# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e726ba49-d9c4-5605-9c31-ea4da3ea3331
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 06.10.2020 S 2020 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-9_2020-10-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 9

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Audétat

Aktuar Rogantini

URTEIL

vom 6. Oktober 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin Ivana Custic, 

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____ wurde 1966 geboren. Sie hat drei Töchter und ist seit 2009 

geschieden. Sie ist gelernte Konfektionärin und war unter anderem von 

2011 bis 2014 bei der C._____ AG in D._____ als Verkäuferin in einem 

80%-Pensum und danach bei der B._____ AG in D._____ als Sales 

Advisor in einem 100%-Pensum tätig.

2. Gemäss Aussagen von A._____ habe sie auf Empfehlung ihrer damaligen 

Vorgesetzten im Sommer 2016 eine Ausbildung als Visual Managerin 

absolviert, an der sie besondere Freude bekommen habe. A._____ sei 

dann aber ab Dezember 2016 von einer neuen Vorgesetzten oft kritisiert 

und von anderen Mitarbeiterinnen schikaniert worden. Auch habe sie die 

in Aussicht gestellte Lohnerhöhung und Beförderung nicht erhalten. Im 

März 2017 wurde bei A._____ ein Dickdarmkrebs diagnostiziert, woraufhin 

sie im April operiert wurde. Sie sei aufgrund vieler geleisteter Überstunden 

und schwierigen Arbeitsklimas erschöpft gewesen. In der Folge seien 

vermehrt Schlafprobleme und grosse innere sowie motorische Unruhe 

aufgetreten, die Stimmung sei bedrückt gewesen und es habe 

Gedankenkreisen bestanden (vgl. IV-act. 9 und 10 S. 1 f.).

3. Am 23. Juni 2017 fand eine Erstkonsultation bei den Psychiatrischen 

Diensten Graubünden (PDGR) statt. Die Oberärztin und Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. E._____ und die Psychologin 

und eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin F._____ gaben in ihrem 

Bericht (IV-act. 10 S. 1 f.) als Zuweisungsgrund an, die Hausärztin 

Dr. med. G._____ habe A._____ aufgrund einer Mobbingsituation am 

Arbeitsplatz, die zu einer psychischen Dekompensation mit Panikattacken 

geführt habe, an sie verwiesen; es werde um psychologische 

Unterstützung gebeten. Gemäss Familienanamnese habe sich der Vater 

von A._____ im Alter von 64 Jahren im Rahmen einer schweren 

depressiven Episode das Leben genommen. Bei A._____ werde 

- 3 -

Suizidalität hingegen klar und glaubhaft verneint und es bestünden keine 

Hinweise auf eine Fremdgefährdung. Im Sinne einer vorläufigen 

Beurteilung hielten die Berichterstatterinnen fest, A._____ leide seit ca. 

drei Wochen unter Gedankenkreisen, bedrückter Stimmung, 

eingeschränktem Antrieb, innerlicher und psychomotorischer Unruhe 

sowie Schlafstörungen. Sie diagnostizierten eine mittelgradige depressive 

Episode (F32.1). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielten sie fest, dass 

A._____ von ihrer Hausärztin seit dem 14. Juni 2017 und bis 7. Juli 2017 

für 100% arbeitsunfähig erklärt wurde. Zudem führten sie zur somatischen 

Anamnese aus, dass im März 2017 ein Dickdarmkarzinom diagnostiziert 

worden sei. Gemäss Angaben von A._____ sei dieses im April 2017 

operiert worden.

4. In der Zeit vom 1. August 2017 bis 1. September 2017 befand sich 

A._____ in stationärer Behandlung in der Klinik Q._____. In ihrem Bericht 

vom 14. September 2017 (IV-act. 10 S. 5 ff.) stellten der Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. H._____, stellvertretender Co-

Chefarzt bei den PDGR, und der Assistenzarzt I._____ eine bipolare 

affektive Störung, gegenwärtig manische Episode ohne psychotische 

Symptome (F31.1) als Hauptdiagnose sowie sonstige Reaktionen auf 

schwere Belastungen (F43.8) und Probleme mit Bezug auf 

Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung (Z73) als Nebendiagnosen fest. 

Zum Verlauf hielten sie fest, A._____ habe beim Eintritt manisch bis max. 

mittelgradig logorrhoisch imponiert. Nach vierwöchiger stationärer 

Behandlung trete sie in stabilisiertem Zustand in die häusliche Umgebung 

aus mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis 5. September 2017. 

Mit Blick auf das weitere Prozedere wurde die Weiterführung der 

Medikation und der ambulanten psychiatrischen Behandlung sowie eine 

Anbindung an die Tagesklinik in D._____ mindestens an drei Halbtagen in 

der Woche vorgeschlagen.

- 4 -

5. Am 23. Oktober 2017 meldete sich A._____ unter Hinweis auf eine 

manische Depression und einer seit dem 14. Juni 2017 bestehenden 

100%igen Arbeitsunfähigkeit bei der Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons Graubünden, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 3).

6. Die IV-Stelle holte daraufhin einen Arztbericht für die Beurteilung des 

Anspruches auf Massnahmen für die berufliche Eingliederung ein. Dieser 

wurde am 17. November 2017 erstellt (IV-act. 19). Der Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. J._____, Oberarzt bei den 

PDGR, und die Psychologin und eidgenössisch anerkannte 

Psychotherapeutin K._____, welche A._____ seit dem 19. Juli 2017 

ambulant behandelten, wiesen darin unter den Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit neben den vorgenannten Nebendiagnosen eine 

bipolare affektive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode 

(F31.3) als Hauptdiagnose aus. Sie hielten als Prognose insbesondere 

fest, depressive Phasen mit Schlafstörungen, Grübeln und sozialem 

Rückzug würden sich mit hypomanen bis manischen Phasen abwechseln, 

bei denen Gereiztheit, Nervosität, starke psychomotorische Unruhe und 

formale Denkstörungen aufträten. Für eine Wiedereingliederung in den 

Arbeitsprozess sei die Balance in der Regulation Voraussetzung und sie 

würden die Weiterführung des multimodalen Programmes empfehlen. Sie 

attestierten A._____ weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 

17. Dezember 2017, erachteten aber die Wiederaufnahme der bisherigen 

Tätigkeit in sechs bis zwölf Monaten für zumutbar.

7. Die B._____ AG kündigte den Arbeitsvertrag mit A._____ am 

29. November 2017 per 31. Januar 2018 (IV-act. 21 S. 7).

8. In einem weiteren von der IV-Stelle eingeholten Arztbericht vom 

30. Januar 2018 führten die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 

Dr. med. P._____, Chefärztin APD/ATK Region Nord, und die 

- 5 -

Psychotherapeutin K._____ zum bisherigen Therapieerfolg aus, die 

Stimmungsschwankungen und eine sehr starke Erregbarkeit des 

Vegetativums hätten sich ganz leicht verbessert. Weiter bestehe eine 

psychomotorische Unruhe und anhaltend eine starke innere Anspannung. 

A._____ sei emotional stabiler, sodass sie die anstehenden Hausarbeiten 

und die Betreuung der bei ihr wohnenden 10-jährigen Tochter auch ohne 

Unterstützung der mittlerweile ausgezogenen ältesten Tochter machen 

könne. Die Berichterstatterinnen bescheinigten weiterhin eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit über einige Wochen (IV-act. 31).

9. Da A._____ anlässlich des Evaluationsgesprächs mit der 

Eingliederungsberaterin der IV-Stelle am 6. März 2018 kundtat, sich noch 

nicht in der Lage zu fühlen, mit Eingliederungsmassnahmen zu beginnen 

(IV-act. 23 S. 2), wurde die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 27. März 

2018 abgeschlossen (IV-act. 27).

10. Die Krankentaggeldversicherung R._____ AG gab ein psychiatrisches 

Gutachten in Auftrag. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

Dr. med. L._____, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, explorierte 

A._____ am 29. März 2018 und erstattete am 9. April 2018 sein Gutachten 

(IV-act. 35). Er konnte keine psychiatrische Diagnose stellen, weshalb die 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei (IV-act. 

35 S. 33 f.). Zu den in den Berichten der PDGR gestellten Diagnosen hielt 

er fest, in den bei Ein- bzw. Austritt aus dem stationären Klinikaufenthalt 

beschriebenen Psychostatus fänden sich keine Hinweise auf eine affektive 

Störung. Zudem werde beim Austritt festgehalten, dass der Zustand stabil 

sei, weshalb nicht nachvollzogen werden könne, warum man eine bipolare 

affektive Störung mit gar manischer Episode diagnostiziert habe. Soweit 

in der Folge eine mittelgradige depressive Episode bei bipolarer affektiver 

Störung diagnostiziert worden sei, würden im Affekt 

Stimmungsschwankungen beschrieben und nicht etwa eine anhaltende 

depressive Verstimmung über mindestens 14 Tage, was nach ICD-10 die 

- 6 -

Voraussetzung wäre, um eine depressive Episode diagnostizieren zu 

können. Zum Zeitpunkt der Untersuchung durch den Gutachter könne 

deshalb die Diagnose einer affektiven Störung nicht gestellt werden. 

Schliesslich hielt der Gutachter fest, es sei möglich, dass zu Beginn eine 

gewisse reaktive depressive Verstimmung im Sinne einer 

Anpassungsstörung bestanden habe; wie den Psychostatus entnommen 

werden könne, sei dies aber bereits zum Zeitpunkt des Aufenthalts in der 

Klinik Q._____ nicht mehr der Fall gewesen (IV-act. 35 S. 31 ff.).

11. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. M._____ des 

Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Ostschweiz stellte in seiner 

Abschlussbeurteilung am 8. Mai 2018 auf das psychiatrische Gutachten 

von Dr. med. L._____ ab. Er beurteilte A._____ in adaptierten Tätigkeiten 

ab dem 29. März 2018 als zu 100% arbeitsfähig (siehe Case Report 

BM/RE in IV-act. 132 S. 11 f.).

12. In ihrem Bericht vom 10. Mai 2018 (IV-act. 37) wiesen Dr. med. J._____ 

und Psychotherapeutin K._____ bei den bekannten Diagnosen (F31.3, 

F43.8 und Z73; siehe oben 4. und 6.) verschiedene leichte bis 

mittelgradige Beeinträchtigungen im Bereich der Aktivität und Partizipation 

aus. Sie erachteten einen Einstieg in den Arbeitsprozess im Rahmen eines 

20%-Pensums in einem Integrationsprogramm mit sukzessiver Steigerung 

für möglich. Des Weiteren beschrieben sie, dass sich die 

Stimmungsschwankungen und die sehr starke Erregbarkeit gebessert 

hätten. Die psychomotorische Unruhe und innere Anspannung seien 

rückläufig und A._____ sei emotional stabiler.

13. Die IV-Stelle gewährte A._____ mit Mitteilung vom 20. Juni 2018 Beratung 

und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 41) und erteilte mit 

Mitteilung vom 22. Juni 2018 eine Kostengutsprache für ein Arbeitstraining 

im Einsatzprogramm S._____ in D._____ vom 25. Juni 2018 bis 

30. September 2018 (IV-act. 44). Für die Dauer des Einsatzprogrammes 

- 7 -

erhielt sie Taggeldleistungen (IV-act. 45). In der entsprechenden 

Zielvereinbarung wurde gemeinsam festgelegt, dass A._____ in der 

Hauswirtschaft und im (Näh- bzw. Druck-)Atelier zu einem 

Beschäftigungsgrad von 50% eingesetzt werde, wobei dieser langsam auf 

80-100% gesteigert werden soll (IV-act. 55 und 56).

14. Da A._____ im Einsatzprogramm zwar Fortschritte machte, angesichts 

des Unterstützungsbedarfs jedoch ein langsamer Aufbau als zielführender 

erachtet wurde (vgl. IV-act. 60 S. 3 f. bzw. Case Report BM/RE in IV-act. 

132 S. 5), wurden die beruflichen Massnahmen per 31. August 2018 

abgebrochen (siehe Mitteilung vom 10. September 2018 in IV-act. 62). 

Stattdessen erteilte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 14. September 2018 

eine Kostengutsprache für ein Aufbautraining im Sinne einer 

Integrationsmassnahme durch das Einsatzprogramm S._____ in D._____ 

vom 1. September 2018 bis 30. November 2018 (IV-act. 65). Während der 

Dauer der Massnahme sprach sie A._____ weiterhin ein Taggeld zu (IV-

act. 66).

15. Am 14. November 2018 fand ein Standortgespräch statt, bei dem es unter 

anderem um die Weiterführung der Massnahme ging. A._____ gab an, mit 

40% Präsenz eigentlich schon am Anschlag, am Nachmittag müde und 

nach 1.5 Stunden erschöpft zu sein (IV-act. 71). RAD-Arzt Dr. med. 

M._____ befürwortete die Weiterführung der Massnahme, merkte jedoch 

an, dass bei Ausbleiben einer rentenausschliessenden Eingliederung 

weitere Abklärungen im Rahmen der Rentenprüfung zur sauberen 

Abgrenzung von effektiv krankheitsbedingten Einschränkungen und 

invaliditätsfremden psychosozialen Belastungsfaktoren erfolgen müssten. 

Als Ziel wurde an jenem Tag definiert, bis Ende Januar 2019 sukzessive 

eine Steigerung von 10% und damit eine stabile 50%ige Arbeitsfähigkeit 

zu erreichen. Unter dieser Prämisse wurde die Massnahme einschliesslich 

die Taggeldleistungen mit Mitteilung vom 23. November 2018 nochmals 

- 8 -

um drei Monate, also bis 28. Februar 2019, verlängert (IV-act. 73, 76 und 

77).

16. Anlässlich der Standortbestimmung vom 29. Januar 2019 wurde 

festgestellt, dass zwar die Präsenzzeit auf 50% habe gesteigert werden 

können, nicht aber die Arbeitsfähigkeit. Die Leistung reiche indes nicht für 

den ersten Arbeitsmarkt aus. Der Versuch, die Präsenz auf ein bis zwei 

Nachmittage zu erweitern, sei gescheitert (IV-act. 86). Im Schlussbericht 

zum Einsatzprogramm vom 28. Februar 2019 wurde zudem festgehalten, 

eine Arbeit im Team oder mit vielen Menschen (z.B. im Verkauf) sei ganz 

klar nicht möglich (IV-act. 97). Mit Mitteilung vom 8. März 2019 wurde die 

Integrationsmassnahme als per Ende Februar 2019 abgeschlossen erklärt 

(IV-act. 100).

17. In ihrem Verlaufsbericht vom 20. Februar 2019 (IV-act. 101) stellten 

Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ neu eine bipolare 

affektive Störung, gegenwärtig remittiert (F31.7), als Hauptdiagnose aus. 

An den zuvor gemachten Nebendiagnosen (F43.8 und Z73; siehe oben 4., 

6. und 12.) hielten sie fest. Sie berichteten von Verbesserungen in den 

Bereichen Aktivität und Partizipation. Die starke Reizempfindlichkeit habe 

sich aber nur minim verbessert. A._____ sei weiterhin schnell und stark 

ablenkbar. Die psychomotorische Unruhe mit zappelnden Bewegungen 

habe sich verbessert, bestehe unter starker Anspannung jedoch nach wie 

vor. Die Schlafstörungen seien behoben und dadurch sei die Belastbarkeit 

etwas verbessert. Die Stimmungsschwankungen seien ebenfalls weniger 

stark. Gesamthaft zeige sich, dass A._____ vulnerabel sei. Phasenweise 

könnten Anforderungen des Alltags- und Berufslebens wahrgenommen 

werden. So könne auch aktuell eine Remission der Akutsymptomatik 

beschrieben werden. Wenn die Anforderungen an Selbständigkeit 

und/oder Präsenzpensum ein gewisses Mass überschreiten würden, 

kämen wiederholt Exazerbationen im Rahmen der Grunderkrankung vor. 

Dieses kritische Präsenzpensum habe sich auch im Rahmen des 

- 9 -

Arbeitstrainings dargestellt. Bei einem 50%-Pensum (und dabei 

reduzierter Leistung) gelange A._____ an ihre Belastbarkeitsgrenze. Es 

werde von einer dauerhaften, krankheitsbedingten Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen.

18. Daraufhin liess die IV-Stelle A._____ bei der SMAB AG durch Fachärztin 

für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. N._____ psychiatrisch 

begutachten (vgl. IV-act. 106 ff.). Die Untersuchung fand am 3. Juli 2019 

statt, gefolgt von einer nachträglichen neuropsychologischen 

Begutachtung am 15. Juli 2019, und das Gutachten wurde am 

9. September 2019 erstattet (IV-act. 118). Darin diagnostizierte die 

Gutachterin eine soziale Phobie (F40.1) mit Relevanz für die 

Arbeitsfähigkeit und stellte den Verdacht auf eine depressive Episode, 

gegenwärtig remittiert, sowie differenzialdiagnostisch den Verdacht auf 

Status nach Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (F43.21), 

alles ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend hielt sie 

fest, bei A._____ lägen im Mini-ICF-APP mittelgradige Einschränkungen 

in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit bzw. der Kontaktfähigkeit zu 

Dritten und Gruppenfähigkeit sowie leichtgradige Einschränkungen der 

Durchhaltefähigkeit vor. Diese Einschränkungen bestünden vor allem in 

für sie sozial belastenden Situationen (z.B. Arbeit in einem Team/einer 

Gruppe, Arbeit mit vielen Kunden etc.) und führten zu einer 

eingeschränkten Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit in der bisherigen 

Tätigkeit als Verkäuferin, sodass in der angestammten Tätigkeit von einer 

Arbeitsfähigkeit von ungefähr 50% ausgegangen werden müsse. In einer 

angepassten Tätigkeit mit entsprechendem Anforderungsprofil bestehe 

eine Arbeitsfähigkeit von 100% (IV-act. 118 S. 20).

19. In seiner Beurteilung vom 4. Oktober 2019 erachtete RAD-Arzt Dr. med. 

M._____ A._____ gestützt auf das SMAB-Gutachten in der bisherigen 

Tätigkeit ab dem 25. Juni 2018 als zu 50% arbeitsfähig. In adaptierter 

Tätigkeit, d.h. in einer gut strukturierten Tätigkeit in ruhigem Umfeld ohne 

- 10 -

Teamarbeit und ohne besonderen Zeitdruck, ging er in Anbetracht der 

Gutachten der Dres. med. L._____ und N._____ von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit ab dem 29. März 2018 aus (siehe Case Report BM/RE in 

IV-act. 132 S. 11 f.).

20. Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2019 (IV-act. 123) stellte die IV-Stelle 

A._____ die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dabei stellte 

sie auf die vorgenannten, gestützt auf die Gutachten der Dres. med. 

L._____ und N._____ getroffenen Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit 

von RAD-Arzt Dr. med. M._____ ab.

21. In der Folge unterstützte die Pro Infirmis A._____ im Einwandverfahren 

(vgl. IV-act. 126 ff.). Am 27. November 2019 teilte die Pro Infirmis der IV-

Stelle mit, dass die PDGR keinen Bericht einreichen könnten, der 

argumentativ die Sicht der Gutachter zu entkräften vermöchte und sie 

somit bei A._____ keinen Einwand erheben würden (IV-act. 130). 

Daraufhin verfügte die IV-Stelle am 5. Dezember 2019 wie vorbeschieden 

die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 131 = act. B.2).

22. Dagegen hat A._____ am 21. Januar 2020 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben lassen (act. A.1). 

Neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 

2019 unter Kostenfolge zulasten des Kantons beantragt sie, ihr sei ein 

ihrer Erwerbsunfähigkeit angemessener Invaliditätsgrad (von mindestens 

60%) festzulegen und eine entsprechende Invalidenrente zuzusprechen. 

Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle 

zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersucht sie um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung. In materieller Hinsicht kritisiert sie im 

Wesentlichen das SMAB-Gutachten von Dr. med. N._____ vom 

9. September 2019 als widersprüchlich und nicht nachvollziehbar, 

weshalb ihm der Beweiswert abzusprechen sei. Die sich darauf 

abstützende Verfügung widerspreche krass den tatsächlichen 

- 11 -

Verhältnissen, da sämtliche behandelnden Ärzte und Psychologen von 

einer bipolaren affektiven Störung ausgehen würden. Die 

Beschwerdeführerin legt dazu eine weitere Stellungnahme von Dr. med. 

J._____ und Psychotherapeutin K._____ vom 14. Januar 2019 (recte: 

2020) ins Recht (act. B.3). Sie sei mithin seit dem 14. Juni 2017 zu 100% 

arbeitsunfähig und auch nicht in den Arbeitsmarkt eingliederbar, selbst in 

angepasster Tätigkeit nicht. Sie sei vom 1. April 2019 bis Ende November 

2019 in einem 15%-Pensum für die T._____ Stiftung tätig gewesen (vgl. 

act. B.4), habe diese Tätigkeit aber infolge Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustandes vollständig aufgeben müssen. Zur Begründung 

des URP-Gesuchs legt sie die Verfügung des Sozialdienstes ihrer 

Wohngemeinde vom 13. Juni 2018 ins Recht (act. B.6), in welcher unter 

anderem ihr und ihrer Tochter ab Mitte Mai 2018 monatlich maximal 

CHF 1'579.00 aus öffentlichen Mitteln zur Bestreitung ihres 

Lebensunterhalts zuzüglich weiterer Leistungen zugesprochen wurden.

23. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) hat in ihrer 

Stellungnahme vom 26. Februar 2020 (act. A.2) die Abweisung der 

Beschwerde beantragt und ihre in der Verfügung vom 5. Dezember 2019 

angeführte Begründung gestützt auf die in der Beschwerde vorgetragenen 

Vorbringen vertieft.

24. Die Beschwerdeführerin hat daraufhin am 31. März 2020 eine Replik 

eingereicht (act. A.3), ihren Standpunkt ebenfalls punktuell vertieft und 

einen im Sinne einer Zweitmeinung eingeholten Bericht des Facharztes 

für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. O._____ vom 28. März 2020 

eingereicht (act. B.7).

25. Nachdem die Beschwerdegegnerin am 15. April 2020 bei unveränderten 

Anträgen dupliziert hat (act. A.4), hat die Beschwerdeführerin ihrerseits am 

30. April 2020 eine Duplik (recte: Triplik) eingereicht (act. A.5).

- 12 -

Auf die angefochtene Verfügung sowie auf die Begründungen in den 

Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) sind 

Verfügungen der kantonalen IV-Stelle direkt vor dem Versicherungsgericht 

am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die sachliche und örtliche Zuständigkeit 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt sich aus Art. 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) und 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

31. August 2006 (VRG; BR 370.100). Als formelle und materielle 

Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen 

Verfügung unmittelbar betroffen, hat ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung und ist somit zur Beschwerdeerhebung 

legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 59 ATSG). Auf die im 

Übrigen im Sinne von Art. 60 und 61 lit. b ATSG (sowie Art. 38 Abs. 4 lit. c 

ATSG) frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten.

2. Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person gemäss 

Art. 28 Abs. 1 IVG nur dann, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

kann (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist (lit. b) und sie 

nach Ablauf des Wartejahres zu mindestens 40% invalid ist (lit. c). Im 

vorliegend zu beurteilenden Fall ist der Teilaspekt des Wartejahres 

unbestritten geblieben.

- 13 -

2.1. Bei erwerbstätigen versicherten Personen gilt als Invalidität die durch 

einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden 

verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

berücksichtigen, wobei eine Erwerbsunfähigkeit zudem nur vorliegt, wenn 

sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Keine 

Beeinträchtigungen der Gesundheit stellen soziokulturelle Schwierigkeiten 

mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie psychosoziale Faktoren 

dar. Invaliditätsfremde Faktoren sind darüber hinaus auch Aggravation 

und Simulation (vgl. zum Ganzen UELI KIESER, Kommentar zum 

Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

ATSG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, N 22 ff. zu Art. 7 ATSG.; siehe 

bezüglich Aggravation und ähnlicher Erscheinungen auch BGE 141 V 281 

E.2.2.1 f. und BGE 140 V 193 E.3.3).

2.2. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen 

könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der 

Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen 

Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 

gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der 

Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des 

- 14 -

Einkommensvergleichs; BGE 144 I 21 E.2.1, BGE 142 V 290 E.4, BGE 

141 V 15 E.3.2, BGE 128 V 29 E.1; Urteil des Bundesgerichts 

9C_225/2019 vom 11. September 2019 E.2).

3. Streitgegenstand im hier zu beurteilenden Fall bildet die Frage, ob die 

Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung hat bzw. ob die Abweisung ihres 

Leistungsbegehrens gemäss Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 

5. Dezember 2019 rechtskonform erfolgt ist.

3.1. Nach der in der angefochtenen Verfügung vertretenen Ansicht der 

Beschwerdegegnerin beginnt der Rentenanspruch in Anbetracht der seit 

dem 14. Juni 2017 bestehenden Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit (und der im Oktober 2017 erfolgten Anmeldung) am 1. Juni 2018. 

Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin während 

der Eingliederungsmassnahmen vom 25. Juni 2018 bis 28. Februar 2019, 

anlässlich derer sie ein Taggeld bezog, keinen Anspruch auf eine Rente 

der Invalidenversicherung hat (Art. 43 Abs. 2 IVG). Insofern ist 

insbesondere der Rentenanspruch ab dem 1. März 2019 zu prüfen.

3.2. Nicht streitig ist das gestützt auf die letzte Anstellung der 

Beschwerdeführerin bemessene Valideneinkommen von CHF 53'362.60.

3.3. Uneins sind sich die Parteien indes hinsichtlich der (Rest-)Arbeitsfähigkeit 

in leidensangepasster Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin kritisiert dabei 

die im psychiatrischen SMAB-Gutachten angenommene Arbeitsfähigkeit 

von 100% in adaptierter Tätigkeit seit Ende März 2018. Sie stellt sich auf 

den Standpunkt, sie sei auch in einer angepassten Tätigkeit nicht in den 

Arbeitsmarkt eingliederbar.

3.4. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das psychiatrische 

SMAB-Gutachten vom 9. September 2019 abgestellt hat oder ob konkrete 

- 15 -

Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von den 

übrigen medizinischen Akten derart in Zweifel gezogen wird, dass von 

einer 100%igen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit 

(d.h. gut strukturierte Tätigkeit in ruhigem Umfeld, ohne Zeitdruck und 

nicht in einem Team) für den hier massgebenden Zeitraum ab dem 1. Juni 

2018 (bzw. 1. März 2019) abzuweichen wäre.

4. Vorab sind die beweisrechtlichen Grundsätze in Erinnerung zu rufen.

4.1. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch das kantonale 

Sozialversicherungsgerichtsverfahren sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht. Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhaltes zu sorgen (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der 

Sozialversicherungsträger als verfügende Instanz und im Beschwerdefall 

das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 

sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten 

Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat 

vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des 

Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, 

für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im 

Sozialversicherungsverfahren tragen mithin die Parteien in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings 

erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

- 16 -

Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich 

hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2 mit Verweis auf BGE 138 V 218 E.6).

4.2. Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung 

des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit 

besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge auf zum auf 

Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Führen die im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden 

Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, 

sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung zur 

Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend 

wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere 

Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr 

ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierte 

Beweiswürdigung). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit 

und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung 

bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen 

Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu 

erwarten sind (vgl. zum Ganzen das Urteil des Bundesgerichts 

8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E.3.2.1). 

4.3. Um beurteilen zu können, wie sich der Gesundheitszustand einer 

versicherten Person im massgebenden Zeitpunkt darstellt, sind die 

Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht auf Unterlagen 

angewiesen, die von ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen 

Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe besteht darin, 

den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung 

im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter 

- 17 -

ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven 

Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine Diagnose zu 

stellen. Hiermit erfüllt die medizinische Fachperson ihre originäre Aufgabe, 

wofür die Verwaltung und das im Streitfall angerufene Gericht nicht 

kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt den 

ärztlichen Fachleuten hingegen keine abschliessende 

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr geben sie eine Einschätzung zur 

Arbeitsunfähigkeit ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie 

möglich begründen. Die ärztlichen Auskünfte bilden sodann eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person konkret noch zugemutet werden können (vgl. 

BGE 140 V 193 E.3.2, BGE 132 V 93 E.4 und BGE 125 V 256 E.4).

4.4. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 

eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E.2.2.2 und 

BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen 

Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 

ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

- 18 -

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten 

begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E.3a, BGE 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat 

es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen 

(BGE 125 V 351 E.3b, BGE 118 V 286 E.1b, BGE 112 V 30 E.1a mit 

Hinweisen).

4.5. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärztinnen und -ärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, BGE 125 V 351 E.3b/bb). 

Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner 

Ärztinnen und Ärzte ein vergleichbarer Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (siehe BGE 137 V 210 E.1.2.1, Urteil des Bundesgerichts 

8C_839/2016 vom 12. April 2017 E.3.1 f.). Die Tatsache allein, dass die 

befragte Ärztin oder der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

- 19 -

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den ärztlichen Berichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit der Gutachterin oder des Gutachters 

allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 

351 E.3b/ee, BGE 122 V 157 E.1c). Bestehen auch nur geringe Zweifel an 

der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 

225 E.5.2, BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteile des Bundesgerichtes 

9C_415/2017 vom 21. September 2017 E.3.2, 8C_452/2016 vom 

27. September 2016 E.4.2.2 f. und 8C_245/2011 vom 25. August 2011 

E.5.3). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten darf 

und soll das Gericht auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 

diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen 

(BGE 135 V 465 E.4.5, BGE 125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt es 

die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch 

tätigen (Fach-)Person einerseits und der Begutachtungsauftrag der 

amtlich bestellten fachmedizinischen Expertin (vgl. dazu BGE 124 I 170 

E.4) andererseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets 

in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, 

wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden 

Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin die Fälle, wo 

sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende Beurteilung aufdrängt, 

weil die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte wichtige – nicht 

rein der subjektiven Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die 

bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_317/2019 vom 30. September 2019 E.2.3, 

8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2 und 8C_835/2018 vom 23. April 

2019 E.3).

- 20 -

4.6. In tatsächlicher und zeitlicher Hinsicht ist im Beschwerdeverfahren für das 

angerufene Gericht schliesslich der gesundheitliche Zustand 

massgebend, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung verwirklicht hat (siehe statt vieler Urteil des 

Bundesgerichts 8C_136/2017 vom 7. August 2017 E.3; vgl. UELI KIESER, 

a.a.O., N 109 zu Art. 61 ATSG). Im vorliegenden Fall ist somit auf die 

Verhältnisse, wie sie sich bis zum 5. Dezember 2019 präsentierten, 

abzustellen. 

5. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das SMAB-Gutachten sei weder 

schlüssig noch nachvollziehbar, weshalb ihm kein Beweiswert zukomme, 

verfängt ihr Einwand nicht. Vielmehr ist der Beschwerdegegnerin 

beizupflichten, dass die Gutachterin sich in ihrer Beurteilung in Kenntnis 

der medizinischen Vorakten (IV-act. 118 S. 25 ff.) sorgfältig mit den 

gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin 

auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen gestützt auf die eigenen 

Untersuchungen getroffen hat (vgl. z.B. IV-act. 118 S. 13 ff.). Auch flossen 

die von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben zur 

Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung 

zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein 

(vgl. IV-act. 118 S. 5 ff.).

5.1.1. Die Gutachterin Dr. med. N._____ orientierte sich bei der Frage, ob die 

diagnostizierten psychischen Leiden zu einer Arbeitsunfähigkeit führen, 

rechtssprechungsgemäss an den Standardindikatoren gemäss BGE 141 

V 281 (siehe auch BGE 145 V 361 E.4 mit Hinweisen; vgl. IV-act. 118 

S. 17 ff.). Ihre Ausführungen zur der Beurteilung der medizinischen 

Situation sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 

Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. So hielt sie zur 

Diagnoseherleitung nachvollziehbar fest, im Zeitpunkt der gutachterlichen 

Untersuchung seien bei der Beschwerdeführerin die Kriterien gemäss 

ICD-10 für eine depressive Episode nicht erfüllt. Insbesondere die nach 

- 21 -

ICD-10 geforderten mindestens zwei Zentralkriterien (depressive 

Stimmung [in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen 

Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen 

unbeeinflusst von den Umständen und mindestens zwei Wochen 

anhaltend], Interessen- oder Freudeverlust [an Aktivitäten, die 

normalerweise angenehm seien] sowie ein verminderter Antrieb oder 

gesteigerte Ermüdbarkeit) seien nicht in ausreichendem Schweregrad 

erfüllt (IV-act. 118 S. 16). Dies leuchtet insbesondere vor dem Hintergrund 

des von Dr. med. N._____ erhobenen Untersuchungsbefunds zur 

Affektivität ein, wozu festgehalten wurde, die Beschwerdeführerin habe 

sich während der gutachterlichen Exploration ganz überwiegend in 

ausgeglichener Stimmung gezeigt. Einmalig, als sie über ihren im 2003 

verstorbenen Vater gesprochen habe, habe sie leicht bedrückt und leicht 

affektlabil gewirkt, was nachvollziehbar sei. Die affektive 

Schwingungsfähigkeit sei nicht reduziert. Die Beschwerdeführerin habe 

während der Untersuchung auch wiederholt lachen können. Ein 

ausgewiesener Freude- oder Interessenverlust bestehe nicht. Es 

bestünden Insuffizienzgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit. Die 

Beschwerdeführerin habe auch teilweise Suizidgedanken angegeben 

ohne Hinweis für eine akute Suizidalität. Es gebe keine Hinweise für einen 

ausgewiesenen sozialen Rückzug (IV-act. 118 S. 14).

5.1.2. Zur Diagnoseherleitung führte Dr. med. N._____ des Weiteren aus, es sei 

aufgrund der Unterlagen nicht abschliessend zu beurteilen, ob in der 

Vergangenheit bereits eine depressive Episode vorgelegen habe. So 

müsse von einer Verdachtsdiagnose depressive Episode, gegenwärtig 

remittiert (F32.4), differenzialdiagnostisch möglicherweise auch ein Status 

nach Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (F43.21), 

ausgegangen werden. Die von der Beschwerdeführerin beschriebene 

sozialphobische Symptomatik (z.B. unter unbekannten Menschen, in 

neuen unbekannten Situationen) mit begleitender körperlicher 

- 22 -

Symptomatik (Atemnot, Herzrasen, Hitzewellen, Miktionsdrang) und auch 

entsprechenden Vermeidungsverhalten sei am ehesten im Rahmen einer 

sozialen Phobie (F40.1) zu interpretieren. Besonders erwähnenswert sei 

aber, dass diese Symptomatik bisher nicht in den psychiatrischen Akten 

festgehalten sei, sodass bisher auch keine entsprechende 

störungsspezifische Behandlung erfolgt sei. Die Störung sei als 

mittelgradig ausgeprägt und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

einzuschätzen. Hinweise für histrionische Persönlichkeitszüge, wie in den 

Akten festgehalten, seien nicht festzustellen (IV-act. 118 S. 16).

5.2. Die Gutachterin setzte sich ferner mit der Einschätzung der behandelnden 

Ärztinnen und Ärzte sowie Psychologinnen, einschliesslich jener von 

Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____, auseinander und 

zeigte nachvollziehbar auf, weshalb sie eine andere Ansicht vertritt (IV-act. 

118 S. 18 ff.). So werde im Bericht vom 23. Juni 2017 (von Dr. med. 

E._____ und Psychotherapeutin F._____, IV-act. 10 S. 1 f.) die Diagnose 

einer mittelgradigen depressiven Episode (F32.1) gestellt, welche aber 

nicht vollständig nachvollzogen werden könne, da der 

psychopathologische Befund unvollständig sei. Im Bericht vom 

14. September 2017 (von Dr. med. H._____ und Assistenzarzt I._____, 

IV-act. 10 S. 5 ff.) zum stationären Klinikaufenthalt werde eine manische 

Episode ohne psychotische Symptome diagnostiziert (F31.1) basierend 

darauf, dass die Beschwerdeführerin mittelgradig logorrhoisch sei. Bei 

Eintritt werde die Stimmung im psychopathologischen Befund als 

ambivalent, lachend und zwischendurch weinend, bei einem leicht 

erhöhten Antrieb beschrieben. Die diagnostische Einschätzung einer 

manischen Episode aufgrund dieses psychopathologischen Befundes sei 

nicht nachzuvollziehen. Auch dass die Beschwerdeführerin am Vortag 

suizidale Gedanken gehabt habe und am Tag nach der psychiatrischen 

Hospitalisation auf eine offene Station habe übertreten können, spreche 

eher gegen das Vorliegen einer manischen Episode. Im Bericht fehlten 

- 23 -

zudem Angaben zu Libido, Geldausgaben und auch Schlaf, die für eine 

abschliessende Beurteilung einer manischen/hypomanischen Episode 

wichtig wären. Aus demselben Grund sei auch der Bericht vom 

17. November 2017 (von Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin 

K._____ [IV-act. 19]) nicht vollständig nachzuvollziehen. Der 

psychopathologische Befund sei unvollständig, sodass der Schweregrad 

einer mittelgradigen depressiven Episode nicht vollständig 

nachvollziehbar sei. Hypomanische und manische Phasen mit Gereiztheit, 

Nervosität, starker psychomotorischer Unruhe und formalen 

Denkstörungen würden beschrieben. Diese Symptome seien gemäss 

ICD-10 indes nicht ausreichend, um eine manische oder hypomanische 

Episode zu diagnostizieren. Im Verlaufsbericht vom 20. Februar 2019 

(wiederum von Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ [IV-act. 

101]) werde in Übereinstimmung mit der aktuellen gutachterlichen 

Untersuchung von einer remittierten depressiven Episode ausgegangen 

(IV-act. 118 S. 18 f.). 

5.3.1. Soweit die Beschwerdeführerin und Dr. med. O._____ in seinem Bericht 

vom 28. März 2020 (act. B.7) kritisieren, dass erstere aus gutachterlicher 

Sicht an einer sozialen Phobie leiden soll, kann ihnen nicht gefolgt werden. 

Vielmehr gab die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung selbst 

an, sie fühle sich vor allem unter ihr unbekannten Menschen unwohl, 

sodass sie nicht in einem Team arbeiten könne. Sie könne sich in solchen 

Situationen nicht konzentrieren. Sie habe das Gefühl, die Leute würden 

sie komisch anschauen. Sie fühle sich nicht kompetent und habe 

Probleme mit der Atmung sowie Herzrasen. Es werde ihr ganz heiss im 

Kopf und sie müsse dann raus bzw. die Situation verlassen. Wenn sie 

nervös sei, würde sie auch einen Miktionsdrang haben. Wenn Leute neben 

ihr seien, könne sie nur schlecht nähern (recte wohl: nähen). Sie würde 

deswegen auch nicht mit vielen Leuten die Pausenzeit verbringen. Auch 

neue und unbekannte Situationen würden ihr Angst bereiten. Es sei ihr 

- 24 -

manchmal auch peinlich, dass sie stottern würde (IV-act. 118 S. 5). Die 

psychiatrische Gutachterin erkannte bereits in den Unterlagen zur 

durchgeführten Integrationsmassnahme Hinweise auf eine 

sozialphobische Symptomatik (IV-act. 118 S. 21). So wurde im 

Schlussbericht vom 28. Februar 2019 unter anderem beschrieben, dass 

eine Arbeit im Team oder mit vielen Menschen (z.B. im Verkauf) ganz klar 

nicht möglich sei. Die Beschwerdeführerin werde auch in einer kleinen 

Gruppe (im Atelier 3 Personen) extrem nervös sowie zittrig und die 

Konzentration sei weg (IV-act. 97 S. 2). Von solchen Symptomen wird 

auch in den weiteren Akten zur Eingliederung berichtet (vgl. z.B. 

Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 17. Oktober 2018 [IV-act. 98 S. 1], wonach 

die Beschwerdeführerin immer noch sehr starke Schwankungen habe und 

sehr schnell "hypere", am Morgen noch stark zittere und rund eine Stunde 

brauche, um sich zu sammeln; Standortgespräch vom 29. Januar 2019 

[IV-act. 86], wonach es der Beschwerdeführerin schwerfalle, mit anderen 

Teilnehmern im gleichen Raum zu arbeiten, wobei sie sage, dass sie sich 

nicht konzentrieren könne und viele Fehler mache; Standortgespräch vom 

5. Oktober 2018 [IV-act. 68], dem die Aussage der Beschwerdeführerin zu 

entnehmen ist, dass sie viele Leute nicht ertrage und sie oft sehr nervös 

sei; Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 9. August 2018 [IV-act. 60 S. 3], 

wonach sie sehr, sehr nervös sei und es ihr viel schwindelig werde, wobei 

die Geräusche der Nähmaschinen sie noch nervöser gemacht hätten; 

Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 22. August 2018 [IV-act. 60 S. 3], wonach 

es Tage gäbe, an denen sie extrem zittere; Beobachtungsbogen vom Amt 

für Industrie, Gewerbe und Arbeit, Eintrag vom 4. Juli 2018 [IV-act. 58 

S. 2], wonach die Beschwerdeführerin nervlich angespannt erscheine, 

wippe, zittere und sich sehr stark an die Gesichtshaut greife). Soweit die 

Beschwerdeführerin in der Replik bemängelt, die Integrationsmassnahme 

decke nur einen Zeitraum von acht Monaten ab, weshalb darin keine 

Grundlage für die Diagnose einer Sozialphobie erblickt werden könne, ist 

ihr entgegenzuhalten, dass sich bereits zuvor Anhaltspunkte dafür in 

- 25 -

medizinischen Unterlagen finden. So gab sie beispielsweise anlässlich der 

Begutachtung bei Dr. med. L._____ (Exploration vom 29. März 2018) an, 

sie verspüre ein Zittern, habe öfter Panik und Angst, wobei sie davon 

manchmal nicht selber rauskomme (IV-act. 35 S. 11). Auch würden sie 

viele Leute oder Lärm stören und sie müsse sich oftmals zurückziehen (IV-

act. 35 S. 18 und 31). Zwar könne sie den Haushalt schon selber machen, 

aber sie mache viel Geschirr kaputt wegen ihrer Nervosität und dem Zittern 

(IV-act. 35 S. 19). Des Weiteren tat die Beschwerdeführerin anlässlich des 

Evaluationsgesprächs mit der Eingliederungsberaterin am 6. März 2018 

namentlich kund, sie habe Schwindel, Angstzustände im Einkaufsladen 

sowie im Bus und zittere stark; bei einer beruflichen Tätigkeit seien solche 

mit Menschenansammlungen zu vermeiden (IV-act. 23; vgl. ferner auch 

den Schadeninspektionsbericht der Helsana vom 8. September 2017 [IV-

act. 9 S. 6]). Insgesamt erscheint die von Dr. med. N._____ gestellte 

Diagnose einer sozialen Phobie somit als plausibel.

5.3.2. Auch ist der von ihr sorgfältig hergeleitete Ausschluss einer manischen 

Episode bei einer bipolaren affektiven Störung nachvollziehbar. Dabei 

stellte sie namentlich auf den echtzeitlichen psychopathologischen Befund 

ab (vgl. hierzu vor allem den Bericht vom 14. September 2017 zum 

stationären Klinikaufenthalt vom 1. August 2017 bis 1. September 2017, 

IV-act. 10 S. 5 ff.), wobei sie dazu anmerkte, daraus lasse sich die 

Diagnose einer manischen Episode nicht nachvollziehen (IV-act. 118 

S. 18). Dass die damalige Befunderhebung mangelhaft und somit nicht 

nachvollziehbar ist, stimmt denn auch mit der Einschätzung von Dr. med. 

O._____ in dem von der Beschwerdeführerin selbst beigebrachten Bericht 

vom 28. März 2020 überein (act. B.7). Darin bemerkte dieser, dass der 

anlässlich des Klinikaufenthalts erhobene Psychostatus nicht den Kriterien 

nach AMDP (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der 

Psychiatrie) entspreche. Dies sei entweder auf einen unerfahrenen 

Assistenzarzt zurückzuführen, welcher nicht ausreichend exploriert habe, 

- 26 -

oder auf den Umstand, dass ein vernünftiger Psychostatus aufgrund der 

gehobenen Stimmung nicht möglich gewesen sei (act. B.7 S. 3). Weshalb 

gemäss Dr. med. O._____ trotzdem auf die Austrittsdiagnose einer 

bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig manische Episode ohne 

psychotische Symptome (F31.1) abgestellt werden könne, begründet er in 

seiner Stellungnahme nicht weiter. Dies leuchtet gestützt auf die eigenen 

Angaben der Beschwerdeführerin zum Klinikaufenthalt im August 2017 

denn auch nicht ein, gibt sie dazu doch selbst an, sich damals nicht in einer 

gehobenen, situationsinadäquaten Stimmung, sondern vielmehr in einer 

gedrückten Stimmung befunden zu haben. So führte sie anlässlich der 

SMAB-Begutachtung an, sie sei damals alleine gewesen, da ihre kleine 

Tochter beim Vater in den Ferien und ihre beiden anderen Töchter 

ebenfalls abwesend gewesen seien, sodass sie sich alleine gefühlt habe 

und es ihr psychisch nicht gut gegangen sei. Sie habe auch gedacht, da 

ihre kleine Tochter beim Vater sei, es sei in Ordnung, sich umzubringen, 

sodass sie zuerst in die Kirche beten gegangen und danach zum Bach 

gelaufen sei. Es sei ihr dann der Gedanke gekommen, zuerst noch mit 

Psychotherapeutin K._____ zu sprechen, weshalb sie ins naheliegende 

Spital gegangen sei. Dort habe eine Putzfrau sie weinen sehen und sie 

auf den Notfall begleitet, woraufhin sie in die psychiatrische Klinik 

eingewiesen worden sei. In der Klinik habe sie Quetiapin erhalten, was sie 

müde gemacht habe. Sie sei in dieser Zeit sehr traurig gewesen, habe viel 

gegrübelt und sei wegen ihres Arbeitgebers enttäuscht und verletzt 

gewesen. In der Klinik sei sie auch unruhig und ungeduldig gewesen und 

habe alles alleine machen wollen, da sie das gewohnt gewesen sei (IV-

act. 118 S. 6). Die gleichen Umstände gab die Beschwerdeführerin auch 

gegenüber Dr. med. L._____ an, indem sie ausführte, im August [2017] 

sei ihre jüngste Tochter mit dem Vater in die Ferien gegangen und sie sei 

alleine gewesen. Da sei es ihr schlecht gegangen. Sie habe gedacht, dass 

sich nicht mehr leben müsse bzw. dass sie es nicht im Griff habe usw. (IV-

act. 35 S. 11). Vor diesem Hintergrund leuchten die gutachterlichen 

- 27 -

Schlussfolgerungen zur manischen Episode bzw. zur bipolaren Störung 

entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin und von Dr. med. 

O._____ ein.

5.4. Des Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin, dass im SMAB-Gutachten 

lediglich ein Verdacht auf eine depressive Episode sowie auf eine längere 

depressive Reaktion nach einer Anpassungsstörung gestellt worden sei. 

Diese Ansicht ist insoweit zu relativieren, als Dr. med. N._____ 

ausweislich davon ausging, dass ab dem 14. Juni 2017 eine depressive 

Symptomatik bei der Beschwerdeführerin vorgelegen habe, sich indes 

deren Schweregrad nicht vollständig aus den Akten nachvollziehen lasse, 

sodass die möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht 

abschliessend beurteilt werden könne (vgl. IV-act. 118 S. 21). Dies stimmt 

denn auch insoweit mit der Einschätzung von Dr. med. L._____ in seinem 

Gutachten vom 9. April 2018 überein, als er darin ausführte, es sei 

möglich, dass zu Beginn eine gewisse reaktive depressive Verstimmung 

im Sinne einer Anpassungsstörung bestanden habe, diese aber bereits im 

Zeitpunkt des Klinikaufenthalts (gemäss damaligem Psychostatus) nicht 

mehr vorgelegen habe (IV-act. 35 S. 33). Dr. med. L._____ verneinte auch 

für den Zeitpunkt seiner Untersuchung vom 29. März 2018 das Vorliegen 

einer affektiven Störung. Dazu führte er aus, die Grundstimmung der 

Beschwerdeführerin sei euthym gewesen und die affektive 

Modulationsfähigkeit nicht eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin habe 

zwar über Stimmungsschwankungen berichtet, vor allem aber über 

psychovegetative Symptome, welche gelegentlich auftreten würden und 

nicht über eine anhaltende depressive Verstimmung über mindestens 

14 Tage, was Voraussetzung wäre, um nach ICD-10 die Diagnose einer 

depressiven Episode stellen zu können (IV-act. 35 S. 32). Darüber hinaus 

ergibt sich aus dem von der Beschwerdeführerin seinerzeit beschriebenen 

Tagesablauf, dass sie nach dem Frühstück zu Fuss in die Tagesklinik 

gehe, was sie super finde und rund eine halbe Stunde dauere. Am Mittag 

- 28 -

sei sie manchmal müde und fahre deshalb mit dem Bus nach Hause, wo 

sie mit ihrer jüngsten Tochter das Mittagessen einnehme. Manchmal 

koche sie vor oder mache Nudeln, manchmal mache auch ihre Tochter 

etwas selber oder sie würden etwas aus dem Kühlschrank essen. Nach 

dem Mittagessen mache sie eine Pause, lege sich hin und würde lesen. 

Am Nachmittag mache sie nichts Grosses. Manchmal gehe sie mit ihrer 

Tochter einkaufen. Am Abend würden sie zusammen essen und über die 

Schule sprechen, bevor sie im Fernsehen die Nachrichten schaue, mit 

ihrer Tochter rede und etwas lese. Manchmal koche sie etwas für den 

nächsten Tag. Mit Blick auf die Freizeitaktivitäten führte die 

Beschwerdeführerin namentlich aus, einmal sei sie mit ihrer jüngsten 

Tochter langlaufen gewesen. Ihre Tochter habe ihr auch Skaten 

beibringen wollen. Ausserdem koche sie gerne, worin sie nach Auffassung 

anderer in der Klinik gut sei. Sie sei kreativ und würde auch etwas 

zeichnen. Sie koche in der Klinik, gehe aber über Mittag trotzdem nach 

Hause, weil es ihr wichtig sei, ihre Tochter zu sehen. Sie habe auch 

Kontakt zu anderen Leuten, wenn auch nicht viel. Sie habe ganz liebe 

Freundinnen, die ihr auch beim Umzug geholfen hätten (IV-act. 35 S. 21 

f.). Diese Verhaltensweisen deuten insgesamt nicht darauf hin, dass 

damals bei der Beschwerdeführerin ein Interessenverlust oder ein 

Antriebsmangel vorgelegen hätten (vgl. dazu die gutachterlichen 

Bemerkungen in IV-act. 118 S. 19). Weshalb auf das Gutachten von 

Dr. med. L._____ – wie die Beschwerdeführerin in der Replik vorbrachte 

– nicht abgestellt werden dürfte, leuchtet nicht ein. Wie erwähnt (siehe 

oben E.4.4) ist für den Beweiswert grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten 

ausschlaggebend. Auch kommt es nicht auf die Dauer der Untersuchung 

an; vielmehr ist in erster Linie massgebend, ob die Expertise inhaltlich 

vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_290/2019 vom 25. September 2019 E.4.2 mit Hinweisen), was 

- 29 -

vorliegend zutrifft. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 

berücksichtigte Dr. med. L._____ auch ihre Angaben zum jetzigen Leiden 

sowie zur Krankheitsentwicklung und es finden sich keine Anhaltspunkte 

dafür, dass seine Beurteilung unfair oder voreingenommen gewesen wäre 

(vgl. IV-act. 35 S. 10 ff.). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass auch RAD-

Arzt Dr. med. M._____ anlässlich des Standortgesprächs vom 

14. November 2018 anmerkte, die Beschwerdeführerin berichte mit 

grossen Gesten, reger Mimik und Gestik, modulierter Stimme und sei gut 

schwingungsfähig. Ihren Angaben zufolge gehe es besser, sie könne die 

Energie besser einteilen und Freude empfinden, wodurch ihre 

Arbeitsqualität besser geworden sei (IV-act. 71). Dies deckt sich denn 

auch mit dem während der Eingliederungsmassnahmen gewonnenen 

Eindruck, wonach sie z.B. grosse Freude und Geschick beim Siebdruck 

oder im Rahmen des für sie eingerichteten Nähateliers entwickelt hatte 

(vgl. Standortgespräch vom 5. Oktober 2018 [IV-act. 68], Besprechung 

vom 14. November 2018 [IV-act. 73], Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 

19. November 2018 [IV-act. 98 S. 2] und Schlussbericht vom 28. Februar 

2019 [IV-act. 97 S. 3 f.]). Zudem bestätigte auch Dr. med. O._____ in 

seinem Bericht vom 28. März 2020, dass unter der ambulanten und 

tagesklinischen Behandlung eine psychische Stabilisierung der 

Beschwerdeführerin erreicht werden konnte (act. B.7). Damit 

übereinstimmend stellten Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin 

K._____ in ihrem Verlaufsbericht vom 20. Februar 2019 eine gegenwärtig 

remittierte bipolare affektive Störung fest (IV-act. 101). Schliesslich 

verneinte auch Dr. med. N._____ in ihrem Gutachten vom 9. September 

2019 (Exploration am 3. Juli 2019) – wie bereits dargelegt – das Vorliegen 

einer depressiven Symptomatik nachvollziehbar (vgl. IV-act. 118 S. 16 und 

14).  

5.5. In Abweichung von den behandelnden Fachpersonen hielt Dr. med. 

N._____ gestützt auf die vorerwähnte schlüssige Herleitung der 

- 30 -

Diagnosen und in Würdigung der Ressourcen (insbesondere stabiles und 

gutes soziales bzw. familiäres Umfeld mit regelmässigen Kontakten und 

ohne Hinweise für einen ausgewiesenen sozialen Rückzug, gute 

Integration mit auch guten Deutschkenntnissen, Wahrnehmung von 

Interessen und Hobbies sowie jahrelange Berufserfahrung als 

Verkäuferin) wie auch der Einschränkungen (mittelgradig eingeschränkte 

Flexibilität, Umstellungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten und 

Gruppenfähigkeit sowie leichtgradig eingeschränkte Durchhaltefähigkeit 

vor allem in sozial belastenden Situationen) nachvollziehbar eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit im Sinne einer gut strukturierten 

Tätigkeit in einem sehr ruhigen Umfeld ohne Arbeit im Team und in der 

Gruppe, ohne besonderen Zeitdruck, ohne zu hohe Anforderungen an die 

emotionale Belastbarkeit bzw. Konzentrationsfähigkeit, ohne 

Gefährdungspotential sowie ohne Schichtdienst fest (IV-act. 118 S. 20 f.). 

Dieses Anforderungsprofil für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit trägt 

auch den im Rahmen des Einsatzprogramms festgestellten 

Schwierigkeiten Rechnung. Insbesondere wurde im Schlussbericht vom 

28. Februar 2019 festgehalten, eine Arbeit im Team oder mit vielen 

Menschen (z.B. im Verkauf) sei ganz klar nicht möglich; die 

Beschwerdeführerin werde auch in einer kleinen Gruppe (im Atelier seien 

drei Personen) extrem nervös bzw. zittrig und die Konzentration sei weg 

(IV-act. 97 S. 2; vgl. ferner Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 9. August 2018, 

wonach die Geräusche der Nähmaschinen die Beschwerdeführerin noch 

nervöser machen würden [IV-act. 60 S. 3], Standortgespräch vom 

5. Oktober 2018, wonach die Beschwerdeführerin viele Leute nicht ertrage 

[IV-act. 68], Standortgespräch vom 29. Januar 2019, wonach sie ihre 

Pausen brauche, es ihr schwerfalle, mit anderen Teilnehmern im gleichen 

Raum zu arbeiten, und sie sich dabei nicht konzentrieren könne [IV-act. 

86], oder Detailbericht zum Einsatzprogramm vom 28. Februar 2019, 

wonach sich die Unmöglichkeit der Teamarbeit gezeigt habe, weil die 

Beschwerdeführerin z.B. im Pausenraum, bei der Arbeit in Kleingruppen 

- 31 -

und bei den Bildungsmodulen im Schulzimmer grosse Mühe gehabt habe 

[IV-act. 95 S. 3]). Zudem deckt sich das gutachterlich festgelegte 

Anforderungsprofil auch weitgehend mit jenem der behandelnden 

Fachpersonen (vgl. hierzu z.B. Bericht von Dr. med. J._____ und 

Psychotherapeutin K._____ vom 17. November 2017 [IV-act. 19 S. 3], 

Arztbericht von Dr. med. P._____ und Psychotherapeutin K._____ vom 

30. Januar 2018 [IV-act. 31 S. 3] oder Arztbericht von Dr. med. J._____ 

und Psychotherapeutin K._____ vom 10. Mai 2018 [IV-act. 37 S. 3]). Im 

Rahmen der Eingliederungsmassnahmen wurden ausserdem mehrere 

Ressourcen der Beschwerdeführerin ausgewiesen. So wurde sie für ihre 

Kreativität und schnelle Aneignung der Siebdrucktechnik gelobt, welche 

sie gut mit Näharbeiten verknüpfen konnte und schöne Sachen herstellte 

(vgl. Besprechung vom 14. November 2018 [IV-act. 73]; vgl. auch 

Detailbericht zum Einsatzprogramm vom 28. Februar 2019 [IV-act. 95 

S. 1]). Ferner blühte sie auf, als für sie ein Nähatelier eingerichtet wurde, 

in welchem sie diverse Aufträge entgegennehmen und ausführen konnte 

(vgl. Schlussbericht vom 28. Februar 2019 [IV-act. 97 S. 3] sowie 

Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 19. bzw. 23. November 2018 [IV-act. 98 

S. 2]). Auch war die Beschwerdeführerin in der Lage, ihren Haushalt 

weitgehend selbstständig zu erledigen und sich um ihre Tochter zu 

kümmern (vgl. Arztbericht von Dr. med. P._____ und Psychotherapeutin 

K._____ vom 30. Januar 2018 [IV-act. 31 S. 2]). Aus dem SMAB-

Gutachten geht ferner hervor, dass die Beschwerdeführerin regelmässig 

Kontakt zur ihren Kolleginnen pflegte und für diese kochte (IV-act. 118 

S. 10), in ihrer Freizeit gerne nähte, backte, kochte und spazierte (IV-act. 

118 S. 11) und auch Ferienreisen unternahm (IV-act. 118 S. 11). 

Angesichts dieser beachtlichen, auch in einer angepassten Tätigkeit 

nutzbaren Ressourcen und Fähigkeiten erscheint es plausibel, wenn die 

psychiatrische Gutachterin auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit schloss.

- 32 -

5.6.1. Wenn nun insbesondere Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin 

K._____ aufgrund der psychischen Leiden eine andere 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung vornahmen, ist der sich darauf 

abstützenden Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass ärztliche 

Beurteilungen, insbesondere in psychiatrischer Hinsicht, von der Natur der 

Sache her unausweichlich Ermessenszüge aufweisen, die es zu 

respektieren gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_699/2018 vom 

28. August 2019 E.4.2.2 mit Hinweisen). Nur weil behandelnde 

Fachpersonen zu einer anderen Einschätzung gelangen bzw. an 

vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten, ist es 

rechtsprechungsgemäss nicht geboten, ein Administrativgutachten stets 

in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen. 

Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ brachten in ihren 

Stellungnahmen denn auch nichts vor, was in der psychiatrischen 

Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein soll (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2). 

5.6.2. Auch können Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ genauso 

wenig wie die Beschwerdeführerin nichts zugunsten Letzterer ableiten, 

wenn sie vorbringen, die aus der durchgeführten Integrationsmassnahme 

gewonnenen Erkenntnisse, insbesondere das Scheitern dieser 

Massnahme, stünden im Widerspruch zur gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung (vgl. insbesondere den Arztbericht vom 

14. Januar 2020 [act. B.3] sowie Beschwerde [act. A.1] Ziff. 7). Zwar trifft 

es zu, dass die Beschwerdeführerin ihre Präsenz anlässlich der 

Eingliederungsmassnahme im Einsatzprogramm nicht über ein 50%-

Pensum (bei reduzierter Leistungsfähigkeit) hat steigern können (vgl. 

Standortgespräch vom 29. Januar 2019 [IV-act. 86], Schlussbericht vom 

28. Februar 2019 [IV-act. 97 S. 2], Auftrag Gutachten vom 8. Mai 2019 [IV-

act. 109]). Diese Feststellung ist aber insoweit zu relativieren, als die 

Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung selbst angab, sie habe 

- 33 -

im Integrationsprogramm öfters Pausen gebraucht, sei müde und nicht fit 

genug gewesen und habe auch nicht im Team arbeiten können. Menschen 

hätten sie gestört und sie habe Mühe mit der Konzentration gehabt (IV-

act. 118 S. 9). Dies wiederspiegelt sich denn auch insoweit in den Akten, 

als im Schlussbericht vom 28. Februar 2019 ausgeführt wurde, eine Arbeit 

im Team oder mit vielen Menschen (z.B. im Verkauf) sei ganz klar nicht 

möglich. Die Beschwerdeführerin werde auch in einer kleinen Gruppe 

extrem nervös bzw. zittrig und die Konzentration sei weg (IV-act. 97 S. 2). 

Insoweit erweist sich die Integrationsmassnahme im Einsatzprogramm 

aus gutachterlicher Sicht nicht als optimal angepasste Tätigkeit, denn 

diese umfasst namentlich gut strukturierte Arbeiten in einem sehr ruhigen 

Umfeld, ohne Arbeit im Team und in der Gruppe (IV-act. 118 S. 21), 

weshalb nicht weiter verwunderlich ist, dass die Beschwerdeführerin nach 

ihren Angaben an ihre Grenzen stiess. Dass auch RAD-Arzt Dr. med. 

M._____ der Auffassung gewesen sei, sie könne aufgrund ihrer Labilität 

kein Pensum von 50% bewältigen, findet keine Stützte in den Akten. 

Vielmehr führte er in seinem Bericht vom 15. November 2018 aus, auf 

Basis des Verlaufs der Eingliederungsmassnahmen und des klinischen 

Eindrucks bestünden bei der Beschwerdeführerin Ressourcen und 

Defizite. Eine saubere Abgrenzung von effektiv krankheitsbedingten 

Einschränkungen und invaliditätsfremden psychosozialen 

Belastungsfaktoren sei ihm angesichts des blossen Eindrucks anlässlich 

der Standortbestimmung ohne vertiefte psychiatrische Exploration nicht 

möglich. Sollte keine rentenausschliessende Eingliederung gelingen, 

müssten entsprechende weitere Abklärungen im Rahmen der 

Rentenprüfung erfolgen (IV-act. 71 S. 2). Tatsächlich scheinen 

invalidenversicherungsrechtlich grundsätzlich nicht relevante Faktoren, 

insbesondere des psychosozialen Formenkreises (vgl. dazu BGE 141 V 

281 E.3.4.2.1, BGE 127 V 294 E.5a), für den Abbruch der 

Integrationsmassnahmen eine nicht unwesentliche Rolle gespielt zu 

haben. So merkte die Beschwerdeführerin im Standortgespräch vom 

- 34 -

29. Januar 2019 selbst an, dass sie den Versuch, auch am Nachmittag ins 

Eingliederungsprogramm zu kommen, nicht in den Angriff nehmen konnte, 

da dies zu viel Stress für sie gewesen sei. Da seien zu viele Gedanken 

zusammengekommen, wie sie das Mittagessen für ihre Tochter zubereiten 

solle, wann sie wieder auf den Bus müsse, damit sie nicht zu spät komme 

etc. All dies habe zu viel Stress verursacht und ihr Schwierigkeiten 

bereitet. Ausserdem hätte sie seinerzeit zusätzlich Stress mit ihrer 

mittleren Tochter gehabt, welche arbeitslos gewesen sei und Schulden 

gehabt habe (IV-act. 86). Sie hätte ihr schon geholfen, habe aber selber 

auch kein überflüssiges Geld (IV-act. 86; vgl. ferner Verlaufsprotokoll, 

Eintrag vom 17. Oktober 2018 [IV-act. 98 S. 2] und Eintrag vom 

11. Februar 2019 [IV-act. 98 S. 3]). Ausserdem ist darauf hinzuweisen, 

dass rechtsprechungsgemäss die Frage nach den noch zumutbaren 

Tätigkeiten und Arbeitsleistungen ohnehin nach Massgabe der objektiv 

feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und 

nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen 

erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten ist (Urteile des 

Bundesgerichts 9C_798/2018 vom 26. Juli 2019 E.4.2.1, 8C_801/2018 

vom 13. Februar 2019 E.4.3 und 9C_646/2015 vom 19. Mai 2016 E.4.4).

5.6.3. Nicht gefolgt kann der Beschwerdeführerin bzw. Dr. med. J._____ und 

Psychotherapeutin K._____ in ihrem Bericht vom 14. Januar 2020 (act. 

B.3) des Weiteren, soweit vorgebracht wird, die am 25. Juli 2019 (recte: 

15. Juli 2019) durchgeführte neuropsychologische Untersuchung sei im 

SMAB-Gutachten nicht bzw. nur ungenügend gewürdigt worden und 

könne die Diskrepanzen zwischen dem Gutachten und den von den 

behandelnden Fachpersonen gestellten Diagnosen erklären. Entgegen 

ihrer Auffassung flossen die Ergebnisse dieser neuropsychologischen 

Abklärung und der durchgeführten Testungen in das SMAB-Gutachten mit 

ein und wurden von Dr. med. N._____ gewürdigt (vgl. IV-act. 118 S. 14 f. 

und 18). Dazu führte sie aus, die durchgeführten 

- 35 -

Beschwerdevalidierungstests hätten hoch auffällige Werte gezeigt. Da 

auch interne Testparameter auffällig gewesen seien, weise dies auf eine 

Nicht-Authentizität der erhobenen Befunde hin. Wenngleich sichere 

Hinweise auf negative, bewusste Antwortverzerrungen fehlten, sei die 

Validität der erzielten Befunde anzuzweifeln bzw. als nicht gegeben zu 

beurteilen. Am ehesten liege eine eher bewusstseinsferne 

Verdeutlichungstendenz der Leidenssituation vor, die wohl durch 

psychosoziale Belastungsfaktoren (mit-)aufrechterhalten werde 

(somatische Vorerkrankung, berufliche Kränkung und Kündigung, keine 

berufliche Perspektive sowie finanzielle Not). Die Leistungen der 

Beschwerdeführerin seien z.T. so schlecht gewesen, wie man sie 

höchstens bei einer hochgradig hirnorganischen Schädigung oder einer 

sehr stark ausgeprägten psychischen Störung sehen würde. Beides liege 

indes bei der Beschwerdeführerin nicht vor. Aufgrund der nicht gegebenen 

Validität der aktuellen Befunde könnten keine spezifischen kognitiven 

Einschränkungen abgeleitet werden und es könne auch keine 

zuverlässige Aussage zu möglichen Funktionseinschränkungen im Alltag 

und Beruf gemacht werden (IV-act. 118 S. 14 f.). Vor diesem Hintergrund 

ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass sich aus den 

vorerwähnten Befunden nichts zugunsten der Beschwerdeführerin 

ableiten lasse. Inwiefern die Ergebnisse der neuropsychologischen 

Testung die Diskrepanz in diagnostischer Hinsicht zwischen Dr. med. 

N._____ und den behandelnden Fachpersonen erklären könnte, leuchtet 

nicht ein, handelt es sich bei der gutachterlich ausgewiesenen sozialen 

Phobie bzw. bei der von den behandelnden Fachpersonen 

diagnostizierten bipolaren affektiven Störung doch um psychische Leiden, 

deren diagnostische Kriterien zumindest in den Hauptsymptomen nicht in 

kognitiven Defiziten – welche ohnehin nicht validiert werden konnten – 

begründet sind (vgl. dazu SMAB-Gutachten [IV-act. 118 S. 19] oder 

Bericht von Dr. med. O._____ [act. B.7]). Insofern ist auch nicht 

- 36 -

nachvollziehbar, weshalb die neuropsychologische Untersuchung 

wiederholt werden soll.

5.7.1. Die Beschwerdeführerin kritisiert ferner, dass im SMAB-Gutachten nach 

dreistündiger Exploration nur eine leichte Ermüdung festgehalten worden 

sei (vgl. IV-act. 118 S. 13). Abgesehen davon, dass dieser Einwand die 

Expertise ohnehin nicht zu erschüttern vermag, ist der 

Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass Hinweise dafür fehlen, 

wonach diese Befunderhebung nicht korrekt sein soll.

5.7.2. Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, das Gutachten beruhe auf 

unvollständigen Akten, ist ihr zwar zuzugestehen, dass im SMAB-

Gutachten selbst moniert wird, zu der von der Beschwerdeführerin 

wahrgenommenen tagesklinischen Behandlung liege kein Bericht vor (vgl. 

IV-act. 118 S. 17 Ziff. 7.2). Indes bringt die Beschwerdegegnerin in ihrer 

Beschwerdeantwort zu Recht vor, dass die Behandlung in der Tagesklinik 

bei Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ erfolgte, die 

mehrere Berichte, welche auch von der psychiatrischen Gutachterin 

Dr. med. N._____ gewürdigt worden sind, erstellt haben (vgl. Bericht vom 

17. November 2017 [IV-act. 19], Bericht vom 10. Mai 2018 [IV-act. 37] und 

Verlaufsbericht vom 20. Februar 2019 [IV-act. 101]). Daher fand die 

Entwicklung des Krankheitsverlaufs durchaus seine Berücksichtigung im 

SMAB-Gutachten (IV-act. 118 S. 25 f., 29 und 31).

5.7.3. Mit Blick auf die nach Verfügungserlass erstellten Berichte von Dr. med. 

J._____ und Psychotherapeutin K._____ vom 14. Januar 2020 (act. B.3) 

sowie Dr. med. O._____ vom 28. März 2020 (act. B.7) bringt die 

Beschwerdegegnerin zu Recht vor, dass die darin diagnostizierte schwere 

bzw. mittelgradige depressive Episode keine Beachtung finden könne, da 

diese ausdrücklich mit Bezug auf die aktuelle Situation, d.h. Januar bzw. 

März 2020, gestellt wurden. Daraus lassen sie keine Rückschlüsse auf die 

im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene 

- 37 -

Situation ziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_414/2019 vom 

25. September 2019 E.2.2.2). Insofern ist auch unbeachtlich, dass die 

Beschwerdeführerin wegen einer schweren depressiven Episode ihre 

Tätigkeit bei der T._____ Stiftung hat niederlegen müssen.

5.8. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

und die von ihr beigebrachten medizinischen Stellungnahmen, 

insbesondere jene von Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ 

bzw. Dr. med. O._____ nicht geeignet sind, den Beweiswert des SMAB-

Gutachtens zu schmälern. Dasselbe gilt mit Blick auf das Gutachten von 

Dr. med. L._____ vom 9. April 2018. Es ist daher nicht zu beanstanden, 

wenn die Beschwerdegegnerin für den hier massgebenden Zeitraum ab 

dem 1. Juni 2018 bzw. vor allem ab dem 1. März 2019 auf attestierte 

100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abstellte. Dabei 

ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdegegnerin ihrer 

Abklärungspflicht nicht nachgekommen oder überspitzt formalistisch 

gehandelt haben soll. Vor diesem Hintergrund kann auf die beantragte 

Einholung eines neuen Gutachtens sowie auf die zahlreichen weiteren 

Beweisvorkehren, namentlich die Edition der vollständigen medizinischen 

Akten der behandelnden Fachpersonen sowie die Einholung einer 

Parteiaussage und der Auskunft der T._____ Stiftung, verzichtet werden, 

zumal das streitberufene Gericht aufgrund der bereits abgenommenen 

Beweise seine Überzeugung gebildet hat und annehmen kann, dass diese 

Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. 

BGE 136 I 229 E.5.3, BGE 134 I 140 E.5.3).

5.9. Das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin per 2019 wurde auf 

CHF 55'900.65 bemessen. Für deren Berechnung stützte sich die 

Beschwerdegegnerin auf die Zahlen der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik  in der zur Zeit des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung gültigen Fassung (LSE 2016) zum monatlichen Bruttolohn nach 

Wirtschaftszweigen, privater Sektor (TA1_skill-level), für eine weibliche 

- 38 -

Person im Kompetenzniveau 1 bei einem Pensum von 100%, wobei dieser 

Betrag auf 41.7 Wochenstunden umgerechnet und aufindexiert wurde 

(CHF 4'363.00 x 12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01 x 1.01; vgl. das 

Berechnungsblatt in IV-act. 133). Bei einem unbestritten gebliebenen 

Valideneinkommen von CHF 53'362.60 resultiert ein negativer und somit 

von vornherein rentenausschliessender Invaliditätsgrad.

6. Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung vom 5. Dezember 

2019 als rechtens, was zur Bestätigung derselben und zur Abweisung der 

dagegen erhobenen Beschwerde mit schriftlicher Eingabe vom 21. Januar 

2020 führt.

7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das 

Beschwerdeverfahren (in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG in der 

damals gültigen Fassung) bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

CHF 200.00 bis CHF 1'000.00 festgelegt. Bei Fällen wie dem 

vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, 

setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 

Kostenrahmens praxisgemäss auf CHF 700.00 fest. Aufgrund des 

Ausgangs des Beschwerdeverfahrens gehen diese gestützt auf Art. 73 

Abs. 1 VRG grundsätzlich zulasten der unterliegenden 

Beschwerdeführerin.

8. Gemäss Art. 61 lit. f ATSG muss das Recht, sich verbeiständen zu lassen, 

gewährleistet sein. Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, wird der 

Beschwerde führenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand 

bewilligt. Die Beschwerdeführerin hat mit ihrer Beschwerde um 

unentgeltliche Rechtspflege ersucht. Anhand der von ihr eingereichten 

Unterlagen ist ihre Mittellosigkeit ausgewiesen (act. B.6; vgl. Art. 76 Abs. 1 

- 39 -

VRG). Die von ihr erhobene Beschwerde kann weder als offensichtlich 

mutwillig noch als von Anfang an aussichtslos bezeichnet werden, 

weshalb die unentgeltliche Rechtspflege grundsätzlich gewährt werden 

kann. Somit werden die Gerichtskosten aus der Gerichtskasse bezahlt und 

die Beschwerdeführerin zur Bezahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der 

Lage sein wird (Art. 77 VRG). 

Gleichsam rechtfertigt es sich hier, der Beschwerdeführerin eine 

Rechtsbeiständin in der Person der sie vertretenden Rechtsanwältin zu 

bezeichnen und sie auf Kosten des Gerichts zu entschädigen. Die 

Rechtsanwältin hat mit Honorarnote vom 30. April 2020 (act. E.1) 

insgesamt CHF 4'444.65 geltend gemacht, bestehend aus 20.75 Stunden 

à CHF 210.00/h zuzüglich einer Kleinspesenpauschale von 2% (ohne 

MWST). Der Stundenansatz wurde im Auftrag vom 3. Januar 2020 mit 

ausdrücklicher Honorarvereinbarung so festgelegt. Allerdings sieht Art. 5 

Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte vom 17. März 2009 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) vor, dass für den berechtigten 

Aufwand der unentgeltlichen Vertretung und der amtlichen Verteidigung 

ein Honorar von CHF 200.00 pro Stunde zuzüglich notwendige 

Barauslagen und Mehrwertsteuer (soweit geltend gemacht) auszurichten 

ist und keine Zuschläge gewährt werden. Vor diesem Hintergrund und in 

Berücksichtigung des dreifachen Schriftenwechsels erscheint hier eine 

Entschädigung in Höhe von insgesamt CHF 4'233.00, bestehend aus 

einem Honorar für 20.75 Stunden à CHF 200.00/h (=CHF 4'150.00) 

zuzüglich 2% Spesenpauschale (=CHF 83.00) als angemessen.

Der obsiegenden beschwerdegegnerischen IV-Stelle steht keine 

Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

- 40 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege werden die zulasten von 

A._____ gehenden Kosten von CHF 700.00 von der Gerichtskasse 

übernommen.

2.2. In Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird A._____ in der Person 

von Rechtsanwältin Ivana Custic eine Rechtsvertretung auf Kosten des 

Staates bestellt. Diese wird durch die Gerichtskasse mit CHF 4'233.00 

entschädigt.

2.3. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]