# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee1726f6-304d-521b-b419-62c4c171bf9b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2011 D-637/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-637-2011_2011-08-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­637/2011

U r t e i l   v om   2 4 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 21. Dezember 2010 / N .

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Sachverhalt:

A. Der  Beschwerdeführer,  ein  äthiopischer  Staatsangehöriger,  gelangte 
am  18. Februar  2000  in  die  Schweiz  und  stellte  gleichentags  in 
M._______  ein  Asylgesuch.  Mit  Verfügung  vom  29.  November  2001 
lehnte das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF, heute: BFM) das Asylgesuch 
ab  und  verfügte  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Die  dagegen 
erhobene  Beschwerde  wies  die  damals  zuständige  Schweizerische 
Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil vom 24. November 2003 ab.

B.  Mit  Eingabe  vom  30.  August  2007  reichte  der  Beschwerdeführer 
– ohne  in  der  Zwischenzeit  in  den Heimatstaat  zurückgekehrt  zu  sein – 
ein  zweites  Asylgesuch  ein.  Auf  dieses  Gesuch  trat  das  BFM  wegen 
Nichtleistens  des  eingeforderten  Gebührenvorschusses  mit  Verfügung 
vom 10. Oktober 2007 nicht ein. Mit Urteil vom 16. November 2010 hob 
das  Bundesverwaltungsgericht  diese  Verfügung  des  BFM  auf  und  wies 
die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück.

C. 

C.a.  Das  BFM  hörte  den  Beschwerdeführer  in  der  Folge  am  13. 
Dezember  2010  direkt  an.  Er  begründete  sein  zweites  Asylgesuch  im 
Wesentlichen mit  seinen  politischen  Aktivitäten  ab  dem  Jahre  2005.  Er 
sei sowohl Mitglied der Kinjit  (Coalition  for Unity and Democracy Parties 
[CUDP])  als  auch  der AES  (Association  des Ethiopiens  en Suisse)  und 
habe einige Male an Kundgebungen  teilgenommen. Ausserdem bezahle 
er  jährlich  eine  Spende  in  Höhe  von  Fr.  50.­.  Im  Übrigen  machte  der 
Beschwerdeführer  gesundheitliche  Probleme,  namentlich 
Magenprobleme und Depressionen, geltend.

C.b. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 
eine  Foto,  ein  undatiertes  ärztliches  Schreiben,  ein  Schreiben  der  AES 
vom 8. April 2006 sowie ein Schreiben der Kinjit vom 6. Juni 2007 zu den 
Akten.

D. 

D.a. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2010 – eröffnet am folgenden Tag 
– stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
ordnete  es  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz 

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sowie den Wegweisungsvollzug an und erhob eine Gebühr  in der Höhe 
von Fr. 600.­.

D.b.  Zur  Begründung  machte  das  BFM  im  Wesentlichen  geltend,  der 
Beschwerdeführer  habe  im Rahmen seines ersten Asylverfahrens  keine 
politisch motivierte Verfolgung durch die äthiopischen Behörden glaubhaft 
machen  können.  Zur  Vermeidung  von Wiederholungen  könne  dazu  auf 
die Verfügung des BFM vom 29. November 2001 und insbesondere das 
Urteil der ARK vom 24. November 2003 verwiesen werden. Es bestehe 
somit  kein  Anlass  zur  Annahme,  dass  der  Beschwerdeführer  vor  dem 
Verlassen seines Heimatstaates als regimefeindliche Person ins Blickfeld 
der  äthiopischen  Behörden  geraten  oder  dort  in  irgendeiner  Form  als 
Regimegegner oder politischer Aktivist registriert worden sei. Demzufolge 
sei  auch  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  nach  seiner  Ankunft  in  der 
Schweiz unter spezieller Beobachtung seitens der äthiopischen Behörden 
gestanden  habe.  Die  Äusserungen  des  Beschwerdeführers  liessen 
zudem  in  keiner  Art  und Weise  darauf  schliessen,  dass  er  sich  in  der 
Schweiz in qualifizierter Weise politisch engagiert habe. Vielmehr habe er 
in  den  vergangenen  sieben  Jahren als  einfaches Mitglied  insgesamt  an 
fünf bis sechs Kundgebungen teilgenommen. Ansonsten habe er sich bis 
auf  regelmässige Spenden  nicht weiter  engagiert.  Zudem enthielten  die 
Akten  keine  Hinweise,  wonach  die  äthiopischen  Behörden  von  der 
Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers  bei  der  Kinjit  oder  der  AES 
überhaupt  Kenntnis  genommen  oder  gar  gestützt  darauf  irgendwelche 
Massnahmen  zum  Nachteil  seiner  Person  eingeleitet  hätten.  Der 
Beschwerdeführer  habe  sich  zwar,  wie  viele  seiner  Landsleute, 
exilpolitisch  engagiert.  Die  diesbezüglichen  Ausführungen  zu  seinen 
Aktivitäten seien aber oberflächlich und pauschal geblieben, und er habe 
mehrmals  auf  sein  erstes  Asylgesuch  verwiesen.  Die  von  ihm 
eingereichten  Beweisunterlagen  –  wie  auch  zahlreiche  weitere,  ähnlich 
dokumentierte  Eingaben  in  anderen  Verfahren  –  zeigten  jedoch,  dass 
allein  in  der Schweiz  innert weniger Monate  viele  exilpolitische Anlässe 
stattfänden,  von  denen  anschliessend  oftmals  gestellte 
Gruppenaufnahmen  von  nicht  selten  Hunderten  von  Teilnehmern  in 
einschlägigen  Medien  publiziert  würden.  Vor  diesem  Hintergrund 
erscheine  es  aber  unwahrscheinlich,  dass  die  äthiopischen  Behörden 
allen diesen – oft nur schlecht erkennbaren – Gesichtern konkrete Namen 
zuordnen könnten. Selbst wenn sie über die politischen Aktivitäten  ihrer 
Staatsangehörigen  im Ausland  informiert wären,  könnten  sie angesichts 
der hohen Zahl der im Ausland lebenden äthiopischen Staatsangehörigen 
nicht  jede einzelne Person überwachen und  identifizieren. Zudem dürfte 

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auch  den  äthiopischen  Behörden  bekannt  sein,  dass  viele  äthiopische 
Emigranten aus vorwiegend wirtschaftlichen Gründen versuchten, sich in 
Europa und speziell auch  in der Schweiz vor oder nach Abschluss  ihres 
Asylverfahrens  ein  dauerhaftes  Aufenthaltsrecht  zu  erwirken,  indem  sie 
regimekritischen  Aktivitäten  (Teilnahme  an  Demonstrationen, 
Veröffentlichung  von  entsprechendem  Bild­  und  Textmaterial  usw.) 
nachgingen.  Die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Unterlagen 
vermöchten vor diesem Hintergrund zu keiner anderen Einschätzung zu 
führen.

D.c.  Zum  Rundschreiben  des  äthiopischen  Aussenministeriums  vom 
31. Juli 2006 halte das BFM folgendes fest: Dieses Rundschreiben sowie 
die  darin  in  Erinnerung  gerufenen,  bereits  früher  erlassenen  Richtlinien 
seien  dem  BFM  bekannt.  In  besagtem  Schreiben  und  den  darin 
erwähnten  Richtlinien  würden  die  Auslandsvertretungen  nicht  dazu 
aufgerufen,  systematisch  gegen  die  grosse  Masse  von  exilpolitisch 
aktiven  Personen  vorzugehen  und  entsprechende  Informationen  zu 
sammeln.  In  den  Richtlinien  werde  nämlich  sehr  wohl  differenziert: 
Danach bestehe die eine Gruppe aus Personen, die ohne jede Toleranz 
eine  Hasspolitik  betreiben  würden.  Die  zweite  Gruppe  bestehe  aus 
gemässigten  Personen,  mit  denen  der  Dialog  zu  suchen  sei.  Den 
gesicherten  Erkenntnissen  des  BFM  zufolge  hätten  die  äthiopischen 
Behörden  nur  dann  ein  Interesse  an  der  Identifizierung  einer  Person, 
wenn deren Aktivitäten als konkrete Bedrohung für das politische System 
wahrgenommen  würden.  Vorliegend  bestünden  –  wie  erwähnt  –  keine 
Anhaltspunkte  für  die  Annahme,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  in 
dieser besonderen Art und Weise betätigt und exponiert hätte. Er gehöre 
mit  Sicherheit  nicht  zur  Zielgruppe  des  "harten  Kerns"  von  aktiven 
oppositionellen  Äthiopiern  im  Ausland,  für  die  sich  die  äthiopischen 
Behörden  interessierten.  Zusammenfassend  sei  festzustellen,  dass  die 
vorgebrachten  subjektiven  Nachfluchtgründe  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht standhielten, weshalb der Beschwerdeführer 
nicht  als  Flüchtling  anerkannt  werden  könne.  Demnach  sei  sein 
Asylgesuch ebenfalls abzuweisen und die Wegweisung anzuordnen.

D.d.  Da  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle, 
könne auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht 
angewendet  werden.  Ferner  ergäben  sich  aus  den  Akten  keine 
Anhaltspunkte  dafür,  dass  ihm  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den 
Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der 

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Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  verbotene  Strafe  oder 
Behandlung  drohe.  In  Bezug  auf  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  ergäben  sich  im  Übrigen  aus  den  Akten  auch 
keine  individuellen  Gründe,  welche  den  Wegweisungsvollzug  nach 
Äthiopien als unzumutbar erscheinen liessen. Die vom Beschwerdeführer 
geltend  gemachten  gesundheitlichen  Probleme  hätten  offensichtlich 
bereits  vor  dessen  Ausreise  aus  Äthiopien  bestanden.  Eine  adäquate 
medizinische  Versorgung  des  Beschwerdeführers  sei  gemäss  den 
Erkenntnissen  des  BFM  in  Äthiopien  grundsätzlich  gewährleistet. 
Schliesslich sei der Wegweisungsvollzug technisch möglich und praktisch 
durchführbar.

E. 
Mit  Beschwerde  vom  21.  Januar  2011  liess  der  Beschwerdeführer  die 
vollumfängliche  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  die 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  beantragen.  Eventualiter  sei  die 
Unzulässigkeit  oder  zumindest  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  des 
Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  anzuordnen.  Schliesslich  beantragte 
er  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

F. 

F.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  28.  Januar  2011  wies  der 
Instruktionsrichter  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Verzicht auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ab  und  forderte  den 
Beschwerdeführer auf, bis zum 14. Februar 2011 einen Kostenvorschuss 
von Fr. 600.­ zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

F.b. Der  Beschwerdeführer  leistete  den  einverlangten  Kostenvorschuss 
am 9. Februar 2011.

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F.c. Mit  Eingabe  vom  15.  Februar  2011  (Poststempel  vom  16.  Februar 
2011)  liess  der  Beschwerdeführer  einen  Bericht  der  Psychiatrischen 
Poliklinik  des  Universitätsspitals  N._______  (O._______)  vom  1. 
Dezember  2008  sowie  ein  Schreiben  vom  30.  Dezember  2010  eines 
Allgemeinpraktikers an das O._______ zu den Akten reichen.

F.d.  Mit  Eingabe  vom  8.  März  2011  liess  der  Beschwerdeführer  ein 
Schreiben  des  Präsidenten  des  CUDP  Support  Committee  Switzerland 
einreichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Der Beschwerdeschrift  ist weder ein Begehren um Gewährung von Asyl 
noch  ein  solches  um  Aufhebung  der  Wegweisung  zu  entnehmen.  Die 
Ziffern  2  und  3  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung  sind  mit 
Ablauf  der  30­tägigen  Rechtsmittelfrist  in  Rechtskraft  erwachsen. 
Beschwerdegegenstand  bilden  demnach  nur  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft und der Vollzug der Wegweisung.

4. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

5. 

5.1. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in 
ihrem Heimatstaat oder im Land,  in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer 
Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen 
Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften 
Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen 
ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die 
Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

5.2. Die Flüchtlingseigenschaft  ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

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5.3. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 
aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsland  eine  Gefährdungssituation  erst 
geschaffen  worden  ist, macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  (vgl. 
Art. 54 AsylG). Das vom Gesetzgeber vorgesehene Konzept, wonach das 
Vorliegen  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  die  Gewährung  von  Asyl 
ausschliesst,  verbietet  auch  ein  Addieren  solcher  Gründe  mit 
Fluchtgründen,  welche  vor  der  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat entstanden sind und die für sich allein nicht zur Bejahung 
der  Flüchtlingseigenschaft  und  zur  Asylgewährung  ausreichen  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 ff.; EMARK 
2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f., mit weiteren Hinweisen).

6. 

6.1.  In  seiner  Rechtsmitteleingabe  macht  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  geltend,  der  Beschwerdeführer  habe  sich  in  der  Schweiz 
politisch betätigt, nämlich als Mitglied der KINJIT wie auch der AES.  Im 
Rahmen  seiner  Mitgliedschaft  habe  er  an  diversen  öffentlichen 
Veranstaltungen und Demonstrationen gegen die äthiopische Regierung 
teilgenommen.  Entgegen  der  Einschätzung  der  Vorinstanz  verfüge  der 
Beschwerdeführer  über  ein  qualifiziertes  politisches  Profil.  Die 
Mitgliedschaft in mehreren regimekritischen Exilorganisationen deute klar 
darauf  hin.  Entgegen  der  Annahme  der  Vorinstanz  überwachten  die 
äthiopischen Behörden die Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen in Europa 
sehr  genau.  Ausserdem  habe  das  äthiopische  Aussenministerium  am 
31. Juli  2006  eine  neue  Weisung  erlassen,  welche  in  casu  von 
erheblicher  Relevanz  sei.  In  dieser  Weisung  würden  sämtliche 
äthiopischen  Auslandsvertretungen  aufgefordert,  Informationen  über 
sogenannte  "extreme  Elemente"  im  Ausland  zu  sammeln  und  deren 
Namen an die Zentrale in Addis Abeba weiterzuleiten. Die exilpolitischen 
Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  hätten  im  Falle  einer  Rückkehr  mit 
hoher  Wahrscheinlichkeit  politische  Verfolgung  zur  Folge,  nicht  zuletzt 
aufgrund  seines  unermüdlichen  Eintretens  für  eine  Demokratisierung 
Äthiopiens.  Eine  objektive  Betrachtungsweise  führe  zum  Schluss,  die 
Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  hätten  durchaus  ein  Ausmass 
erreicht, welches geeignet sei, ein ernsthaftes Vorgehen der äthiopischen 
Behörden  zu  bewirken  beziehungsweise  eine  konkrete  Gefährdung  im 
Falle  einer Rückkehr nach Äthiopien  zu begründen. Schliesslich  sei  der 
Wegweisungsvollzug dem Beschwerdeführer auch nicht zuzumuten, weil 
er den eingereichten Arztzeugnissen zufolge an einer psychosomatischen 

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Erkrankung  leide,  für die  in Äthiopien keine zureichenden medizinischen 
Behandlungsmöglichkeiten  bestünden  oder  für  den  Beschwerdeführer 
aus finanziellen Gründen unerreichbar seien.

6.2. Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung von 
Bundesrecht,  indem  dem  Beschwerdeführer  zu  Unrecht  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht zuerkannt worden sei. Wie  jedoch bereits  in 
der Zwischenverfügung vom 28. Januar 2011 festgestellt, kommt nun das 
Bundesverwaltungsgericht  auch  nach  einer  vertieften  Prüfung  der 
vorliegenden  Akten  zum  Schluss,  dass  die  Schlussfolgerungen  der 
Vorinstanz zutreffen und die Ausführungen im Beschwerdeverfahren nicht 
geeignet  sind,  diese  zu  entkräften.  Zwar  hat  der  Beschwerdeführer  im 
ersten  Asylverfahren  eine  Verfolgungssituation  geltend  gemacht,  doch 
haben  sich  die  entsprechenden  Vorbringen  als  unglaubhaft  erwiesen. 
Dementsprechend  gibt  es  keinen  Anlass  zur  Annahme,  der 
Beschwerdeführer  sei  vor  seiner Ausreise  ins Blickfeld der äthiopischen 
Behörden  geraten.  Bezüglich  seines  dargelegten  exilpolitischen 
Engagements gelangt auch das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, 
dass  insgesamt  keine  subjektiven  Nachfluchtgründe  vorliegen.  Für  die 
Einschätzung einer Verfolgungsgefahr sind Positionen (z.B. Vorsitzende/r 
einer  Exilgruppe),  Form  und  Einfluss  von  Aktionen  (z.B.  gewaltsamer 
Protest)  massgeblich  (vgl.  allgemein  zum  Grad  der  Exponierung  bei 
exilpolitischen Tätigkeiten auch BVGE 2009/28 E. 7.4.3 S. 364 f., Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  D­5231/2006  vom  18. September  2009 
E.5.2, E­4390/2006 vom 27. August 2009 E.3.4.3 und D­5907/2006 vom 
16. Juli  2009 E.4.5.3). Dabei  ist  nicht  primär  das Hervortreten  im Sinne 
einer  optischen  Erkennbarkeit  und  Individualisierbarkeit,  sondern  eine 
derartige Exponierung in der Öffentlichkeit massgebend, die den Eindruck 
erweckt,  dass  der  Asylsuchende  zu  einer  Gefahr  für  den  Bestand  des 
äthiopischen  Systems  wird.  Dass  die  äthiopischen  Sicherheitsbehörden 
zwischen  tatsächlich  politisch  engagierten  Regimekritikern  und 
Exilaktivisten, die mit  ihren Aktionen  in erster Linie die Chancen auf ein 
Aufenthaltsrecht zu erhöhen versuchen, zu unterscheiden vermögen, darf 
auch  unter  Berücksichtigung  der  aktuellen  Lage  im  Äthiopien 
vorausgesetzt werden. Bei dieser Sachlage liegt beim Beschwerdeführer 
kein subjektiver Nachfluchtgrund im Sinne von Art. 54 AsylG vor, und dies 
umso weniger,  als  im  vorliegenden Fall  jegliche  aktenkundige Hinweise 
darauf  fehlen, dass gegen  ihn aufgrund der exilpolitischen Aktivitäten  in 
Äthiopien  ein  Strafverfahren  oder  andere  behördliche  Massnahmen 
eingeleitet worden sind, wobei  in diesem Zusammenhang unter Hinweis 
auf die in Art. 8 AsylG verankerte Mitwirkungspflicht festzuhalten ist, dass 

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es nicht Sache der schweizerischen Asylbehörden sein kann,  jede auch 
nur  ansatzweise  und  abstrakt  mögliche  Gefährdungssituation  im 
Heimatland  des  Beschwerdeführers  abzuklären.  Im  Übrigen  wird  zur 
Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz und 
die Zwischenverfügung des Gerichts vom 28. Januar 2011 verwiesen. Die 
erhobene  Rüge  (Verletzung  von  Bundesrecht)  erweist  sich  nach  dem 
Gesagten als unbegründet.

6.3.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die 
übrigen  Ausführungen  in  der  Beschwerde  und  die  als  Beweismittel 
eingereichten  Dokumente  einzugehen,  weil  sie  am  Ergebnis  nichts 
ändern  können.  Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt, 
dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen 
oder glaubhaft machen konnte und er auch die Voraussetzungen für die 
Anerkennung  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  im  Sinne  von  Art.  54 
AsylG  nicht  erfüllt.  Das  BFM  hat  demzufolge  die  Flüchtlingseigenschaft 
des Beschwerdeführers zu Recht verneint.

7. 

7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

8. 

8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 

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Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 
oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

8.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerde­
führers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5 
AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­

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Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im 
Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 
als unzulässig erscheinen. Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer In 
seiner  Beschwerdeschrift  die  Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
unter  dem  Gesichtspunkt  seiner  medizinischen  Versorgung  in  Frage 
stellen.  Wie  sich  indessen  bereits  aus  dem  in  der  Beschwerdeschrift 
zitierten Bericht  vom 10. Juni 2009 der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 
(SFH) zur psychiatrischen Versorgung in Äthiopien ergibt, existieren allein 
in  Addis  Abeba  53  psychiatrische  nicht­stationäre  Behandlungszentren, 
sechs  stationäre  Behandlungszentren  und  eine  psychiatrische  Klinik. 
Daneben gibt  es  in  dieser Stadt Kliniken,  die  auch  psychisch Erkrankte 
aufnehmen,  sowie  eine  grössere  Anzahl  Spitäler  für  die  somatische 
Medizin.  Demnach  ist  nicht  davon  auszugehen,  die  Leiden  des 
Beschwerdeführers  (Oberbauchschmerzen,  Colon  irritabile  mit  Neigung 
zur  Verstopfung,  Hämorrhoiden,  soziale  Phobie,  leichte  depressive 
Episode)  seien  in Addis Abeba nicht behandelbar. Nach dem Gesagten 
ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

8.4.1.  In  Äthiopien  herrscht  zurzeit  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt, 
weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der  generellen  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  nach  Äthiopien  ausgegangen  wird  (vgl.  bspw. 
D­4738/2010 vom 3. Februar 2011; bereits EMARK 1998 Nr. 22). Seit der 
Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen Äthiopien und Eritrea 
am 12. Dezember 2000 kontrollieren UNO­Soldaten die Grenze zwischen 
den  beiden  Ländern.  Zwar  konnten  diese  ein  sporadisches 
Wiederaufflackern des Grenzkonfliktes nicht verhindern. Eine landesweite 
Situation  allgemeiner  Gewalt  ist  dadurch  aber  nicht  entstanden. 

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Entsprechend  muss  nicht  von  einer  konkreten  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers ausgegangen werden.

8.4.2.  Im  Weiteren  ist  das  Vorliegen  individueller 
Wegweisungshindernisse des Beschwerdeführers zu prüfen.

Wie  sich  aus  den  Akten  ergibt,  wurden  die  individuellen 
Wegweisungshindernisse, welche sich nicht auf den Gesundheitszustand 
beziehen,  bereits  im  Rahmen  des  ersten  Asylverfahrens  beurteilt;  in 
diesem  Zusammenhang  wurde  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  bejaht.  Wie  sich  aus  prozessualen  Grundsätzen 
ergibt,  kann  die  bereits  beurteilte  Sachverhaltsdarstellung  des 
Beschwerdeführers  nicht  erneut  Gegenstand  einer  materiellen 
Beurteilung im Rahmen eines zweiten Asylverfahrens bilden (res iudicata; 
FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 322 f.; 
ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. Rz. 715). 
Dementsprechend geht es nachstehend einzig noch um die Beurteilung 
der  vom  Beschwerdeführer  für  die  Zeit  nach  dem  24.  November  2003 
geltend  gemachten  medizinischen  Probleme.  Ob  diese  nach  der 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Addis  Abeba  vollumfänglich 
bestehen bleiben,  ist  indessen fraglich, wird doch im Arztzeugnis vom 1. 
Dezember  2008  der  psychiatrischen  Poliklinik  des  O._______ 
ausdrücklich festgehalten, die Ärzte gingen davon aus, "dass sowohl das 
Auftreten  der  sozialen  Phobie  als  auch  der  depressiven  Entwicklung 
durch  die  Flucht  aus  der  Heimat,  den  Verlust  der  gewohnten  sozialen 
Umgebung, wichtiger Bezugspersonen  (…) und seiner Arbeit begünstigt 
wird."  Dies  bedeutet,  dass  nach  Auffassung  der  Ärzte  der  weitere 
Verbleib  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  jedenfalls  unter 
psychologischen  Gesichtspunkten  eher  kontraindiziert  ist  und  mit  der 
Rückkehr  in  den  Heimatstaat  eine  Verbesserung  der  psychischen 
Befindlichkeit  einhergehen  könnte.  Trotzdem  mag  die 
Behandlungsbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auch  nachher  noch 
eine Weile  andauern.  Für  diese  Eventualität  gilt  es  auf  die  Möglichkeit 
des  Beschwerdeführers  hinzuweisen,  ein  Gesuch  um  medizinische 
Rückkehrhilfe nach Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG beim BFM einzureichen. 
Diese Möglichkeit  steht  ihm  auch  in  Bezug  auf  die  psychosomatischen 
Oberbauchschmerzen  zur  Verfügung.  Dementsprechend  gibt  es  keinen 
Anlass zur Annahme, er werde im Heimatstaat faktisch keinen Zugang zu 
einer  analogen  medizinischen  Betreuung  haben.  Schliesslich  gilt  es 
darauf hinzuweisen, dass dem oben erwähnten Bericht der SFH zufolge 

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mittellose  Personen  durch  den  Staat  eine  kostenlose 
Gesundheitsversorgung  erhalten,  weshalb  er  auch  dann  nicht  ohne 
medizinische  Versorgung  bliebe,  falls  es  ihm  wider  Erwarten  nicht 
gelingen  sollte,  an  seine  achtjährige  Berufserfahrung  als  Fahrer  (vgl. 
Akten  BFM A2/9  Ziff.  8  S.  2)  anzuknüpfen  und  seinen  Lebensunterhalt 
(und  zusätzlich  Pillen,  Tropfen  und  Salben)  aus  eigener  Kraft  zu 
bestreiten.

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 
zumutbar.

8.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

8.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG),  auf  insgesamt 
Fr. 600.­ festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  9. 
Februar  2011  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 9. Februar 2011  in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

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