# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eda42a43-9d90-5ac0-972b-6322298c1a4e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.07.2010 D-7639/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7639-2008_2010-07-05.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7639/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  J u l i  2 0 1 0

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Robert Galliker, Richter Blaise Pagan; 
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren (...), Äthiopien,
vertreten durch Freiplatzaktion Zürich, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Oktober 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7639/2008

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin verliess Äthiopien gemäss eigenen Angaben 
am 18. Mai 2004 in Richtung Sudan. Dort habe sie während zirka vier 
Jahren  als  Hausmädchen  gearbeitet.  Am  26. August 2008  habe  sie 
den Sudan verlassen und sei über Frankreich am 28. August 2008 in 
die  Schweiz  gelangt,  wo  sie  gleichentags  um Asyl  nachsuchte.  Am 
4. September 2008  wurde  sie  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ) Z._______ summarisch befragt und am 9. September 2008 für 
die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton  Y._______  zugewiesen.  Am 
17. Oktober 2008  wurde  sie  einlässlich  zu  ihren  Asylgründen  an-
gehört.

Zur  Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 
geltend, sie sei im Alter von drei Jahren beschnitten worden. Ihr Onkel,  
der gegen diese Praktik gewesen sei, habe sie daraufhin adoptiert und 
zu  sich  nach  Addis  Abeba  geholt.  Im  Jahre  2003  beziehungsweise 
2004 habe ihr Vater ihr mitgeteilt, dass er sie schon als kleines Kind 
einem viel älteren Mann versprochen habe, und von ihr verlangt, sie  
solle zur Heirat ins Dorf zurückkommen. Weil sie sich geweigert habe, 
habe ihr Vater sie unter Druck gesetzt. Auch sei sie in dieser Zeit von 
Unbekannten auf der Strasse geschlagen worden, wahrscheinlich im 
Auftrag des Mannes, dem sie versprochen worden sei. Und auch ihr 
Freund sei bedroht worden. Ihr Onkel habe sie bedrängt, in die Heirat 
einzuwilligen  und  seine  Kinder  seien  wütend  auf  sie  gewesen  und 
hätten sie geschlagen. Ihr Vater sei von der Familie des auserwählten 
Ehemannes bedrängt und schliesslich am 18. April 2004 umgebracht 
worden. Daraufhin habe sie Äthiopien verlassen und sei in den Sudan 
gegangen. Dort  sei  sie während vier  Jahren als  Hausmädchen aus-
gebeutet worden und einmal habe der Hausherr versucht, sie zu ver-
gewaltigen. Als sie sich gewehrt habe, habe er sie mit heissem Wasser 
verbrüht.

B.
Mit Verfügung vom 27. Oktober 2008 – eröffnet am 29. Oktober 2008 – 
lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ord-
nete deren Wegweisung sowie den Vollzug an.

C.
Mit  Eingabe  vom  28. November 2008  (Poststempel)  erhob  die  Be-
schwerdeführerin  –  handelnd  durch  ihre  Rechtsvertreterin  –  gegen 

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diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und 
beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststel-
lung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung sowie die An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme zufolge Unzumutbarkeit und Unzu-
lässigkeit  des  Wegweisungsvollzuges.  In  formeller  Hinsicht  ersuchte 
sie  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), um Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses und um die Ausrichtung einer Partei-
entschädigung.

D.
Mit  Verfügung  vom 4. Dezember 2008  hiess  die  Instruktionsrichterin 
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses.

E.
In seiner Vernehmlassung vom 10. Dezember 2008 – welche der Be-
schwerdeführerin am 12. Dezember 2008 zur Kenntnis gebracht wurde 
– beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  im  Bereich  des  Asyls  endgültig  (Art. 105 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG, 
Art. 105 AsylG, Art. 6 AsylG).

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1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG). Die Beschwerdeführerin ist durch die an-
gefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie ist da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art.  48 Abs. 1 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohn-
te,  wegen ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-
gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, 
solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile 
gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; 
den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG).

4.  
4.1 Das BFM führte zur Begründung seines ablehnenden Entscheides 
aus, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien nicht glaubhaft. So 
habe  die  Beschwerdeführerin  keine  hinreichenden  Angaben  zu  der 
Person, die sie hätte heiraten sollen, machen können. Auch habe sie 
nicht gewusst,  weshalb ihr leiblicher Vater gerade diese Person aus-
gesucht habe und von wem und weshalb er umgebracht worden sei. 
Auch bezüglich ihres Aufenthaltes im Sudan habe sie unsubstanziierte 
Angaben gemacht. Beispielsweise habe sie nicht angeben können, wo 
sie dort gewohnt habe. Ferner habe sie an der Erstbefragung erklärt, 
sie sei in Khartoum wie eine Sklavin behandelt und nicht bezahlt wor-
den, um später auszusagen, sie sei nicht regelmässig bezahlt worden. 
Im Weiteren sei nicht nachvollziehbar, wieso sie erst mit siebzehn er -
fahren habe, dass ihr Vater sie bereits als kleines Kind diesem Mann 
versprochen habe. Und auch dass ihr Vater von der Familie des ver-

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sprochenen  Ehemannes  hätte  umgebracht  werden  sollen,  sei  nicht 
nachvollziehbar, zumal  er  seine Tochter zu der Heirat  habe zwingen 
wollen. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Drohungen 
gezielt  gegen die  Beschwerdeführerin  gerichtet  hätten,  weil  sie  sich 
dem Willen  ihres  Vaters  widersetzt  habe. Schliesslich  habe sich  die 
Beschwerdeführerin widersprochen, indem sie einmal gesagt habe, sie 
sei von den Kindern ihres Adoptivvaters geschlagen worden, und ein 
anderes mal  angegeben habe, sie sei  von Unbekannten geschlagen 
worden.  Im  Zusammenhang  mit  der  Beschneidung  führte  das  BFM 
aus, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien nicht asylrelevant, 
da  sie  zeitlich  zu  weit  zurücklägen.  Im  Übrigen  könne  festgehalten 
werden,  dass  in  Äthiopien die  weibliche Genitalverstümmelung zwar 
praktiziert werde und ein Grossteil der Frauen davon betroffen sei. Ge-
mäss dem neuen äthiopischen Strafgesetzbuch vom 2. Juli 2004 wer-
de sie aber seit dem Mai 2005 mit Freiheitsentzug bestraft. Der äthio -
pische Staat gehe denn auch in neuester Zeit dagegen vor. Dement-
sprechend könne von der Schutzgewährung des Staates ausgegangen 
werden.

4.2 In ihrer Beschwerde hielt die Beschwerdeführerin den Ausführun-
gen des BFM entgegen, sie habe immerhin den Namen und das Alter 
des  Mannes,  den  sie  heiraten  sollte,  angegeben sowie  dass  er  der 
Sohn eines Freundes ihres Vaters sei, bereits verheiratet gewesen sei 
und zwei Kinder habe. Vor dem Hintergrund,  dass sie diesem Mann 
von vornherein ablehnend gegenüber gestanden habe und daher auch 
keine Informationen über ihn gewollt  habe, seien diese rudimentären 
Informationen über ihn nachvollziehbar. Damit erkläre sich auch, wa-
rum sie den Grund, wieso ihr Vater ihn gewählt  habe, nicht gewusst 
habe,  immerhin  habe  sie  aber  angegeben,  dass  er  der  Sohn  eines 
Freundes von ihm sei. Auch ihre spärlichen Angaben zum Tod ihres 
Vaters erschienen vor dem Hintergrund, dass sie nach dessen Tod von 
ihrer Adoptivfamilie verstossen worden sei und sich aufgrund der zu-
genommenen Drohungen  von Seiten  der  Familie  des  für  sie  Auser-
wählten nur noch im Haus aufgehalten habe, realitätsnah. Da sie als 
Schuldige für dessen Tod angesehen worden sei, habe sie es schlecht 
wagen  können,  sich  Informationen  darüber  zu  verschaffen. Die  Vor-
instanz habe es unterlassen, zu ihrer Zeit in Khartoum nähere Anga-
ben anzufordern. Wo sie genau gewohnt habe, habe sie nicht anzuge-
ben gewusst, weil sie während der ganzen Zeit in einem Haus gefan-
gen gewesen sei. Sie  habe die  Erlebnisse dort  realitätsnah geschil-
dert. Zudem seien diese durch die Narben auf  dem Rücken objekti-

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viert. Bezüglich der Bezahlung habe sie übereinstimmend angegeben, 
dass sie nicht regelmässig bezahlt worden sei. Weiter sei nicht ersicht-
lich, weshalb ihr Vater ihr früher von der geplanten Heirat hätte erzäh-
len sollen und es sei  auch nachvollziehbar, dass er von der Familie 
des Auserwählten umgebracht worden sei. Denn einerseits habe nicht 
sie,  sondern er  die Heirat  mit  ihr  versprochen und andererseits  ent-
spreche es den kulturellen Gegebenheiten von ländlichen Gesellschaf-
ten in Äthiopien, dass in erster  Linie das Familienoberhaupt zur Re-
chenschaft gezogen werde. Schliesslich sei der physische und psychi-
sche Druck im Haus von ihrem Onkel von den Drohungen und der er -
lebten Gewalt durch unbekannte Personen auf der Strasse zu trennen. 
Letztere seien überdies durch die Narbe an der Lippe objektiviert. Ins-
gesamt  erschienen  ihre  Vorbringen  demnach  überwiegend glaubhaft 
und sie habe bei einer Rückkehr eine Verfolgung seitens der Familie 
des  versprochenen  Ehemannes  zu  befürchten.  Die  Schweizerische 
Asylrekurskommission (ARK)  habe dem kulturellen und sozialen Phä-
nomen der Entführung zwecks Heirat die Asylrelevanz zugesprochen 
(Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2006 Nr. 32). 

5.
Zunächst ist zu prüfen, ob die vorgetragenen Fluchtumstände, die zum 
Entschluss der Ausreise aus dem Heimatstaat geführt haben, gesamt-
haft als glaubhaft gemacht zu erachten sind.

5.1 Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, 
in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen 
Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüch-
lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsa-
chen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus 
muss  die  asylsuchende  Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, 
was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt  (vgl.  Art.  7  Abs. 3 
AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 
bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswech-
selt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfah-
ren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung be-
deutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes 
Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und 
Zweifel an den Vorbringen der Beschwerdeführerin. Eine Behauptung 
gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit 

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nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl 
nicht  alle  Zweifel  beseitigt  sind. Für die Glaubhaftmachung reicht  es 
demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 
ist,  aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und über-
wiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 
sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die 
Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise ab-
zustellen  (vgl.  die  weiterhin  gültige  Rechtsprechung  der  ARK  in 
EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f. mit weiteren Hinweisen).

5.2 Wenn  auch  die  Verfügung  des  BFM  in  ihrem  Ergebnis  zu  be-
stätigen ist, vermögen die Erwägungen dennoch nicht alle zu überzeu-
gen. So führte das BFM fälschlicherweise aus, die Beschwerdeführerin 
habe an der Erstbefragung noch angegeben, sie sei im Sudan für ihre 
Arbeit  nicht  bezahlt  worden. Die  Beschwerdeführerin  gab  an  dieser 
Stelle  vielmehr an,  sie sei  für  ihre Arbeit  nur unregelmässig bezahlt 
worden und ihre Arbeitgeberin habe sie auch für ihre Freunde arbeiten 
lassen, ohne dass sie dafür eine Bezahlung erhalten hätte (A 4 S. 5).  
Weiter wertete es das BFM als Widerspruch, dass die Beschwerdefüh-
rerin  an  der  Erstbefragung  aussagte,  sie  sei  von den Kindern  ihres 
Onkels geschlagen worden und an der Anhörung aber angab, sie sei 
von Unbekannten geschlagen worden. Wie von der Beschwerdeführe-
rin ausgeführt, könnte es sich hier durchaus um zwei unterschiedliche 
Ereignisse handeln, wobei aber die Tatsache, dass sie bei der Erstbe-
fragung aussagte, die Kinder ihres Onkels hätten sie geschlagen, bei 
der Anhörung jedoch lediglich angab, sie seien wütend auf sie gewe-
sen (A 13 S. 7 f.),  dennoch als Widerspruch gewertet  werden muss. 
Auf die Tatsache, dass die Übergriffe durch Unbekannte nachgescho-
ben  und  somit  unglaubhaft  wirken,  weil  die  Beschwerdeführerin  sie 
nicht bereits bei der Erstbefragung erwähnte, wird nachfolgend einge-
gangen.

5.3 Wie das BFM aber richtigerweise festhielt, entstehen erste Zweifel 
an den Vorbringen der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer unsubstan-
ziierten Aussagen zum Mann, den sie heiraten sollte. Zwar gab sie – 
wie in der Beschwerde richtigerweise ausgeführt – dessen Name, Al -
ter, Familienverhältnisse und Verhältnis zu ihrem Vater an. Angesichts 
der Tatsache, dass sie diesen Mann hätte heiraten sollen und diesbe-
züglich mehrmals Unterredungen mit ihrem Vater geführt habe, hätten 
aber trotz ihres Einwandes, sie habe sich nicht für den Mann inte res-

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siert, weil sie ihn nicht habe heiraten wollen, mehr als nur diese rudi -
mentären  Informationen  von  ihr  erwartet  werden  können.  Zudem 
machte die Beschwerdeführerin widersprüchliche Aussagen zum Zeit -
punkt an dem ihr Vater ihr gesagt habe, sie müsse diesen Mann heira-
ten, indem sie einmal angab, es sei gegen Ende 2003 gewesen (A 13 
S. 4) und ein anderes Mal sagte, es sei während des Jahres 2004 ge-
wesen (A4 S. 4). 

5.4 Gewichtige Zweifel ergeben sich aber insbesondere aus der Tatsa-
che, dass die Beschwerdeführerin keine näheren Angaben zum Mord 
an ihrem Vater machen konnte. Ihr Einwand, sie habe sich zu dieser 
Zeit nur noch im Haus aufgehalten und sich nicht getraut, nachzufra-
gen, da sie als Schuldige für diesen Mord angesehen worden sei, ver-
mag nicht zu überzeugen. Der Mord an ihrem Vater hätte ja auch für 
sie eine Gefahr bedeutet. Somit wäre es eine Massnahme zu ihrem ei-
genen Schutz gewesen, sich für die genauen Hintergründe dieser Tat 
zu  interessieren,  zumal  ihr  Onkel,  bei  dem sie  wohnte,  durch seine 
Kontakte mit der Familie im Dorf über die Details im Bilde hätte sein 
müssen und die Tat bei seinen Überzeugungsversuchen für eine Rück-
kehr ins Dorf auch immer wieder Gesprächsthema hätte gewesen sein 
müssen. Weitere gewichtige Zweifel entstehen aufgrund der Tatsache, 
dass die Beschwerdeführerin an der Anhörung Elemente nachschob, 
die sie an der Erstbefragung nicht erwähnte, sodass der Eindruck ent-
steht, sie versuche, ihre Vorbringen nachträglich auszubauen. So gab 
sie erst an der einlässlichen Anhörung an, dass sie von Unbekannten 
geschlagen worden sei,  die sie der Familie des versprochenen Ehe-
mannes  zugeordnet  habe.  Angesichts  der  Tatsache,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  den  Tod durch  diese  Leute  befürchtet  habe,  wäre 
aber zu erwarten gewesen, dass sie die körperlichen Übergriffe, die 
immerhin fünf oder sechs Mal stattgefunden haben sollen, bereits an 
der Erstbefragung zumindest  erwähnt hätte. Sie führte aber lediglich 
aus, ihr zukünftiger Ehemann selber habe sie bedroht (A 4 S. 5). So -
dann kann nicht  nachvollzogen werden, weshalb sich der Onkel  der 
Beschwerdeführerin  auf  einmal  für  eine  Zwangsverheiratung  ausge-
sprochen  habe,  nachdem er  sich  in  der  Vergangenheit  vor  die  Be-
schwerdeführerin gestellt und sie adoptiert habe, weil er gegen die Be-
schneidung  gewesen  sei,  die  ihre  Eltern  hätten  durchführen lassen. 
Zudem widerspricht  sich die Beschwerdeführerin hierzu insofern,  als 
sie bei der Erstbefragung angab, ihr Onkel sei erst nach dem Tod des 
Vaters dafür gewesen, um weitere Tote zu vermeiden (A 4 S. 5), an der 
Anhörung dann aber aussagte, er habe schon zuvor auf der Seite ih -

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res Vaters gestanden und sie zu überreden versucht, ins Dorf zurück-
zugehen (A13 S 5f.).

5.5 Bestätigt werden die dargelegten Zweifel dadurch, dass es – wie 
vom BFM richtigerweise ausgeführt – ungewöhnlich scheint, dass der 
Vater der Beschwerdeführerin  umgebracht worden sei. Der Einwand 
der Beschwerdeführerin, wonach gemäss den kulturellen Gegebenhei-
ten  in  Äthiopien  in  erster  Linie  das  Familienoberhaupt  zur  Rechen-
schaft gezogen werde, vermag nicht zu überzeugen. Vielmehr richtet 
sich gemäss Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts der Druck 
in solchen Fällen eher gegen die Frauen, die verheiratet werden sollen 
(EMARK 2006 Nr. 32).

5.6 Nach  dem  Gesagten  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  in 
Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Zwangsheirat den An-
forderungen  an  die  Glaubhaftmachung  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht 
standhalten.

6.
In Bezug auf  die Vorbringen der  Beschwerdeführerin im Zusammen-
hang mit der Beschneidung kann vollumfänglich auf die Erwägungen 
der  Vorinstanz  verwiesen  werden,  welche  in  der  Beschwerde  denn 
auch nicht bestritten wurden.

7.
Zu den Vorbringen im Sudan kann festgehalten werden, dass sich die 
Beschwerdeführerin  wegen der  Übergriffe  durch ihre  Arbeitgeber  ei-
nerseits an die dortigen Behörden hätte wenden können. Andererseits 
haben sich die Ereignisse nicht in ihrem Heimatstaat – in dem sie wie 
ausgeführt keine Verfolgung zu befürchten hatte – abgespielt, sodass 
sie dorthin hätte zurückkehren können, um sich vor Übergriffen durch 
Dritte im Sudan in Schutz zu bringen. Demnach sind die genannten 
Vorbringen nicht asylrelevant.

8.
Nach den vorstehenden Erwägungen hat die Vorinstanz zu Recht fest-
gestellt, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht 
erfüllt, und das Asylgesuch abgelehnt. Demnach erübrigt es sich, auf 
die weiteren Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da sie zu 
keinen anderen Schlüssen führen können.

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9.  
9.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

9.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei -
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

10.
10.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-

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einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101)  darf  niemand der  Folter  oder unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

10.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwer-
deführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführerin nach  Äthiopien ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe-
rin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei -
ner Ausschaffung nach Äthiopien dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Äthiopien 
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzu-
lässig  erscheinen. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegwei-
sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.

10.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 

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Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

10.4.1 In  Äthiopien  herrscht  zurzeit  keine  Situation  allgemeiner  Ge-
walt,  weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der  generellen  Zumutbarkeit  
des Wegweisungsvollzugs nach Äthiopien ausgegangen wird (vgl. Ur-
teile des Bundesverwaltungsgerichts D-1293/2008 vom 19. Mai 2010, 
D-7416/2007 vom 27. November 2009, D-5356/2006 vom 8. Juni 2009, 
D-3894/2006 vom 25. September 2008). Seit der Unterzeichnung des 
Friedensabkommens zwischen Äthiopien und Eritrea am 12. Dezem-
ber 2000 kam es zwar zu sporadischem Wiederaufflackern des Grenz-
konfliktes; immerhin scheinen aber sowohl Äthiopien als auch Eritrea 
den Schiedsspruch der hierfür  eingesetzten internationalen Kommis-
sion, welcher am 13. April 2002 ergangen ist, grundsätzlich zu akzep-
tieren, und ein erneuter offener Ausbruch des Konflikts konnte bis heu-
te  erfolgreich  verhindert  werden. Aufgrund der  aktuellen  Situation  in 
Äthiopien kann im Falle einer Rückkehr der Beschwerdeführerin nicht 
von einer konkreten Gefährdung ausgegangen werden.

10.4.2 Auch sind den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür zu 
entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  nach 
Äthiopien aus individuellen Gründen wirtschaftlicher und sozialer Na-
tur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Ihre Probleme 
aufgrund  der  Beschneidung  sind  nicht  als  derart  gravierend  zu  be-
zeichnen, dass eine Rückkehr nach Äthiopien als unzumutbar zu quali-
fizieren wäre. Ansonsten ist die Beschwerdeführerin gemäss den Ak-
ten gesund. Sodann ist sie jung und verfügt über eine Schulbildung so-
wie eine Ausbildung als Sekretärin und hat vier Jahre als Hausange-
stellte gearbeitet. Wie ausgeführt, können ihr die familiären Schwierig-
keiten aufgrund der Zwangsheirat nicht geglaubt werden. Demnach ist 
davon auszugehen, dass sie in Äthiopien, wo gemäss ihren Aussagen 
zumindest ihr Freund, die Familie ihres Onkels, ihre Mutter und zwei 
Geschwister leben, über ein soziales Beziehungsnetz verfügt, welches 
ihr eine Reintegration erleichtern wird. Gestützt auf diese Erwägungen 
ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in eine exi-
stenzgefährdende Situation im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG geraten 
würde.

10.4.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung 
auch als zumutbar.

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10.5 Schliesslich  ist  die  Beschwerdeführerin  im Besitz  einer  äthiopi-
schen Identitätskarte und es obliegt ihr, sich bei der zuständigen Ver-
tretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-
dokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug 
der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist  (Art. 83 Abs. 2 
AuG).

11.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

12.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

13.
13.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Be-
schwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1  VwVG). Nachdem je-
doch das mit  der  Beschwerde gestellte  Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit 
Verfügung vom 4. Dezember 2008 gutgeheissen wurde, werden keine 
Kosten auferlegt.

13.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird keine Parteientschädi-
gung ausgerichtet (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Der diesbezügliche Antrag 
ist abzuweisen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- B._______ (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand: 

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