# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8261a92-5c34-5fa3-99a5-c5fc1185abe5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-12
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 12.06.2019 BK 2019 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2019-29_2019-06-12.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 19 29

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. Juni 2019

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter J. Bähler, Ober-
richterin Falkner
Gerichtsschreiberin Segessenmann

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter 1

E.________

Beschuldigter 2

unbekannte Täterschaft

Beschuldigte 3

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern

B.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Einstellung
Strafverfahren wegen Urkundenfälschung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 3. Januar 2019 (BM 15 16354)

2

Erwägungen:

1.

1.1 Am 20. April 2015 erstattete B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) gegen 
die J.________ (Paketversandunternehmen) bzw. unbekannt Strafanzeige wegen 
Urkundenfälschung. Mit Verfügung vom 14. September 2015 nahm die Regionale 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Strafver-
fahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter 1) und E.________ (nach-
folgend: Beschuldigter 2) nicht an die Hand, woraufhin der Beschwerdeführer an 
die Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Bern gelangte. In der Folge 
hob die zuständige Staatsanwältin die Nichtanhandnahmeverfügung auf und eröff-
nete eine Untersuchung. Am 17. August 2016 wurde das Strafverfahren eingestellt, 
wobei eine dagegen erhobene Beschwerde mit Beschluss der Beschwerdekammer 
des Obergerichts des Kantons Bern vom 25. Januar 2017 im Sinne der Erwägun-
gen gutgeheissen und die Staatsanwaltschaft angewiesen wurde, das Verfahren 
fortzuführen. 

1.2 Mit Verfügung vom 3. Januar 2019 stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfah-
ren gegen die Beschuldigten 1 und 2 ein und verwies die Zivilklage auf den Zivil-
weg. Sie verfügte weiter, dass die Verfahrenskosten durch den Kanton zu tragen 
seien und den beiden Beschuldigten keine Entschädigung und Genugtuung auszu-
richten sei. 

1.3 Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsan-
walt D.________, am 18. Januar 2019 Beschwerde und beantragte, die Verfügung 
der Staatsanwaltschaft vom 3. Januar 2019 sei insoweit aufzuheben, als die 
Staatsanwaltschaft anzuweisen sei, das Verfahren gegen die Beschwerdegegner 
resp. unbekannte Täterschaft fortzuführen (allenfalls unter Erteilung von Weisun-
gen für den weiteren Gang des Verfahrens), dies unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (inkl. 7.7 % Mehrwertsteuerzuschlag). 

1.4 Gestützt darauf eröffnete die Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons 
Bern am 28. Januar 2019 ein Beschwerdeverfahren und gewährte der General-
staatsanwaltschaft und den Beschuldigten Gelegenheit zur Stellungnahme.

1.5 Nach gewährter Fristerstreckung beantragte die Generalstaatsanwaltschaft am 
25. Februar 2019 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

1.6 Nachdem die dem Beschwerdeführer gesetzte Frist aufgrund seines Gesundheits-
zustands ausnahmsweise dreimal verlängert wurde, ging die Replik samt Arzt-
zeugnis und einer Kopie des Auszugs aus der Bedienungsanleitung K.________ 
zum Gerät L.________ am 21. Mai 2019 beim Obergericht ein. 

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schweizerische Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden 
und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organi-
sationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdefüh-

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rer ist durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschütz-
ten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 
Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Mit Beschluss vom 25. Januar 2017 gelangte die Kammer zum Schluss, dass 
durch die Staatsanwaltschaft folgende Untersuchungshandlungen vorzunehmen 
sind (BK 16 356, E. 6.2 und 6.3):

1. Analyse der fraglichen Unterschrift, insbesondere Klärung der Frage, wie 
der Schriftzug hergestellt oder reproduziert worden sein könnte.

2. Abklärung der Frage, wie Display-Unterschriften auf dem Gerät L.________ 
üblicherweise bezüglich Dicke, möglicher Unterbrüche, Auflösung
oder Ähnlichem aussehen.

3. Abklärung der Frage, wann der Datensatz mit den GPS-Angaben generiert 
wird.

Ziel dieser Ermittlungen was die Klärung der Frage, ob die Unterschrift des Be-
schwerdeführers direkt am Terminal des fraglichen Geräts angebracht wurde. Denn 
die Auffassung, dass der Schriftzug direkt von einer Handliste oder von einem 
Formular entnommen worden sein könnte, erschien der Kammer gemäss damali-
gem Ermittlungsstand nicht unplausibel. 

In einem zweiten Schritt erachtete die Kammer folgende Ermittlungshandlungen als 
angezeigt:

4. Abklärung der Frage, ob und wenn ja welche elektronischen Daten im Zu-
sammenhang mit der Paketzustellung an J.________ (Paketversandunter-
nehmen)-Server in Deutschland oder der Schweiz gesendet wurden.  

5. Feststellung, wie und wann der Zustellbeleg originär erstellt wurde und wie 
er in diesem Moment namentlich bezüglich des Unterschriftenfeldes aus-
sah.

3.2 Zu prüfen ist nun, welche Ermittlungshandlungen die Staatsanwaltschaft gestützt 
auf die Anweisungen der Beschwerdekammer vorgenommen hat:

Bezüglich der Fragen 1 und 2 gelangte die Staatsanwaltschaft an die Herstellerfir-
ma der Software des Scan-Geräts. Der rechtshilfeweise einvernommene Zeuge 
C.________ konnte die Frage, ob die Unterschrift auf dem Display erfolgt ist oder 
nicht, anlässlich der Einvernahme vom 6. September 2017 nicht abschliessend be-
antworten. Er brachte jedoch eine auf dem Display ausgeführte Unterschrift als 
Beispiel bei.   

Hinsichtlich der Fragen 3-5 gelangte die Staatsanwaltschaft rechtshilfeweise an die 
deutschen Strafverfolgungsbehörden. Die Zeugin F.________ von J.________ 
(Paketversandunternehmen) Deutschland bestätigte, dass auch nach der erfolgten 
Übermittlung der Zustellbelege nach Deutschland verschiedene Personen Zugriff 
auf die archivierten Belege hätten. Eine nachträgliche Bearbeitung der Zustellbele-
ge bzw. der entsprechenden Daten sei aber ausgeschlossen. Der fragliche Zustell-

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beleg sei am 9. April 2015 um 11:45:47 Uhr originär erstellt worden, danach seien 
keine Mutationen daran vorgenommen worden. Weiter wurden sieben Zustellbele-
ge unter dem Namen des Beschwerdeführers übermittelt. 

Am 5. Oktober 2018 gelangte die Staatsanwaltschaft erneut rechtshilfeweise an die 
deutschen Strafverfolgungsbehörden und ersuchte um Erhebung und Übermittlung 
aller Logbuch- oder Zugriffs-Protokolle zu den Daten betreffend das fragliche Pa-
ket. Die J.________ (Paketversandunternehmen) erklärte daraufhin, die Schweiz 
setze seit 2015 nicht mehr die Handgerätesoftware MDE ein, sie nutze eine eigene 
MDE Software der Firma I.________. Die Daten würden ihnen in Form von Bildda-
ten (Unterschrift) im .tif Format und als Textdatei zur Verfügung gestellt werden. 
Die Daten würden an das Archivsystem weitergeleitet, worauf nur eine sehr einge-
schränkte Anzahl an Personen Zugriff hätte. Die Protokolle würden zudem nur 
sechs Monate gespeichert werden. 

Die Staatsanwaltschaft gelangte gestützt auf diese Informationen zum Schluss, 
dass keine Möglichkeit bestanden habe, an den erzeugten Datensätzen Manipula-
tionen vorzunehmen. Damit bleibe einzig die Möglichkeit, dass einer der Beschul-
digten die Unterschrift des Privatklägers direkt auf dem Scan-Gerät manuell ge-
fälscht habe, wobei diesbezüglich Aussage gegen Aussage stehen würde. 

4.

4.1 Die Staatsanwaltschaft verfügt die Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatver-
dacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt, oder wenn kein Straftatbestand er-
füllt ist (Art. 319 Abs. 1 Bst. a und b StPO). Der Entscheid über die Einstellung hat 
sich nach dem Grundsatz in dubio pro duriore zu richten. Dieser ergibt sich aus 
dem Legalitätsprinzip und bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwalt-
schaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Pro-
zessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Hingegen ist, sofern die Erledigung 
mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verur-
teilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch gleich 
wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei 
schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 86 E. 4.1.1; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_918/2014 vom 2. April 2015 E. 2.1; GRÄDEL/HEINIGER, in: Bas-
ler Kommentar, Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 319).

4.2 Gemäss Art. 251 StGB macht sich der Urkundenfälschung strafbar, wer in der Ab-
sicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schädigen […], eine Ur-
kunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen 
eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder eine rechtlich 
erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt, oder eine Urkun-
de dieser Art zur Täuschung gebraucht. 

5.

5.1 Der Beschwerdeführer macht zusammengefasst geltend, eine Fälschung des Zu-
stellbelegs könne auch dadurch erfolgt sein, dass seine Unterschrift auf einem älte-
ren Zustellbeleg, welcher bis ins Jahr 2015 online frei zugänglich gewesen sei, ge-
scannt worden sei. Die Staatsanwaltschaft habe entgegen den verbindlichen Wei-

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sungen der Beschwerdekammer die oben aufgeführten Fragen 1 und 2 nicht ab-
schliessend beantwortet, sondern lediglich die staatsanwaltschaftlichen Tatoptio-
nen 2 und 3 zu Unrecht verworfen.

5.2 Zunächst ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Tatoption, 
die Fälschung sei durch Scan der Unterschrift auf einem archivierten Zustellbeleg 
erfolgt, auf Grundlage des jetzigen Ermittlungsstands als durchaus plausibel er-
scheint, was die Kammer bereits im Beschluss vom 25. Januar 2017 festgehalten 
hat (BK 16 356 E. 6.2). Daran hat sich auch nach Durchführung der weiteren Er-
mittlungen nichts geändert. Die erwähnte Tatoption ist aus folgenden Gründen 
plausibel:

- Gemäss der vom Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren eingereichten 
Bedienungsanleitung des Geräts ist der Scan einer Unterschrift theoretisch 
möglich (Capturing images). Fraglich ist einzig, ob auch die Software eine sol-
che Erfassung der Unterschrift zulässt. Abklärungen in diese Richtung wurden 
keine vorgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft macht diesbezüglich gel-
tend, der einvernommene Zeuge C.________ von der Sofwarefirma I.________ 
hätte eine solche Funktion, würde sie denn existieren, erwähnt. Dabei handelt 
es sich jedoch lediglich um eine Mutmassung; der Zeuge wurde nicht konkret 
danach gefragt. Dass die fotografische Erfassung von Unterschriften (spätes-
tens) ab Dezember 2015 möglich war, zeigt eine Internetrecherche (vgl. htt-
ps://www.________, zuletzt aufgerufen am 4. Juni 2019), sowie ein Zustellbe-
leg des Beschwerdeführers vom 22. August 2016. 

- Der Beschwerdeführer macht geltend, im Jahr 2015 sei es ohne Weiteres mög-
lich gewesen, durch Eingabe der Paketnummer einen Zustellbeleg samt Unter-
schrift in PDF-Form abzurufen. Dies wurde von G.________ in der Einvernah-
me vom 30. Dezember 2015 nicht in Abrede gestellt (Vgl. Zeile 129 ff.) und 
würde das vom Beschwerdeführer skizierte Vorgehen grundsätzlich ermögli-
chen.

Damit ist zusammengefasst festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer vorge-
brachte Tatoption als durchaus plausibel erscheint. 

6.

6.1 Die Frage, ob die Unterschrift auf dem Gerät direkt erfolgt ist oder nicht, wurde – 
was der Beschwerdeführer zutreffend geltend macht – durch den einvernommenen 
Zeugen nicht beantwortet bzw. offen gelassen. So hielt er explizit fest, es sei auf 
dem Zustellbeleg nicht erkennbar, ob die Unterschrift tatsächlich am Display 
durchgeführt worden sei. Der Zeuge machte jedoch konkrete Angaben zum übli-
chen Schriftbild einer Unterschrift auf dem Gerät. So gab er an, dass die Auflösung 
438 x 218 Pixel betrage und das Gerät immer die gleiche Strichstärke und Strich-
breite auf dem Display darstelle. Nach der Umrechnung sei jedoch sehr wohl ein 
Unterschied in der Breite feststellbar. Insbesondere bei Schlingen sei die Breite des 
Strichs schmäler. Dies lässt sich insbesondere auch der beigelegten Schriftprobe 
entnehmen. 

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6.2 Der einvernommene Zeuge ist als Hersteller der verwendeten Software für die Be-
urteilung der Frage, wie Unterschriften auf dem Display üblicherweise aussehen, 
kompetent, was sich auch aus seinen Antworten zum Schriftbild ergibt. Daran än-
dert nichts, dass der Zeuge kein Vertreter des Geräteherstellers K.________ ist. 
Ebenso wenig lässt der Umstand, dass der Zeuge nicht bedachte, dass eine Mani-
pulation auch durch Scan einer bestehenden Unterschrift erfolgt sein könnte, an 
seiner Kompetenz zweifeln. Der zusätzliche Beizug der K.________ – wie es der 
Beschwerdeführer verlangt – drängt sich angesichts der Ausführungen des Zeugen 
nicht auf, auch wenn der Zeuge die aufgeworfene Frage, ob die Unterschrift auf 
dem Gerät erfolgt ist oder nicht, nicht abschliessend beantworten konnte. 

6.3 Die Beschwerdekammer erachtete im Beschluss vom 25. Januar 2017 in einem 
ersten Schritt die Abklärung der Frage, ob die Unterschrift auf dem Gerät erfolgt ist 
oder nicht, als angezeigt. Sie wies darauf hin, dass eine nähere Prüfung der Unter-
schrift umso angebrachter erscheine, falls dem Beschwerdeführer tatsächlich 
mündlich mitgeteilt worden sei, dass gemäss dem KTD die Unterschrift definitiv 
nicht aus einer Eingabe auf dem Display des Scan-Geräts stamme. Nach wie vor 
ist unklar, ob durch den KTD eine entsprechende Feststellung getroffen wurde oder 
nicht. Der in den Akten vorhandene KTD-Bericht äussert sich ausschliesslich zur 
Frage, ob die Unterschrift vom Beschwerdeführer stammt oder nicht. 

Mit Blick auf die Umstände sowie die Feststellungen des Zeugen zum Schriftbild 
einer auf dem Terminal erfolgten Unterschrift drängt sich eine gutachterliche 
Klärung der Frage, ob die Unterschrift auf dem Terminal oder allenfalls durch Scan 
einer Unterschrift erfolgt ist auf. Diese Frage kann gegebenenfalls durch den KTD 
(oder eine andere hierfür kompetente Stelle) durch bildliche Analyse der Unter-
schrift und unter Berücksichtigung der Ausführungen des Zeugen beantwortet wer-
den. Die Staatsanwaltschaft hat daher die oben aufgeführte Frage 1 abklären zu 
lassen. Bei der Abklärung wird insbesondere auch auf die vom Beschwerdeführer 
aufgeworfene Frage hinsichtlich der Auflösung einzugehen sein (vgl. Beschluss 
des Obergerichts des Kantons Bern BK 16 456 vom 25. Januar 2017 E. 6.2). 

7. Nach Ansicht der Kammer wurde auch Frage 3 nicht abschliessend beantwortet. 
Nach wie vor ist unklar, wann der Datensatz mit den GPS-Angaben generiert wird 
bzw. im konkreten Fall generiert wurde. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den 
Standpunkt, dies geschehe bei der Barcode-Scannung. Die Auskunftsperson 
G.________ führte demgegenüber aus, die Beschuldigten hätten sich zum Zeit-
punkt der Unterschrift vor Ort befunden haben müssen. Konkrete Angaben zur 
GPS-Übermittlung konnte jedoch auch er nicht machen. Die rechtshilfeweise ein-
vernommene Zeugin F.________ machte geltend, das Gerät werde erst nach Ab-
schluss der Zustelltour eines Auslieferers ausgelesen. Die Daten würden dann so-
fort an einen Scanserver übertragen, wobei der Server vor Ort in der Schweiz ste-
hen müsste. Der Beschwerdeführer zieht diese Angabe in Zweifel und legt dar, die 
Daten würden in der Schweiz sofort übermittelt werden, was im Übrigen auch durch 
die Auskunftsperson G.________ bestätigt wurde. Das vom Beschwerdeführer 
skizzierte Vorbringen ist schliesslich auch deshalb plausibel, weil ein Kunden-
dienstmitarbeiter am fraglichen Tag bereits kurz nach 14.00 Uhr, also noch vor Ab-
schluss der Zustelltour, Zugriff auf die Daten des Beschwerdeführers nehmen 

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konnte. Insofern erscheint auch zweifelhaft, inwiefern die Zeugin mit den konkreten 
Verhältnissen in der Schweiz vertraut ist. Zur Frage, wann die GPS Daten übermit-
telt werden, konnte sie jedenfalls keine nachvollziehbaren Angaben machen. Dies-
bezüglich drängen sich ebenfalls weitere Abklärungen auf, wobei auch diese Rück-
schlüsse auf Frage 1 zulassen. 

8. Zutreffend weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass es im vorliegenden Fall in 
einem ersten Schritt das Tatvorgehen zu klären gilt, und sich erst in einem weiteren 
Schritt die Frage der Verantwortlichkeit bzw. strafrechtlichen Zuordnung stellt. Es 
besteht gerade mit Blick auf die in den Medien geäusserte Kritik am Vorgehen der 
J.________ (Paketversandunternehmen) ein erhebliches öffentliches Interesse an 
der Klärung des Sachverhalts. 

Unbehilflich ist in diesem Zusammenhang auch die Feststellung, der Sachverhalt 
könne ohnehin nicht geklärt werden, da die beiden Beschuldigten widersprechende 
Aussagen machen würden. Dass bezüglich eines Sachverhalts sich widerspre-
chende Aussagen vorliegen, ist nicht ungewöhnlich und entbindet die zuständigen 
Behörden nicht davon, die Aussagen unter Berücksichtigung der gesamten Um-
stände zu würdigen. Vorliegend gilt es zu berücksichtigen, dass es sich beim Be-
schuldigten 2 um einen Schnupperlehrling handelte, welcher lediglich zwei Tage für 
das zuständige Transportunternehmen tätig war. Inwiefern ein Schnupperlehrling 
befugt war, selbstständig Entscheidungen zu treffen, und welches Interesse er an 
den fraglichen Handlungen gehabt haben könnte, ist vorliegend relevant und ent-
sprechend zu berücksichtigen. Mit Blick auf diese Ausführungen drängt sich – trotz 
des Zeitablaufs – auch eine staatsanwaltschaftliche Befragung der beiden Be-
schuldigten, welche bis anhin lediglich einmal polizeilich einvernommen wurden, 
auf.

9. Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Einstellungsverfügung im Übrigen zutreffend 
begründet, dass eine nachträgliche Manipulation im Sinne der Tatoptionen 2 und 3 
aufgrund der vorliegenden Ermittlungsergebnisse als unwahrscheinlich erscheint. 
Auf diese Erwägungen wird – unter Vorbehalt weiterer Erkenntnisse, welche die-
sem Schluss widersprechen – verwiesen. Was der Beschwerdeführer dagegen 
vorbringt, überzeugt nicht. Insbesondere weist der Umstand, dass der Zustellbeleg 
gemäss den vorhandenen Dateiinformationen erst um ca. 14.10 Uhr erstellt wurde, 
nicht darauf hin, dass eine nachträgliche Manipulation durch einen Mitarbeiter des 
Kundendienstes bzw. der Zentrale stattgefunden hat. Wie die Zeugin F.________ 
bestätigte, werden lediglich Daten übermittelt, welche dann im pdf-Format abge-
speichert werden müssen, damit sie per E-Mail versandt werden können. Diesbe-
züglich kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Staatsanwaltschaft in der 
Einstellungsverfügung verwiesen werden (E. 1.6). 

10. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Einstellungsverfü-
gung im Sinne der Erwägungen aufzuheben. 

11. Bei diesem Verfahrensausgang trägt der Kanton Bern die Verfahrenskosten 
(Art 428 Abs. 1 StPO). Sie werden festgesetzt auf CHF 2‘000.00. 

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Überdies hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Entschädigung für seine 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren (Art. 433 Abs. 1 Bst. a i.V.m. 
Art. 436 Abs. 1 StPO). Dafür hat praxisgemäss der Staat aufzukommen, wenn 
staatliche Organe Beschwerdegegner sind. Diese Entschädigung wird ebenfalls 
praxisgemäss pauschal festgesetzt auf CHF 3‘500.00 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 3. Januar 2019 wird aufgehoben.

2. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland wird angewiesen, das Verfahren im 
Sinne der Erwägungen fortzuführen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2'000.00, trägt der Kanton 
Bern.

4. Für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren wird dem Beschwerdeführer eine 
Entschädigung von CHF 3‘500.00 (inkl. Auslagen und MWST) entrichtet. 

5. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwalt D.________
- dem Beschuldigten 1
- dem Beschuldigten 2
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin H.________

(mit den Akten)

Bern, 12. Juni 2019 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Segessenmann
i.V. Gerichtsschreiberin Kurt

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.