# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d283e7bc-c4d5-5731-8bef-82d4d0db5c76
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-20
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 20.09.2018 16870
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_16870_2018-09-20.pdf

## Full Text

GERICHTE     OBERGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

  Urteil Bundesgericht 5A_133/2019 vom 20. Juli 2019; Abweisung 

ZA 18 1   

 

Entscheid vom 20. September 2018 

Zivilabteilung 

 

 

Besetzung Obergerichtsvizepräsidentin Babara Brodmann, Vorsitz, 

 Oberrichterin Franziska Ledergerber Kilchmann, 

 Oberrichter Franz Odermatt,  

 Oberrichter Albert Odermatt, 

 Oberrichter Peter Epper,  

 Gerichtsschreiber Marius Tongendorff. 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.___ (Konkursmasse im Konkurs Nr. xxx), 

vertreten durch das Betreibungs- und Konkursamt Nidwalden,  

Postfach 1243, Engelbergstrasse 34, 6371 Stans,  

vertreten durch lic. iur. Dominik Gasser, Rechtsanwalt,  

LGP Luginbühl Gasser + Partner,  

Länggassstrasse 7, Postfach, 3001 Bern, 

Berufungsklägerin, 

 

 

gegen 

 

 

Kanton St. Gallen, 

handelnd durch das Sicherheits- und Justizdepartement, 

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen, 

vertreten durch Dr. iur. Stephan Thurnherr, Rechtsanwalt, 

rohner thurnherr wiget & partner rechtsanwälte,  

Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen, 

Berufungsbeklagter. 

 

 

 

Gegenstand Aussonderungsklage 

 Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilabteilung/ 

Kollegialgericht, vom 28. April 2017 (ZK 16 1).  

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Sachverhalt: 

A. 

Die Staatsanwaltschaft St. Gallen führte gegen B.___ sel. und seine Lebensgefährtin A.___ 

ein Strafverfahren wegen Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung, Veruntreu-

ung und Geldwäscherei durch, in dessen Rahmen sie mit Verfügung vom 28. Juni 2005 die 

Eigentumswohnung, Grundstück (GS) Nr. Syyy, Grundbuch (GB) Stansstad, einschliesslich 

zweier Schuldbriefe (Nrn. aaa [im 9. Rang] und bbb [im 10. Rang], je über Fr. 100‘000.–) be-

schlagnahmte. Eigentümerin des GS Nr. Syyy, GB Stansstad, war zu diesem Zeitpunkt A.___.  

Mit Urteil vom 13. Dezember 2007 erkannte das Kreisgericht St. Gallen, dass das beschlag-

nahmte GS Nr. Saaa, GB Stansstad, einschliesslich der Schuldbriefe einzuziehen und (mits-

amt einer hier nicht weiter zu interessierenden Eigentumswohnung im Königreich Spanien) zu 

verwerten sei, da diese Eigentumswohnung mittels deliktisch erlangtem Geld gekauft worden 

war. A.___ wurde zufolge Verjährung vollumfänglich freigesprochen. B.__, der am 27. Oktober 

2008 in Stansstad versterben wird, wurde wegen mehrfacher Gläubigerschädigung durch Ver-

mögensverminderung und mehrfacher Veruntreuung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 

15 Monaten und zu einer Busse von Fr. 10‘000.– verurteilt, vom Vorwurf der Geldwäscherei 

hingegen freigesprochen.  

Am 11. Mai 2009 eröffnete das Konkursamt Nidwalden den Konkurs über A.___. Am darauf-

folgenden Tag, dem 12. Mai 2009, liess das Konkursamt das Rubrikkonto Nr. xxx bei der 

Nidwaldner Kantonalbank eröffnen, das ausschliesslich der Abwicklung des Konkurses A.___ 

diente. Über dieses Konto wurden sämtliche Banktransaktionen durchgeführt, die die besagte 

Konkursabwicklung betrafen (und nicht alleine diejenigen im Rahmen der Verwertung des GS 

Nr. Syyy, GB Stansstad; hierzu sogleich, lit. C). 

Mit Urteil vom 14. Dezember 2009 stellte das Kantonsgericht St. Gallen als Berufungsinstanz 

das Strafverfahren gegen B.___ sel. infolge Todes ein, bestätigte den Freispruch von A.___, 

zog das GS Nr. Syyy, GB Stansstad, ein und ordnete dessen Verwertung an. Besagtes Urteil 

erwuchs in Rechtskraft.  

 

  

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B. 

Mit Schreiben vom 31. Dezember 2009 teilte die Staatsanwaltschaft St. Gallen dem Kon-

kursamt Nidwalden mit, dass die Verwertung des GS Nr. Syyy, GB Stansstad, zweckmässi-

gerweise über dieses erfolgen solle, insofern das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen rechts-

kräftig werden sollte. Dabei seien die beiden Schuldbriefe vorgängig im Grundbuch zu löschen 

und der Verwertungserlös sei, abzüglich vorgehender Grundpfandrechte und der Verwer-

tungskosten, der Staatskasse St. Gallen zuzuführen.  

 

C. 

Am 4. Mai 2011 verwertete das Konkursamt Nidwalden das GS Nr. Syyy, GB Stansstad, mit 

einem Bruttoerlös einschliesslich Zinsertrag von Fr. 915‘437.65. Abzüglich Gebühren und Aus-

lagen des Konkursamtes sowie Dividendenzahlungen für vertragliche Grundpfandrechte (an 

die Credit Suisse AG [Fr. 229‘962.70] und die Staatsanwaltschaft St. Gallen [Fr. 226‘750.–; 

Valuta 11. Juli 2011]) verblieb ein Betrag von Fr. 418‘726.65. Dieser Betrag stellt vorliegend 

den Streitwert dar.  

 

D. 

Am 27. Oktober 2011 wurde das Rubrikkonto Nr. xxx saldiert und der verbliebene Betrag von 

Fr. 569‘738.02 auf das allgemeine Bank-Konkurskonto Nr. zzz überwiesen. Dieses allgemeine 

Konkurskonto lautet auf das Konkursamt Nidwalden, steht aber im Eigentum des Kantons 

Nidwalden. Es dient der Abwicklung von Konkursen und beinhaltet die Vermögen unterschied-

licher Konkursmassen. Zwecks Konkursabwicklung A.___ wurden von diesem allgemeinen 

Konkurskonto am 20. März und 2. November 2012 diverse Abschlagszahlungen vorgenom-

men, womit zum Stichtag 2. November 2012 zur Abwicklung des Konkurses A.___ noch 

Fr. 150‘104.07 zur Verfügung standen (ausführlich Buchhaltungsabrechnung).  

 

E. 

Mit Schreiben vom 22. November 2012 beantragte der Berufungsbeklagte beim Konkursamt 

Nidwalden die Aussonderung des Steigerungserlöses des GS Nr. Syyy, GB Stansstad. Wäh-

rend dieses Zeitraums war vor dem Kantonsgericht St. Gallen ein Verfahren pendent, das die 

Witwe eines Privatklägers aus dem strafrechtlichen Berufungsverfahrens (oben, lit. A) ange-

strengt hatte und worin sie verlangte, dass ebendieser Betrag von Fr. 418‘726.65 zu ihren 

Gunsten zu verwendet sei. Dieses Ansinnen wurde mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen 

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vom 10. September 2013 abgewiesen; die hiergegen gerichtete Bundesgerichtsbeschwerde 

bliebt erfolglos (Urteil 6B_1126/2013 vom 21. Juli 2014). 

Am 31. Dezember 2013 standen gemäss Buchhaltungsabrechnung zur Abwicklung des Kon-

kurses A.___ noch Fr. 150‘009.87 zur Verfügung.  

 

F. 

Mit Schreiben vom 2. Dezember 2015 beantragte der Berufungsbeklagte beim Konkursamt 

Nidwalden die Aussonderung des Steigerungserlöses des GS Nr. Syyy, GB Stansstad.  

Mit Verfügung in Briefform vom 9. Dezember 2015 wies das Konkursamt das Aussonderungs-

begehren des Berufungsbeklagten gemäss Art. 242 SchKG (SR 281.1) betreffend den geltend 

gemachten Resterlös aus der Verwertung des GS Nr. Syyy, GB Stansstad, im Umfang von 

Fr. 418‘726.65, vollumfänglich ab (Ziff. 1). Weiter setzte das Konkursamt dem Berufungsbe-

klagten eine Frist von 20 Tagen, um seinen Aussonderungsanspruch beim Kantonsgericht 

Nidwalden gerichtlich geltend zu machen (Ziff. 2), widrigenfalls der geltend gemachte An-

spruch verwirke (Ziff. 3). 

 

G. 

Mit Klage vom 28. Dezember 2015 stellte der Berufungsbeklagte (als damaliger Kläger) beim 

Kantonsgericht Nidwalden folgende Rechtsbegehren, die durch die Replik vom 31. Mai 2016 

leicht verändert wurden:  

 «Die beiliegende Verfügung des Betreibungs- und Konkursamtes Nidwalden vom 9. Dezember 2015 sei auf-

zuheben. Es sei festzustellen, dass der Verwertungserlös aus der Verwertung des Grundstückes Nr. Syyy 

GB Stansstad CHF 418‘726.65 beträgt und die Beklagte sei zu verpflichten, diesen Betrag dem Kläger zu 

bezahlen, eventualiter herauszugeben;  

   alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.» 

Die Berufungsklägerin (als damalige Beklagte) beantragte die kostenfällige Klageabweisung. 

Auf die Einholung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet.  

Am 12. September 2016 standen gemäss Buchhaltungsabrechnung zur Abwicklung des Kon-

kurses A.___ noch Fr. 131‘396.72 zur Verfügung.  

 

H. 

Mit Urteil ZK 16 1 vom 28. April 2017 erkannte das Kantonsgericht Nidwalden, Zivilabteilung/ 

Kollegialgericht: 

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«1. Es wird festgestellt, dass ein Aussonderungsanspruch des Klägers im Konkurs Nr. xxx des Konkursam-

tes Nidwalden über die Schuldnerin A.___ am Verwertungserlös aus der Verwertung des Grundstückes 

Nr. Syyy, GB Stansstad, von Fr. 418‘726.65 besteht und demzufolge dieser Verwertungserlös aus dem 

Konkursbeschlag entlassen wird.  

  2. Die Gerichtskosten für das begründete Urteil betragen Fr. 11‘000.00 (inkl. Auslagen) und gehen aus-

gangsgemäss zu Lasten der Beklagten.  

 Die Beklagte wird verpflichtet, der Gerichtskasse Nidwalden die Gerichtskosten von Fr. 11‘000.00 zu 

bezahlen. 

  3. Die Beklagte hat dem Kläger an seine Parteikosten den richterlich genehmigten Betrag von 

Fr. 38‘559.00 (Honorar Fr. 35‘500.00, Auslagen Fr. 202.80, Mehrwertsteuer Fr. 2‘856.20) zu bezahlen.  

 [4. Zustellung dieses Urteils erfolgt an: …]» 

Das Dispositiv wurde am 31. Mai 2017 und der begründete Entscheid am 15. November 2017 

versandt.  

Am 19. Dezember 2017 standen gemäss Buchhaltungsabrechnung zur Abwicklung des Kon-

kurses A.___ noch Fr. 115‘759.52 zur Verfügung.  

 

I. 

Mit Berufung vom 4. Januar 2018 stellte die Berufungsklägerin folgende Rechtsbegehren: 

 «Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Klage vom 28.12.2015 sei abzuweisen. 

   Eventualiter: Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurück-

zuweisen.  

  – unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Berufungsbeklagten –» 

Die Berufungsklägerin zahlte den Gerichtskostenvorschuss über Fr. 7‘000.– fristgerecht ein.  

 

J. 

Mit Berufungsantwort vom 1. März 2018 stellte der Berufungsbeklagte folgende Rechtsbegeh-

ren:  

«1. Die Berufung vom 4. Januar 2018 sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.  

  2. Eventualiter: Die Berufung sei im Umfang von CHF 150‘009.87, subeventualiter CHF 115‘795.52, abzu-

weisen und festzustellen, dass im Umfang dieser Beträge ein Aussonderungsanspruch des Berufungs-

beklagten besteht und dass dieser Verwertungserlös entsprechend aus dem Konkursbeschlag entlas-

sen und herauszugeben ist;  

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsklägerin.» 

 

  

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K. 

Mit Gesuch um superprovisorische Massnahmen vom 8. März 2018 beantragte der Berufungs-

beklagte, die Nidwaldner Kantonalbank sei superprovisorisch anzuweisen, das Konto Nr. zzz, 

lautend auf das Konkursamt Nidwalden, im Umfang von Fr. 418‘726.65 zu sperren. Mit Verfü-

gung vom 13. März 2018 wurde dem Gesuch einstweilen entsprochen (Verfahren P 18 9). Mit 

Stellungnahme vom 21. März 2018 beantragte die Berufungsklägerin die vollumfängliche, kos-

tenfällige Abweisung des Gesuchs. Mit Verfügung vom 27. März 2018 wurde das Gesuch um 

Erlass vorsorglicher Massnahmen abgewiesen, die Teilsperrung des Kontos Nr. zzz aufgeho-

ben und die Kosten- und Entschädigungsfolgen auf die Hauptsache verlegt.  

 

L. 

Mit Replik vom 17. April 2018 und Duplik vom 13. Juni 2018 hielten die Parteien im Wesentli-

chen an ihren Anträgen und Begründungen fest.  

 

M. 

Das Obergericht Nidwalden, Zivilabteilung, beriet die Streitsache anlässlich seiner Sitzung 

vom 20. September 2018 in Abwesenheit der Parteien. Auf die Parteivorbringen wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

 

Erwägungen: 

1.   Formelles 

1.1   Eintretensvoraussetzungen 

Angefochten ist das Urteil ZK 16 1 des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilabteilung/Kollegial-

gericht, vom 28. April 2017 betreffend Aussonderungsklage. Gegen erstinstanzliche Endent-

scheide ist das Rechtsmittel der Berufung zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO [SR 272]; 

Art. 309 und 319 ZPO e contrario), sofern der Streitwert über Fr. 10ʻ000.– liegt (Art. 308 Abs. 2 

ZPO). Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1, erster Satz 

ZPO) und liegt unbestrittenermassen bei Fr. 418‘726.65. Das Rechtsmittel der Berufung ist 

somit zulässig.  

7 von 26 

 

Berufungsinstanz gegen Urteile des Kantonsgerichts Nidwalden ist das Obergericht Nidwal-

den, Zivilabteilung (Art. 27 GerG [NG 261.1]), das in Fünferbesetzung entscheidet (Art. 22 

Ziff. 3 GerG). Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Obergerichts ist somit gegeben. 

Zur Berufung ist berechtigt, wer als Haupt- oder Nebenpartei am Verfahren beteiligt war, das 

zum angefochtenen Entscheid geführt hat (formelle Beschwer), und überdies durch den ange-

fochtenen Entscheid unmittelbar betroffen ist und ein Rechtsschutzinteresse an dessen Auf-

hebung oder Abänderung hat (materielle Beschwer; vgl. PETER REETZ, in: Sutter-Somm/Ha-

senböhler/Leuenberger, ZPO Kommentar, 3. A. 2016, N 30 ff. zu den Vorbem. zu Art. 308–

318 ZPO). Die Berufungsklägerin nahm am vorinstanzlichen Verfahren teil und ist durch die 

im angefochtenen Urteil angeordneten Folgen hinlänglich berührt. Sie ist somit zur Berufung 

berechtigt. 

Die Berufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids schriftlich und 

begründet einzureichen (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Die Berufung vom 4. Januar 2018 wurde 

fristgerecht eingereicht (Versand des vorinstanzlichen, begründeten Entscheids am 15. No-

vember 2017, Empfang am 20. November 2017, Ablauf der Frist einschliesslich Gerichtsferien 

[Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO] am 5. Januar 2018) und entspricht den Formanforderungen.  

Auf die Berufung ist demnach einzutreten.  

 

1.2   Kognition 

Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Der Begriff der Rechtsanwendung 

(lit. a) ist aufgrund der freien und nicht an eine Rügepflicht des Berufungsklägers anknüpfen-

den Kognition der Rechtsmittelinstanz als umfassend zu verstehen und beinhaltet sämtliche 

generell-abstrakten, staatlichen Normen. Die Ermessenskontrolle bezieht sich auf die Frage 

nach der korrekten Handhabung von Art. 4 ZGB (SR 210) und wird gelegentlich auch als 

Rechtsfolgeermessen bezeichnet (im Unterschied zum Tatbestandsermessen, das zur Fest-

stellung des Sachverhalts gehört). Diese Überprüfung erfolgt zwar grundsätzlich frei. Indessen 

bedeutet die Einschränkung der Kognition auf unrichtige Rechtsanwendung, dass die Rechts-

mittelinstanz nicht einfach ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz set-

zen kann (ausführlich MARTIN H. STERCHI, in: Berner Kommentar ZPO, 2012, N 6, 8 f. zu 

Art. 310 ZPO; KURT BLICKENSTORFER, in: Brunner/Gasser/Schwander, ZPO Kommentar, 2. A. 

2016, N 8 ff. zu Art. 310 ZPO).  

8 von 26 

 

1.3   Rechtliches Gehör; Replikrecht 

1.3.1   Parteivorbringen  

Die Berufungsklägerin rügt, dass die Vorinstanz ihr den gegnerischen, schriftlichen Schluss-

vortrag erst zusammen mit dem schriftlichen Entscheiddispositiv zur Kenntnis gebracht habe. 

Ihr sei dadurch verunmöglicht worden, zu den neuen rechtlichen Vorbringen des Berufungs-

beklagten Stellung zu nehmen. Damit habe die Vorinstanz das Replikrecht verletzt.  

Dem entgegnet der Berufungsbeklagte, dass es zwar zutreffe, dass die jeweiligen Schlussvor-

träge der Gegenpartei vor der Urteilsfällung nicht zur Kenntnis gebracht worden seien. Da 

insbesondere Rechtsfragen offen seien und das Obergericht diesbezüglich mit voller Kognition 

entscheide, sei der Mangel jedoch heilbar. Eine Rückweisung an die Vorinstanz wäre ein ein-

ziger Leerlauf, zumal die Berufungsklägerin in der Berufung nichts Neues vortrage.  

 

1.3.2   Rechtsgrundlagen 

Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV [SR 101]; Art. 53 Abs. 1 

ZPO). Der Gehörsanspruch verleiht den Parteien das Recht, sich (mindestens schriftlich) vor 

Erlass des Entscheides zu sämtlichen entscheidrelevanten Sachfragen und Beweisergebnis-

sen zu äussern und ihre Sichtweise in das Verfahren einzubringen. Der Gerichtsentscheid darf 

nur solche Tatsachen und Beweisergebnisse berücksichtigen, zu denen die Parteien Stellung 

nehmen konnten. Aus dem Anspruch auf vorgängige Äusserung folgt das Replikrecht. Durch 

dieses haben die Parteien einen bedingungslosen Anspruch auf Zustellung und Stellung-

nahme zu eingegangenen Beweiseingaben, Äusserungen und Vernehmlassungen der übri-

gen Verfahrensparteien, unteren Instanzen und weiteren Stellen. Dabei ist es unerheblich, ob 

eine Eingabe neue Tatsachen oder Argumente enthält und ob sie das Gericht tatsächlich zu 

beeinflussen vermag. Einer Partei darf somit die Möglichkeit zur Replik nicht mit der Begrün-

dung genommen werden, eine neu eingereichte Stellungnahme enthalte keine neuen oder 

wesentlichen Vorbringen, welche einer Entgegnung bedürfen (CHRISTOPH HURNI, in: Berner 

Kommentar ZPO, 2012, N 37 und 39 f. zu Art. 53 ZPO).  

Der Gehörsanspruch ist formeller Natur. Bei Verweigerung des rechtlichen Gehörs leidet der 

Entscheid an einem schweren Mangel, der ungeachtet der materiellen Begründetheit des 

Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheids führt. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann 

jedoch ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei 

überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des 

9 von 26 

 

Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Gehörsverletzung von einer Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalisti-

schen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führte, die mit dem Interesse des Be-

troffenen an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre (MYRIAM 

A. GEHRI, in: Basler Kommentar ZPO, 3. A. 2017, N 33 f. zu Art. 53 ZPO; HURNI, a.a.O., N 82 f. 

zu Art. 53 ZPO).  

 

1.3.3   Würdigung 

Die Vorinstanz lud die Parteien ein, auf eine mündliche Parteiverhandlung zu verzichten, womit 

sich diese unter dem Vorbehalt einverstanden erklärten, einen schriftlichen Schlussvortrag 

einreichen zu können. Die Vorinstanz gewährte den Parteien die Möglichkeit zum schriftlichen 

Schlussvortrag, stellte die Vorträge der Gegenpartei jedoch nicht mit der Möglichkeit zu repli-

zieren zu. Die Vorinstanz legte die schriftlichen Schlussvorträge lediglich dem gefällten Urteil 

bei, womit sie den Parteien die Möglichkeit verwehrte, vor Entscheidfällung zu den Vorbringen 

der jeweiligen Gegenpartei Stellung zu nehmen. Damit hat die Vorinstanz deren unbedingten 

Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, womit ihr Entscheid grundsätzlich bereits deswegen 

aufzuheben wäre.  

Eine Heilung im Rechtsmittelverfahren ist nur mit grosser Zurückhaltung anzunehmen. Im vor-

liegenden Fall sind vornehmlich Rechtsfragen strittig, die das Obergericht mit voller Kognition 

überprüfen kann. Die Parteien konnten im vorliegenden Berufungsverfahren zu sämtlichen 

Vorbringen ausführlich Stellung nehmen. Eine Rückweisung zur Vorinstanz zwecks Klärung 

der Rechtsfragen brächte keinen Mehrwert, sondern hätte lediglich unnötigen Leerlauf zur 

Folge, die mit dem Interesse der Parteien an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht 

zu vereinbaren wären. Die Gehörsverletzung kann somit im vorliegenden Berufungsverfahren 

geheilt werden.  

 

1.3.4   Zwischenfazit 

Die Vorinstanz verletzte das rechtliche Gehör der Berufungsklägerin, die Gehörsverletzung 

kann jedoch, ausnahmsweise, als geheilt betrachtet werden.  

 

1.4   Eventualbegehren des Berufungsbeklagten 

Der Berufungsbeklagte stellt im Berufungsverfahren einen Eventual- und einen Subeventual-

begehren für den Fall, dass die Berufung teilweise gutgeheissen würde. Die Berufungsklägerin 

10 von 26 

 

wirft dem Berufungsbeklagten vor, durch das Stellen neuer Eventualanträge eine unzulässige 

Klageänderung vorgenommen zu haben, was dieser bestreitet.  

Eine Klageänderung ist im Berufungsverfahren nur noch zulässig, wenn kumulativ die Voraus-

setzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind und sie auf neue Tatsachen oder Beweis-

mittel beruht (Art. 317 Abs. 2 ZPO). Demnach ist eine Klageänderung zulässig, wenn der ge-

änderte oder neue Anspruch nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und er entweder 

mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht oder aber die Gegen-

partei zustimmt. Eine Beschränkung der Klage ist jederzeit zulässig (Art. 227 Abs. 3 ZPO). 

Eine Klageänderung ist eine Änderung des Streitgegenstandes. Sie kann in einer Änderung 

der Rechtsbegehren und/oder des ihm zugrundeliegenden Lebenssachverhalts bestehen. 

Auch neue, zusätzliche Rechtsbegehren sind eine Klageänderung, nicht jedoch die blosse 

Änderung der rechtlichen Argumentation. Eine Klageänderung steht nicht im Belieben der Par-

teien (DOMINIK GASSER/BRIGITTE RICKLI, ZPO Kurzkommentar, 2. A. 2014, N 1 f. zu Art. 227 

ZPO). Demgegenüber ist die Beschränkung einer rechtshängigen Klage jederzeit und voraus-

setzungslos zulässig, wobei die örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts 

erhalten bleibt. Die Klagebeschränkung regelt ausschliesslich ein Weniger gegenüber der ur-

sprünglichen Klage. Eine qualitative Klagebeschränkung liegt beim Rückzug einzelner Begeh-

ren vor, eine quantitative erfolgt durch Reduktion des Leistungsbegehrens, sei es zeitlich (An-

spruchsdauer) oder v.a. ziffernmässig (Anspruchssumme; DANIEL WILLISEGGER, in: Basler 

Kommentar ZPO, a.a.O., N 47 ff. zu Art. 227 ZPO). 

Beim berufungsbeklagtischen Eventualbegehren handelt es sich um ein (sub-) eventualiter 

beantragtes Weniger, mithin um eine quantitative Beschränkung des Leistungsbegehrens. Der 

Streitgegenstand, die Prozessparteien, die Verfahrensart und der Gerichtsstand bleiben iden-

tisch. Das Eventualbegehren stellt somit keine Klageänderung dar, sondern eine (sub-) even-

tualiter beantragte Klagebeschränkung, die zulässig ist. Das berufungsbeklagtische Eventual-

begehren ist auch unter dem Aspekt des Dispositionsgrundsatzes erlaubt, wonach der Beru-

fungsbeklagte für den Fall eines teilweisen Unterliegens gewisse Beträge anerkennt (vgl. 

Art. 58 Abs. 1 ZPO).  

Das berufungsbeklagtische Eventualbegehren ist somit zulässig.  

 

2.   Vorinstanzliches Dispositiv; Dispositionsgrundsatz 

2.1  Parteivorbringen 

Die Berufungsklägerin rügt, die Vorinstanz habe den Dispositionsgrundsatz verletzt, indem sie 

das behauptete Aussonderungsrecht bloss festgestellt habe. Die Aussonderungsklage sei 

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eine Leistungsklage, weswegen ein blosses Feststellungsurteil rechtsfehlerhaft sei. Wenn die 

Vorinstanz annehme, dass der Entscheid nicht auf Herausgabe lauten könne, hätte sie die 

Klage konsequenterweise abweisen müssen.  

Dem entgegnet der Berufungsbeklagte, dass die Berufungsklägerin Wortklauberei betreibe. 

Der Berufungsbeklagte habe eine Feststellung des Verwertungserlöses und dessen Bezah-

lung bzw. Herausgabe verlangt. Die Vorinstanz habe den Verwertungserlös antragsgemäss 

festgestellt und angeordnet, dass dieser aus dem Konkursbeschlag zu entlassen sei. Diese 

Formulierung könne ja wohl nichts anderes als dem Herausgabeantrag des Berufungsbeklag-

ten ähnlich bezeichnet werden.  

 

2.2  Rechtsgrundlagen 

Mit einer Leistungsklage verlangt der Kläger die Verurteilung des Beklagten zu einem be-

stimmten Tun, Dulden oder Unterlassen (Art. 84 Abs. 1 ZPO). Mit der Gestaltungsklage ver-

langt der Kläger die Begründung, Änderung oder Aufhebung eines bestimmten Rechts oder 

Rechtsverhältnisses (Art. 87 ZPO). Mit einer Feststellungsklage verlangt der Kläger die ge-

richtliche Feststellung, dass ein Recht oder Rechtsverhältnis besteht oder nicht besteht 

(Art. 88 ZPO). Ein Feststellungsinteresse wird nur bejaht, wenn für die klagende Partei eine 

Unsicherheit über ein Rechtsverhältnis besteht, diese Unsicherheit unzumutbar ist, und es zu-

dem unmöglich ist, die Unsicherheit durch einen anderen Rechtsbehelf zu beheben. Insofern 

ist die Feststellungsklage subsidiär zur Leistungsklage (GASSER/RICKLI, a.a.O., N 2 zu Art. 88 

ZPO). 

Der Dispositionsgrundsatz besagt, dass das Gericht einer Partei nicht mehr und nichts ande-

res zusprechen darf, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat 

(Art. 58 Abs. 1 ZPO). Dadurch ist ein Gericht in Verfahren, die nicht vom Offizialgrundsatz 

beherrscht werden (Art. 58 Abs. 2 ZPO), an die Parteianträge gebunden. Wenn ein Kläger 

somit ein Leistungsbegehren stellt, hat das Gericht dieses zu beurteilen, d.h. es entweder gut-

zuheissen oder (teilweise) abzuweisen. 

Das Urteilsdispositiv bringt in knapper Formulierung das Ergebnis des Entscheids zum Aus-

druck und hält damit die im streitigen Fall eingetretenen oder anzuwendenden Rechtsfolgen 

fest. Das Dispositiv muss alle gestellten Anträge erledigen, indem es sich über die Begründet-

heit oder Unbegründetheit von Klage und allfälliger Widerklage ausspricht. Grundsätzlich er-

wächst nur das Dispositiv in materielle Rechtskraft. Die Entscheidgründe können allerdings für 

dessen Auslegung und die Bestimmung seines Umfangs massgeblich sein. Das Dispositiv 

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muss klar wiedergeben, was dem Kläger zugesprochen wird und damit Gegenstand der Voll-

streckung bildet; bei Fehlen einer klaren Zahlungsverpflichtung kann gestützt auf ein solches 

Urteil keine definitive Rechtsöffnung erteilt werden. Bei Gutheissung einer Leistungsklage hat 

das Dispositiv den Befehl an den Beklagten zu einem Tun oder Unterlassen zu beinhalten, bei 

Gutheissung einer Feststellungsklage die Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens 

des strittigen Rechts oder Rechtsverhältnisses (LAURENT KILLIAS, in: Berner Kommentar ZPO, 

a.a.O., N 9–13 zu Art. 238 ZPO). 

 

2.3  Würdigung 

Der Berufungsbeklagte stellte in seiner Klage drei Begehren: Ein kassatorisches Begehren 

(Aufhebung der Verfügung des Konkursamtes), ein Feststellungsbegehren (summenmässiger 

Betrag des Verwertungserlöses) und ein Leistungsbegehren (Auszahlung dieses Betrages an 

den Berufungsbeklagten). Das vorinstanzliche Dispositiv (dortige Ziff. 1) hingegen besteht aus 

drei Feststellungen (Bestehen eines Aussonderungsanspruchs; summenmässiger Betrag des 

Verwertungserlöses; Entlassung des Verwertungserlöses aus dem Konkursbeschlag).  

Die Vorinstanz behandelte das kassatorische Rechtsbegehren (Aufhebung der Verfügung des 

Konkursamtes) in ihrem Urteilsdispositiv nicht ausdrücklich und hob die angefochtene Verfü-

gung nicht formell auf. Nur aus dem Inhalt der Dispositiv-Ziff. 1, der dem Dispositiv der kon-

kursamtlichen Verfügung widerspricht, lässt sich sinngemäss erahnen, dass die angefochtene 

Verfügung aufgehoben sein müsste. In der fehlenden Klarheit des vorinstanzlichen Dispositi-

ves hinsichtlich des kassatorischen Rechtsbegehrens lässt sich bereits ein erster Mangel am 

vorinstanzlichen Entscheid erkennen.  

Die Vorinstanz erwähnt im Dispositiv den eigentlichen Kern der damaligen Klage, das Leis-

tungsbegehren (Auszahlung des Betrages an den Berufungsbeklagten), überhaupt nicht. We-

der heisst sie die Leistungsklage im Dispositiv gut noch weist sie diese ab. Die Vorinstanz 

befindet lediglich, dass der Verwertungserlös von Fr. 418‘726.65 aus dem Konkursbeschlag 

zu entlassen sei, ohne jedoch zu entscheiden, was nun mit dem Verwertungserlös zu gesche-

hen habe. Selbst in den Erwägungen (etwa E. 8 S. 32) steht lediglich, dass ein Aussonde-

rungsanspruch bestehe und der Verwertungserlös von Fr. 418‘726.65 aus dem Konkursbe-

schlag zu entlassen sei. Gleichzeitig führt die Vorinstanz aus, dass der Berufungsbeklagte 

«die Bezahlung eines Betrages aus dem Erlös», d.h. eine Leistung, von Fr. 418‘726.65 ein-

klagt habe (E. 1.2 S. 8). An anderer Stelle führt die Vorinstanz aus, dass «der Entscheid nicht 

auf Herausgabe des Verwertungserlöses lauten kann» (E. 7 S. 31), womit ein Leistungsurteil 

nicht möglich wäre. Wenn ein Leistungsurteil indes nicht möglich ist, hätte die Vorinstanz die 

13 von 26 

 

damalige Klage teilweise gutheissen (Feststellungsbegehren) und im Übrigen abweisen müs-

sen (Leistungsbegehren). Die Klage wird indes weder teilweise noch gänzlich abgewiesen. 

Urteilsbegründung und Urteilsdispositiv stehen somit in einem inneren, nicht auflösbaren Wi-

derspruch. Wenn ein Entscheid an einem inneren, nicht auflösbaren Widerspruch leidet, kann 

dies Willkür in der Rechtsanwendung darstellen (Art. 9 BV; hierzu ULRICH HÄFELIN/WALTER 

HALLER/HELEN KELLER/DANIELA THURNHERR, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 9. A. 2016, 

Rz. 812). Wenn die Vorinstanz zudem bei einer Leistungsklage ein reines Feststellungsurteil 

fällt, spricht sie dem Berufungsbeklagten als damaligen Kläger nicht das zu, was er verlangte, 

sondern etwas anderes, was er nicht verlangte. Damit verletzt die Vorinstanz den Dispositi-

onsgrundsatz (Art. 58 Abs. 1 ZPO).  

Dem Berufungsbeklagten ist nicht zuzustimmen, wenn er dies als reine «Wortklauberei» be-

zeichnet und meint, dass die Formulierung im Entscheiddispositiv «ja wohl nichts anderes als 

dem Herausgabeantrag des Klägers ‹ähnlich› bezeichnet werden» könne (Berufungsantwort, 

Rz. 20 S. 10). Dieser Auffassung widerspricht bereits die vorinstanzliche Ausführung, wonach 

«der Entscheid nicht auf Herausgabe des Verwertungserlöses lauten kann» (E. 7 S. 31). Über-

dies kann lediglich aus dem Umstand, dass ein Verwertungserlös aus dem Konkursbeschlag 

zu entlassen sei, nicht eo ipso geschlossen werden, dass mit dem Verwertungserlös nach der 

Entlassung irgendetwas zu geschehen habe und er namentlich irgendjemandem herauszuge-

ben sei. Ein Urteilsdispositiv, das bei Leistungsklagen auf Geld in Landesmünze einen defini-

tiven Rechtsöffnungstitel darstellt (vgl. Art. 80 Abs. 1 SchKG), muss eindeutig und aus sich 

selbst heraus verständlich und vollstreckbar sein. Der vorinstanzliche Entscheid verletzt somit 

nicht nur den Dispositionsgrundsatz, sondern er ist auch für eine Vollstreckung untauglich.  

 

2.4  Zwischenfazit 

Die Vorinstanz verletzte den Dispositionsgrundsatz, ihr Entscheid leidet an einem inneren, un-

auflöslichen Widerspruch und ihr Entscheiddispositiv ist mangelhaft und unklar.  

Der angefochtene Entscheid ist somit aufzuheben und die Berufung dem Grundsatze nach 

gutzuheissen.  

 

3.   Prozessbeteiligte, -thema; Schadenersatz  

Vorliegend steht eine Konkursmasse als Beklagte des vorinstanzlichen und Berufungsklägerin 

dieses Verfahrens dem Kanton St. Gallen als Kläger bzw. Berufungsbeklagten gegenüber. 

Nicht Partei ist das Konkursamt oder der Kanton Nidwalden. Die Konkursmasse steht zum 

14 von 26 

 

Konkursamt in einem Vertretungsverhältnis (vgl. das obige Rubrum); mithin besteht zwischen 

beiden keine ontische Realidentität.  

Gegenstand dieses Verfahrens bildet die Frage, ob der vom Berufungsbeklagten eingeklagte 

Betrag von Fr. 418‘726.65, eventualiter Fr. 150‘009.87, subeventualiter Fr. 115‘795.52, aus-

zusondern und ihm auszuhändigen ist oder nicht. Während der Berufungsbeklagte und die 

Vorinstanz diese Frage bejahen, verneint die als Berufungsklägerin auftretende Konkurs-

masse dies. Damit zumindest ein Betrag ausgesondert werden kann, muss er aussonderungs-

fähig sein (hierzu sogleich, E. 4).  

Nicht Gegenstand dieses Verfahren bildet indes die Frage, ob das Konkursamt dem Beru-

fungsbeklagten durch ein möglicherweise unsorgfältiges Handeln widerrechtlich Schaden zu-

gefügt haben könnte, denn die Konkursmasse, nicht das Konkursamt ist vorliegend beklagt. 

Demnach ist im vorliegenden Aussonderungsverfahren bedeutungslos, ob sich das Kon-

kursamt bösgläubig, treuwidrig oder rechtsmissbräuchlich verhalten haben mag oder nicht. 

Diese Fragestellung wäre gegebenenfalls in einem eigenständigen und von diesem Verfahren 

unabhängigen Staatshaftungsprozess zu besprechen (vgl. Art. 5 SchKG).  

 

4.   Aussonderungsfähigkeit; Vermischung 

4.1   Vorinstanzliche Erwägungen und Parteivorbringen 

Die Berufungsklägerin rügt, dass es vorliegend an einer Aussonderungsfähigkeit fehle. Spä-

testens durch die Saldierung des der Konkursabwicklung A.___ dienenden Rubrikkontos 

Nr. 129.590-228 und der Überweisung des verbliebenen Betrags von Fr. 569‘738.02 auf das 

allgemeine Bank-Konkurskonto Nr. zzz (vgl. hierzu oben, Sachverhalt lit. A und D) fehle es an 

einer hinlänglichen Individualisierung und Segregierung. Damit seien die Voraussetzungen für 

eine Aussonderung nicht gegeben. Zudem stünden infolge von Abschlagszahlungen sowie 

nach Abzug von Gebühren und Auslagen nicht mehr Fr. 418‘726.65 zur Verfügung, sondern 

nur noch Fr. 115‘759.52. Ob sich das Konkursamt rechtsmissbräuchlich oder bösgläubig ver-

halten habe, sei nicht in einem Aussonderungsverfahren, sondern in einem Staatshaftungs-

prozess zu prüfen. 

Die Vorinstanz führt aus, dass das Konkursamt zwar nicht mehr über den Gewahrsam am GS 

Nr. Syyy, GB Stansstad, verfüge, dafür jedoch eine Gegenleistung, ein Surrogat, erhalten 

habe. Das Bundesgericht spreche in BGE 122 III 436 ausdrücklich von «auszuscheidenden 

Vermögenswerten», womit das Surrogat ein auszuscheidender Vermögenswert sei. Das Bun-

desgericht habe «die Thematik der Vermischung mit keinem Wort erwähnt». Dies spreche 

dafür, dass die Thematik der Vermischung kein Problem darstelle und es somit nach Verkauf 

15 von 26 

 

der fremden Gegenstände nicht zu einer Vermischung komme, sondern die erhaltene Gegen-

leistung als Surrogat aus der Konkursmasse auszuscheiden sei. Das Bundesgericht zähle 

keine weiteren Bedingungen oder Ausnahmen auf, was darauf hindeute, dass eine Ausschei-

dung (recte: Aussonderung) ganz grundsätzlich zu erfolgen habe. Dies unabhängig davon, auf 

welches Konto der Erlös bzw. das Surrogat einbezahlt worden sei. Würde man die Vermi-

schung und als Konsequenz die fehlende Aussonderungsfähigkeit bejahen, würde dies zum 

stossenden Ergebnis führen, dass Konkursämter, welche den Verwertungserlös wissentlich 

nicht auf ein separates Konto einzahlten, den Verwertungserlös nicht aus der Konkursmasse 

aussondern müssten. Jene Konkursämter hingegen, die den Verwertungserlös auf einem se-

paraten Konto verbuchten, müssten den Erlös als Surrogat dem Eigentümer der veräusserten 

Gegenstände herausgeben. Es könne nicht angehen, dass sich ein Konkursamt der Ausson-

derung eines Gegenstandes widersetzen und diese umgehen könne, indem es sage, dieses 

könne infolge Vermischung nicht ausgesondert werden. Somit könne eine Konkursverwaltung 

jedes Mal, wenn es einen Gegenstand mit Drittansprache veräussere, den Erlös auf ein Konto 

überweisen, auf dem weitere Transaktionen getätigt würden, um so der Aussonderung zu ent-

gehen. Wollte man der Vermischungsthese der Berufungsklägerin folgen, wäre diese verpflich-

tet gewesen, den Verwertungserlös auf einem separaten Konto aufzubewahren. Sich nach 

vorbehaltlos durchgeführter Verwertung auf den Standpunkt zu stellen, der Verwertungserlös 

sei nicht aussonderbar, obwohl der Eigentumsanspruch des Berufungsklägers bereits vor der 

Verwertung bekannt gewesen sei, könne als rechtsmissbräuchliches Verhalten bezeichnet 

werden. 

Der Berufungsbeklagte stellt sich grundsätzlich auf einen ähnlichen Standpunkt wie die Vo-

rinstanz und ergänzt, dass ein Surrogat von Vornherein nicht vermischen könne. Sowohl der 

Berufungsbeklagte als auch die Vorinstanz führen als Untermauerung ihres Standpunktes vor-

nehmlich BGE 122 III 436 an, daneben BGE 108 III 119; 70 III 817; Bundesgerichtsurteil 

B.146/2002 vom 5. September 2002; schliesslich die analoge Anwendung von Art. 202 SchKG 

(mit Hinweisen auf LUKAS HANDSCHIN/DANIEL HUNKELER, in: Basler Kommentar SchKG, 2. A. 

2010, N 5 zu Art. 202 SchKG; CARL JAEGER, SchKG [Kommentar], Bd. II, 3. A. 1911, N 3 zu 

Art. 202 SchKG). 

 

4.2  Rechtsgrundlagen 

In sachenrechtlicher Hinsicht gilt bezüglich Geld der von Art. 727 ZGB abweichende Grund-

satz, dass derjenige, der fremdes Geld mit seinem eigenen vermischt, dessen Eigentümer 

wird. Dies gilt auch dann, wenn die Person, die das Geld mit eigenem vermischt, bösgläubig 

16 von 26 

 

ist, und ebenso unabhängig davon, ob der fremde Geldbetrag mengenmässig festgestellt wer-

den kann oder, ob der fremde Geldbetrag den eigenen übersteigt. Das Spezialitätsprinzip setzt 

für die Geltendmachung des Eigentumsanspruchs voraus, dass die angesprochenen Gegen-

stände individualisiert und damit konkret bestimmt werden können. Dies ist bei der Vermen-

gung von Geld regelmässig nicht möglich. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die Identität der 

vermischten Münzen oder Banknoten eindeutig festgestellt werden kann (z.B. ausländische 

Währung vermischt mit Landesmünze; Vermengung weniger Münzen mit zwei Tausenderno-

ten; auf Münzen angebrachte, besondere Markierung). Der Eigentümer des vermengten Gel-

des kann die von ihm beigetragene Menge nicht vindizieren, selbst wenn er zwar nicht die 

einzelnen Spezies, wohl aber die von ihm stammende Menge nachweisen kann, denn eine 

Partial- oder Geldwertvindikation ist dem ZGB fremd. Ebenfalls kann kein Miteigentum der 

Beteiligten entstehen. Dadurch würden unübersichtliche Rechtsverhältnisse entstehen, weil 

Geldbeträge in ihrer Höhe vielfach einer Bestandesänderung unterworfen sind, womit die Mit-

eigentumsanteile ständig änderten. Der Andere erhält im Gegenzug eine Forderung aus un-

gerechtfertigter Bereicherung, allenfalls aus anderen Rechtsgründen (JÖRG SCHMID/BETTINA 

HÜRLIMANN-KAUP, Sachenrecht, 5. A. 2017, Rz. 1130a; DIETER ZOBL, in: Zürcher Kommentar 

ZGB, 2. A. 1977, N 84 ff. zu Art. 727 ZGB; vgl. auch IVO SCHWANDER, in: Basler Kommentar 

ZGB, 5. A. 2015, N 6 zu Art. 727 ZGB; WOLFGANG ERNST, in: Ebd., N 3 zu 935 ZGB; alle mit 

Hinweisen). 

Im Rahmen eines Auftragsverhältnisses (Art. 394 ff. OR [SR 220]) ist es bisweilen schwierig 

festzustellen, wann Forderungen oder bewegliche Sachen genügend individualisiert sind, um 

es zum Objekt einer Aussonderung zu machen. Bei Geld gibt es jedoch wegen der Vermi-

schung mit dem Vermögen des Beauftragten grundsätzlich keine Aussonderung, es sei denn, 

dass das Geld des Auftraggebers vom Geld des Beauftragten ausreichend individualisiert und 

segregiert (getrennt) ist. Dabei werden strenge Anforderungen an die Bestimmtheit des Aus-

sonderungsguts gestellt. Dies ist nicht der Fall, wenn Geld auf das Postcheck- oder Bankkonto 

des Beauftragten überwiesen wird. Für eine Individualisierung spricht hingegen, wenn das 

Geld unmittelbar gesondert aufbewahrt wird oder wenn es auf ein für diesen Zweck bestimm-

tes Konto überwiesen wird, über welches der Beauftragte nicht beliebig verfügen kann. Keine 

genügende Individualisierung liegt jedoch vor, wenn das Geld zwar auf ein Sonderkonto fliesst, 

dort jedoch mit Geld mehrerer anderer Auftraggeber aufbewahrt wird. Ungenügend ist zudem 

die rein rechnerische bzw. bloss buchhalterische Ausscheidung der Gelder des Auftraggebers 

als Sonderkonto im Vermögen des Beauftragten (WALTER FELLMANN, in: Berner Kommentar 

Privatrecht, 1992, N 102, 106–108 und 111 zu Art. 401 OR; MARC RUSSENBERGER, in: Basler 

17 von 26 

 

Kommentar SchKG, a.a.O., N 21 zu Art. 242 SchKG; ROLF H. WEBER, in: Basler Kommentar 

OR, 6. A. 2015, N 13 f. zu Art. 401 OR).  

Zum Auftragsrecht Analoges gilt auch im Anwaltsrecht (Art. 12 lit. h BGFA [SR 935.61]; vgl. 

hierzu WALTER FELLMANN, in: Ders./Gaudenz G. Zindel, Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. A. 

2011, N 151 und 154 zu Art. 12 BGFA).  

Wenn ein Schuldner eine fremde Sache verkauft und zur Zeit der Konkurseröffnung den Kauf-

preis noch nicht erhalten hat, so kann der bisherige Eigentümer gegen Vergütung dessen, was 

der Schuldner darauf zu fordern hat, Abtretung der Forderung gegen den Käufer oder die Her-

ausgabe des inzwischen von der Konkursverwaltung eingezogenen Kaufpreises herausver-

langen (Art. 202 SchKG). Diese Bestimmung gilt für Käufe, die vor der Konkurseröffnung statt-

gefunden haben, und der Verkäufer den Kaufpreis zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung noch 

nicht erhalten hat. Gemäss HANDSCHIN und HUNKELER (a.a.O., N 5 zu Art. 202 SchKG) sei 

diese Bestimmung, wenn auch nur analog, auch anwendbar, wenn der Verkauf durch die Kon-

kursmasse nach Eröffnung, aber vor Abschluss des Konkursverfahrens stattgefunden habe. 

In diesem Fall trete der Erlös aus dem Verkauf an die Stelle der fremden Sache und werde 

Gegenstand des Aussonderungsverfahrens. HANDSCHIN und HUNKELER berufen sich hierfür 

auf JAEGER (a.a.O., N 3 zu Art. 202 SchKG).  

 

4.3  Würdigung 

4.3.1  Surrogatseigenschaft des Steigerungserlöses 

Unbestritten ist, dass der Steigerungserlös ein Surrogat des GS Nr. Syyy, GB Stansstad, dar-

stellt. Dieses Surrogat war womöglich genügend individualisiert und segregiert, solange es 

sich auf dem eigenständigen und nur der Berufungsklägerin dienenden Rubrikkonto Nr. yyy 

bei der Nidwaldner Kantonalbank befand (die Vermischungsfrage auf dem Rubrikkonto kann 

mit Blick auf unten, E. 4.3.4, offengelassen werden). Dieses Rubrikkonto wurde indes am 

27. Oktober 2011 saldiert und der verbliebene Betrag von Fr. 569‘738.02 auf das allgemeine 

Konkurskonto Nr. zzz, lautend auf das Konkursamt Nidwalden, aber im Eigentum des Kantons 

stehend, überwiesen.  

 

4.3.2  Höhe eines allfälligen Aussonderungsbetrags 

Zum Stichtag 19. Dezember 2017, d.h. unmittelbar vor Einreichung der Berufung, betrug die 

Konkursmasse (Berufungsklägerin) gemäss Buchhaltungsabrechnung noch Fr. 115‘759.52 

(oben, Sachverhalt lit. H). Dieser Umstand ist im Berufungsverfahren zu berücksichtigen 

(Art. 317 Abs. 1 ZPO). Der Differenzbetrag beläuft sich somit auf Fr. 302‘967.13 

18 von 26 

 

(Fr. 418‘726.65 [Leistungsbegehren des Berufungsbeklagten] ./. Fr. 115‘759.52 [Konkurs-

masse per 19. Dezember 2017]).  

Es ist allgemein bekannt «sowohl, dass das Sein ist [i.S.v. existiert], als auch, dass das Nicht-

sein nicht ist [nicht existiert]» (ὅπως ἔστιν τε καὶ ὡς οὐκ ἔστι μὴ εἶναι [Παρμενίδης]). Etwas 

Existierendes kann, gegebenenfalls, ausgesondert werden. Der Restbetrag von 

Fr. 115‘759.52 existiert, er kann demnach ausgesondert werden, insofern die diesbezüglichen 

Voraussetzungen erfüllt sind. Etwas Nichtseiendes kann demgegenüber nicht ausgesondert 

werden, weil es schlicht nicht existiert. Der Differenzbetrag von Fr. 302‘967.13 existiert nicht 

(mehr). Er kann demnach aus der Konkursmasse (Berufungsklägerin) auch nicht ausgeson-

dert werden. Selbst wenn der Berufungsbeklagte eine Aussonderung verlangen könnte (dazu 

sogleich, E. 4.3.4), dann nur über den verbleibenden Betrag von Fr. 115‘759.52. Beklagt ist 

die Konkursmasse (Berufungsklägerin), nicht das Konkursamt (oben, E. 3). Das Konkursamt 

kann und darf sich nicht nach Belieben aus der allgemeinen Staatskasse oder aus dem Ver-

mögen anderer Konkursmassen bedienen, deren Vermögenswerte ebenfalls auf dem allge-

meinen Konkurskonto Nr. zzz liegen, um den Differenzbetrag von Fr. 302‘967.13 auszuglei-

chen.  

Indem folglich der aussonderbare Betrag höchstens Fr. 115‘759.52 betragen kann, ist die Be-

rufung auch aus diesem Grunde begründet. Der angefochtene Entscheid ist, wollte man ihn 

als Leistungsurteil auffassen (vgl. jedoch oben, E. 2, insb. E. 2.3), in diesem Umfang aufzuhe-

ben und die berufungsbeklagtische Leistungsklage ist im Umfang des Hauptbegehrens 

(Fr. 418‘726.65) und des Eventualbegehrens (Fr. 150‘009.87) abzuweisen.  

Sollte das Konkursamt die Konkursmasse (Berufungsklägerin) indes widerrechtlich verringert 

und dem Berufungsbeklagten dadurch Schaden zugefügt haben, dann ist dies nicht im vorlie-

genden Aussonderungsverfahren zu behandeln, sondern vielmehr hat der Berufungsbeklagte 

ein eigenständiges Staatshaftungsverfahren gegen den Kanton gemäss Art. 5 SchKG anzu-

strengen.  

 

4.3.3   Angeführte Rechtsprechung bezüglich Vermischung 

Der vorinstanzliche Verweis auf BGE 122 III 436 ist wenig tauglich, denn dieser Entscheid 

betraf eine «von einem Dritten angesprochene Sache im ausschliesslichen Gewahrsam der 

Konkursmasse» (Regeste). Durch die Saldierung des Rubrikkontos Nr. yyy und der Überwei-

sung des Restbetrags auf das allgemeine Konkurskonto Nr. zzz befand sich der Steigerungs-

erlös bzw. sein Surrogat indes nicht mehr im «ausschliesslichen Gewahrsam der Konkurs-

masse», d.h. der Berufungsklägerin, sondern in demjenigen des Konkursamtes. Konkursamt 

19 von 26 

 

und Konkursmasse sind jedoch ontisch nicht realident, sondern voneinander zu unterscheiden 

(oben, E. 3). In besagtem Entscheid standen verfahrensrechtliche und nicht materiellrechtliche 

Fragen im Vordergrund (vgl. dortige E. 2c S. 438). Damit stellte sich im damaligen Fall die 

Frage nach einer allfälligen Vermischung überhaupt nicht, weswegen die Vermischungsprob-

lematik auch nicht behandelt wurde (unhaltbar die diesbezüglichen Ausführungen im ange-

fochtener Entscheid, E. 5.2 S. 22 f.).  

Ebenso wenig überzeugt der Verweis des Berufungsbeklagten auf BGE 108 III 119 vom 

11. August 1982. Dort hielt das Bundesgericht zwar fest, dass der Grundsatz von Treu und 

Glauben (Art. 2 ZGB) für die Parteien auch im Betreibungs- und Konkursrecht gilt (dortige E. 2 

S. 120 f.), namentlich für die damalige Rekurrentin, die Gläubigerin Palm Shipping Inc., die 

Kenntnis von einem rechtswidrigen Zustand hatte und dadurch rechtsmissbräuchlich einen 

Vorteil zu erheischen suchte (E. 3 S. 121). Über die Treupflicht eines Betreibungsamtes 

sprach sich das Bundesgericht nicht aus; die Frage einer allfälligen Staatshaftung stellte sich 

nicht. Weiter betraf der besagte Bundesgerichtsentscheid einerseits einen Arrest, andererseits 

bezog sich der streitbefangene Arrestbefehl (und damit das Verfahren) «auf Barschaft und 

Wertsachen […], die aus dem aufgehobenen Arrest Nr. 68/1981 stammten und sich noch beim 

Betreibungsamt Zürich 1 befanden» (dortiger Sachverhalt, lit. A S. 119). Besagte Barschaft 

und die Wertsachen waren offensichtlich beim Betreibungsamt noch individualisiert und seg-

regiert, weswegen sich die Frage einer allfälligen Vermischung nicht stellte.  

Ebenfalls untauglich ist der vom Berufungsbeklagten ins Feld geführte BGE 70 III 81 vom 

8. Dezember 1944. Dort ging es um die Gläubigeranfechtung (Art. 285 ff. SchKG) und die An-

wendung des Grundsatzes von Art. 202 SchKG (dortige Regeste, S. 81, und Sachverhalt, lit. A 

S. 82). Vorliegend ist weder eine Absichtspauliana (Art. 288 SchKG) streitbefangen noch 

wurde das GS Nr. Syyy, GB Stansstad, vor der Konkurseröffnung verkauft, sondern erst da-

nach, womit auch Art. 202 SchKG nicht einschlägig ist. Zwar wurde in besagtem Entscheid 

auch die Thematik der Vermischung von Geldern auf einem Konto thematisiert. Jedoch wurde 

eine Summe von der Schuldnerin vor der Konkurseröffnung überwiesen, nicht danach, und 

besagtes Postcheckkonto lautete auf die Schuldnerin selbst, nicht auf einen Dritten wie na-

mentlich das Konkursamt.  

Auch beim berufungsbeklagtischen Verweis auf das Urteil 7B.146/2002 des Bundesgerichts 

vom 5. September 2002 bleibt unklar, inwiefern dieses für den vorliegenden Fall von Belang 

sein soll. Es geht vorliegend nicht um Zessionen, die eine Schuldnerin vor Konkurseröffnung 

einer Partei (einer Bank) als Sicherheit für einen Darlehensvertrag abgetreten hat. Weil sich 

20 von 26 

 

keinerlei Vermischungsfragen stellten, erstaunt es nicht, dass eine Vermischung auch in die-

sem Urteil nicht angesprochen wurde.  

 

4.3.4  Fehlende Aussonderungsfähigkeit 

4.3.4.1 

Sowohl das Sachen- als auch das Obligationen- und das Anwaltsrecht kennen eine Vermi-

schung, auch und insbesondere von Geld. Im schuldbetreibungs- und konkursrechtlichen Be-

reich hilft der Verweis des Berufungsbeklagten und der Vorinstanz auf HANDSCHIN und HUN-

KELER nicht weiter, weil diese Autoren lediglich das Postulat aufstellen, dass in analoger An-

wendung von Art. 202 SchKG Aussonderungsfähigkeit vorliege. HANDSCHIN und HUNKELER 

begründen nicht, weshalb der Anwendungsbereich von Art. 202 SchKG (Schuldner, vor Kon-

kurseröffnung) contra oder zumindest extra legem auf das Konkursamt und die Zeit nach der 

Konkurseröffnung ausgedehnt werden soll. Zudem befassen sich die Autoren in ihrer lediglich 

7.5 Zeilen umfassenden Note (a.a.O., N 5 zu Art. 202 SchKG) nicht mit der Frage, ob eine 

Vermischung möglich ist. Insbesondere vertreten HANDSCHIN und HUNKELER nicht die Mei-

nung, dass eine Vermischung überhaupt nicht möglich sei oder, dass es sich hierbei um eine 

konkursrechtliche Sonderregelung handle – sie erwähnen eine Vermischung lediglich nicht. 

Als einzige Quelle nennen sie JAEGER (anno 1911). Auch JAEGER führt weder eine Begrün-

dung für die Ausdehnung der Anwendung von Art. 202 SchKG an, noch befasst er sich mit der 

Vermischung. Insbesondere schliesst er eine Vermischung nicht aus.  

Die Aussage des Berufungsbeklagten, wonach ein «Surrogat, welches der Steigerungserlös 

ja ist, zum Vornherein nicht vermischen» könne (Berufungsantwort, Rz. 10 S. 5), leuchtet nicht 

ein. Unter dem Gesichtswinkel der Einheit der Rechtsordnung zeigt sich, dass das Zivilrecht 

in verschiedenen Bereichen eine Vermischung kennt und die Voraussetzung stellt, dass Geld 

streng segregiert und individualisiert sein muss, um einer Vermischung zu entgehen. Die 

Gründe für eine konkursrechtliche Sonderregelung müssten gewichtig sein, um die dadurch 

verursachte Zerfledderung der Zivilrechtsordnung zu rechtfertigen und die damit einhergehen-

den Nachteile für die Rechtssicherheit ausgleichen zu können. Es sprechen jedoch keine 

schlüssigen, logisch nachvollziehbaren oder rational plausibilisierbaren Gründe für eine kon-

kursrechtliche Sonderregelung, wonach bei einer Konstellation wie der vorliegenden keine 

Vermischung möglich sein soll. Um die Einheit der Rechtsordnung zu wahren, ist somit auch 

im Bereich des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts eine Vermischung möglich – sofern 

freilich die allgemeinen zivilrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.  

21 von 26 

 

4.3.4.2 

Indem das Rubrikkonto Nr. yyy saldiert und dessen Geldbetrag auf das allgemeinen Kon-

kurskonto Nr. zzz überwiesen wurde, fand eine Vermischung statt zwischen diesem Geldbe-

trag und übrigen Geldbeträgen, die von anderen Konkursmassen stammen (oben, E. 4.2). 

Diese Vermischung fand unabhängig davon statt, ob der Geldbetrag des saldierten Rubrik-

kontos Nr. yyy mengenmässig festgestellt werden könnte und, ob eine rein rechnerisch-buch-

halterische Aufschlüsselung der einzelnen Posten besteht, denn diese ist für Individualisierung 

und Segregierung untauglich. Indem jedoch der eingeklagte Geldbetrag mitsamt seinen Even-

tualbeträgen (Fr. 418‘726.65, eventualiter Fr. 150‘009.87, subeventualiter Fr. 115‘795.52) auf-

grund des Spezialitätsprinzips, d.h. mangels Individualisierung und Segregierung, nicht vindi-

ziert oder ausgeschieden werden kann, kann er auch, mangels Aussonderungsfähigkeit, nicht 

ausgesondert werden.  

Aussonderungsfähig war das GS Nr. Syyy, GB Stansstad, bis zu seiner Versteigerung und 

womöglich anschliessend dessen Surrogat in Form von Geld, jedoch höchstens so lange es 

sich auf dem separierten Rubrikkonto Nr. yyy befand, mithin bis zum 27. Oktober 2011. Auf 

dem allgemeinen Konkurskonto Nr. zzz ist der eingeklagte Geldbetrag weder individualisiert 

noch segregiert. Der Berufungsbeklagte stellte sein Aussonderungsbegehren somit zu spät, 

was er sich selbst zuzurechnen hat: Schliesslich war er es, der dem Konkursamt, nach der 

Konkurseröffnung vom 11. Mai 2009, mit Schreiben vom 31. Dezember 2009 mitteilte, die Ver-

wertung des GS Nr. Syyy, GB Stansstad, solle zweckmässigerweise über das Konkursamt er-

folgen.  

Indem der eingeklagte Geldbetrag infolge Saldierung und Vermischung nicht aussonderungs-

fähig ist und demnach auch nicht ausgesondert werden kann, ist die Berufung gutzuheissen, 

der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Aussonderungsklage vom 28. Dezember 

2015 abzuweisen.  

 

4.3.4.3 

An der fehlenden Aussonderungsfähigkeit ändert sich im Übrigen selbst dann nichts, wenn 

sich der Vorwurf erhärtete, dass das Konkursamt bösgläubig gewesen sei, die Erfüllung von 

Ansprüchen des Berufungsbeklagten arglistig vereitelt oder sich anderweitig treuwidrig und 

rechtsmissbräuchlich verhalten hätte. Allfällige Schadenersatzansprüche richteten sich dies-

falls nicht gegen die beklagte bzw. berufungsklägerische Konkursmasse, sondern gegen das 

Konkursamt selbst, das im vorliegenden Verfahren weder Kläger noch Beklagter ist. Allfällige 

22 von 26 

 

Schadenersatzansprüche aus Staatshaftung sind nicht Gegenstand eines Aussonderungsver-

fahrens.  

Es steht im Belieben des Berufungsbeklagten, gegen das Konkursamt ein neues Verfahren 

gestützt auf Art. 5 SchKG einzuleiten. In diesem Verfahren wird auch auf die Einwände des 

Konkursamts einzugehen sein, wonach der Berufungsbeklagte nicht einmal für seine mitein-

gezogenen Schuldbriefe Deckung erhalten hätte, wenn GS Nr. Syyy, GB Stansstad, tatsäch-

lich ausgesondert und alsdann, ausserhalb des Konkurses, für sich alleine verwertet worden 

wäre. Aufgrund der gemäss Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Gallen vom 31. Dezember 

2009 vorgängig abzuziehenden Verwertungskosten und Grundpfandrechte seien, laut Kon-

kursamt, die berufungsbeklagtischen Grundpfandforderungen diesfalls nur im Betrage von 

Fr. 50‘417.20 anstelle der tatsächlich mit Valuta 11. Juli 2011 ausgezahlten Fr. 226‘750.– ge-

deckt gewesen (Fr. 915‘437.65 [Bruttoerlös] ./. Fr. 39‘998.30 [Gebühren und Auslagen Kon-

kursverwaltung] ./. Fr. 825‘022.15 [damalige Grundpfandforderung Credit Suisse AG]). Folg-

lich habe der Berufungsbeklagte von der vorgängigen Versteigerung der Liegenschaft in Em-

men LU (GS Nr. jjj, GB Emmen) profitiert, während eine vorgängige Aussonderung des GS 

Nr. Syyy, GB Stansstad, dem Berufungsbeklagten geschadet hätte. Damit stamme, so das 

Konkursamt, zumindest die streitgegenständliche Restanz von Fr. 418‘726.65 nicht aus der 

Verwertung des GS Nr. Syyy, GB Stansstad, sondern aus der Verwertung des GS Nr. jjj, 

GB Emmen.  

Da diese Fragen nicht das vorliegende Aussonderungsverfahren betreffen, können sie offen-

gelassen werden.  

 

4.4  Zwischenfazit 

Mangels Aussonderungsfähigkeit hätte die Vorinstanz die Klage nicht gutheissen dürfen, son-

dern zur Gänze abweisen müssen. Die Berufung ist begründet.  

 

5.  Zusammenfassung 

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Dispositionsgrundsatz und, wenn 

auch auf heilbare Weise, den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzte. Daneben verletzte sie 

Bundesrecht, indem sie die Vermischung von Geld nicht berücksichtigte, obschon diese be-

wirkt, dass kein Geldbetrag ausgesondert werden kann. Mithin hätte sie die Klage abweisen 

müssen. Die Berufung ist begründet, der angefochtene Entscheid wird aufgehoben und die 

Aussonderungsklage des Berufungsbeklagten vom 28. Dezember 2015 wird vollumfänglich 

abgewiesen.   

23 von 26 

 

6.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

6.1  Grundsatz 

Die Prozesskosten bestehen aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 

Abs. 1 ZPO) und werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1, erster Satz 

ZPO). Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die 

Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Der Streitwert beträgt 

Fr. 418‘726.65. Bei diesem Verfahrensausgang wird der Berufungsbeklagte kostenpflichtig.  

 

6.2  Gerichtskosten 

Die Entscheidgebühr des Kantonsgerichts als erste Instanz beträgt bei einem Streitwert von 

über Fr. 300‘000.– zwischen 2 und 3.5 % des Streitwerts (Art. 7 Abs. 1 PKoG [NG 261.2]), d.h. 

zwischen Fr. 8‘374.50 und Fr. 14‘655.45, und wurde von der Vorinstanz auf Fr. 11‘000.– an-

gesetzt. Der Betrag erscheint angemessen und wird bestätigt, indes ist er ausgangsgemäss 

dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Es wurde von der Vorinstanz kein Kostenvorschuss 

einverlangt. Der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Gerichtskasse für das vorinstanzliche 

Verfahren den Betrag von Fr. 11‘000.– zu bezahlen.  

Die Entscheidgebühr des Obergerichts als Berufungsinstanz richtet sich nach dem im Verfah-

ren vor dem Kantonsgericht als erster Instanz massgebenden Tarif, jedoch um einen Drittel 

reduziert (Art. 8 Abs. 1 Ziff. 2 PKoG). Der Gebührenrahmen vor Obergericht liegt somit zwi-

schen Fr. 5‘583 und Fr. 9‘770.30. Unter Einbezug des vom Berufungsbeklagten gestellten Ge-

suchs um vorsorgliche Massnahmen und dessen Behandlung (vgl. oben, Sachverhalt lit. K), 

der Schwierigkeit der Sache und der wirtschaftlichen Bedeutung (Art. 2 Abs. 1 PKoG) wird die 

Entscheidgebühr vor Obergericht auf Fr. 9‘000.– angesetzt, dem Berufungsbeklagten aufer-

legt und mit dem Gerichtskostenvorschuss der Berufungsklägerin von Fr. 7‘000.– verrechnet 

(Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Gerichtskasse den Fehl-

betrag von Fr. 2‘000.– zu bezahlen und der Berufungsklägerin den Kostenvorschuss von 

Fr. 7‘000.– intern und direkt zurückzuerstatten (Art. 111 Abs. 1 und 2 ZPO).  

 

6.3  Parteientschädigung  

Die Anwaltskosten umfassen das Honorar (ordentliches Honorar und Zuschläge), die notwen-

digen Auslagen und die Mehrwertsteuer (Art. 31 Abs. 1 PKoG). Der Berufungsbeklagte hat die 

Berufungsklägerin zu entschädigen (Art. 111 Abs. 2 ZPO).  

Im Zivilprozess vor erster Instanz beträgt das ordentliche Honorar bei einem Streitwert über 

Fr. 200‘000.– bis Fr. 500‘000.– zwischen Fr. 10‘000.– und Fr. 40‘000.– (Art. 42 Abs. 1 PKoG). 

24 von 26 

 

Der berufungsklägerische Rechtsbeistand legte für das vorinstanzliche Verfahren eine Hono-

rarnote über Fr. 34‘872.50 (inkl. Auslagen und MWSt.) ins Recht. Die Honorarnote erscheint 

angemessen und wird bewilligt. Der Berufungsbeklagte hat die Berufungsklägerin für das vo-

rinstanzliche Verfahren intern und direkt mit Fr. 34‘872.50 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu ent-

schädigen. 

Im Berufungsverfahren beträgt das ordentliche Honorar 20 bis 60 % des für das Verfahren vor 

erster Instanz zulässigen Honorars, bemessen nach dem noch strittigen Betrag, mindestens 

jedoch Fr. 500.– (Art. 43 PKoG), mithin zwischen Fr. 2‘000.– (20 % x Fr. 10‘000.–) und 

Fr. 24‘000.– (60 % x Fr. 40‘000.–). Der berufungsklägerische Rechtsbeistand legte für das vor-

liegende Verfahren eine Honorarnote über Fr. 19‘934.55 (inkl. Auslagen und MWSt.) ins 

Recht. Die Honorarnote erscheint angemessen und wird bewilligt. Der Berufungsbeklagte hat 

die Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren intern und direkt mit Fr. 19‘934.55 (inkl. 

Auslagen und MWSt.) zu entschädigen. 

  

25 von 26 

 

Rechtsspruch: 

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das Urteil ZK 16 1 des Kantonsgerichts Nidwalden, 

Zivilabteilung/Kollegialgericht, vom 28. April 2017 wird aufgehoben. 

2. Die Aussonderungsklage des Berufungsbeklagten vom 28. Dezember 2015 wird abge-

wiesen. 

3. Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens betragen Fr. 11‘000.–, werden dem 

Berufungsbeklagten auferlegt und der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Gerichts-

kasse innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheides den Betrag von Fr. 11‘000.– 

zu bezahlen.  

4. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens betragen Fr. 9‘000.– und werden mit dem 

von der Berufungsklägerin einbezahlten Kostenvorschuss von Fr. 7‘000.– verrechnet. Der 

Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Gerichtskasse innert 30 Tagen seit Rechtskraft 

dieses Entscheides den Fehlbetrag von Fr. 2‘000.– zu bezahlen und der Berufungskläge-

rin den Kostenvorschuss von Fr. 7‘000.– intern und direkt zurückzuerstatten. 

5. Der Berufungsbeklagte hat die Berufungsklägerin für das erstinstanzliche Verfahren intern 

und direkt mit Fr. 34‘872.50 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu entschädigen. 

6. Der Berufungsbeklagte hat die Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren intern und 

direkt mit Fr. 19‘934.55 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu entschädigen. 

7. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen eingereicht werden (Art. 72 ff. 

in Verbindung mit Art. 90 ff. BGG [SR 173.110]). Die Beschwerde hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers 

oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismit-

tel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 

BGG). Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 418‘726.65.  

26 von 26 

 

8. Zustellung (GU/Empfangsschein) an: 

- RA Dr. Stephan Thurnherr, 9000 St. Gallen (2-fach) 

- RA Dominik Gasser, 3001 Bern (2-fach) 

- Kantonsgericht Nidwalden, 6371 Stans 

- Gerichtskasse (Dispositiv) 

 

 

 

 

Stans, 20. September 2018 

 

 

OBERGERICHT NIDWALDEN 

Zivilabteilung 

Die Vorsitzende 

 

 

 

 

Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

Marius Tongendorff 

 

 

 

 

 

Versand: