# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4453467-4c44-5008-8327-c80b0639c5da
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-22
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 22.04.2021 23963
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_23963_2021-04-22.pdf

## Full Text

GERICHTE     OBERGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 
 
 
ZA 19 13 BGer 4A_465/2020 vom 16. Februar 2021/Abweisung 

 

 

Entscheid vom 18. Februar 2020 

Zivilabteilung 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Oberrichter Peter Epper, 

 Oberrichter Albert Odermatt, 

Gerichtsschreiber Marius Tongendorff. 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__,  

 Rietacker 14, 9548 Matzingen, 

vertreten durch lic. iur. Matthias Hotz, Rechtsanwalt,  

Bahnhofstrasse 49, Postfach, 8501 Frauenfeld, 

Berufungskläger / Kläger, 

 

 

gegen 

 

 

B.A.__ und C.A.__, 

Schynweg 7, 6376 Emmetten, 

vertreten durch lic. iur. Urs Haegi, Rechtsanwalt, 

VISCHER AG, Schützengasse 1, Postfach 5090,  

8021 Zürich, 

Berufungsbeklagte / Beklagte. 

 

 

 

Gegenstand Auskunftsbegehren  

Urteil Kantonsgericht Nidwalden, Zivilabteilung/Einzelgericht, 

vom 8. März 2019 (ZE 16 73).  

  

2 │ 34 

 

Sachverhalt: 

A.   

Mit Vereinbarung vom 5. April 2004 hielten B.A.__ und C.A.__ (nachfolgend: «Beklagte» 

einerseits und A.__ («Kläger») andererseits Folgendes fest (vi-KB 3): 

 «VORBEMERKUNGEN 

B.A.__ ist Eigentümer zahlreicher Patente und Rechte für vielversprechende Produktinnovationen für 

Anwendungen in der Human- und Veterinärmedizin, welche er über die D.__ Anstalt, Z.__, hält. 

B.A.__ ist zudem Mehrheitsaktionär der E.__ AG (vormals D.__ AG), Y.__, an welcher A.__ eine 

Minderheitsbeteiligung von 9.5% hält. B.A.__ und A.__ halten zudem je 50% des Kapitals und der 

Stimmrechte der F.__ AG (vormals G.__ AG), Y.__. B.A.__ ist darüber hinaus Alleinaktionär der H.__ AG, 

Y.__, für welche A.__ derzeit im Rahmen eines Arbeitsvertrages tätig ist. 

In einer Absichtserklärung vom 8. Oktober 2002 haben die Parteien im Hinblick auf eine Nachfolgelösung 

für B.A.__ und Dr. C.A.__ sowie eine Übernahme von Managementfunktionen durch A.__ verschiedene 

Schritte in Bezug auf die Registrierung und Kommerzialisierung der verschiedenen Produkteinnovationen 

und in Bezug auf eine Beteiligung von A.__ an deren Verwertung skizziert. Namentlich war es die Absicht 

der Parteien, die verschiedenen, B.A.__ gehörenden Rechte und Patente in die bestehenden oder in noch 

neu zu gründenden Gesellschaften einzubringen, bei deren Verkauf A.__ über seine in jenem Zeitpunkt 

bestehende Beteiligung partizipieren sollte. Durch einen Aktionärsbindungsvertrag vom 16. Oktober 2003 

haben zudem B.A.__ und A.__ ihre gegenseitigen Rechte und Pflichten an der F.__ AG, welche I.__ AG 

umfirmiert werden sollte, geregelt. 

Im Rahmen der bisherigen Verhandlungen mit Dritten über die kommerzielle Verwertung der verschiedenen 

Rechte und Patente hat sich für die Parteien gezeigt, dass die namentlich in der Absichtserklärung vom 

8. Oktober 2002 skizzierten Strukturen für deren Verwertung nicht erfolgsversprechend umgesetzt werden 

können. Um eine rasche und erfolgreiche Kommerzialisierung im Interesse beider Parteien nicht zu 

gefährden, beabsichtigen die Parteien daher, sämtliche bestehenden Vereinbarungen zwischen ihnen 

aufzuheben und ihr gegenseitiges Verhältnis neu und abschliessend zu regeln. 

Dies vorausgesetzt, vereinbaren die Parteien was folgt: 

1. Verwertung des Produkteprojekts ‹S.__› 

1.1 B.A.__ und Dr. C.A.__ streben eine rasche Registrierung und Kommerzialisierung der Rechte und 

Patente für das Produkteprojekt ‹S.__› an. Über die steuerliche und vertragliche Strukturierung der 

Verwertung dieses Produktprojekts entscheiden sie selbständig. Insbesondere besteht keine 

Verpflichtung von B.A.__ und Dr. C.A.__, die Rechte und Patente am Produkteprojekt ‹S.__› in die 

F.__ AG oder in eine andere Gesellschaft einzubringen, an welcher A.__ derzeit eine Beteiligung hält. 

1.2 Im Gegenzug verpflichten sich B.A.__ und Dr. C.A.__, A.__ im Umfang von 30% eines allenfalls von 

ihnen erzielten Nettoerlöses an der Verwertung des Produkteprojekts ‹S.__› zu beteiligen. Abhängig 

von der steuerlichen und vertraglichen Struktur der Verwertung des Produkteprojektes ‹S.__› durch 

3 │ 34 

 

B.A.__ und Dr. C.A.__ kann die Beteiligung von A.__ in Barzahlung oder in einer anderen von B.A.__ 

und Dr. C.A.__ festgelegten und für A.__ jederzeit realisierbaren Form erfolgen. 

1.3 Der Beteiligungsanspruch von A.__ gemäss vorstehender Ziffer 1.2. entsteht erst bei Erreichung eines 

Nettoerlöses durch Dr. C.A.__, B.A.__ oder einer von ihm beherrschten Gesellschaft, welcher der 

Höhe der in jenem Zeitpunkt bestehenden Schulden und Verbindlichkeiten der H.__ AG entspricht. 

Über die Form und den Zeitpunkt der Tilgung der Schulden und Verbindlichkeiten der H.__ AG 

entscheiden B.A.__ und Dr. C.A.__ selbständig.  

2. Verwertung des Produkteprojekts ‹T.__› 

2.1 B.A.__ und Dr. C.A.__ streben eine rasche Registrierung und Kommerzialisierung der Rechte und 

Patente für das Produkteprojekt ‹T.__› an. Über die steuerliche und vertragliche Strukturierung der 

Verwertung dieses Produkteprojekts entscheiden sie selbständig. Insbesondere besteht keine 

Verpflichtung von B.A.__ und Dr. C.A.__, die Rechte und Patente am Produkteprojekt ‹T.__› in die 

E.__ AG oder in eine andere Gesellschaft einzubringen, an welcher A.__ eine Beteiligung hält. 

2.2 Im Gegenzug verpflichten sich B.A.__ und Dr. C.A.__, A.__ an einem von ihnen erzielten Nettoerlös 

der Verwertung des Produkteprojekts ‹T.__› in der Höhe zu beteiligen, welcher der prozentualen 

Beteiligung von A.__ an der E.__ AG im Zeitpunkt entspricht, in welchem dieser Verwertungserlös 

B.A.__ und Dr. C.A.__ zufliesst. Abhängig von der steuerlichen und vertraglichen Struktur der 

Verwertung des Produkteprojekts ‹T.__› durch B.A.__ und Dr. C.A.__ kann die Beteiligung von A.__ 

in Barzahlung oder in einer anderen von B.A.__ und Dr. C.A.__ festgelegten und für A.__ jederzeit 

realisierbaren Form erfolgen. 

3. Arbeitsverhältnis und Beratungsdienstleistungen; Geheimhaltung 

3.1 Das Arbeitsverhältnis zwischen der H.__ AG und C.__ wurde von der H.__ AG im Einvernehmen mit 

A.__ per 30. Juni 2004 gekündigt. Zwischen A.__ und F.__ AG, B.A.__ oder einer von B.A.__ 

beherrschten Gesellschaft bestehen keine Beratungsverträge oder -vereinbarungen. Die Parteien 

stellen fest, dass ab 1. Juli 2004 A.__ keinerlei Arbeits- oder Beratungsdienstleistungen für die F.__ 

AG, B.A.__ oder eine von C.A.__ beherrschten Gesellschaft mehr verpflichtet ist und diese ab diesem 

Zeitpunkt keinerlei Lohn oder Entschädigung an C.__ mehr schulden. 

3.2 A.__ verpflichtet sich, sämtliche Unterlagen, Daten, Informationen, Know-How und 

Geschäftsgeheimnisse, die er im Rahmen seiner Arbeits- und Beratungstätigkeit für die F.__ AG, 

B.A.__ oder einer von C.A.__ beherrschten Gesellschaft erhalten hat oder ihm zur Kenntnis 

gekommen sind, auch über den 1. Juli 2004 hinaus geheim zu halten und spätestens per 30. Juni 2004 

sämtlich Dokumente, Daten, Informationen und sonstige vertrauliche Unterlagen, inklusive die 

elektronisch gespeicherten Kopien davon, an B.A.__ zurückzuerstatten. 

4. Information 

 B.A.__ und Dr. C.A.__ verpflichten sich, A.__ auf dessen Wunsch hin jederzeit über den Stand des 

Registrierungsverfahrens betreffend ‹T.__› sowie der Verkaufsaktivitäten betreffend ‹S.__› in 

geeigneter Form zu informieren und ihm nach der erfolgreichen Kommerzialisierung dieser 

Produkteprojekte über die damit erzielten Nettoverkaufserlöse periodisch und in geeigneter Form 

Rechenschaft abzulegen. 

4 │ 34 

 

5. Schlussbestimmungen 

5.1 Diese Vereinbarung, einschliesslich dieser Bestimmung, kann nur durch schriftliche Vereinbarung der 

Parteien geändert werden und ersetzt sämtliche früheren schriftlichen und mündlichen Abreden 

zwischen den Parteien, insbesondere, jedoch nicht ausschliesslich, die Absichtserklärung vom 

8. Oktober 2002 sowie den Aktionärsbindungsvertrag vom 16. Oktober 2003.  

5.2 Alle Bestimmungen dieser Vereinbarung binden auch die Rechtsnachfolger der Parteien. Soweit 

erforderlich, werden die Parteien die sich aus dieser Vereinbarung ergebenden Pflichten auf ihre 

Rechtsnachfolger übertragen.  

5.3 Die Abtretung von Rechten und Ansprüchen aus diesem Vertrag durch eine Vertragspartei bedarf der 

Zustimmung der anderen Vertragspartei.  

5.4 Sollte sich eine Bestimmung dieser Vereinbarung als ungültig erweisen, so berührt dies die Gültigkeit 

und Durchsetzbarkeit der anderen Bestimmungen dieser Vereinbarung nicht. Soweit möglich, werden 

die Parteien die ungültigen Bestimmungen durch eine gleichwertige gültige Bestimmung ersetzen.  

5.5 Die Parteien verpflichten sich, diese Vereinbarung und deren Inhalt strikt vertraulich zu halten.  

5.6 Diese Vereinbarung untersteht schweizerischem Recht.  

5.7 Alle Streitigkeiten im Zusammenhang mit dieser Vereinbarung werden ausschliesslich durch die 

ordentlichen Gerichte in Stans, Nidwalden, entschieden.» 

Mit Zusatzvereinbarung vom 4. Oktober 2004 zur Vereinbarung vom 5. April 2004 hielten die 

Parteien Folgendes fest (vi-KB 4):  

 «VORBEMERKUNGEN 

Mit Vereinbarung vom 5. April 2004 (‹Vereinbarung›) haben B.A.__ und Dr. C.A.__, einerseits, und A.__, 

andererseits, eine abschliessende Vereinbarung über ihre gegenseitigen Ansprüche, insbesondere im 

Zusammenhang mit dem Ausscheiden von A.__ als Arbeitnehmer der H.__ AG und als Aktionär der F.__ 

AG, getroffen. 

Im Rahmen dieser Vereinbarung haben die Parteien namentlich eine allfällige Beteiligung von A.__ an 

einem Nettoerlös aus einer Verwertung gewisser, im Eigentum von B.A.__ und Dr. C.A.__ stehenden 

Produkteprojekte geregelt. Vorgesehen wurde in der Vereinbarung insbesondere, dass Herr A.__ an einem 

von B.A.__ und Dr. C.A.__ erzielten Nettoerlös der Verwertung des Produkteprojekts ‹T.__› in der Höhe 

beteiligt werden sollte, welcher seiner prozentualen Beteiligung von an der E.__ AG im Zeitpunkt entspricht, 

in welchem dieser Verwertungserlös B.A.__ und Dr. C.A.__ zufliessen würde. 

Anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung der Aktionäre der E.__ AG vom 27. September 

2004 wurde die Liquidation dieser Gesellschaft beschlossen. Herr A.__ hat diesem Beschluss zugestimmt. 

Aufgrund der Liquidation der E.__ AG und dem damit verbundenen Wegfall der Bemessungsgrundlage 

eines allfälligen Beteiligungsanspruchs von A.__ an einer Verwertung des Produkts ‹T.__› regeln die 

Parteien diese neu wie folgt: 

1. B.A.__ und Dr. C.A.__ verpflichten sich, A.__ an der Verwertung des Produkteprojekts ‹T.__› in der 

Höhe von sechs (6) Prozent des von ihnen aus der Verwertung dieses Produkts erzielten Nettoerlöses 

zu beteiligen. 

5 │ 34 

 

2. Voraussetzung für die Entstehung dieses Beteiligungsanspruchs von A.__ gemäss vorstehender Ziffer 

1. ist, dass A.__ sämtliche von ihm an der E.__ AG gehaltenen Aktien zum Preis von CHF 1.– an 

B.A.__ rechtsgültig übertragen hat. Der Verkauf dieser Beteiligung wird zwischen B.A.__ und A.__ in 

einem separaten Kaufvertrag geregelt. 

3. A.__ anerkennt, dass ihm B.A.__ und Dr. C.A.__ sämtliche allfälligen Beteiligungsansprüche aus der 

Vereinbarung sowie aus dieser Zusatzvereinbarung persönlich eingeräumt haben. A.__ anerkennt 

daher, dass jede rechtsgeschäftliche Übertragung seiner aufgrund der Vereinbarung oder dieser 

Zusatzvereinbarung bestehenden Ansprüche ausgeschlossen ist und dass sämtliche Ansprüche bei 

seinem Tod erlöschen. 

4. Abgesehen von den vorstehenden Änderungen in dieser Zusatzvereinbarung gelten sämtliche  

Bestimmungen der Vereinbarung unverändert fort. 

5. Diese Zusatzvereinbarung untersteht schweizerischem Recht. 

6. Alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit dieser Zusatzvereinbarung werden ausschliesslich 

durch die ordentlichen Gerichte in Stans, Nidwalden, entschieden.» 

 

B.  

Ende November 2007 erfuhr der Kläger anscheinend von einer Lizenzvereinbarung für T.__, 

geschlossen zwischen den Beklagten und der Firma J.__ Inc. Mit Schreiben vom 28. Januar 

2008 machte der Kläger erstmals sein Informationsrecht gemäss der Vereinbarung vom 

5. April 2004 gegenüber den Beklagten geltend. 2009 konnte der Kläger in Erfahrung bringen, 

dass die Beklagten ihre Rechte an T.__ an die K.__ SRL verkauft hatten. Durch seinen 

Rechtsvertreter machte der Kläger abermals sein Informationsrecht betreffend Inhalt der 

Vereinbarung und Stand der Veräusserung geltend.  

 

C.  

Nachdem die Beklagten seiner Aufforderung nach mehrmaligem Briefwechsel nicht in der vom 

Kläger geforderten Weise nachkamen, reichte der Kläger am 24. April 2012 ein 

Schlichtungsgesuch ein und erhob, nach unvermittelt abgebrochenem Schlichtungsversuch 

vom 31. Mai 2012, am 31. August 2012 Klage gegen die Beklagten betreffend 

Auskunftsbegehren. 

Mit Urteil ZE 12 159 vom 6. Mai 2014 erkannte das Kantonsgericht Nidwalden, 

Zivilabteilung/Einzelgericht: 

«1. Die Beklagten 1 und 2 werden unter Androhung der Ungehorsamsstrafe  nach Art. 292 StGB 

angewiesen, dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt ‹T.__› 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

6 │ 34 

 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder von den 

Beklagten 1 und /oder 2 beherrschten oder nahestehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen 

Rechtsformen herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter 

Nachklagevorbehalt. 

  2. Die Beklagten 1 und 2 werden unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

angewiesen, dem Kläger sämtliche Informationen über alle bisherigen Zahlungsflüsse (d.h. 

insbesondere die Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen oder Ähnliches) im Zusammenhang mit 

der Verwertung/Kommerzialisierung des Produkteprojektes bzw. Produktes ‹T.__› insbesondere an 

den Beklagten 1 und/oder die Beklagte 2 oder an von den Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder 

nahestehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen Rechtsformen herauszugeben; unter 

Nachlagevorbehalt. 

  3. Die Beklagten 1 und 2 werden unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art.  292 StGB 

angewiesen, dem Kläger den Stand des Nettoerlöses per 31. März 2014 betreffend des Produktepro -

jektes bzw. Produktes ‹T.__› mit detaillierter Abrechnung samt Belegen herauszugeben und die 

damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter Nachklagevorbehalt.  

  4. Die Beklagten 1 und 2 werden unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art.  292 StGB 

angewiesen, dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt ‹S.__› 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder 2 oder von den Beklagten 1 und/oder 

2 beherrschten oder nahestehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen Rechtsformen 

herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter 

Nachklagevorbehalt. 

  5. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.  

  6. [Gerichtskosten.] 

  7./8. [Parteientschädigung.] 

  9. [Zustellung an: …]» 

Für den Verfahrensablauf bis zu diesem Urteil kann vollumfänglich auf den angefochtenen 

Entscheid verwiesen werden (dortige lit. A–K S. 2–20).   

7 │ 34 

 

D.  

Mit Berufung vom 28. Oktober 2014 beantragten die Beklagten die kostenfällige Aufhebung 

des Kantonsgerichtsurteils und Abweisung der Klage bzw. die Rückweisung der Sache zur 

Neubeurteilung.  

Nach dreifachem Schriftenwechsel erkannte das Obergericht, Zivilabteilung, mit Entscheid ZA 

14 17 vom 24. November 2015:  

«1. In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Dispositivziffern 1–3 und 6–8 des Entscheids des 

Kantonsgerichts Nidwalden vom 6. Mai 2014 aufgehoben. Die Sache wird insoweit zum Vorgehen 

im Sinne der Erwägungen und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 

  2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden auf Fr. 2‘000.– festgesetzt und auf die 

Staatskasse genommen. Die Gerichtskasse wird angewiesen, den Berufungsklägern/Beklagten den 

Gerichtskostenvorschuss von Fr. 2‘500.– zurückzuerstatten. 

  3. Die Verlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Berufungsverfahren bleibt dem 

erstinstanzlichen Endentscheid vorbehalten. 

  4. [Rechtsmittelbelehrung.] 

  5. [Zustellung an: …]» 

 

E.  

Das Kantonsgericht holte bei Prof. Dr. Jörg Huwyler und Prof. Dr. Stephan Krähenbühl, beide 

Universität Basel, Departement Pharmazeutische Wissenschaften, ein Gutachten ein 

betreffend die Frage: «Handelt es sich beim Produkt ‹T.__› in Sprayform und dem Produkt 

‹U.__› bzw. ‹V.__› in Gelform um identische Produkte?» Das Gutachten datiert vom 12. Juni 

2018 und wurde am 18. Juni 2018 dem Kantonsgericht zugestellt. Für den übrigen 

Verfahrensgang bis zum angefochtenen Entscheid kann auf dieses verwiesen werden (lit. P–

V S. 22 f.).  

 

F.  

Mit Urteil ZE 16 73 vom 8. März 2019 erkannte das Kantonsgericht, Zivilabteilung/Einzelge-

richt: 

«1 Die Klage wird abgewiesen. 

  2. Der Kläger hat die Beklagten bzw. deren Anwälte für das Rechtsmittelverfahren ZA 14 17 vor 

Obergericht Nidwalden mit Fr. 5‘339.50 (Honorar Fr. 4‘800.00, 3 % Kleinkostenpauschale Fr. 144.00 

und 8 % Mehrwertsteuer Fr. 395.50) zu entschädigen. 

8 │ 34 

 

  3. Die Gerichtskosten betragen Fr. 5‘700.00 (inkl. Auslagen). Sie gehen ausgangsgemäss zu Lasten 

des Klägers, werden dem klägerischen Kostenvorschuss von Fr.  3‘000.00 und dem beklagtischen 

Kostenvorschuss von Fr. 5‘000.00 entnommen und sind bezahlt. 

Der Kläger hat den Beklagten intern und direkt den Betrag von Fr  2‘700.00 zu bezahlen. 

Die Gerichtskasse Nidwalden wird angewiesen, den Beklagten die Vorschussrestanz von 

Fr. 2‘300.00 zurückzuerstatten. 

  4. Der Kläger hat die Beklagten bzw. deren Anwälte für das vorliegende Verfahren mit Fr.  15‘552.00 

(Honorar Fr. 8‘000.00, Zuschläge Fr. 5‘600.00, Auslagen Fr. 800.00 und 8 % Mehrwertsteuer 

Fr. 1‘152.00) zu entschädigen. 

  5. Zustellung dieses Urteils erfolgt an: […]» 

Das Urteil wurde am 1. Mai 2019 versandt.  

 

G.   

Mit Berufung vom 3. Juni 2019 beantragte der Kläger: 

«1. Das Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden vom 8. März 2019 (ZE 16 73) sei aufzuheben. 

  2.1 Es seien die Beklagten 1 und 2 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art.  292 StGB 

anzuweisen, dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt ‹T.__› 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder von den 

Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder nahe stehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen 

Rechtsformen (insbesondere der L.__ Stiftung, der M.__ AG bzw. durch Fusion heute N.__ AG und 

der E.__ AG) herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter 

Nachklagevorbehalt. 

  2.2 Es seien die Beklagten 1 und 2 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art.  292 StGB 

anzuweisen, dem Kläger sämtliche Informationen über alle bisherigen Zahlungsflüsse (d.h. 

insbesondere die Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen oder Ähnliches) im Zusammenhang mit 

der Verwertung / Kommerzialisierung des Produkteprojektes bzw. Produktes ‹T.__› insbesondere an 

den Beklagten 1 und/oder die Beklagte 2 oder an von den Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder 

nahe stehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen Rechtsformen (insbesondere der L.__ 

Stiftung, der M.__ AG bzw. durch Fusion heute N.__ AG und der E.__ AG) herauszugeben; unter 

Nachklagevorbehalt. 

  2.3 Es seien die Beklagten 1 und 2 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

anzuweisen, dem Kläger den Stand des Nettoerlöses per 31. März 2019 betreffend des 

Produkteprojektes bzw. Produktes ‹T.__› mit detaillierter Abrechnung samt Belegen herauszugeben 

und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter Nachklagevorbehalt.  

  3. Es seien die Beklagten 1 und 2 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art.  292 StGB 

anzuweisen, dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt ‹S.__› 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

9 │ 34 

 

Verwertung/Kommerzialisie-rung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder von den 

Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder nahe stehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen 

Rechtsformen (insbesondere der L.__ Stiftung, der M.__ AG bzw. durch Fusion heute N.__ AG und 

der E.__ AG) herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter 

Nachklagevorbehalt. 

  4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der Berufungsbeklagten.  

  Eventualiter: 

  5.1 Es seien die Beklagten 1 und 2 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

anzuweisen, dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt ‹T.__› 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder von den 

Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder nahe stehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen 

Rechtsformen herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter 

Nachklagevorbehalt. 

  5.2 Es seien die Beklagten 1 und 2 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

anzuweisen, dem Kläger sämtliche Informationen über alle bisherigen Zahlungsflüsse (d.h. 

insbesondere die Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen oder Ähnliches) im Zusammenhang mit 

der Verwertung/Kommerzialisierung des Produkteprojektes bzw. Produktes ‹T.__› insbesondere an 

den Beklagten 1 und/oder die Beklagte 2 oder an von den Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder 

nahe stehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen Rechtsformen herauszugeben; unter 

Nachklagevorbehalt. 

  5.3 Es seien die Beklagten 1 und 2 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

anzuweisen, dem Kläger den Stand des Nettoerlöses per 31. März 2019 betreffend des 

Produkteprojektes bzw. Produktes ‹T.__› mit detaillierter Abrechnung samt Belegen herauszugeben 

und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter Nachklagevorbehalt. 

  6. Es seien die Beklagten 1 und 2 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

anzuweisen, dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt ‹S.__› 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder von den 

Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder nahe stehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen 

Rechtsformen herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter 

Nachklagevorbehalt. 

  7.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der Berufungsbeklagten.» 

Der Gerichtskostenvorschuss über Fr. 2‘000.– wurde fristgerecht einbezahlt. 

 

H.  

Mit Berufungsantwort vom 26. August 2019 beantragten die Berufungsbeklagten die 

kostenfällige Abweisung der Berufung. Mit Replik vom 30. September 2019 und Duplik vom 

10 │ 34 

 

4. November 2019 hielten die Parteien im Wesentlichen an ihren Begründungen fest. 

Duplicando änderten die Berufungsbeklagten ihre Anträge jedoch dahingehend, dass auf die 

Berufung nicht einzutreten, eventualiter sie abzuweisen sei.  

 

I.  

Das Obergericht Nidwalden, Zivilabteilung, beriet die Streitsache anlässlich seiner Sitzung 

vom 18. Februar 2020 in Abwesenheit der Parteien abschliessend. Auf die Parteivorbringen 

wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

Erwägungen: 

1. 

1.1 

Angefochten ist das Urteil ZE 16 73 des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilabteilung/Einzelge-

richt, vom 8. März 2019, in dem die Klage betreffend Auskunftsbegehren abgewiesen wurde. 

Gegen erstinstanzliche Endentscheide ist das Rechtsmittel der Berufung zulässig (Art. 308 

Abs. 1 lit. a ZPO [SR 272]; Art. 309 und 319 ZPO e contrario), sofern der Streitwert über 

Fr. 10ʻ000.– liegt (Art. 308 Abs. 2 ZPO; ANNETTE DOLGE, in: Brunner/Gasser/Schwan-der, 

ZPO-Komm., 2. A. 2016, N 11 zu Art. 283 ZPO). Der vom Kläger auf Fr. 30‘000.– angesetzte 

Streitwert ist zwischen den Parteien unstreitig und erscheint nicht offensichtlich unrichtig. Das 

Rechtsmittel der Berufung ist somit zulässig. 

Berufungsinstanz gegen Urteile des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilabteilung/Einzelgericht 

ist das Obergericht Nidwalden, Zivilabteilung (Art. 27 GerG [NG 261.1]), das in 

Dreierbesetzung entscheidet (Art. 22 Ziff. 2 GerG). Die örtliche und sachliche Zuständigkeit 

des Obergerichts ist somit gegeben. 

Zur Berufung ist berechtigt, wer als Haupt- oder Nebenpartei am Verfahren beteiligt war, das 

zum angefochtenen Entscheid geführt hat (formelle Beschwer), und überdies durch den 

angefochtenen Entscheid unmittelbar betroffen ist und ein Rechtsschutzinteresse an dessen 

Aufhebung oder Abänderung hat (materielle Beschwer; vgl. PETER REETZ, in: Sutter-Somm/ 

Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., 3. A. 2016, N 30 ff. zu den Vorbem. zu Art. 308-318 

ZPO). Der Kläger nahm am vorinstanzlichen Verfahren teil und ist durch das angefochtene 

Urteil hinlänglich berührt. Er ist somit zur Berufung berechtigt.  

11 │ 34 

 

Die Berufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bzw. seit der 

nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen 

(Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Berufung vom 3. Juni 2019 wurde unter Berücksichtigung des 

Wochenendes vom 1./2. Juni 2019 fristgerecht eingereicht (Versand des begründeten vor-

instanzlichen Entscheids am 1. Mai 2019, Empfang desselben am 2. Mai 2020) und entspricht 

den Formanforderungen.  

Auf die Berufung ist demnach einzutreten.  

 

1.2 

Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Der Begriff der Rechtsanwendung 

(lit. a) ist aufgrund der freien und nicht an eine Rügepflicht des Berufungsklägers 

anknüpfenden Kognition der Rechtsmittelinstanz als umfassend zu verstehen und beinhaltet 

sämtliche generell-abstrakten, staatlichen Normen. Die Ermessenskontrolle bezieht sich auf 

die Frage nach der korrekten Handhabung von Art. 4 ZGB (SR 210) und wird gelegentlich 

auch als Rechtsfolgeermessen bezeichnet (im Unterschied zum Tatbestandsermessen, das 

zur Feststellung des Sachverhalts gehört). Diese Überprüfung erfolgt zwar grundsätzlich frei. 

Indessen bedeutet die Einschränkung der Kognition auf unrichtige Rechtsanwendung, dass 

die Rechtsmittelinstanz nicht einfach ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vor-

instanz setzen kann (ausführlich MARTIN H. STERCHI, in: Berner Kommentar ZPO, 2012, N 6 

und 8 f. zu Art. 310 ZPO; KURT BLICKENSTORFER, in: Brunner/Gasser/Schwander, a.a.O., 

N 8 ff. zu Art. 310 ZPO). 

 

2. 

2.1 

Hinsichtlich des «Produkteprojekts ‹S.__›» (Ziff. 1 der Vereinbarung vom 5. April 2004) 

beantragt der Kläger, es seien die Beklagten unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach 

Art. 292 StGB anzuweisen, ihm sämtliche mit dem «Produkteprojekt bzw. Produkt ‹S.__›» 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder von den 

Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder nahe stehenden Gesellschaften, Stiftungen oder 

anderen Rechtsformen (insbesondere der L.__ Stiftung, der M.__ AG bzw. durch Fusion heute 

N.__ AG und der E.__ AG) herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu 

erteilen; unter Nachklagevorbehalt (Rechtsbegehren Ziff. 3). Eventualiter beantragt der 

12 │ 34 

 

Kläger, es seien die Beklagten unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

anzuweisen, ihm sämtliche mit dem «Produkteprojekt bzw. Produkt ‹S.__›» 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder von den 

Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder nahe stehenden Gesellschaften, Stiftungen oder 

anderen Rechtsformen herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu 

erteilen; unter Nachklagevorbehalt (Rechtsbegehren Ziff. 6).  

Der Kläger führt hierzu aus, dass das Kantonsgericht in seinem Entscheid ZE 12 159 vom 

6. Mai 2014 die Beklagten dazu verpflichtet habe, ihm sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. 

Produkt S.__ zusammenhängenden Vereinbarungen etc. herauszugeben (mit Hinweis auf 

Dispositiv-Ziff. 4), die übrigen Anträge hinsichtlich S.__ indes abgewiesen habe. Das 

Obergericht habe dies bestätigt, womit diese Ziffer in Rechtskraft erwachsen sei. 

Erstaunlicherweise habe die Vorinstanz im vorliegend angefochtenen Entscheid die Klage 

nun, trotz Rechtskraft dieser Ziffer, vollumfänglich abgewiesen, was offensichtlich falsch sei 

und eine unrichtige Rechtsanwendung darstelle, womit auch die vorinstanzliche 

Kostenverlegung falsch sei.  

Die Beklagten äussern sich zu diesen Ausführungen nicht eigens, sondern beantragen die 

vollumfängliche Abweisung der Berufung, mithin auch dieses Rechtsbegehrens.  

 

2.2 

Das Obergericht hiess mit Entscheid ZA 14 17 vom 24. November 2015 die von den Beklagten 

erhobene Berufung teilweise gut und hob die Dispositiv-Ziff. 1–3 und 6–8 des Urteils ZE 12 

159 vom 6. Mai 2014 auf. Nicht aufgehoben wurde somit dessen Dispositiv-Ziff. 4, 

dahingehend lautend:  

«4. Die Beklagten 1 und 2 werden unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art.  292 StGB 

angewiesen, dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt ‹S.__› 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisie-rung mit dem Beklagten 1 und/oder 2 oder von den Beklagten 1 und/oder 

2 beherrschten oder nahestehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen Rechtsformen 

herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter 

Nachklagevorbehalt.» 

Die Beklagten als damalige, in diesem Punkt unterliegende Berufungskläger zogen dies nicht 

an das Bundesgericht weiter, womit Dispositiv-Ziff. 4 des Entscheids ZE 12 159 vom 6. Mai 

2014 mittlerweile in Rechtskraft erwachsen ist.   

13 │ 34 

 

2.3 

Hinsichtlich Dispositiv-Ziff. 4 des vorinstanzlichen Entscheids ZE 12 159 vom 6. Mai 2014 liegt 

eine res iudicata vor, womit an sich kein Rechtsschutzinteresse des Klägers an der 

Gutheissung seines Rechtsbegehrens Ziff. 3 bzw., eventualiter, Ziff. 6 vorliegt, denn dieses 

Rechtsbegehren ist rechtskräftig gutgeheissen. Jedoch äussern sich die Beklagten in ihren 

Rechtsschriften nicht zu diesem Punkt, insbesondere stimmen sie den klägerischen 

Ausführungen hinsichtlich der Rechtskraft nicht ausdrücklich zu. Weiter lautet die Dispositiv-

Ziff. 1 des vorliegend angefochtenen Entscheids ZE 16 73 vom 8. März 2019: «Die Klage wird 

abgewiesen», ohne Angabe, ob sich die Abweisung nur auf T.__ oder auch auf S.__ bezieht. 

Die Vorinstanz äussert sich in ihren Erwägungen nicht eigens zu S.__, womit unklar ist, ob die 

Vorinstanz ihrer Klageabweisung auf sämtliche ursprüngliche Rechtsbegehren gemäss Klage 

vom 31. August 2012 bezieht oder auf die noch nicht rechtskräftig entschiedenen, d.h. alle 

unter Ausschluss der in Rechtskraft erwachsenen Dispositiv-Ziff. 4 des Entscheids ZE 12 159 

vom 6. Mai 2014.  

Das Gericht darf einer Partei nicht mehr und nichts Anderes zusprechen, als sie verlangt, und 

nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Weder die 

Dispositionsmaxime noch das Verbot der reformatio in peius verbieten indes dem urteilenden 

Gericht, den eigentlichen Sinn des Rechtsbegehrens zu ermitteln und dessen Zulässigkeit 

danach und nicht nach dem unzutreffenden Wortlaut zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 

5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1 mit Hinweisen).  

Eigentlicher Sinn des klägerischen Rechtsbegehrens Ziff. 3 bzw., eventualiter, Ziff. 6 ist die 

Feststellung, dass dem Kläger Auskunftsrecht hinsichtlich S.__ zukommt. Durch die soeben 

geschilderte Gemengelage entsteht ihm eine unzumutbare Rechtsunsicherheit hinsichtlich der 

Vollstreckbarkeit der besagten Dispositiv-Ziff. 4, die nicht anders als durch eine gerichtliche 

Feststellung behoben werden kann. Deswegen ist sein Rechtsbegehren sinngemäss als 

Feststellungsbegehren (Art. 88 ZPO) entgegenzunehmen, wonach festzustellen sei, dass 

Dispositiv-Ziff. 4 des vorinstanzlichen Entscheids ZE 12 159 vom 6. Mai 2014 in Rechtskraft 

erwachsen sei.  

 

2.4 

Es wird festgestellt, dass Dispositiv-Ziff. 4 des vorinstanzlichen Entscheids ZE 12 159 vom 

6. Mai 2014 in Rechtskraft erwachsen ist.   

14 │ 34 

 

3. 

3.1 

Die Vereinbarung vom 5. April 2004 (vi-KB 3) beinhaltet in Ziff. 4 zusammengefasst ein 

jederzeitiges Informationsrecht des Klägers über den Stand des Registrierungsverfahrens des 

«Produkteprojekts ‹T.__›» sowie, nach dessen erfolgreicher Kommerzialisierung, ein 

Informationsanspruch über die damit erzielten Nettoverkaufserlöse. Streitbefangen ist die 

Frage, ob das «Produkteprojekt ‹T.__›» im Sinne dieser Vereinbarung sich nur auf die 

wässrige Formulierung bezieht (nachfolgend: «T.__ Spray»), wie dies die Beklagten meinen, 

oder auch auf die ölige Formulierung («U.__/V.__ Gel»), wie dies der Kläger meint.  

 

3.2 

Im Urteil ZA 14 17 vom 24. November 2015 erwog das Obergericht:  

 «5.3 

Die Vorinstanz kam zum Schluss, der Kläger/Berufungsbeklagte müsse für die relevanten Tatsachen keinen 

strikten Beweis erbringen und begnügte sich mit Indizien. So schloss sie gestützt auf die einmalige (und als 

Missverständnis bestrittene) ausserprozessuale Aussage der berufungsklägerischen Rechtsvertreter sowie 

der Erwähnung von ‹T.__› in Studiendokumenten der Jahre 2008–2010 auf eine Identität von ‹U.__› und 

‹T.__›. Sie folgte sodann dem klägerischen/berufungsbeklagtischen Standpunkt, wonach die Formulierung 

«Produkteprojekt» auch allfällige Modifikationen von ‹T.__› erfasse und es sich letztlich immer um das 

gleiche Produkteprojekt, nämlich die nasale Applikation von Testosteron zur Behandlung von 

Hypogonadismus handle; die Form des Arzneimittels spiele dabei keine Rolle. Die Frage der Identität sei 

ohnehin irrelevant, da der Informationsanspruch gegenüber dem gesamten Produkteprojekt bestehe.  

Diese Auffassung teilt das Obergericht nicht. Zunächst verwendet die Vorinstanz die Begriffe 

«Produkteprojekt» und «Produkt» fälschlicherweise bedeutungsgleich, schliesst daraus direkt auf eine 

Übereinstimmung von ‹T.__› und ‹U.__› und begründet damit den Informationsanspruch des 

Klägers/Berufungsbeklagten. Eine konsequente Umsetzung dieses Standpunktes hätte zur Folge, dass die 

im Jahre 2004 geschlossenen Vereinbarungen dem Kläger/Berufungsbeklagten ohne Weiteres, pauschal 

und bis in alle Zukunft, losgelöst von jegwelcher persönlicher oder finanzieller Mitwirkung, eine Partizipation 

an sämtlichen Weiterentwicklungen über beliebig viele neue patentierbare Entwicklungsstufen 

gewährleisten würde. Dieses Ergebnis wäre mit den geltend gemachten Ansprüchen zugrundeliegenden 

Vereinbarungen aus dem Jahre 2004 nicht in Einklang zu bringen. Fakt ist, dass sich weder aus diesen 

Vereinbarungen noch aus einem anderen bei den Akten befindlichen Dokumenten (inkl. Rechtsschriften), 

eine genaue Definition des ‹Produkteprojekts T.__› (bzw. des ‹Produkteprojekts S.__›) ableiten lässt. Ein 

so pauschal umschriebenes Gebilde ist weder schützbar noch patentierbar und folglich auch nicht justiziabel 

verwertbar. Der Kläger/Berufungsbeklagte konnte zweifelsohne aktenmässig eine Verbindung zwischen 

‹T.__› und dem zwischenzeitlich verwerteten ‹U.__› bzw. ‹V.__› erbringen.  

Allerdings ist unklar, ob es sich um patentrechtlich selbständig schützbare Einheiten handelt und damit um 

15 │ 34 

 

unterschiedliche Produkte, wie von den Beklagten/Berufungsklägern behauptet, oder um ein und dasselbe 

Produkt.  

Sodann ist die Arzneimittelform sehr wohl ein massgebender Faktor. Grundsätzlich kann ein Testosteron-

Spray pharmakologisch nicht mit einem in eine Gel-Grundlage eingearbeiteten Testosteron gleichgesetzt 

werden (es sei denn, das Gel würde in seiner Anwendung via Spray-Vorrichtung versprüht; unter diesen 

Umständen würde eine identische Arzneimittel-Zubereitung in unterschiedlichen Darreichungsformen 

vorliegen). In casu steht fest, dass ein Produkt ‹T.__› in Sprayform und ein Produkt ‹U.__› in Gelform 

realisiert wurden. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass das Europäische Patentamt den 

Beklagten/Berufungsklägern im Jahre 1993 das Patent für ein ‹Arzneimittel zur Erhöhung des 

Testosteronspiegels› (EP 0 639 077 B1; VI bekl.Bel. 7) und im Jahre 2006 (Anmeldung: 2003) das Patent 

für eine ‹Nasenformulierung mit kontrollierter Freisetzung von Sexualhormonen› (EP 1 530 965 B1; VI 

bekl.Bel. 5) erteilt hat. Der Zusammenhang zwischen den genannten Patenten und den Produkten ‹T.__› 

und ‹U.__› ist für einen Laien nicht eruierbar. Es handelt sich aber um Aspekte, welche eine Divergenz 

zwischen den beiden Produkten indizieren und im Rahmen der vorinstanzlichen Beweiswürdigung bezüglich 

der bestrittenen Identität von ‹T.__› und ‹U.__› zumindest thematisiert waren und demzufolge zu erörtern 

gewesen wären. Im Ergebnis bedingen die vom Kläger/Beschwerdegegner geltend gemachten Ansprüche, 

dass ‹T.__› und das effektiv verwertete ‹U.__› identisch sind.  

 

6. 

Wie bereits unter Erwägung 5.2 ausgeführt, beseitigt ein ausserhalb des Prozesses erfolgtes Zugeständnis 

die Beweisbedürftigkeit der betreffenden Sachbehauptung nicht. Die ausserprozessual, mithin im Schreiben 

vom 10. Februar 2012 festgehaltene Bemerkung, wonach es sich bei ‹T.__› um ‹U.__› handelt, indiziert 

zwar die Korrektheit der seitens des Klägers/Berufungsbeklagten behaupteten Produkteidentität, entbindet 

ihn allerdings nicht von der Pflicht den Sachbeweis zu erbringen, zumal die Beklagten/Berufungskläger eine 

Identität der Produkte ‹T.__› und ‹U.__› stets bestritten haben. Sie haben hierfür auch prozesskonform 

Gegenbeweise (u.a. Gerichtsgutachten zur Identität von ‹T.__› und ‹U.__›) offeriert, welche jedoch von der 

Vorinstanz abgewiesen worden sind. Damit hat die Vorinstanz, welche ihre Schlussfolgerung 

ausschliesslich auf Indizien stützt, das Recht der Beklagten/Berufungskläger auf Gegenbeweis und damit 

Art. 8 ZGB verletzt. Diese unrichtige Rechtsanwendung führte in der Folge dazu, dass die Vorinstanz den 

Sachverhalt offensichtlich unrichtig feststellte. Die Berufung ist somit in diesem Punkt gutzuheissen. Eine 

Überprüfung der übrigen, im Zusammenhang mit ‹T.__› vorgebrachten Rügen (u.a. fehlende 

Kommerzialisierung, Bindung an Geheimhaltungsklausel) erübrigt sich.» 

In der Folge wies das Obergericht unter teilweiser Gutheissung der von den Beklagten des 

vorliegenden Verfahrens erhobenen Berufung die Sache zum Vorgehen im Sinne der 

Erwägungen und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück, die daraufhin das Gutachten 

bei den Profes. Dres. Huwyler und Krähenbühl erstellen liess.   

16 │ 34 

 

3.3 

Das besagte Gutachten lautet wie folgt:  

«1. Ausgangslage 

Am 23.3.2018 wurden Prof. Dr. phil. Jörg Huwyler und Prof. Dr. med. Dr. pharm. Stephan Krähenbühl vom 

Kantonsgericht Nidwalden als Experten bestellt. Es geht um das Verfahren ZE 16 73 (A.__ / 1. B.A.__ 2. 

C.A.__). Die Experten sind Professoren am Departement Pharmazeutische Wissenschaften der Universität. 

Basel und am Universitätsspital Basel und leiten die Abteilungen für Pharmazeutische Technologie (JH) und 

Klinische Pharmakologie und Toxikologie (SK). Die Experten wurden beauftragt gemeinsam die 

Expertenfrage des Gerichts (Handelt es sich beim Produkt 'T.__' in Sprayform und dem Produkt 'U.__' bzw. 

'V.__' in Gelform um identische Produkte?) zu beantworten. 

Im Folgenden wird der Begriff 'Parteien' summarisch für Kläger und Beklagte benutzt. In Anlehnung an 

Beilage 1 zur Klageantwort wird die wässrige Formulierung 1 von T.__ als 'T.__ Spray' bezeichnet. Die ölige 

Formulieru[n]g 2 von T.__ resp. die Produkt U.__ bzw. V.__ werden als 'T.__ Gel' bezeichnet. 

T.__ Spray wurde von den Parteien gemeinsam entwickelt. Das Produkt basiert auf der Idee, dass 

Testosteron nasal verabreicht werden kann um dadurch eine schnellere Absorption und Wirkung, eine 

bequemere Anwendung für den Patienten sowie einen verminderten 'first-pass' Metabolismus zu erreichen. 

Als innovative Idee für ein Produkt kann dabei aus Sicht der Experten die Erkenntnis bezeichnet werden, 

dass Testosteron zwar bekanntermassen schlecht wasserlöslich ist, dies aber aufgrund der hohen 

Wirksamkeit der Substanz (d.h. kleine Mengen der Substanz sind ausreichend um eine pharmakologische 

Wirkung zu erzielen) selbst bei einer nasalen Verabreichung kein Hindernis ist. Zudem umgeht die nasale 

Applikation während er Resorptionsphase die Leber, was zu höheren systemischen (d.h. im Blut 

gemessenen) Konzentrationen führt. Dieser Ansatz ist für Testosteron nicht neu, auch bei der etablierten 

dermalen (Haut) Applikation (Pflaster, Gel), wird die Leber umgangen. 

2003 wurde eine verbesserte Formulierung (T.__ Gel) zum Patent angemeldet. Das Patent wurde 2006 

erteilt. 

Gemäss Beilagen 1 und 2 zur Klageantwort konnte 2003 in einer klinischen proof-of-concept Studie gezeigt 

werden, dass mit T.__ Spray vermutlich eine Normalisierung der Testosteron-Exposition in Patienten 

erreicht werden kann, dies jedoch bei einer vermutlich schlechten Patienten-Kompliance (Zitat aus Beilage 

1 zur Klageantwort: up to 6 nasal applications would be necessary...which would not be acceptable). T.__ 

Spray wurde deshalb durch die verbesserte Formulierung (T.__ Gel) in folgenden Studien ersetzt. 2013 kam 

es zu Phase III klinischen Studien. Diese Investitionen von Firmen in die klinische Entwicklung zeigen, dass 

die Chancen für eine behördliche Zulassung und Markteinführung eines neuen Produktes positiv beurteilt 

wurden. 

2  Analyse der Situation 

Für die Beantwortung der Expertenfrage haben die Gutachter verschiedene Aspekte des Falles wie folgt 

diskutiert: 

1) T.__ Spray und T.__ Gel sind zwei potentielle Medikamente, die sich nur durch die verwendete 

Formulierung, aber nicht durch den Wirkstoff, unterscheiden. Das vorliegende Patent schützt eine nasale 

17 │ 34 

 

Formulierung, also das Gel. Der Wirkstoff (Testosteron) und seine nasale Applikation als 

Substitutionstherapie sind seit langem bekannt (siehe Int J Androl. 1980 Aug;3(4):429–35). Ebenso die 

Tatsache, dass die Lipophilie der verwendeten Hilfsstoffe für die Absorption von Testosteron eine Rolle 

spielt. 

2) Es ist typisch für Formulierungs-Patente, dass sie einen schlechten Schutz bieten. Sie können mit 

minimalem Aufwand (z.B. durch einen Austausch von Hilfsstoffen) leicht umgangen werden. Im 

vorliegenden Fall dürfte es allen Beteiligten bereits bei der Entwicklung von T.__ Spray klar gewesen sein, 

dass die Formulierung von T.__ Spray verbessert werden kann und muss. Dies zeigt die Tatsache, dass 

schon vor Abschluss eines Vertrages 2004 ein entsprechender Patentantrag in Europa eingereicht wurde. 

T.__ Gel ist also eine Weiterentwicklung und Optimierung von T.__ Spray. Die Entwicklung eines neuen 

Medikaments wie T.__ ist ein langwieriger und kostenintensiver Prozess. Man geht bei neuen 

Medikamenten von durchschnittlichen Entwicklungszeiten von 10 bis 12 Jahren aus. Dies trifft auch hier zu: 

Zwischen der Voranmeldung zum Patent von T.__ Gel bis zu ersten 'milestone-payments' vergingen 10 

Jahre. T.__ Gel ist das Produkt eines langen Prozesses und nicht das Produkt eines einmaligen Ereignisses. 

Eine isoliert verlaufene Entwicklung von T.__ Gel ist deshalb nicht möglich. Die vorliegenden Dokumente 

(Beilagen 1 zur Klageantwort) zeigen auch, dass T.__ Spray für ein 'proof-of-concept' und als 

Referenzformulierung für T.__ Gel verwendet wurde. 

Die Gutachter sind der Ansicht, dass die Entwicklung von T.__ Gel eine Weiterentwicklung von T.__ Spray 

ist. Die Frage, ob die Entwicklung parallel oder konsekutiv erfolgt ist lässt sich nicht beantworten und ist in 

diesem Zusammenhang nicht erheblich. Folglich sind T.__ Spray und T.__ Gel 'nicht identisch'. 

3) Aus pharmakologischer Sicht gelten Wirkstoffe als identisch, wenn sie auf gleiche Art und Weise mit 

Zielstrukturen im Körper interagieren. Beide Formulierungen können bei richtiger Anwendung (also 

Dosierung und Dosierungsfrequenz) die identischen pharmakologischen Effekte hervorrufen. Hier geht es 

aber nicht um den Wirkstoff Testosteron, sondern um biopharmazeutische Fragestellungen. Die 

unterschiedlichen Formulierungen und Dosierungen können die Pharmakokinetik und somit die Wirkung 

des Testosterons beeinflussen. Deshalb sind die Produkte, auch wenn sie den gleichen Wirkstoff enthalten, 

'nicht identisch'. 

3  Beantwortung der Expertenfrage 

Sowohl mit T.__ Spray als auch mit T.__ Gel kann die Substanz Testosteron für die Behandlung von 

männlichem Hypogonadismus nasal verabreicht werden. Beide Produkte erfüllen den selben Zweck. Die 

beiden Produkte unterscheiden sich nur durch unterschiedliche Arzneiformen (Spray versus Gel). Beide 

Produkte haben in klinischen Studien zu normalisierten Testosteronspiegeln geführt. Die Forschung an 

beiden Produkten war ein eng verknüpfter und über viele Jahre andauernder Optimierungs-Prozess. 

Dennoch ist die Entwicklung einer neuen Formulierung ein innovativer Schritt und kann zu starken 

Unterschieden in der Pharmakokinetik und folglich der Wirkung eines Medikaments führen. Die 

Expertenfrage des Gerichts muss deshalb mit 'beide Produkte sind nicht identisch' beantwortet 

werden. 

Diese Beantwortung der Frage ist im Einklang mit der Praxis der Einstufung von Generika. Nach Ablauf 

eines Anwendungs- und Stoffpatents darf ein Nachahmerprodukt entwickelt werden. Generika enthalten 

den gleichen Wirkstoff wie das Original. Sie zeichnen sich jedoch durch neue Formulierungen aus um 

18 │ 34 

 

bestehende Verfahrenspatente zu umgehen. Generika müssen mit dem Original bioequivalent sein (die 

Blutspiegel nach Applikation von Generikum und Original unterscheiden sich nicht relevant), sind aber 

wegen unterschiedlichen Formulierungen mit dem Original nicht identisch. Generika können also nur 

entwickelt und patentrechtlich geschützt werden weil Unterschiede in der Formulierung als 'nicht identisch' 

gelten. 

4  Unterschriften 

Die beiden Experten haben das vorliegende Gutachten gemeinsam nach bestem Wissen und Gewissen 

erstellt. Sie beurteilen die vorliegend[e] Situation gleich und erstellen deshalb ein gemeinsames Gutachten. 

Sie bestätigen, dass sie unabhängig handeln und dass keine Interessenskonflikte bestehen.» 

 

3.4 

3.4.1 

Streifbefangen ist die Frage, ob T.__ Spray und U.__/V.__ Gel identisch in demjenigen Sinn 

sind, sodass beide unter den Begriff des «Produkteprojekts ‹T.__›» gemäss Vereinbarung vom 

5. April 2004 fallen. Der Kläger bejaht, die Beklagten und die Vorinstanz verneinen dies.  

 

3.4.2 

Identisch ist, was dieselbe Identität aufweist, d.h. «innerlich übereinstimmend, wesensgleich» 

ist (Duden, Universalwörterbuch, 8. A. 2015, S. 906 Lemma «identisch» lit. c). Auch aus 

ontologischer Sicht betrifft die Identität eines Dings das Wesen bzw. die Wesenheit eines 

Seienden. Wenn die Frage folglich lautet, ob T.__ Spray und U.__/V.__ Gel identisch sind, 

heisst dies, ob ihr Wesen dasselbe bzw. ihre Wesenheit dieselbe ist. Bejaht man dies, liegt 

Identität vor, verneint man es, liegt keine Identität vor.  

Mit Vereinbarung vom 5. April 2004 regelten die Parteien die Verwertung des 

«Produkteprojekts ‹S.__›» (Ziff. 1) und des «Produkteprojekts ‹T.__›» (Ziff. 2). Das 

«Produkteprojekt ‹T.__›» wurde nicht genauer beschrieben. Insbesondere fehlen 

Ausführungen über die konkreten Arzneiformen (Spray versus Gel). Dies stellte das 

Obergericht bereits in seinem Urteil ZA 14 17 vom 24. November 2015 fest (dortige E. 5.3) 

und ist zwischen den Parteien im Wesentlichen unbestritten.  

Bei einem «Produkteprojekt», wie «T.__» in der Vereinbarung vom 5. April 2004 qualifiziert ist, 

handelt es sich um ein Projekt, das ein Produkt zum Gegenstand hat. Auf die Unterscheidung 

zwischen Produkt einerseits und Projekt andererseits legte das Obergericht bereits in seinem 

Urteil ZA 14 17 vom 24. November 2015 Wert (dortige E. 5.3). Unter dem Begriff «Projekt» 

versteht man landläufig eine «[groß angelegte] geplante od. bereits begonnene 

19 │ 34 

 

Unternehmung» bzw. ein «[groß angelegtes] Vorhaben» (Duden, Universalwörterbuch, a.a.O., 

S. 1389 Lemma «Projekt»). Synonym zum Begriff «Projekt» sind die Wörter «Plan, Vorhaben» 

(Duden, Bedeutungswörterbuch, 4. A. 2010, S. 729 Lemma «Projekt»), die ebenfalls 

vornehmlich den Weg zum Ziel im Blick haben, wobei bisweilen das Ziel selbst vorerst vage 

bleibt. Ein «Projekt» ist somit nichts Statisches bzw. Unbewegliches, sondern etwas 

Dynamisches und weist eine zukunftsgerichtete Bewegung auf. Dies ergibt sich bereits aus 

der Etymologie des Wortes «Projekt» (vgl. Kluge, Etymologisches Wörterbuch, 25. A. 2011, 

S. 725 Lemmata «Projekt»). 

Ein Projekt bezieht sich damit auf etwas Werdendes, d.h. auf ein Seiendes, das von der 

blossen Möglichkeit eines Seins in die Wirklichkeit seines Seins überführt wird, wodurch eine 

Potenz aktualisiert (zum Akt) wird. Bezüglich der Identität ist somit auch die Zeitdimension zu 

berücksichtigen, womit eine Identität verstanden werden kann, entweder in einem synchronen 

Sinn (zeitgleich, gleichzeitig; vgl. Duden, Universalwörterbuch, a.a.O., S. 1731 Lemma 

«synchron») oder in einem diachronen Sinn (durch die Zeit hindurch werdend und vergehend). 

Dadurch hat die diachrone Betrachtung eine «geschichtlich[e] Entwicklung» im Blick (ebd., 

S. 417 Lemma «diachron»). Eine Entwicklung, wie sie bei der diachronen Identität vorliegt, ist 

dynamisch, während die synchrone Identität Statisches, Unbewegliches, vergleicht.  

Wesensnotwendig für ein Projekt ist das dynamische Werden, d.h. die Überführung einer Idee 

von der blossen Möglichkeit in die Wirklichkeit des Seins. Das Gutachten führt aus, dass das 

U.__/V.__ Gel das Produkt eines langen Prozesses und nicht das Produkt eines einmaligen 

Ereignisses ist (dortige Ziff. 2.2). Damit ist ein dynamisches Werden angesprochen, nicht aber 

etwas Statisches bzw. Unbewegliches. Folglich ist für die Frage, ob T.__ Spray und U.__/V.__ 

Gel identisch sind, nicht auf die statisch-synchrone, sondern auf die dynamisch-diachrone 

Identität abzustellen. Dies hielt das Obergericht im Urteil ZA 14 17 vom 24. November 2015 

fest, wenn auch implizit (vgl. dortige E. 5.3 i.f.). Daran ändert die von der Vorinstanz etwas 

unbeholfen vorgenommene Formulierung der Expertenfrage nichts.   

20 │ 34 

 

3.4.3 

3.4.3.1 

Die Expertenfrage lautete: «Handelt es sich beim Produkt ‹T.__› in Sprayform und dem 

Produkt ‹U.__› bzw. ‹V.__› in Gelform um identische Produkte?»  

 

3.4.3.2 

Das Gutachten verneint dies und kommt zum Schluss, dass beide Produkte «nicht identisch» 

sind. Insbesondere sind sie weder aus Sicht der Galenik (d.i. die Lehre von der Zubereitung 

und Herstellung von Arzneimitteln) und der Patentierbarkeit (Ziff. 2.1 S. 3) noch aufgrund ihrer 

unterschiedlichen Formulierungen und Dosierungen identisch (Ziff. 2.3 S. 3).  

Bei der Feststellung, dass sich T.__ Spray und U.__/V.__ Gel in der Zubereitung, in der 

Formulierung und in der Dosierung unterscheiden, werden beide Produkte (nicht: 

Produktprojekte) einander gegenübergestellt. Indem das Gutachten in diesem Punkt beide 

Produkte gegenüberstellt, ohne für diesen Punkt den Entwicklungsprozess, d.h. die 

Zeitdimension, zu berücksichtigen, nimmt es einen statischen, d.h. zeitlich unbeweglichen 

Blickwinkel ein. Damit betrifft der Schluss des Gutachtens, dass T.__ Spray und U.__/V.__ Gel 

«nicht identisch» sind, vorerst nur die synchrone Identität. Indem sich die Vereinbarung vom 

5. April 2004 auf ein dynamisches Produkteprojekt, nicht aber auf ein statisches Produkt 

bezieht, ist jedoch nicht die synchrone Identität massgebend, sondern die diachrone Identität.  

 

3.4.3.3 

Das Gutachten beleuchtet jedoch nicht nur die statischen, sondern auch die hinsichtlich des 

Entwicklungsprozesses dynamischen Aspekte des «Produkteprojekts ‹T.__›». So ist es 

gemäss Gutachten typisch für Formulierungs-Patente, dass sie einen schlechten Schutz 

bieten, weil sie schon mit minimalem Aufwand leicht umgangen werden können (z.B. durch 

einen Austausch von Hilfsstoffen). Im vorliegenden Fall dürfte es, so das Gutachten, allen 

Beteiligten bereits bei der Entwicklung von T.__ Spray klar gewesen sein, dass die 

Formulierung von T.__ Spray verbessert werden kann und muss. Damit stellt U.__/V.__ Gel 

eine Weiterentwicklung und Optimierung von T.__ Spray dar, als Produkt eines langen 

Prozesses. Eine isoliert verlaufene Entwicklung von U.__/V.__ Gel ist deshalb, so das 

Gutachten, nicht möglich. Dabei ist es unerheblich, ob diese Entwicklung parallel oder 

konsekutiv erfolgt ist (dortige Ziff. 2.2 S. 3). Weiter unterscheiden sich die beiden Produkte 

gemäss Gutachten «nur [sic!] durch unterschiedliche Arzneiformen (Spray versus Gel)»; beide 

aber haben in klinischen Studien zu normalisierten Testosteronspiegeln geführt. Die 

21 │ 34 

 

Forschung an beiden Produkten war ein eng verknüpfter und über viele Jahre andauernder 

Optimierungs-Prozess (Ziff. 3 S. 3).  

Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass T.__ Spray und U.__/V.__ Gel sich nicht 

voneinander trennen lassen, und das U.__/V.__ Gel nicht ohne T.__ Spray denkbar ist. 

Gemäss Gutachten war es den Parteien damals, während der Entwicklung, klar, dass die 

Formulierungen verbesserungsbedürftig waren. Da es sich, gemäss Vereinbarung vom 5. April 

2004, bei T.__ um ein «Produkteprojekt» handelt(e) und nicht um ein (einzelnes) Produkt, 

umschliesst das «Produkteprojekt ‹T.__›» beide Arzneiformen, d.h. sowohl das Spray als auch 

das Gel. Es liegt somit eine diachrone Identität vor. T.__ Spray und T.__/U.__/V.__ Gel sind 

identisch.  

 

3.4.3.4 

3.4.3.4.1 

Die soeben festgestellte Identität zwischen T.__ Spray und T.__/U.__/V.__ Gel bzw. der 

Umstand, dass der Begriff «Produkteprojekt ‹T.__›» auch T.__/U.__/V.__ Gel miteinschliesst, 

bestätigt sich anhand weiterer Überlegungen:  

 

3.4.3.4.2 

Gemäss Gutachten (Ziff. 3 S. 4) entspricht die Beantwortung der Expertenfrage mit «nicht 

identisch» – die sich nur auf die vorliegend nicht massgebende synchrone Identität bezieht – 

mit der Praxis der Einstufung von Generika, die nach Ablauf eines Anwendungs- und 

Stoffpatents als Nachahmerprodukt entwickelt werden. Generika enthalten, so das Gutachten, 

den gleichen Wirkstoff wie das Original, zeichnen sich jedoch durch neue Formulierungen aus, 

um bestehende Verfahrenspatente zu umgehen. Generika müssen mit dem Original 

bioäquivalent sein (die Blutspiegel nach Applikation von Generikum und Original 

unterscheiden sich nicht relevant), sie sind aber wegen unterschiedlichen Formulierungen mit 

dem Original «nicht identisch». Generika können folglich nur entwickelt und patentrechtlich 

geschützt werden, weil die Unterschiede in der Formulierung als «nicht identisch» gelten. 

Zudem können, gemäss Gutachten (Ziff. 2.2 S. 3), Formulierungs-Patente mit minimalem 

Aufwand (z.B. durch einen Austausch von Hilfsstoffen) leicht umgangen werden.  

Diese pharmakologische bzw. pharmazeutische Feinheit war dem Obergericht anlässlich der 

Urteilsberatung am 24. November 2015 in Sachen ZA 14 17 nicht bekannt. Nach wohl 

landläufig vorherrschender Ansicht erscheinen einem Nichtpharmazeuten Generika als 

identisch mit dem Original, widrigenfalls er dieses nicht kaufte, auch wenn dies aus fachlich-

22 │ 34 

 

naturwissenschaftlicher Sicht nicht zutrifft. Insbesondere war dem Obergericht damals nicht 

bekannt, dass aus pharmazeutischer Sicht bereits eine Nicht-Identität vorliegt, wenn mit 

minimalem Aufwand lediglich Hilfsstoffe ausgetauscht werden. T.__ Spray und T.__/ 

U.__/V.__ Gel sind, nach dem damaligen Verständnis, auch im Sinne der Erwägungen des 

Urteils ZA 14 17 vom 24. November 2015 identisch.  

An der Identität zwischen T.__ Spray und T.__/U.__/V.__ Gel ändert im Übrigen nichts, dass 

T.__ Gel im Verlaufe der Zeit in U.__ bzw. V.__ umbenannt wurde.  

 

3.4.3.4.3 

Ebenfalls aufschlussreich ist der Zeitablauf. Am 30. April 1993 wurde das «Arzneimittel zur 

Erhöhung des Testosteronspiegels» namens T.__ erstmals zum Patent angemeldet (vi-GG 7). 

Als Erfinder wurden die Beklagte, damals wohnhaft in Starnberg D, und ein Rüdiger Häcker, 

Greiz A, aufgeführt (dortige S. 1 Ziff. 72). Am 16. Juni 2003 wurde, gemäss den eigenen 

Ausführungen der Beklagten, die wässrige Formulierung von T.__ eingestellt (T.__ Spray; 

Berufungsantwort, Ziff. 36 S. 9; vgl. bereits vi-Klageantwort Ziff. 16 S. 7, daneben vi-GG 2: 

«Study stopped: 16 June 2003»). Am 11. November 2003 wurde T.__/U.__/V.__ Gel als 

«Nasenformulierung mit kontrollierter Freisetzung von Sexualhormonen» zum Patent 

angemeldet (vi-GG 5). Am 5. April 2004 schlossen die Parteien die streitbefangene 

Vereinbarung (vi-KB 3; vgl. oben, Sachverhalt lit. A) und am 4. Oktober 2004 die 

Zusatzvereinbarung (vi-KB 4; Sachverhalt lit. A).  

Es erscheint nicht plausibel, sondern abwegig, dass die Parteien eine zukunftsgerichtete 

Vereinbarung und hierzu eine Zusatzvereinbarung über eine Formulierung schlossen, die zu 

diesem Zeitpunkt bereits eingestellt war. Damit betrafen die Vereinbarungen kaum 

ausschliesslich T.__ Spray. Zwar führen die Beklagten aus, dass erst nach Abschluss der 

beiden Vereinbarungen klar geworden sei, dass T.__ Spray bereits am 16. Juni 2003 

eingestellt wurde (Berufungsantwort, Ziff. 36 S. 9), jedoch erscheint dies ebenfalls wenig 

plausibel. Das CMAX Protocol No. CM5403 (vi-GG 2) betreffend T.__ Spray wurde im Mai 

2004 ausgefertigt («Date of Report: May 2004»), die Zusatzvereinbarung jedoch erst am 

4. Oktober 2004 (vi-KB 4), ohne dass hier Änderungen bezüglich des Begriffes 

«Produkteprojekt ‹T.__›» aufgeführt worden wären. Die Study CM5603, Interim 

Pharmacokinetic and Statistical Notes (vi-GG 3), datiert bereits auf den 21. Juni 2003 und ist 

dadurch fast ein Jahr älter als die Vereinbarung vom 5. April 2004 (vi-KB 3). Der beklagtische 

Standpunkt erscheint dadurch widersprüchlich und konstruiert.  

23 │ 34 

 

Indem T.__/U.__/V.__ Gel bereits 2003 zum Patent angemeldet und erst 2004 die 

streitbefangenen Vereinbarungen geschlossen wurden, müssen sich die Vereinbarungen 

folglich (auch) auf T.__/U.__/V.__ Gel beziehen. Aus diesem Grund leuchtet es ein, dass die 

Vereinbarungen T.__ als «Produkteprojekt» und nicht als «Produkt» bezeichneten, und die 

Parteien «die Rechte und Patente» – wohlgemerkt im Plural, nicht im Singular – «am 

Produkteprojekt ‹T.__›» regelten.  

 

3.4.3.4.4 

Mit Schreiben vom 15. Februar 2008 (vi-KB 8) antwortete der beklagtische Rechtsbeistand auf 

das Schreiben des klägerischen Rechtsbeistands vom 28. Januar 2008 (vi-KB 7), jedoch unter 

dem Vorbehalt, «dass die Ausführungen in diesem Schreiben unpräjudiziell erfolgen»: «Es ist 

Herrn B.A.__ und Frau Dr. C.A.__ klar, dass ihr Klient Anspruch auf 6% des Produktes T.__ 

erhält, soweit dieser netto an B.A.__ und Dr. C.A.__ fliesst, d.h. nach Abzug der Steuern. 

Aufgrund der genannten, bereits entstandenen Entwicklungskosten werden meinen Klienten 

derartige Nettoverwertungserlöse erst ab ca. 2011 zufliessen.»  

Mit Schreiben vom 14. Oktober 2011 (vi-KB 13) antwortete der beklagtische Rechtsbeistand 

auf die Schreiben des klägerischen Rechtsbeistands vom 6. September und 12. Oktober 2011 

(vi-KB 11 f.) zunächst mit einer «Richtigstellung: Ihrem Mandanten stehen nicht 6% des Netto-

Erlöses aus der Verwertung des Produktes T.__ zu, sondern nur 6% von der Summe, die 

Herrn und Frau Dr. Mattern netto aus der Verwertung des Produktes T.__ zufließen.» Mit einer 

Vermarktung sei erst um den Jahreswechsel 2014/2015 zu rechnen. Das Schreiben vom 

14. Oktober 2011 stand nicht unter dem Vorbehalt, unpräjudiziell erfolgt zu sein.  

Mit Schreiben vom 10. Februar 2012 (vi-KB 15) antwortete der beklagtische Rechtsbeistand 

auf das Schreiben des klägerischen Rechtsbeistands vom 10. Januar 2012 (vi-KB 14), dass 

dieser richtig feststelle, «dass sich Herr A.__ jederzeit über den Stand des Regis-

trierungsprozesses betreffend ‹T.__› sowie der Verkaufsaktivitäten betreffend ‹S.__› 

informieren» könne. Das Produkt T.__ sei noch in keinem Land auf dem Markt, womit noch 

keine Nettoerträge aus Lizenzvereinbarungen vorhanden seien. Es zeige sich leider, dass die 

Verwertung der Produkte einiges länger gehe, als man bisher angenommen habe. Derzeit 

stehe das Zulassungsverfahren in der entscheidenden und auch schwierigsten Phase 3. Auf 

der Website des Lizenznehmers werde laufend über den Stand der Zulassung informiert. 

«Dabei entspricht [sic!] das in der Website genannte Produkt ‹U.__› dem Produkt ‹T.__›.» Die 

Beklagten seien «weiter bereit, Ihnen [d.i. der klägerische Rechtsbeistand] und Herrn A.__ den 

24 │ 34 

 

Stand der Lizenzvereinbarungen sowie der finanzielle[n] Situation, soweit es die erwähnten 

Produkte betrifft, offen zu legen».  

Mit per Mail versandter Vorab-Stellungnahme zum Schlichtungsgesuch vom 30. Mai 2012 (vi-

KB 17) hielt der beklagtische Rechtsbeistand unvermittelt fest, dass die Produktentwicklung 

T.__, wie sie im Jahr 2004 bestanden habe, eingestellt worden sei. T.__ sei ein 

Testosteronprodukt für die Anwendung beim Mann gewesen, welches nasal als 

wasserlösliches Spray verabreicht werden sollte. Die Beklagten hätten deswegen eine neue 

Produktlinie entwickelt. Das ursprüngliche Produkt mit dem Namen T.__ sei in der Entwicklung 

eingestellt worden und eine Verwertung nie erfolgt. In den nachfolgenden Rechtsschriften 

hielten die Beklagten jeweils am Standpunkt fest, dass die Vereinbarung und die 

Zusatzvereinbarung nur T.__ Spray beträfen.  

Während die Beklagten somit zwischen 2008 und 2011 keinerlei Zweifel daran liessen, dass 

dem Kläger eine Beteiligung und daraus erwachsend ein Auskunftsrecht zukommt, und sie 

noch am 10. Februar 2012 schrieben, dass «das in der Website genannte Produkt ‹U.__› dem 

Produkt ‹T.__›» «entspricht» (sic!), vertreten sie seit Mai 2012 den Standpunkt, dass dem nicht 

so sei und auch nie so gewesen sei. Damit erscheint das beklagtische Verhalten erratisch bis 

widersprüchlich. Wenn tatsächlich T.__ Spray und T.__/U.__/V.__ Gel nicht dasselbe 

«Produkteprojekt ‹T.__›» wären, fragt sich, warum die Beklagten nicht bereits 2008 darauf 

hingewiesen hatten, sondern die Identität noch im Februar 2012 ausdrücklich bestätigten. 

Dadurch erscheint der Standpunkt, den die Beklagten seit Mai 2012 unvermittelt vertreten, 

eine blosse Schutzbehauptung zu sein mit dem Ziel, den klägerischen Auskunftsanspruch zu 

vereiteln.  

 

3.5 

Ziff. 4 der Vereinbarung vom 5. April 2004 (vi-KB 3) lautet:  

 «B.A.__ und Dr. C.A.__ verpflichten sich, A.__ auf dessen Wunsch hin jederzeit über den Stand des 

Registrierungsverfahrens betreffend ‹T.__› sowie der Verkaufsaktivitäten betreffend ‹S.__› in geeigneter 

Form zu informieren und ihm nach der erfolgreichen Kommerzialisierung dieser Produkteprojekte über die 

damit erzielten Nettoverkaufserlöse periodisch und in geeigneter Form Rechenschaft abzulegen. 

Bei der Beurteilung eines Vertrages sowohl nach Form als nach Inhalt ist der 

übereinstimmende wirkliche Wille und nicht die unrichtige Bezeichnung oder Ausdrucksweise 

zu beachten, die von den Parteien aus Irrtum oder in der Absicht gebraucht wird, die wahre 

Beschaffenheit des Vertrages zu verbergen (Art. 18 Abs. 1 OR [SR 220]).  

25 │ 34 

 

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Parteien beim Abschluss der 

Vereinbarung vom 5. April 2004 (vi-KB 3) und der Zusatzvereinbarung vom 4. Oktober 2004 

(vi-KB 4) unter dem Begriff «Produkteprojekt ‹T.__›» sämtliche T.__Formulierungen meinten, 

d.h. nicht nur das zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellte, wässrige T.__ Spray, sondern auch 

das ölige T.__/U.__/V.__ Gel. Diesen Standpunkt vertraten die Beklagten ebenfalls, zumindest 

bis zu ihrem Schreiben vom 10. Februar 2012, bevor sie ihren Standpunkt unvermittelt und 

ohne einleuchtenden Grund mit ihrer Vorab-Stellungnahme zum Schlichtungsgesuch vom 

30. Mai 2012 änderten.  

 

3.6 

Demzufolge kommt dem Kläger auch hinsichtlich T.__/U.__/V.__ Gel ein Auskunftsanspruch 

zu. Die Berufung ist begründet und das angefochtene Urteil ZE 16 73 des Kantonsgerichts 

Nidwalden, Zivilabteilung/Einzelgericht, vom 8. März 2019 ist aufzuheben.  

 

3.7 

3.7.1 

Die aus dem rechtlichen Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV [SR 101]; Art. 53 Abs. 1 ZPO) ableitbare 

Pflicht, Urteile zu begründen, schliesst nicht aus, dass die zweite Instanz, soweit sie mit der 

Begründung einiggeht, auf die Begründung der ersten Instanz verweist. Denn in diesem Fall 

wissen die Betroffenen, aus welchen Gründen die zweite Instanz ihrem Antrag nicht gefolgt ist 

– sie können die Gründe im erstinstanzlichen Urteil nachlesen (BGer 5A_369/2016 vom 

27. Januar 2017 E. 3.1; 4A_434/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 1.2; je mit Hinweisen).  

Das Obergericht schliesst sich im Wesentlichen den Ausführungen in E. 3–10 S. 23–37 des 

den Parteien bekannten Urteils ZE 12 159 des Kantonsgerichts Nidwalden, 

Zivilabteilung/Einzelgericht, vom 6. Mai 2014 an (zu diesem oben, Sachverhalt lit. C). Es kann 

auf diese verwiesen werden.  

 

3.7.2 

Der Kläger beantragt eine «Präzisierung» seiner Rechtsbegehren, wonach sich sein 

Auskunftsrecht nicht mehr nur bis 31. März 2012 bzw. 31. März 2014 erstrecken soll, sondern 

bis 31. März 2019. Er begründet dies zusammengefasst damit, dass sein 

Informationsanspruch an die aktuellen Verhältnisse angepasst werden müsse, weil es seit der 

Klageeinreichung 2012 weitere Entwicklungen und weitere Zahlungsflüsse gegeben habe. Die 

Beklagten bringen zusammengefasst vor, es gebe hierfür keine Grundlage.  

26 │ 34 

 

Eine Klageänderung ist im Berufungsverfahren nur noch zulässig, wenn kumulativ die 

Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind und sie auf neuen Tatsachen oder 

Beweismitteln beruht (Art. 317 Abs. 2 ZPO). Gemäss Art. 227 Abs. 1 ZPO ist eine 

Klageänderung zulässig, wenn der geänderte oder neue Anspruch nach der gleichen 

Verfahrensart zu beurteilen ist und entweder mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen 

Zusammenhang steht (lit. a) oder die Gegenpartei zustimmt (lit. b).  

Die Erstreckung des Zeitraums auf den 31. März 2019 ist nach der gleichen Verfahrensart zu 

beurteilen und steht mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang, indem 

dasselbe Auskunftsrecht beurteilt werden soll, jedoch bezüglich eines längeren Zeitraums. 

Mithin sind die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 227 Abs. 1 

ZPO erfüllt.  

Aus den Akten ergibt sich, dass sich seit Klageeinreichung am 31. August 2012 zahlreiche 

neue Tatsachen und neue Beweismittel – jeweils im Sinne echter Noven – ergaben, womit die 

Voraussetzung gemäss Art. 317 Abs. 2 lit. b ZPO ebenfalls erfüllt ist. Es wäre überspritzt 

formalistisch, führte zu unnötigen Kosten und Leerlauf und widerspräche der 

Prozessökonomie, würde der Zeitraum des Auskunftsbegehrens nicht, wie beantragt, auf den 

31. März 2019 erstreckt, denn diesfalls müsste ein abermaliges, zeitraubendes Verfahren 

geführt werden, damit der Kläger auch für den Zeitraum zwischen 2012 bzw. 2014 und 2019 

den ihm zustehenden Informationsanspruch ausüben kann. Dies widerspräche zudem Ziff. 4 

der Vereinbarung vom 5. April 2004 (vi-KB 3), die keine Befristung kennt. Vielmehr 

verpflichteten sich die Beklagten, den Kläger «auf dessen Wunsch hin jederzeit über den 

Stand des Registrierungsverfahrens betreffend ‹T.__› sowie der Verkaufsaktivitäten betreffend 

‹S.__› in geeigneter Form zu informieren und ihm nach der erfolgreichen Kommerzialisierung 

dieser Produkteprojekte über die damit erzielten Nettoverkaufserlöse periodisch und in 

geeigneter Form Rechenschaft abzulegen.»  

Der klägerische Rechtsanspruch auf Auskunft ist folglich gestützt auf Art. 317 Abs. 2 ZPO auf 

den beantragten Stichtag 31. März 2019 zu erstrecken.  

 

3.7.3 

Demnach sind die Beklagten unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

(SR 311.0) anzuweisen: 

− Dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt «T.__» 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

27 │ 34 

 

Verwertung/ 

Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder von den 

Beklagten 1 und /oder 2 beherrschten oder nahestehenden Gesellschaften, Stiftungen 

oder anderen Rechtsformen herauszugeben und die damit zusammenhängenden 

Auskünfte zu erteilen; unter Nachklagevorbehalt; 

− dem Kläger sämtliche Informationen über alle bisherigen Zahlungsflüsse (d.h. 

insbesondere die Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen oder Ähnliches) im 

Zusammenhang mit der Verwertung/Kommerzialisierung des Produkteprojektes bzw. 

Produktes «T.__» insbesondere an den Beklagten 1 und/oder die Beklagte 2 oder an von 

den Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder nahestehenden Gesellschaften, Stiftungen 

oder anderen Rechtsformen herauszugeben; unter Nachlagevorbehalt; 

− dem Kläger den Stand des Nettoerlöses per 31. März 2019 betreffend das Produkteprojekt 

bzw. Produkt «T.__» mit detaillierter Abrechnung samt Belegen herauszugeben und damit 

zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter Nachklagevorbehalt. 

Art. 292 StGB (Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen) lautet: «Wer der von einer 

zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung 

dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.» 

 

4. 

Zusammengefasst ergibt sich, dass die Berufung begründet und das angefochtene Urteil 

ZE 16 73 des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilabteilung/Einzelgericht, vom 8. März 2019 

vollumfänglich aufzuheben ist. Dem Kläger steht das eingeklagte Auskunftsrecht zu. 

 

5. 

5.1 

Die Prozesskosten bestehen aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 91 

Abs. 1 ZPO) und werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1, erster Satz 

ZPO). Die Beklagten beantragten ein Nichteintreten, eventualiter eine vollumfängliche 

Abweisung der Berufung. Damit sind sie nicht nur hinsichtlich T.__ (oben, E. 3) als 

unterliegend anzusehen, sondern auch hinsichtlich S.__ (E. 2). Demnach unterliegen sie 

vollumfänglich und werden im nämlichen Umfang kostenpflichtig.   

28 │ 34 

 

5.2 

5.2.1 

Die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens betragen Fr. 5‘700.– (inkl. Kosten für das 

Gutachten), was angemessen erscheint und in der Höhe bestätigt wird.  

Die Vorinstanz auferlegte die Kosten vollumfänglich dem Kläger, verrechnete diesen Betrag 

mit dem klägerischen Kostenvorschuss von Fr. 3‘000.– und dem vom Beklagten 1 

einbezahlten Beweiskostenvorschuss von Fr. 5‘000.–. Sie wies die Gerichtskasse an, den 

Beklagten die Vorschussrestanz von Fr. 2300.– zu erstatten, und verpflichtete den Kläger, den 

Beklagten Fr. 2‘700.– intern und direkt zu bezahlen.  

Infolge Gutheissung der Berufung ist die Verteilung der Gerichtskosten des vorinstanzlichen 

Verfahrens wie folgt anzupassen: Die Kosten von Fr. 5‘700.– (inkl. Kosten für das Gutachten) 

werden den Beklagten auferlegt, mit deren Beweiskostenvorschuss von Fr. 5‘000.– verrechnet 

und der Fehlbetrag von Fr. 700.– dem klägerischen Kostenvorschuss von Fr. 3‘000.– 

entnommen. Die Gerichtskasse hat nach Eintritt der Rechtskraft den Restbetrag von 

Fr. 2‘300.– dem Kläger zurückzuerstatten, und die Beklagten werden verpflichtet, dem Kläger 

intern und direkt Fr. 700.– zu bezahlen.  

 

5.2.2 

Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens richten sich nach dem im Verfahren vor dem 

Kantonsgericht massgebenden Tarif; sie werden um einen Drittel reduziert, betragen jedoch 

mindestens Fr. 500.– (Art. 8 Abs. 1 Ziff. 2 PKoG [NG 261.2]). Vor Kantonsgericht betrugen die 

Gerichtskosten bei einem Streitwert zwischen Fr. 10ʻ000.– und Fr. 30ʻ000.– zwischen 

Fr. 1ʻ000.– und Fr. 3ʻ200.– (Art. 7 Abs. 1 PKoG), womit der Rahmen vor Obergericht Fr. 500.– 

bis Fr. 2‘133.– beträgt. Die Gerichtskosten werden ermessensweise (Art. 2 Abs. 1 PKoG) auf 

Fr. 2ʻ000.– angesetzt und ausgangsgemäss den Beklagten auferlegt. Sie werden mit dem 

klägerischen Kostenvorschuss von Fr. 2ʻ000.– verrechnet, womit sie bezahlt sind. Die 

Beklagten werden verpflichtet, dem Kläger Fr. 2ʻ000.– intern und direkt zu erstatten.  

 

5.3 

5.3.1 

Die Anwaltskosten umfassen das Honorar (ordentliches Honorar und Zuschläge), die 

notwendigen Auslagen und die Mehrwertsteuer (Art. 31 Abs. 1 PKoG). Im Berufungsverfahren 

vor Obergericht beträgt das ordentliche Honorar 20 bis 60 % des für das Verfahren vor erster 

Instanz zulässigen Honorars, bemessen nach dem noch strittigen Betrag, mindestens jedoch 

29 │ 34 

 

Fr. 500.– (Art. 43 PKoG). Vor Kantonsgericht betrug das ordentliche Honorar bei einem 

Streitwert zwischen Fr. 10ʻ000.– und Fr. 40ʻ000.– zwischen Fr. 2ʻ000.– und Fr. 8ʻ000.– (Art. 42 

Abs. 1 PKoG), womit der Höchstbetrag für das ordentliche Honorar im Berufungsverfahren 

Fr. 4‘800.– beträgt. 

 

5.3.2 

Mit Entscheid ZA 14 17 vom 24. November 2015 erkannte das Obergericht, dass die 

Verlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Berufungsverfahren dem 

erstinstanzlichen Endentscheid vorbehalten bleibt (Dispositiv-Ziff. 3). Die Vorinstanz 

verpflichtete den Kläger, die Beklagten bzw. deren Anwälte für das Rechtsmittelverfahren ZA 

14 17 mit Fr. 5‘339.50 zu entschädigen (Honorar Fr. 4‘800.–, 3 % Kleinkostenpauschale 

Fr. 144.00 und 8 % Mehrwertsteuer Fr. 395.50; dortige Dispositiv-Ziff. 2). Indem der Kläger vor 

Vor-instanz hätte obsiegen müssen, ist er zu entschädigen.  

Das Obergericht erkannte im Entscheid ZA 14 17 (E. 11.3 S. 17 f.), dass dem Kläger für dieses 

Berufungsverfahren im Falle des Obsiegens eine Parteientschädigung von Fr. 5‘216.85 

zusteht (Honorar Fr. 4‘800.–, Auslagen Fr. 30.40, 8% MWSt Fr. 386.45). Die Beklagten 

werden somit verpflichtet, den Kläger für das Berufungsverfahren ZA 14 17 mit Fr. 5‘216.85 

zu entschädigen (inkl. Auslagen und MWSt).  

 

5.3.3 

Ausgangsgemäss haben die Beklagten den Kläger für die vorinstanzlichen Verfahren ZE 12 

159 und ZE 16 73 zu entschädigen. Der klägerische Rechtsbeistand legt eine Honorarnote 

über Fr. 15‘067.25 ins Recht (ordentliches Honorar Fr. 8‘000.–, Zuschläge Fr. 5‘600.–, 

Auslagen Fr. 390.–, 7.7% MWSt Fr. 1‘077.25).  

Das ordentliche Honorar über Fr. 8‘000.– erscheint angesichts des Umfangs des Verfahrens 

als angemessen und ist zu genehmigen (Art. 42 Abs. 1 PKoG).  

Das ordentliche Honorar wird um 10–25% erhöht, wenn mehr als zwei Verhandlungen 

erforderlich sind, insbesondere vorsorgliche Beweisaufnahme, Augenschein, 

Zeugenanhörung, Instruktionsverhandlung, Schlussvortrag (Art. 50 Abs. 1 Ziff. 1 PKoG). Der 

klägerische Rechtsbeistand macht eine Erhöhung von 25% geltend, weil eine sehr 

umfangreiche Schlichtungs-, Instruktions- und Hauptverhandlung stattgefunden habe, was 

einen Zuschlag von Fr. 2‘000.– ergebe. Indem jedoch lediglich zwei Verhandlungen 

30 │ 34 

 

stattfanden (die Schlichtungsverhandlung wird nicht dazugezählt), liegt kein Grund im Sinne 

von Art. 50 Abs. 1 Ziff. 1 PKoG vor, um das Honorar erhöhen zu können.  

Das ordentliche Honorar wird um 10–15% erhöht für zusätzliche Rechtsschriften und 

schriftliche Stellungnahmen (Art. 50 Abs. 1 Ziff. 2 PKoG). Der klägerische Rechtsbeistand 

macht eine Erhöhung von 15% geltend, weil es neben dem doppelten Rechtsschriftenwechsel 

zusätzliche Rechtsschriften bzw. Stellungnahmen, insbesondere aufgrund echter Noven des 

Klägers und mehrfacher Eingaben der Beklagten (prozessualer Antrag Beschränkung auf 

Vorfragen, Änderung ihrer Rechtsbegehren, Noveneingabe etc.) gegeben habe; im Weiteren 

habe ein Rechtsmittelverfahren stattgefunden und es seien Eingaben zum Gutachten erfolgt, 

was gesamthaft einen Zuschlag von Fr. 1‘200.– ergebe. Diesen Ausführungen ist 

zuzustimmen, womit der Zuschlag von Fr. 1‘200.– im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Ziff. 2 PKoG zu 

bewilligen ist.  

Das ordentliche Honorar wird um 10–30% erhöht, wenn in grossem Umfang fremdsprachige 

Akten zu bearbeiten sind oder wenn das Sammeln oder Zusammenstellen der Akten und 

Beweismittel oder besonders verwickelte tatsächliche oder rechtliche Verhältnisse einen 

aussergewöhnlichen Zeitaufwand erfordern (Art. 50 Abs. 1 Ziff. 4 PKoG). Der klägerische 

Rechtsbeistand macht eine Erhöhung von 30% geltend, weil beinahe sämtliche Akten auf 

Englisch verfasst seien, deren Studium sehr viel Zeit in Anspruch genommen habe; das 

Sammeln und Zusammenstellen der Akten, welche in mühsamer Arbeit nur mittels 

Internetrecherchen auffindbar gewesen seien, hätten einen aussergewöhnlichen Zeitaufwand 

erfordert, was gesamthaft einen Zuschlag von Fr. 2‘400.– ergebe. Auch diesen Ausführungen 

ist zuzustimmen, womit der Zuschlag von Fr. 2‘400.– im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Ziff. 4 PKoG 

zu bewilligen ist. 

Gesamthaft haben die Beklagten den Kläger für die vorinstanzlichen Verfahren ZE 12 159 und 

ZE 16 73 mit Fr. 12‘913.25 zu entschädigen (ordentliches Honorar Fr. 8‘000.–, Zuschläge 

Fr. 3‘600.–, Auslagen Fr. 390.–, 7.7% MWST Fr. 923.25). 

 

5.3.4 

Ausgangsgemäss haben die Beklagten den Kläger auch für das vorliegende 

Berufungsverfahren ZA 19 13 zu entschädigen. Der klägerische Rechtsbeistand legt eine 

Honorarnote über Fr. 17‘720.80 ins Recht (ordentliches Honorar Fr. 4‘800.–, Zuschläge 

Fr. 2‘160.–, Auslagen Fr. 208.80, 7.7% MWST Fr. 552.–). Die geltend gemachten Zuschläge 

gemäss Art. 50 Abs. 1 Ziff. 2 und 4 PKoG wurden bereits in der erstinstanzlichen 

Parteientschädigung berücksichtigt. Da im vorliegenden Berufungsverfahren nur ein 

31 │ 34 

 

zweifacher Schriftenwechsel erfolgte und keine zusätzlichen fremdsprachigen Aufwendungen 

nötig waren, ist von einem Zuschlag Umgang zu nehmen.  

Gesamthaft haben die Beklagten den Kläger für das vorliegende Berufungsverfahren ZA 19 13 

mit Fr. 5‘394.50 zu entschädigen (ordentliches Honorar Fr. 4‘800.–, Zuschläge Fr. 0.–, 

Auslagen Fr. 208.80, 7.7% MWST Fr. 385.70).  

32 │ 34 

 

Demnach erkennt das Obergericht: 

1. In Gutheissung der Berufung wird das Urteil ZE 16 73 des Kantonsgerichts Nidwalden, 

Zivilabteilung/Einzelgericht, vom 8. März 2019 vollumfänglich aufgehoben.  

 

2. Die Beklagten werden unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 

angewiesen: 

− Dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt «T.__» 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder der Beklagten 2 oder 

von den Beklagten 1 und /oder 2 beherrschten oder nahestehenden Gesellschaften, 

Stiftungen oder anderen Rechtsformen herauszugeben und die damit 

zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter Nachklagevorbehalt; 

− dem Kläger sämtliche Informationen über alle bisherigen Zahlungsflüsse (d.h. 

insbesondere die Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen oder Ähnliches) im 

Zusammenhang mit der Verwertung/Kommerzialisierung des Produkteprojektes bzw. 

Produktes «T.__» insbesondere an den Beklagten 1 und/oder die Beklagte 2 oder an 

von den Beklagten 1 und/oder 2 beherrschten oder nahestehenden Gesellschaften, 

Stiftungen oder anderen Rechtsformen herauszugeben; unter Nachlagevorbehalt; 

− dem Kläger den Stand des Nettoerlöses per 31. März 2019 betreffend das 

Produkteprojekt bzw. Produkt «T.__» mit detaillierter Abrechnung samt Belegen 

herauszugeben und damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; unter 

Nachklagevorbehalt. 

Art. 292 StGB (Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen) lautet: «Wer der von einer 

zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die 

Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit 

Busse  

bestraft.» 

 

33 │ 34 

 

3. Es wird festgestellt, dass Dispositiv-Ziff. 4 des Urteils ZE 12 159 des Kantonsgerichts 

Nidwalden, Zivilabteilung/Einzelgericht, vom 6. Mai 2014 in Rechtskraft erwachsen ist. 

Dispositiv-Ziff. 4 lautet:  

«Die Beklagten 1 und 2 werden unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 

StGB angewiesen, dem Kläger sämtliche mit dem Produkteprojekt bzw. Produkt ‹S.__› 

zusammenhängenden Vereinbarungen und sämtliche Unterlagen über dessen 

Verwertung/Kommerzialisierung mit dem Beklagten 1 und/oder 2 oder von den Beklagten 

1 und/oder 2 beherrschten oder nahestehenden Gesellschaften, Stiftungen oder anderen 

Rechtsformen herauszugeben und die damit zusammenhängenden Auskünfte zu erteilen; 

unter Nachklagevorbehalt.» 

 

4. Die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens ZE 16 73 über Fr. 5‘700.– 

(inkl. Kosten für das Gutachten) werden den Beklagten auferlegt, mit deren 

Beweiskostenvorschuss von Fr. 5‘000.– verrechnet und der Fehlbetrag von Fr. 700.– dem 

klägerischen Kostenvorschuss von Fr. 3‘000.– entnommen.  

Die Gerichtskasse hat nach Eintritt der Rechtskraft den Restbetrag von Fr. 2‘300.– dem 

Kläger zurückzuerstatten, und die Beklagten werden verpflichtet, dem Kläger intern und 

direkt Fr. 700.– zu bezahlen, unter solidarischer Haftbarkeit.  

 

5. Die Gerichtskosten des vorliegenden Berufungsverfahrens ZA 19 13 werden auf 

Fr. 2ʻ000.– angesetzt, ausgangsgemäss den Beklagten auferlegt, mit dem klägerischen 

Kostenvorschuss über Fr. 2ʻ000.– verrechnet und sind bezahlt.  

Die Beklagten werden verpflichtet, dem Kläger Fr. 2ʻ000.– intern und direkt zu erstatten, 

unter solidarischer Haftbarkeit. 

 

6. Die Beklagten haben den Kläger für das Berufungsverfahren ZA 14 17 mit Fr. 5‘216.85 zu 

entschädigen, unter solidarischer Haftbarkeit. 

 

7. Die Beklagten haben den Kläger für die vorinstanzlichen Verfahren ZE 12 159 und ZE 16 

73 mit Fr. 12‘913.25 zu entschädigen, unter solidarischer Haftbarkeit.  

 

8. Beklagten haben den Kläger für das vorliegende Berufungsverfahrens ZA 19 13 mit 

Fr. 5‘394.50 zu entschädigen, unter solidarischer Haftbarkeit. 

 

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9. Zustellung dieses Urteils an:  

 

 

 

Stans, 18. Februar 2020 

OBERGERICHT NIDWALDEN 

Zivilabteilung 

Die Vizepräsidentin 

 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

Dr. iur. Marius Tongendorff 

 

 

 

 

Versand: 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 in Verbindung mit Art. 90 ff. BGG [SR 173.110]) 

eingereicht werden. Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 

und die Unterschrift der Beschwerdeführerin oder ihres Vertreters zu enthalten; der angefochtene 

Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in 

den Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG.