# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8f806b1-321e-5fad-80a6-363672317d01
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 21.08.2018 ZK2 2018 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2018-7_2018-08-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 21. August 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 18 6 27. August 2018
ZK2 18 7

(Mit Urteil 4D_54/2018 vom 19. März 2019 hat das Bundesgericht die gegen die-
ses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
Aktuar ad hoc Kollegger

In den zivilrechtlichen Beschwerden

der X . _ _ _ _ _ ,  Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vin-
cent Augustin, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

den Entscheid des Regionalgerichts Viamala vom 4. Oktober 2018, mitgeteilt am 
3. Januar 2018, in Sachen Y._____, Beschwerdegegnerin, sowie in Sachen 
Z._____, Beschwerdegegner, beide vertreten durch Patricia Dorizzi, c/o Gewerk-
schaft UNIA, Sektion Graubünden, Engadinstrasse 2, 7001 Chur, 

betreffend Forderung aus Arbeitsrecht (Lohn, Arbeitszeugnis),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____ und Z._____ arbeiteten als Hausangestellte und Küchenmitarbei-
ter seit mehreren Jahren im "A._____" in O.1_____.

B. Am 03. Februar 2010 wurde die X._____ als Neugründung in das Handels-
register eingetragen, welche mit den beiden Arbeitnehmern am 18. April 2012 
erstmals schriftliche Arbeitsverträge schloss, in denen der Arbeitsbeginn ab 01. 
Juni 2012 vereinbart wurde.

C. Am 26. Oktober 2014 wurde den Arbeitnehmern für den Zeitraum von Ja-
nuar 2010 bis Mai 2012 von der X._____ eine Lohndifferenz von je CHF 7'444.30 
ausbezahlt, um Auszahlungen zwischen Januar 2010 bis Mai 2012 rückwirkend 
gemäss dem neuen Vertrag zu ergänzen.

D. Mit Schreiben vom 25. März 2015 kündigte die X._____ sodann die Ar-
beitsverhältnisse per 30. April 2015. 

E. Am 30. März 2015 teilten die Arbeitnehmer der X._____ mit, dass die Kün-
digungsfrist von zwei Monaten damit nicht eingehalten werde. Eine Kündigungs-
frist von zwei Monaten würde aber gemäss Art. 6 des Landes-
Gesamtarbeitsvertrag für das Gastgewerbe (L-GAV) gelten.

F. Eine Betriebskontrolle im Sinne von Art. 35 lit. d L-GAV kam mit Bericht 
vom 02. Februar 2016 zum Ergebnis, dass die X._____ eine Kündigungsfrist von 
zwei Monaten einzuhalten gehabt hätte.

G. Das nach Aufforderung der Arbeitnehmer vom 09. März 2016 ausgestellte 
Arbeitszeugnis der X._____ wies dagegen eine Vertragsdauer vom 01. Juni 2012 
bis zum 30. April 2015 aus.

H. Am 05. September 2016 setzten die Arbeitnehmer die Bruttolöhne für den 
Monat Mai 2015 über je CHF 4'874.70, sowie Bruttolohndifferenzen für den Zeit-
raum vom 01.06.2012 - 30.04.2015 über je CHF 291.20 in Betreibung. Die Zah-
lungsbefehle des Betreibungsamtes Viamala wurden am 09. September 2016 zu-
gestellt, wobei gleichentags Rechtsvorschlag erhoben wurde.

I. Am 07. Dezember 2016 stellten Y._____ und Z._____ beim Vermittleramt 
Viamala ein Schlichtungsbegehren betreffend Forderungen aus Arbeitsvertrag. 
Mangels Einigung an der Schlichtungsverhandlung vom 09. Februar 2017 wurden 
den Arbeitnehmern am 02. März 2017 die Klagebewilligungen ausgestellt.

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J. Die von den Arbeitnehmern am 21. April 2017 eingereichten Klagen beim 
Regionalgericht Viamala enthielten daraufhin folgende Rechtsbegehren:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin [dem Kläger] den Betrag 
von brutto CHF 5'165.95 nebst Zins zu 5% seit 31. Mai 2015 zu bezah-
len.

2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 20162514 [20162513] vom 
Betreibungsamt der Region Viamala in Thusis sei aufzuheben.

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin [dem Kläger] ein korrekt 
ausgefülltes Arbeitszeugnis auszustellen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.

K. Am 23. Mai 2017 präzisierten sie die Rechtsbegehren insoweit, dass in 
Ziff. 2 die definitive Rechtsöffnung gemeint wäre und die Arbeitszeugnisse vom 
30. April 2015 gemäss Ziff. 3 das Arbeitsverhältnis vom 1. Januar 2010 bis 31. Mai 
2015 ausweisen sollten.

L. Die Klageantwort vom 19. Juni 2017 begehrte die vollumfängliche Abwei-
sung der Klagen unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Kläger.

M. Mit Eingabe vom 26. Juni 2017 bestätigten die Kläger dem Regionalgericht 
Viamala, dass sich der Klagebetrag auf CHF 4'874.72 reduzieren würde, nachdem 
die X._____ die strittige Lohndifferenz von CHF 291.20 zwischenzeitlich beglichen 
habe.

N. Nach der Hauptverhandlung vom 04. Oktober 2017 hiess das Regionalge-
richt die Klagen mit Entscheid vom 04. Oktober 2017, im Dispositiv mitgeteilt am 
05. Oktober 2017, schriftlich begründet mitgeteilt am 03. Januar 2018, gut.

O. Gegen diesen Entscheid legte die X._____ (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rerin) am 01. Februar 2018 sowohl gegen Y._____ als auch gegen Z._____ Be-
schwerden beim Kantonsgericht von Graubünden ein mit folgenden Rechtsbegeh-
ren:

1. Der angefochtene Entscheid des Regionalgerichtes Viamala 115-2017-
12, 115-2017-13 sei aufzuheben und die Klage(n) vollumfänglich, even-
tualiter teilweise, abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerschaft für 
beide Instanzen.

3. Vorliegender Beschwerde sei mittels Präsidialverfügung vorweg auf-
schiebende Wirkung zuzuerkennen.

P. In den Aufforderungen zur Beschwerdeantwort und Aktenzustellung vom 
02. Februar 2018 wurden den Beschwerden die aufschiebende Wirkung erteilt.

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Q. Die Beschwerdeantworten von Y._____ (nachfolgend: Beschwerdegegne-
rin) und von Z._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner) vom 06. März 2018 bein-
halteten folgende Rechtsbegehren:

1. Die Beschwerde der Beklagten sei abzuweisen.

2. Der Entscheid des Regionalgericht Viamala in Thusis vom 4. Oktober 
2017 sei zu vollstrecken.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.

R. Auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie auf die Begrün-
dungen in den Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a ZPO sind mit Beschwerde nicht berufungs-
fähige erstinstanzliche Endentscheide anfechtbar. Die Beschwerde richtet sich 
vorliegend gegen den Entscheid des Regionalgerichts Viamala vom 04. Oktober 
2017, im Dispositiv mitgeteilt am 05. Oktober 2017, schriftlich begründet mitgeteilt 
am 03. Januar 2018, mithin um einen Endentscheid. Es handelt sich dabei um 
eine vermögensrechtliche Streitigkeit, so dass eine Berufung ab einem Streitwert 
von CHF 10'000.00 in Frage käme (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die zuletzt aufrechter-
haltenen Rechtsbegehren lauten nicht nur auf Bezahlung des Lohns in der Höhe 
von CHF 4'874.72, sondern auch auf Umformulierung des Arbeitszeugnisses. 
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei Streitigkeiten 
betreffend das Arbeitszeugnis ebenfalls um vermögensrechtliche Streitigkeiten 
(BGE 116 II 379 E. 2b). Die Vorinstanz hat diesen Teil deswegen, mangels über-
einstimmender Angaben der Parteien, auf einen halben Monatslohn geschätzt, 
was angemessen erscheint. Da in beiden Verfahren somit ein Streitwert von rund 
CHF 7'300.00 resultiert, ist die Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 nicht erreicht, 
weswegen eine Berufung unzulässig wäre und auf die im Übrigen frist- und form-
gerechte Beschwerde eingetreten werden kann.

2. Mit Beschwerde kann gemäss Art. 320 ZPO unrichtige Rechtsanwendung 
(lit. a) sowie offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) geltend 
gemacht werden. Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung umfasst jeden 
Verstoss gegen geschriebenes und ungeschriebenes Recht. Die Beschwerdein-
stanz überprüft entsprechende Rügen mit freier Kognition. Unrichtige Rechtsan-
wendung beinhaltet dabei auch die Unangemessenheit (vgl. PKG 2012 Nr. 11 mit 
zahlreichen Hinweisen). Hinsichtlich des von der Vorinstanz festgestellten Sach-

http://links.weblaw.ch/de/GR:%20PKG-2012-11

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verhalts gilt demgegenüber eine eingeschränkte Kognition. Letzteren überprüft die 
Beschwerdeinstanz nur unter dem Gesichtspunkt einer willkürlichen Feststellung. 
Die Beschwerdeführerin rügt in den wesentlichen Punkten eine offensichtlich un-
richtige Feststellung des Sachverhaltes, was zu einer unrichtigen Rechtsanwen-
dung geführt habe, wie aus den folgenden Ausführungen zu entnehmen sein wird.

3. Materiell interessiert hier zunächst die Frage, ob die Vorinstanz willkürlich 
festgestellt hat, dass das streitgegenständliche Arbeitsverhältnis zwischen der Be-
schwerdeführerin und den Beschwerdegegner ab dem 1. Januar 2010 bestanden 
hatte.

3.1.  Diesbezüglich wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor, sie habe 
aus der L-GAV Kontrolle und der Arbeitszeitkontrolllisten geschlossen, dass die 
Beschwerdeführerin die Arbeitsverhältnisse anfangs 2010 zu gleichen Bedingun-
gen weitergeführt habe, obwohl dieser Kontrollbericht ihr nicht offensichtlich zuge-
stellt worden sei und die Arbeitszeitkontrolllisten der Beschwerdeführerin nicht zu-
geordnet werden können. Es lasse sich auch nicht feststellen, dass die Beschwer-
degegner spätestens im März 2010 für die Beschwerdeführerin gearbeitet hätten. 
Trotzdem folgere die Vorinstanz, dass zwischen den Parteien schon ab dem 1. 
Januar 2010 oder schon wesentlich früher ein Vertragsverhältnis bestand, obwohl 
die Beschwerdeführerin erst im Februar 2010 gegründet und ins Handelsregister 
eingetragen worden sei. Zudem behauptet die Beschwerdeführerin, dass die 
Lohnabrechnungen (Kläg. act. 7) den Austritt der Beschwerdegegner aus dem 
früheren Betrieb per April 2010 belegen und die Zahlungen gemäss der Vereinba-
rung zwischen den Parteien (Kläg. act. 10) freiwillig erfolgt seien, um die Arbeit-
nehmer zu erhalten.

3.2. Zunächst ist festzustellen, dass die Vorinstanz gerade nicht aus dem Kon-
trollbericht der L-GAV Kontrolle und der Arbeitszeitkontrolllisten auf den Anfang 
der Arbeitsverhältnisse geschlossen hat. Vielmehr begründet sie ihre Sachver-
haltsfeststellungen mit Verweis auf weitere Beweisobjekte, nämlich auf die Lohn-
abrechnungen (Kläg. act. 7), das Schreiben an die UNIA (Kläg. act. 8) und die 
Vereinbarung der Parteien zur Bezahlung der Lohndifferenz (Kläg. act. 10). Der 
Zeitraum vor dem 1. Januar 2010 interessiert an dieser Stelle insofern nicht, als 
dass die Vorinstanz gemäss dem Rechtsbegehren der Arbeitnehmer entschieden 
hat, dass die Vertragsverhältnisse ab dem 1. Januar 2010 bestanden haben.

3.3. Aus den erwähnten Akten geht, wie es die Vorinstanz richtig erkannt hat, 
hervor, dass die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegnern im März 2010 
erstmals Lohn ausbezahlt hat (Kläg. act. 7). Auch ist ersichtlich, dass die Be-

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schwerdeführerin in ihrem Schreiben an die UNIA (Kläg. act. 8) die "rückwirkende 
Auszahlung allfälliger Überstunden" angesprochen hatte und dass in diesem Zu-
sammenhang die "Angelegenheit vor dem 01.01.2010" kein Thema sein könne, 
"da dies nichts mit Frau Simmen und der X._____ zu tun" habe. Diesem Schrei-
ben ist ebenfalls zu entnehmen, dass dazu die Listen der Arbeitszeitkontrolle für 
die Beschwerdegegner "für die Zeit vom 01.01.2010 bis 31.03.2011" übermittelt 
wurden. Aus der Vereinbarung der Parteien (Kläg. act. 10) geht schliesslich her-
vor, dass die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegnern für den Zeitraum ab 
Januar 2010 (rückwirkend) Auszahlungen tätigte. In dieser Vereinbarung ist eine 
Aufstellung ersichtlich, in der die Differenz errechnet wird, welche aus der Ge-
genüberstellung der "Auszahlung Januar 2010 bis 31. Mai 2012 (29 Monate)" und 
dem "Lohn rückwirkend umgerechnet gemäss neuem Vertrag (29 Monate)" resul-
tiert. Nicht offensichtlich unrichtig ist deswegen die Annahme der Vorinstanz, das 
Vertragsverhältnis habe zunächst zwischen den Beschwerdegegnern und einer 
nicht im Handelsregister eingetragenen Einzelunternehmung bestanden, welches 
später von der Beschwerdeführerin übernommen wurde. 

3.4. Auch kann der Vorinstanz gestützt auf diese Sachlage insofern gefolgt wer-
den, als dass spätestens ab dem 01. Januar 2010 ein Arbeitsvertragsverhältnis 
bestand. Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine GmbH, welche ihre 
Rechtspersönlichkeit gemäss Art. 779 Abs. 1 OR mit der Eintragung in das Han-
delsregister konstitutiv erlangt (Franz Schenker, in: Honsel/Vogt/Geiser [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 5. Aufl., Basel 2016, N 1 zu Art. 779 OR). 
Folglich kann eine GmbH vor der Eintragung auch keine Vertragspartei sein. Art. 
779a OR, welcher inhaltlich Art. 645 OR entspricht (Franz Schenker, a.a.O, N 1 zu 
Art. 779a OR), normiert aber unter gewissen Voraussetzungen die Haftung der 
Gesellschaft für Verpflichtungen, die vor der Eintragung ins Handelsregister ein-
gegangen wurden. In den Anwendungsbereich von Art. 779a OR fallen jedoch 
nicht nur Verbindlichkeiten, sondern auch ganze Vertragsverhältnisse, wie bei-
spielsweise Anstellungsverhältnisse für zukünftige Angestellte (Franz Schenker, 
a.a.O, N 2 zu Art. 645 OR). Sind solche Anstellungsverhältnisse ausdrücklich im 
Namen der künftigen Gesellschaft zustande gekommen, kann sie diese innerhalb 
von drei Monaten nach ihrer Eintragung übernehmen (Art. 779a Abs. 2 OR). Der 
Übernahmebeschluss kann der Partei dabei auch bloss durch konkludentes Ver-
halten zur Kenntnis gebracht werden, wie etwa durch vorbehaltslose Erfüllung der 
Vertragsverpflichtungen (Franz Schenker, a.a.O, N 9 zu Art. 645 OR mit weiteren 
Verweisen). Es ist also entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht 
grundsätzlich abwegig, dass Verträge im Namen der noch nicht eingetragenen 
GmbH abgeschlossen wurden. Ob Art. 779a OR im vorliegenden Fall anwendbar 

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ist oder nicht, kann jedoch offengelassen werden, da die Vorinstanz angenommen 
hat, dass der Betrieb gemäss Art. 333 OR auf die Beschwerdeführerin übertragen 
wurde. Diesbezüglich erscheint es aufgrund der Beweislage durchaus plausibel, 
dass der Betrieb auf die Beschwerdeführerin übergegangen ist. Insbesondere le-
gen das Schreiben an die UNIA (Kläg. act. 8), sowie die Vereinbarung der Partei-
en über die Lohndifferenzen (Kläg. act. 10) dies nahe. Folglich geht das Argument 
der Beschwerdeführerin, das Arbeitsverhältnis hätte nicht früher als mit dem Zeit-
punkt der Eintragung ins Handelsregister beginnen können, ins Leere, und die 
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz hat nichts Willkürliches an sich.

4. Keinen Einfluss hat der genaue Beginn des Arbeitsverhältnisses jedoch auf 
die entscheidende Fragestellung, ob die Kündigungsfrist einen oder zwei Monate 
hätte betragen sollen, wie sogleich aufzuzeigen sein wird. 

4.1. Die Beschwerdeführerin behauptet sinngemäss, gestützt auf die Lohnab-
rechnungen (Kläg. act. 7) lasse sich nicht feststellen, dass vor dem Juni 2012 
durchgehend ein Arbeitsverhältnis bestanden hätte und Lohn ausbezahlt worden 
sei. Indirekt unterstelle die Vorinstanz der Beschwerdeführerin gar, sie habe mit 
Vertragsschluss vom 2012 die Absicht gehabt, zeitlich aneinandergereihte Ar-
beitsverträge zu schliessen und den Kündigungsschutz damit zu umgehen. 

4.2. Gemäss Art. 6 L-GAV kann das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Probezeit 
ab dem sechsten Arbeitsjahr mit einer Frist von zwei Monaten, je auf das Ende 
eines Monats, gekündigt werden. Die Kündigung muss spätestens am letzten Tag 
vor Beginn der Kündigungsfrist dem Vertragspartner zu Kenntnis gebracht wer-
den. Gekündigt wurde den Arbeitnehmern mit Schreiben vom 25. März 2015 per 
30. April 2015. Selbst wenn der 25. März 2015 sogleich der Tag der Kenntnis-
nahme darstellen würde, hätte das Vertragsverhältnis ab dem 25. März 2010 
schon fünf Jahre bestanden. Für die Anwendbarkeit der zweimonatigen Kündi-
gungsfrist spielt es somit keine Rolle, ob das Arbeitsverhältnis bereits im Januar 
2010 bestanden hat oder erst ab dem März 2010. Entscheidend ist, dass das Ver-
tragsverhältnis seit spätestens März 2010 ununterbrochen bestand.

4.3.  Was die Vorinstanz neben den allgemeinen Ausführungen zu den Ketten-
verträgen erwog, ist im Grunde nur die Tatsache, dass nach dem 1. Juni 2012 
nach wie vor der gleiche Arbeitsvertrag bestanden hatte wie zuvor. Beispielsweise 
zeigt der Vergleich der schriftlichen Arbeitsverträge vom Jahre 2007 und 2012 
(Kläg. act. 4 und 9), dass sich die Beschwerdeführer nach wie vor im selben An-
stellungsverhältnis befanden. Nicht zutreffend ist die Behauptung der Beschwer-
deführerin, dass die Vorinstanz das ununterbrochene Arbeitsverhältnis ab dem 

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Januar 2010 bis 2012 lediglich auf die Lohnabrechnungen (Kläg. act. 7) abgestützt 
hätte. Vielmehr kam sie auch gestützt auf das Schreiben an die Unia (Kläg. act. 8), 
sowie die Vereinbarung der Parteien über die Lohndifferenzen (Kläg. act. 10) zu 
diesem Schluss. Der Beschwerdeführerin ist zwar insoweit zuzustimmen, als dass 
aus dem schriftlichen Arbeitsvertrag keine Absicht entnommen werden kann, den 
Kündigungsschutz umgehen zu wollen. Allerdings kann die Beschwerdeführerin 
damit nichts für sich ableiten. Denn die Vorinstanz hat sich mit der Betriebszu-
gehörigkeit bzw. Dienstalter befasst und ist in zutreffender Weise zum Schluss 
gekommen, dass eine Rechtsmissbrauchsprüfung gar nicht notwendig sei, zumal 
die Auslegung des Begriffs "Arbeitsverhältnis" im Sinne von Art. 32 L-GAV bereits 
zum Ergebnis führe, dass durchgehende oder nicht länger als zwei Jahre unter-
brochene Arbeitsverhältnisse beim gleichen Arbeitgeber - oder nur schon im glei-
chen Betrieb - für das Arbeitsverhältnis im Sinne von Art. 6 L-GAV keinen Unter-
bruch darstelle. Dem ist zu folgen und es kann darüber hinaus nicht gegenteilig 
argumentiert werden, dass beim Arbeitsvertrag von 2012 die Anwendung des L-
GAV beschlossen wurde, um die Dauer des Arbeitsverhältnisses von neuem zu 
beginnen, während die Arbeitnehmer schon Jahre zuvor im gleichen Betrieb in der 
gleichen Funktion gearbeitet hatten. 

5.1 Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz des Weiteren vor, sie habe es 
unterlassen festzustellen, dass es nach dem Kündigungstermin keine Arbeitsan-
bietung von Seiten der Arbeitnehmer gegeben hätte und dass nie behauptet wor-
den sei, dass die Arbeitsleistung nicht angenommen wurde. 

5.2. In diesem Punkt ist die Beschwerdeführerin nicht zu hören, vertritt sie doch 
schon seit dem vorinstanzlichen Prozess die Position, dass auf den Kündigungs-
termin fristgerecht gekündigt wurde und demnach das Arbeitsverhältnis danach 
nicht mehr bestand. In diesem Sinne musste nicht damit gerechnet werden, dass 
die Vorinstanz Abklärungen zur Arbeitsanbietung der Beschwerdegegner vor-
nimmt, zumal diese Arbeitsanbietung in der Klageschrift behauptet, jedoch weder 
in der Stellungnahme noch in der Hauptverhandlung von der Beschwerdeführerin 
dementiert wurde.

6. Aus der Beschwerdeschrift ist an mehreren Stellen die Aussage zu ent-
nehmen, dass eine Gehörsverletzung stattgefunden hätte, da auf eine richterliche 
Befragung der Geschäftsführerin der Beschwerdeführerin verzichtet worden sei. 
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts verstösst es gegen das Ge-
bot von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV, Art. 52 ZPO), formelle Rügen, die in 
einem früheren Prozessstadium hätten geltend gemacht werden können, bei un-
günstigem Ausgang später noch vorzubringen (BGE 141 III 210 E. 5.2 S. 216; 138 

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I 97 E. 4.1.5 S. 100 f. = Pra 2012 Nr. 85; Urteile des Bundesgerichts 5A_85/2016 
vom 23. August 2016 E. 2.3, 4A_479/2015 vom 2. Februar 2016 E. 5.2, 
4D_5/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2, 4A_453/2014 vom 23. Februar 2015 E. 
5.3). Aus dem Protokoll der Hauptverhandlung geht hervor, dass sich die Be-
schwerdeführerin auf Anfrage nicht gegen den Verzicht auf die Befragung der Ge-
schäftsführerin zur Wehr gesetzt hat. Mithin musste davon ausgegangen werden, 
dass sie damit einverstanden sei, andernfalls sie die entsprechende Rüge bereits 
zu diesem Zeitpunkt hätte anbringen müssen. Folglich dringt die Beschwerdefüh-
rerin mit dieser Rüge nicht durch.

7.1. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, dass die Zusprechung einer vol-
len Parteientschädigung rechtsfehlerhaft sei, weil die Vorinstanz einmal den Aus-
druck "praktisch vollständig obsiegend" nutzte und dann wieder "vollständig obsie-
gend". Zudem habe die UNIA keinen Anspruch auf eine Entschädigung, da die 
Beschwerdegegner Mitglieder bei der UNIA seien und die eingesetzte Vertreterin 
kein Anwaltspatent besitze.

7.2. Aus diesen Begründungen kann die Beschwerdeführerin nichts für sich ab-
leiten, da das Urteil mit dem Urteilsdispositiv nicht dahingehend verstanden wer-
den kann, dass die Beschwerdegegner nicht vollständig obsiegt hätten. Zudem ist 
eine Parteientschädigung für eine berufsmässige Vertretung im Sinne von Art. 95 
Abs. 3 lit. b ZPO auch an Nichtanwälte zuzusprechen, sofern sie nach dem kanto-
nalen Recht zur Vertretung befugt sind (Adrian Urwyler/Myriam Grütter, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 
Art. 1-196 ZPO, 2. Aufl., Zürich 2016, N 24 zu Art. 95 ZPO). Vorliegend ist die Ver-
treterin gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) dazu befugt. Dass die Vorinstanz die 
Höhe der Entschädigung im vorliegenden Fall deutlich tiefer angesetzt hat als bei 
Personen mit Anwaltspatent, lässt sich aus den entsprechenden Erwägungen (E. 
8a ff. der Vorinstanz) entnehmen. Somit ist die Beschwerde auch in diesem Punkt 
abzuweisen.

8. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz weder 
den rechtserheblichen Sachverhalt willkürlich festgestellt, noch das Recht unrichtig 
angewendet hat. Die Beschwerde ist somit vollständig abzuweisen.

9. Mit dem Entscheid in der Hauptsache werden die Begehren der Beschwer-
deführerin, den Beschwerden die vorweg gewährte aufschiebende Wirkung zu 
erteilen, gegenstandslos. 

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10. Da sich die Beschwerden als offensichtlich unbegründet erweisen, ent-
scheidet der Vorsitzende in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 18 Abs. 3 des Ge-
richtsorganisationsgesetzes [GOG; BR 173.000]; Art. 11 Abs. 2 der Verordnung 
über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]). 

11. Die Kosten für die Beschwerdeverfahren von (je) CHF 3'000.00 gehen zu 
Lasten der Gerichtskasse (Art. 114 lit. c ZPO).

12. Eine ausseramtliche Entschädigung für die Beschwerdeverfahren ist nicht 
zuzusprechen, da die Eingaben der Beschwerdegegner sich darauf beschränken, 
die Abweisung der Beschwerde zu beantragen, wobei lediglich auf die vorinstanz-
lichen Klageschriften verwiesen wird ohne nähere Begründung der Anträge. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Die Kosten für die Beschwerdeverfahren von insgesamt CHF 6'000.00 (ZK2 
18 6 und ZK2 18 7) gehen zu Lasten der Gerichtskasse.

3. Eine ausseramtliche Entschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als CHF 15'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG Beschwer-
de an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt wer-
den, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. An-
dernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. 
BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

5. Mitteilung an: