# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 622092e0-f2fe-5381-bbbc-335b9bddd9db
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2014 C-5500/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5500-2013_2014-12-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-5500/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richterin Ruth Beutler, Richterin Marianne Teuscher, 

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

vertreten durch Rechtsanwalt Sven Gretler, 

Langstrasse 4, 8004 Zürich, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. 

 

 

C-5500/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der aus Afghanistan stammende Beschwerdeführer (geb. 1980) reiste im 

Dezember 1999 erstmals in die Schweiz ein und ersuchte hier um Asyl. 

Am 27. September 2001 wurde das Asylgesuch abgewiesen und die 

Wegweisung aus der Schweiz verfügt. Mit gleichem Entscheid ordnete 

das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF, heute: BFM) die vorläufige Aufnah-

me an. Eine im Asylpunkt dagegen erhobene Beschwerde wies die ehe-

mals zuständige Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil vom 14. Dezem-

ber 2001 ab. 

Während des erstinanzlichen Asylverfahrens lernte der Beschwerdeführer 

im Jahre 2000 die Schweizer Bürgerin B._____ (geb. 1958) kennen. Am 

12. März 2002 heirateten die beiden in der Stadt Zürich. Vom Aufent-

haltskanton Zürich erhielt er daraufhin eine Aufenthaltsbewilligung zum 

Verbleib bei der Ehefrau. Aus der Ehe gingen keine Kinder hervor. 

B.  

Am 7. Juli 2008 ersuchte der Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als 

Ehegatte einer Schweizer Bürgerin gestützt auf Art. 27 des Bürgerrechts-

gesetzes vom 29. September 1952 (BüG, SR 141.0) um erleichterte Ein-

bürgerung. 

Die Ehegatten unterzeichneten am 29. Juni 2010 zu Handen des Einbür-

gerungsverfahrens eine Erklärung, wonach sie in einer tatsächlichen, un-

getrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse zu-

sammen lebten und weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten be-

stünden. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, dass die 

erleichterte Einbürgerung nicht möglich ist, wenn vor oder während des 

Einbürgerungsverfahrens einer der Ehegatten die Trennung oder Schei-

dung beantragt hat oder keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr 

besteht, und dass die Verheimlichung solcher Umstände zur Nichtigerklä-

rung der Einbürgerung nach Art. 41 BüG führen kann. 

Am 20. August 2010 wurde der Beschwerdeführer erleichtert eingebür-

gert. Nebst dem Schweizer Bürgerrecht erhielt er die Bürgerrechte des 

Kantons Zug und der Gemeinde Y._____/ZG. 

C.  

Mit Schreiben vom 20. April 2011 teilte der Zivilstands- und Bürgerrechts-

dienst des Kantons Zug dem BFM mit, dass der Beschwerdeführer am 

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Seite 3 

18. April 2011 die Vaterschaft für das am 8. September 2010 geborene 

Kind C._____ anerkannt habe. Später brachte das Bundesamt aufgrund 

weiterer behördlicher Meldungen in Erfahrung, dass die Eheleute seit 

dem 23. August 2011 geschieden sind. 

D.  

Am 3. Juli 2012 leitete die Vorinstanz ein Verfahren zur Nichtigerklärung 

der erleichterten Einbürgerung gemäss Art. 41 BüG ein. Im Rahmen der 

Sachverhaltsermittlung nahm sie mit Einverständnis des Beschwerdefüh-

rers Einsicht in die Ehescheidungsakten des Bezirksgerichts Zürich. Fer-

ner unterbreitete sie der früheren Ehefrau am 24. Juli 2012 schriftlich 

Fragen zum gemeinsamen Kennenlernen, zum Verlauf der Ehe sowie zu 

den Umständen der Trennung und Scheidung. Die geschiedene Gattin 

äusserte sich hierzu am 13. August 2012 (Eingang des undatierten Fra-

gekatalogs beim BFM). 

Der Beschwerdeführer machte vom Äusserungsrecht am 10. Juli 2012 

Gebrauch. Am 15. Mai 2013 reichte die von ihm mandatierte, frühere Par-

teivertreterin eine abschliessende Stellungnahme ein. 

E.  

Am 11. Juli 2013 erteilte der Kanton Zug als Heimatkanton des Beschwer-

deführers seine Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Ein-

bürgerung. 

F.  

Mit Verfügung vom 30. August 2013 erklärte die Vorinstanz die erleichter-

te Einbürgerung des Beschwerdeführers für nichtig. Die Nichtigkeit er-

strecke sich auf alle Familienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht auf 

der nichtig erklärten Einbürgerung beruhe. 

G.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 30. September 2013 stellte die damalige 

Rechtsvertreterin die Begehren, die angefochtene Verfügung sei ersatz-

los aufzuheben; eventualiter sei die Angelegenheit zur Ergänzung und 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; subeventualiter sei 

der Sachverhalt vom erkennenden Gericht zu ergänzen und gestützt da-

rauf neu zu entscheiden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie 

u.a. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 15. Oktober 2013 lehnte das Bundesverwal-

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Seite 4 

tungsgericht den Antrag auf Einvernahme von B._____ als Zeugin sowie 

um persönliche Anhörung des Beschwerdeführers ab, räumte Letzterem 

jedoch die Möglichkeit ein, stattdessen entsprechende schriftliche Stel-

lungnahmen einzureichen. 

Am 28. November 2013 reichte die ehemalige Parteivertreterin die Kopie 

einer vom 20. November 2013 datierenden schriftlichen Erklärung ihres 

Mandanten ein, wies zugleich darauf hin, dass B._____ für eine Stellung-

nahme nicht verfügbar gewesen sei und hielt an ihren diesbezüglichen 

prozessualen Anträgen fest. Per Ende jenes Jahres stellte sie ihre anwalt-

liche Tätigkeit ein. 

I.  

Nach Klärung des Vertretungsverhältnisses gab das Bundesverwaltungs-

gericht mit Zwischenverfügung vom 29. Januar 2014 – mangels hinrei-

chender Erfolgsaussichten – auch dem Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege nicht statt. Eine Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten, welche von dem zwischenzeitlich manda-

tierten Rechtanwalt Z._____ dagegen erhoben worden war, wies das 

Bundesgericht mit Urteil vom 12. Mai 2014 ab (Urteil 1C_101/2014). 

J.  

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 15. August 2014 

auf Abweisung der Beschwerde. 

K.  

Am 15. Oktober 2014 wurde der jetzige Rechtsvertreter mit der Wahrung 

der Interessen des Beschwerdeführers betraut. Mit Replik vom 27. Okto-

ber 2014 ersuchte auch er um Gutheissung der gestellten Anträge. 

L.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwä-

gungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer der in Art. 33 VGG auf-

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Seite 5 

geführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen auch die Verfügun-

gen des BFM betreffend Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung 

(vgl. Art. 41 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 1 BüG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. 

Art. 37 VwVG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Ergreifung des 

Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf seine frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 

Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als 

Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die in der Beschwerdeschrift vom 

30. September 2013 gestellten Beweisanträge (Antrag auf Einvernahme 

von B._____ als Zeugin, Parteibefragung) mit Zwischenverfügung vom 

15. Oktober 2013 abgewiesen (siehe Sachverhalt Bst. H vorstehend). Der 

Beschwerdeführer erhielt indes Gelegenheit, schriftliche Stellungnahmen 

der betreffenden Personen vorzulegen, was teilweise geschah (zum feh-

lenden Anspruch auf persönliche Anhörung vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3 

S. 148; zur antizipierten Beweiswürdigung siehe Art. 33 Abs. 1 VwVG und 

BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. m.H. sowie Urteil des Bundesgerichts 

1C_179/2014 vom 2.September 2014 E. 3.2; zur Subsidiarität der Zeu-

geneinvernahme: BGE 130 II 169 E. 2.3.3 S. 173 m.H., Urteil des Bun-

desgerichts 1C_292/2010 vom 5. August 2010 E. 3.2). Der entscheids-

wesentliche Sachverhalt erschliesst sich denn, wie nachfolgend aufzuzei-

gen sein wird, in genügender Weise aus den Akten. 

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Seite 6 

3.2 Mit Nachtrag vom 28. November 2013 wiederholte die damalige 

Rechtsvertreterin ihre diesbezüglichen Begehren. Aufgrund der Begrün-

dung (die schweizerische Ex-Ehefrau habe für eine schriftliche Stellung-

nahme nicht zur Verfügung gestanden) ist davon auszugehen, dass sich 

der erneut gestellte Antrag nurmehr auf die Einvernahme von B._____ als 

Zeugin beschränkt. Die Anordnung von Zeugeneinvernahmen wird – wie 

der ehemaligen Parteivertreterin in der Zwischenverfügung des Bundes-

verwaltungsgerichts vom 15. Oktober 2013 erläutert worden ist – lediglich 

dann zugelassen, wenn sich der Sachverhalt auf andere Weise nicht hin-

reichend abklären lässt (vgl. Art. 14 VwVG und BGE 130 II 169 E. 2.3.3 

S. 173 m.H.). In Anwendung des Grundsatzes der Subsidiarität des Zeu-

genbeweises kann auf die Durchführung einer Zeugenbefragung nament-

lich dann verzichtet werden, wenn sich der im Zusammenhang mit dem 

Beweisantrag geltend gemachte Sachverhalt mit schriftlichen Unterlagen 

darlegen lässt (vgl. dazu WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar VwVG, 

2009, Art. 14 N. 17). Erika Schelbert wurde vom BFM im erstinstanzlichen 

Verfahren bereits schriftlich zur Angelegenheit befragt. Die frühere Gattin 

hat sich auf dem entsprechenden Fragebogen denn eingehender zu den 

aufgeworfenen Fragen geäussert. Es ist ohne weiteres anzunehmen, 

dass ihre Zeugenaussagen – soweit für den Sachverhalt von Relevanz – 

nicht über das bereits Bekannte hinausgehen würden, sieht man einmal 

davon ab, dass die betreffende Person offenkundig darum bemüht ist, 

den Beschwerdeführer zu decken (siehe dazu eingehender E. 11.4 weiter 

hinten). Dem diesbezüglichen, neuerlichen Antrag ist daher nicht statt-

zugeben. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der 

Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 

Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-

wohnt hat (Bst. a), seit einem Jahr hier wohnt (Bst. b) und seit drei Jahren 

in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt (Bst. c). Die 

Einbürgerung setzt gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass die 

ausländische Person in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert ist 

(Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die in-

nere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Sämt-

liche Einbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl im Zeitpunkt der 

Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung er-

füllt sein. Fehlt es in den fraglichen Zeitpunkten an der ehelichen Ge-

meinschaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen wer-

den (BGE 140 II 65 E. 2.1 S. 67 m.H.). 

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Seite 7 

4.2 Der Begriff der ehelichen Gemeinschaft im Sinne des Bürger-

rechtsgesetzes bedeutet mehr als nur das formelle Bestehen einer Ehe. 

Verlangt wird vielmehr eine tatsächliche Lebensgemeinschaft, getragen 

vom Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten (BGE 135 II 161 

E. 2 S. 164 f. m.H.). Mit Art. 27 BüG wollte der Gesetzgeber ausländi-

schen Ehepartnern von Schweizer Bürgern die erleichterte Einbürgerung 

ermöglichen, um die Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten im Hinblick 

auf eine gemeinsame Zukunft zu fördern (vgl. Botschaft des Bundesrats 

zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 26. August 1987, BBl 1987 

III 310). Zweifel am Bestand einer ehelichen Gemeinschaft sind bei-

spielsweise angebracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Einbürge-

rung die Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird (BGE 135 II 

161 E. 2 S. 164 f. m.H.), der Gesuchsteller während der Ehe ein ausser-

eheliches Kind zeugt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_27/2011 vom 

21. März 2011 E. 6.4.1) oder eine Zweitehe schliesst, der Prostitution 

nachgeht oder sich in einer anderen Weise verhält, die in grobem Wider-

spruch steht zum traditionellen Bild der Ehe als einer ungeteilten, von 

Treue und Beistand getragenen Geschlechtergemeinschaft zwischen 

Mann und Frau (Urteil des BVGer C-3912/2008 vom 8. Juni 2009 E. 3.2 

m.H.). 

5.  

5.1 Die erleichterte Einbürgerung kann mit Zustimmung des Heimatkan-

tons nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Ver-

heimlichung erheblicher Tatsachen "erschlichen" (Art. 41 Abs. 1 BüG), 

d.h. mit einem unlauteren und täuschenden Verhalten erwirkt wurde. Arg-

list im Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes ist nicht erforder-

lich. Es genügt, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. 

die mit dem Einbürgerungsbegehren befasste Behörde bewusst in einem 

falschen Glauben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen 

zu haben, über eine erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 140 II 

65 E. 2.2 S. 67 f. m.H.). 

5.2 Weiss der Betroffene, dass die Voraussetzungen für die erleichterte 

Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, so 

muss er die Behörde unaufgefordert über eine nachträgliche Änderung in 

seinen Verhältnissen orientieren, von der er weiss oder wissen muss, 

dass sie einer Einbürgerung entgegensteht. Die Pflicht dazu ergibt sich 

aus dem Grundsatz von Treu und Glauben und aus der verfahrensrechtli-

chen Mitwirkungspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Behörde 

darf sich ihrerseits darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte 

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Seite 8 

bei passivem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor der Wirklichkeit 

entsprechen (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2 S. 67 f. m.H.).  

5.3 Die Täuschungshandlung des Gesuchstellers muss sich auf einen er-

heblichen Sachverhalt beziehen. Erheblich im Sinne von Art. 41 Abs. 1 

BüG ist ein Sachverhalt nicht nur, wenn seine pflichtgemässe Offenle-

gung dazu geführt hätte, dass die mit der Einbürgerung befasste Behörde 

das Vorliegen einer Einbürgerungsvoraussetzung verneint und die Ein-

bürgerung verweigert hätte. Es genügt, wenn der Sachverhalt, wäre er 

der Behörde bekannt gewesen, begründete Zweifel am Vorliegen einer 

solchen Voraussetzung geweckt und die Einbürgerung ernsthaft in Frage 

gestellt hätte bzw. eine solche nicht ohne weitere Beweismassnahmen 

hätte verfügt werden können (vgl. Urteil des BVGer C-4576/2013 vom 

12. Juni 2014 E. 5.3 m.H.). 

6.  

In der vorliegenden Streitsache sind die formellen Voraussetzungen der 

Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung erfüllt: Die von Art. 41 

Abs. 1 BüG geforderte Zustimmung des Heimatkantons liegt vor und die 

Fristen des Art. 41 Abs. 1
bis

 BüG wurden gewahrt. 

7.  

7.1 Das Verfahren zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung 

richtet sich nach den Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

(vgl. Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a VwVG). Danach obliegt es gemäss 

Art. 12 VwVG der Behörde, den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklä-

ren. Sie hat zu untersuchen, ob der betroffenen Person die Täuschung 

über eine Einbürgerungsvoraussetzung vorgeworfen werden kann, wozu 

insbesondere ein beidseitig intakter und gelebter Ehewille gehört. Da die 

Nichtigerklärung in die Rechte der betroffenen Person eingreift, liegt die 

Beweislast bei der Behörde. Allerdings geht es in der Regel um innere, 

dem Kern der Privatsphäre zugehörende Sachverhalte, die der Behörde 

nicht bekannt und einem Beweis naturgemäss kaum zugänglich sind. Sie 

kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen (Vermu-

tungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Solche so-

genannt natürlichen bzw. tatsächlichen Vermutungen können sich in allen 

Bereichen der Rechtsanwendung ergeben, namentlich auch im öffentli-

chen Recht. Es handelt sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die auf 

Grund der Lebenserfahrung gezogen werden. Die betroffene Person ist 

verpflichtet, bei der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken (vgl. BGE 140 II 

65 E. 2.2 S. 67 f. und BGE 135 II 161 E. 3 S. 165 f. je m.H.). 

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Seite 9 

7.2 Die natürliche Vermutung gehört zur freien Beweiswürdigung (vgl. 

Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]). Sie stellt eine Beweislaster-

leichterung dar, indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter 

Schlüssigkeit mögliche Beweisführung unterstützt wird. Eine Umkehrung 

der Beweislast hat sie jedoch nicht zur Folge. Wenn daher bestimmte 

Tatsachen – beispielsweise die Chronologie der Ereignisse – die natürli-

che Vermutung begründen, dass die erleichterte Einbürgerung erschli-

chen wurde, muss die betroffene Person nicht den Beweis für das Gegen-

teil erbringen. Es genügt, wenn sie einen Grund anführt, der es als wahr-

scheinlich erscheinen lässt, dass sie die Behörde nicht getäuscht hat. Bei 

diesem Grund kann es sich um ein ausserordentliches Ereignis handeln, 

das zum raschen Scheitern der Ehe führte, oder die betroffene Person 

kann plausibel darlegen, weshalb sie die Schwere der ehelichen Proble-

me nicht erkannt hat und den wirklichen Willen hatte, mit dem Schweizer 

Ehepartner auch weiterhin in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft zu 

leben (BGE 135 II 161 E. 3 S. 165 f. m.H.). 

8.  

8.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung und der Ver-

nehmlassung – unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung zum Begriff 

der ehelichen Gemeinschaft, die Umstände des Kennenlernens und die 

zeitliche Abfolge der Ereignisse – zur Hauptsache aus, dass bereits eini-

ge Zeit vor der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung keine intakte 

und zukunftsgerichtete eheliche Gemeinschaft mehr vorgelegen haben 

könne. Dagegen sprächen insbesondere das zeitweilige Getrenntleben 

während der Ehe, die angeblich praktizierte sexuelle Offenheit, das Zeu-

gen eines ausserehelichen Kindes durch den Beschwerdeführer, das Ein-

reichen eines Scheidungsbegehrens sieben Monate nach der erleichter-

ten Einbürgerung sowie die rasche Scheidung. Demnach greife die tat-

sächliche Vermutung, dass die Ehe während des Einbürgerungsverfah-

rens bzw. im Einbürgerungszeitpunkt nicht mehr stabil und auf eine ge-

meinsame Zukunft ausgerichtet gewesen sei. Ausserdem habe es der 

Beschwerdeführer unterlassen, das BFM über das im Verlaufe des Ein-

bürgerungsverfahren ausserehelich gezeugte Kind und dessen Geburt 

am 8. September 2010 zu informieren. Die materiellen Voraussetzungen 

für eine Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung seien deshalb er-

füllt. 

8.2 Der Beschwerdeführer lässt in der Rechtsmitteleingabe vom 30. Sep-

tember 2013 dagegen halten, wohl könne eine aussereheliche Beziehung 

ein Indiz für nicht mehr intakte eheliche Bande darstellen, indessen gehe 

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Seite 10 

es nicht an, selektiv auf ein einzelnes Indiz abzustellen, wie dies das BFM 

in seinem Falle praktiziere. Vielmehr sei eine umfassende Würdigung 

sämtlicher relevanter Fakten vorzunehmen. Zunächst gelte es zu beach-

ten, dass die Parteien eine offene Ehe gelebt und sexuelle Untreue tole-

riert hätten. Sodann habe der seelische und wirtschaftliche Beistand nach 

Beendigung der Ehe fortgedauert, nicht umsonst wohne der Beschwerde-

führer heute wieder bei seiner Ex-Frau und sei in deren Familie integriert. 

Tatsache sei ferner, dass er mit der Kindsmutter zu keinem Zeitpunkt eine 

Beziehung geführt habe. Ohnehin hätten sich die Prämissen auf Seiten 

der früheren Gattin nicht durch das Tolerieren ausserehelicher sexueller 

Kontakte, sondern erst durch den Umstand verändert, dass er Vater ge-

worden sei; dies habe für sie das Aus der Ehe bedeutet. Auch aus ihrer 

Sicht sei das Eheleben jedoch bis ungefähr im September 2010 intakt 

gewesen. Erst das einschneidende Ereignis der Vaterschaft habe danach 

zum raschen Zerfall der Ehe geführt. Allenfalls gelte es den genauen 

Zeitpunkt des Scheiterns der Ehe abzuklären. Schliesslich wird geltend 

gemacht, dass es sich vorliegend weder um eine Scheinehe noch eine 

aufenthaltsrechtliche Ehe gehandelt habe, Art. 41 BüG als Kann-

Vorschrift ausgestaltet sei und die angefochtene Verfügung sich deshalb 

auch als unangemessen erweise. 

Der jetzige Parteivertreter kritisiert in der Replik die seiner Auffassung 

nach völlig schematische Argumentationsweise der Vorinstanz sowie de-

ren Unverständnis für den Rahmen gutbürgerlicher Üblichkeit sprengende 

Beziehungsformen. Darüber hinaus hebt er hervor, dass auf Seiten beider 

Ehegatten im Einbürgerungszeitpunkt noch keine Trennungsabsichten 

bestanden hätten und stellt in Abrede, dass die Nichtinformation über das 

ausserehelich Kind generell den Tatbestand von Art. 41 Abs. 1 BüG erfül-

le. 

9.  

Die Akten vermitteln folgendes faktisches Bild: Der Beschwerdeführer 

reiste im Dezember 1999 als Asylsuchender in die Schweiz ein. Sein 

Asylgesuch wurde am 27. September 2001 abgelehnt, er kam indessen 

in den Genuss der vorläufigen Aufnahme. Bereits zuvor, im Sommer 

2000, hatte er die 22 Jahre ältere Schweizerin B._____ kennengelernt. 

Nach der Heirat am 12. März 2002 erhielt er eine ordentliche Aufenthalts-

bewilligung. Der Anstoss, sich zu vermählen, soll von beiden Parteien 

ausgegangen sein. Die Ehe blieb kinderlos. Gemäss den Akten des Mig-

rationsamtes des Kantons Zürich haben die Eheleute ihre eheliche Ge-

meinschaft von anfangs Juli 2005 bis Ende April 2007 vorübergehend 

C-5500/2013 

Seite 11 

aufgegeben. Am 7. Juli 2008 ersuchte der Beschwerdeführer um erleich-

terte Einbürgerung. Nachdem die Ehegatten am 29. Juni 2010 die ge-

meinsame Erklärung zum Bestand der ehelichen Gemeinschaft unter-

zeichnet hatten, wurde er am 20. August 2010 erleichtert eingebürgert. 

Den Akten des Migrationsamtes des Kantons Zürich ist zu entnehmen, 

dass der Beschwerdeführer ab anfangs Januar 2011 nicht mehr am eheli-

chen Domizil gewohnt hat. Am 23. August 2011 wurde die Ehe vom Be-

zirksgericht Zürich gestützt auf ein gemeinsames Scheidungsbegehren 

daraufhin geschieden. 

Aktenkundig ist ferner, dass der Beschwerdeführer am 18. April 2011 die 

Vaterschaft für C._____ anerkannte. Der Sohn war am 8. September 

2010 auf die Welt gekommen. Die Kindsmutter ist dominikanische 

Staatsangehörige und zehn Jahre jünger als der Vater. Von anfangs De-

zember 2012 bis Oktober 2013 logierte der Beschwerdeführer nochmals 

bei seiner früheren Gattin. 

10.  

10.1 Der Beschwerdeführer hat während der Ehe mit der Schweizer Ex-

Gattin – als das Einbürgerungsverfahren bereits im Gange war – ein aus-

sereheliches Kind gezeugt. Dieser Sachverhalt wurde der Einbürge-

rungsbehörde vorenthalten. Ebenfalls verschwiegen haben die Eheleute 

die in der Endphase jenes Verfahrens bevorstehende Geburt (das Kind 

wurde zwischen erleichterter Einbürgerung und deren Rechtskraft gebo-

ren). Aussereheliche Kinder können unbestreitbarermassen ein Indiz für 

die Instabilität einer Ehe darstellen und zwar unabhängig davon, ob die 

Ehefrau darüber informiert ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 

1C_178/2010 vom 10. Juni 2010 E. 3.3.3 oder E. 4.2 weiter vorne). In ca-

su wusste Letztere freilich schon früh, dass eine andere Frau von ihrem 

damaligen Partner schwanger war (siehe den von ihr im August 2012 

ausgefüllten Fragebogen [act. 10 der vorinstanzlichen Akten]). Dass eine 

solche Schwangerschaft für das Einbürgerungsverfahren von Bedeutung 

ist, darüber mussten sich die Betroffenen im Klaren sein. Sie wären daher 

in jedem Fall verpflichtet gewesen, diese Tatsache anlässlich des Einbür-

gerungsverfahrens anzugeben (vgl. Urteil des BVGer C-4576/2013 vom 

12. Juni 2014 E. 10.1 m.H.). Hervorzuheben wäre an dieser Stelle, dass 

die Mitwirkungs- und Auskunftspflicht selbst dann gilt, wenn sich die Aus-

kunft zum Nachteil der betreffenden Person auswirkt (zum Ganzen vgl. 

BGE 140 II 65 E. 3.4.2 S. 70 f. und BGE 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.). 

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Seite 12 

10.2 Der Beschwerdeführer lässt in der Replik, unter Verweis auf das 

bundesgerichtliche Urteil 1C_27/2011, einzig vorbringen, beim Ver-

schweigen der Zeugung eines aussereheliches Kindes könne nicht auto-

matisch von einer Erschleichung des Bürgerrechts im Sinne von Art. 41 

Abs. 1 BüG ausgegangen werden. Dem fraglichen Urteil liegt allerdings 

keine vergleichbare Konstellation zu Grunde. Zum einen erfolgten Zeu-

gung und Geburt im zitierten Vergleichsfall vor Einleitung des Einbürge-

rungsverfahrens und lange vor Unterzeichnung von gemeinsamer Erklä-

rung und erleichterter Einbürgerung, zum andern hätte die Zeugung bzw. 

die Geburt des ausserehelichen Sohnes hier tatsächlich einen Hinde-

rungsgrund für die erleichterte Einbürgerung dargestellt, wurde die Ehe 

nach der Anerkennung des Kindes doch genau aus diesem Grunde um-

gehend geschieden. Ob der Beschwerdeführer und seine damalige Ehe-

frau eine offene Ehe führten und Seitensprünge gegenseitig tolerierten, ist 

in diesem Zusammenhang nicht von Belang, handelt es sich bei der ver-

schwiegenen Schwangerschaft und der bevorstehenden Geburt doch um 

rechtlich relevante Vorkommnisse, welche die Einbürgerung verhindert 

oder zumindest bis zur Klärung der ehelichen Verhältnisse hinausgezö-

gert hätten. Die Betroffenen wären mithin so oder so gehalten gewesen, 

die Behörden über diese Umstände zu orientieren. Das Verhalten der 

Eheleute erscheint umso unverständlicher, als der Knabe gerade mal 

zweieinhalb Wochen nach der erleichterten Einbürgerung, aber noch vor 

deren Rechtskraft, zur Welt kam. Durch die absichtlich unterlassene Auf-

klärung über die Vaterschaft für ein aussereheliches Kind setzte der Be-

schwerdeführer demzufolge direkt den Nichtigkeitsgrund des Erschlei-

chens im Sinne von Art. 41 Abs. 1 BüG (siehe C-4576/2013 E. 10.2 oder 

das in dieser Angelegenheit ergangene bundesgerichtliche Urteil  

1C_101/2014 E. 2.3). Dies gälte übrigens selbst dann, wenn man – ent-

gegen den nachstehenden Erwägungen – von der These einer zum 

massgeblichen Zeitpunkt noch intakten Ehe ausginge (vgl. Urteil des 

BVGer C-7995/2010 vom 21. März 2013 E. 9). 

11.  

Unbesehen dieses Nichtigkeitsgrundes lassen weitere Indizien darauf 

schliessen, dass die Zerrüttung der Ehe bereits vor Abgabe der Erklärung 

zur ehelichen Gemeinschaft und der bald darauf erfolgten erleichterten 

Einbürgerung eingesetzt haben muss. 

11.1 Bis zur erleichterten Einbürgerung am 20. August 2010 dauerte die 

Ehe des Beschwerdeführers mit der schweizerischen Ehefrau knapp 

achteinhalb Jahre. Ungefähr viereinhalb Monate später haben sich die 

C-5500/2013 

Seite 13 

Eheleute getrennt, bis zur rechtskräftigen Scheidung verstrich ab Einbür-

gerung ziemlich genau ein Jahr. Dieser Ereignisablauf begründet nach 

der Rechtsprechung die natürliche Vermutung dafür, dass die beiden im 

massgeblichen Zeitraum des Einbürgerungsverfahrens nicht mehr in sta-

bilen ehelichen Verhältnissen lebten (vgl. hierzu etwa BGE 135 II 161 E. 2 

S. 164 f. oder Urteile des BVGer C-1083/2012 vom 21. Juli 2014 E. 7.2 

und C-3365/2011 vom 16. Dezember 2013 E. 9.2 je m.H.). 

11.2 Auf Beschwerdeebene wird das BFM vor allem für sein Unverständ-

nis gegenüber offenen Beziehungsformen kritisiert; sinngemäss wird dem 

Bundesamt damit vorgeworfen, an den Begriff der ehelichen Gemein-

schaft zu strenge, nicht mehr zeitgemässe Anforderungen zu stellen. 

11.2.1 Wie bereits erwähnt, ist gemäss ständiger Rechtsprechung des 

Bundesgerichts unter ehelicher Gemeinschaft im Sinne von Art. 27 Abs. 1 

Bst. c BüG mehr als der formelle Bestand der Ehe zu verstehen. Es han-

delt sich dabei um eine tatsächliche und intakte Lebensgemeinschaft, der 

ein gemeinsamer Wille zugrunde liegt, diese Ehe auch in Zukunft zu le-

ben (BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f. m.H.). Sobald an einen Begriff wie Ehe 

rechtliche Folgen – wie beispielsweise der Erwerb des Bürgerrechts – 

geknüpft sind, liegt die Definitionshoheit nicht mehr beim Einzelnen, son-

dern beim Gesetzgeber bzw. bei der Rechtsprechung (siehe C-4576/2013 

E. 11.2.1 m.H.). 

11.2.2 In der Rechtsprechung wird davon ausgegangen, dass allein das 

Eingehen einer ausserehelichen sexuellen Beziehung schon als ein Indiz 

für den fehlenden Willen zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft anzu-

sehen ist (vgl. Urteil des BVGer C-4216/2012 vom 6. März 2014 E. 8.2.2 

m.H.). Eine einmalige oder kurzfristige vorübergehende Untreue braucht 

indes noch nicht zwingend das Scheiteren einer bestehenden Ehe zu be-

deuten. Sexuell offen gestaltete Beziehungsmodelle und die aussereheli-

che Zeugung von Kindern als Ergebnis von Seitensprüngen können in 

der heutigen Zeit denn auch nicht mehr als gesellschaftsfremd betrachtet 

werden. Wie eben angetönt, bildet die Tatsache, dass es überhaupt zu 

ausserehelichen sexuellen Kontakten kam, jedoch ein starkes Indiz ge-

gen das Bestehen einer intakten Ehe. Denn die sexuelle Treue gilt trotz 

gewandelter Moral nach wie vor als zentrales Element einer Ehe (siehe 

Urteil des BVGer C-3365/2011 vom 16. Dezember 2013 E. 7 m.H.), wes-

halb im Widerspruch dazu stehende Verhaltensweisen typischer für nicht 

intakte Ehen sind als für intakte (zur Beweiskraft von Indizien als Quotient 

von Merkmalwahrscheinlichkeiten vgl. BENDER ET AL., Tatsachenfeststel-

C-5500/2013 

Seite 14 

lungen vor Gericht, 3. Aufl., München 2007, Rz. 679 ff.). Entgegen der 

Ausführungen auf Beschwerdeebene hat die Vorinstanz in der angefoch-

tenen Verfügung indessen längst nicht allein auf dieses eine Indiz abge-

stellt. Anzumerken wäre an dieser Stelle, dass es im Rahmen des vorlie-

genden Verfahrens nicht darum geht, das Verhalten des Beschwerdefüh-

rers und seiner früheren Gattin moralisch zu werten. Der Rückgriff auf 

herrschende Wertvorstellungen ist nur insofern von Bedeutung, als sie 

zusammen mit dem Verhalten der Beteiligten Wahrscheinlichkeitsschlüs-

se auf den Zustand der Ehe zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung 

zulassen (vgl. C-4576/2013 E. 11.2.3 m.H.). 

11.2.3 Der Beschwerdeführer hat ungefähr Ende 2009 ein aussereheli-

ches Kind gezeugt und die Vaterschaft des am 8. September 2010 gebo-

renen Knaben am 18. April 2011 anerkannt. Eine Beziehung zur Kinds-

mutter bestand seiner eigenen Darstellung zufolge nie. Zwar war es vor-

liegend nicht sexuelle Untreue, welche zum plötzlichen Auseinanderbre-

chen der ehelichen Bande führte, wohl aber die Zeugung eines Kindes 

mit einer anderen Frau als Resultat eines Seitensprunges. Sowohl der 

Beschwerdeführer als auch die schweizerische Ex-Gattin erklärten denn 

unisono, dass diese Schwangerschaft für sie (die damalige Ehefrau) das 

"Aus der Ehe" bedeutet habe (siehe die im Rechtsmittelverfahren vorge-

legte persönliche Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 20. No-

vember 2013 oder die schriftlichen Auskünfte von B._____ [act. 10 der 

vorinstanzlichen Akten]). Ebenso geht aus den entsprechenden Ausfüh-

rungen klar hervor, dass die Eheleute schon während des Einbürge-

rungsverfahrens wussten, dass der Beschwerdeführer Vater eines aus-

serehelichen Kindes werden würde. Dieses Kind kam denn kurz nach der 

erleichterten Einbürgerung des Beschwerdeführers (aber vor Eintreten 

von deren Rechtskraft) zur Welt. Besagte Vorkommnisse bestärken die 

tatsächliche Vermutung der Instabilität der Ehe zu den massgeblichen 

Zeitpunkten der gemeinsamen Erklärung und der Einbürgerung. Zu beto-

nen gilt es aber nochmals, dass es den Ehegatten selbstredend nicht 

verwehrt ist, ihre Ehe in jeglicher Hinsicht offen zu gestalten. Werden aus 

der Ausgestaltung der ehelichen Beziehung indessen Ansprüche abgelei-

tet, müssen gewisse, hier nicht gegebene Voraussetzungen erfüllt sein 

(siehe auch E. 11.2.2 hiervor). 

11.3 Eng damit zusammen hängen die unterschiedlichen Auffassungen 

der Betroffenen hinsichtlich Kinder und Familienplanung. So wies die Ex-

Ehefrau mehrmals und mit Nachdruck darauf hin, dass der Beschwerde-

führer sich – anders als sie selber – gemeinsame Kinder gewünscht ha-

C-5500/2013 

Seite 15 

be. Ohne seinen Kinderwunsch wären sie vielleicht noch verheiratet. 

Zwar kann eine intakte eheliche Beziehung durch einen unerfüllten Kin-

derwunsch durchaus destabilisiert werden. Dabei handelt es sich aber um 

einen Prozess, der naturgemäss gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Vorlie-

gend ist die Kinderfrage laut geschiedener Gattin seit jeher ein Thema 

gewesen, weshalb jene sich nicht erst nach der erleichterten Einbürge-

rung manifestiert haben kann. Im Gegenteil war es die Zeugung eines 

ausserehelichen Kindes als Folge eben dieser Divergenz, welche dazu 

führte, dass die Ehe innert Kürze scheiterte. Soweit nachträglich zu sug-

gerieren versucht wird, erst die förmliche Anerkennung der Vaterschaft sei 

der Auslöser für das eheliche Zerwürfnis gewesen, widerspricht dies der 

Darstellung der Eheleute (siehe E. 11.2.3 vorstehend). Im Übrigen ver-

liess der Beschwerdeführer das eheliche Domizil laut einem Attest des 

Bevölkerungsamtes der Stadt Zürich (act. 15 der BFM-Akten) bereits 

dreieinhalb Monate bevor er C._____ als sein Kind anerkannte. Alles in 

allem stellen demzufolge weder die Zeugung des ausserehelichen Kindes 

mit der damit einhergehenden Schwangerschaft der Kindsmutter noch die 

Kinderthematik solche ausserordentliche Vorkommnisse dar, die zum ra-

schen Zerfall des Willens zur ehelichen Gemeinschaft im Anschluss an 

die Einbürgerung geführt haben können. 

11.4 Im Rechtsmittelverfahren wird sodann argumentiert, die Ehegatten 

hätten übereinstimmend angegeben, dass die Ehe im Einbürgerungszeit-

punkt noch intakt gewesen sei; konkret Bezug genommen wird wiederum 

auf die von der Schweizer Ex-Gattin schriftlich beantworteten Fragen. 

Aber auch der Beschwerdeführer hat sich verschiedentlich dahingehend 

geäussert, sie hätten damals keine Trennungsabsichten gehegt. Da beide 

zugleich zum Ausdruck brachten, dass die Schwangerschaft der Kinds-

mutter für die Ex-Gattin das "Aus der Ehe" bedeutet habe, kann dies al-

lerdings nur schon vom zeitlichen Ablauf her nicht zutreffen. Im Kontext 

der nachträglichen Entwicklung mit dem raschen und finalen Entschluss 

zur Trennung und Scheidung charakterisieren sich die eingangs zitierten 

Vorbringen vielmehr als blosse Schutzbehauptungen. Mit Blick auf das In-

terpretieren derartiger Willensäusserungen wäre hinzuzufügen, dass die 

schweizerische Ehegattin in vielen Missbrauchsfällen oft nicht selbst hin-

tergangen und zwecks Täuschung der Behörden instrumentalisiert wird, 

sondern sie an der Täuschung mehr oder weniger bewusst mitwirkt. Dies 

kann geschehen, indem sie zu einer Ausländerrechtsehe Hand bietet. 

Weit häufiger kommt vor, dass in einer ursprünglich intakten Ehe irgend-

wann der Ehewille dahinfällt, zwischen den Ehegatten jedoch Einverneh-

men darüber besteht, die Ehe vorerst weiterzuführen, um dem ausländi-

C-5500/2013 

Seite 16 

schen Partner die Möglichkeit der erleichterten Einbürgerung nicht zu 

nehmen (siehe Urteil des BVGer C-1550/2011 vom 23. November 2012 

E. 8.4 m.H.). In diese Richtung deuten die ausgesprochen wohlwollenden 

Antworten der früheren Ehefrau zur Person des Beschwerdeführers. Der 

fehlende Ehewille impliziert dabei nicht, dass sich die Ehegatten zwi-

schenmenschlich nicht weiterhin nahe stehen könnten. Indessen geht es 

im vorliegenden Verfahren primär um die Frage, ob auf Seiten beider 

Partner ein authentischer Ehewille im Sinne der Rechtsprechung vorliegt 

(siehe vorangehende E. 4.2), was nach dem Gesagten nicht der Fall ge-

wesen sein kann. 

11.5 Unbeachtlich zu bleiben hat in diesem Zusammenhang auch der 

Einwand der ehemaligen Rechtsvertreterin, die Parteien lebten wieder in 

gemeinsamem Haushalt und ihr Mandat sei in der Familie der Ex-Frau in-

tegriert gewesen. Wie mehrfach erwähnt, setzt die erleichterte Einbürge-

rung den auf die Zukunft gerichteten Willen der Ehegatten voraus, ihre 

Beziehung nicht in beliebiger Form, sondern als Ehe weiterzuführen (vgl. 

hierzu Urteil des BVGer C-7983/2010 vom 13. Juni 2013 E. 7.6 m.H.). 

Aus den Akten ergibt sich, dass das neuerliche Zusammenleben bloss 

etwas mehr als zehn Monate dauerte (vom 1. Dezember 2012 bis im Ok-

tober 2013). Die hauptsächlich auf der Vaterschaft des Beschwerdefüh-

rers gründenden Beziehungsprobleme können mit anderen Worten nicht 

nur vorübergehender Natur gewesen sein. Hinzuzufügen bleibt, dass zwi-

schen den früheren Ehegatten schon vor Einleitung des Verfahrens um 

Erteilung der erleichterten Einbürgerung einmal während rund eineinhalb 

Jahren (siehe E. 9 weiter oben) keine tatsächliche Ehegemeinschaft vor-

legen hatte. Die heutige Situation steht somit der tatsächlichen Vermu-

tung, der Beschwerdeführer habe zum Zeitpunkt der erleichterten Einbür-

gerung nicht mehr in einer tatsächlichen und stabilen ehelichen Gemein-

schaft mit seiner damaligen Gattin gelebt, nicht entgegen. 

11.6 Die aufgelisteten Indizien weisen in ihrer Gesamtheit darauf hin, 

dass seitens der Eheleute im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung 

kein auf die Zukunft gerichteter Ehewille mehr bestand. Wie unter E. 10.1 

und 10.2 aufgezeigt, sind die materiellen Voraussetzungen für die Nich-

tigerklärung der erleichterten Einbürgerung aber bereits aus anderen 

Gründen gegeben. 

12.  

Art. 41 Abs. 1 BüG legt den Entscheid über die Nichtigerklärung in das 

pflichtgemässe Ermessen der Behörde. Die Rechtsprechung geht in die-

C-5500/2013 

Seite 17 

sem Zusammenhang allerdings davon aus, dass gegenüber einer Per-

son, welche die Täuschungshandlung begangen hat, die Nichtigerklärung 

eine Regelfolge darstellt, von der nur unter ganz ausserordentlichen Um-

ständen abzuweichen ist (vgl. dazu Urteil des BVGer C-4875/2011 vom 

21. Februar 2014 E. 8). Dass der Beschwerdeführer nochmals für ein 

paar Monate bei der geschiedenen Gattin wohnte (was gegen eine 

Scheinehe spreche) und er in der Schweiz gut integriert sein soll, ist im 

vorliegenden Verfahren ohne Belang und vermag im Rahmen der Ermes-

sensausübung keinen Verzicht auf die Nichtigerklärung zu rechtfertigen. 

Die genannten Aspekte wären gegebenenfalls in einem separaten aus-

länderrechtlichen Verfahren zu würdigen. Klarzustellen ist immerhin, dass 

der Entzug des Schweizer Bürgerrechts nicht eo ipso mit einem Verlust 

des Aufenthaltsrechts einhergeht (zum Ganzen siehe BGE 140 II 65 

E. 4.2.2 – 4.2.3 S. 72 f. und BGE 135 II 1 E. 3.2 S. 5 ff.). 

13.  

Sofern nicht ausdrücklich anders verfügt, erstreckt sich die Nichtigkeit auf 

alle Familienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht auf der nichtig er-

klärten Einbürgerung beruht (vgl. Art. 41 Abs. 3 BüG). Gestützt auf die 

angefochtene Verfügung ist der Sohn C._____ (geb. 8. September 2010) 

des Beschwerdeführers von der Nichtigkeit mit betroffen. Nun droht dem 

Kind, soweit bekannt, weder die Staatenlosigkeit noch befindet es sich 

mit vier Jahren in einem Alter, das unter dem Gesichtspunkt der Verhält-

nismässigkeit dem Einbezug in die Nichtigerklärung entgegenstehen 

könnte (vgl. dazu das Handbuch "Bürgerrecht", publiziert auf der Websei-

te des Bundesamtes für Migration <http://www.bfm.admin.ch> Publikatio-

nen & Service > Weisungen und Kreisschreiben > V. Bürgerrecht, Hand-

buch Bürgerrecht, Kapitel 6, Ziff. 6.6, Stand: 27. Dezember 2013, besucht 

im November 2014). 

14.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher ab-

zuweisen. 

15.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,SR 173.320.2]).  

 

C-5500/2013 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind durch die vier Ratenzahlungen à Fr. 300.- vom 25. März 

2014, 28. März 2014, 2. Mai 2014 und 22. Mai 2014 gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Akten Ref-Nr. […] re-

tour) 

– die Direktion des Innern des Kantons Zug, Zivilstands- und Bürger-

rechtsdienst, Postfach 146, 6301 Zug (in Kopie) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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