# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb183c1c-935c-57a9-b289-575b523cdc4b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.08.2013 UE130100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE130100_2013-08-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UE130100-O/U/br 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

der Ersatzoberrichter Dr. T. Graf sowie die Gerichtsschreiberin lic. 

iur. S. Borer 

 

Beschluss vom 19. August 2013 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch B._____ 

 

gegen 

 

1. C._____,  
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend Nichtanhandnahme   
 
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der 
Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 28. März 2013, E-1/2012/4828 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 4. Juli 2012 erstattete B._____ als Vertreterin ihrer Enkelin A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) bei der Kantonspolizei Zürich Anzeige gegen 

C._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 1) wegen Veruntreuung etc. (Urk. 11/1 

S. 1, 3). Am 28. März 2013 entschied die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

(nachfolgend: Staatsanwaltschaft), dass eine Untersuchung gegen den 

Beschwerdegegner 1 nicht anhand genommen werde (Urk. 4/1 = Urk. 6 = 

Urk. 11/8). Dagegen liess die Beschwerdeführerin durch ihre Vertreterin, B._____, 

mit Eingabe vom 12. April 2013 fristgerecht Beschwerde erheben und 

sinngemäss die Aufhebung der Nichtanhandnahmeverfügung und die 

Durchführung einer Strafuntersuchung beantragen (Urk. 2, Beilagen: Urk. 4/1-8).  

2. Mit Verfügung vom 29. April 2013 wurde dem Beschwerdegegner 1 die 

Beschwerdeschrift samt den Beilagen Urk. 4/3, 4/6 und 4/8 und der 

Staatsanwaltschaft die Beschwerdeschrift samt den Beilagen Urk. 4/2-8 zur 

(freigestellten) Stellungnahme innert Frist übermittelt (Urk. 7 = Prot. S. 2). 

Während der Beschwerdegegner 1 in seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2013 

sinngemäss die Abweisung der Beschwerde beantragt (Urk. 8, Beilagen: Urk. 9/1-

5), beantragt die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 3. Mai 2013, es 

sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen 

(Urk. 10). Mit Verfügung vom 30. Mai 2013 wurden beide Stellungnahmen samt 

den Beilagen der Beschwerdeführerin zur freigestellten Replik innert Frist 

zugesandt (Urk. 12 = Prot. S. 3). Am 9. Juli 2013 ging im Verfahren UE130085 

am hiesigen Gericht ein Schreiben der Vertreterin der Beschwerdeführerin vom 

7. Juli 2013 ein, in welchem sich diese erneut zu den gegen den 

Beschwerdegegner 1 erhobenen Vorwürfen äussert, weshalb das besagte 

Schreiben zu den Akten im vorliegenden Verfahren genommen wurde (Urk. 13, 

Beilagen: Urk. 14/1-3). Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 7. Juli 2013 

erfolgte nicht innerhalb der mit Verfügung vom 30. Mai 2013 angesetzten Frist. Da 

indes die Parteien jederzeit Eingaben machen können und den anderen Parteien 

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Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben ist (Art. 109 StPO), wurde die Eingabe 

dennoch samt Beilagen der Staatsanwaltschaft und dem Beschwerdegegner 1 mit 

Einschreiben "Zustellung von Rechtsschriften" vom 9. Juli 2013 zugesandt 

(Urk. 16/1-2; Prot. S. 4). Weder die Staatsanwaltschaft noch der 

Beschwerdegegner 1 liessen sich innert Frist vernehmen. Damit erweist sich das 

Verfahren als spruchreif.  

3. Wegen Krankheit eines Richters ergeht der Entscheid nicht in der den 

Parteien in der Verfügung vom 29. April 2013 angekündigten Besetzung. 

II. 

1. Dem Beschwerdegegner 1 wird von Seiten der Beschwerdeführerin 

zusammengefasst vorgeworfen, er habe – ohne hierzu berechtigt gewesen zu 

sein – am 7. Januar 2005 Bargeld in der Höhe von Fr. 32'250.– aus der Wohnung 

von †D._____ (Ex-Mann von B._____ und Grossvater der Beschwerdeführerin) 

genommen, während Letzterer im Spital gelegen habe und kurz bevor dieser am 

tt. Januar 2005 verstorben sei. Ein Mandatsverhältnis zwischen †D._____ und 

dem Beschwerdegegner 1 habe nicht bestanden. Von dem entwendeten Geld 

habe der Beschwerdegegner 1 Fr. 11'310.95 unrechtmässig mit seiner 

Honorarnote für ein Ehrverletzungsverfahren innerhalb der Familie verrechnet und 

den Restbetrag über Fr. 20'939.05 erst nach Intervention von B._____ bzw. der 

Vormundschaftsbehörde über ein Jahr später, am 15. August 2006, 

zurückerstattet. Die Fr. 32'250.– seien indessen Bestandteil der Erbmasse, 

welche der Beschwerdeführerin als Alleinerbin zustehe (vgl. Urk. 11/1 S. 2 f.; vgl. 

Urk. 11/4 S. 2; vgl. Urk. 11/5 S. 2-5). 

2. Die Staatsanwaltschaft nahm eine Untersuchung gestützt auf Art. 310 Abs. 1 

lit. a StPO nicht anhand und erwog, es sei nicht erkennbar, dass sich der 

Beschwerdegegner 1 strafrechtlich schuldig gemacht habe. Zum einen habe er 

die Wohnung von †D._____ zusammen mit der Polizei aufgesucht und sich so 

korrekt verhalten. Zum anderen sei die Verrechnung mit einer zu Lebzeiten von 

†D._____ entstandenen Honorarforderung legitim. Selbst wenn die Verrechnung 

zivilrechtlich unzulässig wäre, wäre kein Straftatbestand erfüllt, zumal der 

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Beschwerdegegner 1 nicht die Absicht gehabt habe, sich unrechtmässig zu 

bereichern. Dass er sein Honorar nicht habe einfordern dürfen, werde seitens der 

Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht (Urk. 6 S. 3 f.). 

3. In ihrer Beschwerde rügt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

zusammengefasst, der Sachverhalt sei in der Nichtanhandnahmeverfügung falsch 

wiedergegeben worden. Namentlich sei der Beschwerdegegner 1 weder 

†D._____s Rechtsvertreter gewesen, noch hätte er das Geld an sich nehmen 

dürfen, noch habe er gegen †D._____ eine offene Forderung gehabt (Urk. 2).  

4. Die Staatsanwaltschaft bestreitet in ihrer Stellungnahme zunächst die 

Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin, da ihr keine 

Geschädigtenstellung zukomme und Art. 121 StPO nicht anwendbar sei, zumal 

die Strafanzeige nicht zu Lebzeiten des Geschädigten erstattet worden sei. 

Soweit die Staatsanwaltschaft eventualiter die Abweisung der Beschwerde 

beantragt, verweist sie auf die Erwägungen in der Nichtanhandnahmeverfügung 

(Urk. 10).   

5. Der Beschwerdegegner 1 bestreitet in seiner Stellungnahme sämtliche 

Vorwürfe (Urk. 8). 

6.1 Vorliegend stellt sich zunächst die Frage der Beschwerdelegitimation der 

Beschwerdeführerin. Zur Anfechtung einer Nichtanhandnahmeverfügung 

berechtigt sind gemäss Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO die Parteien. 

Art. 382 Abs. 1 StPO konkretisiert dies und hält fest, dass die Partei, um ein 

Rechtsmittel ergreifen zu können, zusätzlich ein rechtlich geschütztes Interesse 

an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides haben muss. Partei ist 

neben dem Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft auch die Privatklägerschaft 

(Art. 104 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 118 Abs. 1 StPO gilt als Privatklägerschaft 

die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- 

oder Zivilkläger zu beteiligen. Dabei gilt als geschädigt diejenige Person, die 

durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 

StPO). Unmittelbar verletzt sind die Träger des durch die verletzte Strafnorm 

geschützten Rechtsgutes. Bloss mittelbar verletzt und damit keine Geschädigte 

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im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO sind hingegen die Rechtsnachfolger der 

unmittelbar verletzten Person, wie namentlich deren Erben (Urteil 1B_298/2012 

vom 27.8.2012 Erw. 2.3.2; vgl. Mazzucchelli/Postizzi, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 

[Hrsg.], BSK StPO, Basel 2011, Art. 115 N 26). Vorliegend geht es um Geld, 

welches ursprünglich dem verstorbenen †D._____ gehörte. Nach den 

vorstehenden Ausführungen ist für die Frage der Geschädigtenstellung danach zu 

differenzieren, ob der Beschwerdegegner 1 die ihm zur Last gelegten Handlungen 

vor oder nach †D._____s Tod am tt. Januar 2005 ausgeführt haben soll.  

6.2.1 Zunächst wird dem Beschwerdegegner 1 vorgeworfen, am 7. Januar 2005, 

also noch zu †D._____s Lebzeiten, unrechtmässig Geld aus dessen Wohnung 

genommen zu haben. Betroffen von dieser angeblichen Entwendung war somit 

allein das Vermögen von †D._____. Die Beschwerdeführerin hatte diesen zu 

jenem Zeitpunkt noch nicht beerbt, und ist daher insoweit auch nicht unmittelbar 

Geschädigte i.S.v. Art. 115 Abs. 1 StPO. Nachfolgend ist indessen zu prüfen, ob 

und gegebenenfalls inwieweit der Beschwerdeführerin als Alleinerbin des 

unmittelbar geschädigten †D._____ (vgl. Urk. 11/6/1) Verfahrensrechte 

zukommen.  

6.2.2 Nach Art. 382 Abs. 3 StPO können nach dem Tod der Privatklägerschaft 

die Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB in der Reihenfolge ihrer 

Erbberechtigung ein Rechtsmittel ergreifen, soweit sie in ihren rechtlich 

geschützten Interessen betroffen sind. Damit wird der Grundsatz der 

Rechtsnachfolge von Art. 121 StPO weitergeführt, weshalb Art. 382 Abs. 3 StPO 

zusammen mit dieser Bestimmung zu lesen ist (vgl. Urteil 1B_298/2012 vom 

27.8.2012 Erw. 2.4.1). Stirbt demnach die geschädigte Person, ohne auf ihre 

Verfahrensrechte als Privatklägerschaft verzichtet zu haben, gehen ihre Rechte, 

und damit auch die Möglichkeit, sich als Privatkläger zu konstituieren, auf die 

Angehörigen über (vgl. Schmid, Handbuch des schweizerischen 

Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N 700). Dabei ist unerheblich, aus 

welchem Grund der Geschädigte stirbt und ob dies vor oder nach Einleitung des 

Strafverfahrens geschieht (vgl. Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., Art. 121 N 7). 

Anzumerken ist, dass am 1. Januar 2011 die neue, eidgenössische 

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Strafprozessordnung (StPO) in Kraft getreten ist. Art. 121 StPO ist indes auch in 

denjenigen Fällen anwendbar, in welchen die Nachfolge wie vorliegend noch 

unter der Geltung des früheren Prozessrechts eingetreten ist (Schmid, 

Übergangsrecht der schweizerischen Strafprozessordnung (StPO), Zürich 2010, 

S. 35).  

 In der Lehre ist umstritten, ob Angehörige einer verstorbenen geschädigten 

Person sowohl zur Straf- als auch zur Zivilklage oder nur zur Letzterer berechtigt 

sind. Während Mazzucchelli/Postizzi im Basler Kommentar dafürhalten, dass die 

erbberechtigten Angehörigen ohne Opfereigenschaft keine Legitimation zur 

Strafklage hätten (vgl. Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., Art. 121 N 21), vertritt 

Schmid die Meinung, die Angehörigen könnten auch Strafklage erheben, da 

Art. 121 Abs. 1 StPO nicht auf die Zivilklage beschränkt sei (Schmid, StPO 

Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, Art. 121 N 2). Auch Riedo/Fiolka/Niggli 

halten dafür, dass die Angehörigen gemäss Art. 121 Abs. 1 StPO zum Einreichen 

einer Zivil- und/oder einer Strafklage berechtigt sind (Riedo/Fiolka/Niggli, 

Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2011, N 896). Für die 

Ansicht, wonach die Angehörigen auch zum Einreichen einer Strafklage 

berechtigt sind, sprechen wohl auch die Ausführungen zu Art. 121 Abs. 2 StPO in 

der Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 

2005 und die dort erwähnten Beispiele (vgl. BBl 2006 S. 1172), denen nicht zu 

entnehmen ist, dass von Art. 121 Abs. 2 StPO auch die Universalsukzession kraft 

Erbschaft gemäss Abs. 1 der genannten Bestimmung erfasst sein soll. Es ist 

somit davon auszugehen, dass die Angehörigen, auf welche die Rechte gemäss 

Art. 121 Abs. 1 StPO übergegangen sind, nicht nur zur Einreichung einer 

Zivilklage befugt sind, sondern auch Strafklage im Sinne von Art. 119 Abs. 2 lit. a 

StPO einreichen können. 

 Die Beschwerdeführerin ist die Enkelin des unmittelbar geschädigten 

†D._____s – und damit Angehörige i.S.v. Art. 110 Abs. 1 StGB – und dessen 

alleinige Erbin (vgl. Urk. 11/6/1+1a). Ein Verzicht von †D._____ auf seine 

Verfahrensrechte liegt nicht vor, zumal er noch vor der Anzeigeerstattung und vor 

Einleitung eines Strafverfahrens verstarb und dementsprechend gar keine 

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Gelegenheit hatte, sich über eine allfällige Beteiligung am Verfahren zu äussern. 

Somit gingen die Rechte von †D._____ und damit auch die Möglichkeit, sich als 

Privatkläger zu konstituieren, auf die Beschwerdeführerin als †D._____s 

Rechtsnachfolgerin über.  

6.2.3 Eine formelle Konstituierung der Beschwerdeführerin zur Privatklägerschaft 

findet sich in den Akten indes nicht. Grundsätzlich können Geschädigte bzw. ihre 

Rechtsnachfolger, die sich bis zum Abschluss des Vorverfahrens nicht als 

Privatkläger konstituiert haben, mangels Parteistellung keine Beschwerde gegen 

Entscheide der Staatsanwaltschaft erheben. Diese Einschränkung gilt jedoch 

aufgrund des Anspruchs auf rechtliches Gehör dann nicht, wenn die betreffende 

Person noch keine Gelegenheit hatte, sich zur Frage der Konstituierung zu 

äussern, wie namentlich bei einer Nichtanhandnahmeverfügung. Der betreffenden 

Person sind dann gleichwohl volle Parteirechte einzuräumen (Urteil 1B_298/2012 

vom 27.8.2012 Erw. 2.1 m.H.; vgl. Urteil 1B_646/2012 vom 3.7.2013 Erw. 1.2; 

Lieber, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur StPO, 

Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 382 N 15). Dabei trifft die Strafverfolgungsbehörde 

eine entsprechende Auf- und Abklärungspflicht (vgl. Art. 118 Abs. 4 StPO), deren 

Versäumnis nicht zu einer Verwirkung der Verfahrensrechte der geschädigten 

Person bzw. ihres Rechtsnachfolgers führen darf. Vorliegend hat die 

Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme des Verfahren verfügt, ohne der 

Beschwerdeführerin zuvor die Gelegenheit zu geben, sich als Privatklägerin zu 

konstituieren. Dementsprechend ist die formelle Konstituierung der 

Beschwerdeführerin als Privatklägerin für die Bejahung der 

Beschwerdelegitimation nicht erforderlich. Nachdem wie ausgeführt 

Rechtsnachfolger i.S.v. Art. 121 StPO auch Strafklage einreichen können und da 

eine rechtskräftige Nichtanhandnahmeverfügung einem freisprechenden 

Endentscheid gleichkommt (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 320 Abs. 4 StPO), ist die 

Beschwerdeführerin durch die Nichtanhandnahme einer Strafuntersuchung in 

ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen. Ihre Beschwerdelegitimation ist 

daher – soweit es um vor †D._____s Tod vorgenommene Handlungen geht – 

gestützt auf Art. 382 Abs. 3 i.V.m. Art. 121 Abs. 1 StPO zu bejahen. 

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6.3 Sodann wird dem Beschwerdegegner 1 vorgeworfen, zu Unrecht einen Teil 

des Geldes aus †D._____s Wohnung nicht zurückbezahlt bzw. mit einer eigenen 

Forderung verrechnet zu haben. Insoweit handelt es sich um nach †D._____s 

Tod vorgenommene Handlungen zum Nachteil dessen Nachlasses. Als 

Alleinerbin von †D._____ (vgl. Urk. 11/6/1) ist somit die Beschwerdeführerin in 

ihren Rechten unmittelbar verletzt und gilt demnach insoweit als Geschädigte 

i.S.v. Art. 115 Abs. 1 StPO (vgl. Urteil 1B_348/2012 vom 3.10.2012 Erw. 1.2.6). 

Wie bereits vorstehend unter Ziffer 6.2.3 ausgeführt, ist vorliegend zur Bejahung 

der Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin die formelle Konstituierung 

zur Privatklägerschaft nicht erforderlich, zumal sie hierfür noch gar keine 

Gelegenheit hatte. Entsprechend ist es ausreichend, dass ihr 

Geschädigtenstellung i.S.v. Art. 115 Abs. 1 StPO zukommt (vgl. Urteil 

1B_298/2012 vom 27.8.2012 Erw. 2.2). Als solche hat sie an der Aufhebung einer 

Verfügung, mit welcher eine Strafuntersuchung nicht anhand genommen wird, ein 

rechtlich geschütztes Interesse. Somit ist die Beschwerdelegitimation der 

Beschwerdeführerin auch insoweit zu bejahen, als von der angefochtenen 

Verfügung Handlungen betroffen sind, welche nach †D._____s Tod 

vorgenommen wurden.  

6.4 Nach den vorstehenden Ausführungen ist zusammenfassend festzuhalten, 

dass die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin vollumfänglich zu 

bejahen ist. Auf ihre Beschwerde ist somit einzutreten.  

7. Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf die Eröffnung einer Untersuchung, 

wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen Strafbefehl erlässt 

(Art. 309 Abs. 4 StPO). Die Nichtanhandnahme wird unter anderem verfügt, wenn 

aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen 

Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind 

(Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Nach dem Wortlaut von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO 

muss somit feststehen, dass "die fraglichen Straftatbestände (...) eindeutig nicht 

erfüllt sind". Es muss mit anderen Worten sicher sein, dass der Sachverhalt unter 

keinen Straftatbestand fällt, was etwa der Fall ist bei rein zivilrechtlichen 

Streitigkeiten. Eine Nichtanhandnahme darf nur in sachverhaltsmässig und 

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rechtlich klaren Fällen ergehen. Im Zweifelsfall ist folglich eine Untersuchung zu 

eröffnen (BGE 137 IV 285 Erw. 2.3; Urteil 1B_158/2012 vom 15.10.2012 

Erw. 2.1). 

8.1 Seitens der Beschwerdeführerin wird dem Beschwerdegegner 1 unter 

anderem vorgeworfen, er habe nicht im Auftrag und im Interesse von †D._____ 

gehandelt und hätte das Geld, mithin die Fr. 32'250.–, nicht aus dessen Wohnung 

nehmen dürfen. 

8.2 Des Diebstahls macht sich schuldig, wer jemandem eine fremde bewegliche 

Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen andern damit unrechtmässig 

zu bereichern (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Die Tathandlung der Wegnahme besteht im 

Bruch fremden und in der Begründung neuen Gewahrsams. Gewahrsam bedeutet 

tatsächliche Sachherrschaft mit dem Willen, sie auszuüben. Der Bruch fremden 

Gewahrsams besteht sodann in der Aufhebung der faktischen 

Herrschaftsmöglichkeit ohne oder gegen den Willen des bisherigen Inhabers 

(BGE 115 IV 104 Erw. 1.c.aa; Urteil 6B_115/2007 vom 24.9.2007 Erw. 5.3.2). 

Somit liegt keine Wegnahme i.S.v. Art. 139 Ziff. 1 StGB vor, wenn die Sache mit 

Einwilligung des Gewahrsamsinhabers behändigt wird, es sei denn, die von 

diesem festgesetzten Bedingungen würden vom Täter nicht erfüllt (Niggli/Riedo, 

in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK StGB II, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 139 N 53 f.; 

BGE 103 IV 83 Erw. 1c; BGE 104 IV 72 Erw. 1.b). 

 Gemäss Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 22. Januar 2005, verfasst vom 

Polizeibeamten Kpl E._____ (nachfolgend: E._____), hatte dieser †D._____ am 

6. Januar 2005 im Spital aufgesucht. Laut Rapport erklärte †D._____ bei dieser 

Gelegenheit E._____ in Gegenwart des Beschwerdegegners 1, es befänden sich 

ca. Fr. 30'000.– bis Fr. 35'000.– im Sekretär, und beauftragte gleichzeitig den 

Beschwerdegegner 1, den Sekretär im Beisein der Polizei zu öffnen, 

nachzusehen, was sich noch darin befinde, und das vorhandene Bargeld zur 

Aufbewahrung an sich zu nehmen. Gemäss Rapport fuhr sodann der 

Beschwerdegegner 1 am 7. Januar 2005 in Begleitung der beiden Polizeibeamten 

E._____ und F._____ in die Wohnung von †D._____, wo er das sich in einer 

offenen Geldkassette befindliche Geld – Fr. 32'250.– in Noten à Fr. 1'000.–, 

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Fr. 200.– und Fr. 100.– und Hartgeld Fr. 5.– – an sich nahm (Urk. 11/7 S. 4). Es 

besteht keine Veranlassung, an der Richtigkeit dieses Polizeirapports zu zweifeln. 

Ausserdem fehlen Anhaltspunkte dafür, es seien anlässlich der rapportierten 

Auftragserteilung im Spital neben dem verstorbenen †D._____, dem 

Beschwerdegegner 1 und dem Polizeibeamten E._____ weitere Personen 

anwesend gewesen, welche die Erteilung des betreffenden Auftrags widerlegen 

könnten. Ist jedoch von einer solchen Auftragserteilung auszugehen – etwas 

anderes lässt sich nicht nachweisen – handelte der Beschwerdegegner 1, als er 

das Geld am 7. Januar 2005 im Beisein von zwei Polizeibeamten an sich nahm, 

mit †D._____s Einwilligung. Eine Wegnahme i.S.v. Art. 139 Ziff. 1 StGB lag somit 

nicht vor, weshalb der objektive Tatbestand des Diebstahls nicht erfüllt ist.  

8.3 Sind die besonderen Voraussetzungen von Art. 138 - Art. 140 StGB nicht 

erfüllt, macht sich der unrechtmässigen Aneignung strafbar, wer sich eine fremde 

bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu 

bereichern (Art. 137 Ziff. 1 StGB). Wie ausgeführt, ist vorliegend davon 

auszugehen, †D._____ sei mit der Entnahme des Geldes aus seiner Wohnung 

durch den Beschwerdegegner 1 einverstanden gewesen, wobei es sich zum 

damaligen Zeitpunkt allein um sein, †D._____s, Geld handelte. Selbst wenn 

daher dieses Verhalten des Beschwerdegegners 1 den objektiven Tatbestand von 

Art. 137 StGB erfüllen würde, wäre es durch den Rechtfertigungsgrund der 

Einwilligung des Verletzten gedeckt, also nicht rechtswidrig, und damit nicht 

strafbar.  

8.4 Nach dem Gesagten besteht somit hinsichtlich der Entnahme der 

Fr. 32'250.– aus †D._____s Wohnung kein hinreichender Tatverdacht für ein 

strafrechtlich relevantes Verhalten des Beschwerdegegners 1, welcher die 

Einleitung eines Strafverfahrens rechtfertigen würde. Insoweit ist daher die 

Nichtanhandnahme der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft nicht zu 

beanstanden. Diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen. 

9.1 Dem Beschwerdegegner 1 wird indes auch vorgeworfen, das an sich 

genommene Geld im Umfang von Fr. 11'310.95 mit einer Honorarnote verrechnet 

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und den Rest – Fr. 20'939.05 – erst nach über einem Jahr und nach Intervention 

von B._____ bzw. der Vormundschaftsbehörde zurückbezahlt zu haben.  

9.2 Veruntreuung gemäss Art. 138 StGB begeht, wer etwas, worüber er mit 

Willen des Berechtigten die Herrschaft ausübt, pflichtwidrig im eigenen Nutzen 

verwendet (Trechsel/Crameri, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar StGB, 

2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 138 N 1). Während Abs. 1 von Art. 138 Ziff. 1 

StGB die Aneignung anvertrauter fremder Sachen betrifft, bezieht sich Abs. 2 auf 

Vermögenswerte. Vermögenswerte sind zum einen Forderungen oder Buchgeld 

und zum anderen Sachen, die für den Täter nicht fremd sind, bezüglich welcher 

aber ein obligatorischer Anspruch auf Übertragung des Eigentums auf den 

Treugeber besteht (Niggli/Riedo, a.a.O., Art. 138 N 28 f.). Bei Geld wird nach 

ständiger Rechtsprechung derjenige Eigentümer, der fremdes Geld mit eigenem 

vermischt (BGE 136 III 247 Erw. 5; BGE 116 IV 193 Erw. 4; Urteil 6B_415/2011 

vom 13.10.2011 Erw. 5.3). Art. 727 ZGB, wonach bei Vermischung beweglicher 

Sachen Miteigentum entsteht, ist auf die Vermengung von Geld nicht anwendbar 

(vgl. Urteil 6B_994/2010 vom 7.7.2011 Erw. 5.3.3.1; vgl. Urteil 6B_415/2011 vom 

13.10.2011 Erw. 5.3). Somit ist vermischtes Geld nicht mehr fremd. Ebenfalls 

nicht fremd ist sodann Bargeld, welches mit der ausdrücklichen oder 

stillschweigenden Vereinbarung hinterlegt wird, dass der Aufbewahrer nicht 

dieselben Stücke, sondern nur die gleiche Summe zurückzuerstatten habe 

(Niggli/Riedo, a.a.O., Vor Art. 137 N 46). Wird Bargeld unversiegelt und 

unverschlossen übergeben, wird eine solche Vereinbarung gesetzlich vermutet 

(Art. 481 Abs. 2 OR). Als anvertraut gilt nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung sodann, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in 

bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es 

zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen abzuliefern. Dabei genügt, dass 

der Täter ohne Mitwirkung des Treugebers über die Werte verfügen kann, ihm 

mithin Zugriff auf das fremde Vermögen eingeräumt worden ist (BGE 133 IV 21 

Erw. 6.2; Urteil 6B_308/2012 vom 4.2.2013 Erw. 2.2; Urteil 6B_199/2011 vom 

10.4.2012 Erw. 5.3.3). Die Übertragung des Vermögenswertes kann durch den 

Treugeber selber oder durch einen Dritten erfolgen oder auch dadurch, dass der 

Täter die Sache mit dem Einverständnis des Treugebers an sich genommen hat 

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(Stratenwerth/Wohlers, StGB Handkommentar, Bern 2007, Art. 138 N 2; BGE 92 

IV 89 S. 90; BGE 89 IV 185 Erw. 2). Anvertraut ist eine Sache indes nur, wenn 

den Täter eine besondere Werterhaltungspflicht trifft, er also verpflichtet ist, das 

Eigentum der fremden Sache zu wahren bzw. den Wert des empfangenen 

Vermögenswertes ständig zu erhalten. Eine solche Verpflichtung kann auf 

ausdrücklicher oder stillschweigender Abmachung beruhen (vgl. BGE 133 IV 21 

Erw. 6.2; Urteil 6B_308/2012 vom 4.2.2013 Erw. 2.2; BGE 124 IV 9 Erw. 1a; BGE 

120 IV 117 Erw. 2e).  

9.3 Wie vorstehend unter Ziffer 8.2 ausgeführt, ist aufgrund des Polizeirapports 

vom 22. Januar 2005 davon auszugehen, der Beschwerdegegner 1 habe das 

Geld – die Fr. 32'250.– – mit der Einwilligung von †D._____ an sich genommen; 

dies jedoch mit der Verpflichtung, es aufzubewahren. Ob der 

Beschwerdegegner 1 zudem verpflichtet war, das Geld getrennt von seinem 

eigenen aufzubewahren, lässt sich dem Rapport nicht entnehmen. Allenfalls 

könnte der Polizist E._____ hierzu Angaben machen. Falls jedoch über die Art der 

Aufbewahrung nicht gesprochen wurde, ist zu berücksichtigen, dass sich das 

Geld laut Rapport in einer offenen Geldkassette befand (vgl. Urk. 11/7 S. 4). In 

Anwendung von Art. 481 Abs. 2 OR wäre diesfalls zu vermuten, der 

Beschwerdegegner 1 hätte nicht genau dieses Geld, sondern nur die gleiche 

Geldsumme zurückzuerstatten gehabt. Dementsprechend wäre das Geld für den 

Beschwerdegegner 1 nicht mehr fremd gewesen. Da jedoch ein obligatorischer 

Anspruch auf Rückerstattung der gleichen Geldsumme bestünde – der 

Beschwerdegegner 1 sollte das Geld laut Rapport nur zur Aufbewahrung an sich 

nehmen, nicht um es für sich zu behalten –, handelte es sich um einen 

Vermögenswert i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Bestand indes die 

Verpflichtung zur getrennten Aufbewahrung, wäre von einer für den 

Beschwerdegegner 1 fremden Sache i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

auszugehen.  

 Unabhängig davon, ob von einer "fremden Sache" oder einem 

"Vermögenswert" auszugehen ist, impliziert diese Aufbewahrungspflicht jedoch, 

dass das Geld dem Beschwerdegegner 1 mit der Massgabe überlassen wurde, es 

- 13 - 

nicht für eigene Zwecke zu verwenden, sondern es in seinem, †D._____s, 

Interesse zu verwahren und zu seiner Verfügung zu halten. Indem der 

Beschwerdegegner 1 das Geld aus der Wohnung von †D._____ zu sich nahm, 

erlangte er in der Folge die Möglichkeit, allein und ohne Mitwirkung des Letzteren 

über das Geld zu verfügen. †D._____ hatte keinen Zugriff mehr darauf. Unter 

diesen Umständen indessen ist nicht auszuschliessen, das zuständige Gericht 

käme zur Auffassung, das Geld sei dem Beschwerdegegner 1 von †D._____ 

anvertraut worden im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB. Dies gilt unabhängig davon, 

ob der Beschwerdegegner 1 genau diese Geldnoten bzw. -münzen oder aber 

lediglich die gleiche Geldsumme zurückzuerstatten hatte.  

9.4 Bei anvertrauten fremden Sachen besteht die Tathandlung sodann darin, 

dass sich der Täter die Sache aneignet. Aneignung ist die Manifestation eines 

Aneignungswillens durch eine äusserlich erkennbare Handlung. Sie bedeutet, 

dass der Täter die fremde Sache oder den Sachwert wirtschaftlich seinem 

eigenen Vermögen einverleibt, um sie zu behalten, zu verbrauchen oder sie an 

einen anderen zu veräussern, bzw. dass er wie ein Eigentümer über die Sache 

verfügt, ohne diese Eigenschaft zu haben. Dabei will er die Sache zumindest 

vorübergehend für eigene Zwecke benutzen (Zueignung) und nimmt zumindest in 

Kauf, den wahren Berechtigten dauernd vom Zugriff auf die Sache 

auszuschliessen (Enteignung). Dieser Wille muss sich nach aussen manifestieren 

(BGE 129 IV 223 Erw. 6.2.1; Urteil 6B_827/2010 vom 24.1.2011 Erw. 5.5; 

Stratenwerth/Jenny/Bommer, Schweizerisches Strafrecht, BT I, 7. Aufl., Bern 

2010, S. 293-296). Die Aneignung von fremden Sachen kann namentlich auch in 

der Vermengung oder Vermischung liegen (vgl. Niggli/Riedo, a.a.O., Art. 137 

N 44). Bei der Veruntreuung von Vermögenswerten sodann liegt die Tathandlung 

in der unrechtmässigen Verwendung des Vermögenswertes zum Nutzen des 

Täters selbst oder eines Dritten. Sie besteht in einem Verhalten, durch welches 

der Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des 

Berechtigten zu vereiteln (BGE 133 IV 21 Erw. 6.1.1; BGE 121 IV 23 Erw. 1c; 

Urteil 6B_508/2010 vom 13.9.2010 Erw. 2.2). Dies ist v.a. dann der Fall, wenn der 

Treuhänder das Empfangene zu seinen eigenen Gunsten oder im Interesse eines 

Dritten verbraucht, veräussert etc., ohne gleichzeitig dem Treugeber aus anderen 

- 14 - 

Mitteln jederzeit entsprechende Werte zur Verfügung zu halten (Niggli/Riedo, 

a.a.O., Art. 138 N 107). Ist er jedoch dazu in der Lage, genügt es zur Erfüllung 

des Tatbestandes nicht, wenn er bloss einer Zahlungspflicht nicht nachkommt 

(Stratenwerth/Jenny/Bommer, a.a.O., S. 316). Ist der Täter verpflichtet, das 

anvertraute Gut jederzeit zur Verfügung zu halten, tatsächlich jedoch erst zu 

einem späteren Zeitpunkt fähig und gewillt, dieses zu ersetzen, beabsichtigt er 

eine vor- 

übergehende Bereicherung, was für die Erfüllung des Tatbestandes der 

Veruntreuung genügt (vgl. BGE 118 IV 27 Erw. 3a). Hat indes der Täter das 

Anvertraute erst nach Ablauf einer bestimmten Frist bzw. zu einem bestimmten 

Zeitpunkt zurückzugeben, müssen Ersatzfähigkeit und Ersatzwillen erst in diesem 

Zeitpunkt und nicht auch schon in der Zwischenzeit vorliegen (BGE 118 IV 27 

Erw. 3a; Urteil 6P.46/2004 vom 11.8.2004 Erw. 4.2; Niggli/Riedo, a.a.O., Art. 138 

N 119). 

 Vorliegend lässt sich den Akten nicht entnehmen, ob der 

Beschwerdegegner 1 das Geld †D._____ bzw. seinem Nachlass jederzeit zur 

Verfügung halten oder aber erst zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückerstatten 

musste. Ebenso unklar ist, was der Beschwerdegegner 1 mit dem Geld aus 

†D._____s Wohnung gemacht hat und ob er jederzeit in der Lage war, das Geld 

bzw. einen entsprechenden Betrag an den Nachlass zurückzubezahlen. War ihm 

eine jederzeitige Rückzahlung nicht möglich, kann eine Aneignung bzw. 

unrechtmässige Verwendung des Geldes zu seinem oder eines anderen Nutzen 

i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 StGB nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Daran 

vermag auch nichts zu ändern, dass der Beschwerdegegner 1 am 16. August 

2006 einen Betrag von Fr. 20'939.05 an die Vormundschaftsbehörde einbezahlt 

hat mit dem Vermerk "A._____" (Urk. 11/6/3) und es sich gemäss den Vorbringen 

der Beschwerdeführerin hierbei um einen Teil des Geldes aus †D._____s 

Wohnung handelte (vgl. Urk. 11/5 S. 4). So liegt zwischen der Entnahme des 

Geldes aus †D._____s Wohnung und dieser Einzahlung ein Zeitraum von über 

eineinhalb Jahren. Hatte der Beschwerdegegner 1 das Geld indes jederzeit dem 

Nachlass zur Verfügung zu halten – was vorliegend ungeklärt ist – lässt sich für 

diesen Zeitraum eine Veruntreuung i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 StGB nicht ohne 

- 15 - 

Weiteres ausschliessen, wenn er in diesem Zeitraum nicht in der Lage war, das 

Geld zurückzubezahlen. Ferner wird dem Beschwerdegegner 1 vorgeworfen, den 

Anspruch der Beschwerdeführerin im Umfang von rund Fr. 11'310.– mit einer 

eigenen Honorarforderung verrechnet zu haben. Ob der Beschwerdegegner 1 

tatsächlich eine solche explizite oder implizite Verrechnungserklärung abgab, 

lässt sich den Akten nicht entnehmen. Weder wurde der Beschwerdegegner 1 

hierzu befragt noch äusserte er sich hierzu in seiner Stellungnahme vom 5. Mai 

2013. Hat sich indes der Beschwerdegegner 1 tatsächlich auf Verrechnung 

berufen, hat er damit zu verstehen gegeben, den Anspruch der 

Beschwerdeführerin nicht anerkennen und dieser den Zugriff auf dieses Geld 

dauerhaft verwehren zu wollen. Dementsprechend lässt sich nicht ausschliessen, 

das zuständige Gericht sähe in dieser Verrechnungserklärung eine Tathandlung 

i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 StGB.  

9.5 Der Tatbestand der Veruntreuung setzt in subjektiver Hinsicht neben 

Vorsatz die Absicht unrechtmässiger Bereicherung voraus. Unter Bereicherung 

versteht man irgendeine wirtschaftliche Besserstellung des Täters. Mit der 

Aneignung ist i.d.R. auch eine Bereicherung verbunden. An der Absicht 

unrechtmässiger Bereicherung kann es jedoch fehlen, wenn der Täter sog. 

Ersatzbereitschaft aufweist, d.h. Ersatzwillen und Ersatzfähigkeit. Eine solche 

Ersatzbereitschaft kann insbesondere dann vorliegen, wenn sich der Täter für 

eine fällige Forderung Befriedigung verschafft oder wenn er sich auf Verrechnung 

berufen will und davon überzeugt ist, dass seine eigene Forderung verrechnet 

werden darf. Da es sich um ein subjektives Tatbestandsmerkmal handelt, kommt 

es dabei nicht auf das objektive Bestehen der Forderung an. Nicht massgebend 

ist daher, ob und wann der Täter eine allfällige Verrechnungserklärung 

abgegeben hat und ob eine solche Erklärung objektiv zulässig war oder nicht. 

Entscheidend ist allein seine Absicht im Moment der Aneignung, d.h. ob die 

eigene Forderung in der Vorstellung des Täters bestand (BGE 105 IV 29 Erw. 3a; 

Urteil 6B_128/2008 vom 19.6.2008 Erw. 3.3.2; Urteil 6S.96/2003 vom 4.8.2003 

Erw. 1.5; Urteil 6B_596/2009 vom 27.5.2010 Erw. 4.4.3; Niggli/Riedo, a.a.O., 

Art. 138 N 116, N 133).  

- 16 - 

 Dem Beschwerdegegner 1 wird insbesondere vorgeworfen, das Geld aus 

†D._____s Wohnung im Umfang von Fr. 11'310.95 mit einer Honorarnote 

verrechnet zu haben (vgl. Urk. 11/1 S. 3; vgl. Urk. 11/4 S. 2). Die 

Staatsanwaltschaft hat in diese Zusammenhang in ihren Erwägungen 

festgehalten, die Verrechnung einer Honorarforderung zu Lasten von †D._____, 

die zu dessen Lebzeiten entstanden sei, sei legitim. Zudem habe der 

Beschwerdegegner 1 offensichtlich nicht in der Absicht unrechtmässiger 

Bereicherung gehandelt. Von der Anzeigeerstatterin werde nicht geltend gemacht, 

dass der Beschwerdegegner 1 sein Honorar nicht habe einfordern dürfen, 

weshalb davon auszugehen sei, ihm habe dieses Honorar noch zugestanden 

(Urk. 6 S. 3 f.). Damit ging die Staatsanwaltschaft vom tatsächlichen Bestand der 

Honorarforderung des Beschwerdegegners 1 aus und schloss daraus, dieser 

habe nicht in der Absicht unrechtmässiger Bereicherung gehandelt. In ihrer 

Beschwerde indes bestreitet die Beschwerdeführerin das Bestehen einer solchen 

Honorarforderung (vgl. Urk. 2) und damit letztlich auch die Grundlage, aufgrund 

welcher die Staatsanwaltschaft auf die fehlende Absicht unrechtmässiger 

Bereicherung schloss.  

 Im Polizeirapport wird hinsichtlich dieser fraglichen Honorarforderung 

lediglich festgehalten, es habe sich um eine Honorarnote für ein 

Ehrverletzungsverfahren innerhalb der Familie gehandelt bzw. gemäss Angaben 

von B._____ um ein Ehrverletzungsverfahren G._____ (eine Bekannte von 

†D._____) gegen B._____ (vgl. Urk. 11/1 S. 2 f.). Unterlagen hierzu finden sich in 

den Akten jedoch keine und auch die Vertreterin der Beschwerdeführerin gab in 

ihrer Einvernahme an, keine entsprechende Abrechnung zu haben (vgl. Urk. 11/5 

S. 4 f.). Der Beschwerdegegner 1 wurde nicht befragt und er äusserte sich auch 

in seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2013 nicht zu der angeblich verrechneten 

Honorarforderung von rund Fr. 11'310.–. Er erwähnte einzig eine Forderung von 

Fr. 3'964.80 gegen B._____ (vgl. Urk. 8 S. 2 oben). Unter diesen Umständen 

jedoch kann nicht ohne Weiteres vom Bestand einer Honorarforderung des 

Beschwerdegegners 1 gegen †D._____ in der Höhe von 11'310.95 ausgegangen 

werden. Dies umso weniger, als seitens der Beschwerdeführerin nicht nur der 

Bestand einer solchen Honorarforderung bestritten wird, sondern auch, dass 

- 17 - 

zwischen dem Beschwerdegegner 1 und †D._____ überhaupt ein 

Mandatsverhältnis bestanden habe. Somit lässt sich im heutigen Zeitpunkt weder 

beurteilen, ob der Beschwerdegegner 1 von einer verrechenbaren 

Honorarforderung ausgehen durfte, noch sind anderweitige Umstände erkennbar, 

welche den Beschwerdegegner 1 veranlasst haben könnten, davon auszugehen, 

er sei berechtigt, die rund Fr. 11'310.– aus †D._____s Wohnung für sich zu 

behalten. Dementsprechend kann beim derzeitigen Aktenstand nicht ohne 

Weiteres vom Fehlen einer Absicht unrechtmässiger Bereicherung ausgegangen 

werden. 

10. Nach dem Gesagten lässt sich zusammenfassend festhalten, dass der 

vorliegende Sachverhalt einige Unklarheiten aufweist und sich aufgrund der 

heutigen Aktenlage für die Zeit nach der Entnahme des Geldes aus †D._____s 

Wohnung am 7. Januar 2005 ein strafrechtlich relevantes Verhalten des 

Beschwerdegegners 1 nicht ohne Weiteres ausschliessen lässt. Dabei enthalten 

die Untersuchungsakten im Wesentlichen erst eine polizeiliche Aussage von 

B._____ und den Polizeirapport der Stadtpolizei Zürich vom 22. Januar 2005. Der 

Beschwerdegegner 1 wurde noch nicht befragt. Damit kann jedoch zum jetzigen 

Zeitpunkt nicht von einem sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fall 

ausgegangen werden. Ein anderer als der in der angefochtenen Verfügung 

genannte Grund, der klarerweise dazu führen würde, dass die Nichtanhandnahme 

der Untersuchung auch mit Bezug auf die Zeit nach dem 7. Januar 2005 im 

Ergebnis richtig ist, liegt nicht vor. Daher ist diesbezüglich die Beschwerde 

gutzuheissen, die angefochtene Verfügung insoweit aufzuheben und die Sache 

an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. 

III. 

 Soweit die Beschwerde abgewiesen wird, tragen die Parteien die Kosten 

des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). Dementsprechend sind vorliegend die Kosten zur Hälfte 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Diese hat jedoch dem 

Beschwerdegegner 1 für das Beschwerdeverfahren mangels wesentlicher 

- 18 - 

Umtriebe – der anwaltlich nicht vertretene Beschwerdegegner 1 reichte lediglich 

eine Stellungnahme à drei Seiten ein (vgl. Urk. 8) – keine Entschädigung zu 

bezahlen.  

 Im Übrigen hat die Reglung der Kosten- und Entschädigungsfolgen im End- 

entscheid zu erfolgen (Art. 421 Abs. 1 StPO). 

 Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist – auch zuhanden der 

das Strafverfahren abschliessenden Strafbehörde – in Beachtung der 

Bemessungskriterien von § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV OG (Bedeutung des Falls, 

Zeitaufwand des Gerichts, Schwierigkeit des Falls) und gestützt auf § 17 Abs. 1 

GebV OG auf Fr. 1'000.– festzusetzen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die 

Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 28. 

März 2013, E-1/2012/4828, im Sinne der Erwägungen aufgehoben und die 

Untersuchung an die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zurückgewiesen. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– 

festgesetzt und zur Hälfte der Beschwerdeführerin auferlegt. 

3. Dem Beschwerdegegner 1 wird für das Beschwerdeverfahren keine 

Entschädigung zugesprochen.  

4. Die Regelung der weiteren Kostenauflage und allfälliger Entschädigungen 

wird dem Endentscheid vorbehalten. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

− die Vertreterin der Beschwerdeführerin (zweifach, für sich und für die 
Beschwerdeführerin; per Gerichtsurkunde) 

− den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) 

- 19 - 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad E-1/2012/4828 (unter gleichzeitiger 
Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 11]; gegen 
Empfangsbestätigung) 

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, 
beim Bundesgericht (1000 Lausanne 14) Beschwerde in Strafsachen 
erhoben werden.  

Soweit die Abweisung der kantonalen Beschwerde angefochten wird, ist die 

Beschwerde an die Strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichtes zu 

richten. Wird die Gutheissung angefochten, ist die Beschwerde lediglich 

unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des 

Bundesgerichtsgesetzes gegeben und an die Erste öffentlich-rechtliche 

Abteilung des Bundesgerichtes zu richten.  

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
Zürich, 19. August 2013 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Borer 
 

	Beschluss vom 19. August 2013
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 28. März 2013, E-1/2012/4828, im Sinne der Erwägungen aufgehoben und die Untersuchung an die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zurückgew...
	Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt und zur Hälfte der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Dem Beschwerdegegner 1 wird für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zugesprochen.
	4. Die Regelung der weiteren Kostenauflage und allfälliger Entschädigungen wird dem Endentscheid vorbehalten.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 die Vertreterin der Beschwerdeführerin (zweifach, für sich und für die Beschwerdeführerin; per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad E-1/2012/4828 (unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 11]; gegen Empfangsbestätigung)

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, beim Bundesgericht (1000 Lausanne 14) Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.  Soweit die Abweisung der kantonalen Beschwerde angefochten wird, ist die Beschwer...