# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72363628-4e61-5b9e-8007-6bda35753b66
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 22.08.2023 BZ 2023 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2023-62_2023-08-22.pdf

## Full Text

20230719_114650_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2023 62

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Sidler
Gerichtsschreiberin D. Huber Stüdli

Urteil vom 22. August 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ AG,
vertreten durch die Rechtsanwälte B.________ und C.________, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Kantonsgericht des Kantons Zug, Einzelrichterin, Aabachstrasse 3, Postfach, 6301 Zug,

betreffend

Nachlassstundung / Konkurseröffnung
(Beschwerde gegen den Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 7. Juni 2023)

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Sachverhalt

1. Die A.________ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist eine Gesellschaft mit Sitz in Zug. 
Gemäss Eintrag im Handelsregister bezweckt sie den Handel, inkl. Export- und Importhan-
del, von Öl und Ölprodukten (inkl. Kondensaten) und Gas (vgl. www.zefix.ch).  

2. Am 21. April 2023 stellte die D.________, ________, gegen die Beschwerdeführerin beim 
Einzelrichter am Kantonsgericht Zug ein Gesuch um Konkurseröffnung. Die Konkursverhand-
lung wurde auf dem 30. Mai 2023 angesetzt. Am 30. Mai 2023 zog die D.________ das Kon-
kursbegehren anlässlich der Konkursverhandlung zurück (Vi act. 6 S. 1), worauf der Einzel-
richter das Konkurseröffnungsverfahren mit Entscheid vom 30. Mai 2023 zufolge Rückzugs 
abschrieb (Vi act. 5 und 6/2; Verfahren EK 2023 166).  

3. Zuvor hatte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 15. Mai 2023 beim Kantonsgericht Zug, 
3. Abteilung, gegen die E.________, ________, (vormals: "F.________") und die 
G.________, ________, eine Klage auf Schadenersatz aus faktischer Organschaft, alternativ 
aus Geschäftsführung ohne Auftrag über insgesamt CHF 91'640'162.05 eingereicht (Vi 
act. 1/20; Verfahren A3 2023 20). 

4. Am 24. Mai 2023 stellte die Beschwerdeführerin bei der Einzelrichterin am Kantonsgericht 
Zug ein Gesuch um Bewilligung der provisorischen Nachlassstundung (Vi act. 1). 

5. Mit Verfügung vom 26. Mai 2023 erhielt die Beschwerdeführerin Gelegenheit, sich nochmals 
zum angestrebten Nachlassvertrag, namentlich dessen Realisierbarkeit, zur Kreditorenpositi-
on "Trade payables – 3 parties CHF 35'659'000.00" sowie zur künftigen Vermögens-, Er-
trags- und Einkommenslage, namentlich zu den Ein- und Ausgängen der liquiden Mittel 
während der anbegehrten Gesamtdauer der Nachlassstundung sowie zur Finanzierung der 
provisorischen Nachlassstundungsphase zu äussern (Vi act. 4). 

6. Am 5. Juni 2023 reichte die Beschwerdeführerin ihre Stellungnahme ein (Vi act. 6). 

7. Mit Entscheid vom 7. Juni 2023 wies die Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug das Gesuch 
um Bewilligung der provisorischen Nachlassstundung vom 24. Mai 2023 ab (Dispositiv-
Ziffer 1) und eröffnete über die Beschwerdeführerin den Konkurs (Datum der Konkurseröff-
nung: 7. Juni 2023, 12.00 Uhr [Dispositiv-Ziffer 2]). Die Kosten des Entscheids von 
CHF 2'000.00 (einschliesslich Publikationskosten) bezog sie aus dem von der Beschwerde-
führerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 5'000.00 (Dispositiv-Ziffer 3.1), wobei sie die 
Gerichtskasse anwies, den verbleibenden Vorschuss von CHF 3'000.00 an das Konkursamt 
Zug zu überweisen (Dispositiv-Ziffer 3.2; Vi act. 7; Verfahren EN 2023 3). 

8. Dagegen liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 12. Juni 2023 Beschwerde beim 
Obergericht des Kantons Zug einreichen und folgende Anträge stellen (act. 1): 

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1. Es sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

2. Es sei die Beschwerde gutzuheissen.

3. Es sei der Entscheid vom 7. Juni 2023 des Nachlassgerichts aufzuheben.

4. Es sei der Konkurs über die Beschwerdeführerin nicht zu eröffnen.

5. Es sei festzustellen, dass die provisorische Nachlassstundung zu bewilligen ist.

9. Mit Verfügung vom 13. Juni 2023 erkannte der Abteilungspräsident i.V. der Beschwerde auf-
schiebende Wirkung zu (act. 2). 

10. In der Vernehmlassung vom 20. Juni 2023 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige Ab-
weisung der Beschwerde (act. 4). 

11. Am 3. und 13. Juli 2023 reichte die Beschwerdeführerin weitere Eingaben ein (act. 8 und 9). 

Erwägungen

1. Gegen den Entscheid des Nachlassgerichts betreffend die Nichtbewilligung der provisori-
schen Stundung und die Konkurseröffnung ist die Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO zulässig 
(Art. 293d SchKG e contrario i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 7 ZPO und Art. 319 lit. a ZPO; vgl. 
dazu Bauer/Luginbühl, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 293d SchKG N 7; Hunkeler, in: 
Hunkeler [Hrsg.], Kurzkommentar SchKG, 2. A. 2014, Art. 293d N 3, 5 und 8; Umbach-
Spahn/Kesselbach/Fink, in: Kren Kostkiewicz/Vock [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz 
über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. A. 2017, Art. 293d SchKG N 5). Die Beschwerdefrist 
beträgt 10 Tage (vgl. Art. 321 Abs. 2 i.V.m. Art. 251 lit. a ZPO). Mit der Beschwerde können 
die unrichtige Rechtsanwendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachver-
halts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Im Beschwerdeverfahren sind keine Noven 
mehr zulässig (Art. 326 ZPO). Das umfassende Novenverbot gilt auch in von der Untersu-
chungsmaxime beherrschten Verfahren wie dem Nachlassverfahren (Art. 255 lit. a ZPO; vgl. 
Urteil des Obergerichts Zürich PS180131-O/U vom 3. September 2018 E. IV. 3-9).  

2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass für die Beschwerdeführerin offensichtlich keine Aus-
sicht auf Sanierung oder Bestätigung eines Nachlassvertrages bestehe, weshalb über sie der 
Konkurs zu eröffnen sei. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen Folgendes aus 
(vgl. Vi act. 7): 

2.1 Die Beschwerdeführerin verfüge gemäss den eingereichten Beilagen über Bankguthaben in 
der Höhe von total CHF 5'181'542.72 und EUR 902.50. Die Bankguthaben bei der 
E.________ im Betrag von USD 63'839.22 seien verarrestiert. Gegenüber der E.________ 
bestehe noch eine Restforderung von CHF 23'943.85 gemäss Entscheid des Bezirksgerichts 
Zürich vom 19. April 2023. Bei den Hauptgläubigern der Beschwerdeführerin handle es sich 
um die H.________ (ca. CHF 30 Mio.), die I.________ (ca. CHF 15 Mio.), die J.________ 
(ca. CHF 14 Mio.), die K.________ sowie die D.________ (ca. CHF 15 Mio.). 

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Der Betreibungsregisterauszug der Beschwerdeführerin weise sodann eine Forderung der 
L.________ im Betrag von CHF 40'418'356.32 aus. Weiter schulde die Beschwerdeführerin 
der M.________ ca. CHF 2,6 Mio. Schliesslich bestünden aufgelaufene Zinsforderungen im 
Betrag von CHF 36'064'000.00 ("Trade payables – 3 parties"). Die Beschwerdeführerin sei 
gemäss der eingereichten Zwischenbilanz per Mai 2023 nicht überschuldet, aber sie sei in-
solvent, da sie die von der D.________ in Betreibung gesetzte Forderung im Betrag von 
CHF 15'276'895.15, für welche auf den 30. Mai 2023 zur Konkursverhandlung vorgeladen 
worden sei, aus ihren liquiden Mitteln nicht begleichen könne. 

2.2 Die Beschwerdeführerin strebe eine Sanierung durch Abschluss eines ordentlichen Nach-
lassvertrages (Stundungsvergleich) an, bei welchem die Gläubiger ihr Zahlungsaufschübe 
gewähren und Zahlungen aus den Erlösen der von der Beschwerdeführerin zu führenden 
Prozesse, namentlich aus dem Teilklageverfahren A3 2023 20, einem noch zu führenden 
Folgeprozess über die Restforderung im Betrag von CHF 400 Mio. sowie aus dem geltend 
gemachten Anspruch gegenüber N.________ im Betrag von EUR 56 Mio. an die Gläubiger 
geleistet werden sollen. Die Beschwerdeführerin habe weder dargetan noch sei aus den Ak-
ten ersichtlich, dass sie aktuell über Einkünfte aus operativer Geschäftstätigkeit verfüge, 
gründe doch ihre Tätigkeit aus dem Vertrieb der Ölprodukte der mittlerweile konkursiten 
O.________. 

Gemäss der Liquiditätsplanung wolle die Beschwerdeführerin aus den aktuell verfügbaren 
Bankguthaben (unter Berücksichtigung einer Rückstellung im Betrag von CHF 650'000.00 für 
eine im Verfahren A3 2023 20 vor Kantonsgericht Zug allenfalls zu erbringende Sicherheits-
leistung nach Art. 99 ZPO sowie Rückstellungen von total CHF 450'000.00 für Rechtsvertre-
tungskosten im Verfahren A3 2023 20 und Personalkosten während der Dauer des Verfah-
rens A3 2023 20) im Rahmen des Nachlassvertrages eine erste Abschlagszahlung von 
CHF 2,6 Mio. und – wenn keine Sicherheitsleistung angeordnet würde – von weiteren 
CHF 1,4 Mio. an ihre Gläubiger leisten. Unter Berücksichtigung dieser Abschlagszahlung 
stünden der Beschwerdeführerin zur Finanzierung der Nachlassstundung lediglich rund 
CHF 104'000.00 (unter Hinzurechnung der Restforderung von CHF 23'943.85 gegenüber der 
E.________) zur Verfügung. Allein die Kosten für einen noch einzusetzenden Sachwalter 
dürften für 1 Jahr den Betrag von CHF 100'000.00 erreichen. Selbst bei einer möglichen pro-
visorischen Nachlassstundungsphase von bis zu acht Monaten sei zweifelhalft und von der 
Beschwerdeführerin nicht weiter erläutert, ob dieser Betrag zur Deckung der Kosten der pro-
visorischen Nachlassstundung ausreichen würde. Auch die Finanzierung der definitiven 
Nachlassstundung wäre nicht gewährleistet. 

Trotz expliziter Aufforderung im Entscheid vom 26. Mai 2023 habe die Beschwerdeführerin 
nicht aufgezeigt, mit welchen Ein- und Ausgängen der liquiden Mittel sie während der anbe-
gehrten Gesamtdauer der Nachlassstundung rechne und aus welchem Grund anzunehmen 
sei, dass künftige Liquiditätszuflüsse tatsächlich erfolgen würden. Bei den erwarteten Ein-
künften handle es sich lediglich um erhoffte Erlöse aus dem vor Kantonsgericht Zug hängi-
gen Verfahren A3 2023 20, dem allenfalls noch zu führenden Prozess über die Restforde-
rung gegenüber der G.________ und der E.________ sowie möglicher Zahlungseingänge 
aus dem Anspruch gegenüber der N.________. Die Beschwerdeführerin führe hierzu in ihrer 
"Liquiditätsplanung" bzw. im Dokument "Proposal to the creditors of A.________ AG" denn 
auch verschiedene Szenarien auf, welche sich – wie sie selber erkläre – erheblich unter-

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scheiden würden. Es handle sich mithin nicht um Zahlungseingänge, mit welchen während 
der maximal zweijährigen Dauer der definitiven Nachlassstundung, geschweige denn 
während der Dauer einer provisorischen Nachlassstundung gerechnet werden könne. Der 
Eingang von Erlösen aus dem Verfahren A3 2023 20 und noch zu führender Prozesse sei 
völlig offen. Damit sei die Finanzierung der Nachlassstundung nicht nachgewiesen. 

2.3 Beim Stundungsvergleich verspreche der Schuldner den Gläubigern vollständige Bezahlung, 
sofern sie ihm eine gewisse Zeit zur Erholung einräumen würden. Für diese Zeit strebe er im 
Nachgang zur provisorischen und definitiven Nachlassstundung für eine vereinbarte Dauer 
die (weitere) Verschonung vor Vollstreckungshandlungen an. Der Stundungsvergleich habe 
die Dauer des Zahlungsaufschubs und den neuen Zahlungstermin zu regeln. Vorliegend die-
ne der Abschluss des Nachlassvertrages dazu, Zeit zu gewinnen, um Prozesse zu führen 
aus deren Erlös die Beschwerdeführerin dann ihre Gläubiger bezahlen wolle. Ob die Be-
schwerdeführerin in diesen Prozessen obsiegen werde und wenn ja, wann die Prozesserlöse 
von der Gegenseite erhältlich gemacht werden könnten, sei völlig offen. Die Dauer des von 
den Gläubigern im Rahmen des Stundungsvergleichs zu gewährenden Zahlungsaufschubs 
könne somit nicht konkret festgelegt werden. Es sei aber bereits für die Bewilligung der pro-
visorischen Nachlassstundung vorausgesetzt, dass in den Grundzügen aufgezeigt werde, mit 
welchen Massnahmen und innert welcher Frist die Auszahlung einer Nachlassdividende er-
reicht werden solle. An dieser Voraussetzung fehle es vorliegend. Hinzu komme, dass im 
Dokument "Proposal to the creditors" der Beschwerdeführerin die bedeutende Gläubigerin 
L.________ mit einer Forderung von CHF 40'418'356.32 unberücksichtigt bleibe. Die vorge-
sehene Auszahlung lediglich ausgewählter Hauptgläubiger sei im Rahmen eines Nachlass-
vertrages unzulässig. Überdies sei – abgesehen von einer angedachten Beteiligung durch 
einen Prozessfinanzierer – unklar, aus welchen Mitteln die Beschwerdeführerin die kostspie-
ligen Gerichtsverfahren finanzieren wolle und wie sie ihre künftige Geschäftstätigkeit ohne 
die konkursite O.________ erfolgreich gestalten wolle. 

2.4 Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin treffe es nicht zu, dass nur einer der Ab-
nehmer – D.________ – Unverständnis zeige. Die K.________ habe sich zu einem mögli-
chen Nachlassvertrag nicht geäussert. Die L.________ werde gänzlich unberücksichtigt ge-
lassen. Die H.________ habe zwar ihre grundsätzliche Unterstützung einer Diskussion be-
treffend Nachlassstundung und Nachlassvertrag ausgedrückt, ihr primäres Interesse liege 
aber im möglichst baldigen Erhalt des Erlöses aus dem Rechtsöffnungsverfahren gegen die 
E.________, d.h. der für die Abschlagszahlungen an Gläubiger von der Beschwerdeführerin 
vorgesehenen CHF 4 Mio. Auch die grundsätzlich positive Haltung der I.________ und der 
Rückzug des Konkursbegehrens durch die D.________ seien lediglich grundsätzlicher Art. 
Es sei zu bezweifeln, dass Gläubiger einem Nachlassvertrag ihre Zustimmung erteilen wür-
den, welcher vorsehe, dass ihre Forderungen auf unbestimmte Dauer, bis zum erfolgreichen 
Abschluss von Gerichtsverfahren und dem Inkasso der daraus resultierenden Prozesserlöse 
gestundet würden.  

2.5 Insgesamt seien weder die Finanzierung des Nachlassvertrages noch die Aussicht auf 
Bestätigung eines Nachlassvertrages nachgewiesen.  

3. Der Schuldner kann beim Nachlassgericht um provisorische Nachlassstundung nachsuchen 
(Art. 293 lit. a SchKG). An die Bewilligung der provisorischen Stundung sind keine hohen An-

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forderungen zu stellen. Nur wenn offensichtlich keine Aussicht auf Sanierung oder Bestäti-
gung eines Nachlassvertrages besteht, eröffnet das Nachlassgericht von Amtes wegen den 
Konkurs (Art. 293a Abs. 1 und Abs. 3 SchKG; Botschaft zur Änderung des Bundesgesetzes 
über Schuldbetreibung und Konkurs [Sanierungsrecht] vom 8. September 2010, BBl 2010 
6455ff., 6467 und 6480). Diese Regelung ist zurückhaltend anzuwenden (vgl. Bauer/Lugin-
bühl, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 293a SchKG N 5; Stauber/Talbot, Die Praxis des 
Nachlassgerichts Zürich zum revidierten Sanierungsrecht, in: AJP 7/2017 S. 879). 

Das Mass an Sanierungschancen, welches vorhanden sein muss, damit nicht von offensicht-
lich fehlenden Sanierungsaussichten auszugehen ist, liegt im Ermessen des Nachlassge-
richts. Der Schuldner hat aufzuzeigen, dass realistischer Weise mit gewissen Sanierungs-
chancen gerechnet werden kann, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, dass eine Sanierung 
gelingt, deutlich geringer ist als die Wahrscheinlichkeit ihres Scheiterns. Nur in zum Vornher-
ein aussichtslosen bzw. hoffnungslosen Fällen soll das Nachlassgericht keine provisorische 
Stundung bewilligen, da eine solche nur eine Verschwendung an Zeit und Mitteln zum Nach-
teil der Gläubiger bedeuten würde, nachdem an ihrem Ende zu keinem anderen Ergebnis ge-
langt werden könnte als an ihrem Anfang, dass nämlich über den Schuldner der Konkurs zu 
eröffnen ist (vgl. Hunkeler, in: Hunkeler [Hrsg.], Kurzkommentar SchKG, 2. A. 2014, Art. 293 
SchKG N 18 ff.). Es geht somit um eine reine Missbrauchskontrolle. Eine Konkurseröffnung 
soll nur erfolgen, wenn die Chancen, für die Gläubiger mit dem Sanierungsversuch während 
der Stundung ein besseres Ergebnis zu erreichen, in einem krassen Missverhältnis zum Risi-
ko stehen, dass durch den Sanierungsversuch im Ergebnis lediglich Substanz zulasten der 
Gläubiger vernichtet wird. Im Zweifel ist eine Sanierung zu versuchen und nicht zu unterlas-
sen. Es ist danach die Aufgabe des Sachwalters, dem Gericht rechtzeitig den Abbruch der 
Stundung zu beantragen (Müller/Wohl, Bewilligung der Nachlassstundung mit dem Ziel der 
Betriebsübertragung, in: ZZZ 2020 S. 159). 

4. Der Nachlassvertrag ist gemäss Art. 305 Abs. 1 SchKG angenommen, wenn ihm bis zum 
Bestätigungsentscheid zugestimmt hat: (a) die Mehrheit aller Gläubiger, die zugleich mindes-
tens zwei Drittel des Gesamtbetrages der Forderungen vertreten; oder (b) ein Viertel der 
Gläubiger, die mindestens drei Viertel des Gesamtbetrages der Forderungen vertreten. 

4.1 Die Gläubigerin H.________, deren Forderung ca. CHF 30 Mio. beträgt (vgl. Vi act. 1/16), 
äusserte sich in der E-Mail vom 23. Mai 2023 wie folgt: "Following up on our telephone con-
versation, we would like to express our general support for discussions regarding the 
moratorium and the concordat, in order to perform the distribution of liquidities obtained from 
E.________ to the off-takers as early as possible and to find a solution to recover the suffi-
cient funds to cover the outstanding debt to H.________. […]" (vgl. Vi act. 1/17). Damit er-
klärte sie ihre generelle Unterstützung für Diskussionen um eine Stundung und einen Nach-
lassvertrag. Der weitere E-Mail-Verkehr zwischen der Beschwerdeführerin und der 
H.________ wurde erstmals als Beilage zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 13. Juli 
2023 eingereicht und kann aufgrund des Novenverbots im Beschwerdeverfahren nicht mehr 
beachtet werden (vgl. vorne E. 2).  

4.2 Die I.________ – mit einer Forderung von ca. CHF 15 Mio. (vgl. Vi act. 1/16) – gab mit E-Mail 
vom 26. Mai 2023 folgende Erklärung ab: "[…] I.________ ist bekannt, dass [die Beschwer-
deführerin] ein Gesuch um Nachlassstundung im Rahmen des gegen sie eröffneten Kon-

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kursverfahrens gestellt hat, um einen Nachlassvertrag mit ihren Gläubigerinnen zu schlies-
sen. Mit vorliegender E-Mail möchten [wir] Ihnen mitteilen, dass I.________ einen solchen 
Nachlassvertrag grundsätzlich unterstützt, da dieser ihrer Ansicht nach im bestmöglichen In-
teresse [der Beschwerdeführerin] und ihren Gläubigerinnen liegt. Insbesondere wird ein sol-
cher Vertrag [die Beschwerdeführerin] in die Lage versetzen, Forderungen gegen Dritte ge-
richtlich geltend machen zu können, was nach Ansicht von I.________ ein geeignetes Mittel 
dafür ist, um Vermögenswerte zugunsten der Gläubigerinnen von [der Beschwerdeführerin] 
einzutreiben" (vgl. Vi act. 6/1). Aus dieser Erklärung geht hervor, dass die I.________ einen 
Nachlassvertrag zumindest grundsätzlich unterstützt. Weitere E-Mails zwischen der Be-
schwerdeführerin und der I.________ wurden erstmals als Beilage zur Eingabe der Be-
schwerdeführerin vom 3. Juli 2023 eingereicht (vgl. act. 8/1) und können als unzulässiges 
Novum nicht mehr berücksichtigt werden (vgl. vorne E. 2). 

4.3 Die M.________ – mit einer Forderung von rund CHF 2,6 Mio. (vgl. Vi act. 1/16) – scheint der 
Beschwerdeführerin nahezustehen und beurteilt einen Nachlassvertrag offenbar ebenfalls als 
positiv (vgl. Vi act. 1 S. 3).  

4.4 Die K.________ – mit einer Forderung von (wohl) ca. CHF 15 Mio. (vgl. Vi act. 1/16) – hat 
sich nach Angaben der Beschwerdeführerin im Nachlassstundungsgesuch eher positiv 
geäussert (vgl. act. 1 S. 3). Allerdings liegen dazu keine Belege vor. 

4.5 Die J.________ – mit einer Forderung von ca. CHF 14 Mio. – gab noch keine Erklärung zu 
einem möglichen Nachlassvertrag ab (vgl. act. 1 S. 3, Vi act. 1/18).

4.6 Die D.________ – mit einer Forderung von ca. CHF 15 Mio. (vgl. Vi act. 1/16) – zog ihr Kon-
kursbegehren an der Verhandlung vom 30. Mai 2023 zurück (vgl. Vi act. 5 und 6/2). Eine 
schriftliche Erklärung, wonach sie einen Nachlassvertrag mit Stundungsvergleich unterstüt-
zen würde, liegt aber von ihr – soweit ersichtlich – nicht vor.

4.7 Ob die L.________ ebenfalls Gläubigerstellung hat, was die Beschwerdeführerin bestreitet 
(vgl. act. 1 Rz 1), kann vorliegend offenbleiben. Das Nachlassgericht hat nicht bei Einrei-
chung des Gesuchs um Nachlassstundung, sondern erst im Rahmen des richterlichen 
Bestätigungsentscheids über den Nachlassvertrag gemäss Art. 306 SchKG darüber zu befin-
den, ob und zu welchem Betrag bestrittene Forderungen mitzuzählen sind (vgl. Art. 305 
Abs. 3 Satz 1 SchKG). Dadurch wird dem gerichtlichen Entscheid über den Rechtsbestand 
der Forderungen nicht vorgegriffen (vgl. Art. 305 Abs. 3 Satz 2 SchKG). Der entsprechende 
Entscheid des Nachlassgerichts hat keine materielle Rechtskraft betreffend Bestand und Um-
fang der Forderung (vgl. Bauer/Luginbühl, a.a.O., Art. 305 SchKG N 28). Folglich kann und 
muss im vorliegenden Fall, in welchem es um die Frage geht, ob offensichtlich keine Aus-
sicht auf Sanierung oder Bestätigung eines Nachlassvertrages besteht (Art. 293a Abs. 3 
SchKG), nicht über die Frage der Gläubigerstellung der L.________ entschieden werden. 

4.8 Insgesamt hat die Beschwerdeführerin – abgesehen von der (verwandten) M.________ mit 
einer Forderung von CHF 2,6 Mio. und der L.________ mit einer in Betreibung gesetzten 
Forderung von ca. CHF 40,5 Mio., für welche allerdings keine provisorische Rechtsöffnung 
erteilt wurde (vgl. Urteil des Obergerichts des Kantons Zug BZ 2020 79 vom 25. Februar 
2021) – fünf Hauptgläubigerinnen, die von Februar bis April 2019 Vorauszahlungen in Höhe 

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von CHF 89 Millionen geleistet haben (vgl. Vi act. 1/16 und 6/3). Diesen Forderungen steht 
ein Bankguthaben der Beschwerdeführerin von rund CHF 5 Mio. gegenüber (vgl. Vi act. 1 
S. 6; Vi act. 1/6-9 und 1/15). Glaubhaft gemacht ist, dass die Gläubigerinnen H.________, 
die I.________ und die M.________ mit Forderungen von total ca. CHF 47,6 Mio., die rund 
52 % des Gesamtbetrages der Forderungen (ca. CHF 91,6 Mio. [ohne die Forderung der 
L.________]) vertreten, grundsätzlich bereit sind, über den angestrebten Stundungsvergleich 
zu diskutieren. Weitere Gläubiger könnten noch hinzutreten. Liquidität zur Führung der ange-
strebten Prozesse, zur Finanzierung der Nachlassstundung (Deckung der Verfahrenskosten, 
privilegierter Forderungen und Masseverbindlichkeiten) und für die Kosten eines noch einzu-
setzenden Sachwalters ist zumindest derzeit noch vorhanden. Ob und – gegebenenfalls – in 
welcher Höhe erste Abschlagszahlungen geleistet werden können, ist noch offen. Vor die-
sem Hintergrund lässt sich noch nicht sagen, es bestehe offensichtlich keine Aussicht auf 
Sanierung oder Bestätigung eines Nachlassvertrages (vgl. Art. 293a Abs. 3 SchKG). 

5. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 293a Abs. 1 SchKG eine 
provisorische Nachlassstundung zu gewähren. Nachdem sich die Verhältnisse nicht allzu 
kompliziert darstellen, erscheint eine Stundungsdauer von vier Monaten als gerechtfertigt. 
Eine allfällige Verlängerung der provisorischen Nachlassstundung wäre dabei auf begründe-
ten Antrag des Sachwalters maximal um weitere vier Monate möglich (Art. Art. 293a Abs. 2 
SchKG). In diesem Sinne ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird den 
vorstehenden Erwägungen entsprechend der Beschwerdeführerin eine provisorische Nach-
lassstundung für vier Monate zu bewilligen, den Sachwalter zu ernennen, die Publikationen 
und Mitteilungen im Sinne von Art. 296 SchKG vorzunehmen und das Nachlassverfahren 
durchzuführen haben.

6. Die Beschwerde erweist sich mithin als begründet und ist daher gutzuheissen. Dementspre-
chend ist der angefochtene Entscheid vom 7. Juni 2023 aufzuheben und die Sache im Sinne 
der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

7. Anlass für das vorliegende Verfahren bot kein prozessuales Verhalten der Beschwerdeführe-
rin im Verfahren vor der Vorinstanz, sondern das Vorgehen der Vorinstanz selbst. Für das 
Rechtsmittelverfahren sind daher keine Kosten zu erheben (vgl. Art. 107 Abs. 2 ZPO). Im 
vorliegenden Verfahren gibt es keine Gegenpartei, von welcher eine Parteientschädigung 
zugesprochen werden könnte, und eine Entschädigung aus der Staatskasse kommt nicht in 
Betracht (vgl. Urteil des Obergerichts Zürich PS160185-O/U vom 21. November 2016 E. 4). 
Eine Parteientschädigung ist somit nicht zuzusprechen.  

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Urteilsspruch

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht 
Zug vom 7. Juni 2023 aufgehoben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Bewilli-
gung der provisorischen Nachlassstundung und zur Durchführung des Nachlassverfahrens 
an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss von CHF 3'000.00 wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 95 ff. 
BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und der Be-
weismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ein-
zureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende 
Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Beschwerdeführerin
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichterin (EN 2023 3)
- Konkursamt Zug (im Dispositiv) 
- Betreibungsamt Zug (im Dispositiv)
- Handelsregisteramt Zug (im Dispositiv)
- Amt für Grundbuch und Geoinformation des Kantons Zug (im Dispositiv)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

St. Scherer D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

versandt am: