# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43c3207b-7c77-545a-bcd4-4fabfca9b2cf
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 26.02.2025 PG230002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_PG230002_2025-02-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
Verwaltungskommission  

Geschäfts-Nr. PG230002-O/U

Mitwirkend: Obergerichtspräsidentin lic. iur. F. Schorta, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos und Oberrichter lic. iur. et phil. D. Glur

sowie die Gerichtsschreiberin MLaw N. Jauner

Beschluss vom 26. Februar 2025

in Sachen

A._____ GmbH, 
Gesuchstellerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ u/o Rechtsanwalt 

MLaw X2._____

gegen

B._____, 
Gesuchsgegnerin

betreffend Ernennung eines Schiedsrichters

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Erwägungen:

I.

1. Mit Eingabe vom 25. Juli 2023 (act. 1) liess die A._____ GmbH (nachfol-

gend: Gesuchstellerin) beim Obergericht des Kantons Zürich gegen B._____ 

(nachfolgend: Gesuchsgegnerin) ein Gesuch um Ernennung eines Schieds-

richters einreichen und die folgenden Anträge stellen: 

"1. Es sei für die zwischen den Parteien bestehende Streitigkeit betreffend 
"Vertrag Nr. 1" vom 5. Februar 2014, in welcher die Gesuchstellerin als 
Klägerin auftritt, der Parteischiedsrichter für die Gesuchsgegnerin zu er-
nennen." 

"2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchsgegne-
rin."

Gleichzeitig liess die Gesuchstellerin auch gegen C._____ ein Gesuch um 

Ernennung eines Schiedsrichters einreichen, wobei sie beantragte, dass in 

beiden Verfahren der gleiche Parteischiedsrichter zu ernennen sei (Ge-

schäfts-Nr. PG230003-O).

2. Mit Verfügung vom 31. Juli 2023 (act. 4) wurde die Gesuchstellerin aufgefor-

dert, innert zehn Tagen einen Kostenvorschuss von Fr. 8'000.– zu leisten, 

unter der Androhung, dass sonst – nach Gewährung einer allfälligen Nachfrist 

– auf das Gesuch nicht eingetreten würde. Der Kostenvorschuss ging innert 

Frist am 10. August 2023 ein (act. 5). Die Gesuchsgegnerin wurde – nach 

Eingang des Kostenvorschusses – mit derselben Verfügung (act. 4) aufgefor-

dert, in der Schweiz ein Zustellungsdomizil i.S.v. Art. 140 ZPO zu bezeichnen, 

unter der Androhung, dass im Unterlassungsfalle Zustellungen inskünftig ge-

mäss Art. 141 Abs. 1 lit. c ZPO durch Veröffentlichung erfolgen könnten 

(act. 4). Die Verfügung konnte der Gesuchsgegnerin am 16. November 2023 

auf dem Rechtshilfeweg zugestellt werden (act. 13 und 16), wovon die Ver-

waltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich am 21. Mai 2024 

(act. 13) bzw. 20. Juni 2024 (act. 16) Kenntnis erhielt. Innert Frist ging bei der 

Verwaltungskommission keine Bezeichnung eines Zustellungsdomizils ein. 

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3. Mit Verfügung vom 26. August 2024 (act. 18) wurde der Gesuchsgegnerin 

sodann Frist zur Stellungnahme zum Gesuch der Gesuchstellerin angesetzt. 

Die Verfügung wurde androhungsgemäss (act. 4 Dispositiv Ziffer 2) durch 

Veröffentlichung im Schweizerischen Handelsamtsblatt publiziert, wobei die 

Publikation am tt.mm.2024 erfolgte (act. 19). Innert Frist ging bei der Verwal-

tungskommission keine Stellungnahme der Gesuchsgegnerin ein. Andro-

hungsgemäss ist aufgrund der Akten zu entscheiden. Das Verfahren erweist 

sich als spruchreif. 

II.

1. Auf das vorliegende Verfahren gelangen die Bestimmungen des 12. Kapitels 

"Internationale Schiedsgerichtsbarkeit" des Bundesgesetzes über das Inter-

nationale Privatrecht (IPRG; SR 291) zur Anwendung, da die Parteien im Zeit-

punkt des Abschlusses des eine Schiedsvereinbarung beinhaltenden Vertra-

ges Nr. 1 am 5. Februar 2014 ihren Sitz im Ausland hatten und sich der Sitz 

des Schiedsgerichtes in Zürich befindet (act. 1 Rz. 6, 18 ff., act. 3/3, Art. 176 

Abs. 1 IPRG). Von der in Art. 176 Abs. 2 IPRG vorgesehenen Möglichkeit, die 

Anwendung des besagten Kapitels auszuschliessen und die ausschliessliche 

Anwendung des dritten Teils der schweizerischen Zivilprozessordnung über 

die Schiedsgerichtsbarkeit zu vereinbaren, haben die Parteien keinen Ge-

brauch gemacht (vgl. PFIFFNER/HOCHSTRASSER, in: Basler Kommentar IPRG, 

4. Aufl. 2021, N 45 ff. zu Art. 176 IPRG). 

2. Örtlich zuständig für die Ernennung von Schiedsrichtern ist nach Art. 179 

Abs. 2 IPRG i.V.m. Art. 356 Abs. 2 lit. a ZPO das staatliche Gericht am Sitz 

des Schiedsgerichts (PETER/LEGLER/RUSCH, in: Basler Kommentar IPRG, 

4. Aufl. 2021, N19 ff. zu Art. 179 IPRG; WEBER-STECHER/WOHLGEMUTH, in: 

Basler Kommentar ZPO, 4. Aufl. 2024, N 2 zu Art. 356 ZPO; HABEGGER/FEIT, 

in: Basler Kommentar ZPO, 4. Aufl. 2024, N 18 zu Art. 362 ZPO), vorliegend 

somit das staatliche Gericht im Kanton Zürich (vgl. act. 3/3 S. 9 Ziff. 10). Die 

sachliche Zuständigkeit obliegt gemäss § 46 GOG i.V.m. § 18 Abs. 1 der Ver-

ordnung über die Organisation des Obergerichts vom 3. November 2010 

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(LS 212.51) der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zü-

rich. 

3. Nach Art. 179 Abs. 1 IPRG steht den Parteien die Möglichkeit zu, die Ernen-

nung, Abberufung oder Ersetzung des Schiedsgerichts in einer Vereinbarung 

zu regeln. Fehlt eine solche, so kann der Richter am Sitz des Schiedsgerichts 

angerufen werden. Er wendet sinngemäss die Bestimmungen der Zivilpro-

zessordnung über die Ernennung, Abberufung oder Ersetzung an (Art. 179 

Abs. 2 IPRG). 

Im Einzelnen setzt die staatliche Bestellung eines Schiedsgerichtsmitgliedes 

voraus, dass eine Partei die von ihr zu bezeichnenden Mitglieder nicht innert 

Frist ernennt und die Schiedsvereinbarung keine andere Stelle für die Ernen-

nung vorsieht bzw. diese die Mitglieder nicht innert angemessener Frist er-

nennt. Haben die Parteien nichts anderes vereinbart, hat die Bestellung innert 

30 Tagen seit der Aufforderung zu erfolgen (vgl. Art. 179 Abs. 2 IPRG i.V.m. 

Art. 362 Abs. 1 lit. b ZPO). 

Bevor eine Partei beim Gericht einen entsprechenden Ernennungsantrag stel-

len kann, muss sie den von ihr zu bestellenden Schiedsrichter bereits bezeich-

net und die Gegenpartei erfolglos aufgefordert haben, ihrerseits einen Par-

teischiedsrichter zu ernennen. Diese Aufforderung ist zwar an keine Form ge-

bunden, jedoch obliegt dem sich darauf Berufenden die Beweispflicht (GRUND-

MANN, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 

2016, N 12 m.w.H. zu Art. 362 ZPO). Nach Art. 179 Abs. 2 IPRG i.V.m. 

Art. 360 Abs. 1 ZPO können die Parteien frei vereinbaren, aus wie vielen Mit-

gliedern das Schiedsgericht besteht. Haben sie nichts festgelegt, so besteht 

es aus drei Mitgliedern.

4.1. Die Parteien schlossen am 5. Februar 2014 den Vertrag Nr. 1 ab. Die Ge-

suchstellerin verkaufte der Gesuchsgegnerin Waren zu einem Kaufpreis von 

EUR 3'605'872.22, wobei die Gesuchsgegnerin des Parallelverfahrens 

Nr. PG230003-O als Garantiegeberin für die vorliegende Gesuchsgegnerin 

amtierte (act. 3/3 und act. 3/4 des Verfahrens Nr. PG230003-O). 

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Dem Vertrag kann folgende Schiedsklausel entnommen werden: 

"10. Schiedsgericht

Der Käufer und der Verkäufer werden alle nötigen Maßnahmen treffen, um sämtliche Strei-

tigkeiten und Meinungsverschiedenheiten, die sich aus diesem Vertrag oder im Zusammen-

hang damit ergeben können, auf friedlichem Wege zu lösen. 

Im Falle, daß o.g. Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten nicht durch Verhandlungen 

beigelegt werden können, unterliegen sie, unter Ausschluß der Zuständigkeit ordentlicher Ge-

richte, der Beilegung durch das Schiedsgericht in Zürich nach deutschem Recht. 

Die Entscheidungen des Schiedsgerichts sind endgültig und für beide Parteien bindend."

Vorliegend haben die Parteien davon abgesehen, die Anzahl der Mitglieder 

des Schiedsgerichts festzulegen. Es ist damit, der gesetzlichen Bestimmung 

folgend, von drei Mitgliedern auszugehen, und es obliegt der Verwaltungs-

kommission, bei gegebenen Voraussetzungen für die Gesuchsgegnerin einen 

Parteischiedsrichter zu bestellen.

4.2. Mit Schreiben vom 3. November 2021 mahnte die Vertreterin der Gesuchstel-

lerin in Kasachstan die Gesuchsgegnerin und verlangte die Bezahlung des 

offenen Betrages zuzüglich der vereinbarten Strafe und drohte ihr an, dass 

sie ihre Forderung auf dem Rechtsweg geltend machen wolle (act. 3/6). In der 

Folge leitete die Gesuchstellerin über ihre damaligen schweizerischen An-

wälte mit Einleitungsanzeige vom 29. Dezember 2021 das ad hoc Schieds-

verfahren gegen die Gesuchsgegnerin ein und ernannte Dr. Y._____, … 

[Adresse], Deutschland, als Parteischiedsrichter. Gleichzeitig forderte sie die 

Gesuchsgegnerin auf, ihren Parteischiedsrichter innert 30 Tagen zu ernen-

nen. Ferner wurde beantragt, dass das Schiedsverfahren mit jenem gegen 

C._____ (Gesuchsgegnerin des Verfahrens Nr. PG230003-O) zu vereinigen 

sei (act. 3/8). Die damalige Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin in Kasach-

stan schickte die Einleitungsanzeige an die im Kaufvertrag angegebene 

Adresse der Gesuchsgegnerin sowie an die juristische Adresse der Gesuchs-

gegnerin, wobei die Stadt "D._____" [Stadt in Kasachstan] zwischenzeitlich in 

"E._____" [Stadt in Kasachstan] umbenannt wurde. Innert der von Gesetzes 

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wegen vorgesehenen Frist von dreissig Tagen hat die Gesuchsgegnerin kein 

Schiedsgerichtsmitglied ernannt (vgl. Art. 362 Abs. 1 lit. b ZPO). Ebenso we-

nig hat sie von der mit Verfügung vom 26. August 2024 eingeräumten Mög-

lichkeit Gebrauch gemacht, zum vorliegenden Gesuch betreffend Ernennung 

eines Schiedsrichters Stellung zu nehmen (act. 19). Das Schiedsgerichtsmit-

glied ist deshalb durch den staatlichen Richter (Juge d'appui) zu bestellen. 

5. Auf entsprechende Anfrage hin hat sich Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____, … 

[Adresse], bereit erklärt, das Amt als Parteischiedsrichter auszuüben (act. 22 

und 24); zugleich hat er bestätigt, dass er in dieser Sache konfliktfrei sei. 

Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____ ist damit in der massgebenden Schiedssache 

als Parteischiedsrichter der Gesuchsgegnerin zu ernennen.

III.

1. In Anwendung von § 13 Abs. 1 GebV OG ist die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 8'000.– festzusetzen und gemäss Art. 111 Abs. 1 ZPO mit dem von der 

Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 8'000.– zu verrechnen. 

2. Die beim Obergericht entstandenen Kosten, zu denen auch Übersetzungs-

kosten in der Höhe von Fr. 303.– (act. 9) zählen, werden praxisgemäss von 

der Gesuchstellerin mit dem Hinweis bezogen, dass im Schiedsverfahren 

über deren endgültige Tragung zu entscheiden sein wird. Ebenso wird das 

Schiedsgericht über die Höhe einer allfälligen Parteientschädigung für das 

vorliegende Ernennungsverfahren zu befinden haben. 

3. Das gemäss Art. 179 IPRG für die Ernennung zuständige staatliche Gericht 

ist einzige kantonale Instanz i.S.v. Art. 75 Abs. 2 lit. a BGG. Ein positiver Er-

nennungsentscheid eines staatlichen Gerichts stellt keinen Endentscheid 

i.S.v. Art. 90 BGG und auch keinen Vor- und Zwischenentscheid i.S.v. 

Art. 92 f. BGG dar, da er keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil i.S.v. 

Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu bewirken vermag. Entsprechend ist ein positiver 

Ernennungsentscheid nicht anfechtbar bzw. erst zusammen mit dem später 

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ergehenden Schiedsspruch (vgl. PETER/LEGER/RAUSCH, a.a.O., N 38 zu 

Art. 179 IPRG; HABEGGER/FEIT, a.a.O., N 43 f. zu Art. 362 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. In Gutheissung des Begehrens der Gesuchstellerin wird Rechtsanwalt 

Dr. iur. Z._____, … [Adresse], als Parteischiedsrichter der B._____ ernannt.

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 8'000.– festgesetzt und mit dem von der Ge-

suchstellerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Die Übersetzungskos-

ten betragen Fr. 303.–.

3. Die Kosten des Verfahrens werden einstweilen von der Gesuchstellerin be-

zogen; über deren definitive Tragung wird das Schiedsgericht zu entschei-

den haben. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen; über eine allfällige 

Parteientschädigung für das Ernennungsverfahren sowie deren Höhe wird 

das Schiedsgericht zu befinden haben.

5. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:

- die Gesuchstellerin, 

- die Gesuchsgegnerin, durch Publikation im Schweizerischen Handels-
amtsblatt,

- Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____, … [Adresse], 
- die Obergerichtskasse.

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Zürich, 26. Februar 2025

Obergericht des Kantons Zürich
Verwaltungskommission

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Jauner

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