# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 971fb3ad-137c-5a1f-9afe-56a38a683588
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.07.2019 E-6086/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6086-2017_2019-07-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6086/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richterin Barbara Balmelli,    

Gerichtsschreiberin Tina Zumbühl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihre Tochter  

B._______, geboren am (…), 

beide Eritrea,   

beide vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, (…),  

Beschwerdeführerinnen,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 25. September 2017 / N (…). 

 

 

 

E-6086/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin, eritreische Staatsangehörige tigrinischer Ethnie, 

reiste eigenen Angaben zufolge mit ihrer Tochter am 29. Juni 2015 in die 

Schweiz ein und suchte gleichentags im damaligen Empfangs- und Verfah-

renszentrum (EVZ) in Vallorbe um Asyl nach. 

B.  

Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 3. Juli 2015 sowie der An-

hörung zu den Asylgründen vom 7. November 2016 und einer ergänzen-

den Anhörung vom 17. August 2017 trug die Beschwerdeführerin im We-

sentlichen folgenden Sachverhalt vor: 

Sie stamme aus (…) und habe dort die Schule bis zur 11. Klasse besucht. 

Das 12. Schuljahr habe sie in Sawa absolviert und dieses im Jahr (…) ab-

geschlossen. Nach Beendigung der militärischen Grundausbildung sei sie 

in den zivilen Nationaldienst eingeteilt worden. Sie habe in der Verwaltung 

der Stadt (…) in der Zoba (…) gearbeitet. Im Januar 2012 habe sie gehei-

ratet und im (…) sei ihre Tochter zur Welt gekommen. Ihr Mann sei noch 

vor ihrer Heirat vom Militärdienst desertiert und habe seither als Händler 

gearbeitet. Er habe sich bei Razzien jeweils verstecken können und sei 

nicht erwischt worden. Die Beschwerdeführerin habe sich nach der Geburt 

der Tochter vom Dienst befreien lassen wollen, es sei ihr jedoch nicht ge-

lungen, und sie habe bis circa Juli 2014 in der Verwaltung gearbeitet. 

Durch ihre ältere Schwester sei sie mit der Pfingstgemeinde in Kontakt ge-

kommen. Sie habe während mehrerer Wochen Unterricht bekommen und 

sei dann im Jahr 2012 von der Pfingstgemeinde getauft worden. Sie habe 

sich jeweils mit anderen Anhängern der Pfingstgemeinde in privaten Häu-

sern zum Gebet versammelt. Im August 2014 seien bei einem Gebet Sol-

daten ins Haus gestürmt und hätten die Anhänger der Pfingstgemeinde 

aufgrund ihres Glaubens verhaftet. Die Beschwerdeführerin sei zusammen 

mit ihrer Tochter verhaftet worden und habe sich zwei Monate in Haft be-

funden. Ihr Ehemann sei ebenfalls verhaftet worden, sei jedoch in einem 

anderen Gefängnis inhaftiert gewesen. Man habe von ihr verlangt, sich 

wieder dem orthodoxen Glauben zuzuwenden und dies mittels Unterschrift 

zu bestätigen, was sie verweigert habe. Ihrer Tochter sei es nach einer 

Weile in Haft gesundheitlich schlecht gegangen, sie habe viel erbrochen 

und Durchfall gehabt, weshalb sie nach (…) ins Krankenhaus gebracht 

worden sei. Sie seien etwa zwei Monate im Krankenhaus gewesen, bis es 

der Tochter wieder besser gegangen sei. Es sei jeweils ein Wächter mit 

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Seite 3 

ihnen gewesen, der sie beaufsichtigt habe, da sie nach dem Krankenhaus-

aufenthalt wieder ins Gefängnis hätte gehen müssen. Ihre Mutter und ihr 

Onkel hätten in der Zwischenzeit ihre Flucht organisiert und eines Tages, 

im Dezember 2015, sei sie von einem Auto abgeholt worden. Der Wächter 

sei ebenfalls mit ihr geflohen. Sie seien mit dem Auto über Kassala nach 

Khartoum gefahren. Sie und ihre Tochter hätten sich etwa fünf Monate in 

Khartoum aufgehalten, bevor sie nach Frankreich geflogen und in die 

Schweiz weitergereist seien.  

Ihr Mann befinde sich seit August 2014 in Haft, sie habe seither keinen 

Kontakt mehr zu ihm gehabt, habe aber von Verwandten gehört, dass er 

nach wie vor in Haft sei. Ihre Geschwister und Mutter seien auch Angehö-

rige der Pfingstgemeinde. Nach der Ausreise der Beschwerdeführerin sei 

ihre Mutter festgenommen worden. 

Zum Nachweis ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin ihre eritrei-

sche Identitätskarte zu den Akten. 

C.  

Mit Entscheid vom 25. September 2017 – eröffnet am 27. September 2017 

– stellte die Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführerin und ihr Kind  die 

Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete 

die Wegweisung und deren Vollzug an. 

Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen aus, 

die Beschwerdeführerin habe keine substantiierten Angaben zur 

vorgebrachten Mitgliedschaft bei der Pfingstgemeinde, und der daraus 

resultierenden Haft, machen können. Sowohl zur Frage, wie sie zur 

Pfingstgemeinde gekommen sei, als auch zum Unterricht, den sie von den 

Mitgliedern der Pfingstgemeinde erhalten habe, habe sie nur oberflächliche 

und vage Antworten gegeben. Auf die Bitte, den Unterricht zu beschreiben, 

habe sie ausgeführt, sie hätte zunächst Gott annehmen und akzeptieren 

müssen, dass er ihr Heiler sei. Der Unterricht werde «Temeherti Dehnet» 

genannt und sie habe alles über die Bibel und die Religion gelernt. Sie 

habe mit ihren Aussagen nicht den Eindruck vermitteln können, das 

Geschilderte selbst erlebt zu haben. Auch zu ihrer Motivation für den 

Glaubenswechsel habe sie lediglich angegeben, sie habe beim Sprechen 

über Gott und seine Mutter Freude empfunden. Auf Nachfrage habe sie 

ergänzt, sie glaube, dass Jesus der Gott sei. Sie sei nicht in der Lage 

gewesen, substantiierte Angaben zu ihrem Glaubenswechsel zu machen. 

Ebenso seien die Beschreibungen in Bezug auf die Inhaftierung 

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oberflächlich und vage ausgefallen. Die Angaben zum Ablauf der 

Verhaftung blieben ohne Details, ebenso wie Aussagen zur Haftzelle und 

zu Erlebnissen während der Haft. Sie habe lediglich angegeben, das 

Zimmer sei gross und das Gefängnis sehr schlecht gewesen. Man habe 

von ihr verlangt, schriftlich zu bestätigen, dass sie zum orthodoxen 

Glauben zurückkehren würde, was sie verweigert habe. Daneben seien 

auch die Schilderungen zur Flucht aus dem Krankenhaus vage und ohne 

erlebnisorientierte Merkmale geblieben. Da die Flucht ein einschneidendes 

Erlebnis darstelle, wäre zu erwarten gewesen, dass die 

Beschwerdeführerin substantiiertere Angaben hätte machen können. Die 

oberflächlichen Aussagen vermittelten vielmehr den Eindruck, dass die 

Vorbringen konstruiert seien. Das Vorbringen, sie sei in Eritrea Mitglied der 

Pfingstgemeinde gewesen und deswegen inhaftiert worden, sei demnach 

als unglaubhaft einzustufen. 

Hinsichtlich des geltend gemachten zivilen Nationaldienstes stellte die    

Vorinstanz einen erheblichen Widerspruch fest. In der BzP habe die Be-

schwerdeführerin angegeben, vor ihrer Ausreise nicht gearbeitet zu haben, 

während sie in der Anhörung erwähnte, sie habe bis zu ihrer Verhaftung 

bei der Verwaltung gearbeitet. Auf den Widerspruch angesprochen, habe 

sie ausgeführt, dass sie bei der BzP nach einem «Job» gefragt worden sei, 

sie ihre Anstellung im Rahmen des zivilen Nationaldienstes jedoch als Leis-

tung des Dienstes verstanden habe. Diese Erklärung überzeuge die Vor-

instanz nicht, da die Beschwerdeführerin in der Anhörung ausgeführt habe, 

sie sei jeden Tag zur Arbeit gegangen und habe lange Arbeitszeiten gehabt. 

Ausserdem sei gemäss aktuellen Länderinformationen davon auszugehen, 

dass Frauen in Eritrea bei Heirat, Geburt und aus religiösen Gründen zu-

nehmend vom Dienst entlassen würden. Da die Beschwerdeführerin im 

Jahr 2012 geheiratet und im Jahr (…) eine Tochter geboren habe, sei – in 

Verbindung mit den widersprüchlichen Angaben – davon auszugehen, 

dass sie aus dem Nationaldienst entlassen worden sei. 

Hinzukommend seien auch die Angaben zur illegalen Ausreise oberfläch-

lich ausgefallen und würden nicht den Eindruck vermitteln, dass die Be-

schwerdeführerin das Geschilderte selbst erlebt habe. Insgesamt sei es ihr 

somit nicht gelungen, eine Verfolgung im Sinne des Art. 3 AsylG glaubhaft 

zu machen, so dass die Asylrelevanz der Vorbringen nicht weiter zu prüfen 

sei. Ob bei einer Rückkehr nach Eritrea eine Verletzung von Art. 4 EMRK 

drohe, könne aufgrund der unglaubhaften Angaben nicht konkret geprüft 

werden. Es könne jedoch nicht von einer tatsächlichen und unmittelbaren 

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Gefahr einer Wiedereinberufung in den eritreischen Nationaldienst ausge-

gangen werden. Folglich erfülle sie die Flüchtlingseigenschaft nicht und 

das Asylgesuch sei abzulehnen. 

Hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung gelangte die Vorinstanz zum 

Schluss, dass aus den Akten keine Hinweise zu entnehmen seien, wonach 

der Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Eritrea mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit eine Behandlung oder Strafe nach Art. 3 EMRK drohe, 

welche zur Unzulässigkeit des Vollzugs führen würde. In Eritrea herrsche 

weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt und es 

würden auch keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit der Weg-

weisung sprechen. Der Vollzug der Wegweisung sei auch möglich, wes-

halb die Beschwerdeführerin und ihre Tochter verpflichtet seien, die 

Schweiz zu verlassen. 

D.  

Diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter 

mit Eingabe vom 26. Oktober 2017 beim Bundesverwaltungsgericht an-

fechten. Sie beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei vollumfänglich 

aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu 

gewähren, eventualiter sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 

und der Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand zu bestellen. 

In der Beschwerde wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass eine sub-

stanzlose Darstellung von Erlebtem nicht zwingend auf dessen Unglaub-

haftigkeit schliessen lassen müsse. Die Beschwerdeführerin habe in allen 

drei Befragungen eher knappe und pragmatische Antworten gegeben, so 

auch zu ihrem 12. Schuljahr in Sawa, dessen Absolvierung die Vorinstanz 

nicht angezweifelt habe. Folglich dränge sich der Eindruck auf, dass es 

zum Erzählstil der Beschwerdeführerin gehöre, sich kurz zu halten und we-

nig zu sprechen. Die Angaben zum Glaubenswechsel seien zwar eher 

knapp ausgefallen, ansonsten jedoch widerspruchsfrei, nachvollziehbar 

und plausibel gewesen. Für die Glaubhaftigkeit ihres Glaubenswechsels 

spreche auch, dass sie seit ihrer Ankunft in der Schweiz im Jahr 2015 der 

(…), einer evangelischen Freikirche, angehöre.  

Die knappen Aussagen bezüglich der Verhaftung seien ebenfalls auf ihren 

introvertierten Charakter zurückzuführen. Ihre Angaben seien jedoch wi-

derspruchsfrei gewesen und würden Realkennzeichen aufweisen, weshalb 

diese durchaus glaubhaft seien. Sie habe bei der Verhaftung ihr damals 

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(…) altes Baby auf dem Arm getragen. Sie sei verängstigt gewesen und 

unter Schock gestanden, was erkläre, weshalb sie sich nicht an mehr Ein-

zelheiten der Verhaftung erinnern könne. Sie habe jedoch ihre Gefühle be-

schrieben, was einem Realkennzeichen entspreche. Gesamthaft habe sie 

die Verhaftung glaubhaft machen können. 

In Bezug auf die Haft sei zu entgegnen, dass die Vorinstanz ein falsches 

Bild zeichne. Sie habe gesagt, sie sei von ihren Glaubensgenossinnen ge-

trennt und zusammen mit ihrer kleinen Tochter in einem grossen Zimmer 

mit etwa 40 anderen Frauen inhaftiert worden. Sie habe sich mehreren 

Verhören unterziehen müssen und sei immer wieder aufgefordert worden, 

schriftlich zu bestätigen, zum orthodoxen Glauben zurückzukehren. Sie 

habe zu jener Zeit noch gestillt, weshalb es ihrer Familie erlaubt gewesen 

sei, ihr Lebensmittel in das Gefängnis zu bringen. Im Gefängnis habe es 

jeweils ein Stück Brot und verdünnte Linsensuppe gegeben. Nach etwa 

zwei Monaten in Haft habe ihre Tochter an Durchfall und Erbrechen gelit-

ten, weshalb sie beide in ein Spital nach (…) gebracht worden seien. Es 

handle sich zwar erneut um eine pragmatische Schilderung der Haft, je-

doch sei sie nachvollziehbar und widerspruchsfrei ausgefallen. Ausserdem 

sei plausibel, dass sie nicht gewusst habe, wie die Ausreise organisiert 

worden sei, da ihre Familienangehörigen dies für sie übernommen hätten. 

Insgesamt habe sie somit ihren Glaubenswechsel und die deswegen er-

folgte Verfolgung glaubhaft darlegen können. 

Hinsichtlich des zivilen Nationaldienstes sei anzumerken, dass die Praxis 

bezüglich Entlassungen nach Heirat oder Geburt eines Kindes in Eritrea 

willkürlich sei. Ausserdem seien die Ausführungen der Beschwerdeführerin 

zum angeblichen Widerspruch, ob sie vor ihrer Ausreise gearbeitet habe 

oder nicht, durchaus nachvollziehbar. 

Zur illegalen Ausreise wurde in der Rechtsmitteleingabe ausgeführt, dass 

die Schilderungen zwar oberflächlich geblieben seien. Dies liege wohl aber 

daran, dass sich die Beschwerdeführerin während der Reise auf ihre kleine 

Tochter konzentriert habe und auch nichts Auffälliges vorgefallen sei. Aus-

serdem sei zu berücksichtigen, dass es für Eritreer im dienstpflichtigen Al-

ter sehr schwierig sei, legal auszureisen. Folglich sei die illegale Ausreise 

glaubhaft. 

Da die Zugehörigkeit zur Pfingstgemeinde glaubhaft sei, sei festzustellen, 

dass sie als deren Mitglied bei einer Rückkehr schwerwiegende Nachteile 

zu befürchten hätte. Hinzukommend werde sie als Deserteurin betrachtet, 

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da sie nie offiziell aus dem Nationaldienst entlassen worden sei und ihr 

deswegen in Eritrea eine unverhältnismässige und politisch motivierte Be-

strafung drohe. Somit erfülle sie die Flüchtlingseigenschaft im Sinne des 

Art. 3 AsylG. 

In der Beschwerdeschrift wird ferner die Ansicht vertreten, dass – entgegen 

der neuen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts – Personen, 

welche illegal ausgereist seien, bei einer Rückkehr willkürlich bestraft wür-

den. Die Beschwerdeführerin weise aber auch im Lichte der neuen Recht-

sprechung subjektive Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG auf, da sie 

ein Mitglied der Pfingstgemeinde sei, und somit zur illegalen Ausreise wei-

tere Faktoren hinzukämen, welche sie als missliebige Person erscheinen 

lassen würden. 

E.  

Zum Vollzug der Wegweisung führte die Beschwerdeführerin aus, ihr drohe 

in Eritrea eine verbotene Behandlung gemäss Art. 3 EMRK und Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105), weshalb der Vollzug der Wegweisung unzulässig sei. Ausser-

dem sei der langjährige Nationaldienst als Sklaverei und Zwangsarbeit zu 

qualifizieren, weshalb ihr bei einer Rückkehr ferner eine Verletzung von Art. 

4 EMRK drohe. Daneben sei der Vollzug der Wegweisung auch nicht zu-

mutbar. Sie habe weder Verwandte, welche sie bei der Wiedereingliede-

rung unterstützen könnten, noch verfüge sie über eine Berufsausbildung. 

Die Beschwerdeführerin und ihre Tochter würden sich somit bei einer Rück-

kehr in einer äusserst prekären Lebenssituation wiederfinden. 

Mit der Rechtsmitteleingabe wurde eine Kopie der Zulassungskarte zur Ab-

schlussprüfung nach der militärischen Grundausbildung in Sawa (Admis-

sion Card von Warsay Yikealo, Beilage 3), eine Bestätigung der Mitglied-

schaft bei der Freikirche (…) (Beilage 4) und eine Kopie einer Bestätigung 

der Zoba (…) über den Besuch eines Dokumentenerfassungskurses im 

Jahr 2008 inkl. deutscher Übersetzung (Beilage 5) eingereicht 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 1. November 2017 hielt die Instruktionsrichte-

rin fest, die Beschwerdeführerinnen könnten den Abschluss des Verfah-

rens in der Schweiz abwarten, gewährte die unentgeltliche Prozessfüh-

rung, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und ordnete 

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den Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand bei. Gleichzeitig wurde 

die Vorinstanz eingeladen, sich zur Beschwerde vernehmen zu lassen. 

G.  

In seiner Vernehmlassung vom 15. November 2017 hielt das SEM fest, die 

Beschwerdeschrift enthalte keine erheblichen Tatsachen oder Beweismit-

tel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. Im 

Übrigen verwies es auf die Erwägungen seiner Verfügung, an denen es 

vollumfänglich festhielt. 

H.  

Die Vernehmlassung wurde der Beschwerdeführerin am 21. November 

2017 zur Kenntnisnahme zugestellt 

I.  

Am 20. Juni 2018 reichte der Rechtsvertreter seine Kostennote zu den Ak-

ten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 (AsylG) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren 

gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Än-

derung des AsylG vom 25. September 2015). 

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1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

aArt.  108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die erstinstanzlichen Verfahrensakten 

der Geschwister der Beschwerdeführerin (C._______ und D._______) so-

wie der Mutter (E._______), welche sich in der Schweiz befinden, beige-

zogen. Der Beschwerdeführerin wurde bis anhin keine Akteneinsicht ge-

währt. Angesichts des vorliegenden Verfahrensausgangs kann gestützt auf 

Art. 30 Abs. 2 Bst. c VwVG auf die vorgängige Gewährung des rechtlichen 

Gehörs verzichtet werden. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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Seite 10 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie habe in Eritrea die militä-

rische Grundausbildung in Sawa absolviert. Danach habe sie im Rahmen 

des zivilen Nationaldienstes bis zu ihrer Verhaftung im Jahr 2014 für die 

Verwaltung (…) gearbeitet. Sie sei trotz Heirat im Jahr 2012, und der Ge-

burt ihrer Tochter im Jahr (…), nicht aus dem Nationaldienst entlassen wor-

den. 

5.2 Demzufolge ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin in Eritrea auf-

grund ihrer Flucht als Deserteurin betrachtet wird. Vor dem Hintergrund der 

von der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) (Ent-

scheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2006 Nr. 3) begründeten 

und vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführten Rechtsprechung (vgl. 

bspw. Urteile des BVGer E-2830/2016 vom 31. August 2018 E. 6.3, D-

1359/2015 vom 22. August 2017 E 6.1) ist festzustellen, dass Dienstver-

weigerung und Desertion in Eritrea unverhältnismässig streng bestraft wer-

den. Die Furcht vor einer Bestrafung wegen Dienstverweigerung oder De-

sertion ist dann begründet, wenn die betroffene Person in einem konkreten 

Kontakt zu den Militärbehörden stand. Ein solcher Kontakt ist regelmässig 

anzunehmen, wenn die betroffene Person im aktiven Dienst stand und de-

sertierte. Darüber hinaus ist jeglicher Kontakt zu den Behörden relevant, 

aus dem erkennbar wird, dass die betroffene Person rekrutiert werden 

sollte (z.B. Erhalt eines Marschbefehls). In diesen Fällen droht grundsätz-

lich nicht allein eine Haftstrafe, sondern eine Inhaftierung unter unmensch-

lichen Bedingungen und Folter, wobei Deserteure regelmässig der Willkür 

ihrer Vorgesetzten ausgesetzt sind. Die Desertion wird von den eritreischen 

Behörden als Ausdruck der Regimefeindlichkeit aufgefasst. Demzufolge 

sind Personen, die begründete Furcht haben, einer solchen Bestrafung 

ausgesetzt zu werden, als Flüchtlinge im Sinne von Art. 1A Abs. 2 FK und 

Art. 3 Abs. 1-3 AsylG anzuerkennen. 

5.3 Die Vorinstanz führt in ihrer Verfügung aus, es treffe wohl zu, dass die 

Beschwerdeführerin das 12. Schuljahr im Jahr 2007 in Sawa absolviert 

habe und danach dem zivilen Teil des Nationaldienstes zugeteilt worden 

sei. Hingegen hält sie es nicht für glaubhaft, dass sie bis zu ihrer Verhaf-

tung im August 2014 habe Dienst leisten müssen. Das Bundesverwal-

tungsgericht geht aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführerin, den 

eingereichten Beweismitteln (Beilage 3 und 5 der Beschwerdeschrift) und 

dem Länderkontext ebenfalls davon aus, dass die Beschwerdeführerin das 

12. Schuljahr in Sawa absolviert hat, und danach dem zivilen National-

dienst zugeteilt worden ist. Es sind keine Anzeichen ersichtlich, wonach die 

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Beschwerdeführerin, entgegen der Rekrutierungspraxis der eritreischen 

Behörden, nicht hätte eingezogen werden sollen. Hinzukommend haben 

die Schwester der Beschwerdeführerin (D._______) in ihrer Befragung im 

Jahr 2008 ebenso wie der Bruder (C._______) im Februar 2012 gesagt, 

ihre Schwester A._______ (die Beschwerdeführerin) sei im Militärdienst (N 

[…], A3, F12; N […], A4 F3.01). Fraglich bleibt hingegen, ob die Beschwer-

deführerin, wie von ihr angegeben, bis zu ihrer Inhaftierung im Rahmen 

des zivilen Nationaldienstes für die Verwaltung habe arbeiten müssen und 

demzufolge heute von den eritreischen Behörden als Deserteurin betrach-

tet werde. 

5.4 Im seinem Referenzurteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 hat sich 

das Bundesverwaltungsgericht näher mit dem eritreischen Nationaldienst 

auseinandergesetzt. Dabei wurde unter anderem festgehalten, dass ge-

mäss einem nicht offiziell publizierten Dekret des Provisional Government 

of Eritrea (Proklamation 11/1991) verheiratete Frauen und Mütter keinen 

Nationaldienst leisten müssten. In den letzten Jahren seien Frauen bei Hei-

rat und Geburt zunehmend vom Dienst befreit worden (a.a.O. E. 12.4, 

m.w.H.). Des Weiteren stellte das Gericht zusammenfassend fest, dass es 

in Eritrea regelmässig zu Entlassungen aus dem Dienst komme, und 

grundsätzlich von einer Dienstentlassung nach fünf bis zehn Jahren aus-

zugehen sei (a.a.O. E. 13.3). Den Aussagen der Beschwerdeführerin zu 

Folge sei sie nach ihrer Heirat und der Geburt der Tochter trotz entspre-

chendem Antrag – entgegen den gesetzlichen Vorschriften – nicht aus dem 

Nationaldienst entlassen worden. In der Zoba (…), in der sie gearbeitet 

habe, sei es nicht erlaubt gewesen, sich befreien zu lassen. Ihr Vorgesetz-

ter habe ihr mitgeteilt, dass sie trotz der Geburt ihres Kindes weiterarbeiten 

müsse (A10, F88f, F99). Aufgrund obiger Erwägungen ist festzustellen, 

dass die Beschwerdeführerin ein Profil aufweist, gemäss welchem sie aus 

mehreren Gründen bereits aus dem Nationaldienst hätte entlassen werden 

können, und es bleibt unklar, weshalb dies nicht hätte geschehen sollen. 

Gleichzeitig sind jedoch auch Berichte bekannt, wonach das Vorgehen bei 

Entlassungen intransparent, inkonsistent und vom Vorgesetzten abhängig 

sei (a.a.O. E. 12.5), worauf auch die Beschwerdeführerin in ihrer Rechts-

mitteleingabe hinweist. 

Anhand der Aktenlage kann keine abschliessende Einschätzung vorge-

nommen werden, ob die Beschwerdeführerin in Eritrea als Deserteurin be-

trachtet wird oder bereits aus dem Nationaldienst entlassen wurde. Letzt-

lich kann diese Frage jedoch aufgrund nachstehender Erwägungen offen 

bleiben. 

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Seite 12 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin brachte zur Begründung ihres Asylgesuchs 

weiter vor, sie sei in Eritrea der Pfingstgemeinde beigetreten. Aufgrund ih-

res Glaubens sei sie inhaftiert worden und habe sich während zweier Mo-

nate zusammen mit ihrer Tochter in Haft befunden, bis ihr die Flucht gelun-

gen sei. Das SEM würdigte die Vorbringen als unglaubhaft. 

6.2 Glaubhaftmachen im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der 

gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die 

Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht. Vorbringen sind substanziiert, wenn sie sich auf de-

taillierte, präzise und konkrete Schilderungen stützen. Als schlüssig gelten 

Vorbringen, wenn sie innerhalb einer Anhörung, zwischen Anhörungen      

oder im Vergleich zu Aussagen Dritter keine Widersprüche aufweisen. Al-

lerdings sollten kleine, marginale Widersprüche sowie solche, die nicht die 

zentralen Asylvorbringen betreffen, zwar in die Gesamtbetrachtung ein-

fliessen, jedoch nicht die alleinige Begründung für die Verneinung der 

Glaubhaftigkeit darstellen. Darüber hinaus sollen sogenannte Realkenn-

zeichen es den entscheidenden Behörden erlauben, die Aussagen der 

asylsuchenden Person möglichst objektiv und rechtsgleich zu beurteilen. 

Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit ist allerdings ein objektivierter, nicht 

ein objektiver Massstab anzuwenden: In die Beurteilung der Glaubhaf-

tigkeit von Vorbringen müssen auch relevante individuelle Aspekte der 

asylsuchenden Person einbezogen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 

2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1). 

Entsprechend sind bei der Anwendung des Beweismasses gewisse per-

sönliche Umstände der asylsuchenden Person zu berücksichtigen. Hat 

diese zum Beispiel überdurchschnittliche Schwierigkeiten, sich klar und 

strukturiert auszudrücken, und liegen dafür objektive Gründe vor, muss das 

SEM dies im Rahmen der Beweiswürdigung und der Prüfung der Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen berücksichtigen. Solche objektiven Gründe kön-

nen zum Beispiel in einem tiefen Bildungsniveau, geringen intellektuellen 

Fähigkeiten, dem Alter oder in psychischen Problemen liegen. Dies folgt im 

Übrigen auch aus dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung, der für das 

gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt und die Bundesbe-

hörden und -gerichte verpflichtet, die Beweise frei, umfassend und pflicht-

gemäss zu würdigen (Art. 19 VwVG in Verbindung mit Art. 40 BZP 

[SR 273]). 

E-6086/2017 

Seite 13 

6.3 Zur Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen in Bezug auf die Zugehö-

rigkeit der Beschwerdeführerin zur Pfingstgemeinde ist unter Beachtung 

dieser Grundsätze Folgendes festzustellen: 

6.3.1 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung treffend aus, dass 

die Aussagen der Beschwerdeführerin hinsichtlich des geltend gemachten 

Glaubenswechsels und der Inhaftierung eher oberflächlich geblieben sind. 

Nach Durchsicht der Akten des Bruders (C._______) und der Mutter 

(E._______) der Beschwerdeführerin gelangt das Bundesverwaltungsge-

richt jedoch aus nachfolgenden Überlegungen zum Schluss, dass es über-

wiegend wahrscheinlich erscheint, dass die Beschwerdeführerin in Eritrea 

der Pfingstgemeinde angehörte und deswegen inhaftiert wurde. 

6.3.1.1 Der Bruder der Beschwerdeführerin reiste im Januar 2012 in die 

Schweiz ein. Anlässlich seiner BzP im Februar 2012 (N […], A4) und seiner 

Anhörung zu den Asylgründen im März 2013 (N […], A14) gab er an, er 

habe aufgrund seines Glaubens Probleme in Eritrea gehabt. Er und seine 

Familie gehörten der Pfingstgemeinde an. Zuerst seien die Schwestern 

F._______ und G._______ der Pfingstgemeinde beigetreten, danach er, 

C._______, und nach ihm auch seine Mutter und die anderen Schwestern. 

Er gab an verschiedenen Stellen an, dass seine Familie protestantisch sei 

beziehungsweise der Pfingstgemeinde angehöre. Er erwähnte auch, dass 

die Kirche früher «(…)» geheissen habe, diese jedoch heute nicht mehr 

existiere. Seine Ehefrau gab in ihrer BzP ebenfalls an, sie sei Protestantin 

(N […], B20). Die Aussagen der Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer reli-

giösen Überzeugung werden somit durch die Angaben ihres Bruders, wel-

cher seine Befragungen noch vor ihrer Einreise in die Schweiz hatte, ge-

stützt. 

6.3.1.2 Die Mutter der Beschwerdeführerin reiste im Dezember 2015 in die 

Schweiz. Die Aussagen der Beschwerdeführerin und ihres Bruders werden 

zusätzlich durch die Angaben der Mutter bestätigt und ergänzt. Die Mutter 

zeichnete im Laufe ihres erstinstanzlichen Asylverfahrens – die BzP er-

folgte im Dezember 2015 (N […], A3), die Anhörung im März 2018 (N […], 

A10) – folgendes Bild: Sie und ihre Kinder seien Mitglieder der Pfingstge-

meinde. Drei ihrer Kinder seien bereits Angehörige der Pfingstgemeinde 

gewesen, bevor sie selber im Jahr 2012 getauft worden sei. Die Taufe habe 

in der Kirche «(…)» stattgefunden, bei welcher es sich um ein Privathaus 

handle. Nach ihr seien auch ihre beiden anderen Töchter (eine davon 

A._______, die Beschwerdeführerin) konvertiert. Sie hätten jeweils in Pri-

vathäusern der Glaubensgenossen gebetet. Im Jahr 2014 sei ihre Tochter 

E-6086/2017 

Seite 14 

(die Beschwerdeführerin) zusammen mit ihrem Baby während eines Ge-

bets in einem Haus verhaftet worden. Sie habe die Tochter in Haft besu-

chen können, später sei die Tochter in einem Krankenhaus stationiert ge-

wesen, wo sie sie wiederum besucht habe. Nach deren Ausreise sei die 

Mutter der Beihilfe zur Ausreise der Tochter (Beschwerdeführerin) sowie 

der Zugehörigkeit zur Pfingstgemeinde bezichtigt und inhaftiert worden. 

Die Mutter ist in der Schweiz ebenfalls einer evangelikanischen Gruppie-

rung ([…]) beigetreten. Gegenüber einem Arzt gab sie auch an, Angehörige 

der Pfingstgemeinde zu sein und deswegen in ihrem Heimatstaat Prob-

leme gehabt zu haben (N […], A13). Obwohl die Aussagen gegenüber ei-

nem Arzt keinen eigentlichen Beweiswert im Asylverfahren aufweisen, kön-

nen sie vorliegend als weiteres positives Indiz für die Glaubhaftigkeit des 

Glaubenswechsels der Familie gewertet werden. 

6.3.1.3 Aus den Akten der Mutter, des Bruders und der Beschwerdeführe-

rin ergibt sich insgesamt ein stimmiges Bild. Die Befragungen der Famili-

enmitglieder fanden in einem Zeitraum von sechs Jahren statt. Es ist nicht 

davon auszugehen, dass die drei Personen eine Verfolgungsgeschichte 

hätten konstruieren und über einen längeren Zeitraum widerspruchsfrei zu 

Protokoll geben können. Vielmehr fällt auf, dass sie alle dieselbe Ge-

schichte erzählen, jedoch mit anderen Formulierungen und Schwerpunk-

ten. Insbesondere die Mutter der Beschwerdeführerin führt in Einzelheiten 

denselben Sachverhalt in Bezug auf ihre Tochter an wie die Beschwerde-

führerin selbst. Beispielsweise erwähnt die Mutter in einem Nebensatz, sie 

habe die Tochter in Haft und danach auch im Krankenhaus besuchen kön-

nen (N […], A10, F95). Ihre Tochter sei bei einem Gebet mit ihrem Baby 

verhaftet worden (N […], A3, F7.01). Auch über die Reihenfolge des Wech-

sels des Glaubens der Familienangehörigen zeichnen alle drei Personen 

ein einheitliches Bild (Mutter, N […], A10, F26 und F37; Bruder, N […], A14, 

F107ff; Beschwerdeführerin, A10 F106, A12 F 101). Hinzukommend er-

wähnt die Beschwerdeführerin in ihrer Anhörung vom November 2016 – 

auf Nachfrage der Hilfswerksvertretung am Ende der Anhörung –, dass ihre 

Mutter wegen ihrer Ausreise inhaftiert worden sei (A10, F224f). Die Mutter 

schildert dies in ihrer Anhörung vom März 2018 ebenfalls. Die übereinstim-

menden Aussagen der Familienmitglieder sind als gewichtiges Element für 

die Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführerin zu werten. 

6.3.1.4 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt dabei nicht, dass die Be-

schwerdeführerin zu ihrem Glauben und der daraus resultierenden Inhaf-

tierung oberflächliche Antworten gegeben hat. Bei einer Gesamtbetrach-

tung des Aussageverhaltens der Beschwerdeführerin fällt indes auf, dass 

E-6086/2017 

Seite 15 

ihre Antworten insgesamt eher knapp ausgefallen sind. Ein Strukturver-

gleich zeigt, dass kein Bruch in ihrem Erzählstil erfolgte und sie beispiels-

weise auch zu ihrem 12. Schuljahr in Sawa, von dessen Absolvierung auch 

die Vorinstanz ausging, genauso knappe Antworten gab (A10, F27 bis 

F54). Auch zu ihrer Arbeit bei der Verwaltung hat sie erst auf mehrfache 

Nachfrage weitere Ausführungen gemacht, wobei auch diese Aussagen 

keinen erheblichen Detailreichtum aufweisen (A10, F62 bis F78; A12, F5 

bis F14, F22f, F25). Die Vorinstanz ist ebenfalls davon ausgegangen, dass 

die Beschwerdeführerin diese Arbeit bei der Verwaltung ausgeübt hat.  

6.3.1.5 Sodann sind die Aussagen der Beschwerdeführerin vor dem fol-

genden Hintergrund zu betrachten: Obwohl die zu erwartende Tiefe zu ih-

rem Glauben ausgeblieben ist, hat sie an einigen Stellen ihre Gefühlslage 

beschrieben (A10, F111, F128, A12, F92). Auf Nachfrage konnte sie auch 

einige Details nennen, wie die Namen von anderen Gläubigen (A10, F123; 

A12, F62, F78, F116), Einzelheiten zur Taufe (A10 F117, A12 F87) oder 

den Ort der Verhaftung (A3, F7.021; A10, F129; A12, F118). Ferner enthal-

ten ihre Aussagen erlebnisgeprägte Merkmale, wie beispielsweise ihre An-

gaben, sie habe in Haft noch gestillt und ihr sei deswegen erlaubt worden, 

von ihrer Familie zusätzliches Essen zu erhalten. Die Familie habe ihr je-

weils Injeera gebracht, ansonsten habe es nur verdünnte Linsensuppe und 

Brot gegeben (A10, F139; A12, F146, F156). Zudem fällt auf, dass sich in 

den Aussagen der Beschwerdeführerin keine offensichtlichen Übertreibun-

gen finden, sondern sie an einigen Stellen eingestand, sie wisse die Ant-

wort nicht. Beispielsweise nennt sie den Namen der Person, bei welcher 

sie sich zum Zeitpunkt der Verhaftung aufgehalten habe (A12, F116), wäh-

rend sie angibt, sie wisse nicht, wem das Haus gehört habe, in welchem 

die Taufe stattgefunden habe (A12, F90). Ausserdem hat sie sich innerhalb 

ihrer Befragungen nicht widersprochen, sondern jeweils die selben Einzel-

heiten wiedergegeben. 

6.3.1.6 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die tendenzielle Knapp-

heit in der Substanz der Erzählweise der Beschwerdeführerin insgesamt 

nicht als Unglaubhaftigkeitsmerkmal, sondern wie in der Beschwerdeschrift 

treffend festgehalten wurde, als ihr persönlicher Erzählstil zu werten ist. Die 

Aussagen der Beschwerdeführerin sind zwar mit gewissen Zweifeln behaf-

tet, erscheinen aber insgesamt – insbesondere im Zusammenhang mit den 

Aussagen der Familienmitglieder – überwiegend wahrscheinlich. Diese 

Einschätzung wird dadurch gestützt, dass die Beschwerdeführerin gemäss 

einem Schreiben der evangelischen Freikirche (…) auch in der Schweiz 

E-6086/2017 

Seite 16 

ihren Glauben ausübt. Sie sei bereits im Jahr 2015 der Freikirche beigetre-

ten und nehme seither wöchentlich an Veranstaltungen und Glaubenskur-

sen teil (vgl. Beilage 4 der Beschwerdeschrift). Obwohl entsprechenden 

Schreiben in der Regel nur beschränkte Aussagekraft zukommt, kann das 

Schreiben in casu als weiteres positives Indiz gewertet werden 

6.3.2 Zusammenfassend ist aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit be-

reits in Eritrea ihren Glauben wechselte und zur Pfingstgemeinde übertrat. 

Trotz gewisser Zweifel erweist sich auch ihre Darstellung, sie sei während 

eines Treffens der Glaubensgemeinschaft festgenommen und während 

zweier Monate mit ihrer Tochter inhaftiert worden, als glaubhaft. 

6.4 Sodann ist zu prüfen, ob die Vorbringen flüchtlingsrechtliche Relevanz 

aufweisen. 

6.4.1 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass 

zur Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeit-

punkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 

Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – 

mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. 

Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müs-

sen konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und 

aus einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachtei-

ligung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als rea-

listisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1). 

6.4.2 Eine mögliche Verfolgung durch die eritreischen Behörden aufgrund 

der Zugehörigkeit zu einer religiösen Gruppierung (wie vorliegend der 

Pfingstgemeinde) wird gemäss verschiedener Quellen bestätigt (vgl. Urteil 

des BVGer D-6676/2018 vom 9. Januar 2019 E. 6.2 mit Hinweisen auf 

United States Commission on International Religious Freedom, Annual Re-

port 2018, Countries of particular concern: Eritrea, April 2018; United 

States Department of State, International Religious Freedom Report for 

2017: Eritrea; European Asylum Support Office [EASO], EASO-Bericht 

über Herkunftsländer-Informationen, Länderfokus Eritrea, Mai 2015; Am-

nesty International, Eritrea: 20 years of independence, but still no freedom, 

9. Mai 2013). Diesen Berichten zufolge sind in Eritrea lediglich vier Kirch-

gemeinden offiziell zugelassen. Die Ausübung anderer Religionen ist illegal 

und wird verfolgt. Betroffen sind vor allem Angehörige christlicher Kirchen 

(u.a. auch der Pfingstbewegung). Es kommt regelmässig zu willkürlichen 

E-6086/2017 

Seite 17 

Festnahmen, wobei die Haftdauer jeweils sehr unterschiedlich sein kann. 

Folter wird angewandt, wenn Häftlinge ihren Glauben praktizieren, oder um 

sie zu zwingen, ihren Glauben aufzugeben (vgl. Urteile des BVGer                

E-6636/2017 vom 21. Juni 2018 E. 7.2; E-7452/2008 vom 3. August 2011 

E. 5.3.2). Es ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass nicht generell jedes 

Mitglied einer dieser nicht zugelassenen Religionsgemeinschaften mit 

ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu rechnen hat. Eine 

grosse Zahl dieser Mitglieder bleibt unbehelligt (vgl. Urteil des BVGer         

D-711/2011 vom 3. April 2012 E. 6.1.). Folglich muss neben der Religions-

zugehörigkeit auch eine tatsächlich bestehende begründete Furcht vor 

Verfolgung aufgrund dieser Zugehörigkeit glaubhaft gemacht werden. 

6.4.3 Die Beschwerdeführerin hat glaubhaft gemacht, dass sie in Eritrea 

aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft der Pfingstge-

meinde bereits festgenommen und während zweier Monate gemeinsam 

mit ihrer damals nur (…) alten Tochter inhaftiert worden ist. Sie wurde in 

Haft aufgefordert, ihrem Glauben abzuschwören und zur staatlich aner-

kannten orthodoxen Kirche zurückzukehren. Während eines Krankenhaus-

aufenthaltes aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes ihrer Tochter 

ist ihr die Flucht gelungen. Es ist davon auszugehen, dass sie im Falle 

einer Rückkehr nach Eritrea wieder in Kontakt mit der Pfingstgemeinde tre-

ten und ihren Glauben ausüben würde, insbesondere nachdem sie auch in 

der Schweiz ihren Glauben aktiv praktiziert. Dass sie deshalb in absehba-

rer Zeit erneut Schwierigkeiten mit den Sicherheitsbehörden haben würde, 

erscheint angesichts dessen, dass sie bei diesen bereits verzeichnet ist, 

durchaus realistisch. In Anbetracht der notorischen Vorgehensweise des 

eritreischen Regimes gegen Personen, die sich in den Reihen einer nicht 

erlaubten Religionsgemeinschaft engagieren, erscheint die Furcht vor 

Nachstellungen durch die eritreischen Behörden beziehungsweise vor ei-

ner menschenrechtswidrigen Behandlung im Rahmen einer erneuten In-

haftierung als objektiv nachvollziehbar (vgl. dazu auch Urteil des BVGer D-

6676/2018 vom 9. Januar 2019). Diesbezüglich ist ergänzend darauf hin-

zuweisen, dass die Schwelle zur Annahme begründeter Furcht bei Perso-

nen, die bereits Opfer von Verfolgung geworden waren, herabgesetzt ist 

(vgl. BVGE 2010/9 E. 5.2). 

6.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin auf-

grund ihres Glaubens und ihrer Zugehörigkeit zu der in Eritrea verbotenen 

Glaubensgemeinschaft der Pfingstgemeinde Gefahr läuft, von den eritrei-

schen Behörden verfolgt zu werden. Eine innerstaatliche Schutzalternative 

E-6086/2017 

Seite 18 

steht ihr offensichtlich nicht offen. Es ist ihr daher für den Fall einer Rück-

kehr nach Eritrea zum heutigen Zeitpunkt eine objektiv nachvollziehbare, 

subjektiv begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG zu attestieren. Sie erfüllt demnach die Flüchtlingseigenschaft. Aus 

den Akten ergeben sich überdies keine Anhaltspunkte für eine Asylunwür-

digkeit im Sinne von Art. 53 AsylG. Der Beschwerdeführerin ist somit Asyl 

zu gewähren. 

7.  

Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und ihre 

minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, wenn 

keine besonderen Umstände dagegen sprechen. Vorliegend sind keine be-

sonderen Umstände auszumachen, die gegen eine Anerkennung der Toch-

ter der Beschwerdeführerin als Flüchtling sprechen. Sie ist daher in die 

Flüchtlingseigenschaft und das Asyl ihrer Mutter einzubeziehen. 

8.  

Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und die angefochtene Verfü-

gung vom 25. September 2017 ist aufzuheben. Die Beschwerdeführerin ist 

gestützt auf Art. 3 AsylG, ihre Tochter gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG als 

Flüchtling anzuerkennen und das SEM ist anzuweisen, ihnen Asyl zu ge-

währen. 

 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Damit wird die mit Zwischenverfügung vom 

22. September 2017 gewährte unentgeltliche Prozessführung nachträglich 

gegenstandslos. 

9.2 Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Im vorliegen-

den Verfahren wurde am 20. Juni 2018 eine Kostennote eingereicht. Der 

verlangte Stundenansatz von Fr. 300.–  ist reglementskonform (vgl. Art. 10 

VGKE). Der zeitliche Aufwand von insgesamt 10.3 Stunden ist um die pro 

futuro verrechnete 0.75 Stunde zu kürzen, im Übrigen aber angemessen. 

Entsprechend sind auch die pro futuro veranschlagten Auslagen von 

Fr. 1.– zu kürzen. Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädi-

gung ist demnach auf insgesamt Fr. 3103.– (inkl. Auslagen und 

E-6086/2017 

Seite 19 

Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzu-

setzen.  

9.3 Der Anspruch auf amtliches Honorar des als amtlicher Rechtsbeistand 

im Sinne von aArt. 110a Abs. 1 AsylG eingesetzten Rechtsvertreters wird 

damit gegenstandslos. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-6086/2017 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung vom 25. September 2017 wird aufgehoben. Die Beschwer-

deführerin wird als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG, ihre Tochter als Flücht-

ling gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG anerkannt und das SEM wird angewiesen, 

ihnen Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von 

Fr. 3103.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Tina Zumbühl 

 

 

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