# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6006261e-f6b8-55d8-bed2-006fee88b4fd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 22.10.2008 BK 2008 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2008-43_2008-10-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 22. Oktober 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 08 43

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli und Hubert 
Aktuarin Thöny

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Alfred 
Castelberg, Villa Zambail, Masanserstrasse 40, 7000 Chur,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 27. August 
2008, mitgeteilt am 1. September 2008, in Sachen 

betreffend D.: Tödlicher Unfall z. N. von A.,

hat sich ergeben:

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A. Am 16. Juli 2008 halfen A. und seine Mutter deren Freund, B., im 
Gebiet C. in D. bei der Heuernte. Am Vorabend hatten A. und B. vereinbart, 
dass A. den landwirtschaftlichen Motorkarren beim Einfahren der Heuernte len-
ken dürfe, sofern er gut auf dem Feld arbeite. A. verfügte nicht über den Füh-
rerausweis für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Nach dem Beladen des Heuladers 
gab B. A. die Anweisung, über die Naturstrasse in Richtung D. zu fahren und 
dort bei der Einfahrt anzuhalten, bevor er in die Hauptstrasse bzw. in die E.-
Strasse und anschliessend noch ca. 500 m über die Hauptstrasse bis zum Stall 
in F. in D. fuhr. Die erste Fahrt führte A. in Begleitung des Vaters von B. aus, 
welcher nicht wusste, dass A. nicht im Besitze des entsprechenden Führeraus-
weises war. A. fuhr in der Folge alleine zurück. Nach dem nächsten Beladen 
der Maschine mit Heu fuhr er selber zum Abladeort und zurück auf das Feld. 
Nach dem dritten Beladen des Heuladers fuhr er erneut alleine. Aufgrund der 
Aussagen der befragten Personen sowie der festgestellten Spuren ist davon aus-
zugehen, dass er auf der letzten Fahrt die Naturstrasse G. befuhr, wo er aus-
gangs einer übersichtlichen Linkskurve mit dem vorderen linken Rad des land-
wirtschaftlichen Motorkarrens über ein sich am linken Strassenrand befindendes 
Loch einer Wasserrinne fuhr. In der Folge konnte er mit einer Lenkbewegung den 
Motorkarren nach rechts korrigieren. Anschliessend querte der Motorkarren die 
Naturstrasse und fuhr über die dortige steil ansteigende Böschung hinauf. Durch 
das Befahren der Böschung muss A. den Halt in der offenen Führerkabine ver-
loren haben und aus dem Führerhaus gerutscht sein. Daraufhin kippte der Lade-
wagen mit der Heuladung von der Böschung auf die Strasse und begrub ihn dar-
unter. Dabei zog er sich tödliche Verletzungen zu. 

B. Zur Abklärung des Unfallhergangs und zur Klärung, ob jemand am 
Tod von A. ein strafrechtlich relevantes Verschulden trägt, eröffnete die Staats-
anwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 17. Juli 2008 eine Strafuntersu-
chung mit dem Betreff „D.: Tödlicher Verkehrs-Unfall vom 16. Juli 2008 zum 
Nachteil von A.. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersu-
chungsrichteramt Chur beauftragt. 

C. Im Rahmen der Strafuntersuchung wurde zunächst eine Obduktion 
angeordnet, welche ergab, dass schwerste, mit dem Leben nicht mehr zu verein-
barende innere Verletzungen zum sofortigen Tod von A. geführt hatten. Hin-
weise für eine Fremdeinwirkung fanden sich keine. Die technische Kontrolle des 
von A. gelenkten landwirtschaftlichen Motorkarrens führte zum Ergebnis, dass 
das Fahrzeug zwar teilweise erhebliche sicherheitsrelevante Mängel aufwies und 
somit nicht betriebssicher war, es ergaben sich jedoch keine Anhaltspunkte für 

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einen Defekt oder Mangel, welcher als Unfallursache in Frage käme. Des Weite-
ren wurde im Verlaufe der Strafuntersuchung festgestellt, dass A. in der Zeit 
vom 3. Dezember 2007 bis am 12. Juni 2008 zweimal die theoretische Prüfung 
für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge nicht bestanden hatte.

D. Mit Verfügung vom 27. August 2008, mitgeteilt am 1. September 
2008, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung „D.: Töd-
licher Verkehrsunfall zum Nachteil von A.“ ein, da niemandem ein strafrechtlich 
relevantes Verschulden am Tod von A. nachgewiesen werden konnte. Die Kos-
ten der Strafuntersuchung wurden auf die Staatskasse genommen.

E. Gegen diese Einstellungsverfügung liess der Vater des Verunfall-
ten, X., am 22. September 2008 bei der Beschwerdekammer des Kantonsge-
richts von Graubünden Beschwerde erheben, wobei er das folgende Rechtsbe-
gehren stellte:

„1. Die angefochtene Einstellungsverfügung sei aufzuheben.

2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden sei anzuweisen, die Strafunter-
suchung weiterzuführen.

3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

F. Die Staatsanwaltschaft Graubünden liess sich am 10. Oktober 2008 
in der Beschwerdesache vernehmen und beantragte unter Hinweis auf die Akten 
und die Ausführungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung die kosten-
fällige Abweisung der Beschwerde. Weitere Vernehmlassungen wurden nicht 
eingeholt. 

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen in der angefochte-
nen Einstellungsverfügung sowie der Vernehmlassung wird, soweit erforderlich, 
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 138 StPO kann gegen die vom Staatsanwalt geneh-
migten Amtshandlungen von Untersuchungsorganen bei der Beschwerdekam-
mer des Kantonsgerichts Beschwerde geführt werden. Zur Beschwerdeführung 
ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutz-
würdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung geltend macht. Insbe-
sondere kann sich der Geschädigte gegen Einstellungsverfügungen beschweren 
(Art. 139 Abs.1 StPO). Die Beschwerde ist innert 20 Tagen seit der Betroffene 

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vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, schriftlich einzureichen 
(Art. 139 Abs. 2 StPO). 

Beim Beschwerdeführer X. handelt es sich um den Vater von A., der 
beim hier zu beurteilenden Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Er gehört 
damit zu den Personen, die gemäss Art. 2 Abs. 2 des Opferhilfegesetzes (OHG; 
SR 312.5) in bestimmten Bereichen dem Opfer gleichgestellt werden; so unter 
anderem bei der Geltendmachung von Verfahrensrechten und Zivilansprüchen. 
Darunter fällt, wie aus Art. 8 Abs. 1 lit. b OHG hervorgeht, auch die Berechtigung, 
sich am Strafverfahren zu beteiligen und den Entscheid eines Gerichts zu verlan-
gen, wenn das Verfahren nicht eingeleitet oder wenn es eingestellt wird. X. ist 
somit zur Beschwerdeführung legitimiert, weshalb auf die im Übrigen frist- und 
formgerecht eingereichte Beschwerde eingetreten werden kann.

2. Die Kognition der Beschwerdekammer bei der strafrechtlichen Be-
schwerde bezieht sich gemäss Gesetz auf Rechtswidrigkeit und Unangemessen-
heit (Art. 138 StPO). Eine Einstellungsverfügung ist dann angemessen, wenn 
aufgrund des Untersuchungsergebnisses nicht genügend Anhaltspunkte für das 
Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind und somit bei 
gerichtlicher Beurteilung ein Freispruch erwartet werden müsste, und wenn keine 
neuen Beweismittel ersichtlich sind, die das Beweisergebnis massgeblich beein-
flussen könnten (vgl. PKG 1999 Nr. 36 S. 133). Aufzuheben ist eine Einstellungs-
verfügung hingegen, wenn in objektiver und subjektiver Hinsicht Anhaltspunkte 
vorliegen, die einen Schuldspruch als wahrscheinlich erscheinen lassen, oder 
wenn die Möglichkeiten zu einer sinnvollen Untersuchungsergänzung nicht aus-
geschöpft wurden (PKG 1995 Nr. 45, S. 156 sowie Padrutt, Kommentar zur Straf-
prozessordnung des Kantons Graubünden [StPO], 2. Auflage 1996, S. 347 und 
S. 164).

3. In der angefochtenen Verfügung führte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden aus, A. habe zwar die theoretische Prüfung nicht bestanden, hin-
gegen sei er bereits zuvor mit dem Motorkarren auf dem Areal des Bauernhofes 
gefahren und B. habe gemäss eigenen Angaben gewusst, dass A. das Fahr-
zeug im Griff hatte. Hinzu komme, dass ihn auf der ersten Fahrt der Vater von B. 
begleitet habe und auch die zweite Fahrt zum Abladeort und die Rückfahrt ohne 
Probleme verlaufen seien. Es habe somit keine Anhaltspunkte gegeben, dass 
das Überlassen des Motorkarrens an A. zu dessen Tod führen würde. Zu 
berücksichtigen sei diesbezüglich auch, dass das Absolvieren der Fahrprüfung 
für landwirtschaftliche Fahrzeuge keinen praktischen Teil beinhalte und jede Per-

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son, welche diese Prüfung absolviere, von Anfang an landwirtschaftliche Fahr-
zeuge führen dürfe, ohne über eine praktische Ausbildung verfügen zu müssen. 
A. habe im Zeitpunkt des Vorfalles das entsprechende Alter erreicht gehabt, 
um die entsprechende theoretische Führerprüfung zu absolvieren und sei offen-
bar schon mehrfach mit dem Motorkarren gefahren. Zusammenfassend könne 
gesagt werden, dass aufgrund dieser Umstände keine Missachtung einer Sorg-
faltspflicht gemäss Art. 12 Abs. 3 StGB vorliege und der tödliche Unfall nicht vor-
auszusehen gewesen sei. Demgegenüber wendet der Beschwerdeführer ein, so-
wohl der Mutter H. wie auch deren Freund B. müsse ein grobfahrlässiges Han-
deln vorgeworfen werden, welches in der Folge in voraussehbarer Weise zum 
Unfall geführt habe. Dieses pflichtwidrige Verhalten könne nicht damit entschul-
digt werden, dass A. vom Alter her den Heulader hätte fahren dürfen, wenn er 
die theoretische Prüfung bestanden hätte. Diese notwendige Voraussetzung sei 
klar nicht gegeben gewesen. Unter den konkreten Umständen (sehr gefährliche 
Fahrten und gesetzliche Verbote) hätten H. und B. alles tun müssen, um A. von 
der illegalen Fahrt abzuhalten, anstatt ihm diese zu erlauben.

4. Mit einer Verurteilung nach Art. 117 StGB muss rechnen, wer durch 
sein Verhalten bei einem anderen Menschen fahrlässig den Tod verursacht und 
sich vorwerfen lassen muss, die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Un-
vorsichtigkeit nicht bedacht oder nicht darauf Rücksicht genommen zu haben. 
Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter sich vorwerfen lassen muss, 
die nach den Umständen und seinen persönlichen Verhältnissen erforderliche 
Vorsicht nicht beachtet zu haben (Art. 12 Abs. 3 StGB). Mit anderen Worten muss 
der Täter mit seinem Verhalten eine Sorgfaltspflicht verletzt haben. Sorgfaltswid-
rig ist die Handlungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der 
Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefähr-
dung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn 
er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Ein fahrlässiges 
Erfolgsdelikt kann auch durch Unterlassen verübt werden. Voraussetzung dafür 
ist eine Rechtspflicht zur Vornahme der unterlassenen Handlung (Garantenstel-
lung) und die Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen. Die Garantenstellung 
wird insbesondere durch die Verantwortlichkeit für die Sicherung und Überwa-
chung von bestimmten Gefahrenquellen begründet. Als formelle Entstehungs-
gründe kommen in Frage Gesetz oder Vertrag, sofern sie die Pflicht zur Abwen-
dung der Gefahr beinhalten, ferner freiwillig begründete Gefahrengemeinschaft 
und vorangegangenes gefährliches Tun (Ingerenz) (vgl. Urteil des Bundesge-

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richts 6S.311/2005 vom 26. Oktober 2005, E. 3.1; BGE 116 IV 182 E. 4 S. 185 
f.). 

a) Zunächst ist zu prüfen, ob Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich 
H. und B. im Zusammenhang mit dem Unfall von A. einer Sorgfaltspflichtver-
letzung schuldig gemacht haben könnten. Art. 12 Abs. 3 StGB schreibt jeder-
mann vor, bei seinem Verhalten vorsichtig zu sein, das heisst die möglichen 
schädlichen Folgen seines Tuns zu bedenken und zu berücksichtigen. Ist eine 
Handlung mit keinerlei voraussehbaren Gefährdungen für strafrechtlich ge-
schützte Rechtsgüter verbunden, so kann die Ausführung dieser Handlung nicht 
pflichtwidrig sein. Umgekehrt bedeutet dies, dass sich die Frage der Pflichtwid-
rigkeit ausschliesslich bei Handlungen mit einem entsprechenden Gefährdungs-
potential stellt. Generell-abstrakte Normen, welche sich mit risikobehaftetem Ver-
halten befassen, finden sich für eine Vielzahl von Bereichen in gesetzlichen Be-
stimmungen wie beispielsweise im Strassenverkehrsgesetz (vgl. BGE 122 IV 225 
E. 2a S. 227). Übertretungen solcher Vorschriften werden durch die betreffenden 
Spezialgesetze meist schon in Form abstrakter Gefährdungsdelikte mit Strafe be-
droht, ohne dass sie zur Beeinträchtigung eines individuellen Rechtsgutes ge-
führt zu haben brauchen. Damit legt das betreffende Gesetz selbst indirekt auch 
das mit Tätigkeiten der betreffenden Art höchstzulässige Risiko fest. Tritt ein tat-
bestandsmässiger Erfolg ein, so besteht im Falle einer Missachtung der generell-
abstrakten Norm eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Sorgfaltspflicht 
gemäss Art. 12 Abs. 3 StGB missachtet worden ist. Um jedoch abschliessend 
feststellen zu können, ob die generell-abstrakte Norm tatsächlich mit der Sorg-
faltspflicht nach Art. 12 Abs. 3 StGB identisch ist, muss diese den konkreten Um-
ständen der zu beurteilenden Fallkonstellation und den persönlichen Verhältnis-
sen des Täters angepasst werden. Nicht jeder Pflichtverstoss rechtfertigt den 
Vorwurf sorgfaltswidrigen Verhaltens im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB, und um-
gekehrt kann ein solcher Vorwurf begründet sein, obschon nicht gegen eine be-
stimmte Pflicht verstossen worden ist. Grundsätzlich kann das Verbot, fremde 
Rechtsgüter zu gefährden und tatbestandsmässige Erfolge herbeizuführen, in 
Anbetracht der Bestimmungsfunktion der Norm nur sinnvoll sein, wenn und so-
weit der Normadressat den Umstand der Gefährdung und die Möglichkeit eines 
Erfolgseintritts voraussehen kann und muss. Folglich ist die Frage der Voraus-
sehbarkeit im Zusammenhang mit der Bemessung des Sorgfaltsinhalts zu 
berücksichtigen (vgl. Rehberg/Donatsch, Strafrecht I, Verbrechenslehre, 7. Auf-
lage, Zürich 2001, S. 285 ff.). 

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b) Die Annahme einer Pflichtwidrigkeit setzt voraus, dass nicht nur der 
Eintritt des im Bereich des Schutzzwecks liegenden Erfolgs, sondern auch der 
zum Erfolg führende Geschehensverlauf in seinen wesentlichen Zügen voraus-
sehbar ist, und zwar für den konkreten Täter, das heisst gegebenenfalls unter 
Einbezug seines Spezialwissens. Ob dies der Fall ist, wird vom Bundesgericht 
gestützt auf den Massstab der Adäquanz geprüft. Danach muss das Verhalten 
geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des 
Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu 
begünstigen. Daraus ergibt sich, dass mit dem Kriterium der Voraussehbarkeit 
gemäss bundesgerichtlicher Praxis nicht geprüft wird, welche Kausalverläufe als 
Folge eines Tuns oder Unterlassens theoretisch denkbar sind, sondern mit wel-
chen gerechnet werden muss. Sorgfaltswidrig ist ein Verhalten somit nicht schon 
dann, wenn der Geschehensablauf aufgrund der Gesamtheit der bekannten Ge-
setzmässigkeiten vorstellbar ist, sondern erst, wenn die Adäquanz bejaht werden 
kann. Entsprechend ist das riskante Verhalten nicht sorgfaltswidrig, wenn der Ge-
schehensablauf zwar theoretisch denkbar, jedoch aufgrund einer Wertung als 
derart aussergewöhnlich zu erachten ist, dass das Verhalten des potentiellen 
Täters als mitverursachender Faktor für den Erfolgseintritt in den Hintergrund tritt 
(vgl. Rehberg/Donatsch, a.a.O., S. 296 f.). 

c) Bei der Bestimmung des im Einzelfall zugrunde zu legenden Mass-
stabes des sorgfaltsgemässen Verhaltens sind im hier zu beurteilenden Fall die 
Bestimmungen des Strassenverkehrsrechts heranzuziehen. Gemäss Art. 10 
Abs. 2 SVG bedarf derjenige, der ein Motorfahrzeug fährt, eines entsprechenden 
Führerausweises. Wer ein Motorfahrzeug einem Führer überlässt, von dem er 
weiss oder bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit wissen kann, dass er den erfor-
derlichen Ausweis nicht hat, macht sich gemäss Art. 95 Abs. 1 al. 3 SVG strafbar. 
Aus den Akten (act. 18) geht hervor, dass A. zwar das für das Führen landwirt-
schaftlicher Fahrzeuge erforderliche Mindestalter von 14 Jahren erreicht hatte, er 
jedoch bereits zweimal die theoretische Prüfung nicht bestanden hatte und somit 
zum Zeitpunkt des Unfalls nicht im Besitz des nötigen Führerausweises der Ka-
tegorie G war. Wie bereits von der Staatsanwaltschaft in ihrer Einstellungsverfü-
gung ausgeführt wurde, wusste B. als Halter des landwirtschaftlichen Motorkar-
rens von diesem Umstand, überliess A. aber dennoch sein Fahrzeug, was als 
Widerhandlung gegen Art. 95 Ziff. 1 Abs. 3 SVG qualifiziert wurde. Nach dem 
vorstehend Ausgeführten bedeutet dies entgegen der Auffassung des Beschwer-
deführers nicht zwingend, dass dieser Verstoss auch als Sorgfaltspflichtverlet-

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zung zu werten ist. Vielmehr ist auf die Umstände im konkreten Einzelfall abzu-
stellen. 

ca) Wie sich aus Art. 18 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Zulassung 
von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) ergibt, 
umfasst die Führerprüfung für landwirtschaftliche Fahrzeuge (Kategorie G) nur 
einen theoretischen Teil. Dabei handelt es sich um eine den Eigenarten der Fahr-
zeugkategorie angepasste, vereinfachte theoretische Prüfung (Art. 20 Abs. 5 
SVG). Eine praktische Führerprüfung wird nur dann verlangt, wenn der Bewerber 
das Mindestalter noch nicht erreicht hat oder wenn die Behörde Zweifel an der 
Eignung hat. Mit anderen Worten muss ein Bewerber um den Führerausweis der 
Kategorie G keinen Nachweis darüber erbringen, dass er fähig ist, ein Motorfahr-
zeug der entsprechenden Kategorie nach den Verkehrsregeln verkehrsgerecht 
und sicher zu führen. Auch ein vorgängiger Lernfahrausweis ist nicht erforderlich 
(Art. 4 Abs. 1 lit. c VZV). Das Erlangen des Führerausweises der Kategorie G gibt 
somit keinen Aufschluss über die praktischen Fahrfähigkeiten seines Inhabers. 
Im Gegenzug kann entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers aus dem 
zweimaligen Nichtbestehen der Theorieprüfung auch nicht der Schluss gezogen 
werden, der Bewerber sei rein kognitiv noch nicht in der Lage, ein Fahrzeug auf 
einer engen Bergstrasse sicher zu lenken. Mit dem aktuellen Prüfungssystem 
wird lediglich sichergestellt, dass der Inhaber des Führerausweises der Kategorie 
G die grundlegendsten Verkehrsregeln (die sogenannte „Basistheorie“) kennt 
und sich im Strassenverkehr insbesondere in Bezug auf die anderen Verkehrs-
teilnehmer korrekt verhalten kann. Wie dem Polizeirapport (act. 2) sowie dem 
Spurensicherungsbericht (act. 6) zu entnehmen ist, geriet A. ausgangs einer 
übersichtlichen Linkskurve mit dem vorderen linken Rad des landwirtschaftlichen 
Motorkarrens über ein sich am linken Strassenrand befindendes Loch einer Was-
serrinne. Mit einer Lenkbewegung nach rechts konnte er die Fahrtrichtung 
zunächst korrigieren. Anschliessend querte der Motorkarren die Naturstrasse 
und fuhr über die dortige steil ansteigende Böschung hinauf. Durch das Befahren 
der Böschung muss Arpagaus den Halt in der offenen Führerkabine verloren ha-
ben und aus dem Führerhaus gerutscht sein. In der Folge kippte der Ladewagen 
mit der Heulandung von der Böschung auf die Strasse und begrub A. darunter. 
Aus der Rekonstruktion des Unfalls geht hervor, dass dieser in keinem Zusam-
menhang mit den Fähigkeiten steht, die im Rahmen der theoretischen Führerprü-
fung überprüft werden. Damit trifft es auch nicht zu, dass der Gesetzgeber die 
Erteilung der Fahrberechtigung gerade deshalb an das Bestehen der Prüfung 
angeknüpft hat, um Unfälle wie denjenigen von A. zu vermeiden. Es kann daher 

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auch nicht damit argumentiert werden, ein Unfall wie der vorliegend zu beurtei-
lende werde gerade vom Schutzzweck der genannten Gesetzesbestimmungen 
gedeckt. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass sich der Unfall mit 
grosser Wahrscheinlichkeit auch ereignet hätte, wenn A. zum fraglichen Zeit-
punkt im Besitze eines gültigen Führerausweises gewesen wäre. 

cb) Hinzu kommt, dass im vorliegenden Fall entgegen den Ausführun-
gen des Beschwerdeführers keine Anzeichen dafür bestanden, A. könnte mit 
dem Fahren des Heuladers überfordert sein. So gab B. zu Protokoll (act. 7), dass 
er sich vor den Fahrten mit A. darüber unterhalten habe, wie dieser fahren 
müsse. Bei der ersten Fahrt sei zudem der Vater von B. dabei gewesen und die-
ser habe nichts gesagt, dass die Fahrt nicht in Ordnung gewesen sei. A. habe 
sodann eine weitere Fahrt alleine ausgeführt, wobei es ebenfalls keine Vorkomm-
nisse gegeben habe. Erst bei der dritten Fahrt auf dem Weg zum Heustall sei es 
zum Unfall gekommen. Des Weiteren führte B. aus, A. sei schon vor dem Un-
falltag auf dem Areal des Bauernhofes mit dem Heulader gefahren. B. hat auf-
grund dessen gewusst, dass er fahren konnte und das Fahrzeug im Griff hatte. 
Aus diesen Aussagen geht hervor, dass es zum fraglichen Zeitpunkt keine Hin-
weise auf eine fehlende Fahrkompetenz gab. Auch den Aussagen der Mutter H. 
lässt sich entnehmen, dass sich A. bereits vor dem Unfall mit dem Fahrzeug 
vertraut machte. So führte sie aus (act. 9), ihr Sohn habe von sich aus mit dem 
landwirtschaftlichen Motorkarren fahren wollen. Gezwungen habe ihn niemand. 
Er habe immer zuerst gefragt und nie von sich aus eine Maschine genommen 
oder gefahren. Weder B. noch H. mussten demnach damit rechnen, dass ihre 
Erlaubnis, A. trotz fehlendem Führerausweis mit dem landwirtschaftlichen 
Fahrzeug fahren zu lassen, zu einem solchen Unfall führen würde. Dies umso 
weniger, als A. zunächst auf dem Areal des Bauernhofes übte und die erste 
Fahrt in Begleitung einer erwachsenen Person absolvierte, bevor er alleine mit 
dem landwirtschaftlichen Motorkarren fuhr. 

d) Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass im vorliegenden Fall keine 
Pflichtwidrigkeit seitens von B. und H. vorliegt, da weder der eingetretene Erfolg 
im Bereich des Schutzzwecks der verletzten Norm lag, noch der zum Erfolg 
führende Geschehensverlauf in seinen wesentlichen Zügen aufgrund der konkre-
ten Umstände voraussehbar war. Der Unfall ist vielmehr auf die Verkettung un-
glücklicher Umstände zurückzuführen, für welche niemand strafrechtlich zur Ver-
antwortung gezogen werden kann. Demzufolge hat die Staatsanwaltschaft 
Graubünden die Strafuntersuchung zum Unfall von A. zu Recht eingestellt. Die 
Beschwerde ist mithin unbegründet und ist daher abzuweisen.

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5. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 160 Abs. 1 StPO). Es werden keine aus-
seramtlichen Entschädigungen zugesprochen. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: