# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab1b2054-4554-5cb6-bd69-77a3f215d771
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 03.02.2025 ZR1 2021 191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZR1-2021-191_2025-02-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 03. Februar 2025
mitgeteilt am 05. Februar 2025

Referenz ZR1 21 191

Instanz Erste zivilrechtliche Kammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Hüppi
schochauer ag, Marktplatz 4, Postfach 547, 9004 St. Gallen 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Laura Oesch
Oesch Mediation und Advokatur, Bahnhofstrasse 4, 7000 Chur 

C._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand Regelung der Kinderbelange

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Albula vom 26. August 2021,
mitgeteilt am 2. November 2021 (Proz. Nr. 115-2018-1)

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Sachverhalt

A. C._____ (nachfolgend: C._____), geboren am _____ 2016, klagte am 
22. Dezember 2017, vertreten durch die vorgängig bestellte Kindesvertreterin, 
Rechtsanwältin Regula Strässler (Proz. Nr. 135-2017-138), beim Regionalgericht 
Albula gegen seine unverheirateten Eltern B._____ und A._____ auf Regelung der 
Obhut, des persönlichen Verkehrs und des Unterhalts.

B. Nach Erlass verschiedener vorsorglicher Massnahmen, letztmals mit Ent-
scheid vom 2. Juni 2020 (Proz. Nr. 135-2019-83), entschied das Regionalgericht 
Albula über diese Klage am 26. August 2021 wie folgt:

1. Die Obhut für C._____ wird B._____ zugeteilt. Der Wohnsitz von 
C._____ befindet sich bei B._____.

2. A._____ ist berechtigt und verpflichtet:

b. jedes zweite Wochenende von Freitag, nach Ende des Kindergar-
tens bzw. nach Schulschluss, bis Sonntag, 18:00 Uhr, mit C._____ 
zu verbringen; 

c. die Hälfte der Schulferien mit C._____ zu verbringen; 

d. die Feiertage Weihnachten, Neujahr, Ostern und Pfingsten ab-
wechslungsweise mit C._____ zu verbringen. 

e. Ein weitergehendes beziehungsweise von dieser Regelung abwei-
chendes Besuchsrecht nach gegenseitiger Absprache bleibt vorbe-
halten. 

2.1. Andere Abmachungen vorbehalten, hat der obhutsberechtigte Elternteil 
C._____ an seinen Besuchsort zu bringen und der besuchsberechtigte 
Elternteil hat C._____ an seinen Wohnort zurückzubringen.

2.2. B._____ und A._____ werden angewiesen, C._____ den Kontakt zum 
anderen Elternteil zu ermöglichen, wenn er dies wünscht.

2.3. B._____ und A._____ werden angewiesen, C._____ zu ermöglichen, 
mindestens zweimal während der Woche per Videotelefonie mit dem 
Elternteil zu kommunizieren, in dessen Obhut er sich nicht befindet.

3. Die bestehende Erziehungs- und Besuchsbeistandschaft gemäss 
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wird beibehalten. Es werden der Beistands-
person folgende Aufgaben übertragen:

- Beratung der Eltern in Erziehungsfragen, insbesondere im Bereich 
Kindergarten / Schule / Ausbildung und Gesundheit

- Unterstützung der Eltern bei der Organisation und Durchführung 
des Kontaktrechts. Die Beistandsperson wird berechtigt, Termine 
sowie Modalitäten des Besuchs- und Ferienrechts verbindlich fest-
zulegen.

- Anträge an die KESB zu stellen, sofern sich die Beklagten in we-
sentlichen Erziehungsfragen nicht zu einigen vermögen.

4. A._____ wird zu folgenden monatlichen Kindesunterhaltszahlungen, zu-
züglich Kinder-/Ausbildungs-/Differenzzulagen, verpflichtet:

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- ab dem 1. November 2021 bis und mit Januar 2022: CHF 613.00 
Barunterhalt;

- ab dem 1. Februar 2022 bis und mit Juli 2026: CHF 1'163.00 Bar-
unterhalt;

- ab dem 1. August 2026 bis und mit Juli 2032: CHF 1'297.00 Bar-
unterhalt;

- ab dem 1. August 2032: CHF 1'350.00 Barunterhalt.

Die Unterhaltsbeiträge und Familienzulagen sind jeweils auf den Ersten 
eines Monats im Voraus an den Beklagten 1 zu bezahlen.

5. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4 basieren auf dem Landesindex 
der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Juli 2021 
von 101.0 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie sind je-
weils auf den 1. Januar jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2023, 
dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupas-
sen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:

Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
                                                                alter Index

6. Die Erziehungsgutschriften aus AHV/IV werden vollumfänglich B._____ 
angerechnet.

7. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 45'777.35 (Entscheidgebühr 
CHF 11'000.00, Kosten der Beweisführung CHF 22'198.55, Kosten der 
Vertretung des Kindes CHF 12'578.80) gehen je zur Hälfte zu Lasten 
von B._____ und von A._____. Aufgrund der erteilten Bewilligung zur 
unentgeltlichen Rechtspflege gehen die Kosten –unter Vorbehalt von 
Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die 
Gerichtskasse genommen.

8. Die Beklagten tragen ihre Parteikosten je selbst.

8.1. Der unentgeltliche Rechtsbeistand von A._____, Rechtsanwalt Dr. iur. 
Michael Hüppi, wird – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des 
Kantons Graubünden mit CHF 8'256.30 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 
entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

Die Entschädigung des früheren unentgeltlichen Rechtsvertreters der 
Beklagten, Herr Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, wird mit se-
paratem Entscheid festgelegt.

8.2. Die unentgeltliche Rechtsbeiständin von B._____, lic. iur. Laura Oesch, 
wird - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons 
Graubünden mit CHF 18'620.15 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschä-
digt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

9. [Rechtsmittelbelehrung]

10. [Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid]

11. [Mitteilungen]

C.a. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Berufungsklägerin) 
am 2. Dezember 2021 Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden mit folgen-
den Rechtsbegehren:

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1. Der Entscheid des Regionalgerichtes Albula vom 26. August 2021 
(Proz. Nr. 115-2018-1) sei vollumfänglich aufzuheben und es sei wie 
folgt neu zu urteilen:

1.1 Es sei C._____, geb. ____ 2016 unter die alleinige Obhut seiner Mutter, 
A._____, zu stellen;

1.2 Es sei dem Kindsvater B._____ das Recht einzuräumen, seinen Sohn 
C._____ jeweils am ersten und dritten Wochenende eines Monats von 
Freitagnachmittag nach Schulschluss bis Sonntagabend 18.00 Uhr zu 
sich auf Besuch zu nehmen und jährlich sechs Wochen Ferien mit ihm 
zu verbringen, wovon maximal zwei Wochen Ferien am Stück;

Dem Kindsvater sei das Recht einzuräumen, C._____ in den geraden 
Jahren an den Weihnachtstagen vom 24. Dezember 12.00 Uhr bis 
26. Dezember 18.00 Uhr und in den ungeraden Jahren an den Osterfei-
ertagen von Karfreitag, 12.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr zu sich 
auf Besuch zu nehmen;

1.3 Der Vater sei anzuweisen, seinen Sohn C._____ nach den Besuchswo-
chenenden und den Ferien jeweils an seinen Wohnort zurückzubringen;

1.4 Der Kindsvater B._____ sei zu verpflichten, seinem Sohn C._____ die 
nachfolgenden Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfällige durch den Vater 
bezogene Kinder- und Ausbildungszulagen zu bezahlen:

bis zum vollendeten 10. Altersjahr CHF 850.00

danach bis zum vollendeten 16. Altersjahr CHF 1'200.00

danach bis zum ordentlichen Abschluss
einer Erstausbildung CHF 1'350.00

1.5. Es sei die bestehende Erziehungs- und Besuchsbeistandschaft gemäss 
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB beizubehalten;

1.6. Es seien die Erziehungsgutschriften aus AHV/IV ab Rechtskraft des Ur-
teils im ganzen Umfang der Kindsmutter anzurechnen;

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu-
lasten des Berufungsbeklagten 2.

In der Berufungsbegründung stellte die Berufungsklägerin zudem verschiedene 
Verfahrensanträge. So beantragte sie nebst dem Beizug sämtlicher Akten aus dem 
vorinstanzlichen Verfahren die Anordnung eines Gutachtens zur heutigen Wohn- 
und Lebenssituation der Berufungsklägerin und ihrer Erziehungsfähigkeit sowie Bin-
dungstoleranz. Ferner beantragte sie die Kindesanhörung von C._____.

C.b. Die Kindesvertreterin, Rechtsanwältin Regula Strässler, stellte mit Beru-
fungsantwort vom 21. Dezember 2021 folgende Anträge:

A. Prozessuale Anträge:

1. Es sei das Verfahren beförderlich zu behandeln.

2. Für den Fall, dass das Verfahren vor Mitte April 2022 nicht beendet sein 
sollte, sei für C._____ Julien eine neue Kindsvertretung einzusetzen.

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3. Für den Fall, dass ein weiteres Gutachten eingeholt werden sollte, sei 
die Erziehungsfähigkeit beider Eltern sowie die Wohn- und Lebenssi-
tuation von C._____ und von beiden Eltern abzuklären.

B. Materielle Anträge

1. Für den Fall, dass C._____ unter die Obhut der Mutter gestellt wird, sei 
die von der Berufungsklägerin beantragte Kontaktregelung wie folgt zu 
ergänzen

- Ziff. 2.1., 2.2. und Ziff. 2.3. des angefochtenen Urteils seien beizu-
behalten, d.h.

- Es seien A._____ und B._____ anzuweisen, C._____ den Kontakt 
zum anderen Elternteil zu ermöglichen, wenn er dies wünscht.

- Es seien A._____ und B._____ anzuweisen, C._____ zu ermögli-
chen, mindestens zweimal in der Woche per Videotelefonie mit dem 
Elternteil zu kommunizieren, in dessen Obhut er sich für mehr als 
eine Woche nicht befindet.

C.c. B._____ (nachfolgend: Berufungsbeklagter) beantragte mit Berufungsant-
wort vom 17. Januar 2022 die Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschä-
digungsfolge zulasten der Berufungsklägerin. Ferner beantragte er, er sei zu er-
mächtigen, C._____ gemäss den Richtlinien des Bundesamtes für Gesundheit 
(BAG) impfen zu lassen und es sei vorsorglich für die Dauer des Verfahrens Kin-
desunterhalt von monatlich CHF 1'000.00 festzusetzen. Weiter beantragte er sinn-
gemäss die Abweisung des Antrags auf Kindesanhörung. Am 27. Januar 2022 
reichte der Berufungsbeklagte das in der Berufungsantwort angekündigte Protokoll 
des Elterngesprächs mit der Kindergartenlehrperson nach.

C.d. Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Januar 2022 eröffnete die Vorsit-
zende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts ein separates Verfahren (ZK1 22 14) 
zur Behandlung des Antrags des Berufungsbeklagten auf vorsorgliche Festsetzung 
des Kindesunterhalts, das in der Folge als Gesuch um Abänderung des erstinstanz-
lich mit Entscheid vom 2. Juni 2020 (Proz. Nr. 135-2019-83) festgesetzten vorsorg-
lichen Kindesunterhalts entgegengenommen wurde.

C.e. Die Kindesvertreterin, Rechtsanwältin Regula Strässler, stellte am 18. Fe-
bruar 2022 den Antrag, der Berufungsbeklagte sei zu ermächtigen, C._____ mit den 
Basisimpfungen und den empfohlenen ergänzenden Impfungen gemäss den BAG-
Richtlinien bzw. den Empfehlungen des Kindesarztes von C._____ unter Berück-
sichtigung allfällige Kontraindikationen impfen zu lassen, unter gesetzlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge.

C.f. Die Berufungsklägerin hielt mit Replik vom 2. März 2022 ihre Anträge aus der 
Berufung aufrecht und beantragte die Abweisung des Antrags des Berufungsbe-
klagten im Zusammenhang mit den Impfungen, beides unter Kosten- und Entschä-

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digungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten des Berufungsbeklagten. Auch am 
Antrag auf Kindesanhörung hielt sie fest.

C.g. Die Kindesvertreterin, Regula Strässler, verzichtete mit Eingabe vom 8. März 
2022 auf eine Stellungnahme zu den letzten Eingaben der Eltern.

D. Die Vorsitzende der I. Zivilkammer entliess die Kindesvertreterin Rechtsan-
wältin Regula Strässler mit prozessleitender Verfügung vom 7. April 2022 aus ihrem 
Mandat und setzte Rechtsanwältin Silvia Däppen als neue Kindesvertreterin von 
C._____ ein. Die Kosten verblieben bei der Prozedur.

E. Mit Verfügung vom 18. Juli 2022 entschied die Vorsitzende der I. Zivilkam-
mer über das Gesuch des Berufungsbeklagten sowie das in der Folge im Verfahren 
ZK1 22 14 von der Kindesvertreterin gestellte Gesuch um Abänderung des vorsorg-
lichen Kindesunterhalts (Proz. Nr. 135-2019-83) wie folgt:

1.1. Die Gesuche werden teilweise gutgeheissen und A._____ wird in Abän-
derung von Dispositivziffer 7 des Entscheids des Einzelrichters am Re-
gionalgericht Albula vom 2. Juni 2020 (Proz. Nr. 135-2019-83) verpflich-
tet, B._____ an den Unterhalt des Sohnes C._____ mit Wirkung ab Ja-
nuar 2022 und bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides 
über den Kindesunterhalt im Verfahren betreffend Regelung der Kinder-
belange (ZK1 21 191) einen monatlich im Voraus zahlbaren Beitrag von 
CHF 613.00 zuzüglich Kinder- und Differenzzulagen zu bezahlen.

1.2. A._____ ist berechtigt, die seit Januar 2022 gestützt auf den Entscheid 
vom 2. Juni 2020 (Proz. Nr. 135-2019-83) nachweislich geleisteten Zah-
lungen an vorstehende Unterhaltsverpflichtung anzurechnen.

1.3. Im Übrigen werden die Gesuche abgewiesen.

2. [Kostenregelung]

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

F.a. Die Berufungsklägerin teilte mit Schreiben vom 25. Oktober 2022 mit, vom 
gegenwärtig andauernden Klinikaufenthalt des Berufungsbeklagten erfahren zu ha-
ben. Sie behalte sich vor, nach entsprechenden Abklärungen ein vorsorgliches 
Massnahmeverfahren einzuleiten, und ersuche darum, mit dem Entscheid in der 
Hauptsache noch zuzuwarten.

F.b. Mit Eingabe vom 14. November 2022 beantragte die Berufungsklägerin, der 
Berufungsbeklagte sei anzuweisen, vollumfänglich und mit den entsprechenden Be-
legen über seine gesundheitliche Situation und den von ihm im Oktober 2022 ver-
ursachten Unfall zu orientieren. Ferner beantragte sie die Edition des Polizeirap-
ports zum Unfall samt allfälligen Resultaten/Blutalkoholtest/Urinprobe sowie der 
umfassenden Dokumentation über den Aufenthalt in der Psychiatrie M._____ (ärzt-

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liche Einlieferung, Selbsteinlieferung, Diagnosen, Austrittsrapporte, Medikamentier-
ungen etc.). 

F.c. Der Berufungsbeklagte hielt mit Stellungnahme vom 15. Dezember 2022 am 
Antrag auf Abweisung der Berufung fest. Ferner beantragte er die Abweisung der 
Editionsanträge und reichte neue Urkunden ein. Die Kindesanhörung thematisierte 
er, ohne diesbezüglich Antrag zu stellen oder an dem in der Berufungsantwort ge-
stellten Antrag auf Abweisung ausdrücklich festzuhalten.

F.d. Die Kindesvertreterin, Rechtsanwältin Silvia Däppen, stellte mit Eingabe vom 
15. Dezember 2022 (berichtigt mit Eingabe vom 19. Dezember 2022) Antrag auf 
Erweiterung der Aufgaben der Beistandsperson. Die Eltern seien zu verpflichten, 
die Beistandsperson über anstehende Veränderungen vorab und über unvorher-
sehbare Vorfälle zeitnah zu informieren. Die Beiständin sei zu verpflichten, dem je-
weils anderen Elternteil die Informationen zu übermitteln. Der Antrag auf Edition des 
Polizeirapports sei gutzuheissen. Der Antrag auf Edition der Dokumentation über 
den Aufenthalt in der Psychiatrie M._____ sei abzuweisen.

F.e. Der Berufungsbeklagte bezog am 23. Januar 2023 zur Eingabe der Kindes-
vertreterin Stellung, informierte über die Kündigung seiner Arbeitsstelle und reichte 
die schriftliche Kündigung ein.

F.f. Die Berufungsklägerin nahm am 26. Januar 2023 zu den beiden Eingaben 
vom 15. Dezember 2022 Stellung und hielt an ihren Editionsbegehren fest. Ferner 
beantragte sie die Anhörung von C._____.

G.a. Mit prozessleitender Verfügung vom 12. Juli 2024 informierte die Vorsitzende 
der I. Zivilkammer die Parteien über die Durchführung einer mündlichen Verhand-
lung, die Einholung einer schriftlichen Auskunft von der Beiständin von C._____, 
E._____, und die vorgesehene Kindesanhörung von C._____. Zwecks Abklärung 
der aktuellen Einkommens- und Bedarfssituation forderte sie die Berufungsklägerin 
und den Berufungsbeklagten zur Edition verschiedener Unterlagen auf, den Beru-
fungsbeklagten zudem zur Einreichung des Unfallrapports sowie des Austrittsbe-
richts der Psychiatrie M._____ zu seinem stationären Aufenthalt im Oktober 2022. 

G.b. Die Beiständin, E._____, reichte die schriftliche Auskunft (Bericht über die 
Beistandschaft) am 28. August 2024 ein. Gleichentags übersandte die Berufungs-
klägerin dem Kantonsgericht die zur Edition verlangten Belege zu ihren finanziellen 
Verhältnissen. Der Berufungsbeklagte reichte seinerseits einen Teil der angeforder-
ten Unterlagen ein und machte geltend, weder über den Polizeirapport noch über 
einen Austrittsbericht der Psychiatrie M._____ zu verfügen.

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G.c. Mit prozessleitender Verfügung vom 6. September 2024 forderte die Vorsit-
zende der I. Zivilkammer den Berufungsbeklagten unter Ansetzung einer Nachfrist 
auf, die noch fehlenden Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen einzurei-
chen, die den Unfall rapportierende Dienststelle bekanntzugeben sowie den Aus-
trittsbericht der Psychiatrie M._____ zum stationären Aufenthalt zu edieren oder an-
dernfalls die beigelegte Erklärung zur Entbindung der behandelnden Ärzte von der 
ärztlichen Schweigepflicht unterzeichnet zu retournieren.

G.d. Der Berufungsbeklagte reichte am 23. September 2024 seine aktuellen 
Lohnabrechnungen, eine Ergänzung zum Arbeitsvertrag, die provisorische Steuer-
berechnung 2023 und einen Beleg zur individuellen Prämienverbilligung 2022 ein. 
Er machte nähere Angaben zur Edition des Polizeirapports, verweigerte hingegen 
die Entbindung der Klinikärzte von ihrer Schweigepflicht.

G.e. Mit Schreiben vom 26. September 2024 forderte die Vorsitzende der I. Zivil-
kammer die Polizei Basel-Landschaft auf, den Polizeirapport zum Unfall des Beru-
fungsbeklagten vom 2. Oktober 2022 zu edieren.

G.f. Ebenfalls mit Eingabe vom 26. September 2024 liess sich die Berufungsklä-
gerin zur letzten Eingabe des Berufungsbeklagten vernehmen und beantragte, trotz 
fehlender Schweigepflichtentbindung einen Bericht bei der Psychiatrie M._____ ein-
zuholen. Auch die Kindesvertreterin, Silvia Däppen, äusserte sich am 30. Septem-
ber 2024 zur Eingabe des Berufungsbeklagten und beantragte, dieser sei erneut 
aufzufordern, die Klinikärzte der Psychiatrie M._____ mit Bezug auf die zur Beurtei-
lung der Obhutsfrage relevanten Umstände von der ärztlichen Schweigepflicht zu 
entbinden. Diesem Antrag entsprach die Vorsitzende der I. Zivilkammer insofern, 
als sie den Berufungsbeklagten mit prozessleitender Verfügung vom 2. Oktober 
2024 aufforderte, entweder selber bei der Psychiatrie M._____ einen Bericht über 
seinen stationären Aufenthalt im Oktober 2022 mit den für die Beurteilung der Ob-
hutsfrage relevanten Informationen anzufordern oder dem Kantonsgericht umge-
hend die Entbindungserklärung zu retournieren.

G.g. Am 2. Oktober 2024 fand die Anhörung von C._____ durch die Vorsitzende 
der I. Zivilkammer in Anwesenheit der Gerichtsschreiberin statt.

G.h. Der Berufungsbeklagte reichte am 9. Oktober 2024 die Entbindungser-
klärung ein, worauf die behandelnde Ärztin der Psychiatrie M._____, Dr. D._____, 
umgehend um Zustellung des entsprechenden ärztlichen Berichts ersucht wurde.

G.i. Am 17. Oktober 2024 übermittelte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 
den polizeilichen Rapport vom 30. November 2022 zum Unfall des Berufungsbe-

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klagten im Oktober 2022. Gleichentags reichte Dr. D._____ ihren ärztlichen Bericht 
vom 17. Oktober 2024 ein.

H. Am 24. Oktober 2024 fand die Berufungsverhandlung statt. Die Berufungs-
klägerin und der Berufungsbeklagte liessen ihre jeweiligen Beweisanträge fallen, 
soweit diese noch nicht erledigt waren. Die Berufungsklägerin stellte den Eventual-
antrag, im Falle der Zuteilung der Obhut an den Berufungsbeklagten sei ihr ein Be-
suchsrecht an ⅔ der Wochenenden von Freitag nach Schulschluss bis Sonntag-
abend einzuräumen, wobei grundsätzlich das Hol-Holprinzip gelten solle, sie aber 
am zusätzlichen Besuchswochenende beide Wege übernehme. Die Kindesvertre-
terin, Rechtsanwältin Silvia Däppen, stellte folgende neuen Anträge:

1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. Ziff. 2. Dispositiv Entscheid vom 26.8./2.11.21 sei dahingehend abzuän-
dern und zu ergänzen,

- dass A._____ jährlich 2/3 der Wochenenden und B._____ 1/3 der Wo-
chenenden, welche nicht in die Ferien gemäss Ferienplan des Zweck-
verbandes Kindergarten und Primarschule I._____ fallen, mit C._____ 
verbringt, wobei im Streitfall in Jahren mit gerader Jahreszahl B._____ 
das Wahlrecht und in Jahren mit ungerader Jahreszahl A._____ zu-
steht;

- dass C._____ zu Beginn der Besuchswochenenden von A._____ bei 
B._____ abgeholt wird und B._____ C._____ am Ende der Besuchswo-
chenenden bei A._____ abholt, soweit die Eltern sich nicht anderweitig 
einigen.

3. Es sei beiden Elternteilen die Weisung zu erteilen, den jeweils anderen 
Elternteil unter gleichzeitiger Information der Beiständin über anste-
hende Veränderungen, welche das Leben von C._____ tangieren, 
vorab und nicht vorhersehbare derartige Veränderungen zeitnah zu in-
formieren.

4. Es sei A._____ zu verpflichten, folgende monatliche Unterhaltsbeiträge, 
zuzüglich Kinder- bzw. Ausbildungszulagen, soweit von ihr bezogen, für 
C._____ zu bezahlen:

- bis und mit Juli 2026: CHF 1'610.00

- von Aug. 2026 bis Eintritt Oberstufe: CHF 1'760.00

- ab Eintritt Oberstufe bis zur Volljährigkeit: CHF 1'890.00

5. Es sei A._____, eventualiter beide Elternteile zu verpflichten, die Ver-
fahrenskosten zu übernehmen und C._____ ausseramtlich angemes-
sen zu entschädigen, soweit die Kosten für die Kindesvertretung nicht 
zu den Gerichtskosten geschlagen werden.

In Bezug auf die beantragten Unterhaltsbeiträge merkte die Kindesvertreterin an, 
dass sie der Unterhaltsberechnung fälschlicherweise ein zu hohes Einkommen der 
Berufungsklägerin zugrunde gelegt habe, weshalb die Beträge unter Beibehaltung 
ihrer Berechnungsweise anzupassen seien.

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I. Im Anschluss an die Berufungsverhandlung fand eine mündliche Urteilsbe-
ratung statt, welche zur Ausarbeitung eines umfassenden Urteilsentwurfs unterbro-
chen wurde. Per 1. Januar 2025 erfolgte die Zusammenführung des Kantonsge-
richts von Graubünden und des Verwaltungsgerichts Graubünden zum Obergericht 
des Kantons Graubünden. Das vorliegende Verfahren wurde daher dem Oberge-
richt zur Weiterführung übertragen (Art. 122 Abs. 5 GOG; BR 173.100), worauf des-
sen Erste zivilrechtliche Kammer ihren Entscheid auf dem Zirkularweg gefällt hat 
(Art. 9 und Art. 21 OGV; BR 173.010). Die Besetzung des Spruchkörpers blieb un-
verändert.  

J. Die Akten des erstinstanzlichen Verfahrens (Proz. Nr. 151-2018-1), der erst-
instanzliche Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 2. Juni 2020 
(Proz. Nr. 135-2019-83) sowie die Akten des vorsorglichen Massnahmeverfahrens 
betreffend Unterhalt während des Berufungsverfahrens (ZK1 22 14) wurden beige-
zogen.

Erwägungen

1.1. Die Prozessvoraussetzungen sind gegeben (Art. 308 Abs. 1 lit. a sowie 
Art. 311 i.V.m. Art. 142 ZPO; act. A.1). Auf die Berufung ist einzutreten.

1.2. Der Berufungsbeklagte beantragt mit Berufungsantwort die Ermächtigung 
zur Impfung von C._____ gemäss den BAG-Richtlinien. Damit wird nicht eine Än-
derung des angefochtenen Entscheides beantragt (Anschlussberufung), sondern es 
wird neu und erstmals um Erlass einer Kindesschutzmassnahme ersucht. Letzteres 
fällt während hängigem Rechtsmittelverfahren betreffend den Unterhalt und die wei-
teren Kinderbelange (Obhut, persönlicher Verkehr) in die Zuständigkeit des damit 
befassten Gerichts (Sébastien Moret, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 4. Aufl., Basel 2024, N 6a zu 
Art. 304 ZPO; Thomas Sutter-Somm/Benedikt Seiler, in: Sutter-Somm/Seiler 
[Hrsg.], Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2021, 
N 2 zu Art. 304 ZGB; Luca Maranta, in: Kren Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser 
[Hrsg.], ZGB, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 4. Aufl., Zürich 2021, N 2 zu 
Art. 315a-315b ZGB; a.A. Michelle Cottier, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommen-
tar Zivilgesetzbuch, 2. Aufl., Basel 2018, N 4 zu Art. 315-315b ZGB). Auf das Be-
gehren um Ermächtigung zur Impfung von C._____ ist somit ebenfalls einzutreten.

2.1 Gegenstand des Berufungsverfahrens ist wie vor erster Instanz die Regelung 
der Kinderbelange, insbesondere die Frage der Obhutszuteilung und – davon ab-

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hängend – die Regelung des persönlichen Verkehrs und der elterlichen Unterhalts-
pflicht.

2.2. Hat das Gericht über Kinderbelange zu entscheiden, erforscht es den Sach-
verhalt von Amtes wegen und entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge (un-
eingeschränkte Untersuchungsmaxime und Offizialmaxime; Art. 296 Abs. 1 und 3 
ZPO). Diese Grundsätze gelten auch vor der Rechtsmittelinstanz, und zwar nicht 
bloss zugunsten des Kindes, sondern – etwa im Unterhaltspunkt – auch zugunsten 
des unterhaltspflichtigen Elternteils (BGE 137 III 617 E. 4.5.2; BGE 128 III 411 
E. 3.2.1; BGer 5A_1031/2019 v. 26.6.2020 E. 5.1; 5A_169/2012 v. 18.7.2012 
E. 3.3; zur Frage der Bindung an die [Berufungs]anträge: BGer 5A_855/2021 v. 
27.4.2022 E. 3.2.3). Neue Tatsachen und Beweismittel können im Berufungsver-
fahren bis zum Beginn der Urteilsberatung (vgl. act. D.9) vorgebracht werden, wes-
halb die von den Parteien eingebrachten Noven ohne Weiteres zulässig sind 
(Art. 317 Abs. 1bis i.V.m. Art. 407f ZPO; zur Rechtslage vor der Revision vgl. BGE 
144 III 349 E. 4.2.1 = Pra 2019 Nr. 88). Unter der Geltung der Offizialmaxime können 
im Berufungsverfahren zudem auch Anträge gutgeheissen werden, die über die Be-
gehren des erstinstanzlichen Verfahrens hinausgehen, ohne dass die Vorausset-
zungen einer Klageänderung gemäss Art.  317 Abs. 2 ZPO erfüllt sein müssten 
(KGer GR ZK1 22 196 v. 17.3.2023 E. 1 4 m.w.H.). Selbst einer Partei, die von 
einer eigenen Berufung oder Anschlussberufung abgesehen und anfänglich nur die 
Bestätigung des angefochtenen Entscheides verlangt hat, steht die Möglichkeit of-
fen, ihre Anträge im Verlaufe des Berufungsverfahrens an veränderte Verhältnisse 
anzupassen (KGer GR ZK1 23 110 v. 17.10.2024 E. 8 m.w.H.). Das Verbot der re-
formatio in peius gilt nicht (BGE 137 III 617 E. 4.5.3; BGer 5A_800/2022 v. 
28.3.2023 E. 3.2). Die seitens der Kindesvertreterin erstmals im Berufungsverfah-
ren gestellten Anträge auf Erweiterung der Aufgaben der Beistandsperson respek-
tive auf Erteilung einer Weisung an die Eltern sowie auf Erhöhung der von der Be-
rufungsklägerin zu leistenden Unterhaltsbeiträge sind daher ebenfalls zulässig.

3. Rügen

3.1. Die Berufungsklägerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie 
eine unvollständige und im Ergebnis willkürliche Sachverhaltsfeststellung. Die 
Vorinstanz habe lediglich auf das ergänzende Erziehungsgutachten vom 16. März 
2020 abgestützt und das Erziehungsgutachten vom 29. Februar 2018 nicht in die 
Würdigung miteinbezogen. Ausserdem basiere das ergänzende Erziehungsgutach-
ten auf unvollständigen und unrichtigen Grundlagen und es seien dafür einseitig 
dem Berufungsbeklagten nahestehende Personen befragt worden. Die Vorinstanz 
habe für sie ungünstige Punkte aus dem Ergänzungsgutachten herausgegriffen und 

12 / 59

verschiedene ihrer Argumente übergangen. So sei die gutachterliche Aussage, sie 
habe den Berufungsbeklagten wiederholt negativ dargestellt, unzutreffend – sie 
habe lediglich ihre Sorgen geäussert. Auch die Behauptung, sie habe mit dem Um-
zug nach L.1._____ ihre eigenen Bedürfnisse über die ihres Sohnes gestellt, treffe 
nicht zu – vielmehr sei sie aufgrund des gering bemessenen Barunterhalts zum Um-
zug gezwungen gewesen und in dieser Entscheidung zudem falsch beraten worden. 
Ihrem Argument, wonach die Interaktionsbefragung zwischen ihr und C._____ zum 
zweiten Gutachten zu einem ungünstigen Zeitpunkt stattgefunden habe, habe die 
Vorinstanz keine Beachtung geschenkt. Sie habe ferner übergangen, dass die Be-
treuung beim Berufungsbeklagten primär durch Drittpersonen übernommen werde, 
während die Berufungsklägerin eine mehrheitlich persönliche Betreuung gewähr-
leisten könne, der Vorrang zu geben sei. Es sei grundsätzlich üblich, dass ein fünf-
jähriges Kind in der Obhut der leiblichen Mutter stehe, sofern nichts gegen diese 
spreche. C._____ habe ihr gegenüber schon mehrfach den Wunsch geäussert, wie-
der bei ihr wohnen zu wollen. Schliesslich habe die Vorinstanz auf einen Bericht der 
Beiständin abgestützt, obwohl diese nur den Berufungsbeklagten und nicht auch 
die Berufungsklägerin zuhause besucht habe (act. A.1, III.A.2-2.6).  

3.2. Die Vorinstanz gab die beiden Gutachten zusammengefasst wieder und be-
gründete sowohl ihre Entscheidung, der Empfehlung des aktuelleren Gutachtens zu 
folgen (act. B.1, E. 4.5.1 f. und 4.10), als auch ihre Ablehnung der Empfehlung des 
ersten Gutachtens (act. B.1, E. 4.11.4). Sie würdigte damit beide Gutachten.

3.3. Das zweite Gutachten basierte neben den zur Verfügung gestellten Akten 
sowie den Telefonaten und Interaktionsbefragungen der Eltern selbst, auf Telefona-
ten mit Dritten, wobei jeweils ein Elternteil und ein Geschwister der Parteien telefo-
nisch befragt wurde. Eine zusätzliche Befragung bestand im Telefonat mit dem 
Psychiater des Berufungsklägers. Dies stellt keine einseitige Auswahl zugunsten 
des Berufungsbeklagten dar, bei der nur ihm nahestehende Personen befragt wor-
den wären.

3.4. Bei der Prüfung der Kriterien für die Zuteilung der alleinigen Obhut ist es we-
nig hilfreich, den Fokus auf die von beiden Eltern gleichermassen erfüllten Kriterien 
zu legen. Es ist vielmehr zu eruieren, wo es Unterschiede gibt und diese sind ge-
nauer zu betrachten. Dass daher auf die in den Gutachten zulasten der einen oder 
anderen Partei erwähnten Umstände näher eingegangen wird, ist richtig und es 
kann darin kein selektives Abstützen gesehen werden. Es ist der Berufungsklägerin 
jedoch insofern zuzustimmen, als die Vorinstanz in der zusammenfassenden Wie-
dergabe des ersten Gutachtens die depressive Symptomatik des Berufungsbeklag-
ten unterschlug, obwohl das Gutachten diese insbesondere im Zusammenhang mit 

13 / 59

der Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten thematisiert (E. 4.5.1). Die Vorin-
stanz hielt ferner fest, die "instabile psychische Verfassung" des Berufungsbeklag-
ten sei unbewiesen geblieben (E. 4.10), was so nicht gesagt werden kann: auch 
wenn der Berufungsbeklagte keine generell "instabile Verfassung" aufweisen mag, 
so waren bei ihm doch psychische Störungen diagnostiziert worden. Die Vorinstanz 
erwähnt diese nicht, obwohl das Gutachten die remittierte depressive Symptomatik 
nicht nur bei der Anamnese, sondern speziell beim Befund über die Erziehungs-
fähigkeit anführt. Angesichts der vertieften Prüfung eines Aspekts der Erziehungs-
fähigkeit (Bindungstoleranz) bei der Berufungsklägerin wären die depressive Sym-
ptomatik und ihre Auswirkungen auf die Erziehungsfähigkeit beim Berufungsbeklag-
ten ebenfalls zu würdigen gewesen, spricht doch das Bundesgericht von einer glei-
chermassen gegebenen Erziehungsfähigkeit im Zusammenhang mit der Prüfung 
der Kriterien der Obhutszuteilung. Dies bedingt in einer Situation wie der vorliegen-
den auch die Prüfung des Grades bzw. der Teilaspekte der Erziehungsfähigkeit. 
Darauf ist im Rahmen der Prüfung der Erziehungsfähigkeit auch angesichts des 
nunmehr vorliegenden Arztberichts zu einer depressiven Episode des Berufungs-
klägers im Oktober 2022 näher einzugehen (E. 4.2.8).

3.5. Die Vorinstanz übernahm die gutachterliche Aussage, die Berufungsklägerin 
stelle den Berufungsbeklagten negativ dar oder äussere sich abwertend über ihn, 
nicht ungeprüft. Sie relativierte die Aussage, indem sie diese den Berichten der Kin-
desvertreterin und Beiständin gegenüberstelle, wonach beide Elternteile am jeweils 
anderen Kritik üben würden. Ferner erachtete sie die bei der Berufungsklägerin in 
vergleichsweise geringerem Masse gegebene Bindungstoleranz nicht nur gestützt 
auf die gutachterliche Erwähnung der negativen Darstellung des Berufungsbeklag-
ten als erwiesen, sondern auch unter Verweis auf die Bereitschaft des Berufungs-
beklagten, die Beziehung zwischen der Berufungsklägerin und C._____ aktiv zu för-
dern. Zwar trifft es zu, dass das ältere Gutachten die Bindungstoleranz der Beru-
fungsklägerin insofern nicht in Frage stellt, als es sie als hinreichend bezeichnet. 
Daraus kann die Berufungsklägerin jedoch nichts für sich ableiten, da das Gutach-
ten die Bindungstoleranz des Berufungsbeklagten ebenfalls als hinreichend ein-
schätzt.

3.6. Die Vorinstanz begründete die eingeschränkte Bindungstoleranz u.a. mit 
dem ungenehmigten Umzug der Berufungsklägerin nach L.1._____. Sie erwog, die 
Berufungsklägerin habe damit eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den mit 
dem Umzug verbundenen Einschränkungen im persönlichen Verkehr zwischen Va-
ter und Sohn und seinen weiteren Bezugspersonen gezeigt. Ein Umzug – solange 
er plausibel begründet und nicht rechtsmissbräuchlich ist – und der Umstand, dass 

14 / 59

hierfür das Bewilligungsverfahren nicht abgewartet wird, können eine einge-
schränkte Bindungstoleranz nicht begründen. Die Verletzung des Aufenthaltsbe-
stimmungsrechts wird zivilrechtlich nicht sanktioniert und kann gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung keine Obhutszuteilung an den anderen Elternteil recht-
fertigen, solange keine missbräuchlichen Beweggründe für den Umzug erstellt sind 
(BGer 5A_533/2023 v. 17.1.2024 E. 3.6.8). Entsprechend darf der nicht rechtsmiss-
bräuchliche Umzug auch nicht über das Kriterium der Bindungstoleranz oder andere 
Kriterien (E. 4.2.9) in den Entscheid über die Obhutszuteilung einfliessen. Andern-
falls müsste derselbe Schluss für den Berufungsbeklagten gezogen werden, würde 
man seinen Wegzug aus O.1._____ ins drei Stunden entfernte O.2._____, was den 
Reiseweg ebenfalls verlängerte (oder überhaupt erst entstehen liess), als fehlende 
Bindungstoleranz bzw. fehlende Bereitschaft werten, den regelmässigen persönli-
chen Verkehr durch Beibehaltung eines nahen Wohnorts zu fördern.

3.7. Die Vorinstanz führte aus, auch wenn die berufungsklägerische Behauptung 
zur Interaktionsbefragung zutreffen würde, sei aufgrund der breiten Abstützung des 
zweiten Gutachtens nicht allein deshalb auf das erste Gutachten abzustellen 
(act. B.1, E. 4.11.1). Dem ist anzufügen, dass die Interaktionsbefragung der Beru-
fungsklägerin und des Sohnes im Gutachten grundsätzlich positiv geschildert wird 
und es daher nicht ersichtlich ist, inwiefern dies ausschlaggebende Grundlage für 
die gutachterliche Empfehlung gegen eine Obhutszuteilung an die Berufungskläge-
rin gewesen sein sollte und bei Ausserachtlassung oder Wiederholung der Interak-
tionsbefragung ein anderer Schluss gezogen bzw. die Obhut der Berufungsklägerin 
empfohlen worden wäre. Zudem ist zu erwähnen, dass gemäss dem ersten Gut-
achten die Übergabe von C._____ von der Berufungsklägerin an den Berufungsbe-
klagten noch im Wartezimmer der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden vor 
der Interaktionsbefragung des Berufungsbeklagten und C._____ stattfand (RG 
act. XII.2, S. 20), sodass das Argument des "ungünstigen Zeitpunktes" auch für 
seine Interaktionsbefragung erhoben werden könnte und insofern vergleichbare Si-
tuationen vorlagen. Im Übrigen wird auf E. 4.8 verwiesen.

3.8. Es trifft nicht zu, dass die Vorinstanz das Argument der persönlichen Betreu-
ung übergangen hätte. Sie würdigte die Möglichkeit der Eltern, C._____ persönlich 
zu betreuen, bezog auch die Art der Drittbetreuung, den Grundsatz der Gleichwer-
tigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung sowie das Kindeswohl mit ein (act. B.1, 
4.11.2). Bereits im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils rechtfertigte das Alter von 
C._____ (fünfjährig) keine Ausnahme vom Grundsatz der Gleichwertigkeit von Ei-
gen- und Fremdbetreuung. Spezifische Bedürfnisse von C._____, die eine persön-
liche Betreuung notwendig hätten erscheinen lassen, wurden nicht geltend gemacht 

15 / 59

und es liegen dafür auch keine anderweitigen Hinweise vor. Jeder Elternteil steht 
zumindest in Randzeiten zur Verfügung. Die Behauptung der Berufungsklägerin, 
wonach fünfjährige Kinder "üblicherweise" unter die Obhut des weiblichen Eltern-
teils zu stellen seien bzw. dies der Normalfall sei, vermag keine Ausnahme vom 
Grundsatz der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung im konkreten Fall 
zu begründen. 

3.9. Die Vorinstanz erwähnte, dem eindeutigen Wunsch des Kindes sei je nach 
Alter Rechnung zu tragen (act. B.1, E. 4.4). Soweit die Ausführungen der Beru-
fungsklägerin in der Berufung zum Wunsch des Kindes eine Rüge darstellen sollten, 
ist diese unbegründet. Angesichts des Umstandes, dass C._____ im Zeitpunkt des 
erstinstanzlichen Urteils erst fünfjährig war, war das Absehen von einer Kindesan-
hörung und die entsprechende Nichtberücksichtigung seiner Wünsche vertretbar. 
Ausserdem wurde von keiner Seite ein dahingehender Antrag gestellt. Basierend 
auf der nunmehr durchgeführten Kindesanhörung sind C._____ Äusserungen in 
den Entscheid über die Obhutszuteilung einzubeziehen (E. 4.9).

3.10. Den Umstand, dass die Beiständin die Berufungsklägerin nicht zuhause be-
sucht habe, erwähnte die Vorinstanz im Urteil; sie war sich diesem mithin bewusst, 
und erwog ferner, dass die Kindesvertreterin die Berufungsklägerin auf der 
O.10._____ besucht habe, um den Bericht der Beiständin in dieser Hinsicht zu er-
gänzen (act. B.1, E. 4.7 f.). Zudem zog die Vorinstanz die Berichte der Beiständin 
und der Kindesvertreterin zugunsten der Berufungsklägerin heran, als sie das im 
zweiten Gutachten nur der Berufungsklägerin zugeschriebene negative Äussern 
über den anderen Elternteil gestützt darauf als beidseitiges Verhalten relativierte 
(act. B.1, E. 4.10 3. Absatz).

3.11. Die Rügen der Berufungsklägerin erweisen sich bis auf die beanstandete vor-
instanzliche Würdigung des Umzugs mit C._____ als unbegründet. Der angefoch-
tene Entscheid ist vor dem Hintergrund der Lage, wie sie sich im Urteilzeitpunkt 
darstellte, nicht zu beanstanden. Aufgrund der verstrichenen Zeit und der beidseits 
behaupteten bzw. eingereichten neuen Tatsachen und Beweismittel ist die Obhuts-
zuteilung trotzdem erneut durch das Berufungsgericht zu prüfen. Die weiteren Rü-
gen der Berufungsklägerin werden wie die beidseits vorgebrachten Argumente der 
Struktur der Kriterien zur Obhutszuteilung folgend abgehandelt.

4.1. Obhut

4.1.1. Die Obhut bezeichnet das tatsächliche Zusammenleben mit dem Kind in ei-
ner häuslichen Gemeinschaft und die Befugnis zur täglichen Betreuung sowie die 

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Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit der Pflege und laufen-
den Erziehung (vgl. Art. 301 Abs. 3 ZGB), wobei das Recht, den Aufenthaltsort des 
Kindes zu bestimmen, nicht (mehr) dazu gehört. Sind beide Eltern in ähnlichem Um-
fang an der Betreuung des Kindes beteiligt (oder betreuen beide das Kind auch 
unter der Woche und nicht nur übers Wochenende), spricht man von Betreuungs-
anteilen oder Betreuungszeiten und die Betreuungsregelung ist als alternierende 
Obhut zu bezeichnen. Übernimmt ein Elternteil die hauptsächliche Betreuung, 
kommt ihm die alleinige Obhut zu und der "Betreuungsanteil" (vgl. Thomas Geiser, 
Alternierende Obhut – wie weiter?, in: ZKE 2024, Ziff. III.12) des anderen wird ter-
minologisch unter dem Titel Besuchsrecht bzw. persönlicher Verkehr abgehandelt 
(BGE 147 III 121 E. 3.2.2; BGer 5A_345/2020 v. 30.4.2021 E. 5.1; 5A_418/2019 v. 
29.8.2019 E. 3.5.2; Regina Elisabeth Aebi-Müller, Die privatrechtliche Rechtspre-
chung des Bundesgerichts im Jahr 2021, Familienrecht – Eherecht [Eheschutz und 
Ehescheidung; insbes. Unterhaltsrecht] und Kindesrecht, in: ZBJV 158/2022, 
S. 396). Eine scharfe Abgrenzung zwischen der alternierenden Obhut mit Betreu-
ungsanteilen/-zeiten und der alleinigen Obhut mit Besuchsrecht bzw. persönlichem 
Verkehr hat das Bundesgericht bisher nicht vorgenommen. Die Unterscheidung ist 
jedoch von Bedeutung, da sich bei der alleinigen Obhut der zivilrechtliche Wohnsitz 
des Kindes aus dem Gesetz ergibt (Art. 25 Abs. 1 ZGB), während bei der alternie-
renden Obhut der Wohnsitz des Kindes vom Gericht separat festzulegen ist (BGE 
147 III 121 E. 3.2.3). Ferner kommen je nach Art der Obhut unterschiedliche 
Grundsätze zur Anwendung, was die Aufteilung des Barunterhalts unter den Eltern 
anbelangt (siehe E. 8.1.4; BGE 147 III 265 E. 5.5). Das Bundesgericht begründet 
die Bedeutung der Unterscheidung ferner mit der Anrechnung der Erziehungsgut-
schriften der AHV (BGE 147 III 121 E. 3.4). Auch diese hängt von der Subsumtion 
des Betreuungsmodells in eine von zwei Kategorien ab, für die es keinen Grenzwert 
gibt (Art. 52fbis AHVV [SR 831.101: "betreut ein Elternteil das gemeinsame Kind zum 
überwiegenden Teil", "betreuen beide Eltern ihr Kind zu gleichen Teilen"]; vgl. BGer 
5A_722/2020 v. 13.7.2021 E. 3.6.1). Aus diesen Gründen sowie der Anknüpfung an 
den Obhutsbegriff im Gesetz ist die Unterscheidung der Art der Obhut – alleinige 
oder alternierende – von Bedeutung und auch im Dispositiv anzugeben (vgl. BGer 
5A_345/2020 v. 30.4.2021 E. 5.1; vgl. zuvor: 5A_418/2019 v. 29.8.2019 E. 3.5.2). 

4.1.2. Vorliegend fällt eine alternierende Obhut, zumindest im Sinne einer (unge-
fähr) hälftigen Betreuung, aufgrund der Distanz der elterlichen Wohnorte – die Be-
rufungsklägerin wohnt in O.3._____, der Berufungsbeklagte im drei Stunden ent-
fernten O.2._____, Kanton O.4._____ – ausser Betracht. Daher ist die hauptsächli-
che Betreuung bzw. die alleinige Obhut einem Elternteil zuzuteilen und das Be-
suchsrecht bzw. der persönliche Verkehr zu regeln. Für die Zuteilung der Obhut hat 

17 / 59

das Wohl des Kindes Vorrang vor allen anderen Überlegungen, insbesondere vor 
den Wünschen der Eltern. Vorab ist deren Erziehungsfähigkeit zu klären. Ist diese 
bei beiden Elternteilen gegeben, sind die Stabilität der örtlichen und familiären Ver-
hältnisse, die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zu-
sammenzuarbeiten (Kooperationsfähigkeit) und der Bestand einer persönlichen 
Bindung und echter Zuneigung zum Kind (Qualität der Eltern-Kind-Beziehung) von 
Bedeutung. Auch dem Wunsch des Kindes ist Beachtung zu schenken, selbst wenn 
es bezüglich der Frage der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist. 
Während die Zuteilung der Obhut in jedem Fall die Erziehungsfähigkeit voraussetzt, 
sind die weiteren Beurteilungskriterien oft voneinander abhängig und je nach den 
konkreten Umständen des Einzelfalls von unterschiedlicher Bedeutung. So spielen 
das Kriterium der Stabilität und dasjenige der Möglichkeit zur persönlichen Betreu-
ung des Kindes bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle, während bei 
älteren Kindern zunehmend die Wohn- und Schulumgebung sowie der sich ausbil-
dende Freundeskreis wichtig werden (BGer 5A_361/2023 v. 24.11.2023 E. 4.1.1; 
BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und 4.7).

4.1.3. Mit Blick auf die Obhutszuteilung sind insbesondere die beiden vorinstanzlich 
bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden in Auftrag gegebenen Gutach-
ten vom 29. Oktober 2018 (RG act. XII.2) bzw. vom 16. März 2020 (RG act. XII.3) 
sowie die nach dem Umzug der Berufungsklägerin nach L.1._____ eingeholte Er-
gänzung vom 30. Juni 2020 von Bedeutung (RG act. XII.4). Das Gericht würdigt 
diese Gutachten wie jedes Beweismittel frei. In Fachfragen darf es nur aus triftigen 
Gründen von ihnen abweichen. Diese Bindungswirkung erstreckt sich dabei nur auf 
Feststellungen tatsächlicher Art, wie beispielsweise die Erziehungsfähigkeit. Eine 
gutachterliche Empfehlung, die Obhut dem einen oder anderen Elternteil zuzuteilen, 
beschlägt hingegen eine Rechtsfrage, die allein dem Gericht obliegt. Das Gericht 
ist an eine solche gutachterliche Empfehlung nicht gebunden (BGer 5A_488/2021 
v. 4.2.2022 E. 3.2; BGE 138 III 193 E. 4.3.1; vgl. BGer 5A_742/2021 v. 8.4.2022 
E. 3.3.3.1). Neben den Gutachten liegen weiter zwei Berichte der Beiständin 
E._____ vor, in denen sie sich zur Erziehungsfähigkeit der Eltern äussert; ein vor-
instanzlich eingeholter Bericht vom 24. Juni 2021 sowie ein aktualisierter Bericht 
vom 28. August 2024 (RG act. XIII.1; act. J.I). Die Kindergärtnerin von C._____, 
L._____, erteilte der Vorinstanz am 22. Juni 2021 schriftlich Auskunft (RG 
act. XIII.2). Schliesslich befasst sich der Bericht der den Berufungsbeklagten im 
Herbst 2022 behandelnden Ärztin, Dr. D._____ von der Psychiatrie M._____, u.a. 
mit der Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten (act. I.D). 

4.2. Erziehungsfähigkeit

18 / 59

4.2.1. Erziehungsfähigkeit bedeutet, die Bedürfnisse des Kindes erkennen und kin-
deswohlorientiert darauf eingehen zu können. Zur Erziehungsfähigkeit gehören 
Kompetenzen wie Feinfühligkeit, Förder- und Lenkungskompetenzen, Kooperati-
onsbereitschaft und Bindungstoleranz, d.h. die Bereitschaft, den Kontakt zwischen 
dem Kind und dem anderen Elternteil zu fördern (RG act. XII.2, S. 26; RG act. XII.3, 
S. 48). Als Aspekt der Erziehungsfähigkeit kann der Bindungstoleranz bei der Zu-
teilung der Obhut eine entscheidende Bedeutung zukommen (BGer 5A_616/2020 
v. 23.11.2020 E. 2.1.1; BGE 142 III 481 E. 2.7). Das Vorliegen einer psychischen 
Erkrankung spricht nicht per se gegen eine Obhutszuteilung an den entsprechenden 
Elternteil. Einer solchen steht nichts im Wege, wenn die psychische Störung entwe-
der keinen Einfluss auf die Erziehungsfähigkeit hat oder aber deren konsequente 
Therapierung die Erziehungsfähigkeit in genügendem Masse (wieder-)herzustellen 
vermag, was grundsätzlich Krankheits- und Behandlungseinsicht voraussetzt (BGer 
5A_474/2023 v. 22.5.2024 E. 4.3.1).

4.2.2.   Das erste Gutachten der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden vom 
29. Oktober 2018 beurteilt die Feinfühligkeit und Lenkungskompetenz, die Koope-
rationsfähigkeit, die Bindungstoleranz und die Erziehungsfähigkeit insgesamt als im 
Zeitpunkt der Begutachtung bei beiden Elternteilen (hinreichend) gegeben. Alle 
diese Kompetenzen stellt das Gutachten beim Berufungsbeklagten ausdrücklich un-
ter verschiedene Vorbehalte. Die Feinfühligkeit und Lenkungskompetenz bestehe, 
wenn der Berufungsbeklagte "psychisch hinreichend stabil" sei, die Kooperations-
fähigkeit und Bindungstoleranz seien gegeben, "solange er Kontakt zu C._____ hal-
ten" könne. Die Erziehungsfähigkeit sei bei "psychischer Stabilität" bzw. dem Fehlen 
einer depressiven Symptomatik gegeben ("Kommt es zu depressiver Symptomatik 
wie vor Ende 2017, dann ist die Erziehungsfähigkeit von Herrn B._____ als einge-
schränkt zu beurteilen"; RG act. XII.2, S. 26 f.). Das Gutachten hält fest, der Beru-
fungsbeklagte sei ab November 2014 mit Unterbrüchen durch Dr. F._____, Psych-
iater und Psychotherapeut, wegen einer sozialen Phobie (ICD-10: F40.1) behandelt 
worden, die nunmehr remittiert sei. Ferner habe er wiederkehrende leichte depres-
sive Episoden, eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.0). Anfang 
2018 bis Frühling 2018 sei der Berufungsbeklagte durch die Kollegin von Dr. 
F._____, Dr. G._____, wegen der Belastungen im Zusammenhang mit der Tren-
nung von der Berufungsklägerin und der Besuchskontaktregelung behandelt wor-
den (RG act. XII.2, S. 23 f.; RG act. IX.2, Frage 14). Das Gutachten bejaht bei der 
Berufungsklägerin die Erziehungsfähigkeit und ihre Teilgehalte ohne Vorbehalte. 
Aufgrund dieses Umstandes bzw. der Gesamtschau der Kriterien zur Erziehungs-
fähigkeit, der höheren Betreuungsstabilität im Umfeld der Berufungsklägerin und 
der Kontinuität – C._____ habe in den letzten Monaten mehr Zeit bei der Berufungs-

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klägerin verbracht – sei eine Zuteilung der Obhut an die Berufungsklägerin zu be-
vorzugen. Grundsätzlich sei es jedoch denkbar, beiden Elternteilen die Obhut zu-
zuteilen (RG act. XII.2, S. 28 f.). 

4.2.3. Das zweite Gutachten der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden vom 
16. März 2020 attestiert dem Berufungsbeklagten eine feinfühlige Wahrnehmung 
der Bedürfnisse von C._____; der Berufungsklägerin auf der anderen Seite spricht 
es die Feinfühligkeit ab in Bezug auf C._____ Bedürfnis, regelmässigen Kontakt zu 
seinem väterlichen familiären Umfeld pflegen zu können. In den Empfehlungen wird 
dies generalisiert ausgedrückt, wonach es dem Berufungsbeklagten gelinge, Be-
dürfnisse von C._____ feinfühliger wahrzunehmen als der Berufungsklägerin. Be-
züglich der Lenkungskompetenz werden keine Feststellungen gemacht. Hinsichtlich 
der Bindungstoleranz des Berufungsbeklagten hätten die Abklärungen keine Hin-
weise auf eine Einschränkung gegeben, diese könne als gut beurteilt werden; die 
Bindungstoleranz der Berufungsklägerin sei hingegen deutlich eingeschränkt. Trotz 
dieser Unterschiede erachtet auch dieses Gutachten die Erziehungsfähigkeit beider 
Elternteile als gegeben, wobei es für keinen Elternteil Vorbehalte anbringt. Es prä-
zisiert, dass der Berufungsbeklagte, als er Dr. F._____ Ende 2017 wegen der 
schwierigen Trennungssituation aufgesucht habe, die Kriterien für eine depressive 
Störung nach ICD-10 nicht erfüllt habe (RG act. XII.3, S. 49 und 51). Aktuell gäbe 
es keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung (RG act. XII.3, S. 53, Frage. 5).

4.2.4. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden führt mit Antwort vom 
30. Juni 2020 auf die Ergänzungsfragen aus, die Erziehungsfähigkeit des Beru-
fungsbeklagten könne derzeit als günstiger und entwicklungsfördernder beurteilt 
werden als diejenige der Berufungsklägerin (RG act. XII.4, A).

4.2.5. Die Beiständin erklärt in ihrem ersten Bericht, weder bei der Berufungskläge-
rin noch dem Berufungsbeklagten bestünden Hinweise auf eine eingeschränkte Er-
ziehungsfähigkeit (RG act. XIII.1, Frage 5). Sie halte beide für erziehungsfähig und 
beide würden C._____ eine gute Betreuungsstruktur bieten können (RG act. XIII.1, 
Frage 10). Zur Obhutszuteilung könne sie keine Empfehlung abgebe, sie wolle aber 
zu bedenken geben, dass ein erneuter Wechsel der Obhut für C._____ – er sei seit 
einem Jahr im Kindergarten und habe Freunde gefunden – Beziehungsabbrüche 
zur Folge hätte (RG act. XIII.1, Frage 10). Auch im aktualisierten Bericht sind der 
Beiständin zufolge beide Elternteile erziehungsfähig und kooperationsbereit. Was 
die Bereitschaft zur Kommunikation mit der Beiständin anbelange, sei die Beru-
fungsklägerin jederzeit für sie erreichbar; der Berufungsbeklagte kommuniziere pro-
aktiv mit ihr. Die Beiständin argumentiert gegen eine Obhutszuteilung an die Beru-

20 / 59

fungsklägerin; eine solche würde für C._____ mittlerweile einschneidend sein und 
einer Entwurzelung gleichkommen (act. J.I). 

4.2.6. Der ärztliche Bericht der Psychiatrie M._____ vom 17. Oktober 2024 von 
Dr. D._____ beurteilt die Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten als 
grundsätzlich gegeben, in akuten Krisen, wie im Oktober 2022, könne die Erzie-
hungsfähigkeit vorübergehend eingeschränkt sein. Der Bericht hält als Diagnose im 
Oktober 2022 eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und schwerer 
Schlafstörung (ICD-10: F43.2) fest. Ferner sei im Januar 2023 beim Berufungsbe-
klagten ADHS im Erwachsenenalter (ohne Angabe ICD) diagnostiziert worden. Er 
sei in psychotherapeutischer Behandlung, die geeignet sei, das Rückfallrisiko zu 
mindern. Dr. D._____ führt weiter aus, die Erziehungsfähigkeit sei Fokus der The-
rapie. Aufgrund des ADHS würden Stimmungsschwankungen auftreten können, 
Ungeduld und reduzierte Stresstoleranz. Der Berufungsbeklagte zeichne sich je-
doch durch ein hohes Empathievermögen aus (act. I.D). 

4.2.7. Während die Erziehungsfähigkeit bei beiden Elternteilen grundsätzlich gege-
ben ist, werden die Teilgehalte der Erziehungsfähigkeit nicht von beiden Elternteilen 
gleichermassen erfüllt. Das erste Gutachten bringt Vorbehalte im Zusammenhang 
mit der depressiven Symptomatik des Berufungsbeklagten an; das zweite Gutach-
ten beurteilt die Feinfühligkeit der Berufungsklägerin als eingeschränkt und ihre Bin-
dungstoleranz als deutlich eingeschränkt und bemängelt die Kooperationsfähigkeit 
der Berufungsklägerin (hinsichtlich der Aufteilung der Betreuungszeiten wird diese 
als "wenig kooperativ" bezeichnet). Mit den Unterschieden in den Teilgehalten der 
Erziehungsfähigkeit begründen die Gutachten denn auch ihre unterschiedlichen 
Empfehlungen zur Zuteilung der Obhut. Es ist daher eine nähere Würdigung der 
Teilgehalte vorzunehmen.

4.2.8. Das erste Gutachten stellt die Erziehungsfähigkeit des Berufungsklägers un-
ter den Vorbehalt des Fehlens einer depressiven Episode, das zweite Gutachten tut 
dies nicht. Der Berufungsbeklagte hatte während der Ausbildung zum Lehrer im 
2014 (RG act. XII.2, S. 7, 23; act. H.4, Frage 100) sowie nach dem Unfall im Okto-
ber 2022 (act. I.D; act. H.4, Fragen 101 f.) depressive Episoden. Ende 2017/Anfang 
2018 bis Frühling 2018 erfüllte er die Kriterien für eine depressive Störung nicht – 
am ehesten sei es eine Anpassungsstörung gewesen – er selbst sprach von Ver-
stimmung zufolge der belastenden Trennungssituation, für die er bei Dr. F._____ 
und anschliessend bei der Psychologin Dr. G._____ in Behandlung war (RG 
act. XII.3, S. 10 und 47 f.; RG act. XII.2, S. 18 und 26). Der Berufungsbeklagte gab 
in der Hauptverhandlung an, er habe schon vor dem Unfall mit Dr. D._____ im Aus-
tausch gestanden. Dies sei nach dem Sommer gewesen, in dem er mit C._____ 

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nach O.2._____ gezogen sei. Er habe den Umzug alleine machen müssen, sein 
Vater habe einen Herzinfarkt gehabt, die Geschäftsübernahme des Arbeitgebers 
und seine Kündigung seien erfolgt, C._____ Einschulung habe angestanden, wor-
auf die Berufungsklägerin Einfluss genommen habe, das Stresslevel sei gestiegen 
und dann sei noch der Unfall sowie die Schlafdefizite hinzugekommen (act. H.4, S. 
27). Nach der Geburt von C._____ ist somit einzig eine depressive Episode des 
Berufungsbeklagten erstellt; diejenige im Oktober 2022 nach dem Verkehrsunfall. 
Nichtsdestotrotz fehlte in diesem Zeitpunkt gemäss Einschätzung der damals be-
handelnden Ärztin vorübergebend die Erziehungsfähigkeit, wie auch vom ersten 
Gutachten für depressive Episoden vorbehalten. Gemäss ärztlichem Bericht habe 
er in der Krisensituation im Oktober 2022 den Unterstützungsbedarf rasch erkannt, 
geeignete Unterstützung geholt und die Betreuung des Sohnes in geeigneter Form 
delegiert, dies sei entscheidend. Gemäss den Angaben des Berufungsbeklagten ist 
er weiterhin in Behandlung (act. H.4, Frage 43) und gemäss dem ärztlichen Bericht 
ist die fortgesetzte Psychotherapie geeignet, das Rückfallrisiko zu mindern 
(act. I.D). Gemäss den Lehrerinnen sei C._____ wie viele andere Schüler in dieser 
Zeit krank gewesen und danach in gleichem Umfang wie andere etwas träge 
(act. C.1.5). Auch wenn der Klinikaufenthalt während der Ferien von C._____ statt-
fand, bestätigen diese Aussagen der Lehrerinnen immerhin, dass der Klinikaufent-
halt des Vaters und der Aufenthalt von C._____ bei seiner Tante keine nach den 
Ferien andauernden und für die Lehrerinnen ersichtlichen Folgen zeigte (vgl. 
act. H.4, S. 29). C._____ habe dem Berufungsbeklagten zufolge beim Aufenthalt 
am letzten Ferienwochenende bei der Berufungsklägerin begonnen einzunässen 
(act. B.10), in der Schule konnte kein Einnässen beobachtet werden (act. C.1.5). 
Dies scheint im Übrigen ein wiederkehrender gegenseitiger Vorwurf gewesen zu 
sein (vgl. RG act. XII.3, S. 19). Das Risiko, dass es zu weiteren belastenden Le-
bensereignisse und in der Folge zu einer depressiven Episode mit vorübergehend 
aufgehobener Erziehungsfähigkeit kommt, besteht; gemäss ärztlichem Bericht von 
Dr. D._____ habe der Berufungsbeklagte aufgrund des ADHS eine erhöhte Anfäl-
ligkeit hierfür (act. I.D). Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, dass die Aktu-
alisierung dieses Risikos negative Folgen für C._____ gehabt hätte, da der Beru-
fungsbeklagte in der Vergangenheit sowie aktuell – durch fortgesetzte psychologi-
sche Begleitung – bewies bzw. beweist, diese Problematik mit professioneller Hilfe 
anzugehen und rechtzeitig für eine geeignete Betreuung von C._____ zu sorgen. 
Vorzuwerfen ist dem Berufungsbeklagten in diesem Zusammenhang einzig, nur die 
Lehrerinnen über seine Krankschreibung und die Unterbringung von C._____ bei 
seiner Tante informiert zu haben, die Berufungsklägerin hingegen erst acht Tage 
nach dem Eintritt in die Klinik M._____ und nachdem C._____ bereits eine Woche 

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bei der Tante verbracht hatte (act. B.9-B.11). Dies beschlägt jedoch nicht die Erzie-
hungsfähigkeit, sondern die Kooperationsbereitschaft (hierzu E. 4.7).

4.2.9. Die Feinfühligkeit wird im ersten Gutachten für beide Elternteile in gleicher 
Weise bejaht (RG act. XII.2, S. 28). Gemäss dem zweiten Gutachten nehme der 
Berufungsbeklagte die Bedürfnisse von C._____ feinfühliger wahr als die Beru-
fungsklägerin. Diesen Schluss begründet das Gutachten u.a. damit, dass die Beru-
fungsklägerin durch ihren Umzug den Kontakt von C._____ zu seinem väterlichen 
familiären Umfeld erschwere und damit sein dahingehendes Bedürfnis nicht fein-
fühlig wahrnehme (RG act. XII.3, S. 49). Ein beruflich oder persönlich plausibel be-
gründeter Umzug eines Elternteils ist eine legitime Entscheidung, die nicht per se 
als mangelnde Feinfühligkeit gegenüber den Bedürfnissen des Kindes interpretiert 
werden darf (vgl. E. 3.6). Es kann nicht verlangt werden, eine solche Entscheidung 
ausschliesslich aus der Perspektive des Kindes treffen, um sich nicht dem Vorwurf 
der fehlenden Feinfühligkeit auszusetzen. Ausserdem zeigt der Schluss die nicht 
offengelegte (wohl unbewusste) gutachterliche Annahme, ein Sohn bleibe bei der 
Mutter, wenn diese umzieht und sie erschwere daher den Kontakt zum Vater. Dies 
stellt eine falsche (Rechts-)Auffassung dar; ein Umzug ins Ausland zieht eine Neu-
beurteilung der Obhutszuteilung nach sich und kann daher – bei Zuteilung der Ob-
hut an den Vater – gerade eine Intensivierung des Kontakts mit dem Sohn und keine 
Erschwerung zur Folge haben. Wie in E. 3.6 für die Bindungstoleranz, ist daher der 
Umzug auch nicht über das Unterkriterium der Feinfühligkeit zulasten der Beru-
fungsklägerin auszulegen. Das Gutachten begründet die geringere Feinfühligkeit je-
doch weiter auch mit den Schwierigkeiten von C._____, sich nach der gutachterli-
chen Befragung vom Berufungsbeklagten zu trennen; dies würde auf eine feinfühli-
gere Wahrnehmung durch den Berufungsbeklagten hinweisen können (RG 
act. XII.3, S. 41 und 46). Auch wenn dies auf einer einmaligen Beobachtung abstützt 
und das erste Gutachten trauriges Quengeln, wieder zum anderen Elternteil wech-
seln zu müssen, als adäquate Trennungsreaktion bezeichnet (RG act. XII.2, S. 25 
und S. 28 erster Absatz), ist angesichts der Angaben von Dr. F._____, der Feinfüh-
ligkeit als Stärke des Berufungsbeklagten bezeichnet, und von Dr. D._____, die sein 
hohes Empathievermögen hervorhebt (RG act. XII.3, S. 10; act. I.D), doch davon 
auszugehen, dass die feinfühlige Wahrnehmung der Bedürfnisse von C._____ beim 
Berufungsbeklagten in leicht höherem Masse als bei der Berufungsklägerin gege-
ben ist.

4.2.10. Dem ersten Gutachten zufolge ist die Förder- und Lenkungskompetenz bei-
der Elternteile hinreichend gegeben. Das zweite Gutachten macht keine Feststel-
lungen hierzu. In der Antwort zu den Ergänzungsfragen wird dem Berufungsbeklag-

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ten einen entwicklungsfördernderen Einfluss zugeschrieben, als der Berufungsklä-
gerin, wobei dies nicht näher begründet wird (RG act. XII.4). Anlässlich der Haupt-
verhandlung erklärt die Berufungsklägerin, der Berufungsbeklagte spiele nur Play-
station mit dem Sohn und bringe ihm wichtige Kompetenzen wie Fahrradfahren oder 
Schwimmen nicht bei. Ferner melde der Berufungsbeklagte den Sohn oft von der 
Schule ab, er habe zahlreiche Absenzen (act. H.4, S. 4 f.). All dies wird von der 
Gegenseite insofern nicht in Frage gestellt, als sich das Fahrradfahren halt nicht 
ergeben habe, der Berufungsbeklagte aus dem zugesprochenen Unterhalt nicht Ex-
tras wie Schwimmkurse finanzieren könne und Playstationspielen nicht per se 
schlecht sei, sondern vergleichbar mit Brettspielen auch quality time darstelle. Zu 
den Schulabsenzen sei es häufig nach Besuchswochenenden der Berufungskläge-
rin gekommen (act. H.4, Ergänzung 4). Zur Förder- und Lenkungskompetenz der 
Berufungsklägerin bestehen neben den ihrerseits aufgestellten Behauptungen, 
dass sie mit dem Sohn Schwimmen und Fahrradfahren lerne, wenige Angaben. 
Beide Elternteile gaben in den gutachterlichen Befragungen an, mit dem Sohn 
Dinge zu unternehmen (RG act. XII.2, S. 9 und 12; RG act. XII.3, S. 22 und 26). Der 
Berufungsbeklagte fördert C._____ erwiesenermassen zumindest insofern, als er 
ihm das Unihockeyspielen ermöglicht, wo er selbst Trainer ist (act. H.1, S. 2; RG 
act. XII.2, S. 12). Dies allein vermag die nicht weiter begründete Bezeichnung des 
Berufungsbeklagten als entwicklungsfördernder jedoch nicht zu stützen. Umgekehrt 
begründen die Behauptungen der Berufungsklägerin auch keine vergleichsweise 
geringere Förder- oder Lenkungskompetenz des Berufungsbeklagten. Die Förder- 
und Lenkungskompetenz ist daher bei beiden Elternteilen als in gleichem Ausmass 
gegeben zu erachten.

4.2.11. Gemäss dem zweiten Gutachten ist die Bindungstoleranz des Berufungsbe-
klagten gut, die der Berufungsklägerin deutlich eingeschränkt (RG act. XII.2, S. 51). 
Das Gutachten begründet die Einschränkung damit, dass sich die Berufungskläge-
rin gegenüber C._____ abwertend über den Berufungsbeklagten äussere, was zu 
einem beginnenden Loyalitätskonflikt bei C._____ führe. Ferner gebe sie an, mit 
dem Berufungsbeklagten über wichtige Entscheide wie die Einschulung nicht spre-
chen zu können und daher selbst zu entscheiden. Sie scheine angesichts des Um-
standes, dass C._____ ihren damaligen Partner als "Papi" bezeichne, auch nicht 
die Wichtigkeit zu erkennen, C._____ über seine familiären Strukturen zu orientie-
ren (RG act. XII.2, S. 48 f. siehe auch S. 9, 12, 15, und 39). Was die abwertenden 
Aussagen anbelangt, wird auf E. 3.5 und 3.10 verwiesen. Die übrigen Erwägungen 
begründen eine eingeschränkte Bindungstoleranz schlüssig. Der Vorinstanz ist bei-
zupflichten, dass der Berufungsbeklagte unter Beweis stellte, den Kontakt von 
C._____ zur Berufungsklägerin und den weiteren Bezugspersonen aus ihrem Um-

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feld fördern zu wollen. So traf sich der Berufungsbeklagte mit der Grossmutter müt-
terlicherseits (RG act. X.II.3, S. 12) und gibt an, sich zu bemühen, auch den Kontakt 
von C._____ zum ehemaligen Partner der Berufungsklägerin, H._____, aufrechtzu-
erhalten (act. A.9, 6; act. H.4, Frage 52). Die Bindungstoleranz ist beim Berufungs-
beklagten in höherem Masse gegeben, als bei der Berufungsklägerin.

4.2.12. Zusammengefasst sind beim Berufungsbeklagten die Teilgehalte der Fein-
fühligkeit und der Bindungstoleranz in höherem Masse als bei der Berufungskläge-
rin gegeben. Die Förder- und Lenkungskompetenz liegt bei beiden Elternteilen in 
gleichem Masse vor. Im Falle depressiver Episoden kann die Erziehungsfähigkeit 
des Berufungsbeklagten zwar eingeschränkt sein. Die depressive Störung ist je-
doch aktuell remittiert. Das erste Gutachten und der ärztliche Bericht sprechen nur 
von einer Einschränkung und nicht von einer Aufhebung der Erziehungsfähigkeit. 
Zudem wäre diese nur vorübergehend. Der Berufungsbeklagte ist krankheits- und 
behandlungseinsichtig und wirkt mittels fortgesetzter Psychotherapie depressiven 
Episoden entgegen. Er liess akute Krisen in der Vergangenheit rechtzeitig professi-
onell behandeln und es ist für C._____ eine alternative Betreuung sichergestellt. 
Aus diesen Gründen vermag das bloss hypothetische Eintreten einer depressiven 
Episode mit potentiell vorübergehend eingeschränkter Erziehungsfähigkeit die in 
mehreren Teilgehalten in erhöhtem Masse beim Berufungsbeklagten gegebene Er-
ziehungsfähigkeit nicht aufzuwiegen. Diese spricht daher für eine Obhutszuteilung 
an den Berufungsbeklagten.

4.4. Betreuungsmöglichkeiten; persönliche Betreuung

Die Berufungsklägerin gibt an, sie könne bis auf den Mittagstisch in der Schule die 
Betreuung von C._____ persönlich wahrnehmen (act. H. S. 2). Eine Reduktion des 
Arbeitspensums auf 50-60% sei möglich und ihr Arbeitgeber habe ihr zugesichert, 
dass sie zuhause bleiben und aus dem Homeoffice arbeiten könne, wenn C._____ 
krank sei. Ferner sei sie in der Lage, in Absprache mit ihrem Arbeitgeber die Ferien 
flexibel zu gestalten, aufzustocken und mit den Schulferien von C._____ zu koordi-
nieren. Das Schulhaus, in welches C._____ in O.3._____ zur Schule gehen würde, 
liege zwischen ihrer Wohnung und ihrem Arbeitsort (act. H.4, S. 2, Frage 44, 62 und 
97). Der Berufungsbeklagte erklärt, er sei verfügbar, wenn etwas am Vormittag pas-
siere, und C._____ könne ihn persönlich darüber informieren. Montags, dienstags 
und donnerstags würden er und C._____ entweder mit der Schwester oder den El-
tern oder allen zusammen mittagessen. Je nach Stundenplan und Wunsch von 
C._____ gehe dieser auch in den Mittagstisch der Schule. Am Mittwoch habe der 
Berufungsbeklagte frei und verbringe den Nachmittag mit C._____, am Freitag 
komme an zwei von drei Wochenenden die Berufungsklägerin C._____ am Nach-

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mittag abholen (act. H.4, Frage 11 und 14). Der Berufungsbeklagte erklärt, seine 
Ferien würden sich mit denjenigen von C._____ bis auf ein oder zwei Wochen de-
cken (act. H.4, Frage 12). Das Schulhaus, welches C._____ in O.2._____ besucht, 
die Grosseltern und die Tante, sind nicht weit vom Haus des Berufungsbeklagten 
entfernt, gemäss Beiständin handelt es sich jeweils um kurze Fusswege (act. J.I.). 
Auch wenn sich die persönliche Betreuung durch die Berufungsklägerin (Pensenre-
duktion, Homeoffice bei Krankheit des Sohnes, flexibel gestaltbare Ferien) wie von 
ihr geplant realisieren liesse, würde diese diejenige des Berufungsbeklagten nicht 
bzw. nur in geringem zeitlichem Masse übersteigen. Die bei beiden Elternteilen not-
wendige Fremdbetreuung wird beim Berufungsbeklagten durch das familiäre Um-
feld wahrgenommen, was durchwegs positiv beurteilt wurde. Bei der Berufungsklä-
gerin ist hingegen nicht klar, durch wen die Betreuung diesfalls wahrgenommen 
würde. Sie gibt zwar an, einen stabilen Kontakt zur Familie zu pflegen und Wochen-
enden und Ferien mit ihr zu verbringen. Ihre Eltern wohnen jedoch in O.5._____, 
O.6._____ bzw. O.7._____, O.8._____ und ihre Schwester in O.9._____, 
L.1._____. Angesichts der Angaben der Berufungsklägerin im zweiten Gutachten 
besteht ein getrübtes Verhältnis zur Mutter; diese habe sie bei der Betreuung von 
C._____ nicht unterstützt (RG act. XII.2, S. 23; RG act. XII.3, S. 8, 23 und 38). Ein 
familiäres Umfeld oder einen Partner in O.3._____ gibt die Berufungsklägerin nicht 
an (act. H.4, S. 2, Fragen 44, 62, 97 und 89 ff.). Zusammenfassend vermag weder 
der zeitliche Umfang noch die Art der Drittbetreuung (familiär/ausserfamiliär) und 
wie bereits erwähnt auch nicht C._____ Alter eine Ausnahme vom Grundsatz der 
Gleichwertigkeit der Eigen- und Fremdbetreuung zugunsten der einen oder anderen 
Partei zu begründen. Diesem Kriterium kommt daher vorliegend kein Gewicht zu.

4.5. Lebensverhältnisse der Eltern

Die Berufungsklägerin arbeitet bei der Alig Grossküchen AG in O.3._____ in einem 
80% Pensum von Montag bis Donnerstag (act. H.4, Frage 22 ff.). Seit einem Jahr 
wohne sie alleine in einer 3.5-Zimmerwohnung in O.3._____ (act. H.4, S. 2; 
act. I.A.18). Sie fühle sich in O.3._____ zuhause, habe hier ihre Freizeitaktivitäten, 
ihren Freundeskreis und Arbeitsplatz, was ihr viel wert sei (act. H.4, Frage 92). Der 
Berufungsbeklagte arbeitet in einem Schulheim in O.2._____ in einem 74% Pen-
sum, wobei er am Mittwoch frei hat (act. H.4, Frage 10). Er und C._____ leben seit 
August 2022 in einem 3.5-Zimmer-Einfamilienhaus in O.2._____ (act. C.2.14). Die 
Berufungsklägerin lebt seit längerem von ihrem Expartner H._____ getrennt (RG 
act. XII.3, S. 46 f.) und hat aktuell keinen Partner (act. H.4, Frage 90 f.), der Beru-
fungsbeklagte ist seit Herbst 2023 in einer neuen Beziehung (act. H.4, Frage 85 f.). 
Die gegenseitigen Vorwürfe, die Berufungsklägerin bewege sich in einem sekten-

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ähnlichen Umfeld und beim Berufungsbeklagten bestehe eine Suchtproblematik, 
sind unbegründet. Das Kriterium der Lebensverhältnisse ist neutral zu werten.

4.6. Stabilität und Kontinuität in Orts-, Familien- und Betreuungsverhältnissen

4.6.1. Bis zum Alter von fünf Monaten lebte C._____ gemeinsam mit beiden Eltern-
teilen in O.1._____. Nach dem Auszug des Berufungsbeklagten Ende 2016 lebte er 
dort weiterhin zusammen mit der Berufungsklägerin bis zum Alter von 17 Monaten 
bzw. Dezember 2017. Dann zog er mit ihr zum neuen Partner der Berufungsbeklag-
ten, H._____, auf die O.10._____ (RG act. IX.4, Frage 9) bis die Berufungsklägerin 
im Oktober 2019, als C._____ dreijährig und drei Monate alt war, mit ihm nach 
Mondsee, L.1._____, umzog. Nachdem der Umzug von C._____ nach L.1._____ 
im Juni 2020 nicht bewilligt worden war, zog die Berufungsklägerin zurück in die 
Schweiz auf die O.10._____. Im Oktober 2022 zog sie zu einer Freundin nach 
O.12._____, im Oktober 2023 dann in eine 3.5-Zimmerwohnung nach O.3._____, 
wo sie bis heute lebt. Seither verbringt C._____ seine Besuchswochenenden mit ihr 
in O.3._____. Er geht bei der Berufungsklägerin auf den Fussballplatz und knüpft 
dort Kontakte zu anderen Kindern (act. H.4, Frage 95). In der Kindesanhörung er-
zählt C._____, er habe in O.3._____ einen Nachbarsjungen kennengelernt, den er 
treffe, wenn er in O.3._____ sei (act. H.1, S. 4). In den Ferien sei er auch schon 
zum Grossvater nach O.6._____ und im Sommer mit der Berufungsklägerin und 
ihrer Schwester nach L.2._____ gereist (act. H.1, S. 3). 

4.6.2.  C._____ lebt, seit er drei Jahre und sieben Monate alt ist (August 2020), mit 
dem Berufungsbeklagten, zuerst in O.11._____, dann in O.2._____. In der Kindes-
anhörung erklärte C._____, er könne sich nicht gut an die Zeit erinnern, in der er 
bei der Berufungsklägerin gewohnt habe, da es lange her sei (act. H.1, S. 2). Aus 
der Sicht von C._____ lebt er somit "seit er denken kann" beim Berufungsbeklagten 
in O.11._____ bzw. O.2._____. Er ging dort in den Kindergarten und wurde im Som-
mer 2022 dort eingeschult (act. A.9, I.2 und S. 8). Momentan besucht er die dritte 
Primarstufe (act. H,1, S. 2). Er erlebte somit wichtige Meilensteine in O.2._____ und 
hat dort seine Schulfreunde. Ausserschulische Beziehungen pflegt C._____ im Un-
ihockeyverein in O.2._____ (act. H.1, S. 2), bei dem der Berufungsbeklagte Trainer 
ist (act. H.4, Frage 11). Auch das väterliche familiäre Umfeld befindet sich in 
O.2._____; C._____ Grosseltern und seine Tante wohnen in O.2._____ bzw. der 
gleichen Gemeinde und sind für C._____ seit seiner Geburt kontinuierlich zur Ver-
fügung stehende Bezugspersonen; er hat eine vertrauensvolle Beziehung zu ihnen 
(RG act. XII.4, C; RG act. IX.2, Frage 2). Unter der Woche isst er an drei Mittagen 
teils zusammen mit dem Berufungsbeklagten bei seinen Grosseltern oder seiner 

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Tante, und letztere betreut ihn am Donnerstagnachmittag nach der Schule und vor 
dem Unihockeytraining (act. H.4, Frage 11).

4.6.3. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass C._____ bisherige Lebensre-
alität massgeblich durch Stabilität und Kontinuität in der Betreuung durch den Be-
rufungsbeklagten und sein familiäres Umfeld geprägt ist. Er lebt seit mehreren Jah-
ren in O.2._____, hat dort seine schulische Laufbahn begonnen, soziale Kontakte 
aufgebaut und ist in die väterliche Familie sowie das örtliche Vereinsleben einge-
bunden. Im Gegensatz dazu war die Zeit bei der Berufungsklägerin durch wieder-
holte Wohnortwechsel und Veränderungen geprägt und aus C._____ Perspektive 
weniger präsent und prägend. Die Berücksichtigung von Kontinuität und Stabilität 
spricht daher im Sinne des Kindeswohls deutlich für eine Obhutszuteilung an den 
Berufungsbeklagten.

4.7. Kooperationsfähigkeit der Eltern

Beide Parteien werfen sich gegenseitig vor, sich im Oktober 2022 über wichtige 
Ereignisse (Klinikeintritt des Berufungsbeklagten und Betreuung von C._____ durch 
seine Tante, Umzug der Berufungsklägerin nach O.12._____) nicht informiert zu 
haben. In der Hauptverhandlung geben beide Elternteile an, es funktioniere nun 
besser (act. H.4, Frage 66 f.). Die Beiständin erklärt, die Kooperationsbereitschaft 
sei auf beiden Seiten gegeben (act. J.I). Das Kriterium der Kooperationsfähigkeit ist 
daher neutral zu werten.

4.8. Qualität der persönlichen Beziehung zwischen Elternteil und Kind

Während das erste Gutachten die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung auf beiden 
Seiten als intakt und emotional positiv getönt bezeichnet (RG act. XII.2, S. 25), wird 
im zweiten Gutachten erklärt, die Beziehung des Berufungsbeklagten zu C._____ 
wirke emotional zugewandter als diejenige der Berufungsklägerin zu C._____. Sie 
sei zwar physisch zugewandt, die Mutter-Sohn-Interaktion wirke jedoch emotional 
etwas distanziert (RG act. XII.3, S. 50 und S. 43 f.). Im Gutachten wurde die Beob-
achtung festgehalten, dass C._____ nach Verlassen des Untersuchungsraumes zur 
Interaktionsbefragung des Berufungsbeklagten dem damaligen Lebenspartner der 
Berufungsklägerin, H._____, zur Begrüssung entgegengerannt sei, die Berufungs-
klägerin kaum beachtet habe und seine Aufmerksamkeit diesem und dem Beru-
fungsbeklagten zugewendet habe (RG act. XII.3, S. 43 f.). Die gutachterliche Beob-
achtung basiert zwar nur auf einer Interaktionsbefragung, jedoch stammt sie von 
einer Fachperson und stimmt im Übrigen mit der Aussage der Schwester des Beru-
fungsbeklagten überein. Diese gab bereits ein Jahr früher an, dass sie die Bezie-

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hung zwischen der Berufungsklägerin und C._____ als distanziert erlebe und 
gemäss Erzählungen des Berufungsbeklagten bei Übergaben, an denen der dama-
lige Partner anwesend gewesen sei, C._____ sich nur auf den Partner und nicht die 
Berufungsklägerin konzentriere (RG act. XII.3, S. 17). Im Übrigen wird auf E. 4.2.9 
verwiesen. Die Qualität der persönlichen Beziehung spricht für eine Zuteilung der 
Obhut an den Berufungsbeklagten.

4.9. Wunsch des Kindes

In der Kinderanhörung erklärte C._____ auf die Frage, ob er sich schon vorgestellt 
habe, wie es wäre, bei der Mutter zu leben, dass dies auch gut sei, er aber lieber 
beim Vater wohnen wolle. Ferner drückt er hinsichtlich der Besuchs- und Ferienre-
gelung aus, dass es gut sei, so wie es ist (act. H.1, S. 3). C._____ ist achtjährig und 
liegt damit, wie von der Berufungsklägerin erwähnt, zwei Jahre über der Unter-
grenze für eine Kindesanhörung. Auch wenn ein Kind in diesem Alter, wie die Be-
rufungsklägerin geltend macht, die Konsequenzen eines Umzugs nicht abschätzen 
können würde, mithin bezüglich der Frage der Obhutszuteilung noch nicht urteils-
fähig wäre, ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Wunsch des Kindes 
trotzdem zu beachten (BGE 142 III 612 E. 4.3). C._____ äusserte sich an der Kin-
desanhörung klar und machte einen unbeeinflussten und unbelasteten Eindruck. 
Sein Wunsch ist nicht ausschlaggebendes Kriterium, aber in die Gesamtwürdigung 
einzubeziehen und spricht für eine Zuteilung der Obhut an den Vater.

4.10. Fazit

Die persönliche Betreuung und die Betreuungsmöglichkeiten, die Lebensverhält-
nisse der Eltern und ihre Kooperationsfähigkeit sind neutral zu werten. Die Feinfüh-
ligkeit sowie die Bindungstoleranz sind in höherem Masse beim Berufungsbeklag-
ten gegeben, was für eine Zuteilung der Obhut an ihn spricht. Die Stabilität und 
Kontinuität in Orts-, Familien- und Betreuungsverhältnissen sprechen ebenfalls ein-
deutig zugunsten einer Obhutszuteilung an den Berufungsbeklagten. Dies ent-
spricht auch C._____ Wunsch, wonach es bei der aktuellen Wohnsituation und da-
mit der aktuellen Obhutszuteilung bleiben solle. Die Kriterien, die gemäss dem ers-
ten Gutachten die grundsätzlich ausgeglichene Waage leicht zugunsten der Beru-
fungsklägerin verschoben, waren die Gesamtschau der Kriterien zur Erziehungs-
fähigkeit, die höhere Betreuungsstabilität in ihrem Umfeld und der Umstand, dass 
C._____ in den letzten Monaten mehr Zeit bei ihr verbracht hatte. Alle drei Kriterien 
lassen heute die Waage in die andere Richtung ausschlagen. Da wie erwähnt eine 
alternierende Obhut aufgrund der Distanz der Wohnorte nicht praktikabel ist und 
diese daher einem Elternteil allein zugeteilt werden muss, sind auch geringe Unter-

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schiede im Kriterienkatalog von Bedeutung und es ist gestützt auf sie die vorinstanz-
liche Zuteilung der Obhut über C._____ an den Berufungsbeklagten zu bestätigen 
(Dispositivziffer 1). Daraus folgt die Bestätigung der Anrechnung der AHV/IV-Erzie-
hungsgutschriften zugunsten des Berufungsbeklagten (Dispositivziffer 6).

5.1. Persönlicher Verkehr; Besuche

5.1.1. Die Vorinstanz berechtigte und verpflichtete die Berufungsklägerin, C._____ 
jedes zweite Wochenende von Freitag, nach Schulschluss, bis Sonntag, 18.00 Uhr 
zu sich auf Besuch zu nehmen und die Hälfte der Schulferien mit ihm zu verbringen. 
Die Feiertage seien aufzuteilen. Sie verpflichtete den Berufungsbeklagten, C._____ 
für die Besuche zur Berufungsklägerin zu bringen, und umgekehrt die Berufungs-
klägerin, C._____ danach zum Berufungsbeklagten zurückzubringen (act. B.1, 
E. 5.4). Diese Regelung wird bis auf die hälftige Aufteilung der Ferien aktuell nicht 
gelebt, sondern C._____ verbringt turnusmässig jeweils zwei Wochenenden bei der 
Berufungsklägerin und ein Wochenende beim Berufungsbeklagten (act. H.2, S. 4). 
Zudem holt die Berufungsklägerin C._____ am Freitag nach Schulschluss ab und 
bringt ihn grundsätzlich auch am Sonntag zurück (act. H.2, Frage 46). Nach den 
Ferien holt der Berufungsbeklagte C._____ ab (act. H.4, Frage 47 und 52). Die Be-
rufungsklägerin beantragt für den Fall, dass ihr die Obhut nicht zugeteilt würde, den 
Antrag der Kindesvertreterin hinsichtlich Besuchsrhythmus gutzuheissen, wobei je-
der einen Weg übernehmen und das Holprinzip gelten solle, am Zusatzwochenende 
aber beide Fahrten durch die Berufungsklägerin zu übernehmen seien (act. H.4, 
Frage 45, 50 und S. 30). Der Berufungsbeklagte beantragt, es sei mit Blick auf die 
sich mit steigendem Alter ändernden Bedürfnisse von C._____ die vorinstanzliche 
Regelung des persönlichen Verkehrs beizubehalten (act. H.2, S. 4). Die Kindesver-
treterin beantragt, die Berufungsklägerin sei zu berechtigen und zu verpflichten, 
jährlich ⅔ der Wochenenden, welche gemäss Ferienplan des Zweckverbandes Kin-
dergarten und Primarschule I._____ nicht in die Ferien fallen, mit C._____ zu ver-
bringen, wobei diese Regelung nur zur Anwendung gelange, wenn es den Eltern 
nicht gelinge, gemeinsam mit der Beiständin eine einvernehmliche Lösung zu fin-
den. Sollten sich die Eltern bezüglich der Wochenenden nicht einigen können, solle 
in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Berufungsklägerin das Wahlrecht der Wo-
chenenden zustehen und in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Berufungsbeklag-
ten (act. H.3, S. 3; act. H.4, Ergänzung 10). 

5.1.2. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben der nicht obhutsberechtigte Elternteil 
und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen 
Verkehr. Der persönliche Verkehr hat zum Zweck, die positive Entwicklung des Kin-
des zu gewährleisten und zu fördern. In der Entwicklung des Kindes sind seine Be-

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ziehungen zu beiden Elternteilen wichtig, da sie bei seiner Identitätsfindung eine 
entscheidende Rolle spielen können. Auch für die Ausgestaltung des persönlichen 
Verkehrs ist das Kindeswohl oberste Richtschnur. Das Gericht hat sich in erster 
Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren. Die Interessen der Eltern ha-
ben zurückzustehen. Insbesondere geht es bei der Festsetzung des Besuchsrechts 
nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den Eltern zu finden. 
Der persönliche Verkehr zwischen Eltern und Kindern beurteilt sich im Einzelfall 
nach dem Ermessen des Gerichts. In der Praxis wird bei der Regelung der Häufig-
keit und der Dauer der Besuchskontakte in erster Linie auf das Alter des Kindes 
Rücksicht genommen. Kleinkinder haben diesbezüglich andere Bedürfnisse als Kin-
der im Schulalter. Im Übrigen hängt die Ausgestaltung auch von der Lebensgestal-
tung der Eltern und des Kindes, den räumlichen Gegebenheiten und den zeitlichen 
Verfügbarkeiten der Eltern ab. Für die Umsetzung und namentlich auch für den De-
taillierungsgrad der Regelung ist das Verhältnis zwischen den Eltern entscheidend 
(BGer 5A_972/2023 v. 23.5.2024 E. 3.1.3 m.w.H.).

5.1.3. Der Berufungsbeklagte wendet ein, ein ausgedehntes Besuchsrecht im ak-
tuellen Rhythmus sei auf lange Frist nicht umsetzbar, C._____ könne teils deswe-
gen nicht ins Unihockey oder an Kindergeburtstage gehen (act. H.4, Frage 43). Ak-
tuell funktioniert das ausgedehnte Besuchsrecht jedoch und es geht vorliegend nicht 
darum, das Besuchsrecht bis zur Volljährigkeit zu regeln. Ändern sich die Verhält-
nisse und sind sich die Eltern nicht einig, kann eine Abänderung beantragt werden. 
Ein ausgedehntes Besuchsrecht entspricht zudem dem Wunsch von C._____ 
(act. H.1). Auch empfiehlt das zweite Gutachten, C._____ regelmässigen Kontakt 
zur Berufungsklägerin zu ermöglichen (act. XI.3, S. 51 f.). Würde die vorinstanzliche 
Regelung beibehalten, wäre das ausgedehnte Besuchsrecht vom Willen des Beru-
fungsbeklagten abhängig, was Konfliktpotential birgt (vgl. act. XI.3, S. 39 f.). Aus 
diesen Gründen ist ein ausgedehntes Besuchsrecht im aktuell praktizierten Aus-
mass und gemäss dem Antrag der Kindesvertreterin anzuordnen. Die Berufungs-
klägerin ist zu berechtigen und zu verpflichten, mit C._____ die Hälfte seiner Ferien 
sowie jährlich ⅔ der Wochenenden zu verbringen, welche gemäss Ferienplan des 
Zweckverbandes Kindergarten und Primarschule I._____ nicht in die Ferien fallen. 
Diese Regelung gelangt nur zur Anwendung, wenn es den Eltern nicht gelingt, zu-
sammen mit der Beiständin eine einvernehmliche Lösung zu finden. Sollten sich die 
Eltern bezüglich der Wochenenden nicht einigen können, steht in Jahren mit unge-
rader Jahreszahl der Berufungsklägerin das Wahlrecht der Wochenenden zu und in 
Jahren mit gerader Jahreszahl dem Berufungsbeklagten.

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5.1.4. Was die Modalitäten des Besuchsrechts betrifft, holt die Berufungsklägerin 
C._____ an den Besuchswochenenden am Freitag nach Schulschluss ab. Sie hat 
am Freitag frei und kann C._____ daher abholen; der Berufungsbeklagte arbeitet 
am Nachmittag und würde C._____ erst später bringen können. Diesbezüglich sind 
sich die Eltern auch einig. Am Sonntag sowie nach den Ferien hat grundsätzlich der 
Berufungsbeklagte C._____ abzuholen, wobei am zusätzlichen Besuchswochen-
ende die Berufungsklägerin ihrem Antrag entsprechend C._____ zum Berufungs-
beklagten bringt. Das ausgedehnte Besuchsrecht von ⅔ abzüglich des gerichtsüb-
lichen Besuchsrechts von ½ ergibt ⅙ der Wochenenden; an diesen hat die Beru-
fungsklägerin C._____ zum Berufungsbeklagten zurückzubringen. Damit wird dem 
Umstand Rechnung getragen, dass ihr ein ausgedehntes Besuchsrecht einzuräu-
men ist, sie mithin ein zum gerichtsüblichen Besuchsrecht zusätzliches Wochen-
ende mit C._____ verbringen kann. Vorinstanzlich wurde das Besuchsrecht bis 
Sonntag 18.00 Uhr festgelegt. Diese Uhrzeit ist als Rückfallregelung bzw. für den 
Fall, dass sich die Eltern nicht einigen können, für diejenigen Wochenenden, an 
denen die Berufungsklägerin C._____ nach O.2._____ zurückbringt, beizubehalten. 
Holt der Berufungsbeklagte C._____ in O.3._____ ab, muss das Ende der Besuchs-
zeit hingegen so vorvorlegt werden, dass sie beide spätestens um 19.00 Uhr da-
heim sind. Eine spätere Ankunftszeit in O.2._____ ist C._____ angesichts seines 
Alters nicht zuzumuten. In Anbetracht der Reisezeit und den Zugverbindungen ist 
daher die Übergabe in O.3._____ – wiederum im Sinne einer Rückfallregelung – auf 
15.30 Uhr festzulegen.

5.2. Telefonkontakte

Die Vorinstanz wies die Eltern in Gutheissung eines entsprechenden Antrages der 
Kindesvertreterin (RG act. VIII.4, II.2.3 f.) an, C._____ den Kontakt zum anderen 
Elternteil zu ermöglichen, wenn er dies wünsche, und mindestens zweimal pro Wo-
che mit dem nicht betreuenden Elternteil ein Videotelefonat führen zu lassen 
(act. B.1, Dispositivziffer 2.2 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
erklärte der Berufungsbeklagte, er lasse die Berufungsklägerin und C._____ 
während der Besuchswochenenden in Ruhe, störe nicht und sehe es als unange-
messen, sich in dieser kurzen Zeit als Vater aufzudrängen. Er erachte Telefonate in 
den Ferien als angemessen, wobei es auch nicht ideal sei, den anderen Elternteil 
immer wieder zu stören (RG act. VIII.3, 2.2). Der Berufungsklägerin zufolge lief die 
Absprache der Videotelefonate zum damaligen Zeitpunkt gut (RG act. VIII.4, 2.2). 
Anlässlich der Berufungsverhandlung gaben beide Eltern an, die Kontakte per Vi-
deotelefonie würden funktionieren und es bestehe hierzu kein Regelungsbedarf 
(act. H.4, Fragen 59-61). Auch C._____ bestätigt dies (act. H.1, S. 3). Die vorin-

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stanzliche Weisung richtet sich an beide Elternteile und sieht "mindestens zweimal 
während der Woche" Videotelefonate vor. Bei dieser Formulierung ist unklar, ob 
beide Elternteile zu je zwei oder nur je einem Videotelefonat angewiesen werden. 
Ferner differenziert diese Regelung nicht zwischen der Ferien- und restlichen Zeit. 
Zudem funktionieren die Videotelefonate den Eltern und dem Sohn zufolge gut. Vor 
diesem Hintergrund sind die vorinstanzlichen Weisungen (Dispositivziffer 2.2 und 
2.3) ersatzlos aufzuheben.

6. Informationspflicht und Beistandschaft

6.1. Die Vorinstanz hielt die im Rahmen der vorsorglichen Obhutsregelung (Proz. 
Nr. 135-2019-83) errichtete Erziehungs- und Besuchsbeistandschaft gemäss 
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB in bestehendem Umfang aufrecht (act. B.1, Dispositiv-
ziffer 3 und E. 6). Die Kindesvertreterin beantragte mit Eingabe vom 15. Dezember 
2022 insofern eine Erweiterung der Aufgaben der Beistandsperson, als letztere da-
mit beauftragt werden solle, die Weiterleitung von Information an den jeweils ande-
ren Elternteil sicherzustellen (act. A.10, S. 3). Anlässlich der Berufungsverhandlung 
liess sie diesen, vom Berufungsbeklagten anfänglich unterstützten Antrag 
(act. A.12, S. 2) fallen (act. H.4, Frage 63). Stattdessen stellt die Kindesvertreterin 
den Antrag, den Eltern sei die Weisung zu erteilen, den jeweils anderen Elternteil, 
unter gleichzeitiger Information der Beiständin, über anstehende Veränderungen, 
welche das Leben von C._____ tangieren, vorab und über nicht vorhersehbare der-
artige Veränderungen zeitnah zu informieren (act. H.3, Rechtsbegehren 3). Der Be-
rufungsbeklagte bemängelt, er finde es nicht sinnvoll, Dinge weiterleiten zu müssen, 
welche ihm C._____ im Vertrauen sage (act. H.4, S. 31). 

6.2. Im Oktober 2022 informierte der Berufungsbeklagte die Berufungsklägerin 
nicht umgehend über den Klinikaufenthalt und die anderweitige Betreuung von 
C._____, die Berufungsklägerin informierte umgekehrt den Berufungsbeklagten 
nicht über ihren Umzug nach O.12._____. Um solche Informationsdefizite in Zukunft 
zu vermeiden und um der Beiständin ihre Arbeit mit den Eltern und C._____ zu 
ermöglichen bzw. zu vereinfachen, sind die Eltern zu ermahnen, den jeweils ande-
ren Elternteil unter gleichzeitiger Information der Beiständin über anstehende Ver-
änderungen, welche das Leben von C._____ tangieren, im Voraus bzw. über nicht 
vorhersehbare derartige Veränderungen zeitnah zu informieren. Der Einwand des 
Berufungsbeklagten verfängt nicht, da die Informationspflicht nur Veränderungen 
erfasst, welche das Leben von C._____ tangieren. Von einer förmlichen Weisung 
kann hingegen abgesehen werden, zumal sowohl die Berufungsklägerin als auch 
die Berufungsbeklagte an der Berufungsverhandlung bestätigt haben, dass der In-
formationsfluss in letzter Zeit besser funktioniert (act. H.4, Frage 66 f.). Im Übrigen 

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bestehen übereinstimmende Anträge auf Aufrechterhaltung der Beistandschaft im 
bisherigen Umfang (act. H.4, Frage 64 und S. 31). Die diesbezügliche vorinstanzli-
che Regelung (Dispositivziffer 3) ist ohne Weisung an die Eltern zu bestätigen.

7. Kindesschutzmassnahme; Impfung

7.1. Die Vorinstanz fällte keinen Entscheid im Zusammenhang mit der Impfung 
von C._____; gemäss den Angaben des Berufungsbeklagten aufgrund der Zusiche-
rungen der Berufungsklägerin (act. H.4, erster Parteivortrag, Ergänzung 21). Im Be-
rufungsverfahren beantragt der Berufungsbeklagte, er sei zu ermächtigen, C._____ 
gemäss den BAG-Richtlinien impfen zu lassen (act. A.2, I.2 und IV.12). Die Kindes-
vertreterin beantragte dasselbe, wobei sie die Ermächtigung auf die Basisimpfun-
gen und die empfohlenen ergänzenden Impfungen gemäss Richtlinien des BAG und 
den Empfehlungen des Kinderarztes von C._____ bezog und die Berücksichtigung 
allfälliger Kontraindikationen verlangte (act. A.5; act. H.4, erster Parteivortrag, Er-
gänzung 1 und 14). Die Berufungsklägerin beantragte mit Replik die Abweisung des 
Antrags (act. A.6), stimmte in der Parteibefragung anlässlich der Berufungsver-
handlung der Vornahme der Basisimpfungen jedoch ausdrücklich zu und erklärte 
sich damit einverstanden, dass davon im Dispositiv Vormerk genommen wird 
(act. H.4, Frage 80). Der Berufungsbeklagte beantragt die Aufnahme der Zustim-
mung der Berufungsklägerin ins Dispositiv (act. H.4, Schlussvortrag, in fine). 

7.2. Die Frage, ob ein Kind zu impfen ist, obliegt als grundlegende Entscheidung 
beiden Eltern gemeinsam (Art. 301 Abs. 1bis e contrario ZGB). Bei Uneinigkeit der 
Eltern hat die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bzw. das zuständige Ge-
richt in pflichtgemässer Ermessensausübung anstelle der Eltern darüber zu ent-
scheiden, wobei es sich grundsätzlich an die Empfehlungen des BAG halten bzw. 
davon nur abweichen darf, wenn sich die Impfung aufgrund der besonderen Um-
stände des konkreten Falls nicht mit dem Kindeswohl verträgt (BGE 146 III 313 E. 4 
und 6). 

7.3. C._____ ist gemäss Bescheinigung der Kindertagesklinik O.11._____ vom 
23. Oktober 2024 komplett ungeimpft (act. C.2.29). Das BAG sieht Basisimpfungen, 
ergänzende Impfungen und Impfungen für Risikogruppen vor (https://www.bag.ad-
min.ch/bag/de/home/gesund-leben/gesundheitsfoerderung-und-praevention/imp-
fungen-prophylaxe/impfungen-fuer-saeuglinge-und-kinder.html). Bezüglich der Ba-
sisimpfungen sind sich die Eltern nunmehr einig, C._____ impfen zu lassen. Es be-
steht daher kein Anlass für das Gericht, anstelle der Eltern darüber zu entscheiden. 
Angesichts des entsprechenden Antrags des Berufungsbeklagten und des Einver-
ständnisses der Berufungsklägerin zur Vormerknahme der Zustimmung zu den Ba-

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sisimpfungen gemäss Impfplan des BAG, ist diese im Dispositiv vorzumerken. Die 
ergänzenden Impfungen wurden in der Berufungsantwort nicht speziell thematisiert; 
auch in der Berufungsverhandlung beschränkte sich der Berufungsbeklagte auf den 
Antrag, die Zustimmung der Berufungsklägerin zu den Basisimpfungen im Disposi-
tiv vorzumerken, ohne einen darüber hinausgehenden Antrag zu den ergänzenden 
Impfungen zu stellen. Der Entscheid hierüber ist den Eltern zu überlassen, auch 
wenn die Kindesvertreterin die Ermächtigung des Berufungsbeklagten zur Veran-
lassung der ergänzenden Impfungen beantragt, behauptet sie doch nicht, dass sich 
die Eltern auch diesbezüglich nicht einig wären (siehe BGer 5A_310/2023 v. 
6.7.2023 E. 6.3.1).

8. Unterhalt

8.1.1. Die Berufungsklägerin stellt keine Eventualanträge betreffend Unterhalt für 
den Fall der Zuteilung der Obhut an den Berufungsbeklagten. Sie beantragt jedoch, 
neu festgesetzte Unterhaltsbeiträge seien ab Rechtskraft des Berufungsurteils zu 
leisten, unabhängig welche Seite dazu verpflichtet würde (act. H.4, S. 30). Der Be-
rufungsbeklagte beantragt die Abweisung der Berufung und die Bestätigung des 
vorinstanzlichen Entscheids im Unterhaltspunkt. Er sei jedoch mit den höheren von 
der Kindesvertreterin beantragten Unterhaltsbeiträgen einverstanden, bis auf die 
Verteilung des Überschussanteils von C._____ von ⅔ bei ihm und ⅓ bei der Beru-
fungsklägerin. Er beantrage, dass der gesamte Überschussanteil von C._____ dem 
Berufungsbeklagten verbleiben oder ein geringerer Anteil der Berufungsklägerin zu-
geordnet werden solle (act. H.4, S. 31). Die Kindesvertreterin beantragt einen höhe-
ren Unterhalt und plädiert für eine rückwirkende Festlegung desselben ab Januar 
2023, da für dieses Jahr verlässliche Zahlen vorlägen und bei einer weiter zurück-
reichenden Festlegung allenfalls IPV-Zahlungen zurückgezahlt werden müssten 
(act. H.4, S. 32). 

8.1.2. Die Vorinstanz bildete vier Unterhaltsphasen: ab November 2021 bis Januar 
2022 (Urteilseröffnung-Ende Übergangsfrist), ab Februar 2022 bis Juli 2026 (bis 
10. Altersjahr), ab August 2026 bis Juli 3032 (bis 16. Altersjahr) und ab August 2032 
(ab 16. Altersjahr). Mangels Auswirkungen auf den Unterhalt grenzte sie keine wei-
tere Phase beim Eintritt von C._____ in die Oberstufe ab. Seit dem vorinstanzlichen 
Entscheid haben sich die Verhältnisse auf Seiten der Berufungsklägerin insofern 
verändert, als sie nunmehr von ihrem Lebenspartner getrennt lebt, im Oktober 2022 
nach O.12._____ und im Oktober 2023 nach O.3._____ umzog und per April 2022 
ihr Arbeitspensum von 60% auf 80% erhöhte (act. H.4, Frage 20). Auf Seiten des 
Berufungsbeklagten ist der Umzug nach O.2._____ im August 2022, die Kündigung 

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seiner Arbeitsstelle per Ende Februar 2023 (act. C.2.22) sowie die neue Anstellung 
als Lehrperson im Schulheim J._____ ab 26. Februar 2024 (act. I.B.14, act. I.B.21) 
zu berücksichtigen. Diese dem Gericht bekannten Veränderungen ziehen eine An-
passung des Unterhalts von Amtes wegen nach sich (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). 

8.1.3. Mit Bezug auf die rechtlichen Ausführungen zum Unterhalt und der zweistu-
figen Methode zur Berechnung wird auf den vorinstanzlichen Entscheid verwiesen 
(act. B.1, E. 7.3). Zur Überschussverteilung ist anzufügen, dass sich diese bei un-
verheirateten Eltern auf den Überschuss des (bar-)unterhaltspflichtigen Elternteils 
und mit Blick auf die zu zählenden Köpfe auf ihn und das Kind beschränkt. Weder 
ist der Überschuss des am Unterhaltsverhältnis nicht beteiligten Elternteils mitein-
zubeziehen noch ist dieser als grosser Kopf mitzuzählen (kein virtueller Über-
schussanteil; BGE 149 III 441 E. 2.7). Die Frage, welchem Elternteil der Barunter-
halt aufzuerlegen bzw. nach welchen Grundsätzen dieser aufzuteilen ist, hängt von 
der Qualifikation der Obhut (alleinig oder alternierend) ab. Nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung liegt eine alternierende Obhut nicht nur bei genau hälftiger Betreu-
ung vor, sondern könne auch gegeben sein, wenn beide Elternteile das Kind auch 
unter der Woche und nicht nur übers Wochenende betreuen (BGer 5A_67/2021 v. 
31.8.2021 E. 3.1.2). Ferner könne die Obhut alternierend sein, wenn das Kind ab-
wechselnd in beiden elterlichen Haushalten lebe und in erheblichem Umfang von 
beiden Elternteilen betreut werde (BGer 5A_2018/2023 v. 19.4.2023 E. 5.1.1.). Ein 
Betreuungsanteil von 20% sei nicht erheblich (BGer 5A_534/2021 v. 5.9.2022 
E. 3.3.2.1). Bei einem solchen von 40% liess das Bundesgericht hingegen implizit 
die Qualifikation als alternierende Obhut zu, indem es die Anwendung der 
Grundsätze zur Berechnung des Barunterhalts bei alternierender Betreuung als 
nicht willkürlich erachtete (BGer 5A_117/2021 v. 9.3.2022 E. 4.3). In der Lehre wird 
der Grenzwert von einem Drittel genannt (Joseph Salzgeber/Joachim Schreiber, 
Kontakt- und Betreuungsmodelle nach Trennung und Scheidung, in: FramPra.ch 
1/2014, S. 68; Hildegund Sünderhauf/Martin Widrig, Gemeinsame elterliche Sorge 
und alternierende Obhut, in: AJP 07/2014, S. 893). 

8.1.4. Die Berufungsklägerin betreut C._____ während sieben Ferienwochen im 
Jahr (49 Tage); die andere Hälfte der 14-wöchigen Schulferien (act. C.1.6) verbringt 
C._____ mit dem Berufungsbeklagten. Während der verbleibenden 38 Wochen wird 
er an ⅔ der Wochenenden, d.h. 25-mal, von Freitag nach Schulschluss bis Sonn-
tagabend (50 Tage) von der Berufungsklägerin betreut. Gesamthaft befindet sich 
C._____ fast 100 Tage im Jahr bei der Berufungsklägerin, was einer Betreuung von 
rund 27% entspricht. Es liegt somit zwar ein ausgedehntes Besuchsrecht vor, aber 
noch kein Grenzfall zu einer alternierenden Obhut, bei welcher der Barunterhalt von 

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beiden Eltern nach Massgabe ihrer (asymmetrischen) Betreuungsanteile und der 
jeweiligen Leistungsfähigkeit zu tragen wäre (vgl. dazu BGE 147 III 265 E. 5.5). 
Dem Grundsatz nach hat daher die Berufungsklägerin den Barunterhalt von 
C._____ zu tragen. Auch bei alleiniger Obhut kann allerdings in bestimmten Kon-
stellationen ein Abweichen vom Grundsatz geboten sein. Eine Beteiligung des Ob-
hutsinhabers am Barunterhalt muss namentlich in Betracht gezogen werden, wenn 
dieser wesentlich leistungsfähiger ist als der andere Elternteil (BGE 147 III 265 
E. 8.1; BGer 5A_44/2020 v. 8.7.2021 E. 10.1). Ungeachtet der rechtlichen Qualifi-
kation der Obhutsregelung darf zudem bei der Bemessung der Unterhaltspflicht 
nicht unberücksichtigt bleiben, dass aufgrund des ausgedehnten Kontaktrechts ein 
Teil der Kosten von C._____ im Haushalt der Berufungsklägerin anfällt und sie dafür 
direkt aufkommt. Darauf wird nicht erst bei der Überschussverteilung, sondern be-
reits bei der Beurteilung des anrechenbaren Bedarfs zurückzukommen sein.

8.2. Einkommen

8.2.1. Die Vorinstanz rechnete der Berufungsklägerin ab Februar 2022 ein hypo-
thetisches Einkommen bei einem Vollzeitpensum an, da sie von ihren Betreuungs-
pflichten gegenüber dem Sohn entbunden sei (act. B.1, E. 7.5). Gemäss dem von 
der Vorinstanz der Berufungsklägerin eingeräumten Besuchsrecht betreut die Be-
rufungsklägerin C._____ zu rund 24%, wobei der Berufungsbeklagte verpflichtet 
wurde, C._____ an den Besuchswochenenden am Freitag nach Schulschluss zu 
bringen (act. B.1, Dispositivziffer 2). Die Kindesvertreterin rechnet der Berufungs-
klägerin ein 90%-Pensum an, da sie C._____ an den Besuchswochenenden am 
Freitag abhole und ihn an sieben Ferienwochen betreue, jedoch nur fünf Wochen 
Ferien habe (act. H.3, S. 4).

8.2.2. Im Verhältnis zum unmündigen Kind sind besonders hohe Anforderungen an 
die Ausnützung der eigenen Erwerbskraft zu stellen, zumindest in engen wirtschaft-
lichen Verhältnissen. Schöpft ein Elternteil seine Erwerbskraft nicht voll aus, kann 
ihm ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu errei-
chen ihm zumutbar und möglich ist (BGer 5A_561/2020 v. 3.3.2021 E. 5.1.1 
m.w.H.). Zur Prüfung der tatsächlichen Erwerbsmöglichkeit können u.a. die Kriterien 
Alter, Gesundheit, sprachliche Kenntnisse, bisherige und künftige Aus- und Weiter-
bildungen, Berufserfahrung, persönliche und geographische Flexibilität und Arbeits-
marktlage herangezogen werden (BGE 144 III 481 E. 4.7.8; 147 III 308 E. 5.6). 

8.2.3. Die Berufungsklägerin ist aktuell im 80%-Pensum tätig. Sie gibt an, auch ein 
100%-Pensum sei möglich (act. H.4, Fragen 25 f.). Zumutbar erscheint dies vor 
dem Hintergrund des ausgedehnten Besuchsrechts und der Wohndistanz der Eltern 

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jedoch nicht. Nur dank dem 80%-Pensum kann die Berufungsklägerin C._____ be-
reits am Freitagmittag abholen, was auch dem Berufungsbeklagten entgegen-
kommt, der am Nachmittag arbeitet (act. H.4, Frage 52). Das Pensum der Beru-
fungsklägerin ist daher bis zum 10. Geburtstag von C._____ (vgl. E. 8.4.11) bei 80% 
zu belassen. Ihr Einkommen beträgt CHF 4'968.00 monatlich (inkl. 13-Monatslohn; 
act. I.1.6 f.).

8.2.4. Die Kinderzulage ist bei der Unterhaltsberechnung als Einkommen des Kin-
des zu berücksichtigen (BGE 147 III 265 E. 7.1 in fine). Sie beträgt in Graubünden 
vor Antritt der nachobligatorischen Ausbildung CHF 230.00 und in O.4._____ 
CHF 200.00 (AHV-Merkblatt 6.08 v. 1.1.2024, Ziff. 4), wobei sich der letztgenannte 
Betrag ab 2025 von Bundesrechts wegen auf CHF 215.00 erhöht (vgl. Art. 1 der 
Verordnung über die Anpassung der Familienzulagen an die Preisentwicklung; 
SR 836.24). Aktuell bezieht die Berufungsklägerin die Kinderzulage für C._____ 
(act. H.4, Fragen 16 ff.