# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1333cb31-69f5-555a-9406-4e411958353a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 23.11.2022 R 2022 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2022-1_2022-11-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 22 1

5. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterInnen Racioppi und Pedretti

Aktuarin ad hoc Engler

URTEIL

vom 23. November 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marlis Pfeiffer, 

Beschwerdeführerin

gegen

Gemeinde B._____, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. Am 2. September 2021 reichte A._____, C._____, vertreten durch 

D._____, Schreiner und Sanitäranlagen, ein Baugesuch bei der Gemeinde 

B._____ ein, um die Erneuerung der Heizung und die Installation einer 

thermischen Solaranlage mit einer Absorberfläche von 16.8 m2 sowie ei-

ner Luft-Wasser-Wärmepumpe auf Parzelle E._____ (Wohnzone) zu rea-

lisieren. Beiliegend wurde auch ein Näherbaurecht mit Zustimmung der 

Nachbarn eingereicht.

2. Nach einer ersten Prüfung durch die Baukommission wurde das Gesuch 

zurückgestellt, um eine mögliche Installation auf dem Dach anstatt der 

freistehenden Konstruktion, die man nicht bewilligen wollte, zu prüfen.

3. Mit Schreiben vom 14. Oktober 2021 begründete die Bauherrschaft 

D._____ die freistehende Solaranlage damit, dass sowohl das Dach, als 

auch die Fassade ungeeignet seien. Einerseits seien die Dachflächen mit 

weniger als 20° Neigung und Nord-Ost Ausrichtung sehr ungeeignet für 

thermische Anlagen auf über 1450 M.ü.M., andererseits auch die Fassa-

den aufgrund von Vordächern, Fenstern und Balkonen. Dabei sei die Ge-

meinde B._____ mehrmals aufgefordert worden, sich die Situation vor Ort 

vor Augen zu führen, welche aber dieser Aufforderung nie Folge leistete 

und aufgrund der Akten eine Entscheidung traf.

4. Mit Beschluss vom 26. Oktober 2021, mitgeteilt am 19. November 2021, 

erteilte der Kleine Landrat der Gemeinde B._____ hierauf eine Teilbewilli-

gung. In Ziff. 1. wird die Baubewilligung für die Luft-Wasser-Wärmepumpe 

erteilt und in Ziff. 2 wird diejenige für die freistehende Solaranlage abge-

lehnt. Der Kleine Landrat begründete dies, mit Verweis auf den Solarleit-

faden der Gemeinde B._____, wonach freistehende Solaranlagen eher 

unerwünscht seien und Installationen auf dem Dach oder an der Fassade 

bevorzugt werden. Weiter argumentierte er, dass die Begründung des un-

- 3 -

geeigneten Daches nicht geschützt werden könne, denn laut des Solarka-

taster seien die Dachflächen "gut" bis "sehr gut" geeignet. Aus diesem 

Grund sei die Solaranlage auf dem Dach zu installieren.

5. Gegen die Ziff. 2 der Teilbewilligung der Gemeinde B._____ vom 26. Ok-

tober 2021 (Nichterteilung der Baubewilligung für die freistehende So-

laranlage) erhob die nun anwaltlich vertretene A._____ (nachfolgend Be-

schwerdeführerin) am 6. Januar 2022 Beschwerde ans Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden. Die Beschwerdeführerin führte aus, dass 

bis heute höchstrichterlich ungeklärt sei, ob die Bestimmungen des RPG 

und der RPV auch für Solaranlagen ausserhalb eines Gebäudes gelten. 

Weiter sei unbestrittenermassen die gesetzgeberischen Bestrebungen zu 

beachten, solche Anlagen auf der Ebene des Raumplanungsrecht zu för-

dern. Soweit sei kantonale und kommunale Gesetzgebung nur zulässig, 

als sie die Zielsetzungen des Bundesgesetzgebers umsetzen; sie dürfen 

auf keinen Fall einschränken. Da der kantonale Leitfaden für Solaranlagen 

für Baugesuche für freistehende Solaranlagen eine einzelfallweise Über-

prüfung vorsieht, widerspreche die pauschale Ablehnung von freistehen-

den und ausschliessliche Bevorzugung von Dachanlagen kantonalem 

Recht. Weiter sei auch keine Delegationsnorm ersichtlich, welche dem 

kleinen Landrat eine Kompetenz einräumen würde. Somit würden die 

Richtlinien auf einer ungenügenden gesetzlichen Grundlage beruhen, rein 

behördenverbindlich sein und können keine eigentümerverbindliche Wir-

kung entfalten. So verletzen sie gemäss Beschwerdeführerin das Lega-

litätsprinzip. Gemäss dem Leitfaden des Kantons Graubünden sind für 

freistehende Anlagen die Gestaltungsvorschriften der kommunalen Nut-

zungsplanung sowie die Grundsätze von Art. 32a Abs. 2 RPV anwendbar. 

Die kommunale Nutzungsplanung sehe vor, dass Bauten und Anlagen in 

Wohnzonen architektonisch so zu gestalten sind, dass sie auf ihre Umge-

bung Bezug nehmen und sich in das Orts- und Landschaftsbild einordnen. 

Die Bestimmung in den Richtlinien des kleinen Landrates, wonach "in der 

- 4 -

Regel von freistehenden direkt auf dem Boden aufgestellten und flächen-

intensiven solaranlagen (über 10 m2) abzusehen sei", würden die Vor-

schriften der kommunalen Nutzungsplanung in unzulässiger Weise ein-

schränken. Es werde auch dem Ortsbild- und Landschaftsschutz sowie 

dem raumplanerischen Grundsatz des haushälterischen Umgang Vorrang 

eingeräumt, obwohl die Solarenergie nach Bundesrecht zu fördern sei. 

Damit werde Bundesrecht verletzt, indem mit den kommunalen Richtlinien 

die Zielsetzungen des Bundes in unzulässiger Weise vereitelt werden. 

Selbst wenn man die Richtlinien wider Erwarten der Beschwerdeführerin 

als gesetzeskonform und nicht bundesrechtswidrig betrachten würde, 

hätte die Gemeinde B._____ das Projekt im Sinne einer Ausnahmebewil-

ligung prüfen müssen, da die Richtlinie nur den Regelfall darstellen würde. 

Die Gemeinde B._____ habe laut Beschwerdeführerin auf ihre Ermes-

sensausübung verzichtet, da sie keinen Augenschein vor Ort vorgenom-

men habe. Auch hätte sie angesichts der Fläche der Solaranlagen die Be-

stimmungen über kleinflächige Solaranlagen prüfen müssen. Dies habe 

die Gemeinde alles unterlassen und sich bei der Ablehnung der Baubewil-

ligung pauschal auf den Grundsatz in den Richtlinien abgestützt. Damit 

läge eine unzulässige Ermessensunterschreitung vor. Die Gemeinde sei 

auch nicht auf Argumente und Beweisofferten der Beschwerdeführerin 

und ihres sachverständigen Vertreters eingegangen, sondern habe diese 

mit pauschalen Verweis auf das Verbot von freistehenden Anlagen igno-

riert. Damit sei sie ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen und 

habe das rechtliche Gehör verletzt. Weiter sei der Solarkataster, auf wel-

chen die Gemeinde ihre Argumentation einer Eignung der Installation auf 

dem Dach stützt, unbehelflich, da dieser aufgrund von allgemeinen Daten 

von einer Drittfirma pauschal erstellt worden sei. Auch die fachkompeten-

ten Vertreter der Beschwerdeführerin würden bestreiten, dass der Solar-

kataster fachlich genügt. Dabei gäbe es verschiedene Gründe, warum 

eine Solaranlage auf dem Dach verworfen wurde (Dachneigung von nur 

18° anstatt min. 20°; Nord-West-Ausrichtung etc.). Vor allem sei in den 

- 5 -

Bergkantonen auch im Winter die Sonnenscheindauer sehr hoch, was 

aber nicht genutzt werden könnte, wenn der Schnee die Solaranlage auf-

grund der zu geringen Neigung bedeckt. Somit sei die Lösung am Hang 

hinter dem Haus ideal, da dort der Schnee abrutschen könne. Der Solar-

kataster schliesse all diese Kriterien aus. Somit sei eine Ablehnung der 

Bewilligung der freistehenden Anlage mit Verweis auf den Solarkataster 

nicht mit den Zielsetzungen des Bundesgesetzgebers vereinbar, sowie 

auch nicht mit Bezeichnung als Energiestadt. Somit habe die Gemeinde 

dies zu Unrecht ungeprüft gelassen und kein Ermessen ausgeübt, obwohl 

sie dazu verpflichtet gewesen wäre. Weiter sei die Prüfung, ob eine gute 

Gesamtwirkung gemäss Art. 73 KRG vorhanden sei, im Einzelfall anhand 

der konkreten Verhältnisse vorzunehmen. Dabei sei der Bau nicht nur mit 

der unmittelbaren Nachbarschaft zu vergleichen, sondern es sei eine par-

zellenübergreifende, gebietsbezogene Betrachtung herbeizuziehen. So-

mit wäre das vorliegende Projekt aus Sicht der Beschwerdeführerin unter 

Beachtung der genannten Kriterien zu bewilligen gewesen. Die Beschwer-

deführerin wies noch darauf hin, dass die Gemeinde bereits schon diverse 

Solaranlagen bewilligt habe, die freistehend sind, was beweise, dass sie 

in ähnlichen Fällen schon mehrfach von ihren Grundsätzen abgewichen 

sei, was den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzen würde.

6. Mit Vernehmlassung vom 17. Februar 2022 beantragte die Gemeinde 

B._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Be-

schwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Die Be-

schwerdegegnerin führte aus, dass über die Richtlinien keine Rechtset-

zungskompetenz beansprucht wird. Vielmehr solle damit die gleichmäs-

sige und einheitliche Bewilligungspraxis im Vollzug sichergestellt werden. 

Denn ausserhalb des Regelungsbereiches von Art. 18a RPG i.V.m. 

Art. 32a RPV würden die Bewilligungsbehörden im Rahmen des dann auf 

Solaranlagen anwendbaren ordentlichen resp. vereinfachten Baubewilli-

gungsverfahren nämlich sehr wohl ein Beurteilungsspielraum verfügen, so 

- 6 -

dass die Herausbildung einer Praxis auch im Interesse des Gesuchstellers 

sei. Weiter würden die kommunalen Richtlinien auch kein Verbot enthal-

ten, vielmehr sei es nur ein Hinweis, dass zur Schonung des Landschafts-

bildes die Solaranlagen in der Regel am bestehenden Gebäudepark an-

gebracht werden. Auch habe man im vorliegenden Fall eine Einzelfallprü-

fung durchgeführt. Somit würden die Richtlinien das Legalitätsprinzip nicht 

verletzen. Auch die bundesrechtliche Vorschrift, wonach in Bau- und Land-

wirtschaftszonen für auf Dächern genügend angepasste Solaranlagen 

keine Baubewilligung eingeholten werden muss (und nur dafür gebe es 

eine verfahrensmässige Erleichterung), werde durch die Richtlinien nicht 

eingeschränkt. Die Beschwerdegegnerin bestritt auch die Argumentation 

der Beschwerdeführerin der Verletzung von übergeordneten Vorschriften 

des Bundes und des Kantons. Die Beschwerdeführerin stütze ihre Argu-

mentation, wonach die kommunalen Richtlinien die Vorschriften der Nut-

zungsplanung einschränken würden, auf zwei Bundesgerichtsurteile 

(1C_26/2016 und 1C_345/2014), welche aber nur für Solaranlagen auf 

Dächern gelte und Bundesrecht dafür Kriterien zur genügend gestalteri-

schen Ausbildung festgelegt sind (Art. 32a RPV). Auch lasse sich aus den 

kommunalen Richtlinien entgegen der Behauptung der Beschwerdeführe-

rin nicht entnehmen, dass freistehende Solaranlagen in Missachtung des 

kantonalen Leitfadens für Solaranlagen ohne Einzelfallprüfung pauschal 

abzulehnen seien. Im vorliegenden Fall sei sehr wohl geprüft worden, ob 

die Solaranlage bewilligungsfähig sei, jedoch gelangte man nach Abwä-

gung der guten bis sehr guten Eignung der Dachfläche beim betroffenen 

Gebäude zur Installation von Solaranlagen im Vergleich zur Belastung der 

Umgebung und Landschaft zum Schluss, dass die Anlage nicht freiste-

hend gebaut werden dürfe. Somit seien die kommunalen Richtlinien nicht 

rechtswidrig. Das C._____ Baugesetz greife nicht weiter als die kantona-

len Vorschriften und habe somit keine selbständige Bedeutung. Bei der 

Beurteilung der sorgfältigen Gestaltung habe jedoch die Beschwerdegeg-

nerin ein weites Ermessen. Die Beschwerdegegnerin habe eine Interes-

- 7 -

senabwägung zwischen der ästhetischen Wirkung und der Belastung des 

Raumes vorgenommen. Angesichts der Alternativmöglichkeiten sei die 

Belastung zu hoch. Auch die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten 

technischen Einwendungen überzeugen die Beschwerdegegnerin nicht. 

Die Beschwerdegegnerin habe ihr Ermessen demnach pflichtgemäss aus-

geübt und auch die Bedenken der Beschwerdeführerin betreffend die 

Dachkonstruktion aufgenommen und behandelt. Die Beschwerdeführerin 

könne aus bereits bewilligten freistehenden Solaranlagen in der Gemeinde 

nichts ableiten, da stets einzelfallweise überprüft wird ob die Installation 

einer freistehenden Solaranlage als wirtschaftlich und/oder technisch sinn-

voll erachtet wird.

7. In der Replik vom 3. März 2022 hielt die Beschwerdeführerin unverändert 

an ihren bisher gestellten Anträgen fest und ergänzte ihre Argumentatio-

nen.

8. Duplizierend hielt die Beschwerdegegnerin am 15. März 2022 ebenfalls an 

ihren Anträgen fest.

9. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2022 liess der Instruktionsrichter aus den 

Händen der Gemeinde B._____ das Baugesuch mit Beilagen betreffend 

Erneuerung Heizung und Installation einer thermischen Solaranlage sowie 

einer Luft-Wasser-Wärmepumpe edieren sowie aus den Händen der Be-

schwerdeführerin die Begründungserklärung "F._____" sowie das dazu-

gehörende Reglement. Die edierten Unterlagen wurden den Parteien zur 

Stellungnahme vorgelegt. Die Beschwerdeführerin äusserte sich dazu mit 

Schreiben vom 27. Oktober 2022, die Gemeinde B._____ verzichtete mit 

Schreiben vom 31. Oktober 2022 auf eine Stellungnahme. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Entscheid sowie die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

- 8 -

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend Ziff. 2 der Teilbewilligung vom 26. Okto-

ber 2021, mitgeteilt am 19. November 2021, worin die Beschwerdegegne-

rin der Beschwerdeführerin die Teilbewilligung für die freistehende So-

laranlage nicht erteilte. Damit war die Beschwerdeführerin nicht einver-

standen und erhob Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Somit geht es um die Rechtmässigkeit des strittigen Ent-

scheids.

1.2. Die örtliche, sachliche und funktionale Zuständigkeit des streitberufenen 

Verwaltungsgerichts ist vorliegend gegeben. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) be-

urteilt das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden ge-

gen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen In-

stanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenös-

sischem Recht endgültig sind. Der vorliegend angefochtene kommunale 

Entscheid vom 26. Oktober 2021, mitgeteilt am 19. November 2021, ist 

weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten wer-

den und bildet damit ein taugliches Anfechtungsobjekt im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG.

1.3. Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen Entscheids ist 

die Beschwerdeführerin durch den Entscheid besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, wes-

halb sie zur Beschwerde gemäss Art. 50 Abs. 1 VRG legitimiert ist. 

1.4. Die Beschwerde wie auch das Baugesuch wurde im Namen und mit Zu-

stimmung aller Stockwerkeigentümer in Vertretung von G._____, 

D._____, eingereicht. Im Anhang zum Reglement der Stockwerkeigentü-

mergemeinschaft befindet sich eine Liste von Zuständigkeiten und daraus 

ist zu entnehmen, dass bezüglich Ermächtigung zur Prozessführung die 

- 9 -

Mehrheit der gültig abgegebenen Wertquoten (MW) nötig sind und bezüg-

lich nützlicher baulicher Massnahmen die Mehrheit der stimmenden Ei-

gentümer, welche auch die Mehrheit aller Wertquoten haben (MEW), nötig 

sind, was vorliegend mit der Einstimmigkeit erfüllt ist (edierte Beilagen der 

Beschwerdeführerin 1, 2 und 4). Diesbezüglich ist die Beschwerdeeinrei-

chung nicht zu beanstanden.

1.5. Die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde gibt zu keinen weite-

ren Bemerkungen Anlass, sodass nach Art. 52 Abs. 1 VRG darauf einzu-

treten ist.

2.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dass ihr Anspruch auf rechtliches Gehör ver-

letzt worden sei. Dazu führt sie aus, dass die Beschwerdegegnerin zu Un-

recht nicht auf die Argumente und Beweisofferten der Beschwerdeführerin 

und ihres sachverständigen Vertreters eingegangen sei (Dachneigung, 

Schnee auf dem Dach, keine Sichtbarkeit der Solaranlage, beantragter 

Augenschein vor Ort etc.), sondern diese mit pauschalem Verweis auf das 

Verbot der freistehenden Anlagen ignoriert habe. Damit sei sie ihrer Be-

gründungspflicht nicht nachgekommen.

2.2. Zu Beginn ist auf Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör einzugehen, da es sich dabei um ein Recht formeller Natur handelt. 

Die Verletzung des durch Art. 29 Abs. 2 BV und auf kantonaler Ebene 

durch Art. 16 VRG gewährleisteten Anspruchs auf rechtliches Gehör führt 

ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheis-

sung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids 

(BGE 144 I 11 E.5.3.). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachauf-

klärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs-

recht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung 

des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betrof-

fenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern, 

erhebliche Beweise beizubringen und Einsicht in die Akten zu nehmen. 

- 10 -

Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit 

alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Ver-

fahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 144 I 11 

E.5.3; 140 I 99 E.3.4). Wie weit dieses Recht geht, lässt sich nicht generell, 

sondern unter Würdigung der konkreten Umstände beurteilen (BGE 144 I 

11 E.5.3; 136 I 265 E.3.2). Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in de-

nen die Verletzung des rechtlichen Gehörsanspruchs nicht besonders 

schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches 

Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, welche sowohl 

die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (BGE 132 V 

387 E.5.1). Verfügungen oder Entscheide, die unter Missachtung des 

rechtlichen Gehörs ergangen sind, sind daher grundsätzlich aufzuheben 

und zur Durchführung eines ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens 

an die Verwaltungsbehörden zurückzuweisen (vgl. Urteil des Verwaltungs-

gerichts R 17 95 vom 18. September 2018 E.7.1 f. mit weiteren Hinwei-

sen).

2.3. Aus dem Grundsatz des Anspruchs auf rechtliches Gehör leitet das Bun-

desgericht in ständigen Rechtsprechung die Pflicht der Behörde ab, ihre 

Verfügungen und Entscheide zu begründen (BGE 129 I 232 E.3.2; 126 I 

97 E.2b). Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbezo-

genes Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Behörde das Vorbringen des 

vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, 

sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. 

Der Bürger soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag ent-

schieden hat. Die Begründung eines Entscheids muss deshalb so abge-

fasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten 

kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelin-

stanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In 

diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-

den, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Ent-

- 11 -

scheid stützt (BGE 129 I 232 E.3.2; 126 I 97 E.2b mit Hinweisen). Immer-

hin darf sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts-

punkte beschränken (BGE 133 I 277 mit weiteren Hinweisen). Es ist nicht 

nötig, dass sich die Behörde mit jeder tatbestandsmässigen Behauptung 

und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt. Ob die Begründung 

dann auch rechtlich zutreffend und haltbar ist, ist nicht eine Frage des for-

mellen Anspruches auf rechtliches Gehör, sondern der materiellen Beur-

teilung der Streitfrage (Urteil des Verwaltungsgerichts R 19 52 vom 15. Fe-

bruar 2011 E.2.2.).

2.4. Im Rahmen der Teilbewilligung vom 26. Oktober 2021 (mitgeteilt am 

19. November 2021) wurde die Bewilligung für die freistehende Solaran-

lage abgelehnt. Dies wurde von der Beschwerdegegnerin dahingehend 

begründet, dass freistehende Solaranlagen gemäss Solarleitfaden der Ge-

meinde B._____ eher unerwünscht seien. Bevorzugt werden Installationen 

auf dem Dach und allenfalls an der Fassade. Weiter könne die vorliegende 

Begründung des ungeeigneten Daches nicht geschützt werden. Gemäss 

Solarkataster seien die Dachflächen "gut" bis sogar " sehr gut" geeignet. 

Aus diesem Grund solle die Solaranlage auf dem Dach installiert werden 

(Bf-act. 2). Folglich verweist die Beschwerdegegnerin als Begründung auf 

die bessere Eignung gemäss Solarkataster, jedoch wird weder näher dar-

auf eingegangen, warum das Dach die bessere Option sei noch wird die 

Entscheidung konkretisiert bzw. erklärt, auf welchen Überlegungen ihr 

Entscheid basiert. Aufgrund dessen, dass vorliegend die Beurteilung äus-

serst knapp ausgefallen ist und die von der Beschwerdeführerin einge-

brachten Argumente betreffend Neigung der Dachfläche und Beweisoffer-

ten wie die Durchführung eines Augenscheins vor Ort nicht gewürdigt wur-

den, ist die Gemeinde ihrer Begründungspflicht durch den pauschalen 

Verweis auf den Solarleitfaden ohne weitergehende Begründung nicht in 

befriedigendem Masse nachgekommen (Bf-act. 2).  

- 12 -

2.5. Auch wenn mit Blick auf die Begründungsdichte eine Verletzung des recht-

lichen Gehörs bejaht werden muss, kann der Mangel als nachträglich ge-

heilt qualifiziert werden, weil es aufgrund des eben geschilderten Sachver-

halts um keine schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelte und 

sich die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren im Rahmen eines 

doppelten Schriftenwechsels ausführlich zu allen Fragen äussern konnte. 

Weiter hatte die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 17. Fe-

bruar 2022 ihren Entscheid nochmals ausführlich begründet, was eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs ebenfalls heilen würde. Hinzu kommt, 

dass die Beschwerdeführerin an ihren Rügen in der Vernehmlassung un-

abhängig von den Ausführungen der Beschwerdegegnerin festhielt, so 

dass kein unnötiger Aufwand seitens der Beschwerdeführerin durch eine 

Beschwerdeeinreichung entstand. Somit entfällt auch eine Entschädigung 

durch die Gemeinde für unnötig verursachten Aufwand. Auch würden ei-

ner Rückweisung verfahrensökonomische Überlegungen entgegenste-

hen, da es sich um einen prozessualen Leerlauf handeln würde. Der An-

spruch auf rechtliches Gehör wurde daher geheilt (vgl. Urteil des Verwal-

tungsgerichts R 17 3 vom 4. Juli 2017 E.2e).

3.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Nichtausübung des Ermessens der Ge-

meinde bei der einzelfallweisen Überprüfung der Baubewilligung, dass sie 

die Gegebenheiten vor Ort nicht mittels Augenschein überprüft hätte. Auch 

hätte die Beschwerdegegnerin aufgrund der Fläche der Solaranlage die 

Bestimmungen der kleinflächigen Solaranlagen prüfen müssen und nicht 

einfach unter pauschalem Verweis auf die Richtlinien die Bewilligung ab-

lehnen dürfen.

3.2. Vorweg ist zu erwähnen, dass wenn die verfügende Instanz ihr Ermessen 

überschreitet, unterschreitet oder missbraucht eine Rechtsverletzung vor-

liegt (Art. 51 Abs. 1 lit. a VRG und vgl. auch Art. 49 lit. a VRG; WIEDERKEHR, 

öffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl., Bern 2022, S. 237 Rz. 491).

- 13 -

3.3. Für das gesamte öffentliche Verfahren gilt der Grundsatz der freien Be-

weiswürdigung. Die betreffende Instanz hat sich frei und unvoreingenom-

men ihre Meinung dazu zu bilden, ob der zu beweisende Sachumstand als 

wahr zu gelten hat oder nicht. Demnach besitzen alle Beweismittel 

grundsätzlich dieselbe Beweiskraft und es gibt keine Vorgaben, welchen 

Beweiswert die einzelnen Beweise zueinander haben (WIEDERKEHR, 

a.a.O., S. 131 Rz. 279). Laut Art. 11 VRG gilt der Untersuchungsgrund-

satz, wonach die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt und 

sich dabei gemäss Art. 12 VRG folgender Beweismittel bedient: Urkunden 

(lit. a), Auskünfte der Parteien (lit. b), Auskünfte oder Zeugnis von Drittper-

sonen (lit. c) Augenschein (lit. d) und Gutachten von Sachverständigen 

(lit. e). Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 

Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 

Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-

scheinlich zu betrachten und weitere Beweismassnahmen könnten an die-

sem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme 

weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 131 I 

157 E.3, 124 V 94 E.4b, 122 III 223 E.3c). Durchführung des beantragten 

Augenscheins ist nicht notwendig, da die Bauparzelle sowie die umliegen-

den Gebäude mit Solaranlagen im Dossier durch die Fotodokumentation 

ausreichend ersichtlich sind.

3.4. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Beschwerdegegnerin ihr Ermessen 

nicht bzw. nicht genügend angewendet habe, in dem sie einen Ausnah-

mefall nach der kommunalen Richtlinie nicht überprüft, sondern einfach 

auf die Regel abgestellt habe. 

Gemäss Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin wurde jedoch sehr 

wohl eine Einzelfallprüfung vorgenommen und geprüft, ob eine freiste-

hende Solaranlage bewilligungsfähig ist (wurde in Vernehmlassung noch-

mals verdeutlicht). Das Baugesuch wurde sogar zur Seite gestellt um eine 

Alternativmöglichkeit, Installation auf dem Dach, zu prüfen. Sie ist dann 

- 14 -

nach Abwägung der guten bis sehr guten Eignung der Dachfläche beim 

betroffenen Gebäude zum Schluss gelangt, dass die Anlage nicht freiste-

hend gebaut werden dürfe. Die Beschwerdegegnerin habe eine Einschät-

zung der ästhetischen Wirkung vorgenommen und die Belastung aufgrund 

der alternativen Möglichkeiten als zu hoch eingestuft und somit die Bewil-

ligung für die Solaranlage abgelehnt. Somit wurde das Ermessen recht-

mässig ausgeübt.

4.1. Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung des Legalitätsprinzips gel-

tend mit der Begründung, dass der kleine Landrat der Gemeinde B._____, 

als Exekutivbehörde Richtlinien erlassen habe (Solarleitfaden), für welche 

keine Rechtsetzungskompetenz vorlag.

4.2. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. Juli 

2022 die revidierten Bestimmungen der RPV in Kraft sind. Da der hier be-

schriebene Sachverhalt jedoch vor dem 1. Juli 2022 stattgefunden hat, 

sind die bis zum 30. Juni 2022 gültigen Bestimmungen massgebend.

4.3. Gemäss Art. 18a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung 

(RPG; SR 700) bedürfen in Bau- und Landwirtschaftszonen auf Dächern 

genügend angepasste Solaranlagen keiner Baubewilligung nach Art. 22 

Abs. 2 RPG. Solche Vorhaben sind lediglich der Behörde zu melden. Kon-

kretisiert wird dies in Art. 32a der Raumplanungsverordnung (RPV; 

SR 700.1). Gemäss Art. 32a Abs. 2 RPV sind konkrete Gestaltungsvor-

schriften des kantonalen Rechts anwendbar, wenn sie zur Wahrung be-

rechtigter Schutzanliegen verhältnismässig sind und die Nutzung der Son-

nenenergie nicht stärker einschränken als Absatz 1. Zu diesen bundes-

rechtlichen Bestimmungen hat das Amt für Raumentwicklung einen Leit-

faden für Solaranlagen des Kanton Graubündens (datiert 2014) herausge-

geben, welcher eine gute Grundlage für die Rechtsanwendung in den Ge-

meinden bildet. Laut Leitfaden soll es Grundregeln zur Planung von So-

laranlagen aufzeigen, mit welchen eine hohe Qualität erzielt werden kann. 

- 15 -

Im Leitfaden selbst wird von Gestaltungsempfehlungen gesprochen, wel-

che nicht abschliessend seien. Es müsse im Einzelfall, abgestimmt auf die 

Bedürfnisse der Gesuchstellenden, dem Gebäude und dessen charakte-

ristischen Eigenschaften wie auch der Umgebung beurteilt werden (siehe 

Leitfaden für Solaranlagen; https://gvg.gr.ch/sites/default/files/2021-

08/Leitfaden%20f%C3%BCr%20Solaranlagen.pdf). Somit handelt es sich 

um Gestaltungsvorschriften, welche gestützt auf Art. 32a Abs. 2 RPV er-

lassen worden sind und welche die Nutzung der Solarenergie nicht stärker 

einschränken als in Abs. 1 derselben Bestimmung, sowie verhältnismäs-

sig sind. Denn der Leitfaden hilft mit Grundregeln bei Errichtung einer So-

laranlage und gibt Informationen, jedoch handelt es sich nur um Empfeh-

lungen, welche sinngemäss nicht zwingend immer befolgt werden müs-

sen. Laut der Gemeinde B._____ weise dieser Leitfaden noch einige Fra-

gen auf, weshalb der kleine Landrat mit Beschluss vom 3. November 2020 

diese mit eigenen Richtlinien (Richtlinien Photovoltaik und Solarthermi-

sche Anlagen) zu schliessen versuchte.

4.4. Richtlinien oder Verwaltungsverordnungen richten sich unbestrittenermas-

sen nur an verwaltungsinterne Instanzen (vgl. Urteil des Verwaltungsge-

richts U 7 86 vom 1. April 2008 E.4). Sie auferlegen ausserhalb der Ver-

waltung stehenden Drittpersonen keine unmittelbaren Rechte und Pflich-

ten. In der Praxis werden jedoch Richtlinien als zulässig betrachtet, die 

sich zwar primär an staatliche Instanzen richten, aber unmittelbare oder 

mittelbare Auswirkungen auf ausserhalb der Verwaltung stehende Dritt-

personen haben (vgl. BGE 98 Ia 510 ff.). Aus diesem Grund wird den 

Richtlinien auch ein allgemein verbindlicher Rechtssatzcharakter abge-

sprochen (vgl. BGE 98 Ia 510 E.4d). Dies unterscheidet die Richtlinien von 

den Rechtsverordnungen, die Rechte und Pflichten beim Privaten zu be-

gründen vermögen. Richtlinien dienen allgemein der Vereinheitlichung der 

Rechtsanwendung, in dem rechtsanwendende Behörden angewiesen 

werden, offene und unbestimmte Normen auf eine bestimmte Art und 

- 16 -

Weise zu konkretisieren. Für das Erlassen von Richtlinien ist eine Recht-

setzungskompetenz nicht relevant, da sich die Richtlinien nur an verwal-

tungsinterne Instanzen richtet, namentlich an die Gemeinde für eine 

adäquate Rechtsanwendung.

4.5. Dies bedeutet, dass die Gemeinde B._____ ohne Rechtsetzungskompe-

tenz die Richtlinien Photovoltaik und Solarthermische Anlagen als verwal-

tungsinterne Grundlage bzw. Konkretisierung des Solarleitfadens des 

Kantons Graubünden erlassen konnte und somit in dieser Hinsicht das Le-

galitätsprinzip nicht verletzte. 

5.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Bundesrecht, in dem mit 

den kommunalen Richtlinien die Zielsetzungen des Bundes in unzulässi-

ger Weise vereitelt werden. Darum seien diese Richtlinien nicht anwend-

bar.

5.2. Vorweg ist festzuhalten, dass Art. 18a Abs. 1 RPG die Baubewilligungs-

pflicht von Solaranlagen innerhalb seines Geltungsbereichs konkretisiert 

und eine spezialgesetzliche Regelung zu Art. 22 Abs. 1 RPG darstellt. Das 

präventive Bauverbot mit Erlaubnisvorbehalt wurde in diesem Rahmen 

bundesrechtlich aufgehoben. Art. 18a RPG definiert zusammen mit 

Art. 32a Abs. 1 RPV die Voraussetzungen, unter welchen Solaranlagen 

ohne Baubewilligung auf Gebäudedächern angebracht werden dürfen. 

Unter dem sachlichen Geltungsbereich ergibt sich jedoch einschränkend, 

dass sie zum vornherein nur für Solaranlagen gilt, die auf Dächern (von 

neuen oder bestehenden Gebäuden) angebracht werden. Vorausgesetzt 

ist damit stillschweigend, dass ein körperlicher Zusammenhang zu einer 

Hauptbaute besteht. Von Art. 18a Abs. 1 RPG sind somit keine freistehen-

den Solaranlagen erfasst. Für diese richtet sich die Baubewilligungspflicht 

und das anwendbare Verfahren nach Art. 22 Abs. 1 RPG und kantonalem 

Baurecht (WALDMANN, Bauen ohne Baubewilligung? Von klaren und den 

Zweifelsfällen, Schweizerische Baurechtstagung 2017, S. 35; JÄGER, in: 

- 17 -

AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN (Hrsg.), Praxiskommentar RPG: 

Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020, 

S. 33 Rz. 17; GIOVANNINI, in: GRIFFEL/LINIGER/RAUSCH/THURNHERR (Hrsg.), 

Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 529 

Rz. 5.294). Die Vorschrift in Art. 18a RPG ist, zusammen mit den Aus-

führungsbestimmungen auf Verordnungsstufe, abschliessend und genü-

gend bestimmt, um im Einzelfall direkt angewendet zu werden. Sie bedarf, 

jedenfalls in materieller Hinsicht, keiner kantonaler Ausführungsgesetzge-

bung, sofern die Kantone nicht in der Gesetzgebung von den ihnen in 

Abs. 2 (Art. 32a RPV) eingeräumten Regelungsspielräumen Gebrauch 

machen wollen (JÄGER, a.a.O., S. 27 Rz. 7). 

5.3. Was als genügend angepasst gilt, wird in Art. 32a RPV konkretisiert. In 

Art. 32a Abs. 2 RPV sind konkrete Gestaltungsvorschriften des kantona-

len Rechts anwendbar, wenn sie zur Wahrung berechtigter Schutzanlie-

gen verhältnismässig sind und die Nutzung der Sonnenenergie nicht stär-

ker einschränken als Absatz 1. Somit sind kantonale wie kommunale Be-

stimmungen zulässig, soweit sie die Zielsetzung des Bundes nicht weiter 

einschränken. Von dieser Möglichkeit haben verschiedene Kantone Ge-

brauch gemacht wie vorliegend durch einen Leitfaden oder Richtlinien 

(siehe Zürich, Appenzell-Ausserrhoden, Thurgau). Die Verordnung (RPV) 

ermächtigt die Kantone, eigene Gestaltungsvorschriften für Solaranlagen 

zu erlassen respektive vorbestehende weiterhin anzuwenden. Diese 

"Rückgabe" einer gewissen Regelungszuständigkeit erfolgte zum einen 

aus Rücksicht auf die verfassungsrechtliche Kompetenzverteilung im Be-

reich Raumplanung und des Natur- und Heimatschutzes, zum anderen im 

Bewusstsein, dass die bundesrechtlichen Vorgaben je nach örtlichen Ge-

gebenheiten im Einzelfall womöglich allzu schematisch sind (JÄGER, 

a.a.O., S. 37 Rz. 22). Die Kantone oder Gemeinden sollen die Möglichkeit 

haben, auf kantonale, regionale oder lokale Eigenheiten der Siedlungs-

struktur zugeschnittene Gestaltungsvorschriften für Solaranlagen zu erlas-

- 18 -

sen. Solche Vorgaben können allenfalls "ästhetisch zu befriedigenderen 

Ergebnissen führen, ohne die Nutzung der Solarenergie stärker einzu-

schränken" als die bundesrechtliche Regelung (JÄGER, a.a.O., S. 27 

Rz. 7). Die Kantone dürfen den Begriff der "genügenden Anpassung" 

gemäss Art. 18a Abs. 1 RPG somit mit eigenen Regeln konkretisieren. 

Solche kantonalen Vorschriften treten diesfalls anstelle der bundesrechtli-

chen Gestaltungsvorschriften von Art. 32a Abs. 1 RPV. Sie sind aber nur 

zulässig resp. "anwendbar", wenn sie "zur Wahrung berechtigter Schutz-

anliegen" verhältnismässig sind (JÄGER, a.a.O., S. 38 Rz. 23). Handelt es 

sich dabei um nicht rechtsverbindliche Richtlinien, Empfehlungen oder Ar-

beitshilfen, so sind sie für den Projektträger unbeachtlich, wenn sie den 

Auslegungsspielraum im Rahmen der Anwendung der bundesrechtlichen 

Gestaltungsvorschriften von Art. 32a Abs. 1 RPV verlassen.

5.4. Gemäss Beschwerdegegnerin handle es sich nur um Gestaltungsempfeh-

lung, um die Praxis in den Gemeinden zu vereinfachen. Somit sind die 

Richtlinien an sich bundesrechtskonform und widersprechen nicht den Zie-

len des Art. 18a Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 32a Abs. 1 RPV, da die Möglichkeit 

der Kantone genau solche Gestaltungsvorschriften erlaubt, welche den lo-

kalen Eigenheiten in der Siedlungsstruktur Rechnung tragen sollen.

5.5. Soweit ein Bauvorhaben die Anforderungen aus Art. 18a RPG i.V.m. Art. 

32a RPV nicht erfüllt und deshalb im ordentlichen bzw. vereinfachten Be-

willigungsverfahren zu beurteilen ist, hat es auch die gestalterischen Vor-

gaben gemäss Art. 73 KRG resp. gemäss den kommunalen Richtlinien zu 

erfüllen. In Ziff. 24 der Richtlinie werden einerseits ästhetische Gestal-

tungsvorgaben dargestellt, wonach gemäss Wortlaut "in der Regel von 

freistehenden, direkt auf dem Boden aufgestellten und flächenintensiven 

Solaranlagen (ab 10 m2) abzusehen ist." Andererseits wird auch ausge-

führt, dass die Bestimmung vor dem Hintergrund vorhandener Realisie-

rungsmöglichkeiten, im Sinne des Landschafts- und Ortsbildschutzes so-

wie des haushälterischen Umgangs mit dem Boden gesehen werden 

- 19 -

muss. Aus den kommunalen Richtlinien lässt sich entgegen der Behaup-

tung der Beschwerdeführerin (Beschwerde Rz. 21) nicht entnehmen, dass 

freistehende Solaranlagen in Missachtung des kantonalen Leitfadens für 

Solaranlagen ohne Einzelfallprüfung pauschal abzulehnen seien. Weiter 

muss eine Solaranlage auch den gestalterischen Anforderungen aus Art. 

73 KRG genügen, soweit dafür eine Baubewilligung notwendig ist. Dabei 

hat die Bewilligungsbehörde die Belastung des Orts- und Landschaftsbil-

des zu beurteilen und insbesondere dann eine Baubewilligung zu verwei-

gern, wenn die Beeinträchtigung des Raums angesichts alternativer Lö-

sungen als zu schwerwiegend erscheint. Soweit eine Solaranlage gut an 

den bereits bestehenden Gebäuden angebracht werden kann, müssen 

deshalb besondere Gründe für einen freistehenden Standort sprechen.

5.6. So läuft es den Interessen der Förderung der Solarenergie des Bundes 

nicht entgegen, da die Richtlinien keine Einschränkung darstellen. Denn 

auch in der Richtlinie wird eine breitere Akzeptanz der Solaranlagen in der 

Bevölkerung gewünscht. Es wurde in Bezug auf die freistehenden Anlagen 

Gestaltungsempfehlungen ausgesprochen, welche nicht jede Form als be-

vorzugt einstufen. Diese müssen jedoch nicht zwingend eingehalten wer-

den und somit ist auch eine Abweichung möglich. Im Zuge der Interessen-

abwägung, welche bei der Bewilligung freistehender Solaranlagen stattfin-

det, wird gemäss Art. 18a Abs. 4 RPG der bundesrechtlichen Förderung 

von Solaranlagen nochmals Rechnung getragen.

6.1. Zu prüfen ist, ob die Ablehnung der Baubewilligung für die freistehende 

Solaranlage mit Bezugnahme auf die kommunalen Richtlinien kantonales 

Recht verletzt.

6.2. Wie schon ausgeführt richtet sich das Verfahren für die Installation von 

freistehenden Anlagen nach Art. 22 Abs. 1 RPG und somit nach dem or-

dentlichen Baubewilligungsverfahren und nach kantonalem Recht (vgl. 

Art. 85 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; 

- 20 -

BR 801.100]). Voraussetzung einer Bewilligung ist, dass die Bauten und 

Anlagen zonenkonform sind und das Land erschlossen ist. Gemäss 

Art. 22 Abs. 3 RPG bleiben die übrigen Voraussetzungen des Bundes-

rechts und des kantonalen Recht vorbehalten. Gemäss Art. 86 KRG be-

dürfen Bauten und Anlagen einer schriftlichen Baubewilligung der kommu-

nalen Behörde. Im vorliegenden Fall wäre dies die Gemeinde B._____. 

Das ordentliche Baubewilligungsverfahren wird kantonal in Art. 41 ff. der 

Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden (KRVO; 

BR 801.110) geregelt. Laut Art. 89 Abs. 1 KRG werden Bauvorhaben be-

willigt, wenn alle Vorschriften des kommunalen, kantonalen und eidgenös-

sischen Rechts eingehalten sind. Abweisungen von Baugesuchen sind 

gemäss Art. 46 Abs. 2 KRVO zu begründen. 

6.3. Somit ist folglich zu prüfen, ob das Baugesuch kommunale, kantonale und 

eidgenössische Vorschriften einhält und ob die Begründung der Abwei-

sung der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Richtlinien das kantonales 

Recht verletzt.

6.4. Nach Art. 73 KRG sind Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den Regeln 

der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass sie mit der Umge-

bung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Art. 24 

Abs. 1 des Baugesetzes der Gemeinde B._____ (BauG) lautet, dass Bau-

ten und Anlagen architektonisch so zu gestalten sind, dass sie auf ihre 

Umgebung Bezug nehmen und sich in das Orts- und Landschaftsbild ein-

ordnen. Somit stellt die kantonale Vorschrift eine engere Regelung auf, 

denn es muss sich nicht nur in die Umgebung einordnen, sondern auch 

noch eine gute Gesamtwirkung erzielen. Gemäss den Fotos der Be-

schwerdeführerin haben in der Umgebung der betroffenen Parzelle am 

H._____ viele Häuser Solaranlagen, jedoch fast nur auf den Dächern oder 

an den Hausfassaden (Beschwerdeführerische Beilagen [Bf-act.] 5). So-

mit wäre eine freistehende Solaranlage am H._____ eher ein Einzelfall 

(ausser einer Ausnahme bei Bf-act. 6) in der Umgebung und somit ein 

- 21 -

störendes Bild. Somit kann die Begründung, dass gemäss der Gemeinde 

Solaranlagen auf dem Dach bevorzugt werden, nicht beanstandet werde, 

vor allem nicht vor dem Hintergrund der guten bis sehr guten Eignung der 

Dachfläche (Bf-act. 7).

6.5. Weiter muss nach Art. 25 lit. a BauG der Grenzabstand gemäss Zonen-

schema in Art. 93 BauG eingehalten werden, um eine optimale Situierung 

der Bauten und Anlagen bezüglich Besonnung zu erreichen. Die Be-

schwerdeführerin reichte eine Vereinbarung über ein Näherbaurecht zwi-

schen I._____ und seinen Nachbarn A._____ und K._____ (Stockwerkei-

gentümer), wobei I._____ für das Bauprojekt der Installation der Solaran-

lage die Zustimmung erteilte, den minimalen Grenzabstand zur gemeinsa-

men Grenze von 2.5 m um 1.5 m zu unterschreiten, d.h. es würde nur noch 

ein Abstand von 1 m vorliegen. Somit wäre diese formelle Voraussetzung 

bezüglich des Grenzabstands eingehalten worden. Ob dadurch die opti-

male Situierung für die Besonnung beeinflusst wurde, kann dagegen of-

fengelassen werden, da es nicht entscheidrelevant ist.

6.6. Der kantonale Leitfaden beinhaltet wie schon erwähnt das Verfahren und 

Gestaltungsempfehlungen für Solaranlagen. Somit beinhaltet er keine ge-

setzlichen Vorgaben, welche verbindlich sind. Denn laut Leitfaden (S. 1) 

möchte der Kanton mit diesem Leitfaden aufzeigen, wie man bei der Pla-

nung von Solaranlagen mit wenig Grundregeln eine hohe Qualität erreicht. 

Sinngemäss enthält dies keine verbindliche Vorgabe, denn es wird einfach 

eine Optimierung aufgezeigt, welche jedoch nicht zwingend befolgt wer-

den muss. Weiter gehe es auch darum die Akzeptanz von Solaranlagen in 

der Bevölkerung zu steigern. Der kantonale Leitfaden enthält keine Emp-

fehlungen für freistehende Anlagen; dieses Thema wurde – wie nachfol-

gend erläutert wird – durch die kommunalen Richtlinien konkretisiert. Wei-

ter wird auf Seite 14 hingewiesen, dass die Gestaltungsempfehlungen 

nicht abschliessend seien und es sich um eine einfache Auslegeordnung 

handelt, wie Solaranlagen sich einzufügen haben. Dies müsse jedoch Ein-

- 22 -

zelfallweise, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Gesuchstellenden, dem 

Gebäude und dessen charakteristischen Eigenschaften wie auch der Um-

gebung beurteilt werden. Die kommunale Richtlinie stellt nur eine Konkre-

tisierung dar und füllt Lücken auf, wie z.B. eine Empfehlung für freiste-

hende Anlagen in Ziff. 24. Sie widerspricht somit nicht dem kantonalen 

Leitfaden, sondern führt diesen zum besseren Verständnis weiter aus. 

Denn wie erwähnt ist der kantonale Leitfaden nicht abschliessend gere-

gelt. Auch der Miteinbezug des Solarkatasters ist zu prüfen, da es ein Mit-

tel zur Planung ist und nicht allgemeinverbindliche Regeln darstellt, son-

dern aufzeigt welche Flächen wie geeignet sind. Der Solarkataster kann 

als Hilfsmittel angesehen werden, da es die Dachflächen gemäss ihrer 

Eignung aufgrund des Standorts einteilt. Wie die Installation an einem be-

stimmten Ort aussieht ist dann im Einzelfall zu betrachten, auch im Hin-

blick darauf, dass die Solaranlagen in verschiedenen Winkeln etc. ange-

bracht werden können.

6.7. Gemäss Art. 1 Abs. 1 Satz 1 RPG sorgen Bund, Kantone und Gemeinden 

dafür, dass der Boden haushälterisch genutzt und das Baugebiet vom 

Nichtbaugebiet getrennt wird. Aufgrund der vorliegenden Alternativmög-

lichkeit der Installation auf dem Dach oder an der Fassade würde eine 

freistehende Solaranlage auf dem Boden keinem haushälterischen Um-

gang entsprechen, da eine Nutzung von Boden vorliegt, welche durch eine 

bessere Möglichkeit vermieden werden kann. 

6.8. Vergleicht man die kantonale Vorschrift nach Art. 73 KRG mit dem kom-

munalen Leitfaden, stellt man fest, dass bei beiden ästhetische Anliegen 

eine Rolle spielen. Die Problematik bei Ästhetikklauseln liegt in deren un-

bestimmten Rechtsbegriffen. Deren Anwendung setzt Verwaltungsermes-

sen voraus. Damit werden die behördlichen Entscheidungen darüber, was 

„gut gestaltet“ ist bzw. sich „gut einfügt“ bzw. eine „gute Gesamtwirkung 

erzielt, in ein Spannungsfeld gesetzt zum Legalitätsprinzip, zur Rechtssi-

cherheit, zur rechtsgleichen Anwendungspraxis und zum Vertrauens-

- 23 -

schutz (FAVRE/BAUMANN, Sorgfalt als Massstab behördlichen Ermessens, 

publ. in: ZBl 1/2015, S. 4 f.).

6.9. Wie das Bundesgericht in den letzten Jahren wiederholt entschieden hat, 

fällt das öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den 

Autonomiebereich der Gemeinden (vgl. auch Art. 85 KRG). Nach konstan-

ter Rechtsprechung des streitberufenen Verwaltungsgerichts kommt den 

Gemeinden bei der Auslegung von Ästhetikfragen bzw. bei der Prüfung 

der Frage der Eingliederung von Bauten in eine bestehende Umgebung 

gemäss Art. 73 KRG ein geschützter (weiter) Beurteilungs- und Ermes-

sensspielraum zu, in welchen das Gericht nur eingreift, wenn die Ge-

meinde diesen Ermessensspielraum missbraucht oder überschritten hat 

(statt vieler: Urteile des Verwaltungsgerichts Graubünden R 12 104 vom 

19. März 2013 E.2a, R 03 8 vom 10. April 2003 E.1a, R 02 62 vom 29. Ok-

tober 2002 E.4b, R 00 64 vom 30. August 2000 E.2b, 2c und 2e; PVG 1995 

Nr. 25, 1994 Nrn. 19 und 20, 1991 Nr. 75, 1990 Nr. 18, 1987 Nr. 18, 1986 

Nr. 33, 1985 Nr. 19, 1984 Nr. 23, 1980 Nr. 27; vgl. überdies Urteile des 

Bundesgerichts 1C_115/2011 vom 17. Mai 2011 E.3, 1A.9/2007 vom 

4. Dezember 2007 E.2.2.1, 2.2.2 und 3.4 am Ende, 1A.174/2003 vom 

4. Mai 2004 E.3.2; BGE 118 Ia 232 E.1a). Die Kognition des Verwaltungs-

gerichtes beschränkt sich damit praktisch auf eine Willkürprüfung, d.h. das 

Verwaltungsgericht kann nur dann eingreifen, wenn sich der erlassene 

Entscheid als sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine 

Rechtsgrundsätze verstösst (Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden R 09 46 vom 27. August 2009 E.3a). 

6.10. Ohne die Frage der Ästhetik ins Zentrum rücken zu wollen, hat die Be-

schwerdegegnerin doch immerhin eine Interessensabwägung vorgenom-

men und dabei die Eignung der "guten" bis "sehr guten" Dachfläche des 

betroffenen Gebäudes für die Sonnenenergienutzung im Vergleich zur Be-

lastung der Umgebung bevorzugt. Diesbezüglich ist auszuführen, dass die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Alternativmöglichkeit 

- 24 -

mit der Installation auf dem Dach vorgeschlagen hat und somit nicht die 

gesamte Anbringung einer Solaranlage vereitelte, sondern bloss die freis-

tehende Installation vermeiden möchte. Sie unterstreicht ihren Willen zur 

Wahrung des Orts- und Landschaftsschutzes durch ihre Absicht, eine ein-

heitliche Bewilligungspraxis für die Anbringung von Solaranlagen durch-

zusetzen, d.h. wenn möglich auf einem bestehenden Gebäudepark anstatt 

auf freistehenden Flächen, falls eine Fläche von über 10 m2 (vorliegend 

16.8 m2) vorliegt. Bei einer Installation auf dem Dach würde u.U. sogar das 

einfachere Meldeverfahren gemäss Art. 40b zur Anwendung gelangen, bei 

welchem keine Baubewilligung notwendig wäre. Auch im Zusammenhang 

mit Art. 18a Abs. 4 RPG, welcher besagt, dass die Interessen an der Nut-

zung der Sonnenenergie auf bestehenden oder neuen Bauten den ästhe-

tischen Anliegen grundsätzlich vorgehen, müsste dem besser geeigneten 

Standort auf dem Dach oder an der Fassade gemäss Solarkataster der 

Vorrang gegeben werden. Dies war aber für die Beschwerdeführerin nicht 

akzeptabel, denn gemäss ihrer Aussage sei erstens auf ihrem Dach bloss 

eine "gute" Eignung vorhanden, weiter sei die Neigung mit 18° nicht hin-

reichend, sodass vor allem im Winter der Schnee auf dem Solarpanel lie-

gen bleiben würde und man somit in den sonnenreichen Wintermonaten 

den Schnee wegschaufeln müsste. Folglich sei eine Installation auf dem 

Dach nicht möglich. Dies obwohl gemäss Solarkataster die ganze Dach-

fläche der im Stockwerkeigentum befindlichen Liegenschaft der Be-

schwerdeführerin gut bis sehr gut geeignet wäre. Die Stockwerkeigen-

tumseinheit der Beschwerdeführerin betrifft die östliche Fassade, also die 

"gute" Eignung. Da die Baubewilligung durch die gesamte Stockwerkei-

gentumsgemeinschaft beschlossen wurde, kann davon ausgegangen 

werden, dass auch eine Installation der Solaranlage auf der "sehr gut" ge-

eigneten Dachhälfte machbar ist. Hinsichtlich der unzureichenden Nei-

gung der Solarpanels auf dem Dach ist darauf hinzuweisen, dass der Win-

kel der Ausrichtung der Solaranlage mit einfachen Mitteln (z.B. Aufstände-

rung) angepasst und optimiert werden kann, so dass auch Schneeablage-

- 25 -

rungen im Winter und eine unzureichende Neigung des Daches kein Pro-

blem darstellen würde. Auch bezüglich der Argumentation, dass aufgrund 

der geplanten Hanglage der Solaranlage der Landverschleiss nur marginal 

sei, ist festzuhalten, dass die Panels eine Grösse von 235 cm x 720 cm 

(16.8 m2; siehe auch edierte Akten der Gemeinde [Fotos des Bauge-

suchs]) aufweisen, was auch vor dem Hintergrund der Neigung nicht als 

"marginal" betrachtet werden kann. Somit verläuft die Argumentation der 

Beschwerdeführerin betreffend die nicht mögliche Installation auf ihrer nur 

"gut" geeigneten Dachfläche ins Leere, wenn sie davon ausgeht, dass nur 

eine flache Anbringung auf dem Dach möglich wäre und somit Probleme 

mit der Neigung der Solarpanels bestehen würden. Dies auch vor dem 

Hintergrund des Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den R 09 46 vom 27. August 2009, bei welchem ein Baugesuch für eine 

Solaranlage auf dem Dach abgelehnt und auf die alternative Anbringung 

an der Fassade verwiesen wurde. Dieser Entscheid der Gemeinde wurde 

durch das Verwaltungsgericht geschützt, obwohl dadurch ein Energieeffi-

zienzverlust von 30 % in Kauf genommen wurde. Im vorliegenden Fall 

weist die Alternativmöglichkeit sogar eine "gute" bis "sehr gute" Eignung 

zur Energienutzung auf.

6.11. Vorliegend hat die Gemeinde B._____ zu Recht, d.h. innerhalb des ihr zu-

stehenden Beurteilungsspielraums, eine alternative Installation auf dem 

Dach oder an der Fassade bevorzugt und somit dem Interesse der opti-

maleren Sonnenenergienutzung und dem haushälterischen Umgang mit 

dem Boden den Vorrang gegeben. Somit ist die Abweisung der Baubewil-

ligung der freistehenden Solaranlage diesbezüglich durch die Gemeinde 

B._____ zu schützen.

7.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Gleichbehandlungs-

grundsatzes, in dem die Beschwerdegegnerin andere gleichartige Bauge-

suche für freistehende Solaranlagen in der Gemeinde bewilligt habe, aber 

jenes der Beschwerdeführerin dagegen nicht. 

- 26 -

7.2. Eine rechtsanwendende Behörde verletzt dann den Gleichheitssatz, wenn 

sie zwei gleiche tatsächlich Situationen ohne sachlichen Grund unter-

schiedlich beurteilt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Rz. 587 m.w.H.; BGE 136 

I 345 E.5). Der Grundsatz der Gesetzesmässigkeit der Verwaltung (Art. 5 

Abs. 1 BV) geht dem Rechtsgleichheitsprinzip im Konfliktfall in der Regel 

vor. Wenn eine Behörde in einem oder einigen wenigen Fällen eine vom 

Gesetz abweichende Entscheidung getroffen hat, gibt das den Privaten, 

die sich in der gleichen Lage befinden, grundsätzlich keinen Anspruch dar-

auf, ebenfalls abweichend von der Norm behandelt zu werden (BGE 139 

II 49 E.7.1 ff.). Weicht die Behörde dagegen in ständiger Praxis – d.h. in 

mehreren Vergleichsfällen – vom Gesetz ab, gibt sie zu erkennen, dass 

sie auch in Zukunft nicht von dieser gesetzeswidrigen Praxis abweichen 

wird; stehen der gesetzeswidrigen Begünstigung im Einzelfall keine ge-

wichtigen öffentlichen Interessen und keine schutzwürdigen Interessen 

Dritter entgegen, so können Private verlangen, dass die widerrechtliche 

Begünstigung auch ihnen gewährt wird (vgl. Urteil des Verwaltungsge-

richts Graubünden R 15 67 vom 17. Mai 2016 E.4b; TSCHANNEN/ZIM-

MERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, § 23 

Rz. 18 f.). Grundsätzlich gibt es konkret im Baurecht "keinen Anspruch auf 

Gleichbehandlung im Unrecht", womit die Beschwerdeführerin heute 

selbst bei früherer Bewilligung grenzwertiger Bauprojekte in ästhetischer 

bzw. baugestalterischer Optik in der gleichen Gemeinde nichts zu ihren 

Gunsten herleiten kann (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts Graubünden 

R 01 68 vom 19. Oktober 2001 E.5; S 02 145 vom 18. September 2002 

E.4, A 07 22 vom 18. September 2007 E.4a; PVG 2008 Nr. 23 E.3g; Urteile 

des Bundesgerichts 1C_398/2011 vom 7. März 2012 E.3.6, 1C_200/2011 

vom 5. September 2011 E.2.4 und BGE 135 IV 391 E.3.3, 127 I 1 E.3, 126 

V 390 E.6a sowie BGE 122 II 446 E.4a).

7.3. Somit kann sich die Beschwerdeführerin nichts aus anderen bewilligten 

Baugesuchen für freistehende Solaranlagen herleiten. Es ist auch nicht 

- 27 -

ersichtlich, ob die anderen freistehenden Solaranlagen in der Gemeinde 

gesetzeswidrig erlassen wurden oder nicht. Somit ist auch keine geset-

zeswidrige Praxis im vorliegenden Fall zu erkennen.

8.1. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden nach Art. 73 Abs. 1 VRG trägt im Rechtsmittel- und im Kla-

geverfahren in der Regel die unterliegende Partei, was vorliegend die Be-

schwerdeführerin darstellt.

8.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei im Rechtsmittel- 

und Klageverfahren verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den 

Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Bund, Kanton 

und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Or-

ganisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Partei-

entschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 2'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 554.00

zusammen CHF 2'554.00

gehen zulasten von A._____.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

- 28 -

5. [Mitteilungen]