# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** acf8ff03-a9d6-525f-966b-5c351f5adac2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-31
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung IV-Rente, auf SMAB-Gutachten abgestellt, Zusprache einer befristeten Rente rechtens, im Übrigen kein Rentenanspruch.
**Docket/Reference:** IV.2017.00513
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00513.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00513
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil
vom
31. Oktober 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
Direktion Bern,
Y.___
Monbijoustrasse
68, Postfach, 3001 Bern
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1970 geborene
X.___
(verheiratet und Mutter von 2 erwach
senen Kindern) arbeitete zuletzt seit April 2011 im Nagelstudio
A.___
als
Nailstylistin
bei einem 70%-Pensum (Urk. 6/4 und Urk. 6/
1
3
)
.
Am 28.
Oktober 2014 (Eingangsdatum) meldete
sie sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung
(Urk. 6/1). N
ach einem Gespräch (Urk. 6/2)
reichte die Versicherte der IV-Stelle am 1
9.
November 2014 (Eingangs
datum)
ihre
Anmeldung zum Leis
tungsbezug ein (Urk. 6/4). Die IV-Stelle
traf me
dizinische
und erwerbliche Abklärungen
und führte eine Eingliederungsberatung durch. Mit Mitteilungen vom 3. Dezember 2014
übernahm die IV-Stelle
im Rah
men der Frühintervention
die Kosten für Arbeitsvermittlung direkt via
B.___
AG für die Zeitspanne vom 1. April bis längstens 30. September 2015 (Urk. 6/11) und schloss
im Ü
brigen
die berufliche Eingliederung ab (Urk. 6/10).
Im Weiteren
zog die
IV-Stelle die
Akten der Krankentaggeldversicherung Allianz Suisse Versiche
rungsgesellschaft AG bei
und liess
X.___
durch die
C.___
polydisziplinär begutachten (
C.___
-Gutachten vom 8. Juli 2016, Urk. 6/50)
.
Mit Vorbescheid vom 18. Juli 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache
einer vom 1. August bis 3
0.
Novem
ber 2015 befristeten ganzen Invalidenrente in Aussicht (Urk. 6/56), wogegen sie am 21.
Juli respektive 5. September 2016 Einwand erhob (Urk. 6/57 und Urk. 6/60 in Verbindung mit Urk. 6/62). Am
11. November
2016
erfolgte eine ergänzende Stellungnahm
e durch die
C.___
(
Urk. 6/64-65).
Mit Eingabe vom 10. Februar 2017 nahm die Versicherte Stellung dazu (Urk. 6/71, unter Beilage diverse
r
Arztberichte, Urk. 6/72). Mit Verfügung vom 31.
März
2017 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 70 % eine vom 1. August bis 30. November 2015 befristete ganze Invalidenrente zu (
Urk. 6/75 in Ver
bindung mit Urk. 6/78-84 =
Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
am 9.
Mai 2017 Beschwerde und bean
tragte, es seien unter Aufhebung der Verfügung vom 31. März 2017 weitere Ab
klärungen zu tätigen und es sei die Anspruchsberechtigung ab 1. Dezember 2015 neu zu prüfen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer
Akten
, Urk. 6/1-86), was der Beschwerdeführerin am
21. Juni 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird -
soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
qualifizierte
die Beschwerdeführerin als mutmasslich zu 70 % im Erwerbsbereich und zu 30 % im Haushalt tätig
und ging in der ange
fochtenen Verfügung vom 31. März 2017 (Urk. 2)
gestützt auf das
C.___
-Gutachten vom 8. Juli 2016 davon aus, dass der Beschwerdeführerin ab August 2014 keine berufliche Tätigkeit möglich gewesen sei, sich ihr Gesundheitszustand aber insoweit gebessert
habe
, dass ihr seit September 2015 die bisherige Tätigkeit wieder zu 75 % zumutbar sei. Für die Zeit vom 1. August 2015 (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG und Art. 29 Abs. 1 IVG) bis 3
0.
November 2015 (Verbesserung ab 1. September 2015 plus 3 Monate, Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]) habe die Beschwerdeführerin
- unter Anwendung der gemischten Methode -
demnach Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
(bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 70
%)
.
F
ür
den nachfolgenden Zeitraum (ab 1. Dezember 2015)
ermittelte die Beschwerdegegnerin
einen Gesamtinvaliditäts
grad von 0 %.
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, auf das polydisziplinäre
C.___
-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da
es ihre Beschwerden und Beeinträchtigungen nicht vollständig und nicht ausreichend berücksichtige. So sei davon auszugehen, dass die festgestellten multiplen Insulte mit
petechialen
Einblutungen
weitere Beeinträchtigungen wie Schwindel, Gangunsicherheit, Muskelkrämpfe und kognitive Einschränkungen verursachten. Entsprechend seien weitere Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1).
3.
3.1
Dem Austrittsbericht des Universitären Herzzentrums des Universitätsspitals
D.___
vom 28.
August 2014 (Urk. 6/19 S. 1-5)
, wo die Beschwerdeführerin vom 9.-28.
August 2014 hospitalisiert war
, nachdem sie sich zuvor seit dem
7.
August 2014 in der Klinik für Neurologie befunden hatte
,
sind folgende Diagnosen zu entnehmen:
-
Sepsis bei
Aortenklappenendokarditis
mit multiplen zerebralen Embolien
(Erstdiagnose am
8.
August
2014
)
-
Status nach
gastrointestinalem Infekt mit Fieber und Gelenkschmerzen (
Juli 2014)
-
Transösophageale
Echocardiographie
am 9. August 2014
: Destruierende
Aortenklappenendokarditis
mit mehreren flottierenden un
d
filamentäre
Vegetationen auf j
eder einzelnen Tasche.
Trikuspide
Aortenklappe mit lokalisierten verdickten freien Rändern mit partieller Verkalkung, sowie wahrscheinliche Perforation der linken koronare
n
Tasche, schwere Insuf
fizienz. Leichte
Mitralinsuffizi
enz
. Keine flottierende
n
Vegetationen sichtbar auf
der
Mitralklappe. Dilatierter linker Ventrikel mit leicht reduzierter Auswurffraktion (EF 46
%) bei diffuser
Hypokinesie
,
insbesonders
inferior und
septal
betont. Unauffällige rechtsseitige Herzhöhlen.
Keine intrakardiale Thromben
-
Zerebrale
Embolisation
(Erstdiagnose am 8. August
2014
)
-
Klinisch Somnolenz,
Anisokorie
links > r
echts, Hemianopsie nachlinks
-
Liquorpunktion
:
A
usschluss
Meningoencephalitis
-
MRI
Schädel: multiple
Diffusionsrestriktionen im früh
subakuten Stadium im Karotis- und
vertebrobasilären
trombahngebiet
bilateral
supratentoriell
, Nachweis multipler kleiner
Einblutungen
, multiple weitere punktförmige
Einblutungen
bilateral frontal, hochparietal und okzipital
-
CT-Schädel (präoperativ): progressiver frischer Infarkt
Cuneus
und
Präcuneus
rechts bis
Gyrus
hypocampalis
. Infarkte subkortikal
occipital
rechts, korti
kal und subkortikal
posteriore
I
nsula
rechts sowie postzentral rechts. Verschluss des P3 S
egmentes A. cerebri
posterior
-
CT-Schädel (postoperativ): Im
Vergle
i
ch
zur Voruntersuchung kein Hinweis auf frische hämorrhagische Transformation bei bekanntem frischem Infarkt im
Cuneus
und
Präcuneus
rechts bis zum
Gyrus
parahippocampalis
reichend sowie subkortika
l
occipital
rechts, kortika
l
/subkortikal an der
posteri
oren
I
nsula
sowie postzentral rechts
-
Schwere
Thrombozytopenie
, diff
e
rentialdiagnostisch im Rahmen
D
I
C
-
Mikrobiologie: 7/7 Blutkulturen positiv auf
Streptococcus
dysgalactiae
(beta-
haemol
. Streptokokken Gr. C/G)
-
Antibiotikatherapie
-
cvRF
: arterielle
Hypertonie
-
Unklare Beinschwellung
beidseits
am 7. August 2014
-
differentialdiagnostisch
bei
Hypalbuminämie
, kardial
-
Duplexsonographie Beinvenen
(8. August 2014)
: keine Thrombose der tiefen Bein- und Beckenvenen
-
Postoperativ
Pleuraerguss
links
Am
9.
August 2014 sei die Beschwerdeführerin notfallmässig operiert worden und es sei ein
Aortenklappenersatz
mit einer mechanischen Prothese erfolgt. Am 19. August 2014 sei eine
Pleurapunktion
links durchgeführt worden.
3.2
Im vorläufigen Austrittsbericht der Rehaklinik
E.___
vom 19. September 2014 (Urk. 6/12 S. 9-11)
, wo sich die Beschwerdeführerin vom 28. August bis 21. September 2014 zur stationären Rehabilitation
befand
,
wurden folgende Diagnosen genannt:
-
Cerebrale
Embol
isation
im Rahmen der
Diagnose
2 (
Erstdiagnose am
8. August 2014
)
-
klinisch: Somnolenz,
Anisokorie
li>
re
, Hemianopsie nach links
-
CT-Schädel postoperativ vom
9.
August
2014: kein Hinweis auf
frische hämorrhagische
Transfor
mation bei bekanntem frischem Infarkt im
Cuneus
und
Präcuneus
rechts bis zum
Gyrus
parahippocampalis
reichend,
subcortical
occipital
rechts,
cortical
und
subcortical
an der
posterioren
Insula
so
wie
postzentral rechts
-
Störung
sbild bei Austritt: freie Fussgä
ngerin, Belastbarkeitsminderung, v
ollständige Hemianopsie link
s, Anpassungsstörung (ICD-10: F
43.2), leicht kognitive Störung (F
06.7)
-
Status bei Sep
sis bei Aortenklappen-Endokarditi
s
mit multiplen
cerebralen
Emboli
en
-
Autoimmune
hämolytische
Anämie
(Erstdiagnose am 2. September
2014
)
-
Hb-Abfall bis 69g/l,
Gabe von 2 EK
-
Spl
enomega
l
ie
-
arterielle
Hypertonie
-
Lymphödem des Unterschenkels rechts (
Erstdiagnose im Mai
2006)
-
Status nach Varizenstripping rechts (circa
2004)
-
Status nach
Varikothrombophl
ebitis
rechts (2004)
-
Status nach u
nklare
r Bei
nschwellung beidseits
am 7. August 2014,
differentialdiag
nostisch:
Hypalbuminämie
, kardial
-
All
ergien:
Ponstan
Bei vollständiger Hemianopsie nach links sei ein visuelles Explorationstra
ining erfolgt und es seien bei A
ustritt Informationen für ein Selbsttrainingsprogramm abgegeben
worden
. Die Beschwerdeführerin, welche zum Zeitpunkt des Ereignis
ses arbeitslos gewesen sei, sei zu 100 % arbeitsunfähig. Es werde eine IV-Anmeldung empfohlen. Eine Fahreignung sei derzeit
aus
orthoptischer
Sicht
nicht gegeben.
3.3
Dr.
F.___
, Innere Medizin FMH, welcher die Beschwerdeführerin seit dem 28. Juli 2014 behandelt, führte in seinem Bericht vom 9.
Dezember 2014 (Urk. 6/12 S. 1-6)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
aus, dass der
Beschwerde
führerin
die bisherige Tätigkeit nicht
mehr
zumutbar sei
.
In ihrer bisherigen Tätigkeit als
Nailstylistin
sei sie seit dem 2
8.
Juli 2014 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig.
Eine feine Hand-Augen-Zusammenarbeit sei nicht möglich und das Lesen am Bildschirm etc. sei deutlich eingeschränkt. Insgesamt sei die Belast
barkeit
vermindert. Ab Januar 2014 (richtig: 2015) sei mit einer 50%igen Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
zu rechnen
. Die Prognose sei ungünstig, da
k
eine Besserung der Hemianopsie zu erwarten sei und auch eine Besserung der Konzentrationsprobleme sehr fraglich sei.
3.4
Dr.
F.___
führte in seinem Verlaufsbericht zuhanden der Beschwerdegegnerin (undatiert, eingegangen am 18. Juni 2015, Urk. 6/24) aus, dass die Befunde ak
tuell stabil seien. Die Leistungsfähigkeit sei vermindert. Eine angepasste Tätigkeit könnte unter Umständen diejenige einer
Receptionistin
sein, wobei die Beschwer
deführerin seit dem 1. März 2015 wieder zu 20 %
arbeite. Es beständen keine invaliditätsfremden Faktoren
, welche die Krankheit aufrecht
erhalten würden.
3.5
Das polydisziplinäre (neurologische, internistische und
opthamologische
)
C.___
-Gutachten vom 8. Juli 2016 (Urk. 6/50) nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9):
-
Totale homonyme Hemianopsie nach links auf Grund eines
enzephalomalazischen
Defekts im Bereiche des rechten
Okzipitallappens
-
Status nach multiplen zerebralen Embolien nach Sepsis bei Endokarditis
im August 2014
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Residuen von
cerebralen
Embolien aufgrund einer Endo
k
arditis
(August
2014)
-
Aortenklappenersat
z
mit einer mechanischen Prothese (ATS 22 mm),
aktuell gute körperliche Leistungsfähigkeit
-
Leichter Astigmatismus, beginnende
Presbyopie
-
Lymphödem rechter Unterschenkel bei
Status
nach Varizenstripping rechts
(2004) und Status nach
Varikothrombophlebitis
rechts
(2004)
-
Status nach gastrointestinalem Infekt mit Fieber und Gelenkschmerzen
(
Juli
2014)
-
Schilddrüsenzyste
-
Milzzyste
-
Arterielle Hypertonie
Die Beschwerdeführerin sei im August 2014 akut an einer Sepsis mit Endokarditis mit multiplen zerebralen Embolien erkrankt. Es sei ein notfallmässiger
Aorten
klappenersatz
mit Einsetzen einer mechanischen Prothese erfolgt. Als Folgeer
scheinung der
zerebrovaskulären
Störung stehe im Vordergrund ein Hirninfarkt
occipital
rechts mit vollständiger homonymer Hemianopsie nach links. Ander
weitige neurologische Ausfälle liessen sich im Rahmen dieser gutachterlichen Un
tersuchung nicht feststellen. Die Augenärztin habe festgestellt, dass durch ein kompensatorisches Gesichtsfeldtraining gelernt werden könne, die Umwelt trotz der Gesichtsfeldstörung wieder besser wahrzunehmen und auch die Lesefähi
gkeit zu verbessern. Der Gesicht
sfeldausfall als solcher
werde
definitiv bestehen blei
ben. Die
Beschwerdeführerin
befolg
e
regelmässig ein solches Training und
werde es auch in Zukunft weiter
führen, nach Einschätzung der ophthalmologischen Gutachterin würden die Übungen bereits heute einen Erfolg zeigen.
Die polydis
ziplinäre versicherungsmedizinische Beurteilung ergebe, dass es der Beschwerde
führerin m
it vermindertem Arbeitstempo und eingelegten kleinen Pausen möglich sein
sollte
,
ganztags (also 8.5
Stunden) im ursprünglichen Beruf als kosme
tische Pediküre und Nageldesignerin weiterhin tätig zu sein. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und ein intaktes Gesichtsfeld
seien
dafür keine unbeding
ten Voraussetzungen. Da im neurologischen Bereich keine weiteren Ausfälle zu verzeichnen
seien
,
werde
die Leistungseinschränkung auf 20
-
30
% geschätzt, sowohl in bisheriger als auch in einer Verweistä
tigkeit bestehe
somit eine Arbeits
fähigkeit von 70
-
80
%.
Aufgrund des Zustandes nach Klappenoperation im Rah
men einer septischen Endokarditis sei die Beschwerdeführerin für Tätigkeiten mit starker körperlicher Belastung, erheblicher Hitze- und Kältebelastung nicht mehr einsetzbar. Aufgrund der dauerhaften Antikoagulation seien auch Tätigkeiten mit erhöhtem Verletzungsrisiko (insbesondere Sturzgefahr) nicht mehr möglich. Auf
grund des doch deutlichen Lymphödems des rechten Unterschenkels sollten darüber hinaus Tätigkeiten mit ständigem Stehen, ohne die Möglichkeit der zwi
schenzeitlichen Entlastung
,
vermieden werden. Einfache Büroarbeit oder die Tätigkeit am Empfang eines Fitness-Studios seien nach gutachterlicher Einschät
zung mit etwas vermindertem Arbeitstempo und eingelegt
en kleinen Pausen
ganztags (8.5
Stunden) möglich. Die um 20 % reduzierte Leistungsfähigkeit trage unter anderem der Ermüdung, vor allem am PC, Rechnung. Es seien alle Tätig
keiten möglich, die kein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und kein intak
tes Gesichtsfeld erforderten.
Das akute Ereignis mit der Sepsis und dem
occipita
len
Hirninfarkt sei im August 2014 aufgetreten. Es sei davon auszugehen, dass sich erfahrungsgemäss nach einem Jahr die zerebrale Situation stabilisiert habe, womit die 70-80%ige Arbeitsfähigkeit ab September 2015 bestehe.
Das Besorgen der 4.5-Zimmerwohnung sei ohne Einschränkungen - unter Beachtung des Belastungsprofils - zumutbar.
An der vollständigen
Hemianopsie nach links werde sich aller Voraussicht nach nichts mehr ändern, wichtig zur Anpassung sei die Fortführung des kompensatorischen Gesichtsfeldtrainings. Somit bestehe eine gute Prognose in Bezug auf die Lebensqualität und die Arbeitsfähigkeit. Es seien keine invaliditätsfremden Faktoren mitbeteiligt. Bei der Untersuchung sei keine Aggravation feststellbar gewesen
. Es
liege kein Suchtleiden vor und die biogra
fische Persönlichkeitsentwicklung weise keine pathologischen Züge auf. Die per
sönlichen Ressourcen seien ausreichend und es bestehe ein gutes soziales Umfeld. Die Kommunikationsfähigkeit und Motivation seien ausgezeichnet, das soziale Netzwerk der Beschwerdeführerin intakt. Mit dem kompensatorischen Gesichts
feldtraining sei auch die Therapieadhärenz gegeben.
3.6
Die
C.___
-Gutachter nahmen am
9.
respektive 11. November 2016 Stellung zu den im Einwand vom 5. September 2016 vorgebrachten Kritikpunkten
am poly
disziplinären
C.___
-Gutachten
und beantworte
n
die hernach durch die Beschwerdegegnerin gestellten Rückfragen (Urk. 6/60-65).
3.6.1
Dr.
G.___
,
FMH
für Ophthalmologie und
Ophthalmochirurgie
, welche für die
C.___
das augenärztliche Fachgutachten erstatte
te
(vgl. Urk. 6/50 S.
35-41)
,
führte in ihrer Stellungnahme vom
9.
November 2016 (Urk. 6/65) aus,
dass
eine vollständige Hemianopsie links bestehe. Mit dem kompensatorischen Ge
sichtsfeldtraining habe die
Beschwerdeführerin bereits gelernt, die Umwelt besser zu explorieren und d
ie Lesefähigkeit zu verbessern. Es sei nicht aufgefallen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung beim Gehen die linke Hand ausgestreckt hätte, um sicherzustellen, links nirgend anzustossen oder dass sie Orientierungsprobleme gehabt hätte. Entsprechend halte sie an der im Gesamt
gutachten vom 8. Juli 2016 dargelegten Einschätzung des Gesundheitsschadens und der Arbeitsfähigkeit fest.
3.6.2
Die verantwortlichen
C.___
-Gutachter nahm
en
am 1
1.
November 2016 Stellung zu den gestellten Rückfragen (Urk. 6/64) und hielt
en
fest, dass kein weitere
r
Abklärungsbedarf - beispielsweise durch ein neuropsychologisches Gutachten - be
stehe.
So habe die im Belastungsprofil festgehaltene verminderte Belastbarkeit
keinen Zusammenhang mit einer Läsion der hinteren
Hirn-Hemisphärenab
schnitte
, denn dabei gehe
es
einzig um die visuellen Wahrnehmungsstörungen.
Die Beschwerdeführerin
habe
weder dem begutachtenden Neurologen noch
dem
Internisten Kopfschmerzen oder Schwindel an
gegeben
,
gemäss Vermerk auf S. 20 habe sie dies auf Nachfrage sogar explizit verneint. Auch von massiven Ver
krampfungen an Armen und Beinen habe die Beschwerdeführerin nicht berichtet. Ein Zusammenhang mit der okzipitalen Hirnschädigung bestehe auf jeden Fall nicht. Im Weiteren werde die Aussage der
Beschwerdeführerin
, wonach die neu
rologische Anamnese und Untersuchung ausserordentlich kurz gedauert habe, durch die protokoll
i
erte Untersuchungszeit von 90 Minuten widerlegt. Dass ein
encephalomalazischer
Defekt im rechten Hinterhaupthirn bestehe, sei belegt
, e
s lägen nicht mehrere Insulte vor. Vo
n
diesem könne aber nicht auf eine vermin
derte Belastbarkeit und auf kognitive Einschränkungen geschlossen werden. Die durch die gestellten Diagnosen gestörten Fähigkeiten seien im Gutachten darge
legt worden, wobei es einzig um die Hemianopsie nach links gehe.
E
s
beständen keine anderweitigen Fähigkeitsstörungen, welche den Anforderungen des ange
stammten Arbeitsplatzes nicht genügen würden. Der Gesichtsfeldausfall links sei durch das Training schon gu
t
kompensiert, eine Leistungseinschränkung von 20-30
%
sei von der Augenärztin bestätigt worden. Hinweise für eine Mult
iinfarkt-Demenz lägen nicht vor.
Das Sozialverhalten sei intakt, es lägen keine Persön
lichkeit
s
veränderungen und keine Orientierungsstörungen vor. Die von der Be
schwerde
führerin behauptete erhebliche
Beeinträchtigung sei medizinisch nicht begründbar und falle unter die Selbstlimitierung.
Die Arbeitsfähigkeit sei nicht aufgrund von Hypothesen, sondern anhand von Fakten formuliert. Wenn von Erfahrungswerten die Rede sei, so betreffe dies einzig die Prognose.
Entsprechend
werde
an der im Gesamtgutachten vom 8. Juli 2016 dargelegten Einschätzung des Gesundheitsschadens und der Arbeitsfähigkeit fest
gehalten
.
3.7
Dr.
F.___
reichte mit seinem Bericht vom
8.
Februar 2017 einen Auszug aus der Krankengeschichte
d
er Beschwerdeführerin vom 14. Juni 2016 ein (Urk.
6/69-70
und Urk. 6/72
) und legte dar, dass die angegebene Gangunsicherheit bei jeder Konsultation evident sei. So werde in jenem Auszug als objektiven Befund unter anderem festgehalten, dass der Allgemeinzustand leicht reduziert sei und die Be
schwerdeführerin gangunsicher sei.
Sie wirke auch sonst insgesamt unsicher. Die evidente Hemianopsie sei kausal auf die Insulte zurückzufü
hren. Da
im Rahmen der Endokarditis multiple
embolische
Insulte und
petechiale
Einblutungen
statt
gefunden hätten, sei nicht von einem einzelnen Defizit auszugehe
n, sondern es könnte durchaus Er
stdefizite von sehr kleinen Insu
lten zusätzlich
bestehen, deren Narben in den ak
tuellen MRI-Untersuchungen nicht ersichtlich gewesen seien. Die Gutachter hätten sich
zu Unrecht
nur auf die grösste
zerebrale
Läsion, die zur
Hemianopsie geführt hätten
,
konzentriert. Ein
Zusammenhang der Hirnschädi
gung mit dem von der Beschwerdeführerin geschilderten Sch
w
indel sei sehr wohl möglich.
Die Muskelkrämpfe könne er f
achfremd nicht beurteilen. Von einer kompletten Erholung der Kognition könne sicherlich ohne dezidierte neuropsy
chologische Untersuchung nicht ausgegangen werden.
4.
4.1
Das polydisziplinäre
C.___
-Gutachten vom 8. Juli 2016 (Urk. 6/50) basiert auf einer umfassenden neurologischen, internistischen und
ophta
l
mologischen
Un
tersuchung und wurde in Kenntnis
der
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Die Gutachter haben detaillierte und nachvoll
ziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerde
führerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizi
nischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet. Dem polydisziplinären Gut
achten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.3).
4.2
Die Gutachter kamen
schlüssig
zum Schluss, dass aufgrund der
Hemianopsie, welche von der Beschwerdeführerin bereits gut kompensiert sei, von einer 25
%igen Reduktion der Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein vollschichtiges Pensum ausgegangen werden müsse.
Diese Einschätzung überzeugt angesichts des Um
standes, dass trotz bekannten multiplen zerebralen Embolien keine weiteren neurologischen Ausfälle festgestellt wurden. Auch
der Zustand
nach Klappenopera
tion im Rahmen einer septischen Endokarditis
sowie die
dauerhafte Antikoagu
lation
wurden mit dem formulierten Belastungsprofil genügend berücksichtigt (keine starke körperliche Belastung, keine erhebliche Hitze- oder Kältebelastung, kein erhöhtes Verletzungs- oder Stur
zrisiko, kein ständiges Gehen, k
eine Anfor
derungen eines gesteigerten räumlichen Vorstellungsvermögens beziehungsweise eines intakten Gesichtsfelds).
Auch der von der Verwaltung hinzugezogene Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
beurteilte das Gutachten als ausführ
lich, die gestellten Diagnosen als kongruent und nachvollziehbar und hielt fest, es könne darauf abgestellt werden (Urk.
6/65 S. 6
).
4.3
Die
Beschwerdeführer
in
machte geltend, eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes sei nicht ausgewiesen und verwies auf einen beigelegten Bericht von
Dr.
F.___
vom
8.
Februar 2017
(
Urk. 6/69-70 und Urk. 6/72
). In
diesem führte
Dr.
F.___
aus, dass
von multiplen zerebralen Läsionen auszugehen sei, welche auch die Gangunsicherheit respektive den Schwindel erklären könnten.
Dazu ist vorab zu bemerken, dass weder die verantwortlichen
C.___
-Gutachter, noch die
beigezogene Ophthalmologin einen Schwindel bzw. eine Gangunsicherheit erhoben. Des Weiteren ist
Dr.
F.___
als behandelnder Hausarzt der Beschwerde
führerin Allgemeinmediziner und verfügt über keine aus
gewiesene Fachkompe
tenz
im Bereich Neurologie.
Demgegenüber
ist
festzuhalten, dass sich die
C.___
-
Gutachter
- insbesondere auch der begutachtende Neurologe -
bei ihrer Beurtei
lung auf eigene
umfassende
Untersuchungen abstützten
, wobei auch die aktuel
len MRI-Bilder vom 26. Februar 2016 keine weiteren relevanten Läsionen respek
tive Narben -
ausser
dem bekannten
malazischen
Defekt
occipital
rechts - zeigten (vgl. Urk. 6/50 S. 24 oben).
Damit vermag der eingereichte Bericht die Beweis
kraft des Gutachtens nicht zu schmälern.
Die Frage nach der Notwendigkeit einer neuropsychologischen Abklärung wurde von den
C.___
-Gutachtern auf explizite Nachfrage verneint (vgl. E. 3.6.2).
Die angeführte Begründung
, dass keine
Hinweise für eine Multiinfarkt-Demenz
oder
Persönlichkeit
s
veränderungen
oder
Orientierungsstörungen
vorlägen und zudem das
Sozialverhalten intakt sei
, decken sich mit der im Gutachten ausführlich dar
gelegten Befundlage.
Auch RAD-Arzt
Dr.
H.___
, Facharzt Neurologie und zertifizierter Medizinischer Gutachter SIM, hielt in seiner Stel
lungnahme vom 2
4.
Februar 2017 (Urk. 6/73 S. 4) fest, dass die Indikationsstel
lung für eine neuropsychologische Untersuchung fachgerecht durch den begut
achtenden Neurologen auf Basis abwesender klinischer Hinweise auf mögliche neuropsychologische Defizite geprüft worden sei.
Gestützt auf diese nachvoll
ziehbaren Darlegungen konnte ohne Weiteres auf die Einholung eines neuro
psy
chologischen Gutachtens verzichtet werden.
4.4
Die
Beschwerdeführerin
wendet weiter ein, dass ihr
die zuletzt ausgeübte Tätig
keit als
Nailstylistin
(inklusive kosmetische Pediküre) nicht mehr
zumutbar
sei
, da
diese Arbeit sehr hohe Anforderungen an die Sehfähigkeit sowie die Feinmo
torik stelle
(Urk. 1 S. 3). Es ist zwar mit der Beschwerdeführerin davon auszuge
hen, dass es sich beim Nagel-Styling um eine filigrane Tätigkeit handelt, doch hält das
C.___
-Gutachten aus augenärztlicher Sicht explizit fest, dass diese Arbeit weiterhin möglich ist. In der RAD-Stellungnahme vom 8. Juli 2015 wurde
zwar noch auf eine erschwerte Augen-Hand-Koordination hingewiesen
(
Urk. 6/54 S. 4)
doch hat sich diese mittels kompensatorischen Gesichtsfeldtrai
nings bis zur
C.___
-Begutachtung im Mai/Juni 2016 offenbar soweit gebessert, dass diesbezüglich keine Beeinträchtigungen mehr festgestellt werden konnten.
4.5
Entgegen den Ausführungen im
C.___
-Gutachten, wonach die vollständige - zeitlich befristete - Arbeitsunfähigkeit im August 2014 eintrat (vgl. Urk. 6/50 S. 17), ist die Wartezeiteröffnung
etwas früher anzusetzen
. So attestierte Dr.
F.___
in seinem Bericht vom 9. Dezember 2014 (vgl. E. 3.3) eine 10
0%ige
Arbeitsunfähigkeit ab d
em 2
8.
Juli 2014, da die Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt bereits an einem massiven gastrointestinalen Infekt mit Fieber und Gelenkschmerzen litt, welche später zu einer Endokarditis mit multiplen zerebralen Embolien
führte
(vgl. auch
C.___
-Gutachten, E. 3.
5
).
Auch RAD-Arzt
Dr.
H.___
ging in seiner Stellungnahme vom 8. Juli 2015 davon aus, dass die Wartezeit, das heisst
eine
mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit, am 2
5.
(richtig wohl: 28.) Juli 2014
begann
(Urk. 6/54 S. 4).
4.6
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass
die
Beschwer
deführer
in
ab
dem 28. Juli 2014
bis
Ende
August
2015 sowohl in
ihrer
ange
stammten als auch in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war. Ab dem
1. September 2015 ist ihr eine 75
%ige Arbeitsfähigkeit in
ihrer bisherigen und in
einer angepassten Tätigkeit zumutbar.
4.7
4.7.1
Sowohl
bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b
).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine
versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches
Ausmass
der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonde
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen.
Massgebend
sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist
(BGE
144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E.
3.1, 137 V
334
E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E.
3b
).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen
wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (
vgl. BGE 144 I 28 E.
2.4
)
.
4.7
.2
Die Qualifikation der Beschwerdeführerin kann
vorliegend
offen gelassen
werden
. Denn
selbst wenn im Gesundheitsfall von einer 100%igen Erwerbstätigkeit aus
gegangen würde, ergäbe sich kein Rentenanspruch.
4.7.3
Zur Bemessung des
Valideneinkommens
ist auf das
zuletzt
erzielte Einkommen
im Nagelstudio
A.___
abzustellen
. Bei dieser Tätigkeit erzielte
sie bei einem 70%-Pensum Fr.
37‘800
.--
(12 x Fr. 3‘150.--)
. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 ergäbe sich somit
bei einem 100%-Pensum
ein
Valideneinkommen
von Fr.
54‘26
2
.
60
(Indexstand
2673 [2014] auf 2686
[2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Ar
beitsmarktindikatoren 2016, T 39
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976–2015, Nominallöhne
Frauen
).
4.7.4
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist das
standardisierte monatliche Ein
kommen von Fr. 4‘762.-- für weibliche Hilfskräfte
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen im Bereich Dienstleistungen (LSE 2014, Tabelle TA1, Sektor 3, Kompetenzniveau 2, Frauen)
heranzuziehen
.
Das standardisierte monatliche Einkommen von Fr.
4‘
762
.-- ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2015, A-S 01-96) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (Indexstand
2673 [2014
] auf
2686
[2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindika
toren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976–2015, Nominallöhne
Frauen
) auf ein Jahreseinkommen für eine
75
%ige Tätigkeit hochzurechnen. Es resultiert somit ein Invalideneinkommen von Fr.
4
4
‘
896.75
(Fr.
4‘762
.-- x
12 :
40 x 41,7:
2673
x 2
686 x 75
%). Ein leidensbe
dingter Abzug rechtfertigt sich nicht
.
4.7.5
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende
Erwerbseinbusse
beträgt dem
nach Fr.
9
‘
365.85
.-- (
Valideneinkommen
von Fr.
54‘26
2
.
60
abzüglich Invaliden
einkommen von Fr.
4
4
‘
896.75
), was einem
rentenausschliessenden
Invaliditäts
grad von gerundet
1
7
% entspricht.
4.7.6
Bei Anwendung der gemischten Methode wäre der Invaliditätsgrad deutlich ge
ringer, da gemäss
C.___
-Gutachten im Haushaltsbereich keine Einschränkungen
vorliegen (vgl. Urk. 6/20 S. 17).
Der Verzicht auf die Durchführung einer Abklä
rung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt erweist sich an
gesichts dieser Umstände als vertretbar.
5.
5.1
Wie bereits festgestellt (vgl. E. 4.6) war die Beschwerdeführerin von Juli 2014 bis August 2015 in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig.
In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit erst zu berück
sichtigen, nachdem sie drei Monate gedauert hat, weshalb
der
Beschwerdeführe
r
in
erst ab dem 1.
Dezember 2015 eine 75
%ige Arbeitstätigkeit anzurechnen ist.
Demnach hat die Beschwerdeführerin vom 1. Juli 2015 bis 30. November 2015 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Ab dem 1. Dezember 2015 entfällt ein Rentenanspruch aufgrund des
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrades (vgl. E. 4.7).
5.2
Nach dem Gesagten ist die Verfügung der IV-Stelle vom
31. März 2017 - mit Ausnahme des zu korrigierenden Rentenbeginns ab 1. Juli statt
1.
August 2015
–
zu schützen
.
6.
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten
auf Fr. 600.-- anzusetzen und
der
fast vollstän
dig
unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 3
1.
März 2017 insoweit abgeändert, als festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin bereits ab
1.
Juli 2015 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat, befristet bis 3
0.
November 201
5.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger