# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10877d69-de70-5101-ad7a-7e70a2d21eca
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-10
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 10.12.2014 603 2014 123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_603-2014-123_2014-12-10.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

603 2014 123

Urteil vom 10. Dezember 2014 

III. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Gabrielle Multone
Richter: Josef Hayoz, Johannes Frölicher
Gerichtsschreiberin-Praktikantin: Jana Kausche

Parteien A.________, Beschwerdeführerin

gegen

KOMMISSION FÜR ADMINISTRATIVMASSNAHMEN IM STRASSEN-
VERKEHR, Vorinstanz

Gegenstand Strassenverkehr und Transportwesen

Entzug des Führerausweises auf Probe, Verlängerung der Probezeit

Beschwerde vom 13. Juni 2014 gegen den Entscheid der Kommission für 
Administrativmassnahmen im Strassenverkehr vom 28. Mai 2014

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. A.________, geboren im Jahr 1966, ist seit dem 12. Januar 2012 im Besitz des 
Führerausweises auf Probe für Personenwagen (Kategorie B). Am Dienstag, 1. April 2014, um 
12.38 Uhr, lenkte sie einen Personenwagen auf der B.________ herkommend in Fahrtrichtung 
C.________. Dabei kam es auf einem Fussgängerstreifen zu einer Kollision zwischen ihrem 
Fahrzeug und dem Fussgänger D.________, der von rechts her die Strasse überqueren wollte. 
Der Fussgänger erlitt eine offene Beinfraktur.

B. Wegen dieses Vorfalls entzog die Kommission für Administrativmassnahmen im Strassen-
verkehr (nachfolgend: KAM) A.________ mit Verfügung vom 28. Mai 2014 den Führerausweis für 
die Dauer von sechs Monaten und verlängerte die Probezeit des ihr auf Probe ausgestellten 
Führerausweises für die Dauer eines Jahres. Sie qualifizierte das Verhalten von A.________ als 
schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften und berücksichtige nebstdem, 
dass ihr der Lernfahrausweis mit Verfügung vom 13. Oktober 2011 wegen einer mittelschweren 
Widerhandlung für einen Monat entzogen werden musste.

C. Gegen die Verfügung der KAM vom 28. Mai 2014 erhob A.________ mit Eingabe vom 
12. Juni 2014 Beschwerde bei der verwaltungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts und 
beantragte eine erneute Beurteilung der Sache.

Die KAM liess sich mit Eingabe vom 22. Juli 2014 vernehmen und die Abweisung der Beschwerde 
beantragen. A.________ reichte am 2. August 2014 unaufgefordert eine Ergänzungsschrift ein.

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird in den nachfolgenden Erwägungen eingetreten.

D. Mit Strafbefehl vom 7. Oktober 2014 sprach die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Re-
gion Bern-Mittelland, A.________ schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln und sprach 
eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je 90 Franken aus. Der Vollzug dieser Strafe wurde 
aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Überdies wurde A.________ zu 
einer Verbindungsbusse von 300 Franken verurteilt. 

Erwägungen

1. Das Kantonsgericht prüft seine Zuständigkeit zur Beurteilung der Beschwerde von Amtes 
wegen (Art. 16 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 
SGF 150.1]). Seine sachliche und funktionale Zuständigkeit ist gestützt auf Art. 114 Abs. 2 lit. a 
VRG in Verbindung mit Art. 12 des Gesetzes vom 12. November 1981 zur Ausführung der Bun-
desgesetzgebung über den Strassenverkehr (AGSVG; SGF 781.1) gegeben. Die Beschwerde-
führerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 76 VRG). Die Fristen zur Einreichung 
der Beschwerde (Art. 79 VRG) und zur Leistung des Kostenvorschusses wurden gewahrt. Die Be-
schwerde erfüllt inhaltlich sowie formal gerade noch knapp die gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 
80 f. VRG). Folglich ist darauf einzutreten. 

2. Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung des Rechts, einschliesslich der 
Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, gerügt sowie eine unrichtige und unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 77 Abs. 1 
lit. a und b VRG). Die Unangemessenheit kann vor dem Kantonsgericht nur gerügt werden, wenn 

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die Angelegenheit das Gebiet der öffentlichen Abgaben oder der Sozialversicherungen betrifft oder 
sie der Beschwerde an eine zur Überprüfung dieser Rüge befugte Behörde unterliegt oder ein Ge-
setz diesen Beschwerdegrund ausdrücklich vorsieht (Art. 78 Abs. 2 lit. a bis c VRG). Solange die 
Vorinstanz ihr Ermessen pflichtgemäss ausübt, ist es dem Gericht verwehrt, sein eigenes Ermes-
sen anstelle der Vorinstanz zu setzen (vgl. BVR 2012 S. 193 E. 1.2 S. 195). Das Gericht wendet 
das Recht von Amtes wegen an und prüft von Amtes wegen oder auf Antrag die Gültigkeit der auf 
den Einzelfall anwendbaren Vorschriften (Art. 10 Abs. 1 und 2 VRG).

3. a) Nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren 
nach dem Bundesgesetz vom 24. Juni 1970 über Ordnungsbussen im Strassenverkehr (OBG; SR 
741.03) ausgeschlossen ist, was vorliegend der Fall ist, wird der Lernfahr- oder Führerausweis 
entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen (Art. 16 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 
Strassenverkehr vom 19. Dezember 1958 [SVG; SR 741.01]). 

b) Die Beschwerdeführerin bestreitet den Grundsatz, dass gegen sie wegen des Ereignisses 
vom 1. April 2014 eine Administrativmassnahme angeordnet muss, nicht. Ihren Ausführungen ist 
zu entnehmen, dass sie die vorgenommene Qualifikation der Schwere der begangenen Verkehrs-
regelverletzung infrage stellt.

4. a) Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b 
SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer 
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und 
ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Wider-
handlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer 
hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung von Verkehrsregeln 
grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf 
genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Diese Warnungsmass-
nahmen werden durch eine vierte Kategorie ergänzt: In besonders leichten Fällen wird auf jegliche 
Massnahme verzichtet (PHILIPPE WEISSENBERGER, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 
Bundesgerichtspraxis, 2011 Rz. 1 zu Vor Art. 16 ff. SVG). Die mittelschwere Widerhandlung nach 
Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht alle privilegie-
renden Elemente einer leichten Widerhandlung und nicht alle qualifizierenden Elemente einer 
schweren Widerhandlung gegeben sind (BGE 135 II 138 E. 2.2.2 S. 141).

b) Eine Verkehrsgefährdung liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer Person entweder 
konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der Administrativmassnahmen wird 
dabei zwischen der einfachen und der erhöhten abstrakten Gefährdung unterschieden. Erstere 
zieht keine Administrativmassnahmen nach sich (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall 
ist jedoch nur dann auszugehen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hät-
ten betroffen werden können. Führte dieses hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts oder 
einer konkreten beziehungsweise einer erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen Integri-
tät, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (RENÉ SCHAFFHAUSER, Die neuen 
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in Jahrbuch zum Strassenverkehrs-
recht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Innerhalb der erhöhten abstrakten Gefährdung ist 
auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten 
Gefährdung oder Verletzung liegt, umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. BGE 
118 IV 285 E. 3a S. 288 f.). Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich 
daherkommenden Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer Körper-
verletzung oder gar Tötung bestand (JÜRG BOLL, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 
12). Der Gefährdung der Sicherheit kommt durch die seit dem 1. Januar 2005 geltenden Art. 16a 

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bis 16c SVG eine wesentliche und eigenständige Bedeutung zu. Der Gesetzgeber hat bewusst 
dem Gesichtspunkt der Verkehrsgefährdung ein höheres Gewicht beigemessen.

5. a) Dem Strafbefehl ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin D.________ den Vortritt 
auf dem Fussgängerstreifen verweigerte und dadurch die Sicherheit dieses Fussgängers konkret 
gefährdete. Dadurch habe sie unter anderem Art. 33 Abs. 2 SVG und Art. 6 Abs. 1 der Ver-
kehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) verletzt, weshalb sie gestützt 
auf Art. 90 Abs. 2 SVG zu verurteilen sei. 

b) Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG hat der Lenker sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen, 
dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss seine Aufmerksamkeit der Strasse 
und dem Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 VRV). Das Mass der Sorgfalt, das vom Fahrer verlangt 
wird, richtet sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen 
Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 1C_327/2012 
vom 27. Februar 2013 E. 2.1). Nach Art. 33 Abs. 2 SVG hat der Fahrzeugführer vor Fussgänger-
streifen besonders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den 
Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriffe sind, ihn zu betreten. 
Art. 6 VRV konkretisiert, dass vor Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung der Fahrzeugführer 
jedem Fussgänger oder Benützer eines fahrzeugähnlichen Gerätes, der sich bereits auf dem 
Streifen befindet oder davor wartet und ersichtlich die Fahrbahn überqueren will, den Vortritt ge-
währen muss (Abs. 1). Er muss die Geschwindigkeit rechtzeitig mässigen und nötigenfalls anhal-
ten, damit er dieser Pflicht nachkommen kann (Abs. 2). Schliesslich bestimmt Art. 90 Abs. 2 SVG, 
dass mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Ver-
letzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf 
nimmt. Bei diesen Bestimmungen handelt es sich um grundlegende Verkehrsregeln, deren Miss-
achtung regelmässig zu schweren Unfällen führt (BGE 1C_327/2012 vom 27. Februar 2013 E. 
2.1).

c) aa) Dem Unfallaufnahmeprotokoll der Kantonspolizei Bern ist zu entnehmen, dass sich 
der Unfall auf einer geraden Strecke (Hauptstrasse) bei einem Migros-Geschäft ereignete. Es habe 
reger Verkehr geherrscht. Das Wetter sei schön, die Strasse trocken und die Sicht nicht beein-
trächtigt gewesen. 

bb) Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass ihr die Örtlichkeiten bekannt seien und sie mit ange-
messener Geschwindigkeit gefahren sei. Sie habe auf dem Fussgängerstreifen sofort angehalten, 
als der Fussgänger auf ihr Auto zugelaufen sei. Dieser sei in die rechte Seite ihres Fahrzeugs ge-
laufen und gestürzt. Sie hätte ihn nicht frontal angefahren. Auch hätte sie die anderen Fussgänger 
auf der rechten und linken Strassenseite sowie den vorausfahrenden Verkehr beachtet. Sie sei in 
erhöhter Aufmerksamkeit und stets in Bremsbereitschaft gewesen. Der Fussgänger müsse sich 
schnell dem Fussgängerstreifen genähert haben. D.________ habe der Polizei gegenüber erklärt, 
dass er ihr Auto gesehen habe. Daraus schliesse sie, dass er versucht habe, den Vortritt zu 
erzwingen mit dem Risiko, angefahren zu werden. Weiter berufe sie sich auf Art. 49 Abs. 2 SVG, 
wonach die Fussgänger die Fahrbahn vorsichtig und auf dem kürzesten Weg zu überschreiten 
haben, nach Möglichkeit auf einem Fussgängerstreifen, und den Vortritt auf diesem Streifen ha-
ben, ihn aber nicht überraschend betreten dürfen. 

cc) Nach Auffassung der KAM steht die Aussage der Beschwerdeführerin, sie habe sofort ange-
halten, als der Fussgänger auf ihr Auto zulief, in krassem Widerspruch zu ihren Angaben im Un-
fallaufnahmeprotokoll vom 1. April 2014. Damals habe sie erklärt, dass sie den Fussgänger bis 
kurz vor dem Aufprall nicht gesehen habe. Weiter führt die KAM aus, dass der Fussgänger ausge-
sagt habe, er hätte das Fahrzeug der Beschwerdeführerin gesehen und darauf vertraut hat, dass 
diese ihre Fahrt verlangsamen würde. Aufgrund der gegebenen Verhältnisse, so die KAM er-

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gänzend, hätte die Beschwerdeführerin den Fussgänger rechtzeitig bemerken müssen und ange-
messen reagieren können. Ebenfalls sei es nicht entscheidend, ob die Kollision frontal oder seitlich 
erfolgte. Aus den gesamten Umständen müsse angenommen werden, die Beschwerdeführerin 
habe dem Fussgängerstreifen keinerlei Beachtung geschenkt. Der rege Verkehr hätte die sie aber 
erst recht zu einer erhöhten Vorsicht und besonderen Aufmerksamkeit anhalten müssen. Insge-
samt könne geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin in hohem Mass unaufmerksam 
gewesen sei und damit ihre erhöhte Vorsichtspflicht verletzt habe. Dadurch habe sie elementare 
Sorgfaltsregeln in schwerer Weise missachtet.

dd) Der Fussgänger D.________ gab zu Protokoll, dass er in beide Strassenrichtungen geschaut 
habe. Dabei habe er ein blaues Auto gesehen, aber gedacht, dass es ihm noch reichen würde, die 
Strasse auf dem Fussgängerstreifen überqueren zu können. Er sei auch davon ausgegangen, 
dass die Fahrzeuglenkerin ihn sehen würde. Dann sei jedoch das Fahrzeug sehr schneller da 
gewesen, als er gedacht habe. Er habe nicht bemerkt, dass es zur Kollision kommen könnte. 
Plötzlich habe es einfach geknallt und er sei zu Boden gefallen. Er könne nicht sagen, ob er mit 
der Front oder der Seite des Fahrzeugs kollidierte; er habe wohl gerade noch einen Schritt ge-
macht, als das Fahrzeug auf seiner Höhe gewesen sei.

d) aa) Vorab ist festzustellen, dass die Verwaltungsbehörde und mithin auch das Kantons-
gericht an die tatsächlichen Feststellungen im Strafverfahren grundsätzlich gebunden sind. Nach 
ständiger Rechtsprechung darf die Behörde vom Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen 
feststellt und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sich die 
Erhebung zusätzlicher Beweise aufdrängt, wenn die Beweiswürdigung des Strafrichters eindeutig 
im Widerspruch zur Tatsachenlage stand oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf 
den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere jene nicht, welche die 
Verletzung von Verkehrsregeln betreffen (BGE 124 II 103 E. 1c/aa S. 106 f.). Die Verteidigungs-
rechte und allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten hat die Beschuldigte bereits im Strafverfahren 
wahrzunehmen, wenn sie weiss oder annehmen muss, dass gegen sie auch ein Führerausweis-
entzugsverfahren durchgeführt werden wird.

bb) Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen für ein Abweichen von den tatsächlichen Fest-
stellungen im Strafbefehl offensichtlich nicht erfüllt. Es ist somit davon auszugehen, dass die Be-
schwerdeführerin aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit die Kollision mit einem ordnungsgemäss 
den Fussgängerstreifen querenden Fussgänger verursacht hat. Daran kann nichts ändern, dass 
die genaue Kollisionsstelle auf dem Fussgängerstreifen nicht feststeht. Auch ist nicht ent-
scheidend, ob die Kollision frontal oder seitlich erfolgte. Selbst wenn die Kollision seitlich erfolgt 
sein sollte, vermöchte dies nichts daran zu ändern, dass sich der Fussgänger offensichtlich zeitlich 
vor dem Fahrzeug der Beschwerdeführerin auf dem Fussgängerstreifen befand und daher vor-
trittsberechtigt war (BGE 6B_835/2010 vom 16. November 2010 E. 2.4.2). 

e) Im Übrigen gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Fussgänger D.________ seinen 
Vortritt erzwingen wollte, indem er zu schnell den Fussgängerstreifen betrat. Aber selbst wenn ihm 
eine (Mit-)Schuld anzulasten wäre, was das Strafverfahren eben gerade nicht ergeben hat, würde 
dies am Schuldvorwurf an die Beschwerdeführerin nichts ändern, da es, gleich wie im Strafrecht, 
auch im Administrativverfahren keine Schuldkompensation gibt. Dies bedeutet, dass die einem 
Fahrzeuglenker anzulastende (pflichtwidrige) Verletzung der Sorgfalt durch ein allfälliges 
schuldhaftes Verhalten eines Dritten grundsätzlich weder beseitigt noch gemildert wird.

f) Nach dem Gesagten lässt sich zusammenfassend feststellen, dass die Beschwerdefüh-
rerin durch ihr Verhalten die eingangs erwähnten Verkehrsvorschriften missachtete. Zu prüfen ist, 
ob die Verkehrsregelverletzung als eine leichte, mittelschwere oder schwere Widerhandlung zu 
qualifizieren ist.

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6. a) Die KAM stufte die Kollision als schwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a 
SVG ein. Eine Begründung ist dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen. In ihrer Ver-
nehmlassung vom 22. Juli 2014 führte die KAM aus, dass die Beschwerdeführerin Verkehrsvor-
schriften in objektiv schwerwiegender Weise missachtet und die Verkehrssicherheit abstrakt und 
konkret gefährdet habe. Die Beschwerdeführerin sei in hohem Mass unaufmerksam gewesen und 
habe damit ihre erhöhte Vorsichtspflicht verletzt und in schwerer Weise missachtet. Ihr Fehlver-
halten sei deshalb als grobfahrlässig einzustufen und das Verschulden wiege demnach schwer.

b) Diesen Ausführungen ist zuzustimmen, umso mehr als auch der Strafrichter auf eine 
grobe Verletzung von Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG erkannte. Der Fussgänger 
D.________ erlitt einen offenen Beinbruch. Da die Strassenverkehrsgesetzgebung die körperliche 
Integrität und die Gesundheit anderer Personen schützt, genügt jede Gefährdung, welche eine 
Beeinträchtigung der Gesundheit nach sich ziehen kann. Mit ihrem Verhalten hatte die Beschwer-
deführerin eine konkrete Gefährdung geschaffen. Der Unfall ereignete sich innerorts in einer grös-
seren Ortschaft, auf einer Hauptstrasse sowie um die Mittagszeit auf der Höhe eines Migros-Ge-
schäftes. Zu dieser Zeit ist, wie die Kantonspolizei in ihrem Bericht aus festhielt, normaler Weise 
mit regem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Das musste die Beschwerdeführerin wissen, da sie 
die Örtlichkeiten kennt. Die geschilderte Verkehrssituation erforderte von ihr eine besondere Auf-
merksamkeit. Sie hatte nicht nur den Fahrzeugverkehr zu beachten, sondern im besonderem 
Masse den Fussgängerverkehr. Im Innerortsbereich ist immer damit zu rechnen, dass Fussgänger 
die Strasse überqueren wollen. Die Beschwerdeführerin ist offensichtlich ihren Sorgfaltspflichten 
nicht nachgekommen, ansonsten es nicht zum Zusammenstoss auf dem Fussgängerstreifen ge-
kommen wäre. Es ist ihr vorzuwerfen, den Fussgänger sorgfaltswidrig übersehen zu haben. Sie 
hat gegen die grundlegende Regel verstossen, vor Fussgängerstreifen erhöhte Vorsicht walten zu 
lassen und ihre Fahrweise der überblickbaren Strecke anzupassen, um gegebenenfalls rechtzeitig 
anhalten zu können. Damit hat sie die Sicherheit anderer Strassenbenützer ernstlich gefährdet, 
wobei ihr ein grosses Verschulden trifft. Wenn demnach die KAM objektiv und subjektiv von einer 
schweren Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ausging, lässt sich dieser 
Entscheid nicht beanstanden (vgl. BGE 1C_327/2012 vom 27. Februar 2013 E. 2.3).

7. a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind gemäss 
Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung 
der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die beruf-
liche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht un-
terschritten werden. 

b) Nach Art. 16c Abs. 2 SVG wird nach einer schweren Widerhandlung der Lernfahr- oder 
Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen (lit. a). Nach lit. b beträgt die Entzugsdauer 
mindestens sechs Monate, wenn in den vorangegangenen fünf Jahren der Ausweis einmal wegen 
einer mittelschweren Widerhandlung entzogen war. Wird dem Inhaber der Ausweis auf Probe we-
gen einer Widerhandlung entzogen, so wird die Probezeit um ein Jahr verlängert. Dauert der Ent-
zug über die Probezeit hinaus, so beginnt die Verlängerung mit der Rückgabe des Führeraus-
weises (Art. 15a Abs. 3 SVG).

c) Der Beschwerdeführerin wurde der Lernfahrausweis am 13. Oktober 2011 wegen einer 
mittelschweren Widerhandlung für die Dauer eines Monats entzogen. Der Vollzug dieser Mass-
nahme erfolgte vom 12. November bis zum 11. Dezember 2011. Innert der erwähnten Fünfjahres-
frist, nämlich am 1. April 2014, ereignete sich der hier zur Beurteilung vorliegende Vorfall. Infolge-
dessen ist der Beschwerdeführerin der Führerausweis für mindestens sechs Monate zu entziehen. 
Die von der KAM festgesetzte Dauer des Führerausweisentzugs entspricht der Mindestentzugs-
dauer gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG. Da das Gesetz eine Unterschreitung dieser Mindest-

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entzugsdauer ausschliesst (Art. 16 Abs. 3 SVG), können massnahmemindernde Umstände, wie 
ein berufliches Angewiesenheit auf den Führerausweis, eine Unterschreitung der Mindestentzugs-
dauer nicht rechtfertigen. Angesichts der zwingenden Natur der gesetzlichen Mindestentzugsdauer 
verbleibt der rechtsanwendenden Behörde auch kein Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie 
Überlegungen zur Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur Bes-
serung des Betroffenen anstellen könnte (vgl. BBl 1999 S. 4462 ff.). Daraus folgt, dass die Min-
destentzugsdauer selbst in Ausnahmesituationen nicht unterschritten werden darf. 

8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die KAM der Beschwerdeführerin den Führerausweis zu 
Recht wegen einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 
16c Abs. 1 lit. a SVG für sechs Monate entzogen hat. Ebenso wenig lässt sich die Verlängerung 
der Probezeit um ein Jahr beanstanden. Demnach ist die Beschwerde als unbegründet abzuwei-
sen. 

9. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Verfahrenskosten, die auf 600 Franken fest-
gesetzt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden, der Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 des Tarifs vom 17. Dezember 1991 der Ver-
fahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVj; SGF 150.12]).

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Der Entscheid der Kommission für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr vom 
28. Mai 2014 wird bestätigt.

II. Die dem Staat Freiburg geschuldeten Gerichtskosten von 600 Franken werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten ist innert 30 Tagen die 
Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides 
angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 10. Dezember 2014/jha

Präsidentin Gerichtsschreiberin-Praktikantin