# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f681238e-8273-5be1-90f6-a39f40538650
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.09.2010 S 2010 61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-61_2010-09-02.pdf

## Full Text

S 10 61

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren 1960, ist verheiratet und Vater von 3 Kindern (Jg. 1990, 1992, 

1994). Er ist gelernter Bauspengler und Sanitärinstallateur. Nachdem er 

zusätzlich eine …lehre absolvierte, arbeitete er seit 1985 für die … als 

Chauffeur. 

2. Am 19. Februar 2007 meldete sich … zum Bezug von IV-Leistungen zwecks 

Kostenübernahme von Hörgeraten an. Eine Begutachtung durch den 

Spezialarzt Dr. med. … ergab eine Indikationsstufe 1. Eine binaurale 

Anspassung sei angezeigt. Eine erste Hörgeräteanpassung bei der … AG 

blieb erfolglos (Schreiben … AG vom 2. August 2008).

3. Am 14. April 2007 erlitt … während der Arbeit einen Herzinfarkt, welcher 

anfänglich vom Notfallarzt Dr. med. … nicht erkannt wurde. Erst am 16. April 

2007 wurde … ins Kantonsspital Graubünden eingewiesen und operiert. Im 

Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 24. April 2007 wird als 

Diagnose eine koronare Zwei-Gefässerkrankung aufgeführt. 

Postinterventionell habe der Patient eine akute linksventrikuläre 

Dekompensation mit Lungenödem erlitten. Nach dem Spitalaufenthalt erfolgte 

vom 23. April bis 19. Mai 2007 eine stationäre Rehabilitation in ... In der Folge 

meldete sich … am 6. Mai 2007 erneut zum Bezug von IV-Leistungen an. 

4. Der Vertrauensarzt der … AG Dr. med. … bestätigte mit Bericht vom 10. 

September 2007, dass es bei … zu ausgedehnten Folgeschäden gekommen 

sei und er deshalb nicht mehr als …chauffeur der Kategorien Gruppe 1 und 2 

eingesetzt werden dürfe. Mit Schreiben vom 2. Oktober 2007 forderte die IV-

Stelle … zur Berufsberatung auf. Anlässlich des Gesprächs vom 9. Oktober 

2007 wurde eine Weiterbildung an der Informatikschule in Chur vom 15. 

Oktober 2007 bis 31. März 2008 vereinbart. Die IV-Stelle bestätigte in der 

Folge mit Schreiben vom 19. Oktober 2007 die Übernahme der Kosten. Des 

Weiteren wurde … mit Verfügung der eidgenössischen Invalidenversicherung 

(IV) vom 5. Dezember 2007 ein Taggeld in der Höhe von Fr. 199.-- pro Tag 

vom 15. Oktober 2007 bis 31. März 2008 zugesprochen. 

5. Am 15. November 2007 verspürte … erneut einen thorakalen Schmerz, 

woraufhin anfängliche Tests am Kantonsspital Graubünden keinen Hinweis 

auf ein koronares Ereignis ergaben. Die Durchführung des 

Koronarprogramms ergab jedoch einen Stent-Verschluss. In der Folge wurde 

ein Restenting durchgeführt. Am 12. Dezember 2008 erfolgte schliesslich die 

kardiologische Abschlusskontrolle im Kantonsspital Chur. 

6. … konnte bereits ab dem 1. April 2008 bei der … AG wieder als Fahrer 

arbeiten, wobei er zunächst in vollem Pensum von 44 Stunden pro Woche 

arbeitete. Aufgrund gesundheitlicher Beschwerden musste er das 

Arbeitspensum bereits ab dem 29. April 2008 auf 50% (fünf Stunden Arbeit 

mit Pausen pro Tag) reduzieren. Trotz mehrerer Versuche das Pensum 

wieder zu erhöhen, wurde mit Arbeitsvertrag vom 24. August 2009 das 

Arbeitspensum definitiv auf 50% reduziert. Die IV-Stelle teilte in der Folge mit 

Schreiben vom 4. September 2008 den Abschluss der beruflichen 

Massnahmen mit. Sie veranlasste sodann zur Prüfung des Anspruchs auf 

Leistungen eine medizinische Untersuchung beim Zentrum für medizinische 

Begutachtung (ZMB) medizinische Abklärungsstelle der Eidg. 

Invalidenversicherung (Medas) in Basel. Gemäss Medas-Gutachten des ZMB 

vom 2. Juni 2009 wurde anlässlich der Untersuchung vom 9. bis 13. März 

2009 festgestellt, dass neben der koronaren Zwei-Gefässerkrankung aus 

rheumatologischer und neurologischer Sicht ein rezidivierendes 

Cervikovertebralsyndrom in Verbindung mit einem rezidivierenden 

rechtsbetonten Thorakovertebralsyndrom vorliege. Ebenso bestehe eine 

beidseitige Gehörsverminderung sowie aus psychiatrischer Sicht eine 

Persönlichkeit mit akzentuierten Zügen und eine somatoforme autonome 

Funktionsstörung des cardiovaskulären Systems. Gemäss 

Schlussbeurteilung sei davon auszugehen, dass dem Versicherten ein 

Rendement von 70% in einer dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit 

möglich wäre. Der Beginn der 70%igen Arbeitsfähigkeit wurde auf Dezember 

2008 datiert, als der Versicherte kardiologisch nachkontrolliert wurde. Zuvor 

habe eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. 

7. Mit Vorbescheid vom 3. Juli 2009 teilte die IV-Stelle … mit, dass vom 1. April 

2008 bis 31. März 2009 ein IV-Grad von 56% vorgelegen und somit Anspruch 

auf eine halbe IV-Rente bestanden habe. Seit dem 1. April 2009 bestehe 

hingegen kein Anspruch mehr, da der IV-Grad unter 40% liegen würde. Am 

27. August 2009 liess … Einwand erheben. 

8. Die IV-Stelle sprach mit Verfügung vom 22. März 2010 … vom 1. April 2008 

bis 31. März 2009 eine halbe IV-Rente aufgrund eines IV-Grades von 59% 

und ab dem 1. April 2009 eine Viertelsrente aufgrund eines IV-Grades von 

43% zu. Sie berücksichtigte dabei den Einwand bezüglich des möglichen 

Valideneinkommens. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens stellte 

sie jedoch weiterhin auf das Medas-Gutachten des ZMB vom 2. Juni 2009 ab 

und verwendete die LSE-Tabellen, Anforderungsniveau 3.

9. Gegen die Verfügung vom 22. März 2010 liess … am 19. April 2010 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden erheben mit den Anträgen 

die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm ab dem 1. April 2009 eine halbe 

IV-Rente auszurichten. Obwohl die Verfügung vom 22. März 2009 lediglich 

die Leistungen ab dem 1. April 2010 behandle, betreffe das Dispositiv den 

gesamten Anspruch. Die Beschwerdegegnerin gehe gestützt auf das Medas-

Gutachten des ZMB vom 2. Juni 2009 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit aus. 

Das Gutachten befasse sich hingegen nicht mit der Problematik der 

Hypotonie, die geklagten Beschwerden würden gemäss den Gutachtern auf 

eine somatoforme autonome Funktionsstörung zurückgeführt. Die Berichte 

der Fachärzte Dr. med. … und Dr. med. … zeigten hingegen, dass der 

Schwindel und die eingeschränkte Leistungsfähigkeit als Folge der 

aussergewöhnlichen Hypotonie zu werten seien. Die Beschwerden seien 

denn auch nicht bereits in den 70% berücksichtigt worden, eine 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 30% ergäbe sich nämlich allein 

aufgrund der bestehenden Rückenproblematik. Auch der Facharzt des ZMB, 

Dr. med. …, habe lediglich ein Pensum von 50% als zumutbar befunden. Es 

sei unverständlich, wie die Gutachter in den Schlussfolgerungen das 

Teilgutachten von Dr. med. … ignoriert und angeführt hätten, dass selbst in 

der Tätigkeit als Buschauffeur eine 70%ige Einsetzbarkeit bestehen würde. 

Die Schlussfolgerungen des Medas-Gutachtens seien nicht schlüssig und es 

sei daher von der mehrfach bestätigten 50%igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen. Diese Beurteilung würde auch durch den Umstand bestätigt, 

dass ein höheres Arbeitspensum versucht, aber wegen der auftretenden 

Beschwerden wieder reduziert worden sei. Bei der Berechnung des 

Invalideneinkommens sei vorliegend auf das tatsächliche Einkommen 

abzustellen, denn die Voraussetzungen gemäss Kreisschreiben über die 

Invalidität KSIH zur Verwendung des tatsächlichen Einkommens seien erfüllt. 

Ohne Berücksichtigung der Krankentaggeldzahlungen habe dieses im Jahr 

2008 brutto Fr. 33'800.-- betragen. Es sei noch darauf hinzuweisen, dass es 

bei Anwendung der Tabellenlöhne nicht statthaft sei, auf das 

Anforderungsniveau 3 abzustellen. Nebst den Kenntnissen als Chauffeur 

seien nur Berufskenntnisse in den Branchen Bauspenglerei und 

Sanitärinstallation vorhanden. Aus rheumatologischen und neurologischen 

Gründen sei eine Tätigkeit in diesen Bereichen aber ausgeschlossen. Somit 

sei vorliegend lediglich auf die Tabellenlöhne gemäss Anforderungsniveau 4 

abzustellen. Unter Verwendung der LSE 2006 (Schweizerische 

Lohnstrukturerhebung), Anforderungsniveau 4, ergäbe sich bei einer 70%igen 

Arbeitsfähigkeit und dem unbestrittenen Leidensabzug von 10% ein 

Invalideneinkommen von Fr. 37'952.-- für das Jahr 2008. Ausgehend davon 

würde ab dem 1. April 2009 ein IV-Grad von 52% resultieren. So würde selbst 

bei einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente 

bestehen. 

10. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Mai 2010 beantragte die IV-Stelle 

Graubünden die Abweisung der Beschwerde. Aufgrund fehlender neuer 

rechtserheblicher Tatsachen verwies sie auf die Begründung in der 

angefochtenen Verfügung vom 22. März 2010, an welcher sie vollumfänglich 

festhielt. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die 

Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 22. März 2010. Streitig 

und zu prüfen ist, die Höhe der Arbeitsfähigkeit sowie des 

Invalideneinkommens und ob die Vorinstanz zu Recht eine Viertelsrente ab 

dem 1. April 2009 verfügt hat.

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG] und Art. 4 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Art. 7 ATSG 

bezeichnet die Erwerbsunfähigkeit als den durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder 

teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die 

Ermittlung der Invalidität in der Regel nach der Methode des 

Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG). Bei dieser Methode wird das 

gegenwärtig trotz Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit 

jenem ohne Behinderung verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz 

in Prozenten den IV-Grad ergibt. Ist ein Versicherter danach mind. 40% 

invalid, so hat er Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mind. 50% auf eine 

halbe Rente, bei mind. 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Festsetzung des IV-Grades kommt 

es primär auf die wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die 

medizinische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 

V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der 

graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte als Beurteilungsgrundlage ist eine 

seriöse Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum voraus nicht 

möglich (BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c). 

b) Die IV-Stelle stützte sich vorliegend bezüglich der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit auf das Medas-Gutachen vom 2. Juni 2009. Das Gutachten 

wurde nach mehrtägiger persönlicher Untersuchung (vom 9. bis 13. März 

2009) in Kenntnis sämtlicher vorgängiger ärztlicher Berichte erstellt. Es 

erfolgten Untersuchungen sowohl aus internistischer, rheumatologischer, 

neurologischer und psychiatrischer Sicht. Aus internistischer Sicht, 

untersuchender Arzt Dr. med. …, sei der Versicherte nicht mehr als 

Lastwagen- bzw. Postautochauffeur einsetzbar. In der ausgeübten 

adaptierten Tätigkeit sei hingegen ein maximales Pensum von 50% zumutbar, 

wobei starke körperliche Belastungen zu meiden wären und bei Bedarf 

Pausen einzulegen seien. Aus rheumatologischer Sicht, untersuchender Arzt 

Dr. med. …, sei die Arbeitsfähigkeit für eine wechselbelastende, leichte bis 

mittelschwere Tätigkeit ohne repetitive Überkopfarbeiten, Zwangshaltungen 

der Halswirbelsäule oder der restlichen Wirbelsäule sowie ohne repetitives 

Heben von Lasten über 10-15 kg zu 30% eingeschränkt im Sinne eines 

vermehrten Zeit- und Pausenbedarfs. Ebenso sei aus neurologischer Sicht, 

untersuchender Arzt Dr. med. …, aufgrund der Schmerzen von einem 

erhöhten Zeitbedarf auszugehen und demzufolge sei die Arbeitsfähigkeit in 

einer körperlich angepassten Tätigkeit auf 70% festzusetzen. Körperlich 

schwere Tätigkeiten, solche mit Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, 

solche welche über Schulterhöhe respektive in Zwangshaltungen ausgeübt 

werden müssen und solche ohne die Möglichkeit eines Positionswechsels 

seien dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Dr. med. … beurteilte die 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ebenfalls aufgrund einer 

somatoformen Funktionsstörung als eingeschränkt, machte dazu hingegen 

keine prozentualen Angaben. In der Schlussbeurteilung beurteilten die 

untersuchenden Ärzte gestützt auf die kardial sehr befriedigenden Ergebnisse 

mit hoher Belastbarkeit des Herzens ohne Beschwerden und ohne Hinweise 

für eine kardiale Ischämie unter Berücksichtigung einer geringen 

Einschränkung aus neurologischer Sicht und aufgrund einer somatoformen 

autonomen Funktionsstörung die aktuell ausgeübten 50% in angepasster 

Tätigkeit als mindestens adäquat. Sie gingen davon aus, dass ein Rendement 

von 70% in einer dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit auch 

möglich wäre. Rein medizinisch waren sie der Ansicht, dass der Versicherte 

auch in der angestammten Tätigkeit als Buschauffeur zu 70% einsetzbar 

wäre. Die vom Versicherten geschilderten Beschwerden seien aus 

internistischer-kardiologischer Sicht kaum zu erklären. Bei adäquater 

kardialer Belastung (Ergometrie) ohne Angabe irgendwelcher Symptome im 

Dezember 2008 müssten die geklagten Beschwerden im Sinne einer 

somatoformen autonomen Funktionsstörung gesehen werden. 

c) Die abschliessende Beurteilung im Medas-Gutachten vom 2. Juni 2009 stellt 

in diesem Sinne keine Gesamtwürdigung der einzelnen Untersuchungen dar. 

Nicht nur die einzelnen Befunde der untersuchenden ZMB-Ärzte 

widersprechen der Gesamtbeurteilung, sondern auch die nach der 

Begutachtung erstellten ärztlichen Berichte von Dr. med. …, FMH Innere 

Medizin und behandelnder Hausarzt, (Arztbericht vom 5. August 2009) und 

Dr. med. …, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie FMH, (Arztbericht 

vom 8. März 2010). Wie aus dem Bericht von Dr. med. … hervorgeht, haben 

die Ärzte des ZMB die Blutdruck-Problematik ausser Acht gelassen. Bereits 

im Austrittsbericht des Reha-Zentrums in … vom 22. Mai 2007 werde erwähnt, 

dass die üblichen Medikamente aufgrund des zu tiefen Blutdrucks nicht 

gegeben werden konnten, wobei auch der langsame Anstieg des Blutdrucks 

unter Belastung aufgefallen sei. Auch Prof. Dr. med. …, Kantonsspital 

Graubünden, sei der langsame Anstieg des Blutdrucks unter Belastung 

aufgefallen (Bericht vom 16. Oktober 2007). Dr. med. … erwähnte, er habe 

selbst wiederholt dieselben Beobachtungen gemacht. Diese andauernde 

Hypotonie sei als Folge des Herzinfarktes zu werten. Eine normale oder 

überdurchschnittliche Leistung auf dem Fahrradergometer würde dadurch 

auch nicht ausgeschlossen. Die Hypotonie verursache aber die geklagten 

Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit, eingeschränkte körperliche 

Dauerbelastung sowie vermindertes Konzentrationsvermögen. Dem 

Erklärungsversuch die Beschwerden als psychosomatisches Phänomen 

einzustufen, könne nicht gefolgt werden. Gemäss Dr. … ist kardial bedingt 

und aufgrund der zweifelsfrei vorhandenen Hypotonie (durch mehrfache 

Praxis- / Klinikmessungen sowie auch durch eine Langzeit-Blutdruck-

Messung im September 2008 objektiviert) von einer verminderten 

Ausdauerleistungsfähigkeit auszugehen. Die Hypotonie würde auch die 

Symptome wie Schwindel und Müdigkeit verstärken. Gemäss seiner 

Einschätzung ist die Arbeitsfähigkeit für schwere und ausdauernde 

körperliche Belastungen erheblich (> 50%) eingeschränkt. Für leichtere, 

wechselnd belastende und adaptierte körperliche Tätigkeiten schätze er die 

Arbeitsfähigkeit auf 50% ein, wobei aufgrund der objektiven 

Krankheitsbefunde die reduzierte Ausdauerleistungsfähigkeit zu beachten 

sei. Aufgrund der guten Leistungsfähigkeit auf dem Ergometer dürfe 

keineswegs auf eine gute Ausdauerleistungsfähigkeit und hohe 

Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Die zweifelsfrei objektivierte Hypotonie 

sowie auch der etwas inadäquate Blutdruck-Anstieg unter Belastung seien bei 

der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die ZMB-Ärzte zu wenig 

gewürdigt worden. 

d) In Würdigung dieser Arztberichte und unter Berücksichtigung der Hypotonie-

Problematik ist das Gericht zur Überzeugung gelangt, nur teilweise auf das 

Medas-Gutachten vom 2. Juni 2009 abzustellen. Dr. med. …, Teilgutachter 

im Medas-Gutachten, stimmt mit den Fachärzten Dr. med. … und Dr. med. … 

in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit überein und attestiert aus internistisch-

kardiologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit und verneint die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Buschauffeur. Obschon aus neurologischer und rheumatologischer Sicht eine 

etwas höhere Arbeitsfähigkeit (70%) attestiert wurde, muss vorliegend 

aufgrund der ausführlichen und nachvollziehbaren Stellungnahmen der 

Fachärzte Dr. med. …, Dr. med. … und Dr. med. … von einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen werden. Eine 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Buschauffeur ist hingegen nicht 

mehr gegeben.

3. a) Der Beschwerdeführer hat aufgrund einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und des 

daraus resultierenden IV-Grades von 59% Anspruch auf eine halbe IV-Rente 

bis zum 31. März 2009. Indem nun die 50%ige Arbeitsfähigkeit über den 1. 

April 2009 hinaus andauert, hat der Beschwerdeführer auch weiterhin 

Anspruch auf eine halbe IV-Rente. Zu prüfen ist nachfolgend hingegen noch 

die Berechnung des relevanten Invalideneinkommens. Für die Festsetzung 

des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der 

beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit 

aus, bei der – kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind 

und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 

zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus 

der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 

der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Erst wenn kein solches 

tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben ist, können nach der 

Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne der LSE oder die DAP-Zahlen 

herangezogen werden (BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b mit 

Hinweisen). 

b) Der Beschwerdeführer konnte beim langjährigen Arbeitgeber eine Tätigkeit 

als Chauffeur annehmen, musste jedoch das Arbeitspensum von anfänglich 

100% innerhalb des ersten Monats auf 50% reduzieren. Aufgrund der 

unbefristeten Arbeitsverträge mit der … AG vom 31. März 2008 (100% 

Pensum) und vom 24. August 2009 (50% Pensum) ist von einem stabilen 

Arbeitsverhältnis auszugehen. Der Beschwerdeführer schöpft dabei seine ihm 

zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50% voll aus und erhält dafür keinen 

Soziallohn, sondern vollen Ersatz seiner geleisteten Arbeit. Unter diesen 

Umständen ist bei der Berechnung des Invalideneinkommens auf das 

tatsächliche Einkommen im Jahr 2008 abzustellen. Indem der 

Beschwerdeführer bereits innerhalb des ersten Monats sein Arbeitspensum 

auf 50% reduzierte, kann von der Hälfte des arbeitsvertraglich vereinbarten 

Jahreslohnes ausgegangen werden. Das Einkommen betrug somit brutto Fr. 

33'800.--. 

c) Zur Berechnung des IV-Grades ist gemäss Art. 16 ATSG das 

Invalideneinkommen in Beziehung zum Valideneinkommen zu setzen. 

Bezüglich des Valideneinkommens kann auf die in dieser Hinsicht 

unbestrittene Berechnung in der Verfügung vom 22. März 2010 verwiesen 

werden. Setzt man das Invalideneinkommen von Fr. 33'800.-- dem 

Valideneinkommen von Fr. 78'498.50 gegenüber, resultiert daraus eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 44'698.50 und somit ein korrigierter IV-Grad von 

56.94%. Der Beschwerdeführer hat auch unter Berücksichtigung des 

tatsächlichen Verdienstes einen Anspruch auf eine halbe IV-Rente. Indem der 

Beschwerdeführer in seiner neuen Erwerbstätigkeit besser als der 

gesamtschweizerische Durchschnitt aller Branchen des Anforderungsniveaus 

3 der LSE verdient und die IV-Stelle bei ihrer Berechnung von eben diesem 

Anforderungsniveau 3 ausging, hat sich der IV-Grad von den durch die 

Beschwerdegegnerin berechneten 59% sogar auf 57% verringert. 

4. a) Die Beschwerde erweist sich unter diesen Umständen als begründet, was zu 

ihrer Gutheissung im Sinne der Erwägungen führt. Die angefochtene 

Verfügung vom 22. März 2010 ist somit als nicht rechtmässig aufzuheben. Die 

Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine halbe IV-Rente ab 

dem 1. April 2009 auszurichten. 

b) In Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. Vorliegend setzt das Gericht die von der unterliegenden Vorinstanz 

zu tragenden Kosten auf Fr. 700.- fest. Aussergerichtlich schuldet die 

Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung 

(Art. 61 lit. g ATSG), wobei die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

eingereichte Honorarnote vom 11. Mai 2010 über Fr. 2'790.20 (inkl. MWST) 

übernommen werden kann. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufgehoben 

und die Vorinstanz verpflichtet, dem Beschwerdeführer … eine halbe IV-

Rente ab dem 1. April 2009 zu gewähren.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle Graubünden und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle hat … eine aussergerichtliche Parteientschädigung von Fr. 

2'790.20 (inkl. MWST) zu bezahlen.