# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b26ee56-5196-572d-8dea-dc2a4385faa3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-02-08
**Language:** de
**Title:** Anspruch auf Heilbehandlungen zu Recht abgewiesen. Keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten.
**Docket/Reference:** UV.2016.00073
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2016.00073.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2016.00073
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Schwegler
Urteil
vom
8. Februar 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Helsana Unfall AG
Zürichstrasse
130, 8600 Dübendorf
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Helsana Versicherungen AG
Recht & Compliance
Postfach, 8081 Zürich Helsana
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1953, ist seit 1994 bei der
Y.___
AG tätig und in dieser Eigenschaft bei der Helsana Unfall AG (Helsana) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 1
9.
Dezember 2013 stürzte sie auf der Traminsel Haltestelle
Z.___
auf Knie und Bauch (
Schadenmeldung UVG vom 1
9.
Dezember 2013,
Urk.
7/K1). Die Versicherte begab sich zu
Dr.
A.___
,
Chiropraktor
SCG ECU, welcher sie an die
Klinik B.___
, Orthopädie, überwies, wo
die Versicherte am 2
0.
Dezember 2013 in der ausserplanmässigen Sprechstunde ambulant
behandelt
und
eine
Patella-Querfraktur links nach Sturz am 1
9.
Dezember 2013
diagnostiziert wurde
(Bericht vom 1
5.
Januar 2014,
Urk.
7/M3). Die Helsana trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (vgl.
Urk.
7/K3). Mit Verfügung vom
6.
Juli 2015 stellte die Helsana
die
Kostenübernahme für Heilbehandlungen
(
Ergotherap
ie und Arztkontrollen)
ein und verneinte einen
Anspruch auf Invalidenrente oder Integritätsentschädigung (
Urk.
7/K28). Gegen diese
Verfügung erhob die Versicherte am
4.
August 2015 Einsprache (
Urk.
7/K31).
Mit Schreiben vom 2
8.
Oktober 2015 erteilte die Helsana Kostengutsprache für die Metallentfernung (
Urk.
7/K35) und wies mit
Einspracheentscheid
vom
4.
Februar 2016 die Einsprache ab (
Urk.
2). Am 2
4.
Februar 2016 teilte die Helsana der Versicherten mit, dass sie nach dem
6.
Juli 2015 für die Materialentfernung vom 2
0.
November 2015 und für eine Serie Physiotherapie aufkomme. Danach würden wiederum keine weiteren Leistungen mehr erbracht (
Urk.
7/
K
42).
2.
Die Versicherte erhob am
9.
März 2016 Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom
4.
Februar 2016 und beantragte
sinngemäss
, dass weiterhin Heilbehandlungsleistungen zu erbringen seien, darin eingeschlos
sen Rückfälle und Spätfolgen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
April 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/K1-K43 und
Urk.
7/M1-M25), was der Beschwerdeführerin am 2
7.
April 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt im
Wesentlichen dafür,
dass der Endzustand erreicht und die Leistungseinstellung zu Recht erfolgt sei. Dabei sei darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht im Zusammenhang mit der
Material
entfernung
vom 2
0.
November 2015 grundsätzlich anerkannt worden seien und dies nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde. Die Beschwer
deführerin sei seit dem
2.
April 2014 wieder voll arbeitsfähig, eine weitere Steigerung sei damit nicht mehr möglich und es sei schon deswegen keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten. Des Weiteren setze der
Fallab
schluss
lediglich voraus, dass sich von weiteren medizinischen Massnahmen keine Verbesserung mehr erwarten lasse, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich sei. Gestützt auf die Stellun
gnahmen des beratenden Arztes kö
nn
e
eine Ergotherapie keine namhafte Besserung mehr erzielen. Der Fallabschluss sei damit zu Recht erfolgt (
Urk.
2
; vgl. auch
Urk.
6
).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass sich der Zustand durch die Heilbehandlungen wesentlich verbessert habe, die Beschwerden ohne Therapie aber wieder zunähmen. Dass die Arbeitsfähigkeit wieder vollständig gegeben sei, sei auf ihren persönlichen Einsatz zurückzu
führen, es seien nie Versicherungsleistungen für die massiven,
unfallbeding
ten
Schlafstörungen geltend gemacht worden.
Ein Gespräch zwischen ihr und dem begutachtenden Arzt habe nie stattgefunden. Auch seien erhebliche unfallbedingte Kosten nie geltend gemacht worden, so hätten Kleidungsstü
cke neu angeschafft werden müssen, weil zum Beispiel das Tragen von Hosen aufgrund der Schmerzen nicht mehr möglich sei. Auch bleibe unklar, ob der begutachtende Arzt die notwendige fachliche Qualifikation habe. Es seien die Beschwerden damit als Unfallfolgen anzuerkennen und somit alle weiteren Heilbehand
lungen zu übernehmen (
Urk.
1).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmun
gen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
9.
Dezember 2013
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versi
cherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnah
men der Invalidenversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG hinterlässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41
E.
2c). Dem Rentenbezüger werden
Heilbehandlungsleis
tungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimmten Voraussetzungen ausgerichtet.
Da die Heilbehandlung
gemäss
Art.
10 UVG eine unfallbedingte
Behand
-
lungs
be
dürftigkeit
, nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, vermag die trotz des Unfalls uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 3.2).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwen
dung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund
retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134
V
109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen folgendermassen dar:
3.1
Die Beschwerdeführerin wurde von
Dr.
A.___
an die
Klinik B.___
überwiesen. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten in der Sprechstunde vom 2
0.
Dezember 2013 eine Patella-Querfraktur links nach Sturz am 1
9.
Dezember 201
3.
Sie hätten die Therapiemöglichkeiten ausführlich mit der Beschwerdeführerin besprochen und sich zur operativen Versorgung ent
schieden
(
Bericht vom 1
5.
Januar 2014,
Urk.
7/M3).
3.2
Die Ärzte der
Klinik B.___
hielten in ihrem Bericht vom 1
0.
Januar 2014 über die
Hospitalisation
vom 2
3.
bis 2
5.
Dezember 2013 fest
(
Urk.
7/M2)
, dass am 2
3.
Dezember 2013 bei der Beschwerdeführerin eine offene Reposition,
Zuggurtungs
-Osteosynthese Patella links durchgeführt worden sei
(vgl.
Urk.
7/M1)
.
Es habe sich ein problemloser
peri
- und postoperativer Verlauf
gezeigt. Postoperativ hätten keine sensiblen und motorischen Ausfälle bestanden. Sie bäten um die regelmässige Wundkontrolle und um die Fadenentfernung bei gesicherter Wundheilung 2 Wochen postoperativ. Für 6 Wochen sei eine Teilbelastung von 15 kg einzuhalten und eine Klettschiene zu tragen. Erlaubt sei eine Flexion bis 90° während 6 Wochen. Bis zur Vollbelastung werde eine Thromboseprophylaxe empfohlen. In 6 Wochen finde eine klinisch-radiologische Kontrolle statt (
Urk.
7/M2).
3.3
Am
4.
Februar 2014 wurde die Beschwerdeführerin in der Knie-Sprechstunde der
Klinik B.___
ambulant untersucht. Die Beschwerdeführerin dürfe nun zur Vollbelastung wechseln. Sobald ein
hinkfreies
Gangbild bestehe dürfe die Stockentwöhnung beginnen. Es sei mit Kräftigung zu beginnen, die Schiene könne weggelassen werden. Die Thromboseprophylaxe sei ab Vollbelastung nicht mehr notwendig. Formell sei sie zu 20
%
arbeitsfähig, Ziel sei dies innerhalb der nächsten 2 Wochen auf 50
%
zu steigern, falls möglich. Im April 2014 finde eine klin
ische Verlaufskontrolle statt (
Urk.
7/M4).
3.4
Anlässlich der Verlaufskontrolle 3 Monate postoperativ in der
Klinik B.___
wurde festgehalten
, dass die Beschwerdeführerin über eine ständige Verbesserung berichte. Das längere Sitzen sei mit Schmerzen vergesellschaf
tet, insbesondere im dorsalen Oberschenkel-/
Kniekehlenbereich
. Schmerz
mittel würden keine eingenommen, die Physiotherapie werde besucht. Die Beschwerdeführerin habe seit März 2014 ein ca. 80%iges Pensum bewältigt, plane jedoch nun die volle Arbeitsfähigkeit wieder anzugehen. Störend seien Missempfindungen und Hypersensibilität im vorderen Kniebereich bei der Narbe. Ein vermehrtes Schwitzen werde nicht berichtet, allenfalls eine Hypertrichose.
Es bestehe ein Verdacht auf eine
algodystrophe
Reaktion, weswegen sie gerne die Rheumatologen im Hause bäten, die Beschwerdeführerin direkt in die Sprechstunde aufzubieten. Eine klinische Verlaufskontrolle sei in drei Monaten vorgesehen, bei Problemen würde sie sich melden. Formell bestehe ab
m
orgen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Bericht vom
1.
April 2014,
Urk.
7/M5).
3.5
Die Beschwerdeführerin wurde am 2
2.
April 2014 in der rheumatologischen Sprechstunde der
Klinik B.___
un
tersucht, wonach weitere Untersuchungen (neurologische Abklärung, MRI des linken Knies und laborchemische Abklärung) veranlasst wurden zur Abklärung
ein
es komplexen regionalen Schmerzsyndroms, wobei rein formell die Budapest-Kriterien zur
Diag
nosestellung
erfüllt seien
(
Urk.
7/M6)
.
Nach den erfolgten Untersuchungen (vgl. Bericht über die neurologische und neurophysiologische Untersuchung vom 2
0.
Mai 2014,
Urk.
7/M9/2 f
.) erfolgte eine Verlaufskontrolle in der Rheumatologie-Sprechstunde der
Klinik B.___
am 2
1.
Mai 201
4.
Dabei wurden folgende Diagnosen notiert (
Urk.
7/M10):
-
Status nach
offener Reposition
Zuggurtu
ngsosteosynthese
Patella links v
om
2
3.
Dezember 20
13 bei
-
Patella-Querfraktur
Knie links nach Sturz am 1
9.
Dezember 20
13
-
p
ostoperative
r
Veränderung nach Patella-
Zugurtungsosteosynthese
mit fortschreitender K
onsolidation der Patella, kein
Knochen
marksödem
, kein Anhalt für
Hoffitis
(MRI Knie links 6.5.2014)
-
neuropathisches Schmerzsyndrom bei Läsion der
cutanen
sensiblen Nerven im Bereich des linken Knie
s
(neurop
hysiologische Untersu
chung 20.5.
2014)
-
25
-OH-Vitamin D3-Mangel (53
nmol
/l
, Norm 75-250) 4/2014
-
unter Substitution mit 10 Tropfen pro Tag (entsprechend 1000 IE)
Die
Beschwerdeführerin stelle
sich mit nun insgesamt leicht gebesserten
anterioren
Knieschmerzen in der Sprechstunde vor. MR-tomographisch hät
ten sich keine die Kniebeschwerden erklärende Kniebinnenläs
ion,
insbeson
dere keine
Hoffitis
oder
Osteonekrose
gezeigt.
In der neurologisch
en Untersu
chung
habe
sich der Verdacht auf ein neuropathisches Schmerzsyndrom bei Läsion der
cutanen
Nerven im Operationsgebiet
bestätigt. Ein
e
antineurop
a
thische
Therapie mit
Lyrica
habe
sie
jedoch vorerst abgelehnt.
Sie hätten
den Ausbau der medikamentösen Analgesie durch ein schmerzdistanzierendes Antidepressivum
diskutiert
.
Surmontil
4
%
sei
rezeptiert
worden
, beginnend mit 5 Tropfen und schrittweiser Steigerung um 1 Tropfen/Tag bis maximal 25 Tropfen. Über potentielle Risiken und Nebenwirkungen
sei sie
informiert
worden
. Zudem
sei ein Rezept
für DMSO-Salbe 50
%
, welche 4-5x/Tag appli
ziert werden k
ö
nn
e, ausgestellt worden
.
Die Vitamin-
D-Tropfen
seien
auf 12 (entsprechend 1200
IM) pro
Tag für 3 Monate
zu steigern
.
Es bestehe eine a
nhaltende Arbeitsunfähigkeit von 20
%
.
Eine k
linische Verlaufskontrolle
sei
in zwei Monaten
geplant, b
ei Beschwerden
werde sie sich vorzeitig melden (
Urk.
7/M10).
3.6
Am 1
6.
Juli 2014 erfolgte eine rheumatologische Verlaufskontrolle, anläss
lich derer festgehalten wurde, dass sich die neuropathischen
anterioren
Knieschmerzen durch die diversen therapeutischen Massnahmen sukzessive bessern würden. Es sei wieder eine volle Arbeitstätigkeit möglich. Gelegent
lich bestehe noch Überwärmung und Schwellungstendenz. Eine Verfärbung, Differenz der Schwitzneigung oder des Haar- und Nagelwachstums lägen
nicht vor. Störend seien noch ziehende Schmerzen unter leichtem Druck (Bettdecke, Strumpfhose etc.), sowie bei Belastung ein eher dumpfer mecha
nischer Schmerz
retropatellär
. Die therapeutischen Massnahmen (Physiothe
rapie,
Surmontil
-Tropfen und DMSO-Salbe) würden fortgeführt (
Urk.
8/M12).
3.7
Anlässlich der Rheumatologie-Sprechstunde vom 1
6.
Oktober 2014
wurde konstatiert
, dass insgesamt eine deutlich verbesserte Belastbarkeit bestehe, die Beschwerdeführerin aber noch schmerzgeplagt sei (VAS minimal 3/10). Sie könne ihrer Arbeitstätigkeit jedoch nachkommen. Aufgrund der anhal
tenden, schmerzbedingten Schlafstörungen werde die Einnahme von
Sur
montil-Tropfen
weiterhin empfohlen. Ein nächster Kontrolltermin sei in 6 Monaten geplant, bei Bedarf zuvor (
Urk.
7/M14).
3.8
Die Beschwerdeführerin wurde am 2
3.
Dezember 2014 in der Knie-Sprech
stunde der
Klinik B.___
untersucht.
Grosso
modo
bestehe ein
regelrechter postope
rati
ver Verlauf. Allerdings
sei die Beschwerdeführerin
na
ch wie vor durch die
periartikul
ären
Beschwerden bereits bei
leichter Berührung gestört. Gegebenenfalls wäre v
ersuchsweise eine ergotherapeutische
Behandlung zu diskutieren, sie
würden diesbezüglich Rücksprache mit
den Kollegen der Rheumatologie
halten. Sollten die Kollegen
ihr
Ansinnen unterstützen, würden
sie
dies entsprechend organisieren. Bei Beschwerden im Bereich des
Osteosynthesematerials
sei
auch
die mögliche Materialentfernun
g
diskutiert worden
. Diese
sei
frühestens eineinhalb Jahre nach Operation
zu planen. Entsprechend sä
hen
sie
die
Beschwerdeführerin
mit neuem
Röntgenbild eineinhalb Jahre po
stoperativ
in
ihr
er Sprechstunde wieder (
Urk.
7/M15).
In der Folge wurde eine Ergotherapie
zur
Desensibilisierungsbehandlung
periartikulär
am linken Knie verordnet (Verordnung Ergotherapie vom 2
8.
Januar 2015,
Urk.
7/M16).
3.9
Im Bericht über die rheumatologische Sprechstunde an der
Klinik B.___
vom 1
5.
April 2015 wurde notiert, dass
sich nach wie vor die Frage
stelle
, ob neuropathische Schmerz
en
oder ein mechanisch
er Schmerz im Vordergrund stünden
. Betreffend
einer allfälligen
Osteosynthese-Materialentfernung
habe die Beschwerdeführerin
einen Termin im Juni
diese
s
Jahres bei den Koll
egen der Knieorthopädie mit vorgängiger
konventioneller Bildgebu
ng. Auf Grund der neuropathischen Schmerzkomponente
verschrieben sie ihr
nun
Capsaicin
Creme 0,075% lokal Knie
links zur 1-2mal täglichen
Anwendung nach Auf
klärung über Vorsichtsmassnah
m
en und Nebenwirkungen.
Neurodol
Patch ha
b
e
sie auf Grund des Pflasterdruck
s nicht vertragen. Eine erneute Verord
nung für Ergotherapie (dese
nsibilisierende Massnahmen) werde
ausgehän
digt. Die
Beschwerdeführerin
würde sich telefonisch melden, falls nach 2
Wochen kein Ansprechen auf die
Capsaic
in
Salbe zu verzeichnen
sei
. In die
sem Fall
wäre
Lyrica
zu rezeptieren.
Im Rahmen einer nächsten
Blutbildkon
troll
e
sollte
n
erneut der Vitamin D3-Spiegel
kontrolliert
und allenfalls
die Tropfen wieder reduziert werden (
Urk.
7/M18).
3.10
Anlässlich der Knie-Sprechstunde vom
2.
Juni 2015 wurde ein s
oweit korrek
ter Verlauf
festgestellt. Die Desensibilisier
ungsbehandlung sollte im Rahmen der Ergo
therapie weiter
geführt werden.
Gegebenenfalls könnte auch eine lokale Infiltration mittels LA (ohne Steroid
)
diskutiert werden. Die
Beschwer
deführerin könnte sich hierfür bei ihnen
melden. Die M
aterialentfernung sähen
sie
im November 2015 vor (20.11.2015). Die
Beschwerdeführerin we
rd
e
ein entsprechendes
Aufgebot zum SDS-Voruntersuch
und zur Operation erhalten. Im R
ahmen dieser Untersuchung werde
eine erneute
Rö
ntgenbild
gebung
des linken Knies durch
geführt
(
Urk.
7/M19)
.
3.11
3.11.1
Die Beschwerdegegnerin ersuchte Prof.
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für o
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, um Stellungnahme. Prof.
C.___
konstatierte am 1
1.
Juni 2015, dass die Beschwerden überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis zurückzu
führen seien.
Zur Zeit
werde ergotherapeutisch ein sensibler Nervenschaden im Kniebereich behandelt. Zweieinhalb Jahre nach der OP sei die Ergothera
pie kaum noch in der Lage, die Situation zu bessern. Der Heilverlauf bezüg
lich des Knochens sei regelrecht und die objektiven Befunde und subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stimmten überein. Es sei höchst fraglich, ob die Ergotherapie den sensiblen Nervenschaden noch wesentlich beeinflussen könne. Der Abschluss der Behandlung sei angezeigt. Die
Osteosynthesemate
rialentfernung
(OSME) im
November 2015 gehe in Ordnung (
Urk.
7/M20).
3.11.2
Am
2.
Juli 2015 nahm Prof.
C.___
erneut Stellung. Er führte aus, dass die Diagnosen heute noch möglicherweise in einem natürlichen Kausalzu
sammenhang mit dem Unfallereignis stünden. 1.5 Jahre nach
Nerventrauma
tisierung
im Kniebereich und bis anhin geleisteten Kostengutsprachen für Ergotherapie zur Desensibilisierung sei mit weiterer Ergotherapie keine nam
hafte Verbesserung mehr möglich. Es handle sich um einen stationären Gesundheitszustand und therapeutische Massnahmen könnten nicht zu einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes führen. Therapeutische Massnahmen könnten auch den stationären Gesundheitszustand nicht für eine begrenzte Zeit lindern (
Urk.
7/M21).
3.12
Am 2
0.
November 2015 erfolgte die Metallentfernung Patella links (
Cerclage
und 2
Kirschnerdrähte
). Im Austrittsbericht vom 2
1.
November 2015 wurde festgehalten, dass der Verlauf
peri
- und postoperativ problemlos gewesen sei. Postoperativ hätten keine sensiblen oder motorischen Ausfälle bestanden und die Beschwerdeführerin habe in gutem Allgemeinzustand mit reizlosen Wundverhältnissen
afebril
und schmerzarm nach Hause entlassen werden können (
Urk.
7/M23).
3.13
Anlässlich der orthopädischen Verlaufskontrolle vom 2
1.
Januar 2016
berichte
te
die Beschwerdeführerin
über eine wesentliche Verbes
s
erung der Situation. Sie habe jedoch nach wie vor neuropathische Beschwerden
peri
patellär
.
Es werde nochmals eine physiotherapeutische Verordnung für die Weichteilbehandlung ausgestellt, Krafttraining erfolge in Eigenregie. Eine weitere Kontrolle sei nicht vorgesehen, die Beschwerdeführerin könne sich
bei Bedarf
jederzeit melden (
Urk.
7/M24).
3.14
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin konstatierte Prof.
C.___
am
4.
Februar 2016, dass die aktuell noch laufende Physiotherapieserie abge
schlossen werden könne. Dann sei das durch die OP allenfalls eingetretene Defizit an Funktionalität wieder ausgeglichen (
Urk.
7/M25).
4.
Strittig und z
u prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf
Heilbehandlungsleistungen
der Beschwerdegegnerin hat.
4.1
Die Beschwerdeführerin ist seit
Frühling
2014 wieder vollumfänglich arbeitstätig. So wurde anlässlich der rheumatologischen Sprechstunde vom 1
6.
Juli 2014 festgehalten, dass sich die neuropathischen
anterioren
Knie
schmerzen durch die diversen therapeutischen Massnahmen sukzessive bes
sern würden und eine volle Arbeitstätigkeit wieder möglich sei. Störend seien noch ziehende Schmerzen unter leichtem Druck sowie bei Belastung ein eher dumpfer mechanischer Schmerz
retropatellär
(E. 3.6). In der Folge fanden medikamentöse Behandlungen
statt
und ab Januar 2015 wurde Ergoth
erapie verordnet (vgl. E. 3.8). Nach der rheumatologischen Verlaufskontrolle im April 2015 wurde erneut Ergotherapie verordnet und festgehalten, dass nun
Capsaicin
-Salbe verordnet werde. Falls die Beschwerdeführerin nicht darauf ansprechen würde, wäre
Lyrica
zu rezeptieren (E. 3.9). Am
2.
Juni 2015 wurde nach der Knie-Sprechstunde festgehalten, dass die
Desensibilisie
rungsbehandlung
im Rahmen der Ergotherapie weitergeführt werden sollte. Gegebenenfalls
könnte auch eine lokale Infiltration mittels LA (ohne Steroid) diskutiert werden (E. 3.10).
Zusam
menfassend persistierten die
neuropathischen Schmerzen gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte trotz Ergotherapie und verschiedener medikamentöser Behandlungen. So konstatierte Prof.
C.___
in seiner Stellungnahme
vom
2.
Juli 2015 nachvollzi
ehbar, dass 1.5 Jahre
nach
Ner
ventraumatisierung
im Kniebereich mit weiterer Ergotherapie keine namhafte Verbesserung mehr möglich sei. Es handle sich um einen stationären Gesundheitszustand (E. 3.11). Dies zeigt sich auch darin, dass die neuropa
thischen Beschwerden auch nach der OSME persistierten (vgl. E. 3.13),
und
sich
nicht wesentlich
verändert darstellten.
Entsprechend ist aufgrund der Berichte der behandelnden Ärzte sowie der Stellungnahme von Prof.
C.___
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass
sich die neuropathischen Beschwerden
durch weitere Behand
lung
nach dem
6.
Juli 2015
nicht
mehr namhaft verbessern
können
bzw. konnten.
4.2
Nach
Erlass der
Verfügung vom
6.
Juli 2015 erfolgte noch eine Kostengutsprache für die OSME und
die
danach folgende Physiotherapie, da Prof.
C.___
in seiner Stellungnahme vom 2
0.
Juni 2015 auf die Frage, ob es weitere Behandlung- und Therapievorschläge gebe, festhielt, dass die OSME im November 2015 in Ordnung gehe (
Urk.
7/M20/2). Anlässlich der Knie-Sprechstunde zwei Monate postoperativ am 2
1.
Januar 2016 wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin über eine wesentliche Verbesse
rung der Situation berichte. Sie habe jedoch nach wie vor neuropathische Beschwerden
peripatellär
. Es werde erneut eine physiotherapeutische Verord
nung für die Weichteilbehandlung ausgestellt, das Krafttraining erfolge in Eigenregie. Eine weitere Kontrolle sei nicht vorgesehen, die Beschwerdefüh
rerin könne sich bei Bedarf jederzeit wieder melden (E. 3.13).
4.3
Ob der Fallabschluss damit per
6.
Juli 2015 verfrüht erfolgte oder nicht, kann offen gelassen werden:
Zum
Einen
sind die neuropathischen Beschwerden - wie bereits gezeigt (E. 4.1)
-
mit überwiegender Wahrsc
heinlichkeit spätestens seit Jul
i 2015 statio
när. Zum
Anderen
berichtete die Beschwerdeführerin
nach der OSME
über eine Verbesserung der Situation
, wobei
eine weitere or
thopädische Kontrolle nach derjenigen am 2
1.
Januar 2016
nicht vorgesehen
war
(E.
3.13), so dass auch aus orthopädischer Sicht
nach Abschluss der nochmals verordneten Physiotherapie
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht mehr von einer namhaften Verbesserung auszugehen ist.
Dafür spricht auch, dass die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift nicht gelten
d
macht,
dass sich
die Beschwerden noch namhaft verbessern könnten, sondern dass die Beschwerden ohn
e Therapie zunehmen würden - was
allerdings nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus den im Recht liegenden Arztberichten hervorgeht (vgl. E. 3).
Der Fallabschluss setzt zudem lediglich voraus, dass von weiteren medizinischen
Massnahmen
keine erhebliche Verbesserung mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist
(mit weiteren Hinweisen: Urteil des Bundesgerichts
8C_729/2012 vom
4.
April 2013
E. 5.2).
4.
4
Zusammenfassend kann offen bleiben, ob die Leistungseinstellung
per
6.
Juli 2015 zu Recht erfolgte oder ob die OSME noch eine namhafte Verbesserung zu erzielen vermochte, da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen ist, dass sich der Gesundheitszustand spätestens nach Abschluss der am 2
1.
Januar 2016 verordneten
und von der Beschwerdegegnerin über
nommenen
Physiotherap
ie nicht mehr namhaft verbessert hat bzw. verbes
sern
wird.
4.
5
Soweit die Beschwerdeführerin auch Leistungen für Rückfälle und Spätfolgen beantragt
, ist
sie darauf hinzuweisen
, dass
gestützt auf
Art.
11 UVV
Versi
cherungsleistungen für
allfällige
Rückfälle und Spätfolgen zu gewähren
sein werden
.
4.
6
Damit erweist sich der
Einspracheentscheid
vom
4.
Februar 2016 im Ergebnis als richtig und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Helsana Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstSchwegler