# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 654e02b1-e37e-5708-b264-e3610fc16efe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2023 BVGE 2023 IV/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2023-IV-3_2023-10-25.pdf

## Full Text

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 2023 IV/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF IV 55 

 

2023 IV/3 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung II 
i.S. Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde gegen 

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum 
B-2418/2022 vom 25. Oktober 2023 

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe. Prüfung der Unterschei-

dungskraft bei Wort-/Bildmarken. Gesamteindruck des Zeichens. 

Kein Freihaltebedürfnis. 

Art. 2 Bst. a MSchG.  

1. Für die Eintragung einer Marke kann ein Zeichen aus beschrei-
benden Wort- und Bildelementen (in casu einem Piktogramm) be-

stehen und in seiner Gesamtheit trotzdem unterscheidungskräftig 

sein. Dafür ist vorweg der Sinn- und Ausdrucksgehalt der einzel-

nen Zeichenelemente zu prüfen (E. 4.1–4.9). 

2. Trotz ihrer Abstraktheit ist Piktogrammen nicht generell die Un-
terscheidungskraft abzusprechen. Bildelemente können aufgrund 

bestimmter Gestaltungsregeln zur Prägnanz und damit zur Unter-

scheidungskraft eines Zeichens beitragen (E. 4.5–4.9). 

3. Je beschreibender die Wortelemente sind, desto höhere Anforde-
rungen werden an die Unterscheidungskraft der Bildelemente ge-

stellt. Trotz seiner abstrahierten Darstellung weist das Bildele-

ment einen individuellen Stil auf und bleibt in der Erinnerung der 

Abnehmer gut haften. Entsprechend treten die Wortelemente in 

den Hintergrund und prägt der charakteristische Bildbestandteil 

das Zeichen im Gesamteindruck (E. 2.3 und 4.10 ff.). 

Protection des marques. Motifs absolus d'exclusion. Examen du ca-

ractère distinctif des marques combinées. Impression d'ensemble du 

signe. Pas de besoin de libre disposition. 

Art. 2 let. a LPM. 

1. Pour l'enregistrement d'une marque, un signe peut se composer 
d'éléments verbaux et figuratifs (in casu un pictogramme) et revê-

tir un caractère distinctif dans son ensemble. C'est pourquoi il 

convient d'examiner en premier lieu le contenu sémantique et ex-

pressif des différents éléments composant le signe (consid. 4.1–

4.9). 

2023 IV/3 Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 

 

 

56 IV BVGE / ATAF / DTAF  

 

2. En dépit de leur nature abstraite, on ne peut dénier aux picto-
grammes de manière générale leur caractère distinctif. Les élé-

ments figuratifs répondant à certaines règles de conception 

peuvent conférer une prégnance et ainsi un caractère distinctif à 

un signe (consid. 4.5–4.9). 

3. Plus les éléments verbaux sont descriptifs, plus les exigences rela-
tives au caractère distinctif des éléments figuratifs sont élevées. 

Malgré son côté abstrait, l'élément figuratif présente un style indi-

viduel et reste bien ancré dans la mémoire du destinataire. En 

conséquence, les éléments verbaux passent au second plan et c'est 

l'élément figuratif caractéristique qui domine le signe dans l'im-

pression d'ensemble (consid. 2.3 et 4.10 ss). 

Protezione dei marchi. Motivi assoluti d'esclusione. Esame del caratte-

re distintivo di marchi verbali/figurativi. Impressione generale del se-

gno. Nessun bisogno di disponibilità. 

Art. 2 lett. a LPM. 

1. Per la registrazione di un marchio, un segno può consistere in ele-
menti verbali e figurativi descrittivi (in casu un pittogramma) e 

nell'insieme avere comunque un carattere distintivo. Per questo 

occorre anzitutto esaminare il significato e il contenuto espressivo 

dei singoli elementi del segno (consid. 4.1–4.9). 

2. Nonostante la natura astratta dei pittogrammi, non si può negare 
loro in generale un carattere distintivo. In ragione di determinate 

regole grafiche gli elementi figurativi possono presentare una pre-

gnanza e con ciò contribuire a precisare il carattere distintivo di 

un marchio (consid. 4.5–4.9). 

3. Più gli elementi verbali sono descrittivi, più elevate sono le esigen-
ze poste al carattere distintivo degli elementi figurativi. Nonostan-

te la raffigurazione astratta, l'elemento figurativo presenta uno 

stile individuale e rimane ben impresso nella memoria dei desti-

natari. Di conseguenza, gli elementi verbali passano in secondo 

piano e la caratteristica componente figurativa predomina il segno 

nell'impressione d'insieme (consid. 2.3 e 4.10 segg.). 

 

Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum wies die Anmeldung 

der folgenden Wort-/Bildmarke für die beanspruchten Dienstleistungen 

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 2023 IV/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF IV 57 

 

Ausbildung von Blindenführhunden, Assistenzhunden, Autismusbegleit-

hunden, Sozialhunden, alle vorgenannten Dienstleistungen schweizeri-

scher Herkunft (Klasse 41) und Hundezucht; alle vorgenannten Dienstleis-

tungen schweizerischer Herkunft (Klasse 44) zurück: 

 

Das Zeichen habe für die strittigen Dienstleistungen einen direkt beschrei-

benden Charakter. Das Bildelement hebe sich nicht genügend von übli-

chen Darstellungen ab. Damit werde das Zeichen nicht als betrieblicher 

Herkunftshinweis wahrgenommen und sei deshalb nicht unterscheidungs-

kräftig. Es werde somit der Markenschutz für alle beanspruchten Dienst-

leistungen verweigert. 

Mit Eingabe vom 24. Mai 2022 beantragt die Beschwerdeführerin dem 

Bundesverwaltungsgericht neben der Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung die Eintragung der Marke. 

In ihrer Beschwerde macht sie geltend, das angemeldete Zeichen sei in 

seiner Gesamtheit betrachtet keinesfalls freihaltebedürftig. Der Wortteil 

sei der Name der Beschwerdeführerin, wie er im Handelsregister eingetra-

2023 IV/3 Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 

 

 

58 IV BVGE / ATAF / DTAF  

 

gen sei. Dieser müsse für andere Marktteilnehmer nicht freigehalten wer-

den. Aufgrund der charakterstarken, originellen grafischen Darstellung sei 

das Zeichen zudem unterscheidungskräftig. 

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut. 

Aus den Erwägungen: 

2.2 Die Unterscheidungskraft fehlt Sachbezeichnungen und Zeichen, 
die beschreibend sind. Beschreibende Zeichen sind Angaben, die sich in 

einem direkten Bezug zum gekennzeichneten Gegenstand erschöpfen, also 

von den massgeblichen Verkehrskreisen unmittelbar und ausschliesslich 

als Aussage über bestimmte Eigenschaften der zu kennzeichnenden Waren 

oder Dienstleistungen verstanden werden. Als nicht schutzfähig fallen 

hierunter namentlich Zeichen, die geeignet sind, im Verkehr als Hinweis 

über die Art, die Beschaffenheit, die Menge, die Bestimmung, den Wert 

oder sonstige Merkmale der beanspruchten Waren oder Dienstleistungen 

aufgefasst zu werden. Der beschreibende Charakter solcher Hinweise 

muss vom angesprochenen Publikum ohne besondere Denkarbeit und 

ohne Fantasieaufwand unmittelbar erkennbar sein (BGE 148 III 257 

E. 6.2.2 « PUMA WORLD CUP QATAR 2022/QATAR 2022 [fig.] »; 131 

III 495 E. 5 « FELSENKELLER »; 128 III 447 E. 1.5 « Première »; 

STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Basler Kommentar zum Marken-

schutz- und Wappenschutzgesetz, 3. Aufl. 2017, Art. 2 N. 84; EUGEN 

MARBACH, Markenrecht, in: Schweizerisches Immaterialgüter- und Wett-

bewerbsrecht, [SIWR], Bd. III/1, 2. Aufl. 2009, Rz. 247 und 313 f.). 

2.3 Ob ein Zeichen zum Gemeingut gehört, beurteilt sich nach sei-
nem Gesamteindruck, der bei Wort-/Bildmarken aus der Kombination der 

Wort- und Bildbestandteile resultiert. Einer im Gemeingut stehenden Be-

zeichnung kann durch eine besondere grafische Gestaltung Unterschei-

dungskraft verliehen werden, wobei die Bezeichnung nur in der konkreten 

Ausgestaltung geschützt ist. Je beschreibender die Wortelemente sind, des-

to höhere Anforderungen werden an die Unterscheidungskraft der Bildele-

mente gestellt (Urteile des BVGer B-103/2020 vom 10. Mai 2021 E. 5.1 

« ECOSHELL [fig.] »; B-7663/2016 vom 21. Dezember 2017 E. 2.6 

« Super Wochenende [fig.] »; B-1643/2007 vom 13. September 2007 E. 6 

« basilea PHARMACEUTICA [fig.] »; vgl. auch Urteile des BGer 

4A_109/2010 vom 27. Mai 2010 E. 2.4 « terroir [fig.] »; 4A_330/2009 

vom 3. September 2009 E. 2.3.6 « MAGNUM [fig.] »).  

  

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 2023 IV/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF IV 59 

 

3. (…) 

4.  
4.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob dem strittigen Zeichen, 
welches sich aus den Wortelementen « Stiftung Schweizerische Schule für 

Blindenführhunde Allschwil Blindenführhunde Assistenzhunde Autis-

musbegleithunde Sozialhunde » und einem Bildelement zusammensetzt, 

im Zusammenhang mit den beanspruchten Dienstleistungen die notwen-

dige Unterscheidungskraft zukommt. Um diese Beurteilung zu treffen, ist 

vorweg der Sinn- und Ausdrucksgehalt der einzelnen Zeichenelemente zu 

ermitteln, um dann zu beurteilen, welchen Eindruck die Kombination er-

weckt und ob das Zeichen als Ganzes betrachtet unterscheidungskräftig 

wirkt (STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 2 N. 192 m.w.H.). 

4.2 Bereits aufgrund der gewählten Zeilendarstellung des Wortzei-
chens liegt es nahe, dass das Zeichen aufgegliedert wird. Dabei drängt es 

sich in einer Zweiteilung auf, zunächst die mit Fettdruck hervorgehobenen 

und zu Beginn genannten Wörter zu betrachten. Diese Wortelemente 

« Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde Allschwil » wer-

den von den massgeblichen Verkehrskreisen als Ganzes wahrgenommen. 

Dazu tragen die Hervorhebung dieser Wortelemente und der klar be-

stimmbare Sinngehalt bei. Dieser wird vom angesprochenen Publikum 

ohne Weiteres als eine als Stiftung ausgestaltete schweizerische Schule für 

Blindenführhunde verstanden, welche sich in Allschwil befindet. Das 

Wortelement wirkt dabei trotz seiner Mehrteiligkeit bloss generisch. In 

ihm liegt unmissverständlich und ohne besondere Denkarbeit (vgl. oben 

E. 2.2) ein unmittelbar beschreibender Hinweis auf Inhalt und Herkunft 

der Dienstleistungen vor. 

4.3 Aufgrund der gewählten Reihenfolge und der Hervorhebung des 
ersten Teils wird die Wortgruppe « Blindenführhunde Assistenzhunde 

Autismusbegleithunde Sozialhunde » erst nach Wahrnehmung des ersten 

Teils gelesen und zu diesem in Verbindung gesetzt. Daraus ergibt sich, dass 

der zweite Teil als Präzisierung des Erstgenannten verstanden wird, näm-

lich, dass eine Schule für Blindenführhunde in Allschwil die aufgeführten 

Hundearten anbietet. Die Aufzählung fassen die Verkehrskreise einerseits 

als thematisch gleichlautende Fortsetzung des Wortzeichens auf. Anderer-

seits nehmen sie damit weiter eingrenzende inhaltliche Angaben über die 

Eigenschaften des Dienstleistungsangebots wahr, wodurch das Wortzei-

chen verstärkt als beschreibend erkannt wird. 

2023 IV/3 Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 

 

 

60 IV BVGE / ATAF / DTAF  

 

4.4 Für die Abnehmerkreise ist der Sinngehalt des gesamten Wort-
zeichens ohne Gedankenaufwand klar verständlich. In Verbindung mit den 

beanspruchten Dienstleistungen der Klassen 41 und 44 beschreibt das Zei-

chen die Tätigkeiten der genannten Schule im Bereich der Hundeausbil-

dung und -zucht. Durch die aufgeführten Hundearten erkennen die Abneh-

mer die Angebotsbreite. Als direkt beschreibendes Wortzeichen fehlt der 

Wortkombination für sich eine hinreichende Unterscheidungskraft. 

4.5 Das Bildelement ist oberhalb des Wortzeichens dargestellt und 
nimmt beinahe gleich viel Platz wie dieses ein. Es zeigt eine ikonische 

Abbildung eines sich von links nach rechts bewegenden Hundes. Dieser 

ist seitlich dargestellt, wobei nur der Kopf- und Halsbereich sowie der 

vordere Teil des Rumpfes symbolisiert sind. Mittels zweier Linien ist ein 

Brustgeschirr angedeutet. Der Hund ist in einer typischen Körperbewe-

gung abgebildet, indem sein linkes Vorderbein angehoben ist und gerade 

einen Schritt tätigt. Die stark stilisierte Abbildung stellt für die Abnehmer 

unzweifelhaft einen Hund mit Brustgeschirr dar und wird unmittelbar so 

verstanden. 

4.6 Die Vorinstanz stufte das Bildelement als nicht unterscheidungs-
kräftiges Piktogramm ein. Unter Piktogrammen werden bildhafte, symbo-

lische Repräsentationen verstanden, die in der Regel einen Hinweis- oder 

Aufforderungscharakter haben (Urteil des BVGer B-3088/2016 vom 

30. Mai 2017 E. 4.3.5 « Musiknote [fig.] » m.w.H.). Das Bildelement stellt 

dabei eine Ähnlichkeitsbeziehung zwischen Zeichen und Objekt her. Es 

handelt sich beim vorliegenden Bildelement um eine symbolische Hunde-

darstellung, welche die beanspruchten Dienstleistungen zwar nicht direkt 

darstellt, aber eine direkte Verbindung zu deren charakteristischen Merk-

malen aufweist. 

4.7 Es ist naheliegend, piktogrammartig gestaltete Bildzeichen als 
rein funktionale Abbildung der beanspruchten Waren beziehungsweise 

Dienstleistungen zu verstehen. Aufgrund der hohen bildlichen Abstraktion 

ihrer vermittelten Information werden Piktogramme vom Publikum nicht 

unbedingt als betrieblicher Herkunftshinweis verstanden. So entsprechen 

Zeichen, die sich in die Fülle ähnlicher Piktogramme einreihen, welche 

auf dem Markt für die beanspruchten Waren oder Dienstleistungen ver-

wendet werden, dem Gewohnten und Erwarteten. Sie werden von den 

massgebenden Adressaten als beschreibend erkannt (Urteil des BGer 

4A_492/2022 vom 13. März 2023 E. 4.1 « Podcast-Icon [fig.] »). Gleich-

zeitig ist damit aber nicht ausgesagt, dass einem Piktogramm generell die 

Unterscheidungskraft abzusprechen wäre. Vielmehr ist zu prüfen, ob die 

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 2023 IV/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF IV 61 

 

Abbildung aufgrund ihrer grafischen Gestaltung als Herkunftshinweis 

erkannt werden kann (vgl. STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., 

Art. 2 N. 149 m.w.H.). 

4.8 Entgegen der Vorinstanz ist nicht entscheidend, ob das Bildele-
ment einen gewissen Informationsgehalt aufweist und einer bildlichen 

Wiedergabe der « Blindenführhunde », « Assistenzhunde », « Autismus-

begleithunde » und « Sozialhunde » entspricht. Die Abbildung muss sich 

auch nicht von hierfür üblichen Darstellungen abheben. Dass ein Bildzei-

chen nicht vom Gewohnten und Erwarteten abweicht, ist, anders als bei 

Formmarken (vgl. dazu BGE 137 III 403 E. 3.3.3 und 3.3.5 « Wellenver-

packung »), für sich nicht ausschlaggebend. Relevant bleibt für die Beur-

teilung des Bildelements stets die Frage nach seiner Unterscheidungskraft. 

Dabei spricht eine gewisse gestalterische Schlichtheit noch nicht dagegen. 

So können Piktogramme gerade aufgrund ihrer Schlichtheit eine Prägnanz 

aufweisen, die zu erhöhter Unterscheidungskraft führt. Illustratives Bei-

spiel hierfür sind bereits die von Otl Aicher geschaffenen Sportpiktogram-

me, denen ein urheberrechtlicher Schutz zuerkannt wurde (s. Urteil des 

Obergerichts des Kantons Aargau vom 18. Dezember 1987 E. 6b « PIK-

TOGRAMM », in: Schweizerische Mitteilungen über Immaterialgüter-

recht [SMI] 1988 S. 128 ff.). Piktogramme, denen eine gestalterische 

Reduktion inhärent ist, können daher durch ihre Prägnanz durchaus unter-

scheidungskräftig sein oder zu einer solchen beitragen. 

4.9 Beim hier zu beurteilenden Bildelement fällt auf, dass sich die 
Hundedarstellung – wie typischerweise für Piktogramme – auf bestimmte 

Gestaltungsregeln abstützt. Die Darstellung zeichnet sich durch eine ein-

heitliche Linienführung und Strichdicke aus, wobei für die Symbolisie-

rung der Hundefigur ausschliesslich Geraden verwendet werden. Eben 

diese Geraden stehen teilweise als parallele Linien und in bestimmten 

Winkeln zueinander. So wird die Ausrichtung der beiden Pfoten durch eine 

jeweils gleichlaufende Linie fortgesetzt, welche das Brustgeschirr skiz-

ziert. Schliesslich sind beide Pfoten nach unten offen gestaltet. Eine ähn-

liche Unterbrechung findet sich auch beim Halsbereich. Zu beobachten ist 

daher, dass die Darstellung einer zugrunde liegenden und nicht zufälliger-

weise erfolgten inneren Regeltreue folgt. Zusammengefasst ist dem Bild-

element eine gestalterische Leistung nicht abzusprechen.  

4.10 Entscheidend ist, ob sich aus der Verbindung der Wort- und Bild-
bestandteile des Zeichens im Gesamteindruck ein die infrage stehenden 

Dienstleistungen beschreibender, unmittelbar verständlicher Sinn ergibt 

2023 IV/3 Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 

 

 

62 IV BVGE / ATAF / DTAF  

 

(Urteil des BVGer B-4260/2020 vom 2. März 2021 E. 5 « 100% PURE 

CACAO FRUIT WHOLEFRUIT [fig.] »). 

Die Beschwerdeführerin rügt diesbezüglich, die Vorinstanz habe Wort- 

und Bildteil des Zeichens einzeln geprüft, aber eine Prüfung des Gesamt-

eindrucks unterlassen. Für die Verkehrskreise sei das Zeichen unterschei-

dungskräftig. Für die Vorinstanz ist das Bildzeichen dagegen kein 

unterscheidungskräftiges Element, das den Gesamteindruck des Zeichens 

wesentlich beeinflussen würde, sondern eines, das den beschreibenden 

Sinngehalt der Wortelemente verstärke. 

4.11 Für das strittige Zeichen setzt sich der Gesamteindruck zwangs-
läufig aus der Kombination der Wort- und Bildbestandteile zusammen. 

Nachdem überdies feststeht, dass das Wortzeichen dem Gemeingut zuge-

hört, sind für die Unterscheidungskraft des Bildzeichens erhöhte Anforde-

rungen zu stellen (vgl. oben E. 2.3). Trotz seiner Symbolisierung weist das 

Bildelement einen erkennbar individuellen Stil auf und ist in Bezug auf 

die beanspruchten Dienstleistungen genügend unterscheidungskräftig. Es 

erbringt auf der Ausdrucksebene einen kompensierenden Beitrag zur aus-

schlaggebenden Unterscheidung. Die entschlackte Darstellung spricht 

nicht gegen die Unterscheidungskraft. Im Gegenteil bleibt die abstrahierte 

Hundeabbildung als Element in der Erinnerung der Abnehmer gut haften. 

Aufgrund der subtilen Prägnanz der grafischen Darstellung weicht der 

Fokus der Wahrnehmung auch nicht mehr auf die direkt beschreibenden 

Wortelemente ab. Vielmehr treten die Wortelemente in den Hintergrund. 

Gesamthaft wird das Bildelement als hinreichend fantasievoll empfunden 

und prägt das Zeichen in einem überwiegenden Ausmass. Dies unterschei-

det das Bildelement von banalen und nicht einprägsamen Abbildungen, 

welche gesamthaft keine erforderliche Unterscheidungskraft begründen 

(vgl. dazu BGE 148 III 257 E. 6.3.2 « PUMA WORLD CUP QATAR 

2022/QATAR 2022 [fig.] »). Aufgrund des charakteristischen Bildele-

ments wird das Zeichen vorliegend ausreichend stark verfremdet, um ihm 

in seiner Summe eine individualisierende Unterscheidungskraft zu verlei-

hen. 

5.  
Soweit die Verkehrskreise das Zeichen « Stiftung Schweizerische Schule 

für Blindenführhunde Allschwil Blindenführhunde Assistenzhunde Autis-

musbegleithunde Sozialhunde (fig.) » nicht direkt beschreibend verstehen, 

kann trotzdem nicht ohne Weiteres von einem unterscheidungskräftigen 

Zeichen ausgegangen werden. Vielmehr muss auch ausgeschlossen 

werden, dass kein Freihaltebedürfnis am strittigen Zeichen besteht. Die 

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 2023 IV/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF IV 63 

 

Vorinstanz liess diese Frage offen, da sie bereits die Unterscheidungskraft 

verneinte. Vorliegend stehen für (potenzielle) Mitanbieter indes genügend 

Alternativen zur Verfügung, wovon bereits die von der Vorinstanz selbst 

vorgebrachten Beispiele für Zeichen ähnlicher Hundeschulen zeugen 

([…]). Andere Möglichkeiten der Kennzeichnung entsprechender Dienst-

leistungen bestehen damit durchaus. Eine Einschränkung der wirtschaft-

lichen Betätigung für Mitanbieter ist nicht auszumachen. Es liegt kein 

Grund zur Annahme vor, das Zeichen der Beschwerdeführerin sei für den 

Verkehr unentbehrlich. 

6.  
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass das Zeichen « Stiftung 

Schweizerische Schule für Blindenführhunde Allschwil Blindenführhunde 

Assistenzhunde Autismusbegleithunde Sozialhunde (fig.) » in Bezug auf 

Dienstleistungen der Klassen 41 und 44 weder beschreibend ist noch ein 

Freihaltebedürfnis besteht. Nachdem die Vorinstanz die Eintragung des 

Zeichens zu Unrecht dem Gemeingut zugeordnet hat, erübrigt sich die Prü-

fung einer Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes. 

Damit ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung auf-

zuheben und die Vorinstanz anzuweisen, der Marke Nr. 75342/2018 für 

alle beanspruchten Dienstleistungen der Klassen 41 und 44 Schutz zu ge-

währen.