# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7546181c-90c3-5a65-b19d-a2570c4e2cf7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.06.2021 UV 2020/63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-63_2021-06-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/63

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 22.12.2021

Entscheiddatum: 21.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2021
Art. 18 UVG. Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente (Beweiswert der 
kreisärztlichen Beurteilung, Prozentvergleich, Abzug vom Tabellenlohn). 
Abweisung der Beschwerde mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrads 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Juni 
2021, UV 2020/63).

Entscheid vom 21. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2020/63

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gaby Meier, Auer Meier Zopfi AG, 

Bahnhofstrasse 18, Postfach 1417, 8750 Glarus,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Beat Frischkopf, Bahnhofstrasse 24, Postfach 

160, 6210 Sursee,

Gegenstand

Invalidenrente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter), war seit 5. Oktober 2016 als Maler 

(Berufsarbeiter), vermittelt durch die alfa.ch Personalberatung, Zürich, tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 

von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 

24. Oktober 2016 meldete die Arbeitgeberin, dass der Versicherte am 21. Oktober 2016 

bei Malerarbeiten von einer Bockleiter gefallen sei (Suva-act. 1). Dabei hatte er eine 

mehrfragmentäre proximale Humerus-Schaftfraktur links mit Frakturausläufer in das 

Tuberculum majus erlitten. Er war am Unfalltag im Spital B.___ operiert worden 

(geschlossene Reposition, eingeschobene lange Philosplatte im Sinne einer 

Überbrückungsplatte; Suva-act. 13). Am 26. Oktober 2016 konnte der Versicherte in 

gutem und schmerzkompensiertem Allgemeinzustand sowie mit reizlosen 

Wundverhältnissen und Ruhigstellung im Orthogilet nach Hause entlassen werden 

(Suva-act. 14). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die 

Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilbehandlung; Suva-act. 8).

A.a. 

Es folgten mehrere Verlaufsuntersuchungen im Spital B.___ (Suva-act. 20, 25 ff.) 

sowie bei anhaltender Schmerzproblematik am 31. Januar 2017 ein Untersuch bei Dr. 

med. C.___, Fachärztin für Neurologie FMH, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, welche ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) bei 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

leichtem sensiblem Karpaltunnelsyndrom links ohne Hinweise auf eine Plexusläsion 

diagnostizierte (Suva-act. 38). Vom 9. Februar bis 6. April 2017 hielt sich der 

Versicherte stationär in der Rehaklinik Bellikon auf. Die verantwortlichen medizinischen 

Fachpersonen hielten mit Bericht vom 12. April 2017 fest, dass unter den angeordneten 

therapeutischen Massnahmen eine Verbesserung der Schulterbeweglichkeit (nahezu 

bis zur Horizontalen) und der Belastbarkeit links sowie des Handeinsatzes links im 

Alltag habe erreicht werden können. Bei Austritt seien die Funktionseinschränkung im 

linken Schultergelenk sowie das Streckdefizit im linken Ellbogengelenk rückläufig 

gewesen. Nach wie vor beständen eine Atrophie in der Schultermuskulatur links, ein 

leicht verminderter Kraftfaustschluss links sowie eine Hyperästhesie des Daumens und 

Zeigfingers links. Es entwickle sich eine Frozen shoulder im Verlauf. Hinweise für ein 

CRPS hätten nicht bestanden (Suva-act. 48).

Bei physiotherapeutischer Behandlung und weiteren Verlaufskontrollen im Spital 

B.___ zeigten sich die Beschwerden verbessert (Suva-act. 60, 66, 70, 78, 84 f., 109). 

Mit Operation vom 26. Oktober 2017 wurde schliesslich das Osteosynthesematerial 

entfernt (Suva-act. 117) und die Physiotherapie fortgesetzt (Suva-act. 123). In einer 

MR-Arthrographie der Schulter links vom 8. Februar 2018 zeigten sich Zeichen einer 

kleinvolumigen Humeruskopfnekrose, eine posteriore Läsion des Labrum glenoidale, 

tendinopathische Veränderungen der langen Bizepssehne und der 

Supraspinatussehne, eine leichtgradige Bursitis subacromialis sowie geringgradige 

Veränderungen des AC-Gelenks (Suva-act. 138, 140). Am 9. März 2018 wurde die linke 

Schulter infiltriert (Suva-act. 154) Am 19. Juni 2018 wurde der Versicherte erneut von 

Dr. C.___ neurologisch untersucht. Diese berichtete von persistierenden 

Sensibilitätsstörungen im Innervationsgebiet des Ramus superficialis Nervus radialis. 

Darüber hinaus bestehe keine neurologische Ausfallsymptomatik. Es habe sich im EMG 

des Musculus deltoideus ein unauffälliger Befund gezeigt; es bestehe kein Nachweis 

von pathologischer Spontanaktivität und neurogene Veränderungen seien nicht 

erkennbar (Suva-act. 188).

A.c. 

Ab dem 15. März 2018 hatte der Versicherte eine Tätigkeit bei der D.___ GmbH, 

Malergeschäft, für leichte Hilfsarbeiten zu rund 50 % aufgenommen (Suva-act. 231). 

Per 3. Dezember 2018 wurde der Versicherte aber von seinem Hausarzt, med. pract. 

E.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, erneut zu 100 % arbeitsunfähig 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geschrieben (Suva-act. 239) und bei anhaltenden Beschwerden am 22. Februar 2019 in 

der F.___ an der linken Schulter operiert (Schulterarthroskopie, Bizepstenotomie, 

zirkumferenzielle Kapsulotomie und Eröffnen Intervall, subacromiale Adhäsiolyse mit 

Acromioplastik, AC-Resektion und Bizepstenodese; Suva-act. 255). Am 26. Februar 

2019 konnte er bei reizlosen Wundverhältnissen und in gutem Allgemeinzustand aus 

dem Spital entlassen werden (Suva-act. 258).

Ab dem 10. Juni 2019 ging der Versicherte erneut ein Anstellungsverhältnis mit der 

D.___ GmbH bei einem Arbeitspensum von 50 % für leichte Hilfsarbeiten ein (Suva-act. 

278, 290, 322).

A.e. 

Am 18. Februar 2020 untersuchte Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kreisarzt, den Versicherten. Er 

stellte eine Funktionseinschränkung und Schmerzhaftigkeit des linken Schultergelenks 

bei bildgebend und intraoperativ dargestellter beginnender Omarthrose links fest. Der 

Versicherte leide an Dauerschmerzen im Bereich des linken Schultergelenks sowie an 

einer Bewegungseinschränkung und Kraftminderung, entsprechend den läsional 

üblichen Beschwerden der Gewebsschädigung. Bildgebend stelle sich eine 

beginnende Humeruskopfnekrose dar, intraoperativ habe sich ein Knorpelschaden bis 

Grad III gezeigt. Ein Jahr seit der letzten Operation könne nach derzeitigem 

medizinischem Wissensstand nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch eine 

namhafte Besserung erwartet werden. Der stabile medizinische Zustand, der 

Endzustand, sei erreicht. Es bestehe unfallkausal eine dauerhafte Einschränkung in der 

Tätigkeit als Maler. Diese sei dem Versicherten nicht mehr vollzeitig zumutbar, da sie 

schwer sei und Arbeiten über Kopf verlange. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei 

der Versicherte vollzeitig arbeitsfähig. Es seien ihm leichte Tätigkeiten bis Schulterhöhe 

zumutbar, ohne Arbeit auf Leitern und Gerüsten und ohne Bedienen von rüttelnden, 

schlagenden oder vibrierenden Maschinen (Suva-act. 317). Den Integritätsschaden 

schätzte Dr. G.___ auf 15 % (Suva-act. 316).

A.f. 

Am 25. Februar 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die 

Taggeldleistungen per 30. April 2020 eingestellt würden (Suva-act. 323).

A.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Gegen die Verfügung vom 20. März 2020 erhob die Rechtsvertreterin des Versicherten, 

H.___, am 21. April 2020 Einsprache. Es sei dem Versicherten für die Folgen aus dem 

Unfall vom 21. Oktober 2016 eine Invalidenrente von 50 % auszurichten (Suva-

act. 353). Mit Entscheid vom 29. Juni 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-

act. 358).

C.  

Mit Verfügung vom 20. März 2020 sprach die Suva dem Versicherten bei einer 

Integritätseinbusse von 15 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 22'230.-- zu und 

lehnte einen Rentenanspruch ab (Suva-act. 336).

A.h. 

Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin Gaby Meier, Glarus, am 31. August 

2020 Beschwerde erheben. Es seien der Einspracheentscheid vom 29. Juni 2020 sowie 

die Verfügung vom 20. März 2020 vollumfänglich aufzuheben. Es sei die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab 1. Mai 

2020 eine Invalidenrente im Umfang von 48 %, eventualiter von mindestens 21 % 

auszurichten. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdegegnerin. Zusätzlich werde der prozessuale Antrag gestellt, dass ein 

Gutachten über die künftige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einzuholen sei 

(act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2020 beantragte die Beschwerde­

gegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Beat Frischkopf, Sursee, die vollumfängliche 

Abweisung der Beschwerde (act.  5).

C.b. 

Mit Replik vom 11. Februar 2021 hielt die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers unverändert an den Anträgen gemäss Beschwerde fest (act. G 11).

C.c. 

Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende 

Duplik und hielt mit Schreiben vom 1. März 2021 unverändert an seinem Antrag auf 

Abweisung der Beschwerde fest (act. G 13).

C.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid 

vom 29. Juni 2020 (Suva-act. 358), welchem die Verfügung vom 20. März 2020 (Suva-

act. 336) zugrunde liegt. Mit dieser hat die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 15 % zugesprochen und einen Rentenanspruch verneint. In der 

Folge hat der Beschwerdeführer gegen den ablehnenden Rentenentscheid, nicht aber 

gegen die Integritätsentschädigung Einsprache erhoben (Suva-act. 353). Der 

Verfügungsteil betreffend die Integritätsentschädigung ist damit unangefochten in 

Rechtskraft erwachsen und bildet nicht Gegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens. Zwischen den Parteien streitig und zu prüfen ist damit einzig 

ein Rentenanspruch.

2.

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet 

haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen Folgen des Ereignisses vom 21. Oktober 

2016 zur Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen 

Bestimmungen Anwendung.

3.  

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.e. 

Ist die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist 

die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in 

der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können 

beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Erachtet das 

Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen 

bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne 

Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2, mit Hinweisen). Diesfalls 

besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten 

(BGE 122 V 157).

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vorab ist festzuhalten, dass der Zeitpunkt des Fallabschlusses bezüglich des Unfalls 

vom 21. Oktober 2016 auf Ende April 2020 unbestritten und ausgewiesen ist. 

Entsprechend erfolgte zu Recht die Prüfung eines Rentenanspruchs per 1. Mai 2020 

(vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Ebenfalls unbestritten und medizinisch rechtsgenüglich 

erstellt ist, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Fallabschlusses nach 

mehreren Operationen weiterhin an einer unfallkausalen Funktionseinschränkung und 

Schmerzhaftigkeit am linken Schultergelenk leidet. Umstritten ist die Höhe der 

Arbeitsfähigkeit bzw. des Invaliditätsgrads aufgrund der genannten Beschwerden.

5.  

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht geltend, dass es dem 

Beschwerdeführer aufgrund der unfallkausalen Einschränkungen nicht zumutbar sei, in 

adaptierter Tätigkeit 100 % zu arbeiten. Der Kreisarzt habe bei seiner Beurteilung keine 

Einzelfallbetrachtung vorgenommen und es fehle auch eine Begründung, wie eine 

adaptierte Tätigkeit aussehen würde und weshalb diese zumutbar wäre. Die 

Beurteilung sei lückenhaft, weshalb ein Gutachten über die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers beantragt werde. Die Beschwerdegegnerin erachtet den 

medizinischen Sachverhalt durch die Untersuchung und Beurteilung von Kreisarzt 

Dr. G.___ für genügend erstellt. Zu prüfen ist im Folgenden, ob auf die kreisärztliche 

Beurteilung vom 18. Februar 2020 (Suva-act. 317) abzustellen ist.

5.1. 

Die kreisärztliche Beurteilung von Dr. G.___ vom 18. Februar 2020 genügt den 

Anforderungen, welche die Rechtsprechung an den Beweiswert eines ärztlichen 

Berichts stellt (vgl. dazu vorstehende E. 3.2). Der Bericht wurde in Kenntnis und 

Würdigung der Vorakten (inklusive der bildgebenden Befunde) erstellt (Suva-act. 317-1 

ff., 7). Er beruht auf einer eigenständigen eingehenden Untersuchung mit 

entsprechender Befunderhebung und befasst sich mit den vom Beschwerdeführer 

beklagten Beschwerden (Suva-act. 317-5 ff.). Es sind keine Anhaltspunkte erkennbar, 

dass bis zum Untersuchungszeitpunkt objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt worden sind. Damit geht auch der Vorwurf der mangelnden 

Einzelfallbetrachtung bzw. der mangelnden Berücksichtigung der Situation des 

Beschwerdeführers fehl. Letztlich ist gestützt auf die festgestellten Beeinträchtigungen 

(Funktionseinschränkung und Schmerzhaftigkeit am linken Schultergelenk) schlüssig 

und nachvollziehbar, dass die Tätigkeit als Maler, welche schwer ist und 

Überkopfarbeiten bedingt, nicht mehr zu 100 % ausführbar ist, in leidensadaptierter 

Tätigkeit aber ein vollschichtiges Pensum zumutbar bleibt. Das Belastungsprofil (leichte 

Tätigkeiten bis Schulterhöhe, keine Tätigkeit auf Leitern und Gerüsten und keine 

Tätigkeit mit Bedienen von rüttelnden, schlagenden oder vibrierenden Maschinen) 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

erscheint schlüssig (Suva-act. 317-9) und trägt den Beeinträchtigungen umfassend 

Rechnung. Damit geht aus der kreisärztlichen Beurteilung auch klar hervor, wie eine 

adaptierte Tätigkeit auszusehen hat und dass eine solche vollschichtig zumutbar ist. 

Die Berichte der behandelnden Ärzte vermögen keine auch nur geringen Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung von Dr. G.___ zu begründen. Die 

jeweils bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten bezogen sich auf die Tätigkeit als Maler (vgl. 

nebst vielen Suva-act. 294 f., 305, 339, 349). Diesbezüglich attestiert auch Dr. G.___ 

keine 100%-ige Arbeitsfähigkeit mehr. Für die Zeit nach dem Fallabschluss (30. April 

2020) liegen keine anderslautenden Einschätzungen bzw. Begründungen bezüglich 

Arbeitsfähigkeit im Recht, welche die schlüssige und nachvollziehbare Einschätzung 

von Dr. G.___ in Zweifel ziehen könnten. Damit ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer zum Zeitpunkt 

des Fallabschlusses in adaptierter Tätigkeit ein Vollpensum zumutbar war. Der 

Sachverhalt wurde in Bezug auf die unfallkausale quantitative und qualitative 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers spruchreif abgeklärt, womit sich 

diesbezügliche Weiterungen erübrigen.

Ausgehend von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist 

im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln (vgl. dazu 

vorstehende E. 3.1).

6.1. 

Der Beschwerdeführer hat keine berufliche Ausbildung absolviert. Sein Einkommen 

als ungelernter Maler hätte im Jahr 2020 Fr. 62'124.-- betragen. Dies ist unbestritten 

(vgl. dazu act. G 1 S. 5, Suva-act. 269, 338, 358-7 f.).

6.2. 

 6.3. 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie 

nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders 

stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr 

verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

6.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden.

Der Beschwerdeführer arbeitet(e) vor dem Fallabschluss seit Juni 2019 zu 50 % 

als Maler bzw. als "Hilfsarbeiter für leichte Arbeiten" bei der D.___ GmbH (Suva-act. 

278) und erzielt(e) dabei ein Einkommen von monatlich brutto rund Fr. 2'500.-- bis 

Fr. 3'000.-- (je nach geleisteten Stunden; Suva-act. 290, 322). Damit schöpft er die ihm 

verbleibende Arbeitsfähigkeit offensichtlich nicht aus, nachdem ihm in einer adaptierten 

Tätigkeit ein 100 %-Pensum zumutbar ist und er auf dem hypothetischen 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein höheres Einkommen erzielen kann, zumal keine 

Gründe ersichtlich sind, die gegen einen Stellenwechsel sprechen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. August 2011, 8C_237/2011, E. 2.3). Es ist ihm damit 

zumutbar, seinen Einschränkungen angepasste Hilfsarbeiten im Umfang von 100 % 

auszuüben. Bezüglich Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist darauf hinzuweisen, 

dass auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt Hilfsarbeiten grundsätzlich 

altersunabhängig nachgefragt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 

2010, 8C_657/2010, E. 5.2.3 mit Hinweisen). Mit Blick auf das ärztlicherseits definierte 

Anforderungsprofil an eine Verweistätigkeit ist zudem klar, dass dem Beschwerdeführer 

auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch ein weites Feld an 

Beschäftigungsmöglichkeiten offensteht. Ihm sind unter anderem noch Stellen als 

Hilfsarbeiter im Bereich von Überwachungs-, Administrativ-, und Kontrolltätigkeiten wie 

auch leichtere Verpackungs-, Maschinenbedienungs- und Sortierarbeiten zumutbar 

(vgl. dazu auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG] vom 30. Juli 

2004, U 337/03, E. 3.3). Mangels Ausschöpfens der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist 

damit zur Festlegung des Invalideneinkommens nicht auf das tatsächlich erzielte 

Einkommen abzustellen, sondern es sind die LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen.

6.3.2. 

Der LSE-Hilfsarbeiterlohn (Tabelle TA1, privater Sektor, Kompetenzniveau 1 [ein­

fache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art], Totalwert) hat im Jahr 2017 

Fr. 67'102.-- betragen (vgl. Anhang 2 der IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle 

AHV/IV, Ausgabe 2019). Nominallohnindexiert resultiert für das Jahr 2020 ein Lohn von 

Fr. 68'385.-- (Fr. 67'102.--- x 1.005 x 1.009 x 1.005). Nur der Vollständigkeit halber sei 

erwähnt, dass die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid (vgl. Suva-act. 358 

S. 7 Ziff. 4.2.3) zu Recht eine Aufrechnung von 40 Stunden auf 41.7 Stunden 

vorgenommen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. März 2010, 8C_1030/2009, 

E. 7.1). Bei den LSE-Daten handelt es sich lediglich um statistische 

Durchschnittswerte, was sich daran zeigt, dass der Beschwerdeführer im vorliegenden 

Fall als Gesunder in einem Pensum von 100 % ein unter dem LSE-Wert liegendes 

6.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.  

Einkommen erzielt hätte (vgl. vorstehende E. 6.2). Da die Akten keinerlei Anhaltspunkte 

dafür liefern, dass der Beschwerdeführer freiwillig auf ein höheres Einkommen 

verzichtet hat, ist anzunehmen, dass die Unterdurchschnittlichkeit seines Validenlohns 

auf die für die Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigenden Zwänge des realen 

Arbeitsmarktes zurückzuführen ist. Aus diesem Grund ist das Valideneinkommen auf 

den LSE-Lohn anzuheben. Da demnach im vorliegenden Fall sowohl hinsichtlich des 

hypothetischen Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens 

derselbe Lohn für ein Pensum von 100 % zugrunde zu legen ist, kann der 

Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen 

werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, 

allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Januar, 9C_734/2016, E. 4.1, mit Hinweis).

Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten beschränkt 

sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 

301 E. 5.2). Wie ausgeführt, hat der Beschwerdeführer gewisse qualitative 

Einschränkungen, welche einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen. Diese 

Einschränkungen sind indes nicht derart, dass der von der Beschwerdegegnerin 

gewährte Abzug von 5 % nicht angemessen erschiene. Vorausgesetzte triftige Gründe 

(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2018, 8C_744/2017, E. 3.3), vom 

gewährten Abzug von 5 % abzuweichen, liegen auf jeden Fall nicht vor. Es wird im 

Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen im Einspracheentscheid verwiesen (Suva-

act. 358 S. 7 Ziff. 4.2.3), wonach vorliegend insbesondere das Alter und die Dienstjahre 

bei niedrigem Anforderungsprofil in Beachtung der Rechtsprechung (vgl. dazu unter 

anderem Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.3.4, und 

vom 14. August 2014, 8C_351/2014, E. 5.2.4.2) keinen höheren Abzug als zwingend 

erscheinen liessen.

6.3.4. 

Gestützt auf das Gesagte resultiert ein Invaliditätsgrad von 5 % (0 % + 5 %). 

Dieser begründet keinen Anspruch auf eine Rente (vgl. vorstehende E. 3.1).

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu beanstanden 

und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für das 

vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren Fassung). 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2021
	Art. 18 UVG. Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente (Beweiswert der kreisärztlichen Beurteilung, Prozentvergleich, Abzug vom Tabellenlohn). Abweisung der Beschwerde mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrads (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Juni 2021, UV 2020/63).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T02:42:24+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen