# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81708adb-eeae-5ccb-b395-32dd9f995052
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 30.01.2024 470 23 200 (470 2023 200)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-23-200_2024-01-30.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
 
 
Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
30. Januar 2024 (470 23 200)  
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Strafprozessrecht 
 
 
Verfahrenseinstellung  
 
 
 
Besetzung Präsident Enrico Rosa; Gerichtsschreiber Bryan Smith 

 
 

Parteien A.____,  
vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg,  
Hauptstrasse 104, 4102 Binningen,  
Beschwerdeführer 

  
 
gegen 
 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Beschwerdegegnerin 
 
B.____,  
Beschuldigter 

  
 

Gegenstand Verfahrenseinstellung 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft vom 14. September 2023 
 

 
 
 

 
 
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A. Mit Verfügung vom 14. September 2023 stellte die Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft, Hauptabteilung Allgemeine Delikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), das Ver-
fahren MU2 22 352 gegen den Beschuldigten B.____ (nachfolgend: Beschuldigter) ein.  
 
Auf die Begründung dieser Verfügung sowie der weiteren Eingaben und Anträge der Parteien 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Beschlusses einge-
gangen.  
 
B.  Gegen die vorgenannte Verfügung der Staatsanwaltschaft reichte der Privatkläger, 
A.____ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch seine Mutter sowie Advokat 
Dr. Christian von Warburg, am 28. September 2023 eine Beschwerde beim Kantonsgericht 
Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), ein, worin er beantragte, 
die Einstellungsverfügung vom 14. September 2023 sei unter o/e-Kostenfolge aufzuheben und 
die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Strafverfahren gegen den Beschuldigten fortzuführen 
sowie nach Abschluss der gebotenen Ermittlungen Anklage zu erheben. Weiter wurde begehrt, 
es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin zuzusprechen. Sodann seien dem Beschwerdeführer die Akten zur Einsicht-
nahme zuzustellen und es sei ihm ein Replikrecht zu den Eingaben der Beschwerdegegnerin zu 
gewähren.  
 
C. Mit Verfügung vom 29. September 2023 wurde die Beschwerde der Staatsanwaltschaft 
und dem Beschuldigten zur Stellungnahme bis zum 12. Oktober 2023 zugestellt und der Be-
schwerdeführer wurde gestützt auf Art. 383 Abs. 1 der Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) 
verpflichtet, innert derselben Frist eine Sicherheitsleistung von CHF 500.– zu erbringen.  
 
D. Die Staatsanwaltschaft reichte am 3. Oktober 2023 eine Stellungnahme ein, worin sie 
beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen und die Kosten des Verfahrens seien dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen.  
 
E.  Mit Verfügung vom 16. Oktober 2023 wurde festgestellt, dass die angeordnete 
Sicherheitsleistung vom Beschwerdeführer innert Frist erbracht wurde und der Beschuldigte auf 
die Erstattung einer fakultativen Stellungnahme verzichtet hat. Weiter wurde die Eingabe der 
Staatanwaltschaft vom 3. Oktober 2023 dem Beschwerdeführer zur replizierenden Stellung-
nahme bis zum 27. Oktober 2023 zugestellt.  
 
F. Am 27. Oktober 2023 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein, worin er an den 
Rechtsbegehren der Beschwerde vollumfänglich festhielt.  
 
G.  Nachdem die Staatsanwaltschaft auf Verfügung vom 30. Oktober 2023 hin mit Eingabe 
vom 1. November 2023 auf Erstattung einer duplizierenden Stellungnahme verzichtet hatte, 
wurde der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 14. November 2023 geschlossen.  
 
 

 
 
 

 
 
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Erwägungen 

I. Formelles 

1.  
1.1. Nach Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 396 Abs. 1 
StPO kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft innert zehn Tagen Be-
schwerde bei der Beschwerdeinstanz eingereicht werden. Die Zuständigkeit des verfahrens-
leitenden Präsidenten des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Be-
schwerdeinstanz ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250) und Art. 395 lit. a StPO. Die 
Beschwerdefrist gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide beträgt zehn Tage 
(Art. 396 Abs. 1 StPO).  
 
1.2. Zur Beschwerde legitimiert sind die Parteien, sofern sie ein rechtlich geschütztes Inte-
resse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides haben (Art. 382 Abs. 1 
StPO). Ebenso sind die vermeintlich geschädigten Personen zur Beschwerde berechtigt, sofern 
sie sich zur Frage der Konstituierung als Partei im Verfahren nicht äussern konnten (BGE 141 
IV 380, E. 2.2). Das Rechtsschutzinteresse muss dabei im Zeitpunkt des Entscheids über die 
Beschwerde noch aktuell sein, was etwa dann zu verneinen ist, wenn eine Verfügung oder Ver-
fahrenshandlung vor dem Beschwerdeentscheid aufgehoben wurde oder im fraglichen Pro-
zessstadium nicht mehr korrigiert werden kann (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizeri-
scher Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N 244).  
 
1.3. Gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO können Rechtsverletzungen, die falsche Feststellung 
des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden. Da mit der Beschwerde alle Mängel 
des angefochtenen Entscheids geltend gemacht werden können, verfügt die Rechtsmitte-
linstanz über volle Kognition (GUIDON, Basler Kommentar StPO, 3. A. 2023, Art. 393 N 15). In 
der Beschwerde ist genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides angefochten werden, 
welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen und welche Beweismittel angerufen wer-
den (Art. 385 Abs. 1 StPO).  
 
2. Der Beschwerdeführer hat sich mittels Strafantrag vom 30. Juni 2022 im Verfahren MU2 
22 352 der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft als Privatkläger konstituiert (Art. 118 Abs. 2 
StPO). Er weist folglich ein rechtlich geschütztes Interesse an der Fortführung des Strafverfah-
rens gegen den Beschuldigten auf, und er ist durch die Einstellungsverfügung vom 14. Septem-
ber 2023, welche ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, nach wie vor beschwert. Die Be-
schwerdefrist gegen die am 19. September 2023 zugestellte Verfügung wurde mit Postaufgabe 
vom 28. September 2023 gewahrt und die Beschwerde entspricht den Begründungserfordernis-
sen von Art. 385 StPO. Damit sind sämtliche Formalien erfüllt, so dass auf die Beschwerde ein-
zutreten ist.  
 
 
 

 
 
 

 
 
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II. Materielles 
1.  
1.1. Ihre Einstellungsverfügung vom 14. September 2023 begründet die Staatsanwaltschaft 
zusammengefasst damit, dass dem Beschuldigten von der Mutter des Beschwerdeführers vor-
geworfen werde, ihren 5-jährigen Sohn mit einem Gegenstand auf die rechte Schulter geschla-
gen zu haben, weil dieser ihm auf dem Trottoir mit dem Fahrrad entgegengekommen sei. Da-
raufhin habe der Beschwerdeführer die Balance auf dem Fahrrad verloren. Der Beschuldigte 
habe diesbezüglich ausgesagt, dass der Beschwerdeführer in ziemlich unkontrollierter Fahrwei-
se und in schnellem Tempo rücksichtslos auf ihn und C.____ zugefahren sei. Letztere habe 
gerade noch auf die Strasse ausweichen können. Er selbst habe eine Schutzhaltung einge-
nommen und die Hände bzw. Arme vor sich gehalten. Der Beschwerdeführer sei so knapp vor 
ihm durchgefahren, dass sie sich mit der rechten Hand berührt hätten. Dieser sei dadurch je-
doch nicht ins Schwanken gekommen, sondern sei noch ein bisschen weitergefahren und habe 
dann angehalten. Der Beschuldigte bestreite, einen Gegenstand in der Hand gehalten zu ha-
ben. Der Vorfall werde von C.____ übereinstimmend mit dem Beschuldigten geschildert. Weil 
vorliegend Aussage gegen Aussage stehe und keine objektiven Zeugen oder sonstige Sachbe-
weise vorhanden seien, könne der Tatvorwurf dem Beschuldigten nicht mit hinreichender 
Sicherheit nachgewiesen werden. Somit sei angesichts der konkreten Sach- und Beweislage 
ein Freispruch vor Strafgericht mit Sicherheit zu erwarten, weshalb das Verfahren gemäss 
Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO einzustellen sei.  
 
1.2. Mit Beschwerde vom 28. September 2023 wird im Wesentlichen vorgebracht, dass sich 
der Beschwerdeführer im Verfahren gegen den Beschuldigten durch seine Mutter formell als 
Privatkläger konstituiert habe. Er sei in seinen rechtlich geschützten Interessen verletzt, zumal 
mit der Einstellungsverfügung seinem legitimen Strafanspruch nicht entsprochen und auch über 
etwaige Forderungen des Privatklägers nicht entschieden worden sei. Die Staatsanwaltschaft 
habe im Zusammenhang mit dem Erlass der angefochtenen Verfügung die Beweise willkürlich 
gewürdigt sowie unvollständig erhoben und den Grundsatz "in dubio pro duriore" verletzt. Vor-
liegend gebe es mit C.____ eine Zeugin, welche nicht formell einvernommen worden sei. Aus-
serdem könne auch der Beschwerdeführer selbst zur Sache befragt werden. Diese beantragten 
Beweiserhebungen habe die Staatsanwaltschaft zu Unrecht unterlassen. Hierbei handle es sich 
um klar gebotene Ermittlungshandlungen und bevor diese vorgenommen worden seien, könne 
keine zuverlässige Aussage über das Beweisergebnis gemacht werden. Eine Einstellung des 
Verfahrens dürfe nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraus-
setzungen erfolgen, was hier nicht zutreffe. Ausgangsgemäss seien die ordentlichen Kosten der 
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Par-
teientschädigung zuzusprechen.  
 
1.3. In ihrer Stellungnahme vom 3. Oktober 2023 verweist die Staatsanwaltschaft zunächst 
auf die Ausführungen in der Einstellungsverfügung vom 14. September 2023. Weiter führt sie 
zusammengefasst aus, dass der Beschwerdeführer während des Verfahrens bislang keine For-
derungen geltend gemacht habe, weshalb in der Einstellungsverfügung auch nicht darüber ha-
be entschieden werden müssen. Mit Verfügung vom 14. August 2023 habe die Staatsanwalt-

 
 
 

 
 
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schaft den Beweisantrag betreffend Befragung des Beschwerdeführers abgewiesen, zumal an-
gesichts des Bagatellcharakters der Tat im Sinne des Kindeswohls auf die Einvernahme des 
Opfers zu verzichten sei. Eine weitere förmliche Einvernahme von C.____ erscheine sodann 
aufgrund der bereits vor der Polizei getätigten Aussagen nicht erforderlich. Ihre Depositionen 
würden sich mit denjenigen des Beschuldigten decken, wonach dieser lediglich eine Abwehr-
bewegung gemacht und den Beschwerdeführer an der Schulter berührt habe. Unter den gege-
benen Umständen sei nicht zu erwarten, dass C.____ den Beschuldigten anlässlich einer Zeu-
geneinvernahme belasten würde. Die Staatsanwaltschaft sei durchaus befugt, das Verfahren in 
Konstellationen wie der vorliegenden einzustellen. Gemäss der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung könne auf eine Anklageerhebung verzichtet werden, wenn eine Verurteilung unter 
Einbezug der gesamten Umstände von vornherein als unwahrscheinlich erscheine. Daher sei 
der Grundsatz "in dubio pro duriore" nicht verletzt worden.  
 
1.4. Mit duplizierender Stellungnahme vom 27. Oktober 2023 macht der Beschwerdeführer 
im Wesentlichen geltend, dass die Staatsanwaltschaft nicht auf die Einvernahme von C.____ 
verweisen und zugleich ausführen könne, es gebe keine genügend objektiven Zeugen. In einer 
Aussage-gegen-Aussage-Konstellation sei zudem stets auch das Opfer zu befragen, was vor-
liegend nicht erfolgt sei. Bevor die notwendigen Einvernahmen durchgeführt worden seien, 
könne somit nicht davon ausgegangen werden, dass mit Sicherheit ein Freispruch zu erwarten 
sei.  
 
2. 
2.1. Nach Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder teilwei-
se Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt 
(lit. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftat-
bestand unanwendbar machen (lit. c), wenn Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt wer-
den können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d), oder wenn nach gesetzlicher Vor-
schrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). 
 
2.2. Ein Strafverfahren ist gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO einzustellen, wenn der nach-
gewiesene Sachverhalt keinen Straftatbestand erfüllt. Gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO 
ergeht eine Einstellung, wenn im Vorverfahren der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht 
nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, welches eine Anklage rechtfertigt. Allerdings hat 
sich die Staatsanwaltschaft bei der Frage, ob ein solcher Tatverdacht besteht, in Zurückhaltung 
zu üben. Widersprechen sich Beweise, so ist es gemäss der Botschaft des Bundesrates zur 
Strafprozessordnung vom 21. Dezember 2005 (BBl 2006 1085, S. 1273) nicht Sache der 
Staatsanwaltschaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Zweifelsfalle ist die Angelegenheit 
in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" an das Sachgericht zu überweisen, da die 
Maxime "in dubio pro reo" hier nicht zur Anwendung gelangt. Es ist vielmehr Sache des Ge-
richts, darüber zu befinden, ob sich jemand im strafrechtlichen Sinne schuldig gemacht hat oder 
nicht. Die Staatsanwaltschaft hat nur dann einzustellen, wenn eine gerichtliche Hauptverhand-
lung als eigentliche Ressourcenverschwendung bzw. aufgrund des absehbaren Freispruchs als 
Zumutung für den Beschuldigten erscheinen müsste. Von einer Überweisung ist mithin dann 

 
 
 

 
 
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abzusehen, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist (HEINIGER/ 
RICKLI, Basler Kommentar StPO, 3. A. 2023, Art. 319, N 8). Nach JOSITSCH/SCHMID ist erforder-
lich, dass bei erfolgter Anklage nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis des Gerichts gerech-
net werden kann, also mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu 
rechnen ist. Da die Staatsanwaltschaft als Untersuchungs- und Anklagebehörde nicht dazu be-
rufen ist, über Recht oder Unrecht zu richten, darf sie jedoch nicht allzu rasch und gestützt auf 
eigene Bedenken (die irrtümlich sein können) zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen in 
sachverhalts- und beweismässiger Hinsicht sowie vor allem in rechtlichen Belangen ist daher 
Anklage zu erheben (JOSITSCH/SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 
4. A. 2023, Rz. 1251; JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar StPO, 3. A. 2023, Art. 319, N 5). Die 
Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines Schuldspruchs bzw. der Prozessaussichten ist dem 
pflichtgemässen Ermessen der Staatsanwaltschaft anheimgestellt. In Zweifelsfällen tatsächli-
cher oder rechtlicher Natur darf das Verfahren nicht eingestellt werden. So liegt etwa der Er-
messensentscheid, welcher Person beim Vorliegen gegensätzlicher Aussagen zu glauben ist, 
beim Gericht. Keine Einstellung, sondern die Erhebung einer Anklage ist grundsätzlich immer 
dann angezeigt, wenn der Ausgang des Verfahrens ausschliesslich von der Beweiswürdigung 
abhängt (LANDSHUT/BOSSHARD, Zürcher Kommentar StPO, 3. A. 2020, Art. 319 N 16 ff., mit 
Hinweisen). In "Aussage-gegen-Aussage-Situationen" kann auf eine Anklageerhebung etwa 
dann verzichtet werden, wenn der Strafkläger ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbart 
und seine Aussagen daher wenig glaubhaft sind oder wenn eine Verurteilung unter Einbezug 
der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein unwahrscheinlich erscheint 
(BGE 143 IV 241, E. 2.2.2, m.w.H.).  
 
2.3.  
2.3.1. Vorliegend ist zu prüfen, ob die Staatsanwaltschaft zu Recht davon ausgegangen ist, 
hinsichtlich des Tatbestands der Tätlichkeit (Art. 126 Abs. 1 des Strafgesetzbuchs [StGB; SR 
311.0]) habe sich kein Tatverdacht erhärtet, der eine Anklage rechtfertigt. Als mögliche Beweis-
grundlage einer Anklage kommen vorliegend einzig die Aussagen der beteiligten Personen in 
Betracht, welche nachstehend zu würdigen sind. Sodann stellt sich die Frage, ob sich vor dem 
Entscheid über eine Einstellung des Verfahrens weitere Beweiserhebungen bzw. Einvernahmen 
aufgedrängt hätten.  
 
2.3.2. Gemäss Rapport der Polizei Basel-Landschaft vom 25. August 2022 habe die Mutter 
des Beschwerdeführers am 27. Mai 2022 Anzeige gegen Unbekannt erstattet, weil am 25. Mai 
2022 ein Mann ihren Sohn unvermittelt auf dessen Schulter geschlagen habe, während dieser 
den ersteren mit dem Fahrrad auf dem Trottoir gekreuzt habe. Nachdem die Person des Be-
schuldigten ausfindig gemacht werden konnte, stellte die Mutter des Beschwerdeführers im 
Namen ihres Sohnes am 30. Juni 2022 einen Strafantrag wegen Tätlichkeiten. Gleichentags 
wurde sie von der Polizei als Auskunftsperson befragt. Anlässlich dieser Einvernahme gab sie 
zu Protokoll, dass der Beschuldigte sich mit einer älteren Frau (C.____) auf dem Trottoir befun-
den habe, als der Beschwerdeführer ihnen mit dem Fahrrad entgegengefahren sei. Dieser habe 
gebremst, aber der Beschuldigte sei erkennbar wütend gewesen und habe mit einem Buch oder 
einer DVD, welche er in der Hand gehalten habe, aggressiv gegen die rechte Schulter des Be-

 
 
 

 
 
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schwerdeführers geschlagen. Dies habe sie aus einer Entfernung von rund fünf Metern beo-
bachtet. Als die Mutter des Beschwerdeführers den Beschuldigten zur Rede gestellt habe, habe 
er sich nicht entschuldigt, sondern vielmehr seine Position verteidigt, indem er ihr geantwortet 
habe, der Beschwerdeführer sei zu schnell unterwegs gewesen und sie wisse nicht, was "richtig 
schlagen" heisse. Der Beschwerdeführer sei nicht in den Beschuldigten hineingefahren. Er ha-
be geklingelt sowie gebremst. Der Beschuldigte und seine Begleitung seien bereits vorher "et-
was zur Seite" gegangen. C.____ sei auch sehr aggressiv gewesen und habe gesagt, dass der 
Beschwerdeführer zu schnell gewesen sei und "es verdient" habe. Beide Personen hätten ge-
schrien. Der Beschwerdeführer sei vom Beschuldigten einmal geschlagen worden, worauf er 
die Balance verloren und auf dem Fahrrad etwas "gewackelt" habe. Seither habe dieser "Träu-
me" und sei "emotional sehr verletzt".  
 
2.3.3. Der Beschuldigte wurde am 30. Juni 2022 durch die Polizei Basel-Landschaft befragt. 
Dieser sagte zusammengefasst aus, dass er C.____ zu ihrem Auto begleitet habe, als plötzlich 
der Beschwerdeführer "auf seinem Trottinett in schnellem Tempo und rücksichtslos" auf sie 
zugefahren sei. Es sei eine ziemlich unkontrollierte Fahrweise gewesen. C.____ habe gerade 
noch ausweichen können und der Beschuldigte habe in einer "Schutzhaltung" die Hände vor 
sich genommen. Der Beschwerdeführer sei so knapp vor dem Beschuldigten hindurch ge-
fahren, dass er diesen mit seiner rechten Hand an der Schulter berührt habe. Der Beschuldigte 
habe mit Sicherheit keinen Gegenstand in den Händen gehalten. Anschliessend sei der Be-
schwerdeführer noch ein Stück weitergefahren. Dessen Eltern hätten sich zum Zeitpunkt des 
Vorfalls rund 100 Meter weiter hinten befunden. Die Mutter des Beschwerdeführers habe dem 
Beschuldigten anschliessend vorgeworfen, er habe ihren Sohn geschlagen, und es sei zu ei-
nem lauten Wortwechsel gekommen.  
 
2.3.4. Gemäss Rapport der Polizei Basel-Landschaft vom 25. August 2022 wurde C.____ 
zum Vorfall telefonisch angefragt. Laut ihren Angaben sei sie beim Beschuldigten zu Besuch 
gewesen, wobei sich die beiden Personen zur Verabschiedung auf das Trottoir begeben hätten. 
Dort sei ihnen "ziemlich zackig und wackelig" ein Junge auf dem Fahrrad entgegengenkommen. 
C.____ habe einen Schritt auf die Strasse gemacht und dem Jungen "langsam, langsam" zuge-
rufen. Anschliessend habe sie gesehen, wie der Beschuldigte eine Abwehrbewegung vorge-
nommen und dabei den Jungen berührt habe. Für C.____ habe es sich hier "um alles andere 
als eine Tätlichkeit" gehandelt.   
 
2.3.5. Aus den vorstehend zusammengefassten Depositionen geht hervor, dass der Be-
schwerdeführer dem Beschuldigten sowie C.____ mit dem Fahrrad auf dem Trottoir entgegen-
gefahren ist und beide Personen aus diesem Grund ausweichen mussten. Auch die Mutter des 
Beschuldigten gab zu Protokoll, dass "der Mann und die Dame bereits vorher etwas zur Seite 
gegangen sind" bzw. dass der Beschuldigte zur Seite getreten ist und ihr Sohn sich dann in der 
Mitte des Trottoirs befunden habe (vgl. S. 2 des Einvernahmeprotokolls vom 30. Juni 2022, 
Fragen 3 und 5). Somit ist hinreichend erstellt, dass der Beschwerdeführer nicht bereits vor den 
betreffenden Personen zum Stillstand gekommen ist, sondern ein Ausweichen seitens der Pas-
santen nötig wurde, um eine Kollision zu verhindern. Weiter ist unbestritten, dass der Be-

 
 
 

 
 
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schwerdeführer vom Beschuldigten mit der Hand oder einem Gegenstand an der rechten Schul-
ter berührt wurde, anschliessend ein Stück weiterfuhr und aufgrund der Berührung nicht zu Fall 
gekommen ist. Während die Mutter des Beschwerdeführers das Geschehen als wütenden und 
mithin grundlosen Schlag gegen ihren Sohn interpretiert, wird es vom Beschuldigten als Ab-
wehrhaltung zwecks Verhinderung eines Zusammenstosses beschrieben. Hinsichtlich des 
Zwecks sowie der Ausführung und Intensität der Berührung stehen vorliegend Aussage gegen 
Aussage. Die Mutter des Beschwerdeführers konnte den angeblich verwendeten Gegenstand 
trotz der angeblich kurzen räumlichen Distanz zum Beschuldigten (rund 5 Meter) nicht zweifels-
frei identifizieren, weshalb auch diesbezüglich eine Beurteilung der Intensität einer Einwirkung 
auf den Körper des Beschwerdeführers nicht möglich erscheint.  
 
2.3.6. Bei der hinreichend erstellten Ausgangslage (ein Kind fährt auf dem Trottoir zwei Per-
sonen entgegen, so dass diese ausweichen müssen, wobei die Hand der ausgestreckten Arme 
eines Passanten, angeblich mit einem Gegenstand in der Hand [Buch oder DVD], die Schulter 
des Kindes touchiert, während es an diesem vorbeifährt) ist eine Verurteilung des Beschuldig-
ten wegen einer Tätlichkeit von vornherein auszuschliessen. Einerseits fehlt es bereits am 
Nachweis der für die Erfüllung des Tatbestandes erforderlichen Intensität der körperlichen Ein-
wirkung. Andererseits bestehen hinreichende Anhaltspunkte für die Annahme einer rechtferti-
genden Sachlage (vgl. Art. 15 ff. StGB) und eine allfällige Exzesshandlung seitens des Be-
schuldigten kann angesichts der Beweislage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge-
schlossen werden. Ein gerichtlicher Freispruch ist daher vorliegend nach der gesamten Akten-
lage zu erwarten. Daran ändert auch die Möglichkeit einer förmlichen Einvernahme des Be-
schwerdeführers sowie von C.____ nichts, zumal der Beweiswert dieser Depositionen aufgrund 
der jeweiligen Beziehungsnähe zu den beteiligten Personen sowie des Zeitablaufs eindeutig 
herabgesetzt ist, hinsichtlich des 6-jährigen Beschwerdeführers eine Beeinflussung des Aussa-
geverhaltens nicht ausgeschlossen bzw. die Suggestionshypothese nicht zurückgewiesen wer-
den kann und die Wahrnehmungen sowie Interpretationen des Geschehens durch C.____ sich 
bereits hinreichend klar aus dem Polizeirapport ergeben. Weitere Beweiserhebungen seitens 
der Staatsanwaltschaft oder eine Anklageerhebung beim Gericht wären bei dieser Ausgangsla-
ge als eigentliche Ressourcenverschwendung zu qualifizieren. Diesbezüglich ist mit Blick auf 
die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu erwägen, dass der Untersuchungsgrundsatz im Vor-
verfahren eine Relativierung durch den Grundsatz der Verhältnismässigkeit erfährt. Dieser ge-
bietet, dass der Beweisaufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum mutmasslichen Delikt 
steht. Es besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an einer funktionierenden Strafverfol-
gung und an der finanzpolitischen Verhältnismässigkeit der Untersuchung im Hinblick auf die 
Tragweite der Delikte. Der Ressourceneinsatz muss daher mit Blick auf die Zweckmässigkeit 
der Untersuchungshandlung erfolgen und die Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, mit ihren Mit-
teln haushälterisch umzugehen. Nur weil nicht in jedem Fall alle erdenklichen Mittel zur Sach-
verhaltsermittlung herangezogen werden, kann nicht von einer Verletzung des Untersuchungs-
grundsatzes gesprochen werden (BGer Urteil 6B_1290/2021 vom 31. März 2022, E. 4.1, 
m.w.H.). Schliesslich ist zu konstatieren, dass die Depositionen der Mutter des Beschwerde-
führers hinsichtlich des vom Beschuldigten für den Schlag angeblich verwendeten Gegenstan-
des unklar bzw. widersprüchlich erscheinen und die Einstellung des Verfahrens selbst bei An-

 
 
 

 
 
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nahme einer (weder gerechtfertigten noch entschuldbaren) Tätlichkeit nicht ausgeschlossen ist, 
zumal die Schuld und die Tatfolgen bei der vorliegenden Ausgangslage ohne weiteres als ge-
ringfügig im Sinne von Art. 52 StGB qualifiziert werden können.  
 
2.3.7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Staatsanwaltschaft das Ver-
fahren gegen den Beschuldigten mit Verfügung vom 14. September 2023 zu Recht eingestellt 
hat, sich die Beschwerde daher als unbegründet erweist und somit abzuweisen ist.  
 
III. Kosten 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden 
Verfahrens werden die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 500.–, be-
stehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 450.– (§ 13 Abs. 1 der Verordnung über die Gebüh-
ren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von CHF 50.–, dem Beschwerdeführer 
auferlegt und mit seiner Sicherheitsleistung in derselben Höhe verrechnet. Ausgangsgemäss 
trägt der Beschwerdeführer seine Kosten selber, so dass ihm keine Parteientschädigung auszu-
richten ist.   
 
  

 
 
 

 
 
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Demnach wird erkannt: 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  
 
 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von total CHF 500.00,  

bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 450.00 und Auslagen 
von CHF 50.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit 
seiner Sicherheitsleistung in derselben Höhe verrechnet.  

 
 3. Dem Beschwerdeführer wird keine Parteienschädigung ausgerichtet.  
 
 4. Dieser Beschluss wird den Parteien schriftlich eröffnet.  
 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Bryan Smith 

 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.