# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a3d8eb8-4d3c-5713-bde9-4a8c30e33197
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.10.2008 D-6732/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6732-2008_2008-10-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6732/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
alias B._______, geboren (...),
Elfenbeinküste,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. Oktober 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6732/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer  - ein ivorischer Staatsangehöriger  - eige-
nen  Angaben  zufolge  von  Italien  her  kommend  am  17. September 
2008 in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im (...) vom 23. September 2008 
sowie der direkten Anhörung durch das BFM vom 13. Oktober 2008 
zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, 
er sei während mehrerer Jahre bei den Rebellen gewesen und habe 
längere Zeit in deren Camps verbracht,

dass er die Rebellen jedoch im Jahre 2006 verlassen habe und nach 
Italien gegangen sei, da er mit deren Vorgehen nicht mehr einverstan-
den gewesen sei,

dass ihn die Rebellen im Januar 2008 kontaktiert und ihm einen hohen 
militärischen Posten in Aussicht gestellt hätten, falls sie die Wahlen ge-
winnen würden,

dass der Beschwerdeführer infolgedessen nach Côte d'Ivoire zurück-
gekehrt sei,

dass  die  Rebellen  schon  kurz  nach  seiner  Rückkehr  wieder  zu  den 
Waffen gegriffen hätten, worauf er geflohen und via Burkina Faso nach 
Italien zurückgekehrt sei,

dass er auch in Italien von den Rebellen bedrängt worden sei,

dass er sich in die Schweiz begeben habe, nachdem er sich in Italien 
nicht mehr sicher gefühlt habe,

dass  das  BFM mit  Verfügung vom 16. Oktober  2008  - eröffnet  glei-
chentags - in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers vom 17. September 2008 nicht eintrat und die Weg-
weisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Bundes-
rat habe Italien, wo sich der Beschwerdeführer vor der Einreise in die 
Schweiz mit einem legalen Status aufgehalten habe, am 14. Dezember 

Seite 2

D-6732/2008

2007  als  sicheren  Drittstaat  bezeichnet  (vgl.  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  b 
AsylG),

dass der Beschwerdeführer anlässlich des bei der Anhörung gewähr-
ten rechtlichen Gehörs vom 13. Oktober 2008 zu einer allfälligen Rück-
kehr  nach  Italien  vorgebracht  habe,  die  ivorischen  Rebellen  würden 
ihm dort nachstellen (vgl. A9/10; S. 8),

dass  demgegenüber  festzustellen  sei,  dass  der  Rechtsstaat  Italien 
über ein wirksames Polizei- und Justizsystem zur Ermittlung von Ver-
folgungshandlungen  verfüge,  und  jedermann  Zugang  zu  diesem 
Schutz habe,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen Angaben zufolge  in  Italien  vom 
18. Juli  2006 bis zum 2. April  2008 sowie vom 4. Mai  2008 bis zum 
17. September  2008  über  eine  humanitäre  Aufenthaltsbewilligung 
verfügt habe (vgl. Befragungsprotokoll vom 23. September 2008, S. 7),

dass die italienischen Behörden einer Rückübernahme des Beschwer-
deführers mit Datum vom 8. Oktober 2008 zugestimmt hätten,

dass das BFM ferner feststellte, dass weder Personen, zu denen der 
Beschwerdeführer eine enge Beziehung hätte noch nahe Angehörige 
in der Schweiz lebten,

dass seine Flüchtlingseigenschaft  nach Art. 3 AsylG zudem nicht of-
fensichtlich zutage trete, da der Beschwerdeführer nicht nachvollzieh-
bar dargelegt habe, weshalb er im Frühjahr 2008 doch wieder zu den 
Rebellen zurückgekehrt sei,

dass darüber hinaus seine Darstellung, die Rebellen hätten ihm eine 
hohe und strategisch wichtige Funktion angeboten, obschon er sie im 
Jahre 2006 aus Gewissensbissen verlassen habe, als unglaubwürdig 
und realitätsfremd zu bewerten sei,

dass schliesslich keine Hinweise darauf bestünden, dass in Italien kein 
effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 AsylG beste-
he,

dass somit in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asyl-
gesuch nicht einzutreten sei,

Seite 3

D-6732/2008

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Oktober 2008 (Post-
stempel) gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und dabei beantragte, es sei die angefochtene Verfü-
gung vollumfänglich aufzuheben, die Sache sei zur Prüfung des Asyl-
gesuchs an die Vorinstanz zurückzuweisen, es sei die unentgeltliche 
Prozessführung zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses zu verzichten,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  im  Wesentlichen  vor-
brachte,  er  empfinde Italien nicht  als  sicheren Drittstaat,  da Dunkel-
häutige keinen Polizeischutz erhielten,

dass er darüber hinaus geltend machte, der Gesetzgeber habe mit der 
Bestimmung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  gemäss 
Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juli 2007 ein 
Summarverfahren geschaffen, indem über Bestehen oder Nichtbeste-
hen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend befunden werde, soweit 
dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich sei,

dass  somit  auf  ein  Asylgesuch  einzutreten  sei,  wenn  aufgrund  der 
summarischen Prüfung nicht abschliessend festgestellt werden könne, 
ob  die  asylsuchende  Person  offensichtlich  Flüchtling  sei  oder  nicht, 
und zusätzliche Abklärungen im ordentlichen Verfahren getroffen wer-
den müssten,

dass es sich vorliegend um einen solchen Fall handle, mithin weitere 
Abklärungen notwendig seien,

dass die vorinstanzlichen Akten am 27. Oktober 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

Seite 4

D-6732/2008

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche  Beschwerde  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz  - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b 
AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich vorher aufgehalten 
haben (Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG); in einen Drittstaat zurückkehren 
können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben und im Einzel-
fall effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG be-

Seite 5

D-6732/2008

steht (Art. 34 Abs. 2 Bst. b AsylG); in einen Drittstaat weiterreisen kön-
nen, für welchen sie ein Visum besitzen und in welchem sie um Schutz 
nachsuchen können (Art. 34 Abs. 2 Bst. c AsylG),

dass Art. 34 Abs. 2 AsylG jedoch dann keine Anwendung findet, wenn 
Personen, zu denen die asylsuchende Person enge Beziehungen hat, 
oder  nahe  Angehörige  in  der  Schweiz  leben  (Art.  34  Abs.  3  Bst.  a 
AsylG);  die  asylsuchende  Person  offensichtlich  die  Flüchtlingseigen-
schaft nach Art. 3 AsylG erfüllt (Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG); Hinweise 
darauf  bestehen,  dass im Drittstaat  kein  effektiver  Schutz  vor Rück-
schiebung  nach  Art.  5  Abs. 1  AsylG  besteht  (Art.  34  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG),

dass die Voraussetzungen der Anwendbarkeit von Art. 34 Abs. 2 Bst. a 
AsylG i.V. mit Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG vorliegend in Bestätigung der 
vorinstanzlichen Erkenntnisse erfüllt sind,

dass nämlich der vorangegangene Aufenthalt des Beschwerdeführers 
in Italien aktenkundig und unbestritten ist,

dass Italien -  zusammen mit  allen anderen EU- und EFTA-Staaten - 
am 14. Dezember 2007 vom Bundesrat als sicherer Drittstaat bezeich-
net wurde,

dass sich sodann die Aktenlage nach der Direktanhörung dermassen 
klar präsentierte, dass bereits aufgrund einer summarischen Prüfung 
der eindeutige Schluss gezogen werden konnte, der Beschwerdeführer 
erfüllte die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht,

dass das BFM in der Verfügungsbegründung zu Recht ausführte, die 
vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorbringen seien unglaub-
haft und realitätsfremd,

dass diesbezüglich  zur  Vermeidung von Wiederholungen auf  die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 
ist (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BGG),

dass die Anforderungen von Art. 34 Abs. 3 AsylG in casu nicht erfüllt 
sind, mithin das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG zu 
Recht  auf  das  Asylgesuch  des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

Seite 6

D-6732/2008

dass  bei  Anwendung  des  neuen  Nichteintretens-Tatbestandes  von 
Art. 34 Abs. 2 AsylG (sicherer Drittstaat) und im Unterschied zu Abs. 1 
der gleichen Bestimmung (safe country im Sinne eines verfolgungssi-
cheren Herkunftslandes)  nicht  zu  prüfen ist,  ob  Hinweise auf  Verfol-
gung  vorliegen,  sondern  lediglich  die  Ausnahmeklausel  von  Art.  34 
Abs. 3 Bst. b AsylG zu beachten ist, wonach von einer Wegweisung in 
den Drittstaat  dann abgesehen wird,  wenn die asylsuchende Person 
offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft erfüllt,

dass somit das BFM nicht darlegen muss, dass der Beschwerdeführer 
die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich  nicht  erfüllt,  sondern  bereits 
die  Feststellung  genügt,  dass  die  Flüchtlingseigenschaft  jedenfalls 
nicht offensichtlich zutage tritt,

dass sich, wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend erkannt, aus 
den Akten keine konkreten Hinweise zur offensichtlichen Annahme der 
Flüchtlingseigenschaft  ergeben und auf die betreffenden vorinstanzli-
chen Erwägungen verwiesen werden kann,

dass sich das Bundesverwaltungsgericht im in der Beschwerde zitier-
ten Grundsatzurteil BVGE 2007/8 mit der Frage nach dem Prüfungsge-
genstand im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch bei fehlen-
dem Nachweis  der  Identität  im Sinne von Art. 32 Abs. 2  Bst. a  und 
Abs. 3 AsylG befasste,

dass das BFM in casu jedoch gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG 
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat,

dass infolgedessen der Hinweis auf genanntes Grundsatzurteil unbe-
helflich ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen hat, weshalb die Wegweisung zu Recht angeord-
net wurde (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-

Seite 7

D-6732/2008

desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  gemäss  Art.  25  Abs.  3  BV,  Art.  3  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli-
che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und 
der Praxis  zu Art. 3 EMRK niemand der Folter  oder  unmenschlicher 
oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden darf,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Si-
tuationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Italien droht,

dass weder die allgemeine Lage in Italien noch individuelle Gründe auf 
eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückführung dorthin schlie-
ssen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumut-
bar ist,

Seite 8

D-6732/2008

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers schliesslich 
möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art.  83  Abs.  2 
AuG), es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger 
Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG) und ein entsprechen-
des Rückübernahmeabkommen zwischen Italien und der Schweiz be-
steht,

dass infolgedessen der  durch die  Vorinstanz  verfügte Wegweisungs-
vollzug zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Aufnah-
me ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass eine Partei,  die  nicht  über die erforderlichen Mittel  verfügt,  auf 
Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird, sofern 
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG),

dass nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wer ohne Beeinträchti-
gung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten nicht zu 
bestreiten vermag,

dass eine Beschwerde dann als  aussichtslos gilt,  wenn die Gewinn-
aussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und des-
halb kaum als ernsthaft  bezeichnet  werden können (vgl. BGE 125 II 
265 E. 4b S. 275),

dass angesichts des unbestrittenen Aufenthalts in Italien und der un-
glaubhaften Vorbringen die Beschwerdebegehren als aussichtslos er-
scheinen, womit es an den materiellen Voraussetzungen zur Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG -  unbesehen der allfälligen Bedürftig-
keit des Beschwerdeführers - deshalb abzuweisen ist,

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird,

Seite 9

D-6732/2008

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-6732/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgwiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung des BFM, (...)
- das BFM, (...) (vorab per Telefax; mit der Bitte um Eröffnung des Ur-

teils an den Beschwerdeführer und um Zustellung der beiliegenden 
Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht; Beilagen: 
Einzahlungsschein, Empfangsbestätigung)

- (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

Seite 11