# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69aedd27-7fb6-5623-ad6d-495d45e7e5dc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 12.10.2017 A 2017 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2017-41_2017-10-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 17 41

4. Kammer 

Einzelrichter Racioppi und Hemmi als Aktuarin ad hoc

URTEIL

vom 12. Oktober 2017

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Quellensteuer (Tarifkorrektur)

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1. A._____ unterstand in der Steuerperiode 2016 der Quellensteuerpflicht. 

Am 18. April 2017 beantragte sie eine Tarifkorrektur bei der Quellensteuer 

für das Jahr 2016 in Bezug auf Beiträge an die gebundene Vorsorge 

(Säule 3a) und erhöhte Berufsauslagen für die Fahrt zwischen Wohn- und 

Arbeitsort.

2. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden trat am 21. Juni 2017 

verfügungsweise auf das Gesuch nicht ein, weil der Antrag um Anpas-

sung der Quellensteuer zu spät geltend gemacht worden sei. Die dage-

gen von A._____ erhobene (undatierte) Einsprache wurde mit Einspra-

cheentscheid der kantonalen Steuerverwaltung vom 11. Juli 2017 mit 

gleichlautender Feststellung der verspäteten Einreichung des Gesuchs 

um Tarifkorrektur und des Nichtvorliegens von Fristwiederherstellungs-

gründen abgewiesen.

3. Gegen diesen abschlägigen Einspracheentscheid erhob A._____ (nach-

folgend: Beschwerdeführerin) am 23. Juli 2017 Einsprache (recte: Be-

schwerde) beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Die Be-

schwerdeführerin beantragte sinngemäss, es sei der angefochtene Ein-

spracheentscheid aufzuheben und die Steuerverwaltung des Kantons 

Graubünden anzuweisen, auf das Gesuch um Tarifkorrektur einzutreten 

und die entsprechende Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für das Jahr 

2016 vorzunehmen. Zur Begründung führte sie aus, dass sie alleinerzie-

hende Mutter sei und somit auch während der Schwangerschaft keine 

Unterstützung erhalten habe. Der Umzug im Januar 2017 und die Kompli-

kationen vor der Geburt ihres Sohnes hätten ihre ganze Aufmerksamkeit 

und Energie erfordert. Ihr sei bewusst, dass sie die gesetzlich vorge-

schriebene Frist diesmal nicht eingehalten habe. Die mit der Tarifkorrektur 

verbundene Rückerstattung der zu viel bezahlten Steuern würde vollum-

fänglich ihrem Sohn zugute kommen und sie als alleinerziehende Mutter 

finanziell entlasten.

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4. In ihrer Vernehmlassung vom 4. September 2017 beantragte die Steuer-

verwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend: Beschwerdegegne-

rin) die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

führte sie aus, dass die Beschwerdeführerin das Gesuch um Tarifkorrek-

tur unbestrittenermassen erst mit Schreiben vom 18. April 2017 einge-

reicht habe. Somit sei das Gesuch offensichtlich erst nach der gesetzlich 

festgelegten Verwirkungsfrist vom 31. März 2017 und daher zu spät ein-

gereicht worden. Mit den monatlichen Quellensteuerabzügen habe die 

Beschwerdeführerin Kenntnis von der bestehenden Quellensteuerpflicht 

und der ungefähren Höhe der Steuern erhalten. Es wäre ihr zumutbar 

gewesen, sich bis Ende März 2017 um eine Tarifkorrektur zu bemühen 

und einen entsprechenden Antrag zu stellen. Da sie dies unterlassen ha-

be, sei der vom Arbeitgeber vorgenommene Quellensteuerabzug demzu-

folge in Rechtskraft erwachsen und könne nicht mehr mittels Tarifkorrek-

tur angepasst werden. Die Beschwerdegegnerin sei somit zu Recht auf 

das entsprechende Gesuch um Tarifkorrektur nicht eingetreten. Sodann 

vermöchten die Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe Ende Ja-

nuar 2017 ihren Wohnsitz von X._____ nach Y._____ verlegt und deshalb 

keinen Zugriff auf die erforderlichen Dokumente gehabt und sie habe sich 

ab dem 28. Februar 2017 in Z._____ aufgehalten, wo sie wegen Kompli-

kationen während der Schwangerschaft krankgeschrieben worden sei, ei-

ne Wiederherstellung der Frist nicht zu rechtfertigen. Es habe offensicht-

lich weder eine objektive noch eine subjektive Unmöglichkeit vorgelegen, 

das Gesuch um Tarifkorrektur rechtzeitig einzureichen. Die Beschwerde-

führerin mache selbst geltend, dass sie Ende Januar 2017 umgezogen 

sei, womit sie folglich den ganzen Monat Januar Zugriff auf ihre Unterla-

gen und somit die Möglichkeit gehabt habe, das betreffende Gesuch ein-

zureichen. Weiter habe sie sich bis Ende Februar 2017 in der Schweiz 

aufgehalten und es wäre ihr trotz Schwangerschaft und Wohnsitzwechsel 

ohne Weiteres zumutbar und möglich gewesen, das Gesuch rechtzeitig 

zu stellen. Zudem wäre es ihr auch zumutbar und möglich gewesen, früh-

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zeitig einen Dritten damit zu beauftragen, sie in ihren steuerlichen Ange-

legenheiten zu vertreten. Die Säumnis der Frist sei somit selbstverschul-

det und auf mangelnde Sorgfalt zurückzuführen. Zusammenfassend sei 

festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin den Nachweis, dass ihr die 

rechtzeitige Einreichung des Gesuchs um Tarifkorrektur infolge eines un-

verschuldeten Hindernisses nicht möglich gewesen sei, nicht erbracht ha-

be. Auf ein Gesuch um Fristwiederherstellung könnte deshalb nicht einge-

treten werden.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

im angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Juli 2017 wird, soweit er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 11. Juli 2017 betreffend 

die Verwirkung des Anspruchs auf Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für 

das Jahr 2016, mit welchem die Beschwerdegegnerin die (undatierte) 

Einsprache der heutigen Beschwerdeführerin abgewiesen hat. Solche 

Entscheide können gemäss Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 

(StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für den 

Kanton Graubünden (StG; BR 720.000) mit Beschwerde beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden angefochten werden. Die sachli-

che Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 

lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), 

wonach das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von 

Dienststellen der kantonalen Verwaltung und von unselbständigen Anstal-

ten des kantonalen Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den di-

rekten Weiterzug vorsieht, was hier − wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 

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StG) − der Fall ist. Die Beschwerdeführerin ist als formelle und materielle 

Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids beschwert und da-

mit ohne Weiteres zur Beschwerdeerhebung befugt (vgl. Art. 50 Abs. 1 

VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten.

b) Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn ein Rechtsmittel offensichtlich un-

zulässig oder offensichtlich begründet oder unbegründet ist. Wie im Fol-

genden aufgezeigt wird, ist die vorliegende Beschwerde zufolge verspäte-

ter Einreichung des Gesuchs um Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für 

das Jahr 2016 und fehlender Fristwiederherstellungsvoraussetzungen of-

fensichtlich unbegründet, weshalb das streitberufene Verwaltungsgericht 

in einzelrichterlicher Kompetenz entscheidet.

2. a) Ausländische Arbeitnehmer, welche die fremdenpolizeiliche Niederlas-

sungsbewilligung nicht besitzen, in der Schweiz bzw. im Kanton jedoch 

steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt haben, werden für ihr Ein-

kommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit und die an dessen Stelle 

tretenden Ersatzeinkünfte einem Steuerabzug an der Quelle unterworfen 

(Art. 32 Abs. 1 StHG, Art. 98 Abs. 1 lit. a StG, Art. 83 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]). Der Steuer-

abzug tritt an die Stelle der im ordentlichen Verfahren vom Erwerbsein-

kommen zu veranlagenden Steuern, vorbehältlich Art. 34 StHG, Art. 105 

und 105a StG bzw. Art. 90 DBG (Art. 32 Abs. 1 StHG, Art. 87 DBG). Der 

Schuldner der steuerbaren Leistung haftet für die Entrichtung der Quel-

lensteuer (Art. 37 Abs. 1 StHG, Art. 104 Abs. 3 StG, Art. 88 Abs. 3 DBG). 

Die der Quellensteuer unterliegenden Personen werden für Einkommen, 

das dem Steuerabzug an der Quelle nicht unterworfen ist, sowie für ihr 

Vermögen im ordentlichen Verfahren veranlagt (34 Abs. 1 StHG, Art. 105 

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Abs. 1 StG, Art. 90 Abs. 1 DBG; sogenannte ergänzende ordentliche Ver-

anlagung).

b) Charakteristisches Merkmal der Quellensteuer ist die Erhebung der Steu-

er an der Quelle. Der Schuldner einer Leistung, die für den Empfänger 

steuerbares Einkommen darstellt, ist verpflichtet, von seiner Leistung die 

vom Empfänger darauf geschuldete Steuer direkt abzuziehen und der 

Steuerbehörde zu überweisen. Dem Schuldner der steuerbaren Leistung 

ist somit die Aufgabe des Steuerbezugs übertragen. Steuersubjekt bleibt 

zwar der Empfänger der steuerbaren Leistung, der diese bereits um die 

Quellensteuer gekürzt bezieht, er wird jedoch von deren Schuldner im 

Steuerverfahren vertreten (Steuersubstitution; JUD/RUFENER, in: ZWEI-

FEL/BEUSCH (Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bun-

desgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Aufl., Basel 2017, Vor 

Art. 83 – 101 Rz. 6 mit weiteren Hinweisen). Dem Steuerpflichtigen oblie-

gen ähnliche Verfahrenspflichten wie im ordentlichen Veranlagungsver-

fahren, namentlich allgemeine Auskunfts- und Mitwirkungspflichten (vgl. 

Art. 49 StHG, Art. 40 der Ausführungsbestimmungen zur Steuergesetz-

gebung [ABzStG; BR 720.015], Art. 136 DBG).

c) Die Eidgenössische Steuerverwaltung bestimmt im Einvernehmen mit der 

kantonalen Behörde die Ansätze, die als direkte Bundessteuer in den 

kantonalen Tarif einzubauen sind (Art. 85 Abs. 2 DBG). Sowohl nach 

Art. 33 Abs. 1 StHG wie auch nach Art. 85 Abs. 1 DBG ist die Höhe des 

Steuerabzugs entsprechend den für die Einkommenssteuer natürlicher 

Personen geltenden Steuersätzen festzusetzen (vgl. auch Art. 99 Abs. 1 

StG). Bei der Festsetzung der Steuertarife werden Pauschalen für Be-

rufskosten und Versicherungsprämien sowie Abzüge für Familienlasten 

berücksichtigt (Art. 33 Abs. 3 StHG, Art. 99 Abs. 3 StG, Art. 86 Abs. 1 

DBG). Weitere Abzugsmöglichkeiten erwähnen weder das DBG noch das 

StHG, obwohl den im ordentlichen Verfahren veranlagten Steuerpflichti-

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gen eine Vielzahl zusätzlicher Abzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen 

(z.B. für Schuldzinsen sowie Beiträge an anerkannte Formen der gebun-

denen Selbstvorsorge). Mit Blick auf das verfassungsmässige Gebot der 

Gleichbehandlung bzw. das Gleichbehandlungsgebot gemäss Abkommen 

über den freien Personenverkehr mit der EU (FZA; SR 0.142.112.681) 

sowie das in den Doppelbesteuerungsabkommen verankerte Diskriminie-

rungsverbot ist Art. 86 Abs. 1 DBG nicht so auszulegen, dass eine 

Berücksichtigung weiterer Abzüge absolut und in jeder Situation ausge-

schlossen ist. Vielmehr lässt eine verfassungs- und staatsvertragskon-

forme Auslegung nur den Schluss zu, dass die Bestimmung den Kreis der 

möglichen Abzüge nicht abschliessend umschreibt, sondern lediglich fest-

legt, welche Abzüge pauschal mittels Einbau in den Tarif zu berücksichti-

gen sind. Mit dem Ziel, eine verfassungsrechtlich unzulässige Ungleich-

behandlung oder eine staatsvertraglich ausgeschlossene Diskriminierung 

vermeiden zu können, sieht daher Art. 2 lit. e der Verordnung des EFD 

über die Quellensteuer bei der direkten Bundessteuer (QStV; SR 

642.118.2) die Möglichkeit vor, nicht pauschalierten Abzügen nachträglich 

– und allenfalls individuell nach Belegen – in angemessener Weise Rech-

nung zu tragen. Die mit dem Vollzug der Quellenbesteuerung betrauten 

kantonalen Steuerbehörden haben diese sogenannten nachträglichen Ta-

rifkorrekturen weitgehend übernommen (JUD/RUFENER, a.a.O., Art. 86 Rz. 

5 mit weiteren Hinweisen). Entsprechend hält Art. 31 Abs. 1 ABzStG für 

den Kanton Graubünden fest, dass ausländische Arbeitnehmer, die nach 

Art. 98 Abs. 1 lit. a StG der Besteuerung an der Quelle unterliegen, bis 

Ende März des auf die Fälligkeit der Leistung folgenden Kalenderjahres 

bei der kantonalen Steuerverwaltung schriftlich ein Begehren um Tarifkor-

rektur stellen können, soweit kein fester Steuersatz zur Anwendung ge-

langt. Sämtliche Abzüge aus dem ordentlichen Verfahren, die nicht in die 

Tarife eingebaut sind, insbesondere Schuldzinsen, Alimente, Krankheits-, 

Unfalls-, Behinderten-, berufsorientierte Aus- und Weiterbildungskosten, 

Zuwendungen oder Beiträge an die gebundene Selbstvorsorge sind somit 

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zusätzlich abzugsfähig (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommen-

tar zum DBG, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 86 Rz. 15). Die in Art. 31 Abs. 1 

ABzStG verankerte Frist für die Einreichung des Gesuchs um Tarifkorrek-

tur stellt eine Verwirkungsfrist dar und kann demzufolge nicht erstreckt 

werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_684/2012 vom 5. März 2013).

d) Im vorliegenden Fall geht aus den Akten hervor, dass die Beschwerdefüh-

rerin das Gesuch um Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für das Jahr 

2016 in Bezug auf Beiträge an die gebundene Vorsorge (Säule 3a) und 

erhöhte Berufskosten für die Fahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort am 

18. April 2017 der Beschwerdegegnerin einreichte (vgl. beschwerdegeg-

nerische Akten [Bg-act.] 1). Somit wurde – wie die Beschwerdegegnerin 

richtigerweise ausführt – das besagte Gesuch erst nach der in Art. 31 

Abs. 1 ABzStG festgelegten Frist und damit offensichtlich zu spät einge-

reicht, was die Beschwerdeführerin denn auch anerkennt (vgl. Beschwer-

de vom 23. Juli 2017).

3. a) In ihrer undatierten Einsprache und in ihrer Beschwerde vom 23. Juli 

2017 bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sie die Frist zur Einreichung 

des Gesuchs um Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für das Jahr 2016 

deshalb verpasst habe, weil sie Ende Januar 2017 ihren Wohnsitz von 

X._____ nach Y._____ verlegt und deshalb keinen Zugriff auf die erfor-

derlichen Dokumente gehabt habe. Zudem sei sie alleinerziehende Mutter 

und habe während ihrer Schwangerschaft keine Unterstützung erhalten. 

Am 28. Februar 2017 sei sie für die Geburt ihres Sohnes nach Z._____ 

geflogen; der geplante Geburtstermin sei der 4. April 2017 gewesen. 

Nach einer Untersuchung sei sie krankgeschrieben worden, woraufhin der 

Geburtstermin verschoben worden sei. Am 23. März 2017 habe ein Kai-

serschnitt durchgeführt werden müssen. Aufgrund von weiteren Komplika-

tionen habe sie bis am 28. März 2017 im Spital bleiben müssen. Erst 

nach der Genesung zu Hause bei ihren Eltern habe sie schliesslich am 9. 

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April 2017 – mit Hilfe eines Freundes – in die Schweiz zurückfliegen kön-

nen. Diese Vorbringen der Beschwerdeführerin können sinngemäss mit 

einigem Wohlwollen als Gesuch um Wiederherstellung der Frist für die 

Einreichung des Gesuchs um Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für das 

Jahr 2016 verstanden werden.

b) Gemäss Art. 124 Abs. 3 StG i.V.m. Art. 10 Abs. 1 VRG kann eine Frist nur 

wiederhergestellt werden, wenn die Partei beweisen kann, dass ihr oder 

ihrem Vertreter die Einhaltung der Frist infolge eines unverschuldeten 

Hindernisses nicht möglich war. Hierfür muss sie innert zehn Tagen seit 

Wegfall des Hindernisses ein Gesuch um Wiederherstellung einreichen 

(Art. 124 Abs. 3 StG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VRG). Auf eine Wiederherstel-

lung der Frist ist nur zu erkennen, wenn die Säumnis auf ein unverschul-

detes Hindernis, also auf eine objektive oder subjektive Unmöglichkeit, 

rechtzeitig zu handeln, zurückzuführen ist. Die Wiederherstellung ist nach 

der bundesgerichtlichen Praxis nur bei klarer Schuldlosigkeit des Ge-

suchstellers und seines Vertreters zu gewähren. Waren der Gesuchsteller 

bzw. sein Vertreter wegen eines von ihrem Willen unabhängigen Umstan-

des verhindert, zeitgerecht zu handeln, liegt objektive Unmöglichkeit vor 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_336/2011 vom 12. Dezember 2011 

E. 2.3). So bildet beispielsweise ein Krankheitszustand, wenn und solan-

ge er jegliches auf die Fristwahrung gerichtetes Handeln verunmöglicht, 

ein unverschuldetes, zur Wiederherstellung einer Frist führendes Hinder-

nis. Doch muss die Erkrankung derart sein, dass die rechtsuchende Per-

son durch sie davon abgehalten wird, selber innert Frist zu handeln oder 

eine Drittperson mit der Vornahme der Handlung zu beauftragen. Voraus-

setzung ist, dass die körperliche, geistige oder psychische Beeinträchti-

gung jegliches auf die Fristwahrung gerichtetes Handeln wie etwa den 

Beizug eines (Ersatz)-Vertreters verunmöglichte (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 9C_390/2009 vom 24. Juni 2009 E.2.1). Als krankheitsbedingter 

Fristwiederherstellungsgrund gilt beispielsweise eine schwere Lungenent-

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zündung eines hospitalisierten Verfahrensbeteiligten oder eine schwere 

nachoperative Blutung, die zu massiven zerebralen Veränderungen führt 

und den Säumigen intellektuell so stark beeinträchtigt, dass er während 

der gesamten Rechtsmittelfrist weder fähig ist, selber Beschwerde zu er-

heben, noch sich bewusst werden kann, dass er jemanden mit der Inter-

essenwahrung hätte betrauen sollen. Keine Wiederherstellungsgründe 

sind hingegen beispielsweise ein immobilisierter rechter Arm oder eine 

schwere Grippe. Auch eine Depression genügt grundsätzlich nicht als 

Fristwiederherstellungsgrund (vgl. PLÜSS, in: GRIFFEL (Hrsg.), Kommentar 

zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, § 12 Rz. 62 mit Hinweisen auf die Rechtspre-

chung). In zeitlicher Hinsicht muss die Erkrankung am Ende der Frist lie-

gen beziehungsweise sich mit dem Termin überschneiden. Erkrankt die 

Partei hingegen eine gewisse Zeit vor Fristablauf beziehungsweise dem 

Termin, ist sie in der Regel in der Lage, selber zu handeln oder die Diens-

te eines Dritten in Anspruch zu nehmen (vgl. BGE 122 V 255 E.2a mit 

weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2C_401/2007 vom 21. Ja-

nuar 2008 E.3.3). Weitere objektive Fristwiederherstellungsgründe wären 

Naturkatastrophen oder Militärdienst. Demgegenüber ist von subjektiver 

Unmöglichkeit auszugehen, wenn zwar die Vornahme einer Handlung ob-

jektiv betrachtet möglich gewesen wäre, die betroffene Person aber durch 

besondere Umstände, die sie nicht zu vertreten hat, am Handeln gehin-

dert worden ist. In Betracht kommen hier insbesondere unverschuldete 

Irrtumsfälle (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_699/2012 vom 22. Oktober 

2012 E.3.2 mit weiteren Hinweisen).

c) Im vorliegenden Fall ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass 

offensichtlich weder eine objektive noch eine subjektive Unmöglichkeit 

vorlag noch eine solche von der Beschwerdeführerin explizit geltend ge-

macht wurde. Insbesondere stellt die von der Beschwerdeführerin be-

schriebene fehlende Zugriffsmöglichkeit auf die erforderlichen Dokumente 

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während des Umzugs von X._____ nach Y._____ Ende Januar 2017 kei-

nen Fristwiederherstellungsgrund im Sinne von Art. 10 Abs. 1 VRG dar. 

Denn die Beschwerdeführerin hätte – wie die Beschwerdegegnerin zu 

Recht ausführt – vor ihrem Umzug Ende Januar 2017 Zugriff auf die er-

forderlichen Unterlagen und somit die Möglichkeit gehabt, ihr Gesuch um 

Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für das Jahr 2016 fristgerecht einzu-

reichen. Zudem hielt sich die Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen 

Angaben nach dem Umzug Ende Januar 2017 bis zum 28. Februar 2017 

in der Schweiz auf. Somit wäre es ihr trotz Schwangerschaft und Wohn-

sitzwechsel ohne Weiteres zumutbar und möglich gewesen, das besagte 

Gesuch während dieser Zeitspanne und damit rechtzeitig einzureichen. 

Sodann stellen auch die beschriebenen gesundheitlichen Beeinträchti-

gungen der Beschwerdeführerin, welche sie gemäss ihren eigenen Anga-

ben während ihrem Aufenthalt in Z._____ vom 28. Februar 2017 bis zum 

9. April 2017 erlitten habe, keinen Fristwiederherstellungsgrund im Sinne 

von Art. 10 Abs. 1 VRG dar, zumal vorliegend davon ausgegangen wer-

den kann, dass der Schwangerschaftsaufenthalt der Beschwerdeführerin 

in Z._____ schon seit längerer Zeit geplant war und es ihr somit – wie die 

Beschwerdegegnerin richtigerweise ausführt – ohne Weiteres zumutbar 

und möglich gewesen wäre, frühzeitig zumindest eine Drittperson mit der 

Fristwahrnehmung zu beauftragen. Hinzu kommt, dass besondere ge-

sundheitliche Schwierigkeiten, welche es der Beschwerdeführerin insbe-

sondere gegen Ende der Frist verunmöglicht hätten, das Gesuch um Ta-

rifkorrektur bei der Quellensteuer für das Jahr 2016 rechtzeitig einzurei-

chen, vorliegend – z.B. durch Arztberichte – nicht belegt sind. Vor dem 

Hintergrund des Ausgeführten kann die Beschwerdeführerin schliesslich 

auch aus ihrem Vorbringen, wonach die mit der Tarifkorrektur verbundene 

Rückerstattung der zu viel bezahlten Steuern vollumfänglich ihrem Sohn 

zugute komme und sie als alleinerziehende Mutter finanziell entlasten 

würde, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die verspätete Einreichung des 

Gesuchs um Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für das Jahr 2016 ist 

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selbstverschuldet und auf Nachlässigkeit der Beschwerdeführerin zurück-

zuführen, weshalb dem Gesuch um Fristwiederherstellung – wenn man 

die Beschwerde vom 23. Juli 2017 denn in diesem Sinne auffassen würde 

– auf jeden Fall nicht stattzugeben wäre.

4. a) Da das Gesuch um Tarifkorrektur bei der Quellensteuer für das Jahr 2016 

anerkanntermassen zu spät eingereicht wurde und offensichtlich die Vor-

aussetzungen für eine Fristwiederherstellung nicht gegeben sind, ist die 

Beschwerde abzuweisen und der angefochtene Entscheid ist zu bestäti-

gen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin auferlegt. Eine ausserge-

richtliche Entschädigung wird der Beschwerdegegnerin nicht zugespro-

chen, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat 

(Art. 78 Abs. 2 VRG). 

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 400.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 666.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

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3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]