# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d08e0bac-94ab-58ed-81a3-fbc64c0b0b1e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.12.2010 IV 2009/87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-87_2010-12-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/87

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.01.2020

Entscheiddatum: 17.12.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 17.12.2010
Art. 28 IVG: Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Gutachten 
aussagekräftig. Mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrads besteht kein 
Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 17. Dezember 2010, IV 2009/87).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Miriam 

Lendfers und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 17. Dezember 2010

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch MLaw Nathalie Zurbriggen, c/o Rechtsanwalt Michael B. Graf, 

St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.  

A.a B.___ meldete sich am 12. Februar 2008 zum Bezug von Rentenleistungen an. In 

der Anmeldung brachte er vor, an einem beidseitigen Tinnitus, einem Burnout-

Syndrom, drei "Menière-Attacken" (2005, 2006, 2007) sowie an einer 

Quecksilberunverträglichkeit zu leiden (act. G 5.1).

A.b Am 18. und 20. August 2008 wurde der Versicherte in der MEDAS Ostschweiz 

polydisziplinär (internistisch-psychiatrisch) begutachtet. Die Experten stellten im 

Gutachten vom 2. Oktober 2008 folgende Diagnosen mit Einschränkung der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit: Schwindel unklarer Genese seit 2005 (DD persistierender 

phobischer Schwankschwindel nach wahrscheinlich organisch bedingtem 

Drehschwindel) sowie ein Lungeninfiltrat Mittellappen rechts. Ohne wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünden eine undifferenzierte 

Somatisierungsstörung, ein persistierender Tinnitus mit Einschlafstörung, eine 

vordiagnostizierte hypertrophe AC-Arthrose links sowie ein Status nach 

Amalgamplombenersatz und mehreren Ausleitungsbehandlungen. Aus psychiatrischer 

Sicht sei der Versicherte sowohl für die angestammte Lehrtätigkeit wie auch für 

sämtliche andere Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig. Auch aus somatischer Sicht könne 

keine relevante Arbeitsunfähigkeit objektiviert werden. Allerdings bestehe bis zur 

Remission des interkurrenten (Ende Juli 2008 aufgetretenen, act. G 5.55-18) 

Lungeninfiltrats eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte sowie für andere 

Tätigkeiten (act. G 5.55).

A.c Der behandelnde Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, berichtete am 

21. November 2008 (Datum Posteingang bei der IV-Stelle), dass die Lungenerkrankung 

seit ungefähr drei bis vier Wochen ausgeheilt sei (act. G 5.60).

A.d Im Vorbescheid vom 10. Dezember 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen. Zur Begründung führte sie aus, dass er 

in der angestammten sowie in einer leidensangepassten Tätigkeit über eine 100%ige 

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Arbeitsfähigkeit verfüge und von einem Invaliditätsgrad von 0% auszugehen sei (act. 

G 5.63).

A.e Dagegen erhob der Versicherte am 27. Januar 2009 Einwand. Er beantragte die 

Ausrichtung einer IV-Rente und die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen. 

Den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens stellte er in Frage (act. G 5.69).

A.f Nachdem der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle zu den medizinischen 

Einwänden des Versicherten Stellung genommen hatte (Stellungnahme vom 3. Februar 

2009, act. G 5.70), verfügte die IV-Stelle am 3. Februar 2009 entsprechend dem 

Vorbescheid vom 10. Dezember 2008 (act. G 5.71).

B.  

B.a Gegen die Verfügung vom 3. Februar 2009 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 9. März 2009. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge die Ausrichtung einer "vollen" Invalidenrente. Eventualiter seien 

weitere medizinische Abklärungen durchzuführen. Er führt aus, dass er zurzeit im 

Betrieb seines Schwagers bei einem monatlichen Bruttolohn "von gut" Fr. 1'000.-- 

arbeite. Diese Stelle ermögliche ihm eine flexible Arbeitszeitgestaltung. Gegen die 

gutachterliche Beurteilung wendet er ein, dass darin die Quecksilberunverträglichkeit 

und eine durch Blei verursachte Vergiftung nicht geprüft worden seien. Diese seien 

ärztlicherseits ausgewiesen. Ferner seien zahlreiche Symptome sowie die 

medizinischen Vorakten nicht genügend berücksichtigt worden. Eingehende 

toxikologische Untersuchungen seien zu Unrecht unterblieben. Bei der Bestimmung 

des Invalideneinkommens sei von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen und ein 

Leidensabzug von 25% vorzunehmen. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 70% 

(act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 22. April 2009 

die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass der schlüssigen 

gut-achterlichen Beurteilung voller Beweiswert zukomme. Insbesondere hätten die 

Gutachter sowohl die Quecksilberunverträglichkeit wie auch eine mögliche 

Bleivergiftung abgeklärt. Gemäss gutachterlicher Einschätzung verfüge der 

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Beschwerdeführer für die angestammte Lehrtätigkeit über eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit. Er erleide daher keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse und habe 

keinen Anspruch auf Rentenleistungen (act. G 5).

B.c In der Replik vom 26. Mai 2009 hält der Beschwerdeführer unverändert an den 

gestellten Anträgen fest und wiederholt im Wesentlichen die Rügen gegen die MEDAS-

Begutachtung und den von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen 

Einkommensvergleich (act. G 8). Ergänzend reicht er weitere ärztliche Zeugnisse der 

behandelnden Ärzte ein (act. G 8.1 f.).

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10).

B.e Mit Eingabe vom 24. August 2010 reicht der Beschwerdeführer einen "ärztlichen 

Befundbericht" von Prof. Dr. C.___, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (act. 

G 13.1 ff.), sowie ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. A.___ vom 2. August 2010 ein 

(act. G 13.5). Prof. Dr. C.___ habe einen Morbus Menière links und einen Verdacht auf 

Morbus Menière rechts diagnostiziert. Des Weiteren weist der Beschwerdeführer 

darauf hin, dass er nach wie vor stark an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leide 

und ihm vom behandelnden Dr. A.___ eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt 

werde (act. G 13).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

3. Februar 2009 (act. G 5.71) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der mit 

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Blick auf die seit Januar 2007 bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.9) vor dem 

Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 

begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung 

betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den 

allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die 

damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 

5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage 

zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des 

Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber 

der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die 

seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.

2.   

Zwischen den Parteien ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Rentenleistungen 

streitig.

2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

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Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachpersonen ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 43 

Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der Versicherungsträger bzw. im 

Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein. 

Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben zusätzliche Abklärungen 

stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus 

den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 

E. 4a am Schluss).

3.   

Die Beschwerdegegnerin legte der angefochtenen Verfügung vom 3. Februar 2009 die 

medizinische Einschätzung der MEDAS zugrunde, wonach der Beschwerdeführer 

sowohl für die angestammte Lehrtätigkeit wie auch für andere leidensangepasste 

Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 5.71). Der 

Beschwerdeführer bringt gegen die Aussagekraft des MEDAS-Gutachtens 

verschiedene - nachfolgend zu prüfende - Einwände vor (vgl. act. G 1).

3.1 Vorweg bringt der Beschwerdeführer gegen das MEDAS-Gutachten vor, dass keine 

genügenden Untersuchungen betreffend die Quecksilberunverträglichkeit sowie eine 

mögliche Bleivergiftung vorgenommen worden seien (act. G 1, Rz 15 und G 8, Rz 5). 

Ferner seien auch nicht sämtliche der zahlreichen Symptome berücksichtigt worden 

(act. G 1, Rz 16). Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend erwogen hat (act. G 5, 

Rz 2.1), sind diese Einwände nicht stichhaltig. Denn die Amalgamplomben wurden 

entfernt, und nach der Durchführung von mehreren Quecksilberausleitungen ging 

selbst Dr. med. D.___, FMH, praktische Ärztin, Akupunktur, traditionelle chinesische 

Medizin ASA, für die Zeit ab 25. Februar 2008 nicht mehr von einer Beeinträchtigung 

der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Quecksilberunverträglichkeit aus (vgl. hierzu act. 

G 5.10-1). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Haaranalyse vom 20. Juni 

2007 der Quecksilbergehalt am unteren Ende des Referenzbereichs - und sogar am 

unteren Ende der Messgrösse "moderat" - lag (act. G 1.7). Es bestand damit für die 

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Gutachter kein Anlass für weitere Abklärungen. Ferner haben die Experten bezüglich 

der möglichen Bleivergiftung Laboruntersuchungen vorgenommen. Deren Resultate 

ergaben einen unproblematischen Bleigehalt (act. G 5.55-21; zur Beweistauglichkeit 

einer Blutanalyse zur Beurteilung von Blei-Intoxikationen vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. April 2008, 8C_611/07, E. 4). Gegen die Begutachtung spricht auch nicht, dass 

die Haaranalyse vom 20. Juni 2007 eine über dem Referenzbereich liegende 

Bleikonzentration ergeben hat (act. G 1.7). Die Haaranalyse ergab einen Messwert von 

3.93, der nur leicht über dem Referenzbereich (0 bis 3.3) bzw. über der Messgrösse 

"moderat" lag. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern der am 20. Juni 2007 leicht über 

dem Referenzbereich liegende Bleiwert - der bei der späteren Blutuntersuchung im 

August 2008 überdies nicht mehr erhöht war - zu einer invalidisierenden Wirkung 

führen sollte. Dies umso weniger als keine entsprechenden invalidisierenden 

Beeinträchtigungen aus den Akten, insbesondere aus der Haaranalyse selbst, 

hervorgehen. Den Gutachtern kann daher und mit Blick auf ihre umfassende, in 

Kenntnis der Vorakten ergangene Beurteilung insgesamt nicht der Vorwurf gemacht 

werden, sie hätten nicht sämtliche Symptome berücksichtigt, zumal der 

Beschwerdeführer auch nicht darlegt, welche für die Beurteilung der 

Restleistungsfähigkeit relevanten Symptome ausser Acht gelassen sein sollen. Den 

Gutachtern war im Übrigen auch der Autounfall des Jahres 2003 bekannt, der - im 

Einklang mit der gesamten medizinischen Aktenlage - zu keinen relevanten 

Verletzungen geführt hat (act. G 5.55-2).

3.2 Der Beschwerdeführer wendet gegen die gutachterliche Beurteilung weiter ein, 

dass sich die Experten "von Vornherein nur auf ein psychisches Leiden" fokussiert 

hätten (act. G 1, Rz 15). Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Das Gutachten 

stützt sich auf eine interdisziplinäre Begutachtung, eingehende Untersuchungen vor 

allem auch bezüglich somatischer Erkrankungen sowie die gesamte Voraktenlage. Es 

ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür und es wird auch vom Beschwerdeführer nicht 

substanziiert dargelegt, dass die Experten vorschnell und einseitig psychische Leiden 

in den Vordergrund gestellt hätten.

3.3 Zum nicht näher begründeten Vorwurf, die Gutachter hätten sich nicht genügend 

mit den Vorakten auseinandergesetzt, erübrigen sich eingehende Weiterungen (act. 

G 1. Rz 18), da sich im Gutachten eine umfassende Darstellung der Vorakten und von 

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deren Inhalten findet (act. G 5.55-4 ff.), die schliesslich auch Eingang in die 

zusammenfassende Beurteilung gefunden haben (act. G 5.55-17 ff.).

3.4 Der Beschwerdeführer führt weiter aus, dass das Gutachten widersprüchlich sei. 

Auf der einen Seite werde nicht auf Dr. D.___s Diagnose eingegangen, auf der anderen 

Seite werde trotzdem auf die von ihr attestierte Arbeitsfähigkeit verwiesen (act. G 1, 

Rz 18). Vorab ist klarzustellen, dass die Gutachter die von Dr. D.___ gemachten 

Angaben lediglich diskutierten, nicht jedoch zu ihrer eigenen Auffassung machten (act. 

G 5.55-20 f.). Wie die Beschwerdegegnerin bereits in diesem Zusammenhang richtig 

bemerkt hat (act. G 5, Rz 2.3), gingen die Gutachter weiter davon aus, dass sich die 

Schwindelsymptomatik des Beschwerdeführers dahingehend auswirkt, dass ihm das 

Begehen von ungesicherten Baustellen, Gerüsten oder Leitern mit Absturzgefahr nicht 

mehr zumutbar sei (act. G 5.55-21). Diese qualitative Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit erklärt, dass der Schwindel unklarer Genese als Diagnose mit 

(qualitativer) Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit aufgeführt ist.

3.5  

3.5.1 Soweit der Beschwerdeführer die Beweistauglichkeit des MEDAS-Gutachtens 

durch die Einschätzungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen erschüttert 

sieht, ist darauf hinzuweisen, dass ein den Beweisanforderungen grundsätzlich 

genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a und b) - wie das 

vorliegende MEDAS-Gutachten - rechtsprechungsgemäss nicht in Frage gestellt 

werden kann, wenn und sobald die behandelnden Ärzte nachher zu einer 

unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden 

Auffassungen festhalten, sofern keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte 

vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und 

die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4).

3.5.2 Solche Gesichtspunkte ergeben sich vorliegend nicht aus den Berichten der 

behandelnden medizinischen Fachpersonen. Insbesondere sind die ärztlichen 

Stellungnahmen von Dr. A.___ vom 2. März 2009 und 2. August 2010 nicht geeignet, 

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das MEDAS-Gutachten in Frage zu stellen. Zum einen setzt er sich nicht mit den 

gutachterlichen Einschätzungen auseinander und legt nicht begründet dar, inwiefern 

diese unzutreffend seien, zum anderen beruht seine Einschätzung - bei Fehlen von 

objektivierbaren Ursachen - im Wesentlichen auf den subjektiven Patientenangaben 

(Der Beschwerdeführer "schildert für mich glaubhaft, dass er sehr stark unter seinem 

Schwindel leidet.", G 1.8 und G 13.5). Dasselbe gilt für den ärztlichen Bericht von 

Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen-, Halsheilkunde, Hals- und 

Gesichtschirurgie, vom 15. April 2009, worin keine Ursache für die angegebene 

Schwindelproblematik benannt werden konnte, sich beim ORL-Status normale 

Befunde zeigten und keine Ausführungen zur Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers gemacht werden (act. G 8.10).

3.5.3 Auch der "Ärztliche Befundbericht" von Prof. Dr. C.___ vom 20. Juli 2010 setzt 

sich weder mit dem MEDAS-Gutachten noch mit den übrigen bestehenden 

medizinischen Vorakten auseinander. Ferner enthält er keinerlei Angaben zur 

Restleistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Die von Prof. Dr. C.___ vorgenommene 

Befunderhebung brachte im Wesentlichen keine auffälligen Befunde zu Tage (act. 

G 13.1). Die von ihm gestellte Diagnose Morbus Menière links sowie Verdacht auf 

Morbus Menière rechts steht im Gegensatz zu dem vom Beschwerdeführer 

eingereichten Bericht von Dr. E.___ vom 15. April 2009, der - einhergehend mit den 

Ergebnissen der Vestibularis-Abklärung der HNO-Klinik des KSSG vom 19. Mai 2008 

(act. G 5.55-11) - die Diagnose eines Morbus Menière begründet anzweifelte (act. 

G 8.10). Selbst wenn diese Diagnose zuträfe, so wäre vorliegend kein weiterer 

Abklärungsbedarf gegeben. Denn die MEDAS-Gutachter bezogen die 

Schwindelproblematik und die sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen in ihre 

Beurteilung mit ein. Sie hielten bei der Umschreibung einer zumutbaren Tätigkeit fest, 

dass das Begehen von ungesicherten Baustellen, Gerüsten oder Leitern mit 

Absturzgefahr nicht mehr zumutbar sei (act. G 5.55-21). Diese Umschreibung ist mit 

den Einschränkungen bei Morbus Menière vereinbar (vgl. hierzu W. Nie-meyer, 

Erkrankungen von Ohren, Nase und Hals, in: H. H. Marx [Hrsg.], Medizinische 

Begutachtung, 6. Auflage, Stuttgart 1992, S. 506: Menière-Kranke dürfen nicht an 

Arbeitsplätzen eingesetzt werden, wo die Schwindelattacken sie selbst oder ihre 

Umgebung gefährden. Wer unter ständigen oder anfallsweise auftretenden 

Schwindelzuständen leidet, ist zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet.), weshalb 

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die exakte Diagnose des Schwindelleidens, dessen Auswirkungen bereits gutachterlich 

gewürdigt worden sind, letztlich offen gelassen werden kann.

3.6 Nach dem Gesagten kann zur Beurteilung des Rentenanspruchs des 

Beschwerdeführers auf das interdisziplinäre, auf eingehenden Untersuchungen 

beruhende, in Kenntnis und Würdigung der Vorakten ergangene MEDAS-Gutachten 

abgestellt werden. Gestützt darauf ist der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht 

für die bisherige Lehrtätigkeit sowie für andere leidensangepasste Tätigkeiten zu 100% 

arbeitsfähig (act. G 5.55-21 f.). Ein weiterer medizinischer Abklärungsbedarf besteht 

nicht, zumal keine Gründe ersichtlich sind, die der Verwertbarkeit der 

Leistungsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit entgegen stehen könnten. Der 

Beschwerdeführer verwertet denn auch seine Leistungsfähigkeit seit 1. Dezember 2008 

- wenn auch nur in einem Umfang von 2 x 2.5 Stunden pro Tag - als Hilfsarbeiter (act. 

G 1.5), wobei zweifelhaft ist, ob diese Arbeit einer leidensangepassten Tätigkeit 

entspricht.

4.   

Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der gutachterlich 

bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit.

4.1 Mit den Parteien kann für den Einkommensvergleich von einem Valideneinkommen 

für das Jahr 2008 von Fr. 97'908.-- ausgegangen werden. Umstritten ist das 

Invalideneinkommen. Die Beschwerdegegnerin legte dem Invalideneinkommen den 

gleichen Verdienst wie beim Valideneinkommen von Fr. 97'908.-- zugrunde (act. 

G 5.71). Der Beschwerdeführer beanstandet die betragliche Grundlage von 

Fr. 97'908.-- grundsätzlich nicht. Er stellt sich aber auf den Standpunkt, dass zur 

Bestimmung des Invalideneinkommens diese Summe an die von ihm geltend 

gemachte Restarbeitsfähigkeit von 40% angepasst werden müsse, was ein 

Invalideneinkommen von Fr. 39'163.-- ergäbe. Unter Berücksichtigung eines 

Leidensabzuges von 25% hält er ein Invalideneinkommen von Fr. 29'372.-- für 

zutreffend (Fr. 39'163.-- x 0.75).

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4.2 Als Invalideneinkommen ist derjenige Verdienst zu berücksichtigen, der durch eine 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielt werden könnte. Der 

von einer invaliden versicherten Person tatsächlich erzielte Verdienst bildet, für sich 

alleine betrachtet, grundsätzlich kein genügendes Kriterium für die Bestimmung der 

Erwerbsunfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades. Das Mass der tatsächlichen 

Erwerbseinbusse stimmt mit dem Umfang der Invalidität vielmehr nur dann überein, 

wenn - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den 

allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn die versicherte Person eine 

Tätigkeit ausübt, bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit 

in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und wenn das Einkommen aus der 

Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (Urteil des EVG vom 

26. September 2006, I 385/06, E. 7.2.2.1 mit Hinweisen).

4.3 Das vom Beschwerdeführer ausgeübte Pensum beträgt etwas mehr als 50% eines 

Vollzeitpensums (2 x 2.5 Stunden pro Tag - als Hilfsarbeiter in einem 

landwirtschaftlichen Betrieb, act. G 1.5). Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung der 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers (act. G 5.55) sind aus rechtlicher Sicht keine 

Gründe dafür ersichtlich, dass die psychischen und physischen Ressourcen dem 

Beschwerdeführer nicht erlaubten, trotz seines Leidens eine leidensadaptierte Tätigkeit 

im Rahmen eines 100%igen Pensums auszuüben. Mit Blick auf ein ihm zumutbares 

Pensum von 100% für leidensadaptierte Tätigkeiten steht fest, dass der 

Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll 

ausschöpft. Das tatsächlich noch erzielte Einkommen bildet daher bereits aus diesem 

Grund beim Einkommensvergleich keine taugliche Grundlage für das 

Invalideneinkommen. Es ist daher auf die LSE-Tabellenlöhne abzustellen.

4.4 Da die angestammte Lehrtätigkeit des Beschwerdeführers eine leidensangepasste 

Tätigkeit darstellt (act. G 5.55), rechtfertigt es sich, auf die Tabelle TA1, 

Durchschnittslöhne des Bereichs "Unterrichtswesen", mindestens Niveau 3 (Berufs- 

und Fachkenntnisse vorausgesetzt), abzustellen. Der entsprechende Monatslohn für 

eine 40-Stunden-woche betrug im Jahr 2008 für Männer Fr. 6'829.--. Angepasst an 

eine betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden ergibt sich ein Einkommen 

von Fr. 7'102.--, was einem Jahreseinkommen von Fr. 85'226.-- entspricht.

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4.5 Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens erachtet der Beschwerdeführer die 

Gewährung des höchstzulässigen Abzuges von 25% für gerechtfertigt (act. G 1). Die 

Fragen, ob sich vorliegend ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt und 

bejahendenfalls in welcher Höhe, können offen gelassen werden. Denn selbst wenn 

dem Beschwerdeführer der höchstzulässige Abzug von 25% gewährt würde, resultierte 

ein Invalideneinkommen von Fr. 63'920.-- (Fr. 85'226.-- x 0.75), eine Erwerbseinbusse 

von Fr. 33'988.-- (Fr. 97'908.-- - Fr. 63'920.--) und ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von gerundet 35% ([Fr. 33'988.-- / Fr. 97'908.--] x 100).

5.   

Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran 

anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 

GerG entschieden: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird daran angerechnet.

bis

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 17.12.2010
	Art. 28 IVG: Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Gutachten aussagekräftig. Mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrads besteht kein Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Dezember 2010, IV 2009/87).

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		2025-07-19T13:06:48+0200
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