# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2e2edb0-d108-5c66-8593-699f6e47e5fb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2016 E-719/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-719-2015_2016-10-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-719/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richter Jean-Pierre Monnet, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiber Pascal Waldvogel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch lic. iur. Angela Roos, Rechtsanwältin,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 29. Dezember 2014 / N (…). 

 

 

 

E-719/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Afghanistan gemäss den Aussagen seines 

Bruders im Mai 2013. Am 29. August 2013 reiste er in die Schweiz ein und 

stellte am Tag darauf ein Asylgesuch. Am 11. September 2013 wurde er zur 

Person befragt (BzP). Die Vorinstanz hörte ihn am 3. Oktober 2013 zu den 

Asylgründen an. Im Wesentlichen machte er geltend, sein Vater, ein vor-

maliger (…) und (…), habe Probleme mit dem Provinzvorsteher gehabt. 

Aufgrund dieser Probleme sei auf seinen Vater, seinen Bruder und auf ihn 

aus einem Auto heraus geschossen worden. Sie hätten sich gerade noch 

in Sicherheit bringen können. Aus diesem Grund habe er das Haus nur 

noch selten verlassen und sei nach dem Winter zusammen mit seinem 

Bruder ausgereist. 

B.  

Mit Verfügung vom 29. Dezember 2014 stellte die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge-

such ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Den zuständigen 

Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug der Wegweisung. 

C.  

Mit Eingabe vom 4. Februar 2015 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde ein. Er beantragte, die Verfügung der 

Vorinstanz vom 29. Dezember 2014 sei aufzuheben, ihm sei die Flücht-

lingseigenschaft anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventu-

aliter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar sei 

und ihm sei die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Subeventualiter sei die 

Sache zur genaueren Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei ihm die unentgelt-

liche Rechtpflege zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses zu verzichten und ihm die unterzeichnende Rechtsanwältin als unent-

geltliche Rechtsbeiständin beizugeben. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben des Office of 

Administrative Affairs and Council of Ministers Secretariat (mit Überset-

zung), eine Schreiben seines Onkels sowie eines Quartier- und Bürgerra-

tes (mit Übersetzung), die Aussagen von B._______ auf Facebook  

(mit Übersetzung), zwei Zeitungsberichte, zwei Schreiben seines Bruders, 

ein ärztlicher Bericht über seine Mutter, ein Visum und einen Passstempel 

seiner Mutter, ein Schreiben seiner Gastfamilie, ein Schreiben seines 

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Sporttrainers, eine Turnierausschreibung, eine Teilnehmerliste und eine 

Fürsorgebestätigung zu den Akten. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. Februar 2015 gewährte der damalige In-

struktionsrichter dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessfüh-

rung, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, hiess das 

Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung gut und lud die Vorinstanz zur 

Vernehmlassung ein. 

E.  

Mit Eingabe vom 25. Februar 2015 reichte die Vorinstanz ihre Vernehmlas-

sung ein. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. Februar 2015 wurde dem Beschwerdefüh-

rer die Vernehmlassung der Vorinstanz zugestellt und Frist zur Einreichung 

einer Replik angesetzt. 

G.  

Mit Eingabe vom 16. März 2015 reichte der Beschwerdeführer seine Replik 

ein. 

H.  

Mit Eingabe vom 9. März 2016 reichte der Beschwerdeführer weitere Be-

weismittel zu den Akten (eine Bestätigung Vorlehre, ein Zwischenzeugnis, 

diverse Schnupperlehrberichte, eine Bestätigung von […] und einen Zei-

tungsbericht über […]). 

I.  

Das Gericht hat die Asyldossiers der Eltern und der beiden Brüder des Be-

schwerdeführers zum vorliegenden Verfahren beigezogen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

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Seite 4 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung im 

Asylbereich auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvoll-

ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zu-

dem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 

VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass im Protokoll der Anhörung, 

das ihm zugestellt worden sei, Seite 11 gefehlt habe und er diese beim 

Empfangszentrum habe anfordern müssen. 

Die fragliche Seite wurde dem Beschwerdeführer umgehend zugestellt. Auf 

Beschwerdeebene hatte er schliesslich mehrfach die Möglichkeit, sich zum 

Inhalt dieser Seite zu äussern. Inwiefern ihm aus dem Versehen der Vor-

instanz ein Nachteil erwachsen ist, substantiiert er auf Beschwerdeebene 

nicht weiter. Ein solcher ist auch nicht ersichtlich. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.2 Gemäss Art. 7 muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zu-

mindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht (Abs. 1). Glaubhaft ge-

macht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaub-

haft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig 

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begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entspre-

chen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abge-

stützt werden (Abs. 3). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2010/57 E. 2.2 f. und BVGE 2012/5 E. 2.2). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG und die Flüchtlingseigenschaft ge-

mäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. Während der Beschwerdeführer seine 

Reise nach Europa und die Wiedereinreise in Afghanistan detailliert er-

zähle, müsse seine Schilderung des Angriffs und der Umstände als nicht 

konkret und oberflächlich bezeichnet werden. Weiter könne seinen Aussa-

gen entnommen werden, dass er selbst keine Probleme in Afghanistan ge-

habt habe. Diese seien eindeutig seinem Vater zuzuordnen. Er weise kein 

Risikoprofil im asylpolitischen Sinne auf. Schliesslich sei darauf hinzuwei-

sen, dass das Asylgesuch seiner Eltern aus dem Ausland abgewiesen wor-

den sei, obwohl die vom Beschwerdeführer geschilderten Probleme be-

kannt gewesen seien. Sein Bruder C._______, welcher in der Schweiz Asyl 

erhalten habe, weise ein anderes Risikoprofil auf. 

5.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, er lege die Probleme sei-

ner Familie und seine Verfolgungssituation ausführlich dar. Den Ablauf des 

Schiessangriffs erzähle er sehr detailliert. Seine Aussagen seien authen-

tisch und glaubhaft. Schliesslich seien seine Vorbringen als asylrelevant zu 

bezeichnen. Es möge zwar sein, dass die Probleme seines Vaters mit dem 

Gouverneur anfänglich einen geschäftlichen Hintergrund gehabt hätten, 

spätestens nach dem Deponieren der Anzeige betreffend Korruption bei 

der Zentralregierung habe die Auseinandersetzung eine politische Kompo-

nente erhalten. Der Konflikt habe ihn unmittelbar betroffen, sei er doch Op-

fer eines bewaffneten Angriffs geworden. Für ihn habe keine andere Mög-

lichkeit als die Flucht ins Ausland bestanden. 

5.3 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, es erstaune, dass 

der Vater des Beschwerdeführers mit ihm nicht umgehend nach dem An-

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griff ausgereist sei. Ob die Attacke tatsächlich dem Gouverneur zuzuschrei-

ben sei und einem Mitglied der Kernfamilie gegolten habe, obwohl auch die 

erweiterte Familie im gleichen Haus wohne, sei dem Beschwerdeführer gar 

nicht bekannt. Ausserdem sei sehr fraglich, warum sein Vater nach dieser 

Attacke offenbar keine Anzeige eingereicht habe, zumal er dies in einer viel 

delikateren Interessensfrage gemacht habe. Im Übrigen halte man vollum-

fänglich an den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest. 

5.4 Der Beschwerdeführer führt in der Replik aus, sein Vater habe ihn und 

seinen Bruder bei der Flucht nicht begleiten können, da seine Mutter zum 

damaligen Zeitpunkt sehr krank gewesen sei. So seien wenigsten sie beide 

in Sicherheit gewesen. Die lokalen Sicherheitsbehörden würden unter dem 

Kommando des Gouverneurs stehen, weshalb es seiner Familie nicht zu-

mutbar gewesen sei, bei den örtlichen Sicherheitsbehörden um Schutz zu 

ersuchen. 

5.5 Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind indes weder in tatsächli-

cher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. In der angefochtenen 

Verfügung wird einlässlich begründet, weshalb ein Grossteil der Aussagen 

des Beschwerdeführers unglaubhaft beziehungsweise nicht asylrelevant 

ausgefallen ist. 

5.5.1 Zutreffend hält die Vorinstanz fest, dass die Vorbringen des Be-

schwerdeführers nicht asylrelevant sind. So fehlt es der angeblichen Ver-

folgung des Beschwerdeführers in erster Linie an einem asylrelevanten 

Motiv (vgl. E. 4.1). Bereits aus der negativen Verfügung betreffend das 

Asylgesuch aus dem Ausland der Eltern des Beschwerdeführers geht her-

vor, dass die geltend gemachten Probleme des Vaters vor dem Hintergrund 

der beruflichen Tätigkeit zu verstehen seien. Diese Probleme, die dem Va-

ter aufgrund des Vertragsbruches seiner Partner entstanden seien, würden 

keinen in Art. 3 AsylG aufgeführten Verfolgungsgrund darstellen. Seine El-

tern hätten sich auch danach problemlos in D._______ und E._______ auf-

halten können und hätten Afghanistan mehrfach verlassen und seien wie-

der eingereist. Diesen Ausführungen in der Verfügung vom 12. Juni 2012 

(SEM-Dossier N 561690, A33/6) ist zu folgen. Aus diesem Grund kann der 

Beschwerdeführer, welcher selbst nie Probleme in Afghanistan gehabt hat, 

auch keine Reflexverfolgung geltend machen. Dass die angebliche Attacke 

auf ihn und seine Familie politisch motiviert gewesen sei, wie auf Be-

schwerdeebene behauptet wird, geht aus den Akten und den Aussagen 

des Beschwerdeführers nicht hervor. Es fehlt den Vorbringen somit an ei-

nem asylrelevanten Verfolgungsmotiv. 

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Weiter geht aus den Aussagen des Beschwerdeführers nicht hervor, wer 

hinter dem angeblichen Angriff auf seine Familie steckt. So führt der Be-

schwerdeführer aus, sein Vater habe sich zwar erkundigt, wer hinter dem 

Angriff stecke, er habe ihm aber solche Sachen nicht weitergegeben (SEM-

Akten, A11/15 F60). Dass Leute aus dem Umfeld des Gouverneurs diesen 

Angriff ausgeführt hätten und dass dieser einen politischen Hintergrund ge-

habt habe, sind reine Vermutungen des Beschwerdeführers, welche dieser 

weder in der Anhörung noch auf Beschwerdeebene weiter substantiiert. 

Daran vermögen auch die eingereichten Beweismittel (Korruptionsan-

zeige, Auszug aus Facebook) nichts zu ändern. Der eingereichte Brief der 

Quartierbewohner und der Onkel des Beschwerdeführers liegt nur in Kopie 

vor, verfügt über keinerlei Sicherheitsmerkmale und muss als Gefälligkeits-

schreiben qualifiziert werden. Darüber hinaus ist auch im Brief lediglich die 

Rede von unbekannten Personen, welche das Haus angegriffen hätten. 

Daraus kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

Ausserdem geht aus den Schilderungen des Beschwerdeführers, sollte 

sich der Angriff tatsächlich so abgespielt haben, nicht hervor, dass er selbst 

gezielt und individuell verfolgt worden wäre. Vielmehr ist davon auszuge-

hen, dass sich der Angriff alleine gegen den Vater des Beschwerdeführers 

gerichtet hat und seine beiden Söhne sich zur falschen Zeit am falschen 

Ort befunden haben. Gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers 

auf Beschwerdeebene ist sein Vater mutmasslich nicht mehr am Leben. 

Damit dürfte jegliche Motivation des Gouverneurs, die Familie des Be-

schwerdeführers zu verfolgen oder anderweitig zu belästigten, verschwun-

den sein, womit ein allfälliges Verfolgungsinteresse ohnehin als nicht mehr 

aktuell zu bezeichnen wäre. 

5.5.2 Schliesslich ist der Vorinstanz zu folgen, wenn sie festhält, dass die 

Vorbringen des Beschwerdeführers zum Angriff wenig überzeugen und 

starke Vorbehalte bestehen, ob sich dieser genau so ereignet hat. Diesbe-

züglich ist, um Wiederholungen zu vermeiden, auf die zutreffenden Erwä-

gungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. Die hierzu einge-

reichten Beweismittel vermögen daran nichts zu ändern 

5.6 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, das 

geeignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu 

machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

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6.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we-

der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen 

Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegwei-

sung ist nicht zu beanstanden. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Massgeblich für die Beur-

teilung des rechtserheblichen Sachverhalts bezüglich des Vollzugs der 

Wegweisung ist die Situation im Zeitpunkt des Urteils (Urteil des BVGer E-

3844/2008 vom 18. Juni 2010 E. 4). 

7.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Da dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht 

zukommt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu-

lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver-

fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

[FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).  

Weder aus den Akten noch den Aussagen des Beschwerdeführers erge-

ben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaf-

fung nach Afghanistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist demnach zulässig. 

7.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländer unzumutbar 

sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind. 

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7.3.1 Vorab gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mittlerweile 

volljährig ist. Den Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Ver-

fügung zum Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des 

Kindes (KRK, SR 0.107) und dem Vollzug der Wegweisung bei Minderjäh-

rigen fehlt es, aufgrund der Beurteilung des Sachverhaltes im Urteilszeit-

punkt (vgl. E. 7.1), an Relevanz. Gleiches gilt für die diesbezüglich getätig-

ten Ausführungen auf Beschwerdeebene und die diesen Sachverhalt be-

treffenden Beweismittel. Darauf ist nicht weiter einzugehen. 

7.3.2 Betreffend die allgemeine Lage in Afghanistan ist auf die vom Bun-

desverwaltungsgericht vorgenommene Einschätzung im Grundsatzurteil 

BVGE 2011/7 zu verweisen, welche nach wie vor als zutreffend zu erach-

ten ist. Nach eingehender Lageanalyse stellte das Bundesverwaltungsge-

richt darin fest, dass die Sicherheitslage sowie die humanitären Bedingun-

gen in weiten Teilen Afghanistans – ausser allenfalls in den Grossstädten – 

äusserst schlecht seien. Es kam deshalb zum Schluss, dass die Situation 

in Afghanistan praktisch flächendeckend als existenzbedrohend im Sinne 

von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemeinen Fest-

stellung sei die Situation in der Hauptstadt Kabul zu unterscheiden. Der 

Vollzug der Wegweisung könne nach Kabul unter bestimmten, im Einzelfall 

sorgfältig zu prüfenden Umständen als zumutbar qualifiziert werden. Sol-

che Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, 

wenn es sich beim Rückkehrer um einen jungen, gesunden Mann handle. 

Sodann sei in erster Linie ein soziales Netz unabdingbar, welches sich im 

Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkehrers als 

tragfähig erweise; denn ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte 

würden die schwierigen Lebensverhältnisse auch in Kabul unweigerlich in 

eine existenzielle beziehungsweise lebensbedrohende Situation führen. 

Das Bundesverwaltungsgericht kam in der Folge in zwei weiteren publizier-

ten Entscheiden zum Schluss, dass unter Voraussetzung der genannten 

begünstigenden Umstände ein Vollzug der Wegweisung auch in die Städte 

Herat (vgl. BVGE 2011/38) und Mazar-e-Sharif (vgl. BVGE 2011/49 und in 

jüngerer Rechtsprechung: Urteil des BVGer D-946/2015 vom 7. Septem-

ber 2016) zumutbar sein könne. 

7.3.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich den Akten zufolge um einen 

heute (…)-jährigen alleinstehenden Mann ohne gesundheitliche Probleme, 

der vor seiner Ausreise sein ganzes Leben, mit Ausnahme von zwei kurzen 

Auslandaufenthalten, in F._______  verbrachte. Er verfügt insbesondere in 

F._______  über ein grosses soziales Netz. So leben die Verwandten des 

Beschwerdeführers nach wie vor im Haus, in dem der Beschwerdeführer 

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Seite 10 

aufgewachsen ist. Dass er aufgrund seiner Verfolgung bei einer Rückkehr 

dort nicht mehr wohnen könne, wie er auf Beschwerdeebene vorbringt, ist 

aufgrund der obigen Ausführungen (vgl. E. 5.5.1 f.) nicht glaubhaft. Zudem 

leben auch seine Mutter und seine Schwester wieder in Afghanistan. Aus-

serdem ist davon auszugehen, dass die Familie des Beschwerdeführers in 

Afghanistan zur Oberschicht gehört und über beträchtliche finanzielle Mittel 

verfügt. Darauf deuten die verschiedenen Häuser des Vaters des Be-

schwerdeführers sowie die zahlreichen Auslandreisen von Familienmitglie-

dern. Da er in F._______  aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, 

erscheint es überdies als wahrscheinlich, dass er dort abgesehen von sei-

nen Familienangehörigen auch noch über ausserfamiliäre Beziehungen 

verfügt, auf welche er sich insbesondere bei der Arbeitssuche stützen 

kann. Damit liegen im vorliegenden Fall begünstigende Umstände im Sinne 

der vorerwähnten Rechtsprechung vor, und es ist nach dem Gesagten 

nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach 

F._______  in eine existenzielle Notlage geraten wird. Aus den eingereich-

ten Beweismitteln, welche die Integration des Beschwerdeführers belegen, 

kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der Vollzug der Wegweisung 

ist daher als zumutbar zu erachten. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun-

desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz besteht 

nach dem Gesagten kein Anlass. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

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Seite 11 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da der Antrag auf Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 

20. Februar 2015 gutgeheissen wurde, sind keine Kosten zu erheben. 

9.2 Die amtliche Rechtsbeiständin hat keine Kostennote eingereicht. Auf 

entsprechende Nachforderung kann verzichtet werden, da sich die Vertre-

tungskosten aufgrund der Akten abschätzen lassen (Art. 14 Abs. 2 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Ihr ist durch 

das Bundesverwaltungsgericht ein amtliches Honorar gestützt auf die in 

Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) in der Höhe 

von Fr. 2‘000.– (inkl. Auslagen und MWSt) auszurichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der als amtlichen Rechtsbeiständin eingesetzten Anwältin, lic. iur. Angela 

Roos, wird vom Bundesverwaltungsgericht ein amtliches Honorar von 

Fr. 2‘000.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Pascal Waldvogel 

 

 

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