# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** adfc0c0d-627f-5720-8eb5-f1fbc983e646
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.07.2009 D-4601/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4601-2009_2009-07-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4601/2009/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérald Bovier; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren [...],
unbekannter Herkunft, angeblich Eritrea,
vertreten durch Annelise Gerber, [...]
Gesuchsteller,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern.

Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
vom 19. Mai 2009 (Nichteintreten auf Asylgesuch und 
Wegweisung) D-2982/2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4601/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  5.  Mai  2009  in  Anwendung  von 
Art. 32  Abs.  2  Bst.  b  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  auf  das Asylgesuch des Gesuchstellers nicht  eintrat und 
die  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Gesuch-
steller habe im Rahmen des Asylverfahrens die Behörden über seine 
Identität getäuscht, weshalb seinen Vorbringen, die sich explizit auf die 
angebliche  eritreische  Herkunft  beziehen,  jegliche  Grundlage  entzo-
gen werde,

dass die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde vom Bundes-
verwaltungsgericht mit Urteil vom 19. Mai 2009 unter anderem in Be-
stätigung der Erwägungen des BFM abgewiesen wurde,

dass der  Gesuchsteller  unter  Beilage eines eritreischen Rückkehrer- 
Passes  im Original  sowie  einer  Farbkopie  der  Identitätskarte  seines 
Vaters  mit  Eingabe  vom 17.  Juli  2009  um Revision  des  Urteils  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Mai 2009 ersuchen liess,

dass er  unter  Kosten- und Entschädigungsfolge beantragen liess, es 
sei auf das vorliegende Gesuch einzutreten und die Vollzugsbehörden 
seien im Sinne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, von Voll-
zugshandlungen bis  zu einem Entscheid über das vorliegende Revi-
sionsgesuch abzusehen,

dass ferner das angefochtene Urteil aufzuheben, die Flüchtlingseigen-
schaft des Gesuchstellers festzustellen, ihm Asyl zu gewähren, even-
tualiter  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen  und  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021) zu gewähren sei, 

dass zur Begründung unter anderem ausgeführt wurde, aufgrund der 
eingereichten Beweismittel sei die Herkunft des Gesuchstellers erwie-
sen  beziehungsweise  dieser  habe  nie  versucht,  seine  Identität  und 
Herkunft zu verheimlichen,

Seite 2

D-4601/2009

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass es ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen ist, die es 
in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. dazu BVGE 
2007/21 E. 2.1 S. 244), 

dass mit dem Entscheid in der Sache selbst das Begehren um Anord-
nung  vorsorglicher  Massnahmen  (Vollzugstopp)  gegenstandslos  ge-
worden ist,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  über  Revisionsgesuche  in  einer 
Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen entscheidet, sofern das 
Revisionsgesuch  nicht  in  die  einzelrichterliche  Zuständigkeit  fällt 
(Art. 21 Abs. 1 VGG; Art. 23 VGG i.V.m. Art. 111 AsylG), 

dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die Unab-
änderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines rechtskräftigen Beschwerde-
entscheides angefochten wird, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft 
beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. 
PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Auf-
lage, Bern 2005, S. 269), 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile  aus 
den  in  Art. 121-123  BGG  aufgeführten  Gründen  in  Revision  zieht 
(Art. 45  VGG),  wobei  Gründe,  welche  bereits  im  ordentlichen  Be-
schwerdeverfahren hätten geltend gemacht werden können, nicht als 
Revisionsgründe gelten (Art. 46 VGG), 

dass  im  Revisionsgesuch  insbesondere  der  angerufene  Revisions-
grund anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im 
Sinne von Art. 124 BGG darzutun ist, 

dass die Eingaben vom 17. Juli 2009 innert der vorliegend zu beach-
tenden Frist von 90 Tagen erfolgte (Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG), wes-
halb auf das Revisionsgesuch einzutreten ist, 

Seite 3

D-4601/2009

dass vom Gesuchsteller der Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a 
BGG (nachträgliches Erfahren von erheblichen Tatsachen oder Auffin-
den entscheidender Beweismittel, die im früheren Verfahren vom Ge-
suchsteller nicht beigebracht werden konnten) angerufen wird, 

dass der Gesuchsteller anlässlich der Befragungen während des erst-
instanzlichen  Asylverfahrens  (17.  Oktober  und  28.  November  2007) 
den Besitz von rechtsgenüglichen Ausweispapieren jeweils unmissver-
ständlich verneinte (Protokoll Empfangszentrum Ziff. 13 S. 4, Protokoll 
der Bundesanhörung S. 6), 

dass in der Revisionseingabe mit keinem Wort dargetan wird, aufgrund 
welcher  Umstände  und  Bemühungen  der  Gesuchsteller  nunmehr  in 
den Besitz seines Rückkehrer-Passes im Original vom 24. März 1999 
gekommen sein will, 

dass ausserdem ernsthafte Zweifel an der Echtheit dieses Dokuments 
anzubringen sind, da gemäss Kenntnissen des Bundesverwaltungsge-
richts  keine  Hinweise  auf  ein  derartiges  eritreisches  Identitätsdoku-
ment, weder aktuell noch im Jahr 1999, existieren,

dass das Beweismittel  ferner  deutlich sichtbare Unregelmässigkeiten 
bei den Rändern und Ecken des sich in einer grünen Umfassungshülle 
befindlichen, eingerahmten und beschrifteten Blattes aufweist, was un-
trüglich die Vermutung eines nachträglichen Fabrikats zu nähren ver-
mag,

dass der in Farbkopie eingereichten Identitätskarte des Vaters des Ge-
suchstellers aufgrund der leichten Manipulationsanfälligkeit von Kopien 
überhaupt, beweisrechtlich keine Bedeutung beizumessen ist, 

dass vor diesem Hintergrund die Erheblichkeit  der eingereichten Be-
weismittel  in Abrede zu stellen ist,  mithin der angerufene Revisions-
grund nach Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG nicht gegeben ist,

dass demnach das Gesuch um Revision des Urteils des Bundesver-
waltungsgerichts vom 19. Mai 2009 abzuweisen ist, 

dass  aus  den  dargelegten  Gründen  dem  Revisionsbegehren  keine 
ernsthaften  Erfolgsaussichten  beschieden  war,  weshalb  das  Gesuch 
um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1 

Seite 4

D-4601/2009

VwVG) unabhängig von der Frage der prozessualen Bedürftigkeit des 
Gesuchstellers abzuweisen ist,

dass  die  Kosten  des  Revisionsverfahrens  von  Fr. 1'200.– demnach 
dem  Gesuchsteller  aufzuerlegen  sind  (Art. 37  VGG  i.V.m.  Art. 63 
Abs. 1 VwVG sowie  Art. 1 -  3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]), 

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 5

D-4601/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Gesuchsteller aufer-
legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns-
ten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  des  Gesuchstellers  (Einschreiben;  Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 
Kurier; in Kopie)

- (die zuständige kantonale Behörde) ad [...] (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

Seite 6