# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77e2d1ee-cc0d-550e-8b10-7a65ba18dde2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 27.08.2013 A 2013 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2013-34_2013-08-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

A 13 34

4. Kammer 

bestehend aus

Vizepräsident Priuli als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Stecher 

und Präsident Meisser, Aktuarin ad hoc Blumenthal

URTEIL
vom 27. August 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführerin
gegen 

Stadt O.2._____, 
vertreten durch die Steuerverwaltung der Stadt O.2._____, 

Beschwerdegegnerin
und

Gemeinde O.1._____,

Beigeladene

betreffend Steuerpflicht

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1. A._____, geboren 1986, wuchs bei ihren Eltern in der Gemeinde 

O.1._____ auf. Sie ist seit September 2006 in O.2._____ als 

Wochenendaufenthalterin gemeldet, wo sie zusammen mit zwei 

Freundinnen in einer 4½-Zimmerwohnung wohnt. Seit August 2009 ist sie 

als Primarlehrerin in O.3._____ tätig.

2. Mit Verfügung vom 11. Februar 2013 nahm der Vorsteher der 

Steuerverwaltung der Stadt O.2._____ auf ihren Wochenaufenthaltsstatus 

in O.2._____ zufolge der Steuerpflicht in der Gemeinde O.1._____ Bezug 

und stellte fest, dass die Voraussetzungen dafür nach Bundesgerichts-

praxis, nach nicht berufsbedingter Miete einer Wohnung mit 

Aufenthaltsdauer von nunmehr sechs Jahren, nicht mehr erfüllt seien und 

betrachtete sie deshalb aufgrund persönlicher Zugehörigkeit ab dem 

1. Januar 2012 in O.2._____ als steuerpflichtig mit der weiteren 

Empfehlung, ihren Heimatschein in O.2._____ zu deponieren. Die 

dagegen von A._____, vertreten durch die B._____ AG, am 8. März 2013 

erhobene Einsprache wurde mit Entscheid des Vorstehers der 

städtischen Steuerverwaltung am 18. April 2013 mit gleichlautender 

Feststellung des Hauptsteuerdomizils ab 1. Januar 2012 in O.2._____ 

abgewiesen.

3. Hiergegen erhob A._____ am 17. Mai 2013 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss 

die Aufhebung des Einspracheentscheides und die Feststellung, dass sie 

in der Gemeinde O.1._____ steuerpflichtig sei. Zur Begründung führte sie 

aus, dass sich der Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen in O.1._____, wo 

sie an den Wochenenden zusammen mit ihrem Bruder und Vater in 

dessen Einfamilienhaus wohne, und nicht in O.2._____ befinde. Nachdem 

ihre Mutter verstorben sei, bestehe unter ihnen ein sehr enger 

Zusammenhalt. Überdies sei sie in O.1._____ in verschiedenen Vereinen 

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aktiv, während sie sich in O.2._____, wo sie sich, da sie eine Vollzeitstelle 

als Lehrerin in O.3._____ habe, lediglich während der Woche zu Wohn- 

und Arbeitszwecken und somit nicht aus beruflichen Gründen aufhalte, 

weder in politischer noch in sozialer Hinsicht engagiere. Dass sie in 

O.2._____ in einer Wohngemeinschaft mit zwei weiteren 

Wochenaufenthalterinnen lebe, beweise im Übrigen, dass eine Absicht 

des dauernden Aufenthaltes in O.2._____ ihrerseits fehle.

4. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. 

Zur Begründung führte sie aus, dass gemäss Praxis des Bundesgerichtes 

der Umstand, dass eine unverheiratete steuerpflichtige Person vom Ort 

aus, wo sie einer unselbständigen Tätigkeit nachgehe, die natürliche 

Vermutung begründe, dass sie dort ihren Hauptsteuerdomizil habe. 

Demnach würde sich der Steuersitz der Beschwerdeführerin in O.2._____ 

befinden. Diese Vermutung lasse sich nur entkräften, wenn sie 

regelmässig, mindestens einmal pro Woche an den Ort zurückehre, wo 

ihre Familie lebe, mit welcher sie besonders eng verbunden sei und wo 

sie noch andere persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflege. 

Die 27-jährige Beschwerdeführerin sei seit dem 1. September 2006 in 

O.2._____ Wochenaufenthalterin, was nicht mehr als vorübergehend 

gewertet werden könne, sondern auf die Absicht des dauernden 

Verbleibens im steuerrechtlichen Sinne hinweise. Sie arbeite überdies seit 

2009 als Lehrerin in O.3._____ und wohne in einer selbstmöblierten 4½-

Zimmerwohnung mit zwei Freundinnen, mit welchen sie offenbar ihre 

Freizeit verbringen möchte, in O.2._____ zusammen, könne aber weder 

eine regelmässige Rückkehr nach O.1._____ noch besonders enge 

persönliche und gesellschaftliche Beziehungen zu O.1._____ 

nachweisen. Denn das Bestätigungsschreiben ihres Vaters sei kurz und 

lasse offen, ob sie wirklich jedes Wochenende nach O.1._____ 

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zurückkehre. Der Präsident des Fussballclubs in O.1._____ bestätige 

wohl, dass sie seit dem 30. Juni 2010 im Vereinsvorstand als Aktuarin 

tätig sei, einen zeitlichen Aufwand oder eine Anzahl Sitzungen gebe er 

aber nicht an. So bestätige zwar auch der Präsident des Tennisclubs 

O.1._____, dass sie Mitglied sei und dass sie in der Interclubmannschaft 

spiele, Abklärungen beim TC O.2._____ hätten aber ergeben, dass die 

Interclub-Saison lediglich sechs bis acht Wochen dauere. Demnach seien 

einige Indizien für soziale Beziehungen in O.1._____ zwar gegeben, 

welche jedoch weder aussergewöhnlich noch besonders eng seien, 

weshalb die oben erwähnte natürliche Vermutung zur Anwendung 

komme. 

5. Trotz Aufforderungen reichten weder die beigeladene Gemeinde 

O.1._____ eine Vernehmlassung noch A._____ eine Replik ein.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist der Einspracheentscheid 

des Vorstehers der Steuerverwaltung der Stadt O.2._____ vom 18. April 

2013 betreffend Feststellung des Hauptsteuerdomizils. Streitig und zu 

prüfen ist nachfolgend die Frage, ob der Wochenaufenthalterstatus der 

Beschwerdeführerin zu Recht nicht anerkannt und sie deshalb in 

O.2._____ für vollumfänglich steuerpflichtig erklärt wurde.

2. a) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

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im interkantonalen und verwaltungsgerichtlicher Praxis im 

interkommunalen Verhältnis (vgl. die Urteile des Verwaltungsgerichts A 

11 2 vom 1. März 2011, A 11 29 vom 22. November 2011 sowie A 12 34 

vom 28. August 2012) ist der steuerrechtliche Wohnsitz 

(Hauptsteuerdomizil) einer unselbständig erwerbenden Person derjenige 

Ort, wo sich die betreffende Person mit der Absicht dauernden 

Verbleibens aufhält bzw. wo sich faktisch der Mittelpunkt ihrer 

Lebensinteressen befindet (vgl. auch Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und 

Gemeinden [StHG; SR 642.14], Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] und Art. 23 Abs. 1 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]). 

b) Wenn sich eine steuerpflichtige Person abwechslungsweise an zwei oder 

mehreren Orten aufhält, ist für die Bestimmung des steuerrechtlichen 

Wohnsitzes, aufgrund der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände 

des Einzelfalls, aus denen sich die Interessen erkennen lassen, zu 

beurteilen, zu welchem Ort sie die stärkeren Beziehungen unterhält. Bei 

unselbständig erwerbenden, ledigen steuerpflichtigen Personen ist das 

gewöhnlich der Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt 

nehmen, um von dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen, ist doch der 

Zweck des Lebensunterhalts dauernder Natur. Bei verheirateten 

Personen werden hingegen die persönlichen und familiären Kontakte zum 

Ort, wo sich ihre Familie aufhält, als stärker erachtet als diejenigen zum 

Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung unselbständig erwerbstätig 

sind und täglich oder an den Wochenenden regelmässig an den 

Familienort zurückkehren (Urteile des Bundesgerichts 2C_397/2010 vom 

6. Dezember 2010 E.2.2 mit Hinweisen, 2C_178/2011 vom 2. November 

2011 E.2.2, 2C_518/2011 vom 1. Februar 2012 E.2.1, 2C_26/2012 vom 

8. Mai 2012 E.3.1, BGE 132 I 29 E.4.2 und E.4.3). 

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c) Dieser Grundsatz, wonach die Beziehung zum Familienort als stärker 

erachtet werden kann, findet auch auf ledige, steuerpflichtige Personen 

Anwendung, betrachtet die Rechtsprechung doch auch die Eltern und die 

Geschwister als Familie. Allerdings werden die Kriterien, nach denen das 

Bundesgericht entscheidet, wann anstelle des Arbeitsorts der 

Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann 

besonders streng gehandhabt; dies folgt aus der Erfahrung, dass die 

Bindung zur elterlichen Familie regelmässig lockerer ist als diejenige 

unter Ehegatten. Deshalb ist bei ledigen steuerpflichtigen Personen 

vermehrt noch als bei verheirateten Personen zu berücksichtigen, ob 

weitere als nur familiäre Beziehungen zum einen oder anderen Ort ein 

Übergewicht begründen. Das Bundesgericht trägt nämlich dem faktischen 

Umstand Rechnung, dass sich mit zunehmender Dauer des Aufenthalts 

am Arbeitsort die Bindungen zur Familie in der Regel lockern, während 

sie sich zum Arbeitsort verdichten. Dies kann namentlich dann zutreffen, 

wenn sie sich am Arbeitsort eine eigene Wohnung eingerichtet haben 

oder über einen besonderen Freundes- und Bekanntenkreis verfügen. 

Des Weiteren geht die bundesgerichtliche Praxis davon aus, dass die 

Beziehungen der steuerpflichtigen Personen zur elterlichen Familie 

regelmässig nicht mehr so stark sind, wenn sie das 30. Altersjahr 

überschritten hat, oder aber sich seit mehr als fünf Jahren 

ununterbrochen am selben Arbeitsort aufhält. Die ständige regelmässige 

Rückkehr an den elterlichen Wohnort vermag deshalb nach einer 

bestimmten Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort das Steuerdomizil am 

Ort der Familienniederlassung nicht mehr ohne Weiteres zu begründen, 

wenn nicht weitere Umstände schlüssig darauf hinweisen, dass die 

Beziehungen der steuerpflichtigen Personen zum Familienort diejenigen 

zum Arbeitsort überwiegen (Urteile des Bundesgerichts 2C_397/2010 

vom 6. Dezember 2010 E. 2.2, mit Hinweisen und 2C_178/2011 vom 2. 

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November 2011 E. 2.2; vgl. auch PETER LOCHER, Einführung in das 

interkantonale Steuerrecht, 3. Aufl. 2009, S. 28 ff.). 

d) In Bezug auf die Beweisführung begründet somit der Umstand, dass eine 

unverheiratete steuerpflichtige Person vom Ort aus, wo sie sich während 

der Woche aufhält und einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgeht, 

eine natürliche Vermutung, dass sie dort ihren Lebensmittelpunkt und – 

als rechtliche Folge davon – ihr Hauptsteuerdomizil hat. Damit beruht die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung grundsätzlich auf dem 

Arbeitsortprinzip (MARTIN ARNOLD, Der steuerrechtliche Wohnsitz 

natürlicher Personen im interkantonalen Verhältnis in ASA 68 S. 455). 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin greift hier diese 

Vermutung allerdings nicht, da vorliegend der Wohnort O.2._____ nicht 

zugleich auch der Arbeitsort ist. Ledige Steuerpflichtige, die täglich vom 

Arbeitsort an einen anderen Wohnort zurückkehren (pendeln), um dort zu 

übernachten, haben ihr Steuerdomizil nämlich am Familien- bzw. Wohnort 

(MARTIN ARNOLD, a.a.O., S. 478). Da sich die Beschwerdeführerin nun 

aber abwechslungsweise sowohl an ihrem Familienort O.1._____ als 

auch an ihrem Wohnort O.2._____ aufhält, gilt es entsprechend der 

vorstehend zitierten Bundesgerichtspraxis für die Bestimmung des 

steuerrechtlichen Wohnsitzes zu prüfen, zu welchem dieser 

Aufenthaltsorte die Beschwerdeführerin die stärkeren, überwiegenderen 

Beziehungen unterhält.

3. a) Diesbezüglich können die den Steuerwohnsitz konstituierenden Elemente 

im Einzelfall mehr oder weniger ausgeprägt vorhanden sein, weshalb 

auch dem Entscheid über die Feststellung des Wohnsitzes an einem 

bestimmten Ort eine Gewichtung aller relevanten objektiven, äusseren 

Umstände zugrunde liegt. Bei der Prüfung, ob die Sachverhaltselemente 

erfüllt sind, gilt die freie Beweiswürdigung. Ist eine rechtserhebliche 

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Tatsache nach der Beweiswürdigung nicht erwiesen, greifen die 

Beweislastregeln ein. Sie bestimmen, zu wessen Nachteil im Falle der 

Beweislosigkeit zu entscheiden ist. Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass 

für steuerbegründende Tatsachen die Steuerbehörde, für 

steuermindernde oder –aufhebende Tatsachen die steuerpflichtige 

Person die Beweislast trägt. Die das Steuerdomizil beeinflussenden 

Umstände sind als steuerbegründende Tatsachen somit grundsätzlich 

von der Gemeinde nachzuweisen. Dabei trifft die steuerpflichtige Person, 

die geltend macht, ihr Steuerwohnsitz liege am Wochenendort, aber bei 

der Feststellung der hierfür sprechenden Umstände (vor allem der 

regelmässigen Rückkehr und der dort gepflegten Beziehungen) eine 

Mitwirkungspflicht. Im Rahmen dieser Mitwirkungspflicht ist sie dazu 

verpflichtet, die für einen Nachweis nötigen Informationen und 

Aufschlüsse zu erteilen. Gelingt ihr hierbei die Glaubhaftmachung 
solcher familiärer und gesellschaftlicher Beziehungen am Ort, wo die 

Familie wohnt, obliegt es der Gemeinde des Wohnortes oder Arbeitsortes 

nachzuweisen, dass die steuerpflichtige Person gewichtige wirtschaftliche 

und allenfalls persönliche Beziehungen zu diesem Ort unterhält (MARTIN 

ARNOLD, a.a.O., S. 462 ff.; ASA 63, S.842; Urteil des Bundesgerichts 

2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010, E.2.3; 2C_178/2011 vom 2. 

November 2011, E.2.3). 

b) Vorliegend erachtet das Gericht die Angaben der Beschwerdeführerin der 

von ihr vorgebrachten relevanten, äusseren Gesamtumstände unter 

sorgfältiger Berücksichtigung und Gewichtung sämtlicher Familien-, 

Berufs- und Lebensumstände als durchaus glaubhaft. So sind für die 

Anerkennung des Steuerdomizils am Wochenendort folgende Umstände 

anzuführen: Die erst 27-jährige Beschwerdeführerin ist bei ihren Eltern in 

O.1._____ aufgewachsen, wo sie auch ihre Kindheit und Jugend 

verbracht hat. Nach wie vor hat sie im Einfamilienhaus ihres Vaters ein 

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eigenes Zimmer. Die somit seither und noch immer vorhandene familiäre 

Verbundenheit zu O.1._____ hat sich allem Anschein nach, nach dem 

Ableben der Mutter sogar noch intensiviert. Trotz fehlender 

Quantifizierung im Bestätigungsschreiben des Vaters bezüglich der 

Anwesenheit im Einfamilienhaus, lässt diese intensive familiäre 

Beziehung jedoch auf eine sowohl jahrelange, als auch jetzt noch 

erfolgende regelmässige Rückkehr an den Familienort schliessen. Zudem 

wird die Verbundenheit zu O.1._____ durch die persönlichen und 

gesellschaftlichen Beziehungen, sei es die Mitgliedschaft im Tennisclub 

resp. generell die Freizeitaktivität Tennis – welcher nicht nur in der 

Interclub Saison gefrönt werden kann – oder die aktive 

Vereinsmitgliedschaft im Fussballclub verdeutlicht und damit auch 

aufgezeigt, dass nebst der familiären Beziehung auch noch weitere 

Umstände schlüssig auf die Verbundenheit zu ihrem Wochenendort 

O.1._____ hinweisen und somit die Beziehung zum Wohnort O.2._____ 

überwiegen lassen. Denn allein die Tatsache, dass sich die noch nicht 30-

jährige Beschwerdeführerin nun schon seit sieben Jahren in O.2._____ 

aufhält, weist denn auch vorliegend nicht sofort auf eine besondere 

Beziehung bzw. auf eine Absicht des dauernden Verbleibens hin. Denn 

obwohl die bundesgerichtliche Praxis davon ausgeht, dass die 

Beziehungen der steuerpflichtigen Personen zur elterlichen Familie 

regelmässig nicht mehr so stark sind, wenn sie sich seit mehr als fünf 

Jahren ununterbrochen am selben Ort aufhält, sind stets die Umstände 

des Einzelfalls zu berücksichtigen und keine schematischen und isolierten 

Betrachtungen vorzunehmen. Vorliegend sehen die Berufs- und 

Lebensumstände der Beschwerdeführerin so aus, dass sie zwar in einer 

eigenen Wohnung in O.2._____ wohnt, jedoch in einer 

Wohngemeinschaft mit zwei Freundinnen und nicht beispielsweise in 

einem Konkubinatsverhältnis – womit gerade die Absicht  eines 

dauernden Verbleibens in dieser Konstellation fehlt. Da sich ihr Arbeitsort 

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in der Gemeinde O.3._____ – welche sich bislang in steuerrechtlicher 

Hinsicht aber nicht gemeldet hat – befindet, wo sie sich von der 

allgemeinen Lebenserfahrung ausgehend, bereits zeitlich insgesamt 

länger aufhält und konsequenterweise mehr Beziehungen pflegt als in 

O.2._____, verbleibt für O.2._____ eigentlich nur der Nachtaufenthalt 

während den Arbeitstagen. 

c) Werden zusammenfassend die vorstehend genannten Familien-, Berufs- 

und Lebensumstände gewürdigt, sind von der Beschwerdeführerin 

genügend Anhaltspunkte für den Wochenendort O.1._____ glaubhaft 

gemacht worden, womit es der Beschwerdegegnerin, da 

besteuerungsbeanspruchende Gemeinde, oblegen hätte, nachzuweisen, 

dass die Beschwerdeführerin zu ihrem Wohnort O.2._____ Beziehungen 

pflegt, die diejenigen zum Wochenendort überwiegen lassen. Ein solcher 

Beweis ist der Beschwerdegegnerin aber wie bereits vorstehend 

aufgezeigt wurde, nicht geglückt. Insgesamt ist demnach festzuhalten, 

dass die Beziehung zum Wochenendort O.1._____ aufgrund der 

regelmässigen, wöchentlichen Rückkehr, der engen familiären 

Beziehung, aktiver Vereinsmitgliedschaft und Freizeitaktivitäten bisher 

und auch noch heute gegenüber der Beziehung zum Wohnort O.2._____, 

welche vorwiegend im Nächtigen während den Arbeitstagen 

auszumachen ist, stärker sind und deshalb überwiegen. Infolgedessen 

hat die Beschwerdeführerin in der Gemeinde O.1._____ ihren faktischen 

Lebensmittelpunkt und als rechtliche Folge davon ihr Hauptsteuerdomizil, 

womit die Beschwerdegegnerin den Wochenaufenthalterstatus der 

Beschwerdeführerin in O.2._____ zu Unrecht nicht anerkannt hat. Wie 

lange das noch so bleiben wird, wird die Zukunft weisen, wenn sich an 

der Situation der Beschwerdeführerin entweder beruflich, familiär oder 

persönlich etwas ändern wird.

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4. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid samt der diesem zugrunde liegenden Verfügung 

aufzuheben, womit sich das Hauptsteuerdomizil der Beschwerdeführerin 

weiterhin in der Gemeinde O.1._____ befindet. Bei diesem Ausgang 

gehen die Verfahrenskosten gemäss Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG) zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

Da die Beschwerdeführerin nicht anwaltlich vertreten ist, steht ihr 

praxisgemäss kein Anspruch auf Parteientschädigung zu (Art. 78 Abs. 1 

VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid samt der diesem zugrunde liegenden Verfügung 

aufgehoben.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘200.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 257.--

zusammen Fr. 1‘457.--

gehen zu Lasten der Stadt O.2._____ und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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