# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f32691d4-8e85-5435-895a-353e932fc6c3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2025 E-2479/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2479-2025_2025-08-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    

 

  

 

 Abteilung V 

E-2479/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiberin Monique Schnell Luchsinger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Laura Rudolph,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. März 2025 / N (…). 

 

 

 

E-2479/2025 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass der damals noch minderjährig gewesene Beschwerdeführer eigenen 

Angaben zufolge am (…) zusammen mit seiner Mutter und ihrem (religiös 

angetrauten) zweiten Ehemann die Türkei auf dem Luftweg verlassen hat 

und am 3. Januar 2023 in die Schweiz eingereist ist, wo er gleichentags 

um Asyl nachgesucht hat, 

dass er sich mit Eingabe vom 25. Januar 2023 und vom 24. Februar 2023 

zu einer allfälligen Wegweisung nach Tschechien geäussert hat, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Personalienaufnahme vom 

10. Januar 2023 und der Anhörung zu den Asylgründen vom 9. August 

2023 zur Begründung des Asylgesuchs zusammengefasst geltend ge-

macht hat, er sei von seinem Vater, der der Mafia angehöre, vor dessen 

Verurteilung und auch hernach sowie von dessen Gefolgsleuten und den 

Mitgliedern seiner eigenen Sippe mehrfach bedroht sowie mit Gewalt be-

handelt worden, 

dass sein Vater ihm im Gefängnis mitgeteilt habe, dieser (der Vater) habe 

den Auftrag zum Unfall erteilt, bei welchem er (der Beschwerdeführer) am 

Fuss verletzt worden sei, 

dass der Beschwerdeführer weiter erklärt hat, Mitglieder des Familienstam-

mes seines Vaters und seiner Mutter hätten kurz vor der Ausreise be-

schlossen, er müsse mit dem Familienstamm seines Vaters leben, 

dass sein Vater, nachdem er von der Ausreise des Beschwerdeführers und 

dessen Mutter erfahren habe, die zurückgebliebenen Verwandten mütterli-

cherseits mit dem Tode bedroht habe, 

dass der Beschwerdeführer am 21. August 2023 eine «Einverständniser-

klärung erweitertes Verfahren» unterzeichnet hat und am 23. August 2023 

dem Kanton (…) zugeteilt worden ist, 

dass der Beschwerdeführer während des Verfahrens beim SEM diverse 

Beweismittel eingereicht hat, 

dass das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 

5. März 2025 – einer neuen Rechtsvertreterin eröffnet am 10. März 2025 – 

abgelehnt sowie die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug ange-

ordnet hat, 

E-2479/2025 

Seite 3 

dass das SEM zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt hat, dass dem 

Entscheid der beiden Familienstämme, der Beschwerdeführer müsse mit 

dem Familienstamm des Vaters leben, nach dem Erreichen der Volljährig-

keit keine flüchtlingsrechtlich relevante Bedeutung mehr zukomme, sich 

der Vater des Beschwerdeführers seit längerer Zeit im Gefängnis befinde, 

die staatlichen Behörden auf Anzeige des Beschwerdeführers ein Gerichts-

verfahren gegen den Unfallverursacher angestrengt hätten und keine An-

zeichen ersichtlich seien, wonach die staatlichen Behörden eine weitere 

Anzeige der Grossmutter nicht angenommen hätten, im Übrigen aber der 

Beschwerdeführer die staatlichen Schutzstrukturen (gegen häusliche Ge-

walt) nicht angerufen habe, obwohl ihm dies zuzumuten gewesen sei, 

dass das SEM im angefochtenen Entscheid weiter ausführt, es ergäben 

sich aus den Akten keine Hinweise dafür, dass der Vater in Kürze das Ge-

fängnis verlassen werde, zumal er erst einen Drittel der Strafe abgesessen 

habe, weshalb diesem Vorbringen keine flüchtlingsrechtlich relevante Be-

deutung zukomme und auf eine Glaubhaftigkeitsprüfung verzichtet werden 

könne, 

dass der Beschwerdeführer sich als ledige, kinderlose Person mit der all-

fälligen Unterstützung seiner Mutter und deren (religiös angetrauten) zwei-

ten Ehemannes sowie der weiteren Verwandten mütterlicherseits in der 

Türkei wieder werde integrieren können und eine Rückkehr trotz der ge-

sundheitlichen Beschwerden zumutbar sei, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. April 2025 durch seine 

Rechtsvertreterin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erhoben hat und dabei sinngemäss beantragt, der Asylent-

scheid des SEM vom 5. März 2025 sei aufzuheben, es sei die Flüchtlings-

eigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei we-

gen Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Vollzugs der 

Wegweisung die vorläufige Aufnahme anzuordnen; subeventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht beantragt, es seien 

die Akten des Asylverfahrens betreffend seine Mutter und betreffend deren 

(religiös angetrauten) zweiten Ehemann beizuziehen, es sei ihm die unent-

geltliche Rechtspflege zu gewähren und in der Person der unterzeichnen-

den Rechtsvertreterin eine amtliche Rechtsvertretung zu bewilligen sowie 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, 

E-2479/2025 

Seite 4 

dass der Beschwerdeführer der Beschwerde neu eine Bestätigung betref-

fend den Erhalt von Sozialhilfeleistungen vom 4. April 2025 beilegt,  

dass die Vorinstanz – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Be-

schwerde Rz. 38 ff.) – den Untersuchungsgrundsatz und ihre Begrün-

dungspflicht nicht verletzt und sich hinlänglich zur Asylrelevanz geäussert 

hat, womit sie sich zulässigerweise auf die wesentlichen Gründe für die 

Ablehnung des Asylgesuchs beschränken hat dürfen, wobei ergänzend an-

zufügen ist, dass die Vorinstanz die behauptete Gefahr seitens der krimi-

nellen Gefährten des Vaters des Beschwerdeführers durchaus berücksich-

tigt hat, indem sie dem Beschwerdeführer vorgehalten hat, er habe im lau-

fenden Gerichtsverfahren gegen den Unfallverursacher in der Türkei des-

sen Zugehörigkeit zu den kriminellen Gefährten seines Vaters nicht thema-

tisiert,  

dass der Beschwerdeführer im Asylpunkt geltend macht, dass seine Voll-

jährigkeit keinen Einfluss auf die Drohungen haben würde, wie das im Üb-

rigen auch die anhaltenden Drohungen gegenüber seiner Mutter und ge-

genüber deren (religiös angetrauten) zweiten Ehemann zeigen würden, 

dass er auch nach der Inhaftierung und Verurteilung seines Vaters von die-

sem, von dessen Gefolgsleuten und von Mitgliedern der Familienstämme 

väterlicher- und mütterlicherseits bedroht worden sei und weiterhin bedroht 

werde, wobei er sich wegen der verwandtschaftlichen Nähe der beiden Fa-

milienstämme diesem Druck nicht entziehen könne,  

dass das SEM zu Unrecht auf die Schutzfähigkeit und den Schutzwillen 

des türkischen Staates geschlossen habe, da das gegen den Vater durch-

geführte Strafverfahren nichts mit häuslicher Gewalt zu tun gehabt habe, 

sein Vater aus dem Gefängnis heraus gar eine Zeugin habe entführen las-

sen, die staatlichen Behörden zwar ein Gerichtsverfahren gegen den Un-

fallverursacher eingeleitet hätten, der Unfallverursacher aber unterge-

taucht sei, 

dass er seit frühester Kindheit dem Druck und der Gewalt seines Vaters 

ausgesetzt und hiervon stark traumatisiert sei, 

dass es ihm zudem aus den vorgenannten Gründen auch nicht zuzumuten 

sei, die staatlichen Schutzstrukturen anzurufen, da dies nichts bringen 

würde, wie die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen würden, 

E-2479/2025 

Seite 5 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht seit 

10. April 2025 in elektronischer Form vorliegen, 

dass mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2025 das prozessuale Begehren 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung einer un-

entgeltlichen Rechtsverbeiständung abgelehnt und ein Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 750.- verlangt worden ist, welcher am 22. Mai 2025 von 

der Gerichtskasse verbucht und damit fristgerecht geleistet worden ist, 

dass der Beschwerdeführer mit einer weiteren Eingabe seiner Rechtsver-

treterin vom 30. Juni 2025 einen Screenshot des Nachrichtenportals BBC 

über einen Bericht vom 4. Juni 2025 eingereicht hat und geltend machen 

lässt, sein Vater sei aufgrund einer Gesetzesänderung (10. Justizpaket) in 

der Türkei aus dem Gefängnis entlassen worden und seine Mutter seither 

wiederholt auf ihrem Mobiltelefon angerufen und bedroht worden sei, 

dass der Beschwerdeführer weiter geltend machen lässt, dass auch seine 

Grossmutter mütterlicherseits unlängst erneut aufgesucht und bedroht 

worden sei, weshalb diese sich nunmehr versteckt halte,  

dass der Beschwerdeführer der Ansicht ist, aufgrund dieser neuen Um-

stände ergebe sich, dass er in Gefahr sei, was bei der Entscheidfindung zu 

berücksichtigen sei, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), nachdem auch 

der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet worden ist, 

E-2479/2025 

Seite 6 

dass die Akten des Beschwerdeverfahrens der Mutter ([…]) und deren (re-

ligiös angetrauten) zweiten Ehemannes ([…]) antragsgemäss beigezogen 

worden sind, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), wobei frauenspezifischen Fluchtgründen Rechnung zu tra-

gen ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG), 

dass nach der sogenannten Schutztheorie (vgl. hierzu EMARK 2006 

Nr. 18) die nicht-staatliche Verfolgung flüchtlingsrechtlich nur dann relevant 

ist, wenn der Staat unfähig oder nicht willens ist, Schutz vor einer solchen 

Verfolgung zu bieten, wobei eine Garantie für langfristigen individuellen 

Schutz und die stetige absolute Sicherheit der bedrohten Person nicht ver-

langt werden kann, der Staat jedoch eine funktionierende und effiziente 

Schutzinfrastruktur zur Verfügung stellen muss und diese der betroffenen 

Person objektiv zugänglich sowie individuell zumutbar zu sein muss, was 

jeweils im Rahmen einer Einzelfallprüfung unter Berücksichtigung des län-

derspezifischen Kontextes zu beurteilen ist (vgl. BVGE 2011/51 E. 7.3 f. 

m.w.H. und Urteil des BVGer E-4446/2018 vom 29. August 2018 E. 6.2.1), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG), 

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Seite 7 

dass die Vorinstanz im hier zu beurteilenden Fall keine Glaubhaftigkeits-

prüfung vorgenommen, sich eine solche jedoch vorbehalten hat, weil sie 

die Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht mehr aktuell beziehungs-

weise als nicht asylrelevant betrachtet hat, weshalb vorab zu prüfen ist, ob 

die geltend gemachten Asylgründe überhaupt als solche qualifiziert werden 

könnten, falls der zugrunde liegende Sachverhalt als gegeben betrachtet 

würde, 

dass die vom Beschwerdeführer behauptete kürzlich erfolgte Freilassung 

seines Vaters durch den von ihm eingereichten Screenshot eines Berichts 

der BBC vom 4. Juni 2025 über die Inkraftsetzung des 10. Justizpakets 

weder erstellt noch glaubhaft gemacht ist, zumal im fraglichen Bericht der 

Vater des Beschwerdeführers nicht namentlich erwähnt wird, was auch 

ohne Übersetzung des Artikels in eine Amtssprache des Bundesverwal-

tungsgerichts ersichtlich ist, 

dass die mit der Eingabe vom 30. Juni 2025 behauptete wiederaufge-

flammte telefonische Bedrohung der Mutter des Beschwerdeführers und 

die persönliche Bedrohung der Grossmutter mütterlicherseits weder erstellt 

noch glaubhaft gemacht sind, insbesondere aber über die Urheber und den 

Inhalt der Drohungen nichts Näheres bekannt ist, weshalb sie sich als nicht 

hinreichend substantiiert erweisen und darauf nicht weiter einzugehen ist, 

dass selbst bei Wahrunterstellung dieser jüngsten Vorkommnisse von einer 

Bedrohung durch Dritte auszugehen wäre, deren Asylrelevanz nach den 

gleichen Kriterien betreffend den staatlichen Schutz zu beurteilen ist wie 

der geltend gemacht Anschlag auf den Beschwerdeführer, die Drohungen 

seitens des Vaters, dessen Gefolgsleuten und der beiden Familienstämme, 

was nachfolgend zu prüfen ist,  

dass nach konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts die allge-

meine Schutzbereitschaft und Schutzfähigkeit des türkischen Staates im 

Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt zu bejahen und davon auszugehen 

ist, dass insbesondere in den städtischen Gebieten die Infrastruktur des 

Opferschutzes hinreichend ist (Urteile des BVGer D-8238/2024 vom 1. Juli 

2025 E. 6.2, E-3909/2025 vom 20. Juni 2025 E.9.3 m.w.H.), 

dass der Beschwerdeführer die geltend gemachte fortbestehende Gefahr 

seitens seines Vaters oder dessen Gefolgsleuten, insbesondere wegen 

des Auftrags zum Autounfall, nach eigener Sachdarstellung nicht bei den 

türkischen Behörden angezeigt hat, weshalb die Vorinstanz insoweit zu 

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Seite 8 

Recht angenommen hat, dass die türkischen Behörden nichts davon ge-

wusst haben, und von der Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit der türki-

schen Behörden ausgehen durfte,  

dass der Beschwerdeführer folglich ein subsidiäres, internationales 

Schutzbedürfnis geltend macht, weil ihm die Inanspruchnahme der beste-

henden staatlichen Schutzinfrastruktur in der Türkei aus individuellen 

Gründen nicht zumutbar sei, insbesondere wegen Aussichtslosigkeit, 

Furcht vor Vergeltungsmassnahmen sowie Druck seitens der Familien (Be-

schwerde Rz. 22 ff.), 

dass soweit die türkischen Behörden nach dem Unfall ein Strafverfahren 

an die Hand genommen und gar gerichtlich vorgeladen haben keine Aus-

sichtlosigkeit der Inanspruchnahme staatlicher Schutzinfrastrukturen vor-

liegt, selbst wenn sich im Gerichtsverfahren zufolge des behaupteten Ver-

schwindens des Beschuldigten und der Beweislage gewisse Schwierigkei-

ten gezeigt haben sollten, 

dass an dieser Einschätzung auch die vom Beschwerdeführer angerufe-

nen Zeitungsberichte (Beschwerde Rz. 23 f.) nichts zu ändern vermögen, 

dass hinsichtlich der geäusserten Furcht vor Vergeltungsmassnahmen sei-

tens des Vaters und dessen kriminellen Gefährten sowie dessen Familien-

stammes sich jedoch aus den von Beschwerdeführer eingereichten Ge-

richtsunterlagen ergibt, dass seine Grossmutter mütterlicherseits am (…) 

2023 gegenüber seinem Vater und dessen Schwester bei der Polizei eine 

Anzeige wegen Beleidigung eingereicht hat (SEM-act. Beweismittel G/ID-

008), woraus zu schliessen ist, dass die in der Türkei verbliebenen Famili-

enmitglieder mütterlicherseits durchaus die staatliche Schutzstruktur anru-

fen können, womit gleiches auch dem Beschwerdeführer zuzumuten wäre 

(vgl. auch Urteil des BVGer E-3909/2025 vom 20. Juni 2025 E. 9.4), 

dass die Vorinstanz das Asylgesuch folglich zu Recht abgelehnt hat,  

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom SEM ebenfalls zu Recht angeordnet wurde, 

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Seite 9 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie zu be-

weisen sind, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen sind (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der 

Beschwerdeführer – wie vorstehend ausgeführt worden ist – über keinen 

Flüchtlingsstatus verfügt, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip 

des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung findet,  

dass – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – keine Anhalts-

punkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende menschenrechts-

widrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung (vgl. dazu Beschwerde 

Rz. 41) oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersicht-

lich sind, insbesondere seine Traumatisierung im hier zu beurteilenden Fall 

die Wegweisung nicht unzulässig werden lässt, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

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Seite 10 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts-

staat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe, insbesondere 

auch nicht wegen der Traumatisierung, auf eine konkrete Gefährdung im 

Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegwei-

sung vorliegend zumutbar ist, womit der Vorinstanz auch insoweit zu folgen 

ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es den Beschwerdeführerinnen obliegt, bei der 

Beschaffung allfälliger weiterer Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 

AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom SEM verfügte Vollzug der Wegweisung 

zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt und – soweit 

überprüfbar – angemessen ist, weshalb sich auch der gestellte Rückwei-

sungsantrag erübrigt und die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.- (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind und der geleistete Kostenvorschuss 

in gleicher Höhe darauf anzurechnen ist (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird auf die Verfah-

renskosten angerechnet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David R. Wenger Monique Schnell Luchsinger 

 

 

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