# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e29ea65e-1dc1-5e33-b334-65c8b71245a1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 17.05.2017 UE160209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE160209_2017-05-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE160209-O/U/HEI 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, die Ersatzoberrichter 

lic. iur. A. Schärer und lic. iur. Th. Vesely und Gerichtsschreiberin 

lic. iur. A. Bernstein 

 

Beschluss vom 17. Mai 2017 

 

in Sachen 

 

A._____ Limited,  

Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch B._____ 

 

gegen 

 
1. C._____,  

2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  

Beschwerdegegner 

 

1 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

betreffend Einstellung   
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft  
Zürich-Sihl vom 21. Juli 2016, F-6/2015/10001220 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Eingabe vom 7. Januar 2015 reichte B._____ als Vertreter der A._____ 

Limited (nachfolgend: Beschwerdeführerin) bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) eine in englischer Sprache verfasste Strafan-

zeige gegen C._____ und D._____ wegen Erpressung etc. ein (Urk. 16/1). Der 

zuständige Staatsanwaltschaft bestätigte daraufhin den Eingang der Strafanzeige, 

wies indes darauf hin, dass sämtliche Eingaben an die Strafbehörden in der 

Amtssprache zu formulieren seien (Urk. 16/3). Daraufhin reichte der Beschwerde-

führer eine in deutscher Sprache verfasste Strafanzeige gegen C._____ ein 

(Urk. 13/5). Mit Verfügung vom 21. Juli 2016 stellte die Staatsanwaltschaft das 

Strafverfahren gegen C._____ ein (Urk. 6 = Urk. 16/11).  

2. Hiergegen liess die Beschwerdeführerin bei der hiesigen Kammer innert 

Frist Beschwerde erheben und sinngemäss die Aufhebung der genannten Einstel-

lungsverfügung beantragen (Urk. 2).  

3. Innert der mit Verfügung vom 30. August 2016 angesetzten Frist leistete die 

Beschwerdeführerin eine Prozesskaution von Fr. 3'000.– (Urk. 7 und 13). Mit Ver-

fügung vom 3. Oktober 2016 wurde der Staatsanwaltschaft und Rechtsanwalt Dr.  

X._____ Frist zur (freigestellten) Stellungnahme angesetzt (Urk. 14). Die Staats-

anwaltschaft liess sich mit Eingabe vom 5. Oktober 2016 vernehmen und bean-

tragte Abweisung der Beschwerde (Urk. 18 S. 3). Rechtsanwalt Dr. X._____ liess 

sich mit Eingabe vom 13. Oktober 2016 vernehmen und beantragte Folgendes 

(Urk. 19 S. 2): 

"1. Auf das eingereichte Rechtsmittel sei nicht einzutreten. 
2. Eventualiter sei das eingereichte Rechtsmittel abzuweisen. 

3. Es sei ein Strafverfahren gegen die Beschwerdeführerin und/oder 
das handelnde Organ der Beschwerdeführerin und/oder B._____ 
wegen Urkundenfälschung einzuleiten. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Mehrwert-
steuer." 

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Gleichzeitig reichte er diverse Unterlagen ein (Urk. 20/1-7). Mit Verfügung vom 

3. November 2016 wurden die Stellungnahmen der Beschwerdeführerin zur frei-

gestellten Äusserung übermittelt (Urk. 23). Diese liess sich mit Eingabe vom 

14. November 2016 vernehmen (Urk. 24). Nach neuerlicher Fristansetzung (vgl. 

Urk. 28) verzichteten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Rechtsanwalt 

Dr. X._____ auf Stellungnahme (Urk. 30 und 31). 

4. Infolge Neukonstituierung der Kammer ergeht der Beschluss in anderer als 

der angekündigten Besetzung (vgl. Urk. 7).  

II.  

1.1 Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dage-

gen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 

Abs. 1 lit. a StPO sowie § 49 GOG). Die Beschwerdeführerin betitelte ihre aus 

dem Englischen übersetzte Beschwerdeschrift als "Berufung" (vgl. Urk. 2). 

Rechtsanwalt Dr. X._____ monierte, die Beschwerdeführerin habe statt einer Be-

schwerde eine Berufung und somit das falsche Rechtsmittel eingereicht, weshalb 

die Frist zur Einreichung einer Beschwerde unbenutzt abgelaufen und somit auf 

das Rechtsmittel nicht einzutreten sei. Eine falsche Bezeichnung des Rechtsmit-

tels schadet indes nicht. Die Berufung ist sinngemäss als Beschwerde gegen die 

Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft entgegenzunehmen, da sich die 

Beschwerdeführerin offensichtlich gegen die Einstellung des Strafverfahrens rich-

tet und hiergegen (einzig) das Rechtsmittel der Beschwerde beim Obergericht 

vorgesehen ist (Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 49 GOG).  

1.2 Wie eingangs erwähnt, liess die Beschwerdeführerin bei der Staatsanwalt-

schaft zunächst eine in englischer Sprache verfasste Strafanzeige gegen C._____ 

und D._____ wegen Erpressung einreichen. Auf entsprechende Aufforderung 

liess sie eine in deutscher Sprache verfasste Strafanzeige nachreichen. Diese 

richtete sich lediglich gegen den Beschwerdegegner 1. Die Staatsanwaltschaft 

stützte sich in der Folge zu Recht auf die deutsche Version der Strafanzeige und 

führte dementsprechend die Untersuchung nur gegen den Beschwerdegegner 1. 

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Wie der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 1 zutreffend vorbringt, waren 

die E._____ AG und D._____ nicht Beschuldigte des Strafverfahrens und somit 

nicht Verfahrensbeteiligte, weshalb sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

auch nicht Verfahrenspartei sein können. Die E._____ AG und D._____, welche 

in den vormaligen Verfügungen der hiesigen Kammer als Beschwerdegegner 2 

und 3 aufgeführt worden waren (vgl. Urk. 7, 14, 23, 28), sind somit aus dem 

Rubrum zu streichen und die Eingaben von Rechtsanwalt Dr. X._____ (Urk. 19 

und 31) lediglich dem Beschwerdegegner 1 zuzurechnen.  

1.3 Der Beschwerdegegner bestreitet, dass B._____ zur (Organ-)Vertretung der 

Beschwerdeführerin berechtigt sei und die Beschwerdeführerin überhaupt noch 

Rechtspersönlichkeit besitze, mache diese in ihrer Beschwerdeschrift doch gel-

tend, völlig zerstört worden zu sein. Es sei daher mangels Prozessvoraussetzun-

gen auf die Beschwerde nicht einzutreten.  

Es finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdefüh-

rerin derart finanziell ruiniert wäre, dass sie keine Rechtspersönlichkeit mehr be-

sässe und B._____ nicht mehr zur Vertretung berechtigt wäre. Es handelt sich 

hierbei um eine unbelegte Behauptung des Beschwerdegegners 1. Weitere Aus-

führungen diesbezüglich erübrigen sich indes, da sich die Beschwerde ohnehin 

als unbegründet erweist, wie nachfolgend zu zeigen sein wird.  

2. In der Strafanzeige präsentiert sich im Wesentlichen zusammengefasst fol-

gender Sachverhalt (Urk. 13/5): Am 27. Juli 2012 sollen die E._____ AG und die 

Beschwerdeführerin einen Website- und Entwicklungsrahmenvertrag abgeschlos-

sen haben. Die Beschwerdeführerin habe der E._____ AG eine bereits existie-

rende, funktionsfähige Plattform (www.F._____.com), eine Datenbank, das De-

sign und Funktionenlayout sowie das Laboratory-Design (Projektbereich), allge-

meine Unterlagen und einen detaillierten Konstruktionsplan zur Verfügung ge-

stellt. Im Juni 2013 habe die E._____ die Beschwerdeführerin informiert, dass das 

Budget bereits um Fr. 185'000.– überschritten worden sei. Die Beschwerdeführe-

rin habe zuvor weder entsprechende Warnungen erhalten noch im Voraus eine 

Überschreitung akzeptiert. Die Budgetüberschreitung sei mit bereits ausgeführten 

Arbeiten begründet worden. Die Kosten für "Kiosk, Expertenbereich und Projekt-

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bereich", die Monate zuvor von beiden Parteien vereinbart worden seien, sollen 

sich insgesamt auf Fr. 108'120.– belaufen haben. Danach habe der Beschwerde-

gegner 1 gedroht, das geistige Eigentum der Beschwerdeführerin, welche von 

E._____ AG als "vermietbare Arbeit" für die Beschwerdeführerin entwickelt wor-

den sei, an Dritte zu verkaufen, falls die Beschwerdeführerin den geltend gemach-

ten Geldbetrag nicht bezahlen würde. Damit habe der Beschwerdegegner 1 ver-

sucht, sich unrechtmässig zu bereichern. Im Laufe der Auseinandersetzung habe 

die E._____ AG ihren Bericht geändert und Rechnungen für Juli und August 2013 

über Fr. 185'000.– ausgestellt. Bis zum Zeitpunkt der Anzeigeerstattung habe die 

Beschwerdeführerin der E._____ AG insgesamt Fr. 648'000.– bezahlt, aber noch 

immer keine Lieferung erhalten. Die E._____ AG habe sodann weitere fiktive 

Rechnungen ausgestellt, die nicht begründet gewesen seien. Tatsächlich ver-

wende sie ihre fiktiven Forderungen und das geistige Eigentum der Beschwerde-

führerin dazu, um Geld und geistiges Eigentum von der Beschwerdeführerin zu 

erpressen. Insbesondere verwende die E._____ die ASAP Software und Tools, 

um sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Plattform in "Geiselhaft" zu be-

halten, indem sie es der Beschwerdeführerin verunmögliche, die Software unge-

hindert und fehlerfrei zu verwenden.  

3. Die Staatsanwaltschaft begründet die Einstellung des Verfahrens im We-

sentlichen zusammengefasst wie folgt: Die Parteien seien sich offensichtlich un-

einig über die vereinbarten Leistungen, so beispielsweise in Bezug auf das durch 

die Arbeit geschaffene geistige Eigentum oder das geschuldete Honorar. Sodann 

werde seitens der Beschwerdeführerin auch eine fehlerhafte Ausführung des Auf-

trags moniert. Im Gegenzug lasse die E._____ AG über ihre Anwaltskanzlei ver-

lauten, dass das geistige Eigentum der Software bis zur Bezahlung der Ausstän-

de (Fr. 152'375.05) gemäss Rahmenvertag bei der E._____ AG verbleibe. Damit 

sei bereits ausreichend dokumentiert, dass der E._____ AG bzw. dem Beschwer-

degegner 1 nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden könne, dass er sich mit 

dem Zurückbehalten der fraglichen Software habe bereichern wollen. Vielmehr sei 

davon auszugehen, dass er aus seiner Sicht einen berechtigten Anspruch auf das 

geltend gemachte Honorar habe. Ob dieses Honorar bzw. die anwaltlich vorge-

tragenen Ausstände tatsächlich geschuldet seien, müsse im Strafverfahren nicht 

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im Detail geprüft werden. Die Prüfung der Forderung müsse Gegenstand eines 

Zivilverfahrens sein. Der Rahmenvertrag sehe für diesen Fall unter Ziff. 13 ein 

Schiedsverfahren in Genf vor. Der Beschwerdeführer hätte somit jederzeit das 

Schiedsverfahren anstrengen können, um allfällige Folgeschäden zu vermeiden. 

Im Weiteren seien die vom Gesetz geforderten "ernstlichen Nachteile" nicht schon 

gegeben, wenn eine Partei zur Erlangung ihres Rechts den Rechtsweg beschrei-

ten müsse. Aus diesen Gründen erfülle das geschilderte Verhalten des Be-

schwerdegegners 1 weder den Tatbestand der Erpressung noch denjenigen der 

Nötigung. Anzeichen, dass vorliegend der Tatbestand des Wuchers oder der Da-

tenbeschädigung gegeben sein könnten, seien den Akten nicht zu entnehmen 

(Urk. 6 = Urk. 17 = 16/11). 

4. Die Beschwerdeführerin lässt im Wesentlichen zusammengefasst geltend 

machen, die Staatsanwaltschaft hätte den beanzeigten Sachverhalt im Sinne ihrer 

Strafanzeige untersuchen und die Parteien befragen müssen. Zur Begründung ih-

rer Beschwerde lässt sie weitgehend ihre bereits in der Strafanzeige dargestellte 

Sichtweise wiederholen und bestreitet, dass es sich vorliegend um eine zivilrecht-

liche Angelegenheit handle. Ohne sich (substantiiert) mit den Erwägungen der 

Staatsanwaltschaft auseinanderzusetzen, lässt sie ergänzend ausführen, die 

E._____ AG habe die Anhänge A und B zum Vertrag gefälscht (vgl. Urk. 10/11-

12), um sich zu bereichern. Der Anwalt des Beschwerdegegners 1 habe sämtliche 

Kontaktbemühungen für eine mögliche Schlichtung abgebrochen. Die E._____ 

AG habe in erpresserischer Weise versucht, die Beschwerdeführerin dazu zu 

zwingen, nicht autorisierte Arbeiten zu akzeptieren. Die Beschwerdeführerin lässt 

sodann diverse Zivilforderungen stellen (Urk. 2).  

5. Die Staatsanwaltschaft beantragt in ihrer Stellungnahme Abweisung der Be-

schwerde und führt zusammengefasst aus, der Beschwerdeführer verkenne, dass 

- selbst ausgewiesene - Zivilforderungen nicht auch zwingend Gegenstand von 

Strafverfahren sein müssten. Gestützt auf die Strafanzeige und die beigebrachten 

Unterlagen habe sich eine Befragung der Parteien erübrigt. Es sei nicht Aufgabe 

der Strafbehörden zu überprüfen, ob und inwiefern die E._____ AG ihre Vertrags-

pflichten erfüllt habe. Weder der Strafanzeige noch der Beschwerdeschrift lasse 

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sich ein Anfangsverdacht auf eine strafbare Handlung entnehmen. Indes sei eine 

zivilrechtliche Klärung angezeigt (Urk. 18). 

6. Der Beschwerdegegner 1 lässt im Wesentlichen zusammengefasst geltend 

machen, die Staatsanwaltschaft habe die Zivilforderung zu Recht auf den Zivilweg 

verwiesen. Im Übrigen fehlten jegliche objektive und subjektive Tatbestands-

merkale von Art. 143 StGB, Art. 144 und 144bis StGB, Art. 156 StGB, Art. 157 

StGB und Art. 251 StGB (Urk. 19).  

7. Soweit erforderlich, d.h. für die Entscheidfindung notwendig, ist nachfolgend 

auf die Begründung der Staatsanwaltschaft und die Vorbringen der Beschwerde-

führerin bzw. des Beschwerdegegners 1 näher einzugehen.  

III. 

1. Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständi-

ge oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn: a) kein Tatverdacht erhärtet 

ist, der eine Anklage rechtfertigt; b) kein Straftatbestand erfüllt ist; c) Rechtferti-

gungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen; d) Prozessvorausset-

zungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten 

sind; e) nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzich-

tet werden kann. 

Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grund-

satz "in dubio pro duriore" zu richten. Dieser ergibt sich aus dem Legalitätsprinzip. 

Er bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur 

bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen 

angeordnet werden darf. Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbe-

fehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahr-

scheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrschein-

lich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren 

Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage 

hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vor-

wurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht 

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(Urteil des Bundesgerichts 6B_195/2016 vom 22. Juni 2016 E. 2.1 mit Hinwei-

sen). 

2.1 Der Erpressung nach Art. 156 StGB macht sich strafbar, wer in der Absicht, 

sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Gewalt 

oder Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Verhalten bestimmt, wodurch die-

ser sich selber oder einen andern am Vermögen schädigt.  

In einem Schreiben lässt die E._____ über ihren Rechtsvertreter mitteilen, dass 

das geistige Eigentum an der unbezahlten Software bis zur vollständigen Bezah-

lung bei der E._____ verbleibe (Urk. 16/9/3a). Es liegen in den Akten keine Hin-

weise dafür vor, dass sich der Beschwerdegegner 1 mit dem Zurückbehalten der 

Software bis zur Bezahlung der Ausstände seitens der Beschwerdeführerin un-

rechtmässig hätte bereichern wollen. Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend fest-

hält, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner 1 aus seiner Sicht einen 

berechtigten Anspruch auf das geltend gemachte Honorar hat. Jedenfalls ist 

kaum zu widerlegen, dass er selber von berechtigten Ansprüchen ausging. Es ist 

folglich anzunehmen, dass hinsichtlich einer Erpressung mit grosser Wahrschein-

lichkeit ein Freispruch erfolgen würde, weshalb die Staatsanwaltschaft diesbezüg-

lich die Untersuchung zu Recht einstellte. 

2.2 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, die E._____ habe Anhänge 

zum Rahmenvertrag gefälscht (vgl. Urk. 10/6 und 10/8). 

Urkunden sind Schriften, die bestimmt und geeignet sind, eine Tatsache von 

rechtlicher Bedeutung zu beweisen (Art. 110 Abs. 4 StGB). Der Beschwerdegeg-

ner 1 hat nie behauptet, die Beschwerdeführerin habe die genannten Anhänge 

unterzeichnet. Es kommt den fraglichen Schriftstücken lediglich bzw. höchstens 

der Sinn einer Parteibehauptung, was Vertragsabschluss und Inhalt des Vertrags 

angeht, zu. Die Urkundeneigenschaft im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB ist dem-

nach zu verneinen. Eine Strafbarkeit wegen Urkundenfälschung resp. Falschbeur-

kundung i.S.v. Art. 251 Ziff. 1 StGB fällt bereits aus diesem Grund ausser Be-

tracht.  

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2.3 Für die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Vorwürfe des Wuchers 

oder der Datenbeschädigung finden sich in den Akten keinerlei Hinweise. An-

haltspunkte für das Vorliegen anderer Straftatbestände sind ebenfalls nicht er-

sichtlich. 

3. Abschliessend ist festzuhalten, dass sich die Parteien offensichtlich uneinig 

sind über die vereinbarten Rechte und Pflichten sowie die erbrachten Leistungen. 

Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte vor, die auf ein deliktisches Verhalten 

des Beschwerdegegners 1 schliessen liessen. Vielmehr ist aufgrund der vorlie-

genden Akten davon auszugehen, dass es sich um eine rein zivilrechtliche Ange-

legenheit handelt. Die Beschwerdeführerin liess nichts vorbringen, das daran et-

was zu ändern vermöchte. Es ist auch nicht erkennbar, dass irgendwelche Ver-

fahrenshandlungen neue Erkenntnisse zu erbringen vermöchten. Die Staatsan-

waltschaft hat das Verfahren somit zu Recht eingestellt. 

4. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

5. Der anwaltlich vertretene Beschwerdegegner reichte mit seiner Replik eine 

Strafanzeige gegen die Beschwerdeführerin ein (vgl. Urk. 19 S. 8). Zuständig für 

die Entgegennahme von Strafanzeigen sind die Strafverfolgungsbehörden. Es er-

übrigen sich Weiterungen dazu, zumal die Einreichung einer Strafanzeige an kei-

ne Frist gebunden ist und der Beschwerdegegner die Strafanzeige ohne Nachteil 

bei der Staatsanwaltschaft nachreichen kann.  

IV. 

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Kosten 

des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Beachtung der 

Bemessungskriterien von § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV OG und gestützt auf § 17 

Abs. 1 GebV OG ist die Gerichtsgebühr auf Fr. 1'000.– festzusetzen. Die Kosten 

sind vorab aus der von der Beschwerdeführerin geleisteten Kaution von 

Fr. 3'000.– zu beziehen (Urk. 13).  

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2. Des Weiteren ist die Beschwerdeführerin zu verpflichten, dem obsiegenden 

Beschwerdegegner 1 für seine im Beschwerdeverfahren getätigten Aufwendun-

gen eine Prozessentschädigung zu bezahlen (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 

Abs. 1 lit. a StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_273/2017 vom 17. März 2017 

E. 2). Die Entschädigung richtet sich nach der Verordnung über die Anwaltsge-

bühren (AnwGebV). Im Beschwerdeverfahren beträgt sie zwischen Fr. 300.– und 

Fr. 12'000.– (vgl. § 19 Abs. 1 AnwGebV). Dabei ist die Bedeutung und Schwierig-

keit des Falls, die Verantwortung und der notwendige Zeitaufwand des Anwalts zu 

berücksichtigen (vgl. § 2 Abs. 1 AnwGebV). Vorliegend erscheint eine Entschädi-

gung von Fr. 2'500.– (zuzüglich 8 % MwSt. von Fr. 200.–) für das Beschwerdever-

fahren angemessen. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner 1 da-

her eine Entschädigung von Fr. 2'700.– zu bezahlen, welche teilweise aus der 

von der Beschwerdeführerin geleisteten Kaution entrichtet wird.  

 

Es wird beschlossen: 
 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt, der Beschwerdeführerin 

auferlegt und vorab aus der geleisteten Prozesskaution bezogen.  

3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner 1 eine 

Prozessentschädigung von Fr. 2'700.– zu bezahlen, unter Abzug eines Be-

trages von Fr. 2'000.–, der dem Beschwerdegegner 1 aus der geleisteten 

Kaution von der Gerichtskasse überwiesen wird. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Vertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die Be-
schwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) 

− Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwer-
degegner 1 (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter gleichzeitiger Rücksendung 
der beigezogenen Akten (Urk. 16; gegen Empfangsbestätigung) 

- 11 - 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)  

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 
Zürich, 17. Mai 2017 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Bernstein 
 
 

	Beschluss vom 17. Mai 2017
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	3. Abschliessend ist festzuhalten, dass sich die Parteien offensichtlich uneinig sind über die vereinbarten Rechte und Pflichten sowie die erbrachten Leistungen. Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte vor, die auf ein deliktisches Verhalten des Besch...
	IV.

	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und vorab aus der geleisteten Prozesskaution bezogen.
	3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner 1 eine Prozessentschädigung von Fr. 2'700.– zu bezahlen, unter Abzug eines Betrages von Fr. 2'000.–, der dem Beschwerdegegner 1 aus der geleisteten Kaution von der Gerichtskasse überwie...
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Vertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 16; gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...