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**Case Identifier:** dd7960cb-f317-5341-9bfb-f2ee5473d83c
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-18
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2018
**Docket/Reference:** ST.2024.3
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-st.2024.3.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2024.3 

Entscheid 

 18. Juni 2024 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Christina Hefti, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichte-
rin Barbara Collet und Gerichtsschreiberin Sophia Stephani 

In Sachen 

1.  A ,    

2.  B ,    

vertreten durch Kanzlei im Turm AG,  
Theaterstrasse 17, 8400 Zürcherischen Gemeinde C,  

Rekurrenten,  

gegen 

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2018 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (der  bzw.  die  Pflichtige,  zusammen  die  Pflichtigen)  lebten  jahre-

lang  im  Einfamilienhaus  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C,  wo  auch  deren  Kinder 

(Jahrgang  1996  und  1998)  aufwuchsen.  Das  Haus  in  der  zürcherischen Gemeinde C 

ist  im  Alleineigentum  des  Pflichtigen,  der  dieses  von  seiner  Mutter  geerbt  hatte.  Das 

Erdgeschoss (6.5-Zimmerwohnung) wurde in der Steuerperiode 2018 von den Pflichti-

gen genutzt, während ihre volljährigen Kinder das 1. OG bewohnten. Im Dachgeschoss 

hat die Pflichtige ein Qi-Gong-Studio eingerichtet.  

Die  Pflichtigen  erwarben  2001  das  Ferien-Einfamilienhaus  in  der  bündneri-

schen  Gemeinde  D;  für  die  Steuerperiode  2015  machten  sie  erstmals  geltend,  ihren 

Wohnsitz  dorthin  verlegt  zu  haben.  Mit  in  Rechtskraft  erwachsenem  Entscheid  vom 

3. Juni 2020 (ST.2018.192) hielt das Steuerrekursgericht fest, der Wohnsitz der Pflich-

tigen habe sich pro 2015 weiterhin in der zürcherischen Gemeinde C befunden.  

Für  die  Steuerperiode  2018  reichten  die  Pflichtigen  ihre  Steuererklärung  im 

Kanton  Graubünden  ein,  wobei  sie  dem  Kanton  Zürich  qua  Nebensteuerdomizil  eine 

Kopie  davon  zukommen  liessen.  Sie  deklarierten  ein  steuerbares  Einkommen  von 

Fr. 194'600.-  und  ein  steuerbares  Vermögen  von  Fr.  18'786'000.-.  Dabei  gab  der 

Pflichtige  an,  Fr.  47'742.-  aus  seiner  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  als  Arzt  in  der 

zürcherischen Gemeinde C erwirtschaftet zu haben, während die Pflichtige deklarierte, 

bei der ETH Zürich angestellt zu sein.  

Am  5.  August  2020  unterbreitete  das  kantonale  Steueramt  den  Pflichtigen 

einen  Einschätzungsvorschlag  mit  einem  steuerbaren/satzbestimmenden  Einkommen 

von Fr. 262'600.- bzw. mit einem steuerbaren Vermögen von Fr. 18'687'000.- (satzbe-

stimmend  Fr.  19'842'000.-),  wobei  es  davon  ausging,  die  Pflichtigen  seien  im  Kanton 

Zürich unbeschränkt steuerpflichtig. Die Pflichtigen lehnten den Vorschlag am 9. Sep-

tember 2020 ab, und hielten dafür, dass sich ihr Wohnsitz spätestens in der Steuerpe-

riode 2018 in die bündnerischen Gemeinde D verlagert habe. 

Mit Auflage vom 15. Februar 2021 ersuchte der Steuerkommissär die Pflichti-

gen um Einreichung folgender Belege: 

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• 

• 

• 

• 

• 

Praxisbuchhaltung: vollständige Kontoblätter und Buchungsbelege; 

Strom-/Wasserrechnung aller Liegenschaften; 

Vollständiger Kontoauszug der Konti PostFinance, 

Kopien aller Darlehensverträge Verein E und F AG; 

Vollständige Kreditkartenabrechnung pro 2018. 

Die Auflage wurde mit E-Mail vom 19. März 2021 beantwortet.  

Am  2.  Juli  2021  folgte  eine  weitere  Auflage,  in  welcher  die  Vorinstanz  die 

Pflichtigen um folgende Angaben/Belege ersuchte: 

• 

• 

• 

Umschreibung des Fahrzeugs; 

Nachweis der Zügelkosten; 

Umadressierung  von  Krankenkassen,  Versicherungen,  Banken,  Zeitschriften 

und Zeitungen; 

• 

Nachweis des Aufenthalts in der zürcherischen Gemeinde C und in der bünd-

nerischen Gemeinde D mittels geeigneter Unterlagen wie Agenden etc.; 

• 

An  welchen  Tagen  wurde  2018  im  Kanton  Zürich  gearbeitet?  Vollständige 

• 

• 

Aufstellung; 

Kursprogramm einer besuchten Schule; 

Club  G:  substanziierte  Darstellung  über  Teilnahme  an  Anlässen,  Jahrespro-

gramm etc.; 

• 

Detaillierte  Aufstellung  über  die  Nutzung  der  Liegenschaft  in  der  zürcheri-

schen Gemeinde C; 

•  Welche Personen haben die Liegenschaft in der bündnerischen Gemeinde D, 

genutzt? 

Die Auflage wurde am 6. August 2021 beantwortet.  

Eine  dritte  und  letzte  Auflage  der  Vorinstanz  folgte  am  11.  Januar  2023  und 

wurde am 9. Februar 2023 beantwortet. 

Am  6.  Juli  2023  schätzte  das  kantonale  Steueramt  die  Pflichtigen  mit  einem 

steuerbaren/satzbestimmenden Einkommen  von  Fr.  240'600.-  und einem  steuerbaren 

Vermögen  von  Fr.  18'802'000.-  (Satzbestimmend  Fr.  19'941'000.-)  ein.  Nach  wie  vor 

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ging  es  von  einer  unbeschränkten  Steuerpflicht  der  Pflichtigen  in  der  zürcherischen 

Gemeinde C aus.  

B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 7. August 2023 Einsprache. Die zür-

cherischen  Gemeinde  C  sei  als  Liegenschaftsort  sowie  Geschäftsort  selbstständiger 

Erwerbstätigkeit  ein Nebensteuerdomizil,  weswegen  die Steuerausscheidung  entspre-

chend anzupassen sei. 

Mit Entscheid vom 22. November 2023 wurde die Einsprache abgewiesen. 

C. Am 27. Dezember 2023 erhoben die Pflichtigen Rekurs und ersuchten um 

Feststellung,  dass  sie  im  Kanton  Zürich  aufgrund  wirtschaftlicher  Zugehörigkeit  be-

schränkt  steuerpflichtig  seien.  Konkret  seien  sie  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von  Fr.  0.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  1'420'000.-  (satzbestimmend 

Fr. 19'842'000.-) einzuschätzen. Das kantonale Steueramt schloss am 23. Januar 2024 

auf Abweisung des Rekurses.  

Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  wird,  sofern rechtserheblich,  in  den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Streitig ist vorliegend, ob die Pflichtigen pro 2018 ihr Hauptsteuerdomizil in 

der zürcherischen Gemeinde C oder in der bündnerischen Gemeinde D haben. 

2.  a)  §  3  Abs.  1  des  Steuergesetzes vom  8.  Juni  1997  (StG)  bestimmt,  dass 

natürliche Personen aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig sind, wenn sie 

ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Einen steuerrecht-

lichen  Wohnsitz  im  Kanton  hat  eine  Person,  wenn  sie  sich  hier  mit  der  Absicht  des 

dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht einen besonderen ge-

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setzlichen Wohnsitz zuweist (vgl. § 3 Abs. 2 StG). Diese kantonale Bestimmung lautet 

gleich wie Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) und 

Art.  3  Abs.  1  und  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom 

14. Dezember  1990 (DBG)  betreffend  die Steuerpflicht  natürlicher  Personen aufgrund 

persönlicher  Zugehörigkeit.  Die  Bestimmungen  sind  somit  gleich  auszulegen  

(BGr, 10. März 2019, 2C_473/2018, E. 3; BGr, 17. Juli 2019, 2C_87/2019, mit weiteren 

Hinweisen, auch zum Folgenden). 

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt der steuerrechtliche 

Wohnsitz  einer  Person  am  Ort,  an  dem  sich  der  Mittelpunkt  ihrer  Lebensinteressen 

befindet. Dieser Ort bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Um-

stände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen. Der steuerrechtliche Wohn-

sitz  kann  demnach  nicht  frei  bezeichnet  werden.  Der  Ort,  an  welchem  die  Schriften 

hinterlegt  sind  oder  wo die politischen  Rechte  ausgeübt  werden, spielt  nicht  eine  ent-

scheidende Rolle. Als äussere Merkmale können sie ein Indiz für den steuerrechtlichen 

Wohnsitz bilden, falls auch das übrige Verhalten der Person dafürspricht.  

Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die 

Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie 

die  stärkeren  Beziehungen  hat.  Diese  Frage  ist  jeweils  aufgrund  der  Gesamtheit  der 

Umstände des Einzelfalls zu beurteilen (vgl. BGE 138 II 300 E. 3.2; 132 I 29 E. 4; 125 I 

54 E. 2; BGr, 10. März 2019, 2C_473/2018, E. 4.1; BGr, 16. Juli 2018, 2C_546/2017, 

E. 2.3; BGr, 16. März 2018, 2C_580/2017, E. 4.1; BGr, 3. August 2017, 2C_1045/2016, 

E.  3.3).  Massgebend  sind  die  Verhältnisse  am  Ende  der  betroffenen  Steuerperiode 

(Art. 4b Abs. 1 StHG).  

b)  Die  Umstände,  die  die  allgemeine  Steuerpflicht  begründen,  sind steuerbe-

gründende  Tatsachen  und  deshalb  von  den  Steuerbehörden  zu  beweisen  (Oester-

helt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die 

Harmonisierung der direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden, 4. A., 2022, Art. 3 

N 82 StHG). Dies gilt auch dann, wenn sich der steuerrechtliche Wohnsitz bis anhin im 

Kanton Zürich befand und streitig ist, ob er aufgegeben worden ist bzw. sich an einen 

ausserkantonalen Ort verlagert hat. Von daher ist der bisherige steuerrechtliche Wohn-

sitz  für  die  Verteilung  der  Beweislast  nicht  von  Bedeutung  (VGr,  26.  März  1997, 

StE 1997 B 11.1 Nr. 15 = ZStP 1997, 269). Immerhin kann der steuerpflichtigen Person 

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der Gegenbeweis für die Aufgabe des bisherigen Wohnsitzes oder das Vorliegen eines 

ausserkantonalen  Wohnsitzes  auferlegt  werden,  wenn  die  von  der  Einschätzungsbe-

hörde  behauptete  subjektive  Steuerpflicht  als  sehr  wahrscheinlich  gilt 

(BGr, 

1. März 2012, 2C_785/2011, E. 2.3). Dies trifft vor allem zu, wenn die bisherige Woh-

nung im Kanton (ohne Fremdvermietung) weiterhin beibehalten wird; dies ist ein Indiz 

dafür, dass der bisherige Lebensmittelpunkt im Kanton nicht definitiv aufgegeben wor-

den ist.  

Die  praktische  Bedeutung  dieser  Beweislastverteilung  ist  jedoch  insofern 

überschaubar,  als  das  Bundesgericht  verschiedene  tatsächliche  Vermutungen  aner-

kannt hat, welche den Zustand der Beweislosigkeit gar nicht erst eintreten lassen (BGr, 

20. Dezember 2019, 2C_415/2019, E. 5.3; BGr, 3. Juni 2019, 2C_73/2018, E. 3.3, mit 

weiteren Hinweisen, auch zum Folgenden). Solche auf allgemeinen Erfahrungssätzen 

aufbauende tatsächliche Vermutungen lassen es zu, aufgrund bewiesener, für die kon-

krete  Frage  nicht  unmittelbar  erheblicher  Tatsachen  auf  das  Vorliegen  ansonsten  un-

bewiesener, erheblicher Tatsachen zu schliessen. War aufgrund bestimmter familiärer 

Verhältnisse  während mehrerer  Steuerperioden  vom  Lebensmittelpunkt  an  einem  be-

stimmten  Ort  auszugehen  und  stösst  die  Steuerbehörde  bei  ihrer  Untersuchung  nicht 

auf  gegenteilige  Hinweise  (Vermutungsbasis),  ist  darauf  zu  schliessen,  dass  sich  an 

den massgebenden Verhältnissen nichts geändert hat (Vermutungsfolge) und sich der 

Mittelpunkt  der  Lebensinteressen  für  die  darauffolgende  Steuerperiode  weiterhin  am 

besagten  Ort  befindet.  Sind  die  Voraussetzungen  dieser  Tatsachenvermutung  gege-

ben,  muss  die  abgabepflichtige  Person  den  Gegenbeweis  antreten  und  nachweisen, 

dass Vermutungsbasis oder Vermutungsfolge nicht zutreffen. Sie kann einerseits dar-

legen, bereits in den Vorperioden sei der Lebensmittelpunkt falsch festgelegt worden. 

Anderseits  kann sie vorbringen,  dass  sich die Verhältnisse in der massgeblichen Zeit 

geändert hätten. 

In  Bezug  auf  die  Beweisführung  über  die  Aufgabe  des  Wohnsitzes  wendet 

somit das Bundesgericht zumindest im Resultat die  Beweislastregel zuungunsten des 

Steuerpflichtigen an. Mit der herrschenden Lehre ist nämlich davon auszugehen, dass 

die Steuerpflicht nicht mit jeder Steuerperiode neu beginnt. In der Regel wird der Steu-

erbehörde  der  Beweis  gelingen,  dass  der  Steuerpflichtige  in  den  Vorperioden  seinen 

Wohnsitz im Kanton und somit die Steuerpflicht zumindest zu Beginn der Steuerperio-

de bestanden hatte. Es ist dann nach der Normentheorie (Art. 8 ZGB) am Steuerpflich-

tigen,  den  Wegfall  seiner  Steuerpflicht  als  steuermindernde  Tatsache  zu  beweisen  

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(Oesterhelt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, 4. A., 2022, Art. 3 N 67 DBG). 

3. Zur Beweislast ist zunächst festzuhalten, dass sich die Pflichtigen das Ein-

familienhaus in  der  zürcherischen Gemeinde C 2018  weiterhin zur  Verfügung  hielten, 

ohne es zu vermieten (R-act. 2). Bereits deswegen erscheint gemäss bundesgerichtli-

cher  Rechtsprechung  das  Weiterbestehen  des  Wohnsitzes  der  Pflichtigen  im  Kanton 

Zürich bzw. in der zürcherischen Gemeinde C pro 2018 als sehr wahrscheinlich, wes-

wegen es ihnen obliegt, den Gegenbeweis des Wohnsitzes in  der bündnerischen Ge-

meinde D zu erbringen.  

4.  a)  Das  kantonale  Steueramt  führt  aus,  die  Pflichtigen  verfügten  sowohl  in 

der zürcherischen Gemeinde C als auch in der bündnerischen Gemeinde D über eine 

Wohnliegenschaft (R-act. 4, auch zum Folgenden). Gemäss Deklaration weise die Lie-

genschaft in der zürcherischen Gemeinde C einen Steuerwert von Fr. 1'604'000.- und 

die  Liegenschaft  in  der  bündnerischen  Gemeinde  D  einen  solchen  von  Fr.  421'000.- 

auf. Wo sie sich mehrheitlich aufhielten, lasse sich anhand der Zahlungstransaktionen 

nicht abschliessend beurteilen. Unbestritten sei, dass die Liegenschaft in der zürcheri-

schen Gemeinde C  nicht  vermietet  werde  und  auch  nicht  zum  Verkauf  stehe. Mit  der 

fehlenden  Vermietung  würden  die  Pflichtigen  indes  zeigen,  dass  sie  sich  die  Liegen-

schaft  weiterhin  zur  Verfügung  halten  wollen.  Von  einer  endgültigen  Lösung  der  Ver-

bindungen  zum  bisherigen  Wohnsitz  könne  daher  nicht  gesprochen  werden.  Ferner 

seien  die Kinder  der  Pflichtigen  2018  ebenfalls  in der zürcherischen Gemeinde  C  ge-

meldet gewesen. Dass regelmässige Besuche und Treffen im elterlichen Haus stattge-

funden  hätten,  sei  anzunehmen.  Die  Pflichtige  habe  dort  im  Dachgeschoss  einen 

Raum  eingerichtet,  in  dem  sie  regelmässig  Qi-Gong  unterrichte.  Gemäss  den  einge-

reichten Zusammenstellungen über Operationstätigkeiten habe der Pflichtige mehrmals 

im  Monat  eine  Arbeitstätigkeit  ausgeübt.  Die  Korrespondenzadresse  für  Versicherun-

gen,  Banken,  Zeitschriften  etc.  sei  gemäss  Angaben  der  Pflichtigen  auf  die  bündneri-

schen  Gemeinde  D  geändert  worden.  Diese  Indizien  hätten  indes  regelmässig  keine 

grosse  Beweiskraft,  da solche  Änderungen  einfach  und  ohne  Aufwand vorgenommen 

werden  könnten.  Für  das  Steuerjahr  2018  sei  zusammenfassend  davon  auszugehen, 

dass die Bindungen zur zürcherischen Gemeinde C nach wie vor stärker gewesen sei-

en als diejenigen zu bündnerischen Gemeinde D. 

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b) Die Pflichtigen führen aus, sie bewohnten in der bündnerischen Gemeinde 

D  ein  Einfamilienhaus  mit  Umschwung  (R-act.  2,  auch  zum  Folgenden).  Ein  weiteres 

Wohnhaus  in  der  bündnerischen  Gemeinde  D  im  Eigentum  der  Pflichtigen  sei  grund-

sätzlich leerstehend, werde aber bisweilen Gästen zur Verfügung gestellt. Ebenso be-

sässen  die  Pflichtigen  weiter  ca.  3000  m²  freies  Bauland  in  der  Gemeinde.  An  ihrem 

Wohnort  verfügten  sie  über  gewichtige Interessen,  für  die sie sich etwa  in einem Ge-

richtsverfahren betreffend eine lärmige Wärmepumpe am Nachbargebäude oder gegen 

die Umzonung von Teilen des vorgenannten Baulands einsetzen würden. Der Aufent-

halt der Pflichtigen in der bündnerischen Gemeinde D werde von regelmässigen Besu-

chen  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  unterbrochen.  Anders  als  in  früheren  Jahren 

habe sich die Gewohnheit entwickelt, am Dienstag-, zuweilen bereits am Montagmor-

gen die betagten Eltern der Pflichtigen in der zürcherischen Gemeinde C zu besuchen 

und  mit  frischen  Lebensmitteln  aus  dem  Bündnerland  zu  versorgen.  Anschliessend 

verblieben  die  Pflichtigen  bis Mittwochmorgen  in  der  zürcherischen Gemeinde C. Ge-

legentlich, doch nicht selten, bleibe die Pflichtige einen Tag länger und fahre am Mitt-

woch mit dem Zug zurück in die bündnerischen Gemeinde D, ausnahmsweise erst am 

Donnerstagmorgen. An diesen Tagen übe sich die Pflichtige in Qi-Gong im dafür ein-

gerichteten zweiten OG der Liegenschaft in der zürcherischen Gemeinde C; auf unver-

bindlicher  Basis  nehme  daran  ein  kleiner  Kreis  von  Bekannten  teil.  Der  Pflichtige  sei 

nicht  Teil  dieser  Gruppe,  besuche  aber  eine  monatlich  abgehaltene  Tischgesellschaft 

im  Club  G.  Das kantonale Steueramt  habe 10  Teilnahmen im  Jahr  2018  ermittelt.  An 

anderen Treffen in organisiertem Rahmen würden die Pflichtigen nicht teilnehmen. Die 

Mitgliedschaft im Verein E bestehe fort, doch halte dieser Verein ausser der jährlichen 

Generalversammlung keine Treffen ab. Der Pflichtige nehme an der Generalversamm-

lung seit längerem nicht mehr Teil. In der Liegenschaft in der zürcherischen Gemeinde 

C werde zu Wohnzwecken nur die 6.5-Zimmerwohnung im Parterre durch die Pflichti-

gen verwendet. Das erste OG würden die erwachsenen Kinder der Pflichtigen bewoh-

nen, wobei sich der Sohn unter der Woche zwecks Studiums in einem Drittkanton auf-

halte.  Die  Tochter  sei  2019  in  eine  WG  gezogen.  In  der  bündnerischen  Gemeinde  D 

erfreue  sich  das  Ehepaar  durch  die  langjährige  Anwesenheit  zunehmend  über  viele 

Bekannt- und Freundschaften. Der Pflichtige sei zudem Mitglied im Verein H, der eine 

Alpenfestung unterhalte und einem breiten Publikum zugänglich mache. Die wöchentli-

chen Aufenthalte in der bündnerischen Gemeinde D und in der zürcherischen Gemein-

de  C  würden  einem  in  den  bündnerischen  Bergen  wohnhaften  Ehepaar  entsprechen, 

welches wöchentlich Verpflichtungen gegenüber den betagten Eltern nachkomme und 

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sich mit Angeboten aus der Stadt eindecke. Die Auswertung der eingereichten Auszü-

ge  habe  ergeben,  dass  an  fünf  Wochentagen  überwiegend  keine  Zahlungen  in  der 

zürcherischen  Gemeinde  C  stattgefunden  hätten.  Dem  Beweisnotstand  seien  die 

Pflichtigen begegnet, indem sie seit 2021 halbjährlich ein Auskunftsbegehren nach Art. 

8 DSG gestellt hätten. Die Auswertung zeige einen Aufenthalt von 74% des auswertba-

ren Zeitraums in der bündnerischen Gemeinde D und Umgebung für die Steuerperiode 

2021.  Zusammenfassend  sei  festzuhalten,  dass  sich  die  Pflichtigen  spätestens  nach 

Aufgabe  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  durch  den  Pflichtigen  per  30.  Septem-

ber 2018 vorwiegend in der bündnerischen Gemeinde D aufgehalten hätten. 

Die  gelegentlich  fortgeführte  ärztliche  Tätigkeit  bis  2019  sei  hingegen  unbe-

achtlich und beruhe auf kollegialer Verpflichtung (R-act. 3/5, auch zum Folgenden). Die 

Pflichtige  sei  weiterhin  für  einen  der  ETH  assoziierten  Verband  unselbstständig  er-

werbstätig  gewesen.  Der  eingereichte  Lohnausweis  weise  ein  Nettoeinkommen  von 

lediglich Fr. 590.- aus. Die Tätigkeit sei somit zwecks Beurteilung des Wohnsitzes un-

beachtlich. Am Montagnachmittag sowie am Dienstagmorgen biete die Pflichtige im 2. 

OG  der  Liegenschaft  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  asiatische  Bewegungs-  und 

Entspannungskurse (Qi-Gong) an.  

Die  Pflichtigen  seien  bei  der  Krankenkasse  weiterhin  in  der  zürcherischen 

Gemeinde  C  gemeldet (R-act.  3/8,  auch  zum  Folgenden).  Der  Pflichtige verfüge  über 

eine Insulinpumpe. Die Abklärungen betreffend die Krankenkassendeckung seien äus-

serst aufwendig. Durch den Beibehalt der Krankenkassenniederlassung in der zürche-

rischen  Gemeinde  C  solle  ein  erneuter  Abklärungsaufwand  vermieden  werden.  Die 

Pflichtigen hätten zwei Katzen. Diese würden jeweils in  der bündnerischen Gemeinde 

D  verbleiben,  während  sich  das  Ehepaar  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  aufhalte. 

Teilweise  würden  Näpfe  ausreichend  gefüllt,  teilweise  würden  die  Katzen  durch  die 

Nachbarin versorgt. Nicht erstellt werden könne im Nachhinein, wann der Pflichtige bei 

Operationen in der zürcherischen Gemeinde C assistiert habe.  

5. a) Zunächst sind die Wohnmöglichkeiten in der zürcherischen Gemeinde C 

und der bündnerischen Gemeinde D zu durchleuchten. In der zürcherischen Gemeinde 

C  steht  den  Pflichtigen  ein  grosses  Einfamilienhaus  auf  drei  Etagen  zur  Verfügung, 

wobei sie nach eigener Aussage Parterre (6.5-Zimmerwohnung) und 2. Obergeschoss 

(Qi-Gong) benutzen. Im 1. Obergeschoss sind nach ihren Angaben die beiden erwach-

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senen  Kinder  wohnhaft.  Das  Einfamilienhaus  in  der  bündnerischen  Gemeinde  D  um-

fasst 7.5-Zimmer (StRG, 3. Juni 2020, ST.2018.192, E. 3/b). Beide Liegenschaften sind 

für einen Daueraufenthalt der Familie geeignet. 

b) Die Anwesenheit der Pflichtigen in der zürcherischen Gemeinde C und der 

bündnerischen  Gemeinde  D  ist  teilweise  mittels  Belegen  dokumentiert  und  stellt  sich 

folgendermassen dar (R-act. 3/13; T-act. 79 ff.): 

Monat in 2018  Zürcherische 

Zürcherische 

Bündnerische 

Bündnerische 

Gemeinde 

C 

Gemeinde 

C  

Gemeinde 

D  

Gemeinde 

D  

Ehemann 

Ehefrau 

Ehemann 

Ehefrau 

Januar  

8.1; 15.1; 20.1; 

9.1; 15.1; 16.1; 

2.1; 8.1; 9.1; 

3.1; 6.1; 11.1; 

24.1; 29.1; 

18.1; 22.1; 

14.1; 25.1; 

13.1;  

30.1 

23.1; 29.1; 

26.1 

31.1 

Februar  

1.2; 2.2; 22.2; 

1.2; 2.2; 20.2; 

2.2; 7.2; 8.2; 

5.2; 13.2 

26.2 

21.2; 22.2; 

10.2; 17.2; 

27.2; 28.2 

20.2; 24.2; 

25.2 

März  

1.3; 2.3, 3.3; 

1.3; 5.3; 8.3; 

10.3; 11.3; 

4.3; 7.3; 8.3; 

12.3; 13.3; 

23.3; 24.3; 

12.3; 14.3; 

14.3; 17.3; 

25.3; 28.3; 

16.3; 20.3; 

21.3; 22.3; 

29.3; 31.3; 

21.3; 22.3; 

26.3; 27.3 

25.3 

April  

7.4; 9.4; 17.4; 

9.4; 10.4; 11.4; 

7.4; 9.4, 13.4, 

3.4 

21.4; 23.4 

12.4; 17.4; 

15.4; 25.4; 

18.4; 19.4; 

26.4 

23.4; 24.4; 

25.4 

Mai  

23.5; 25.5; 

7.5; 8.5; 9.5; 

1.5; 2.5; 5.5; 

5.5 

31.5 

15.5; 16.5; 

11.5; 13.5; 

22.5; 23.5; 

18.5; 21.5; 

25.5; 28.5; 

28.5 

31.5 

1 ST.2024.3 

 
 
 
  
 
 
 
- 11 - 

Juni  

8.6, 12.6; 13.6; 

6.6; 11.6; 12.6; 

2.6; 8.6; 9.6: 

27.6; 29.6 

13.6; 14.6; 

10.6; 15.6; 

17;6; 18.6; 

16.6; 18.6; 

19.6; 20.6; 

23.6; 24.6 

21.6; 22.6; 

25.6; 27.6; 

28.6;  

Juli  

7.7; 10.7; 11.7 

9.7; 10.7; 11.7; 

13.7; 16.7; 

16.7; 24.7; 

13.7; 31.7 

23.7; 24.7; 

28.7 

28.7; 30.7; 

31.7 

August  

8.8; 23.8 

8.8; 16.8; 20.8; 

3.8; 8.8, 10.8, 

11.8 

21.8; 22.8; 

14.8; 16.8; 

23.8; 25.8 

18.8; 19.8;  

September  

10.9; 13.9 

11.9; 17.9; 

14.9; 16.9; 

19.9; 24.9; 

21.9; 23.9; 

25.9; 26.9  

28.9; 30.9 

Oktober  

2.10; 4.10; 

1.10; 2.10; 

6.10; 8.10; 

13.10 

24.10; 25.10 

3.10; 4.10; 

11.10; 12.10; 

9.10; 11.10; 

19.10; 22.10; 

23.10; 24.10 

27.10; 29.10 

November  

3.11; 13.11; 

1.11; 7.11; 

8.11; 10.11; 

20.11 

26.11; 27.11 

8.11; 9.11; 

15.11; 20.11 

12.11;14.11; 

21.11; 22.11; 

23.11; 27.11 

Dezember  

6.12; 7.12; 

6.12; 7.12; 

1.12; 3.12; 

13.12; 15.12 

10.12; 12.12; 

15.12; 20.12; 

13.12; 14.12; 

22.12; 27.12; 

20.12 

29.12 

Aus  den  Kontoauszügen  ergibt  sich,  dass  der  Pflichtige  monatlich  mehrfach 

grössere Bargeldbeträge abhob (Januar 2018 dreimal Fr. 800.- und dreimal Fr. 1'000.-; 

Februar  2018  sechsmal  Fr.  800.-;  März  2018  siebenmal  Fr.  800.-  und  fünfmal 

Fr. 1'000.-  usw),  sodass  die  Aussagekraft  seiner  mittels  Bank-  und  Kartenbelegen 

1 ST.2024.3 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 12 - 

nachgewiesenen  Auslagen  zu  relativieren  ist.  Belege  für  Barauslagen  wurden  keine 

eingereicht.  Die  tabellarische  Darstellung  zeigt,  dass  die  meisten  belegten,  mit  Karte 

bezahlten Auslagen in der bündnerischen Gemeinde D zu verorten sind, der Pflichtige 

sich aber zwischendurch immer wieder auch in der zürcherischen Gemeinde C aufhielt. 

Die Bankauszüge der Pflichtigen belegen eine rege Anwesenheit in der zürcherischen 

Gemeinde C. Dass sie sich auch oft in  der bündnerischen Gemeinde D aufhielt, lässt 

sich hingegen daraus nicht lesen. Ebenfalls nicht belegt ist die Angabe der Pflichtigen, 

sie  hätten  sich  ausschliesslich  von  Montag  oder  Dienstag  bis  maximal  Donnerstag  in 

der zürcherischen Gemeinde C aufgehalten. Im Gegenteilt sind mehrfache Aufenthalte 

an anderen Wochentagen ersichtlich.  

Im  Ergebnis  ist  das  Fazit  der  Vorinstanz,  die  Aufenthalte  erlaubten  keinen 

deutlichen Rückschluss auf den Wohnsitz der Pflichtigen, nicht zu beanstanden.  

c)  aa)  Der  Pflichtige  arbeitete  2018  in  einer  Privatklinik  in  der  zürcherischen 

Gemeinde C, in welcher er sich eingemietet hatte, wobei er teilweise als operierender, 

teilweise als assistierender Chirurg tätig war (StRG, 2. Juni 2020, ST.2018.192, E. A). 

Seine  Praxistätigkeit  gab  er  per  Ende  September  2018  auf,  war  aber  auch  nach  die-

sem Zeitpunkt weiterhin als operierender und als assistierender Chirurg in der zürche-

rischen Gemeinde C tätig.  

Dazu  reichten  die  Pflichtigen  eine  Liste  von  11  Operationen  ein,  welche  der 

Pflichtige  2018  durchführte.  Daneben  führten  sie  eine  Liste  von  62  Operationen  von 

Dr. I auf, mit der Angabe, der Pflichtige habe diesem oft assistiert, aber nicht an allen 

62 Terminen. Zu einem späteren Zeitpunkt konkretisierten die Pflichtigen, der Pflichtige 

sei pro 2018 an 68 Operationen beteiligt gewesen. Am 30. November 2021 korrigierten 

die  Pflichtigen  ihre  Angaben  erneut:  Gestützt  auf  Abrechnungen,  die  der  Pflichtige 

"vorgefunden" habe, reduziert sich die Zahl der Operationen pro 2018 auf 24. 

Ungeachtet  dessen,  ob  der  Pflichtige  an  24  oder  68  chirurgischen  Eingriffen 

beteiligt  war,  hatte  er  bis  Ende  2018  seine  Betätigung  als  Arzt  nicht  aufgegeben,  so-

dass weiterhin (und im Gegensatz zu den Vorbringen der Pflichtigen) eine starke beruf-

liche  Verknüpfung  zur  zürcherischen  Gemeinde  C  bestand.  Dass  der  Pflichtige  nicht 

auf  diesen  Verdienst  angewiesen  war,  vermag  daran  nichts  zu  ändern,  dass  er  den 

Entscheid  gefällt  hat,  sich  nicht  definitiv  in  die  bündnerischen  Gemeinde  D  zurückzu-

1 ST.2024.3 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 13 - 

ziehen, sondern seine Erwerbstätigkeit in der zürcherischen Gemeinde C – wenngleich 

in reduziertem Ausmass – fortzuführen. 

bb) Die Pflichtige war 2018 weiterhin für die ETH Zürich unselbstständig tätig. 

Dass aufgrund der Geringfügigkeit der Entschädigung (Fr. 590.- netto) von einer unter-

geordneten  Tätigkeit  auszugehen  ist,  vermag  daran  nichts  zu  ändern,  dass  auch  sie 

nicht bereit war, die berufliche Bindung zum Kanton Zürich aufzulösen und sich in der 

bündnerischen Gemeinde D ganz zur Ruhe zu setzen. Dasselbe muss für die Qi-Gong-

Lektionen gelten, die die Pflichtige 2018 zweimal wöchentlich (ausserhalb der Schulfe-

rien) gab und die ihr immer wieder einen Grund gaben, sich in der ersten Wochenhälfte 

in der zürcherischen Gemeinde C aufzuhalten und offenbar auch als Gelegenheit die-

nen, sich mit Bekannten zu treffen, finden doch die Lektionen im kleinen Kreis statt. 

cc) Nach dem Gesagten üben die Pflichtigen ihren Beruf bzw. leben ihre Inte-

ressen in der zürcherischen Gemeinde C aus, was ein starkes Indiz für die Beibehal-

tung ihres Wohnsitzes ist. Als Interessen, welche sie mit der bündnerischen Gemeinde 

D verbinden, nennen sie lediglich zwei Gerichtsverfahren, das eine betreffend Lärmbe-

lästigung aus dem Nachbargebäude, das andere betreffend die Umzonung von Teilen 

ihrer  Baulandparzelle.  Diese  zwei  Gerichtsverfahren  belegen  indes  keine  besondere 

Beziehung zum Ort, da sie genauso stattfinden würden, wenn die bündnerischen Ge-

meinde D bloss als Ferienort dient.  

d) Zu den sozialen Beziehungen in der bündnerischen Gemeinde D führen die 

Pflichtigen lapidar aus, sie hätten dort zunehmend viele Bekannt- und Freundschaften 

(R-act.  2).  Wer  damit  gemeint  ist,  ob  Treffen  stattfinden  und,  wenn  ja,  wie  oft  und  zu 

welchen Anlässen,  wird nicht  ausgeführt.  Daneben  ist  der  Pflichtige Mitglied  des  Ver-

eins H. Dass diese Mitgliedschaft mit regelmässigen sozialen Anlässen verbunden sei, 

wird hingegen weder geltend gemacht, noch nachgewiesen.  

Zu  den  sozialen  Bindungen  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  ist  mehr  be-

kannt.  Dort  leben  die  Eltern  der  Pflichtigen,  um  die  sich  die  Pflichtigen  kümmern,  so-

dass davon auszugehen ist, dass eine starke Bindung zu diesen besteht. Ebenfalls in 

der zürcherischen Gemeinde C leben die Kinder der Pflichtigen. Dass sich die Bezie-

hung  zu  den  Kindern,  angesichts  deren  Alters,  gelockert  habe,  vermag  die  Bindung 

gleichwohl  nicht  umzustossen.  Ebenfalls  eine  soziale Komponente  hat  wie  bereits  er-

wähnt die Bewegungsgruppe der Pflichtigen. Schliesslich ist der Pflichtige Mitglied des 

1 ST.2024.3 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Clubs G in der zürcherischen Gemeinde C, wobei 2018 zehn treffen stattgefunden ha-

ben.  

Das Sozialleben der Pflichtigen scheint damit  – soweit es überhaupt bekannt 

ist – überwiegend in der zürcherischen Gemeinde C stattzufinden.  

e)  Als  weiterer  Beweis  ihres Wohnsitzes  reichten  die  Pflichtigen  diverse  Kor-

respondenz mit der Adresse in der bündnerischen Gemeinde D ein. So war der Bank J  

am  23. Oktober  2018  die  Adresse  in  der  bündnerischen  Gemeinde D  bekannt;  eben-

falls der Bank K im November 2018. Hingegen wurde einem Verlag, bei dem der Pflich-

tige  die Autoillustrierte  abonniert  hat,  die  Adressänderung  erst  im  März 2019  bekannt 

gegeben,  sodass  dieser  Beleg  gegen  eine  Wohnsitzverlegung  in  der  Steuerperiode 

2018 spricht. Alle anderen diesbezüglich eingereichten Belege sind periodenfremd und 

können daher nicht als Beweismittel im vorliegenden Verfahren herangezogen werden, 

zumal sich daraus auch keine Rückschlüsse betreffend die streitige Steuerperiode zie-

hen lassen. Ferner befindet sich weitere Korrespondenz in den Akten, die auch Ende 

2018 an die Adresse in der zürcherischen Gemeinde C geschickt wurde (z.B. Bank L, 

Bankkarte Bank J), sodass sich zusammenfassend der Adressierung von Dokumenten 

keine schlüssigen Ergebnisse entnehmen lassen.  

Zugunsten  der  zürcherischen  Gemeinde  C  spricht  der  Umstand,  dass  die 

Pflichtigen ihrer Krankenkasse keine Adressänderung gemeldet haben. Der von ihnen 

vorgebrachte  Grund  vermag  nicht  überzeugen,  da  die  Krankenkassendeckung  nach 

einer  Adressänderung  unverändert  bleibt  und  vermutungsweise  kein  Abklärungsauf-

wand betreffend die Insulinpumpe des Pflichtigen anfallen würde.  

f)  Ferner spricht  der  Umstand,  dass  sich  die  Nachbarin  der  Pflichtigen  in  der 

bündnerischen Gemeinde D teilweise um deren Katzen gekümmert hat, nicht für einen 

Wohnsitz  im  Kanton  Graubünden,  ergibt  sich  doch  aus  der  Bestätigung  nicht  einmal, 

seit  wann  die  Pflichtigen  Katzen  haben,  geschweige  denn,  wie  oft  die  Betreuung  der 

Katzen anfällt.  

g)  Der  Stromverbrauch  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  belief  sich  für  die 

Zeit 18.9.2018 bis 21.12.2018 auf 1309 kWh im Normaltarif und 1033 kWh im Niederta-

rif.  Für  das  übrige  Jahr  wurden  nur  Rechnungen  eingereicht,  aus  denen  der  Anteil 

Normal- und Niedertarif nicht sichtbar ist und sich insofern der Verbrauch nicht berech-

1 ST.2024.3 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 15 - 

nen  lässt.  Der  ungefähre  Jahresverbrauch  ist  daher  mittels  Hochrechnung  des  Ver-

brauchs  im  letzten  Jahrestrimester  auf  9'368  kWh  festzulegen  [(1309  +  1033)  x  4)], 

was in etwa 50% mehr ist als der typische Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus-

halt mit fünf oder mehr Personen (dazu www.ewz.ch, Energieeffizienz im Haushalt, S. 

6).  Dieser  sehr  hohe  Stromverbrauch  ist  mit  den  Ausführungen  der  Pflichtigen,  das 

Haus stünde den grössten Teil der Woche leer, nicht zu vereinbaren.  

Zum  Stromverbrauch  in der  bündnerischen Gemeinde D  reichten  die  Pflichti-

gen jeweils zwei Rechnungen für dieselben Zeitspannen ein, wobei die eine das selbst 

genutzte  Haus  betrifft,  die  andere    wohl  die  zu  vermietende  Liegenschaft.  Der  Ver-

brauch in der selbst genutzten Liegenschaft belief sich pro 2018 auf 12'980 kWh (2365 

+2125  +  1040  +  1845  +  2785  +  2820)  für  3  Quartale.  Für  ein  Quartal  wurde  keine 

Rechnung  eingereicht.  Dieser  augenscheinlich  hohe  Verbrauch  trügt,  wird  doch  die 

Liegenschaft  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  mit  Gas  geheizt  (Verbrauch  26'489 

kWh  für  das  letzte Quartal  von  2018),  wohingegen  für  die  bündnerische Liegenschaft 

keine  entsprechenden  Rechnungen  eingereicht  und  keine  Aussagen  dazu  gemacht 

wurden, sodass die Heizung möglicherweise elektrisch ist. Da der Heizanteil nicht be-

kannt ist, kann aus den eingereichten Belegen kein klarer Schluss gezogen werden.  

Nach dem Gesagten belegt der Verbrauch in der bündnerischen Gemeinde D 

eine Nutzung des Hauses, offen hingegen muss der Umfang blieben, da der tatsächli-

che Stromverbrauch für die Heizung unbekannt ist. Der Verbrauch in der zürcherischen 

Gemeinde C belegt dagegen eine deutlich höhere Anwesenheit, als von den Pflichtigen 

verfochten, ja fällt selbst für eine dauernde Anwesenheit von 4 Personen hoch aus.  

h) Der Vollständigkeit halber ist noch zu ergänzen, dass die von den Pflichti-

gen  eingereichten  Auswertungen  der  Standortdaten  der  Swisscom  für  das  Jahr  2021 

zufolge  zu  grossem  zeitlichem  Abstand  keine  Rückschlüsse  auf  deren  Aufenthalt  im 

Jahr 2018 erlauben, sodass nicht weiter darauf einzugehen ist.  

i)  Die  Anknüpfungspunkte  für  einen  Schwerpunkt  der  Lebensinteressen  der 

Pflichtigen im Jahr 2018 im Kanton Zürich bzw. in  der zürcherischen Gemeinde C er-

weisen sich nach dem Gesagten als gewichtiger, sodass die für die bündnerische Ge-

meinde D sprechenden Umstände die natürliche Vermutung nicht umstossen können.  

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- 16 - 

Damit ist festzustellen, dass die Pflichtigen 2018 ihren steuerlichen Wohnsitz 

in der zürcherischen Gemeinde C hatten. Die Steuerfaktoren sind unbestritten.  

6. Aufgrund dieser Erwägungen ist der Rekurs abzuweisen. Ausgangsgemäss 

sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer:  

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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