# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b68a737f-0d59-593c-8120-a5a4381380a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2008 C-883/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-883-2008_2008-08-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-883/2008

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiber Daniel Grimm.

N._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
S._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-883/2008

Sachverhalt:

A.
Am 3. Dezember 2007 beantragte die mazedonische Staatsangehörige 
S._______  (geboren  [...],  nachfolgend:  Gesuchstellerin)  bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Skopje ein Visum für einen zweimonati-
gen  Besuchsaufenthalt  bei  ihrer  im  Kanton  Thurgau  ansässigen 
Schwester  und  deren Ehemann (im Folgenden: Gastgeber  bzw. Be-
schwerdeführer). Nach formloser  Verweigerung übermittelte  die  Aus-
landvertretung das Gesuch zum Entscheid an das Bundesamt.

B.
Mit Verfügung vom 30. Januar 2008 wies die Vorinstanz das Einreise-
gesuch ab. Als Begründung legte sie dar, die schweizerische Rechts-
ordnung gewähre weder einen Anspruch auf Einreise noch einen sol-
chen auf Erteilung eines Visums. Dieses sei zu verweigern, wenn die 
Gesuch  stellende  Person  die  in  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 
142.20) i.V.m. Art  1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über das 
Einreise- und Visumverfahren (VEV, SR 142.204) festgelegten Voraus-
setzungen nicht erfülle. Gemäss den hier zur Anwendung gelangenden 
gesetzlichen Vorschriften (insbesondere Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG) müs-
se die Gesuchstellerin (oder deren Gastgeberin) über genügend finan-
zielle  Mittel  verfügen,  um den Lebensunterhalt  während  des Aufent-
halts in der Schweiz zu bestreiten. Die von den zuständigen Inlandbe-
hörden  durchgeführten  Abklärungen  hätten  indessen  ergeben,  dass 
die  diesbezüglichen  finanziellen  Garantien  ungenügend  seien.  Auch 
lägen keine Gründe vor, welche eine Einreise trotzdem als zwingend 
erscheinen liessen.

C.
Mit Eingabe vom 12. Februar 2008 ersuchen die Beschwerdeführer um 
Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids. Hierbei machen sie unter 
Hinweis  auf  eine  am 14. Januar  2008 unterzeichnete  Garantieerklä-
rung, die am 11. Januar 2008 bezahlte Prämie einer zu Gunsten des 
Gastes  abgeschlossenen  Reise-Krankenversicherung  sowie  zwei 
Lohnabrechnungen für Januar 2008 geltend, über genügend finanziel-
le Mittel zu verfügen. Wenn nicht für zwei Monate, so sei der Gesuch-
stellerin die Einreise doch zumindest für einen Monat zu bewilligen.

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D.
In ihrer Vernehmlassung vom 30. April 2008 spricht sich die Vorinstanz 
unter Erläuterung der bisher genannten Gründe für die Abweisung der 
Beschwerde aus.

E.
Mit  verfahrensleitender  Anordnung vom 7. Mai  2008  wurde den  Be-
schwerdeführern  die  Möglichkeit  gewährt,  zur  Vernehmlassung  der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Die Beschwerdeführer sind zur Anfechtung der Beschwerde legiti-
miert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist ein-
zutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das AuG sowie die dazugehörigen Ausfüh-
rungsverordnungen in  Kraft  (u.a. die  VEV). Gemäss Art.  126 Abs. 1 
AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht 
worden sind, das bisherige Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt 

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somit noch nach dem alten Recht. Einschlägig sind das Bundesgesetz 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(ANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des 
Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die 
Einreise  und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern  (VEA, 
AS 1998 194,  zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV). 
Das Verfahren hingegen richtet sich nach dem neuen Recht (vgl. Art. 
126 Abs. 2 AuG).

Das BFM verweist in der angefochtenen Verfügung zu Unrecht bereits 
auf  die  neurechtlichen  Bestimmungen.  Im  Ergebnis  ändert  sich  da-
durch allerdings nichts, unterscheiden sich die früheren und heutigen 
materiellen Einreisevoraussetzungen doch in grundsätzlicher Hinsicht 
nicht (vgl. BBl 2002 3774 f.).

3.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  sind  zur  Anwesenheit  in  der 
Schweiz berechtigt,  wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung besitzen oder keiner solchen bedürfen (Art. 1a ANAG). Ge-
wisse Gruppen von ihnen benötigen für die Einreise in die Schweiz ein 
Visum (vgl. Art. 3 ff. VEA).

4.2 Für die Erteilung von Einreisevisa ist das BFM zuständig (Art. 18 
VEA), welches im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Ver-
träge mit dem Ausland nach freiem Ermessen entscheidet (Art. 4 und 
Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 VEA). Dies bedeutet, dass die schweizeri-

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sche Rechtsordnung weder ein allgemeines Recht auf Einreise kennt, 
noch einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums gewährt 
(vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax/Pe-
ter  Münch/Thomas  Geiser/Martin  Arnold  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 
Handbücher für die Anwaltspraxis Bd. VIII, Basel 2002, Rz. 5.28; BGE 
133 I 185 E. 2.3 S. 189 f.).

4.3 Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 VEA aufge-
führten Voraussetzungen nicht  erfüllt  sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). 
Insbesondere  müssen  Gesuchstellerinnen  und  Gesuchsteller,  die  in 
die Schweiz reisen möchten, Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wie-
der  ausreisen  werden  (Art.  1  Abs. 2  Bst.  c  VEA). Sie  müssen  aber 
auch über genügend Mittel verfügen oder sich solche verschaffen kön-
nen,  um  ihren  Lebensunterhalt  während  des  Aufenthalts  in  der 
Schweiz zu bestreiten (Art. 1 Abs. 2 Bst. d VEA). Schliesslich ist das 
Visum gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. c in fine VEA dann zu verweigern, 
wenn begründete Zweifel am Aufenthaltszweck bestehen.

5.
Die Gesuchstellerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität  zur Einreise in 
die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verweigerte 
die  Erteilung  eines  solchen  Visums mit  der  Begründung,  weder  der 
Gast noch das Gastgeberehepaar verfügten über ausreichende Mittel 
zur Finanzierung des geplanten Besuchsaufenthalts.

5.1 Im vorliegenden Fall steht – wie eben erwähnt – die Befürchtung 
im  Vordergrund,  dass  der  Lebensunterhalt  der  Gesuchstellerin  wäh-
rend ihres  hiesigen Aufenthalts  nicht  sichergestellt  sein  könnte  (vgl. 
Art. 1 Abs. 2 Bst. d VEA). Zum Lebensunterhalt im Sinne der genann-
ten Bestimmung zählt nicht nur der Aufwand für Verpflegung und Un-
terkunft,  vielmehr  sind auch eventuell  anfallende Krankheits-,  Unfall- 
oder Rückschaffungskosten mit  einzubeziehen (vgl. Urteile  des Bun-
desverwaltungsgerichts  C-951/2008  vom  7.  August  2008  E.  6  und 
C-727/2007 vom 21. November 2007 E. 4.3). Aus diesem Grund ver-
langen die Kantone von den hier lebenden Gastgeberinnen und Gast-
gebern in  der Regel  finanzielle Garantien,  die gemäss Art. 7  Abs. 3 
VEA Fr. 20'000.- betragen (nach neuem Recht Fr. 30'000.- [vgl. Art. 7 
Abs. 3 VEV]). Ein solches Vorgehen war auch im Falle der Gesuchstel-
lerin, die in ihrer Heimat keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, angezeigt. 
Auf dem Antragsformular vom 3. Dezember 2007 gab sie denn an, es 

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sei ihre Schwester, welche für die entsprechenden Kosten aufkommen 
werde.

5.2 Die Beschwerdeführer haben am 14. Januar 2008 eine Garantieer-
klärung im Sinne von Art. 7 VEA unterzeichnet. Sowohl die Wohnge-
meinde als  auch das zuständige kantonale  Migrationsamt  hegen  je-
doch Zweifel,  dass  das  Gastgeberehepaar  im Stande ist,  den damit 
verbundenen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Sie stützen 
sich bei dieser Einschätzung namentlich auf einen Auszug des Betrei-
bungsamtes R._______ vom 14. Januar 2008. Demnach wurden ge-
gen den Beschwerdeführer in der Zeitspanne vom Dezember 2006 bis 
Dezember 2007 Betreibungen in der Höhe von Fr. 21'514.25 eingelei-
tet;  zum  überwiegenden  Teil  betreffen  sie  Steuerforderungen  der 
Wohngemeinde.  Aus  diesem  Grunde  hat  das  Einwohneramt 
R._______ die erwähnte Garantieerklärung als ungenügend bzw. nicht 
tragfähig erachtet. Wohl geht aus den auf Beschwerdeebene nachge-
reichten Unterlagen hervor, dass die Gastgeber im Januar 2008 rund 
Fr. 8'100.-  an Nettoeinkommen realisiert  und eine Reiseversicherung 
über Fr. 50'000.-  abgeschlossen haben. Die zu leistenden Garantien 
beschränken sich, wie an anderer Stelle dargetan, indessen nicht auf 
die  üblichen  Lebensunterhaltskosten  der  eingeladenen  Person  wäh-
rend ihres Aufenthalts in der Schweiz, sondern umfassen auch die ver-
sicherungsmässig nicht abgedeckten Aufwendungen für eine allfällige 
Rückführung bzw. Ausschaffung. Hierfür bieten die Beschwerdeführer 
wegen der offenen Betreibungen keine ausreichende Gewähr. Die in 
Kopie nachgereichte,  bereits  erwähnte Garantieerklärung ist  von der 
zuständigen  kantonalen  oder  kommunalen  Amtsstelle  immer  noch 
nicht  gegengezeichnet.  Die  finanziellen  Risiken  des  Besuchsaufent-
halts sind demnach nicht hinreichend gesichert. Damit sind die gesetz-
lichen Voraussetzungen für die Erteilung eines Besuchervisums (vgl. 
Art. 1 Abs. 2 Bst. d sowie Art. 6 bis 8 VEA) – selbst für eine kürzere 
Dauer – nicht erfüllt.

5.3 Bei dieser Sachlage erübrigt  es sich,  auf  die Behauptungen der 
Gesuchstellerin, sie habe die Schweiz bereits dreimal besucht und sei 
jeweils  rechtzeitig  wieder  in  ihre  Heimat  zurückgekehrt  (vgl.  die  zu 
Handen der Schweizervertretung in Skopje abgegebene Stellungnah-
me vom 21. November 2007) näher einzugehen.

6.
Aufgrund dieser Darlegungen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorin-

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stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und der Gesuchstellerin die Ein-
reise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt – im Ergebnis 
–  kein  Bundesrecht.  Der  rechtserhebliche  Sachverhalt  wurde  richtig 
und vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende 
Ermessen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 VwVG). 
Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind den Beschwerdeführern die 
Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 
3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten ZEMIS [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Thurgau (Ref-Nr. [...])

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm

Versand: 

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