# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b325e5a-c849-5473-aeaf-576f3ed35a45
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 11.12.2012 S 2012 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-36_2012-12-11.pdf

## Full Text

S 12 36

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 11. Dezember 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente und Versicherungsleistungen nach IVG (berufliche 

Massnahmen)

1. Der Beschwerdeführer, leidet an einer Trigeminusneuralgie, welche Mitte April 

2010 erstmals vom Kopfweh-Zentrum der … Klinik diagnostiziert und behandelt 

wurde. Ende September 2010 wurde er wegen Blasenspeicher- und 

Blasenentleerungssymptomen von Dr. med. …, Facharzt FMH für Urologie am 

…spital, urodynamisch untersucht (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 

5). Aufgrund dieser Leiden meldete sich der Beschwerdeführer am 

6. Dezember 2010 bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (im Folgenden: 

IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an (vgl. Bg-act. 2 − 7/10). Auf den 31. 

Dezember 2010 hin verlor der Beschwerdeführer seine Arbeitsstelle als Chief 

Operating Officer bei der Firma …, welche er seit September 2009 inne hatte 

(vgl. Bg-act. 13 −  3/3). Die Entlassung erfolgte seitens des Arbeitgebers aus 

wirtschaftlichen Gründen.

2. Um den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung überprüfen zu 

können, erachtete die IV-Stelle eine interdisziplinäre, medizinische Abklärung 

für notwendig. Am 3. März 2011 erteilte sie der Medizinischen Abklärungsstelle 

(MEDAS) Ostschweiz einen entsprechenden Auftrag. Der Leistungsauftrag 

umfasste eine neurologische sowie urologische Beurteilung des 

Beschwerdeführers als auch eine psychiatrische Mitbegutachtung (vgl. Bg-

act. 35 − 3/3; ebenso Bg-act. 33). Am 21. Juli 2011 erstattete die MEDAS 

Ostschweiz ihr Gutachten unter Beizug eines Konsiliargutachtens eines für sie 

tätigen eidg. Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. Bg-act. 38). 

Neben einer Anamnese (anhand von Akten der IV-Stelle und aufgrund von 

Angaben des Beschwerdeführers) enthielt das MEDAS-Gutachten die 

objektiven Befunde, die Diagnosen, eine Zusammenfassung und Beurteilung 

sowie die Beantwortung der gutachterlichen Fragen. Die Gutachter kamen zum 

Schluss, dass beim Beschwerdeführer von einer weitgehenden 

Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden müsse. Es handle sich allerdings um 

einen instabilen Gesundheitszustand, weshalb der längerfristige Grad der 

Arbeitsunfähigkeit nicht beziffert werden könne. Die medizinischen Abklärungen 

und Therapieversuche seien nicht abgeschlossen, der Beschwerdeführer habe 

eben erst eine Psychotherapie begonnen. Auch deshalb könne der 

Invaliditätsgrad zum aktuellen Zeitpunkt nicht festgestellt werden. Unterzeichnet 

wurde das MEDAS-Gutachten von Dr. med. …, Facharzt FMH für Innere 

Medizin und Rheumatologie, med. prakt. …, Assistenzärztin Neurologie am 

Kantonsspital …, Dr. med. …, Assistenzarzt Neurologie am Kantonsspital …, 

sowie Dr. med. …, eidg. Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie.

3. In einem an Dr. med. …, respektive an die MEDAS Ostschweiz adressierten 

Schreiben vom 28. Juli 2011 (Bg-act. 39) äusserte sich Dr. med. …, Facharzt 

FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD) Ostschweiz dahingehend, dass für ihn die Konsens-Schlussfolgerungen 

im MEDAS-Gutachten nicht nachvollziehbar seien. Eine urologische Beurteilung 

habe trotz expliziter Bitte in der Zuweisung nicht stattgefunden. Seines 

Erachtens resultiere aus den fachärztlichen Stellungnahmen im MEDAS-

Gutachten eine mindestens 70%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Es 

sei aus dem Gutachten in keiner Art und Weise ableitbar, warum der 

Beschwerdeführer nebst den ambulanten Behandlungen nicht einer 

vollschichtigen Tätigkeit nachgehen können sollte. Wenn die aktuelle 

Arbeitsunfähigkeit vornehmlich urologisch begründet sei, erwarte er eine 

urologische fachärztliche Beurteilung. 

4. Mit Schreiben vom 1. September 2011 erklärte Dr. med. … gegenüber der IV-

Stelle bzw. Dr. med. …, dass im Lichte der Ausführungen des RAD gesagt 

werden könne, dass eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht aufgeschoben 

werden müsse (vgl. Bg-act. 40). Das Gutachten sei entsprechend präzisiert 

worden. Im überarbeiteten MEDAS-Gutachten vom 31. August 2011 (Bg-

act. 41) wurde sodann neu die Einschränkung für die erlernte und anamnetisch 

bis Juni 2010 ausgeübte Tätigkeit auf 30 % geschätzt (vgl. Bg-act. 41 − 9/10). 

Unterzeichnet wurde das überarbeitete Gutachten wiederum von den Dres. 

med. …

5. Am 6. Oktober 2011 erliess die IV-Stelle ihre Vorbescheide, worin sie sich 

insbesondere auf das überarbeitete MEDAS-Gutachten stützte und eine 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % annahm. Aufgrund dessen, dass der 

Beschwerdeführer in den letzten Jahren bei verschiedenen Arbeitgebern tätig 

gewesen sei, würde sich die Ermittlung des Einkommens ohne Behinderung 

(Valideneinkommen) relativ schwierig gestalten, weshalb für die Berechnung 

des Invaliditätsgrades auf Tabellenlöhne, d.h. die Schweizerische 

Lohnstrukturerhebung [LSE] des Bundesamtes für Statistik, abgestellt werde. 

Aus dem Einkommensvergleich resultierte hernach ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 30 %. Da die verbliebene 

Leistungsfähigkeit in der bisherigen wie in einer adaptierten Tätigkeit gleich 

hoch sei, werde auch keine Umschulung auf eine neue Tätigkeit notwendig. 

Folglich wies die IV-Stelle beide Leistungsbegehren des Beschwerdeführers 

(Invalidenrente und Kostengutsprache für Umschulung) ab (vgl. 

beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3). Dies bestätigte die IV-Stelle sodann 

mit ihren Verfügung vom 16. und 17. Januar 2012 (Bg-act. 55 und 56), wobei 

ein gegen die Vorbescheide erhobener Einwand vom 28. Oktober 

2011/19. Dezember 2011 (Ergänzung) des Beschwerdeführers abgelehnt 

wurde und eine verspätete Ergänzung vom 16. Januar 2012 (u.a. betreffend 

eine vom Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebene neurologisch-

neuropsychologischen Untersuchung vom 26. Mai 2011) unberücksichtigt blieb 

(vgl. Bg-act. 51, 54, 62 und 63; Bf-act. 5, 6, 7 und 8). Die beiden Verfügungen 

wurden zunächst dem Beschwerdeführer und erst nachträglich, d.h. am 

14. Februar 2012, seiner Rechtsvertreterin eröffnet (Bf-act. 2).

6. Am 16. März 2012 erhob der Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden Beschwerde gegen die Verfügungen der IV-Stelle vom 

16. und 17. Januar 2012. Die beiden Verfügungen seien aufzuheben. Es seien 

weitere Abklärungen vorzunehmen, worauf gestützt der Invaliditätsgrad neu zu 

berechnen sei. Ferner seien berufliche Massnahmen zu gewähren. Als 

Begründung wurde angeführt, dass bei der Berechnung des Invaliditätsgrades 

des Beschwerdeführers nicht auf Tabellenlöhne, sondern auf den letzten 

Verdienst abgestellt werden müsse, da entscheidend sei, was eine versicherte 

Person als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Eventualiter sei als 

Tabellenlohn LSE 2008, TA7, Durchschnitt Dienstleistungen Männer, 

Anforderungsniveau 1/2, einzusetzen und entsprechend zu indexieren, da 

dieser Wert am ehesten der angestammten Tätigkeit entspreche. Die IV-Stelle 

habe in Ihrer Verfügung auf das MEDAS-Gutachten abgestellt. Dieses sei aber 

nicht schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei, da der RAD die 

Beurteilungen der Gutachterstelle bemängelt habe und Letztere dann im Sinne 

einer Mängelbehebung seine Ausführungen übernommen habe. Zudem habe 

kein urologisches Consiliargutachten stattgefunden, obwohl es in Auftrag 

gegeben worden sei. Es seien weitere Abklärungen nötig. Die neurologisch-

neuropsychologische Untersuchung habe gezeigt, dass die Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit nicht gleich hoch sei, wie in einer angepassten 

Tätigkeit. Es seien daher berufliche Massnahmen, insbesondere eine 

Umschulung, genauer zu prüfen.

7. In ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2012 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde. An ihren Verfügungen vom 16. und 17. Januar 

2012 halte sie vollumfänglich fest. Bezüglich der beschwerdeführerischen Kritik 

der Berechnung des Valideneinkommens werde auf die Begründung in den 

angefochtenen Verfügungen verwiesen, wonach u.a. der Beschwerdeführer 

seine Anstellung als Chief Operating Officer aufgrund von Umstrukturierungen 

seines Arbeitgebers, mithin aus invaliditätsfremden Gründen, verloren habe, 

weshalb er die bisherige Tätigkeit auch im Gesundheitsfall nicht hätte 

weiterführen können. Ferner könne gemäss dem RAD nicht auf die 

neurologisch-neuropsychologische Untersuchung, welche von der 

Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegeben wurde, abgestellt werden, da 

die vorgesehene ergänzende fachpsychiatrische Beurteilung nicht durchgeführt 

worden sei. Eine kritische fachärztlich-psychiatrische Würdigung der 

Ergebnisse sei aber unabdingbar, um eine Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 

Sicht zu begründen. 

8. Replicando kritisierte der Beschwerdeführer, dass die IV-Stelle sich nur bedingt 

mit seinen Ausführungen zum Valideneinkommen auseinandergesetzt habe. Es 

sei nach wie vor nicht nachvollziehbar, weshalb nicht auf das zuletzt erzielte 

Einkommen abgestellt werde. Ferner könnten allfällige kognitive Defizite am 

besten mit dem neurologisch-neuropsychologischen Gutachten festgestellt 

werden. Eine fachärztlich-psychiatrische Würdigung sei dabei nicht 

unerlässlich. Es bestünden ferner keine Hinweise, dass der Beschwerdeführer 

den Ausgang dieser Tests beeinflusst habe. Die Diagnosen der 

Trigeminusneuralgie und der Blasenspeicher- und Entleerungssymptome hätten 

zudem ebenfalls Einfluss auf die kognitiven Befunde. In der Folge verzichtete 

die IV-Stelle auf eine Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie in den 

angefochtenen Verfügungen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Im vorliegenden Verfahren sind zwei Verfügungen der IV-Stelle betreffend die 

Verweigerung von Rentenleistungen einerseits und betreffend berufliche 

Massnahmen (Kostengutsprache für Umschulung) andererseits angefochten. 

Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) 

und Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20) vorliegend zur Beurteilung der erhobenen Beschwerde örtlich 

und sachlich zuständig. Obschon die Verfügungen vom 16. und 17. Januar 

2012 datieren, wurden sie der Vertreterin des Beschwerdeführers erst am 

15. Februar 2012 zugestellt. Gemäss Art. 52 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) ist eine Beschwerde schriftlich 

innert 30 Tagen seit Mitteilung des angefochtenen Entscheids beim 

Verwaltungsgericht einzureichen. Diese 30-tägige Frist begann vorliegend 

insbesondere aufgrund von Art. 37 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) mit 

Zustellung der Verfügungen an die Rechtsvertreterin zu laufen. Mit Einreichung 

der Beschwerde am 16. März 2012 (Poststempel) wurde die 30-tägige Frist 

gewahrt, was vorliegend auch nicht bestritten wird.

2. Art. 8 Abs. 1 ATSG definiert Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit einer Person, 

welche gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG infolge Geburtsgebrechen, Krankheit oder 

Unfall eintritt. Erwerbsunfähigkeit ist der ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf einem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt, welcher durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit verursacht wird und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).  Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben 

Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf 

eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % Anspruch 

auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % 

Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der 

Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund 

eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Art. 16 ATSG bestimmt, dass für 

den Grad der Invalidität einer versicherten Person jenes Erwerbseinkommen, 

das diese nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), mit demjenigen Erwerbseinkommen verglichen wird, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 

ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 

Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 

fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 

können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 

schätzen und sind die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu 

vergleichen (BGE 128 V 29 E. 1; 104 V 135 E. 2; ebenso nach Inkrafttreten des 

ATSG: BGE 130 V 343  E 3.4.2). 

3. a) Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, dass die IV-Stelle bei der 

Berechnung des Invaliditätsgrades von einem zu tiefen Valideneinkommen 

ausgegangen sei. Für das Einkommen des Beschwerdeführers ohne 

Behinderung sei nicht auf Tabellenlöhne, sondern auf den letzten Verdienst 

abzustellen. Der Beschwerdeführer habe an seiner letzten Arbeitsstelle einen 

Monatslohn von Fr. 10‘833.- erzielt. Dass aus früheren Stellenwechsel und 

zwischenzeitlicher Arbeitslosigkeit abgeleitet werde, der Beschwerdeführer 

hätte nicht nochmals eine so gut bezahlte Stelle wie die letzte gefunden, sei 

reine Willkür. Die IV-Stelle verwies in diesem Zusammenhang auf ihre 

Verfügung vom 16. Januar 2012. Der Verlust der letzten Arbeitsstelle sei aus 

invaliditätsfremden Gründen erfolgt, weshalb der Beschwerdeführer die 

bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall nicht hätte weiterführen können. Es sei 

daher nicht zu beanstanden, dass sie auf Durchschnittslöhne abgestellt habe, 

zumal wenn der Auszug aus dem individuellen Konto der Alters- und 

Hinterbliebenenversicherung des Versicherten (IK-Auszug) im Vergleich 

berücksichtigt werde. Ferner ändere sich der Invaliditätsgrad des 

Beschwerdeführers ohnehin nicht, da es ihm mithin möglich und zumutbar sei 

ein Invalideneinkommen im Betrag von 70 % seines Valideneinkommens zu 

erzielen, womit sich der Invaliditätsgrad auch bei einem höheren 

Valideneinkommen nicht ändere.

b) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des 

Valideneinkommens entscheidend, was eine versicherte Person im Zeitpunkt 

des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. 

Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der 

realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es 

empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1; 134 V 

322 E. 4.1; 129 V 222 E. 4.3.1). Der Beschwerdeführer verlor seine Anstellung 

als Chief Operating Officer aufgrund von Umstrukturierungen seines 

Arbeitgebers − und damit aus invaliditätsfremden Gründen − auf den 

31. Dezember 2010. Die Anstellung als Chief Operating Officer bei der Firma … 

hatte er zu diesem Zeitpunkt erst während relativ kurzer Zeit inne, d.h. seit 

September 2009 (vgl. den entsprechenden Eintrag im IK-Auszug [Bg-act. 13 −  

3/3]). Anzeichen dafür, dass er bei dieser Firma in naher Zeit wieder angestellt 

worden wäre, wenn der Gesundheitsschaden nicht aufgetreten wäre, bestehen 

nicht. Das Valideneinkommen kann somit nicht gestützt auf die Bedingungen 

dieser Anstellung zuverlässig festgelegt werden. Ebenso wenig kann vorliegend 

das Valideneinkommen anhand eines Vergleichs der Einträge im IK-Auszug 

bestimmt werden, was gemäss Bundesgericht beispielsweise bei 

Selbstständigerwerbenden zulässig wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_748/2011 vom 11. Juni 2012 E. 4.2). Erschwerend kommt hinzu, dass der 

Beschwerdeführer in der Vergangenheit häufig seine Anstellungen gewechselt 

hat, von seinen Arbeitgebern jeweils stark unterschiedlich für seine jeweiligen 

Tätigkeiten entschädigt worden ist und teilweise auch Arbeitslosen-

entschädigung bezogen hat. Unter diesen Umständen ist es nicht zu 

beanstanden, wenn die IV-Stelle zur Ermittlung des Valideneinkommens 

Tabellenlöhne, d.h. die LSE, herangezogen hat. Der von der IV-Stelle 

durchgeführte Einkommensvergleich wurde in der Folge grundsätzlich korrekt 

durchgeführt. Die IV-Stelle ging von einem Valideneinkommen auf der Basis der 

LSE 2008, Total aller Wirtschaftszweige, Durchschnitt Anforderungsniveau 1/2 

und 3, männlich, von Fr. 89‘239.10 (nach Anpassung der Nominal-

lohnentwicklung) und einem Invalideneinkommen von Fr. 62‘467.40 aus und 

errechnete einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 30 %. Da die 

verbliebene Leistungsfähigkeit in der bisherigen wie in einer adaptierten 

Tätigkeit gleich hoch sei, werde auch keine Umschulung auf eine neue Tätigkeit 

notwendig (vgl. Bg-act. 55 und 56). Dass die IV-Stelle nicht auf den 

Tabellenlohn LSE 2008, TA7, Durchschnitt Dienstleistungen Männer, 

Anforderungsniveau 1/2, abgestellt hat, wie es der Beschwerdeführer 

vorschlägt − da dieser Wert am ehesten der angestammten Tätigkeit als Chief 

Operating Officer entspreche −, ist angesichts der vielen verschiedenartigen 

Tätigkeiten und Stellenwechsel sowie den jeweils stark unterschiedlichen 

erzielten Einkommen in der Vergangenheit (mit Phasen des Bezugs von 

Arbeitslosenentschädigung) nicht zu beanstanden.

4. a) Der Beschwerdeführer beanstandet neben der Höhe des Valideneinkommens 

auch das medizinische Gutachten der MEDAS Ostschweiz, welches der IV-

Stelle zur Ermittlung des Invaliditätsgrades als Grundlage diente und dem 

Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert. Das Gutachten 

erscheine mangelhaft und sei nicht verwertbar, da insbesondere nachträgliche 

Ausführungen des RAD durch die Gutachterstelle − „quasi […] im Sinne einer 

Mängelbehebung“ − übernommen worden seien und eine in Auftrag gegebene 

urologische Begutachtung des Beschwerdeführers nicht stattgefunden habe. 

b) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird bezüglich des Beweiswertes 

von medizinischen Beweisen insbesondere zwischen Gerichtsgutachten, 

Administrativgutachten, Parteigutachten, Berichten von Hausärzten sowie 

Berichten und Gutachten von versicherungsinternen Ärzten unterschieden. Was 

Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche 

Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht 

wird, nicht an ihrem Beweiswert zu zweifeln. Ebenso kommt Berichten und 

Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und 

keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass 

der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, 

lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. 

Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im 

Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters 

allerdings ein strenger Massstab anzulegen (zum Ganzen BGE 125 V 351 E. 3b 

mit zahlreichen Hinweisen). Wie es nachfolgend aufzuzeigen gilt, zieht der 

Beschwerdeführer das überarbeitete MEDAS-Gutachten vom 31. August 2011 

vorliegend zu Recht in Zweifel.

c) In seinem Schreiben vom 28. Juli 2011 (Bg-act. 39) machte Dr. med. … vom 

Regionalen Ärztlichen Dienst gegenüber der MEDAS Ostschweiz deutlich, dass 

für ihn die Konsens-Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten nicht 

nachvollziehbar seien. Eine urologische Beurteilung habe trotz expliziter Bitte in 

der Zuweisung nicht stattgefunden. Die geschilderten Beschwerden (häufige 

WC-Gänge mit manchmal akutem Harndrang und nachts Gang alle zwei 

Stunden zur Toilette) könnten seines Erachtens zwar eine Beeinträchtigung der 

Lebensqualität des Beschwerdeführers bewirken, doch lasse sich daraus keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten. Aus dem von Dr. med. … 

beschriebenen Tagesablauf und erhobenem Psychostatus lasse sich keine für 

die Arbeitsfähigkeit in irgendeiner Weise relevante Schläfrigkeit ableiten. Der 

behandelnde Urologe äussere ebenfalls, dass keine Diagnose mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit aus urologischer Sicht vorliege. Seines Erachtens 

resultiere aus den fachärztlichen Stellungnahmen im MEDAS-Gutachten eine 

mindestens 70%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Es sei aus dem 

Gutachten in keiner Art und Weise ableitbar, warum der Beschwerdeführer 

nebst den ambulanten Behandlungen nicht einer vollschichtigen Tätigkeit 

nachgehen können sollte. Wenn die aktuelle Arbeitsunfähigkeit vornehmlich 

urologisch begründet sei, erwarte er von der Gutachterstelle eine urologische 

fachärztliche Beurteilung. Die MEDAS werde deshalb aufgefordert 

„a) entweder das Gutachten um die im Auftragsschreiben geforderte 

urologische Untersuchung zu ergänzen, und allfällige weitere nötige 

Abklärungen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu machen (so z.B. 

die Acitgraphie, sollten Sie sie den nach nochmaliger sorgfältiger 

Auseinandersetzung mit den Beschwerdeschilderungen und Ihrem 

psychiatrischen Teilgutachten tatsächlich für nötig erachten) und 

eine klare Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit zu machen.

 b) oder, falls Sie im Rahmen der Überarbeitung aufgrund der 

vorliegenden fachärztlichen urologischen Berichte und der 

erwähnten Angaben zur Tagesgestaltung/Psychostatus zum 

sicheren Schluss kommen, dass keine urologische Erkrankung mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt, das Gutachten 

entsprechend zu korrigieren.“

Der RAD schloss in seinem Schreiben vom 28. Juli 2011 an die MEDAS 

Ostschweiz:

„Halten Sie an Ihrer initialen Einschätzung einer ‚weitgehenden 

Arbeitsunfähigkeit‘ fest, so bitte ich um detaillierte Begründung, was den 

nun den Versicherten an einer sofortigen Wiederaufnahme seiner 

Arbeitstätigkeit in hohem Umfang hindert. 

Wir erwarten die überarbeitete Fassung des Gutachtens in spätestens 6 

Wochen“.

Mit Schreiben vom 1. September 2011 erklärte Dr. med. … von der MEDAS 

Ostschweiz gegenüber der IV-Stelle bzw. gegenüber Dr. med. …, dass im 

Lichte der Ausführungen des RAD gesagt werden könne, dass eine 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht aufgeschoben werden müsse (vgl. Bg-

act. 40). Das Gutachten sei entsprechend präzisiert worden. Im überarbeiteten 

MEDAS-Gutachten vom 31. August 2011 (Bg-act. 41) wurde sodann neu 

festgehalten, dass bezüglich der Trigeminusneuralgie des Beschwerdeführers − 

aufgrund kurzdauernder Arbeitsausfälle − von einer geschätzten Arbeits-

unfähigkeit von rund 10 % ausgegangen werde. Die urologische Erkrankung sei 

fachärztlich eingehend abgeklärt worden. Die subjektiv geklagten Beschwerden 

im Sinne einer vermehrten Tagesmüdigkeit hätten sich bei der Begutachtung 

nicht objektivieren lassen. Diesbezüglich habe ein unauffälliges Verhalten 

bestanden. Die vermehrte Tagesmüdigkeit liesse sich unter die psychischen 

Faktoren subsumieren, wie sie in der psychiatrischen Begutachtung als 

psychogene Überlagerung und leistungsorientierte Persönlichkeitsstruktur 

charakterisiert worden seien. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wegen 

dieser Faktoren sei im psychiatrischen Gutachten auf 20 % geschätzt worden. 

Gesamthaft werde somit die Einschränkung für die erlernte und anamnetisch 

bis Juni 2010 ausgeübte Tätigkeit auf 30 % geschätzt (vgl. Bg-act. 41 − 9/10). 

Unterzeichnet wurde die erste wie auch die zweite, d.h. überarbeitete Version 

des MEDAS-Gutachtens von den Dres. med. ...

d) Vorliegend sind gleich mehrere Umstände gegeben, welche das umstrittene 

überarbeitete MEDAS-Gutachten als nicht nachvollziehbar und schlüssig 

erscheinen lassen. Zunächst wurde der Gutachterstelle von der IV-Stelle am 

3. März 2011 ein klar formulierter Leistungsauftrag erteilt. Dieser umfasste eine 

neurologische sowie urologische Beurteilung des Beschwerdeführers als auch 

eine psychiatrische Mitbegutachtung (vgl. Bg-act. 35 − 3/3; ebenso Bg-act. 33). 

Eine urologische Begutachtung fand − auch nach dem Hinweis des RAD in 

seinem Schreiben vom 28. Juli 2011 (Bg-act. 39) − durch die MEDAS nicht 

statt. Das psychiatrische Consiliargutachten wurde hingegen auftragsgemäss 

durch einen Facharzt und MEDAS Gutachter, Dr. med. …, am 19. Mai 2011 

erstattet und im Hauptgutachten implementiert. Die neurologische 

„Begutachtung“ wiederum, erschöpfte sich in der Erhebung der objektiven 

Befunde, d.h. in der Erhebung des medizinischen Status des 

Beschwerdeführers. Hierfür wurden keine Röntgenbilder angefertigt und keine 

(neue) MR Angiographie erstellt. Das Gutachten setzt sich neurologisch in 

keinster Weise mit der rechtsbetonten Trigeminusneuralgie des 

Beschwerdeführers auseinander, obschon genau dieses Leiden hernach 

zusammenfassend unter den Hauptdiagnosen mit Einschränkung der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit aufgeführt wird. Überhaupt wird der neurologische 

Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers − abgesehen von Erwähnungen 

in den Vorakten − erst bei der gutachterlichen Zusammenfassung beurteilt. Die 

Trigeminusneuralgie sei zum aktuellen Zeitpunkt medikamentös eingestellt und 

gebessert, es könne aber weiterhin zu unberechenbar auftretenden Attacken 

mit einer Einschränkung im Alltag und dadurch bedingt einem Ausfall einzelner 

Arbeitstage kommen (vgl. sowohl die ursprüngliche als auch die überarbeitete 

Version des MEDAS-Gutachtens Bg-act. 38 − 9/17 und Bg-act. 41 − 8/10). Eine 

vertiefte und spezifische neurologische Auseinandersetzung mit dem 

neurologischen Leiden des Beschwerdeführers ist im Gutachten nicht enthalten 

bzw. nicht ersichtlich. In diesem Zusammenhang ist ferner zu beanstanden, 

dass zwar der neurologische Status des Beschwerdeführers durch zwei 

Assistenzärzte des Kantonsspitals … erhoben wurde, die neurologische 

Begutachtung durch einen Facharzt für Neurologie der MEDAS Ostschweiz 

aber unterblieben ist. Sowohl Assistenzärztin med. prakt. … als auch 

Assistenzarzt Dr. med. … sind keine Fachärzte für Neurologie und figurieren 

nicht namentlich auf der dem Beschwerdeführer vor der Begutachtung am 

11. April 2011 zugestellten „Liste der für die MEDAS Ostschweiz tätigen 

Gutachter“ (vgl. Bg-act. 37 − 3/3). Die auf dieser Liste vertretene Prof. med. …, 

Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital …, welche zusammen 

„mit sämtlichen unterstellten Mitarbeiter der Klinik“ als Gutachterin für die 

MEDAS Ostschweiz tätig ist, war offensichtlich nicht an der Begutachtung des 

Beschwerdeführers beteiligt. Diese Umstände, wie auch die offenbare 

Unvollständigkeit des (überarbeiteten) MEDAS-Gutachtens (hinsichtlich der 

urologischen und neurologischen Beurteilung des Beschwerdeführers), lassen 

bereits daran zweifeln, dass der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist 

bzw. darin alle geklagten Beschwerden berücksichtigt werden (vgl. BGE 125 V 

351 E.3a). Ob das Vorgehen der MEDAS Ostschweiz zudem Art. 44 ATSG 

standhält − insbesondere im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

(vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.1.4. mit Hinweis auf BGE 132 V 376 E. 8 und 9) −, 

kann in Anbetracht dessen, dass das MEDAS-Gutachten bereits aus anderen 

Gründen mangelhaft und damit nicht beweiskräftig ist (vgl. auch nachfolgende 

E.4e), offen bleiben.

e) Vorliegend überzeugt das Gutachten noch aus einem weiteren Grund nicht. Der 

RAD wies mit Schreiben vom 28. Juli 2011 (Bg-act. 39) die MEDAS Ostschweiz 

darauf hin, dass die Schlussfolgerungen in ihrem Gutachten vom 21. Juli 2011 

− und dort insbesondere die Konsensbeurteilungen − nicht nachvollziehbar 

seien. In diesem Zusammenhang hielt er in seinem Schreiben seine eigenen 

fachlichen Einschätzungen fest und stellte die Gutachterstelle hernach vor die 

Wahl, entweder das Gutachten um die im Auftragsschreiben geforderte 

urologische Untersuchung zu ergänzen sowie die weiteren nötigen Abklärungen 

zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu machen oder das Gutachten zu 

korrigieren (vgl. bereits oben E.4c). Daraufhin fasste die MEDAS ohne weitere 

Abklärungen zu treffen oder eine zusätzliche urologische Untersuchung 

durchzuführen das Gutachten in den wesentlichen Punkten neu − in etwa so, 

wie der RAD es in seinem Schreiben vorgegeben hatte (20 % Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen und zusätzlich maximal 10 % 

aufgrund möglicher kurzfristiger kurzdauernder Arbeitsausfälle aufgrund der 

Trigeminusneuralgie). Am 1. September 2011 hielt Dr. med. … in einem an 

Dr. med. … gerichteten Schreiben (Bg-act. 40) sodann fest:

 „Sehr geehrter Herr Kollege … 

Wir danken Ihnen für die kritische Durchsicht des Gutachtens. Im Lichte 

Ihrer Ausführungen können wir sagen, dass eine Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit nicht aufgeschoben werden muss. 

Wir haben das Gutachten entsprechend präzisiert“.

Dem Beschwerdeführer ist Recht zugeben, wenn er festhält, dass der Zweck 

einer Begutachtung hinterfragt werden muss, wenn am Schluss die 

Gutachterstelle, wie vorliegend, quasi „im Sinne einer Mängelbehebung“ die 

Ausführungen des RAD übernimmt und ihr Gutachten nach Wunsch abändert. 

Die Gutachterstelle attestierte noch in der Erstbeurteilung klar und deutlich, 

dass aktuell von einer weitgehenden Arbeitsunfähigkeit beim Beschwerdeführer 

ausgegangen werde, es sich jedoch um einen instabilen Gesundheitszustand 

handle und der längerfristige Grad der Arbeitsunfähigkeit nicht bezifferbar sei. 

Ferner lasse sich die IV-relevante längerfristige Arbeitsunfähigkeit erst 

bestimmen, wenn bei anhaltender Tagesmüdigkeit des Beschwerdeführers, 

dessen Schlafverhalten (im Minimum mit einer Acitgraphie, gegebenenfalls 

auch vermittels Untersuchung im Schlaflabor) objektiviert worden sei (vgl. Bg-

act. 38 − 10 f./17). Wie angesichts dieser Erstbeurteilung und nach der Kritik 

durch den RAD – und dessen Interpretation des Gutachtens – die MEDAS zu 

ihrer darauffolgenden Einschätzung gelangt, ist schlicht nicht nachvollziehbar. 

In diesem Zusammenhang liegen Widersprüchlichkeiten vor, welche 

insbesondere auch mit der (oben zitierten) ergänzenden Stellungnahme der 

MEDAS erst geschaffen wurden.

f) Damit ist für das Gericht klar, dass nach einer Würdigung der gesamten 

Umstände nicht auf das vorliegende MEDAS-Gutachten abgestellt werden 

kann. Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen, die angefochtenen 

Verfügungen aufzuheben und die Sache zur erneuten medizinischen Abklärung 

und polydisziplinären Begutachtung des Beschwerdeführers − nach den 

Vorgaben des Bundesgerichts (BGE 137 V 210 ff.) − unter Berücksichtigung 

der erwähnten Disziplinen (inklusiv der Abklärung der Tagesmüdigkeit bzw. des 

Schlafverhaltens des Beschwerdeführers) an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4. Was schliesslich die vom Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebene 

neurologisch-neuropsychologische Untersuchung vom 26. Mai 2011 anbelangt, 

ist festzuhalten, dass diese Begutachtung nur die kognitive neuro-

psychologische Seite betrifft. Eine vorgesehene psychiatrische Beurteilung fand 

nicht statt (vgl. das entsprechende Gutachten vom 1. Juli 2011 Bf-act. 8 − 7/8). 

Die Komplexität der Leidenssituation bedingt vorliegend − wie vorne erläutert 

wurde − eine mehrere Disziplinen umfassende Begutachtung des 

Beschwerdeführers, weshalb das vornehmlich neuropsychologische Gutachten 

vom 1. Juli 2011, welches einzig von Dr. med. …, Fachärztin FMH für 

Neurologie/Verhaltensneurologie, erstattet wurde, für eine umfassende 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht genügen kann. 

Dennoch ist es bei einer künftigen polydisziplinären Begutachtung ebenfalls 

anamnetisch zu berücksichtigen und hat in diesem Sinne Beweiswert. Es bleibt 

deshalb bei der Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung an die 

Vorinstanz zur erneuten medizinischen Abklärung und polydisziplinären 

Begutachtung nach den Vorgaben des Bundesgerichts unter Berücksichtigung 

der erwähnten Disziplinen (inklusiv der Abklärung der Tagesmüdigkeit bzw. des 

Schlafverhaltens des Beschwerdeführers).

5. In Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- 

bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die 

Gerichtskosten im Betrag von Fr. 700.-- der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, welche dem Beschwerdeführer als 

obsiegender Partei überdies nach Art. 61 lit. g ATSG die Parteikosten zu 

ersetzen hat. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Vorliegend wurde dem Gericht keine 

Honorarnote eingereicht, weshalb die Parteientschädigung ermessensweise 

festgesetzt wird. Dem Gericht erscheint vorliegend eine Parteientschädigung 

von Fr. 2‘000.-- (inkl. MWST) angemessen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die Verfügungen vom 16. und 17. Januar 

2012 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und 

neuerlichen polydisziplinären Begutachtung an die IV-Stelle zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.- gehen zulasten der IV-Stelle und sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle bezahlt … eine aussergerichtliche Parteientschädigung von 

Fr. 2‘000 (inkl. MWST).