# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a60f7970-3c14-5372-ac78-7aeef58706cd
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-23
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 23.03.2016 101 2015 93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_001_101-2015-93_2016-03-23.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

101 2015 93

Urteil vom 23. März 2016

I. Zivilappellationshof

Besetzung Präsident: Jérôme Delabays 
Richter: Hubert Bugnon, Sandra Wohlhauser 
Gerichtsschreiberin: Laura Granito

Parteien A.________, Beklagte, Berufungsklägerin und 
Anschlussberufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt 
Theo Studer

gegen

B.________, Kläger, Berufungsbeklagter und 
Anschlussberufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt 
Martin Ingold

Gegenstand Abänderung des Scheidungsurteils

Berufung vom 8. Mai 2015 und Anschlussberufung vom 26. Juni 
2015 gegen den Entscheid des Zivilgerichts des Seebezirks vom 
5. März 2015

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Sachverhalt

A. A.________ und B.________ heirateten im Jahr 2003. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, 
C.________, geb. im Jahr 2004, und D.________, geb. im Jahr 2006, hervor.

Mit Entscheid vom 23. Mai 2012 schied das Regionalgericht Bern-Mittelland die Ehe der Parteien 
und ordnete namentlich das Folgende an (act. 2):

1. Die zwischen den Ehegatten im Jahr 2003 vor dem Zivilstandsamt E.________ (FR) 
geschlossene Ehe wird auf gemeinsames Begehren der Ehegatten in Anwendung von Art. 112 
ZGB geschieden.

2. Die gemeinsamen Kinder C.________, geb. im Jahr 2004, und D.________, geb. im Jahr 2006, 
werden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. 

3. Die bestehende Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 bis 3 ZGB wird beibehalten […].

4. Die zwischen den Ehegatten im Jahr 2012 abgeschlossene Teilvereinbarung über die 
Scheidungsfolgen (4 Seiten) wird gerichtlich genehmigt […].

5. Der Kläger wird verurteilt, der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsurteils, folgende 
monatliche Unterhaltsbeiträge, zahlbar monatlich im Voraus, zu leisten, vorbehältlich von Ziffer 5 
hiernach: Bis Ende Dezember 2015 CHF 1‘243.- (Phase 1), Januar 2016 bis Ende Dezember 
2017 CHF 941.- (Phase 2) und Januar 2018 bis Ende Dezember 2021 CHF 683.- (Phase 3).

6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 sind wie folgt sistiert, solange die aktuelle 
Lebensgemeinschaft der Beklagten besteht: Um CHF 336.- in Phase 1; um CHF 595.- in Phase 2; 
um CHF 599.- in Phase 3.

Im Falle der Beendigung der aktuellen Lebensgemeinschaft der Beklagten lebt die 
Unterhaltspflicht des Klägers gemäss Ziffer 5 hiervor vollumfänglich wieder auf.

Mit ergänzender Vereinbarung vom 21. Januar 2013 kamen die Parteien unter anderem in 
folgenden Punkten zu einer gerichtlich genehmigten Übereinkunft (act. 3):

2. Die Parteien stellen fest, dass A.________ seit Dezember 2008 in einer Lebensgemeinschaft mit 
F.________ lebt. So lange diese Lebensgemeinschaft dauert, wird der Unterhaltsbeitrag gemäss 
Ziff. 5 des erstinstanzlichen Urteils sistiert. Diese Sistierung gilt ab 1. Juni 2012.

Besteht die Lebensgemeinschaft am 31. Dezember 2017 weithin, so fällt der Unterhaltsbeitrag 
endgültig dahin. Wird die Lebensgemeinschaft vor dem 31. Dezember 2017 aufgelöst, so gilt ab 
dem darauffolgenden Monat Ziff. 5 des erstinstanzlichen Urteils. 

3. In Abänderung von Ziff. 7 der Teilvereinbarung vom 19. Januar 2012 werden die 
Unterhaltsbeiträge für die Kinder für die Dauer der Sistierung wie folgt erhöht: Bis und mit 
Dezember 2015 auf CHF 1‘250.- pro Kind, anschliessend bis und mit Dezember 2017 auf 
CHF 1‘100.- pro Kind. Ab 1. Januar 2018 gilt Ziff. 7 der Teilvereinbarung wieder unverändert.

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B. Mit Eingabe vom 2. Juli 2014 stellte B.________ einen Antrag auf gemeinsame elterliche 
Sorge (act. 1). Am 15. Oktober 2014 präzisierte er seine Rechtsbegehren namentlich wie folgt 
(act. 28):

1. Dem Kläger sei zu bewilligen, rückwirkend ab 1. Juli 2014 die Unterhaltszahlungen an die 
Beklagte auf je CHF 800.00 pro Kind zuzüglich Kinderzulagen zu reduzieren. 

3. Die gemeinsamen Söhne seien unter die gemeinsame Sorge der Eltern zu stellen. Ev. sei ein 
Obhutswechsel vorzunehmen.

C. Mit Entscheid vom 5. März 2015 hiess die Vorinstanz die Klage auf Abänderung des 
Scheidungsurteils teilweise gut (Dispositivziffer 1) und änderte Ziffer 2 des Entscheids vom 23. Mai 
2012 wie folgt: Die gemeinsamen Kinder C.________, geb. im Jahr 2004, und D.________, geb. 
im Jahr 2006, werden unter die gemeinsame elterliche Sorge gestellt (Dispositivziffer 2). Im 
Übrigen wies die Vorinstanz die Rechtsbegehren ab (act. 74).

D. Mit Eingabe vom 8. Mai 2015 reichte A.________ gegen den Entscheid vom 5. März 2015 
Berufung ein und beantragte, die Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils sei abzuweisen. 
Die gemeinsamen Kinder seien weiterhin unter die alleinige elterliche Sorge der Mutter zu stellen.

Gleichentags stellte A.________ ein Gesuch um Erteilung der vollständigen unentgeltlichen 
Rechtspflege, welches mit Urteil vom 26. Mai 2015 gutgeheissen wurde.

E. Mit Eingabe vom 26. Juni 2015 reichte B.________ die Berufungsantwort ein. Gleichzeitig 
erhob er Anschlussberufung. Er beantragte das Folgende:

1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. Die vom Berufungsbeklagten für seine Kinder zu entrichtenden Unterhaltsbeiträge seien 
rückwirkend per 1. Januar 2014 auf CHF 1‘100.-/Monat zu reduzieren.

3. Die gemeinsamen Kinder C.________, geb. im Jahr 2004, und D.________, geb. im Jahr 2006, 
werden unter die gemeinsame elterliche Sorge gestellt.

Gleichentags stellte B.________ ein Gesuch um Erteilung der vollständigen unentgeltlichen 
Rechtspflege. Das Gesuch wurde mit Urteil vom 2. November 2015 gutgeheissen.

F. Am 30. November 2015 reichte die Beiständin G.________ aufforderungsgemäss einen 
aktuellen Situationsbericht zu C.________ und D.________ ein. Den Parteien wurde eine Kopie 
zugestellt. Am 4. Januar 2016 reichte B.________ dazu eine Stellungnahme ein.

Erwägungen

1. a) Mit Berufung anfechtbar sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide (Art. 308 
Abs. 1 Bst. a ZPO). In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn 
der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10‘000.- beträgt 
(Art. 308 Abs. 2 ZPO).

Vorliegende Berufung betrifft eine nichtvermögensrechtliche Angelegenheit (gemeinsame elterliche 
Sorge), entsprechend ist sie zulässig. 

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b) Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 30 Tagen seit Zustellung des 
begründeten Entscheids schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO).

Der angefochtene Entscheid wurde der Berufungsklägerin/Anschlussberufungsbeklagten 
(nachfolgend: Berufungsklägerin) am 30. März 2015 zugestellt. Unter Berücksichtigung von 
Art. 145 Abs. 1 Bst. a ZPO endete die Rechtsmittelfrist am 12. Mai 2015, womit die am 8. Mai 2015 
der Post übergebene Berufung fristgerecht erfolgt ist. Die Berufungsschrift enthält zudem 
Rechtsbegehren und ist begründet. 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb auf die 
Berufung einzutreten ist.

c) Nach Art. 296 Abs. 3 ZPO entscheidet das Gericht bei Kinderbelangen in 
familienrechtlichen Angelegenheiten, wozu die Regelung der elterlichen Sorge gehört, ohne 
Bindung an die Parteianträge (vgl. BGE 137 III 617 E. 4.5.2 mit Hinweisen). Auch erforscht das 
Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen (Art. 296 Abs. 1 ZPO).

d) Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).

e) Gemäss Art. 316 Abs. 1 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verhandlung 
durchführen oder aufgrund der Akten entscheiden. Vorliegend befinden sich die zur Entscheidung 
nötigen Informationen in den Akten, weshalb auf eine Verhandlung verzichtet wird.

2. Der Berufungsbeklagte/Anschlussberufungskläger (nachfolgend: Berufungsbeklagter) 
beantragt die Befragung der Beiständin G.________, Fachperson für Kinderschutz, als Zeugin.

Mit Verfügung vom 28. Oktober 2015 wurde die Beiständin wie hiervor aufgeführt aufgefordert, 
einen aktuellen Situationsbericht betreffend C.________ und D.________ einzureichen. Der 
entsprechende Bericht ging am 1. Dezember 2015 ein. Soweit weitergehend wird der Antrag des 
Berufungsbeklagten abgewiesen.

3. a) Die Zulässigkeit der Berufung in vermögensrechtlichen Angelegenheiten setzt einen 
Streitwert von mindestens CHF 10‘000.- voraus (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Anschlussberufung 
hingegen ist an keine Streitwertgrenze gebunden. Dies ergibt sich daraus, dass die 
Anschlussberufung kein selbstständiges Rechtsmittel und von der Hauptberufung abhängig ist 
(Art. 313 Abs. 2 ZPO). Ob das Streitwerterfordernis erfüllt ist, wird daher nur hinsichtlich der 
Berufung geprüft (REETZ/HILBER, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2013, Art. 313 N 32). Die Anschlussberufung ist nicht auf 
den Gegenstand der Berufung beschränkt und kann sich auf einen beliebigen, mit diesem nicht 
notwendig in Zusammenhang stehenden Teil des angefochtenen Urteils beziehen (BGE 141 III 
302 E. 2.2 mit Hinweisen).

b) Die Anschlussberufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung der Hauptberufung zur 
schriftlichen Stellungnahme zu erheben (Art. 313 Abs. 1 i.V.m. Art. 312 Abs. 1 und 2 ZPO).

Die Berufung vom 8. Mai 2015 wurde dem Berufungsbeklagten am 1. Juni 2015 zur schriftlichen 
Stellungnahme zugestellt. Die am 26. Juni 2015 im Rahmen der Berufungsantwort eingereichte 
Anschlussberufung ist mithin fristgerecht erfolgt.

4. a) Die Berufungsklägerin beantragt die Beibehaltung ihres alleinigen Sorgerechts 
betreffend C.________ und D.________. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen an, die 

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Kommunikation zwischen den Parteien sei inexistent und darüber hinaus unmöglich. Die 
Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge sei demnach nicht möglich.

b) Die Vorinstanz hat festgestellt, dass die Kommunikation zwischen der Berufungsklägerin 
und dem Berufungsbeklagten erheblich gestört sei. Abgesehen von diesem Elternkonflikt spreche 
jedoch nichts gegen die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge. Der bestehende Konflikt sei 
zudem nicht alleine durch den Berufungsbeklagten ausgelöst worden. Vielmehr scheine der 
Lebenspartner der Berufungsklägerin einen wesentlichen Einfluss auf diesen weiter bestehenden 
Konflikt zu haben. Um einen Ausschluss des Berufungsbeklagten vom Leben der Kinder zu 
verhindern, erscheine es angebracht, C.________ und D.________ unter die gemeinsame 
elterliche Sorge zu stellen. Das Kindeswohl werde dadurch nicht mehr oder weniger gefährdet als 
wenn der Berufungsklägerin die alleinige elterliche Sorge zustehen würde.

5. a) Am 1. Juli 2014 ist das revidierte Sorgerecht in Kraft getreten. Die elterliche Sorge wird, 
sobald das Gesetz in Kraft getreten ist, nach dem neuen Recht beurteilt (vgl. Art. 12 Abs. 1 SchlT 
ZGB; Botschaft vom 16. November 2011 zu einer Änderung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches [Elterliche Sorge], BBl 2011 9109). Steht bei Inkrafttreten der Änderung vom 
21. Juni 2013 die elterliche Sorge nur einem Elternteil zu, so kann sich der andere Elternteil binnen 
Jahresfrist nach Inkrafttreten dieser Änderung mit dem Antrag auf Verfügung der gemeinsamen 
elterlichen Sorge an die zuständige Behörde wenden. Art. 298b ZGB findet sinngemäss 
Anwendung (Art. 12 Abs. 4 SchlT ZGB). Der Elternteil, dem bei einer Scheidung die elterliche 
Sorge entzogen wurde, kann sich nur dann allein an das zuständige Gericht wenden, wenn die 
Scheidung im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2013 weniger als fünf Jahre 
zurückliegt (Art. 12 Abs. 5 SchlT ZGB).

b) Anlässlich der Scheidung der Parteien am 23. Mai 2012 wurden die gemeinsamen 
Kinder der Parteien unter die elterliche Sorge der Berufungsklägerin gestellt. Mit Eingabe vom 
2. Juli 2014 hat der Berufungsbeklagte gestützt auf vorgenannte Bestimmungen einen Antrag auf 
gemeinsame elterliche Sorge eingereicht. Es ist unbestritten, dass der Berufungsbeklagte dabei 
die Jahresfrist gemäss Art. 12 Abs. 4 SchlT ZGB gewahrt hat. Auch liegt die Scheidung der 
Parteien am 1. Juli 2014 weniger als fünf Jahre zurück. Die Voraussetzungen zur Stellung eines 
Antrags auf Verfügung der gemeinsamen elterlichen Sorge sind mithin erfüllt.

6. a) In einem Scheidungs- oder Eheschutzverfahren überträgt das Gericht einem Elternteil 
die alleinige elterliche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 Abs. 1 
ZGB). Gestützt auf Art. 12 Abs. 4 SchlT ist vorliegend Art. 298b ZGB analog anzuwenden. Danach 
verfügt die Kindesschutzbehörde (respektive das Gericht) die gemeinsame elterliche Sorge, sofern 
nicht zur Wahrung des Kindeswohls an der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter festzuhalten 
oder die alleinige elterliche Sorge dem Vater zu übertragen ist (Art. 298b Abs. 2 ZGB).

b) Die Botschaft äussert sich wie folgt zu Art. 298b ZGB. Einem Elternteil dürfe die 
(gemeinsame) elterliche Sorge nur dann vorenthalten werden, wenn die Kindesschutzbehörde 
Anlass hätte, sie ihm andernfalls gleich wieder zu entziehen. Der Massstab, der dem Entscheid 
zugrunde gelegt werden müsse, decke sich damit neu mit jenem von Art. 311 ZGB. Danach 
würden als Gründe für den Entzug der elterlichen Sorge Unerfahrenheit, Krankheit, Gebrechen 
und Ortsabwesenheit in Frage kommen (Ziff. 1). Ferner könne der Entzug der elterlichen Sorge 
auch die Reaktion darauf sein, dass sich die Eltern nicht ernstlich um das Kind gekümmert haben 
(Ziff. 2; BBl 2011 9105). Ferner lässt sich der Botschaft entnehmen, dass für Art. 298 Abs. 1 und 
Art. 298b Abs. 2 ZGB der gleiche Massstab gelte (BBl 2011 9103).

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c) Das Bundesgericht kam seinerseits zum Schluss, für die Alleinzuteilung der elterlichen 
Sorge gemäss Art. 298 ff. ZGB würden nicht die gleichen Voraussetzungen wie für den auf 
Art. 311 ZGB gestützten Entzug des Sorgerechts gelten. Beispielsweise kann auch ein 
schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt oder die anhaltende Kommunikationsunfähigkeit eine 
Alleinzuteilung des Sorgerechts gebieten, wenn sich der Mangel negativ auf das Kindeswohl 
auswirkt und von einer Alleinzuteilung eine Verbesserung erwartet werden kann. Das gemeinsame 
elterliche Sorgerecht wird zur inhaltslosen Hülse, wenn ein Zusammenwirken nicht möglich ist, und 
es liegt in aller Regel nicht im Kindeswohl, wenn die Kindesschutzbehörde oder gar der Richter 
andauernd die Entscheidungen treffen muss, für welche es bei gemeinsamer Sorge der elterlichen 
Einigung bedarf. Die bloss formale Aufrechterhaltung der gemeinsamen Sorge über das 
Kindeswohl zu stellen, liesse sich nicht mit dem Grundgedanken des Kindesrechts vereinbaren 
und würde auch nicht mit den parlamentarischen Voten übereinstimmen. Erforderlich ist aber in 
jedem Fall eine Erheblichkeit und Chronizität des Konflikts oder der gestörten Kommunikation; 
punktuelle Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten, wie sie in allen Familien 
vorkommen und insbesondere mit einer Trennung oder Scheidung einhergehen können, können 
angesichts des mit der Gesetzesnovelle klarerweise angestrebten Paradigmenwechsels nicht 
Anlass für eine Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts sein. Ist sodann ein Konflikt zwar 
schwerwiegend, erscheint er aber singulär, ist im Sinn der Subsidiarität zu prüfen, ob nicht ein 
richterlicher Entscheid über einzelne Inhalte des Sorgerechts bzw. eine richterliche 
Alleinzuweisung spezifischer Entscheidungsbefugnisse in den betreffenden Angelegenheiten 
(beispielsweise über die religiöse Erziehung, in schulischen Belangen oder in Bezug auf das in 
Art. 298 Abs. 2 und Art. 298d Abs. 2 ZGB genannte Aufenthaltsbestimmungsrecht) ausreicht, um 
Abhilfe zu schaffen. Die Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts muss eine eng begrenzte 
Ausnahme bleiben (BGE 141 III 472 E. 4.6 f.).

Gemäss einem anderen Entscheid des Bundesgerichts ist die Behauptung, bei der Erteilung des 
gemeinsamen Sorgerechts sei eine Ausweitung des Konflikts vorprogrammiert, für die Zuteilung 
der Alleinsorge kein genügender Grund. Es war nicht die Meinung des Gesetzgebers, dass ein 
Elternteil in abstrakter Weise auf einen Konflikt soll verweisen und daraus einen Anspruch auf 
Alleinsorge ableiten können. Die Eltern haben sich zu bemühen, zwischen der konfliktbehafteten 
Elternebene einerseits sowie dem Eltern-Kind-Verhältnis andererseits zu unterscheiden und das 
Kind aus dem elterlichen Konflikt herauszuhalten (vgl. Urteil BGer 5A_202/2015 vom 
26. November 2015 E. 3.4, zur Publikation vorgesehen).

Aus der hiervor aufgeführten Rechtsprechung des Bundesgerichts lässt sich ein dreistufiges 
Prüfprogramm ableiten: Zunächst ist die Sachlage dahingehend zu überprüfen, ob zwischen den 
Eltern ein schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt oder eine anhaltende 
Kommunikationsunfähigkeit besteht, die zu einer konkreten Gefährdung des Kindeswohls führt. 
Haben der Dauerkonflikt oder die anhaltende Kommunikationsunfähigkeit eine derartige Intensität 
erreicht, ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob die Alleinzuteilung des Sorgerechts die 
Kindeswohlgefährdung zu mindern vermag. Zuletzt ist auch der Grundsatz der Subsidiarität zu 
beachten: Die Alleinzuteilung des Sorgerechts rechtfertigt sich nur, wenn kein milderer Eingriff als 
das Abweichen vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge zur Wahrung des Kindeswohls 
genügt. In Betracht fällt etwa die gerichtliche Regelung einzelner Aspekte des Sorgerechts.

7. a) Die Ausübung des Besuchsrechts des Berufungsbeklagten führt vorliegend wiederholt 
zu Differenzen zwischen den Parteien. Mit Eingaben insbesondere an die Beiständin G.________, 
das Friedensgericht sowie die Vorinstanz machen sich die Parteien im Wesentlichen gegenseitig 
wiederholt den Vorwurf, einen schlechten Einfluss auf die Entwicklung der gemeinsamen Kinder zu 
haben (vgl. act. 12, 14, 17, 19.1, 20). Namentlich brachte die Berufungsklägerin vor, die Kinder 

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hätten zum Berufungsbeklagten kein Vertrauen aufbauen können. Ihre Sicherheit sei bei ihm nicht 
gewährleistet (vgl. act. 12). Auch der Lebenspartner der Berufungsklägerin, F.________, mit 
welchem die Berufungsklägerin und die Kinder der Parteien zusammenwohnen, stellt sich klar 
gegen das Besuchsrecht des Berufungsbeklagten. Auch die Kinder erheben Vorwürfe gegenüber 
dem Berufungsbeklagten (vgl. act. 61.1). Der Berufungsbeklagte machte demgegenüber etwa 
geltend, F.________ würde die Kinder ihm gegenüber negativ beeinflussen. F.________ würde 
ihn dämonisieren und vor den Kindern respektlos über ihn reden (act. 14). Um die Situation zu 
deseskalieren wandte sich die Beiständin mit Schreiben vom 3. Oktober 2014 an die Parteien und 
teilte ihnen mit, dass es aus ihrer Sicht um die Kinder, C.________ und D.________, nicht zum 
Besten stehe (act. 26). Beide würden in einem grossen Loyalitätskonflikt leben und darunter 
leiden, als Spielball zwischen der Berufungsklägerin und dem Berufungsbeklagten benutzt zu 
werden. Die prekäre Situation dauere nun schon mehr als fünf Jahre und eine Besserung scheine 
nicht in Sicht zu sein. Sie würden instrumentalisiert und gegen den einen und anderen Elternteil 
negativ beeinflusst. Die Kinder würden dadurch ihrer Jugendzeit beraubt. Sie würden gezwungen, 
die Austragung der Konflikte ihrer Eltern als Schauspiel mitzuerleben. 

Vorgenanntes Schreiben zeigte soweit ersichtlich jedoch keine Wirkung. Unter anderem brachte 
die Berufungsklägerin in der Folge vor, nach Besuchen beim Berufungsbeklagten würden die 
Kinder an Angst, Schlafstörungen, Fieber und Durchfall leiden. Die Besuchswochenenden hätten 
meist katastrophal geendet und frühzeitig abgebrochen werden müssen. Die Kinder würden an 
Panik und Angstzuständen leiden, wenn sie vom Berufungsbeklagten umgeben seien. Er 
erniedrige die Kinder und übe Druck gegen sie aus. Auch warf sie ihm massive Wutausbrüche und 
Gewalt vor. Ein gemeinsames Sorgerecht sei nicht zumutbar. Sie und F.________ würden mit den 
Kindern harmonisch zusammenleben und sie positiv unterstützen. Die Kinder seien nicht mehr 
bereit, zum Berufungsbeklagten zu gehen (vgl. act. 27, 30, 35). Auch der Berufungsbeklagte zeigte 
sich wenig sensibel betreffend den Inhalt des Schreibens der Beiständin (vgl. act. 33 f.). Er betonte 
wiederholt, dass das Wohl der Kinder im Haushalt der Berufungsklägerin und F.________ 
gefährdet sei. Auch in der Folge konnten sich die Parteien betreffend das Besuchsrecht des 
Berufungsbeklagten und weiteren Aspekten, die die gemeinsamen Kinder betreffen in keiner 
Weise einigen (vgl. etwa act. 43, 43.1, 43.2, 43.3, 45, 49, 53, 56, 60, 62). Das letzte Treffen 
zwischen den Kindern und dem Berufungsbeklagten fand am 14. September 2014 statt (act. 71.3). 
Im Anschluss an die Sitzung der Vorinstanz vom 5. März 2015 konnte gemäss dem 
Berufungsbeklagten eine minimale Kontaktmöglichkeit zwischen ihm und den Kindern 
wiederhergestellt werden. Mangels Kooperation der Berufungsklägerin mussten die 
diesbezüglichen Besuchstage durch die Beiständin festgelegt werden. 

b) Die Lehrerschaft von C.________ und D.________ wurde am 27. November 2014 von 
der Vorinstanz zur Stellungnahme aufgefordert (act. 41, 42). Aus den Stellungnahmen ergeben 
sich keine Hinweise betreffend Misshandlungen oder Vernachlässigung der Kinder. Sie werden 
insgesamt beide als motivierte Schüler umschrieben (act. 44, 46). C.________ zeige keine 
Auffälligkeiten im Schulbetreib oder in seinem Sozialverhalten. Im sprachlichen und 
mathematischen Bereich habe er aber etliche Schwierigkeiten, daher besuche er den 
heilpädagogischen Stützunterricht. Bei D.________ seien vor drei Jahren gewisse Merkmale vom 
Asperger-Syndrom festgestellt worden. Er sei oft in Streit verwickelt und versuche sich auch 
körperlich gegen andere durchzusetzen. 

c) C.________ und D.________ wurden am 11. Dezember 2014 von der Vorinstanz 
persönlich zur Sache angehört (act. 47). Insgesamt geht hervor, dass sich die Kinder im Haushalt 
der Berufungsklägerin und F.________ wohl fühlen. Die Beziehung zum Berufungsbeklagten 
beschreiben sie demgegenüber als nicht so gut respektive als eher schlecht. In Bezug auf den 

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Berufungsbeklagten erwähnen sie einzig negative Aspekte und Erlebnisse. Insgesamt möchte 
weder C.________ noch D.________ künftig im Rahmen von Besuchswochenenden zum 
Berufungsbeklagten gehen müssen. Für sie kommen einzig ihren Bedürfnissen entsprechende 
spontane Treffen in Frage. Dies äusserten die Kinder bereits zuvor gegenüber der Beiständin 
(act. 61.1). Im 2011 fühlten sich die Kinder demgegenüber noch im „Mama-Zuhause“ wie auch im 
„Papa-Zuhause“ wohl respektive äusserten sie sich zu beiden Zuhause mit positiven Eindrücken 
(act. 57, B2, S. 30 ff.). 

d) Am 30. November 2015 reichte die Beiständin aufforderungsgemäss einen aktuellen 
Situationsbericht ein. 

aa) Betreffend C.________ führt die Beiständin aus, er besuche in H.________ die 
6. Klasse, wo er sich wohl fühle und gut integriert sei. Er profitiere zusätzlich vom 
heilpädagogischen Stützunterricht. D.________ besuche die 4. Klasse. Er zeige in der letzten Zeit 
in der Schule ein eher auffälliges Verhalten, welches einerseits von Professionellen gut beobachtet 
werden müsse und andererseits einer engen Zusammenarbeit mit der Kindsmutter bedürfe. Die 
Berufungsklägerin sei sich dem bewusst und versuche mit den Lehrpersonen eng 
zusammenzuarbeiten. Zur Berufungsklägerin hält die Beiständin fest, dass diese geltend mache, 
insgesamt seien sie und ihre Söhne mit verschiedenen Verpflichtungen die ganze Woche, 
inklusive Wochenende ausgebucht (namentlich Haushalt, Schule, Hausaufgaben und 
Eishockeytraining der Kinder). Dies sei gemäss der Berufungsklägerin auch ein Grund, weshalb 
das Besuchsrecht des Berufungsbeklagten nicht wahrgenommen werden könne. Der 
Berufungsbeklagte bewohne in I.________ eine Dreizimmerwohnung. Davon sei ein Zimmer als 
Kinderzimmer für C.________ und D.________ eingerichtet. Er habe seine Kinder letztmals im 
Juni und im September jeweils an einem Sonntag gesehen. Die zusammen verbrachte Zeit sei 
gemäss dem Berufungsbeklagten sehr gut verlaufen. Er wünsche sich, dass es den Buben in ihrer 
Kindheit gut gehe. Er zweifle an den erzieherischen Fähigkeiten der Berufungsklägerin und werfe 
ihr vor, ein schlechtes Vorbild für die Kinder zu sein. Mit den Aussagen der Kinder, mit ihm keinen 
Kontakt mehr zu wollen, tue er sich sehr schwer und könne es nicht akzeptieren. Gemäss ihm 
handle es sich diesbezüglich um Wortwendungen, die die Kinder eins zu eins von der 
Berufungsklägerin übernommen hätten.

bb) Im Bericht äussert sich die Beiständin auch zur Situation betreffend das 
Besuchsrecht des Berufungsbeklagten und hält fest, die Kontakte der Kinder der Parteien zum 
Berufungsbeklagten seien in den letzten Jahren spärlich ausgefallen, verbunden mit zahlreichen 
Vorladungen vor Gericht, Anzeigen und Verfahren bei der Staatsanwaltschaft. Die 
Berufungsklägerin werfe dem Berufungsbeklagten vor, sich nie um seine Kinder gekümmert zu 
haben, wodurch diese zu ihm weder eine Beziehung hätten, noch Kontakt zu ihm wünschen 
würden. Gemäss der Berufungsklägerin würde der Berufungsbeklagte versuchen ihre neue Familie 
fertig zu machen und zu zerstören. Der Berufungsbeklagte werfe der Berufungsklägerin hingegen 
vor, die Kinder zu instrumentalisieren und gegen ihn aufzuhetzen. Gemäss ihm habe die 
Berufungsklägerin ihr Ziel, die Kinder von ihm zu entfremden, zwischenzeitlich erreicht. Er 
wünsche das gemeinsame Sorgerecht, um über die Entwicklung seiner Söhne informiert zu sein 
und in wichtigen Entscheidungen mitzubestimmen.

cc) Abschliessend hält die Beiständin im Bericht fest, die Parteien seien nicht fähig, in 
Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren. Sie würden sich gegenseitig für die ausweglose 
Besuchsrechtssituation verantwortlich machen. Das Verhalten der Parteien gleiche einer endlosen 
Spirale, die mit den verschiedensten Methoden, Vorschlägen und Empfehlungen nicht hätte 
durchbrochen werden können. Beide Eltern würden in ihrer sturen Haltung das Wohl ihrer Kinder 

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vergessen. Die Kinder seien die Verlierer. Es sei schwer abzuschätzen und wenig ersichtlich, ob 
die Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge negative oder positive Auswirkungen auf die 
Kinder hätte. Aus der Sicht der Beiständin und basierend auf den letzten Erfahrungen habe die 
gemeinsame elterliche Sorge den Kindern keine Vorteile gebracht. Die Berufungsklägerin tue und 
lasse weiterhin, wie sie es für gut finde. Der Berufungsbeklagte werde auf sein Recht pochen und 
mit allen Mitteln versuchen, dieses zu erzwingen. Der Berufungsbeklagte habe die Tendenz, 
dauernd Druck zu machen, zu kontrollieren und erhoffe sich damit, zu seinem Erfolg zu kommen. 
Die Berufungsklägerin reagiere mit Gegendruck und stelle sich auf stur. Ebenso habe beobachtet 
werden können, dass die Kindseltern keine gemeinsamen Gespräche führen könnten. Die 
Berufungsklägerin weigere sich nach wie vor, sich in Kinderbelangen mit dem Berufungsbeklagten 
auszutauschen. Im vorliegenden Fall handle es sich um eine hochstrittige Familie, mit wenig 
Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation.

e) In seiner Stellungnahme vom 5. Januar 2016 zum vorgenannten Bericht der 
Beiständin hält der Berufungsbeklagte fest, dieser stehe in krassem Widerspruch zu den 
Erkenntnissen der Vorinstanz und zum Gutachten vom 5. Oktober 2011 im Scheidungsverfahren. 
Der Beiständin gelinge es nicht, dem Besuchsrecht zum Durchbruch zu verhelfen. Sein Verhalten 
gleiche nicht einer endlosen (negativ)Spirale; er habe sich in jedem Zeitpunkt an behördliche 
Anordnungen und Empfehlungen der Beiständin gehalten, was faktisch dazu geführt habe, dass er 
seine Kinder, nicht wie im Bericht erwähnt seit September 2015, sondern seit Juni 2015 nicht mehr 
gesehen habe. Wie die Vorinstanz richtig ausführe, drohe beim alleinigen Sorgerecht der 
Berufungsklägerin der völlige Ausschluss des Kindsvaters vom Leben der Kinder, was nicht in 
ihrem Interesse sein könne. Der Elternkonflikt alleine könne das gemeinsame Sorgerecht nicht zu 
Fall bringen.

8. Aufgrund der Akten kann geschlossen werden, dass die Kommunikation zwischen den 
Parteien schwierig bis unmöglich ist; insbesondere betreffend das Besuchsrecht des 
Berufungsbeklagten sind sich die Berufungsklägerin und der Berufungsbeklagte weitgehend 
uneinig. Insgesamt entstand infolgedessen ein Konflikt, der nun bereits seit mehreren Jahren 
andauert. Das Verhältnis der Berufungsklägerin und des Berufungsbeklagten übersteigt das Mass 
an Konflikten, wie sie insbesondere nach Scheidungen bestehen können. Es kann mithin sowohl 
auf eine Kommunikationsunfähigkeit als auch auf einen eher schwerwiegenden Dauerkonflikt der 
Parteien im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geschlossen werden. Die Kinder der 
Parteien werden in den Konflikt einbezogen. Die Beiständin umschrieb die Kinder als „Spielball“ 
der Parteien (act. 26). Auch wenn es C.________ und D.________ gemäss den Angaben der 
Beiständin und ihren Lehrpersonen insgesamt gut geht, hat das belastete Verhältnis der Parteien 
zwischenzeitlich zu einer stark ablehnenden Haltung von C.________ und D.________ gegenüber 
dem Berufungsbeklagten geführt. Unter anderem daraus leitet die Berufungsklägerin einen 
Anspruch auf Alleinzuteilung der elterlichen Sorge ab.

Die Berufungsklägerin und auch ihr Lebenspartner wirken sämtlichen Massnahmen, die dem 
Kontakt zwischen den Kindern und dem Berufungsbeklagten dienen sollten, entgegen 
(vgl. namentlich act. 16, 57 B. 3, 61.1 B. 7; Situationsbericht vom 30. November 2015). Sie 
kritisieren den Charakter des Berufungsbeklagten als nicht einwandfrei (Desinteresse und fehlende 
Beziehung zu den Kindern, fehlende Zuverlässigkeit, Gewalt-/Wutausbrüche, unter Druck setzen 
der Kinder). Demnach erachten sie eine Beziehung zwischen dem Berufungsbeklagten und den 
Buben als nicht dem Kindeswohl entsprechend; sie torpedieren auch sämtliche Massnahmen, die 
autoritativ festgelegt worden sind (vgl. namentlich act. 69 betreffend Regelung des 
Besuchsrechts). Gegen die Berufungsklägerin wurden in diesem Zusammenhang bereits 
Strafbefehle wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen erlassen, weil sie die Kinder dem 

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Berufungsbeklagten nicht übergeben hatte (Strafbefehl vom 21. Januar 2014, act. 15; Strafbefehl 
vom 19. Februar 2015, act. 71.4). Generell führt die Berufungsklägerin an, die Kinder seien mit 
verschiedenen Verpflichtungen (Schule, Hausaufgaben, Eishockey-Training/Match) die ganze 
Woche und auch an den Wochenenden „ausgebucht“ (Situationsbericht vom 30. November 2016). 
Dies sei der Grund, weshalb das Besuchsrecht nicht funktioniere. Nebst diesem wiederholt 
vorgebrachten Argument ist aber auch festzustellen, dass insbesondere der Lebenspartner der 
Berufungsklägerin ganz allgemein gegen die Ausübung des Besuchsrechts durch den 
Berufungsbeklagten ist und sich in Anwesenheit der Kinder negativ über den Berufungsbeklagten 
äussert (etwa: „Ein Arschloch, ein verdammtes Arschloch ist er, dieser B.________, dieser Vagant, 
dieser Lump.“ act. 61.1).

Die ablehnende Haltung der Kinder gegenüber dem Berufungsbeklagten respektive ihre 
Entfremdung von ihm wurden damit massgeblich durch die Berufungsklägerin und ihren 
Lebenspartner hervorgerufen oder zumindest begünstigt. Es ist nicht Sinn und Zweck der 
Alleinzuteilung der elterlichen Sorge, dass ein Elternteil, der massgeblich auf einen Dauerkonflikt 
hinwirkt, welcher im Ergebnis, wie dies vorliegend geschehen ist (im 2011 fühlten sich die Kinder 
noch bei beiden Parteien wohl, heute lehnen sie den Kontakt zum Berufungsbeklagten ab), zu 
einem Loyalitätskonflikt der Kinder der Parteien führt, daraus einen Anspruch auf Alleinsorge 
ableiten kann. Bereits vor diesem Hintergrund ist die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge 
vorliegend nicht gerechtfertigt. Die Berufungsklägerin und ihr Lebenspartner haben zwischen der 
konfliktbehafteten Elternebene einerseits sowie dem Eltern-Kind-Verhältnis andererseits zu 
unterscheiden und die Kinder aus dem elterlichen Konflikt herauszuhalten. Dies hat auch für den 
Berufungsbeklagten zu gelten. Die Parteien haben ein kooperatives Verhalten an den Tag zu 
legen und die zumutbaren Anstrengungen bei der gegenseitigen Kommunikation zu unternehmen, 
ohne die ein gemeinsames Sorgerecht nicht in effektiver Weise und zum Vorteil der Kinder 
ausgeübt werden kann.

Offenbleiben kann, ob sich die Erheblichkeit und Chronizität des Konflikts respektive die gestörte 
Kommunikation der Parteien negativ auf das Kindeswohl auswirkt, denn kumulativ ist erforderlich, 
dass von der Alleinzuteilung des Sorgerechts eine Verbesserung erwartet werden kann. Dies ist 
vorliegend zu verneinen: Der Dauerkonflikt und die Kommunikationsunfähigkeit der Parteien 
besteht, obwohl die Berufungsklägerin seit der Scheidung bis anhin die alleinige elterliche Sorge 
über C.________ und D.________ innehatte. Zudem betreffen die Meinungsverschiedenheiten der 
Parteien überwiegend die Ausübung des Besuchsrechts des Berufungsbeklagten – mithin eine 
Problematik die mit oder ohne gemeinsame elterliche Sorge bestehen wird. In diesem Sinne ist, 
wie von der Vorinstanz richtig festgestellt wurde, mit der Beibehaltung der Alleinsorge der 
Berufungsklägerin entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Verbesserung zu 
erwarten. Dass die gemeinsame elterliche Sorge aus Sicht der Beiständin keine Vorteile bringen 
wird (Situationsbericht 30. November 2015), ist nicht massgeblich. Entscheidend ist, ob die 
Alleinzuteilung der elterlichen Sorge respektive die Beibehaltung der Alleinsorge auf eine 
massgebliche Verbesserung schliessen lassen würde, was wie gesehen vorliegend nicht der Fall 
ist. Die Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts muss gemäss Bundesgericht eine eng 
begrenzte Ausnahme bleiben. Demnach ist die Berufung abzuweisen. Das erstinstanzliche Urteil, 
welches die gemeinsame elterliche Sorge der Parteien anordnet, ist zu bestätigen.

9. a) Der Berufungsbeklagte macht geltend, er erziele seit dem 1. Juli 2014 ein um 
CHF 1‘187.- tieferes Monatseinkommen. Sein Einkommen betrage nunmehr lediglich CHF 6‘313.-. 
Entsprechend seien die Unterhaltsbeiträge rückwirkend per 1. Januar 2014 je auf CHF 1‘100.- pro 
Monat zu reduzieren.

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b) Die Vorinstanz erwog, unter Berücksichtigung des Einkommens des Berufungsbeklagten 
von CHF 6‘313.- netto pro Monat und seines Existenzminimums von CHF 6‘373.- [wobei Steuern 
zu monatlich CHF 600.- berücksichtigt wurden] sei er nach wie vor in der Lage, die 
Unterhaltsbeiträge von jeweils CHF 1‘250.- zu bezahlen. Dabei werde insbesondere berücksichtigt, 
dass der Berufungsbeklagte in seiner Eingabe vom 15. Oktober 2014 noch Wohnkosten von 
CHF 1‘100.- geltend mache (vgl. act. 28), was zu einem Existenzminimum von CHF 6‘223.- führe.

c) Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und 
Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen und ausserdem Vermögen und Einkünfte des Kindes 
sowie den Beitrag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes 
berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Bei erheblicher Veränderung der Verhältnisse setzt das 
Gericht den Unterhaltsbeitrag auf Antrag eines Elternteils oder des Kindes neu fest oder hebt ihn 
auf (Art. 134 Abs. 2 i.V.m. 286 Abs. 2 ZGB). Demnach setzt eine Abänderung der Kinderalimente 
voraus, dass sich der relevante Sachverhalt nachträglich erheblich und dauerhaft verändert hat 
(Urteil BGer 5A_513/2014 vom 1. Oktober 2015 E. 5.1). Liegt eine erhebliche und dauerhafte 
nachträgliche Sachverhaltsänderung vor, führt dies nicht automatisch zu einer Neufestsetzung des 
Unterhaltsbeitrags. Es kommt nur dann zu einer Neufestsetzung, wenn ansonsten mit Blick auf das 
ursprüngliche Scheidungsurteil ein unzumutbares Ungleichgewicht zwischen den involvierten 
Personen entstehen könnte. Zur Beurteilung dieser Voraussetzung gilt es die Interessen von 
Vater, Mutter und Kind bzw. Kindern gegeneinander abzuwägen (Urteil BGer 5A_199/2013 vom 
30. April 2013 E. 4.2). Gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB kommen als Abänderungsgründe in Betracht; 
nebst unvorhersehbaren Ereignissen (u.a. Krankheit oder Invalidität eines Elternteils) und dem 
allgemeinen Lauf der Dinge, qualifiziert veränderte wirtschaftliche Umstände (Arbeitslosigkeit oder 
sonstiger Einkommensrückgang ohne Einflussmöglichkeit des Pflichtigen; Urteil BGer 
5A_448/2010 vom 11. August 2010 E. 4.1.2.3 mit Hinweisen).

d) Das Einkommen des Berufungsbeklagten ist ab Juli 2014 gesunken. Entsprechend den 
Feststellungen der Vorinstanz macht der Berufungsbeklagte ab Juli 2014 ein Einkommen von 
CHF 6‘313.- geltend. Ein entsprechender Einkommensrückgang ergibt sich auch aus den sich in 
den Akten befindlichen Lohnabrechnungen (act. 29.1 ff, 71.10 f.). Im Rahmen der Ehescheidung 
wurde auf ein Einkommen des Berufungsbeklagten von rund CHF 7‘500.- abgestellt. Es ist damit 
seit dem Zeitpunkt der Ehescheidung ein Einkommensrückgang des Berufungsbeklagten von über 
CHF 1‘000.- festzustellen. Vorgenannter Einkommensrückgang ist allerdings zu relativieren. Der 
Berufungsbeklagte ist in der Informatik tätig. Von Januar 2010 bis Dezember 2011 arbeitete er bei 
der J.________, von Januar 2012 bis November 2013 dann bei der K.________. Von Dezember 
2013 bis Februar 2014 war der Berufungsbeklagte bei der L.________ tätig, wobei die Probezeit 
nicht verlängert wurde. Von März bis Mai 2014 war er anschliessend arbeitslos (act. 36). Ab Juli 
2014 fand er eine Anstellung beim Bundesamt für Landwirtschaft, allerdings lediglich mit einem 
Arbeitspensum von 80 % (vgl. zum Ganzen act. 36). Der Einkommensrückgang fusst mithin auf 
der Reduktion des Arbeitspensums von 100 % auf 80 %. Andere Gründe werden nicht 
vorgebracht. Der Berufungsbeklagte macht geltend, seine Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt, 
er habe diese Anstellung mit 80 % aber aufgrund seiner Arbeitslosigkeit annehmen müssen (act. 
36). Diese Stelle sei nicht ausbaubar. Weiter führt der Berufungsbeklagte an, in der zusätzlichen 
Freizeit wolle er sich nach Möglichkeit um die Betreuung der Kinder kümmern. 

Die Argumentation des Berufungsbeklagten geht fehl. Die Kinder stehen unter der Obhut der 
Berufungsklägerin. Dem Berufungsbeklagten steht ein Besuchsrecht an jedem zweiten 
Wochenende zu (act. 69). Der mit einem Arbeitspensum von 80 % freie Wochentag kann ihm 
dementsprechend nicht zur zusätzlichen Kinderbetreuung dienen. Auch andere Gründe, aus 
welchen dem Berufungsbeklagten ein Arbeitspensum von mehr als 80 % nicht möglich oder 

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zumutbar sein sollte, werden weder dargelegt, noch sind solche ersichtlich. In der Vergangenheit 
wechselte der Berufungsbeklagte wiederholt die Arbeitsstelle. Auch wenn effektiv ein 
Einkommensrückgang festzustellen ist, liegt damit keine im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB 
relevante erhebliche und dauerhafte nachträgliche Sachverhaltsveränderung vor. Dies 
insbesondere weil betreffend den Einkommensrückgang eine Einflussmöglichkeit des 
Berufungsbeklagten besteht. Darüber hinaus ist festzustellen, dass die zugunsten der Kinder der 
Parteien gesprochenen Unterhaltsbeiträge, wie vom Berufungsbeklagten anerkannt, trotz 
Einkommensrückgang, nicht in sein Existenzminimum eingreifen. Im Übrigen betragen die 
Unterhaltsbeiträge zugunsten von C.________ und D.________, wie von der Vorinstanz richtig 
festgestellt, ab Januar 2016 monatlich ohnehin nur noch CHF 1‘100.- pro Kind (act. 3). Ab diesem 
Zeitpunkt besteht kein Rechtsschutzinteresse mehr an einer Abänderung der Unterhaltsbeiträge. 
Die Anschlussberufung ist nach dem Ausgeführten abzuweisen.

10. Infolge Abweisung der Berufung und Abweisung der Anschlussberufung sind beide Parteien 
mit ihren Begehren unterlegen; die Prozesskosten sind entsprechend diesem Ausgang des 
Verfahrens zu verlegen (Art. 95, 104 Abs. 1 und 106 Abs. 2 ZPO).

a) Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren, bestimmt auf einen Betrag von 
CHF 1‘000.-, werden den Parteien hälftig auferlegt, unter Vorbehalt des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege (Art. 105 Abs. 1 i.V.m. 96, 106 Abs. 2, 118 und 122 Abs. 1 Bst. b ZPO; Art. 19 
Abs. 1 JR).

b) Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. Jede Partei hat ihre 
Prozesskosten selber zu tragen, unter Vorbehalt des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege 
(Art. 106 Abs. 2 und 122 Abs. 1 Bst. a ZPO).

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Berufung und die Anschlussberufung werden abgewiesen.

Der Entscheid des Gerichts des Seebezirks vom 5. März 2015 wird bestätigt. 

II. Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren, bestimmt auf einen Betrag von CHF 1‘000.-, 
werden den Parteien hälftig auferlegt, unter Vorbehalt des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege.

III. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 23. März 2016/lgr

Präsident Gerichtsschreiberin