# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fc8d0a1-f421-596e-8078-395ac9f41af2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.05.2017 E-2170/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2170-2015_2017-05-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2170/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  M a i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Barbara Balmelli,    

Gerichtsschreiberin Denise Eschler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 2. März 2015 / N (…). 

 

 

 

E-2170/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Eritrea eigenen Angaben zufolge im Jahr 

2010 und reiste am 21. November 2013 in die Schweiz ein, wo er gleichen-

tags beim Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen ein Asyl-

gesuch einreichte. 

Am 11. Dezember 2013 wurde er anlässlich der Befragung zur Person 

(BzP) summarisch und am 23. Dezember 2014 im Rahmen der Anhörung 

vertieft zu seinen Asylgründen befragt, wobei er im Wesentlichen Folgen-

des geltend machte: Er habe bis 1999 in Äthiopien gelebt, das Land dann 

aber zusammen mit seiner Mutter und den beiden Schwestern verlassen 

müssen. Hiernach habe er in Eritrea die Schule besucht, diese aufgrund 

gesundheitlicher Probleme und Operationen aber im Oktober 2005 abbre-

chen müssen. Bei einer Razzia sei er daraufhin von Soldaten zu Hause 

angehalten und nach Wia ins Militärcamp eingezogen worden. Im Jahre 

2007 sei ihm von dort aus die Flucht in den Sudan gelungen, wo er sich für 

ungefähr 9 Monate aufgehalten habe, bis er im August 2008 nach Israel 

weitergereist sei. Kurze Zeit später sei er dort festgenommen, nach Ägyp-

ten gebracht, für mehrere Monate festgehalten und schliesslich nach Erit-

rea zurückgeschafft worden. Nach seiner Ankunft in Eritrea sei er für ein 

Jahr inhaftiert und zum Arbeitseinsatz in das Gebiet B._______ geschickt 

worden, von wo aus ihm im Jahre 2010 anlässlich eines Ausseneinsatzes 

erneut die Flucht in den Sudan gelungen sei. 

Für die weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. 

Der Beschwerdeführer reichte als Beweismittel eine Identitätskarte, ein 

Geburtszertifikat und einen Taufschein seiner Tochter sowie Fotos beider 

Kinder ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 2. März 2015 – eröffnet am 4. März 2015 – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte 

sein Asylgesuch ab. Der Vollzug der gleichzeitig verfügten Wegweisung 

aus der Schweiz wurde infolge Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufi-

gen Aufnahme aufgeschoben. 

  

E-2170/2015 

Seite 3 

C.  

Mit Eingabe vom 7. April 2015 (Poststempel) liess der Beschwerdeführer 

gegen die Verfügung des SEM Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt einreichen und beantragen, die Verfügung sei in den Dispositivziffern 

1 – 3 (Flüchtlingseigenschaft, Asyl und Wegweisung) aufzuheben, es sei 

ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht wurden die unentgeltliche Prozessführung 

und der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die Bei-

ordnung des handelnden Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechtsbei-

stand beantragt. 

Als Beweismittel reichte er Kopien der eritreischen Identitätskarten seiner 

Eltern, der Niederlassungsbewilligung seines Bruders C._______, geb. 

(…) (Personen-ID ZEMIS […]) und der Aufenthaltsbewilligung seines Bru-

ders D._______, geb. (…) (Personen-ID ZEMIS […]) ein. Im Weiteren 

reichte er – nebst seinem eigenen – die UNHCR-Ausweise von E._______, 

geb. (…) und F._______, geb. (…), allesamt ausgestellt am (…) in 

G._______, zu den Akten. 

D.  

Mit Verfügung vom 15. April 2015 hiess das Bundesverwaltungsgericht das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut, verzich-

tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und ordnete dem Be-

schwerdeführer lic. iur. LL.M. Tarig Hassan als amtlichen Rechtsbeistand 

bei. 

E.  

Mit Schreiben vom 1. März 2016 erkundigte sich der Beschwerdeführer 

beim SEM nach dem Stand seines Asylverfahrens. Die ans Bundesverwal-

tungsgericht weitergeleitete Anfrage wurde vom Gericht am 4. März 2016 

beantwortet. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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Seite 4 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. 

Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder 

Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht 

haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhaltung 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). 

Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die wegen 

ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Ausdruck 

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noch Fortsetzung einer bereits im Heimat- oder Herkunftsstaat bestehen-

den Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung der FK vor-

behalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG), wobei gleiches für die 

Person gilt, die subjektive Nachfluchtgründe geltend macht. Glaubhaft ge-

macht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind 

insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet 

oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen respek-

tive massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt 

werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 

  

4.1 Das SEM begründete den ablehnenden Asylentscheid damit, die Vor-

bringen zur geltend gemachten Vorverfolgung hielten den Anforderungen 

an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Die Schilderungen 

seien von einer Vielzahl von Unstimmigkeiten geprägt und widersprüchlich, 

darüber hinaus würden sie teilweise der allgemeinen Erfahrung und der 

Logik des Handelns widersprechen. Im Weiteren sei es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen, subjektive Nachfluchtgründe (illegale Ausreise) 

glaubhaft darzulegen. 

So habe der Beschwerdeführer beispielsweise an der BzP angegeben, am 

9. November 1985 in H._______/Eritrea, in der Anhörung jedoch, in Äthio-

pien geboren zu sein. Widersprüchlich habe er sich sodann in Bezug auf 

seine Ehefrau geäussert, indem er zuerst ausgesagt habe, mit I._______, 

der Mutter seines Sohnes J._______, später hingegen, mit der Mutter sei-

ner Tochter K._______, L._______  kirchlich verheiratet zu sein. Auf den 

Widerspruch angesprochen habe er erwidert, es sei vielleicht zu Verwechs-

lungen gekommen. Auch die Schilderungen zu seinem Schulbesuch von 

fünf Jahren in M._______ respektive seinem Aufenthalt von 2000 bis 2002 

in M._______ und von 2002 bis 2004 in N._______ seien unterschiedlich 

ausgefallen, wobei die ungleichen Aussagen damit begründet worden 

seien, während der Anhörung detailliertere Angaben gemacht zu haben. In 

der BzP habe er weiter angegeben, im Jahr 2004 zweimal operiert worden 

zu sein, in der Anhörung aber ausgesagt, die erste Operation bereits als 

Kleinkind gehabt zu haben. Der Beschwerdeführer habe sodann unter-

schiedliche Aussagen zum Stationierungsort seiner militärischen Einheit in 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/57

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O._______ beziehungsweise in P._______ gemacht, wobei er später rela-

tiviert habe, beiderorts tätig gewesen zu sein. Ebenfalls widersprüchlich 

habe er sich im Zusammenhang mit seinem Aufenthalt und der Inhaftierung 

nach der Deportation aus Ägypten geäussert, indem er zuerst ausgesagt 

habe, seiner ehemaligen Einheit übergeben, in Q._______ inhaftiert und 

dann zum Arbeitseinsatz in B._______ geschickt, gemäss Anhörung hin-

gegen nach R._______ und anschliessend nach S._______ gebracht und 

ein Jahr in T._______ inhaftiert worden zu sein. Die Schilderungen, ihm sei 

im Oktober 2010 beziehungsweise im Februar 2010 die Flucht aus 

B._______ (wo er Militärunterkünfte gebaut beziehungsweise Holz gesam-

melt habe) gelungen, seien ebenfalls widersprüchlich ausgefallen, wobei 

er, auf den Vorhalt aufmerksam gemacht, ausgesagt habe, in der BzP wohl 

falsch verstanden worden zu sein. Das SEM stellte zudem fest, die Anga-

ben des Beschwerdeführers wiesen an verschiedenen Stellen logische Lü-

cken auf. So sei zum einen nicht nachvollziehbar, dass die eritreischen Be-

hörden nach seinem Schulabbruch im Oktober 2005 keine Kenntnis von 

seinem Aufenthalt zu Hause gehabt haben sollten, wenn er sich für die 

Ausstellung einer Identitätskarte an die Behörden gewandt und über die 

Operation in Kenntnis gesetzt haben wolle, ihn hingegen zufällig bei einer 

Razzia zu Hause angehalten und zur Militärausbildung nach Wia gebracht 

haben sollten. In der Anhörung habe er sodann geltend gemacht, er habe 

sich im Jahr 2005, im Alter von (…) Jahren, mit Hilfe dreier Zeugen eine 

Identitätskarte ausstellen lassen, wobei er hierzu falsche Altersangaben 

gemacht (Jahrgang […] statt […]) und sich als Bauer ausgegeben habe. 

Es erscheine äusserst unglaubhaft, dass die eritreischen Behörden, wel-

che seinen Angaben zufolge von der Operation im Jahr 2004 Kenntnis ge-

habt hätten, sich so leicht über das wahre Alter des Beschwerdeführers 

hätten täuschen lassen. Insbesondere wenn er bei der mutmasslichen Aus-

stellung der Identitätskarte mit (…)zehn Jahren die militärische Grundaus-

bildung hätte absolvieren müssen, von welcher er gerade nicht wegen der 

vorgebrachten gesundheitlichen Schwierigkeiten respektive der Operation 

dispensiert worden sei, und ausgesagt habe, im Jahr 2005 nach Wia ge-

bracht und für diensttauglich befunden worden zu sein. Das eingereichte 

Identitätsdokument weise überdies zahlreiche Hinweise auf, die auf eine 

Fälschung hindeuteten, wozu er bei der Anhörung angegeben habe, es 

handle sich um eine Kopie des Originals. Unglaubhaft und der Logik seiner 

Aussagen widersprechend seien auch die Ausführungen zu seiner Flucht 

aus B._______, welche trotz der Überzahl an Wachpersonal und wieder-

holt geltend gemachter gesundheitlicher Schwierigkeiten gelungen sein 

solle. Was sodann die illegale Ausreise aus Eritrea im Jahr 2010 betreffe, 

seien sowohl die Schilderungen zu den Ausreisegründen als auch zum 

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Reiseweg unglaubhaft ausgefallen. Das Ausmass der Unstimmigkeiten er-

wecke ernsthafte Zweifel an der persönlichen Glaubwürdigkeit des Be-

schwerdeführers und lasse darauf schliessen, er habe die wahren Um-

stände der Ausreise verheimlicht. Es sei nicht auszuschliessen, dass er 

Eritrea bereits zu einem erheblich früheren Zeitpunkt verlassen habe. Aus 

der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen könne zwar nicht auf eine legale Aus-

reise geschlossen werden, doch könne es genauso wenig genügen, sich 

auf die notorisch schwierige legale Ausreise zu berufen, ohne dabei die 

konkreten Ausreisegründe und -umstände glaubhaft zu machen. 

4.2 In seiner Beschwerde hält der Beschwerdeführer den Argumentationen 

des SEM entgegen, beim geltend gemachten Widerspruch zum Geburtsort 

in H._______/Eritrea beziehungsweise Äthiopien sei von einem Missver-

ständnis auszugehen. In der BzP habe er angegeben, aus H._______ zu 

stammen, jedoch nicht dort geboren zu sein, was anhand der Identitätskar-

ten der Eltern, auf welchen der Geburtsort H._______ aufgeführt sei, be-

legt werden könne. Ebenfalls ein Missverständnis liege bezüglich der Ehe-

frau des Beschwerdeführers vor. Zwar habe er bei den Personalien der 

Ehefrau (Anm.: bei der BzP) den Namen I._______ genannt, doch sei der 

nachstehenden Befragung die Aussage zu entnehmen, die Ehefrau sei die 

Mutter der Tochter K._______ (und der Sohn lebe bei seiner Mutter und 

seiner Ehefrau). Entsprechend liege kein Widerspruch vor, da er bereits in 

der BzP angegeben habe, L._______ sei seine Ehefrau. Mit I._______ sei 

er nicht verheiratet. 

Die Ungereimtheiten zu den Schulbesuchen in M._______ von 2000 bis 

2002 und N._______ von 2002 bis 2004 und der angegebenen fünf Jahre 

in M._______ liessen sich nicht vollständig auflösen, seien aber zum einen 

auf die sehr kurze BzP zurückzuführen und rührten zum anderen daher, 

dass der Dolmetscher bei der Anhörung nicht gut Tigrinya gesprochen 

habe. Ebenso auf eine Ungenauigkeit bei der Übersetzung oder ein Miss-

verständnis zurückzuführen seien die ungleichen Angaben, der Beschwer-

deführer sei nach der Militärausbildung in P._______ bei Q._______ stati-

oniert gewesen, habe er doch bei der Anhörung präzisiert, zwischen Wia 

und P._______ hin- und hergegangen und tätig gewesen zu sein. Die bei-

den Orte würden ausserdem nicht weit voneinander entfernt liegen. 

Es liege klar kein Widerspruch vor, wenn der Beschwerdeführer bei der 

Anhörung angegeben habe, nach seiner Deportation aus Ägypten zuerst 

nach R._______ gebracht worden zu sein. Dort sei er erst zu seiner frühe-

ren Brigade, welcher er übergeben worden war, befragt worden, hingegen 

habe er in der BzP nicht gesagt, wo er nach seiner Rückkehr aus Ägypten 

und seiner Übergabe ans Militär gewesen sei. Es sei nicht widersprüchlich, 

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wenn ein einzelner Zwischenschritt nicht erwähnt worden sei. Der Be-

schwerdeführer sei nach seiner Ausschaffung aus Ägypten in S._______ 

inhaftiert worden. Mit der Aussage, er sei im Gefängnis der Brigade in 

Q._______ gesessen, habe er nicht gemeint, in Q._______ selbst, sondern 

im Gefängnis seiner Brigade im Grossraum von Q._______ inhaftiert ge-

wesen zu sein. 

Was den Ausreisezeitpunkt betreffe, sei sich der Beschwerdeführer sicher, 

bereits im Februar 2010 ausgereist zu sein, und die in der BzP protokol-

lierte Ausreise im Oktober 2010 sei wohl auf ein Verständigungsproblem 

zurückzuführen oder stelle allenfalls ein eigenes Versehen dar. 

Dass der Beschwerdeführer ausgesagt habe, er sei zufällig zu Hause fest-

genommen worden, nachdem er sich bei einer lokalen Verwaltungseinheit 

für den Erhalt einer Bestätigung zur Ausstellung einer Identitätskarte er-

kundigt habe, und dass diese Behörde daher Kenntnis von seiner Opera-

tion und seinem Aufenthalt zu Hause gehabt habe, sei weder unglaubhaft 

noch widerspreche dies der Logik des Handelns. Er habe beschrieben, die 

Festnahme habe im Rahmen einer üblichen Kontrolle seines Ortes statt-

gefunden und er sei zu Hause von Soldaten aufgegriffen worden, ohne 

dass diese gezielt nach ihm gesucht oder bei den lokalen Behörden Abklä-

rungen getätigt hätten. Selbst wenn gezielt nach ihm gesucht worden wäre, 

wäre es glaubhaft, wenn die Soldaten ohne Abklärungen zu ihm nach 

Hause gegangen wären. 

Nicht plausibel sei sodann die Argumentation des SEM, er hätte die Behör-

den bei der Ausstellung der Identitätskarte nicht so leicht über sein wahres 

Alter täuschen können, da diese gemäss eigenen Aussagen Kenntnis von 

seiner Operation gehabt hätten. In Q._______, wo er die Identitätskarte 

habe ausstellen lassen, habe man ihn jedoch weder persönlich gekannt 

noch habe man dort etwas über seine Operation gewusst, so dass er die 

Behörden über sein Alter habe täuschen können. 

Was den Vorhalt betreffe, die Identitätskarte weise zahlreiche Fälschungs-

merkmale auf, habe er erklären können, dass es sich um eine Kopie handle 

und sich das Originaldokument bei der Schwester im Sudan befinde. Zu-

dem sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer eritreischer Staatsange-

höriger sei. 

Den angeblich unglaubhaften Schilderungen zur Flucht aus B._______ sei 

entgegenzuhalten, dass er detailliert von dieser berichtet habe, beispiels-

weise davon, wie er seinen Kollegen über das Vorhaben in Kenntnis ge-

setzt, er sich aufgrund eines früheren Zwangsarbeitseinsatzes in der Ge-

gend ausgekannt und er sich bereits im Gefängnis fest zur Flucht ent-

schlossen habe. Die Flucht selbst sei nicht durch gute Planung, sondern 

durch Glück gelungen und der Fluchtzeitpunkt schliesslich eine spontane 

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Entscheidung gewesen. Die Situation als Gefangener sei für ihn derart un-

erträglich gewesen, dass er die Chance habe nutzen müssen. Es sei nicht 

unglaubhaft, dass er in dieser Extremsituation den Soldaten habe entkom-

men können, selbst wenn hierfür objektiv gesehen keine hohe Wahrschein-

lichkeit spreche, wobei diese für sich genommen nicht ausschlaggebend 

für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit sein könne. Sodann sprächen die 

gesundheitlichen Probleme nicht gegen die Möglichkeit davonzulaufen, sei 

doch die Schilderung des Beschwerdeführers, er habe schnell laufen kön-

nen, es sei um Leben und Tod gegangen und er habe nichts gespürt eine 

plausible Erklärung, da der Körper in einer lebensgefährdenden Situation 

Adrenalin ausschütte, welches Schmerzen kurzweilig überdecke. Zudem 

habe er an keiner ernsthaften Verletzung gelitten, welche ihm schnelles 

Rennen verunmöglicht hätte. 

 

  

5.1 Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, kommt das Bundesverwal-

tungsgericht in Übereinstimmung mit den Erwägungen des SEM zum 

Schluss, dass die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers den An-

forderungen an die Glaubhaftigkeit nach Art. 7 AsylG nicht genügen, wes-

halb er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt.  

 

5.2 Inwiefern sich das angebliche Missverständnis zu den differenziert ge-

nannten Geburtsorten in H._______/Eritrea (A5 S.3) beziehungsweise 

Äthiopien (A18 F71) anhand der auf Beschwerdeebene eingereichten 

Identitätskartenkopien der Eltern auflösen sollte, ist nicht ersichtlich, zumal 

weder belegt ist, dass es sich tatsächlich um die Eltern handelt, noch eine 

Übersetzung der Dokumente in eine Amtssprache vorliegt, so dass diesen 

diesbezüglich kein Beweiswert beigemessen werden kann. Hinzuweisen 

ist auf den ebenfalls möglichen Geburtsort in U._______, welcher auf den 

mit der Beschwerde eingereichten UNHCR-Ausweisen vom (…) aufgeführt 

wird, wobei die Frage aufgrund der unbestrittenen eritreischen Staatsan-

gehörigkeit des Beschwerdeführers ohnehin offen bleiben kann. 

Die widersprüchlichen Aussagen zur angeblichen Ehefrau des Beschwer-

deführers lassen sich auf Beschwerdeebene nicht ausräumen und die Er-

läuterungen dazu überzeugen nicht. Zum einen ist festzustellen, dass die 

in der Beschwerde zitierten Aussagen der Befragungsprotokolle unvoll-

ständig sind und nichts über den Gehalt der Angaben auszusagen vermö-

gen. Anlässlich der BzP gab der Beschwerdeführer an, seit November 2011 

mit I._______ religiös getraut zu sein (A5 S.3). Die Frage nach Beziehun-

gen in Drittstaaten beantwortete er analog, in dem er angegeben hatte: 

“Sudan: Ehefrau I._______ Sohn J._______, geboren am (…). Mein Sohn 

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lebt mit seiner Mutter und meiner Ehefrau in Khartum. Tochter K._______, 

geb. (…), sie stammt aus einer anderen Beziehung. Ihre Mutter heisst 

L._______. K._______ lebt auch in Khartum mit meiner Ehefrau und mei-

nem Sohn“ (A5 S.5). Durch den Nachschub, die Mutter seiner Tochter lebe 

mit seiner Ehefrau und seinem Sohn zusammen in Khartum, nahm er ge-

rade wieder Bezug auf die vorgängig genannte I._______ und bezeichnete 

diese indirekt wiederum als seine Ehefrau. Selbst wenn er dann anlässlich 

der Anhörung auf die Frage, mit wem er verheiratet sei, den Namen 

L._______ nannte und aussagte „Mit der Mutter meiner Tochter bin ich 

kirchlich verheiratet“ (A18 F108), vermag die anschliessende Begründung, 

er habe dies vielleicht verwechselt (A18 F109), nicht zu überzeugen. Ent-

gegen der Beschwerdeschrift lässt sich dem BzP-Protokoll denn auch 

keine explizite Aussage entnehmen, wonach L._______ die Ehefrau sei. 

Festzustellen ist lediglich, dass er übereinstimmende Angaben dazu ge-

macht hatte, welche der Frauen die Mutter des Sohnes (vgl. A18 F95: 

„Meine Frau, mit der ich einen Sohn habe“) und welche jene der Tochter 

ist. Belegt wurde dies durch Beibringen eines Taufscheins der Tochter, auf 

welchem L._______ als Mutter eingetragen ist (vgl. Beilagen zu den Akten 

des SEM). Ob I._______ oder V._______ die Ehefrau des Beschwerdefüh-

rers ist, spielt jedoch für die Frage der Flüchtlingseigenschaft keine Rolle 

und kann ebenfalls offen bleiben. 

Nichts anzufügen ist den Erwägungen des SEM, wonach sich der Be-

schwerdeführer widersprüchlich zu seinen Schuljahren und den Aufent-

haltsorten in M._______ und N._______ geäussert habe. Zum Einwand, 

der Dolmetscher habe nicht gut Tigrinya gesprochen, bleibt anzumerken, 

dass der Beschwerdeführer die Protokolle nach der Rückübersetzung mit 

seiner Unterschrift als richtig, vollständig und ihm verständlich übersetzt 

bestätigt hat, weshalb allfällig aufgetretene Übersetzungsprobleme spätes-

tens hier hätten angebracht werden müssen. Gleiches gilt für die wider-

sprüchlichen Aussagen zum Stationierungsort nach der militärischen Aus-

bildung in Wia in O._______ (A 5 S.4) respektive in P._______ (A18 F46) 

bei Q._______, selbst wenn er an beiden Orten tätig gewesen sein sollte. 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz sind auch die Schilderungen be-

treffend den Haftort in Q._______ respektive S._______ als widersprüch-

lich und unglaubhaft zu erachten. Die Erklärung, er habe einen einzelnen 

Zwischenschritt nach seiner Deportation aus Ägypten nicht genannt oder 

er habe mit der Aussage, im Gefängnis seiner Brigade in Q._______ ge-

sessen, nicht gemeint, in Q._______ selbst, sondern im Grossraum von 

Q._______ inhaftiert gewesen zu sein, erscheinen nachgeschoben und 

sind unbehelflich. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer auf die 

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Frage, ob er jemals inhaftiert worden sei, in überzeugender Weise geant-

wortet hatte „Ja, nach meiner zwangsweisen Rückkehr aus Israel bezie-

hungsweise Ägypten wurde ich sofort verhaftet und sass ein von 2009 bis 

2010 (…) Ich wurde nach der Rückkehr aus Ägypten sofort meiner ehema-

ligen Einheit, 41 Ks. 3. Bataillon übergeben. Ich sass dann im Gefängnis 

unserer Brigade in Q._______ (…) In B._______ waren wir im Arbeitsein-

satz (…) “ (A5 S.7). Auf die Aufforderung bei der Anhörung, zu erzählen 

was passiert sei, nachdem der Beschwerdeführer von Ägypten nach 

U._______ gebracht worden sei, widersprach er damit seiner früheren Aus-

sage: „(…) Dann haben sie uns mit dem Auto nach R._______ gebracht, 

wo es ein Gefängnis gibt. Dann haben sie dann von uns verlangt, dass wir 

sagen, wo wir waren und ich habe gesagt, dass ich im KS (…) war. Dann 

haben sie mich dann dorthin nach S._______ gebracht. Dort wurden wir 

dann in „T._______“ ein Jahr lang festgehalten.“ (A18 F47). Dass der Be-

schwerdeführer bei der Erstbefragung zweimal das Wort „sofort“ benutzt 

hatte, spricht sodann für die unverzügliche Inhaftierung. Auch aus der Ent-

gegnung, er habe im Grossraum Q._______ eingesessen, kann er nichts 

zu seinen Gunsten ableiten, liegt doch zwischen Q._______ und 

S._______ eine Distanz von knapp 120 km (vgl. http://www.distances-

from.com). 

Glaubhaft hingegen erscheinen die übereinstimmenden Ausführungen des 

Beschwerdeführers, er habe einen Arbeitseinsatz in B._______ geleistet, 

wobei unerheblich erscheint, ob er dort Soldatenunterkünfte bauen (A5 

S.7) oder Holz sammeln musste (A18 F47), zumal letzteres auch zum 

Bauen der Unterkünfte hätte dienen können. 

Der Einwand des Verständigungsproblems kann indes auch hinsichtlich 

der unterschiedlichen Schilderungen zum Ausreisezeitpunkt nicht gehört 

werden. Während der Beschwerdeführer an der Befragung das exakte 

Ausreisedatum vom 5. Oktober 2010 angab (A5 S.6), nannte er später den 

Februar 2010 (F18 F47, F83). Die Tatsache, dass in der Erstbefragung eine 

genaue, später aber eine weniger detaillierte Datumsangabe erfolgt war, 

spricht eher für die Nacherzählung einer auswendig gelernten Geschichte 

als für eine wahrheitsgemässe Schilderung. 

Die vorinstanzlichen Erwägungen, wonach die zufällige Anhaltung des Be-

schwerdeführers (im dienstpflichtigen Alter und trotz Behördenkontakts) an 

dessen Wohnort unlogisch und unglaubhaft erscheine, sind nicht nachvoll-

ziehbar. Es ist bekannt, dass die eritreischen Behörden – nebst gezielter 

Anhaltungen – auch anlässlich von gross angelegten Razzien Festnahmen 

zur Militärrekrutierung durchführen, so dass die Aussage des Beschwerde-

führers, er sei zufällig zu Hause angehalten worden, nicht unglaubhaft er-

http://www.distancesfrom.com/
http://www.distancesfrom.com/

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scheint. Auch der Umstand, dass er vorgängig in Kontakt mit lokalen Be-

hörden gestanden sei, um eine Identitätskarte ausstellen zu lassen, spricht 

nicht per se gegen die Glaubhaftigkeit, zumal nicht bekannt ist, ob ein Aus-

tausch zwischen der genannten Lokalbehörde und den Militärbehörden 

stattgefunden hatte. Zudem gab der Beschwerdeführer an, zuerst bei der 

„W._______“, welche für die Verteilung von Lebensmittel zuständig sei, 

eine Bestätigung geholt und hernach bei der Gemeinde für eine zweite Be-

stätigung vorgesprochen zu haben, ehe er dann in Q._______ die Identi-

tätskarte habe ausstellen lassen. Inwiefern zwischen diesen Behördenkon-

takten und der angeblich unlogischen Anhaltung zu Hause ein Zusammen-

hang bestehen sollte, ist nicht ersichtlich. 

Dass die eritreische Identitätskarte gemäss SEM in vielerlei Hinsicht auf 

eine Fälschung hindeutet, muss vorliegend ohne Belang bleiben, stellt es 

in der angefochtenen Verfügung doch nicht in Abrede, dass der Beschwer-

deführer eritreischer Staatsangehöriger ist. Es wäre an der Vorinstanz ge-

legen, das Ausweisdokument auf die Echtheit hin überprüfen zu lassen, 

wollte es dieses zur Begründung der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen und 

daraus folgend zur Unglaubwürdigkeit des Beschwerdeführers heranzie-

hen. 

Der Vorinstanz ist hingegen vollumfänglich beizupflichten, dass die angeb-

liche Flucht aus dem Arbeitseinsatz in B._______ trotz erheblicher Über-

zahl an Soldaten und Wächtern unglaubhaft erscheint. Um Wiederholun-

gen zu vermeiden, kann daher grundsätzlich auf die zutreffenden und hin-

reichend begründeten Erwägungen der angefochtenen Verfügung verwie-

sen werden. Anzumerken bleibt Folgendes: Der Beschwerdeführer wieder-

holte vermehrt seine gesundheitlichen Probleme (A5 S.7; A18 F31, F32, 

F39, F41 u.a.), mitunter will er eine Wunde am Fuss von den Schlägen im 

Gefängnis davongetragen, hierfür aber keine Medikamente erhalten haben 

(A18 F47). Ausserdem sei er im Gefängnis in T._______ wegen des weni-

gen Essens sehr schwach gewesen (A18 F48). Nutzte er jede Möglichkeit, 

seinen Gesundheitszustand anzusprechen, und bezeichnete er diesen 

stets als zumindest angeschlagen, erscheinen die Schilderungen, wie er 

den Wächtern davonzurennen vermochte, als realitätsfern. Dies selbst 

dann, wenn die Flucht mit Glück, mit dem Hinweis auf die unerträgliche 

Situation als Gefangener, dem Eingehen jeglichen Risikos und den über-

menschlichen Kräften in einer derartigen Situation (vgl. Beschwerdeschrift 

S. 8) begründet wird. Nicht überzeugend ist auch die Begründung, er und 

sein Kollege hätten beim Holzsammeln etwas Abstand zu den Soldaten 

gewinnen können und seien wohl wegen des aufgeladenen Holzes nicht 

als potentielle Flüchtige verdächtigt worden. Bei einer derart hohen Anzahl 

E-2170/2015 

Seite 13 

an Wächtern ist gerade nicht davon auszugehen, dass sich einzelne Ge-

fangene von anderen absetzen können. Dies umso mehr, wenn es sich um 

potentiell Gefährliche handeln soll wie der Beschwerdeführer (A18 F50, 

F52). 

Erweisen sich die Fluchtschilderungen als unrealistisch, nicht plausibel und 

unglaubhaft, ist es unerheblich, ob sich der Beschwerdeführer hinsichtlich 

der Anzahl von zwei beziehungsweise drei Fliehenden ebenfalls widerspro-

chen hat (A18 F57, F58, F61, F84). 

Als Zwischenfazit ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Eritrea bestehende 

oder ihm drohende asylrelevante Gefährdung nachzuweisen oder glaub-

haft zu machen. Im Zeitpunkt seiner Ausreise hat er die Flüchtlingseigen-

schaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht erfüllt; es liegen mit anderen Worten 

keine Vorfluchtgründe vor. 

5.3 Es bleibt somit zu prüfen, ob der Beschwerdeführer wegen seiner Aus-

reise aus Eritrea bei einer Rückkehr dorthin – mithin wegen subjektiver 

Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG – befürchten müsste, ernsthaften 

Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden.  

Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss Art. 54 

AsylG kein Asyl, werden aber als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Als 

subjektive Nachfluchtgründe gelten insbesondere das illegale Verlassen 

des Heimatlandes (sog. Republikflucht), das Einreichen eines Asylgesuchs 

im Ausland oder exilpolitische Betätigungen, wenn sie die Gefahr einer zu-

künftigen Verfolgung begründen. Durch Republikflucht zum Flüchtling wird, 

wer wegen illegaler Ausreise Sanktionen des Heimatstaates befürchten 

muss, die bezüglich ihrer Intensität ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 

3 AsylG darstellen (BVGE 2009/29). 

Der Beschwerdeführer trug vor, Eritrea illegal verlassen zu haben (A5 S.6). 

Bei einer Rückkehr in sein Heimatland hätte er eine längere, harte Strafe 

zu gewärtigen (A5 S.7). Zudem sei er bereits einmal nach Eritrea zurück-

geschickt worden und möchte nicht zum dritten Mal zurückkehren (A18 

F115, 116). In der Rechtsmitteleingabe wird ausgeführt, aufgrund des – 

glaubhaft vorgetragenen – illegalen Verlassens des Heimatstaates habe 

der Beschwerdeführer subjektive Nachfluchtgründe, weshalb ihm die 

Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und er wegen Unzulässigkeit des 

Wegweisungsvollzuges vorläufig aufzunehmen sei. Im Weiteren rügte er 

die Vorinstanz, dass nicht beim UNHCR in Kairo abgeklärt worden sei, ob 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/29

E-2170/2015 

Seite 14 

er nach Eritrea deportiert worden war, wodurch die Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen überprüfbar gewesen wäre. 

5.4 Gemäss langjähriger bisheriger Praxis der schweizerischen Asylbehör-

den begründete bereits eine (glaubhaft gemachte) illegale Ausreise aus 

Eritrea ohne Weiteres die Flüchtlingseigenschaft. Das SEM verschärfte 

diese Praxis im Sommer 2016. Im Rahmen des Urteils D-7898/2015 vom 

30. Januar 2017 (als Referenzurteil publiziert) befasste sich das Bundes-

verwaltungsgericht mit der Frage, ob Eritreerinnen und Eritreer, die ihr 

Land illegal verlassen haben, allein deswegen bei einer Rückkehr Verfol-

gung zu befürchten haben. Das Gericht kam dabei zum Schluss, dass sich 

die bisherige Praxis nicht mehr habe aufrechterhalten lassen und vom SEM 

zu Recht angepasst worden sei. Für die Entscheidfindung war für das Ge-

richt ebenfalls von Bedeutung, dass seit einiger Zeit Personen aus der erit-

reischen Diaspora für Kurzaufenthalte in ihren Heimatstaat zurückkehren 

worunter sich auch Personen befinden, die Eritrea zuvor illegal verlassen 

hatten. Es sei mithin nicht mehr davon auszugehen, dass einer Person ein-

zig aufgrund ihrer unerlaubten Ausreise aus Eritrea eine flüchtlingsrechtlich 

relevante Verfolgung droht. Von der begründeten Furcht vor intensiven und 

flüchtlingsrechtlich begründeten Nachteilen sei nur dann auszugehen, 

wenn zur illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die 

asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Behörden als misslie-

bige Person erscheinen lassen (a.a.O., E. 5). 

Im Falle des Beschwerdeführers sind keine solchen zusätzlichen Gefähr-

dungsfaktoren beziehungsweise Anknüpfungspunkte ersichtlich. Aufgrund 

des oben Gesagten liegen keine glaubhaft vorgetragenen Anhaltspunkte 

dafür vor, dass der Beschwerdeführer tatsächlich inhaftiert war und im vor-

getragenen Rahmen aus einem Arbeitseinsatz geflohen ist, so dass er 

nicht als Deserteur gelten kann. Weitere Anknüpfungspunkte, welche ihn 

in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen 

lassen könnten beziehungsweise zu einer Schärfung des Profils und zu 

einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten, 

sind nicht ersichtlich. Wie erwähnt, vermag die illegale Ausreise allein keine 

Furcht vor einer zukünftigen flüchtlingsrelevanten Verfolgung zu begrün-

den, so dass die Frage der Glaubhaftigkeit der illegalen Ausreise offenblei-

ben kann. Ob der Beschwerdeführer bereits zu einem früheren Zeitpunkt 

nach Eritrea deportiert worden war, wodurch die Glaubhaftigkeit hätte über-

prüft werden können, ist unerheblich. Nicht weiter zu berücksichtigen ist 

sodann die (zutreffende) Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz 

E-2170/2015 

Seite 15 

habe in keiner Weise begründet, inwiefern die Schilderungen zum Ausrei-

seweg unglaubhaft ausgefallen seien. 

 

5.5 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer folglich nicht gelun-

gen, eine relevante Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 AsylG oder 

subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG darzutun. Das 

SEM hat seine Flüchtlingseigenschaft demnach zu Recht verneint und sein 

Asylgesuch abgelehnt. 

  

6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.3 Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 2. März 2015 wegen Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der 

Schweiz angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführun-

gen zur Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Die vorläufige Auf-

nahme tritt mit dem vorliegenden Entscheid formell in Kraft. 

  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Verfügung vom 

15. April 2015 gutgeheissen wurde und den Akten keine Hinweise auf eine 

Veränderung der finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, ist von einer 

Kostenauflage abzusehen. 

8.2 Mit gleicher Verfügung vom 15. April 2015 wurde dem Beschwerdefüh-

rer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 

E-2170/2015 

Seite 16 

AsylG zugesprochen und lic. iur. LL.M. Tarig Hassan als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand beigeordnet. Das Honorar ist bei diesem Verfahrensaus-

gang durch die Gerichtskasse zu vergüten. Der amtliche Rechtsbeistand 

hat keine Kostennote zu den Akten gereicht, doch kann auf die Nachforde-

rung einer solchen verzichtet werden (vgl. Art. 14 Abs. 2 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), weil im vorliegenden Ver-

fahren der Aufwand des Schriftenwechsels in zuverlässiger Weise abge-

schätzt werden kann. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemes-

sungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist das dem Rechtsvertreter für das Be-

schwerdeverfahren zulasten der Gerichtskasse auszurichtende Honorar 

auf insgesamt Fr. 1‘000.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) 

festzusetzen. 

 (Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

  

Das Honorar des amtlichen Rechtsbeistands wird auf Fr. 1‘000.– festge-

setzt und geht zulasten der Gerichtskasse. 

  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Denise Eschler 

 

 

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