# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9db77fa4-7e4d-5744-8b75-ffece34830d0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 25.04.2012 ZK2 2012 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2012-16_2012-04-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 25. April 2012 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 12 16          22. Mai 2012

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Hubert
RichterInnen Pritzi und Michael Dürst
Aktuar Wolf

In der zivilrechtlichen Berufung

des X., Gesuchsteller und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20, 9001 St. Gallen, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht N. vom 27. Februar 2012, mit-
geteilt am 5. März 2012, in Sachen des Gesuchstellers und Berufungsklägers ge-
gen lic. iur. Y., Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechts-
anwalt Dr. iur. Rudolf Kunz, Ottoplatz 19, 7001 Chur,

betreffend vorsorgliche Beweisführung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X. fuhr am 23. Oktober 1992 mit seinem Personenwagen von A. in Richtung 
B.. Auf der Höhe der Abzweigung nach C. erlitt er einen Autounfall. Im Rahmen 
der nachfolgenden Hospitalisierung wurde eine Kalottenimpressionsfraktur links 
temporoparietal mit diversen Rissquetschungen im Bereich des Scalps sowie Wir-
beldeckplattenfrakturen im Bereich der Brustwirbelsäule diagnostiziert.

B. In ihrem Bericht vom 27. Dezember 2005 hielt Dr. med. D., Fachärztin FMH 
Neurologie, im Wesentlichen fest, seit dem Verkehrsunfall im Jahr 1992 hätten im 
Verlauf wöchentliche, stechende, drei bis vier Stunden anhaltende Kopfschmerzen 
wechselnder Lokalisation von leichter bis mässiger Intensität ohne vegetative Be-
gleiterscheinungen bestanden. Seit rund drei Monaten bestünden nun bilateral 
symmetrische, druckartige Kopfschmerzen über dem Vertex betont und zumeist 
mittlerer Intensität, welche sich im Tagesverlauf steigern könnten und dann ohne 
Seitenbetonung pulsierend seien und frühere Schmerzstufen erreichen könnten. In 
Betracht kämen verschiedene auslösende/begünstigende Faktoren: chronische 
Nackenverspannungen bei überwiegender Schreibtischtätigkeit; Verlet-
zung/Störung der Kopfmuskeln durch das Schädeltrauma 1992 mit muskulärer 
Dysbalance und Senkung der Kopfwehschwelle; ständige hohe Arbeitsbelastung 
mit fehlendem Ausgleich; sportliche Aktivitäten ohne ausreichende Trinkmenge; 
Kopfweh als Begleitsymptom eines Infektes mit grippalen Symptomen (infektiolo-
gische Abklärungen negativ; HIV-Status?); dekompensierender Astigmatismus in 
Verbindung mit Bildschirmarbeit; Analgeticaüberkonsum; Noxen wie Nikotin und 
Alkohol. Weder neurologisch-klinisch, elektroenzephalographisch noch MR-
tomographisch fänden sich sichere Hinweise für eine symptomatische Kopfwehur-
sache.

C. Am 10. März 2006 meldete der Hausarzt von X., Dr. med. E., bei der Un-
fallversicherung F. einen Rückfall an. Die Diagnose lautete auf Spannungskopf-
schmerzen.

D. Mit Bericht vom 12. April 2006 führte der Vertrauensarzt der F., Dr. med. G., 
hauptsächlich aus, aus dem Bericht von Dr. med. D. vom 27. Dezember 2005 ge-
he hervor, dass X. mit grosser Wahrscheinlichkeit an Spannungskopfschmerzen 
leide, welche durch verschiedene auslösende/begünstigende Faktoren verursacht 
würden. Dabei komme dem Schädeltrauma aus dem Jahr 1992 allerdings nur eine 
geringgradige Bedeutung zu, so dass das Kriterium der „überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit“ nicht gegeben und somit ein Rückfall zu verneinen sei.

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E. Mit Verfügung vom 9. Mai 2006 teilte die F. X. mit, gemäss der Beurteilung 
ihres Vertrauensarztes vom 12. April 2006 bestehe kein sicherer oder wahrschein-
licher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 23. Oktober 1992 und den 
jetzigen Beschwerden. Die F. sei demnach nicht leistungspflichtig. Die Behand-
lungskosten seien bei der Krankenkasse geltend zu machen. Dagegen erhob X. 
am 8. Juni 2006 Einsprache.

F. PD Dr. med. H., Spezialarzt für Neurologie, hielt in seinem Bericht vom 28. 
Juni 2006 fest, die Kopfschmerzen bestünden sei dem Schädel-/ Hirntrauma und 
hätten sich mit der Zeit gewandelt. Einerseits bestehe ein migräneartiger Kopf-
schmerz, der sehr stark und heftig sei. Andererseits träten zusätzlich Druckkopf-
schmerzen auf, welche insbesondere bei konzentriertem Arbeiten intensiver wür-
den. Selbstverständlich könne man diskutieren, ob diese Kopfschmerzen mit dem 
ausserordentlich schweren Schädel-/Hirntrauma einen Zusammenhang aufweisen 
würden. Dies sei durchaus möglich, da der Patient früher kein Kopfschmerz-
mensch gewesen sei und die Kopfschmerzen initial im zeitlichen Zusammenhang 
mit dem Trauma aufgetreten seien. Andererseits liege der Zeitpunkt des Traumas 
nun aber mehr als ein Jahrzehnt zurück.

G. Mit vertrauensärztlichem Bericht vom 19. Oktober 2006 teilte Dr. med. G. 
unter anderem mit, die ärztliche Behandlung sei am 17. März 1993 abgeschlossen 
worden. Im Jahr 1996 sei eine neurologische Nachkontrolle inklusive MRI und 
EEG durchgeführt worden. Neue Erkenntnisse und Konsequenzen hätten sich aus 
jener Abklärung angeblich nicht ergeben. Aus seiner persönlichen Besprechung 
vom 26. September 2006 mit X. könne er schliessen, dass dieser seit dem Ver-
kehrsunfall im weiteren Verlauf wöchentliche, stechende, drei bis vier Stunden 
anhaltende Kopfschmerzen unterschiedlicher Lokalisation von leichter bis mässi-
ger Intensität erleide. Zusätzlich bestehe seit dem Unfallgeschehen ein linksseiti-
ger Tinnitus, mit welchem X. zu leben gelernt habe. Dr. med. D. nehme in ihrem 
Bericht zur Unfallkausalität nicht explizit Stellung und zähle nur eine Reihe mögli-
cher Ursachen für den Kopfschmerz auf. Auch die Meinung von PD Dr. med. H. 
lasse lediglich einen „möglichen pathogenischen Einfluss eines Schädel-
/Hirntraumas 1992“ zu, wobei festzuhalten sei, dass nie Hinweise oder Befunde 
für ein Hirntrauma vorgelegen hätten. Der neu aufgetretene Kopfschmerz habe 
aus der Sicht des Vertrauensarztes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen 
Zusammenhang mit dem 12 Jahre zurückliegenden Unfallereignis, weshalb ein 
Rückfall abzulehnen sei.

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H. Mit Schreiben vom 29. August 2006 forderte X., vertreten durch Rechtsan-
wältin lic. iur. Y., die Erstellung eines fachärztlichen Gutachtens insbesondere be-
treffend Unfallkausalität. Aufgrund der überlassenen Akten sei tatsächlich anzu-
nehmen, dass X. seinerzeit einen sehr schweren Unfall erlitten habe und die von 
ihm genannten Beschwerden durchaus und nachvollziehbar mit den damals erlit-
tenen Verletzungen in Zusammenhang stehen könnten.

I. Mit Einspracheentscheid vom 7. Dezember 2006 wies die F. die Einsprache 
von X. vollumfänglich ab. Aufgrund der vorliegenden ärztlichen Beurteilungen lä-
gen keine überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 23. Oktober 1992 
zurückgehenden Faktoren für die aktuellen Beschwerden mehr vor.

K. Am 26. Juli 2007 teilte Rechtsanwältin lic. iur. Y. ihrer Berufshaftpflichtversi-
cherung, der I., mit, sie habe in ihrem Mandat mit X. aufgrund eines Berechnungs-
fehlers die Beschwerdefrist verpasst und deshalb auf die Einreichung der Be-
schwerde verzichtet.

L. Mit Schreiben vom 27. Oktober 2009 forderte X., welcher nunmehr durch 
Rechtsanwalt lic. iur. HSG Roland Hochreutener vertreten wurde, die I. auf, ein 
umfassendes Gutachten zur Frage zu veranlassen, ob ein Kausalzusammenhang 
zwischen den bestehenden Kopfschmerzen und dem ausserordentlich schweren 
Schädel-/Hirntrauma überwiegend wahrscheinlich sei. Am 17. Dezember 2009 
antwortete die I., aufgrund der ihr zur Verfügung stehenden Akten sei nicht davon 
auszugehen, dass das Verwaltungsgericht Graubünden die Beschwerde gutge-
heissen und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die F. zurückgewiesen 
hätte. Der ablehnende Entscheid der Unfallversicherung sei deshalb zu Recht er-
folgt, weshalb X. durch das Verhalten seiner damaligen Rechtsvertreterin kein 
Schaden entstanden sei.

M. In einem von X. in Auftrag gegebenen Gutachten des K. (K.) vom 18. Au-
gust 2010 kamen PD Dr. iur. L. und Prof. Dr. med. M. zum Schluss, dass das 
Verwaltungsgericht Graubünden einem Rückweisungsantrag zugestimmt hätte. 
Ein Abschluss der Angelegenheit ohne eine vorgängige fachärztliche gutachterli-
che Beurteilung sei nicht zulässig, da die bisherigen medizinischen Abklärungen 
nicht genügten, um einen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung zu ver-
neinen.

N. Mit Gesuch vom 12. Dezember 2011 stellte X. folgende Rechtsbegehren:

„1. Es sei im Rahmen einer vorsorglichen Beweisführung ein umfassen-
des polydisziplinäres Gutachten zur Klärung der Unfallkausalität der 

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beim Gesuchsteller bestehenden gesundheitlichen Beschwerden zu 
veranlassen.

2. Unter entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Gesuchsgegnerin.“

In ihrer Stellungsnahme vom 16. Februar 2012 beantragte Rechtsanwältin lic. iur. 
Y., auf das Gesuch sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge nicht einzutreten, 
eventuell sei es abzuweisen.

O. Mit Entscheid vom 27. Februar 2012, mitgeteilt am 5. März 2012, erkannte 
der Einzelrichter am Bezirksgericht N.:

„1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten.

2.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1'000.00 (Entscheidgebühr) ge-
hen zu Lasten von X.. Er hat diesen Betrag dem Gericht innert 30 Ta-
gen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen. 

b) X. hat Y. mit CHF 1'500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) ausserge-
richtlich zu entschädigen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]“

P. Dagegen erhob X. am 19. März 2012 Berufung an das Kantonsgericht von 
Graubünden mit folgenden Anträgen:

„1. Der Entscheid des Bezirksgerichts [recte: des Einzelrichters am Be-
zirksgericht] N. vom 27. Februar 2012, mitgeteilt am 5. März 2012, sei 
aufzuheben.

2. Es sei im Rahmen einer vorsorglichen Beweisführung ein polydiszi-
plinäres medizinisches Gutachten zur Klärung der Unfallkausalität der 
beim Berufungskläger bestehenden gesundheitlichen Beschwerden in 
Auftrag zu geben.

3. Eventualiter sei das Bezirksgericht [recte: der Einzelrichter am Be-
zirksgericht] N. anzuweisen, auf das Gesuch um vorsorgliche Beweis-
führung einzutreten und das beantragte polydisziplinäre Gutachten zur 
Klärung der Unfallkausalität der beim Berufungskläger bestehenden 
gesundheitlichen Beschwerden in Auftrag zu geben.

4. Unter entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Berufungsbeklagten.“

Mit Berufungsantwort vom 2. April 2012 beantragte die Berufungsbeklagte die kos-
ten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Berufung.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und auf die Ausführungen der 
Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, im Folgenden einge-
gangen.

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II. Erwägungen

1. Der angefochtene Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht N. vom 
27. Februar 2012 wurde den Parteien am 5. März 2012 und somit nach Inkrafttre-
ten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) mitgeteilt. Wie be-
reits auf das vorinstanzliche Verfahren, findet demnach auch auf das vorliegende 
Rechtsmittelverfahren die Schweizerische Zivilprozessordnung Anwendung (Art. 
405 Abs. 1 ZPO).

2.a) Gemäss Art. 308 Abs. 1 ZPO sind mit der Berufung erstinstanzliche End- 
und Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche 
Massnahmen anfechtbar. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beru-
fung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbe-
gehren mindestens Fr. 10'000.-- beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Berufung ge-
gen einen im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid ist unter Beilage 
des Entscheids innert 10 Tagen seit der Zustellung desselben beim Kantonsge-
richt von Graubünden schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 ZPO und 
314 Abs. 1 ZPO sowie Art. 7 Abs. 1 des kantonalen Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]).

b) Der angefochtene Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht N. vom 
27. Februar 2012 betreffend vorsorgliche Beweisführung nach Art. 158 ZPO ist 
wie ein Entscheid über eine vorsorgliche Massnahme nach Art. 308 Abs. 1 lit. b 
ZPO mit Berufung anfechtbar (vgl. Art. 158 Abs. 2 ZPO). Der vorinstanzliche Ent-
scheid ist ausserdem offensichtlich in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit 
ergangen, beabsichtigt doch der Berufungskläger, mit Hilfe des vorsorglich einzu-
holenden polydisziplinären medizinischen Gutachtens Aufklärung über die Pro-
zessrisiken einer gegen die Berufungsbeklagte anzustrengenden Schadenersatz-
klage zu erhalten. Zur Bestimmung des für die Berufung erforderlichen Streitwerts 
ist auf den mit dem beantragten polydisziplinären Gutachten zu beweisenden 
Hauptanspruch (Schadenersatzanspruch) abzustellen (so unter Berufung auf die 
Lehre und Rechtsprechung in Deutschland: Schweizer, Vorsorgliche Beweisab-
nahme nach schweizerischer Zivilprozessordnung und Patentgesetz, ZZZ 2010, S. 
26). Demnach ist vorliegend der erforderliche Streitwert nach Einschätzung der   
II. Zivilkammer ohne weiteres erreicht. Davon gehen offenbar übereinstimmend 
auch die Parteien aus, zumal sie in ihren Rechtsschriften mit keinem Wort auf die 
Problematik des Streitwerts eingehen und eine - ausdrücklich als solche bezeich-
nete - „Berufung“ sowie eine „Berufungsantwort“ eingereicht haben. Ebenso er-
achtet die II. Zivilkammer die für die zivilrechtliche Beschwerde an das Bundesge-

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richt erforderliche Streitwertgrenze von Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bun-
desgerichtsgesetztes [BGG; SR 173.110]) als erreicht, was bei der Rechtsmittel-
belehrung zu berücksichtigen ist (vgl. auch Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG, wonach die 
Rechtsmittelbelehrung die Angabe des Streitwertes zu enthalten hat). Da die Be-
rufung vom 19. März 2012 überdies zeitig ist und auch alle übrigen Sachurteils-
voraussetzungen erfüllt sind, ist darauf einzutreten.

3.a) In der Sache hat die Vorinstanz erwogen, dem Berufungskläger fehle ein 
schutzwürdiges Interesse für eine vorsorgliche Beweisführung gemäss Art. 158 
Abs. 1 lit. b ZPO. Mittels der schon vorliegenden Arztberichte sei für ihn eine Pro-
zesschancenanalyse zu bewerkstelligen. Nicht weniger als fünf verschiedene Ärz-
te hätten sich bisher mit der Angelegenheit befasst und ihre Beurteilung abgege-
ben. Auch wenn die Berichte, Beurteilungen und das Gutachten sich unterschied-
lich ausführlich zur Sache und insbesondere zur Kausalität der Kopfschmerzen 
zum Unfallereignis äussern würden, könnten aus ihnen dennoch unschwer dies-
bezügliche Schlüsse gezogen und Verfahrensprognosen erstellt werden. Der An-
sicht der Berufungsgegnerin, wonach der Berufungskläger für die Beurteilung sei-
ner Prozesschancen nicht auf ein polydisziplinäres Gutachten angewiesen sei, 
könne zugestimmt werden. Die in der Sache bereits vorliegenden diversen 
fachärztlichen Berichte und Stellungnahmen würden dem Berufungskläger eine 
Beurteilung der Beweisaussichten hinsichtlich Schaden und Kausalzusammen-
hang erlauben. Zu definitiven Erkenntnissen werde in jedem Fall erst der Prozess 
über die Hauptsache führen. Es sei nicht der Zweck der vorgängigen Beweisab-
nahme, den Berufungskläger vor jeglichem Prozessrisiko zu bewahren. Ferner sei 
darauf hinzuweisen, dass der Berufungskläger in der Angelegenheit bereits zwei-
mal eine Klage gegen die Berufungsbeklagte anhängig gemacht habe, womit er 
gezeigt habe, dass er seine Prozesschancen offenkundig als aussichtsreich beur-
teile (angefochtenes Urteil S. 8 ff.).

b) Dagegen bringt der Berufungskläger vor, die von der Unfallversicherung im 
Zusammenhang mit der Prüfung der Unfallkausalität beigezogenen medizinischen 
Berichte und vertrauensärztlichen Stellungnahmen würden allesamt nicht auf einer 
umfassenden, allseitigen Untersuchung seines Gesundheitszustandes und der 
Unfallkausalität beruhen. Mithin erfüllten sie die einschlägigen Anforderungen an 
die Vollständigkeit und Schlüssigkeit von medizinischen Gutachten bei Weitem 
nicht. Die medizinischen Berichte würden in Bezug auf die für die Frage der Leis-
tungspflicht der Unfallversicherung und damit auch die Haftpflicht der Berufungs-
beklagten entscheidende Frage der Unfallkausalität nur unvollständige, vage be-
ziehungsweise gar widersprüchliche Aussagen machen. Somit hätte das Verwal-

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tungsgericht Graubünden die Beschwerde - wäre sie denn rechtzeitig erhoben 
worden - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gutgeheissen und die Streitsache 
zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Unfallversicherung zurückgewie-
sen. Die Vorinstanz habe es offensichtlich unterlassen, die vorliegenden medizini-
schen Berichte einer eigentlichen Würdigung zu unterziehen. Einerseits habe sie 
die Berichte in keiner Weise gegeneinander abgewogen. Andererseits habe sie zu 
Unrecht auch nicht festgestellt, welche konkreten Schlüsse und Verfahrenspro-
gnosen denn aufgrund der bestehenden Akten gezogen werden könnten (Beru-
fung S. 10 ff.).

c/aa) Gemäss Art. 158 Abs. 1 ZPO nimmt das Gericht jederzeit Beweis ab, wenn 
das Gesetz einen entsprechenden Anspruch gewährt (lit. a) oder wenn die ge-
suchstellende Partei eine Gefährdung der Beweismittel oder ein schutzwürdiges 
Interesse glaubhaft macht (lit. b). Nach der Botschaft zur ZPO kann das schutz-
würdige Interesse im Sinne dieser Bestimmung auch in der Abklärung der Beweis- 
und Prozessaussichten liegen. Mit dieser Möglichkeit soll dazu beigetragen wer-
den, aussichtslose Prozesse zu vermeiden (Botschaft vom 28. Juni 2006 S. 7315). 
Zu beachten ist, dass der Gesetzgeber mit dieser Zielsetzung im Vergleich zu den 
meisten ehemaligen Prozessgesetzen - so auch der alten bündnerischen Zivilpro-
zessordnung (vgl. Art. 209 ZPO-GR) - die Zulässigkeit einer vorprozessualen Be-
weisabnahme bewusst ausweiten wollte. In der Lehre wird denn auch nahezu ein-
hellig die Meinung vertreten, an das Bestehen eines schutzwürdigen Interesses 
seien keine hohen Anforderungen zu stellen, weshalb es genüge, dass der Ge-
suchsteller einen praktischen Nutzen für seine rechtliche oder tatsächliche Situati-
on glaubhaft mache (Fellmann, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2010, Art. 
158 N 19; ders., in: Fellmann/Weber [Hrsg.], Haftpflichtprozess 2010, Zürich 2010, 
S. 102 f.; Livschitz/Schmid, Sie wollen klagen - Ihr Gegner hat die Beweise - Be-
weisausforschungsstrategien und ihre Abwehr: Neuerungen im Kontext der eid-
genössischen Prozessordnungen aus Sicht der Praxis, in: AJP 2011 S. 742; Guy-
an, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Zivil-
prozessordnung, Basel 2010, Art. 158 N 5). Allerdings ist festzuhalten, dass eine 
vorsorgliche Beweisabnahme oft noch vor der Rechtshängigkeit eines Prozesses 
erfolgt, mithin in einem Stadium, in dem das Prozessthema noch nicht herausge-
schält ist. Erst der Prozess über die Hauptsache, bezüglich welchem den Parteien 
sämtliche Rechte gewahrt bleiben müssen, führt zu definitiven Erkenntnissen, 
speziell bezüglich Relevanz von Tatsachenbehauptungen, Beweislast und Be-
weiswürdigung. Eine fehlende Mitwirkung im Rahmen der vorsorglichen Beweis-

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führung kann daher der Gesuchsgegnerin nicht zum Nachteil gereichen. Auch liegt 
es primär in der Verantwortung des Gesuchstellers, dem Gericht in seinem Ge-
such die erforderlichen Angaben zum Sachverhalt zu machen und den Umfang 
der beantragten Beweisführung zu bestimmen. So obliegt es in erster Linie ihm, 
dem Gericht die Fragen zu unterbreiten, die es Zeugen oder Sachverständigen 
stellen soll (vgl. zum Ganzen Fellmann, Kommentar, Art. 158 N 20; ders., Haft-
pflichtprozess 2010, S. 103; Zürcher, in: Brunner/Gasser/Schwander, Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, Art. 158 N 11). 
Demnach dürfte es sich vielfach nicht vermeiden lassen, im nachfolgenden Pro-
zess über die Hauptsache die - bereits vorsorglich durchgeführte - Beweisabnah-
me aufgrund des erst im Hauptprozess definitiv fixierten Streitgegenstandes zu 
wiederholen oder zumindest zu ergänzen (vgl. auch Meier, Rechtsgutachten zur 
Zulässigkeit von medizinischen Gutachten als vorsorgliche Beweisführung nach 
Art. 158 ZPO vor Einleitung eines Haftpflichtprozesses [Kantonsgericht act. B.5], 
S. 2 f.). Die Prozessökonomie spricht daher nicht in jedem Fall für eine vorsorgli-
che Beweisführung. Obwohl sich dem gesetzlichen Wortlaut für die vorsorgliche 
Beweisführung kein Ausschluss bestimmter Beweismittel entnehmen lässt, wird 
sodann mit guten Gründen die Ansicht vertreten, die persönliche Befragung und 
die Beweisaussage (der Gegenseite) sowie in vielen Fällen Editionsbegehren sei-
en in diesem Stadium nicht zuzulassen, weil damit die zukünftige Prozessführung 
der Gegenseite eingeengt werde (Meier, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 
Zürich 2010, S. 311; Zürcher, a.a.O., Art. 158 N 13; Gasser/Rikli, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, Zürich/St. Gallen 2010, Art. 158 N 5 mit der 
Warnung vor einer „fishing expedition“).

c/bb) Aufgrund des Ausgeführten lässt sich festhalten, dass an das „schutzwürdi-
ge Interesse“ im Sinne von Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO zwar keine hohen Anforde-
rungen zu stellen sind, die vorsorgliche Beweisführung aber dennoch - je nach 
den Umständen des konkreten Einzelfalls - verschiedenenorts an ihre Grenzen 
stösst (vgl. dazu auch Schweizer, a.a.O., S. 13 ff.). Zudem darf die vorsorgliche 
Beweisabnahme nicht allgemein dazu führen, dass sich das Beweisverfahren oh-
ne Not in den vorprozessualen Bereich verlagert (Meier, Zivilprozessrecht, S. 312 
mit Hinweis auf die „pretrial discovery“ nach US-amerikanischem Recht). Da nach 
dem Gesagten auch die Prozessökonomie nicht in jedem Fall für eine vorsorgliche 
Beweisführung spricht, ist somit insgesamt eine gewisse Zurückhaltung ange-
bracht, unter anderem auch um zu vermeiden, dass der Rechtsbehelf zu einer 
Beweisausforschung missbraucht wird. Dies gilt unabhängig davon, dass bereits 
die Kosten für die vorsorgliche Beweisführung, welche regelmässig vom Gesuch-

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steller zu tragen sind (vgl. dazu und zur Möglichkeit des Vorbehalts einer anderen 
Verteilung im Hauptprozess: Fellmann, Kommentar, Art. 158 N 37; ders., Haft-
pflichtprozess 2010, S. 107; Zürcher, a.a.O., Art. 158 N 20; a.M. für die Fälle, in 
denen sich der Gesuchsgegner dem Gesuch widersetzt: Schweizer, a.a.O., S. 27), 
verhindern sollten, dass (allzu) leichtfertig Gesuche um vorsorgliche Beweis-
führung gestellt werden.

c/cc) Fraglich ist, ob sich das schutzwürdige Interesse nach Art. 158 Abs. 1 lit. b 
ZPO auf einen - vom Gesuchstellter glaubhaft zu machenden - Hauptanspruch 
bezieht. Ein Teil der Lehre verneint diese Frage unter Hinweis auf den Gesetzes-
wortlaut. Der Gesetzgeber habe mitunter eine Möglichkeit zur Abklärung der Be-
weis- und Prozessaussichten schaffen wollen. Könne man aber einen Hauptan-
spruch glaubhaft machen, habe man per se günstige Prozessaussichten und 
benötige keine weiteren Beweise, um seine Prozesschancen zu beurteilen. Mit 
anderen Worten fehle bei glaubhafter Hauptsache geradezu das Rechtsschutzin-
teresse an einer Prozesschancenbeurteilung und damit an der vorsorglichen Be-
weiserhebung (Livschitz/Schmid, a.a.O., S. 742 f. mit Hinweis auf die die vorsorg-
liche Beweisführung wegen Gefährdung der Beweismittel betreffende und insoweit 
nicht einschlägigen Literaturstelle von Passadelis, Stämpflis Handkommentar, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Art. 158 N 5; gleicher Meinung offenbar 
Fellmann, Kommentar, Art. 158 N 23; ders., Haftpflichtprozess 2010, S. 104). Das 
Bundesgericht folgte demgegenüber im Wesentlichen der Auffassung von 
Schweizer (a.a.O., S. 8 ff.). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung kann 
eine vorsorgliche Beweisführung nur mit Blick auf einen konkreten materiellrechtli-
chen Anspruch verlangt werden, hängt doch das Interesse an einer Beweisab-
nahme vom Interesse an der Durchsetzung eines damit zu beweisenden An-
spruchs ab. Der Gesuchsteller, der sich auf Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO stützt, muss 
daher glaubhaft machen, dass ein Sachverhalt vorliegt, gestützt auf den ihm das 
materielle Recht einen Anspruch gegen den Gesuchsgegner gewährt, und zu des-
sen Beweis das abzunehmende Beweismittel dienen kann (vgl. auch die vom 
Bundesgericht bei dieser Gelegenheit mitunter zitierte Literatur von Meier, Zivil-
prozessrecht, S. 311, wonach der Gesuchsteller glaubhaft zu machen hat, dass 
ihm ein Anspruch gegen die fragliche Partei zusteht beziehungsweise zustehen 
kann; vgl. zudem Meier, Rechtsgutachten [Kantonsgericht act. B.5], S. 2 f., wo-
nach der mit der vorsorglichen Beweisführung anvisierte Anspruch lediglich als 
möglich erscheinen muss). Lediglich für Tatsachen, die mit dem vorsorglich abzu-
nehmenden Beweismittel bewiesen werden sollen, kann keine eigentliche Glaub-
haftmachung verlangt werden. Stellt das abzunehmende Beweismittel das einzige 

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dar, mit dem die Gesuchstellerin ihren Anspruch beweisen kann, muss es genü-
gen, dass sie das Vorliegen der anspruchsbegründenden Tatsachen lediglich sub-
stantiiert behauptet (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 4A_532/2011 vom 3. 
Januar 2012 E. 2.4.2 mit zahlreichen Hinweisen). Lange Untersuchungen sind mit 
Natur und Zweck der vorsorglichen Beweisführung jedoch nicht vereinbar. Das 
schutzwürdige Interesse ist daher nur dann zu verneinen, wenn es sich als offen-
sichtlich nicht existent erweist. Insbesondere dürfen die Anforderungen an die 
Glaubhaftmachung des Hauptanspruchs nicht überspannt werden, um das Verfah-
ren der vorsorglichen Beweisabnahme, das nicht der Prüfung der Begründetheit 
des Hauptanspruchs dient, nicht zu überfrachten. Das schutzwürdige Interesse 
fehlt demnach nur dann, wenn (a) es von vornherein offensichtlich ausgeschlos-
sen ist, dass die zu beweisende Tatsache im Rahmen einer hängigen oder künfti-
gen Leistungs- oder Gestaltungsklage zur Begründung eines Anspruchs verwen-
det werden kann, (b) die zu beweisende Tatsache offensichtlich unerheblich oder 
das Beweismittel offenkundig untauglich ist, oder (c) das Beweismittel ohne weite-
res auf anderem Weg beschafft werden kann (Schweizer, a.a.O., S. 10).

4.a) Im Rahmen des zurzeit (noch) nicht rechtshängigen, aber der Beschwerde-
gegnerin drohenden Schadenersatzprozesses wird über die Kausalität deren an-
geblicher Sorgfaltspflichtverletzung zu entscheiden sein. Dabei wird unter ande-
rem von massgebender Bedeutung sein, ob die heutigen Leiden des Beschwerde-
führers mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen, vgl. auch BGE 
134 V 109 E. 9.5) auf seinen Unfall aus dem Jahr 1992 zurückzuführen sind (Un-
fallkausalität). Nur diesfalls hätte nämlich Aussicht darauf bestanden, dass die Un-
fallversicherung schlussendlich zur Erbringung von Leistungen verpflichtet gewe-
sen wäre. In Anlehnung an ein Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 
20. Dezember 2011 (LF110116-O/U, E. 2.7 f.) hat die Vorinstanz ausgeführt, eine 
polydisziplinäre Begutachtung bilde beispielsweise in Schleudertrauma-Fällen 
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein wichtiges Beweismittel für die Beur-
teilung der Kausalität (vgl. BGE 134 V 109 E. 9.3 f.). Daraus könne allerdings nicht 
pauschal ein Anspruch auf Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens im Rah-
men einer vorsorglichen Beweisführung abgeleitet werden. Die Abklärung der 
Prozesschancen könne und müsse vielmehr ohne abschliessende Beweiswürdi-
gung erfolgen. Das beantragte Gutachten könnte für den Kausalitätsbeweis im 
Hauptprozess möglicherweise entscheidend sein - für die Abklärung der Pro-
zesschancen des Gesuchstellers sei dies dagegen nicht unbedingt der Fall. Er-
laubten zum Beispiel die aus verschiedenen fachärztlichen Disziplinen abgegebe-

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nen Berichte oder Stellungnahmen zu den Beschwerden des Gesuchstellers und 
deren Kausalität zum Unfallereignis die Beurteilung der Beweisaussichten hin-
sichtlich Schaden und Kausalzusammenhang, bestehe im Rahmen der vorsorgli-
chen Beweisführung kein schutzwürdiges Interesse (angefochtenes Urteil S. 8). 
Insoweit kann der vorinstanzlichen Argumentation ohne weiteres gefolgt werden, 
denn in der Tat hätte der Berufungskläger kein schutzwürdiges Interesse an der 
Einholung des beantragten Gutachtens, wenn es sich erweisen sollte, dass bereits 
die bestehenden Unterlagen eine adäquate Grundlage zur Beurteilung seiner Pro-
zesschancen darstellen. Dies ist jedoch - wie nachfolgend darzulegen ist - entge-
gen der Vorinstanz und der Berufungsbeklagten nicht der Fall.

b) Die bei den Akten liegenden ärztlichen Berichte äussern sich nur sehr 
summarisch zur Frage der Unfallkausalität der beim Berufungskläger vorliegenden 
gesundheitlichen Beschwerden. In ihrem Bericht vom 27. Dezember 2005 (Ge-
suchsteller act. 4) führte Dr. med. D. eine ganze Anzahl möglicher Ursachen - 
darunter auch das „Schädeltrauma 1992“ - für die diagnostizierten Kopfschmerzen 
auf, welche bereits seit dem Verkehrsunfall im Jahr 1992 bestünden und sich drei 
Monate vor der Erstellung des Berichts verschlimmert hätten. Es ist nicht ersicht-
lich, ob sich diese möglichen Ursachen nach der Beurteilung von Dr. med. D. im 
Sinne von Teilursachen allenfalls kombinieren liessen oder ob jede einzelne Ursa-
che - wäre sie denn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit festgestellt - die anderen 
Möglichkeiten ausschlösse. Sichere Hinweise für eine symptomatische Kopfweh-
ursache erkannte Dr. med. D. nicht, gleichzeitig konnte sie jedoch „mögliche 
Traumafolgen“ nicht ausschliessen. Zudem wurde im Bericht keine Wertung der 
aufgezählten möglichen Ursachen vorgenommen und nicht ausgeführt, welche 
von diesen im Vordergrund steht oder zu welchem Anteil für die diagnostizierten 
Kopfschmerzen ursächlich ist (so zu Recht das K.-Gutachten vom 18. August 
2010 S. 10 [Gesuchsteller act. 18]). Damit lässt dieser Bericht klarerweise keine 
Schlussfolgerungen zur Unfallkausalität der beim Berufungskläger bestehenden 
Beschwerden zu (vgl. im Allgemeinen zu den vom Bundesgericht für die Würdi-
gung von medizinischen Berichten und Gutachten aufgestellten Richtlinien BGE 
125 V 351 E. 3.b). Nichts anderes kann für den Bericht des Vertrauensarztes Dr. 
med. G. vom 12. April 2006 (Gesuchsteller act. 6) gelten, welcher sich im Wesent-
lichen auf die Wiedergabe der Beurteilung von Dr. med. D. beschränkt, und dar-
aus folgert, dem Schädeltrauma von 1992 komme nur eine geringgradige Bedeu-
tung zu, so dass das Kriterium der „überwiegenden Wahrscheinlichkeit“ nicht ge-
geben und somit ein Rückfall zu verneinen sei. Diesen Schluss, welcher auf einer 
reinen Interpretation eines (anderen) Arztberichtes fusst, begründet der Vertrau-

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ensarzt mit keinem Wort. Sodann verkennt der Vertrauensarzt ganz offensichtlich, 
dass für die Bejahung der Unfallkausalität keinesfalls vorausgesetzt wird, dass der 
Unfall aus dem Jahr 1992 eine alleinige Ursache für die heutigen Beschwerden 
darstellen würde (vgl. BGE 123 V 43 E. 2.b; 121 V 326 E. 2.a, je mit Hinweisen). 
Damit steht aber fest, dass auch der Bericht des Vertrauensarztes vom 12. April 
2006 keinerlei Beitrag an eine Prozesschancenanalyse zu leisten vermag. PD Dr. 
med H. diagnostizierte in seinem Bericht vom 28. Juni 2006 (Gesuchsteller act. 9) 
einen „möglichen pathogenischen Einfluss eines schweren Schädel-/Hirntraumas 
1992“ für die Kopfschmerzen, welche seit dem Schädel-/ Hirntrauma vorkämen 
und sich mit der Zeit gewandelt hätten. Ein Zusammenhang der Kopfschmerzen 
mit dem ausserordentlich schweren Schädel-/ Hirntrauma sei „durchaus möglich“, 
allerdings liege dies mehr als ein Jahrzehnt zurück. Diese Beurteilung erfolgte of-
fenbar, ohne dass PD Dr. med. H. beauftragt worden wäre, ein Gutachten über 
den Kausalzusammenhang zu erstellen; vielmehr ging es gemäss den Akten bloss 
um Therapievorschläge (vgl. Schreiben an die F. vom 29. August 2006 [Gesuch-
steller act. 12]). Überdies erfolgte diese Beurteilung ohne konkrete Begründung 
oder Angabe von Anhaltspunkten, in welchem Ausmass und mit welcher Wahr-
scheinlichkeit ein solcher - „durchaus möglicher“ - Zusammenhang nach Ansicht 
des berichtenden Arztes bestehen sollte. Unter diesen Umständen kann aber nicht 
gesagt werden, dieser Bericht erlaube irgendwelche Rückschlüsse auf eine allfäl-
lige Unfallkausalität der Beschwerden des Berufungsklägers. Gemäss dem ver-
trauensärztlichen Bericht von Dr. med. G. vom 19. Oktober 2006 (Gesuchsteller 
act. 10) schliesslich spricht kaum etwas dafür, dass dieser neue Schmerz, welcher 
12 Jahre nach dem Unfall nun neu vorhanden sei, dem Unfallgeschehen zugeord-
net werden könne. Ausser mit der grossen Zeitdifferenz wird diese Ansicht jedoch 
mit keinem Wort begründet. Zudem weist das K.-Gutachten vom 18. August 2010 
(Gesuchsteller act. 18, S. 10 f.) mit guten Gründen auf Widersprüche in diesem 
vertrauensärztlichen Bericht hin. Tatsächlich können die bestehenden Kopf-
schmerzen des Beschwerdeführers unmöglich „neu vorhanden“ sein und gleich-
zeitig bereits als „Restfolgen“ des Unfalls aus dem Jahr 1992 bestanden haben 
beziehungsweise seit dem September 2005 „häufiger“ aufgetreten sein. Da somit 
eine nachvollziehbare Begründung gänzlich fehlt, weshalb die Unfallkausalität zu 
verneinen sein sollte und der Arztbericht bereits in sich selbst widersprüchlich ist, 
erweist sich dieser zur Beurteilung der Unfallkausalität als untauglich. Das K.-
Gutachten vom 18. August 2010 letztlich gelangte zum Ergebnis, die vorliegenden 
medizinischen Abklärungen würden keine rechtsgenüglichen Abklärungen enthal-
ten und seien nicht dazu geeignet, einen Kausalitätsnachweis zu erbringen bezie-
hungsweise - bei einer allfälligen Umkehr der Beweislast zu Lasten der Unfallver-

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sicherung - auf dessen Wegfall zu schliessen. Daher sei davon auszugehen, dass 
das Verwaltungsgericht Graubünden die Beschwerde gutgeheissen und die Sache 
zur weiteren Abklärung an die Unfallversicherung zurückgewiesen hätte (Gesuch-
steller act. 18, S. 8 und 11 f.). Die Frage der Unfallkausalität wurde in diesem Gut-
achten selbstredend nicht beantwortet.

Aufgrund des Ausgeführten kann festgehalten werden, dass die bei den Akten 
liegenden ärztlichen Berichte keine genügende Grundlage für die Beurteilung der 
Unfallkausalität der beim Berufungskläger diagnostizierten Beschwerden und da-
mit für die Beurteilung der Aussichten eines gegen die Berufungsbeklagte einzulei-
tenden Schadenersatzprozesses bilden. Mit anderen Worten erlauben die beste-
henden Unterlagen dem Berufungskläger nicht, abzuschätzen, ob eine allfällige 
Schadenersatzklage gegen die Berufungsbeklagte Chancen auf Erfolg hätte oder 
ob diese aufgrund eines möglicherweise fehlenden Kausalzusammenhanges zwi-
schen der angeblichen Sorgfaltspflichtverletzung und dem (vorausgesetzten) 
Schaden aussichtslos wäre. Aufgrund der zurzeit vorliegenden medizinischen Be-
richte ist dem Berufungskläger eine diesbezügliche Beurteilung schlicht nicht mög-
lich.

c) Nur nebenbei ist darauf hinzuweisen, dass die Berufungsbeklagte in ihrer 
Eigenschaft als ehemalige Rechtsvertreterin des heutigen Berufungsklägers of-
fenbar selbst noch davon ausgegangen ist, dass keine genügenden Grundlagen 
zur Beurteilung der Unfallkausalität vorliegen. So wurde im Schreiben vom 29. 
August 2006 (Gesuchsteller act. 12) festgehalten, es sei angebracht, ein fachärzt-
liches Gutachten betreffend Unfallkausalität einzuholen. Es sei tatsächlich anzu-
nehmen, dass die Beschwerden des Berufungsklägers mit den damals erlittenen 
Verletzungen in Zusammenhang stehen könnten. Auch wenn im Zusammenhang 
mit diesem Schreiben zu beachten ist, dass es dort um den rechtsgenüglichen 
Nachweis der Unfallkausalität im Rahmen des UVG-Verfahrens und nicht bloss 
um eine Abschätzung der Prozessaussichten ging, vertrat die Berufungsbeklagte 
dennoch offenbar die Ansicht, die Unfallkausalität sei nicht abgeklärt. 

d) Entgegen der Ansicht der Vorinstanz und der Berufungsbeklagten lassen 
sich aus dem Umstand, dass der Berufungskläger in der Angelegenheit bereits 
zweimal eine Klage gegen die Berufungsbeklagte eingereicht hat (vgl. Gesuchs-
gegnerin act. 2, 3), keine Erkenntnisse für den vorliegenden Fall gewinnen. Nicht 
nachvollziehbar ist insbesondere, weshalb der Berufungskläger damit gezeigt ha-
ben sollte, dass er seine Prozesschancen offenkundig als aussichtsreich beurtei-
len könnte (so die Argumentation der Vorinstanz, angefochtenes Urteil S. 9). Viel 

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näherliegend wäre der Schluss, dass der Berufungskläger seine Prozesschancen 
eben nicht mit genügender Sicherheit einschätzen konnte, ansonsten er nicht eine 
Klage zurückgezogen und die andere nicht prosequiert hätte. Allerdings kommen 
auch weitere Gründe für einen Rückzug einer Klage beziehungsweise einen Ver-
zicht auf deren Prosequierung in Frage, auf die an dieser Stelle nicht weiter einzu-
gehen ist. Jedenfalls kann daraus für den vorliegenden Fall nichts abgeleitet wer-
den.

e) Schliesslich argumentiert die Berufungsbeklagte, über einen vom Beru-
fungskläger allfällig erlittenen Schaden finde sich weder im Gesuch an den Einzel-
richter am Bezirksgericht N. noch in der Berufung an das Kantonsgericht von 
Graubünden ein Wort. Es werde nicht einmal angedeutet, ob der Berufungskläger 
überhaupt einen Schaden vermögensrechtlicher Natur erlitten habe oder ob er auf 
irgendeine Art und Weise in seinem beruflichen Fortkommen eingeschränkt oder 
behindert sein soll. Damit fehle es an einem glaubhaft gemachten, materiellen An-
spruch gegen die Berufungsbeklagte, weshalb dem Gesuchsteller jedes Rechts-
schutzinteresse fehle (Berufungsantwort S. 11 f.). Dem kann nicht gefolgt werden. 
Sollte eine Unfallkausalität vorliegen, ist ein Schaden aufgrund der Akten genü-
gend glaubhaft. So wurde im Schreiben vom 29. August 2006 an die F. (Gesuch-
steller act. 12) vorgebracht, die Kopfschmerzen behinderten den Berufungskläger 
derart, dass er teilweise Mandate nicht übernehmen könne beziehungsweise sol-
che abgebe und er an Abenden und Wochenenden die wegen der Kopfschmerzen 
unter der Woche ausgefallenen Arbeitsstunden nachholen müsse, weshalb auch 
das Vorliegen einer Erwerbseinbusse zu prüfen sein werde. Im Übrigen ist festzu-
halten, dass es genügen muss, wenn dem Berufungskläger ein materieller An-
spruch gegen die Berufungsbeklagte zustehen kann (vgl. vorstehend E. 3.c/cc). 
Eine mögliche Inanspruchnahme der mit dem Vorwurf einer Sorgfaltspflichtverlet-
zung konfrontierten Berufungsbeklagten liegt nun aber auf der Hand. Jedenfalls 
kann nicht gesagt werden, es sei offensichtlich ausgeschlossen, dass die mit dem 
polydisziplinären Gutachten zu beweisende Unfallkausalität im Rahmen einer 
künftigen Leistungsklage gegen die Berufungsbeklagte zur Begründung eines 
Schadenersatzanspruchs verwendet werden kann, die Unfallkausalität sei offen-
sichtlich unerheblich, das beantragte Gutachten sei offenkundig untauglich oder 
dieses könne ohne weiteres auf anderem Weg beschafft werden (vgl. vorstehend 
E. 3.c/cc).

f) Im Ergebnis lässt sich nach dem Ausgeführten festhalten, dass die vorlie-
genden Arztberichte keine genügende Grundlage für die Beurteilung der Aussich-
ten eines allfälligen Schadenersatzprozesses gegen die Berufungsbeklagte bilden. 

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Damit ist das für eine vorsorgliche Beweisführung erforderliche schutzwürdige In-
teresse glaubhaft gemacht. Vorliegend stellt sich nicht die Problematik einer Be-
weisausforschung oder etwa des Schutzes von Geschäftsgeheimnissen. Vielmehr 
wird die Berufungsbeklagte durch die medizinische Begutachtung des Berufungs-
klägers an sich nur geringfügig belastet, sodass nicht eine besondere Zurückhal-
tung bei der Gewährung der - vom Gesetzgeber ganz bewusst ausgeweiteten - 
vorsorglichen Beweisführung angebracht wäre. Weitere Voraussetzungen beste-
hen für eine vorsorgliche Beweisführung nicht. Insbesondere hat der Gesuchstel-
ler mangels gesetzlicher Grundlage entgegen der Lehrmeinung von Meier (Zivil-
prozessrecht, S. 311) weder glaubhaft zu machen, dass für ihn die Entscheidung, 
ob ein Prozess geführt werden soll, noch offen ist, noch hat sich der Gesuchsteller 
bereit zu erklären, auf Verlangen der Gegenpartei dieser sämtliche Beweismittel 
offen zu legen (vgl. Schweizer, a.a.O., S. 11 f.). Somit ist die Vorinstanz zu Un-
recht auf das Gesuch um vorsorgliche Beweisführung nicht eingetreten, weshalb 
der angefochtene Entscheid in Gutheissung der Berufung aufzuheben ist. Entge-
gen dem vom Berufungskläger gestellten Hauptbegehren ist jedoch das beantrag-
te Gutachten nicht vom Kantonsgericht in Auftrag zu geben, welches sich 
grundsätzlich darauf beschränken kann, zu überprüfen, ob die Voraussetzungen 
für die vorsorgliche Beweisführung vorinstanzlich richtig beurteilt worden sind. 
Vielmehr ist die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens und zur Einholung des be-
antragten Gutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird dabei auch 
über die Kosten der vorsorglichen Beweisführung neu zu entscheiden haben, wel-
cher Entscheid nicht vom Kantonsgericht vorwegzunehmen ist.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Prozesskosten, bestehend 
aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (vgl. Art. 95 Abs. 1 ZPO), 
der unterliegenden Berufungsbeklagten auferlegt (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die 
Kosten des Berufungsverfahrens, die gestützt auf Art. 9 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Zivilverfahren (VGZ; BR 320.210) auf Fr. 2'000.-- festgesetzt 
werden, gehen demnach zu Lasten der Berufungsbeklagten. Mangels Einreichung 
einer Honorarnote wird die Parteientschädigung für den anwaltlich vertretenen 
Berufungskläger nach richterlichem Ermessen festgesetzt. Angesichts der sich 
stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie unter Berücksichtigung der eingereich-
ten Berufung erscheint eine aussergerichtliche Entschädigung in Höhe von pau-
schal Fr. 2’000.-- (inkl. MWST) als angemessen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid des Ein-
zelrichters am Bezirksgericht N. vom 27. Februar 2012 wird aufgehoben.

2. Die Sache wird zur Fortsetzung des Verfahrens und zur Einholung des be-
antragten Gutachtens an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten der 
Berufungsbeklagten und werden mit dem vom Berufungskläger geleisteten 
Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- verrechnet. Die Berufungsbeklagte wird 
verpflichtet, dem Berufungskläger den Betrag von Fr. 2'000.-- direkt zu er-
setzen.

4. Die Berufungsbeklagte hat den Berufungskläger ausserdem für das Beru-
fungsverfahren mit Fr. 2'000.-- aussergerichtlich zu entschädigen.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorge-
schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegi-
timation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde 
gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an: