# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab13eebe-8926-5b61-9ac7-7667419a13ca
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.08.2025 F-5879/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-5879-2025_2025-08-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-5879/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Preisig, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;   

Gerichtsschreiberin Meike Pauletzki. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am […], Afghanistan,  

vertreten durch MLaw Anna Kuhn, Rechtsschutz für  

Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone;  

Verfügung des SEM vom 23. Juli 2025. 

 

 

 

F-5879/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 13. Mai 2025 in der Schweiz um Asyl. 

Mit Eingabe vom 17. Juli 2025 bat sie darum, dem Kanton B._______ zu-

gewiesen zu werden.  

B.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2025 (gleichentags eröffnet) anerkannte die 

Vorinstanz die Beschwerdeführerin als Flüchtling, gewährte ihr Asyl, wies 

sie dem Kanton C._______ zu und hielt fest, dass eine allfällige Be-

schwerde gegen die Kantonszuweisung keine aufschiebende Wirkung hat.  

C.  

C.a Gegen die Kantonszuweisung erhob die Beschwerdeführerin am 

4. August 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 der angefochtenen Verfügungen seien 

aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, sie dem Kanton 

B._______ zuzuweisen. Eventualiter sei die Sache zu neuem Entscheid an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie da-

rum, die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen und 

ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.  

C.b Am 7. August 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Kantonszuweisung unterliegen 

der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Verfahren richtet sich nach dem 

VwVG, soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 6 

AsylG, Art. 37 VGG). Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. 

Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zwei-

ten Richterin respektive eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), 

F-5879/2025 

Seite 3 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung zu behandeln ist (Art. 111a AsylG). 

2.  

2.1 Entscheide über die Zuweisung einer asylsuchenden Person an einen 

Kanton können gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG – diese Spezialbestimmung 

geht der allgemeinen Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vor (Art. 106 Abs. 2 

AsylG) – nur mit der Begründung angefochten werden, sie verletzten den 

Grundsatz der Einheit der Familie. Auf anerkannte Flüchtlinge ist diese 

Kognitionsbeschränkung nicht anwendbar. Sie können eine Verletzung von 

Art. 26 des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 

28. Juli 1951 (FK, SR 0.142.30) und von Art. 37 AIG (SR 142.20), der den 

Wechsel des Wohnorts in einen anderen Kanton für ausländische Perso-

nen regelt, vor Bundesverwaltungsgericht rügen (vgl. BVGE 2012/2 

E. 3.2.3; zuletzt Urteile des BVGer F-4931/2025 vom 28. Juli 2025 E. 2.1, 

F-4373/2025 vom 25. Juli 2025 E. 2.1, F-4259/2025 vom 17. Juli 2025 

E. 2.1).  

2.2 Flüchtlinge mit rechtmässigem Aufenthalt in der Schweiz haben das 

Recht, ihren Aufenthaltsort zu wählen und sich frei zu bewegen, vorbehält-

lich der Bestimmungen, die unter den gleichen Umständen für ausländi-

sche Personen im Allgemeinen gelten (vgl. Art. 26 FK, Art. 58 AsylG; 

BVGE 2012/2 E. 3.2.2). Art. 26 FK zielt darauf ab, die Einschränkungen 

der freien Wahl des Aufenthaltsortes und der Bewegungsfreiheit für Flücht-

linge auf ein Minimum zu beschränken. Zulässig sind nur einschränkende 

Bestimmungen, die für sämtliche Kategorien von ausländischen Personen 

gelten. Abzustellen ist mithin auf diejenigen Einschränkungen, die auf aus-

ländische Personen mit einer Niederlassungsbewilligung anwendbar sind. 

Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts begründet 

Art. 26 FK für Flüchtlinge somit einen Anspruch auf Kantonszuweisung und 

-wechsel in gleichem Umfang, wie er einer niedergelassenen Person ge-

stützt auf Art. 37 Abs. 3 AIG zusteht. Nach Massgabe dieser Bestimmung 

besteht ein Anspruch auf Kantonswechsel, sofern nicht Widerrufsgründe 

nach Art. 63 AIG vorliegen und sich eine darauf gestützte Verweigerung als 

verhältnismässig erweist (vgl. BVGE 2012/2 E. 5.2.2; zuletzt Urteile 

F-4931/2025 E. 2.2, F-4373/2025 E. 2.2, F-4259/2025 E. 2.2).  

3.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2025 hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 

als Flüchtling anerkannt und ihr Asyl gewährt. Art. 27 Abs. 3 AsylG ist damit 

auf die Beschwerdeführerin nicht anwendbar. Als anerkannter Flüchtling 

F-5879/2025 

Seite 4 

mit Asyl hat sie grundsätzlich Anspruch auf freie Wahl des Kantons, in dem 

sie sich niederlassen möchte. Vorbehalten bleibt das Vorliegen von Wider-

rufsgründen nach Art. 63 AIG (vgl. E. 2.2). Die Vorinstanz hat sich in der 

angefochtenen Verfügung mit der Rechtsstellung der Beschwerdeführerin 

als Flüchtling mit Asyl und ihrem Anspruch auf Zuweisung an den anbe-

gehrten Kanton nicht auseinandergesetzt. Ausserdem hat sie nicht geprüft, 

ob der Zuweisung der Beschwerdeführerin an den Kanton B._______ Wi-

derrufsgründe im Sinn von Art. 63 AIG entgegenstehen könnten. Insofern 

erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als unvollständig abgeklärt 

und der Untersuchungsgrundsatz ist verletzt (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 

VwVG, Art. 49 Bst. b VwVG; vgl. zuletzt Urteile F-4931/2025 E. 3, 

F-4373/2025 E. 3, F-4259/2025 E. 2.3).  

4.  

Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsgericht 

grundsätzlich in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit ver-

bindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Rückweisung kommt 

insbesondere dann in Betracht, wenn weitere Sachverhaltsfeststellungen 

getroffen werden müssen und der Vorinstanz als Erstinstanz ein gewisser 

Ermessensspielraum zukommt (vgl. BVGE 2020 VI/1 E. 10.1.2, 2020 VII/6 

E. 12.6, 2015/30 E. 8.1). Vorliegend lässt sich die Entscheidungsreife nicht 

mit geringem Aufwand herstellen (vgl. E. 3), weshalb die Sache an die Vor-

instanz zurückzuweisen ist. 

5.  

5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Dispositiv-

Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung ist aufzuheben und die Sache zur 

vollständigen Sachverhaltsabklärung im Sinn der Erwägungen sowie zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird insbeson-

dere abzuklären haben, ob einer Zuweisung der Beschwerdeführerin an 

den Kanton B._______ Widerrufsgründe nach Art. 63 AIG entgegenstehen 

und falls ja, ob sich eine darauf gestützte Verweigerung der anbegehrten 

Kantonszuweisung als verhältnismässig erweist.  

5.2 Mit diesem Urteil wird das Gesuch um Wiederherstellung der aufschie-

benden Wirkung gegenstandslos.  

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (recte: 

unentgeltliche Prozessführung) wird somit gegenstandslos. 

F-5879/2025 

Seite 5 

7.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Dispositivziffer 3 der vorinstanzlichen Verfügung vom 23. Juli 2025 

wird aufgehoben und die Sache im Sinn der Erwägungen zur Abklärung 

und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und  

die kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Meike Pauletzki