# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6f83a15-4932-5224-ace0-69e4e8bdd11f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.02.2015 SB140344
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140344_2015-02-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140344-O/U/hb 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, lic. iur. Stiefel und der Er-

satzoberrichter lic. iur. Ernst sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. 

Weinmann 

 

Urteil vom 24. Februar 2015 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Kaegi 

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

A._____, 

Privatkläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 
B._____, 

Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 
betreffend versuchte vorsätzliche Tötung etc.   

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom  

11. September 2013 (DG130001) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 21. März 

2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 40). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 16 Abs. 1 

StGB, 

− des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz 

im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, d und g BetmG, sowie 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte B._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen 

vom Vorwurf 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 

2 SVG, 

− des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 

Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. f und Art. 5 Abs. 2 

lit. b WG, sowie 

− des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG. 

- 3 - 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

insgesamt 27 Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von 

Fr. 300.–.  

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit 

auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Schadenersatz in 

der Höhe von Fr. 105.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag von Fr. 705.– so-

wie des verlangten Zinses wird die Schadenersatzforderung auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Weiter wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privat-

kläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach im Um-

fang von 50% schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfangs des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.  

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 2'500.– zuzüg-

lich 5 % Zins seit 7. Januar 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

13. April 2012 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse Af-

foltern aufbewahrten Gegenstände 

− Samuraischwert  
(ohne Markenbezeichnung, gebogen, ca. 100 cm lang, Klinge ca. 
70 cm lang, Asservat Nr. A..., K…, G-Nr. …). 

− 1 Schlagrute  
(Metall, 40 cm lang, schwarz, Asservat Nr. A… K…, G-Nr. …), 

− 1 Reizstoffspray  
(Marke: CBM GAZ, Dose 13 cm hoch, ohne Drücker, Asservat Nr. 
A…, K…, G-Nr. …), sowie 

- 4 - 

− 1 Reizstoffspray  
(Marke: Pepper Box, Asservat Nr. A…, K…, G-Nr. …), 

 werden eingezogen und vernichtet. 

10. Die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 18. Januar 2012 resp. 13. April 2012 beschlagnahmten und bei 

der Bezirksgerichtskasse Affoltern resp. der Kasse der Staatsanwalt-

schaft IV des Kantons Zürich (Baseballschläger) aufbewahrten Gegen-

stände  

− 1 Soft Air Gun 
(Marke: Walther, Modell P99), 

− 1 Soft Air Gun 
(Military Modell, KJWorks, Nr. K…), 

− 1 Springmesser 
(Marke: Super-Automatic, 20 cm lang, Klinge 8 cm, Asservat Nr. 
A…, K…, G-Nr. …), 

− 1 Küchenmesser 
(ohne Markenbezeichnung, 31 cm lang, Klinge 19 cm, schwarzer 
Kunststoffgriff, Asservat Nr. A…, K…, G-Nr. …), sowie 

− 1 linker Handschuh 
(Marke: Thinsulate, Wildleder, schwarz, Asservat Nr. A…, K…,  
G-Nr. …), 

− 1 Baseballschläger 
(Marke: Magic-Power), und 

− 1 Baseballschläger 
(Marke: Easton), 

 werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen durch die Bezirksge-

richtskasse Affoltern resp. die Kasse der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich (Baseballschläger) ausgehändigt. Wird die Aushändi-

gung nicht innert einem Jahr nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-

genden Entscheides verlangt, werden die Gegenstände vernichtet. 

11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

13. April 2012 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse Af-

foltern aufbewahrten Gegenstände  

- 5 - 

− 1 Kapuzenjacke 
(Marke: Levis, grau, Grösse M, Asservat Nr. A…, K…, G-Nr. …), 

− 1 T-Shirt 
(grau, Asservat Nr. A…, K…, G-Nr. …), sowie 

− 1 Paar Jeanshosen 
(Marke: Navy Boot, blau, Asservat Nr. A… K…, G-Nr. …), 

 werden dem Privatkläger auf erstes Verlangen durch die Bezirksge-

richtskasse Affoltern ausgehändigt. Wird die Aushändigung nicht innert 

einem Jahr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides 

verlangt, werden die Gegenstände vernichtet. 

12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

26. Januar 2012 beschlagnahmte Barschaft in der Höhe von Fr. 140.– 

wird eingezogen und zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten 

verwendet. 

13. Der Beschuldigte wird für berechtigt erklärt, den mit Verfügung der 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 26. Januar 2012 be-

schlagnahmten und bei der Kasse der Staatsanwaltschaft IV des Kan-

tons Zürich aufbewahrten Goldbarren (10 Gramm, Zürcher Kantonal-

bank) gegen Bezahlung von Fr.  407.20 (Goldkurs/Ankaufspreis der 

Zürcher Kantonalbank vom 11. September 2013) innerhalb eines Mo-

nats nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides auszu-

kaufen. Macht der Beschuldigte innert der genannten Frist von der 

Auskaufsmöglichkeit nicht Gebrauch, wird der Goldbarren eingezogen, 

verwertet und der Verwertungserlös zur teilweisen Deckung der Ver-

fahrenskosten verwendet. 

14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 
Fr. 37'571.25  ; Untersuchungskosten  

(bis und mit 9. September 2013, nach Abzug der Kos-
ten für die amtliche Verteidigung [vgl. nachfolgenden 
Betrag]), 

- 6 - 

Fr. 4'988.– ; Kosten für die amtliche Verteidigung durch Rechts-
anwalt Dr. iur. C._____ für den Zeitraum vom 7. Ja-
nuar 2012 bis und mit 21. Februar 2012. 

15. Die Gerichtsgebühr sowie die Kosten der Untersuchung (Fr. 37'571.25) 

werden dem Beschuldigten im Umfang von 13/16 auferlegt und zu-

nächst aus der sichergestellten Barschaft und dem Verwertungserlös 

resp. Auskaufsbetrag für den Goldbarren bezogen. Im Umfang von 

3/16 werden die genannten Kosten auf die Staatskasse genommen.  

16. Die Kosten für die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt Dr. iur. 

C._____ für den Zeitraum vom 7. Januar 2012 bis und mit 21. Februar 

2012 in der Höhe von Fr. 4'988.– (inkl. MWST) werden vollumfänglich 

auf die Staatskasse genommen. Art. 135 Abs. 4 StPO (Rückforde-

rungsrecht) bleibt vorbehalten. 

17. Dem Beschuldigten wird aus der Staatskasse eine Prozessentschädi-

gung für die Kosten der Wahlverteidigung in der Höhe von Fr. 6'446.20 

inkl. MWST (3/16 der Gesamtkosten des Wahlverteidigers im Umfang 

von Fr. 34'379.65 inkl. MWST bis und mit 9. September 2013) ausbe-

zahlt. 

Im Mehrbetrag wird das Begehren um Leistung einer Prozessentschä-

digung für die Kosten der Wahlverteidigung abgewiesen.  

18. Die Anträge des Beschuldigten auf Leistung einer angemessenen Um-

triebsentschädigung und Zusprechung einer Genugtuung werden ab-

gewiesen.  

19. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Prozessent-

schädigung von Fr.  5'840.45 (13/16 der Gesamtkosten des Verteidi-

gers des Privatklägers im Umfang von Fr. 7'188.25 inkl. MWST bis und 

mit 9. September 2013) zu bezahlen. 

 Im Mehrbetrag wird das Begehren um Leistung einer Prozessentschä-

digung für die Kosten der Vertretung des Privatklägers abgewiesen. 

- 7 - 

20. Der Antrag des Privatklägers auf Leistung einer Umtriebsentschädi-

gung in der Höhe von Fr. 500.– wird abgewiesen. 

Berufungsanträge: 

a) des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

(Urk. 98 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei wegen versuchter Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, sowie in Verbindung mit 

Art. 16 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen (betrifft den Sachverhalt ge-

mäss Anklageziffer 1.I. Titel versuchte Tötung / Notwehrexzess). 

2. In den übrigen Anklagepunkten sei das Urteil des erstinstanzlichen Ge-

richts zu bestätigen. 

3. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und einer 

Busse in der Höhe von Fr. 300.-- zu bestrafen. 

4. Es sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen bei schuldhafter Nichtbe-

zahlung der Busse anzuordnen. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien - wie jene der Untersu-

chung und des erstinstanzlichen Verfahrens - dem Beschuldigten auf-

zuerlegen. 

6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

b) des erbetenen Verteidigers des Beschuldigten:  

(Urk. 99 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei betreffend der versuchten schweren Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 122 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 und Art. 16 

Abs. 1 StGB und des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungs-

- 8 - 

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, d und g BetmG von 

Schuld und Strafe freizusprechen und dem Geschädigten sei weder 

Schadenersatz noch Genugtuung zuzusprechen. 

2. Von der Rechtskraft der von der Vorinstanz erkannten Freisprüche 

gemäss Ziff. 2 des Urteils sei Vormerk zu nehmen. 

3. Der Beschuldigte sei betreffend der mehrfachen Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG mit einer 

Busse von Fr. 300.-- zu belegen.  

4. Die Untersuchungs- und Gerichtskosten seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

5. Der Beschuldigte sei für die Kosten der erbetenen Verteidigung aus 

dem gesamten Strafverfahren (Untersuchungs- und Gerichtsverfahren 

beider Instanzen) angemessen zu entschädigen. 

6. Der Beschuldigte sei für die zu Unrecht erlittene Untersuchungshaft 

vom Staat angemessen zu entschädigen und es sei ihm eine Genugtu-

ung zuzusprechen. 

- 9 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 Das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Affol-

tern vom 11. September 2013 wurde dem Privatkläger und der Staatsanwaltschaft 

am 13. September 2013 in unbegründeter Fassung zugestellt (Prot. I S. 15 ff.; 

Urk. 64 f.). Wann es dem Verteidiger schriftlich mitgeteilt wurde, geht aus den Ak-

ten nicht hervor. Mit Eingabe vom 16. September 2013 meldeten die Staatsan-

waltschaft und mit Schreiben vom 23. September 2013 die Verteidigung Berufung 

gegen das Urteil an. Angesichts der Daten der Zustellung an die anderen Parteien 

ist auch die Berufungsanmeldung der Verteidigung rechtzeitig erfolgt (Urk. 66; 

Urk. 68; Urk. 64 f.; Art. 399 Abs. 1 StPO). Den Empfang des begründeten Urteils 

quittierte die Anklagebehörde am 4. Juli 2014 und die Verteidigung am 11. Juli 

2014 (Urk. 78; Urk. 80). Mit Eingabe vom 4. Juli 2014 reichte die Staatsanwalt-

schaft ihre auf den Schuldpunkt und die Bemessung der Strafe beschränkte Beru-

fungserklärung ein. Die Berufungserklärung der Verteidigung vom 17. Juli 2014 

ging am 18. Juli 2014 ebenfalls rechtzeitig ein (Urk. 83 f.; Art. 399 Abs. 3 und 4 

StPO). Mit Präsidialverfügung vom 4. August 2014 wurde den Parteien Frist für 

jeweilige Anschlussberufung angesetzt (Urk. 87; Urk. 88/1-3). Mit Eingabe vom 

8. August 2014 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung 

(Urk. 90). Die Verteidigung teilte mit Schreiben vom 25. August 2014 und der 

Rechtsvertreter des Privatklägers mit Eingabe vom 1. September 2014 je mit, 

dass weder Anschlussberufung erhoben noch ein Nichteintreten auf die Berufung 

beantragt werde (Urk. 92 f.). Beweisanträge wurden keine gestellt. Die Staatsan-

waltschaft beantragte mit Schreiben vom 26. Januar 2015 den Beizug des be-

schlagnahmten Samurai-Schwertes für die Berufungsverhandlung (Urk. 96). Die-

ses, und weitere beschlagnahmte Gegenstände, wurden bereits mit Schreiben 

vom 4. August 2014 an die Vorinstanz beigezogen und an der Berufungsverhand-

lung vorgehalten (Urk. 89/1; Prot. II S. 10). Mit Eingabe vom 9. Februar 2015 liess 

- 10 - 

der Privatkläger mitteilen, auf eine Teilnahme an der Berufungsverhandlung zu 

verzichten (Urk. 95). 

II.  Prozessuales 

 1. Die Staatsanwaltschaft verlangt mit ihrer Berufung wie vor Vorinstanz die 

Schuldigsprechung wegen versuchter Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie in Verbindung mit Art. 15 StGB und Art. 16 

Abs. 1 StGB und die Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 6 

Jahren sowie mit Fr. 600.– Busse (Urk. 83). Die Verteidigung ficht mit ihrer Beru-

fung, abgesehen von der Verurteilung wegen Übertretung des Betäubungsmittel-

gesetzes, den gesamten Schuldspruch (Ziff. 1, 1. und 2. Lemma), die Strafzu-

messung (Ziff. 3–5), die Zivilansprüche und die Genugtuung (Ziff. 6–8), sowie die 

Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 14 und 15, 17–19), an (Urk. 84). 

 2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem 

die Urteilsdispositivziffern 1, 3. Lemma (Schuldspruch betr. Übertretung des 

BetmG), 2 (Freisprüche), 9–13 (Einziehung/Verwertung/Herausgabe), 16 (Ent-

schädigung amtliche Verteidigung) und 20 (keine Umtriebsentschädigung an den 

Privatkläger) unangefochten blieben, ist mittels Beschluss festzustellen, dass das 

vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

 3. Als Privatklägerschaft gilt nach Art. 118 Abs. 1 StPO die geschädigte Per-

son, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin 

bzw. -kläger zu beteiligen (vgl. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Der Strafantrag ist die-

ser Erklärung gleichgestellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). A._____ stellte am 7. Januar 

2012 Strafantrag gegen den Beschuldigten wegen Körperverletzung (Urk. 6/3). 

Damit kommt ihm ohne weiteres die prozessuale Stellung eines Privatklägers zu. 

- 11 - 

III. Sachverhalt 

 1. Im Berufungsverfahren wird dem Beschuldigten unter dem Titel "versuch-

te Tötung/Notwehrexzess" im Wesentlichen noch der folgende Anklagesachver-

halt zur Last gelegt (Urk. 40 S. 2 ff.): 

 1.1. Als sich der Privatkläger zusammen mit seinem Cousin, D._____, am 

Samstag, 7. Januar 2012, um ca. 04.20 Uhr, mittels mitgebrachtem Brecheisen 

gewaltsam Zugang zur Scheune des Beschuldigten in E._____, F._____ [Dorf im 

Säuliamt], verschafft hätten und in der Folge in der dortigen Indoor-Hanfplantage 

daran gewesen seien, die Hanfstauden des Beschuldigten abzuschneiden und in 

einen mitgebrachten Kehrrichtsack zum Abtransport zu verpacken, sei der Be-

schuldigte aufgrund des in der Indoor-Anlage zur Überwachung angebrachten 

"Babyphones" und den durch dieses in sein Schlafzimmer übertragenen Geräu-

schen wach geworden, worauf er seinen eine Etage tiefer schlafenden Kollegen, 

G._____, aufgeweckt habe. Dieser habe in der Folge laut aus dem Fenster geru-

fen, "verschwindet, hauet ab“, während der Beschuldigte ein als Dekoration im 

Erdgeschoss beim Hauseingang ausgestelltes Samurai-Schwert (jap. Lang-

Schwert) mit gebogener, scharfer Klinge von 70 cm Länge, behändigt und sich 

zum gegenüberliegenden Scheuneneingang begeben habe. Zusammen mit 

G._____, welcher ihm in einem Abstand von ca. 5 Metern gefolgt sei und eine 

Stablampe in der Hand gehalten habe, habe der Beschuldigte auf leisen Sohlen 

die Scheune betreten, welche in den Vorraum zur Hanfindooranlage geführt habe 

und lediglich mit einer herunterhängenden Plache von dieser getrennt gewesen 

sei. 

 1.2. Nachdem der Beschuldigte mit dem Samurai-Schwert die Plache hoch-

gehoben und den Privatkläger im Vorraum der Anlage erblickt habe, sei er un-

vermittelt mit dem Schwert auf diesen zugetreten und habe das Schwert zum 

Schlag erhoben. Als der Privatkläger den Beschuldigten mit erhobenem Samurai-

Schwert erblickt habe, habe er umgehend den mitgebrachten und auf dem Tisch 

deponierten Pfefferspray behändigt und in Richtung des Beschuldigten gesprüht. 

Der Beschuldigte habe sich jedoch nicht beirren lassen und sei weiter auf den 

- 12 - 

Privatkläger zumarschiert, wobei er das Schwert nunmehr kräftig hin und her ge-

schwungen und versucht habe, dem Privatkläger den Pfefferspray aus der Hand 

zu schlagen und diesen unschädlich zu machen. Der Privatkläger habe zum 

Schutz vor dem Angriff mit dem Samurai-Schwert erfolglos den im Vorraum ste-

henden Holztisch umgekippt, da der Beschuldigte weiterhin auf ihn zugetreten sei, 

worauf der Privatkläger versucht habe, den Schwungbewegungen des Beschul-

digten auszuweichen. Beim nachfolgenden Aufeinandertreffen habe der Beschul-

digte dem Privatkläger mit der Schwertspitze durch die Oberkörperbekleidung 

hindurch mindestens zwei Mal horizontal auf den Bauch und die untere Brustpar-

tie eingeschnitten, wobei er diesem eine ca. 3-4 cm lange, horizontal über dem 

Bauchnabel verlaufende Schnittverletzung und eine ca. 2 cm lange quer von oben 

nach unten verlaufende Schnittverletzung linksseitig vom Brustbein auf Höhe der 

Brustwarze zugefügt habe. 

 1.3. Dem Privatkläger sei es schliesslich gelungen, den Beschuldigten am 

Schwingen des Schwertes zu hindern, wobei er sich durch das Ergreifen der 

scharfen Schwertklinge diverse Schnittverletzungen an der Hand zugezogen ha-

be. Im nachfolgenden heftigen Gerangel habe der Beschuldigte dem Privatkläger 

mit der scharfen Schwertklinge an der linken Halsseite zudem eine tiefe, ca. 6 cm 

lange bis auf den Schädel reichende Schnittwunde zugefügt, welche sofort stark 

geblutet habe. Dabei habe der Beschuldigte das Schwert aus den Händen verlo-

ren. Als G._____ die stark blutende Schnittverletzung am Hals des Privatklägers 

gesehen habe, habe er befürchtet, der Beschuldigte könnte den Privatkläger mit 

dem Schwert noch umbringen, weshalb G._____ umgehend versucht habe, die 

beiden Streitenden zu trennen und immer wieder gebrüllt habe, „Friede, Friede, 

Friede“. Zum Beschuldigten habe er zudem gebrüllt, "lass das, lass das, sonst 

bringst du ihn noch um“. Als der Privatkläger G._____ in den Ober-

arm/Schulterpartie gebissen habe, habe dieser von ihm abgelassen. 

 1.4. In der Zwischenzeit habe der Beschuldigte das Schwert vom Boden 

aufgehoben und sei erneut auf den Privatkläger zugegangen. Beim anschliessen-

den Gerangel habe sich der Privatkläger abermals Schnittverletzungen an den 

Händen und Schnittbeschädigungen an der Oberkörperbekleidung zugezogen, 

- 13 - 

als er versucht habe, das Schwert zu ergreifen. In der Folge seien beide zu Bo-

den gestürzt, wo der Kampf weitergegangen sei. Erst als G._____ ein zweites Mal 

auf die beiden hinzugetreten sei und den Beschuldigten aufgefordert habe, das 

Schwert liegen zu lassen und aufzuhören, habe dieser vom stark blutendenden 

Privatkläger abgelassen. Dieser habe sich erhoben und sei umgehend aus der 

Scheune zu seinem Fahrzeug geflüchtet. 

 1.5. Durch das beschriebene Einwirken mit der scharfen Schwertklinge habe 

der Beschuldigte diverse Beschädigungen an der Oberkörperbekleidung des Pri-

vatklägers sowie die ca. 6 cm lange bis auf den Schädelknochen reichende 

Schnittverletzung an dessen linken Halsseite hinter dem linken Ohr sowie die er-

wähnten diversen Schnittverletzungen am Bauch, an der Brust und an den Fin-

gern des Privatklägers verursacht, welche eine sofortige notfallmässige Behand-

lung im Spital sowie mehrere Nachbehandlungen beim Hausarzt erforderlich ge-

macht hätten. 

 1.6. Beim geschilderten Einsatz des scharfklingigen Schwertes, namentlich 

dem Schnitt in die linke Halspartie und dem Schnitt in den Oberbauch des Privat-

klägers, habe der Beschuldigte um das möglicherweise Anschneiden von direkt 

unterhalb der Haut sich befindenden wichtigen Blutgefässen am Hals (Hals-

schlagader) und am Bauch (Bauchaorta und grosse Hohlvene) sowie die damit 

verbundenen möglichen tödlichen Folgen, welche nur durch Zufall nicht eingetre-

ten seien, gewusst. Diese Todesfolge habe der Beschuldigte gewollt oder zumin-

dest in Kauf genommen. 

 1.7. Da der Privatkläger und D._____ gegen den Willen des berechtigten 

Beschuldigten in dessen Scheune eingedrungen seien und dieser Zustand ange-

dauert habe, sei dieser berechtigt gewesen, den Angriff in einer den Umständen 

angemessenen Weise abzuwehren. Durch das zuvor beschriebene Verhalten ha-

be der Beschuldigte die Grenzen der erlaubten Notwehr jedoch in krasser Weise 

überschritten. 

 2. Unter dem Titel "Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz" wird 

dem Beschuldigten ausserdem vorgeworfen (Urk. 40 S. 7 f.), in der Zeit zwischen 

- 14 - 

ca. 1. August 2011 und 7. Januar 2012 in der von ihm gemieteten Scheune in 

E._____ zwei Indoor-Hanfplantagen mit einer Kapazität von je ca. 50 Hanfpflan-

zen betrieben zu haben und dabei insgesamt 2 Mal ca. 100 Jungpflanzen der 

Marke „Acapulco Gold“ aufgezogen und bis zur Blüte gebracht zu haben. Davon 

habe er die erste Hälfte von ca. 12 (recte: 1,2) Kilogramm Marihuana (ca. 100 

Hanfstauden), welches zum Teil zum Verkauf und teilweise zum Eigenkonsum 

bestimmt gewesen sei, geerntet. Den noch nicht verkauften oder konsumierten 

Rest von insgesamt 1‘345 Gramm (Bruttogewicht) habe er im gemieteten Haus 

nebenan verkaufsbereit in 14 verschiedenen Säcken und den anderen Teil an 

verschiedenen Örtlichkeiten im Haus gelagert. Die sich noch im Wachstum befin-

denden 43 Hanfstauden, welche der Privatkläger und D._____ hätten entwenden 

wollen, habe der Beschuldigte zu einem späteren Zeitpunkt zu ernten und an-

schliessend zu verkaufen resp. einen Teil davon selber zu konsumieren beabsich-

tigt. 

 3. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 

21. März 2013 machte der Beschuldigte keinerlei Aussagen zur Sache mehr 

(Urk. 14/6 S. 2 ff.). Vor Vorinstanz anerkannte er dann den äusseren Ablauf der 

Sachdarstellung der Anklageschrift, machte indessen wie bereits im Vorverfahren 

(Urk. 14/1 S. 2; Urk. 14/2 S. 14; Urk. 14/3 S. 4) im Wesentlichen geltend, der Pri-

vatkläger habe ihn und seinen Kollegen G._____ in der Scheune erwartet, da 

G._____ und er vorgängig relativ viel Lärm gemacht hätten, in der Hoffnung, die 

Endringlinge wären dann bereits verschwunden, bevor sie die Scheune betreten 

würden. Seines Erachtens habe er sich verteidigt, da er mit einem Pfefferspray 

und einem Messer angegriffen worden sei. Er habe mit den Einbrechern reden 

wollen. Er und G._____ seien sicher nicht auf leisen Sohlen in den Scheunenvor-

raum eingetreten (Urk. 14/3 S. 6; Urk. 57 S. 14 ff.). Die Verletzungen des Privat-

klägers durch das Schwingen des Schwertes und im Gerangel zugefügt zu haben, 

bestritt der Beschuldigte vor Vorinstanz dagegen nicht (Urk. 57 S. 20 f.). Er habe 

nicht die Polizei alarmiert wegen der Hanfplantage. Er habe gewusst, dass man 

Hanf nicht anbauen dürfe. Das Marihuana habe nur aus einer Indooranlage ge-

stammt, und es seien 43 Pflanzen gewesen. Er habe ausschliesslich für den Ei-

genkonsum produziert (Urk. 57 S. 11 ff., S. 15; Urk. 61 S. 11). 

- 15 - 

 3.1. Der Privatkläger machte demgegenüber geltend, nichts gehört zu ha-

ben, bevor der Beschuldigte den Raum betreten habe (Ur. 14/3 S. 6 f.). 

 3.2. Bei dieser Darstellung blieb der Beschuldigte auch im Berufungsverfah-

ren (Prot. II S. 10-13; Urk. 99  S. 5-12). 

 4. Die vom Beschuldigten bestrittenen Teile des der Anklage zugrunde lie-

genden Sachverhalts sind daher aufgrund der Untersuchungsakten und der vor 

Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu 

würdigen. 

 4.1. Die Vorinstanz hat die rechtstheoretischen Grundlagen der Beweiswür-

digung und der Würdigung von Aussagen mit der Unterscheidung zwischen der 

allgemeinen Glaubwürdigkeit der aussagenden Person und der Glaubhaftigkeit 

des konkreten Inhalts der Aussagen korrekt aufgeführt (Urk. 82 S. 7 ff.) und die 

konkrete Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen zutreffend gewürdigt. 

Es kann vollumfänglich darauf verwiesen werden (Urk. 82 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

 4.2. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung bei der Würdigung von Aussagen nicht mehr wie früher Gewicht 

auf die generelle Glaubwürdigkeit des Einvernommenen im Sinne einer dauerhaf-

ten personalen Eigenschaft gelegt wird, sondern diesem Gesichtspunkt kaum 

mehr relevante Bedeutung zukommt. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfin-

dung ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage, welche durch methodische 

Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen 

bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des Aussagenden entspringen 

(BGE 133 I 33 E. 4.3). 

 5. Es sind daher nochmals die wesentlichen Aussagen der befragten Betei-

ligten zu den vom Beschuldigten bestrittenen Sachverhaltsteilen näher zu be-

trachten. 

 5.1. Der Privatkläger hat bereits zu Beginn seiner ersten polizeilichen Befra-

gung vom 7. Januar 2012, ca. vier Stunden nach dem Vorfall, und damit tatnah, 

- 16 - 

zu Protokoll gegeben (Urk. 15/1 S. 1 ff.), er habe sich zusammen mit seinem 

Cousin in einem Raum, einer Indoor-Anlage, in einer Scheune befunden. Plötzlich 

hätten sich dort zwei oder drei Leute auch im Raum, bzw. im Türrahmen, befun-

den. Dies wiederholte er nochmals anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Be-

fragung als Beschuldigter am Abend des 8. Januar 2012 (Urk. 15/3 S. 2 f.). Einer 

davon hätte ein "Katana"-Schwert bei sich gehabt und sei auf ihn losgegangen 

(Urk. 15/3 S. 4). Gegen diesen Angreifer habe er den Pfefferspray eingesetzt, als 

dieser sein Schwert gegen ihn erhoben und habe einsetzen wollen. Nach dem 

Einsatz des Pfeffersprays sei es zu einem Gerangel zwischen ihm und dem An-

greifer (dem Beschuldigten) gekommen. Es seien zwei Leute gewesen, die in den 

Raum eingetreten seien. Einer sei mit erhobenem Schwert geradewegs auf ihn zu 

gelaufen. Er habe den Eindruck gehabt, dieser wolle ihn umbringen. Daher habe 

er seinen vorher auf dem Tisch deponierten Pfefferspray behändigt und gegen 

den Angreifer gesprayt (S. 6). Er habe versucht, mittels Pfefferspray den Angriff 

abzuwehren und mit einem Biss habe er versucht, die Angreifer abzulenken, da-

mit er habe abhauen können. Mit einer anderen Waffe sei er nicht vorgegangen 

(S. 8). Letztere Angabe wiederholte der Privatkläger in seiner zweiten polizeili-

chen Befragung am Nachmittag des Folgetages erneut mehrfach (Urk. 15/2 

S. 3 f., S. 4, S. 6). 

 Aus den Aussagen des Privatklägers geht hervor, dass er den Beschuldig-

ten nicht unnötig belastete, indem er beispielsweise den Einsatz des Schwertes 

dramatisiert hätte. Er erklärte vielmehr, nicht sagen zu können, wie es zur Verlet-

zung an seinem Kopf gekommen war (z.B. Urk. 14/4 S. 8, S. 11), auch wenn der 

Einsatz des Schwertes in ihm grosse Angst ausgelöst hatte (ebenda, S. 10). Sei-

ne Schilderungen wirken glaubhaft, während sich aus den Aussagen des Be-

schuldigten ergibt, dass dieser stets bestrebt war, den Privatkläger als Angreifer 

darzustellen, um seinen martialisch anmutenden Einsatz des Samurai-Schwertes 

gegen Einbrecher, welche lediglich seine Hanfstauden behändigen wollten, als 

Notwehrsituation darstellen zu können. 

 5.2. Auch der Cousin des Privatklägers, D._____, sagte am 8. Januar 2012 

anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme als Beschuldigter im 

- 17 - 

Wesentlichen aus (Urk. 16/2 S. 3 ff.), sie hätten zuerst die Blüten der Pflanzen 

abgerissen. Mit einer im Raum herumliegenden Baumschere hätten sie dann die 

ganze Pflanze abgeschnitten und in Abfallsäcke verpackt. Dann seien sie über-

rascht worden. Er glaube, es seien zwei Personen gewesen. Sicher sei er sich je-

doch nicht. Die beiden seien plötzlich hereingestürmt. Rufe oder Stimmen habe er 

zuvor nicht gehört. Einer von den Beiden habe ein Samurai-Schwert in beiden 

Händen gehabt. Das Ganze sei sehr schnell gegangen. Derjenige mit dem 

Schwert sei sofort auf den Privatkläger losgerannt. Er habe sich sofort in der Plas-

tikabtrennung versteckt. Der andere habe das Schwert mit beiden Händen vor 

sich auf Kopfhöhe mit dem Griff gehalten, wie wenn man mit einem Schwert aus-

hole. Weil er sich versteckt habe, habe er nicht gesehen, was der Beschuldigte 

mit dem Schwert dann gemacht habe. Der Privatkläger habe den Pfefferspray da-

bei gehabt, sonst nichts. Er habe gerochen und gespürt, dass der Privatkläger 

den Pfefferspray eingesetzt habe. Gesehen habe er dies nicht. Ein Messer habe 

er nicht gesehen. 

 Anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung als Auskunftsperson 

vom 2. Februar 2012 bestätigte D._____ seine früheren Aussagen auch in Ge-

genwart des Beschuldigten und dessen damaligen Verteidigers und ergänzte 

(Urk. 16/3 S. 2 ff.), etwas schreien gehört zu haben. Einer mit einem Schwert sei 

da gewesen, und er sei in Deckung gegangen. Er habe vom Ganzen optisch nicht 

mehr viel mitbekommen. Er habe nur mitbekommen, dass es zwei Personen ge-

wesen seien und einer ein Schwert nach oben gehalten habe und reingerannt sei. 

Auf Frage, ob er zuvor irgendwelche Rufe oder Stimmen gehört habe, bevor er 

die beiden Personen gesehen habe, erklärte er (S. 3), nein, es sei gleichzeitig ge-

schehen. Der Beschuldigte habe das Schwert über dessen Kopf nach hinten ge-

halten. Der Griff sei auf der Höhe des Kopfes gewesen. Der Beschuldigte sei mit 

dem Schwert in den Raum hinein marschiert, mehr oder weniger im Stechschritt. 

Als er den Beschuldigten mit dem Schwert gesehen habe, habe er sich aus 

Furcht vor dem Schwert sofort versteckt. Weder er noch der Privatkläger hätten 

an diesem Abend ein Messer in den Händen gehalten. 

- 18 - 

 5.3. Die Ehefrau des Beschuldigten hat als Zeugin anlässlich ihrer staatsan-

waltschaftlichen Befragung vom 21. März 2013, mithin mehr als 14 Monate nach 

den anklagegegenständlichen Geschehnissen, erklärt, bei den Geräuschen, an 

denen sie am 7. Januar 2012 erwacht sei, habe es sich um Stimmen von 

draussen gehandelt. Erkannt habe sie die Stimme ihres Mannes. Hilfeschreie ha-

be sie nicht gehört (Urk. 18 S. 18). 

 5.4. Anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung als Auskunftsper-

son vom 2. Februar 2012 gab G._____, Kollege des Beschuldigten, in dessen 

Gegenwart und von dessen Verteidiger diesbezüglich zu Protokoll (Urk. 17/3 S. 6, 

S. 8), er habe nichts gerufen, bevor er in den Raum eingetreten sei. Vom Be-

schuldigten habe er auch nichts gehört. Lediglich als er (noch) im Haus drinnen 

gewesen sei und das Fenster und die Läden geöffnet habe, habe er laut hinaus-

geschrien: "Haut ab!" (Urk. 17/3 S. 6). 

 5.5. Aus den glaubhaften Aussagen des Kollegen des Beschuldigten ergibt 

sich demnach, dass er zwar beim Öffnen des Fensters zunächst laut gerufen hat-

te, vor dem Betreten der Scheune aber nicht mehr. Dies bestätigt die Darstellung 

des Privatklägers und seines Cousins, wonach sie keine Schreie oder Stimmen 

gehört hatten, bevor der Beschuldigte in den Raum kam. Beide hatten diese Aus-

sage unabhängig von einander bereits in ihrer ersten polizeilichen Befragung zu 

Protokoll gegeben und später widerspruchsfrei bestätigt. Angesichts der zeitlichen 

Verhältnisse liegen keinerlei Anhaltspunkte für eine Absprache vor, zumal der Pri-

vatkläger durch die Ambulanz ins Spital und D._____ von der Polizei nach der 

Tatortbesichtigungsfahrt auf den Polizeiposten gebracht worden war und sein 

Mobiltelefon erst anlässlich der Hausdurchsuchung teilweise im Wohnhaus des 

Beschuldigten und teilweise (rückseitige Abdeckung und Batterie) im Raum der 

Hanfplantage sichergestellt worden war (Urk. 1 S. 9; Urk. 16/2 S. 4 u.; Urk. 1 

S. 7). Zudem hatten beide ohne Beizug eines Rechtsvertreters, welcher sie auf 

eine spätere rechtliche Relevanz dieser Angaben hätte hinweisen können, ausge-

sagt. Auch die Zeugenaussage der Ehefrau des Beschuldigten ist nicht geeignet, 

diese Angaben des Privatklägers und seines Cousins in Zweifel zu ziehen. Zwar 

hat sie nach dem Erwachen draussen u.a. die Stimme des Beschuldigten gehört. 

- 19 - 

Da sie dann die Treppe hinunter lief und in der Folge bereits vier Personen auf 

dem Hof sah (Urk. 18 S. 6), beziehen sich ihre Wahrnehmungen erst auf jenen 

Zeitraum, als die Beteiligten bereits im Begriffe gewesen sein mussten, die 

Scheune wieder zu verlassen. Dass der Beschuldigte gleichzeitig mit dem Betre-

ten des Raumes mit erhobenem Schwert schliesslich etwas schrie, ist auch durch 

die Aussagen des Beschuldigten und von D._____ untermauert (Urk. 14/3 S. 3; 

Urk. 15/3 S. 3; Urk. 16/2 S. 4; Urk. 16/3 S. 2 f.). 

 Demzufolge ist der Anklagesachverhalt, wonach G._____ noch im Wohn-

haus aus dem Fenster gerufen hatte, die Einbrecher sollten verschwinden 

(Urk. 40 S. 3), erstellt. Die Darstellung des Beschuldigten, wonach die Einbrecher 

aufgrund von durch ihn und G._____ noch vor der Scheune verursachten Lärms 

vorgewarnt gewesen seien, als er den Raum betreten habe, lässt sich indessen 

nicht belegen, und es kann nicht darauf abgestellt werden, zumal sein Kollege, 

G._____, nichts dergleichen ausgesagt hat und der Privatkläger und sein Cousin 

übereinstimmend stets glaubhaft aussagten, vom Beschuldigten und von G._____ 

überrascht worden zu sein. Ebenso wenig lässt sich der Anklagesachverhalt in-

soweit erstellen, dass der Beschuldigte und G._____ sich auf leisen Sohlen in die 

Scheune begeben haben sollen. 

 5.6. Die Darstellung des Beschuldigten mit dem angeblichen Messerangriff 

des Privatklägers geht nicht auf. 

 5.6.1. Er beschreibt selber bloss den Einsatz des Pfeffersprays durch den 

Privatkläger und macht geltend, das angebliche Messer in dessen Hand wegen 

der Wirkung des Pfeffersprayeinsatzes gegen ihn nicht richtig gesehen zu haben. 

Weiter macht er geltend, das Schwert erst gegen die Hände des Privatklägers 

eingesetzt zu haben, nachdem er bereits besprüht worden, mithin bereits ange-

griffen worden sei. Wenn dem so wäre, müsste er, bevor er besprüht wurde, 

zwangsläufig zuerst das Messer in der anderen Hand des Privatklägers gesehen 

haben. So beschreibt er das Vorgefallene aber eben gerade nicht. 

 5.6.2. Das Ergebnis der DNA-Untersuchung des sichergestellten Messers 

stützt die Darstellung des Beschuldigten ebenfalls nicht. Da nicht nur keine DNA-

- 20 - 

Spuren von ihm, sondern auch keine solchen des Privatklägers auf dem Messer 

asserviert wurden (Urk. 13/2 S. 2), ist viel wahrscheinlicher, dass sich dieses 

Messer bereits vor den anklagegegenständlichen Vorkommnissen in jenen Räum-

lichkeiten befand, wo es dann später am Morgen durch den Beschuldigten und 

die Polizei offenbar am Boden aufgefunden worden war, wie dies im Übrigen auch 

der Privatkläger, sein Cousin D._____ und der Kollege des Beschuldigten, 

G._____ geltend machten (Urk. 14/3 S. 5; Urk. 16/2 S. 5; Urk. 16/3 S. 3 f.; 

Urk. 17/1 S. 3 f.; Urk. 17/2 S. 4; Urk. 17/3 S. 5 f.). Heute führte der Beschuldigte 

zur Erklärung, weshalb keine DNA des Privatklägers am sichergestellten Messer 

habe festgestellt werden können, aus, der Privatkläger habe eventuell Handschu-

he getragen. Einen Handschuh habe man schliesslich auch am Tatort gefunden. 

Dieser gehöre dem Privatkläger (Prot. II S. 13). Dies macht der Beschuldigte heu-

te zum ersten Mal geltend, weshalb dies als Schutzbehauptung zu qualifizieren 

ist. Im Übrigen ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Privatkläger zwecks Ab-

schneiden der Hanfstauden mit dem eigenen Messer Handschuhe getragen ha-

ben soll. 

 5.6.3. Der Beschuldigte beschreibt weiter auch keinen Angriff des Privatklä-

gers mit dem Brecheisen, welches dieser ebenfalls in seiner zweiten Hand gehal-

ten haben könnte. Er erklärte sowohl anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 

Hafteinvernahme vom 8. Januar 2012 als auch in der Konfrontationseinvernahme 

mit dem Privatkläger vom 2. Februar 2012 nur, aufgrund der Wirkung des Pfeffer-

sprays nichts Genaues gesehen zu haben. Wenn es kein Messer gewesen sei, 

dann müsse es halt das Brecheisen gewesen sein. Er habe aufgrund des späte-

ren Fundes des Messers angenommen, dass der Privatkläger ein Messer in der 

anderen Hand gehalten gehabt habe (Urk. 14/2 S. 7 f.; Urk. 14/3 S. 4). Auch be-

reits bei der ersten polizeilichen Befragung am 7. Januar 2012 führte der Be-

schuldigte dazu aus: "Er spritzte mit dem Pfefferspray ins Gesicht. In der anderen 

Hand hatte er ein Messer. Es liegt noch dort. In der linken hatte er den Spray und 

in der rechten etwas anderes. Ich habe später erst gesehen, dass es ein Messer 

ist."(Urk. 14/1 S. 2). Er sagt somit selber aus, er habe im ersten Moment "etwas" 

in der rechten Hand des Privatklägers gesehen, sagt aber somit nicht aus, er ha-

be ein Messer gesehen. Im Weiteren ist davon auszugehen, dass der Beschuldig-

- 21 - 

te, hätte der Privatkläger tatsächlich das sichergestellte Messer in der Hand ge-

halten, wie dies heute von der Verteidigung ausgeführt wurde (Prot. II S. 14), die-

ses bereits im ersten Moment, noch vor dem Einsatz des Pfeffersprays und als er 

noch klar sehen konnte, hätte erkennen müssen. Denn das Messer weist eine 

nicht unerhebliche Länge von total 31 Zentimetern und eine Klingenlänge von 19 

Zentimeter auf (Urk. 13/1; Urk. 22/18; vgl. auch Urk. 5 Foto 27). Der Beschuldigte 

zieht daher bloss Schlüsse aus Erkenntnissen, welche er erst später erlangt hatte, 

trifft gestützt darauf Annahmen und äussert Vermutungen, welche nichts gemein-

sam haben mit selber erlebten Wahrnehmungen, auf welche allenfalls als Be-

weismittel abgestellt werden könnte. 

 5.6.4. Wie bereits dargelegt, müsste der Beschuldigte jedoch genauer gese-

hen haben, was der Privatkläger in seiner zweiten Hand gehalten haben könnte, 

bevor dieser – als Rechtshänder – mit der rechten Hand (z.B. Urk. 15/2 S. 6 f.) 

unbestrittenermassen den Pfefferspray gegen ihn einsetzte. Der Privatkläger er-

klärte anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 2. Februar 2012, wie bereits 

bei der Polizei stets übereinstimmend (Urk. 15/1 S. 4; Urk. 15/2 S. 4; Urk. 14/3 

S. 5), zum Zwecke des Einbrechens ein Brecheisen mitgebracht, dieses bei der 

Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten aber auf jeden Fall nicht mehr in den 

Händen gehabt zu haben. Ein Messer hätten sie nicht mitgebracht. Sein Kollege 

habe mit irgendetwas die Pflanzen geschnitten. Das Schnittinstrument müsse aus 

der Scheune gestammt haben. 

 5.6.5. Gegen die Darstellung des Beschuldigten mit dem Messer spricht 

ausserdem auch noch die glaubhafte Zeugenaussage seiner Ehefrau vom 

21. März 2013 bei der Staatsanwaltschaft, wonach ihr jetzt noch in den Sinn ge-

kommen sei, dass der Beschuldigte nach deren Rückkehr ins Haus zu G._____ 

(G._____) gesagt habe, dass er die Waffen, welche die Einbrecher dabeigehabt 

hätten, ins Haus genommen habe (Urk. 18 S. 7 f.). Nachdem das durch die Poli-

zei sichergestellte und auf DNA-Spuren untersuchte Messer erst später am Vor-

mittag im Innenraum der Scheune entdeckt worden war (Urk. 5, Foto 27; 

Urk. 12/2 S. 9; Urk. 14/1 S. 5; Urk. 14/3 S. 4), weist auch dies darauf hin, dass es 

- 22 - 

nicht vom Privatkläger und von D._____ mitgebracht und gegen den Beschuldig-

ten eingesetzt worden sein dürfte. 

 5.6.6. Schliesslich hat auch G._____, Kollege des Beschuldigten, anlässlich 

seiner ersten polizeilichen Befragung ca. sechs Stunden nach den anklagegegen-

ständlichen Geschehnissen und nochmals am Folgetag als Beschuldigter auf die 

Frage, welche Waffen bei dieser Auseinandersetzung im Spiel gewesen seien, 

ausgesagt, das Samurai-Schwert und ein "Totschläger". Sonst habe er nichts ge-

sehen, nur das Schwert (Urk. 17/1 S. 3 f.; Urk. 17/2 S. 4). Die eigentliche Ausei-

nandersetzung mit dem Samurai-Schwert habe er nicht gesehen. Erst nach sei-

nem Gerangel mit D._____ habe er sich auf den Privatkläger gestürzt und dessen 

klaffende Wunde am Hals gesehen und diesen und den Beschuldigten voneinan-

der getrennt (Urk. 17/2 S. 2 ff., S. 5). Anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen 

Befragung als Auskunftsperson vom 2. Februar 2012 bestätigte G._____ die vor-

stehend wiedergegebenen Aussagen in Gegenwart des Beschuldigten und von 

dessen Verteidiger vollumfänglich (Urk. 17/3 S. 2 ff.). 

 5.6.7. Obwohl der Beschuldigte dem Privatkläger vorwirft, dieser sei in sein 

Haus eingebrochen und habe ihn mit einem Pfefferspray und einem "angeblichen 

Brecheisen" bedroht, schilderte er abgesehen vom Einsatz des Pfeffersprays zu 

keinem Zeitpunkt anschaulich und konkret eine vom Privatkläger aufgebaute 

mögliche Drohkulisse mit einer Waffe oder dergleichen. Wenn es eine solche ge-

geben hätte, dann hätte der Beschuldigte, wie bereits erwogen, zunächst auch 

den zweiten, angeblich vom Privatkläger in der linken Hand gehaltenen Gegen-

stand einen Moment lang sehen müssen, bevor der Privatkläger den Pfefferspray 

einsetzte. Vor Vorinstanz sagte er diesbezüglich immerhin aus (Urk. 57 S. 18 u.), 

im ersten Moment habe er noch gesehen. Als der Pfefferspray gekommen sei, 

habe er nichts mehr gesehen. Gegenteilige Schilderungen des Beschuldigten im 

Vorverfahren erweisen sich daher als Schutzbehauptung. Da er zunächst noch 

uneingeschränkt hatte sehen können, kann er sich über das Vorhandensein von 

Gegenständen in den Händen entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 61 

S. 10) auch nicht im Sinne von Art. 13 Abs. 1 StGB geirrt haben. 

- 23 - 

 5.6.8. Es bleibt damit ein Einsatz des Pfeffersprays als erstelltes Vorgehen 

des Privatklägers gegenüber dem Beschuldigten übrig. Der Anklagesachverhalt 

erweist sich mit der Vorinstanz (Urk. 82 S. 17) auch insoweit als erstellt (Urk. 40 

S. 3, 2. Absatz). Bei einem Pfefferspray handelt es sich im Übrigen nicht um eine 

Angriffswaffe, welche primär der Verletzung eines Kontrahenten dient, sondern 

vielmehr um ein Verteidigungsinstrument, welches dazu verwendet wird, einen 

Kontrahenten an einem möglichen Angriff zu hindern und bloss vorübergehend 

auszuschalten. 

 5.6.9. Von wesentlicher Bedeutung ist schliesslich auch, wie der Beschuldig-

te den Raum, in dem sich der Privatkläger aufhielt, betrat und wie er sich bewegt 

hat, zumal der Beschuldigte geltend macht, dass alles nicht passiert wäre, wenn 

der Privatkläger stehengeblieben wäre. Der Privatkläger habe zuerst "auf ihn ein-

gesprayt" (Urk. 14/2 S. 14; Urk. 14/3 S. 4). 

 5.6.9.1. In diesem Zusammenhang ist weiter von Bedeutung, dass der Be-

schuldigte anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 2. Februar 2012 mit 

dem Privatkläger auf Frage selber ausdrücklich bestätigte (Urk. 14/3 S. 7 u.), dass 

es richtig sei, dass er, als er in den Raum eingetreten sei, das Schwert vor sich 

gehalten habe und zwei, drei Schritte so auf den Privatkläger zu gemacht und 

"Halt, stehenbleiben" gerufen habe, worauf er dann Pfeffer in die Augen gesprayt 

erhalten habe und der Privatkläger mit dem Pfefferspray auf ihn zugegangen sei. 

Dies hat der Beschuldigte auch in der Berufungsverhandlung so ausgeführt. Ins-

besondere sagte er auch aus, er habe mit dem Schwert die Plache hochgehoben 

und dann zwei, drei Schritte in den Raum gemacht (Prot. II S. 10). Somit betrat 

der Beschuldigte gemäss eigenen Angaben den Raum mit erhobenem Schwert. 

Von einem Sturmlauf des Beschuldigten, wie dies die Staatsanwaltschaft schilder-

te (Urk. 98 S. 2), kann jedoch keine Rede sein. Dies ist insbesondere auch auf-

grund der engen räumlichen Verhältnisse im Vorraum der Scheune, wo der Be-

schuldigte auf den Privatkläger traf (vgl. Urk. 5 Foto 24-26), nicht realistisch und 

wird im Übrigen von keinem der Beteiligten geltend gemacht. 

 5.6.9.2. Aus der eigenen Darstellung des Beschuldigten, welche überdies 

durch die diesbezüglichen Aussagen des Privatklägers und – soweit er es über-

- 24 - 

haupt hatte beobachten können – auch den diesbezüglichen Aussagen von 

D._____ untermauert wird (vgl. vorstehend, Erw. III. 5.1. und 5.2., und in abge-

schwächter Form auch in Urk. 57 S. 17 ff.), ergibt sich somit offenkundig, dass er 

beim Betreten des Raumes das Schwert in bedrohlicher Weise hochhaltend, noch 

mit uneingeschränkter Sehfähigkeit, zwei, drei Schritte auf den Privatkläger zu 

gemacht hatte, worauf dieser (erst) den Pfefferspray einsetzte. Damit lag aber 

auch nach eigener Darstellung des Beschuldigten und entgegen der vorinstanzli-

chen Beweiswürdigung (Urk. 82 S. 24 ff.) initial kein Angriff des Privatklägers vor, 

den es im aller ersten Augenblick seines Betretens des Raumes vom Beschuldig-

ten abzuwehren gegolten hätte. Dem Einsatz des Pfeffersprays durch den Privat-

kläger waren demnach vielmehr zwei, drei Schritte des Beschuldigten mit hoch-

gehaltenem Schwert in Richtung des Privatklägers vorausgegangen, mithin eine 

martialisch anmutende, unmittelbare Drohgebärde des Beschuldigten gegenüber 

dem Privatkläger. Soweit der Beschuldigte geltend macht, er habe mit den Ein-

dringlingen reden wollen (z.B. Urk. 57 S. 16), ist dies unter den gegebenen Um-

ständen als nachgeschobene Schutzbehauptung zu werten, welche überdies 

auch noch seiner weiteren – ebenfalls nicht erhärteten  – Darstellung (vgl. vorste-

hend, Erw. III.5.5.) diametral zuwiderläuft, wonach er und G._____ absichtlich 

Lärm gemacht hätten, in der Hoffnung dann niemanden mehr in der Scheune an-

zutreffen. 

 5.7. Schliesslich sprechen nicht nur die Aussagen des Privatklägers, son-

dern auch jene des Beschuldigten anlässlich ihrer Konfrontationseinvernahme 

(Urk. 14/3 S. 7 ff.), und das beim Privatkläger festgestellte Verletzungsbild 

(Urk. 7/2) dafür, dass dieser in der Folge – nach dem Einsatz des Pfeffersprays – 

im Wesentlichen darum bemüht war, den Einsatz des Samurai-Schwertes durch 

den Beschuldigten abzuwehren ohne ein Messer oder einen anderen waffenähn-

lichen Gegenstand zu verwenden, während der Beschuldigte selber mit Ausnah-

me der vorübergehenden Beeinträchtigung seiner Sehfähigkeit und einer Schür-

fung am rechten Ellbogen (Urk. 8/1), keine erheblichen Beeinträchtigungen durch 

die Auseinandersetzung mit dem Privatkläger erlitt. Zum Verletzungsbild ist in 

Abweichung zur Anklageschrift (Urk. 40 S. 4) und den Ausführungen der Staats-

anwaltschaft (Urk. 98 S. 3 und 8) festzuhalten, dass es sich bei der Schnittwunde 

- 25 - 

des Privatklägers am linken Zeigefinger "nur" um eine bis in die Unterhaut ("bis in 

die Subkutis reichend") und nicht bis auf den Knochen reichende Verletzung han-

delte (Urk. 7/1 und 7/2 S. 2). Ob die Verletzungen des Privatklägers, insbesonde-

re diejenige an der linken Halsseite, während des Gerangels im Stehen oder am 

Boden liegend - die Verteidigung macht geltend, der Privatkläger habe sich diese 

beim Sturz auf den Boden zugezogen (Urk. 99 S. 11) - entstanden sind, kann of-

fen bleiben. Relevant ist, dass sich der Privatkläger diese im Gerangel mit dem 

Beschuldigten, wie es auch in der Anklageschrift umschrieben ist (Urk. 40 S. 4), 

zugezogen hat und der Beschuldigte diese dem Privatkläger nicht durch ein be-

wusstes zustechen zugefügt hat.  

 5.8. Nach dem Dargelegten kann auf die Aussage des Beschuldigten, wo-

nach er das Samurai-Schwert zur Abwehr des Pfeffersprayeinsatzes und einer 

weiteren vom Privatkläger in der anderen Hand gehaltenen Waffe (Messer oder 

Ähnliches) gegen den Privatkläger eingesetzt habe, in Übereinstimmung mit der 

vorinstanzlichen Beweiswürdigung (Urk. 82 S. 24, 27) nicht abgestellt werden. 

Nicht zu folgen ist der vorinstanzlichen Beweiswürdigung indessen mit deren 

Schlussfolgerung, es lasse sich nicht erstellen, dass der Beschuldigte unvermittelt 

auf den Privatkläger zugegangen sei und mit dem Schwert zum Schlag gegen 

diesen ausgeholt habe (Urk. 82 S. 27). Wie bereits dargelegt (vorstehend, 

Erw. III.5.6.9.2.), ging dem Angriff des Beschuldigten kein initialer Angriff des Pri-

vatklägers voraus, den es im aller ersten Augenblick seines Betretens des Rau-

mes abzuwehren gegolten hätte. Vielmehr war es der Beschuldigte, der das 

Schwert vor sich hochhaltend den Raum betrat und zwei, drei Schritte unvermittelt 

auf den Privatkläger zu machte und "Halt, stehenbleiben" rief, so wie es ihm im 

Anklagesachverhalt zur Last gelegt wird (vgl. Urk. 40 S. 3, 2. Absatz), worauf der 

Privatkläger – auf diese martialisch anmutende, unmittelbare Drohgebärde reagie-

rend – (erst) mit dem Pfefferspray umgehend in die Richtung des Beschuldigten 

sprühte. 

 Somit erweist sich auch dieser vom Beschuldigten bestrittene Bestandteil 

des Anklagesachverhaltes (Urk. 40 S. 3 2. Absatz) als erstellt. 

- 26 - 

 5.9. Zum Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

machte der Beschuldigte bereits in seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung 

vom 2. Februar 2012 geltend, die Hanfpflanzen seien für seine Gesundheit gewe-

sen, um ihn zu heilen (Urk. 14/4 S. 2). 

 5.9.1. Vor Vorinstanz sagte er auf Frage aus, er sei gesund. Ihm gehe es 

gut. Angesprochen auf Gelenkschmerzen gab er zu Protokoll (Urk. 57 S. 4 f.), er 

spüre Gelenkschmerzen "im linken Gelenk" und behandle es mit Tinkturen und 

mit homöopathischen Arzneimitteln. Aus dem psychiatrischen Gutachten geht 

hervor, dass es sich dabei um Gelenkschmerzen im linken Ellbogen handelt, wel-

che ca. 2010 oder 2011 erstmals auftraten (Urk. 19/9 S. 7, S. 14). Im Winter spüre 

er es weniger, da er körperlich weniger streng arbeite. Er sei immer noch hyper-

aktiv. Er nehme homöopathische Mittel, wie Lavendel und Baldrian. Das beruhige 

ihn. Er treibe auch viel Sport in den Bergen. Er bewege sich viel, gehe Spazieren, 

etc. Seit Dezember 2011 (recte: 2012) habe er kein Marihuana mehr geraucht. Er 

gebe regelmässig Proben ab. Dass er das von ihm produzierte Marihuana hätte 

verkaufen wollen, sei eine Unterstellung. Er habe ausschliesslich für den Eigen-

konsum anbauen wollen. Auch für seine Tinkturen zur Behandlung seiner Ge-

lenkschmerzen. Die anlässlich der am 7. Januar 2012 durchgeführten Haus-

durchsuchung sichergestellten Gegenstände, eine Vakuumiermaschine, eine Pe-

sola-Waage und eine Kern-Wage hätten nicht ihm gehört, sondern seinem Kolle-

gen G._____ (recte: H._____), der sie danach mit nach Spanien genommen ha-

be. Er habe eine kleine Vakuumiermaschine verwendet, welche aber nicht be-

schlagnahmt worden sei. Er habe zur Qualitätserhaltung vakuumiert. Es sei ein 

Raum mit zwei Lampen und mit 43, nicht 100 Hanfpflanzen gewesen (S. 11 ff.). 

Er habe wegen der Hanfplantage nicht die Polizei alarmiert. Er habe gewusst, 

dass man Hanf nicht anbauen dürfe. Es sei zutreffend, dass die gesamte Indoor-

Hanfanlage samt den technischen Hilfsmitteln ihm gehört habe (Urk. 57 S. 15). 

 5.9.2. Zum Konsumverhalten des Beschuldigten gab seine Ehefrau anläss-

lich ihrer Zeugenbefragung vom 21. März 2013 bei der Staatsanwaltschaft zu Pro-

tokoll (Urk. 18 S. 11 ff.), das ADSH-Syndrom sei nicht von einem Arzt festgestellt 

worden. Sie denke, der Beschuldigte habe dies von den Symptomen her selber 

- 27 - 

festgestellt. Hanf habe er zur Beruhigung und gegen Gelenkschmerzen konsu-

miert. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft habe der Beschuldigte 

keine Drogen mehr konsumiert. Scheinbar handelt es sich bei der Diagnose 

ADSH-Syndrom um eine Selbstdiagnose des Beschuldigten (vgl. Urk. 18 S. 13 f.), 

welche auch keinerlei Grundlage im psychiatrischen Gutachten findet 

(vgl. Urk. 19/9 S. 30 ff.). 

 5.9.3. Der Beschuldigte hat stets anerkannt, dass er in der von ihm gemiete-

ten Scheune eine Indoor-Hanfplantage betrieben und Hanf angebaut hat. Hin-

sichtlich der bestrittenen, ihm in der Anklageschrift zur Last gelegten Menge 

(Urk. 40 S. 7), kann vollumfänglich auf die zutreffende Beweiswürdigung im vorin-

stanzlichen Urteil verwiesen werden. Die Vorinstanz kam darin unter Auflistung 

der betreffenden polizeilichen Sicherstellungen zutreffend zum Schluss, dass die 

vom Beschuldigten erzielte Ernte ca. 600 Gramm Marihuana beträgt und sich ihm 

von den weiteren Sicherstellungen  die Menge von 763 Gramm Marihuana zuord-

nen lässt (Urk. 82 S. 54 ff., S. 57; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 5.9.4. Erstellt ist demzufolge lediglich, dass der Beschuldigte zumindest ca. 

600 Gramm Marihuana produziert und weitere ca. 763 Gramm besessen hat. 

Dass er von diesen Drogen auch an Dritte verkaufte oder zu verkaufen beabsich-

tigte, liess sich nicht erstellen. Namentlich bestehen keinerlei Belastungen von 

Dritten, welche Marihuana vom Beschuldigten erworben haben könnten. Ebenso 

wenig kann seine Darstellung, das Marihuana zum Zwecke der Erhaltung des 

THC-Gehalts (für den Eigenkonsum) vakuumiert zu haben, widerlegt werden, 

weshalb er von der Vorinstanz bereits rechtskräftig vom Vorwurf des Verkaufs 

dieser Betäubungsmittel freigesprochen wurde (vgl. vorstehend, Erw. II.2.). 

IV. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Staatsanwaltschaft hält im Berufungsverfahren daran fest, der Be-

schuldigte habe sich der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 16 Abs. 1 StGB im Notwehrexzess straf-

bar gemacht (Urk. 83; Urk. 98). Die Verteidigung beantragt wegen berechtigter 

- 28 - 

Notwehr wie vor Vorinstanz einen Freispruch von diesem Vorwurf (Urk. 84 S. 3; 

Urk. 99) 

 2. Die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zur rechtlichen Würdigung 

betreffend Versuch, objektive und subjektive Tatbestandselemente der Tötung 

und Eventualvorsatz brauchen nicht wiederholt zu werden. Es kann vollumfäng-

lich darauf verwiesen werden (Urk. 82 S. 37 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 2.1. Hervorzuheben ist, dass bei der Frage, ob ein Täter die Tatbestands-

verwirklichung in Kauf genommen hat, der Richter bei fehlendem Geständnis auf-

grund der äusseren Umstände zu entscheiden hat. Dazu gehören die Grösse des 

dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der 

Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe und die Art der Tathandlung. Je 

grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer 

die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der 

Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Der Richter darf 

vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Ein-

tritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängt, dass die Bereitschaft, ihn als 

Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausge-

legt werden kann. Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Ein-

tritt des tatbestandsmässigen Erfolges nicht sehr wahrscheinlich, sondern bloss 

möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Möglich-

keit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Vielmehr 

müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 16 f.). 

 2.2. Die Staatsanwaltschaft schliesst insbesondere aufgrund des vom Be-

schuldigten auf Frage hin eingeräumten Wissens um die Möglichkeit, dass bei ei-

nem solchen Schwerteinsatz auch lebensgefährliche oder tödliche Verletzungen 

auftreten könnten (Urk. 14/2 S. 10 ff.; Urk. 14/4 S. 3), darauf, der Beschuldigte 

habe die Möglichkeit eines solchen Erfolgseintritts in Kauf genommen (Urk. 58 

S. 6). Dabei ist allerdings weiter in Betracht zu ziehen, dass die gravierendste, der 

dem Privatkläger zugefügten Verletzungen, die ca. 6 cm lange bis auf den Schä-

delknochen reichende Schnittverletzung an dessen linker Halsseite hinter dem 

linken Ohr, laut übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten und des Privat-

- 29 - 

klägers und gemäss Anklagevorwurf im Gerangel erfolgte (vgl. Urk. 14/3 S. 8 ff.; 

Urk. 40 S. 4 oben; vgl. auch vorstehend Erw. III.5.7.). Die weiteren Verletzungen 

des Privatklägers deuten zudem stark darauf hin, dass die Angaben des Beschul-

digten, wonach er das Schwert nicht bis auf Kopfhöhe schwang, zutreffen. 

 2.2.1. Als weitere Umstände, welche für eine Inkaufnahme von tödlichen 

Verletzungen sprächen, führte die Staatsanwaltschaft auf, der Beschuldigte habe 

insgesamt mindestens drei Mal auf das Opfer "eingestochen" (Urk. 58 S. 7). Im 

Anklagesachverhalt wird dem Beschuldigten indessen weder ein Einstechen auf 

den Privatkläger vorgeworfen noch wird ihm ein Verursachen von Stichverletzun-

gen zur Last gelegt. Die Anklage spricht vielmehr von hin- und herschwingen des 

Schwertes, mithin von Schwungbewegungen, von einschneiden und von Schnitt-

verletzungen auf Bauch und Brusthöhe (vgl. Urk. 40 S. 3 f.). Die Schwungbewe-

gungen werden vom Beschuldigten auch nicht bestritten (Urk. 14/1 S. 2; Urk. 14/2 

S. 8f.; Urk. 14/3 S. 4). Da Stichbewegungen des Beschuldigten mit dem Schwert 

nicht Gegenstand der Anklage sind, erweisen sich auch die Ausführungen der 

Staatsanwaltschaft zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung betreffend Messer-

stiche, mit welcher sie die Würdigung des angeklagten Vorfalls als versuchte vor-

sätzliche Tötung begründet, als für den vorliegenden Fall nicht relevant (Urk. 98 

S. 4f.). 

 2.2.2. Auch aus dem Umstand, dass der Beschuldigte erst vom Privatkläger 

abliess, als er von seinem Kollegen G._____ zum zweiten Mal eindringlich dazu 

aufgefordert worden war, lässt sich entgegen der Auffassung der Anklagebehörde 

(Urk. 58 S. 7) nichts Sachdienliches zur Abgrenzung der Inkaufnahme von schwe-

ren Verletzungen von der Inkaufnahme von möglicherweise tödlichen Verletzun-

gen ableiten. Dafür, dass der Beschuldigte sich gar gedacht haben könnte, er ste-

che zu, möge der Privatkläger lebensgefährlich verletzt werden oder gar sterben 

(Urk. 58 S. 8), liegen keinerlei Anhaltspunkte vor und wird dem Beschuldigten im 

Anklagesachverhalt auch gar nicht vorgeworfen. Schliesslich darf auch nicht un-

berücksichtigt bleiben, dass es das primäre Handlungsziel des Beschuldigten war, 

mit dem Einsatz des Schwertes die Eindringlinge zu vertreiben und zu verhindern, 

- 30 - 

dass ihm seine Hanfpflanzen abhanden kommen würden und er dabei keine ge-

zielten Schwerthiebe oder -stiche ausführte. 

 2.2.3. All diese Umstände deuten vielmehr darauf hin, dass der Beschuldigte 

den Privatkläger zwar verletzen wollte und angesichts seines Vorgehens auch 

gravierende Verletzungen in Kauf nahm, aber wohl kaum einkalkulierte, den Pri-

vatkläger durch sein Vorgehen möglicherweise gar zu töten. 

 2.3. Demzufolge hat der Beschuldigte auch den subjektiven Tatbestand der 

(eventual-)vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB nicht erfüllt. 

 3. Der Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

StGB und die Voraussetzungen eines strafbaren Versuches im Sinne von Art. 22 

Abs.1 StGB wurden durch die Vorinstanz wiederum korrekt wiedergegeben und 

mit überzeugender Begründung erwogen, dass die Verletzungen des Privatklä-

gers nicht lebensgefährlich waren und einige sogar innerhalb weniger Tage bis 

Wochen folgenlos und andere unter Narbenbildung abheilten, weshalb sie in ob-

jektiver Hinsicht zurecht als einfache Körperverletzungen im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB qualifiziert wurden. Weiter haben die Vorderrichter mit zutref-

fender Begründung erkannt, dass dem Beschuldigten durchaus bewusst war, 

dass er durch seinen Einsatz des Schwertes an den Händen und Armen, aber 

auch am Körper oder gar am Hals und am Kopf des Privatklägers lebensnotwen-

dige Blutgefässe hätte durchtrennen und diesen dadurch hätte schwer verletzen 

können, weshalb sie korrekt zum Schluss gelangten, dass der Beschuldigte die 

nahe Möglichkeit einer schwerwiegenden Verletzung der körperlichen Integrität 

des Privatklägers zumindest in Kauf nahm und der subjektive Tatbestand der 

schweren Körperverletzung daher erfüllt ist. Um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden, kann vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen 

werden (Urk. 82 S. 42 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 4. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Vorinstanz gehen in ihrer 

rechtlichen Würdigung der Geschehnisse von einem Notwehrexzess im Sinne von 

Art. 16 Abs. 1 StGB aus (Urk. 58 S. 8 ff.; Urk. 98 S. 10 ). Die Verteidigung macht 

entschuldbaren Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB geltend und 

- 31 - 

verlangt gestützt darauf einen Freispruch (Urk. 61 S. 9 ff.; Urk. 84 S. 2 f.; Urk. 99 

S. 12f.). 

 4.1. Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff 

bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer 

den Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Überschreitet 

der Abwehrende die Grenzen der Notwehr, so mildert das Gericht die Strafe 

(Art. 16 Abs. 1 StGB). Überschreitet er die Grenzen der Notwehr in entschuldba-

rer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff, so handelt er nicht schuldhaft 

(Art. 16 Abs. 2 StGB). 

 4.2. Der Rechtfertigungsgrund der Notwehr geht vom Grundsatz aus, dass 

derjenige, der rechtswidrig angegriffen wird, sich verteidigen darf, ohne bei der 

Wahl seiner Mittel sehr stark eingeschränkt zu sein. Als Verteidigung gegen einen 

menschlichen Angriff stellt er einen Spezialfall des rechtfertigenden (Defensiv-) 

Notstandes dar. Notwehrfähig sind alle Individualrechtsgüter, namentlich Leib und 

Leben, Vermögen, Geheim- und Privatbereich, Hausfrieden, persönliche Freiheit. 

Als unmittelbar wird ein Angriff bezeichnet, sobald die Rechtsgutverletzung ent-

weder bereits im Gange, also gegenwärtig ist oder andauert (Seelmann, in: Basler 

Kommentar Strafrecht I, 3. Auflage 2013, N 1, N 4 ff. zu Art. 15 StGB; Trech-

sel/Geth, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage 

2013, N 4 zu Art. 15 StGB). 

 4.3. Der Beschuldigte lässt geltend machen, sein Einsatz des Samurai-

Schwertes gegen den Privatkläger sei verhältnismässig und entschuldbar im Sin-

ne von Art. 16 Abs. 1 und 2 StGB gewesen. 

 4.4. Nach der Rechtsprechung und der Lehre muss die Abwehr in einer 

Notwehrsituation nach der Gesamtheit der Umstände als verhältnismässig er-

scheinen. Eine Rolle spielen vor allem die Schwere des Angriffs, die durch den 

Angriff und die Abwehr bedrohten Rechtsgüter, die Art des Abwehrmittels und 

dessen tatsächliche Verwendung. Die Angemessenheit der Abwehr ist aufgrund 

jener Situation zu beurteilen, in der sich der rechtswidrig Angegriffene im Zeit-

punkt seiner Tat befand. Es dürfen nicht nachträglich allzu subtile Überlegungen 

- 32 - 

darüber angestellt werden, ob der Angegriffene sich nicht allenfalls auch mit an-

deren, weniger einschneidenden Massnahmen hätte begnügen können und sol-

len. Besondere Zurückhaltung ist bei der Verwendung von gefährlichen Werkzeu-

gen zur Abwehr (Messer, Schusswaffen etc.) geboten, da deren Einsatz stets die 

Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich bringt. Angemessen ist 

die Abwehr, wenn der Angriff nicht mit weniger gefährlichen und zumutbaren Mit-

teln hätte abgewendet werden können, der Täter womöglich gewarnt worden ist 

und der Abwehrende vor der Benutzung des gefährlichen Werkzeugs das Nötige 

zur Vermeidung einer übermässigen Schädigung vorgekehrt hat. Auch ist eine 

Abwägung der auf dem Spiel stehenden Rechtsgüter unerlässlich. Doch muss de-

ren Ergebnis für den Angegriffenen, der erfahrungsgemäss rasch handeln muss, 

mühelos erkennbar sein (BGE 136 IV 49 E. 3). 

 4.4.1. Wie in tatsächlicher Hinsicht bereits dargelegt wurde (vorstehend, 

Erw. III.5.8.), hielt der Privatkläger mit Ausnahme des Pfeffersprays keine weite-

ren Gegenstände in den Händen, als der Beschuldigte den Vorraum zur Indoor-

Hanfanlage mit erhobenem Samurai-Schwert betrat. Zudem war es entgegen der 

vorinstanzlichen Würdigung (Urk. 82 S. 47 f.) der Beschuldigte, welcher beim Be-

treten des Raumes mit hochgehaltenem Schwert unvermittelt zwei, drei Schritte 

so auf den Privatkläger zugegangen war und "halt, stehenbleiben" rief, dass der 

Privatkläger als Reaktion auf diese martialische, unmittelbare Drohgebärde des 

Beschuldigten umgehend den Pfefferspray ergriff und mit diesem in die Richtung 

des Beschuldigten sprühte. Es ging dem Angriff des Beschuldigten mithin kein ini-

tialer Angriff des Privatklägers voraus, den es im aller ersten Augenblick seines 

Betretens des Raumes abzuwehren gegolten hätte. 

 4.4.2. Der Angriff des Privatklägers auf die Individualrechtsgüter des Be-

schuldigten ist daher nicht im Einsatz des Pfeffersprays als Reaktion auf den An-

griff des Beschuldigten mit dem Samurai-Schwert zu erblicken. Der grundsätzlich 

ein Notwehrrecht des Beschuldigten auslösende Angriff auf seine Individual-

rechtsgüter bestand vielmehr darin, dass der Privatkläger zusammen mit seinem 

Cousin D._____ in die Scheune und damit in vom Beschuldigten gemietete 

Räumlichkeiten eingebrochen war. Da sich der Privatkläger und D._____ nach 

- 33 - 

wie vor unberechtigt in den Räumlichkeiten der Scheune befanden, hielt der un-

rechtmässige Angriff auf den Besitz und das Hausrecht des Beschuldigten an, als 

er die Scheune und den Vorraum zur Indoor-Hanfanlage betrat. Eine Notwehrsi-

tuation lag demnach in Übereinstimmung mit der Vorinstanz und den Parteien 

grundsätzlich vor (Urk. 82 S. 45), jedoch kein Angriff gegen die körperliche Integri-

tät des Beschuldigten. 

 4.4.3. Sowohl die Vorderrichter als auch die Staatsanwaltschaft gehen zu-

treffend davon aus (Urk. 82 S. 45; Urk. 58 S. 9), dass die dem Beschuldigten ge-

hörenden Hanfpflanzen als Betäubungsmittel mangels Verkehrsfähigkeit nicht 

notwehrberechtigt sind (vgl. Niggli/Riedo, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 3. 

Auflage 2013, N 54 ff. zu Vor Art. 137 StGB; Trechsel/Crameri, in: Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, N 5 zu Vor Art. 137 

StGB). Der den Beschuldigten zur Abwehr berechtigende Angriff auf seine Indivi-

dualrechtsgüter richtete sich daher ausschliesslich gegen sein Hausrecht und sei-

nen Besitz, welcher beim Eindringen durch die Gebäudehülle der Scheune aus 

Holz beschädigt wurde. Da die Verursachung dieser Beschädigungen beim Ein-

dringen in das Gebäude bereits abgeschlossen war, als der Beschuldigte auf den 

Privatkläger traf, konnte sich sein Notwehrrecht auch nicht mehr dagegen richten. 

Im Zeitpunkt des Schwerteinsatzes verblieb daher nur sein verletztes Hausrecht 

(und allenfalls weitere Beschädigungen seines Mietobjektes) als beeinträchtigtes 

Individualrechtsgut. 

 4.4.4. Angemessen im Sinne von Art. 15 StGB wäre gewesen, die Polizei zu 

verständigen und die unerwünschten Eindringlinge bis zu deren Eintreffen gege-

benenfalls aus sicherer Distanz in Schach zu halten und zu beobachten oder al-

lenfalls in der Scheune festzuhalten. Indem der Beschuldigte sein Samurai-

Schwert in der anklagegegenständlichen Weise gegen den Privatkläger einsetzte, 

einzig um den auf sein Hausrecht andauernden Angriff abzuwehren, hat er die 

Grundsätze der Subsidiarität und Verhältnismässigkeit des Notwehrrechts, mithin 

die Grenzen des ihm zustehenden Notwehrrechts, daher fraglos auf massivste 

Weise überschritten, zumal – wie bereits von den Vorderrichtern zutreffend in Be-

tracht gezogen wurde (Urk. 82 S. 45 f.) – in jenem Zeitpunkt weder eine Gefahr 

- 34 - 

für Leib und Leben des Beschuldigten oder der weiteren Bewohner des Nachbar-

hauses noch zeitliche Dringlichkeit für eine Intervention gegen den Privatkläger 

bestand und er das Rechtsgut der körperlichen Integrität des Privatklägers ganz 

massiv verletzte. Es liegt somit ein Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 Abs. 1 

StGB vor. Ein entschuldbarer Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB, 

welcher das Verhalten des Beschuldigten als nicht schuldhaft qualifizieren würde, 

liegt im Übrigen - entgegen der Verteidigung (Urk. 99 S. 13) - nicht vor. Dafür wä-

re ein Handeln in entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff 

notwendig, ein sogenannter asthenischer Affekt. Als rechtserheblicher astheni-

scher Affekt gilt jedoch nicht schon jedes naheliegende Angstgefühl, während 

sthenische Affekte wie Wut, Zorn oder Kampfeseifer als Schuldausschliessungs-

grund nicht in Betracht kommen (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2010, 

6B_432/2010). Es ist zu prüfen, ob auch ein rechtlich gesinnter Mensch durch den 

Angriff in Aufregung und Bestürzung geraten wäre. Zudem stellt sich die Frage, 

ob das Mass des Exzesses durch die Heftigkeit der Erregung gedeckt ist (Trech-

sel/Geth a.a.O., N 2 zu Art. 16 StGB). Wie vorstehend erwähnt, ging es vorlie-

gend "einzig" um einen Angriff auf das Hausrecht des Beschuldigten. Darauf mit 

einem nicht unerheblichen Einsatz mit dem Samurai-Schwert zu reagieren, ist 

nicht von der Aufregung über die Verletzung des Hausrechts, welche nicht derart 

heftig gewesen sei kann, gedeckt.  

 Demzufolge ist der Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung 

im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 16 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 5. Beim Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ha-

ben die Vorderrichter den Anbau und die Produktion von ca. 600 Gramm Mari-

huana und den Besitz von weiteren ca. 763 Gramm dieser Betäubungsmittel 

durch den Beschuldigten als mehrfaches Vergehen gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von dessen Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, d und g gewürdigt und ihn 

mangels an entsprechenden Beweisen vom Vorwurf des Verkaufs eines Teils 

dieser Drogen freigesprochen (Urk. 82 S. 61). 

- 35 - 

 5.1. Art. 19a Ziff. 1 BetmG hält indessen fest, dass, wer unbefugt Betäu-

bungsmittel vorsätzlich konsumiert oder zum eigenen Konsum eine Widerhand-

lung im Sinne von Artikel 19 begeht, mit Busse bestraft wird. 

 5.2. Da sich der Vorwurf, der Beschuldigte habe einen Teil der bei ihm si-

chergestellten Menge Marihuana verkaufen wollen, nicht aufrechterhalten liess 

(vgl. vorstehend, Erw. III.5.9.4.) und er von diesem Vorwurf durch die Vorinstanz 

bereits rechtskräftig freigesprochen wurde (vgl. vorstehend, Erw. II.2.), kann er 

das bei ihm sichergestellte Marihuana nur noch zum eigenen Konsum im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG produziert, aufbewahrt und besessen haben, weshalb 

er deswegen lediglich noch wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmit-

telgesetzes schuldig zu sprechen und mit Busse zu bestrafen ist (Art. 19 Abs. 1 

lit. a, b und d in Verbindung mit Art. 19a Ziff. 1 BetmG). 

V. Strafzumessung 

 1. Der Beschuldigte wurde durch die erste Instanz mit 24 Monaten Freiheits-

strafe und mit Fr. 300.– Busse bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde auf-

geschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt (Urk. 82 S. 95 f.). Die 

Staatsanwaltschaft verlangt mit ihrer Berufung eine Bestrafung mit 6 Jahren Frei-

heitsstrafe und Fr. 300.– Busse (Urk. 98 S. 1). 

 2. Infolge der rechtskräftigen vorinstanzlichen Freisprüche bilden einzig die 

versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 16 Abs. 1 StGB und die verbliebenen Übertre-

tungen des Betäubungsmittelgesetzes (Produktion von ca. 600 Gramm und Besitz 

weiterer ca. 763 Gramm Marihuana zum Eigenkonsum) Gegenstand der Strafzu-

messung. 

 3. Die schwere Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren 

oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen geahndet (Art. 122 StGB in Verbin-

dung mit Art. 40 StGB). Der ordentliche Strafrahmen ist trotz des Vorliegens von 

Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründen nur zu verlassen, wenn ausserge-

wöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angeordnete Strafe 

- 36 - 

im konkreten Fall zu hart bzw. zu mild erscheint. Das Gericht ist indessen ver-

pflichtet, Strafschärfungsgründe zumindest straferhöhend und Strafmilderungs-

gründe strafmindernd innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen 

(BGE 121 IV 55; BGE 136 IV 55 E. 5.5 ff.). 

 3.1. Wie sich nachfolgend ergibt, sind trotz des Vorliegens von Strafmilde-

rungsgründen keine ausserordentlichen Umstände gegeben, welche eine Unter-

schreitung des regulären Strafrahmens als angezeigt erscheinen liessen. Straf-

schärfungsgründe liegen keine vor. 

 3.2. Zu beachten ist, dass das Asperationsprinzip nur bei gleichartigen Stra-

fen zum Zuge kommt. Treffen ungleichartige Strafen zusammen, wie etwa Frei-

heitsstrafe und Geldstrafe oder Geldstrafe und Busse, so sind sie nebeneinander 

zu verhängen (Trechsel/Affolter-Eijsten, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, N 7 zu Art. 49 StGB; BGE 137 IV 57 E. 4.3.1). 

Dementsprechend ist für die mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgeset-

zes eine separate Busse auszusprechen. 

 3.3. Die allgemeinen Regeln der Strafzumessung wurden im vorinstanzli-

chen Urteil unter Hinweis auf die Lehre sowie die bundesgerichtliche Praxis kor-

rekt wiedergegeben (Urk. 82 S. 67 f.). Sie brauchen an dieser Stelle nicht wieder-

holt zu werden. 

 3.3.1. Bei der objektiven Tatschwere ist vorauszuschicken, dass der Tatbe-

stand der schweren Körperverletzung die körperliche (und psychische) Integrität 

und damit eines der wichtigsten Rechtsgüter des Menschen schützt. Um den Pri-

vatkläger zu vertreiben, setzte der Beschuldigte sein 1 Meter langes, geschwun-

genes Samurai-Schwert mit einer geschärften Klingenlänge von 70 cm gegen 

diesen ein, indem er es in unmittelbarer Nähe vor dem Privatkläger auf Bauch- 

und Brusthöhe ungezielt und hin- und her schwang, während sein Sehvermögen 

aufgrund des vom Privatkläger zur Abwehr anfänglich eingesetzten Pfeffersprays 

beeinträchtigt und der Privatkläger auf der anderen Seite bloss zu Beginn den 

Pfefferspray zur Abwehr zur Hand hatte, im Übrigen aber völlig unbewaffnet war 

und den Schwerteinsatz alsdann nur mit blossen Händen abwehren konnte. 

- 37 - 

 3.3.1.1. Durch diese ungleiche Bewaffnung und das ungezielte Herum-

schwingen des Schwertes durch den Beschuldigten schuf dieser ein grosses Risi-

ko, dem Privatkläger eine schwere Körperverletzung zuzufügen. Dieser erlitt ne-

ben unbedeutenden Hautschürfungen aus dem Gerangel mehrere leichte bis mit-

telschwere Schnittverletzungen. So reichten insbesondere die 6 Zentimeter lange 

Schnittverletzung an der linken Halsseite hinter dem linken Ohr bis auf den Schä-

delknochen und jene am rechten Zeigefinger der linken Hand bis in die Unterhaut. 

Die Halsschlagader als lebenswichtiges, grosses Blutgefäss lag lediglich wenige 

Zentimeter entfernt von der Schnittverletzung an der linken Halsseite. Die Verlet-

zungen machten eine ambulante Notfallbehandlung, jedoch keine Hospitalisie-

rung des Privatklägers notwendig. Bleibende Verletzungen trug dieser nicht da-

von, weshalb das objektive Ausmass des Erfolges im Vergleich zu ähnlich gela-

gerten Fällen als noch nicht allzu gravierend zu bezeichnen ist. Den Vorderrich-

tern ist allerdings zuzustimmen, dass der Einsatz dieses Schwertes ohne Vorwar-

nung beim Beschuldigten auf eine gewisse Hemmungs- und Rücksichtslosigkeit 

hinsichtlich der körperlichen Unversehrtheit des Privatklägers schliessen lässt 

(Urk. 82 S. 69). 

 3.3.1.2. Vorausgesetzt, der tatbestandsmässige Erfolg der schweren Kör-

perverletzung wäre durch eine lebensgefährliche Verletzung eines wichtigen Blut-

gefässes im Bereich des Halses eingetreten, wäre insgesamt von einer erhebli-

chen objektiven Tatschwere auszugehen gewesen und hätte eine hypothetische 

Einsatzstrafe von 5 Jahren Freiheitstrafe als angezeigt erscheinen lassen. 

 3.3.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zunächst verschuldensmindernd zu 

gewichten, dass der Beschuldigte hinsichtlich einer schweren Körperverletzung 

nicht direkt-, sondern nur eventualvorsätzlich, aus dem Augenblick heraus und 

damit planlos handelte, was das objektive Tatverschulden merklich mindert. 

 3.3.2.1. Wie bereits erwogen wurde (vgl. vorstehend, Erw. IV.4. ff.), lag an-

lässlich der tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem 

Privatkläger eine das Verschulden des Beschuldigten mindernde Notwehrsituation 

vor, da der Privatkläger zusammen mit seinem Cousin in die vom Beschuldigten 

gemietete Scheune eingebrochen waren. Diese Notwehrsituation bestand indes-

- 38 - 

sen nicht in einem Angriff des Privatklägers auf die körperliche Integrität des Be-

schuldigten, sondern lediglich in der Verletzung seines Hausrechtes und in einer 

möglichen Gefahr weiterer Beschädigungen an den von ihm gemieteten Räum-

lichkeiten (vorstehend, Erw. III.4.4.1. ff.). Der enthemmte Einsatz des Samurai-

Schwertes gegen die körperliche Integrität des nur anfänglich einzig mit einem 

Pfefferspray bestückten Privatklägers zur Verteidigung seines ungestörten Besit-

zes ist daher als massive Überschreitung der Grenzen seines Notwehrrechtes 

und damit als Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB einzustufen, 

weshalb dieser Strafmilderungsgrund lediglich zu einer leichten Minderung des 

objektiven Tatverschuldens führt, zumal es dem Beschuldigten ohne weiteres 

möglich gewesen wäre, den Angriff auf sein Hausrecht und seinen Besitz auf le-

galem Wege durch die Alarmierung der Polizei abzuwehren, was er aufgrund der 

Illegalität seiner Hanfplantage indessen verwarf. 

 3.3.2.2. Nachdem das psychiatrische Gutachten von I._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 12. Juni 2012 dem Beschuldigten für 

den Tatzeitpunkt mit überzeugender Begründung volle Schuldfähigkeit attestierte 

(Urk. 19/9 S. 47), besteht kein Anlass für die Berücksichtigung einer weiteren 

Minderung des objektiven Tatverschuldens unter diesem Blickwinkel. 

 3.3.3. Unter Berücksichtigung der insgesamt erheblich verschuldensmin-

dernd wirkenden subjektiven Tatschwere ist das Verschulden gesamthaft als kei-

neswegs mehr leicht einzustufen. Es erscheint daher eine Reduktion der hypothe-

tischen Einsatzstrafe auf 4 Jahre Freiheitsstrafe als angemessen. 

 3.3.4. Ergänzend kommt hinzu, dass der Privatkläger keine im Sinne von 

Art. 122 StGB schweren Verletzungen erlitt. Dass es beim Versuch einer schwe-

ren Körperverletzung geblieben ist, ist indessen dem Zufall zu verdanken und 

nicht etwa dem Beschuldigten, der die Handlung aus eigenem Antrieb nicht zu 

Ende geführt hätte. Vielmehr musste er von seinem Kollegen G._____ mit Nach-

druck zum Innehalten bewegt werden. Angesichts der bestandenen Gefahr der 

Zufügung einer lebensgefährlichen Verletzung ist die Strafe aufgrund dieses 

Strafmilderungsgrundes (Art. 22 Abs. 1 StGB) innerhalb des ordentlichen Straf-

rahmens weiter spürbar zu mindern. 

- 39 - 

 Eine weitere Reduktion auf 3 Jahre Freiheitsstrafe erweist sich daher als 

angemessen. 

 3.4. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensange-

messene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu 

tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im We-

sentlichen täterbezogene Komponenten wie die persönlichen Verhältnisse, Vor-

strafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nachtatverhalten, wie Geständnis, 

Einsicht, Reue etc. (Hug, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. Auflage, Zürich 2013, N 14 ff. zu Art. 47 

StGB). 

 3.4.1. Der Beschuldigte ist am tt. Juni 1969 in Solothurn geboren, verbrachte 

eine unbeschwerte Kindheit und hatte stets ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern. 

Er besuchte den Kindergarten und die Primarschule in J._____, wobei er die 

4. Klasse wiederholte. Nach Abschluss der Realschule absolvierte er eine Mau-

rerlehre und arbeitete anschliessend zunächst auf diesem Beruf. 1994 folgte eine 

berufliche Neuorientierung in die Snowboardbranche, wobei der Beschuldigte sich 

nach kurzer Zeit im Bereich Snowboardverkauf und -reparatur selbständig mach-

te. Dieser Tätigkeit ging er bis zu seinem 32. Lebensjahr nach. Seither ist er wäh-

rend der Wintersaison bei den Bergbahnen K._____ und im Sommerhalbjahr als 

Selbständig-Erwerbender auf dem Bau tätig. Der Beschuldigte lebt in geordneten 

Verhältnissen, ist seit dem tt. April 2009 verheiratet und wohnt zusammen mit sei-

ner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn L._____, geboren am tt.mm.2009, seit 

Juni 2012 in K._____ GR (Urk. 14/5; Urk. 57 S. 1 ff.; Urk. 19/9 S. 9 ff.). 

 3.4.2. Über seine wirtschaftlichen Verhältnisse war vor Vorinstanz bekannt, 

dass der Beschuldigte im Rahmen seiner selbständigen Erwerbstätigkeit auf dem 

Bau von April bis Dezember ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 4'500.– 

bis Fr. 5'000.– und während der Wintersaison bei den Bergbahnen K._____ je-

weils Fr. 3'200.– erzielt. Er verfügt über kein Vermögen und hat Schulden bei sei-

nem Vater. Seine Ehefrau ist auf Stundenbasis teilzeiterwerbstätig. Die Wohnkos-

ten beliefen sich auf Fr. 1'250.– Monatsmiete (Urk. 14/6 S. 21 f.; Urk. 57 S. 2 ff.). 

- 40 - 

 Zur Aktualisierung fügte er anlässlich der Berufungsverhandlung an, dass er 

diesen Winter zu Hause sei als Hausmann und seine Frau arbeiten gehe. Zurzeit 

würden sie bei einem Freund wohnen und einen Mietanteil von Fr. 1'000.-- pro 

Monat leisten. Auf den Sommer würden sie eine eigene, grössere Wohnung su-

chen. Zuvor hätten sie in Spanien gelebt und hätten dort ein Kaffee eröffnen wol-

len. Seine Frau habe dann aber Heimweh gehabt, und sie seien in die Schweiz 

zurück gekehrt. Im Sommer wolle er wieder auf dem Bau arbeiten. Seinen Führe-

rausweis habe er schon lange zurück erhalten. Er konsumiere noch etwa alle zwei 

Monate einmal Marihuana, einfach wenn es sich ergebe (Prot. II S. 7-9). 

 3.4.3. Den Vorderrichtern ist darin beizupflichten, dass sich aus dem Wer-

degang und in den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten keine Beson-

derheiten ergeben, aus denen sich strafmassrelevante Faktoren ableiten lassen 

(Urk. 82 S. 72 ). 

 3.4.4. Im Strafregisterauszug vom 31. Juli 2014 sind keine Vorstrafen ver-

zeichnet (Urk. 86). Eine frühere Verurteilung des Beschuldigten aus dem Jahre 

2002 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und mehrfacher Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes (Urk. 26/1) wurde von der Registerbehörde gestützt 

auf Art. 369 StGB inzwischen entfernt und ist somit unbeachtlich. Auch dem Leu-

mundsbericht der Kantonspolizei Zürich vom 5. April 2012 lässt sich nichts Nach-

teiliges über den Beschuldigten entnehmen (Urk. 26/6 f.). Die Vorstrafenlosigkeit 

ist neutral zu behandeln (BGE 136 IV 1). 

 3.4.5. Umfangreiche und prozessentscheidende Geständnisse können eine 

Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Das 

Geständnis, das kooperative Verhalten bei der Aufklärung von Straftaten sowie 

die Einsicht und Reue wirken strafmindernd. Der Grad der Strafminderung hängt 

aber insbesondere davon ab, in welchem Stadium des Verfahrens das Geständ-

nis erfolgte (Wiprächtiger/Keller, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Auflage, 

2013, N 169 ff. zu Art. 47 StGB). 

 3.4.5.1. Die Vorderrichter haben dem Beschuldigten eine Strafreduktion "im 

Bereich von einem Fünftel bis zu einem Drittel" mit der Begründung gewährt, die-

- 41 - 

ser habe ein Geständnis abgelegt und "bei der Aufklärung von Straftaten ein ko-

operatives Verhalten gezeigt". Ausserdem bereue er die Tat und sei einsichtig 

(Urk. 82 S. 73). Dem kann nicht unbesehen gefolgt werden. 

 3.4.5.2. Der Beschuldigte hat zwar den äusseren Sachverhalt, insbesondere 

in objektiver Hinsicht die vom Privatkläger erlittenen Verletzungen, grundsätzlich 

anerkannt. Angesichts der erdrückenden Beweislage konnte er indessen nicht 

ernsthaft bestreiten, dem Privatkläger die Verletzungen zugefügt zu haben. Gleich 

verhält es sich mit dem Anbau, Besitz und Konsum von Marihuana. Nachdem er 

sich nach wie vor zum tatbestandsmässigen Vorgehen berechtigt hält, wesentli-

che Sachverhaltselemente bestreitet und zu Unrecht einen Angriff des Privatklä-

gers mit einem Messer oder einem anderen gefährlichen Gegenstand geltend 

macht, ist das Geständnis entgegen der Vorinstanz nur leicht strafmindernd zu 

berücksichtigen. Leicht strafmindernd ist ihm weiter sein Wohlverhalten seit der 

Tat vom 7. Januar 2012 anzurechnen.  

 Unter Würdigung der Täterkomponente ist die Freiheitsstrafe daher auf 2 ½ 

Jahre zu reduzieren. Eine Strafe im Grenzbereich von zwei Jahren, somit im Be-

reich, welche noch einen vollbedingten Strafvollzug ermöglichen würde, erscheint 

vorliegend dem Verschulden, dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen 

des Beschuldigten nicht angemessen (vgl. dazu BGE 134 IV 17 E.3.).  

 3.5. Für die mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes ist 

schliesslich eine Busse auszufällen. Der Strafrahmen bei Bussen erstreckt sich 

bis maximal Fr. 10'000.– (Art. 106 Abs. 1 BetmG i.V.m. Art. 26 BetmG). Die Ver-

teidigung - und anlässlich der Berufungsverhandlung auch die Staatsanwaltschaft 

- beantragen bezüglich der Verurteilung des Beschuldigten wegen des Konsums 

von Marihuana eine Busse von Fr. 300.--. Bei der Bemessung der Busse sind in-

dessen auch noch die vom Beschuldigten zum Zwecke des Eigenkonsums pro-

duzierten ca. 600 Gramm und die weiteren von ihm aufbewahrten rund 750 

Gramm Marihuana zu gewichten. 

 3.5.1. Das Gericht bemisst die Busse nach den Verhältnissen des Täters so, 

dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 

- 42 - 

Abs. 3 StGB). Bei der Bemessung der Busse ist nebst dem Verschulden der fi-

nanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für die Verhältnisse des Tä-

ters relevant sind namentlich sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familien-

stand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine 

Gesundheit (Hug, in: Donatsch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Straf-

gesetzbuch, Zürich 2013, N 4 zu Art. 106 StGB; BGE 129 IV 21). Für den Fall, 

dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, hat das Gericht eine Ersatzfreiheits-

strafe auszusprechen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 3.5.1.1. Bei der objektiven Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der Beschul-

digte über einen langen Zeitraum vom 1. August 2011 bis 7. Januar 2012 regel-

mässig, d.h. täglich Marihuana aus seinem eigenen Anbau durch Inhalieren und 

Rauchen konsumierte. Die vom Beschuldigten behauptete angebliche medizini-

sche Indikation überzeugt in keiner Weise und ist auch nicht mit ärztlichen Unter-

lagen untermauert. So wurde er denn auch von seiner Mutter gegenüber dem 

psychiatrischen Gutachter unauffällig als "lebendiges" Kind beschrieben, und aus 

dem psychiatrischen Gutachten ergeben sich keinerlei Hinweise auf die vom Be-

schuldigten geltend gemachte Hyperaktivität (Urk. 19/9 S. 30 ff.; vgl. auch vorste-

hend, Erw. III.5.9.1. f.). 

 3.5.1.2. Hinzu kommt die beträchtliche Menge an Marihuana von insgesamt 

rund 1,35 Kilogramm welche er bloss zum Eigenkonsum über den Zeitraum von 

August 2011 bis anfangs Januar 2012 selber produzierte und aufbewahrte. Der 

Anbau der Betäubungsmittel erforderte ein beachtliches wirtschaftliches und zeit-

liches illegales Engagement des Beschuldigten in die Gerätschaften und den An-

bau der Pflanzen. 

 Die objektive Schwere dieser Taten ist als keineswegs mehr leicht zu taxie-

ren. 

 3.5.1.3. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Der Umstand, dass 

er trotz des Einbruchs in die Scheune die Polizei wegen seiner Hanfplantage nicht 

verständigte, zeigt, dass er dieser Tätigkeit nachging, obwohl er sich der Illegalität 

- 43 - 

seines Tuns durchaus bewusst war. Dies hat der Beschuldigte in der Berufungs-

verhandlung auch so bestätigt (Prot. II S. 13 und 15). 

 3.5.1.4. Somit erfährt das Verschulden keine Minderung durch die subjektive 

Schwere seiner Tathandlungen. Es erweist sich als keineswegs mehr leicht. An-

gesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten (vgl. vorstehend, 

Erw. V.3.4.2.) rechtfertigt sich daher die Festsetzung von Fr. 2'000.– Busse. 

 Demzufolge ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 2 ½  Jahren 

und mit Fr. 2'000.– Busse zu bestrafen. 

VI. Strafvollzug 

 1. Für Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren und höchstens drei Jahren 

sieht das Gesetz den teilbedingten Vollzug vor (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 

StGB). Der Gesetzgeber geht davon aus, bei Freiheitsstrafen in dieser Höhe wie-

ge das Verschulden (siehe Art. 43 Abs. 1 StGB) so schwer, dass trotz günstiger 

bzw. nicht ungünstiger Prognose ein Teil der Strafe zum Ausgleich des Verschul-

dens vollzogen werden muss (Urteil 6B_538/2007 vom 2. Juni 2008 E. 3.1.3; 

BGE 134 IV 241). Dabei darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe 

nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB), und sowohl der aufgeschobene wie auch 

der zu vollziehende Teil der Freiheitsstrafe müssen mindestens 6 Monate betra-

gen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB). Innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegt die 

Festsetzung im pflichtgemässen Ermessen des Gerichts. Das Verhältnis der 

Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewäh-

rung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend 

zum Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbar-

keit der Tat sind, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil 

sein. Der unbedingt vollziehbare Strafteil darf das unter Verschuldensgesichts-

punkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 97 

E. 6.3.4.3; BGE 134 IV 1 E. 5.6). 

 2. Der Beschuldigte hat sich seit Januar 2012 wohl verhalten. Er ist sozial 

und beruflich integriert, was gegen Bedenken an seiner Legalbewährung spricht.  

- 44 - 

 Im psychiatrischen Gutachten vom 12. Juni 2012 wurde die Rückfallgefahr in Be-

zug auf ein Gewaltdelikt als gering eingestuft (Urk 19/9 S. 28 f., S. 44 ff., S. 47). 

Hingegen wurde sein Verschulden vorliegend als keineswegs mehr leicht taxiert 

(vgl. vorstehend, Erw. V.3.3.1. ff., insbes. 3.3.3.). Unter diesem Aspekt erscheint 

es angemessen zum Schuldausgleich von der ausgefällten Freiheitsstrafe von 

2 ½ Jahren 7 Monate zu vollziehen. Die restlichen 23 Monate sind aufzuschieben 

und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

 3. Die Busse hat der Beschuldigte zu bezahlen. Falls er diese schuldhaft 

nicht bezahlt, ist in Anwendung des Umwandlungssatzes von einem Tag Ersatz-

freiheitsstrafe pro Fr. 100.– Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen auszu-

fällen. 

 4. Der Anrechnung von 27 Tagen erstandener Haft auf die Freiheitsstrafe 

steht nichts entgegen (Art. 51 StGB). 

VII. Zivilansprüche 

 1. Hinsichtlich der rechtstheoretischen Voraussetzungen für die Geltendma-

chung von Schadenersatz- und Genugtuungsansprüchen kann vollumfänglich auf 

die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 82 S. 79 f., 

S. 81 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 2. Der Privatkläger liess ein Schadenersatzbegehren in der Höhe von insge-

samt Fr. 810.– für die zerstörte Bekleidung stellen und machte eine Umtriebsent-

schädigung von pauschal Fr. 500.– für die Wahrnehmung diverser Termine im 

Zusammenhang mit dem Strafverfahren und beim Arzt geltend. Zudem sei durch 

das Gericht festzustellen, dass der Beschuldigte dem Grundsatz nach für die 

Schadenersatzforderungen des Privatklägers vollumfänglich hafte (Urk. 57 S. 2 

und S. 6 f.). Er liess die vorinstanzlichen Anordnungen nicht anfechten (Urk. 95). 

 2.1. Der Beschuldigte lässt auch im Berufungsverfahren nach wie vor sämt-

liche Ansprüche des Privatklägers bestreiten (Urk. 61 S. 2 und S. 13; Urk. 84; Urk. 

99 S. 14). 

- 45 - 

 2.2. Die vom Privatkläger geltend gemachten einzelnen Schadenspositionen 

wurden anlässlich der Tatbegehung vom Beschuldigten verursacht. Aufgrund des 

Schuldspruches haftet er grundsätzlich gegenüber dem Privatkläger aus dem be-

urteilten Ereignis. Die Kleidung des Privatklägers wurde anlässlich der Tat be-

schädigt und blutverschmiert (Urk. 12/2 S. 14 f.; Urk. 12/4 S. 4 ff.; Urk. 12/5 

S. 4 ff.). 

 2.2.1. Die Vorderrichter haben zutreffend erkannt (Urk. 82 S. 80), dass die 

geltend gemachten Schadenspositionen mit Ausnahme von Fr. 600.– für die Ja-

cke des Privatklägers angemessen sind. Letztere erweist sich als ungewöhnlich 

hoch und wurde weder hinreichend begründet noch belegt, weshalb die dafür gel-

tend gemachten Fr. 600.– abzuweisen sind. Da die weiteren Voraussetzungen 

der Schadenersatzpflicht erfüllt sind (Art. 41 Abs. 1 OR), ist der Beschuldigte zu 

verpflichten, dem Privatkläger für den nachgewiesenen Schaden von Fr. 210.– 

Ersatz zu leisten. Mit der Vorinstanz rechtfertigt es sich, die Haftungsquote des 

Beschuldigten aufgrund des dem Privatkläger vorzuwerfenden Mitverschuldens 

auf 50% zu reduzieren. 

 2.2.2. Demzufolge ist der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 105.– zu bezahlen. 

 2.3. Da hinsichtlich allfälliger weiterer medizinischer Kosten aufgrund der Ak-

ten und Vorbringen der Parteien kein sofortiger Entscheid über sämtliche Zivilan-

sprüche möglich ist und die vollständige Beurteilung unverhältnismässig aufwen-

dig wäre, erkannte die Vorinstanz zurecht darauf, allfällige weitere Zivilansprüche 

des Privatklägers nur dem Grundsatze nach gutzuheissen, im Übrigen aber auf 

den Weg des Zivilprozesses zu verweisen (Art. 126 Abs. 3 StPO). Weiter wurde 

der Beschuldigte aufgrund des Mitverschuldens des Privatklägers lediglich im 

Umfang von 50% schadenersatzpflichtig erklärt (Urk. 82 S. 81). Auch dies ist zu 

bestätigen. 

 2.4. Der Privatkläger hat vor Vorinstanz eine Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 6'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem 7. Januar 2012 verlangt (Urk. 57 S. 2). Im 

angefochtenen Urteil wurde der Genugtuungsanspruch angesichts der vom Pri-

- 46 - 

vatkläger erlittenen Schnittverletzungen zurecht bejaht und unter zutreffender 

Verneinung psychischer Folgen aus dem Ereignis auf Fr. 2'500.–, zuzüglich bean-

tragten Zins, festgesetzt (Urk. 82 S. 83 f.). Die Höhe der zugesprochenen Genug-

tuung erweist sich auch unter dem Blickwinkel des Verschuldens des Beschuldig-

ten und eines erheblichen Mitverschuldens des Privatklägers als angemessen. 

Eine höhere Genugtuung fällt infolge fehlender Anfechtung durch den Privatkläger 

ausser Betracht. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kosten- und 

Entschädigungsdispositiv (Ziff. 14, 15 und 17 bis 19), mit Ausnahme der bereits 

rechtskräftigen Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten im 

Vorverfahren (Ziff. 16), zu bestätigen. 

 2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massga-

be ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem der Be-

schuldigte mit seinen Anträgen praktisch vollständig unterliegt, auf der anderen 

Seite aber auch die Staatsanwaltschaft mit ihren Berufungsanträgen abgesehen 

von einer moderaten Straferhöhung nicht durchdringt, rechtfertigt es sich, dem 

Beschuldigten die Hälfte der Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen und 

die Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 3. Der Beschuldigte beantragte die Zusprechung einer Prozessentschädi-

gung zu Lasten der Staatskasse (Urk. 99 S. 1 und 15). Gemäss Art. 436 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO hat die beschuldigte Person, wenn sie 

freigesprochen wird, Anspruch auf Entschädigung für ihre Aufwendungen für die 

angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte. 

 3.1. Nachdem die Hälfte der Kosten des Berufungsverfahrens auf die Ge-

richtskasse zu nehmen sind, hat der Beschuldigte Anspruch auf eine reduzierte 

Prozessentschädigung im entsprechenden Ausmass. 

- 47 - 

 3.2. Der Verteidiger reichte anlässlich der Berufungsverhandlung ein Daten-

blatt mit seinen Aufwendungen ein (Urk. 100; Prot. II S. 13). Er macht dabei ins-

gesamt ein Honorar von Fr. 16'647.93 (inkl. MwSt.) geltend. Unter dem aufgeführ-

ten Aufwand findet sich eine Position "Restsaldo Rechnung v. 9.9.2013", welche 

wiederum unter der Position "Sonstiges" aufgeführt ist (Urk. 100 S. 1). Was diese 

Aufwandposition umfasst, ergibt sich jedoch nicht aus der Aufwandzusammen-

stellung, auch nicht, ob es sich dabei um Honoraraufwand oder Barauslagen han-

delt. Für die Ausarbeitung des Plädoyers macht der Verteidiger insgesamt rund 

19.5 Stunden geltend, was für das vorliegende Berufungsverfahren und das heute 

vorgetragene Plädoyer etwas zu hoch erscheint. Insgesamt erscheint für das Be-

rufungsverfahren inklusive der heutigen Berufungsverhandlung ein Aufwand von 

40 Stunden als angemessen. Der geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 300.-- 

ist nicht zu beanstanden. Weiter sind für das vorliegende Berufungsverfahren 

Barauslagen im Umfang von Fr. 300.-- als angemessen zu entschädigen. Dazu 

kommt die zu entschädigende Mehrwertsteuer von 8%. Insgesamt wäre daher ei-

ne (volle) Prozessentschädigung von Fr. 14'000.-- dem vorliegenden Berufungs-

verfahren angemessen. Entsprechend ist dem Beschuldigten eine reduzierte Pro-

zessentschädigung von Fr. 7'000.-- (inkl. MwSt.) für anwaltliche Verteidigung im 

Berufungsverfahren aus der Gerichtskasse zuzusprechen.  

 3.3. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens besteht kein Raum für 

die Zusprechung einer Entschädigung wegen erlittenem Verdienstausfall und 

auch kein Anspruch auf Genugtuung wegen der erlittenen Haft (Urk. 99 S. 15).  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Affoltern vom 

11. September 2013 bezüglich der Dispositivziffern 1, 3. Lemma (Schuld-

spruch betr. Übertretung des BetmG), 2 (Freisprüche), 9–13 (Einziehun-

gen/Verwertung/Herausgabe), 16 (Entschädigung amtliche Verteidigung) 

- 48 - 

und 20 (keine Umtriebsentschädigung für den Privatkläger) in Rechtskraft 

erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist ausserdem schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 16 Abs. 1 StGB  

sowie 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. a, b und d BetmG in Verbindung mit Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon 27 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind, und mit Fr. 2'000.– Busse. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 23 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (7 Monate, abzüg-

lich 27 Tage bereits erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 105.– Schadener-

satz zu bezahlen.  

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach im Umfang von 50% 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen F