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**Case Identifier:** 27ba7935-0ee4-52d9-93dc-bd8909102634
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.08.2015 200 2014 1167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1167_2015-08-14.pdf

## Full Text

200 14 1167 IV
KOJ/SAW/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. August 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Winiger

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. November 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1955 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 8. Dezember 2009 wegen Kniebeschwerden bei der Inva-
lidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 12). 
Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) medi-
zinische sowie berufliche Abklärungen durch und stellte dem Versicherten 
mit Vorbescheid vom 10. Dezember 2010 (act. II 46) die Abweisung des 
Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung gab sie an, ab dem 22. 
Februar 2010 sei von einer 100%-igen und ab dem 22. Mai 2010 von einer 
50%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Seit dem 22. August 2010 be-
stehe für eine sitzende Tätigkeit wiederum eine volle Arbeitsfähigkeit; der 
IV-Grad betrage 0%. Den hiergegen erhobenen Einwand (act. II 49) verwa-
rf die IVB und verfügte am 10. Februar 2011 (act. II 58) wie im Vorbescheid 
angekündigt. Damit zeigte sich der Versicherte nicht einverstanden und 
erhob Beschwerde (act. II 63). Diese hiess das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern mit Urteil vom 1. Juli 2011, IV/2011/253 (act. II 81), in dem 
Sinne teilweise gut, als es dem Versicherten eine von Juni bis November 
2010 befristete ganze IV-Rente zusprach. Im Übrigen wurde die Beschwer-
de abgewiesen. Mit Verfügung vom 8. September 2011 (act. II 90) richtete 
die IVB dem Versicherten die entsprechenden befristeten Rentenleistungen 
im Rahmen einer Nachzahlung aus.

B.

Am 12. März 2012 trat der Versicherte in der Abklärungsstelle C.________ 
eine dreimonatige berufliche Grundabklärung an, die per 30. März 2012 
wieder abgebrochen wurde (Akten der IV [act. IIA] 106). Mit Schreiben vom 
23. Mai 2013 (act. IIA 128) wandten sich die Sozialen Dienste D.________, 
die den Versicherten seit Januar 2013 mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unter-
stützten, an die IVB und erkundigten sich darüber, weshalb seit dem Ab-
bruch der beruflichen Massnahmen keine Rentenprüfung erfolgt sei. Dem 
entgegnete die IVB, dass der Abbruch der beruflichen Eingliederungs-

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bemühungen aufgrund der subjektiven Angaben des Versicherten erfolgt 
sei und keine neue medizinische Beurteilung oder ein neues medizinisch-
theoretisches Zumutbarkeitsprofil vorgelegen habe, wodurch eine erneute 
Rentenprüfung indiziert gewesen wäre. Die Anfrage vom 23. Mai 2013 wer-
te sie jedoch nun als neues Gesuch (vgl. Mitteilung vom 27. September 
2013, act. IIA 146). In der Folge holte die IVB erwerbliche und medizinische 
Unterlagen ein und liess den Versicherten insbesondere durch die 
E.________ (nachfolgend: MEDAS), polydisziplinär begutachten (vgl. ME-
DAS-Gutachten vom 10. September 2014, act. IIA 182.1). Nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (act. IIA 183, 186) verfügte sie am 4. No-
vember 2014 (act. IIA 189) bei einem ermittelten IV-Grad von 10% die Ab-
weisung des Leistungsbegehrens.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 4. Dezember 2014 Beschwerde mit folgenden Rechtsbe-
gehren:

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der IV-Grad des Be-
schwerdeführers auf mindestens 50% anzusetzen.

2. Dem Beschwerdeführer sei für das Beschwerdeverfahren die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren, unter Beiordnung des unter-
zeichnenden Rechtsanwaltes.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Auf Aufforderung des Instruktionsrichters hin (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 5. Dezember 2014) reichte der Beschwerdeführer mit Schreiben 
vom 8. Januar 2015 eine weitere Beilage betreffend die unentgeltliche 
Rechtspflege ein. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 19. Januar 
2015 auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 21. Januar 2015 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege gut.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 4. November 2014 (act. IIA 
189). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5

2.5.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen IV-
Grades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur ge-

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prüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der 
Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Dies gilt auch für Revisionsgesuche 
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie 
analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräfti-
ger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 
V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des IV-Grades auch tatsächlich 
eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisi-
onsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der IV-Grad seit Erlass der früheren rechtskräf-
tigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue 
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festge-
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

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3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die von den Sozialen Diensten 
D.________ eingereichte Neuanmeldung vom 23. Mai 2013 (act. IIA 128) 
eingetreten. Die Eintretensfrage ist somit nicht zu prüfen (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114).

Nachfolgend ist durch Vergleich des Sachverhalts, wie er der Verfügung 
vom 10. Februar 2011 (act. II 58) zu Grunde lag, und demjenigen im Zeit-
punkt der angefochtenen Verfügung vom 4. November 2014 (act. IIA 189) 
zu prüfen, ob eine erhebliche Veränderung des Sachverhalts mit potentiel-
len Auswirkungen auf den IV-Grad eingetreten ist – mithin analog zur Ren-
tenrevision ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt – 
und wenn ja, ob diese Veränderung genügt, um nunmehr einen Rentenan-
spruch zu begründen (vgl. E. 2.5.2 f. hiervor). Den diesbezüglichen Aus-
führungen in der Beschwerde (vgl. S. 7 ff. Art. 6 f.) kann insoweit gefolgt 
werden, als die Verfügung vom 8. September 2011 (act. II 90) revisions-
rechtlich nicht relevant ist. Denn mit dieser wurde einzig der mit Verwal-
tungsgerichtsurteil vom 1. Juli 2011, IV/2011/253, E. 5 (act. II 81 S. 14), 
zugesprochene befristete Rentenanspruch von Juni bis Ende November 
2010 frankenmässig festgesetzt und ausgerichtet. Hingegen ist festzustel-
len, dass bei der Beurteilung der IV-Anmeldung vom 8. Dezember 2009 
(act. II 12) die Verfügung vom 10. Februar 2011 (act. II 58) die zeitliche 
Grenze des vom Verwaltungsgericht zu überprüfenden Sachverhalts bilde-
te. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 7 
Art. 6) wurde dabei der Sachverhalt hinreichend abgeklärt, konnte doch das 
Verwaltungsgericht eine Beweiswürdigung vornehmen und von weiteren 
Beweismassnahmen oder einer Rückweisung absehen (VGE IV/2011/253, 
E. 3.3). Die letzte materielle Beurteilung vor der hier streitigen Verfügung 
erfolgte demnach beim Erlass der Verfügung vom 10. Februar 2011 (act. II 
58), weshalb diese den Beginn des hier relevanten Vergleichszeitraums 
bildet. 

3.2 Die Verfügung vom 10. Februar 2011 (act. II 58) stützte sich mass-
geblich auf die nachfolgenden medizinischen Berichte:

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3.2.1 Der Beschwerdeführer erlitt am 1. Juni 2009 einen Meniskusriss im 
rechten Knie, woraufhin sein Hausarzt, Dr. med. F.________, Facharzt für 
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, am 23. September 
2009 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 10. Juni 2009 attestierte 
(act. II 13 S. 9). Am 22. Juli 2009 liess sich der Beschwerdeführer am rech-
ten Knie operieren (Kniearthroskopie mit Teilmeniskektomie; act. II 13 
S. 5). Im Bericht vom 24. Oktober 2009 (act. II 15 S. 12) führte Dr. med. 
F.________ aus, sein Patient sei nach wie vor zu 100% arbeitsunfähig. Die 
Gründe der anhaltenden Arbeitsunfähigkeit dürften in der Chondromalazie 
II-III im medialen Kniegelenkskompartiment liegen, die zum prolongierten 
Schmerzverlauf führe. Klinisch bestehe eine aktivierte Arthrose. In einer 
vorwiegend sitzend auszuübenden Tätigkeit wäre der Patient zur Zeit si-
cher zu 100% arbeitsfähig.

3.2.2 Am 22. Februar 2010 wurde im rechten Knie eine Knietotalendopro-
these (Knie-TP) implantiert (act. II 37.13 S. 1). Dem Bericht von Dr. med. 
G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, vom 22. Dezember 2010 (act. II 47) ist zu entneh-
men, dass der Beschwerdeführer an persistierenden neuropathischen 
Schmerzen im rechten Knie mit rezidivierenden Reizergüssen unklarer Ge-
nese leide. Die Tätigkeit als …, wie generell jede körperliche Arbeit, sei 
derzeit und auch inskünftig nicht mehr zumutbar, eine sitzend auszuübende 
Tätigkeit jedoch in einem vollen Arbeitspensum (S. 2).

In seiner gegenüber dem Verwaltungsgericht abgegebenen Stellungnahme 
vom 30. Mai 2011 (act. II 77) äusserte sich Dr. med. G.________ dahinge-
hend, dass seines Erachtens der Beschwerdeführer sicherlich seit dem 1. 
Oktober 2010 in einer sitzend auszuübenden Tätigkeit vollständig arbeits-
fähig sei. Gemäss dem Arztbericht der Notfallabteilung des Spitals 
J.________ vom 25. August 2010 (act. II 59 S. 1) sei eine vollständige Ar-
beitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit bereits ab dem 23. August 2010 
zumutbar.

3.3 Im Rahmen des Neuanmeldungsverfahrens fanden im Wesentli-
chen die folgenden medizinischen Dokumente Eingang in die Akten:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 9

3.3.1 Im Bericht vom 15. September 2013 (act. IIA 143 S. 1 ff.) führte 
Dr. med. H.________, praktische Ärztin FMH, insbesondere folgende Dia-
gnosen auf:

- Neuropathische Schmerzen Knie-TP rechts
- Koronarsklerose
- Metabolisches Syndrom
- Chronische neuropathische Schmerzen nach Knie-TP rechts
- Resektion des mittleren Hyoids bei suprathyroidaler Zyste
- Schwergradiges obstruktives Schlafapnoe-/Hypopnoe-Syndrom und nächtli-

ches Hyperventilationssyndrom
- Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD) Gold Stadium I
- Koronare Herzerkrankung
- Arterielle Hypertonie
- Diabetes mellitus Typ 2
- Dyslipidämie
- Facettengelenksarthrose
- Dehydratation der Bandscheiben LWK 4/5 und LWK 5/S1
- Bandscheibenprolaps LWK 5/S1

Der Patient leide seit seinem Knierotationstrauma im Jahr 2009 an massi-
ven Knieschmerzen und auch an Bewegungseinschränkungen. Es bestän-
den zudem Sensibilitätsstörungen am rechten Oberschenkel, ein ausge-
prägtes Wirbelsäulen-Schmerzsyndrom, Einschränkungen wegen der kar-
diovaskulären Beschwerden und eine Respirationserkrankung. In psychia-
trischer Hinsicht lägen die Symptome einer depressiven Störung mit erheb-
licher Verzweiflung und wechselnder emotionaler Versteinerung vor (S. 2). 
Das Leistungsvermögen und die Erwerbsfähigkeit des Patienten seien er-
heblich herabgesetzt. Er sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage, sich 
selbst einzugliedern und könne, besonders in der freien Marktwirtschaft, 
keinem Arbeitgeber zugemutet werden.

3.3.2 Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom Regionalen Ärztlichen 
Dienst der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (RAD) gab in seiner Stel-
lungnahme vom 17. Januar 2014 (act. IIA 155 S. 3 f.) an, seit dem Verwal-
tungsgerichtsurteil vom 1. Juli 2011, IV/2011/253 (act. II 81), seien diverse 
medizinische Abklärungen erfolgt und neue medizinische Befunde hinzuge-

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treten. Aufgrund der verschiedenen Diagnosen aus unterschiedlichen me-
dizinischen Fachgebieten sei ein polydisziplinäres Gutachten angezeigt.

3.3.3 Das MEDAS-Gutachten vom 10. September 2014 (act. IIA 182.1) 
basiert auf den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Pneu-
mologie, Kardiologie und Psychiatrie. Unter Berücksichtigung aller Fachge-
biete stellten die Gutachter insbesondere folgende Diagnosen (S. 32 
Ziff. 4):

Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: 
- Schmerzhafte Knieprothese rechts
- Schwergradiges obstruktives Schlafapnoe- und nächtliches Hypoventila-

tions-Syndrom
- Chronische Bronchitis mit fortgesetztem Zigarettenrauchen von mindes-

tens 30 py

Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit 
Krankheitswert: 
- Kardiovaskuläre Risikofaktoren
- Schwerhörigkeit beidseits

Nach durchgeführter Konsensbesprechung hielten die Gutachter im We-
sentlichen fest, im Vordergrund ständen die Knieschmerzen. Die persistie-
rende Schmerzsymptomatik sei – wie auch die etwas eingeschränkte Beu-
gefähigkeit – allenfalls durch eine etwas zu grosse Femurkomponente zu 
erklären, dies zumal klinisch ein stabiles Gelenk und radiologisch eine kor-
rekt sitzende Knieprothese festzustellen seien. Ob durch einen allfälligen 
(Teil-) Prothesenwechsel eine deutliche Verbesserung der Beschwerden zu 
erreichen wäre, sei (leider) nicht mit rechtsgenüglicher Sicherheit voraus-
sehbar. Der schmerzhaft verminderten Belastbarkeit des rechten Kniege-
lenkes wegen sei dem Explorand die angestammte Tätigkeit als …/… nicht 
mehr zumutbar. Eine wechselbelastende, vorwiegend sitzend-stehende, 
körperlich leichte (Heben und Tragen bis fünf Kilogramm) und somit behin-
derungsangepasste Arbeit wäre ihm hingegen wahrscheinlich (allenfalls 
praktisch auszutesten) noch zu 50% zumutbar. Auch aus rein pneumologi-
scher Sicht sei der Explorand als … nicht mehr einsatzfähig. Dies aufgrund 
der erhöhten Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit. Körperlich leichte und mit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 11

telschwere Tätigkeiten, ohne Exposition zu atemwegreizenden Noxen und 
nicht an gefährlichen Maschinen, seien in Anbetracht des Ausmasses und 
der Auswirkungen des Schlafapnoesyndroms sowie der chronischen Bron-
chitis uneingeschränkt möglich. Die Befunde der fachärztlichen kardiologi-
schen Abklärung sowie der psychiatrischen Exploration zeigten keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (S. 31). 

Gesamtmedizinisch kamen die Gutachter zum Schluss, dem Explorand sei 
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als …/… wegen der Tagesschläfrigkeit und 
der verminderten Belastbarkeit des rechten Kniegelenkes nicht mehr zu-
mutbar (S. 33 Ziff. 5.1). Eine alternierend sitzend-stehende, wenig gehende 
(Gehstrecke maximal 15 Minuten) sowie körperlich leichte (Heben und Tra-
gen maximal fünf Kilogramm) Tätigkeit, ausgenommen solche in einer 
atemwegreizenden Umgebung und an gefährlichen Maschinen, könne er 
zu 50% ausführen (S. 33 Ziff. 5.2). Diese Beurteilung gelte ab dem Zeit-
punkt der IV-Anmeldung vom 23. Mai 2013 bzw. seit Abschluss der Reha-
bilitation sechs Monate nach der Implantation der Knie-TP. Zuvor habe eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100% für jegliche Tätigkeiten vorgelegen (S. 33 Ziff. 
5.4).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

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nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________ hielt in seiner Stellungnahme 
vom 17. Januar 2014 (act. IIA 155 S. 3 f.) fest, dass seit dem Verwaltungs-
gerichtsurteil vom 1. Juli 2011, IV/2011/253 (act. II 81), neue medizinische 
Befunde hinzugetreten seien. Diese Feststellung wird durch das MEDAS-
Gutachten vom 10. September 2014 (act. IIA 182.1) bestätigt. So wurden in 
diesem neben der bereits seit der letzten materiellen Beurteilung beste-
henden Knieproblematik auch ein schwergradiges obstruktives Schlafap-
noe- und ein nächtliches Hypoventilations-Syndrom sowie eine chronische 
Bronchitis als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren 
Arbeitsfähigkeit genannt (act. IIA 182.1 S. 32 Ziff. 4.1). Dabei führen die 
letztgenannten Diagnosen gemäss den Gutachtern nicht nur dazu, dass 
der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als nicht mehr 
einsatzfähig zu beurteilen ist, sondern schränken diesen selbst in einer 
angepassten Arbeit ein (act. IIA 182 S. 33 Ziff. 5.1 f.). Im Weiteren ist als 
Folge der fortgesetzten Belastung durch die etwas zu grosse Femurkom-
ponente von einer Akzentuierung der Knieproblematik auszugehen (act. IIA 
182.1 S. 31). Unter diesen Umständen ist eine potentiell anspruchsrelevan-
te Veränderung des Gesundheitszustandes gegeben, mithin ein Revisions- 
bzw. ein Neuanmeldungsgrund zu bejahen.

Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann damit vorliegend 
nicht von einer revisionsrechtlich nicht massgebenden unterschiedlichen 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes aus-
gegangen werden (vgl. act. IIA 189 S. 2; Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 8; 
BGE 112 V 371 E. 2b S. 372; SVR 2014 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2). Soweit sie 
sich dabei auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruft, welche gemäss 
den MEDAS-Gutachtern ab August 2010 (act. IIA 182.1 S. 33 Ziff. 5.4) und 
damit bereits im rechtskräftig beurteilten Zeitraum gegolten habe, kann ihr, 
wie nachfolgend aufzuzeigen ist (vgl. E. 3.6 [in fine] hiernach), nicht gefolgt 
werden. 

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Gestützt auf das Dargelegte ist im Folgenden der Rentenanspruch frei zu 
prüfen.

3.6 Vorliegend erfüllt das MEDAS-Gutachten vom 10. September 2014 
(act. IIA 182.1) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.4 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 
V 345 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben ihre Einschätzungen gestützt 
auf die eigenen Untersuchungen und in Kenntnis der medizinischen Vorak-
ten gewonnen und dabei die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers 
sowie die objektiven Befunde berücksichtigt. Die Ausführungen in der Beur-
teilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die ge-
zogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar 
begründet. Insbesondere wurde aus orthopädischer Sicht plausibel und 
stringent dargelegt, dass wegen der schmerzhaft verminderten Belastbar-
keit des rechten Kniegelenkes die angestammte Tätigkeit nicht mehr zu-
mutbar ist, jedoch eine wechselbelastende, vorwiegend sitzend-stehende, 
körperlich leichte und damit eine behinderungsangepasste Tätigkeit noch 
zu 50% ausgeübt werden kann (act. IIA 182.1 S. 31). Weder vom Kardiolo-
gen noch vom Pneumologen oder vom Psychiater wurde eine darüber hin-
ausgehende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bescheinigt (act. IIA 182.1 
S. 31; 182.3 S. 5 f.; 182.4 S. 2 f., 13 f.). Die Beurteilung der Gutachter ist 
nicht nur in sich schlüssig, sondern lässt sich auch ohne weiteres in das 
von den behandelnden Ärzten gezeichnete Gesamtbild einfügen (act. IIA 
135 S. 1 ff.; 143 S. 1 ff., 23 ff.). Die anderslautende Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit von Dr. med. H.________ im Bericht vom 15. September 
2013 (act. IIA 143 S. 3), wonach der Beschwerdeführer nicht in der Lage 
sei, sich selbst einzugliedern und in der freien Marktwirtschaft keinem Ar-
beitgeber zugemutet werden könne, vermag den Beweiswert des Gutach-
tens nicht einzuschränken, fehlt doch diesbezüglich eine ausführliche, 
überzeugende und auf medizinischen Belegen basierende Begründung der 
Allgemeinärztin. Auf das MEDAS-Gutachten vom 10. September 2014 ist 
somit abzustellen, zumal dieses weder von der Beschwerdegegnerin noch 
vom Beschwerdeführer in Zweifel gezogen wird (Beschwerde S. 10 Art. 
10).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 14

Zum Beginn der hälftigen Arbeitsfähigkeit in der angepassten Tätigkeit hiel-
ten die MEDAS-Gutachter fest, ihr Zumutbarkeitsprofil gelte ab dem Zeit-
punkt der jetzigen IV-Anmeldung vom 23. Mai 2013 „beziehungsweise seit 
Abschluss der Rehabilitation sechs Monate nach Implantation der Knie-TP“ 
(im Februar 2010, act. II 37.13 S. 1; act. IIA 182.1 S. 33 Ziff. 5.4). Damit 
nannten die Gutachter zwei weit auseinanderliegende Zeitpunkte (einer-
seits August 2010; andererseits Mai 2013). Bei der Würdigung dieser An-
gabe muss berücksichtigt werden, dass die Gutachter kraft eigenen Erhe-
bungen primär den Zustand und die Einschränkung im Zeitpunkt der Explo-
ration zuverlässig einschätzen können, während es einer medizinischen 
Erfahrungstatsache entspricht, dass – nicht nur bei psychischen Gesund-
heitsschäden, sondern auch generell – die abschliessende Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit rückwirkend und überdies für einen länger zurückliegenden 
Zeitraum oftmals schwierig ist (vgl. statt vieler Entscheid des Bundesge-
richts vom 4. Juni 2014, 8C_848/2013, E. 4). Soweit die Gutachter den 
Beginn des Zumutbarkeitsprofils auf August 2010 (sechs Monate nach der 
Operation) und damit auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt setzen, 
vermögen sie dies nicht überzeugend zu begründen, so dass nicht auf die-
se Angabe abgestellt werden kann, zumal sie auch in Widerspruch zu den 
früheren in Würdigung der damaligen Arztberichte erfolgten Feststellungen 
des Verwaltungsgerichts in dessen Urteil vom 1. Juli 2011 (vgl. VGE 
IV/2011/253 E. 3.3 [act. II 81 S. 9 unten]) steht. Demgegenüber spricht 
nichts dagegen, der gutachterlichen Angabe zu folgen, das Zumutbar-
keitsprofil gelte jedenfalls ab der Neuanmeldung vom 23. Mai 2013. Dies 
umso mehr, als es ohne weiteres naheliegend ist, dass eine andauernde 
(Fehl-) Belastung durch die nicht optimal angepasste Prothese erst im Lau-
fe der Zeit zu einer relevanten Verschlimmerung der Situation führen kann.

3.7 Damit ist gestützt auf das schlüssige MEDAS-Gutachten vom 
10. September 2014 (act. IIA 182.1) ab dem 23. Mai 2013 in einer ange-
passten Tätigkeit von einer 50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit des 
Beschwerdeführers auszugehen. 

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 15

4.1 Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu be-
stimmen (vgl. E. 2.3 hiervor). 

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

4.4 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskatego-
rie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 
(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV 
Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 16

4.5 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 
Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist 
diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-
nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 
aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü-
gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder 
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig 
zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra-
xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent-
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch 
Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein-
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer-
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 134 V 322 E. 4.1 S. 326).

Weicht der tatsächlich erzielte Verdienst mindestens 5% vom branchenüb-
lichen LSE-Tabellenlohn ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich 
unterdurchschnittlich und kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzun-
gen – eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist 
allerdings nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentua-
le Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt (BGE 135 V 
297 E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304). Daneben bleibt zusätzlich die 
Vornahme eines Abzugs vom anhand statistischer Durchschnittswerte er-
mittelten Invalideneinkommen möglich, wobei zu beachten ist, dass allfälli-
ge bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwort-
liche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensab-
zuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen. Der Abzug wird sich 
daher in der Regel auf leidensbedingte Faktoren beschränken und nicht 
mehr die maximal zulässigen 25% für sämtliche invaliditätsfremden und 
invaliditätsbedingten Merkmale ausschöpfen (BGE 135 V 297 E. 5.3 S. 302 
und E. 6.2 S. 305, 134 V 322 E. 5.2 S. 328 und 6.2 S. 329).

4.6 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 17

ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Der 
Rentenanspruch entsteht frühestens mit Ablauf von sechs Monaten seit 
Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG) und nur 
sofern die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist 
(Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). 

Die Neuanmeldung erfolgte am 23. Mai 2013 (act. IIA 128). Sodann ist un-
bestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als 
…/… seit dem 1. Juni 2009 vollständig arbeitsunfähig ist (vgl. VGE 
IV/2011/253 E. 4.2.1; act. IIA 182.1 S. 33 Ziff. 5.1). Damit ist der frühest-
mögliche Rentenbeginn auf den 1. November 2013 festzusetzen und auf 
diesen Zeitpunkt hin der Einkommensvergleich vorzunehmen.

4.7

4.7.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer seine Ar-
beitsstelle aus gesundheitlichen Gründen verloren hat (act. II 87). Es ist 
somit davon auszugehen, dass er ohne Gesundheitsschaden nach wie vor 
an seinem angestammten Arbeitsplatz tätig wäre, weshalb das Validenein-
kommen, wie dies das Gericht bereits festgehalten hat, anhand des zuletzt 
erzielten Lohnes zu bestimmen ist. Gemäss Angaben der ehemaligen Ar-
beitgeberin verdiente der Beschwerdeführer monatlich Fr. 3'500.-- und da-
mit im Jahre 2010 Fr. 45'500.-- (inkl. 13. Monatslohn; act. II 22 S. 2). Ange-
passt an die Nominallohnentwicklung per 2013 (Nominallohnindex, 2011-
2014, Tabelle T1.10, Ziff. 49-52, Verkehr und Lagerei, Index Jahr 2010: 
100.0 Punkte, Index Jahr 2013: 101.9 Punkte, abrufbar auf www.bfs.ad-
min.ch) beträgt das Valideneinkommen Fr. 46'364.50 (3'500.-- x 13 x 101.9 
: 100).

4.7.2 Da der Beschwerdeführer seit dem gesundheitlich bedingten Stel-
lenverlust keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt hat, ist das Invalidenein-
kommen hypothetisch, ausgehend von der LSE 2010 zu ermitteln. Dem 
Beschwerdeführer ist eine alternierend sitzend-stehende, wenig gehende 
sowie körperlich leichte Tätigkeit zu 50% zumutbar (act. IIA 182.1 S. 33 
Ziff. 5.2). Gemäss LSE 2010, Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 18

tralwert) nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplat-
zes und Geschlecht, Privater Sektor, Männer, Anforderungsniveau 4, be-
trägt das durchschnittliche Einkommen für Hilfsarbeit über sämtliche Wirt-
schaftszweige Fr. 4'901.-- pro Monat (Totalwert). Dieses Einkommen ist an 
die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (Statistik der be-
triebsüblichen Arbeitszeit, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab-
teilungen, 2004-2014, Total, 2013) anzupassen, auf das Jahr 2013 zu inde-
xieren (von 100.0 Punkten [2010] auf 102.6 Punkte [2013]; Nominallohnin-
dex, 2011-2014, Tabelle T1.10, Total) und mit der aktuellen Arbeitsfähigkeit 
von 50% zu multiplizieren, womit ein jährliches Einkommen von 
Fr. 31'452.80 (4'901.-- x 12 : 40 x 41.7 : 100.0 x 102.6 x 0.5) resultiert.

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene leidensbedingte Abzug in 
der Höhe von 15% ist aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung, 
welche sich auf das Tätigkeitsspektrum auswirkt, nicht zu beanstanden und 
erscheint unter Berücksichtigung aller einkommensbeeinflussenden Merk-
male als korrekt (vgl. E. 4.4 hiervor). Gestützt darauf ergibt sich ein Invali-
deneinkommen von Fr. 26'734.90 (31'452.80 x 85 : 100).

Vom Invalideneinkommen gewährte die Beschwerdegegnerin im Rahmen 
der Parallelisierung aufgrund eines unterdurchschnittlichen Validenein-
kommens einen Abzug von 21.97% (vgl. E. 4.5 hiervor). Nachfolgend ist 
somit zu prüfen, ob das Valideneinkommen als im Sinne der Rechtspre-
chung deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren ist. Gemäss LSE 2010, 
Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftsabtei-
lungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater 
Sektor, Männer, Ziff. 52, Lagerei, Dienstleistungen für den Verkehr, Anfor-
derungsniveau 4, beträgt das Einkommen für Lagerarbeit Fr. 4'945.-- pro 
Monat. Dieses Einkommen ist an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
von 42 Stunden (Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 2004-2014, Ziff. 52, Lagerei sowie 
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr, 2013) anzu-
passen und auf das Jahr 2013 zu indexieren (von 100.0 Punkten [2010] auf 
101.9 Punkte [2013]; Nominallohnindex, 2011-2014, Tabelle T1.10, Ziff. 49-
52, Verkehr und Lagerei), womit ein jährliches Einkommen von 
Fr. 63'490.80 (4'945.-- x 12 : 40 x 42 : 100.0 x 101.9) resultiert. Das vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 19

Beschwerdeführer im Jahr 2013 im Gesundheitsfall hypothetisch erzielte 
Einkommen in der Höhe von Fr. 46'364.50 (vgl. E. 4.7.1 hiervor) liegt damit 
rund 26.97% unterhalb des gemäss LSE 2010 ermittelten Einkommens von 
Fr. 63'490.80. Gemäss der vorerwähnten höchstrichterlichen Rechtspre-
chung ist die Parallelisierung lediglich im Umfang der über 5% liegenden 
Unterdurchschnittlichkeit vorzunehmen. Damit ist der Wert für das Invali-
deneinkommen um 21.97% auf Fr. 20'861.25 zu reduzieren (26'734.90 x 
78.03 : 100).

Das Invalideneinkommen per 2013 beträgt unter Beachtung sämtlicher 
Abzüge somit Fr. 20'861.25.

4.7.3 Aus der Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 46'364.50) und Inva-
lideneinkommen (Fr. 20'861.25) resultiert eine Einkommenseinbusse im 
Umfang von Fr. 25'503.25, was einen IV-Grad von 55% (zur Rundung: 
BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und 3.3) ergibt. Somit besteht Anspruch auf 
eine halbe IV-Rente (vgl. E. 2.2 hiervor).

4.8 Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, die angefochtene Verfü-
gung vom 4. November 2014 (act. IIA 189) aufzuheben und dem Be-
schwerdeführer ab dem 1. November 2013 eine halbe IV-Rente zuzuspre-
chen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der durch Rechtsanwalt 
B.________ vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der Partei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 20

kosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

In der Kostennote vom 29. Januar 2015 hat Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 3'302.-- sowie Auslagen von Fr. 75.50 und die Mehrwert-
steuer von Fr. 270.20 geltend gemacht. Diese Beträge sind nicht zu bean-
standen. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 3'647.70 (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt.

5.3 Bei diesem Verfahrensausgang kommt die mit prozessleitender Ver-
fügung vom 21. Januar 2015 gewährte unentgeltliche Rechtspflege nicht 
zum Tragen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 4. November 2014 aufgehoben und dem Be-
schwerdeführer ab dem 1. November 2013 eine halbe IV-Rente zuge-
sprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'647.70 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
-  Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2015, IV/14/1167, Seite 21

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.