# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f6f3f86-a3f3-5c5c-92ac-5687eebe7c26
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.12.2010 D-7400/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7400-2010_2010-12-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7400/2010/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Bruno Huber, Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren (...), Sri Lanka,
c/o schweizerische Vertretung in Colombo, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 27. August 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7400/2010

Sachverhalt:

A.
Mit englischsprachiger Eingabe vom 18. März 2008 an die schweizeri-
sche Botschaft in Colombo ersuchte der Beschwerdeführer – sri-lanki-
scher Staatsangehörigkeit  und tamilischer Ethnie aus Z._______ mit 
Wohnsitz in Y._______ – um Bewilligung der Einreise in die Schweiz 
und Gewährung von Asyl. Mit  Schreiben vom 2. April 2008 wurde er 
von der schweizerischen Vertretung aufgefordert, seine Gesuchsgrün-
de zu substanziieren und Beweismittel  vorzulegen. Der Beschwerde-
führer reichte in der Folge am 16. Mai 2008 (Eingang bei der schwei-
zerischen Vertretung) eine ergänzende Eingabe nach. Am 10. Septem-
ber 2008 wurde er in den Räumen der schweizerischen Vertretung in 
Colombo persönlich  angehört.  Mit  Schreiben vom 1. Dezember 2008 
(Eingang bei der schweizerischen Vertretung) machte er ergänzende 
Ausführungen zu seinem Asylgesuch.

Zur Begründung seines Gesuches machte der Beschwerdeführer zur 
Hauptsache geltend, 1996 sei er von Anhängern der People's Libera-
tion Organisation of  Tamil Eelam (PLOTE) wegen Verdachts auf Mit-
gliedschaft  bei den Liberation Tigers of  Tamil  Eelam (LTTE) gefoltert 
worden. Am 8. Januar 2007  sei  er  in  Colombo, als  er  auf  dem Weg 
nach Katar gewesen sei, von der  sri-lankischen Armee inhaftiert wor-
den. Dort sei er gefoltert und über verschiedene, ihm unbekannte Per-
sonen ausgefragt worden. Am 7. März 2007 sei er von einem Gericht 
freigesprochen worden und anschliessend zwei Wochen im Spital ge-
wesen. Am 5. Juni 2007 sei er erneut von der Polizei in Colombo ver-
haftet, für eine Woche festgehalten und gefoltert worden. Er wisse den 
Grund  für  seine  Verhaftungen  nicht.  Im  November  beziehungsweise 
Dezember 2007 hätten vier  Personen – Angehörige der Polizei  oder 
der Armee beziehungsweise der Karuna-Gruppe (von der LTTE abge-
spaltene Fraktion, Anm. des BVGer) – ihn an seinem Arbeitsplatz in ei-
nem Laden in X._______ zwei Mal gesucht. Beim zweiten Mal hätten 
sie den Ladenbesitzer mit einer Pistole bedroht und ihn unter Todes-
drohungen aufgefordert, ihn (den Beschwerdeführer) auszuliefern. Da-
raufhin  sei  er  nach  Y._______  geflüchtet  und  habe  sich  bei  seiner 
Schwester versteckt. Am 20. Juni 2008 hätten zwei Männer in Armee-
uniform  und  am  9. November 2008  zwei  Unbekannte  bei  seiner 
Schwester nach ihm gefragt. Seither wohne er bei einem Cousin.

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Mit  Schreiben  vom 23. Juni 2009  führte  der  Beschwerdeführer  aus, 
seine Tante und seine Schwester sowie deren Familien seien getötet 
worden. Seine Mutter und sein Bruder würden in einem Gefangenenla-
ger festgehalten.

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  unter 
anderem ärztliche Berichte, eine Bestätigung der Human Rights Com-
mission of  Sri  Lanka,  eine Haftbestätigung des IKRK und  ein  Urteil 
des (...) vom 7. März 2007 (alle Dokumente ausschliesslich in Kopie) 
ein.

B.
Mit Schreiben vom 18. Januar 2010 teilte das BFM dem Beschwerde-
führer mit, es ziehe in Erwägung, sein Asylgesuch aufgrund des feh-
lenden  Schutzbedarfes  abzulehnen  und  ihm  die  Einreise  in  die 
Schweiz zu verweigern, und gab ihm Gelegenheit, hierzu Stellung zu 
nehmen oder allfällige Ergänzungen zu machen.

C.
Mit Schreiben vom 13. Mai 2010 führte der Beschwerdeführer aus, der 
neue Besitzer des Laden, wo er gearbeitet habe, habe ihm mitgeteilt,  
dass zwei Personen, einer von der Armee und einer von einer para-
militärischen Gruppe, ihn gesucht hätten.

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er ein Schreiben eines Pries-
ters vom 21. Mai 2010 ein.

D.
Mit Verfügung vom 27. August 2010 – frühestens eröffnet am 9. Sep-
tember 2010 – verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Ein-
reise in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab.

E.
Mit  Eingabe vom 27. September 2010 an das BFM (Eingang bei  der 
Grenzstelle in der Schweiz am 11. Oktober 2010; dem Bundesverwal-
tungsgericht am 15. Oktober 2010 übermittelt) erhob der Beschwerde-
führer  gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  und  beantragte  sinnge-
mäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm die 
Einreise in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewäh-
ren.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich 
des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG, 
Art. 105 AsylG, Art. 6 AsylG).

1.3 Die angefochtene Verfügung wurde dem Beschwerdeführer durch 
die schweizerische Vertretung mit Begleitschreiben vom 7. September 
2010 per eingeschriebener Post zugestellt. Bei den Akten befindet sich 
kein Empfangsschein, weshalb der Zeitpunkt der Eröffnung nicht fest -
gestellt  werden  kann. Da  es  den  Asylbehörden  obliegt,  den  Beweis 
über den Eröffnungszeitpunkt zu führen, ist zu Gunsten des Beschwer-
deführers  von  der  rechtzeitigen  Beschwerdeerhebung  auszugehen 
(vgl. André  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessie-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 166). Demnach 
gilt  die  Beschwerde  als  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer ist durch die an-
gefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist  da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art.  48 Abs. 1 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde von der Durchführung des 
Schriftenwechsels abgesehen.

4.
4.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft  ma-
chen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (Art. 3, 7 und 52 Abs. 2 AsylG). Ist dagegen eine unmittelba-
re Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund 
nach Art.  3  Abs. 1  AsylG glaubhaft  gemacht  worden oder  kann der 
asylsuchenden  Person der  Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer 
der Sachverhaltsabklärung nicht zugemutet werden, ist die Einreise in 
die Schweiz zu bewilligen, sei  dies im Hinblick auf die Anerkennung 
als  Flüchtling  und  Asylgewährung,  oder  zur  näheren  Abklärung  des 
Sachverhalts (vgl. Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG).

4.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner  Einreisebewilligung grundsätzlich  restriktiv  zu  handhaben,  wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen.  Ausschlagge-
bend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbe-
dürftigkeit der betroffenen Personen, mithin die Prüfung der Fragen, ob 
eine Gefährdung im Sinne von Art. 3  AsylG glaubhaft  gemacht  wird 
und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhalts-
abklärung zugemutet werden kann (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 20 
E. 3  S. 130  f. und  Nr. 21 E. 2  S. 136 f.,  EMARK 2005 Nr. 19  E. 4  
S. 174 ff.).

5.  
5.1 Zur Begründung seines Entscheides führte die Vorinstanz aus, für 
die Gewährung der Einreise sei die Gefährdung im Zeitpunkt der Ein-
reisebewilligung massgebend. In diesem Sinne seien die geltend ge-
machte Inhaftierung im Jahr 2007 und die damit verbundenen psychi -
schen und physischen Beeinträchtigungen für die Erteilung einer Ein-

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reisebewilligung nicht mehr beachtlich. Der Beschwerdeführer mache 
weiter geltend, nach seiner Haftentlassung von der sri-lankischen Ar-
mee gesucht worden zu sein. Gemäss den Akten verfüge er aber über 
kein politisches Profil. Die geltend gemachten Belästigungen seien in 
den Kontext der allgemeinen Situation in Sri Lanka während des Bür-
gerkrieges zu stellen. Zudem habe sich  die  aktuelle  Situation  in  Sri 
Lanka mittlerweile massgeblich verändert. Der Krieg zwischen der sri-
lankischen Regierung und den separatistischen LTTE sei im Mai 2009 
mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Die LTTE existierten 
in ihrer  früheren Form heute nicht mehr. Damit  befinde sich das ge-
samte Land erstmals seit 1983 wieder unter Regierungskontrolle. Die 
Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  sei  noch  nicht  befriedigend, 
aber die Anzahl der Gewaltereignisse wie Entführungen und „Killings“ 
seien erheblich zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund vermöge die 
geltend gemachte Angst vor einer erneuten Verfolgung durch den sri-
lankischen Staat die Wahrscheinlichkeit einer einreisebeachtlichen Be-
drohung im heutigen Zeitpunkt nicht hinlänglich zu begründen. 

In  Bezug  auf  die  geltend  gemachten  Drohungen  seitens  der  Tamil 
Peoples  Liberation  Tigers  (TMVP)  beziehungsweise  Karuna-Gruppe 
könne  festgehalten  werden,  dass  es  zwar  in  der  Vergangenheit  zu 
Machtkämpfen zwischen dieser und den LTTE gekommen sei, denen 
insbesondere in den Jahren 2005 bis 2008 zahlreiche Menschen zum 
Opfer gefallen  seien. Wie  ausgeführt,  stelle  sich  die  Situation  in  Sri  
Lanka aber heute anders dar. Zudem hätten sich die TMVP als politi-
sche  Partei  etabliert  und  agierten  nicht  mehr  als  militante  Gruppie-
rung. Darüber  hinaus könne  der  Beschwerdeführer,  da  er  über  kein 
politisches Profil verfüge, Drohungen seitens militanter Gruppierungen 
oder unbekannter Drittpersonen grundsätzlich der Polizei melden. Der 
sri-lankische Staat gelte als schutzfähig, und den Akten könnten keine 
Hinweise entnommen werden, welche auf eine Schutzunwilligkeit hin-
deuten würden.

5.2 Der Beschwerdeführer hielt dem in seiner Beschwerde entgegen, 
die  Situation  werde  immer  schlimmer. Personen,  die  zur  Befragung 
mitgenommen würden,  kehrten nie  mehr  zurück. Er  fürchte  sich  vor 
Morddrohungen bewaffneter  Gruppen und niemand könne  ihn davor 
schützen.

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6.
6.1 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in 
absehbarer  Zukunft  keine  ernsthaften  Nachteile  durch  Verfolgungs-
massnahmen der  sri-lankischen  Sicherheitskräfte  zu  befürchten  hat. 
Zwar bedeutet die Inhaftierung im Jahre 2007 einen schwerwiegenden 
Eingriff in sein Recht auf persönliche Freiheit und seine physische wie 
psychische  Integrität.  Am  7. März 2007  wurde  er  aber  schliesslich 
ohne  Auflagen  freigesprochen.  Es  ist  demnach  davon  auszugehen, 
dass nichts gegen ihn vorliegt. Im Juni 2007 wurde er zwar erneut kurz 
inhaftiert. Seither sind aber schon mehr als drei Jahre vergangen, in 
denen der Beschwerdeführer ein den Umständen in Sri Lanka entspre-
chend unbehelligtes Leben führen konnte. Wie die Vorinstanz richtiger-
weise erkannte, kann die Sache somit als abgeschlossen gelten. 

6.2 Eine  allfällige  behördliche  Suche  nach  dem  Beschwerdeführer 
nach der Haftentlassung muss vor dem Hintergrund der weiterhin an-
gespannten Lage in Sri Lanka gesehen werden. Die Sicherheitsmass-
nahmen wurden nach dem militärischen Sieg der sri-lankischen Armee 
über die LTTE im Mai 2009 nur langsam gelockert, Notstandsgesetze 
(Emergency Rules) und das Anti-Terror-Gesetz (Prevention of Terror-
ism Act) blieben in Kraft (Danish Immigration Service, Human Rights 
and Security issues concerning tamils in Sri Lanka, Oktober 2010, ins-
besondere  S.45  ff.;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes 
D-6923/2008 vom 5. August 2010). Insgesamt weist der Beschwerde-
führer  aber  trotz  der  erlebten Haft  kein  besonderes  Risikoprofil  auf, 
das  ihn  aktuell  aus  objektiver  Sicht  als  gefährdet  erscheinen liesse, 
zumal gemäss seinen Angaben weder er noch andere Familienmitglie-
der in irgendeiner Verbindung mit den LTTE stehen. Der behördlichen 
Suche allein kommt aufgrund ihrer  Eingriffsdauer und Intensität  kein 
Verfolgungscharakter  zu,  zumal  die  geltend  gemachten  Vorsprachen 
offenbar seit 2007 nicht mehr von Drohungen begleitet wurden, und es 
besteht aus objektiver Sicht auch nicht die Gefahr, der Beschwerde-
führer  werde erneut  ernsthaften Nachteilen  ausgesetzt. Die von ihm 
geschilderten Vorfälle im Nachgang zur Haftentlassung im Jahre 2007 
stellen demnach keine ernsthaften Nachteile im Sinne des Gesetzes 
dar.

6.3 Soweit der Beschwerdeführer Übergriffe durch die Karuna-Gruppe 
(heute: TMPV) geltend macht,  kann mit  Verweis auf  die vorinstanzli-
chen Erwägungen festgehalten werden, dass diesbezüglich nicht von 
einer aktuellen und unmittelbaren Gefährdung des Beschwerdeführers 

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auszugehen ist. Nach dem militärischen Sieg der srilankischen Armee 
über  die LTTE im Mai  2009 hat  sich  die Menschenrechtslage in  Sri  
Lanka generell beruhigt und die Zahl der Gewaltereignisse ist im gan-
zen Land erheblich zurückgegangen. Gleichzeitig hat  sich die TMVP 
zu einer etablierten Partei entwickelt und agiert  heute nicht mehr als 
militante Gruppierung. So besehen ist  die Wahrscheinlichkeit  gering, 
dass der Beschwerdeführer insbesondere auch angesichts seines un-
bedeutenden politischen Profils heute noch Belästigungen seitens der 
TMVP gewärtigen  muss.  Zudem könnte  sich  der  Beschwerdeführer, 
wie vom BFM richtig ausgeführt, zum Schutz gegen all fällige Übergrif-
fe militanter Gruppen an die Behörden wenden. Dasselbe gilt  für die 
geltend gemachte Bedrohung durch unbekannte Dritte. Das Vorbringen 
in der Beschwerde, wonach ihm niemand helfen könne, wird in keiner 
Weise begründet und findet auch in den Akten keine Entsprechung. 

6.4 Bei den geltend gemachten Todesfällen innerhalb der Familie des 
Beschwerdeführers  beziehungsweise  bei  der  Internierung  von  Fami-
lienmitgliedern handelt es sich um tragische Folgen des Bürgerkrieges 
in Sri Lanka. Eine Gefährdung des Beschwerdeführers im Sinne von 
Art. 3 AsylG lässt sich daraus aber nicht ableiten. 

6.5 Es  bleibt  anzumerken,  dass  allenfalls  1996  erlittene  Nachteile 
durch die PLOTE im heutigen Zeitpunkt als nicht ausschlaggebend er-
scheinen, da nur eine aktuelle Gefährdungslage eine Einreisebewilli-
gung rechtfertigen kann.

7.
7.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine aktuelle und unmittel-
bare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG darzulegen vermochte. An 
dieser Einschätzung vermögen auch die Vorbringen in der Beschwerde 
nichts  zu  ändern,  zumal  sich  der  Beschwerdeführer  darin  in  keiner 
Weise mit den Erwägungen des BFM auseinandersetzte.

7.2 Zusammenfassend ist  festzustellen,  dass die  Schutzbedürftigkeit 
des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 20 i.V.m. Art. 3  AsylG als 
nicht gegeben zu qualifizieren ist und auch keine anderen Gründe die 
Erteilung einer Einreisebewilligung indizieren. Das BFM hat demnach 
dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die Schweiz verwei-
gert beziehungsweise dessen Asylgesuch abgelehnt.

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8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungsökono-
mischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG 
und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 
SR 173.320.2) ist allerdings auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu 
verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Ver-
tretung in Colombo (per EDA-Kurier) 

- die schweizerische Vertretung in Colombo (Ref. Nr. (...), mit der Bit -
te um Eröffnung des Urteils an den Beschwerdeführer und um Zu-
stellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an das Bundesver-
waltungsgericht) (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM, mit den Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand: 

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