# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c7a59e6-8358-5c64-adec-0b8aabd0fead
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2020 D-4248/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4248-2020_2020-09-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4248/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  S e p t e m b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Constance Leisinger,  

Richterin Mia Fuchs,    

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A.________, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Sosan Nawid,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 30. Juli 2020 / N (…). 

 

 

 

D-4248/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Afghanistan eigenen Angaben zufolge am 

10. Februar 2016 und gelangte über Pakistan, die Türkei, wo er zwei Jahre 

lang gelebt habe, Griechenland und weiter über die Balkanroute am 

18. Mai 2020 in die Schweiz, wo er am 22. Mai 2020 ein Asylgesuch stellte. 

Am 28. Mai 2020 wurden seine Personalien aufgenommen. Am 16. Juni 

2020 wurde er zu seinen Asylgründen befragt und am 22. Juli 2020 ein-

lässlich angehört. 

Zur Begründung seines Gesuches gab er im Wesentlichen an, er habe in 

Afghanistan als Polizist gearbeitet. Aufgrund dieser Arbeit habe er einen 

Drohbrief von den Taliban erhalten. Er habe sich nicht einschüchtern las-

sen und sei weiterhin zur Arbeit gegangen. Zwei Monate später sei das 

Haus seiner Familie in der Nacht von den Taliban angegriffen worden. Er 

habe sich mit seiner Mutter und seinen Geschwistern im Keller versteckt. 

Als der Beschuss nachgelassen habe, sei er zu den Nachbarn gegangen 

und von da geflüchtet. Anschliessend sei er ausgereist. Später sei von den 

Taliban ein weiterer Drohbrief zu seiner Familie nach Hause gekommen. 

Zur Stützung seiner Beschwerde reichte er verschiedene Dokumente zu 

seiner Ausbildung bei der Polizei, die Drohbriefe und eine Bestätigung der 

geltend gemachten Ereignisse durch die Distriktbehörde (alles in Kopie) zu 

den Akten. 

B.  

Die Vorinstanz gab der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers am 

28. Juli 2020 Gelegenheit, zum Entscheidentwurf Stellung zu nehmen. 

C.  

Die Rechtsvertretung reichte am 29. Juli 2020 eine entsprechende Stel-

lungnahme ein. 

D.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 30. Juli 2020 lehnte das SEM 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, ordnete dessen Wegweisung 

an und nahm ihn wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der 

Schweiz vorläufig auf.  

E.  

Mit Eingabe vom 26. August 2020 erhob der Beschwerdeführer – handelnd 

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Seite 3 

durch seine Rechtsvertretung – beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde und beantragte die Aufhebung der Ziffern 1 bis 3 der angefoch-

tenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asyl-

gewährung. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und 

um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

27. August 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und 

Art. 10 der Verordnung über Massnahmen im Asylbereich im Zusammen-

hang mit dem Coronavirus [COVID-19-Verordnung Asyl; SR 142.318]; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Die formelle Rüge des Beschwerdeführers wegen Verletzung des rechtli-

chen Gehörs ist vorab zu behandeln, da sie gegebenenfalls zu einer Rück-

weisung der Sache an die Vorinstanz führen könnte. 

4.1 Zur Begründung wird hierzu in der Beschwerde einerseits ausgeführt, 

der vorliegende Fall hätte aufgrund seiner Komplexität dem erweiterten 

Verfahren zugewiesen werden müssen. Hierzu kann festgehalten werden, 

dass der Antrag nur eventualiter gestellt wurde und der Beschwerdeführer 

selber angab, dass der Sachverhalt vorliegend rechtsgenüglich festgestellt 

worden sei. Aus der Beschwerdeschrift lässt sich denn auch erkennen, 

dass es ihm möglich war, die Verfügung des SEM sachgerecht anzufech-

ten. Gemäss Art. 10 COVID-19-Verordnung Asyl betrug die Beschwerde-

frist zudem 30 Tage. Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur 

Behandlung im erweiterten Verfahren ist vor diesem Hintergrund nicht an-

gezeigt. Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

4.2 Andererseits habe das SEM das rechtliche Gehör verletzt, indem es 

sich in der Verfügung nicht inhaltlich mit der Stellungnahme der Rechtsver-

tretung zum Entscheidentwurf auseinandergesetzt und lediglich dessen Ar-

gumente summarisch aufgelistet habe. Indem das SEM auf die Argumente 

in der Stellungnahme verwies und dazu ausführte, es halte trotzdem an 

seiner Einschätzung bezüglich der Glaubhaftigkeit fest, hat es sich entge-

gen der Ausführungen in der Beschwerde mit der Stellungnahme ausei-

nandergesetzt. Wenn es auch wünschenswert wäre, dass das SEM sich in 

inhaltlich vertiefter Weise mit den Argumenten in der Stellungnahme aus-

einandergesetzt hätte, kann vorliegend eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs nicht erkannt werden. An dieser Einschätzung vermögen auch die 

in der Beschwerde diesbezüglich zitierten Entscheide des Bundesverwal-

tungsgerichts nichts zu ändern. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Seite 5 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM aus, die Vorbringen 

des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft. Der Beschwerdeführer habe 

bezüglich seiner Kernvorbringen, von den Taliban verfolgt worden zu sein, 

vage und widersprüchliche Angaben gemacht, obwohl ihm mehrfach die 

Gelegenheit eingeräumt worden sei, seine Vorbringen frei zu schildern. 

Seine Aussagen würden nicht die Qualität aufweisen, welche von einer 

Person mit seinen individuellen Fähigkeiten zu erwarten wäre. Angesichts 

seines Bildungswegs und seiner beruflichen Laufbahn bei der Polizei 

müsste er detailreich, substantiiert und in sich nachvollziehbar berichten 

können. So habe er denn auch über einen von ihm erlebten Angriff auf ei-

nen Polizeiposten ausführlich und detailliert berichten können. Insbeson-

dere seine Schilderungen des zweistündigen Angriffes auf sein Haus seien 

allgemein und vage geblieben und es sei keine hinreichende Prägnanz der 

Realkennzeichen ersichtlich gewesen. Trotz mehrfach gebotener Gelegen-

heit sei es ihm nicht gelungen, dieses für sein Leben einschneidende Er-

eignis detailliert und substantiiert zu beschreiben und er habe nur darauf 

hingewiesen, dass er versucht habe, zu flüchten beziehungsweise geflüch-

tet sei, sobald sich die Situation beruhigt habe. Auch habe er den Angriff 

auf sein Haus nicht mit einer frei geschilderten Operation seines Arbeitsall-

tages vergleichen können. Auch zu den Umständen des Angriffes habe er 

insgesamt nur vage und allgemein gehaltene Aussagen machen können. 

Auf die Frage, weshalb er gewusst habe, dass die Taliban das Haus ange-

griffen hätten, habe er geantwortet, dass nur Taliban Häuser angreifen wür-

den und dass diese ihm gedroht hätten, sowie auf deren Spione verwiesen.  

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Zudem habe er auch widersprüchliche Angaben zum Beschuss der Taliban 

auf sein Haus gemacht. Einerseits habe er angegeben, dass diese aus ei-

ner Distanz von ungefähr zwanzig bis dreissig Metern geschossen hätten, 

und er nicht wisse, wie viele Angreifer involviert gewesen seien. Anderer-

seits habe er im späteren Verlauf angegeben, dass sie aus einer Distanz 

von hundert oder zweihundert Meter geschossen hätten und erfahrungs-

gemäss in Gruppen unterwegs seien. Angesichts seiner vierjährigen Arbeit 

bei der Polizei müsste er zum Angriff und dessen Umständen detaillierte 

und konsistente Angaben machen können. Auch bezüglich des Erhalts der 

Drohbriefe habe er sich widersprochen. So habe er einmal angegeben, die 

Dorfältesten hätten ihm den ersten Brief nach Hause gebracht, während er 

später angegeben habe, sein Vater habe ihn aus der Moschee mitgebracht. 

Seine Erklärung anlässlich des rechtlichen Gehörs, dass die beiden Aus-

sagen das Gleiche bedeuten würden, da der Brief bei den Dorfvorstehern 

gewesen sei und sein Vater ihn nach Hause gebracht habe, vermöge den 

Widerspruch nicht aufzulösen. Auch betreffend den Inhalt des ersten Droh-

briefes sei es zu widersprüchlichen Angaben gekommen. So habe er an-

gegeben, die Taliban hätten ihn aufgefordert, seinen Dienst zu verlassen 

und sich ihnen anzuschliessen. Gemäss der Übersetzung des von ihm ein-

gereichten Drohbriefes hätte er aber dem islamischen Gericht zugeführt 

werden sollen. Gemäss seinen Aussagen hätte er zudem gemäss dem ers-

ten Drohbrief zu den Dörfern der Taliban gehen sollen. Dabei habe er das 

islamische Gericht nicht erwähnt. Seine Erklärung, dass er sich dem Ge-

richt hätte übergeben und dort den Taliban anschliessen müssen bezie-

hungsweise dass mit Gericht und Dorf das Gleiche gemeint sei, vermöge 

den Widerspruch nicht stringent aufzulösen. Zum zweiten Drohbrief habe 

er zunächst angegeben, er habe diesen erhalten, als er in Afghanistan auf 

der Flucht gewesen sei, später aber behauptet, er sei zu diesem Zeitpunkt 

schon in der Türkei gewesen. Seine Beteuerung anlässlich des rechtlichen 

Gehörs, dass er zum fraglichen Zeitpunkt in der Türkei gewesen sei, ver-

möge den Widerspruch nicht stringent aufzulösen.  

Den in Kopie eingereichten Beweismitteln komme ein geringer Beweiswert 

zu, da diese Dokumente leicht fälschbar und aufgrund der weit verbreiteten 

Korruption in Afghanistan käuflich zu erwerben seien. Somit seien sie nicht 

geeignet, den geltend gemachten Sachverhalt glaubhaft zu machen. 

Weiter führe allein der Umstand, dass er während zirka vier Jahren bei der 

afghanischen Polizei gedient habe, zu keiner begründeten Furcht vor Ver-

folgung. Auch die allgemeine Kriegssituation in Afghanistan sei nicht asyl-

relevant. 

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In der Stellungnahme zum Entscheidentwurf sei angemerkt worden, dass 

das SEM keine eigentliche Gesamtwürdigung der Vorbringen vorgenom-

men habe. Zum Aussageverhalten sei festgehalten worden, dass der Be-

schwerdeführer generell nur knapp und auf Nachfrage geantwortet habe. 

Er habe den Angriff auf sein Haus anlässlich der zwei Anhörungen konsis-

tent dargelegt. Die Aussagen zum ersten Drohbrief seien nicht wider-

sprüchlich, da wichtige Angelegenheiten üblicherweise durch die Dorfältes-

ten geregelt würden. Auch seine Aussage zu den «Dörfern der Taliban» 

stünden nicht im Widerspruch zum «islamischen Gericht». Seine Aussage 

bezüglich Kenntnisnahme vom zweiten Drohbrief habe er spontan korri-

giert, was als Realkennzeichen zu werten sei. Die Originale der eingereich-

ten Beweismittel seien an der Entwurfsbesprechung in Aussicht gestellt 

worden. Die Befragerin habe es anlässlich der zwei Befragungen zudem 

versäumt, die Originale der Dokumente einzufordern. Abschliessend sei 

angemerkt worden, dass aufgrund der Komplexität des Falles das erwei-

terte Verfahren angezeigt wäre. 

Bezüglich der Glaubhaftigkeitseinschätzung sei anzumerken, dass das 

SEM an seiner Einschätzung festhalte und auf die Argumentation im Rah-

men des Entscheidentwurfes verweise. Eine Gesamtwürdigung und detail-

lierte Auseinandersetzung mit den Vorbringen des Beschwerdeführers sei 

im Rahmen des Asylverfahrens erfolgt. Er habe wiederholt die Möglichkeit 

gehabt, sich zu den asylrelevanten Ereignissen frei zu äussern. Die in Aus-

sicht gestellten Originale der drei Beweismittel vermöchten nur in Zusam-

menhang mit einer glaubhaften Schilderung der Asylvorbringen die Glaub-

haftigkeit seiner Vorbringen zu untermauern. Zudem sei angemerkt, dass 

auch Originaldokumente im afghanischen Kontext einen tiefen Beweiswert 

hätten, da diese aufgrund der weit verbreiteten Korruption leicht käuflich 

erwerblich seien und nicht als fälschungssichere Dokumente betrachtet 

werden könnten (vgl. das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

E-5479/2016 vom 7. Juni 2019 E. 5.5 sowie das Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-4489/2017 vom 1. Mai 2020 E. 5.4). 

6.2 Der Beschwerdeführer hielt dem entgegen, dass es keinen Anlass für 

Zweifel an seiner persönlichen Glaubwürdigkeit gegeben habe. Er neige 

weder zu Ausschweifungen noch zu Übertreibungen. Er sei ein zurückhal-

tender junger Mann und sich aufgrund seiner konservativen Erziehung und 

seiner Tätigkeit als Polizist gewohnt, erst auf Nachfrage hin zu reden. Wie 

bereits in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf erwähnt, habe die  

Vorinstanz – entgegen ihrer Behauptung – keine eigentliche Gesamtwürdi-

gung seiner Vorbringen vorgenommen. So hätte es einen Strukturvergleich 

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machen müssen. Dabei werde die Qualität der Aussagen zum Kernge-

schehen mit Schilderungen zu Nebensächlichkeiten verglichen. Würden 

Letztere eine höhere Qualität aufweisen, könne dies ein Hinweis darauf 

sein, dass die Aussagen zum Kerngeschehen nicht auf eigenem Erleben 

beruhen würden. Den Anhörungsprotokollen sei zu entnehmen, dass er 

von zurückhaltender und wortkarger Natur sei. So habe er auch Neben-

sächlichkeiten weniger ausführlich erzählt als manch anderer. Beispielhaft 

sei auf die Frage nach seinem Schulweg, auf die fehlende Erinnerung zu 

den Eckdaten seiner Ausbildung und die Motivation zu dieser sowie auf die 

Angaben zu seinen familiären Verhältnissen zu verweisen. Ausser Acht ge-

lassen habe die Vorinstanz auch die Umstände und sein Alter zur Zeit des 

Angriffs. Dieser habe mitten in der Nacht stattgefunden und er sei aus dem 

Schlaf gerissen worden. Zudem habe er sich nach dem Tod seines Vaters 

in einer Trauerphase und unter Druck befunden und sei damals erst zwan-

zig Jahre alt gewesen. Zudem habe er – entgegen den Behauptungen der 

Vorinstanz – durchaus Details und sogar Irrelevantes vorbringen können. 

Schliesslich seien seit den Ereignissen immerhin ganze vier Jahre vergan-

gen und er habe auf seiner zweijährigen Flucht nach Europa traumatisie-

rende Situationen erlebt.  

Die von der Vorinstanz erkannten angeblichen Widersprüche seien ge-

sucht. Zur Distanz des Beschusses habe er angegeben, dass die Taliban 

zunächst aus weiter Entfernung geschossen und sich während dieser zwei 

Stunden immer mehr genähert hätten, was die verschiedenen Angaben zur 

Distanz der Schussabgabe erklären lasse. Auch habe er nachvollziehbar 

erläutert, dass er die Gesichter der Angreifer aufgrund der mangelnden Be-

leuchtung im Dorf nicht habe erkennen können. Die Vorinstanz versuche 

ihn zudem als hochqualifizierten und hochspezialisierten Polizisten mit 

ausreichender Polizeiausbildung und Erfahrung in leitender Position dar-

zustellen. Vielmehr habe er aber eine einfache schulische Ausbildung in 

einem ländlichen Gebiet in Afghanistan und eine Schnellbleiche bei der 

Polizei durchlaufen. Es erscheine mehr als befremdlich, wenn die  

Vorinstanz exakte Angaben zur Distanz seiner Angreifer verlange. Den ver-

meintlichen Widerspruch zum Erhalt des ersten Drohbriefes habe er schon 

an der Anhörung aufgelöst. Sein Vater habe diesen von den Dorfältesten 

in der Moschee erhalten und ihm überbracht. Zum Inhalt dieses Drohbrie-

fes seien ihm lediglich drei Fragen gestellt worden. Er habe erklärt, dass 

die Angaben «Gericht» und «Dorf» das gleiche bedeuten würden und die 

Taliban in den Dörfern genaue Strukturen gehabt hätten. Bereits in der Stel-

lungnahme zum Entscheidentwurf habe er darauf hingewiesen, dass es 

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verfehlt wäre, davon auszugehen, dass die Taliban über die gleichen ge-

richtlichen Strukturen verfügen würden wie in der Schweiz. Wo er sich bei 

Erhalt des Drohbriefes befunden habe, sei schliesslich nebensächlich. Es 

müsse möglich sein, seine Angaben spontan zu korrigieren, wie er dies hier 

gemacht habe. Dies sei ebenfalls ein Realkennzeichen und ein Hinweis 

darauf, dass er die Aussagen nicht auswendig gelernt habe. Zuletzt 

scheine es plausibel, dass er als Polizist in den Fokus der Taliban geraten 

sei. Kurz vor dem ersten Drohbrief sei es auf dem Posten in B.________ 

zu einem heftigen Gefecht mit den Taliban gekommen. So sei es für die 

Taliban möglich gewesen, ihn als Polizist zu identifizieren.  

Die eingereichten Beweismittel würden mit dem zeitlichen Ablauf seiner 

Vorbringen übereinstimmen. Die Vorinstanz habe sich unter Zuhilfenahme 

von offensichtlich pauschalisierenden Aussagen (Kopien aus Afghanistan 

= Fälschungen) geweigert, diese einer ernsthaften Prüfung und Würdigung 

zu unterziehen. In der Zwischenzeit sei es ihm gelungen, die Beweismittel 

im Original zu besorgen, welche er hiermit zu den Akten reiche. Zudem 

reiche er Fotos des Lehmhauses der Familie ein, welches bei dem Angriff 

verwüstet worden sei. 

7.  

7.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der 

asylsuchenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Rich-

tigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, über-

wiegen oder nicht. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um 

eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des 

wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der Anga-

ben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuch-

steller bzw. die Gesuchstellerin sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhalts-

darstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar 

möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und 

überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 

sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 

2010/57 E. 2.3). 

7.2 Die Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung, wonach die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers diese Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 

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nicht erfüllen, sind zu bestätigen. Dabei ist insbesondere auf die ausge-

prägte Substanzlosigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers an den 

beiden Anhörungen hinzuweisen, vor allem auch wenn er sich in freier 

Rede äusserte. Dies betrifft insbesondere die Beschreibung des zweistün-

digen Angriffs auf das Haus seiner Familie in Afghanistan. Zur Vermeidung 

von Wiederholungen kann diesbezüglich auf die überzeugenden Erwägun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden. Angesichts der vierjährigen Berufs-

erfahrung des Beschwerdeführers als Polizist wäre zu erwarten gewesen, 

dass er während des zweistündigen Angriffs versucht hätte, irgendetwas 

zu erkennen und die Situation einzuschätzen, zumal sich auch im Dunkeln 

gewisse Schlüsse ziehen lassen. Dies würde sich in seinem Aussagever-

halten wiederspiegeln und genauere Angaben zu den Ereignissen zulas-

sen, als die vorliegenden, dass er sich versteckt und versucht habe zu flie-

hen. Wenn in der Beschwerde die Qualifikation des Beschwerdeführers mit 

dem Hinweis auf die einfache Schulbildung und die Schnellbleiche als Po-

lizist relativiert wird, vermag dies angesichts seiner vierjährigen Arbeitstä-

tigkeit nicht zu überzeugen. Auch der Hinweis in der Beschwerde, wonach 

es sich beim Beschwerdeführer im Allgemeinen um einen wortkargen Men-

schen handle, vermag das derart offensichtliche Fehlen von Realkennzei-

chen und Details nicht aufzuwiegen. Daran ändert auch der Umstand 

nichts, dass der Beschwerdeführer insgesamt nur unsubstantiierte Anga-

ben machte. Schliesslich vermag auch sein damaliges Alter von zwanzig 

Jahren und der Umstand, dass er sich in einer Trauerphase befunden 

habe, nicht zu erklären, weshalb er den sehr einschneidenden Angriff von 

zwei Stunden Dauer auf sein eigenes Haus nicht im mindesten beschrei-

ben konnte. Auch die Tatsache, dass seither vier Jahre vergangen seien 

und der Beschwerdeführer sich lange auf der Flucht befunden habe, ver-

mag die Substanzarmut nicht überzeugend zu erklären.  

7.3 Bestätigt werden die Zweifel an den Aussagen des Beschwerdeführers 

durch verschiedene Widersprüche in seinen Aussagen. Zwar scheinen die 

vorgebrachten Widersprüche für sich nicht allzu gewichtig zu sein. In Kom-

bination mit der ausgesprochenen Substanzarmut in den Aussagen des 

Beschwerdeführers fallen sie aber dennoch ins Gewicht. Exakte Angaben 

zur Schussdistanz können, wie in der Beschwerde ausgeführt, nicht erwar-

tet werden. Dass der Beschwerdeführer die Situation angesichts seiner 

vierjährigen Arbeit als Polizist aber genauer hätte einschätzen und somit 

auch zu den Angreifern und deren Entfernung (20 bis 30 oder 100 bis 200 

Meter) hätte Angaben machen können, wäre wie oben erwähnt durchaus 

zu erwarten gewesen, zumal er immerhin habe hören können, dass sie 

«Allahu akbar» gerufen hätten (vgl. Akten des SEM 1066031-25/20 F106). 

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Seite 11 

Die Annäherung der Angreifer vermag die grosse Differenz in der Schuss-

distanz nicht zu erklären. Zur Übergabe des Drohbriefes gab der Be-

schwerdeführer an der ersten Anhörung explizit an, die Dorfältesten hätten 

diesen zu ihm nach Hause gebracht, während er später aussagte, dies sei 

sein Vater gewesen. Die Erklärung, wonach der Vater diesen von den Dorf-

ältesten in der Moschee erhalten und nach Hause gebracht habe, vermag 

auch das Gericht nicht zu überzeugen. Zudem ist der Inhalt des eingereich-

ten Dokumentes nicht mit den Aussagen des Beschwerdeführers in Ein-

klang zu bringen. Zwar könnte er mit der Bezeichnung «Dorf» allgemein 

die Strukturen der Taliban und damit auch das islamische Gericht gemeint 

haben. Dennoch wäre zu erwarten, dass er solch genaue Angaben wie die 

Androhung eines Gerichtsverfahrens explizit erwähnt hätte, zumal die isla-

mischen Gerichte für ihre Grausamkeit insbesondere bei Kollaboration mit 

dem Gegner berüchtigt sind. Wo sich der Beschwerdeführer bei Erhalt des 

zweiten Drohbriefes befunden habe, scheint dem Gericht ebenfalls nicht 

nebensächlich, zumal er diesen nach dem zwischenzeitlich erfolgten An-

griff nun sicher ernst nehmen musste. Entgegen den Einwendungen in der 

Beschwerde handelt es sich hier nicht um eine spontane Korrektur seiner 

Angaben, sondern eben um einen Widerspruch, sodass dies nicht als Re-

alitätskennzeichen gewertet werden kann. Dass der Beschwerdeführer 

beim Angriff auf den Polizeiposten B.________ durch die Taliban identifi-

ziert worden sei, scheint dem Gericht schliesslich ebenfalls nicht plausibel. 

7.4 In Bezug auf die Beweismittel kann auf die Erwägungen der Vorinstanz 

zur geringen Beweiskraft verwiesen werden. Drohbriefe können von ir-

gendeiner Person verfasst werden und es liegt in der Natur der Sache, 

dass sie keine gesicherten Überprüfungsmerkmale aufweisen. Das Glei-

che gilt für die Bestätigung der Behörden, welche zudem auch aus Gefäl-

ligkeit ausgestellt worden sein könnte. Eine genaue Untersuchung solcher 

Beweismittel ist vor diesem Hintergrund nicht möglich. Dass sie nun auf 

Beschwerdeebene im Original vorliegen, vermag an diesen Schlussfolge-

rungen nichts zu ändern. Die auf Beschwerdeebene eingereichten Foto-

grafien eines zerstörten Lehmhauses in Afghanistan vermögen die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers ebenfalls nicht zu bestätigen. 

7.5 Nach dem Gesagten vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers 

die Anforderungen an die Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG 

nicht zu erfüllen. 

8.  

Personen, welche der afghanischen Regierung oder der internationalen 

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Seite 12 

Gemeinschaft inklusive den internationalen Militärkräften nahestehen oder 

als Unterstützer derselben wahrgenommen werden, sind aufgrund ihrer 

Exponiertheit einem erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt (vgl. statt vieler 

Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-5923/2018 vom 17. August 2020 

E. 8.2 und E-6048/2018 vom 19. Juni 2020 E. 7.2.2). Allein der Umstand, 

dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatstaat während eines gewis-

sen Zeitraumes als Polizist gearbeitet hat, vermag die Flüchtlingseigen-

schaft jedoch nicht zu begründen. Es wird nicht in Abrede gestellt, dass die 

Polizei in Afghanistan häufig Ziel von Angriffen durch regierungsfeindliche 

Gruppierungen ist. Diese abstrakte Gefährdung allein vermag die Flücht-

lingseigenschaft jedoch nicht zu begründen. Vielmehr wäre dafür erforder-

lich, dass sich diese abstrakte Gefährdung hinsichtlich des Beschwerde-

führers individuell konkretisiert hätte (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts E-857/2017 vom 4. März 2019 E. 6.7 und D-7906/2015 vom 20. Sep-

tember 2016 E. 5.2.3). Dies ist zu verneinen, da der Beschwerdeführer 

keine über die seinem Beruf immanente Gefahr hinausgehende persönli-

che Gefährdung nachweisen oder zumindest glaubhaft machen konnte. 

9.  

Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine 

flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu 

machen. Das SEM hat das Asylgesuch somit zu Recht abgewiesen. 

10.  

10.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

10.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.3 Nachdem das SEM den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. Juli 

2020 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz 

vorläufig aufgenommen hat, erübrigen sich Erwägungen zur Zulässigkeit, 

Zumutbarkeit und Möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung. 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

D-4248/2020 

Seite 13 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit der Beschwerde wurde 

ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG gestellt. Gemäss dieser Bestimmung wird von der 

Erhebung von Verfahrenskosten abgesehen, wenn die Partei nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt und ihre Beschwerde nicht aussichtslos er-

scheint. Vorliegend ist von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aus-

zugehen, zumal er erst vor kurzem einem Kanton zugewiesen wurde und 

im Bundesasylzentrum einem Arbeitsverbot unterlag (Art. 43 Abs. 1 AsylG). 

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren 

nicht von vornherein aussichtlos waren. Das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltliche Prozessführung ist damit gutzuheissen und es sind keine 

Kosten zu erheben. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4248/2020 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

In Gutheissung des Gesuches um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner 

 

 

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