# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8a0ab7c-24db-596d-a719-b821960dbe9e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2010 D-6066/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6066-2010_2010-11-09.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6066/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 
Richterin Emilia Antonioni, Richter Gérald Bovier, 
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______,
alias A._______,
geboren 2. November 1977,
Sri Lanka,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung 
des BFM vom 17. August 2010 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6066/2010

Sachverhalt:

A.

A.a Mit Verfügung vom 16. November 2009 trat das BFM gestützt auf 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und 
ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz nach Rumänien sowie 
den Vollzug an. Das Bundesamt wies den Beschwerdeführer an,  die 
Schweiz sofort zu verlassen, und hielt fest, eine allfällige Beschwerde 
habe keine aufschiebende Wirkung. Weiter ordnete die Vorinstanz die 
Ausschaffungshaft  des  Beschwerdeführers  während  höchstens 
zwanzig Tagen an.

A.b Mit Urteil  vom 1. Dezember 2009 hiess das Bundesverwaltungs-
gericht  die  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  vom 
27. November  2009  im  Hinblick  auf  eine  Verletzung  des  rechtlichen 
Gehörs gut, hob die Verfügung der Vorinstanz vom 16. November 2009 
auf, überwies die Akten dem BFM zur erneuten Beurteilung der Sache, 
ordnete  die  Entlassung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Aus-
schaffungshaft an, sah von der Auferlegung von Verfahrenskosten ab 
und  wies  das  BFM  an,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 600.-- auszurichten.

A.c Mit Verfügung vom 14. Dezember 2009 trat das BFM gestützt auf 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerde-
führers  nicht  ein  und  ordnete  dessen Wegweisung  aus der  Schweiz 
nach Rumänien sowie den Vollzug an. Das Bundesamt wies den Be-
schwerdeführer  an,  die  Schweiz  sofort  zu  verlassen,  und  hielt  fest, 
eine allfällige Beschwerde habe keine aufschiebende Wirkung.

A.d Mit  Urteil  vom 10.  Februar  2010  wies  das  Bundesverwaltungs-
gericht  die  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  vom 
18. Dezember 2009 sowie das Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2  des Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  ab  und  auferlegte  dem Beschwerdeführer  die 
Verfahrenskosten von Fr. 600.--.

A.e Für  den  Inhalt  des  ordentlichen  Verfahrens  wird  auf  die  Akten 
verwiesen.

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B.

B.a Mit Gesuch vom 8. März 2010 liess der Beschwerdeführer sinn-
gemäss um weitere Abklärungen beziehungsweise um Eröffnung eines 
neuen  Asylverfahrens  ersuchen.  Namentlich  habe  das  BFM  Ab-
klärungen zu den Ereignissen in Rumänien zu treffen.
Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  liess  der  Beschwerdeführer 
einen Austrittsbericht vom 20. Februar 2010 sowie einen Kurzbericht 
vom 3. März 2010 der (...) Psychiatrischen Kliniken M._______ zu den 
Akten reichen.

B.b Das BFM überwies diese Eingabe am 12. März 2010 zunächst an 
das Bundesverwaltungsgericht zur Prüfung der Frage, ob es sich bei 
obgenannter  Eingabe um ein  Revisionsgesuch handle. Das Bundes-
verwaltungsgericht trat mit Urteil vom 18. März 2010 auf die Eingabe 
vom 8. März  2010  nicht  ein  und  überwies  diese  dem BFM mit  den 
Akten zu gutscheinender Erledigung.

B.c In der Folge liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsver-
treter  das  BFM  mit  Schreiben  vom  22.  März  2010  auffordern,  die 
Sache nun sofort als Asylgesuch wegen Verfolgung in Rumänien und 
Sri Lanka zu behandeln. Gleichzeitig machte er auf die psychiatrische 
Hospitalisierung des Beschwerdeführers aufmerksam.

B.d Mit Verfügung vom 9. Juli 2010 teilte das BFM dem Beschwerde-
führer  mit,  seine  Eingabe  vom  8.  März  2010  werde  als  Wieder-
erwägungsgesuch entgegengenommen und forderte ihn auf, bis zum 
23. Juli 2010 einen Gebührenvorschuss im Betrag von Fr. 800.-- zu be-
zahlen. Der einverlangte Kostenvorschuss wurde innert Frist geleistet.

B.e Mit Eingabe vom 21. Juli 2010 reichte der Beschwerdeführer eine 
Ergänzung zur Eingabe vom 8. März 2010 ein und nahm gleichzeitig 
Stellung  zur  Verfügung  des  BFM  vom  9.  Juli  2010.  In  diesem  Zu-
sammenhang  ersuchte  er  um  Feststellung  der  Nichtigkeit  der  nicht 
beschwerdefähigen Verfügung vom 9. Juli 2010, weil in deren Rahmen 
behauptet werde, es handle sich bei der Eingabe vom 8. März 2010 
um  ein  Wiedererwägungsgesuch.  In  einer  weiteren  Eingabe  vom 
23. Juli  2010  wurde  ein  Schreiben  vom  20.  Juli  2010  der  (...) 
Psychiatrischen Kliniken M._______ an die Nachbetreuer eines Asyl -
zentrums,  welches  Aufschluss  über  den  desolaten  Gesundheits-
zustand des Beschwerdeführers geben solle, zu den Akten gereicht.

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C.
Mit Verfügung vom 17. August 2010 – eröffnet am 25. August 2010 – 
wies  das  BFM  das  Wiedererwägungsgesuch  ab,  soweit  darauf  ein-
getreten  wurde,  und  stellte  fest,  die  Verfügung  vom  14.  Dezember 
2010  (recte:  2009)  sei  rechtskräftig  und  vollstreckbar.  Ferner  erhob 
das BFM eine Gebühr in der Höhe von Fr. 800.-- und stellte fest, diese 
sei vollumfänglich durch den am 23. Juli 2010 geleisteten Gebühren-
vorschuss gedeckt.
Zur Begründung seines Entscheids führte das BFM aus, es habe sich  
bereits in der Verfügung vom 14. Dezember 2009 zu den geltend ge-
machten  Ereignissen  in  Rumänien  geäussert.  In  seinem Urteil  vom 
10. Februar 2010 habe sich dann auch das Bundesverwaltungsgericht 
ausführlich  sowohl  zu  den  behaupteten  Ereignissen  Rumänien  be-
treffend  als  auch  zu  medizinischen  Wegweisungshindernissen  im 
Sinne einer depressiven Störung und eines Verdachts auf eine post-
traumatische Störung geäussert. Dem Bundesverwaltungsgericht habe 
ein  medizinischer  Befund  des  (...)spitals  N._______  vom 6.  Januar 
2010  zur  Beurteilung  vorgelegen.  Es  habe  in  seinem  Urteil  vom 
10. Februar 2010 bestätigt, das BFM sei zu Recht in Anwendung von 
Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerde-
führers  nicht  eingetreten  und  habe  dessen  Wegweisung  nach 
Rumänien gestützt. In seiner Eingabe vom 8. März 2010 habe der Be-
schwerdeführer  dann  deklariert,  er  sei  in  Rumänien  asylrelevanten 
Benachteiligungen ausgesetzt gewesen. Dem Schreiben habe er einen 
ärztlichen Austrittsbericht  der  (...)  psychiatrischen Kliniken der  Stadt 
M._______  vom  20.  Februar  2010  sowie  einen  Kurzbericht  vom 
3. März 2010 derselben Institution beigelegt. Dem Beschwerdeführer 
werde  darin  eine  posttraumatische  Belastungsstörung  sowie  eine 
schwere depressive Episode attestiert. Zusammenfassend sei festzu-
halten, dass es sich bei den eingereichten medizinischen Unterlagen 
zwar formal um neue Beweismittel handle, welche jedoch inhaltlich bei 
Eintritt der Rechtskraft bereits bekannt gewesen und gewürdigt worden 
seien. Insofern handle es sich nicht  um neue Beweismittel  im Sinne 
von Art. 66 Abs. 2 VwVG. Somit lägen weder in der Eingabe des Be-
schwerdeführers  noch  in  den  beigelegten  medizinischen  Unterlagen 
vom  20.  Februar  beziehungsweise  3.  März  2010  neue  Gründe  vor, 
welche  die  Rechtskraft  der  Verfügung  vom 14.  Dezember  2009  be-
seitigen könnten.

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D.

D.a In  seiner  Beschwerde  vom  25.  August  2010  liess  der  Be-
schwerdeführer die nachfolgend aufgeführten Anträge stellen:
1. Der  Entscheid  des  BFM  vom  17.  August  2010  betreffend  Ab-
lehnung des Wiedererwägungsgesuchs vom 8. März 2010 sei aufzu-
heben  und  die  Sache  zur  Behandlung  als  Asylgesuch  an  das  BFM 
zurückzuweisen.
2. Eventualiter sei der Entscheid des BFM vom 17. August 2010 be-
treffend Ablehnung des Wiedererwägungsgesuchs vom 8. März 2010 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und 
richtigen rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an 
das BFM zurückzuweisen.
3. Eventualiter  sei  der  Entscheid  des  BFM  vom 17.  August  2010 
aufzuheben,  und  es  sei  gestützt  auf  Art.  83  Abs.  3  des  Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder (AuG, SR 142.20) und Art. 3  der Konvention vom 4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101)  die Unzulässigkeit  des Vollzugs der Wegweisung des Be-
schwerdeführers festzustellen.
4. Eventualiter  sei  der  Entscheid  des  BFM  vom 17.  August  2010 
aufzuheben, und es sei gestützt auf Art. 83 Abs. 4 AuG die Unzumut-
barkeit  des  Wegweisungsvollzugs  des  Beschwerdeführers  festzu-
stellen.
5. Im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  sei  der  vorliegenden 
Verwaltungsbeschwerde die  aufschiebende Wirkung zu erteilen,  und 
es  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  unverzüglich  zu  sistieren.  Das 
(...)departement  O._______,  (...),  sei  unverzüglich  anzuweisen,  von 
Vollzugshandlungen abzusehen.
6. Vor  Gutheissung  der  vorliegenden  Verwaltungsbeschwerde  sei 
dem  unterzeichneten  Anwalt  eine  angemessene  Frist  einzuräumen, 
um  eine  detaillierte  Kostennote  zur  Bestimmung  der  Parteient-
schädigung einreichen zu können.
7. Es  sei  dem  Rechtsvertreter  mitzuteilen,  welcher  Bundesver-
waltungsrichter  oder welche Bundesverwaltungsrichterin  und welcher 
Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion 
im  vorliegenden  Verfahren  vertraut  sei  und  welche  Richter  oder 
Richterinnen an einem Entscheid weiter mitwirken werden.

D.b Zur Untermauerung seiner Vorbringen liess der Beschwerdeführer 
einen  ärztlichen  Bericht  vom 20. August  2010  des  Schweizerischen 

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Roten Kreuzes sowie ein Schreiben vom 21. Juli 2010 des Rechtsver-
treters an das BFM zu den Akten reichen.

D.c Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

E.
Mit  superprovisorischer  Verfügung  vom 27.  August  2010  setzte  der 
zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den 
Vollzug der Wegweisung vorsorglich aus.

F.
In  seiner  Beschwerdeergänzung  vom 24. September  2010  lässt  der 
Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der  Verfügung  des  BFM  vom 
17. August  2010  sowie  der  früheren  Verfügungen  und  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts beantragen. Zudem habe die Schweiz von 
ihrem  Selbsteintrittsrecht  gemäss  dem  Dublin-Abkommen  Gebrauch 
zu  machen  und  das  Asylverfahren  des  Beschwerdeführers  in  der 
Schweiz durchzuführen.

Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  be-
treffende  Ausnahme im  Sinne  von  Art.  32  VGG liegt  nicht  vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  VwVG).  Der  Beschwerde-
führer ist durch die angefochtene Verfügung vom 17. August 2010 be-

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sonders berührt  und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  VwVG). 
Auf  die  Beschwerde  ist  –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Er-
wägung – einzutreten.

Anders als bei der Verfügung des BFM vom 17. August 2010 handelt 
es  sich  bei  "früheren  Verfügungen  und  Urteilen  des  Bundesver-
waltungsgerichts" nicht um Anfechtungsobjekte des vorliegenden Be-
schwerdeverfahrens,  weshalb  auf  den  Antrag,  es  seien  auch  die 
früheren  Verfügungen  und  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
aufzuheben, nicht einzutreten ist.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.

4.1 Die  Wiedererwägung  im  Verwaltungsverfahren  ist  ein  gesetzlich 
nicht  geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die ver-
fügende  Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Gemäss 
herrschender  Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  wird 
jedoch  aus  Art. 29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eid-
genossenschaft  vom 18. April  1999  (BV, SR  101)  unter  bestimmten 
Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wieder-
erwägung abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen). 
Danach  ist  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich 
der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem ursprünglichen  Entscheid 
beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen 
Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die 
ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene 
Veränderungen der Sachlage anzupassen ist.

4.2 Auf ein Wiedererwägungsgesuch ist  dann einzutreten,  wenn der 
Gesuchsteller  Tatsachen  vorbringt  (behauptet),  die  an  sich  geeignet 
sein könnten, zu einem anderen Entscheid zu führen. Ob sie auch tat -

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sächlich gegeben sind und - wenn ja - auch geeignet sind, im konkre-
ten  Fall  zu  einer  anderen  Betrachtungsweise  zu  führen,  ist  Gegen-
stand der materiellen Prüfung des Gesuches.

5.

5.1 In seiner Beschwerdebegründung macht der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen  geltend,  der  Beschwerdeführer  habe  mit  dem Gesuch 
vom 8. März 2010 neue Asylgründe geltend gemacht, nämlich die Ver-
folgung  in  Rumänien,  weshalb  es  sich  vorliegendenfalls  um  ein 
zweites Asylgesuch und nicht um ein Wiedererwägungsgesuch handle. 
In  diesem Zusammenhang habe  sich  das Bundesverwaltungsgericht 
im Urteil vom 10. Februar 2010 von unzutreffenden Erwägungen leiten 
lassen. Es habe sich lediglich in allgemeiner Weise dahingehend ge-
äussert,  es bestünden keine Hinweise, dass sich Rumänien nicht an 
die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen  gehalten  habe 
und  dass  der  Beschwerdeführer  bezüglich  allfälliger  Übergriffe  der 
rumänischen  Polizei  innerstaatliche  rechtliche  Schritte  hätte  unter-
nehmen  müssen. Dementsprechend  sei  die  Verfolgung  durch  die 
rumänischen Behörden nie geprüft und die Eingabe des Beschwerde-
führers  vom  8.  März  2010  fälschlicherweise  als  Wiedererwägungs-
gesuch  behandelt  worden.  Was  des  Weiteren  die  Arztberichte  vom 
20. Februar  und  3.  März  2010  anbelange,  so  zeigten  diese  eine 
wesentlich veränderte Sachlage. Das Bundesverwaltungsgericht sei in 
seinem  Urteil  vom  10.  Februar  2010  –  gestützt  auf  einen  älteren 
Arztbericht vom 19. Dezember 2009 – nämlich bloss von einem Ver-
dacht  auf  eine  posttraumatische  Belastungsstörung  sowie  allenfalls 
einer  "nur"  ambulanten  Therapie  ausgegangen.  Aus  den  neu  ein-
gereichten  Arztberichten  ergebe  sich  nun  aber,  dass  nicht  nur  ein 
Verdacht  auf  eine  posttraumatische  Belastungsstörung  bestehe. 
Vielmehr habe eine solche diagnostiziert werden können. Zudem leide 
der  Beschwerdeführer  an einer  schweren depressiven Episode (und 
nicht  wie  früher  "nur"  an  einer  depressiven  Störung). Zudem reiche 
eine "eventuelle" ambulante Behandlung nicht mehr aus, sondern der 
Beschwerdeführer  habe  mehrmals  hospitalisiert  und  stationär  be-
handelt  werden  müssen.  Die  Krankheit  zeige  somit  seit  Eintritt  der 
Rechtskraft  ein  völlig  anderes  (und  wesentlich  dramatischeres)  Bild. 
Hieraus  folge,  dass  sich  der  Sachverhalt  nach  der  Rechtskraft  des 
Urteils  vom  10.  Februar  2010  in  rechtserheblicher  Weise  geändert 
habe und das BFM auf das Wiedererwägungsgesuch hätte eintreten 
müssen. Zudem habe der Beschwerdeführer am 20. Juli 2010 erneut 
hospitalisiert werden müssen, und es sei von einer Selbstgefährdung 

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auszugehen. Aus therapeutischer Sicht  sehe die spezialisierte Klinik 
(...)  das  Ermöglichen  eines  sicheren  Lebensraums  und  die 
Fortsetzung einer Psychotherapie als dringend an. Das BFM habe es 
unterlassen,  einen ausführlichen psychiatrischen Bericht  erstellen zu 
lassen,  weshalb  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  bezogen  auf  die 
Frage  der  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs weder vollständig noch richtig abgeklärt worden 
sei, dies umso weniger, als der Beschwerdeführer nicht reisefähig sei.

5.2 Diese Vorbringen in der Beschwerdeeingabe vermögen indessen 
nicht zu einer veränderten Betrachtungsweise zu führen. So etwa kann 
keine Rede davon sein,  dass der Beschwerdeführer mit  seinem Ge-
such  vom  8.  März  2010  einen  neuen  Asylgrund,  nämlich  die  so-
genannte  Verfolgung  in  Rumänien,  geltend  gemacht  habe. Vielmehr 
sind bereits der vorinstanzlichen Verfügung vom 14. Dezember 2009 
sowie  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  10.  Februar 
2010 ausführliche Erwägungen zur geltend gemachten Verfolgung in 
Rumänien zu entnehmen. Dementsprechend hat  die  Vorinstanz zum 
einen das Gesuch vom 8. März 2010 zu Recht als Wiedererwägungs-
gesuch und nicht als zweites Asylgesuch behandelt, und zum anderen 
ist  nicht  von  einer  wesentlichen  Veränderung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts  auszugehen.  In  diesem  Zusammenhang  vermag  auch 
der  Umstand,  dass der  Beschwerdeführer  die Erwägungen im Urteil 
vom 10. Februar 2010 für unzutreffend hält, nicht zu einer veränderten 
Betrachtungsweise zu  führen. Was schliesslich  die  Arztberichte  vom 
20.  Februar  und  3.  März  2010  anbelangt,  soll  die  wesentliche  Ver-
änderung  der  Sachlage  darin  bestehen,  dass  im  Arztbericht  vom 
19. Dezember  2009  lediglich  von  einem  Verdacht  auf  eine  post-
traumatische Belastungsstörung die Rede gewesen sei,  während sie 
demgegenüber mittlerweile auch noch diagnostiziert sei. Auch die zu-
nehmende  Dauer  der  Depression,  im  Arztbericht  neuerdings  als 
"Episode"  bezeichnet,  illustriere  die  wesentliche  Veränderung  der 
Sachlage, ebenso wie der Umstand, dass eine eventuelle ambulante 
Behandlung  nicht  mehr  ausreiche,  sondern  vielmehr  mit  stationärer 
Spitalbehandlung zu rechnen sei. Es stellt sich dementsprechend die 
Frage,  ob  derartige  Veränderungen  des  Gesundheitszustands  des 
Beschwerdeführers  wesentlich  sind.  Diese  Frage  ist  zu  verneinen, 
auch  wenn  sich  "ein  wesentlich  dramatischeres  Bild"  zeigt.  So 
zeichnen sich  Krankheiten nach Erkenntnis  des Bundesverwaltungs-
gerichts  stets  durch  das  Element  der  Dauer  aus. Dementsprechend 
erscheint die ärztliche Charakterisierung der Dauer als "Episode" in-

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sofern  günstig  für  den  Beschwerdeführer  zu  sein,  als  es  sich  bei  
Episoden  nach  allgemeinem Sprachverständnis  um  vorübergehende 
Erscheinungen handelt. Auch der Schritt von einem blossen Verdacht 
auf  eine  posttraumatische  Belastungsstörung  bis  zur  Diagnose  der-
selben ist wiedererwägungsweise unerheblich, was sich in casu etwa 
darin  zeigt,  dass  der  Spruchkörper  im  Urteil  vom 10. Februar  2010 
nicht  dahingehend  argumentierte,  dieses  Krankheitsbild  sei  nicht 
nachgewiesen.  Vielmehr  ergibt  sich  aufgrund  der  Erwägungen  in 
diesem  Urteil,  dass  dieses  grundsätzlich  nicht  anders  ausgefallen 
wären, wenn die Krankheit bereits diagnostiziert  worden wäre, zumal 
bei  Krankheiten  ein  Verstoss  gegen  Art.  3  EMRK nur  unter  ausser-
ordentlichen Umständen anerkannt wird. Ausserdem finden sich unter 
Ziff. 3.2.3 der Erwägungen auch solche zu einem allfälligen Spitalauf -
enthalt des Beschwerdeführers in einer rumänischen Psychiatrieklinik, 
weshalb sich in diesem Zusammenhang zusätzliche Erwägungen zur 
allfälligen  Suizidalität  des  Beschwerdeführers  weitgehend  erübrigen. 
Dem Arztzeugnis vom 20. August 2010 ist nicht zu entnehmen, dass 
der Beschwerdeführer stationär behandelt  würde. Wie immer hat  die 
Vollzugsbehörde  in  solchen  Fällen  in  Abstimmung  mit  den  be-
handelnden Ärzten geeignete Massnahmen zu ergreifen, um die Um-
setzung der potentiell drohenden Gefahren im Zusammenhang mit der 
Ausschaffung  zu  verhindern,  nötigenfalls  auf  dem ganzen  Weg  von 
einer schweizerischen Klinik bis zum Eintritt in eine rumänische Klinik.

5.3 Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, den angefochtenen Ent-
scheid zu kassieren und die Sache zu neuem Entscheid an die Vor-
instanz  zurückzuweisen.  Desgleichen  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren 
Vorbringen in der  Beschwerde und den übrigen Eingaben sowie auf 
die  eingereichten  Beweismittel  detailliert  einzugehen,  da  diese  am 
Ergebnis  nichts  zu  ändern  vermögen. Nicht  zuletzt  erübrigt  es  sich 
auch,  wie  bereits  im  Urteil  vom 10.  Februar  2010  erwähnt,  weitere 
Beweise zu erheben. In Würdigung der gesamten Umstände ist  fest-
zuhalten, dass der Beschwerdeführer keinen von der im ordent lichen 
Verfahren  bestehenden  Entscheidungsgrundlage  wesentlich  ab-
weichenden Sachverhalt darzutun vermag, welcher überdies geeignet 
wäre, einen materiell anderen Entscheid herbeizuführen. Die Nichtein-
tretensverfügung der Vorinstanz ist dementsprechend zu bestätigen.

5.4 Gemäss  Art.  32  Abs.  4  des  Geschäftsreglements  vom 17. April 
2008 für  das Bundesverwaltungsgericht (VGR, SR 173.320.1) regeln 
die  Abteilungen,  ob  und  in  welcher  Form  den  Parteien  die  Zu-

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sammensetzung des Spruchkörpers bekannt gegeben wird. Der ent-
sprechende  Koordinationsbeschluss  lautet  wie  folgt:  "In  den  Ab-
teilungen IV und V wird in der Regel die Besetzung des Spruchkörpers 
den Parteien erst durch das Urteil mitgeteilt (vgl. Art.  32 Abs. 4 VGR)". 
Davon  abzuweichen  gibt  es  in  casu  umso  weniger  Anlass,  als  "die 
Bekanntgabe  insbesondere  aller  zukünftiger  Verfahren  mit  der 
Kombination  eines  bestimmten  Richters  und  eines  bestimmten 
Rechtsvertreters unverhältnismässigen administrativen Aufwand – und 
besonders bei Rechtsmitteln mit sehr kurzen Behandlungsfristen (...) – 
eine  Verzögerung  und  Störung  des  Geschäftsgang  zur  Folge  hätte" 
(Schreiben vom 1. Juli  2010 der  Abteilungspräsidenten IV und V an 
Rechtsanwalt  Gabriel  Püntener).  Dieser  liess  sich  indessen  auch 
durch dieses Schreiben nicht davon abhalten, schon wenige Wochen 
danach in seiner Eingabe vom 25. August 2010 erneut ein Gesuch um 
vorgängige  Bekanntgabe  des  Spruchgremiums  sowie  des  Gerichts-
schreibers zu stellen. Insoweit  bestätigt er den "deutlichen" Eindruck 
der Abteilungspräsidenten IV und V, es gehe ihm darum, "die richter-
liche  Entscheidfindung  zu  stören,  Verfahrensverzögerungen  zu  be-
wirken  oder  ihm  nicht  genehme  Richterinnen  und  Richter  aus  den 
Spruchkörpern seiner Rechtsmittelverfahren zu verbannen" (Schreiben 
vom 1. Juli 2010 der Abteilungspräsidenten IV und V an Rechtsanwalt 
Gabriel Püntener). Bei dieser Ausgangslage erscheint es verfehlt, dem 
obgenannten  Gesuch  ausnahmsweise  stattzugeben,  zumal  in  casu 
auch  keine  besonderen  Gründe  zugunsten  einer  vorgängigen 
Bekanntgabe des Spruchgremiums ins  Feld geführt  werden können; 
es ist demnach abzuweisen.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

7.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  ins-
gesamt Fr. 1'200.-- festzusetzen (Art. 1 - 3  des Reglements über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 
21. Februar 2008 [VGKE]).

Seite 11

D-6066/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  mittels  beiliegendem  Einzahlungsschein 
innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse 
zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N   (per 
Kurier; in Kopie)

- (die zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

Seite 12