# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42966767-c5d3-5271-bbda-1e5a343009c2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bildungs- und Kulturdirektion 19.01.2015 350.36-14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_002_350-36-14_2015-01-19.pdf

## Full Text

Erziehungsdirektion 
des Kantons Bern 
 

 

Direction de 
l’instruction publique 
du canton de Berne 
 

  

 

Sulgeneckstrasse 70 

3005 Bern 

Telefon 031 633 84 31 

Telefax 031 633 84 62 

www.erz.be.ch 

erz@erz.be.ch 

 

4800.600.350.36/14 (670445) 

 

 

 

 

Entscheid 

 

 

Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung vom 19. Juni 2014 (Bewertung der prakti-

schen Arbeit im Qualifikationsverfahren als Bäcker-Konditor-Confiseur [Schwerpunkt Bä-

ckerei-Konditorei]) 

A_____ 

gegen 

Kantonale Prüfungskommission, 

Mittelschul- und Berufsbildungsamt, Kasernenstrasse 27, Postfach, 3000 Bern 22 

 

  

 

19. Januar 2015 

 

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Ausgangslage 

1. A_____ absolvierte im Frühling 2014 das Qualifikationsverfahren als Bäcker-

Konditor-Confiseur. Am 19. Juni 2014 teilte ihm die kantonale Prüfungskommission 

mit, dass er die Prüfung mit der Note 5,3 für die praktische Arbeit und der Gesamt-

note 5,3 bestanden habe. 

2. Gegen diese Verfügung erhob A_____ am 4. Juli 2014 (verbessert eingereicht am 

18. Juli 2014) Beschwerde bei der Erziehungsdirektion. Er beantragte sinngemäss, 

die Note für die praktische Arbeit sei zu überprüfen. 

3. In ihrer Stellungnahme vom 22. August 2014 beantragte die kantonale Prüfungs-

kommission, die Beschwerde sei abzuweisen. 

4. Mit Schreiben vom 8. September 2014 nahm A_____ zur Stellungnahme der kanto-

nalen Prüfungskommission sowie zum Expertenbericht Stellung. 

5. Die kantonale Prüfungskommission nahm mit Schreiben vom 27. Oktober 2014 er-

gänzend Stellung und beantragte weiterhin die Beschwerde abzuweisen. 

6. In seinen Schlussbemerkungen vom 11. November 2014 hielt A_____ an der Be-

schwerde fest. 

7. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 13. November 2014 wurde den Parteien der 

Entscheid des Erziehungsdirektors in Aussicht gestellt. 

Rechtliche Prüfung und Begründung 

1. Sachurteilsvoraussetzungen 

1.1 Zuständigkeit und Anfechtungsobjekt 

1.1.1 Zuständigkeit 

Beschwerden, welche das Qualifikationsverfahren betreffen, richten sich nach kantonalem 

Recht (Art. 61 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 13. Dezember 2002 über die Be-

rufsbildung [BBG; SR 412.10]). Gegen Verfügungen, die aufgrund dieses Gesetzes erlas-

sen werden, kann Beschwerde bei der Erziehungsdirektion geführt werden (Art. 55 Abs. 1 

des Gesetzes vom 14. Juni 2005 über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Be-

rufsberatung [BerG; BSG 435.11]). Die Erziehungsdirektion ist somit zuständig, über die 

Beschwerde zu entscheiden. 

1.1.2 Anfechtungsobjekt 

Die Beschwerde richtet sich gegen den Notenausweis der Prüfungskommission vom 

19. Juni 2014. Die kantonale Prüfungskommission verfügt über die Prüfungsergebnisse 

(Art. 78 Abs. 2 Bst. b der Verordnung vom 9. November 2005 über die Berufsbildung, die 

Weiterbildung und Berufsberatung [BerV; BSG 435.111]). 

 

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Von Amtes wegen ist zu prüfen, ob ein gültiges Anfechtungsobjekt vorliegt. A_____ hat 

das Qualifikationsverfahren insgesamt bestanden. Ihm wurde das eidgenössische Fähig-

keitszeugnis als Bäcker-Konditor-Confiseur der Fachrichtung Bäckerei-Konditorei auf-

grund der erzielten vier Fachnoten (praktische Arbeit 5,3 [Fallnote], Berufskenntnisse 5,2, 

Allgemeinbildung 5,3 und Erfahrungsnote 5,5) sowie der Gesamtnote 5,3 erteilt. A_____ 

beanstandet in seiner Beschwerde die Bewertung im Qualifikationsbereich (Fach) prakti-

sche Arbeit; ohne dies ausdrücklich zu sagen, stellt er damit aber auch die Gesamtnote in 

Frage. 

Dem Rechtsschutz der Verwaltungsjustiz unterliegen nur jene Leistungsbeurteilungen, die 

eine Verfügung darstellen. Der Verfügungscharakter einzelner Noten ist in Lehre und 

Rechtsprechung umstritten (Martin Aubert, Bildungsrechtliche Leistungsbeurteilung im 

Verwaltungsprozess, Bern/Stuttgart/Wien 1997, S. 31 ff.). Eine Verfügung im Sinne des 

vorliegend massgebenden Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRPG; BSG 155.21) liegt nur vor, wenn eine Verwaltungshandlung die vom Verfügungs-

begriff geforderten Strukturmerkmale aufweist. Nach ständiger Praxis gilt als Verfügung 

ein individueller, an den Einzelnen gerichteter Hoheitsakt, durch den eine konkrete ver-

waltungsrechtliche Rechtsbeziehung in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt 

wird. Werden durch eine Anordnung oder einen Beschluss einer Behörde keine individuel-

len Rechte oder Pflichten gestaltend oder feststellend geregelt bzw. werden keine Rechts-

folgen verbindlich festgelegt, mangelt es an einem wesentlichen Verfügungselement (BVR 

2013 S. 303 E. 1.2 mit Hinweisen). 

Einzelne Fachnoten stellen im Allgemeinen keine selbständig anfechtbaren Verfügungen 

dar, da sie grundsätzlich nur die (Begründungs-) Elemente sind, die zur Gesamtbeurtei-

lung führen, und daher regelmässig – anders als Prüfungsentscheide als solche – keinen 

Einfluss auf die Rechtsstellung der Betroffenen haben. Ausnahmsweise können jedoch 

einzelne, auch genügende (Fach-) Noten ein selbständiges Anfechtungsobjekt bilden, 

wenn an deren Höhe bestimmte Rechtsfolgen geknüpft sind (BVR 2013 S. 301 E. 2.1 mit 

Hinweisen). Dies ist nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 

nicht der Fall, wenn die Notenhöhe allenfalls die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbes-

sert (BVR 2013 S. 301 E. 2.3). 

Der eben zitierte Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern ist in der Lehre 

teilweise auf Kritik gestossen (vgl. die Bemerkungen von Benjamin Schindler in: BVR 

2013 S. 324 ff): Der Entscheid berücksichtige die geänderte Rechtsprechung des schwei-

zerischen Bundesgerichts zur subsidiären Verfassungsbeschwerde nicht ausreichend. 

Nach der von Benjamin Schindler vertretenen Auffassung kommt einer Modulnote auf der 

tertiären Bildungsstufe Verfügungscharakter zu, wenn sie die individuelle Leistung aus 

Sicht der Bildungsinstitution gegenüber den Studierenden und gegenüber aussenstehen-

den Dritten abschliessend und in verbindlicher Weise bewertet (BVR 2013 S. 326). 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur staatsrechtlichen Beschwerde stellen 

einzelne Fachnoten – im Unterschied zum Prüfungsentscheid als solchem – grundsätzlich 

keine selbständigen anfechtbaren Verfügungen dar. Das Bundesgericht begründet dies 

damit, dass Anfechtungsobjekt nur das Prüfungsergebnis als Gesamtentscheid sein kön-

ne, da lediglich der Entscheid über das Bestehen oder Nichtbestehen einer Prüfung re-

gelmässig die Rechtsstellung des Prüfungskandidaten beeinflusse. Nur bei einem positi-

ven Prüfungsergebnis werde beispielsweise das Recht eingeräumt, in eine höhere Schule 

einzutreten, einen bestimmten Beruf auszuüben oder einen Titel zu tragen. Die Note der 

einzelnen Fächer bildeten demgegenüber lediglich die Elemente, die zur Gesamtbeurtei-

lung führen würden. Einzelne Fachnoten können nach der bisherigen Rechtsprechung 

 

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daher nur ausnahmsweise selbständig angefochten werden. Voraussetzung dafür ist, 

dass an die Höhe der einzelnen Noten bestimmte Rechtsfolgen geknüpft sind. Diese 

Rechtsfolgen können in der Möglichkeit bestehen, bestimmte zusätzliche Kurse oder Wei-

terbildungen zu absolvieren oder besondere Qualifikationen, wie beispielsweise ein Dok-

torat zu erwerben. Rechtsfolgen werden einzelnen Noten weiter zuerkannt, wenn sich 

diese später als Erfahrungsnoten in weiteren Prüfungen auswirken. Das Bundesgericht 

hat nun in seiner neueren Rechtsprechung zur subsidiären Verfassungsbeschwerde zur 

Frage der selbständigen Anfechtbarkeit einzelner Fachnoten präzisierend Stellung ge-

nommen. Anlass dafür war die subsidiäre Verfassungsbeschwerde einer Absolventin des 

rechtswissenschaftlichen Studiengangs der Universität Bern, die den Titel "Master of Law 

of the University of Bern (MLaw)" mit einem Notendurchschnitt von 5,43 und dem Prädikat 

"magna cum laude" erworben hatte. In ihrer Beschwerde beantragte sie, die Note ihrer 

Masterarbeit sei von 5,0 auf 6,0, mindestens aber auf 5,5 festzusetzen, was das Prädikat 

"summa cum laude" zur Folge gehabt hätte. Das Bundesgericht erwägt hierzu, dass sich 

aus dem Prädikat zwar keine materiellen Rechtsfolgen wie das Nichtbestehen des Exa-

mens oder das Erreichen einer Mindestqualifikation für die Weiterbildung ergäben. Den-

noch könne dem Entscheid über das Prädikat, das sich nach den Vorgaben der Prü-

fungsordnung bestimme, ein hoheitlicher Charakter nicht abgesprochen werden. Vor die-

sem Hintergrund hält das Bundesgericht präzisierend fest, dass einzelne Noten einer Ge-

samtprüfung nicht anfechtbar seien, die nicht mit einer weitergehenden Wirkung wie dem 

Nichtbestehen verbunden seien und auch keinen Einfluss auf ein Prädikat zeitigen wür-

den. "Steht jedoch das Nichtbestehen einer andere Folge – wie der Ausschluss von der 

Weiterbildung – oder ein Prädikat in Frage, für das die Prüfungsordnung vorgibt, wie es zu 

bestimmen ist, gibt es ein Rechtschutzinteresse an der Überprüfung des Gesamtergeb-

nisses und damit auch an einer diesem zugrunde liegenden Einzelnote." Das Bundesge-

richt gibt zwar zu bedenken, dass dies unter Umständen dazu führen könne, dass mit 

Blick auf das Prädikat auch mehrere Einzelnoten angefochten würden. Diese Folge sei 

jedoch in Kauf zu nehmen, "denn letztlich obliegt es dem Rechtsschutz suchenden Kandi-

daten, aufzuzeigen, weshalb nachgerade verschiedene Einzelbewertungen in massgebli-

cher Weise rechtswidrig erfolgt sein sollten." (Patricia Egli, Gerichtlicher Rechtsschutz bei 

Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in: ZBl 2011 S. 546 f. mit Hinweisen auf die 

Rechtsprechung). 

Es empfiehlt sich bei Leistungsbeurteilungen, die nach bestimmten Ausbildungsphasen 

ergehen, nicht nur das Gesamtergebnis, sondern regelmässig auch die einzelnen Leis-

tungsbeurteilungen als anfechtbare Verfügungen zu betrachten (Aubert, S. 75 f.). Die Er-

ziehungsdirektion hat daher in ihrer Rechtsprechung schon bisher auch Einzelnoten Ver-

fügungscharakter zuerkannt, wenn durch ihre Änderung ein potenzieller Vorteil im Ar-

beitsmarkt erreicht werden konnte (vgl. etwa Entscheid der Erziehungsdirektion vom 

10. Januar 2011 i. S. A. B., E. 1.1). Ob an dieser Rechtsprechung festzuhalten ist, kann 

vorliegend offen bleiben. Im Qualifikationsverfahren als Bäcker-Konditor-Confiseur wird 

zwar kein Prädikat erteilt, sondern das eidgenössische Fähigkeitszeugnis erworben. Das 

eidgenössische Fähigkeitszeugnis erhält, wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich 

durchlaufen hat (Art. 22 Abs. 1 der Verordnung vom 27. Oktober 2010 über die berufliche 

Grundbildung Bäcker-Konditor-Confiseur [auffindbar unter: www.sbfi.admin.ch  Themen 

 Berufsbildung  Berufliche Grundbildung  In Kraft getretene Verordnungen; zuletzt 

besucht am 16. Januar 2015 [nachfolgend: Verordnung]). Das Qualifikationsverfahren ist 

bestanden, wenn (a) der Qualifikationsbereich "praktische Arbeit" mit der Note 4 oder hö-

her bewertet wird und (b) die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird (Art. 19 Abs. 1 der 

Verordnung). Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt 

gewichtet: praktische Arbeit 50 Prozent, Berufskenntnisse und Allgemeinbildung je 20 

Prozent, Erfahrungsnote 10 Prozent (Art. 19 Abs. 4 der Verordnung). Ist das Fähigkeits-

 

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zeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so wird 

im Notenausweis aufgeführt: (a) die Gesamtnote, (b) die Noten jedes Qualifikationsbe-

reichs der Abschlussprüfung sowie, unter Vorbehalt von Art. 21 Abs. 1, die Erfahrungsno-

te und (c) die Fachrichtung (Art. 22 Abs. 3 der Verordnung). Der Note für die praktische 

Arbeit kommt in verschiedener Hinsicht eine besonders hohe Bedeutung und somit eine 

ähnliche Wirkung zu wie einem Prädikat. Sie bewertet die individuelle Leistung aus Sicht 

der Prüfungskommission gegenüber den Auszubildenden und gegenüber aussenstehen-

den Dritten abschliessend und in verbindlicher Weise. Sie findet bei zukünftigen Arbeitge-

berinnen und Arbeitgebern als Ausdruck verschiedener individueller Handlungskompeten-

zen (vgl. Art. 17 sowie Art. 4-6 der Verordnung) über das Fähigkeitszeugnis hinaus hohe 

und entscheidende Beachtung. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass gegen-

wärtig oder in der Zukunft auf die Note für die praktische Arbeit als Kriterium für die Zulas-

sung zu Kursen, Weiterbildungen oder besonderen Qualifikationen wie Berufswettbewer-

ben usw. abgestellt wird. Bei dieser Ausgangslage erscheint es auch nicht angezeigt, die 

Anfechtbarkeit von einzelnen Fach- oder Modulnoten auf tertiäre Bildungsgänge zu be-

schränken, geht es vorliegend doch um einen qualifizierenden Abschluss der beruflichen 

Grundbildung, mit welchem man direkt Fuss in der Arbeitswelt fassen kann. 

Für ein Eintreten auf die Beschwerde von A_____ spricht schliesslich auch die Rechts-

weggarantie von Art. 29a der Schweizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 

(BV; SR 101), wonach jede Person bei Rechtstreitigkeiten Anspruch auf Beurteilung durch 

eine richterliche Behörde hat (wobei Bund und Kantone durch Gesetz die richterliche Be-

urteilung in Ausnahmefällen ausschliessen können). In dieser Hinsicht ist insbesondere zu 

beachten, dass die Verfassung stärker als die dargestellte verwaltungsrechtliche Praxis 

auf das Rechtsschutzbedürfnis abstellt und A_____s individuelle Betroffenheit in einer 

rechtlich geschützten Sphäre grundrechtlich schützt. Insofern fällt ins Gewicht, dass die 

Note der praktischen Arbeit in einem objektivierten, öffentlichrechtlich geregelten Verwal-

tungsverfahren erging und auch gegenüber Dritten verbindlich Auskunft über die prakti-

schen Fähigkeiten von A_____ als Bäcker-Konditor-Confiseur erteilt. 

Die im Qualifikationsbereich praktische Arbeit erzielte Note stellt somit ein gültiges An-

fechtungsobjekt dar. 

1.2 Beschwerdelegitimation 

A_____ hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene 

Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung (Art. 65 Abs. 1 VRPG). 

1.3 Frist, Form und Kognition 

Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 67 VRPG). 

Beschwerden gegen Zeugnisnoten und Prüfungsergebnisse werden nur auf Rechtsverlet-

zungen hin überprüft, die Rüge der Unangemessenheit kann nicht erhoben werden 

(Art. 55 Abs. 4 BerG in Verbindung mit Art. 66 Bst. c Ziffer 2 VRPG). Hingegen unterlie-

gen Fragen der Einhaltung des korrekten Prüfungsverfahrens einer umfassenden Über-

prüfung. 

 

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2. Materielles 

Umstritten ist, ob die praktische Arbeit von A_____ korrekt bewertet worden und die Note 

im Qualifikationsbereich praktische Arbeit rechtens ist. 

2.1 Rechtliche Grundlagen 

In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach 

den Artikeln 4-6 (der Verordnung) erworben worden sind (Art. 17 der Verordnung). Im 

Qualifikationsverfahren werden gemäss Art. 18 Abs. 1 der Verordnung die nachstehenden 

Qualifikationsbereiche wie folgt geprüft: 

a. Praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 12–16 

Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung 

geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkei-

ten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndoku-

mentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel ver-

wendet werden. 

b. Berufskenntnisse, im Umfang von 6–8 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird 

gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person wird schriftlich 

oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchge-

führt, so dauert diese höchstens ½ Stunde. 

c. Allgemeinbildung. Der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des 

SBFI vom 27. April 2006 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der 

beruflichen Grundbildung. 

Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist gemäss Art. 19 Abs. 1 der Verord-

nung bestanden, wenn: 

a. der Qualifikationsbereich "praktische Arbeit" mit der Note 4 oder höher bewertet 

wird; und 

b. die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird. 

Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten der 

einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der gewichteten Erfah-

rungsnote (Art. 19 Abs. 2 der Verordnung). Die praktische Arbeit wurde mit der Note 5,3 

bewertet. A_____ hat die Gesamtnote 5,3 erzielt und damit das Qualifikationsverfahren 

bestanden. Das eidgenössische Fähigkeitszeugnis wurde ihm erteilt. 

2.2 Bewertung der praktischen Arbeiten 

Die Prüfungskommission hat im Beschwerdeverfahren zwei verschiedene Versionen der 

Bewertungsunterlagen eingereicht. Einerseits das "Qualifikationsbereichs-Notenblatt 

Praktische Arbeiten 2014" ("Original", Ausdruck vom 3. Juli 2014) mit dem Bewertungs-

bogen (Original, Ausdruck vom 29. Januar 2014) und andererseits das "Qualifikationsbe-

reichs-Notenblatt Praktische Arbeiten 2014" ("nach Rekurssitzung", Ausdruck vom 

18. August 2014) mit dem Bewertungsbogen ("nach Rekurssitzung", Ausdruck vom 

18. August 2014). 

 

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Es fällt auf, dass auf dem Bewertungsbogen vom 18. August 2014 bei einzelnen Positio-

nen Punkteabzüge erfolgen, welche auf dem ursprünglichen Bewertungsbogen nicht ein-

getragen waren. Der Grund dafür ist nicht ersichtlich. Einleitend ist deshalb festzuhalten, 

dass ausschliesslich der ursprüngliche Bewertungsbogen vom 29. Januar 2014 Grundla-

ge für die Überprüfung der Bewertung und für die Festsetzung der definitiven Note der 

praktischen Arbeit von A_____ bildet. 

Im Folgenden sind nun die einzelnen Rügen von A_____ zu prüfen. 

2.2.1 Normalbrot, 1 Sorte geschnitten (Bäckerei, Position 1 a, Nummern 1.04 und 1.05) 

Bei dieser Aufgabe wurden A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Num-

mer 1.04 "Backvorbereitung / Backprozess / Ausbacken" fünf Punkte und für die Num-

mer 1.05 "Endprodukt" fünf Punkte in Abzug gebracht. Zur Begründung wurde bei Num-

mer 1.04 festgehalten: "nicht Gare entsprechend, schwacher Riss, Farbe, sehr schwam-

mig, sehr matte Oberfläche". Bei Nummer 1.05 findet sich in den Bewertungsunterlagen 

die Bemerkung: "grau, matt". 

A_____ macht zu Nummer 1.04 geltend, es würden für "Sorgfältigkeit" zwei Punkte ohne 

Begründung abgezogen. Zu Nummer 1.05 macht er geltend, für "Form, Stand, Volumen" 

würden zwei Punkte ohne Begründung abgezogen. Ebenfalls ohne Begründung seien ihm 

zwei Punkte für "Riss im Schnitt" abgezogen worden. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, zu Nummer 1.04 werde die Beschwerde aner-

kannt und dieser Punkt werde im Protokoll gestrichen. Zu Nummer 1.05 machen sie gel-

tend, durch die vorangegangenen Fehler weise das Endprodukt ebenfalls Fehler auf, wel-

che durch die Experten nicht explizit in den Bemerkungen erwähnt worden seien. Die von 

den Experten beanstandeten Punkte seien aber nachvollziehbar. Die Bewertung durch die 

Experten sei deshalb korrekt. 

Für die Nummer 1.05 "Form, Stand, Volumen" und "Riss im Schnitt" ist je ein Abzug von 

null, einem oder zwei Punkten möglich. Die Experten haben zweimal den Maximalabzug 

von zwei Punkten vorgenommen. Weder in den Bewertungsunterlagen noch in der Stel-

lungnahme der Experten sind die Gründe aufgeführt, welche zum Maximalabzug führten. 

Im Allgemeinen muss eine Begründung zumindest so abgefasst sein, dass die Betroffe-

nen die Verfügung oder den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten können. Es 

müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde 

hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Bei bildungsrechtlichen Leistungs-

beurteilungen kommt die Behörde dieser Verpflichtung nach, wenn sie dem oder der Be-

troffenen kurz darlegt, welche Lösungen bzw. Problemanalysen erwartet wurden und in-

wiefern die Antworten den Anforderungen nicht zu genügen vermochten. Dieser Anspruch 

auf eine ausreichende und nachvollziehbare Begründung ist nicht schon dann verletzt, 

wenn die Prüfungsbehörde sich vorerst darauf beschränkt, (nur) die Notenbewertung be-

kannt zu geben. Es genügt, wenn sie auf Verlangen die Begründung nachträglich bei-

bringt, sei es in mündlicher Form im Rahmen eines Prüfungsgespräches, sei es mittels 

schriftlicher Stellungnahme in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren, sofern der oder die 

Betroffene Gelegenheit erhält, in einem zweiten Schriftenwechsel dazu Stellung zu neh-

men (BVR 2012 S. 326 ff. E. 4.1 mit zahlreichen Hinweisen auf Lehre und Rechtspre-

chung). Auch wenn einzuleuchten vermag, dass Fehler im Herstellungsprozess die Quali-

tät des Endprodukts beeinträchtigen können, so ist ohne Begründung nicht zu beurteilen, 

weshalb der maximale Punkteabzug vorgenommen wurde. Zudem ist bei dieser Sachlage 

auch nicht überprüfbar, ob allenfalls für den gleichen Fehler mehrmals Abzüge vorge-

 

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nommen werden. Unter diesen Umständen ist die Bewertung der Nummer 1.05 nicht 

nachvollziehbar und die Rüge erweist sich als berechtigt. 

2.2.2 Normalbrot, 1 andere Brotform (Bäckerei, Position 1 b, Nummer 1.09) 

Bei dieser Aufgabe wurden A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen insgesamt fünf, 

davon für die "Sorgfältigkeit" zwei Punkte in Abzug gebracht. In den Bewertungsunterla-

gen ist bei "Sorgfältigkeit" keine Begründung festgehalten. 

A_____ rügt, der Abzug für Sorgfältigkeit sei ohne Begründung erfolgt. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, zu Nummer 1.09 werde die Beschwerde aner-

kannt und dieser Punkt werde im Protokoll gestrichen. 

2.2.3 Vollkornbrot (Bäckerei, Position 2 a, Nummer 2.05) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für "Typische 

Merkmale" ein Punkt abgezogen. In den Bewertungsunterlagen ist dazu festgehalten: 

"untypische Form (angeschossen)". 

A_____ rügt, dies sei eine unakzeptable Begründung. Das Produkt könne nicht ange-

schossen sein, da es in einer Form gebacken wurde. Die Fachschule Richemont schlage 

dies für das Produkt so vor. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, zu Nummer 2.05 werde die Beschwerde aner-

kannt und dieser Punkt werde im Protokoll gestrichen. 

2.2.4 Spezialbrot nach Vorgabe (Bäckerei, Position 2 b. Nummern 2.08 und 2.12) 

Bei dieser Aufgabe wurden A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Num-

mer 2.08 "Rohstoffe abwägen / Knetprozess" zwei Punkte und für die Nummer 2.12 "End-

produkt" zwei Punkte in Abzug gebracht. Zur Begründung wurde für "Rohstoffe abwägen / 

Knetprozess" festgehalten: "Produkt 2x hergestellt = falsch abgewogen". Für "Endprodukt" 

wurde festgehalten: "ungleiche / unregelmässig infolge zweiter Herstellung". 

A_____ rügt zu "Rohstoffe abwägen / Knetprozess", es handle sich nicht um einen zwei-

ten Versuch, da nichts unbrauchbar gewesen sei. Der Maximalabzug sei daher fraglich. 

Zum "Endprodukt" hielt er fest, es seien zwei Punkte abgezogen worden, obwohl überall 

null Punkte angekreuzt seien. Dies sei nicht akzeptabel. 

Die Experten halten in ihrer Stellungnahme zu Nummer 2.08 fest, die Rohstoffe falsch 

abzuwiegen, sei ein gravierender Fehler und habe mit einem zweiten Versuch nichts zu 

tun. Die Bewertung sei deshalb korrekt. Zu Nummer 2.12 wird geltend gemacht, die Be-

merkungen der Experten seien korrekt, nur seien die Punkte am falschen Ort festgehalten 

worden. Die Bewertung sei aber korrekt. 

Die Experten haben für die Punkteabzüge Begründungen geliefert (Rohstoffe falsch ab-

gewogen sowie ungleich/unregelmässig). A_____ bestreitet nicht, dass die Rohstoffe 

falsch abgewogen wurden. Er bestreitet lediglich, dass es sich um einen zweiten Versuch 

handelte. Das falsche Abwiegen der Rohstoffe ist in der Tat ein gravierender Fehler, der 

den Abzug von zwei Punkten rechtfertigt. Dies auch dann, wenn es sich nicht um einen 

 

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zweiten Versuch gehandelt haben sollte. Hingegen vermag die Begründung der Experten 

für den Abzug von zwei Punkten bei der Nummer 2.12 nicht zu genügen, denn die Exper-

ten legen nicht dar, wo diese zwei Punkte richtigerweise hätten abgezogen werden sollen 

und welche Fehler dem Punkteabzug zu Grunde liegen. Die Stellungnahme der Experten 

genügt umso weniger, als bei Nummer 2.12 ebenfalls der maximale Punkteabzug vorge-

nommen wurde. Die Rüge von A_____ erweist sich in Bezug auf Nummer 2.12 damit als 

begründet. 

2.2.5 Zöpfe normal geflochten (Bäckerei, Position 3 a, Nummer 3.04) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Num-

mer 3.04 beim "Backprozess" ein Punkt abgezogen. In den Bewertungsunterlagen ist kei-

ne Begründung dafür festgehalten. 

A_____ rügt, der Abzug erfolge ohne Begründung. 

Die Experten halten in ihrem Bericht zu Nummer 3.04 fest, durch den zu kalten Ofen sei-

en die Zöpfe zu trocken gebacken. Daher sei der Punkteabzug erfolgt. Die Bewertung sei 

korrekt. 

Die Begründung der Experten für den Abzug eines Punktes ist nachvollziehbar und die 

Bewertung damit korrekt. 

2.2.6 Geflochtene Zöpfe nach Vorgabe (Bäckerei, Position 3 b, Nummern 3.09, 3.10 und 

3.11) 

Bei dieser Aufgabe wurden A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Num-

mer 3.09 bei der "Backdauer" zwei Punkte, für die Nummer 3.10 "Endprodukt" ein Punkt 

und für die Nummer 3.11 "Verkäuflich / Mindestangaben (mehrfach geflochten)" ebenfalls 

ein Punkt in Abzug gebracht. Der Punkteabzug für Nummer 3.09 wird damit begründet, 

das Produkt sei etwas zu trocken gebacken. Für die Punkteabzüge bei den Nummern 

3.10 und 3.11 enthalten die Bewertungsunterlagen keine Begründung. 

A_____ rügt, zu Nummer 3.09, sein Produkt sei nicht degustiert worden und trotzdem 

erhalte er den maximalen Punkteabzug. Zu den Nummern 3.10 und 3.11 rügt er den 

Punkteabzug ohne Begründung. 

Die Experten halten in ihrem Bericht zu Nummer 3.09 fest, wie das vorangehende Produkt 

seien auch die sechsteiligen Zöpfe in einem zu kalten Ofen gebacken worden. Daher sei 

der Punkteabzug erfolgt. Die Bewertung sei korrekt. Durch das falsche Backen seien die 

Böden der Zöpfe leicht flach geworden, was in den Bewertungsunterlagen zu Num-

mer 3.10 aber nicht explizit so festgehalten worden sei. Zu Nummer 3.11 werde die Be-

schwerde anerkannt und der Punkteabzug im Protokoll gestrichen. 

Die Begründungen der Experten für den Abzug von zwei Punkten bei Nummer 3.09 und 

von einem Punkt bei Nummer 3.10 sind nachvollziehbar und die Bewertung damit korrekt. 

 

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2.2.7 Qualitätssicherung (Bäckerei, Position 7 a, Nummer 7.01) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Num-

mer 7.01 "Produktionshygiene" ein Punkt abgezogen. Für den Punkteabzug enthalten die 

Bewertungsunterlagen keine Begründung. 

A_____ rügt das Fehlen einer Begründung für den Punkteabzug. 

Die Experten halten in ihrem Bericht zu Nummer 7.01 fest, die Beschwerde werde aner-

kannt und der Punkteabzug im Protokoll gestrichen. 

2.2.8 Qualitätssicherung (Bäckerei, Position 7 c, Nummer 7.05) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Num-

mer 7.05 beim Kriterium "Bild vorhanden" ein Punkt in Abzug gebracht. Für den Punkte-

abzug ist in den Bewertungsunterlagen die Bemerkung "teilweise" festgehalten. 

A_____ macht geltend, für jedes seiner Rezepte sei ein Idealbild vorhanden gewesen. 

Die Experten halten in ihrem Bericht zu Nummer 7.05 fest, die Beschwerde werde aner-

kannt und der Punkteabzug im Protokoll gestrichen. 

2.2.9 Kleingebäck und Feingebäck nach freier Wahl (Konditorei, Position 1 a, Nummer 

1.06) 

Bei dieser Aufgabe wurden A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Nummer 

1.06 unter "Ausführung / Dekor" zwei Punkte abgezogen. Für den Punkteabzug ist in den 

Bewertungsunterlagen die Bemerkung "schnell" festgehalten. 

A_____ macht geltend, das Dekor sei alltagsproduktionsgetreu und habe dem Idealbild 

auf dem Rezept entsprochen. Dieser Punkteabzug sei somit nicht nachvollziehbar. 

Die Experten halten in ihrem Bericht zu Nummer 1.06 fest, die Bemerkung "schnell" be-

ziehe sich auf das Glasieren, welches unsorgfältig geschehen sei. Daher sei der Punkte-

abzug erfolgt. Die Bewertung sei korrekt. 

Die Rügen von A_____ betreffen nicht den von den Experten beanstandeten Punkt. Die 

Begründung der Experten für den Punkteabzug bei der Nummer 1.06 ist nachvollziehbar 

und die Bewertung damit korrekt. 

2.2.10 Kleingebäck und Feingebäck nach Vorgabe (Konditorei, Position 1 b, Nummern 

1.10, 1.13 und 1.15) 

Bei dieser Aufgabe wurden A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Nummer 

1.10 bei "Teigbeschaffenheit / Teigtemperatur" ein Punkt, für die Nummer 1.13 bei "Sorg-

fältigkeit" ein Punkt und für die Nummer 1.15 bei "Volumen / Farbe" ein Punkt in Abzug 

gebracht. Zum Punkteabzug für Nummer 1.10 ist in den Bewertungsunterlagen keine Be-

gründung enthalten. Bei Nummer 1.13 fehlt es für den Punkteabzug "Sorgfältigkeit" an 

einer Begründung. Auch für den Punkteabzug bei Nummer 1.15 "Volumen / Farbe" ist in 

den Bewertungsunterlagen keine Begründung enthalten. 

 

  Seite 11 von 19 

A_____ rügt zu den Punkteabzügen bei den Nummern 1.10, 1.13 und 1.15 es fehle an 

einer Begründung. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, bei Nummer 1.10 sei die Teigtemperatur zu 

hoch gewesen, was zum Punkteabzug geführt habe. Zu Nummer 1.13 werde die Be-

schwerde anerkannt und der Punkteabzug gestrichen. Bei Nummer 1.15 sei der Punkte-

abzug erfolgt, weil das Endprodukt durch die allgemein schlechte Arbeit beeinträchtigt 

gewesen sei. Die Experten hätten diesen Punkt in den Bewertungsunterlagen nicht expli-

zit erwähnt, er habe aber seine Richtigkeit. Die Bewertung sei deshalb korrekt. 

Bei der Nummer 1.10 haben die Experten bei der "Teigbeschaffenheit / Teigtemperatur" 

einen Mangel festgestellt (zu hohe Teigtemperatur). Der Abzug von einem Punkt ist des-

halb nachvollziehbar. 

Die Begründung der Experten für den Abzug von einem Punkt bei der Nummer 1.15 ver-

mag nicht zu genügen. Die Begründung, das Endprodukt sei durch die allgemein schlech-

te Arbeit beeinträchtigt gewesen, bleibt zu sehr im Allgemeinen. Es lässt sich daraus nicht 

nachvollziehen, welche Fehler A_____ bei dieser Prüfungssequenz konkret unterlaufen 

sind und welcher Punkteabzug sich deshalb vorliegend rechtfertigt. Ebenso lässt sich bei 

dieser Sachlage nicht prüfen, ob allenfalls ein unzulässiger Mehrfachabzug vorliegt. Die 

Rüge von A_____ erweist sich damit in Bezug auf Nummer 1.15 als begründet. 

2.2.11 Tourierter Teig herstellen nach Vorgabe (Konditorei, Position 2 a, Nummer 2.02) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Nummer 

2.02 beim Kriterium "Fett / Teigkonsistenz" ein Punkt abgezogen. Zum Punkteabzug ist in 

den Bewertungsunterlagen keine Begründung enthalten. 

A_____ rügt der Punkteabzug sei ohne eine Begründung vorgenommen worden. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, durch die falsche Teig-/Fettkonsistenz beim 

Tourieren des Teiges seien diese Fehler entstanden, welche aber nicht explizit erwähnt 

worden seien. Die Bewertung sei deshalb korrekt. 

Bei Nummer 2.02 haben die Experten unter "Fett / Teigkonsistenz" einen Mangel festge-

stellt und diesen im Expertenbericht begründet. Die Aufgabenerfüllung entspricht damit 

nicht vollumfänglich den gestellten Anforderungen. Der Abzug eines Punktes ist deshalb 

nachvollziehbar und gerechtfertigt. Unter diesen Umständen erweist sich die Rüge als 

unbegründet. 

2.2.12 Tourierte Teige zu Produkten verarbeiten (Konditorei, Position 2 b, Nummer 2.15) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Nummer 

2.15 unter "Gesamteindruck" ein Punkt in Abzug gebracht. Zum Punkteabzug ist in den 

Bewertungsunterlagen keine Begründung enthalten. 

A_____ rügt der Punkteabzug sei ohne eine Begründung vorgenommen worden. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, der Punkteabzug bei diesem Produkt beziehe 

sich auf das zu kleine Volumen. Die Bewertung sei korrekt. 

 

  Seite 12 von 19 

Bei Nummer 2.15 haben die Experten unter "Gesamteindruck" einen Mangel festgestellt. 

Es ist zulässig, die Begründung für eine Bewertung im Rahmen des Beschwerdeverfah-

rens nachzuliefern. Der Abzug eines Punktes ist nachvollziehbar und gerechtfertigt. Unter 

diesen Umständen erweist sich die Rüge als unbegründet. 

2.2.13 Snacks und Traiteur nach Vorgabe (Konditorei, Position 3 b, Nummer 3.13) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Nummer 

3.13 unter "Gesamteindruck" ein Punkt in Abzug gebracht. Gemäss den Bewertungsun-

terlagen war bei diesem Produkt die Fertigstellung bzw. der Dekor eher einfach. 

A_____ rügt, die Begründung der Experten sei nicht nachvollziehbar, da das Produkt von 

den Experten gewählt wurde. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, der Dekor dieses Produkts sei sehr einfach ge-

halten worden. Der Punkteabzug sei daher erfolgt und die Bewertung korrekt. 

Bei Nummer 3.13 haben die Experten unter "Gesamteindruck" einen Mangel festgestellt. 

Bei dieser Position waren die Fertigstellung und der Dekor zu bewerten. Der Abzug eines 

Punktes für einen eher einfachen bzw. sehr einfachen Dekor ist nachvollziehbar, zumal es 

sich nicht um den Maximalabzug handelt. Unter diesen Umständen erweist sich die Rüge 

als unbegründet. 

2.2.14 Biscuit und Massen nach Vorgabe (Konditorei, Position 4 a, Nummern 4.01 und 

4.02) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Nummer 

4.01 unter "Melieren" ein Punkt in Abzug gebracht. Bei Nummer 4.02 wurde für "Gesamt-

eindruck" ebenfalls ein Punkt in Abzug gebracht. In den Bewertungsunterlagen ist für den 

Abzug der beiden Punkte keine Begründung enthalten. 

A_____ rügt zu den Punkteabzügen bei den Nummern 4. 01 und 4.02, es fehle an einer 

Begründung. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, bei Nummer 4.01 werde die Beschwerde aner-

kannt und der Punkteabzug gestrichen. Zu Nummer 4.02 sei der Punkteabzug erfolgt, weil 

das Produkt etwas flache Böden gehabt habe, was den Gesamteindruck beeinträchtigt 

habe. Diese Bewertung sei deshalb korrekt. 

Bei der Nummer 4.02 "Gesamteindruck" haben die Experten einen Mangel festgestellt (zu 

flache Böden), was den Gesamteindruck beeinträchtigte. Der Abzug eines Punktes ist 

deshalb gerechtfertigt und nachvollziehbar. Bei der Beurteilung des Endprodukts kann auf 

einen Punkteabzug nur verzichtet werden, wenn das Endprodukt vollumfänglich den An-

forderungen an eine fachmännische Leistung entspricht. Dies war vorliegend nicht der 

Fall. Unter diesen Umständen erweist sich die Rüge als unbegründet. 

2.2.15 Biscuit und Massen nach Vorgabe (Konditorei, Position 4 b, Nummer 4.05) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für die Nummer 

4.05 unter "Backen" ein Punkt abgezogen. In den Bewertungsunterlagen fehlt es an einer 

Begründung. 

 

  Seite 13 von 19 

A_____ rügt, es fehle an einer Begründung für den Punkteabzug. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, das Produkt sei zu schwach gebacken und 

leicht eingefallen gewesen. Die Bewertung sei deshalb korrekt. 

Bei der Nummer 4.05 "Backen" haben die Experten einen Mangel festgestellt. Der Punk-

teabzug ist gerechtfertigt und nachvollziehbar, zumal es sich nicht um den Maximalabzug 

handelt. Unter diesen Umständen erweist sich die Rüge als unbegründet. 

2.2.16 Patisserie nach Vorgabe (Konditorei, Position 5 b, Nummer 5.06) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für "Materialaus-

wertung" ein Punkt in Abzug gebracht. In den Bewertungsunterlagen ist dazu festgehal-

ten: "viel Resten". 

A_____ macht geltend, er sei von den Experten gefragt worden, was er mit den Resten 

der Läckerlimousse mache. Er habe gesagt, dass er diese in kleine Schalen abfülle und 

einfriere. So könnten sie bei einer normalen Tagesproduktion verwendet werden. Zudem 

hätten die Experten je eines dieser Schälchen genommen und selber gegessen. Durch 

dieses Verhalten und dass Nachfragen der Experten sei der Punkteabzug nicht akzepta-

bel, da nichts weggeworfen worden sei. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, das Rezept sei auf achtzehn Stück ausgelegt 

gewesen Die Experten seien der Meinung, die Mengen hätten nicht mit der effektiv herge-

stellten Menge übereingestimmt. Zudem seien die Resten nicht wie angegeben in kleine 

Schalen, sondern in eine grosse Schüssel abgefüllt worden. Die Creme habe deshalb nur 

noch bedingt weiter verarbeitet werden können. Die Bewertung sei deshalb korrekt. 

A_____ bestreitet nicht, dass von der Läckerlimousse Resten übrig geblieben sind. Er 

macht geltend, er habe diese Resten in kleine Schalen gefüllt, um sie einzufrieren. Von 

diesen Schalen hätten die Experten zwei an sich genommen. Die Experten begründen 

den Abzug eines Punktes damit, dass viele Resten von der Läckerlimousse übrig geblie-

ben seien. Das Rezept sei auf rund achtzehn Stück ausgelegt gewesen. Demgegenüber 

reichte A_____ mit seinen ergänzenden Bemerkungen ein Rezept für die Läckerlimousse 

ein, welches auf fünfzehn Stück ausgelegt ist. Die Einreichung des Rezepts, aus welchem 

hervorgeht, dass es auf fünfzehn Stück ausgelegt war, vermag in vorliegenden Zusam-

menhang A_____ nicht zu helfen. Es steht nämlich fest, dass auch unter diesen Voraus-

setzungen mehr als die benötigte Menge Läckerlimousse hergestellt wurde. Zudem be-

mängeln die Experten, dass die Resten in einer grossen Schüssel aufbewahrt worden und 

damit nur noch bedingt zur Wiederverwendung geeignet gewesen wären. Die Experten 

widersprechen jedoch der Darstellung von A_____ nicht, wonach sie zwei kleine Schalen 

mit Läckerlimousse degustiert haben. Es kann deshalb angenommen werden, dass die 

Resten der Läckerlimousse tatsächlich in kleine Schalen abgefüllt wurden, auch wenn sie 

sich zuvor in einer grossen Schüssel befanden. Letztlich kann aber offen bleiben, ob mit 

den Resten in fachmännischer Weise verfahren wurde. Im Zusammenhang mit der Be-

wertung der Materialauswertung ist nämlich der Abzug eines Punktes nachvollziehbar, 

nachdem feststeht, dass eine zu grosse Menge Läckerlimousse hergestellt worden ist. Es 

kann in diesem Zusammenhang auch festgehalten werden, dass die Experten nicht den 

Maximalabzug von zwei Punkten vorgenommen haben. Die Rüge erweist deshalb sich als 

unbegründet. 

 

  Seite 14 von 19 

2.2.17 Stückli und / oder Konfekt nach Vorgabe (Konditorei, Position 6 b, Nummer 6.09) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für das "Endpro-

dukt" ein Punkt abgezogen. In den Bewertungsunterlagen ist als Begründung "einfach" 

festgehalten. 

A_____ macht geltend, es handle sich um ein typisches Butter-S-Dekor, welches auch so 

auf dem Rezept und dem Idealbild zu sehen bzw. zu lesen gewesen sei. Das Produkt sei 

von den Experten gewählt worden. Die Begründung "einfach" sei deshalb nicht nachvoll-

ziehbar. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, die Beschwerde werde anerkannt und der Punk-

teabzug im Protokoll gestrichen. 

2.2.18 Rahm-, Creme- und Glacedesserts nach Vorgabe (Konditorei, Position 8 b, Num-

mer 8.05) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für "Fertigstellung" 

und für "Materialauswertung" je ein Punkt abgezogen. In den Bewertungsunterlagen fehlt 

es zum Punkteabzug für "Fertigstellung" an einer Begründung. Für den Punkteabzug bei 

"Materialauswertung" ist festgehalten "viel zu viel Creme". 

A_____ macht geltend, der Punkteabzug für "Fertigstellung" sei ohne Begründung erfolgt. 

Zum Punkteabzug für "Materialauswertung" bringt er vor, es sei mit den im Betrieb vor-

handenen Maschinen nicht möglich, kleinere Crememengen herzustellen. Die überschüs-

sige Creme sei jedoch in kleine Schalen abgefüllt und eingefroren worden. Sie werde zu 

einem späteren Zeitpunkt im Laden verkauft. Der Abzug sei für ihn deshalb unverständ-

lich. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, die Beschwerde werde anerkannt und der Punk-

teabzug im Protokoll gestrichen. 

Der Vergleich zwischen dem Expertenprotokoll (vor Rekurs) mit dem neuen Expertenpro-

tokoll (nach Rekurssitzung) ergibt, dass ursprünglich für die Position 8 b, Nummer 8.05 

zwei Punkte abgezogen wurden, im neuen Expertenprotokoll bei dieser Position aber im-

mer noch ein Punkt in Abzug gebracht wird. Obwohl die Experten die Beschwerde zu die-

ser Position anerkannt haben und in Aussicht stellten, den Punkteabzug zu streichen, 

wurde nicht vollständig auf den Punkteabzug verzichtet. Für den einen in Abzug gebrach-

ten Punkt fehlt es aber an einer Begründung. Die Experten setzen sich zudem nicht mit 

den Argumenten von A_____ auseinander. Der Abzug von einem Punkt ist nicht nachvoll-

ziehbar und die Rüge erweist sich deshalb als begründet. 

2.2.19 Qualitätssicherung (Konditorei, Position 9 a, Nummer 9.01) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für "Umgang mit 

Rohstoffe" ein Punkt abgezogen. In den Bewertungsunterlagen fehlt es zum Punkteabzug 

an einer Begründung. 

A_____ macht geltend, der Punkteabzug sei ohne Begründung erfolgt. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, der Punkt sei falsch positioniert worden und 

gehöre in den Bereich "Materialauswertung". Die Bewertung sei aber korrekt. In ihrer er-

 

  Seite 15 von 19 

gänzenden Stellungnahme vom 22. Oktober 2014 führen die Experten aus, wenn sie ein-

räumten, dass der Punkt falsch positioniert wurde, die Bewertung aber korrekt sei, dann 

habe A_____ dies so zu akzeptieren. Wenn im Umgang mit Lebensmitteln unsauber ge-

arbeitet wurde, habe das auf die Notengebung an einer Prüfung Folgen. Da spiele es 

nicht mehr eine grosse Rolle, in welchem Aspekt der Abzug gemacht werde. Die Bewer-

tung sei aber korrekt. 

Im Expertenprotokoll (vor Rekurs) fehlt es sowohl für den Bereich "Umgang mit Rohstof-

fen" als auch für den Bereich "Materialauswertung" an Bemerkungen. Die Experten legen 

in ihrer Stellungnahme nicht dar, inwiefern sie im Bereich "Materialauswertung" Fehler 

oder Mängel festgestellt haben. Allein der Hinweis auf die falsche Positionierung des 

Punkteabzuges macht diesen jedoch nicht nachvollziehbar. Ebenso wenig helfen die im 

Allgemeinen gehaltenen Ausführungen in der ergänzenden Stellungnahme. Die geprüfte 

Person hat Anspruch darauf, dass Abzüge dort erfolgen, wo die Prüfungsleistung nicht 

den Anforderungen entspricht und dass dargelegt wird, weshalb die gezeigte Leistung 

nicht den Anforderungen entsprochen hat. Eine Begründung wird vorliegend jedoch auch 

im Beschwerdeverfahren nicht nachgereicht. Unter diesen Umständen erweist sich die 

Rüge als begründet. 

2.2.20 Qualitätssicherung (Konditorei, Position 9 c, Nummer 9.05) 

Bei dieser Aufgabe wurde A_____ gemäss den Bewertungsunterlagen für "Rezeptanga-

ben bei Herstellung berücksichtigt" und für "Herstellungsprozess bei Herstellung berück-

sichtigt" je ein Punkt abgezogen. In den Bewertungsunterlagen fehlt es bei beiden Punk-

teabzügen an einer Begründung. 

A_____ macht geltend, er habe sowohl die Rezeptangaben als auch den Herstellungs-

prozess bei der Herstellung berücksichtigt. Die Punkteabzüge seien für ihn deshalb nicht 

verständlich. 

Die Experten halten in ihrem Bericht fest, es seien zu grosse Mengen an Cremen, Mas-

sen und Füllungen hergestellt worden und sie hätten nicht immer mit den Angaben im 

Rezept übereingestimmt. Der Herstellungsprozess habe auch nicht immer mit dem Re-

zept übereingestimmt. In der ergänzenden Stellungnahme vom 22. Oktober 2014 führen 

die Experten ergänzend aus, in dieser Position werde beurteilt, ob die Rezeptangaben bei 

der Herstellung und die Herstellungsprozesse bei der Herstellung während der Prüfung 

eingehalten wurden. Die Lernenden würden wissen, dass die Rezepte auf die jeweilige 

Prüfungsmenge angepasst werden müssten. Dieser Punkt werde im Protokoll nicht spezi-

ell bewertet. Bei diesen Punkten habe es offensichtliche Unstimmigkeiten gegeben, da 

nicht genau nach Rezept gearbeitet worden sei. 

A_____ bestreitet, sich nicht an die Rezepte und an die Herstellungsprozesse gehalten zu 

hat. Bei dieser Sachlage obliegt es den Experten aufzuzeigen, bei der Herstellung wel-

cher Produkte (bzw. bei welchen Positionen) sich A_____ nicht an Rezept und Herstel-

lungsprozess gehalten hat und inwiefern er davon abgewichen ist. Ohne weitere Ausfüh-

rungen seitens der Experten besteht nämlich der Eindruck, dass die beiden Kriterien "Re-

zeptangaben bei Herstellung berücksichtigt" und für "Herstellungsprozess bei Herstellung 

berücksichtigt" Elemente betreffen, welche in den einzelnen Prüfungssequenzen mindes-

tens teilweise bereits geprüft und bewertet wurden. Die Ausführungen der Experten in 

ihren Stellungnahmen bleiben aber diesbezüglich im Allgemeinen und sind unspezifisch. 

Es ist an den Experten darzulegen, wo welche Fehler gemacht wurden. Dies dient auch 

 

  Seite 16 von 19 

dazu, unzulässige Doppelabzüge zu vermeiden. Der Abzug von insgesamt zwei Punkten 

für diese Position ist deshalb nicht nachvollziehbar begründet. 

2.3 Allgemeine Bemerkungen in der ergänzenden Stellungnahme vom 22. Oktober 

2014 

In seinen Schlussbemerkungen vom 11. November 2014 rügt A_____ die Ausführungen 

der Experten in der ergänzenden Stellungnahme vom 22. Oktober 2014. Er findet, die 

ergänzenden Argumente würden in keiner Weise überzeugen und seien sogar beleidi-

gend. Nicht nachvollziehbar sei für ihn, wenn seine Beschwerdeführung als Zwängerei 

betitelt und Mutmassungen über seine Schulnoten angestellt würden. Er bitte deshalb 

darum, die Äusserungen des Chefexperten intern prüfen zu lassen. 

In der ergänzenden Stellungnahme vom 22. Oktober 2014 hält der Chefexperte W.M. 

unter den allgemeinen Bemerkungen fest, es könne nicht sein, dass die Arbeit von zwei 

erfahrenen Experten immer und immer wieder angezweifelt und bis aufs letzte in Frage 

gestellt werde. Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, dass mit genügender Hartnä-

ckigkeit praktisch jede Note zu den eigenen Gunsten abgeändert werden könne. Die er-

mittelte Gesamtnote der praktischen Arbeit beruhe auf den gezeigten Leistungen von 

A_____ und habe mit der teilweise fehlerhaften Protokollführung nichts zu tun. Viele 

Punkte seien bereits anerkannt und korrigiert worden. Alles Weitere werde als reine 

Zwängerei angesehen. Die Mängelliste von A_____ sei vollständig abzulehnen. Dass die 

Gesamtnote nicht höher als 5,3 ausgefallen sei, habe auch damit zu tun, dass die Schul-

noten hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. 

Zu den Grundpflichten jedes Prüfers gehören Fairness und Sachlichkeit. Während das 

Fairnessgebot auf einen einwandfreien, den Prüfling nicht unnötig belastenden Prüfungs-

verlauf abzielt und dabei insbesondere das Verhalten der Prüfer bei der Ermittlung der 

Leistungen in der mündlichen Prüfung angeht, betrifft das Sachlichkeitsgebot die Bewer-

tung der Leistungen des Prüflings durch den einzelnen Prüfer oder die Prüfungskommis-

sion. Die Beurteilung des Prüfungsergebnisses ist nicht nur inhaltlich an allgemein aner-

kannte Bewertungsregeln und das Verbot sachfremder Erwägungen gebunden, sondern 

es gilt zudem für das zu einem Beurteilungsergebnis hinführende Verfahren das Gebot 

der Sachlichkeit. Es geht hier im Kern darum, ob der Prüfer die vorliegenden Prüfungsleis-

tungen mit hinreichender innerer Distanz und frei von Emotionen bewertet hat. Die selb-

ständige und auch praktische Bedeutung des speziell für den Bewertungsvorgang gelten-

den Sachlichkeitsgebots liegt darin, dass hier schon die äussere Form der Darstellung 

einen Verstoss gegen dieses Gebot kennzeichnen kann, etwa wenn bei der Bewertung 

schriftlicher Arbeiten Randbemerkungen schon nach ihrem Wortlaut unsachlich, aggressiv 

oder gar beleidigend sind. Der Prüfer muss die Leistungen des Prüflings ohne Vorbehalte 

zur Kenntnis nehmen, sich nach Kräften um ihr richtiges Verständnis bemühen, auf die 

Gedankengänge des Prüflings eingehen und gegenüber "immerhin vertretbaren" abwei-

chenden Auffassungen, auch wenn er sie nicht billigen mag, zumindest Toleranz aufbrin-

gen. Unsachlich wird die Bewertung z. B. dann, wenn der Prüfer mit Randbemerkungen 

seiner Verärgerung über die schlechten Prüfungsleistungen erkennbar freien Lauf gibt. Er 

zeigt damit schon durch die äussere Form seines Vorgehens – etwa durch offensichtlich 

überzogene aggressive Formulierungen –, dass er die Gelassenheit und emotionale Dis-

tanz verloren hat, ohne die eine gerechte Beurteilung nicht gelingen kann. Mögen auch 

einzelne Formulierungen isoliert betrachtet hinzunehmen sein, so ist dennoch in der Zu-

sammenschau zahlreicher ausfälliger Bemerkungen die Feststellung gerechtfertigt, dass 

der Prüfer persönlichen Unmut aufgebaut hat und demzufolge zu einer sachlichen Bewer-

 

  Seite 17 von 19 

tung nicht mehr fähig war (Norbert Niehues/Edgar Fischer, Prüfungsrecht, 5. Auflage, 

München 2010, Rz. 328 f). 

Im vorliegenden Beschwerdeverfahren geht es darum zu prüfen, ob die praktische Arbeit 

von A_____ korrekt bewertet wurde und die Note im Qualifikationsbereich praktische Ar-

beit rechtens ist. Das Gebot der Sachlichkeit hat damit auch für die Bewertung der Prü-

fungsleistung im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens zu gelten. Der hohen fachlichen 

Qualifikation der Experten wird dadurch Rechnung getragen, dass die Überprüfung von 

Prüfungsergebnissen zwar ausdrücklich möglich, jedoch auf Rechtsverletzungen be-

schränkt ist (vgl. Ziffer 1.3). In diesem Rahmen müssen es aber auch die Experten hin-

nehmen, dass ihre Arbeit in Frage gestellt wird. Im vorliegenden Fall hat sich gezeigt, 

dass die Rügen von A_____ in einzelnen Bereichen berechtigt waren. Die Experten ha-

ben dem dadurch Rechnung getragen, dass sie in einzelnen Positionen auf ihre ursprüng-

liche Bewertung zurückgekommen sind. In den allgemeinen Bemerkungen des Chefex-

perten in der ergänzenden Stellungnahme vom 22. Oktober 2014 finden sich nun zwar 

erste Hinweise für eine Beeinträchtigung der Gelassenheit bzw. der emotionalen Distanz 

an diesem Punkt des Beschwerdeverfahrens. Die Erziehungsdirektion ist allerdings der 

Überzeugung, dass im vorangehenden Verfahrensverlauf nichts darauf hindeutet, wonach 

die Experten nicht in der Lage gewesen wären, die Rügen von A_____ unvoreingenom-

men zu prüfen und seine Prüfungsleistung objektiv zu bewerten. Das Prüfungsprotokoll 

enthält denn auch keine unsachlichen Bemerkungen. 

2.4 Zusammenfassung und weiteres Vorgehen 

Die Beschwerdeinstanz entscheidet in der Sache oder weist die Akten ausnahmsweise 

und mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz zurück (Art. 72 Abs. 1 VRPG). 

Die Bewertungen der Positionen 1 a (Nummer 1.05) und 2 b (Nummer 2.12) im Bereich 

Bäckerei sowie der Positionen 1 b (Nummer 1.15), 8 b (Nummer 8.05), 9 a (Num-

mer 9.01) und 9 c (Nummer 9.05) im Bereich Konditorei erweisen sich gestützt auf die 

vorliegenden Akten nicht durchgehend als nachvollziehbar. Zudem haben die Experten im 

Beschwerdeverfahren die Rügen im Bereich Bäckerei bei Position 1 a (Nummer 1.04), 1 b 

(Nummer 1.09), 2 a (Nummer 2.05), 3 b (Nummer 3.11), 7 a (Nummer 7.01), 7 c (Num-

mer 7.05) sowie im Bereich Konditorei bei Position 1 b (Nummer 1.13), 4 a (Num-

mer 4.01), 6 b (Nummer 6.09) und 8 b (Nummer 8.05) anerkannt und auf die Punkteabzü-

ge verzichtet. 

Die Beschwerde von A_____ ist daher insofern gutzuheissen und die Note für die prakti-

sche Arbeit sowie die Gesamtnote sind aufzuheben. Soweit weiter gehend ist die Be-

schwerde abzuweisen. 

Prüfungsnoten können regelmässig nur dann angehoben werden, wenn Berechnungsfeh-

ler festgestellt werden. Bei Bewertungsfehlern ist nur eine Rückweisung zur Neubewer-

tung oder zur Durchführung einer neuen Prüfung möglich, da die Beschwerdeinstanz nicht 

in das Prüfungsermessen eingreifen darf (Entscheid der Erziehungsdirektion vom 

27. Februar 2012 i.S. B. M., E. 2.5). Eine Neubewertung der praktischen Arbeit durch die 

Erziehungsdirektion fällt auch deshalb nicht in Betracht, weil auf Grund der vorliegenden 

Unterlagen nicht ersichtlich ist, welche Punktezahl pro Teilaufgabe zu welcher Teilnote 

führt. Die vorliegende praktische Arbeit von A_____ ist objektiv neu und nachvollziehbar 

zu bewerten. 

 

  Seite 18 von 19 

Es ist die Aufgabe der kantonalen Prüfungskommission, die Positionen 1 a (Num-

mer 1.05) und 2 b (Nummer 2.12) im Bereich Bäckerei sowie der Positionen 1 b (Nummer 

1.15), 8 b (Nummer 8.05), 9 a (Nummer 9.01) und 9 c (Nummer 9.05) im Sinne der Erwä-

gungen unverzüglich neu und durchgehend nachvollziehbar zu bewerten. Zu verzichten 

ist ferner auf die Punkteabzüge bei jenen Positionen, welche von den Experten im Be-

schwerdeverfahren anerkannt worden sind. Danach hat die kantonale Prüfungskommissi-

on die Note für die praktische Arbeit und die Gesamtnote neu festzulegen und A_____ 

allenfalls ein neues eidgenössisches Fähigkeitszeugnis auszustellen. 

3. Verfahrenskosten 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei aufer-

legt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung 

oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben 

(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hat die Prüfungskom-

mission in verschiedenen Beschwerdepunkten Zugeständnisse gemacht. Die Erziehungs-

direktion heisst die Beschwerde darüber hinaus in weiteren Punkten gut. Zudem ist die 

Berechnung der Note für die praktische Arbeit nicht durchgängig transparent. Es rechtfer-

tigt sich deshalb, auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

Aus diesen Gründen entscheidet die Erziehungsdirektion: 

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Note für die praktische Arbeit 

sowie die Gesamtnote des Notenausweises vom 19. Juni 2014 werden aufgehoben. 

Die kantonale Prüfungskommission wird angewiesen, die praktische Arbeit im Sinne 

der Erwägungen neu zu bewerten, die Note für die praktische Arbeit und die Ge-

samtnote neu festzulegen und A_____ allenfalls ein neues eidgenössisches Fähig-

keitszeugnis auszustellen. Soweit weiter gehend wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. Zu eröffnen: 

- A_____ (Einschreiben) 

- Kantonale Prüfungskommission, Mittelschul- und Berufsbildungsamt, Kaser-

nenstrasse 27, Postfach, 3000 Bern 22 
  

 

  Seite 19 von 19 

und mitzuteilen: 

- Mittelschul- und Berufsbildungsamt (zur Kenntnisnahme) 

Der Erziehungsdirektor 

 

Bernhard Pulver 

Regierungsrat 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Zustellung schriftlich und be-

gründet beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, 

Speichergasse 12, 3011 Bern, Beschwerde geführt werden.