# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d85a5de5-0d44-5e8e-bff2-4cdd344a1d23
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.05.2007 D-3309/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3309-2006_2007-05-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3309/2006
gar/mam
{T 0/2}

Urteil vom 23. Mai 2007

Mitwirkung: Richter Robert Galliker, Hans Schürch, Thomas Wespi
Gerichtsschreiber Martin Maeder

A._______, und B._______, Kongo (Kinshasa),
vertreten durch C._______,

Gesuchsteller

gegen

Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern,
Gesuchsgegner

betreffend

Urteil  der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) vom 5.  Dezember 2003 
i.S. Asyl und Wegweisung (Revision)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Der Gesuchsteller  reichte am 31. Januar 2000 in der damaligen Empfangsstelle 
Genf ein Asylgesuch ein, nachdem er gemäss eigenen Angaben sein Heimatland 
am 25. Januar 2000 verlassen hatte und am 30. Januar 2000 ohne Reisepass und 
Visum widerrechtlich in die Schweiz gelangt war.

a) Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Gesuchsteller  im Wesentlichen 
geltend, er habe im Dezember 1999 von einem Freund, der eine Kaderstellung bei 
der Polizei inne gehabt habe, erfahren, dass sein Leben und dasjenige seiner Ehe-
frau  in  Gefahr  seien,  weil  die  verantwortlichen  staatlichen  Stellen  Verdacht  ge-
schöpft hätten, er und seine Ehefrau würden mit den Rebellen zusammenarbeiten. 
Im Jahre 1992 habe er  die Mitgliedschaft  bei  der UDPS ("Union pour la Démo-
cratie  et  le  Progrès  Social")  erworben,  ohne sich in  der  Folge über  das  übliche 
Mass für die Partei zu engagieren. Beruflich habe er zusammen mit seinem Bruder 
in Kinshasa eine Druckerei betrieben. Im Rahmen dieser Tätigkeit habe er im Jah-
re 1994 im Auftrag von D._______, dem Vorsitzenden der oppositionellen "Forces 
Novatrices pour l'Union et la Solidarité" (FONUS), Flugblätter gedruckt, auf denen 
zur Teilnahme an einem Generalstreik aufgerufen worden sei. Als Reaktion darauf 
hätten  ihn  Angehörige  des  Sicherheitsdienstes  festgenommen  und  in  die  Büros 
des "Service National d'Intelligence et de Protection" (SNIP) gebracht,  wo er die 
Anfertigung  der  Flugblätter  im  Aufrag  von  D._______  eingestanden  habe.  Im 
November  1994  sei  er  ins  Gefängnis  Makala  verlegt  und  in  der  Folge  zu  vier 
Monaten Haft  wegen Komplizenschaft  mit  dem Rebellenführer  D._______ verur-
teilt  worden.  Nach  Verbüssung  der  Strafe  sei  er  zwar  ohne  Verzögerung  frei-
gelassen worden, doch habe man ihn in der Gefangenschaft misshandelt. Im Jah-
re 1997 sei er von der Zivilgarde für die Dauer von vier Tagen in Gewahrsam ge-
nommen worden, weil seine Bestrebungen zur Wiedereröffnung seiner Druckerei 
nicht  geschätzt  worden  seien.  Nach  der  Machtübernahme durch  Laurent-Désiré 
Kabila habe er gehofft, die Druckerei wieder in Betrieb nehmen zu können, doch 
sei ihm dies nicht gelungen. Er sei im Gegenteil  im Februar 1999 durch Agenten 
des Spezialdienstes von Präsident  Kabila festgenommen worden. Anschliessend 
seien  ihm  lediglich  kurz  die  Personalien  abgenommen  worden,  bevor  man  ihn 
nach drei Tagen ohne Bedingungen wieder freigelassen habe; zu einem Verhör sei 
es nicht gekommen. Seine Frau habe sich unterdessen nach Kisangani begeben, 
um dort  nach Erwerbsmöglichkeiten  als  Alternative  zur  weiterhin  geschlossenen 
Druckerei in Kinshasa Ausschau zu halten. Wohl deswegen seien sie verdächtigt 
worden, mit den Rebellen in Kontakt zu stehen. Am 16. Dezember 1999 habe er 
dann von seinem – in leitender  Stellung bei  der Kriminalpolizei  tätigen – Freund 
die besagte Warnung erhalten, wonach die Behörden in ihm einen Kollaborateur 
der Rebellen beziehungsweise des unlängst freigelassenen Anführers D._______ 
gesehen und seine Liquidierung geplant hätten.  Drei  Tage nach diesem Hinweis 
habe er sein Zuhause in Kinshasa fluchtartig durch die Hintertüre verlassen,  als 
Soldaten schon dabei  gewesen seien,  in seine Parzelle  einzudringen.  Zu seiner 
Sicherheit habe er sich anschliessend nach Kisangani zurückgezogen, ehe er am 
25. Januar 2000 das Land verlassen habe. Hier in der Schweiz habe er erfahren, 
dass seine Ehefrau unter ungeklärten Umständen umgekommen sei.

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b) Zur Stützung seines Asylgesuchs reichte der Gesuchsteller diverse amtliche Doku-
mente  und Zeitungsberichte,  insbesondere  die behauptete  Verurteilung zu einer 
viermonatigen Haftstrafe im Jahre 1994 betreffend, zu den Akten.

c) Mit Verfügung vom 31. Januar 2003 stellte das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF, 
seit dem 1. Januar 2005: Bundesamt für Migration [BFM]) in Bezug auf den Ge-
suchsteller das Nichterfüllen der Flüchtlingeigenschaft fest, lehnte das Asylgesuch 
ab und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  deren  Vollzug  an.  Als 
Begründung für die Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  führte das BFF 
zusammenfassend an, es fehle zunächst am erforderlichen engen Kausalzusam-
menhang  zwischen den Ereignissen  von 1994 und der  Ausreise  zu  Beginn des 
Jahres 2000,  und was die Situation im Moment der Ausreise betreffe,  so sei  es 
dem  Gesuchsteller  nicht  gelungen,  für  diese  Zeit  konkrete  Gefährdungsindizien 
glaubhaft zu machen, aus denen auf eine begründete Furcht vor einer Verfolgung 
im flüchtlingsrechtlichen Sinne geschlossen werden könne.

d) Der minderjährige Sohn des Gesuchstellers, B._______, gelangte nachträglich in 
die  Schweiz  und  wurde  vom BFF mit  Verfügung  vom 13.  Februar  2003  in  das 
Asylverfahren des Vaters eingeschlossen.

B. Die Gesuchsteller  fochten die Verfügung des BFF vom 31. Januar 2003 mit  Be-
schwerde vom 3. März 2003 in allen Punkten bei der damals zuständigen Schwei-
zerischen Asylrekurskommission (ARK) an. Als zusätzliches Beweismittel reichten 
sie unter anderem eine Vorladung der Generalstaatsanwaltschaft vom 28. Februar 
1997, unterzeichnet durch einen Inspektor der Kriminalpolizei in Kinshasa, in Ko-
pie zu den Akten.

C. Mit Urteil vom 5. Dezember 2003 wies die ARK die Beschwerde vom 3. März 2003 
im vereinfachten Verfahren ab. In der Urteilsbegründung hielt sie als Fazit fest, die 
Vorbringen betreffend die im Jahre 1997 und 1999 erlittenen Nachteile genügten 
den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht, weshalb davon auszugehen sei, 
dass  der  Gesuchsteller  nach  den  Vorkommnissen  von  1994  während  ungefähr 
sechs  Jahren  von  den  heimatlichen  Behörden  unbehelligt  geblieben  und  auch 
nicht die Zielperson einer asylrechtlich relevanten Verfolgung gewesen sei, als er 
das Land verlassen habe.

D. Am 21. Januar 2004 reichten die Gesuchsteller bei der ARK ein Revisionsgesuch 
gegen das Urteil vom 5. Dezember 2003 ein, in welchem sie zur Hauptsache die 
Gewährung  von Asyl  beantragten.  Zusammen mit  der  Gesuchsschrift  legten sie 
ein Dokument  ins Recht,  bei  dem es sich erscheinungsgemäss um das Original 
der im ordentlichen Beschwerdeverfahren eingereichten Vorladung vom 28. Febru-
ar 1997 handelt.

E. Mit Urteil vom 29. April 2004 wies die ARK das Revisionsgesuch mit der wesent-
lichen Begründung ab, es könne kein Übersehen von aktenkundigen erheblichen 
Tatsachen  festgestellt  werden,  wie  dies  die  Gesuchsteller  sinngemäss  geltend 

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machten.  Was  das  eingereichte  Original  einer  Vorladung  aus  dem  Jahre  1997 
betreffe, so nähmen die Gesuchsteller darauf mit keinem Wort Bezug und unter-
liessen  es insbesondere  zu erklären,  weshalb  sie nicht  hätten in  der  Lage sein 
sollen, das Dokument im ordentlichen Verfahren einzureichen.

F. Am 1.  Oktober 2004 gelangten die Gesuchsteller  mit  einem weiteren Revisions-
gesuch gegen das Beschwerdeurteil  vom 5.  Dezember  2003 an die ARK. Darin 
stellten sie im Hauptpunkt das Begehren, es sei das Urteil vom 5. Dezember 2003 
aufzuheben  und  ihnen  die  Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen  sowie  Asyl  zu 
gewähren.  Daneben  ersuchten  sie  im Eventualpunkt  um Feststellung  der  Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und um Anordnung der vorläufigen Aufnah-
me sowie – in verfahrensrechtlicher Hinsicht  – um Aussetzung des Vollzugs der 
Wegweisung und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Zusammen mit  der  Gesuchsschrift  reichten die  Gesuchsteller  in  der  Form einer 
Fotokopie ein Schreiben des Direktors des Büros des Hohen Kommissars der Ver-
einten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR)  in der Demokratischen Republik 
Kongo vom 16. August 2004 an ihren Rechtsvertreter in der Schweiz ein. Hierauf 
sowie auf die Begründung des Revisionsgesuchs wird, soweit  für das Urteil  von 
Belang, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

G. Mit Zwischenverfügung vom 26. Oktober 2004 setzte der zuständige Instruktions-
richter der ARK den Vollzug der Wegweisung vorsorglich aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Gesuchen um Revision 
seiner Urteile zuständig (vgl. Art. 45 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Ju-
ni  2005  [VGG,  SR  173.32]).  Daneben  übernimmt  es  die  Beurteilung  der  am 
31. Dezember 2006 bei der ARK hängigen Gesuche um Revision und wendet da-
bei das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Es entscheidet  in der Be-
setzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Art. 21 Abs. 1 VGG), sofern das Revi-
sionsgesuch  nicht  in  die  Zuständigkeit  des  Einzelrichters  beziehungsweise  der 
Einzelrichterin  fällt  (vgl.  Art.  23  VGG;  Art.  111  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]).

1.2 Die Gesuchsteller waren am ordentlichen Beschwerdeverfahren vor der ARK be-
teiligt, sind als Adressaten des ihre Beschwerde abweisenden Urteils vom 5. De-
zember 2003 durch dieses besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Inte-
resse an dessen Aufhebung oder Änderung; sie sind daher zur Einreichung eines 
Gesuches um Revision des Beschwerdeurteils legitimiert (Art. 48 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 

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SR 172.021]  in  analogiam;  vgl.  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die  ausserordentlichen 
Rechtsmittel des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 65 ff.).

1.3 Die Gesuchsteller rufen explizit den Revisionsgrund der neuen erheblichen Tatsa-
chen oder Beweismittel  gemäss Art.  66 Abs.  2 Bst.  a VwVG an und versuchen 
dessen Verwirklichung mit  spezifischer und ausreichend sachbezogener Begrün-
dung aufzuzeigen.  Die Rechtsschrift  vom 1. Oktober 2004 erfüllt  somit  in Bezug 
auf ihre Begründung jene qualifizierten Bedingungen, welche an ein Revisionsge-
such zu stellen sind (vgl. Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG, Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2002 
Nr. 13 E. 4b S. 112 f., 1995 Nr. 21 E. 2b S. 206 f.).

Die Rechtsschrift enthält ausserdem – wie bei einem Revisionsgesuch erforderlich 
(vgl. Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 in fine VwVG) – bereits die Begehren für 
den Fall  eines neuen Beschwerdeentscheides,  so dass sie den formellen Anfor-
derungen  an ein  Revisionsgesuch  zu genügen  vermag (vgl.  Art. 47  VGG i.V.m. 
Art. 67 Abs. 3 und Art. 52 VwVG).

Was sodann die Voraussetzung der  Fristwahrung betrifft,  so wird bereits  hier  in 
übergangsrechtlicher Hinsicht die Frage tangiert, ob auf Revisionsgesuche wie das 
vorliegende,  welches  sich  gegen  einen  Entscheid  der  ARK (vgl.  Art.  45  VGG: 
"...Revision  von  Entscheiden  des  Bundesverwaltungsgerichts...")  richtet,  die  auf 
den 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Bestimmungen von Art. 121-128 des Bun-
desgesetzes vom 17.  Juni 2005 über das Bundesgericht  [Bundesgerichtsgesetz, 
BGG,  SR 173.110]  sinngemäss  oder  aber  diejenigen  von  Art.  66  ff.  VwVG An-
wendung finden (vgl. namentlich die – im Unterschied zur Frist von 90 Tagen ge-
mäss Art. 67 Abs. 1 VwVG – bloss 30-tägige relative Revisionsfrist für die Geltend-
machung  einer  Verletzung  "anderer  Verfahrensvorschriften"  in  Art.  124  Abs.  1 
Bst. b BGG). Wie es sich damit verhält, kann jedoch im vorliegenden Einzelfall da-
hingestellt bleiben. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, kommt der Frage nämlich 
nicht nur in Bezug auf die Fristwahrung, sondern auch hinsichtlich der materiellen 
Begründetheit  des  Revisionsgesuchs  vom 1. Oktober  2004  keine entscheidende 
Bedeutung zu.

Die Gesuchsteller  stützen ihr  Revisionsgesuch ausdrücklich auf die Bestimmung 
von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG ab (das Verwaltungsgerichtsgesetz und das Bun-
desgerichtsgesetz waren bei Einreichung des Gesuchs am 1. Oktober 2004 noch 
nicht  in  Kraft  getreten).  Bezogen  auf  ihre  persönliche Situation  machen sie gel-
tend, die Bestätigung des UNHCHR-Büros in der Demokratischen Republik Kongo 
vom 16. August 2004 stelle ein neues Beweismittel  im Sinne von Art. 66 Abs. 2 
Bst. a VwVG dar, und gleichzeitig sei eine neue erhebliche Tatsache im Sinne der-
selben Bestimmung darin zu erblicken, dass der Gesuchsteller in Zusammenhang 
mit der Ermordung des Präsidenten Laurent-Désiré Kabila gebracht und zudem als 
Teilnehmer des versuchten Putsches vom 28. März 2004 verdächtigt werde. In An-
betracht des angerufenen Revisionsgrunds und des Ausstellungsdatums des ein-
gereichten  Dokuments  (16.  August  2004)  können  alsdann  sowohl  die  90-tägige 
relative wie auch die 10-jährige absolute Revisionsfrist  von Art. 67 Abs. 1 VwVG 
beziehungsweise von Art. 124 Abs. 1 Bst. d und Abs. 2 BGG mit der Postaufgabe 

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am 1. Oktober 2004 ohne weiteres als gewahrt betrachtet werden.

1.4 Das Revisionsgesuch vom 1. Oktober 2004 erweist sich demnach als formgültig 
und fristgerecht eingereicht (vgl. Art. 124 BGG; Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 
VwVG i.V.m. Art. 52 VwVG). Folgerichtig ist darauf einzutreten.

2. Mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision wird die Unabänderlichkeit 
und  Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen  Beschwerdeentscheides  angefochten, 
im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft beseitigt wird und über die Sache neu ent-
schieden  werden  kann  (vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl., 
Bern 1983, S. 229 f.).

2.1 Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts werden durch dieses selbst aus den in 
Art. 121-123 BGG festgeschriebenen Gründen in Revision gezogen (Art. 45 VGG). 
Daneben bezeichnet  Art.  66 VwVG für  das Verfahren in Verwaltungssachen die 
Gründe,  aus  denen  eine  vorgängig  mit  Beschwerde  angerufene  Bundesverwal-
tungsbehörde ihren Entscheid in Revision zieht (Art. 1 Abs. 1 VwVG).

2.2 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann die Revision eines Entscheides verlangt 
werden,  wenn  die  ersuchende  Partei  nachträglich  erhebliche  Tatsachen  erfährt 
oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht bei-
bringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel,  die erst nach 
dem Entscheid entstanden sind. Nach Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG zieht die Be-
schwerdeinstanz ihren Entscheid auf Begehren einer Partei in Revision, wenn die 
Partei neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel vorbringt.

2.3 Die zur Stützung eines Revisionsgesuches geltend gemachten Tatsachen und ein-
gereichten Beweismittel müssen neu und erheblich (Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG) 
beziehungsweise nachträglich in Erfahrung gebracht  respektive nachträglich auf-
gefunden  und  erheblich  respektive  entscheidend  (Art.  123  Abs.  2  Bst.  a  BGG) 
sein. Erheblich im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG beziehungsweise Art. 66 
Abs. 2 Bst. a VwVG sind neue (d.h. nachträglich erfahrene, doch vorbestehende) 
Tatsachen dann, wenn sie geeignet sind, die tatbeständliche Grundlage des ange-
fochtenen Entscheides zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu 
einem anderen, für die gesuchstellende Partei günstigeren Ergebnis zu führen, mit 
anderen Worten, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können. Mit 
einem Revisionsgesuch erstmals eingereichte Beweismittel  können nur dann zur 
Revision  eines  Urteils  führen,  wenn  sie  entweder  nachträglich  in  Erfahrung  ge-
brachte,  doch vorbestehende erhebliche Tatsachen erhärten oder geeignet  sind, 
dem Beweis  von Tatsachen zu dienen,  die zwar im früheren Verfahren bekannt 
gewesen,  aber zum Nachteil  der  gesuchstellenden Partei  unbewiesen geblieben 
sind, und wenn sie bei Vorliegen im ordentlichen Verfahren vermutlich zu einem 
anderen Entscheid geführt  hätten (vgl.  zum Ganzen EMARK 2002 Nr.  13 E.  5a 
S. 113 f., mit Hinweisen auf Doktrin und Praxis).

2.4 Nach der  Regel  von  Art.  123 Abs.  2  Bst.  a  BGG beziehungsweise  von Art.  66 
Abs. 3 VwVG bilden sowohl neu geltend gemachte, vorbestehende Tatsachen als 
auch  nachträglich  aufgefundene  beziehungsweise  neu  erhältlich  gemachte  Be-
weismittel  nur  dann  einen  Revisionsgrund,  wenn die  gesuchstellende  Partei  sie 
auch bei zumutbarer Sorgfalt im erstinstanzlichen Verfahren oder im ordentlichen 

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Rechtsmittelverfahren  nicht  kennen  oder  beibringen  konnte  oder  sie  aus  ent-
schuldbaren  Gründen  nicht  vorgebracht  hat  (EMARK 2002  Nr.  13  E.  5a  und  b 
S. 113 f.). Erweisen sich Revisionsvorbringen als in  diesem Sinne verspätet,  so 
muss – um gleichwohl zur Gutheissung eines Revisionsgesuchs in den Fragen der 
Flüchtlingseigenschaft und der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs zu führen – 
bereits im Rahmen der Prüfung des Vorliegens der geltend gemachten Revisions-
gründe eine vorweggenommene materielle Beurteilung ergeben, dass die völker-
rechtlichen  Wegweisungsschranken  von  Art. 33  des  Abkommens  vom  28. Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (Flüchtlingskonvention,  FK, 
SR 0.142.30)  i.V.m Art. 5 AsylG und von Art. 3  der Konvention vom 4. November 
1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische 
Menschenrechtskonvention, EMRK, SR 0.101)  tatsächlich bestehen (vgl. EMARK 
1995 Nr. 9 E. 7g S. 89 f., mit Hinweisen auf Doktrin und Praxis).

3. Im konkreten Fall wird die Revision eines rechtskräftigen Urteils vom 5. Dezember 
2003 mit  der Kopie eines Dokuments verlangt,  dessen Original  erscheinungsge-
mäss  am 16.  August  2004  ausgestellt  wurde  (vgl.  Bst.  F  hiervor).  Würde  man 
Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG anwenden und streng nach seinem Wortlaut (..."unter 
Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstan-
den sind;") auslegen,  fiele demnach eine Revision des Urteils vom 5. Dezember 
2003 bereits  wegen der  nachträglichen Entstehung des Dokuments  nicht  in  Be-
tracht. Ob Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG tatsächlich in diesem Sinne zu interpretieren 
beziehungsweise vorliegend überhaupt anzuwenden ist (an Stelle der anders lau-
tenden Bestimmung von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG), braucht indes nicht weiter 
erörtert zu werden. Wie nachfolgend dargelegt wird, fehlt es dem Dokument vom 
16. August 2004 und den darin enthaltenen Tatsachenvorbingen nämlich ohnehin 
am  Erfordernis  der  revisionsrechtlichen  Neuheit  oder  Erheblichkeit  sowie  der 
rechtzeitigen Einbringung ins Verfahren, so dass sowohl unter dem alten wie unter 
dem neuen Recht die Voraussetzungen für eine Revision des Urteils vom 5. De-
zember 2003 nicht gegeben sind (vgl. E. 1.3 hiervor).

3.1 Das Dokument vom 16. August 2004 bezieht sich textlich in einem ersten Punkt 
auf aktenkundige Vorbringen, deren Wahrhaftigkeit im ordentlichen Verfahren nicht 
in  Zweifel  gezogen  wurde  (insbes.  Verurteilung  zu  vier  Monaten  Haft  im  Jahre 
1994 wegen angeblicher Komplizenschaft mit dem Rebellenführer D._______), in 
einem zweiten Punkt auf die im ordentlichen Verfahren als unglaubhaft erachtete 
Verhaftung im Jahre 1999, in einem dritten Punkt auf angebliche, im Februar 2003 
begonnene Repressalien von Agenten des Sicherheitsdienstes gegen E._______, 
die Cousine des  Gesuchstellers, unter dem Vorwand von angeblichen Hinweisen 
auf  eine  Mitwirkung  des  Gesuchstellers  an  der  Ermordung  des  Präsidenten 
Laurent-Désiré  Kabila,  sowie,  in  einem vierten  Punkt,  auf  Festnahmedrohungen 
derselben Agenten des Sicherheitsdienstes gegen E._______ im März 2004, die 
damit begründet worden seien, dass E._______ Kontakte zum Gesuchsteller un-
terhalte, welcher der Beteiligung am versuchten Putsch vom 28. März 2004 ver-
dächtigt werde.

3.1.1 Die geltend gemachte Verurteilung zu vier  Monaten Haft  im Jahre 1994 wegen 
des  Vorwurfs  der  Komplizenschaft  mit  dem  Rebellenführer  D._______  und  die 

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Verbüssung der Strafe wurden vom BFF in der Verfügung vom 31. Januar 2003 als 
glaubhaft erachtet (vgl.  daselbst,  E. I.1.).  Die ARK stellte die Glaubhaftigkeit  der 
betreffenden  Vorbringen  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  ebenso  wenig  in 
Frage  (vgl.  Urteil  vom 5.  Dezember  2003,  E.  3  und  4a).  Es  liegen  demzufolge 
bereits vorgebrachte, aktenkundige Sachverhaltsbestandteile vor, die von vornhe-
rein keine neuen, in der Bedeutung von nachträglich in Erfahrung gebrachten Tat-
sachen gemäss Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG und Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG dar-
stellen können. Weil die aktenkundigen Sachverhaltsbestandteile zudem glaubhaft 
gemacht  werden konnten,  kann im Dokument vom 16. August  2004,  insoweit  es 
diese erneut thematisiert, folgerichtig kein erhebliches beziehungsweise entschei-
dendes  Beweismittel  im  Sinne  der  erwähnten  Bestimmungen  erblickt  werden 
(vgl. E. 2.3 hiervor).

3.1.2 Soweit mit dem Dokument vom 16. August 2004 die (nachträgliche) Glaubhaftma-
chung der Verhaftung im Jahre 1999 anvisiert wird, ist den Gesuchstellern entge-
genzuhalten, dass sie nicht konkret aufzeigen, inwiefern es ihnen nicht hätte mög-
lich sein sollen,  ein entsprechendes Schreiben des UNHCHR-Büros in Kinshasa 
mit identischem Inhalt bereits im ordentlichen Verfahren zu beschaffen und unver-
züglich zu den Akten zu reichen. In diesem Zusammenhang gilt  es klarzustellen, 
dass  das  Revisionsgesuch  als  ausserordentliches Rechtsmittel  zu  begreifen  ist 
und das Revisionsverfahren der gesuchstellenden Partei gerade nicht ermöglichen 
soll,  im früheren – ordentlichen – Verfahren durch Unsorgfalt  versäumte Rechts-
handlungen nachzuholen, andernfalls die ordentliche Beschwerdefrist unterlaufen 
("verlängert") würde. Mit anderen Worten darf das Revisionsverfahren nicht dazu 
dienen,  im  ordentlichen Verfahren  begangene  vermeidbare  Unterlassungen  zu 
kompensieren,  weil  die  betroffene Partei  sonst  die  Möglichkeit  hätte,  sich durch 
unvollständiges  Vorbringen  ein-  oder  sogar  mehrmalige  Neubeurteilungen  ihres 
Falles zu sichern (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 5 S. 81 f.,  mit Hinweisen). Konse-
quenterweise darf aus Gründen der Rechtssicherheit der Zeitpunkt der Einholung 
von  Informationen  und  der  Ausfertigung,  Beschaffung  und  Einreichung  von  Be-
weismitteln nicht  in der Disposition der um Revision ersuchenden Partei  stehen. 
Letztere hat vielmehr von sich aus die Umstände klar aufzuzeigen, die dazu ge-
führt haben, dass beispielsweise ein Dokument nicht früher beziehungsweise erst 
später  als  ein anderes  in  ihren Besitz  gelangen und den Weg in die Akten des 
Asylverfahrens finden konnte.

Im  vorliegenden  Fall  sind  glaubhafte  (zum  Genügen  der  blossen  Glaubhaftma-
chung der Schuldlosigkeit vgl. BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 110) Gründe, aus denen 
die Gesuchsteller trotz der von ihnen zu verlangenden Umsicht nicht hätten in der 
Lage sein sollen, ein Dokument in Gestalt eines Schreibens des UNHCHR-Büros 
in  Kinshasa  mit  den  entsprechenden  Ausführungen  zur  angeblichen  Verhaftung 
durch die PIR ("Police d'Intervention Rapide")  im Jahre 1999 schon in das dem 
Urteil vom 5. Dezember 2003 vorangegangene Beschwerdeverfahren vor der ARK 
oder in das erstinstanzliche Verfahren vor dem Bundesamt einzubringen, nicht zu 
erkennen.  Im  Revisionsgesuch  wird  diesbezüglich  lediglich  erwähnt,  dass  das 
UNHCHR-Büro in Kinshasa "auf Anfrage hin" mit Schreiben vom 16. August 2004 
wichtige  Informationen mitgeteilt  und bestätigt  habe.  Zu welchem Zeitpunkt  jene 
"Anfrage"  an das  UNHCHR-Büro ergangen  ist,  bleibt  verborgen.  Immerhin  lässt 

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sich  aus  der  Adressierung  des  Schreibens  vom 16.  August  2004  an den  rubri-
zierten Rechtsvertreter der Gesuchsteller und dem Ausstellungsdatum der beige-
brachten  Vollmacht  (20.  Juli  2004)  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  herleiten,  dass 
das Büro des UNHCHR in Kinshasa nicht früher als vor der Mandatsübernahme 
am 20. Juli 2004 in dieser Angelegenheit kontaktiert worden ist. Bei dieser Akten-
lage ist den Gesuchstellern entgegenzuhalten, dass es ihnen ohne weiteres mög-
lich gewesen wäre, sich bereits im ordentlichen Verfahren um eine derartige Be-
stätigung  des  UNHCHR-Büros  bezüglich  der  angeblichen  Verhaftung  durch  die 
PIR im Jahre 1999 zu bemühen. Im Beschwerdeverfahren vor der ARK hätten sie 
daran erst recht ein vitales Interesse gehabt, nachdem in der Verfügung des BFF 
vom 31. Januar 2003 die Verhaftung im Jahre 1999 – im Unterschied gerade zu 
den  Vorkommnissen  im Jahre  1994  –  als  unglaubhaft  erachtet  worden  war.  Zu 
ihrem Nachteil zu berücksichtigen ist sodann, dass sie gleichzeitig in der Lage wa-
ren, im ordentlichen Beschwerdeverfahren vor der ARK andere Beweismittel  wie 
namentlich eine Vorladung der Generalstaatsanwaltschaft vom 28. Februar 1997, 
unterzeichnet  durch einen Inspektor  der Kriminalpolizei  in Kinshasa,  in Kopie zu 
den Akten zu reichen (vgl.  Bst.  B hiervor).  Soweit  die angebliche Verhaftung im 
Jahre 1999 zur Diskussion steht, kann mit anderen Worten der Zeitpunkt der Ein-
reichung einer entsprechenden Bestätigung des UNHCHR-Büros in Kinshasa nicht 
mit Komplikationen bei dessen Beschaffung, sondern einzig damit erklärt werden, 
dass die Gesuchsteller nicht vorher in diese Richtung tätig geworden sind. Diese 
Versäumnisse haben sie sich selber als fehlende Sorgfalt  in der Prozessführung 
vorzuwerfen (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 6 S. 83). Das Dokument vom 16. August 
2004 ist  diesbezüglich insoweit  als verspätet zu qualifizieren (vgl.  Art. 66 Abs. 3 
VwVG bzw. Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG).

3.1.3 Nicht  anders  verhält  es sich in  Bezug auf  den dritten  Punkt  im Dokument  vom 
16. August  2004,  wonach  E._______,  die  Cousine  des  Gesuchstellers,  im  Juni 
2004 dem UNHCHR-Büro in einem Schreiben mitgeteilt habe, sie sei seit Februar 
2003 von Agenten des Sicherheitsdienstes unter dem Vorwand, den Gesuchsteller 
zu suchen,  den sie der Beteiligung an der Ermordung des Präsidenten Laurent-
Désiré Kabila verdächtigt hätten, mehrmals schikaniert, bedroht und zu Geldzah-
lungen genötigt worden. Auch hier deuten die Akten klar darauf hin, dass es den 
Gesuchstellern zuzumuten gewesen wäre,  die betreffenden Informationen bezie-
hungsweise eine schriftliche Bestätigung schon vor dem Urteil  vom 5. Dezember 
2003 in das Verfahren einzubringen. So liess der Gesuchsteller in der am 26. No-
vember  2002 durchgeführten Ergänzungsbefragung durch das BFF verlauten,  er 
habe  Neuigkeiten  von  seinen  Kindern,  die  er  in  die  Obhut  seiner  Cousine 
E._______ gegeben habe (vgl. A9/10, S. 6). Sodann konnte das Kind B._______ 
am 26. Januar 2003 aus der Demokratischen Republik Kongo ausreisen und tags 
darauf in Begleitung einer Frau, bei welcher es sich nach Angaben des Gesuch-
stellers um eine Freundin seiner (angeblich verstorbenen) Frau handelte, offenbar 
mit dem erforderlichen Visum über den Flughafen Genf in die Schweiz gelangen. 
Aus  der  zweifellos  gezielt  vorbereiteten  Reise  des  Kindes  B._______in  die 
Schweiz und dem Verweilen zweier weiterer Kinder bei der Cousine E._______ in 
Kinshasa  (vgl.  A9/10,  S.  6)  lässt  sich  schliessen,  dass  der  Gesuchsteller  in 
ständigem Kontakt zu E._______ stand und immer noch steht. Demzufolge hätte 
er  die  Möglichkeit  gehabt,  die  angeblich  im  Februar  2003  einsetzende  und  mit 

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seiner Person zusammenhängende Bedrängung von E._______ durch den Sicher-
heitsdienst im dazumal laufenden Beschwerdeverfahren als Bedrohungsindiz gel-
tend  zu  machen  beziehungsweise  ein  Bestätigungsschreiben  in  der  Art,  wie 
E._______ es im Juni 2004 an das Büro des UNHCHR gerichtet hat, zu beschaf-
fen und zu den Akten zu reichen. Es liegt insofern aufseiten der Gesuchsteller eine 
Nachlässigkeit in der Prozessführung vor, die im vorliegenden Revisionsverfahren 
zu ihrem Nachteil auszulegen ist (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 5 S. 82). Das Doku-
ment vom 16. August  2004 vermag somit  auch in diesem Punkt  das Erfordernis 
der rechtzeitigen Einbringung ins Verfahren nicht zu erfüllen.

3.2 Weil das Dokument vom 16. August 2004 hinsichtlich der erwähnten Punkte zwei 
und drei  (vgl.  E.  3.1.2.  und 3.1.3 hiervor)  von den Gesuchstellern verspätet  be-
schafft und eingereicht wurde, ist im Folgenden anhand einer vorweggenommenen 
materiellen  Beurteilung zu prüfen,  ob die  von ihnen daraus abgeleiteten  völker-
rechtlichen  Wegweisungshindernisse  tatsächlich  bestehen  (vgl.  EMARK  1995 
Nr. 9 E. 7g S. 90).

3.2.1 Was die behauptete Verhaftung im Jahre 1999 betrifft (Punkt 2, E. 3.1.2), erweist 
sich das Dokument  vom 16.  August  2004 aus verschiedenen Gründen als  nicht 
beweistauglich. Zunächst beschränkt sich das Dokument auf die allgemeine Aus-
sage, der Gesuchsteller sei im Jahre 1999 durch die PIR unter dem Vorwurf, im 
Solde  der  Rebellenbewegung  RCD  ("Rassemblement  Congolais  pour  la  Démo-
cratie") zu stehen, erneut verhaftet, unter prekären Bedingungen festgehalten und 
erst nach Bezahlung eines beträchtlichen Lösegeldes durch seine Familienange-
hörigen wieder freigelassen worden, woraufhin er sich – traumatisiert – schliesslich 
entschlossen habe, das Land zu verlassen. Auf welche Quellen sich diese Ausfüh-
rungen  stützen  und  inwieweit  eine  Verifizierung  durch  das  UNHCHR erfolgt  ist, 
geht aus dem Dokument nicht hervor. Im zweiten Absatz ist lediglich in Bezug auf 
die ins Jahr 1994 zurückgehenden Schwierigkeiten von Informationen die Rede, 
die durch das UNHCHR-Büro ermittelt und verifiziert worden seien. Im Schlussab-
satz des Dokuments wird sodann erklärt, dass die Bestätigung ausnahmsweise auf 
Ersuchen des Rechtsvertreters der Gesuchsteller hin ausgestellt werde. Unter die-
sen Umständen bleibt die Frage bestehen, ob es in Bezug auf die angebliche Ver-
haftung im Jahre 1999 überhaupt  verwertbare Auskünfte von Drittpersonen gibt, 
die sich auf andere Quellen als die eigenen Verlautbarungen des Gesuchstellers 
abstützen.  So  hat  der  Gesuchsteller  etwa  zu  keinem  Zeitpunkt  des  Verfahrens 
geltend gemacht, in der angeblichen Haft von einem Vertreter einer Hilfsorganisa-
tion besucht worden zu sein. Die indirekte Formulierung am Ende des vierten Ab-
satzes (..."il  aurait finalement décidé de quitter le pays")  deutet  denn auch nicht 
darauf  hin,  dass in  dieser  Beziehung  detaillierte,  von der  eigenen  Darstellungs-
weise des Gesuchstellers losgelöste Auskünfte von neutraler Seite eingeholt wer-
den konnten. Vor allem aber ändern die allgemeinen Ausführungen im Dokument 
vom 16.  August  2004  nichts  daran,  dass  der  Gesuchsteller  selber,  als  die  ver-
meintlich am besten positionierte Person, sich in den Befragungen im ordentlichen 
erstinstanzlichen  Verfahren  zur  angeblichen  Verhaftung  im  Jahre  1999,  insbe-
sondere zur Frage nach erlittenen Misshandlungen und der Zahl von Mitinsassen 
in seiner Zelle, massiv widersprach (vgl. insbes. A6/36, S. 12, 21, 26; A9/10, S. 2, 
3  und 4).  Zu seinen Ungunsten ist  schliesslich  darauf  hinzuweisen,  dass  er  bei 
seinen persönlichen Schilderungen in  den Befragungen – im Gegensatz  zu den 

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Angaben im Dokument vom 16. August 2004 – die Bezahlung eines Lösegeldes 
als Bedingung für seine Freilassung niemals erwähnt hat.  Zudem deckt sich die 
Andeutung, wonach er nach der Freilassung aus der Haft im Jahre 1999 traumati-
siert gewesen sei und als Konsequenz davon den Ausreiseentschluss gefasst ha-
be, nicht mit seiner eigenen Version, wonach er im Dezember 1999 vor den heran-
marschierenden Soldaten sein Zuhause in Kinshasa fluchtartig verlassen habe, zu 
seiner Sicherheit  vorerst nach Kinsangani ausgewichen sei und dort  angefangen 
habe, seine Ausreise vorzubereiten.

Demzufolge ist das Dokument vom 16. August 2004 nicht geeignet, die Angaben 
des Gesuchstellers zur angeblichen Inhaftierung im Februar 1999 und generell zu 
seiner persönlichen Situation im Moment der Ausreise im Januar 2000 in einem 
glaubhafteren Licht erscheinen zu lassen. Weil der Gesuchsteller daraus im Hin-
blick  auf  die  Erfüllung  der  Flüchtlingeigenschaft  im Sinne von Art.  3  AsylG und 
Art. 1 Abschnitt A FK nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag, kann hinläng-
lich ausgeschlossen werden, dass die Nichtberücksichtigung des Dokuments we-
gen verspäteter  Einreichung eine Verletzung des in Art.  5 AsylG und Art.  33 FK 
verankerten Refoulement-Verbots zur Folge hätte. Ebenso wenig läge dadurch ei-
ne Verletzung von Art. 3 EMRK vor, weil eine tatsächliche Gefahr, die Gesuchstel-
ler  könnten  bei  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  Folter  oder  unmenschlicher 
oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden,  nach dem Ge-
sagten offensichtlich nicht besteht.

3.2.2 Erst recht besteht kein Anlass zur Annahme einer Verletzung der Garantien von 
Art. 33 FK und Art. 3 EMRK, insoweit im Dokument vom 16. August 2004 eine an-
gebliche  Bedrängung  von E._______ durch Agenten des  Sicherheitsdienstes  ab 
Februar  2003  wegen  der  Verdächtigung  des  Gesuchstellers,  an  der  Ermordung 
von  Laurent-Désiré  Kabila  mitgewirkt  zu  haben,  thematisiert  wird  (Punkt  3, 
E. 3.1.3). Aus dem diesbezüglichen Wortlaut des Dokuments (vgl. insbes. die For-
mulierungen "fait état", "soupçonnaient" und "l'auraient") lässt sich nämlich schlies-
sen,  dass  das  UNHCHR-Büro  hier  nicht  etwa  die  Richtigkeit  der  Angaben  von 
E._______, sondern einzig und allein bestätigt, dass es im Juni 2004 ein Schrei-
ben von E._______ mit dem nämlichen Inhalt erhalten hat. Angesichts der hiervor 
dargelegten Umstände (vgl.  E.  3.1.3)  liegen konkrete  Anzeichen dafür  vor,  dass 
zwischen den Gesuchstellern und E._______ ein dauernder Kontakt und ein von 
Loyalität  geprägtes  Verhältnis  besteht.  Schon deshalb können die Angaben von 
E._______ im Schreiben vom Juni 2004 und deren Wiedergabe im Dokument vom 
16. August 2004 nicht als Auskünfte eines unbefangenen Dritten gewertet werden. 
Vielmehr ist diesen letztlich kein höherer Beweiswert als einer ungeprüften Partei-
behauptung zu attestieren. Abgesehen davon gilt  es sich im Zusammenhang mit 
dem  angeblich  vom  Sicherheitsdienst  gegenüber  E._______  geäusserten  Ver-
dacht, der – seit Anfang des Jahres 2000 in der Schweiz weilende – Gesuchsteller 
sei womöglich an der Ermordung von Laurent-Désiré Kabila beteiligt gewesen, zu 
vergegenwärtigen,  dass sich das Attentat  am 17.  Januar  2001 ereignet  hat  und 
nach der Bestätigung des Todes am 18. Januar 2001 einer von Kabilas Leibwäch-
tern, der bei einem anschliessenden Feuergefecht mit Sicherheitsbeamten im Prä-
sidentenpalast von Kinshasa ums Leben kam, des Mordes beschuldigt wurde. In 
ihrem am 23. Mai 2001 veröffentlichten Bericht beschuldigte die sofort eingesetzte 

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Untersuchungskommission  zudem  die  Regierungen  Ruandas  und  Ugandas,  die 
Ermordung von langer Hand vorbereitet zu haben.

3.3 Zusammenfassend  lässt  sich  somit  festhalten,  dass  es  dem  Dokument  vom 
16. August  2004,  insoweit  darin  Bezug genommen wird  auf  die angebliche  Ver-
haftung des Gesuchstellers im Jahre 1999 (Punkt 2) und Repressalien seitens des 
Sicherheitsdienstes gegen E._______ seit Februar 2003 wegen des Verdachts ei-
ner Beteiligung des Gesuchstellers am Attentat an Laurent-Désiré Kabila (Punkt 3) 
am Erfordernis  der rechtzeitigen Einbringung ins Verfahren fehlt  (Art.  66 Abs.  3 
VwVG und Art.  123 Abs.  2 Bst.  a BGG) und darin auch keine genügend klaren 
Anzeichen für das Bestehen eines völkerrechtlichen Wegweisungshindernisses im 
Sinne von Art. 33 FK und Art. 3 EMRK erkannt werden können.

3.4 In einem letzten Punkt (Punkt 4) schliesslich hält das Dokument vom 16. August 
2004 fest,  dass E._______ im März 2004 erklärt  habe,  (dieselben) Agenten des 
Sicherheitsdienstes  hätten ihr  mit  einer  Verhaftung gedroht  und als Begründung 
angegeben, sie stehe im Kontakt mit dem Gesuchsteller, den sie verdächtigten, zu 
den  Drahtziehern  des  misslungenen  Putsches  vom 28.  März  2004  zu  gehören. 
Nachdem sie den Agenten 300 Dollar bezahlt habe, habe sie – um ihr Leben fürch-
tend – beschlossen, in die Anonymität abzutauchen.

Hierbei  handelt  es  sich  um  Sachverhaltselemente,  die  sich  darstellungsgemäss 
nach Abschluss des ordentlichen (Rechtsmittel-)Verfahrens verwirklicht haben und 
deshalb nicht unter dem Blickwinkel der Revision, sondern unter bestimmten Vor-
aussetzungen (vgl. EMARK 2005 Nr. 25 E. 4.2. S. 227 f.) durch das BFM im Rah-
men eines Wiedererwägungsverfahrens zu prüfen wären (vgl. statt vieler EMARK 
1995 Nr. 21 E. 1c S. 204). Aus den bereits dargelegten Gründen (vgl. E. 3.2.1 und 
3.2.2) erweist sich in dieser Hinsicht das Dokument vom 16. August 2004 bezie-
hungsweise die darauf  Bezug nehmende Gesuchseingabe vom 1. Oktober  2004 
als nicht genügend substanziiert  (vgl.  EMARK 2005 Nr. 25 E. 4.2. S. 227 f.),  um 
eine Überweisung an das BFM zur Prüfung von Wiedererwägungsgründen recht-
fertigen zu können.

4. Als Fazit  ist  demnach festzuhalten,  dass von den Gesuchstellern kein revisions-
rechtlich  relevanter  Sachverhalt  dargetan werden konnte.  Das Gesuch um Revi-
sion  des  Urteils  der  ARK  vom  5. Dezember  2003  ist  demzufolge  abzuweisen. 
Sodann ist von einer Überweisung der Akten an das BFM zum Zweck der Prüfung 
von Wiedererwägungsgründen abzusehen.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von insgesamt Fr. 1'200.-- 
den Gesuchstellern aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; 
Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1, 2 und 3 des Reglements vom 11. Dezem-
ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

13

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2. Die  Verfahrenskosten,  bestimmt  auf  Fr.  1'200.--,  werden  den  Gesuchstellern 
auferlegt.

3. Dieses Urteil geht an:

- den Rechtsvertreter der Gesuchsteller,  2 Expl.  (eingeschrieben; Beilage: Ein-
zahlungsschein)

- die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Akten

- das F._______ des Kantons G._______

- das Amtsstatthalteramt H._______

Der Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Martin Maeder

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