# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07dd0c2e-5a26-572b-94e1-fd04c0e85a32
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.07.2023 200 2023 282
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-282_2023-07-17.pdf

## Full Text

200 23 282 IV
SCI/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Juli 2023

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. März 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1967 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Juli 1994 unter Hinweis auf einen seit 
1982 bestehenden Diabetes mellitus erstmals bei der Invalidenversiche-
rung zum Leistungsbezug (Umschulung, Arbeitsvermittlung) an (Akten der 
IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1.1/18 - 
23). Mit Verfügung vom 20. Oktober 1995 (act. II 1.1/2 f.) wies die IVB das 
Leistungsbegehren hinsichtlich beruflicher Eingliederungsmassnahmen ab, 
da der Versicherte damals keine solchen in Anspruch nehmen wollte. Diese 
Verfügung blieb unangefochten. 

B.

Im September 2021 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden-
versicherung zum Leistungsbezug an und verwies auf einen Status nach 
einem Herzinfarkt mit 3-Gefässerkrankung und kardiogenem Schock am 
27. August 2021 sowie auf einen seit Februar 1982 bekannten Diabetes 
mellitus Typ 1 (act. II 2). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und medi-
zinische Abklärungen vor und führte ein Erstgespräch durch (act. II 11 f., 21 
- 24, 27, 31, 35, 39). Am 21. März 2022 teilte die IVB mit, aufgrund des 
Gesundheitszustandes des Versicherten seien zur Zeit keine Eingliede-
rungsmassnahmen möglich (act. II 32). Die IVB holte eine Stellungnahme 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein (act. II 44 f.) und befragte 
den Versicherten zur Erwerbstätigkeit bzw. zum Status (act. II 46, 48). Mit 
Vorbescheid vom 16. November 2022 (act. II 49) stellte die IVB bei einem 
Invaliditätsgrad von 30 % die Verneinung des Rentenanspruchs in Aus-
sicht. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 23. Dezember 2022 Einwände (act. II 53). Nach Einholung 
von Stellungnahmen des RAD (act. II 56 - 59) verfügte die IVB am 6. März 
2023 (act. II 60) wie vorbescheidweise angekündigt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 3

C.

Dagegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 19. April 2023 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei die Streitsache zur Einholung eines 
polydisziplinären Gutachtens und anschliessendem Neuentscheid an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungs-
folgen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2023 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 4

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 6. März 2023 (act. II 60). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene Verfü-
gung datiert vom 6. März 2023 (act. II 60) und bei der im September 2021 
erfolgten Neuanmeldung (act. II 2) liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der 
potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs im Jahr 2022 (sechsmonati-
ge Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG [vgl. E. 2.3 hiernach]), weshalb 
die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der ab 1. Januar 
2022 gültigen Fassung massgebend sind.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeits-
bereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 5

Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG).

Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem 
Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % 
besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem 
Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 6

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im Bericht des Spitals C.________ vom 20. Oktober 2021 (act. II 
31/7 - 9) wurde die folgende (Haupt-)Diagnose festgehalten: 

 Schwerste koronare Dreigefässerkrankung, schwerst eingeschränkte systoli-
sche Gobalfunktion des LV bei inferiorer und anteriorer Akinesie (EF 15 - 
20 %)

Es wurde eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende Dezember 2021 at-
testiert. Der 54-jährige Patient werde vor Beginn des ambulanten kardialen 
Präventions- und Rehabilitationsprogramms für Patientinnen und Patienten 
mit LV Dysfunktion gesehen. Aktuell bestünden keine Beschwerden. Trotz 
eines erhöhten NT Pro BNP-Wertes habe der Beschwerdeführer keine 
Dyspnoe und sei klinisch nicht volumenüberlastet.

3.2 Dr. med. D.________, Fachärztin für Kardiologie, führte im Bericht 
vom 27. Oktober 2021 (act. II 27/10 - 12) die folgenden Diagnosen auf: 

 Schwerste koronare Dreigefässerkrankung, schwerst eingeschränkte systoli-
sche Globalfunktion des LV bei inferiorer und anteriorer Akinesie (EF 15 - 
20 %)
 Transthorakale Echokardiographie 28. August 2021: LVEF 30 %, diffus hy-

pokinetisch, basal Manschette beste Kontraktilität, RV knapp normale 
Funktion, keine relevanten Klappenvitien, relaxationsgestörtes Flussmuster 
(diastolische Dysfunktion Grad I)

 Notfallmässige Koronarangiographie 27. August 2021: Sehr aufwändige 
und komplexe Intervention: Rekanalisation/Stent (2-fach) proximaler und 
mittlerer RIVA bei diffus befallenem und fast skelettiertem Gefäss; sehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 7

komplexe Rekanalisation/Stent (5-fach) diffus befallene RCA; signifikante 
Stenose des Diagonalastes; hochgradige Stenose des proximalen RCX: 
elektive Intervention im Verlauf zu planen

 Kardiogener Schock 27. August 2021

Der Beschwerdeführer sei gelernter …. Das letzte Arbeitsunfähigkeits-
zeugnis datiere aus dem Jahr 2018, anschliessend sei er lange als Haus-
mann zu Hause tätig gewesen. Es könne keine Aussage über die 
verschiedenen attestierten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse gemacht werden, 
ausser die Folgende: 100 % Arbeitsunfähigkeit vom 13. bis 31. Juli 2018 
und 29. August bis September 2018 und 50 % Arbeitsunfähigkeit vom Sep-
tember 2108 bis November 2018. Wie viele Stunden pro Tag die bisherige 
und eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar seien, könne aktuell nicht 
beantwortet werden (act. II 27/12 Ziff. 4.1 und 4.2). Es sollte eher eine sit-
zende Tätigkeit sein, keine Schichtarbeit, Pausen sollten ermöglicht wer-
den. Sollte ein ICD (Implantation eines kardioverten Defibrillators) im 
Verlauf notwendig sein, seien sicherlich Maschinenbetriebe nicht erlaubt. 
Die Leistungsfähigkeit sei aktuell reduziert im Rahmen der LVEF von 30 %, 
schnellere Müdigkeit, Schwindel orthostatisch bedingt. Durch die Herzinsuf-
fizienztherapie bestehe eine vermehrte Müdigkeit bei Status nach Vorder-
wandinfarkt (act. II 27/12 Ziff. 3.3 und 3.4). Bei der Arbeit im Haushalt 
brauche es aktuell vermehrte Pausen für die Erledigung von einfachen 
Tätigkeiten, auch beim Wäsche tragen verspüre der Beschwerdeführer 
vermehrt Dyspnoe NYHA II-Ill sowie Müdigkeit. Der Einkauf sei aktuell 
schwer durchführbar wegen der zu tragenden Taschen (act. II 27/12 Ziff. 
4.5).

Der Status nach kardiogenem Schock mit koronärer diffuser 3-Gefäss-
erkrankung bei jungem diabetischem Patienten habe definitiv eine Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Vor allem die schwerst eingeschränkte 
systolische LV-Funktion von 30 % mit diffuser Hypokinesie. Sicherlich ste-
he die kardiale Rehabilitation, die noch nicht abgeschlossen sei, im Raum 
sowie die Revaskularisation. Anschliessend sollte eine objektive Spiroergo-
metrie erfolgen, um die Arbeitsfähigkeit besser evaluieren zu können. Si-
cherlich werde die Arbeitsfähigkeit jedoch reduziert sein. Zudem werde 
eine Re-Evaluation stattfinden müssen, ob ein interner Defibrillator implan-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 8

tiert werden müsse (Prophylaxe bei Kammertachykardien [act. II 27/11 Ziff. 
2.5 und 2.7]). 

3.3 Im Bericht des Spitals C.________ vom 19. Januar 2022 (act. II 
31/2 f.) wurde die folgende (Haupt-)Diagnose angegeben: 

 Schwere koronare 3-Gefässerkrankung

Beim Beschwerdeführer bestehe nun einige Monate nach dem Initialereig-
nis im Sommer 2021 weiterhin eine schwer eingeschränkte LV-Funktion. 
Nach der zweiten Koronarintervention und unter Ausbau der Herzinsuffizi-
enz-Medikation habe er aktuell einen erfreulich stabilen Zustand. Er werde 
zugewiesen zur Besprechung der ICD-Indikation. Dem Beschwerdeführer 
sei zu einer primärprophylaktischen ICD-Implantation bei persistierend, 
schwer eingeschränkter LV-Funktion nach Infarkt geraten worden und ihm 
seien der genaue Ablauf, Nutzen und Risiken sowie das Leben mit einem 
ICD erläutert worden.

3.4 Dr. med. D.________ hielt im Verlaufsbericht vom 12. Mai 2022 
(act. II 35) einen stationären Gesundheitszustand fest und führte die fol-
genden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: 

 ICD-Träger
 Schwere koronare Dreigefässerkrankung
 LVEF 25 %, Status nach kardiogenem Schock

Durch die Herzinsuffizienztherapie bestehe eine flukturierende ausgeprägte 
Müdigkeit, gelegentlich komme es zu orthostatischen Hypotonien. Der Be-
schwerdeführer sei aus kardiologischer Sicht eingeschränkt aufgrund der 
schweren koronaren Herzkrankheit und der schweren Herzinsuffizienz, er 
habe einen kardiogenen Schock überlebt. Zu den Fragen, inwieweit und 
unter welchen Bedingungen die bisherige Erwerbstätigkeit und welche 
Tätigkeiten und in welchem Ausmass noch zumutbar seien, hielt Dr. med. 
D.________ fest, dies sei für sie nicht zu beantworten.

3.5 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie, führte 
im Bericht vom 31. August 2022 (act. II 45) die folgenden Diagnosen auf: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 9

 Schwere koronare 3-Gefässerkrankung mit kardiogenem Schock am 27. Au-
gust 2021
 Status nach multiplen Stenteinlagen 08/2021 und 11/2021
 Status nach ICD-Implantation 03/2022

 Diabetes mellitus Typ I ED 1986 mit
 Polyneuropathie und diabetischer Retinopathie

 Prostatahyperplasie
 Arterielle Hypertonie
 Dyslipidämie
 Status nach medialer Meniskusläsion links und Teilmeniskektomie links 2012
 Status nach Schulteroperation rechts 2007

Zumutbar sei eine körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit ganz-
tags zu 8.5 Stunden mit einer zusätzlichen Leistungsminderung von 30 % 
aufgrund vermehrten Pausenbedarfs und Blutzuckerselbstkontrollen. Zu 
vermeiden seien repetitives Heben und Tragen von Gewichten, anhaltende 
Zwangshaltungen, überwiegendes Bücken, Knien und Kauern, überwie-
gendes Stehen und Gehen, Steigen auf Leitern und Gerüste, häufiges 
Treppensteigen, Tätigkeiten in Kälte/Hitze oder unter starken Temperatur-
schwankungen, Tätigkeiten mit gestörtem Tag-/Nacht-Rhythmus, unter 
atmosphärischem Über-/Unterdruck und (bei Antikoagulantientherapie) mit 
überdurchschnittlicher Verletzungsgefahr sowie Schichtarbeit. Es sei auf 
ein ausgewogenes Stressmanagement zu achten, insbesondere bei hoher 
Verantwortlichkeit, hoher Arbeitsdichte und hohen Leistungserwartungen 
durch Vorgesetzte und/oder an sich selber. Bei Vorliegen einer Retinopa-
thie mit mutmasslichem Visusverlust seien regelmässige augenärztliche 
Kontrollen erforderlich. Das Zumutbarkeitsprofil sei ab dem 10. März 2022 
gültig, dem Datum der letzten kardiologischen Intervention.

3.6 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens zog Dr. med. E.________ 
die RAD-Ärzte Dres. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, und G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, bei und stellte diesen die Frage, 
ob eine polydisziplinäre Abklärung wirklich erforderlich sei (act. II 56).

3.6.1 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________ hielt in der Stellungnahme 
vom 23. Februar 2023 (act. II 57) fest, beim Beschwerdeführer handle es 
sich um eine schwergradige KHK im Rahmen eines Diabetes mellitus Typ I 
mit mehrfachen Interventionen durch Koronarangiografien ab August 2021 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 10

sowie ausgeprägter Narbenbildung und anhaltender Einschränkung der 
linksventrikulären Funktion mit einer LVEF zuletzt stabil um 30 %. Es liege 
ein sehr schönes Langzeitresultat im August 2022 im Rahmen der letzten 
Koronarangiografie sowie ergometrischer Belastbarkeit von 1.5 Watt/kg 
und Alltagsbelastbarkeit von zirka drei Etagen ohne Beschwerden vor. 
Primärprophylaktisch sei im März 2022 ein ICD implantiert worden, bisher 
keine Auslösung diesbezüglich. Bereits ab Januar 2022 und auch März 
2022 sei eine deutliche Besserung der Beschwerdesymptomatik und zu-
nehmende Stabilität beschrieben worden. Der Beschwerdeführer habe zu-
letzt einen guten kardialen Verlauf angegeben und habe Angina pectoris-
Beschwerden verneint. Die Atemnot sei insgesamt sehr stabil, sie trete nur 
bei sehr grossen Anstrengungen auf. Er gehe täglich spazieren, Schwindel 
oder Synkopen verneine er. An weiteren Spätfolgen des Diabetes 1 beste-
he wohl eine Polyneuropathie (bisher keine relevanten Beschwerden ge-
klagt) und eine diabetische Retinopathie, welche im September 2021 vom 
Zentrum H.________ mit einem Visus von 1.0/0.9 und einer guten Progno-
se bei konstanter Therapie sowie erhaltener Arbeitsfähigkeit eingeschätzt 
worden sei (auch diesbezüglich würden in den Befundberichten keine Be-
schwerden geklagt). Eine Hepatopathie mit leicht erhöhten Leberwerten 
sowie ein Prostataadenom schränkten die Leistungsfähigkeit aufgrund der 
bisher vorliegenden Befundberichte nicht anhaltend relevant ein. Somit 
könne aufgrund der momentan vorliegenden Befunde aus internistischer 
Sicht auf das Zumutbarkeitsprofil des RAD vom August 2022 weiter abge-
stellt werden. Dabei handle es sich ja um eine ausschliesslich leichte Tätig-
keit, überwiegend im Sitzen mit einer Leistungseinschränkung um 30 % bei 
erhöhtem Pausenbedarf. Ein polydisziplinäres Gutachten sei aus internisti-
scher Sicht aufgrund der vorliegenden Befundberichte nicht notwendig.

3.6.2 In der Aktennotiz vom 23. Februar 2023 (act. II 58) wurden vom 
RAD-Arzt Dr. med. G.________ die folgenden orthopädischen Diagnosen 
aufgeführt: 

 Status nach medialer Meniskusläsion linkes Knie und Teilmeniskektomie 
10/2012;

 Gonarthrose links mit Chondromalazie Ill medial (Dr. med. I.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates)

 Status nach Claviculafraktur links, mittleres Drittel 04/2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 11

 Status nach Schulteroperation rechts 03/2007 (Dr. med. J.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates)

 Status nach frozen shoulder links 2004

In einer MRI-Untersuchung des linken Kniegelenks sei am 15. Oktober 
2012 ein Riss des Innenmeniskushinterhorns diagnostiziert und die OP-
Indikation gestellt worden (vgl. act. II 4/24). Weiteren Berichten sei zu ent-
nehmen, dass dieser Eingriff auch erfolgt sei (vgl. act. II 4/25). Über die OP 
und den postoperativen Verlauf lägen keine Berichte vor. Es sei in weiteren 
Berichten zusätzlich die Diagnose einer innenseitig betonten Chrondroma-
lazie Grad 3 aufgeführt worden (vgl. act. II 4/17 und 25). Der Beschwerde-
führer habe sich im Rahmen eines Motorradunfalls am 14. April 2017 eine 
Claviculafraktur zugezogen (vgl. act. II 4/22). Nachdem ein Pneumothorax, 
weitere Frakturen sowie eine Schulterluxation im Rahmen einer Notfallab-
klärung im Notfallzentrum K.________ ausgeschlossen worden seien, sei 
der Beschwerdeführer damalig konservativ mit Rucksackverband weiterbe-
handelt worden. Radiologisch würden in der Röntgenuntersuchung der 
linken Schulter keine degenerativen Auffälligkeiten beschrieben (vgl. act. II 
4/23). Weitere Berichte lägen nicht vor. Hinsichtlich der nur episodisch auf-
geführten Beschwerden an beiden Schultern lägen keine detaillierten Be-
richte vor, insbesondere nicht zur aufgeführten Operation der rechten 
Schulter und dem postoperativen Verlauf. Auch zur linken Schulter lägen 
keine weiteren Angaben vor. Bei fehlenden spezialärztlichen oder hausärzt-
lichen Berichten, sei hier nicht von einem vermehrten Leidensdruck bezüg-
lich der Schultern auszugehen.

Aus den vorliegenden Unterlagen ergäben sich keine Hinweise, die eine 
verminderte Belastbarkeit der Schultern aufzeigten. Versicherungsmedizi-
nisch komme den hierzu aufgeführten Diagnosen im vorliegenden Kontext 
keine Bedeutung zu. Die in den Diagnosen aufgeführte Chrondromalazie 
Grad 3 führe zu einer bleibenden Minderung der Belastbarkeit des linken 
Kniegelenks und müsse in einem orthopädischen Zumutbarkeitsprofil 
Berücksichtigung finden. In der RAD-Stellungnahme vom 31. August 2022 
(vgl. act. II 45) sei für den Beschwerdeführer bereits ein Zumutbarkeitsprofil 
erstellt worden. Dieses beinhalte bereits die dauerhafte Minderung der Be-
lastbarkeit beider Beine und habe daher orthopädisch weiterhin Gültigkeit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 12

3.6.3 Unter Berücksichtigung der Stellungnahmen der Dres. med. 
F.________ und G.________ je vom 23. Februar 2023 (act. II 57 f.) zog der 
RAD-Arzt Dr. med. E.________ am 24. Februar 2023 (act. II 59) den 
Schluss, eine polydisziplinäre Begutachtung sei nicht nötig und auch nicht 
sinnvoll. 

4.

4.1

4.1.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2).

Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versi-
cherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe 
Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 
ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger 
Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 13

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbeson-
dere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behan-
delnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit 
der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen 
nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, 
so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung 
(BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. 
Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen 
oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit 
dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst 
(BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 
4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3). 

4.1.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2

4.2.1 Der Beschwerdeführer hat sich im Jahr 1994 erstmals wegen des 
Diabetes mellitus bei der Invalidenversicherung angemeldet (act. II 1.1/18 - 
23). Damals war er seit 1991 als ungelernter … tätig (act. II 1.1/7). Dieser 
Fall wurde ohne Leistungszusprache (bzw. mit expliziter Verneinung beruf-
licher Massnahmen [weil vom Beschwerdeführer nicht gewünscht]) abge-
schlossen (act. II 1.1/2 f. und 7 f.). Am 14. September 2021 erfolgte 
erstmals eine Anmeldung zum Bezug einer Invalidenrente (act. II 2/10), 
über welche mit der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 6. März 
2023 (act. II 60) entschieden wurde. Als Gesundheitsschaden wurden ge-
nannt der (bereits bekannte) Diabetes mellitus Typ 1 und eine Herzerkran-
kung. Es bestehe ein Status nach Herzinfarkt mit 3-Gefässerkrankung und 
kardiogenem Schock. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 14

4.2.2 In den Akten wird eine im Jahr 2007 durchgeführte Operation an der 
rechten Schulter erwähnt (act. II 23/3), ohne dass dazu aber neuere medi-
zinische Unterlagen vorhanden wären. Weiter finden sich Berichte im Zu-
sammenhang mit einer Meniskusruptur links im Jahr 2012 (act. II 4/25). 
Diesbezüglich wurde der Beschwerdeführer operiert, ohne dass auch dazu 
danach Berichte über weitere Folgen vorliegen würden. Erwähnt wird im-
merhin eine Gonarthrose links mit Chondromalazie III medial (act. II 58/2). 
Behandelt wurde weiter im Jahr 2017 eine Clavicula-Fraktur links (act. II 
4/22 f.), die jedoch ebenfalls später ärztlich nicht mehr thematisiert wurde. 
Im Jahr 2018 wurde ein Abszess an der linken Ferse behandelt (act. II 4/15 
ff.). Ab diesem Zeitpunkt findet sich weiter die Diagnose einer diabetischen 
Polyneuropathie als Spätfolge des Diabetes mellitus Typ 1 (act. II 4/12). 
Aus ophthalmologischer Sicht wurde beidseits eine diabetische Retinopa-
thie mit Makulaödem attestiert; letzteres hatte gemäss Bericht des behan-
delnden Arztes vom 30. September 2021 damals noch keinen Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit (act. II 22/5 f.). Am 27. August 2021 erlitt der Be-
schwerdeführer einen kardiogenen Schock und wurde behandelt sowie 
operiert (act. II 4/4, 23/6). 

Das Spital C.________ attestierte in ihrem Bericht vom 20. Oktober 2021 
(act. II 31/7 - 9), der Beschwerdeführer sei aktuell und bis Ende Dezember 
2021 zu 100 % arbeitsunfähig. Im Bericht vom 19. Januar 2022 (act. II 31/2 
f.) fehlt eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. In der Folge teilte die Be-
schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit, es seien aufgrund des Ge-
sundheitszustands derzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich (act. 
II 32). Seitens der (behandelnden) Kardiologin wurde keine abschliessende 
Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit abgegeben. Es wurde die anstehende 
Rehabilitation in den Vordergrund gestellt und eine anschliessende Beurtei-
lung als notwendig erklärt. Objektiv gesehen werde die Arbeitsfähigkeit 
limitiert sein bei einer LVEF (linksventrikuläre Ejektionsfraktion) von 30 % 
(act. II 27/10 - 12). Diese Prozentangabe kann dabei jedoch nicht direkt als 
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit betrachtet werden. Dieser rein medi-
zinische Wert bedarf einer fachärztlichen Beurteilung hinsichtlich der Be-
deutung für die Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Auch im Austrittsbericht 
des Spitals C.________ vom 11. März 2022 (act. II 39/2 - 4) im Nachgang 
zur erfolgten ICD (OP-Bericht fehlt) wurden diesbezüglich keine Angaben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 15

gemacht. In ihrem Arztbericht vom 12. Mai 2022 (act. II 35) hielt die Kardio-
login Dr. med. D.________ erneut fest, aus kardiologischer Sicht sei die 
Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Eine nähere Einschätzung erfolgte nicht, 
wobei die Ärztin vermerkte "nicht zu beantworten für mich" (act. II 35/5). 

Die die diabetologische Betreuung seit dem 11. Oktober 2021 vornehmen-
de Dr. med. L.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie 
Endokrinologie-Diabetologie, konnte zu Behandlungsbeginn im gleichen-
tags erstellten Bericht noch keine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers machen (act. II 24). Weitere diesbezügliche Berichte sind 
nicht aktenkundig.

Auf dieser Basis erstellte der RAD-Arzt Dr. med. E.________ am 31. Au-
gust 2022 eine Aktenbeurteilung (act. II 45). Zu beachten ist, dass Dr. med. 
E.________ als Facharzt für Chirurgie kein Facharzt für die hier im Vorder-
grund stehenden Beschwerden (Kardiologie, Neurologie bzw. Allgemeine 
Innere Medizin [Diabetes und Neuropathie]) ist. Es liegt ein multipler Ge-
sundheitsschaden mit sich allenfalls beeinflussenden Auswirkungen auf die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor. Die 30 %-ige Einschränkung wurde 
vom ausserhalb seines Fachgebiets beurteilenden RAD-Arzt ohne nähere 
medizinische Begründung und Diskussion von Befunden und Diagnosen 
wie auch der Wechselwirkungen attestiert, weshalb darauf nicht abgestellt 
werden kann. Es ist zwar tatsächlich fraglich, ob wie vom Beschwerdefüh-
rer geltend gemacht (Beschwerde S. 3 f. IV.), die Beschwerden im Bereich 
Orthopädie relevant sind. So sind weder relevante Kniebeschwerden noch 
Schulterbeschwerden aktenkundig. In dieser Hinsicht wurde jeweils auch 
von den behandelnden Ärzten ein "Status nach" festgehalten. Immerhin hat 
der (erst) im Vorbescheidverfahren konsiliarisch zugezogene RAD-
Orthopäde dann jedoch der Knieproblematik mit Blick auf die Gonarthrose 
und Chondromalazie III plausibel eine Relevanz für das Leistungsprofil zu-
gemessen (act. II 58/3).

Dass im Rahmen des Vorbescheiverfahrens ein Internist sowie ein Or-
thopäde des RAD angefragt wurden, wobei die Frage darauf gerichtet war, 
ob eine gutachterliche Abklärung geboten sei, vermag den Mangel einer 
aktuellen und interdisziplinären Abklärung nicht zu beheben. Eine nachvoll-
ziehbare medizinische Diskussion der mehrere Fachbereiche betreffenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 16

gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers fehlt auch weiterhin. 
Die Sache ist folglich zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

5.

Über den medizinischen Bereich hinaus wird die Beschwerdegegnerin auch 
den sogenannten Status des Beschwerdeführers näher abzuklären haben. 
Denn sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs 
als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Gesichts-
punkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbe-
messungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt. Dieser bestimmt 
sich nach Art. 24septies Abs. 1 IVV nach den erwerblichen Verhältnissen, in 
denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie nicht gesund-
heitlich beeinträchtigt wäre. Gemäss Art. 24septies Abs. 2 IVV gilt eine versi-
cherte Person als erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 1 IVG, wenn sie im 
Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäfti-
gungsgrad von 100 % oder mehr entspricht (lit. a). Die versicherte Person 
gilt als nicht erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 2 IVG, wenn sie im Gesund-
heitsfall keine Erwerbstätigkeit ausüben würde (lit. b) respektive als teiler-
werbstätig nach Art. 28a Abs. 3 IVG, wenn sie im Gesundheitsfall eine 
Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäftigungsgrad von weni-
ger als 100 % entspricht (lit. c). 

In erwerblicher Hinsicht finden sich im Individuellen Konto vom 23. Sep-
tember 2021 (act. II 11) nach 2018 keine Eintragungen mehr. Gemäss 
Aussagen des Beschwerdeführers selbst war er tatsächlich auch gar nicht 
mehr erwerbstätig (vgl. act. II 27/11 Ziff. 1.3, 19/2). In der IV-Anmeldung 
gab er an, von 1995 bis heute als Hausmann tätig gewesen zu sein (act. II 
2/6). Der Beschwerdeführer hat nach 1996 stets geringere Einkommen 
erwirtschaftet und zuweilen auch über lange Zeit Arbeitslosenentschädi-
gung bezogen. Damit ist fraglich, ob er vollschichtig gearbeitet hat. Seit 
2018 war er nicht mehr erwerbstätig. Den Lebensunterhalt bestreitet die 
Ehefrau (act. II 12/3, 21). Bis August 2021 bestand jedoch gleichzeitig kein 
massgeblicher gesundheitlicher Grund, dass der Beschwerdeführer Ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 17

stand von jeglicher Erwerbstätigkeit hätte nehmen müssen. Insoweit ist die 
auf Anfrage der Beschwerdegegnerin gegebene Auskunft, im Gesundheits-
fall zu 100 % erwerbstätig sein zu wollen (act. II 48), eine einzelne, isolierte 
und zu den weiteren derzeit vorhandenen Akten in Widerspruch erschei-
nende Aussage. Es fehlen insbesondere jegliche Belege für Bemühungen, 
wiederum eine Stelle zu erhalten. Die Beschwerdegegnerin wird vor dem 
neuen Entscheid deshalb auch den Status näher abzuklären (erheben von 
Stellenbewerbungen, Details zu den Gründen, weshalb der Beschwerde-
führer nicht erwerbstätig war) und zu beurteilen haben.

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 6. März 2023 
(act. II 60) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

7.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 18

sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Rechtsanwältin B.________ macht mit Kostennote vom 2. Juni 2023 ein 
Honorar von Fr. 2'750.-- (11 Std. à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 30.50 und Mehrwertsteuer von Fr. 214.10 (7.7 % von Fr. 2'780.50), total 
Fr. 2'994.60, geltend, was nicht zu beanstanden ist. Die Parteientschädi-
gung wird demnach für das vorliegende Verfahren auf Fr. 2'994.60 (inkl. 
Auslagen und MWST) festgesetzt; diesen Betrag hat die Beschwerdegeg-
nerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 6. März 2023 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'994.60 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2023, IV/23/282, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.