# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea0316d4-27ab-501a-89c3-7a936f412814
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-07-29
**Language:** de
**Title:** Gemischte Methode; Anspruch bejaht, da Erwerbspensum höher als von IV eingesetzt. (BGE 9C_634/2013)
**Docket/Reference:** IV.2012.00057
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00057.html

## Full Text

S
ozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00057
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Lienhard
Urteil
vom
29. Juli 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Milosav Milovanovic
Beratungsstelle für Ausländer
Frohaldenstrasse 76, 8180 Bülach
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1954, Mutter von 3 erwachsenen Kindern, war
teil
zeitlich al
s Unterhaltsreinigerin beschäftigt
(
Urk.
11/11-12)
, als sie am 2
2.
April 2007 einen Unfall erlitt (
Urk.
11/8/97
Ziff.
1-6); sie meldete sich am 7. Februar 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Massnah
men,
Rente) an (
Urk.
11/2
Ziff.
3.1, 6.3.1 und 7.8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Arztberichte
(
Urk.
11/9-10,
Urk.
11/15), Arbeitgeberberichte (
Urk.
11/11-12)
und
einen Aus
zug
aus dem individuellen Konto (
Urk.
11/7) ein, zog Akten der Schweizeri
schen Un
fall
versicherungsanstalt (SUVA) bei (
Urk.
11/8,
Urk.
11/13-15
,
Urk.
11/17
)
und
veranlasste ein Gutachten, das am 16. Juni 2011 erstattet wurde (
Urk.
11/22)
so
wie
eine Haushaltabklärung (
Urk.
11/25).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
11/30 =
Urk.
11/27/1-3,
Urk.
11/31)
verneinte sie mit Verfügung vom 19. Dezember 2011 einen Renten
an
spruch (
Urk.
11/38 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 19. Dezember 2011 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
18. Januar 2012 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell sei ein
e
neutrale psychiatrische Begut
achtung anzuordnen (
Urk.
1 S. 1 unten).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Februar 2012 (
Urk.
10) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 23. Mai 2012 wurde die Beschwerdeantwort zuge
stellt
und das Gesuch der
Versicherten
um unentgeltliche Prozessführung (vgl.
Urk.
1
S.
1 unten) abgewiesen (
Urk.
12).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Unter anderem bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind,
wird für di
e
sen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) festge
legt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tä
tigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; ge
mischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und ge
wichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130
V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind, und denen
eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere
die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnüt
zige
und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27
der Verordnung über die Invaliden
ver
siche
rung,
IVV).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden im Umfang von 40
%
erwerbstätig wäre, dass ihr eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 25
%
zu
mutbar sei, dass vom statistischen Tabellenlohn ein Abzug von 10
%
angezeigt sei und dass die Einschränkung im Haushalt 34
%
betrage (S. 2 oben). Auf dieser
Grundlage ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 38
%
(S. 2 Mitte).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber in ihrer Beschwerde geltend, ge
mäss der Beurteilung der behandelnden Psychiaterin sei sie in jeglicher Tätig
keit
zu 70
%
arbeitsunfähig
, und angesichts ihres Alters sei ein Leidensabzug von m
in
destens 25
%
angezeigt (
Urk.
1 S. 3). Sie sei nur
schon
wegen somati
scher Un
fallfolgen zu
75
%
arbeitsunfähig. Dazu sei sie auch noch psychisch krank; unter diesen Umständen sei sie nicht in der Lage zu arbeiten (
Urk.
1 S. 4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit
- im Hinblick auf den Invaliditätsgrad und einen allfälligen Rentenanspruch - insbesondere,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit
aus somatischer und psychiatrischer Sicht und
allenfalls,
wie es sich mit der Höhe des Leidensabzugs verhält.
3.
3.1
Am 16. Juni 2011 erstatteten PD
Dr.
med
.
Y.___
, Oberarzt
Ortho
pädie
und Traumatologie, und
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Psychi
atrie und Psy
chotherapie, fallverantwortlicher Arzt,
O.___
(
O.___
)
,
ein bidisziplinäres Gutachten im Auftrag der Beschwer
degegnerin (
Urk.
11/22
), dies gestützt auf ihr orthopädisches (
Urk.
11/22/15-22) und psychi
a
trisches (
Urk.
11/22/3-14) Fachgutachten.
Im Bericht über die bidisziplinäre Konsensbesprechung vom 14. April 2012 (
Urk.
11/22/23-25) nannten die Gutachter folgende Diagnosen (S. 1
Ziff.
1):
-
Diagnosen aus bidisziplinärer Sicht mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
-
posttraumatische Gonarthrose links bei Status nach imprimierter Tibi
akopffraktur links mit offener Reposition und Osteosynthese am 29.
April
2007
-
anteriore / inferiore Schulterluxation mit Avulsionsfraktur der ventra
len Kante des Glenoids (Bankartläsion), undislozierte Akromionfraktur Schulter rechts
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Diagnosen aus bidisziplinärer Sicht ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit
-
Rippenserienfraktur rechts
-
Status nach Osteosynthesematerialentfernung Tibiakopf links 3. Okto
ber
2008
-
Status nach Ellenbogenkontusion rechts
-
Adipositas per magna
-
arterielle Hypertonie
-
depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
Weiter führten die Gutachter aus, aus bidisziplinärer Sicht sei die Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft zu 25
%
arbeitsfähig. Die Ar
beitsfähigkeit als Hausfrau sei ebenfalls zu 25
%
vorhanden. Die Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus einem höheren Pausenbedarf, einer gerin
gen
Gewichtsbelastung (Lasten bis zu 5 kg) sowie einer deutlich eingeschränk
ten Geh
strecke an Unterarmgehstöcken von 500 m (S. 1
Ziff.
2). Auch in einer den somatischen Einschränkungen angepassten Verweistätigkeit, die im Bereich von leichter körperlicher Tätigkeit angesiedelt sei, sei die Versicherte im Um
fang von 25
%
arbeitsfähig (S. 2
Ziff.
3).
3.2
In psychiatrischer Hinsicht
sind
die folgenden Berichte relevant:
Dr.
med
.
A.___
, Fachärztin
Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrem - ersten aktenkundigen - Bericht vom 11. Februar 2008 (
Urk.
11/9/8-10) aus, die Beschwerdeführerin stehe seit dem 25. Oktober 2007 in ihrer Behand
lung
, und zwar regelmässig einmal monatlich (S.
1), und nannte als Diagnose eine
posttraumatische Belastungsstörung, ICD-10 F43.1 (S. 3 oben).
In ihrem Bericht vom 4. März 2008 an die Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/9/1-7) bezeichnete sie den Gesundheitszustand als besserungsfähig (
Ziff.
5.1) und gab an, es bestehe (angestammt oder angepasst) keine Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
6.2).
Im Bericht über den stationären Aufenthalt in der
B.___
vom
14.
Feb
ruar bis 20. März sowie vom 30. April bis 7. Mai 2008 (
Urk.
11/16/6-13 =
Urk.
11/13/18-25) wurden unter anderem eine mittelgradige bis schwere de
pressive Episode (F32.1) und eine subsyndromale Form einer posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert (S. 1 lit. A3).
Der letzte aktenkundige Bericht von
Dr.
A.___
datiert vom
8
. März 20
10
(
Urk.
11/
17/8-9
). Darin nannte sie als Diagnosen eine posttraumatische Belas
tungsstörung (F43.1) und eine mittelgradige depressive Episode mit somati
schem
Syndrom (F3
2.11), und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der an
gestammten Tätigkeit (S. 1).
Im psychiatrischen
O.___
-Fachgutachten
vom 23. Mai 2011
(
Urk.
11/22/3-14) nannte der Gutachter
- basierend auf seiner am 14. April 2011 erfolgten Un
ter
suchung (S. 1 Mitte)
-
als Diagnosen (S. 10
Ziff.
3) keine
solchen
mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit
,
und als solche ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähig
keit eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und ein depressive
Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.41).
Er führte aus, die Versicherte sei
bei einem vor vier Jahren erlebten Autounfall einer Belastung ausgesetzt gewe
sen, die objektiv gesehen eine aussergewöhnliche Bedrohung darstelle (S.
10 Mitte).
Nach ICD-10 sei das Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1) gegeben (S. 10 unten).
Es könne - aus näher dargelegten Gründen (S. 11 f.) - davon ausgegangen wer
den, dass die Versicherte ausserhalb der Situationen, in denen sie direkt mit unfallassoziierten Stimuli konfrontiert werde, keine relevanten Beeinträchtigun
gen aufweise (S. 12 oben).
Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in ihrer angestammten Tätig
keit voll arbeitsfähig. Für Verweistätigkeiten, die unter Zeitdruck erledigt wer
den
müssten, sowie für Tätigkeiten, die das Bedienen von gefährlichen Maschi
nen und
Mechanismen erforderten, betrage die Arbeitsfähigkeit - bedingt durch die
verminderte emotionale Belastbarkeit und affektive Instabilität - 70 bis 80
%
(S.
12).
3.3
Gemäss dem psychiatrischen Fachgutachten bestand im Untersuchungszeitpunkt (April 2011) keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, dies einerseits, weil sich
die posttraumatische Belastungsstörung nur
in
bestimmten Kontexten ein
schrän
kend auswirkt, und andererseits, weil die depressive Episode remittiert war. Dies erscheint plausibel, wurde doch im Mai 2008 in der
B.___
noch eine mittelgradige bis schwere depressive Episode, im März 2010 je
doch von der
behandelnden Psychiaterin nur noch eine
mittelgradige depressive Episode dia
g
nos
tiziert.
Auf die aktuelle Einschätzung aus psychiatrischer Sicht im
O.___
-Gutachten ist dem
nach abzustellen.
Der
Beschwerdeführerin
ist darin zuzustimmen, dass aus somatischer Sicht eine
verbleibende
Arbeitsfähigkeit von 25
%
besteht, wurde doch im Gutachten eine Arbeitsfähigkeit von 25
%
aus bidisziplinärer Sicht attestiert (vorstehend E. 3.1),
die angesichts der vollen Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht aus
schlies
s
lich
somatisch begründet ist. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass im
Gutachten die genannte Arbeitsfähigkeit ausdrücklich auch auf die an
gestam
mte
Tätigkeit als Reinigungskraft
bezogen wurde.
Somit ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass in der ange
stammten Tätigkeit eine verbleibende Arbeitsfähigkeit von 25
%
besteht.
4.
4.1
Im Zeitpunkt der Anmeldung war die Beschwerdeführerin bei zwei Arbeitgebern tätig, beim einen im Umfang von 9.6 Stunden pro Woche (
Urk.
11/11 S. 10
), beim anderen im Umfang von 12 Stunden pro Woche (
Urk.
11/12
Ziff.
2.9).
Die gesamte wöchentliche Arbeitszeit von 21.6 Stunden pro Woche entspricht im
Verhältnis zur (übereinstimmenden) betrieblichen Arbeitszeit
von 42 Stun
den einem Beschäftigungsgrad von
rund 51
%
.
Die Beschwerdegegnerin hat ein Erwerbspensum von 40
%
ange
nommen, dies weil sie für beide
Anstellungen von einem Beschäftigungsgrad von „zirka 20
%
“ ausging (vgl.
Urk.
11/25 S. 2
Ziff.
2.2). Der entsprechende (Ab-) Run
dungseffekt erklärt die Differenz zu
m
vorstehend ermittelten - und zutreffenden - Pensum von 51
%
.
Somit
ist
die Beschwerdeführerin als zu 51
%
erwerbtätig und zu 49
%
im Auf
gaben
bereich
tätig
zu qualifizieren.
4.2
Die gutachterlich umschriebene Arbeitsfähigkeit von 25
%
bezog sich ausdrück
lich auch auf die angestammte Tätigkeit. Es besteht deshalb keine Veranlassung, das Valideneinkommen in Franken zu beziffern (zumal auch dafür Tabellen
löhne verwendet wurden) und einem gestützt auf Tabellenlöhne
ermittelten
(un
d
um einen Abzug vermindert
en
)
Invalideneinkommen gegenüberzustellen, wie dies
die Beschwerdegegnerin getan hat (vgl.
Urk.
11/26).
Die Einbusse im Erwerbsbereich ergibt sich vielmehr direkt und in augenfälliger Weise aus der Differenz z
wischen dem
Pensum vor Eintritt des Gesundheits
schadens (51
%
) und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 25
%
. Sie beträgt
26
%
, was
einer Einschränkung von 50.98
%
und
dem Erwerbspensum
entsprechend einem
Teilinvaliditätsgrad von 26.00
%
(50.98
%
x 0.51) entspricht.
4.3
Die Einschränkung im Haushalt wurde mit 34
%
beziffert (
Urk.
11/25 S. 7
Ziff.
8).
Dies ergibt dem Pensum entsprechend einen Teilinvaliditätsgrad von 16.66
%
(34
%
x 0.49).
4.4
Die Addition der Teilinvaliditätsgrade in den beiden Bereichen ergibt einen In
va
li
ditätsgrad von rund 43
%
(26
%
+ 16.66
%
= 42.66
%
).
Damit besteht An
spruch auf eine Viertelsrente.
4.5
Ausweislich der SUVA-Akten war die Beschwerdeführerin seit dem 23. April 2007
zu 100
%
arbeitsunfähig (vgl.
Urk.
11/8/94
Ziff.
8). Mit
hin
war das War
te
jahr im Sinne von Art. 28
Abs.
1 lit. b IVG am 2
2.
April 2008 bestanden. Da
von ging sinngemäss auch die Beschwerdegegnerin aus (vgl.
Urk.
2 S. 1 f.).
Die Beschwerdeführerin hat sich am
7.
Februar 2008 zum Leistungsbezug ange
meldet (
Urk.
11/2), also noch vor Ende Juni 200
8.
Mithin richtet sich die Ent
stehung
des Rentenanspruchs gemäss der vom Bundesgericht präzisierten Über
gangsordnung (BGE 138 V 475) noch nach den bis Ende 2007 geltenden Bestimmungen (E. 3.4) und der Anspruch entsteht mit Ablauf des Wartejahres (E. 2.1.1).
Somit hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Viertelsrente mit Wirkung ab
1.
April 2008
,
und die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
600.--
festzusetzen
und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Die
vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung,
die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
135.-- (zuzüglich Mehr
wert
steuer) auf
Fr.
700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzuset
zen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
9.
Dezember 2011 aufgeho
ben wird mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
April 2008 Anspruch auf eine Viertelsrente hat
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
700
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Milosav Milovanovic
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannLienhard
MO/SL/ESversandt