# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6fd4ef3-dc19-5807-8b4e-f1c77b22d540
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-30
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 30.01.2012 S2 11 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S2-11-9_2012-01-30.pdf

## Full Text

JUGCIV 

 

S2 11 9 

 

 

URTEIL VOM 30. JANUAR 2012 
 

Kantonsgericht Wallis 
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Es wirken mit: Kantonsrichter/in Dr. Lionel Seeberger, Präsident, Eve-Marie Dayer-
Schmid, Thomas Brunner 

 

In Sachen 

 

X___________, Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

Y___________, Beschwerdegegnerin 

 

 

 

 

 

 

(Kausalität) 

- 2 - 

 

Sachverhalt 
 

A. Der am xxxxx geborene X___________ ist über seinen Arbeitgeber bei der 
Y___________ obligatorisch unfallversichert. Am 27. Juli 2009 wurde er auf dem Velo 
im Stadtverkehr von einem Lastwagen „seitwärts“ angefahren und dabei 
weggeschleudert, was zu einer Verletzung des linken Handgelenks führte. Am 
25. August 2009 stellte Dr. A___________ die Diagnose: Kontusionen der Schulter 
rechts und des Handgelenks links sowie ein Zahndefekt 2. Modular unten links. Trotz 
der verordneten Physiotherapie klagte X___________ anschliessend über 
Spannungen im Nacken- und Schulterbereich rechts und verspürte beim 
Hängenlassen des rechten Arms ein Kribbeln. Infolge anhaltender Beschwerden 
überwies Dr. A___________ X___________ schliesslich an Dr. B___________, 
welcher die Diagnose HWS-Syndrom mit Diskushernien HWK5/HWK6 und 
HWK3/HWK4 sowie akute linksseitige Lumbalgie stellte. Am 26. Januar 2011 wurde in 
der Klinik C___________ in D___________ eine Diskushernienoperation C5/C6 
durchgeführt.  

B. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2010 teilte die Y___________ X___________ mit, 
die gesetzlichen Versicherungsleistungen seien aufgrund des Heilverlaufes erbracht 
worden, da die heute bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern 
ausschliesslich krankhafter Natur seien. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall 
eingestellte hätte (Status quo sine), sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens 
ein Jahr nach dem Unfall erreicht, weshalb sie die Versicherungsleistungen per 
31. Oktober 2010 einstellten. Dagegen erhob X___________ am 26. November 2010 
Einsprache, welche er nach Zustellung der ärztlichen Beurteilung durch die 
Y___________ am 16. Dezember 2010 mit Schreiben vom 21. Dezember 2010 
ergänzte.  

Mit Entscheid vom 11. Januar 2011 wies die Y___________ die Einsprache ab. Sie 
verwies dabei auf die ärztliche Beurteilung vom 13. Dezember 2010 und stellte 
zusammenfassend fest, dass bezüglich der Schulterbeschwerden ein Status quo sine 
anzunehmen sei und die Nackenbeschwerden nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit als unfallkausal einzustufen seien.  

C. Hiergegen reichte X___________ am 7. Februar 2011 (Poststempel) Beschwerde 
bei der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts ein. Er 
beantragte sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheides. Die Begründung 
seiner Beschwerde stützte er auf den Operationsbericht von Dr. E___________ vom 
26. Januar 2011, welcher klar aufzeige, dass sein Schadensbild eindeutig auf einen 
Unfall und nicht auf Abnützung zurückzuführen sei. Mit Beschwerdeantwort vom 
7. März 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und 
die Bestätigung des Einspracheentscheides. Am 8. April 2011 hinterlegte der 
Beschwerdeführer eine abschliessende Replik und hielt an den Begehren fest. 
Demgegenüber verzichtete die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 18. April 2011 
auf eine Duplik. 

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Auf die Vorbringen wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen. 

 

Erwägungen 

 

1. Das Kantonsgericht hat die Prozessvoraussetzungen wie die Partei- und die 
Prozessfähigkeit, die Zulässigkeit des Rechtsweges, die Zuständigkeit der 
angerufenen Instanz, das Rechtsschutzinteresse sowie die formrichtige und 
rechtzeitige Rechtsvorkehr von Amtes wegen zu prüfen (BGE 131 V 202 E. 1, 130 V 
514 E. 1 und 126 V 30).  

a) Gemäss Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen 
Einspracheentscheide innert einer Frist von 30 Tagen nach deren Eröffnung 
Beschwerde bei einem vom Kanton bestellten Versicherungsgericht eingereicht 
werden (Art. 57 ATSG und Art. 60 ATSG). Die am 7. Februar 2011 eingereichte 
Beschwerde erfolge daher fristgerecht. 

b) Die versicherte Person hat ihren Wohnsitz in F___________, mithin im Kanton 
Wallis. Der Streitgegenstand ist sozialversicherungsrechtlicher Natur. Die sachliche 
und örtliche Zuständigkeit der angerufenen Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung 
des Kantonsgerichts ist somit gegeben (Art. 3 des Gesetzes über die Rechtspflege 
vom 11. Februar 2009 [RPflG; SGS/VS 173.1], Art. 58 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 2 
des Verfahrensreglements vom 2. Oktober 2001 [RVG; SGS/VS 173.400] und Art. 
81bis des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege 
vom 6. Oktober 1976 [VVRG; SGS/VS 172.6]). Der Beschwerdeführer ist als 
versicherte Person von der Verfügung bzw. dem Einspracheentscheid der 
Beschwerdegegnerin berührt (Art. 59 ATSG) und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung. Er ist somit zur Beschwerde legitimiert. Auf die 
fristgerecht eingereichte und den formalen Anforderungen entsprechende Beschwerde 
kann eingetreten werden. 

2. Streitig und zu prüfen ist, ob der obligatorische Unfallversicherer aus dem 
versicherten Ereignis vom 27. Juli 2009 auch über den 31. Oktober 2010 hinaus 
leistungspflichtig ist.  

3. a) Nach dem Unfallversicherungsgesetz sind grundsätzlich Berufs- und 
Nichtberufsunfälle versichert. Dem Berufsausfall gleichgestellt werden 
Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; SR 832.20]). Als Unfall gilt die plötzliche, 
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 
auf den menschlichen Körper. Das Ereignis muss dabei die Ursache einer 
gesundheitlichen Störung sein. Somit ist ein Kausalzusammenhang erforderlich. 

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b) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 
in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist. Es genügt, dass das 
schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder 
geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten 
nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele (Urteil des Bundesgerichts 4A_444/2010 vom 22. März 2011 E. 2.1; 
BGE 129 V 181 E. 3.1; 121 V 329 E. 2a; 119 V 337 E. 1; 118 V 289 E. 1b mit 
Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 185 E. 4a). 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung 
bzw. im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung 
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs 
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (Urteil des Bundesgerichts 
8C_1016/2011 vom 31. Mai 2011 E. 1.2; BGE 129 V 177 E. 3.1; 119 V 338 E. 1; 118 V 
289 E. 1b mit Hinweisen). Für die Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im 
Bereich der Medizin ist die Verwaltung bzw. der Richter bisweilen auf Angaben 
ärztlicher Experten angewiesen (BGE 118 V 290 E. 1b). 

c) Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen 
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg 
von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch 
das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (Urteil des Bundesgerichts 
8C_579/2011 vom 10. März 2011 E. 5.2.1; BGE 134 V 109 ff; 109 V 152; 107 V 176 f. 
mit Hinweisen). 

Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht somit für Unfallfolgen, die 
entweder alleinige Folgen des Unfalls sind, oder für Verschlimmerungen eines 
Vorzustandes, die nachgewiesenermassen durch adäquate Unfallfolgen bedingt sind. 
Hier ist zu unterscheiden zwischen einer vorübergehenden Verschlimmerung (mit 
Erreichen des Status quo ante), einer dauernden Verschlimmerung und der 
richtungsgebenden Verschlimmerung. Letztere ist dann gegeben, wenn ein 
unfallunabhängiges Leiden durch den Unfall früher zur Entwicklung gebracht wird, in 
seinem zeitlichen Ablauf beschleunigt oder erst in ein bleibend schmerzhaftes Stadium 
gebracht wird. Schwierigkeiten bereitet die Beurteilung, wenn es sich beim Vorzustand 
um ein progredientes Leiden handelt, das auch ohne Unfallereignis mit einer gewissen 
Wahrscheinlichkeit mit der Zeit mehr Beschwerden verursacht hätte und wenn die 
Beobachtungszeit lang ist. Dann kann der Status quo ante nicht mehr erreicht werden. 

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Deshalb schätzt man in diesen Fällen den Status quo sine, einen hypothetischen 
Zustand, in dem sich der Patient aufgrund des ehemaligen Vorzustandes und des 
wahrscheinlichen, seither zu erwartenden Verlaufes befinden würde 
(Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden in der schweizerischen 
Unfallversicherung, Bern/Stuttgart 1990, S. 16). Wird durch den Unfall somit ein 
krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die 
Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und 
adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch 
und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft nach dem Gesagten 
zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach 
dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall 
früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (Urteil des 
Bundesgerichts 8C_68/2011 vom 29. April 2011 E. 6.4; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 
E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b).  

d) Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse 
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles 
genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt 
die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 
Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts 8C_79/2011 vom 9. März 2011 E. 2.2; 
RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76 
E. 4b). Der Unfallversicherer hat nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu 
erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist an sich 
unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind 
(Urteil des Bundesgerichtes 8C_126/2008 vom 11. November 2008 E. 2.3). 

e) Nach der Rechtsprechung kann eine Diskushernie bloss dann als weitgehend 
unfallbedingt betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und 
geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen. Vorausgesetzt wird 
weiter, dass die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) 
unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (Urteile des Bundesgerichts 
U 3/06 vom 6. September 2006 E. 1.2; U 332/03 vom 3. Januar 2005 mit Hinweisen). 
Ein Unfall ist nur in Ausnahmefällen geeignet, eine Bandscheibenverletzung 
hervorzurufen, zumal eine gesunde Bandscheibe derart widerstandsfähig ist, dass 
unter Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe 
verletzt würde (vgl. das bereits zitierte Urteil vom 3. Januar 2005, U 332/03 mit Hinweis 
auf Günter G. Mollowitz [Herausgeber], Der Unfallmann, Berlin/Heidelberg 1993, 
S. 165). Im medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe 
durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei 

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Rotations-, Hyperextensions- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden 
(Mollowitz, a.a.O., S. 165). 

Bezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens gelten 
dieselben Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und 
insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, 
eine gesunde Bandscheibe zu verletzten. 

4. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle 
Beweismittel, unabhängig davon, vom wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei sich 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die 
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 
begründet sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_412/2011 vom 14. Juli 2011 E. 3.1.2; 
BGE 134 V 231 E. 5.1; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f.). Ausschlaggebend für den 
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 
oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 160f E. 1c mit 
weiteren Hinweisen). 

5. a) In casu stützt sich die Y___________ bei ihrem Entscheid vorwiegend auf die 
Beurteilung der Kreisärztin Dr. G___________ ab. Diese vertritt in ihrer Stellungnahme 
vom 23. Dezember 2010 unter Hinweis auf ihre ärztliche Beurteilung vom 
13. Dezember 2010 die Ansicht, dass betreffend den von X___________ geklagten 
Schulterbeschwerden ein Status quo sine anzunehmen ist und im Weiteren die 
geklagten Nackenbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als 
unfallkausal einzustufen sind. In der Beschwerdeantwort führte die 
Beschwerdegegnerin bezüglich der Nackenbeschwerden weiter aus, dass eine 
relevante unfallbedingte Verschlimmerung vorbestehender und/oder degenerativen 
Wirbelsäuleschäden, insbesondere Diskushernien, nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung nur bewiesen wäre, wenn eine richtunggebende Verschlimmerung 
röntgenologisch ausgewiesen worden wäre und sich von der altersüblichen 
Progression abheben würde. Überdies setze die Annahme einer Unfallkausalität weiter 
voraus, dass die Symptome unmittelbar nach dem Unfall auftreten würden. Die 
Tatsache, dass das zervikoradikukläre Schmerzsyndrom beim Beschwerdeführer erst 

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vier Monate nach dem Unfall aufgetreten sei, stelle einen Grund dar, dass die zervikale 
Diskushernien und damit korrelierende myeloradikuläre Schmerzsyndrom keine 
wahrscheinlichen Unfallfolgen darstellten. Zudem gäbe es laut MRI der HWS vom 4. 
Mai 2010 keinerlei Anzeichen für eine unfallbedingte Schädigung der HWS, namentlich 
keine Frakturzeichen, dafür aber diverse Hinweise für ein krankhaftes und/oder 
degeneratives Geschehen, weshalb ein rechtserheblicher Zusammenhang zwischen 
den HWS-Beschwerden und dem Unfall vom 27. Juli 2009 ohne weiteres zu verneinen 
sei. An diesem Ergebnis ändere auch der Operationsbericht vom 26. Januar 2011 
sowie der Bericht vom Dr. H___________ vom 15. Oktober 2010 nichts, da sich weder 
im einen noch im andern eine einleuchtende und nachvollziehbare medizinische 
Begründung finde, weshalb in casu die Diskushernie entgegen der medizinischen 
Erfahrung und trotz des zeitlichen Abstandes zum Unfall vom 27. Juli 2009 
unfallbedingt sein solle. Bezüglich Schulterbeschwerden führte die 
Beschwerdegegnerin aus, dass diese auf die unfallfremden, krankhaft bzw. 
degenerativ bedingten Nackenschmerzen zurückzuführen seien, weshalb sich 
diesbezügliche Weiterungen erübrigten. 

Der Beschwerdeführer hielt dem entgegen, dass durch den Unfall am 27. Juli 2009, 
neben andern nicht strittigen Unfallschäden, auch die Diskushernie C5/6 rechts 
traumatisiert worden sei, was zu nicht genau lokalisierbaren Schulterschmerzen und 
Gefühlstörungen im Arm rechts und im Bein rechts geführt habe. Die Beschwerden 
unter/am Schulterblatt, welche durch irritierte Nerven an der HWS „vorgetäuscht“ 
worden seien, habe er seit dem Unfall manchmal mehr und manchmal weniger 
gespürt. Zudem habe er nie an Nackenschmerzen gelitten, die „diffusen 
Schulterblattschmerzen“ hätten nach einiger Zeit aber zu Verspannungen der 
Muskulatur im Nacken-/ Halsbereich geführt, was jeweils durch die Physiotherapie 
habe gelindert werden können. Es sei daher logisch, dass diese Verspannungen erst 
einige Zeit nach dem Unfall aufgetreten seien. Nachdem ihm mit Operation vom 
26. Januar 2011 eine traumatisierte Diskushernie C5/6 entfernt worden sei, seien nun 
alle Beschwerden verschwunden und das Schadensbild sei gemäss Operationsbericht 
vom 26. Januar 2011 eindeutig auf einen Unfall und nicht auf Abnützung 
zurückzuführen, weshalb die Beschwerdegegnerin auch für die nach dem 31. Oktober 
2010 durchgeführten Behandlungen leistungspflichtig sei. 

b) Über den Hergang des Unfalls vom 27. Juli 2009 lässt sich den Akten entnehmen, 
dass der Beschwerdeführer während Auslandferien auf dem Velo im Stadtverkehr von 
einem Lastwagen „seitwärts“ angefahren und weggeschleudert wurde. Dabei zog er 
sich Kontusionen an der rechten Schulter und am linken Handgelenk sowie einen 
Zahnschaden zu. Am 4. August 2009 wurde der Unfall der Y___________ gemeldet. 
Am 7. August 2009 erstellte der erstbehandelnde Arzt, Dr. I___________ (Zahnarzt), 
einen Kostenvoranschlag zur Behandlung des erlittenen Zahnschadens. Am 
25. August 2009 hielt der nachbehandelnde Arzt, Dr. A___________ (Facharzt für 
innere Medizin) im ärztlichen Zwischenbericht fest, dass es nach dem Velounfall 
langsam, aber stetig zu einer Verbesserung der Beschwerden kam. Es persistierten 
jedoch noch bewegungsabhängige Schulterschmerzen rechts. Trotz der vom 
behandelnden Arzt am 28. August 2009 verordneten Physiotherapie wurde im 

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ärztlichen Zwischenbericht vom 9. Dezember 2009 festgehalten, dass der 
Beschwerdeführer noch immer über Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich 
rechts klage. Nachdem am 25. Januar 2010 ein orthopädischen Konsilium bei 
Dr. J___________ erfolgt war, wurde am 3. Februar 2010 eine MRI-Untersuchung des 
rechten Schultergelenkes sowie am 12. Februar 2010 eine neurologische 
Untersuchung bei Dr. H___________ organisiert. Bei der Nachkontrolle am 
22. Februar 2010 wurde eine konservative Weiterbehandlung vorgeschlagen. Nach 
Überweisung des Beschwerdeführers an Dr. B___________ wurde am 4. Mai 2010 
eine MRI-Untersuchung der HWS durchgeführt, bei der man ein HWS-Syndrom mit 
Diskushernien HWK5/ HWK6 sowie HWK3/HWK4 und eine akute linksseitige 
Lumbalgie feststellte. Der Beschwerdeführer ist daraufhin am 25. Mai 2010 an 
Dr. K___________ verwiesen worden, welcher bei der Untersuchung am 24. August 
2010 noch einmal eine Serie Physiotherapie speziell für die HWS verordnete, was 
jedoch zu keiner Linderung der Beschwerden führte. In der Folge wurde von 
Dr. K___________ am 15. September 2010, von Dr. E___________ am 12. Oktober 
2010 und von Dr. H___________ am 15. Oktober 2010 eine Operation vorgeschlagen, 
welche am 26. Januar 2011 erfolgreich durchgeführt wurde.  

c) Der Unfall von X___________ war nicht besonders schwer (er wurde denn auch nur 
als Bagatellunfall gemeldet) und führte weder zu einer sofortigen noch zu einer 
späteren Arbeitsunfähigkeit, was sich bei einem tatsächlich durch Unfall verursachten 
Bandscheibenvorfall nicht hätte vermeiden lassen. Die im Regelfall akut auftretenden 
heftigen Beschwerden bei einer Diskushernie hätten unweigerlich Anlass zu einem 
umgehenden Arztbesuch und einer medikamentösen Behandlung gegeben. Aufgrund 
der Akten steht jedoch fest, dass der Beschwerdeführer als erstbehandelnden Arzt 
einen Zahnarzt aufsuchte. Die primäre Behandlung des Zahndefektes deutet darauf 
hin, dass die übrigen Verletzungen in diesem Zeitpunkt keine akuten Beschwerden 
hervorriefen, was vom nachbehandelnden Arzt im ärztlichen Zwischenbericht vom 
27. August 2009 auch bestätigt wurde. Somit sind die vom Bundesgericht aufgestellten 
Kriterien einer unfallkausalen Diskushernie offensichtlich nicht erfüllt.  

d) Selbst wenn ein durch den Unfall ausgelöster Beschwerdeschub vorgelegen hätte, 
stellte sich die die Frage, wie lange ein solcher andauern kann. Unter Berücksichtigung 
des Umstandes, dass ein solcher Schub im günstigsten Fall nach Stunden oder Tagen, 
manchmal aber erst nach Wochen oder Monaten spontan abklingen kann, ist auch 
diesbezüglich auf eine fachärztliche, objektive Meinung abzustellen. Dazu hat 
Dr. G___________ am 22. September 2010 und 13. Dezember 2010 
unmissverständlich aus ärztlicher Sicht festgehalten, dass die aktuellen 
Schulterbeschwerden mehr als ein Jahr nach dem Ereignis nicht mehr als unfallbedingt 
zu betrachten seien. Das Kantonsgericht macht sich diese medizinische Beurteilung zu 
eigen. Der vom Unfallversicherer auf den 31. Oktober 2010 festgesetzten Zeitpunkt 
des Erreichens des Status quo sine ist nachvollziehbar. Denn nach dem derzeitigen 
Wissensstand ist eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen 
degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun 
Monate, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteile 
des Bundesgerichts 8C_972/2010 vom 19. April 2011 E. 4.3; 8C_416/2010 vom 

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29. November 2010 E. 3.3). Da sich der Unfall im vorliegenden Fall am 27. Juli 2009 
ereignete, ist die Terminierung sämtlicher Versicherungsleistungen per 31. Oktober 
2010, mithin 15 Monate nach dem Ereignis, rechtens. Was der Beschwerdeführer 
dagegen vorbringt, ist nicht stichhaltig. Selbst der Operationsbericht vom 26. Januar 
2011 belegt einzig, dass rechtsseitig ein Narbenkonvolut mit zerrissenem Anulus 
fibrosus vorlag, nicht jedoch dessen Bezug zum Unfall vom 27. Juli 2009. Soweit die 
Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber 
verursacht worden ist, hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im 
Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen (Urteile des 
Bundesgerichts 8C_416/2010 vom 29. November 2010 E. 3.3; 8C_816/2009 vom 
21. Mai 2010 E. 4.3). In der Regel ist zu erwarten, dass dieses in unmittelbarem 
Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom nach sechs bis neun 
Monaten abgeschlossen und damit der Status quo sine erreicht sein wird. Die über 
dieses Datum, wie vom Beschwerdeführer behauptet, hinausgehenden Beschwerden 
sind damit in jedem Falle nicht mehr kausal auf das Unfallereignis vom 27. Juli 2009 
zurückzuführen. Der Beschwerdegegnerin ist daher beizupflichten, wonach ein 
rechtserheblicher Zusammenhang zwischen den HWS-Beschwerden und dem Unfall 
vom 27. Juli 2009 - spätestens ab dem 31. Oktober 2010 - zu verneinen ist.  

Wie bereits in E. 3 d) dargelegt, ist es unerheblich, welche Ursachen ein geklagtes 
Leiden hat. Entscheidens ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben. Dies trifft in casu 
spätestens per 31. Oktober 2010 zu. 

6. Nach dem Gesagten erweist sich der Entscheid der Y___________ als rechtens, 
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Den im Verfahren der 
Verwaltungsgerichtbeschwerde obsiegenden Behörde oder mit öffentlich-rechtlichen 
Aufgaben betraute Organisation darf in der Regel keine Parteientschädigung 
zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Eidgenössische 
Versicherungsgericht der Y___________ und den privaten UVG-Versicherern sowie - 
von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädigungen 
zugesprochen, weil sie als Organisationen mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben zu 
qualifizieren sind (BGE 123 V 309 E. 10 mit Hinweisen). Das Verfahren ist, von hier 
nicht massgebenden Ausnahmen abgesehen, kostenlos (Art. 61 ATSG). 

 

Demnach wird beschlossen und erkannt 
 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Kosten erhoben noch Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

Sitten, 30. Januar 2012 

	URTEIL VOM 30. Januar 2012