# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61c6d1bb-e367-5497-be6e-0464a436adcd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 D-5536/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5536-2011_2011-10-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­5536/2011

U r t e i l   v om   1 1 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;  
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

Parteien A._______, geboren am (…),
Armenien,  
vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, eigenen Angaben zufolge ein  in B._______ 
geborener  armenischer  Staatsangehöriger,  Russland  im  Jahr  2006 
verliess, sich danach in der Ukraine aufhielt und am 28. September 2008 
in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  gleichentags  erstmals  um  Asyl 
nachsuchte,

dass das BFM mit Verfügung vom 3. Juli 2009 gestützt auf Art. 32 Abs. 2 
Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf 
dieses  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat,  seine 
Wegweisung aus der Schweiz verfügte, den Vollzug derselben anordnete 
und  ihm  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis 
aushändigte,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Empfang  dieser  Verfügung  (samt 
Beilagen) mit vom 6. Juli 2009 datierender Bestätigung quittierte, 

dass die Verfügung in der Folge unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass  der  Beschwerdeführer  laut  einer  Mitteilung  der  zuständigen 
kantonalen  Behörde  am  24.  August  2009  aus  seiner  Unterkunft 
"verschwand",

dass  er  am  11.  März  2010  in  der  Schweiz  beim  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum Vallorbe ein zweites Asylgesuch stellte,

dass er am 14. März 2010 aus diesem Zentrum "verschwand",

dass das BFM mit Verfügung vom 1. Juni 2010 gestützt auf Art. 34 Abs. 2 
Bst.  d  AsylG  auf  das  zweite  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  seine 
Wegweisung nach Spanien sowie deren Vollzug verfügte,

dass diese Verfügung indessen zufolge des unbekannten Aufenthalts des 
Beschwerdeführers nicht zugestellt werden konnte,

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben am 25. Mai 2011 
erneut in die Schweiz gelangte, wo er am folgenden Tag zum dritten Mal 
um Asyl nachsuchte,

dass  er  bei  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
Vallorbe  vom  8.  Juni  2011  geltend  machte,  er  habe  Russland  im  Jahr 

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2006  verlassen  und  in  Spanien,  Deutschland,  der  Schweiz,  Norwegen 
und Frankreich Asylgesuche eingereicht,

dass  er  die  Schweiz,  nachdem  er  hier  im  März  2010  erneut  um  Asyl 
nachgesucht  habe,  freiwillig  verlassen  habe  und  nach  Frankreich 
zurückgekehrt sei,

dass  er  aus  denselben  Gründen,  die  er  bei  der  Befragung  zu  seinen 
Asylgründen  vom  10.  Dezember  2008  (act.  A14/14)  geltend  gemacht 
habe, in die Schweiz gekommen sei,

dass sein  "Schwiegervater" – er sei nicht verheiratet –  ihm versprochen 
habe, bis Ende Jahr alles zu unternehmen, damit er ein  Identitätspapier 
erhalten werde,

dass er bis Ende Jahr in der Schweiz bleiben wolle,

dass  das  BFM  dem Beschwerdeführer  am  8.  August  2011 mitteilte,  es 
gedenke,  gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  auf  das  Asylgesuch 
nicht  einzutreten,  und  ihm  Frist  zur  Einreichung  einer  Stellungnahme 
gewährte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  18.  August  2011 
(Poststempel) ankündigte, er werde  innerhalb von zwei bis vier Wochen 
Schreiben  von  Zeugen  einreichen,  die  die  von  ihm  geltend  gemachten 
Probleme belegten, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  27.  September  2011  –  eröffnet  am 
3. Oktober 2011 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das 
dritte  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
sowie  den  Vollzug  anordnete  und  dem  Beschwerdeführer  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  das  am 
28. September 2009 (recte: 2008) eingeleitete Asylverfahren sei seit dem 
14. Juli  2009  rechtskräftig  abgeschlossen,  und  aus  den  Akten  ergäben 
sich  keine  Hinweise,  dass  nach  dem  Abschluss  dieses  Verfahrens 
Ereignisse  eingetreten  seien,  die  geeignet  seien,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant seien,

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dass  in  Würdigung  der  gesamten  Umstände  auch  die  in  Aussicht 
gestellten  Zeugenaussagen  daran  nichts  änderten,  da  diese  erst  im 
dritten  Asylverfahren  erwähnten  Beweismittel  als  Gefälligkeitsschreiben 
ohne Beweiswert zu werten seien,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  Eingabe 
vom  6.  Oktober  2011  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess, 
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu erteilen, 
die  Dispositivziffern  2  und  3  seien  aufzuheben  und  von  einer 
Wegweisung  sei  abzusehen,  die  Akten  seien  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen mit dem Auftrag, auf das Asylgesuch einzutreten und die 
geltend  gemachten  Asylgründe  zu  prüfen,  und  dem  Unterzeichneten 
seien  die  vollständigen  Asylakten  der  früheren  Verfahren  zur 
Einsichtnahme zur Verfügung zu stellen,

dass  für  den  Inhalt  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen  und, 
soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf einzugehen ist,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  7.  Oktober  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  mit 
Ausnahme des Antrags,  es  sei  dem Beschwerdeführer Asyl  zu erteilen, 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  und  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass in der Beschwerde vom 6. Oktober 2011 geltend gemacht wird, dem 
Unterzeichneten fehlten vom zweiten Asylgesuch die von der Vorinstanz 
zugestellten Akten und ebenso der Entscheid des dritten Verfahrens,

dass  dem  Beschwerdeführer  ein  früherer  negativer  Entscheid  nie 
rechtsgültig eröffnet worden sei und die geltend gemachten Verfügungen 
in den zur Verfügung gestellten Akten nicht auffindbar seien,

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dass indessen dem Beschwerdeführer mit dem Entscheid des BFM vom 
27.  September  2011  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis ausgehändigt wurden, weshalb das Akteneinsichtsrecht 
der Partei hinsichtlich des dritten Asylverfahrens gewahrt ist,

dass  dem  Rechtsvertreter  vom  BFM  am  5.  Oktober  2011  die 
entscheidwesentlichen  Akten  aller  drei  Verfahren  zugestellt  wurden, 
weshalb der Anspruch auf Akteneinsicht auch insgesamt gewahrt ist, und 
der  Antrag,  dem Unterzeichneten  seien  die  vollständigen  Asylakten  der 
früheren  Verfahren  zur  Einsichtnahme  zur  Verfügung  zu  stellen, 
gegenstandslos ist,

dass die Behauptung,  dem Beschwerdeführer  sei  ein  früherer  negativer 
Entscheid  nie  rechtsgültig  eröffnet  worden,  aktenwidrig  ist,  da  er  den 
Empfang  der  Verfügung  des  BFM  vom  3.  Juli  2009  mit  den  darin 
erwähnten  Beilagen  auf  der  Empfangsbestätigung  vom  6.  Juli  2009 
quittierte,

dass ihm die Verfügung des BFM vom 1. Juni 2010 nicht eröffnet werden 
konnte,  da  er  die  Schweiz  zuvor,  ohne  dass  er  eine 
Korrespondenzadresse hinterlassen hätte, verlassen hatte,

dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in 
der Schweiz bereits  ein Asylverfahren erfolglos  durchlaufen haben oder 
während  des  hängigen  Asylverfahrens  in  den  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat zurückgekehrt sind,

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  es 
Hinweise auf  zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse gibt, die geeignet 
sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die 
Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. 
e AsylG),

dass der Nichteintretenstatbestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG somit 
ein  formelles  (früheres  Asylverfahren)  und  ein  materielles  Erfordernis 
(fehlende Hinweise) enthält, welche im Einzelfall beide gleichzeitig erfüllt 
sein müssen,

dass  das  formelle  Erfordernis  eines  in  der  Schweiz  erfolglos 
durchlaufenen Asylverfahrens offensichtlich erfüllt ist, nachdem das BFM 
auf  das  erste  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  28. September 

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2008 mit Verfügung vom 3. Juli 2009 nicht eintrat und dieser Entscheid in 
Rechtskraft erwachsen ist,

dass der Beschwerdeführer  in  der Zwischenzeit  nicht  in  seinen Heimat­ 
oder Herkunftsstaat  zurückkehrte  (Art.  36 Abs. 1 Bst. b AsylG) und  ihm 
das  BFM  mit  Zwischenverfügung  vom  8.  August  2011  das  rechtliche 
Gehör gewährte (Art. 36 Abs. 2 AsylG),

dass  bei  der  Prüfung,  ob  Hinweise  auf  Ereignisse  vorliegen,  welche 
geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  vom  engen 
Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen ist,

dass  jedoch  gleichzeitig  ein  gegenüber  der  Glaubhaftmachung 
reduzierter  Beweismassstab  zur  Anwendung  kommt,  weshalb  auf  ein 
Asylgesuch bereits dann eingetreten werden muss, wenn sich Hinweise 
auf  eine  relevante  Verfolgung  ergeben,  welche  nicht  von  vornherein 
haltlos sind (vgl. BVGE 2009/53 E. 4.2 S. 769, mit weiteren Hinweisen),

dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Kurzbefragung  vom  8.  Juni  2011 
angab,  er  sei  nach  Abschluss  seines  ersten  Asylverfahrens  in  der 
Schweiz nicht  in  seinen Heimat­  oder Herkunftsstaat  zurückgekehrt  und 
berufe  sich  auf  dieselben  Asylgründe,  die  er  bereits  im  ersten 
Asylverfahren geltend gemacht habe, 

dass sich mithin aus den Akten keine Hinweise ergeben, nach Abschluss 
des ersten Verfahrens seien Ereignisse eingetreten, die geeignet wären, 
die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant wären,

dass  daran  auch  die  in  der  Beschwerde  vorgenommene Wiederholung 
des  vom Beschwerdeführer  im ersten Asylverfahren  geltend  gemachten 
Sachverhalts  nichts  zu  ändern  vermag,  da  das  erste  Asylgesuch 
rechtskräftig abgelehnt wurde,

dass  die  vom  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  an  das  BFM  vom 
18. August  2011  (Poststempel)  in  Aussicht  gestellten  Beweismittel  an 
dieser  Einschätzung  nichts  ändern  dürften,  zumal  es  ihm  angesichts 
seiner  Aufenthaltsdauer  im  westeuropäischen  Raum  längstens  möglich 
gewesen  wäre,  allfällig  vorhandene  Beweismittel  zu  beschaffen  und 
einzureichen,

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dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu  Recht  auf  das  dritte  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733, 
BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 

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erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  das BFM  in  der  Verfügung  vom  3.  Juli  2009  darauf  hinwies,  dem 
Beschwerdeführer  sei  es  –  sollte  er  staatenlos  sein  –  möglich,  die 
armenische  Staatsangehörigkeit  zu  erlangen,  da  er  armenischer 
Abstammung  sei  und  sich  1992  in  Armenien  habe  als  Flüchtling 
registrieren lassen,

dass es sich bei ihm um einen jüngeren Mann handelt, der sich in neuen 
Lebenssituationen  offenbar  immer  wieder  zurechtfindet,  weshalb  davon 
auszugehen ist, er werde sich in Armenien wieder integrieren können,  

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es  ihm obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu 
auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

Versand: