# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a32134f-6206-5af6-9b7f-b37945aac045
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2015 E-6936/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6936-2015_2015-11-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6936/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Luterbacher, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Togo,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Frank-

reich (Dublin-Verfahren); Verfügung des SEM vom 15. Okto-

ber 2015 / N (…). 

 

 

E-6936/2015 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 28. September 2015 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 – eröffnet am 21. Ok-

tober 2015 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Frankreich anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den 

Beschwerdeführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Oktober 2015 gegen die-

sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und da-

bei sinngemäss beantragte, die Verfügung des SEM vom 15. Oktober 2015 

sei aufzuheben, es sei zum Schutz des Beschwerdeführers von einer Weg-

weisung aus der Schweiz abzusehen und es sei im vorliegenden Verfahren 

dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen, 

ferner seien das SEM und die kantonale Migrationsbehörde anzuweisen, 

von der Anordnung von Zwangsmassnahmen abzusehen und der Be-

schwerdeführer sei aus medizinischen Gründen in der Schweiz vorläufig 

aufzunehmen, 

dass der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht beantragte, es sei der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, als superprovisori-

sche Massnahme der Vollzug der Wegweisung auszusetzen und es seien 

allfällige weitere Massnahmen hinsichtlich seines Aufenthaltes in der 

Schweiz anzuordnen, 

dass ferner um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie Verzicht von der Erhebung eines Kostenvor-

schusses gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG ersucht wurde, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Fax vom 29. Oktober 2015 den 

Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers im Sinne einer provisori-

schen Massnahme vorläufig aussetzte, bis nach Eingang der Akten über 

die Notwendigkeit der Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschieden 

werden könne, 

E-6936/2015 

Seite 3 

dass die vorinstanzlichen Akten am 30. Oktober 2015 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

m.w.H.), 

E-6936/2015 

Seite 4 

dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Ge-

währung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefochtenen 

Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfah-

rens bilden, weshalb darauf – soweit entsprechende Beschwerdeanträge 

vorliegen – nicht einzutreten ist, 

dass im Dublin-Verfahren das Vorliegen von Überstellungshindernissen zu 

prüfen ist und – sofern solche vorhanden wären – auf das Gesuch in der 

Schweiz einzutreten wäre, dass hingegen individuelle Wegweisungsvoll-

zugshindernisse im Sinne von Art. 83 AuG im Dublinverfahren nicht zu prü-

fen sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.2.3 und 10.2), 

dass vorliegend unter anderem die Anordnung der vorläufigen Aufnahme 

gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG wegen medizinischen Gründen beantragt 

wurde und auf diesen Antragspunkt folglich nicht einzutreten ist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, dass sich der 

Beschwerdeführer vor seiner Einreise in die Schweiz mit einem Schengen-

Visum in Frankreich aufgehalten hatte, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Befragung zur Person im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Vallorbe vom 7. Oktober 2015 

ausführte, er sei am 23. Juni 2015 von seinem Heimatstaat herkommend 

nach [Frankreich] gereist und habe sich bis zum 11. September 2015 dort 

aufgehalten, 

E-6936/2015 

Seite 5 

dass dieses Visum, in dessen Besitz er mittels (…) gekommen sei, vom 

(…) Juni 2015 bis zum (…) August 2015 für Frankreich gültig war,  

dass ein Abgleich mit dem Visa-Informationssystem (CS-VIS) denn auch 

ergab, dass dem Beschwerdeführer ein vom (…) Juni 2015 bis am (…) 

August 2015 gültiges französisches Visum ausgestellt wurde (vgl. A8/7 

letzte Seite), 

dass das SEM die französischen Behörden am 8. Oktober 2015 um Über-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO er-

suchte, 

dass die französischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 15. Ok-

tober 2015 zustimmten, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Frankreichs somit gegeben ist, 

dass die Asylgründe, die in der Beschwerdeeingabe eingehend dargelegt 

werden, demnach von Frankreich zu prüfen sein werden, 

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in Frankreich würden systemische 

Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf-

weisen, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass ferner ein Selbsteintritt dann zu erfolgen hat, wenn eine Verletzung 

völkerrechtlicher Bestimmungen (Art. 4 EU-Grundrechtecharta, Art. 3 

EMRK oder Art. 3 FoK) droht, 

E-6936/2015 

Seite 6 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der mündlichen Befragung sowie in 

seiner Rechtsmitteleingabe gegen die Überstellung nach Frankeich ein-

wendet, er sei dort nicht sicher, es drohe ihm eine Verfolgung durch Agen-

ten des togolesischen Geheimdiensts, man wolle ihn "eliminieren ohne 

Spuren zu hinterlassen",  

dass der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen implizit die Anwendung 

von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert,  

dass Frankreich Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 

31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völker-

rechtlichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko geltend 

gemacht hat, die französischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzu-

nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der 

Regeln der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass der Beschwerdeführer insbesondere nicht dargelegt hat, weshalb 

Frankreich seiner Schutzpflicht nicht nachkommen sollte beziehungsweise 

nicht in der Lage wäre, Schutz zu gewähren,  

dass Frankreich ein funktionierender Rechtsstaat ist und die französischen 

Behörden gewillt und fähig sind, staatlichen Schutz zu gewähren, weshalb 

der Beschwerdeführer sich bei einer allfälligen Verfolgung durch Dritte er-

folgreich an die Behörden in Frankreich wenden und Schutz beanspruchen 

kann, 

E-6936/2015 

Seite 7 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Frankreich werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, 

sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden, 

dass der Beschwerdeführer ferner an der mündlichen Befragung sowie in 

seiner Rechtsmitteleingabe gesundheitliche Probleme, (…) geltend macht, 

dass in diesem Zusammenhang in Kürze eine ärztliche Untersuchung er-

folgen werde und die Nachreichung der entsprechenden Ergebnisse ge-

stützt auf Art. 32 Abs. 2 VwVG zu berücksichtigen sei, 

dass der Beschwerdeführer damit sinngemäss geltend macht, die Über-

stellung nach Frankreich setze ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus 

und könnte damit Art. 3 EMRK verletzen,  

dass die schweizerischen Behörden zwar dafür sorgen müssen, dass der 

Beschwerdeführer im Falle einer Überstellung nach Frankreich nicht einer 

dem internationalen Recht und insbesondere Art. 3 EMRK widersprechen-

den Behandlung ausgesetzt sind, 

dass es angesichts der Vermutung, wonach jener Staat, der im Rahmen 

der Dublin-Regelung für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, die 

völkerrechtlichen Verpflichtungen einhalte, den Beschwerdeführenden ob-

liegt, diese Vermutung umzustossen, wobei sie ernsthafte Anhaltspunkte 

vorzubringen haben, dass die Behörden des in Frage stehenden Staates 

in ihrem konkreten Fall das Völkerrecht verletzen und ihnen nicht den not-

wendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Lebensum-

ständen aussetzen würden (vgl. Europäischer Gerichtshof für Menschen-

rechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien und Griechenland [Appl. 

No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, § 84 f. und 250; ebenso Urteil 

des Gerichtshofes der Europäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 

2011 in der Rechtssache C-411/10 und C-493), 

dass es dem Beschwerdeführer vorliegend nicht gelingt, klare Indizien vor-

zuweisen, dass Frankreich gegen die Bestimmungen der Aufnahmerichtli-

nie verstösst, 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, 

E-6936/2015 

Seite 8 

wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen 

Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. BVGE 2011/9 

E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Men-

schenrechte [EGMR]),  

dass dies im vorliegenden Fall für die Situation des Beschwerdeführers 

nicht zutrifft, dessen geltend gemachte Beschwerden in Frankreich ohne 

Weiteres erfolgreich behandelt werden können,  

dass Frankreich als EU-Mitgliedstaat dem Antragsteller die erforderliche 

medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbe-

dingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychi-

schen Störungen umfasst, zugänglich machen muss (Art. 19 Abs. 1 Auf-

nahmerichtlinie), und dem Antragsteller mit besonderen Bedürfnissen die 

erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderli-

chenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren hat 

(Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie) sowie über eine ausreichende medizini-

sche Infrastruktur verfügt, 

dass das in Aussicht gestellte Arztzeugnis bei dieser Sachlage nicht abzu-

warten ist, da dieses hinsichtlich der Prüfung von Überstellungshindernis-

sen zu keinem anderen Ergebnis, als den vorliegenden Erwägungen zu 

entnehmen ist, führen würde, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Zuständig-

keitsbestimmung gemäss der Dublin-Verordnung nach dem Gesagten ins 

Leere gehen und Frankreich für die Behandlung des Asylgesuchs zustän-

dig ist, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umstände weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

E-6936/2015 

Seite 9 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-      

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Frankreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass – wie schon festgehalten – unter diesen Umständen allfällige Voll-

zugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr 

zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Vo-

raussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit darauf 

einzutreten ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung, der 

Anordnung allfällig weiterer Massnahmen während des Aufenthalts in der 

Schweiz sowie der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als 

gegenstandslos erweisen, 

dass schliesslich auch der Antrag, es sei die Anordnung von behördlichen 

Zwangsmassnahmen zu verbieten, abzulehnen ist, da der Beschwerdefüh-

rer die Schweiz zu verlassen hat, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  600.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-6936/2015 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Lhazom Pünkang 

 

 

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