# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c26db6c-7f87-58b5-9eac-8aa88a623483
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 05.09.2019 VG.2019.00061 (VG.2019.833)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00061_2019-09-05.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 5. September 2019

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2019.00061

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    B.______AG

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Gemeinde Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Regierungsrat des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Rodungsbewilligung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Die Gemeinde Glarus schrieb im Amtsblatt des Kantons
  Glarus vom 28. Januar 2016 die öffentliche Auflage der Gesamtrevision der
  Nutzungsplanung Glarus vom 1. Februar 2016 bis 1. März 2016 aus. Darin
  war unter anderem vorgesehen, die für die B.______AG bereits bestehende
  Abbauzone auf die Gebiete C.______ und D.______ in […] zu erweitern. Da diese
  Erweiterung der Abbauzone Rodungsbewilligungen benötigte, wurde das
  diesbezügliche öffentliche Auflageverfahren vom Departement Bau und Umwelt
  des Kantons Glarus (DBU) ebenfalls für den vorerwähnten Zeitraum im Amtsblatt
  publiziert.

  
	
   

  
	
  1.2 A.______ erhob am 29. Februar 2016 Einsprache gegen
  die geplante Zuweisung der Gebiete C.______ und D.______ zur Abbauzone
  (vgl. Verfahren VG.2019.00060). Gleichentags erhob er ebenfalls
  Einsprache gegen die Rodungsgesuche. Das DBU teilte A.______ am 4. März
  2016 mit, dass er zur Einspracheerhebung nicht legitimiert sei. Ihm wurde
  eine Frist angesetzt, um eine Einsprache zu formulieren, zu welcher er
  berechtigt sei. Mit Eingabe vom 22. März 2016 hielt A.______ an seiner
  ursprünglichen Einsprache fest und machte Ausführungen zu seiner
  Einsprachelegitimation.

  
	
   

  
	
  1.3 Am 20. Dezember 2017 nahm das Bundesamt für Umwelt
  (BAFU) zu der in den Gebieten C.______ und D.______ vorgesehenen Rodung und
  Ersatzaufforstung positiv Stellung. In der Folge erteilte das DBU am 4.
  September 2018 die Rodungsbewilligungen und trat auf die von A.______ dagegen
  erhobene Einsprache nicht ein. Gleichentags setzte es zudem den von den
  Grundeigentümern der von der Rodung betroffenen Liegenschaften zu zahlenden
  Ausgleichsbetrag fest. 

  
	
   

  
	
  1.4 Am 20. Oktober 2018 genehmigte das DBU die von der
  Gemeindeversammlung Glarus am 23. September 2016 beschlossene Zuweisung der
  Gebiete C.______ und D.______ zur Abbauzone. Das DBU eröffnete A.______ am
  23. Oktober 2018 den Genehmigungsentscheid betreffend die Abbauzone wie auch
  die Rodungsbewilligungen. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Dagegen erhob A.______ am
  22. November 2018 Beschwerde beim Regierungsrat. Dieser wies die Beschwerde
  am 26. März 2019 ab, soweit er darauf eintrat. Gleichentags trat er auf
  die von A.______ im Verfahren in Sachen Gesamtrevision der Nutzungsplanung
  Glarus erhobene Beschwerde nicht ein (vgl. Verfahren VG.2019.00060).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Gegen den regierungsrätlichen Entscheid gelangte
  A.______ mit Beschwerde vom 7. Mai 2019 ans Verwaltungsgericht. Er
  beantragte, der Entscheid des Regierungsrats vom 26. März 2019 sei
  aufzuheben. Die Verfügung des DBU vom 22. Oktober 2018 betreffend Genehmigung
  des Nutzungsplans in Bezug auf die Erweiterung der Abbauzone auf die Gebiete
  C.______ und D.______ sei aufzuheben. Die Rodungsbewilligungen vom 4. September
  2018 wie auch die gleichentags ergangene Verfügung in Sachen
  Ausgleichsbeitrag seien aufzuheben. Der Beschluss der Gemeindeversammlung vom
  23. September 2016 betreffend die Erweiterung der Abbauzone sei nichtig
  zu erklären und die Abstimmung an einer folgenden Gemeindeversammlung zu
  wiederholen. Es sei zu prüfen, in welcher Form die durch den Bundesrat
  geforderte Strategie der "Nachhaltigen Entwicklung auf allen
  Behördenstufen" und die entsprechend erlassenen Richtlinien des
  Bundesamtes für Raumplanung (ARE) bei der Zuweisung zur Abbauzone Anwendung
  gefunden hätten. Eventuell sei das verwaltungsgerichtliche Urteil
  VG.2017.00013 zu revidieren oder in Wiedererwägung zu ziehen; alles unter
  Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gemeinde Glarus sowie des
  Regierungsrats. Zudem ersuchte er um Offenlegung des von der E.______AG
  eingeholten Gutachtens in Sachen Abbauentschädigung.

  
	
   

  
	
  3.2 Das DBU beantragte am 16. Mai 2019, auf die von
  A.______ gestellten Prozessanträge nicht einzutreten sowie die Beschwerde
  inhaltlich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei; alles unter Kostenfolge
  zu Lasten von A.______. Die B.______AG beantragte am 24. Mai 2019 die
  Abweisung der Beschwerde, soweit darauf überhaupt einzutreten sei; unter
  Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von A.______. Im gleichen Sinne
  liess sich der Regierungsrat am 11. Juni 2019 vernehmen. Die Gemeinde
  Glarus beantragte gleichentags, auf die von A.______ erhobene Beschwerde
  nicht einzutreten. Soweit auf die Beschwerde einzutreten sei, sei sie
  vollumfänglich abzuweisen und es seien der Beschwerdeentscheid des
  Regierungsrats vom 26. März 2019 wie auch die Bewilligungsverfügung des DBU
  vom 22. Oktober 2018 gänzlich zu bestätigen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten von A.______. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79 Abs. 1
  des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010 (RBG) i.V.m. Art. 105
  Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986
  (VRG) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des Regierungsrats
  zuständig.

  
	
   

  
	
  1.2 Nach Art. 70 Abs. 2 VRG prüft die Behörde zuerst
  die Voraussetzungen zum Eintreten. Sind die Prozessvoraussetzungen nicht
  eingehalten, fällt die Behörde einen Nichteintretensentscheid. Die
  vorliegende Beschwerde erfüllt neben der Zuständigkeit auch die weiteren
  Prozessvoraussetzungen, weshalb auf diese einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  1.3
  Anfechtungsobjekt im vorliegenden
  Beschwerdeverfahren bildet der Entscheid des Beschwerdegegners 4 vom 26.
  März 2019, mit welchem dieser darüber zu befinden hatte, ob der
  Beschwerdegegner 3 zu Recht auf die vom Beschwerdeführer erhobene
  Einsprache nicht eingetreten war. Bei der Anfechtung des
  Nichteintretensentscheids des Beschwerdegegners 3 konnte der
  Beschwerdeführer einzig die unrichtige Anwendung der Prozessvoraussetzungen
  rügen, womit ausschliesslich die Frage der Legitimation des Beschwerdeführers
  zur Einspracheerhebung im Einspracheverfahren Streitgegenstand bildete (vgl. Martin
  Bertschi, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
  Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, § 19a N. 14). Da die
  vom Beschwerdeführer gegen den Nichteintretensentscheid des
  Beschwerdegegners 3 erhobene Beschwerde die
  einschlägigen Prozessvoraussetzungen einhielt, hatte dieser einen materiellen
  Entscheid zu treffen – die Beschwerde war abzuweisen (vgl. Alain
  Griffel, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
  Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, § 28 N. 34).

  
	
   

  
	
  1.4 Gegenstand des
  vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens kann nun
  ausschliesslich sein, was bereits Verfahrensgegenstand im vorinstanzlichen
  Verfahren war (Alain Griffel, Vorbemerkungen
  zu §§ 19-28a N. 45). Somit ist nur zu prüfen, ob der
  Beschwerdegegner 4 die Verwaltungsbeschwerde des Beschwerdeführers zu
  Recht abgewiesen und damit die Legitimation des Beschwerdeführers zur
  Einspracheerhebung zu Recht verneint hatte. Die vom Beschwerdeführer
  vorgebrachten materiellen Einwendungen betreffend die zu frühe Ausfällung des
  Genehmigungsentscheids der Zuweisung der Gebiete C.______ und D.______ zur
  Abbauzone durch den Beschwerdegegner 3, die Erteilung der
  Rodungsbewilligungen, die Aufhebung der Verfügung in Sachen Abbauentschädigung,
  die Prüfung des Einbezugs der vom Bundesrat geforderten Strategie
  "Nachhaltige Entwicklung auf allen Behördenstufen", die Frage einer
  allfälligen Revision des verwaltungsgerichtlichen Urteils im Verfahren
  VG.2017.00013 sowie die Herausgabe des Gutachtens der E.______ AG bilden
  vorliegend nicht Verfahrensgegenstand, weshalb darauf nicht einzutreten ist. 

  
	
   

  
	
  1.5 Soweit der
  Beschwerdeführer die Berechtigung der Beschwerdegegnerinnen 1 und 2,
  sich im vorliegenden Verfahren zu äussern, bezweifelt, ist ihm nicht zu
  folgen. Die Beschwerdegegnerin 1 ist als Adressatin der
  Rodungsbewilligungen direkt vom Ausgang des vorliegenden Verfahrens
  betroffen. Entsprechend kommt ihr ein schutzwürdiges Interesse am
  vorliegenden Verfahrensausgang zu, weshalb sie nach Art. 15 Abs. 1
  VRG als Partei in das vorliegende Verfahren aufzunehmen ist. Sodann ist die
  Beschwerdegegnerin 2 als juristische Person des öffentlichen Rechts
  parteifähig (vgl. Martin Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 21 – 21a
  N. 5). Überdies ist sie Eigentümerin von verschiedenen, von der
  Gemeindeversammlung am 23. September 2016 der Abbauzone zugewiesenen und
  damit von den Rodungsbewilligungen betroffenen Liegenschaften, womit auch ihr
  ein schutzwürdiges Interesse am vorliegenden Beschwerdeverfahren zukommt. Entsprechend
  ist auch sie im vorliegenden Verfahren als Partei aufzunehmen und damit
  berechtigt, sich vernehmen zu lassen. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass es sich
  vorliegend nicht um ein Bauvorhaben handle, da die Abbauzone keine Bauzone
  darstelle. Als Mitbürger und Einwohner der Gemeinde Glarus sei er
  qualifizierter Miteigentümer der im Gemeindeeigentum stehenden
  Liegenschaften, weshalb er von den Rodungs-bewilligungen materiell,
  persönlich und ideell betroffen sei. Weiter habe er aufgrund der
  Ausgleichszahlungen ein zusätzliches, monetäres und damit ein schutzwürdiges
  Interesse wie auch einen praktischen Nutzen. Sowohl die
  Beschwerdegegnerin 2 als auch der Kanton als Vertreter des öffentlichen
  Rechts müssten sich für eine bessere monetäre Abgeltung im Sinne der
  Richtlinien des ARE einsetzen, wozu es eben nicht gehöre, den von Abbauzonen
  begünstigten Firmen Rabatte zu gewähren. 

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin 1 ist hingegen der
  Ansicht, dass der Beschwerdeführer von den Rodungsbewilligungen nicht
  besonders betroffen sei, weshalb auf seine Beschwerde zu Recht nicht
  eingetreten worden sei. Werde der Kreis der zur Beschwerde Legitimierten so
  weit gefasst, wie dies der Beschwerdeführer tue, würden die gesetzlich
  vorgesehenen Einsprache- und Beschwerdemöglichkeiten zur Popularbeschwerde
  verkommen, was nicht zielführend sei. 

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdegegnerin 2 weist daraufhin, dass die
  Erteilung der Rodungs-bewilligung wie auch der übrigen Spezialbewilligungen
  mit dem Genehmigungsverfahren in Sachen Nutzungsplanung koordiniert worden
  sei, weshalb keine Verletzung der Koordinationspflicht gegeben sei.
  Hinzuweisen sei darauf, dass die Freigabe der Rodungsetappen in Angleichung
  an die Abbaubewilligungen erfolge, womit jeweils ein separates
  Bewilligungsverfahren durchzuführen sei. Der Beschwerdeführer sei durch die
  Rodungsbewilligungen in seiner eigenen Sache nicht betroffen, womit ihm kein
  schutzwürdiges Interesse an der Rechtsmittelerhebung zukomme. Entsprechend
  verfüge er über keine Beschwerdelegitimation. 

  
	
   

  
	
  2.4 Der Beschwerdegegner 3 hält fest, dass es an einer
  substantiierten Beschwerde-begründung fehle, da der Beschwerdeführer die
  vorinstanzlichen Ausführungen zur Rechtsmittellegitimation nur pauschal und
  in allgemeiner Weise bestreite. Im Übrigen beschränke er sich darauf, die
  vorinstanzlich bereits vorgebrachten Argumente zu wiederholen, woraus sich
  jedoch keine Beschwerdelegitimation ergebe.

  
	
   

  
	
  2.5 Der Beschwerdegegner 4 bringt vor, dass dem
  Beschwerdeführer kein schutzwürdiges Interesse an der Änderung der erteilten
  Rodungsbewilligungen zukomme, weshalb auf seine Einsprache zu Recht nicht
  eingetreten worden sei.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Wald vom 4. Oktober 1991 (WaG) sind Rodungen grundsätzlich verboten. Es
  können jedoch Ausnahme-bewilligungen gemäss den Vorgaben von Art. 5
  Abs. 2 WaG erteilt werden. Zuständig für die Behandlung von
  Rodungsgesuchen ist der Beschwerdegegner 3 (Art. 5 Abs. 1 des
  Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den Wald vom 7. Mai 1995
  [kWaG] i.V.m. Art. 1 Abs. 1 der Verordnung zum kantonalen
  Waldgesetz vom 21. März 2006). 

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Rodungsgesuche werden nach Art. 4 Abs. 2 kWaG im
  Amtsblatt während 30 Tagen öffentlich aufgelegt. Wer ein schutzwürdiges
  Interesse hat, kann innerhalb der Auflagefrist beim zuständigen Departement
  Einsprache gegen das Rodungsgesuch erheben (Art. 4 Abs. 3 kWaG). Daran
  anschliessend entscheidet der Beschwerdegegner 3 über die erhobenen
  Einsprachen sowie die Erteilung der Rodungsbewilligung, womit ein erstinstanzlicher
  Entscheid erst nach dem Erheben einer allfälligen Einsprache gefällt wird.
  Entsprechend handelt es sich beim Einspracheverfahren nach kWaG um ein
  Einwendungsverfahren, wie dieses auch in Baurechtssachen gemäss Art. 73
  RBG vorgesehen ist (vgl. VGer-Urteil VG.2015.00017 vom 4. Juni 2015
  E. 3). Dieses Einspracheverfahren ohne Rechtsmittelfunktion dient in
  erster Linie der formalisierten Gewährung des rechtlichen Gehörs, indem sich
  Behörden, Verwaltungsstellen und Private bereits in einem frühen Verfahrensstadium
  ein möglichst umfassendes Bild über das Rodungsvorhaben machen können.
  Daneben bezweckt das Einspracheverfahren, dass von einer Rodungsbewilligung
  Betroffene gegen das Vorhaben vor Bewilligungserlass opponieren und ihre
  Vorbehalte geltend machen müssen. So ist nur zur Erhebung eines Rechtsmittels
  gegen die Rodungsbewilligung befugt, wer im Einwendungsverfahren eine
  Einsprache erhoben hatte, was der Beschwerdegegner 4 im vorinstanzlichen
  Entscheid zutreffend darlegt, worauf verwiesen werden kann. 

  
	
   

  
	
  3.2.2 Gemäss Art. 39 Abs. 1 WaG i.V.m. Art. 88 lit. a VRG
  ist zur Beschwerde berechtigt, wer ein schutzwürdiges Interesse an der
  Änderung oder Aufhebung des angefochtenen Entscheids hat. Seit Inkrafttreten
  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) am 1. Januar 2007
  orientiert sich das Verwaltungsgericht bei der Auslegung dieser Bestimmung
  mit Blick auf die Art. 111 Abs. 1 i.V.m. Art. 89 BGG
  verankerte Mindestanforderung an die Beschwerdelegitimation im kantonalen
  Verfahren an der bundesgerichtlichen Praxis zur Beschwerdelegitimation vor
  dem Bundesgericht (VGer-Urteil VG.2018.00082/83 vom 24. Januar 2019
  E. II/1.4.3, VG.2018.00044 vom 28. Juni 2018 E. II/1.3.4.1).
  Dies dient der Einheit des Verfahrens.

  
	
   

  
	
  3.2.3 Im Schweizerischen Verwaltungsverfahren gilt der
  Grundsatz, dass nur Individualrechte und nicht Interessen der Allgemeinheit
  Rechtsschutz erhalten. Wollen Beschwerdeführende Allgemeininteressen
  durchsetzen, liegt eine grundsätzlich unzulässige Popularbeschwerde vor
  (Meret Rehmann, in AJP 6/2019, S. 655, mit Hinweisen). Entsprechend verlangt
  die Berechtigung zur Beschwerdeerhebung, dass der Beschwerdeführer über eine
  spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt und einen praktischen
  Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids zieht.
  Ein schutzwürdiges Interesse an der Beschwerdeerhebung liegt vor, wenn die
  tatsächliche oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers durch den
  Ausgang des Verfahrens beeinflusst wird (BGE 137 II 30
  E. 2.2.2). Das Erfordernis des besonderen Berührtseins nach Art. 89
  Abs. 1 lit. b BGG setzt im Weiteren voraus, dass der Beschwerdeführer
  stärker als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit durch den anzufechtenden
  Entscheid betroffen ist und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung
  zum Streitgegenstand steht (BGE 139 II 279 E. 2.3). Ein bloss
  mittelbares oder ausschliesslich allgemein öffentliches Interesse berechtigt
  – ohne die erforderliche Beziehungsnähe zur Streitsache – nicht zur
  Rechtsmittelerhebung (BGE 131 II 587 E. 3).

  
	
   

  
	
  3.2.4 In Plangenehmigungs- und Bewilligungsverfahren zur
  Errichtung von Bauten und Anlagen liegt die für Dritte (Nachbarn)
  erforderliche besondere Beziehungsnähe zur Streitsache in erster Linie vor,
  wenn der Bau oder Betrieb der projektorientierten Anlage auf ihrem Grundstück
  mit Sicherheit oder grösster Wahrscheinlichkeit zu materiellen Immissionen
  (Lärm-, Staub-, Erschütterung-, Licht- oder anderen Einwirkungen) führt oder
  ideelle Einwirkungen auf das Grundstück des Beschwerdeführers bewirkt. Die
  Beschwerdelegitimation ist dann gegeben, wenn der Beschwerdeführer von den
  genannten Einwirkungen mehr als jedermann betroffen ist. Zur Bestimmung
  dieser Betroffenheit bildet die räumliche Distanz zwischen dem Bauvorhaben
  und der Liegenschaft des Beschwerdeführers ein wichtiges Kriterium
  (vgl. Bernhard Waldmann, in Marcel Alexander Niggli et al. [Hrsg],
  Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. A., Basel 2018, Art. 89 N.
  21). Auch bei der Anfechtung von Rodungsbewilligungen kommt der räumlichen
  Distanz zwischen der vom Beschwerdeführer bewohnten Liegenschaft und dem von
  der Rodungsbewilligung betroffenen Gebiet sowie den zu erwartenden
  Einwirkungen auf das Grundstück des Beschwerdeführers eine massgebende Rolle
  bei der Bestimmung der Beschwerdelegitimation zu (BGE 116 Ib 321
  E. 2d; BGer-Urteil 1A.23/2006 vom 3. November 2006 E. 1, 1A.77/2000
  vom 7. Februar 2001 E. 2). 

  
	
   

  
	
  3.2.5 Was für die Beschwerde an die Rechtsmittelinstanz
  gilt, gilt auch für das Einspracheverfahren. Wie der Beschwerdeführer muss
  nämlich auch der Einsprecher über ein schutzwürdiges Interesse verfügen
  (vgl. vorne E. II/3.2.1).

  
	
   

  
	
  3.3 Eine allfällige Nichtigkeit ist hingegen von Amtes
  wegen zu beachten. Nichtigkeit bedeutet absolute Unwirksamkeit einer
  Verfügung, womit eine Verfügung keinerlei Rechtswirkungen entfaltet. Eine
  Verfügung ist dann nichtig, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer
  wiegt und offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und zudem die
  Rechtssicherheit nicht gefährdet wird. Nichtigkeitsgründe sind insbesondere
  schwerwiegende Zuständigkeitsfehler, schwerwiegende Verfahrensfehler,
  schwerwiegende Form- und Eröffnungsfehler sowie ausserordentlich
  schwerwiegende inhaltliche Fehler (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann,
  Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A., Zürich/St. Gallen 2016,
  Rz. 1096 ff., mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1
  Entgegen den Ausführungen des
  Beschwerdeführers ist vorliegend kein schwerwiegender Mangel und damit kein
  Nichtigkeitsgrund vorhanden, welcher die Nichtigkeit des
  Gemeindeversammlungsbeschlusses vom 23. September 2016 betreffend die
  Zuweisung der Gebiete C.______ und D.______ zur Abbauzone begründen würde. So
  bestreitet der Beschwerdeführer die Zuständigkeit der Gemeindeversammlung zur
  Beschlussfassung in Sachen Nutzungsplanung zu Recht nicht, ebenso wenig sind
  Form- oder Eröffnungsfehler sowie Verfahrensfehler erkennbar. Insofern der
  Beschwerdeführer materielle Einwendungen gegen die Zuweisung der Gebiete
  C.______ und D.______ zur Abbauzone erhebt, sind offensichtlich nicht
  ausserordentlich schwerwiegende inhaltliche Fehler zu erkennen, womit auf die
  diesbezüglichen materiellen Einwendungen im vorliegenden Verfahren nicht
  weiter einzugehen ist (vgl. E. II/1.3 f. vorne).

  
	
   

  
	
  4.2 Soweit der Beschwerdeführer seine Legitimation zur
  Einspracheerhebung daraus ableiten will, dass er als Bürger der Gemeinde
  Glarus Miteigentümer von Gemeindeliegenschaften sei und deswegen durch die
  Erteilung der Rodungsbewilligungen für die betreffenden
  Gemeindeliegenschaften in seinen eigenen Interessen nachteilig betroffen sei,
  ist ihm nicht zu folgen. Denn entgegen seiner Ansicht verfügt er einzig
  aufgrund der Tatsache, dass er in der Gemeinde Glarus wohnhaft ist, nicht
  über eine beachtenswerte, besonders nahe Beziehung zu den von den
  Rodungsbewilligungen betroffenen Liegenschaften und damit zur Streitsache.
  Stattdessen ist er als Einwohner der Gemeinde Glarus von den erteilten
  Rodungsbewilligungen nicht mehr betroffen, als es die übrigen Einwohner der
  Gemeinde Glarus ebenfalls sind. Insbesondere ist aufgrund der grossen räumlichen
  Distanz von um die 2'000 Metern zwischen der von ihm bewohnten
  Liegenschaft Parz.-Nr. 01, Grundbuch […], und der von den
  Rodungsbewilligungen betroffenen Liegenschaften in den Gebieten C.______ und
  D.______ nicht ersichtlich, inwiefern die beschwerdeführerische Liegenschaft
  von aus den zukünftigen Rodungstätigkeiten in den Gebieten C.______ und
  D.______ womöglich resultierenden Auswirkungen nachteilig betroffen sein
  sollte, zumal weder ein Sicht- noch ein Hörkontakt besteht. Dies sieht wohl
  auch der Beschwerdeführer ein, beruft er sich doch zur Begründung seiner
  Beschwerdelegitimation nicht auf mögliche, für seine Liegenschaft aus den
  Rodungstätigkeiten nachteilige Immissionen. Stattdessen macht er allgemeine
  Interessen des schonenden Abbaus der Ressourcen, des Ressourcenerhalts für
  zukünftige Generationen wie auch der möglichen Erzielung von zukünftig
  höheren Einnahmen geltend. Damit kann der Beschwerdeführer aber keine
  spezifische Beziehungsnähe und insbesondere keinen für sich resultierenden,
  praktischen Nutzen an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen
  Entscheids begründen. Denn es ist nicht ersichtlich, wie seine tatsächliche
  oder aber rechtliche Situation durch die Aufhebung der Rodungsbewilligungen
  beeinflusst werden sollte. Stattdessen macht der Beschwerdeführer mögliche
  finanzielle Interessen der Gemeinde sowie in Bezug auf den Ressourcenerhalt
  Interessen der Allgemeinheit geltend, was jedoch nicht genügt, um seine
  Einsprachelegitimation zu begründen. Ebenso wenig kann er ein schutzwürdiges
  Interesse an der Einspracheerhebung aus seinem […]amt ableiten.

  
	
   

  
	
  Da der Beschwerdeführer
  nicht über ein schutzwürdiges Interesse verfügt, welches ihn zur Erhebung
  einer Einsprache gegen die erteilten Rodungsbewilligungen ermächtigen würde,
  hat der Beschwerdegegner 4 die gegen den Nichteintretensentscheid des
  Beschwerdegegners 3 erhobene Beschwerde zu Recht abgewiesen.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Die Gerichtskosten von pauschal
  Fr. 1'000.- sind demnach dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen und
  mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
  verrechnen. Da der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht durch
  einen Rechtsbeistand vertreten ist und überdies unterliegt, steht ihm keine
  Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 1 VRG sowie Art. 138 Abs. 3
  lit. a VRG e contrario). Eine solche steht der
  Beschwerdegegnerin 1 ebenfalls nicht zu, da sie sich im vorliegenden
  Verfahren nicht rechtlich vertreten liess (Art. 138 Abs. 1 VRG). Insofern die
  Beschwerdegegner 2 und 4 schliesslich eine Parteientschädigung beantragen,
  sind sie darauf hinzuweisen, dass Behörden in der Regel keine
  Parteientschädigung zusteht, da das Beantworten und Erheben von Rechtsmitteln
  zu ihrem angestammten Aufgabenbereich gehört (vgl. VGer-Urteil
  VG.2019.00024/25 vom 27. Juni 2019 E. III/2, VG.2017.00088 vom
  8. November 2018 E. III/1.1). Vorliegend sind keine Umstände
  ersichtlich, welche die Zusprache einer Parteientschädigung rechtfertigen
  würden.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und
    mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]