# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6453758-ecb8-5eb9-ac62-d93cb4a4dcb5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.12.2014 200 2014 742
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-742_2014-12-16.pdf

## Full Text

200 14 742 IV
SCI/IMD/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Dezember 2014

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Juni 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2014, IV/14/742, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im September 2012 unter Hinweis auf "psy-
chische Probleme" bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1). Die IVB nahm Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hin-
sicht vor, veranlasste insbesondere eine psychiatrische Begutachtung 
durch Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH (Gutachten vom 3. März 2014 [AB 26.1]), und stellte dem Versicher-
ten mit Vorbescheid vom 14. März 2014 die Abweisung des Leistungsge-
suchs mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aussicht 
(AB 28). Am 17. Juni 2014 verfügte die IVB nach dagegen vorgebrachten 
Einwänden (AB 29, 35) dem Vorbescheid entsprechend und verneinte ei-
nen Leistungsanspruch (AB 37).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 14. August 2014 Beschwerde. Er beantragt 
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der 
Sache an die Beschwerdegegnerin, damit diese den Gesundheitszustand 
und die verbleibende Arbeits- und Leistungsfähigkeit rechtsgenüglich eruie-
re. Im Wesentlichen macht er geltend, der relevante Sachverhalt sei falsch 
bzw. ungenügend erhoben worden. Auf das Gutachten von Dr. med. 
C.________ könne nicht abgestellt werden. Dieser habe offensichtlich eine 
falsche Einschätzung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers 
vorgenommen, was sich insbesondere dadurch zeige, dass sich der Be-
schwerdeführer drei Monate nach der Begutachtung stationär habe behan-
deln lassen müssen. Es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sich 
der im Gutachten positiv dargestellte Gesundheitszustand innert kurzer Zeit 
derart verschlechtert haben könne.

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Mit Eingabe vom 16. September 2014 reichte der Beschwerdeführer einen 
Bericht der Klinik D.________ vom 14. August 2014 zu den Akten (Be-
schwerdebeilage [BB] 5). 

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 17. Okto-
ber 2014 auf Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, das Gutachten 
von Dr. med. C.________ sei schlüssig und nachvollziehbar, woran die 
eingereichten medizinischen Berichte – soweit sie aufgrund deren Erstel-
lung nach dem massgebenden Zeitpunkt der Verfügung überhaupt zu be-
achten seien – nichts ändern würden. Sie habe sich somit zu Recht auf das 
Gutachten gestützt und von weiteren medizinischen Abklärungen abgese-
hen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

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vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. Juni 2014 (AB 37). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

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wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

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warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
des Beschwerdeführers ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1.1 In einem undatierten Bericht (Eingang bei der Beschwerdegegnerin 
am 24. Oktober 2012; AB 8) diagnostizierte Dr. med. E.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin FMH, Depressionen sowie eine Angst- und 
Anpassungsstörung, bestehend seit 2006. Das Ausmass des psychiatri-
schen Leidens sei ihm mangels Betreuung in diesem Bereich nicht 
vollständig geläufig. Unter psychiatrischer Behandlung bestünden offenbar 
ein adäquater Zustand und eine kompensierte Alltagssituation. Die Arbeits- 
bzw. Leistungsfähigkeit sei höchstens geringgradig eingeschränkt, die Fra-
ge könne jedoch nicht schlüssig beantwortet werden, da sich der Patient 
nicht in einer stabilen Arbeitssituation befinde.

3.1.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, hielt im Bericht vom 8. November 2012 (AB 10) die folgenden 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: Generalisierte 
Angststörung (ICD-10: F41.1), rezidivierende depressive Störung (ICD-10: 
F33.0), Persönlichkeit mit asthenischen, ängstlich-vermeidenden und 
zwanghaften Zügen (ICD-10: F61.0). Als Diagnose ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit erwähnte sie einen riskanten Konsum von Alkohol (ein 
bis zwei mal wöchentlich bis zu zwei Liter Bier), der weder die diagnosti-
schen Kriterien nach ICD-10 für ein Abhängigkeitssyndrom noch diejenigen 
für einen schädlichen Gebrauch erfülle. Der Patient zeige ein über mehrere 
Jahre hinweg bestehendes komplexes Krankheitsbild mit mehreren Ko-
morbiditäten, das trotz regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer 
Behandlung einen chronifizierten Verlauf zeige. Die Therapie sei erschwert, 
da der Patient durch seine starken Ängste und seine Ambivalenz häufig 
blockiert sei und es ihm dadurch nicht möglich sei, anstehende Entschei-
dungen zu treffen und umzusetzen. Es müsse von einem weiteren chronifi-
zierten Verlauf ausgegangen werden. Die Einschränkungen bestünden aus 

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psychiatrischer Sicht aus einer eingeschränkten Aufmerksamkeit und Kon-
zentrationsfähigkeit, Gedankenkreisen, starker Angstsymptomatik und 
wahnhafter Verarbeitung, sobald sich der Patient unter Druck und Anforde-
rungen fühle. Es bestehe eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit sowie 
eine verminderte Belastungs- und Konfliktfähigkeit. Seit mindestens einem 
Jahr liege eine Arbeitsunfähigkeit von zirka 50 % vor.

Im Bericht vom 20. August 2013 (AB 20) wies Dr. med. F.________ auf 
einen stationären Gesundheitszustand hin. Seit Mai 2013 fänden aufgrund 
von verstärkter Verunsicherung infolge Ausschlusses vom Universitätsstu-
dium wöchentliche statt wie bisher 14-tägliche Konsultationen statt. Zudem 
sei die Begleitung durch die G.________ zur Prävention einer Zunahme 
des Alkoholkonsums bis Juli 2013 weitergeführt worden. Es sei zwar von 
einem chronifizierten Verlauf auszugehen, dennoch erscheine eine Ver-
besserung der Arbeitsfähigkeit als möglich und in Bezug auf den Krank-
heitsverlauf als erwünscht. Berufliche Massnahmen bzw. die Wiederauf-
nahme einer Tätigkeit bei reduziertem Pensum in einem wohlwollenden, 
geschützten Rahmen seien als sinnvoll zu erachten.

3.1.3 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH und Arzt beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stellen 
Bern/Freiburg/Solothurn, erachtete die psychiatrische Situation aufgrund 
der vorhandenen medizinischen Unterlagen im Bericht vom 22. Oktober 
2013 (AB 22) als unklar. Die Herleitung der Diagnosen, im Besonderen 
jene der Persönlichkeitsstörung, gehe nicht eindeutig hervor und die Anga-
ben zum Alkoholkonsum seien vage. Die Beurteilung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit und insbesondere die Angabe, wonach der Versicherte nur 
noch in einem geschützten Rahmen eine Tätigkeit aufnehmen könne, seien 
schwer nachvollziehbar. Zur Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
sowie zur Erstellung eines Zumutbarkeitsprofils sei eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Begutachtung angezeigt.

3.1.4 Dr. med. C.________ hielt im Gutachten vom 3. März 2014 (AB 
26.1) fest, es könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
gestellt werden. Als Diagnosen ohne Auswirkung seien eine rezidivierende 
depressive Störung, seit Herbst 2013 grossteils remittiert (ICD-10: F33.4), 
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), eine phasenweise auf-

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tretende soziale Phobie (ICD-10: F40.1) sowie ein schädlicher Alkoholkon-
sum (ICD-10: F10.1) zu nennen (AB 26.1 S. 6). Der Gutachter führte aus, 
ein psychiatrisches Krankheitsbild sei nicht dominierend. Als sicher gelte, 
dass der Versicherte einen schädlichen Alkoholkonsum betreibe, trinke er 
doch seit einem Jahr ohne Pause zweieinhalb Liter Bier pro Tag. Diesbe-
züglich stehe er in einer ambulanten Therapie. Irreversible Gesundheits-
schäden seien keine erkennbar. Der Versicherte zeige keinen Persönlich-
keitsabbau und kein amnestisches Syndrom. Der Alkoholkonsum sei aber 
keine günstige Voraussetzung, um in der Arbeitswelt zu reüssieren. Eine 
Abstinenz sei zu empfehlen bzw. zumutbar (AB 26.1 S. 7). 

Beim Versicherten sei bekannt, dass er seit Jahren an Ängsten leide. Es 
lasse sich eine soziale Phobie diagnostizieren, da die Ängste in der Regel 
bei Begegnungen mit Mitmenschen aufträten. Phasenweise würden hypo-
chondrisch gefärbte Ängste auftreten, dies in körperlicher Hinsicht. Eine 
generalisierte Angststörung sei aber nicht nachweisbar, auch komme es 
nicht zu Panikattacken. Schwer zu erfassen sei die Persönlichkeit des Ver-
sicherten. Es fänden sich asthenische Anteile, er sei zudem eher vermei-
dend. Zwanghafte Anteile hätten im Rahmen der Untersuchung nicht beob-
achtet werden können. Gemäss seinen eigenen Angaben gehe es dem 
Versicherten seit zirka Herbst 2013 hinsichtlich seiner Psyche besser. Bei 
der Untersuchung hätten sich zwar akzentuierte Persönlichkeitszüge ge-
zeigt, eine Persönlichkeitsstörung finde sich aber nicht; die Kriterien der 
ICD-10 seien nicht erfüllt. Es lägen markante ungünstige krankheitsfremde 
Faktoren vor: Berufliche Unschlüssigkeit seit vielen Jahren, Durchführung 
eines …-Studiums ohne Elan, längere Phase von Arbeitsuntätigkeit, etwas 
eigensinnige Lebensführung. Der Versicherte lebe zudem seit Jahren al-
lein. Er habe sich einen eigenen Lebensstil angeeignet, weshalb es für ihn 
eher schwierig sei, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen. 

Der Versicherte pflege eine regelmässige Tagesgestaltung, habe einen 
Kollegenkreis und betreibe intensiv Sport (Velofahren). Er sei auch fähig, 
sich um seine Kleidung und den Haushalt zu kümmern. Zudem habe er 
Lieblingsbeschäftigungen wie Bücher lesen, Arbeit mit dem Computer, Mu-
sikhören, usw. Diese positiven Verhaltensweisen liessen annehmen, dass 
er nicht psychisch krank sei. Auch der Versicherte selbst sei zu diesem 

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Schluss gekommen, habe er doch vor eineinhalb Monaten die Psychothe-
rapie abgebrochen. Auch die Psychopharmaka habe er weitgehend abge-
setzt, Risperdal nehme er nur unregelmässig und in kleiner Dosierung ein. 
Von einer effektiven medikamentösen Behandlung könne nicht gesprochen 
werden (AB 26.1 S. 7 f.). 

In Beantwortung der Fragen der Beschwerdegegnerin hielt der Gutachter 
fest, beim Versicherten bestünden mässige psychische Beeinträchtigun-
gen. Er habe im mitmenschlichen Kontakt eher Probleme, er könne sich 
nicht leicht in die Gesellschaft einfügen. Früher sei es zu depressiven Pha-
sen gekommen. Der Versicherte sei zuletzt u.a. als … tätig gewesen. Bei 
dieser Tätigkeit sei er nicht eingeschränkt, da diese nicht mit engen mit-
menschlichen Kontakten verbunden sei. Die Funktionen seien teilweise 
eingeschränkt, dies u.a. aus krankheitsfremden Gründen. Der Alkoholabu-
sus wirke sich negativ auf seine Leistungsfähigkeit aus. Die Belastbarkeit 
sei angesichts der akzentuierten Persönlichkeitszüge seit jeher reduziert. 
Sowohl die bisherigen als auch angepasste Tätigkeiten seien dem Versi-
cherten zu zirka 90 % zumutbar (AB 26.1 S. 8 ff.). 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2014, IV/14/742, Seite 10

E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von anderen mit 
der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung ver-
mag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört viel-
mehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial 
auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf 
welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwal-
tungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswür-
digung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
massgeblich auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ 
vom 3. März 2014 (AB 26.1) gestützt. Dieses erfüllt die von der höchstrich-
terlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines derartigen Berichts 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Es ist für die streitigen Be-
lange umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden sowie die 
erhobenen Befunde und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab-
gegeben. Im Weiteren ist es in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begründet. 

In Übereinstimmung mit dem Gutachter sehen auch die behandelnden Ärz-
te die Problematik primär im Bereich des Alkohols (AB 20 S. 2; 35 S. 1). 
Dass der Alkoholkonsum (bereits) zu nicht mehr umkehrbaren Folgeschä-
den geführt hätte, wurde auch von den behandelnden Ärzten zu keinem 
Zeitpunkt geltend gemacht und kann ausgeschlossen werden (AB 26.1 
S. 11). Gleichermassen hat der Gutachter den Alkoholkonsum nicht als 
zwingende und nicht vermeidbare Folge eines psychischen Leidens be-
zeichnet. Auch dies scheint vor dem Hintergrund der übrigen Berichte 
durchaus korrekt. Die Tatsache, dass die Ärzte des Spitals I.________ im 
vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Einwandverfahren einge-
brachten Bericht vom 15. Mai 2014 (AB 35) die Arbeitsunfähigkeit höher 
einstuften, ändert am Ganzen nichts. Sie führten zwar Komorbiditäten auf, 
konnten diese jedoch nicht im Rahmen einer psychiatrisch umfassenden 
Zuordnung als eigentliche Störungen festhalten. Als einschränkend hin-
sichtlich der Leistungsfähigkeit bezeichneten sie in erster Linie denn auch 
den chronischen Alkoholabusus. In dieser Hinsicht stimmt die Einschätzung 

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des Gutachters mit diesem (späteren) Bericht der behandelnden Ärzte 
ebenfalls überein. Der dem Gutachter nicht vorliegende Bericht des lic. phil. 
J.________, Fachpsychologe für Psychotherapie, vom 11. August 2008 
(AB 36 S. 3 f.) vermag die Würdigung des Experten ebenfalls nicht zu er-
schüttern, ist dem Bericht doch nichts zu entnehmen, das nicht bereits be-
kannt gewesen wäre.

3.3.2 Nichts an der Massgeblichkeit des Gutachtens ändern auch die im 
vorliegenden Verfahren erstmals aufgelegten medizinischen Unterlagen:

Die Berichte der psychiatrischen Klinik K.________ vom 14. Juli und 4. Au-
gust 2014 (Beschwerdebeilage [BB] 2 und 3) beschlagen einen Zeitraum 
nach Erlass der angefochtenen Verfügung. Eine in diesem Zeitraum einge-
tretene Veränderung des Gesundheitszustands wäre im Rahmen einer 
Neuanmeldung bei der Beschwerdegegnerin geltend zu machen. Allein 
soweit aus den Berichten Rückschlüsse auf die Zeit vor Erlass der ange-
fochtenen Verfügung abgeleitet werden können, sind sie allenfalls geeig-
net, die Beurteilung des vorliegenden Falls zu beeinflussen: Im Bericht vom 
4. August 2014 (BB 3), adressiert an den Rechtsvertreter, hielt der zustän-
dige Arzt fest, die stationäre Behandlung vom 20. Juni bis 1. Juli 2014 habe 
lediglich den Charakter einer Krisenintervention mit Entgiftung von Alkohol 
gehabt. Er sei dementsprechend nicht in der Lage, weitergehende Aussa-
gen über die Arbeitsfähigkeit zu machen. Insoweit ist dieser Bericht nicht 
direkt massgeblich und zudem auch inhaltlich nicht geeignet, das Gutach-
ten in Frage zu stellen.

Im Austrittsbericht an die behandelnden Ärzte des Spitals I.________ vom 
14. Juli 2014 (BB 2) haben die Ärzte psychische und Verhaltensstörungen 
durch Alkohol (Abhängigkeitssyndrom [ICD-10: F10.2]) attestiert, einen 
Verdacht auf eine schizotype Störung (ICD-10: F21) gestellt und ergänzend 
die Diagnose einer Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10: 
F41.2) aufgeführt. Insgesamt wurde auch in diesem Bericht auf die grosse 
Bedeutung des Alkoholkonsums hingewiesen. Insoweit bestätigt auch die-
ser Bericht hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz des 
gezeigten Störungsbilds letztlich das Gutachten und das voranstehend 
hierzu Ausgeführte. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2014, IV/14/742, Seite 12

Nichts ändert auch der Bericht der Ärzte der Klinik D.________ vom 14. 
August 2014 (BB 5) an den Rechtsvertreter, haben doch auch diese Ärzte 
eine starke Verknüpfung von (entgleister) Alkoholproblematik und den psy-
chischen Symptomen festgehalten.

Die Gebotenheit eines Alkoholentzugs und anschliessender Abstinenz ist 
offensichtlich. So gehen auch die behandelnden Ärzte davon aus, dass bei 
der bestehenden Diagnosekonstellation eine vollständige Abstinenz vom 
Alkohol die Situation sehr wohl verbessern könnte, da der Alkohol das Auf-
treten sowohl depressiver wie auch ängstlicher Symptome eher fördere (BB 
5 S. 2). Dies allein besagt jedoch nicht, dass vor dem Entzug die Arbeits-
fähigkeit deswegen aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht massge-
blich eingeschränkt (gewesen) wäre. Denn nach ständiger Rechtsprechung 
begründen Alkoholismus, Medikamentenmissbrauch und Drogensucht für 
sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine sol-
che Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst relevant, wenn sie eine 
Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, 
geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Ge-
sundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krank-
heitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c S. 268; SVR 2012 BVG Nr. 14 S. 
62 E. 4.4.2). Gestützt auf die medizinischen Unterlagen ist erstellt, dass 
dies auf den Beschwerdeführer nicht zutrifft (vgl. E. 3.3.1 hiervor). 

In diagnostischer Hinsicht stimmt der in Unkenntnis des Gutachtens von 
der Klinik D.________ erstellte Bericht mit dem Gutachten überein. Auch 
diese Ärzte haben (gleich wie der Gutachter und anders als die psychiatri-
sche Klinik K.________) nicht eine Angst- und depressive Störung ge-
mischt sondern eine rein depressive Störung attestiert. Dass der Gutachter 
diese Störung – wie bereits erwähnt – im Zusammenhang mit dem Alkohol-
konsum sieht und diese ohne Alkoholkonsum kontrolliert werden könnte, ist 
nachvollziehbar und überzeugt. Insoweit liegt auch mit dem Bericht der 
Klinik D.________ kein die Massgeblichkeit des Gutachtens von Dr. med. 
C.________ in Zweifel ziehender Bericht vor.

3.4 Nicht gefolgt werden kann Dr. med. C.________ insoweit, als er 
eine Leistungseinschränkung von 10 % (AB 26.1 S. 9 f.) attestierte. Bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2014, IV/14/742, Seite 13

fehlender invalidenversicherungsrechtlich relevanter psychiatrischer 
Störung hat eine ärztlich attestierte Einschränkung bei der Festlegung des 
Leistungsanspruchs unbeachtet zu bleiben. 

Mangels versicherungsrechtlich relevanter Invalidität besteht kein Anspruch 
auf Leistungen der Invalidenversicherung. Daran würde sich im Übrigen 
auch nichts ändern, wenn die attestierte Einschränkung berücksichtigt wür-
de und mit Blick auf die Invaliditätsbemessung sowohl das Validen- wie 
auch das Invalideneinkommen (angesichts der gemäss IK-Auszug erzielten 
Einkommen [AB 7] zu Gunsten des Beschwerdeführers) auf der gleichen 
statistischen Basis berechnet würden. Der Invaliditätsgrad entspräche so 
der Einschränkung von 10 % (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 15. April 2003, I 1/03, 
E. 5.2). Ein Abzug vom Tabellenlohn wäre nicht vorzunehmen, sind doch 
einerseits die rechtsprechungsgemäss hierfür erforderlichen Kriterien zwei-
fellos nicht erfüllt (vgl. dazu BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1) und wären andererseits invali-
ditätsfremde Faktoren im Rahmen des Einkommensvergleichs entweder 
überhaupt nicht oder dann sowohl beim Validen- als auch beim Invaliden-
einkommen zu berücksichtigen (Entscheid des EVG vom 29. August 2002, 
I 97/00, E. 3.3).

3.5 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin einen Leistungs-
anspruch des Beschwerdeführers gestützt auf das Gutachten von Dr. med. 
C.________ zu Recht abgewiesen. Die angefochtene Verfügung ist nicht 
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2014, IV/14/742, Seite 14

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
Höhe von Fr. 1'000.-- entnommen. Der Restbetrag des Kostenvorschusses 
ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurück-
zuerstatten. 

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss ent-
nommen. Der Restbetrag des Kostenvorschusses, ausmachend 
Fr. 300.--, wird nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.