# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6509a288-be2c-5812-8c62-34ea8ce093e4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 29.04.2015 RU150019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU150019_2015-04-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: RU150019-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. M. Schaffitz und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichts-

schreiber lic. iur. F. Rieke 

Urteil vom 29. April 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beklagter und Beschwerdeführer 

 

gegen 

 
B._____ GmbH,  

Klägerin und Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Forderung 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Friedensrichteramtes Bülach vom  
27. Februar 2015 (GV.2015.00005 / SB.2015.00028) 
 

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Erwägungen: 

1. a) Am 5. Februar 2015 stellte die Klägerin beim Friedensrichteramt 

Bülach (Vorinstanz) ein als "Zivilklage" bezeichnetes Schlichtungsgesuch für eine 

Forderung von Fr. 972.-- nebst 5 % Zins seit 5. August 2014 (Vi-Urk. 7). Zur 

Schlichtungsverhandlung vom 27. Februar 2015 erschien der Beklagte nicht (Urk. 

13 S. 1). Mit Urteil vom 27. Februar 2015 erkannte die Vorinstanz (Urk. 13): 

1. Die beklagte Partei wird verpflichtet der klagenden Partei Fr. 972.00 
nebst 5% Zins seit 05.08.2014 und Fr. 53.30 Betreibungskosten zu be-
zahlen. 

2. In der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Basel Landschaft wird 
der Rechtsvorschlag aufgehoben. 

3. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 250.00 festgesetzt. 

4. Die Kosten werden der beklagten Partei auferlegt. 

5. [Schriftliche Mitteilung] 

6. [Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde, Frist 30 Tage] 

b) Hiergegen hat der Beklagte am 30. März 2015 fristgerecht (Urk. 18) 

Beschwerde erhoben und stellt sinngemäss den Beschwerdeantrag (Urk. 12): 

Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Klage sei abzuweisen. 

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Beschwer-

de sogleich als unbegründet erweist, kann auf die Einholung einer Beschwerde-

antwort verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2. Der Beklagte hat in seiner "Beschwerde und Einsprache" auch Auf-

sichtsbeschwerde gegen den Friedensrichter erhoben, welcher den angefochte-

nen Entscheid gefällt hat (Urk. 12). Das Obergericht ist jedoch nicht Aufsichtsbe-

hörde über die Friedensrichterämter (dies sind die entsprechenden Bezirksgerich-

te; vgl. § 81 Abs. 1 lit. a des Gerichtsorganisationsgesetzes), weshalb insoweit auf 

die Beschwerde nicht einzutreten ist. 

Der Beklagte ist immerhin auf Art. 63 Abs. 1 ZPO hinzuweisen, wonach für 

eine Eingabe wie die vorliegende Aufsichtsbeschwerde, auf welche nicht eingetre-

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ten wurde und die innert eines Monats beim zuständigen Gericht neu eingereicht 

wird, der Zeitpunkt der ersten Einreichung gilt. 

3. a) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und of-

fensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Die Beschwerde ist begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 

ZPO). Dazu gehört, dass in der Beschwerde im Einzelnen dargelegt werden 

muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig sein soll; was nicht in 

dieser Weise beanstandet wird, braucht von der Beschwerdeinstanz nicht über-

prüft zu werden und hat insofern grundsätzlich Bestand.  

b) Im Beschwerdeverfahren sind neue Anträge, neue Tatsachenbehaup-

tungen und neue Beweismittel nicht (mehr) zulässig (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Was 

im erstinstanzlichen Verfahren nicht vorgetragen wurde, kann im Beschwerdever-

fahren nicht mehr geltend gemacht bzw. nachgeholt werden. Dies ergibt sich aus 

der Natur der Beschwerde, welche als ausserordentliches Rechtsmittel im We-

sentlichen auf die Rechtskontrolle beschränkt ist und nicht das erstinstanzliche 

Verfahren fortsetzen soll.  

4. a) Die Vorinstanz hat die Gutheissung der Klage wie folgt begründet: 

Die Klägerin habe gemäss Art. 206 Abs. 2 und Art. 212 Abs. 1 ZPO einen Ent-

scheid beantragt. Die örtliche und sachliche Zuständigkeit der Vorinstanz liege 

vor. Der Vertrag vom 11. September 2013 (zwischen der Klägerin und der 

C._____ für eine Werbeflächenbelegung bei der D._____ Apotheke, ... [Ort], zu 

einem Preis von Fr. 1'710.-- für drei Jahre nebst Materialkosten von Fr. 90.--; vgl. 

Vi-Urk. 9) sei rechtsgültig unterzeichnet. Gemäss Vertrag und Foto des Objektes 

scheine der Vertrag von Seiten der Klägerin erfüllt zu sein. Von Seiten des Be-

klagten seien keine Einwendungen vorhanden (Urk. 13). 

b) Der Beklagte macht in seiner Beschwerde geltend, der Vertrag sei von 

der Klägerin auf keinen Fall erfüllt worden; die Werbetafel im Einkaufszentrum 

D._____ habe nie wie vorgesehen aufgestellt werden können, weil die Klägerin es 

unterlassen habe, die dazu notwendige Bewilligung der Vermieterschaft einzuho-

len. Dass der Vertrag nicht erfüllt worden sei, sei auch aus dem erfolgten Rechts-

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vorschlag ersichtlich. Er (der Beklagte) habe zwar die Vorladung zur Verhandlung 

erhalten, doch sei ihm damals nicht klar gewesen, dass dieser Termin in den Fe-

rien lag. Die Vorinstanz sei für ein Urteil gar nicht zuständig, da der Vertrag nicht 

erfüllt worden sei. Er (der Beklagte) könne als Privatperson gar nicht Beklagter 

sein, weil er gemäss Vertrag gar nicht Vertragspartei sei (Urk. 12 in Verbindung 

mit Vi-Urk. 3). 

c) Die Vorbringen des Beklagten in seiner Beschwerde sind allesamt 

neue Behauptungen; solche sind jedoch, wie erwähnt (vorstehend Erwägung 3.b), 

im Beschwerdeverfahren nicht mehr zulässig und können daher nicht berücksich-

tigt werden. Konkrete Beanstandungen der Entscheidgründe des angefochtenen 

Urteils – basierend auf den Akten, welche schon im vorinstanzlichen Verfahren 

vorhanden waren – sind in der Beschwerde nicht enthalten. Im Zeitpunkt des an-

gefochtenen Urteils war eine Bestreitung der Erfüllung des Werbeflächenvertrags 

vom 11. September 2013 weder behauptet noch aus den Akten ersichtlich; auch 

aus dem vom Beklagten am 15. Dezember 2014 erhobenen Rechtsvorschlag ist 

in keiner Weise ersichtlich, dass die Erfüllung des Vertrages bestritten werde, da 

dieser Rechtsvorschlag ohne Begründung erhoben wurde (Vi-Urk. 8). Vertrags-

partei des Werbeflächenvertrages war sodann die Einzelfirma des Beklagten; die-

se hat keine eigene Rechtspersönlichkeit, weshalb nicht die Einzelfirma, sondern 

der Beklagte selber Betriebener und Prozesspartei ist. Schliesslich hat, wer einen 

Verhandlungstermin nicht wahrnehmen kann, sofort ein Verschiebungsgesuch zu 

stellen (worauf korrekt in der Vorladung vom 5. Februar 2015 hingewiesen wurde; 

Vi-Urk. 6 S. 2 Ziff. 2); dass der Beklagte ein solches gestellt hätte und die Ver-

handlung deswegen nicht hätte stattfinden dürfen, ist nicht ersichtlich. 

d) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und 

muss sie abgewiesen werden (soweit darauf einzutreten war, vgl. vorstehend Er-

wägung 2). 

5. a) Für das Beschwerdeverfahren beträgt der Streitwert Fr. 972.--. 

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 3 und § 12 der Ge-

richtsgebührenverordnung auf Fr. 250.-- festzusetzen.  

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b) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss 

dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

c) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen, dem Beklagten zufolge seines Unterliegens, der Klägerin mangels rele-

vanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 250.-- festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Beklagten 

auferlegt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines 

Doppels von Urk. 12, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 972.--. 

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Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 29. April 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
 
versandt am: 
mc 

	Urteil vom 29. April 2015
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 250.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Beklagten auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 12, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...