# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** afbb956c-f1a2-5d14-922a-9a610b728809
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-12
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 12.05.2020 SK 2019 244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-244_2020-05-12.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil 
SK 19 244

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. Mai 2020 

Besetzung Oberrichter Kiener (Präsident i.V.), Oberrichterin Friederich Hörr, 
Oberrichter Aebi
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

vertreten durch Staatsanwältin D.________, Staatsanwaltschaft 
für Wirtschaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern  

Gegenstand Betrug, Urkundenfälschung, Misswirtschaft etc. sowie Rückver-
setzung

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Einzelgericht) vom 3. April 2019 (WSG 2018 22)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (Einzelgericht) erkannte mit Urteil vom 
3. April 2019 Folgendes (Hervorhebungen im Original; pag. 18 215 ff.):

A.________, vgt., wird schuldig erklärt:

1. des Betrugs, begangen zwischen dem 14.10.2014 und dem 03.09.2015 in Bern zum Nachteil 
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) im Deliktsbetrag von CHF 5‘200.90;

2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen in Bern

2.1. am 14.10.2014 (Arztzeugnis Dr. med. E.________);

2.2. am 03.12.2014 (Arztzeugnis Dr. med. E.________);

2.3. am 21.10.2014 (Arztzeugnis Dr. med. F.________);

2.4. am 29.11.2014 (Unfallschein Dr. med. F.________);

3. des versuchten Betrugs, begangen zwischen dem 03.11.2014 und dem 02.03.2015 in Bern 
zum Nachteil der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) im Deliktsbetrag von 
CHF 17‘000.00;

4. der Widerhandlung gegen Art. 112 al. 1 UVG, begangen im Juli / August 2014 in Bern;

5. der Misswirtschaft, begangen zwischen dem 31.07.2014 und dem 12.04.2016 in Bern zum 
Nachteil der Gläubiger der G.________ GmbH.

und er wird in Anwendung der
aArt. 22, 29 lit. a, 40, 47, 49 Abs. 1, 106, 146 Abs. 1, 165 Ziff. 1, 251 Ziff. 1 StGB
aArt. 112 al. 1 UVG (Stand 01.01.2013)
Art. 422, 426 Abs. 1 StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit aufgeschobenen und nunmehr zu vollziehenden Reststrafe im 
Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 89 Abs. 6 StGB

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten, dies teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft des Kanton Bern, Region Oberland, vom 22.12.2014.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 5 Tages festgesetzt.

3. Zur Bezahlung der Verfahrenskosten von insgesamt CHF 3‘200.00, sich zusammensetzend 
aus:

[…]

3

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr der Hauptverhandlung 
um insgesamt CHF 600’00, ausmachend anteilsmässig zugunsten von A.________, vgt., um 
CHF 400.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen somit CHF 2‘800.00.

4. Bezüglich der bei A.________, vgt., mit Verfügung des Amtes für Straf- und Massnahmenvollzug 
des Kantons Bern vom 07.08.2015 aufgeschobenen Reststrafe von 4 Tagen Freiheitsstrafe wird 
die Rückversetzung in den Strafvollzug angeordnet.

5. Für das Rückversetzungsverfahren werden keine Kosten erhoben.

6. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Fürsprecher B.________ werden wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 3‘803.10. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Fürsprecher B.________ die Differenz von CHF 843.60 zwischen der amtlichen Entschädi-
gung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

- Eröffnet -

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 3. April 2019 melde-
te Fürsprecher B.________ (nachfolgend: Fürsprecher B.________) namens und 
im Auftrag von A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) fristgerecht Berufung an 
(pag. 18 223). Mit Schreiben vom 5. Juli 2019 erklärte Fürsprecher B.________ für 
den Beschuldigten form- und fristgerecht die Berufung «in Bezug auf das gesamte 
Urteil» (pag. 19 246 f.).  

Die Generalstaatsanwaltschaft verfügte am 19. Juni 2019, für das oberinstanzliche 
Verfahren werde Staatsanwältin D.________ der Staatsanwaltschaft für Wirt-
schaftsdelikte mit der Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben be-
traut (pag. 19 240). Staatsanwältin D.________ teilte mit Eingabe vom 11. Ju-
li 2019 mit, sie schliesse sich der Berufung des Beschuldigten an und beschränke 
die Anschlussberufung auf die Sanktion (pag. 19 254 f.). Gründe für ein Nichteintre-
ten auf die Berufung des Beschuldigten machte Staatsanwältin D.________ keine 
geltend (vgl. pag. 19 250 und pag. 19 254 f.).

Mit Eingabe vom 5. August 2019 teilte Fürsprecher B.________ für den Beschul-
digten mit, betreffend Nichteintreten auf die Anschlussberufung würden keine An-
träge gestellt (pag. 19 262). 

Mit Schreiben vom 4. Oktober 2019 zog Staatsanwältin D.________ die An-
schlussberufung vom 11. Juli 2019 zurück (pag. 19 264). 

4

Am 10. Oktober 2019 wurden die Parteien zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vorgeladen, wobei der Generalstaatsanwaltschaft das Erscheinen freigestellt wurde 
(pag. 19 268 f.)

Mit Eingabe vom 31. Oktober 2019 teilte Fürsprecher B.________ für den Beschul-
digten – innert der mit Verfügung vom 10. Oktober 2019 gesetzten Frist 
(pag. 266 f.) – mit, die Berufung beschränke sich auf die erstinstanzlichen Schuld-
sprüche und Sanktionen wegen Betrugs (Ziff. I/1 des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs), wegen mehrfacher Urkundenfälschung (Ziff. I/2/2.1.-2.4. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs), wegen versuchten Betrugs (Ziff. I/3 des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs) sowie wegen Misswirtschaft (Ziff. I/5 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), inklusive die damit verbundenen Kosten- und Entschädigungsfol-
gen. Zudem werde die Anordnung der Rückversetzung in den Strafvollzug ange-
fochten (Ziff. III des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [zum Ganzen 
pag. 19 271 f.]).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein aktueller Strafregisteraus-
zug (datierend vom 24. April 2020 [pag. 19 287 ff.]) sowie ein Leumundsbericht in-
klusive Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse (datierend vom 
20. April 2020 [pag. 19 281 ff.]) eingeholt. Weiter wurden zwei aktuelle Betrei-
bungsregisterauszüge – einer über den Beschuldigten (pag. 19 302 ff.) und einer 
über dessen Firma, die H.________ GmbH (pag. 19 307 f.) – ediert. 

Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand am 12. Mai 2020 statt. Der Beschul-
digte wurde erneut zur Person und Sache befragt (pag. 19 311 ff.). Zudem wurde 
eine Kopie seines neuen, bis ins Jahr 2025 verlängerten C-Ausweis 
(pag. 19 324.1) zu den Akten erkannt (pag. 19 310).

4. Anträge der Parteien

Fürsprecher B.________ beantragte für den Beschuldigten in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 12. Mai 2020 Folgendes (pag. 19 319 resp. pag. 19 325):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Wirtschaftsstrafgerichts des Kantons Bern als Einzelge-
richt vom 3. April 2020 [recte: 2019] bezüglich Ziffer I.4. (Widerhandlung gegen das UVG be-
gangen in der Zeit von 18. Juni 2014 bis am 20. August 2014 in Bern, Thun (Ziff. 4 des Strafbe-
fehls vom 29.05.2018) und die darauf ausgefällte Busse von Fr. 500.00 gemäss II.2. in Rechts-
kraft erwachsen sind.

2. A.________ sei freizusprechen von den Vorwürfen: 

2.1. des Betrugs, angeblich begangen in der Zeit von 14. Oktober 2014 bis 3. September 2015 
in Bern, Thun (Ziff. 1 des Strafbefehls vom 29.05.2018); 

2.2. der Urkundenfälschung, angeblich begangen in der Zeit von 22 Oktober 2014 bis 15. De-
zember 2015 in Bern, Thun (Ziff. 2 des Strafbefehls vom 29.05.2018); 

2.3. des Betrugs (Versuch), angeblich begangen gemeinsam mit Mittäterin, in der Zeit von 
31. Oktober 2014 bis 3. September 2015 in Bern, Thun (Ziff. 3 des Strafbefehls vom 
29.05.2018);

5

2.4 der Misswirtschaft, [angeblich] begangen in der Zeit von 18. Juni 2014 bis am 6. Septem-
ber 2016 in Bern, Thun (Ziff. 5 des Strafbefehls vom 29.05.2018). 

3. Es sei auf den Widerruf der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug (Rückversetzung) be-
treffend Vollzug des Urteils der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 28.05.2014 zu verzich-
ten. 

4. Die auf die Freisprüche entfallenden Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen 
und die Entschädigung der amtlichen Verteidigung von A.________ sei gemäss eingereichter 
Kostennote zu bestimmen.

5. Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen durch das Gericht zu treffen.

Die Generalstaatsanwaltschaft, vertreten durch Staatsanwältin D.________, stellte 
mit Schreiben vom 4. Mai 2020 die folgenden – dem erstinstanzlichen Urteil ent-
sprechenden – Anträge (pag. 19 295 f):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. des Betrugs, begangen zwischen dem 14.10.2014 und dem 03.09.2015 in Bern zum Nachteil der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) im Deliktsbetrag von CHF 5'200.90; 

2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen in Bern 2.1 am 14.10.2014 (Arztzeugnis Dr. med. 
E.________), 2.2 am 03.12.2014 (Arztzeugnis Dr. med. E.________), 2.3 am 21.10.2014 (Arzt-
zeugnis Dr. med. F.________), 2.4 am 29.11.2014 (Unfallschein Dr. med. F.________); 

3. des versuchten Betrugs, begangen zwischen dem 03.11.2014 und dem 02.03.2015 in Bern zum 
Nachteil der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) im Deliktsbetrag von 
CHF 17'000.00; 

4. der Widerhandlung gegen Art. 112 al. 1 UVG, begangen im Juli/August 2014 in Bern; 

5. der Misswirtschaft, begangen zwischen dem 31.07.2014 und dem 12.04.2016 in Bern zum Nach-
teil der Gläubiger der G.________ GmbH; 

II.

und sei in Anwendung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen sowie unter Einbezug der seiner-
zeit aufgeschobenen und nunmehr zu vollziehenden Reststrafe im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss 
Art. 89 Abs. 6 StGB zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten, dies teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, vom 22.12.2014. 

2. zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00. 

3. zur Bezahlung der Verfahrenskosten der Voruntersuchung sowie der erst- und oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Aufgrund der beschränkten Berufung des Beschuldigten erwuchs das Urteil des 
Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 3. April 2019 bereits insoweit in Rechts-
kraft, als der Beschuldigte der Widerhandlung gegen Art. 112 al. 1 des Bundesge-
setzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20), begangen im Ju-

6

li/August 2014 in Bern, schuldig erklärt und zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 500.00 resp. – bei schuldhafter Nichtbezahlung – zu einer Ersatzfreiheitsstra-
fe von fünf Tagen verurteilt wurde (vgl. Ziff. I/4 und Ziff. II/2 des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs; pag. 18 216 und pag. 18 217).

Das Rückversetzungsverfahren gegen den Beschuldigten ist infolge Zeitablaufs 
von drei Jahren seit Ablauf der Probezeit gemäss Urteil vom 7. August 2015 
(pag. 19 047 ff.) einzustellen (vgl. Art. 89 Abs. 4 StGB). Die Probezeit begann 
frühestens am 8. August 2015 zu laufen und endete damit frühestens am 7. Au-
gust 2016. Während zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils vom 3. April 2019 
noch nicht drei Jahre verstrichen waren, ist dies heute der Fall. Für das Einstel-
lungsverfahren werden weder Verfahrenskosten ausgeschieden noch wird eine 
Entschädigung ausgerichtet.  

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber die Verurtei-
lungen wegen Betrugs (Ziff. I/1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs 
[pag. 18 216]), wegen mehrfacher Urkundenfälschung (Ziff. I/2/2.1.-2.4. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 18 216]), wegen versuchten Betrugs (Ziff. I/3 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 18 216]) sowie wegen Misswirtschaft 
(Ziff. I/5 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 18 216]). Weiter hat die 
Kammer die Sanktion inklusive die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu überprü-
fen. Sie verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]), ist aufgrund der alleinigen Berufung des 
Beschuldigten aber an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 
gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

II. Verletzung des Anklagegrundsatzes?

6. Das Urteil der Vorinstanz und Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung

Wie bereits in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung rügte der Verteidiger in der 
Berufungsverhandlung, der Anklagegrundsatz sei bei allen (angefochtenen) Vor-
würfen verletzt worden (pag. 19 320). Zur Begründung brachte er vor, die Delikts-
zeitpunkte der Vorwürfe gemäss Ziffer 1-3 und 5 des Strafbefehls (Betrug, Urkun-
denfälschung, versuchter Betrug, Misswirtschaft) seien willkürlich gewählt worden, 
insbesondere was das Ende der angeklagten Zeitspannen angehe. Aus den dazu-
gehörigen Sachverhalten gehe nicht hervor, wie die Staatsanwaltschaft und später 
das Wirtschaftsstrafgericht auf die fraglichen Zeiträume gekommen seien. Beim 
Vorwurf der Urkundenfälschung sei als Unfall- und Anfangszeitpunkt zudem der 
14. November 2014 festgehalten worden, obwohl sich der Unfall schon einen Mo-
nat früher – am 14. Oktober 2014 – ereignet habe. Im Zusammenhang mit dem 
Vorwurf der Misswirtschaft würden Umschreibungen der einzelnen Tathandlungen 
schliesslich gänzlich fehlen, weshalb völlig unklar sei, wann der Beschuldigte Geld 
vom Firmenkonto abgehoben und zur Bezahlung privater Schulden und/oder zum 
Spielen im Casino, mithin für private Zwecke verwendet haben soll. Insgesamt sei 
die Anklage daher nicht aus sich heraus verständlich und genüge den Anforderun-
gen nicht (zum Ganzen pag. 19 320).

7

Die Vorinstanz behandelte die gerügte Verletzung des Anklagegrundsatzes in ihrer 
schriftlichen Urteilsbegründung nicht. 

7. Theoretische Grundlagen

Nach dem in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen – und aus Art. 29 Abs. 2 und 
Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; 
SR 101) sowie Art. 6 Ziff. 1 und 3 Bst. a und b der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) abgeleiteten – Anklage-
grundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens 
und hat somit eine Umgrenzungsfunktion. Die Anklage muss die der beschuldigten 
Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise umschreiben, 
dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert 
sind. Dabei muss aus der Anklageschrift selbst hervor gehen, welcher konkrete Le-
bensvorgang zur Beurteilung steht (zum Ganzen statt vieler Urteil des Bundesge-
richts 6B_27/2020 vom 20. April 2020 E. 2.3.3; BGE 143 IV 63 E. 2.2). Zugleich hat 
das Anklageprinzip eine Informationsfunktion, bezweckt es doch den Schutz der 
Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf 
rechtliches Gehör (BGE 143 IV 63 E. 2.2; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; je mit Hinwei-
sen). 

Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO hält die gesetzlichen Minimalanforderungen an die 
Formulierung des Sachverhalts in inhaltlicher Hinsicht fest. Demnach bezeichnet 
die Anklageschrift die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten möglichst 
kurz, aber genau mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tat-
ausführung. Dennoch sind an eine Anklageschrift keine überspitzten Anforderun-
gen zu stellen. Das Bundesgericht hielt in zahlreichen Entscheiden fest, die Ankla-
geschrift sei nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der Umgrenzung des 
Prozessgegenstandes und der Information des Beschuldigten, damit dieser die 
Möglichkeit habe, sich zu verteidigen. Etwaige Ungenauigkeiten seien nicht von 
entscheidender Bedeutung, solange für die beschuldigte Person keine Zweifel 
darüber bestünden, welches Verhalten ihr angelastet werde (statt vieler Urteile des 
Bundesgerichts 6B_28/2018 vom 7. August 2018 E. 6.3; 6B_760/2017 vom 
23. März 2018 E. 1.3; 6B_684/2017 vom 13. März 2018 E. 2; je mit Hinweisen).

8. Subsumtion 

Nach Auffassung der Kammer ist der Anklagegrundsatz vorliegend bei keinem der 
(vier zu diskutierenden) Vorwürfe verletzt. Zwar wurden effektiv relativ lange Delikt-
szeiträume angeklagt, jedoch wurden diese nicht willkürlich gewählt. Aus der An-
klageschrift – in casu dem Strafbefehl vom 29. Mai 2018 – ergibt sich zudem ge-
nau, was dem Beschuldigten im Einzelnen vorgeworfen wird. Die vorliegende An-
klageschrift erfüllt die Umgrenzungs- und Informationsfunktion daher klar. Was den 
Anfangstatzeitpunkt des Vorwurfs der Urkundenfälschung angeht (14. Novem-
ber 2014 statt 14. Oktober 2014), so handelt es sich dabei um eine offensichtliche 
Missschreibung. Insgesamt wusste der Beschuldigte zu jedem Zeitpunkt genau, 
was ihm vorgeworfen wird und er konnten sich entsprechend rechtzeitig sowie um-
fassend verteidigen.

8

III. Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung

9. Aufbau des Motivs

Anders als sonst üblich schliessen sich im Aufbau dieser schriftlichen Erwägungen 
dem Sachverhalt und der Beweiswürdigung für jeden der vier Deliktsvorwürfe 
gleich die Überlegungen der Kammer zur rechtlichen Würdigung an.

10. Die strafrechtlichen Vorwürfe an den Beschuldigten in der Anklage

Grundlage der Anklage bildet der Strafbefehl gegen den Beschuldigten vom 
29. Mai 2018 (pag. 16 002 001 ff.). Der Beschuldigte erhob dagegen fristgerecht 
Einsprache (pag. 16 002 009), worauf die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl fest-
hielt und die Akten dem Wirtschaftsstrafgericht überwies (pag. 16 002 016). Damit 
gilt der Strafbefehl vom 29. Mai 2018 als Anklageschrift (Art. 356 Abs. 1 
Satz 2 StPO). 

11. Vorbemerkungen und unbestrittener Sachverhalt im Allgemeinen

Sämtliche Vorwürfe gegenüber dem Beschuldigten resultieren aus dessen Tätigkeit 
für die G.________ GmbH. Diese wurde am 18. August 2011 als 
I.________ GmbH gegründet, im Juli 2014 vom Beschuldigten als faktischer Ge-
schäftsführer übernommen und am 14. Juli 2014 in G.________ GmbH umbe-
nannt. Gleichzeitig wurden der Zweck der Gesellschaft umgeschrieben, der bishe-
rige Gesellschafter J.________ gelöscht und stattdessen K.________, die Freundin 
des Beschuldigten, im Handelsregister als Gesellschafterin und Geschäftsführerin 
mit Einzelunterschrift eingetragen (pag. 04 001 154). 

Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten und von K.________ ist unbestritten, 
dass diese nie als Geschäftsführerin tätig war. Faktischer Geschäftsführer war 
ausschliesslich der Beschuldigte (pag. 05 002 002 Z. 46 f.). Auf Frage, wieso 
K.________ als Geschäftsführerin ins Handelsregister eingetragen worden sei, gab 
der Beschuldigte zuerst an, den Grund dafür nicht zu kennen (pag. 04 001 136 f. 
Ziff. 5 ff.), ehe er einräumte, dies sei geschehen, um leichter an Kredite und Lea-
sings heranzukommen (pag. 05 02 003 Z. 57 ff.). Letzteres scheint aus Sicht der 
Kammer plausibel, war der Beschuldigte im Betreibungsregister doch schon da-
mals mit einer grossen Anzahl von Verlustscheinen verzeichnet (vgl. dazu die Be-
treibungsregisterauszüge über den Beschuldigten des Betreibungsamts Bern-
Mittelland sowie des Betreibungs- und Konkursamts des Bezirkes Monthey, beide 
Stand 5. Oktober 2016, aus welchen hervorgeht, dass ein Grossteil der Verlust-
scheine bereits im Juli 2014 bestand [pag. 07 006 002 ff. und pag. 07 007 004 ff.]).  

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) ist obligatori-
scher Unfallversicherer der Angestellten der G.________ GmbH, die sich am 
20. August 2014 bei der SUVA anmeldete (pag. 04 001 424) und angab, über ei-
nen Mitarbeiter mit einer Lohnsumme von CHF 150‘000.00 zu verfügen. Per 
1. September 2014 waren die Mitarbeiter der G.________ GmbH bei der SUVA 
versichert (pag. 04 001 418), dies nachdem ein Mitarbeiter der SUVA die Anmel-
depapiere am 14. Oktober 2014 im Betrieb selber sichergestellt und die Firma 
rückwirkend per 1. September 2014 neu erfasst hatte (vgl. Strafanzeige der SUVA 

9

vom 7. April 2016 [nachfolgend Anzeige SUVA] Beilage 7a [pag. 04 001 425]), wo-
bei nunmehr von vier Angestellten [K.________, C.________, L.________ und 
dem Beschuldigten] sowie einer jährlichen Lohnsumme von CHF 250‘000.00 aus-
gegangen wurde und sich das Tätigkeitsfeld der G.________ GmbH zu 76% aus 
Gerüstbauarbeiten und zu 24% aus Büroarbeiten zusammensetzten sollte 
(vgl. Anzeige SUVA Beilage 8 [pag. 04 001 427 ff.]). 

Demnach und weil die Arbeitsverträge des Beschuldigten und von K.________ be-
reits seit dem 1. August 2014 (Beschuldigter) bzw. dem 1. Juli 2014 (K.________) 
liefen, ist weiter unbestritten, dass die G.________ GmbH vom 1. Juli bis 31. Au-
gust 2014 Arbeitsleistungen erbrachte, ohne über einen Unfallversicherungsschutz 
für ihre Angestellten zu verfügen. Dies stellt eine Widerhandlung gegen das UVG 
dar, wofür der Beschuldigte als faktischer Geschäftsführer von der Vorinstanz – wie 
bereits erwähnt – rechtskräftig zu einer Busse von CHF 500.00 verurteilt wurde. 
Unklar ist demgegenüber der Wert der in dieser Zeit erbrachten Arbeitsleistungen. 
Gemäss dem Erkenntnisbericht der M.________ GmbH vom 28. August 2015 
(nachfolgend: Bericht der M.________) soll in dieser Zeit ein Umsatz von 
CHF 248‘324.75 erzielt worden sein (pag. 14 001 361), was aus Sicht der Kammer 
bei einer Angestellten (K.________) im Juli 2014 und deren zwei (K.________ und 
Beschuldigter) im August 2014 allerdings unwahrscheinlich erscheint. 

Wiederum unbestritten ist jedoch, dass die G.________ GmbH der SUVA in der 
Zeit vom 14. Oktober 2014 bis am 15. Februar 2015 insgesamt fünf Unfälle von de-
ren total sieben Mitarbeitenden meldete (vgl. dazu die Zusammenstellung der Un-
fälle in der Anzeige SUVA auf pag. 04 001 005 f. Ziff. 2 sowie die entsprechenden 
Schadenmeldungen auf pag. 04 001 437, pag. 04 001 440, pag. 04 001 443, 
pag. 04 001 448 und pag. 04 001 449). Aufgrund dieser Häufung von Unfällen ver-
langte die SUVA von der G.________ GmbH mit Schreiben vom 26. Februar 2015 
eine ganze Anzahl von Unterlagen, wie insbesondere Arbeitsverträge, Lohnblätter 
und Lohnausweise von allen Mitabreitenden (vgl. Anzeige SUVA Beilage 22 
[pag. 04 001 007]). Die sodann getätigten Abklärungen der SUVA führten schliess-
lich dazu, dass sie die von ihr im Zusammenhang mit den Unfällen des Beschuldig-
ten und von C.________ erbrachten Leistungen zurückforderte, die betreffend den 
Unfall von K.________ erteilte Zusicherung von Taggeldzahlungen widerrief und 
die Erbringung von Versicherungsleistungen für L.________ und N.________ defi-
nitiv ablehnte (vgl. Anzeige SUVA pag. 04 001 008 sowie die Beilagen 28-42 
[pag. 04 001 523 ff.], pag. 14 001 048 und pag. 14 001 053).

Am 12. April 2016 wurde über die G.________ GmbH der Konkurs eröffnet. Am 
24. Mai 2016 wurde der Konkurs mangels Aktiven eingestellt (zum Ganze 
pag. 10 002 020; vgl. dort vorab ferner die Handelsregisterauszüge von weiteren in 
Konkurs gegangener Unternehmungen, an denen der Beschuldigte beteiligt war 
[pag. 10 002 015 ff.]).

12. Zum Vorwurf des Betrugs zum Nachteil der SUVA 

12.1 Die Anklage

Die Anklage zu diesem Punkt lautet wie folgt (vgl. Strafbefehl vom 29. Mai 2018 
Ziff. 1 [pag. 16 002 001 f.]):

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A.________ erlitt am 14. Oktober 2014 in O.________ einen Arbeitsunfall und versuchte daraufhin, 
die Mitarbeitenden der Suva Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) über die 
Dauer und das Ausmass der dabei zugezogenen Verletzung an der linken Schulter und den Grad der 
daraus resultierenden Auswirkung auf seine Arbeitsfähigkeit zu täuschen. Dies, indem A.________ 
wissentlich und willentlich durch unrichtige Angaben gegenüber Dr. med. E.________ (R.________ 
(Notfall) AG) und Dr. med.  F.________ die Ausstellung einer Bescheinigung für seine angebliche Ar-
beitsunfähigkeit zu 100% ab 15. Oktober 2014 bis 16. Dezember 2014 erwirkte, obwohl er in Wahrheit 
in genanntem Zeitraum seiner Arbeitsleistung zu mind. 50% nachgekommen war.

Auf Grundlage der erwähnten durch A.________ wissentlich und willentlich wahrheitswidrig erwirkten 
medizinischen Zeugnisse sowie dessen wahrheitswidrigen Angaben (u.a. Besprechung vom 16. Fe-
bruar 2015), berechnete die Suva — in irriger Vorstellung über Grad und Umfang der tatsächlich vor-
liegenden Arbeitsunfähigkeit — den Versicherungsanspruch auf Basis eines hundertprozentigen Er-
werbsausfalls und gewährte A.________ Taggelder (bzw. Prämienbefreiung) in der Höhe von 
CHF 10'401.75, wodurch sie sich im Umfang von mind. rund CHF 5'200.90 unmittelbar selbst am 
Vermögen schädigte. Dabei handelte A.________ in der Absicht, sich durch Versicherungsleistungen 
in genannter Höhe unrechtmässig zu bereichern. 

Die Überprüfung der falschen Angaben war für die Suva insbesondere aufgrund der von A.________ 
erwirkten ärztlichen Zeugnisse sowie aufgrund fehlender Buchhaltungsunterlagen und Arbeitsrapporte 
seitens der G.________ GmbH (nach Konkurs gelöscht seit 6. September 2016) bzw. dem undurch-
sichtigen Geschäftsgebaren von A.________ nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich resp. zu-
mutbar. Die Täuschung wurde letztlich nur deshalb aufgedeckt, weil innerhalb von vier Monaten sei-
tens der G.________ GmbH (gelöscht) bzw. A.________ insgesamt fünf Unfälle gemeldet wurden, 
die aufgrund bestehender Unklarheiten und Widersprüche die Suva schliesslich dazu veranlasste, ei-
ne umfangreiche Überprüfung der Versicherungsansprüche in Auftrag zu geben.

12.2 Das Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt den Anklagesachverhalt für erstellt. Sie ging davon aus, der 
Beschuldigte habe Dr. E.________ und Dr. F.________ getäuscht, indem er ihnen 
gegenüber vorgegeben habe, für die G.________ GmbH ausschliesslich als 
Gerüstbauer tätig zu sein und somit eine schwere körperliche Arbeit zu verrichten, 
obwohl er in Wahrheit der faktische Geschäftsführer dieser Unternehmung gewe-
sen sei und mithin (auch) eine administrative Tätigkeit ausgeübt habe, die er auch 
nach seinem Unfall zu mindestens 50% unverändert weitergeführt habe. Diese un-
wahren Angaben des Beschuldigten hätten zur Folge gehabt, dass ihm die Ärzte 
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hätten und dass die SUVA für den 
Beschuldigten – im Irrtum über den Grad seiner Arbeitsunfähigkeit – Taggeldleis-
tungen von total CHF 10‘401.75 ausbezahlt habe, obwohl der Beschuldigte nur die 
Hälfte davon zu Gute gehabt hätte, weil er tatsächlich nicht zu 100%, sondern «le-
diglich» zu 50% arbeitsunfähig gewesen sei. Insgesamt habe die SUVA dem Be-
schuldigten daher CHF 5‘200.90 zu viel ausgerichtet (zum Ganzen pag. 18 260 f.).  

12.3 Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung 

Der Verteidiger brachte namens und im Auftrag des Beschuldigten in der Beru-
fungsverhandlung gegen die Beweiswürdigung der Vorinstanz vor, diese sei fälsch-
licherweise zur Überzeugung gelangt, der Beschuldigte habe die Ärzte E.________ 
und F.________ sowie die SUVA über die Art seiner Arbeitstätigkeit und damit über 

11

den Grad seiner Arbeitsunfähigkeit getäuscht, um die Ausrichtung zu hoher, ihm im 
Umfang von 50% nicht zustehender Versicherungsleistungen zu erlangen. Der Be-
schuldigte habe – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – gegenüber 
Dr. E.________ und Dr. F.________ korrekterweise angegeben, für die 
G.________ GmbH zu 100% als Gerüstbauer zu arbeiten. Daraufhin hätten die 
beiden Ärzte zu Recht festgestellt, dass ein Gerüstbauer körperlich in der Lage 
sein müsse, auf Gerüste zu klettern und seien zum Schluss gekommen, dass der 
Beschuldigte dazu aufgrund seiner Verletzungen nicht im Stande sei, weshalb sie 
ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert und mithin nichts Falsches dekla-
riert hätten. Ärzte hätten keine Fragepflicht, weshalb Dr. E.________ und 
Dr. F.________ nicht verpflichtet gewesen seien, den Beschuldigten zu fragen, was 
für eine Funktion er im Betrieb habe und ob er beispielsweise andere Arbeiten als 
«Gerüstbau» ausführen könnte. Ferner habe die Vorinstanz verkannt, dass es 
höchst unwahrscheinlich sei, dass der Beschuldigte gleich zwei Ärzte über seinen 
Gesundheitszustand getäuscht haben soll, um eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
bescheinigt zu bekommen. Ärzte seien dazu verpflichtet, ihre Zeugnisse nach bes-
tem Wissen und Gewissen zu verfassen und keine Gefälligkeitszeugnisse auszu-
stellen. In casu habe schliesslich nicht einmal die SUVA die Echtheit der fraglichen 
Arztzeugnisse in Frage gestellt. Insgesamt seien die Arztzeugnisse von 
Dr. E.________ und Dr. F.________ daher objektiv und subjektiv wahr, weshalb 
die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegangen sei, der Beschuldigte habe die Ärz-
te und sodann die SUVA zwecks Erlangung ihm nicht zustehender Versicherungs-
leistungen über die Art seiner Tätigkeit und mithin über den Grad seiner Arbeitsun-
fähigkeit getäuscht (zum Ganzen pag. 19 320 f.). 

12.4 Unbestrittener Sachverhalt im Besonderen 

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte am 14. Oktober 2014 um 13.30 Uhr auf ei-
ner Baustelle in O.________ einen Arbeitsunfall erlitt und sich daraufhin in den 
R.________ (Notfall) begab. Dort wurde er von Dr. S.________ E.________ (nach-
folgend Dr. E.________) behandelt, der zuhanden der G.________ GmbH glei-
chentags ein ärztliches Zeugnis ausstellte, welches dem Beschuldigten eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit für den 15. bis 18. Oktober 2014 bescheinigte 
(pag. 14 001 186). Eine Woche später begab sich der Beschuldigte zu seinem 
Hausarzt Dr. T.________ F.________ (nachfolgend: Dr. F.________) in Behand-
lung, der ihm am 21. Oktober 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis am 
31. Oktober 2014 attestierte (pag. 14 001 187). Anschliessend füllte 
Dr. F.________ den Unfallschein UVG aus, worin er ab dem 22. Oktober 2014 sie-
ben Konsultationsdaten (den 16., 18. und 21. Oktober 2014 sowie den 7., 13., 22. 
und 29. November 2014) vermerkte und die jeweilige 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
des Beschuldigten bescheinigte (pag. 14 001 205). 

Mit der Schadenmeldung UVG meldete der Beschuldigte der SUVA am 6. Novem-
ber 2014 seinen Unfall und gab an, er sei «ausgerutscht und hebte sich mit dem 
linken Hand an dem Gerüsttreppengeländer und hat sich an dem Schulter verletzt 
und hate sehr grosse schmerzen an der schulter» (pag. 14 001 188). Weiter gab er 
in dieser Schadenmeldung UVG an, bei der G.________ GmbH seit dem 1. Au-
gust 2014 zu 100% als Gerüstbauer angestellt zu sein und dabei einen monatli-

12

chen Bruttolohn von CHF 6‘700.00 plus Zulagen von total CHF 1‘530.00 zu verdie-
nen. 

Am 3. Dezember 2014 stellte der erstbehandelnde Arzt des R.________ (Notfall), 
Dr. E.________, für den Beschuldigten ebenfalls ein Arztzeugnis UVG aus und be-
scheinigte dem Beschuldigten – entsprechend seinem ersten Zeugnis vom 14. Ok-
tober 2014 (vgl. pag. 14 001 186) – eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 
15. bis 18. Oktober 2014. Weiter vermerkte Dr. E.________, die Weiterbehandlung 
des Beschuldigten erfolge durch dessen Hausarzt Dr. F.________ (zum Ganzen 
pag. 14 001 209).   

Gestützt auf diese Angaben und Unterlagen richtete die SUVA Taggelder von 
CHF 10'401.75 an den Beschuldigten und Arzthonorare von CHF 812.75, total 
CHF 11‘213.90, aus (vgl. pag. 14 001 375). Dieser Gesamtbetrag blieb unange-
fochten, zumal der Beschuldigte die Rückzahlungsforderung der SUVA in dieser 
Höhe akzeptierte und keinen Rechtsvorschlag gegen die entsprechende Betrei-
bung erhob (pag. 14 001 379 ff.).

12.5 Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen zum Vorwurf des Betrugs

Bestritten und beweismässig zu klären sind im Zusammenhang mit dem Vorwurf 
des Betrugs folgende Fragen:

1. Täuschte der Beschuldigte die SUVA über die von ihm bei der 
G.________ GmbH ausgeübte Tätigkeit?

2. Befand sich die SUVA in einem Irrtum, als sie dem Beschuldigten für den von 
diesem gemeldeten Unfall vom 14. Oktober 2014 Versicherungsleistungen in 
der Höhe von CHF 10‘401.75 ausrichtete?

3. Entstand der SUVA dadurch ein Schaden und wenn ja, in welcher Höhe?

4. Was beabsichtigte der Beschuldigte mit diesem Vorgehen?

12.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

12.6.1 Zur Frage, ob der Beschuldigte die SUVA über die von ihm bei der G.________ 
GmbH ausgeübte Tätigkeit täuschte

Die Kammer hält vorab für erwiesen, dass der Beschuldigte die SUVA über die Art 
seiner Arbeitstätigkeit bei der G.________ GmbH und damit über den Grad seiner 
Arbeitsunfähigkeit täuschte, indem er gegenüber den beiden ihn behandelnden 
Ärzten Dr. E.________ und Dr. F.________ falsche Angaben zu seiner Tätigkeit 
machte und sich von ihnen gestützt darauf inhaltlich unwahre Arztzeugnisse erstel-
len liess, die er sodann der SUVA einreichte. Die Kammer stützt sich dabei auf fol-
gende Argumente: 

• Wie bereits erwähnt ist unbestritten, dass der Beschuldigte am 14. Oktober 2014 
um die Mittagszeit auf einer Baustelle in O.________ einen Arbeitsunfall erlitt und 
sich in der Folge in den R.________ (Notfall) in Bern begab, wo er Dr. E.________ 
mitteilte, er arbeite als Gerüstbauer und sei auf einem Gerüst gestürzt. Er habe 
sich mit der linken Hand zwar auffangen können, sich dabei aber den Schultergür-
tel links verdreht (pag. 18 189 Z. 229 ff. und pag. 14 001 209). Dr. E.________ dia-
gnostizierte eine Distorsion an Schulter/Becken links nach Auffangen eines Sturzes 

13

und hielt die Angaben des Beschuldigten mit den Unfallfolgen für vereinbar. Als 
Therapie wurde eine Analgesie und das Tragen einer Armschlinge verordnet und 
festgehalten, es solle eine Nachkontrolle durch den Hausarzt Dr. F.________ erfol-
gen (zum Ganzen pag. 14 001 209). Dr. E.________ attestierte dem Beschuldigten 
für die Zeit vom 15. bis 18. Oktober 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Für 
den 14. Oktober 2014 wurde die Arbeitsunfähigkeit auf 50% beziffert, weil der Be-
schuldigte an diesem Vormittag gemäss eigenen Angaben noch arbeiten konnte 
(zum Ganzen pag. 14 001 186 und pag. 14 001 209).

Auch der Hausarzt des Beschuldigten, Dr. F.________, schrieb ihn in der Folge zu 
100% arbeitsunfähig (u.a. pag. 14 001 187), weil der Beschuldigte auch ihm ge-
genüber kundtat, für die G.________ GmbH zu 100% als Gerüstbauer zu arbeiten 
(vgl. pag. 05 010 005 Z. 140 und Z. 156 ff.). 

• Diese Einschätzungen der Ärzte sind insoweit folgerichtig, als der Beschuldigte 
aufgrund der Verletzungen, die er am 14. Oktober 2014 erlitt, effektiv nicht mehr in 
der Funktion als Gerüstbauer auf einem Gerüst arbeiten konnte. Der Beschuldigte 
verschwieg gegenüber Dr. E.________ und Dr. F.________ aber, dass er nicht nur 
Gerüstbauer, sondern primär auch faktischer Geschäftsführer der 
G.________ GmbH war. Gegenüber der Staatsanwältin beschrieb der Beschuldigte 
seine Tätigkeit für die G.________ GmbH am 31. Januar 2017 folgendermassen 
(pag. 05 002 003 Z. 87 ff.): «Ich habe die Leute angestellt, habe die Arbeiten einge-
teilt, Programm gemacht, die Leute auf die Baustellen verteilt, einfach alles, was 
ein Chef so machen muss.». Diese Tätigkeit konnte der Beschuldigte auch nach 
dem Unfall ohne weiteres weiterführen, was er gemäss seinen Aussagen in dersel-
ben Einvernahme auch machte. Konkret erwähnte er, er habe (nach dem Unfall) 
zwar nicht mehr als Gerüstbauer selber tätig sein können, aber auf die Baustelle 
sei er gegangen, «um zu vermessen und [um] Instruktionen zu geben» 
(pag. 05 002 010 Z. 346 f). Nach Erlass des Strafbefehls bestätigte der Beschuldig-
te gegenüber der Staatsanwältin am 26. April 2018 erneut, er habe auf dem Gerüst 
gearbeitet und die G.________ GmbH geführt, «also beides» gemacht 
(pag. 05 002 020 Z. 102). Auf Frage, weshalb er in der Einvernahme vom 31. Ja-
nuar 2017 bei den Arbeiten, die er für die G.________ GmbH gemacht habe, den 
Gerüstbau nicht aufgezählt habe, meinte der Beschuldigte (pag. 05 002 020 
Z. 113 ff.):

Das läuft auch darunter. Ich habe die Leute angewiesen und selber auch gearbeitet. Ich hatte auch 
ein Team und habe mitgearbeitet. Ich mache die Arbeit in 2.5 Stunden, für die jemand anderes sonst 
einen Tag benötigt.

Auf Frage, wie gross der Anteil für «das, was ein Chef so macht», gewesen sei, 
führte der Beschuldigte aus (pag. 05 002 020 f. Z. 123 ff.): 

Ich denke etwa 50/50. Die Arbeiten, die ich am Samstag und Sonntag gemacht habe, habe ich nicht 
aufgeschrieben. Das Administrative habe ich selber gemacht, da kam nicht meine Mutter aus 
W.________ und hat es für mich gemacht.

Auf Frage, ob er die Arbeiten, die er in der letzten Einvernahme vom 31. Janu-
ar 2017 aufgezählt habe (Leute anstellen, Arbeiten einteilen, Programm machen, 
Leute auf Baustellen verteilen) mit seiner angeblichen Verletzung nach dem Unfall 

14

vom 14. Oktober 2014 noch habe wahrnehmen können, erklärte der Beschuldigte, 
er habe nicht mehr auf dem Gerüst arbeiten, «Erledigungen und so» aber «schon 
noch erledigen» können. Er sei die Kontaktperson für die Vergabe von Unterak-
kordarbeiten gewesen. Das sei gar nicht anders gegangen (pag. 05 002 021 
Z. 129 ff.). Die Frage, wieso er der SUVA [dennoch] gemeldet habe, zu 100% ar-
beitsunfähig zu sein, beantwortete der Beschuldigte wie folgt (pag. 05 002 021 
Z. 137 ff.):

Ich frage Sie, heisst das Arbeiten, wenn ich zu Hause liege und telefoniere? Arbeiten heisst für mich, 
auf dem Gerüst sein, deshalb habe ich 100% gesagt. Auf den Baustellen war ich nicht, aber ich habe 
telefoniert, weil nur ich hatte die Natelnummern meiner Arbeiter, diese habe ich den Auftraggebern 
nicht herausgegeben, weil so eine grosse Konkurrenz herrscht.

• In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte der Beschuldigte seine bishe-
rigen Aussagen generell und gab auf Frage, ob er ca. 50% der Arbeitszeit für das 
aufgewendet habe, was ein Chef so mache, an, er habe mit der verletzten Schulter 
nicht mehr auf dem Gerüst arbeiten, die Organisation des Personals aber machen 
können (pag. 18 188 Z. 204 ff.). Die darauffolgende Frage, warum er sich gegenü-
ber der SUVA dann zu 100% als arbeitsunfähig bezeichnet habe, beantwortete der 
Beschuldigte wie folgt (pag. 18 188 Z. 211 ff.): 

Also ich kann mich nicht gut erinnern. Zuerst habe ich den Unfall gemacht, dann wusste ich nicht was 
machen. Das Telefon hat ständig geklingelt. Ich war immer so ehrlich zu sagen, dass ich mit dem Te-
lefon organisiert habe. Ich denke nicht, dass man sagen kann, dass ich gearbeitet habe. Mit dem Te-
lefon konnte ich zeitlich lediglich 10-15% arbeiten.

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung relativierte der Beschuldigte seine zuvor 
bei der Staatsanwaltschaft gemachte Aussage zum Umfang seiner Geschäfts-
führertätigkeit also massiv. Nachdem er anfänglich nicht einmal erwähnt hatte, für 
die G.________ GmbH Gerüstbauarbeiten auszuführen, wuchs der Anteil dieser 
Arbeiten im Laufe des Verfahrens auf 85-90%. In der Berufungsverhandlung stellte 
sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, nach seinem Unfall nicht wie von der 
Vorinstanz angenommen zu 50% gearbeitet zu haben, sondern pro Tag nur 
ca. zweimal telefoniert zu haben und pro Woche einmal auf die Baustelle gegangen 
zu sein, um nachzuschauen (pag. 19 361 Z. 235 ff.). Auf Frage, wieviel Prozent die 
Tätigkeit, die er nach seinem Unfall ausgeführt habe, ungefähr ausgemacht habe, 
erklärte er weiter: «Ich würde mal sagen pro Woche ca. 4-5 Stunden. Dann wären 
das pro Monat ungefähr 20 Stunden – im Maximum.» (pag. 19 361 Z. 253 ff.). Die-
se Aussagen des Beschuldigten stimmen zwar mit denjenigen, die er vor der Vor-
instanz machte, überein. Jedoch divergieren sie seinen ersten Aussagen und ste-
hen zudem im Widerspruch zu den Darstellungen der übrigen befragten Personen. 
Der ehemalige Chauffeur des Beschuldigten, L.________ (vgl. pag. 05 004 003 
Z. 69 und Z. 84), gab auf Frage, ob der Beschuldigte selbst auch Gerüste auf- und 
abgebaut habe, nämlich an (pag. 05 004 004 Z. 113 ff.): «Nein, das hat er nicht. 
Manchmal etwas Kleines im Rahmen von Anweisungen, aber sonst eigentlich 
nichts.». Zudem konnten sich auch die Mitarbeiter C.________ und N.________ 
nicht daran erinnern, den Beschuldigten in ihrer Zeit als Angestellte der 
G.________ GmbH jemals auf dem Gerüst arbeiten gesehen zu haben 
(pag. 05 005 003 Z. 59 ff. bzw.  pag. 05 003 006 Z. 184 ff.). Für sie alle – 

15

L.________, C.________ und N.________ – verkörperte der Beschuldigte klar den 
Chef der G.________ GmbH. Sowohl C.________ als auch N.________ erklärten 
auf Frage, was die Rolle des Beschuldigten bei der G.________ GmbH gewesen 
sei: «Er war mein Chef […].» bzw. «Er war der Chef.» (pag. 05 003 003 Z. 77 ff. 
bzw. pag. 05 005 003 Z. 47 ff.). L.________ gab auf dieselbe Frage zudem an: «Er 
nahm die Aufträge entgegen, schaute sich Baustellen an, holte Offerten ein, holte 
und brachte Material, er war ein bisschen der Allrounder. Für mich war er der 
Chef.» (pag. 05 004 003 Z. 72 ff.). Dieses Bild, welches die Angestellten der 
G.________ GmbH über die Funktion des Beschuldigten im Unternehmen zeichne-
ten, wird schliesslich auch durch die Aussagen seiner (damaligen) Freundin, 
K.________, bestätigt, welche zu seiner Rolle im Geschäft erklärte, er habe alles 
geleitet, er sei der Chef gewesen (pag. 05 001 003 Z. 74 ff. und pag. 05 001 006 
Z. 165). 

Die Aussagen des Beschuldigten in der erst- und oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung, wonach seine administrativen Tätigkeiten nur 10-15% ausgemacht hätten, 
erweisen sich somit als nachträgliche Schutzbehauptungen. Insgesamt steht für die 
Kammer in Würdigung der voranstehenden Ausführungen fest, dass sich 
Dr. E.________ und Dr. F.________ bei der Verfassung ihrer Arztzeugnisse resp. 
der Bescheinigung der 100%-igen Arbeitsunfähigkeit über die Art der Tätigkeit des 
Beschuldigten bei der G.________ GmbH irrten. Sie wussten nicht, dass der Be-
schuldigte der faktische Geschäftsführer der G.________ GmbH war und im Rah-
men dieser Geschäftsführungstätigkeit zu mindestens 50% (auch) administrative 
Arbeiten ausführte, insbesondere zumal seine Freundin, welche gemäss Handels-
register die eigentliche Geschäftsführerin der G.________ GmbH war, 14 Tage 
nach dem Beschuldigten ebenfalls einen Arbeitsunfall erlitt und in der Folge ar-
beitsunfähig war. 

Am 6. November 2014 meldete der Beschuldigte seinen Arbeitsunfall schliesslich 
der SUVA und machte damit Taggeldansprüche geltend (pag. 05 002 018 Z. 29 ff.). 
Die SUVA ihrerseits benötigte zur Prüfung des vom Beschuldigten gemeldeten Un-
falls die Arztzeugnisse der behandelnden Ärzte und forderte den R.________ (Not-
fall) (pag. 14 001 192) und Dr. F.________ daher auf, ihr die Unfallscheine (Arzt-
zeugnisse UVG) einzureichen, was dann auch geschah (pag. 14 001 198, 
pag. 14 001 202 und pag. 14 002 209). Damit gaben die beiden Ärzte ihren Irrtum 
über die Art der Tätigkeit des Beschuldigten bei der G.________ GmbH und mithin 
über den Grad seiner Arbeitsunfähigkeit an die SUVA weiter, wodurch die SUVA 
über den wahren Sachverhalt – die Tatsache, dass der Beschuldigte noch zu 50% 
arbeiten konnte und dies auch tat – getäuscht wurde.

12.6.2 Zur Frage, ob sich die SUVA aufgrund der Täuschung des Beschuldigten in einem 
Irrtum über ihre Zahlungspflicht befand, als sie ihm resp. der G.________ GmbH 
für den Unfall vom 14. Oktober 2014 Versicherungsleistungen ausrichtete

Auch diese Frage ist aus Sicht der Kammer zu bejahen:

Der SUVA lagen insgesamt vier Arztzeugnisse – zwei von Dr. E.________ vom 
14. Oktober 2014 (pag. 14 001 186) und vom 3. Dezember 2014 (pag. 14 001 209) 
und zwei von Dr. F.________ vom 21. Oktober 2014 (pag. 14 001 187) und vom 

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29. November 2014 (vgl. pag. 14 001 205) – über den Beschuldigten vor, die ihm 
allesamt eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bescheinigten. Ausserdem gab der Be-
schuldigte der SUVA in seiner Schadenmeldung UVG am 6. November 2014 
(wahrheitswidrig) an, er arbeite bei der G.________ GmbH zu 100% als Gerüst-
bauer (pag. 14 001 188). Diese hatte sich vor dem Unfall per 1. September 2014 
der Versicherungspflicht unterstellt, weshalb der angestellte Beschuldigte von der 
SUVA für Arbeitsunfälle versichert war (vgl. pag. 04 001 418 f. und 
pag. 04 001 424). Damit wurde die SUVA durch den Beschuldigten über die Art 
seiner Arbeitstätigkeit und damit über den Grad seiner Arbeitsunfähigkeit sowie den 
umfangsmässigen Anspruch auf Versicherungsleistungen getäuscht. Konkret ging 
die SUVA aufgrund der Arztzeugnisse fälschlicherweise davon aus, der Beschul-
digte arbeite zu 100% als Gerüstbauer und sei daher wegen des Unfalls zu 100% 
arbeitsunfähig, womit sie sich im Ergebnis über den Umfang ihrer Zahlungspflicht 
irrte. 

12.6.3 Zur Frage, ob der SUVA dadurch einen Schaden entstand und wenn ja, in welcher 
Höhe

Aufgrund des hiervor erwähnten Irrtums der SUVA richtete diese der 
G.________ GmbH Versicherungsleistungen für den Beschuldigten und den Ärzten 
Honorar für ihre Leistungen aus. Diese Versicherungsleistungen waren jedoch nur 
zur Hälfte geschuldet, weil der Beschuldigte – wie hiervor dargetan – zu mindes-
tens 50% arbeitsfähig war und auch mindestens in diesem Umfang administrative 
Tätigkeiten für die G.________ GmbH ausführte. Die SUVA hätte mithin – entspre-
chend einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit – lediglich 50% der Taggelder geschuldet, 
womit sie sich durch die Zahlung der vollen Taggelder an ihrem Vermögen schä-
digte. 

Am 26. November 2014 richtete die SUVA der G.________ GmbH für den Be-
schuldigten für die Periode vom 17. Oktober 2014 bis 13. November 2014 
CHF 6‘536.90 (28 x ein volles Taggeld à CHF 231.15) aus (pag. 14 001 204). Wei-
tere Versicherungsleistungen verrechnete sie offenbar mit eigenen Prämienan-
sprüchen. Mit Verfügung vom 3. September 2015 forderte die SUVA vom Beschul-
digten CHF 10‘401.75 für Taggeldleistungen und CHF 812.15 für Heilungskosten 
zurück (pag. 14 001 374), wobei letztere geschuldet waren, die Hälfte der Taggel-
der dahingegen aber nicht. Der Beschuldigte focht diese Rückforderungsverfügung 
der SUVA wie bereits erwähnt nicht an, weshalb sie in Rechtskraft erwuchs. 

Zusammengefasst beträgt der Vermögensschaden der SUVA somit 50% von 
CHF 10‘401.75 (= bezahlte Taggeldleistungen), mithin CHF 5‘200.90. 

12.6.4 Zur Frage, was der Beschuldigte mit seinem Vorgehen beabsichtigte

Der Beschuldigte zielte mit seinem Vorgehen zweifellos darauf ab, dass ihm die 
SUVA Taggelder ausrichtete, auf die er in diesem Umfang keinen Anspruch hatte. 
Er beabsichtigte mit anderen Worten, sich und/oder die faktisch von ihm geführte 
G.________ GmbH ohne Rechtsgrund zu bereichern.

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12.7 Beweisfazit / Rechtserheblicher Sachverhalt 

Der Beschuldigte erlitt am 14. Oktober 2014 auf einer Baustelle in O.________ ei-
nen Unfall und begab sich daraufhin in ärztliche Behandlung. Im R.________ (Not-
fall) gab er gegenüber Dr. E.________ an, (nur) als Gerüstbauer zu arbeiten und 
verschwieg damit, dass er als faktischer Geschäftsführer der G.________ GmbH 
im Umfang von 50% auch leitend und administrativ tätig war und diese Tätigkeiten 
auch nach seinem Unfall weiterführte. Dasselbe erwähnte er später gegenüber sei-
nem Hausarzt Dr. F.________. Die Ärzte E.________ und F.________ wurden 
durch diese Angaben des Beschuldigten dazu bewogen, ihm eine 100%-ige Ar-
beitsunfähigkeit zu bescheinigen. Am 6. November 2014 meldete der Beschuldigte 
seinen Unfall der SUVA und hielt im entsprechenden Formular fest, er arbeite für 
die G.________ GmbH zu 100% als Gerüstbauer und sei aufgrund seines Unfalls 
vom 14. Oktober 2014 in diesem Umfang arbeitsunfähig. Die SUVA musste sich 
bei der anschliessenden Berechnung der dem Beschuldigten zustehenden Versi-
cherungsleistungen an die erwähnten Arztzeugnisse halten, wodurch auch sie über 
das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit des Beschuldigten getäuscht wurde. Ausge-
hend von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit entrichtete sie der 
G.________ GmbH für den Beschuldigten in der Folge Taggelder von insgesamt 
CHF 10‘401.75, obwohl der Beschuldigte nur auf die Hälfte davon Anspruch hatte. 
Die SUVA bezahlte somit CHF 5‘200.90 zu viel und schädigte sich dadurch in die-
sem Umfang am Vermögen. 

12.8 Rechtliche Würdigung

12.8.1 Ergebnis der Vorinstanz und Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung 

Die Vorinstanz kam zum Schluss, der Beschuldigte habe die SUVA durch die Ein-
reichung inhaltlich falscher Arztzeugnisse (Falschurkunden) über den Grad seiner 
Arbeitsunfähigkeit und damit über die Höhe seines Taggeldanspruchs bewusst arg-
listig getäuscht und sie dazu bewogen, ihm aufgrund dieses Irrtums zu hohe Tag-
gelder auszubezahlen und sich dadurch selber am Vermögen zu schädigen. Damit 
habe der Beschuldigte den objektiven und subjektiven Tatbestand des Betrugs er-
füllt (zum Ganzen pag. 18 274 f.). 

Der Verteidiger wandte für den Beschuldigten in der Berufungsverhandlung dage-
gen ein, die vom Beschuldigten der SUVA eingereichten Arztzeugnissen seien in-
haltlich wahr, weshalb von einem wissentlichen und willentlichen Vorspiegeln fal-
scher Tatsachen zwecks Erlangung zu hoher resp. nicht geschuldeter Taggelder 
keine Rede sein könne. Es mangle offensichtlich an einer arglistigen Täuschung 
des Beschuldigten, weshalb der objektive Tatbestand des Betrugs nicht erfüllt und 
der Beschuldigte von diesem Vorwurf freizusprechen sei. Sollte die Kammer aller-
dings zum Schluss gelangen, der objektive und subjektive Tatbestand seien erfüllt, 
dann dürfte maximal von einer Arbeitsfähigkeit des Beschuldigten von 10-15% und 
somit von einem Deliktsbetrag von höchstens CHF 1‘000.00 ausgegangen werden 
(vgl. zum Ganzen pag. 19 321 f.).

12.8.2 Theoretische Grundlagen 

Des Betrugs macht sich nach Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig, wer in der Absicht, 
sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiege-

18

lung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum 
arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch die-
ser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.

Betreffend die theoretischen Grundlagen zu diesem Tatbestand wird vorab auf die 
korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (S. 36 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 18 265 ff.). Ergänzend hält die Kammer Folgendes fest:

Betrügerisches Verhalten ist strafrechtlich erst relevant, wenn der Täter mit einer 
gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit täuscht und mithin arglistig handelt. 
Arglist wird allerdings bereits bei einfachen falschen Angaben bejaht, wenn deren 
Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, 
und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach 
den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben auf Grund 
eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_767/2019 vom 7. April 2020 E. 4.3.1 mit Verweis auf BGE 142 IV 153 
E. 2.2.2; BGE 135 IV 76 E. 5.2; 143 IV 302 E. 1.3.1).

Mit dem Tatbestandsmerkmal der Arglist verleiht das Gesetz dem Gesichtspunkt 
der Opfermitverantwortung wesentliche Bedeutung. Hätte der Getäuschte den Irr-
tum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit vermeiden können, dann scheidet 
Arglist aus. Im Rahmen der Klärung dieser Frage sind die jeweilige Lage und 
Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall zu berücksichtigen. So ist einer-
seits insbesondere auf geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder 
Krankheit beeinträchtigte Opfer Rücksicht zu nehmen, wie auch auf solche, die sich 
in einem Abhängigkeits- und/oder Unterordnungsverhältnis sowie in einer Notlage 
befinden und deshalb kaum imstande sind, dem Täter zu misstrauen. Andererseits 
ist besonderen Fachkenntnissen und der Geschäftserfahrung des Opfers Rech-
nung zu tragen. Indes erfordert die Erfüllung des Tatbestands auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Opfermitverantwortung nicht, dass das Täuschungsopfer die 
grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft. Arglist 
scheidet nur aus, wenn das Opfer die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen 
nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht schon bei je-
der Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern einzig bei dessen Leichtfertigkeit. Die 
zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverantwor-
tung ist gemäss Bundesgericht schliesslich nur in Ausnahmefällen zu bejahen (statt 
vieler Urteil des Bundesgerichts 6B_767/2019 vom 7. April 2020 E. 4.3.1 mit Ver-
weis auf BGE 142 IV 153 E. 2.2.2).

Im Zusammenhang mit der Ausrichtung von Versicherungsleistungen bejaht das 
Bundesgericht besondere täuschende Machenschaften, wenn dem Gutachter bei 
der Exploration in einer eigentlichen Inszenierung Schmerzen und Beeinträchtigun-
gen vorgespielt werden, die zumindest im vorgegebenen Ausmass nicht vorhanden 
sind. So wurde Arglist im Zusammenhang mit einem geltend gemachten Schleu-
dertrauma etwa wiederholt mit der Begründung bejaht, der Betroffene habe 
tatsächlich nicht bestehende Beschwerden vorgetäuscht (zum Ganzen Urteile des 
Bundesgerichts 6B_1234/2018 vom 22. März 2019 E. 3.3; 6B_1219/2017 vom 
4. Juni 2018 E. 2.2; 6B_107/2016 vom 3. Februar 2017 E. 6.2.1; 6B_1029/2013 
vom 24. Februar 2014 E. 2.4; je mit Hinweisen). Weiter wird Arglist vom Bundesge-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Rente%2BGesundheitszustand%2BArglist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-IV-76%3Ade&number_of_ranks=0#page76

19

richt in Fällen bejaht, in denen die Exploranden die Ärzte über das Ausmass ihrer 
Beschwerden und somit über den Umfang ihrer Einschränkung in der Arbeitsfähig-
keit sowie über ihre privaten und geschäftlichen Tätigkeiten täuschten resp. einen 
wesentlichen Teil ihrer (privaten und geschäftlichen) Aktivitäten verheimlichten. 
Das Bundesgericht hält diesbezüglich fest, wenn Ärzte im Rahmen der Sozialversi-
cherungen die zumutbare Arbeitsfähigkeit einer Person feststellen müssten, dann 
hätten sie die Aufgabe, den Gesundheitszustand der versicherten Person zu beur-
teilen und Stellung dazu zu nehmen, in welchem Umfang sowie bezüglich welcher 
Tätigkeiten sie arbeitsunfähig sei (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 
6B_1234/2018 vom 22. März 2019 E. 3.3 mit Verweis auf BGE 132 V 93 E. 4; prä-
zisiert in BGE 140 V 193 E. 3.2). Bei organisch nicht nachweisbaren pathologi-
schen Befunden seien die Ärzte für die Diagnosestellung in hohem Masse auf die 
Befragung des Patienten zu seinen Beschwerden und Einschränkungen bzw. auf 
dessen Schilderungen angewiesen, deren Überprüfung häufig nicht möglich oder 
jedenfalls mit einem unzumutbaren Aufwand verbunden sei (Urteile des Bundesge-
richts 6B_1234/2018 vom 22. März 2019 E. 3.5; 6B_1219/2017 vom 4. Juni 2018 
E. 3.3; 6B_1168/2016 vom 17. März 2017; 6B_107/2016 vom 3. Februar 2017 
E. 6.3; 4B_46/2010 vom 19. April 2010 E. 4.3 6B_188/2007 vom 15. August 2007 
E. 6.4). 

Sozialversicherungen sind gemäss Bundesgericht ferner nur dann zu einer nähe-
ren Überprüfung der Angaben der versicherten Person verpflichtet, wenn sich aus 
den eingereichten Unterlagen und vorhandenen Akten Anhaltspunkte ergeben, wo-
nach diese unzutreffend wären (Urteil des Bundesgerichts 6B_1234/2018 vom 
22. März 2019 E. 3.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_1222/2016 vom 5. April 2017 
E. 6.2.3 mit Hinweis). Arglist wurde daher auch angenommen, wenn die vorgege-
benen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Ärzte und die Sozialversiche-
rungsanstalt nicht ohne weiteres durchschaubar war (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1029/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4). 

12.8.3 Subsumtion

Die Vorinstanz erwog dazu Folgendes (S. 45 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 18 274):

Beweiswürdigend ist das Gericht zum Schluss gekommen, dass A.________ die SUVA über den 
Grad seiner Arbeitsunfähigkeit und damit letztlich über die Höhe seines Anspruchs auf Taggelder be-
wusst täuschte. Er konnte zwischen dem 15.10.2014 und dem 16.12.2014 zumindest 50% arbeiten 
und tat das auch. Es stellt sich die Frage, ob diese Täuschung auch arglistig war. Dies ist zu bejahen: 
Aufgrund der eingereichten Arztzeugnisse und der Angaben aus dem Handelsregister war für die Mit-
arbeitenden der SUVA nicht erkennbar, dass A.________ nicht zu 100% als Gerüstbauer, sondern zu 
mindestens 50% als Geschäftsführer tätig war. Bei den vielen Unfallmeldungen, welche die SUVA je-
des Jahr erhält, muss sie sich primär auf schlüssige Arztzeugnisse und die schriftlichen Angaben der 
Verunfallten verlassen können und die Angaben waren nicht oder nur mit besonderer Mühe zu über-
prüfen. Vorliegend kam die SUVA ihren Pflichten überaus gründlich nach. Sie hatte mit X.________ 
einen engagierten Aussendienstmitarbeiter, welcher den persönlichen Kontakt zu den Verunfallten 
suchte, dem dann auch die verschiedenen sich häufenden Unfallmeldungen auffielen und der die 
richtigen Fragen stellte und die richtigen Schlüsse zog. Der Unfall von A.________ war der erste, der 
von der G.________ gemeldet wurde, damals gab es also noch keinen Grund, von Anfang an miss-

20

trauisch zu sein, die SUVA durfte sich folglich, ohne sich Leichtsinnigkeit vorwerfen lassen zu müs-
sen, auf die ihr gemachten Angaben des Verunfallten und der Ärzte verlassen. Zusammenfassend er-
achtet das Gericht folglich die Arglistigkeit als gegeben. 

Dass sich die SUVA wegen der arglistigen Täuschung irrte und sich aufgrund dieses Irrtums selbst im 
genannten Mass am Vermögen schädigte, bedarf keiner näheren Ausführungen. Auch erachtet das 
Gericht den subjektiven Tatbestand gestützt auf das bei der Beweiswürdigung Ausgeführte als gege-
ben.

Grundsätzlich war der Betrug mit der letzten Handlung, mit der sich die SUVA selbst am Vermögen 
schädigte, vollendet. Zu welchem Zeitpunkt die SUVA die Verrechnung mit den ausstehenden Prämi-
en des Beschuldigten vornahm, ist nicht bekannt. Gemäss Anklageschrift erstreckt sich die Deliktszeit 
bis zu dem Tag, an dem die SUVA verfügte, dass sie ihren Entscheid in Revision ziehe, also bis am 
03.09.2015. Dieser Zeitpunkt erscheint unter den gegebenen Umständen als sachgerecht. 

Daher ist A.________ schuldig zu erklären des Betrugs, begangen zwischen dem 14.10.2014 und 
dem 03.09.2015 in Bern zum Nachteil der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) im De-
liktsbetrag von CHF 5‘200.90.

Die Kammer schliesst sich dieser überzeugenden Subsumtion der Vorinstanz voll-
umfänglich an. 

Zusammengefasst kann damit festgehalten werden, dass der Beschuldigte die 
SUVA entgegen der Auffassung seines Verteidigers arglistig täuschte. Er bediente 
sich hierfür zwar keinen besonderen betrügerischen Machenschaften, spielte er der 
SUVA und den Ärzten doch nicht in einer eigentlichen Inszenierung Schmerzen 
und Beeinträchtigungen vor. Jedoch täuschte er die Ärzte und die SUVA über seine 
eigentliche Arbeitstätigkeit und damit über den Umfang der Einschränkung in der 
Arbeitsfähigkeit, indem er vorgab, zu 100% als Gerüstbauer zu arbeiten, obwohl er 
in Wahrheit der faktische Geschäftsführer der G.________ GmbH war und somit 
grösstenteils eine Bürotätigkeit – mithin keine schwere körperliche Arbeit – ausführ-
te. Die Angaben des Beschuldigten betreffend seine Arbeitstätigkeit waren für die 
SUVA (und die Ärzte) nicht oder jedenfalls nur mit einem unzumutbaren Aufwand 
überprüfbar. Aus dem Handelsregisterauszug ging der Beschuldigte beispielsweise 
nicht als Geschäftsführer der Firma hervor. Sodann war die SUVA im Zeitpunkt der 
Unfallmeldung des Beschuldigten nicht zu einer näheren Überprüfung seiner An-
gaben verpflichtet, weil sich weder aus den eingereichten Unterlagen noch aus den 
in diesem Zeitpunkt vorhandenen Akten Anhaltspunkte ergaben, dass die Angaben 
des Beschuldigten unzutreffend wären. Der Unfall des Beschuldigten war – wie die 
Vorinstanz zutreffend erwog – der erste, welcher der SUVA von der 
G.________ GmbH gemeldet wurde. Als sich die Unfallmeldungen der 
G.________ GmbH häuften (innert rund vier Monaten wurden fünf Unfälle gemel-
det [pag. 04 001 005 ff.]), kamen der SUVA Zweifel über die Richtigkeit der Anga-
ben auf, worauf sie sofort aktiv wurde. Konkret verlangte sie von der 
G.________ GmbH beispielsweise diverse Unterlagen ein, setzte einen Aussen-
dienstmitarbeiter ein, der den persönlichen Kontakt zu den Verunfallten – insbe-
sondere dem Beschuldigten – suchte, führte Gespräche mit dem Beschuldigten 
und dessen Freundin K.________, liess sich immer wieder mit aktuellen Arztzeug-
nissen bedienen und gab schliesslich eine Buchprüfung in Auftrag. Der SUVA kann 

21

daher keine Leichtfertigkeit unterstellt werden. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit 
des täuschenden Beschuldigten führende Opfermitverantwortung ist nur in Aus-
nahmefällen zu bejahen und ein solcher liegt in casu nicht vor. Die Täuschung des 
Beschuldigten erweist sich somit als arglistig. 

Die übrigen objektiven Tatbestandsmerkmale (Irrtum; Vermögensverfügung; Ver-
mögensschaden; Motivations- und Kausalzusammenhang) sind offensichtlich erfüllt 
und bedürfen keiner weiteren Ausführungen. Die SUVA wurde durch die arglistige 
Täuschung des Beschuldigten in einen Irrtum versetzt und ging bei der Bemessung 
seiner Taggelder insbesondere gestützt auf die unwahren Arztzeugnisse (vgl. dazu 
Erwägung 13.5.1 unten) irrigerweise von einer 100%-igen (anstatt von einer 50%-
igen) Arbeitsunfähigkeit des Beschuldigten aus. Entsprechend richtete sie ihm in 
der Folge zu hohe – ihm nicht zustehende – Taggelder aus. Zwischen der arglisti-
gen Täuschung und dem Irrtum besteht somit ein Motivationszusammenhang. Die 
Auszahlung der zu hohen Taggelder war zudem kausal für den Vermögensscha-
den, den sich die SUVA dadurch gewissermassen selbst zufügte. Der Beschuldigte 
handelte schliesslich direktvorsätzlich und mit unrechtmässiger Bereicherungsab-
sicht, womit auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist.

Es sind weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich.

12.8.4 Fazit

Der Beschuldigte hat sich somit wegen Betrugs, begangen zwischen dem 14. Ok-
tober 2014 und dem 3. September 2015 in Bern zum Nachteil der SUVA, schuldig 
gemacht.

13. Zum Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung

13.1 Die Anklage

In Ziffer 2 des Strafbefehls vom 29. Mai 2018 wird dem Beschuldigten Folgendes 
vorgeworfen (pag. 16 002 002):

A.________ erwirkte durch wahrheitswidrige Angaben bezüglich seinen aus dem Unfall vom 14. No-
vember 2014 resultierenden Schmerzen und gesundheitlicher Beeinträchtigung die Ausstellung des 
ärztlichen Zeugnisses vom 14. Oktober 2014 und des Arztzeugnisses UVG vom 3. Dezember 2014 
durch Dr. med. S.________ E.________ (R.________ (Notfall) AG) sowie des ärztlichen Zeugnisses 
vom 21. Oktober 2014 und des Unfallscheins UVG vom 22. Oktober 2014 (letztmals visiert am 
29. November 2014) durch Dr. med. T.________ F.________. Dies, obwohl er vom 15. Novem-
ber 2014 bis am 16. Dezember 2014 seiner Arbeitstätigkeit zu mind. 50% nachkam und somit keine 
Beeinträchtigung seines Gesundheitszustandes vorlag, die ihn zu 100% an der Erfüllung seiner Ar-
beitsleistung als Geschäftsführer der G.________ GmbH (gelöscht) eingeschränkt hätte.

A.________ liess sich wissentlich und willentlich eine Urkunde ausstellen, von der er wusste, dass sie 
inhaltlich unwahr (Arbeitsunfähigkeit von 100% statt 50%) und durch ihre Verwendung geeignet und 
bestimmt war, die Suva dazu zu veranlassen, ihm entsprechend der ärztlichen Bescheinigung Versi-
cherungsleistungen für einen Erwerbsausfall von 100% anstatt von 50% auszubezahlen, mit dem Ziel, 
sich in diesem Umfang einen unrechtmässigen Vermögensvorteil zu verschaffen, auf den er keinen 
Anspruch hatte.

22

13.2 Das Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt den angeklagten Sachverhalt für beweismässig erstellt und er-
wog, der Beschuldigte habe Dr. E.________ und Dr. F.________ über die Art sei-
ner Arbeitstätigkeit getäuscht. Dies habe direkte Auswirkungen auf den Grad seiner 
Arbeitsunfähigkeit gehabt, weshalb das Zeugnis vom 14. Oktober 2014 und das 
Arztzeugnis UVG vom 3. Dezember 2014 von Dr. E.________ sowie das Zeugnis 
vom 21. Oktober 2014 und den Unfallschein UVG, zuletzt visiert am 29. Novem-
ber 2014, von Dr. F.________ inhaltlich unwahr seien. Wenn die Ärzte gewusst 
hätten, dass der Beschuldigte zu mindestens 50% Bürotätigkeiten wahrnahm, dann 
hätten sie weder die Arztzeugnisse noch den Unfallschein so ausgestellt. Schliess-
lich bestünden keine Zweifel, dass der Beschuldigte gewusst habe, dass die Arzt-
zeugnisse und der Unfallschein geeignet und bestimmt gewesen seien, die SUVA 
dazu zu veranlassen, ihm entsprechend der ärztlichen Bescheinigung Taggelder 
für eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit auszurichten (zum Ganzen pag. 18 261).

13.3 Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung 

Der Verteidiger machte für den Beschuldigten in den obersintanzlichen Hauptver-
handlung bezüglich der vorinstanzlichen Beweiswürdigung geltend, die vier umstrit-
tenen Arztzeugnisse von Dr. E.________ und Dr. F.________ seien inhaltlich wahr, 
weil der Beschuldigte aufgrund seines Unfalls als Gerüstbauer zu 100% arbeitsun-
fähig gewesen sei. Er habe gegenüber den beiden Ärzten keine falschen Angaben 
gemacht und diese hätten somit nichts Falsches deklariert, indem sie ihm eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten. Weil es sich bei den fraglichen Arzt-
zeugnissen damit nicht um Falsifikate handle, sei der Beschuldigte von der An-
schuldigung der Urkundenfälschung freizusprechen (zum Ganzen pag. 19 320). 
Ergänzend sei an dieser Stelle auf die Ausführungen im Rahmen der Beweiswürdi-
gung zum Vorwurf des Betrugs – unter Erwägung 12.3 oben – verwiesen, wo die 
nähere Begründung des Verteidigers, weshalb es sich bei den Arztzeugnissen um 
inhaltlich wahre Dokumente handle, bereits zusammengefasst dargetan wurde.

13.4 Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen zum Vorwurf der Urkundenfälschung

Bestritten und in der nachfolgenden Beweiswürdigung zu beantworten sind folgen-
de Fragen:

1. Sind die im Strafbefehl vom 29. Mai 2018 erwähnten vier Arztzeugnisse inhalt-
lich unwahr?

2. Was beabsichtigte der Beschuldigte mit seinem Vorgehen?

13.5 Beweiswürdigung durch die Kammer

13.5.1 Zur Frage, ob die im Strafbefehl vom 29. Mai 2018 erwähnten vier Arztzeugnisse 
inhaltlich unwahr sind

Diese Frage ist nach den voranstehenden Ausführungen unter Erwägung 12 
(insb. die Erwägungen 12.6.1, 12.6.2 und 12.7) ohne weiteres zu bejahen. Der Be-
schuldigte gab den behandelnden Ärzten Dr. E.________ und Dr. F.________ 
nach seinem Unfall vom 14. Oktober 2014 wahrheitswidrig an, er arbeite für die 
G.________ GmbH ausschliesslich als Gerüstbauer, obwohl er für diese – als fak-

23

tischer Geschäftsführer – in Wahrheit mindestens zu einem Beschäftigungsgrad 
von 50% Geschäftsführungstätigkeiten ausführte und diese Arbeiten auch nach 
seinem Unfall unverändert weiterführte. 

13.5.2 Zur Frage, was der Beschuldigte mit seinem Vorgehen beabsichtigte

Der Beschuldigte beabsichtigte mit dem geschilderten Vorgehen, von 
Dr. E.________ und Dr. F.________ Arztzeugnisse zu erlangen, die ihm (wahr-
heitswidrig) eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigten und gestützt auf die 
ihm die SUVA sodann die vollen Taggelder ausrichteten sollte, obwohl er nur An-
spruch auf deren Hälfte hatte. 

13.6 Beweisfazit / Rechtserheblicher Sachverhalt

Der Beschuldigte täuschte Dr. E.________ und Dr. F.________ über die Art seiner 
Arbeitstätigkeit, was direkte Auswirkungen auf den Grad seiner Arbeitsunfähigkeit 
hatte und dazu führte, dass ihm die Ärzte eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attes-
tierten. Hätten die Ärzte gewusst, dass der Beschuldigte zu 50% Geschäftsführer-
tätigkeiten wahrnahm, die nicht Anwesenheiten auf einem Gerüst erforderten, hät-
ten sie diese Arztzeugnisse nicht ausgestellt und dem Beschuldigten keine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Dies war dem Beschuldigten klar. Zudem wuss-
te er, dass die Arztzeugnisse geeignet waren, die SUVA dazu zu veranlassen, ihm 
gestützt darauf die vollen (anstatt «nur» die ihm eigentlich zustehenden «halben») 
Taggelder auszurichten.

13.7 Rechtliche Würdigung

13.7.1 Ergebnis der Vorinstanz und Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung 

Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, der Beschuldigte habe die Ärzte durch Täu-
schung über die Art seiner Arbeitstätigkeit dazu gebracht, ihn zu 100% arbeitsun-
fähig zu schreiben, obwohl er objektiv gesehen mindestens 50% hätte arbeiten 
können. Die vier fraglichen Arztzeugnisse würden mithin zwar echte, aber inhaltlich 
unwahre Urkunden darstellen. Der objektive Tatbestand der Falschbeurkundung – 
in Form des Beurkundenlassens – sei folglich erfüllt. Weiter sei auch der subjektive 
Tatbestand gegeben. Der Beschuldigte habe den Grad seiner Arbeitsunfähigkeit 
wissentlich und willentlich falsch beurkunden lassen und immerhin im Sinne einer 
Parallelwertung in der Laiensphäre gewusst, dass Arztzeugnisse Urkunden seien. 
Er habe diese der SUVA eingereicht, um höhere Taggelder zu erhalten, folglich um 
sich einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen (zum Ganzen S. 46 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 18 275). 

Der Verteidiger stellte sich für den Beschuldigten in der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung wie bereits erwähnt auf den Standpunkt, bei den fraglichen Arztzeug-
nissen handle es sich um echte Urkunden (pag. 19 321). 

13.7.2 Theoretische Grundlagen

Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich der Urkundenfälschung schuldig, wer in 
der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu schädigen oder 
sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine Ur-
kunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen 

24

eines anderen zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder eine rechtlich 
erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt, bzw. eine Urkun-
de dieser Art zur Täuschung gebraucht. 

Betreffend die theoretischen Grundlagen dieses Tatbestands wird vorab integral 
auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (S. 39 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 18 268 f.).

Teilweise ergänzend und zusammenfassend ist festzuhalten, dass Art. 251 
Ziff. 1 StGB als Tathandlungen die Urkundenfälschung im engeren Sinne (Herstel-
lung einer unechten Urkunde) und die Falschbeurkundung (Errichtung einer ech-
ten, aber inhaltlich unwahren Urkunde) erfasst. In casu kommt als Tathandlung 
einzig die Falschbeurkundung in Frage, d.h. das unrichtige Beurkunden einer recht-
lich erheblichen Tatsache bzw. das Errichten einer echten Urkunde, bei welcher 
der wirkliche und der in der Urkunde enthaltene Sachverhalt nicht übereinstimmen 
(zum Ganzen statt vieler BGE 142 IV 119 E. 2.1). Bei der Falschbeurkundung wird 
ein engerer Urkundenbegriff verwendet als bei der Urkundenfälschung im engeren 
Sinn. Es werden mithin höhere Anforderungen an die Beweiseignung und Beweis-
bestimmung gestellt und Art. 251 StGB sollte restriktiv angewendet werden. Bei der 
Falschbeurkundung muss die Schrift bestimmt und geeignet sein, «gerade die er-
logene Tatsache aufzunehmen und festzustellen, sie also zu beweisen» (zum 
Ganzen Praxiskommentar, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 3. A. 2018 [nachfol-
gend: PK-StGB], TRECHSEL/ERNI, N 9 zu vor Art. 251 StGB; statt vieler BGE 103 IV 
178 S. 184; BGE 123 IV 61 E. 5b). 

Ein ärztliches Zeugnis stellt ohne weiteres ein Schriftstück im Sinne der Urkunden-
definition nach Art. 110 Abs. 4 StGB dar (vgl. PK-StGB, TRECHSEL/ERNI, N 23 zu 
vor Art. 251 StGB mit Hinweisen; BGE 103 IV 178 S. 184). Zunächst ist der Aus-
steller des Zeugnisses – der Arzt – zweifellos erkennbar (= ungeschriebenes Tat-
bestandsmerkmal [vgl. PK-StGB, TRECHSEL/ERNI, N 13 zu vor Art. 251]). Sodann 
äussert sich ein Arztzeugnis unter anderem über den Gesundheitszustand eines 
Menschen und bescheinigt beispielsweise eine krankheits- oder unfallbedingte Ar-
beitsunfähigkeit. Es enthält folglich Angaben, die Ansprüche – beispielsweise auf 
eine Rente und/oder Versicherungsleistung – entstehen lassen, feststellen, verän-
dern oder aufheben können, womit dem Arztzeugnis in Bezug auf die darin ge-
machten Angaben – zum Beispiel dem Grad der Arbeitsunfähigkeit – Beweiseig-
nung zukommt. Weiter bezweckt das Arztzeugnis unter anderem, eine gesundheit-
liche Beeinträchtigung und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit nachzuwei-
sen, welche einen Anspruch auf Versicherungsleistungen begründen soll. Es dient 
damit, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen. Zusammengefasst 
kommt dem Arztzeugnis in Bezug auf die darin festgehaltene Tatsache somit Be-
weiseignung und Beweisbestimmung zu. Schliesslich spricht für die qualifizierte 
Beweiskraft des Arztzeugnis auch, dass das Gesetz das Ausstellen eines falschen 
Zeugnisses durch Ärzte in Art. 318 StGB unter Strafe stellt (vgl. zum Ganzen KÄ-
SER, Sozialleistungsbetrug / Sozialversicherungsbetrug / Sozialversicherungsmiss-
brauch - Am Beispiel der Invalidenversicherung in Bezug auf das unrechtmässige 
Beziehen der Invalidenrente, in: Zürcher Studien zum Strafrecht (ZStStr), 
Band 63/2012, S. 169-189 N 297; MÜLLER, Arztzeugnisse in arbeitsrechtlichen 

25

Streitigkeiten, in: Aktuelle juristische Praxis (AJP/PJA), Nr. 2/2010, S. 167-175, 
S. 168). 

13.7.3 Subsumtion

Bei den Arztzeugnissen von Dr. E.________ vom 14. Oktober 2014 
(pag. 14 001 186) und vom 3. Dezember 2014 (pag. 14 001 209) sowie beim Arzt-
zeugnis von Dr. F.________ vom 21. Oktober 2014 (pag. 14 001 187) und bei des-
sen Unfallschein vom 29. November 2014 (vgl. pag. 14 001 205) handelt es sich 
um Urkunden im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB. Diese Arztzeugnisse stellen zwar 
echte, aber inhaltlich unwahre Urkunden dar. Sie wurden von den entsprechenden 
Ärzten verfasst, attestieren dem Beschuldigten aber eine Arbeitsunfähigkeit im Um-
fang von 100%, obwohl er tatsächlich «nur» zu 50% arbeitsunfähig gewesen wäre. 
Indem der Beschuldigte diese Arztzeugnisse, die ein unwahres Bild über seine Ar-
beitsfähigkeit ergaben, durch die Ärzte E.________ und F.________ erstellen liess, 
erfüllte er objektiv den Tatbestand der Falschbeurkundung in Form des Falschbe-
urkunden lassen. Er beabsichtigte damit, gegenüber der SUVA eine höhere Ar-
beitsunfähigkeit als die tatsächlich existierende vorzutäuschen und sie zu veranlas-
sen, ihm gestützt auf die (inhaltlich unwahren) Arztzeugnisse höhere Taggelder – 
als die ihm effektiv zustehenden – auszuzahlen. Der Beschuldigte handelte somit 
mit Täuschungs- wie auch mit Schädigungs- und Vorteilsabsicht. Zudem steht in 
diesem Kontext ausser Frage, dass der Beschuldigte den Grad seiner Arbeitsun-
fähigkeit in den Arztzeugnissen wissentlich und willentlich falsch beurkunden liess 
und – zumindest im Sinne einer Laienwertung – wusste, dass es sich bei den Arzt-
zeugnissen um Urkunden handelt. Der subjektive Tatbestand der Urkundenfäl-
schung in Form der Falschbeurkundung resp. des Falschbeurkunden lassen ist 
somit ebenfalls erfüllt. 

Es sind weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich.

13.7.4 Fazit

Der Beschuldigte hat sich somit wegen Urkundenfälschung, mehrfach begangen 
am 14. Oktober 2014, am 21. Oktober 2014, am 29. November 2014 und am 
3. Dezember 2014 in Bern, schuldig gemacht.

14. Zum Vorwurf des versuchten Betrugs

14.1 Die Anklage

Mit Strafbefehl vom 29. Mai 2018 wird dem Beschuldigten weiter Folgendes vorge-
worfen (pag. 16 002 002 f.):

K.________ erlitt am 31. Oktober 2014 in Y.________ bzw. evtl. am Z.________ in Bern einen Ar-
beitsunfall und versuchte daraufhin zusammen mit A.________, die Mitarbeitenden der Suva über die 
Dauer und das Ausmass der daraus resultierenden Beschwerden am linken Fuss zu täuschen. Dies, 
indem K.________ wissentlich und willentlich durch unrichtige Angaben insbesondere gegenüber Dr. 
med. T.________ F.________ die Ausstellung einer Bescheinigung für ihre angebliche Arbeitsun-
fähigkeit zu 100% von 3. November 2014 bis 17. Februar 2015 und sodann zu 50% bis 22. März 2015 
erwirkte und anschliessend die auf diese Weise erlangten medizinischen Zeugnisse, Gutachten und 

26

Berichte der Suva einreichte und dieser gegenüber wahrheitswidrige Angaben machte (u.a. Fragebo-
gen vom 24. November 2014; Besprechung vom 16. Februar 2015). 

K.________ und A.________ versuchten sodann gemeinsam, die Suva über die Höhe des beantrag-
ten Leistungsanspruches zu täuschen, indem A.________ als Vertreter der Arbeitgeberin von 
K.________, der G.________ GmbH, wissentlich und willentlich die Schadenmeldung der Suva vom 
6. November 2014 betreffend den Unfall vom 31. Oktober 2014 wahrheitswidrig ausfüllte; A.________ 
wies darin einen höheren Beschäftigungsgrad (100% statt 20 bis 30 Stunden pro Woche) und einen 
höheren (CHF 4'800.00) als dem tatsächlich ausbezahlten Bruttolohn von K.________ aus. Diese 
Angaben belegte er auf Nachfrage der Suva mit einem von ihm erstellten und von K.________ unter-
zeichneten, in Bezug auf Lohn und Beschäftigungsgrad inhaltlich unrichtigen Arbeitsvertrag, Lohnab-
rechnungen sowie von ihm nachträglich erstellten und von K.________ unterzeichneten Lohnquittun-
gen für die Zeitspanne von Juli 2014 bis Februar 2015. 

Durch ihr Zusammenwirken beabsichtigten K.________ und A.________, die Suva dazu zu bewegen, 
K.________ Versicherungsleistungen in der Höhe von rund CHF 17'000.00 auszubezahlen und sich 
so selbst unmittelbar am Vermögen zu schädigen. Dabei handelten K.________ und A.________ in 
der gemeinsamen Absicht, K.________ durch Versicherungsleistungen in genannter Höhe unrecht-
mässig zu bereichern. 

[…]

K.________ erhielt einen praktisch gleichlautenden Strafbefehl, gegen den sie 
zunächst Einsprache erhob, diese am 10. September 2018 aber wieder zurückzog 
(pag. 18 124). Der Rückzug der Einsprache erfolgte gemäss den Ausführungen ih-
res damaligen Verteidigers im Rückzugsschreiben aus persönlichen Gründen – der 
Vorwurf werde nach wie vor bestritten (pag. 18 124).

14.2 Das Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt den angeklagten Sachverhalt für erstellt und führte dazu Fol-
gendes aus (pag. 18 261 f.):

In Ziffer 3 des Strafbefehls wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe die SUVA gemeinsam mit 
K.________ zu täuschen versucht, und zwar einerseits über das gesundheitliche Ausmass der Folgen 
ihres Arbeitsunfalls vom 30.10.2014 und damit den Grad ihrer Arbeitsunfähigkeit, und andererseits 
über die Höhe des Leistungsanspruchs, indem sie zu Unrecht angaben, K.________ arbeite zu 100% 
und verdiene dabei monatlich CHF 4‘800.00, wobei sie einen inhaltlich unwahren Arbeitsvertrag, 
Lohnabrechnungen und nachträglich erstellte Lohnquittungen vorgelegt haben sollen. Beweiswürdi-
gend hat das Gericht sich folglich zuerst mit den Folgen des Unfalls von K.________ auseinanderzu-
setzen: Unbestritten ist, dass sie am 31.10.2014 mit dem Fuss umknickte und dieser daraufhin an-
schwoll. Aus den vorhandenen Arztberichten ergibt sich aber auch, dass es sich dabei um eine Baga-
tellverletzung, eine leichte Überdehnung der Bänder des linken Fusses, aber weder um einen Bänder-
riss noch um einen Bruch des Fussknochens gehandelt hatte. Mit einer solchen Verletzung kann man 
schon nach wenigen Tagen mit Hilfe einer Schiene wieder einigermassen gehen und es ist offensicht-
lich, dass eine Bürotätigkeit schon wenige Tage nach dem Unfall, und auch die Tätigkeit als Putzfrau 
wenn nicht schon nach Tagen, so doch nach wenigen Wochen, und nicht erst nach mehr als drei Mo-
naten wieder aufgenommen werden kann. Damit kann der erste Abschnitt der Sachverhaltsdarstel-
lung im Strafbefehl grundsätzlich als erstellt bezeichnet werden, denn dass K.________ die entspre-
chenden Arztberichte der SUVA einreichte und auch in der Befragung vom 17.02.2015 angab, noch 
nicht arbeitsfähig zu sein, ergibt sich aus den Akten. 

27

Zur konkreten Arbeitstätigkeit von K.________ hatten sie und der Beschuldigte der SUVA angegeben, 
sie mache zu 50% Reinigungsarbeiten und zu 50% das Büro. Da K.________ gegen aussen als Ge-
schäftsführerin der G.________ aufgetreten war, mussten die beiden gegenüber der SUVA eine teil-
weise Bürotätigkeit geltend machen, anders wäre sofort aufgefallen, dass in Wahrheit nur der Be-
schuldigte in der G.________ bestimmte. Dass K.________ in Wahrheit keinerlei Bürotätigkeit ausüb-
te, ergibt sich sowohl aus ihren Aussagen als auch aus denen des Beschuldigten: Sie selbst gab ge-
genüber der Staatsanwältin zu, keine Büroarbeiten gemacht, sondern 20 – 30 Stunden pro Woche 
geputzt zu haben. Der Beschuldigte sagte gegenüber der Staatsanwältin aus, K.________ habe 20 – 
30 Stunden pro Woche (was etwa 50 – 70% Arbeitstätigkeit entspricht) gearbeitet, warum er in der 
Hauptverhandlung behauptete, sie habe 100% gearbeitet, wurde nicht klar und ist auch nicht glaub-
haft. Der SUVA wurde damit wahrheitswidrig vorgespiegelt, K.________ habe ein 100%-Pensum. 
Damit ist auch gleich gesagt, dass der entsprechende Arbeitsvertrag inhaltlich unwahr war. Auch er-
gibt sich schon aus den Aussagen von K.________, dass sie nicht jeden Monat CHF 4‘800.00 Lohn 
erhalten hatte, was letztlich auch der Beschuldigte nicht ernsthaft glauben machen wollte, denn er 
sagte aus, der Lohn sei „mehr oder weniger regelmässig“ bezahlt worden. Zusammenfassend erach-
tet das Gericht auch den zweiten Abschnitt der Sachverhaltsdarstellung im Strafbefehl als erstellt. Der 
Beschuldigte und K.________ lebten in der fraglichen Zeitspanne zusammen und haben ein gemein-
sames Kind. Daraus kann in einem ersten Schritt geschlossen werden, dass der Beschuldigte wusste, 
dass K.________ nicht so stark verletzt war, wie sie die SUVA glauben machen wollte, erlebte er sie 
doch zu Hause ständig und war andererseits dabei, als diese durch die SUVA befragt wurde. Es ist 
erstellt, dass A.________ den Arbeitsvertrag und die Lohnabrechnungen und Lohnquittungen erstellt 
und der SUVA nachträglich eingereicht hatte. Zusammenfassend erachtet das Gericht es als erstellt, 
dass A.________ eine massgebliche Rolle beim Täuschungsversuch zum Nachteil der SUVA inne 
hatte und damit der angeklagte Sachverhalt ihn betreffend als erwiesen betrachtet werden kann. 

14.3 Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung 

Der Verteidiger führte für den Beschuldigten gegen die vorinstanzliche Beweiswür-
digung in der Berufungsverhandlung aus, der Unfall von K.________ und die Tat-
sache, dass diese sich wie der Beschuldigte auf die Empfehlungen ihres Arztes 
verlassen habe, seien unbestritten. Soweit dem Beschuldigten vorgeworfen werde, 
in der Schadenmeldung UVG von K.________ falsche Angaben gemacht – konkret 
ein zu hohes Anstellungspensum und einen zu hohen Lohn von K.________ ange-
geben – zu haben, sei festgehalten, dass er diese Schadenmeldung nicht absicht-
lich falsch ausgefüllt, sondern höchstens unsorgfältig gehandelt habe (zum Ganzen 
pag. 19 321).

14.4 Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen zum Vorwurf des versuchten Betrugs

Bestritten und im Rahmen der Beweiswürdigung zu klären sind folgende Fragen:

1. Versuchten der Beschuldigte und seine Freundin K.________ die SUVA über 
die Folgen ihres Arbeitsunfalls vom 31. Oktober 2014 sowie über deren Art der 
Tätigkeit, deren Arbeitspensum und deren Lohn bei der G.________ GmbH zu 
täuschen?

2. Entstand der SUVA dadurch ein Schaden und wenn ja, in welcher Höhe?

3. Was beabsichtigten der Beschuldigte und K.________ mit diesem Vorgehen?

28

14.5 Beweiswürdigung durch die Kammer

14.5.1 Zur Frage, ob der Beschuldigte und seine Freundin K.________ versuchten, die 
SUVA über die Folgen des Arbeitsunfalls von K.________ vom 31. Oktober 2014 
sowie über deren Art der Tätigkeit, deren Arbeitspensum und deren Lohn bei der 
G.________ GmbH zu täuschen 

Aus Sicht der Kammer ist diese Frage zu bejahen. In Würdigung der nachfolgen-
den Ausführungen ist erwiesen, dass der Beschuldigte und K.________ versuch-
ten, die SUVA einerseits über das Ausmass und die Folgen des Unfalls von 
K.________ vom 31. Oktober 2014 sowie andererseits über die Art der Tätigkeit, 
das Arbeitspensum und die Höhe des Lohnes, den K.________ bei der 
G.________ GmbH verdient haben soll, zu täuschen.

a. Betreffend das Ausmass und die Dauer der Folgen, welche/s der Unfall von 
K.________ vom 31. Oktober 2014 gehabt haben soll, stützt sich die Kammer auf 
folgende Argumente: 

Nachdem K.________ am 31. Oktober 2014 bei der Arbeit verunfallte, liess sie sich 
am 3. November 2014 in der AG.________ (Klinik) untersuchen. Bereits die ersten 
medizinischen Abklärungen deuten auf einen Bagatellunfall resp. auf Bagatellver-
letzungen hin. Gemäss dem Bericht der AG.________ (Klinik) vom 3. Novem-
ber 2014 soll K.________ während der Arbeit als Lager- und Büroreinigungsange-
stellte mit dem Fuss umgeknickt sein. Es sei ein Pronatationstrauma im oberen 
Sprunggelenk links diagnostiziert worden und zudem hätten eine Druckdolenz beim 
Innenknöchel sowie beim Mittelfussknochen und eine eingeschränkte Beugung 
festgestellt werden können. Eine Fraktur sei durch Röntgen dagegen ausgeschlos-
sen worden. Es seien eine geringe Schwellung und eine leichte Rötung sichtbar 
gewesen, aber kein Hämatom. Als weiteres Procedere sei eine Nachkontrolle nach 
ca. zehn Tagen sowie das Tragen einer Schiene, eines guten Schuhwerks mit ho-
hen Socken, eventuell die Benützung von Stöcken und die Einnahme von 
Schmerzmitteln empfohlen worden (zum Ganzen pag. 14 001 071). 

Am 6. November 2014 meldete K.________ ihren Unfall vom 31. Oktober 2014 der 
SUVA (pag. 14 001 005), wobei die entsprechende Schadenmeldung UVG mit der 
Unfallbeschreibung «sie hat sich am linkem Fuss verletzt» unbestrittenermassen 
vom Beschuldigten verfasst wurde (pag. 05 002 022 Z. 170) und dies am selben 
Tag, wie diejenige wegen seines Unfalls vom 14. Oktober 2014 
(vgl. pag. 14 001 005 und pag. 14 001 188). Als Tätigkeit von K.________ wurde in 
dieser Schadenmeldung UVG «Büroa/Reinigungsangestellte» angegeben und als 
Unfallort sowie Unfallzeit wurden «Y.________», «31.10.2014, 14.00 Uhr», festge-
halten (pag. 14 001 005). 

Am 14. November 2014 begab sich K.________ zur Nachkontrolle in die 
AG.________ (Klinik) (vgl. pag. 14 001 008), woraufhin die SUVA bei letzterer am 
17. November 2014 ein Arztzeugnis UVG einholte (pag. 14 001 011). Gemäss die-
sem Arztzeugnis berichtete K.________ in der Nachkontrolle von denselben 
Schmerzen wie schon am 3. November 2014, obwohl bei ihr nur noch eine Druck-
dolenz – aber weder ein Hämatom noch eine Schwellung – festgestellt werden 
konnten. Die Arbeitsunfähigkeit von K.________ wurde bis am 22. November 2014 

29

– d.h. um neun Tage – verlängert und es wurden weitere Schmerzmittel abgege-
ben (zum Ganzen pag. 14 001 013). Aus Sicht der Kammer spricht auch dieses 
Arztzeugnis UVG der AG.________ (Klinik) gegen einen schwerwiegenden Unfall 
von K.________ am 31. Oktober 2014.

Sodann legen auch die Aussagen von K.________ selbst nahe, dass es sich beim 
fraglichen Vorfall eigentlich um eine Bagatelle handelte, war sie doch beispielswei-
se nicht in der Lage, den genauen Unfallort anzugeben. Gemäss der Schadenmel-
dung UVG vom 6. November 2014 soll K.________ am 31. Oktober 2014 um 
14.00 Uhr in Y.________ verunfallt sein (pag. 14 001 005). Acht Tage später gab 
K.________ im SUVA-Fragebogen allerdings an, der Unfall habe sich [am 31. Ok-
tober 2014] um 15.00 Uhr am Z.________ in Bern ereignet (pag. 14 001 014), wo 
sich zu diesem Zeitpunkt im Übrigen auch ihre Wohnung befand, die insbesondere 
als Büro und Sitz der G.________ GmbH diente. Auf Vorhalt dieser widersprüchli-
chen Angaben konnte sich K.________ in der staatsanwaltschaftlichen Einvernah-
me schliesslich überhaupt nicht mehr an den Unfallort erinnern (pag. 05 001 008 
Z. 234 ff.). Diese Umstände sprechen – wie der Bericht und das Arztzeugnis UVG 
der AG.________ (Klinik) – gegen einen folgeschweren Unfall von K.________ am 
31. Oktober 2014, der eine monatelange, vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit hätte 
nach sich ziehen können und von dem zu erwarten ist, dass man sich an Ort und 
Zeit erinnern kann.

Bezeichnend für einen Bagatellunfall sind denn auch die Resultate der von 
Dr. F.________ wegen angeblich andauernder Schmerzen von K.________ ange-
ordneten Magnetresonanztomographie (nachfolgend: MRI [Magnetic Resonance 
Imaging]). Gemäss dem Befundbericht von Dr. AL.________ vom 2. Februar 2015 
brachte das MRI – entsprechend den bisherigen Untersuchungen – nämlich ledig-
lich eine leichtgradige Zerrung ohne Zeichen einer Bandruptur, bei vollständiger In-
taktheit und normaler Darstellung aller übrigen Strukturen des Fussgelenkes zu 
Tage (pag. 14 001 023). Mithin objektiviert auch das MRI keine Verletzung, die eine 
länger andauernde Arbeitsunfähigkeit hätte nach sich ziehen können.

Schliesslich liefern auch die der SUVA zugestellten Berichte des nachbehandeln-
den Arztes Dr. F.________ keine Hinweise auf etwas anderes als einen Bagatel-
lunfall von K.________. Daraus geht hervor, dass Dr. F.________ K.________ 
nach zwei Konsultationen am 22. und am 29. November 2014 weiterhin eine Ar-
beitsunfähigkeit von 100% attestierte (pag. 14 001 016), woraufhin die SUVA von 
Dr. F.________ am 8. Januar 2015 einen ausführlichen Bericht zur Ergänzung der 
medizinischen Akten betreffend K.________ verlangte (pag. 14 001 018). Dieser 
ärztliche Zwischenbericht traf erst am 10. März 2015 bei der SUVA ein. Als Dia-
gnose gab Dr. F.________ darin «Schmerzen im rechten Fuss, oberes Sprungge-
lenk rechts» an, die gegenwärtig mit einer «Schmerzsalbe» behandelt würden. Die 
voraussichtliche Behandlungsdauer sei «ungewiss» und Konsultationen würden 
«selten» stattfinden (zum Ganzen pag. 14 001 054). In den Augen der Kammer 
mutet dieser Bericht von Dr. F.________ aus mehreren Gründen seltsam an. 
Zunächst diagnostizierte Dr. F.________ angeblich «Schmerzen im rechten Fuss 
[…]», obwohl bis anhin von Schmerzen am linken linken Fuss die Rede war. So-
dann wurde die Arbeitsunfähigkeit von K.________ – obschon Dr. F.________ die-

30

se seit dem 29. November 2014 nicht mehr gesehen hatte und die voraussichtliche 
Dauer der Behandlung «ungewiss» sei – rückwirkend ab dem 17. Februar 2015 auf 
50% zurückgestuft, vermutlich, weil die SUVA dies am 16. Februar 2015 im Rah-
men der Besprechung mit K.________ und dem Beschuldigten angekündigt hatte 
(zum Ganzen pag. 14 001 054 und pag. 14 001 024 f.). Schliesslich konnte 
Dr. F.________ die Behandlung von K.________, obwohl er deren voraussichtliche 
Dauer im Bericht noch für «ungewiss» hielt, bereits neun Tage später abschliessen 
und feststellen, die Arbeitsunfähigkeit von K.________ betrage nunmehr 0% 
(pag. 14 001 068). All diese Umstände und die Tatsache, dass sich die Arbeitsun-
fähigkeit von K.________ anscheinend innert 30 Tagen von 100% auf 0% verrin-
gern konnte, belegen aus Sicht der Kammer, dass sich K.________ keine derartige 
Verletzung zuzog, die eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit hätte nach sich 
ziehen können. 

Dementsprechend erachtet die Kammer K.________ Behauptung, sie habe nach 
dem Unfall während drei Monaten nicht mehr auf dem Fuss stehen können 
(pag. 05 001 008 Z. 248), als unglaubhaft. Hätte K.________ effektiv nicht stehen 
und/oder gehen können, dann wäre dies im Bericht der AG.________ (Klinik) aller 
Wahrscheinlichkeit nach festgehalten und die Stockentlastung zudem nicht nur 
empfohlen, sondern explizit angeordnet worden. 

Zusammengefasst ist aus Sicht der Kammer somit erstellt, dass es sich beim Unfall 
von K.________ vom 31. Oktober 2014 um eine Bagatelle handelte, die – entge-
gen der Behauptung des Beschuldigten und von K.________ – keine länger an-
dauernde Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen konnte.

b. Was die Art der Tätigkeit, das Arbeitspensum und die Höhe des Lohnes angeht, 
den K.________ bei der G.________ GmbH verdient haben soll, stellt die Kammer 
auf folgende Überlegungen ab:

Der Beschuldigte gab in der Schadenmeldung UVG von K.________ vom 6. No-
vember 2014 an, letztere arbeite für die G.________ GmbH zu 100% 
(42.5 Std./Woche) als «Büroa/Reinigungsangestellte» und verdiene monatlich 
CHF 4‘800.00 plus eine jährliche Ferien-/Feiertagsentschädigung von 
CHF 6‘105.60 (pag. 14 001 005). Dies entspricht nach Überzeugung der Kammer 
aus den nachfolgenden Gründen nicht der Wahrheit:

• Zunächst fällt auf, dass die Angaben in der Schadenmeldung UVG und diejenigen 
im Arbeitsvertrag von K.________ vom 27. Juni 2014 divergieren. Auf die Angaben 
im Arbeitsvertrag von K.________ kann jedoch nicht vorbehaltlos abgestellt werden 
kann, zumal der Beschuldigte einräumte, den fraglichen Vertrag erst nachträglich 
erstellt zu haben (pag. 05 002 011 Z. 362 f.). So wurde beispielsweise der angebli-
che Lohn von K.________ in der Schadenmeldung UVG und im Arbeitsvertrag 
zwar gleich beziffert, eine Ferien-/Feiertagsentschädigung findet sich jedoch aus-
schliesslich in der Schadenmeldung UVG (zum Ganzen pag. 14 001 058). Gleich 
verhält es sich übrigens bei der Schadenmeldung UVG des Beschuldigten, die er 
am selben Tag ausfüllte wie diejenige seiner Freundin K.________ und die eben-
falls – anders als sein Arbeitsvertrag – eine Ferien-/Feiertagsentschädigung plus 
Akkordzuschläge erwähnt (vgl. pag. 14 001 188 und pag. 14 001 277). Weshalb 

31

diese Entschädigungen in den Schadenmeldungen UVG – nicht aber in den Ar-
beitsverträgen – aufgeführt wurden, konnte der Beschuldigte gegenüber der SUVA 
auf entsprechenden Vorhalt im Interview vom 16. Juni 2015 nicht erklären 
(pag. 04 001 145 Fragen/Antworten 80 und 81), was ebenfalls an der Richtigkeit 
der Angaben in den beiden Schadenformularen zweifeln lässt.

• Was die Art der Tätigkeit und das Arbeitspensum von K.________ bei der 
G.________ GmbH angeht, so erklärte der Beschuldigte gegenüber der Staatsan-
waltschaft, K.________ habe für die G.________ GmbH das Büro und den Lager-
raum gereinigt, Rechnungen gestellt und sei «ein bisschen» seine Assistentin oder 
«einfach Frau für alles» gewesen (pag. 05 002 003 Z. 70 ff.). In der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung behauptete der Beschuldigte demgegenüber, K.________ 
sei zu 100% als Reinigungsfachfrau angestellt gewesen (pag. 18 189 Z. 257). 
K.________ selber gab gegenüber der Staatsanwaltschaft an, sie sei bei der 
G.________ GmbH zwar angestellt gewesen, habe aber nur 20-30 Stunden pro 
Woche als Raumpflegerin gearbeitet und keine administrativen Tätigkeiten ausge-
führt, weil sie kein Deutsch spreche (zum Ganzen pag. 05 001 003 Z. 78 ff.). Auf 
Frage, weshalb sie im Handelsregister als Geschäftsführerin eingetragen worden 
sei, erklärte K.________, dies habe der Beschuldigte vorgeschlagen, weil er mit 
seinem Namen nicht habe eingetragen werden können, zumal ein Unternehmen 
von ihm in Konkurs gefallen sei (pag. 05 001 003 Z. 51 ff.). Gegenüber der 
AG.________ (Klinik) hatte K.________ ebenfalls geäussert, bei der 
G.________ GmbH als Lager- und Büroreinigungskraft zu arbeiten 
(pag. 14 001 071), wohingegen sie in der Besprechung mit der SUVA am 16. Fe-
bruar 2015 erklärt hatte, sie arbeite zu 50% im Büro und zu 50% als Reinigungs-
kraft (pag. 14 001 024). K.________ und der Beschuldigte widersprechen sich da-
mit sowohl was den Beschäftigungsgrad von K.________ bei der 
G.________ GmbH angeht als auch was deren effektive Tätigkeit im Unternehmen 
betrifft. 

• Angesichts der Gesamtumstände geht die Kammer was die Art der Tätigkeit an-
geht mit der Vorinstanz davon aus, dass die Aussagen des Beschuldigten und von 
K.________ gegenüber der SUVA, wonach letztere nicht nur als Reinigungskraft, 
sondern auch als Büroangestellte gearbeitet habe, falsch waren. Den beiden blieb 
schliesslich nicht wirklich was anderes übrig, als sich gegenüber der SUVA ent-
sprechend zu äussern, war K.________ im Handelsregister doch als Geschäftsfüh-
rerin eingetragen und wäre ansonsten sofort aufgefallen, dass es in Wahrheit der 
Beschuldigte war, der in der G.________ GmbH als faktischer Geschäftsführer 
agierte (vgl. S. 32 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 18 261). Die 
Kammer geht deshalb davon aus, dass K.________ für die G.________ GmbH – 
wenn überhaupt – ausschliesslich als Reinigungskraft arbeitete und keine Büroar-
beiten ausführte.

• Was das angebliche Arbeitspensum von K.________ von 100% – oder gemäss ih-
ren Aussagen von 20-30 Stunden – betrifft, so scheint dies der Kammer allein für 
eine Reinigungskraft äusserst hoch, umso mehr, als sich das zu reinigende Büro 
der G.________ GmbH in der Wohnung von K.________ am Z.________ in einem 
P.________ in Bern – mithin bei ihr und dem Beschuldigten zuhause – befand 

32

(vgl. 14 001 025). Ebenfalls für ein deutlich kleineres Arbeitspensum spricht die 
Tatsache, dass weder K.________ noch der Beschuldigte genau sagen konnten, 
wer die üblicherweise angeblich von K.________ ausgeführten Arbeiten während 
deren unfallbedingten Abwesenheit ausgeführt hatte (pag. 05 001 008 Z. 265 ff. 
bzw. pag. 05 002 023 Z. 210 ff.). Aus Sicht der Kammer ist deshalb erwiesen, dass 
K.________ für die G.________ GmbH bei weitem nicht zu einem Arbeitspensum 
von 100% Reinigungsarbeiten ausführte.

• Aus denselben Gründen konnte die von K.________ effektiv ausgeführte Tätigkeit 
nach Ansicht der Kammer kaum von derartiger Bedeutung gewesen sein, dass sie 
einen Monatslohn von brutto CHF 4‘800.00 gerechtfertigt hätte. Ausserdem scheint 
dieser angebliche Monatslohn für blosse Reinigungsarbeiten im Büro «zuhause» 
ohnehin hoch. Schliesslich ist zu beachten, dass eine Festanstellung von 
K.________ bei der G.________ GmbH als «Büro und Reinigungsfachfrau» zu ei-
nem Monatslohn von CHF 4‘800.00 auch wirtschaftlich keinen Sinn gemacht hätte 
(pag. 14 001 058), ist K.________ doch scheinbar gelehrte Coiffeuse 
(pag. 05 001 010 Z. 319). 

Es ist daher davon auszugehen, dass K.________ für ihre Tätigkeit bei der 
G.________ GmbH niemals einen Monatslohn von brutto CHF 4‘800.00 erzielte 
und dieser einzig auf dem Papier Bestand hatte. K.________ erklärte im Übrigen 
selbst, am Anfang habe ihr der Beschuldigte zwar fristgerecht Lohn bezahlt, später 
habe es manchmal aber nur noch einen Teil oder gar nichts mehr gegeben. Sie 
wisse nicht weshalb und habe auch nicht protestiert – sie habe mit dem Beschul-
digten «einfach kein Theater haben wollen» (pag. 05 001 005 Z. 136 ff.). Die Kam-
mer geht deshalb davon aus, dass K.________ für ihre Tätigkeit bei der 
G.________ GmbH in Wahrheit nicht einen regelmässigen Lohn von CHF 4‘800.00 
pro Monat verdiente. Daran vermögen schliesslich auch die von K.________ unter-
zeichneten Lohnauszahlungsquittungen und Lohnabrechnungen 
(vgl. pag. 14 001 030 ff. bzw. pag. 14 001 038 ff.) nichts zu ändern. Bis und mit Fe-
bruar 2015 war nachweislich nämlich kein einziger Angestellter der 
G.________ GmbH bei der Alters- und Hinterlassenenversicherung (nachfolgend: 
AHV) oder der Pensionskasse angemeldet und ein Blick auf das Konto von 
K.________ bei der AHV zeigt, dass seit dem Jahr 2011 keine Gutschriften mehr 
eingingen (pag. 14 001 019 f.) Am 15. April 2015 stellte der Beschuldigte der SUVA 
zudem einige der einverlangten Unterlagen zu, worauf sich herausstellte, dass die 
AHV- und die berufliche Vorsorge- (nachfolgend: BVG) Anmeldungen von 
K.________ erst am 31. März 2015 rückwirkend ab dem 1. Juli 2014 erstellt wur-
den (pag. 14 001 080).

14.5.2 Zur Frage, ob der SUVA durch dieses Vorgehen des Beschuldigten und von 
K.________ einen Schaden ent