# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bba7ab2-ac06-51e3-99ff-9b00db5bdac3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-05-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 10.05.2005 SF 2005 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-10_2005-05-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 10. Mai 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 10 (mündlich eröffnet)

Das Revisionsverfahren (SF 05 25) wurde vom Kantonsgericht mit Urteil vom 
31. Oktober 2005 gutgeheissen.

Eine gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wurde 
vom Bundesgericht mit Urteil vom 21. Dezember 2005 (6S.251/2005) infolge 
Gutheissung des Revisionsgesuchs als gegenstandslos abgeschrieben. 

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Sutter-Ambühl, Tomaschett und Giger 
Aktuarin ad hoc Marugg

——————

In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch lic. iur. Peter Bommeli, c/o Anwaltsbüro 
Bieler, Promenade 77, 7270 Davos Platz,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. Februar 2005, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 18. Dezember 1973 in A. geboren, wo er zusammen mit 
seiner jüngeren Schwester bei den Eltern aufwuchs. In A. besuchte er sechs Klas-
sen der Primarschule und anschliessend drei Klassen der Sekundarschule. Nach 
Schulabschluss absolvierte X. bei der Firma B. in A. eine zweijährige Verkäufer-
lehre, welche er im Jahre 1992 erfolgreich abschloss. In der Folge arbeitete er ein 
halbes Jahr im Lehrbetrieb als Verkäufer. Anschliessend war er ein halbes Jahr als 
Buffetangestellter in einem Restaurant im Skigebiet C. tätig. Daraufhin trat er bei 
der Firma D. eine zweijährige Lehre als Bauspengler an, die er im Frühjahr 1995 
erfolgreich abschloss. Während der folgenden Jahre hatte X. im Raum A. verschie-
dene Stellen inne und unternahm insbesondere während den Wintermonaten län-
gere Auslandreisen. Im August 2000 begann er eine Zusatzlehre als Dachdecker 
bei der Firma D. in A.. Infolge psychischer Probleme entschloss er sich im Juli 2002 
zu einem stationären Drogen- und Alkoholentzug in der Psychiatrischen Klinik Be-
verin. In dieser Zeit brach er die Zusatzlehre als Dachdecker ab. Anfangs Dezember 
2003 trat X. bei den E. in A. eine Stelle als Beschneier an, die er aber aus gesund-
heitlichen Gründen per Ende Januar 2004 aufgeben musste. In der Folge war X. 
arbeitslos, bis er im Mai 2004 bei der Firma F. in A. als Möbelträger eine Anstellung 
fand. Im Juli 2004 trat er in G. eine Temporärstelle als Spengler/Dachdecker an, die 
er per Ende August 2004 wieder aufgab. Danach war er temporär bei der Firma H. 
in I. als Spengler und Dachdecker in Anstellung. Anschliessend arbeitete er im Ja-
nuar und Februar 2005 erneut für die Firma F. in A.. Seit 02. Mai 2005 arbeitet er 
nun bei der Firma J. in A. als Spengler/Dachdecker.

Zuletzt erzielte X. ein Monatseinkommen von brutto ca. Fr. 4'500.00. Er hat 
Schulden in der Höhe von Fr. 10'000.00.

Der Angeklagte ist ledig und hat keine Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.

Im schweizerischen Strafregister ist X. einmal verzeichnet: Am 28. Juli 1998 
verurteilte ihn die Bezirksanwaltschaft K. wegen mehrfacher Vergehen und Über-
tretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 90 Tagen Gefängnis. Die Frei-
heitsstrafe wurde unter Anordnung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.

Gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden geniesst X. in A. 
keinen schlechten Leumund.

X. befand sich vom 15. März 2004 bis am 16. April 2004 in Untersuchungs-
haft.

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Über X. wurde im Auftrag des Untersuchungsrichters ein psychiatrisches 
Gutachten verfasst. In ihrer Expertise diagnostizierte Dr. med. AI. von der Psychia-
trischen Klinik Beverin bei X. eine Abhängigkeit von multiplen psychotropen Sub-
stanzen, vornehmlich Alkohol und Kokain. Zudem leide X. an einer narzisstischen 
Persönlichkeitsstörung DSM-IV 301.81, welche vermutlich der Boden für die Ent-
wicklung der Abhängigkeitserkrankung gewesen sei. In Anbetracht der bisherigen 
Erfahrungen mit einem freiwilligen stationären Alkohol- und Drogenentzug in der 
Klinik Beverin, anschliessender Abstinenzzeit und dem Rückfall in den Alkohol- und 
Drogenkonsum mit dem Teufelskreis von Drogenkonsum und Beschaffungsdruck 
müsse von einer hohen Rückfallgefahr ausgegangen werden. Demzufolge emp-
fiehlt die Expertin, sowohl die Abhängigkeitserkrankung als auch die narzisstische 
Persönlichkeitsstörung zu behandeln, wobei die Anordnung einer ambulanten Be-
handlung, welche mit dem Vollzug einer Strafe vereinbar wäre, geeignet sei. Des 
Weiteren kommt die Expertin zum Schluss, dass bei X. zum Zeitpunkt der Taten 
eine leichtgradige Verminderung der Zurechnungsfähigkeit vorgelegen habe.

B. X. wurde mit Verfügung des Staatsanwaltes vom 23. Februar 2005 
wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG, mehrfacher Widerhand-
lung gegen Art. 19 Ziffer 1 BetmG sowie mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a 
Ziffer 1 BetmG in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklage-
schrift der Staatsanwaltschaft Graubünden folgender Sachverhalt zu Grunde:

„X. wird angeklagt

1. der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG.

Zwischen dem Jahre 2001 und anfangs März 2004 kaufte der Ange-
klagte in A., K. und L. in Klein- und Kleinstmengen rund 101 Gramm 
Kokain für ca. Fr. 11'650.00 (M. 80 Gramm für Fr. 8'800.00; N. 5 Gramm 
für Fr. 580.00; O. 4 Gramm für Fr. 600.00; Unbekannte 12 Gramm für 
Fr. 1'670.00). Zudem überliessen ihm M. und P. zwischen Dezember 
2003 und März 2004 rund 6.5 Gramm desselben Stoffes unentgeltlich.

Von den übernommenen insgesamt ca. 107.5 Gramm Kokain verkaufte 
X. zwischen Herbst 2003 und März 2004 in A. rund 57 Gramm für total 
ca. Fr. 7'705.00 an verschiedene Personen. Zudem überliess er – eben-
falls in A. – zwischen Mai 2001und März 2004 mehreren Bekannten ins-
gesamt rund 8 Gramm des Kokains unentgeltlich. Diese weitergegebe-
nen rund 65 Gramm Kokain hatte er für total Fr. 7'010.00 bis Fr. 7'040.00 
in A., K. und L. bezogen. Der Reinheitsgehalt des Stoffes lag bei durch-
schnittlich mindestens 58.5%.

Im Einzelnen gab X. wie folgt Kokain ab:

- Zwischen Mai und November 2001 überliess er in mindestens zwei 
Malen N. insgesamt rund 4 Gramm Kokain unentgeltlich. Diesen Stoff 
hatte der Angeklagte in K. für total rund Fr. 560.00 bezogen.

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- Im Herbst 2003 verkaufte X. an Q. in einem Mal 0.5 Gramm Kokain für 
Fr. 70.00. Den Stoff hatte er zuvor in K. zum selben Preis gekauft.

- In der gleichen Zeitspanne veräusserte der Angeklagte 0.5 Gramm Ko-
kain in einem Mal für Fr. 70.00 an R.. Diesen Stoff hatte er zum späteren 
Verkaufspreis in L. bezogen.

- Im Dezember 2003 übergab X. an S. in einem Mal 1 Gramm Kokain 
für Fr. 140.00, das er zuvor für Fr. 120.00 von M. erstanden hatte.

- Um den Jahreswechsel 2003/2004 verkaufte der Angeklagte in einem 
Mal T. 2 Gramm Kokain für Fr. 300.00. Diesen Stoff hatte er für Fr. 
240.00 von M. bezogen.

- Im Dezember 2003 oder Januar 2004 veräusserte X. in etwa zwei Ma-
len N. insgesamt rund 3 Gramm Kokain für total Fr. 390.00. Er hatte 
diesen Stoff von M. für Fr. 330.00 gekauft.

- Zwischen Dezember 2003 und Januar 2004 übergab der Angeklagte 
U. in zwei Malen insgesamt 4 Gramm Kokain für Fr. 560.00, das er zuvor 
für Fr. 480.00 erworben hatte.

- Von Dezember 2003 bis März 2004 überliess X. in der V.Bar in A. 
verschiedenen Bekannten in mehreren Malen insgesamt mindestens 3 
Gramm Kokain. Diese Personen offerierten ihm dafür im erwähnten Lo-
kal Getränke im Gegenwert von total ca. Fr. 390.00. Den Stoff hatte der 
Angeklagte für rund Fr. 330.00 von M. gekauft.

- In der gleichen Zeitspanne überliess X. einem Bekannten in einem Mal 
1 Gramm Kokain unentgeltlich, das er von M. für Fr. 120.00 bezogen 
hatte.

- Anfangs 2004 verkaufte der Angeklagte einem gewissen „W.“ in einem 
Mal mindestens 2 Gramm Kokain für Fr. 280.00. Diesen Stoff hatte er 
bei M. für Fr. 240.00 erworben.

- Am 1. Januar 2004 übergab X. an Y. in einem Mal 2 Gramm Kokain 
für Fr. 200.00, das er zu den gleichen Konditionen von M. übernommen 
hatte.

- Von Januar bis Februar 2004 händigte der Angeklagte in drei Malen 
Z. insgesamt 15 Gramm Kokain für Fr. 2'025.00 aus. Den Stoff hatte er 
für Fr. 1'500.00 bei M. gekauft.

- Zwischen Januar und Februar 2004 veräusserte X. in zwei Malen AA. 
insgesamt 5 Gramm Kokain für Fr. 680.00. Auch diesen Stoff hatte er 
von M. gekauft und zwar für rund Fr. 550.00.

- Von Januar bis März 2004 verkaufte der Angeklagte in vier Malen AB. 
insgesamt rund 12 Gramm Kokain für Fr. 1'620.00. Den Stoff hatte er 
von M. für Fr. 1'200.00 erworben.

- Im Februar 2004 übergab X. an AC. in zwei Malen 2 Gramm Kokain 
für Fr. 280.00, das er für Fr. 200.00 bei M. gekauft hatte.

- Im selben Monat veräusserte X. in zwei bis drei Malen AD. insgesamt 
5 Gramm Kokain für Fr. 700.00. M. hatte ihm diesen Stoff zuvor für Fr. 
500.00 übergeben.

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- Ebenfalls im Februar 2004 überliess der Angeklagte P. im Rahmen 
gemeinschaftlichen Konsums in mindestens zwei Malen rund 1.5 
Gramm Kokain unentgeltlich. Den Stoff hatte er von M. für Fr. 150.00 
oder 180.00 übernommen.

- Von Februar bis März 2004 überliess der Angeklagte AE. im Rahmen 
gemeinschaftlichen Konsums in mehreren Malen rund 1.5 Gramm Ko-
kain unentgeltlich. Diesen Stoff hatte er von M. für Fr. 150.00 bezogen.

Nach der Verhaftung von M. und wenige Tage vor der Festnahme von 
X. händigte dieser aus Angst vor einer polizeilichen Intervention AF. 
rund 10 Gramm Kokain zur Aufbewahrung aus. Diesen Stoff erhielt er 
nicht mehr zurück.

2. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 1 BetmG.

a) Abgabe von „Marihuana“

Von Ende 1997 bis März 2004 übernahm der Angeklagte in A., K. und 
AG. insgesamt rund 670 Gramm „Marihuana“ (500 Gramm von M. für 
Fr. 4'000.00; 10 Gramm von Q. für Fr. 100.00; 160 Gramm von verschie-
denen Personen für Fr. 1'600.00). Von diesen ca. 670 Gramm nahm M. 
als Lieferant 100 bis 150 Gramm zurück, sodass X. für die verbleibende 
Gesamtmenge etwa Fr. 4'700.00 bezahlte. Zudem konnte er in der er-
wähnten Zeitspanne etwas „Marihuana“ aus Eigenbau gewinnen. Der 
gesamte Stoff war von mittlerer bis guter Qualität.

Zwischen dem Jahr 2001 und März 2004 verkaufte der Angeklagte ver-
schiedenen Personen in A. vom übernommenen und geernteten „Mari-
huana“ rund 827 Gramm für Fr. 5'670.00. Im Einzelnen handelte es sich 
um folgende Geschäfte:

- Zwischen 2001 und Februar 2004 veräusserte der Angeklagte an AA. 
in mehreren Malen insgesamt rund 400 Gramm „Marihuana“ für total Fr. 
2'000.00. Ungefähr die Hälfte dieses Stoffes hatte er selbst angebaut, 
den Rest hatte er für Fr. 1'600.00 von M. gekauft.

- Von Mai 2001 bis März 2004 übergab X. in mindestens zwei Malen S. 
7 Gramm „Marihuana“ für Fr. 70.00, welches er zu den gleichen Kondi-
tionen erworben hatte.

- Zwischen Dezember 2003 und Februar 2004 verkaufte der Angeklagte 
in mehreren Malen Y. rund 200 Gramm „Marihuana“ für Fr. 1'600.00. 
Etwa 100 Gramm des Stoffes hatte er selbst angebaut, den Rest hatte 
er für Fr. 800.00 von M. übernommen.

- Im Januar händigte der Angeklagte in einem Mal einem gewissen „AH.“ 
100 Gramm „Marihuana“ für Fr. 900.00 aus. Diesen Stoff hatte er für Fr. 
800.00 von M. gekauft.

- Im Februar 2004 verkaufte X. an AD. in zwei Malen 100 Gramm „Ma-
rihuana“ für Fr. 900.00. Er hatte den Stoff für Fr. 800.00 von M. über-
nommen.

b) Abgabe von Haschisch

Zwischen Ende 1997 und März 2004 übernahm der Angeklagte an un-
terschiedlichen Orten in der Schweiz von verschiedenen Personen ins-
gesamt rund 285 Gramm Haschisch mittlerer bis guter Qualität für Fr. 
2'850.00.

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Von diesem Stoff verkaufte er zwischen 2001 und März 2004 mindes-
tens 187 Gramm an drei Bekannte in A. für total Fr. 1'570.00. Erworben 
hatte er diese Menge für Fr. 1'220.00 bis Fr. 1'230.00. Im Einzelnen han-
delte es sich um folgende Geschäfte:

- Zwischen 2001 und Februar 2004 veräusserte X. in mehreren Malen 
insgesamt rund 150 Gramm Haschisch für Fr. 1'200.00 an AA.. Den 
Stoff hatte er für Fr. 900.00 gekauft.

- Von Mai 2001 bis März 2004 verkaufte der Angeklagte an S. in rund 
drei Malen mindestens 7 Gramm Haschisch zum Einkaufspreis von Fr. 
70.00.

- Im Herbst 2003 veräusserte X. in drei Malen Q. insgesamt 30 Gramm 
Haschisch für Fr. 300.00, das er für Fr. 250.00 bis 260.00 erworben 
hatte.

3. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG.

Zwischen 2001 und März 2004 konsumierte X. mindestens 32.5 Gramm 
Kokain durch Schnupfen. Nachdem er bis im Herbst 2002 nur gelegent-
lich und dann bis im Frühjahr 2003 gar kein Kokain nahm, steigerte sich 
sein Konsum in der Folge vor allem ab Herbst 2003 erheblich. Zwischen 
Frühjahr 2003 und März 2004 schnupfte der Angeklagte rund 27.5 
Gramm Kokain.

Nachdem X. bis im Sommer 2002 pro Woche rund 5 Gramm Cannabis 
geraucht hatte, stellte er seinen Konsum von September 2002 bis im 
Februar 2003 vollständig ein. Danach rauchte er bis im März 2004 
wöchentlich mindestens 10 Joints mit Haschisch oder „Marihuana“.

Im Herbst 2003 kaufte der Angeklagte in K. von einer ihm nicht nament-
lich bekannten Person drei Extasy-Tabletten und konsumierte diese 
noch in der gleichen Nacht.

Mit Verfügung vom 17. Dezember 2004 wurden folgende von der Kantons-
polizei Graubünden am 05. März 2004 bei X. sichergestellten Gegenstände 
beschlagnahmt: 48.00 Gramm „Marihuana“, 1 Smoking-Paper, 1 Kokain-
Spender, 1 Waage sowie 1 Joint.“

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 10. Mai 2005 vor der Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden waren der Angeklagte, dessen amtlicher Vertei-
diger lic. iur. Peter Bommeli und Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel anwesend. Gegen 
die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände 
erhoben. Während der richterlichen Befragung bestätigte der Angeklagte den von 
der Staatsanwaltschaft ermittelten Sachverhalt und anerkannte die ihm zur Last ge-
legten Straftaten.

Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel stellte und begründete folgende Anträge:

„1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 18 Monaten Gefängnis unter Abzug der Untersuchungs-
haft zu bestrafen.

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3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 
Probezeit von 5 Jahren.

4. Dem Angeklagten sei die Weisung zu erteilen, sich im Sinne des psych-
iatrischen Gutachtens ambulant behandeln zu lassen.

5. Für den Angeklagten sei eine Schutzaufsicht zu errichten.

6. Die sichergestellten Betäubungsmittel seien richterlich einzuziehen und 
vernichten zu lassen.

7. Die sichergestellten Betäubungsmittelutensilien seien richterlich einzu-
ziehen und über deren weiteren Verwendung zu bestimmen.

8. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der Staatsanwalt verzichtete, eine Ersatzabgabe zu beantragen, da der 
Richter von einer solchen ganz oder teilweise absehen könne, wenn diese voraus-
sichtlich uneinbringlich sei. Der amtliche Verteidiger anerkannte den in der Ankla-
geschrift dargelegten Sachverhalt sowie die vom Staatsanwalt vorgenommene 
rechtliche Subsumtion. Bei der Strafzumessung dürfe nicht allein auf die in Umlauf 
gebrachte Drogenmenge abgestellt werden. Insbesondere sei strafmindernd zu 
berücksichtigen, dass X. nicht aus Gewinnsucht gehandelt habe, sondern zur Fi-
nanzierung seiner eigenen Sucht. Strafmildernd sei zu berücksichtigen, dass der 
Angeklagte im Zeitpunkt der Taten leicht bis mittelgradig vermindert Zurechnungs-
fähig gewesen sei. Im Lichte all dessen schliesse sich der Verteidiger den Anträgen 
des Staatsanwaltes an.

In seinem Schlusswort bekannte sich der Angeklagte schuldig. Er habe Feh-
ler gemacht, habe aber in der Untersuchungshaft viel dazu gelernt und wolle wei-
terhin suchtabstinent leben. Er habe Respekt vor dem Gericht und akzeptiere des-
sen Entscheidung.

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und des amt-
lichen Verteidigers sowie auf die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich 
der Hauptverhandlung wird, sofern erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung:

1. Art. 19 Ziffer 1 BetmG stellt den unbefugten Handel mit Betäubungs-
mitteln unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schäd-
lich betrachtet wird. Um dieser Gefahr zu begegnen, hat der Gesetzgeber diejenigen 
Handlungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen können, dass Betäu-

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bungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugänglich ge-
macht werden (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 Abs. 1 
BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Mor-
phin, Kokain und Cannabis. Unter anderem macht sich strafbar, wer unbefugt 
Betäubungsmittel auszieht (Abs. 2), lagert (Abs. 3), anbietet, verteilt, verkauft, ver-
mittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), wer sie unbefugt 
besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5) oder wer hierzu Anstalten 
trifft. Für die einfache Tatbegehung droht das Gesetz Gefängnis bis zu drei Jahren 
(vgl. Art. 36 StGB) oder Busse bis zu Fr. 40'000.-- (vgl. Art. 48 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) 
an, wobei Gefängnis und Busse gemäss Art. 50 Abs. 2 StGB miteinander verbunden 
werden können. In schweren Fällen reicht die Strafandrohung von mindestens ei-
nem Jahr Gefängnis bis zu zwanzig Jahren Zuchthaus (Art. 35 StGB), womit eine 
Busse bis zu 1 Million Franken verbunden werden kann.

a) Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziffer 2 BetmG insbesondere 
vor, wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf 
eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Men-
schen in Gefahr bringen kann. Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind 
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zwanzig Personen oder mehr (BGE 
121 IV 334), während eine Gesundheitsgefährdung - angesichts der erheblichen 
Verschärfung der Strafdrohung für einen schweren Fall ist Ziff. 2 lit. a von Art. 19 
BetmG restriktiv auszulegen - nicht schon zu bejahen ist, wenn der Gebrauch einer 
Droge psychisch abhängig machen kann. Vielmehr ist dies erst dann der Fall, wenn 
der Konsum der Droge seelische oder körperliche Schäden verursachen kann, wo-
bei die Gefahr für die Gesundheit ausserdem eine nahe liegende und ernstliche sein 
muss (BGE 121 IV 333; BGE 125 IV 93). Massgebend ist dabei allein, wie viele 
Konsumenten gefährdet werden könnten und nicht, wie viele tatsächlich gefährdet 
worden sind, ist Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG doch als abstraktes Gefährdungsdelikt 
ausgestaltet. Unerheblich ist auch, ob durch die Tathandlung neue Abnehmerkreise 
erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig sind (BGE 118 IV 205 f.; 
BGE 120 IV 338).

 Das Bundesgericht hat unter Beachtung der in konstanter Rechtsprechung 
entwickelten Kriterien den massgeblichen Grenzwert bei Kokain auf 18 Gramm fest-
gelegt, wobei es keine Rolle spielt, ob der Täter die Betäubungsmittel in einer ein-
zigen grossen Portion oder in vielen kleinen Teilmengen in Verkehr bringt (BGE 109 
IV 145; BGE 114 IV 167; BGE 112 IV 363). Bei der Ermittlung der massgeblichen 
Menge ausser Betracht fallen lediglich die vom Täter für den Eigenkonsum verwen-

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deten Mengen (BGE 110 IV 99). Entscheidend für die Subsumtion unter Art. 19 
Ziffer 2 lit. a BetmG ist stets die Menge reinen Stoffes (BGE 122 IV 363). 

b) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG, dass der 
Täter weiss oder annehmen muss, dass er mit seinem Tun die Gesundheit vieler 
Menschen gefährden kann. Dieses Wissen um das Gefährdungspotential des um-
gesetzten Rauschgiftes dürfte im Rahmen zentraleuropäischer Verhältnisse im Hin-
blick auf die umfassende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogen-missbrauch 
in der Regel bereits bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine Erfahrungen 
mit Drogen gemacht haben (BGE 104 IV 215). In Bezug auf die grosse Menge 
genügt Eventualvorsatz; ein vorgefasster Entschluss, eine solche Menge umzuset-
zen, ist demnach nicht erforderlich (BGE 112 IV 113). Entscheidend ist folglich, ob 
der Täter durch sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von ihm gehandelten Menge 
eine grosse Zahl von Menschen in Gefahr zu bringen.

2. a) X. hat den in der Anklageschrift relevierten Sachverhalt vollumfänglich 
anerkannt. Insbesondere ist er geständig, insgesamt ca. 101 Gramm Kokain zum 
Preis von Fr. 11'650.00 erstanden zu haben, sowie rund 6.5 Gramm desselben Stof-
fes unentgeltlich erhalten zu haben. Von diesen insgesamt ca. 107.5 Gramm Kokain 
verkaufte er rund 57 Gramm für total ca. Fr. 7'705.00 an verschiedene Abnehmer 
und überliess rund 8 Gramm mehreren Bekannten unentgeltlich. 10 Gramm des 
Kokains händigte der Angeklagte AF. zur Aufbewahrung aus. Demzufolge bereitet 
die rechtliche Subsumtion seines Verhaltens unter den Tatbestand des Art. 19 Ziffer 
2 lit. a BetmG keine grösseren Schwierigkeiten. Dennoch sind vorweg einige Be-
merkungen hinsichtlich der Zuordnung der in Umlauf gebrachten Kokainmenge zu 
machen, zumal einige in der Anklageschrift namentlich erwähnte Abnehmer bestrei-
ten, vom Angeklagten Kokain bezogen zu haben, eine Abnehmerin einen geringe-
ren Mengenbezug angibt und einige Abnehmer weder polizeilich noch untersu-
chungsrichterlich einvernommen wurden. Im Einzelnen ergibt sich folgendes:

b) In Bezug auf die in der Anklageschrift genannten Abnehmer N., S., Y., 
Z., AA., AC., AD., P. und AE. kann festgehalten werden, dass ihre Aussagen mit 
denjenigen des Angeklagten übereinstimmen. Anlässlich der polizeilichen Einver-
nahmen vom 05. und 07. April 2004 (act. 5/11 und 5/12) gestand N., von X. ca. 4 
Gramm Kokain unentgeltlich erhalten und 3 Gramm desselben Stoffes gekauft zu 
haben. Ebenso bestätigte S. nach anfänglichem Bestreiten, im untersuchungsrich-
terlichen Konfrontverhör vom 13. Dezember 2004 (act. 4/45), von X. 1 Gramm Ko-
kain gekauft zu haben. Y. gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 13. Mai 

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2005 (act. 5/26) an, beim Angeklagten 2 Gramm Kokain gekauft zu haben. Desglei-
chen gab Z. zu Protokoll (polizeiliche Einvernahme vom 19. April 2004 act 5/14) 
vom Angeklagten Kokain gekauft zu haben. Er wisse aber nicht mehr genau, wie 
viel Gramm es gewesen seien. Er räumte aber ein, dass die vom Angeklagten ge-
nannte Menge von 15 Gramm Kokain wohl zutreffe. AA. sagte an der polizeilichen 
Einvernahme vom 19. April 2004 (act. 5/16) aus, vom Angeklagten insgesamt 5 
Gramm Kokain gekauft zu haben. Auch AC. gab zu, von diesem 2 Gramm Kokain 
erworben zu haben (polizeiliche Einvernahme vom 28. April 2004 act 5/23). AD. 
gestand anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. April 2004 (act. 5/18), 
vom Angeklagten unter mehreren Malen Kokain gekauft zu haben, wobei es durch-
aus, wie vom Angeklagten zu Protokoll gegeben, 5 Gramm gewesen sein könnten. 
P. und AE. gaben anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 02. April 2004 bzw. 
19. April 2004 (act. 5/10, act. 5/15) zu, im Rahmen gemeinschaftlichen Konsums je 
rund 1.5 Gramm Kokain von X. unentgeltlich erhalten zu haben. Soweit unterschied-
liche Angaben über den Zeitpunkt des Erwerbs bestehen, sind diesbezüglich – da 
für die Strafbarkeit unerheblich – keine weiteren Ausführungen zu machen. Auf 
Grund der Übereinstimmung der Aussagen der vorerwähnten Abnehmer mit denje-
nigen des Angeklagten, ist diesbezüglich der Tatbeweis rechtsgenüglich erbracht.

c) Demgegenüber bestreiten Q., R., T. und U., vom Angeklagten jemals 
Kokain bezogen zu haben, und AB. macht geltend, eine erheblich geringere Menge 
Kokain vom Angeklagten bezogen zu haben. Des Weiteren werden in der Anklage-
schrift verschiedene Abnehmer aufgeführt, die namentlich nicht bekannt sind, und 
die deshalb nicht einvernommen werden konnten. Für die Strafbarkeit des Ange-
klagten relevant ist aber nicht die effektive Zuordnung der abgegebenen Drogen-
menge. Vielmehr ist einzig entscheidend, welche Menge von Kokain der Angeklagte 
überhaupt in Umlauf gebracht hat. Dabei sind an den Tatbeweis hohe Anforderun-
gen zu stellen; verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein 
absoluter Beweis der Täterschaft (vgl. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 306-307 zu § 125). Die 
Mengenangaben des Angeklagten in der untersuchungsrichterlichen Schlussein-
vernahme vom 13. Dezember 2004 (act. 4/47) stimmen mit jenen in der Hauptver-
handlung überein. Ein Geständnis bildet in der Regel eine sichere Basis für eine 
Verurteilung, wenn Anhaltspunkte und Indizien vorliegen, die das Geständnis als 
glaubhaft erscheinen lassen. Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, weshalb X. wider 
besseres Wissen falsche Mengenangaben machen sollte. Auf Grund der überein-
stimmenden und detaillierten Aussagen des Angeklagten anlässlich verschiedener 
Einvernahmen und anlässlich der Hauptverhandlung erachtet das Kantonsgericht 

11

die in der Anklageschrift aufgeführte in Umlauf gegebene Kokainmenge als ausge-
wiesen. Ob X. den einzelnen in der Anklageschrift namentlich genannten Abneh-
mern tatsächlich so viel Kokain wie angegeben abgegeben hatte, oder ob es bei 
einigen mehr und bei anderen weniger gewesen war, kann – da dies an der Straf-
barkeit nichts ändert – aber offen bleiben.

d) Des Weiteren wird X. vorgeworfen, AF. rund 10 Gramm Kokain zur 
Aufbewahrung ausgehändigt zu haben. X. anerkannte diesen Vorhalt sowohl in der 
polizeilichen Einvernahme vom 26. März 2004 (act. 4/38) und im gleichentags statt-
findenden Konfrontverhör (4/39), als auch anlässlich der mündlichen Hauptverhand-
lung. AF. hingegen bestreitet dies (act. 4/39 und 5/8). Auf Grund des Umstandes, 
dass X. durchwegs bei seiner Variante des Tathergangs bleibt und er sich insbe-
sondere an Details erinnert, kann davon ausgegangen werden, dass X. die ange-
gebene Menge Kokain tatsächlich ausgehändigt hatte. Jegliches unbefugtes Abge-
ben von Betäubungsmitteln ist vom Tatbestand des Art. 19 BetmG umfasst. Deshalb 
ist auch das zu Aufbewahrungszwecken ausgehändigte Kokain für die Ermittlung 
der massgebenden Menge relevant. 

e)  In der polizeilichen Einvernahme vom 23. März 2004 (act. 4/12) sowie 
in der richterlichen Befragung anlässlich der Hauptverhandlung bezeichnete der An-
geklagte die Qualität des erworbenen und des weitergegebenen Kokains als gut. 
Nach den letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen (vgl. SJZ 95 (1999) Nr. 21, S. 
511) hat Kokain bei Kleinmengen und bei guter Qualität einen Reinheitsgrad von 
durchschnittlich 71% und bei mittlerer Qualität einen solchen von 38%. Da beim 
Angeklagten kein Kokain gefunden und daher der Reinheitsgrad der erworbenen 
Betäubungsmittel nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit festgelegt werden 
konnte, ist diesbezüglich auf die Angaben des Angeklagten abzustellen. Demzu-
folge liegt die Qualität des Kokains insgesamt über dem Durchschnitt und es spricht 
nichts dagegen, mit der Staatsanwaltschaft von einem Reinheitsgrad von mindes-
tens 58.5% auszugehen. Wurde erstellt, dass der Angeklagte insgesamt  75 Gramm 
Kokain in Umlauf gebracht hatte – 57 Gramm an verschiedene Personen verkauft, 
8 Gramm an mehrere Bekannte unentgeltlich abgegeben und 10 Gramm zur Auf-
bewahrung ausgehändigt – hat dieser insgesamt ca. 43.9 Gramm reines Kokain in 
Umlauf gebracht. Diese Kokainmenge übersteigt den in BGE 109 IV 143 ff. für die 
Annahme eines schweren Falles festgelegten Grenzwert von 18 Gramm um mehr 
als das Doppelte. X. erfüllt deshalb mit dem ihm zur Last gelegten Verhalten den 
objektiven Tatbestand eines schweren Falles gemäss Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG. 
Auch in subjektiver Hinsicht besteht kein Zweifel, dass der Angeklagte mit Wissen 

12

und Willen gehandelt hat, so dass auch subjektiv ein schwerer Fall eines Verstosses 
gegen das Betäubungsmittelgesetz vorliegt. 

3. a) Art. 1 Abs. 1 BetmG definiert als Betäubungsmittel im Sinne des Ge-
setzes abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, 
Kokain und Cannabis. Abs. 2 ergänzt diese Bestimmung dahingehend, als auch 
Rohmaterialien wie beispielsweise das Hanfkraut oder Präparate daraus zu den 
Betäubungsmitteln im Sinne von Abs. 1 gehören. Damit sind auch Marihuana (aus 
Blüten und Blättern des Hanfkrautes gewonnenes Betäubungsmittel) und Ha-
schisch (Harz der Drüsenhaare des Hanfkrautes) als Betäubungsmittel gemäss ge-
setzlicher Definition zu qualifizieren. Der Handel mit Cannabisprodukten, worunter 
sowohl das Haschisch als auch das Marihuana zu qualifizieren ist, ist aber unab-
hängig der im Umlauf gebrachten Menge nicht unter Art. 19 Ziffer 2 lit. a zu subsu-
mieren, zumal gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Haschisch nicht geeig-
net ist, die körperliche Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen (BGE 117 
IV 322 f.; BGE 120 IV 258 ff.). Dieselben Grundsätze gelten auch für die Beurteilung 
des unbefugten Handels mit  Marihuana.

b) X. ist geständig, von Ende 1997 bis März 2004 insgesamt rund 670 
Gramm Marihuana (500 Gramm von M. für Fr. 4'000.00; 10 Gramm von Q. für Fr. 
100.00; 160 Gramm von verschiedenen Personen für Fr. 1'600.00) gekauft zu ha-
ben. Von diesen ca. 670 Gramm nahm M. als Lieferant 100 bis 150 Gramm zurück, 
sodass X. für die verbleibende Gesamtmenge etwa Fr. 4'700.00 bezahlte. Zudem 
konnte er in der erwähnten Zeitspanne etwas Marihuana aus Eigenbau gewinnen. 
Des Weiteren ist X. geständig, zwischen Ende 1997 und März 2004 von verschie-
denen Personen insgesamt rund 285 Gramm Haschisch für Fr. 2'850.00 übernom-
men zu haben. Von diesem Marihuana und Haschisch verkaufte der Angeklagte 
zwischen dem Jahre 2001 und Februar 2004 in mehreren Malen insgesamt rund 
400 Gramm Marihuana für total Fr. 2'000.00 und rund 150 Gramm Haschisch für Fr. 
1'200.00 an AA.. Dieser hingegen bestritt diese Menge anlässlich der polizeilichen 
Einvernahme vom 19. April 2004 (act. 5/16). Des Weiteren verkaufte der Angeklagte 
S. insgesamt sowohl 7 Gramm Marihuana als auch die gleiche Menge Haschisch, 
was von diesem bestätigt wurde. Y. gab zu Protokoll, entgegen der Aussage des 
Angeklagten nicht 200 Gramm, sondern bloss 105 Gramm Marihuana von diesem 
gekauft zu haben (polizeiliche Einvernahme vom 13. Mai 2004 act 5/26). In Über-
einstimmung mit AK. (act 5/25) gestand X., diesem rund 20 Gramm Marihuana ver-
kauft zu haben. Desgleichen stimmen die Aussagen von AD. (act 5/18) und dem 
Angeklagten überein, wonach dieser jenem 100 Gramm Marihuana verkauft habe. 

13

Q. gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 26. April 2004 (act 5/21) je-
doch entgegen der Aussage von X. zu Protokoll, vom Angeklagten nie Haschisch 
bezogen zu haben. Des Weiteren bestätigt X. auch den ihm vorgeworfenen Marihu-
ana-Verkauf (200 Gramm) an einen gewissen „AH.“. Dieser konnte aber nicht ein-
vernommen werden. Die Aussagen des Angeklagten erscheinen auf Grund der 
Konstanz in den verschiedenen Befragungen glaubhaft. Der Angeklagte hat sich mit 
seinem Verhalten der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 1 BetmG 
strafbar gemacht.

4. a) Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. Für die Anwendung von 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG kommt es auf die Quantität des konsumierten Stoffes nicht 
an; selbst der einmalige Gebrauch einer geringfügigen Menge ist strafbar. Dieser 
privilegierte Tatbestand erfasst nur jene Beschaffungshandlungen, die ausschliess-
lich dem eigenen Drogenkonsum dienen und somit eine Gefährdung Dritter ausge-
schlossen ist. Insbesondere schliessen Beschaffungshandlungen, die zum Drogen-
konsum Dritter führen oder konkret führen könnten - so etwa Verkauf oder Vermitt-
lung - die Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG aus (Fingerhuth/Tschurr, Kom-
mentar zum Betäubungsmittelgesetz, K. 2002, S. 156).

b) X. ist geständig, in der Zeit zwischen 2001 und März 2004 mindestens 
32.5 Gramm Kokain durch Schnupfen konsumiert zu haben. Nachdem er bis im 
Herbst 2002 nur gelegentlich und dann bis im Frühjahr 2003 gar kein Kokain mehr 
nahm, steigerte sich sein Konsum in der Folge vor allem ab Herbst 2003 erheblich. 
Zwischen Frühjahr 2003 und März 2004 schnupfte der Angeklagte rund 27.5 
Gramm Kokain. Zudem konsumierte er bis im Sommer 2002 pro Woche rund 5 
Gramm Cannabis. Zwischen Februar 2003 und März 2004 rauchte er wöchentlich 
mindestens 10 Joints mit Haschisch oder Marihuana. Des Weiteren konsumierte 
der Angeklagte im Herbst 2003 drei Extasy-Tabletten. Damit steht fest, dass X. 
mehrfach gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG verstossen hat. Der regelmässige Drogen-
konsum während dieser Zeitspanne macht deutlich, dass vorliegend nicht mehr von 
einem leichten Fall in Sinne von Ziffer 2 der genannten Bestimmung gesprochen 
werden kann. Demgemäss ist der Angeklagte der mehrfachen Widerhandlung ge-
gen Art. 19a Ziffer 1 BetmG schuldig zu sprechen, auch wenn berücksichtigt wird, 
dass die Verfolgung des vor dem 01. Oktober 2002 erfolgten Konsums zwischen-
zeitlich verjährt ist und daher ausser Betracht fällt (vgl. dazu E. 4c hiernach).

14

5. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des Ver-
schuldens umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straf-
tat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat zugrunde zu legen. Weiter 
unterscheidet man beim Verschulden Tat- und Täterkomponente. Bei der Tatkom-
ponente betrachtet man das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrich-
tung, mit welcher der Täter handelte und seine Beweggründe. Die Täterkomponente 
hingegen umfasst Vorleben und persönliche Verhältnisse des Täters sowie das Ver-
halten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder 
Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 20; 117 IV 112 ff. mit Hinweisen). Diese in die 
Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wobei in 
der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Richters nachvollzieh-
bar sein müssen (BGE 121 IV 56). Liegen keine Strafmilderungs- oder Strafschär-
fungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetzgeber vorgesehenen Straf-
rahmen zu halten.

b) Hat jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheits-
strafen verwirkt, so verurteilt ihn der Richter gemäss dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. 
Dabei ist er an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziffer 1 
StGB). Die schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe 
bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung ist daher im vorlie-
genden Fall der in Art. 19 Ziffer 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG 
vorgesehene Strafrahmen, der von einem Jahr Gefängnis bis zu Zuchthaus in der 
Höhe von 20 Jahren reicht, wobei damit eine Busse bis zu einer Million Franken 
verbunden werden kann.

Der Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass die Widerhandlung 
gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG als ernst zu nehmendes Delikt zu qualifizieren ist. 
Die objektive Schwere des Delikts im konkreten Einzelfall zeigt sich aber insbeson-
dere anhand des Ausmasses und der Art der Ausführung der Tat. Diese erlauben 
dem Gericht eine Verfeinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet 
hat. Die Menge der umgesetzten Drogen ist zwar für die Strafzumessung nicht von 
ausschlaggebender Bedeutung, sie bildet indessen einen ersten massgeblichen 
Anhaltspunkt für den kriminellen Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 1996 Nr. 
28; BGE 118 IV 348). Auch der Gesetzgeber hat bei der Umschreibung des schwe-

15

ren Falles dem quantitativen Aspekt erhebliches Gewicht beigemessen; denn wer 
eine grosse Menge Rauschgift in Umlauf setzt und damit Leben und Gesundheit 
vieler Menschen gefährdet, nimmt eine besonders skrupellose und menschenver-
achtende Haltung ein, die grundsätzlich ein hohes Verschulden offenbart.

c) Seit dem 01. Oktober 2002 gilt im Strafrecht ein neues Verjährungs-
recht. Gemäss Art. 337 StGB findet dieses auch für Taten, die vor dem Inkrafttreten 
des neuen Rechts begangen wurden Anwendung, sofern das neue Recht das mil-
dere ist. Nach bisherigem Recht galt für die Strafverfolgung von Übertretungen eine 
relative Verjährungsfrist von einem Jahr und eine absolute von zwei Jahren (Art. 
109 aStGB, Art. 72 Ziffer 2 Abs. 2 2. Satz aStGB). Nach der neuen Regelung ver-
jährt gemäss Art. 109 StGB die Strafverfolgung bei Übertretungen innert 3 Jahren.

Die vorliegend in Frage stehenden Konsumhandlungen des Angeklagten, die 
vor dem 01. Oktober 2002 begangen wurden, sind gemäss der gegenüber dem 
neuen Verjährungsrecht milderen altrechtlichen Regelung verjährt. X. kann deswe-
gen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden.

d) X. hat insgesamt 43.9 Gramm reines Kokain in Umlauf gebracht. Da-
mit hat er den für die Annahme eines schweren Falles massgeblichen Grenzwert 
von 18 Gramm reinem Kokain um mehr als das Doppelte überschritten. Hinzu 
kommt die Abgabe von Marihuana und Haschisch an zahlreiche Drittpersonen. Zu 
Gunsten des Angeklagten ist zu werten, dass dieser suchtbedingt unter einem er-
heblichen Beschaffungsdruck stand und folglich die Betäubungsmittel nicht nur aus 
Gewinnsucht, sondern auch zur Finanzierung seines Eigenkonsums verkaufte. 
Dennoch ist das Verschulden als nicht leicht einzustufen. Straferhöhend ist die Vor-
strafe aus dem Jahre 1998 zu werten. Strafschärfend wirken sich die mehrfache 
Begangenschaft und das Zusammentreffen mehrerer Straftatbestände aus. Das 
Geständnis ist strafmindernd zu berücksichtigen. Dies jedoch nur in beschränktem 
Rahmen, zumal der Angeklagte anfänglich seine Tathandlungen gegenüber den 
Untersuchungsorganen bestritt, und er es diesen nicht leicht gemacht hatte. Straf-
mildernd ist die von der Gutachterin festgestellte, allerdings nur leichtgradig vermin-
derte Zurechnungsfähigkeit zu berücksichtigen.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint eine 
Gefängnisstrafe von 18 Monaten dem Verschulden von X. als angemessen. Die 
erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 33 Tagen wird gemäss Art. 69 StGB 
an die Strafe angerechnet.

16

6. a) Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Verurteilten für die 18-
monatige Gefängnisstrafe der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann. Gemäss 
Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist dafür in objektiver Hinsicht zunächst erforderlich, dass 
die auferlegte Freiheitsstrafe 18 Monate nicht übersteigt. Gemäss Abs. 2 der ge-
nannten Bestimmung ist der Aufschub einer Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen 
nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Bege-
hung der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens 
eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. In 
subjektiver Hinsicht müssen Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten las-
sen, er werde durch die Anordnung der bedingten Strafe abgeschreckt und von der 
Begehung weiterer Verbrechen und Vergehen abgehalten. Bei der Prüfung, ob dem 
Verurteilte eine günstige Prognose für ein dauerndes Wohlverhalten gestellt werden 
kann, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die 
Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben 
und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Cha-
rakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Dabei darf es 
sich nicht nur um eine vage Hoffnung handeln. „Mit Bedenken“ darf der bedingte 
Strafvollzug nicht angeordnet werden (vgl. Trechsel, Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich1997, N 12 zu Art. 41 StGB).

b) Da vorliegend eine Strafe von nicht mehr als 18 Monaten Gefängnis 
verhängt wurde, und der Angeklagte innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheits-
strafe von mehr als drei Monaten zu verbüssen hatte, sind die objektiven Voraus-
setzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gegeben. Hingegen 
spricht das bisherige Verhalten des Angeklagten nicht für eine günstige Prognose. 
X. wurde bereits mit Urteil der Bezirksanwaltschaft K. vom 28. Juli 1998 wegen Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingt zu vollziehenden 
Freiheitsstrafe von 90 Tagen Gefängnis verurteilt. Im Juli 2002 unterzog sich der 
Angeklagte zwar freiwillig einer dreimonatigen stationären Drogen- und Alkoholent-
zugstherapie in der Psychiatrischen Klinik Beverin. Aber weder diese schliesslich 
gescheiterte Entzugstherapie noch die bedingt aufgeschobene Freiheitsstrafe konn-
ten X. davon abhalten, erneut, rund ein Jahr nach Ablauf der 2-jährigen Probezeit, 
gegen das Betäubungsmittelgesetz zu verstossen. Zudem stellte Dr. med. AI. im 
während der Untersuchungshaft erstellten psychiatrischen Gutachten eine hohe 
Rückfallsgefahr fest. All diese Umstände sprechen klar gegen eine günstige Pro-
gnose. Eine solche könnte trotzdem allenfalls noch gestellt werden, wenn der An-
geklagte nach seiner Haftentlassung vom 16. April 2004 eine ambulante Drogen-
entzugstherapie begonnen und den Nachweis erbracht hätte, dass diese seit meh-

17

reren Monaten erfolgreich verläuft. Diesbezüglich bringt die Verteidigung aber 
nichts Relevantes vor. Insbesondere kann allein auf Grund des Vorbringens, der 
Angeklagte arbeite zur Zeit bei der Firma J. in A., wobei durchaus Chancen auf eine 
Jahresstelle bestehen würden, nicht auf eine Bewährung am Arbeitsplatz geschlos-
sen werden. Hinzu kommt, dass der Angeklagte nach eigenen Angaben dort erst 
seit einer Woche arbeitet. Der Angeklagte hat sich auch seit der Entlassung aus der 
Untersuchungshaft am 16. April 2004 bis zum heutigen Zeitpunkt und damit 
während rund eines Jahres nicht effektiv um eine Therapie bemüht. Soweit der An-
geklagte diesbezüglich geltend macht, anlässlich der psychiatrischen Begutachtung 
während der Untersuchungshaft habe er gegenüber Dr. med. AI. den Wunsch 
geäussert, sich von dieser psychiatrisch-psychotherapeutisch behandeln zu lassen, 
wogegen diese nichts einzuwenden gehabt hätte, er aber immer noch auf eine Ter-
minvereinbarung warte, gilt folgendes zu bemerken: In Übereinstimmung mit der 
Staatsanwaltschaft muss eingeräumt werden, dass es nicht nur dem Angeklagten 
zu zuschreiben ist, dass der Termin mit Dr. med. AI. bis dato nicht zustande gekom-
men ist. Zu Ungunsten des Angeklagten muss aber festgehalten werden, dass 
gemäss psychiatrischem Gutachten andere geeignete Betreuungspersonen – Frau 
AL. vom Sozialdienst in A. und Dr. med. AM. in A. – zur Verfügung gestanden wären. 
Der Angeklagte hat es aber offensichtlich versäumt, mit diesen Personen in engeren 
Kontakt zu treten, obwohl ihm dazu hinreichend Zeit verblieb. In Gesamtwürdigung 
aller Umstände kann daher keine günstige Prognose gestellt werden, sodass eine 
bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe ausser Betracht fällt. Demzufolge kann 
mangels entsprechender Voraussetzung keine Weisung zur ambulanten Behand-
lung im Sinne von Art. 41 Ziffer 2 Abs. 1 StGB erteilt werden.

7. a) Da das strafbare Verhalten von X. mit dem Konsum von Drogen und 
der damit entstandenen Abhängigkeit in direktem Zusammenhang steht, stellt sich 
die Frage, ob eine stationäre Massnahme unter Aufschub des Strafvollzugs oder 
eine ambulante Massnahme parallel zum Strafvollzug anzuordnen ist. 

b) In ihrem Gutachten vom 15. Juni 2004 stellt Dr. med. AI. von der 
Psychiatrischen Klinik Beverin beim Angeklagten eine Abhängigkeit von multiplen 
psychotropen Substanzen, vornehmlich Alkohol und Kokain, fest; so ergibt sich aus 
der Suchtstoffanamnese, dass der Angeklagte das erste Mal mit 22 Jahren Kokain 
geschnupft, und den Konsum in der Folge derart gesteigert habe, dass er das Ge-
fühl entwickelt habe, das Kokain richtiggehend zu brauchen. Zwischenzeitlich habe 
der Angeklagte sowohl einen kalten Entzug zu Hause als auch einen Entzug in der 
Psychiatrischen Klinik Beverin durchgeführt, habe dann aber im Frühling 2003 wie-

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der angefangen, unter Alkoholeinfluss auch regelmässig Kokain zu konsumieren. 
Verbunden mit dem exzessiven Alkohol- und Kokainkonsum sei eine narzisstische 
Persönlichkeitsstörung des Angeklagten. Beide Diagnosen müssten als zusammen-
hängend angesehen und behandelt werden. Die Massnahmebedürftigkeit ist damit 
erstellt.

c) In Bezug auf das für die Durchführung einer Massnahme unerlässliche 
Erfordernis der Therapiewilligkeit kann festgehalten werden, dass der Angeklagte 
seine Alkohol- und Kokainabhängigkeit einsieht (vgl. act. 2/15 S. 10) und gegenüber 
Dr. med. AI. anlässlich der psychiatrischen Begutachtung den Wunsch äusserte, 
sich psychiatrisch-psychotherapeutisch behandeln zu lassen (vgl. act. 2/15 S. 22 
unten). Wie der Angeklagte auf entsprechende Frage des Richters in der Hauptver-
handlung angab, wäre er auch bereit, sich einer ambulanten Massnahme parallel 
zum Strafvollzug zu unterziehen.

Die Gutachterin empfiehlt eine ambulante Massnahme, welche mit dem so-
fortigen Vollzug der Strafe vereinbar wäre. Eine stationäre Massnahme hält sie aus-
drücklich nicht als zweckmässig. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein 
Abweichen von den in der Expertise getroffenen Schlussfolgerungen nur dann er-
laubt, wenn zuverlässig bewiesene Tatsachen die Überzeugungskraft des Gutach-
ters erschüttern oder wenn triftige Gründe für ein Abweichen in Fachfragen spre-
chen (BGE 101 IV 129; BGE 102 IV 226). Solche Umstände sind mit Blick auf die 
erstellte Expertise nicht ersichtlich. In Anbetracht dessen erachtet es das Kantons-
gericht als angezeigt, eine ambulante psychotherapeutische Behandlung im Sinne 
von Art. 43 Ziffer 1 Abs. 1 letzter Satz StGB sowie eine ambulante Massnahme im 
Sinne von Art. 44 Ziffer 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziffer 6 StGB parallel zum Straf-
vollzug anzuordnen.

8. Der Richter verfügt gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB die Einziehung von 
Gegenständen, die zur Begehung einer Straftat gedient haben oder bestimmt wa-
ren, oder die durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn 
diese Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche 
Ordnung gefährden. Der Richter kann anordnen, dass die eingezogenen Ge-
genstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden (Abs. 2). Die mit Beschlag-
nahmeverfügung vom 17. Dezember 2004 (act. 3/8) sichergestellten 48 Gramm Ma-
rihuana sowie die verschiedenen Betäubungsmittelutensilien werden gestützt auf 
diese Bestimmung gerichtlich eingezogen und sind zu vernichten.

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9. Nach Art. 59 Ziffer 2 Abs. 1 StGB erkennt der Richter auf eine Ersatz-
forderung für nicht mehr vorhandene, unrechtmässig erlangte Vermögensvorteile. 
Der Richter kann dabei von einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, 
wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder die Wiedereingliederung des 
Betroffenen ernstlich behindern würde. Die bundesgerichtlich Rechtsprechung pos-
tuliert in diesem Zusammenhang eine dem Entscheid vorausgehende umfassende 
Beurteilung der finanziellen Lage des Betroffenen (BGE 119 IV 179). Von dem von 
X. durch den Verkauf von Betäubungsmitteln erzielten Erlös ist im gegenwärtigen 
Zeitpunkt nichts mehr vorhanden, sodass dem Staat grundsätzlich eine Ersatzfor-
derung zustehen würde. Angesicht der Tatsache, dass der Angeklagte den erzielten 
Gewinn verbraucht hat, über keine weiteren Vermögenswerte verfügt und zudem 
die verhängte Strafe zu verbüssen haben wird, sieht das Gericht infolge Uneinbring-
lichkeit von der Erhebung einer Ersatzabgabe ab.

10. a) Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Überdies hat X. die Kosten der ambulanten 
Behandlung und Massnahme zu tragen (Art. 189 Abs. 1 StPO). Demgegenüber 
trägt der Kanton Graubünden die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersu-
chungshaft sowie jene des Strafvollzuges (Art. 158 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 
188 StPO).

b) Der amtliche Verteidiger macht in seiner anlässlich der Hauptverhand-
lung vom 10. Mai 2005 eingereichten Honorarnote einen Aufwand von 45½ Stunden 
geltend, wobei er sowohl die Stundenzahl für die Hauptverhandlung als auch den 
Stundenansatz offen lässt.

Nach bündnerischer Regelung ist ein Honorar unter Berücksichtigung der or-
dentlichen Honoraransätze – gemäss konstanter Praxis des Kantonsgerichtes 
Graubünden 75% des Normalansatzes und somit ein Honorar von Fr. 123.75 pro 
Stunde für amtliche Verteidigung von Substituten – dann tarifgemäss, wenn der be-
hauptete und in Rechnung gestellte Aufwand in einem einigermassen vertretbaren 
Verhältnis steht zur Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, zur damit verbunde-
nen Verantwortung des Anwaltes und zu den persönlichen Verhältnissen des Auf-
traggebers (vgl. Art. 2 der Honoraransätze des Bündnerischen Anwaltsverbandes). 
Vorliegend erscheint der geltend gemachte Aufwand von 45½ Stunden dem Kan-
tonsgericht ungewöhnlich hoch. Der amtliche Verteidiger war mit einem Mandat be-
traut worden, dass auf Grund des vollumfänglichen Geständnisses seines Mandan-

20

ten in Bezug auf die zu lösenden Rechtsfragen, ausser auf die Frage nach der Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges, keine aussergewöhnlichen Schwierigkeiten 
bot. Auf Grund dessen scheint eine Kürzung des Aufwandes um rund 1/3 und damit 
eine Entschädigung von Fr. 4'500.00 inkl. Spesen als angemessen.

21

Demnach erkennt die Strafkammer:

1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG sowie 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 1 und Art. 19a Ziffer 1 
BetmG.

2. Dafür wird er mit 18 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen 
Polizei- und Untersuchungshaft von 33 Tagen.

3. Zudem wird parallel zum Strafvollzug eine ambulante psychotherapeutische 
Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziffer 1 Abs. 1 letzter Satz StGB sowie eine 
ambulante Massnahme im Sinne von Art. 44 Ziffer 1 Abs. 1 in Verbindung 
mit Ziffer 6 StGB angeordnet.

4. Die beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 
werden gestützt auf Art. 58 StGB gerichtlich eingezogen und sind zu vernich-
ten.

5. Von einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 Ziffer 2 Abs. 2 StGB abge-
sehen.

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

– den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr.   7'924.40

– den Gerichtsgebühren von Fr.   2’500.00
– und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr.   4’500.00
total somit Fr. 14'924.40

gehen zu Lasten des Verurteilten, der auch die Kosten der ambulanten Be-
handlung und Massnahme gemäss Ziffer 3 des Dispositivs zu tragen hat. Die 
Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft sowie des Straf-
vollzugs trägt der Kanton Graubünden.

7. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-

22

gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

8. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: