# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5090d20e-a1ec-5073-a72a-3639a390d126
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.07.2018 B-614/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-614-2018_2018-07-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

 

Postfach 

CH-9023 St. Gallen 

Telefon +41 (0)58 465 25 60 

Fax +41 (0)58 465 29 80 

www.bundesverwaltungsgericht.ch 

 

Geschäfts-Nr. B-614/2018 

 

 
  

 Z w i s c h e n e n t s c h e i d  

v o m  1 7 .  J u l i  2 0 1 8  

 

Besetzung 
 Richter Hans Urech (Vorsitz), 

Richterin Eva Schneeberger, Richter Pascal Richard,    

Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. 

  In der Beschwerdesache 

   
Parteien 

 X._______ GmbH,  

vertreten durch Christoph Isler, Rechtsanwalt,  

_______,  

Beschwerdeführerin,  

 

  gegen 

  
Bundesamt für Strassen ASTRA,  

Rechtsdienst und Landerwerb, 3003 Bern,    

Vergabestelle.  

 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen - 100049 N1/38, 42 Ausbau 

Nordumfahrung Zürich BSA, D-3.1 Abluftventilatoren 

(SIMAP-Meldungsnummer 1001641; Projekt-ID 159116). 

 

B-614/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest: 

A.  

A.a Am 18. August 2017 schrieb das Bundesamt für Strassen ASTRA, Ab-

teilung Strasseninfrastruktur Ost, Filiale Winterthur (nachfolgend: Vergabe-

stelle) auf der Internetplattform simap.ch (Informationssystem über das öf-

fentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) unter dem Projekttitel 

"100049 N1/38, 42 Ausbau Nordumfahrung Zürich BSA, D-3.1 Abluftventi-

latoren" die Beschaffung von Abluftventilatoren für die dritte Röhre des 

Gubristtunnels aus. Der Ausführungsbeginn war auf den 1. Februar 2018 

vorgesehen (vgl. Ausschreibung, Ziff. 2.8). Die Angebote waren bis zum 

23. Oktober 2017 einzureichen (vgl. Ausschreibung, Ziff. 1.4). 

A.b In der Folge gingen zwei Angebote ein, darunter dasjenige der 

X._______ GmbH. 

A.c Mit Schreiben vom 27. November 2017 forderte die Vergabestelle die 

beiden Anbieterinnen zu einer Offertbereinigung auf. 

A.d Am 21. Dezember 2017 erteilte die Vergabestelle den Zuschlag an die 

A._______ B.V., Niederlanden. Die Zuschlagsverfügung wurde am 8. Ja-

nuar 2018 auf simap.ch publiziert (Meldungsnummer 1001641). Zur Be-

gründung führte die Vergabestelle aus, dass die Zuschlagsempfängerin 

nach Beurteilung der Zuschlagskriterien die höchste Punktzahl aller Anbie-

ter erreicht habe. Ihre Offerte sei somit in ihrer Gesamtheit die wirtschaftlich 

günstigste. Das Angebot der Zuschlagsempfängerin überzeuge insbeson-

dere durch eine sehr gute Prüfplanung, eine gute Auftragsanalyse sowie 

gute Referenzen des geforderten Schlüsselpersonals (vgl. Zuschlagsver-

fügung, Ziff. 3.3). 

A.e Mit Schreiben vom 8. Januar 2018 teilte die Vergabestelle der 

X._______ GmbH mit, dass der Auftrag nicht an sie vergeben worden sei. 

Der Zuschlag sei der A._______ B.V. (nachfolgend: Zuschlagsempfänge-

rin) erteilt worden. 

A.f In der Folge fand am 18. Januar 2018 eine Debriefing-Sitzung zwischen 

der Vergabestelle und der X._______ GmbH statt. 

B.  

Mit Eingabe vom 29. Januar 2018 hat die X._______ GmbH (im Folgenden: 

Beschwerdeführerin) gegen die Zuschlagsverfügung vom 8. Januar 2018 

B-614/2018 

Seite 3 

vor dem Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben. Die Beschwer-

deführerin beantragt Folgendes: 

1. Es sei der vorliegenden Beschwerde zunächst superprovisorisch und als-

dann definitiv die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und der Vergabe-

stelle zu verbieten, den Vertrag mit der Zuschlagsempfängerin abzu-

schliessen; 

2. Der Zuschlag an die Zuschlagsempfängerin sei aufzuheben; 

3. Der Zuschlag sei direkt durch das Gericht der Beschwerdeführerin zu er-

teilen; 

4. Eventualiter zu Antrag 3 sei die Sache zur Neuentscheidung an die Verga-

bestelle zurückzuweisen mit der Weisung, den Zuschlag der Beschwerde-

führerin zu erteilen; 

5. Subeventualiter zu Antrag 3 und 4 sei der erteilte Zuschlag aufzuheben und 

die Vergabestelle anzuweisen, die Leistungen im Sinne der gerichtlichen 

Ausführungen neu zu bewerten und neu zu vergeben; 

6. Es sei der Beschwerdeführerin vollumfänglich Akteneinsicht zu gewähren, 

soweit keine nachgewiesene überwiegende öffentliche oder private Inte-

ressen entgegenstehen, insbesondere in sämtliche Aktenstücke und Do-

kumente betreffend die Bewertung der Angebote und davon insbesondere 

in den Evaluationsbericht. Anschliessend sei ihr Gelegenheit zu geben, die 

Beschwerde zu ergänzen, bzw. sei nach erfolgter Akteneinsicht durch die 

Beschwerdeführerin ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen; 

7. Für den Fall, dass die Zuschlagsempfängerin am Verfahren teilnimmt, sei 

der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben, die geheim zu haltenden 

Teile ihres Angebots zu bezeichnen; 

8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vergabestelle, 

evtl. der Zuschlagsempfängerin. 

Die Beschwerdeführerin bringt zur Begründung ihrer Beschwerde ver-

schiedene Rügen vor. Im Wesentlichen schreibt sie, dass ihr Angebot das 

wirtschaftlich Günstigste sei, weshalb ihr der Zuschlag hätte erteilt werden 

müssen. Die Beschwerdeführerin ist insbesondere der Ansicht, dass die 

Voraussetzungen für die Gewährung der aufschiebenden Wirkung im vor-

liegenden Fall erfüllt seien. Ihre Chancen auf den Zuschlag bei Gutheis-

sung der Beschwerde seien intakt. Nicht nur ihre Interessen sprächen für 

die Gewährung der aufschiebenden Wirkung, sondern auch gewichtige öf-

fentliche Interessen an einer wirtschaftlichen Verwendung öffentlicher Mit-

tel. Die Vergabestelle könne sich jetzt, wo es um den Rechtsschutz eines 

Anbieters gehe, der eine vorteilhafte und materiell gut begründete Be-

schwerde einreiche, nicht gegen die Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung aussprechen, ohne sich einem Missbrauchsvorwurf, insbesondere 

der nicht wirtschaftlich effizienten Verwendung öffentlicher Mittel, auszu-

setzen. Nur wenn die aufschiebende Wirkung gewährt werde, könne sie 

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Seite 4 

nach ordnungsgemäss durchgeführtem Vergabeverfahren überhaupt die 

Bewertung ihres Angebots im Vergleich zur Zuschlagsempfängerin beur-

teilen und allenfalls die Auftragserteilung an sich auch rechtlich durchset-

zen. Verschiedene öffentliche Interessen verlangten die Gewährung der 

beantragten aufschiebenden Wirkung. Hier sei namentlich das öffentliche 

Interesse an der Durchsetzung des objektiven Rechts zu erwähnen. Ferner 

seien die öffentlichen Mittel sparsam auszugeben, was angesichts des von 

ihr eingereichten niedrigsten Angebots ebenfalls für die Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung spreche. Ihre Interessen an der Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung seien somit als gewichtig zu werten. Würde das 

Gesuch abgewiesen, könnte die Gutheissung der Beschwerde den mit Si-

cherheit sofort abgeschlossenen Vertrag nicht mehr aufheben, sondern al-

lenfalls nur noch dessen Widerrechtlichkeit feststellen. Für die Zeit bis zum 

definitiven Entscheid über die aufschiebende Wirkung sei sicherzustellen, 

dass die Vergabestelle mit der Zuschlagsempfängerin den Vertrag nicht 

abschliesse. 

C.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Januar 2018 hat der Instruktionsrichter su-

perprovisorisch angeordnet, dass bis zum Entscheid des Bundesverwal-

tungsgerichts über den Antrag betreffend Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, welche den Ausgang des hängigen 

Beschwerdeverfahrens präjudizieren können, namentlich der Vertragsab-

schluss mit der Zuschlagsempfängerin, zu unterbleiben haben. Zudem hat 

der Instruktionsrichter die Vergabestelle eingeladen, zu den prozessualen 

Anträgen der Beschwerdeführerin, insbesondere es sei der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen, Stellung zu nehmen. Der Zu-

schlagsempfängerin ist eine Stellungnahme freigestellt worden. 

D.  

Die Zuschlagsempfängerin hat mit Schreiben vom 19. Februar 2018 mit-

geteilt, sich am vorliegenden Verfahren nicht als Beschwerdegegnerin zu 

beteiligen. Zudem bittet sie darum, dass Dritten keine Akteneinsicht in ihr 

Angebot gewährt werde. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 20. Februar 2018 stellt die Vergabestelle das 

Rechtsbegehren, dass das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung abzuweisen sei. Über das Gesuch sei ohne weiteren Schriften-

wechsel und ohne Verzug zu entscheiden. Die Beschwerde sei abzuwei-

sen. 

B-614/2018 

Seite 5 

Selbst in Anwendung von Art. 25 Abs. 3 der Verordnung vom 11. Dezember 

1995 über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) 

würde die Beschwerdeführerin im Vergleich zur Zuschlagsempfängerin we-

niger gut abschneiden und somit nicht als Zuschlagsempfängerin in Frage 

kommen, zumal insgesamt zwei Abänderungen auch aus Gleichbehand-

lungsgründen nicht hätten berücksichtigt werden dürfen. Die Anforderun-

gen an die einzureichenden Angebote seien in der Ausschreibung klar prä-

zisiert worden. Die Beschwerdeführerin habe es nach unbenutzter Frage-

frist selbst innert 66 Tagen nachweislich nicht zustande gebracht, diesen 

gerecht zu werden. Aus den erwähnten Gründen erweise sich die Be-

schwerde offensichtlich als unbegründet. 

F.  

Mit Instruktionsverfügung vom 9. Juli 2018 wurde die Vergabestelle aufge-

fordert, ein geschäftsgeheimnisbereinigtes Exemplar der "Theoretische[n] 

Evaluationstabelle mit Präzisierungen" vom 19. Februar 2018 (Vernehm-

lassungsbeilage 12) und ein Exemplar der Beilage G zur Beilage 13 ("Eva-

luationsbericht vom 6. Dezember 2017") ihrer Vernehmlassung vom 

20. Februar 2018 in einer originalen Form nachzureichen. Die Vergabe-

stelle kam dieser Aufforderung mit Eingabe vom 12. Juli 2018 nach. 

G.  

Auf die Vorbringen der Parteien des vorliegenden Verfahrens wird, soweit 

sie für den Entscheid wesentlich sind, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids ist der Antrag der 

Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Im Unter-

schied zu Art. 55 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-

zember 1968 (VwVG, SR 172.021) sieht Art. 28 Abs. 1 des Bundesgeset-

zes vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen 

(BöB, SR 172.056.1) vor, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen keine 

aufschiebende Wirkung zukommt. Demnach kann diese vom Bundesver-

waltungsgericht nur auf Gesuch hin erteilt werden (Art. 28 Abs. 2 BöB). 

Vorliegend enthält die Beschwerde ein entsprechendes Begehren. 

B-614/2018 

Seite 6 

1.2 Ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der anhängig ge-

machten Beschwerde zuständig, so entscheidet es auch über Gesuche um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung (vgl. Art. 28 Abs. 2 BöB). 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen einen Ausschluss oder die Erteilung eines Zuschla-

ges, der in den Anwendungsbereich des BöB fällt (vgl. Art. 29 Bst. a und d 

in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 BöB). 

1.3.1 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Über-

einkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen 

(Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter-

stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1 mit Hinweisen). Es ist anwendbar, wenn 

die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der 

Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der geschätzte 

Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entsprechenden 

Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetat-

bestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 

1.3.2 Die Vergabestelle ist als Bundesamt Teil der allgemeinen Bundesver-

waltung und untersteht damit dem BöB (Art. 2 Abs. 1 Bst. a BöB; vgl. An-

hang 1 Annex 1 zum GPA). 

1.3.3 Die Vergabestelle hat die vorliegende Beschaffung als Bauauftrag 

ausgeschrieben (vgl. Ziff. 1.8 der Ausschreibung). Er wird der Common 

Procurement Vocabulary (CPV)-Referenznummer 39717100 (Ventilato-

ren) zugeordnet. Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c BöB bedeutet der Begriff "Bau-

auftrag" einen Vertrag über die Durchführung von Hoch- und Tiefbauarbei-

ten im Sinne von Ziff. 51 der zentralen Produkteklassifikation der Vereinten 

Nationen (CPC-Liste) nach Anhang 1 Annex 5 GPA. Bei der Beschaffung 

bzw. Herstellung, Lieferung und Montage der Ventilatorgesamteinheiten, 

bestehend aus Ventilator-Motor-Einheit mit Laufschaufelverstellung, aero-

dynamisch geformter Einlaufdüse mit Schutzgitter, druckseitigem Diffusor, 

Abschlussklappen inkl. Antrieb, Motorklemmenkasten, Abschlussdeckel, 

Übergangsstücken und elastischen Kompensatoren, sowie sonstiger 

Stahlbauteile (Brückenkonstruktionen, Umlenkbleche) ist – wie in der Aus-

schreibung (Ziff. 1.8) festgehalten – von einem Bauauftrag auszugehen. 

Die Beschaffung fällt damit gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2 BöB in 

den sachlichen Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffent-

liche Beschaffungswesen. 

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Seite 7 

1.3.4 Der Zuschlag wurde vorliegend zu einem Preis von Fr. 5'347'745.– 

exkl. MWST vergeben. Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. c BöB bzw. Art. 6 Abs. 2 

BöB in Verbindung mit Art. 1 Bst. c der Verordnung des Eidgenössischen 

Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) vom 22. No-

vember 2017 über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Be-

schaffungswesen für die Jahre 2018 und 2019 (SR 172.056.12) beträgt der 

Schwellenwert für Bauwerke 8'700'000.– Franken. Vergibt die Auftragge-

berin für die Realisierung eines Bauwerks mehrere Bauaufträge, so ist de-

ren Gesamtwert massgebend (vgl. Art. 7 Abs. 2 BöB). Der vorliegend in 

Frage stehende Auftrag ist Teil eines grösseren Bauprojekts, dessen Ge-

samtkosten ca. 407'513 Millionen Franken (Bau: 359'971 Millionen Fran-

ken; Betriebs- und Sicherheitsanlagen: 47'542 Millionen Franken; siehe 

Bundesamt für Strassen ASTRA, Der Ausbau der Nordumfahrung Zürich 

Fokus Gubristtunnel, unter: <https://www.nordumfahrung.ch/fileadmin/fi-

les/nordumfahrung/downloads/pdf/AS_AN_140321_Praesentation_Tun-

nel.pdf> [abgerufen am 5. April 2018], S. 56) betragen. Dieser Wert über-

trifft den Schwellenwert für Bauwerke zweifellos. Da der Wert des Auftrags 

ausserdem Fr. 5'347'745.– erreicht, ist die Anrufung der sogenannten Ba-

gatellklausel (Art. 14 VöB) ausgeschlossen. 

1.3.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass die vorliegend zu beurteilende 

Beschaffung in den Anwendungsbereich des BöB fällt. Ausnahmen im 

Sinne von Art. 3 BöB sind nicht gegeben. 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorlie-

genden Streitsache zuständig. 

2.  

2.1 Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vor-

schriften des VwVG massgebend, soweit das BöB und das Verwaltungs-

gerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes be-

stimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann 

die Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt wer-

den. 

2.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vergabestelle teilge-

nommen (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG) und ist durch die angefochtene Ver-

fügung – der Zuschlag wurde einer Mitbewerberin erteilt – besonders be-

rührt (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG). 

B-614/2018 

Seite 8 

2.3 Die Beschwerdeführerin beantragt, der Zuschlag sei aufzuheben und 

ihr selbst zu erteilen. Sie hält in ihrer Beschwerde fest, dass nur sie und 

die Zuschlagsempfängerin ein Angebot eingereicht hätten. Diese habe ei-

nen minimalen Vorsprung von 15 Punkten. Die Beschwerdeführerin geht 

davon aus, als zweitplatzierte Anbieterin reelle Chancen auf den Zuschlag 

zu besitzen (S. 3). Ihre Chancen auf ihn seien bei Gutheissung der Be-

schwerde intakt (S. 4). Eine minimale Änderung der Bewertung des ZK 2.1 

– das heisse die Note 3 statt 2 – genüge bereits für den Zuschlag (S. 10). 

Im Beschwerdeverfahren könne sich die Vergabebehörde nicht mehr auf 

einen Ausschlussgrund berufen, den sie nicht bereits im Rahmen des Sub-

missionsverfahrens als gegeben beurteilt habe. Der Zuschlag sei deswe-

gen an sie zu erteilen (S. 19). Bei korrekter Bewertung des Angebots hätte 

sie den Zuschlag erhalten (S. 22). 

2.4 Würde das Gericht dieser Argumentation Folge leisten, hätte die Be-

schwerdeführerin als an zweiter Stelle rangierte Anbieterin eine reelle 

Chance, den Zuschlag zu erhalten. Sie hat daher ein schutzwürdiges Inte-

resse an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung, weshalb sie zur 

Beschwerde legitimiert ist (vgl. BGE 141 II 14 E. 4.4 und 4.6 "Monte Ceneri" 

mit Hinweisen, Urteil des BVGer B-4637/2016 vom 1. Februar 2017 E. 1.3 

"Tunnelreinigung Gotthard-Basistunnel"). 

2.5 Frist (Art. 30 BöB) und Form (Art. 52 Abs. 1 VwVG) der Beschwerde 

sind gewahrt. Der Rechtsvertreter hat sich rechtmässig ausgewiesen 

(vgl. Art. 11 VwVG). Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt 

(vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

2.6 Die Eintretensvoraussetzungen sind daher im vorliegenden Fall erfüllt. 

2.7 Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss, der Zuschlag sei auf-

zuheben und ihr direkt zu erteilen. Eventualiter sei er aufzuheben und die 

Sache zur Neuentscheidung an die Vergabestelle mit der Weisung, ihr den 

Zuschlag zu erteilen, zurückzuweisen. Subeventualiter sei er aufzuheben 

und die Vergabestelle anzuweisen, die Leistungen im Sinne der gerichtli-

chen Ausführungen neu zu bewerten und zu vergeben. Damit richtet sich 

die Beschwerde ausschliesslich gegen den Zuschlag und ist allein die Zu-

schlagsverfügung Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren. 

2.8 Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rah-

men der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwaltungs-

gericht gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (Zwischenentscheid 

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Seite 9 

des BVGer B-2957/2017 vom 23. Juni 2017, E. 1.2 "Lüftung Kaserne 

Thun II" mit Hinweisen, und B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise 

publiziert in BVGE 2009/19, E. 1.2 "Microsoft" mit Hinweisen; GALLI/

MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 

3. Aufl. 2013, Rz. 1340 mit Fn. 3099). 

3.  

3.1 Das BöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung 

oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. 

Es können indes die Grundsätze übernommen werden, welche Rechtspre-

chung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Da-

nach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, die 

für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die 

für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (vgl. BGE 129 II 286 

E. 3; Zwischenentscheid des BVGer B-6837/2010 vom 16. November 2010 

E. 2.1 "Lüftung Belchentunnel" mit Hinweisen). Dass der Gesetzgeber im 

BöB den Suspensiveffekt in Abweichung zum VwVG nicht von Gesetzes 

wegen gewährte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anordnung im 

Submissionsrecht bewusst war und eine individuelle Prüfung dieser Frage 

als notwendig erachtete, nicht aber, dass er diesen nur ausnahmsweise 

gewährt haben wollte (vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid 

B-3402/2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1 mit Hin-

weisen). 

3.2 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist 

im Sinne einer prima facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in einem 

ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon auszu-

gehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der 

Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu gewähren. 

Dasselbe gilt für den Fall, dass auf die Beschwerde aller Voraussicht nach 

nicht eingetreten werden kann (Zwischenentscheid des BVGer 

B-5293/2015 vom 4. November 2015 E. 3.1 "E-Mail-Services für Ratsmit-

glieder"). Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt 

oder bestehen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um aufschie-

bende Wirkung aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu befinden. 

In die Abwägung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidge-

nössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 

(BRK), die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 

2007/13 (E. 2.2) im Grundsatz zu eigen gemacht hat, einerseits die Inte-

ressen der Beschwerdeführerin an der Aufrechterhaltung der Möglichkeit, 

B-614/2018 

Seite 10 

den Zuschlag zu erhalten, wobei zugleich ein gewichtiges öffentliches In-

teresse an der Gewährung effektiven Rechtsschutzes besteht (Zwischen-

entscheid des BVGer B-6177/2008 vom 20. Oktober 2008 E. 2 "Hörge-

räte"). Diesen gegenüber stehen die öffentlichen Interessen, welche die 

Auftraggeberin wahrzunehmen hat. So wird in der GATT-Botschaft 2 vom 

19. September 1994 namentlich festgehalten, gegen den automatischen 

Suspensiveffekt spreche die Gefahr von Verzögerungen und erheblichen 

Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., insbesondere S. 1197; vgl. auch S. 1199; 

vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid B-3402/2009, auszugsweise pu-

bliziert in BVGE 2009/19, E. 2.1). Entsprechend hält das Bundesgericht im 

Rahmen der Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinba-

rung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) 

fest, dass dem öffentlichen Interesse an einer möglichst raschen Umset-

zung des Vergabeentscheides von vornherein ein erhebliches Gewicht zu-

kommt (Urteil des BGer 2P.103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 mit Hin-

weisen; in diesem Sinn auch BVGE 2008/7 E. 3.3). Auch allfällige Interes-

sen Dritter, namentlich der übrigen an einem Beschaffungsgeschäft Betei-

ligten, sind nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. Ausgangspunkt 

muss dabei – insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von Art. XX 

Ziff. 2 und 7 Bst. a GPA – die Gewährung eines effektiven Rechtsschutzes 

und die Verhinderung von Zuständen sein, welche das Rechtsmittel illuso-

risch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 "Vermessung Durchmesserli-

nie" mit Hinweisen; vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1341; 

zum Ganzen BVGE 2017/IV 3 E. 3.3). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt in ihrer Beschwerde, die nachge-

reichten Nachweise stellten eine blosse Präzisierung des Angebots im 

Zuge der Angebotsbereinigung dar. Diese müssten zwingend berücksich-

tigt werden (S. 14). Indem die Vergabestelle die Präzisierungen, welche sie 

im Rahmen der Offertbereinigung vorgenommen habe, nicht bei der Ange-

botsbewertung berücksichtigt habe, habe sie gegen Art. 25 VöB, gegen 

Art. 1 Abs. 1 Bst. b und c BöB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 BöB sowie 

gegen Art. 5 Abs. 3 bzw. Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 

(BV, SR 101) verstossen (S. 19). 

4.2 Die Auftraggeberin schliesst Angebote und Anträge auf Teilnahme mit 

wesentlichen Formfehlern vom weiteren Verfahren aus (vgl. Art. 19 Abs. 3 

BöB). Nach Art. 19 Abs. 1 BöB müssen die Anbieter ihre Offerte schriftlich, 

vollständig und fristgerecht einreichen. Dieser Regel liegt der Gedanke zu-

grunde, dass die Vergabestelle anhand der eingereichten Offerten direkt 

B-614/2018 

Seite 11 

zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll (Zwischenentscheid des 

BVGer B-5084/2007 vom 8. November 2007 E. 3.1.1 "Erneuerung Funk-

system"; Urteil des BGer 2P.164/2002 vom 27. November 2002 E. 3.3). Die 

Entgegennahme eines Angebots, das den Vorgaben der Ausschreibung 

bzw. der Ausschreibungsunterlagen nicht entspricht, ist im Hinblick auf das 

Gebot der Gleichbehandlung der Anbieter und dasjenige der Transparenz 

problematisch (BVGE 2007/13 E. 3.1; Entscheid der BRK vom 23. Dezem-

ber 2005, BRK 2005-017, veröffentlicht in: VPB 70.33 E. 2a/aa). Ein Aus-

schluss aus formellen Gründen ist namentlich wegen eigenmächtiger Än-

derung der Angebotsbedingungen vorgesehen. Dies auch dann, wenn in 

der Folge das wirtschaftlich günstigste Angebot nicht berücksichtigt werden 

kann (BVGE 2007/13 E. 3.3; Urteil des BVGer B-5084/2007 vom 28. Ja-

nuar 2008 E. 2.1 "Erneuerung Funksystem"; zum Ganzen Urteil des BVGer 

B-5563/2012 vom 28. Februar 2013 E. 2.1). 

4.3  

4.3.1 Aus dem Verbot des überspitzten Formalismus von Art. 29 Abs. 1 wie 

auch aus Art. 9 BV kann die Verpflichtung der Behörde abgeleitet werden, 

den Privaten in gewissen Situationen von Amtes wegen auf Verfahrensfeh-

ler hinzuweisen, die er begangen hat oder im Begriff ist zu begehen 

(vgl. BVGE 2007/13 E. 3.2 mit Hinweisen). Dies unter der Voraussetzung, 

dass der Fehler leicht zu erkennen ist und rechtzeitig behoben werden 

kann (BGE 125 I 166 E. 3a mit Hinweisen; vgl. Entscheid der BRK 2005-

017 vom 23. Dezember 2005, publiziert in VPB 70.33 E. 2b mit Hinweisen). 

Der Offerent ist sodann nicht schon wegen unbedeutender Mängel seines 

Angebots oder wegen eines Verhaltens mit Bagatellcharakter auszu-

schliessen (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 444). Demgegenüber 

sind Offerten, die unvollständig sind in Bezug auf Angaben, die sich auf das 

Preis-Leistungs-Verhältnis auswirken, grundsätzlich auszuschliessen 

(vgl. zu den Grenzen der Offertbereinigung insbesondere BVGE 2007/13 

E. 3.4). 

4.3.2 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass drei Kategorien von Offer-

ten, die den Anforderungen nicht entsprechen, zu unterscheiden sind: Eine 

erste Kategorie umfasst Angebote, welche die Vergabestelle aufgrund ihrer 

Mängel nicht ohne Verletzung des Transparenz- und Gleichbehandlungs-

gebots in die Bewertung einbeziehen kann, also ausschliessen muss. Da-

bei ist an jene Fälle zu denken, in welchen die Unvollständigkeit wesentli-

che Punkte des Angebots betrifft und der Ausschlussgrund ein gewisses 

Gewicht aufweist (AGVE 1999 S. 341 ff. E. 3b/ee). Eine zweite Kategorie 

von Offerten ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vergabestelle sie durch 

B-614/2018 

Seite 12 

Rückfragen auf den verlangten Stand bringen darf, aber nicht muss. Die 

Vergabestelle verfügt demnach in diesem Rahmen über einen gewissen 

Ermessensspielraum (BVGE 2007/13 E. 6.2). Die dritte und letzte Katego-

rie lässt sich so umschreiben, dass die Mängel des Angebots derart ge-

ringfügig sind, dass die Vergabestelle zur Bereinigung derselben Hand bie-

ten muss (vgl. zum Ganzen BVGE 2007/13 E. 3.3; Zwischenverfügung des 

BVGer B-5017/2017 vom 13. Dezember 2017 E. 7.4.2 mit Hinweis und Ur-

teil B-5563/2012 B. 2.2 mit Hinweisen). 

4.3.3 Vorliegend betrachtete die Vergabestelle die festgestellten Mängel 

der Offerte der Beschwerdeführerin ausschliesslich unter dem Aspekt der 

Erfüllung der Zuschlagskriterien. Ein Ausschluss der Beschwerdeführerin 

stand und steht ausser Frage. Es handelt sich um eine Offerte der zweiten 

bzw. dritten Kategorie. Demnach hat sich die weitere Prüfung auf die Erfül-

lung der Zuschlagskriterien zu beschränken. 

4.4  

4.4.1 Im Vergaberecht gilt das Prinzip der Unveränderbarkeit der Offerten 

nach deren Einreichung bei der Vergabebehörde (GALLI/MOSER/

LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 710 ff.). Von diesem Grundsatz kann insofern 

abgewichen werden, als die Auftraggeberin die Angebote in technischer 

und rechnerischer Hinsicht nach einem einheitlichen Massstab so berei-

nigt, dass sie objektiv vergleichbar sind (Art. 25 Abs. 1 VöB). Kontaktiert 

sie hierfür den Anbieter oder die Anbieterin, so hält sie den Ablauf und den 

Inhalt der Kontaktaufnahme nachvollziehbar fest (Art. 25 Abs. 2 VöB). 

4.4.2 Dieser Grundsatz, wonach Angebote nach Ablauf des Eingabeter-

mins gemäss Art. 25 VöB nur noch in technischer und rechnerischer Hin-

sicht bereinigt, sonst aber grundsätzlich nicht mehr abgeändert werden 

dürfen, erleidet im Bundesvergaberecht zwar eine wesentliche Ausnahme: 

zulässig sind Angebotsänderungen inkl. Abgebotsrunden im Rahmen von 

Verhandlungen nach Art. 20 BöB und Art. 26 VöB (GALLI/MOSER/

LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 686). Eine solche Verhandlung fand im vorlie-

genden Fall jedoch nicht statt. 

4.4.3 Im Unterschied zu § 28 Abs. 2 der Vergaberichtlinien zur Interkanto-

nalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. No-

vember 1994 / 15. März 2001 (VRöB) und zu anderen kantonalen verga-

berechtlichen Vorschriften enthält das Vergaberecht des Bundes keine 

ausdrückliche Regelung hinsichtlich der Berichtigung von offensichtlichen 

Fehlern, wie zum Beispiel Rechnungs- und Schreibfehlern. Eine solche 

B-614/2018 

Seite 13 

lässt sich aber aus Art. 25 Abs. 1 VöB ableiten (MARTIN BEYELER, Der Gel-

tungsanspruch des Vergaberechts, 1. Aufl. 2012, Rz. 2164). Das Vorliegen 

eines offensichtlichen Fehlers darf aufgrund der Missbrauchsgefahr jedoch 

nicht leichtfertig angenommen werden (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

a.a.O., Rz. 729). Des Weiteren ist zu beachten, dass allein die Offensicht-

lichkeit des Fehlers an sich nicht ausreicht, um diesen zu korrigieren 

(BEYELER, a.a.O., Rz. 2156). Vielmehr muss auch klar sein, was der Anbie-

ter wirklich erklären wollte (Urteil des BVGer B-1528/2017 vom 27. Sep-

tember 2017 E. 4.5.1). Überdies ist die Korrektur von zwar offenkundigen 

Fehlern, bei denen jedoch der wirkliche Wille nicht ebenso offensichtlich 

ist, intransparent und stets zumindest potentiell ungleichbehandelnd 

(BEYELER, a.a.O., Rz. 2157). 

4.4.4 Die Grenze zwischen einer (zulässigen bzw. sogar gebotenen) nach-

träglichen Korrektur von unbedeutenden Formmängeln einerseits und ei-

ner dem Prinzip der Unveränderbarkeit der Offerten zuwiderlaufenden Ab-

änderung der Angebote kann sich im Einzelfall als schwierig erweisen 

(vgl. ETIENNE POLTIER, Droit des marchés publics, 1. Aufl. 2014, Rz. 354, 

Fn. 223; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 713 ff.). 

4.4.5 In einem neueren Urteil hat das Bundesgericht erkannt, dass einer 

Korrektur von Fehlern durch die Vergabestelle nichts entgegensteht, wenn 

die Berichtigung nicht geeignet ist, das Ergebnis des Vergabeverfahrens 

abzuändern (vgl. BGE 141 II 353 E. 8.2.4). Für das Bundesgericht kann 

die Ermittlung des tatsächlichen Willens des Anbieters sowohl aus dem An-

gebot und den Umständen als auch aus der Einholung von Erläuterungen 

beim Anbieter resultieren (vgl. Urteil des BGer 2P.151/1999 vom 30. Mai 

2000 E. 3b sowie BGE 141 II 352 E. 8.2.4). 

4.5  

4.5.1 Art. 25 Abs. 1 VöB präzisiert, dass die Bereinigung 'nach einem ein-

heitlichen Massstab' zu erfolgen hat: Zwar kann der Bereinigungsbedarf 

von Angebot zu Angebot variieren, doch hat der Auftraggeber darauf zu 

achten, dass das Gleichbehandlungsgebot auch bei der Offertbereinigung 

gewährleistet wird (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 664; vgl. Er-

läuternder Bericht zur Änderung der Verordnung über das öffentliche Be-

schaffungswesen (VöB) der Beschaffungskommission des Bundes vom 

1. Januar 2010 [im Folgenden: Erläuternder Bericht], S. 16). Aufgrund des 

Gleichbehandlungsgrundsatzes von Art. 1 Abs. 2 BöB und Art. XIII Ziff. 4 

Bst. a GPA ist es ausgeschlossen, dass eine Offerte durch die Auftragge-

berin im Rahmen von Art. 25 VöB geändert oder ergänzt wird (BRK 1997-

B-614/2018 

Seite 14 

017 vom 29. April 1998 [VPB 62.80], E. 2a). Demnach verbietet es der 

Gleichbehandlungsgrundsatz, dass die Vergabebehörde oder ein Submit-

tent im Rahmen der Offertbereinigung ein Angebot ergänzt oder ändert 

(GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 684). Vorbehalten bleibt die Kor-

rektur von unbeabsichtigten Fehlern, wie Rechen- oder Schreibfehler, so-

weit darin nicht eine Benachteiligung der Mitbewerber liegt (Art. XIII Ziff. 1 

Bst. b GPA; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 684).  

Die (scheinbare) Bereinigung einer Offerte, welche eine Änderung des ur-

sprünglich erklärten Offertinhalts bezweckt oder nach sich zieht, ist verga-

berechtlich als Verhandlung zu betrachten und unterliegt den entsprechen-

den Voraussetzungen, Regeln und Verboten (BEYELER, a.a.O., Rz. 2144). 

4.5.2 Die Lehre erachtet die Einholung von Erläuterungen beim Offerenten 

im Lichte des Gleichbehandlungsprinzips als problematisch. So erblickt 

MARTIN BEYELER in einer nachträglichen Erklärung des Bieters keine Er-

läuterung des bereits seit Offerteingabe Bestehenden, sondern vielmehr 

eine Nachofferte (DERSELBE, a.a.O., Rz. 2156 Fn. 2031). In diesem Sinne 

äussert sich auch HUBERT STÖCKLI, der eine Verletzung des Gleichbehand-

lungsgebots annimmt, wenn einem Anbieter die Gelegenheit eingeräumt 

wird, sein Angebot nachträglich rangwirksam zu modifizieren (vgl. BR/DC 

1/2002 S. 3 ff., zitiert von STEFAN M. SCHERLER in BR/DC 2010 S18, S. 95). 

4.5.3 Die Vergabestelle muss daher gleichbehandelnd vorgehen, also allen 

Bietern, bei denen mit Bezug auf deren Offerte Präzisierungsbedarf be-

steht, eine gleichwertige Erläuterungsmöglichkeit einräumen, ausser der 

Gehalt der Präzisierung spielte im Rahmen der Zuschlagsentscheidung mit 

Gewissheit keine Rolle (BEYELER, a.a.O., Rz. 2141). Verzichtet die Verga-

bestelle bei allen Anbieterinnen in gleicher Weise auf eine strikte Einhal-

tung von Bedingungen und behandelt sie damit gleich, wird Art. 27 BV nicht 

verletzt (vgl. Urteil des BGer 2C_665/2015 vom 26. Januar 2016 E. 3.2.3). 

4.5.4 Da die Kontaktaufnahme mit einer Anbieterin aus Sicht der Gleichbe-

handlung und der Transparenz heikel ist, muss die Vergabestelle aber fest-

halten, mit wem sie Kontakt aufgenommen hat. Sämtliche Fragen der 

Vergabestelle sowie die Antworten der Anbieterin sind derart festzuhalten, 

dass sie für Dritte nachvollziehbar sind (vgl. Erläuternder Bericht, S. 16). 

4.6 Im vorliegenden Fall sandte die Vergabestelle der Beschwerdeführerin 

am 27. November 2017 ein Schreiben. In diesem hielt sie fest, bei der Prü-

B-614/2018 

Seite 15 

fung ihrer Offerte festgestellt zu haben, dass diese nicht abschliessend be-

urteilbar sei. Sie führe zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit und der 

Transparenz der Offerten eine formelle bzw. technische Bereinigung durch 

(S. 1). Die Vergabestelle stellte der Beschwerdeführerin neun schriftliche 

Fragen, welche zu ihren Handen schriftlich zu beantworten waren (S. 1-3).  

Ein entsprechendes Schreiben an die Zuschlagsempfängerin fehlt in den 

Akten. Gemäss dem Protokoll der Evaluationssitzung vom 29. November 

2017 wurde indes ein eingeschriebener Brief zur Bereinigung des Ange-

bots auch der Zuschlagsempfängerin versandt (S. 2). Der Inhalt dieses 

Briefs – der ebenso auf den 27. November 2017 datiert ist – wird im Eva-

luationsbericht vom 6. Dezember 2017 wiedergegeben (S. 6; so auch im 

Protokoll der Evaluationssitzung vom 29. November 2017, S. 2). Dass die 

Zuschlagsempfängerin Bezug auf dieses Schreiben bevorzugt behandelt 

wurde, bringt die Beschwerdeführerin nicht vor und ist nicht ersichtlich. 

Prima facie wurden beide Anbieterinnen durch die Vergabestelle demge-

mäss insofern gleich behandelt. 

4.7  

4.7.1 Die Durchführung einer genügenden Offertbereinigung ist eine 

Rechtspflicht der Vergabestelle, was namentlich voraussetzt, dass die An-

gebote nach deren Durchführung objektiv vergleichbar sind (GALLI/MOSER/

LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 665). Das materielle Bereinigungsrecht hat die 

Vergleichbarmachung der Angebote zum Ziel (GALLI/MOSER/LANG/STEI-

NER, a.a.O., Rz. 675; vgl. Erläuternder Bericht, S. 16). 

4.7.2 Die Vergabestelle ist namentlich dann zur Bereinigung einer Offerte 

aus Gleichbehandlungs-, Verhältnismässigkeits- und Wirtschaftlichkeits-

gründen verpflichtet, wo ein an sich vollständiges Angebot gegen keine Ge-

staltungsvorschriften verstösst und keine derart schwerwiegende formelle 

Darstellungs- und Gliederungsmängel aufweist, dass eine Bereinigung das 

Mass des der Vergabestelle noch Zumutbaren überstiege oder ohne Ein-

griff in den Angebotsgehalt unmöglich wäre. In diesem Fall ist die Offerte 

– unter dem Vorbehalt von anderweitig allenfalls bestehenden Ausschluss-

gründen – im Verfahren zu belassen, zugleich aber so weit zu bereinigen, 

bis sie mit den übrigen Offerten seriös verglichen werden kann (BEYELER, 

a.a.O., Rz. 2147). 

4.7.3 Aus Sicht der Beschwerdeführerin stellt das Verhalten der Vergabe-

stelle eine Verletzung der in Art. 25 Abs. 1 und 2 VöB festgehaltenen Pflicht 

der Vergabebehörde zur Offertbereinigung dar (Beschwerde, S. 20). 

B-614/2018 

Seite 16 

4.8 Bei beiden Anbieterinnen wurde mit dem individuell formulierten, in 

E. 4.6 hiervor erwähnten Fragenkatalog die Vergleichbarkeit der an sich 

vollständigen Offerten bezweckt. Die beiden Fragenkataloge sind so for-

muliert, dass sie diesen Zweck zu erfüllen vermögen. Ein Eingriff in den 

Angebotsgehalt liegt nicht vor. Mit der Zusendung dieses Fragenkatalogs 

an die beiden Anbieterinnen ist die Vergabestelle daher ihrer Pflicht zur 

Bereinigung der Angebote nachgekommen. Eine unterschiedliche Behand-

lung der beiden Anbieterinnen durch die Vergabestelle bei der Bereinigung 

ist nicht ersichtlich. Der in E. 4.7.3 vorstehend angeführten Meinung der 

Beschwerdeführerin kann demnach prima facie nicht gefolgt werden. 

4.9  

4.9.1 Gemäss Art. 25 Abs. 3 VöB bewertet die Auftraggeberin die bereinig-

ten Angebote aufgrund der Zuschlagskriterien. Die Bewertung erfolgt erst, 

wenn die Angebote bereinigt sind (Erläuternder Bericht, S. 17). 

4.9.2 In ihrer Beschwerde beanstandet die Beschwerdeführerin, dass die 

Vergabestelle zwar anlässlich einer formellen bzw. technischen Bereini-

gung zusätzliche Angaben und Unterlagen verlangt habe, welche sie auch 

geliefert habe. Die Vergabestelle habe diese zusätzlichen Informationen 

jedoch in der Bewertung nicht berücksichtigt, sondern ihre Bewertung auf 

dem ursprünglichen, nicht bereinigten Angebot basiert. Es gehe daher 

nicht bloss um die Beurteilung, ob die Vergabebehörde ihren Ermessens-

spielraum überschritten habe, sondern um die Rechtsfrage, ob auf Verlan-

gen der Vergabebehörde nachgelieferte Informationen in die Bewertung 

einfliessen müssten oder nicht (S. 5). Die Vergabestelle habe ihre Rückfra-

gen explizit auf die "formelle / technische Bereinigung" gestützt (S. 19). Sie 

habe die Präzisierungen als Antwort auf diese Rückfragen gemäss eigenen 

Aussagen dann allerdings nicht in die Bewertung der Zuschlagskriterien 

einfliessen lassen, obwohl die Bereinigung genau dazu dienen sollte 

(S. 19-20). Das Verhalten der Vergabestelle widerspreche damit dem Sinn 

und Zweck der Offertbereinigung (S. 20). Die Vergabestelle habe lediglich 

die Angaben in ihrem Angebot, nicht jedoch deren Erläuterungen bei der 

Beurteilung der Zuschlagskriterien berücksichtigt. Sie habe damit nicht alle 

wesentlichen Informationen bei der Beurteilung des Angebots berücksich-

tigt und ihr Angebot dadurch zu Unrecht zu tief bewertet. Infolge dessen 

sei der Zuschlag nicht an die Anbieterin mit dem wirtschaftlich günstigsten 

Angebot – der Beschwerdeführerin – erteilt worden. Die Vergabestelle 

habe damit gegen Art. 21 Abs. 1 BöB verstossen (S. 21). 

B-614/2018 

Seite 17 

4.9.3 Die Vergabestelle äussert in ihrer Vernehmlassung, einige Antworten 

der Beschwerdeführerin hätten zu einer unzulässigen Änderung ihres ur-

sprünglich erklärten Offertinhaltes geführt. Bei dieser Ausgangslage und 

der Tatsache, dass das Bereinigungsverfahren nur im Hinblick auf die Ein-

haltung des Gebotes der Gewährung eines wirksamen Wettbewerbs erfolgt 

sei, habe die Vergabestelle davon abgesehen, die eingeholten Nachweise 

in die Bewertung einfliessen zu lassen (S. 5). Auch mit Berücksichtigung 

von Art. 25 Abs. 3 VöB komme die Beschwerdeführerin nicht als Zuschlags-

empfängerin in Frage (S. 8). 

4.9.4 Eine (scheinbare) Bereinigung einer Offerte, welche eine Änderung 

des ursprünglich erklärten Offertinhalts bezweckt oder nach sich zieht, darf 

nicht in die Bewertung einfliessen (vgl. E. 4.5.1 vorstehend). Demzufolge 

war die Vergabestelle bei den nachgereichten Angaben der Beschwerde-

führerin, welche eine solche Offertänderung bezwecken oder zur Folge ha-

ben, geradezu zur Nichtberücksichtigung verpflichtet. Die von der Be-

schwerdeführerin auf Verlangen der Vergabestelle nachgelieferten Infor-

mationen mussten daher nicht zwingend in vollem Umfang in die Bewer-

tung einfliessen. Zudem räumt Art. 21 Abs. 1 BöB keinen Anspruch auf Be-

rücksichtigung ein, zumal diese Bestimmung ihrem Wortlaut gemäss nur 

die Bereinigung als solche, nicht aber deren Auswirkung im Rahmen der 

Bewertung regelt. Ein Verstoss der Vergabestelle gegen Art. 21 Abs. 1 BöB 

liegt folglich nicht vor. Wenn sie bei der Offertbewertung die nachgereich-

ten Informationen der Beschwerdeführerin, welche eine Änderung des An-

gebotsinhalts bezwecken oder nach sich ziehen, nicht berücksichtigte, folgt 

hieraus insofern auch keine zu Unrecht erfolgte zu tiefe Bewertung. Die 

Vergabebehörde überschritt ihren Ermessensspielraum demnach insoweit 

nicht. 

4.10  

4.10.1 Die Beschwerdeführerin kann in ihrer Beschwerde nicht nachvoll-

ziehen, weshalb eine formelle bzw. technische Offertbereinigung durchge-

führt werde, deren Resultate dann aber aus 'Gleichbehandlungsgründen' 

gar nicht berücksichtigt würden (S. 8). Es sei mehr als nur fraglich, ob der 

Grundsatz der Gleichbehandlung überhaupt verletzt sei. Denn bei ihren Er-

läuterungen handle es sich lediglich um Präzisierungen, die weder auf ihre 

Leistungen noch auf den Angebotspreis einen Einfluss hätten. Dürften sol-

che Erläuterungen wegen Verstosses gegen den Grundsatz der Gleichbe-

handlung bei der Bewertung nicht berücksichtigt werden, würde eine An-

gebotsbereinigung überhaupt keinen Sinn ergeben und Art. 25 Abs. 1 bis 3 

VöB dürften gar nie zur Anwendung gelangen. Zudem entspreche es nicht 

B-614/2018 

Seite 18 

den Intentionen des Gesetzgebers, dass – so mache es vorliegend den 

Eindruck – der Grundsatz der Gleichbehandlung auf einer rein formalen, 

um nicht zu sagen formalistischen Ebene höher als der Grundsatz des wirt-

schaftlichen Einsatzes öffentlicher Mittel gewichtet werde (S. 20). 

4.10.2 Die Vergabestelle bringt in ihrer Vernehmlassung vor, dass die 

nachgereichten Nachweise nicht Bestandteil des bereinigten Angebotes 

bilden dürften, sofern diese zu einer Änderung am materiellen Gehalt der 

Offerte führen würden. Weder die eingeholten Nachweise der Beschwer-

deführerin noch diejenigen der Zuschlagsempfängerin seien in die Bewer-

tung eingeflossen. Insofern liege eine Gleichbehandlung mit Blick auf die 

Anwendung bzw. Nichtanwendung des Art. 25 Abs. 3 VöB vor (S. 5).  

Eine Beschreibung der Antriebe mit Fail-Safe-Funktion sei nicht nachge-

reicht worden. Die Bestätigung der Beschwerdeführerin, wonach sie eine 

Komponente anbieten könne, welche über die gewünschte Funktion ver-

füge, komme einer Änderung des ursprünglichen Offertinhaltes gleich. 

Auch die Bereinigung der technischen Spezifikation bezüglich der Schall-

dämpfer habe zu einer Abänderung des ursprünglich erklärten Offertinhal-

tes geführt. Eine Berücksichtigung dieser Abänderungen in der Bewertung 

würde gegen den Grundsatz des Gleichbehandlungsgebots verstossen. 

Deshalb hätten diese Angaben der Beschwerdeführerin nicht berücksich-

tigt werden dürfen (S. 7-8). 

4.10.3 Die Beschwerdeführerin reichte in der Tat keine Beschreibung der 

Fail Safe-Funktion "stromlos zu" nach. Sie bestätigte in ihrem Schreiben 

vom 1. Dezember 2017 bloss, dass die geforderten Antriebe ohne Geltend-

machung von Mehrkosten geliefert würden (Ziff. 3). Ursprünglich hatte die 

Beschwerdeführerin diesbezüglich in ihren technischen Anmerkungen vom 

22. September 2017 zur Ausschreibung einen anderen Klappenantrieb an-

geboten, welcher einen Mehrpreis bedinge (S. 1). Damit stellt das nach-

trägliche Angebot der Beschwerdeführerin prima facie eine Änderung des 

ursprünglichen Offertinhaltes dar, wie dies die Vergabestelle darlegt. Diese 

Änderung durfte von ihr bei der Bewertung nicht berücksichtigt werden. 

Was die Schalldämpfer anbelangt, bestätigte die Beschwerdeführerin in ih-

rem Schreiben vom 1. Dezember 2017, für den Bau einer Zwischendecke 

keine Mehrkosten geltend zu machen (Ziff. 4), gab aber für die Optimierung 

der Schalldämpfer einen Mehrpreis an (Ziff. 6). In ihren technischen An-

merkungen vom 22. September 2017 zur Ausschreibung ging die Be-

schwerdeführerin noch davon aus, dass auch in der Lüfterzentrale 

B-614/2018 

Seite 19 

Chalofen eine Zwischendecke vorhanden sei oder bauseitig erstellt werde 

(S. 1). Die Angabe des Mehrpreises war von der Vergabestelle in ihrem 

Schreiben vom 27. November 2017 als Optimierung verlangt worden. Hie-

rin besteht keine Offertänderung. Die Erstellung einer Zwischendecke war 

ursprünglich jedoch nicht Offertinhalt gewesen und in der Ausschreibung 

auch nicht vorgesehen. Diesbezüglich änderte ihn die Beschwerdeführerin 

folglich ab. Eine Lösung ohne Zwischendecke bot sie nicht an.  

Die Vergabestelle durfte diese beiden Änderungen des Offertinhalts dem-

nach prima facie aus Gründen des Gleichbehandlungsgrundsatzes nicht 

berücksichtigen.  

Was die übrigen von der Beschwerdeführerin nachgereichten Nachweise 

betrifft, weist die Vergabestelle zu Recht darauf hin, dass mögliche oder 

tatsächliche Änderungen am materiellen Gehalt der Offerte bei der Bewer-

tung des Angebots nicht berücksichtigt werden dürfen (vgl. E. 4.5.1 und 

4.9.4 hiervor). Fliessen sie nicht in die Bewertung ein, erfolgt von vornhe-

rein keine Ungleichbehandlung. Vielmehr verbietet der Gleichheitsgrund-

satz geradezu ihre Berücksichtigung (vgl. E. 4.5.1 und 4.9.4 vorstehend). 

Entsprechend wurde von der Vergabestelle auch die Zuschlagsempfänge-

rin behandelt, welche ebenfalls verschiedene wichtige Nachweise und In-

formationen nachliefern musste, die nicht berücksichtigt wurden. Wo die 

Beschwerdeführerin hingegen blosse Präzisierungen ihres ursprünglichen 

Angebots vornahm, können diese bei der Bewertung grundsätzlich berück-

sichtigt werden. Die Richtigkeit des insofern bereinigten Angebots wird im 

Folgenden geprüft. 

5.  

5.1 Gemäss Ziff. 2.10 der Ausschreibung handelt es sich beim ZK 2.1 

"Qualität der angebotenen Komponenten" um ein Unterkriterium des ZK 2 

"Qualität Ausrüstungen und Ausführungen". Dem ZK 2 kam ein Gewicht 

von 40 % zu, dem ZK 2.1 ein solches von 25 %. 

5.2 Nach den Ausschreibungsunterlagen sind beim ZK 2.1 "Qualität der 

angebotenen Komponenten" unter anderem folgende Punkte aus Sicht des 

Bauherrn zur Qualität der angebotenen Anlagen relevant: Beschreibung 

der vorgesehenen Systemtechnik und Komponenten, technische Daten 

zur Materialwahl und zum Korrosionsschutz, Nachweis für den erforderli-

chen Funktionserhalt der Abluftventilatoren bei einem Ereignis inkl. Moto-

ren (120 min bei 250 °C) und Beilage des Kennfelds (inkl. Betriebspunkte) 

B-614/2018 

Seite 20 

der Abluftventilatoren sowie der Druckverlustberechnungen der Ventilator-

gesamteinheit und der Schalldämpfer (S. 14). 

5.3 Laut den Ausschreibungsunterlagen ist bei der Beschreibung der vor-

gesehenen Systemtechnik und Komponenten insbesondere auf folgende 

Punkte einzugehen: Nachweis für die Einhaltung der erforderlichen Be-

triebspunkte, den erforderlichen Sicherheitsabstand zum Abrisspunkt und 

die Motorreserve des Antriebsmotors, die Beschreibung des Hochfahrvor-

gangs des Abluftventilators und Massnahmen zur Reduktion der Anlauf-

ströme sowie Beurteilung der Einbringsituation der Abluftventilatoren und 

der Schalldämpfer. Die technischen Daten der angebotenen Komponenten 

(Datenblätter) seien: Ventilator-Motoreinheit, Laufschaufelverstellung, 

Ventilatorabschlussklappe inkl. Antrieb, Ventilatorbefestigung, Sensorik 

der kompletten Ventilatorgesamteinheit und Schalldämpfer (S. 14). 

5.4  

5.4.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt in ihrer Beschwerde, die verlang-

ten Nachweise für den erforderlichen Sicherheitsabstand zum Abrisspunkt 

seien von ihr mit Brief vom 1. Dezember 2017 eingereicht worden. Die 

Vergabestelle habe die nachgereichten Unterlagen bei der Bewertung nicht 

berücksichtigt. Das sei nicht korrekt. Bei der Bewertung hätten die nachge-

reichten Unterlagen berücksichtigt werden müssen. Sie habe in ihrem An-

gebot anerkanntermassen die Projizierung nicht vorgelegt. Sie habe je-

doch den verlangten Sicherheitsabstand in ihrem Angebot in Worten be-

schrieben und nachgewiesen, dass in allen in Frage kommenden Szena-

rien Sicherheitsabstände bestünden und damit die Anforderungen bei Wei-

tem erfüllt seien (S. 12). Deren Nichtberücksichtigung in der Bewertung sei 

nicht rechtmässig. Sie habe den Nachweis dieses Unterkriteriums "Nach-

weis Sicherheitsabstand zum Abrisspunkt" durch einen Beschrieb in Wor-

ten und das Diagramm in Ziff. 4.1.1 der technischen Spezifikationen / An-

gaben des Anbieters zu ZK 2.1 erbracht. Es sei explizit auf den verlangten 

Sicherheitsabstand eingegangen worden. Er sei explizit nachgewiesen 

worden. Der Abstand des Betriebspunkts zur Abrissgrenze sei bei Weitem 

gewährleistet. Schon allein aufgrund dieser Angaben könne das Kriterium 

nicht als "schlecht erfüllt" oder "ohne ausreichenden Projektbezug" be-

zeichnet werden. Die nachgereichten Nachweise stellten eine blosse Prä-

zisierung des Angebots im Zuge der Angebotsbereinigung dar, welche in 

die Bewertung hätte einfliessen müssen. Das Unterkriterium hätte damit 

mit mindestens der Note 4 (gute Erfüllung) bewertet werden müssen 

(S. 13).  

B-614/2018 

Seite 21 

Auch bezüglich des Unterkriteriums "Nachweis Motorreserve des An-

triebsmotors" seien die nachgereichten Unterlagen bei der Bewertung nicht 

berücksichtigt worden. Eine Projizierung auf die Ventilatorkennlinie ver-

lange das Lastenheft bei diesem Unterkriterium nicht. Sie habe in ihrem 

Angebot die Thematik der Leistungsreserve in Worten beschrieben und 

nachgewiesen, dass die maximal aufgenommene Leistung deutlich unter-

halb des Maximalwerts liege (S. 13). Es sei nicht rechtmässig, das besagte 

Unterkriterium mit der Note 2 zu bewerten. Der Nachweis sei bereits mit 

den Angaben im ursprünglichen Angebot erbracht worden. Es sei explizit 

auf die im Lastenheft verlangte Leistungsreserve und Anschlussleistung 

eingegangen und aufgezeigt worden, dass die Anforderungen übererfüllt 

worden seien. Bereits damit hätte mindestens die Note 4 (gute Erfüllung) 

zugeordnet werden müssen. Im Lastenheft sei nicht verlangt worden, dass 

zum Nachweis der Leistungsreserve eine Projizierung auf die Ventilator-

kennlinie eingereicht werde. Dies sei erst im Brief vom 27. November 2017 

gefordert und von ihr mit Anlage 2 zum Brief vom 1. Dezember 2017 gelie-

fert worden. Damit stellten die nachgereichten Nachweise eine blosse Prä-

zisierung des Angebots im Zug der Angebotsbereinigung dar. Diese müss-

ten zwingend berücksichtigt werden. Das Unterkriterium hätte auch aus 

diesem Grund mit mindestens der Note 4 (gute Erfüllung) bewertet werden 

müssen (S. 14). 

5.4.2 Die Vergabestelle legt in ihrer Vernehmlassung dar, dass die Be-

schwerdeführerin den Nachweis "Betriebspunkte und Motorreserve" nicht 

vollständig bzw. nachvollziehbar habe erbringen können. Wären die Präzi-

sierungen der Beschwerdeführerin vom 1. Dezember 2017 zum Nachweis 

der Betriebspunkte und der Motorreserve berücksichtigt worden, hätte dies 

nicht nur bei der Beschwerdeführerin, sondern auch bei der Zuschlags-

empfängerin zu einer jeweils um einen Punkt besseren Note im ZK 2.1 

geführt. Dies hätte im Nachhinein keinen Einfluss auf das Evaluationser-

gebnis gehabt (S. 6). 

5.4.3 Nach Ziff. 3.2.1 der Ausschreibungsunterlagen ist bei der Beschrei-

bung der vorgesehenen Systemtechnik und Komponenten insbesondere 

auf den Nachweis für den erforderlichen Sicherheitsabstand zum Abriss-

punkt und die Motorreserve des Antriebsmotors einzugehen (S. 14). 

5.4.4  

5.4.4.1 Laut Ziff. 7.1.4.1 "Lastenheft BSA" muss die Ventilatorkennlinie den 

in dieser Ziffer näher bestimmten Sicherheitsabstand zwischen dem Be-

triebspunkt mit der maximal erforderlichen Totaldruckerhöhung und der 

B-614/2018 

Seite 22 

maximal möglichen Totaldruckerhöhung aufweisen. Dies sei mit dem Kenn-

linienfeld nachzuweisen. 

5.4.4.2 Gemäss Ziff. 7.3.7 "Lastenheft BSA" beinhaltet die Schlussprüfung 

im Werk insbesondere die Prüfung der vorgesehenen Ventilatorkennlinie 

mit dem Nachweis für die Einhaltung des Sicherheitsabstands vom Be-

triebspunkt mit maximaler Totaldruckerhöhung bis zum Abrisspunkt. Weiter 

beinhaltet die obgenannte Schlussprüfung insbesondere die Prüfung des 

Nachweises für die Einhaltung der erforderlichen Motorreserve. 

5.4.5  

5.4.5.1 Nach Ziff. 4.1.1 "Leistungsverzeichnis BSA" sind der erforderliche 

Sicherheitsabstand zum Abrisspunkt und die Motorreserve des Antriebs-

motors zu beschreiben und nachzuweisen.  

Die Beschwerdeführerin hielt im Rahmen ihrer diesbezüglichen Beschrei-

bung bzw. ihres diesbezüglichen Nachweises fest, dass die Forderung be-

züglich des Sicherheitsabstands bei Weitem erfüllt werde. 

5.4.5.2 Gemäss Ziff. 4.7 "Leistungsverzeichnis BSA" ist dem Angebot das 

Kennfeld der Abluftventilatoren der dritten Röhre des Gubrists beizulegen, 

das unter anderem den Sicherheitsabstand zum Pumpbereich zu beinhal-

ten hat (S. 9). 

5.4.6 Mit Schreiben vom 27. November 2017 teilte die Vergabestelle der 

Beschwerdeführerin mit, von ihr sei in Ziff. 4.1.1 "Leistungsverzeichnis 

BSA" für die dritte Röhre des Gubristtunnels der Nachweis zu erbringen, 

dass der erforderliche Sicherheitsabstand zum Abrisspunkt und die ausge-

schriebene Motorreserve eingehalten würden. Die Nachweise müssten 

hierfür unter Berücksichtigung der folgenden Randbedingungen noch er-

bracht werden: (a) die gemäss Tabelle 1 des Lastenhefts, Ziff. 7.1.4.1, de-

finierten Betriebspunkte müssten eingehalten werden, (b) die zusätzlichen 

Totaldruckerhöhungen durch die Druckverluste der VGE bzw. Schalldämp-

fer müssten berücksichtigt werden und (c) müssten alle Betriebspunkte mit 

einer Ventilatorkennlinie bzw. Laufschaufelstellung abgedeckt werden. Für 

die Nachweise (b) und (c) müssten die beiden von der Beschwerdeführerin 

je Zentrale im Angebot berechneten Betriebspunkte auf eine Ventilator-

kennlinie projiziert werden. Diese Projizierung habe nicht stattgefunden. 

Die Betriebspunkte auf dieser Kennlinie stellten jedoch die Basis für die 

Nachweise (b) und (c) dar. Sie werde gebeten, diese Nachweise nachzu-

reichen (Ziff. 5). 

B-614/2018 

Seite 23 

5.4.7 Gemäss dem Dokument "Bewertung Anbieter B" vom 29. November 

2017 ist der Nachweis für den Sicherheitsabstand und die Motorreserve 

nicht erbracht worden (S. 1). Desgleichen wird auch im Protokoll der Eva-

luationssitzung desselben Tags festgehalten. Zur Bereinigung sei ein ein-

geschriebener Brief an die Anbieterin versandt worden (S. 2). 

5.4.8 In ihrem Schreiben vom 1. Dezember 2017 verwies die Beschwerde-

führerin hinsichtlich des verlangten Sicherheitsabstands zum Abrisspunkt 

und der verlangten Motorreserve auf die Anlage 2 des Schreibens (Ziff. 5). 

Diese besteht aus zwei Diagrammen. 

5.4.9 Trotzdem wurde im "Protokoll Formelle Prüfung" vom 4. Dezember 

2017 erneut festgehalten, dass der Nachweis für den Sicherheitsabstand 

Pumpgrenze bzw. die Motorreserve nicht erbracht sei und nachgefordert 

werde (S. 2). Auch laut dem Evaluationsbericht vom 6. Dezember 2017 

sind im Leistungsverzeichnis BSA, Ziff. 4.1.1, die Nachweise "Der erforder-

liche Sicherheitsabstand zum Abrisspunkt wird eingehalten" und "Die aus-

geschriebene Motorreserve […] wird eingehalten" von der Beschwerdefüh-

rerin nicht vollständig bzw. nachvollziehbar erbracht worden (S. 6). 

5.4.10 Erst aus der "Bewertung Anbieter B" vom 19. Februar 2018 geht 

hervor, dass die Beschwerdeführerin beim ZK 2.1 bezüglich der Beschrei-

bung der vorgesehenen Systemtechnik und Komponenten den Nachweis 

für den Sicherheitsabstand und die Motorreserve nachträglich mit Schrei-

ben vom 1. Dezember 2017 erbracht habe. 

5.4.11 Die Vergabestelle räumt in E. 5.4.2 vorstehend ein, dass das Ange-

bot der Beschwerdeführerin bei Berücksichtigung der in E. 5.4.1 hiervor 

genannten, nachgereichten Unterlagen um einen Punkt besser bewertet 

worden wäre. Diesfalls wäre die Vergabestelle aber aufgrund des Gleich-

behandlungsgrundsatzes (vgl. E. 4.5.3 vorstehend) und der Pflicht zur Ver-

gleichbarmachung der Angebote (vgl. E. 4.7.1-2 hiervor) in der Tat dazu 

gezwungen gewesen, auch die diesbezüglichen Präzisierungen der Zu-

schlagsempfängerin zu berücksichtigen.  

6.  

6.1  

6.1.1 Die Beschwerdeführerin äussert in ihrer Beschwerde in Bezug auf die 

"Beurteilung der Einbringsituation der Abluftventilatoren und Schalldämp-

fer", dass sie den Ausdruck "Einbringsituation" falsch aufgefasst und statt-

B-614/2018 

Seite 24 

dessen die "Einbausituation" beschrieben habe. Damit habe sie die Situa-

tion der Ventilatoren und der Schalldämpfer in Bezug auf die Räume ge-

meint, in welche sie eingebaut würden (S. 14). Das Angebot enthalte kei-

nerlei Vorbehalte zur Montage in Bezug auf die im Lastenheft beschriebene 

räumliche Situation. Das bedeute demnach, dass die Montage gemäss den 

Vorgaben erfolgen könne. Damit sei implizit erstellt, dass die Beurteilung 

der Einbringsituation so ausfalle, dass die ausgeschriebenen Randbedin-

gungen ohne Weiteres eingehalten werden könnten. Es sei nicht ersicht-

lich, weshalb die Einbringsituation unter dem Oberbegriff der Qualität der 

angebotenen Komponenten schlecht erfüllt sein sollte, wenn die ausge-

schriebenen Vorgaben eingehalten seien und es dazu nichts hinzuzufügen 

gebe. In der Beantwortung der entsprechenden Frage sei dies denn auch 

ohne Weiteres und vorbehaltlos bestätigt worden. Diese Bestätigung habe 

damit keine Ergänzung oder Änderung des Angebots dargestellt, sondern 

eine Präzisierung. Die Vergabestelle hätte diese Präzisierung in der Be-

wertung berücksichtigen und das Angebot in diesem Punkt mindestens mit 

der Note 3 (durchschnittliche Erfüllung) bewerten müssen (S. 15). 

6.1.2 Die Vergabestelle wendet in ihrer Vernehmlassung ein, die Be-

schwerdeführerin habe mit ihrem Angebot nur eine Beschreibung der Ein-

bausituation für die Schalldämpfer eingereicht. Mit dem Antwortschreiben 

sei bestätigt worden, dass alle mit dem Einbau zusammenhängenden 

Randbedingungen und Leistungen im Angebot berücksichtigt und einge-

rechnet worden seien. Eine Beschreibung der Einbausituation für die Ab-

luftventilatoren bzw. Metallbauteile sei nicht nachgereicht worden. Es habe 

sich hierbei um eine rein finanzielle Präzisierung gehandelt, welche in der 

Evaluation als Bestandteil des ZK 2.1 nicht berücksichtigt worden sei. So-

fern Mehrkosten entstanden wären, hätte dies zu einem Ausschluss der 

Beschwerdeführerin geführt. Die rein formelle Bereinigung habe hier nur 

als Entscheidgrundlage gedient, ob die Beschwerdeführerin definitiv aus-

geschlossen werden solle oder nicht (S. 6). 

6.1.3 Laut Ziff. 3.2.1 der Ausschreibungsunterlagen ist bei der Beschrei-

bung der vorgesehenen Systemtechnik und Komponenten insbesondere 

auf die Beurteilung der Einbringsituation der Abluftventilatoren und der 

Schalldämpfer einzugehen. 

6.1.4 Gemäss Ziff. 4.1 "Leistungsverzeichnis BSA" hat diese Beschreibung 

klar strukturiert zu sein. Bei der Beschreibung der Systemtechnik 

bzw. Komponenten sei insbesondere auf die Beurteilung der Einbausitua-

B-614/2018 

Seite 25 

tion der Abluftventilatoren und der Schalldämpfer einzugehen. Die Be-

schwerdeführerin legte hierzu stattdessen dar, dass die geplanten Räume 

hinsichtlich der Ventilatorstrecke ausreichend für einen aerodynamischen 

ökonomischen Betrieb dimensioniert seien. 

6.1.5 In ihren technischen Anmerkungen vom 22. September 2017 zur 

Ausschreibung bemerkte die Beschwerdeführerin, dass bei der Anlage 

Weinigen die geforderten dB(A) nicht erfüllt würden. Eine umfangreiche Er-

klärung mit Abhilfemassnahmen habe sie in Ziff. 4.1.3 des Leistungsver-

zeichnisses bei der Beurteilung der Einbausituation der Abluftventilatoren 

und der Schalldämpfer gegeben (S. 1). 

6.1.6 Mit Schreiben vom 27. November 2017 forderte die Vergabestelle die 

Beschwerdeführerin zur Bestätigung auf, dass die Lieferung und Montage 

der Abluftventilatoren in der dritten Röhre des Gubristtunnels unter Berück-

sichtigung der Randbedingungen im Lastenheft, Ziff. 2.5.4 und 7.1.2.4, er-

folgen würden und diese Randbedingungen im Angebot eingerechnet wor-

den seien (Ziff. 2). 

6.1.7 Auch im Dokument "Bewertung Anbieter B" vom 29. November 2017 

hielt die Vergabestelle fest, dass keine Aussagen der Beschwerdeführerin 

zu der Einbringung der Abluftventilatoren vorhanden seien (S. 1).  

6.1.8 In ihrem auf den 1. Dezember 2017 datierten Antwortschreiben be-

stätigte die Beschwerdeführerin, dass die Lieferung und Montage der Ab-

luftventilatoren in der dritten Röhre des Gubristtunnels unter Berücksichti-

gung der Randbedingungen im Lastenheft, Ziff. 2.5.4 und 7.1.2.4, erfolgen 

würden und diese Randbedingungen im Angebot eingerechnet worden 

seien (Ziff. 2).  

6.1.9 Aus der Ziff. 3.2 des Evaluationsberichts vom 6. Dezember 2017 geht 

aber hervor, dass die Beschwerdeführerin keine Erläuterungen zum Ein-

bauprozess der Abluftventilatoren in der dritten Röhre des Gubristtunnels 

eingereicht habe. Von der Anbieterin sei eine Bestätigung einzuholen, dass 

die Randbedingungen gemäss Lastenheft im Angebot eingerechnet wor-

den seien (S. 6). 

6.1.10 Laut dem Dokument "Bewertung Anbieter B" vom 19. Februar 2018 

sind keine Aussagen zur Einbringung der Abluftventilatoren vorhanden 

(S. 1). 

B-614/2018 

Seite 26 

6.1.11 Die Beschwerdeführerin äusserte sich in ihren Eingaben im Be-

schaffungsverfahren vor der Vergabestelle nirgends zur Einbring- bzw. Ein-

bausituation der Abluftventilatoren bzw. Metallbauteile, obwohl deren Be-

urteilung von den Anbieterinnen ausdrücklich gefordert worden war 

(vgl. E. 6.1.3 und 6.1.7 hiervor). Die Bestätigung der Beschwerdeführerin, 

bei der Lieferung und Montage der Abluftventilatoren die Randbedingun-

gen zu berücksichtigen und dass diese im Angebot eingerechnet worden 

seien, ist allgemein formuliert, ohne die geforderte Beurteilung zu enthal-

ten. Die Beschwerdeführerin räumt in ihrer Beschwerde zudem ein, die 

Aufforderung missverstanden zu haben (vgl. E. 6.1.1 vorstehend). Sie be-

fasst sich erst in ihrer Beschwerde mit der geforderten Beurteilung. Dem-

gemäss hat die Beschwerdeführerin das Erfordernis prima facie nicht er-

füllt. 

6.2  

6.2.1 Die Beschwerdeführerin äussert in ihrer Beschwerde, dass sie in Be-

zug auf die Abschlussklappen ihrem Angebot eine technische Anmerkung 

beigefügt habe. Sie habe ausgeführt, dass der angebotene Klappenantrieb 

zwar über eine Fail Safe-Funktion verfüge, diese jedoch nicht stromlos sei. 

Sie habe in technischer Hinsicht bereits im Angebot bestätigt, dass die An-

forderung bezüglich Klappenantrieb eingehalten werde. Aus ihrer Sicht sei 

die Bewertung des Unterkriteriums "Ventilatorabschlussklappe inkl. An-

trieb" als "schlecht erfüllt" nicht rechtmässig. Zum einen habe sie bereits 

im Angebot klargestellt, dass ein solcher Klappenantrieb geliefert werden 

könne und auch werde. Zum anderen seien mit der Fragenbeantwortung 

allfällige Zweifel oder Auslegungsfragen ausgeräumt worden. Die Fragen-

beantwortung sei daher auch in diesem Punkt eine reine Präzisierung res-

pektive Bereinigung des Angebots (S. 15). Die technische Qualität der an-

gebotenen Komponente sei damit nicht "schlecht erfüllt", sondern mindes-

tens durchschnittlich (das heisse Note 3) (S. 15-16). Die Frage des Mehr-

preises hätte sich allenfalls bei der Preisbewertung berücksichtigen lassen, 

habe sich aber in Anbetracht der Bestätigung, dass kein Mehrpreis anfalle, 

erübrigt (S. 16). 

6.2.2 Die Vergabestelle wendet in ihrer Vernehmlassung ein, obwohl in der 

Ausschreibung explizit verlangt, habe die Beschwerdeführerin Ventilator-

abschlussklappen angeboten, welche nicht über eine Fail Safe-Funktion 

"stromlos" verfügten. Eine Beschreibung der Antriebe mit Fail Safe-Funk-

tion sei nicht nachgereicht worden. Falls die Beschwerdeführerin die An-

forderungen nicht hätte erfüllen können oder falls die Bereinigung dieser 

B-614/2018 

Seite 27 

Anforderung zu Mehrkosten geführt hätte, wäre sie definitiv ausgeschlos-

sen worden. Somit habe die Beschwerdeführerin eine andere Komponente 

als in der Ausschreibung gewünscht angeboten. Ihre Bestätigung, wonach 

sie eine Komponente anbieten könne, welche über die gewünschte Funk-

tion verfüge, komme einer Änderung des ursprünglich erklärten Offertinhal-

tes gleich. Eine Berücksichtigung dieser Abänderung in der Bewertung 

würde gegen den Grundsatz des Gleichbehandlungsgebotes verstossen. 

Deshalb habe die Vergabestelle diese Angaben der Beschwerdeführerin 

nicht berücksichtigen dürfen (S. 7). 

6.2.3 Nach Ziff. 7.1.4.3 des Dokuments "Lastenheft BSA" gilt bezüglich des 

Klappentyps insbesondere die Anforderung des Fail Safe, wonach bei Ven-

tilatorausfall die Klappe stromlos schliessen müsse. Die Klappenantriebe 

müssten über eine Fail Safe-Funktion verfügen, die beim Ausfall eines Ven-

tilators eine sichere Klappenschliessung ermögliche. Die Fail Safe-Funk-

tion sei in die Steuerung zu implementieren. 

6.2.4 Laut Ziff. 7.3.12 des Dokuments "Lastenheft BSA" beinhalten die An-

lageneinzeltests insbesondere die Funktionsprüfung der Fail Safe-Funk-

tion. 

6.2.5 Gemäss den technischen Anmerkungen der Beschwerdeführerin 

vom 22. September 2017 zur Ausschreibung verfügt der im LV eingesetzte 

Klappenantrieb über eine Fail Safe-Funktion, der beim Ausfall eines Venti-

lators eine sichere Klappenschliessung ermögliche, allerdings nicht strom-

los. Es könne ein anderer Klappenantrieb im Auftragsfall eingesetzt wer-

den. Dies bedinge allerdings einen Mehrpreis (S. 1). 

6.2.6 Mit Schreiben vom 27. November 2017 wies die Vergabestelle die 

Beschwerdeführerin darauf hin, dass die Fail Safe-Funktion "stromlos zu" 

gemäss Lastenheft, Ziff. 7.1.4.3, explizit gefordert sei. Sie solle bestätigen, 

dass sie die Antriebe für die Ventilatorabschlussklappen entsprechend den 

Anforderungen der Ausschreibung liefern werde und hierfür keine Mehr-

kosten geltend gemacht würden (Ziff. 3). 

6.2.7 Laut dem Dokument "Bewertung Anbieter B" vom 29. November 

2017 besteht eine Unkonformität. Die Klappenantriebe seien ohne Fail 

Safe "stromlos zu" (S. 1). Das Protokoll der Evaluationssitzung vom 

29. November 2017 hält dasselbe fest. Zur Bereinigung sei ein einge-

schriebener Brief an die Anbieterin versandt worden (S. 2). 

B-614/2018 

Seite 28 

6.2.8 In ihrem Schreiben vom 1. Dezember 2017 bestätigte die Beschwer-

deführerin, dass die Antriebe für die Ventilatorabschlussklappen entspre-

chend den Anforderungen der Ausschreibung geliefert würden. Hierfür wür-

den keine Mehrkosten geltend gemacht (Ziff. 3). 

6.2.9 Gemäss dem "Protokoll Formelle Prüfung" vom 4. Dezember 2017 

wiesen die Abschlussklappen des Ventilators keinen Fail Safe-Antrieb 

"stromlos zu" auf (S. 2). 

6.2.10 Im Evaluationsbericht vom 6. Dezember 2017 wird auf die Anmer-

kungen der Beschwerdeführerin vom 22. September 2017 zur Fail Safe-

Funktion "stromlos zu" (E. 6.2.5 hiervor) verwiesen. Dazu wird vermerkt, 

dass diese Funktion gemäss Lastenheft, Ziff. 7.1.4.3, explizit gefordert sei 

(S. 6). 

6.2.11 Gemäss dem Dokument "Bewertung Anbieter B" vom 19. Februar 

2018 sind die Klappenantriebe ohne Fail Safe "stromlos zu". 

6.2.12 Wie bereits in E. 4.10.3 hiervor festgehalten, durfte die Vergabe-

stelle das nachträgliche Angebot der Beschwerdeführerin vom 1. Dezem-

ber 2017 nicht berücksichtigen. Das ursprüngliche Angebot enthält die ge-

forderte Fail Safe-Funktion "stromlos zu" unstrittig nicht. Folglich hat die 

Beschwerdeführerin dieses Erfordernis prima facie nicht erfüllt. 

6.3  

6.3.1 Die Beschwerdeführerin äussert in ihrer Beschwerde, dass sie in Be-

zug auf die Schalldämpfer ihrem Angebot eine technische Anmerkung bei-

gefügt habe. Sie habe ausgeführt, es sei ihr in den Ausschreibungsplänen 

aufgefallen, dass über dem Schalldämpfer keine Zwischendecke vorgese-

hen sei, und sie gehe davon aus, dass eine solche erstellt würde. Sie sei 

von einem Versehen ausgegangen. Aus ihrer Sicht sei die Bewertung des 

Unterkriteriums "Technische Daten: Schalldämpfer" als "schlecht erfüllt" 

nicht rechtmässig. Im Angebot habe sie lediglich darauf hingewiesen, dass 

sie vom Vorhandensein einer Zwischendecke ausgegangen sei. In der Fra-

genbeantwortung sei klargestellt worden, dass die Anforderung der Aus-

schreibung erfüllt sei. Die Fragebeantwortung sei daher auch in diesem 

Punkt eine reine Präzisierung respektive Bereinigung des Angebots 

(S. 16). 

6.3.2 Die Vergabestelle wendet in ihrer Vernehmlassung ein, die Be-

schwerdeführerin habe mit ihrem Angebot Schalldämpfer angeboten, die 

B-614/2018 

Seite 29 

den baulichen Randbedingungen der Ausschreibung nicht entsprächen 

(S. 7). Falls die Beschwerdeführerin die Anforderung nicht hätte erfüllen 

können oder die Bereinigung dieser Anforderung zu Mehrkosten geführt 

hätte, wäre sie definitiv ausgeschlossen worden (S. 7-8). Diese Bereini-

gung der technischen Spezifikation habe zu einer Abänderung des ur-

sprünglich erklärten Offertinhaltes geführt. Eine Berücksichtigung dieser 

Abänderung in der Bewertung würde gegen den Grundsatz des Gleichbe-

handlungsgebotes verstossen und habe deshalb nicht berücksichtigt wer-

den dürfen (S. 8). 

6.3.3 In ihren technischen Anmerkungen vom 22. September 2017 zur 

Ausschreibung hält die Beschwerdeführerin fest, dass ihr aufgefallen sei, 

dass der Schalldämpfer in der Lüfterzentrale Chalofen "frei" im Raum 

stehe. Sie gehe davon aus, dass die Zwischendecke in Chalofen vorhan-

den sei oder bauseitig erstellt werde (S. 1). 

6.3.4 Mit Schreiben vom 27. November 2017 teilte die Vergabestelle der 

Beschwerdeführerin hinsichtlich dieses Hinweises in den Beilagen zur Aus-

schreibung mit, dass baulich, wie in den Planbeilagen der Ausschreibung 

dargestellt, keine Zwischendecken vorgesehen würden. Weiter hält die 

Vergabestelle fest, dass in der Ausschreibung keine Vorgaben zur bauli-

chen Ausführung der Schalldämpfer gemacht würden. Die Beschwerdefüh-

rerin werde gebeten zu bestätigen, dass die Schalldämpfer in ihrem Ange-

bot die von ihr berechnete Schalldämpfung erfülle und keine Mehrkosten 

für den Bau einer Zwischendecke geltend gemacht würden (Ziff. 4). Die 

Beschwerdeführerin solle bitte den Mehrpreis für die in Ziff. 4.1.3 des "Leis-

tungsverzeichnis BSA" angegebene Optimierung der Schalldämpfer be-

kannt geben. Dabei sei zu berücksichtigen, dass durch den Rohbau keine 

Zwischendecke erstellt werde (Ziff. 6). 

6.3.5 Nach dem Dokument "Bewertung Anbieter B" vom 29. November 

2017 sei die Funktionalität der Schalldämpfer Chalofen ohne "Dach" nicht 

gegeben (S. 1). Laut dem Protokoll der Evaluationssitzung gleichen Da-

tums besteht eine Unkonformität mit der Ausschreibung. Die Schalldämp-

fer Chalofen seien ohne aerodynamischen Abschluss im Deckenbereich. 

Es gebe keine Angaben zu Mehrkosten der Unternehmeroption Schall-

dämpfer Chalofen. Zur Bereinigung der genannten Punkte sei ein einge-

schriebener Brief an die Beschwerdeführerin versandt worden (S. 2). 

6.3.6 Die Beschwerdeführerin bestätigte in ihrem Schreiben vom 1. De-

zember 2017, dass keine Mehrkosten für den Bau einer Zwischendecke 

B-614/2018 

Seite 30 

geltend gemacht würden (Ziff. 4). Der Mehrpreis für die Optimierung der 

Schalldämpfer betrage Fr. _______.–. Dieser Mehrpreis beinhalte ausser 

der Hardware auch die zusätzlichen Transport- und Montagekosten 

(Ziff. 6). 

6.3.7 Trotzdem hielt das "Protokoll Formelle Prüfung" vom 4. Dezember 

2017 fest, dass es Unkonformitäten mit der Ausschreibung gebe. Die 

Schalldämpfer seien unvollständig. Es fehlten Angaben zu Mehrkosten der 

Unternehmeroption Schalldämpfer Chalofen. Sie seien angefordert (S. 2). 

6.3.8 Laut dem Evaluationsbericht vom 6. Dezember 2017 ist nicht vorge-

sehen, dass durch den Rohbau bzw. Dritte eine Zwischendecke errichtet 

werde. Die in Ziff. 4.1.3 "Leistungsverzeichnis BSA" erwähnte Optimierung 

der Schalldämpfer sei nicht angeboten worden (S. 6). 

6.3.9 Aus dem Dokument "Bewertung Anbieter B" vom 19. Februar 2018 

geht hervor, dass die Funktionalität der Schalldämpfer Chalofen ohne 

"Dach" nicht gegeben sei. 

6.4 Wie in E. 4.10.3 vorstehend bereits dargelegt, offerierte die Beschwer-

deführerin keine ausschreibungskonforme Lösung, was das "Dach" der 

Schalldämpfer Chalofen anbelangt, sondern änderte vielmehr nachträglich 

den Inhalt der ursprünglichen Offerte ab. Diese Änderung kann nicht be-

rücksichtigt werden (vgl. E. 4.10.3 hiervor). Demgemäss hat die Beschwer-

deführerin auch dieses Erfordernis prima facie nicht erfüllt. 

6.5  

6.5.1 Die Beschwerdeführerin anerkennt in ihrer Beschwerde, dass die klar 

strukturierte Begründung der Materialwahl im Angebot tatsächlich mager 

ausgefallen sei (S. 16-17). Dies sei jedoch vor dem Hintergrund von 

Ziff. 5.1.2 des Lastenhefts zu sehen: als Hauptkomponenten des Lieferum-

fangs seien Ventilatorgesamteinheiten (VGE), Umlenkbleche und Stahl-

konstruktionen genannt worden. Für die Umlenkbleche habe sie auf Auf-

forderung der Vergabestelle die Materialspezifikation nachgeliefert. Das 

Material für sonstige Stahlkonstruktionen habe sie bereits im Angebot ge-

nannt. Da die Beschreibung wieder auf maximal zwei Seiten A4 begrenzt 

gewesen sei und für die Erläuterungen des Korrosionsschutzes genutzt 

worden seien, habe sie lediglich ergänzende Angaben zu den Vorgaben 

der Ausschreibung ins Angebot aufgenommen. Aus ihrer Sicht hätte daher 

dieser Teil des Unterkriteriums "Materialwahl und Korrosionsschutz" min-

B-614/2018 

Seite 31 

destens mit der Note 3 (durchschnittliche Erfüllung) bewertet werden müs-

sen. Zum Thema Korrosionsschutz habe sie ausführliche Angaben ge-

macht. Insbesondere habe sie nicht nur die Einhaltung der ausgeschriebe-

nen Spezifikationen dargelegt, sondern für die VGE ein höherwertiges Be-

schichtungssystem angeboten, welches sie aufgrund ihrer Erfahrungen als 

angezeigt erachte. Die angebotenen Komponenten erfüllten daher die An-

forderungen der Ausschreibung nicht nur, sondern gingen darüber hinaus. 

Aus ihrer Sicht hätte daher dieser Teil des Unterkriteriums "Materialwahl 

und Korrosionsschutz" mindestens mit der Note 4 (gute Erfüllung) oder so-

gar mit der Maximalnote 5 bewertet werden müssen. Aus ihrer Sicht sei die 

Bewertung des Unterkriteriums "Technische Daten zur Materialwahl und 

zum Korrosionsschutz" als "schlecht erfüllt" nicht rechtmässig. Insbeson-

dere die klare Übererfüllung der Anforderungen beim Korrosionsschutz 

müsse dazu führen, dass dieses Unterkriterium insgesamt nicht als 

"schlecht erfüllt" bewertet werden könne (S. 17).  

6.5.2 Die Vergabestelle wendet in ihrer Vernehmlassung ein, die techni-

schen Spezifikationen seien von der Beschwerdeführerin nicht erfüllt wor-

den, da ihr Angebot keine Angaben zu Materialspezifikationen für die Um-

lenkbleche enthalten habe. Im Rahmen des Bereinigungsverfahrens seien 

diese nachgereicht worden. Sofern diese technischen Spezifikationen der 

Beschwerdeführerin zu Mehrkosten geführt hätten, wäre sie ausgeschlos-

sen worden. Es habe sich hierbei um eine finanzielle Präzisierung gehan-

delt, welche in der Evaluation als Bestandteil des ZK 2.1 nicht berücksich-

tigt worden sei (S. 8). 

6.5.3 Gemäss Ziff. 3.2.1 der Ausschreibungsunterlagen sind aus Sicht des 

Bauherrn insbesondere technische Daten zur Materialwahl und zum Kor-

rosionsschutz relevante Punkte zur Qualität der angebotenen Anlagen. 

6.5.4 Nach Ziff. 7.1.3.5 "Lastenheft BSA" – diese Ziffer ist übertitelt mit "Ma-

terialen / Korrosionsschutz" – richtet sich die Werkstoffwahl nach den Vor-

gaben des ASTRA Fachhandbuchs BSA, insbesondere nach den Techni-

schen Merkblättern 23001-12210 "Zonen / Klimatische Bedingungen" und 

23001-12120 "Werkstoffwahl und Korrosionsschutz" sowie nach den Um-

gebungsbedingungen gemäss Ziff. 7.1.3.2 und 7.1.3.3. Für die Komponen-

ten D-3.1, Abluftventilatoren, resultierten folgende Korrosivitätskategorien: 

 Bereiche / Teile, die den Umgebungsbedingungen des Abluftkanals ausge-

setzt seien, würden gemäss TM 23 001-12210 der Korrosivitätskategorie 

C5 zugeordnet 

B-614/2018 

Seite 32 

 Bereiche / Teile, die den Umgebungsbedingungen der Lüftungszentrale 

ausgesetzt seien, würden gemäss TM 23 001-12210 der Korrosivitätskate-

gorie C3 zugeordnet 

Für Befestigungen im Beton müsse gemäss TM 23001-12120 

 Stahl feuerverzinkt  Korrosivitätskategorie C3 

 Stahl hochlegiert  Korrosivitätskategorie C3 & C5 

verwendet werden. Je Korrosivitätskategorie seien im TM 23001-12120 die 

zulässigen Materialen, der Korrosionsschutz inkl. Beschichtungsaufbau, 

die Schichtdicken sowie Massnahmen zum Umgang mit Materialen vorge-

geben. Nach beendeter Montage habe der Unternehmer D-3.1, Abluftven-

tilatoren, sämtliche beim Transport und bei der Montage entstandenen 

Schäden am Korrosionsschutz auf seine Kosten auszubessern. 

6.5.5 Laut Ziff. 7.1.4.6 "Lastenheft BSA" müssen Umlenkschaufeln die Ma-

terialvorgaben für die Korrosivitätskategorie C5 für Stahl feuerverzinkt und 

beschichtet gemäss TM 23001-12120 "Werkstoffwahl und Korrosions-

schutz" einhalten. 

6.5.6 Gemäss Ziff. 7.2.4.6 "Lastenheft BSA" soll der Korrosionsschutz der 

Umlenkbleche sichergestellt sein. 

6.5.7 Nach Ziff. 4.3 "Leistungsverzeichnis BSA" war auf maximal zwei A4-

Seiten eine klar strukturierte Begründung der Materialwahl und Beschrei-

bung des Korrosionsschutzes der Abluftventilatoren und aller Metallbau-

teile mit Bezug zum Fachhandbuch BSA, TM 23001-12120, abzuliefern. 

Die Beschwerdeführerin notierte dazu den von ihr vorgesehenen Korrosi-

onsschutz. Das dabei verwendete Beschichtungssystem habe sie – im Hin-

blick auf die abzugebende Garantie über die Dauer von fünf Jahren für 

Korrosionsschäden ab Abnahme des Werkes durch den Kunden sowie den 

Erfahrungswerten der letzten 40 Jahre im Tunnelbereich – bereits in ihrem 

Angebot anstelle des in der Ausschreibung angegebenen Beschichtungs-

systems vorgesehen und preislich kalkuliert. Das von ihr eingesetzte Be-

schichtungssystem erfülle die Vorgabe der Korrosivitätskategorie C5-I / 

Hoch.  

6.5.8 Mit Schreiben vom 27. November 2017 teilte die Vergabestelle der 

Beschwerdeführerin mit, in Ziff. 4.3 "Leistungsverzeichnis BSA" seien 

keine Angaben zum Material der Umlenkbleche enthalten. Sie solle bitte 

deren Materialspezifikationen bekanntgeben (Ziff. 7).  

B-614/2018 

Seite 33 

6.5.9 Nach der "Bewertung Anbieter B" vom 29. November 2017 gibt es 

keine Übersicht der verwendeten Materialien. Die Materialspezifikation sei 

nicht vollständig. Die Vergabestelle erwähnt die Umlenkbleche. Es gebe 

keine Verweise auf andere Angebotsdokumente. Es seien generelle Aus-

sagen zum Korrosionsschutz vorhanden, aber keine Details. Es seien nicht 

alle Anlagen behandelt. Es gebe keine Verweise auf andere Dokumente 

des Angebots (S. 1). 

6.5.10 Laut dem Protokoll der Evaluationssitzung vom 29. November 2017 

gibt es keine Angaben der Beschwerdeführerin zu den Materialspezifikati-

onen der Umlenkbleche. Zur Bereinigung sei ein eingeschriebener Brief an 

die Anbieterin versandt worden (S. 2).  

6.5.11 In ihrem Schreiben vom 1. Dezember 2017 nannte die Beschwer-

deführerin die Materialspezifikation der Umlenkbleche (Ziff. 7). 

6.5.12 Gemäss dem "Protokoll Formelle Prüfung" vom 4. Dezember 2017 

fehlen Angaben zur Materialwahl Umlenkbleche. Sie seien nachgefordert 

worden (S. 2). 

6.5.13 Laut dem Evaluationsbericht vom 6. Dezember 2017 sind in Ziff. 4.3 

"Leistungsverzeichnis BSA" die Materialspezifikationen der Umlenkbleche 

nicht angegeben worden (S. 6).  

6.5.14 Aus der "Bewertung Anbieter B" vom 19. Februar 2018 geht hervor, 

dass es in Bezug auf die technischen Daten zur Materialwahl und zum Kor-

rosionsschutz keine Übersicht der verwendeten Materialien gebe. Die Ma-

terialspezifikation sei nicht vollständig. Die Materialspezifikationen der Um-

lenkschaufeln seien mit Schreiben vom 1. Dezember 2017 nachgereicht 

worden. Es seien generelle Aussagen zum Korrosionsschutz vorhanden. 

Es gebe aber keine Details und es würden nicht alle Anlagen behandelt. 

Es gebe keine Verweise auf andere Dokumente des Angebots (S. 1).  

6.5.15 Die Materialspezifikationen für die Umlenkbleche sind unbestritte-

nermassen im Angebot nicht enthalten gewesen und von der Beschwerde-

führerin nachgereicht worden. Sie verändern daher möglicherweise den 

materiellen Gehalt der ursprünglichen Offerte. Damit durften sie bei der An-

gebotsbewertung von der Vergabestelle nicht berücksichtigt werden 

(vgl. E. 4.5.1 und 4.9.4 hiervor). Sie beachtete die nachgereichten Materi-

alspezifikationen für die Umlenkbleche folglich prima facie zurecht nicht. 

  

B-614/2018 

Seite 34 

6.6  

6.6.1 Die Beschwerdeführerin legt in ihrer Beschwerde dar, dass nicht be-

stritten werde, dass der Prüfbericht für einen anderen Ventilatortyp gelte. 

Derartige Brandprüfungen könnten wegen der Kosten nicht für jeden Typ 

vorgelegt werden. Sie habe mit diesem Prüfbericht gezeigt, dass sie der-

artige Tests sogar mit einem grösseren Ventilator, mit fast der doppelten 

Antriebsleistung zusätzlich an einem Frequenzumrichter und ohne Fremd-

kühlung beherrsche und dies sogar bei 400 °C anstelle der geforderten 

250 °C. Nach ihrer Auffassung habe in der Angebotsphase der Nachweis 

genügt, dass sie den an der Werkprüfung zu erbringenden Nachweis des 

Funktionserhalts auch wirklich werde erbringen können. Sie sei der Mei-

nung, dass sie dies mit dem eingereichten Prüfbericht genügend dargetan 

habe. Aus ihrer Sicht sei die Bewertung des Unterkriteriums "Funktionser-

halt der Abluftventilatoren" als "schlecht erfüllt" nicht rechtmässig. In der 

Fragenbeantwortung habe sie aufgezeigt, wie sie den Nachweis zu erbrin-

gen gedenke. Diese sei daher auch in diesem Punkt nicht eine Ergänzung 

oder Änderung, sondern eine reine Präzisierung respektive Bereinigung 

des Angebots (S. 18). 

6.6.2 Die Vergabestelle wendet in ihrer Vernehmlassung ein, die Be-

schwerdeführerin habe mit ihrem Angebot einen Ventilator angeboten, der 

über mehrere Unkonformitäten zum beigelegten Prüfbericht des Funktions-

nachweises verfüge. Im Rahmen des Bereinigungsverfahrens sei nicht 

nachvollziehbar dargelegt worden, wie der Nachweis erbracht werde und 

wie mit den daraus resultierenden Risiken umgegangen werde. Bei der Be-

reinigung des Nachweises handle es sich um eine technische Präzisierung 

des Angebots. Sofern diese berücksichtigt worden wäre, hätte dies nicht 

nur bei der Beschwerdeführerin, sondern auch bei der Zuschlagsempfän-

gerin zu einer um jeweils einen Punkt besseren Note im ZK 2.1 geführt. 

Dies hätte jedoch im Nachhinein keinen Einfluss auf das Evaluationsergeb-

nis zur Folge gehabt (S. 8). 

6.6.3 Gemäss Ziff. 3.2.1 der Ausschreibungsunterlagen ist der Nachweis 

für den erforderlichen Funktionserhalt der Abluftventilatoren bei einem Er-

eignis inkl. Motoren (120 min bei 250 °C) einer der aus Sicht des Bauherrn 

relevanten Punkte, was die Qualität der angebotenen Anlagen anbelangt. 

6.6.4  

6.6.4.1 Ziff. 7.1.3.2 "Lastenheft BSA" verlangt für alle Anlagenteile inner-

halb der Liefergrenze die Gewährleistung der vollen Funktionsfähigkeit 

B-614/2018 

Seite 35 

während der gesamten Lebensdauer unter Berücksichtigung der in dieser 

Ziffer erwähnten Einflüsse. Dazu gehört insbesondere eine Lufttempe-

ratur von -20 °C bis +250 °C. 

6.6.4.2 Ziff. 7.1.3.3 "Lastenheft BSA" fordert für die Ventilatorgesamteinheit 

– insbesondere für die Abluftventilatoren inkl. Laufschaufelverstellung und 

Abschlussklappen – ein Funktionserhalt während 120 Minuten bei einer 

Lufttemperatur im Abluftkanal von 250 °C. Die Anforderung bezüglich des 

Funktionserhalts gelte nicht für die Überwachungseinrichtungen der Abluft-

ventilatoren. Die Funktion der Abluftventilatoren dürfe durch eine erhöhte 

Raumtemperatur während 2 h nicht beeinträchtigt werden. Der Anbieter 

habe einen entsprechenden Nachweis zu erbringen. Generell werde für 

alle Komponenten, die dem Klima des Abluftkanals ausgesetzt seien 

(Schalldämpfer, Umlenkbleche etc.) eine Temperaturfestigkeit von 400 °C 

während 120 Minuten gefordert. 

6.6.4.3 Nach Ziff. 7.3.4 "Lastenheft BSA" ist durch den Unternehmer ins-

besondere die Leistung von Zertifikaten für die Typenprüfung Motor / Ven-

tilator / Klappe (VGE) für die Einhaltung der Temperaturbeständigkeit 

bzw. des Funktionserhalts zu erbringen. 

6.6.4.4 Gemäss Ziff. 7.3.7 "Lastenheft BSA" ist, falls für den angebotenen 

Abluftventilatortyp keine Typenprüfung nach EN 12'101-3 vorliegt, durch 

den Hersteller mittels Konformitätserklärung und Bezug auf bestehende 

Typenprüfungen ähnlicher Ventilatoren und/oder Motoren der Nachweis zu 

erbringen, dass der angebotene Ventilator den Anforderungen an die Tem-

peraturbeständigkeit bzw. den Funktionserhalt entspreche. Der Nachweis 

sei durch ein unabhängiges akkreditiertes Prüfinstitut zu bestätigen. 

6.6.5 Ziff. 4.4 "Leistungsverzeichnis BSA" verlangt unter dem Titel "Nach-

weis für den Funktionserhalt / die thermische Beständigkeit" einen Nach-

weis für den erforderlichen Funktionserhalt der Abluftventilatoren bei einem 

Ereignis inkl. Motoren (120 min. bei 250 °C).  

Die Beschwerdeführerin reichte hierzu einen Prüfbericht der Material-

prüfanstalt für das Bauwesen B._______ vom 15. Februar 2010 ein. Dieser 

Bericht befasst sich mit der Feuerwiderstandsprüfung an einem anderen 

als dem im streitgegenständlichen Submissionsverfahren offerierten Axial-

ventilator. 

B-614/2018 

Seite 36 

Was den Motor betrifft, legte die Beschwerdeführerin einen Bericht der fran-

zösischen «C._______» vom 29. September 2006 über die (Brand-)Prü-

fung eines Motors D._______ der finnländischen E._______ bei. 

6.6.6 Mit Schreiben vom 27. November 2017 teilte die Vergabestelle der 

Beschwerdeführerin mit, in Ziff. 4.4 "Leistungsverzeichnis BSA" müsse der 

Nachweis für den Funktionserhalt bzw. die thermische Beständigkeit der 

Abluftventilatoren bei einem Ereignis inkl. Motoren (120 min bei 250 °C) 

abgelegt werden. Der dort abgelegte Nachweis gelte nicht für die angebo-

tenen Ventilatoren. Dem Angebot liege ein Prüfbericht für einen Abluftven-

tilator mit stark abweichenden technischen Daten vor. Eine Vergleichbar-

keit werde nicht aufgezeigt. Die Beschwerdeführerin solle bitte einen zu-

lässigen Nachweis einreichen oder nachvollziehbar darlegen, wie der 

Nachweis im Rahmen des Projekts erbracht werde und wie sie mit den 

damit verbundenen Risiken umgehe. Gemäss Ausschreibung müsse eine 

Zertifizierung nicht zwingend vorliegen, wenn der Nachweis mittels Konfor-

mitätserklärung des Herstellers (inkl. Begründung) und Bestätigung der 

Konformitätserklärung durch eine unabhängige akkreditierte Prüfstelle er-

folgen werde (Ziff. 8). 

6.6.7 Laut der "Bewertung Anbieter B" vom 29. November 2017 erbrachte 

die Beschwerdeführerin den Nachweis für den Funktionserhalt der Abluft-

ventilatoren nicht. Der Prüfbericht beziehe sich auf Abluftventilatoren ohne 

erkennbaren Projektbezug und sei als Nachweis für angebotene Ventilato-

ren nicht geeignet. Es bestünden Differenzen in der Baugrösse, der Motor-

leistung, der Fremdkühlung, dem FU-Betrieb etc. (S. 1). 

6.6.8 Nach dem Protokoll der Evaluationssitzung vom 29. November 2017 

erbrachte die Beschwerdeführerin den Nachweis für den erforderlichen 

Funktionserhalt bzw. die thermische Beständigkeit nicht. Zur Bereinigung 

sei ein eingeschriebener Brief an die Anbieterin versandt worden (S. 2). 

6.6.9 Die Beschwerdeführerin bestätigte in ihrem Schreiben vom 1. De-

zember 2017, dass sie den Nachweis mittels Konformitätserklärung 

(inkl. Begründung) und Bestätigung der Konformitätserklärung durch eine 

unabhängige akkreditierte Prüfstelle durchführen bzw. durch einen Brand-

versuch eines vergleichbaren Ventilators für 250°C während 120 min. mit 

Flügelverstellung nachweisen werde (Ziff. 8). 

6.6.10 Trotzdem wird im "Protokoll Formelle Prüfung" vom 4. Dezember 

2017 im Wesentlichen dasselbe wie im Protokoll vom 29. November 2017 

B-614/2018 

Seite 37 

festgehalten. Der Nachweis für den Funktionserhalt bzw. die Temperatur-

beständigkeit sei nachgefordert worden (S. 2). 

6.6.11 Laut dem Evaluationsbericht vom 6. Dezember 2017 legte die Be-

schwerdeführerin in Ziff. 4.4 "Leistungsverzeichnis BSA" des Angebots den 

Nachweis für den Funktionserhalt bzw. die thermische Beständigkeit der 

Abluftventilatoren bei einem Ereignis inkl. Motoren (120 min bei 250 °C) 

ab. Dieser Nachweis gelte nicht für die angebotenen Ventilatoren, da die 

technischen Daten in vielen Bereichen von den angebotenen Ventilatoren 

abwichen (S. 6). 

6.6.12 Aus dem Dokument "Bewertung Anbieter B" vom 19. Februar 2018 

geht hervor, dass, was den Nachweis für den erforderlichen Funktionser-

halt der Abluftventilatoren betreffe, eine Bestätigung, dass der Funktions-

erhalt mittels Konformitätserklärung oder Brandtest nachgewiesen werde, 

nachträglich mit Schreiben vom 1. Dezember 2017 eingereicht worden sei. 

Ein definitiver Nachweis liege noch nicht vor (S. 1). 

6.6.13 Dass der Prüfbericht, den die Beschwerdeführerin mit ihrer Offerte 

vorlegte, für einen anderen als den angebotenen Ventilatortyp gilt, wird 

nicht bestritten. Desgleichen ist unstrittig, dass die Beschwerdeführerin 

den verlangten Nachweis noch nicht erbracht hat und erst zukünftig erbrin-

gen will. Auf welche Art und Weise sie dies tun will, kann aufgrund der Of-

fertakten jedoch nicht nachvollzogen werden. Sie beliess es in der Offerte 

bei der blossen Einreichung des Prüfberichts des anderen Ventilatortyps. 

Insbesondere fehlt eine Auseinandersetzung der Beschwerdeführerin mit 

allfälligen Risiken, die aus ihrem Vorgehen folgen könnten. Erst der nach-

träglichen Eingabe vom 1. Dezember 2017 kann entnommen werden, wie 

der Nachweis erfolgen soll. Wenn dieser Nachtrag berücksichtigt worden 

wäre, hätte jedoch der Gleichbehandlungsgrundsatz beachtet werden 

müssen. Damit hätte auf jeden Fall auch ein allfälliger entsprechender 

Nachtrag der Zuschlagsempfängerin berücksichtigt werden müssen 

(vgl. E. 4.5.1 hiervor).  

7.  

7.1 Die Beschwerdeführerin äussert in ihrer Beschwerde sodann, sie habe 

für das Zuschlagskriterium ZK 2.1 die Note 2 erhalten, was gemäss Aus-

schreibung eine 'schlechte' Erfüllung' respektive 'Angaben ohne ausrei-

chenden Projektbezug' bedeute. Es sei durchaus realistisch, dass eine ge-

richtliche Überprüfung zu einer besseren Bewertung des ZK 2.1 führen 

B-614/2018 

Seite 38 

werde (S. 5). Sie beschränke sich in der Beschwerdeschrift auf die Bewer-

tung des ZK 2.1, weil ihr für die anderen Kriterien, bei welchen sie ihr An-

gebot als zu Unrecht schlecht bewertet betrachte, die notwendigen Infor-

mationen fehlten und eine minimale Änderung der Bewertung des ZK 2.1 

– das heisse die Note 3 statt 2 – bereits für den Zuschlag genüge (S. 10).  

7.2 Die Vergabestelle wendet in ihrer Vernehmlassung ein, dass innerhalb 

von ZK 2.1 nicht Unterkriterien gebildet worden seien. Demzufolge sei für 

das ZK 2.1 eine Gesamtnote und nicht pro "Unterkriterium" eine Note erteilt 

worden, weshalb auch nicht aus dem Schnitt dieser "Unterkriterien" die 

Note für das ZK 2.1 resultiere. Wären die Präzisierungen berücksichtigt 

worden, hätte dies nicht nur bei der Beschwerdeführerin, sondern auch bei 

der Zuschlagsempfängerin zu einer jeweils um einen Punkt besseren Note 

im ZK 2.1 geführt. Dies hätte jedoch im Nachhinein keinen Einfluss auf das 

Evaluationsergebnis gehabt (S. 8). 

7.3 Laut der "Bewertung Anbieter B" vom 29. November 2017 erfüllte die 

Beschwerdeführerin das ZK 2.1 schlecht. Die Angaben seien ohne ausrei-

chenden Projektbezug (S. 1). Die Beschwerdeführerin erhielt hier die Note 

2 bei 50 Punkten (S. 1; vgl. auch das Dokument "Evaluation: Übersicht" 

vom 29. November 2017). 

7.4 Aus der nachträglich erstellten "Bewertung Anbieter B" vom 19. Feb-

ruar 2018 geht hervor, dass das ZK 2.1 schlecht erfüllt sei. Die Angaben 

seien ohne ausreichenden Projektbezug. Das Angebot der Beschwerde-

führerin wurde hier mit der Note 3 bei 75 Punkten bewertet (vgl. auch das 

Dokument "Evaluation: Übersicht" vom 19. Februar 2018). 

7.5 Die Beschwerdeführerin wurde von der Vergabestelle hinsichtlich des 

Nachweises der Betriebspunkte und der Motorreserve möglicherweise um 

einen Punkt zu tief bewertet (E. 5.4.11 hiervor). Auch was den Nachweis 

für den Funktionserhalt der Abluftventilatoren anbelangt, wäre die Be-

schwerdeführerin allenfalls um einen Punkt besser zu bewerten (E. 6.6.13 

vorstehend). Sie erhielte also eventuell insgesamt zwei Bewertungspunkte 

mehr, und zwar aufgrund der nachträglich übermittelten Präzisierungen. 

Dies würde im ZK2.1 zur Note 3 mit 75 Punkten führen (vgl. E. 7.4 hiervor). 

Damit käme sie im ZK 2.1 auf die gleiche Note und demgemäss die gleiche 

Punktzahl wie die Zuschlagsempfängerin, da die Erhöhung der Note um 

einen Punkt zu zusätzlichen 25 Punkten führt. Die Beschwerdeführerin 

B-614/2018 

Seite 39 

käme so auf ein Total von 400 Punkten, womit sie die Zuschlagsempfän-

gerin um 10 Punkte überträfe und auf den ersten Rang gelangen würde. 

Der Zuschlag müsste folglich der Beschwerdeführerin erteilt werden.  

Wenn die Vergabestelle bei ihr diese nachträglich übermittelten Präzisie-

rungen berücksichtigen würde, müsste sie dies jedoch auch bei der Zu-

schlagsempfängerin tun. Aus der Beurteilung des ZK2.1 im Evaluationsdo-

kument vom 19. Februar 2018 geht hervor, dass die Zuschlagsempfänge-

rin in Bezug auf die beiden vorgenannten Nachweise ebenfalls je einen 

Bewertungspunkt mehr erhalten müsste. Denn auch sie hat gemäss dieser 

Beurteilung beide Nachweise nachträglich erbracht. Die Vergabestelle 

müsste die Note beim ZK 2.1 daher aufgrund des Gleichbehandlungsprin-

zips nicht nur bei der Beschwerdeführerin, sondern ebenfalls bei der Zu-

schlagsempfängerin insgesamt um einen Punkt erhöhen. Demgemäss 

würde sie die Note 4 erhalten, was erneut eine Note besser als jene der 

Beschwerdeführerin wäre. Die oben erwähnte Besserbewertung der Be-

schwerdeführerin würde damit an ihrer Rangierung prima facie nichts än-

dern.  

8.  

8.1 Die Beschwerdeführerin äussert in ihrer Beschwerde, sie habe im Pro-

jekt Gubrist (Beschaffung der Strahlventilatoren Überdeckung Katzensee) 

für die 'Qualität der angebotenen Anlagen' die Maximalnote 5 erhalten. Be-

merkenswert sei, dass dort praktisch die identischen Bewertungskriterien 

angewandt (Zuschlagskriterium ZK 2.1 'Qualität der angebotenen Anla-

gen') und mit der gleichen Gewichtung (25 %) versehen worden seien. Wei-

ter hätten nach dem Wissen der Beschwerdeführerin der gleiche Projekt-

leiter des ASTRA und das gleiche Ingenieurbüro die Beschaffung begleitet 

(S. 6). 

8.2 Die Vergabestelle erwidert in ihrer Vernehmlassung, dass jedes Verga-

beverfahren nur für sich zähle und ein Vergleich über die Qualität von An-

geboten aus verschiedenen Vergabeverfahren keinen Sinn mache (S. 6). 

8.3 Würden beim vorliegend umstrittenen Beschaffungsgegenstand und 

beim Gegenstand der Beschaffung der Strahlventilatoren der Überdeckung 

Katzensee in der Tat identische und gleich gewichtete Bewertungskriterien 

angewandt und hätten tatsächlich der gleiche Projektleiter der Vergabe-

stelle und das gleiche Ingenieurbüro die Beschaffung begleitet, hätte die 

Beschwerdeführerin um einen entsprechenden Wissensvorsprung gegen-

über der Konkurrenz verfügt. Dieser hätte sich auf den Anbieterwettbewerb 

B-614/2018 

Seite 40 

auswirken und mit Blick auf das Gebot der Gleichbehandlung der Anbieter 

problematisch sein können. Damit wäre die Beschwerdeführerin gleichsam 

vorbefasst gewesen (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1043). 

Sie wäre gegenüber der Zuschlagsempfängerin insofern bevorteilt gewe-

sen. Die Vergabestelle war verpflichtet, die Angebote im vorliegend umstrit-

tenen Beschaffungsverfahren nach den in diesem Verfahren bekannt ge-

gebenen Zuschlagskriterien in Beachtung des Gleichbehandlungsprinzips 

und ohne Rücksicht auf frühere Submissionsverfahren zu bewerten. Hin-

weise auf eine Benachteiligung der Beschwerdeführerin durch die Verga-

bestelle wegen ihres Angebots im Rahmen der Beschaffung der Strahlven-

tilatoren der Überdeckung Katzensee liegen nicht vor. Die Vergabestelle 

bewertete das Angebot im vorliegend umstrittenen Vergabeverfahren un-

abhängig von anderen Submissionsverfahren. Demgemäss kann die Be-

schwerdeführerin aus ihren Vorbringen prima facie nichts zu ihren Gunsten 

ableiten. 

9.  

9.1 In ihrer Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin weiter vor, dass das 

Vorgehen der Vergabestelle gegen die Ziele des Beschaffungsrechts ver-

stosse. Werde das Angebot eines Anbieters, der alle Voraussetzungen er-

fülle und zudem das preislich deutlich tiefste Angebot gemacht habe, wider 

besseres Wissen schlecht bewertet, lediglich weil die Vergabestelle die An-

gaben der Beschwerdeführerin als zu ungenau erachte und die Präzisie-

rungen dann nicht einmal in die Bewertung einfliessen lasse, werde da-

durch der Wettbewerb verzerrt und eine wirtschaftliche Verwendung öffent-

licher Mittel verunmöglicht (S. 20).  

9.2 Diese Vorbringen zielen ins Leere. Die Zuschlagserteilung an das 

preislich tiefste Angebot ist kein Ziel des Beschaffungsrechts. Der Preis ist 

nur eines von mehreren Zuschlagskriterien (vgl. Art. 21 Abs. 1 BöB). Le-

diglich bei weitgehend standardisierten Güter kann der Zuschlag aus-

schliesslich nach dem Kriterium des niedrigsten Preises erfolgen 

(vgl. Art. 21 Abs. 3 BöB). Der vorliegend umstrittene Beschaffungsgegen-

stand ist kein standardisiertes Gut. Wie die vorstehenden Erwägungen zei-

gen, wurde das Angebot der Beschwerdeführerin von der Vergabestelle 

prima facie zu Recht schlechter als dasjenige der Zuschlagsempfängerin 

bewertet. Der Zuschlag wurde damit richtigerweise ihr und nicht der Be-

schwerdeführerin erteilt.  

  

B-614/2018 

Seite 41 

10.  

10.1 Schliesslich äussert die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde, die 

Vergabestelle habe ihre Rückfragen explizit auf die "formelle / technische 

Bereinigung" gestützt. Sie habe damit also klar – und zu Recht – signali-

siert, dass es sich nicht um schwerwiegende Fehler handle, sondern ledig-

lich um Unklarheiten, welche im Rahmen der Offertbereinigung behoben 

werden könnten. Dazu gehöre auch, dass die Präzisierungen, welche auf 

Anfrage der Vergabestelle vorgenommen würden, bei der Bewertung des 

Angebots berücksichtigt würden. Wenn sich die Vergabestelle nun auf den 

Standpunkt stelle, sie könne diese Angaben nicht berücksichtigen, verhalte 

sie sich widersprüchlich und verstosse damit gegen Art. 5 Abs. 3 bzw. Art. 9 

BV (S. 21). 

10.2 Die Vergabestelle wendet in ihrer Vernehmlassung ein, dass sie die 

eingeholten Nachweise nicht ohne sachliche Gründe nicht berücksichtigt 

habe. Somit greife der Vorwurf des Verstosses gegen den Grundsatz von 

Treu und Glauben ins Leere (S. 5). 

10.3 Wie in E. 4.5.1 hiervor dargelegt, war die Vergabestelle dazu verpflich-

tet, mögliche oder tatsächliche Änderungen des ursprünglich erklärten Of-

fertinhalts bei der Angebotsbewertung nicht zu berücksichtigen. Der Verga-

bestelle kann damit von vornherein nicht vorgeworfen werden, mit der 

Nichtberücksichtigung solcher Angebotspräzisierungen gegen den Grund-

satz von Treu und Glauben v