# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2173d2ea-b343-5a47-96ca-e940e2692766
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.01.2015 D-6751/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6751-2014_2015-01-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-6751/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J a n u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 

Mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   Parteien 
 

A.________ geboren (..), Iran, 

vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse, 

(…) 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 16. Oktober 2014 / N_________ 

 

 

 

D-6751/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das BFM mit Entscheid vom 10. Juli 2008 ein erstes Asylgesuch des 

Beschwerdeführers vom 31. Juli 2007 abwies, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 16. Dezember 2008 

eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abwies, womit die 

Verfügung des BFM vom 10. Juli 2008 in Rechtskraft erwuchs, 

dass das BFM mit Verfügung vom 11. November 2009 ein sinngemässes 

Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 1. Juli 2009 ab-

lehnte und eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde vom Bun-

desverwaltungsgericht mit Urteil vom 3. März 2010 abgewiesen wurde,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

15. April 2013 unter Beilage mehrerer Dokumente beim BFM ein zweites 

Asylgesuch einreichte,  

dass er zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen geltend 

machte, er sei zum Christentum konvertiert, nähme an Zusammenkünften 

der B.________ teil und spräche auch mit Landsleuten über seine Abwen-

dung vom islamischen Glauben, 

dass er sich im Weiteren während seines Aufenthaltes in der Schweiz exil-

politisch betätigt habe (Teilnahme an Demonstrationen gegen das irani-

sche Regime, Veröffentlichung von regimekritischen Texten auf eigener 

Homepage), 

dass  das BFM mit Entscheid vom 16. Oktober 2014 das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers vom 16. April 2013 abwies, dessen Wegweisung an-

ordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

19. November 2014 unter Beilage weiterer Dokumente gegen diesen Ent-

scheid Beschwerde erhob und dabei in verfahrensrechtlicher Hinsicht um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

und 2 VwVG ersuchte,  

dass das Bundesverwaltungsgericht am 20. November 2014 den Eingang 

der Beschwerde bestätigte, 

D-6751/2014 

Seite 3 

dass der zuständige Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 5. De-

zember 2014 die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege nach Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abwies und unter Androhung des 

Nichteintretens im Unterlassungsfall einen Kostenvorschuss in der Höhe 

von 600.– mit Zahlungsfrist bis zum 22. Dezember 2014 erhob, welcher in 

der Folge fristgerecht einging, 

dass der Rechtsvertreter mit Eingabe vom 24. Dezember 2014 unter Be-

zugnahme auf einen Entscheid des Committee Against Torture der UNO 

(CAT), Communication No. 492/2012, vom 8. Dezember 2014 auf die pre-

käre Sicherheitssituation im Iran hinwies, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM bezie-

hungsweise SEM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungser-

suchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person 

Schutz sucht (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG), 

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG sowie 

Art. 52 VwVG), 

dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine offensichtlich 

unbegründete Beschwerde handelt, über welche gemäss Art. 111 Bst. e 

AsylG in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird, wobei 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 Asyl G),  

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde,  

D-6751/2014 

Seite 4 

 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht sowie die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass zum einen mit der Vorinstanz festzuhalten ist, dass die geltend ge-

machte, als nicht glaubhaft erachtete Konvertierung zum Christentum be-

reits Gegenstand des abgeschlossenen Verfahrens war und auch die dies-

bezüglichen Angaben im Rahmen der Anhörung vom 28. Juli 2014 unsub-

stanziiert ausgefallen sind, 

dass zum anderen die exilpolitische Tätigkeit des im Iran nicht aktiven Be-

schwerdeführers offensichtlich die gemäss Praxis erforderlichen Kriterien 

(vgl. BVGE 2009/28) nicht erfüllt, um eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 

AsylG zu begründen, 

dass an dieser Einschätzung das in der Beschwerde erwähnte Urteil des 

Europäischen Gerichtshofes (EGMR) vom 18. November 2014 in der Sa-

che M.A. gegen die Schweiz (Beschwerde Nr. 52589/13) nichts zu ändern 

vermag, da dieses Urteil lediglich besagt, dass nicht bloss hochprofilierte 

Aktivisten Verfolgung zu befürchten hätten, jedoch keineswegs, dass es 

überhaupt kein Profil brauche,  

dass hinsichtlich der übrigen Argumente in der Beschwerde und einge-

reichten Bestätigungsschreiben insbesondere darauf hinzuweisen ist, dass 

für die Beurteilung einer Verfolgungsgefahr nicht die optische Erkennbar-

keit und die Möglichkeit der Identifizierung massgeblich sind, sondern die 

Tatsache, ob sich die Person durch ihre Aktivität in solchem Masse hervor-

getan hat, dass sie aus Sicht des iranischen Regimes als potentielle Be-

drohung wahrgenommen wird (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3), was vorlie-

gend zu verneinen ist, 

dass aus diesem Grund auch der mit Schreiben des Rechtsvertreters er-

wähnte Entscheid des Committee Against Torture der UNO (CAT) vom 

8. Dezember 2014, Communication No. 492/2012, an der Einschätzung 

der fehlenden begründeten Furcht des Beschwerdeführers vor Verfolgung 

nicht zu ändern vermag, 

dass somit das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht und 

mit zutreffender Begründung abgewiesen hat, 

D-6751/2014 

Seite 5 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt 

hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. 

BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.), weshalb die verfügte Wegweisung im Ein-

klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bun-

desamt zu Recht angeordnet wurde, 

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn 

der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht mög-

lich ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 

2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip 

des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschen-

rechtswidrige Behandlung im Sinn von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die im Heimat- 

oder Herkunftsstaat droht, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

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Seite 6 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), 

dass weder die allgemeine Lage im Iran noch individuelle Gründe auf eine 

konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr 

schliessen lassen,  

dass an dieser Einschätzung die im ärztlichen Bericht vom 1. November 

2014 genannten physischen und  psychischen Schwierigkeiten an dieser 

Einschätzung nichts zu ändern vermögen, da von deren Behandelbarkeit 

auch im Heimatstaat des Beschwerdeführers auszugehen ist, 

dass schliesslich auch die langjährige Landesabwesenheit des Beschwer-

deführers den Wegweisungsvollzug nicht als unzumutbar erscheinen lässt, 

handelt es sich doch beim Beschwerdeführer um einen fünfundvierzigjäh-

rigen Mann mit beruflicher Erfahrung und familiärem Hintergrund im Hei-

matstaat,  

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Iran 

schliesslich auch möglich erscheint, da keine Vollzugshindernisse beste-

hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, nötigenfalls bei der Beschaf-

fung von Reisepapieren mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, in-

wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt oder den rechts-

erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt (Art. 106 

AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass der einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 600.– zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten verwendet wird. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

D-6751/2014 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli 

 

 

 

 

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