# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15571c16-0df1-547f-9a2b-1fe967497aa9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-07-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 11.07.2005 SF 2005 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-14_2005-07-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 11. Juli 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 14 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

(Abwesenheitsurteil)

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Rehli, Sutter-Ambühl und Möhr
Aktuarin ad hoc Nüssle

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In der Strafsache

des R. alias O., z. Zt. unbekannten Aufenthaltes, Angeklagter, amtlich verteidigt 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luca Tenchio, Obere Plessurstrasse 36, 7000 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 16. März 2005, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. R. wurde am 28. Februar 1982 in S./T. geboren und wuchs dort zu-
sammen mit vier älteren Geschwistern bei seinen Eltern auf. Seine Mutter verstarb 
als er drei oder vier Jahre alt war. In der Folge verheiratete sich sein Vater wieder. 
In T. besuchte R. neun oder zehn Jahre die Grundschule. Eine Lehre oder einen 
Beruf hat er nicht erlernt. Im Alter von 16 Jahren begab sich R. nach Italien, wo er 
sich vorwiegend in Mailand sowie U. aufhielt und als Handlanger auf einer Baustelle 
oder als Kellner arbeitete. Im Jahre 2004 ist er in die Schweiz eingereist. Er besitzt 
kein Vermögen und hat keine Schulden. Am 24. November 2004 wurde R. vom Amt 
für Polizeiwesen in sein Heimatland ausgeschafft und mit einer Einreisesperre bis 
2007 belegt.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist R. nicht verzeichnet. Im Strafre-
gisterauszug von Italien figuriert er mit einer Vorstrafe. Das Tribunale Milano verur-
teilte ihn am 29. Januar 2002 wegen Hehlerei zu drei Monaten Gefängnis und € 
150.-.

R. wurde am 29. August 2004 in X. festgenommen und befand sich ansch-
liessend bis zum 24. November 2004 in Polizei- beziehungsweise Untersuchungs-
haft, und zwar zunächst auf dem Polizeiposten in W. und anschliessend in der Straf-
anstalt Sennhof in Chur. Die Anstaltsleitung stellte ihm ein gutes Führungszeugnis 
aus.

B. R. wird angeklagt der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a und b 
BetmG, der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, des gering-
fügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 
1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der mehrfachen Wider-
handlung gegen Art. 23 Abs. 1 al. 4 ANAG sowie der Auskunftsverweigerung 
gemäss Art. 26 Abs. 1 StPO.

Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Anklageschrift der Staatsan-
waltschaft Graubünden vom 16. März 2005 folgender Sachverhalt zugrunde:

„1.1.Seit anfangs 2004 gelangte die Kantonspolizei Graubünden zu 
Informationen, dass über die Mobiltelefonnummer 078-884 01 34 Heroin 
bestellt werden kann und ein noch unbekannter Mann aus Osteuropa 
dann das bestellte Heroin in W. und X.  in Portionen von jeweils 
mindestens 5 gr verkaufe. In der Folge wurde auf dieser Rufnummer 
eine rückwirkende Teilnehmeridentifikation vorgenommen. Dabei ergab 
sich, dass die Rufnummer in der Zeit vom Dezember 2003 bis zum 28. 
April 2004 in 7 verschiedenen Mobiltelefonen verwendet wurde. In 
derselben Zeit wurden mit dieser Rufnummer 11'413 Gespräche geführt, 
wovon 7'701 eingehende und 3'712 ausgehende Gespräche waren. Am 

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23. April 2004 war der Angeklagte beim Bahnhof X.  kontrolliert worden. 
Dabei gab er seinen Namen mit “Y.“ an. Bei der Überprüfung der 
Effekten wurde festgestellt, dass er das Mobiltelefon mit der Rufnummer 
078-884 01 34 bei sich hatte.

1.2. In der Folge konnte ermittelt werden, dass die Drogenkonsumenten das 
Heroin neu über die Mobiltelefonnummer 078-710 67 34 und ab Juli 
2004 über die Mobiltelefonnummer 078-628 71 40 bestellten. Diese 
beiden Anschlüsse wurden abgehört. Dabei ergab sich, dass die Anrufe 
der Drogenkonsumenten auf diese Nummern abwechselnd von 
verschiedenen Dealern entgegen genommen wurden. Auch der 
Angeklagte bediente das Telefon. Er selber meldete sich jeweils mit 
dem Namen “AA.“ und nahm die Drogenbestellungen in italienischer 
Sprache entgegen. Im Zuge der weiteren Ermittlungen hat die Polizei 
am 11. August 2004 in X. Z. verhaftet. Er war im Besitz von 5 gr Heroin 
und hatte das Mobiltelefon mit der nunmehr überwachten Nummer 078-
628 71 40 bei sich. Am 12. August 2004 fand die Polizei in einem Keller 
an der AB-Strasse in X.  weitere 60 gr Heroin, das Z. und R. als 
Drogenvorrat diente und zu welchem beide Zugang hatte.

1.3. Es ergab sich dann, dass der Angeklagte in der Absicht, inskünftig mit 
Drogengeschäften Geld zu verdienen, und nach gemeinsamer 
Entschlussfassung zusammen mit mindestens drei weiteren Mittätern, 
darunter Z., AC. und ein gewisser “AD.“, in der Zeit von anfangs März 
2004 bis August 2004 in einem Drogenring mitwirkte und im Raume X. 
und W. Heroin gelagert, Drogenbestellungen entgegen genommen 
sowie die Heroinabgaben organisiert und dabei auch selber Heroin an 
Drittpersonen abgeben hat. Insbesondere wurden die 
Drogenbestellungen jeweils zentral über eine Mobiltelefonnummer 
entgegen genommen, wobei dieses Drogentelefon vom Angeklagten 
und seinen Komplizen abwechslungsweise bedient wurde. Auch die 
Instruktion des Angeklagten und seiner Komplizen sowie die 
Anlieferung der Drogen an diese erfolgte über die gleichen Kanäle. Der 
Angeklagte hat sich somit zur gemeinsamen Ausübung von 
Betäubungsmittelabgaben mit anderen Personen zusammengefunden 
und damit bandenmässig gehandelt. Die von dieser Dealergruppe in X.  
und W. umgesetzte Heroinmenge konnte nicht genau ermittelt werden. 
Es handelt sich aber um weit über 1'000 gr Heroin.

1.4. Als Mitglied dieser Drogenbande agierend, aber eigenhändig hat der 
Angeklagte in der Zeit vom 1. April 2004 bis zum 29. August 2004 in X.  
und W. an diverse Personen mindestens 316 gr Heroin verkauft, so 12 
gr an AF., 100 gr an AG., 20 gr an AH., 20 gr an A., 20 gr an B., 50 gr 
an C., 10 gr an D., 15 gr an E., 17 gr an F., 2 gr an G., 25 gr an H., 10 
gr an I., 10 gr an J. sowie 5 gr an K.. Die Abgaben erfolgten in der Regel 
in Portionen von 5 gr Heroin, wofür der Angeklagte Fr. 170.-- bis Fr. 
200.-- verlangte. Mit dem Verkauf der 316 gr Heroin erzielte er somit 
einen Bruttoerlös von mindestens Fr. 10'744. --.

1.5. Die Qualität des von der Drogengruppe bzw. vom Angeklagten als 
Mitglied dieser Bande gehandelten Heroins war immer gleich und wird 
mehrheitlich als schlecht bezeichnet. Diese Aussagen werden durch 
eine Analyse des am 12. August 2004 im Drogenbunker an der AB-
Strasse 18 in X.  sichergestellten Heroins bestätigt. Die Analyse ergab, 
dass dieses Heroin einen Reinheitsgehalt von 11% aufwies. Geht man 
bezüglich der von R. bandenmässig gehandelten mindestens 1'000 gr 

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Heroin bzw. der von ihm eigenhändig verkauften 316 gr Heroin von 
diesem Wert aus, hat er im Zusammenwirken mit anderen über 110 gr 
reines Heroin umgesetzt und selber 34.7 gr Heroin verkauft.

1.6. In der Zeit von ca. März 2004 bis August 2004 hat der Angeklagte an 
verschiedenen Orten in X. und W. ab und zu Marihuana geraucht sowie 
gelegentlich Kokain und regelmässig Heroin gesnifft. Ausserdem 
konsumierte er im August 2004 etwas Methadon.

1.7. Am 11. August 2004 hat die Polizei im Zimmer des Angeklagten im L. in 
X. 1.5 gr Haschisch, 0.6 gr Marihuana und 0.8 gr Heroin sowie ein 
Mobiltelefon Nokia 3330 samt SIM-Karte, mit welchem 
Drogengeschäfte verabredet worden sind, sichergestellt. Diese 
Gegenstände wurden beschlagnahmt. Ebenso Fr. 1'860.--, die der 
Angeklagte bei der Verhaftung im Portemonnaie bei sich hatte und 
teilweise aus dem Drogenhandel stammt.

2. Mitte Juli 2004 drang der Angeklagte ohne Recht in das Gartenhaus der 
M. am N. in X. ein. In der Folge übernachtete er darin und konsumierte 
M. gehörende Esswaren und Getränke im Wert von Fr. 15.--. Am 20. 
Juli 2004 hat M. Strafantrag unter anderem wegen Hausfriedensbruchs 
und Diebstahls gestellt.

3.1. Irgendwann im März 2004 reiste R. ohne das erforderliche Visum oder 
gültigen Aufenthaltstitel eines EU oder EFTA-Staates in die Schweiz ein 
und hat sich dann bis ca. Ende April 2004 ohne Aufenthaltsberechtigung 
in X. und W. aufgehalten. Während seines Aufenthaltes hat er Drogen 
verkauft.

3.2. Im Juli 2004 reiste R. erneut ohne Visum in die Schweiz ein und verblieb 
dann mit einem Unterbruch von wenigen Tagen bis zu seiner Verhaftung 
vom 29. August 2004 in W. und Chur. Er verkaufte während seines 
Aufenthaltes in der Schweiz Drogen.

4. Der Angeklagte hat am 26. August 2004 im L. ein Zimmer gemietet. 
Dabei verschwieg er seinen richtigen Namen und füllte den 
Hotelmeldeschein mit dem Falschnamen “O.“ aus, weil er glaubte, er 
wäre bei der Angabe seines richtigen Namens aus dem Hotel gewiesen 
worden.“

C. An der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht von Graubünden 
am 11. Juli 2005 waren der amtliche Verteidiger des Angeklagten, Dr. iur. Luca Ten-
chio, sowie der Staatsanwalt, Dr. iur. Alex Zindel, anwesend. Der Angeklagte R. 
erschien nicht zur Hauptverhandlung. Er war am 24. November 2004 vom Amt für 
Polizeiwesen in sein Heimatland ausgeschafft worden. Da eine Vorführung auf-
grund des unbekannten Aufenthaltsortes des Angeklagten nicht möglich war, ge-
langte das Abwesenheitsverfahren nach Art. 123 StPO zur Anwendung. Sowohl der 
Vertreter der Staatsanwaltschaft als auch der amtliche Verteidiger des Angeklagten 
erklärten sich mit der Kontumazierung einverstanden. Gegen die Zuständigkeit und 
die Zusammensetzung des Gerichtes wurden keine Einwände erhoben, so dass 
sich dieses als in der Sache legitimiert erklärte.

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D. Nach Abschluss des Beweisverfahrens führte der Staatsanwalt Dr. iur. 
Alex Zindel anlässlich seines Plädoyers aus, dass der Sachverhalt ausgewiesen 
und unbestritten sei. R. habe zusammen mit weiteren Mittätern, worunter Z., AC. 
und ein gewisser “AD.“ waren, in der Zeit von anfangs März 2004 bis August 2004 
in einem Drogenring mitgewirkt und im Raume X. und W. Heroin gelagert, Drogen-
bestellungen entgegen genommen sowie die Heroinabgaben organisiert und dabei 
auch selber Heroin an Drittpersonen abgegeben. Dabei sei die Instruktion des An-
geklagten und seiner Mittäter sowie die Anlieferung der Drogen an diese Gruppe 
zentral über die gleichen Kanäle erfolgt. Das bandenmässige Handeln des Ange-
klagten sei deshalb ausgewiesen. Diese Drogenbande habe mindestens 1'000 
Gramm Heroin mit einem Reinheitsgehalt von 11% umgesetzt. Davon habe R. min-
destens 316 Gramm Heroin beziehungsweise 34,7 Gramm reines Heroin eigenhän-
dig verkauft, eine Menge also, die deutlich über der Grenze (12 Gramm) eines 
schweren Falles im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG liege. Zum Anklagepunkt 
des Verstosses gegen das ANAG führte der Staatsanwalt aus, dass R. auch gegen 
Art. 23 Abs. 1 al. 4 ANAG verstossen hätte, wenn er eine Aufenthaltsbewilligung für 
Italien gehabt hätte, was jedoch nicht bewiesen sei. Betreffend der Strafzumessung 
müsse dem Angeklagten ein erhebliches Verschulden zur Last gelegt werden. Es 
handle sich vorliegend um einen schweren Fall von Drogenhandel. Der Angeklagte 
habe einen hohen kriminellen Willen und Skrupellosigkeit an den Tag gelegt. Ohne 
selber süchtig zu sein, habe er Drogen verkauft. Es würden keine Strafmilderungs-
gründe vorliegen. Strafschärfend wirke sich aus, dass der Angeklagte mehrere 
Straftatbestände erfüllt habe, wobei jedoch zu bedenken sei, dass gemäss dem 
Bundesgericht die Erfüllung von lit. a und b von Art. 19 Ziff. 2 BetmG nicht zu zu-
sätzlichen Strafgründen führen dürfe (BGE 122 IV 265; BGE 124 IV 295). R. sei 
deshalb unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft mit 3 Jahren Ge-
fängnis zu bestrafen. Der Staatsanwalt stellte angesichts dieser Strafe und weil R. 
abgesehen vom Drogenhandel keinerlei Beziehungen zur Schweiz aufweise, wes-
halb die Sicherheit vorgehe, den Antrag, R. sei des Landes zu verweisen. Da von 
den bei R. gefundenen Fr. 1'860.- Fr. 350.-, wie vom Angeklagten zugegeben, aus 
Drogengeschäften stammen würden und die restlichen Fr. 1'510.- mit hoher Wahr-
scheinlichkeit ebenfalls Drogengeld darstellen würden, seien der gesamte sicher-
gestellte Betrag von Fr. 1'860.- sowie das Mobiltelefon gerichtlich einzuziehen. 
Eventualiter sei der Betrag von Fr. 1'510.- als Depositum für die Verfahrenskosten 
zu verwenden. Auf den Antrag, eine Ersatzabgabe zu erheben, verzichtete Dr. Alex 
Zindel wegen Uneinbringlichkeit. 

Abschliessend stellte der Staatsanwalt folgende Anträge:

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 “1. R. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 3 Jahren Gefängnis, unter Anrechnung der Untersu-
chungshaft, zu bestrafen.

3. R. sei des Landes zu verweisen.

4. Die beschlagnahmten Fr. 350.-, das Mobiltelefon sowie die Drogen seien 
gerichtlich einzuziehen. Eventualiter sei der Betrag von Fr. 1'510.- eben-
falls gerichtlich einzuziehen.

5. Gesetzliche Kostenfolge."

E. Der amtliche Verteidiger, Dr. iur. Luca Tenchio, hielt fest, dass der sei-
nem Mandanten zur Last gelegte Sachverhalt sowie die von der Anklagebehörde 
vorgenommene rechtliche Subsumtion nicht bestritten würden. Bezüglich der Straf-
zumessung machte er geltend, dass die persönlichen Umstände und die Beweg-
gründe berücksichtigt werden müssten. Das Verschulden seines Mandanten wiege 
zwar leider schwer, so habe er bandenmässig eine beträchtliche Menge Drogen 
umgesetzt, doch sei er selber süchtig gewesen. Er habe ein Gramm Heroin täglich 
konsumiert. Es sei ihm deshalb eine verminderte Zurechnungsfähigkeit zu attestie-
ren. Abhängigkeit bilde gemäss dem bundesrätlichen Revisionsentwurf für Art. 19 
BetmG ein fakultativer Strafmilderungsgrund. De lege lata sollte die eigene Sucht 
deshalb mindestens strafmindernd berücksichtigt werden. Strafschärfend komme 
zwar hinzu, dass mehrere strafbare Handlungen zusammentreffen. Dies dürfe aber 
gemäss dem Bundesgericht (BGE 122 IV 265; BGE 124 IV 295) bei einer Anwen-
dung von Art. 19 Ziff. 2 BetmG nicht zu einer Erhöhung des Strafrahmens führen, 
sondern nur straferhöhend berücksichtigt werden. Strafmindernd falle sodann ins 
Gewicht, dass der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt und mit der 
Polizei zusammen gearbeitet habe. Er habe so wesentlich zur Klärung weiterer 
Straffälle beigetragen. Es müsse wegen dieser Kollaboration festgehalten werden, 
dass die Aussagen des Angeklagten glaubwürdiger erschienen als diejenigen der 
Drogenkonsumenten. So habe doch auch die Staatsanwaltschaft – trotz mitunter 
höheren Belastungen – auf das Geständnis des Angeklagten abgestellt, auch wenn 
dieses auf kleinere Mengen umgeschlagenen Heroins gelautet habe. Weiter führte 
der amtliche Verteidiger aus, dass sein Mandant von anderen in die Schweiz ge-
bracht worden sei. Diese Chefs und Hintermänner seien die wahren Täter, während 
sein Mandant nur ein abhängiger Kleindealer gewesen sei, der das letzte und 
jüngste Glied in der Bande gebildet habe. Die Umsetzung von einem Kilogramm 
Heroin sei deshalb in erster Linie seinen Mittätern anzurechnen. Nicht ausser Acht 
gelassen werden dürfe überdies die Vorgeschichte des während der Tat erst 22-
jährigen Angeklagten. Er sei als Teil einer christlichen Minderheit im kommunisti-
schen T. muslimischer Prägung aufgewachsen. Als er 2-jährig war, starb seine Mut-

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ter. Die Pension des Vaters hätte kaum ausgereicht, um die Familie zu ernähren. 
Ohne einen Beruf zu lernen, habe sich der Halbwaise im Alter von 15 Jahren zu 
Fuss aufgemacht, um über die Berge zu gelangen. In Italien angekommen, habe er 
sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten, bis er von einem Kollegen in die 
Schweiz gerufen worden sei, um hier in einen Drogenabsatzring eingeführt zu wer-
den. In einer Gesamtwürdigung erscheine deshalb eine Freiheitsstrafe von 18 Mo-
naten als gerechtfertigt. R. habe mehrmals mündlich und schriftlich beteuert, einen 
Fehler gemacht zu haben, und dass er inskünftig seine Hände von den Drogen las-
sen würde. Vor seiner Einreise in die Schweiz sei sein Mandant nie mit Drogen in 
Kontakt gewesen und er wolle auch in Zukunft keine Drogen mehr konsumieren 
oder verkaufen. Unter diesen Umständen könne von einer günstigen Prognose für 
die Zukunft ausgegangen werden, weshalb der bedingte Strafvollzug zu gewähren 
sei.

Abschliessend stellte der amtliche Verteidiger folgende Anträge:

" 1. Der Angeklagte kann der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a und 
b BetmG, der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, 
des geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbin-
dung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB, der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 1 al. 4 
ANAG sowie der Auskunftsverweigerung gemäss Art. 26 Abs.1 StPO 
schuldig gesprochen werden.

2. Für den Fall eines Schuldspruchs sei der Angeklagte zu einer Freiheits-
strafe von 18 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungshaft von 88 Tagen, zu verurteilen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 
fünf Jahren aufzuschieben.

4.  Es seien die nötigen Einziehungen anzuordnen.

5. Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz."

F. In seiner Replik hielt der Staatsanwalt fest, dass der Angeklagte über-
führt und geständig sei, selber Drogen verkauft zu haben. Unter diesen Umständen 
sei es nicht entscheidend, ob auf seine Aussagen oder auf jene der Konsumenten 
abgestellt würde. Weiter sei es für die Qualifikation der Bandenmässigkeit nicht ent-
scheidend, welchen Rang der Angeklagte in der Hierarchiestufe der Dealerbande 
innehatte. Solange er ein Bandenmitglied gewesen sei, sei ein Jahr Gefängnis im-
mer die Mindeststrafe. Aus diesen Gründen ziele die Forderung der Verteidigung, 
den Angeklagten mit 18 Monaten Gefängnis zu bestrafen, an der Sachlage vorbei. 
Betreffend die Geltendmachung von verminderter Zurechnungsfähigkeit hielt der 

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Staatsanwalt fest, dass diese nicht belegt sei. In den Akten würden sich keinerlei 
Hinweise dafür finden und ein Gutachten sei nie beantragt worden.

G. In der Duplik hielt der amtliche Verteidiger fest, dass selbst die An-
klage – wie sich der Anklageschrift entnehmen lasse – davon ausgehe, dass Art. 11 
StGB zu prüfen sei beziehungsweise vorliegend anwendbar sei. 

Auf die weitere Begründung der Anträge des Anklagevertreters und der amt-
lichen Verteidigung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Nach Art. 123 Abs. 1 StPO fällt das Gericht ein Abwesenheitsurteil, 
wenn ein Angeklagter, ohne dass die Voraussetzungen von Art. 122 StPO erfüllt 
sind, trotz gehöriger Vorladung nicht zur Hauptverhandlung erscheint und er auch 
nicht vorgeführt werden kann. Vorliegend wurde der Angeklagte am 24. November 
2004 vom Amt für Polizeiwesen in sein Heimatland ausgeschafft und mit einer Ein-
reisesperre bis 2007 belegt. Der Angeklagte ist zur Zeit unbekannten Aufenthaltes. 
Damit sind die Voraussetzungen für die Durchführung eines Abwesenheitsverfah-
rens erfüllt.

2. a) Art. 19 BetmG stellt den unbefugten Umgang mit Betäubungsmitteln 
unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich be-
trachtet wird. Um dieser Gefahr für die menschliche Gesundheit zu begegnen hat 
der Gesetzgeber unter Ziff. 1 der zitierten Gesetzesbestimmung diejenigen Hand-
lungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen oder führen können, dass 
Betäubungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugäng-
lich gemacht werden (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 
Abs. 1 BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen 
Morphin, Kokain und Cannabis. Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich unter an-
derem strafbar, wer unbefugt Betäubungsmittel herstellt, auszieht, umwandelt oder 
verarbeitet (Abs. 2), wer sie unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt 
oder durchführt (Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, ver-
schafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), wer sie unbefugt besitzt, 
aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5) oder wer hiezu Anstalten trifft (Abs. 
6). Das Strafmass beträgt, wenn die Tat vorsätzlich begangen wurde, Gefängnis 
oder Busse. In schweren Fällen ist die Strafe Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter 

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einem Jahr, allenfalls verbunden mit einer Busse bis zu einer Million Franken (Art. 
19 Ziff. 1 Abs. 9 BetmG). Soweit solche Handlungen dem Eigenkonsum dienen, 
erfahren sie gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG eine privilegierte Behandlung; als Strafe 
drohen in diesem Fall, wie für den unbefugten Konsum von Betäubungsmitteln 
selbst, Haft oder Busse.

b) Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn der Täter weiss oder 
annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungs-
mitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (Art. 
19 Ziff. 2 lit. a BetmG). Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach der 
Rechtsprechung zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 334), während eine 
Gesundheitsgefährdung bei physischer oder psychischer Abhängigkeit zu bejahen 
ist (BGE 106 IV 277; BGE 125 IV 93). Nach der Praxis des Bundesgerichtes ist die 
Annahme eines schweren Falles gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG an eine objektive 
und an eine subjektive Voraussetzung geknüpft (BGE 122 IV 360). Die objektive 
Voraussetzung besteht darin, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von 
Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr brin-
gen kann (BGE 122 IV 362 f.). Massgebend ist dabei allein, wie viele Konsumenten 
gefährdet werden können und nicht, wie viele tatsächlich gefährdet worden sind, ist 
doch Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Es spielt keine 
Rolle, ob neue Abnehmerkreise durch die Tathandlung erschlossen werden oder 
die vermittelten Abnehmer bereits süchtig sind (BGE 120 IV 338; BGE 118 IV 205 
f.; BGE 111 IV 31 f.). Die Menge an Heroin für einen schweren Fall wurde in BGE 
109 IV 145 festgelegt. Danach trete eine Gefährdung bei 12 Gramm reinem Heroin 
ein, weil damit über zwanzig Menschen über einen Zeitraum versorgt werden könn-
ten, der ausreiche, um bei drogenunerfahrenen Konsumenten das Risiko einer Ab-
hängigkeit zu schaffen. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Täter die Betäubungs-
mittel in einer einzigen grossen Portion oder in vielen kleinen Teilmengen in Verkehr 
bringt (BGE 109 IV 145; BGE 114 IV 167; BGE 112 IV 363). Bei der Ermittlung der 
massgeblichen Menge ausser Betracht fallen lediglich die vom Täter für den Eigen-
konsum verwendeten Mengen (BGE 110 IV 99). Entscheidend für die Subsumtion 
unter Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist stets die Menge reinen Stoffes (BGE 122 IV 363). 

In subjektiver Hinsicht verlangt das Gesetz, dass der Täter um die objektiven 
Umstände weiss oder darauf schliessen muss (BGE 112 IV 113). Im Einzelfall muss 
deshalb der Richter prüfen, ob der Täter tatsächlich gewusst hat oder nach den 
Umständen wissen musste, dass die in Frage stehende Drogenmenge nach der Art 
des Betäubungsmittels geeignet ist, eine gesundheitliche Gefahr für eine Vielheit 

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von Menschen zu schaffen (Fingerhuth/Tschurr, Kommentar zum Betäubungsmit-
telgesetz, Zürich 2002, S. 148). Dabei dürfte dieses Wissen um das Gefährdungs-
potential des umgesetzten Rauschgiftes im Rahmen europäischer Verhältnisse im 
Hinblick auf die umfassende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogenmiss-
brauch in der Regel bereits bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine Er-
fahrungen mit Drogen gemacht haben (BGE 104 IV 215). Entscheidend ist folglich, 
dass der Täter durch sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von ihm gehandelten 
Menge eine grosse Zahl von Menschen in Gefahr zu bringen.

c) Gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. b BetmG liegt ebenfalls ein schwerer Fall 
vor, wenn der Täter als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur Ausübung des 
unerlaubten Betäubungsmittelverkehrs zusammengefunden hat. Nach Lehre und 
Rechtsprechung ist Bandenmässigkeit anzunehmen, wenn zwei oder mehrere 
Täter sich mit dem ausdrücklich oder konkludent geäusserten Willen zusammenfin-
den, inskünftig zur Verübung mehrerer selbständiger, im Einzelnen noch unbe-
stimmter Delikte zusammenzuwirken (BGE 124 IV 86 ff.; BGE 120 IV 318 mit Hin-
weisen; Albrecht, Kommentar zum Schweizerischen Strafrecht, Sonderband Betäu-
bungsmittelstrafrecht, Art. 19-28 BetmG, Bern 1995, N 183 zu Art. 19). Dieser Zu-
sammenschluss (auch nur von zwei Personen) ist es, der den Einzelnen psychisch 
und physisch stärkt, ihn deshalb besonders gefährlich macht und die Begehung von 
weiteren Straftaten voraussehen lässt (BGE 124 IV 88 f. mit Hinweisen). Für den 
Begriff der Bande kommt es nach dieser Rechtsprechung demnach weniger auf die 
Zahl der Mitglieder als auf den Organisationsgrad und die Intensität der Zusamme-
narbeit der Täter an (BGE 124 IV 86). Der Täter muss sich des Zusammenschlusses 
und der Zielrichtung der Bande bewusst sein. Er muss die Tatumstände kennen, 
welche die Bandenmässigkeit begründen. Es bedarf einer gewissen Identifikation 
des Täters mit den Zielen der anderen Bandenmitglieder (Fingerhuth/Tschurr, 
a.a.O., S. 149). Bandenmitglied ist somit derjenige, welcher den Willen zur Bege-
hung von Delikten mit den anderen Mitgliedern teilt und von diesen insoweit akzep-
tiert wird. Vorausgesetzt ist der Wille zur mittäterschaftlichen Tatbegehung, wobei 
es aber auf die Rollenverteilung im Einzelfall nicht ankommt (vgl. BGE 78 IV 234; 
Niggli/Riedo, Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch II, Basel 2003, N 121 zu Art. 
139 StGB). 

3. Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft verstiess R. während 
seines Aufenthaltes in der Schweiz gegen das Betäubungsmittelgesetz, indem er in 
der Zeit vom 1. April 2004 bis zum 29. August 2004 in X. und W. mindestens 316 
Gramm Heroin eigenhändig an diverse Abnehmer verkaufte. Der in der Anklage-

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schrift aufgeführte Sachverhalt ist insofern unbestritten, als der Angeklagte den Ver-
kauf von 240 Gramm Heroin zugegeben hat (act. 1/6, S. 2 und 3). Demgegenüber 
bestreitet der Angeklagte weitere Mengen Heroin verkauft zu haben beziehungs-
weise macht geltend, dass er beim Verkauf von 100 Gramm Heroin an AG. nur 
anwesend gewesen sei, das Heroin selber aber nicht an AG. übergeben habe (act. 
1/6, S. 2).

a) Die Beweislast für die dem Beschuldigten zur Last gelegte Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kan-
tons Graubünden, 2. Aufl., X. 1996, S. 306). Bei der Würdigung der Beweismittel 
entscheidet das Gericht nach freier, in der Hauptverhandlung gewonnener Über-
zeugung, wobei es sich verbietet, einzelnen dieser Beweismittel eine vorrangige 
Bedeutung zuzumessen (Art. 125 Abs. 2 StPO). An den Tatbeweis sind hohe An-
forderungen zu stellen; verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht 
aber ein absoluter Beweis der Täterschaft, denn mit solcher Gewissheit lassen sich 
infolge der Unzulänglichkeit des menschlichen Erkenntnisvermögens Tatsachen 
kaum je beweisen (Padrutt, a.a.O., S. 306). Dabei bildet das Geständnis in aller 
Regel eine relativ sichere Basis für eine Verurteilung. Doch ist darüber hinaus zu 
prüfen, ob wirklich genügend Anhaltspunkte und Indizien vorliegen, die ein Geständ-
nis als glaubhaft erscheinen lassen. Geht man nun die Anklageschrift und die Akten 
unter diesem Aspekt durch, ergibt sich, dass an den Aussagen des Angeklagten 
grundsätzlich nicht zu zweifeln ist, und dass der von der Staatsanwaltschaft 
Graubünden ermittelte Sachverhalt zutrifft. Dazu ist im Einzelnen Folgendes festzu-
halten:

b) aa) In der polizeilichen Einvernahme vom 25. August 2004 sagte die Ab-
nehmerin AH. (vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 11. April 2005 
i. S. AH., SF 05 8) aus (act. 9/1, S. 3), dass sie vom Angeklagten, welchen sie 
anhand von Fotos (act. 9/1, S. 1-2) und anlässlich der Konfronteinvernahme (act. 
10/2, S. 1) identifizierte, mindestens 7 mal Heroin gekauft habe. In der Regel habe 
es sich dabei um Portionen zu 5 Gramm gehandelt, was insgesamt mindestens 35 
Gramm gewesen wären. Das Heroin sei bei ihr im Keller gelagert worden. Sie sei 
jedoch nur zwei oder drei Mal allein im Keller gewesen, um sich Heroin zu holen. 
Bei den anderen Verkäufen sei der Angeklagte immer dabei gewesen (act. 9/1, S. 
3; 9/7, S. 1). Am 3. September 2004 korrigierte AH. diese Mengenangaben, indem 
sie aussagte, vom Angeklagten mindestens 45 Gramm Heroin gekauft zu haben 
(act. 9/4, S. 4). In der Konfronteinvernahme vom 14. September 2004 bestätigte AH. 
wiederum ihre erste Aussage vom 25. August 2004: Sie habe vom Angeklagten 

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siebenmal je 5 Gramm bezogen (act. 10/2, S. 2). Demgegenüber gab der Ange-
klagte an, AH. lediglich drei oder viermal je 5 Gramm Heroin verkauft zu haben, 
total somit maximal 20 Gramm (act. 10/2, S. 2; 11/4, S. 2 f.). Aufgrund dieser Aus-
sage von R. gab AH. zu, dass es möglich sei, dass ihr der Angeklagte nur drei- oder 
viermal Heroin übergeben habe (act. 10/2, S. 2). Somit ist erstellt, dass der Ange-
klagte an die Abnehmerin AH. mindestens 20 Gramm Heroin verkauft hat (act. 1/6).

bb) Der Abnehmer AF. gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 
30. August 2004 zu (act. 9/2, S. 1), vom Angeklagten, welchen er anhand eines 
Fotos (act. 9/2, S. 1) und anlässlich der Konfronteinvernahme identifizierte (act. 
10/1, S. 2), mindestens 50 Gramm Heroin gekauft zu haben. Diese Aussagen 
bestätigte AF. im Konfrontverhör vom 1. September 2004 (act. 10/1, S. 2), räumte 
jedoch anschliessend ein, dass er keine genauen Angaben machen könne (act. 
10/1, S. 3). Der Angeklagte gab zu, AF. zwei oder drei Mal Heroin übergeben zu 
haben. Es habe sich total um 12 Gramm Heroin gehandelt, welches AF. bei ihm 
zwei Mal à 5 Gramm und einmal à 2 Gramm gekauft habe (act. 10/1, S. 3). Der 
Verkauf von mindestens 12 Gramm Heroin an AF. ist damit ausgewiesen (act. 1/6).

cc) AG. sagte aus, von R., welchen sie identifizierte (act. 9/3, S. 1; 10/3, 
1 f.), mindestens 400 Gramm Heroin gekauft zu haben (act. 9/3, S. 2). Am 9. 
September 2004 sagte R. aus, dass er AG. im April 2004 mindestens 100 Gramm 
Heroin verkauft habe (act. 11/4, S. 3 f.). Im August 2004 habe sie nur noch einmal 
5 Gramm bei ihm persönlich gekauft. Ein Verkauf von 400 Gramm wäre in der Zeit 
seines kurzen Aufenthaltes in der Schweiz gar nicht möglich gewesen (act. 11/4, S. 
4). AG. bestätigte den Kauf von 400 Gramm Heroin beim Angeklagten am 14. 
September 2004 anlässlich der Konfronteinvernahme (act. 10/3, S. 2), während der 
Angeklagte diese umgesetzte Menge weiterhin bestritt (act. 10/3, S. 2). R. sagte 
aus, dass er AG. an jenen Tagen, an denen sie sich sahen, jeweils 5 Gramm 
übergeben habe. Da er sie insgesamt nur an 20 Tagen gesehen habe, habe er ihr 
total 100 Gramm Heroin verkauft (act. 10/3, S. 2). Daraufhin nahm AG. ihre Aussage 
zurück, es könne sein, dass ihre geschätzten Angaben doch zu hoch gewesen 
seien. Sie habe R. im März/April effektiv nur an höchstens 20 Tagen und im August 
an höchstens 10 Tagen gesehen. R. habe ihr aber mit Sicherheit mindestens 100 
Gramm verkauft (act. 10/3, S. 3). Anlässlich seiner Schlusseinvernahme durch den 
Untersuchungsrichter vom 4. November 2004 gab der Angeklagte an, diese 100 
Gramm Heroin nicht eigenhändig an AG. übergeben zu haben. Er sei jeweils nur 
anwesend gewesen (act. 1/6, S. 2). Angesichts des vorbehaltlosen Geständnisses 
von R. anlässlich der polizeilichen Einvernahme (act. 11/4, S. 3 f.) und des 

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Konfrontverhörs (act. 10/3, S. 2), den Aussagen von AG. sowie des Umstands, dass 
er mit ihr ein Verhältnis hatte (act. 10/3, S. 2; 11/4, S. 4), erscheint dieser 
nachträgliche Vorbehalt als blosse Schutzbehauptung. Für das Gericht bestehen 
deshalb keine erheblichen Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt nach den 
Darstellungen der Staatsanwaltschaft zugetragen hat beziehungsweise, dass R. 
AG. mindestens 100 Gramm Heroin verkauft hat. Auch ist zu bedenken, dass der 
Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG nicht nur erfüllt, wer Betäubungsmittel verkauft, 
sondern unter anderem auch derjenige, welcher sie unbefugt lagert, versendet, be-
fördert, einführt, ausführt oder durchführt (Abs. 3), wer sie unbefugt vermittelt (Abs. 
4), wer sie unbefugt besitzt oder aufbewahrt (Abs. 5) oder wer hiezu Anstalten trifft 
(Abs. 6). Da das Gericht es jedoch als erwiesen betrachtet, dass der Angeklagte 
mindestens 100 Gramm Heroin an AG. verkauft hat, kann vorliegend offen bleiben, 
ob der Angeklagte den Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG auch durch seine von 
ihm behauptete (blosse) Anwesenheit bei den Übergaben ohnehin erfüllt hätte.

dd) H. äusserte sich anlässlich der polizeilichen Einvernahmen vom 7. und 
8. September 2004 (act. 9/5; 9/6), nachdem er R. anhand eines Fotos identifiziert 
hatte (act. 9/5, S. 3), folgendermassen: Er habe mehrmals bei R. Heroin bezogen. 
Er könne jedoch nicht sagen, wie viel genau er beim Angeklagten gekauft habe (act. 
9/5, S. 3; 9/6, S. 2). R. gab zu, dass er an H. insgesamt 25 Gramm Heroin verkauft 
habe (act. 11/14, S. 2). P., die Freundin von H., bestätigte am 14. September 2004, 
dass R. ihrem Freund Heroin verkauft habe. Es habe sich um mindestens 10 
Übergaben à 5 Gramm gehandelt. Sie könne die Mengen jedoch nicht genau 
beziffern (act. 9/10, S. 2 f.).

ee) C. gab am 12. September 2004 gegenüber der Polizei zu (act. 9/9, S. 
3), dass er beim Angeklagten mindestens 50 Gramm Heroin bezogen habe. Seine 
Freundin D. bestätigte, dass C. von R. Heroin bezogen habe und sagte aus, dass 
sie ihn zu den Käufen mindestens sechsmal begleitet habe (act. 9/8, S. 2). Zu den 
gekauften Mengen konnte sie keine Angaben machen (act. 9/8, S. 2 und 4). 
Ausserdem bestritt sie, selber bei R. Heroin bezogen zu haben, gab aber zu, dass 
sie Konsumentin sei (act. 9/8, S. 1 f.). R. gestand, dass er C. ca. 50 Gramm und D. 
insgesamt 10 Gramm verkauft habe (act. 1/6). 

ff) E. sagte am 16. September 2004 aus, dass er von R. ca. 125 Gramm 
Heroin bezogen habe, das heisst, er habe von der Gruppe 125 Gramm gekauft, 
wovon er 90% bei R. gekauft habe (act. 9/11, S. 2). R. sagte demgegenüber aus, 

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dass er E. lediglich 10-15 Gramm Heroin verkauft habe (act. 1/6). Den Rest habe er 
nicht bei ihm bezogen, sondern bei AG..

gg) G. führte anlässlich ihrer polizeilichen Befragung vom 23. September 
2004 aus, dass sie von R. 3 Gramm Heroin gekauft habe (act. 9/12, S. 3). R. 
bestätigte, dass er an G. Heroin verkauft habe, gab jedoch an, dass es sich lediglich 
um 2 Gramm insgesamt gehandelt habe (act. 11/13, S. 2 f.).

hh) F. gab anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 24. 
September 2004 an, dass er vom Angeklagten im Frühling ca. 3 mal 5 Gramm 
Heroin gekauft habe und anfangs August ca. 2 Gramm (act. 9/13, S. 2). R. sagte 
aus, dass er F. schätzungsweise 8 Gramm verkauft habe. Er meinte aber, dass es 
durchaus möglich sei, dass es insgesamt 17 Gramm gewesen seien (act. 11/13, S. 
2).

ii) A. (vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 24. Mai 
2004 i. S. A., SF 04 11) sagte am 12. November 2004 gegenüber der Polizei aus, 
dass er vom Angeklagten insgesamt 160 Gramm Heroin bezogen habe (act. 9/16, 
S. 2). Am 10. Dezember 2004 berichtigte A. vor dem Untersuchungsrichter seine 
Aussage (act. 9/20, S. 1), indem er aussagte, dass er von R. und AG. zusammen 
ca. 140 Gramm Heroin gekauft habe und nicht wie ausgesagt 280 Gramm von 
beiden zusammen beziehungsweise 160 Gramm von R. alleine. Er habe immer bei 
beiden zusammen gekauft. Der Angeklagte äusserte sich zu diesen Vorwürfen am 
14. September 2004 folgendermassen: Er habe A. persönlich lediglich 20 Gramm 
übergeben (act. 11/11, S. 1).

kk) B. bezog gemäss seiner Aussage vom 15. November 2004 (act. 9/17, 
S. 2) vom Angeklagten mindestens 45 Gramm Heroin. R. sagte am 14. September 
2004 aus, dass er B. 20 Gramm verkauft habe (act. 11/10, S. 1).

ll) I. konnte keine Angaben machen, wie viel Heroin er von R. persönlich 
gekauft habe. Insgesamt habe er von der Dealergruppe jedoch 90 Gramm gekauft, 
bei den beiden in X. (gemeint sind Z. [vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts 
Graubünden vom 12. Juli 2005 i. S. Z., SF 05 15] und der Angeklagte) habe er ca. 
20 Gramm gekauft (act. 9/18, S. 6). R. gab am 2. November 2004 zu Protokoll, dass 
er I. 8-10 Gramm Heroin verkauft habe (act. 11/14, S. 2).

mm) K. bestritt anlässlich ihrer Einvernahme vom 22. November 2004 (act. 
9/19), dass sie von R. Heroin bezogen habe. Demgegenüber sagte R. am 2. 

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November 2004 aus (act. 11/14, S. 3), dass er K. 5 Gramm Heroin als 
Gegenleistung für ein Natel gegeben habe.

nn) Ausserdem gab der Angeklagte zu, dass er J. insgesamt 10 Gramm 
Heroin verkauft habe (act. 11/14, S. 4).

c) Somit kann als Zwischenergebnis festgehalten werden, dass der An-
geklagte mindestens 316 Gramm Heroin an die oben angeführten Personen ver-
kauft hat. Alle die zur Anklage gebrachten Mengen hat der Angeklagte zugegeben 
beziehungsweise sind erwiesenermassen verkauft worden. Dabei ging die Staats-
anwaltschaft zugunsten des Angeklagten grösstenteils von den von ihm zugestan-
denen Mengen aus und nicht von den von den Drogenkonsumenten angegebenen 
Mengen. R. hat damit den Tatbestand nach Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt. 

d) Die Qualität des vom Angeklagten verkauften Heroins war immer 
gleich und wird von den Konsumenten als schlecht bezeichnet (act. 9/11, S. 3; 9/12, 
S. 3; 9/18, S. 3; 9/20, S. 3). Diese Einschätzungen wurden durch eine Analyse des 
im Keller von AH., welcher dem Angeklagten und seinen Komplizen als Drogenbun-
ker diente (act. 11/4, S. 2; 9/1, S. 3 f.), am 11. August 2004 sichergestellten Heroins 
bestätigt (act. 8/1, S. 7). Gemäss dem kriminaltechnischen Untersuchungsbericht 
der Kantonspolizei St. Gallen vom 31. August 2004 (act. 8/2) wiesen die Proben 
einen Reinheitsgehalt von 11% und 12% auf. Demnach hat der Angeklagte eigen-
händig 34,7 Gramm reines Heroin umgesetzt. Mit dem Verkauf von insgesamt 34,7 
Gramm reinem Heroin an über 14 Abnehmer hat der Angeklagte den objektiven 
Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG zweifellos erfüllt, hat er doch die für die 
Annahme eines schweren Falles festgesetzte Menge von 12 Gramm Heroin fast um 
das Dreifache überschritten. 

In subjektiver Hinsicht ist für die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG Vorsatz erforderlich. Vorsätzlich handelt gemäss Art. 18 Abs. 2 StGB, wer 
ein Verbrechen oder Vergehen mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört 
das auf die objektiven Merkmale des Tatbestandes bezogene Wissen und Wollen, 
nicht hingegen das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Straf-
barkeit (BGE 107 IV 207), wenn gleich dieses Bewusstsein bei R. zugestandener-
massen vorhanden war (act. 1/6, S. 3). Der Täter muss wissen, dass der verkaufte 
Stoff Heroin, Kokain oder ein anderes Betäubungsmittel ist (Albrecht, a.a.O., N 85 
f. zu Art. 19). 

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Vorliegend besteht kein Zweifel, dass R. vorsätzlich mit Heroin handelte (act. 
1/6, S. 3). Aufgrund seiner zahlreich getätigten Verkäufe nahm es der Angeklagte 
zumindest in Kauf, eine solche Menge von Betäubungsmitteln abzusetzen, welche 
die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (BGE 112 IV 113). Damit 
wurde der subjektive Tatbestand ebenfalls erfüllt, weshalb sich R. der Widerhand-
lung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG schuldig gemacht hat.

e) R. hat zugestanden, diese Drogenverkäufe als Mitglied eines Drogenrings 
durchgeführt zu haben, welchem ausser ihm weitere Personen, darunter Z. (vgl. 
auch Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 12. Juli 2005 i. S. Z., SF 05 15), 
AC. sowie ein gewisser “AD.“ und “AE.“, angehörten (act. 1/6, S. 1 ff.). Als Mitglied 
dieser Bande habe er im Raume X. und W. Heroin gelagert, Drogenbestellungen 
entgegen genommen sowie die Heroinabgaben organisiert und dabei auch selber 
Heroin an Drittpersonen abgeben (act. 11/2, S. 1 ff.; 11/5, S. 2; 10/4, S. 2 f.). Insbe-
sondere seien die Drogenbestellungen jeweils zentral über eine Mobiltelefonnum-
mer entgegen genommen worde, wobei dieses Drogentelefon von ihm und seinen 
Komplizen abwechslungsweise bedient worden sei (act. 11/2, S. 3 f.; 11/5, S. 2; 
11/14, S. 5; 10/4, S. 2 f.; vgl. für die Auswertung der Mobiltelefonkarte und der SIM-
Karte bzw. für die Teilnehmeridentifikation act. 6 und 7). Auch die Instruktion des 
Angeklagten und seiner Komplizen sowie die Anlieferung der Drogen an diese sei 
über die gleichen Kanäle erfolgt (act. 11/2, S. 4; 11/5, S. 2; act. 10/4, S. 3). Die von 
dieser Dealergruppe in X. und W. umgesetzte Heroinmenge konnte vom Angeklag-
ten nicht genau beziffert werden (act. 1/6, S. 2; 11/3, S. 1). Es handelte sich – wie 
der Angeklagte zugestand (act. 11/14, S. 4) – aber um weit über 1'000 Gramm He-
roin, denn die Bande habe durchschnittlich täglich 30 Gramm Heroin in X. und Um-
gebung verkauft (act. 11/2, S. 2 f.) beziehungsweise es seien pro Woche zirka 100 
Gramm Heroin für den Weiterverkauf von “AE.“ oder “AD.“ nach W. geliefert worden 
(act. 11/3, S. 3 f.; act. 11/7, S. 2; act. 11/14, S. 4), zirka 1½ Kilo insgesamt von “AE.“ 
(11/7, S. 2) und zirka 110 -140 Gramm von “AD.“ (act. 11/6, S. 2; 11/15, S. 2), 
während er in W./X. anwesend gewesen sei. Ausserdem sollen gemäss Aussagen 
des Angeklagten AG. alleine bereits über ein halbes Kilogramm Heroin (act. 11/4, 
S. 4), B. mindestens 400 Gramm (act. 11/10, S. 2), A. mindestens 300 Gramm (act. 
11/11, S. 2) und H. jeden Tag 5 Gramm (act. 11/14, S. 2) bei der Gruppe bezogen 
haben.

Dieses Geständnis wird von den Beobachtungen der Drogenkonsumenten 
bestätigt. So sagte AG. aus, dass sie von der Gruppe insgesamt mindestens 1,3 
Kilogramm Heroin gekauft habe und bestätigte, dass es sich um eine Dealerorgani-

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sation handelte (act. 9/3, S. 2). H. hat gemäss eigenen Angaben mindestens 150 
Gramm Heroin bei der Bande bezogen (act. 9/5, S. 4; 9/6, S. 1). Er sei mit der 
Gruppe jeweils über eine Natelnummer, die mehrmals gewechselt worden sei, in 
Kontrakt getreten und habe seine Bestellung aufgegeben. Dabei sei das Telefon 
jeweils von verschiedenen Personen beantwortet worden und die Lieferung sei auch 
nicht immer durch die gleiche Person erfolgt (act. 9/5, S. 2). Das Heroin sei zentral 
gebunkert worden (act. 9/5, S. 4). H. identifizierte anhand von Fotos folgende Per-
sonen als der Dealerbande angehörig: R., Z., Q. und “AD.“ (act. 9/5, S. 3 f.; vgl. für 
die Bestätigung der Aussagen von H. die Aussage von P., act. 9/10). D. (act. 9/8, 
S. 3 ff.), C. (act. 9/9, S. 2 ff.), E. (act. 9/11), F. (act. 9/13), B. (act. 9/17), I. (act. 9/18) 
und AF. (act. 10/1, S. 2) machten ähnliche Angaben zur Organisation, Gruppenzu-
sammengehörigkeit und den dieser Bande angehörenden Personen. D. sagte aus, 
dass sie zusammen mit C. insgesamt zirka 130 Gramm bei der Gruppe bestellt und 
abgeholt habe (act. 9/8, S. 5), während C. von insgesamt 180 Gramm (50 Gramm 
bei R., 30 Gramm bei Q., 100 Gramm bei “AE.“; act. 9/9, S. 3 ff.) ausging. B. will bei 
der Gruppe ca. 95 Gramm Heroin gekauft haben (act. 9/17, S. 2). I. bezifferte die 
von ihm bezogene Menge Heroin bei der Gruppe mit insgesamt 90 Gramm (act. 
9/18, S. 5). A. sagte aus, dass er von R. und AG. zusammen 280 Gramm Heroin 
gekauft habe (act. 9/20, S. 1 f.).

Unter diesen Umständen, insbesondere angesichts des Organisationsgrades 
und der Intensität der Zusammenarbeit des Angeklagten mit weiteren Drogendea-
lern, besteht für das Kantonsgericht von Graubünden kein Zweifel daran, dass der 
Angeklagte sich zur gemeinsamen Ausübung von Betäubungsmittelabgaben im 
Umfang von mindestens 1000 Gramm Heroin beziehungsweise 110 Gramm reinem 
Heroin (vgl. oben E. 3d) mit anderen Personen zusammengefunden und damit ban-
denmässig gehandelt hat. Der Verteidiger des Angeklagten macht geltend, dass der 
Angeklagte nur während weniger Wochen in der Schweiz geweilt sei, es könne ihm 
deshalb nicht die gesamte von der Bande in der Zeit von Februar bis August 2004 
umgesetzte Menge Heroin von 1000 Gramm angelastet werden. Der Angeklagte 
hat zugestanden, dass die Gruppe jeweils pro Woche 100 Gramm beziehungsweise 
pro Tag 30 Gramm Heroin verkauft habe (act. 11/14, S. 4; 11/2, S. 2 f.) beziehungs-
weise, dass pro Woche zirka 100 Gramm Heroin für den Weiterverkauf von “AE.“ 
oder “AD.“ nach W. geliefert worden seien (act. 11/3, S. 3 f.; act. 11/7, S. 2; act. 
11/14, S. 4); zirka  1½ Kilo insgesamt von “AE.“ (11/7, S. 2) und zirka 110 -140 
Gramm von “AD.“ (act. 11/6, S. 2; 11/15, S. 2), während er in W./X. anwesend ge-
wesen sei. Der Angeklagte hat sich zwischen 10 und 16 Wochen zum Drogenver-
kauf in W. und X. aufgehalten (vgl. act. 1/6, S. 4). Bei einem Absatz von 100 Gramm 

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Heroin pro Woche wurden somit mindestens 1000 Gramm in 10 Wochen umgesetzt. 
Unter diesen Umständen ist es durchaus realistisch anzunehmen, dass die Bande 
während der Anwesenheit des Angeklagten ein Kilogramm Heroin umgesetzt hat. 
Diese Menge dürfte sogar eher zu tief eingeschätzt sein. Die Staatsanwaltschaft 
ging also von Mengenangaben aus, die für den Angeklagten sprechen. Die Vorbrin-
gen des Verteidigers erweisen sich deshalb, insbesondere angesichts des Geständ-
nisses des Angeklagten, als nicht stichhaltig. Der Einwand des Verteidigers, wonach 
der Angeklagte nur das letzte Glied in dieser Bande gewesen sei und nicht als 
Drahtzieher des Drogenrings gehandelt habe, ist ebenfalls unbehelflich. Denn – wie 
oben in E. 2c ausgeführt – kommt es auf die Rollenverteilung im Einzelfall nicht an. 
Es steht somit fest, dass R. in qualifizierter Weise im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. b 
BetmG gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen hat.

4. a) Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert und wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. Dieser privilegierte Tatbe-
stand erfasst nur jene Beschaffungshandlungen, die ausschliesslich dem eigenen 
Drogenkonsum dienen und somit eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen ist. Ins-
besondere schliessen Beschaffungshandlungen, die zum Drogenkonsum Dritter 
führen oder konkret führen können – so etwa Verkauf oder Vermittlung – die An-
wendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG aus (Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., S. 156). Nach 
Ziff. 2 derselben Bestimmung kann das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe 
abgesehen und lediglich eine Verwarnung ausgesprochen werden, wenn es sich 
um einen leichten Fall handelt. Bei der Beurteilung, ob ein Fall leicht ist, sind die 
gesamten Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen. Der Richter darf nicht nur 
auf ein einziges Element, beispielsweise auf die Art der Droge, auf die Vorstrafen 
des Täters, auf die Umstände, unter denen er gehandelt hat, oder auf die geringere 
oder grössere Drogenabhängigkeit, abstellen (vgl. BGE 124 IV 186 mit Hinweisen). 
Ein Indiz für einen leichten Fall liegt jedoch meist dann vor, wenn es sich nur um 
eine geringfügige Menge konsumierten Stoffes handelt (vgl. Albrecht, a.a.O., N 14 
zu Art. 19a). 

b) R. hat zugestanden, in der Zeit von März 2004 bis August 2004 an 
verschiedenen Orten in X. und W. ab und zu Marihuana geraucht sowie gelegentlich 
Kokain und regelmässig Heroin gesnifft zu haben. Ausserdem konsumierte er im 
August 2004 etwas Methadon (vgl. act. 1/6, S. 3 f.; 11/1, S. 2 f.). Diese zugegebe-
nen, wiederholten Tatbegehungen sind unter den privilegierten Tatbestand von Art. 
19a Ziff. 1 BetmG zu subsumieren. Auch wenn die total konsumierte Menge nicht 

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mehr ermittelt werden konnte, hat R. seit seiner Einreise in die Schweiz wiederholt 
Betäubungsmittel konsumiert. Der regelmässige Konsum macht deutlich, dass vor-
liegend nicht mehr von einer einmaligen Entgleisung beziehungsweise einer gering-
fügigen Menge konsumierten Stoffes und somit nicht von einem leichten Fall im 
Sinne von Ziffer 2 von Art. 19a BetmG gesprochen werden kann. Demgemäss ist 
der Angeklagte der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schul-
dig zu sprechen.

5. R. ist angeklagt, Mitte Juli 2004 ohne Recht in das Gartenhaus bezie-
hungsweise den Schrebergarten von M. am N. in X. eingedrungen zu sein. In der 
Folge habe er darin übernachtet und M. gehörende Esswaren und Getränke im Wert 
von Fr. 15.- konsumiert (vgl. act. 12/1-5). Am 20. Juli 2004 hat M. Strafantrag unter 
anderem wegen Hausfriedensbruchs und Diebstahls gestellt (act. 12/4).

a) Gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich jemand, der eine fremde be-
wegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen anderen damit zu 
bereichern, des Diebstahls schuldig und wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder 
mit Gefängnis bestraft. Richtet sich die Tat dabei auf einen geringen Vermögens-
wert oder auf einen geringen Schaden, so wird der Täter, auf Antrag, nur mit Haft 
oder Busse bestraft (Art. 172ter StGB). 

R. ist aufgrund von Fingerabdrücken überführt (act. 12/2, S. 2) und hat zuge-
standen, sich zirka Mitte Juli 2004 in einem Gartenhaus in X. aufgehalten und dort 
Esswaren konsumiert zu haben (act. 1/6, S. 5; 12/5). Indem der Angeklagte die sich 
im Gartenhaus befindenden und gegen fremden Zugriff gesicherten Lebensmittel 
konsumierte, verstiess er gegen Art. 139 Ziff. 1 StGB (vgl. Niggli/Riedo, a.a.O., N 
14 und 26 zu Art. 139; Niggli, Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch II, Basel 
2003, N 18 und N 41 zu Art. 137). Der Wert der Lebensmittel wurde von M. mit Fr. 
15.- angegeben (act. 12/1). Da das Bundesgericht die objektive Grenze für den ge-
ringen Vermögenswert oder Schaden im Sinne von Art. 172ter StGB auf je Fr. 300.- 
festgesetzt hat (BGE 121 IV 161; BGE 123 IV 113), sind vorliegend die Vorausset-
zungen einer Privilegierung nach Art. 172ter StGB erfüllt. R. ist damit des geringfü-
gigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 
StGB schuldig zu sprechen.

b) Gemäss Art. 186 StGB wird, auf Antrag, mit Gefängnis oder Busse 
bestraft, wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in 
einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem 

20

Haus gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz un-
rechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu ent-
fernen, darin verweilt. Der Begriff des Angriffsobjekts nach Art. 186 StGB wird von 
der Lehre und Rechtsprechung weit gefasst. Nach der Definition des Bundesge-
richts ist zunächst ein Haus geschützt, wobei darunter „jede einen oder mehrere 
Räumlichkeiten umfassende, mit dem Boden fest und dauernd verbundene Baute, 
hinsichtlich der ein schutzwürdiges Interesse des Berechtigten besteht, über den 
umbauten Raum ungestört zu herrschen und in ihm den Willen frei zu betätigen“ zu 
verstehen ist (BGE 108 IV 39 E. 5a). Nebst Wohnhäusern beziehungsweise den 
darin enthaltenen Wohnungen zählen jedoch zu den geschützten Bereichen auch 
Räumlichkeiten, die keine Bauten und nicht Bestandteile von Wohnhäusern darstel-
len, wie etwa Zelte, Wohnwagen und Schiffe, soweit sie nicht als blosse Transport-
mittel dienen (Trechsel, Kurzkommentar zum schweizerischen Strafgesetzbuch, 2. 
Aufl., Zürich 1997, N 2 zu Art. 186; Delon/Rüdy, Basler Kommentar zum Strafge-
setzbuch II, Basel 2003, N 10 zu Art. 16). 

Angesichts dieser Rechtsprechung und herrschenden Lehrmeinung zählt ein 
Gartenhaus ohne Zweifel zu den von Art. 186 StGB geschützten Räumen. Indem 
der Angeklagte zugegebenermassen ohne Recht in das Gartenhaus von M. am N. 
in X. eingedrungen ist und dort übernachtet hat, hat er gegen Art. 186 StGB ver-
stossen. 

6. Gemäss Anklageschrift soll der Angeklagte im März 2004 erstmals in 
die Schweiz eingereist sein und sich bis Ende April 2004 in X. und W. aufgehalten 
haben. Im Juli 2004 sei er dann erneut illegal eingereist und habe sich mit einem 
Unterbruch von wenigen Tagen bis zu seiner Verhaftung am 29. August 2004 in W. 
und X. illegal aufgehalten haben. 

a) Gemäss Art. 23 Abs. 1 al. 4 ANAG wird, wer rechtswidrig das Land 
betritt oder darin verweilt, mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. Als rechts-
widrig gilt die vorsätzliche Einreise ohne gültigen Pass oder Identitätskarte oder ei-
nen gleichwertigen, gültigen Ausweis, ebenso die Einreise mit einem gefälschten 
Ausweispapier. Ferner ist die Einreise rechtswidrig ohne Visum, wo ein solches er-
forderlich ist und im Regelfall die Einreise über die sog. “grüne Grenze“ statt über 
eine offizielle Grenzstelle (Spescha/Sträuli, Ausländerrecht, 2. Aufl., Zürich 2004, S. 
131). Rechtwidriges Verweilen liegt dann vor, wenn eine ausländische Person im 
Anschluss an eine unrechtmässige Einreise im Land verbleibt, wobei das Verweilen 
vor Ablauf von 24 Stunden nach der Einreise im Regelfall nicht rechtswidrig ist (Spe-

21

scha/Sträuli, a.a.O., S. 132; Roschacher, Die Strafbestimmungen des Bundesge-
setzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG], Chur/Zürich 
1991, S. 42 f.).

R. ist überführt und weitgehend geständig, wiederholt ohne das erforderliche 
Visum, einen gültigen Aufenthaltstitel eines EU oder EFTA-Staats oder anderer 
Ausweisschriften in die Schweiz eingereist zu sein und sich ohne Aufenthaltsbe-
rechtigung in X. und W. aufgehalten zu haben (act. 1/6, S. 4; 13/3, S. 1 f.; 11/1, S. 
1; vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 11. April 2005 i. S. AH., 
SF 05 8, S. 10 f.). 

b) Subjektiv ist, wie bei allen Tatbeständen nach Art. 23 Abs. 1 ANAG, 
auch für die Bestrafung nach Alinea 4, Vorsatz des Täters erforderlich, wobei Even-
tualvorsatz genügt. R. machte geltend, dass er, als er im März 2004 das erste Mal 
in die Schweiz eingereist sei, über eine Aufenthaltsbewilligung für Italien verfügt 
habe. Er sei deshalb der Meinung gewesen, dass diese italienische Aufenthaltsbe-
rechtigung ausgereicht hätte, um legal in die Schweiz einreisen zu können (act. 1/6, 
S. 4). Wie sich aus den Akten ergibt, hat R. nie über einen vom IMES akzeptierten, 
gültigen, dauerhaften Aufenthaltstitel für Italien verfügt, der ihm erlaubt hätte, ohne 
Visum in die Schweiz einzureisen (act. 13/2, 5, 7-8). Da der Angeklagte zugibt (act. 
13/3, S. 1), ohne irgendwelche Papiere in die Schweiz eingereist zu sein, spielt es 
vorliegend für die Erfüllung des Tatbestandes von Art. 23 Abs. 1 al. 4 ANAG aber 
auch keine Rolle, ob der Angeklagte über eine Aufenthaltsberechtigung für Italien 
verfügt hat, wovon das Kantonsgericht gemäss der Aktenlage – wie dargelegt – 
auch nicht ausgeht. Denn den Tatbestand Art. 23 Abs. 1 al. 4 ANAG erfüllt bereits, 
wer ohne Ausweispapiere in die Schweiz einreist beziehungsweise sich hier ohne 
Aufenthaltsberechtigung aufhält. R. hat ausgesagt, dass er seine Identitätskarte und 
seinen Pass in Italien zurückgelassen habe (act. 13/3, S. 1). Es bestehen deshalb 
vorliegend für das Gericht keine Zweifel, dass der Angeklagte die Schweizer Grenze 
zweimal ohne Ausweispapiere übertreten hat und sich dabei bewusst war, dass er 
keine Berechtigung zum Betreten der Schweiz hatte sowie, dass sich der Ange-
klagte daran anschliessend jeweils für einige Wochen illegal in der Schweiz aufge-
halten hat. R. handelte demzufolge mindestens eventualvorsätzlich in Bezug auf 
Art. 23 Abs. 1 al. 4 ANAG; er hat den genannten Tatbestand in objektiver wie sub-
jektiver Hinsicht mehrfach erfüllt.

22

7. R. wird vorgeworfen, er habe, als er sich am 26. August 2004 im L. in 
X. ein Zimmer gemietet habe, seinen richtigen Namen verschwiegen und den Ho-
telmeldeschein mit dem Falschnamen “O.“ ausgefüllt (act. 14/2).

Gemäss Art. 26 Abs. 2 StPO wird, wer im amtlichen Meldeschein für die po-
lizeiliche Kontrolle der Beherbergten unrichtige Angaben über seine Person oder 
seine Begleiter macht oder diese Angaben verweigert, mit Haft bis zu acht Tagen 
oder mit Busse bestraft. 

Der Angeklagte hat diesen Sachverhalt, der sich aus dem bei den Akten lie-
genden Hotelmeldeschein (act. 14/2) ohne weiteres ergibt, zugestanden (act. 14/3, 
S. 1). R. ist damit der Widerhandlung gegen Art. 26 Abs. 2 StPO schuldig zu spre-
chen.

8. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Das Verschulden um-
fasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Der Bemes-
sung der Schuld ist die Schwere der Tat zugrunde zu legen. Weiter wird beim Ver-
schulden zwischen Tat- und Täterkomponente unterschieden. Bei der Tatkompo-
nente werden das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrichtung, mit 
welcher der Täter handelte und seine Beweggründe betrachtet. Die Täterkompo-
nente hingegen umfasst das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 20; BGE 117 IV 112 ff. mit Hinwei-
sen). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straf-
erhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des 
Richters nachvollziehbar sein müssen (BGE 121 IV 56). Liegen keine Strafmilde-
rungs- oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetzge-
ber vorgesehenen Strafrahmen zu halten. 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstrafen 
verwirkt, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der 
schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste 
Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist er 
zusätzlich an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 Abs. 
1 StGB). Die schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe 
bedrohten Tatbestand fällt. Dabei gilt es zu beachten, dass bereits ein Qualifizie-

23

rungsgrund nach Art. 19 Ziff. 2 BetmG erfüllt ist. Eine weitere Verschärfung bei einer 
nochmaligen oder anderweitigen Erfüllung von Art. 19 Ziff. 2 BetmG fällt indes nicht 
in Betracht (BGE 120 IV 332 f.; BGE 124 IV 295). Vorliegend hat der Angeklagte 
zwei Qualifizierungsgründe nach Art. 19 Ziff. 2 BetmG erfüllt, nämlich lit. a und b. 
Da es zu einer weiteren Schärfung aufgrund der Konkurrenz innerhalb von Art. 19 
Ziff. 2 BetmG nach der erwähnten Rechtsprechung nicht kommen darf, bildet im 
vorliegenden Fall der in Art. 19 Ziff. 2 lit. a oder b BetmG vorgesehene Strafrahmen 
von Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, womit eine Busse bis zu 
einer Million Franken verbunden werden kann, Grundlage für die Strafzumessung.

b) Gemäss Art. 11 StGB kann der Richter die Strafe nach freiem Ermes-
sen mildern, wenn der Täter zur Zeit der Tat in seiner geistigen Gesundheit oder in 
seinem Bewusstsein beeinträchtigt oder geistig mangelhaft entwickelt war, so dass 
die Fähigkeit, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder gemäss seiner Einsicht in 
das Unrecht der Tat zu handeln, herabgesetzt war.

Gemäss der Lehre können Süchtige, auch ausserhalb von akuten Intoxikati-
onszuständen, generell in ihrer Schuldfähigkeit beeinträchtigt sein. Dies gilt jeden-
falls für Beschaffungsdelikte. Dabei wird jedoch in einem Fachgutachten auszuar-
beiten sein, wie sich die Sucht insgesamt auf die Lebensführung des Betreffenden 
ausgewirkt hat. Die Abhängigkeit von Betäubungsmitteln für sich allein begründet 
noch keine Beeinträchtigung der Zurechnungsfähigkeit, es muss vielmehr dargelegt 
werden, in welcher Form es zu einer suchtbedingten Einengung des Denk- und Vor-
stellungsvermögens und der sozialen Funktionen gekommen ist, wie stark die süch-
tige Bindung an die Substanz ist, ob der Betreffende schon Entzugserscheinungen 
erlebt hat und welche Auswirkungen diese auf sein Verhalten gehabt haben (vgl. 
Bommer/Dittmann, Basler Kommentar zu Strafgesetzbuch I, Basel 2003, N 12 zu 
Art. 11 StGB).

Entgegen der Auffassung der Verteidigung finden sich für eine verminderte 
Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten in den Akten keinerlei Anhaltspunkte. Auch 
hat der Verteidiger zu keiner Zeit ein Gutachten beantragt. Zwar hat der Angeklagte 
wiederholt Drogen konsumiert (vgl. oben E. 4b). Doch ist seine Sucht nicht als der-
massen stark einzuschätzen, dass der Angeklagte zur Zeit seiner Taten in seinem 
Bewusstsein beeinträchtigt war, so dass die Fähigkeit, das Unrecht seiner Tat ein-
zusehen oder gemäss seiner Einsicht in das Unrecht der Tat zu handeln, herabge-
setzt war (Art. 11 StGB). Vielmehr war ihm – wie aus den zahlreichen Aussagen 
des Angeklagten ersichtlich ist – gänzlich bewusst, dass die Abgabe von Heroin 

24

nicht erlaubt ist (vgl. zum Beispiel act. 1/6, S. 3). Der Angeklagte konnte zudem 
klare Aussagen zu den Drogenkonsumenten, den verkauften Mengen und seinen 
Komplizen machen und er handelte nicht mit Drogen, um seinen Konsum abzude-
cken, sondern aus Gewinnsucht (vgl. oben E. 3), was gegen eine Betäubungsmit-
telabhängigkeit beziehungsweise verminderte Zurechnungsfähigkeit des Angeklag-
ten spricht. Weiter konnte er gemäss eigenen Angaben innerhalb von zwei Tagen 
mit Hilfe von etwas Methadon von seiner (leichten) Heroinsucht loskommen (act. 
1/6, S. 3). Im Lichte der oben angeführten, von der Lehre entwickelten Grundsätze 
bestehen deshalb für das Gericht aufgrund der vorliegenden Umstände keine An-
haltspunkte dafür, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt vermindert zurechnungs-
fähig war beziehungsweise es sich bei den vorliegenden Delikten um Beschaffungs-
kriminalität handelt Der Angeklagte handelte gerade nicht aus Gründen des eigenen 
Drogenkonsums, sondern bestritt mit dem Drogenverkauf seinen Lebensunterhalt 
(vgl. dazu unten E. 8c). Dem Verteidiger ist somit nicht zu folgen, wenn er die An-
wendung von Art. 11 StGB geltend macht. Damit entbehrt auch die von ihm bean-
tragte Bestrafung des Angeklagten mit 18 Monaten Gefängnis jeglicher sachlicher 
Grundlage. Denn wie erwähnt bildet Ausgangslage für die Bemessung der Strafe 
Art. 19 Ziffer 2 lit. a oder b BetmG, somit Zuchthaus nicht unter einem Jahr. 

c) Das Verschulden von R. wiegt unter den Gesichtspunkten der Tatkom-
ponente schwer. Die umgesetzte Drogenmenge ist zwar für die Strafzumessung 
nicht von ausschlaggebender Bedeutung, sind daneben doch auch das Vorleben, 
die persönlichen Verhältnisse und die Beweggründe relevant (BGE 118 IV 348). Sie 
bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den kriminellen Willen 
des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 85 Nr. 28). Auch der Gesetzgeber hat bei der 
Umschreibung des schweren Falles dem Aspekt des umgesetzten Stoffes erhebli-
ches Gewicht beigemessen. Dies sicher zu Recht, dokumentiert doch der Täter, 
welcher eine grosse Menge Rauschgift in Umlauf bringt oder dazu Anstalten trifft 
und damit die Gefährdung einer Vielzahl von Menschen in Kauf nimmt, ein bedenk-
liches Mass an Skrupellosigkeit und mangelnde Achtung vor Leib und Leben seiner 
Mitmenschen, was grundsätzlich auf ein schweres Verschulden hinweist. R. ist vor-
zuwerfen, dass er über einen längeren Zeitraum durch seine aktive Rolle eine er-
hebliche Menge an Betäubungsmittel in Umlauf gebracht hat und damit einen er-
heblichen kriminellen Willen an den Tag gelegt hat beziehungsweise, dass er als 
Mitglied einer Bande agierte. Erschwerend ist zu berücksichtigen, dass er die Betäu-
bungsmittel einzig zum Zwecke der Verbesserung seines Lebensunterhaltes ver-
kaufte und sich einzig aus diesem Grund in der Schweiz aufgehalten hat (act. 1/6, 
S. 3). Er wollte auf Kosten der Gesundheit anderer seine Einnahmen erhöhen. Dies 

25

zeigt auf, dass der Angeklagte ein nicht süchtiger, gewinnorientierter Kleindealer 
und Mehrfachtäter und ein in der bisherigen Rechtsprechung nicht bekannter Täter-
typ ist. Seine Art der “Handelstätigkeit“ wurde bis anhin in aller Regel von süchtigen 
Personen ausgeübt, welche durch den Kleinhandel keinen Gewinn anstrebten, son-
dern im Wesentlichen ihren eigenen Drogenkonsum und darüber hinaus allenfalls 
noch eine Lebenshaltung auf tiefem Niveau sicherstellten. Es leuchtet ein, dass ein 
Blick auf die Strafzumessung bei jenen Tätern nichts für den heute zu beurteilenden 
Angeklagten hergibt. Das Verhalten des Angeklagten ist somit losgelöst von Art. 11 
StGB (vgl. oben E. 8b) allein im Rahmen der eingangs angeführten Strafzumes-
sungsregeln des Art. 63 StGB zu beurteilen. Kriterien sind dabei insbesondere, wie 
oben aufgezeigt, die Gewinnorientiertheit, die Menge und das schwere Verschul-
den. Ausgangspunkt muss sein, dass der Gesetzgeber den finanziellen Profit be-
sonders hart treffen wollte und deshalb den Tatbestand des Drogenhandels nicht 
als Übertretung, sondern als Vergehen beziehungsweise als Verbrechen ausgestal-
tet hat. Hintergrund der Überlegungen des Gesetzgebers mag gewesen sein, dass 
die finanzielle Bereicherung auf Kosten der Gesundheit anderer Menschen ein 
ethisch besonders verwerfliches Verhalten darstellt (Albrecht, a.a.O., N 140 zu Art. 
19 BetmG sowie einlässlich GVP 2002 Nr. 61). Hinzu kommen die mehrfache Be-
gehung und das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen, welche straf-
schärfend zu berücksichtigen sind. Erschwerend fällt ins Gewicht, dass R. in Italien 
bereits vorbestraft ist. Strafmindernd sind demgegenüber das – nach anfänglicher 
Bestreitung erfolgte – Geständnis des Angeklagten, seine Einsicht sowie das ko-
operative Verhalten während der Strafuntersuchung zu werten. Strafmilderungs-
gründe liegen keine vor, insbesondere war der Angeklagte nicht vermindert zurech-
nungsfähig (vgl. E. 8b).

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es als 
angemessen und gerechtfertigt, R. eine Gefängnisstrafe von 36 Monaten aufzuer-
legen. Da die Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei diesem Strafmass von 
vorneherein ausgeschlossen ist (vgl. Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), erübrigen sich 
diesbezügliche Erwägungen beziehungsweise kann darauf verzichtet werden, auf 
die einschlägigen Ausführungen der Verteidigung einzugehen.

9. Nach Art. 69 StGB rechnet der Richter dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Nach der Praxis des Bundes-
gerichts darf von der Anrechnung nur abgesehen werden, soweit der Beschuldigte 
durch sein – nach rechtsstaatlich vertretbaren Verfahrensgrundsätzen vorwerfbares 

26

– Verhalten nach der Tat die Untersuchungshaft in der Absicht herbeigeführt oder 
verlängert hat, um dadurch den Strafvollzug zu verkürzen oder zu umgehen (BGE 
117 IV 405, Rehberg, Strafrecht II, 6. Aufl., Zürich 1994, S. 88). Da vorliegend keine 
Ablehnungsgründe im Sinne dieser angeführten Rechtsprechung bestehen, ist R. 
die erstandene Untersuchungshaft von 88 Tagen gestützt auf Art. 69 StGB an die 
Strafe anzurechnen.

10. a) Nach Art. 55 Abs. 1 StGB kann der Richter eine ausländische Person, 
welche zu Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt wird, für 3 bis 15 Jahre aus dem 
Gebiet der Schweiz verweisen. Die Landesverweisung ist Nebenstrafe und Siche-
rungsmassnahme zugleich (BGE 114 Ib 3 f.). Obwohl der zweite Gesichtspunkt im 
Vordergrund steht, verlangt ihre Eigenschaft als Nebenstrafe, dass sie in Anwen-
dung von Art. 63 StGB festgesetzt wird, das heisst nach dem Verschulden und den 
persönlichen Verhältnissen des Schuldigen. Der Richter hat sich besondere Zurück-
haltung aufzuerlegen, wenn der Ausländer lange in der Schweiz gelebt hat und hier 
verwurzelt ist, zu der eigenen Heimat aber keine Beziehungen mehr hat (BGE 104 
Ib 223 f.). Anders verhält es sich, wenn er eigens zur Begehung von Delikten in die 
Schweiz eingereist ist (BGE 94 IV 104 f.; Keller, Basler Kommentar zum Strafge-
setzbuch I, Basel 2003, N 13 zu Art. 55 StGB). Damit ist der Sicherungszweck je-
doch nicht ausgeschaltet. Es ist Sache des Richters, im Einzelfall dem Straf- und 
Sicherungszweck der Landesverweisung Rechnung zu tragen (BGE 123 IV 108 f.). 
Bezüglich der Länge der Landesverweisung ist anzumerken, dass zwischen der 
Dauer der Hauptstrafe und jener der Nebenstrafe eine gewisse Übereinstimmung 
in dem Sinne bestehen sollte, als bei einem schweren Verschulden in der Regel ein 
erhöhtes Sicherheitsbedürfnis gegeben ist, bei einem leichten Verschulden ein ent-
sprechend geringeres. 

Aufgrund der vom Amt für Polizeiwesen verfügten 3jährigen Einreisesperre 
bis ins Jahre 2007 (act. 3/7), der Länge der Hauptstrafe von 36 Monaten Gefängnis 
und weil der Angeklagte kein schützenswertes Verhältnis zur Schweiz aufweist (er 
hat sich nur zwecks Drogenverkaufs für maximal 16 Wochen in der Schweiz aufge-
halten und ist deshalb als sog. Kriminaltourist zu bezeichnen), wird R. für die Dauer 
von 8 Jahren des Landes verwiesen. 

b) Unabhängig vom Entscheid über die Hauptstrafe ist zu prüfen, ob für 
die ausgesprochene Landesverweisung der bedingte Vollzug gewährt werden soll. 
Nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug der Landesverweisung 
aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er 

27

werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Ob die Lan-
desverweisung bedingt aufgeschoben oder vollzogen werden soll, hängt einzig von 
der Prognose über das zukünftige Verhalten des Verurteilten in der Schweiz ab. Ob 
der bedingte Vollzug geeignet sei, den Angeklagten von der Begehung weiterer 
Straftaten abzuhalten, muss aufgrund einer Gesamtwürdigung entschieden werden, 
wobei neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren 
Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten 
seiner Bewährung zulassen, nicht aber die Schwere der Tat zu berücksichtigen sind 
(BGE 123 IV 112; BGE 118 IV 101).

Vorliegend gilt es zu beachten, dass R. während seines Aufenthaltes in der 
Schweiz erheblich und wiederholt im Drogenhandel tätig war. Wie bereits im Zu-
sammenhang mit der Strafzumessung ausgeführt wurde, wiegt das Verschulden 
des Angeklagten schwer. Die fehlende Verankerung in der Schweiz lassen darüber 
hinaus nicht erwarten, dass sich der Verurteilte durch den bedingten Vollzug der 
Landesverweisung von weiteren Verbrechen oder Vergehen abhalten liesse. Dies 
wird auch aufgrund des Umstandes bekräftigt, dass er bereits in Italien wegen Heh-
lerei verurteilt wurde. Angesichts des Verlaufs der Tatumstände und insbesondere 
der wiederholten Einreise kann nicht mit guten Gründen ausgeschlossen werden, 
dass er nicht der Versuchung unterliegen wird, sich erneut mit dem Handel von 
Betäubungsmitteln Geld zu beschaffen. Seine gegenteiligen Beteuerungen wirken 
wenig überzeugend. Damit erhalten die Anhaltspunkte für eine negative Prognose 
ein deutliches Übergewicht. Verbieten aber die Umstände die notwendige günstige 
Prognose, so ist die Landesverweisung unbedingt auszusprechen.

11. Gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf 
die Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die 
zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder 
die durch die strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden. Der Richter kann anordnen, dass die eingezogenen Gegenstände 
unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden (Art. 58 Abs. 2 StGB).

Bei der Hausdurchsuchung am 29. August 2004 konnten 0,6 Gramm Mari-
huana, 1,5 Gramm Haschisch und 0,8 Gramm Heroin sichergestellt werden (act. 
8/3, S. 2). Diese mit Verfügung vom 10. Januar 2005 (act. 1/5) beschlagnahmten 
Mengen an Drogen werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich eingezogen 
und sind gestützt auf Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernichten.

28

12. a)  Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von Ver-
mögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder dazu 
bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, sofern 
sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes aus-
gehändigt wurden. Auch die Ausgleichseinziehung erfolgt wie die Sicherungseinzie-
hung gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer be-
stimmten Person (vgl. Baumann, Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch I, Basel 
2003, N 17 zu Art. 59 StGB).

Am 29. August 2004 konnten im Hotelzimmer des Angeklagten ein Mobilte-
lefon Nokia 3330 (IMEI Nr. 35013 7201571961) und eine SIM-Karte, sunrise (Ruf-
Nr. 076-593 46 33) sichergestellt werden (act. 8/3, S. 2). Diese Gegenstände wur-
den mit Verfügung vom 10. Januar 2005 beschlagnahmt (act. 1/5). Sie sind gestützt 
auf Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zuhanden des Kantons Graubünden gerichtlich ein-
zuziehen, da sie dem Abwickeln von Drogengeschäften dienten (act. 7). Ebenso 
sind die mit Beschlagnahmeverfügung vom 10. Januar 2005 sichergestellten Fr. 
1'860.- gestützt auf Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zuhanden des Kantons Graubünden 
gerichtlich einzuziehen, denn dem Angeklagten ist nicht zu glauben, dass von dieser 
Summe lediglich Fr. 350.- aus dem Drogenhandel stammen sollen beziehungs-
weise, dass er Fr. 1'510.- von seinem italienischen Arbeitgeber als Lohn erhalten 
habe (vgl. act. 1/6, S. 5). Zumal es sich bei dieser Summe zum einen um Schweizer 
Franken handelte und der Angeklagte zum andern mehrfach aussagte, dass er je-
weils ohne Geld in die Schweiz eingereist sei und deshalb unter anderem in einem 
Gartenhaus übernachten musste, bis sein Chef ihm das Geld für das Hotel vor-
schiessen konnte (vgl. act. 12/5, S. 1; 11/1, S. 2; 11/2, S. 3). Es besteht deshalb für 
das Gericht kein Zweifel daran, dass es sich bei den Fr. 1'860.- um Erlös aus Dro-
gengeschäften handelt.

b) Sind die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr 
vorhanden, so erkennt der Richter gemäss Art. 59 Ziff. 2 Abs. 1 StGB auf eine Er-
satzforderung des Staates in gleicher Höhe. Der Richter kann dabei von einer Er-
satzforderung ganz oder teilweise absehen, wenn diese voraussichtlich uneinbring-
lich wäre oder die Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern würde.

Gemäss eigenen Angaben erzielte R. pro verkaufte 5 Gramm Heroin einen 
Gewinn von ungefähr Fr. 30 – 50.- (vgl. act. 1/6, S. 2). Er verkaufte insgesamt 316 
Gramm Heroin, womit sich ein Bruttoerlös von mindestens 10'744.- ergibt. Mit der 
Einziehung von Fr. 1'860.- konnten die finanziellen Mittel von R. wohl vollständig 

29

sichergestellt werden. Aufgrund der vermögensrechtlichen Situation ist davon aus-
zugehen, dass eine allfällige Ersatzforderung gegenüber dem Angeklagten unein-
bringlich wäre. Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass der Angeklagte nach der 
Entlassung aus der Untersuchungshaft nach T. ausgeschafft wurde und mit einer 
Einreisesperre bis ins Jahre 2007 belegt wurde. Unter diesen Umständen wird von 
einer Ersatzabgabe gemäss Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

13. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der angerechneten Polizei- und Un-
tersuchungshaft und des Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 
3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

30

Demnach erkennt die Strafkammer :

1. R. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a und b BetmG, 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, des geringfü-
gigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter 
Abs. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der mehrfa-
chen Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 1 al. 4 ANAG sowie der Auskunfts-
verweigerung gemäss Art. 26 Abs. 2 StPO.

2. Dafür wird er in Abwesenheit mit 36 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich 
der erstandenen Untersuchungshaft von 88 Tagen.

3. R. wird gestützt auf Art. 55 Abs. 1 StGB für die Dauer von 8 Jahren des Lan-
des verwiesen.

4. a) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 10. Januar 2005 sichergestellten 0,6 
Gramm Marihuana, 1,5 Gramm Haschisch und 0,8 Gramm Heroin werden 
gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich eingezogen; die Betäubungsmittel 
sind gestützt auf Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernichten. 

b) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 10. Januar 2005 sichergestellten Fr. 
1'860.- werden gestützt auf Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kan-
tons Graubünden gerichtlich eingezogen.

c) Das mit Beschlagnahmeverfügung vom 10. Januar 2005 sichergestellte Mo-
biltelefon Nokia 3330 (IMEI Nr. 35013 7201571961) sowie die sichergestellte 
SIM-Karte, sunrise (Ruf-Nr. 076-593 46 33) werden gestützt auf Art. 59 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden gerichtlich eingezogen.

d) Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 
Ziff. 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

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5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 2'738.-
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft 

Graubünden von Fr. 4'000.-
- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-
- dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 5'263.25
total somit Fr. 15'001.25

gehen zu Lasten von R.. Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft 
und des Strafvollzugs gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

6. a) Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

b) Der Verurteilte kann beim Kantonsgericht von Graubünden die Aufhebung 
dieses Abwesenheitsurteils und die Durchführung des ordentlichen Verfah-
rens verlangen. Diese ist innert sechzig Tagen seit Kenntnis des Urteils und 
der Möglichkeit, sich zu stellen, zu verlangen.

1. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Die Aktuarin ad hoc: