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**Case Identifier:** 1e2de594-4a67-564b-8357-63838a811de0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.05.2018 IV 2016/67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-67_2018-05-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/67

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 30.05.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 30.05.2018
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Valideneinkommen bei Ausbruch 
einer Multiplen Sklerose während der Berufsausbildung und trotzdem 
erfolgtem Ausbildungsabschluss (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 30. Mai 2018, IV 2016/67).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.  

IV 2016/67

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

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Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im Juni 2010 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an (IV-act. 5), sie habe an einer 

Handelsschule eine kaufmännische Ausbildung absolviert, aber zuletzt habe sie als 

Verkäuferin gearbeitet. Der Hausarzt Dr. med. B.___ teilte im Juli 2010 telefonisch mit 

(IV-act. 26–1 f.), die Versicherte leide an einer multiplen Sklerose, die vor etwa acht 

Jahren diagnostiziert worden sei und vorwiegend Probleme im Bereich der Augen 

verursache, an einem Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen Veränderungen und 

einer kleinen (nicht relevanten) Discushernie, an einer larvierten Depression und an 

einer Adipositas. Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten seien ihr im Umfang von 50 

Prozent zumutbar. Die frühere Arbeitgeberin der Versicherten berichtete im Juli 2010 

(IV-act. 21), sie habe diese als Filialmitarbeiterin in einem Pensum von 60 Prozent 

beschäftigt. Der Jahreslohn habe sich auf 32’760 Franken belaufen. Das 

Arbeitsverhältnis sei gekündigt worden, weil die Arbeitsleistung der Versicherten nicht 

den mit dem Vorgesetzten abgestimmten Zielen und Anforderungen entsprochen habe. 

Die Leistungs- und die Einsatzbereitschaft seien ungenügend gewesen und die 

Versicherte habe eine mangelnde Bereitschaft gezeigt, sich in der Arbeitszeitgestaltung 

flexibel zu zeigen. Die Psychiaterin Dr. med. C.___ gab im November 2010 an (IV-act. 

33), die Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Erkrankung (aktuell 

remittiert) und an einer Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional instabilen, kindlich 

naiven Zügen. Sie befinde sich seit Juli 2007 in psychiatrischer Behandlung. Wiederholt 

sei sie an verschiedenen Arbeitsplätzen in immer ähnliche Konflikte verwickelt und 

„zum Opfer“ geworden. Besonders eindrücklich sei das im letzten Arbeitsverhältnis der 

Fall gewesen: Die Versicherte sei nach einer viermonatigen krankheitsbedingten 

Absenz an den Arbeitsplatz zurückgekehrt und habe dann prompt die Kündigung 

erhalten. Gegen die Vorwürfe im Rahmen der Kündigungsbegründung habe sie sich 

arbeitsrechtlich allerdings erfolgreich zur Wehr gesetzt. Auch in der Familie und im 

Bekanntenkreis werde die Versicherte immer wieder in Konflikte verwickelt. In der 

Regel befinde sie sich dabei in der unterlegenen Position. Sie werde angefeindet und 

benachteiligt. Eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sei aus psychiatrischer 

Sicht wünschenswert. Die Versicherte sei aber auf eine weitgehende Unterstützung 

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nicht nur bis zu einem Stellenantritt, sondern auch während der Eingliederungsphase 

(respektive mindestens ein Jahr lang) angewiesen. Mit einer Mitteilung vom 29. 

Dezember 2010 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 

39). Wegen einer Magenoperation war die Versicherte bis Anfang Mai 2011 vollständig 

arbeitsunfähig. Anschliessend konnte sie mithilfe des regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) ein Einsatzprogramm starten. Gleichzeitig versuchte 

sie, eine finanzielle Lösung für eine Weiterbildung im Bereich Buchhaltung zu finden. 

Weder das RAV noch die IV-Stelle beteiligten sich jedoch an den Kosten der 

Weiterbildung. Ende Februar 2012 endete die Rahmenfrist für den Bezug der 

Arbeitslosenentschädigung. Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle beschloss 

deshalb im Januar 2012, die Arbeitsvermittlung abzuschliessen (IV-act. 66). Am 7. Juni 

2012 erging eine Mitteilung, mit der die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung abschloss und 

einen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen verneinte (IV-act. 69). Im Juli 2012 

gab die Versicherte an, dass sie seit dem 16. Juli 2012 wieder in einem Vollzeitpensum 

(45 Stunden pro Woche) tätig sei; der Monatslohn betrage 3’800 Franken (IV-act. 74). 

Mit einer Verfügung vom 18. Februar 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der 

Versicherten ab (IV-act. 81). Zur Begründung führte sie an, der auf ein Vollpensum 

hochgerechnete und an die zwischenzeitliche Nominallohnentwicklung angepasste 

Lohn bei der früheren Arbeitgeberin habe sich auf 55’146 Franken belaufen. Dieser 

Betrag sei als Valideneinkommen heranzuziehen. Der aktuelle Lohn betrage 49’400 

Franken. Das entspreche rund 90 Prozent des Valideneinkommens, weshalb im 

Einkommensvergleich nur ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von zehn 

Prozent resultiere.

A.b  Im September 2013 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 84). Die IV-Stelle forderte sie daraufhin auf, eine wesentliche Veränderung der 

tatsächlichen Verhältnisse seit dem 18. Februar 2013 glaubhaft zu machen (IV-act. 87). 

Im Oktober 2013 gab die Versicherte an (IV-act. 89), aktuell stehe die Multiple Sklerose 

im Vordergrund. Seit Februar 2013 leide sie an einem unerträglichen Dauerschwindel. 

Sie legte zwei Berichte des Neurologen med. pract. D.___ vom März und August 2013 

bei (IV-act. 90), laut denen sie Ende 2012, Anfang 2013 einen Schub der Multiplen 

Sklerose erlitten hatte. Die Arbeitgeberin der Versicherten teilte im November 2013 mit 

(IV-act. 95), sie habe diese von Juli 2012 bis Juli 2013 als kaufmännische 

Sachbearbeiterin in einem Vollpensum beschäftigt. Der Monatslohn habe 3’800 

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Franken betragen. Die Arbeitsleistung der Versicherten habe nicht den Anforderungen 

entsprochen. Die Versicherte sei überfordert gewesen. Ab dem 8. Februar 2013 sei sie 

der Arbeit krankheitsbedingt ferngeblieben. Am 18. November 2013 notierte Dr. med. 

E.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), die Versicherte habe keine 

relevante Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes seit der Abweisung des ersten 

Leistungsbegehrens glaubhaft gemacht (IV-act. 98). Mit einem Vorbescheid vom 22. 

November 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie nicht auf deren neues 

Leistungsbegehren eintreten werde (IV-act. 101). Dagegen wandte die Versicherte am 

30. Dezember 2013 ein (IV-act. 105), auf neu angefertigten MRI sei eine deutliche 

Verschlechterung gegenüber dem Zustand vor drei Jahren ersichtlich. Als 

„Überbleibsel vom letzten Schub“ leide sie an akuten Schwindelanfällen. Offenbar 

beschloss die IV-Stelle in der Folge, weitere medizinische Berichte einzuholen (vgl. IV-

act. 107 ff.). Am 29. April 2014 berichtete Dr. med. F.___ (IV-act. 114), die Versicherte 

leide an einer multiplen Sklerose, an einer beidseitigen Sehfähigkeitsminderung und an 

chronischen Kopfschmerzen sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an 

einer Migräne ohne Aura, an einer Adipositas, an einem Status nach einer 

Magenverkleinerungsoperation und an einem Heuschnupfen. Genauere Angaben zur 

Anamnese, zu den Befunden und zur Arbeitsfähigkeit könne nur der behandelnde 

Neurologe Dr. D.___ liefern. Dieser hatte bereits im März 2014 berichtet, dass die 

Versicherte in etwa drei Wochen für eine berufliche Wiedereingliederung in einem 

Pensum von 50 Prozent bereit sein werde (IV-act. 111). Der RAD hielt im Mai 2014 ein 

Pensum von 50 Prozent mit einer langsamen Steigerung des Arbeitspensums für 

zumutbar (IV-act. 115). Im Juni 2014 fand ein Assessmentgespräch betreffend 

berufliche Eingliederungsmassnahmen statt, bei dem die Versicherte angab (IV-act. 

127), dass die Klink Valens im Auftrag der Krankentaggeldversicherung einen 

ausführlichen Abklärungsbericht erstatten werde. Sie wolle wieder arbeiten, am 

liebsten im Bereich Rechnungswesen. Ihr fehle aber ein entsprechender 

Fähigkeitsausweis.

A.c  Am 3. Oktober 2014 erstattete die Klinik Valens im Auftrag der 

Krankentaggeldversicherung einen neurologisch-psychiatrischen Bericht (Fremdakten). 

Der Psychiater Dr. med. G.___ hielt fest, eine adäquate Beurteilung sei ohne die 

Kenntnis der Vorakten kaum möglich. Bei der persönlichen Untersuchung hätten 

allerdings keine objektiven klinischen Befunde einer psychischen 

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Gesundheitsbeeinträchtigung erhoben werden können. Der Neurologe Dr. med. H.___ 

führte aus, klinisch habe sich ein ataktisches Syndrom mit gesteigerten 

Muskeleigenreflexen, einem Nystagmus und einer organischen 

Persönlichkeitsveränderung (Ein- und Umstellerschwernis, Distanzminderung und 

Kritikeinschränkung) gezeigt. In einer neuropsychologischen Untersuchung habe die 

Versicherte offenbar sehr von der strukturierten Untersuchungssituation profitiert und in 

vielen Teilbereichen ordentliche Ergebnisse erzielt. Die Leistungsfähigkeit der 

Versicherten sei insgesamt herabgesetzt. Aufgrund ihres teils distanzgeminderten 

Verhaltens sei sie auf ein tolerantes Umfeld angewiesen. Primär körperliche Tätigkeiten 

seien aufgrund der Ataxie nicht möglich. Es empfehle sich eine berufliche Reintegration 

mit einer engen Begleitung zunächst in einem Pensum von etwa 50 Prozent. Mit einer 

Mitteilung vom 10. Oktober 2014 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine 

Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 136). Als Frühinterventionsmassnahme vergütete sie der 

Versicherten zudem die Kosten für einen Weiterbildungskurs im Rechnungswesen im 

Zeitraum vom 4. Februar 2015 bis zum 30. August 2016 (IV-act. 142 und 149). Mit einer 

Mitteilung vom 9. Februar 2015 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab und sie 

verneinte einen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen (IV-act. 150). Im April 

2015 berichtete Dr. D.___ (IV-act. 155), der Gesundheitszustand sei im Wesentlichen 

unverändert geblieben. Bis auf weiteres werde die Versicherte als kaufmännische 

Angestellte zu 50 Prozent arbeitsunfähig bleiben. Im August 2015 notierte die RAD-

Ärztin Dr. E.___ (IV-act. 162), die Versicherte sei vom 8. Februar 2013 bis zum 31. 

Dezember 2013 vollständig arbeitsunfähig gewesen. Für die Zeit ab dem 1. Januar 

2014 sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für die Tätigkeit als 

kaufmännische Angestellte in einer verständnisvollen Umgebung auszugehen. Die IV-

Stelle verglich den früheren Lohn mit 50 Prozent eines auf 105 Prozent dieses Lohnes 

„parallelisierten“ Vergleichseinkommens (IV-act. 164). Das ergab einen Invaliditätsgrad 

von 47,5 Prozent (= 100% – 50% × 105%). Mit einem Vorbescheid vom 7. September 

2015 teilte sie der Versicherten mit, dass sie die Zusprache einer Viertelsrente für die 

Zeit ab dem 1. Februar 2014 vorsehe (IV-act. 166). Dagegen wandte die Versicherte am 

12. Oktober 2015 ein, das Valideneinkommen sei zu tief angesetzt, denn sie hätte einen 

höheren Lohn erhalten, wenn sie nicht krank geworden wäre (IV-act. 170). Auf eine 

Anfrage der IV-Stelle hin teilte die frühere Arbeitgeberin im November 2015 mit, dass 

die Versicherte nur eine Lohnerhöhung erhalten hätte, wenn sie sich „weiterentwickelt“ 

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hätte (IV-act. 175). Mit einer Verfügung vom 27. Januar 2016 sprach die IV-Stelle der 

Versicherten mit Wirkung ab dem 1. März 2014 eine Viertelsrente zu (IV-act. 180).

B. 

B.a  Am 25. Februar 2016 erhob die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Januar 2016 (act. G 1). Sie beantragte 

die Zusprache mindestens einer halben Rente. Zur Begründung führte sie an (act. G 3), 

im ersten Rentenverfahren sei die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) 

noch von einem wesentlich höheren Valideneinkommen ausgegangen. Weshalb das 

Valideneinkommen nun plötzlich tiefer sein soll, sei nicht nachvollziehbar. Zudem 

müsse ein „leidensbedingter Abzug“ von 15 Prozent berücksichtigt werden.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. April 2016 die Feststellung, dass die 

Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch habe (act. G 6). Zur Begründung führte sie 

aus, die zuletzt erzielten Löhne könnten nicht als Valideneinkommen berücksichtigt 

werden, da die Beschwerdeführerin keine der beiden Arbeitsstellen aus 

gesundheitlichen Gründen verloren habe. Bei einer Würdigung des Auszugs aus dem 

individuellen Beitragskonto falle auf, dass sich die Beschwerdeführerin jeweils mit 

einem tiefen Lohn zufrieden gegeben habe. Doch selbst wenn zugunsten der 

Beschwerdeführerin „wohlwollend“ ein Hilfsarbeiterlohn für ein Vollpensum von 51’441 

Franken angerechnet würde, welchen „sie bisher nie erzielt hat“, würde kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren. Die Beschwerdeführerin könnte 

nämlich als kaufmännische Angestellte gemäss den Ergebnissen der Schweizer 

Lohnstrukturerhebung in einem Pensum von 50 Prozent ein Invalideneinkommen von 

35’474 Franken erzielen. Der Invaliditätsgrad könne höchstens 36 Prozent betragen. 

Ein Tabellenlohnabzug sei nicht gerechtfertigt.

B.c  Die Beschwerdeführerin hielt am 1. Juni 2016 an ihrem Antrag fest und beantragte 

die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin 

verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 9).

B.d  Am 15. Mai 2018 fand eine mündliche Verhandlung statt, an der die 

Beschwerdeführerin geltend machte, sie hätte im Verwaltungsverfahren mehr 

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medizinische Abklärungen erwartet. Ihre Krankheit verlaufe schubförmig. Den ersten 

Schub habe sie im Mai 2002 erlitten; die nächsten Schübe seien in den Jahren 2011 

und 2013 aufgetreten. Seit dem letzten Schub leide sie an einem Schwindel. Sie habe 

bessere und schlechtere Tage; tageweise falle sie völlig aus. Der behandelnde 

Neurologe habe ihr gesagt, dass sie mit ihrer Krankheit leben müsse. Sie habe 

Läsionen im Gehirn. Mehrere Herde verteilten sich im Gehirn und im Rückenmark. Die 

von der Beschwerdegegnerin finanzierte Weiterbildung habe sie erfolgreich 

abgeschlossen. Eine Anstellung im kaufmännischen Bereich habe sie nicht gefunden. 

Kein Arbeitgeber wolle eine Arbeitnehmerin anstellen, die unerwartet tageweise ausfalle 

und die nicht fähig sei, eine konstante, zuverlässige Arbeitsleistung zu erbringen. Sie 

arbeite deshalb als Zeitungsverträgerin in einem Pensum von 35 Prozent.

B.e  Ebenfalls noch am 15. Mai 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine Kopie ihres 

Diploms „Sachbearbeiterin Rechnungswesen edupool.ch“ vom 27. Oktober 2016 ein 

(act. G 15 und G 15.1). Auf eine entsprechende Aufforderung des 

Versicherungsgerichtes hin (act. G 14) reichte die Beschwerdegegnerin am 18. Mai 

2018 die seit dem 1. April 2016 aufgelaufenen Akten ein (act. G 17.1). Sie machte 

geltend (act. G 17), nach der Beschwerdeerhebung seien keine Schritte mehr getätigt 

worden. Da die Kosten der Weiterbildung im Rahmen einer 

Frühinterventionsmassnahme vergütet worden seien, sei der Erfolg der Massnahme 

nicht überwacht worden. Die Beschwerdegegnerin habe deshalb bislang noch keine 

Kenntnis vom erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung gehabt.

Erwägungen

1. 

Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine 

neue Anmeldung gemäss dem Art. 87 Abs. 3 IVV nur geprüft, wenn glaubhaft gemacht 

wird, dass sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise 

geändert hat. Die Beschwerdegegnerin hat mit einer Verfügung vom 18. Februar 2013 

ein erstes Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades abgewiesen. Diese Verfügung ist 

unangefochten formell rechtskräftig und damit verbindlich geworden. Schon im 

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September 2013 hat sich die Beschwerdeführerin erneut zum Leistungsbezug 

angemeldet. Zur Glaubhaftmachung einer relevanten Sachverhaltsveränderung seit 

dem 18. Februar 2013 hat sie zwei Berichte des behandelnden Neurologen Dr. D.___ 

eingereicht. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ hat zwar zunächst festgehalten, dass die 

diskreten neuen bildgebenden Befunde keine relevante Sachverhaltsveränderung 

glaubhaft machten. Sie hat aber offenbar übersehen, dass Dr. D.___ über einen Schub 

der multiplen Sklerose zu Beginn des Jahres 2013 berichtet hatte. Die 

Beschwerdegegnerin hat dann (nach der Eröffnung eines entsprechenden 

Vorbescheides) trotz der Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. E.___ noch einen in 

Aussicht gestellten Bericht der Klinik Valens abgewartet. Dieser hat weitere Hinweise 

auf eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin enthalten, weshalb die RAD-Ärztin Dr. E.___ gestützt darauf 

festgestellt hat, die wesentliche Sachverhaltsveränderung sei nun glaubhaft gemacht. 

Diese revidierte Würdigung ist unter Berücksichtigung der Angaben der Dres. D.___ 

und H.___ überzeugend, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die 

Neuanmeldung vom September 2013 eingetreten ist.

2. 

2.1  Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität 

wird laut dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre.

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2.2  Die Beschwerdeführerin hat im Jahr 2001 eine kaufmännische Ausbildung 

begonnen. Im Folgejahr ist erstmals eine Multiple Sklerose diagnostiziert worden. Zwar 

hat die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung dann im Jahr 2004 planmässig 

abgeschlossen, aber sie ist bei der ersten Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (nach dem 

Abschluss der Ausbildung) bereits gesundheitlich beeinträchtigt gewesen. Mit anderen 

Worten hat sie zwar die Ausbildung abgeschlossen, aber den erlernten Beruf der 

kaufmännischen Angestellten gar nie als Gesunde („Valide“) ausgeübt. Da die 

Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin also von Beginn weg von einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung überschattet gewesen ist, kann keines der von ihr 

erzielten Erwerbseinkommen als Valideneinkommen herangezogen werden. Daran 

ändert der Umstand, dass in den Kündigungsschreiben der früheren Arbeitgeber – 

unspezifisch – auf eine Überforderung beziehungsweise auf eine ungenügende 

Leistungsfähigkeit hingewiesen worden ist, selbstverständlich nichts, denn sowohl die 

mangelnde Leistungsfähigkeit als auch die Überforderung dürften massgebend durch 

die Gesundheitsbeeinträchtigung mitverursacht gewesen sein. Die entsprechende 

Argumentation der Beschwerdegegnerin verfängt also schon deshalb nicht, weil die 

Beschwerdeführerin damals bereits längst an einer Gesundheitsbeeinträchtigung 

gelitten hat, weshalb beim effektiv erzielten Lohn offensichtlich nicht von einem 

„Valideneinkommen“ gesprochen werden kann. Da die Beschwerdeführerin ihre 

kaufmännische Ausbildung vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

begonnen hat und da sie diese trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung erfolgreich hat 

abschliessen können, steht jedenfalls fest, dass ihre Validenkarriere jene einer 

kaufmännischen Angestellten ist. Mangels Hinweisen auf eine deutlich über- oder 

unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin (ohne 

Berücksichtigung der Gesundheitsbeeinträchtigung) ist von einer durchschnittlichen 

Leistungsfähigkeit auszugehen, die es der Beschwerdeführerin im sogenannten 

„hypothetischen Gesundheitsfall“ ermöglicht hätte, einen durchschnittlichen Lohn einer 

kaufmännischen Angestellten zu erzielen. Das hat auch die Beschwerdegegnerin 

eingeräumt, denn sie hat in ihrer Beschwerdeantwort geltend gemacht, die 

Beschwerdeführerin könne trotz ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung einen dem 

zumutbaren Pensum von 50 Prozent entsprechenden durchschnittlichen Lohn einer 

kaufmännischen Angestellten erzielen. Diese Fähigkeit kann die Beschwerdeführerin 

natürlich nicht durch die Erkrankung neu gewonnen haben; die Ausführungen der 

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Beschwerdegegnerin können nur so verstanden werden, dass diese ebenfalls (zu 

Recht) davon ausgeht, die Beschwerdeführerin habe die entsprechende Fähigkeit nicht 

verloren. Der Vorwurf der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin habe sich 

freiwillig mit einem deutlich unter einem Hilfsarbeiterinnenlohn liegenden 

Erwerbseinkommen begnügt, ist absurd, denn die Beschwerdeführerin ist ja gar nie als 

Gesunde erwerbstätig gewesen. Zusammenfassend ist also kein Grund ersichtlich, der 

Zweifel an der Annahme wecken würde, die Beschwerdeführerin hätte ohne jede 

Gesundheitsbeeinträchtigung ein durchschnittliches Erwerbseinkommen einer 

kaufmännischen Angestellten erzielen können. Als Valideneinkommen ist folglich der 

branchenübliche Lohn zu berücksichtigen, den eine kaufmännische Angestellte mit 

dem von der Beschwerdeführerin mittlerweile erlangten Diplom und mit jener 

Berufserfahrung erzielen könnte, über die die Beschwerdeführerin heute verfügen 

würde, wenn sie seit dem Ausbildungsabschluss als kaufmännische Angestellte tätig 

gewesen wäre.

2.3  Gestützt auf die bei den Akten liegenden medizinischen Berichte steht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch medizinische Massnahmen nicht 

verbessert werden kann. Da der erlernte Beruf als kaufmännische Angestellte die 

Ausübung einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit erlaubt und da der Invaliditätsgrad 

der Beschwerdeführerin folglich nur durch eine Umschulung in einen sogenannt 

höherwertigen Beruf beeinflusst werden könnte, kann als rentenrelevante berufliche 

Eingliederung nur eine entsprechende Umschulungsmassnahme in Frage kommen. In 

antizipierender Beweiswürdigung ist aber davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin eine solche – entsprechend anspruchsvolle – Umschulung 

gesundheitsbedingt nicht erfolgreich abschliessen könnte. Zusammenfassend kann die 

Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin also weder durch medizinische noch durch 

berufliche Eingliederungsmassnahmen beeinflusst werden.

2.4  Der Neurologe Dr. H.___ hat – im Auftrag der Krankentaggeldversicherung – 

überzeugend dargelegt, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für sämtliche 

Tätigkeiten um 50 Prozent eingeschränkt ist. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung stimmt 

zudem mit jener des behandelnden Neurologen Dr. D.___ überein, was ihr eine 

zusätzliche Überzeugungskraft verleiht. Auch der RAD hat die 

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Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H.___ als überzeugend qualifiziert. Die 

Beschwerdegegnerin ist deshalb zu Recht von einer überwiegend wahrscheinlichen 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50 Prozent selbst für ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten ausgegangen. Da der Beschwerdeführerin trotz ihrer 

Gesundheitsbeeinträchtigung die Verrichtung einer kaufmännischen Tätigkeit weiterhin 

zugemutet werden kann, entspricht der Ausgangswert des zumutbarerweise 

erzielbaren Invalideneinkommens dem Valideneinkommen. Der Betrag kann deshalb für 

die Berechnung des Invaliditätsgrades mathematisch betrachtet keine Rolle spielen; 

der Invaliditätsgrad ist anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu errechnen, das 

heisst er entspricht dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls korrigiert um einen Abzug 

vom Tabellenlohn. Ein solcher Abzug ist vorliegend gerechtfertigt, da es sich bei der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent um einen Mittelwert handelt, der dem 

Umstand keine Rechnung trägt, dass die Beschwerdeführerin ihre verbliebene 

Leistungsfähigkeit nur schwankend und damit schwer planbar wird erbringen können. 

Für einen potentiellen, betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkenden Arbeitgeber 

stellen die Leistungsschwankungen und damit die schlechte Planbarkeit hinsichtlich 

des täglichen Arbeitsergebnisses der Beschwerdeführerin erhebliche 

betriebswirtschaftliche Nachteile dar, die er lohnmindernd berücksichtigen muss. 

Zudem muss er das Risiko von vermehrten krankheitsbedingten Absenzen 

einkalkulieren. Das rechtfertigt zusammenfassend einen praxisgemässen 

Tabellenlohnabzug von 15 Prozent. Unter Berücksichtigung des 

Arbeitsunfähigkeitsgrades von 50 Prozent ergibt sich folglich ein Invaliditätsgrad von 

57,5 Prozent (= 100% – 85% × 50%). Damit besteht gemäss dem Art. 28 Abs. 2 IVG 

ein Anspruch auf eine halbe Rente.

2.5  Bezüglich des Zeitpunktes des Rentenbeginns erweist sich die angefochtene 

Verfügung als rechtmässig, da das sogenannte Wartejahr im März 2013 zu laufen 

begonnen und folglich am 28. Februar 2014 geendet hat und da sich die 

Beschwerdeführerin im September 2013 (gerade noch rechtzeitig im Sinne des Art. 29 

Abs. 1 IVG) zum Leistungsbezug angemeldet hat.

3. 

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In Gutheissung der Beschwerde ist folglich die angefochtene Verfügung vom 27. 

Januar 2016 aufzuheben und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit 

Wirkung ab dem 1. März 2014 einen Anspruch auf eine halbe Rente der 

Invalidenversicherung hat. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenbeträge an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dieser Verfahrensausgang entspricht 

hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen einem vollständigen Obsiegen der 

Beschwerdeführerin. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind deshalb der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete 

Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die nicht anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 27. Januar 

2016 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 

dem 1. März 2014 einen Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat; 

die Sache wird zur Festsetzung der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; der 

Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken 

zurückerstattet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.05.2018
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Valideneinkommen bei Ausbruch einer Multiplen Sklerose während der Berufsausbildung und trotzdem erfolgtem Ausbildungsabschluss (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Mai 2018, IV 2016/67).

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