# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** faff323c-e946-5430-bc92-055c71224fe2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.05.2020 100 2019 372
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-372_2020-05-26.pdf

## Full Text

100.2019.372U
BDE/BTA/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Mai 2020

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
a.o. Verwaltungsrichterin Baerfuss Klossner
Gerichtsschreiberin Bader

1. A.________
2. B.________
3. C.________
4. D.________

Mutter und Kinder wohnhaft in Sri Lanka
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Familiennachzug; nachträglicher Nachzug von Ehefrau und 
Kindern (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
4. Oktober 2019; 2019.POMGS.149)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.05.2020, Nr. 100.2019.372U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der sri-lankische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1961) heiratete am 
6. September 1991 die Landsfrau B.________ (Jg. 1962). Am 17. März 
1992 reiste er als Asylbewerber in die Schweiz ein. Die Ehe mit 
B.________ wurde am 25. Juni 1993 im Heimatland geschieden. Im Jahr 
1996 heiratete A.________ in der Schweiz eine Schweizer Bürgerin; diese 
Ehe wurde am 1. November 2002 geschieden. Seit dem 19. November 
2001 besitzt A.________ eine Niederlassungsbewilligung. Am 27. Juni 
2018 ersuchte er um Nachzug von B.________ sowie der mit ihr während 
der Ehe mit der Schweizerin gezeugten Kinder C.________ (geb. … 2000) 
und D.________ (geb. … 2002). Am 23. Juli 2018 stellten B.________ und 
die beiden Kinder bei der Schweizer Vertretung in Colombo Gesuche um 
Erteilung von Visa für den langfristigen Aufenthalt. Mit Verfügung vom 
11. Januar 2019 wies das Amt für Migration und Personenstand des 
Kantons Bern (MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdienste [ABEV]), 
Migrationsdienst (MIDI), die Gesuche ab. 

B.

Hiergegen erhoben A.________, B.________, C.________ und 
D.________ am 13. Februar 2019 Beschwerde bei der Polizei und 
Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute: Sicherheitsdirektion [SID]). 
Diese wies die Beschwerde mit Entscheid vom 4. Oktober 2019 ab.

C.

Gegen diesen Entscheid haben A.________, B.________, C.________ 
und D.________ am 6. November 2019 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben mit folgenden Anträgen:

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«1. Der Entscheid der POM vom 4. Oktober 2019 sei aufzuheben.

2. Das Aufenthaltsgesuch zwecks Familiennachzugs des Beschwerde-
führers vom 27. Juni 2018 für seine Ehefrau B.________ und seine 
Kinder C.________ und D.________ sei gutzuheissen bzw. den 
Beschwerdeführern 2-4 der Familiennachzug in die Schweiz zu 
bewilligen. 

3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung des Familien-
nachzugs und der Zulassung zu Ausbildungszwecken in der 
Schweiz an die Vorinstanz bzw. an den MIDI zurückzuweisen. 

4. Es sei das Verfahren bis Ende Oktober 2020 zu sistieren, bis die 
Beschwerdeführer 3 und 4 die notwendigen Unterlagen eingereicht 
haben, so dass über die Zulassung zu Ausbildungszwecken und 
über den Familiennachzug in die Schweiz entschieden werden 
kann.»

Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 2. Dezember 2019 auf 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanz-
lichen Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-
hebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über 
Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf 
die Beschwerde ist vorbehältlich E. 1.2 einzutreten.

1.2 Der Streitgegenstand bezeichnet im Beschwerdeverfahren den Um-
fang, in dem das mit der angefochtenen Verfügung bzw. dem an-
gefochtenen Entscheid geregelte Rechtsverhältnis umstritten ist. Grundlage 
für die Bestimmung des Streitgegenstands bilden einerseits der an-
gefochtene Entscheid (Anfechtungsobjekt) und andererseits die Anträge 
der beschwerdeführenden Partei (BVR 2017 S. 514 E. 1.2, 2016 S. 5 

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[VGE 2014/37 vom 3.9.2015] nicht publ. E. 1.3; VGE 2019/334 vom 
9.3.2020 E. 1.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 25 N. 14 und Art. 72 N. 6 f.). – Angefochten ist der Ent-
scheid der POM betreffend den Familiennachzug der Ehefrau und der 
beiden Kinder. Nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet 
die Frage, ob den Beschwerdeführenden 3 und 4 eine Aufenthalts-
bewilligung zu Aus- und Weiterbildungszwecken erteilt werden könnte. 
Weder das MIP noch die Vorinstanz haben darüber befunden. Zwar haben 
die anwaltlich vertretenen Beschwerdeführenden 3 und 4 auf dem Antrag 
auf Erteilung eines Visums für den langfristigen Aufenthalt neben «Fami-
liennachzug» auch «Studium - Ausbildung» als Aufenthaltszweck an-
gegeben (vgl. Akten MIDI 3D pag. 38, 3E pag. 42). Sie haben sich jedoch 
weder zum damaligen noch zum heutigen Zeitpunkt zu einer konkreten 
Ausbildung angemeldet oder eine solche in Aussicht. Sie haben sich in 
ihren Eingaben an den MIDI und die Vorinstanz denn auch auf Aus-
führungen zum Familiennachzug beschränkt und die geplanten Studien nur 
in diesem Zusammenhang erwähnt (vgl. Akten MIDI 3D pag. 2, 50, 56 ff.). 
Somit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit die Beschwerde-
führenden mit Eventualbegehren beantragen, die Sache sei zur Neu-
beurteilung der Zulassung zu Ausbildungszwecken in der Schweiz an die 
Vorinstanz beziehungsweise an den MIDI zurückzuweisen. Den Be-
schwerdeführenden 3 und 4 steht es frei, zu gegebenem Zeitpunkt ein ent-
sprechendes Gesuch einzureichen.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländer-
gesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und 
die offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über 
die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- 
und Integrationsgesetz, AIG). Mit der Teilrevision sind die Anforderungen 

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an den Familiennachzug erhöht worden. Das vorliegende Verfahren wurde 
jedoch vor Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen – 
entgegen der vorinstanzlichen Auffassung (angefochtener Entscheid E. 3) 
– das alte Recht (AuG und Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zu-
lassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201] je in der bis 
zum 31.12.2018 gültigen Fassung [AS 2007 S. 5437 bzw. AS 2007 
S. 5497]) anwendbar bleibt (Art. 126 Abs. 1 AIG analog; VGE 2019/371 
vom 12.5.2020 E. 2, 2019/223 vom 27.2.2020 E. 2; vgl. auch 
VGE 2018/378 vom 18.12.2019 [zur Publ. bestimmt] E. 4).

3.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen die Beschwerdeführenden, 
das vorliegende Verfahren sei bis Ende Oktober 2020 zu sistieren, damit 
die Beschwerdeführenden 3 und 4 (Kinder) die notwendigen Unterlagen zu 
den von ihnen angestrebten Ausbildungen einreichen könnten. Würde 
ihnen die Zulassung zu Ausbildungszwecken bewilligt, wäre der Nachzug 
der Beschwerdeführerin 2 (Mutter) aus wichtigen Gründen zu bewilligen.

3.1 Nach Art. 38 VRPG kann die instruierende Behörde von Amtes 
wegen oder auf Antrag das Verfahren einstellen, wenn dessen Ausgang 
vom Entscheid eines andern Verfahrens abhängt oder wesentlich beein-
flusst wird oder wenn im andern Verfahren über die gleiche Rechtsfrage zu 
befinden ist. Die Praxis lässt aus Gründen der Prozessökonomie die 
Sistierung auch in weiteren Fällen zu, etwa wenn eine Rechtsänderung un-
mittelbar bevorsteht (Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 38 N. 6).  

3.2 Vorliegend sind wie dargelegt keine Verfahren um Aufenthalt zu 
Ausbildungszwecken hängig (vorne E. 1.2). Der Familiennachzug nach 
Art. 43 AuG und die Zulassung zum Aufenthalt zu Aus- und Weiterbildungs-
zwecken nach Art. 27 AIG knüpfen sodann an unterschiedliche Voraus-
setzungen an, regeln den Aufenthalt zeitlich und sachlich unterschiedlich 
und hängen nicht voneinander ab. Insbesondere ist der Aufenthalt zu Aus- 
und Weiterbildungszwecken nur ein vorübergehender. Demnach würden 
sich andere Rechtsfragen stellen als im vorliegenden Verfahren. Andere 

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Gründe der Prozessökonomie, welche die Sistierung rechtfertigen würden, 
liegen nicht vor. Der Sistierungsantrag ist somit abzuweisen. 

4.

In der Sache ist strittig, ob die Vorinstanz den beantragten Familien-
nachzug verweigern durfte, ohne Recht zu verletzen.

4.1 Vorab ist festzuhalten, dass sachverhaltlich nicht erstellt ist, dass 
der Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin 2 immer noch ver-
heiratet sind. Gemäss den Akten hatten sie am 6. September 1991 ge-
heiratet und wurden am 25. Juni 1993 in Sri Lanka geschieden (vgl. Akten 
MIDI 3C pag. 17 und 100 ff.). Vom 14. August 1996 bis zum 1. November 
2002 war der Beschwerdeführer 1 mit einer Schweizerin verheiratet (vgl. 
Akten MIDI 3C pag. 96 f.). Eine erneute Heirat zwischen dem Beschwerde-
führer 1 und der Beschwerdeführerin 2 hat unstrittig nicht stattgefunden. 
Der Beschwerdeführer 1 hat vor dem MIDI jedoch geltend gemacht, dass 
die Scheidung von ihm und der Beschwerdeführerin 2 von den sri-
lankischen Behörden «nicht korrekt eingetragen» worden sei (vgl. Akten 
MIDI 3C pag. 72); der MIDI ging in der Folge ohne weiteres davon aus, 
dass die 1991 geschlossene Ehe andauernd bestand. Die Schweizerische 
Botschaft in Colombo hat den Bestand der Ehe offenbar ebenfalls nicht in 
Zweifel gezogen. Ob die am 6. September 1991 geschlossene Ehe tat-
sächlich noch besteht, ist angesichts der Vorbringen des Beschwerde-
führers 1 samt beigebrachter Bestätigung der Scheidung durch die sri-
lankischen Behörden zweifelhaft (vgl. Akten MIDI 3C pag. 71 und 100), zu-
mal nicht vorgebracht ist, der «nicht korrekte» Eintrag der Scheidung habe 
deren Ungültigkeit zur Folge. Der Bestand der 1991 geschlossenen Ehe 
ändert letztlich nichts am Ausgang des Verfahrens. Mit der Vorinstanz ist 
nachfolgend zu Gunsten der Beschwerdeführenden vom Bestehen dieser 
Ehe auszugehen, wiewohl dies die Frage der Nichtigkeit der Ehe mit der 
Schweizerin und allfälliger Folgen für den ausländerrechtlichen Status des 
Beschwerdeführers 1 aufwirft. 

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4.2 Gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegattinnen und 
Ehegatten sowie ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit Nieder-
lassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Auf-
enthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach Art. 47 
Abs. 1 AuG muss der Anspruch auf Familiennachzug innerhalb von fünf 
Jahren geltend gemacht werden (Satz 1); Kinder über zwölf Jahre müssen 
innerhalb von zwölf Monaten nachgezogen werden (Satz 2). Die Fristen be-
ginnen bei Familienangehörigen von Ausländerinnen und Ausländern mit 
der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der 
Entstehung des Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 Bst. b AuG). Sie be-
ginnen allerdings erst mit dem Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008, 
sofern vor diesem Zeitpunkt die Einreise erfolgt oder das Familienverhältnis 
entstanden ist (Art. 126 Abs. 3 AuG). Wurde der Nachzug innert der Fristen 
von Art. 47 Abs. 1 AuG beantragt, so ist er zu bewilligen, wenn gemäss 
Art. 51 Abs. 2 AuG kein Rechtsmissbrauch und keine Widerrufsgründe 
nach Art. 62 Abs. 1 AuG gegeben sind, die nachziehenden Eltern das 
Sorgerecht haben und das Kindeswohl dem Nachzug nicht entgegensteht 
(vgl. BGE 136 II 78 E. 4.7 f. [Pra 99/2010 Nr. 70]; BGer 2C_634/2017 vom 
14.8.2018 E. 3.6). Ein nachträglicher Familiennachzug wird hingegen nur 
bewilligt, wenn wichtige familiäre Gründe geltend gemacht werden (Art. 47 
Abs. 4 Satz 1 AuG). Für die Frage, ob die Altersgrenze von 18 Jahren nach 
Art. 43 Abs. 1 AuG eingehalten wurde, ist das Alter des Kindes bei 
Gesuchseinreichung entscheidend (BGE 136 II 497 E. 3.7; 
BGer 2C_1070/2018 vom 3.2.2020 E. 3.3).

4.3 Es ist unstreitig, dass die Beschwerdeführenden die Frist gemäss 
Art. 47 Abs. 1 AuG nicht eingehalten haben und deshalb einzig ein nach-
träglicher Familiennachzug zur Diskussion steht. Sie sind indes der An-
sicht, die Vorinstanz habe das Vorliegen wichtiger familiärer Gründe für 
einen nachträglichen Familiennachzug zu Unrecht verneint (vgl. Be-
schwerde Rz. 22) und den Vorgaben der Europäischen Menschenrechts-
konvention (EMRK; SR 0.101) ungenügend Rechnung getragen (Be-
schwerde Rz. 23 ff.).

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4.4 Wichtige familiäre Gründe für die Bewilligung des nachträglichen 
Nachzugs nach Art. 47 Abs. 4 AuG liegen vor, wenn das Kindeswohl nur 
durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann (Art. 75 VZAE). 
Entgegen dem Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist nach der 
Rechtsprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl ab-
zustellen; es bedarf vielmehr der Würdigung aller erheblichen Umstände im 
Einzelfall (vgl. BGer 2C_943/2018 vom 22.1.2020 E. 3.2, 2C_586/2018 
vom 28.5.2019 E. 2.3). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Frist 
muss nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme bleiben; dabei ist 
Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG aber so zu handhaben, dass der Anspruch auf 
Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. nach Art. 13 der Bun-
desverfassung (BV; SR 101) im Rahmen der erforderlichen Interessen-
abwägung gewahrt bleibt (vgl. etwa BGer 2C_943/2018 vom 22.1.2020 
E. 3.2, 2C_889/2018 vom 24.5.2019 E. 3.1, beide mit weiteren Hinweisen). 
Der Gesetzgeber beabsichtigte mit Art. 47 Abs. 4 AuG die Integration durch 
einen möglichst frühen Nachzug der Familienmitglieder zu fördern; die 
Nachzugsgründe sind aber nicht auf stichhaltige, unvorhersehbare Ereig-
nisse beschränkt. Praxisgemäss geht das Bundesgericht davon aus, dass 
eine Familie, die freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dadurch ihr 
beschränktes Interesse an einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Fami-
lienleben zum Ausdruck bringt. In einer solchen Konstellation, in der die 
familiären Beziehungen während Jahren über die Grenzen hinweg be-
suchsweise und über die modernen Kommunikationsmittel gelebt werden, 
überwiegt regelmässig das dem Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG zugrunde 
liegende Interesse an der Einwanderungsbeschränkung, solange nicht 
stichhaltige Gründe etwas anderes nahelegen (vgl. BGer 2C_889/2018 
vom 24.5.2019 E. 3.1, 2C_323/2018 vom 21.9.2018 E. 8.2.2 mit Hin-
weisen). Es obliegt im Rahmen ihrer prozessualen Mitwirkungspflicht der 
nachzugswilligen Person, die entsprechenden Umstände vorzubringen und 
zu belegen (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AuG; 
BGer 2C_555/2019 vom 12.11.2019 E. 6.1, 2C_515/2018 vom 23.8.2019 
E. 2.3). Ein nachträglicher Nachzug kann verweigert werden, wenn Frau 
und Kinder bisher bereits im Ausland getrennt vom Vater lebten und weiter-
hin dort leben können (vgl. BGer 2C_481/2018 vom 11.7.2019 E. 6.2, 
2C_634/2017 vom 14.8.2018 E. 3.4.4, je mit weiteren Hinweisen; zum 
Ganzen VGE 2018/378 vom 18.12.2019 [zur Publ. bestimmt] E. 6.1, 

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2019/98 vom 9.10.2019 [zur Publ. bestimmt; bestätigt durch 
BGer 2C_948/2019 vom 27.4.2020] E. 6.1).

4.5 Die Beschwerdeführenden machen geltend, der Beschwerde-
führer 1 habe hauptsächlich wegen seiner seriösen Planung mit dem An-
trag auf Familiennachzug zugewartet. Es sei ihm wichtig gewesen, dass er 
für seine Familie bei deren Nachzug in die Schweiz finanziell sorgen könne. 
An seinem früheren Arbeitsplatz sei er einer konstant hohen beruflichen 
Belastung ausgesetzt gewesen und es sei ihm beinahe gekündigt worden. 
Er verfüge erst durch seine jetzige Tätigkeit als Geschäftsleiter über ge-
nügende finanzielle Sicherheit, um für seine Familie in der Schweiz auf-
kommen zu können (Beschwerde Rz. 17). Seine zahlreichen Reisen ins 
Heimatland würden beweisen, dass das Familienleben das allerhöchste 
Ziel der Beschwerdeführenden sei. Sie würden stark unter der räumlichen 
Trennung leiden und hätten sich mit der jetzigen Situation nicht arrangiert 
(Beschwerde Rz. 18). Die mittlerweile volljährige Tochter (Beschwerde-
führerin 3) stehe in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem 
Vater, da er ihre hohen Studiengebühren in Sri Lanka bezahle, was er sich 
zukünftig nicht mehr leisten könne, wenn er zwei Haushalte finanzieren 
müsse (Beschwerde Rz. 25). Seit der Anschlagsserie vom 21. April 2019 in 
Colombo auf Kirchen und Hotels fürchte sie zudem um ihr Leben. Sie sei 
christlichen Glaubens und nur wegen Unpässlichkeit habe sie den Oster-
gottesdienst in einer der drei betroffenen Kirchen verpasst. Im ganzen Land 
bestehe das Risiko von terroristischen Anschlägen. Die Beschwerde-
führenden 2-4 würden sich daher in Sri Lanka nicht mehr sicher fühlen (Be-
schwerde Rz. 26).

4.6 Aus dem blossen Umstand, dass es die Beschwerdeführenden für 
wirtschaftlich sinnvoller hielten, den Familiennachzug hinauszuzögern, lässt 
sich kein wichtiger Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG ableiten (vgl. 
BGer 2C_38/2017 vom 23.6.2017 E. 4.4.1). Im Übrigen ist weder belegt 
noch nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer 1 bis zum Ende der 
Nachzugsfrist am 31. Dezember 2012 (vgl. angefochtener Entscheid E. 4c) 
nicht in der Lage gewesen sein soll, in der Schweiz für seine Familie finan-
ziell zu sorgen. Ab 1. Juni 2007 war er in leitender Position bei seinem da-
maligen Arbeitgeber tätig, wobei dieser mit ihm sehr zufrieden war, wie aus 

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dem Arbeitszeugnis vom 31. Juli 2016 hervorgeht (vgl. Beschwerde-
beilage 9). Auch wäre es der Beschwerdeführerin 2, welche nach eigenen 
Angaben über einen akademischen Hintergrund verfügt (vgl. Beschwerde 
Rz. 7), durchaus zuzumuten gewesen, in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit 
aufzunehmen und zum Familieneinkommen beizutragen. Im Weiteren hat 
der Beschwerdeführer 1 nicht belegt, dass er zukünftig – anders als bis 
anhin – nicht in der Lage sein wird, zwei Haushalte zu finanzieren und die 
Studiengebühren seiner Tochter zu bezahlen. Selbst wenn dies zutreffen 
würde, läge darin kein wichtiger familiärer Grund: Rein wirtschaftliche Inter-
essen vermögen einen nachträglichen Familiennachzug nicht zu recht-
fertigen (vgl. BGer 2C_914/2014 vom 18.5.2015 E. 4.1). 

4.7 Andere wichtige familiäre Gründe im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG 
sind ebenfalls nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer 1 hat sein Heimat-
land vor 28 Jahren und damit vor der Geburt der Kinder verlassen. Er hat 
mit diesen und seiner Ehefrau, abgesehen von Ferienaufenthalten, nie zu-
sammengelebt. Der Kontakt wurde seit jeher nur über Besuche und die 
modernen Kommunikationsmittel gepflegt. Für das Wohl der Beschwerde-
führenden 3 und 4 ist es daher nicht zwingend erforderlich, dass sie zum 
Vater in die Schweiz kommen können. Sie sind inzwischen volljährig bzw. 
fast volljährig und müssen kaum mehr betreut werden. Sollten sie dennoch 
eine Betreuungs- oder Ansprechperson brauchen, steht ihnen die Be-
schwerdeführerin 2 weiterhin zur Verfügung, welche sie bis anhin betreut 
hat. Die Eltern haben es über Jahre hinweg in Kauf genommen, dass die 
familiären Beziehungen nur über die Grenzen hinweg und damit ein-
geschränkt gelebt werden konnten, und sich offenkundig mit der Situation 
arrangiert. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin 3 bei Gesuchs-
einreichung am 27. Juni 2018 fast volljährig war und der Beschwerde-
führer 4 zwei Monate vor seinem 16. Geburtstag stand, legt zudem den 
Schluss nahe, dass es den Beschwerdeführenden nicht hauptsächlich dar-
um geht, die Familie zu vereinigen, sondern den Kindern eine Ausbildung 
in der Schweiz zu ermöglichen. Die detaillierten Ausführungen in der Be-
schwerde zu zukünftigen Studienwünschen unterstreichen diese Annahme. 
Dass die Kinder in der Schweiz allenfalls bessere (Hochschul-)Bildungs-
möglichkeiten haben, berechtigt jedoch nicht zum nachträglichen Familien-
nachzug. Schliesslich stellt auch die Angst der Beschwerdeführenden 2-4 

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vor einer ungewissen Zukunft und die angespannte politische und soziale 
Situation in Sri Lanka keinen wichtigen familiären Grund dar. Das Ver-
waltungsgericht verkennt nicht, dass die aktuelle Lage in Sri Lanka volatil 
und nach den verheerenden Anschlägen vom 21. April 2019 auch sehr an-
gespannt ist (vgl. BVGer D-5212/2019 vom 6.12.2019 E. 5.3). Hiervon sind 
die Beschwerdeführenden 2-4 aber nicht stärker betroffen als die Gesamt-
bevölkerung. Die Beschwerdeführenden scheinen zu übersehen, dass 
beim Familiennachzug weder wirtschaftliche Gründe wie bessere Berufs- 
und Lebenschancen in der Schweiz, noch die politische Lage im Herkunfts-
land im Vordergrund stehen (Weisungen des Staatssekretariats für 
Migration vom 25. Oktober 2013, Stand 1.11.2019, Ausländerbereich 
[Weisungen AIG], Ziff. 6.10.2, einsehbar unter <https://www.sem.
admin.ch>, Rubriken «Publikationen & Service», «Weisungen und Kreis-
schreiben», «I. Ausländerbereich»; vgl. VGE 2014/81 vom 9.2.2015 E. 3.4). 

4.8 Anders als die Beschwerdeführenden geht das Verwaltungsgericht 
sodann davon aus, dass bei einer Übersiedlung in die Schweiz mit erheb-
lichen Integrationsschwierigkeiten zu rechnen wäre: Tochter und Sohn sind 
aktuell 19 und 17 Jahre alt. Sie sind in Sri Lanka aufgewachsen, dort 
sozialisiert worden und leben bis heute in ihrer Heimat. Für die 57-jährige 
Ehefrau würde sich die Integration noch schwieriger gestalten. Die Be-
schwerdeführenden 2-4 waren noch nie in der Schweiz und sind mit den 
hiesigen kulturellen Verhältnissen nicht vertraut (vgl. Akten MIDI 3C 
pag. 39, 3D pag. 39 und 3E pag. 40). Ein Umzug zum Ehemann bzw. Vater 
würde für sie eine grosse Umstellung bedeuten und zu mehr Instabilität 
führen als die bereits gewohnte Abwesenheit des Beschwerdeführers 1. 
Die zu erwartenden Integrationsprobleme können nicht dadurch aufge-
wogen werden, dass die Beschwerdeführenden 3 und 4 jung und gebildet 
sind und sich die Beschwerdeführerin 3 mit Deutschkursen auf den ge-
wünschten Aufenthalt in der Schweiz vorzubereiten versucht (Beschwerde 
Rz. 19).

4.9 Zusammenfassend ergibt sich Folgendes: Der Wunsch der Be-
schwerdeführenden, als Gesamtfamilie in der Schweiz zu leben, und die 
aufgeführten wirtschaftlichen Interessen, sind nachvollziehbar, begründen 
aber noch kein Recht auf eine nachträgliche Familienzusammenführung 

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(vgl. etwa BGer 2C_1028/2018 vom 27.5.2019 E. 5.4). Die Beschwerde-
führenden haben ihr Familienleben während Jahren über die Landes-
grenzen hinweg gelebt und die Nachzugsfrist ungenutzt verstreichen 
lassen, ohne dass sie hierfür gewichtige Gründe dartun können. Die 
Lebensumstände in Sri Lanka geben keine Hinweise darauf, dass das 
Familienleben im bisherigen Rahmen nicht mehr möglich wäre. Die heute 
19-jährige Tochter und der fast 18-jährige Sohn können in Sri Lanka weiter-
hin mit ihrer Mutter zusammenleben; einer besonderen Betreuung bedürfen 
sie angesichts ihres Alters nicht mehr. Ehefrau und Kinder sind in Sri Lanka 
aufgewachsen und sozialisiert worden. Die hiesigen Verhältnisses kennen 
sie demgegenüber nicht und verfügen auch nicht oder höchstens über ele-
mentare Deutschkenntnisse. Ihre Integration wäre daher mit erheblichen 
Schwierigkeiten verbunden. Den Beschwerdeführenden ist es zumutbar, ihr 
Familienleben wie bisher mittels der modernen Kommunikationsmittel und 
gegenseitiger Besuche zu leben. Entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführenden wird damit das konventions- und verfassungsrechtlich 
geschützte Familienleben nicht verletzt. Aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 
Abs. 1 BV ergibt sich weder ein Recht auf Einreise noch auf Wahl des für 
das Familienleben geeignetsten Ortes. Dem heute 58-jährigen Be-
schwerdeführer 1 steht es offen, entweder die Beziehung zu seiner Familie 
weiterhin grenzüberschreitend zu führen oder zu ihnen nach Sri Lanka aus-
zureisen (vgl. VGE 2018/378 vom 18.12.2019 [zur Publ. vorgesehen] E. 8). 
Abgesehen vom unbehelflichen Hinweis, dass die Familie ihre Zukunft in 
der Schweiz sehe (vgl. Beschwerde Rz. 18), stellen die Beschwerde-
führenden die vorinstanzliche Feststellung nicht in Abrede, wonach es dem 
Beschwerdeführer 1 zumutbar wäre, nach Sri Lanka zurückzukehren (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 5e/cc). Sollte er sich für einen Verbleib in der 
Schweiz entscheiden, kann er seine Familie in Sri Lanka wie bis anhin 
finanziell unterstützen. Insgesamt überwiegt das öffentliche Interesse an 
einer restriktiven Einwanderungspolitik das Interesse der Beschwerde-
führenden, ihr Familienleben in der Schweiz führen zu können. Der rechts-
erhebliche Sachverhalt ergibt sich mit hinreichender Klarheit aus den 
Akten, weshalb kein Parteiverhör durchzuführen ist; der entsprechende Be-
weisantrag (vgl. Beschwerde S. 6) wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.05.2020, Nr. 100.2019.372U, 
Seite 13

5.

Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als offensichtlich un-
begründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vorne E. 1.2). 
Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Rechtsmittel in Zweierbesetzung 
(Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden Be-
schwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten 
sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Der Antrag auf Sistierung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens wird 
abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2ʹ000.--, werden den Beschwerde-
führenden auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.05.2020, Nr. 100.2019.372U, 
Seite 14

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.