# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c446c69-b07a-5a36-a5ef-ded810950453
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.09.2011 E-3983/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3983-2011_2011-09-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­3983/2011

U r t e i l   v om   7 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima,
mit Zustimmung von Richter Markus König;  
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

Parteien A._______, geboren am (…),
Türkei,  
vertreten durch Ali Tüm, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­
Verfahren); Verfügung des BFM vom 30. Juni 2011 /
N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  

dass der Beschwerdeführer am 27. Mai 2010 erstmals in der Schweiz um 
Asyl nachsuchte, 

dass  er  anlässlich  der  summarischen  Befragung  vom  2.  Juni  2010  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  zur  Begründung 
seines Asylgesuchs geltend machte, er habe die Türkei verlassen, weil er 
beschuldigt worden sei, die PKK (Partiya Karkerên Kurdistan) unterstützt 
zu haben, 

dass  er  hinsichtlich  des  Reiseweges  zu  Protokoll  gab,  mit  seinem 
eigenen Reisepass –  versehen mit  einem Visum nach Frankreich – per 
Flugzeug  nach  Deutschland  gereist  zu  sein,  wo  er  sich  gezwungen 
gesehen habe, ein Asylgesuch zu stellen, und von wo er  tags darauf  in 
die Schweiz weitergereist sei,     

dass  die  Vorinstanz  gestützt  auf  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers 
am  16.  Juni  2010  die  zuständigen  deutschen  Asylbehörden  um 
Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchten, 

dass sich Deutschland am 21. Juni 2010 für zuständig erklärte, indem es 
der Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 16 Abs. 1 
Bst.  e  der  Verordnung  (EG)  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar 
2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist (nachfolgend Dublin­II­VO), zustimmte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 12. Juli 2010  in Anwendung von Art. 
34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  den  Beschwerdeführer  nach 
Deutschland wegwies, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  der  dagegen  erhobenen 
Beschwerde keinen Suspensiveffekt erteilte und mit Urteil vom 5. August 
2010 die Beschwerde abwies, 

dass  die  Wegweisung  nach  Deutschland,  welche  bis  spätestens  am 
21. Dezember 2010 hätte erfolgen sollen, in der Folge nicht hat vollzogen 
werden  können,  weil  der  Beschwerdeführer  gemäss  Mitteilung  des 

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Migrationsamtes Zürich vom 31. August 2010 seit dem 19. August 2010 
als verschwunden galt, 

dass das BFM deshalb am 10. September 2010 die deutschen Behörden 
um Verlängerung der Überstellungsfrist auf 18 Monate ersuchte,  

dass  der  Beschwerdeführer  am  6.  März  2011  im  EVZ  C._______  ein 
weiteres Asylgesuch stellte,  indem er anlässlich der Befragung vom 10. 
März  2011  geltend  machte,  er  sei  nach  Abschluss  seines  ersten 
Asylverfahrens Ende August 2010  in die Türkei zurückgekehrt und habe 
bis Anfang Februar 2011 bei einem Cousin in D._______ gelebt,

dass  sein Gerichtsverfahren  in  der  Türkei  noch  hängig  und  im  Februar 
2011 gegen ihn ein Haftbefehl ausgestellt worden sei, wonach er wegen 
seiner  Mitgliedschaft  zur  PKK  gesucht  werde,  und  ihm  deswegen  eine 
siebenjährige Gefängnisstrafe in der Türkei drohe, 

dass  das  BFM  gestützt  auf  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  das 
Gesuch  als  Wiedererwägungsgesuch  entgegennahm,  dieses  mit 
Verfügung vom 31. März 2011 abwies und feststellte, die Verfügung vom 
12. Juli 2010 sei rechtskräftig und vollstreckbar, 

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer  habe  die  Rückreise  nicht  glaubhaft  machen  können, 
weshalb  Art.  16  Abs.  3  der  Dublin­II­VO  nicht  zur  Anwendung  komme, 
und die Zuständigkeit Deutschlands weiterhin bestehen bleibe, 

dass das Bundesverwaltungsgericht eine dagegen erhobene Beschwerde 
mit Urteil vom 26. Mai 2011 (E­2571/2011) guthiess mit der Begründung, 
die Vorinstanz habe die Gesuchsgründe  (hängiges Gerichtsverfahren  in 
der  Türkei  und  im  Februar  2011  erlassener  Haftbefehl)  des 
Beschwerdeführers zu Unrecht als Wiedererwägungsgesuch qualifiziert, 

dass  vielmehr  im  Rahmen  eines  zweiten  Asylverfahrens  zu  prüfen 
gewesen  wäre,  ob  aufgrund  des  geltend  gemachten  Aufenthalts  des 
Beschwerdeführers in der Türkei im Sinne von Art. 16 Abs. 3 Dublin­II­VO 
eine neue Zuständigkeit begründet würde,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  folglich  die  Akten  (inklusive 
Beschwerdeeingabe und Beweismittel) an das BFM zur Behandlung als 
zweites Asylgesuch überwies,

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dass das BFM daraufhin mit Verfügung vom 30. Juni 2011 – eröffnet am 
11. Juli 2011 – gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers bei der 
Befragung  vom  10.  März  2011  auf  das  Asylgesuch  in  Anwendung  von 
Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  nicht  eintrat  und  diesen  nach  Deutschland 
wegwies,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seines  Nichteintretensentscheids  im 
Wesentlichen  ausführte,  der  geltend  gemachte  Aufenthalt  in  der  Türkei 
sei  nicht  glaubhaft,  weshalb  Art.  16  Abs.  3  Dublin­II­VO  nicht  zur 
Anwendung komme und Deutschland deshalb nach wie vor zuständig sei, 

dass  infolge  des  vom  Bundesverwaltungsgericht  angeordneten 
Vollzugsstopps  und  des  Untertauchens  des  Beschwerdeführers  die 
deutschen Asylbehörden um Verlängerung der Überstellungsfrist (Art. 20 
Abs. 1 Bst. d bzw. Art. 20 Abs. 2 Dublin­II­VO) ersucht worden seien, 

dass  die  Überstellung  des  Beschwerdeführers  –  vorbehältlich  einer 
allfälligen  Unterbrechung  oder  Verlängerung  der  Überstellungsfrist 
(Art. 19f Dublin­II­VO) – bis  spätestens am 5. Februar 2012 zu erfolgen 
habe, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Juli 2011 (Poststempel: 
15.  Juli  2011)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erheben und beantragen liess, der vorinstanzliche Entscheid 
sei  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  das  vorliegende 
Asylgesuch materiell zu behandeln; es sei  ihm gemäss Art. 3 und Art. 7 
AsylG  Asyl  oder  zumindest  die  vorläufige  Aufnahme  als  Flüchtling  zu 
gewähren, 

dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  vorsorgliche  Aussetzung  des 
Vollzugs und um aufschiebende Wirkung ersucht wurde, 

dass ferner um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersucht wurde, 

dass  er  zur  Stützung  seiner  Vorbringen  etliche  in  türkischer  Sprache 
verfasste  Unterlagen  einreichte;  unter  anderem  ein  angeblich  ihn 
betreffendes  Gerichtsurteil,  Haftbefehle  (Beilagen  8  –  10),  eine 
Bestätigung  eines  Hotels  (Beilage  14)  und  mehrere  Schreiben  von 
Rechtsanwälten  (Beilagen  11  und  12)  und  der  Cousine  des 

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Beschwerdeführers,  gegen welche ebenfalls  ein Gerichtsverfahren  laufe 
(Beilage 4 – 6),

dass auf die ausführliche Begründung – soweit für den Entscheid relevant 
– in den Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  zuständige  Instruktionsrichterin  mit  Telefax  vom  19.  Juli  2011 
gestützt  auf  Art.  56  VwVG  den  Vollzug  der  Wegweisung  provisorisch 
aussetzte,

dass  mit  Zwischenverfügung  vom  25.  Juli  2011  die  Gesuche  um 
aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  und  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  abgewiesen  und  der  Beschwerdeführer – 
unter  Androhung  eines  Nichteintretensentscheids  –  aufgefordert  wurde, 
einen Kostenvorschuss von Fr. 600.­ innert Frist einzuzahlen,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Kostenvorschuss  am  3. August  2011 
fristgerecht leistete,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde – 
vorbehältlich  nachstehender  Erwägungen  –  einzutreten  ist  (Art. 108 
Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 

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sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass demzufolge auf die in der Rechtsmitteleingabe gestellten Antrag, es 
sei ihm Asyl zu gewähren, nicht einzutreten ist,

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  es  sich  vorliegend  um  einen  zweiten  Nichteintretensentscheid 
gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG handelt, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe einwendet, die 
Vorinstanz  dürfe  grundsätzlich  nicht  ein  zweites  Mal  einen 
Nichteintretensentscheid  gemäss  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  erlassen, 

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sondern  sei  verpflichtet  die  Vorbringen  materiell  zu  prüfen;  zu  diesem 
Schluss  sei  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  in  seinem  Entscheid 
vom 26. Mai 2011 (E­2571/2011) gelangt, 

dass die Auffassung des Beschwerdeführers aus zwei Gründen nicht zu 
teilen ist, 

dass  einerseits  das  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Urteil  vom  26.  Mai 
2011  (E­2571/2011) den vorinstanzlichen Entscheid vom 31. März 2011 
nicht  mangels  materieller  Auseinandersetzung  mit  den  Asylvorbringen 
aufhob  und  an  die  Vorinstanz  zurückwies,  sondern  vielmehr,  um  im 
Rahmen  eines  zweiten  Asylverfahrens  zu  prüfen,  ob  Art.  16  Abs.  3 
Dublin­II­VO Anwendung finde, 

dass  andererseits  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen 
(insbesondere  Dublin­II­VO)  keine  derartige  Verpflichtung  für  die 
Mitgliedstaaten und die Dublin­Assoziierungsstaaten beinhaltet,

dass deshalb die schweizerischen Asylbehörden ein zweites Asylgesuch 
nicht zwingend materiell zu beurteilen haben,  

dass  indessen  zu prüfen bleibt,  ob  die Verpflichtung Deutschlands,  den 
Beschwerdeführer  gemäss  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­VO  wieder 
aufzunehmen (vgl. deren Zustimmung vom 21. Juni 2010 BFM­Akte A18), 
noch besteht oder erlöscht ist, weil der Beschwerdeführer gemäss seinen 
Ausführungen den Dublin­Raum  für mehr als drei Monate verlassen hat 
(vgl.  Art.  16  Abs.  3 Dublin­II­VO)  und  deshalb  die  Zuständigkeit  für  die 
Durchführung  des  vorliegenden  Asylverfahrens  auf  die  Schweiz 
übergegangen wäre,

dass  das  BFM  hinsichtlich  dieser  Frage  ausführte,  die  angebliche 
Rückreise  in  die  Türkei  habe  der  Beschwerdeführer  nicht  substanziiert 
schildern  und  insbesondere  weder  den  genauen  Zeitpunkt  oder  das 
Datum der Wiedereinreise noch die angeblich benutzten Transportmitteln 
nennen können, 

dass er  lediglich angegeben habe, er  sei  beide Male  (in die Türkei  und 
zurück  in  die  Schweiz)  im  Lastwagen  durch  ihm  unbekannte  Länder 
gereist, 

dass diese ungenauen Angaben typisch seien für Personen, welche ihren 
tatsächlichen Reiseweg verheimlichen wollten, 

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dass auch die Ausführungen zum Aufenthalt nicht glaubhaft seien, weil er 
während  des  sechsmonatigen  Aufenthalts  bei  seinem  Cousin  gelebt 
haben wolle, aber dessen Adresse nicht habe nennen können,

dass auch der geltend gemachte Einstieg in den Lastwagen in E._______ 
mit der Aussage, er habe sich ausschliesslich in D._______ aufgehalten, 
nicht übereinstimme, 

dass  ferner  nicht  nachvollziehbar  sei,  dass  er  freiwillig  in  die  Türkei 
gereist sei, wenn ihm dort angeblich eine mehrjährige Haftstrafe drohe, 

dass demgegenüber der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe 
ausführte, er sei während der Nacht gereist, weshalb er nichts habe lesen 
und deshalb auch keine näheren Angaben habe machen können, 

dass überdies Beweise (Beilagen 3 – 12) für den Aufenthalt in der Türkei 
vorliegen würden, insbesondere die Beweismittel 4 – 7,  

dass er aber gezwungen worden sei, die Türkei zu verlassen, weil nach 
seiner  Rückkehr  ein  Haftbefehl  gegen  ihn  und  seine  Cousine  erlassen 
worden sei, und sie dort von den türkischen Behörden gesucht würden, 

dass  ihm  aufgrund  der  vorgeworfenen  Mitgliedschaft  bei  der  PKK 
fünfzehn Jahre Gefängnisstrafe drohen würden,  

dass  es  ferner  nicht  sein  Ziel  gewesen  sei,  den  Dublin­Raum  für  drei 
Monate  zu  verlassen,  damit  eine  neue  Zuständigkeit  begründet  würde, 
denn – wäre das so gewesen – dann hätte er sich nur für drei Monate in 
der Türkei aufgehalten und nicht länger, 

dass das Bundesverwaltungsgericht nach Prüfung der Akten zur gleichen 
Einschätzung  hinsichtlich  der  Unglaubhaftigkeit  des  Türkeiaufenthalts 
gelangt wie die Vorinstanz, weshalb auf die zutreffenden vorinstanzlichen 
Erwägungen  sowie  auf  die  Zwischenverfügung  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 25. Juli 2011 verwiesen wird,

dass  weiter  mit  der  Vorinstanz  einherzugehen  ist,  dass  es  kaum 
nachvollziehbar  ist,  weshalb  sich  der  Beschwerdeführer  freiwillig  in  die 
Türkei  hätte  begeben  sollen,  wenn  ihm  dort  gemäss  seinen  Aussagen 
eine  sieb­  bzw.  fünfzehnjährige  Gefängnisstrafe  droht  (vgl.  B3  S.  5; 
Beschwerdeschrift vom 14. Juli 2011 S. 6), 

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dass  die  Argumentation  des  Beschwerdeführers  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe,  wonach  sein  sechsmonatiger  Aufenthalt  in  der 
Türkei  geradezu  belege,  dass  er  nicht  beabsichtigt  habe,  eine  neue 
Zuständigkeit  zu  begründen  (Art.  16 Abs.  3 Dublin­II­VO),  sodann  auch 
kein  stichhaltiges  Argument  für  dessen  tatsächlichen  Aufenthalt  in  der 
Türkei zu liefern vermag, 

dass  folglich  in  nachvollziehbarer Weise  dargelegt  worden  ist,  weshalb 
der  Beschwerdeführer  seinen  Türkeiaufenthalt  nicht  glaubhaft  machen 
konnte,  

dass somit Art. 16 Abs. 3 Dublin­II­VO nicht zur Anwendung gelangt,

dass  die  Verpflichtung  Deutschlands  zur  Übernahme  des 
Beschwerdeführers  mithin  nicht  erlöscht  ist,  nachdem  die  deutschen 
Asylbehörden der Übernahme gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin­II­
VO  am 21. Juni 2010 (A18) zugestimmt haben, und die Überstellungsfrist 
nicht abgelaufen ist, 

dass sich nämlich ein Antrag des BFM vom 18. September 2010 an die 
deutschen Asylbehörden  auf  Verlängerung  der Überstellungsfrist  bis  18 
Monate  infolge  Untertauchens  des  Beschwerdeführers  (Art.  20  Abs.  2 
Dublin­II­VO i.V.m. Art. 9 Abs. 2 der Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der 
Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen 
zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 [DVO]) in den Akten befindet,  

dass  die  Verlängerung  auf  höchstens  18  Monate  (Art.  20  Abs.  2 
i.V.m. Art. 20  Abs.  1  Bst.  d  Dublin­II­VO)  ab  dem  Zeitpunkt  der 
Zustimmung  (21  Juni  2010)  zur  Wiederaufnahme  hinzuzurechnen  ist, 
weshalb  die Überstellung des Beschwerdeführers  bis  am 21. Dezember 
2011  –  und  nicht  wie  von  der  Vorinstanz  berechnet  bis  am  5.  Februar 
2012 – zu erfolgen hat, 

dass  Deutschland  infolgedessen  nach  wie  vor  für  die  Prüfung  eines 
erneuten  Asylantrags  bzw.  der  Asylgründe  des  Beschwerdeführers 
zuständig  ist, und keine Hindernisgründe  für die Überstellung ersichtlich 
sind, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 10. März 2011 
zur Wegweisung nach Deutschland und dessen Zuständigkeit ausführte, 
er  habe  immer  in  die  Schweiz  kommen  wollen,  denn  er  vertraue 

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Deutschland  nicht,  weil  viele  Asylbewerber  in  die  Türkei  weggewiesen 
würden,

dass  auf  Beschwerdeebene  hinsichtlich  einer  allfälligen  Wegweisung 
nach Deutschland nichts vorgebracht wurde,

dass bezüglich der Befürchtung des Beschwerdeführers, er werde in die 
Türkei  ausgewiesen,  festzuhalten  ist,  dass  er  die  vorliegend  geltend 
gemachten  Asylgründe  (drohende  langjährige  Gefängnisstrafe  aufgrund 
der Mitgliedschaft der PKK, neu gegen ihn erlassener Haftbefehl) bei den 
deutschen Asylbehörden vorzubringen hat, weil diese nach wie vor für die 
Prüfung seiner Asylgründe zuständig sind, 

dass  weiter  festzustellen  ist,  dass  Deutschland  unter  anderem 
Signatarstaat  der  EMRK,  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  und  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  ist  und  keine  Hinweise  darauf  bestehen,  dass  sich 
Deutschland nicht an die völkerrechtlichen Bestimmungen halten würde,

dass  aufgrund  der  vorgenannten  Ausführungen  keine  völkerrechtlichen 
oder  humanitären  Vollzugshindernisse  festzustellen  sind  (Art.  3  Abs.  2 
Dublin­II­VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1], 

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und 
auch  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 
2001 Nr. 21), 

dass  in  Verfahren  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  nach 
Hindernissen  des  Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits 
Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides  ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2) und allfällige 
völkerrechtliche  und  humanitäre  Vollzugshindernisse  im  Rahmen  der 

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eventuellen  Anwendung  der  sogenannten  Souveränitätsklausel  (Art.  3 
Abs.  2  Dublin­II­VO  i.V.m.  Art.  29a  Abs.  3  AsylV  1)  zu  prüfen  sind, 
weshalb kein Raum für Ersatzmassnahmen  im Sinne von Art. 44 Abs. 2 
AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 – 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) besteht,

dass vorliegend – wie oben dargelegt – keine solche Vollzugshindernisse 
auszumachen sind, 

dass  es  dem  Beschwerdeführer  folglich  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig  und  unvollständig  feststellt  oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),  diese  indessen  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  gedeckt 
und damit beglichen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten war – abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird mit  dem  in  der  gleichen Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Stella Boleki

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