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**Case Identifier:** fd7c4ba3-e739-5b1c-ad82-0fb316b07119
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-11
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung 11.12.2018 OG O3V-17-26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_OG-O3V-17-26_2018-12-11.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A___ 

 
vertreten durch: RA AA___  
 
 

 
Vorinstanz IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden ,  

Postfach 1047, 9102 Herisau 
 

 
 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 11. Dezember 2018  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichter H.P. Fischer, Ch. Wild, Dr. F. Windisch, 
S. Ramseyer 
Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 
 
 
 

Verfahren Nr. O3V 17 26 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Gegenstand Rente der Invalidenversicherung 
Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle Appenzell  
Ausserrhoden vom 7. Juli 2017 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 1. Es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen, insbesondere 

mindestens eine Dreiviertelsrente seit 1. Januar 2014 auszurichten. 

 2. Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten der Fachbereiche Neurologie, 

Psychiatrie und Rheumatologie samt EFL einzuholen. 

 3. Subeventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zu diesem 

Zweck sei über die Beschwerdeführerin ein neues, polydisziplinäres Gutachten 

einzuholen, wobei auch der Fachbereich Rheumatologie zu begutachten ist. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Die am XX.XX.1982 geborene A___ meldete sich am 10. Juni 2013 wegen einer zervikalen 

Dystonie (Schiefhals) bei der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden an (IV-act. 4). In der Folge 

klärte die IV-Stelle den medizinischen sowie den erwerblichen Sachverhalt ab – unter 

anderem holte sie ein Gutachten bei der IME (Interdisziplinäre Medizinische Expertisen, 

St. Gallen), Prof. Dr. med. B___, Facharzt Neurologie sowie Psychiatrie und 

Psychotherapie, ein – und zog die Akten des Krankenversicherers bei (IV-act. 37, 38, 39, 

50 und 58). 

 

B. Mit Vorbescheid vom 13. Februar 2017 kündigte die IV-Stelle A___ an, es bestehe kein 

Rentenanspruch (IV-act. 101). Dagegen liess A___ am 15. März 2017 beziehungsweise 1. 

Mai 2017 Einwand erheben (IV-act. 102 und IV-act. 106). Die IV-Stelle hielt in der 

Verfügung vom 7. Juli 2017 an ihrem Vorbescheid fest und wies das Leistungsbegehren 

von A___ ab (IV-act. 108). 

 

C. Gegen die Verfügung vom 7. Juli 2017 liess A___ am 11. September 2017 mit den 

eingangs erwähnten Anträgen Beschwerde beim Obergericht des Kantons Appenzell 

Ausserrhoden erheben (act. 1).  

  

Seite 3 

D. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 9. Oktober 2017 die Abweisung der 

Beschwerde (act. 6). 

 

E. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2017 verzichtete A___ auf eine Replik (act. 9).  

 

F. Mit Beschluss vom 13. Februar 2018 holte das Obergericht bei Prof. Dr. med. B___ eine 

Ergänzung seines Gutachtens vom 14. Januar 2017 ein (act. 10). Am 6. März 2018 reichte 

die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine Ergänzungsfrage zur Beantwortung 

durch Prof. Dr. med. B___ ein (act. 15).  

 

G. Am 15. Juni 2018 erstattete Prof. Dr. med. B___ dem Obergericht das 

Ergänzungsgutachten (act. 18). 

 

H. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 4. Juli 2018 eine 

Stellungnahme zum Ergänzungsgutachten ein (act. 21). Die Vorinstanz verzichtete 

stillschweigend auf eine Vernehmlassung.  

 

I. Mit Urteil vom 11. Dezember 2018 wurde die Beschwerde durch das Obergericht 

abgewiesen (act. 23).  

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles  

 

 Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes 

vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht als kantonales 

Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen. Die 

örtliche Zuständigkeit ist nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 

über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) gegeben. 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes vom 9. September 2002 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1)).  

Seite 4 

 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

2. Materielles   

 Zwischen den Parteien umstritten und zu prüfen ist der Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin. 

 

 2.1 

 Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität kann nach Art. 4 Abs. 1 

IVG Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn 

sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).  

 

 2.2 

 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die unter anderem 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40% invalid (Art. 8 ATSG) sind.  

 

 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht ein Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).   

 

 2.3 

 Nach dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz ist der 

rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, und zwar richtig und 

vollständig (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 136 V 376 E. 4.1.1). 

 

  

Seite 5 

 2.4 

 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall 

das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind 

die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4). 

 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten 

begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1).    

 

Gemäss früherem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren 

Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen 

spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein 

abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht 

standhält. In sinngemässer Anwendung auf die materiell-beweisrechtlich geänderten 

Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen 

und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit 

weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der 

massgebenden Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann 

zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_329/2018 vom 7. September 2018 E. 5.2.3.1 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 8).  

 

 2.5 

 Die IV-Stelle vertrat die Ansicht, es sei eine umfassende Abklärung vorgenommen worden 

und es sei kein polydisziplinäres Gutachten notwendig. Der Entscheid über die 

Gutachtensart obliege dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Der bidisziplinären 

Begutachtung durch Prof. Dr. med. B___ komme voller Beweiswert zu und im Übrigen sei 

die Beschwerdeführerin auf ihre Schadenminderungspflicht hinzuweisen.  

 

 Die Beschwerdeführerin stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, die IV-Stelle habe 

den Untersuchungsgrundsatz und die Anforderungen an eine administrative 

Erstbegutachtung verletzt. Es bestehe auch rheumatologischer Abklärungsbedarf, weshalb 

Seite 6 

ein polydisziplinäres Gutachten hätte eingeholt werden müssen. Das bidisziplinäre 

Gutachten von Prof. Dr. med. B___ sei nicht beweiskräftig, inhaltlich stark mangelhaft, 

beantworte den Fragenkatalog nicht, sei nicht beweistauglich, nicht plausibel und 

nachvollziehbar, ohne Begründung zu divergierenden Ansichten und es finde keine 

Auseinandersetzung und Würdigung des AEH-Gutachtens, des RAD-Untersuchs durch 

Dr. med. E___ sowie der Angaben des RAD-Arztes Dr. med. C___, Facharzt Neurologie, 

Psychiatrie und Psychotherapie, und des IV-Arztes Dr. med. D__ statt. In der 

Stellungnahme zum Ergänzungsgutachten von Prof. Dr. med. B___ liess die 

Beschwerdeführerin ausführen, eine wesentliche Verbesserung sei durch die Botoxtherapie 

nicht dokumentiert worden und der Gutachter überschreite seine Kompetenz, indem er eine 

rechtliche Würdigung vornehme und ihr implizit eine Verletzung der 

Schadenminderungspflicht vorwerfe. In Bezug auf die anderslautende Beurteilung durch Dr. 

med. E___ habe der Gutachter erneut aktenwidrig Tatsachen verdreht und die Ansicht des 

RAD-Arztes zur Wirksamkeit der Botox-Behandlung nicht wiedergegeben. Der Bericht des 

Vereins Mensch – Natur, Herisau, sei nicht gutachterlich berücksichtigt und gewürdigt 

worden, insbesondere bezüglich des gescheiterten Eingliederungsversuchs. Ferner habe 

der Gutachter immer noch unbeantwortet gelassen, weshalb im Bericht der 

Haushaltsabklärung Einschränkungen aus medizinischer Sicht als plausibel beurteilt 

worden seien, aber im Erwerb keine Einschränkung vorliegen solle. Im Übrigen äussere 

sich der Gutachter hinsichtlich der Rüge der ungenügenden Auseinandersetzung mit den 

Standardindikatoren nicht. Das Gutachten sei vor der Änderung der Rechtsprechung 

verfasst worden, womit es der neuen Rechtsprechung nicht genüge. Auf das mangelhafte 

Gutachten von Prof. Dr. med. B___ dürfe nicht abgestellt werden, es sei nicht neutral 

formuliert und enthalte tatsachenwidrige Behauptungen und Unterstellungen. 

 

 2.6 

 Aus den Akten geht im Wesentlichen der folgende medizinische Sachverhalt hervor: 

 

 2.6.1 

 Dr. med. F___, Facharzt FMH Neurologie, Klinik für Neurologie, Kantonsspital St. Gallen, 

stellte im Bericht vom 28. Januar 2013 die Diagnose wahrscheinlich primäre zervikale 

Dystonie mit Torticollis nach rechts und leichtem Retrocollis (ICD-10: G24.2), wobei die 

Erstsymptomatik ca. im Oktober 2012 aufgetreten sei. Er habe aufgrund des sehr starken 

Leidensdrucks gleich mit Botox behandelt (IV-act. 15-7/8). Am 19. April 2013 fand eine 

erneute Botox-Behandlung statt (IV-act. 15-6/8). 

 

  

Seite 7 

 2.6.2 

 Im Bericht vom 5. Juni 2013 führte Dr. med. F___ aus, bis dato sei das Ansprechen auf 

Botox noch unbefriedigend (IV-act. 37-8/23).  

 

 2.6.3 

 Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. G___, Facharzt FMH Allgemeine Innere 

Medizin, Urnäsch, stellte im Arztbericht vom 1. Juli 2013 ebenfalls die Diagnose zervikale 

Dystonie mit Tortikollis nach rechts. Weiter führte er aus, dass die objektive Beurteilung 

schwer falle. Eigentlich wäre aus seiner Sicht vermutlich ein kleines Teilzeitpensum (z.B. 2 

Stunden/Tag) zumutbar, jedoch spreche sich der Botoxspezialist dagegen aus (IV-act. 15-

3f/8).  

 

2.6.4 

 Dr. med. H___, Fachärztin Neurologie, Neuropraxis Herisau, diagnostizierte im Arztbericht 

vom Juli 2013 eine cervicale Dystonie rechts seit ca. Herbst 2012. Sie erklärte, dass unter 

der laufenden Behandlung mit Botulinumtoxin die Prognose als sehr gut anzusehen sei und 

unter adäquater Behandlung im Verlauf nicht mit einer wesentlichen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei (IV-act. 19-1ff./6). 

 

 2.6.5 

 Im Arztbericht vom 3. Juli 2013 erklärte Dr. med. F___, dass die Beschwerdeführerin 

aktuell weder in der bisherigen noch in einer adaptierten Tätigkeit arbeiten könne. In der 

Regel sei mit einem Effekt der Botoxtherapie zu rechnen. Eine cervicale Dystonie könne 

durchschnittlich etwa 70% mit Botox verbessert werden. Derzeit sei dieser Effekt noch 

ausgeblieben, sollte er jedoch eintreten, sei mit einer mindestens prozentualen 

Wiedererreichung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (IV-act. 16-1ff/6). 

 

 2.6.6 

 Dr. med. F___ berichtete am 27. August 2013, dass die Beschwerdeführerin nach der 

letzten Botox-Injektion mit deutlich erhöhter Dosierung erstmals merklich davon profitiert 

habe. Die Dystonie nehme nach der Beschwerdeführerin merklich ab (IV-act. 37-11/23).  

 

 2.6.7 

 Dr. med. G___ berichtete am 16. September 2013, dass ein schleppender Heilungsverlauf 

bestehe und ein verzögertes Ansprechen auf die Botox-Infiltrationen. Ein erster deutlich 

spürbarer Heilungserfolg habe sich erst nach der letzten Botox-Injektion im Juli 2013 

eingestellt. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin 100% arbeitsunfähig (IV-act. 37-9f./23).  

 

Seite 8 

 2.6.8 

 Dr. med. J___, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Departement Innere 

Medizin, Kantonsspital St. Gallen, diagnostizierte im Bericht vom 23. September 2013 

nebst der cervikalen Dystonie eine depressive Episode, aktuell schwergradig (ICD-10: 

F32.2) und empfahl eine entsprechende Behandlung (IV-act. 25-7f/8).  

 

 2.6.9 

 Dr. med. F___ berichtete am 1. Oktober 2013, dass die Beschwerdeführerin von einem 

deutlichen Ansprechen ohne Nebenwirkungen berichte (IV-act. 37-18/23).  

 

 2.6.10 

 Im Verlaufsbericht vom 12. November 2013 berichtete Dr. med. F___ über einen im 

Vergleich zum Juni 2013 positiven Verlauf. Bezüglich der Motorik habe die Erhöhung der 

Botoxdosis zu einer Verbesserung geführt, so dass er einer Wiederaufnahme der 

Arbeitsfähigkeit (Teilzeit) in den nächsten Monaten nicht ausschliessen könne. Er werde 

der Beschwerdeführerin vorschlagen, auf 1. Januar 2015 50% arbeiten zu gehen. Er denke, 

dass mit einer polydisziplinären Behandlung (Neurologie, Psychiatrie, Physiotherapie) eine 

Wiedererlangung mindestens einer Teilarbeitsfähigkeit erreicht werden könne (IV-act. 37-

15/23).  

 

 2.6.11 

 Dr. med. K___, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil. L___, Herisau, 

diagnostizierten im Bericht vom 18. März 2014 eine Anpassungsstörung mit Angst und 

Depression gemischt (ICD-10: F43.21) bei cervikaler Dystonie (IV-act. 34).  

 

2.6.12 

 Im Bericht vom 28. März 2014 über die psychiatrisch-psychopathologische und 

verhaltensneurologische, neuro- und leistungspsychologische Untersuchung vom 

21. Februar 2014 führten Dr. med. M___, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 

und Dr. med. N___, Fachärztin Neurologie, Zürich, aus, im weiteren Zeitverlauf sei nach 

Einberäumung einer adäquaten Übergangsfrist, medizinisch-theoretisch von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen (Zumutbarkeit), sozial-praktisch, bei ungekündigten 

Berufsverhältnissen, eine initial 50%-ige Arbeitsfähigkeit im Sinne einer Adaptionsphase mit 

gradueller Leistungssteigerung (IV-act. 39-7/12).  

 

 2.6.13 

 Im Arztbericht des Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden vom 31. März 2014 

wurde eine idiopathische nicht familiäre Dystonie (ICD-10: F24.2) sowie eine mittelgradige 

Seite 9 

depressive Episode (ICD-10: F32.1) diagnostiziert. Aufgrund von lediglich zwei 

stattgefundenen Konsultationen könne keine Prognose gestellt werden, der 

Beschwerdeführerin sei jedoch mangels Willen, eine stationäre psychiatrische Behandlung 

durchzuführen, eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit regelmässigen 

Konsultationen empfohlen worden (IV-act. 36). 

 

 2.6.14 

 Im Gutachten des Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG, AEH, Zürich, 

vom 7. April 2014 zuhanden des Krankenversicherers der Beschwerdeführerin wurde 

ausgeführt, dass die bisherige Tätigkeit in der Kosmetikfirma derzeit nicht zumutbar sei 

(100%-ige Arbeitsunfähigkeit). Aus psychiatrischer Sicht bestehe derzeit eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit. Diese lasse sich im weiteren Verlauf jedoch reduzieren, so dass von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne (IV-act. 38-5/20). In einer 

angepassten Tätigkeit, für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit einer Präsenz von 

fünf Stunden und einer Stunde vermehrter Pausen, verteilt über diese fünf Stunden, bei der 

alternierend die rechte oder die linke Hand verwendet werden könne, für kurze Sequenzen, 

ca. 2-3 Minuten, beide Hände zum Einsatz kommen, z.B. Etikettieren von Gegenständen, 

sei die Beschwerdeführerin als arbeitsfähig zu erachten (50%-ige Arbeitsfähigkeit bei fünf 

Stunden Präsenzzeit). Interdisziplinär bestehe somit derzeit eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 38-6/20).  

 

 2.6.15 

 Dr. med. O___, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, erklärte im RAD-Bericht, das 

Gutachten des AEH sei nachvollziehbar und plausibel, mit Ausnahme der somatisch 

dominierten Prognose. Es sei hier zu berücksichtigen, dass bei der somatischen 

Untersuchung die letzte Botox-Injektion bereits 2 Monate zurückgelegen habe und die 

definitive Dosierung noch nicht ausgetestet worden sei. Dies bedeute, dass noch von 

weiteren Verbesserungen der Dystonie auszugehen sei und dadurch zu erwartenden 

Steigerungen der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 40-4/5). Es bestehe ein Eingliederungspotential 

von 50% auf dem ersten Arbeitsmarkt bei fünf Stunden Präsenz und einer Stunde 

zusätzlicher Pausen mit gradueller Steigerung auf das Wunschpensum von 50-60%. Eine 

adaptierte Tätigkeit bestehe ohne notwendige starke Rotation im Nacken, keine häufigen 

Arbeiten über Schulterhöhe oder vorgeneigt im Stehen beziehungsweise Sitzen oder im 

Knien. Empfehlenswert sei die Möglichkeit einer regelmässigen Entlastung des Nackens 

(IV-act. 40-5/5) 

 

  

Seite 10 

 2.6.16 

 Dr. med. E___ führte im ärztlichen Bericht der RAD-Abklärung vom 28. Mai 2014 zur Frage 

der beruflichen Eingliederungsfähigkeit aus, im rheumatologischen Befund seien die 

Halswirbelsäule und die rechte Schulter auffällig. Es liege ein deutlicher muskulärer 

Hartspann mit Verbackung der myogelotischen Muskulatur die gesamte rechte Schulter 

und den Nackenbereich umgreifend vor (IV-act. 43-4/17). Er diagnostizierte eine zervikale 

Dystonie (ICD-10: G24.3) und eine schwere Depression (ICD-10: F32.2). Es liege in der 

angestammten Tätigkeit, welche adaptiert sei, eine 60%-ige Arbeitsunfähigkeit vor und im 

Haushalt eine 10%-ige Leistungseinschränkung. Derzeit sei aufgrund der schweren 

Depression keine Arbeitstätigkeit zumutbar (IV-act. 43-5ff/17).  

 

 2.6.17 

 Im Bericht von Dr. med. K___ und lic. phil. L___ vom 18. Februar 2015 wurde bei 

gleichbleibender Diagnose von einem verbesserten Gesundheitszustand ausgegangen. Die 

Arbeitsfähigkeit sei jedoch seit Beginn der Therapie am 20. Januar 2014 nicht gegeben. Es 

werde ein stationärer Neurorehabilitationsaufenthalt empfohlen (IV-act. 52).  

 

 2.6.18 

 Die RAD-Ärztin Dr. med. O___ führte am 15. April 2015 aus, es liege ein instabiler 

Gesundheitszustand vor. Nach einer erfolgten Rehabilitation seien weitere medizinische 

Abklärungen angezeigt, die aktuelle Arbeitsfähigkeit könne nicht abschliessend beurteilt 

werden (act. 53-4/4).  

 

 2.6.19 

 Gemäss Bericht über die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und 

Haushalt vom 25. Juli 2016 liegt im Haushaltbereich eine Behinderung von 20.75 % vor (IV-

act. 85).  

 

 2.6.20 

 Dr. med. K___ und lic. phil. L___ gingen im Bericht vom September 2016 von einem 

verbesserten Gesundheitszustand seit 16. Februar 2015 aus. Zudem erachteten sie die 

Kriterien einer Anpassungsstörung als nicht mehr erfüllt. Sie berichteten, dass Ende Mai 

2015 die Therapie bei völliger Beschwerdefreiheit habe beendet werden können, die 

Beschwerdeführerin jedoch Anfang 2016 erneut psychotherapeutische Hilfe gesucht habe. 

Ende Juni 2016 sei die Therapie bei uneingeschränkter Beweglichkeit und bei 

Wohnortwechsel abgeschlossen worden (IV-act. 88).  

 

  

Seite 11 

 2.6.21 

 Im bidisziplinären Gutachten vom 14. Januar 2017 kam Prof. Dr. med. B___ 

zusammenfassend zum Ergebnis, dass aus neurologischer Sicht keine quantitative 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestände. Jedoch seien qualitative Einschränkungen zu 

benennen, indem Arbeiten mit Zwangshaltungen der Halswirbelsäule oder vermehrten 

Kopfwendungen sowie Tätigkeiten mit Inklination nicht leidensgerecht seien. Aus 

psychiatrischer Sicht sei in zuletzt ausgeübter und adaptierter Tätigkeit seit Antragstellung 

und anhaltend von keiner Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 99-3/109). Im 

psychiatrischen Fachgutachten verneinte er eine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 99-33/109). Im neurologischen Fachgutachten stellte er als 

Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Torticollis und Retrocollis rechts (ICD-

10: G24.2) (IV-act. 99-107/109).  

 

 2.6.22 

 Die RAD-Ärztin Dr. med. O___ gab im RAD-Bericht vom 27. Januar 2017 an, es sei auf das 

Gutachten abzustellen (IV-act. 100-3/3).  

 

 2.6.23 

 Im Ergänzungsgutachten vom 15. Juni 2018 führte Prof. Dr. med. B___ aus, es beständen 

keine Divergenzen in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwischen seinen Ergebnissen 

und jenen der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Der 

zusätzlichen Pausenregelung könne er gegebenenfalls beipflichten, wenn die Arbeit nicht 

voll leidensadaptiert sei (act. 18/ Antwort zu Frage 1). Den ärztlichen Bericht von Dr. med. 

E___ betreffend RAD-Abklärung vom 28. Mai 2014 habe er im neurologischen Gutachten 

zitiert, jedoch sich damit nicht vertieft auseinandergesetzt, da keine neuen 

richtungsweisenden Erkenntnisse darin enthalten seien (act. 18/Antwort zu Frage 2). Auch 

den Bericht des Vereins Mensch und Natur habe er berücksichtigt, jedoch nicht diskutiert, 

da jene keine neurologisch relevanten Informationen enthielten (act. 18/Antwort zu Frage 

3). Zum Haushaltsabklärungsbericht habe er sich im Gutachten ebenfalls geäussert (act. 

18/Antwort zu Frage 4).  

 

2.7 

 Nicht bestritten ist, dass die Beschwerdeführerin an einer zervikalen Dystonie (Schiefhals) 

leidet. 

  

Seite 12 

 

 2.7.1 

 Soweit die Beschwerdeführerin geltend machen lässt, die Auswahl der Fachdisziplinen sei 

nicht sachgerecht erfolgt, ist darauf hinzuweisen, dass in begründeten Fällen eine mono- 

oder bidisziplinäre Begutachtung durchgeführt werden kann, sofern die medizinische 

Situation offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt (BGE 139 V 349 

E. 3.2). Dabei ist für die Auswahl der Fachdisziplinen bei polydisziplinären Gutachten die 

Gutachterstelle abschliessend zuständig unter Berücksichtigung der von der IV-Stelle 

gewählten Fachdisziplinen. Den Gutachtern muss es also freistehen, die von der IV-Stelle 

beziehungsweise dem RAD – oder im Beschwerdefall durch ein Gericht – bezeichneten 

Disziplinen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskussion zu stellen, wenn ihnen die 

Vorgaben nicht einsichtig sind. Unter diesem Vorbehalt steht insbesondere auch eine 

vorgängige Verständigung zwischen IV-Stelle und versicherter Person über die 

Fachdisziplinen. Eine erneute Mitwirkung der versicherten Person in diesem Punkt ist 

alsdann ausgeschlossen. Diese Überlegungen treffen grundsätzlich auch mit Bezug auf 

bidisziplinäre Expertisen zu (BGE 139 V 349 E. 3.3, E. 4, E. 5.1, E. 5.2.2.2 und E. 5.4 mit 

Hinweis auf BGE 137 V 210).  

 

 Vorliegend wurde der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 7. November 2016 mitgeteilt, 

dass durch den Gutachter Prof. Dr. med. B___ Abklärungen in den Fachdisziplinen 

Neurologie und Psychiatrie geplant seien (IV-act. 96). Somit wurde die Beschwerdeführerin 

formell korrekt über die vorgesehenen Fachdisziplinen, die Art des Gutachtens – 

bidisziplinär – und die Person des Gutachters informiert. Die Beschwerdeführerin 

verzichtete in der Folge – trotz eines Hinweises in der Mitteilung auf die Möglichkeit des 

Vorbringens von Einwendungen – auf Einwendungen gegen das geplante Vorgehen. Sie 

verzichtete dannzumal auch darauf, ihre Rechtsschutzversicherung einzuschalten. Erst 

nachdem die Beschwerdeführerin den Vorbescheid vom 13. Februar 2017 erhielt, schaltete 

sich ihre Rechtsschutzversicherung ein (IV-act. 101 und act. 102). Diese kritisierte im 

Einwand vom 1. Mai 2017 aber weder das Gutachten, noch die Art des Gutachtens oder 

die Auswahl der Disziplinen (IV-act. 106).  

 

 Der Rüge einer fehlenden rheumatologischen Begutachtung ist sodann entgegenzuhalten, 

dass die Beschwerdeführerin nach Auftreten ihrer Beschwerden durchgängig neurologisch 

und psychiatrisch behandelt worden war. Gemäss den vorliegenden Akten wurde von den 

involvierten behandelnden Fachärzten weder ein orthopädisches Symptom noch eine 

entsprechende Diagnose festgestellt, welche nach deren Ansicht den Beizug eines 

Rheumatologen erforderlich gemacht hätte. Insofern bestand offensichtlich keine 

Notwendigkeit für eine rheumatologische Begutachtung beziehungsweise die Ausdehnung 

Seite 13 

der Begutachtung auf eine weitere Fachdisziplin und damit auf eine polydisziplinäre 

Begutachtung.  

 

 Zusammenfassend waren somit entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin die 

Voraussetzungen für eine bidisziplinäre Begutachtung gegeben.  

 

 2.7.2   

 Die Kritik der Beschwerdeführerin am bidisziplinären Gutachten von Prof. Dr. med. B___ 

vom 14. Januar 2017 und dessen Ergänzung vom 15. Juni 2018 überzeugt nicht.  

 

Soweit dem Gutachter eine mangelnde Auseinandersetzung und Würdigung des AEH-

Gutachtens sowie der EFL vorgeworfen wird, geht diese Rüge fehl. Gemäss den 

medizinischen Akten fand am 1. Oktober 2013 bei Dr. med. F___ erneut eine – letztmalige 

– Botox-Behandlung statt (IV-act. 37-18/23). Am 10./11. März 2014 wurde die 

Beschwerdeführerin mittels Funktionsorientierter Medizinischer Abklärung, welche unter 

anderem auch ein EFL umfasste, für das AEH-Gutachten untersucht (IV-act. 38-2/20). Der 

Hinweis des Gutachters, dass die EFL nach der letzten Botox-Behandlung stattgefunden 

habe und aufgrund der auf durchschnittlich 10 – 14 Wochen beschränkten Wirksamkeit der 

Botox-Behandlung mit einem Wiederauftreten der Symptome zu rechnen gewesen sei, ist 

daher nachvollziehbar. Nach dem Arztbericht vom Juli 2013 von Dr. med. H___ fingen die 

Beschwerden ca. im Herbst 2012 an, wobei sie erklärte, dass unter der laufenden 

Behandlung mit Botulinumtoxin die Prognose als sehr gut anzusehen und unter adäquater 

Behandlung im Verlauf nicht mit einer wesentlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu 

rechnen sei (IV-act. 19-1ff./6). Die Botoxbehandlung wurde gemäss Dr. med. F___ am 25. 

Januar 2013 aufgenommen (IV-act. 15-7/8). Am 5. Juni 2013 gab Dr. med. F___ 

gegenüber dem Krankenversicherer der Beschwerdeführerin an, dass, sollte die Dystonie 

wie im üblichen Rahmen bekannt auf die Botox-Behandlung ansprechen, mit einer 

mindestens teilweisen Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen sei (IV-act. 37-8/23). Der 

Hausarzt der Beschwerdeführerin erachtete bereits im Juli 2013 ein kleines Teilzeitpensum 

als zumutbar, verwies aber auf den Spezialisten aus der Botox-Sprechstunde, welcher sich 

vorläufig gegen einen Arbeitsversuch ausspreche (IV-act: 15-4/8). Dr. med. F___ war im 

Arztbericht vom 3. Juli 2013 der Ansicht, dass die Beschwerdeführerin aktuell – auch in 

adaptierter Tätigkeit – nicht in der Lage sei, zu arbeiten. In der Regel sei mit einem Effekt 

der Botoxtherapie zu rechnen. Eine cervikale Dystonie könne durchschnittlich mit Botox 

etwa 70% verbessert werden. Falls der Effekt eintrete, sei mit einer mindestens 

prozentualen Wiedererreichung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (IV-act. 16-3/6). Im August 

2013 meldete Dr. F___, dass die Beschwerdeführerin nach der letzten Botox-Injektion mit 

deutlich erhöhter Dosierung erstmals merklich davon profitiert habe. Die Dystonie nehme 

Seite 14 

sehr merklich ab (IV-act. 37-16/23). Im November 2013 gab Dr. med. F___ im 

Verlaufsbericht an, der Verlauf sei im Vergleich zum Juni 2013 als positiv zu bewerten. Die 

Erhöhung der Botoxdosis habe zu einer Verbesserung geführt, so dass eine 

Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit (Teilzeit) in den nächsten Monaten nicht 

auszuschliessen sei (IV-act. 37-15/23). Somit war von Seiten der behandelnden Fachärzte 

unbestritten, dass eine Botoxbehandlung die für das vorliegende Leiden adäquate 

Behandlung ist und dass bei der Beschwerdeführerin dadurch eine Verbesserung 

eingetreten war. Die Aussage des Gutachters Prof. Dr. med. B___, wonach das 

neurologische Störungsbild (aktuell) unbehandelt sei, nachdem die Beschwerdeführerin im 

Herbst 2013 die Botox-Behandlung abgebrochen habe, erscheint somit zutreffend (IV-act. 

99-3/109). Auch die gutachterliche Bemerkung im Ergänzungsgutachten, dass aufgrund 

des Aktenmaterials die Beschwerdeführerin von der Botox-Behandlung profitierte, sie diese 

ohne nachvollziehbare medizinische Gründe abbrach und sie zur Wiederaufnahme der 

Behandlung verpflichtet werden sollte, erscheint vor diesem Hintergrund nicht als 

Kompetenzüberschreitung (act. 18). Bereits in der Zusammenfassung des Gutachtens 

führte Prof. Dr. med. B___ aus, dass die Folgen der Bewegungsstörung durch eine Botox-

Spritzen-Behandlung deutlich zu mindern und diese Behandlung der Beschwerdeführerin 

aus medizinischer Sicht zumutbar sei. Aus neurologischer Sicht spreche nichts gegen die 

Auferlegung von Massnahmen im Sinne einer Schadenminderungspflicht (IV-act. 99-

3/109). Zutreffend ist, dass die EFL-Untersuchung im März 2014 stattfand und der 

Gutachter keine davon abweichende Einschätzung vornahm, sondern die Übereinstimmung 

damit erklärte, dass durch den Abbruch der Botox-Therapie im Herbst 2013 mit einem 

Wiederauftreten der Symptome zu rechnen war, da die Wirkung von Botox durchschnittlich 

ca. 10 – 14 Wochen anhalte (act. 18). Insofern berücksichtigte der Gutachter in seiner 

Einschätzung die unbestrittenermassen zeitlich begrenzte Wirksamkeit der Botox-

Injektionen. Gemäss den medizinischen Akten liess sich die Beschwerdeführerin von Ende 

Januar 2013 bis Anfang Oktober 2013 mit Botox behandeln, somit effektiv rund acht 

Monate (IV-act. 15-7/8 und IV-act. 37-18/23). Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin lässt sich den Akten nicht entnehmen, dass die Botox-Therapie 

abgebrochen wurde, weil sich die gewünschte Wirkung langfristig nicht einstellte 

beziehungsweise weil die langfristige Wirksamkeit nachliess. Vielmehr beendigte sie diese 

Therapie im Herbst 2013 – gemäss der Beschwerdeführerin aufgrund von Missstimmungen 

unter den behandelnden Ärzten und damit einhergehendem Vertrauensverlust (IV-act. 99-

17/109) – und verunmöglichte dadurch, dass die langfristige Wirksamkeit der Therapie 

beziehungsweise deren Erfolg sich zeigen beziehungsweise evaluiert werden konnte.  

 

 Der Rüge der Beschwerdeführerin, der Gutachter habe sich nicht mit der anderslautenden 

Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. E___ auseinandergesetzt, geht insoweit fehl, als die 

Seite 15 

RAD-Abklärung durch Dr. med. E___ im neurologischen Fachgutachten von Prof. Dr. med. 

B___ zitiert wird. Im RAD-Abklärungsbericht zur Frage der beruflichen 

Eingliederungsfähigkeit wurde von Dr. med. E___ eine zervikale Dystonie sowie eine 

schwere Depression diagnostiziert (IV-act. 43-5/17). Erstere Diagnose ist unbestritten und 

letztere Diagnose wurde vom Gutachter aufgrund einer Auseinandersetzung mit den 

Berichten der damals behandelnden psychiatrischen Fachärzte nachvollziehbar und 

schlüssig begründet als momentan remittiert erachtet (IV-act. 99-31/109). Dr. med. E___ 

führte im Bericht, der auf einer Abklärung vom 28. Mai 2014 beruht, aus, die Dystonie 

werde nervenärztlich korrekt behandelt, die Botulinumtoxin-Injektionen brächten kurzfristig 

eine Erleichterung, nicht jedoch eine durchschlagende Besserung (IV-act. 43-5/17). Jedoch 

wird nicht von ihm dargelegt, dass die Beschwerdeführerin die Botox-Behandlung im Herbst 

2013 nach rund acht Monaten beendete und sein Bericht mithin auf einer Untersuchung 

beruht, die rund acht Monate nach der letzten Botox-Behandlung stattgefunden hat. Er geht 

auch lediglich auf die Skepsis der Beschwerdeführerin mit der Botox-Therapie ein, nicht 

jedoch auf die Beurteilung des behandelnden Spezialisten Dr. med. F___ vom November 

2013, der den Verlauf im Vergleich zum Juni 2013 als positiv bewertete, eine verbesserte 

Motorik aufgrund der Erhöhung der Botoxdosis feststellte und in Aussicht stellte, der 

Beschwerdeführerin auf 1. Januar 2014 – mithin rund fünf Monate vor der RAD-Abklärung – 

die Aufnahme einer 50%-igen Erwerbstätigkeit vorzuschlagen (IV-act. 43-1/17 und 37-

15/23). Insofern kann keinesfalls von einer aktenwidrigen Tatsachenverdrehung durch den 

Gutachter die Rede sein. Vielmehr stellt sich die Frage, ob der RAD-Arzt, welcher sich in 

seinem Bericht zur Frage der beruflichen Eingliederungsfähigkeit zu äussern hatte, seine 

Beurteilung gestützt auf sämtliche damals vorhandenen Akten stützte. Zudem erscheint es 

nachvollziehbar, dass Prof. Dr. med. B___ sich im Gutachten mangels neuer 

richtungsweisender Erkenntnisse durch den Abklärungsbericht nicht vertieft damit 

auseinandergesetzt hat.  

 

 Die Beschwerdeführerin kritisiert weiter, dass der Bericht des Vereins Mensch & Natur 

beziehungsweise die Tatsache des gescheiterten Eingliederungsversuchs nicht 

gutachterlich gewürdigt worden sei. Im Gutachten von Prof. Dr. med. B___ wurde im 

neurologischen Fachgutachten der erwähnte Bericht zitiert (IV-act. 99-83ff/109). Aufgrund 

der dem Arzt obliegenden Aufgabe, den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der 

versicherten Person zu beurteilen, sind grundsätzlich vor allem jene Berichte für ihn 

relevant, welche ärztliche Erkenntnisse enthalten, mit denen er sich gutachterlich 

auseinandersetzen kann (vgl. BGE 132 V 99 E. 4). Berichte, welche lediglich die 

subjektiven Angaben der zu begutachtenden Person zu ihren Beschwerden enthalten, wie 

es vorliegend im erwähnten Bericht der Fall ist, können in Bezug auf die verwertbaren 

medizinischen Informationen für den Gutachter allenfalls ohne Belang sein. Insofern 

Seite 16 

erscheint das gescheiterte Aufbautraining, welches auch auf Drängen der 

Beschwerdeführerin und unter Hinweis auf ihre subjektiv empfundenen Beschwerden als 

gescheitert erklärt worden war, vorliegend ohne weitere Relevanz (IV-act. 79).  

 

 Der Gutachter nahm im neurologischen Fachgutachten insofern Bezug auf die Abklärung 

der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 25. Juli 2016, als er die 

Einschränkungen im Haushalt als minim bezeichnete und als Referenzgrösse das im 

Abklärungsbericht Haushalt festgelegte Handicap heranzog (IV-act. 99-108/109). Gemäss 

Bericht besteht im Bereich Ernährung eine Behinderung von 8.75%, im Bereich 

Wohnungspflege eine Behinderung von 10%, im Bereich Wäsche- und Kleiderpflege eine 

Behinderung von 2%, somit ein Total der Behinderung von 20.75%. Dies führt im 

Haushaltsbereich zu einem IV-Grad von 8.3% (IV-act. 85). Der Rüge der 

Beschwerdeführerin, es sei nicht plausibel, dass im grundsätzlich frei einteilbaren Haushalt 

eine Einschränkung ermittelt worden sei, wohingegen im Erwerb keine quantitativen 

Einschränkungen gegeben sein soll, ist entgegenzuhalten, dass im Zusammenhang mit 

den Einschränkungen im Haushalt ausschlaggebend ist, wie sich der Gesundheitsschaden 

in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt (Urteil des Bundesgerichts 

9C_121/2011 vom 31. März 2011 E. 3.1.1). Im Erwerbsbereich hingegen wird unter 

Umständen auf einen auf die Beschwerden der versicherten Person adaptierten 

Arbeitsplatz abgestellt. 

 

Schliesslich gehen auch die Rügen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der ungenügenden 

Auseinandersetzung mit den Standardindikatoren sowie der nicht berücksichtigten neuen 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung fehl. Zwar trifft es zu, dass das Gutachten von Prof. 

Dr. med. B___ auf der Untersuchung vom 6. Januar 2017 basiert und demnach vor der 

Änderung der Rechtsprechung hinsichtlich psychischer Erkrankungen – BGE 143 V 409 

und BGE 143 V 418 – erging (IV-act. 99-1/109). Es ist auch korrekt, dass der Gutachter im 

psychiatrischen Fachgutachten auf die – inzwischen geänderte – Rechtsprechung zu 

Anpassungsstörungen und depressiven Episoden verweist (IV-act. 99-33/109). Allerdings 

macht er dies am Ende seiner ausführlichen zusammenfassenden Beurteilung, in welcher 

er vorgängig nach Diskussion und Auseinandersetzung mit den Diagnosen depressive 

Episode und Anpassungsstörung feststellte, dass aktuell bei der Beschwerdeführerin von 

keinem IV-relevanten Gesundheitsschaden auszugehen sei (IV-act. 99-29/109). Gleichsam 

als Hinzufügung bringt er vor, dass gemäss IV-Rechtsprechung zudem 

Anpassungsstörungen und depressiven Episoden keine invalidisierende Wirkung mehr 

zukomme (IV-act. 99-33/109). Dieser Zusatz ist als zusätzliche Betonung seiner 

vorgängigen Ausführungen zu den Diagnosen aufzufassen und keinesfalls so auszulegen, 

dass er gestützt auf diese Rechtsprechung zu seiner Auffassung des fehlenden IV-

Seite 17 

relevanten Gesundheitsschaden gelangt. Vorgängig beschreibt er die bisherige und 

aktuelle persönliche Situation (IV-act 90-27/109), nimmt Stellung zu den bisherigen 

psychiatrischen Einschätzungen (IV-act 90-27ff./109), überprüft den Indikator „Konsistenz“ 

und „sozialer Komplex“ (Indikator zur Kategorie „funktioneller Schweregrad“), den Komplex 

„Persönlichkeit (Indikator zur Kategorie „funktioneller Schweregrad“) sowie Diagnosen, 

Behandlung und Eingliederung (Komplex „Gesundheitsschädigung“ im Rahmen der 

Indikatoren zur Kategorie „funktioneller Schweregrad“) (IV-act. 90-30ff./109). Insofern ist 

der pauschalen Rüge der Beschwerdeführerin in Bezug auf die angeblich ungenügende 

Auseinandersetzung mit den Standardindikatoren entgegenzuhalten, dass die einzelnen 

Indikatoren – wie es Prof. Dr. med. B___ im Ergänzungsgutachten geltend macht (act. 18) 

– im Gutachtenstext abgehandelt wurden.  

 

 2.8 

 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gutachten von Prof. Dr. med. B___ plausibel 

und nachvollziehbar begründet ist, auf den im Rahmen der Untersuchung gewonnenen 

Erkenntnissen beruht, in Kenntnis der Vorakten und unter Berücksichtigung der von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden abgegeben wurde und in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge einleuchtet. Dem Gutachten kommt daher voller 

Beweiswert zu. Weitere medizinische Abklärungen beziehungsweise die Einholung eines 

polydisziplinären Gutachtens erübrigen sich demnach. 

 

 Die Beschwerde ist somit abzuweisen.  

 

 

3. Kosten und Entschädigung  

 

Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Der 

Beschwerdeführerin sind daher – unter Verrechnung mit dem von ihr in gleicher Höhe 

einbezahlten Kostenvorschuss – ausgangsgemäss die Kosten des Verfahrens in Höhe von  

Fr. 800.-- aufzuerlegen.  

 

Die Auslagen von Fr. 593.50 für das Ergänzungsgutachten von Prof. Dr. med. B___ vom 

15. Juni 2018 werden der IV-Stelle auferlegt (BGE 143 V 269 E. 6.2.1 mit Hinweis auf BGE 

140 V 70 E. 6.1). 

 

 Der obsiegenden IV-Stelle wird keine Parteientschädigung ausgerichtet (BGE 126 V 143 

E. 4). 

Seite 18 

 
Demnach erkennt das Obergericht:  
 
 
1. Die Beschwerde von A___ wird abgewiesen. 
 
 
2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 1‘393.50, bestehend aus einer Gebühr von Fr. 800.-- 

und Auslagen von Fr. 593.50 für das Ergänzungsgutachten von Prof. Dr. med. B___, 
St. Gallen, vom 15. Juni 2018, werden im Umfang von Fr. 800.-- der Beschwerdeführerin 
und im Umfang von Fr. 593.50 der IV-Stelle auferlegt.  

 
 Die der Beschwerdeführerin auferlegte Entscheidgebühr wird mit dem von ihr in gleicher 

Höhe einbezahlten Kostenvorschuss verrechnet.   
 
 
3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.  
 
 
4. Rechtsmittel:  
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG).   

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über deren Anwältin, die Vorinstanz und das 

Bundesamt für Sozialversicherungen.  
 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 
 
 
 
 
versandt am: 07.03.19