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**Case Identifier:** b1b62dfc-7f5b-5b0b-968b-bd438f16e622
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.12.2016 IV 2013/556
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-556_2016-12-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/556

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2019

Entscheiddatum: 06.12.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 06.12.2016
Art. 28 und 29 IVG. Abstellen auf das Gerichtsgutachten. Die Versicherte ist 
wegen einer mittelgradigen depressiven Episode in einer adaptierten 
Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig. Da sie zwischenzeitlich in jeglicher 
Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist, hat sie während eines halben 
Jahres einen Anspruch auf eine ganze, danach auf eine halbe Rente. 
Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 6. Dezember 2016, IV 2013/556). Bestätigt durch 
Urteil des Bundesgerichts 9C_73/2017.

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2013/556

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana,

Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen, 

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im Februar 2011 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum 

Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, wegen eines 

Nervenzusammenbruchs und einer Depression seit dem 6. September 2010 zu 100 % 

arbeitsunfähig zu sein.

A.b  Am 6. September 2010 war die Versicherte wegen aktueller Suizidalität der 

Psychiatrischen Klinik B.___ zugewiesen worden (Austrittsbericht vom 20. Dezember 

2010, IV-act. 84-12 ff.). Als Diagnose wurde eine mittelgradige depressive Episode 

(ICD-10: F32.1) und als Differentialdiagnose eine Anpassungsstörung (F43.2) 

angegeben. Die Klinikärzte hatten erklärt, dass sie insbesondere psychopathologische 

Auffälligkeiten im affektiven Bereich mit deutlicher Ratlosigkeit und Hoffnungslosigkeit 

gesehen hätten. Die Versicherte sei deutlich deprimiert gewesen, habe ausgeprägte 

Insuffizienzgefühle gezeigt und sei im Antrieb verlangsamt gewesen mit sozialem 

Rückzug und suizidalen Äusserungen. Insgesamt habe sie vom stationären Aufenthalt 

profitieren können: Die depressive Symptomatik habe sich zurückgebildet. Beim 

Austritt (10. Dezember 2010) habe die Versicherte deutlich vitaler, schwingungsfähiger 

und hoffnungsvoller gewirkt.

A.c  Vom 13. Dezember 2010 bis 14. Januar 2011 hatte die Versicherte einen 

ambulanten Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik C.___ absolviert (Bericht vom 25. 

Januar 2011, IV-act. 84-8 ff.). Als Diagnosen hatte Dr. med. D.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen 

Symptomen im Rahmen einer längeren depressiven Anpassungsstörung (F43.21) und 

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eine intermittierende Akzentuierung der emotional-instabilen und histrionischen 

Persönlichkeitszüge (Z73.1) angegeben. Er hatte weiter ausgeführt, dass sich die 

Versicherte situationsentsprechend sehr gut in der tagesklinischen Behandlung 

eingelebt habe. Am Anfang der Behandlung hätten eine starke Affektlabilität, 

Unruhezustände und eine körperliche Erschöpfung im Vordergrund gestanden. Im 

Verlauf sei es zu einer zunehmenden Verbesserung des psychophysischen Zustandes 

gekommen. Gegen Ende der Rehabilitation habe die Versicherte selbst über eine 

Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, eine Normalisierung der 

Schlafqualität, eine Verbesserung der Stimmungslage sowie ein zum Teil 

wiedergewonnenes Selbstvertrauen berichtet. Bei weiterhin sehr belastender 

psychosozialer Situation bzw. dem bevorstehenden juristischen Verfahren sei es bei 

der Versicherten jedoch bis Ende der Rehabilitation zu wiederholten 

Stimmungseinbrüchen und einer Akzentuierung der Persönlichkeitszüge gekommen. 

Aufgrund der immer noch reduzierten psychischen Belastbarkeit müsse im Verlauf des 

Februars 2011 noch mit einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden.

A.d  E.___ berichtete am 28. Februar 2011, dass sie die Versicherte vom 26. August 

2009 bis 6. September 2010 zu 100 % als Mitarbeiterin Kasse beschäftigt habe (IV-act. 

14). Das Arbeitsverhältnis sei gekündigt worden, weil die Versicherte über einen 

längeren Zeitraum überdurchschnittlich viele Stornos getätigt habe und die Waren in 

der Filiale nicht mehr vorhanden gewesen seien. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 

6. September 2010 gewesen. Gemäss den beigelegten Lohnjournalen hatte der 

monatliche Bruttolohn der Versicherten im Jahr 2010 Fr. 3‘750.-- (zzgl. 13. Monatslohn) 

betragen (IV-act. 14-18).

A.e  Dr. D.___ teilte der RAD-Psychiaterin Dr. med. G.___ am 1./3. März 2011 mit (IV-

act. 16), dass die Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Störung und an einer 

akuten Belastungsreaktion auf die fristlose Entlassung wegen des ungerechtfertigten, 

von der Arbeitgeberin inszenierten Verdachts auf Diebstahl leide. Die Versicherte sei 

noch wenig belastbar und erlebe rasche Stimmungs- und Aggressionseinbrüche. In 

einem Arbeitstraining in einem geschützten Bereich sei sie vier Stunden pro Tag 

arbeitsfähig. Er denke, dass die Versicherte ihre volle Arbeitsfähigkeit wieder erreichen 

werde. Nach drei Monaten Arbeitstraining sollte eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in der 

freien Wirtschaft bestehen.

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A.f  Am 27. Mai 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass die Kosten für ein 

Aufbautraining bei H.___ vom 18. April 2011 bis am 15. Juli 2011 übernommen würden 

(IV-act. 36). Die Eingliederungsverantwortliche notierte am 23. Juni 2011 (IV-act. 39), 

dass die Anwesenheit im Aufbautraining vier Stunden pro Tag betrage. Die Versicherte 

zeige sehr viel Motivation und Durchhaltewillen. Trotzdem sei sie noch oft sehr 

erschöpft und müde. Von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft sei 

heute noch nicht auszugehen. Die Versicherte benötige für den Aufbau noch etwas 

länger. Am 8. Juli 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass die Kosten für die 

Verlängerung des Aufbautrainings vom 8. August 2011 bis 4. November 2011 

übernommen würden (IV-act. 43). Die Eingliederungsverantwortliche hielt am 30. 

Dezember 2011 fest (IV-act. 58), dass die Versicherte sich während der Massnahme 

habe stabilisieren können und eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit erreicht worden sei. Eine 

weitere Steigerung sei prognostisch gut möglich. Im Januar 2012 könne die Versicherte 

eine 50 %-Anstellung als Servicefachangestellte bei einem früheren Arbeitgeber 

antreten. Am 14. Februar 2012 teilte Dr. D.___ der Eingliederungsverantwortlichen 

telefonisch mit, dass die Versicherte den Arbeitsversuch habe abbrechen müssen, weil 

sie überfordert gewesen sei. Er gehe weiterhin davon aus, dass die Versicherte in einer 

gut strukturierten Tätigkeit ohne Hektik in einem Pensum von 50 % arbeiten könne (IV-

act. 78-4).

A.g  Der Personalberater des RAV teilte der Eingliederungsverantwortlichen am 21. Mai 

2012 per E-Mail mit (IV-act. 70), dass die Versicherte ab dem 29. Mai 2012 zu 50 % bei 

I.___ arbeiten werde. Anlässlich einer Standortbesprechung am 8. August 2012 erklärte 

die Leiterin des I.___, dass die Leistungen der Versicherten sehr unterschiedlich seien. 

An schlechten Tagen spüre man bereits nach kurzer Zeit, dass es der Versicherten 

nicht gut gehe. Eine Stabilität sei noch nicht vorhanden. Es wurde vereinbart, dass das 

Pensum während der letzten drei Monate versuchsweise im September auf 60 %, im 

Oktober auf 70 % und im November auf 80 % gesteigert werde. Der Rechtsvertreter 

der Versicherten informierte anlässlich der Standortbesprechung darüber, dass die 

Versicherte von der Anklage der ehemaligen Arbeitgeberin freigesprochen worden sei. 

Am 20. September 2012 hielt die Eingliederungsverantwortliche fest, dass die Situation 

zwischen der Versicherten und der Leiterin des I.___ zu eskalieren drohe. Der 

Versicherten gehe es psychisch wieder sehr schlecht. Am 26. September 2012 notierte 

die Eingliederungsverantwortliche, dass das Einsatzprogramm im I.___ abgebrochen 

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worden sei (IV-act. 78-6 ff.). Am 12. November 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit (IV-act. 81), dass die beruflichen Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen 

würden, da das Arbeitspensum während des Einsatzprogrammes durch das RAV nicht 

habe gesteigert werden können.

A.h  Dr. D.___ berichtete am 12. Dezember 2012 (IV-act. 82), dass die Versicherte seit 

September 2010 an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (F33.11), leide. Mit einer 

vollständigen Rückbildung der depressiven Symptome sei nicht mehr zu rechnen. Die 

Versicherte sei von September 2010 bis am 4. November 2011 zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen; seit dem 5. November 2011 sei sie zu 50 % arbeitsunfähig. 

Die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit (4 Stunden pro Tag) bestehe sowohl in der 

angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit. Als Einschränkungen nannte Dr. 

D.___ eine rasche körperliche und geistige Ermüdung, Konzentrationsstörungen, 

Antriebsstörungen, eine reduzierte psychische Belastbarkeit und eine reduzierte 

geistige Flexibilität. Dr. med. J.___, Facharzt FMH Innere Medizin, berichtete am 29. 

Dezember 2012 (IV-act. 84), dass die Versicherte an einem Vitamin B12-Mangel leide, 

der jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. In ihrer bisherigen Tätigkeit 

sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit betrage die 

Arbeitsfähigkeit noch vier Stunden pro Tag. Dr. J.___ verwies diesbezüglich auf das 

RAV-Einsatzprogramm. Als Einschränkungen nannte er häufige 

Spannungskopfschmerzen und ein traumatisiertes Vertrauen in die Arbeitswelt mit 

Angst vor Vorgesetzten, fehlendem Vertrauen und depressiver Grundstimmung mit 

Perspektivlosigkeit.

A.i RAD-Ärztin Dr. G.___ erklärte am 28. Januar 2013 (IV-act. 85), aufgrund der 

vorliegenden Daten und Diagnosen sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine weitere 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich sein sollte. Der Steigerungsversuch im 

Einsatzprogramm im September 2012 sei scheinbar auch wegen der 

Rahmenbedingungen/Vorgesetzten gescheitert. Für die Rentenprüfung sei eine 

psychiatrische Begutachtung notwendig.

A.j Am 3. April 2013 wurde die Versicherte von Dr. med. K.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachtet (Gutachten vom 19. April 

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2013, IV-act. 91). Dr. K.___ kam zum Schluss, dass die Versicherte an einer Dysthymia 

(F34.1) leide, die keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Zum Zeitpunkt der 

Untersuchung hätten noch gewisse depressive Symptome bestanden: Die 

Grundstimmung sei etwas zum depressiven Pol hin verschoben und die affektive 

Modulationsfähigkeit zum positiven Pol hin sei etwas eingeschränkt gewesen. Die 

Versicherte habe über eine Ambivalenz, Insuffizienzgefühle, eine innere Unruhe, eine 

Minderung der Vitalgefühle und eine Affektarmut geklagt. Das Vorliegen dieser 

Symptome habe sie auf gezieltes Nachfragen hin bejaht; die spontan vorgebrachten 

Klagen seien deutlich unspezifischer gewesen. In der Hamilton Depressionsskala habe 

sie 13 Punkte erreicht. Aufgrund der Phänomenologie gehe er nicht davon aus, dass 

die Kriterien für das Vorliegen einer eigentlichen depressiven Episode (leicht, 

mittelgradig oder schwer) erfüllt seien. Die Versicherte sei wegen einer depressiven 

Episode in der Psychiatrischen Klinik B.___ hospitalisiert gewesen; diese habe eine 

Verbesserung des Zustandes beschrieben. Anschliessend sei in der Tagesklinik C.___ 

zwar wiederum eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden, im 

Psychostatus sei aber nur noch eine milde Symptomatik beschrieben worden und es 

sei auch die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion in 

Erwägung gezogen worden. Die Versicherte selber habe erklärt, dass es ihr heute 

besser gehe als zu der Zeit, als sie in der Psychiatrischen Klinik B.___ gewesen sei. Sie 

sei aber rasch müde, alles koste sie viel Kraft, sie studiere immer wieder und habe 

keine Interessen. Dr. K.___ erklärte, dass weiterhin eine gewisse depressive 

Symptomatik, jedoch nicht im Ausmass einer eigentlichen depressiven Episode, 

bestehe. Da aufgrund des Zeitkriteriums die Diagnosen einer Anpassungsstörung und 

einer längeren depressiven Reaktion nicht mehr in Frage kämen, habe er die Diagnose 

einer Dysthymie gestellt. Insbesondere zu Beginn der Störung könnte allerdings eine 

leichte depressive Episode vorgelegen haben. Von einer Dysthymia Betroffene hätten 

gewöhnlich zusammenhängende Perioden von Tagen und Wochen, in denen sie ein 

gutes Befinden beschrieben. Aber meistens, oft monatelang, fühlten sie sich müde und 

depressiv; alles sei für sie eine Anstrengung und sie könnten nichts geniessen. Sie 

grübelten und beklagten sich, schliefen schlecht und fühlten sich unzulänglich. Bei 

Beginn im höheren Lebensalter trete die Störung häufig nach einer abgrenzbaren 

depressiven Episode nach einem Trauerfall oder einer anderen offensichtlichen 

Belastung auf. Diese Beschreibung treffe auf die Symptomatik der Versicherten zu. 

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Insgesamt handle es sich eindeutig um eine Reaktion auf eine psychosoziale 

Belastungssituation, die weiter anhalte. Zu den früheren ärztlichen Einschätzungen 

nahm Dr. K.___ wie folgt Stellung: Nicht wirklich plausibel sei die Diagnose einer 

mittelgradigen depressiven Episode der Tagesklinik C.___, da im Austrittsbericht der 

Psychiatrischen Klinik B.___ eine Verbesserung der Symptomatik beschrieben worden 

sei. Zudem hätte die Diagnose einer Anpassungsstörung nicht gestellt werden dürfen, 

wenn die Versicherte tatsächlich mittelgradig depressiv gewesen wäre. Und obwohl im 

Bericht der Klinik C.___ auch eine Verbesserung des psychophysischen Zustandes der 

Versicherten beschrieben worden sei, sei weiterhin von einer 100 %igen Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden. Auch sei die Erklärung von Dr. D.___, dass 

die Versicherte mehrere depressive Phasen in unterschiedlichem Ausmass (leicht bis 

schwer) gehabt habe, nicht plausibel: In allen Berichten sei regelmässig eine 

Stabilisierung der Situation beschrieben worden. Die einzige aktenkundige 

Verschlechterung sei während des Einsatzprogrammes eingetreten, weil die 

Versicherte mit der Leiterin des Einsatzprogrammes nicht zurechtgekommen sei. Auch 

hierbei habe es sich um eine Reaktion auf eine psychosoziale Belastung gehandelt.

A.k  RAD-Psychiaterin Dr. G.___ erklärte am 20. Juni 2013, dass das psychiatrische 

Gutachten von Dr. K.___ umfassend, in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar sei 

(IV-act. 93).

A.l Mit Vorbescheid vom 2. Juli 2013 (IV-act. 96) kündigte die IV-Stelle der Versicherten 

die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur Begründung hielt sie fest, dass es sich bei 

einer Dysthymie nicht um einen Gesundheitsschaden mit anhaltender Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit handle. Die Versicherte sei sowohl in der angestammten Tätigkeit 

als Mitarbeiterin Kasse als auch in sämtlichen anderen Tätigkeiten zu 100 % 

arbeitsfähig. Dagegen liess die Versicherte am 21. August 2013 einwenden (IV-act. 99), 

dass sich das Gutachten selber widerspreche, die Laborwerte nicht hinterfragt worden 

seien, die Diagnosestellungen der behandelnden Ärzte nicht gewürdigt und 

fachspezifische Einschätzungen (Hamilton Depressionsskala) übergangen worden 

seien. Auch fehle eine fachliche fundierte Wertung der eigenen und der fremden 

psychopathologischen Befunde. Schliesslich widersprächen auch die 

Untersuchungsergebnisse der Diagnose einer Dysthymie. RAD-Psychiaterin Dr. G.___ 

hielt in ihrer Stellungnahme vom 18. Oktober 2013 (IV-act. 100) zu diesen 

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Einwendungen fest, der Hausarzt habe dem Vitamin B12-Mangel keinen Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Der vom Gutachter erhobene minimal erhöhte 

Leberwert des GPT sei unspezifisch und ebenfalls ohne Bedeutung für die 

Arbeitsfähigkeit. Der erhöhte CD-Transferrinwert weise zwar auf einen Eisenmangel hin, 

habe aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ebenfalls keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit. Der Gutachter habe seine Befunde fachlich fundiert gewertet und 

seine Diagnosestellungen ausführlich diskutiert. Berücksichtigt werden müsse auch, 

dass viele Symptome nur bei gezielter Nachfrage bejaht worden seien. Die Befunde der 

Klinik C.___ seien in sich widersprüchlich und nicht nachvollziehbar: Die im Bericht vom 

Januar 2011 beschriebene Symptomatik entspreche allenfalls einer leichten 

depressiven Störung i.R. einer Anpassungsstörung, nicht jedoch einer mittelgradigen 

Depression; sie könne keine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit begründen. Im Befund vom 

28. November 2012 sei gegenüber dem Vorbefund zudem eine vermehrte Symptomatik 

beschrieben worden. Im Widerspruch dazu seien jedoch keine schwereren Diagnosen 

gestellt worden und die Arbeitsunfähigkeit sei mit 50 % sogar geringer eingeschätzt 

worden. Die Einschätzung der Klinik C.___ sei auch in Frage zu stellen, weil die 

Psychiatrische Klinik B.___ als Eintrittsdiagnose eine mittelgradige depressive Episode 

(DD Anpassungsstörung) angegeben, im Verlauf jedoch eine Rückbildung der 

depressiven Symptome beschrieben habe. Weiter habe der Gutachter nachvollziehbar 

beschrieben, dass er aufgrund der Gesamtphänomenologie bei einer Punktezahl von 

13 (10-20 Punkte werden bei leichten depressiven Störungen erreicht) nicht von einer 

eigentlichen depressiven Episode ausgehe. Hierbei handle es sich um eine 

professionelle Handhabung von psychologischen Testungen, welche nur im 

Gesamtkontext gelesen und bewertet werden dürften.

A.m Mit Verfügung vom 21. Oktober 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den 

im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 101). Bezüglich des Einwandes 

verwies sie auf die RAD-Stellungnahme vom 18. Oktober 2013.

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 4. November 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte 

die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer halben, eventualiter einer 

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ganzen IV-Rente. Zur Begründung machte er geltend, dass RAD-Ärztin Dr. G.___ die 

fachliche Kompetenz zur Beurteilung des Gutachtens fehle, da sie wohl keine 

Psychiaterin sei. Der Beschwerdeschrift lag eine Stellungnahme von Dr. med. L.___, 

Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 12. August 2013, bei (act. G 1.6). 

Dieser hatte das Gutachten von Dr. K.___ als in Teilen widersprüchlich und in Teilen 

tendenziös bezeichnet. Die aus den Untersuchungsbefunden nachvollziehbare 

Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit sei durch Dr. K.___ verworfen worden. Eine fachlich fundierte Wertung 

und Diskussion der eigenen und fremden psychopathologischen Befunde sei nicht 

erfolgt. Weiter seien der Vitamin B12-Mangel, die Hinweise auf einen schädlichen 

Gebrauch von Benzodiazepinen und Alkohol, die somatischen Symptome und der 

Verlauf der depressiven Symptome nicht diskutiert resp. gewertet worden. Auch eine 

Persönlichkeitsdiagnostik sei nicht erfolgt.

B.b  Am 20. Dezember 2013 erklärte RAD-Ärztin Dr. G.___ (IV-act. 107), dass die Kritik 

von Dr. L.___ am Gutachten von Dr. K.___ unhaltbar sei und weiterhin an den 

Einschätzungen des Gutachters festgehalten werden könne.

B.c  Am 16. Januar 2014 beantragte die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Betreffend die Vorwürfe gegen das 

Gutachten von Dr. K.___ verwies sie vollumfänglich auf die RAD-Stellungnahme vom 

20. Dezember 2013 und erklärte diese zum integrierenden Bestandteil der 

Beschwerdeantwort. Sieführte zudem aus, dass die Diskussion, ob das Gutachten in 

Sachen Diagnosestellung zu überzeugen vermöge oder nicht, ohnehin obsolet sei. Es 

sei nämlich offensichtlich erstellt, dass die psychischen Probleme der 

Beschwerdeführerin einzig aus der Kündigung und dem Vorwurf des Arbeitgebers, ein 

deliktisches Verhalten an den Tag gelegt zu haben, resultiert seien. Es handle sich 

somit um ein rein psychosoziales Problem. Das geltend gemachte Leiden sei schon 

deshalb nicht invalidisierend.

B.d  In seiner Replik vom 11. Februar 2014 (act. G 7) brachte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin ergänzend vor, dass das Erlebte (insbesondere die 

ungerechtfertigten Unterstellungen und Anwürfe) sicherlich seinen Teil dazu 

beigetragen habe, dass sich die Beschwerden vorübergehend verstärkt hätten. Aus 

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dem Gutachten ergebe sich jedoch nicht, dass die Beschwerden darauf 

zurückzuführen seien.

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

B.f  Im März 2016 beschloss das Gericht, ein Gerichtsgutachten über den psychischen 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin einzuholen. Am 15. April 2016 (act. G 16) 

unterbreitete Dr. med. M.___, Arzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des 

Universitätsspitals Zürich (USZ), dem Gericht eine Offerte für ein Gerichtsgutachten. 

Der Kostenrahmen wurde mit Fr. 5'000.-- bis Fr. 10'000.-- veranschlagt.

B.g  Am 20. April 2016 (act. G 17) informierte das Gericht die Parteien darüber, dass es 

beabsichtige, ein psychiatrisches Gerichtsgutachten einzuholen. Den Parteien wurde 

Gelegenheit eingeräumt, Einwände gegen die Begutachtung vorzubringen und allfällige 

Ergänzungsfragen zu stellen. Die Parteien verzichteten darauf (vgl. act. G 18).

B.h  Der zuständige Vizepräsident erteilte Dr. M.___ am 13. Mai 2016 den Auftrag, ein 

monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten über die Beschwerdeführerin zu erstellen 

(act. G 20).

B.i Am 21. Juli 2016 stellte die Gutachterstelle dem Gericht eine Rechnung eines 

medizinischen Labors über einen Betrag von Fr. 138.40 zu (act. G 28). Am 1. 

September 2016 reichte Dr. M.___ das psychiatrische Gerichtsgutachten ein (act. G 

31). Er hatte die Beschwerdeführerin am 23. und 30. Juni untersucht (siehe act. G 24). 

Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er eine mittelgradige 

depressive Episode (F32.1) und einen Verdacht auf eine posttraumatische 

Belastungsstörung (F43.1) als Folge der Bezichtigung des Diebstahls am Arbeitsplatz 

an. Dr. M.___ führte aus, dass die vorliegende Niedergestimmtheit, der Interessen- und 

Freudeverlust, der verminderte Antrieb und die gesteigerte Ermüdbarkeit, die 

Insuffizienzgefühle, die Schuldgefühle, die Konzentrationsstörungen, die 

Schlafstörungen und der gesteigerte Appetit charakteristische Symptome einer 

depressiven Störung seien. Bei der Gesamtzahl von sieben Symptomen liege gemäss 

ICD-10 eine mittelgradige Ausprägung vor, was mit den Ergebnissen der Hamilton 

Depressionsskala übereinstimme. Der Interessen- und Freudeverlust, das 

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Früherwachen und der Libidoverlust seien Merkmale eines somatischen Syndroms. Für 

die Diagnose eines somatischen Syndroms gemäss ICD-10 müssten allerdings 

mindestens vier Symptome vorhanden sein, was bei der Beschwerdeführerin nicht der 

Fall sei. Die Angaben der Beschwerdeführerin, dass sich die depressiven Zustände im 

Anschluss an das Ereignis bei E.___ im September 2010 entwickelt hätten und es ihr 

seither nie länger als einige Tage in Folge wirklich gut gegangen sei, weise auf eine 

Manifestation der depressiven Störung im September 2010 und einen seither 

chronischen Verlauf hin. Dr. K.___ habe den Verlauf der Störung anders eingeschätzt. 

Die in seinem Gutachten dokumentierten Symptomklagen hätten 

Konzentrationsstörungen, Grübeln und Gedankenkreisen, Ambivalenz, 

Insuffizienzgefühle, innere Unruhe, Gereiztheit, Ängste, Deprimiertheit, Minderung der 

Vitalgefühle, Affektarmut, Antriebsarmut, Lebensüberdruss, Schlafstörungen, 

Energieverlust und Libidoverlust umfasst. Da Dr. K.___ als "festgestellte Symptome" 

nur eine Merkfähigkeitsstörung, eine depressive Grundstimmung und eine 

eingeschränkte affektive Modulation zum positiven Pol hin sowie eine Hypomimie 

beschrieben habe, sei davon auszugehen, dass er die übrigen Symptomklagen als zu 

wenig ausgeprägt vorhanden beurteilt habe. Allerdings fehle eine explizite Begründung 

dafür, wieso er diese Symptomklagen nicht als psychopathologisch ausgeprägte 

Symptome interpretiert habe. Würden diese als solche interpretiert, wären sieben 

Symptomkriterien für eine depressive Störung gemäss ICD-10 erfüllt, was einer 

mittelgradigen depressiven Episode entsprechen würde. Da das Ereignis an der letzten 

Arbeitsstelle formal die Definition für eine traumatische Erfahrung nicht erfülle und in 

der Untersuchung die depressive Symptomatik dominiert habe, könne nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass neben der 

depressiven Störung eine posttraumatische Belastungsstörung vorliege. Vom 

behandelnden Psychiater (Dr. D.___) sei die initiale Ausnahmesituation nach dem 

Ereignis an der letzten Arbeitsstelle als Ausdruck einer akuten Belastungsreaktion 

interpretiert worden. Von der Aufnahmeklinik (Psychiatrische Klinik B.___) sei diese 

Diagnose jedoch nicht gestellt worden. Aus einer akuten Belastungsreaktion entwickle 

sich relativ häufig eine posttraumatische Belastungsstörung. Eine solche sei gemäss 

den vorliegenden Akten jedoch nie diagnostiziert worden. Eine organisch bedingte 

depressive Störung sei bei normaler Bildgebungsuntersuchung des Schädels im Juni 

2011 und derzeit normalen Vitamin B12- und Schilddrüsenwerten unwahrscheinlich. 

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Hinweise auf eine Suchterkrankung bestünden nicht. Ob die Persönlichkeitszüge der 

Beschwerdeführerin derart ausgeprägt seien, dass eine Persönlichkeitsakzentuierung 

vorliege, wie es der behandelnde Psychiater eingeschätzt habe, lasse sich nicht mit 

Sicherheit sagen. Die Diagnose akzentuierter Persönlichkeitszüge oder einer 

Persönlichkeitsstörung verlange fundierte Informationen zur Persönlichkeitsentwicklung 

und der bisherigen Lebensgestaltung, welche im Rahmen eines Gutachtens kaum zu 

erheben seien. Zudem erschwere bis verunmögliche die derzeitige psychische Störung 

die Beurteilung, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliege, da die aktuellen Symptome 

die zugrundeliegenden Persönlichkeitsmerkmale maskieren oder verfälschen könnten. 

Soziokulturelle Faktoren, welche massgeblich zur im Alltag gezeigten 

Leistungsfähigkeit beitrügen, lägen nicht vor. Zwischen der subjektiven 

Beschwerdeschilderung, den Fremdangaben, der psychometrischen Untersuchung 

und dem Verhalten der Beschwerdeführerin in der Untersuchungssituation bestünden 

keine Diskrepanzen. Die Beschwerdeführerin habe ihre Beschwerden differenziert und 

nachvollziehbar geschildert, ohne appellativ oder theatralisch zu wirken. Auch bestehe 

keine Diskrepanz zwischen der subjektiv geschilderten psychischen Beeinträchtigung 

und der Inanspruchnahme von therapeutischer Hilfe. Das psychosoziale 

Funktionsniveau im Alltag stimme gut überein mit der gezeigten Leistung im Beruf. 

Primär wirkten sich die Konzentrationsstörungen, die Störungen der Affektqualitäten 

und die gesteigerte Ermüdbarkeit negativ auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die 

Arbeitsfähigkeit im letzten Beruf als Mitarbeiterin Kasse sei um 55 % eingeschränkt. 

Die Diskrepanz zur Einschätzung von Dr. K.___ sei auf die unterschiedliche 

diagnostische Einschätzung zurückzuführen. Von September 2010 bis Ende 2011 sei 

die Beschwerdeführerin in jeglicher Tätigkeit voll arbeitsunfähig gewesen. Gestützt auf 

den Schlussbericht zur beruflichen Integrationsmassnahme sei davon auszugehen, 

dass in der angestammten Tätigkeit ab Anfang 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 55 % 

bestanden habe. Die Arbeitsfähigkeit in der derzeitigen Tätigkeit als Küchengehilfin 

sowie in jeder anderen Verweistätigkeit betrage seit anfangs 2012 rund 50 %. Die 

Prognose sei offen. Der mehrjährige Krankheitsverlauf sei prognostisch eher ungünstig. 

Andererseits seien die Behandlungsoptionen nicht vollständig ausgeschöpft. Auch mit 

diesen zusätzlichen Massnahmen sei allerdings kaum von einer raschen Besserung 

auszugehen. Am 19. September 2016 reichte das USZ eine Rechnung für das 

Gutachten im Betrag von Fr. 8'517.-- ein (act. G 33).

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B.j Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erklärte am 28. September 2016 (act. 

G 34), das Gutachten von Dr. M.___ sei umfassend und sorgfältig abgefasst. Die 

diagnostische Erhebung sei sorgfältig und nachvollziehbar und es seien 

fremdanamnestische Auskünfte eingeholt worden. Die Einschätzung der 

Leistungsfähigkeit stimme mit den erhobenen Befunden überein und decke sich mit der 

Kritik von Dr. L.___ am Gutachten von Dr. K.___.

B.k  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme zum Gutachten von 

Dr. M.___ und zur Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 28. September 2016 (vgl. 

act. G 35).

B.l Am 10. Oktober 2016 stellte das Gericht dem psychiatrischen Gutachter Dr. M.___ 

eine Rückfrage (act. G 36). Es wollte wissen, weshalb er trotz des Vorliegens von acht 

Symptomen eine mittelgradige und nicht eine schwere Ausprägung der depressiven 

Episode diagnostiziert habe. Dr. M.___ antwortete am 20. Oktober 2016 (act. G 37), 

dass tatsächlich acht und nicht wie fälschlicherweise geschrieben sieben Symptome 

einer depressiven Episode vorlägen. Gemäss ICD-10 wäre mit der Mindestzahl von 

acht erfüllten Symptomkriterien die Diagnose einer schweren depressiven Episode 

formal gerechtfertigt. Allerdings liege kein somatisches Syndrom vor, von welchem 

gemäss ICD-10 angenommen werde, dass es bei der Mehrzahl der schweren 

depressiven Episoden vorhanden sei. Die Gesamtpunktzahl in der Hamilton Depression 

Skala weise auf eine mittelschwere Ausprägung der Depression hin. Gemäss DSM-5 

seien bei der Beschwerdeführerin, bei einer geforderten Mindestzahl von fünf 

Symptomen, sieben der insgesamt neun Symptomkriterien einer Major Depression 

erfüllt. Die Intensität der Symptome sei von der Beschwerdeführerin noch teilweise 

bewältigbar, was sich in einer zumindest partiellen Aufrechterhaltung des beruflichen 

Funktionsniveaus zeige. Damit sei die Major Depression gemäss DSM-5 mittelgradig 

ausgeprägt. Zusammenfassend sei die depressive Störung somit je nach Anwendung 

des Algorithmus zur Bestimmung des Schweregrades zwischen mittelgradig und 

schwergradig ausgeprägt. Im Übrigen würde die Annahme einer schwergradig anstatt 

mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

nichts ändern, da diese auf der Grundlage der erhobenen Symptome und nicht der 

Diagnose bzw. deren Schweregrad ermittelt worden sei.

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B.m Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nahm am 25. Oktober 2016 Stellung 

zur Antwort von Dr. M.___ vom 20. Oktober 2016. Er erklärte, die massgebende 

Aussage des psychiatrischen Gutachtens sei die Einschätzung der Leistungsfähigkeit 

und deren medizinische Grundlegung und Herleitung der Psyche der 

Beschwerdeführerin (act. G 39). Darin sei das Gutachten überzeugend. Der 

Rechtsvertreter bat darum, bei der Festsetzung der Parteientschädigung zu 

berücksichtigen, dass das Verfahren wegen des Gutachtens umfangreicher gewesen 

sei.

B.n  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 40).

Erwägungen

1. 

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 0 % abgelehnt. Strittig 

ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat 

oder nicht.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 

8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

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Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 

erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 

genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach 

Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120). 

Wird eine Schätzung vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer 

ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch 

eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE 

114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).

2. 

2.1  Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die 

Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen.

2.2  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

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abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Dennoch hat es 

die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar 

erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So weicht das Gericht bei 

Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der 

Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine 

Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 

Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn 

die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes 

Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine 

abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche 

Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, 

die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die 

Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 

Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen 

zieht (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

2.3  Zunächst ist somit zu prüfen, ob das Gerichtsgutachten eine beweiskräftige 

Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und damit des Rentenanspruchs 

bildet.

2.4  Dr. M.___ hat das Gerichtsgutachten in Kenntnis der Vorakten abgefasst (Ziff. 3 

des Gutachtens). Zudem hat er die Beschwerdeführerin detailliert zur Anamnese und zu 

ihren aktuellen Beschwerden befragt (Ziff. 4 des Gutachtens). Ergänzend hat er 

Fremdangaben beim Hausarzt der Beschwerdeführerin und bei deren Tochter eingeholt 

(Ziff. 5 des Gutachtens). Des Weiteren hat Dr. M.___ die erhobenen 

psychopathologischen Befunde eingehend diskutiert und die subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin auf ihre Konsistenz hin überprüft und eine Beschwerdevalidierung 

durchgeführt (Ziff. 6 und Ziff. 8.7). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

hat er eine mittelgradige depressive Episode und einen Verdacht auf eine 

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posttraumatische Belastungsstörung als Folge der Bezichtigung des Diebstahls am 

Arbeitsplatz angegeben. In der Gutachtensbegründung hat er letztere Diagnose 

allerdings insoweit relativiert, als er erklärt hat, dass das Ereignis an der letzten 

Arbeitsstelle formal die Definition für eine traumatische Erfahrung nicht erfülle. Da in der 

Untersuchung die depressive Symptomatik dominiert habe, könne nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass neben der 

depressiven Störung eine posttraumatische Belastungsstörung vorliege. Obwohl Dr. 

M.___ die Diagnose eines Verdachts auf eine posttraumatische Belastungsstörung in 

der Diagnoseliste unter den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgelistet 

hat, hat er ihr also keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Gemäss 

ICD-10 F43.1 entsteht eine posttraumatische Belastungsstörung als eine verzögerte 

oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer 

oder längerer Dauer, mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem 

Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. […]. Die 

Bezichtigung des Diebstahls und die daraus folgende fristlose Kündigung des 

Arbeitsverhältnisses ist ohne Zweifel ein sehr belastendes Ereignis für die 

Beschwerdeführerin gewesen. Mit Dr. M.___ ist jedoch davon auszugehen, dass dieses 

Ereignis objektiv nicht als aussergewöhnliche Bedrohung oder als von 

katastrophenartigem Ausmass qualifiziert werden kann. Hinzu kommt, dass diese 

Diagnose von den behandelnden Psychiatern nie gestellt worden ist. Die Einschätzung 

von Dr. M.___, dass der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, überzeugt daher. Der behandelnde Psychiater Dr. 

D.___ hat die Diagnose einer akuten Belastungsreaktion genannt. Gemäss ICD-10: 

F43.0 handelt es sich hierbei um eine vorübergehende Störung, die sich bei einem 

psychisch nicht manifest gestörten Menschen als Reaktion auf eine aussergewöhnliche 

physische oder psychische Belastung entwickelt, die im Allgemeinen innerhalb von 

Stunden oder Tagen abklingt […]. Wenn die Symptome andauern, sollte eine Änderung 

der Diagnose in Erwägung gezogen werden. Eine akute Belastungsreaktion kann somit 

definitionsgemäss nur kurzfristig einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Eine 

Invalidität begründet jedoch nur eine zumindest längere Zeit dauernde 

Arbeitsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Diagnose einer akuten Belastungsreaktion 

ist somit für die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Rahmen der Invaliditätsbemessung 

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irrelevant, weshalb offen gelassen werden kann, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich 

vorübergehend an einer akuten Belastungsreaktion gelitten hat.

2.5  Somit bleibt zu prüfen, ob die von Dr. M.___ gestellte Diagnose einer 

mittelgradigen depressiven Episode überzeugt. Dr. M.___ hat die mittelgradige 

Ausprägung der Depression damit begründet, dass sieben Symptome gemäss ICD-10 

vorlägen. Bei acht Symptomen gelte eine depressive Episode als schwer ausgeprägt. 

Dem Gutachten sind allerdings nicht sieben, sondern acht depressionstypische 

Symptome zu entnehmen (Niedergestimmtheit, Interessen- und Freudeverlust, 

verminderter Antrieb und gesteigerte Ermüdbarkeit, Insuffizienzgefühle, Schuldgefühle, 

Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, gesteigerter Appetit). Dr. M.___ hat diese 

Diskrepanz auf Rückfrage hin am 20. Oktober 2016 bestätigt. Er hat erklärt, dass zwar 

die formalen Kriterien für die Diagnostizierung einer schweren depressiven Episode 

erfüllt seien. Da kein somatisches Syndrom vorliege, da die Gesamtpunktzahl in der 

Hamilton Depression Skala auf eine mittelschwere Ausprägung der Depression 

hinweise und da die Depression gemäss der DSM-5 ebenfalls mittelgradig ausgeprägt 

sei, habe er trotzdem eine mittelgradig ausgeprägte Depression diagnostiziert. Im 

Übrigen würde die Annahme einer schwergradig statt mittelgradig ausgeprägten 

depressiven Episode an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nichts ändern, da diese 

auf der Grundlage der erhobenen Symptome und nicht aufgrund der Diagnose bzw. 

deren Schweregrad ermittelt worden sei. Die Diagnose einer mittelgradigen 

depressiven Episode leuchtet vor den von Dr. M.___ erhobenen psychopathologischen 

Befunden ein. Seine ergänzenden detaillierten Ausführungen dazu, weshalb er keine 

schwergradige Ausprägung der Depression angenommen hat, überzeugen 

insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die behandelnden Ärzte nie eine 

schwere, sondern stets eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert haben. Im 

Gegensatz zu Dr. M.___ hat der Vorgutachter Dr. K.___ lediglich eine Dysthymia 

diagnostiziert. Dr. M.___ hat ausgeführt, dass die unterschiedliche Einschätzung des 

Schweregrads der depressiven Symptomatik darauf zurückzuführen sei, dass Dr. K.___ 

nicht alle Symptomklagen berücksichtigt habe. Allerdings fehle eine ausreichende 

Begründung dafür, weshalb er diese Symptome (mit Ausnahme einer 

Merkfähigkeitsstörung, einer depressiven Grundstimmung, einer eingeschränkten 

affektiven Modulation zum positiven Pol hin sowie einer Hypomimie) nicht als 

psychopathologisch ausgeprägt interpretiert habe. Dr. K.___ hat in seinem Gutachten 

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erklärt, dass die Beschwerdeführerin das Vorliegen einer Ambivalenz, von 

Insuffizienzgefühlen, einer inneren Unruhe, einer Minderung der Vitalgefühle und einer 

Affektarmut auf gezieltes Nachfragen hin bejaht habe, dass die spontan vorgebrachten 

Klagen aber deutlich unspezifischer gewesen seien. Die Einschätzung von Dr. M.___, 

dass Dr. K.___ diese Symptome als zu wenig ausgeprägt eingestuft hat, überzeugt 

daher. Mit Dr. M.___ ist davon auszugehen, dass diese Begründung nicht ausreichend 

ist: Allein aus der Tatsache, dass eine zu begutachtende Person ein 

depressionsspezifisches Symptom nicht von sich aus nennt, kann nicht ohne weiteres 

geschlossen werden, dass dieses Symptom nicht resp. nicht in einem relevanten 

Ausmass vorhanden ist. Da es Dr. K.___ unterlassen hat, überzeugend zu begründen, 

weshalb die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Symptomatik bei der 

Diagnosestellung (und damit auch bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung) nicht zu 

berücksichtigen ist, kann auf seine Beurteilung resp. auf sein Gutachten nicht 

abgestellt werden. Dr. M.___ hat in seinem Gutachten erklärt, dass zwischen der 

subjektiven Beschwerdeschilderung, den Fremdangaben, der psychometrischen 

Untersuchung und dem Verhalten der Beschwerdeführerin in der 

Untersuchungssituation keine Diskrepanzen bestanden hätten. Die Beschwerdeführerin 

habe ihre Beschwerden differenziert und nachvollziehbar geschildert, ohne appellativ 

oder theatralisch zu wirken. Es bestehe auch keine Diskrepanz zwischen der subjektiv 

geschilderten psychischen Beeinträchtigung und der Inanspruchnahme von 

therapeutischer Hilfe. Dr. M.___ hat die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 

also nicht unkritisch übernommen, sondern auf ihre Konsistenz hin überprüft. Demnach 

ist auf die Beurteilung von Dr. M.___ abzustellen, wonach die Beschwerdeführerin mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit an einer mittelgradigen depressiven Episode leidet.

2.6  Die Beschwerdegegnerin hat argumentiert, dass die psychischen Probleme der 

Beschwerdeführerin einzig aus der Kündigung und dem Vorwurf des Arbeitgebers, ein 

deliktisches Verhalten an den Tag gelegt zu haben, resultiert seien. Das geltend 

gemachte Leiden sei schon deshalb nicht invalidisierend. Dass sich die Depression im 

Anschluss an das vorgenannte Ereignis manifestiert hat, ist unbestritten. Allein aus 

diesem Grund kann dem depressiven Leiden jedoch nicht von Vornherein eine 

invalidisierende Wirkung abgesprochen werden. Die Invalidenversicherung ist eine 

finale Versicherung. Das heisst, es wird nicht nach der Art und Genese eines 

Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der 

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Gesundheitszustand ist folglich immer gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine 

Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine 

soziokulturelle Überforderung verursacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der 

Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbständigtes 

psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit 

dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer 

Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014, 

8C_830/2013 E. 5.2.3; BGE 136 V 279 E. 3.2.1). Die mittelschwere depressive Episode 

hat im Verfügungszeitpunkt bereits seit über drei Jahren bestanden (September 2010 

bis Oktober 2013). Auch im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. M.___ im Juni 2016 

hat sie weiterhin angedauert. Bereits aufgrund der Tatsache, dass die mittelschwere 

depressive Episode nun schon seit Jahren andauert, muss davon ausgegangen 

werden, dass es sich bei ihr um ein selbständiges psychisches Leiden handelt. Diese 

Annahme wird dadurch untermauert, dass sich die psychische Verfassung der 

Beschwerdeführerin durch den gemäss den Angaben des Rechtsvertreters im Jahr 

2012 erfolgten Freispruch vom Vorwurf des Diebstahls nicht zurückgebildet hat. 

Demnach spielt der Auslöser der mittelschweren depressiven Episode für die Frage, ob 

dieser im Rahmen der Invaliditätsbemessung einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

beizumessen ist, keine Rolle.

2.7  Im Urteil 9C_530/2016 vom 14. Oktober 2016 (wie auch in früheren Entscheiden) 

hat das Bundesgericht die Auffassung vertreten, dass leichte bis mittelgradige 

depressive Störungen nur dann invalidisierende Krankheiten seien, wenn sie 

erwiesenermassen therapieresistent seien. Nur dann erfüllten sie die normativen 

Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG. Zudem müsse die Therapie die 

indizierten, zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und 

nachhaltig ausgeschöpft haben. Damit ordnet das Bundegericht an, dass teilweise auf 

einen fiktiven Sachverhalt abzustellen sei: Real soll die Diagnose bleiben (leichte bis 

mittelschwere Depression), aber deren reale Auswirkungen auf die 

arbeitsfähigkeitsrelevanten Ressourcen einer versicherten Person sollen durch die 

Fiktion ersetzt werden, dass diese Ressourcen trotz der leichten bis mittelschweren 

Depression weiter in vollem Umfang zur Verfügung stünden. Als gesetzliche Grundlage 

für diesen Ersatz des mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellten Sachverhalts (bedeutende Einschränkung der arbeitsfähigkeitsrelevanten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/27

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Ressourcen) durch einen vorgegebenen fiktiven Sachverhalt (keine Einschränkung der 

arbeitsfähigkeitsrelevanten Ressourcen) führt das Bundesgericht nur den Art. 7 Abs. 2 

Satz 2 ATSG an. Mit dieser Gesetzesbestimmung ist gemäss den 

Gesetzgebungsmaterialien aber einzig bezweckt worden, die sogenannte zumutbare 

Willensanstrengung (als selbstverständliches Element jeder Arbeitsfähigkeitsschätzung 

bei jeder Art von Gesundheitsbeeinträchtigung) schärfer zu fassen (vgl. die Botschaft 

des Bundesrates zur 5. IV-Revision, BBl 2005 4459 ff., S. 4577). Der Gesetzgeber hat 

mit dem Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG also nur klarstellen wollen, dass die objektiv 

bestehende Situation einer versicherten Person massgebend sein muss, d.h. dass nie 

auf die Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die versicherte Person abgestellt 

werden darf. Der Sinn und Zweck der mit dem Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG kodifizierten, 

aber eigentlich schon immer im Begriff der Arbeitsunfähigkeit enthaltenen zumutbaren 

Willensanstrengung hat also ganz offensichtlich nichts mit der Frage zu tun, ob eine 

objektiv bestehende ausgewiesene und auch bei einer zumutbaren Willensanstrengung 

nicht überwindbare Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit soll ignoriert und durch die 

Fiktion ersetzt werden müssen, dass keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden 

Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung vorlägen, d.h. dass bei der Diagnose einer 

leichten bis mittelschweren (allenfalls sogar bei einer mittelschweren) Depression 

immer − ausser es liegt eine nachgewiesene Therapieresistenz vor − von einer fiktiven 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung beruht somit auf einer Fehlinterpretation des Art. 7 Abs. 2 Satz 2 

ATSG. Dies zeigt sich auch darin, dass die „spezielle“ Auslegung durch das 

Bundesgericht nur auf eine einzige Krankheit bzw. Diagnose, nämlich auf die 

Depression, beschränkt sein soll. Für alle anderen Krankheiten beinhaltet der Art. 7 

Abs. 2 Satz 2 ATSG auch nach der Auffassung des Bundesgerichts nur eine 

Kodifikation der bereits im Arbeitsunfähigkeitsbegriff enthaltenen zumutbaren 

Willensanstrengung. Wenn der Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG nicht die gesetzliche 

Grundlage der „Fiktionspraxis“ des Bundesgerichts sein kann, dann kommt dafür nur 

noch die allgemeine Schadenminderungspflicht in ihrer Ausprägung als medizinische 

Eingliederungspflicht in Frage. Darauf weist ja auch die Aussage des Bundesgerichts 

hin, die Fiktion der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit komme dann nicht zur 

Anwendung, wenn im Einzelfall eine ausgewiesene Therapieresistenz bestehe. Die 

bundesgerichtliche „Fiktionspraxis“ wäre demnach so zu verstehen, dass so lange 

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keine Arbeitsunfähigkeit (und damit keine rentenbegründende Invalidität) vorliegen 

könne, als die objektiv bestehende, reale Arbeitsunfähigkeit noch durch eine Therapie 

überwunden werden könne, wobei es irrelevant sei, innert welcher Zeit mit einem 

solchen Erfolg einer Therapie gerechnet werden könne. Dieser Versuch, der 

„Fiktionspraxis“ ein gesetzliches Fundament zu schaffen, scheitert bereits daran, dass 

gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG auch eine längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit eine 

anspruchsbegründende Invalidität entstehen lässt. Zudem lässt sich nicht erklären, 

warum die Invaliditätsdefinition in Art. 8 Abs. 1 ATSG nur bei einer einzigen Krankheit, 

der Depression, nicht auch bei einer längere Zeit dauernden Arbeitsunfähigkeit − 

während der Therapie – erfüllt sein soll. Hinzu kommt, dass die erfolgversprechende 

Therapierbarkeit praktisch jeder leichten bis mittelgradigen Depression entgegen der 

Behauptung des Bundesgerichts alles andere als eine gesicherte medizinische 

Erfahrung ist (vgl. ULRIKE HOFFMANN-RICHTER, Psychische Beeinträchtigungen in 

der Rechtsprechung: Ein Blick aus psychiatrischer Sicht, in: UELI KIESER [Hrsg.], 

Sozialversicherungsrechtstagung 2015, S. 78). Ein Lichtblick bietet ein Entscheid des 

Bundesgerichts, der kurz nach dem oben genannten, nämlich am 4. November 2016, 

ergangen ist (9C_391/2016). In diesem Entscheid hatte das Bundesgericht einer 

Versicherten, die an einer generalisierten Angststörung und an einer rezidivierenden 

depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig, ohne somatisches Syndrom, gelitten 

hatte, ausgehend von einer 100 %ige Arbeitsunfähigkeit eine ganze Rente 

zugesprochen, obwohl sich die Versicherte bis anhin einer zumutbaren, eine 

wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit versprechenden Behandlung mittels 

Psychopharmaka widersetzt hatte (E. 3.3 f.; der ausführliche Sachverhalt ist dem 

aufgehobenen Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 31. 

März 2016, IV.2015.00132 zu entnehmen). Dr. M.___ hat erklärt, dass die 

Behandlungsoptionen nicht vollständig ausgeschöpft seien und eine auf das Ereignis 

an der letzten Arbeitsstelle fokussierte psychotherapeutische Auseinandersetzung im 

Sinne einer Konfrontationsbehandlung sowie den Ausbau der 

psychopharmakologischen Therapie empfohlen. Dr. M.___ hat aber angemerkt, dass 

auch mit diesen zusätzlichen Massnahmen kaum von einer raschen Besserung 

auszugehen sei. Auch vor diesem Hintergrund spricht die Tatsache, dass (noch) keine 

Therapieresistenz vorliegt, im vorliegenden Fall nicht gegen eine invalidisierende 

Wirkung der mittelgradigen depressiven Episode.

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2.8  Dr. M.___ hat der Beschwerdeführerin für die Zeit von September 2010 bis Ende 

Dezember 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit attestiert. Ab dem 1. 

Januar 2012 hat er die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Mitarbeiterin Kasse auf 55 % und in einer adaptierten Tätigkeit auf 50 % geschätzt. 

Von September bis Dezember 2010 ist die Beschwerdeführerin in der Psychiatrischen 

Klinik B.___ hospitalisiert gewesen. Nach dem Klinikaustritt hat sie bis Mitte Januar 

2011 einen ambulanten Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik C.___ absolviert. Für den 

Zeitraum vom September 2010 bis Januar 2011 ist eine volle Arbeitsunfähigkeit somit 

ausgewiesen. Im Juni 2011 hat die Eingliederungsverantwortliche festgehalten, dass 

aktuell noch nicht von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft 

auszugehen sei. Das Aufbautraining war deshalb bis und mit November 2011 

verlängert worden. Im Dezember 2012 hatte der behandelnde Psychiater berichtet, 

dass die Beschwerdeführerin seit dem 5. November 2011 wieder zu 50 % arbeitsfähig 

sei. Weshalb Dr. M.___ erst ab Januar 2012 von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit 

adaptiert ausgegangen ist, ist nicht ersichtlich, zumal auch er auf die Ergebnisse aus 

den Arbeitsversuchen abgestellt hat; wahrscheinlich handelt es sich um ein Versehen. 

Die in einem Arbeitsversuch gezeigte Leistungsfähigkeit widerspiegelt nicht immer die 

einer versicherten Person aus objektiver Sicht zumutbare Arbeitsleistung. Im 

vorliegenden Fall stimmt jedoch die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin 

bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit − sie arbeitet seit Sommer 2014 wieder zu 50 % als 

Küchenmitarbeiterin (siehe act. G 31-27) − mit der Einschätzung von Dr. M.___ überein. 

Aus diesem Grund scheint es im vorliegenden Fall gerechtfertigt, das Wiedererlangen 

der Teilarbeitsfähigkeit auf die Zeit nach Abschluss des Aufbautrainings festzusetzen. 

Die Beschwerdeführerin ist somit in der Zeit von September 2010 bis November 2011 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in jeglicher Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig 

gewesen. Auch die Einschätzung von Dr. M.___, dass die Beschwerdeführerin ab 

Januar 2012 in einer adaptierten Tätigkeit wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen ist, 

überzeugt angesichts der von ihm erhobenen Symptome (insbesondere 

Konzentrationsstörungen, gesteigerte Ermüdbarkeit und Störungen der 

Affektqualitäten) und der daraus resultierenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit 

(„Beeinträchtigung der Einzelfähigkeiten „Aufmerksamkeit fokussieren“, „die tägliche 

Routine durchführen“ und „mit Stress und anderen psychischen Anforderungen 

umgehen“). Sie stimmt auch mit der Beurteilung des behandelnden Psychiaters Dr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

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D.___ überein. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit hat somit ab Dezember 

2011 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 50 % betragen.

3. 

3.1  Somit bleibt noch der Einkommensvergleich vorzunehmen. Die 

Beschwerdeführerin hat sich im Februar 2011 zum Bezug von IV-Leistungen 

angemeldet. Gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG (sechsmonatige Wartefrist) hätte sie 

frühestens ab dem 1. August 2011 Anspruch auf eine IV-Rente. Allerdings ist die 

Beschwerdeführerin erst seit dem 1. September 2010 in ihrer Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt, weshalb das Wartejahr erst zu diesem Zeitpunkt zu laufen begonnen 

hat und demnach erst am 31. August 2011 abgelaufen ist. Die Beschwerdeführerin hat 

somit frühestens ab 1. September 2011 einen Anspruch auf eine IV-Rente. Der 

Einkommensvergleich ist daher anhand der (hypothetischen) Einkommenszahlen des 

Jahres 2011 vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin hat vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens als Mitarbeiterin Kasse im Detailhandel gearbeitet. Gemäss 

eigenen Angaben hat sie in N.___ eine Ausbildung zur Hochbauzeichnerin und eine 

Ausbildung zur Verkäuferin absolviert. Die Tätigkeit als Hochbauzeichnerin fällt als 

Validenkarriere nicht in Betracht, da sie gar nie auf diesem Beruf gearbeitet hat (act. G 

31-26) und ihre Arbeitsfähigkeit deshalb in diesem Beruf auch als Gesunde nicht mehr 

verwerten könnte, da sie diese Ausbildung in den Achtzigerjahren absolviert hat und 

sich der Beruf seither aufgrund der gewaltigen technischen Fortschritte stark verändert 

hat. Bis zu ihrem 40. Lebensjahr hat die Beschwerdeführerin in langjährigen 

Anstellungen im Service gearbeitet. Ab August 2009 ist sie dann als Mitarbeiterin Kasse 

im Detailhandel tätig gewesen. Die Beschwerdeführerin hat somit offenbar auch nie im 

erlernten Beruf der Verkäuferin gearbeitet, zumal für die Tätigkeit als Mitarbeiterin 

Kasse keine Verkaufslehre erforderlich ist. Die Beschwerdeführerin hätte somit im 

Verfügungszeitpunkt auch als Gesunde keine Anstellung als gelernte Verkäuferin mehr 

gefunden, da sie die Ausbildung vor über 20 Jahren abgeschlossen hat und keine 

Berufserfahrung vorweisen kann. Die Beschwerdeführerin ist in der Schweiz stets als 

Hilfsarbeiterin tätig gewesen, weshalb die Validenkarriere einer Hilfsarbeit entspricht. 

Die Beschwerdeführerin hat zuletzt, d.h. im Jahr 2010, ein monatliches 

Bruttoeinkommen von Fr. 3‘750.-- (zzgl. 13. Monatslohn) erwirtschaftet, was einem 

Jahreseinkommen von Fr. 48‘750.-- entspricht. Der durchschnittliche Lohn einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

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Hilfsarbeiterin hat im selben Jahr, aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche 

Arbeitszeit von 41.6 Stunden, etwas höher gelegen, nämlich bei Fr. 52‘728.-- (siehe 

Anhang 2 der Lohnentwicklung der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, 

Ausgabe 2015). Die Beschwerdeführerin hat somit lediglich einen 

unterdurchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn erzielt. Es ist davon auszugehen, dass 

sie nicht freiwillig zu einem unterdurchschnittlichen Lohn gearbeitet hat, sondern 

aufgrund der Wirtschaftslage keine besser bezahlte Arbeitsstelle gefunden hat. Dem 

Valideneinkommen ist daher nicht das zuletzt erzielte, unterdurchschnittliche 

Erwerbseinkommen als Mitarbeitern Kasse zugrunde zu legen, sondern der Lohn, den 

die Beschwerdeführerin bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage hätte erzielen können, 

nämlich der durchschnittliche Lohn einer Hilfsarbeiterin. Als Invalidenkarriere kommt 

ebenfalls nur eine Hilfsarbeit in Frage. Eine Umschulung in eine höherwertige Tätigkeit 

fällt krankheitsbedingt von Vornherein nicht in Betracht. Da das Validen- und das 

Invalideneinkommen anhand des durchschnittlichen Einkommens einer Hilfsarbeiterin 

zu ermitteln sind, erübrigt sich deren genaue Ermittlung, da der Invaliditätsgrad in 

solchen Fällen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen 

Abzugs vom Tabellenlohn entspricht (sog. Prozentvergleich). Die Beschwerdeführerin 

arbeitet zwischenzeitlich wieder zu 50 % als Hilfsarbeiterin (Küchenmitarbeiterin). Der 

Arbeitgeber weiss nicht, dass sie an Depressionen leidet. Er hat ihr sogar angeboten, 

das Pensum von 50 auf 70 % zu erhöhen (act. G 31-27). Der Arbeitgeber scheint somit 

zufrieden zu sein mit den Leistungen der Beschwerdeführerin, die sie im Pensum von 

50 % erbringt. Hieraus kann geschlossen werden, dass ihre Leistungsfähigkeit im 

Rahmen der 50 %igen Arbeitstätigkeit derjenigen einer gesunden Arbeitnehmerin 

entspricht. Vor diesem Hintergrund ist im vorliegenden Fall kein Abzug vom 

Tabellenlohn angezeigt. Bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit beträgt der IV-Grad 100 % 

und bei einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit 50 %. Die Beschwerdeführerin hat somit ab 

dem 1. September 2011 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Eine Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 

Monate gedauert hat (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

auf 50 % ist per 1. Dezember 2011 zu berücksichtigen. Für den Dezember 2011, den 

Januar 2012 sowie den Februar 2012 ist der Invaliditätsgrad somit noch anhand der 

100 %igen Arbeitsunfähigkeit zu berechnen. Die Beschwerdeführerin hat somit ab dem 

1. März 2012 noch Anspruch auf eine halbe Rente.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/27

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3.2  In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 21. Oktober 2013 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist für die Dauer vom 1. September 2011 bis 

28. Februar 2012 eine ganze Rente und ab dem 1. März 2012 eine halbe Rente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4. 

4.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Aufgrund des mit der Einholung des 

Gerichtsgutachtens verbundenen Zusatzaufwandes erscheint eine Gerichtsgebühr von 

Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- zurückzuerstatten.

4.2  Die Kosten des Gerichtsgutachtens haben sich auf insgesamt Fr. 8'655.40 (Fr. 

8'517.-- + Fr. 138.40) belaufen. Angesichts des von Dr. M.___ getätigten Aufwands ist 

die Höhe dieser Kosten angemessen. Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung sind die Kosten für Gerichtsgutachten durch eine Medas den IV-

Stellen aufzuerlegen und nach der tarifvertraglichen Regelung zu berechnen (vgl. BGE 

137 V 210 E. 4.4.2). Da es sich beim in Auftrag gegebenen Gerichtsgutachten um ein 

monodisziplinäres Gutachten gehandelt hat, für welche keine Tarifverträge zwischen 

den Gutachterstellen und dem BSV bestehen, ist die oben erwähnte Praxis auf den 

vorliegenden Fall nicht anwendbar. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin die 

gesamten Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 8'655.40 zu tragen.

4.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

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Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. In einem 

Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine 

Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Im vorliegenden Fall erscheint 

wegen des im Zusammenhang mit dem Gerichtsgutachten angefallenen Mehraufwands 

eine Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 21. Oktober 2013 aufgehoben 

und der Beschwerdeführerin wird rückwirkend für die Dauer vom 1. September 2011 

bis 28. Februar 2012 eine ganze Rente und ab dem 1. März 2012 eine halbe Rente 

zugesprochen; die Sache wird zur Ermittlung des Rentenbetrages an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von insgesamt Fr. 

8'655.40 (Fr. 8'517.-- + Fr. 138.40) zu bezahlen.

4. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.12.2016
	Art. 28 und 29 IVG. Abstellen auf das Gerichtsgutachten. Die Versicherte ist wegen einer mittelgradigen depressiven Episode in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig. Da sie zwischenzeitlich in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist, hat sie während eines halben Jahres einen Anspruch auf eine ganze, danach auf eine halbe Rente. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Dezember 2016, IV 2013/556). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_73/2017.

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