# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01304b0a-1e9a-5dfe-a199-8fed2496e3bd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.12.2011 D-6590/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6590-2011_2011-12-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6590/2011/wif

U r t e i l   v om   1 4 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

Parteien A._______, geboren (…),
Togo,
vertreten durch Dr. iur. Nicolas Roulet, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 25. November 2011 / N (…).

D­6590/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
im August  2005  verliess  und über Benin, Niger  und Libyen nach  Italien 
gelangte, wo er am (…) 2008 in Rom ein Asylgesuch einreichte, welches 
rund ein halbes Jahr später abschlägig beurteilt wurde,

dass  er  am  21. Juni  2009  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die 
Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ ein erstes Mal um Asyl nachsuchte,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  20. August  2009  in  Anwendung  von 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  auf  dieses  erste  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die 
Wegweisung nach Italien sowie den sofortigen Vollzug anordnete,

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass  der  Beschwerdeführer  am  (…)  2009  nach  Italien  zurückgeführt 
wurde,

dass er am 10. Dezember 2009  in der Schweiz ein  zweites Asylgesuch 
einreichte,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  24. März  2010  auch  auf  das  zweite 
Asylgesuch nicht  eintrat  und erneut  die Wegweisung nach  Italien  sowie 
den Vollzug anordnete,

dass  die  vom  Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung  erhobene 
Beschwerde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D­2416/2010 vom 
19. April 2010 abgewiesen wurde,

dass  er  am  26. Mai  2010  ein  drittes  und  am  13. September  2010  ein 
viertes Asylgesuch in der Schweiz einreichte, auf welche das BFM jeweils 
wiederum nicht eintrat und die Wegweisung nach Italien anordnete,

dass  der  Beschwerdeführer  das  Bundesamt  mit  Eingabe  vom 
27. Dezember 2010 um Wiedererwägung ersuchte, 

dass  das  Wiedererwägungsgesuch  vom  BFM  mit  Entscheid  vom 
11. Januar 2011 abgewiesen wurde,

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dass  das  Bundesamt  auf  das  zweite  Wiedererwägungsgesuch  des 
Beschwerdeführers vom 13. Mai 2011 nicht eintrat und er am  (…) 2011 
erneut nach Italien überführt wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  5. September  2011  sein  fünftes 
Asylgesuch in der Schweiz einreichte,

dass  am  27. September  2011  im  EVZ  B._______  die  summarische 
Befragung des Beschwerdeführers stattfand, wobei er angab, er sei nach 
seiner  Rückkehr  nach  Italien  am  (…)  2011  von  den  italienischen 
Behörden  in Haft genommen und erst am 2. September 2011 entlassen 
worden,

dass  er  bis  am 5. September  2011  in Rom  (auf  der Strasse)  geblieben 
und dann mit dem Zug via Mailand nach Chiasso gefahren sei,

dass  ihm  anlässlich  der  Befragung  auch  das  rechtliche Gehör  zu  einer 
möglichen  Zuständigkeit  Italiens  für  das  Asylverfahren  sowie  zu  einer 
allfälligen erneuten Wegweisung dorthin gewährt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  ausführte,  es  gebe  keine 
neuen  Gründe,  welche  gegen  eine  Rückführung  nach  Italien  sprechen 
würden,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  25. November  2011  –  eröffnet  am 
1. Dezember  2011 –  in Anwendung  von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf 
das  Asylgesuch  erneut  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Italien 
anordnete, 

dass das Bundesamt den Beschwerdeführer gleichzeitig aufforderte, die 
Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu 
verlassen,  den  Kanton  C._______  mit  dem  Vollzug  der 
Wegweisungsverfügung  beauftragte,  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen 
diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  ihm  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, angesichts des 
festgestellten  EURODAC­Treffers  habe  der  Beschwerdeführer  am  (…) 
2008  in  Italien  ein  Asylgesuch  gestellt  und  er  sei  durch  die  früheren 
Dublin­Verfahren bereits vier Mal nach Italien weggewiesen worden,

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dass  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR 0.142.392.68])  und  auf  das  Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft, 
der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, 
Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­Besitzstands  und  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags  Italien  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig 
sei,

dass  die  italienischen  Behörden  vom  BFM  am  10. Oktober  2011  um 
Übernahme  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art. 16  Abs. 1  Bst. e 
der Verordnung [EG] Nr. 343/3003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur 
Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines Asylantrages zuständig ist, den 
ein  Staatsangehöriger  eines  Drittstaates  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt 
hat  (Dublin­II­Verordnung;  nachfolgend  Dublin­II­VO)  ersucht  worden 
seien,

dass  die  italienischen  Behörden  zum  Übernahmeersuchen  innert  Frist 
keine Stellung genommen hätten, womit die Zuständigkeit, das Asyl­ und 
Wegweisungsverfahren durchzuführen, an Italien übergegangen sei,

dass die Überstellung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am 25. April 2012 zu erfolgen habe,

dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Gewährung 
des rechtlichen Gehörs zu einer Wegweisung nach Italien kein Hindernis 
für eine Wegweisung dorthin darstellten,

dass somit auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, die Wegweisung aus 
der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und 
der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und möglich 
sei,

dass  der Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom 6. Dezember  2011  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und  dabei  in  materieller  Hinsicht  beantragen  liess,  die  angefochtene 

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Verfügung sei  vollumfänglich aufzuheben und die Angelegenheit  sei  zur 
materiellen  Prüfung  des  Asylgesuches  und  zur  neuen  Entscheidung  an 
die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  darum  ersuchte,  der 
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen,

dass  (eventualiter)  die  unentgeltliche  Prozessführung  und 
Verbeiständung zu bewilligen sei,

dass auf die Begründung dieser Begehren – soweit entscheidwesentlich 
– in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  13. Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

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dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  und  Art.  35a  Abs.  2  AsylG),  die 
Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die 
Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch 
nicht  eingetreten  ist  (vgl.  das  zur  Publikation  vorgesehene  Urteil  E­
7221/2009 vom 10. Mai 2011 E. 5),

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben sowie dem damit 
übereinstimmenden  Ergebnis  der  EURODAC­Anfrage  im  (…)  2008  in 
Italien ein Asylgesuch einreichte,

dass  das  BFM  am  10. Oktober  2011  ein  erneutes  Ersuchen  um 
Übernahme des Beschwerdeführers an Italien gestellt hat,

dass  dieses  bis  zum  Ablauf  der  festgelegten  Frist  unbeantwortet 
geblieben  ist  und  demnach  die  Zuständigkeit  für  das  vorliegende 
Verfahren als durch Italien akzeptiert gilt,

dass  der  Beschwerdeführer  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat 
(vorliegend  Italien)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  seines 
Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist,

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dass  die  grundsätzliche  Zuständigkeit  Italiens  in  der  Beschwerde  nicht 
bestritten,  vom  Beschwerdeführer  hingegen  geltend  gemacht  wird, 
aufgrund der in Italien herrschenden desaströsen Zustände im Asylwesen 
bestünden  erhebliche  Zweifel,  ob  hinreichend  Gewähr  dafür  bestehe, 
dass  Ausländer,  insbesondere  Asylsuchende,  nicht  von  individueller 
Gefährdung bedroht seien,

dass  der  Beschwerdeführer  darüber  berichtet  habe,  dass  er  in  Italien 
einzig und allein auf der Strasse gelebt habe und keinerlei Leistungen an 
einen menschenwürdigen Grundbedarf erhältlich gewesen sei,

dass  eine Rücküberweisung des Beschwerdeführers  deshalb  gegen die 
Grundsätze des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 
der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und  insbesondere auch gegen Art. 13 
in  Verbindung  mit  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101) 
verstosse,

dass  Italien  zudem  seit  längerer  Zeit  nicht  mehr  über  die  notwendigen 
Ressourcen  verfüge,  um  die  unzähligen  Asylgesuche  in  einem 
rechtsstaatlichen  Verfahren  zu  kontrollieren,  weshalb  auch  deutsche 
Gerichte dazu neigten, eine Rücküberstellung nicht mehr zuzulassen,

dass hinsichtlich dieser Einwendungen festzuhalten ist, dass Italien unter 
anderem  Signatarstaat  des  FK,  der  EMRK  und  des  Übereinkommens 
vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame, 
unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, 
SR 0.105) ist,

dass Italien als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin­II­VO zuständiger Staat zudem 
gehalten  ist,  unter  anderem  die  Richtlinie  2005/85/EG  des  Rates  vom 
1. Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den 
Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  (sog.  Verfahrensrichtlinie)  und  die  Richtlinie 
2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylbewerbern  in Mitgliedstaaten 
(sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen,

dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten 
Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  verbunden  mit  erhöhtem 
Zustrom  von  Asylsuchenden  zwar mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen 
konfrontiert sieht,

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dass  Italien  aufgrund  seiner  stillschweigenden  Zustimmung  indes 
verpflichtet ist, über ein Asylgesuch des Beschwerdeführers zu befinden, 
und vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, der italienische 
Staat würde den Zugang zu einem  funktionierenden Asylverfahren nicht 
gewährleisten,

dass  das  vom  Beschwerdeführer  in  Italien  eingereichte  Gesuch  im 
Übrigen  auch  behandelt,  jedoch  negativ  entschieden  wurde  (vgl.  A1/14 
S. 7 und 10),

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten 
ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene 
Kapazitätsprobleme in jüngster Zeit akzentuiert haben dürften,

dass  jedoch  auch  unter  Berücksichtigung  dieser Umstände  kein  Anlass 
zur  Annahme  besteht,  der  Beschwerdeführer  würde  nach  der 
Rückführung  in  Italien  in  eine  existenzielle  Notlage  geraten,  zumal  er 
aufgrund  seiner  früheren  Aufenthalte  mit  den  Verhältnissen  in  Italien 
bestens vertraut ist,

dass selbst wenn dem Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr nicht sofort 
eine  Unterkunft  zugeteilt  werden  könnte,  darin  per  se  noch  kein 
mittelbarer Verstoss gegen die Aufnahmerichtlinie respektive gegen Art. 3 
EMRK  zu  erblicken  wäre,  zumal  bis  dato  auch  nicht  angenommen 
werden kann, die  von  Italien bereitgestellten Geldleistungen würden zur 
Deckung des notwendigen Lebensunterhaltes eines Asylsuchenden nicht 
ausreichen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­7654/2010 vom 
20. April 2011 E. 5.8.1),

dass  dem  Beschwerdeführer  ausserdem  die  Möglichkeit  offen  stünde, 
sich  mit  Hilfe  einer  Rechtsberatungsstelle  einer  italienischen 
Hilfsorganisation  in  Italien  gegen  eine  allfällige  Nichteinhaltung  der 
gemäss Aufnahmerichtlinie geltenden Mindeststandards zu wehren,

dass  weder  den  vorinstanzlichen  Akten  noch  der  Beschwerdeschrift 
Hinweise  auf  eine  besondere  Verletzlichkeit  des  Beschwerdeführers 
entnommen werden können,

dass  somit  ohne weiteren Begründungsaufwand  davon  auszugehen  ist, 
das BFM habe keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt gehabt,

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dass  das  vorliegende  Urteil  in  Übereinstimmung  mit  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts zum Wegweisungsvollzug nach Italien ergeht 
(vgl. BVGE 2010/45, Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E­3223/2011 
vom 14. Juni 2011 und E­2908/2011 vom 25. Mai 2011),

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des 
Dublin­Verfahrens  entspricht  und  nach  dem Nichteintretensentscheid  im 
Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83 
Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im 
Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  BVGE  2010/45 
E. 10.2),

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  für  die  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom 
Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu bestätigen 
ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen 
ist, weshalb sich der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung als 
gegenstandslos erweist,

dass  die  mit  der  Beschwerde  gestellten  Gesuche  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs.  1  und  2  VwVG 
abzuweisen  sind,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden 

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Seite 10

Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die 
kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: