# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f6cf1fc-2baf-57e3-b341-cb951748a381
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.04.2014 SB130273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130273_2014-04-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130273-O/U/gs-hb 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Burger, der  

Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. 

Oswald 

 

Urteil vom 8. April 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend einfache Körperverletzung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 
23. April 2013 sowie Nachtragsurteil vom 23. Mai 2013 (DG120385) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 8. Novem-

ber 2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 30). 

Beschluss der Vorinstanz: 

1. Das Verfahren betreffend mehrfache Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 StGB gemäss Anklageziffer ND 1 a. und ND 1 b. wird eingestellt. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim 

Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammern, Postfach 2401, 8021 Zü-

rich, schriftlich und begründet Beschwerde erhoben werden. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der B._____ Versicherung Schadenersatz 

von Fr. 10'186.10 zuzüglich 5 % Zins ab 1. Januar 2011 zu bezahlen.  

5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 

C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 27. Dezember 2010 dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

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6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'400.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'500.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 216.35   Auslagen Untersuchung  

Fr. 22'420.95   amtliche Verteidigung  
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten zu vier Fünfteln auferlegt und zu einem Fünftel auf die Ge-

richtskasse genommen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vollumfänglich auf die Ge-

richtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.  

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ für das gesam-

te Verfahren eine Parteientschädigung zu bezahlen. Das Quantitativ wird mit 

Nachtragsentscheid festgesetzt.  

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:  

(Urk. 100 S. 2) 

1. In Abänderung der Ziffern 1 bis 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zü-

rich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 sei der Beschuldigte vollumfäng-

lich von Schuld und Strafe frei zu sprechen. 

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2. In Abänderung der Ziffern 4 bis 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zü-

rich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 seien die Zivilforderungen vollum-

fänglich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 

3. In Abänderung der Ziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 

2. Abteilung, vom 23. April 2013 seien die Verfahrenskosten, ein-

schliesslich derjenigen Kosten der amtlichen Verteidigung, vollumfäng-

lich auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

4. In Abänderung der Ziffer 9 des Urteils vom 23. April 2013 sowie der Zif-

fer 1 des Nachtragsurteils vom 23. Mai 2013 des Bezirksgerichts Zü-

rich, 2. Abteilung, sei dem Privatkläger C._____ keine Parteientschädi-

gung zuzusprechen. Es sei hingegen dem Beschuldigten für seine Um-

triebe eine angemessene Entschädigung auszurichten. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen Kosten 

der amtlichen Verteidigung, seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

6. Es sei dem Beschuldigten für sein Umtriebe für das Berufungsverfah-

ren eine angemessene Entschädigung auszurichten. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 99) 

1. Schuldigsprechung des Beschuldigten A._____ im Sinne der Anklage-

schrift, nämlich  

• der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

Abs. 1-3 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

• der mehrfachen, ev. der (einfachen) Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB; 

2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten sowie 

einer Geldstrafe von 60, ev. 30 Tagessätzen zu Fr. 50.-- (entsprechend 

Fr. 3'000.--, ev. Fr. 1'500.--); 

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3. Vollzug von 6 Monaten Freiheitsstrafe und Gewährung des bedingten 

Strafvollzuges der restlichen 2 Jahre Freiheitsstrafe, unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren; 

4. Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstrafe unter Ansetzung ei-

ner Probezeit von 2 Jahren; 

5. im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 23. April 

2013 zu bestätigen; 

c) Des Vertreters der Privatklägerschaft: 

(Urk. 102, sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

 1. Der Beschuldigte A._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

2. Abteilung, vom 23. April 2013 der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen. Er wurde mit einer bedingten Freiheits-

strafe von 2 Jahren bei einer Probezeit von 2 Jahren bestraft. Der Beschuldigte 

wurde ausserdem verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadenersatz von 

Fr. 10'186.10 zuzüglich 5 % Zins ab 1. Januar 2011 zu bezahlen, und es wurde 

festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger C._____ aus dem 

eingeklagten Ereignis vom 27. Dezember 2010 dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist, wobei dieser zur genauen Feststellung des Umfanges des Scha-

denersatzanspruches auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen wurde. Weiter 

wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– als 

Genugtuung zu bezahlen, wobei das Genugtuungsbegehren im Mehrbetrag ab-

gewiesen wurde. Mit gleichentags ergangenem Beschluss wurde das Verfahren 

betreffend mehrfache Drohung gemäss Anklageziffer ND 1 a. und b. eingestellt. 

Sodann wurde der Beschuldigte mit Nachtragsurteil vom 23. Mai 2013 verpflich-

tet, dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Parteientschädi-

gung von Fr. 21'571.– zu bezahlen (Urk. 76). 

 Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft 

und dem Vertreter des Privatklägers C._____ anlässlich der Hauptverhandlung 

vom 23. April 2013 mündlich eröffnet und im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 15, 

Urk. 57) sowie der Privatklägerin B._____ am 26. April 2013 schriftlich im Disposi-

tiv mitgeteilt (Urk. 62). Mit Eingabe vom 25. April 2013 meldete der Beschuldigte 

fristgerecht die Berufung an (Urk. 60). Das Nachtragsurteil vom 23. Mai 2013 

wurde dem Privatkläger C._____, der Staatsanwaltschaft und dem Beschuldigten 

am 27. Mai 2013 schriftlich im Dispositiv zugestellt (Urk. 65, Urk. 67/1-2, Urk. 69). 

Auch dagegen meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 27. Mai 2013 rechtzei-

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tig die Berufung an (Urk. 68). Das begründete Urteil wurde der Staatsanwalt-

schaft, dem Beschuldigten und dem Privatkläger C._____ am 3. Juli 2013 und der 

Privatklägerin B._____ am 8. Juli 2013 zugestellt (Urk. 74/1-3, Urk. 75). 

 Mit Eingabe vom 19. Juli 2013 reichte die Verteidigung des Beschuldigten 

fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 77). Die Staatsanwaltschaft erhob 

mit Eingabe vom 15. August 2013 Anschlussberufung (Urk. 81). Mit Schreiben 

vom 9. September 2013 erfolgte eine Nachbesserung der Anschlussberufung der 

Staatsanwaltschaft (Urk. 85). 

 2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 402 N 1; 

Art. 437 StPO). 

 Der Beschuldigte beantragte in seiner Berufungserklärung einen vollumfäng-

lichen Freispruch und damit eine Abänderung der Dispositivziffern 1 (Schuld-

punkt), 2 (Strafe) und 3 (Vollzug) des vorinstanzlichen Urteils vom 23. April 2013. 

Auch die Dispositivziffern 4 bis 6 (Zivilansprüche der Privatkläger) sowie 8 (Kos-

tenauflage) und 9 (Parteientschädigung) und das Nachtragsurteil vom 23. Mai 

2013 focht er an (Urk. 77 S. 2 f.). Die Staatsanwaltschaft verwies in ihrer An-

schlussberufung auf ihre vor Vorinstanz gestellten Anträge (Urk. 85), womit sie 

sinngemäss den Beschluss vom 23. April 2013 betreffend Einstellung sowie Dis-

positivziffern 1 (Schuldpunkt), 2 (Strafe) und 3 (Vollzug) des vorinstanzlichen Ur-

teils vom 23. April 2013 anfocht. Damit ist festzustellen, dass das Urteil des Be-

zirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 einzig bezüglich der Disposi-

tivziffer 7 (Kostenaufstellung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

 3. Der Beschuldigte liess mit seiner Berufungserklärung vom 19. Juli 2013 

den Beweisantrag stellen, D._____ als Zeuge zum Vorfall vom 27. Dezember 

2010 zu befragen (Urk. 77). Der Privatkläger C._____ stellte demgegenüber mit 

Eingabe vom 23. August 2013 den Antrag, diesen Beweisantrag abzuweisen 

(Urk. 82). Mit Präsidialverfügung vom 1. Oktober 2013 wurde der Beweisantrag 

der Verteidigung einstweilen abgewiesen (Urk. 86). Dieser Beweisantrag wurde 

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von der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholt (Prot. II 

S. 10 f., Urk. 100 S. 2 f.). Wie noch zu zeigen sein wird, erübrigt sich der Beweis-

antrag der Verteidigung, D._____ als Zeugen einzuvernehmen, da das Verfahren 

spruchreif ist und nicht zu erwarten wäre, dass die beantragte Zeugenbefragung 

zu einem anderen Beweisergebnis führen würde. Das gleiche gilt für die anläss-

lich der Berufungsverhandlung beantragte Zeugeneinvernahme von E._____ 

(Prot. II S. 10 f., Urk. 100 S. 2). 

 4. Aufgrund des Gesuchs des Beschuldigten vom 17. Dezember 2013 um 

einen Wechsel des amtlichen Verteidigers (Urk. 90) und mit Einverständnis des 

amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ (Urk. 93) wurde mit Präsi-

dialverfügung vom 6. Januar 2014 Rechtsanwalt lic. iur X1._____ als amtlicher 

Verteidiger entlassen und als neuer amtlicher Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ bestellt (Urk. 94). 

 5. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liessen die Parteien die 

eingangs erwähnten Anträge stellen. 

II. Verfahrenseinstellung 

 1. Gleichzeitig mit dem Urteil vom 23. April 2013 beschloss die Vorinstanz 

die Einstellung des Verfahrens betreffend mehrfache Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB gemäss Anklageziffer ND 1 a. und ND 1 b. (Urk. 76 S. 82). 

Sie hielt fest, dass gegen diesen Beschluss innert 10 Tagen von der Eröffnung an 

beim Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammern, schriftlich und begründet 

Beschwerde erhoben werden könne (Urk. 76 S. 83). 

 2. Die Staatsanwaltschaft verwies in ihrer Anschlussberufung auf ihre vor 

Vorinstanz gestellten Anträge (Urk. 85), mit welchen sie unter anderem eine Ver-

urteilung des Beschuldigten wegen mehrfacher Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 StGB gefordert hatte. Damit focht sie mit ihrer Anschlussberufung sinnge-

mäss auch die Einstellung des Verfahrens betreffend mehrfache Drohung an, was 

sich auch aus den anlässlich der Berufungsverhandlung gestellten Anträgen und 

gemachten Ausführungen ergibt (Urk. 99 S. 1 und S. 5 ff.). Eine Beschwerde ge-

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gen den Beschluss der Vorinstanz erhob sie hingegen nicht. Es stellt sich deshalb 

die Frage, ob die Anfechtung des Beschlusses auch im Berufungsverfahren be-

handelt werden kann, d.h. ob eine sog. Simultananfechtung, welche nach der 

Zürcher Praxis zur kantonalen Strafprozessordnung zulässig war, nach wie vor 

möglich ist. 

 3. Der Schweizerischen StPO lässt sich nicht auf den ersten Blick ent-

nehmen, ob die Simultananfechtung zulässig ist bzw. wie Art. 329 Abs. 5 StPO, 

wonach im Fall, in welchem das Verfahren nur in einzelnen Anklagepunkten ein-

gestellt wird, die Einstellung zusammen mit dem Urteil ergehen kann, diesbezüg-

lich auszulegen ist. Hingegen ergibt sich ohne Weiteres aus dem Gesetz und 

musste auch der Staatsanwaltschaft klar sein, dass Verfügungen und Beschlüsse 

grundsätzlich immer mit Beschwerde anzufechten sind (Art. 80 Abs. 1 StPO und 

Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO), worauf auch die Vorinstanz hinwies. 

 Vorliegend erging der Entscheid der Vorinstanz nicht im Erkenntnis selbst, 

sondern in einem vorgängigen Beschluss. Für die Rechtsmittellegitimation der 

Parteien kann es aber nicht darauf ankommen, in welche Form das jeweilige Ge-

richt seinen Entscheid formell kleidet. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Beru-

fung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte. Verfahrenserledigende 

Entscheide ohne Urteilscharakter können somit nicht mit Berufung angefochten 

werden. Von einem Urteil spricht man, wenn über Straf- und Zivilfragen materiell 

befunden wird (Art. 80 Abs. 1 StPO). Die Einstellung eines Verfahrens erfolgt ge-

mäss Art. 80 Abs. 1 StPO in Form eines Beschlusses oder einer Verfügung. Die 

Rechtsnatur von Verfahrenseinstellungen, welche gleichzeitig mit Schuld- bzw. 

Freisprüchen in anderen Anklagepunkten ergehen (Art. 329 Abs. 5 StPO), ist – 

wie gesagt – umstritten. Teilweise stellt sich die Lehre auf den Standpunkt, dass 

die Anfechtung von Verfügungen und Beschlüssen im Berufungsverfahren zu be-

handeln sei, wenn sich die Verfahrenseinstellung nur auf einen Teil des Verfah-

rens beziehe und wegen anderen Anklagepunkten Berufung gegen das Urteil ein-

gereicht werde (Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar StPO, Art. 398 

StPO N 8 f.). Dies wird damit begründet, dass der Einstellungsentscheid betref-

fend einzelner Anklagepunkte Bestandteil des Urteils werde, wenn darüber zu-

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sammen mit dem Urteil entschieden werde. Das Urteil enthalte demzufolge einen 

Bestandteil, bei dem es sich um einen verfahrenserledigenden Prozessentscheid 

handle. Ein solcher Endentscheid stelle ein Urteil im weiteren Sinne dar und sei 

mit Berufung anzufechten. Diese richte sich gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO gegen 

Urteile erstinstanzlicher Gerichte, worunter auch solche Urteile im weiteren Sinne 

fielen (Ricklin, StPO Kommentar, Vorbem. Art. 80-83 N 5, Art. 329 N 13, Art. 393 

N 1). Teilweise wird auch darauf hingewiesen, dass bei Einstellung wegen fehlen-

der Prozessvoraussetzung durch das Gericht die gleichen Rechtsmittel wie gegen 

ein freisprechendes Urteil zu ergreifen wären, da dieser Prozessausgang in glei-

cher Weise definitiv sei (Pieth, Schweizerisches Strafprozessrecht, Basel 2009, 

S. 232). Gemäss Schmid ist demgegenüber auch bei einer teilweisen Einstellung 

des Verfahrens Beschwerde zu erheben. Berufung sei nicht möglich. Dies bedeu-

te, dass im Fall der nachträglichen Aufhebung einer Einstellung das Verfahren im 

betreffenden Punkt separat weiterzuführen und bei späterer Verurteilung nach 

Art. 49 Abs. 2 StGB eine Zusatzstrafe auszusprechen sei (Schmid, StPO Praxis-

kommentar, 2. Auflage 2013, Art. 329 N 21, Art. 398 N 3; vgl. auch Niklaus Ober-

holzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, Bern 2012, N 1432 und 1609). 

 Eine Spaltung des Rechtsmittelweges ist stets möglichst zu vermeiden, da 

ansonsten widersprüchliche Entscheide resultieren könnten. Auch die Grundsätze 

der Verfahrenseinheit sowie der Verfahrensökonomie können betroffen sein. Die 

eidgenössische Strafprozessordnung enthält indes keine Bestimmung, wonach 

ein Beschluss oder eine Verfügung automatisch als mitangefochten gilt und im 

Berufungsverfahren zu überprüfen ist, wenn gleichzeitig die Berufung gegen das 

Urteil erklärt wird (Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar StPO, 

Art. 398 N 8). Demgegenüber entsprach es der früheren Zürcher Praxis, dass Be-

schlüssen und Verfügungen, welche im Anschluss an ein Sachurteil ergingen, Ur-

teilscharakter zukam. Mit der Berufung gegen das Sachurteil galt damit auch der 

Beschluss bzw. die Verfügung als angefochten. Rekurs war hingegen zu ergrei-

fen, wenn solche Beschlüsse und Verfügungen allein angefochten wurden 

(Schmid, in: Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons 

Zürich, § 402 N 23). Diese Regelung kann jedoch nicht unbesehen für die eidge-

nössische Strafprozessordnung übernommen werden, gilt es doch zu berücksich-

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tigen, dass Entscheide über den Widerruf einer bedingten Strafe oder die Ein-

ziehung unter altem Recht in Form eines Beschlusses oder einer Verfügung 

ergingen. Bei einer Anfechtung des Urteils mit Berufung und einer separaten An-

fechtung der betreffenden Entscheide mit Rekurs hätten damit widersprechende 

Urteile ergehen können. Heute stellen Widerrufsentscheide oder Entscheide über 

Nebenpunkte, wie Einziehungen, keine Ausnahmen mehr dar und ergehen nicht 

in einem separaten Beschluss bzw. einer separaten Verfügung. Sie sind vielmehr 

Bestandteile des Urteils und als solche mit Berufung anfechtbar (Schmid, StPO 

Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 394 N 2). Es besteht somit grundsätzlich 

keine zwingende Notwendigkeit, die frühere Zürcher Praxis auch unter Geltung 

der StPO anzuwenden. Fehlt aber neu eine Grundlage für die sog. Simultanan-

fechtung, würde dies bedeuten, dass auch rechtzeitig erhobene Beschwerden 

nicht von der Beschwerdeinstanz an die mit der Berufungssache befasste Ge-

richtsbesetzung überwiesen und von dieser gleichzeitig mit dem Urteil entschie-

den werden könnten, wie dies bisher stets der Fall war. Dies widerspräche in ge-

wisser Weise der neuen Praxis des Bundesgerichts zur Frage der Anfechtung von 

Honorarentscheiden durch die Anwaltschaft. In zwei Urteilen vom 19. April 2013 

(6B_611/2012 und 6B_693/2012) hielt das Bundesgericht fest, dass die Be-

schwerde (im Sinne von Art. 135 Abs. 3 StPO) im Vergleich zur Berufung subsidi-

är sei. Finde gleichzeitig ein Berufungsverfahren statt, seien die Einwände des 

amtlichen Verteidigers gegen die Höhe seiner Entschädigung mit der Berufung zu 

behandeln. Dies mag freilich nur auf rechtzeitig erhobene Beschwerden zutreffen, 

zeigt aber doch auf, dass eine Spaltung des Rechtsmittelwegs offenbar nicht er-

wünscht ist. 

 Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die eidgenössische Straf-

prozessordnung keine gesetzliche Grundlage für eine Simultananfechtung von 

Beschwerden im Berufungsverfahren aufweist. Ob Art. 329 Abs. 5 StPO dahinge-

hend ausgelegt werden kann, dass Teileinstellungen Bestandteil des Urteils bil-

den und daher mit Berufung anfechtbar sind, wurde bisher nicht höchstrichterlich 

entschieden und kann aufgrund der widersprüchlichen Materialien derzeit nicht 

bejaht werden. Somit hätte die Staatsanwaltschaft innert 10 Tagen Beschwerde 

im Sinne von Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO erheben müssen, um die Teileinstellung 

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anzufechten, was sie indes nicht tat. Auf ihre Anschlussberufung ist daher nicht 

einzutreten, soweit sie sich gegen den Einstellungsbeschluss der Vorinstanz rich-

tet. 

III. Anklageprinzip 

 1. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz und auch anlässlich der heuti-

gen Berufungsverhandlung eine Verletzung des Anklageprinzips geltend, da in 

der Anklage lediglich zusammengefasst behauptet werde, der Beschuldigte habe 

den teilweise am Boden liegenden, teilweise sich wieder aufrappelnden Privatklä-

ger mit dem Fuss bzw. den Füssen sowie der Faust bzw. den Fäusten mehrfach 

heftig bzw. mit erheblicher Wucht namentlich gegen dessen Kopf bzw. dessen 

Gesicht getreten bzw. geschlagen. Diese Zusammenfassung sei zu wenig detail-

liert, als dass dem Beschuldigten klar gesagt werde, welche Tathandlungen ihm 

genau vorgeworfen werden würden (Urk. 56 S. 20, Urk. 100 S. 8 f.). 

 Die Verteidigung machte geltend, es sei dem Tatvorwurf namentlich nicht zu 

entnehmen, ob mit einem Fuss oder beiden Füssen getreten worden und ob mit 

einer oder beiden Fäusten geschlagen worden sein solle sowie welche Gewalt-

einwirkungen ausgeführt worden sein sollen, als der Privatkläger am Boden gele-

gen sei, und welche, als er sich wieder aufgerappelt habe. Da die Anklageschrift 

festhalte, die Tritte und die Schläge seien namentlich gegen dessen Kopf bezie-

hungsweise gegen dessen Gesicht gegangen, sei der Anklage auch nicht zu ent-

nehmen, ob die Schläge und/oder die Tritte gegen das Gesicht des Privatklägers 

geführt worden sein sollen. Zudem sei der Anklageschrift nicht zu entnehmen, in 

welcher Reihenfolge die Gewalteinwirkungen erfolgt sein sollen oder welche Ge-

walteinwirkung zu welcher Verletzung geführt haben soll. Ebenso stehe kein Wort 

darüber, wie sich der Privatkläger während dieser Zeit verhalten habe. All dies 

wäre aber bei einer Auseinandersetzung wie dieser zwingend aufzuführen gewe-

sen, da ansonsten weder die Frage nach der rechtlichen Qualifikation noch jene 

nach der Schwere des Verschuldens zuverlässig beantwortet werden könne. Bei 

einem dermassen allgemeinen Sachverhalt seien viele unzählige Tatvarianten 

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denkbar. Entsprechend komme eine Verurteilung bereits aus formellen Gründen 

nicht in Frage (Urk. 56 S. 20 f.). 

 2. Die Anklage hat die vorgeworfenen Taten darzustellen, d.h. das inkri-

minierte Verhalten in Form eines Sachverhalts wiederzugeben. Durch eine detail-

lierte Angabe des Anklagevorwurfs werden insbesondere die durch dieses Prinzip 

angestrebten Umgrenzungs- und Informationsfunktionen erfüllt. Die Anklage muss 

die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so 

präzise umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich 

genügend konkretisiert sind. Die beschuldigte Person muss genau wissen, was 

ihr im Einzelnen vorgeworfen wird, sodass sie bzw. ihr Verteidiger sich gegen die 

betreffenden Vorhalte zur Wehr setzen kann (BSK StPO-Niggli/Heimgartner, 

Art. 9 N 37 und N 47 sowie Art. 325 N 18 f.). 

 3. Aus der Anklageschrift ergibt sich eindeutig, dass dem Beschuldigten 

vorgeworfen wird, dass er dem Privatkläger einen Kopfstoss verpasst und diesem 

heftige Fusstritte und Faustschläge gegen den Kopfbereich versetzt habe. Ob der 

Privatkläger dabei mit einem Fuss oder zwei Füssen bzw. mit einer Faust oder 

zwei Fäusten getreten bzw. geschlagen wurde und in welcher genauen Position 

der Privatkläger wann war sowie die genaue Reihenfolge der Schläge und Tritte 

ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht massgebend. Die dem Be-

schuldigten zur Last gelegten Delikte sind genügend konkret umschrieben. Aus 

der Anklageschrift ist klar erkennbar, was dem Beschuldigten vorgeworfen wird. 

Eine Verletzung des Anklageprinzips ist nicht ersichtlich. 

IV. Sachverhalt 

 1. Im Hauptdossier (HD) wird dem Beschuldigten zusammengefasst vor-

geworfen, am 27. Dezember 2010, ca. 02.00 Uhr, mit dem Privatkläger C._____ 

an der …-Strasse in Zürich in eine verbale Auseinandersetzung geraten zu sein, 

welche eskaliert sei, da der Beschuldigte dem Privatkläger unvermittelt und für 

diesen unerwartet einen heftigen Kopfstoss (sog. Schwedenkuss) gegen dessen 

Gesichtsbereich versetzt habe, wodurch der Privatkläger zu Boden gefallen sei. 

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Daraufhin habe der Beschuldigte den teilweise am Boden liegenden, teilweise 

sich wieder aufrappelnden Privatkläger mit dem Fuss bzw. den Füssen sowie der 

Faust bzw. den Fäusten mehrfach heftig bzw. mit erheblicher Wucht namentlich 

gegen dessen Kopf bzw. dessen Gesicht getreten bzw. geschlagen, wodurch der 

Privatkläger zwei Rissquetschwunden, eine Nasenbeinfraktur, eine Hirnerschütte-

rung, eine Verlagerung der knorpeligen Gelenkzwischenscheibe in beiden Kiefer-

gelenken und kleinere Frakturen mehrerer Zähne erlitten habe. Dabei habe der 

Beschuldigte mindestens in Kauf genommen, den Privatkläger schwer in dessen 

körperlichen Unversehrtheit zu beeinträchtigen, was aber aufgrund glücklicher 

Umstände nicht passiert sei (HD 30 S. 2 f.). 

 2. Der Beschuldigte gestand in der Untersuchung, vor Vorinstanz und 

auch anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung ein, dem Privatkläger am 

27. Dezember 2010 einen Kopfstoss sowie mehrere Faustschläge versetzt zu ha-

ben, wobei er jedoch geltend machte, in Notwehr gehandelt zu haben, da der Pri-

vatkläger ein Messer hervorgenommen und ihn bedroht bzw. in der Folge weiter 

angegriffen habe (HD 7.1 S. 4 und S. 7, HD 7.2 S. 2 und S. 6 ff., Urk. 49 S. 5 ff., 

Prot. II S. 16 f.). Er bestreitet jedoch, den Privatkläger geschlagen oder getreten 

zu haben, als dieser am Boden lag (HD 7.1 S. 5 ff., HD 7.2 S. 9 f., Urk. 49 S. 7, 

Prot. II S. 17 f.). 

 Insoweit der Beschuldigte nicht geständig ist, ist nachfolgend zu prüfen, ob 

die vorliegenden Beweismittel genügen, um den Sachverhalt rechtsgenügend zu 

erstellen. 

 3. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte Sachver-

halt dahingehend erstellt sei, dass der Beschuldigte anlässlich der tätlichen Aus-

einandersetzung die Handgelenke des Privatklägers umklammert und ihm einen 

heftigen Kopfstoss versetzt habe, sodass der Privatkläger zu Boden gefallen sei. 

Ebenfalls erstellt sei, dass der Beschuldigte den Privatkläger in den Schwitzkas-

ten genommen und ihn zwei- bis dreimal mit einer mittleren bis schweren Heftig-

keit mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Es seien als Folge des Kopfstos-

ses und der Schläge sodann zwei Rissquetschwunden, eine Nasenbeinfraktur, 

eine Verlagerung der knorpeligen Gelenkzwischenscheibe in beiden Kiefergelen-

- 15 - 

ken sowie kleinere Frakturen mehrerer Zähne erstellt, nicht hingegen eine Hirner-

schütterung. Nicht erstellen lasse sich eine Bedrohung mit einem Messer seitens 

des Privatklägers und dass der Beschuldigte einen oder mehrere Fusstritte gegen 

den am Boden liegenden Privatkläger ausgeführt und dieser das Bewusstsein 

verloren habe. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann vorab auf diese 

zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO; Urk. 76 S. 14 ff.). 

 4. Der eingeklagte Sachverhalt bzw. die Erkenntnisse der Vorinstanz be-

ruhen insbesondere auf den Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers 

C._____ und der Zeugen F._____, G._____, H._____ und I._____, welche im vo-

rinstanzlichen Urteil wiedergegeben wurden (vgl. Urk. 76 S. 22 ff.). Als weitere 

Beweismittel liegen ärztliche Berichte über die Verletzungen des Privatklägers 

vor, welche von der Vorinstanz zusammengefasst wurden (vgl. Urk. 76 S. 35 ff.). 

Zusammenfassend und teilweise ergänzend kann Folgendes festgehalten wer-

den: 

 4.1. Was die Verwertbarkeit der Aussagen betrifft, so hat die Vorinstanz zu 

Recht festgestellt, dass die polizeiliche Einvernahme des Privatklägers vom 

31. März 2011, anlässlich welcher er als Beschuldigter einvernommen wurde (HD 

22.6.1), im vorliegenden Verfahren nicht verwertbar ist. Ebenfalls hat sie zutref-

fend darauf hingewiesen, dass G._____ anlässlich der Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft vom 7. Juli 2011 (HD 8.2) nicht als Zeugin, sondern als Aus-

kunftsperson hätte einvernommen werden müssen, was aber - wie noch zu zei-

gen sein wird - irrelevant ist, da auf ihre Aussagen ohnehin nicht abgestellt wird 

(vgl. Urk. 76 S. 18 ff.). 

 4.2. Betreffend die Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen kann 

auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 76 S. 21 f.). Ergän-

zend ist darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

bei der Würdigung von Aussagen nicht mehr wie früher Gewicht auf die allgemei-

ne Glaubwürdigkeit des Einvernommenen im Sinne einer dauerhaften personalen 

Eigenschaft gelegt wird, sondern diesem Gesichtspunkt kaum mehr relevante Be-

deutung zukommt. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allge-

- 16 - 

meine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage, welche 

durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein be-

stimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des Aus-

sagenden entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3). 

 4.3. Der Beschuldigte führte in der polizeilichen Einvernahme vom 27. Ja-

nuar 2011 aus, er habe am betreffenden Abend gesehen, dass der Privatkläger 

ein Messer aus der rechten Jackentasche herausgenommen habe. Das Messer 

habe einen schwarzen Griff mit Löchern gehabt. Er schätze es auf 12 bis 14 cm. 

Er nehme an, es sei ein Klappmesser gewesen, aber die Klinge sei schon offen 

gewesen. Er habe den Privatkläger an den Armen gepackt und ihm eine Kopfnuss 

gegeben, weil er sonst das Messer in den Bauch bekomme hätte. Beide seien zu 

Boden gegangen und wieder aufgestanden. Der Privatkläger sei wieder auf ihn 

zugekommen und habe ihn angegriffen. Er habe ihm wieder "eins gegeben" und 

ihn auch in den Schwitzkasten genommen. Der Beschuldigte verneinte, etwas 

gemacht zu haben, als der Privatkläger auf dem Boden gelegen sei. Es stimme 

nicht, dass er ihn mit den Füssen getreten habe. Wenn er ihn gegen den Kopf ge-

treten hätte, dann wäre der Privatkläger nicht mehr hier, dann hätte der Privatklä-

ger vielleicht das Genick gebrochen. Er habe ihn auch nicht auf den Kopf ge-

schlagen, als er auf dem Boden gelegen sei. Auf Vorhalt der Verletzungen des 

Privatklägers führte der Beschuldigte aus, der Privatkläger habe von ihm einen 

Kopfstoss und höchstens drei Faustschläge bekommen (HD 7.1 S. 4 ff.). 

 Am 22. März 2011 wiederholte der Beschuldigte bei der Polizei, dass der 

Privatkläger vor der Bäckerei ein Messer in der Hand gehalten habe. Das Messer 

habe einen schwarzen Griff mit Löchern gehabt und die Klinge sei leicht gebogen 

gewesen. Den Teil der Klinge, den er gesehen habe, sei sicher so 11 cm lang 

gewesen. Er denke, es sei ein aufklappbares Messer gewesen, aber es sei be-

reits in der Jacke drin geöffnet worden. Der Privatkläger habe gesagt: "So du 

Wixxer, ig mach di chalt". Er habe mit den Händen die Handgelenke des Privat-

klägers umfassen können und habe ihm einen Kopfstoss verpasst, worauf sie 

beide zu Boden gefallen seien. Als er wieder aufgestanden sei, sei der Privatklä-

ger auf ihn losgekommen und habe ihn angegriffen. Zur Verteidigung habe er ihm 

- 17 - 

einen Schlag mit der Faust ins Gesicht gegeben, was er ungefähr noch zwei Mal 

wiederholt habe (HD 22.4.1 S. 3 f.). 

 Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 3. Mai 2013 

wiederholte der Beschuldigte, dass er dem Privatkläger einen Kopfstoss versetzt 

habe. Wenn er ihm aber ins Gesicht oder gegen den Kopf getreten hätte, dann 

wäre er nicht mehr aufgestanden (HD 7.2 S. 2). Bezüglich des Messers führte er 

aus, er habe schon beim Herausgehen aus der Bäckerei gemerkt, dass der Pri-

vatkläger beide Hände in die Jackentaschen gleiten lassen habe. Er habe seine 

Hände "so halb" aus den Taschen gezogen. Dann habe er das Messer und die 

Klinge des Messers gesehen. Er habe den Privatkläger an den Handgelenken 

gepackt. Das Messer habe er aus der rechten Aussentasche gepackt. Er habe 

das Messer mitsamt Klinge gesehen. Es sei kein Springmesser gewesen, er kön-

ne aber nicht sagen, was es für einen Öffnungsmechanismus gehabt habe. Das 

Messer habe einen schwarzen Griff mit Löchern gehabt. Die Klinge habe er nicht 

ganz gesehen. Es sei eine Art Jagdmesser gewesen, ein ganz normales Messer. 

Der Privatkläger habe zu ihm gesagt: "So jetzt mach ich dich kalt", so oder ähnlich 

habe er sich ihm gegenüber geäussert. Auf diesen Spruch hin habe er ihm die 

Kopfnuss gegeben und er sei auf den Rücken gefallen. Er selber sei nach vorne 

auf die Hände gefallen. Beide seien wieder aufgestanden und der Privatkläger sei 

wie ein Stier auf ihn zugekommen. Er habe den Privatkläger unter seinen Arm 

nehmen können und habe ihm dann wohl noch einen Faustschlag gegen das Ge-

sicht versetzt. Insgesamt habe er ihm zwei bis drei Faustschläge versetzt. Er ha-

be den Privatkläger auch mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ca. zwei Mal, im-

mer wenn sie gestanden seien und der Privatkläger ihn angegriffen habe. Die 

Frau des Privatklägers sei zu Beginn der Auseinandersetzung nicht vor Ort gewe-

sen. Wenn er mit dem Fuss getreten hätte, dann wäre der Privatkläger nicht mehr 

auf der Welt. Er habe den Privatkläger nicht einmal mit dem Fuss gegen den Kopf 

getreten. Er nehme an, dass er dem Privatkläger das Genick oder den Schädel-

bereich gebrochen hätte, wenn er ihm mehrere heftige Fusstritte gegen den Kopf-

bereich versetzt hätte. In den Schwitzkasten genommen habe er den Privatkläger, 

als dieser nach dem Kopfstoss wieder aufgestanden und wie ein Stier auf ihn los-

gekommen sei. Unmittelbar vor dem Kopfstoss habe der Privatkläger die genann-

- 18 - 

ten Worte ausgesprochen, die er als klare Morddrohung aufgefasst habe (HD 7.2 

S. 6 ff.). 

 Vor Vorinstanz bestätigte der Beschuldigte am 23. April 2013, dem Privat-

kläger einen Kopfstoss versetzt und diesen dabei an den Armen bzw. an den 

Handgelenken gehalten zu haben, wobei sie beide zu Boden gefallen seien. Er 

wiederholte, dass er beim Privatkläger ein Messer gesehen habe, als er die Hän-

de aus der Jackentasche gezogen habe. Er habe den schwarzen Griff mit den 

Löchern drin gesehen. Es sei ein grosses Messer gewesen. Sodann bestätigte er, 

nach dem Sturz und dem Aufstehen den Privatkläger mehrmals mit Faustschlä-

gen traktiert zu haben, wobei er geltend machte, das sei zur Verteidigung gewe-

sen, weil er vom Privatkläger angegriffen worden sei. Er habe den Privatkläger 

auch noch in den Schwitzkasten genommen. Er habe ihn zwei- bis dreimal ge-

schlagen. Mit den Füssen getreten habe er ihn nie (Urk. 49 S. 5 ff.). 

 Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, draussen 

vor dem … Beck sei der Privatkläger rechts von ihm gestanden und habe in die 

Taschen gegriffen. Der Privatkläger habe die Hände hochgezogen und gleichzei-

tig gesagt, er mache ihn kalt. Er selber habe den Griff vom Messer und die Klinge 

gesehen. Das Messer sei nicht ganz draussen gewesen, da habe er den Privat-

kläger an den Handgelenken gepackt. Der Beschuldigte bestätigte, dem Privat-

kläger eine Kopfnuss gegeben zu haben. Sie seien beide zu Boden gefallen und 

im letzten Moment habe er die Handgelenke des Privatklägers losgelassen und 

sich mit den Händen abgestützt. Sie seien beide wieder aufgestanden und der 

Privatkläger sei auf ihn losgegangen. Das Messer habe der Privatkläger wohl 

noch in der Tasche gehabt. Die Klinge sei offen gewesen. Er habe dem Privatklä-

ger zwei oder drei Faustschläge gegeben und dieser habe ihn auch geschlagen. 

Er habe ihn nicht getreten (Prot. II S. 16 ff.). 

 Die Aussagen des Beschuldigten sind insoweit konstant, als dass er wieder-

holt aussagte, den Privatkläger an den Handgelenken umfasst, ihm einen Kopf-

stoss versetzt zu haben, sodass dieser bzw. beide zu Boden fielen, den Privatklä-

ger in den Schwitzkasten genommen und ihm insgesamt zwei bis drei Faust-

schläge versetzt zu haben. Ebenso führte er wiederholt aus, dem Privatkläger 

- 19 - 

keine Fusstritte versetzt zu haben. Was das Messer betrifft, so beschreibt er des-

sen Griff zwar konstant als schwarz mit Löchern, wenn es um die Grösse geht, 

spricht er jedoch einmal von 12 bis 14 cm, ein anderes Mal soll der Klingenteil, 

den er gesehen habe, bereits 11 cm lang gewesen sein und ein weiteres Mal 

spricht er von einem grossen Messer. Nicht nachvollziehbar ist, wie der Beschul-

digte das Messer so genau gesehen haben will, war es gemäss seinen eigenen 

Angaben doch teilweise noch in der Jackentasche drin und ausserdem von der 

Hand des Privatklägers verdeckt. Dass das Messer, welches der Beschuldigte als 

Klappmesser bezeichnete, bereits in der Jackentasche geöffnet gewesen sein 

soll, lässt die Aussagen des Beschuldigten unglaubhaft erscheinen, hätte dies 

doch sehr wahrscheinlich zu Verletzungen des Trägers und Löchern in der Ja-

ckentasche geführt, insbesondere angesichts des nachfolgenden heftigen Angriffs 

durch den Beschuldigten. Der Beschuldigte belastet sich zwar durch das Zugeben 

des Kopfstosses und der Faustschläge selbst, was grundsätzlich für die Glaubhaf-

tigkeit seiner Aussagen spricht, die Notwehrsituation scheint aber - entgegen der 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 100 S. 16) - konstruiert zu sein. Nicht nur die 

Ausführungen über das angebliche Messer sind unglaubhaft, sondern auch die 

geltend gemachte verbale Drohung des Privatklägers, hatte er diese doch in der 

ersten Einvernahme gar nicht erwähnt, was er wohl hätte, wenn sie tatsächlich 

stattgefunden hätte. Der Beschuldigte scheint sein Handeln damit rechtfertigen zu 

wollen. 

 4.4. Der Privatkläger führte in der polizeilichen Einvernahme vom 30. De-

zember 2010 aus, auf dem Trottoir habe ihm der Beschuldigte einen heftigen 

Kopfstoss verpasst, worauf er zu Boden gestürzt sei. Als er am Boden gelegen 

sei, habe ihm der Beschuldigte mehrere Fusstritte verpasst. Alle Fusstritte seien 

gegen seinen Kopf ausgeübt worden. Er sei auf dem Bauch gelegen und der Be-

schuldigte sei auf seinem Rücken gekniet und habe ihm mehrmals gegen den 

Kopf geschlagen. Als er aufgestanden sei, habe er den nächsten Faustschlag er-

halten und sei erneut zu Boden gefallen und habe wieder mehrere Fusstritte ge-

gen den Kopf, vor allem gegen das Gesicht, erhalten (HD 6.1 S. 1 f.). 

- 20 - 

 Bei der Staatsanwaltschaft wiederholte der Privatkläger am 30. Juni 2011, 

dass ihm der Beschuldigte eine "volle Kopfnuss" gegeben habe, weshalb er zu 

Boden gefallen sei. Dann habe er mehrere Fusstritte bekommen. Der Beschuldig-

te sei auf seinem Rücken gekniet, habe ihn fixiert und mit den Fäusten gegen sei-

nen Kopf geschlagen. Kaum sei er aufgestanden, habe er wiederum einen Faust-

schlag versetzt erhalten, sodass er wiederum zu Boden gefallen sei. Erneut habe 

er Fusstritte versetzt erhalten (HD 6.2 S. 7). Auf die Frage, ob er durch den 

Schwedenkuss bewusstlos geworden sei, antwortete der Privatkläger, es könne 

sein, dass er allenfalls mehrfach kurzzeitig das Bewusstsein verloren habe. Er sei 

dann aber immer wieder sofort zu sich gekommen und wisse noch, was passiert 

sei. Aufgrund des Schwedenkusses sei er auf den Rücken gefallen. Auf Nachfra-

ge führte er aus, er wisse nicht, wie er in die Bauchlage zu liegen gekommen sei. 

Der Beschuldigte habe ihm zunächst Fusstritte versetzt, ihn dann mit dem Knie fi-

xiert und ihm Faustschläge versetzt. Er bestätigte sodann, dass er nach dem Auf-

stehen einen nächsten Faustschlag erhalten habe, der so heftig gewesen sei, 

dass er erneut umgefallen sei. Er habe in Erinnerung, dass er während zwei Pha-

sen des Tatablaufs mehrere Fusstritte vom Beschuldigten gegen den Kopf bzw. 

das Gesicht erhalten habe. Es sei ihm nicht bewusst, dass der Beschuldigte ihn 

einmal in den Schwitzkasten genommen hätte, aber er sei ja zeitweise weggetre-

ten, eventuell kurzzeitig bewusstlos gewesen. Weiter bestritt er, ein Messer auf 

sich getragen sowie den Beschuldigten verbal bedroht und angegriffen zu haben 

(HD 6.2 S. 9 ff.). 

 Was den Kopfstoss und die Faustschläge des Beschuldigten betrifft, als der 

Privatkläger stand, stimmen die Aussagen des Beschuldigten und des Privatklä-

gers überein. Dass der Privatkläger zweimal zu Boden gegangen wäre, ergibt sich 

weder aus den Ausführungen des Beschuldigten noch aus der Anklageschrift. 

Nicht nachvollziehbar sind die Aussagen des Privatklägers dahingehend, dass er 

zwar - in Übereinstimmung mit den Ausführungen des Beschuldigten - auf den 

Rücken gefallen sei, dann aber auf dem Bauch gelegen sein soll, als er die 

Fusstritte und Schläge gegen den Kopf erhalten habe. Von einem Bewusstseins-

verlust sprach der Privatkläger sodann erst, als er danach gefragt wurde. Anfangs 

zog er dies nur vorsichtig in Betracht, indem er ausführte, es könne sein, dass er 

- 21 - 

allenfalls mehrfach kurzzeitig bewusstlos geworden sei, und erst im Verlauf der 

Einvernahme stellte er es als gegeben dar, indem er es auch im Zusammenhang 

mit Erinnerungslücken erwähnte. Dies lässt Zweifel daran aufkommen, dass er 

auch tatsächlich das Bewusstsein verloren hatte. 

 4.5. F._____ schrieb in seiner E-Mail vom 9. Januar 2011 an die Polizei, 

dass er den Privatkläger am besagten Abend, an welchem er mit diesem unter-

wegs gewesen sei, am Boden liegen sehen habe. Der Beschuldigte habe ihn mit 

der Faust geschlagen und ihn mit einem Knie am Boden festgehalten und mit 

dem anderen Knie auf ihn eingeschlagen. Als der Privatkläger aufgestanden sei, 

habe der Beschuldigte den Privatkläger im Schwitzkasten gehalten, dann habe er 

wieder mit den Fäusten auf sein Gesicht eingeschlagen (HD 8.3). 

 Als Zeuge führte er am 20. Juli 2010 bei der Staatsanwaltschaft aus, er habe 

gesehen, wie der Privatkläger auf dem Boden gelegen sei und der Beschuldigte 

ein Knie auf dessen Rücken abgestützt habe. Mit dem anderen Knie habe der 

Beschuldigten gegen den Kopf des am Boden liegenden Privatklägers geschla-

gen. Nachdem der Privatkläger aufgestanden sei, habe er (der Zeuge) sich kurz 

um die Frau des Privatklägers gekümmert und dann gesehen, dass der Privatklä-

ger erneut auf dem Boden gelegen sei und der Beschuldigte mit dem Fuss gegen 

den Privatkläger getreten habe (HD 8.4 S. 7 f.). Er ergänzte, als er dazu gekom-

men sei, sei der Privatkläger auf dem Bauch gelegen. Die Schläge des Beschul-

digten seien heftig gewesen und er habe ins Gesicht getroffen. Es seien Schläge 

mit dem Knie, allenfalls Tritte mit dem Fuss gewesen. Als der Privatkläger wieder 

aufgestanden sei, habe der Beschuldigte den Kopf des Privatklägers unter sei-

nem Arm eingeklemmt und leicht nach unten gedrückt. Mit der anderen Hand 

bzw. mit der anderen Faust habe er ihm ins Gesicht geschlagen. Er habe dann 

dem Privatkläger heftige Faustschläge ins Gesicht versetzt. F._____ führte aus, 

er habe nicht gesehen, wie der Privatkläger beim Verlassen des Lokals seine 

Hände in seine Jackentaschen habe gleiten lassen und er habe auch kein Messer 

bemerkt. Der Privatkläger habe den Beschuldigten auch nie angegriffen. Er führte 

weiter aus, es habe zwei Phasen gegeben, anlässlich welcher der Beschuldigte 

mit dem Fuss bzw. den Füssen gegen das Gesicht des Privatklägers geschlagen 

- 22 - 

habe. Die erste Phase sei diejenige gewesen, als er aus der Ladenlokalität getre-

ten sei und gesehen habe, wie der Privatkläger auf dem Boden lag und der Be-

schuldigte auf dessen Rücken kniete. Er könne aber nicht genau sagen, ob die 

Schläge mit dem Knie oder allenfalls mit dem Fuss erfolgt seien. Die zweite Pha-

se sei am Schluss gewesen, als der Privatkläger erneut auf dem Boden gelegen 

sei. In der zweiten Phase habe der Beschuldigte dem Privatkläger mehrere Male 

heftige Fusstritte in den Bereich des Gesichtes verpasst. Auf die Frage, wieso er 

in seiner schriftlichen Stellungnahme keine Fusstritte seitens des Beschuldigten 

gegen das Gesicht des Privatklägers erwähnt habe, führte er aus, seine Frau ha-

be ihm beim Schreiben geholfen und vielleicht habe sie nicht alles so genau auf-

geschrieben, wie er es erzählt habe. Eine Bewusstlosigkeit habe er beim Privat-

kläger nicht feststellen können (HD 8.4 S. 12 ff.). 

 Was den Schwitzkasten und die Faustschläge gegen den Privatkläger, als 

dieser stand, betrifft, so stimmen die Aussagen von F._____ mit denjenigen des 

Beschuldigten überein. Betreffend das Geschehen, als der Privatkläger auf dem 

Boden lag, ergeben sich aber Widersprüche. So ist es schwer nachvollziehbar, 

wie man gleichzeitig jemanden mit einem Knie fixieren und mit dem anderen Knie 

treten kann. Das ist körperlich fast nicht möglich oder führt zumindest nicht zu hef-

tigen Tritten. Weiter fällt auf, dass der Zeuge in seiner E-Mail mit keinem Wort 

Fusstritte und schon gar nicht solche gegen den Kopfbereich des Privatklägers 

erwähnte. Ebenso ist in der E-Mail nicht davon die Rede, dass der Privatkläger 

ein zweites Mal zu Boden ging. Es ist jedoch anzunehmen, dass Fusstritte gegen 

den Kopfbereich und ein zweites Stürzen des Privatklägers so einschneidende 

Eindrücke beim Zeugen hinterlassen hätten, dass er dies bereits in seiner schrift-

lichen Stellungnahme erwähnt hätte, hätte er dies denn so erlebt. Deshalb ist 

nicht auszuschliessen, dass seine Darstellung, wie er sie in der Zeugeneinver-

nahme vorbrachte, durch ein nach dem Vorfall erfolgtes Gespräch mit dem Pri-

vatkläger beeinflusst wurde. 

 4.6. In der polizeilichen Einvernahme vom 31. März 2011 führte G._____ 

aus, als sie das Lokal verlassen habe, habe sie gesehen, wie der Beschuldigte 

den Privatkläger von hinten umschlungen und mit einer Hand gegen das Gesicht 

- 23 - 

des Privatklägers geschlagen habe. Anschliessend habe er den Privatkläger zu 

Boden geworfen und sich auf seinen Rücken gesetzt. Der Privatkläger sei aufge-

standen und sei sofort wieder ins Gesicht geschlagen worden und wieder ge-

stürzt. Der Beschuldigte habe ihm mit dem Fuss mehrmals ins Gesicht getreten, 

bis sich der Privatkläger nicht mehr bewegt habe. Sodann verneinte sie, dass der 

Privatkläger ein Messer dabei gehabt habe (ND 22.5.1 S. 3 und S. 5 f.). 

 In der Zeugeneinvernahme bei der Staatsanwaltschaft führte G._____ am 

7. Juli 2011 aus, als sie nach draussen gegangen sei, habe sie gesehen, wie der 

Beschuldigte den Privatkläger geschlagen habe bis er auf dem Boden gelegen 

sei. Der Privatkläger sei dann bäuchlings auf dem Boden gelegen und der Be-

schuldigte habe ihn mit den Füssen mehrfach gegen den Kopf getreten bis er sich 

nicht mehr bewegt habe oder bewusstlos gewesen sei (HD 8.2 S. 8 f.). Sie bestä-

tigte sodann, dass zuerst F._____ und anschliessend, d.h. wenige Sekunden spä-

ter, sie die Lokalität verlassen habe. Das Erste, was sie gesehen habe, sei gewe-

sen, dass der Beschuldigte den Privatkläger mit der Faust geschlagen habe. Der 

Beschuldigte und der Privatkläger seien sich vis-à-vis gestanden und der Be-

schuldigte habe mit den Fäusten gegen das Gesicht des Privatklägers geschla-

gen. Darauf hingewiesen, dass sie bei der Polizei ausgeführt habe, dass sie als 

Erstes gesehen habe, dass der Beschuldigte den Privatkläger von hinten um-

schlungen habe, führte sie aus, der Beschuldigte sei nie hinter dem Privatkläger 

gestanden und habe diesen nie von hinten umschlungen. Sie habe damit ge-

meint, der Beschuldigte habe mit einer Hand den Nacken des Privatklägers fest-

gehalten und mit der anderen Hand bzw. Faust gegen das Gesicht des Privatklä-

gers geschlagen. Es treffe zu, dass der Beschuldigte den Privatkläger auf den 

Boden geworfen und sich auf dessen Rücken gesetzt habe. Auf Nachfrage führte 

sie aus, der Privatkläger sei auf dem Rücken gelegen und habe sich dann wieder 

erhoben. Auf weitere Nachfrage führte sie aus, der Privatkläger sei zuerst mit dem 

Rücken auf dem Boden gelegen. Der Beschuldigte habe den Privatkläger weiter 

mit den Fäusten traktiert, sodass der Privatkläger sich nicht richtig habe erheben 

können und so in die Bauchlage zu liegen gekommen sei. Auf die Frage, wann 

sich der Beschuldigte auf den Rücken des Privatklägers gesetzt habe, führte sie 

aus, er habe sich nicht eigentlich auf den Rücken gesetzt. Der Privatkläger habe 

- 24 - 

sich einfach irgendwie erheben wollen, was ihm nicht ganz gelungen sei. Der Be-

schuldigte sei über dem Privatkläger gestanden und habe weiter mit den Fäusten 

auf ihn eingeschlagen. Der Privatkläger habe versucht, sich mit den Händen ge-

gen die Schläge zu wehren. Sie habe selber gesehen, wie der Beschuldigte dem 

Privatkläger mit dem Fuss bzw. den Füssen gegen das Gesicht getreten habe. 

Der Privatkläger sei zu diesem Zeitpunkt mit dem Gesicht gegen unten gelegen. 

Sie habe gesehen, dass sich der Privatkläger nicht mehr bewegt habe, aber sie 

habe keine Bewusstlosigkeit festgestellt. Sie habe den Privatkläger gefragt und 

dieser habe ihr gesagt, dass er nicht bewusstlos gewesen sei. Sodann verneinte 

sie, festgestellt zu haben, dass der Privatkläger beim Herausgehen seine Hände 

in die Jackentaschen habe gleiten lassen. Der Privatkläger trage nie ein Messer 

auf sich. Sie habe auch nicht festgestellt, dass der Privatkläger auf den Beschul-

digten losgegangen wäre. Der Privatkläger sei zweimal auf dem Boden gelegen, 

d.h. er habe sich nach den Faustschlägen leicht aufrappeln können, ganz gestan-

den sei er aber nicht (HD 8.2 S. 13 ff.). 

 Die Aussagen von G._____ weisen erhebliche Widersprüche auf. In der ers-

ten Einvernahme führte sie aus, als Erstes gesehen zu haben, wie der Beschul-

digte den Privatkläger um den Hals gehalten habe, wohingegen sie in der zweiten 

Einvernahme zuerst gesehen haben will, wie der Beschuldigte auf den Privatklä-

ger eingeschlagen habe, wobei sie sich gegenüber gestanden seien. Dass der 

Privatkläger vom Beschuldigten von hinten umschlungen worden wäre, will sie 

nun gar nie gesehen haben, was ausserdem den Aussagen des Beschuldigten 

und der Zeugen F._____ widerspricht, welche beide einen Schwitzkasten erwähn-

ten. Sodann stimmen ihre Aussagen nicht mit denjenigen von F._____ überein. 

Folgt man ihrer Angabe, wonach sie einige Sekunden nach diesem aus dem Lo-

kal getreten sei, so ist es nicht nachvollziehbar, wie F._____ beim Heraustreten 

den Privatkläger am Boden liegend, G._____ den Privatkläger jedoch stehend 

gesehen haben will. Aus ihren Aussagen geht schliesslich nicht klar hervor, ob 

der Privatkläger nun auf dem Rücken oder auf dem Bauch lag und ob der Be-

schuldigte sich nun auf den Rücken des Privatklägers setzte oder nicht. Aufgrund 

dieser Ungereimtheiten kann auf die Aussagen von G._____ nicht abgestellt wer-

- 25 - 

den, zumal davon auszugehen ist, dass ihre Darstellung von der Darstellung des 

Privatklägers beeinflusst wurde. 

 4.7. H._____ führte in der Zeugeneinvernahme bei der Staatsanwaltschaft 

vom 30. März 2012 aus, er habe den Beschuldigten und den Privatkläger bei der 

Bäckerei gesehen. Der Privatkläger habe die Hände in den Jackentaschen ge-

habt, er wisse aber nicht, ob er etwas darin gehabt habe. Er habe dann gesehen, 

wie der Beschuldigte den Privatkläger an den Händen gepackt und ihm einen 

Kopfstoss versetzt habe. Der Privatkläger sei auf den Rücken und der Beschul-

digte quasi mit ihm vornüber gefallen. Beide seien ziemlich rasch wieder aufge-

standen. Der Privatkläger habe immer wieder versucht anzugreifen und sei dann 

zweimal von der Faust des Beschuldigten im Gesicht getroffen worden. Der Pri-

vatkläger habe wieder angegriffen, aber der Beschuldigte habe ihn in den 

Schwitzkasten nehmen können. Zu diesem Zeitpunkt sei die Ehefrau des Privat-

klägers (G._____) dazugekommen. Als der Privatkläger im Schwitzkasten gewe-

sen sei, sei er vom Beschuldigten nochmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen 

worden, der Privatkläger sei aber nicht mehr zu Boden gefallen. Die Füsse seien 

überhaupt nicht im Spiel gewesen (HD 8.6 S. 5 ff.). 

 Die Aussagen von H._____ stimmen weitgehen mit denjenigen des Be-

schuldigten überein. Er bestätigte das Halten der Hände sowie den Kopfstoss 

durch den Beschuldigten, ebenso wie beide zu Boden gefallen und rasch wieder 

aufgestanden seien sowie den Schwitzkasten und die Faustschläge, welche 

durch den Beschuldigten erfolgten. Es fällt jedoch auf, dass er dazu tendiert, den 

Beschuldigten in einem besseren Licht darzustellen als den Privatkläger. Nichts 

desto trotz kann aufgrund seiner Aussagen nicht erstellt werden, dass der Be-

schuldigte dem Privatkläger Fusstritte versetzte. Eine Notwehrsituation ergibt sich 

aus seinen Ausführungen aber auch nicht, hatte er doch kein Messer beim Privat-

kläger gesehen. 

 4.8. In der Zeugeneinvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 21. Juli 

2011 führte I._____ aus, am betreffenden Abend sei sie mit dem Beschuldigten 

unterwegs gewesen. Als sie auf diesen gewartet habe, als er etwas zum Essen 

holen gegangen sei, habe sie gesehen, dass er und der Privatkläger aufeinander 

- 26 - 

losgegangen seien. Sie habe gesehen, wie der Beschuldigte die Arme des Privat-

klägers festgehalten und diesem eine Kopfnuss gegeben habe. Beide seien aus-

einander und wieder aufeinander los gegangen. Der Privatkläger sei irgendwann 

rückwärts gefallen, d.h. nach hinten auf den Boden. Er habe den Beschuldigten 

irgendwie zu Boden gezogen. Der Privatkläger habe sich wieder aufgerappelt, 

worauf die beiden wieder aufeinander los gegangen seien (HD 8.5 S. 4 f.). Sie 

habe auch gesehen, wie der Beschuldigte den Privatkläger an den Handgelenken 

festgehalten und wie er ihn mit der Faust geschlagen habe. Sie habe etwa ein 

oder zwei Faustschläge gegen den Bereich Oberkörper/Gesicht gesehen. Es sei-

en mittlere bis schwere Faustschläge gewesen. Der Privatkläger habe auch ver-

sucht, den Beschuldigten zu schlagen (HD 8.5 S. 10 f.). Sie habe nicht bemerkt, 

dass der Privatkläger seine Hände in der Jackentasche gehabt oder ein Messer 

dabei gehabt hätte (HD 8.5 S. 13). Weiter führte die Zeugin aus, dass sie nie ge-

sehen habe, dass der Beschuldigte mit dem Fuss bzw. mit den Füssen gegen das 

Gesicht bzw. den Kopfbereich des Privatklägers getreten habe. Entweder seien 

beide gestanden oder beide auf dem Boden gelegen. Der Privatkläger sei insge-

samt einmal am Boden gelegen (HD 8.5 S. 15). Sie habe keine Bewusstlosigkeit 

des Privatklägers festgestellt (HD 8.5 S. 20). 

 Die Zeugin I._____ bestätigte das Umklammern der Handgelenke des Pri-

vatklägers durch den Beschuldigten sowie den Kopfstoss und die Faustschläge 

des Beschuldigten. Ebenso stimmen ihre Aussagen mit denjenigen des Beschul-

digten insofern überein, als dass sie ausführte, dass sowohl der Privatkläger als 

auch der Beschuldigte einmal am Boden lagen und wieder aufstanden. Auch 

wenn sie eine Bekannte des Beschuldigten ist, nahm sie ihn bei ihren Aussagen 

nicht in Schutz, was für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. So bestätigte 

sie auch nicht die Ausführungen des Beschuldigten, wonach der Privatkläger ein 

Messer gezückt habe. Die Darstellung des Privatklägers, wonach er mit den Füs-

sen getreten worden sei, verneinte sie klar. Ebenso wenig lässt sich aufgrund ih-

rer Ausführungen eine Bewusstlosigkeit des Privatklägers erstellen. Ihre Aussa-

gen erscheinen insgesamt glaubhaft. Es bestehen einzig dort Lücken, wo sie sich 

vom Geschehen abwandte, um Hilfe zu holen. 

- 27 - 

 4.9. Zusammenfassend ergibt sich aus den übereinstimmenden Aussagen 

des Beschuldigten, des Zeugen H._____ und der Zeugin I._____, dass der Be-

schuldigte den Privatkläger an den Händen bzw. Handgelenken hielt und dem 

Privatkläger einen Kopfstoss versetzte. Der Kopfstoss wird im Weiteren vom Pri-

vatkläger bestätigt. Dass dieser heftig gewesen sein muss, ergibt sich aus den 

übereinstimmenden Ausführungen des Beschuldigten, des Privatklägers und des 

Zeugen H._____, wonach der Privatkläger aufgrund des Kopfstosses zu Boden 

gegangen sei. Es ist gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten, des Zeugen 

H._____ und der Zeugin I._____ davon auszugehen - und ergibt sich auch nicht 

anders aus der Anklageschrift - dass der Privatkläger nur einmal zu Boden fiel. 

 Die dem Beschuldigten vorgeworfenen und vom Privatkläger behaupteten 

Fusstritte gegen den Kopfbereich des Privatklägers können - entgegen der Auf-

fassung der Staatsanwaltschaft (Urk. 99 S. 2 f.) - nicht erstellt werden. Die dies-

bezüglichen Aussagen von G._____ und dem Zeugen F._____ sind widersprüch-

lich und überzeugen nicht. Ausserdem verneinten nebst dem Beschuldigten der 

Zeuge H._____ und die Zeugin I._____, Fusstritte gesehen zu haben. Dafür 

spricht auch, dass die Bewusstlosigkeit des Privatklägers nicht erstellt werden 

kann, sind dessen Ausführungen dazu doch widersprüchlich und wurde ein Be-

wusstseinsverlust weder vom Zeugen F._____ noch von G._____ und auch nicht 

von der Zeugin I._____ festgestellt. Es ist sodann davon auszugehen, dass er-

heblichere Kopfverletzungen festgestellt worden wären, hätte der Beschuldigte 

dem Privatkläger tatsächlich heftige Fusstritte gegen dessen Kopf bzw. Gesicht 

versetzt. Die im Bericht des Universitätsspital Zürich vom 27. Dezember 2010 und 

vom 16. Juni 2011 erwähnten Rissquetschwunden im Gesichtsbereich und der 

Nasenbeinbruch (HD 9.2, HD 9.6) können bereits aufgrund des Kopfstosses und 

der Faustschläge entstanden sein. Bewusstlosigkeit, Amnesie, Erbrechen, 

Schwindel und Doppelbilder, was alles auf Kopfverletzungen hingedeutet hätte, 

werden explizit verneint (HD 9.2), ebenso eine unmittelbare Lebensgefahr (HD 

9.6). Es fällt sodann auf, dass der Privatkläger im Unispital offensichtlich keine 

Fusstritte erwähnte (vgl. HD 9.2). Dr. med. J._____ erwähnte zwar Zeichen für ei-

ne Hirnerschütterung (HD 9.8, HD 9.9), dies aber aufgrund der Aussagen des Pri-

vatklägers, welche bezüglich Bewusstlosigkeit aber eben gerade nicht glaubhaft 

- 28 - 

sind. Die von Dr. med. K._____ festgestellte Verlagerung der knorpeligen Gelenk-

zwischenscheibe in beiden Kiefergelenken und die kleineren Frakturen mehrerer 

Zähne (HD 9.11) sind ebenfalls Verletzungen, die ohne Weiteres den Faustschlä-

gen zuzuschreiben sind und nicht zwingend auf Fusstritte als Ursache schliessen 

lassen. 

 Hingegen ist es aufgrund der Aussagen aller erwähnten Befragten erstellt, 

dass der Beschuldigte dem Privatkläger Faustschläge erteilte. Gestützt auf die 

Ausführungen des Beschuldigten, des Zeugen H._____ und der Zeugin I._____ 

ist von zwei bis drei Faustschlägen von mittlerer bis schwerer Heftigkeit gegen 

den Kopf- bzw. Gesichtsbereich des Privatklägers auszugehen. Nicht eingeklagt, 

aber aufgrund der Aussagen des Beschuldigten, des Zeugen F._____ und des 

Zeugen H._____ erstellt ist sodann, dass der Beschuldigte den Privatkläger ge-

gen den Schluss der Auseinandersetzung noch in den Schwitzkasten nahm. Kei-

ner der Befragten hat sodann festgestellt, dass der Privatkläger ein Messer mit 

sich trug bzw. den Beschuldigten damit bedrohte. Hätte der Privatkläger ein sol-

ches dabei gehabt, hätte er es in seiner damaligen Situation, in welcher er dem 

Beschuldigten gegenüber unterlegen war, wohl auch eingesetzt bzw. zumindest 

hervorgenommen, sodass es andere Personen gesehen hätten. Entgegen der 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 100 S. 27) kann aufgrund der Aussagen der 

Befragten sodann nicht erstellt werden, dass der Beschuldigten vom Privatkläger 

verbal bedroht oder angegriffen wurde, sodass sich der Beschuldigte in einer 

Notwehrsituation befunden hätte. Diese Darstellung des Beschuldigten ist viel-

mehr als Schutzbehauptung zu erachten. 

 Es ist nicht zu erwarten, dass die von der Verteidigung beantragten Befra-

gungen von D._____ und E._____ als Zeugen zu einem anderen Beweisergebnis 

führen würden, liegen doch bereits mehrere Aussagen von Personen, die den 

Vorfall beobachten konnten, vor. Neue Erkenntnisse aus Zeugenbefragungen wä-

ren fast 3 ½ Jahre nach dem eingeklagten Vorfall kaum zu gewinnen, zumal die 

als Zeugin beantragte E._____ in ihrer E-Mail vom 17. November 2013 von einer 

"Messerstecherei" spricht, die sie beobachtet haben will (vgl. Urk. 101/1), was auf 

den vorliegend zu behandelnden Vorfall nicht zutrifft. 

- 29 - 

V. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Staatsanwaltschaft würdigt des Verhalten des Beschuldigten als 

versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 - 3 in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (HD 30 S. 3 und 5, HD 50 S. 5, Urk. 99 S. 3 ff.). Die 

Verteidigung erachtet hingegen den Tatbestand der einfachen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB als erfüllt, wobei sie geltend macht, der Be-

schuldigte habe dabei in rechtfertigender Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB ge-

handelt, weshalb er freizusprechen sei (HD 56 S. 1 und 32, Urk. 100 S. 27 f.). 

 2. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten als einfache 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und verneinte sowohl 

den Rechtfertigungsgrund der Notwehr wie auch der Putativnotwehr. Die rechtli-

che Würdigung durch die Vorinstanz erweist sich als zutreffend. Um Wiederho-

lungen zu vermeiden, kann vorab auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägun-

gen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StGB; Urk. 76 S. 57 ff.). 

 Durch den Kopfstoss und die Faustschläge verursachte der Beschuldigte 

beim Privatkläger eine Rissquetschwunde am Philtrum, eine Rissquetschwunde 

enoral, eine Nasenbeinfraktur rechts, eine anteriore Discusverlagerung mit Re-

duktion in beiden Kiefergelenken sowie kleinere Frakturen mehrerer Zähne und 

damit eine einfache Körperverletzung. Eine unmittelbare Lebensgefahr oder le-

bensbedrohliche Verletzungen wurden im ärztlichen Bericht des Unispitals ver-

neint, ebenso dass bleibende Schäden zu erwarten wären (HD 9.6). Objektiv liegt 

damit keine schwere Körperverletzung des Privatklägers vor. Der Beschuldigte er-

füllte hingegen den objektiven Tatbestand einer einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

 In subjektiver Hinsicht ist die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu beach-

ten, wonach die rechtliche Qualifikation von Körperverletzungen als Folge von 

Faustschlägen von den konkreten Tatumständen abhängt. Massgeblich sind ins-

besondere die Heftigkeit des Faustschlags und die Verfassung des Opfers (vgl. 

BGer 6B_388/2012 E. 2.4.2). Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, be-

fand sich der Privatkläger zwar in einem deutlich angetrunkenen Zustand. Auf-

- 30 - 

grund seiner Ausführungen (er habe weder einen sturmen Kopf noch Konzentrati-

ons- oder Standschwierigkeiten gehabt und habe noch gut laufen können, 

Urk. 6.2 S. 15) und derjenigen des Beschuldigten (der Privatkläger sei alkoholi-

siert und aggressiv gewesen, habe aber nicht getorkelt, Urk. 7.1 S. 8, Urk. 7/2 

S. 13) ist aber - entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft (Urk. 99 S. 4) - 

nicht davon auszugehen, dass er den Eindruck erweckte, derart alkoholisiert ge-

wesen zu sein, als dass der Beschuldigte mit einem reduzierten Zustand des Pri-

vatklägers hätte rechnen müssen, welcher zu einer erhöhten Sorgfaltspflicht ge-

führt hätte. Der Kopfstoss des Beschuldigten war heftig, fiel der Privatkläger doch 

zu Boden. Dadurch, dass der Beschuldigte die Handgelenke des Privatklägers 

hielt, beabsichtigte der Beschuldigte zwar nicht, dass der Privatkläger weniger 

heftig stürzte, dennoch zog das Festhalten der Handgelenke nach sich, dass der 

Sturz nach hinten abgebremst wurde, weshalb es sich nicht um einen unkontrol-

lierten Sturz handelte. Der Privatkläger machte sodann nie geltend, beim Sturz 

auf den Boden den Kopf angeschlagen und sich dadurch verletzt zu haben. Die 

Faustschläge zeugten zwar ebenfalls von einer mittleren bis schweren Heftigkeit, 

da es sich beim Privatkläger aber nicht um ein körperlich unterlegenes Opfer 

handelte und die Faustschläge zu diesem Zeitpunkt wohl auch nicht mehr uner-

wartet kamen, lag auch diesbezüglich keine Konstellation vor, bei welcher die 

Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer schweren Körperverletzung so gross war, 

dass davon auszugehen wäre, dass der Beschuldigte eine solche Folge in Kauf 

nahm. Bezüglich der einfachen Körperverletzung handelte der Beschuldigte hin-

gegen direktvorsätzlich. Aus seinem Verhalten kann nur darauf geschlossen wer-

den, dass er die Verletzungen nicht nur in Kauf nahm, sondern wollte. Damit er-

füllte er auch den subjektiven Tatbestand einer einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

 Obwohl der Privatkläger mehrere Körperverletzungen erlitt, ist von einer 

Einheitstat auszugehen, da alle Verletzungen einen bestimmten Zusammenhang 

haben, nämlich indem sie auf einem Gesamtvorsatz beruhten, sich gegen die 

gleiche Person richteten und in einem engen zeitlichen und örtlichen Konnex 

standen. Deshalb sind die Körperverletzungen als eine Tat zu behandeln und 

Art. 49 StGB ist damit nicht anwendbar. 

- 31 - 

 3. Zusammenfassend ist der Beschuldigte der einfachen Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 4. Wie bereits unter Ziff. IV erstellt, befand sich der Beschuldigte nicht in 

einer Notwehrsituation. Der Privatkläger hat weder ein Messer gezückt noch ihn 

angegriffen. Da der Beschuldigte weder angegriffen wurde noch unmittelbar mit 

einem Angriff bedroht wurde, sind seine Handlungen nicht als rechtfertigende 

Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB zu qualifizieren. Selbst wenn davon auszuge-

hen ist, dass sich der Privatkläger nach dem Kopfstoss gewehrt hat, wurde dies 

durch den Kopfstoss des Beschuldigten provoziert, weshalb er sich auch diesbe-

züglich nicht auf Notwehr berufen kann. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

kann auch eine Putativnotwehr im Sinne von Art. 13 Abs. 1 StGB ausgeschlossen 

werden, bestand für den Beschuldigten doch kein Anlass, von einem Angriff sei-

tens des Privatklägers auszugehen. Daraus, dass jemand seine Hände in den Ja-

ckentaschen hat, kann nicht nachvollziehbar geschlossen werden, dass dieser 

aus diesen ein Messer zücken will und selbst wenn diese Annahme vorliegen 

würde, würde diese kein präventives Schlagen rechtfertigen. Damit liegen keine 

Rechtfertigungsgründe vor. 

VI. Strafzumessung 

1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetz-

lichen Zumessungsregeln wie auch die hier massgeblichen belastenden und ent-

lastenden Faktoren zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu ver-

meiden, kann vorab auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden (Urk. 76 S. 66 ff.). 

 2. Für die einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB sieht das Gesetz eine abstrakte Strafdrohung einer Freiheitsstrafe bis zu 

drei Jahren oder Geldstrafe vor. 

3. Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe 

nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 

- 32 - 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzu-

messung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. 

Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des 

deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berück-

sichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters. 

 3.1. Betreffend die objektive Tatschwere ist hervorzuheben, dass aufgrund 

der vom Beschuldigten dem Privatkläger C._____ zugefügten Verletzungen eine 

Wundversorgung im Spital notwendig war und auch noch einen Besuch bei Kie-

fer- und Gesichtschirurgen nach sich zogen. Die Verletzungen führten zu 

Schmerzen, welche jedoch nicht längere Zeit dauerten. Aufgrund des Berichts 

des Unispitals führten die Verletzungen nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit (HD 9.6), 

gemäss Bericht von Dr. med. J._____ zu einer solchen von zwei Wochen (HD 

9.9). Zu berücksichtigen ist weiter, dass die Situation für den Privatkläger psy-

chisch belastend war, wurde doch sein Sicherheitsgefühl beeinträchtigt (vgl. HD 

9.9). Das Vorgehen des Beschuldigten war brutal und aggressiv und zeugt von 

einer nicht unerheblichen kriminellen Energie. Der Übergriff dauerte jedoch nicht 

allzu lange. Sein Verschulden wiegt in objektiver Hinsicht mittelschwer. 

 Was die subjektive Tatschwere betrifft, so handelte der Beschuldigte direkt-

vorsätzlich. Eine viele Jahre zurückliegende Geschichte, die anscheinend zu ei-

nem Zerwürfnis zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger geführt hatte, 

mag der Grund für das Verhalten des Beschuldigten sein, rechtfertigt jedoch kei-

nesfalls die Anwendung von Gewalt. Der Beschuldigte hätte jederzeit damit auf-

hören können, auf den Privatkläger einzuschlagen, entschied sich aber dagegen 

und beliess es nicht bei einem Kopfstoss. In subjektiver Hinsicht wiegt das Ver-

schulden ebenfalls mittelschwer. 

- 33 - 

Insgesamt erweist sich für die einfache Körperverletzung eine Einsatzstrafe 

von 20 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. 

 3.2. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 76 

S. 70). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte ergänzend 

aus, er sei Inhaber der Firma "L._____", welche im Sicherheitssektor tätig sei. Er 

verdiene in etwa Fr. 3'500.– bis Fr. 3'700.– pro Monat. Im Oktober 2013 sei er Va-

ter geworden, habe seine Partnerin aber noch nicht geheiratet (Prot. II S. 11 f.). 

 Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von wesentlicher 

Bedeutung wären. 

 Der Beschuldigte ist zwar nicht vorbestraft (Urk. 89), was aber ebenfalls kei-

ne Strafminderung rechtfertigt (BGE 136 IV 1). 

 Strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die von ihm 

verursachten Körperverletzungen von Anfang an eingestand. Dies fällt aber nur 

leicht strafmindernd ins Gewicht, blieb ihm aufgrund der erdrückenden Beweisla-

ge doch kaum eine andere Wahl. Zudem machte er geltend, in Notwehr gehandelt 

zu haben und lässt keine Reue oder Einsicht erkennen. Immerhin hat er sich je-

doch von sich aus telefonisch bei der Polizei gemeldet. 

 Sonstige Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich. 

 3.3. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist 

sich eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten als angemessen. 

VII. Vollzug 

 Die Vorinstanz hat den Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben. Dieser Ent-

scheid ist aufgrund fehlender Vorstrafen oder sonstiger Anhaltspunkte für eine 

Wiederholungsgefahr des Beschuldigten ohne Weiteres zu bestätigen und die 

- 34 - 

Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen. Zur Begründung kann auf die Erwägungen 

im angefochtenen Entscheid verwiesen kann (Urk. 38 S. 45). 

VIII. Zivilansprüche 

 1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, der B._____ Versiche-

rungen Schadenersatz von Fr. 10'186.10 zuzüglich 5 % Zins ab 1. Januar 2011 

zu bezahlen. Weiter stellte sie fest, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privat-

kläger C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 27. Dezember 2010 dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sei und verwies den Privatkläger zur ge-

nauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches auf den Weg 

des Zivilprozesses. Ausserdem verpflichtete sie den Beschuldigten, dem Privat-

kläger C._____ Fr. 1'500.– als Genugtuung zu bezahlen und wies das Genugtu-

ungsbegehren im Mehrbetrag ab (Urk. 76 S. 84). Der Beschuldigte liess mit seiner 

Berufungserklärung eine vollumfängliche Abweisung der Zivilforderungen, even-

tualiter eine Verweisung auf den Zivilweg beantragen (Urk. 77 S. 2, Urk. 100 S. 4 

und S. 28). 

 2. Die geschädigte Person kann zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat 

als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfahren geltend machen (Art. 122 

Abs. 1 StPO). Das Gericht entscheidet über die anhängige Zivilklage, wenn es die 

beschuldigte Person schuldig spricht (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO). Die Zivilklage 

wird auf den Zivilweg verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hin-

reichend begründet oder beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). Wäre die voll-

ständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismässig aufwendig, so kann 

das Gericht die Zivilklage nur dem Grundsatz nach entscheiden und sie im Übri-

gen auf den Zivilweg verweisen (Art. 126 Abs. 3 StPO). 

 2.1. Die Privatklägerin B._____ trat als obligatorischer Unfallversicherer ge-

stützt auf Art. 72 ATSG gegenüber dem haftpflichtigen Beschuldigten im Umfang 

ihrer Leistungen in die Rechte des Privatklägers C._____ ein. Da der Beschuldig-

te schuldig gesprochen wird und die Voraussetzungen von Art. 41 Abs. 1 OR 

(Schaden, Widerrechtlichkeit, Kausalzusammenhang und Verschulden) erfüllt 

- 35 - 

sind, ist er gegenüber der B._____ schadenersatzpflichtig. Die der B._____ auf-

grund des eingeklagten Ereignisses vom 27. Dezember 2010 entstandenen Kos-

ten für Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Fr. 6'872.10) sowie Taggeldleis-

tungen (Fr. 3'314.–) sind ausgewiesen (HD 16.1, HD 16.2, HD 16.3 und HD 16.6; 

vgl. auch Art. 46 Abs. 1 OR). Der Beschuldigte ist deshalb zu verpflichten, der 

Privatklägerin B._____ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 10'186.10 zuzüglich 

5 % Zins seit 1. Januar 2011 zu bezahlen. 

 2.2. Der Privatkläger C._____ stellte vor Vorinstanz Schadenersatzansprü-

che für Erwerbsausfall (Fr. 1'440.–), für den Teil der Anwaltskosten, welcher die 

Parteientschädigung des Privatklägers übersteigt, sowie für künftigen materiellen 

Schaden (Urk. 51 S. 2, S. 31 f. und S. 36). Es kann diesbezüglich auf die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, wonach der geltend ge-

machte Nettolohn nicht belegt ist, widersprüchliche Unterlagen hinsichtlich der 

Arbeitsunfähigkeit vorliegen, keine vorprozessualen Anwaltskosten, die als Scha-

densbestandteil qualifiziert werden könnten, geltend gemacht wurden und die Hö-

he von künftigem materiellen Schaden noch nicht abgeschätzt werden kann (Urk. 

76 S. 75 f.). Dem Privatkläger ist zwar unbestrittenermassen durch das eingeklag-

te Ereignis vom 27. Dezember 2010 ein Schaden entstanden und auch die weite-

ren Voraussetzungen von Art. 41 OR sind ohne Weiteres erfüllt. Es ist somit fest-

zustellen, dass der Beschuldigte dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Der Schaden kann heute aber noch nicht genau beziffert werden. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches ist der Privatkläger 

deshalb auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen. 

 3. Bei Tötung eines Menschen oder Körperverletzung kann das Gericht 

unter Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten oder den Angehöri-

gen des Getöteten eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen 

(Art. 47 OR). Die Körperverletzung muss beim Verletzten zu einer immateriellen 

Unbill (zu einem Schmerz) geführt haben. Darüber hinaus muss der erlittene kör-

perliche bzw. seelische Schmerz von einer gewissen Schwere sein (BGE 110 II 

166 = Pra 1984, 486). Zu den besonderen Umständen eines Falles kann sodann 

das Verschulden des Haftpflichtigen eine bedeutende Rolle spielen (BGE 104 II 

- 36 - 

264 = Pra 1979, 192). Zu den Umständen, die das Gericht zu berücksichtigen hat, 

gehört auch ein Mitverschulden des Verletzten. Ausgeschlossen wird ein Genug-

tuungsanspruch aber höchstens bei Vorliegen eines überwiegenden, groben 

Selbstverschuldens. In seiner neueren Rechtsprechung hat das Bundesgericht 

generell Zurückhaltung signalisiert, was die Mitberücksichtigung des Selbstver-

schuldens betrifft (BGE 117 II 50 ff., 60 ff.). Auch das konkrete Verhältnis zwi-

schen Verletztem und Schädiger ist zu berücksichtigen. Bei der Bezifferung der 

Genugtuung kommt dem Gericht erheblicher Ermessensspielraum zu. Es kommt 

vor allem auf die Art und Schwere der Verletzung, die Intensität und die Dauer der 

Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen sowie auf den Grad des 

Verschuldens an (vgl. BSK OR I-Heierli/Schnyder, 5. Auflage 2011, Art. 47 N 20 

f.). 

 Der Privatkläger beantragte vor Vorinstanz, dass der Beschuldigte zu ver-

pflichten sei, ihm eine Genugtuung von Fr. 5'000.– zu bezahlen und es sei festzu-

stellen, dass der Beschuldigte verpflichtet sei, dem Privatkläger als Genugtuung 

sämtliche künftigen immateriellen Schäden zu ersetzen, welche diesem infolge 

der am 27. Dezember 2010 erlittenen Körperverletzungen entstehen (Urk. 51 S. 1 

und S. 34 ff.). 

 Die Gewaltanwendung des Beschuldigten führte zu nicht unerheblichen Ver-

letzungen des Privatklägers. Es entspricht der Lebenserfahrung, dass solche Ver-

letzungen mit Schmerzen verbunden sind. Allerdings handelte es sich dabei nicht 

um länger andauernde Schmerzen. Bleibende Schäden sind nicht zu erwarten. 

Ein stationärer Spitalaufenthalt war nicht erforderlich und die Arbeitsunfähigkeit 

war nicht von langer Dauer. Es ist auch einfühlbar, dass der Privatkläger unter 

psychischen Nachwirkungen leidet. Das Verschulden des Beschuldigten, der di-

rektvorsätzlich gehandelt hat, wiegt strafrechtlich mittelschwer. 

 Die von der Vorinstanz zugesprochene Genugtuung von Fr. 1'500.– er-

scheint angemessen. Eine Erhöhung der Genugtuung ist aufgrund des Ver-

schlechterungsverbots ohnehin nicht möglich. Der Beschuldigte ist daher zu ver-

pflichten, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren abzuweisen. 

- 37 - 

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage sowie das 

Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8 und 9) zu bestätigen. Dass die Vorinstanz die 

Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens dem Beschuldigten zu 

vier Fünfteln auferlegt hat, erscheint angemessen, da das Verfahren bezüglich 

mehrfacher Drohung eingestellt wurde. 

 Ebenso zu bestätigen ist das Nachtragsurteil vom 23. Mai 2013, mit wel-

chem die Parteienschädigung zugunsten des Privatklägers C._____ auf 

Fr. 21'571.– (inkl. 8 % Mehrwertsteuer) festgesetzt wurde. Die Bemessung der 

Parteientschädigung durch die Vorinstanz (vgl. Urk. 76 S. 80 ff.) ist nachvollzieh-

bar. Die Verteidigung machte geltend, dass der Stundenansatz des Geschä-

digtenvertreters mit Fr. 280.– zu hoch und auf Fr. 250.– pro Stunde zu kürzen sei 

(Urk. 100 S. 30). Ein Stundenansatz von Fr. 280.– ist jedoch im Normbereich und 

der betriebene Aufwand des Geschädigtenvertreters wurde nicht bemängelt. 

 2. In Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte un-

terliegt mit seiner Berufung in den wesentlichen Punkten. Die Reduktion des 

Strafmasses erfolgt aufgrund des richterlichen Ermessens. Die Staatsanwalt-

schaft unterliegt mit ihrer Anschlussberufung vollumfänglich. Daher ist die Hälfte 

der Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen und die 

andere Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 Die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche für Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ auf Fr. 947.15 (inkl. 8% MWST) und für Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

auf Fr. 8'800.– (inkl. 8% MWST) festzusetzen sind, sind - unter Vorbehalt der 

Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang der Hälfte - auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. 

 Der Vertreter des Privatklägers beantragte für das Berufungsverfahren eine 

Prozessentschädigung von Fr. 9'828.–, welche vom Beschuldigten zu bezahlen 

sei (Urk. 102 S. 10, Urk. 103). Für die Vorbereitung der Berufungsverhandlung 

- 38 - 

sowie die Teilnahme an der Berufungsverhandlung, anlässlich welcher die Beru-

fungsantwort erstattet wurde, erscheint ein Aufwand von 16 Stunden angemes-

sen. Beim geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 280.– ist die Entschädigung 

auf Fr. 4'840.– (inkl. 8% MWST) festzusetzen. Ausgangsgemäss ist der Beschul-

digte somit zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ für das Berufungsverfahren 

eine Prozessentschädigung von Fr. 4'840.– zu bezahlen. 

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft gegen den Beschluss 

des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 bezüglich Ein-

stellung des Verfahrens betreffend mehrfache Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB gemäss Anklageziffer ND 1 a. und ND 1 b. wird nicht 

eingetreten. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, 

vom 23. April 2013 bezüglich der Dispositivziffer 7 (Kostenaufstellung) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

4. Gegen diesen Entscheid (Ziff. 1) kann bundesrechtliche Beschwerde in 
Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

- 39 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 

Jahre festgesetzt. 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadener-

satz von Fr. 10'186.10 zuzüglich 5 % Zins seit 1. Januar 2011 zu bezahlen. 

5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 

C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 27. Dezember 2010 dem 

Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungs-begehren 

abgewiesen. 

7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 8) wird bestätigt. 

8. Das erstinstanzliche Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 in Verbindung mit 

Nachtragsurteil vom 23. Mai 2013) wird bestätigt und der Beschuldigte ver-

pflichtet, dem Privatkläger C._____ für die Untersuchung und das erstin-

stanzliche Gerichtsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 21'571.– 

(inkl. 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

- 40 - 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 947.15   amtliche Verteidigung (Rechtsanwalt X1._____) 

 

 

Fr. 8'800.00   amtliche Verteidigung (Rechtsanwalt X._____) 

 

 
10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt. Die 

andere Hälfte wird auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzah-

lungspflicht im Umfang der Hälfte bleibt vorbehalten. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ für das Beru-

fungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 4'840.– zu bezahlen. 

12. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− den Vertreter des Privatklägers C._____ im Doppel für sich und zuhan-

den des Privatklägers 
− die Privatklägerin B._____ (Ref. Nr. …) 
− Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ im Dispositivauszug gemäss Ziffer 2 

des Beschlusses und Ziffer 7, 9 und 10 des Urteils 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 

eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 

zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 

verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− den Vertreter des Privatklägers C._____ im Doppel für sich und zuhan-

den des Privatklägers 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

- 41 - 

− die Vorinstanz 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

13. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 8. April 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Oswald 
 

 
 

	Urteil vom 8. April 2014
	 Anklage:
	Beschluss der Vorinstanz:
	1. Das Verfahren betreffend mehrfache Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB gemäss Anklageziffer ND 1 a. und ND 1 b. wird eingestellt.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.
	3. Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich und begründet Beschwerde erhoben werden.
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der B._____ Versicherung Schadenersatz von Fr. 10'186.10 zuzüglich 5 % Zins ab 1. Januar 2011 zu bezahlen.
	5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 27. Dezember 2010 dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wir...
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten zu vier Fünfteln auferlegt und zu einem Fünftel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vollumfänglich auf die Gerichtskasse ...
	9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Parteientschädigung zu bezahlen. Das Quantitativ wird mit Nachtragsentscheid festgesetzt.
	Berufungsanträge:
	1. In Abänderung der Ziffern 1 bis 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 sei der Beschuldigte vollumfänglich von Schuld und Strafe frei zu sprechen.
	2. In Abänderung der Ziffern 4 bis 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 seien die Zivilforderungen vollumfänglich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.
	3. In Abänderung der Ziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 seien die Verfahrenskosten, einschliesslich derjenigen Kosten der amtlichen Verteidigung, vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	4. In Abänderung der Ziffer 9 des Urteils vom 23. April 2013 sowie der Ziffer 1 des Nachtragsurteils vom 23. Mai 2013 des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, sei dem Privatkläger C._____ keine Parteientschädigung zuzusprechen. Es sei hingegen dem Be...
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen Kosten der amtlichen Verteidigung, seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	6. Es sei dem Beschuldigten für sein Umtriebe für das Berufungsverfahren eine angemessene Entschädigung auszurichten.
	1. Schuldigsprechung des Beschuldigten A._____ im Sinne der Anklageschrift, nämlich
	 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1-3 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie
	 der mehrfachen, ev. der (einfachen) Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB;
	2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten sowie einer Geldstrafe von 60, ev. 30 Tagessätzen zu Fr. 50.-- (entsprechend Fr. 3'000.--, ev. Fr. 1'500.--);
	3. Vollzug von 6 Monaten Freiheitsstrafe und Gewährung des bedingten Strafvollzuges der restlichen 2 Jahre Freiheitsstrafe, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren;
	4. Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren;
	5. im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 23. April 2013 zu bestätigen;
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte und Prozessuales
	II.  Verfahrenseinstellung
	III.  Anklageprinzip
	IV.  Sachverhalt
	V.  Rechtliche Würdigung
	VI.  Strafzumessung
	VII.  Vollzug
	VIII.  Zivilansprüche
	IX.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 bezüglich Einstellung des Verfahrens betreffend mehrfache Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB gemäss Anklageziff...
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 23. April 2013 bezüglich der Dispositivziffer 7 (Kostenaufstellung) in Rechtskraft erwachsen ist.
	3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	4. Gegen diesen Entscheid (Ziff. 1) kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadenersatz von Fr. 10'186.10 zuzüglich 5 % Zins seit 1. Januar 2011 zu bezahlen.
	5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 27. Dezember 2010 dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird...
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungs-begehren abgewiesen.
	7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 8) wird bestätigt.
	8. Das erstinstanzliche Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 in Verbindung mit Nachtragsurteil vom 23. Mai 2013) wird bestätigt und der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger C._____ für die Untersuchung und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren ei...
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt. Die andere Hälfte wird auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Geri...
	11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 4'840.– zu bezahlen.
	12. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 den Vertreter des Privatklägers C._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Privatklägerin B._____ (Ref. Nr. …)
	 Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ im Dispositivauszug gemäss Ziffer 2 des Beschlusses und Ziffer 7, 9 und 10 des Urteils

	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 den Vertreter des Privatklägers C._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Vorinstanz
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	13. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.