# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1750e3e-5e3f-57d6-ab8c-7915f359e47d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.06.2021 SB200227
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200227_2021-06-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200227-O/U/ad 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Stiefel und  

Oberrichterin lic. iur. Bertschi sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 15. Juni 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Kauf,  

Anklägerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte 

 

sowie 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____,  
Privatkläger 

4. D._____,  
5. E._____,  
6. F._____,  
Privatkläger und Berufungskläger 

 

2 vertreten durch W._____,  

3 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

4, 5, 6 unentgeltlich vertreten durch Fürsprecher Y._____ 

 

gegen 

 

-   2   - 

G_____,  
Beschuldigte, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ 

 

betreffend Mord etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 
13. Dezember 2019 (DG190008) 
 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 5. Februar 

2019 ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig 

− der Gehilfenschaft zu Mord im Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. Art. 25 
StGB (Dossier 1) 

− des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und 
Ziff. 2 StGB (Dossier 2) 

− der Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 
Abs. 1 und Ziff. 4 StGB i.V.m. Art. 25 StGB (Dossier 1) 

− der versuchten qualifizierten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 
und Ziff. 3 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 2 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB 
(Dossier 2) 

− der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 
Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Dossier 2) 

− der Gehilfenschaft zu versuchtem gewerbsmässigen Betrug im Sinne 
von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und 
i.V.m. Art. 25 StGB (Dossier 5) 

− des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (Dossier 11) 
− der Gehilfenschaft zu Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 25 StGB (Dossier 2) 
− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (Dossier 11) 
− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a WG (Dossier 2). 

2. Die Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwür-

fen 

− des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 
Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Dossier 2, Dossier 10) 

− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Dossier 1) 
− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (Dossier 1) 
− der Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB (Dossier 1) 

-   4   - 

− der Störung des Totenfriedens im Sinne von Art. 262 Ziff. 1 Abs. 3 und 
Ziff. 2 StGB (Dossier 2) 

− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 
Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a WG und Art. 27 WG (Dossi-
er 1). 

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit 11 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

1'014 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.  

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände 

− 1 Schreibblock A4 (A009'403'387) 
− HP mit Laptoptasche und Ladekabel (A011'118'448) 
− USB Memory Stick, Dane Elec (A011'118'539) 
− USB Memory Stick Intenso (A011'118'562) 
− Brief in Couvert (A011'118'915) 
− USB Memory Stick Emtec (A011'118'982)  
− andere Datenträger 0042.18.01.H01 (A011'169'861) 
− Notebook Acer (A009'403'467) 

werden eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung bzw. zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände  

− Festplatte Western Digital 750 GB (A009'379'957) 
− externe Festplatte Western Digital (A009'381'026) 
− Apple iPhone SE (A011'120'904) 
− Apple iPhone 6 (A009'403'263)  

werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles heraus-

gegeben. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände  

-   5   - 

− mit Handschrift von G._____ beschriebene Rückseite einer RTI-Liste 
"Ermittlungsverfahren TRUCK - alle RTI-Verbindungen mit F._____" 
(A011'281'804) 

− diverse Dokumente / Quittungen iS Serbien (A009'403'412) 
− 1 schwarze Plastikmappe mit diversen Dokumenten (A009'403'478) 
− Dokumente (A011'119'418) 
− diverse Papierware (A011'122'955, A011'123'016, A011'123'107, 

A011'123'152, A011'123'243, A011'123'345, A011'145'270, 
A011'161'243, A011'161'254, A011'161'265, A011'175'227, 
A011'177'916, A011'178'157, A011'281'735) 

− diverse lose Unterlagen (A011'119'189) 

werden zu den Akten genommen. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I vom 5. Februar 2019 beschlag-

nahmte Barschaft von Fr. 951.65 wird zur Deckung der Verfahrenskosten 

verwendet. 

9. Die Zivilklage des Privatklägers 1 wird auf den Zivilweg verwiesen. 

10. Die Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten 

H._____ (Geschäfts-Nr. DG190009-C) verpflichtet, der Privatklägerin 2 

Fr. 7'665.60 zuzüglich 5% Zins ab 16. März 2013 als Schadenersatz zu be-

zahlen.  

11. Die Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten 

H._____ (Geschäfts-Nr. DG190009-C) und dem Mitbeschuldigten I._____ 

(DG190010-C) verpflichtet, der Privatklägerin 3 Fr. 40'000.– zuzüglich 5% 

Zins ab 3. Juni 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Davon entfallen im In-

nenverhältnis Fr. 10'000.– zuzüglich 5% Zins ab 3. Juni 2016 auf die Be-

schuldigte, Fr. 20'000.– zuzüglich 5% Zins ab 3. Juni 2016 auf den Mitbe-

schuldigten H._____ (DG190009-C) und  

Fr. 10'000.– zuzüglich 5% Zins ab 3. Juni 2016 auf den Mitbeschuldigten 

I._____ (DG190010-C).  

12. Die Zivilklagen der Privatkläger 4 bis 6 werden abgewiesen. 

-   6   - 

13. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 7'500.– inkl. MWST zu bezahlen.  

14. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 40'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 30'000.–  Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 13'224.70  Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 29'661.80  Gutachten/Expertisen etc. 

Fr. 891.90  Zeugenentschädigung 

Fr. 13'953.65  Auslagen Untersuchung 

Fr. 1'501.40  Diverse Kosten 

Fr. 3'327.65  Ausserkantonale Untersuchungskosten 

Fr. 500.–  Kosten des Entsiegelungsverfahrens GM180003-L 

Fr. 155'450.95 
 Amtliche Verteidigungskosten inkl. MWST, wovon  
 Fr. 77'010.70 inkl. MWST bereits ausbezahlt, somit  
 verbleibend Fr. 78'440.25 inkl. MWST 

 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtli-

chen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 

Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. Die Kosten des 

Entsiegelungsverfahrens GM180003-L in Höhe von Fr. 500.– werden auf die 

Gerichtskasse genommen.  

Berufungsanträge: 

a) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 253 S. 17, Original im Verfahren SB200226) 

1. Dispositivziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 

13.12.2019, Spiegelstriche 1 und 3, seien aufzuheben und die Be-

schuldigte sei schuldig zu sprechen: 

-   7   - 

- des Mordes (in Mittäterschaft) im Sinne von Art. 112 StGB (Dos-
sier 1) 

- des qualifizierten Raubes (in Mittäterschaft) im Sinne von 
Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 und 4 StGB (Dossier 1). 

1. Dispositivziffer 2, Spiegelstrich 5, sei aufzuheben, und die Beschuldigte 

sei der Störung des Totenfriedens im Sinne von Art. 262 Ziff. 1 Abs. 3 

und Ziff. 2 StGB (Dossier 2) schuldig zu sprechen. 

2. Dispositivziffer 2, Spiegelstrich 6, sei aufzuheben, und die Beschuldigte 

sei der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 

Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a und Art. 27 WG (Dossier 1) schul-

dig zu sprechen. 

3. Dispositivziffer 3 des Urteils sei aufzuheben, und die Beschuldigte sei 

mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

4. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. 

b) Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten G._____:  

(Urk. 256 S. 2 f.) 

1. Es seien die folgenden Ziffern des Dispositivs des Urteils des Bezirks-

gerichts Bülach vom 13. Dezember 2019 in Geschäfts-Nr. DG190008 

aufzuheben und folgendermassen abzuändern: 

1a. Ziff. 1 Siegelstrich 1: Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der Gehilfen-

schaft zu Mord im Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. Art. 25 StGB (Dossi-

er 1) freizusprechen; 

1b. Ziff. 1 Siegelstrich 2: Die Beschuldigte sei von der Gehilfenschaft zum 

Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 25 StGB 

schuldig zu sprechen (Dossier 2); 

-   8   - 

1c. Ziff. 1 Spiegelstrich 3: Die Beschuldigte sei der Gehilfenschaft zum 

Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 25 StGB 

schuldig zu sprechen (Dossier 1); 

1d. Ziff. 1 Spiegelstrich 4: Die Beschuldigte sei der Gehilfenschaft zur ver-

suchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 25 StGB schuldig zu sprechen (Dossier 2); 

1e. Ziff. 1 Spiegelstrich 5: Die Beschuldigte sei der Gehilfenschaft zur Frei-

heitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 

und Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 25 StGB schuldig zu sprechen (Dossier 2); 

1f. Ziff. 1 Spiegelstrich 10: Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der Wider-

handlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a WG (Dossier 2) freizusprechen; 

1g. Ziff. 3: Die Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 66 Monaten zu 

bestrafen; unter Anrechnung der erstandenen Haft; 

1h. Ziff. 5 Spiegelstrich 3: Der mit Verfügung der Anklägerin beschlag-

nahmte USB Memory Stick, Dane Elec (A011'118'448) sei der Be-

schuldigten nach Eintritt der Rechtskraft herauszugeben; 

2. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 7.7 % MWST) zu Lasten 

des Staates. 

-   9   - 

c) Der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläger D._____, E._____ 

und F._____:  

(Urk. 255 S. 15 ff., Original im Verfahren SB200226) 

D._____ / gegen G._____ 

1. (im Strafpunkt) 

Das Urteil betreffend die Ziffer 1 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben, 

und die Strafsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen; dies unter Anordnung, dass die Vorinstanz der Staatsanwalt-

schaft verbindlich die Weisung erteilt, deren Anklageschrift aufgrund 

einer Neubeurteilung der Strafuntersuchung, ob sich die Beschuldigte 

u.a. auch wegen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB als Mittäterin, 

eventuell: als Gehilfin, z.N. von J._____ sel. allenfalls strafbar gemacht 

hat, gegebenenfalls zu ergänzen (Art. 329 Abs. 2 StPO). Weiter sei die 

Anklageschrift zur Ergänzung an die Staatsanwaltschaft zurückzuwei-

sen. 

2. (im Strafpunkt) 

Das Urteil betreffend die Ziffer 2 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben 

(Punkt Störung des Totenfriedens z.N. J._____ sel.), und die Beschul-

digte sei wegen Störung des Totenfriedens als Mittäterin schuldig zu 

sprechen und zu bestrafen. 

3. (im Zivilpunkt) 

Das Urteil betreffend die Ziffer 12 des Urteilsdispositivs sei aufzuhe-

ben, und die Beschuldigte sei zu verurteilen, dem Privatkläger adhäsi-

onsweise eine Genugtuungssumme von Fr. 25'000.– zu bezahlen; 

eventuell: die zu zahlende Genugtuungssumme sei nach richterlichem 

Ermessen festzulegen. 

-   10   - 

4. Das Berufungsverfahren sei so weit zu sistieren. 

5. Die Verfahrenskosten seien der Beschuldigten aufzuerlegen. 

6. Die amtliche Entschädigung des Anwalts für die unentgeltliche Rechts-

pflege sei für das Berufungsverfahren gemäss eingereichter Honorar-

note festzulegen. 

E._____ / gegen G._____ 

1. (im Strafpunkt) 

Das Urteil betreffend die Ziffer 1 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben, 

und die Strafsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen; dies unter Anordnung, dass die Vorinstanz der Staatsanwalt-

schaft verbindlich die Weisung erteilt, deren Anklageschrift aufgrund 

einer Neubeurteilung der Strafuntersuchung, ob sich die Beschuldigte 

u.a. auch wegen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB als Mittäterin, 

eventuell: als Gehilfin, z.N. von J._____ sel. allenfalls strafbar gemacht 

hat, gegebenenfalls zu ergänzen (Art. 329 Abs. 2 StPO). Weiter sei die 

Anklageschrift zur Ergänzung an die Staatsanwaltschaft zurückzuwei-

sen. 

2. (im Strafpunkt) 

Das Urteil betreffend die Ziffer 2 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben 

(Punkt Störung des Totenfriedens z.N. J._____ sel.), und die Beschul-

digte sei wegen Störung des Totenfriedens als Mittäterin schuldig zu 

sprechen und zu bestrafen. 

3. (im Zivilpunkt) 

Das Urteil betreffend die Ziffer 12 des Urteilsdispositivs sei aufzuhe-

ben, und die Beschuldigte sei zu verurteilen, der Privatklägerin adhäsi-

onsweise eine Genugtuungssumme von Fr. 25'000.– zu bezahlen; 

-   11   - 

eventuell: die zu zahlende Genugtuungssumme sei nach richterlichem 

Ermessen festzulegen. 

4. Das Berufungsverfahren sei so weit zu sistieren. 

5. Die Verfahrenskosten seien der Beschuldigten aufzuerlegen. 

6. Die amtliche Entschädigung des Anwalts der Privatklägerin für die un-

entgeltliche Rechtspflege sei für das Berufungsverfahren gemäss ein-

gereichter Honorarnote festzulegen. 

F._____ / gegen G._____ 

1. (im Strafpunkt) 

Das Urteil betreffend die Ziffer 1 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben, 

und die Strafsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen; dies unter Anordnung, dass die Vorinstanz der Staatsanwalt-

schaft verbindlich die Weisung erteilt, deren Anklageschrift aufgrund 

einer Neubeurteilung der Strafuntersuchung, ob sich die Beschuldigte 

u.a. auch wegen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB als Mittäterin, 

eventuell: als Gehilfin, z.N. von J._____ sel. allenfalls strafbar gemacht 

hat, gegebenenfalls zu ergänzen (Art. 329 Abs. 2 StPO). Weiter sei die 

Anklageschrift zur Ergänzung an die Staatsanwaltschaft zurückzuwei-

sen. 

2. (im Strafpunkt) 

Das Urteil betreffend die Ziffer 2 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben 

(Punkt Störung des Totenfriedens z.N. J._____ sel.), und die Beschul-

digte sei wegen Störung des Totenfriedens als Mittäterin schuldig zu 

sprechen und zu bestrafen. 

3. (im Zivilpunkt) 

-   12   - 

Das Urteil betreffend die Ziffer 12 des Urteilsdispositivs sei aufzuhe-

ben, und die Beschuldigte sei zu verurteilen, dem Privatkläger adhäsi-

onsweise eine Genugtuungssumme von Fr. 12'500.– zu bezahlen; 

eventuell: die zu zahlende Genugtuungssumme sei nach richterlichem 

Ermessen festzulegen. 

4. Das Berufungsverfahren sei so weit zu sistieren. 

5. Die Verfahrenskosten seien der Beschuldigten aufzuerlegen. 

6. Die amtliche Entschädigung des Anwalts des Privatklägers für die un-

entgeltliche Rechtspflege sei für das Berufungsverfahren gemäss ein-

gereichter Honorarnote festzulegen. 

________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 13. Dezember 2019 

wurde die Beschuldigte der Gehilfenschaft zu Mord, des qualifizierten Raubes, 

der Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub, der versuchten qualifizierten Erpres-

sung, der Freiheitsberaubung und Entführung, der Gehilfenschaft zu versuchtem 

gewerbsmässigem Betrug, des Betruges, der Gehilfenschaft zu Urkundenfäl-

schung, der Irreführung der Rechtspflege und der Widerhandlung gegen das Waf-

fengesetz schuldig gesprochen. Freigesprochen wurde sie vom Vorwurf des 

mehrfachen gewerbsmässigen Betruges (Dossiers 2 und 10), der Urkundenfäl-

schung (Dossier 1), der einfachen Körperverletzung (Dossier 1), der Begünsti-

gung (Dossier 1), der Störung des Totenfriedens (Dossier 2) und der Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz (Dossier 1). Sie wurde bestraft mit einer Freiheits-

-   13   - 

strafe von 11 Jahren. Es wurde über die Verwendung beschlagnahmter Gegen-

stände sowie Barschaft und die Zivilforderungen der Privatkläger entschieden. 

Gegen das Urteil haben die Privatkläger 4 bis 6 fristgerecht Berufung angemeldet. 

In ihren Berufungserklärungen vom 13. Mai 2020 (Urk. 223 ff.) beantragen sie, 

die Beschuldigte sei in Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 1 des Mor-

des und in Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 Spiegelstrich 5 der Störung des To-

tenfriedens schuldig zu sprechen. Ferner sei sie in Aufhebung von Dispositiv-

Ziffer 12 zu verpflichten, den Privatklägern 4 und 5 eine Genugtuung im Betrage 

von je Fr. 25'000.– und dem Privatkläger 6 eine Genugtuung im Betrage von 

Fr. 12'500.– zu bezahlen. 

Die Staatsanwaltschaft hat ebenfalls innert Frist Berufung gegen das Urteil ange-

meldet. In ihrer Berufungserklärung vom 13. Mai 2020 (Urk. 226) beantragt sie, 

die Beschuldigte sei in Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 1 des Mor-

des (in Mittäterschaft), in Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 3 des 

qualifizierten Raubes (in Mittäterschaft) sowie in Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 

Spiegelstrich 5 der Störung des Totenfriedens schuldig zu sprechen. Die Be-

schuldigte sei in Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 3 mit einer lebenslänglichen 

Freiheitsstrafe zu bestrafen. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestäti-

gen. 

Die Beschuldigte erklärte fristgerecht mit Eingabe vom 30. Juni 2020 Anschluss-

berufung (Urk. 240). Sie beantragt in Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 Spiegel-

strich 1 Freispruch vom Vorwurf der Gehilfenschaft zum Mord, in Aufhebung von 

Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 2 Schuldigsprechung der Gehilfenschaft zu Raub 

im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 25 StGB, in Aufhebung von 

Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 3 Schuldigsprechung der Gehilfenschaft zu Raub 

im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 25 StGB, in Aufhebung von 

Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 4 Schuldigsprechung der Gehilfenschaft zu ver-

suchter Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB i.V.m Art. 22 Abs. 1 StGB 

i.V.m. Art. 25 StGB, in Aufhebung von Dispositiv- Ziffer 1 Spiegelstrich 5 Schul-

digsprechung der Gehilfenschaft zur Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne 

von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 25 StGB und in Aufhebung 

-   14   - 

von Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 10 Freispruch vom Vorwurf der Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz (Dossier 2). Sie beantragt Bestrafung mit einer 

Freiheitsstrafe von 66 Monaten (Dispositiv-Ziffer 3) und Herausgabe des UBS 

Memory Sticks Dane Elec gemäss Dispositiv-Ziffer 5 Spiegelstrich 3. 

Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass das vorinstanzliche Urteil 

bezüglich Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstriche 6, 7, 8 und 9, Dispositiv-Ziffer 2 teil-

weise (Spiegelstrich 5 ausgenommen), Dispositiv-Ziffer 5 teilweise (Spiegelstrich 

3 ausgenommen), Dispositiv-Ziffern 6-11, 13 und 14 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Nichteintreten auf die Berufungen der Privatkläger 4 bis 6 

Die Privatkläger 4 bis 6 beantragten mit ihren Berufungen im Hauptstandpunkt 

Schuldigsprechung der Beschuldigten des Mordes, eventualiter der Gehilfen-

schaft zu Mord. Subeventualiter beantragten sie, der Straffall sei in Bezug auf ei-

ne allfällige Mittäterschaft oder Teilnahme am Mord an J._____ zur Beurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen unter Anordnung, dass die Vorinstanz die Staats-

anwaltschaft förmlich und rechtsverbindlich einlade, deren Anklage aufgrund einer 

Neubeurteilung des Vorverfahrens zu ändern/oder zu ergänzen und zu erweitern, 

nötigenfalls unter Einleitung eines ergänzenden Vorverfahrens durch die Staats-

anwaltschaft (vgl. Urk. 255). 

Im Rahmen der Prüfung der Vorfragen wurde in der Berufungsverhandlung vom 

8. Juni 2021 auf die Berufung der Privatkläger 4 bis 6 bezüglich des beantragten 

Schuldspruchs der Beschuldigten G._____ wegen Mordes (ev. Gehilfenschaft da-

zu) nicht eingetreten. Der entsprechende Beschluss wurde mündlich eröffnet und 

schriftlich begründet mitgeteilt (Prot. II S. 21 f.; Urk. 259). 

Gegenstand der materiellen Prüfung im vorliegenden Verfahren bilden demzufol-

ge nur noch die Berufungsanträge der Privatkläger 4 bis 6 betreffend Schuld-

spruch der Beschuldigten G._____ der Störung des Totenfriedens sowie betref-

fend die Zivilforderungen im Zusammenhang mit den Vorwürfen der Erpressung, 

des Raubes, der Körperverletzung und der Freiheitsberaubung zum Nachteil von 

J._____ sel.. 

-   15   - 

3. Beweisanträge 

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einvernahme von K._____ als Zeugin in 

der Berufungsverhandlung (Urk. 226 S. 1). 

Die Beschuldigte beantragte Abweisung des Beweisantrags der Staatsanwalt-

schaft und für den Fall der Gutheissung des Antrags der Staatsanwaltschaft die 

Zeugeneinvernahme von L._____, M._____, N._____, O._____, P._____, 

Q._____, R._____ und Herr S._____ (Urk. 240 S. 3 und S. 5 ff.). 

Die Beweisanträge der Staatsanwaltschaft und der Beschuldigten wurden mit 

Präsidialverfügung vom 1. März 2021 einstweilen abgewiesen (Urk. 246). In der 

Berufungsverhandlung wurden die Beweisanträge nicht erneuert. Entsprechende 

Beweisabnahmen erübrigen sich. 

II. Sachverhaltserstellung 

1. Vorbemerkungen  

Gegenstand der Sachverhaltserstellung im vorliegenden Verfahren bilden die An-

klagesachverhalte betreffend Dossiers 1 und 2. Die Schuldsprüche und Freisprü-

che der Beschuldigten betreffend die weiteren Dossiers sind in Rechtskraft er-

wachsen. Die Anklagevorwürfe wurden von der Vorinstanz zutreffend zusammen-

gefasst (Urk. 221 S. 18 f., S. 45 f.). Es kann vorab darauf verwiesen werden. 

Mit der Vorinstanz ist ferner festzuhalten, dass sich bei der Sachverhaltserstellung 

ein chronologisches Vorgehen aufdrängt, da die Ergebnisse der Sachverhaltser-

stellung betreffend die zeitlich früheren Vorwürfe unter Dossier 2 Rückschlüsse 

auf die Sachverhaltserstellung betreffend Dossier 1 erlauben. 

Hinsichtlich der Aussagen der Beschuldigten und der beiden Mitbeschuldigten ist 

darauf hinzuweisen, dass viele Einvernahmen sich sowohl mit den Vorwürfen 

gemäss Dossier 1 als auch mit denjenigen gemäss Dossier 2 befassen. Die Aus-

sagen der Beschuldigten werden daher nachfolgend chronologisch und nicht nach 

Anklagevorwürfen kurz zusammengefasst. Dieses Vorgehen erlaubt zudem ihr 

Aussageverhalten im Überblick zu würdigen. 

-   16   - 

2. Zu erstellender Sachverhalt 

2.1. Dossier 2 

Die Beschuldigte hat den Anklagevorwurf betreffend Dossier 2 weitgehend aner-

kannt. Ihr Geständnis wird durch die Aussagen der Mitbeschuldigten, das Ergeb-

nis der Auswertung der Mobiltelefone (Inhalte und Antennenstandorte) und durch 

Urkunden gestützt. Im Umfang ihres Geständnisses ist der Sachverhalt erstellt. 

Bestritten hat die Beschuldigte den Sachverhalt in folgenden Punkten: 

Sie bestritt, dass sie mit H._____ und I._____ übereingekommen sei, J._____ un-

ter einem Vorwand an den Wohnort von H._____ zu locken. Sie machte geltend, 

sie habe erst am 27. April 2016 als sie nach Hause zurückgekehrt sei, erfahren, 

dass J._____ unter einem Vorwand nach T._____ gelockt werde.  

Sie bestritt auch, Kenntnis davon gehabt zu haben, dass I._____ J._____ vortäu-

schen würde, dass er den BMW in eine Autogarage zur Reparatur transportiere 

und dass H._____ J._____ das Fahrzeug BMW entwenden werde. 

Bestritten wird seitens der Beschuldigten, dass sie wusste, dass H._____ J._____ 

überwältigen, fesseln und gefangen halten werde.  

Sie stellte ferner in Abrede, sich am Gespräch mit J._____ im Haus beteiligt und 

den gefesselten J._____ aufgefordert zu haben, Drogen und Geld zu besorgen 

und ihnen zu übergeben oder ihnen Informationen über den Verbleib von Drogen 

und Geld zu geben. 

Sie machte geltend, sie habe erst im Nachhinein erfahren, dass der Mercedes 

gegen den Willen von J._____ in den Besitz von H._____ übergegangen sei. 

Zudem bestritt G._____, die Leiche von J._____ mit H._____ zum ausgehobenen 

Grab getragen zu haben. Sie machte geltend, sie sei nicht in der Lage gewesen, 

die Leiche anzufassen und habe nur dagestanden als H._____ die Leiche in das 

Grab geworfen habe. 

-   17   - 

2.2. Dossier 1 

G._____ bestritt den Vorwurf, sie sei Ende Mai/Anfang Juni 2016, spätestens am 

Vormittag des 3. Juni 2016, mit H._____ und I._____ übereingekommen, sich an 

der Überwältigung, Fesselung und Entführung von U._____ sel. unter Einsatz ei-

ner Schusswaffe sowie dem Entwenden des Lastwagens zu beteiligen. 

Ferner erklärte sie sich nicht geständig, bereits im Zeitpunkt der Tatplanung mit 

der Tötung von U._____ sel. durch H._____ gerechnet zu haben, und den späte-

ren Tod von U._____ sel. gewollt, eventualiter in Kauf genommen zu haben. 

Sie stellte in Abrede, gewusst zu haben, dass der mitgeführte Anhänger zum spä-

teren Transport des zum Widerstand unfähig gemachten U._____ sel. verwendet 

werde. 

Nicht geständig ist die Beschuldigte, dass sie spätestens als sie das Mobiltelefon 

von U._____ sel. entgegen genommen habe, um dieses in V._____ zu deponie-

ren, gewusst habe, dass H._____ U._____ sel. töten werde und dies gewollt oder 

zumindest in Kauf genommen habe. 

3. Sachverhaltserstellung Dossiers 1 und 2 

3.1. Aussagen der Beschuldigten 

3.1.1  Polizeiliche Einvernahme vom 8. Juni 2016 (Urk. D1/05/01) 

In ihrer ersten Einvernahme sagte die Beschuldigte aus, H._____ habe sie glaub-

lich am 3. Juni 2016 informiert, dass er und I._____ einen Lastwagen besichtigen 

gehen und I._____ diesen wahrscheinlich kaufen werde (Urk. D1/05/01 S. 1). Sie 

habe ihn gefragt, wie sie nach Hause kommen wollen, wenn sie den Lastwagen 

kaufen würden, und die Kinder hätten sich auf den Tagesausflug gefreut. Sie sei 

im Subaru und H._____ zusammen mit I._____ im Ford Ranger nach V._____ ge-

fahren. Bei der Probefahrt hätten H._____ und der Eigentümer im Lastwagen ge-

sessen, I._____ sei im Ranger gefolgt. Auf der Fahrt habe H._____ sie angerufen 

und ihr mitgeteilt, dass I._____ den Lastwagen kaufe und sie diesen nach 

AA._____ überführen. Vor AA._____ habe H._____ sie angerufen und gesagt, 

-   18   - 

dass der Eigentümer zurück müsse, er werde ihn mit dem Ford Ranger zurück-

bringen. I._____ sei mit dem Lastwagen weiter nach AA._____ gefahren, sie sei 

ihm gefolgt und er sei nach dem Abstellen des Lastwagens bei einer Lastwagen-

firma zu ihr in den Personenwagen gestiegen. Sie seien nach AB._____ gefahren, 

wo sie auf dem Parkplatz bei der Industrie H._____ getroffen hätten. In AD._____ 

habe sie I._____ aussteigen lassen (Urk. D1/05/01 S. 2 f.). Sie habe Herrn 

U._____ selbst nie gesehen und wisse nicht, wie der Kaufvertrag zustande ge-

kommen sei. Sie habe den Vertrag zwischen U._____ und I._____ nach 

AC._____ schicken müssen (Urk. D1/05/01 S. 4). 

3.1.2. Hafteinvernahme vom 21. Juni 2016 (Urk. D1/05/02) 

In dieser Einvernahme bestätigte die Beschuldigte, in der Einvernahme vom 

8. Juni 2016 die Wahrheit gesagt zu haben, präzisierte jedoch, es stimme nicht, 

dass sie den Kaufvertrag noch nie gesehen habe. Sie habe diesen am Freitag 

geschrieben und diesen I._____ auf die Probefahrt mitgegeben (Urk. D1/05/02 S. 

2). H._____ und I._____ hätten ein leeres Formular aus dem Internet gehabt und 

sie habe dieses in V._____ auf dem LKW-Parkplatz am Feldrand ausgefüllt. In 

diesem Punkt habe sie gelogen (Urk. D1/05/02 S. 3). Sie habe das Formular auf-

grund der Fahrzeugpapiere ausgefüllt, Name und Adresse von U._____ habe ihr 

I._____ diktiert und den Kaufpreis angegeben. U._____ sei dabei nicht anwesend 

gewesen (Urk. D1/05/02 S. 4).  

H._____ habe sie am 3. Juni 2016 gefragt, ob sie mitkommen könne zu einer 

Probefahrt, I._____ wolle einen Lastwagen kaufen, sie müsse fahren, denn sie 

müssten ja auch wieder nach Hause kommen. Auf der Probefahrt habe H._____ 

sie angerufen und ihr mitgeteilt, dass I._____ den Lastwagen gekauft habe und 

dieser nach AA._____ überführt werde. H._____ sei dann mit U._____ zurückge-

fahren nach V._____, sie sei I._____ nach AA._____ gefolgt. Dort sei der Last-

wagen abgestellt worden und I._____ sei zu ihr in den PW gestiegen. In 

AB._____ hätten sie H._____ getroffen. In AD._____ sei I._____ ausgestiegen, er 

habe dort sein Auto parkiert gehabt. Sie und H._____ seien nach Hause gefahren 

(Urk. D1/05/02 S. 5). Den Umstand, dass keine Begleitung durch sie bei der Pro-

-   19   - 

befahrt erforderlich gewesen wäre, konnte die Beschuldigte nicht erklären. Sie 

sagte lediglich aus, sie habe dies nicht hinterfragt (Urk. D1/05/02 S. 11). 

Sie habe keine Unterschriften auf den Verträgen gefälscht (Urk. D1/05/02 S. 31). 

3.1.3. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 24. Juni 2016 

(Urk. D1/05/03) 

Die Beschuldigte sagte neu aus, in V._____ sei ein Anhänger vom Ford Ranger 

an den Subaru umgehängt worden (Urk. D1/05/02 S. 2). Während der Probefahrt 

sei der Anhänger auf dem Lidl-Parkplatz wieder an den Ford Ranger angehängt 

worden und sie habe den Auftrag erhalten, das Natel von U._____ zu nehmen 

und damit nach V._____ zurückzufahren mit dem Subaru ohne Anhänger. Zu die-

sem Zeitpunkt sei ihr erstmals durch den Kopf gegangen, dass etwas komisch sei 

an dieser Situation. Sie habe es nicht einordnen können, habe Augen und Ohren 

zugemacht, sei nach V._____ gefahren und habe das Handy dort an einem Feld-

rand deponiert (Urk. D1/05/03 S. 2). Weil sie nicht gewusst habe, wo sie es depo-

nieren solle und H._____ nicht erreicht habe, habe sie I._____ angerufen, der ihr 

gesagt habe, an welcher Strasse sie es deponieren solle (Urk. D1/05/03 S. 6). 

H._____ habe ihr sein Firmenhandy mitgegeben und gesagt, sie solle ihn damit 

anrufen, wenn sie fertig sei. Ihr eigenes Natel habe er genommen (Urk. D1/05/03 

S. 7). An der Tankstelle in AB._____ hätten sie die Handys dann wieder zurück-

getauscht (Urk. D1/05/03 S. 8). Als sie wieder zu Hause gewesen seien, sei 

H._____ nochmals raus zu den Autos gegangen, sei nochmals reingekommen mit 

der Unterschrift von U._____ auf einem leeren Vertrag, sei nochmals mit dem 

Subaru weggefahren, sie wisse nicht wohin, und sei erst um ca. 03.00 bzw. 03.30 

Uhr nach Hause gekommen. Den Vertrag habe sie erst ausgefüllt als H._____ am 

Montagabend angerufen habe, gesagt habe, er sei in AC._____, die Polizei sei 

unterwegs und sie solle dringend den Vertrag ausfüllen. H._____ habe gesagt, sie 

solle I._____ als Käufer eintragen. Sie nehme an, dass I._____ davon Kenntnis 

gehabt habe, denn er sei nebendran gestanden und habe ihr die Ausweisdaten 

geschickt (Urk. D1/05/03 S. 10). Erst am Montag habe sie die Unterschrift von 

U._____ gesehen, als sie den Rest ausgefüllt habe (Urk. D1/05/03 S. 9). I._____ 

habe ihr per Whatsapp den Fahrzeugausweis geschickt. Sie habe dann den Ver-

-   20   - 

trag ausgefüllt mit den Angaben, die sie bekommen habe, habe die Unterschrift 

von I._____ gefälscht, habe die Sachen eingescannt und an die E-Mailadresse 

geschickt. Erst am Dienstag bei der Hausdurchsuchung habe sie erstmals vom 

Tod von U._____ erfahren (Urk. D1/05/03 S. 3). Sie habe sich gefragt, weshalb 

man den Anhänger in V._____ umgehängt habe und warum dieser dabei sei. Sie 

sei davon ausgegangen, dass es einfacher sei, die Probefahrt ohne Anhänger zu 

machen (Urk. D1/05/03 S. 4). Nach der Probefahrt sei ihr erst am Abend, als die 

Kinder im Bett gewesen seien, der Gedanke gekommen, dass sie den Lastwagen 

vielleicht entwendet hätten, vorher sei sie mit den Kindern beschäftigt gewesen 

(Urk. D1/05/03 S. 9). 

3.1.4. Polizeiliche Einvernahme vom 27. Juni 2016 (Urk. D1/05/04) 

Bei dieser Einvernahme handelt es sich um das Protokoll der Suchfahrt. Die Be-

schuldigte bezeichnete dabei unter anderem den Ort, an welchem sie das Handy 

von U._____ deponiert hatte. Dieses wurde denn auch gefunden. Die Beschuldig-

te erklärte, sie habe mit I._____ telefoniert, der ihr gesagt habe, wo sie das Handy 

wegwerfen solle (Urk. D1/05/04 S. 3). Sie habe das Handy von U._____ in einem 

Plastiksack erhalten und habe es beim Deponieren aus dem Plastiksack geschüt-

telt (Urk. D1/05/04 S. 3). Das Handy sei im Flugmodus gewesen, als sie es be-

kommen habe. Sie habe auf dem Weg kurz vor V._____ gedacht, es gehe darum, 

dass es so aussehe, dass U._____ nach V._____ zurückgegangen sei. Sie habe 

daher den Flugmodus rausgenommen. Beim Deponieren sei das Handy im Nor-

malbetrieb gewesen. Sie habe dies von sich aus getan, um Spuren zu verwi-

schen, um H._____ zu schützen, da sie nicht genau gewusst habe, was gesche-

hen sei. Auf die Frage, ob sie den Verdacht gehabt habe, dass U._____ tot sei, 

antwortete sie, erst am Abend als die Kinder im Bett gewesen seien, sei ihr das 

schon mal durch den Kopf gegangen (Urk. D1/05/04 S. 9). Sie habe H._____ 

nicht gefragt, da sie Angst gehabt habe vor der Antwort. Vermutet habe sie, dass 

U._____ tot sei, irgendwo habe er ja sein müssen. Sie habe vermutet, dass er im 

Lastwagen oder im Anhänger sei (Urk. D1/05/04 S. 10). 

-   21   - 

3.1.5. Polizeiliche Einvernahme vom 19. Juli 2016 (Urk. D1/05/06) 

Die Beschuldigte verweigerte die Aussage.  

3.1.6. Polizeiliche Einvernahme vom 9. August 2016 (Urk. D1/05/07) 

Die Beschuldigte verweigerte die Aussage. 

3.1.7. Polizeiliche Einvernahme vom 6. September 2016 (Urk. D1/05/08) 

Die Beschuldigte verweigerte die Aussage mit Ausnahme von Aussagen zu ihrer 

Beziehung zu H._____. Auf die Frage, ob sie von H._____ dominiert werde, ant-

wortete sie, das treffe ein bisschen zu, er habe einfach immer wissen wollen, was 

sie mache, wem sie schreibe, er habe sie einfach kontrollieren wollen. Offiziell 

habe sie gemacht, was er ihr gesagt habe, hintenherum nicht. Es habe keine Ge-

walt in der Ehe gegeben. H._____ habe sie psychisch unter Druck gesetzt, indem 

er gesagt habe, dass die Kinder Vater und Mutter brauchen und die Kinder darun-

ter gelitten hätten, wenn sie ihn hätte verlassen wollen (Urk. D1/05/08 S. 12 f.). Ih-

re finanzielle Situation sei schlecht, sie hätten hohe Schulden, sie habe den 

Überblick verloren, es seien sicher um die Fr. 80'000.–. Sie habe deswegen gros-

se Existenzängste (Urk. D1/05/08 S. 14). H._____ habe versucht, die Firma zu 

retten, habe mit Paletten-Import angefangen und glaublich auch angefangen, An-

hänger zu verkaufen. Weil er einen Kalkulationsfehler gemacht habe, sei alles 

noch schlimmer geworden (Urk. D1/05/08 S. 15). 

Auf Vorhalt, dass H._____ in seinem schriftlichen Geständnis geschrieben habe, 

dass er von Serben bedroht worden sei und die Frage, was sie dazu sagen kön-

ne, erklärte die Beschuldigte, vielleicht sei er von jemandem bedroht worden, aber 

sie wisse nicht von wem. Sie hätten überall Überwachungskameras gehabt. Der 

Beschuldigte habe sich ihr gegenüber konkret nicht über eine Bedrohung geäus-

sert, er habe sich einfach vor allem dann geäussert, als der Bruder von Herrn 

J._____ erschienen sei. Dieser habe auch SMS Drohungen geschickt 

(Urk. D1/05/08 S. 19). Auf die Frage, ob auch die Familie von I._____ von einer 

serbischen Gruppierung bedroht worden sei, erklärte sie, sie wisse, dass der Bru-

-   22   - 

der von Herrn J._____ auch bei der Familie von I._____ gewesen sei (Urk. 

D1/05/08 S. 20). 

3.1.8. Polizeiliche Einvernahmen vom 27. September 2016 (Urk. D1/05/10 

und Urk. D1/05/11)  

In Urk. D1/05/10 finden sich Aussagen zur Person. 

Betreffend die Befragung zur Sache verweigerte die Beschuldigte die Aussage 

(Urk. D1/05/11). 

3.1.9. Polizeiliche Einvernahme vom 30. Juni 2017 (Urk. D1/05/12) 

Diese Einvernahme befasst sich mit dem Vorwurf des Versicherungsbetrugs zum 

Nachteil der AE._____ Versicherung (Dossier 5). Zur Sache verweigerte die Be-

schuldigte die Aussage. Die Frage, ob sie seit ihrer Haftentlassung von jemandem 

belästigt oder bedroht worden sei, verneinte sie (Urk. D1/05/12 S. 2). 

3.1.10. Hafteinvernahme vom 10. Januar 2018 (Urk. D1/05/13) 

Die Beschuldigte bestätigte auf Vorhalt der entsprechenden Aussage von I._____, 

dass sie bei der Zeugeneinvernahme vom 23. Juni 2017 zu dritt im Videoüberta-

gungsraum gewesen seien und sich unterhalten hätten. Worüber H._____ und 

I._____ sich unterhalten hätten, könne sie nicht sagen. Sie selber habe nur mit 

H._____ gesprochen über die Kinder und ihr privates Leben. Sie habe nie über 

Straftaten gesprochen. Sie habe H._____ gesagt, dass sie die Scheidung wolle 

(Urk. D1/05/13 S. 2). Mit I._____ habe sie darüber kommuniziert, wie es ihm gehe 

und ob er H._____ gesehen habe. H._____ habe etwas geschrieben über Deals, 

welche er mit der Staatsanwaltschaft habe, dass er in 7 Jahren wieder draussen 

sei und alles gut werde. Für sie sei das alles bla bla gewesen. Sie habe es gar 

nicht ernst genommen. Es sei mehrheitlich geschrieben worden. Sie seien zu dritt 

in einer Reihe gesessen. Die Polizistin sei ihnen gegenüber gesessen. Sie hätten 

noch einen Bildschirm vor sich gehabt, sodass die Polizistin keine richtig freie 

Sicht auf sie gehabt habe. H._____ und I._____ hätten noch mit Handzeichen et-

was gemacht, sie habe nicht verstanden, um was es gegangen sei. Einer von 

-   23   - 

beiden habe angefangen, auf dem Block zu schreiben und habe diesen weiterge-

geben zu den anderen. Zuerst sei es ein Block gewesen, dann ein Einvernahme-

protokoll. Sie habe nicht gewusst, was sie schrieben und über was. Sie habe zwi-

schen den beiden gesessen. Der Block und das Einvernahmeprotokoll seien 

schon immer bei ihr durchgegangen, seien aber abgedeckt gewesen, es sei im-

mer etwas obendrauf gewesen (Urk. D1/05/13 S. 3 f.). Auf die Frage, ob sie mit 

H._____ nicht über das Verfahren diskutiert habe, erklärte sie, sie könne sich nur 

erinnern, dass sie ihn gefragt habe, ob er noch Termine habe, es sei nur um ein 

Datum gegangen, nicht um Inhalte. Sie wisse nicht, ob H._____ I._____ gesagt 

habe, er dürfe sie nicht belasten, weil sie für die Kinder da sein müsse (Urk. 

D1/05/13 S. 4). 

Betreffend Fragen zu ihrer Tatbeteiligung verweigerte die Beschuldigte die Aus-

sage. 

3.1.11. Polizeiliche Einvernahme vom 2. März 2018 (Urk. D1/05/14) 

Die Beschuldigte sagte aus, sie sei von H._____ gebeten worden, am 27. April 

2016 am Abend fort zu sein und die Kinder wegzubringen, er erwarte J._____ und 

I._____. H._____ und J._____ hätten Krach miteinander gehabt. H._____ und 

J._____ hätten vor gehabt, Drogen von Serbien in die Schweiz zu schmuggeln. 

H._____ habe Fr. 40'000.– darin investiert und habe ihr versprochen, dass sie so 

ihre Schulden loswerden könnten (Urk. D1/05/14 S. 2). Er habe im Jahre 2015 Fr. 

40'000.– bei der Bank abgehoben. Das Geld habe er von seiner Mutter gehabt. 

Dann sei etwas schiefgegangen, und H._____ habe wohl selber gemerkt, dass er 

verarscht worden sei. Deswegen habe er mit J._____ Streit gehabt. Am 27. April 

2016 habe ihr H._____ gesagt, er werde sich zurückholen, was ihm zustehe und 

wolle deshalb mit J._____ sprechen. Sie habe sich dann mit ihrer Affäre einen 

schönen Abend im Solebad gemacht und sei nachher noch in AF._____ unter-

wegs gewesen. H._____ habe ihr geschrieben, sie solle ihn anrufen, was sie spä-

ter getan habe. Er habe sie gefragt, ob sie nicht länger wegbleiben könne. Sie 

habe das verneint, worauf er gesagt habe, sie solle sich beeilen. Als sie nach 

Hause gekommen sei, habe H._____ ihr Auto umparkiert und hinter den Schopf 

gestellt. Er habe ihr gesagt, es habe eine Verzögerung gegeben und sie würden 

-   24   - 

bald kommen, sie müssten alles dunkel machen und es dürfe kein Licht sein, 

J._____ gehe davon aus, dass sie in den Ferien seien. I._____ werde J._____ 

unter einem Vorwand zu ihnen hochlocken. J._____ habe nicht gewusst, dass er 

H._____ treffen werde. Sie habe gewusst, dass die beiden Streit hatten und 

J._____ nie freiwillig nach T._____ gekommen wäre, um mit H._____ zu spre-

chen. Das sei ihr gleich gewesen, weil H._____ ihr gesagt hatte, dass J._____ sie 

mit den Fr. 40'000.– verarscht habe (Urk. D1/05/14 S. 3 f.). Sie sei im Wohnzim-

mer geblieben und habe im Dunkeln TV geschaut und gechattet. Sie habe nicht 

wahrgenommen, was draussen passiert sei. Sie habe Leute in die Laube gehen 

gehört, von dort aus gehe die Treppe hoch in den Estrich. Später seien H._____ 

und I._____ heruntergekommen und hätten gesagt, sie könne wieder Licht ma-

chen, J._____ sei auf dem Estrich, sie würden jetzt dann mit ihm reden. H._____ 

habe gesagt, sie solle mit I._____ nach AG._____ fahren und dort den Mercedes 

holen. Das habe sie gemacht. Sie sei mit dem Mercedes allein nach T._____ zu-

rückgefahren, ab AG._____ sei I._____ einen anderen Weg gefahren, sie nehme 

an nach AH._____ (Urk. D1/05/14 S. 4). Als sie nach Hause gekommen sei, sei 

H._____ noch im Estrich gewesen. Sie habe im Wohnzimmer den TV angestellt 

und sei eingeschlafen. Am Morgen habe sie H._____ gefragt, ob er die Sache 

habe klären können. Er habe gesagt, J._____ habe in der Schweiz nicht so viel 

Geld, er müsse nach Serbien gehen, um so viel Geld aufzutreiben. Er nehme den 

BMW und den Mercedes als Anzahlung, J._____ werde dafür sorgen, dass sie 

den Rest des Geldes auch noch bekommen. Sie habe gesagt, sie müsse die Kin-

der abholen. Er habe ihr zugesichert, dass J._____ weg sein werde, wenn sie zu-

rückkomme. Als sie zurückgekommen sei, habe er gesagt, es sei gut, es sei erle-

digt. Vor ihrer Verhaftung habe sie nicht gewusst, dass H._____ J._____ umge-

bracht habe, sie habe dies erst nach ihrer Verhaftung erfahren. Betreffend den 

Bagger habe er ihr gesagt, er müsse Ausbesserungsarbeiten mit dem Belagfräss 

machen. Sie hätten sich deshalb gestritten, weil sie gefunden habe, man hätte die 

Arbeiten von Hand machen können (Urk. D1/05/14 S. 5). Mit Bezug auf das Dro-

gengeschäft sei ihr vorgerechnet worden, man könne mit den Fr. 40'000.– 10 Kilo 

kaufen und diese Drogen für Fr. 60'000.– weiter verkaufen. H._____ habe ihr ge-

sagt, er sei nur für den Transport in die Schweiz zuständig, J._____ für den Ver-

-   25   - 

kauf in der Schweiz (Urk. D1/05/14 S. 6). H._____ habe ihr gesagt, die Ware sei 

in die Schweiz gekommen, es habe dann ein Problem gegeben und J._____ habe 

die Ware und das Geld für sich eingesackt.  

Auf Vorhalt der Aussage von H._____, dass er von Serben gezwungen worden 

sei, J._____ zu töten, er das haben machen müssen, weil sie sonst ihn oder seine 

Familie töten würden, erklärte sie, sie könne es sich nicht vorstellen, dass es wirk-

lich so gewesen sei. Sie habe nie mitbekommen, dass sie direkt bedroht worden 

seien. Er habe Beziehungen zu Serben, aber so wie er beschreibe zur serbischen 

Mafia, könne sie es sich nicht vorstellen (Urk. D1/05/14 S. 7). Sie verneinte, in 

den Jahren 2015 und 2016 jemals fremde Handys bei H._____ gesehen zu haben 

(Urk. D17/05/14 S. 15). 

Es treffe zu, dass sie mit H._____ besprochen habe, dass sie bei der Befragung 

durch die Polizei zur Sache J._____ sagen werde, sie wisse nichts. H._____ habe 

ihr gesagt, sie solle nichts sagen, er werde das regeln (Urk. D1/05/14 S. 9). 

Am Anfang habe sie gemeint, dass H._____ mit J._____ sprechen wolle, sie habe 

sich vorgestellt, dass er ihn daran hindern würde, sofort wieder davonzulaufen, 

aber dass J._____ überwältigt und gefesselt würde, daran hätte sie nicht gedacht. 

Sie räumte ein, dass sie sich in dem Moment als H._____ und I._____ vom Est-

rich heruntergekommen waren, überlegte, dass J._____ gefesselt auf dem Estrich 

sein könnte (Urk. D1/05/14 S. 12). H._____ habe ihr vor dem Vorfall erzählt, dass 

I._____ J._____ gesagt habe, dass sie ferienabwesend seien und er seine Han-

fanlage bei ihrem leeren Haus abholen könne (Urk. D1/05/14 S. 13).  

Auf die Frage, ob es vor dem von ihr erwähnten Geldbezug von Fr. 40'000.– 

schon Drogenüberführungen von H._____ und J._____ in die Schweiz gegeben 

habe, erklärte sie, sie wisse nichts davon. Vorher hätten sie nie richtig Geld ge-

habt. Die Serbiengeschichte mit dem Palettenhandel sei erst richtig geplant wor-

den, als es um die Fr. 40'000.– gegangen sei. Vorher hätten sie gar keinen Last-

wagen gehabt (Urk. D1/05/14 S. 14). 

-   26   - 

3.1.12. Polizeiliche Einvernahme vom 15. März 2018 (Urk. D1/05/15) 

Betreffend den Fall U._____ sagte die Beschuldigte aus, H._____ habe ihr am 3. 

Juni um den Mittag mitgeteilt, dass sie vor hätten, einen Lastwagen zu stehlen, ih-

re Hilfe vor Ort nötig sei und sie gleich los müssten. Es sei zeitlich nicht mehr 

möglich gewesen, die Kinder unterzubringen, daher seien sie mitgekommen. Sie 

habe H._____ und I._____ unterwegs getroffen, und sie seien zusammen Rich-

tung V._____ gefahren. Dort habe sie den Anhänger übernommen, der vom Wa-

gen von I._____ an den von ihr gelenkten Subaru umgehängt worden sei. 

H._____ habe ihr gesagt, sie solle mit einem Abstand hinter dem Lastwagen her-

fahren, was sie auch gemacht habe. Auf dem Lidl-Parkplatz habe ihr H._____ das 

Handy von U._____ in einem Plastiksack gegeben und gesagt, sie müsse es bei 

der Einstellhalle in V._____ deponieren, damit es so aussehe, als wäre Herr 

U._____ zurückgekommen. Sie habe fragen wollen, was sein Plan sei. Er habe 

abgeblockt und gesagt, er werde ihr das alles später erklären, sie solle ihm ver-

trauen. Er habe dann noch ihr Telefon gegen das Firmentelefon ausgetauscht. 

H._____ habe I._____ gesagt, er solle den Anhänger vom Subaru wieder an den 

Ford Ranger umhängen. In V._____ angekommen habe sie angerufen und ge-

fragt, wo sie das Telefon deponieren solle. Beide seien irgendwie dran gewesen 

und ihr sei erklärt worden, wo sie es deponieren solle (Urk. D1/05/15 S. 3). Da-

nach hätten sie sich dann in AB._____ beim Subway getroffen. Sie habe I._____ 

nach AD._____ gefahren und sei anschliessend nach Hause gefahren. H._____ 

sei dann auch nach Hause gekommen und sei mit unterschriebenen leeren Ver-

trägen mit der Unterschrift von Herrn U._____ hereingekommen (Urk. D1/05/15 S. 

4). Sie habe schon gedacht, dass er zur Unterschrift gezwungen worden sei 

(Urk. D1/05/15 S. 12). Sie habe gefragt, was er genau vorhabe. Er habe gesagt, 

es solle so aussehen, wie wenn sie den Lastwagen rechtmässig gekauft hätten 

und U._____ dann überfallen worden sei. Der Besitzer würde eingeschüchtert, 

aber das mache nicht er, sondern jemand anderer, was zwar etwas koste, dafür 

seien sie auf der sicheren Seite. Er müsse gehen, er werde sich mit anderen tref-

fen. Er werde Herrn U._____ nun anderen übergeben, und diese würden Herrn 

U._____ einschüchtern. Dann sei H._____ gegangen und sei mitten in der Nacht 

zurückgekommen. Sie habe H._____ vertraut, dass er das irgendwie im Griff ha-

-   27   - 

be, sie habe nie daran gedacht, dass Herr U._____ sterbe (Urk. D1/05/15 S. 4 f.). 

Am folgenden Tag habe H._____ sie angerufen und ihr mitgeteilt, dass der Last-

wagen nach Deutschland müsse und I._____ keine Zeit habe, weshalb sie nach 

Deutschland kommen solle. Sie sei mit den Kindern nach Deutschland gefahren. 

Den Lastwagen habe man nach AC._____ gebracht. Am Montag seien H._____ 

und I._____ nach Deutschland gefahren, um den Kauf abzuwickeln. Sie sei ange-

rufen worden, und es habe geheissen, sie müsse den Kaufvertrag einscannen 

und zu AQ._____ schicken. Sie habe dann den Vertrag gesucht und gesehen, 

dass dieser leer gewesen sei. Er habe gesagt, sie müsse den Vertrag ausfüllen 

und habe per Whatsapp den Ausweis mit den Daten geschickt. Sie habe den Ver-

trag ausgefüllt, die Unterschrift von I._____ gefälscht, den Vertrag eingescannt 

und an AQ._____ geschickt (Urk. D1/05/15 S. 5). 

Sie habe anfänglich nur die Information gehabt, dass sie einen Lastwagen klauen 

gehen. Sie habe wegen ihrer finanziellen Situation eingewilligt, dabei zu helfen 

und sei davon ausgegangen, dass es so ablaufen werde wie beim ersten Mal bei 

AI._____ (Urk. D1/05/15 S. 6). Beim Rastplatz AJ._____ habe sie gedacht, dass 

etwas nicht stimmen könne. Dort habe ihr H._____ gesagt, dass der Besitzer auf 

dem Bett sei. Da sei ihr durch den Kopf gegangen, dass der Besitzer nicht ganz 

freiwillig dabei sei und es nicht so ablaufen würde wie bei AI._____ 

(Urk. D1/05/15 S. 8). Dass es möglicherweise nicht nur um einen Diebstahl, son-

dern um etwas Schlimmeres ging, habe sie das erste Mal realisiert, als sie das 

Telefon erhalten habe (Urk. D1/05/15 S. 7). Sie habe sich schon gefragt, wofür 

der Anhänger mitgeführt worden sei, habe H._____ aber nicht gefragt 

(Urk. D1/05/15 S. 9). In AB._____ habe es ihr dann gedämmert. In diesem Mo-

ment sei sie davon ausgegangen, dass U._____ überfallen worden war, weil er 

auf dem Bett gelegen habe und das sicher nicht freiwillig, wie bei einer Geisel-

nahme (Urk. D1/05/15 S. 10). U._____ hätte eingeschüchtert werden sollen, dass 

er bei der Polizei die Version erzähle, dass er in V._____ überfallen worden sei 

und ihm dort die Fr. 40'000.– weg gekommen seien (Urk. D1/05/15 S. 16).  

H._____ habe ihr vor oder nach dem 3. Juni 2016 nie erzählt, dass er Schulden 

bei Serben oder ihr unbekannten Personen zurückzahlen müsse (Urk. D1/05/15 

-   28   - 

S. 15). Auf die Frage, ob H._____ in den Tagen vor der Fahrt nach V._____ am 3. 

Juni 2016 habe verhindern wollen, dass sie und die Kinder alleine an ihrem Woh-

nort bleibe, verneinte sie und erklärte, es habe meistens geheissen, sie solle zu 

Hause bleiben (Urk. D1/05/15 S. 20). 

3.1.13. Polizeiliche Einvernahme vom 29. März 2018 (Urk. D1/05/16) 

Die Beschuldigte erklärte auf Vorhalt der Aussage von H._____, wonach er zwei 

Mal Fr. 40'000.– investiert habe, sie habe nur von einmal Fr. 40'000.– aus dem 

Erbe seiner Mutter gewusst (Urk. D1/05/16 S. 1 f.). Im Herbst 2015 sei es ihr und 

H._____ finanziell auch nicht rosig gegangen, aber sicher nicht so schlimm wie 

am Schluss. Sie wisse nichts davon, dass H._____ J._____ ab Novem-

ber/Dezember 2015 privat Geld ausgeliehen habe, davon habe ihr H._____ nie 

erzählt (Urk. D1/05/15 S. 2 f.). Betreffend Transporte von Drogenpaketen sagte 

sie, sie wisse nicht, was H._____ nebenbei gemacht habe (Urk. D1/05/16 S. 3). 

Auf Vorhalt des bei der Hausdurchsuchung sichergestellten Kassibers (Beilage 1 

zur Einvernahme) erklärte sie, sie habe diesen Brief von H._____ anlässlich der 

Einvernahme vom Juni 2017 am Nachmittag erhalten (Urk. D1/05/16 S. 5). Das 

Schreiben gemäss Beilage 8 zur Einvernahme mit dem Vermerk "Anonimer In-

formant" habe sie von ihrem Schwager AK._____ erhalten. Dieser wiederum habe 

es von einer AR._____-Reporterin erhalten (Urk. D1/05/16 S. 11).  

Die Beschuldigte hielt daran fest, dass J._____ nicht in der Küche gewesen sei 

(Urk. D1/05/15 S. 9). Sie bestätigte, dass sie gewusst habe, dass H._____ und 

J._____ Streit hatten und H._____ sein Geld zurückholen wollte. Sie habe nie da-

ran gedacht, dass H._____ J._____ umbringen würde, denn dann wäre das Geld 

ja nicht zurückgekommen. Dass es eine Auseinandersetzung geben würde, daran 

habe sie schon gedacht, aber nie in dem Ausmass, wie es dann passiert sei (Urk. 

D1/05/16 S. 19). 

3.1.14. Polizeiliche Einvernahme vom 5. April 2018 (Urk. D1/05/18) 

Die Beschuldigte sagte aus, sie habe schon vor dem Juni gewusst, dass J._____ 

nicht mehr lebe (Urk. D1/05/18 S. 1). Nachdem sie mit I._____ den Mercedes aus 

-   29   - 

AG._____ geholt habe, habe sie H._____ zu Hause gefragt, wo J._____ sei und 

was er vorhabe. H._____ habe gesagt, J._____ sei auf dem Estrich und er versu-

che, mit ihm zu reden, um das Geld zurückzuerhalten. Sie habe gesagt, es sei zu 

kalt im Estrich und er müsse J._____ etwas zu trinken geben. Dann habe 

H._____ J._____ ins Kinderzimmer gebracht. Als sie H._____ gefragt habe, was 

er jetzt vorhabe, sei er wütend geworden und habe gesagt, sie solle ihn in Ruhe 

lassen, sie würden später reden. Am Morgen habe sie gesagt, wenn sie mit den 

Kindern zurückkomme, müsse das Kinderzimmer frei sein. Er habe gesagt, sie 

müsse sich keine Sorgen machen, wenn sie zurückkomme, sei J._____ weg. Sie 

sei dann die Kinder holen gegangen und habe noch eingekauft. Als sie nach Hau-

se gekommen sei, habe sie ihn gefragt, wo J._____ sei und er habe geantwortet, 

er habe ihn umgebracht, er habe keine andere Wahl gehabt, habe ihn töten müs-

sen. Die Leiche sei draussen im Anhänger. Er habe gesagt, er habe das tun müs-

sen, sie glaube, er habe selber Angst gehabt. Sie glaube, er habe vor der Familie 

von J._____ Angst gehabt. Er habe wegen der Familie von J._____ auch die wei-

teren Überwachungskameras zugelegt. Sie denke, wenn er J._____ frei gelassen 

hätte, hätte dieser das nicht einfach so hingenommen. H._____ habe ja auch öfter 

gesagt, es sei gefährlich wegen der Drogensache und es sei besser, wenn sie 

nicht zu viel wisse. H._____ habe nie gesagt, er habe einen Auftrag erhalten, 

J._____ festzuhalten. H._____ habe ihr nie erzählt, er werde von Serben oder 

anderen Menschen ausser der Familie J._____ bedroht (Urk. D1/05/18 S. 3). Am 

Abend sei dann plötzlich der Bagger da gewesen, und H._____ habe gesagt, sie 

sollten die Leiche vergraben. Sie hätte ihm helfen sollen, J._____ vom Anhänger 

zum Loch rüber zu heben, aber sie habe es nicht gekonnt, sie sei einfach dort ge-

standen und habe zugeschaut. Sie habe das nie gewollt, habe es nicht verstehen 

können, habe sich aber nicht getraut, irgendwelche Fragen zu stellen. Nachher 

hätten sie nicht mehr darüber gesprochen (Urk. D1/05/18 S. 2). Sie wisse nicht, 

wie weit I._____ in den Plan eingeweiht gewesen sei (Urk. D1/05/18 S. 3). 

Beim Fall U._____ sei sie am Anfang wirklich davon ausgegangen, dass es so 

ablaufe wie im Fall AI._____. Als das mit dem Telefon gewesen sei, habe sie sich 

Gedanken gemacht, dass es in eine andere Richtung gehe. Als H._____ mit den 

unterschriebenen Verträgen hereingekommen sei, habe sie die Befürchtung ge-

-   30   - 

habt, dass er U._____ töten würde. Sie habe Angst gehabt, zu fragen, und dass 

er dann ja sagen würde (Urk. D1/05/18 S. 6). Auf die Frage, ob sie daran festhal-

te, dass sie H._____ gefragt habe, was er genau vorhabe und er erklärt habe, es 

solle so aussehen, wie wenn sie den Lastwagen rechtmässig gekauft hätten und 

U._____ dann überfallen worden sei und U._____ von jemand anderem einge-

schüchtert werde, sagte sie aus, sie halte nicht an dieser Aussage fest (Urk. 

D1/05/18 S. 7). Sie habe diesbezüglich gelogen, weil sie H._____ habe schützen 

wollen und auch sich selbst (Urk. D1/05/18 S. 12). Sie sei davon ausgegangen, 

dass es sich um einen Lastwagendiebstahl, einen Betrug, handeln würde und ha-

be mitgemacht, um den Gewinn aus dem Lastwagenkauf für die Bezahlung von 

Rechnungen und die nächste Zeit zum Leben überbrücken zu können. Die finan-

zielle Situation sei anfangs Juni 2016 schlimm gewesen (Urk. D1/05/18 S. 13). 

Sie habe in der Nacht gehört, dass H._____ mit J._____ auf die Toilette gegan-

gen sei. Sie habe nicht geholfen, J._____ dabei in Schach zu halten (Urk. 

D1/05/18 S. 16). 

Nach der Tötung von J._____ habe sie H._____ mit anderen Augen gesehen, 

weil sie gewusst habe, zu was er fähig sei. Vor der Tötung habe sie sich bei ei-

nem Streit noch verbal gewehrt, nachher habe sie aufgehört, ihn zu provozieren. 

Sie habe Angst gehabt, wenn sie Streit gehabt hätten und er wütend geworden 

sei (Urk. D1/05/18 S. 16). 

Als sie am Mobiltelefon von U._____ den Flugmodus ausgeschaltet und es depo-

niert habe, habe sie kurz gedacht, dass U._____ sterben könnte, sie habe in die-

sem Moment jedoch noch nicht glauben wollen, dass dies geschehen werde 

(Urk. D1/05/18 S. 17). Sie sei nicht ausgestiegen, weil H._____ sie im Griff gehabt 

habe und noch heute im Griff habe (Urk. D1/05/18 S. 18). 

H._____ sei sicher wütend auf J._____ gewesen wegen des Geldes, wegen der 

Schulden, wegen ihrer Ehe, denn sie hätten durch die ganzen Schulden immer 

mehr Krach gehabt (Urk. D1/05/18 S. 8). 

-   31   - 

H._____ habe zusätzliche Überwachungskameras angeschafft wegen der Familie 

J._____. F._____ sei ein paar Mal bei ihnen aufgetaucht. Sie habe Angst gehabt 

wegen der Kinder, habe Bedenken gehabt, wenn er mitten in der Nacht auftau-

chen würde (Urk. D1/05/18 S. 13). Sie halte es nicht für möglich, dass die serbi-

sche Mafia am 28. April 2016 aufgetaucht sei, nachdem sie weggefahren sei, um 

die Kinder zu holen, da sie nicht so lange weggewesen sei und niemanden gese-

hen habe, als sie wieder heim gekommen sei, sie vorher nie etwas von dieser 

serbischen Mafia gehört habe und sie nicht wisse, ob es diese gebe 

(Urk. D1/05/18 S. 15). H._____ habe bis zu seiner Verhaftung nie von der serbi-

schen Mafia gesprochen. Er habe immer nur von der Familia J._____ gesprochen 

und dass dies eine grössere Familie mit einem Netzwerk sei (Urk. D1/05/18 S. 

16). 

3.1.15. Polizeiliche Einvernahme vom 17. April 2018 (Urk. D1/05/19) 

Auf die Frage, was sie damit gemeint habe, als sie gesagt habe, der Grund dafür, 

dass sie nicht ausgestiegen sei, liege darin, dass H._____ sie im Griff gehabt und 

immer noch im Griff habe, erklärte sie, sie seien seit über zwölf Jahren ein Paar. 

Es sei wie antrainiert, wenn er etwas von ihr wolle, dann mache sie das (Urk. 

D1/05/19 S. 1 f.). Auf Vorhalt der Aussage von I._____, wonach sie bei der Dis-

kussion mit J._____ auch mitgeredet habe, da es um ihr gemeinsames Geld ge-

gangen sei, um das Geld und die Drogen, die verschwunden seien, erklärte sie, 

es habe nie so eine Diskussion gegeben, diese Aussagen von I._____ seien nicht 

wahr (Urk D1/05/19 S. 3). Es stimme nicht, dass sie gesagt habe, J._____ solle 

doch belegen, dass sie ihn erwischt hätten, dass es doch eine Anzeige geben 

müsse (Urk. D1/05/19 S. 4). 

Die Beschuldigte sagte aus, sie glaube die ganze Serben- und Mafia-Theorie 

nicht (Urk. D1/05/19 S. 24). 

H._____ habe ihr, als sie mit den Kindern nach Hause gekommen sei, erzählt, 

dass er J._____ getötet habe und die Leiche im Anhänger sei. Er habe es tun 

müssen, habe keine andere Wahl gehabt. Er habe J._____ nicht mehr gehen las-

-   32   - 

sen können, weil er sonst ihn oder sie getötet hätte oder den Kindern etwas ange-

tan hätte (Urk. D1/05/15 S. 28). 

Beim Toilettengang von J._____ sei sie nebendran gestanden und habe die Waf-

fe in der Hand gehalten (Urk. D1/05/19 S. 30). 

3.1.16. Polizeiliche Einvernahme vom 7. Mai 2018 (Urk. D1/05/20) 

Die Beschuldigte sagte aus, H._____ habe ihr nach der Tötung von J._____ ge-

sagt, sie solle aufpassen, die Familie sei gefährlich. Er habe gesagt, er habe kei-

ne andere Wahl gehabt, er habe das tun müssen, sonst hätten sie ihr oder den 

Kindern etwas angetan. Sie habe es ihm geglaubt, da das für sie eine Rechtferti-

gung gewesen sei, dass er das gemacht habe, um sie zu schützen (Urk. D1/05/20 

S. 2). H._____ habe nicht gesagt, welche Person ihn dazu gezwungen habe (Urk. 

D1/05/20 S. 3). F._____ sei auch bei ihnen und bei I._____ gewesen. Von der 

serbischen Mafia habe sie erst im Geständnis von H._____ gelesen (Urk. 

D1/05/20 S. 3). 

Die Beschuldigte bestätigte, dass H._____ Fr. 40'000.– aus dem Erbe seiner Mut-

ter für eine Drogenlieferung eingesetzt habe. Die Drogen hätten für Fr. 60'000.– 

weiterverkauft werden sollen. Damit hätten sie ihre Schulden schnell abbezahlen 

können, deshalb sei sie einverstanden gewesen (Urk. D1/05/20 S. 3 f.). 

Sie sei bei U._____ davon ausgegangen, dass es ablaufen werde wie bei 

AI._____. Als sie den Anhänger gesehen habe, habe sie sich gefragt, wieso. 

H._____ habe nie ausgesprochen, dass er U._____ töten werde. Sie sei davon 

ausgegangen, dass es ein Überfall sei, aber nicht, dass er ihn töte (Urk. D1/05/20 

S. 5). 

Nachdem sie mit dem Mercedes zurückgekehrt sei, habe sie H._____ gerufen 

und gesagt, sie solle Wache halten, damit er mit J._____ auf die Toilette gehen 

könne. Er habe ihr die Waffe in die Finger gedrückt und habe ihr gesagt, sie solle 

ruhig sein. Sie sei einfach dagestanden mit der Waffe in den Händen. Er habe 

J._____, der glaublich die Augen zugeklebt gehabt habe, gesagt, es sei noch eine 

andere Person da. Sie habe H._____ die Waffe so schnell als möglich wieder zu-

-   33   - 

rückgegeben (Urk. D1/05/20 S. 8). Es habe sich um eine kleine schwarze Waffe 

gehandelt. Da sie eine Beretta im Haus gehabt hätten, gehe sie davon aus, dass 

es diese gewesen sei. Sie habe schon eher ausgesehen wie eine richtige Waffe. 

H._____ habe ihr gesagt, die Waffe sei für die Sicherheit auf den Fahrten nach 

Serbien (Urk. D1/05/20 S. 11). 

Sie habe nichts von den Gesprächen mitbekommen. Sie sei im Wohnzimmer ge-

wesen die andern im Estrich (Urk. D1/05/20 S. 14). 

Sie hätte helfen sollen, die Leiche samt Plane zum Loch zu heben, habe aber zu 

wenig Kraft gehabt und sei deshalb einfach neben dran gestanden. H._____ habe 

dann selber gemurkst und habe dann J._____ über die Plane ins Loch runterfal-

len lassen (Urk. D1/05/20 S. 16). 

H._____ habe ihr erklärt, er habe das gemacht, um seine Familie zu schützen vor 

allem sie und die Kinder, er habe das machen müssen, weil sonst J._____ ihnen 

etwas angetan hätte. Von der serbischen Mafia habe er nichts erzählt 

(Urk. D1/05/20 S. 25). 

Für sie sei klar gewesen, dass U._____ sterben werde, als H._____ am Abend 

nochmal zum Anhänger rausgegangen sei und die Verträge schon unterschrieben 

gewesen seien (Urk. D1/05/20 S. 32). 

3.1.17. Polizeiliche Einvernahme vom 11. Mai 2018 (Urk. D1/05/21) 

Sie sei in der Nacht vom 27. auf den 28.04.2016 davon ausgegangen, dass die 

beiden Fahrzeuge BMW und Mercedes als Anzahlung für die Schulden von 

Fr. 40'000.– geleistet worden seien (Urk. D1/05/21 S. 2). Sie sei bei der Diskussi-

on nicht dabei gewesen. Sie wisse nicht, was diskutiert worden sei und ob sie ei-

nig geworden seien bezüglich der beiden Fahrzeuge (Urk. D1/05/21 S. 2). Auf 

Vorhalt der abweichenden Aussagen von I._____, wonach das Gespräch in der 

Küche stattgefunden habe und sie sich daran beteiligt habe, hielt sie fest, dass 

das nicht stimme und das Gespräch im Estrich stattgefunden habe. Als H._____ 

gesagt habe, er bleibe mit J._____ im Estrich, habe sie gesagt, das gehe nicht, es 

-   34   - 

sei viel zu kalt. H._____ habe J._____ dann ins Kinderzimmer gebracht (Urk. 

D1/05/21 S. 15). 

Bei den Telefonanrufen am Morgen des 28. April 2016 sei H._____ nicht aufge-

regt gewesen. Sie könne sich nicht an den Inhalt der Gespräche erinnern. Sie 

vermute, dass sie bei ihrem Anruf um 09:32:56 Uhr gefragt habe, ob es gut sei, 

wenn sie nach Hause komme (Urk. D1/05/21 S. 20). Sie könne sich als Grund für 

ihren Anruf nur vorstellen, dass sie habe abklären wollen, ob J._____ weg sei, da 

sie nicht gewollt habe, dass die Kinder J._____ sehen (Urk. D1/05/21 S. 21). 

Wenn er gesagt hätte, dass sie später nach Hause kommen solle, hätte sie das 

gemacht. Dann wäre sie mit den Kindern vom Migros AL._____ zum Migros 

AM._____ gefahren, wo es einen Aussenspielplatz habe, und wäre noch Frühstü-

cken gegangen. Sie könne sich nicht erinnern, noch in der Migros AM._____ ge-

wesen zu sein, sonst würde man das auf der Cumulus-Karte sehen, denn sie hät-

te auch für einen Kaffee-Kauf diese Karte gezeigt, sie zeige diese immer (Urk 

D1/05/21 S. 21). 

3.1.18. Polizeiliche Einvernahme vom 14. Mai 2018 (Urk. D1/05/22) 

Diese Einvernahme bezieht sich auf den Betrugsvorwurf zum Nachteil der 

AE._____-Versicherung (Dossier 5). Der diesbezügliche Schuldspruch ist in 

Rechtskraft erwachsen, weshalb auf eine Zusammenfassung der entsprechenden 

Aussagen verzichtet wird.  

Relevant für die noch offenen Punkte in der Sachverhaltserstellung ist ihre Aus-

sage, dass H._____ bei AN._____, einem Anwalt und ehemaligen Schulkollegen 

von H._____, Geld aufgenommen habe für das Palettengeschäft. Das sei gewe-

sen, als das ganze Drogengeschäft angefangen habe. H._____ habe das Palet-

tengeschäft unbedingt machen wollen. Er habe sich damit verrechnet. Sie wisse 

nichts davon, dass H._____ das Geld der serbischen Mafia habe geben müssen 

(Urk. D1/05/22 S. 14). 

-   35   - 

3.1.19. Polizeiliche Einvernahme vom 14. Mai 2018 (Urk. D1/05/23) 

Diese Einvernahme bezieht sich auf den Betrugsvorwurf zum Nachteil von 

A:_____ (Dossier 10). In diesem Punkt ist der vorinstanzliche Freispruch in 

Rechtskraft erwachsen, weshalb auf eine Zusammenfassung der diesbezüglichen 

Aussagen der Beschuldigten verzichtet werden kann. 

Auf die Frage, ob sie glaube, dass der Palettenhandel nur ein Deckmantel für 

Drogengeschäfte gewesen sei, antwortete sie, das wäre ganz am Anfang schon 

so gewesen, aber da das Drogengeschäft nicht funktioniert habe und H._____ da-

ran geglaubt habe, dass es mit der Masse machbar wäre und er dann von Serbi-

en nach Polen gewechselt habe, glaube sie, dass er an das Geschäft geglaubt 

habe (Urk. D1/05/23 S. 5). 

3.1.20 Konfrontationseinvernahme vom 24. Mai 2018 (Urk. D1/06/15) 

G._____ schilderte, dass H._____, bevor J._____ zu ihnen gekommen sei, ge-

sagt habe, sie solle mit den Kindern weg sein. Er wolle mit J._____ sprechen, er 

wolle die Ware oder das Geld von J._____ zurückerhalten. Am 27. April habe sie 

die Kinder zu ihrer Mutter gebracht und sei mit ihrem Date ins Thermalbad ge-

gangen. Danach habe sie H._____ angerufen und gesagt, dass sie auf dem 

Heimweg sei. Er habe gesagt, sie solle sich beeilen und habe sie angewiesen, 

das Auto neben den Schopf auf die andere Strassenseite zu stellen und das Haus 

abzudunkeln, da J._____ meine, sie seien in den Ferien. Sie habe mitgeholfen, 

indem sie die Storen runtergelassen habe. Sie sei nicht beteiligt gewesen am 

Wegstellen der Fahrzeuge (Urk. D1/06/15 S. 13). Als ein Auto herangefahren sei, 

sei H._____ nach draussen gegangen, sie sei im Haus geblieben und habe ver-

sucht, auf dem iPad zu sehen, was draussen passiere, habe aber nichts gesehen, 

da die Kamera diesen Blickwinkel nicht aufgezeichnet habe. Sie habe dann ge-

hört, wie drei Personen die Aussentreppe zur Laube hochgegangen seien. Nach 

einer gewissen Zeit seien H._____ und I._____ heruntergekommen und hätten 

sich gefreut, dass die Falle so gut geklappt habe. Vorher sei sie nicht über den 

Tatplan eingeweiht gewesen (Urk. D1/06/15 S. 14). Sie habe erfahren, dass sie 

J._____ unter dem Vorwand, dass sie in den Ferien seien, nach T._____ gelockt 

-   36   - 

hätten, J._____ eigentlich nicht mit H._____ habe reden wollen, und sie ihn über-

wältigt und gefesselt hätten (Urk. D1/06/15 S. 3 ff.). H._____ sei nochmals in den 

Estrich gegangen, um nachzusichern, sei dann wieder heruntergekommen und 

habe ihr den Autoschlüssel des Mercedes in die Hand gedrückt und habe gesagt, 

sie solle mit I._____ nach AG._____ fahren und den Mercedes holen. Das hätten 

sie gemacht. I._____ sei dann nach AH._____, sie nach T._____ gefahren. 

H._____ habe bei ihrer Rückkehr gesagt, J._____ habe noch immer keine Ant-

wort gegeben, die Autos seien schon mal ein Anteil, eine Anzahlung. Es sei um 

die Fr. 40'000.– gegangen, die H._____ vom Erbe seiner Mutter gehabt habe, 

welche man Ende 2015 für die Drogenlieferung aus Serbien investiert habe (Urk. 

D1/06/15 S. 16). Auf ihr Anraten habe er J._____ ins Kinderzimmer geholt, da es 

im Estrich kalt gewesen sei. H._____ habe ihr eine Waffe in die Hand gedrückt 

und habe gesagt, J._____ müsse aufs WC, sie solle nichts sagen. J._____ habe 

er gesagt, es sei noch jemand da, der aufpasse, er solle keinen Scheiss machen. 

Sie sei überfordert gewesen, eine Waffe in den Händen zu halten, sie habe keine 

Erfahrung damit (Urk. D1/06/15 S. 6). Am nächsten Morgen habe sie die Kinder 

abgeholt und habe H._____ gesagt, wenn sie nach Hause komme, müsse 

J._____ weg und das Kinderzimmer frei sein. Die Türe zum Kinderzimmer sei zu 

gewesen, und sie sei davon ausgegangen, dass J._____ noch im Kinderzimmer 

sei. Sie habe H._____ gefragt, und er habe gesagt, dass er noch da sei (Urk. 

D1/06/15 S. 27). Sie habe die Kinder bei ihrer Mutter abgeholt und sei in die Mig-

ros in AL._____ gefahren. Von dort aus habe sie H._____ angerufen und gefragt, 

ob es gut sei, wenn sie jetzt nach Hause komme. Zu Hause angekommen habe 

sie H._____ gefragt, ob J._____ weg sei. Er habe ihr beiläufig geantwortet, dass 

er ihn getötet habe. Er habe das tun müssen, habe keine andere Wahl gehabt. Er 

habe ihn nicht gehen lassen können, sonst hätte jemand aus ihrer Familie dran 

glauben müssen, er habe das für sie getan. Er habe ihn mit Klebeband erstickt, 

die Leiche sei im Anhänger draussen (Urk. D1/06/15 S. 7 f.). Für sie sei das ein 

Weltzusammenbruch gewesen. Sie habe nicht allein mit den Kindern in T._____ 

bleiben wollen, deshalb sei sie mitgegangen, um das Kontrollschild des Mercedes 

auszulösen. Am Abend sei dann plötzlich ein Bagger da gewesen. H._____ habe 

gesagt, sie würden J._____ neben dem Haus "verlochen". Sie habe gesagt, das 

-   37   - 

könne er nicht machen, sie würden da wohnen. Er habe sie gefragt, ob sie eine 

bessere Idee habe und habe angefangen, das Loch zu graben. Er habe sie aufge-

fordert zu helfen, die Leiche aus dem Anhänger zu heben und ins Loch hinunter 

zu bringen. Das habe sie nicht gekonnt. H._____ habe es dann alleine gemacht, 

eine Platte genommen und die Leiche aus dem Anhänger ins Loch hinuntergleiten 

lassen (Urk. D1/06/15 S. 9). 

Am 7. Mai habe ihr H._____ die Screenshots von F._____s Nachrichten ge-

schickt, als sie mit einer Kollegin unterwegs gewesen sei. Sie habe Angst be-

kommen. H._____ habe gesagt, sie sei in Sicherheit, den Kindern passiere auch 

nichts. Er werde die Sicherheitsmassnahmen aufrüsten, und es käme alles gut 

(Urk. D1/06/15 S. 10).  

G._____ führte aus, dass sie den Ausweis des BMW im Auftrag von H._____ bei 

den Eltern von J._____ abgeholt habe (Urk. D1/06/15 S. 11 f.). 

Bei ihrem Anruf am 28. April 2016 habe H._____ nichts von der serbischen Mafia 

erzählt (Urk. D1/06/15 S. 27). Sie habe nie etwas von der serbischen Mafia mit-

bekommen. Sie wisse nicht, was mit diesen Drogensachen alles gelaufen sei. 

Vielleicht gebe es ein Fünkchen Wahrheit in dem, was er erzählt habe . Sie wisse 

nicht, mit was für Leuten er in dieser Drogengeschichte zu tun gehabt habe 

(Urk. D1/06/15 S. 31). Sie würde es gerne glauben, dass er von der serbischen 

Mafia zur Tötung gezwungen worden sei, aber sie glaube es nicht (Urk. D1/06/15 

S. 31). 

Es treffe nicht zu, dass es eine Diskussion in der Küche gegeben habe und dass 

sie auf J._____ eingeredet habe (Urk. D1/06/15 S. 32). 

Sie wisse nicht, wer den Vertrag betreffend den BMW erstellt habe und habe nicht 

gewusst, dass die Unterschrift von J._____ auf dem Vertrag gefälscht worden sei. 

Sie habe den Vertrag nicht gesehen und habe die Unterschrift von J._____ nicht 

gekannt (Urk. D1/06/15 S. 35 f.). 

-   38   - 

Sie hätte H._____ helfen sollen, die Leiche von J._____ vom Anhänger auf den 

Boden und dann ins Loch zu bringen. Das sei nicht gegangen, es habe sich alles 

in ihr gesträubt, die Leiche anzufassen (Urk. D1/06/15 S. 42). 

3.1.21. Konfrontationseinvernahme vom 28. Juni 2018 (Urk. D1/06/18) 

G._____ sagte aus, betreffend das Delikt zum Nachteil von U._____ habe sie 

H._____ am 3. Juni 2016 informiert, dass sie in Zürich einen Lastwagen stehlen 

würden und es sie auch brauche vor Ort (Urk. D1/05/18 S. 22). Der Ablauf der 

Straftat sei vorher nicht gross besprochen worden. Sie habe es erst stückweise 

über den Tag verteilt erfahren und habe gedacht, es laufe gleich wie bei AI._____. 

Sie sei informiert worden, dass H._____ und I._____ auf die Probefahrt gehen 

und sie ihnen mit dem Anhänger folgen solle. Sie habe sich keine grossen Ge-

danken darüber gemacht, warum der Anhänger mitgeführt worden sei und habe 

sich auch keine Gedanken dazu gemacht, weshalb I._____ auch dabei sei. Sie 

habe nicht nach dem Tatplan gefragt (Urk. D1/06/18 S. 24). Wenn sie von Anfang 

an gewusst hätte, dass ein Menschenleben auf dem Spiel stehe, hätte sie nicht 

mitgemacht. Sie wisse nicht, was I._____ gewusst habe (Urk. D1/06/18 S. 25). 

I._____ habe nicht mitbekommen, dass H._____ ihr das Telefon übergeben habe, 

da er in dieser Zeit den Anhänger an ihr Auto gehängt habe (Urk. D1/06/18 S. 26). 

Als sie in V._____ gewesen sei, habe sie nicht gewusst, wo sie hin müsse und 

habe versucht anzurufen. Sie wisse nicht mehr, ob sie direkt mit H._____ gespro-

chen habe oder ob sie I._____ angerufen habe und dieser die Antworten von 

H._____ weiterleitete. Es sei ihr erklärt worden, wo die Einstellhalle sei. Den ge-

nauen Ort, wo sie das Telefon deponiert habe, habe sie selber ausgesucht. 

H._____ habe ihr gesagt, es solle so aussehen, dass Herr U._____ nach V._____ 

zurückgekommen sei (Urk. D1/06/18 S. 27). Ab AJ._____/Lidl habe sie gemerkt, 

dass es anders laufe, als sie gedacht habe. Sie habe H._____ nie gefragt, weil sie 

Angst vor der Antwort gehabt habe. Als sie das Telefon nach V._____ gebracht 

habe, habe sie nicht daran gedacht, dass U._____ sterben könnte. Sie habe ja 

keinen Grund dafür gesehen, dass U._____ sterben sollte (Urk. D1/06/18 S. 28). 

-   39   - 

3.1.22. Konfrontationseinvernahme vom 19. Juli 2018 (Urk. D1/06/19) 

G._____ bestritt, mit dem Anhänger mit U._____ weggefahren zu sein, sie habe 

nicht gesehen, das H._____ die Leiche von U._____ in den Kofferraum des Suba-

ru gelegt habe (Urk. D1/06/19 S. 5). I._____ blieb bei seiner Aussage, dass er 

erst in AC._____ von der Tötung von U._____ erfahren habe (Urk. D1/06/19 S. 6). 

Auf die Frage, ob H._____ sie informiert habe, dass er Angst um sein Leben ha-

be, wenn er zu Geschäften mit kriminellen Leuten gegangen sei, antwortete sie, 

es sei ein bis zwei Mal vorgekommen, dass er gesagt habe, sie solle ihn suchen 

gehen, wenn er sich bis dann und dann nicht melde, aber sie habe ja nicht mal 

gewusst, wo sie ihn suchen sollte. Er habe ein oder zwei Mal gesagt, sie solle die 

Polizei orientieren, wenn er nicht zurückkomme (Urk. D1/06/19 S. 63). 

3.1.23. Schlusseinvernahme vom 8. Oktober 2018 (Urk. D1/05/24) 

Die Beschuldigte sagte aus, sie habe erst am 3. Juni und über den Tag verteilt 

vom Vorgehen erfahren. Sie habe nie gewollt, dass U._____ sterbe, sie habe es 

auch nicht in Kauf genommen, habe vorgängig nicht gewusst, dass er sterben 

werde (Urk. D1/05/24 S. 9). Sie habe nicht gewusst, dass U._____ im Anhänger 

transportiert werde (Urk. D1/05/24 S. 5). Im Übrigen verwies die Beschuldigte be-

treffend den Anklagevorwurf zum Nachteil von U._____ sel. auf ihre bisherigen 

Aussagen (Urk. D1/05/24 S. 9 f.).  

Betreffend die Delikte zum Nachteil von J._____ hielt sie daran fest, dass sie nicht 

damit gerechnet habe, dass H._____ J._____ später töten werde. Ebenfalls sagte 

sie erneut aus, dass sie nicht in der Küche gewesen seien, dass J._____ vielmehr 

von H._____ und I._____ in den Estrich geführt worden sei (Urk. D1/05/24 S. 20). 

3.1.24. Einvernahme vor Vorinstanz vom 10. September 2019 

In der Hauptverhandlung vor Vorinstanz vom 10. September 2019 sagte die Be-

schuldigte betreffend Dossier 2 aus, sie habe einen Tag vorher erfahren, dass 

H._____ mit J._____ habe reden wollen, und dass sie mit den Kindern das Haus 

verlassen solle (Prot. I S. 301 f.). H._____ habe ihr gesagt, er wolle mit J._____ 

-   40   - 

reden, und sie habe von den Fr. 40'000.– gewusst, welche im Novem-

ber/Dezember 2015 investiert worden seien (Prot. I S. 303). Sie habe nicht ge-

wusst und nicht damit gerechnet, dass J._____ gefesselt und gefangen gehalten 

würde (Prot. I S. 307). H._____ habe ihr bereits im Dezember 2015 gesagt, dass 

das Geld und die Drogen "gefallen" seien und dass J._____ etwas damit zu tun 

habe, diese quasi habe verschwinden lassen. H._____ habe von seiner Mutter Fr. 

50'000.– bekommen, davon seien Fr. 40'000.– ins Drogengeschäft geflossen, Fr. 

10'000.– habe sie erhalten, um Rechnungen zu bezahlen. Am fraglichen Tag sei 

sie etwas zu früh nach Hause gekommen und habe erst dann erfahren, dass 

I._____ mit J._____ unterwegs sei (Prot. I S. 302). Sie habe nicht mitgewirkt beim 

Umparkieren der Autos. Sie habe gewusst, dass es so aussehen sollte, als ob sie 

in den Ferien seien (Prot. I S. 306). Sie habe die Rollläden herunter gelassen und 

das Licht ausgeschaltet. Sie habe gewusst, dass H._____ J._____ unter einem 

Vorwand nach T._____ bringen liess, habe sich aber nicht gross Gedanken ge-

macht, wie das ablaufen werde (Prot. I S. 308). H._____ und I._____ seien mit 

J._____ auf den Estrich gegangen, sie habe von der Überwältigung nichts mitbe-

kommen. Einmal habe H._____ sie angerufen und habe gesagt, er brauche Ka-

belbinder. Diese habe sie ihm in den Estrich gebracht. Sie habe gewusst, dass es 

Handschellen im Haus gebe, daher habe sie nicht so weit überlegt, dass die Ka-

belbinder dazu dienen könnten, J._____ zu fesseln. Später seien H._____ und 

I._____ heruntergekommen und hätten ihr von ihrem Plan mit der Falle erzählt 

und dass J._____ im Estrich sei. Sie habe J._____ erst beim Toilettengang ge-

fesselt gesehen (Prot. I S. 312). Sie habe von H._____ den Schlüssel für den 

Mercedes bekommen, und es habe geheissen, sie solle mit I._____ nach 

AG._____ fahren, um den Mercedes zu holen (Prot. I S. 316). Sie habe nicht ge-

fragt, weshalb sie das tun solle und was mit dem Mercedes geschehen werde. 

Der Toilettengang habe erst stattgefunden, nachdem sie den Mercedes geholt 

habe (Prot. I S. 318). H._____ habe ihr für den Toilettengang eine Pistole gege-

ben, sie sei überfordert gewesen, da sie nicht mit Waffen umgehen könne (Prot. I 

S. 319 f.). Als sie am Morgen aus dem Haus gegangen sei, um die Kinder zu ho-

len, sei J._____ im Kinderzimmer gewesen. Sie habe gewusst, dass J._____ und 

H._____ illegale Geschäfte machten und habe gedacht, sie würden sich nicht ge-

-   41   - 

genseitig anzeigen. Sie bestätigte, dass sie ungefähr um 10 Uhr nach Hause zu-

rück gekommen sei und sie H._____ dann darüber orientiert habe, dass er 

J._____ umgebracht habe. Sie sei geschockt gewesen (Prot. I S. 322). H._____ 

habe gesagt, er habe das tun müssen, weil sonst ihm oder seiner Familie irgen-

detwas passiert wäre. Beim Vergraben des Leichnams sei sie einfach wie verstei-

nert daneben gestanden, sie habe sich nicht überwinden können, H._____ dabei 

zu helfen (Prot. I S. 322). 

Sie habe nicht gewusst, dass U._____ am Schluss sterben werde. Sie sei erst am 

3. Juni 2016 von H._____ informiert worden, dass man einen Lastwagen entwen-

den werde. Sie habe protestiert, da sie die Kinder dabei gehabt habe. H._____ 

habe gesagt, sie müsse mitkommen, brauche nichts zu machen, ausser im Auto 

unterwegs zu sein. Es sei nicht der erste Lastwagen gewesen, den man gestoh-

len habe. Sie sei davon ausgegangen, dass es ablaufen werde wie bei AI._____ 

(Prot. I S. 340). Am Vorfall AI._____ sei sie nicht aktiv beteiligt gewesen, habe 

aber Kenntnis davon gehabt, wie vorgegangen worden sei (Prot. I S. 342). Dass 

I._____ auch dabei sein werde, habe sie erst erfahren, als sie schon unterwegs 

gewesen sei. Sie habe keine Zeit mehr gehabt, etwas für die Kinder zu organisie-

ren, es habe geheissen, es eile (Prot. I S. 341). Erst als sie mit dem Mobiltelefon 

zurück nach V._____ gefahren sei, habe sie gemerkt, dass es anders laufe wie 

bei AI._____ (Prot. I S. 343). Angesprochen auf ihre Kenntnis über die Fesselung 

und Tötung von J._____ erklärte sie, das seien für sie damals völlig unterschiedli-

che Situationen gewesen. Zu J._____ habe H._____ eine Beziehung gehabt, mit 

U._____ habe er zuvor nichts zu tun gehabt (Prot. I S. 344). H._____ habe zuge-

lassen, dass sie die Kinder mitgenommen habe anders als bei J._____, wo sie 

und die Kinder weggehen mussten. Sie sei nie davon ausgegangen, dass es in 

einem Gewaltdelikt enden würde (Prot. I S. 344). Sie sei in den Tatplan einge-

weiht gewesen, einen Lastwagen zu stehlen, aber nicht, dass man den Besitzer 

am Ende des Tages töten werde. Sie sei davon ausgegangen, wenn es nicht 

klappen würde, würde er es bleiben lassen und sich den Nächsten suchen (Prot. I 

S. 345). Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass H._____ mit einem Anhänger 

sinnlos in der Gegend herumgefahren sei, daher habe sie keine Fragen gestellt. 

Später als der Lastwagen nicht mehr da gewesen sei habe sie sich gefragt, wo 

-   42   - 

der Besitzer sei, ob dieser im Anhänger sei. Das sei in AO._____ gewesen (Prot. I 

S. 346). Spätestens beim Lidl-Parkplatz als sie das Mobiltelefon bekommen habe, 

sei ihr klar geworden, dass etwas nicht stimme. Sie habe U._____ nie gesehen. 

H._____ habe ihr nichts von der Überwältigung und Fesselung von U._____ ge-

sagt (Prot. I S. 349). H._____ habe ihr das Mobiltelefon gegeben. Sie habe von 

sich aus auf dem Weg nach V._____ den Flugmodus wieder ausgeschaltet. Un-

terwegs habe sie H._____ angerufen, um sich zu erkundigen, wo sie das Mobilte-

lefon deponieren solle, und ihn zuerst nicht erreicht. Schliesslich habe sie I._____ 

dran gehabt, H._____ sei auch dabei gewesen. Ihr sei bewusst gewesen, dass es 

so aussehen sollte, als ob U._____ nach V._____ zurückgekehrt sei (Prot. I S. 

352). Das Mobiltelefon sei in einem Plastikbeutel gewesen. Sie wisse nicht, ob 

I._____ mitbekommen habe, dass sie das Mobiltelefon von H._____ erhalten ha-

be (Prot. I S. 354). Sie habe gedacht, dass der Vertrag ausgefüllt, U._____ einge-

schüchtert und wieder frei gelassen würde (Prot. I S. 355). H._____ habe ihr ge-

sagt, dass er U._____ drohen und ihn einschüchtern werde (Prot. I S. 356). Es 

hätte so aussehen sollen, als wäre der Lastwagen gekauft worden, U._____ mit 

H._____ zurück nach V._____ gegangen, und sie und I._____ mit dem Lastwa-

gen weitergefahren. Da viel Bargeld hätte vorhanden sein müssen, hätte man da-

nach behauptet, U._____ sei überfallen und sein Geld entwendet worden (Prot. I 

S. 356). Es hätte so aussehen sollen, als wäre U._____ in V._____ überfallen 

worden und dieser dabei sein Telefon verloren habe (Prot. I S. 384). Auf Vorhalt 

ihrer Aussage, wonach sie kurz gedacht habe, dass U._____ getötet würde, 

räumte sie ein, dieser Gedanke sei ihr sicher einmal gekommen. Es habe für sie 

aber absolut keinen Sinn ergeben, dass U._____ sterben musste (Prot. I S. 358). 

Diese Gedanken habe sie sich erst nachher gemacht. Sie habe den ganzen Tag 

die Kinder bei sich gehabt und habe nicht immer offen über alles reden können. 

Erst als die Kinder schliefen, habe sie sich Gedanken machen können. In 

AB._____ habe ihr gedämmert, dass U._____ sehr wahrscheinlich im Anhänger 

gewesen sei (Prot. I S. 359). Sie sei davon ausgegangen, dass er noch lebe 

(Prot. I S. 361). Sie habe I._____ nach AD._____ gefahren. Die Kinder seien im 

Auto gewesen, daher habe man nicht über U._____ oder den Lastwagendiebstahl 

gesprochen (Prot. I S. 361). In T._____ habe sie U._____ nicht gesehen und sei 

-   43   - 

nicht dabei gewesen, als er getötet worden sei (Prot. I S. 362). Sie habe auch 

nicht gesehen, dass die Leiche durch H._____ umgeladen worden sei (Prot. I S. 

363). Später habe sie mit H._____ besprochen, was man der Polizei sagen wer-

de, dass er U._____ eingeschüchtert habe und I._____ den Lastwagen rechtmäs-

sig gekauft habe. Sie habe dies mit I._____ nicht besprochen, gehe aber davon 

aus, dass H._____ dies mit I._____ so besprochen habe (Prot. I S. 366). 

Die Beschuldigte bestätigte, dass H._____ sie aufgefordert habe, den Kaufvertrag 

mit den Personalien von I._____ auszufüllen, dessen Unterschrift zu fälschen und 

AQ._____ zu schicken, was sie getan habe (Prot. I S. 372). Nachdem H._____ 

sie angerufen habe und gesagt habe, die Polizei sei unterwegs, habe sie die Pis-

tole versteckt. Sie habe damit H._____ schützen wollen. Da sie mit dem Fälschen 

des Vertrages und der Fahrt nach V._____ in die gesamte Situation involviert ge-

wesen sei, habe sie sich ein Stück weit auch selber schützen wollen (Prot. I S. 

373 f.). Sie habe nicht gesehen, dass H._____ die Leiche von U._____ vom An-

hänger in den Kofferraum des Personenwagens verschoben habe (Prot. I S. 378). 

Betreffend die Tötung von J._____ habe H._____ gesagt, er habe es machen 

müssen für die Sicherheit ihrer Familie. Dadurch, dass F._____ drohend bei ihnen 

zu Hause aufgetaucht sei und plötzlich Videoüberwachungen um das ganze Haus 

installiert worden seien, habe sich dies verdichtet und sei sie davon ausgegan-

gen, dass es wirklich zu ihrem Schutz habe sein müssen (Prot. I S. 374). Die Kin-

der seien auf der Fahrt nur mitgekommen, weil sie keine Zeit mehr gehabt habe, 

etwas anderes zu organisieren und es geheissen habe, es werde nicht lange ge-

hen (Prot. I S. 377). Am Anfang hätten sie zwei Überwachungskameras gehabt, 

eine bei der Haustüre und eine beim Hausplatz. Letztere habe nie funktioniert, 

danach hätten sie nur diejenige bei der Haustür gehabt. Nach dem Vorfall mit 

F._____ habe H._____ die Videoüberwachungskameras aufgestockt. Das Haus 

sei dann eigentlich rundherum mit drei oder vier Kameras überwacht gewesen 

(Prot. I S. 380 f.). Auf die Frage, was sie zum Thema der serbischen Mafia sage, 

antwortete sie, sie würde es gerne glauben, aber ganz ehrlich glaube sie nicht da-

ran. Wenn sie die ganzen Beträge höre, dann frage sie sich, warum er sie mit die-

-   44   - 

sen Schulden habe leben lassen, wenn er wirklich so viel Geld gehabt hätte (Prot. 

I S. 382). 

Betreffend Dossier 5 (versuchter gewerbsmässiger Betrug zum Nachteil der 

AE._____ Versicherung) sagte die Beschuldigte aus, sie habe gewusst, dass das 

Fahrzeug nicht gestohlen wurde und es um einen Versicherungsbetrug ging, als 

sie H._____ in Deutschland abgeholt habe. Das sei die Idee von H._____ gewe-

sen, sie habe mitgemacht, weil sie vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei. 

Sie habe aus finanziellen Motiven mitgemacht (Prot. I S. 389). Sie habe gewusst, 

dass die als gestohlen angegebenen Gegenstände Laptop und Drucker nicht ef-

fektiv im Auto gewesen seien. Die Reparaturen, für welche I._____ die Rechnun-

gen neu geschrieben habe, seien auch wirklich gemacht worden (Prot. I S. 389). 

Sie habe erst im Nachhinein von H._____ erfahren, dass das Fahrzeug angezün-

det worden sei (Prot. I S. 390). Er habe nicht gesagt, wer es angezündet habe 

(Prot. I S. 391). 

Betreffend Dossier 11 sagte die Beschuldigte aus, sie wisse, dass das Fenster 

aufgebrochen gewesen sei, aber nicht mehr, ob dies H._____ gewesen sei oder 

ob tatsächlich eingebrochen worden sei. Es sei zutreffend, dass die in der Ankla-

ge aufgelisteten Gegenstände nicht gestohlen worden seien (Prot. I S. 398). 

3.1.25. Berufungsverhandlung 

In der Berufungsverhandlung hat die Beschuldigte zur Sache die Aussage ver-

weigert (Prot. II S. 119 ff.). 

4. Beweiswürdigung 

4.1. Allgemeines zum Aussageverhalten der Beschuldigten 

Wie der vorstehenden chronologischen Zusammenfassung der Aussagen der Be-

schuldigten zu entnehmen ist, hat sie ihre Tatbeteiligung betreffend die Delikte 

gemäss Dossiers 1 und 2 erst spät und nur schrittweise eingeräumt, wobei sie an-

fänglich über weite Strecken die Aussage verweigerte. Dieses Aussageverhalten 

ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass zwischen der Beschuldigten und den Mit-

-   45   - 

beschuldigten am 23. Juni 2017 anlässlich von Einvernahmen kolludiert wurde. 

Alle drei Beschuldigten bestätigten, dass es zu solchen Absprachen gekommen 

ist, und die sichergestellten Kassiber belegen dies. Von zentraler Bedeutung ist, 

dass H._____ anerkanntermassen bestrebt war, die Beschuldigte möglichst weit-

gehend zu entlasten. Wie aus den Kassibern hervorgeht, wies er sie und I._____ 

an, nichts auszusagen und dann ihre Aussagen seinen Aussagen anzupassen. 

Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz und den von ihr zitierten 

Wortlaut der Kassiber verwiesen werden (Urk. 221 S. 23). I._____ und G._____ 

hielten sich über längere Zeit an die Anweisung von H._____. In seiner Einver-

nahme vom 9. Januar 2018 erzählte I._____ dann aber von der erfolgten Kollusi-

on und fing an, G._____ zu belasten. Seine Deposition führte dazu, dass G._____ 

gleichentags erneut verhaftet wurde, die erfolgte Kollusion bestätigte und ihre 

Tatbeteiligung schrittweise zugab. Widersprüche zwischen ihren Aussagen vor 

dem 9. Januar 2018 und denjenigen in der Zeit danach sind vor diesem Hinter-

grund zu sehen und sprechen nicht per se gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Darstel-

lung.  

H._____ hielt an seiner Strategie, die Beschuldigte möglichst wenig zu belasten 

bis am Schluss recht weitgehend fest. Es ging ihm darum, zu erreichen, dass die 

Beschuldigte für die Kinder da sein kann, was er I._____ gemäss dessen Aussa-

gen so erklärte (Urk. D1/03/11 Anhang 1). In der Berufungsverhandlung belastete 

er G._____ im Zusammenhang mit den Kenntnissen betreffend die Delikte zum 

Nachteil von U._____ sel. erstmals in erheblichem Umfang und führte auch aus, 

dass sie beim Verbringen der Leiche von J._____ sel. in das ausgehobene Grab 

mitgeholfen habe (Prot. II S. 63, S. 87 ff., S. 93 ff., S. 107 und S. 113 f.). Auf diese 

Belastungen ist zurückzukommen. 

4.2. Sachverhaltserstellung betreffend Dossier 2  

4.2.1. Übereinkunft zwischen H._____, I._____ und G._____ 

Die Anklage wirft der Beschuldigten vor, sie sei zwischen dem 25. April 2016 und 

dem 27. April 2016 mit H._____ und I._____ übereingekommen, J._____ unter 

einem Vorwand an den Wohnort von H._____ zu locken. Alle drei Beschuldigten 

-   46   - 

stellten in Abrede, dass es zu einer solchen gemeinsamen Übereinkunft gekom-

men sei. Eine solche lässt sich denn auch nicht durch Chatprotokolle oder Tele-

fongespräche belegen. Entsprechende Kontakte/Gespräche fanden nur zwischen 

H._____ und I._____ im Vorfeld des 27. April 2016 statt. Eine Übereinkunft zwi-

schen den drei Beschuldigten lässt sich nicht erstellen. 

Zu prüfen bleibt, ob eine Absprache zwischen H._____ und G._____ getroffen 

wurde und was sie vor dem Eintreffen von J._____ sel. in T._____ wusste. 

4.2.2. Beteiligung am Wegstellen der Fahrzeuge 

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte die Staatsanwaltschaft geltend, es 

liege auf der Hand, dass H._____ erst nach Erhalt der Nachricht von I._____ um 

21.10 Uhr begonnen habe, den Empfang von J._____ an seinem Wohnort vorzu-

bereiten, da er erst ab diesem Zeitpunkt sicher gewusst habe, dass J._____ auch 

eintreffen werde. In dieser Zeit müsse H._____ seine Fahrzeuge im Dorf versteckt 

haben. Dies sei exakt zu jener Zeit gewesen, als die Beschuldigte G._____ sich 

auf dem Heimweg befunden habe. Sie sei also vor Ort gewesen und habe helfen 

können. Das Verstecken der Fahrzeuge müsse gemäss den Antennenstandorten 

und Anrufen zwischen dem Ehepaar G._____/H._____ zwischen ca. 22.00 Uhr 

und ca. 22.43 Uhr erfolgt sein. Weiter sei schlichtweg lebensfremd, dass H._____ 

in dieser damals für ihn eher aufregenden Vorbereitungsphase lieber einen stün-

digen Fussmarsch von der Milchannahmestelle im Dorf bis nach Hause unter-

nommen habe, als sich von seiner Ehefrau helfen zu lassen (Urk. 253 S. 20). 

Die Beschuldigte bestritt den Vorwurf, sie habe vor dem Eintreffen von J._____ 

gemeinsam mit H._____ die ihnen gehörenden Personenwagen Ford Ranger und 

Subaru Legacy von ihrem Wohnort weggebracht und im Dorfkern von T._____ 

parkiert. H._____ sagte konstant aus, er habe die Fahrzeuge allein nach T._____ 

gebracht, die Beschuldigte sei nicht daran beteiligt gewesen. Auch aus den Aus-

sagen von I._____ lässt sich nichts anderes entnehmen. Es kann auf die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz zu den Aussagen der Beschuldigten verwie-

sen werden. Den vorinstanzlichen Erwägungen ist - entgegen der Auffassung der 

Staatsanwaltschaft - auch darin zu folgen, dass die Auswertung der Antennen-

-   47   - 

standorte von H._____ und G._____ ihre übereinstimmenden Aussagen nicht zu 

widerlegen vermögen (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 221 S. 25 f.). 

Es kann daher nicht erstellt werden, dass die Beschuldigte gemeinsam mit 

H._____ die Fahrzeuge Ford Ranger und Subaru Legacy vor dem Eintreffen von 

J._____ sel. nach T._____ verbracht hat. 

4.2.3. Kenntnis von geplanter Überwältigung, Fesselung und Gefangenhalten 

von J._____ sel. 

Die Beschuldigte hat in der Einvernahme vom 2. März 2018 ausgesagt, H._____ 

habe sie gebeten, am 27. April 2016 am Abend weg zu sein und die Kinder weg-

zubringen (Urk. D1/05/14 S. 2; Urk. D1/06/15 S. 13). Am 27. April 2016 habe er 

ihr gesagt, er werde sich zurückholen, was ihm zustehe, und wolle deshalb mit 

J._____ sprechen. Sie habe gewusst, dass H._____ mit J._____ wegen den ver-

lorenen Fr. 40'000.– Streit gehabt habe. H._____ habe ihr am 27. April 2016 nach 

ihrer Rückkehr nach Hause gesagt, sie müssten alles dunkel machen, es dürfe 

kein Licht brennen, J._____ gehe davon aus, dass sie in den Ferien seien. 

I._____ werde J._____ unter einem Vorwand zu ihnen locken. Sie habe gewusst, 

dass I._____ J._____ gesagt habe, sie seien ferienabwesend und er könne seine 

Hanfanlage abholen (Urk. D1/05/14 S. 3 f. und S. 13). Sie habe mitgeholfen, in-

dem sie die Storen heruntergelassen habe (Urk. D1/06/15 S. 13). Sie sei im Haus 

gewesen und habe nicht gesehen, was draussen passiert sei, als J._____ einge-

troffen sei. Sie habe sich vorgestellt, dass H._____ J._____ daran hindern würde, 

sofort wieder davonzulaufen, sie habe aber nicht gedacht, dass J._____ überwäl-

tigt und gefesselt würde. Als H._____ und I._____ vom Estrich heruntergekom-

men seien, habe sie überlegt, dass J._____ gefesselt auf dem Estrich sein könnte 

(Urk. D1/05/14 S. 12). Als H._____ und I._____ vom Estrich gekommen seien und 

sich gefreut hätten, dass die Falle so gut geklappt habe, habe sie erfahren, dass 

sie J._____ überwältigt und gefesselt hatten. H._____ habe nach Kabelbindern 

gesucht, um nachzusichern (Urk. D1/06/15 S. 5). 

Die Aussagen von G._____ betreffend ihre Kenntnisse zu Überwältigung, Fesse-

lung und Gefangenhalten von J._____ sel. erfolgten über alle Einvernahmen hin-

-   48   - 

weg konstant und ohne Widersprüche. Gestützt auf ihre glaubhaften Aussagen ist 

erstellt, dass sie wusste, dass J._____ sel. von H._____ und I._____ unter dem 

Vorwand, dass sie ferienabwesend seien und er seine Hanfanlage holen könne, 

nach T._____ gelockt wurde. Sie hatte Kenntnis vom Streit zwischen H._____ 

und J._____ sel. wegen der verschwundenen Fr. 40'000.– und dass es darum 

ging, dieses Geld wieder zurückzubekommen. Es war ihr bewusst, dass J._____ 

sel. nicht freiwillig nach T._____ kommen würde. Aufgrund dieser ihr bekannten 

Umstände musste sie auch damit rechnen, dass J._____ sel. nicht freiwillig in 

T._____ bleiben würde, wenn er bemerken würde, dass er Opfer einer List ge-

worden war. Insofern war auch absehbar, dass J._____ sel. überwältigt und fest-

gehalten werden musste. Nachdem H._____ und I._____ J._____ sel. ins Haus 

gebracht hatten, erfuhr sie aufgrund ihrer eigenen Aussage, dass J._____ sel. ge-

fesselt worden war. Nicht erstellen lässt sich, dass die Beschuldigte gesehen hat, 

wie J._____ sel. vor dem Haus von H._____ überwältigt wurde und ihm von 

I._____ Handschellen angebracht wurden. Ebenfalls nicht erstellt ist, dass 

G._____ bei der Planung der Tat in irgendeiner Form aktiv beteiligt war. 

4.2.4. Wissen betreffend Entwendung des Fahrzeugs BMW M3  

Die Beschuldigte bestritt, Kenntnis davon gehabt zu haben, dass H._____ geplant 

hatte, sich den BMW M3 von J._____ unrechtmässig anzueignen. Wie vorstehend 

dargelegt, kann nicht erstellt werden, dass die Beschuldigte an der Planung be-

treffend das Verbringen von J._____ sel. nach T._____ beteiligt war. Es liegen 

keine Beweismittel dafür vor, dass sie Kenntnis davon hatte, dass der BMW von 

J._____ sel. nach T._____ transportiert werden sollte. Die diesbezüglichen Ab-

sprachen wurden zwischen H._____ und I._____ getroffen.  

Bezüglich des BMW sagte G._____ aus, H._____ habe ihr am Morgen des 28. 

April 2016 gesagt, J._____ habe nicht so viel Geld in der Schweiz, er müsse nach 

Serbien fahren, um so viel Geld aufzutreiben. Er nehme den BMW und den Mer-

cedes als Anzahlung. J._____ werde dafür sorgen, dass sie den Rest des Geldes 

auch noch bekommen (Urk. D1/05/14 S. 5). Sie sei in der Nacht vom 27. auf den 

28. April 2016 davon ausgegangen, dass die beiden Fahrzeuge BMW und Mer-

-   49   - 

cedes als Anzahlung für die Schulden von Fr. 40'000.– geleistet worden seien 

(Urk. D1/05/21 S. 2). 

Aufgrund der Aussagen von G._____ ist erstellt, dass sie am Morgen des 

28. April 2016 Kenntnis davon erlangte, dass H._____ den BMW von J._____ sel. 

zur Schuldentilgung behalten wollte. Angesichts des Umstandes, dass sie in der 

Nacht dabei war, als der mit Handschellen gefesselte J._____ sel. von H._____ 

zur Toilette gebracht wurde und dabei die Waffe in den Händen hielt, musste ihr 

klar sein, dass die Wegnahme des BMW gegen den Willen von J._____ sel. er-

folgte, zumal dieser am Morgen, als sie das Haus verliess, gemäss ihren Anga-

ben immer noch gefangen im Kinderzimmer war. Da G._____ erst am 28. April 

2016 erfuhr, dass H._____ den BMW behalten wollte und in diesem Zeitpunkt der 

Gewahrsam von J._____ sel. bereits aufgrund täuschender Machenschaften sei-

tens von H._____ und I._____ aufgehoben worden war, war bezüglich des BMW 

keine Beteiligung von G._____ am Delikt mehr möglich und fällt ein Schuldspruch 

ausser Betracht. 

4.2.5. Entwendung des Mercedes  

Auch bezüglich des Mercedes machte die Beschuldigte geltend, sie sei davon 

ausgegangen, es habe eine Absprache mit J._____ betreffend Verwendung zur 

Schuldentilgung bestanden. Dieses Vorbringen der Beschuldigten erweist sich 

aus den gleichen Überlegungen wie vorstehend betreffend das Fahrzeug BMW 

als Schutzbehauptung. Die Beschuldigte räumte denn auch selber ein, sie wisse 

nicht, ob sie bezüglich der Fahrzeuge einig geworden seien (Urk. D1/05/21 S. 2). 

Betreffend den Mercedes kommt hinzu, dass sie nach ihrer Aussage den Schlüs-

sel für das Fahrzeug von H._____ erhalten hat, nachdem H._____ in den Estrich 

gegangen war, um die Fesselung von J._____ sel. nachzusichern (Urk. D1/06/15 

S. 5). Die Beschuldigte konnte unter diesen Umständen auf keinen Fall davon 

ausgehen, dass J._____ sel. den Schlüssel freiwillig abgegeben hat und man sich 

über eine Schuldentilgung geeinigt hatte. 

-   50   - 

4.2.6. Beteiligung am Gespräch mit J._____ sel. im Haus 

Die Anklage wirft der Beschuldigten vor, sie und H._____ hätten in der Küche den 

gefesselten J._____ sel. aufgefordert, die Drogen und das Geld zu besorgen und 

ihnen zu übergeben oder ihnen Informationen über den Verbleib der Drogen und 

des Geldes zu geben. Die Beschuldigte bestritt, sich am Gespräch mit J._____ 

sel. beteiligt zu haben.  

G._____ sagte auf Vorhalt der Aussage von I._____, dass sie bei der Diskussion 

mit J._____ auch mitgeredet habe, diese Aussage sei nicht wahr (Urk. D1/05/19 

S. 4). Sie habe nichts von den Gesprächen mitbekommen. Sie sei im Wohnzim-

mer gewesen, die andern im Estrich (Urk. D1/05/20 S. 14). Sie sei bei der Diskus-

sion nicht dabei gewesen (Urk. D1/05/21 S. 2). Es treffe nicht zu, dass sie auf 

J._____ eingeredet habe (Urk. D1/06/15 S. 32). 

Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, beruht die Anklage betreffend die-