# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c089816a-c8e0-58e4-b427-a3d357b7a000
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2025 D-2735/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2735-2025_2025-11-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2735/2025 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richterin Contessina Theis, 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

seine Ehefrau 

B._______, geboren am (…), 

und ihre Kinder 

C._______, geboren am (…), und 

D._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

alle vertreten durch Christopher Gabriel, Rechtsanwalt,  

(…), 

Beschwerdeführende, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (sicherer Drittstaat); 

Verfügung des SEM vom 11. April 2025 / N (…). 

 

D-2735/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführenden, afghanische Staatsangehörige mit letztem 

Aufenthalt in E._______, verliessen ihr Heimatland im Jahr 2021 und such-

ten am 19. Februar 2025 in der Schweiz für sich und ihre Kinder um Asyl 

nach. Am 21. Februar 2025 mandatierten sie die ihnen vom Bundesasyl-

zentrum (BAZ) F._______ zugewiesene Rechtsvertretung. 

A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Zentral-

einheit Eurodac) ergab, dass die Beschwerdeführenden am 27. und 

29. August 2024 in Griechenland daktyloskopisch erfasst worden waren, 

am 29. August 2024 um Asyl nachgesucht hatten und ihnen dort am 10. Ja-

nuar 2025 Schutz gewährt worden war. 

A.c Am 25. Februar 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden 

gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Ver-

fahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Dritt-

staatsangehöriger (nachfolgend Rückführungsrichtlinie) sowie das Ab-

kommen vom 28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat 

und der Regierung der Hellenischen Republik über die Rückübernahme 

von Personen mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729; nachfolgend: 

bilaterales Rückübernahmeabkommen) um Wiederaufnahme der Be-

schwerdeführenden. 

A.d Die griechischen Behörden erklärten sich am 17. März 2025 zur Rück-

übernahme der Beschwerdeführenden bereit. Sie bestätigten, dass ihnen 

am 10. Januar 2025 die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt worden war. Die 

ihnen erteilten Aufenthaltsbewilligungen seien bis zum 9. Januar 2028 gül-

tig. 

A.e Das SEM teilte den Beschwerdeführenden mittels ihrer Rechtsvertre-

tung am 18. März 2025 mit, es beabsichtige, gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a 

AsylG (SR 142.31) auf ihr Asylgesuch nicht einzutreten und sie nach Grie-

chenland wegzuweisen. In diesem Zusammenhang bat es sie um Stellung-

nahme zu mehreren Fragen hinsichtlich ihrer dortigen Lebensumstände. 

Zudem forderte es sie auf, sämtliche Unterlagen aus dem griechischen 

Asylverfahren und dem Aufenthalt in Griechenland einzureichen. 

D-2735/2025 

Seite 3 

A.f Der rubrizierte Rechtsvertreter reichte mit Eingabe vom 20. März 2025 

eine Stellungnahme ein. Dieser lag ein Merkblatt bezüglich Versorgung an-

erkannter Flüchtlinge mit Lebensmitteln vom 4. Dezember 2024 bei. 

A.g Das SEM führte mit dem Beschwerdeführer und der Beschwerdefüh-

rerin am 27. März 2025 Gespräche zur Rückführung in einen sicheren Dritt-

staat. 

A.g.a Der Beschwerdeführer erklärte dabei, er habe in Afghanistan bis zur 

achten Klasse die Schule besucht und danach auf der Baustelle als (…) 

gearbeitet. Als die Taliban 2021 an die Macht gekommen seien, habe er 

seine Heimat verlassen. Er sei zusammen mit seiner Familie illegal in den 

Iran gereist, wo er etwas mehr als zwei Jahre geblieben sei. Danach sei er 

in die Türkei gereist, wo er sich knapp zwei Monate aufgehalten habe. In 

einem Schlauchboot seien sie am 3. August 2024 nach Griechenland ge-

langt, wo sie auf mehreren Inseln gewesen seien. Zuletzt seien sie in einem 

Camp in G._______ gewesen. Im Zimmer, das sie dort erhalten hätten, 

habe man nicht leben können. In einem Video, das er geschickt habe, sehe 

man, dass es überall Insekten gehabt habe. Zirka eine Woche, nachdem 

ihnen der Schutzstatus gewährt worden sei, habe man ihnen dies mitge-

teilt. Eine Woche später habe man ihnen die Fingerabdrücke abgenom-

men, um ihnen Identitätskarten ausstellen zu können. Man habe ihnen 

nicht erklärt, welche Rechte und Ansprüche mit dem Schutzstatus verbun-

den seien. Nachdem sie den Schutzstatus erhalten hätten, seien sie eine 

Woche im Camp geblieben. Drei- oder viermal seien Mitarbeiter dieses 

Camps zu ihnen gekommen, die sie daran erinnert hätten, dieses zu ver-

lassen. Als sie aus diesem Camp «herausgeschmissen» worden seien, 

seien sie in einen Wald gegangen. Sie hätten aus Mülleimern Decken ge-

sammelt und 26 Tage dort übernachtet. Sie hätten ein sehr schwieriges 

Leben gehabt, da sie nichts zu Essen und Trinken gehabt hätten. Während 

dieser Zeit habe er nur einmal im Camp duschen können. Seine Kinder 

seien krank geworden. Im Camp habe er keine medizinische Hilfe erhalten. 

Sie seien mit einer Person aus dem Camp, die etwas Griechisch gespro-

chen habe, zu einer Organisation in die Stadt gegangen. Man habe ihre 

Namen und ihre Adresse notiert und gesagt, man werde zu ihnen kommen, 

um sich ein Bild zu machen. Da niemand gekommen sei, hätten die Jungs 

aus dem Camp sie zu einer anderen Organisation gebracht, deren Mitar-

beiter gesagt hätten, sie würden zu ihnen kommen. Zirka zwei Wochen 

später hätten sie eine dritte Organisation telefonisch kontaktiert. Auch von 

dieser hätten sie nichts mehr gehört. Auf Nachfrage gab der Beschwerde-

führer an, sie seien bei jeder Organisation zweimal gewesen, hätten aber 

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keine Hilfe erhalten. Er habe erfolglos versucht, eine Arbeit zu finden. 

Nachdem sie die Reisedokumente erhalten hätten, hätten sie Flugtickets 

gekauft und Griechenland verlassen. Das Geld für die Reisedokumente 

und die Tickets habe er von seinem Vater erhalten. Geld für die Lebens-

kosten habe er von zwei Kollegen und von einem Bruder geliehen. 

A.g.b Die Beschwerdeführerin gab zu Protokoll, sie habe die Schule bis 

zur zwölften Klasse besucht. Da die Taliban an die Macht gekommen seien, 

habe sie nicht weiterstudieren können und sei Hausfrau gewesen. Sie sei 

in E._______ aufgewachsen und habe zirka drei Jahre lang in (…) gear-

beitet. Einige Monate nach der Machtübernahme durch die Taliban hätten 

sie Afghanistan verlassen. Auf der Reise nach Europa hätten sie sich un-

gefähr ein Jahr lang im Iran aufgehalten. In Griechenland seien sie zuerst 

auf der Insel H._______ gewesen, danach haben man sie nach I._______ 

gebracht. Dann seien sie nach J._______ und zuletzt nach G._______ ge-

bracht worden, wo sie befragt worden seien. Man habe ihnen per E-Mail 

mitgeteilt, dass sie als Flüchtlinge anerkannt worden seien. Sie hätten 

keine Informationen über ihre Rechte als Flüchtlinge erhalten. Im Camp 

hätten ihre Kinder von einem Arzt Medikamente erhalten. Als sie (…) und 

ihr Ehemann (…) gehabt habe, hätten sie keine Hilfe erhalten. Die Behör-

den hätten gesagt, sie sollten eine SIM-Karte kaufen, man werde ihnen 

eine E-Mail schicken, in der stehen werde, wann sie Geld erhielten. Sie 

seien sechs Monate in diesem Camp gewesen und hätten vergeblich auf 

das Geld gewartet. Nachdem sie das Camp hätten verlassen müssen, hät-

ten sie Adressen erhalten und seien persönlich dorthin gegangen und hät-

ten vergeblich um Hilfe ersucht. Ihr Ehemann habe mit einer anderen Or-

ganisation telefonisch Kontakt aufgenommen, sie hätten aber keine Hilfe 

erhalten. 

A.g.c Vor dem Abschluss der Gespräche gewährte das SEM den Be-

schwerdeführenden das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung 

der Familie nach Griechenland. 

A.h Das SEM übermittelte der Rechtsvertretung am 10. April 2025 einen 

auf den folgenden Tag datierten Entscheidentwurf. 

A.i Der Rechtsvertreter reichte mit Eingabe vom 11. April 2025 namens der 

Beschwerdeführenden eine Stellungnahme zum Entscheidentwurf ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 11. April 2025 – eröffnet am 14. April 2025 – trat das 

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Seite 5 

SEM auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 19. Februar 

2025 nicht ein, wies sie aus der Schweiz weg und stellte fest, sie seien 

verpflichtet, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfü-

gung zu verlassen, ansonsten sie in Haft genommen und unter Zwang 

nach Griechenland zurückgeführt werden könnten. Es beauftragte den 

Kanton F._______ mit dem Vollzug der Wegweisung und ordnete die Aus-

händigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die 

Beschwerdeführenden an. 

C.  

Die Beschwerdeführenden liessen mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 

16. April 2025 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, die Ziffern 3 und 4 der 

Verfügung der Vorinstanz seien aufzuheben und diese sei anzuweisen, sie 

aufgrund der Unzumutbarkeit beziehungsweise Unzulässigkeit des Weg-

weisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, eventualiter sei 

sie anzuweisen, von den griechischen Behörden individuelle Garantien be-

treffend den Zugang zu Unterbringung, Sozialleistungen und medizinischer 

Versorgung einzuholen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, 

es sei den Beschwerdeführenden die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen und insbesondere auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten. 

D.  

Der Instruktionsrichter hiess die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses mit Instruktionsverfügung vom 24. April 2025 gut. Dem SEM gewährte 

er die Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung. 

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 30. April 2025 äusserte sich das SEM zur 

Beschwerde. 

F.  

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden nahm in seiner Replik vom 

15. Mai 2025 zur Vernehmlassung des SEM Stellung. Dieser lagen eine 

«Anfragebeantwortung Recherchia» der Berner Rechtsberatungsstelle für 

Menschen in Not vom 8. Mai 2025, mehrere Fotografien, medizinische Do-

kumentationen von «Medic-Help» und eines Endbefunds der K._______ 

vom 1. Mai 2025 sowie ein USB-Stick bei. 

  

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Die Beschwerdeführenden haben mit ihren Kindern am vorinstanzli-

chen Verfahren teilgenommen, sie sind durch die angefochtene Verfügung 

besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-

hebung beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der 

Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

In der Beschwerde werden in der Hauptsache die Aufhebung der Ziffern 3 

und 4 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung und die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme der Beschwerdeführenden beantragt. Hinsichtlich 

der Ziffern 1 und 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung (Nichtein-

treten auf die Asylgesuche und Verfügung der Wegweisung) werden weder 

Anträge auf deren Aufhebung gestellt noch diesbezügliche Ausführungen 

in der Begründung gemacht. Infolgedessen richtet sich die Beschwerde 

einzig gegen die Anordnung des Vollzugs der Wegweisung. 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheides aus, es bestünden 

zwar Anzeichen dafür, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingsei-

genschaft nach Art. 3 AsylG erfüllten, da sie in Griechenland als Flüchtlinge 

anerkannt worden seien. Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG sei einem Begeh-

ren um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft in der Schweiz nur dann zu 

entsprechen, wenn ein schutzwürdiges Interesse nachgewiesen werde. 

Dieser Nachweis könne nicht gelingen, wenn bereits ein Drittstaat die 

Flüchtlingseigenschaft festgestellt und Schutz vor Verfolgung gewährt 

habe. Dies sei vorliegend der Fall. Sie könnten nach Griechenland zurück-

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kehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung des Non-Refoulement-

Prinzips zu befürchten. Auf das Asylgesuch sei somit nicht einzutreten. 

In Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG werde die Regelvermutung aufgestellt, dass 

EU-Mitgliedstaaten als sichere Drittstaaten gelten würden, in denen Schutz 

vor Rückschiebung in einen Verfolgerstaat bestehe und grundlegende 

Menschenrechtsgarantien eingehalten würden. Das Bundesverwaltungs-

gericht habe im Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 

2022 festgehalten, dass der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland 

für Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten hätten, grundsätzlich 

weiterhin zulässig sei. Trotz schwieriger Verhältnisse gehe das Gericht da-

von aus, dass schutzberechtigte Personen ihre existenziellen Bedürfnisse 

grundsätzlich abdecken könnten. Es könne nicht von einem dysfunktiona-

len Aufnahmesystem gesprochen oder von einer Situation ausgegangen 

werden, in der jeder Person mit Schutzstatus in Griechenland eine unan-

gemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von 

Art. 3 EMRK drohen würde. Das SEM weise darauf hin, dass Schutzbe-

rechtigte sich auf die Garantien der Richtlinie 2011/95/EU des europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (Qualifikations-

richtlinie) berufen könnten – insbesondere auf die Regeln betreffend den 

Zugang zu Beschäftigung (Art. 26), Bildung (Art. 27), Sozialhilfeleistungen 

(Art. 29), Wohnraum (Art. 32) und medizinischer Versorgung (Art. 30) –, zu 

deren Einhaltung Griechenland als EU-Mitgliedstaat verpflichtet sei. Not-

falls bestünden einklagbare Ansprüche in Bezug auf die erwähnten Berei-

che. Den Beschwerdeführenden stünden auch alle Rechte aus der Flücht-

lingskonvention zu (z.B. Gleichbehandlung mit griechischen Bürgern, etwa 

beim Zugang zu Gerichten, Erwerbstätigkeit, Fürsorge oder sozialer Si-

cherheit). 

Die Beschwerdeführenden hätten sich eigenen Angaben gemäss bis eine 

Woche nach Erteilung des Schutzstatus in den asylrechtlichen Aufnah-

mestrukturen Griechenlands aufgehalten. Sie hätten vom Staat Unterstüt-

zung erhalten, auch wenn sie den Umfang oder die Qualität derselben als 

unzureichend empfinden sollten. Anschliessend hätten sie 26 Tage in ei-

nem Waldstück gelebt und seien kurz nach der Ausstellung der griechi-

schen Reisedokumente in die Schweiz weitergereist. Ihre Angaben, wie sie 

sich um Unterstützung bemüht und die Reisepässe erhalten hätten, seien 

vage und teilweise widersprüchlich. Ihre Ausführungen, sie hätten keinen 

Asylentscheid und keine Informationen über ihre Rechte und Unterstüt-

zungsangebote erhalten, müssten als Schutzbehauptung gewertet wer-

den. Sie hätten es unterlassen, sich in Griechenland längerfristig und 

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selbstständig – oder notfalls mit Unterstützung der griechischen Behörden 

und/oder gemeinnütziger Organisationen – um eine wirtschaftliche und ge-

sellschaftliche Integration zu bemühen. Es gelinge ihnen nicht darzutun, 

dass ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Sozialleistungen und zu 

Wohnraum ausserhalb der asylrechtlichen Aufnahmestrukturen nach Er-

halt des Schutzstatus nicht freigestanden habe beziehungsweise, inwie-

fern ihnen dieser durch die griechischen Behörden verwehrt worden wäre. 

Es dürfe erwartet werden, dass sie sich bei Unterstützungsbedarf an die 

griechischen Behörden wenden und die erforderliche Hilfe einfordern wür-

den. Informationen zu staatlichen und nichtstaatlichen Anlaufstellen auf 

Farsi liessen sich bei Bedarf den Internetseiten des UNHCR Griechenland 

entnehmen. 

Hinsichtlich der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach 

Griechenland habe das Bundesverwaltungsgericht bei Familien mit Kin-

dern Einschränkungen gemacht. Es erachte den Vollzug der Wegweisung 

als zumutbar, falls günstige Voraussetzungen oder Umstände vorlägen. 

Solche könnten dann gegeben sein, wenn sich die Rückkehrenden bereits 

längere Zeit in Griechenland aufgehalten hätten, über Kenntnisse der grie-

chischen Sprache verfügten, bereits in Griechenland berufstätig gewesen 

seien oder auf die Unterstützung eines familiären oder sozialen Netzes zu-

rückgreifen könnten. Im Rahmen der Abwägung seien sämtliche konkreten 

Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Die Tatsache, dass sich die 

bisherige Integration der betroffenen Personen in Griechenland als schwie-

rig erwiesen habe, lasse den Vollzug noch nicht als unzumutbar erschei-

nen. Entscheidend sei, ob die betroffenen Personen bei einer Rückkehr 

trotz ihnen zumutbaren Anstrengungen mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit in eine existenzielle Notlage geraten würden, die sie nicht aus eigener 

Kraft abwenden könnten. 

Die Beschwerdeführenden stellten ihre Lebensumstände in Griechenland 

schlechter dar, als sie gewesen seien. Sie hätten angegeben, keinerlei Un-

terstützung erhalten zu haben, nicht genau zu wissen, bei was für Organi-

sationen sie vorgesprochen hätten, keine Informationen über ihre Rechte 

erhalten und mittellos in einem Wald gelebt zu haben, bis sie die Pässe 

erhalten hätten. Sie hätten keine anderen Behörden oder Hilfswerke auf-

suchen können, würden die afghanische Diaspora-Organisation nicht ken-

nen und Paaypa-, AFM- und AMKA-Nummern würden ihnen nichts sagen. 

Ihre Ausführungen, sie hätten keinen Asylentscheid erhalten und über 

keine Informationen zu ihren Rechten verfügt, seien als tatsachenwidrig zu 

werten. Gemäss öffentlich zugänglichen Informationen erhielten alle Asyl-

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suchenden einen Entscheid persönlich oder per Mail ausgehändigt, mit 

weiterführenden Informationen in einer ihnen verständlichen Sprache. In 

diesen Informationen auf Farsi befinde sich ein Link auf «Refugee.info  

Greece», wo ein weiterer Link zu detaillierten Informationen zur Schul-

pflicht, zur Gesundheitsversorgung mit Paaypa- und AMKA-Nummer, zu 

Sozialhilfe und zu Arbeit führe. Die Paaypa-Nummer sei auf dem Asylbe-

werberausweis aufgedruckt. Es sei bekannt, dass auch die AFM-Steuer-

nummer früh im Asylverfahren ausgehändigt werde. Die Beschwerdefüh-

renden hätten eine ausreichende respektive gute Schulbildung und es 

wäre ihnen zumutbar gewesen, diese Informationen zur Kenntnis zu neh-

men, zu lesen und darauf aufbauend weiter zu recherchieren und sich um 

den Erhalt der verschiedenen Unterstützungsleistungen zu bemühen. Die 

Ausführungen, wie und wo sie die Reisepässe erhalten hätten, müssten 

ebenfalls als tatsachenwidrig eingestuft werden. Reisepässe würden nur in 

Thessaloniki und Athen persönlich ausgehändigt. Für die Beantragung des 

Reisepasses brauche es die Aufenthaltsbewilligung und eine Kopie des 

Asylentscheids. Sie hätten bisher keinerlei Möglichkeiten ausgeschöpft, 

um in Griechenland ihre Rechte einzufordern, und es dürfe von ihnen er-

wartet werden, sich diesbezüglich zu bemühen und erste Schritte zu ma-

chen sowie Anstrengungen zu unternehmen. 

Die finanzielle Unterstützung Asylsuchender ende in Griechenland in der 

Regel einen Monat nach Erhalt des Schutzstatus. Schutzberechtigte müss-

ten innerhalb dieser Zeit ihre Asylunterkunft verlassen. Für Familien sei 

eine Verlängerung der Frist auf drei Monate möglich. Schutzberechtigte, 

die ihren Lebensunterhalt nicht selbstständig bestreiten könnten, könnten 

beim griechischen Staat das garantierte Mindesteinkommen (EEE) bean-

tragen. Das EEE sei ein umfassendes Unterstützungskonzept, das auf drei 

Grundpfeilern beruhe (finanzielle Einkommensunterstützung, soziale 

Dienstleistungen, berufliche Integration). Zu den sozialen Dienstleistungen 

zählten kostenlose medizinische Versorgung für Nichtversicherte, Über-

weisung und Integration in Strukturen und Dienste der sozialen Betreuung, 

Einbeziehung in Programme und soziale Strukturen zur Armutsbekämp-

fung sowie die Abgabe von Lebensmitteln und anderen materiellen Gütern. 

Die berufliche Integration umfasse die Teilnahme an Berufsbildungs-,  

Arbeits- und Bildungsprogrammen. Das EEE sei eine umfassende und not-

falls langfristige finanzielle, soziale und berufliche Unterstützung. Aufgrund 

des EEE könne verhindert werden, dass die Beschwerdeführenden in Grie-

chenland in eine Notlage geraten würden. «Migrant Integration Center» 

(MIC) würden Betroffene unterstützen, falls sie einen Antrag auf EEE nicht 

selbst ausfüllen könnten. Es seien verschiedene Dokumente vorzuweisen, 

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zu welchen Schutzberechtigte in Griechenland Zugang hätten. Diese könn-

ten sich gleichzeitig und zusätzlich für die Nahrungsmittelhilfe und Grund-

versorgung durch den «Europäischen Hilfsfonds für bedürftige Personen» 

anmelden. Personen, welche die Bedingungen für das EEE erfüllten, hät-

ten Anspruch auf Auszahlung der finanziellen Unterstützung ab dem ersten 

Tag des Monats nach der Antragstellung. Die Gutsprache gelte für sechs 

Monate und könne auf Antrag verlängert werden. 

Nebst der Unterstützung beim Beantragen des EEE würden die MIC wei-

tere Unterstützungsleistungen anbieten. Sie vermittelten Kontakte zu Ob-

dachlosenunterkünften, seien mit Migrantenorganisationen, NGOs und So-

zialdiensten gut vernetzt und könnten Betroffene rasch an diese weiterver-

weisen. Mit dem Programm «Wohnen und Arbeiten für Obdachlose» helfe 

der griechische Staat Obdachlosen bei der Suche, Finanzierung und Ein-

richtung einer Wohnung oder bei der Arbeitssuche. Sozialarbeitende in den 

Gemeinden erteilten Auskunft über das Programm und identifizierten po-

tentielle Kandidaten, zu denen auch Schutzberechtigte zählten. Sollten sie 

Beschwerdeführenden über keine Unterkunft verfügen, könnten sie sich 

beim Sozialdienst ihrer Gemeinde über eine mögliche Aufnahme in das er-

wähnte Programm informieren. Personen, die in das Programm aufgenom-

men würden, hätten automatisch Zugang zum EEE. 

Griechenland habe in den letzten Jahren von der EU und der Schweiz sub-

stanzielle Hilfe zur Unterstützung der Aufnahme-, Asyl- und Rückführungs-

systeme erhalten und werde weiterhin finanziell unterstützt werden. Die 

Beschwerdeführenden hätten die Möglichkeit, bei einer der in Griechen-

land vorhandenen karitativen Organisationen um (Überbrückungs-)Hilfe zu 

ersuchen. Die «Afghan Migrants & Refugees Community in Greece» biete 

afghanischen Staatsangehörigen in Griechenland in allen Lebensberei-

chen Unterstützung an. Seit Juni 2022 stelle sie für ihre Landsleute eine 

Notunterkunft zur Verfügung, die für afghanische Staatsangehörige mit in-

ternationalem Schutzstatus bestimmt sei. Hilfsorganisationen am Viktoria-

Platz in Athen würden Sprachkurse für Griechisch sowie Kurse zur Vermitt-

lung von Computerkenntnissen anbieten. Angehende Arbeitnehmer wür-

den in Griechisch-Kursen bei allen Schritten der Arbeitssuche unterstützt 

und gezielt auf ihre Vorstellungsgespräche vorbereitet. Sie erhielten Fach-

vokabular und Lehrmaterial, das sich auf die Branche beziehe, in der sie 

beschäftigt werden sollten. Die Beschwerdeführenden könnten sich auf 

mehreren Webseiten bezüglich Unterkunft, medizinischer Versorgung, so-

zialstaatlicher Unterstützung und Schulbildung informieren. Es gebe zahl-

reiche Verweise auf Dienstleistungen und Angebote von staatlichen und 

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nichtstaatlichen Organisationen, bei denen sie nach ihrer Rückkehr nach 

Griechenland um Unterstützung ersuchen könnten. 

Die Töchter der Beschwerdeführenden seien in Griechenland schon in ei-

ner Art Vorschule oder Kindertagesstätte gewesen und hätten zumindest 

beschränkt Zugang zum griechischen Bildungssystem gehabt. Die obliga-

torische Schulzeit daure in Griechenland neun, die gesamte Schulzeit be-

trage zwölf Jahre. Für sie bestehe Schulpflicht; für die Einschulung seien 

die Aufenthaltsbewilligung, ein Gesundheits- oder Impfbüchlein und der 

Wohnsitznachweis erforderlich. 

Die Beschwerdeführenden seien trotz gewisser gesundheitlicher Beein-

trächtigungen arbeitsfähig. Anerkannte Flüchtlinge hätten in Griechenland 

zu den gleichen Bedingungen wie die einheimische Bevölkerung vollen Zu-

gang zum Arbeitsmarkt. Sie könnten sich, ohne administrative Hürden be-

wältigen zu müssen, um den Erhalt einer Arbeit bemühen. Kenntnisse des 

Griechischen seien nicht für jede Tätigkeit zwingend nötig. Zudem sollte es 

ihnen möglich sein, die Landessprache allmählich zu erlernen und so ihre 

Arbeitsmöglichkeiten zu verbessern. Hinsichtlich ihres Gesundheitszu-

stands gehe das SEM davon aus, dass sie über eine griechische Sozial-

versicherungsnummer (AMKA) verfügten, da diese anlässlich der Schutz-

gewährung innerhalb eines Monats beantragt werden müsse. Die AMKA-

Nummer gewähre unter anderem den Zugang zum griechischen Gesund-

heits- und Sozialversicherungswesen. Die geltend gemachten körperlichen 

und psychischen Gesundheitsbeschwerden seien nicht derart gravierend, 

dass sie einer Wegweisung nach Griechenland entgegenstehen würden. 

Im Fall der Beschwerdeführenden seien mehrere begünstigende Um-

stände ersichtlich, weshalb von der Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung ausgegangen werden könne. Ihre Töchter befänden sich im schul-

pflichtigen Alter, respektive könnten eine Kindertagestätte besuchen, womit 

sich der Betreuungsaufwand reduziere. Sie verfügten über eine gute 

Schulbildung und Berufserfahrung. Vor ihrer Weiterreise in die Schweiz 

hätten sie sich – bis auf den letzten Monat – durchgehend in einem Flücht-

lingscamp aufgehalten und keine längerfristigen Bemühungen unternom-

men, sich in Griechenland zu integrieren. Es gelinge ihnen mit ihren Aus-

sagen betreffend ihre individuellen Erfahrungen in Griechenland nicht dar-

zutun, dass ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Sozialleistungen und 

zu Wohnraum ausserhalb der asylrechtlichen Aufnahmestrukturen nach 

Erhalt des Schutzstatus nicht offen gestanden hätte. 

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Seite 12 

Es sei den Beschwerdeführenden nicht gelungen, die in Art. 83 Abs. 5 AIG 

(SR 142.20) verankerte Legalvermutung der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs nach Griechenland umzustossen. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM prüfe über weite 

Strecken nicht die von den Beschwerdeführenden vorgebrachten individu-

ell-konkreten Umstände und Voraussetzungen in Griechenland. Es leite die 

angenommenen «begünstigenden Umstände» vornehmlich aus der dort 

generell herrschenden Situation ab. Dabei stelle es keinen Konnex zwi-

schen den von ihnen geltend gemachten Erlebnissen nach der Schutzge-

währung und den ihnen theoretisch zustehenden Rechten her. In diffamie-

render Weise werde ihnen vorgehalten, sich hilflos zu präsentieren und ihre 

Situation absichtlich schlechter darzustellen, als sie gewesen sei. Zur Be-

gründung ziehe das SEM den Verweis auf die generell-abstrakte Lage für 

anerkannte Flüchtlinge in Griechenland heran, um sie als «Simulanten» 

abzufertigen. Sie hätten durchaus zumutbare Anstrengungen unternom-

men, um ihre Situation langfristig zu verbessern. 

Die Beschwerdeführenden hätten sich rund sechs Monate in Griechenland 

aufgehalten, weshalb noch nicht von einem längeren Aufenthalt ausgegan-

gen werden könne. Es könne ihnen nicht vorgehalten werden, dass sie 

Griechenland einige Wochen nach der Schutzgewährung verlassen hätten, 

da sie etwa vier Wochen obdachlos gewesen seien und in einem Wald bei 

G._______ gelebt hätten. Im Januar/Februar liege die Durchschnittstem-

peratur dort zwischen 4.4 und 6.4°C. Dennoch hätten sie sich bemüht, Un-

terstützung und eine Unterkunft zu erhalten. Mangels Aussicht auf ein tro-

ckenes und warmes Obdach seien diese Wochen im Wald exponentiell 

hinsichtlich der Aufenthaltsdauer nach der Schutzgewährung zu betrach-

ten. In Bezug auf diese liege kein günstiger Umstand vor. Es sei unbestrit-

ten, dass sie über keine Griechisch-Kenntnisse verfügten. Das SEM ver-

kenne ihre Bemühungen, an Sprachkursen teilnehmen zu können, als un-

genügend ohne zu begründen, ab wann von genügenden Bemühungen 

hätte ausgegangen werden können. Ihre Angabe, für sie habe es in den 

Flüchtlingsunterkünften und nach Schutzgewährung trotz wiederholter 

Nachfrage keine Sprachkursangebote gegeben, werde mit Verweis auf all-

gemeine Quellen als tatsachenwidrig abgetan. Es entstehe der Eindruck, 

das SEM lege ihre Aussagen so zu ihren Ungunsten aus, dass im Ergebnis 

von günstigen Vor-aussetzungen ausgegangen werden könne. Sie hätten 

nie behauptet, über keine Informationen zu verfügen, wo sie um Unterstüt-

zung bitten könnten. Sie hätten es mehrfach getan. Die Ausführungen zur 

Möglichkeit, sich betreffend Unterstützungsleistungen von griechischen 

D-2735/2025 

Seite 13 

Behörden/Hilfsorgani-sationen beraten zu lassen, seien sachverhaltswid-

rig. Hinsichtlich des Zugangs zu Sprachkursen und zum Bildungssystem 

könnten keine günstigen Umstände angenommen werden. Der Beschwer-

deführer habe sich täglich bemüht, Arbeit zu finden. Es sei ihm nicht mög-

lich gewesen, in Griechenland nur schon tageweise arbeiten zu können, 

und er habe keine Unterstützung bei der Arbeitssuche erhalten. Die Be-

schwerdeführerin habe nicht gesagt, sie habe in Afghanistan einen (…) ge-

führt. In Griechenland habe sie nebst der Betreuung der Kinder keiner Tä-

tigkeit gegen Entgelt nachgehen können. Sie hätten zu den vom SEM er-

wähnten zur Verfügung stehenden abstrakten Anspruchsgrundlagen offen-

sichtlich keinen Zugang erhalten. Im Übrigen sei das Bundesverwaltungs-

gericht im Referenzurteil zum Schluss gekommen, dass Schutzberechtige 

deutlich schlechtere Chancen auf eine Arbeitsstelle hätten als griechische 

Staatsangehörige. Somit lägen auch diesbezüglich keine günstigen Um-

stände vor. Sie verfügten in Griechenland über kein familiäres oder sozia-

les Unterstützungsnetz, hingegen lebe die Schwester der Beschwerdefüh-

rerin ([…]) in der Schweiz, zu der eine langfristige, auf gegenseitiger Un-

terstützung beruhende Beziehung bestehe. Das SEM halte den Beschwer-

deführenden vor, sich in Griechenland nur ungenügend um eine Unterkunft 

und um finanzielle Unterstützung bemüht zu haben. Im Widerspruch dazu 

anerkenne es aber im angefochtenen Entscheid hinreichende Anstrengun-

gen, sich um Unterstützung durch die griechischen Behörden und Hilfsor-

ganisationen bemüht zu haben. Diese wirren Argumentationslinien liessen 

darauf schliessen, dass es hier ein Bild zu konstruieren versuche, wonach 

für sie bei einer Rückkehr nach Griechenland günstige Umstände/Voraus-

setzungen vorliegen würden. Es sei davon auszugehen, dass dort ein 

Grossteil der anerkannten Schutzsuchenden keinen Zugang zu einer staat-

lichen oder von einer NGO betriebenen Unterkunft habe. Mit dieser 

Schwierigkeit seien sie direkt konfrontiert worden. Obwohl sie sich dreimal 

für eine dringend benötigte Unterkunft hätten registrieren lassen, sei nichts 

geschehen. Ihre Bemühungen seien verpufft und die Zeit ohne Dach über 

dem Kopf mit zwei Kleinkindern im Wald habe sich in die Länge gezogen, 

bis beinahe eine existenzielle Notlage eingetreten sei. In Anbetracht des-

sen sei davon auszugehen, dass sie auch künftig keine Wohnung finden 

würden, weshalb sie keine Chance hätten, das Mindesteinkommen einzu-

fordern. Sie litten derzeit zwar nicht unter gravierenden medizinischen Be-

schwerden, der Zugang zur Gesundheitsversorgung sei indessen bereits 

vor der Schutzgewährung mangelhaft und danach de facto inexistent ge-

wesen. Sollten sie in eine medizinische Notlage geraten, könnte dies in 

eine existenzbedrohende Situation münden. 

D-2735/2025 

Seite 14 

Nach dem Gesagten seien im vorliegenden Fall die Kriterien für die Beur-

teilung von günstigen Umständen allesamt nicht erfüllt. Die Beschwerde-

führenden hätten ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen, um in 

Griechenland Hilfe in Anspruch zu nehmen, die alle «im Wald verlaufen» 

seien. Der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland sei ihnen daher 

nicht zumutbar beziehungsweise nicht zulässig. Sie seien eine Familie mit 

einer (…)- und einer (…)jährigen Tochter, seien damit besonders vulnera-

bel und hätten besonderen Unterstützungsbedarf. Es bestehe die Gefahr 

einer Kindeswohlgefährdung. Im Fall eines Wegweisungsvollzugs sei das 

SEM anzuweisen, vor einem Entscheid individuelle Garantien von den grie-

chischen Behörden einzuholen über den Zugang der Beschwerdeführen-

den zu einer angemessenen Unterbringung und zu Unterstützungsleistun-

gen. 

4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, es halte an seiner Ein-

schätzung zum Sachverhaltsvortrag der Beschwerdeführenden bezüglich 

den Tatsachenwidrigkeiten fest, insbesondere was den Erhalt des Asylent-

scheids mit weiterführenden Informationen, das Vorgehen zum Erhalt der 

Pässe und den Erhalt der Paaypa-Nummer anbelange. Es verwehre sich 

gegen den Vorwurf, sie zu diffamieren und als Simulanten darzustellen, 

zweifle aber die Glaubhaftigkeit wesentlicher Aussagen an. Von Personen 

mit ihrem Bildungsniveau dürfe erwartet werden, dass sie sich an Namen 

von Hilfsorganisationen erinnern könnten und wüssten, ob sie bei staatli-

chen, privaten oder UNO-Stellen vorgesprochen hätten. Sie hätten ange-

geben, sie hätten die Unterkunft eine Woche nach Erhalt des Schutzstatus 

verlassen müssen. Grundsätzlich müssten Schutzberechtigte innerhalb ei-

nes Monats nach Schutzgewährung die zugeteilte Asylunterkunft verlas-

sen. Für vulnerable Personen sei eine Verlängerung der Frist auf drei Mo-

nate möglich. Daher sei ihre Darstellung zweifelhaft. Da sie die Pässe und 

die Unterlagen aus dem Asylverfahren nicht eingereicht hätten, könne nicht 

festgestellt werden, wann sie die Pässe erhalten hätten. Gegen eine Ob-

dachlosigkeit spreche, dass sich (…) Meter vom Flüchtlingscamp 

G._______ das Flüchtlingszentrum der NGO «Lifting Hands» befinde, wo 

Sprachkurse angeboten würden und es einen Computerraum gebe. Es 

gebe familien-freundliche Räume und es würden Lebensmittel und Hygie-

neprodukte abgegeben. G._______ liege eine gute Stunde von L._______ 

entfernt, wo es ein breites Unterstützungsangebot gebe. Für L._______ 

gebe es einen «City Guide» für Flüchtlinge und Migranten mit nützlichen 

Informationen und Kontaktangaben für Anlaufstellen. Es gebe auch ein 

MIC, das Unterstützung beim Umgang mit Behörden, Übersetzungen, In-

formationen über Rechte und Unterstützungsansprüche biete und 

D-2735/2025 

Seite 15 

verletzliche Personen-gruppen unterstütze. Angesichts dessen sei kaum 

vorstellbar, dass eine Familie mit zwei kleineren Kindern im Winter 26 Tage 

in einem Waldstück in Obdachlosigkeit leben müsse. 

4.4 In der Replik wird entgegnet, damit jemand von einer Institution Hilfe 

bei der Unterbringung erhalten könne, müsse diese angeboten werden. 

Die vom SEM aufgeführten Institutionen böten keine Unterstützung gegen 

Obdachlosigkeit an, sondern würden anderweitig helfen. Es sei auf den 

beigelegten Bericht der internen Rechercheabteilung zu verweisen, in dem 

aufgezeigt werde, welche Hilfe diese NGOs anbieten würden. Diese könne 

eine tatsächliche Unterkunft nicht ersetzen. Der vorinstanzliche Hinweis 

auf die mannigfaltigen Angebote mit der Äusserung, es sei kaum vorstell-

bar, dass eine Familie mit Kleinkindern im Wald übernachten müsse, er-

scheine vor diesem Hintergrund deplatziert und realitätsverzerrend. 

Die Beschwerdeführenden würden die NGO «Lifting Hands» kennen. Dies 

sei ein Spielplatz für Kinder, wo teilweise auch Kleider für dieselben aus-

gehändigt worden seien. Sie hätten sich dort um Hilfe bemüht. Man habe 

sie vertröstet und gesagt, für die Unterbringung sei man nicht zuständig. 

Diese Aussage decke sich weitgehend mit den Informationen zum Angebot 

der NGO, die im Internet abrufbar seien. Sie hätten sich Videos und Fotos 

aus der Zeit, die sie im Wald verbracht hätten, zuschicken lassen. Perso-

nen, die im gleichen Zeitraum mit ihnen dort gehaust hätten, hätten ihnen 

diese geschickt. Man sehe klar, wie die Familie gezwungen gewesen sei, 

die Tage zu verbringen. Man habe ihnen noch die Adresse und Telefon-

nummer der NGO (…) zugeschickt, wo sie erfolglos um Hilfe ersucht hät-

ten, denn ihr Anruf sei nicht entgegengenommen worden. Auch diese NGO 

unterstütze nicht bei der Unterkunftssuche, sondern biete einen sicheren 

Ort, in dem Mütter Babys wickeln und stillen könnten, während zu den äl-

teren Kindern geschaut werde. Auch wenn sie den ihnen unbekannten 

«(…)» konsultiert hätten, hätten sie keine brauchbaren Informationen ge-

funden. Bezüglich Unterkunft seien nur das HELIOS- und das HELIOS+-

Programm aufgeführt. Ersteres sei beendet, Letzteres noch nicht gestartet 

worden. Somit gebe es zurzeit in L._______ keine staatlichen oder nicht-

staatlichen Angebote, die ihnen ein Dach über dem Kopf bieten könnten. 

Ihre Aussage, sie seien unter Druck gesetzt worden, damit sie ihren Schlaf-

platz im Camp räumen würden, erscheine plausibel. Viele Camps seien 

überlastet und die Frist von 30 Tagen werde auch für vulnerable Personen 

eingehalten. Verlängerungen würden nicht gewährt. Den Beschwerdefüh-

renden sei mehrmals gedroht worden, sie würden von der Security hinaus-

begleitet, falls sie nicht von alleine gingen. 

D-2735/2025 

Seite 16 

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

5.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

5.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], 

Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 

gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiter-

reise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder 

einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

5.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

5.5 Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder 

der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in 

einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 

Abs. 2 AIG). 

5.6 Gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG besteht zugunsten sicherer Dritt-

staaten, zu welchen der EU-Staat Griechenland gehört, die Vermutung, 

dass diese ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen einhalten, darunter im 

Wesentlichen das Refoulement-Verbot und grundlegende menschenrecht-

liche Garantien (vgl. statt vieler das Urteil des BVGer D-5822/2024 vom 

20. September 2024 E. 9.3.1). 

6.  

6.1 Im Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 setz-

te sich das Bundesverwaltungsgericht einlässlich mit der Situation für in 

Griechenland anerkannte Flüchtlinge auseinander und hielt an seiner frü-

D-2735/2025 

Seite 17 

heren Rechtsprechung fest, wonach der Vollzug der Wegweisung nach 

Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten hatten, 

grundsätzlich zulässig ist. Trotz schwieriger Verhältnisse ging es davon 

aus, dass schutzberechtigte Personen grundsätzlich in der Lage sind, ihre 

existenziellen Bedürfnisse abzudecken. Auch ist davon auszugehen, dass 

Rückkehrenden keine menschenunwürdige Behandlung droht, weshalb für 

sie kein «real risk» einer völkerrechtswidrigen Behandlung besteht. 

6.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass eine Weg-

weisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl. Re-

ferenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 

E. 11.3). Die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei-

sung nach Griechenland gilt grundsätzlich auch für vulnerable Personen, 

wie zum Beispiel Personen, die an gesundheitlichen Problemen leiden, die 

nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind (vgl. a.a.O. 

E. 11.5.1). Familien mit Kindern gelten ebenfalls als vulnerabel; bei ihnen 

erachtete das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung nur 

dann als zumutbar, wenn günstige Voraussetzungen oder Umstände vor-

liegen. In jedem Fall sind im Rahmen der Abwägung sämtliche konkreten 

Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, darunter Alter, Gesundheits-

zustand, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse und Berufserfahrung der 

Betroffenen, aber auch ob und inwieweit sie eigene, ihnen zumutbare An-

strengungen unternommen beziehungsweise versucht haben, in Griechen-

land Hilfe in Anspruch zu nehmen. Allein die Tatsache, dass sich die bis-

herige Integration in Griechenland als schwierig erwiesen hat, lässt den 

Vollzug der Wegweisung noch nicht als unzumutbar erscheinen. Entschei-

dend ist, ob die betroffenen Personen bei einer Rückkehr trotz zumutbarer 

Anstrengungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle 

Notlage geraten würden, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten 

(vgl. a.a.O. E. 11.5.2). 

6.3 Es obliegt den betroffenen Personen, diese Legalvermutungen umzu-

stossen. Dazu haben sie ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, 

dass die Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihnen nicht 

den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Le-

bensumständen aussetzen würden respektive, dass sie in Griechenland 

aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder ge-

sundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würden (vgl. a.a.O. 

E. 11.4). 

 

D-2735/2025 

Seite 18 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil D-2590/2025 

vom 11. September 2025 insbesondere mit der Lage von schutzberechtig-

ten Familien in Griechenland auseinandergesetzt und eine Präzisierung 

der Rechtsprechung zur Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs von Familien mit Kindern nach Griechenland vorgenommen (vgl. 

Art. 25 VGG). Es gelangte zur Einschätzung, dass für Familien mit Kindern, 

die in Griechenland internationalen Schutz erhalten haben, die Situation 

insbesondere im Hinblick auf eine angemessene Unterkunft und eine dau-

erhafte Wohnsituation nach wie vor schwierig ist. Diesem Umstand ist bei 

der Prüfung der Frage, ob im konkreten Einzelfall die Vermutung der Zu-

lässigkeit respektive der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs umges-

tossen wird und die Familie für den Fall eines Wegweisungsvollzugs in eine 

menschenunwürdige Situation im Sinne von Art. 83 Abs. 3 AIG respektive 

in eine konkrete Gefährdungssituation im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG ge-

rät, Rechnung zu tragen. Allerdings kann und darf auch von in Griechen-

land schutzberechtigten Familien erwartet werden, dass sie konkrete An-

strengungen unternehmen, um sich in der Aufnahmegesellschaft zu integ-

rieren. Nach ihrer Anerkennung dürfen sie sich nicht darauf beschränken, 

beim Personal ihres Asyl-Camps nach Unterstützung zu fragen und im 

Falle einer negativen Antwort ihre Anstrengungen allein darauf auszurich-

ten, Reisedokumente zu erhalten und so rasch als möglich weiterzureisen. 

Vielmehr sind sie gehalten, sich bei Bedarf an staatliche Einrichtungen wie 

namentlich die MIC oder Sozialbehörden, aber auch an karitative Organi-

sationen zu wenden, um allenfalls notwendige Hilfe – etwa bei der Suche 

nach einer Unterkunft oder Arbeit sowie Kursen zum Spracherwerb oder 

zur Integration – zu erhalten. Der Verweis auf mangelnde Griechisch- und 

Englischkenntnisse vermag fehlende Bemühungen in dieser Hinsicht nicht 

zu rechtfertigen, denn es besteht die Möglichkeit, mithilfe von Überset-

zungsapps, Dolmetschenden oder Landsleuten, die seit längerer Zeit in 

Griechenland leben, mit den zuständigen Behörden oder NGOs zu kom-

munizieren. Ferner sind im Internet verschiedene Webseiten in mehreren 

Sprachen verfügbar, welche Informationen zum Leben in Griechenland be-

reitstellen. Diesen lassen sich teilweise auch Hinweise darauf entnehmen, 

welche Anlaufstellen bei Bedarf Unterstützung leisten. Wenn die Betroffe-

nen indessen nicht aufzeigen, dass es ihnen trotz zumutbarer Anstrengun-

gen unter Ausschöpfung der vorhandenen Ressourcen nicht gelungen ist, 

sich in Griechenland eine menschenwürdige Existenz aufzubauen, genügt 

einzig der Verweis auf schwierige Aufnahme- und Lebensbedingungen je-

denfalls nicht, um den Wegweisungsvollzug als unzulässig oder unzumut-

D-2735/2025 

Seite 19 

bar erscheinen zu lassen. Daran vermögen die Ausführungen in der «An-

fragebeantwortung Recherchia» vom 8. Mai 2025 nichts zu ändern. 

7.2  

7.2.1 Die Beschwerdeführenden gaben in ihrer Stellungnahme an das 

SEM vom 20. März 2025 an, sie hätten nach Erhalt des Schutzstatus in 

Griechenland keine Unterstützung seitens des griechischen Staates oder 

Hilfsorganisationen erhalten. Sie hätten mit Hilfe eines Dolmetschers tele-

fonisch mit den zuständigen Behörden und verschiedenen Hilfsorganisati-

onen Kontakt aufgenommen, um eine Unterkunft zu organisieren. Es sei 

ihnen jeweils gesagt worden, sie seien registriert und müssten warten. Eine 

Woche nach der Schutzgewährung hätten sie das Flüchtlingscamp verlas-

sen und in einem Waldstück ein Lager aufschlagen müssen. Trotz Bemü-

hungen habe der Beschwerdeführer keine Arbeit erhalten. Ihre Familie in 

Afghanistan habe ihnen etwas Geld überwiesen, mit dem sie das Nötigste 

zum Essen gekauft hätten. Sie hätten noch zwei Mal persönlich bei den 

griechischen Behörden und einer Hilfsorganisation vorgesprochen, hätten 

sich aber mangels eines Dolmetschers nur beschränkt mitteilen können 

(vgl. SEM-act. […]-27/5). 

7.2.2 Der Beschwerdeführer sagte im Gespräch mit dem SEM vom 

27. März 2025, sie seien in Griechenland auf drei oder vier Inseln unterge-

bracht worden. Als ihm vom Befrager Fotografien von Camps, in denen 

Asylsuchende untergebracht werden, gezeigt wurden, erkannte er das 

Camp von J._______, jenes von G._______ hingegen nicht. Von der 

Schutzgewährung vom 10. Januar 2025 seien sie etwa eine Woche später 

persönlich informiert worden. Man habe ihnen nicht gesagt, welche Rechte 

mit der Schutzgewährung verbunden seien. Sie seien eine Woche danach 

eingeladen worden, ihre Fingerabdrücke abzugeben, damit man ihnen Do-

kumente habe ausstellen können (vgl. SEM-act. […]-29/10 F25, F27, F31). 

Auf Nachfrage gab er an, sie seien nach Erhalt des Schutzstatus eine Wo-

che im Camp geblieben und mehrfach aufgefordert worden, dieses zu ver-

lassen. Sie seien in einen Wald gegangen und hätten aus Mülleimern unter 

anderem Decken gesammelt. Er habe im Camp einmal duschen dürfen; für 

die Kinder hätten sie Wasser kaufen müssen, damit diese hätten duschen 

können (vgl. SEM-act. […]-29/10 F34). Des Weiteren führte er aus, sie 

seien zu einer Organisation in die Stadt gegangen, die obdach-losen Per-

sonen hätte helfen sollen. Danach seien sie zu einer anderen Organisation 

gebracht worden. Schliesslich hätten sie eine weitere Organisation telefo-

nisch kontaktiert. Sie hätten von allen keine Hilfe erhalten. Er kenne die 

Namen dieser Organisationen nicht und habe von ihnen keine 

D-2735/2025 

Seite 20 

Visitenkarten erhalten. Auf Nachfrage sagte er, sie seien bei jeder Organi-

sation zweimal gewesen (vgl. SEM-act. […]-29/10 F35, F37–D39). Er habe 

sich in der Umgebung ihres Aufenthaltsorts oft erfolglos bemüht, Arbeit zu 

erhalten. Die Frage, ob er sich überlegt habe, mit der Familie in eine grös-

sere Stadt zu gehen, wo es mehr Möglichkeiten gegeben hätte, verneinte 

er. Sie seien der Meinung gewesen, dass überall in Griechenland die glei-

che Situation herrsche (vgl. SEM-act. […]-29/10 F40 f. und F57). 

7.2.3 Die Beschwerdeführerin machte in ihrem Gespräch mit dem SEM 

vom gleichen Tag geltend, sie seien im Camp in G._______ zu ihren Asyl-

gründen befragt worden. Von ihrer Anerkennung als Flüchtlinge hätten sie 

per E-Mail erfahren, die entsprechenden Entscheide und Informationen zu 

ihren Rechten als Flüchtlinge hätten sie nicht erhalten (vgl. SEM-act. […]-

30/8 F19–F22, F25). Nachdem sie das Camp hätten verlassen müssen, 

seien sie persönlich zu zwei Organisationen gegangen, die zum griechi-

schen Staat gehörten, die ihnen aber nicht geholfen hätten. Ihr Ehemann 

habe mit einer anderen Organisation telefoniert, die ihnen auch nicht wei-

tergeholfen habe. Sie kenne die Namen der Organisationen nicht (vgl. 

SEM-act. […]-30/8 F28, F32–F34). 

7.2.4 In den Aussagen der Beschwerdeführenden und der schriftlichen 

Stellungnahme vom 20. März 2025 bestehen mehrere Ungereimtheiten. 

So wurde in Letzterer vorgebracht, sie hätten nach Erhalt des Schutzstatus 

bereits im Camp mithilfe eines Dolmetschers mit den zuständigen griechi-

schen Behörden und verschiedenen Hilfsorganisationen Kontakt aufge-

nommen, um eine Unterkunft zu organisieren. In den Gesprächen mit dem 

SEM erwähnten sie diesen Umstand nicht. Vielmehr sagte der Beschwer-

deführer, in den Camps, in denen sie untergebracht worden seien, sei 

manchmal ein Dolmetscher gekommen, der gefragt habe, was für Prob-

leme sie hätten. Nachdem sie diese dargelegt hätten, sei er verschwunden, 

sie hätten nichts mehr von ihm gehört. (vgl. SEM-act. […]-29/10 F32). In 

der Stellungnahme gaben sie an, sie hätten mit einer anderen afghani-

schen Familie in einem Waldstück ein zweckmässiges Lager aufschlagen 

müssen, während der Beschwerdeführer im Gespräch sagte, vier Familien 

hätten das Camp am gleichen Tag verlassen müssen und hätten sich im 

Wald «eingerichtet» (vgl. SEM-act. […]-29/10 F34). Der Beschwerde-füh-

rer gab an, sie seien persönlich über die Schutzgewährung informiert wor-

den, während die Beschwerdeführerin sagte, dies sei per E-Mail gesche-

hen (vgl. SEM-act. […]-29/10 F27 und -30/8 F19). Des Weiteren bestehen 

Zweifel an der Darstellung der Beschwerdeführenden, sie hätten die sie 

betreffenden Asylentscheide nicht erhalten und das Camp innerhalb einer 

D-2735/2025 

Seite 21 

Woche verlassen müssen, zumal die «normale» Frist 30Tage beträgt. Dies 

wird auch in der eingereichten «Anfragebeantwortung Recherchia» bestä-

tigt (vgl. Ziff. 4). 

7.3  

7.3.1 Das SEM weist in seiner Vernehmlassung darauf hin, dass die Orga-

nisation «Lifting Hands International» (LHI) (…) Meter vom Flüchtlings-

camp in G._______ entfernt ein Flüchtlingszentrum betreibt. Sie bietet dort 

unter anderem Englisch-, Deutsch- und Musikunterricht an. Es gibt frauen- 

und kinderfreundliche Räume, einen Computerraum und einen Laden, in 

dem Nahrungsmittel, Windeln und Hygieneprodukte angeboten werden. 

Kindern wird Winterkleidung abgegeben. LHI erbittet um Spenden, die es 

ermöglichten, die Bedürfnisse von in G._______ und an anderen Orten in 

Nordgriechenland untergebrachten Flüchtlingsfamilien zu befriedigen. 

7.3.2 Die Beschwerdeführenden erwähnten dieses Flüchtlingszentrum, 

von dem sie gemäss Angaben in ihrer Replik Kenntnis hatten und wo sie 

auch um Hilfe gebeten hätten, weder in ihrer Stellungnahme noch in den 

Gesprächen mit dem SEM. Da sich dieses Zentrum in unmittelbarer Nähe 

zum Flüchtlingscamp befindet, in dem sie während sechs Monaten unter-

gebracht worden seien, ist nicht nachvollziehbar, dass sie dieses nicht na-

mentlich nennen konnten, als sie in den Gesprächen mit dem SEM danach 

gefragt wurden. Sie wurden vom SEM gefragt, ob sie Sprachkurse hätten 

besuchen können, verneinten dies indessen, ohne zu erwähnen, dass sie 

im Zentrum der LHI vergeblich darum gebeten hätten. Auf die der Be-

schwerdeführerin gestellte Frage, ob sie sich erkundigt habe, ob im Camp 

oder in dessen Nähe Sprachkurse angeboten worden seien, antwortete 

sie, sie habe danach gefragt und man habe ihr gesagt, es gebe keine 

Sprachkurse (vgl. SEM-act. […]-30/8 F38). Da sich der Standort von LHI in 

unmittelbarer Nähe des Camps G._______ befindet, erscheint es unwahr-

scheinlich, dass die Beschwerdeführenden keine Kenntnis von den dort 

durchgeführten Sprachkursen hatten. Angesichts des Angebots von LHI 

sind die Angaben in der Stellungnahme und den Gesprächen, sie hätten 

mit einem «Notgroschen» Brot und manchmal etwas Käse und Gürkchen 

gekauft und in Abfalleimern nach Kleidern gesucht, nicht glaubhaft. Wenn 

LHI ihnen auch keine Unterkunft hätte anbieten können, hätte man ihnen 

bestimmt ermöglicht, sich zumindest zeitweise in ihren Räumen aufzuhal-

ten, und ihnen Nahrungsmittel, Hygieneprodukte sowie warme Kleidung für 

die Kinder abgegeben. LHI hätte sicherlich auch versucht, Kontakt zwi-

schen den Beschwerdeführenden und den für die Unterstützung bei der 

Suche nach einer Unterkunft zuständigen Behörden und Organisationen 

D-2735/2025 

Seite 22 

zu knüpfen. Da LHI in unmittelbarer Nähe des Waldes stationiert war, in 

dem sie zusammen mit ihren Kindern während beinahe vier Wochen gelebt 

haben sollen – an dieser Darstellung, bestehen hinsichtlich der geltend ge-

machten Dauer erhebliche Zweifel (vgl. E. 7.2.4), die auch mit den mit der 

Replik eingereichten Fotografien und den auf dem USB-Stick gespeicher-

ten vier Videosequenzen nicht ausgeräumt werden können –, erscheint es 

angesichts der von ihnen geschilderten misslichen Situation auch unglaub-

haft, dass sie während dieser Zeit nur zweimal dort gewesen seien. Es darf 

davon ausgegangen werden, dass die Eltern zweier kleiner Kinder nichts 

unversucht lassen würden, unter Hinweis auf das Wohl ihrer Kinder nach-

drücklich und hartnäckig um Hilfe zu bitten. 

7.4 Zusammenfassend ist es den Beschwerdeführenden nicht gelungen, 

glaubhaft darzulegen, dass sie genügend konkrete Anstrengungen unter-

nommen hätten, um in Griechenland Fuss zu fassen. Ihre Ausführungen 

zu den Bemühungen, von den griechischen Behörden und Hilfsorganisati-

onen Unterstützung zu erhalten, überzeugen unter Hinweis auf die vorste-

henden Erwägungen nicht. Ihre mangelnden Griechisch- und Englisch-

kenntnisse vermögen nicht zu erklären, weshalb sie bei den griechischen 

Behörden und Hilfsorganisationen nicht nachdrücklich und beharrlich um 

Hilfe ersuchten. 

8.  

8.1 Die Beschwerdeführenden wurden in Griechenland am 10. Januar 

2025 als Flüchtlinge anerkannt und können sich damit grundsätzlich auf 

die Garantien der Qualifikationsrichtlinie berufen (vgl. E. 4.1). In der Praxis 

treten immer wieder Schwierigkeiten bei der Gewährleistung dieser An-

sprüche auf. In diesem Zusammenhang, ist darauf hinzuweisen, dass die 

Schweiz mit Griechenland im Oktober 2022 zwar ein Rahmenabkommen 

unterzeichnet hat, wonach die Umsetzung migrationsbezogener Projekte 

in Griechenland in den Jahren 2023 bis 2026 mit einem Betrag von 40 Mil-

lionen Franken unterstützt wird. Diese Projekte zielen indessen zu erhebli-

chen Teilen auf Verbesserungen im Asylverfahren sowie Massnahmen für 

unbegleitete Minderjährige ab. In einem geringeren Umfang werden punk-

tuell auch Integrationsprojekte unterstützt (vgl. Referenzurteil des BVGer 

D-2590/2025 vom 11. September 2025 E. 9.1). Obwohl die Beschwerde-

führenden als Familie mit zwei minderjährigen Kindern eine gewisse Vul-

nerabilität aufweisen, geht das SEM in seiner Verfügung davon aus, dass 

sie bei einer Rückkehr nicht in eine existenzielle Notlage geraten würden 

(vgl. Abschn. III Ziff. 2 S. 14 und S. 19). 

D-2735/2025 

Seite 23 

8.2 Rückführungen von anerkannten Flüchtlingen nach Griechenland erfol-

gen über den Flughafen von Athen. Das SEM setzt vor der Überstellung 

die griechischen Polizeibehörden über den genauen Zeitpunkt und allfäl-

lige medizinische Beeinträchtigungen in Kenntnis. Die Betroffenen erhalten 

bei der Ankunft keine konkrete Unterstützung oder Informationen, abgese-

hen von einer Notiz in griechischer Sprache, welche sie an die Asylbehör-

den verweist (vgl. Referenzurteil des BVGer vom 11. September 2025  

D-2590/2025 E. 9.2). Den Beschwerdeführenden wurden von den griechi-

schen Behörden sowohl bis am 9. Januar 2028 gültige Aufenthaltsbewilli-

gungen als auch griechische Reisedokumente für Flüchtlinge ausgestellt 

(vgl. Bst. A.d). Es ist davon auszugehen, dass sie ihre Aufenthaltsberech-

tigung gegenüber den Behörden nachweisen können und allfällige Schwie-

rigkeiten, welche beim Erhalt oder der Erneuerung dieser Dokumente ent-

stehen könnten, wirken sich nicht auf ihre Situation aus. 

8.3 Hinsichtlich der Problematik des begrenzt zur Verfügung stehenden 

Wohnraums für anerkannte Flüchtlinge ist auf die Erwägungen im Refe-

renzurteil D-2590/2025 vom 11. September 2025 zu verweisen (vgl. 

E. 9.3). Vorliegend lassen sich den Angaben der Beschwerdeführenden 

nicht genügend konkrete Bemühungen erkennen, eine geeignete Unter-

kunft für die Familie zu finden. Es ist insbesondere nicht ersichtlich, dass 

sie in der Stadt G._______ oder in der rund (…) Kilometer entfernt liegen-

den Grossstadt L._______ nach einer Wohnung gesucht hätten. Einzelnen 

Webseiten wie «greece.refugee.info» oder jene des griechischen Ministe-

riums für Migration und Asyl bieten auch Informationen in Farsi – darunter 

zum Thema Unterkunft – an, weshalb die fehlenden Sprachkenntnisse der 

Beschwerdeführenden kein ausreichender Grund für das Fehlen entspre-

chender Bemühungen sind. Angesichts der nach Erhalt der von den grie-

chischen Behörden ausgestellten Reisepapiere raschen Weiterreise der 

Beschwerdeführenden in die Schweiz ist nicht davon auszugehen, dass 

sie sich ernsthaft um eine dauerhafte Unterkunft bemüht haben. Nach ihrer 

Rückkehr können sie sich bei den Asylbehörden melden und um (ausser-

ordentliche) Unterbringung in einer Asylunterkunft ersuchen. Sie haben 

auch die Möglichkeit, mithilfe eines MIC eine allenfalls temporäre Unter-

kunft zu finden, zumal derartige Vermittlungen explizit zu deren Aufgaben 

gehören (vgl. a.a.O. E. 9.3.7). Schliesslich steht es ihnen auch offen, auf 

dem freien Markt nach einer Wohnung zu suchen. Diese beispielhaft auf-

gezählten Möglichkeiten wurden von den Beschwerdeführenden nicht aus-

geschöpft. Es kann daher nicht angenommen werden, dass es ihnen trotz 

zumutbarer Anstrengungen nicht möglich gewesen wäre, in Griechenland 

eine angemessene Unterkunft erhältlich zu machen. Darüber hinaus kön-

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nen sie sich angesichts des im Frühjahr 2025 begonnen Projekts HELIOS+ 

für dieses Programm registrieren und allenfalls auch auf diese Weise Un-

terstützung bei der Wohnungssuche erhalten. Es ist davon auszugehen, 

dass eine grundlegende Kommunikation mit den Behörden oder Hilfsorga-

nisationen trotz fehlender Englisch- und Griechisch-Kenntnisse möglich 

sein wird. Im Übrigen sind sie gehalten, sich um den Erwerb von entspre-

chenden Sprachkompetenzen zu bemühen. Es besteht die Möglichkeit, auf 

von NGO angebotene Kurse zurückzugreifen oder sich an ein MIC zu wen-

den, die gemäss Webseite auch Griechisch-Kurse vermitteln. Ferner ist in 

diesem Zusammenhang ebenfalls auf das Projekt HELIOS+ hinzuweisen, 

welches auch Sprachkurse beinhaltet. 

8.4 Hinsichtlich des Zugangs zum Arbeitsmarkt ist auf die einlässlichen Er-

wägungen im Referenzurteil D-2590/2025 vom 11. September 2025 zu ver-

weisen (vgl. E. 9.4). Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe sich in 

der Umgebung des Flüchtlingscamps mehrfach um den Erhalt von Arbeit 

bemüht. Mangels entsprechender Sprachkenntnisse habe ihm niemand Ar-

beit geben wollen. Nach dem Erhalt der Aufenthaltsbewilligungen hätten 

sich die Beschwerdeführenden an einem beliebigen Ort in Griechenland 

niederlassen können. Sie hätten sich bei der Suche nach einer Arbeit nicht 

mehr auf die Umgebung des Flüchtlingscamps von G._______ beschrän-

ken müssen. Die Beschwerdeführenden verfügen über eine gute Schulbil-

dung, der Beschwerdeführer arbeitete in seinem Heimatland als (…) auf 

Baustellen und es ist ihm gelungen, im Iran als (…) Geld zu verdienen und 

etwas zu sparen (vgl. SEM-act. […]-29/10 F4 und F16). Damit verfügt er 

über Arbeitserfahrungen, die es ihm ermöglichen sollte, auch auf dem grie-

chischen Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Ernsthafte Bemühungen, sich in 

Griechenland wirtschaftlich zu integrieren, hat der Beschwerdeführer, der 

mit seiner Familie kurz nach dem Erhalt der Reisedokumente in die 

Schweiz weiterreiste, nicht unternommen. Auch an dieser Stelle ist darauf 

hinzuweisen, dass im Internet, namentlich auf der Seite «greece.refu-

gee.info/fa», Informationen in Farsi zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit 

verfügbar sind. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Kenntnisse 

des Griechischen oder Englischen bei der Stellensuche vorteilhaft wären. 

Dennoch ist den Akten nicht zu entnehmen, dass sich die Beschwerdefüh-

renden ausreichend um den Spracherwerb und um die Aufnahme einer Er-

werbstätigkeit bemüht haben. 

8.5 Auch hinsichtlich des Zugangs zum Sozialsystem von in Griechenland 

anerkannten Schutzberechtigten ist auf die Erwägungen im Referenzur-

teilD-2590/2025 vom 11. September 2025 zu verweisen (vgl. E. 9.5). Den 

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Akten ist nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführenden sich mass-

geblich um staatliche Unterstützung bemüht hätten. Ihren Aussagen kann 

nicht entnommen werden, an welche griechischen Behörden sie sich ver-

geblich gewandt hätten. Sie machten geltend, sie hätten sich in der Zeit, 

während der sie in einem Wald gelebt hätten, an zwei NGOs oder Behör-

den gewendet, wobei ihre Aussagen hinsichtlich der fehlenden Unterstüt-

zung durch LHI nicht überzeugen (vgl. E. 7.4.2). Ihre Aussagen lassen 

nicht den Schluss zu, dass sie sich in ausreichendem Mass um Unterstüt-

zung bemüht hätten, zumal sie nach der Schutzgewährung die Möglichkeit 

hatten, sich an einen anderen Ort in Griechenland – insbesondere in die 

Grossstadt L._______ – zu begeben, wo ihnen allenfalls mehr Optionen 

als in unmittelbarer Nähe des Flüchtlingscamps G._______ offen gestan-

den wären. Wie bereits erwähnt, finden sich auf verschiedenen Internetsei-

ten Angaben in Farsi, darunter auch zu staatlichen Unterstützungsmass-

nahmen. Ferner darf von Schutzsuchenden erwartet werden, dass sie bei 

Bedarf an mehreren zuständigen Stellen nachfragen, ob respektive welche 

Unterstützung allenfalls erhältlich gemacht werden kann. Dabei hätten sie 

sich namentlich an die Behörden, etwa ein MIC, oder an NGOs bezie-

hungsweise kirchliche Hilfsorganisationen, wenden können. Dass sie dies 

ausreichend – aber erfolglos – versucht hätten, wird nicht belegt. Die Be-

schwerdeführenden haben mit anderen Worten nicht überzeugend darge-

tan, dass sie die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Verhin-

derung des Eintritts einer Notlage ausgeschöpft haben. 

8.6 Das SEM weist in der angefochtenen Verfügung zu Recht darauf hin, 

dass schutzberechtigte Kinder in Griechenland schulpflichtig sind und der 

Besuch der Primar- und Sekundarschule – ebenso wie für griechische Kin-

der – obligatorisch ist. Für Kinder ohne die erforderlichen Sprachkennt-

nisse existieren spezielle Aufnahmeklassen, in denen zusätzliche Unter-

stützung beim Erlernen der griechischen Sprache angeboten wird. Dane-

ben gibt es verschiedene Angebote wie ein von UNICEF mitentwickeltes 

«Accelerated Learning Program», welche die Integration von Flüchtlings-

kindern ins griechische Bildungssystem unterstützen. Gemäss einem Mo-

nitoring des UNHCR für den Zeitraum Juli 2022 bis Juni 2023 besuchten 

rund 71% der Flüchtlingskinder eine öffentliche Schule, zusätzliche 3% ge-

legentlich und bei 4% der Familien gingen einige, aber nicht alle Kinder zur 

Schule. Die Einschreibung an einer Schule setzt eine Aufenthaltsbewilli-

gung, ein Gesundheits- oder Impfbüchlein sowie einen Wohnsitznachweis 

voraus, wobei letzterer auch in einer Bestätigung der Asylunterkunft oder 

eines allfälligen Gastgebers bestehen kann (vgl. auch das Referenzurteil 

D-2590/2025 vom 11. September 2025 E. 9.6.1). 

D-2735/2025 

Seite 26 

8.7 Die Beschwerdeführenden habe als Schutzberechtigte unter densel-

ben Bedingungen wie andere legal in Griechenland lebende Drittstaatsan-

gehörige Zugang zum Bildungssystem und zu Ausbildungsprogrammen. 

Von den MIC werden insbesondere Sprachkurse offeriert respektive ver-

mittelt, wobei unter anderem das Ziel verfolgt wird, die Integration in den 

Arbeitsmarkt zu erleichtern. Es gibt weitere Anbieter von Sprach- und In-

tegrationskursen, darunter das griechische Rote Kreuz oder der Greek Re-

fugee Council/Pyxida (vgl. das Referenzurteil D-2590/2025 vom 11. Sep-

tember 2025 E. 9.6.3). Es steht den Beschwerdeführenden frei, sich nach 

Kursen und Bildungsangeboten zu erkundigen und auf diesem Weg ihre 

Chancen auf eine Integration in den griechischen Arbeitsmarkt und in die 

dortige Gesellschaft zu erhöhen. 

8.8 Hinsichtlich des Zugangs zu medizinischer Behandlung von in Grie-

chenland Schutzberechtigten ist auf die Erwägungen im Referenzurteil  

D-2590/2025 vom 11. September 2025 zu verweisen (vgl. E.9.7.1). In der 

Beschwerde wird festgehalten, dass die Beschwerdeführenden zum Zeit-

punkt deren Einreichung (April 2025) nicht unter gravierenden medizini-

schen Beschwerden litten. Den mit der Replik eingereichten Dokumenten 

ist nicht zu entnehmen, dass sich daran etwas Wesentliches geändert hat. 

Dem «Austrittsblatt Medic-Help» vom 14.April 2025 gemäss wurde die Be-

schwerdeführerin mittels einer Kombi-Impfung gegen mehrere Krankheiten 

immunisiert. Gemäss einem Medikamentenblatt vom 6. Mai 2025 wurden 

ihr zwei Medikamente ([…] [Antidepressivum] und […] [atypisches Neuro-

leptikum]) verschrieben. Gemäss den Ausführungen in der medizinischen 

Dokumentation von Medic-Help vom 6. Mai 2025 wurden ihr die beiden 

Medikamente aufgrund von Schlafproblemen und Stress verordnet. Des 

Weiteren ist der medizinischen Dokumentation zu entnehmen, dass die Be-

schwerdeführerin unter (…) und der Beschwerdeführer unter (…) Be-

schwerden litt. Bei den belegten gesundheitlichen Beschwerden handelt 

sich nicht um akute medizinische Probleme, die umgehend einer Behand-

lung bedürften. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Be-

schwerdeführenden in Griechenland keinen Zugang zur medizinischen 

Versorgung hätten oder dringend benötigte Behandlungen nicht erhalten 

würden. 

8.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine hinreichend konkreten 

Umstände vorliegen, die darauf hindeuten, den Beschwerdeführenden dro-

he im Fall einer Rückkehr nach Griechenland aus individuellen Gründen 

ein reales und erhebliches Risiko einer unmenschlichen oder erniedrigen-

den Behandlung, noch davon auszugehen ist, sie würden in Griechenland 

D-2735/2025 

Seite 27 

zwangsläufig in eine existenzielle oder medizinische Notlage geraten. Als 

Familie mit zwei minderjährigen Kindern im Alter von (…) und (…) Jahren 

und gewissen gesundheitlichen Problemen sind sie zwar als vulnerabel, 

nicht aber als besonders verletzlich im Sinne des Referenzurteils  

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 zu erachten (vgl. dort 

E. 11.5.3). Es ist anzunehmen, dass sie in der Lage sind, sich um eine 

angemessene Unterkunft, die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit respektive 

den Zugang zu Sozialleistungen und Schulbildung zu bemühen und die 

ihnen zustehenden Rechte bei den griechischen Behörden einzufordern. 

Der Beschwerdeführer verfügt über Arbeitserfahrungen in der Baubranche 

und war in der Lage, auch im Iran einer bezahlten Arbeitstätigkeit nachzu-

gehen. Es gelingt den Beschwerdeführenden damit nicht, die oben er-

wähnte Regelvermutung (vgl. E. 4.1) umzustossen. In Einklang mit dem 

SEM ist festzustellen, dass sich der Wegweisungsvollzug als zulässig und 

zumutbar erweist. 

8.10 Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass zur Einholung individu-

eller Garantien bei den griechischen Behörden (vgl. statt vieler das Urteil 

des BVGer D-5814/2022 vom 17. August 2023 E. 9.4), weshalb der ent-

sprechende, subeventualiter gestellte Antrag abzuweisen ist. 

9.  

Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), nachdem die griechischen Behörden einer Rücküber-

nahme der Beschwerdeführenden ausdrücklich zugestimmt haben. 

10.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und angemessen ist (vgl. Art. 49 VwVG). Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 

D-2735/2025 

Seite 28 

Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Instruktionsverfügung vom 24. April 2025 gutge-

heissen wurde und sich an den Voraussetzungen dazu nichts geändert hat, 

sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 29 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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