# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c12c286-3fdb-51e9-a8c0-0062184f2c4f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 20.10.2014 ZK2 2014 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2014-37_2014-10-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 20. Oktober 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 14 37 27. Oktober 2014

Entscheid
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
Aktuar ad hoc Bott

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel 
Speck, St. Galler Strasse 29, 9032 Engelburg, 

gegen

die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur, vom 15. September 
2014, mitgeteilt am 16. September 2014, in Sachen der Y . _ _ _ _ _ A G , c/o 
A._____AG, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas 
Bieri, Seestrasse 17, 8027 Zürich, gegen den Beschwerdeführer,

betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen/Ausweisung eines Mie-
ters/Wiederherstellung einer Frist,

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hat der Vorsitzende der II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
nach Kenntnisnahme der Beschwerde vom 24. September 2014, nach Einsicht in 
die Verfahrensakten sowie aufgrund der Feststellungen und Erwägungen,

– dass die Y._____AG mit Eingabe vom 16. Juni 2014 ans Bezirksgericht Ples-
sur die Ausweisung von X._____ aus der Dreizimmerwohnung im 18. Oberge-
schoss rechts vorne, inklusive Keller, an der _____strasse in O.1_____ bean-
tragte,

– dass das Bezirksgericht Plessur X._____ mit Verfügung vom 23. Juni 2014 – 
adressiert an dessen Adresse an der _____strasse in O.1_____ – die Gele-
genheit einräumte, zur Sache bis zum 4. Juli 2014 schriftlich Stellung zu neh-
men,

– dass in derselben Verfügung – auf der zweiten Seite, unter dem Titel Informa-
tionen – der Hinweis erfolgte, im vorliegend anwendbaren summarischen Ver-
fahren erfolge kein Fristenstillstand durch Gerichtsferien (Art. 145 Asb. 2 lit. b 
ZPO),

– dass die Schweizerische Post das Einschreiben des Bezirksgerichts Plessur 
vom 23. Juni 2014 als „nicht abgeholt“ an dieses retournierte,

– dass Adressabklärungen des Bezirksgerichts Plessur zur Erkenntnis führten, 
dass X._____ mittlerweile an der _____strasse in O.2_____ wohnte,

– dass das Bezirksgericht Plessur X._____ mit Schreiben vom 9. Juli 2014 – 
adressiert an die _____strasse in O.2_____ – die Verfügung vom 23. Juni 
2014 erneut zustellte und die Frist zur Einreichung der Stellungnahme bis zum 
15. Juli 2014 verlängerte,

– dass sie dabei ausdrücklich darauf hinwies, dass dieselben Bestimmungen 
gelten würden, welche bereits in der Verfügung vom 23. Juni 2014 genannt 
worden seien,

– dass der Rechtsvertreter von X._____ mit Eingabe vom 18. Juli 2014 (Post-
stempel: 19. Juli 2014) beantragte, die Frist zur Einreichung einer Stellung-
nahme gemäss Art. 148 ZPO sei wiederherzustellen,

– dass er begründend insbesondere ausführte, X._____ habe die Sendung erst 
nach dem 15. Juli 2014 in Empfang genommen und daher gar nicht die Mög-
lichkeit gehabt, rechtzeitig eine Stellungnahme einzureichen,

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– dass er zudem ausführte, X._____ sei auf Seite 2 der Verfügung vom 23. Juni 
2014 darauf hingewiesen worden, dass im summarischen Verfahren kein Fris-
tenstillstand gelte,

– dass im Schreiben vom 9. Juli 2014 diesbezüglich nur ein Verweis auf die Ver-
fügung vom 23. Juni 2014 erfolgt sei,

– dass angesichts von BGE 139 III 78 fraglich sei, ob dies Art. 145 Abs. 3 ZPO 
genüge,

– dass das Bezirksgericht Plessur den Parteien mit Schreiben vom 21. Juli 2014 
den Track & Trace-Auszug seines Schreibens vom 9. Juli 2014 zustellte und 
dem Rechtsvertreter von X._____ Frist zur Stellungnahme bis zum 31. Juli 
2014 einräumte,

– dass gemäss Track & Trace-Auszug X._____ das Schreiben vom 9. Juli 2014 
am 14. Juli 2014 in Empfang genommen hatte,

– dass der Rechtsvertreter von X._____ in seiner Stellungnahme vom 25. Juli 
2014 unter anderem ausführte, X._____ habe das Schreiben vom 9. Juli 2014 
am 14. Juli 2014 um 12.13 Uhr in Empfang genommen,

– dass er dementsprechend nur eineinhalb Tage Zeit zur Stellungnahme gehabt 
habe und deshalb die Frist versäumt habe,

– dass er am Wiederherstellungsgesuch vom 18. Juli 2014 festhalte, da die ef-
fektiv verbliebene Zeit für eine Stellungnahme von X._____ sehr kurz gewe-
sen sei,

– dass das Bezirksgericht Plessur diese Stellungnahme der Y._____AG mit 
Schreiben vom 30. Juli 2014 zustellte und ihr Frist bis zum 11. August 2014 
zur Vernehmlassung einräumte,

– dass in diesem Schreiben die Ausführung des Rechtsvertreters von X._____ 
in der Stellungnahme vom 25. Juli 2014 im Umfang, in denen sie sich nicht auf 
das Thema gemäss Schreiben des Bezirksgerichts Plessur vom 21. Juli 2014 
bezogen hatten, aus dem Recht gewiesen wurden,

– dass der Rechtsvertreter der Y._____AG mit Eingabe vom 11. August 2014 
um Fristerstreckung bis zum 1. September 2014 ersuchte,

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– dass er mit – innert erstreckter Frist eingereichter – Stellungnahme vom 
1. September 2014 insbesondere ausführte, es seinen keine objektiven oder 
subjektiven Gründe ersichtlich, welche es X._____ verunmöglicht hätten, in-
nert Frist entweder eine Stellungnahme oder ein Fristerstreckungsgesuch ein-
zureichen,

– dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur mit Verfügung vom 15. Sep-
tember 2014, mitgeteilt am 16. September 2014, das Gesuch vom 18. Juli 
2014 um Wiederherstellung der Frist abwies,

– dass X._____ gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 24. September 2014 
Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden erheben liess, und bean-
tragte, der Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 15. 
September 2014 sei aufzuheben und die Frist des Beschwerdeführers zur Ein-
reichung einer Stellungnahme im Verfahren betreffend Ausweisung eines Mie-
ters sei wiederherzustellen,

– dass der Rechtsvertreter der Y._____AG mit Beschwerdeantwort vom 8. Ok-
tober 2014 beantragte, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten und eventua-
liter sei die Beschwerde abzuweisen,

– dass das Gericht, dem gegenüber eine Partei eine Frist verpasst hat, über ein 
Wiederherstellungsgesuch endgültig entscheidet (Art. 149 ZPO),

– dass der gerichtliche Entscheid über eine Wiederherstellung nicht selbststän-
dig mit einem Rechtsmittel anfechtbar ist, das heisst auch nicht bei Vorliegen 
eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils,

– dass dies unabhängig davon gilt, ob das Gericht die Wiederherstellung bewil-
ligt oder verweigert,

– dass jedoch eine Anfechtung durch Berufung (art. 308 ff. ZPO) oder Be-
schwerde (Art. 319 ff. ZPO) gegen den im betreffenden Verfahren ergangenen 
End- oder Zwischenentscheid vorbehalten bleibt (vgl. zum Ganzen Niccolò 
Gozzi, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweize-
rischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 11 zu Art. 149 ZPO; Nina 
J. Frei, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivil-
prozessordnung, Band I, Bern 2012, N 11 zu Art. 149 ZPO; Urs H. Hoffmann-
Nowotny, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. Aufl., 
Basel 2014, N 5 zu Art. 149 ZPO; Christian Leu, in: Brunner/Gasser/

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Schwander, DIKE-Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 
Zürich/St.Gallen 2011, N 6 zu Art. 149 ZPO),

– dass dabei auch eine im Laufe des Verfahrens verweigerte Wiederherstellung 
als Verfahrensfehler (nämlich Verletzung von Art. 148 ZPO) gerügt werden 
kann (vgl. Beschluss der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich 
NG110010 vom 7. Oktober 2011),

– dass der Ausschluss jeglicher Rechtsmittel gegen den Wiederherstellungsent-
scheid der säumigen Partei nicht entgegengehalten werden kann, wenn die 
Verweigerung der Wiederherstellung den definitiven Verlust einer Klage oder 
eines Angriffsmittels zur Folge hat (BGE 139 III 478 E. 1 und 6),

– dass dem Beschwerdeführer vorliegend die Möglichkeit erhalten bleibt, ein 
Rechtsmittel gegen den Endentscheid zu ergreifen,

– dass die Rechtsmittelbelehrung in der angefochtenen Verfügung unrichtig war,

– dass eine falsche Rechtsmittelbelehrung, welche auf ein gemäss Gesetz nicht 
bestehendes Rechtsmittel verweist, jedoch keinen Anspruch auf ein solches, 
gemäss Gesetz nicht gegebenes Rechtsmittel verschafft (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 5A_139/2008 vom 22. August 2008 E. 4.1; Christoph Hurni, in: 
Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Band I, Bern 2012, N 24 zu Art. 52 ZPO),

– dass somit nicht auf die Beschwerde eingetreten werden kann,

– dass bei einer unrichtigen Rechtsmittelbelehrung grundsätzlich keine Verfah-
renskosten auferlegt werden dürfen, ansonsten doch ein Nachteil aus der feh-
lerhaften Rechtsmittelbelehrung resultieren würde (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 5A_139/2008 vom 22. August 2008 E. 4.1; Christoph Hurni, a.a.O., N 24 
zu Art. 52 ZPO),

– dass Vertrauensschutz jedoch nur geniesst, wer die Unrichtigkeit der Rechts-
mittelbelehrung nicht kennt und sie auch bei gebührender Aufmerksamkeit 
nicht hätte erkennen können,

– dass Rechtssuchende keinen Vertrauensschutz geniessen, wenn ein Mangel 
für sie bzw. ihren Rechtsvertreter schon alleine durch die Konsultierung der 
massgeblichen Verfahrensbestimmung ersichtlich ist,

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– dass es sich nach den konkreten Umständen und nach den Rechtskenntnis-
sen der Prozesspartei beurteilt, wann derselben, welche sich auf eine unrichti-
ge Rechtsmittelbelehrung verlassen hat, eine als grob zu wertende Unauf-
merksamkeit vorzuwerfen ist (vgl. zum Ganzen BGE 135 III 489 E. 4.4; BGE 
135 III 374 E. 1.2.2.1 mit Hinweisen; BGE 135 III 374 E. 1.2.2.2; Myriam A. 
Gehri, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweize-
rischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 19 zu Art. 52 ZPO; Chri-
stoph Hurni, a.a.O., N 25 zu Art. 52 ZPO; Paul Oberhammer, in: Oberham-
mer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 9 zu 
Art. 53 ZPO; Tarkan Göksu, in: Brunner/Gasser/Schwander, DIKE-Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St.Gallen 2011, N 17 zu Art. 
52 ZPO),

– dass der Beschwerdeführer vorliegend anwaltlich vertreten ist,

– dass sich bereits aus dem Wortlaut von Art. 149 ZPO ergibt, dass das Gericht 
über ein Wiederherstellungsgesuch endgültig entscheidet,

– dass daher dem Beschwerdeführer im vorliegenden Fall der Vertrauensschutz 
versagt wird,

– dass demnach die Prozesskosten – bestehend aus den Gerichtskosten 
(Art. 95 Abs. 1 lit. a ZPO) und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 lit. b 
ZPO) – nach Massgabe von Art. 106 Abs. 1 ZPO zu Lasten des Beschwerde-
führers gehen,

– dass die Gerichtskosten in Anwendung von Art. 10 Abs. 1 der Verordnung 
über die Gerichtsgebühren in Zivilsachen (VGZ; BR 320.210) auf CHF 1‘500.-- 
festgesetzt werden,

– dass das Gericht die Parteientschädigung nach den Tarifen zuspricht und die 
Parteien Kostennoten einreichen können (Art. 105 Abs. 2 ZPO),

– dass die Parteientschädigung für die anwaltlich vertretene Beschwerdegegne-
rin mangels Einreichung einer Honorarnote nach richterlichem Ermessen fest-
gesetzt wird,

– dass vorliegend der Aufwand der Beschwerdegegnerin − trotz Ausfertigung 
und Einreichung einer Beschwerdeantwort − als nicht besonders hoch anzu-
sehen ist und deshalb auf eine Entschädigung von CHF 800.-- erkannt wird,

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– dass der vorliegende Entscheid in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 des Ge-
richtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 173.00) in einzelrichterlicher Kompe-
tenz ergeht,

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erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.-- gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers, welcher die Beschwerdegegnerin ausserdem für 
das Beschwerdeverfahren mit CHF 800.-- (inkl. MWST) aussergerichtlich zu 
entschädigen hat.

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als CHF 15'000.-- betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG Beschwer-
de an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt wer-
den, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. An-
dernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. 
BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

4. Mitteilung an: