# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 385dc834-9556-5adc-90b6-ad26285d8918
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 15.12.2021 SK2 2021 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2021-83_2021-12-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 15. Dezember 2021

Referenz SK2 21 83

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG LL.M. Eugen Koller
Anwaltskanzlei Sankt Jakob, St. Jakob-Strasse 37, 9000 St. Gal-
len 

B._____ GmbH
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG LL.M. Eugen Koller
Anwaltskanzlei Sankt Jakob, St. Jakob-Strasse 37, 9000 St. Gal-
len 

Gegenstand Edition

Anfechtungsobj. Editionsverfügung Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
27.10.2021 (Proz. Nr. VV.2021.691)

Mitteilung 15. Dezember 2021

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Sachverhalt

A. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führt 
gegen A._____ eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts einer groben Verlet-
zung von Verkehrsregeln. Hintergrund ist folgender Sachverhalt: Am 26. Septem-
ber 2020 wurde der auf die zwischenzeitlich in B._____ GmbH umfirmierte 
C._____ GmbH eingelöste Personenwagen mit dem Kontrollschild NW D._____ 
im Innerortsbereich in E._____ mit erheblich übersetzter Geschwindigkeit von ei-
nem Radargerät erfasst. A._____ ist Geschäftsführer der B._____ GmbH.

B. Mit Editionsverfügung vom 27. Oktober 2021 forderte die Staatsanwalt-
schaft die B._____ GmbH auf, ihr innerhalb von fünf Arbeitstagen den Nutzer des 
Personenwagens NW D._____ am 26. September 2020 bekanntzugeben.

C. Dagegen erhoben sowohl A._____ als auch die B._____ GmbH (nachfol-
gend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 8. November 2021 Beschwerde an das 
Kantonsgericht von Graubünden und beantragten, es sei die angefochtene Editi-
onsverfügung aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Staatsanwaltschaft.

D. Mit Schreiben vom 17. November 2021 teilte die Staatsanwaltschaft mit, 
dass sie ihre Editionsverfügung vom 27. Oktober 2021 zurücknehme, und ersuch-
te das Kantonsgericht um Abschreibung des Beschwerdeverfahrens.

E. Mit Schreiben vom 22. November 2021 beantragten die Beschwerdeführer, 
dass die Staatsanwaltschaft bzw. der Staat für die Kosten des Verfahrens und der 
anwaltlichen Vertretung aufzukommen habe, und reichten eine Honorarnote ein. 
Die Staatsanwaltschaft liess sich hierzu nicht mehr vernehmen.

Erwägungen

1. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann grundsätzlich Beschwer-
de erhoben werden (vgl. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Wie es sich damit im Beson-
deren bei Editionsverfügungen verhält, kann vorliegend offengelassen werden 
(hierzu näher KGer GR SK2 18 2 v. 2.8.2018). Nachdem nämlich die Staatsan-
waltschaft mitgeteilt hat, dass sie die angefochtene Editionsverfügung zurückneh-
me (vgl. act. A.2) – wovon Vormerk zu nehmen ist –, ist das Beschwerdeverfahren 
gegenstandslos geworden (zur Zulässigkeit der Wiedererwägung bei verfahrens-
leitenden Entscheiden s. PKG 2016 Nr. 27). Damit kann das Beschwerdeverfah-
ren vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben werden. Der Abschreibungsent-

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scheid erfolgt in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 9 Abs. 2 GOG [BR 173.000] 
i.V.m. Art. 11 Abs. 2 KGV [BR 173.100]).

2. Es verbleibt, über die Kosten- und Entschädigungsfolge im Beschwerdever-
fahren zu entscheiden. Die Beschwerdeführer beantragen, die Staatsanwaltschaft 
bzw. der Staat habe für die Kosten des Verfahrens und der anwaltlichen Vertre-
tung aufzukommen. Die Staatsanwaltschaft hat sich dazu nicht vernehmen lassen.

2.1. In der vorliegenden Konstellation, wo die Staatsanwaltschaft die angefoch-
tene Editionsverfügung zurückgenommen hat, rechtfertigt es sich, die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens, welche in Anwendung von Art. 8 und 10 VGS (BR 
350.210) auf CHF 500.00 festgesetzt werden, auf die Staatskasse zu nehmen (zur 
Kostenverlegung bei Gegenstandslosigkeit eingehend KGer GR SK2 21 30 v. 
27.5.2021 E. 2).

2.2. Die Entschädigungsfrage ist nach der Kostenfrage zu beantworten. Insoweit 
präjudiziert der Kostenentscheid die Entschädigungsfrage. Es gilt folglich der 
Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädigung oder Genugtu-
ung auszurichten ist, während bei Übernahme der Kosten durch die Staatskasse 
die beschuldigte Person Anspruch auf Entschädigung hat (vgl. BGE 137 IV 352 
E. 2.4.2 m.w.H.).

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer macht eine Entschädigung von CHF 
1'834.15 (inkl. Spesen und MwSt.) bei einem Zeitaufwand von 6.55 Stunden gel-
tend (vgl. act. G.1). Der geltend gemachte Zeitaufwand erscheint angesichts der 
sich stellenden Tat- und Rechtsfragen angemessen. Die Rechtsvertreter berech-
net indessen sein Honorar ausgehend von einem Stundenansatz von CHF 250.00, 
ohne eine entsprechende Honorarvereinbarung einzulegen. Gemäss Art. 3 Abs. 1 
Satz 1 der Honorarverordnung des Kantons Graubünden (HV; BR 310.250) gilt ein 
Stundenansatz zwischen CHF 210.00 und CHF 270.00 als üblich. Sofern jedoch – 
wie vorliegend – keine Honorarvereinbarung nachgewiesen wird, ist die Entschä-
digung praxisgemäss auf Basis des mittleren Stundenansatzes von CHF 240.00 
zu berechnen (vgl. u.a. KGer GR SK2 20 27 v. 1.7.2020 E. 1.2 m.w.H.). Daran 
ändert der in der Vollmacht enthaltene Hinweis auf die Honoraransätze des Kan-
tons St. Gallen (vgl. StA act. 1.3) nichts. Denn das Anwaltshonorar bestimmt sich 
nach dem Entschädigungstarif des Gerichtsstands (BGE 142 IV 163 E. 3.1; vgl. 
auch KGer GR SK2 20 32 v. 25.1.2021 E. 3.2), weshalb vorliegend die bündneri-
sche Honorarverordnung anwendbar ist. Demnach ergibt sich ein Honorar nach 
Zeitaufwand im Betrag von CHF 1'572.00 (6.55 Stunden à CHF 240.00). Der 
Rechtsvertreter stellt im Weiteren eine Auslagenpauschale in Höhe von 4% des 

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Honorars nach Zeitaufwand in Rechnung. Pauschal geltend gemachte Spesen 
werden gemäss ständiger Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden jedoch 
maximal im Umfang von 3% des nach Zeitaufwand festgelegten Honorars zuge-
sprochen (vgl. statt vieler KGer GR ZK1 20 31 v. 20.4.2021 E. 1.4.2 m.w.H.). Die 
Spesenpauschale beläuft sich daher auf CHF 47.15 (3% von CHF 1'572.00). Zu-
züglich der beantragten Mehrwertsteuer von 7.7% resultiert dadurch eine Ent-
schädigung in Höhe von CHF 1'743.80.

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Demnach wird erkannt:

1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft Graubün-
den die Editionsverfügung vom 27. Oktober 2021 zurückgenommen hat.

2. Das Beschwerdeverfahren SK2 21 83 wird als gegenstandslos geworden 
vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 500.00 gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden.

4. Der Kanton Graubünden hat A._____ und die B._____ GmbH für das Be-
schwerdeverfahren mit CHF 1'743.80 (inkl. Spesen und MwSt.) ausseramt-
lich zu entschädigen.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6. Mitteilung an: