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**Case Identifier:** c29638c2-0974-5a7d-8080-e07e63f63dc9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.03.2024 IV 2022/158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2022-158_2024-03-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/158

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.04.2024

Entscheiddatum: 14.03.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2024
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines 
Administrativgutachtens. Aggravation bzw. Simulation (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. März 2024, IV 
2022/158).

Entscheid vom 14. März 2024

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Corinne 

Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2022/158

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im März 2015 unter Hinweis auf einen im April 2014 erlittenen 

Arbeitsunfall zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er 

gab an, er habe in seinem Herkunftsland das Gymnasium abgeschlossen. In den 

letzten Jahren habe er als „Mitarbeiter“ in einem Vollpensum gearbeitet. Der 

Monatslohn betrage 4’800 Franken. Der Versicherte machte keine Angaben zu einer 

allfälligen Berufsausbildung. Der Unfallmeldung an die obligatorische 

Unfallversicherung vom 9. April 2014 liess sich entnehmen (Fremdakten), dass der 

Versicherte am Nachmittag des 2. April 2014 nach dem Reinigen einer 

Radialbohrmaschine vom Tisch auf den Boden gesprungen war. Dabei war er nicht 

gestürzt, sondern auf den Füssen gelandet. Er hatte anschliessend ganz normal weiter 

gearbeitet. Nach der Arbeit war er nach Hause gefahren, wo er das Nachtessen 

eingenommen und sich dann hingelegt hatte. Beim Aufstehen hatte er über starke 

Rückenschmerzen geklagt, weshalb seine Ehefrau ihn ins Spital gebracht hatte. Der 

Versicherte befand sich vom 28. Mai 2014 bis zum 26. Juni 2014 für eine stationäre 

Behandlung in der Rehaklinik Bellikon. Die Ärzte hielten im Austrittsbericht vom 26. 

Juni 2014 fest (Fremdakten), das Ausmass der demonstrierten Einschränkungen lasse 

sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden nicht erklären. Die 

angegebenen Sensibilitätsstörungen in beiden Beinen liessen sich keinem Dermatom 

zuordnen. Die noch immer angegebenen erheblichen Restbeschwerden seien aufgrund 

des Unfallmechanismus nicht erklärbar. Im Rahmen der stationären Behandlung sei 

eine erhebliche Symptomausweitung festgestellt worden. Man müsse davon ausgehen, 

dass die geplante Wiedereingliederung am Arbeitsplatz scheitern werde. Bei einer 

anhaltenden Beschwerdepersistenz könnten keine weiteren therapeutischen 

Massnahmen mehr empfohlen werden. Die Arbeitgeberin des Versicherten berichtete 

A.a. 

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im März 2015 (IV-act. 14), der Versicherte habe als Hilfskraft für sie gearbeitet. Am 2. 

April 2014 habe er einen Betriebsunfall erlitten, für den es allerdings keine Zeugen 

gebe. Mittlerweile sei das Arbeitsverhältnis gekündigt worden, „weil sämtliche 

Bemühungen der Suva, Reha-Klinik Bellikon, des Suva-Kreisarztes, zweier Hausärzte 

und wir als Firma keinen Erfolg hatten, den Herren A.___ wieder in den Arbeitsprozess 

zu integrieren! Herr A.___ hat sich schon gar nicht um eine Integration bemüht und hat 

deswegen dauernd den Arzt gewechselt, bis er wieder einen gefunden hat, der ihn zu 

100% arbeitsunfähig geschrieben hat“ (IV-act. 14–2). In einem Begleitschreiben hielt 

die Arbeitgeberin unter anderem fest (IV-act. 14–9 ff.), sowohl die Mitarbeiter als auch 

die Vorgesetzten hätten während des Eingliederungsversuchs festgestellt, dass der 

Versicherte seinen Rücken frei habe biegen können. Während der Arbeit habe er 

regelmässig „vergessen“ zu hinken, während er beim Verlassen des Betriebs jeweils 

demonstrativ ein Bein nachgezogen habe.

Mit einer Mitteilung vom 23. September 2015 gewährte die IV-Stelle dem 

Versicherten eine Frühinterventionsmassnahme in der Form eines dreimonatigen 

Einsatzprogramms (IV-act. 36). Diese Massnahme wurde nach zehn Tagen 

abgebrochen. Der Einsatzbetrieb hielt in seinem Schlussbericht fest (IV-act. 39), der 

Versicherte habe das Anfangspensum von 50 Prozent nicht halten können. Das 

Pensum habe auf 37,5 Prozent reduziert werden müssen. Da es dem Versicherten nicht 

gelungen sei, das Pensum wie vereinbart wieder (auf 43,75 Prozent) zu steigern, sei die 

Massnahme abgebrochen worden. Die Qualität der vom Versicherten ausgeführten 

Arbeiten sei gut gewesen, aber die Ausdauer und die Belastbarkeit seien erheblich 

reduziert gewesen. Im Januar 2016 hielt Dr. med. B.___ vom IV-internen regionalen 

ärztlichen Dienst (RAD) nach einer Würdigung der medizinischen Akten fest (IV-act. 50), 

die in den Akten beschriebenen objektiven klinischen Befunde seien dürftig. 

Abgesehen von leichten degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule ohne 

Wurzelaffektionen sei auch der bildgebende Befund altersentsprechend. Dem 

Versicherten könne eine rückenadaptierte Tätigkeit mit zunehmender körperlicher 

Rekonditionierung schrittweise steigerbar und letztlich in einem Vollpensum zugemutet 

werden. Eine Begutachtung sei nicht angezeigt. Mit einer Mitteilung vom 25. Januar 

2016 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen mit 

A.b. 

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der Begründung ab, solche Massnahmen seien nicht angezeigt, da sich der Versicherte 

subjektiv vollständig arbeitsunfähig fühle (IV-act. 55).

Mit einem Vorbescheid vom 9. Februar 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 61). Am 11. Februar 2016 berichtete der 

behandelnde Neurochirurg Dr. med. C.___ (IV-act. 62), der Versicherte leide an einem 

Status nach einem Sturz aus 1,5 Metern Höhe sowie an einem akuten 

lumbovertebrogenen und lumboradiculären Schmerzsyndrom. Zudem bestehe der 

Verdacht auf eine schmerzbedingte Depression. Beim Gehen zeigten sich eine extreme 

Schiefhaltung des Oberkörpers nach rechts sowie ein linksseitiges Hinken. Die 

Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sei schmerzbedingt erheblich eingeschränkt. Die 

Prognose sei ungünstig. Bei einer sich über drei Etagen erstreckenden Discushernie sei 

von einem operativen Eingriff keine Schmerzfreiheit zu erwarten. Der Versicherte sei 

vollständig arbeitsunfähig. Am 22. Februar 2016 und am 31. März 2016 liess der 

Versicherte gegen den Vorbescheid vom 9. Februar 2016 einwenden, der Sachverhalt 

sei ungenügend abgeklärt (IV-act. 66 und 70). Am 2. September 2016 liess er darauf 

hinweisen, dass er sich seit Mai 2016 in einer psychiatrischen Behandlung befinde (IV-

act. 78). Am 21. September 2016 berichtete der Psychiater med. pract. D.___ vom 

medizinischen Zentrum E.___, der Versicherte leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen depressiven Episode, 

weshalb er vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 82–6 f.).

A.c. 

Am 15. Februar 2017 berichtete das medizinische Zentrum E.___ über eine 

interdisziplinäre Schmerzbehandlung (IV-act. 90). Die behandelnden Ärzte hielten fest, 

der Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer 

gegenwärtig mittelgradigen depressiven Episode, an einem chronischen thoraco- und 

lumbovertebralen Syndrom, an einem persistierenden Schwindel seit dem im April 

2014 erlittenen Unfall, an einer Adipositas sowie an einem Reflux. Aus psychiatrischer, 

wirbelsäulenchirurgischer und neurologischer Sicht sei der Versicherte vollständig 

arbeitsunfähig. Die Schilderungen des Versicherten seien überzeugend, eine 

Aggravation oder Simulation liege nicht vor. Im Juni 2017 notierte eine 

Sachbearbeiterin der IV-Stelle, die geltend gemachten massiven Einschränkungen 

überstiegen die zu erwartenden Folgen des Bagatellereignisses deutlich, weshalb der 

A.d. 

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Verdacht auf einen Versicherungsmissbrauch bestehe (IV-act. 92). Am 9. Juni 2017 

beauftragte die IV-Stelle die F.___ AG mit einer Observation des Versicherten (IV-act. 

93). Am 18. Juli 2017 berichtete die F.___ AG (IV-act. 97), sie habe den Versicherten an 

insgesamt sieben Tagen observiert. Nur an drei von diesen sieben Tagen habe der 

Versicherte seine Wohnung verlassen. An allen drei Tagen sei er als Lenker eines 

Motorfahrzeugs unterwegs gewesen. Bei einem Arztbesuch habe er einen Gehstock 

benützt. Zurück an seinem Wohnort habe er keinen Gehstock mehr verwendet. 

Teilweise habe der Versicherte ein unauffälliges Gangbild, eine normale 

Schulterstellung und fliessende Kopfdrehungen gezeigt. Beim Aufsuchen eines 

Psychiatrie-Zentrums habe er sich langsamen Schrittes und mit einem 

Schulterhochstand links bewegt. Nach der Rückkehr an seinen Wohnort sei der 

Schulterhochstand kaum mehr sichtbar gewesen. Am 10. Juli 2017 berichtete der 

Psychiater Dr. med. G.___ vom medizinischen Zentrum E.___ über eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten (IV-act. 98). Im 

September 2017 notierte die RAD-Ärztin Dr. med. H.___ (IV-act. 102), die 

Observationsvideos zeigten eine auffallend stark situationsabhängig variierende 

Ausprägung der geltend gemachten Gesundheitsbeeinträchtigungen, namentlich des 

Gangbildes und der Körperhaltung. In der Nähe von medizinischen Institutionen seien 

die Symptome stark ausgeprägt, am Wohnort jedoch kaum oder gar nicht mehr zu 

beobachten gewesen. Dieses Verhalten deute auf eine bewusstseinsnahe Aggravation 

hin. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei eine bidisziplinäre Begutachtung 

indiziert.

Am 14. November 2017 fand ein Standortgespräch zwischen dem Versicherten 

und dem Leiter der Abteilung Betrug und Versicherungsmissbrauch der IV-Stelle statt 

(IV-act. 106). Der Versicherte machte unter anderem geltend, dass er seinen 

Oberkörper zwar grundsätzlich gerade halten könne, dann aber jeweils stärkste 

Schmerzen verspüre. Deshalb halte er den Oberkörper ständig schief. Er leide auch 

permanent an einem Schwindel. Das Gefühl sei eher schwankend als drehend. Er 

benötige praktisch ständig einen Gehstock und er sei schon bei den alltäglichen 

Lebensverrichtungen auf eine erhebliche Unterstützung durch seine Ehefrau 

angewiesen. Die RAD-Ärztin Dr. H.___ notierte am 15. November 2017 (IV-act. 111), sie 

habe den Versicherten während des Standortgesprächs beobachtet und anschliessend 

A.e. 

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klinisch untersucht. Während des Standortgesprächs sei es dem Versicherten 

problemlos gelungen, den Kopf, teilweise sogar rasch, ohne wesentliche 

Einschränkungen oder Schmerzäusserungen in beide Richtungen zu drehen. Obwohl 

der Versicherte praktisch durchgehend eine ausgeprägte Schräghaltung des 

Oberkörpers präsentiert habe, sei er einmal für wenige Minuten in einer annähernd 

geraden Haltung neben seinem Stuhl gestanden. Wiederholt habe der Versicherte das 

rechte Auge, gelegentlich auch beide Augen, zugekniffen, was sich medizinisch nicht 

interpretieren lasse. Während des gesamten, mehr als drei Stunden dauernden 

Gesprächs habe der Versicherte durchgehend einen aufmerksamen und konzentrierten 

Eindruck gemacht. Die Konzentration habe im Verlauf nicht erkennbar abgenommen. 

Bei verschiedenen Themen, die mit einem besonderen emotionalen Engagement 

einhergegangen seien, sei der Versicherte jeweils sehr alert gewesen. Die Mimik sei 

lebhaft, die Gestik ausdrucksvoll gewesen. Häufig habe der Versicherte dann beide 

Hände, teilweise auch beide Arme und zum Teil sogar den ganzen Schultergürtel 

spontan frei bewegt. Schmerzäusserungen seien dabei jeweils nicht zu beobachten 

gewesen. Teilweise habe der Versicherte ein parathymes Lächeln gezeigt. Aufgefallen 

sei, dass der Versicherte die genauen Dosierungen seiner Medikamente und präzise 

Zeitangaben hinsichtlich seines Tagesablaufs habe angeben können. Auf gewisse 

Fragen habe er vage und teilweise auch erst auf eine Nachfrage hin geantwortet, wobei 

er teilweise den Eindruck eines bewussten Vorbeiantwortens hinterlassen habe. Bei der 

orientierenden klinischen Untersuchung zu den geklagten Beschwerden seien vor allem 

die häufigen (auch mimischen) Schmerzäusserungen sowie die ausgeprägte 

Schiefhaltung des Oberkörpers aufgefallen. Die passive Beweglichkeit habe wegen 

eines aktiven und deutlichen Gegenspannens des Versicherten bei sämtlichen 

Manövern nicht zuverlässig geprüft werden können. Beim Finger-Nase-Versuch habe 

der Versicherte beidseitig je dreimal daneben gegriffen, wobei er stets dieselbe Stelle 

auf der Wange getroffen und keine Anzeichen einer Ataxie oder Dysmetrie gezeigt 

habe. Die genau median begrenzte isolierte Verminderung der Berührungsempfindung 

im Thoraxbereich sei neurologisch-organisch und im Rahmen der geklagten 

Beschwerden nicht erklärbar. Diese Auffälligkeiten wiesen auf eine 

Symptomausweitung hin. Am 10. Januar 2018 erstattete die IV-Stelle eine Strafanzeige 

gegen den Versicherten wegen Betruges sowie unrechtmässigen Bezuges von 

Leistungen einer Sozialversicherung (IV-act. 116). Am 24. Mai 2018 sistierte sie das 

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Verwaltungsverfahren bis zum Eintreffen neuer Erkenntnisse aus dem Strafverfahren 

(IV-act. 125).

Im Zusammenhang mit einem im Februar 2018 verursachten Verkehrsunfall hatte 

der Versicherte angegeben, er könne sich nicht mehr an den Unfall erinnern. Ihm werde 

täglich schwindlig und zum Teil sogar schwarz vor Augen. Er sei wegen diverser 

Medikamente müde. Das Strassenverkehrsamt hatte deshalb eine 

verkehrsmedizinische Begutachtung angeordnet. Das Gutachten wurde vom Institut für 

Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen am 19. September 2018 erstattet (IV-act. 

130). Die psychiatrische Sachverständige hielt fest, bei der Untersuchung sei eine 

Schiefhaltung der gesamten Wirbelsäule mit einem Schulterhochstand links 

aufgefallen. Das Gangbild sei verlangsamt gewesen. Der Versicherte habe einen Stock 

benutzt. Die Kopfbeweglichkeit sei nach beiden Richtungen stark eingeschränkt 

gewesen. Beim Finger-Nase-Versuch habe der Versicherte die Nasenspitze mehrfach 

verfehlt. Das Bewusstsein sei klar gewesen. Der Versicherte sei vollständig orientiert 

gewesen. Anhaltspunkte für grobe kognitive Einschränkungen hätten nicht festgestellt 

werden können. Die Grundstimmung sei ausgeglichen gewesen. Hinweise auf formale 

oder inhaltliche Denkstörungen hätten nicht bestanden. Der Antrieb und die 

Psychomotorik seien unauffällig, das Verhalten insgesamt situationsadäquat, freundlich 

und kooperativ gewesen. Gemäss den Akten bestehe am rechten Auge eine schwere 

Fehlsichtigkeit mit einem Auswärtsschielen. Im Juni 2018 sei offenbar neu ein Diabetes 

mellitus Typ II festgestellt worden. Gemäss den Auskünften der behandelnden Ärzte sei 

der Gesundheitszustand des Versicherten weder psychisch noch körperlich stabil. Der 

Hausarzt habe über eine Bewusstseinsstörung berichtet. Damit sei die Fahreignung 

derzeit klar nicht gegeben.

A.f. 

Am 10. Mai 2019 gewährte die Staatsanwaltschaft der IV-Stelle Einsicht in die 

Akten des Strafverfahrens (IV-act. 146). Diesen liess sich unter anderem entnehmen, 

dass der verantwortliche Polizeibeamte bei der Hausdurchsuchung im Mai 2018 

verschiedene Diskrepanzen festgestellt hatte (vgl. IV-act. 165). Ihm war aufgefallen, 

dass der Versicherte einen Teil seiner Medikamente in einem Abstellraum auf einer 

Ablage über Kopfhöhe aufbewahrt hielt, diese aber problemlos mit gestrecktem 

rechten Arm von dort herunter holen konnte, dass sich auch das Portemonnaie an 

einem Aufbewahrungsort auf Kopfhöhe befand, dass auch dieses vom Versicherten 

A.g. 

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problemlos überreicht werden konnte, dass sich die Herrenunterwäsche in der 

untersten Schublade befand, obwohl der Versicherte angegeben hatte, er könne sich 

nicht bücken, dass der Versicherte ohne seine Ehefrau zusammen mit seinen drei 

Kindern, von denen eines an einer spastischen Lähmung litt, eine Flugreise in sein 

Herkunftsland gemacht hatte und dass der Versicherte beim Öffnen der Tür die 

Schultern gerade gehalten und erst im Verlauf der Untersuchung einen 

Schulterschiefstand präsentiert hatte.

Im Dezember 2018 hatte das Psychiatrie-Zentrum I.___ die ergotherapeutische 

Behandlung des Versicherten nach knapp zwei Jahren abgebrochen (IV-act. 183). Die 

behandelnde Psychiaterin hatte als Begründung angeführt, der Versicherte habe sich 

vor allem mit Malen beschäftigt. Dabei habe er schnell und oberflächlich gearbeitet. Er 

habe sich auf das Anmalen von Materialien oder Objekten beschränkt. Konkrete 

Behandlungsanliegen hätten nicht erarbeitet werden können. Der Versicherte habe auf 

einem sehr hohen Materialbedarf bestanden. Diskussionen darüber seien nicht möglich 

gewesen. Wenn dem Versicherten der Zugang zu teuren Materialien beschränkt 

worden sei, habe er sich regelmässig verärgert gezeigt. In solchen Situationen habe er 

anderen Patienten Materialen entwendet. In den anschliessenden Diskussionen habe er 

jeweils eine deutlich stärkere Einschränkung seiner Deutschkenntnisse als sonst 

präsentiert. Regelmässig habe der Versicherte die Ergotherapie verfrüht verlassen oder 

sich verärgert den Gesprächen entzogen. In zwei Standortgesprächen sei versucht 

worden, mit dem Versicherten die fehlende Indikation, seine fehlenden 

Behandlungsanliegen und sein verärgertes Auftreten zu thematisieren. Die Situation 

habe sich aber nicht verbessert. Aufgrund der fehlenden Behandlungsmotivation, dem 

fehlenden Behandlungsanliegen und der fehlenden Compliance sei die 

Zusammenarbeit schliesslich beendet worden.

A.h. 

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft erstattete die ZVMB GmbH am 22. 

November 2021 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 260). Die neuropsychologische 

Sachverständige hielt fest, bereits im Verlauf der Untersuchung habe sich gezeigt, dass 

die Leistungen des Versicherten invalid gewesen seien, weshalb mehrere Testverfahren 

nicht durchgeführt worden seien, weil deren Ergebnisse an der Gesamteinschätzung 

nichts mehr geändert hätten. Der Versicherte habe im Vorgespräch einzelne Ereignisse 

detailliert schildern können und es sei ihm gelungen, innerhalb der Untersuchung 

A.i. 

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Bezug auf gegebene Informationen zu nehmen. Die Aufmerksamkeit sei zu Beginn 

stabil gewesen, dann habe der Versicherte aber trotz gegenteiliger Aufforderung zum 

Fenster hinausgeschaut. Innerhalb der etwas mehr als zweieinhalb Stunden dauernden 

Untersuchung hätten weder zunehmende Ermüdungszeichen noch ein Leistungsabfall 

beobachtet werden können. Das Arbeitstempo sei bereits bei einfachen Aufgaben 

erheblich verlangsamt gewesen. Im Gespräch habe dagegen keine Verlangsamung 

festgestellt werden können. Der Versicherte habe mehrere Aufgaben abgebrochen. 

Gegen Ende der Untersuchung habe er gereizt gewirkt. Er habe mehrfach nachgefragt, 

wie lange es noch dauere. Er sei mehrfach aufgestanden. Für den Gang zur Toilette 

habe er den Gehstock nicht benutzt. Zweimal habe er sich für jeweils maximal zehn 

Minuten hingelegt. Dabei habe er sich tief schlafend gestellt. Die Kommunikation sei 

grösstenteils unauffällig gewesen. Wenige Male habe der Versicherte aber eine 

erheblich verlängerte Antwortlatenz gezeigt. Obwohl er die Aufgabenstellung jeweils 

verstanden habe und in der Lage gewesen sei, seine Aufgabe zu erklären, habe er 

doch etwas anderes gemacht. In den Tests habe der Versicherte ausschliesslich 

schwer defizitäre Leistungen gezeigt. Allerdings hätten die Ergebnisse mit Sicherheit 

nicht der tatsächlichen Leistungsfähigkeit entsprochen. Überwiegend wahrscheinlich 

habe der Versicherte simuliert oder zumindest bewusst aggraviert.

Der psychiatrische Sachverständige führte aus, zu Beginn der Untersuchung habe 

der Versicherte etwas zurückhaltend und leicht misstrauisch gewirkt. Während der 

Befragung zum Unfallgeschehen sei er unruhig, ungeduldig und zum Teil auch leicht 

gereizt gewesen. Er habe weitere Fragen zum Thema nur noch widerwillig zugelassen. 

Das Erheben der Anamnese habe zahlreiche Erklärungen zum Sinn und Zweck sowie 

zum Umfang des psychiatrischen Interviews erfordert. Die Untersuchung sei auf zwei 

Tage verteilt worden und habe insgesamt knapp sechs Stunden gedauert. Der 

Versicherte habe die Fragen jeweils weitschweifig und umständlich beantwortet, 

weshalb teilweise nur Basisinformationen hätten in Erfahrung gebracht werden können. 

Der Versicherte sei wiederholt unvermittelt aufgestanden und stehen geblieben. Er 

habe insgesamt einen etwas unruhigen Eindruck vermittelt. Speziell bei Fragen zum 

Unfallhergang und zum bisherigen Verlauf sei eine verstärkte Unruhe zu beobachten 

gewesen. Der Versicherte habe einfühlsam und vorsichtig behandelt werden müssen. 

Seine Körperhaltung habe sich mit zunehmender Untersuchungsdauer verändert. Im 

A.j. 

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Sitzen habe er sich immer weiter nach rechts geneigt. Im Stehen habe er sich jeweils 

so weit nach rechts geneigt, dass teilweise zu befürchten gewesen sei, er falle gleich 

zu Boden. Allerdings habe er nie das Gleichgewicht verloren, weshalb davon 

ausgegangen werden müsse, dass die unphysiologische Schieflage mit viel Kraft und 

Gegensteuerung des Körpers gehalten worden sei. Der Versicherte habe angegeben, 

dass er das Alter seiner Kinder nicht wisse, dass er nicht einmal annähernd deren 

Geburtstage nennen könne und dass er sich auch nicht erinnere, wann er in die 

Schweiz gekommen sei. Dieses Verhalten habe nicht echt, sondern aufgesetzt gewirkt, 

denn an andere biographische Daten habe sich der Versicherte gut erinnert. Er habe 

angegeben, dass er visuelle und später auch noch akustische Phänomene 

wahrgenommen habe, die er aber bislang gegenüber seinem behandelnden Psychiater 

noch nie erwähnt habe. Die akustischen Phänomene seien am ersten 

Untersuchungstag nicht thematisiert und auf eine entsprechende Nachfrage hin sogar 

verneint worden. Diese Angaben könnten nicht als Symptome einer glaubhaften Ich-

Störung interpretiert werden. Die berichteten Phänomene entsprächen nicht Defiziten 

der Ich-Umwelt-Grenze. Die beschriebenen Auffälligkeiten erfüllten auch nicht die 

diagnostischen Kriterien von Störungen der emotionalen Empfindungsebene oder des 

Fremdbeeinflussungserlebens. Die Aufmerksamkeit, die Konzentration, die Auffassung, 

das Gedächtnis und die Abstraktionsfähigkeit seien nicht reduziert gewesen. Eine 

Ermüdung sei nicht erkennbar gewesen, auch wenn sich der Versicherte einmal mitten 

im Gespräch auf die Liege gelegt und schlafend gestellt, dabei aber mit den Augen 

gezwinkert habe. Der Antrieb sei unvermindert gewesen. Die Grundstimmung sei 

euthym gewesen. Stellenweise habe der Versicherte zwar themenbezogen leicht labil, 

aber stets kontrolliert gewirkt. Die Angaben des Versicherten im strukturierten 

Fragebogen simulierter Symptome hätten einen Score von 58 ergeben. Der Cut off-

Wert für eine negative Antwortverzerrung liege bei 16, was bedeute, dass die Angaben 

des Versicherten hoch auffällig gewesen seien und deutlich auf ein nicht authentisches 

Verhalten hingewiesen hätten. Auch das Ergebnis des MMPI 2-Testes spreche für eine 

bewusste Übertreibung bestimmter Symptome. Das Ergebnis des Beck 

Depressionsinventars korreliere nicht mit dem klinischen Befund. Die Hamilton 

Depression-Scale habe keinen Hinweis auf eine depressive Störung geliefert. 

Zusammenfassend habe ausgehend vom objektiven klinischen Befund und den 

Ergebnissen der neuropsychologischen Testung kein Anhaltspunkt für eine relevante 

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psychische oder kognitive Beeinträchtigung gefunden werden können. Aufgrund der 

zahlreichen Diskrepanzen und Inkonsistenzen sei von einer bewussten Aggravation 

oder Simulation von Einschränkungen auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht sei der 

Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig.

Der orthopädische Sachverständige hielt fest, vor der Untersuchung habe der 

Versicherte (vermeintlich unbeobachtet) nach dem Toilettenbesuch über eine Strecke 

von zehn Metern ein relativ gutes, flottes Gangbild ohne Hinken mit einer nur ganz 

leichten Neigung des Oberkörpers nach rechts gezeigt. Er habe keine Gehhilfe benützt 

und sich nicht abstützen müssen. Eine Schwindelneigung oder eine 

Gleichgewichtsstörung sei nicht erkennbar gewesen. Beim Betreten des 

Untersuchungszimmers habe er einen Gehstock rechts benützt, eine deutliche Neigung 

des Oberkörpers nach rechts gezeigt und sich leicht hinkend und tappend fortbewegt. 

Er habe sich langsam auf den Untersuchungsstuhl gesetzt, sich dabei teilweise mit den 

Armen abgestützt und anschliessend einen sehr müden, teilweise schläfrigen Eindruck 

vermittelt. Sobald ihm aber Fragen gestellt worden seien, sei er lebhaft gewesen. Er 

habe seine Beschwerden auch mit Zuhilfenahme der Arme, die er normal eingesetzt 

habe, laut und ohne Unterbrechung erläutert. Dabei habe er den Oberkörper gedreht 

und auch den Kopf dem Dolmetscher zugewendet. Er habe öfters seine Lage ändern 

müssen. Dabei habe er immer konzentriert versucht, seine Fehlhaltung beizubehalten. 

Während der Anamneseerhebung sei er öfters aufgestanden. Er sei in der Lage 

gewesen, einen Becher zu fassen. Dabei habe er sich relativ gerade hingestellt. 

Allerdings habe er auch sein Desinteresse gezeigt, indem er sich umgedreht und in 

Ruhe ein Bild an der gegenüberliegenden Wand betrachtet habe, ohne seine Lage zu 

verändern. Anschliessend habe er sich wieder hingesetzt und wieder eine deutliche 

Fehlhaltung eingenommen. Teilweise habe er angesprochen werden müssen, da er 

wiederholt einen sehr müden und schläfrigen Eindruck demonstriert habe. Während der 

über einstündigen Anamnese habe er weder wesentliche Orientierungsstörungen noch 

Erinnerungslücken gezeigt. Das Aus- und Ankleiden sei im Stehen und im Sitzen mit 

der Hilfe der Ehefrau ausgeführt worden. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung 

habe der Versicherte eine fast komplette Blockadehaltung mit weitgehend 

aufgehobener Funktion der Wirbelsäule gezeigt. Viele Untersuchungen hätten deshalb 

gar nicht durchgeführt werden können. Beim Aus- und Ankleiden und während des 

A.k. 

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Gesprächs auf dem Stuhl habe der Versicherte allerdings beide Arme bewegen und 

den Kopf spontan drehen können. Unter Ablenkung habe bei der Untersuchung des 

Kopfes in entspannter Rückenlage kurzfristig die komplette Blockadehaltung 

überwunden werden können. Dabei habe sich eine relativ gute Funktionsfähigkeit der 

Halswirbelsäule gezeigt. Die unter Ablenkung und in vermeintlich unbeobachteten 

Situationen gezeigte Funktionsfähigkeit im Bereich der Arme, der Beine, der 

Wirbelsäule und der Hüfte wecke erhebliche Zweifel an den geltend gemachten 

funktionellen Einschränkungen. Sobald dem Versicherten bewusst geworden sei, dass 

er beobachtet werde, sei er in seine Blockadehaltung verfallen, wobei er einen kräftigen 

Muskeltonus gezeigt habe, den er während der ganzen Untersuchung fast 

ununterbrochen aufrechterhalten habe. Der kräftige Muskeltonus lasse sich mit den 

angegebenen starken Schmerzen nicht vereinbaren. Muskeldifferenzen der oberen 

oder unteren Extremitäten, die eine Schonung hätten nachweisen können, seien nicht 

festzustellen gewesen. Der bildgebende Befund sei ebenfalls unauffällig gewesen. Aus 

orthopädischer Sicht spreche nichts gegen eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit im 

Wechsel zwischen Gehen und Stehen.

Der neurologische Sachverständige führte aus, auf die Bitte hin, sich möglichst 

gerade hinzustellen und beide Arme nach vorne zu halten, habe der Versicherte mit 

maximalem Grimassieren, Ächzen, Pusten und Zunge Heraushängenlassen den 

Eindruck vermittelt, dies sei trotz maximaler Anstrengung nicht möglich. Auffallend 

diskrepant dazu sei es dem Versicherten jedoch kurz davor bei der Selbstbedienung 

am Desinfektionsmittelspender möglich gewesen, einen völlig lockeren, aufrechten, 

normalen Stand einzunehmen. Der Versicherte habe angegeben, er könne den rechten 

Arm nicht gut gebrauchen, wenn er aufrecht stehe. Er habe den Arm zur Seite gehalten 

und etwas mit dem Arm geflattert, dabei aber teilweise humorvoll geschmunzelt. Bei 

der körperlichen Untersuchung seien durchgängig hochgradige und multiple 

Inkonsistenzen aufgefallen, die so stark ausgeprägt dargeboten worden seien, dass 

von einer nicht authentischen Symptompräsentation ausgegangen werden müsse. In 

vermeintlich unbeobachteten Momenten habe der Versicherte ein völlig unauffälliges 

Funktionsniveau gezeigt. Beim Desinfizieren der Hände sei er aufrecht gestanden und 

habe sich die Gehhilfe unter den linken Arm geklemmt. Beim Anziehen der Jacke sei 

das Haltungsmuster komplett gerade und aufrecht gewesen. Die Überjacke sei 

A.l. 

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zunächst mit dem linken Arm bei einer fast schon zur linken Seite geneigten 

Oberkörperhaltung übergezogen worden. Dabei habe der Versicherte den Arm sehr gut 

hochheben können. Auch das nachfolgende Einfinden in den rechten Ärmel sei ihm 

sehr gut gelungen. Für die geltend gemachte Schmerzsymptomatik mit zuletzt 9,5 

Punkten auf der visuellen Analogskala habe sich keinerlei vegetatives oder affektives 

Korrelat feststellen lassen. Vielmehr habe sich themenbezogen teilweise ein 

humorvolles Schmunzeln gezeigt. Der Versicherte habe die Untersuchungssituation 

sehr aufmerksam beobachtet und verfolgt. Bisweilen habe er sich scheinbar 

gelangweilt gegeben und an seinen Fingernägeln gezupft. Trotz der intensiven 

Befragung sei weder eine Müdigkeit noch eine Ermüdbarkeit feststellbar gewesen. Im 

Affekt habe der Versicherte in keiner Weise depressiv oder eingeschränkt gewirkt. 

Aufgefallen sei, dass die Medikamentenliste trotz der geltend gemachten massiven 

Schmerzsymptomatik kein Schmerzmittel enthalten habe. Die Blutanalyse habe zwar 

die Einnahme der angegebenen Medikamente belegt, teilweise sei die Dosierung aber 

auffallend hoch gewesen, was für eine übereifrige Einnahme im Hinblick auf die 

Untersuchung spreche. Der (im Gutachten detailliert beschriebene) objektive klinische 

Befund sei bis auf einen Strabismus divergens des rechten Auges, der seit der Kindheit 

bekannt sei, unauffällig gewesen. Der Reflexstatus sei allseits symmetrisch lebhaft 

gewesen. Ausserhalb der Untersuchungssituation hätten sich keinerlei 

Einschränkungen in der Funktionalität der Extremitäten oder der Rumpfmotorik gezeigt. 

Objektivierbare motorische Defizite hätten nicht festgestellt werden können. Der 

Muskelstatus habe allseits symmetrisch normal imponiert. Aus neurologischer Sicht 

könne zusammenfassend kein objektivierbarer arbeitsrelevanter pathologischer Befund 

nachgewiesen werden. Dagegen hätten sich aber schwergradige Inkonsistenzen 

nachweisen lassen.

Der internistische Sachverständige hielt fest, der objektive klinische Befund sei 

abgesehen von der Schiefhaltung des Oberkörpers, die allerdings intermittierend 

verschwunden sei, unauffällig gewesen. Bezüglich des geltend gemachten Schwindels 

sei von einer multifaktoriellen Genese mit einer wohl orthostatischen Hypotonie als 

Hauptursache auszugehen, die durch den Bewegungsmangel und die mangelnde 

körperliche Fitness gefördert worden sei. Der Diabetes mellitus sei derzeit gut 

eingestellt. Auch der arterielle Bluthochdruck sei gut eingestellt. Die Leberwerte seien 

A.m. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 14/20

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leicht erhöht, weshalb sich diesbezüglich eine weitere Kontrolle empfehle. Eine 

funktionelle Einschränkung bestehe allerdings nicht.

Nach der Konsensbesprechung führten die Sachverständigen aus, der Versicherte 

leide an einem chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom, an einem chronischen 

vertebrogenen Schmerzsyndrom, an einer ausgeprägten Fehlhaltung der Wirbelsäule 

mit einer deutlichen muskulären Dysbalance, an einem beginnenden Knick-Spreizfuss 

beidseits, an einem Schwindel multifaktorieller Genese, an einem Diabetes mellitus Typ 

II, an einem Bluthochdruck, an einer leichten Erhöhung der Leberwerte, an nicht 

authentisch präsentierten kognitiven Minderleistungen, an einer 

Persönlichkeitsakzentuierung sowie an Problemen in Bezug auf die Lebensführung. 

Keine dieser Diagnosen wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus. Nach dem Abklingen 

der unmittelbaren Folgen des Unfalls vom 2. April 2014, also spätestens nach einem 

halben Jahr, sei der Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen. Angesichts der 

zahlreichen und massiven Inkonsistenzen und Diskrepanzen sei eine Aggravation 

ausgewiesen; es müsse davon ausgegangen werden, dass der Versicherte Ärzte und 

Entscheidungsträger der Sozialversicherungen bewusst oder zumindest 

bewusstseinsnah getäuscht habe.

A.n. 

Die RAD-Ärztin Dr. med. J.___ qualifizierte das Gutachten als in jeder Hinsicht 

überzeugend (IV-act. 262). Mit einem Vorbescheid vom 8. Februar 2022 teilte die IV-

Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens mangels 

eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 264). Dagegen liess der 

Versicherte am 10. März 2022 einwenden (IV-act. 275), das Gutachten der ZVMB 

GmbH enthalte keine überzeugende Begründung für den Vorwurf der Aggravation. Da 

in einem im November 2016 erstellten MRI mikrovaskuläre Glioseherde festgestellt 

worden seien, seien zwischenzeitlich weitere neurologische Abklärungen in die Wege 

geleitet worden, weshalb die IV-Stelle ersucht werde, mit dem Erlass der vorgesehenen 

Verfügung zuzuwarten. Am 21. April 2022 erhob die Staatsanwaltschaft des Kantons 

St. Gallen beim zuständigen Kreisgericht Anklage gegen den Versicherten unter 

anderem wegen vollendeten und versuchten gewerbsmässigen Betruges und wegen 

Vergehen gegen das AHVG (IV-act. 301). Im Juni 2022 nahm das Zentrum E.___ 

neurophysiologische Messungen vor, die eine mässig ausgeprägte chronische 

cervicale Radiculopathie mit Schwerpunkt C5/6 links, eine massig ausgeprägte 

A.o. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 15/20

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B.  

chronische Radiculopathie L5/S1 links sowie eine unklare asymmetrische 

Sensibilitätsstörung ab Th10 bis L1 ergaben (IV-act. 317). Die RAD-Ärztin Dr. H.___ 

hielt im September 2022 fest, der Bericht belege keine neuen funktionellen 

Einschränkungen (IV-act. 318). Mit einer Verfügung vom 8. September 2022 wies die 

IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 319).

Am 10. Oktober 2022 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. September 2022 erheben (act. G 1). Er 

liess die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Ausrichtung der gesetzlichen 

Leistungen und eventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: 

die Beschwerdegegnerin) beantragen. Zudem liess er um die Sistierung des 

Beschwerdeverfahrens bis zur rechtskräftigen Erledigung seines 

Wiedererwägungsgesuchs vom 10. Oktober 2022 betreffend die Verfügung vom 8. 

September 2022 ersuchen. Zur Begründung liess er ausführen, sein 

Gesundheitszustand sei instabil. Momentan seien weitere Abklärungen und 

Untersuchungen im Gange. Unter anderem sei eine Operation an der Halswirbelsäule 

geplant. Er habe deshalb die Beschwerdegegnerin um eine Wiedererwägung der 

Verfügung vom 8. September 2022 ersucht.

B.a. 

Das Beschwerdeverfahren wurde am 14. Oktober 2022 antragsgemäss sistiert 

(act. G 2).

B.b. 

Mit einem Entscheid vom 8. Dezember 2022 (vgl. IV-act. 354) sprach das 

zuständige Kreisgericht den Beschwerdeführer des versuchten gewerbsmässigen 

Betruges und des fahrlässigen Fahrens in einem fahrunfähigen Zustand schuldig. Vom 

Vorwurf des vollendeten gewerbsmässigen Betruges sprach es den Beschwerdeführer 

frei. Es verurteilte den Beschwerdeführer zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten und 

zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 30 Franken, beides aufgeschoben mit einer 

Probezeit von zwei Jahren. Zudem verwies es den Beschwerdeführer für fünf Jahre des 

Landes. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 20. März 2023 Berufung (vgl. IV-act. 

362).

B.c. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 16/20

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Am 6. April 2023 liess der Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht mitteilen 

(act. G 7), dass die Beschwerdegegnerin ohne jede Begründung nicht auf das 

Wiedererwägungsgesuch eingetreten sei. Momentan sei ein Berufungsverfahren vor 

dem Kantonsgericht des Kantons St. Gallen hängig, weshalb um eine Sistierung des 

Beschwerdeverfahrens bis zum Abschluss jenes Verfahrens ersucht werde. Der 

Eingabe lag eine „Mitteilung“ der Beschwerdegegnerin vom 21. Februar 2023 bei (act. 

G 7.1), in der diese erklärt hatte, sie trete auf das Wiedererwägungsgesuch nicht ein, 

weil die Verfügung vom 8. September 2022 zufolge Beschwerdeerhebung nicht 

rechtskräftig geworden sei.

B.d. 

Die verfahrensleitende Richterin teilte dem Beschwerdeführer am 13. April 2023 

mit, dass es keinen sachlichen Grund gebe, das Beschwerdeverfahren bis zum 

Abschluss des Berufungsverfahrens vor dem Kantonsgericht zu sistieren, weshalb die 

am 14. Oktober 2022 verfügte Verfahrenssistierung aufgehoben werde (act. G 8).

B.e. 

Der Beschwerdeführer liess am 8. Mai 2023 eine Beschwerdeergänzung einreichen 

(act. G 10). Er liess geltend machen, das Gutachten der ZVMB GmbH überzeuge nicht. 

Die behandelnden Fachärzte des Zentrums E.___, die den Beschwerdeführer bereits 

seit April 2016 behandelten, hätten die Sachverhaltsschilderung im 

neuropsychologischen Teilgutachten als „vollständig falsch“ bezeichnet. In der 

beigelegten Stellungnahme des Zentrums E.___ vom 2. Oktober 2022 hatten die 

behandelnden Ärzte geltend gemacht (act. G 10.1.6), sie hätten die Angaben des 

Beschwerdeführers nicht unkritisch übernommen. „Effektiv unkritisch erscheint 

vielmehr das Abstellen auf 4 Std. Gutachten ohne Verlauf, Fremdanamnese oder dgl. 

und auf die übliche neuropsychologische Argumentation: Tiefe Ergebnisse – also 

Simulant ohne Bezug auf Einschränkungen im Alltag“. Die Observation habe 

naturgemäss keine Aussagen zu den psychischen Beeinträchtigungen liefern können. 

Notabene habe der Beschwerdeführer den Fahrausweis wegen Schwindel, 

Sehstörungen, Schmerzen und eingeschränkter Belastbarkeit abgeben müssen. Aktuell 

sei eine Operation an der Halswirbelsäule geplant. Gemäss einem Bericht des Spitals 

K.___ vom 1. Juli 2022 war dem Beschwerdeführer eine mikrochirurgische 

Dekompression der Halswirbelsäule empfohlen worden; die Operation war auf den 10. 

Oktober 2022 angesetzt worden (act. G 10.1.2). Die Augenklinik des Kantonsspitals St. 

Gallen hatte am 26. Januar 2023 über eine Sehminderung berichtet (act. G 10.1.5).

B.f. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 17/20

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Erwägungen

1.  

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 14. Juli 2023 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 14). Zur Begründung führte sie an, die Ausführungen des 

Beschwerdeführers und der behandelnden Ärzte des Zentrums E.___ weckten keinen 

Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens der ZVMB GmbH.

B.g. 

Der Beschwerdeführer liess am 17. Oktober 2023 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 20). Die Beschwerdegegnerin hielt am 20. November 2023 ebenfalls an ihrem 

Antrag fest (act. G 22).

B.h. 

Da sich der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens in der Überprüfung der 

angefochtenen Verfügung auf deren Rechtmässigkeit erschöpft, kann sein Gegenstand 

nicht weiter als jener des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens sein. Dieses hat 

sich nach der Abweisung des Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen 

am 25. Januar 2016 auf die Prüfung des im März 2015 gestellten Rentenbegehrens und 

damit auf die Frage beschränkt, ob der Beschwerdeführer ab dem 1. September 2015 

(vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

gehabt hat. Auch in diesem Beschwerdeverfahren ist deshalb ausschliesslich ein 

Rentenanspruch ab September 2015 zu prüfen.

1.1. 

Der Beschwerdeführer hat am 10. Oktober 2022 bei der Beschwerdegegnerin um 

eine „Wiedererwägung“ der Verfügung vom 8. September 2022 ersucht, was bei einer 

rein grammatikalischen Auslegung seines Begehrens wohl als ein Gesuch um eine 

Wiedererwägung im Sinne des Art. 53 Abs. 2 ATSG zu interpretieren wäre. Das kann 

aber nicht der Fall gewesen sein, weil der Beschwerdeführer gleichentags auch eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. September 2022 erhoben hat. Ihm muss also 

bewusst gewesen sein, dass die Verfügung vom 8. September 2022 noch nicht in 

formelle Rechtskraft erwachsen war und dass eine Wiedererwägung im Sinne des Art. 

53 Abs. 2 ATSG folglich gar nicht in Frage kommen konnte. Vielmehr muss das 

Begehren auf einen Widerruf im Sinne des Art. 53 Abs. 3 ATSG zwecks Fortsetzung 

des Verwaltungsverfahrens respektive der Sachverhaltsabklärung gehandelt haben. Da 

der Beschwerdeführer die Weigerung der Beschwerdegegnerin, ihre Verfügung vom 8. 

September 2022 zu widerrufen, akzeptiert hat und da die Beschwerdegegnerin die 

Herrschaft über das Verfahren mit dem Einreichen der Beschwerdeantwort definitiv 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 18/20

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2.  

verloren hat (sog. Devolutiveffekt), ist das an sie gerichtete Begehren vom 10. Oktober 

2022 folgenlos geblieben und damit für dieses Beschwerdeverfahren irrelevant.

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat gemäss dem Art. 28 

Abs. 1 IVG eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Erwerbstätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie 

gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

2.1. 

Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert. Nach der Einreise in 

die Schweiz hat er typische Hilfsarbeiten verrichtet. Nichts deutet darauf hin, dass er 

geplant hätte, eine Berufsausbildung nachzuholen und damit eine andere 

Berufskarriere als jene eines typischen Hilfsarbeiters einzuschlagen. Das 

Valideneinkommen entspricht folglich dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterlöhne.

2.2. 

Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

massgebend, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in 

welchem Umfang noch zugemutet werden können. Die Beschwerdegegnerin hat zur 

Beantwortung dieser Frage die Berichte der behandelnden Ärzte, die Berichte der Suva 

und das im Auftrag der Staatsanwaltschaft erstellte Gutachten der ZVMB GmbH vom 

22. November 2021 zu den Akten genommen und durch ihren RAD würdigen lassen. 

Die Sachverständigen der ZVMB GmbH haben den Beschwerdeführer umfassend 

internistisch, orthopädisch, neurologisch, neuropsychologisch und psychiatrisch 

untersucht. Zwar hätte es dem Beschwerdeführer nach dem für das Strafrecht 

massgebenden Grundsatz „nemo tenetur seipsum accusare“ frei gestanden, Auskünfte 

zu verweigern, aber von diesem Recht hat er keinen Gebrauch gemacht. Er hat 

gegenüber den Sachverständigen ausführlich zu seiner (angeblichen) gesundheitlichen 

Problematik Stellung genommen und zudem alle Untersuchungen über sich ergehen 

lassen. Die Sachverständigen der ZVMB GmbH haben zudem sämtliche Vorakten 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 19/20

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eingehend gewürdigt. Damit haben sie über eine umfassende Kenntnis vom für ihre 

medizinische Beurteilung massgebenden medizinischen Sachverhalt verfügt. Nichts 

deutet darauf hin, dass sie eine wesentliche Tatsache übersehen oder ignoriert hätten. 

Die behandelnden Ärzte des Zentrums E.___ haben zwar in einer nachträglichen 

Stellungnahme geltend gemacht, der Sachverhalt sei „vollständig falsch“ ermittelt 

worden, aber diese Behauptung ist haltlos gewesen, denn die Stellungnahme des 

Zentrums E.___ enthält keine Schilderung einer relevanten Tatsache, die nicht auch im 

Gutachten der ZVMB GmbH zu finden wäre. Die in der Stellungnahme des Zentrums 

E.___ enthaltene, völlig übertrieben dramatische Darstellung der Folgen eines 

harmlosen Unfalls, den der Beschwerdeführer in der Kindheit erlitten hatte, kontrastiert 

massiv mit dem Umstand, dass jener Unfall seit Jahren bestens bekannt gewesen war, 

aber nie irgendwelche Langzeitfolgen zur Diskussion gestanden hatten. Nicht einmal 

der Beschwerdeführer selbst hat je behauptet, er würde noch an den Folgen jenes 

Unfalls leiden. Entgegen der Behauptung der behandelnden Ärzte des Zentrums E.___ 

haben die Sachverständigen der ZVMB GmbH den objektiven klinischen und 

bildgebenden Befund äusserst sorgfältig erhoben und detailliert festgehalten. Sie 

haben eindrücklich aufgezeigt, dass weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht 

ein objektiver klinischer Befund respektive eine funktionelle Einschränkung hat 

festgestellt werden können, die sich in einer relevanten Weise auf die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit hätte auswirken 

können. Zudem haben sie eindrücklich auf vielfältige Diskrepanzen und Inkonsistenzen 

hingewiesen, die so zahlreich und so ausgeprägt gewesen sind, dass sie aus 

medizinischer Sicht nur mit einer bewussten oder zumindest einer bewusstseinsnahen 

Aggravation beziehungsweise einer Simulation haben erklärt werden können. Dieses 

Bild stimmt mit jenem überein, das sich durch die ganzen Akten zieht, angefangen von 

den ersten medizinischen Berichten und der Stellungnahme der ehemaligen 

Arbeitgeberin bis hin zu den Observationsergebnissen und der Dokumentation der 

orientierenden Untersuchung durch die RAD-Ärztin Dr. H.___, die nicht nur den 

schriftlichen Bericht, sondern auch eine Videoaufnahme jener Untersuchung beinhaltet, 

die die inkonsistente und geradezu absurd anmutende Beschwerdepräsentation des 

Beschwerdeführers eindrücklich aufzeigt. Auch bei der Hausdurchsuchung durch die 

Polizei sind den Polizisten zahlreiche Inkonsistenzen aufgefallen, die sie detailliert 

festgehalten haben. Die Beweislage ist so eindeutig gewesen, dass das zuständige 

Kreisgericht den Beschwerdeführer trotz des im Strafrecht erforderlichen hohen 

Beweismasses, trotz des Grundsatzes „in dubio pro reo“ und trotz des qualifizierten 

Tatbestandselementes der Arglist des versuchten gewerbsmässigen Betruges schuldig 

gesprochen hat. Das ist für dieses Beschwerdeverfahren allerdings nicht relevant, denn 

im Sozialversicherungsrecht gibt es keinen Grundsatz „in dubio pro assecurato“; 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 20/20

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3.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten, die angesichts des 

durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzen 

sind, sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind durch den von 

ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Der unterliegende 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind 

durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

3.

Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

zudem genügt das reduzierte Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Das 

Gutachten der ZVMB GmbH belegt jedenfalls mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer abgesehen von einer 

nur wenige Wochen dauernden Rekonvaleszenzphase nach dem Unfall im April 2014 

zumindest für leidensadaptierte Tätigkeiten nie länger dauernd arbeitsunfähig gewesen 

ist. Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte wecken keine Zweifel an dieser 

Schlussfolgerung. Folglich hat der Beschwerdeführer das sogenannte Wartejahr nach 

Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht erfüllt, was die Zusprache einer Rente ausschliesst. Da 

ihm eine leidensadaptierte Erwerbstätigkeit uneingeschränkt zumutbar ist, entspricht 

das Invalideneinkommen dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne und 

damit dem Valideneinkommen, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer auch nicht 

invalid gewesen ist (Invaliditätsgrad von null Prozent). Damit hat er auch die 

Anspruchsvoraussetzung des Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG nicht erfüllt. Die 

Beschwerdegegnerin hat sein Rentenbegehren folglich zu Recht abgewiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2024
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines Administrativgutachtens. Aggravation bzw. Simulation (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. März 2024, IV 2022/158).

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