# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e8532a2-0d52-5afc-914d-f0fdee574f82
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-06
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 06.11.2023 601 2023 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2023-77_2023-11-06.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Rue des Augustins 3, case postale 630, 1701 Fribourg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

601 2023 77
601 2023 94

Urteil vom 6. November 2023

I. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud
Richterinnen: Dina Beti, Stéphanie Colella 
Gerichtsschreiberin: Anna Schwaller

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt 
Theo Studer

gegen

AMT FÜR BEVÖLKERUNG UND MIGRATION, Vorinstanz

Gegenstand Bürgerrecht, Niederlassung, Aufenthalt

Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung – Familien-
nachzug – Finanzielle Unabhängigkeit und Ergänzungsleistungen

Beschwerde (601 2023 77) vom 31. Mai 2023 gegen den Entscheid vom 
19. Mai 2023 

Gesuch (601 2023 94) um unentgeltliche Rechtspflege vom 22. Juni 2023

Kantonsgericht KG
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In Anbetracht dessen,

dass A.________ (Beschwerdeführer), Staatsangehöriger aus Bosnien und Herzegowina, geboren 
im Jahr 1994, am 24. Mai 2019 beim Amt für Bevölkerung und Migration (Vorinstanz) ein Gesuch 
um Einreise zwecks Ehevorbereitung mit seiner Partnerin B.________, geboren im Jahr 1979, die 
über eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügt, stellte;

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 27. Oktober 2020 negativ über dieses Gesuch entschied 
und dem Beschwerdeführer die Einreise sowie die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte;

dass das Paar am 26. Oktober 2022 in C.________, Bosnien-Herzegowina, die Ehe geschlossen 
hat;

dass der Beschwerdeführer daraufhin am 9. Januar 2023 bei der Vorinstanz ein Gesuch um Famili-
ennachzug stellte; 

dass die Vorinstanz die Ehefrau mit Schreiben vom 28. März 2023 über die Absicht informierte, das 
Gesuch um Familiennachzug abzulehnen;

dass sich die Ehefrau mit E-Mail vom 31. März 2023 und Schreiben vom 4. Mai 2023 an die Vorin-
stanz wandte und unter anderem einen Auszug des Betreibungsregisters sowie die Ergebnisse der 
Vaterschaftsabklärung beilegte, aus denen hervorgeht, dass der Beschwerdeführer mit einer Wahr-
scheinlichkeit von über 99.99 % Vater der Kinder D.________, geboren im Jahr 2018, und 
E.________, geboren im Jahr 2020, ist;

dass die Ehefrau zwei weitere Kinder aus einer früheren Beziehung hat, F.________, geboren im 
Jahr 2013, und G.________, geboren im Jahr 2010;

dass die Vorinstanz mit Entscheid vom 19. Mai 2023 die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung im 
Rahmen des Familiennachzuges verweigert und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der 
Schweiz verfügt hat. Sie führt im Wesentlichen aus, die Sozialen Dienste See hätten mitgeteilt, dass 
die Ehefrau zwischen Februar und November 2021 materielle Hilfe in der Höhe von CHF 6'622.15 
erhalten habe, seit dem 1. Januar 2023 erhalte sie monatliche Ergänzungsleistungen in der Höhe 
von CHF 459.00 (exklusive Prämienvergütung für die Krankenkasse) und die beiden Kinder aus 
erster Ehe würden seit demselben Datum je eine Kinderrente in der Höhe von CHF 523.00 erhalten. 
Die Vorinstanz hält weiter fest, gemäss Betreibungsregisterauszug vom 31. Januar 2023 beständen 
Betreibungen in der Höhe von CHF 12'281.95 und drei Verlustscheine in der Höhe von insgesamt 
CHF 3'218.00. Das Budget der 6-köpfigen Familie weise einen monatlichen Aufwandüberschuss 
von CHF 724.38 aus. Zudem habe die H.________ mitgeteilt, sie werde die Ausrichtung der 
Taggeldleistungen per 31. März 2023 einstellen und die anschliessenden monatlichen Leistungen 
der Arbeitslosenkasse würden sicher tiefer ausfallen. Nach Ansicht der Vorinstanz würden deswe-
gen keine Anzeichen bestehen, dass sich die finanzielle Situation der Ehefrau kurz- oder mittelfristig 
verbessere. Darüber hinaus halte sich der Beschwerdeführer seit dem 25. Dezember 2022 in der 
Schweiz auf, habe aber offenbar keine Bemühungen unternommen, um im Hinblick auf die Aufent-
haltsbewilligung Arbeit zu suchen. Unter diesen Umständen werde das Risiko, kurzfristig auf die 
Sozialhilfe zurückgreifen zu müssen, als sehr konkret eingestuft. Eine Wegweisung des Beschwer-
deführers sei möglich, zulässig und zumutbar;

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dass die Ehefrau gegen diesen Entscheid am 31. Mai 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht erhebt 
und insbesondere mitteilt, der Beschwerdeführer habe das Land verlassen;

dass der Beschwerdeführer am 22. Juni 2023 eine Beschwerdeergänzung einreicht und zugleich 
um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. Er beantragt primär, ihm sei im Rahmen des 
Familiennachzuges eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und subsidiär, die angefochtene Verfü-
gung sei aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In der Sache führt 
er im Wesentlichen aus, er sei arbeitswillig und angesichts des völlig ausgetrockneten Arbeitsmark-
tes in der Schweiz werde er sofort Arbeit finden, zum Beispiel im Baugewerbe. Er werde so für 
seinen eigenen Unterhalt und auch für jenen von Frau und Kindern aufkommen können;

dass die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 29. Juni 2023 auf die Abweisung der Beschwerde 
schliesst und auf ihre Erwägungen des angefochtenen Entscheides verweist. Sie führt ergänzend 
aus, es bestehe die starke Vermutung, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 5. Mai 2023 in der 
Schweiz aufhalte. Sie halte deswegen auch an der Wegweisung des Beschwerdeführers fest;

dass der Beschwerdeführer am 4. Juli 2023 und am 29. August 2023 weitere Dokumente einreicht, 
um seine Mittellosigkeit respektive seinen Aufenthalt in Bosnien-Herzegowina zu belegen;

dass auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen – soweit für die Entscheid-
findung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen wird; 

erwägend,

dass das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist (Art. 114 Abs. 
1 Bst. a des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 
150.1] in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 des kantonalen Ausführungsgesetzes vom 13. November 
2007 zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AGAIG; 
SGF 114.22.1]). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 76 VRG) 
und die Beschwerdefrist wurde eingehalten (Art. 79 Abs. 1 VRG);

dass mit Beschwerde an das Kantonsgericht die Verletzung des Rechts einschliesslich Überschrei-
tung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
Sachverhalts gerügt werden können. Die Rüge der Unangemessenheit ist ausgeschlossen 
(Art. 77 f. VRG);

dass das Kantonsgericht die zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes erforderlichen 
Abklärungen von Amtes wegen vornimmt. Das Kantonsgericht ist dabei nicht an die Vorbringen und 
Beweisanträge der Parteien gebunden und würdigt diese frei (Art. 45 Abs. 1 und 2 VRG). Das 
Kantonsgericht hat alle massgebenden Tatsachen zu beachten, auch jene die erst nach Erlass der 
angefochtenen Verfügung entstanden sind (Urteil KG FR 601 2018 126 vom 21. September 2018; 
SEILER, in Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG], 3. Aufl. 2023, Art. 54 N. 19);

dass die ausländische Person grundsätzlich keinen Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbe-
willigung hat, es sei denn, sie kann sich auf eine besondere Bestimmung des Bundesrechts oder 
eines Vertrags berufen, die ihr einen solchen Anspruch verleiht (BGE 141 II 169 E. 4);

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dass nach Art. 44 Abs. 1 des Ausländer- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG; 
SR 142.20) ausländischen Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von Personen mit Aufent-
haltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt und verlängert werden kann, wenn sie mit diesen 
zusammenwohnen (Bst. a), eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (Bst. b), sie nicht auf 
Sozialhilfe angewiesen sind (Bst. c), sie sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache 
verständigen können (Bst. d) und die nachziehende Person keine jährlichen Ergänzungsleistungen 
im Sinne des Ergänzungsleistungsgesetzes vom 6. Oktober 2006 (ELG; SR 831.30) bezieht und 
diese auch nicht aufgrund der Familienzusammenführung beziehen könnte (Bst. e);

dass der Familiennachzug im Sinne von Art. 44 AIG seit dem 1. Januar 2019 ausgeschlossen ist, 
wenn die nachziehende Person jährliche Ergänzungsleistungen bezieht oder wegen des Familien-
nachzuges beziehen könnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 Bst. e AIG), während dies vorher nicht der Fall war. 
Auch wenn der Bezug solcher Leistungen an sich kein Grund für den Widerruf oder die Nichtverlän-
gerung einer Aufenthaltsgenehmigung ist, kann er der Erteilung einer solchen Genehmigung entge-
genstehen (Urteil BGer 2C_309/2021 vom 5. Oktober 2021 E. 5.2);

dass das Bundesgericht dazu ausgeführt hat, dass mit der Bestimmung in erster Linie die finanzielle 
Selbständigkeit der Familie gewährleistet und die Entlastung der öffentlichen Finanzen bezweckt 
wird. Zudem hat es anerkannt, dass die Kriterien berücksichtigt werden können, die zur Beurteilung 
der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 44 Abs. 1 Bst. c AIG herangezogen werden. Dabei ist jedoch 
zu beachten, dass Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen nicht vollständig vergleichbar sind. Insbe-
sondere können Personen, die eine IV-Rente beziehen, ihre finanzielle Situation in der Regel kaum 
ändern. Schliesslich muss ein allfälliger Eingriff in das Recht auf Schutz des Privat- und Familienle-
bens (Art. 13 BV, Art. 8 Abs. 1 EMRK) auch beim Bezug von Ergänzungsleistungen verhältnismässig 
sein (Urteil BGer 2C_309/2021 vom 5. Oktober 2021 E. 5.4 f.);

dass sich im vorliegenden Fall aus den Akten ergibt, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers seit 
dem 1. Januar 2023 für ihre beiden Töchter F.________ und G.________ aus einer früheren Bezie-
hung, je CHF 523.00 an Kinderrente (AHV/IV) und zusätzlich für F.________ Ergänzungsleistungen 
von CHF 459.00 (exkl. Prämienverbilligung) erhält;

dass aus obenstehend zitierter Rechtsprechung folgt, dass allein der Bezug von Ergänzungsleistun-
gen nicht ausreicht, um einen Anspruch auf Familiennachzug zu verneinen. Vielmehr sind die glei-
chen Kriterien wie bei einer allenfalls drohenden Sozialhilfeabhängigkeit in Betracht zu ziehen (vgl. 
Urteile KG FR 601 2021 156 vom 20. Januar 2022 und 601 2020 208 vom 23. März 2022 m. w. H.);

dass eine Erteilung der Bewilligung nur in Betracht kommt, wenn keine konkrete Gefahr der fortge-
setzten Sozialhilfeabhängigkeit besteht (Urteil BGer 2C_309/2021 vom 5. Oktober 2021 E. 6.1; 
2C_35/2019 vom 15. September 2020 E. 4.1). Die Beurteilung des Risikos der Sozialhilfeabhängig-
keit basiert auf der vergangenen und aktuellen Situation wie auch auf der wahrscheinlichen langfris-
tigen finanziellen Entwicklung. Dabei reicht es nicht aus, nur das Einkommen der Familienmitglieder 
zu berücksichtigen, die bereits ein Aufenthaltsrecht haben, sondern es müssen die finanziellen 
Möglichkeiten aller Familienmitglieder berücksichtigt werden, die sich an den Kosten für den Unter-
halt der Familie beteiligen können und müssen, sofern ein Einkommen grundsätzlich tatsächlich 
erzielbar erscheint. In diesem Sinne müssen die möglichen Erwerbstätigkeiten und die damit verbun-
denen Einkünfte mit einem gewissen Grad an Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum als 
nur kurzfristig gesichert erscheinen (vgl. BGE 139 I 330 E. 4 sowie 122 II 1 E. 3c und Urteil BGer 
2C_502/2020 vom 4. Februar 2021 E. 5.1). Blosse Zweifel an der finanziellen Leistungsfähigkeit 
reichen nicht aus, und es ist auch nicht zulässig, sich auf pauschale Annahmen und Erwägungen zu 

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stützen (vgl. Urteile BGer 2C_574/2018 vom 15. September 2020 E. 4.1; BGer 2C_35/2019 vom 
15. September 2020 E. 4.1). 

dass im vorliegenden Fall die Ehefrau nur während einer bestimmten Periode (März bis November 
2021) Sozialhilfe im Umfang von insgesamt CHF 6'622.15 erhalten hat;

dass allein gestützt darauf heute nicht festgestellt werden kann, dass für die Ehefrau und deren 
Familie die konkrete Gefahr einer fortgesetzten Fürsorgeabhängigkeit besteht;

dass aus den Akten weiter hervorgeht, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers gemäss Betrei-
bungsregisterauszug vom 31. Januar 2023 Betreibungen in der Höhe von CHF 12'281.95 und drei 
Verlustscheine in der Höhe von insgesamt CHF 3'218.80 hatte, aber gemäss Betreibungsregister-
auszug vom 31. März 2023 keine Betreibungen mehr offen waren und zwei Verlustscheine in der 
Höhe von insgesamt CHF 3'423.60 bestanden; 

dass sich aus den Akten nicht ergibt, wie die Betreibungen bezahlt werden konnten, die Ehefrau des 
Beschwerdeführers aber offenbar mit beschränkten finanziellen Mitteln umzugehen weiss bezie-
hungsweise über finanzielle Unterstützung zu verfügen scheint und auch deshalb nicht pauschal 
davon ausgegangen werden kann, sie werde auf Sozialhilfe zurückgreifen müssen; 

dass die Vorinstanz ein Budget für die 6-köpfige Familie erstellt hat, wonach ein monatliches Defizit 
von CHF 724.38 vorliege und deswegen das Risiko kurzfristig auf Sozialhilfe zurückgreifen zu 
müssen, nicht ausgeschlossen werden könne;

dass dabei die Einstellung der Taggeldkrankenleistungen der Ehefrau in der Höhe von CHF 3'279.00 
(infolge Arbeitsunfähigkeit ab 28. Oktober 2021) per 31. März 2023 erwähnt und auf eventuelle Leis-
tungen der Arbeitslosenkasse verwiesen, diese aber nicht berücksichtigt wurden; 

dass nur die Kinderrente von G.________ berücksichtigt wurde, nicht aber jene von F.________ 
(vgl. Akten Vorinstanz S. 172);

dass die Vorinstanz damit bei Erstellung des Budgets im Entscheidzeitpunkt bereits eingetretene 
veränderte Verhältnisse unberücksichtigt gelassen hat;

dass mit Blick auf die zukünftige berufliche Entwicklung der Ehefrau darauf hinzuweisen ist, dass 
das jüngste Kind mittlerweile über drei Jahre alt ist und ihr demnach die Aufnahme einer Erwerbstä-
tigkeit zumutbar ist, insbesondere auch da gemäss Verfügung der H.________ eine volle Arbeitsfä-
higkeit im angestammten Beruf besteht (vgl. Akten Vorinstanz S. 176 und Urteile BGer 2C_730/2018 
vom 20. März 2019 E. 5.2.1 und 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 5.4, wonach einer alleinerzie-
henden Mutter etwa nach dem dritten Altersjahr des Kindes grundsätzlich eine Erwerbstätigkeit 
zugemutet wird);

dass der Beschwerdeführer seinerseits ausführt, jung, gesund und kräftig zu sein. Er sei arbeitswillig 
und werde angesichts des völlig ausgetrockneten Arbeitsmarktes in der Schweiz sofort eine Arbeit 
finden (z. B. im Baugewerbe oder Baunebengewerbe). Er werde sowohl für seine eigenen Lebens-
kosten aufkommen als auch für den Unterhalt von Frau und Kindern;

dass ein mögliches zukünftiges Einkommen angerechnet wird, wenn dieses Einkommen mit hoher 
Wahrscheinlichkeit langfristig erwirtschaftet werden kann (sicherer und existierender Arbeitsplatz 
sowie tatsächliche Möglichkeit der Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der familiären Situation 
(vgl. BGE 139 I 330 E. 4);

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dass der Beschwerdeführer gemäss den Akten bisher kein Anstellungsversprechen vorgewiesen 
hat, aber gleichzeitig festzustellen ist, dass ihm das Ausüben einer Erwerbstätigkeit auch nicht 
erlaubt gewesen wäre; 

dass sich der Beschwerdeführer zumindest bereits insofern um seine sprachliche Integration 
bemüht, als er den Besuch eines Deutschkurses ab 28. Februar 2023 nachgewiesen hat;

dass der Beschwerdeführer, der a priori keine gesundheitlichen Einschränkungen hat, selbst ohne 
Ausbildung in der Schweiz eine Anstellung finden und damit zum Familienbudget beitragen können 
wird, sobald er über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt. Es kann zumindest nicht ohne Weiteres 
vom Gegenteil ausgegangen werden (vgl. Urteil BGer 2C_1019/2022 vom 7. Juni 2023 E. 4.4 und 
Urteil VGer ZH VB.2020.00399 vom 18. Februar 2021);

dass sich demnach die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie innert nützlicher Frist und auf länge-
re Zeit verbessern können, so dass auch mit Blick auf die mögliche und zumutbare berufliche 
Entwicklung der Ehegatten nicht ohne weitere Begründung auf ein konkretes Risiko, dauerhaft auf 
Sozialhilfe zurückgreifen zu müssen, geschlossen werden kann.

dass im Übrigen das Einkommen des Ehegatten seit dem 1. Januar 2021 zu 80 % in die Berechnung 
der für die Höhe der Ergänzungsleistungen massgebenden Einkünfte einbezogen wird (Art. 11 Abs. 
1 Bst. a ELG);

dass damit das zukünftige Einkommen des Beschwerdeführers bzw. das gemeinsame Einkommen 
auch verhindern könnte, dass die Familie Ergänzungsleistungen bezieht (siehe dazu Urteil BGer 
2C_309/2021 vom 5. Oktober 2021, in dem der Familiennachzug eines in der Schweiz IV-beziehen-
den Niederlassungsberechtigten und seiner, der deutschen Sprache noch nicht mächtigen und über 
kein Anstellungsversprechen verfügende, Partnerin gutgeheissen wurde, weil Aussicht bestand, 
dass sie den bestehenden Fehlbetrag decken und den EL-Bezug des Nachziehenden beenden 
können werde);

dass die Vorinstanz zusammenfassend weder die im Entscheidzeitpunkt bereits eingetreten verän-
derten finanziellen Verhältnisse noch die wahrscheinliche langfristige Entwicklung unter Berücksich-
tigung der finanziellen Möglichkeiten aller Familienmitglieder in Betracht gezogen hat; 

dass aber blosse Zweifel und die Befürchtung des kurzfristigen Sozialhilfebezuges nicht ausreichen, 
um das Gesuch abzulehnen;

dass aus den genannten Gründen die Beschwerde (601 2023 77) gutzuheissen, der Entscheid der 
Vorinstanz aufzuheben und die Angelegenheit zurückzuweisen ist, damit die Vorinstanz nach weite-
ren Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu entscheidet; 

dass sich damit vorliegend weitere Ausführungen zu einem eventuellen Anspruch des Beschwerde-
führers gestützt auf den Schutz des Privat- und Familienlebens (Art. 13 BV, Art. 8 Abs. 1 EMRK) 
erübrigen, diese jedoch ebenso wie die weiteren Voraussetzungen nach Art. 44 Abs. 1 AIG von der 
Vorinstanz zu berücksichtigen sein werden;

dass zu erwähnen ist, dass die Erteilung und die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung mit dem 
Abschluss einer Integrationsvereinbarung (Art. 58b AIG) verbunden werden können, wenn ein 
besonderer Integrationsbedarf nach den Kriterien gemäss Art. 58a AIG besteht (Art. 44 Abs. 4 AIG);

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dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zudem die Wegweisung des Beschwerdefüh-
rers angeordnet hat;

dass eine ordentliche Wegweisungsverfügung automatisch erlassen wird, wenn einer Ausländerin 
oder einem Ausländer eine Bewilligung verweigert oder nach bewilligtem Aufenthalt widerrufen oder 
nicht verlängert wird (Art. 64 Abs. 1 Bst. c AIG);

dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz 
zurückgewiesen wird;

dass demnach mit dem Entscheid über die Aufenthaltsbewilligung bzw. den Familiennachzug auch 
über die Wegweisung zu entscheiden sein wird;

dass angesichts des Ausgangs des Verfahrens keine Gerichtskosten erhoben werden (Art. 131 und 
133 VRG);

dass die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Kosten als Erfolg gilt 
(BGE 133 V 450 E. 13; 132 V 215 E. 6.1) und damit der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Partei-
entschädigung hat (Art. 137 VRG);

dass die Parteientschädigung gemäss Art. 11 Abs. 2 und 3 Bst. b des kantonalen Tarifs vom 
17. Dezember 1991 der Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz (TarifVJ; 
SGF 150.12) zu Lasten des Staates Freiburg pauschal festgelegt wird;

dass vorliegend eine Entschädigung von CHF 1'615.50 angemessen erscheint (6 Stunden à 
CHF 250.-, zzgl. MwSt zu 7.7 % ausmachend CHF 115.50);

dass aufgrund dieses Verfahrensausgangs das Gesuch (601 2023 94) des Beschwerdeführers um 
unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos abgeschrieben werden kann;

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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erkennt der Hof:

I. Die Beschwerde (601 2023 77) wird gutgeheissen und der Entscheid der Vorinstanz vom 
19. Mai 2023 aufgehoben. 

Die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur weiteren Prüfung und neuer Verfügung an die 
Vorinstanz zurückgewiesen. 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. A.________ wird zu Lasten des Staates Freiburg eine Parteientschädigung in der Höhe von 
CHF 1'615.50 (inkl. MwSt. zu 7.7 % ausmachend CHF 115.50) zugesprochen. Der Betrag ist 
unmittelbar Rechtsanwalt Theo Studer geschuldet.

IV. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (601 2023 94) wird als gegen-
standslos abgeschrieben.

V. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. 

Gegen die Festsetzung der Höhe der Parteientschädigung ist innert 30 Tagen die Einsprache an die 
Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird 
(Art. 148 VRG).

Freiburg, 6. November 2023/asc

Die Präsidentin Die Gerichtsschreiberin