# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** acf3e02a-9aa9-5c08-a611-df12221733ac
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 14.12.2023 B 2023/188
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-188_2023-12-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/188

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 26.01.2024

Entscheiddatum: 14.12.2023

Entscheid Verwaltungsgericht, 14.12.2023
Ausländerrecht, nachehelicher Härtefall, Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG. 
Die Aufent-haltsbewilligung der Beschwerdeführerin, welche ihr aufgrund 
des Familiennachzuges gemäss Art. 42 Abs. 1 AIG erteilt wurde, wurde mit 
Auflösung der Ehe widerrufen. Da die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer 
Mitwirkungspflicht weder genügend Beweise für die häusliche Gewalt noch 
für ein schwerwiegendes psychisches Problem, das einen Verbleib in der 
Schweiz rechtfertigen würde, erbringen konnte, wurde die Beschwerde 
abgewiesen. Der Umstand, dass eine Beziehung unglücklich und in der 
Beendigungsphase punktuell auch angespannt und belastend verlaufen ist, 
genügt nicht, um einen nachehelichen Härtefall zu begründen 
(Verwaltungsgericht, B 2023/188). Auf eine gegen dieses Urteil erhobene 
Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 7. Februar 2024 nicht ein 
(Verfahren 2C_66/2024) (Verfahren 2C_66/2024)

Entscheid vom 14. Dezember 2023

Besetzung

Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; a.o. 

Gerichtsschreiber Katirci

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, Rhyner Lippuner Bertschinger, 

St. Gallerstrasse 46, Postfach 745, 9471 Buchs,

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St.Galler Gerichte

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Widerruf der Aufenthaltsbewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.__ ist mexikanische Staatsangehörige. Sie reiste am 26. Mai 2015 mit ihrer damals 

dreizehnjährigen Tochter C.__ in die Schweiz ein. Am 21. August 2015 heiratete A.__ in 

Z.__ den Schweizer Bürger D.__. Ihr wurde daraufhin im Rahmen des 

Familiennachzugs die Aufenthaltsbewilligung erteilt. Am 31. Dezember 2015 reiste sie 

gemeinsam mit ihrer Tochter nach Mexiko zurück und meldete sich beim 

Einwohneramt in Z.__ ab.

B.

Am 8. Mai 2021 reiste A.__ erneut in die Schweiz ein. Das am 28. Mai 2021 

eingereichte Gesuch um Familiennachzug wurde am 2. August 2021 gutgeheissen. 

A.__ erhielt eine Aufenthaltsbewilligung, gültig bis 26. März 2030.

C.

Mit Schreiben vom 29. November 2021 und 17. Dezember 2021 teilte D.__ dem 

Migrationsamt mit, dass sein Ehewille erloschen sei. Er reichte ein Eheschutzbegehren 

zu den Akten, das die Regelung der Trennung zum Gegenstand hatte. Am 1. Februar 

2022 zog A.__ in eine eigene Wohnung. Mit Entscheid des Kreisgerichts E.__ vom 28. 

November 2022 wurde die Ehe zwischen A.__ und D.__ geschieden.        

Nachdem das Migrationsamt A.__ das rechtliche Gehör gewährt hatte, widerrief es 

deren Aufenthaltsbewilligung mit Verfügung vom 5. September 2022 und wies sie aus 

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der Schweiz weg. Der dagegen erhobene Rekurs wurde vom Sicherheits- und 

Justizdepartement mit Entscheid vom 4. September 2023 abgewiesen.

D.

Mit Eingabe vom 19. September 2023 erhob A.__ (Beschwerdeführerin) beim 

Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid des Sicherheits- und 

Justizdepartements (Vorinstanz) vom 4. September 2023. Mit Beschwerdeergänzung 

vom 30. Oktober 2023 beantragte sie die Aufhebung des angefochtenen Entscheids 

und die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, eventualiter die Verlängerung ihrer 

Aufenthaltsbewilligung mindestens für die Dauer eines Jahres; subeventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Mit Vernehmlassung vom 23. November 2023 beantragte die 

Vorinstanz unter Verweis auf ihren Entscheid vom 4. September 2023 die Abweisung 

der Beschwerde. Der Rechtsvertreter machte mit Eingabe vom 30. November 2023 für 

den Fall des Obsiegens eine Parteientschädigung von pauschal CHF 3'300 geltend.      

Auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin und die Akten wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin 

ist als Adressatin des ablehnenden Rekursentscheides zur Beschwerde legitimiert 

(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den 

Rekursentscheid vom 4. September 2023 wurde mit Eingabe vom 19. September 2023 

und Ergänzung vom 30. Oktober 2023 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller sowie 

inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 

Abs. 1 VRP, Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Darauf ist einzutreten.

2.

Der Beschwerdeführerin wurde gestützt auf Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (SR 142.20, AIG) am 2. 

August 2021 eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu ihrem Schweizer 

Ehegatten erteilt. Nach Aufhebung des ehelichen Haushalts wurde diese 

Aufenthaltsbewilligung widerrufen. Gegen diesen Widerruf bringt die 

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Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, sie habe gestützt auf Art. 50 AIG Anspruch 

auf Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, da sie sich sehr gut 

integriert habe und das Zusammenleben der Eheleute nahezu drei Jahre gedauert 

habe. Sie habe keine Schulden und sei im Strafregister nicht verzeichnet. Zudem sei 

sie Opfer psychischer Gewalt ihres Ehemannes geworden, was von diesem 

eingestanden werde. Sie habe sich deswegen am 28. Dezember 2021 ins Frauenhaus 

begeben müssen. Eine Rückkehr nach Mexiko sei nicht zumutbar, da sie gemäss 

psychiatrischer Facheinschätzung aufgrund der aktuellen Umstände wie auch des 

Suizids der Tochter selber suizidgefährdet sei, wenn sie dorthin zurückkehren müsste. 

Der behandelnde Psychiater empfehle für eine weitere Stabilisierung ihres 

Gesundheitszustands eine Fortdauer der Behandlung von mindestens zwölf Monaten. 

Am 17. Dezember sei zudem der Geburtstag der Tochter, danach komme Weihnachten 

und am 16. Februar sei der Todestag der Tochter. Dies seien alles sehr sensible Daten, 

an denen sie an ihre Tochter erinnert werde; dies lege nahe, die Aufenthaltsbewilligung 

zumindest um ein Jahr zu verlängern.

3.  

Die streitgegenständliche Aufenthaltsbewilligung wurde der Beschwerdeführerin 

gestützt auf ihre Ehe mit einem Schweizer Staatsangehörigen erteilt (Art. 42 Abs. 1 

AIG). Die Scheidung dieser Ehe lässt den Anspruch der Beschwerdeführerin auf einen 

weiteren Verbleib in der Schweiz grundsätzlich dahinfallen (Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG). 

Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdeführerin aus Art. 50 Abs. 1 AIG einen 

Anspruch auf Aufrechterhaltung ihrer Aufenthaltsbewilligung ableiten kann. Gemäss 

dieser Bestimmung hat ein Ehegatte nach Auflösung der Ehe Anspruch auf Erteilung 

und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn die Ehegemeinschaft mindestens 

drei Jahre bestanden hat und die Integrationskriterien nach Art. 58a erfüllt sind (lit. a) 

oder wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz 

erforderlich machen (lit. b). Wichtige persönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG 

können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin Opfer ehelicher Gewalt wurde oder 

die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung 

im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG).

3.1. 

Für die Berechnung der dreijährigen Frist gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ist nach der 

Rechtsprechung auf die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft abzustellen 

(vgl. BGE 140 II 345 E. 4.1, 140 II 289 E. 3.5.1, 136 II 113 E. 3.3). Massgeblicher 

Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist in 

3.2. 

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der Regel die Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft (vgl. BGE 136 II 113 E. 3.2). Eine 

(relevante) Ehegemeinschaft liegt vor, solange die eheliche Beziehung tatsächlich 

gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht (vgl. BGE 138 II 229 E. 2). Mehrere 

Phasen des Zusammenlebens, unterbrochen durch Trennungsphasen, können bei der 

Berechnung der Dreijahresfrist addiert werden, sofern die ernsthafte Weiterführung der 

Ehegemeinschaft noch beabsichtigt wird (vgl. BGE 140 II 345 E. 4.5.2, mit Hinweisen). 

Die Frist nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG gilt absolut; bereits das Fehlen weniger Wochen 

oder Tage schliesst den Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung aus 

(vgl. BGer 2C_281/2017 vom 26. März 2018 E. 2.2, mit Hinweisen).      

Die Voraussetzungen für eine Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG sind vorliegend nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin lebte 

im Rahmen ihres ersten Aufenthalts in der Schweiz für einen Zeitraum von vier 

Monaten (vom 21. August 2015 bis 31. Dezember 2015) und seit der erneuten Einreise 

in die Schweiz für einen Zeitraum von weiteren neun Monaten (vom 8. Mai 2021 bis 1. 

Februar 2022) mit ihrem Ehemann zusammen. Ein allfälliges Zusammenleben in Mexiko 

während den Jahren 2015 bis 2021 ist gemäss den vorstehenden Ausführungen nicht 

zu berücksichtigen. Das eheliche Zusammenleben in der Schweiz hat somit höchstens 

13 Monate angedauert. Die Dreijahresfrist, nach welcher gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a 

AIG unter Umständen eine nacheheliche Härtefallbewilligung erteilt werden könnte, ist 

damit vorliegend nicht erreicht.

Zu prüfen ist damit, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Beibehaltung ihrer 

Aufenthaltsbewilligung aus Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AIG 

ableiten kann. Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang einerseits 

geltend, Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein (vgl. hierzu E. 3.4 hiernach); 

anderseits bringt sie vor, ihr sei eine Rückkehr nach Mexiko (derzeit) nicht zumutbar 

(vgl. hierzu E. 3.5 hiernach).

3.3. 

 3.4. 

Ein wichtiger persönlicher Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG kann zunächst in 

ehelicher Gewalt begründet liegen (Art. 50 Abs. 2 AIG). Die Gewährung eines 

Aufenthaltsrechts für Opfer ehelicher Gewalt nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG soll 

verhindern, dass eine von ehelicher Gewalt betroffene Person nur deshalb in einer für 

sie objektiv unzumutbaren ehelichen Gemeinschaft verbleibt, weil die Trennung für sie 

3.4.1. 

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nachteilige ausländerrechtliche Folgen zeitigen würde (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2). 

Erfasst ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich jede Form ehelicher bzw. häuslicher 

Gewalt, sei sie physischer oder psychischer Natur (BGE 138 II 229 E. 3.3.3 S. 237; 

BGer 2C_2/2015 vom 13. August 2015 E. 2.4.1 und 2C_165/2018 vom 19. September 

2018 E. 2.1). Häusliche Gewalt bedeutet Misshandlung mit dem Ziel, Macht und 

Kontrolle auszuüben. Nicht jede unglückliche, belastende und nicht den eigenen 

Vorstellungen entsprechende Entwicklung einer Beziehung rechtfertigt es, von einem 

nachehelichen Härtefall im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG auszugehen (vgl. BGE 138 

II 229 E. 3.2.2 sowie BGer 2C_460/2017 vom 23. März 2018 E. 3.2 und 2C_771/2017 

vom 8. Februar 2018 E. 3.2).

Die ausländische Person, welche geltend macht, Opfer ehelicher oder häuslicher 

Gewalt geworden zu sein, trifft bei den Feststellungen des Sachverhalts eine 

weitreichende Mitwirkungspflicht (vgl. hierzu BGE 138 II 229 E. 3.2.3, 124 II 361 E. 2b). 

Sie muss die eheliche Gewalt bzw. häusliche Oppression und deren Schwere in 

geeigneter Weise glaubhaft machen (Arztberichte oder psychiatrische Gutachten, 

Polizeirapporte, Berichte/Einschätzungen von Fachstellen [Frauenhäuser, Opferhilfe 

usw.], Aussagen von Angehörigen oder Nachbarn usw.; siehe auch Art. 77 Abs. 5 und 

6 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE). 

Erst in diesem Fall trifft die Bewilligungs- bzw. die Beschwerdeinstanz im Rahmen der 

Untersuchungsmaxime eine eigenständige Abklärungspflicht. Allgemein gehaltene 

Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genügen hierzu nicht; wird 

häusliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, muss vielmehr die 

Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus 

entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und 

beweismässig unterlegt werden (vgl. BGer 2C_585/2020 vom 22. März 2021 E. 3.2.2).

3.4.2. 

Die Vorinstanz erwog, allein die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin Ende 2021 ins 

Frauenhaus eingetreten sei, reiche als Beleg für eheliche Gewalt nicht aus. Die 

Beschwerdeführerin habe es in Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht unterlassen, Belege 

für ihre Behauptung beizubringen, von ihrem Ehemann bedroht, angeschrien und 

herabwürdigend behandelt worden zu sein; auch fehlten weitergehende Ausführungen 

beispielsweise zur Intensität und Systematik der Gewalt, der zeitlichen Dauer und der 

daraus entstandenen subjektiven Belastung. Insgesamt erschöpften sich die 

diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin in abstrakten Behauptungen, die 

nicht ausreichten, um einen nachehelichen Härtefall zu begründen (act. 2, E. 3b/aa).     

3.4.3. 

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Diese Würdigung ist nicht zu beanstanden. Weder im Verfahren vor dem Migrationsamt 

(act. MA, S. 165, S. 188 ff.) noch im Rekursverfahren (act. 13/1, S. 5) hat die 

Beschwerdeführerin die behaupteten Übergriffe vonseiten ihres Ehemannes näher 

substantiiert oder mit Beweismitteln unterlegt; aus den Akten geht vielmehr hervor, 

dass sie fast unmittelbar nach ihrer Wiedereinreise in die Schweiz eine Beziehung zu 

einem anderen Mann aufgenommen hat (vgl. act. MA, S. 207 ff., insbesondere S. 211, 

S. 229, S. 245), was ihrer Darstellung, in einer von psychischer Gewalt geprägten Ehe 

gefangen gewesen zu sein (vgl. act. MA, S. 189), augenscheinlich diametral 

widerspricht. Auch auf Beschwerdeebene führt die Beschwerdeführerin nicht näher 

aus, worin die psychische Gewalt des Ehemannes konkret bestanden haben soll. Als 

Beweismittel reicht sie einzig ein Schreiben ihres Ex-Mannes vom 30. Oktober 2023 zu 

den Akten (act. 10/1). Darin führt dieser aus, dass aus Trauer Streit geworden sei, dass 

sie sich nur noch gestritten hätten, dass es gegenseitige Schuldzuweisungen gegeben 

habe, dass er keine Nerven mehr gehabt habe, dass er heute wisse, dass Wörter mehr 

verletzen könnten als Schläge, und dass ihm alles leidtue; heute würden sie wieder 

miteinander sprechen. Konkrete Hinweise auf Ausübung psychischer Gewalt lassen 

sich (auch) diesem Schreiben nicht entnehmen. Vielmehr entsteht der Eindruck einer 

gescheiterten Ehe, wie dies sehr häufig vorkommt. Der Umstand, dass eine Beziehung 

unglücklich und in der Beendigungsphase punktuell auch angespannt und belastend 

verlaufen ist, genügt nicht, um einen nachehelichen Härtefall zu begründen (vgl. E. 

3.4.1 hiervor).

 3.5. 

Nach Art. 50 Abs. 2 AIG kann ein wichtiger Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG 

auch vorliegen, wenn die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet 

erscheint (BGE 138 II 229 E. 3.1; 136 II 1 E. 5). Bei der Prüfung dieser Frage sind 

sämtliche Aspekte des Einzelfalles mitzuberücksichtigen, namentlich auch die in Art. 31 

Abs. 1 VZAE erwähnten Gesichtspunkte. Erforderlich ist, dass die persönliche, 

berufliche und familiäre Wiedereingliederung als stark gefährdet erscheint; nicht 

entscheidend ist hingegen, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre und − aus 

welchen Gründen auch immer − vorgezogen würde. Ein nachehelicher Härtefall setzt 

aufgrund der konkreten Umstände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das 

Privat- und Familienleben der ausländischen Person voraus, die mit ihrer 

Lebenssituation nach dem Dahinfallen der Anwesenheitsberechtigung verbunden sind 

(vgl. zum Ganzen BGer 2C_837/2016 vom 23. Dezember 2016 E. 4.3.1).

3.5.1. 

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Die Vorinstanz hat diesbezüglich erwogen, die Beschwerdeführerin habe abgesehen 

von ihrem relativ kurzen Aufenthalt in der Schweiz ihr gesamtes Leben in Mexiko 

verbracht und sei dort zwei Jahre als Schneiderin tätig gewesen. Es sei somit davon 

auszugehen, dass sie in ihrem Heimatland über ein intaktes soziales Netz und über 

hinreichende berufliche Aussichten verfüge. Ausserdem habe sie mit ihrem Ehemann 

gemeinsames Wohneigentum in Mexiko erworben; nach der Pensionierung des 

Ehemannes hätten sie eine gemeinsame Rückreise nach Mexiko geplant gehabt. Das 

Vorbringen, eine Rückreise sei unzumutbar, weil es sich bei Mexiko um ein unsicheres 

Drittland handle, vermöge deshalb nicht zu überzeugen. Der Suizid der Tochter stelle 

alsdann unbestrittenermassen eine psychische Belastung für die Beschwerdeführerin 

dar. Allerdings verfüge Mexiko vor allem in Grossstädten wie Y.__, wo die 

Beschwerdeführerin zuletzt wohnhaft gewesen sei, über eine gute 

Gesundheitsversorgung, weshalb auch diesbezüglich keine Gefährdung der sozialen 

Wiedereingliederung vorliege. Alsdann könne von einer fortgeschrittenen Integration 

und besonders starken Verwurzelung bei einer Aufenthaltsdauer von etwas mehr als 

zwei Jahren nicht gesprochen werden. Es erscheine somit zumutbar, dass die 

Beschwerdeführerin in ihre Heimat zurückkehre.

3.5.2. 

Was die Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Heimatland angeht, hat die 

Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene ein Attest vom 19. September 2023 von 

F.__, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eingereicht, wonach sie bei 

diesem seit dem 20. Dezember 2022 in fachärztlicher Behandlung sei und momentan 

an einem depressiven Syndrom leide (act. 10/2). In dem Attest wird ausgeführt, dass 

die Beschwerdeführerin suizidgefährdet sei, wenn sie nach Mexiko zurückkehren 

müsste. Für die Stabilisierung ihres Zustandes sei zu empfehlen, die Behandlung 

während eines Zeitraumes von mindestens zwölf Monaten fortzuführen. Im 

Rekursverfahren wurde bereits ein nahezu identisches Schreiben vom 15. Februar 2023 

eingereicht; darin wurde eine Behandlung bis Ende 2023 / Anfang 2024 gefordert 

(act. 13/11.5). Beiden Attesten fehlt es an einer exakten Diagnose oder an Angaben zu 

Therapieform und -intensität. Es bleibt weiter offen, weshalb die Behandlung gerade für 

ein Jahr fortgesetzt werden und zwingend in der Schweiz stattfinden müsste. Auch 

wird nicht erwähnt, weshalb eine Rückkehr Ende 2023 / Anfang 2024 entgegen den 

Angaben im früheren Attest vom 15. Februar 2023 mittlerweile nicht (mehr) möglich 

sein soll. Nachdem die Vorinstanz unter Hinweis auf Fachliteratur unwidersprochen 

festgestellt hat, dass in Mexiko − insbesondere in Grossstädten wie Y.__, wo die 

3.5.3. 

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4.

Nach dem vorstehend Ausgeführten kann die Beschwerdeführerin weder aus einem 

nachehelichen Härtefall (Art. 50 Abs. 1 AIG) noch aus dem Anspruch auf Achtung des 

Familien- und Privatlebens (Art. 8 EMRK, Art. 13 BV) einen Anspruch auf Verlängerung 

der Aufenthaltsbewilligung ableiten. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.

Beschwerdeführerin vor ihrer Wiedereinreise in die Schweiz gelebt hat − die 

psychiatrische Gesundheitsversorgung gewährleistet ist, ist nicht ersichtlich, inwiefern 

die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin ihre soziale Wiedereingliederung im 

Heimatland gefährden könnten.

Auch sonst ist kein Anwendungsfall von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG gegeben: Die 

Beschwerdeführerin hat den Grossteil ihres Lebens in Mexiko verbracht. Nachdem sie 

im Jahre 2015 im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung in der 

Schweiz erhielt, kehrte sie nach nur vier Monaten freiwillig nach Mexiko zurück. Die 

Beschwerdeführerin verfügt in Mexiko über eine Eigentumswohnung und hatte vor, mit 

ihrem Ehemann nach der Pension dorthin zurückzukehren. Aus den Akten ist nicht 

ersichtlich, weshalb Mexiko für die Beschwerdeführerin ein unsicheres Land darstellen 

sollte. Auch die Ausführungen in der Stellungnahme vom 16. Februar 2022, die aus 

einer Kopie der EDA Website bestehen (act. MA, S. 188 ff., insbesondere S. 192 ff.), 

zeigen nicht auf, weshalb eine Rückreise spezifisch für die Beschwerdeführerin nicht 

möglich sein sollte. Allgemeine Hinweise genügen nicht, um eine Gefährdung der 

sozialen Eingliederung geltend zu machen. Die Beschwerdeführerin arbeitete in Mexiko 

während zwei Jahren als Schneiderin und verfügt 

somit über Möglichkeiten, sich dort beruflich wieder einzugliedern. Während ihres 

Aufenthalts in der Schweiz hat sich die Beschwerdeführerin zwar gut integriert; 

insbesondere steht sie finanziell auf eigenen Beinen. Eine erfolgreiche Integration 

genügt jedoch für sich genommen nicht für eine Bewilligung nach Art. 50 Abs. lit. b AIG 

(BGer 2C_685/2021 vom 4. Oktober 2021 E 4.4). Deshalb vermögen die 

Integrationsbemühungen der Beschwerdeführerin am Entscheid der Vorinstanz nichts 

zu ändern. Es ist ihr auch unter diesem Gesichtspunkt zuzumuten, die Schweiz zu 

verlassen und nach Mexiko in ihr gewohntes soziales Umfeld zurückkehren. Aufgrund 

der fehlenden familiären Beziehungen und hinreichend langen Aufenthaltsdauer kann 

die Gesuchstellerin auch keine Ansprüche aus Art. 8 der Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) bzw. Art. 13 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) ableiten.

3.5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

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5.

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 

1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie 

ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Aufgrund des Unterliegens besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98  VPR).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500 gehen zulasten der 

Beschwerdeführerin. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt.

3.

Es wird keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen.

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