# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cbdea9d-0a9d-5e54-9ce6-b00282ca1ab8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.09.2009 E-4563/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4563-2006_2009-09-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4563/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, Richter Bruno Huber,
Gerichtsschreiber Rudolf Raemy.

A._______,
Sri Lanka,
vertreten durch B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
27. Oktober 2005 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4563/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  sri-lankischer  Staatsangehöriger  tamili-
scher Ethnie mit letztem Wohnsitz vor der Ausreise in Colombo, ver-
liess  sein  Heimatland  gemäss  eigenen  Angaben  am  20. November 
2004 und erreichte die Schweiz am 24. November 2004, wo sich be-
reits sein Vater und seine beiden Schwestern (als Asylsuchende be-
ziehungsweise mit  einer Aufenthaltsbewilligung) aufhielten. Tags dar-
auf suchte er in der Empfangsstelle C._______ um Asyl nach.

B.
Nach einem Transfer in das Transitzentrum D._______ wurde der Be-
schwerdeführer dort am 26. November 2004 zu seinen Ausreise- und 
Asylgründen kurz befragt und am 6. Januar 2005 erfolgte die einlässli-
che Anhörung durch den Kanton.

C.
Mit Verfügung vom 22. September 2005 lehnte das BFM das Asylge-
such des Beschwerdeführers ab und verfügte seine Wegweisung so-
wie deren Vollzug aus der Schweiz. Zur Begründung führte es aus, sei-
ne Vorbringen genügten teilweise den Anforderungen an die Glaubhaf-
tigkeit und teilweise jenen an die Flüchtlingseigenschaft nicht. Die Ver-
fügung  konnte  dem  Beschwerdeführer  gemäss  Aktenlage  in  einem 
ersten Versuch nicht zugestellt werden und wurde von der Post an das 
BFM zurückgeschickt.

D.
Das BFM gewährte dem Beschwerdeführer am 24. Oktober 2005 auf 
Gesuch  seiner  vormaligen  Rechtsvertreterin  vom  20. Oktober  2005 
Einsicht in die Verfahrensakten. In ihrer Eingabe ersuchte die Rechts-
vertreterin  insbesondere  um  Zustellung  der  vollständigen  Verfügung 
vom 22. September 2005, da der Beschwerdeführer von der Gemein-
de nur die erste und letzte Seite erhalten habe.

E.
Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 27. Oktober 2005 bei 
der  damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) Beschwerde gegen die Verfügung vom 22. September 2005 ein 
und  wies  dabei  unter  anderem darauf  hin,  dass  ihm diese  erst  am 
25. Oktober 2005 zugegangen sei.

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F.
Das BFM stellte in der Folge dem Beschwerdeführer am 27. Oktober 
2005 eine neu datierte, inhaltlich jedoch mit derjenigen vom 22. Sep-
tember 2005 identische, Verfügung zu.

G.
Die ARK teilte dem Beschwerdeführer mit  Instruktionsverfügung vom 
2. November 2005 mit, die Beschwerde vom 27. Oktober 2005 sei in-
sofern gegenstandslos geworden, als die Verfügung vom 22. Septem-
ber 2005 durch jene vom 27. Oktober 2005 ersetzt worden sei. Ohne 
ausdrücklichen Gegenbericht des Beschwerdeführers werde indessen 
davon ausgegangen, dass er die Beschwerde vom 27. Oktober 2005 
gegen die neue, inhaltlich identische Verfügung vom 27. Oktober 2005 
aufrechterhalte. Auf die Beschwerde werde nach Ablauf der Beschwer-
defrist zurückgekommen.

H.
Der  Beschwerdeführer  reichte  mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters 
vom 28. November  2005  bei  der  ARK Beschwerde gegen die  Verfü-
gung vom 27. Oktober 2005 ein und beantragte deren Aufhebung so-
wie die Asylgewährung. Eventualiter seien die Unzulässigkeit und die 
Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und er sei 
vorläufig  aufzunehmen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte 
der Beschwerdeführer den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses. Ferner wies er darauf hin, dass die am 28. November 2005 
eingereichte  Beschwerde  eine  Ergänzung  der  am 27. Oktober  2005 
eingereichten Beschwerde darstelle.

I.
Mit Zwischenverfügung vom 2. Dezember 2005 teilte die ARK dem Be-
schwerdeführer  mit,  inhaltlich  würden  im vorliegenden  Verfahren  so-
wohl  die  Beschwede vom 27. Oktober  2005  als  auch  diejenige  vom 
28. November 2005 berücksichtigt. Hinsichtlich der gestellten Begeh-
ren  würden  jene  gemäss  der  Eingabe  vom 28. November  2005  als 
massgeblich erachtet. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wur-
de verzichtet.

J.
Am 7. Dezember 2005 reichte der Beschwerdeführer eine Bestätigung 
seiner  Fürsorgeabhängigkeit  sowie  ein  Schreiben  seines  vormaligen 
Arbeitsgebers in Colombo als Beweismittel zu den Akten.

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K.
Das Bundesverwaltungsgericht ersuchte das BFM am 12. März 2008 
unter Ansetzung einer Frist um Vernehmlassung.

L.
In ihrer Stellungnahme vom 25. März 2008 hielt die Vorinstanz an ihrer 
Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

M.
Im  Rahmen  des  Replikrechts  hielt  der  Beschwerdeführer  in  seiner 
Stellungnahme vom 15. April  2008 an seiner Beschwerde und deren 
Begründung fest. Im Weiteren wies er  darauf  hin,  dass seine Mutter 
und sein Bruder das Heimatland ebenfalls verlassen hätten.

N.
Mit Eingabe vom 11. Juli 2009 reichte der Beschwerdeführer eine Kos-
tennote in der Höhe von Fr. 1150.- ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 
daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnah-
me, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernahm bei gegebener Zustän-
digkeit am 1. Januar 2007 die am 31. Dezember 2006 bei der vormali-

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gen ARK hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem 
Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der Beschwer-
deführer ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 und 52 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

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4.

4.1 Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdefüh-
rer im Wesentlichen geltend, er stamme ursprünglich aus dem Norden 
Sri Lankas. Im Jahre 1995 sei seine Familie wegen einer Grossoffensi-
ve der sri-lankischen Armee von Jaffna nach Vanni gezogen. Dort sei 
er  bei  der Schülerunion der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 
als freiwilliger Pfleger in den Spitälern der LTTE tätig gewesen. Weil er 
damals  minderjährig  gewesen  sei,  habe  er  nicht  Mitglied  der  LTTE 
werden können. Da seine Mutter befürchtet habe, dass er Mitglied der 
LTTE werden müsse, seien sie im Jahre 1998 nach Colombo gezogen, 
wo er als Telefonoperateur tätig gewesen sei. Im Jahre 2001 oder 2002 
habe er  in Colombo ein Mitglied der LTTE, namens V., getroffen. V., 
den er  von seiner  Tätigkeit  bei  der  Schülerunion  her  gekannt  habe, 
habe  ihn  mehrmals  an  seinem  Arbeitsort  in  Colombo  besucht,  und 
durch  ihn  habe  er  drei  weitere  LTTE-Mitglieder  kennengelernt.  Am 
2. Februar 2002 sei der Beschwerdeführer verhaftet, mit verbundenen 
Augen  abgeführt  und  einen  Monat  lang  festgehalten  worden. Man 
habe  ihn  verdächtigt,  der  LTTE  anzugehören  und  ihn  ein-  oder 
zweimal befragt. Dabei sei er auch nach V. gefragt worden und habe 
erfahren,  dass  V.  am  gleichen  Tag,  aber  noch  vor  ihm,  verhaftet 
worden sei. Bei seiner Freilassung habe man ihm mitgeteilt, dass er in 
Zukunft beobachtet werde. Nach der Freilassung sei er "psychisch ge-
stört" gewesen und habe nicht mehr arbeiten können. Sein Arbeitge-
ber habe ihn überdies zuerst nicht mehr einstellen wollen, nach eini-
gen Gesprächen jedoch eingelenkt  und  ihm wieder  Arbeit  gegeben. 
Später hätten ihn die drei Männer, die er durch V. kennengelernt habe, 
wieder im Geschäft besucht. In der Zeit von 2002 bis 2004 sei er gele-
gentlich in kleinere Polizeikontrollen geraten, habe aber ungestört sei-
ner Arbeit nachgehen können. Am 31. Oktober 2004 sei er am Strand 
von zwei unbekannten Personen angesprochen worden, welche Infor-
mationen über die drei Männer der LTTE gewollt und ihm gedroht hät-
ten, ihn umzubringen, falls er nicht kooperiere. Sie hätten ihm eine Te-
lefonnummer gegeben und ihn aufgefordert, sie anzurufen, wenn diese 
drei Personen nochmals an seinem Arbeitsort erscheinen würden. Ei-
nige Tage danach hätten sich diese beiden Männer an seinem Arbeits-
platz in seiner Abwesenheit  nach ihm erkundigt,  worauf ihn sein Ar-
beitgeber zu Hause aufgesucht und nach diesen beiden Männern ge-
fragt habe. Nachdem er erzählt habe, was sich zuvor am Strand zuge-
tragen habe,  habe seine Mutter  Angst  bekommen und beschlossen, 
dass er das Heimatland verlassen solle. Sie habe sodann zusammen 

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mit  seinem Arbeitgeber  die Ausreise  organisiert. Bei  einer  Rückkehr 
befürchte er, von der sri-lankischen Geheimpolizei oder einer Splitter-
gruppe der LTTE umgebracht zu werden. Nach seiner Ausreise habe 
er von seiner Mutter telefonisch erfahren, dass er zu Hause von zwei 
Personen gesucht worden sei.

Zu  seiner  Familie  führte der Beschwerdeführer  aus,  dass sein Vater 
das Heimatland wegen politischer Probleme bereits im Jahre 2002 ver-
lassen  habe  und  sich  als  Asylsuchender  in  der  Schweiz  aufhalte. 
Ebenso befänden sich zwei Schwestern in der Schweiz, welche hier 
geheiratet hätten. Ein Bruder lebe in Dänemark und einer in London, 
und der jüngste Bruder sei zusammen mit der Mutter in Colombo.

4.2 Zur Begründung seiner Verfügung führte das BFM aus, aufgrund 
widersprüchlicher Aussagen sei nicht glaubhaft, dass der Beschwerde-
führer im Herbst 2004 von ihm unbekannten Personen bedroht und da-
nach von diesen gesucht worden sei. So habe der Beschwerdeführer 
unterschiedliche Angaben gemacht,  ob die beiden unbekannten Per-
sonen sichtbar eine Schusswaffe getragen hätten, ob diese die Namen 
der drei Personen, die den Beschwerdeführer besucht hätten, genannt 
hätten, und wie lange nach dem ersten Zusammentreffen die beiden 
Unbekannten nach ihm gesucht hätten. Weiter argumentierte die Vor-
instanz, die geltend gemachte Verhaftung im Jahre 2002 sei asylrecht-
lich nicht relevant, zumal es ihr am zeitlichen und sachlichen Kausal-
zusammenhang betreffend die am 20. November 2004 erfolgte Ausrei-
se fehle. Die gelegentlichen kleineren Polizeikontrollen in der Zeit von 
2002 bis 2004 seien zudem zu wenig intensiv, um asylrechtlich rele-
vant  zu  sein,  da  dem Beschwerdeführer  aus  diesen  keine  weiteren 
Nachteile  erwachsen  seien.  Schliesslich  bestünden  keine  konkreten 
Anhaltspunkte bezüglich der geltend gemachten Furcht, dass er nach 
einer Rückkehr durch den sri-lankischen Geheimdienst oder eine Split-
tergruppe  der  LTTE  umgebracht  werden  könnte.  So  habe  er  nicht 
glaubhaft  machen  können,  vor  seiner  Ausreise  vom  Geheimdienst 
oder von Splittergruppen der LTTE verfolgt worden zu sein, und er sei 
überdies politisch nie tätig gewesen. Es sei demnach nicht davon aus-
zugehen,  dass  er  künftig  asylrechtlich  relevanten  Verfolgungsmass-
nahmen ausgesetzt sein werde.

4.3 In seiner Beschwerdeeingabe vom 27. Oktober 2005 machte der 
Beschwerdeführer  geltend,  er  werde von ihm unbekannten Männern 
verfolgt und erhalte von der Polizei keinen Schutz, so dass er diesen 

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Männern ausgeliefert sei. Täglich würden in Sri Lanka Menschen aus 
politischen Gründen umgebracht, so dass seine Angst begründet sei. 
Seit er im Jahre 2002 im Gefängnis gewesen sei, werde er von der Po-
lizei immer wieder kontrolliert  und könne jederzeit  erneut festgenom-
men werden. Zudem verfüge er über keine gültigen Identitätsausweise 
für Colombo und müsse sich nach einer Rückkehr solche ausstellen 
lassen, wobei er dann befürchten müsse, verhaftet zu werden.

In der Eingabe vom 28. November 2005 räumte der Beschwerdeführer 
ein,  dass  sich  aufgrund  der  Akten  (Befragungen)  tatsächlich  Wider-
sprüche ergeben würden. Diese seien indessen nicht gravierend und 
erklärten sich dadurch, dass er bei der Kurzbefragung ziemlich nervös 
gewesen sei. Zudem mute "es etwas merkwürdig an", dass das Proto-
koll  der  Erstanhörung  für  die  Entscheidbegründung  herbeigezogen 
werde, "habe doch das EJPD in einem Entscheid vom 18.9.89 festge-
halten,  dass  die  Aussagen an  der  Empfangsstelle  nur  in  einem be-
schränkten Rahmen zur Beurteilung der Glaubwürdigkeit tauglich" sei-
en. 

In den letzten beiden Jahren habe sich zudem das Verfolgungsmuster 
im Süden Sri  Lankas verändert. Es seien nicht  mehr ausschliesslich 
die Polizei oder der Geheimdienst, welche tamilischen Bewohnern das 
Leben schwer machen würden. Seit einiger Zeit seien auch tamilische 
Paramilitärs in Colombo aktiv. Diese würden die Protektion der sri-lan-
kischen Sicherheitskräfte geniessen und mit ihnen zusammenarbeiten. 
Es sei nicht verständlich, warum die Vorinstanz seine Befürchtungen, 
Opfer einer Verfolgung seitens dieser Kräfte zu werden, auf die leichte 
Schulter  nehme und sie lediglich der subjektiven Wahrnehmung des 
Beschwerdeführers zuordne. Auch wenn er nicht politisch tätig gewe-
sen sei,  habe er sich durch die Beziehungen zu Personen aus dem 
Umfeld der LTTE verdächtig gemacht. Ein solcher Verdacht könne be-
reits genügen, um eine asylrechtlich relevante Verfolgung auszulösen.

4.4 In ihrer Vernehmlassung vom 25. März 2008 führte die Vorinstanz 
im Wesentlichen aus,  die  Beschwerde enthalte  keine neuen erhebli-
chen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung ihres Stand-
punktes rechtfertigen könnten. Zwar sei es zu einer Verschlechterung 
der  menschenrechts-  und sicherheitspolitischen  Lage im Süden und 
Westen Sri  Lankas gekommen, aber es sei  nicht von einer Situation 
allgemeiner  Gewalt  auszugehen. Aufgrund des  mehrjährigen  Aufent-
halts des Beschwerdeführers in Colombo sowie seines bestehenden 

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Beziehungsnetzes  sei  nach  wie  vor  von  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs auszugehen.

4.5 In  seiner  Stellungnahme  vom  15. April  2008  machte  der  Be-
schwerdeführer  geltend,  dass  sich  die  Situation  in  Colombo drama-
tisch verschlechtert  habe. Täglich würden Tamilen Opfer von Verhaf-
tungen, Entführungen und Verschwindenlassen. Daran seien auch ta-
milische Milizen beteiligt, die im Einverständnis mit der Polizei nach in-
filtrierten LTTE-Leuten Ausschau hielten und dabei sehr unzimperlich 
vorgingen. Aufgrund seiner Herkunft aus dem Norden und der geltend 
gemachten Verfolgung vor seiner Flucht sei davon auszugehen, dass 
er  unmöglich in  Colombo in Ruhe leben könne. Ergänzend wies der 
Beschwerdeführer darauf hin, dass sowohl seine Mutter als auch sein 
Bruder vor zwei Jahren das Heimatland verlassen hätten und sich seit-
her in Europa (Frankreich beziehungsweise Dänemark) aufhalten wür-
den.

4.6 Nach eingehender Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwal-
tungsgericht  zum Schluss,  dass  die  Vorinstanz  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers zu Recht und mit zutreffender Begründung abge-
lehnt hat.

In der angefochtenen Verfügung hat das BFM überzeugend dargelegt, 
weshalb die Aussagen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit 
der angeblichen Bedrohung durch zwei ihm unbekannte Personen von 
Ende Oktober 2004 widersprüchlich und mithin unglaubhaft ausgefal-
len seien. Daran vermag weder der Hinweis auf die Nervosität des Be-
schwerdeführers bei  der Kurzbefragung noch der  pauschale Hinweis 
auf einen herabgesetzten Beweiswert des Empfangsstellenprotokolls - 
welche  blosse  Schutzbehauptungen  darstellen  -  etwas  zu  ändern. 
Zwar trifft es zu, dass den Aussagen einer asylsuchenden Person zu 
den Asylgründen in der Empfangsstelle angesichts des summarischen 
Charakters der Befragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit  nur 
ein beschränkter Beweiswert zukommt (vgl. Entscheidungen und Mit-
teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 
Nr. 7 E. 6.2.1 S. 66 und die dort zitierte, weiterhin gültige Praxis). Al-
lerdings  kann,  entgegen  den  Ausführungen  auf  Beschwerdeebene 
(vgl. Beschwerde vom 28. November 2005, S. 3 Pkt. 2 Absatz 2), das 
Empfangsstellenprotokoll  bei  der Entscheidfindung - unter Beachtung 
oben erwähnter Einschränkung - durchaus berücksichtigt werden. 

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Ergänzend zu den Erwägungen der Vorinstanz kann beigefügt werden, 
dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage war, substanziierte und 
konkrete Angaben zur Anzahl und zu den ungefähren Daten der Besu-
che von V. und der drei Männer zu machen, aufgrund derer er in der 
Folge von den beiden unbekannten Personen bedroht worden sei. Zu-
sammenfassend  sind  die  geltend  gemachten,  die  Flucht  angeblich 
auslösenden Vorkommnisse vom Herbst 2004 als unglaubhaft zu be-
zeichnen. Entsprechend erscheint das Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers, wonach er aufgrund der Ereignisse vom Herbst 2004 begründete 
Furcht vor Verfolgung habe, ebenfalls nicht glaubhaft, und es erübrigt 
sich, darauf weiter einzugehen. An dieser Erkenntnis vermag das vom 
Beschwerdeführer  eingereichte  Beweismittel  (Bestätigungsschreiben 
seines vormaligen Arbeitgebers) offensichtlich nichts zu ändern. Abge-
sehen davon, dass sich der Beschwerdeführer eines Kommentars ent-
hält, wann ihm dieses undatierte Schreiben zugegangen sei, ist dazu 
festzustellen,  dass  sowohl  der  darauf  angegebene  Name  des  Ge-
schäfts als auch die Adresse nicht mit den Angaben übereinstimmen, 
welche der Beschwerdeführer bei der kantonalen Anhörung zu seinem 
Arbeitgeber gemacht hat (vgl. Akten BFM A 5 S. 6), so dass der Be-
schwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag. 

Weiter hat  die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend 
festgehalten, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte ein-
monatige  Inhaftierung  im  Jahre  2002  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise 
Ende November 2004 zu weit zurücklag, um asylrechtlich relevant zu 
sein, zumal aufgrund der Vorbringen nicht geschlossen werden kann, 
dass ihm daraus weitere  Nachteile  erwachsen sind. Zwar machte er 
geltend, in den Jahren 2002 bis 2004 gelegentlich in kleinere Polizei-
kontrollen geraten zu sein, ohne diese indessen in einen direkten Zu-
sammenhang mit der geltend gemachten Verhaftung zu bringen. In Be-
zug auf diese polizeilichen Kontrollen teilt das Bundesverwaltungsge-
richt die Ansicht der Vorinstanz, wonach diesen aufgrund  mangelnder 
Intensität die Asylrelevanz abzusprechen ist. 

Der  Vollständigkeit  halber  ist  schliesslich  festzuhalten,  dass  der  Be-
schwerdeführer  gemäss eigenen Angaben seinen Heimatstaat  offen-
bar mit einem auf den eigenen Namen lautenden Reisepass über den 
notorisch gut kontrollierten Flughafen von Colombo verlassen konnte, 
woraus zu schliessen ist, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise seitens 
der staatlichen Behörden offensichtlich nichts zu befürchten hatte.

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4.7 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer 
keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft geltend zu ma-
chen vermochte. Er kann nicht  als  Flüchtling anerkannt  werden. Die 
Vorinstanz  hat  sein  Asylgesuch  demnach  - auch  unter  Berücksichti-
gung  der  zwischenzeitlich  stark  veränderten  Umstände  im  Heimat-
land - zu Recht  abgelehnt. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf 
die weiteren Vorbringen in der Beschwerdeschrift näher einzugehen.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Voll-
zug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglich-
keit)  sind alternativer Natur. Sobald eine von ihnen erfüllt  ist,  ist  der 
Vollzug  der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die 
weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über 
die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl.  EMARK  2006  Nr. 6  E. 4.2 
S. 54 ff.). 

Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung aus den nachfolgend 
aufgezeigten Gründen als unzumutbar erweist, kann auf eine Erörte-
rung der beiden anderen Kriterien - insbesondere der Zulässigkeit des 
Wegweisungsvollzuges - verzichtet werden.

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6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  - unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.4 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  einem  publizierten  Ent-
scheid (BVGE 2008/2) eine umfassende Analyse der Situation in Sri 
Lanka vorgenommen. Dabei wurde im Ergebnis festgestellt,  dass die 
vormals von der  ARK festgelegte  Praxis,  wonach ein Wegweisungs-
vollzug  in  die  Nordprovinz  (Distrikte  Kilinochchi,  Mannar,  Vavuniya, 
Mullaitivu und Jaffna) unzumutbar sei, bestätigt und fortgesetzt werde. 
Zudem  wurde  der  Wegweisungsvollzug  in  die  Ostprovinz  (Distrikte 
Trincomalee,  Batticaloa  und  Ampara)  ebenfalls  als  unzumutbar  be-
zeichnet. Im Weiteren wurde festgestellt, dass  die Anerkennung einer 
innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes und da-
mit die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in den Grossraum Co-
lombo für  sri-lankische Asylsuchende tamilischer Ethnie,  welche aus 
der Nord- oder Ostprovinz stammen, das Vorliegen besonders begüns-
tigender Faktoren, wie die Existenz eines tragfähigen familiären oder 
sozialen  Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussicht  auf  eine  gesicherte 
Einkommens- und Wohnsituation voraussetzt (a.a.O., E 7.6.2). Für sri-
lankische  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie,  welche  aus  dem Gross-
raum Colombo oder  dessen Umgebung stammen und  dort  über  ein 
tragfähiges  Familien-  oder  Beziehungsnetz  verfügen  und  mit  einer 
konkreten  Unterkunftsmöglichkeit  rechnen  können,  ist  grundsätzlich 
von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in diese Gebiete aus-
zugehen, wobei die Dauer der Landesabwesenheit mitzuberücksichti-
gen ist; je kürzer der Aufenthalt in Colombo dauerte und je weiter er 
zeitlich zurückliegt, desto höhere Anforderungen sind an das Vorliegen 
eines tatsächlichen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes zu stel-
len (a.a.O., E 7.6.1).

6.5

6.5.1 Der  Beschwerdeführer  stammt  ursprünglich  aus  Jaffna 
(Nordprovinz)  und  lebte  von 1995  bis  1998  im  Gebiet  Vanni. Da  er 
aber gemäss eigenen Angaben mit seiner Familie seit 1998 bis zu sei-

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ner Ausreise in  Colombo gelebt  hat  und über eine dort  ausgestellte 
Identitätskarte verfügt (vgl. A 1 S. 1 und 3), ist er als Tamile anzuse-
hen,  welcher  sich  vor  seiner  Ausreise  legal  in  Colombo aufgehalten 
hat.

6.5.2 Gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers haben sein 
Vater, seine beiden Schwestern und zwei seiner Brüder Sri Lanka be-
reits  vor  ihm verlassen. Der  Vater  und  die  Schwestern  leben  in  der 
Schweiz, die Brüder in Dänemark beziehungsweise England. Gemäss 
seinen Ausführungen in der Stellungnahme vom 15. April 2008 haben 
zwischenzeitlich auch seine Mutter und sein jüngster Bruder das Hei-
matland verlassen. Beide seien vor zwei Jahren mit einem Besuchervi-
sum in die Schweiz gereist. Nach dessen Ablauf habe der Bruder in 
Frankreich  ein  Asylgesuch gestellt.  Seine  Mutter  sei  zu  ihrem Sohn 
nach  Dänemark  gereist.  Abklärungen  des  Bundesverwaltungsgericht 
haben  ergeben,  dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  am  12. Juli 
2005 von der Vorinstanz in der Schweiz vorläufig aufgenommen wur-
de. Seine  beiden  Schwestern  leben  seit  mehreren  Jahren  mit  einer 
Niederlassungsbewilligung  "C"  beziehungsweise einer  Aufenthaltsbe-
willigung "B" in der Schweiz. Die Mutter des Beschwerdeführers hält 
sich seit dem 6. Mai 2008 in der Schweiz auf, wo sie ein Asylgesuch 
stellte  (N  (...)).  Mit  - unangefochten  in  Rechtskraft  erwachsener - 
Verfügung vom 29. August 2008 wurde sie von der Vorinstanz vorläufig 
aufgenommen. Ein Beizug ihrer Akten bestätigt sodann das Vorbringen 
des Beschwerdeführers,  wonach auch sein jüngster Bruder das Hei-
matland verlassen habe und sich nun in Frankreich aufhalte. Aus die-
sen Erwägungen ergibt sich, dass keine Verwandten und Familienan-
gehörigen des Beschwerdeführers mehr im Süden des Landes leben. 
Weiterhin  bestehende  freundschaftliche  Beziehungen,  beispielsweise 
zum vormaligen Arbeitgeber  oder  einem früheren Vermieter,  können 
ebenfalls  nicht  als  aktenkundig bezeichnet  werden. Diese wären ge-
genüber dem Beschwerdeführer allerdings in keiner Art und Weise un-
terstützungspflichtig. Daneben verfügt der Beschwerdeführer zwar of-
fenbar noch über eine  Tante, bei welcher er sich vor seiner Ausreise 
versteckt  habe  (vgl.  A 5  S. 19).  Es  liegen  aber  keine  hinreichenden 
Grundlagen zur Annahme vor, dass er auf eine weitergehende Unter-
stützung durch diese zählen könnte. Zudem kann nicht davon ausge-
gangen  werden,  dass  er  nach  fast  vierjähriger  Ortsabwesenheit  an 
möglicherweise  vorbestehende  andere  soziale  Kontakte  anknüpfen 
könnte. Angesichts dieser Umstände ist davon auszugehen, dass er in 
Colombo kein gesichertes und tragfähiges Familien- oder Beziehungs-

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netz hat, welches in der Lage wäre, längerfristig eine Unterkunftsmög-
lichkeit zu gewährleisten und bei der Reintegration und der Existenzsi-
cherung Hilfe zu bieten. Angesichts der schwierigen Situation der tami-
lischen  Bevölkerung  auch  in  Colombo vermag  der  Umstand  alleine, 
dass  der  Beschwerdeführer  allenfalls  mit  der  finanziellen  Unterstüt-
zung seiner im Ausland lebenden Angehörigen rechnen könnte, keine 
zumutbare Existenz in seinem Heimatland zu gewährleisten.

Der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka ist unter diesen Umstän-
den im heutigen Zeitpunkt als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 
AuG zu qualifizieren.

6.5.3 Im Übrigen liegen gemäss Aktenlage keine Gründe für den Aus-
schluss von der vorläufigen Aufnahme gemäss Art. 83 Abs. 7 AuG vor. 
Somit  sind  die  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  vorläufigen 
Aufnahme erfüllt.

6.6 Angesichts dieses Ergebnisses erübrigt es sich, auf die weiteren 
Vorbringen in den Eingaben im Detail einzugehen, da sie am Ergebnis 
nichts zu ändern vermögen. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde, 
soweit den Vollzug der Wegweisung betreffend, gutzuheissen, die Zif-
fern  4  und  5  des  Dispositivs  der  Verfügung  des  Bundesamtes  vom 
27. Oktober  2005  sind  aufzuheben  und  dieses  ist  anzuweisen,  den 
Aufenthalt  des Beschwerdeführers in  der  Schweiz nach den Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer zu-
folge Unterliegens im Asylpunkt praxisgemäss um die Hälfte reduzierte 
Verfahrenskosten  von  Fr. 300.-  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5 
VwVG sowie Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG).

8.
Nachdem der Beschwerdeführer teilweise - hinsichtlich der Frage des 
Wegweisungsvollzuges -  mit  seiner  Beschwerde durchgedrungen  ist, 
ist  dem vertretenen Beschwerdeführer für  die ihm erwachsenen not-
wendigen und verhältnismässig hohen Kosten eine um die Hälfte redu-
zierte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. 
Art. 37 VGG; Art. 7 ff. VGKE). 

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Der Rechtsvertreter hat auf Einladung des Bundesverwaltungsgerichts 
am 11. Juli 2009 eine Kostennote eingereicht und seinen Aufwand auf 
insgesamt 7.5 Stunden zu Fr. 150.- sowie Auslagen in der Höhe von 
Fr. 25.- beziffert, was einem Gesamtaufwand von Fr. 1150.- entspricht. 
Eine Mehrwehrtsteuer wird vom Rechtsvertreter in seiner Kostennote 
nicht  geltend  gemacht.  Der  angegebene  Stundenaufwand  wird  vom 
Gericht  als  angemessen  betrachtet.  Die  um  die  Hälfte  reduzierte 
Parteientschädigung  ist  deshalb  auf  Fr. 575.-  (inkl.  Auslagen)  fest-
zusetzen und dem Beschwerdeführer von der Vorinstanz zu entrichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  betreffend  den  Vollzug  der  Wegweisung 
gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der  Verfügung  vom 27. Oktober 
2005  werden  aufgehoben  und  das  BFM  wird  angewiesen,  den 
Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  von 
Fr. 575.- zu erstatten.

5.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM sowie die kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

Versand:

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