# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19466d7e-9463-5fc7-b554-ac6f2eec6efd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.11.2021 S 2021 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-84_2021-11-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 84

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 2. November 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, zuletzt tätig als Allrounderin bzw. Raumpflegerin und Hauswartin 

in einem Gesamtpensum von 80 %, meldete sich am 8. März 2021 bei der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum 

Leistungsbezug an. In der Folge traf die IV-Stelle erwerbliche und 

medizinische Abklärungen und holte namentlich die Akten bei der 

zuständigen Krankentaggeldversicherung ein.

2. Den Akten ist zu entnehmen, dass A._____ ab dem 28. Oktober 2019 

infolge von geklagten immobilisierenden Schmerzen in der 

Lendenwirbelsäule und Rheuma zu 100 % krankgeschrieben wurde. 

Daraufhin veranlasste die Krankentaggeldversicherung eine 

Plausibilisierung der Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer Sicht bei 

med. pract. B._____, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin. 

Dieser diagnostizierte mit Bericht vom 23. Januar 2020 

(Untersuchungsdatum) in rheumatologischer Hinsicht ein generalisiertes 

Schmerzsyndrom im Sinne einer Fibromyalgie (ICD-10 M79.0) sowie 

anamnestisch einen Status nach Frozen shoulder links (ICD-10 M75.0). 

Er erachtete A._____ in einer körperlich leichten Putztätigkeit ohne 

repetitiven Armeinsatz, achsenferne Gewichtsbelastung und 

Überkopfarbeiten genauso wie in der Haushaltsführung zu mindestens 

60 % arbeitsfähig. 

3. Mit Bericht vom 3. Februar 2020 diagnostizierte der behandelnde 

Psychiater Dr. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer 

Anpassungsstörung und erachtete A._____ auch in einer adaptierten 

Tätigkeit für arbeitsunfähig. In der Folge veranlasste die 

Krankentaggeldversicherung eine Plausibilisierung der Arbeitsunfähigkeit 

aus psychiatrischer Sicht bei Dr. med. D._____, Fachärztin für Psychiatrie 

und Psychotherapie. Letztere wies in ihrem Bericht vom 9. Juni 2020 

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(Untersuchungsdatum) in psychiatrischer Hinsicht eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) sowie eine 

Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion, bei 

Arbeitsplatzproblematik (ICD-10 F43.21) aus, wobei sie A._____ als zu 

100 % arbeitsfähig einstufte.

4. Am 18. April 2020 erlitt A._____ einen Unfall und verletzte sich an der 

linken Hand (nicht dislozierte Schaftfraktur MC-III links). In der Folge stellte 

sich eine vollständig konsolidierte Fraktur in regelrechter Stellung bei 

vorhandenen Restbeschwerden ein.

5. Vom 27. Juli 2020 bis zum 19. August 2020 befand sich A._____ in einem 

stationären Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik I._____. Im 

Austrittsbericht vom 14. August 2020 wurden folgende Diagnosen 

erwähnt: chronisches Schmerzsyndrom (Panvertebralsyndrom bei 

Hohlrundrücken und muskulärer Dysbalance, Polyarthralgien), 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive 

Episode mit somatischem Syndrom, nicht dislozierte Metacarpale-III-

Schaft Fraktur links vom 18. April 2020 mit funktionellen Einschränkungen, 

Verdacht auf medikamentös induzierte Dauerkopfschmerzen, DD 

chronische Spannungskopfschmerzen. Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 

wurde festgehalten, A._____ sei für die Dauer des stationären 

Aufenthaltes zu 100 % arbeitsunfähig; danach bestehe eine mindestens 

50%ige Arbeitsfähigkeit für mindestens leichte Tätigkeiten. Aus 

psychischer Sicht bestehe für die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft 

durch die chronischen Schmerzen eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von ca. 20 % infolge eines erhöhten Pausenbedarfs.

6. Der behandelnde Psychiater Dr. med. C._____ hielt in seinem Bericht vom 

31. August 2020 fest, aus psychiatrischer Sicht liege mindestens eine 

mittelstarke Depression vor und eine Arbeit in der bisherigen Tätigkeit sei 

nicht zumutbar; in einer leidensadaptierten Tätigkeit wäre eine 

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Arbeitsfähigkeit stundenweise denkbar ab August 2020. Der Hausarzt Dr. 

med. E._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt in seinem 

Bericht vom 16. Mai 2021 sodann fest, A._____ sei infolge der 

Handverletzung vom 20. April 2020 bis zum 20. August 2020 zu 100 %, 

vom 22. August 2020 bis zum 13. November 2020 zu 50 % und ab dem 

14. November 2020 zu 30 % arbeitsunfähig (gewesen). Ausserdem hielt 

er fest, dass leichte Arbeiten in einem Umfang von 50 % möglich sein 

sollten, sofern sich die Psyche verbessere. Bezüglich der 

Arbeitsunfähigkeit sei die Depression im Moment am stärksten limitierend.

7. Dr. med. F._____, Fachärztin für Allgemein Innere Medizin, 

Arbeitsmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher 

Dienst (RAD) Ostschweiz, hielt in ihrer Abschlussbeurteilung vom 14. Juni 

2021 im Wesentlichen Folgendes fest: Zusammengefasst finde sich eine 

Somatisierungsstörung auf dem Boden einer psychosozialen 

Belastungssituation. Die depressive Entwicklung im Rahmen der 

Anpassungsstörung (per definitionem auf dem Boden von psychosozialen 

Belastungsfaktoren) habe sich nicht verselbständigt und existiere nicht als 

eigenständige Komorbidität. Weiter führte sie aus, die neu aufgetretenen 

Schmerzübergebrauchs-Kopfschmerzen und die wechselnd 

demonstrierten Funktionseinschränkungen der linken Hand vermöchten 

die ärztlich postulierte Leistungsfähigkeit nicht zusätzlich einzuschränken. 

Betreffend Auswirkungen der Schmerzstörung auf die Leistungsfähigkeit 

sei somit auf die rheumatologische Beurteilung (Begutachtung) mit einer 

40%igen Arbeitsunfähigkeit und die hausärztliche Einschätzung mit 

aktueller 30%iger Arbeitsunfähigkeit abzustellen; zusammengenommen 

bestehe ab dem 14. November 2020 eine plausible 35%ige 

Arbeitsunfähigkeit mit den im rheumatologischen Gutachten erwähnten 

Einschränkungen in leidensangepasster Tätigkeit. 

8. Mit Vorbescheid vom 25. Juni 2021 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Begründend führte sie 

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aus, A._____ wäre heute ohne gesundheitliche Beschwerden weiterhin als 

Raumpflegerin bei verschiedenen Arbeitgebern im Umfang von ca. 80 % 

tätig. Aus ärztlicher Sicht bestehe in jeglicher Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von 65 %. Ein Rentenanspruch könne deshalb nicht 

entstehen, da der Invaliditätsgrad unter der erforderlichen Marke von 40 % 

liege. 

9. Hiergegen erhob A._____ am 20. Juli 2021 Einwand. Mit Verfügung vom 

17. August 2021 entschied die IV-Stelle im Ergebnis wie vorbeschieden 

und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Gestützt auf die 

Abschlussbeurteilung von RAD-Ärztin Dr. med. F._____ vom 14. Juni 

2021, den rheumatologischen Bericht von med. pract. B._____ vom 

23. Januar 2020 und die psychiatrische Beurteilung von Dr. med. D._____ 

vom 9. Juni 2020 ging sie allerdings nicht mehr von einer 65%igen, 

sondern von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit aus. In Anwendung der 

gemischten Methode errechnete sie in dem zu 80 % gewichteten 

Erwerbsanteil einen (berichtigten) Teilinvaliditätsgrad von 32 %. 

Betreffend den zu 20 % gewichteten Aufgabenbereich hielt sie fest, es 

müsste im Haushalt eine Einschränkung von 38 % bestehen, was einem 

Teilinvaliditätsgrad von 7.6 % entspreche, um insgesamt einen 

rentenrelevanten Invaliditätsgrad von 40 % zu erreichen. Da im Haushalt 

keine genügende Einschränkung aus gesundheitlichen Gründen bestehe, 

um einen rentenrelevanten Invaliditätsgrad zu erreichen, sei in antizipierter 

Beweiswürdigung auf weitere Beweisvorkehren, insbesondere das 

Einholen eines Haushaltsabklärungsberichts, zu verzichten.

10. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

31. August 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Angelegenheit an die 
Vorinstanz zur Einholung eines externen medizinischen Gutachtens und 
zum anschliessenden neuen Entscheid zurückzuweisen.

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2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegne-
rin. 

In ihrer Begründung sprach sie den Beurteilungen von med. pract. 

B._____ und Dr. med. D._____ den Beweiswert ab und kritisierte die 

darauf beruhende RAD-Abschlussbeurteilung durch eine fachfremde 

Ärztin. Wie hoch ihre Arbeitsfähigkeit in einer psychiatrisch-

rheumatologischen Gesamtbeurteilung sei, lasse sich aufgrund der 

vorhandenen medizinischen Akten nicht mit ausreichender Genauigkeit 

beantworten. Nach einer Vervollständigung der medizinischen Akten bzw. 

dem Vorliegen eines bidisziplinären Gutachtens werde sich zudem 

beurteilen lassen, ob eine Haushaltsabklärung nachgeholt werden müsse.

11. In ihrer Vernehmlassung vom 17. September 2021 (Eingang) beantragte 

die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten 

der Beschwerdeführerin. Für die Begründung verwies sie primär auf die 

angefochtene Verfügung vom 17. August 2021.

12. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2021 verzichtete die Beschwerdeführerin 

auf die Einreichung einer Replik.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die weiteren Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 17. August 2021, worin das Leis-

tungsbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen wurde (kein An-

spruch auf eine Invalidenrente). Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundes-

gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügun-

gen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort 

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der IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales Versicherungsgericht ist das Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorlie-

genden Beschwerde sowohl örtlich als auch sachlich zuständig (Art. 1 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die 

Beschwerdeführerin ist Adressatin der angefochtenen Verfügung, wes-

halb sie durch die angefochtene Verfügung unmittelbar betroffen ist und 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Sie 

ist demnach zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzu-

treten.

2. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der 

Beschwerdeführerin, welcher angesichts der Anmeldung im März 2021 

gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab dem 1. September 2021 (d.h. 

sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) entsteht. 

Anspruch auf eine Invalidenrente haben Versicherte von vornherein nur 

dann, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind 

(sog. Wartejahr) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % 

invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Vorliegend gelangte die IV-Stelle zum 

Schluss, dass das Wartejahr am 19. April 2021 erfüllt war (vgl. IV-act. 48 

S. 14 f. [case report]), nach dessen Ablauf allerdings kein rentenrelevanter 

Invaliditätsgrad vorlag. Streitig ist in erster Linie die Frage, ob das 

Vorliegen von Gesundheitsschäden mit Auswirkungen auf die Arbeits- 

bzw. Erwerbsfähigkeit hinreichend abgeklärt worden ist. Zu beachten ist 

dabei, dass die Beschwerdeführerin im Hauptbegehren die Rückweisung 

der Angelegenheit an die IV-Stelle zur Einholung eines externen 

medizinischen Gutachtens und anschliessendem neuen Entscheid 

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beantragt. Gemäss dem Antrag der Beschwerdeführerin ist im 

Gutheissungsfall also nicht reformatorisch, sondern bloss kassatorisch zu 

entscheiden. Unbestritten ist die Bemessung des Invaliditätsgrads anhand 

der gemischten Methode mit einer Gewichtung der Anteile Erwerb und 

Haushalt von 80 % zu 20 %.

3.1. Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der 

Untersuchungsgrundsatz, wobei die Auskunfts‑ und Mitwirkungspflicht der 

Leistungen beanspruchenden Person zu berücksichtigen ist. Die Behörde 

hat, wo notwendig, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (vgl. 

Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG; KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 Rz. 13 ff. und 96 ff.). Die 

Untersuchungspflicht gilt sowohl im Verwaltungsverfahren wie auch 

grundsätzlich im kantonalen Gerichtsverfahren (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). 

Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung 

des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit 

besteht. Wenn der Versicherungsträger oder das kantonale 

Sozialversicherungsgericht im Rahmen einer umfassenden, sorgfältigen, 

objektiven und inhaltsbezogenen Beweiswürdigung zur Überzeugung 

gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt überwiegend wahrscheinlich 

sei, steht dies einer antizipierten Beweiswürdigung nicht entgegen. 

Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder 

Richtigkeit der getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter 

zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue 

wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_398/2018 vom 5. Dezember 2018 E.3.1, 

8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1; KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 18 ff. 

und 29 f.). Kommt die Verwaltung ihrer Abklärungspflicht nicht oder nicht 

genügend nach, kann die Sache aus diesem Grund an die Verwaltung 

zurückgewiesen werden (vgl. BGE 132 V 368 E.5).

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3.2.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und der Beurteilung der Er-

werbsfähigkeit der versicherten Person sind die Verwaltung und das im 

Streitfall angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Die Aufgabe des 

Arztes besteht darin, mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersu-

chung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 

zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 

Arzt seine originäre Aufgabe, wofür die Verwaltung und das im Streitfall 

angerufene Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgeabschätzung der 

erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit 

kommt dem Arzt jedoch keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 

Vielmehr gibt er eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit ab, welche er aus 

seiner Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Aus-

künfte bilden sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemu-

tet werden können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 93 E.4, 125 V 256 

E.4).

3.2.2. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Da-

nach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Be-

weise grundsätzlich frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so-

wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdever-

fahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig da-

von, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

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abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um-

fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-

schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-

ben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 

E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 

10. Juni 2021 E.3.2, 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4). Ausschlag-

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 

351 E.3a, 122 V 157 E.1c). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 

für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 

286 E.1b, 112 V 30 E.1a). 

Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 

und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten 

und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 

nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 

(vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte 

von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungs-

tatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 

4.5, 125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und Gut-

achten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüs-

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sig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei 

sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache 

allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versi-

cherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf 

Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, wel-

che das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als be-

gründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, wel-

che den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die 

Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzule-

gen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c). Bestehen auch bloss 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-

rungsinternen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh-

men (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteile des Bundesgerichts 

9C_168/2020 vom 17. März 2021 E.3.2, 8C_245/2011 vom 25. August 

2011 E.5.3).

4. Vorliegend sind zur Feststellung des Gesundheitszustands und Beurtei-

lung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin im We-

sentlichen die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen:

4.1. Im Bericht vom 5. Januar 2004 führte med. pract. G._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, aus, in psychiatrischer Hinsicht 

bestünden bei der Beschwerdeführerin seit über zwei Jahren somatisch 

nicht ausreichend erklärbare und wechselhaft in Erscheinung tretende 

Beschwerden, wie verschiedentliche Schmerzsensationen, Kraftlosigkeit 

und vegetative Phänomene. Die Beschwerden seien in Zusammenhang 

mit anhaltendem psychosozialem Stress bei Überforderung am 

Arbeitsplatz und wiederholten Kränkungserlebnissen bei einer sehr auf 

Perfektion und Leistungsbewusstsein ausgelegten Persönlichkeit 

aufgetreten. Dazu falle eine ausgeprägte Weigerung auf, die Schmerzen 

als nicht körperlich erklärbar zu akzeptieren, wobei eine andauernde Angst 

vor einem schweren körperlichen Leiden geäussert werde. 

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Zusammenfassend könne daher eine undifferenzierte 

Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) diagnostiziert werden. Als 

Empfehlung hielt med. pract. G._____ namentlich fest, medikamentös sei 

ein erneuter Behandlungsversuch mit einem Antidepressivum indiziert, um 

die das Krankheitsbild begleitende Depressivität und Ängstlichkeit günstig 

zu beeinflussen. So könnte mit einer Viertel-Tablette Deroxat 20 mg 

begonnen werden mit einer wöchentlichen Steigerung um je ein weiteres 

Viertel bis auf eine ganze Tablette (vgl. IV-act. 16 S. 19).

4.2. Mit Bericht vom 23. Januar 2020 stellte med. pract. B._____ in 

rheumatologischer Hinsicht folgende Diagnosen: generalisiertes 

Schmerzsyndrom im Sinne einer Fibromyalgie (ICD-10 M79.0) bei u.a. 

einem deutlich positiven WPI-Index mit Summenwerten von 13 

(Schmerzareale) und 11 (Symptomscore), aktuell ohne Limitierung der 

Arbeitsfähigkeit in leichter Putztätigkeit bzw. in der Führung des eigenen 

Haushalts, sowie anamnestisch ein Statuts nach Frozen shoulder links 

(ICD-10 M75.0) ohne aktuell klinisch fassbarer höhergradiger 

Funktionsstörung, bei aber vorstellbarer Minderbelastbarkeit bei 

langdauernden und repetitiven Überkopfarbeiten (vgl. IV-act. 16 S. 6). Zu 

den Untersuchungsbefunden hielt med. pract. B._____ fest, es bestehe 

eine generalisierte Schmerzhaftigkeit mit Akzentuierung im Bereich der 

LWS, des thorakolumbalen Übergangs, im Beckengürtel und der 

Nackenregion. Alle Gelenke der oberen und unteren Extremitäten seien 

auf Palpation dolent, ohne dass in der klinischen Untersuchung eine 

diesbezüglich hinreichend erklärende Pathologie fassbar werde. Neben 

dieser diffusen Schmerzhaftigkeit lasse sich auch mit den seit 2010 zur 

Diagnose chronischer Schmerzsyndrome angewendeten 

Patientenangaben ein Summenwert erreichen, der die Diagnose einer 

Fibromyalgie begründen könne (vgl. IV-act. 16 S. 6). Zur Arbeitsfähigkeit 

führte med. pract. B._____ aus, aus rheumatologischer Sicht sei die 

Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten Putztätigkeit ohne 

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repetitiven Armeinsatz, achsenferne Gewichtsbelastung und 

Überkopfarbeiten genauso wie in der Haushaltsführung zu mindestens 

60 % arbeitsfähig (vgl. IV-act. 16 S. 7). Leichte bis gelegentlich 

mittelschwere Arbeiten im unteren Drittel erschienen zumutbar und 

würden auch in der eigenen Haushaltsführung beim Wäsche waschen und 

feuchten Aufnehmen der Böden bewältigt (IV-act. 16 S. 9). Zudem 

erachtete er eine bidisziplinäre (rheumatologisch-psychiatrische) 

Beurteilung für sinnvoll (vgl. IV-act. 16 S. 8).

4.3. Der behandelnde Psychiater Dr. med. C._____ diagnostizierte am 

3. Februar 2020 eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer 

Anpassungsstörung und erachtete die Beschwerdeführerin aufgrund einer 

übermässigen Erschöpfbarkeit, einem verminderten Antrieb und 

insbesondere einer verminderten Auffassung und Konzentration auch in 

einer adaptierten Tätigkeit für arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 16 S. 21).

4.4. Gestützt auf die am 9. Juni 2020 stattgefundene Untersuchung wies Dr. 

med. D._____ in ihrer Beurteilung eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) sowie eine Anpassungsstörung, längere 

depressive Reaktion, bei Arbeitsplatzproblematik (ICD-10 F43.21) aus. Zu 

den Untersuchungsbefunden hielt Dr. med. D._____ namentlich fest, die 

Beschwerdeführerin sei wach, bewusstseinsklar, allseits orientiert und im 

Kontakt wechselhaft. Die Stimmung sei gereizt und leicht gedrückt. Die 

Beschwerdeführerin habe zwischendurch geweint, sich aber schnell 

beruhigen und sodann – ohne den Faden zu verlieren – berichten können. 

Die Beschwerdeführerin sei antriebsarm und psychomotorisch unruhig. 

Der formale Gedankengang sei kohärent und stringent, sehr umständlich 

und auf die Schmerzen und Probleme am letzten Arbeitsplatz eingeengt. 

Auf die Frage, wie sich die Depression bei ihr äussere, habe die 

Beschwerdeführerin nicht viele Beschwerden nennen können. Im Rapport 

habe sie mehrmals das Wort "demütigend" verwendet. Die Konzentration 

und Aufmerksamkeit seien während der ganzen Exploration erhalten 

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gewesen. Die Beschwerdeführerin leide an Ein- und 

Durchschlafstörungen. Dr. med. D._____ erachtete die 

Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht sowohl in der bisherigen 

wie auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig (vgl. IV-

act. 16 S. 24 f.).

4.5. Mit neurologischem Konsil vom 6. August 2020 berichtete Dr. med. 

H._____, Facharzt für Neurologie, dass bei der Beschwerdeführerin 

zusammenfassend auf dem Boden einer Migräne und eines chronischen 

HWS-Syndroms bei dauerhafter, unregelmässiger und übermässiger 

Einnahme von nicht steroidalen Antiphlogistika zusätzlich zur 

regelmässigen Einnahme am ehesten ein medikamentös induzierter 

Dauerkopfschmerz vorliege (vgl. IV-act. 16 S. 28 f.).

4.6. Im Austrittsbericht vom 14. August 2020 der Klinik I._____ zum 

stationären Rehabilitationsaufenthalt wurden neben dem Verdacht auf 

medikamentös induzierte Dauerkopfschmerzen (DD chronische 

Spannungskopfschmerzen) und der nicht dislozierten Metacarpale-III-

Schaftfraktur links vom 18. April 2020 mit funktionellen Einschränkungen 

folgende Diagnosen gestellt: chronisches Schmerzsyndrom mit 

Panvertebralsyndrom bei Hohlrundrücken bzw. muskulärer Dysbalance 

und Polyarthralgien sowie eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom. 

Für die Zeit nach der stationären Behandlung wurde eine mindestens 

50%ige Arbeitsfähigkeit für mindestens leichte Tätigkeiten ausgewiesen. 

Aus psychischer Sicht bestehe für die bisherige Tätigkeit als 

Reinigungskraft durch die chronischen Schmerzen eine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit von ca. 20 % infolge eines erhöhten Pausenbedarfs 

(vgl. IV-act. 16 S. 30 f.).

4.7. Mit Bericht vom 31. August 2020 diagnostizierte Dr. med. C._____ aus 

psychiatrischer Sicht eine mindestens mittelstarke Depression und führte 

- 15 -

dazu aus, die Beschwerdeführerin leide an gedrückter Stimmung, 

Freudlosigkeit, Antriebsarmut, übermässiger Erschöpfbarkeit, 

vermindertem Selbstwertgefühl, Mühe bei der Konzentration, 

Vergesslichkeit, Gedankenkreisen, vermindertem Appetit und Unruhe. 

Während er die bisherige Tätigkeit für unzumutbar erachtete, sei die 

Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit ab August 2020 

höchstens stundenweise einsetzbar. Die Arbeitsfähigkeit sei teilweise 

auch durch die körperlichen Beschwerden limitiert. Dr. med. C._____ 

äusserte sich auch zur Beurteilung von Dr. med. D._____ gestützt auf die 

Untersuchung vom 9. Juni 2020. Dazu führte er aus, dass die im besagten 

Bericht erwähnten Symptome wie gedrückte Stimmung, 

psychomotorische Unruhe, verminderter Selbstwert (Demütigung), 

Schlafstörungen, kognitive Beeinträchtigung (Vergesslichkeit) und das 

beschriebene Gedankenkreisen nach ICD ausreichen würden für die 

Diagnose einer mittelstarken depressiven Episode. Zudem bemängelte er, 

dass im Bericht von Dr. med. D._____ keine explorativen Elemente 

erkennbar seien. Die Beurteilung stütze sich offenbar rein auf 

Beobachtungen und spontane Angaben der Beschwerdeführerin. Es 

werde explizit erwähnt, dass die Depression nicht näher beschrieben 

werden könne; dies trotz der Äusserung der Beschwerdeführerin zur 

Demütigung (was auch ein verminderter Selbstwert bedeute), 

Vergesslichkeit, verminderten Belastbarkeit im Alltag, Schlafstörungen 

und die beobachtete gedrückte Stimmung (vgl. IV-act. 16 S. 46 f.).

4.8. Im Bericht vom 16. Mai 2021, in welchem der Hausarzt Dr. med. E._____ 

einlässlich auf die Vor- und Krankengeschichte der Beschwerdeführerin 

sowie die aktuelle medizinische Symptomatik einging, 

Untersuchungsbefunde erhob sowie sich zum Behandlungsplan und zur 

Prognose äusserte, wurden folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit ausgewiesen: mittelschwere Depression im Sinne einer 

Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung mit allgemeiner 

- 16 -

Adynamie, chronischem Schmerzsyndrom mit Panvertebralsyndrom, 

muskulären Ansatztendinosen, Polyarthralgien, muskulärer Dysbalance 

sowie nicht dislozierte Metacarpale-III-Schaftfraktur links vom 18. April 

2020 mit funktioneller Einschränkung und Status nach beginnender 

Sudeckdystrophie der linken Hand. Dazu führte Dr. med. E._____ 

namentlich aus, das Hauptproblem bestehe einerseits in der psychischen 

Verfassung der Beschwerdeführerin und andererseits in den damit 

verbundenen körperlichen Schmerzen in den Gelenken, Muskelansätzen 

und im Rücken. In den letzten Jahren habe die Beschwerdeführerin sehr 

viel dazu beigetragen, um ihre körperlichen Beschwerden auf ein 

erträgliches Mass zu reduzieren. Die aktuelle Kränkung und Depression 

führten zu einem Teufelskreis, der sich im Moment kaum lösen lasse. Die 

Beschwerdeführerin sei deshalb regelmässig in psychiatrischer 

Behandlung. Zudem sei sie aufgrund ihrer körperlichen, generalisierten 

und diffusen Beschwerden in der Klinik I._____ zur Rehabilitation 

gewesen. Dieser Aufenthalt habe wenig Effekt gezeigt, da sie sich dort 

wenig verstanden gefühlt habe. Dr. med. E._____ erachtete leichte 

Arbeiten in einem Umfang von 50 % als möglich, sofern sich die Psyche 

verbessere (vgl. IV-act. 28). 

5.1. Die IV-Stelle gelangte in der angefochtenen Verfügung vom 17. August 

2021 zum Schluss, es sei von einer somatisch bedingten Arbeitsfähigkeit 

von 60 % auszugehen, während in psychischer Hinsicht keine Einschrän-

kung der Leistungsfähigkeit bestehe. Dabei stützte sie sich – abgesehen 

von einer geringfügigen Korrektur der Arbeitsfähigkeitseinschätzung – auf 

die Abschlussbeurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. F._____ vom 14. Juni 

2021 ab. Diese führte darin Folgendes aus: Zusammengefasst finde sich 

eine Somatisierungsstörung auf dem Boden einer psychosozialen Belas-

tungssituation. Die depressive Entwicklung im Rahmen der Anpassungs-

störung (per definitionem auf dem Boden von psychosozialen Belastungs-

faktoren) habe sich nicht verselbstständigt und existiere nicht als ei-

- 17 -

genständige Komorbidität. Der psychosoziale Stress stehe im Zusammen-

hang mit einer Überforderung am Arbeitsplatz und wiederholten Krän-

kungserlebnissen. Psychiatrischerseits bestehe gemäss psychiatrischer 

Begutachtung keine bzw. nur eine geringe Arbeitsunfähigkeit, auch wenn 

diese vom behandelnden Psychiater Dr. med. C._____ weiterhin höher-

gradig attestiert werde (Arbeitsunfähigkeit von 50 %), auch unter Berück-

sichtigung der somatischen Situation. Gemäss psychiatrischer Begutach-

tung hätten nur wenige der limitierenden, subjektiv geäusserten Be-

schwerden – auf welche Dr. med. C._____ abstelle und woraus er eine 

eigenständige Komorbidität ableite – objektiviert werden können. Bei-

spielsweise hätten anlässlich der Begutachtung keine kognitive Beein-

trächtigung, psychomotorische Unruhe, Demütigungsgefühle und kein 

verminderter Selbstwert festgestellt werden können und es habe nur eine 

leicht gedrückte Stimmung vorgelegen. Hingegen weise die Beschwerde-

führerin eine sehr auf Perfektion und Leistungsbewusstsein ausgelegte 

Persönlichkeit auf. Betreffend Schlafstörung habe die Beschwerdeführerin 

verschiedentlich angegeben, einen guten Nachtschlaf (zwar mit Proble-

men beim Ein- und Durchschlafen) zu haben. Das Trazodon habe sie 

müde gemacht, weshalb sie es abgesetzt habe. Sie sei nur noch mit Bal-

drian phytotherapeutisch behandelt worden. Dies sei aus psychiatrischer 

Sicht widersprüchlich. Die neu aufgetretenen Schmerzübergebrauchs-

Kopfschmerzen und die wechselnd demonstrierten Funktionseinschrän-

kungen der linken Hand (nach gut verheiltem Mittelhandbruch im April 

2020) vermöchten die ärztlich postulierte Leistungsfähigkeit nicht zusätz-

lich einzuschränken. Bereits im Jahr 2004 sei die Beschwerdeführerin in-

formiert worden, dass ein muskuläres Training bzw. eine Rekonditionie-

rung nötig sei, um dem Fortschreiten und der Chronifizierung der 

Schmerzstörung Einhalt zu gebieten. Dieser Aufforderung bzw. Mitwir-

kungspflicht sei die Beschwerdeführerin nicht nachgekommen. Aus dem 

Bericht des stationären Rehabilitationsaufenthalts vom August 2020 gehe 

hervor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer starken Dekonditio-

- 18 -

nierung (und nicht aufgrund einer Erkrankung) am arbeitsbezogenen Trai-

ningsprogramm nicht habe teilnehmen können. Betreffend Auswirkungen 

der Schmerzstörung auf die Leistungsfähigkeit sei somit auf die 

rheumatologische Beurteilung (Begutachtung) mit einer 40%igen 

Arbeitsunfähigkeit und die hausärztliche Einschätzung mit aktueller 

30%iger Arbeitsunfähigkeit abzustellen; zusammengenommen bestehe 

eine plausible 35%ige Arbeitsunfähigkeit mit den im rheumatologischen 

Gutachten erwähnten Einschränkungen in leidensadaptierter Tätigkeit 

(vgl. IV-act. 48 S. 12 f.). Als solche befand Dr. med. F._____ leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitiven Armeinsatz, achsenferne 

Gewichtsbelastung und Überkopfarbeiten mit Heben von Gewichten bis 

15 kg (repetitiv bis 10 kg; vgl. IV-act. 48 S. 14). Darin attestierte sie der 

Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 65 % ab dem 14. November 

2020 (vgl. IV-act. 48 S. 14), welche sodann von der IV-Stelle in der 

angefochtenen Verfügung vom 17. August 2021 – gestützt auf die 

rheumatologische Beurteilung von med. pract. B._____ – auf 60 % 

reduziert wurde (vgl. IV-act. 47 S. 3 f.). 

5.2. Während die IV-Stelle die Abschlussbeurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. 

F._____ in ihren Ergebnissen für praktisch schlüssig, nachvollziehbar und 

widerspruchsfrei hält, erachtet die Beschwerdeführerin den medizinischen 

Sachverhalt und die sich daraus ergebende Erwerbsunfähigkeit für 

ungenügend abgeklärt. Nachfolgend gilt es somit zu prüfen, ob die IV-

Stelle zu Recht auf die – insbesondere auf den Kurzbeurteilungen von 

med. pract. B._____ und Dr. med. D._____ beruhende – RAD-

Abschlussbeurteilung vom 14. Juni 2021 abgestellt hat oder ob Zweifel an 

deren Zuverlässigkeit oder Schlüssigkeit bestehen.  

6. Hinsichtlich der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustands der 

Beschwerdeführerin erweist sich die RAD-Abschlussbeurteilung vom 

14. Juni 2021 als mangelhaft. Dr. med. F._____ schloss darin auf eine 

- 19 -

Somatisierungsstörung auf dem Boden einer psychosozialen 

Belastungssituation, wobei sich die depressive Entwicklung im Rahmen 

der Anpassungsstörung nicht verselbstständigt habe bzw. diese nicht als 

eigenständige Komorbidität existiere. Als medizinische Beweisgrundlage 

führte sie dabei – genauso wie die IV-Stelle – insbesondere die 

Beurteilung von Dr. med. D._____ vom 9. Juni 2020 an (vgl. IV-act. 48 

S. 12 f.). Diese diagnostizierte darin eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) sowie eine Anpassungsstörung, längere 

depressive Reaktion, bei Arbeitsplatzproblematik (ICD-10 F43.21; vgl. IV-

act. 16 S. 25). Auf diese Beschwerdebilder ist die Rechtsprechung 

gemäss BGE 141 V 281 anwendbar (vgl. BGE 143 V 409 und 418). 

Demnach beurteilt sich die Frage, ob eine psychische Störung zu einer 

Arbeitsunfähigkeit führt, welche auch rechtlich bedeutsam ist, in 

Nachachtung von Art. 7 Abs. 2 ATSG grundsätzlich auf der Grundlage 

eines strukturierten Beweisverfahrens (vgl. BGE 145 V 361 E.3, 4.1 und 

4.3, 144 V 50 E.4.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_475/2019 vom 

15. November 2019 E.4.2.2, 9C_547/2019 vom 14. Oktober 2019 E.6.1). 

Ein solches bleibt entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger 

fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar 

begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen 

Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen 

Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann. Namentlich in 

Fällen, bei denen nach bestehender Aktenlage überwiegend 

wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung 

auszugehen ist, die ihrerseits nicht schon als chronifiziert gelten kann und 

auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es daher in aller Regel 

keiner Weiterungen in Form eines strukturierten Beweisverfahrens (vgl. 

BGE 145 V 215 E.7, 143 V 409 E.4.5.3; Urteile des Bundesgerichts 

8C_62/2020 vom 22. September 2020 E.4.3, 8C_415/2018 vom 

12. Dezember 2018 E.4.2). Eine solche Konstellation ist vorliegend 

allerdings nicht gegeben (vgl. dazu nachstehende Erwägung 6.2).

- 20 -

6.1. Zunächst gilt es festzuhalten, dass es der Beurteilung von Dr. med. 

D._____ bereits an einer nachvollziehbaren Diagnosestellung fehlt, 

welche es den Rechtsanwendenden erlauben würde zu beurteilen, ob die 

klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten worden sind (vgl. 

dazu BGE 145 V 215 E.5.1, 143 V 418 E.8.1, 143 V 124 E.2.2.2, 142 V 

106 E.3.3, 141 V 281 E.2.1 ff., 130 V 396 E.5.2 ff.; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_80/2020 vom 15. September 2020 E.3.2, 8C_41/2019 

vom 9. Mai 2019 E.7.2, 8C_376/2018 vom 9. Oktober 2018 E.3.2). So 

leitete Dr. med. D._____ die von ihr ausgewiesene anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung nicht her und sie gab auch nicht an, aus 

welchen (vorbefundlichen) Untersuchungsergebnissen bzw. 

(anamnestischen) Angaben sie diese ableitete. Ähnlich verhält es sich mit 

Blick auf die von ihr ausgewiesene Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion bei einer Arbeitsplatzproblematik. Entgegen der 

Auffassung der IV-Stelle können den von Dr. med. D._____ erhobenen 

Untersuchungsbefunden typische Symptome für eine Depression 

entnommen werden (so z.B. gedrückte Stimmung, Verminderung des 

Antriebs, Schlafstörungen und – entgegen der Darlegung der RAD-Ärztin 

Dr. med. F._____ in der Abschlussbeurteilung vom 14. Juni 2021 [vgl. IV-

act. 48 S. 13] – auch psychomotorische Unruhe, Demütigungsgefühle und 

verminderter Selbstwert; vgl. auch den Bericht von Dr. med. C._____ vom 

31. August 2020, welcher aufgrund der im Bericht von Dr. med. D._____ 

erwähnten Symptome eine mittelgradige depressive Episode als 

ausgewiesen erachtete [IV-act. 16 S. 47]; vgl. ferner das 

Evaluationsgespräch Eingliederung vom 30. März 2021 [IV-act. 22 S. 5]). 

Aus ihrer Beurteilung und anhand der beruflichen Anamnese erhellt 

allerdings nicht, weshalb die depressive Symptomatik nicht – wie von Dr. 

med. F._____ in der RAD-Abschlussbeurteilung verneint – im Sinne einer 

verselbstständigten, gegebenenfalls chronifizierten Erkrankung zu 

interpretieren ist (vgl. dazu den Bericht von Dr. med. C._____ vom 

31. August 2020 [IV-act. 16 S. 46 f.] sowie den Austrittsbericht der Klinik 

- 21 -

I._____ vom 14. August 2020 [IV-act. 16 S. 30 ff.]), sondern auf eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion bei einer 

Arbeitsplatzproblematik zu schliessen ist.

Dies erscheint auch deshalb erklärungsbedürftig, weil med. pract. 

G._____ bereits mit Bericht vom 5. Januar 2004 in Zusammenhang mit 

anhaltendem psychosozialem Stress bei Überforderung am Arbeitsplatz 

und wiederholten Kränkungserlebnissen (bei einer sehr auf Perfektion und 

Leistungsbewusstsein ausgelegten Persönlichkeit) aufgetretene 

Beschwerden beschrieb, wobei seiner Ansicht nach das Krankheitsbild 

durch eine Depressivität begleitet wurde (vgl. IV-act. 16 S. 19; vgl. ferner 

den Bericht von Dr. med. E._____ vom 16. Mai 2021 [IV-act. 28 S. 2]). 

Inwiefern nun mehr als 16 Jahre später noch von einer 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion ausgegangen 

werden kann, wenn nach deren Klassifikationskriterien der (leichte) 

depressive Zustand als Reaktion auf eine länger anhaltende 

Belastungssituation nicht länger als zwei Jahre dauern kann (vgl. hierzu 

DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer 

Störungen, ICD-10 Kapital V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl., 

2014, S. 210), leuchtet nicht von Vornherein ein. Dies umso weniger, als 

im Austrittsbericht der Klinik I._____ vom 14. August 2020 in weitgehender 

Übereinstimmung mit den Berichten von Dr. med. C._____ vom 

31. August 2020 und Dr. med. E._____ vom 16. Mai 2021 eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive 

Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1), diagnostiziert wurde 

(vgl. IV-act. 16 S. 30 ff.). Nach dem Gesagten mangelt es der Beurteilung 

von Dr. med. D._____ vom 9. Juni 2020 also bereits an lege artis 

gestellten bzw. hergeleiteten Diagnosen, derer es bedarf, um 

invalidenversicherungsrechtlich relevante funktionelle Auswirkungen der 

ausgewiesenen psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen feststellen 

bzw. solche ausschliessen zu können (vgl. BGE 145 V 215 E.5.1, 143 V 

- 22 -

418 E.8.1, 143 V 409 E.4.5.2, 141 V 281 E.2.1, 130 V 396 E.6.2 ff.; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_407/2020 vom 3. März 2021 E.4.2, 8C_175/2018 

vom 27. September 2018 E.4, 9C_262/2018 vom 22. August 2018 

E.4.2.1).

6.2. Darüber hinaus legte Dr. med. D._____ nicht in nachvollziehbarer Weise 

unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 

und Kompensationspotenzialen dar, weshalb die von ihr ausgewiesenen 

Diagnosen (anhaltende somatoforme Schmerzstörung und Anpassungs-

störung mit längerer depressiver Reaktion bei einer Arbeitsplatzsympto-

matik) keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben sollen. Hinzu 

kommt, dass – wie bereits in vorstehender Erwägung 6.1 dargelegt – sich 

widersprechende ärztliche Diagnosen mit unterschiedlichen Beurteilungen 

zu deren Auswirkungen auf das tatsächlich erreichbare 

Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin im Recht liegen. So hielt Dr. 

med. C._____ in seinem Bericht vom 31. August 2020 fest, dass aus 

psychiatrischer Sicht eine mindestens mittelstarke Depression vorliege 

und in einer leidensadaptierten Tätigkeit ab August 2020 eine 

Arbeitsfähigkeit stundenweise denkbar wäre (vgl. IV-act. 16 S. 47; vgl. 

ferner den Austrittsbericht der Klinik I._____ vom 14. August 2020 [IV-

act. 16 S. 31]). Dieser Einschätzung kann der Beweiswert nicht 

grundsätzlich abgesprochen werden; insbesondere mangelt es Dr. med. 

C._____ als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie nicht an der 

nötigen fachärztlichen Qualifikation. Zudem erhob er einen Psychostatus, 

setzte sich mit der Beurteilung von Dr. med. D._____ einlässlich 

auseinander und zeigte nachvollziehbar auf, weshalb auch anhand der 

darin erhobenen Befunde auf eine mittelgradige depressive Episode zu 

schliessen gewesen wäre (vgl. IV-act. 16 S. 46 f.). 

6.3. Aufgrund der von der RAD-Abschlussbeurteilung und der Beurteilung von 

Dr. med. D._____ vom 9. Juni 2020 abweichenden fachärztlichen 

Einschätzung mit Diagnose einer die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden, 

- 23 -

mindestens mittelgradigen depressiven Störung, der aktenkundigen 

somatoformen Schmerzstörung und einer somatischen Komorbidität (vgl. 

dazu nachstehend) geht es nicht an, wenn die IV-Stelle ohne weitere 

medizinische Abklärungen annahm, es liege keine psychische Erkrankung 

mit funktionellen Auswirkungen vor. Vielmehr wäre bei den 

ausgewiesenen psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein strukturiertes 

Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 durchzuführen 

gewesen (vgl. BGE 143 V 409 E.4.5.2, 143 V 418 E.6). Eine solche 

Auseinandersetzung mit den massgeblichen Beweisthemen ist vorliegend 

weder in der Beurteilung von Dr. med. D._____ vom 9. Juni 2020 noch in 

der RAD-Abschlussbeurteilung vom 14. Juni 2021 erfolgt, weshalb das 

aus psychiatrischer Sicht tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen nicht 

zuverlässig eingeschätzt werden kann. Da auch die in den Akten 

liegenden fachärztlichen Berichte keine umfassende Beurteilung anhand 

der systematisierten Indikatoren erlauben, präsentiert sich – wie von der 

Beschwerdeführerin zu Recht vorgebracht – der rechtserhebliche 

Sachverhalt als ungenügend abgeklärt.

7.1. Des Weiteren vermag die RAD-Abschlussbeurteilung vom 14. Juni 2021 

auch mit Blick auf die Beurteilung der somatischen Beschwerden nicht 

restlos zu überzeugen. Zwar hat die IV-Stelle in der angefochtenen 

Verfügung vom 17. August 2021 eine Korrektur der von der RAD-Ärztin 

Dr. med. F._____ – gestützt auf die rheumatologische Beurteilung von 

med. pract. B._____ und die hausärztlichen Einschätzung – als plausibel 

erachteten Arbeitsfähigkeitseinschätzung von 65 % vorgenommen und 

diese auf 60 % reduziert. Begründend führte sie aus, der behandelnde 

Arzt Dr. med. E._____ habe die von ihm attestierte 30%ige 

Arbeitsfähigkeit (recte: Arbeitsunfähigkeit, vgl. dazu IV-act. 28 S. 1 und IV-

act. 36 S. 16) aufgrund der Unfallfolgen ausgestellt und gehe ansonsten 

global von einer aus somatischer Sicht 50%igen Arbeitsfähigkeit aus. 

- 24 -

Damit könne vorliegend nicht gestützt auf den Hausarzt von einer höheren 

als der 40%igen Arbeitsfähigkeit (recte: Arbeitsunfähigkeit) gemäss der 

rheumatologischen Beurteilung von med. pract. B._____ ausgegangen 

werden (vgl. IV-act. 47 S. 4). Abgesehen davon, dass diese Begründung 

für die vorgenommene Korrektur der Arbeitsfähigkeit nicht einleuchtet, 

vermag die rheumatologische Beurteilung von med. pract. B._____ vom 

23. Januar 2020, auf dessen Arbeitsfähigkeitseinschätzung die IV-Stelle 

in der angefochtenen Verfügung vom 17. August 2021 letztlich abstellt, 

ihrerseits die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 

Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen nicht 

zu erfüllen (vgl. hierzu BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2, 8C_144/2021 vom 

27. Mai 2021 E.2.4 [vgl. vorstehende Erwägung 3.2.2]). Zwar erfolgte die 

ergänzende Stellungnahme von med. pract. B._____ vom 27. Januar 

2020, worin er feststellte, die ihm vom Hausarzt zugestellten Berichte 

kämen zur weitgehend gleichen Beurteilung wie er (vgl. IV-act. 16 S. 10), 

ausweislich in Kenntnis gewisser Vorakten. Die Beurteilung vom 

23. Januar 2020 berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten 

Beschwerden indes nur rudimentär (vgl. IV-act. 16 S. 5 unten) und die 

anlässlich der Untersuchung erhobenen Befunde erweisen sich als 

oberflächlich, unspezifisch und sehr knapp (vgl. IV-act. 16 S. 6 oben). Vor 

allem aber leuchtet der Bericht von med. pract. B._____ weder in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge bzw. des 

Gesundheitszustands noch hinsichtlich der daraus gezogenen 

Schlussfolgerungen zur versicherungsrechtlich relevanten Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit ein. So sind seiner Ansicht nach die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Druckdolenzen in den Gelenken der 

oberen und unteren Extremitäten (in der klinischen Untersuchung) nicht 

mit einer hinreichend erklärenden Pathologie fassbar und er führt mit Blick 

auf die generelle Schmerzsymptomatik – entgegen den Vorakten (vgl. 

Untersuchungsbericht Innere Medizin und Rheumatologie der Klinik 

- 25 -

I._____ vom 22. Dezember 2003 [IV-act. 16 S. 16]) – die Möglichkeit einer 

Fibromyalgie an. Das entsprechend (mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit) diagnostizierte generalisierte Schmerzsyndrom im Sinne 

einer Fibromyalgie hat seiner Auffassung nach aber keine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit in einer leichten Putztätigkeit zur Folge (vgl. IV-act. 16 

S. 6). Dennoch attestiert er aus rheumatologischer Sicht eine 

Arbeitsfähigkeit von (mindestens) 60 % in einer körperlich leichten 

Putztätigkeit ohne repetitiven Armeinsatz, achsenferne 

Gewichtsbelastung und Überkopfarbeiten (vgl. IV-act. 16 S. 7). Diese lässt 

sich aber mit der weiteren von ihm gestellten anamnestischen Diagnose 

eines Status nach Frozen shoulder links nicht hinreichend erklären, sind 

deren funktionellen Auswirkungen nach seinen Angaben doch insoweit zu 

relativieren, als eine Minderbelastbarkeit bei langdauernden und 

repetitiven Überkopfarbeiten lediglich vorstellbar sei (vgl. IV-act. 16 S. 6). 

Andere versicherte, gesundheitliche Beeinträchtigungen aus dem 

rheumatologischen Fachgebiet, welche die Arbeits‑ bzw. Erwerbsfähigkeit 

einschränken, werden nicht genannt. Insoweit kann der Beurteilung von 

med. pract. B._____ vom 23. Januar 2020 somit keine Beweiskraft 

beigemessen werden.

7.2. Zu beachten ist zudem was folgt: Wenn aufgrund einer mit psychischen 

Leiden vergleichbaren rheumatologischen Erkrankung im Sinne einer 

Fibromyalgie eine Einschränkung in der Leistungsfähigkeit attestiert wird, 

ist rechtsprechungsgemäss grundsätzlich ein strukturiertes 

Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zur Klärung deren 

invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz durchzuführen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_204/2021 vom 26. Mai 2021 E.4.1.3). Eine solche 

Indikatorenprüfung wurde vorliegend unterlassen, obwohl sich das von 

med. pract. B._____ diagnostizierte generalisierte Schmerzsyndrom im 

Sinne einer Fibromyalgie seiner Ansicht nach (zumindest) in qualitativer 

Hinsicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. 

- 26 -

8. Im Ergebnis ist die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit an die IV-Stelle 

zurückzuweisen, damit diese nach externer ergänzender 

sachverständiger bzw. fachärztlicher Abklärung des medizinischen 

Sachverhalts (mindestens) in den Fachbereichen Rheumatologie und 

Psychiatrie gestützt auf die dannzumal vollständigen medizinischen 

Unterlagen und – gegebenenfalls – unter Abklärung der Einschränkungen 

im Haushalt neu über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin 

entscheide. Vor diesem Hintergrund erübrigen sich Weiterungen zur 

spezifischen fachärztlichen Qualifikation der RAD-Ärztin Dr. med. 

F._____, wobei anzumerken bleibt, dass diese im Jahr 2021 den 

Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie erlangt hat (vgl. 

www.doctorfmh.ch, zuletzt besucht am 2. November 2021).

9.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Die Rückweisung zu weiteren Abklärungen gilt praxisgemäss als 

vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei bezüglich der 

Verteilung der Gerichtskosten und der Zusprache einer 

Parteientschädigung (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 E.7.1, 132 V 

215 E.6.2). Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind die 

Gerichtskosten von CHF 700.-- demnach der IV-Stelle zu überbinden (vgl. 

Art. 73 Abs. 1 VRG).

9.2. Die Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten zu Lasten der IV-Stelle. Die Bemessung der 

- 27 -

Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, 

wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regelmässig von der 

Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übrigen wird die 

Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Ingress ATSG nach 

dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E.9.2, 9C_321/2018 vom 

16. Oktober 2018 E.6.1, 9C_688/2009 vom 19. November 2009 

E.3.1.1 f.). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach 

Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der 

Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) 

Aufwand sowie (üblichen) Stundenansatz ausgeht. Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin reichte dem Gericht am 1. Oktober 2021 eine 

Honorarnote über CHF 3'164.30 (11.41 Stunden à CHF 250.-- [2'852.50] 

zzgl. 3 % Kleinspesenpauschale [CHF 85.55] und 7.7 % MWST 

[CHF 226.25]) ein. Da vorliegend keine Honorarvereinbarung im Recht 

liegt, ist der Stundenansatz praxisgemäss auf CHF 240.-- zu reduzieren 

(vgl. statt vieler Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

R 17 86 vom 17. April 2018 E.5.2). Insgesamt ist somit eine 

Entschädigung von CHF 3'037.75 (11.41 Stunden à CHF 240.-- 

[CHF 2'738.40] zzgl. 3 % Kleinspesenpauschale [CHF 82.15] und 7.7 % 

MWST [CHF 217.20]) angemessen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

17. August 2021 wird aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren me-

dizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuem Ent-

scheid an die IV-Stelle des Kantons Graubünden zurückgewiesen. 

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2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ mit CHF 3'037.75 

(inkl. Auslagen und MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]