# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f4d6b4d-45f4-5681-8788-d44d0a11a5d3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.06.2021 A-1838/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1838-2021_2021-06-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid aufgehoben durch BGer mit  

Urteil vom 24.01.2022 (2C_551/2021) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1838/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  J u n i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Keita Mutombo, 

Gerichtsschreiberin Monique Schnell Luchsinger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch Charles Tarcali,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer, Ermessenseinschätzung  

(Steuerperioden 2012 – 2016). 

 

 

 

A-1838/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV; im Folgenden auch: Vo-

rinstanz) erkannte mit Einspracheentscheid vom 4. März 2021, dass die 

Einsprache der A._______ AG, (Ort) (nachfolgend: Steuerpflichtige), teil-

weise, nämlich im Betrag von Fr. 4'909.- gutgeheissen werde (Dispositiv 

Ziff. 1 des Einspracheentscheids). Ferner erkannte sie, dass gegenüber 

der Steuerpflichtigen die Mehrwertsteuerforderung für die Steuerperioden 

2012 bis und mit 2016 (für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 

2016) gemäss Ziff. 8 der Erwägungen im Einspracheenscheid festgesetzt 

werde (Dispositiv-Ziff. 2 des Einspracheentscheids). Im Weiteren schulde 

und habe die Steuerpflichtige der Vorinstanz für die Steuerperioden 2012 

bis und mit 2016 (für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2016) 

über die bisherigen Selbstdeklarationen hinaus Mehrwertsteuern in der 

Höhe von Fr. 51'829.- zu bezahlen, zuzüglich Verzugszinsen seit dem 

30. April 2015 (Dispositiv-Ziff. 3 des Einspracheentscheids). Darüber hin-

aus wurden von der Vorinstanz weder Verfahrenskosten erhoben, noch 

wurde eine Parteientschädigung zugesprochen. 

B.  

Mit Beschwerde vom 20. April 2021 an das Bundesverwaltungsgericht be-

antragte die Steuerpflichtige (im Folgenden auch: Beschwerdeführerin), 

dass der Einspracheentscheid der ESTV vom 4. März 2021 aufzuheben 

sei und dass eine Korrektur von insgesamt Fr. 733.20 gemäss Ziff. 7 der 

Verfügung der ESTV vom 12. August 2020 vorzunehmen sei. Im Übrigen 

sei der Einspracheentscheid der ESTV vom 4. März 2021 vollständig auf-

zuheben und es sei damit entsprechend festzustellen, dass die Steuer-

pflichtige für die Jahre 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 nur die Mehrwert-

steuer auf der Basis der zu ihren Jahresrechnungen 2012, 2013, 2014, 

2015 und 2016 eingereichten Mehrwertsteuerdeklarationen schulde, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 

C.  

Mit Verfügung vom 29. April 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde vom 20. April 2021. Gleichzeitig wurde die 

Beschwerdeführerin aufgefordert, zur Frage der Einhaltung der Beschwer-

defrist Stellung zu nehmen. 

D.  

Mit innert Frist erfolgter Eingabe vom 6. Mai 2021 führte die Beschwerde-

führerin zur Rechtzeitigkeit ihrer Beschwerde im Wesentlichen aus, dass 

A-1838/2021 

Seite 3 

der Einspracheentscheid der ESTV vom 4. März 2021 ihrem Vertreter am 

6. März 2021 an dessen Adresse zugstellt worden und an diesem Tag in 

dessen Machtbereich gelangt sei. Die Beschwerde sei somit rechtzeitig er-

folgt. 

E.   

Mit Stellungnahme vom 20. Mai 2021 beantragt die Vorinstanz, dass auf 

die Beschwerde nicht einzutreten sei. 

F.  

Auf die detaillierten Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die einge-

reichten Unterlagen wird, soweit entscheidwesentlich, im Rahmen der fol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 (VwVG, SR 172.021; vgl. Art. 31 des Verwaltungsgerichtsge- 

setzes vom 17. Juni 2005, [VGG, SR 173.32]). Soweit das VGG nichts an-

deres bestimmt, richtet sich das Verfahren nach den Vorschriften des 

VwVG (Art. 37 VGG). 

 

1.2. Die Beschwerdeführerin ficht einen Einspracheentscheid der ESTV 

betreffend Nachbelastung von Mehrwertsteuern an. Der Einspracheent-

scheid stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Eine Ausnahme 

in sachlicher Hinsicht nach Art. 32 VGG liegt nicht vor und die Vorinstanz 

ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht 

ist somit zur Beurteilung dieser Beschwerde sachlich und funktionell zu-

ständig (Art. 31 VGG). 

2.  

2.1.  

Die Beschwerde ist gemäss Art. 50 Abs. 1 VwVG innerhalb von 30 Tagen 

seit der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Dabei sind schriftliche Ein-

gaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde einzureichen oder 

zu deren Handen der Schweizerischen Post zu übergeben (Art. 21 Abs. 1 

VwVG). 

A-1838/2021 

Seite 4 

2.1.1. Nach den hier einschlägigen Rechtsgrundlagen besteht keine 

Pflicht der ESTV, ihre Verfügungen betreffend die Mehrwertsteuer gegen 

einen von der empfangenden Person unterzeichneten Zustellnachweis zu-

zustellen; sowohl Art. 82 Abs. 2 MWSTG als auch Art. 34 Abs. 1 VwVG 

sehen nämlich einzig die schriftliche Eröffnung vor. Der Vorinstanz steht 

bei postalischer Übermittlung folglich auch die einfache, d.h. uneinge-

schriebene Sendung als Zustellungsart offen (Urteil des BVGer 

A-4807/2019 vom 27. November 2019 E. 2.1.1; vgl. FELIX UHLMANN/ALE-

XANDRA SCHILLING-SCHWANK, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissen-

berger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 

2016, Art. 34 N 10 ff.).  

2.1.2. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung erfolgt die 

fristauslösende Zustellung einer uneingeschriebenen Sendung bereits 

dadurch, dass die Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach (bzw. 

Machtbereich «sphère de puissance») des Adressaten gelegt wird und sich 

damit in dessen Verfügungsbereich befindet. Dass der Empfänger von der 

Verfügung tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich (vgl. zum Gan-

zen: BGE 142 III 599 E. 2.4.1, 122 I 139 E. 1; Urteile des BGer 

2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.1, 2C_1126/2014 vom 20. Feb-

ruar 2015 E. 2.2, je m.w.H.; Urteil des BVGer A-4807/2019 vom 27. No-

vember 2019 E. 2.1.2).  

2.1.3. Sogenannte A-Post Plus-Sendungen werden wie gewöhnliche un-

eingeschriebene Sendungen in den Briefkasten oder ins Postfach des Ad-

ressaten gelegt, ohne dass dieser den Empfang unterschriftlich bestätigen 

müsste. Dementsprechend erfolgt bei dieser Versandart im Fall der Abwe-

senheit des Adressaten keine Avisierung durch Hinterlegung einer Abho-

lungseinladung. Im Unterschied zu herkömmlichen A-Post-Sendungen 

werden A-Post Plus-Sendungen aber mit einer Nummer versehen, was die 

elektronische Sendungsverfolgung im Internet («Track & Trace») und damit 

die Verfolgung der Sendung bis zum Empfänger ermöglicht (BGE 

142 III 599 E. 2.2; Urteile des BGer 2C_476/2018 vom 4. Juni 2018 

E. 2.3.2, 2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.1, 2C_1126/2014 vom 

20. Februar 2015 E. 2.2; Urteile des BVGer A-4807/2019 vom 27. Novem-

ber 2019 E. 2.1.3, A-1651/2019 vom 6. Mai 2019, A-1751/2019 vom 

16. April 2019 E. 4).  

2.1.4. Für die ordnungsgemässe Zustellung der Verfügungen ist die Ver-

waltungsbehörde beweisbelastet (UHLMANN/SCHILLING-SCHWANK, a.a.O., 

Art. 43 N 10). Bei eingeschriebener Briefpost gilt eine natürliche Vermutung 

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für die ordnungsgemässe Zustellung der Abholungseinladung via Briefkas-

ten bzw. Postfach. Dasselbe gilt nach der Rechtsprechung für das Verfah-

ren «A-Post Plus», bei welchem der Briefträger den Brief nicht nur in den 

Briefkasten legt, sondern zugleich den Zustellzeitpunkt in seinem elektro-

nischen System festhält (dazu etwa: Urteile des BGer 2C_476/2018 vom 

4. Juni 2018 E. 2.3.2, 2C_195/2018 vom 2. März 2018 E. 2.2). Mit der Ver-

folgung im «Track & Trace-Auszug» wird somit die Zustellung nicht direkt 

bewiesen. Bewiesen wird nur, dass die Post einen entsprechenden Eintrag 

in ihrem Erfassungssystem gemacht hat. Im Sinne eines Indizes lässt sich 

aus diesem Eintrag aber dennoch darauf schliessen, dass die Sendung in 

den Briefkasten oder in das Postfach des Adressaten gelegt wurde (BGE 

142 III 599 E. 2.2; zum Ganzen auch: Urteile des BGer 2C_1059/2018 vom 

18. Januar 2019 E. 2.2.2, Urteil 2C_16/2019 vom 10. Januar 2019 

E. 3.2.2 f.; Urteil des BVGer A-4807/2019 vom 27. November 2019 

E. 2.1.4).  

2.1.5. Eine fehlerhafte Postzustellung ist nicht zu vermuten, sondern nur 

anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die 

Darstellung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliege, 

ist abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist 

und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube 

zu vermuten ist (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 m.w.H.). Rein hypothetische 

Überlegungen des Empfängers reichen nicht aus. Die nie auszuschlies-

sende Möglichkeit von Zustellfehlern genügt für sich allein nicht, um die 

Vermutung umzustossen. Vielmehr müssen konkrete Anzeichen für einen 

Fehler vorhanden sein (zum Ganzen: Urteil des BGer 2C_1059/2018 vom 

18. Januar 2019 E. 2.2.2 m.w.H.; Urteil des BVGer A-4807/2019 vom 

27. November 2019 E. 2.1.5). 

2.1.6. Die Beschwerdefrist bei einer A-Post Plus-Sendung beginnt in An-

wendung von Art. 20 Abs. 1 VwVG sowie rechtsprechungsgemäss am Tag 

nach Hinterlegung der Sendung zu laufen, und zwar auch dann, wenn die 

Sendung an einem Samstag im Postfach des Verfügungsadressaten oder 

dessen Rechtsvertreter abgelegt wird (Urteile des BGer 2C_191/2017 vom 

20. Februar 2017 E. 2.2, 2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.2., 

2C_1126/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.2 f., 8C_573/2014 vom 26. No-

vember 2014 E. 3.1; Urteile des BVGer A-4807/2019 vom 27. November 

2020 E. 2.1.6, A-1651/2019 vom 6. Mai 2019, A-1751/2019 vom 16. April 

2019 E. 4; siehe ferner: URS PETER CAVELTI, in: Christoph Auer et al. 

[Hrsg.], VwVG, Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Kommen-

tar, 2. Aufl. 2019, Art. 20 N 9). 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_1059%2F2018&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-599%3Ade&number_of_ranks=0#page599

A-1838/2021 

Seite 6 

 

3.  

3.1. Die Beschwerdeführerin macht in Bezug auf die Frage der Fristwah-

rung im Wesentlichen geltend, dass die Sendung ihrem Vertreter am 

Samstag, den 6. März 2021 zugestellt worden sei. Ihr Vertreter leere den 

Briefkasten täglich und erinnere sich an die fragliche Zustellung deshalb so 

genau, weil sich dessen Geschäftsadresse auch an dessen Wohnadresse 

befinde und er an diesem Samstag vor einem Klientenbesuch den Brief-

kasten geleert und sich über die Sendung gewundert habe. Im Dokument 

Sendungsverfolgung Nr. (…) der Schweizerischen Post seien eine Sen-

dung per A-Post Plus und der 5. März 2021 aufgeführt. Bei der Erstellung 

dieses Dokumentes habe der Vertreter jedoch keinerlei Mitwirkungsmög-

lichkeit gehabt. Dieses Dokument vermöge keine tatsächlich feststehende 

Auskunft über den für die Zustellung entscheidenden Vorgang zu geben. 

Aus staatsrechtlicher Sicht, das heisst, aus den verfassungsmässig garan-

tierten Mitwirkungsmöglichkeiten eines Rechtsbetroffenen in den ihn be-

treffenden Verfahren halte sie, die Beschwerdeführerin, dies für bedenklich 

und sehe darin ihre verfassungsmässig garantierten Mitwirkungsrechte 

verletzt. Die Zustellung mittels A-Post Plus sei zudem auch deshalb be-

denklich, weil die rechtsbetroffene Person bei Abwesenheit z.B. infolge un-

vorhergesehener Krankheit oder familiärer oder anderer persönlichen 

Pflichten oder Ferienabwesenheiten sich eine fiktive Zustellung vorhalten 

zu lassen habe. Es sei auch der Grundsatz der Rechtsgleichheit verletzt, 

wenn an andere Rechtsbetroffene bzw. wie das im vorliegenden Fall mit 

der Verfügung erfolgt sei, die Zustellung mittels eingeschriebener Briefpost 

erfolge und für diesen Fall andere Zustellungsgrundsätze zur Anwendung 

gelangen würden. 

3.2. Die Vorinstanz hält am 20. Mai 2021 vernehmlassungsweise fest, dass 

im Mehrwertsteuerrecht keine Vorschriften darüber bestehen würden, wie 

die ESTV ihre Verfügungen zu versenden habe. Die Zustellung per A-Post 

Plus sei daher zulässig. Die allgemeine Bestreitung der Zustellung am 

5. März 2021, wonach der Vertreter den Briefkasten täglich leere, würden 

die Angaben auf der fraglichen elektronischen Sendungsverfolgung nicht 

entkräften. Die Verfügung vom 4. März 2021 sei gleichentags der Schwei-

zerischen Post übergeben worden, wobei für die Zustellungsart per A-Post 

Plus von einer Zustellung am nachfolgenden Tag auszugehen sei. Dies 

werde durch die weiteren Angaben in der Sendungsverfolgung bekräftigt, 

die auf keine Verzögerung schliessen lassen würden. Es sei überdies auch 

möglich, dass der Vertreter den Briefkasten am 5. März 2021 vor dem ge-

mäss der Sendungsverfolgung erfolgten Zustellungszeitpunkt um 

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Seite 7 

11.25 Uhr und danach erst wieder am Vormittag des 6. März 2021 geleert 

habe, oder dass er die Sendung der ESTV am 5. März 2021 übersehen 

habe. 

3.3.  

3.3.1. Gemäss der elektronischen Sendungsverfolgung der Post («Track & 

Trace» Nr. […]) wurde der angefochtene Einspracheentscheid am Don-

nerstag, 4. März 2021 um 17.16 Uhr, mit A-Post Plus versandt und am 

Freitag, 5. März 2021 um 11.25 Uhr, zugestellt. Die Zustellung erfolgte so-

mit vermutungsweise am 5. März 2021 (vgl. E. 2.1.4 hiervor) und der Fris-

tenlauf begann Samstag, 6. März 2021 (vgl. E. 2.1.2 bzw. E. 2.1.6 hiervor). 

Die vorliegende, am 20. April 2021 der Post übergebene Beschwerde wäre 

damit verspätet eingereicht worden. Es läge nun an der Beschwerdeführe-

rin die anhand des «Track & Trace-Auszugs» begründete natürliche Ver-

mutung (bzw. den Indizienbeweis) zu erschüttern und das Gegenteil zu be-

weisen.  

3.3.2. Es ist der Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, als dass nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche sich auch auf die Zustel-

lungsart A-Post Plus bezieht, «ein Fehler bei der Postzustellung nicht aus-

serhalb jeder Wahrscheinlichkeit» liegt (vgl. BGE 142 III 599 E. 2.4.1). Al-

lerdings ist – so die bundesgerichtliche Rechtsprechung weiter – eine feh-

lerhafte Postzustellung nicht zu vermuten, «sondern nur anzunehmen, 

wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint». «Auf die Darstel-

lung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt ist daher 

abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und 

einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube zu 

vermuten ist» (siehe dazu auch E. 2.1.5 hiervor).  

3.3.3. Im hier zu beurteilenden Fall sind keine Gründe ersichtlich, aufgrund 

derer «mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit» davon ausgegangen wer-

den könnte, dass die Zustellung des Einspracheentscheids nicht wie in der 

Sendungsverfolgung ausgewiesen am 5. März 2021 erfolgt sein soll. Das 

sinngemässe Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach der Post im All-

gemeinen Fehler passieren könnten und sie als Adressatin nicht wissen 

könne, ob die Zustellung in den Briefkasten des Vertreters tatsächlich am 

5. März 2021 erfolgt sei, genügt dabei nicht, um die Aussagekraft der Sen-

dungsverfolgung vorliegend anzuzweifeln. Vielmehr müssten Umstände 

ins Feld geführt werden, welche im konkreten Fall für eine fehlerhafte Zu-

stellung sprechen würden. Es ist denn auch mit der Vorinstanz einig zu 

gehen, dass es nicht auszuschliessen ist, dass der Vertreter am 5. März 

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Seite 8 

2021 seinen Briefkasten vor 11.25 Uhr geleert hat und hernach erst wieder 

beim Verlassen des Hauses am 6. März 2021. 

3.3.4. Vorliegend ist damit für den Zeitpunkt der Zustellung nicht die Ent-

gegennahme durch den Vertreter der Beschwerdeführerin bei der Leerung 

des Briefkastens am 6. März 2021, sondern die «Zustellung» gemäss 

elektronischer Sendungsverfolgung der Post, massgebend (vgl. dazu 

E. 2.1.2 ff. hiervor). Infolgedessen begann die Frist für die Einreichung der 

Beschwerde am 6. März 2021 zu laufen und endete am 19. April 2021. 

Damit erfolgte die erst am 20. April 2021 vom Vertreter der Beschwerde-

führerin eingereichte Beschwerde verspätet. 

3.4. Auch die übrigen von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Ein-

wände vermögen daran nichts zu ändern. Zum einen ist festzustellen, dass 

es dem Vertreter oblegen hätte, aufgrund der Sendungsnummer, das von 

ihm angenommene Zustellungsdatum mit dem von der Post registrierten 

Datum abzugleichen. Dabei hätte es ihm gleichermassen oblegen, das ver-

meintlich falsche Zustellungsdatum bei der Post zu monieren und korrigie-

ren zu lassen oder aber die Frist – ausgehend vom gemäss Sendungsver-

lauf festgehaltenen Zustellungsdatum – zu berechnen. Zum anderen ist 

festzustellen, dass die pauschalen Vorbringen der Beschwerdeführerin zur 

Zustellung in anderen Fällen eine Ungleichbehandlung in keiner Weise na-

hezulegen vermögen, zumal bereits die Verfügung der ESTV vom 12. Au-

gust 2020 dem Vertreter per A-Post Plus zugestellt worden ist. Der Versand 

des angefochtenen Einspracheentscheids per A-Post Plus stellt demnach 

keine Änderung in der Zustellungsform dar.  

3.5. Nach dem hiervor Ausgeführten ist infolge des Fristversäumnisses im 

einzelrichterlichen Verfahren nicht auf die Beschwerde einzutreten (vgl. 

Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG).  

4.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 300.- der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VWVG, Art. 1 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), und es ist ihr 

keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario; 

Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). 

 

 

A-1838/2021 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 300.- werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 

zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zahlungsfrist beträgt 

30 Tage ab Rechnungsdatum. Die Zustellung des Einzahlungsscheins er-

folgt mit separater Post. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Keita Mutombo Monique Schnell Luchsinger 

 

(Die Rechtsmittelbelehrung befindet sich auf der nächsten Seite.) 

 

 

 

 

A-1838/2021 

Seite 10 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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