# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05a33f2b-4688-5a54-9744-d3a3c3e86f03
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2011 D-3046/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3046-2010_2011-09-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­3046/2010

U r t e i l   v om   2 0 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Markus König, 
Richter Thomas Wespi;   
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

Parteien A._______, geboren am (…),
Guinea, 
(…) 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 15. April 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer suchte am 26. Dezember 2009 in der Schweiz um 
Asyl nach. 

Anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
B._______  vom  12. Januar  2010  und  dem  gleichentags  gewährten 
rechtlichen  Gehör  zur  möglichen  Zuständigkeit  Maltas  und  zu  einer 
allfälligen  Wegweisung  dorthin  brachte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen vor, er sei wegen des fälschlichen Verdachts, seinen Vater 
umgebracht  zu haben, am 24. August  2007 verhaftet worden. Dank der 
Hilfe  eines  Aufsehers  sei  ihm  am  1. März  2008  die  Flucht  aus  dem 
Gefängnis  gelungen  und  er  habe  Guinea  noch  am  gleichen  Tag 
verlassen.  Via C._____  und D._______  sei  er  nach E._______  gereist. 
Am  8. Mai  2009  habe  er  F._______  verlassen,  um  nach  Malta  zu 
gelangen. Dort sei er am 13. Mai 2009 eingetroffen. Er habe in Malta, wo 
man  ihn  nicht  einmal  gefragt  habe,  woher  er  komme,  kein  Asylgesuch 
eingereicht.  Stattdessen  sei  er  am  25. August  2009  nach  Italien  gereist 
und habe dort um Asyl nachgesucht. Im Dezember 2009 habe er jedoch 
einen negativen Asylentscheid erhalten. Da ihm die Tasche, in der er den 
Asylentscheid  aufbewahrt  habe,  gestohlen  worden  sei,  habe  er  keinen 
Anwalt mit der Beschwerdeerhebung beauftragen können. Er wolle weder 
nach Italien, wo sein Asylgesuch negativ beurteilt worden sei, noch nach 
Malta, wo er ein Jahr lang in einem Lager eingesperrt würde, ohne dass 
er zu seinen Asylgründen befragt würde, zurück. 

Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  wird  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten 
verwiesen (vgl. Akten der Vorinstanz A1 und A8). 

B. 
Aufgrund  der  Angaben  des  Beschwerdeführers,  sich  erst  in  Malta  und 
danach  in  Italien  aufgehalten  zu  haben,  und  dem  Abgleich  der 
Fingerabdrücke mit  der Zentraleinheit  Eurodac  (Asylgesuchseinreichung 
in Malta am 2. November 2009) stellte das BFM am 26. Januar 2010 ein 
Übernahmeersuchen  an  die  maltesischen  Behörden,  welchem  am 
5. Februar 2010 zugestimmt wurde. 

C. 
Mit Verfügung vom 15. April 2010 – eröffnet am 22. April 2010 – trat das 
BFM  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom 

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26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers  nicht  ein  und  ordnete  dessen Wegweisung  aus  der 
Schweiz nach Malta sowie den Wegweisungsvollzug an. Gleichzeitig hielt 
es  fest, dass einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung 
zukomme. 

Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  auf  ein 
Asylgesuch werde gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht eingetreten, 
wenn der Asylsuchende  in  einen Drittstaat  ausreisen  könne,  der  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig  sei.  Vorliegend  sei  Malta  gestützt  auf  das  Abkommen  vom 
26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 
der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem 
Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­
Assoziierungsabkommen  [DAA],  SR 0.142.392.68)  und  das 
Übereinkommen vom 17. Dezember 2004 zwischen der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem Königreich Norwegen 
über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­
Besitzstands und über die Kriterien und Verfahren  zur Bestimmung des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder 
in Norwegen gestellten Asylantrags (Übereinkommen vom 17. Dezember 
2004, SR 0.362.32)  für  die Durchführung  des Asylverfahrens  zuständig. 
Malta habe am 5. Februar 2010 der Übernahme des Beschwerdeführers 
im  Sinne  von  Art. 4  der  Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003  des  Rates  vom 
18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig  ist  (Dublin­II­VO),  zugestimmt;  die  Rückführung  habe – 
vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung  oder  Verlängerung  –  bis 
spätestens zum 5. August 2010 zu erfolgen. Dem Beschwerdeführer sei 
am  12. Januar  2010  das  rechtliche  Gehör  gewährt  worden.  Seine 
Einwände, er sei in Malta nicht einmal gefragt worden, woher er komme, 
und  er  würde  dort  ein  Jahr  lang  in  einem  Lager  eingesperrt  werden, 
würden  dem  Wegweisungsvollzug  nach  Malta  nicht  entgegenstehen. 
Malta  sei  ein  Rechtsstaat,  der  die  Menschenrechte  achte  und 
dementsprechende  Strukturen  für  das  Asylverfahren  biete.  Auf  das 
Asylgesuch  sei  daher  nicht  einzutreten  und  die  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  sei  anzuordnen.  Da  der 
Beschwerdeführer  in  einen  Drittstaat  (Malta)  reisen  könne,  in  dem  er 
Schutz  vor Rückschiebung  im Sinne  von Art. 5  Abs. 1 AsylG  fände,  sei 

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das Non­Refoulement­Gebot bezüglich des Heimat­ oder Herkunftsstaats 
nicht zu prüfen. Ferner bestünden für den Fall einer Rückkehr nach Malta 
keine  Hinweise  auf  eine  Verletzung  von  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101).  Weder  die  in  Malta  herrschende 
allgemeine  Situation  noch  andere  Gründe  sprächen  gegen  die 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diesen  Staat.  Der 
Wegweisungsvollzug  sei  zudem  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar. Eine entsprechende Zustimmung Maltas liege vor.

D. 
Mit  Eingabe  vom  29.  April  2010  erhob  der  Beschwerdeführer  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde,  worin  um  Aufhebung  der 
vorinstanzlichen  Verfügung  und  um  Gutheissung  des  Asylgesuchs, 
eventualiter um Gewährung der vorläufigen Aufnahme ersucht wurde.  In 
prozessualer  Hinsicht  wurde  beantragt,  der  Beschwerde  sei  die 
aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Zudem wurde um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersucht. 

Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 
er habe in Malta kein Asylgesuch eingereicht. Er sei von Italien mit dem 
Boot nach Malta gefahren, um einen Kollegen zu besuchen. Die Polizei 
habe ihn jedoch verhaftet und nach Italien zurückgeschickt. Er habe nicht 
gewusst,  dass  er  Italien  während  des  Asylverfahrens  nicht  hätte 
verlassen sollen, beziehungsweise dass Malta nicht zu Italien gehöre. Da 
in  Italien  die Gefahr  bestanden  habe,  nach  E._______  ausgeschafft  zu 
werden,  und  die  Lage  für  Schwarze  in  Italien  angesichts  rassistischer 
Übergriffe  nicht  sicher  sei,  sei  er  in  die  Schweiz  gereist.  In  seinem 
Heimatland Guinea sei  sein Leben gefährdet.  Indem das BFM  ihn nicht 
als Flüchtling anerkannt habe, habe es das Abkommen vom 28. Juli 1951 
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) verletzt.

E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  30. April  2010  setzte  das 
Bundesverwaltungsgericht  den  Vollzug  der  Wegweisung  provisorisch 
aus. 

F. 
Nach Eingang der vorinstanzlichen Akten hiess der Instruktionsrichter das 

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Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde mit 
Zwischenverfügung vom 4. Mai 2010 gut. Gleichzeitig  verzichtete er auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses, wobei er den Beschwerdeführer 
aufforderte, bis zum 14. Mai 2010 eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung 
nachzureichen,  ansonsten  die  nachträgliche  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses vorbehalten werde. Den Entscheid über das Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 
VwVG verwies er auf einen späteren Zeitpunkt. 

G. 
Mit  Eingabe  vom  7. Mai  2010  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung ein. 

H. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  7. Juni  2011  beantragte  das  BFM  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Diese  enthalte  keine  neuen  erheblichen 
Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines  Standpunkts 
rechtfertigen könnten. Malta sei ein Rechtsstaat, der die Menschenrechte 
achte  und  danach  handle.  Es  seien  weder  aus  den  Akten  noch  aus 
anderen Quellen Hinweise zu entnehmen, wonach dies vorliegend nicht 
der  Fall  sein  sollte.  Die  Aussage  des  Beschwerdeführers  in  der 
Beschwerde,  er  sei  in  Malta  von  der  Polizei  verhaftet  und  nach  Italien 
abgeschoben  worden,  könne  angesichts  des  Ablaufs  des  Dublin­
Verfahrens nicht nachvollzogen werden. 

I. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  15. Juni  2011  stellte  der  Instruktionsrichter 
dem  Beschwerdeführer  eine  Kopie  der  Vernehmlassung  des  BFM  zur 
Kenntnisnahme  zu.  Von  der  ihm  eingeräumten  Gelegenheit  zur 
Einreichung  einer  Replik  bis  zum  30. Juni  2011  machte  der 
Beschwerdeführer keinen Gebrauch. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebeit betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG  liegt nicht. Das Bundesverwaltungsgericht  ist 
daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und 

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entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). 

1.2.  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde ist deshalb – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen – 
einzutreten  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37 
VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3. 
Bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das 
BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 
(Art. 32­35a  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt,  ob  die 
Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist.  Die 
Beschwerdeinstanz enthält sich – sofern sie den Nichteintretensentscheid 
als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung, 
hebt  die  angefochtene  Verfügung  auf  und  weist  die  Sache  zur  neuen 
Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurück  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1  S. 240  f.).  Auf  den  Antrag  in  der 
Beschwerdeschrift um Gewährung des Asyls  ist mithin nicht einzutreten. 
Indes  hat  die  Vorinstanz  die  Frage  der Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  geprüft,  weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen – 
namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheids stellen (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645). 

4. 

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4.1.  Auf  Asylgesuche  wird  in  der  Regel  nicht  eingetreten,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG). 

4.2.  Vorliegend  stehen  der  vorgängige  Aufenthalt  in  Malta  und  die 
Zustimmung  der  maltesischen  Behörden  zur  Rückübernahme  des 
Beschwerdeführers  aufgrund  der  Aktenlage  fest.  Die  in  der  Schweiz 
geltend  gemachten  Asylgründe  werden  daher  in  Malta,  das 
staatsvertraglich  für  das  vorliegende  Verfahren  zuständig  ist,  zu  prüfen 
sein. Der Einwand des Beschwerdeführers, Malta sei nicht zuständig, da 
er dort kein Asylgesuch eingereicht habe, greift nicht. Die Abfrage in der 
Eurodac­Datenbank  hat  die  Registrierung  der  Asylgesuchseinreichung 
des  Beschwerdeführers  in  Malta  ergeben  (vgl.  A5).  Die  maltesischen 
Behörden haben der Rückübernahme des Beschwerdeführers denn auch 
am  5. Februar  2010  ausdrücklich  zugestimmt  (vgl.  A16).  Eine 
Rückführung des Beschwerdeführers von der Schweiz nach  Italien steht 
damit  nicht  zur  Diskussion,  weshalb  sich  Ausführungen  zur  Situation 
Asylsuchender  in  Italien und zu der vom Beschwerdeführer geäusserten 
Furcht einer Abschiebung nach E._______ erübrigen. 

4.3. Auch die übrigen Einwände des Beschwerdeführers  sprechen nicht 
gegen eine Rückführung nach Malta. Malta  ist Signatarstaat der FK, der 
EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 
und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder Strafe (FoK, SR 0.105) und es liegen keine konkreten Anhaltspunkte 
dafür  vor,  wonach  Malta  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden 
völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot,  halten  würde.  Die  Aufenthaltsbedingungen  für 
Asylsuchende  in  Malta  erscheinen  zwar  als  teilweise 
verbesserungswürdig, führen aber nicht in genereller Weise zur Bejahung 
einer  eigentlichen  Notlage  der  Betroffenen.  Der  Beschwerdeführer  ist 
jung und – soweit aktenkundig – gesund, und es besteht kein Grund zur 
generellen  Annahme,  nicht  besonders  verletzliche  Personen  wie  der 
Beschwerdeführer,  die  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Malta 
aufhalten, würden aufgrund der dortigen Aufenthaltsbedingungen  in eine 
existenzielle  Notlage  versetzt.  Malta  hat  wie  jeder  Dublin­Staat  die 
Verfahrens­  und  Aufnahmerichtlinien  in  Landesrecht  umgesetzt,  und  es 
darf  davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  dort 
grundsätzlich  adäquate  Betreuung  und  ein  rechtsstaatlich  konformes 

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Asylverfahren findet. Mit allfälligen diesbezüglichen Klagen hat er sich an 
die zuständigen Behörden vor Ort zu wenden. 

4.4.  Somit  ist,  entgegen  der  Beschwerdevorbringen,  nicht  davon 
auszugehen, das BFM hätte Veranlassung zu einem Selbsteintritt  (Art. 3 
Abs. 2  Dublin­II­VO)  gehabt.  Das  BFM  ist  demnach  zu  Recht  auf  das 
Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2 
Bst. d AsylG nicht eingetreten.

5. 
Die  Anordnung  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Malta 
entspricht  der  Systematik  des Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um 
ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs 
zuständigen Staat  handelt  – und steht  im Einklang mit  der Bestimmung 
von  Art. 44  Abs. 1  AsylG,  wobei  in  Verfahren  nach  Art. 34  Abs. 2  Bst.d 
AsylG  die  Frage  nach  der  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des 
Wegweisungsvollzugs regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht erst 
Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheides  ist,  und  hier  nicht  mehr  zu 
prüfen  ist.  Auch  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs 
stellt  sich  in  einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der 
vorläufigen Aufnahme gemäss Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  (AuG, 
SR  142.20),  sondern  eine  entsprechende  Prüfung  muss,  soweit 
notwendig,  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der 
Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  stattfinden.  Wie  vorstehend 
aufgezeigt,  besteht  vorliegend  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO, weshalb der vom 
BFM  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  zu 
bestätigen  ist.  Schliesslich  ist  auf  Art. 19  Abs. 3  (1. Abschnitt)  Dublin­II­
VO  zu  verweisen,  wonach  in  Verfahren,  wo  auf  Instruktionsebene  die 
aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  wiederhergestellt  wird,  die 
Anordnung  einer  solchen  Massnahme  die  Rücküberführungsfrist 
unterbricht und diese wieder neu zu laufen beginnt, wenn die Massnahme 
– in  casu mittels  dem  vorliegenden Urteil  –  aufgehoben wird  (vgl.  auch 
BVGE 2010/27 E. 7.2.1 S. 388). 

6. 
Dem  Beschwerdeführer  ist  es  demnach  nicht  gelungen  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 

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unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  daher 
abzuweisen. 

7. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Da  die 
Beschwerde  jedoch  im Zeitpunkt  ihrer Einreichung nicht als aussichtslos 
betrachtet  werden  konnte  und  die  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers 
belegt  ist,  sind  in  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG keine Kosten 
zu erheben.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

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