# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6aecaf58-0eda-5f01-94b4-8fb0b76779f3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 26.06.2020 S 2019 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-76_2020-06-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 76

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Ott

URTEIL

vom 26. Juni 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

- 2 -

1. Für A._____ wurde mit Entscheiden vom 1. April 2015 und vom 27. April 

2017 durch die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde je-

weils einen Vertretungsbeistand mit Vermögensverwaltung errichtet. Er 

reiste 1996 in die Schweiz ein und war zuletzt (teilweise saisonal) als 

Küchenhilfe/Allrounder in der Gastronomie erwerbstätig und nachher ar-

beitslos bzw. in einem Beschäftigungsprogramm engagiert. Die Beiständin 

meldete A._____ am 8. Juli 2015 unter Hinweis auf Konzentrationsschwie-

rigkeiten, Gedächtnislücken, eingeschränkte kognitive Leistungen und eine 

demenzielle Erkrankung erstmals bei der IV-Stelle des Kantons Graubün-

den (nachfolgend IV-Stelle) zum Leistungsbezug an, als er sich wegen Ver-

wahrlosungstendenzen vom 4. Mai 2015 bis zum 23. Juli 2015 zur statio-

nären Behandlung in der Klinik B._____ (PDGR) im Rahmen einer fürsorg-

lichen Unterbringung aufhielt. Dies nachdem er in der Klinik B._____ be-

reits vom 5. März 2015 bis zu seinem Entweichen nach ca. einen Monat 

und vom 23. März 2013 bis zum 30. Mai 2013 in der Klinik C._____ (PDGR) 

hospitalisiert war. Im Austrittsbericht vom 10. August 2015 diagnostizierte 

Dr. med. D._____ eine psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol: 

Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2). Für den Zeitraum des stationären 

Aufenthalts habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Am 

23. Juli 2015 habe A._____ in stabilisiertem psychischen Zustand entlas-

sen werden können und es sei – unter Aufhebung der fürsorglichen Unter-

bringung in der Klinik B._____ – ein Übertritt ins Wohnheim E._____ erfolgt. 

Am 11. Mai und 20. Mai 2015 erfolgten neuropsychologische Testungen 

durch Dr. phil. F._____. Im sprachfreien Intelligenztest wurde ein IQ im un-

teren Normbereich gemessen. Während die Reaktionsgeschwindigkeit auf 

einfache Reize der Norm entsprach, wurden bei komplexeren Reizkonstel-

lationen sowie bei den visuokonstruktiven Funktionen Wahrnehmung, Re-

produktion und Speicherung im Kurzzeitgedächtnis von einfachen geome-

trischen Figuren leicht unterdurchschnittliche Ergebnisse festgestellt. Mit 

Vorbescheid vom 11. Dezember 2015 stellte die IV-Stelle mangels Invali-

dität im Sinne des Gesetzes bzw. Rückführbarkeit der Arbeitsunfähigkeit 

- 3 -

auf ein Abhängigkeitsverhalten die Abweisung des Leistungsbegehrens in 

Aussicht, woraufhin die Beiständin am 15. Januar 2016 unter Beilage des 

Berichtes vom 13. Januar 2016 von Co-Chefarzt G._____ der PDGR Ein-

wand erhob. Im erwähnten Bericht diagnostizierte Co-Chefarzt G._____ bei 

A._____ eine Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.24) mit Folgeerkrankun-

gen, namentlich Alkoholdemenz (ICD-10 F10.6), und eine Wesensände-

rung (Persönlichkeitsstörung) bei Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.71). 

Zudem sei testpsychologisch eine unterdurchschnittliche kognitive Verar-

beitungsgeschwindigkeit sowie visuokonstruktive Leistungen in Wahrneh-

mung, Reproduktion und Speicherung von geometrischen Mustern (Ben-

ton-Test) feststellbar, was für eine Alkoholdemenz spreche.

2. In der Folge liess die IV-Stelle A._____ am 8. März 2016 durch Dr. med. 

H._____ während gut einer Stunde und unter Beizug einer Übersetzerin für 

die italienische Sprache psychiatrisch begutachten. Im Gutachten vom 

4. April 2016 stellte Dr. med. H._____ keinerlei Hinweise für das Vorliegen 

einer organischen, einschliesslich symptomatischen psychischen Störung, 

einer Schizophrenie, einer schizotypen oder wahnhaften Störung, einer af-

fektiven Erkrankung, einer neurotischen, Belastungs- oder somatoformen 

Störung oder einer Persönlichkeitsstörung fest. Vielmehr leide A._____ 

entgegen seinen Angaben, wonach er abstinent sei, an einer Störung durch 

Alkohol mit Abhängigkeit, worauf insbesondere die durchgeführte Labor-

diagnostik mit deutlich erhöhten CDT-Werten hinweise. Es könne weder 

eine vorangehende Gesundheitsstörung mit gravierendem Krankheitswert 

diagnostiziert werden noch fänden sich Hinweise für eine irreversible Fol-

geschädigung. Allerdings müsste, um diese Frage abschliessend beurtei-

len zu können, eine ausführliche neuropsychologische Abklärung durchge-

führt werden, was eine längere Abstinenz von mindestens drei Monaten mit 

regelmässigen Kontrollen voraussetze. Dr. med. H._____ konnte keine de-

finitiven Angaben zu Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

bzw. zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und adaptierter 

- 4 -

Tätigkeit machen und stufte die Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyn-
drom, als ohne Einfluss darauf ein.

3. In der Folge forderte die IV-Stelle A._____ am 20. April 2016 zur Suchtmit-

telabstinenz samt regelmässigen Alkoholabstinenznachweisen während 

dreier Monate auf, wobei nach Ablauf der Kontrollzeit eine neuropsycholo-

gische Abklärung stattfinde sollte. Nachdem die eingereichten Laborbe-

richte über die Kontrollen von Anfang Mai bis Mitte August 2016 keine Ab-

stinenz auswiesen, wies die IV-Stelle nach Durchführung des Vorbescheid-

verfahrens mit Verfügung vom 23. September 2016 das Leistungsbegeh-

ren wegen verhinderter Abklärung und Vorliegens eines Abhängigkeitsver-

haltens ab. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

4. Nachdem A._____ vom 21. November 2017 bis 19. Januar 2018 erneut 

zum stationären Alkoholentzug in die Klinik C._____ eingewiesen worden 

war und die behandelnden Ärzte eine deutliche Verschlechterung des psy-

chischen und physischen Gesundheitszustands (insbesondere eine Pan-

zytopenie, Hinweise auf ein Lungenemphysem sowie eine globale Hirnatro-

phie bei Verdacht auf Wernicke-Korsakow-Syndrom) ausgewiesen hatten, 

erfolgte am 28. November 2017 eine Neuanmeldung zum Leistungsbezug 

bei der IV-Stelle. Im Austrittsbericht vom 15. Februar 2018 stellte Dr. med. 

I._____ wiederum die Hauptdiagnose einer psychischen und Verhaltens-

störung durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom (F10.2) und wies eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit während des stationären Aufenthalts aus, wo-

bei der Entzug komplikationslos verlaufen sei. Die testpsychologische Dia-

gnostik (Montreal-Cognitive-Assessment [MoCA-Test]) in italienischer 

Sprache führte bei A._____ insoweit zu einem auffälligen Ergebnis, als 

dass die zeitliche Orientierung sowie der verzögerte Abruf von Wörtern 

(Merkfähigkeit, Kurzzeitgedächtnis) auffällig waren, wobei dazu angemerkt 

wurde, dass der Patient nicht italienischer Muttersprache sei, was das Be-

- 5 -

halten von Wörtern erschwere. Im Anschluss an den stationären Aufenthalt 

trat A._____ in eine begleitende Wohninstitution (Wohnheim K._____) ein.

5. Mit Schreiben vom 2. März 2018 wurde A._____ wiederum unter Hinweis 

auf seine Mitwirkungspflicht zur Suchtmittelabstinenz mittels regelmässi-

gen Alkoholabstinenznachweisen aufgefordert. Aufgrund der daraufhin 

eingereichten Laborwerte von Mitte März bis Mitte Dezember 2018 stellte 

Dr. med. L._____ vom Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) am 

4. Juni 2018 und wiederum in seiner Abschlussbeurteilung vom 8. Januar 

2019 eine Alkoholabstinenz fest. Eine solche wurde auch im 

Verlaufsbericht vom 26. Juni 2018 der PDGR durch Dr. med. M._____ und 

Psychologe N._____ im Rahmen der durchgeführten tagesklinischen 

Behandlung bestätigt. Letztere führten zudem aus, die kognitiven 

Einschränkungen, wie z.B. eine leichte Orientierungs- und 

Gedächtnisstörung, hätten über die letzten Monate etwas verbessert 

werden können. Inwiefern es sich dabei um dauerhafte leichte 

Beeinträchtigungen handle, müsse im Verlauf beobachtet werden. Auf dem 

Beiblatt zum Arztbericht für die Beurteilung der Eingliederungsfähigkeit und 

des Rentenanspruches hielten Dr. med. M._____ und Psychologe N._____ 

zudem fest, beim Patienten seien – wahrscheinlich aufgrund des erhöhten 

Alkoholkonsums in der Vergangenheit – leichte Konzentrationsstörungen, 

leichte Gedächtnisstörungen und eine leichte Verlangsamung aufgetreten. 

Wegen dieser Einschränkungen werde es als sehr schwierig erachtet, im 

ersten Arbeitsmarkt eine geeignete Stelle zu finden. Dr. med. M._____ 

befand, dass A._____ einfache Tätigkeiten, im Gegensatz zur bisherigen 

Tätigkeit als Küchenhilfe, im zeitlichen Umfang von sechs bis acht Stunden 

zumutbar seien, wobei es besonders wichtig sei, dass der Patient in seinem 

Tempo und möglichst ohne Druck arbeiten könne, wobei eine leichte 

Verlangsamung bestehe. Zudem wurde eine neuropsychologische Testung 

empfohlen. Ende Mai 2018 trat A._____ sodann eine Tätigkeit in der vom 

- 6 -

Verein O._____ geführten Werkstatt P._____ zu einem 100 %-Pensum an 

einem geschützten Arbeitsplatz an.

6. Daraufhin holte die IV-Stelle bei Dr. med. H._____ ein psychiatrisches 

Verlaufsgutachten ein, welches – nach einer knapp eineinhalbstündigen 

psychiatrischen Exploration am 19. September 2018 und einer 

neuropsychologischen Untersuchung durch lic. phil. Q._____ am 

7. Dezember 2018 – am 11. Dezember 2018 erstattet wurde. Insbesondere 

gestützt auf den Aktenauszug, die eigene Exploration und den 

neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 10. Dezember 2018 von 

lic. phil. Q._____ führte Dr. med. H._____ in diagnostischer Hinsicht aus, 

dass er bereits im Vorgutachten vom 4. April 2016 eine Störung durch 

Alkohol mit Abhängigkeitssyndrom festgestellt habe. Zum damaligen 

Zeitpunkt habe bei stark erhöhtem CDT-Wert von einem gegenwärtigen 

Konsum ausgegangen werden müssen. Seither würden nun zuerst 

verschiedene medizinische Akten auf ein gravierendes Alkoholproblem 

hindeuten. Seit einiger Zeit bestehe nun aber eine Abstinenz, welche auch 

durch die aktuelle Laboruntersuchung bestätigt werde. Darum sei nun auch 

die empfohlene neuropsychologische Abklärung durchgeführt worden. Lic. 

phil. Q._____ beschreibe dabei (bei unauffälliger Symptomvalidierung) 

teilweise kognitive Einschränkungen, die gut mit dem durchgemachten 

Alkoholkonsum erklärbar seien. Weil nun schon eine längere Zeit eine 

Abstinenz bestehe, müsse man davon ausgehen, dass diese 

Einschränkungen als anhaltend anzusehen seien. Allerdings seien sie nicht 

so stark ausgeprägt, dass sie sich bei der bisherigen oder in einer ideal 

adaptierten Tätigkeit auswirken würden. Abgesehen von den 

beschriebenen kognitiven Einschränkungen, die als Folge des 

durchgemachten Alkoholkonsums zu sehen seien, fänden sich keine 

Hinweise für ein psychisches Leiden mit Krankheitswert. 

Dementsprechend stellte Dr. med. H._____ keine Diagnose mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, sondern nur solche ohne einen 

- 7 -

Einfluss darauf, nämlich eine psychische und Verhaltensstörung durch 

Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (F.10.20), und eine 

psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, andere anhaltende 

kognitive Beeinträchtigungen (F10.74). In Übereinstimmung mit dem 

gegenwärtigen Behandler gehe er davon aus, dass in einer adaptierten 

Tätigkeit keine Einschränkung bestehe. Zwar bestünden kognitive Defizite 

aufgrund des vergangenen Alkoholkonsums, für die mit einer über das Alter 

hinausgehenden Gehirnatrophie auch bereits ein somatisches Korrelat 

bestehe. Allerdings seien diese Einschränkungen nicht so stark, dass sie 

in der bisherigen oder in einer ideal adaptierten Tätigkeit eine 

Einschränkung begründen würden. Insgesamt attestierte Dr. med. H._____ 

eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit als Küchenhilfe und 

einer adaptierten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt, wobei es sich bei 

Letzterer um einfache und sequenzielle Tätigkeiten nach klaren 

Vorgaben/Ablaufschemata, allenfalls mit Check-Listen, ohne eigene 

Problemanalysen und -entscheide handeln müsse. Im 

neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 10. Dezember 2018 

gelangte lic. phil. Q._____ aufgrund der Ergebnisse der Abklärung zum 

Schluss, dass eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische 

Hirnfunktionsstörung mit vor allem Beeinträchtigungen mnestischer und in 

Teilbereichen exekutiver Funktionen und der Orientierung sowie eine 

dissoziierte Intelligenz bei einem Gesamt-IQ von 80 (ICD-10 F74) bestehe. 

Als ideal adaptierte Tätigkeit aus neuropsychologischer Sicht beschrieb 

lic. phil. Q._____ einfache Routinetätigkeiten, welche der Explorand in 

kleinen Schritten lernen bzw. nach klaren Vorgaben sequenziell 

nacheinander ausüben könne. Bei solchen einfachen Aufgaben zeige er 

eine gute Zuverlässigkeit und auch ein für längere Zeit stabiles und exaktes 

Arbeiten. Generell solle er sich an klaren Vorgaben bzw. Ablaufschemata 

orientieren können. Eigene Problemanalysen und -entscheide seien zu 

vermeiden.

- 8 -

7. In seiner Abschlussbeurteilung vom 8. Januar 2019 führte RAD-Arzt 

Dr. med. L._____ aus, dass die Annahme der Gutachter Dr. med. H._____ 

und lic. phil. Q._____, wonach weder in der angestammten noch einer ad-

aptierten Tätigkeit je eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden 

habe, dahingehend zu verstehen sei, dass frühere Ausfälle im Rahmen des 

Alkoholabusus zu sehen seien. Weiter erachtete er es als angezeigt, die 

medizinisch-theoretisch angenommene Arbeitsfähigkeit praktisch zu erpro-

ben. Ein abrupter Übergang von der aktuellen sozial geschützten Situation 

hin zu einer rasch zu realisierenden, voll auszuübenden Tätigkeit im ersten 

Arbeitsmarkt erscheine ihm nicht realistisch. Ob und wie der Versicherte 

mit den festgehaltenen Einschränkungen im ersten Arbeitsmarkt klar-

komme, sei für ihn nicht offensichtlich. Die Einholung eines Berichts der 

Werkstatt P._____ könne diesbezüglich allenfalls dienliche Informationen 

liefern. Dementsprechend unterstützte Dr. med. L._____ auch den Antrag 

vom 9. Januar 2019 an die Triagekommission EM zur Prüfung von berufli-

chen Massnahmen.

8. Mit Vorbescheid vom 16. Januar 2019 stellte die IV-Stelle A._____ die Ab-

weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen dessen Beistand 

am 15. Februar 2019 Einwand erhob. Innert erstreckter Frist für die Ein-

wandbegründung ging keine weitere Eingabe mehr bei der IV-Stelle ein, 

woraufhin sie am 24. Mai 2019 wie vorbeschieden verfügte. Zur Begrün-

dung der Abweisung des Leistungsbegehrens führte sie im Wesentlichen 

aus, dass A._____ aus medizinischer Sicht die zuletzt ausgeführte Tätig-

keit als Küchenmitarbeiter vollumfänglich zumutbar sei.

9. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 23. Juni 2019 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben. 

Darin beantragte er neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügung, 

es sei der Invaliditätsgrad zu ermitteln und ihm eine entsprechende Rente 

zuzusprechen. Zudem sei ein neutrales, umfassendes polydisziplinäres 

- 9 -

Gutachten über die Ursachen seiner Beschwerden und deren Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit einzuholen. In prozessualer Hinsicht ersuchte 

er um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeistän-

dung. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, er sei insbesondere 

mangels Leistungsfähigkeit und aufgrund von kognitiven Defiziten nicht in 

der Lage, ausserhalb einer geschützten Werkstätte im normalen Arbeits-

markt, sei es in der Küche oder in Tätigkeiten mit vergleichbaren geistigen 

und körperlichen Anforderungen, bestehen zu können. Bei ihm sei eine 

leichte bis mittelschwere neuropsychologische Hirnfunktionsstörung und 

eine offenbar sehr tiefe dissoziierte Intelligenz mit einem Gesamt-IQ von 

80 diagnostiziert worden. Hinzu kämen sprachliche Schwierigkeiten und 

Orientierungsprobleme. Auch die im Gutachten aufgeführten Beschreibun-

gen zeigten überdeutlich, wie langsam und unsicher er auf allen Gebieten 

des täglichen Lebens offenbar wirke. Die im psychiatrischen Gutachten 

ausgewiesene Arbeitsfähigkeitseinschätzung widerspreche derjenigen der 

neuropsychologischen Abklärung. Mithin sei das psychiatrische Gutachten 

zumindest unvollständig, da in den Einschätzungen jeder Hinweis auf die 

Tätigkeit in der geschützten Umgebung fehle. Betrachte man beide Gut-

achten zusammen, könne nur gemeint sein, dass er in geschützter Umge-

bung zu 100 % arbeitsfähig sei. Jedenfalls entspreche die angeblich 

100%ige Arbeitsfähigkeit niemals einer entsprechenden Leistungsfähig-

keit, sondern schätzungsweise nur einer solchen von max. 25 %. Damit 

bestehe ein Rentenanspruch. Allenfalls sei eine Leistungsabklärung oder 

eine Abklärung im Rahmen einer beruflichen Massnahme zu veranlassen. 

Einen Nischenarbeitsplatz, wie ihn der Beschwerdeführer benötigen würde, 

gebe es praktisch nicht.

10. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Vernehm-

lassung vom 23. August 2019 auf die kostenpflichtige Abweisung der Be-

schwerde. Zur Begründung verwies sie primär auf die Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung vom 24. Mai 2019 und hielt ergänzend dazu fest, 

- 10 -

dass die (pauschalen) Vorbringen des Beschwerdeführers das psychiatri-

sche Verlaufsgutachten von Dr. med. H._____ vom 11. Dezember 2018 

sowie den neuropsychologischen Untersuchungsbericht von lic. phil. 

Q._____ vom 10. Dezember 2018 nicht im Geringsten zu erschüttern ver-

möchten.

11. Am 19. September 2019 replizierte der Beschwerdeführer, wobei er an sei-

nen Anträgen festhielt. Zudem reichte er zwei Berichte zur Wohn- und Be-

schäftigungssituation ein: Zum einen jenen des Vereins O._____ zum Be-

schäftigungsprogramm in der Werkstatt P._____ im Bereich Schreinerei 

vom 21. Februar 2019 und zum anderen jenen des Wohnheims K._____ 

vom 10. Februar 2019. In der Begründung vertiefte er im Wesentlichen sei-

nen Standpunkt und berief sich auf die unlängst geänderte Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zu Abhängigkeitssyndromen bzw. Substanz-

konsumstörungen. Am 23. September 2019 reichte der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers seine Honorarnote ein.

12. In der Duplik vom 1. Oktober 2019 hielt die Beschwerdegegnerin ebenfalls 

an ihren Anträgen fest. Dabei entgegnete sie den beschwerdeführerischen 

Ausführung namentlich, dass die Rentenverweigerung nicht aufgrund der 

damaligen Praxis zu Suchtleiden erfolgt sei. Vielmehr sei der Beschwerde-

führer im massgebend Zeitpunkt abstinent gewesen und es bestünden 

auch (teilweise) irreversible kognitive Einschränkungen, welche aber so-

wohl in psychiatrischer als auch neuropsychologischer Sicht keine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermöchten.

13. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 reichte der Beschwerdeführer noch 

weitere (undatierte) Berichte des Vereins O._____ zum Beschäftigungspro-

gramm in der Werkstatt P._____ in den Arbeitsbereichen Küche und 

Schreinerei ein. Zudem erwähnte er eine zwischenzeitlich diagnostizierte 

- 11 -

Lymphdrüsenkrebserkrankung, woraus eine zusätzliche Verminderung der 

Leistungsfähigkeit resultiere.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die ange-

fochtene Verfügung vom 24. Mai 2019 sowie die weiteren Akten wird, so-

fern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 24. Mai 2019. Eine solche Anordnung, die 

laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort der 

verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige Versicherungsge-

richt angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie 

Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und materieller Verfügungs-

adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfügung un-

mittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung oder Änderung. Er ist somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem 

frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 

und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist 

somit einzutreten.

2. Vorliegend ist primär streitig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat. Dabei ist zu erwähnen, dass gemäss Art. 29 Abs. 1 und 

3 IVG ein Rentenanspruch frühestens per 1. Mai 2018 entstehen könnte 

- 12 -

(siehe dazu IV-act. 52 und 55), sofern bis dahin die einjährige Wartefrist 

nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29ter der Verordnung über die Inva-

lidenversicherung (SR 831.201; IVV) erfüllt worden ist und die Erwerbs-

fähigkeit nicht noch durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder-

hergestellt, erhalten oder verbessert werden könnte (Art. 28 Abs. 1 lit. a 

IVG).

3.1. Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Untersuchungsgrund-

satz, wobei die Auskunfts- und Mitwirkungspflicht der Leistungen bean-

spruchenden Person zu berücksichtigen ist. Die Behörde hat, wo notwen-

dig, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, 

ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (Art. 43 Abs. 1 

und 3 ATSG; siehe KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2020, Art. 43 Rz. 13 ff. und 96 ff.). Die Untersuchungspflicht gilt sowohl im 

Verwaltungsverfahren wie auch grundsätzlich im kantonalen Gerichtsver-

fahren (siehe Art. 61 lit. c ATSG). Sie dauert so lange, bis über die für die 

Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-

chende Klarheit besteht. Wenn der Versicherungsträger oder das kanto-

nale Sozialversicherungsgericht im Rahmen einer umfassenden, sorgfälti-

gen, objektiven und inhaltsbezogenen Beweiswürdigung zur Überzeugung 

gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt überwiegend wahrscheinlich sei, 

steht dies einer antizipierten Beweiswürdigung nicht entgegen. Bleiben je-

doch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der ge-

troffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit 

von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkennt-

nisse zu erwarten sind (siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_398/2018 

vom 5. Dezember 2018 E.3.1 und 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 

E.2.1; vgl. auch KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 18 ff. und 29 f.). Kommt die Ver-

waltung ihrer Abklärungspflicht nicht oder nicht genügend nach, kann die 

Sache aus diesem Grund an die Verwaltung zurückgewiesen werden 

(siehe BGE 132 V 368 E.5). 

- 13 -

3.2. Für die Beurteilung des Rentenanspruches des Beschwerdeführers ist 

grundsätzlich der sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung verwirklichte Sachverhalt massgebend (vgl. BGE 144 I 28 E.2.3, 

132 V 215 E.3.1.1, 129 V 1 E.1.2 und 121 V 362 E.1b). Dabei ist es aber 

durchaus möglich, dass auch sachverhaltliche Feststellungen in medizini-

sche Berichten, welche erst nach dem Erlass der Verfügung verfasst wor-

den sind, ebenfalls zu berücksichtigen sind, sofern sie Rückschlüsse auf 

den massgeblichen Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfü-

gung erlauben (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_414/2019 vom 25. Sep-

tember 2019 E.2.2.2 und 8C_878/2014 vom 27. Januar 2015 E.2 je m.H.a. 

BGE 121 V 362 E.1b; Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 

2008 E.2.3.1). Ausserdem bestünde die Möglichkeit, dass das Sozialversi-

cherungsgericht aus prozessökonomischen Gründen auch Verhältnisse 

nach Erlass der Verfügung in die Beurteilung miteinbezieht und zu deren 

Rechtswirkungen über den Verfügungszeitpunkt hinaus verbindlich Stel-

lung bezieht, soweit der Sachverhalt genügend abgeklärt ist und die Ver-

fahrensrechte der Parteien gewahrt werden (siehe BGE 130 V 138 E.2.1).

3.3. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu wür-

digen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach 

haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 

frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, 

dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam-

men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizini-

schen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis-

material zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine 

- 14 -

und nicht auf die andere medizinische These abstellt (siehe BGE 143 V 124 

E.2.2.2 und 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-

richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas-

send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-

schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-

ben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün-

det sind (siehe BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundes-

gerichts 9C_548/2019 vom 16. Januar 2020 E.3.2 und 8C_610/2018 vom 

22. März 2019 E.2.2.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (siehe BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.H.). 

Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweis-

würdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizi-

nischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu-

stellen (siehe BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a m.H.). 

Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 

und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 

bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 

bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (siehe 

BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb).

4.1. Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungs- bzw. Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers gestützt auf die getätigten medizinischen Ab-

klärungen, welche ergaben, dass ihm die zuletzt ausgeführte Tätigkeit als 

Küchenmitarbeiter vollumfänglich zumutbar sei. Der Beschwerdeführer 

stellte hingegen im Wesentlichen unter Hinweis auf die Berichte zu seiner 

Wohn- und Beschäftigungssituation sowie die vom neuropsychologischen 

- 15 -

Gutachter selbst diagnostizierte leichte bis mittelschwere neuropsychologi-

sche Hirnfunktionsstörung bzw. die sehr tiefe dissoziierte Intelligenz, den 

Migrationshintergrund und die sprachlichen Schwierigkeiten in Abrede, 

dass bei ihm eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt 

bestehe.

4.2. Die Beschwerdegegnerin stellte gemäss den eigenen Angaben in der Ver-

nehmlassung vom 23. August 2019 insbesondere auf das psychiatrische 

Verlaufsgutachten von Dr. med. H._____ vom 11. Dezember 2018 und den 

neuropsychologischen Untersuchungsbericht von lic. phil. Q._____ vom 

10. Dezember 2018 ab. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. H._____, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie zertifizierter medizini-

scher Gutachter SIM, kam dabei – auch gestützt auf die unter Beizug einer 

Übersetzerin für die italienische Sprache durchgeführte Exploration vom 

19. September 2018 – zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in der zu-

letzt ausgeübten Tätigkeit als Küchenhilfe wie auch in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig bzw. darin nie eingeschränkt gewesen sei 

(siehe IV-act. 114 S. 29 ff.). Ähnlich äusserte sich entgegen der Auffassung 

des Beschwerdeführers auch der neuropsychologische Gutachter lic. phil. 

Q._____, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP und zertifizierter neu-

ropsychologischer Gutachter SIM, gestützt auf die ebenfalls mit einer Über-

setzerin für die italienische Sprache durchgeführte Untersuchung vom 

7. Dezember 2018: Hinsichtlich der Einschränkungen in der bisherigen 

Tätigkeit als Hilfskoch/Küchenmitarbeiter führte er aus, dass bezüglich der 

neuropsychologischen Voraussetzungen nicht von relevanten Einschrän-

kungen auszugehen sei (siehe IV-act. 114 S. 39). Ferner stellte er eine 

leichte bis mittelschwere neuropsychologische Hirnfunktionsstörung mit vor 

allem Beeinträchtigungen mnestischer und in Teilbereichen exekutiver 

Funktionen und der Orientierung sowie eine dissoziierte Intelligenz (siehe 

IV-act. 114 S. 36) fest. Dazu hielt er begründend fest, die Intelligenz liege 

mit einem Gesamt-IQ von 80 im unterdurchschnittlichen Bereich. Der Ex-

- 16 -

plorand habe ein geringes und instabiles Arbeitsgedächtnis für verbale und 

nonverbale Informationen. Dadurch sei die Informationsaufnahme bei län-

geren auditiv-verbal kommunizierten Informationen teilweise erschwert, im 

nonverbalen Bereich sei es knapp alterskonform. Das Kurzzeitgedächtnis 

sei problemlos bei verbalen Inhalten, indes etwas unter den Erwartungen 

bei nonverbalen Inhalten. Beim Lernen von neuen Informationen zeige sich 

sowohl bei verbalen wie auch nonverbalen Informationen eine flache und 

instabile Lernkurve. Diese sei auch nach mehreren Lerndurchgängen un-

vollständig, wobei während der Lerndurchgänge zuvor gelernte Informatio-

nen mehrmals verlustig gingen. Das freie spätere Abrufen (ca. 90 Minuten 

nach der Aufnahme) sei weit unterdurchschnittlich sowohl bei verbalen wie 

auch nonverbalen Informationen. Erinnerungshilfen führten nur zu minima-

len Zugriffsverbesserungen. Hinsichtlich der Exekutivfunktionen bestehe 

eine alterskonforme Abstraktionsfähigkeit sowie ein knapp alterskonformes 

Erfassen von Zusammenhängen und Analogien bei verbalen Inhalten. In-

des seien diese im Umgang mit nonverbalen Informationen unterdurch-

schnittlich bis weit unterdurchschnittlich. Bei solchen verliere der Be-

schwerdeführer sich in Detailinformationen und habe Mühe im Erkennen 

von grossen Strukturen oder Regeln/Konzepten anhand von Beispielen. 

Die kognitive Flexibilität sei knapp alterskonform. Dasselbe gelte für die 

Aufmerksamkeit bzw. Konzentration, wobei diese mit zunehmender Rou-

tine sich deutlich steigere, wenn kein Zeitdruck bestehe. Zudem sei die Ori-

entierung unsicher bzw. fehlerhaft bezüglich zeitlicher und örtlicher Fakto-

ren, indes stabiler und sicherer hinsichtlich persönlicher Faktoren (siehe IV-

act. 114 S. 37 f.).

Mit Blick auf die Auswirkungen dieser neurokognitiven Einschränkungen 

führte lic. phil. Q._____ aus, die schwerwiegendsten Beeinträchtigungen 

beträfen Funktionen, welche wesentliche Grundlagen bei Alltagsanforde-

rungen und auch bei beruflichen Anforderungen bildeten. Aufgrund der 

deutlichen Beeinträchtigungen in den mnestischen Funktionen sei befund-

- 17 -

basiert von leichten bis mittelschweren Beeinträchtigungen in den Berei-

chen Lernen und Wissensanwendung auszugehen. Die mnestischen Be-

einträchtigungen seien ausgeprägt. Insbesondere der längerfristige Abruf 

von Gedächtnisinhalten aus dem Langzeitgedächtnis liege weit unter der 

Erwartung. Ferner seien die gezeigten Leistungen in der visuellen Wahr-

nehmung, bei Teilbereichen exekutiver Funktionen (insb. im Umgang mit 

nonverbalen Inhalten) und in der zeitlichen und örtlichen Orientierung klar 

unter der Erwartung. Bei Aufgaben, welche hohe Anforderungen an diese 

Fertigkeiten stellten, wären aus neuropsychologischer Sicht deutliche Be-

einträchtigungen zu erwarten. Bei der Beschreibung des Leistungsprofils 

ging lic. phil. Q._____ bei einem Gesamt-IQ von 80 von einer knapp alters-

konformen Intelligenz aus, auch wenn er bei der Beurteilung der Testdaten 

zur Intelligenz noch von einer unterdurchschnittlichen Intelligenz ausge-

gangen war. Anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung konnte 

lic. phil. Q._____ keine Hinweise auf suboptimales Leistungsverhalten oder 

Verdeutlichungs- und Aggravationstendenzen feststellen und hielt fest, 

dass die vom Beschwerdeführer subjektiv geäusserten Einschränkungen 

in der Orientierung und im Gedächtnis sich testmässig quantifizieren lies-

sen (siehe IV-act. 114 S.37, 38 f. und 41). 

4.3. Inwiefern Dr. med. H._____ angesichts der in der vorstehenden Erwä-

gung 4.2 wiedergegebenen, wesentlichen und nachweislich auch die be-

ruflichen Fertigkeiten betreffenden Einschränkungen auf eine uneinge-

schränkte Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchen-

hilfe und in einer adaptierten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt erkennen 

konnte, ist nicht schlüssig. So hielt denn auch RAD-Arzt Dr. med. L._____ 

in seiner Abschlussbeurteilung vom 8. Januar 2019 fest, es sei für ihn nicht 

offensichtlich, ob und wie der Beschwerdeführer mit den festgehaltenen 

Beeinträchtigungen im ersten Arbeitsmarkt klarkommen solle (siehe IV-

act. 125 S. 11). Dementsprechend erachtete Dr. med. L._____ zur Vermei-

dung eines abrupten Überganges von der aktuell geschützten Situation in 

- 18 -

eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt berufliche Massnahmen als sinnvoll. 

Dieser Einschätzung folgte die IV-Stelle dann aber nicht (siehe IV-

act. 118). Zwar bezogen die Gutachter ihre Einschätzung der Arbeitsfähig-

keit namentlich auch auf adaptierte Tätigkeiten, die sie als einfache Routi-

netätigkeiten, welche der Beschwerdeführer in kleinen Schritten lernen 

bzw. nach klaren Vorgaben und Ablaufschemata sequenziell nacheinander 

und ohne eigene Problemanalyse und -entscheide ausüben könne, um-

schrieben. Indes zeigen die vom Beschwerdeführer im Rahmen des vorlie-

genden Beschwerdeverfahrens ins Recht gelegten Berichte des Vereins 

O._____ zu seinen Tätigkeiten in der Küche und der Schreinerei in der 

Werkstatt P._____, dass er gerade auch bei solchen einfachen Aufgaben 

sogar in einer geschützten Umgebung Defizite aufweist, obschon er dabei 

über gewisse Ressourcen verfügt. So brauche er in seiner (Hilfs-)Tätigkeit 

in der Küche – welche von den Gutachtern nota bene als ohne Einschrän-

kungen ausführbare Tätigkeit eingestuft wurde – relativ oft Denkanstösse 

hinsichtlich des Arbeitsvorgehens und könne Rezepte nur nach genauer 

Erklärung selbstständig umsetzen. Während lang andauernden und sich 

wiederholenden Arbeiten könne er sich manchmal nicht mehr richtig kon-

zentrieren. Genauso schnell, wie er etwas Neues lerne, vergesse er es 

auch wieder. Dadurch müsse ihm die Arbeit jedes Mal neu erklärt werden. 

Es sei auch schon vorgekommen, dass er sich in der Schreinerei zur Arbeit 

präsentierte, obwohl er an jenem Tag in der Küche eingeteilt gewesen sei. 

Insgesamt schienen zwei Tage pro Woche in der Küche für ihn zu wenig, 

um eine konstante Routine finden zu können, die für ihn nützlich wäre, um 

diverse Arbeiten und Abläufe zu automatisieren (siehe Akten des Be-

schwerdeführers [Bf-act.] 6). In der Schreinerei führte der Beschwerdefüh-

rer gemäss Beobachtungsbericht vom 21. Februar 2019 betreffend den 

Zeitraum vom 25. Mai 2018 bis zum 28. Februar 2019 insbesondere repe-

titive Tätigkeiten an Holzbearbeitungsmaschinen und im (Holz-)Bankraum 

aus. Obgleich er in diesem Bereich eine gute Arbeitsqualität und auch ein 

für längere Zeit stabiles und exaktes Arbeiten an den Tag gelegt habe, sei 

- 19 -

seine Selbstständigkeit für Einzelanfertigungen im Holzgewerbe ungenü-

gend. Es seien wiederholte Anleitungen und Kontrollen notwendig gewe-

sen, weshalb auf repetitive Arbeiten umgestellt worden sei. Es brauche viel 

Zeit, bis etwas Neues sitze und auch umgesetzt werden könne. So habe 

beispielsweise die Anleitung an der Abrichthobelmaschine lange gedauert 

und die Handhabung habe wiederholt angepasst werden müssen. Bei einer 

wiederkehrenden Verpackungstätigkeit mit Stretchfolie habe immer wieder 

die Drehrichtung korrigiert werden müssen. Im Grossen und Ganzen sei 

der Beschwerdeführer pünktlich zur Arbeit erschienen. Nicht zuverlässig 

könne er Termine und Zeiten einhalten. So hätten Arzttermine, Ausgleichs-

aktivitäten und Pausen in Erinnerung gerufen werden müssen. Anderer-

seits wurde dem Beschwerdeführer aber eine gute Flexibilität beim Wech-

sel von Team- zu Einzelarbeiten attestiert (siehe Bf-act. 3). Diese Beurtei-

lung für den Arbeitsbereich Schreinerei stimmt in weiten Teilen auch mit 

derjenigen für den Zeitraum von 1. März 2019 bis 30. November 2019 übe-

rein (siehe Bf-act. 6), wobei der Beurteilungszeitraum sich zumindest teil-

weise auf die Zeit vor dem Verfügungserlass am 24. Mai 2019 bezieht. An-

haltspunkte dafür, dass die gezeigten Leistungen in der Küche und Schrei-

nerei der Werkstatt P._____ nicht seinen tatsächlichen Fähigkeiten ent-

sprechen, gibt es hingegen keine. Ebenso wenig wird in den Berichten der 

Werkstatt P._____ eine unzureichende Einsatzbereitschaft geschildert 

(siehe dazu Bf-act. 3 und 6). Schliesslich wurden, wie bereits erwähnt, auch 

bei den anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung durchgeführ-

ten Symptomvalidierungstests keine auffälligen Ergebnisse verzeichnet 

(siehe IV-act. 114 S. 28 f., 36, 38 und 42). Dass sich der Beobachtungsbe-

richt für den Arbeitsbereich Küche auf den Zeitraum vom 15. August 2019 

bis zum 30. November 2019 und somit eigentlich auf einen Zeitraum nach 

dem Verfügungserlass bezieht, hindert vorliegend und in Nachachtung der 

in der vorstehenden Erwägung 3.2 dargelegten Rechtsprechung dessen 

Mitberücksichtigung nicht, weil der Bericht im Wesentlichen das sich bereits 

aus dem Arbeitsbereich Schreinerei für den Zeitraum vom 22. Mai 2018 bis 

- 20 -

am 24. Mai 2019 ergebende Bild bestätigt. Dazu ist anzumerken, dass die 

vom Beschwerdeführer am 23. Dezember 2019 dem Gericht eingereichten 

Berichte zur Tätigkeit in der Werkstatt P._____ in den Arbeitsbereichen 

Schreinerei und Küche für den Zeitraum vom 1. März bzw. 15. August bis 

zum 30. November 2019 der Beschwerdegegnerin am 3. Januar 2020 

ebenso zur Kenntnisnahme zugestellt wurden wie der anlässlich der Replik 

vom 19. September 2019 eingereichte Bericht für den Arbeitsbereich 

Schreinerei betreffend den Zeitraum vom 22. Mai 2018 bis zum 28. Februar 

2019 sowie den Zwischenbericht über die Wohnsituation des Wohnheims 

K._____ vom 10. Februar 2019. Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht 

mehr dazu vernehmen bzw. äusserte sich in ihrer Duplik vom 1. Oktober 

2019 nicht spezifisch dazu. Die in den Berichten der Werkstatt P._____ 

geschilderten Probleme mit der zeitlichen Orientierung und des Bedarfes 

an Anleitung zur erfolgreichen Bewältigung einer Aufgabe, namentlich auch 

mit Blick auf die Erledigung des Einkaufes bzw. die Zubereitung einer Mahl-

zeit für mehrere Personen, und die damit einhergehenden funktionellen 

Einschränkungen werden auch durch den Zwischenbericht des Wohn-

heims K._____ vom 10. Februar 2019 (siehe Bf-act. 4) bestätigt. 

4.4. Diese Berichte flossen weder in das Gutachten mit ein, obwohl Dr. med. 

H._____ um die Tätigkeit des Beschwerdeführers in einer geschützten 

Werkstatt bzw. dessen Wohnform in einem betreuten Wohnheim wusste 

(vgl. IV-act. 114 S. 15 f.), noch wurden sie von der Beschwerdegegnerin 

eingeholt, obgleich RAD-Arzt Dr. med. L._____ dies aufgrund der von ihm 

geäusserten Zweifel ob der Umsetzbarkeit der medizinisch-theoretisch at-

testierten Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt empfohlen hatte (vgl. IV-

act. 125 S. 11). Dieselben Bedenken wurden auch von Dr. med. M._____ 

und Psychologe N._____ geäussert, wenn sie festhielten, es werde für den 

Beschwerdeführer sehr schwierig sein, aufgrund der neurokognitiven Ein-
schränkungen eine geeignete Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden 

(vgl. IV-act. 87). Hinzu kommt, dass der psychiatrische Gutachter Dr. med. 

- 21 -

H._____ im Rahmen der Standardindikatorenprüfung die dem Beschwer-

deführer momentan zukommende Unterstützung als optimal und in diesem 

Sinne als Ressource auswies. So scheine die letzte stationäre Entzugsbe-

handlung einen anhaltenden Erfolg gehabt zu haben; dieser liege aber wohl 

nicht unwesentlich auch in der weiteren psychosozialen Betreuung begrün-

det (siehe IV-act. 114 S. 28). Insofern erscheint es denn auch plausibel, 

wenn im Bericht des Wohnheims K._____ vom 10. Februar 2019 ausge-

führt wird, eine passende Tagesstruktur sei für den Beschwerdeführer not-

wendig, um nicht wieder in alte Verhaltensmuster (Alkoholsucht) zu fallen 

(siehe Bf-act. 4). Wenn nun aber der psychiatrische Gutachter im Wissen 

um die sich auf den Gesundheitszustand stabilisierend auswirkende Be-

treuungsstruktur mit betreutem Wohnen und den Tätigkeiten in einer ge-

schützten Werkstatt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in bisheriger und adap-

tierter Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt auswies, erscheinen die gezogenen 

Schlussfolgerungen zu den erwerblichen Auswirkungen in Anbetracht der 

damit einhergehenden Gefahr eines Rückfalls in die Alkoholsucht nicht 

überzeugend.

4.5. Zusammenfassend ergibt sich nach dem Gesagten, dass – mangels hin-

reichender Auseinandersetzung mit der festgestellten funktionellen Leis-

tungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Rahmen der Beschäftigungs- 

und Wohnsituation im Wohnheim K._____ und der Werkstatt P._____ – 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der gutachterlichen Einschät-

zung der Arbeitsfähigkeit von Dr. med. H._____ und lic. phil. Q._____ spre-

chen und festgestellte Widersprüche nicht nachvollziehbar und schlüssig 

entkräftet wurden (siehe insbesondere IV-act. 114 S. 29, wo bei der Dis-

kussion und Bewertung evtl. divergenter Akteninformationen nur auf den 

gegenwärtigen Behandler hinsichtlich der Einschätzung der [medizinisch-

theoretischen] Arbeitsfähigkeit Bezug genommen wurde). Damit wurde der 

rechtserhebliche Sachverhalt im Ergebnis unvollständig abgeklärt und un-

genügend gewürdigt. Konkret fehlte es an einer nach der bundesgerichtli-

- 22 -

chen Rechtsprechung nicht ohne weiteres auszublendenden Beachtung 

der Ergebnisse von Eingliederungsversuchen und beruflichen Abklärungen 

(vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 8C_30/2020 vom 6. Mai 2020 

E.5.2.1, 9C_534/ 2018 vom 15. Februar 2019 E.2.2, 8C_563/2018 vom 

14. November 2018 E.6.1.1 und 8C_48/2018 vom 27. Juni 2018 E.4.3.1) 

seitens der Beschwerdegegnerin, auch wenn der Eingliederungsversuch 

bzw. die Tätigkeit in der geschützten Werkstatt P._____ ab Ende Mai 2018 

nicht im Rahmen einer von der Beschwerdegegnerin gewährten berufli-

chen Eingliederungsmassnahme erfolgte. Wie vom RAD-Arzt Dr. med. 

L._____ bereits am 8. Januar 2019 in seiner Abschlussbeurteilung ange-

regt, hätte sich die Einholung von Berichten des Wohnheims K._____ und 

des Vereins O._____ und gestützt darauf zumindest eine Stellungnahme 

des RAD, eine Nachfrage bei den beauftragten (versicherungsexternen) 

Gutachtern Dr. med. H._____ und/oder lic. phil. Q._____ oder die Veran-

lassung weiterer fachärztlicher Abklärungen zu den Auswirkungen der fest-

gestellten Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgedrängt. Erachtet 

das zuständige Sozialversicherungsgericht eine Sache in medizinischer 

bzw. erwerblicher Hinsicht als ungenügend abgeklärt und somit auch die 

seitens der Verwaltung vorgenommene Beweiswürdigung als unvollstän-

dig, verbleibt ihm auch nach der neuen bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung die Möglichkeit, die Sache an den zuständigen Versicherungsträger 

zurückzuweisen, anstatt ein gerichtliches Gutachten zur Klärung einer of-

fenen Frage in Auftrag zu geben. In der Regel ist ein Gerichtsgutachten 

einzuholen, wenn ein (im Verwaltungsverfahren anderweitig) erhobener 

medizinischer Sachverhalt überhaupt für "gutachterlich abklärungsbedürf-

tig" gehalten wird oder eine Administrativexpertise in rechtserheblichen 

Punkten nicht ausreichend beweiswertig ist und dieser Mangel nicht alleine 

durch eine Klarstellung, Präzisierung oder Gutachtensergänzung behoben 

werden kann (siehe FURRER, Rechtliche und praktische Aspekte auf dem 

Weg zum Gerichtsgutachten in der Invalidenversicherung, in: SZS 1/2019 

S. 3 ff. S. 4 f.; BGE 137 V 210 E.4.4.1.4 f.). Eine Rückweisung an den Ver-

- 23 -

sicherungsträger steht dem Versicherungsgericht aber weiterhin offen, 

wenn sie in der Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage be-

gründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergän-

zung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (siehe BGE 137 V 

210 E.4.4.1.4; KIESER, a.a.O., Art. 44 Rz. 71). Im Einklang mit BGE 137 V 

210 ist die Sache daher unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

vom 24. Mai 2019 zu ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegne-

rin zurückzuweisen. Dabei wird die Beschwerdegegnerin sämtliche Ge-

sundheitsstörungen – inkl. des (neu) diagnostizierten Lymphdrüsenkrebs – 

und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Verlauf umfassend zu 

klären haben. Zudem wird zu prüfen sein, ob – wie von RAD-Arzt Dr. med. 

L._____ in seiner Abschlussbeurteilung vom 8. Januar 2019 angeregt – 

vorab berufliche Eingliederungsmassnahmen einzuleiten sind, um die me-

dizinisch-theoretisch angenommene Arbeitsfähigkeit praktisch zu erproben 

bzw. Unterstützung bei der Arbeitssuche zu leisten. Überdies gilt es abzu-

klären, ob ein Entgegenkommen zur notwendigen arbeitsplatzbezogenen 

Begleitung des Beschwerdeführers angesichts der bestehenden Ein-

schränkungen überhaupt realistischerweise von einem durchschnittlichen 

Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt noch erwartet werden kann und 

somit die (Rest-)Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt überhaupt noch 

verwertbar ist (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 9C_644/2019 vom 

20. Januar 2020 E.5 und 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2019 E.5).

4.6. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass es aufgrund der ak-

tenkundigen, bereits längere Zeit andauernden Alkoholabstinenz nachvoll-

ziehbar erscheint, dass der psychiatrische Gutachter die Alkoholabhängig-

keit den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugeordnet 

hat. Insoweit erweisen sich weitere Abklärungen aufgrund der unlängst 

geänderten Rechtsprechung zu primären Abhängigkeitssyndromen (siehe 

BGE 145 V 215) – jedenfalls aufgrund der gegenwärtigen Aktenlage – nicht 

- 24 -

als angezeigt (siehe Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2020 vom 19. Mai 

2020 E.5.1.4).

5. Die Beschwerde erweist sich somit insoweit als begründet, als dass die 

Angelegenheit in Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu weiteren Ab-

klärungen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurück-

zuweisen ist. In diesem Zusammenhang ist auf Art. 61 lit. d ATSG hinzu-

weisen, wonach das kantonale Versicherungsgericht nicht an die Begehren 

der Parteien gebunden ist. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, 

auf die weiteren Vorbringen und Anträge des Beschwerdeführers einzuge-

hen.

6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abwei-

chung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantona-

len Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1ꞌ000.-- festgelegt. Die Rückweisung zu weiteren Ab-

klärungen gilt praxisgemäss als vollständiges Obsiegen der beschwerde-

führenden Partei bezüglich der Verteilung der Gerichtskosten und der Zu-

sprache einer Parteientschädigung (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 

E.7.1 und 132 V 215 E.6.2). Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfah-

rens sind die Gerichtskosten von Fr. 700.-- demnach der Beschwerdegeg-

nerin zu überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).

7. Der Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der unterliegenden Beschwerdegegne-

rin. Die Bemessung der Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit 

des Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regel-

mässig durch die Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übri-

- 25 -

gen wird die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Satz 1 

ATSG nach dem kantonalen Rechts bestimmt (siehe Urteile des Bundes-

gerichts 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2018 E.6.1 und 9C_688/2009 vom 

19. November 2009 E.3.1.1 f.). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Ver-

ordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und 

Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteien-

tschädigung nach Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätz-

lich von dem in der Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen 

zu betrachtenden) Aufwand sowie dem (üblichen) Stundenansatz ausgeht. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 23. September 

2019 eine Honorarnote im Betrag von Fr. 2'218.60 (8 Stunden à Fr. 250.--, 

Fr. 60 für Fotokopien, Porti und Telekommunikation [3 % des Honorars] so-

wie 7.7 % MWST). Der geltend gemachte Vertretungsaufwand erscheint 

dem Gericht als angemessen. Die Vereinbarung eines Stundenansatzes 

von Fr. 250.-- ist gemäss Vollmacht und Auftrag vom 3. Juni 2019 ausge-

wiesen (siehe Bf-act. 1). Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin 

den Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 2'218.60 (inkl. Spesen und 

MWST) aussergerichtlich zu entschädigen. Damit wird das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung gegen-

standslos.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als dass die angefochtene 

Verfügung vom 24. Mai 2019 aufgehoben wird und die Angelegenheit zu 

weiteren Abklärungen und neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an 

die IV-Stelle des Kantons Graubünden zurückgewiesen wird.

- 26 -

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt A._____ aussergericht-

lich mit insgesamt Fr. 2'218.60 (inkl. Spesen und MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

 

5. [Mitteilungen]