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**Case Identifier:** 3a7bfc12-b3d6-518d-9cb5-0d4972ff6375
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.05.2017 IV 2014/347
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-347_2017-05-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/347

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.04.2020

Entscheiddatum: 22.05.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 22.05.2017
Art. 28 f. IVG. Der Beweiswert des vorhandenen polydisziplinären 
Gutachtens ist höher als die abweichenden weiteren medizinischen 
Arbeitsfähigkeitsschätzungen und als das Ergebnis einer beruflichen 
Abklärung. Anspruch auf befristete Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 2017, IV 
2014/347).

Entscheid Versicherungsgericht, 22.05.2017

Entscheid vom 22. Mai 2017

Besetzung                                                                      

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen

Monika Gehrer-Hug und Marie-Theres Rüegg Haltinner;

Gerichtsschreiberin Fides Hautle            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2014/347            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter,

S-E-K Advokaten, Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ wurde der Invalidenversicherung am 22. Dezember 2009/13. Januar 2010 

von Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin FMH, wegen einer Sakrumkontusion und einer 

progredienten Parese des rechten Beins zur Früherfassung gemeldet (IV-act. 1, 3). - 

Am 3./4. Februar 2010 (IV-act. 11) meldete sie sich in der Folge zum Bezug von 

Leistungen an. Sie sei zuletzt von 1998 bis Oktober 2009 als Maschinenführerin 

angestellt gewesen. Am 19. Januar 2009 habe sie bei einem Unfall eine 

Rückenverletzung und am 20. Mai 2009 bei einer Massage in einer Rehabilitationsklinik 

eine Nervenlähmung erlitten.

A.b  Den UV-Akten (UV-act.) ist zu entnehmen, dass sie am 19. Januar 2009 auf 

vereistem Untergrund gestürzt war. Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik C.___ vom 

11. Juni 2009 war sie seither voll arbeitsunfähig. Durch den stationären Aufenthalt vom 

12. bis 30. Mai 2009 seien die bei Eintritt bestehenden Schmerzen deutlich gebessert 

worden. Ab dem 25. Mai 2009 sei eine progrediente Schwäche der Beinmuskulatur 

rechts aufgetreten. Ein MRI der LWS habe keine erklärende Pathologie gezeigt. Es 

bestehe der V.a. eine leichte Zerrung des N. ischiadicus oder von Plexusanteilen. - 

Aufgrund einer kreisärztlichen Untersuchung vom 21. August 2009 wurde von einem 

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Verdacht auf ein Piriformis-Syndrom rechts berichtet (vgl. auch IV-act. 9-3 ff.). Ob eine 

traumatische Ätiologie bestehe, sei abzuklären; vorläufig werde aus pragmatischen 

Gründen vom Gegenteil ausgegangen. Damit sei ab 24. August 2009 von den 

Unfallfolgen her von voller Arbeitsfähigkeit auszugehen. - Am 16. September 2009 (UV-

act.) hielt das Kantonsspital D.___ (Dr. med. E.___, Neurologie) fest, in der 

Neurographie des N. suralis hätten sich beidseits reduzierte SNAPs (sensible 

Nervenaktionspotenziale) gefunden. Solche Neurographien würden sich aber häufig 

schlecht reproduzieren lassen. Die Beschwerden hätten sich objektiv und subjektiv 

gebessert.

A.c  Dr  B.___ attestierte der Versicherten in einem Zeugnis vom 4. November 2009 (IV-

act. 13) für die angestammte Tätigkeit vom 1. November 2009 bis (zu einer weiteren 

spezialärztlichen Standortbestimmung vom) Februar 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit, 

für eine vorwiegend im Sitzen auszuübende, wechselbelastende Tätigkeit ohne 

Lastenheben sei sie aber voll vermittlungsfähig (wohl entsprechend arbeitsfähig). - Bei 

einem MRI der HWS nativ vom 8. Januar 2010 (IV-act. 9-8 f.) wurden eine links 

mediolaterale Diskushernie im Segment HWK4/5 mit foraminaler Enge links und C5- 

und C6-Irritation gefunden, ausserdem lägen segmentale Osteochondrosen von HWK5 

bis HWK7 mit relativer spinaler Stenose vor. Das Kantonsspital D.___ berichtete am 18. 

Februar 2010 (IV-act. 43-16, zweite Seite bei UV-act.), dieser Befund - diagnostiziert 

wurde eine leichte radikuläre Reizung C5 links - sei (wahrscheinlich nicht für den 

Schwindel und das Taubheitsgefühl der Finger und des Unterarms, hingegen eher) für 

die Nacken- und Armschmerzen der Versicherten verantwortlich. Bei 

Beschwerdepersistenz trotz ausreichender analgetischer Therapie wäre eine PRT 

(periradikuläre Therapie) der Wurzel C5 links zu erwägen.

A.d  In der Arbeitgeberbescheinigung vom 9. März 2010 (IV-act. 26) wurde angegeben, 

die Versicherte sei vom April 1999 bis 31. Oktober 2009 als Betriebsmitarbeiterin 

angestellt gewesen. Ihr Jahreslohn betrage seit Januar 2009 Fr. 55'276.--. Die 

Kündigung war mit Schreiben vom 29. Juli 2009 (IV-act. 26-12) erfolgt. - Die IV-

Eingliederungsverantwortliche hielt am 23. April 2010 (IV-act. 50-1 bis 3) im 

Assessmentprotokoll über ein Gespräch mit der Versicherten vom Vortag fest, diese 

wolle so schnell wie möglich wieder arbeiten und ersuche um Unterstützung bei der 

Arbeitsvermittlung. Es sei noch nicht klar, ob sie noch operiert werde.

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A.e  Dr. med. F.___, Rheumatologie FMH, gab in seinem IV-Arztbericht vom 5. Oktober 

2010 (IV-act. 36) an, es bestünden eine Funktionsstörung mit Paresen Bein rechts nach 

Zerrung Nervus ischiadicus, degenerative Veränderungen lumbal, schwache 

Rumpfmuskulatur, spondylogene Schmerzen und eine schmerzhafte 

Funktionseinschränkung Schulter rechts, Arthroskopie, Kapsel-Release usw. wegen 

Capsulitis und Impingement der Rotatorenmanschette Schulter links am 31. August 

2010. Die Versicherte sei seit dem 27. April 2010 voll arbeitsunfähig. Die objektive 

Leistungsfähigkeit sei aber nach einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit 

zu beurteilen. Daraus werde sich ein Stellenprofil ergeben.

A.f  Dr. med. G.___, Facharzt Orthopädische Chirurgie FMH, Orthopädie H.___, gab im 

IV-Arztbericht vom 8. Oktober 2010 (IV-act. 37, samt Beilagen) an, es bestünden bei 

der Versicherten eine Capsulitis adhaesiva, eine Biscepssehnen-Degeneration, ein 

subacromiales Impingement linke Schulter (seit Anfang 2010), ferner eine medio-

laterale Discushernie C4/5 links, eine unklare Parese rechtes Bein mit entsprechender 

Gehstörung und ein Status nach operativer Sanierung einer Frozen shoulder rechts 

2000. Seit Mitte 2010 sei die Versicherte zu Tätigkeiten vorwiegend im Gehen, zum 

Kauern, Heben und Tragen und Steigen auf Leitern/Gerüste nicht mehr in der Lage, die 

übrigen Tätigkeiten seien noch zu 50 % möglich. Ab dem 31. August 2010 sei sie für 

vier Wochen voll arbeitsunfähig. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei theoretisch 

möglich. - Gemäss beigelegtem Bericht der Klinik C.___ vom 28. Mai 2002 hatte in 

jenem Jahr wegen einer postoperativen (nach einer Akromioplastik vom 8. November 

2001) adhäsiven Capsulitis rechts ein Rehabilitationsaufenthalt stattgefunden.

A.g  Im IV-Arztbericht vom 22. Dezember 2010 (IV-act. 43) gab Dr. B.___ bei den 

Diagnosen unter anderem auch eine Partialruptur der Supraspinatussehne links an. Die 

Versicherte sei seit dem 19. Januar 2009 nicht mehr arbeitsfähig. Zurzeit könne er die 

weiteren Fragen zu den Auswirkungen der gesundheitlichen Störungen nicht 

beantworten. Er habe die Versicherte im Oktober beim Dienst K.___ angemeldet. - Die 

zuständige Arbeitslosenkasse teilte am 24. Januar 2011 mit, die Versicherte sei ab 1. 

November 2009 (zu 100 %) als arbeitslos gemeldet gewesen, sei aber ab dem 26. Mai 

2010 voll arbeitsunfähig geworden.

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A.h  Dr. med. I.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, gab in ihrem IV-

Arztbericht vom 2. Februar 2011 (Eingangsdatum; IV-act. 48; bei letzter Kontrolle am 

19. Januar 2011) bekannt, es bestehe eine Anpassungsstörung mit depressiven 

Reaktionen (von Dezember 2009 bis August 2010), DD: depressive Episode; aktuell 

liege seit Januar 2011 (im Rahmen einer Trennungsproblematik) eine 

Anpassungsstörung mit schwerer depressiver Episode vor. Sie behandle die 

Versicherte seit dem 15. April 2010, ein- bis zweimal wöchentlich fänden 

psychotherapeutische Gespräche statt. Aktuell sei die Versicherte aus psychiatrischer 

Sicht zu 100 % arbeitsunfähig.

A.i   Dem Verlaufsbericht der IV-Eingliederungsverantwortlichen vom 23. Februar 2011 

(IV-act. 50-4 f.) ist unter anderem zu entnehmen, dass die Versicherte am 5. Januar 

2011 erklärt habe, es gehe ihr gesundheitlich relativ gut. Die Schulter habe sich gut 

erholt, nur mit dem Bein habe sie noch Probleme. Voraussichtlich werde sie bei ihrem 

Arzttermin bei Dr. F.___ in der nächsten Woche wieder arbeitsfähig geschrieben. Dann 

werde sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum melden. Sie würde gern 

wieder zu 50 % arbeiten. - Mit Mitteilung vom 25. Februar 2011 (IV-act. 53) gab die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten bekannt, 

aufgrund ihres Gesundheitszustands seien zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich. - Am 4. März 2011 (IV-act. 54) teilte die 

Versicherte mit, auf Anweisung ihrer Taggeldversicherung sei sie am 28. Februar 2011 

zur Abklärung in der Klinik Valens gewesen. Man habe dort einen 

Rehabilitationsaufenthalt für dringend notwendig gehalten.

A.j   Dr. I.___ teilte im IV-Arztbericht vom 10. Mai 2011 (IV-act. 55) mit, es liege zurzeit 

keine die Arbeitsfähigkeit tangierende psychische Störung vor, hingegen eine 

Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion. Die Versicherte sei 

psychiatrisch betrachtet voll arbeitsfähig.

A.k  Die Klinik Valens gab in ihrem Austrittsbericht vom 20. Juni 2011 (IV-act. 60) als 

Diagnosen bekannt: (erstens) ein chronisches lumbovertebrales bis 

lumbospondylogenes Syndrom rechts, (zweitens) eine ausgeprägte Funktionsstörung 

mit Parese des rechten Beines M4 unklarer Ätiologie, DD: dissoziative 

Bewegungsstörung, (drittens) eine chronische Periarthropathia humeroscapularis 

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tendinotica beidseits, (viertens) ein zervikovertebrales Syndrom mit intermittierendem 

Taubheitsgefühl in den drei ulnaren Fingern seit 19.01.2009 bei leichtgradiger 

mediolateraler Diskushernie HWK4/5 links und (fünftens) ein St. n. mittelgradig 

depressiver Episode 1/11. Während des stationären Aufenthalts vom 12. Mai 2011 bis 

11. Juni 2011 sei die Versicherte voll arbeitsunfähig gewesen, anschliessend bestehe 

für eine leichte, mehrheitlich im Sitzen auszuübende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 

50 %. Die zuletzt ausgeübte repetitive Tätigkeit sei aus somatischer Sicht nicht mehr 

möglich.

A.l   Am 17. Oktober 2011 (IV-act. 64) hielt die IV-Eingliederungsverantwortliche fest, 

dass die Versicherte Anspruch auf berufliche Massnahmen habe. Am 16. März 2012 

teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten mit, sie werde bei der 

Stellensuche beraten und unterstützt werden (IV-act. 81) und es erfolge vom 12. März 

bis 11. Juni 2012 eine berufliche Abklärung (IV-act. 79). Nach einem ersten Bericht der 

betreffenden Werkstatt (IV-act. 82) und einer Besprechung (IV-act. 88) wurde die 

berufliche Abklärung gemäss Mitteilung vom 2. Juli 2012 (IV-act. 90) bis 11. September 

2012 verlängert. Im Schlussbericht vom 27. August 2012 (IV-act. 97) wurde angegeben, 

die Versicherte habe das Ziel, ihre Arbeitsfähigkeit auf 100 % zu steigern, nicht 

erreicht, aber ihre Vielseitigkeit zeigen und durch Einsätze in der Elektroabteilung und 

im Bürobereich ihre Arbeitsmöglichkeiten erweitern können. Durch die externen 

Einsätze habe sie die Sicherheit gewonnen, im ersten Arbeitsmarkt ein verwertbares 

Pensum von 50 % leisten zu können, wenn ihr genügend Pausen eingeräumt würden. 

Ein weitergehendes Pensum könnte sich wegen Überforderung kontraproduktiv 

auswirken. Die Versicherte stelle ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden über das 

bedingungslose Erreichen des abgemachten Ziels; sie wolle das Erreichte nicht wieder 

verlieren. Am 23. Oktober 2012 (IV-act. 105) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle der Versicherten mit, weitere berufliche Massnahmen seien nicht mehr angezeigt. 

Eine Integration in den Arbeitsmarkt sei trotz der Unterstützung nicht gelungen.

A.m Dr. med. J.___, Innere Medizin, gab in seinem IV-Arztbericht vom 12. November 

2012 (IV-act. 107, samt zahlreichen Beilagen) an, er behandle die Versicherte seit dem 

20. Juni 2011. Als Diagnose bezeichnete er unter anderem ein depressiv phobisches 

Syndrom. Im Beruf sei die Versicherte seit dem 19. Januar 2009 voll arbeitsunfähig (IV-

act. 107-2) bzw. die Arbeitsfähigkeit betrage maximal 40 % (IV-act. 107-3). Es 

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bestünden zum einen eine deutliche Einschränkung der Gehfähigkeit bei 

Kraftminderung des rechten Beins und zum andern infolge der psychischen 

Symptomatik eine Einschränkung der Konzentration bzw. der (sc. Möglichkeit zur) 

Umsetzung von Arbeiten unter zeitlichem Druck. Möglich seien nur Arbeiten in 

überwiegend sitzender Position ohne zeitlichen Druck. Solche Tätigkeiten könnte die 

Versicherte während ca. vier Stunden täglich ausüben. Mit einer Wiederaufnahme der 

Tätigkeit zu 40 % könne sofort gerechnet werden. - Die Klinik für Neurologie am 

Kantonsspital St. Gallen hatte am 16. August 2012 unter anderem eine Pseudoparese 

des rechten Beins und eine depressiv-phobische Störung diagnostiziert. - Im 

November 2012 (IV-act. 108) wurde eine Begutachtung vorgesehen.

A.n  Am 13. Januar 2014 erstattete die Zentrum für Interdisziplinäre Medizinische 

Begutachtungen AG (kurz: das ZIMB) das im Juni 2013 in Auftrag gegebene 

polydisziplinäre Gutachten (IV-act. 124). Als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit wurden (teilweise verkürzt wiedergegeben) benannt: (erstens) ein 

chronifiziertes lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts bei 

ausgeprägter Fehlform und Fehlhaltung, muskulärer Dysbalance, chronischer 

Dekonditionierung und Untergewicht und diskreten Spondylarthrosen, und (zweitens) 

eine chronische Periarthropathia humeroscapularis tendinotica beidseits bei Status 

nach arthroskopischem Kapselrelease mit Bizepstenolyse und subacromialer 

Dekompression links am 31.08.2010 und Status nach arthroskopischer Acromioplastik 

rechts am 08.11.2001. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine leichte 

depressive Episode ohne somatisches Syndrom, eine funktionelle Pseudoparese des 

rechten Beins mit diffuser Minderinnervation ohne organische Ursache und 

ausgeprägter Gangstörung, ein intermittierendes zervikovertebrales Schmerzsyndrom 

bei diskreter mediolateraler Diskushernie C4/5 links, ein Status nach 

osteosynthetischer Rekonstruktion einer komplexen Gesichtsfraktur 1988 und ein 

Status nach Hammerzehenoperation Dig. II am rechten Fuss 1980. In der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit sei die Versicherte seit dem 19. Januar 2009 nicht mehr 

arbeitsfähig, in einer dem körperlichen Leiden optimal angepassten Verweistätigkeit 

(vorwiegend in sitzender Position und ohne repetitive Bewegungen über der 

Kopfebene) hingegen seit Ende Mai 2009 zu 50 % und ab Ende Juni 2011 zu 100 % 

arbeitsfähig.

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A.o  Mit Vorbescheid vom 3. April 2014 (IV-act. 129 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Abweisung des 

Leistungsgesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 3 % (Valideneinkommen Fr. 54'988.--, 

Invalideneinkommen Fr. 53'255.--) in Aussicht.

A.p  Am 15. April 2014 liess die Versicherte durch den damaligen Rechtsvertreter 

Einwand erheben und diesen am 21. Mai 2014 (IV-act. 136) begründen. Das Gutachten 

überzeuge aus verschiedenen Gründen nicht.

A.q  Nachdem der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung am 11. 

Juni 2014 (IV-act. 137) daran festgehalten hatte, dass auf das Gutachten abgestellt 

werden könne, wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle das Gesuch der 

Versicherten mit Verfügung vom 12. Juni 2014 (IV-act. 139) ab.

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter für 

die Betroffene am 14. Juli 2014 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei zumindest für den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis 29. 

Februar 2012 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die 

Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Beschwerdeführerin habe eine Anlehre als Büroangestellte gemacht und habe zuletzt 

im Jahr 2009 bei ihrer Arbeitgeberin Fr. 55'276.-- verdient, was als Valideneinkommen 

zu betrachten sei. Sie sei mindestens von Januar 2009 bis Ende November 2011 

durchgehend zu 100 % bzw. (später) zu 50 % arbeitsunfähig gewesen, und zwar 

sowohl in der angestammten wie einer angepassten Tätigkeit. Bei der 

Arbeitslosenkasse habe sie ab 1. November 2009 als zu 50 % vermittlungsfähig 

gegolten. Sie leide hauptsächlich an Rückenschmerzen und neurologischen 

Beschwerden am Bein, ausserdem bestünden auch Hüftbeschwerden, Schwindel und 

Übelkeit. Dem Gutachten könne entnommen werden, dass keine Hinweise auf eine 

Simulation oder Aggravation bestünden. An der Verwertbarkeit des Gutachtens 

bestünden Zweifel. Die Unsorgfältigkeit bei der Anamneseerhebung (die 

Beschwerdeführerin habe nicht eigentlich bei einem Hausbau mitgeholfen und nie ein 

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eigenes Pferd besessen und ihr Sohn sei schon mit zweieinhalb Jahren, nicht erst mit 

12 Jahren, verstorben) wecke Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung. Die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung überzeuge nicht. Seitengleiche Oberschenkelumfänge 

seien angesichts des massiven Untergewichts, deswegen sich Unterschiede gar nicht 

messen liessen, nicht aussagekräftig. Die Beurteilung stehe im Widerspruch nicht nur 

zu jener der behandelnden Ärzte, sondern auch zu jener der Klinik Valens, wo man die 

Beschwerdeführerin während eines Monats habe beobachten und deshalb 

zuverlässige Aussagen zur Arbeitsfähigkeit habe machen können. Das Gutachten setze 

sich zudem nicht oder nur ungenügend mit der Tatsache auseinander, dass die 

Arbeitsfähigkeit, wie es sich bei der beruflichen Abklärung gezeigt habe, auch bei 

Aufbringen allen guten Willens nicht über 50 % hinaus gesteigert werden könne. 

Zwischen der angestammten und einer adaptierten Tätigkeit könne kein so grosser 

Unterschied bestehen, dass die Diskrepanz zwischen den 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen (von null und 100 %) erklärt wäre. Bis Ende Juni 2011 

werde immerhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert, ohne dass jedoch eine 

damalige Verbesserung des Gesundheitszustands beschrieben worden sei. Ferner 

könne es der Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil gereichen, wenn die 

begutachtenden Ärzte die Ursache der offensichtlich bestehenden schweren 

neurologischen Beschwerden nicht feststellen könnten. Welche Diagnosen genau 

gestellt würden und ob ein organisches Korrelat gefunden werde, könne keine Rolle 

spielen. Massgebend sei nur, dass die Beschwerdeführerin selbst bei einer einfachen 

Tätigkeit erheblich eingeschränkt sei, habe sie doch erhebliche 

Koordinationsschwierigkeiten beim Gehen und Stehen und erhebliche 

Rückenbeschwerden. Dass die geltend gemachten Beschwerden auf eine 

psychiatrische Problematik, eine Schmerzverarbeitungsstörung oder dergleichen 

zurückzuführen seien, könne ausgeschlossen werden. Gemäss dem Bericht von Dr. 

I.___ vom 5. Juli 2014 seien lediglich rezidivierende depressive Episoden diagnostiziert 

worden, die zurzeit keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Bei (bzw. mit) der 

Bemessung einer allfälligen befristeten Rente sei jedoch zu berücksichtigen, dass in 

ihrem Bericht vom 15. Juli 2011 bis 3. Oktober 2011 eine volle und anschliessend bis 

20. November 2011 eine halbe Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Für den 

Zeitraum ab Winter 2012 würden sich weitere Abklärungen aufdrängen, da die 

Beurteilung im Gutachten nicht überzeuge. Schliesslich sei bei der 

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Invaliditätsbemessung ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren, da die 

Beschwerdeführerin die Restarbeitsfähigkeit nur mit unterdurchschnittlichem 

Einkommen verwerten könne, weil sie bereits 59-jährig sei, über keine Ausbildung 

verfüge und nur noch mit erheblichen Einschränkungen teilzeitlich erwerbstätig sein 

könne. - Dr. I.___ hatte im beigelegten Bericht vom 5. Juli 2014 erklärt, die 

Beschwerdeführerin habe vom 15. April 2010 bis 7. Februar 2013 in Behandlung 

gestanden und befinde sich dort erneut seit dem 11. Februar 2014. Sie (die Ärztin) 

habe ihr vom 15. Juni bis 3. Oktober 2011 eine volle und vom 3. Oktober bis 20. 

November 2011 eine 50-prozentige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Bei der letzten 

Konsultation vom 20. Juni 2014 habe keine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen 

Gründen bestanden.

B.b  Am 18. August 2014 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen 

Arztbericht von Dr. J.___ vom 6. August 2014 samt diversen Beilagen eingereicht. Es 

sei diesem zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit 

eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert werde. - Der Arzt hatte angegeben, es 

bestehe eine erhebliche körperliche Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin in ihrer 

Arbeitsfähigkeit und im alltäglichen Leben. Bei Austritt aus der Klinik Valens sei ihr eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % bescheinigt worden; dasselbe ergebe sich aus dem Bericht 

über die berufliche Abklärung. Er selber gehe ebenfalls hiervon aus. Das Gutachten 

liege ihm leider nicht vor.

C.  

In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. August 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Es gehe nicht an, die Arbeitsfähigkeit einer 

versicherten Person aufgrund der Ergebnisse einer beruflichen Abklärung festzulegen. 

Die gezeigte Leistung sei hierfür irrelevant, denn es sei nicht möglich, den Anteil 

allfälliger Motivationsmängel vom willentlich nicht steuerbaren Unvermögen, eine volle 

Leistung zu erbringen, zu unterscheiden bzw. die Anteile auszuscheiden. Vorliegend 

bestünden erhebliche Inkonsistenzen, wie der RAD in einer Stellungnahme vom 6. 

August 2014 festgehalten habe. Das Gutachten mit dem Ergebnis einer vollen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei voll beweiskräftig. Die auf 50 % 

lautende Arbeitsfähigkeitsschätzung im Austrittsbericht der Klinik Valens sei dagegen 

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nicht nachvollziehbar, seien doch keine schwerwiegenden körperlichen Befunde 

erhoben und sei lediglich von einem Zustand nach mittelgradiger depressiver Episode 

ausgegangen worden. Seit der IV-Anmeldung sei durchgehend von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Die 

beiden Stellungnahmen des RAD vom 11. Juni 2014 und vom 6. August 2014 (IV-act. 

145) seien ausführlich und schlüssig. Weitere Abklärungen seien nicht erforderlich.

D.  

Mit Replik vom 26. September 2014 weist der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

erneut auf die erhebliche Differenz zwischen den vorhandenen ärztlichen Beurteilungen 

der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hin. Auch die Befunde der beruflichen 

Abklärungsstelle dürften zudem nicht einfach übergangen werden. Das bilde Grund 

genug, Zweifel am Gutachten zu wecken und weitere Abklärungen durchzuführen. Die 

Beschwerdeführerin leide an einer Anorexia nervosa und sei so stark untergewichtig, 

dass messbare Unterschiede im Umfang der Oberschenkel als Schonungszeichen gar 

nicht auftreten könnten.  

E.   

Die Beschwerdegegnerin hat auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.  

Erwägungen

1.   

1.1  Im Streit liegt die Verfügung vom 12. Juni 2014, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom Februar 2010, 

namentlich ihren Rentenanspruch, abgewiesen hat.

1.2  Die Beschwerdeführerin lässt mit der Beschwerde einzig Rentenleistungen 

beantragen. Streitgegenstand bildet demnach der allfällige entsprechende Anspruch. 

Die beruflichen Eingliederungsmassnahmen waren gemäss einer Mitteilung vom 23. 

Oktober 2012 eingestellt worden. Ergäbe sich allerdings, dass ohne 

Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum 

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Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin 

zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.

2.   

Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

3.  

3.1  Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen 

bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (BGE 107 V 17 = ZAK 

1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im 

Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 

99 f. E. 4, vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.1).

3.2  Zum Gesundheitszustand und der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

liegen diverse ärztliche Angaben und liegt insbesondere ein interdisziplinäres 

Gutachten einer MEDAS - des ZIMB - vor. Letzteres wurde erstattet, nachdem die 

Vorakten zur Kenntnis genommen worden waren. Die Gutachter erhoben ausserdem 

die Anamnese und erfragten die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem 

Leiden. Am 6., 9. und 11. September 2013 erfolgten die ärztlichen Untersuchungen. Es 

wurden der allgemein-internistische Status erhoben, Laboruntersuchungen gemacht 

und apparative diagnostische Massnahmen (Ruhe-EKG, kleine 

Lungenfunktionsprüfung) getroffen. In rheumatologischer, neurologischer und 

psychiatrischer Hinsicht wurden Teilgutachten erstattet. Das rheumatologische 

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Gutachten stützte sich namentlich auch auf aktuelle radiologische Befunde der LWS, 

des Beckens, beider Schultern und der HWS (von Letzterer in Form eines MRI), das 

psychiatrische auf einen Test aufgrund der Hamilton-Depressionsskala. In der Folge 

erarbeiteten alle (vier) Gutachter Synthese und Schlussfolgerung. Das Gutachten ist 

diesbezüglich umfassend.

3.3  Gegen die Verlässlichkeit seines Ergebnisses lässt die Beschwerdeführerin 

einwenden, die Anamneseerhebung sei unsorgfältig gemacht worden. Die konkreten 

Einwände zum Alter, in welchem ihr Sohn verstorben ist, und zum Besitz eines eigenen 

Pferdes können nicht nachvollzogen werden. Indessen geht es dabei ohnehin um 

Tatsachen, welche für den Beurteilungsgegenstand nicht von massgeblicher 

Bedeutung sind.

3.4  Erhebliche Zweifel an der Aussagekraft des Ergebnisses zu begründen, vermag 

auch nicht der Einwand, aus den Feststellungen seitengleicher Oberschenkelumfänge 

und der Mithilfe beim Hausumbau seien zu weitreichende Schlüsse auf die 

Arbeitsfähigkeit gezogen worden: Welches Ausmass die von der Beschwerdeführerin 

bei der Begutachtung angegebene Unterstützung des Nachbarn beim Hausumbau 

aufwies, ist zwar, wie im Einwand moniert worden war, nicht näher erhoben worden, 

und es ist nicht ausgeschlossen, dass von einem allzu bedeutenden Einsatz 

ausgegangen wurde. Diese Betätigung war für den Gutachter jedoch lediglich ein 

Hilfsargument (vgl. IV-act. 124-34). Inwiefern Umfangsmessungen auch bei 

Untergewicht aussagekräftig sind, ist hingegen eine Frage der Medizin, in welcher der 

Gutachter Experte ist. Ausserdem hat schon die Klinik für Neurologie am Kantonsspital 

St. Gallen gemäss Bericht vom 16. August 2012 das Fehlen einer rechtsseitig betonten 

Atrophie festgestellt und dies bei dem langjährigen Verlauf als untypisch bezeichnet. 

Der RAD hat am 6. August 2011 im Übrigen erklärlich gemacht, dass die Reduktion der 

Muskelmasse bei lang anhaltender einseitiger Lähmung bei schlanken (mageren) 

Personen sogar besser beurteilt werden könne als bei beleibten Personen, bei denen 

der Muskel von viel Unterhautfettgewebe bedeckt sei. 

4.   

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4.1  Das Gutachten vom Januar 2014 gelangte zum Schluss, die Beschwerdeführerin 

sei in ihrer bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, in einer optimal angepassten 

Tätigkeit hingegen (seit Ende Juni 2011) nicht (mehr) arbeitsunfähig. - Dass der 

Beschwerdeführerin ihre frühere Tätigkeit nicht mehr zugemutet wird, erklärt sich durch 

den Umstand, dass sie damals Maschinen und Anlagen führen und bedienen und 

dabei hauptsächlich sitzen und stehen musste, während ihrem Leiden angepasst aus 

rheumatologischer Sicht nur Tätigkeiten sind, die ohne repetitive Bewegungen über der 

Kopfebene und in vorwiegend sitzender Position ausgeübt werden können. Die 

Beurteilung erscheint plausibel. Denn zu berücksichtigen ist namentlich, dass es sich 

bei der früheren Tätigkeit um eine hochrepetitive Fliessbandarbeit mit langdauerndem, 

schnellem Gehen und wiederholten Kniebeugen handelte (vgl. Angaben der 

Beschwerdeführerin gegenüber der Klinik Valens, UV-act.), auch wenn nicht bekannt 

ist, ob auch repetitive Bewegungen über der Kopfebene erforderlich waren. 

4.2  Zu einer von dieser gutachterlichen abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung 

bezüglich einer adaptierten Tätigkeit war allerdings die Klinik Valens in ihrem 

Austrittsbericht vom 20. Juni 2011 gelangt. - In jener Klinik hatten vor dem stationären 

Aufenthalt der Beschwerdeführerin von einem Monat Dauer ab dem 12. Mai 2011 im 

Februar 2011 diverse Abklärungen stattgefunden: In einem Bericht über eine 

internistische/rheumatologische Untersuchung vom 28. Februar 2011 (UV-act.) war 

eine Arbeitsfähigkeit von 50 % als zumutbar bezeichnet und festgehalten worden, mit 

einer Ischiaszerrung lasse sich die generalisierte Schwäche des Beins ab 

Hüftgelenkshöhe rechts nicht erklären. Es handle sich entweder um eine ausgeprägte 

Plexusläsion oder um eine Pathologie im Bereich des Myelons oder des Gehirns, was 

durch ein MRI der ganzen spinalen Achse und des Schädels, allenfalls auch durch 

Liquoruntersuchungen und weitere Elektrodiagnostik zu prüfen sei. Die Abteilung 

Ergonomie hatte am 28. Februar 2011 infolge der Verschlechterung der 

Funktionsfähigkeit (beider Schultern und des rechten Beins) bei längerdauernder 

Belastung, insbesondere bei Kumulation verschiedener Belastungsfaktoren, eine 

wesentliche Reduktion der zeitlichen Arbeitsbelastung pro Tag als erforderlich 

bezeichnet. Der psychosomatische Dienst schliesslich hatte am 3. März 2011 berichtet, 

bei der Momentaufnahme der Untersuchung vom 28. Februar 2011 habe sich ein 

insgesamt leicht bis eher mittelgradig ausgeprägtes ängstlich-depressives 

Zustandsbild gezeigt. Der Verlauf lege die Annahme nahe, dass es sich um eine 

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psychische Reaktion auf eine andauernde vielfältige Belastungssituation infolge der 

Änderungen in der Lebenssituation nach dem Unfallereignis handle, die sich aktuell 

durch die Trennung vom Partner zugespitzt habe. Ein hinreichender Nachweis einer 

primär psychogenen Ursache für die beklagte Lähmung sei nicht möglich, so dass bis 

zum Beweis des Gegenteils von einer neurologischen Ursache auszugehen sei. 

Momentan sei die Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen zu 50 % eingeschränkt. - 

In der Folge hatte sich die Beschwerdeführerin vom 12. Mai 2011 bis 11. Juni 2011 

stationär in der Klinik aufgehalten. Dem Austrittsbericht ist zu entnehmen, dass 

nochmals eine fachärztliche neurologische Beurteilung und ausführliche 

laborchemische Untersuchungen durchgeführt worden sind, wobei sich keine Hinweise 

auf eine Polyneuropathie ergeben hatten. Eine dissoziative Bewegungsstörung müsse 

sicherlich in Betracht gezogen werden. Die Beschwerdeführerin habe unter dem 

Behandlungsmodell gute Fortschritte erzielt; die Belastbarkeit und die Gehfähigkeit 

hätten gesteigert werden können. Die Koordination der Bewegungsabläufe der unteren 

Extremität habe sich - bei immer noch persistierender Lähmung - gebessert, ebenso 

die Schulterbeweglichkeit und der Einsatz der linken oberen Extremität im Alltag. 

Zudem hätten die Schmerzen im Schulter-/Nacken-Bereich reduziert werden können. 

Die im Februar 2011 festgestellte formal mittelgradige depressive Episode sei 

inzwischen weitgehend abgeklungen.

4.3  Angesichts dieser durch die stationäre Rehabilitation in der Klinik Valens erreichten 

namhaften Besserungen erscheint überzeugend, dass das Gutachten für die folgende 

Zeit nicht mehr auf die von der Klinik Valens aufgrund der Abklärungen noch im 

Februar 2011 festgestellte (im Austrittsbericht vom Juni 2011 allerdings noch weiterhin 

attestierte) Arbeitsunfähigkeit von 50 % abstellte. Der gutachterlichen, nach Kenntnis 

der gesamten Sachlage interdisziplinär gefundenen Feststellung, es habe damals volle 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit vorgelegen, ist höherer Beweiswert als dem 

Attest der Klinik für die Zeit ab Austritt einzuräumen und ihr ist zu folgen (zu den 

Arbeitsunfähigkeitsattesten von Dr. I.___ für die anschliessende Zeit vgl. unten E. 4.6).

4.4  Was die Frage nach der Ursache der Beinbeschwerden betrifft, ist zu ergänzen, 

dass die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen später (am 16. August 2012) 

ebenfalls dafürhielt, nur ein geringer Teil der Beschwerden habe objektiviert werden 

können. Auffällig seien die Diskrepanzen zwischen willkürlicher und unwillkürlicher 

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Innervation und die fluktuierende Angabe von Defiziten bei unterschiedlicher Befragung 

gewesen. Unbeobachtet und bei reflektorischen Bewegungen habe sich Funktion im 

rechten Bein gefunden. Elektrophysiologisch habe sich kein Defizit nachweisen lassen. 

Es wurde daher von einer Pseudoparese bzw. einer ausgeprägten 

Symptomausweitung ausgegangen. Das Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen 

bestätigte schliesslich am 25. September 2012, objektive Befunde seien nicht 

gefunden worden, so dass von einer Pseudoparese bzw. funktionellen Störung 

ausgegangen werden müsse. - Eine dissoziative Bewegungsstörung ist im Übrigen 

nach der Beurteilung des Gutachters der Psychiatrie nicht zu diagnostizieren (vgl. 

Gutachten IV-act. 124-43).

4.5  Auch die vom Gutachten abweichenden Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin durch Dr. J.___ vom 12. November 2012 und durch Dr. I.___, 

deren Bestreben als behandelnde Ärzte in erster Linie auf die Behandlung der 

Beschwerdeführerin gerichtet ist, vermögen gegen dessen Überzeugungskraft nicht 

anzukommen:

4.6  Im Einzelnen ist festzuhalten, dass die Beurteilung in der Expertise nachvollziehbar 

ist, wonach die leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom, welche bei der 

Begutachtung gefunden wurde - objektivierbar waren eine leicht deprimierte 

Stimmungslage, eine leichte innerliche Anspannung, herabgesetzte Vitalgefühle und 

eine leichte Verunsicherung -, ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin bleibt. Bei Austritt aus der Klinik Valens am 11. Juni 2011 war (im 

Unterschied zu der davor bestehenden mittelgradigen depressiven Episode) 

psychiatrisch gesehen ebenfalls nur noch ein Status nach dieser Episode diagnostiziert 

worden. Dass Dr. I.___ gemäss ihrem Bericht vom 5. Juli 2014 für die an den 

Klinikaufenthalt anschliessende Zeit ab 16. Juni 2011 eine (bis 3. Oktober 2011 volle 

und bis 20. November 2011 hälftige) Arbeitsunfähigkeit attestierte, rechtfertigt nicht, 

von der gutachterlichen Einschätzung abzuweichen. Denn im Gutachten wurden die 

(teils abweichenden) Diagnosen und (damals bekannten) Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

der behandelnden Psychiaterin berücksichtigt und gewürdigt (vgl. IV-act. 124-53). Eine 

veränderte Befundlage bzw. Änderung der Diagnose in der Zeit unmittelbar nach 

Klinikaustritt ist nach der Aktenlage nicht eingetreten.

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4.7  Des Weiteren kann darauf hingewiesen werden, dass die Beschwerdeführerin der 

Klinik Valens gegenüber angegeben hatte, dass ausgeprägte Störungen der 

Konzentrations- und Merkfähigkeit bestünden (vgl. IV-act. 60-4). Nach der 

psychosomatischen Untersuchung vom 28. Februar 2011 - also noch vor dem 

Klinikaufenthalt und vor der Besserung - war denn auch festgehalten worden, 

Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis seien bereits aus dem 

Gesprächsverlauf heraus als eingeschränkt erschienen. Dr. J.___ hat allerdings noch im 

November 2012 bei den Einschränkungen eine solche der Konzentration angegeben. 

Gemäss dem Bericht vom 18. April 2012 über die berufliche Abklärung hatte sich dort 

jedoch gezeigt, dass die Beschwerdeführerin bei einfachen Serienarbeiten eine 

überdurchschnittliche Leistung erbringen und ihre Konzentration bei Kontrollarbeiten 

hoch halten konnte (IV-act. 82-2). Im Schlussbericht vom 27. August 2012 war 

ebenfalls beschrieben worden, dass die Beschwerdeführerin bei einfachen Montage-

Arbeiten (Gross-Serien) eine sehr hohe Leistung, bei komplexeren Arbeiten eine 

durchschnittliche und insgesamt eine überdurchschnittliche Leistung erreicht habe. Es 

war lediglich der Umstand, dass sie bei einer Kontrollarbeit im letzten Monat eine 

erhöhte Fehlerquote aufgewiesen hat, welcher den Berichterstatter dazu veranlasste, 

die Möglichkeit einer (sc. eingeschränkten) Konzentrationsfähigkeit anzusprechen (IV-

act. 97-4).

4.8  Auch das Ergebnis der beruflichen Abklärung vermag den Beweiswert des 

Gutachtens nicht in Frage zu stellen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es habe 

sich bei der Abklärung gezeigt, dass auch bei Aufbringen allen guten Willens eine 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 50 % hinaus nicht möglich gewesen sei. Gemäss 

dem Bericht war die Beschwerdeführerin denn auch fleissig, zuverlässig und 

interessiert gewesen. Nach der Beurteilung der Abklärungsstelle könnte sich ein 

Pensum von über 50 % kontraproduktiv auswirken, weil sie dann überfordert wäre. Es 

wurde darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin Überforderung wahrnehme 

und sich dafür einsetze, dass sie das Erreichte nicht wieder verliere. Sie stelle ihre 

Gesundheit und ihr Wohlbefinden über das bedingungslose Erreichen des 

abgemachten Ziels einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 %. Auch bei der 

Begutachtung hat sich gezeigt, dass sich die Beschwerdeführerin für an höchstens vier 

Stunden pro Tag arbeitsfähig hält, weil sie ansonsten keine Kraft für den Haushalt und 

ihre Tiere mehr hätte (vgl. IV-act. 124-25). Medizinisch gesehen ist eine solche 

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Beschränkung indessen nach nachvollziehbarer Einschätzung der Gutachter nicht 

erforderlich.  

4.9  Zusammenfassend ergibt sich somit unter medizinischem Gesichtspunkt, dass die 

Beschwerdeführerin - wie im Gutachten festgelegt - in der bisherigen Tätigkeit seit dem 

19. Januar 2009 nicht mehr arbeitsfähig ist, in einer optimal angepassten Tätigkeit 

hingegen seit Ende Mai 2009 wieder zu 50 % und seit Ende Juni 2011 wieder voll 

arbeitsfähig. 

5.   

5.1  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG ist das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist 

rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden 

Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdienen würde. Da nach empirischer Feststellung in der Regel - und hier 

konkret überwiegend wahrscheinlich - die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall 

weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des 

Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung 

erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste 

Verdienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Im 

Jahr 2009 hätte die Beschwerdeführerin gemäss Arbeitgeberbescheinigung (ohne 

Gesundheitsschaden) Fr. 55'276.-- verdient, was als Valideneinkommen 2009 

betrachtet werden kann. 

5.2  Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 

von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Wird kein tatsächliches Erwerbseinkommen erzielt, namentlich weil die 

versicherte Person - wie die Beschwerdeführerin - nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung statistische 

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Werte beigezogen werden (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S 

B. vom 6. Januar 2010, 8C_579/ 2009). - Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von 

Frauen für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten 

Sektor lag im Jahr 2009 bei Fr. 52'457.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe 

Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und 

Verordnungen, 2015, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 226, 

basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für 

Statistik). Angesichts der Arbeitsfähigkeit von 50 % seit Ende Mai 2009 ergibt sich ein 

Invalideneinkommen von der Hälfte, also von Fr. 26'228.--, womit sich im Vergleich 

zum Valideneinkommen ein invaliditätsbedingter Ausfall von 52.5 % zeigt. Ein Abzug 

vom Tabellenlohn (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75) erscheint nicht am 

Platz, weil Teilzeitarbeit bei Frauen nicht abzugsrelevant ist und weder Alter noch 

Ausbildungsstand der Beschwerdeführerin einen solchen verlangen. Selbst wenn aber 

ein Abzug als gerechtfertigt zu betrachten wäre, so käme jedenfalls kein 10 % 

übersteigendes Ausmass in Frage. Bei einem solchen Abzug aber läge das 

Invalideneinkommen bei Fr. 23'605.-- und ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 57.2 %, 

der ebenfalls innerhalb der Bandbreite für einen Anspruch auf eine halbe Rente liegt.

5.3  Es kann ferner angenommen werden, dass sich der Invaliditätsgrad nicht durch 

geeignete, verhältnismässige berufliche Massnahmen hätte senken lassen.

5.4  Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die (nebst den 

Anforderungen nach lit. a) während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 

20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit 

liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen 

voll arbeitsfähig war (Art. 29ter IVV; Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). - Es kann davon 

ausgegangen werden, dass das Wartejahr im Januar 2010 ablief. 

5.5  Nach dem seit 1. Januar 2008 geltenden Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der 

Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung 

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des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, das heisst vorliegend bei 

Anmeldung im Februar 2010 frühestens im August 2010. Damals war die 

Beschwerdeführerin wie erwähnt in einer adaptierten Tätigkeit zu rund 53 % invalid. - 

Sie hat demnach Anspruch auf eine halbe Rente ab 1. August 2010.

6.   

6.1  Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen notwendig, 

den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe 

der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 106 V 

16; BGE 109 V 125).

6.2  Da die Beschwerdeführerin Ende Juni 2011 eine volle Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit erreichte, womit der Invaliditätsgrad unter 40 % sank, hat der 

Rentenanspruch zu entfallen. - Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die 

anspruchsbeeinflussende Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV für die Herabsetzung 

oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem 

angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in 

jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 

Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Ab 1. Oktober 

2011 (drei Monate nach der Verbesserung) besteht daher kein Anspruch mehr auf eine 

Rente.

7.   

7.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2014 insofern teilweise gutzuheissen, als der 

Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. August 2010 bis 30. September 2011 eine 

halbe Rente zuzusprechen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

7.2  Es rechtfertigt sich, bei diesem Ausgang des Verfahrens  für die Kosten von einem 

vollen Obsiegen der Beschwerdeführerin (Unterliegen nur hinsichtlich des beantragten 

Masses der Leistungen) auszugehen und die Gerichtskosten, die nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 

1bis IVG), gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/

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SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der geleistete 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

7.3  Die Beschwerdeführerin hat demnach auch Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, 

die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. 

auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen 

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 

2014 insofern teilweise gutgeheissen, als der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. 

August 2010 bis 30. September 2011 eine halbe Rente zugesprochen wird. Im Übrigen 

wird die Beschwerde abgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.   

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

4.   

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.05.2017
	Art. 28 f. IVG. Der Beweiswert des vorhandenen polydisziplinären Gutachtens ist höher als die abweichenden weiteren medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzungen und als das Ergebnis einer beruflichen Abklärung. Anspruch auf befristete Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 2017, IV 2014/347).

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