# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 57f63091-cde9-599d-a6ea-17be635cdccb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.01.2022 200 2021 150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-150_2022-01-20.pdf

## Full Text

200 21 150 IV publiziert in BVR 2022 S. 255
MAK/ZID/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Januar 2022

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Januar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2022, IV/21/150, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1982 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter ..., meldete sich erstmals im September 2007 unter Hinweis auf 
einen Arbeitsunfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1, 16/55 f.). Nach 
Durchführung beruflicher Massnahmen – insbesondere einer Umschulung 
zum ... (AB 22, 33, 43, 51, 80) – und rentenausschliessender Eingliederung 
(vgl. AB 79) verneinte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
mit Verfügung vom 2. Juli 2013 einen Anspruch auf eine Invalidenrente 
(AB 82).

B.

Am 3. Februar 2014 erlitt der Versicherte einen ...unfall mit Fussgelenks-
fraktur, wobei er nach Behandlungsabschluss beschwerdefrei war 
(AB 103.5/7, 103.4/47). Nach einer erneuten Verletzung desselben Fusses 
am 10. Mai 2015 (AB 103.7) war der Versicherte eigenen Ausführungen 
zufolge nie mehr beschwerdefrei (AB 103.4/39 ff.); im März 2016 erfolgte 
ein operativer Eingriff (OSG-Arthroskopie; AB 103.4/30 ff.). In der Folge 
persistierten neuropathische Schmerzen (AB 103.4/1 ff., 127.19).

Infolgedessen meldete sich der Versicherte im Januar 2017 erneut zum 
Leistungsbezug an (AB 84). Im Rahmen erwerblicher und medizinischer 
Abklärungen liess die IVB den Versicherten polydisziplinär begutachten 
(Expertise vom 6. Februar 2019 [AB 150.2]). Die Gutachter forderten ein 
Sistieren des jahrelangen Cannabiskonsums (Abhängigkeitssyndrom; 
AB 150.2/5 Mitte, 150.2/10 Ziff. 4.2, 150.2/12 Ziff. 4.10). Auf Empfehlung 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 161, 176, 181) forderte die 
IVB den Versicherten mit Einschreiben vom 10. März 2020 (AB 179) zur 
Schadenminderung bzw. zu kontrollierter Suchtmittelabstinenz auf, was 
sich gemäss Schreiben vom 15. April 2020 (AB 183) explizit auch auf die 
ärztlich verschriebene und vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bewilligte 

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Cannabistinktur (vgl. AB 155/2 unten, 164, 180/2) bezog, und wies ihn auf 
die Folgen bei einer Nichterfüllung hin. Mit Schreiben vom 22. April 2020 
liess der Versicherte die medizinische Indikation einer Cannabisabstinenz 
bestreiten (AB 186). Eine kurzfristig auf den 2. Juni 2020 angesetzte Urin-
probe (vgl. AB 191) wies auf einen deutlichen Beikonsum von Cannabino-
iden hin (AB 192, 194). Am 27. Juli 2020 nahm die IVB Stellung zum 
Schreiben vom 22. April 2020 und informierte über den positiven Nachweis 
von Cannabinoiden in der Urinprobe vom 2. Juni 2020 (AB 197). Auch eine 
weitere Urinprobe vom 24. September 2020 (AB 206; vgl. auch AB 203) 
erbrachte nach Ansicht des RAD (weiterhin) den Nachweis eines nicht ärzt-
lich verordneten Beikonsums von Cannabinoiden (AB 205). Mit Vorbe-
scheid vom 1. Oktober 2020 stellte die IVB in Aussicht, wegen Nichtnach-
kommens der Aufforderung zur Schadenminderung das Dossier im Einglie-
derungsmanagement abzuschliessen (AB 207). Auf Einwand des Versi-
cherten (AB 213, 218) und Stellungnahmen des RAD (AB 222 f., 225 f.) hin 
verfügte die IVB am 14. Januar 2021 den Abschluss der beruflichen Mass-
nahmen (AB 227).

C.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 16. Februar 2021 Beschwerde erheben und beantragen, 
in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm der Anspruch auf be-
rufliche Massnahmen im Sinne des Bundesgesetztes vom 19. Juni 1959 
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zuzusprechen, unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2021 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Schlussbemerkungen vom 1. April 2021 hielt der Beschwerdeführer an 
seinem Beschwerdeantrag fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. Januar 2021 
(AB 227). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche Massnah-
men.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hin-
sicht – vorbehältlich der besonderen übergangsrechtlichen Bestimmungen, 
welche hier jedoch nicht erfüllt sind (vgl. Übergangsbestimmungen zur Än-
derung vom 19. Juni 2020 des IVG) – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 
massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 
E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) und die angefochtene Verfügung 
vor dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 datiert 
(AB 227), ist der Leistungsanspruch nach den bis 31. Dezember 2021 gel-
tenden Normen zu prüfen, wobei die vorliegend anwendbaren Normen oh-
nehin keine Änderung erfahren haben.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.1.2 Fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Abhängigkeitssyndromen 
bzw. Substanzkonsumstörungen kann nicht zum vornherein jede invaliden-
versicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen werden. Vielmehr ist 
– gleich wie bei allen anderen psychischen Erkrankungen – nach dem 
strukturierten Beweisverfahren (BGE 141 V 281) zu ermitteln, ob und ge-
gebenenfalls inwieweit sich ein fachärztlich diagnostiziertes Abhängigkeits-
syndrom im Einzelfall auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person aus-
wirkt (BGE 145 V 215 E. 5.3.3 S. 226 und E. 7 S. 228).

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2.2

2.2.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumut-
baren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentli-
che Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit 
verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu 
bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt 
oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die 
Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit 
einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine 
Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 
Abs. 4 ATSG).

Der Tatbestand des Art. 21 Abs. 4 ATSG enthält verschiedene Elemente: 
Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leis-
tung wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt einerseits die 
Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizinischen Behandlung oder erwerb-
lichen Eingliederung voraus. Zum andern muss diese Vorkehr geeignet 
sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür 
bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine – je nach den 
Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die 
Vorkehr erfolgreich gewesen wäre (SVR 2019 IV Nr. 16 S. 49 E. 3.3). Im 
Weiteren muss sich die versicherte Person einer solchen Massnahme wi-
dersetzt oder entzogen oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare 
dazu beigetragen haben; ab welchem Zeitpunkt eine entsprechende An-
nahme getroffen werden darf, ist von der richtigen Durchführung des Mahn- 
und Bedenkzeitverfahrens abhängig. Im Übrigen muss die Sanktion in ihrer 
konkreten Gestalt verhältnismässig sein, indem das Kürzungsmass und die 
voraussichtliche günstige Wirkung der zumutbaren Massnahme auf den 
Erwerbsschaden einander entsprechen (SVR 2017 IV Nr. 65 S. 204 E. 2.2 
und 4.1.1).

Bei der Schadenminderungspflicht der versicherten Person handelt es sich 
um einen allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts (BGE 129 
V 460 E. 4.2 S. 463; SVR 2020 EL Nr. 6 S. 23 E. 7.3.1). Einer versicherten 
Person sind im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zu-
zumuten, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, 

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wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte (BGE 140 V 267 
E. 5.2.1 S. 274).

2.2.2 Art. 21 Abs. 4 ATSG ist auch in der IV anwendbar (Art. 1 IVG), wird 
aber im IVG wie folgt ergänzt: Die versicherte Person muss alles ihr Zu-
mutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsun-
fähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 
ATSG) zu verhindern. Sodann muss sie an allen zumutbaren Massnah-
men, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Ein-
gliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestell-
ten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen, insbesondere an Massnah-
men der Frühintervention, Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf 
die berufliche Eingliederung, Massnahmen beruflicher Art, medizinischen 
Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversi-
cherung (KVG; SR 832.10) und Massnahmen zur Wiedereingliederung von 
Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern (Art. 7 Abs. 1 und 2 IVG). Als 
zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Per-
son dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszu-
stand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG).

Kommt die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder Art. 43 
Abs. 2 ATSG nicht nach, können ihr die Leistungen vorübergehend oder 
dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich ge-
mahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine ange-
messene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 
ATSG).

2.2.3 Sowohl bei sekundären Suchtgeschehen wie auch bei primären 
Abhängigkeitssyndromen ist die Anordnung einer Entzugsbehandlung im 
Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im 
Abklärungsverfahren nicht statthaft, würde damit doch die Qualifikation des 
Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum 
vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb 
auszuscheiden vorweggenommen. Wie es sich damit verhält, ist indes im 
Abklärungsverfahren erst zu untersuchen. Demgegenüber darf eine 
Entzugsbehandlung als Behandlungsmassnahme – sofern im konkreten 
Fall zumutbar – jederzeit zur Schadenminderung angeordnet werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2022, IV/21/150, Seite 8

(Entscheid des BGer vom 7. November 2019, 9C_309/2019, E. 4.2.2). 
Kommt die versicherte Person den ihr auferlegten 
Schadenminderungspflichten nicht nach, sondern erhält willentlich den 
krankhaften Zustand aufrecht, ist nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 
Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich 
(BGE 145 V 215 E. 5.3.1 S. 225).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
vom 14. Januar 2021 (AB 227) unter Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG fest, 
die Laborkontrollen vom 2. Juni und vom 24. September 2020 hätten ge-
zeigt, dass der Beschwerdeführer der Aufforderung zur Schadenminderung 
mittels mindestens sechsmonatiger Cannabisabstinenz nicht nachgekom-
men sei. Das Dossier im Eingliederungsmanagement werde deshalb abge-
schlossen.

In Bezug auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers präsentie-
ren sich die Akten – soweit entscheidwesentlich – wie folgt:

3.1.1 In der gutachterlichen Konsensbeurteilung der C.________ (ME-
DAS), vom 6. Februar 2019 diagnostizierten die Gutachter mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine linksseitige Neuropathie des Nervus suralis 
sowie eine leichtgradige Chondromalazie linkes oberes Sprunggelenk und 
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (u.a.) eine psychische und 
Verhaltensstörung durch Cannabinoide: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 
F12.2; AB 150.2/10 Ziff. 4.2). In den hiesigen objektiven Befunden zeigten 
sich eine leichte Schädigung des Nervus suralis links mit assoziierten sen-
siblen Störungen, auch über das Versorgungsareal des Nervus suralis hin-
ausgehende sensible Störungsangaben, wobei insgesamt kein konsistenter 
gravierender schmerzgeplagter Eindruck bestanden habe. Eine gravieren-
de orthopädische Auffälligkeit habe sich klinisch nicht ergeben, der Bildbe-
fund einer knöchernen Auffälligkeit im Bereich des linken Fusses sei gering 
ausgeprägt und erkläre die (ehedem neuropathischen) Beschwerden nicht. 
Psychiatrische Auffälligkeiten hätten sich im klinischen Befund nach AMDP 
nicht ergeben. Das Labor zeige einen Cannabiskonsum, die Anamnese 

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spreche für einen jahrelangen Konsum im Sinne einer Abhängigkeit. Der 
Carbamazepinspiegel im Blut sei niedrig gewesen, hier bestünden also 
erhebliche Behandlungsreserven. Da unerwünschte Wirkungen antineur-
opathischer Pharmaka bei einschleichender Dosierung in der Regel rasch 
nachliessen und beim Beschwerdeführer zudem ein die Kognition und 
Wachheit beeinträchtigender reversibler Faktor (Cannabiskonsum) vorliege 
und der klinische Eindruck keine Störung von Konzentration und Wachheit 
bestätige, sei es zumindest fraglich, ob hier eine reklamierte Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit hinreichend erklärende Störung attestierbar sei. Zu-
mindest sei hier zunächst einmal der Cannabiskonsum zu revidieren, um 
dessen Störeffekt zu beseitigen (AB 150.2/5). Der Cannabiskonsum könne 
nämlich negativ mit kognitiven Funktionen und der Wachheit korrelieren, 
mithin könne er auch negativ mit einer lege artis antineuropathischen The-
rapie interferieren (AB 150.2/12 Ziff. 4.10).

Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter Dr. med. D.________, Facharzt 
für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, führte der Be-
schwerdeführer im Rahmen der (vertiefenden) Befragung aus, seit Jahren 
Cannabis zu konsumieren. In der Jugend habe er fast jeden Tag geraucht, 
was seiner Konzentrationsfähigkeit damals nicht geschadet habe. Er erin-
nere sich, dass er z.B. die Schulung zum ... erfolgreich absolviert habe, 
obwohl er jeden Tag Cannabis geraucht habe. Mittlerweile rauche er etwa 
dreimal in der Woche am Abend einen "Joint"; dies helfe ihm beim Schlafen 
und wirke auch etwas gegen die Schmerzen (AB 150.7/23; vgl. 
AB 150.3/22: "[…] circa 1x/Tag am Abend Cannabis zu konsumieren", aber 
auch AB 150.5/22: "Ein Drogenkonsum wird verneint." und 150.6/22: "[…] 
rauche gelegentlich eine Marihuana-Zigarette"). In diesem Zusammenhang 
wies der Gutachter darauf hin, der aktuelle Cannabiskonsum werde mit der 
positiven Wirkung auf Schlafverhalten und einer leichten Schmerzreduktion 
"alibisiert". Auf psychiatrischem Fachgebiet sei somit die Diagnose einer 
Cannabisabhängigkeit zu stellen, wobei insbesondere im Hinblick auf die 
reklamierten Konzentrationsstörungen eine möglichst rasche Reduktion 
des Cannabisgebrauchs mit dem Ziel einer kompletten Abstinenz sinnvol-
lerweise unter suchttherapeutischer Supervision zu empfehlen sei. Der 
Cannabiskonsum sei auch geeignet, mit der erfolgenden Medikation nega-
tiv zu interferieren, Pharmaka-Nebenwirkungen ggf. zu verstärken, insbe-

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sondere dann, wenn ggf. eine Steigerung der antineuropathischen Medika-
tion ins Auge gefasst würde. Der Cannabiskonsum sollte sistiert werden, da 
dieser auch die Eignung zum Führen von Kfz in Frage stelle. Entsprechen-
de Compliance-Kontrollen und Unterweisungen durch die Behandler hin-
sichtlich der nicht gegebenen Fahreignung bei einem fortgesetzten Konsum 
seien zu empfehlen (AB 150.7/28 ff.). 

3.1.2 Erstmals mit Bericht vom 21. Mai 2019 wies Dr. med. E.________, 
Fachärztin für Anästhesiologie, Spital F.________, auf den intermittieren-
den Versuch des Beschwerdeführers hin, zur Schlafverbesserung abends 
Cannabis einzunehmen (AB 155/2 unten). Dies sei mit ihrem Wissen er-
folgt. Ein Antrag zur Bewilligung einer Cannabistherapie beim BAG (vgl. 
AB 164/2 f.: Ausnahmebewilligung vom 23. Mai 2019 bis 31. Mai 2020 für 
Cannabistinktur, normiert max. 5 % THC-Gehalt, zu beziehen bei der Apo-
theke G.________) sei beantragt worden. Cannabis sei nicht tagsüber ein-
genommen worden. Die Konzentrationsprobleme und Müdigkeit seien nicht 
auf den Cannabiskonsum, sondern auf das Medikament Tegretol, den 
schlechten Schlaf und die immer wieder blitzartig einschiessenden 
Schmerzattacken zurückzuführen (AB 155/3 unten). 

3.1.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Neurologie, 
führte im Bericht vom 5. Juli 2019 aus, Cannabis sei natürlich nicht förder-
lich für die Konzentration und es sei nicht erwiesen, dass Cannabis bei der 
Behandlung von neuropathischen Schmerzen wirksam sei. Insofern beste-
he denn auch ein Widerspruch, dass die Medikation wenig gut toleriert 
werde, das Cannabis hingegen schon (AB 160/4 unten).

Unter Hinweis auf diese Ausführungen und die Empfehlungen im Gutach-
ten (vgl. E. 3.1.1 hiervor) erachtete der RAD-Arzt Dr. med. I.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, die Aufforderung zur Cannabisab-
stinenz als angezeigt (AB 161/5).

3.1.4 Gemäss Telefonnotiz des Sachbearbeiters der involvierten Unfall-
versicherung (J.________) vom 26. August 2019 bezog der Beschwerde-
führer seit Ausstellung der Ausnahmebewilligung am 23. Mai 2019 (vgl. 
AB 164/2 f.) noch nie eine Cannabistinktur (AB 165.7).

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3.1.5 Gegenüber dem Kreisarzt der J.________, Dr. med. K.________, 
Facharzt für Chirurgie, führte der Beschwerdeführer anlässlich der 
kreisärztlichen Untersuchung vom 10. September 2019 (auf Nachfrage hin) 
aus, das verordnete Cannabisprodukt (gewollt) nicht in Anspruch genom-
men zu haben, jedoch im privaten Bereich gelegentlich (maximal dreimal 
wöchentlich) Cannabis zu konsumieren, insbesondere dann, wenn er 
abends nicht zur Ruhe komme (AB 168.9/3 ff.). Der Kreisarzt bezeichnete 
die Cannabisbehandlung als kontraproduktiv; diese würde mehr Probleme 
schaffen als lösen, sodass eine entsprechende Durchführung der geneh-
migten, nicht aber in Anspruch genommenen Behandlung nicht sinnvoll 
erscheine, zumal der private Cannabis-Beikonsum letztendlich nicht genau 
kontrolliert werden könne. Er habe den Beschwerdeführer darauf aufmerk-
sam gemacht, dass der private Cannabiskonsum auch bei der Konzentrati-
onsstörung unter Umständen einen Einfluss haben könne (AB 168.9/5 f.).

3.1.6 Gestützt auf die Akten der J.________ (vgl. E. 3.1.4 hiervor) wie-
derholte der RAD-Arzt Dr. med. I.________ im Bericht vom 17. Februar 
2020 seine Empfehlung, den Beschwerdeführer mittels Mahn- und Be-
denkzeitverfahren zur Abstinenz von Cannabis und anderen Drogen aufzu-
fordern und entsprechende Kontrollen (Urinanalysen) kurzfristig im RAD 
vornehmen zu lassen (AB 176/6 f.).

3.1.7 Mit Aktennotiz vom 18. Februar 2020 hielt die zuständige Sachbe-
arbeiterin der Beschwerdegegnerin fest, der Beschwerdeführer habe seit 
Ausstellung der einjährigen Ausnahmebewilligung am 23. Mai 2019 (vgl. 
AB 164/2 f.) erst einmal im November 2019 die Cannabistinktur (10 ml zu 
Fr. 120.--) bezogen (AB 177; vgl. auch AB 178.11/2 oben). 

3.1.8 Im Nachgang zur Aufforderung zur Schadenminderung am 10. März 
2020 (Einhaltung einer mindestens sechsmonatigen Suchtmittelabstinenz; 
AB 179) wies der Beschwerdeführer darauf hin (AB 180/1), dass die aktuel-
le Cannabistherapie durch das Spital F.________ ärztlich verordnet sei 
(vgl. AB 180/2) und zudem eine Bewilligung des BAG vorliege (vgl. 
AB 164/2 f.).

Hierzu nahm der RAD-Arzt Dr. med. I.________ (intern) am 24. März 2020 
dahingehend Stellung, der Umstand, dass der Beschwerdeführer die be-

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sagte Cannabistinktur erst einmal im November 2019 bezogen habe (vgl. 
E. 4.1.7 hiervor), weise darauf hin, dass weiterhin der private Konsum von 
Cannabis im Vordergrund stehe und die Cannabistinktur nicht zur 
Schmerzlinderung benötigt werde. Eine renommierte Studie halte denn 
auch fest, dass es an Evidenz von guter Qualität fehle, dass von Cannabis 
abgeleitete Produkte für chronische neuropathische Schmerzen wirksam 
seien. Deshalb beziehe sich die vom Beschwerdeführer geforderte mindes-
tens sechsmonatige Cannabisabstinenz auch auf die Cannabistinktur 
(AB 181). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 15. April 2020 (in ver-
kürzter Form) mitgeteilt (AB 183; vgl. auch AB 197).

Dazu nahm der Beschwerdeführer am 22. April 2020 dahingehend Stel-
lung, vor Jahren auf Vorschlag seiner Ergotherapeutin damit begonnen zu 
haben, zur Linderung der neuropathischen Schmerzen Cannabis zu kon-
sumieren. Nach der MEDAS-Abklärung (vgl. E. 3.1.1 hiervor) habe er dies 
mit Dr. med. E.________ besprochen, welche den Cannabiskonsum als 
Therapie befürwortet habe (vgl. E. 3.1.2 hiervor). Da medizinische Canna-
bisprodukte teuer seien und nicht von der Krankenkasse übernommen 
würden, habe er die Cannabistinktur zunächst nicht verwendet, wohl aber 
– in Absprache mit seiner Ärztin – (anderweitig organisiertes) Cannabis 
konsumiert. Da ihm der Cannabiskonsum sichtlich helfe – das Arbeitspen-
sum könne am ehesten unter der Einnahme von Cannabis gesteigert wer-
den –, sei er nun bereit, die Kosten hierfür zu tragen und auf die medizini-
sche Cannabistinktur zurückzugreifen (so habe er denn Ende Febru-
ar/Anfang März 2020 eine zweite Tinktur bezogen; AB 186). 

3.1.9 Mit Schreiben vom 26. Mai 2020 wurde der Beschwerdeführer vom 
RAD zur Laboruntersuchung am 2. Juni 2020 aufgeboten (AB 191). Im ent-
sprechenden Befundbericht wurde ein positiver Nachweis von Cannabino-
iden beschrieben mit quantitativem Nachweis von mehr als 800 ng/ml 
(AB 192/2). Auf entsprechende Rückfrage beim untersuchenden Labor 
wurde dem RAD-Arzt Dr. med. I.________ mitgeteilt, unter alleiniger Ein-
nahme der dem Beschwerdeführer verschriebenen Cannabistinktur sei mit 
einem Wert von ca. 60 ng/ml zu rechnen. Ein Wert von mehr als 200 ng/ml 
weise darauf hin, dass ein nicht ärztlich verordneter Beikonsum von Can-
nabinoiden stattfinde. Beim Beschwerdeführer übersteige die nachgewie-

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sene Cannabinoid-Konzentration den Wert von 800 ng/ml, was auf einen 
deutlichen Beikonsum von Cannabinoiden hinweise (AB 194).

In der weiteren Urinprobe vom 24. September 2020 wurde erneut ein posi-
tiver Nachweis von Cannabinoiden mit quantitativem Nachweis von 
149 ng/ml beschrieben (AB 206/2), was gemäss RAD-Arzt Dr. med. 
I.________ darauf hinweise, dass weiterhin ein nicht ärztlich verordneter 
Beikonsum von Cannabinoiden stattfinde, weshalb eine Cannabisabstinenz 
weiterhin nicht ausgewiesen sei (AB 205).

3.1.10 Im Verlaufsbericht vom 30. November 2020 wies Dr. med. 
E.________ darauf hin, das Medikament Tegretol habe zwar zu einer Ver-
besserung der blitzartig einschiessenden Schmerzen, nicht aber der Allo-
dynie geführt. Hierfür seien verschiedene Antidepressiva ausgetestet wor-
den, die jeweils aber zu einer deutlichen Tagesmüdigkeit und Konzentrati-
onsproblemen geführt hätten. Der Nachtschlaf sei durch die Schmerzsitua-
tion eingeschränkt, was zusätzlich zu einer Erschöpfungssymptomatik füh-
re. Nach Erlaubnis des BAG sei medizinisches Cannabis zur Schmerzthe-
rapie bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt worden, was eine 
Schmerzverbesserung ohne kognitive Nebenwirkungen bewirkt habe. Die-
ses sei kurzfristig auf Wunsch der Beschwerdegegnerin pausiert worden, 
was dann aber wieder zu einer deutlichen Schmerzzunahme geführt habe. 
Die Wirksamkeit von Cannabis bei neuropathischen Schmerzen sei wis-
senschaftlich hinreichend bewiesen. Da ein Beikonsum in inhalativer Form 
für den Beschwerdeführer preiswerter sei, werde dies teilweise in Abspra-
che mit dem Spital F.________ genutzt. Inhalatives Cannabis enthalte bis 
zu 600 verschiedene Cannabinoide, die im synthetisch hergestellten Can-
nabis nicht vorhanden seien. Diese könnten zusätzlich einen therapeuti-
schen Effekt auf die neuropathischen Schmerzen haben (AB 218/3 f.).

3.1.11 Nach Ansicht des RAD ist im Rahmen der Laborkontrollen ein teils 
ausgeprägter Cannabis-Beikonsum deutlich geworden (Dr. med. 
I.________ [AB 222/2] sowie Dr. med. L.________, gemäss eigenen An-
gaben Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie, im Medizinalberu-
feregister MedReg aber ohne Facharzttitel eingetragen [AB 225/4]). Dr. 
med. L.________ zufolge sei die Verordnung eines Cannabisproduktes 
durch die ambulant schmerztherapeutischen Behandler nach deren Dar-

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stellung (nach) der Ausschöpfung aller anderen therapeutischen Mass-
nahmen aufgrund des Vorliegens eines neuropathischen Schmerzes aus 
theoretischer Sicht zwar indiziert gewesen, doch sei die Weiterführung der 
Therapie mit Cannabis nur dann gerechtfertigt, wenn es zu einer deutlichen 
Schmerzreduktion und damit auch einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
beitrage, was allerdings vorliegend bei nur leichten Verbesserungen der 
bestehenden Schmerzen hierdurch nicht der Fall sei (AB 225/3 f.).

3.1.12 Mit E-Mail vom 31. März 2021 an den Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers wies Dr. E.________ darauf hin, dass gerade in einer 
universitären Einrichtung, in der vor allem chronische Schmerzpatienten 
betreut würden, eine medizinische Therapie mit Cannabis durchgeführt 
werde. In diesem Rahmen habe sie eine langjährige Erfahrung mit der me-
dizinischen Therapie von Cannabis bei neuropathischen Schmerzen (Akten 
des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 2).

3.2 Auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms kommt die Scha-
denminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung, so dass von der versi-
cherten Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen 
Behandlungen verlangt werden kann (Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG; vgl. E. 2.2.2 
hiervor). Zwar ist die Anordnung einer Entzugsbehandlung nach der 
unlängst geänderten Rechtsprechung zu den Abhängigkeitssyndromen 
(BGE 145 V 215) im Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der 
Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren grundsätzlich nicht statthaft (vgl. 
E. 2.2.3 hiervor), wohl aber – unter dem Titel der 
Schadenminderungspflicht – nach Vorliegen eines entsprechenden 
Gutachtens und somit abgeschlossenem Abklärungsverfahren. Das ME-
DAS-Gutachten vom 6. Februar 2019 (AB 150.2) ergibt – namentlich auch 
in Bezug auf die Zumutbarkeit und Notwendigkeit einer Entzugsbehandlung 
– ein schlüssiges Bild, welches eine zuverlässige Beurteilung hinsichtlich 
der vorliegend strittigen Punkte (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 
E. 3a S. 352) erlaubt:

3.2.1 Den übereinstimmenden Einschätzungen der MEDAS-Gutachter 
(AB 150.2/12 Ziff. 4.10), der RAD-Ärzte (AB 161/5, 176/6 f., AB 225/3 f.) 
und des Kreisarztes der J.________ (AB 168.9/5 f.) zufolge erweist sich 
beim Beschwerdeführer ein Sistieren des Cannabiskonsums als notwendig 

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bzw. angezeigt, da dieser negativ mit kognitiven Funktionen und der 
Wachheit korrelieren könne, mithin auch negativ mit einer lege artis durch-
geführten antineuropathischen Therapie interferieren könne (AB 150.2/12 
Ziff. 4.10). Aus diesen nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzungen geht 
klar hervor, dass eine Sistierung des Cannabiskonsums in medizinischer 
Hinsicht als unabdingbar erachtet wird.

3.2.2 Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter führte der Beschwerde-
führer im Rahmen der (vertiefenden) Befragung aus, seit Jahren Cannabis 
zu konsumieren, in der Jugend (fast) täglich, mittlerweile noch etwa dreimal 
in der Woche (AB 150.7/23). Gegenüber den anderen Gutachtern machte 
er über die Häufigkeit des stattgehabten Cannabiskonsums differenzierte 
Angaben dahingehend, circa einmal täglich Cannabis (AB 150.3/22), gele-
gentlich eine Marihuana-Zigarette (AB 150.6/22) oder aber gar keine Dro-
gen (AB 150.5/22) zu konsumieren. Jedenfalls ist aufgrund seiner Aussa-
gen ein langjähriger und noch immer regelmässiger Cannabiskonsum in 
Form von "Joints" erstellt (vgl. auch AB 186/1 und 194). Zur Zeit der Begut-
achtung war ein ärztlich verordneter und vom BAG bewilligter Cannabis-
konsum noch gar nicht aufgenommen worden (vgl. AB 150.7/23 Mitte). 
Ausschlaggebend für die Aufforderung zu kontrollierter Suchtmittelabsti-
nenz (AB 179) war somit in erster Linie der sog. Beikonsum (und nicht ein 
ärztlich verordneter und vom BAG bewilligter Cannabiskonsum; vgl. dazu 
aber immerhin AB 183), welcher durch Laborwerte erstellt ist (AB 192/2 
i.V.m. AB 194, AB 206/2 i.V.m. AB 205) und sich, wie erwähnt, auch aus 
den Äusserungen des Beschwerdeführers gegenüber dem psychiatrischen 
Gutachter ergibt (AB 150.7/23).

Der Beschwerdeführer macht hierzu beschwerdeweise geltend, der inhala-
tive Cannabiskonsum werde seitens der behandelnden Ärztin befürwortet. 
Überdies werde das Cannabispräparat vom Krankenversicherer nicht fi-
nanziert, somit sei die Einnahme des Cannabis in dieser Form finanziell 
nicht zumutbar, weshalb er gewissermassen gezwungen sei, auf inhalati-
ven Cannabiskonsum auszuweichen. Sinngemäss macht er damit geltend, 
bei der geforderten Abstinenz handle es sich um eine Massnahme, die sei-
nem Gesundheitszustand nicht angemessen und damit gemäss Art. 7a 
zweiter Satzteil IVG unzumutbar sei (vgl. E. 2.2.2 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2022, IV/21/150, Seite 16

3.2.2.1 Mangels Schmerzmanifestierung in der Jugendzeit ist der Canna-
biskonsum initial ausschliesslich als privater Konsum zu qualifizieren. Erst 
mit Auftreten der neuropathischen Schmerzen fing der Beschwerdeführer 
an, den schon früher stattgehabten Cannabiskonsum als therapeutisch 
indiziert zu begründen, und erst nach der Begutachtung durch die MEDAS 
(mitsamt positivem Laborbefund auf Cannabinoide; AB 150.9/8) wandte er 
sich diesbezüglich an Dr. med. E.________ (vgl. AB 186/1; vgl. auch AB 
155/2 unten). Die von ihr alsdann verschriebene und vom BAG am 23. Mai 
2019 bewilligte Cannabistinktur (vgl. AB 164/2 f.) nahm er bis im November 
2019 nicht in Anspruch (AB 168.9/3 ff., 177), angeblich aus Kostengründen 
(AB 186/1). Damit ist bis November 2019 allein ein ununterbrochener Can-
nabiskonsum in Form von "Joints" erstellt. Wie der Beschwerdeführer bei 
diesem fortgesetzten Konsum festgestellt haben will, Cannabis helfe ihm 
sichtlich (vgl. AB 186/2 oben; vgl. auch AB 155/2 unten), ist nicht nachvoll-
ziehbar, zumal er andauernd unter dem Einfluss von Cannabis gestanden 
hat und somit cannabisunabhängige Vergleichswerte schlichtweg fehlen. 
So suggeriert auch Dr. med. E.________ im Bericht vom 30. November 
2020 (AB 218/3 f.), aufgrund von Nebenwirkungen der eingesetzten Medi-
kamente sei es nach dem Einsatz von medizinischem Cannabis, wobei die 
zusätzlichen Cannabinoide des inhalativen Cannabis zusätzlich einen the-
rapeutischen Effekt hätten, zu einer guten Schmerzverbesserung ohne 
kognitive Nebenwirkungen gekommen. Sie lässt dabei ausser Acht, dass 
der inhalative Cannabiskonsum bereits in Zeiten der geltend gemachten 
Schmerzmanifestationen und der Nebenwirkungen der eingesetzten Medi-
kamente (deutliche Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme, Erschöpfung 
und eingeschränkten Nachtschlaf) erfolgte.

3.2.2.2 Der Beschwerdeführer versucht somit, den inhalativen Cannabis-
konsum mit der positiven Wirkung auf Schlafverhalten und einer leichten 
Schmerzreduktion zu rechtfertigen bzw. – mit den Worten des psychiatri-
schen Gutachters – zu "alibisieren" (AB 150.7/28 f.). Auch der RAD-Arzt Dr. 
med. L.________ spricht von einer nur leichten Verbesserung der beste-
henden Schmerzen durch die Therapie mit Cannabis und verneint damit 
sinngemäss eine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit (AB 225/3 f.). 
Soweit der Beschwerdeführer anhand einer Skizze (AB 218/8) aufzuzeigen 
versucht, dass die Arbeitsfähigkeit erst nach Beginn des Cannabiskonsums 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2022, IV/21/150, Seite 17

habe gesteigert werden können (AB 218/2), ist ihm ein Mehrfaches entge-
genzuhalten: Einerseits hat ein inhalativer Konsum schon vorbestanden 
(vgl. E. 3.2.2 hiervor), weshalb erstellt ist, dass er nicht zur erfolgreichen 
Schmerzbehandlung taugt. Andererseits kam die ärztlich verschriebene 
und vom BAG bewilligte Cannabistinktur frühestens im November 2019 
zum Einsatz (vgl. E. 3.1.7 hiervor), zu einem Zeitpunkt also, in welchem der 
Beschwerdeführer ohnehin schon eine tatsächlich erbrachte und in der 
Folge nicht mehr übertroffene Arbeitsfähigkeit von 20 bis knapp 30 % er-
reicht hatte (vgl. AB 161/5 Ziff. 1, 165.25/1, 165.17 f., 165.3/1, 168.9/3, 
178.28), obschon ihm damals medizinisch-theoretisch eigentlich eine höhe-
re Arbeitsfähigkeit hätte möglich sein sollen (vgl. AB 155/4, aber auch 
AB 168.9/6; vgl. zur aktuellen Leistungsfähigkeit [auch nach der im Januar 
2020 durchgeführter Facettengelenksinfiltration L4-S1 links {AB 173/4}]: 
AB 193).

3.2.2.3 So unterstützt (einzig) die behandelnde Dr. med. E.________ einen 
Beikonsum in inhalativer Form mit der Begründung einer zusätzlichen und 
häufig viel effektiveren therapeutischen Wirkung (AB 218/4). Dass die ge-
forderte Abstinenz unzumutbar ist, kann aus ihren Ausführungen nicht ab-
geleitet werden. Ob ihre Beobachtungen unter dem kurzfristen Aspekt der 
Schmerzlinderung bisweilen zutreffen könnten (vgl. indessen E. 3.2.2.1 f. 
hiervor), kann letztlich offenblieben. Entscheidend ist vielmehr, dass Dr. 
med. E.________ mit der Befürwortung des Cannabiskonsums in rechtlich 
nicht zugelassener Form andere bekannte Aspekte des regelmässigen 
Cannabiskonsums ausblendet, insbesondere die psychischen Langzeitfol-
gen (steigende Wahrscheinlichkeit von psychischen Erkrankungen wie De-
pressionen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen, aber auch Ne-
benwirkungen wie Verringerung des Antriebs, der Aufmerksamkeits-, Kon-
zentrations- und Lernfähigkeit; vgl. dazu beispielsweise Website des BAG 
[https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/sucht-und-gesund-
heit/cannabis.html], zuletzt besucht am 20. Januar 2022). In der Beurtei-
lung von Dr. med. E.________ unberücksichtigt bleibt somit, dass der re-
gelmässige inhalative Cannabiskonsum mittel- bis langfristig die Eingliede-
rung nicht fördert – wie der Beschwerdeführer geltend macht –, sondern 
vielmehr (zumindest potentiell) gefährdet. Der Argumentation des Be-
schwerdeführers kann somit nicht gefolgt werden, es handle sich beim 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2022, IV/21/150, Seite 18

Konsum um eine eingliederungswirksame Massnahme und die Abstinenz 
sei seinem Gesundheitszustand nicht angemessen. Unter diesen Umstän-
den ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die 
fachärztliche Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. 
D.________ abstellt, wonach eine Abstinenz von inhalativem Cannabis zu 
fordern ist.

3.3 Nach dem Dargelegten ist die Aufforderung zu kontrollierter Sucht-
mittelabstinenz zu Recht erfolgt. Da auch das Mahn- und Bedenkzeitver-
fahren korrekt durchgeführt wurde (vgl. E. 2.2.1 hiervor) und der Be-
schwerdeführer in der Folge die Auflage nicht erfüllt hat, ist die Einstellung 
der beruflichen Massnahmen mit vorliegend angefochtener Verfügung 
(AB 227) zu Recht erfolgt. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.