# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d6a640a-c990-5f9b-94ae-4412ae593d0c
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-26
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 26.04.2022 II 2022 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2022-28_2022-04-26.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2022 28

Entscheid vom 26. April 2022 

Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
MLaw Milena Pesic, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 
6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Alters- und Hinterlassenenversicherung (Schadenersatz gemäss 
Art. 52 AHVG, Fristversäumnis)

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Sachverhalt:

A. A.________ war seit der Gründung bis 4. April 2019 Präsident und Direktor 
mit Einzelunterschrift der am 28. Juli 2010 im Handelsregister eingetragenen 
B.________ AG mit Sitz in C.________. Neben A.________ war seit der Grün-
dung D.________ Mitglied des Verwaltungsrates bis 26. November 2018 und 
wieder ab dem 4. April 2019. Die mit einem voll liberierten Aktienkapital von 
Fr. 100'000.-- (100'000 Namenaktien zu je Fr. 1.--) ausgestattete Gesellschaft 
bezweckte ________ (Gesellschaftszweck). Mit Verfügung vom 27. Juni 2019 
eröffnete der Einzelrichter des Bezirksgerichts E.________ den Konkurs über die 
Unternehmung. Das Konkursverfahren erklärte er am 2. Dezember 2012 als ge-
schlossen. Die Gesellschaft wurde von Amtes wegen gelöscht.

B. Vom 1. Juli 2010 bis 30. Juni 2019 war die Gesellschaft bei der Aus-
gleichskasse Schwyz erfasst und hatte bei dieser über die ausbezahlten Löhne 
und lohnähnlichen Entschädigungen abzurechnen. Im Jahr 2019 wurden die So-
zialversicherungsbeiträge trotz Mahnungen nicht vollständig bezahlt. 

Mit Verfügung vom 30. November 2021 betreffend "Schadenersatz gemäss 
Art. 52 Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung 
(AHVG)" verpflichtete die Ausgleichskasse Schwyz A.________ der Ausgleichs-
kasse als Schadenersatz für den erlittenen Verlust des Jahres 2019 Fr. 4'240.60 
zu bezahlen. Diese per Einschreiben versandte Verfügung wurde A.________ 
am 1. Dezember 2021 zugestellt. 

C. Mit Schreiben vom 18. Januar 2022 forderte die Ausgleichskasse Schwyz 
A.________ auf, den Betrag von Fr. 4'240.60 innert 30 Tagen zu überweisen, da 
keine Einsprache erhoben worden und die Verfügung daher in Rechtskraft er-
wachsen sei. 

D. Am Montag, 31. Januar 2022, wandte sich A.________ per E-Mail an die 
Ausgleichskasse. Er machte geltend, die Forderung erschliesse sich ihm nicht. 
Seit 29. März 2019 sei er nicht mehr Mitarbeiter der Gesellschaft und als Inhaber 
einer einzigen Aktie sei er nicht bestimmender Aktionär. Er weise jegliche Haf-
tung als Privatperson strikte zurück. 

Mit Schreiben vom 8. Februar 2022 räumte die Ausgleichskasse A.________ un-
ter Hinweis auf die Rechtskraft der Schadenersatzverfügung vom 30. November 
2021 erneut Frist zur Bezahlung von Fr. 4'240.60 ein. Gleichzeitig erläuterte sie, 
dass es sich hierbei um die Beiträge für die Löhne der Monate Januar und Fe-
bruar 2019 handle. 

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Mit E-Mail vom 11. Februar 2022 machte A.________ geltend, seine "Einsprache 
vom 31.01.2022 per Email" sei nicht berücksichtigt worden. 

E. Mit Entscheid Nr. 1055/02 vom 16. Februar 2022 trat die Ausgleichskasse 
auf die Einsprache vom 31. Januar 2022 nicht ein.

F. Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt A.________ mit Eingabe vom 
11. März 2022 (Eingang am 15.3.2022) fristgerecht Beschwerde beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Schwyz. Er ersucht, 

das Urteil der Ausgleichskasse dahingehend zu korrigieren, mir diese privat 
auferlegte Schuld der B.________ AG von CHF 4'240.60 zu erlassen, da mich 
daran absolut keine Schuld trifft, (…).

G. Die Ausgleichskasse beantragt die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 sind auf die 
im ersten Teil des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung (AHVG; SR 831.10) vom 20. Dezember 1946 geregelte Alters- und Hinter-
lassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Ab-
weichung vom ATSG vorsieht (Art. 1 Abs. 1 AHVG). Das Verfahren vor dem kan-
tonalen Versicherungsgericht bestimmt sich grundsätzlich nach kantonalem 
Recht (vgl. Art. 61 Einleitungssatz ATSG). Im Kanton Schwyz ist das Verwal-
tungsgericht das kantonale Versicherungsgericht im Sinne der Bundesgesetzge-
bung (§ 16 Abs. 2 lit. a des Justizgesetzes [JG; SRSZ 231.110] vom 18.11.2009). 

2.1 Die Vorinstanz ist auf die Einsprache des Beschwerdeführers nicht 
eingetreten mit der Begründung der verspäteten Erhebung der Einsprache. 

2.2 Ist die Vorinstanz auf ein Rechtsmittel nicht eingetreten, so hat das 
Verwaltungsgericht gemäss ständiger Rechtsprechung grundsätzlich nur zu 
prüfen, ob der Nichteintretensentscheid zu Unrecht erfolgt ist. Bejaht es diese 
Frage, so hebt es den Nichteintretensentscheid auf und weist die Akten an die 
Vorinstanz zurück, damit diese hinsichtlich dieses Rechtsmittels einen 
Sachentscheid trifft (VGE III 2015 98 vom 26.8.2015 Erw. 1.3.1; VGE II 2012 108 
vom 24.10.2012 Erw. 2.1; VGE III 2014 194 vom 27.11.2014 Erw. 2.1). 

2.3.1 Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden 
Stelle Einsprache erhoben werden (Art. 52 Abs. 1 erster Satzteil ATSG). Ein-

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sprachen müssen gemäss Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) vom 11. September 2002 
ein Rechtsbegehren und eine Begründung enthalten. 

2.3.2 Die Einsprache kann grundsätzlich (mit Ausnahme der in Art. 10 Abs. 2 
ATSV genannten Fälle) wahlweise schriftlich oder bei persönlicher Vorsprache 
mündlich erhoben werden (Art. 10 Abs. 3 ATSV). Die schriftlich erhobene Ein-
sprache muss die Unterschrift der Einsprache führenden Person oder ihres 
Rechtsbeistands enthalten. Bei einer mündlich erhobenen Einsprache hält der 
Versicherer die Einsprache in einem Protokoll fest; die Person, welche die Ein-
sprache führt, oder ihr Rechtsbeistand muss das Protokoll unterzeichnen (Art. 10 
Abs. 4 ATSV). 

2.3.3 Die Frist beginnt am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (vgl. Art. 38 Abs. 1 
ATSG). Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom 
Bundesrecht oder vom kantonalen Recht anerkannter Feiertag, so endet sie am 
nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Die Frist steht unter anderem 
still vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG). 

2.4.1 Vorliegend wurde die Schadenersatzverfügung vom 30. November 2021 
dem Beschwerdeführer am 1. Dezember 2021 zugestellt, was unbestritten ist 
(vgl. Vi-act. 7 = Sendungsverfolgung der Sendungsnummer 98.32.124717. 
11181023). Die Schadenersatzverfügung enthält eine korrekte Rechtsmittelbe-
lehrung. 

2.4.2 Die Frist begann somit am 2. Dezember 2021 zu laufen. Vom 18. Dezem-
ber 2021 bis und mit dem 2. Januar 2022 stand sie still. Die Frist endete somit 
am 16. Januar 2022 bzw., da dieser Tag auf einen Sonntag fiel, am Montag, 
17. Januar 2022. 

2.4.3 Mit E-Mail vom 31. Januar 2022 reagierte der Beschwerdeführer erstmals 
auf die Verfügung vom 30. November 2021 und somit klarerweise verspätet. Ab-
gesehen davon ist eine Einsprache per E-Mail grundsätzlich ungültig (vgl. Urteile 
des Bundesgerichts 8C_386/2016 vom 10.11.2016 Erw. 4.1 [ital.] mit Hinweis auf 
BGE 142 V 152 Erw. 2.2; vgl. vorstehend Erw. 2.3.2 zu den gesetzlichen Anfor-
derungen an eine Einsprache). 

Die Vorinstanz ist somit zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten. 

2.5 Ist die gesuchstellende Person oder ihre Vertretung unverschuldeterweise 
abgehalten worden, binnen Frist zu handeln, so wird diese wiederhergestellt, so-

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fern sie unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernis-
ses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 41 ATSG).

Der Beschwerdeführer hat in seinen aktenkundigen Schreiben weder einen 
Fristwiederherstellungsgrund geltend gemacht, noch lässt sich ein Hinweis auf 
einen möglichen Fristwiederherstellungsgrund anderweitig den Akten entneh-
men; dies gilt namentlich auch hinsichtlich der Beschwerde des Beschwerdefüh-
rers. Soweit er (materiell) geltend macht(e), seit dem 29. März 2019 nicht mehr 
Mitarbeiter (Verwaltungsrat) der Gesellschaft gewesen zu sein, hat die Vor-
instanz festgehalten, dass der geforderte Schadenersatz auf die Monate Januar 
und Februar 2019 zurückgeht. 

2.6 Angesichts der dargelegten Rechts- und Sachlage ist die Vorinstanz zu 
Recht und unbesehen der Frage der Formgültigkeit auf das vom Beschwerdefüh-
rer als Einsprache verstandene E-Mail vom 31. Januar 2022 infolge Fristver-
säumnis nicht eingetreten. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

3.1 Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenpflichtig, wenn 
dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine 
Kostenpflicht bei solchen Streitigkeiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die 
sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen (Art. 61 lit. fbis 
ATSG, in Geltung seit 1.1.2021). Bezüglich der Verfahrenskosten kommt also 
das kantonale Recht zur Anwendung (Art. 61 Einleitungssatz ATSG i.V.m. 
§ 71 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [SRSZ 234.110; VRP] vom 
6.6.1974), soweit nicht die Kostenlosigkeit greift. Vorliegend handelt es sich um 
eine Streitigkeit über Beiträge, womit grundsätzlich bei Unterliegen Kosten aufer-
legt werden. 

Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) sind auf 
Fr. 300.-- festzusetzen (vgl. § 3 der Gebührenordnung für die Verwaltung und die 
Rechtspflege im Kanton Schwyz [GebO; SRSZ 173.111] vom 20.1.1975 i.V.m. 
§ 25 Ziff. 29 GebO [Gebührenrahmen von Fr. 100.-- bis Fr. 20'000.-- für verwal-
tungsgerichtliche Beschwerdeverfahren]) und dem Verfahrensausgang entspre-
chend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 72 Abs. 2 VRP). 

3.2 Parteientschädigungen sind dem Verfahrensausgang entsprechend keine 
zuzusprechen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG; § 74 Abs. 2 VRP). 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 300.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten 
und Barauslagen) werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Nachdem er 
am 16. März 2022 einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- einbezahlt hat, 
sind ihm Fr. 200.-- aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten. 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- den Beschwerdeführer (R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Bern (A). 

Schwyz, 26. April 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Präsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 4. Mai 2022

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II