# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f75f51f9-9f14-5351-8130-187d08f373d3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.05.2010 D-2697/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2697-2010_2010-05-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2697/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
C._______, geboren (...),
D._______, geboren (...),
Türkei,
alle vertreten durch Rechtsanwalt Gabriel Püntener,
(...),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF) 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung / Familiennachzug der Kinder 
C._______, geboren (...), und D._______, 
geboren (...); 
Verfügung des BFM vom 26. März 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2697/2010

Sachverhalt:

A.

A.a Der  Beschwerdeführer A._______ stellte am 21. Mai 2003 in der 
Schweiz  ein  Asylgesuch,  welches  das  BFF  mit  Verfügung  vom 
20. November  2003  abwies  und  die  Wegweisung  des  Beschwerde-
führers aus der Schweiz anordnete. Eine gegen diese Verfügung bei 
der  ehemaligen  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK) ein-
gereichte Beschwerde vom 19. Dezember 2003 wies  das Bundesver-
waltungsgericht  mit  Urteil  vom  11.  Mai  2007  ab.  Das  vom  Be-
schwerdeführer erhobene Wiedererwägungsgesuch vom 12. Juli 2007 
wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 7. Oktober 2008 ab.

A.b Am 13. Juli  2009 stellte  der  Beschwerdeführer erneut  ein  Asyl-
gesuch  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  E.  Gemäss 
eigenen  Angaben  verliess  er  die  Schweiz  am 7.  Oktober  2008  und 
hielt sich bis zu seiner Wiedereinreise am 12. Juli 2009 illegal in F. auf. 
Sein Verfahren ist vor dem BFM noch hängig.

B.
Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin B._______ 
die Türkei am 29. Juni 2009 und stellte am 7. Juli 2009 im EVZ E. ein 
Asylgesuch. Ihr Verfahren ist ebenfalls noch vor dem BFM hängig.

C.
Am 15. März 2010 liessen die Beschwerdeführenden durch die Mutter, 
diese vertreten durch ihren Rechtsanwalt, in der Schweiz ein Gesuch 
um die  Ausstellung einer  Einreisebewilligung  für  die  beiden  minder-
jährigen Kinder und deren Einbezug in das Asylgesuch beider Eltern 
stellen,  um zu erreichen,  dass die Kinder  so schnell  als  möglich zu 
ihren Eltern  in  die  Schweiz  reisen  könnten. Dabei  machte  sie  unter 
anderem geltend, die Grossmutter, bei der sich die beiden Kinder bis-
her aufgehalten hätten, habe sich in Spitalpflege begeben müssen und 
die Kinder seien nun völlig auf sich allein gestellt.

D.
Das BFM lehnte dieses Gesuch mit Verfügung vom 26. März 2010 mit 
der  Begründung  ab,  die  asylrechtlichen  Voraussetzungen  zum 
Familiennachzug  seien  nicht  erfüllt.  Gemäss  Art.  51  Abs.  1  AsylG 
müsse die in der Schweiz lebende Person, welche Familienangehörige 
in  ihren  Rechtsstatus  einbeziehen  lassen  wolle,  die 

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Flüchtlingseigenschaft  besitzen  und  in  der  Schweiz  Asyl  erhalten 
haben.  Asylsuchende  hätten  daher  grundsätzlich  kein  Recht,  die 
Familie  nachkommen  zu  lassen.  Den  Akten  sei  ausserdem  zu 
entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführenden in  der  Türkei  zahlreiche 
Familienangehörige  hätten,  darunter  mehrere  verheiratete 
Geschwister.  Demzufolge  werde  das  Gesuch  um 
Familienzusammenführung abgewiesen.

E.
Am 19. April 2010 liessen die Beschwerdeführenden gegen diese Ver-
fügung Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen:

"1. Die Verfügung des BFM vom 26. März 2010 sei aufzuheben 
und  die  Sache  zur  Bearbeitung  und  Entscheidung  an  das  BFM 
zurückzuweisen.

2.  Eventuell  sei  die  Verfügung  des  BFM  vom 26.  März  2010 
aufzuheben  und  es  sei  die  Einreise  der  Beschwerdeführer in  die 
Schweiz zu bewilligen.

3.  Vor  Gutheissung  der  vorliegenden  Verwaltungsbeschwerde 
sei  dem  unterzeichneten  Anwalt  eine  angemessene  Frist  zur  Ein-
reichung  einer  detaillierten  Kostennote  zur  Bestimmung  der  Partei-
entschädigung anzusetzen."

F.
Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. April 
2010 wurde der Eingang der Beschwerde vom 19. April 2010 bestätigt.

G.
Am 10. Mai 2010 liessen die  Beschwerdeführenden mit  Eingabe per 
Fax festhalten, dass sie im Rahmen ihrer Verwaltungsbeschwerde vom 
19. April 2010 zum einen auf die Dringlichkeit der Sache hingewiesen 
hätten  und  ebenfalls  um Erlass  einer  vorsorglichen  Massnahme er-
sucht  hätten.  Auch  sei  klar  festgehalten  worden,  dass  es  sich  vor-
liegend  nicht  um  ein  Verfahren  betreffend  Familienasyl  handle, 
sondern um die Fragestellung der Erteilung einer Einreisebewilligung 
im  Rahmen  eines  hängigen  Asylverfahrens  für  zwei  minderjährige 
Kinder.  Dennoch  tauche  das  Wort  Familienasyl  im  Schreiben  vom 
27. April  2010  auf.  Das  Bundesverwaltungsgericht  sei  aufzufordern, 
die Sache unverzüglich an die Hand zu nehmen und auch das Gesuch 

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um Erlass einer vorsorglichen Massnahme sei sofort zu behandeln, in 
diesem Zusammenhang werde auf  BGE 110 Ib 332 E. 2c S. 335 f. 
verwiesen  sowie  auf  die  sich  daraus  ergebende  Verpflichtung,  die 
folgende Sache nun umgehend zu behandeln.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  in 
diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art. 108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  VwVG).  Die  Beschwerde-
führenden sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise  Änderung;  sie  sind daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.

4.1 Das  Bundesamt  führt  zur  Begründung  seiner  Verfügung  vom 
26. März  2010  im  Wesentlichen  aus,  im  Falle  der  beiden  minder-
jährigen  Kinder  der  Beschwerdeführenden  seien  die  gesetzlichen 
Voraussetzungen  für  eine  Familienzusammenführung  nicht  gegeben, 
da Asylsuchende grundsätzlich kein Recht  hätten,  die  Familie  nach-
kommen zulassen.  Gemäss  Art.  51  Abs. 1  AsylG  müsse  die  in  der 
Schweiz  lebende  Person,  welche  Familienangehörige  in  ihren 
Rechtsstatus  einbeziehen  lassen  wolle,  die  Flüchtlingseigenschaft 
besitzen  und  in  der  Schweiz  Asyl  erhalten  haben.  Den  Akten  sei 
ausserdem  zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführenden  in  der 
Türkei  zahlreiche  Familienangehörige  hätten,  darunter  mehrere  ver-
heiratete Geschwister.

4.2 Die  Beschwerdeführenden  rügen  demgegenüber  in  ihrer  Be-
schwerdeschrift vom 19. April 2010 zunächst in formeller Hinsicht, sie 
hätten  lediglich  um  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  für  ihre 
minderjährigen  Kinder  ersucht,  damit  diese  in  das  Asylgesuch  ihrer 
Mutter  eingeschlossen  werden  könnten.  Das  BFM  habe  jedoch  mit 
seiner Verfügung vom 26. März 2010 ein nie gestelltes Asylgesuch für 
die beiden Kinder abgelehnt.

4.3

4.3.1 Das Prinzip von Treu und Glauben, das gemäss Art. 5 Abs. 3 der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101) als allgemeiner Grundsatz rechtsstaatlich-
en  Handelns  gilt  und  dem  darüber  hinaus  nach  Art. 9  BV  Grund-
rechtscharakter zukommt, gebietet ein loyales und vertrauenswürdiges 
Verhalten  im  Rechtsverkehr  (BVGE  2007/19  E. 3.3;  ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 

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5. Aufl.,  Zürich  2006,  N 622; RENÉ RHINOW,  Grundzüge  des 
Schweizerischen  Verfassungsrechts,  Basel  u.a.  2003,  N 1788 ff.  u. 
2397 ff.). In Konkretisierung dieses allgemeinen Verhaltensgebots sind 
schriftliche  Eingaben  von  Privaten  an  die  Behörden  so  auszulegen, 
wie  sie  nach  Treu  und  Glauben  verstanden  werden  durften  und 
mussten  (BGE  126  II  97  E. 4b  S. 104 f.,  mit  weiteren  Hinweisen; 
RHINOW,  a.a.O., N 2399; PIERRE MOOR,  Droit administratif, Bd. I, 2. Aufl., 
Bern 1994,  S. 435 f.). Auch wenn es daher  für  die Auslegung eines 
Gesuchs  nicht  allein  auf  dessen  Bezeichnung  ankommen  kann,  so 
bildet diese doch ein Interpretationselement unter anderen, das es zu 
würdigen gilt. Entsprechendes lässt sich zur allfälligen Erwähnung von 
Gesetzesbestimmungen in einem Gesuch sagen, woran mit Blick auf 
dessen  Auslegung  auch  der  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von 
Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG) nichts ändert 
(vgl. dazu auch BVGE 2007/19).

4.3.2 Ehegatten, eingetragene Partnerinnen oder Partner von Flücht-
lingen  und  ihre  minderjährigen  Kinder  werden  als  Flüchtlinge  an-
erkannt und erhalten Asyl,  wenn keine besonderen Gründe dagegen 
sprechen (Art. 51  Abs. 1 AsylG). Wurden die  anspruchsberechtigten 
Personen nach Absatz 1 durch die Flucht  getrennt  und befinden sie 
sich  im  Ausland,  so  ist  ihre  Einreise  auf  Gesuch  hin  zu  bewilligen 
(Art. 51 Abs. 4 AsylG).

4.3.3  Im vorliegenden Falle  haben die Beschwerdeführenden durch 
ihren Rechtsvertreter im Gesuch vom 15. März 2010 (act. C 38) aus-
drücklich festgehalten, die Kinder seien in ihre Asylgesuche miteinzu-
beziehen. Eine drohende Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG wurde 
für  die  beiden  nicht  geltend  gemacht.  Die  auf  Beschwerdeebene 
geltend  gemachte  drohende  Anordnung  von  Kindesschutzmass-
nahmen durch die türkischen Behörden kann ebenfalls nicht als Ge-
fährdung  gewertet  werden,  da  diese  Massnahmen,  wie  der  Name 
schon sagt,  zum Schutz der Kinder angeordnet werden würden. Das 
BFM durfte  deshalb  das  Gesuch in  einer  Auslegung  nach  Treu und 
Glauben ohne weiteres als Begehren um Bewilligung der Einreise und 
Gewährung von Familienasyl im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG inter-
pretieren.

4.4 Entgegen  den  anderslautenden  Ausführungen  in  der  Be-
schwerdeschrift  hat  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu-
treffend  festgestellt,  dass  Asylsuchende  grundsätzlich  kein  Recht 

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haben,  die  Familie  nachkommen  zu  lassen. Gemäss  Art.  51  Abs. 1 
AsylG werden  denn auch nur  Ehegatten,  eingetragene Partnerinnen 
und  Partner  von  Flüchtlingen  und  ihre  minderjährigen  Kinder  als 
Flüchtlinge  anerkannt,  beziehungsweise  nur  sie  erhalten  Asyl,  und 
dies  auch nur,  wenn keine besondern  Umstände dagegen sprechen 
(vgl.  Art.  51  Abs.  1  in  fine  AsylG).  Hingegen  besteht  während  des 
Asylverfahrens  (und  im  Falle  dessen  negativen  Ausgangs  bis  zum 
Verlassen der Schweiz) kein Recht auf Familiennachzug. (vgl.  WALTER 
STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht, 
2. Auflage,  Basel  2009,  Rz. 11.43).  Demzufolge  besteht  auch  kein 
Anspruch  auf  Erteilung  einer  Einreisebewilligung.  Unter  diesen 
Umständen  besteht  auch  kein  Anlass,  vorsorgliche  Massnahmen zu 
treffen.

4.5 Es ist festzuhalten, dass kein Gesuch um Asyl bei der Schweizer 
Vertretung in der Türkei eingereicht wurde, weshalb in casu kein Ge-
such aus dem Ausland im Sinne von Art. 20 AsylG vorliegt. Der Klar-
heit halber ist anzuführen, dass gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG das BFM 
Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhalts bewilligt, 
wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufent-
haltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land zu reisen. Wie in Er-
wägung  4.4  dargelegt  wurde,  besteht  für  die  Kinder  indes  keine 
drohende Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG, weshalb eine Ein-
reise zur Abklärung des Sachverhalts auch unter dem Blickwinkel von 
Art. 20 Abs. 2 AsylG von vornherein nicht in Betracht käme. Zudem ist 
ihnen der weitere Aufenthalt in der Türkei zumutbar, können sich doch 
die  Tante  und  zwei  Onkel  (vgl.  Beschwerdeeingabe  vom 19.4.2010, 
S. 4) im Rahmen der traditionell  ausgeprägten Familiensolidarität um 
sie  kümmern,  falls  die  Betreuung durch die  Grossmutter  nicht  mehr 
gewährleistet wäre. Bei dieser Sachlage sind die Voraussetzungen für 
die Anwendung von Art. 20 AsylG nicht erfüllt.

5.
Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf weitere Vorbringen der  Be-
schwerdeführenden  einzugehen,  da  sie  an  der  vorgenommenen 
Würdigung nichts zu ändern vermögen, und sie sich überwiegend auf 
einen  Sachverhalt  beziehen,  der  sich  vom  hier  zu  beurteilenden 
unterscheidet.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

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Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den  Be-
schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen wird abgewiesen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden (Einschreiben; Bei-
lage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

Versand: 

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