# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e80c107d-bbf8-5c53-9aee-e67e83f03b0a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.01.2019 725 18 252 / 03
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-18-252---03_2019-01-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 10. Januar 2019 (725 18 252 / 03) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherungsrecht 

 

 

Entlastungsbeweis nach Art. 6 Abs. 2 UVG und Rückfall. 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, 

Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Christina Mar-
kiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch André M. Brunner, Advo-
kat, Hauptstrasse 55, Postfach 136, 4450 Sissach 

  
 
gegen 
 
 

 Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, 
Dufourstrasse 40, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, vertreten 
durch Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, 
Rechtsdienst Personenversicherung, Wuhrmattstrasse 19 - 23, 
4103 Bottmingen 
 
 

Beigeladene Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Mythenquai 2, 8002 Zürich 
 

  
 
 

Betreff Leistungen 
 
 
 

 

 
 
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A. Der 1966 geborene A.____ ist bei der B.____ AG tätig und als Arbeitnehmer obligato-
risch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten bei der Helvetia Schweizerische 
Versicherungsgesellschaft AG (Helvetia) versichert. Am 31. Juli 2002 erlitt er beim Fussballspie-
len einen Meniskusriss im rechten Knie. Die damals zuständige Zürich Versicherungs-
Gesellschaft AG (Zürich) erbrachte die entsprechenden Unfallversicherungsleistungen. Anläss-
lich eines Badmintonspiels am 26. März 2017 zog sich A.____ erneut einen Meniskusriss im 
rechten Knie zu. Die nun zuständige Helvetia lehnte mit Verfügung vom 12. September 2017 
und Einspracheentscheid vom 19. Juni 2018 ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 26. März 
2017 ab. Die Ablehnung ihrer Leistungspflicht begründete sie in der Verfügung vom 12. Sep-
tember 2017 damit, dass die Körperschädigung gemäss Beurteilung ihres beratenden Arztes 
vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen sei. Im Einspracheentscheid vom 19. Juni 2018 
stellte sie sich dagegen auf den Standpunkt, dass es sich beim neuen Meniskusriss um einen 
Rückfall zum Unfall von 2002 handle, weshalb sie aus diesem Grund nicht leistungspflichtig sei. 
 
B. Gegen den Einspracheentscheid vom 19. Juni 2018 erhob A.____, vertreten durch Ad-
vokat André M. Brunner, mit Eingabe vom 16. August 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht. Er beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben 
und die Helvetia zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen für das Ereignis vom 26. März 
2017 zu erbringen. Im Wesentlichen machte er geltend, dass es sich dabei um eine neue Ver-
letzung handle, die nicht auf das Ereignis vom 2002 zurückzuführen sei. Somit sei nicht die Zü-
rich, sondern die Helvetia verpflichtet, Leistungen zu erbringen. Gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bun-
desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 sei die Helvetia für die Fol-
gen des Meniskusrisses leistungspflichtig, sofern dieser nicht vorwiegend auf Abnützung oder 
Erkrankung zurückzuführen sei. Die Beweislast dafür liege bei der Unfallversicherung. Der Hel-
vetia sei der Entlastungsbeweis vorliegend nicht gelungen. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 12. September 2018 beantragte die Helvetia die Abweisung 
der Beschwerde. Es werde nicht bestritten, dass die Beweislast für die leistungsbefreiende Tat-
sache – also dafür, dass die Listenverletzung überwiegend wahrscheinlich auf Abnützung oder 
Erkrankung zurückzuführen sei – bei ihr liege. Vorliegendenfalls gehe es indessen um die Fra-
ge, ob ein unfallkausaler Meniskusriss, welcher auf einen Vorunfall zurückzuführen sei, unter 
Art. 6 Abs. 2 UVG falle oder ob die Regelung von Art. 11 der Verordnung über die Unfallversi-
cherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 (Rückfall und Spätfolgen) zur Anwendung gelange. 
Dass ein Rückfall bzw. Spätfolgen des Unfalls von 2002 vorlägen, sei rein aufgrund der medizi-
nischen Aktenlage offensichtlich. Die anlässlich der am 18. Juli 2017 durchgeführten MRT-
Untersuchung festgestellten Befunde befänden sich an derselben Stelle wie jene aus dem Jahr 
2002 und würden sogar vom Radiologen als "Status nach Teilmeniskektomie" bezeichnet. 
Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, führe als beratender Arzt zudem überzeu-
gend und nachvollziehbar aus, dass das Ereignis vom 26. März 2017 nicht geeignet gewesen 
sei, einen Meniskusriss zu verursachen, da keine Begleitverletzungen diagnostiziert worden 
seien. Es sei deshalb davon auszugehen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Rück-
fall oder eine Spätfolge zum Ereignis aus dem Jahr 2002 vorliege, womit keine Leistungspflicht 
der Helvetia bestehe. 
 

 

 
 
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D. Mit Replik vom 8. Oktober 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinem Rechtsbegehren 
fest. Gemäss der Auffassung der Helvetia seien auch (neue) Meniskusrisse, die als Spätfolge 
einer unfallbedingten Teilmeniskektomie aufträten, dem Grundfall zuzurechnen. In diesem 
Punkt liege offenbar der Streit bzw. die Meinungsverschiedenheit zwischen den Parteien. Er sei 
der Ansicht, dass zwar ein Vorzustand im Sinne einer konstitutionellen Prädisposition zu be-
rücksichtigen sei, aber eine neue Körperschädigung nach Art. 6 Abs. 2 UVG eingetreten sei. 
Aufgrund der in der Beschwerde dargelegten Begleitumstände sei das Ereignis vom 26. März 
2017 entgegen den Ausführungen von Dr. C.____ und der Helvetia durchaus geeignet gewe-
sen, den Meniskusriss zu verursachen. Es sei nachvollziehbar, dass die aktuellen Befunde am 
gleichen, bereits vorgeschädigten Ort, an der schwächsten Stelle, entstanden seien. Es sei al-
les andere als offensichtlich, dass ein Rückfall bzw. Spätfolgen des Unfalles von 2002 vorlägen. 
 
E. Die Helvetia hielt mit Duplik vom 23. Oktober 2018 an ihrem Antrag auf Abweisung der 
Beschwerde fest. 
 
F. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2018 wurde die Zürich zum Verfahren beigeladen. Mit 
Eingabe vom 6. November 2018 erklärte sie, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann 
gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versiche-
rungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versiche-
rungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhe-
bung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zu-
ständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des 
Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 
ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf 
die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 
16. August 2018 ist demnach einzutreten.  
 
2. Vorliegend ist strittig, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht ihre Leistungspflicht abge-
lehnt hat. 
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe-

 

 
 
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handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.  
 
2.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der äusse-
re Faktor ist das zentrale Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignisses; er ist Gegen-
stück zur – den Krankheitsbegriff konstituierenden – inneren Ursache. Der äussere Faktor ist 
ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Übli-
chen überschreitet (BGE 134 V 729). 
 
2.3 Die Versicherungsleistungen werden gemäss Art. 11 UVV auch für Rückfälle und Spät-
folgen gewährt. Ein Rückfall wird angenommen, wenn eine vermeintlich verheilte Gesundheits-
schädigung wieder aufflackert, und Heilbehandlungen notwendig werden, oder es zu einer Ar-
beitsunfähigkeit kommt. Eine Spätfolge liegt vor, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Ver-
lauf für längere Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem 
anders gearteten Krankheitsbild führen. Bei Rückfällen und Spätfolgen muss ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang zum ursprünglichen Unfallereignis bestehen (vgl. BGE 118 V 
293 E. 2c). Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrschein-
lichkeitsbeweis zu stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, 
E. 2.2.2). Rückfälle und Spätfolgen sind von neuerlichen Unfällen abzugrenzen. Dies gilt auch 
dann, wenn es anlässlich eines neuen Unfalls zu einer Verschlimmerung des bei einem frühe-
ren Unfall erlittenen Gesundheitsschadens kommt. Ferner kann ein neuerlicher Unfall nicht 
gleichzeitig ein Rückfall oder eine Spätfolge eines früheren Unfalls sein, selbst wenn ein gewis-
ser natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den beiden Ereignissen besteht (Urteil des 
Bundesgerichts vom 8. Januar 2016, 8C_934/2014, E. 3.3; KIESER/GEHRING/BOLLINGER, a.a.O., 
Art. 6 N 30). 
 
3. Der Beschwerdeführer hat gemäss Bagatell-Unfallmeldung vom 18. Juli 2017 sowie 
Konsultationsbericht der D.____ vom 23. Juli 2017 beim Badmintonspielen am 26. März 2017 
bei feststehendem Fuss ein Rotationstrauma des rechten Knies erlitten. Bei diesem Gesche-
hensablauf ist unbestritten, dass der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG nicht erfüllt ist, da es an 
der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors mangelt. So ist vergleichsweise die Ungewöhnlich-
keit des Faktors bei einer brüsken Körperdrehung bei fixiertem Fuss beim Fussballspiel oder 
beim Korbballspiel zu verneinen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO und ANDRÉ PIERRE HOLZER, Recht-
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Hrsg. von Erwin Murer und 
Hans-Ulrich Stauffer, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6, S. 43). 
 
4.1 Seit dem 1. Januar 2017 ist das revidierte UVG in Kraft. Gemäss dem überarbeiteten 
Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei den folgenden Körper-
schädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen 
sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse; 
e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Bei den auf-

 

 
 
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gelisteten Körperschädigungen wird davon ausgegangen, dass eine unfallähnliche Körperschä-
digung vorliegt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Diese neue Regelung 
stellt auf Gesetzesstufe eine Vermutung auf, wonach der Unfallversicherer den Schadenfall bei 
erfüllter Listendiagnose übernehmen muss, sofern er keinen Befreiungsbeweis vorlegen kann 
(MARKUS HÜSLER, Erste UVG-Revision: wichtigste Änderungen und mögliche Probleme bei der 
Umsetzung, in: SZS 2017, S. 26, 33). Die Widerlegung gelingt ihm, indem er den Nachweis 
erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzufüh-
ren ist. Auf das Kriterium des äusseren Faktors wird explizit verzichtet (Zusatzbotschaft vom 
19. September 2014 zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallver-
sicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva], BBl 2014 7922). 
Zur Definition des Begriffs "vorwiegend" ist auf die Rechtsprechung zu den Berufskrankheiten 
nach Art. 9 Abs. 1 UVG zurückzugreifen (vgl. auch KILIAN RITLER, Die unfallähnliche Körper-
schädigung [UKS], in: Kieser/Landolt, Unfall? Novembertagung 2015 zum Sozialversicherungs-
recht, 2016, S. 115 ff.). Nach dieser Bestimmung ist eine vorwiegende Verursachung von 
Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur gegeben, wenn diese mehr 
als alle anderen mitbeteiligten Ursachen wiegen, folglich mehr als 50 % ausmachen (vgl. BGE 
119 V 200 E. 2a mit Hinweisen). Diesen Nachweis muss der Unfallversicherer mit dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbringen (HÜSLER, a.a.O., S 34). 
 
4.2 Die entscheidende Rolle für die Beurteilung der Frage, ob eine diagnostizierte Listen-
verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, spielt demnach die 
medizinische Beurteilung. An den Gegenbeweis sind strenge Anforderungen zu stellen. Der 
vom Gesetzgeber mit der Revision verfolgte Zweck kann nur dann erfüllt werden, wenn bezo-
gen auf den Einzelfall eindeutige Beweise von neutralen Stellen vorliegen. Schematische, auf 
allgemeinen Erfahrungstatsachen beruhende Prüfungsschemata genügen für den Gegenbe-
weis nicht. Verlangt werden vielmehr Beurteilungen, die in materieller Hinsicht nachvollziehbar 
und schlüssig sind, also den von der Praxis entwickelten Anforderungen an Gutachten genügen 
(BGE 125 V 351). Solche Beurteilungen sind nur bei von den Unfallversicherern unabhängigen 
externen Gutachtern zu erhalten, deren Auswahl unter strenger Wahrung der Parteirechte der 
Versicherten getroffen wurde (UELI KIESER/KASPAR GEHRING/SUSANNE BOLLINGER, KVG/UVG 
Kommentar, Zürich 2018, Art. 6 N 12). Da ein unfallähnliches Ereignis nicht Voraussetzung für 
die Leistungspflicht ist, kann die Anknüpfung der Verletzung an ein Ereignis allenfalls als Be-
weisfaktor bei der Deckungsprüfung dienen. Auch Vorzustände wie frühere Unfälle, welche 
durch einen anderen UVG-Versicherer gedeckt waren, sind einzig bei der aktuellen Deckungs-
prüfung der vorwiegenden Verursachung durch Abnützung oder Erkrankung (Kausalitätsanteil 
Vorzustand grösser 50 %) zu berücksichtigen. Eine Leistungspflicht kann somit auch dann nach 
Art. 6 Abs. 2 UVG bestehen, wenn ein Meniskusriss am vorgeschädigten Knie zur Diskussion 
steht. 
 
4.3 Gemäss MRT-Bericht vom 14. Juli 2017 und Operationsbericht vom 24. Juli 2017 steht 
als Befund ein Unterflächenriss des medialen Meniskus mit aufgelöster Struktur am Übergang 
vom Corpus zum Hinterhorn fest. Demnach liegt zweifellos eine Listenverletzung nach Art. 6 
Abs. 2 UVG vor und die gesetzliche Vermutung der Leistungspflicht der Helvetia kommt zum 
Tragen. Dies wird von der Beschwerdegegnerin auch nicht bestritten. Die Ablehnung ihrer Leis-

 

 
 
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tungspflicht begründete sie in der Verfügung vom 12. September 2017 vorerst damit, dass der 
Meniskusriss gemäss Beurteilung ihres beratenden Arztes, Dr. C.____, vorwiegend auf Abnüt-
zung zurückzuführen sei. Im Einspracheentscheid vom 19. Juni 2018 stellte sie sich dagegen 
auf den Standpunkt, dass es sich beim neuen Meniskusriss um einen Rückfall zum Unfall von 
2002 handle, weshalb sie aus diesem Grund nicht leistungspflichtig sei. In ihrer Vernehmlas-
sung vom 12. September 2018 hielt sie sogar explizit fest, dass die diagnostizierte Listenverlet-
zung unbestrittenermassen nicht vorwiegend auf Abnützung und Erkrankung zurückzuführen 
sei. 
 
4.4 Nach dieser Argumentation wäre die Helvetia leistungspflichtig, wenn kein Rückfall 
vorliegt. Art. 6 Abs. 2 UVG käme ohne weiteres zum Zug, denn auf den Entlastungsbeweis hat 
sie im Einspracheverfahren nicht nur verzichtet, sondern ausdrücklich anerkannt, dass kein 
Leistungsausschlusstatbestand vorliegt. Wie es sich damit verhält, ist im Ergebnis letztlich nicht 
massgebend, denn weder liegt ein Rückfall vor noch ist der Entlastungsbeweis gemäss Art. 6 
Abs. 2 UVG gelungen. So oder anders ist die Helvetia leistungspflichtig, wie nachfolgend darge-
legt wird. 
 
5.1 Auf den MRT-Bildern vom 21. August 2002, welche anlässlich der Knieverletzung vom 
31. Juli 2002 angefertigt wurden, wurde ein sehr ausgedehnter komplexer Riss im Corpus und 
im Hinterhorn des medialen Meniskus festgestellt. Zusätzlich war ein kleiner Lappen umge-
schlagen (vgl. Bericht vom 21. August 2002). Gestützt auf diesen Befund erfolgte am 26. Au-
gust 2002 in der D.____ eine arthroskopische Teilmeniskektomie, die gemäss späterem Bericht 
des Operateurs, Dr. med. E.____, FMH Orthopädie, vom 8. Oktober 2002 komplikationslos ver-
lief. 
 
5.2 Fünfzehn Jahre später, am 26. März 2017, verletzte sich der Beschwerdeführer erneut 
am rechten Knie, diesmal beim Badmintonspiel. Am 14. Juli 2017 veranlasste der behandelnde 
Arzt, Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie, eine MRT zur Abklärung möglicher degenerativer 
Veränderungen bei Status nach Teilmeniskektomie im Jahr 2002. Dr. med. G.____, FMH Ra-
diologie, stellte ein verkürztes mediales Meniskushinterhorn nach Teilmeniskektomie fest mit 
Ausfransung der Meniskusunterfläche des medialen Meniskushinterhornrestes. Ausserdem 
wurden oberflächliche Knorpelirregularitäten im medialen Gelenkskompartiment und femoropa-
tellär bei ansonsten unauffälliger, intakter Kniebinnenstruktur beschrieben. 
 
5.3 Aus dem Verlaufseintrag der D.____ vom 18. Juli 2017 geht hervor, dass der Versi-
cherte anlässlich des Rotationstraumas am rechten Knie sofort einschiessende, mediale 
Schmerzen verspürt habe, die persistierten, sodass er keine grösseren Belastungen mehr habe 
wahrnehmen können. Initial sei das Gelenk angeschwollen, unterdessen sei die Schwellung 
zurückgegangen. Diagnostiziert wurde anhand des MRT-Befundes ein medialer Meniskusriss 
im rechten Knie mit entsprechender passender Symptomatik. Bei persistierender Beschwerde-
symptomatik wurde die Indikation zur Arthroskopie gestellt. Der Eingriff wurde für den 24. Juli 
2017 geplant und ein entsprechendes Gesuch um Kostengutsprache bei der Helvetia einge-
reicht. 
 

 

 
 
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5.4 Am 20. Juli 2017 folgte seitens des beratenden Arztes der Helvetia, Dr. C.____, eine 
Kurzbeurteilung. Darin hielt er fest, dass zwar ein Meniskusriss und damit eine Listenverletzung 
nach Ar. 6 Abs. 2 UVG vorliege, diese jedoch vorwiegend auf Abnützung beruhe und damit de-
generativer Natur sei. Gleichzeitig empfahl Dr. C.____ eine Abklärung des Vorzustandes. Dies-
bezüglich sei unklar, ob es sich beim Status nach Teilmeniskektomie (TME) um einen trauma-
tisch oder degenerativ bedingten Vorzustand handle. 
 
5.5 Mit versicherungsmedizinischer Stellungnahme vom 7. August 2017 ging Dr. C.____ 
sodann von einem isolierten Meniskusschaden aus. Das Fehlen relevanter kapsuloligamentärer 
Verletzungen, knöcherner Ausrisse des vorderen Kreuzbandes und des Innenbandes sowie 
einer Tibiaimpressionsfraktur sprächen gegen eine traumatische Genese des Meniskusrisses. 
So hätten auch in der Bildgebung keine relevanten strukturellen traumatischen Läsionen nach-
gewiesen werden können, was ebenfalls für einen überlastungsbedingten, degenerativen Me-
niskusriss bei Status nach Teilmeniskektomie spreche. Er stelle zwar fest, dass der Versicherte 
beim Badmintonspiel ein Rotationstrauma bei feststehendem Fuss erlitten habe, dieser Bewe-
gungsablauf sei jedoch nicht geeignet, um einen Riss zu verursachen und damit von einem 
traumatisch bedingten Meniskusriss zu sprechen. Gefordert sei vielmehr ein Rotationstrauma 
mit eingeklemmtem Fuss. Es liege somit kein geeigneter Unfallmechanismus vor, um den Me-
niskus isoliert zu verletzen. Ebenfalls gegen die Unfallkausalität spreche das Alter des Versi-
cherten. Zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr seien primäre Meniskusrisse am häufigsten 
degenerativer Natur. Die Manifestation vorzeitiger Verschleisserscheinungen könne zudem 
schleichend infolge allmählicher Ausbildung eines Reizzustandes verlaufen, also ohne äusse-
ren Anlass. Sie könne sogar mit einem sehr eindrucksvollen plötzlichen Funktionsverlust im 
Bereich des Gelenks verbunden sein, wenn Meniskusgewebe im Gelenkspalt eingeklemmt 
werde. Gemäss Literatur fehle der zeitliche Zusammenhang, wenn – wie hier - das betroffene 
Bein weiterhin habe belastet werden können. Weiter sei keine Arbeitsunfähigkeit eingetreten 
und schliesslich sei auch kein bone bruise nachgewiesen worden, womit sich eine erhebliche 
Krafteinwirkung nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit beweisen lasse. In der Konklu-
sion kam Dr. C.____ abschliessend zum Schluss, dass zwar ein Schaden im Sinne von Art. 6 
Abs. 2 UVG vorliege, dieser aber vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen sei. Eine traumati-
sche Ursache der Beschwerden bzw. des Meniskusrisses lasse sich nicht beweisen. Entweder 
sei der Meniskusriss rein überlastungsbedingt als degenerativ zu klassifizieren oder aufgrund 
der Akten als Folge eines Status nach TME. Sofern die TME vor Jahren im Rahmen degenera-
tiver Problematik notwendig gewesen sei, entspreche der heutige Gesundheitsschaden nun 
dem schicksalsmässigen Verlauf eines Status nach TMS. Sollte die TMS im Rahmen eines 
traumatischen Meniskusrisses erfolgt sein, dann müsse dieses neue Ereignis als Rückfall be-
wertet werden. 
 
5.6 Nach Eingang der Akten der Zürich zum Ereignis vom 31. Juli 2002 sowie des Opera-
tionsberichtes vom 24. Juli 2017 bezüglich der neuen Verletzung bat die Helvetia Dr. C.____ 
um eine ergänzende Stellungnahme. Dr. C.____ hielt am 15. März 2018 an seinen Erkenntnis-
sen fest. Es sei von einem abnützungsbedingtem Meniskusriss auszugehen. Somit liege ein 
"Rückfall zum Schaden 2002 vor". 
 

 

 
 
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6.1 Die Stellungnahmen von Dr. C.____ genügend den Anforderungen an den Entlas-
tungsbeweis in verschiedener Hinsicht nicht. Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher 
Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidgrundlagen (BGE 134 V 
231 E. 5.1). Der Beweiswert einer spezialärztlichen Expertise hängt unter anderem davon ab, 
ob die begutachtende Person über die entsprechende Fachausbildung verfügt, denn ihre fachli-
che Qualifikation spielt für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Be-
züglich der Stichhaltigkeit eines medizinischen Berichtes müssen sich Verwaltung und Gerichte 
auf die Fachkenntnisse der Expertin oder des Experten verlassen können. Deshalb ist ein spe-
zialärztlicher Titel der Arztperson für eine professionelle Beurteilung der medizinischen Sachla-
ge Voraussetzung (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Januar 2011, 9C_547/2010, E. 2.2, 
vom 26. Januar 2010, 9C_736/2009, E. 2.1 und vom 20. November 2007, I 142/07, E.3.2.3). 
Vorliegend fehlt es Dr. C.____ als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin an der spezialärztli-
chen, orthopädischen Qualifikation, um eine zuverlässige Beurteilung der medizinischen Sach-
lage abgeben zu können. Seinen Stellungnahmen fehlt es bereits aus diesem Grund an der 
notwendigen Aussagekraft. Soweit Dr. C.____ zudem wiederholt auf die Ungeeignetheit des 
Ereignisses vom 26. März 2017 für den Meniskusriss und somit auf die fehlende Kausalität zwi-
schen Geschehensablauf und Verletzung hingewiesen hat, ist daran zu erinnern, dass ein der-
artiges Ereignis gerade keine Voraussetzung für die Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG 
mehr darstellt. Schliesslich fehlt es den Berichten von Dr. C.____ an einer überzeugenden 
fachmedizinischen Begründung, dass es sich beim zweiten Meniskusriss um eine Folge von 
Abnützung handelt. So fehlen Anhaltspunkte, dass die Verletzung aufgrund wiederkehrender 
Belastungen entstanden ist, insbesondere gibt es keine medizinischen Verlaufsberichte oder 
Röntgenbilder, die auf eine Knieproblematik nach dem Eingriff im Jahr 2002 schliessen lassen 
würden. Die Begründung der vorwiegenden Abnützung stützt Dr. C.____ denn auch fast aus-
schliesslich auf ältere Publikationen und medizinische Erfahrungswerte sowie der Schlussfolge-
rung, dass isolierte traumatisch bedingte Meniskusrisse ohne relevante Begleitverletzungen 
sehr selten seien. Diesbezüglich bleibt allerdings nach neuerer Literatur zu präzisieren, dass ein 
unfallbedingter Meniskusriss eines nicht vorgeschädigten Meniskus ohne wesentliche Begleit-
verletzungen selten ist. Aber selbst für eine grundsätzliche Negierung von solchen isolierten 
traumatischen Meniskusrissen im gesunden Meniskus gibt es keinen gesicherten Evidenz-
nachweis. Da in der medizinischen Forschung strittig ist, ob es Meniskusrisse am kniegesunden 
Patienten gibt, ergibt sich e contrario, dass Einigkeit darüber besteht, dass es traumatisch be-
dingte Meniskusrisse am vorgeschädigten Knie gibt (vgl. SAMUELSSON, a.a.O, S. 345 und S. 
363 mit Hinweisen). Folglich überzeugt die Beurteilung von Dr. C.____ auch bezogen auf die 
Literatur nicht. Der Entlastungsbeweis ist somit nicht gelungen. 
 
6.2 Auch liegt kein Rückfall zum Ereignis aus dem Jahr 2002 gemäss Art. 11 UVV vor. 
Einerseits wird der Rückfall seitens Dr. C.____ in keiner seiner Stellungnahmen näher begrün-
det und andererseits ist der Meniskusriss nach dem Eingriff im Jahr 2002 offenbar komplikati-
onslos abgeheilt und der Versicherte war danach während rund 15 Jahren beschwerdefrei und 
ohne Einschränkungen sportlich aktiv. Ein Kausalzusammenhang zwischen der Meniskusver-
letzung aus dem Jahr 2002 und dem im Sommer 2017 diagnostizierten neuen Riss ist aufgrund 
dieser langen Latenzzeit und der vorliegenden medizinischen Berichte nicht mit dem im Sozial-
versicherungsrecht notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit begründ-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

bar. Insbesondere ist mit der Bezeichnung "Status nach TME 2002" nicht automatisch ein Zu-
sammenhang mit der späteren Verletzung dargetan, sondern lediglich ein Vorzustand festge-
halten. Ferner sprechen das Rotationstrauma vom 26. März 2017 und die Tatsache, dass es 
sich um einen neuen Meniskusriss handelt gegen einen Rückfall. Im Ergebnis kann sich die 
Helvetia folglich auch nicht mit dem Argument, es liege ein Rückfall vor, von der Leistungspflicht 
befreien. 
 
Die Beschwerde ist demgemäss gutzuheissen und die Helvetia wird verpflichtet, die gesetzli-
chen Leistungen für den erneuten Meniskusriss zu erbringen. 
 
7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. a ATSG ist der Prozess vor dem 
kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos. Es sind deshalb keine Verfahrenskosten zu er-
heben. Gemäss dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. Der Rechtsvertreter hat gemäss Honorarnote einen Aufwand von 9,4 
Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 85.50 ausgewiesen, was nicht zu beanstanden ist. 
Die Helvetia hat dem Beschwerdeführer somit eine Parteientschädigung von Fr. 2'623.05 (inkl. 
Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 19. Juni 2018 wird aufgehoben und es wird festgestellt, 
dass die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG für 
die Folgen des Ereignisses vom 26. März 2017 leistungspflichtig ist. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG hat dem 
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 2'623.05 (inkl. Auslagen und 7,7% Mehrwertsteuer) auszurichten 

 

 

 

 

 

 

Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdegegnerin am 09.05.2019 Beschwerde beim 
Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_296/2019) erhoben. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht