# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d36facba-b380-5df9-ad08-0053c8c4061b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.02.2015 200 2014 964
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-964_2015-02-26.pdf

## Full Text

200 14 964 SH
KOJ/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 26. Februar 2015

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

B.________
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdegegnerin

Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne 
Schloss, 2560 Nidau
Vorinstanz

betreffend Entscheid des Regierungsstatthalteramts Biel/Bienne vom 11. September 
2014 (RMS 52/2014)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, SH/14/964, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die Einwohnergemeinde A.________ schloss mit Verfügung vom 16. Juli 
2014 das Sozialhilfedossier der bisher mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unter-
stützten B.________ rückwirkend per 31. Mai 2014 mangels Unterstüt-
zungszuständigkeit zufolge Wegzugs der Bedürftigen in einen anderen 
Kanton (Akten der Einwohnergemeinde A.________ [act. I], 3).

B.

Diese Verfügung hob das Regierungsstatthalteramt Biel (fortan RSA bzw. 
Vorinstanz) in Gutheissung einer Beschwerde vom 6. August 2014 (Akten 
des RSA [act. II] 1-3) mit Entscheid vom 11. September 2014 (act. II 19-22) 
auf.

C.

Mit Eingabe vom 10. Oktober 2014 erhob die Einwohnergemeinde 
A.________ (fortan Beschwerdeführerin), Beschwerde und beantragte, der 
Entscheid des RSA sei kostenfällig aufzuheben und damit die Verfügung 
vom 16. Juli 2014 zu bestätigen.

Während die Vorinstanz mit Zuschrift vom 16. Oktober 2014 auf das Einrei-
chen einer Vernehmlassung verzichtete, schloss B.________ (fortan Be-
schwerdegegnerin), vertreten durch Rechtsanwalt C.________, in ihrer 
Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2015 auf kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Gleichzeitig ersuchte sie um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Beiordnung ihres 
Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt.

Am 5. Februar 2015 legte die Beschwerdegegnerin zusätzliche, vom In-
struktionsrichter im Hinblick auf die Klärung der Spruchzuständigkeit (vgl. 
E. 1.3 hienach) edierte Unterlagen ins Recht (Akten der Beschwerdegegne-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, SH/14/964, Seite 3

rin [act. IIA] 1-3) und ihr Rechtsvertreter reichte aufforderungsgemäss die 
Kostennote vom 2. Februar 2015 ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsge-
richts ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) und Art. 54 
Abs. 2 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Ge-
richtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 
18 Abs. 2 des Organisationsreglements des Verwaltungsgerichts vom 22. 
September 2010 (OrR VG; BSG 162.621) zuständig (vgl. auch Art. 52 
Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe 
[Sozialhilfegesetz, SHG; BSG 860.1]). Die beschwerdeführende Gemeinde 
hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefoch-
tenen Entscheid in ihren finanziellen Interessen betroffen, damit besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; BVR 2006 S. 408 E. 1). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 Abs. 2 VRPG).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Entscheid des RSA vom 11. Septem-
ber 2014 (act. II 19-22). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführe-
rin ihre sozialhilferechtliche Unterstützungspflicht gegenüber der Be-
schwerdegegnerin für die Zeit ab 1. Juni 2014 zufolge fehlender Unterstüt-
zungszuständigkeit zu Recht verneinte.

1.3 Nach den unbestritten gebliebenen Angaben der Beschwerdegeg-
nerin wurde ihr neuerlicher Unterstützungsantrag für die Zeit ab 19. Sep-
tember 2014 (act. I 12), auf welchen bereits die Beschwerdeführerin hin-
gewiesen hat (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. 2), formlos gutgeheissen (vgl. Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, SH/14/964, Seite 4

schwerdeantwort S. 12 Ziff. III Ziff. 18 lit. a), was durch die mit Eingabe vom 
5. Februar 2015 eingereichten Unterlagen (act. IIA 2 f.) hinreichend belegt 
ist. Streitig sind somit Unterstützungsleistungen für die Zeit vom 1. Juni bis 
18. September 2014, womit der Streitwert mit Blick auf das aktuelle Unter-
stützungsbudget (act. IIA 2) bzw. die vor der Schliessung des Sozialhilfe-
dossiers ausgerichtete Sozialhilfe (act. II [Antwortbeilage 11/2]) jedenfalls 
unter Fr. 20'000.-- liegt und die Beurteilung der Beschwerde demzufolge in 
die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzung hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat 
Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschen-
würdiges Dasein unerlässlich sind (Art. 12 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]; Art. 29 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 
[KV; BSG 101.1]). Bedürftige Personen werden von ihrem Wohnkanton 
unterstützt (Art. 115 BV; Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 24. Juni 
1977 über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger [Zuständig-
keitsgesetz, ZUG; SR 851.1]), was grundsätzlich auch für Ausländerinnen 
und Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz gilt (Art. 20 Abs. 1 ZUG).

2.2 Gemäss Art. 46 Abs. 1 SHG obliegt die Gewährung der Sozialhilfe 
an Personen mit Aufenthalt im Kanton Bern der Gemeinde, in der die be-
dürftige Person ihren zivilrechtlichen Wohnsitz hat; die Gewährung der So-
zialhilfe obliegt der Aufenthaltsgemeinde, wenn kein Wohnsitz im Kanton 
Bern besteht oder wenn eine Person ausserhalb der Wohnsitzgemeinde 
auf sofortige Hilfe angewiesen ist (Art. 46 Abs. 2 SHG; vgl. auch Art. 12 der 
Verordnung vom 24. Oktober 2001 über die öffentliche Sozialhilfe [Sozial-
hilfeverordnung, SHV; BSG 860.111]). 

2.2.1 Der zivilrechtliche Wohnsitz richtet sich nach Art. 23 ff. des Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210); er befindet sich am Ort, wo 
sich eine mündige Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält 

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(Art. 23 Abs. 1 ZGB) und den sie zum Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen 
gemacht hat (BVR 2010 S. 515 E. 3.2.1; BGE 135 III 49 E. 6.1, 132 I 29 
E. 4.1, 125 I 54 E. 2). Da der Wohnsitz nicht nur für die betroffene Person, 
sondern auch für Drittpersonen und das Gemeinwesen von Bedeutung ist, 
ist die innere Absicht des dauernden Verbleibens nur insoweit von Be-
deutung, als sie nach aussen erkennbar geworden ist (vgl. statt vieler: DA-
NIEL STAEHELIN, in Basler Kommentar, 4. Aufl. 2010, Art. 23 ZGB N. 5; EU-
GEN BUCHER, Berner Kommentar, 1976, Art. 23 ZGB N. 35). 

2.2.2 Der einmal begründete Wohnsitz bleibt bis zum Erwerb eines neuen 
Wohnsitzes bestehen (Art. 24 Abs. 1 ZGB). Ein sozialhilferechtlicher Unter-
stützungswohnsitz gemäss Art. 46 Abs. 1 SHG hat demnach – jedenfalls im 
innerkantonalen Verhältnis – solange Bestand, bis die betroffene Person 
einen neuen zivilrechtlichen Wohnsitz begründet hat (BVR 2010 S. 515 
E. 3.2.2) bzw. bis der Wohnsitz in der Schweiz nachweislich aufgegeben 
worden ist. Anderes gilt im Geltungsbereich des ZUG, welches den Ersatz 
von Unterstützungskosten unter den Kantonen regelt (Art. 1 Abs. 2 ZUG). 
Nach Art. 4 Abs. 1 ZUG liegt der Unterstützungswohnsitz einer bedürftigen 
Person in dem Kanton, in welchem sie sich mit der Absicht dauernden Ver-
bleibens aufhält (sog. Wohnkanton). Dieser Unterstützungswohnsitz 
gemäss ZUG orientiert sich zwar am zivilrechtlichen Wohnsitz, ist mit die-
sem jedoch nicht zwingend identisch; weniger stark als im Zivilrecht kommt 
es auf den Willen des Betroffenen als auf die gesamten Lebensverhältnisse 
an. Zudem verliert der Wohnkanton seine Eigenschaft mit dem Wegzug 
des Unterstützungsbedürftigen, denn das ZUG kennt keinen fortdauernden 
fiktiven Wohnsitz im Sinn von Art. 24 Abs. 1 ZGB. Vielmehr ist im interkan-
tonalen Kontext die Regelung von Art. 9 Abs. 1 ZUG zu beachten, wonach 
die Unterstützungszuständigkeit eines Kantons endet, wenn die unterstütz-
te Person aus dem Kanton wegzieht, unabhängig davon, ob sie in einem 
anderen Kanton einen neuen Unterstützungswohnsitz begründet (vgl. BGE 
139 V 433 E. 3.2.1 S. 435; Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 
7. November 2014, 8C_530/2014, E. 3.1 und 3.3, vom 5. Juli 2010, 
8C_223/2010, E. 3.1, sowie vom 23. September 2003, 2A.253/2003, E. 2.3; 
WERNER THOMET, Kommentar zum ZUG, 2. Aufl. 1994, S. 61 f. N. 89).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, SH/14/964, Seite 6

3.

3.1 Im Zusammenhang mit dem hier strittigen Unterstützungswohnsitz 
lassen sich den Akten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen: 

Die 1993 geborene Beschwerdegegnerin ist ledig, Mutter einer im Jahr 
2013 geborenen Tochter, hat zwei Brüder sowie einen Halbbruder. Ihre 
Eltern leben in …. Nachdem die Beschwerdegegnerin aus der letzten 
Wohnung in … exmittiert worden war und zwischenzeitlich eine Wohnung 
in … hatte, zog sie – sobald sich ihr die Gelegenheit bot – wieder zurück 
nach …. Nach eigenen Angaben lebte sie stets in … bzw. im Kanton Bern. 
Der Kindsvater der unehelichen Tochter wohnt in … und hat die Vater-
schaft anerkannt (act. I 6/1, 12/1; act. II [Antwortbeilage 2]); ein gemeinsa-
mes Sorgerecht soll seit 1. Juli 2014 bestehen (act. II 1).

Im Unterstützungsantrag vom 17. Juli 2013 (act. II [Antwortbeilage 1]) so-
wie in jenem vom 19. September 2014 (act. I 12) figuriert die identische 
Wohnadresse in …. Anlässlich des Beratungsgesprächs vom 13. Novem-
ber 2013 gab die Beschwerdegegnerin an, die Wohnsituation sei aufgrund 
der Prostitution und des Drogenhandels nicht sehr adäquat, sie möchte 
umziehen. Eine Kündigung des Mietvertrages sei aber erstmals per 30. Ju-
ni 2014 möglich oder sie müsste eine solvente Nachmieterschaft finden. 
Sie denke darüber nach, zum Kindsvater nach … zu ziehen, sie sehe nur 
diese Möglichkeit. Sie habe sich auf die Warteliste für Kindertagesstätten 
setzen lassen; wenn sie aber erwäge im nächsten Jahr nach … umzuzie-
hen, mache es allerdings keinen Sinn, einen eventuellen Krippenplatz an-
zunehmen (act. I 6). 

Im Rahmen eines Telefonats vom 27. Januar 2014 erklärte die Beschwer-
degegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin, sie halte sich seit zwei 
Wochen in … auf, da ihre Tochter den Kindsvater brauche (act. I 7). Glei-
chentags sprach sie persönlich bei der Beschwerdeführerin vor und führte 
unter anderem aus, sie habe allenfalls Arbeit in … gefunden, ein Arbeits-
versuch sei gut verlaufen. Es scheine, als wolle der mögliche Arbeitgeber 
sie anstellen, sobald sie nach … umgezogen sei und gewisse Angelegen-
heiten geregelt habe. Sie überlege sich, per 30. Juni 2014 nach … zu zie-
hen (act. I 8).

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In einem undatierten (am 20. März 2014 bei der Beschwerdeführerin einge-
langten) Schreiben (act. II [Antwortbeilage 10]) berichtete die Beschwerde-
gegnerin über ihre momentan ungewisse Situation in beruflicher Hinsicht 
sowie in Bezug auf den Kindsvater. Sie habe das Bedürfnis, sich regelmäs-
sig nach … zu begeben, um die Bindung zwischen ihrer Tochter und dem 
Kindsvater zu festigen, aber keinesfalls um definitiv umzuziehen. Sie lebe 
aktuell an der bisherigen Wohnadresse und suche nach einem Krippen-
platz mit dem Ziel, so schnell wie möglich eine Arbeit zu finden.

In den Kontoauszügen der PostFinance AG (act. I 9) sind über den Zeit-
raum von November 2013 und April 2014 mit einer gewissen Regelmässig-
keit in … getätigte Bargeldbezüge bzw. Käufe dokumentiert, wobei die 
Auszüge an die Beschwerdegegnerin, per Adresse des Kindsvaters in …, 
adressiert sind. Zwischen 30. Juni bis 20. Juli 2014 arbeitete sie mit einem 
Beschäftigungsgrad von 20 % in … (act. I 11; act. II 2). 

3.2 Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass sich die Beschwer-
degegnerin schriftenpolizeilich bei der Dienststelle Bevölkerung … in der 
fraglichen Zeit weder abmeldete noch bei der Einwohnerkontrolle in … an-
meldete (vgl. betreffend Kanton Bern: Art. 10 Abs. 1 des Gesetzes vom 
12. September 1985 über Niederlassung und Aufenthalt der Schweizer 
[GNA; BSG 122.11]; betreffend Kanton Waadt: Art. 3 Abs. 1 Loi du 9 mai 
1983 sur le contrôle des habitants [LCH; RSV 142.01] bzw. betreffend Aus-
länderinnen und Ausländer: Art. 15 des Bundesgesetzes vom 16. Dezem-
ber 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, AuG; 
SR 142.01]). Zwar gilt im Anwendungsbereich des ZUG keine Vermutung, 
dass der Wohnsitz bestehen bleibt bis die Person sich polizeilich abmeldet 
(vgl. THOMET, a.a.O., Art. 9 N.144 und 151), immerhin kann das Ab- und 
Anmelden aber ein Indiz für die Absicht dauernden Verbleibens darstellen 
(DANIEL STAEHELIN, a.a.O., Art. 23 N. 23).

Wenngleich die Kontoauszüge (act. I 9) die Zeit vor dem 1. Juni 2014 be-
treffen, anerkennt die Beschwerdegegnerin, dass sie sich auch in der frag-
lichen Periode tatsächlich mitunter in … aufhielt (act. II 1 f.; Beschwerde-
antwort S. 9 f. Ziff. III Ziff. 15 Lemma 1 f.). Die Aufenthalte dienten nach 
ihren Angaben der Pflege der Vater-Kind Beziehung im Rahmen des ge-
meinsamen Sorgerechts. Sie zeigte plausibel die Gründe auf, weshalb sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, SH/14/964, Seite 8

dabei aus finanziellen Aspekten (Gleis-7-Abonnement der SBB) jeweils in 
… übernachtete bzw. Einkäufe aus organisatorischen Gründen (Ladenöff-
nungszeiten) bevorzugt vor der Rückreise in … tätigte (act. II 1, 3). Allein 
aus den jeweiligen faktischen Aufenthalten in … zur Pflege des (im Übrigen 
durch Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK; 
SR 0.101] geschützten) Familienlebens lässt sich – selbst wenn die Orts-
abwesenheit nach den Vorgaben der Beschwerdeführerin allenfalls vor-
gängig hätte deklariert werden müssen (act. II [Antwortbeilage 8/2 Ziff. 3]) – 
noch nicht schliessen, dass die Beschwerdegegnerin aus dem Kanton Bern 
wegzog, zumal sie sich mit dem Kindsvater teilweise auch in … getroffen 
haben soll (act. II 1). Auch das vorübergehende Teilzeitarbeitsverhältnis mit 
einem kleinen Arbeitspensum von 20 % führt nicht zur Annahme, dass die 
Beschwerdegegnerin die Absicht des dauernden Verbleibens in … tatsäch-
lich aufgegeben hätte. Diesbezüglich ist mit Blick auf die bundesgerichtli-
che Praxis im Zusammenhang mit dem steuerrechtlichen Wohnsitz (der in 
Analogie zu Art. 23 ZGB ebenfalls auf dem qualitativen Kriterium der Ab-
sicht dauernden Verbleibens beruht [BAUER-BALMELLI/OMLIN in: ZWEI-
FEL/ALTHANAS {Hrsg.}, Kommentar zum DBG, 2. Aufl. 2. Aufl. 2008, Art. 3 
N. 4]) im Übrigen zu berücksichtigen, dass erst beim Überschreiten des 
30. Altersjahres die Beziehungen zur elterlichen Familie regelmässig nicht 
mehr so stark sind und (bei Wochenaufenthaltern) eher am Arbeitsort an-
geknüpft wird (vgl. Entscheid des BGer vom 9. Dezember 2014, 
2C_469/2014, E. 3.2). Die noch junge Beschwerdegegnerin wohnte seit 
jeher in …, wo auch ihre Familienangehörigen leben (act. I 6/1, 12/1) und 
nach der Kündigung der früheren Wohnung kehrte sie sobald als möglich 
wieder von … nach … zurück (act. I 6/1), was ebenfalls auf eine tiefe Ver-
wurzelung mit der Umgebung schliessen lässt, in der sie sozialisiert wurde.

Es mag aufgrund der Aktenlage zwar zutreffen, dass sich die Beschwerde-
gegnerin zunächst mit dem Gedanken trug, nach … zu ziehen, was sie 
gegenüber der Beschwerdeführerin denn auch offen kommunizierte 
(act. I 6/1, 8); allenfalls probte sie während ihren Aufenthalten in … vorü-
bergehend auch das Zusammenleben mit dem Kindsvater. Sie erklärte 
jedoch noch im März 2014 ausdrücklich, dass sie den bisherigen Wohnsitz 
beibehalten wolle (act. II [Antwortbeilage 10]) und gab ihre Wohnung über 
die ganze Zeit auch nicht auf, wenngleich sie sich an der Prostitution sowie 

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am Drogenhandel in der Umgebung ihrer Wohnung störte (act. I 6/1). Die 
initialen Pläne einer allfälligen definitiven Familienzusammenführung zer-
schlugen sich offensichtlich schnell; so führte die Beschwerdeführerin im 
Rahmen des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens anfangs August 2014 
aus, sie könne sich nicht vorstellen, beim Kindsvater zu leben (act. I 1). 
Hinzu kommt, dass sie sich nicht beim D.________ anmeldete, was bei 
einer Änderung des Lebensmittelpunktes nach … naheliegend gewesen 
wäre. 

Des Weiteren hat die Beschwerdegegnerin jedenfalls ab Mitte September 
2014 ihren Unterstützungswohnsitz unbestrittenermassen in … (act. II 
[Antwortbeilage 1/1]), womit eine potentielle Wohnsitzverlegung für nur 
dreieinhalb Monate vom 1. Juni bis 18. September 2014 im Raum steht 
(vgl. E. 1.3 hievor). Weil der einmal begründete Unterstützungswohnsitz im 
interkantonalen Kontext nicht als fiktiver Wohnsitz bis zur Begründung ei-
nes neuen Wohnsitzes perpetuiert wird (vgl. E. 2.2.2 hievor), ist zur An-
nahme des Weiterbestehens des Wohnsitzes im Kanton Bern erforderlich, 
dass die Absicht des dauernden Verbleibens als voluntatives Tatbe-
standselement während der ganzen Zeit aufrecht gehalten wurde. Zumin-
dest aus einer ex post-Betrachtung ist bei einer solch kurzen Dauer hier 
nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin ihren Wohnsitz 
aufgeben wollte. Daran ändert auch die in der Beschwerde (S. 5 Ziff. 6) 
sowie in den Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozial-
hilfe der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien; vgl. 
Art. 8 Abs. 1 SHV) erwähnte höchstrichterliche Rechtsprechung (Entscheid 
des BGer vom 9. August 2000, 2A.190/2000) nichts. Dem betreffenden 
Entscheid lag zwar ein Sachverhalt mit einem Wegzug für eine ähnlich kur-
ze Dauer zugrunde, doch hatte sich die betroffene Person in jenem Fall am 
neuen Wohnort angemeldet, was hier gerade nicht zutrifft. Überdies konnte 
jene Person nicht erreicht werden und zu verschiedenen Tages- und 
Nachtzeiten am bisherigen Wohnort nicht mehr angetroffen werden. Hier 
übergab die Beschwerdegegnerin zumindest eine Briefsendung in … der 
Post (act. I 10) und die PostFinance AG führte sie zwischenzeitlich mit ei-
ner Korrespondenzadresse, die darauf hindeutete, dass sie beim Kindsva-
ter wohnte (act. I 9; act. II 3). Die gesamten vorerwähnten Lebensumstände 
lassen aber nicht den Schluss zu, dass die Beschwerdegegnerin nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, SH/14/964, Seite 10

mehr die Absicht gehabt hätte, dauernd in … zu verbleiben, was aber alle-
mal vorausgesetzt wäre, um die Beendigung des bisherigen kantonalen 
Unterstützungswohnsitzes anzunehmen und wofür die objektive Beweislast 
bei der Beschwerdeführerin liegt (vgl. THOMET, a.a.O., Art. 9 N. 151).

3.3 Nachdem feststeht, dass die Beschwerdegegnerin ihren Unterstüt-
zungswohnsitz beibehalten hat, hält der angefochtene Entscheid vom 
11. September 2014 (act. II 19-22) im Ergebnis der Rechtskontrolle stand 
und erübrigen sich Ausführungen hinsichtlich der vorinstanzlichen Erwä-
gungen zur Anknüpfung am Aufenthalt bei fehlendem Wohnsitz bzw. zum 
Vorgehen bei negativen Kompetenzkonflikten (act. II 21 f. E. 2.6 f.). Die 
Beschwerde vom 10. Oktober 2014 erweist sich demzufolge als unbegrün-
det und ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 53 SHG werden in Verfahren vor den Sozialdiensten 
und den Beschwerdeinstanzen vorbehältlich mutwilliger oder leichtfertiger 
Prozessführung keine Verfahrenskosten erhoben.

4.2 Die unterliegende Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin 
für das vorangegangene Verfahren die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). In der Kostennote vom 2. Februar 
2015 hat Rechtsanwalt C.________ ein Honorar von Fr. 2‘970.-- sowie 
Auslagen von Fr. 35.-- und die Mehrwertsteuer von Fr. 240.40 geltend ge-
macht. Diese Beträge sind nicht zu beanstanden. Der gesamte Parteikos-
tenersatz wird somit auf Fr. 3‘245.40 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 
festgesetzt. Damit wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ge-
genstandslos.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, SH/14/964, Seite 11

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

4. Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘245.40 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________ Biel
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin 
- Regierungsstatthalteramt Biel

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.