# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b79d89e6-c33c-59eb-90bf-22772693c775
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 22.11.2022 SK 2021 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-106_2022-11-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 106+107

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. November 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleant Knecht (Präsident i.V.), 
Oberrichterin Schwendener, 
Oberrichterin Sanwald
Gerichtsschreiber Jaeger

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwältin D.________

Straf- und Zivilklägerin

und

E.________ AG

Strafklägerin

und

F.________

Zivilklägerin

2

Gegenstand Anstiftung zu Raub sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 12. Mai 2020 
(PEN 18 1070/1071/1079)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz), 
fällte am 12. Mai 2020 folgendes Urteil (pag. 1056 ff.; Hervorhebungen im Original): 

Die Gerichtspräsidentin erkennt:

A.

G.________

des Raubes, begangen am 13.03.2016 in der Cafébar P.________ .________ in L.________ (Orts-
chaft), z.N. der E.________ AG, von C.________ und von K.________ (Deliktssumme: 
CHF 5‘000.00)

und in Anwendung der

Art. 40, 42, 44, 47, 51 StGB
Art. 140 Ziff. 1 aStGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten.

Die Polizeihaft von 3 Tagen (27.03.2017-29.03.2017) wird im Umfang von 3 Tagen auf die Frei-
heitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten (1/2), sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 7‘375.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung und Kosten der unentgelt-
lichen Verbeiständung der Privatklägerschaft) von CHF 15‘105.25, insgesamt bestimmt auf 
CHF 22‘480.25 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung und Kosten der unentgeltlichen Ver-
beiständung der Privatklägerschaft auf CHF 7‘470.00).

Kosten der Untersuchung CHF 4’375.00
Kosten Auftritt der Staatsanwaltschaft an HV CHF 1’000.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 2’000.00
Total CHF 7’375.00

Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 11’027.50
Kosten der uR der Privatklägerschaft (vgl. Tabelle) CHF 3’982.75
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 95.00
Total CHF 15’105.25

Total Verfahrenskosten CHF 22’480.25

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

4

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 500.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 21‘980.25 (ohne Kosten für die amtliche Verteidi-
gung und Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft CHF 6‘970.00).

3. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von G.________ 
durch Rechtsanwalt H.________

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 15.00 200.00 CHF 3’000.00
Ansatz MLaw 2.00 100.00 CHF 200.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 69.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3’269.00 CHF 261.50

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3’530.50

volles Honorar 15.00 CHF 3’750.00
Ansatz MLaw 2.00 CHF 250.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 69.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 4’069.00 CHF 325.50

CHF 0.00
Total CHF 4’394.50

nachforderbarer Betrag CHF 864.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 33.00 200.00 CHF 6’600.00
Ansatz MLaw 2.00 100.00 CHF 200.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 161.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 6’961.00 CHF 536.00

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 7’497.00

volles Honorar 33.00 CHF 8’250.00
Ansatz MLaw 2.00 CHF 250.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 161.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 8’661.00 CHF 666.90

CHF 0.00
Total CHF 9’327.90

nachforderbarer Betrag CHF 1’830.90

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt H.________ für die amtliche Verteidigung von 
G.________ mit CHF 11‘027.50.

G.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt H.________ die Differenz von CHF 2‘694.90 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 
135 Abs. 4 StPO).

5

B.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Anstiftung zum Raub, begangen am 12. und 13.03.2016 sowie in den Tagen davor in 
L.________ (Ortschaft), z.N. der E.________ AG, von C.________ und von K.________ (Deliktss-
umme: CHF 5‘000.00)

und in Anwendung der

Art. 24 Abs. 1, 40, 42, 44, 46 Abs. 1, 47, 51 StGB
Art. 140 Ziff. 1 aStGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten.

Die Polizeihaft von 2 Tagen (28.03.2017-29.03.2017) wird im Umfang von 2 Tagen auf die Frei-
heitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten (1/2), sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 7‘375.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung und Kosten der unentgelt-
lichen Verbeiständung der Privatklägerschaft) von CHF 17‘949.25, insgesamt bestimmt auf 
CHF 25‘324.25 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung und Kosten der unentgeltlichen Ver-
beiständung der Privatklägerschaft auf CHF 7‘470.00).

Kosten der Untersuchung CHF 4’375.00
Kosten Auftritt Staatsanwaltschaft an HV CHF 1’000.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 2’000.00
Total CHF 7’375.00

Kosten für die amtl. Vtg. M. (vgl. Tabelle) CHF 7’633.50
Kosten für die amtl. Vtg. M. (vgl. Tabelle) CHF 6’238.00
Kosten der uR der Privatklägerschaft (vgl.Tabelle) CHF 3’982.75
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 95.00
Total CHF 17’949.25

Total Verfahrenskosten CHF 25’324.25

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 500.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 24‘824.25 (ohne Kosten für die amtliche Verteidi-
gung und Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft CHF 6‘970.00).

3. Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 02.09.2014 (PEN 14 542) für 
eine Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen. 
Die Strafe ist zu vollziehen.

4. Für das Widerrufsverfahren werden keine Kosten ausgeschieden.

6

5. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Fürsprecher M.________ (vom 28.03.2017 bis 31.07.2019) wurde mit separater Verfügung 
vom 22.11.2019 wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 9.75 200.00 CHF 1’950.00
amtl. Entschädigung MLaw 3.25 100.00 CHF 325.00
Reisezuschlag CHF 225.00

CHF 233.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2’733.00 CHF 218.65

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2’951.65

volles Honorar 9.75 CHF 2’730.00
volles Honorar MLaw 3.25 CHF 455.00
Reisezuschlag CHF 225.00

CHF 233.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3’643.00 CHF 291.45

CHF 0.00
Total CHF 3’934.45

nachforderbarer Betrag CHF 982.80

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 19.00 200.00 CHF 3’800.00
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 397.10
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4’347.10 CHF 334.75

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4’681.85

volles Honorar 19.00 CHF 5’320.00
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 397.10
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 5’867.10 CHF 451.75

CHF 0.00
Total CHF 6’318.85

nachforderbarer Betrag CHF 1’637.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Für die amtliche Verteidigung von A.________ von 28.03.2017 bis 31.07.2019 wurde Fürsprecher 
M.________ mit separater Verfügung vom 22.11.2019 eine Entschädigung von CHF 7‘633.50 
ausgerichtet.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecher M.________ die Differenz von CHF 2‘619.80 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 
135 Abs. 4 StPO).

6. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ (amtlich mandatiert seit 11.09.2019) werden wie folgt bestimmt:

7

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 27.334 200.00 CHF 5’466.80
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 325.20
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 5’792.00 CHF 446.00

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 6’238.00

volles Honorar 27.334 CHF 6’833.50
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 325.20
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 7’158.70 CHF 551.20

CHF 0.00
Total CHF 7’709.90

nachforderbarer Betrag CHF 1’471.90

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 6‘238.00.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 1‘471.90 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 
135 Abs. 4 StPO).

C.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Rechtsanwalt Dr. iur. I.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 34.17 200.00 CHF 6’834.60
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 561.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 7’396.00 CHF 569.50

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 7’965.50

volles Honorar 34.17 CHF 8’543.25
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 561.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 9’104.65 CHF 701.05

CHF 0.00
Total CHF 9’805.70

nachforderbarer Betrag CHF 1’840.20

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt Dr. iur. I.________ für die unentgeltliche Rechtsvertre-
tung von C.________ mit CHF 7‘965.50.

Der Kanton Bern kann von G.________ CHF 3‘982.75 und von A.________ CHF 3‘982.75 für die 
Erstattung der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung von C.________ 
verlangen, wenn sie sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befinden (Art. 138 Abs. 2 
i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

G.________ und A.________ werden verpflichtet, C.________ zuhanden von Rechtsanwalt Dr. 
iur. I.________ als Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechts-

8

pflege und dem vollen Honorar je CHF 920.10 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Rechtsanwalt 
Dr. iur. I.________ hat in diesem Umfang gegenüber seiner Klientschaft ein Nachforderungsrecht 
(Art. 42a KAG). 

D.

G.________ und A.________ werden in solidarischer Haftbarkeit und in Anwendung von Art. 41, 
49 und 50 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 3‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 13.03.2016 an die 
Straf- und Zivilklägerin C.________.

2. Zur Bezahlung von CHF 5‘000.00 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit Rechtskraft dieses Ur-
teils an die Zivilklägerin F.________ AG.

3. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden.

E.

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände von G.________ werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- 1 Gasdruckpistole; Ass. 01
- 1 Kartonschachtel Smith & Wesson; Ass. B9

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des von G.________ erstellten 
DNA-Profils (PCN-Nr. .________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der von 
G.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biome-
trischer erkennungsdienstlicher Daten).

4. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des von A.________ erstellten 
DNA-Profils (PCN-Nr. .________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der von 
A.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biome-
trischer erkennungsdienstlicher Daten).

6. [Eröffnungsformel]

2. Berufung, Anschlussberufungen und Verfahrensgang

Gegen dieses Urteil meldeten G.________ (nachfolgend: Beschuldigter 1), amtlich 
verteidigt durch Rechtsanwalt H.________, am 18. Mai 2020, und A.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter 2), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, 
am 19. Mai 2020 frist- und formgerecht die Berufungen an (pag. 1086 f.). Die 
schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 4. März 2021 (pag. 1095 ff.). Mit Eingabe 
vom 15. März 2021 erklärte der Beschuldigte 2 frist- und formgerecht die vollum-
fängliche Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz (pag. 1168 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern (nachfolgend: Generalstaatsan-
waltschaft) erhob mit Eingabe vom 15. April 2021 Anschlussberufung gegen die 

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Berufung des Beschuldigten 2 beschränkt auf die Vollzugsart der Freiheitsstrafe 
sowie den Widerruf (pag. 1182 f.). 

C.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilklägerin), vertreten durch Rechtsanwältin 
D.________, erklärte mit Eingabe vom 23. April 2021 ebenfalls frist- und formge-
recht Anschlussberufung beschränkt auf die im Zivilpunkt gesprochene Genugtu-
ungsfolge.

Mit Beschluss vom 2. August 2021 wurde auf die Berufung des Beschuldigten 1 
mangels Berufungserklärung und aufgrund der Mitteilung des Beschuldigten 1 vom 
26. April 2021, wonach er aufgrund der detaillierten Urteilsbegründung auf den 
Weiterzug verzichte (pag. 1196), nicht eingetreten (pag. 1227 ff.). 

Mit Eingabe vom 23. April 2021 beantragte die Straf- und Zivilklägerin die Konfron-
tationsvermeidung sowie die Dispensation vom persönlichen Erscheinen an der 
Verhandlung – abgesehen von ihrer Einvernahme (pag. 1184 ff.). Mit Verfügung 
vom 11. Januar 2022 wurde die Straf- und Zivilklägerin von der persönlichen Teil-
nahme an der Hauptverhandlung – abgesehen von ihrer eigenen Einvernahme – 
dispensiert (pag. 1319 f.). Mit Eingabe vom 7. April 2022 beantragte die Straf- und 
Zivilklägerin die Konfrontationsvermeidung (pag. 1335 f.). Mit Verfügung vom 7. 
Juni 2022 wurde das Gesuch um Konfrontationsvermeidung gutgeheissen und 
Kenntnis genommen und gegeben, dass die Straf- und Zivilklägerin anlässlich ihrer 
Befragung an der Berufungsverhandlung von ihrer Psychologin als Vertrauensper-
son begleitet wird (pag. 1341 ff.). 

Die O.________ AG teilte mit Schreiben vom 3. Januar 2021 [recte: 3. Januar 
2022] mit, die F.________ AG [nachfolgend: Zivilklägerin] bzw. die O.________ AG 
werde an der Hauptverhandlung und Urteilseröffnung nicht teilnehmen. Es werde 
jedoch um unentgeltliche Zustellung des rechtkräftigen Strafurteils ersucht. Sodann 
reichte die O.________ AG betreffend die Straf- und Zivilklägerin eine Zusammen-
stellung der bisherigen Leistungen der F.________ AG ein, die sich erhöht hätten 
(pag. 1268 ff.). 

Am 4. August 2022 fand vor der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons 
Bern die Berufungsverhandlung statt (pag. 1394 ff.). Die Straf- und Zivilklägerin 
wurde einvernommen und nach deren Einvernahme vom weiteren Verfahren dis-
pensiert. Der Zeuge G.________ (ehem. Beschuldigter 1) blieb der Berufungsver-
handlung vom 4. August 2022 unentschuldigt fern. Daraufhin wurde die Verhand-
lung abgebrochen und im Einverständnis der Parteien die Fortsetzungsverhand-
lung auf den 22. November 2022 festgesetzt und der Beschuldigte 1 polizeilich 
vorgeladen (pag. 1411). 

Am 22. November 2022 fand die Fortsetzungsverhandlung statt (pag. 1434 ff.). 
Rechtsanwalt B.________ reichte namens des Beschuldigten 2 anlässlich der 
Fortsetzungsverhandlung einen Arbeitsvertrag sowie eine YouTube-Fotografie 
«.________» ein. Diese wurden zu den Akten genommen (pag. 1459 ff.). 

3. Amtliche Rechtsvertretung der Straf- und Zivilklägerin

Mit Schreiben vom 24. Mai 2022 beantragte die Straf- und Zivilklägerin den Wech-
sel der amtlichen Rechtsvertretung von Rechtsanwalt I.________ zu Rechtsanwäl-

10

tin D.________ (pag. 1338 f.), welcher mit Verfügung vom 7. Juni 2022 gutgeheis-
sen wurde.

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug (datierend vom 28. Juli 2022; pag. 1370 f., sowie datierend 
vom 21. November 2022; pag. 1433.1 f.) sowie ein Leumundsbericht (datierend 
vom 26. Juli 2022; pag. 1350 ff.) über den Beschuldigten eingeholt. Zudem wurden 
die Straf- und Zivilklägerin (pag. 1397 ff.), der Beschuldigte 1 (pag. 1436 ff.) sowie 
der Beschuldigte 2 zur Person und zur Sache befragt (pag. 1401 ff. und 1442 ff.). 

5. Anträge der Parteien vor oberer Instanz

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung namens des Beschuldigten 2 folgende Anträge (pag. 1462): 

I. A.________, sei freizusprechen vom Vorwurf der Anstiftung zum Raub, angeblich begangen 
am 12. und 13. März 2016 sowie in den Tagen davor in L.________ (Ortschaft), z.N. der 
E.________ AG, von C.________ und K.________, 

unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern und unter Ausrichtung einer 
angemessenen Entschädigung für die gebotene Verteidigung für das erst- und oberinstanzli-
che Verfahren. 

II. Das Widerrufsverfahren betreffend das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 
2. September 2014 sei einzustellen, 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den 
Kanton Bern. 

III. Die Zivilklagen seien vollumfänglich abzuweisen. 

IV. Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das erst- und oberinstanzliche Verfahren sei 
gemäss eingereichter Honorarnoten gerichtlich zu bestimmen. 

V. Es seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete anlässlich der Berufungsver-
handlung folgende Anträge (pag. 1467; Hervorhebungen im Original): 

I.

A.________ sei schuldig zu sprechen der Anstiftung zum Raub, begangen am 12. und 13.03.2016 
sowie in den Tagen davor in L.________ zum Nachteil der E.________ AG, von C.________ und von 
K.________ (Deliktssumme: CHF 5'000.00)

und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen

zu verurteilen zu: 

1. einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten unter bedingtem Aufschub einer Teilstrafe von 9 Monaten 
bei einer Probezeit von vier Jahren, unter Anrechnung der Polizeihaft von 2 Tagen 
(28./29.03.2017) auf die zu vollziehende Strafe; 

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2. den auf ihn entfallenden erstinstanzlichen sowie die gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskos-
ten (zzgl. Gebühr von CHF 500.00 gemäss Art. 21 VKD). 

II.

Das Widerrufsverfahren sei einzustellen (Art. 46 Abs. 5 StGB). 

III.

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (amtl. Honorar, Löschung DNA-Profil etc.) 

Rechtsanwältin D.________ stellte und begründete namens der Straf- und Zivilklä-
gerin anlässlich der Berufungsverhandlung folgende Anträge (pag. 1468 f.): 

A. Strafpunkt

1. Die Berufung des Berufungsführers gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland 
vom 12.05.2020 sei im Strafpunkt abzuweisen. 

B. Zivilpunkt

2. Herr A.________ sei zu verurteilen, dem Opfer / der Privatklägerin eine Genugtuung in gerichtlich 
zu bestimmender Höhe, mindestens jedoch in der Höhe von CHF 5'000.00, nebst Zins zu 5 % seit 
13. März 2016, zu bezahlen. 

a. Eventualiter: Herr G.________ und Herr A.________ seien zu verurteilen, dem Opfer / der Pri-
vatklägerin unter solidarischer Haftung eine Genugtuung in gerichtlich zu bestimmender Höhe, 
mindestens jedoch in der Höhe von CHF 5'000.00, nebst Zins zu 5 % seit 13. März 2016, zu 
bezahlen. 

b. Subeventualiter sei das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 12.05.2020 im 
Zivilpunkt betreffend Frau C.________ zu bestätigen.

c. Sub-Subeventualiter sei die Zivilforderung dem Grundsatz nach gutzuheissen und im Übrigen 
auf den Zivilweg zu verweisen. 

3. Der Beschuldigte / Berufungsführer / Beklagte sei zu verurteilen, die Parteikosten des Opfers für 
die 2. Instanz im Umfang von CHF 4'306.60 zu ersetzen, unter Vorbehalt der gewährten unentgelt-
lichen Rechtspflege. 

- Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Die Zivilklägerin machte mit Schreiben vom 6. Juli 2018 adhäsionsweise eine 
Schadenersatzforderung aus Subrogation (Geschädigte: E.________ AG) von 
CHF 5'743.50 geltend (pag. 33). Das Rechtsbegehren wurde vor oberer Instanz 
weder zurückgezogen noch geändert.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Aufgrund der vollumfänglichen Berufung des Beschuldigten 2, 
ist das Urteil der Vorinstanz vom 12. Mai 2020 in Bezug auf ihn vollumfänglich zu 
prüfen. In Bezug auf den Beschuldigten 1 ist das Urteil in Rechtskraft erwachsen, 
weshalb der Beschuldigte 1 nicht Partei des vorliegenden Verfahrens ist und im Ur-

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teilsdispositiv die Rechtskraft betreffend das Urteil gegen den Beschuldigten 1 nicht 
festzustellen ist. 

Aufgrund der Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft, beschränkt auf 
die Vollzugsart sowie den Widerruf, und der Anschlussberufung der Straf- und Zivil-
klägerin, beschränkt auf die Genugtuungsfolge, darf das Urteil in den betreffenden 
Urteilspunkten (Sanktion, Widerrufsverfahren und Zivilklage der Straf- und Zivilklä-
gerin) auch zum Nachteil des Beschuldigten 2 abgeändert werden. Das 
Verschlechterungsverbot gilt insoweit nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario; sog. 
Verbot der «reformatio in peius»). In Bezug auf die rechtliche Würdigung und die 
Landesverweisung ist die Kammer hingegen an das Verschlechterungsverbot ge-
bunden.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Ausgangslage

Der Beschuldigte 1 hat nach anfänglichem Abstreiten zugegeben, in der Nacht vom 
12. auf den 13. März 2016 den Raub in der Cafébar P.________ begangen zu ha-
ben. Gestützt auf die objektiven Erkenntnisse (u.a. Aufnahmen der Videoüberwa-
chung) sowie die Aussagen des Beschuldigten 1 und der beiden anwesenden An-
gestellten der Cafébar P.________ gelangte die Vorinstanz hinsichtlich des konkre-
ten Tathergangs des Raubs zu folgendem Beweisergebnis:

«Der Beschuldigte G.________ betrat am 13.03.2016 um ca. 00:45 Uhr mit teilweise vermummtem 
Gesicht die Cafébar P.________ in L.________ und verlangte von der Angestellten C.________ mit 
vorgehaltener Gasdruckpistole, in die für das Opfer nicht erkennbar kein Magazin eingesetzt war, 
Geld. Daraufhin rief C.________ in der Annahme, dass es sich um eine echte Schusswaffe handle, 
nach ihrer sich im Untergeschoss befindlichen Arbeitskollegin K.________ und sagte dieser, der Be-
schuldigte wolle Geld. Der Beschuldigte drängte C.________, indem er die Gasdruckpistole gegen ih-
ren Rücken richtete und zumindest für kurze Zeit an ihren Rücken hielt, in das Untergeschoss zu ge-
hen. Dort richtete er die Gasdruckpistole weiterhin auf C.________ wie auch auf K.________ – unter 
anderem auf deren Kopf, jedoch ohne jemandem die Waffe direkt an die Schläfe zu halten – und 
nahm von K.________ drei von insgesamt fünf sich im Tresor befindlichen Couverts mit Bargeld in 
der Höhe von total CHF 5'000.00 entgegen. In der Folge verliess der Beschuldige die Cafébar 
P.________ mit dem erbeuteten Geld, traf sich mit A.________ sowie Q.________, händigte diesen 
je einen Anteil an der Beute aus und ging mit ihnen in den Ausgang, wo sie zumindest einen grossen 
Teil des Geldes ausgaben.»

Der Beschuldigte 1 hat auf eine Berufungserklärung verzichtet, das Urteil mithin 
akzeptiert, so dass dieses in Rechtskraft erwachsen ist. Es bleibt damit vor dem 
Hintergrund der Berufungserklärung des Beschuldigten 2 in sachverhaltsmässiger 
Hinsicht einzig näher zu beleuchten, welche Rolle dem Beschuldigten 2 rund um 
den Raub vom 12./13. März 2016 zukam, namentlich welche Rolle er bei der Ent-
schlussfassung und Planung des Raubs spielte. 

Gemäss Anklageschrift vom 15. November 2018 wird dem Beschuldigten 2 folgen-
der Sachverhalt als Anstiftung zum Raub zur Last gelegt (pag. 552 ff.):

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«Anstiftung zu Raub (Art. 24 Abs. 1 i.V.m. Art. 140 Ziff. 1 StGB), begangen am 13. März 2016 bzw. in 
den Tagen davor in L.________, evtl. anderswo im Kanton Bern, zum Nachteil der E.________ AG 
und von C.________ sowie K.________, indem der Beschuldigte G.________ aufforderte dessen 
Gasdruckpistole am Abend des 12. März 2016 mitzubringen, G.________ dieser Aufforderung nach-
kam und der Beschuldigte sich am Abend des 12. März 2016 um ca. 23:30 Uhr auf dem R.________ 
Platz in L.________ mit G.________ traf, wo sie zusammen Alkohol konsumierten und der Beschul-
digte auf G.________ einwirkte, wonach sie etwas machen müssten, damit sie zu Geld kommen wür-
den. Der Beschuldigte schlug G.________ vor, die Cafébar P.________ zu überfallen und motivierte 
ihn dazu, indem er ihm sagte, G.________ solle sich vorstellen im Spiel GTA zu sein und in der Café-
bar P.________ würden nur zwei Frauen arbeiten, weshalb es ganz einfach sei. Vom Beschuldigten 
beeinflusst und motiviert, streifte G.________ sich kurz nach Mitternacht die mitgebrachten schwar-
zen Kleider, eine Jacke und ein Baseballcap, über und begab sich, während ihm der Beschuldigte 
noch nachrief „Iüt mer nächhär a", alleine zur Cafébar P.________. Dort am 13. März 2016, um ca. 
00:45 Uhr, angekommen, verlangte G.________ mit vorgehaltener Gasdruckpistole von den beiden 
anwesenden Angestellten C.________ und K.________ die Herausgabe von Geld. Nach Erhalt meh-
rerer Couverts mit Bargeld in der Höhe von CHF 6'243.50 flüchtete G.________ und traf sich kurz 
darauf mit dem Beschuldigten und Q.________, welchen er ca. CHF 3'000.00 (A.________) bzw. ca. 
CHF 400.00 (Q.________) des erbeuteten Geldes aushändigte, ehe sie zusammen in den Ausgang 
gingen, wo sie einen Teil des Geldes für Alkohol, Prostituierte etc. ausgaben.»

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 11. Mai 2020 hat die Vor-
instanz zudem einen rechtlichen Würdigungsvorbehalt angebracht, indem sie sich 
vorbehielt, den angeklagten Sachverhalt gegen den Beschuldigten 2 auch unter 
dem Tatbestand der Gehilfenschaft zum Raub zu prüfen (vgl. pag. 984).

8. Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz stellte vorab fest, dass der Beschuldigte 2 nicht bestreitet, sich mit 
dem Beschuldigten 1 am Abend des 12. März 2016 getroffen, mit ihm Alkohol kon-
sumiert und nach dem Raub einen Teil der Beute erhalten zu haben. 

Bestritten werde vom Beschuldigten 2 dagegen, dass der Raub seine Idee gewe-
sen sei, er den Beschuldigten 1 zur Tat angestiftet habe und den grösseren Teil der 
Beute erhalten habe (vgl. S. 24 Ziff. 3.2 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Diesbezüglich würden die Aussagen des Beschuldigten 1 – nachdem er nach an-
fänglichem Abstreiten ein Geständnis abgelegt habe – im Gegensatz zu den Aus-
sagen des Beschuldigten 2 als glaubhaft und grösstenteils frei von Widersprüchen 
erachtet. Sie ergäben ein schlüssiges Gesamtbild des Tathergangs und seien ins-
gesamt nachvollziehbar. Seine Aussagen würden sowohl weitestgehend durch die 
objektiven Beweismittel, als auch durch die Aussagen der Privatklägerinnen und 
der weiteren befragten Personen gestützt. Es gebe zudem keinen Grund, weshalb 
der Beschuldigte 1 den Beschuldigten 2 zu Unrecht beschuldigen sollte (vgl. S. 22 
f. Ziff. 5.1 und S. 26 Ziff. 5.7 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Aussa-
gen des Beschuldigten 2 würden demgegenüber als oftmals ausweichend und zum 
Teil widersprüchlich erachtet. Seine Antworten hätten vorbereitet geklungen und 
würden nicht dem tatsächlichen Tatgeschehen entsprechen. Bereits im früheren 
Verfahren, in welchem der Beschuldigte 2 wegen versuchten Raubs verurteilt wor-
den sei, habe er ein bagatellisierendes, abstreitendes, ausweichendes und schuld-

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zuweisendes Aussageverhalten an den Tag gelegt (vgl. S. 23 f. Ziff. 5.2 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Den Aussagen von S.________ sei kein grosses 
Gewicht beizumessen, da es nur Aussagen vom Hörensagen seien und er nie par-
teiöffentlich befragt worden sei (vgl. S. 24 f. Ziff. 5.3 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). 

Gestützt auf die vorgenommene Beweiswürdigung gelangte die Vorinstanz betref-
fend den Vorwurf der Anstiftung zum Raub zu folgendem Beweisergebnis:

«Der in Ziff. I. B. der AKS angeklagte Sachverhalt gilt insofern als erstellt, als A.________ 
G.________ aufforderte, dessen Gasdruckpistole am Abend des 12.03.2016 mitzubringen, 
G.________ dieser Aufforderung nachkam und A.________ sich am Abend des 12.03.2016 in 
L.________ mit G.________ traf, wo sie zusammen Alkohol konsumierten und der Beschuldigte auf 
G.________ einwirkte, wonach sie etwas machen müssten, damit sie zu Geld kommen. A.________ 
schlug G.________ vor, die Cafébar P.________ in L.________ zu überfallen und motivierte ihn da-
zu, indem er ihm sagte, G.________ solle sich vorstellen, im Spiel GTA zu sein und in der Cafébar 
P.________ würden nur zwei Frauen arbeiten, weshalb es ganz einfach sei. Von A.________ beein-
flusst und motiviert, streifte sich G.________ kurz nach Mitternacht die von G.________ oder 
A.________ mitgebrachten schwarzen Kleider, eine Jacke und ein Baseballcap über und begab sich 
alleine zur Cafébar P.________. Dort am 13.03.2016, um ca. 00:45 Uhr, angekommen, verlangte 
G.________ mit vorgehaltener Gasdruckpistole von den beiden anwesenden Angestellten 
C.________ und K.________ die Herausgabe von Geld. Nach Erhalt von drei Couverts mit Bargeld in 
der Höhe von insgesamt CHF 5'000.00 flüchtete G.________ und traf sich kurz darauf mit dem Be-
schuldigten und Q.________, welchen er jeweils einen Teil des erbeuteten Geldes aushändigte, ehe 
sie zusammen in den Ausgang gingen, wo sie einen Teil des Geldes für Alkohol und Prostituierte etc. 
ausgaben.»

9. Argumente des Beschuldigten 2

Der Beschuldigte 2 wendet zusammengefasst und sofern relevant hiergegen ein, 
zwar habe er vom Raub, resp. dem Geld profitiert. Der Beschuldigte 1 habe jedoch 
den Raub aus eigenem Antrieb heraus begangen. Er habe den Beschuldigten 1 
nicht dazu aufgefordert, eine Waffe und die Kleider mitzubringen, und ihn beein-
flusst, einen Raub generell und in der Cafébar P.________ speziell zu begehen. 
Objektive Beweismittel würden keine vorliegen. Er habe im Verfahren bereitwillig 
Auskunft gegeben und sich auch selbst belastet, indem er z.B. ausgesagt habe, 
dass man schon einmal über Überfälle, um an Geld zu kommen, gesprochen habe 
und er den Beschuldigten 1 nicht davon abgehalten resp. motivierend hingewirkt 
habe. Er habe auch ausgesagt, dass man zusammen Geld verprasst und er Geld 
vom Überfall erhalten habe. Allerdings nicht so viel, wie der Beschuldigte 1 ausge-
sagt habe. Der Beschuldigte 2 bestreite glaubwürdig, dass er den Beschuldigten 1 
dazu überredet und den Tatentschluss bei ihm hervorgerufen habe. Der Beschul-
digte 2 werde auf seiner Aussage zur motivierenden Einwirkung behaftet. Ein moti-
vierendes Hinwirken sage aber nichts darüber aus, ob der Beschuldigte 1 bereits 
einen Tatenschluss gefasst habe und es auch sonst durchgezogen hätte. Der Be-
schuldigte 2 habe dies logisch erklären können. Am Anfang habe der Beschuldigte 
1 ihn komplett belastet und sogar ausgesagt, der Beschuldigte 2 habe die Kleider 
besorgt. Er habe ihm die ganze Schuld in die Schuhe schieben wollen. Der Be-

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schuldigte 2 habe sich erhofft, dass der Beschuldigte 1 nach seinen Aussagen zur 
Motivation zugebe, dass er (der Beschuldigte 2) es nicht gewesen sei. Er habe den 
Beschuldigten 1 vor der Polizei nicht schlechtmachen wollen. Es sei notorisch, 
dass die polizeilichen Einvernahmeprotokolle diese Feinheiten nicht aufnehmen 
würden. Bei der Polizei gehe es manchmal hart zu und her. Man wisse also nicht, 
wie die Aussagen bei der Polizei vorliegend entstanden seien. Die Vorinstanz habe 
weiter ausgeführt, dass der Beschuldigte 2 in früheren Verfahren ein bagatellisie-
rendes Verhalten an den Tag gelegt habe, sich dies auch hier zeige und er damit 
unglaubwürdig sei. Es sei aber die vorliegende Tat zu beurteilen. Man könne nicht 
von anderen Strafverfahren auf das hiesige schliessen. Was solle der Beschuldigte 
2 anderes aussagen, als dass der Beschuldigte 1 die Idee gehabt habe. Es sei lo-
gisch und folgerichtig, was der Beschuldigte 2 aussage. Er habe nicht etwas Ande-
res aussagen können, da er beim Raub nicht dabei gewesen sei. Er habe den Be-
schuldigten 1 daher auch nicht unnötig belasten können. Die Idee habe der Be-
schuldigte 1 gehabt, weshalb der Beschuldigte 2 nicht mehr aussagen könne. Der 
Beschuldigte 2 habe auch immer glaubhaft auf die Geldprobleme beim Beschuldig-
ten 1 hingewiesen, was ihm dann negativ ausgelegt worden sei. Der Beschuldigte 
1 sei als glaubwürdig eingestuft worden und damit sei für die Vorinstanz klar gewe-
sen, dass der Beschuldigte 2 den Beschuldigten 1 nur falsch belasten könne. Da-
bei habe er ihn nicht belasten wollen, sondern habe versucht, zu erklären, was 
passiert sei. Es werde alles dem Beschuldigten 2 nachteilig ausgelegt, obwohl er 
gar keine andere Verteidigungsstrategie habe haben könne. Auch habe die Vorin-
stanz angebliche Widersprüche festgestellt. Es habe sich aber um ein langes Ver-
fahren gehandelt. Gewisse Widersprüche seien zeitbedingt logisch. Die Vorinstanz 
führe aus, dass der Beschuldigte 2 einerseits abgestritten habe, den Beschuldigten 
1 dazu aufgefordert zu haben, eine Waffe mitzunehmen, ihn aber andererseits ge-
fragt habe, ob er eine Waffe habe. Gemäss der Vorinstanz zeige dies, dass er den 
Beschuldigten 1 aufgefordert habe, eine Waffe mitzunehmen. Die Frage nach einer 
Waffe sei aber nicht dasselbe, wie die Aufforderung, eine Waffe mitzunehmen. 
Auch die Aussage, dass der Beschuldigte 2 anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung ausgesagt habe, er habe dem Beschuldigten 1 nichts nachgerufen, 
obwohl er es an der Einvernahme vom 29. März 2017 so gesagt habe, sei nach-
vollziehbar. Aus solchen nebensächlichen Aussagen, wer wem was nachgerufen 
habe, könne nicht auf die Glaubhaftigkeit geschlossen werden. Die Vorinstanz füh-
re weiter aus, dass die Aussagen des Beschuldigten 2 anlässlich der vorinstanzli-
chen Verhandlung vorbereitet gewesen seien und nicht dem Tatgeschehen ent-
sprochen hätten. Der Beschuldigte 2 habe nicht gelogen, sondern dies zeuge eben 
gerade davon, dass er die Wahrheit sage. Die Aussagen seien nicht unglaubhaft 
und würden sich mit den Aussagen von Q.________ decken. Der Beschuldigte 1 
habe die Waffe mitgenommen und viel darüber gesprochen, einen Raub zu bege-
hen. Der Beschuldigte 2 habe sich mit Q.________ getroffen, sie hätten sich am 
Bahnhof aufgehalten und dann sei der Beschuldigte 1 mit einer Waffe dazu gestos-
sen und habe lauthals angegeben, dass er einen Raub begehen wolle, was er 
dann alleine getan habe. Wenn der Beschuldigte 2 ihn angestiftet hätte, hätte 
Q.________ dies so aussagen können und es so ausgesagt. Die Aussagen des 
Beschuldigten 1 seien nicht glaubhaft. Diese würden aufzeigen, dass er für seine 

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Tat nicht alleine geradestehen wolle. Dies, da der Beschuldigte 2 von der Beute 
profitiert habe. Die Aussagen des Beschuldigten 1 seien weder eindrücklich noch 
glaubhaft, sondern es handle sich um ein den Beschuldigten 2 belastendes Verhal-
ten, um nicht alleine für die Schuld aufkommen zu müssen. Andere hätten seiner 
Ansicht nach vom Geld profitiert. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung habe 
er nichts Anderes gesagt. Dies sei aber zu erwarten gewesen, da er sonst wegen 
Falschaussage ein Strafverfahren am Hals gehabt hätte. Daher habe er seine Linie 
durchziehen müssen. Anlässlich der ersten Einvernahme habe er noch alles von 
sich gewiesen. Dann habe er den Raub zugegeben, sei aber mit der Version ge-
kommen, dass der Beschuldigte 2 ihn dazu gezwungen habe, um an Geld zu 
kommen. Er habe gesagt, der Beschuldigte 2 habe im Vorfeld darüber gesprochen, 
die Waffe mitzubringen. Der Beschuldigte 2 habe den Vorschlag gebracht und wel-
che Geschäfte man ausrauben wolle, habe ihn unter Druck gesetzt und manipuliert. 
Dies, nachdem der Beschuldigte 1 quasi eine Rechtsberatung vom Polizisten erhal-
ten habe. Es sei gefragt worden, was wäre, wenn er gezwungen und manipuliert 
worden sei. Man sehe aus der Einvernahme, dass er erst mit der Version gegen 
den Beschuldigten 2 gekommen sei, als ein Gespräch mit dem Polizisten diesbe-
züglich stattgefunden habe. Man sehe aber leider im Protokoll nicht, was genau 
besprochen worden sei. Offenbar sei ihm geraten worden, die Karten auf den Tisch 
zu legen, damit er einen vermeintlichen Rabatt erhalte. Erst danach sei er mit der 
Story gekommen, dass er gezwungen worden sei und er Respekt vor dem Be-
schuldigten 2 gehabt habe. Das Argument der Vorinstanz, der Beschuldigte 1 habe 
Respekt vor dem Beschuldigten 2 gehabt, sei naiv gewesen und habe sich selbst in 
ein schlechtes Licht gerückt, sei vordergründig schlüssig. Es könne ihm aber ei-
gentlich egal sein, was andere von ihm denken würden. Der Beschuldigte 1 habe 
es so hingedreht, dass in der Aussenwelt niemand davon erfahren habe, dass er 
kein harter Kerl sei. Der Beschuldigte 1 habe mit seinen Videos gezeigt, dass er ein 
Gangster habe sein wollen, und habe dies zelebriert. Vor Gericht habe er dagegen 
nicht alles auf sich nehmen wollen. Anlässlich der Berufungsverhandlung habe er 
zuerst in freier Aussage ausgesagt, er habe die Idee gehabt, das P.________ zu 
überfallen. Erst auf Vorhalt seiner früheren Aussage sei er dann wieder umge-
schwenkt. Auch die Aussage, der Beschuldigte 2 habe ihm gesagt, er solle die 
Waffe mitbringen, sei nicht glaubhaft. Es gebe keine Beweise, welche darauf hin-
weisen würden. Weiter habe er ausgesagt, er habe die Waffe ausser an diesem 
Tag nie nach draussen genommen. Schaue man aber die vorgehaltenen YouTube-
Videos an, finde man ihn auf zahlreichen Bildern mit einer Pistole. Er stelle sich als 
Gangsterrapper dar. Dass er seine Waffe nie nach draussen genommen habe, sei 
daher unglaubhaft. Dies würde auch mit den Aussagen des Beschuldigten 2 über-
einstimmen, dass der Beschuldigte 1 die Waffe mehrmals mitgenommen und damit 
geprahlt habe. Weiter habe der Beschuldigte 1 ausgesagt, der Beschuldigte 2 habe 
die Kleider mitgenommen. Später habe er ausgesagt, dass er sie selbst mitge-
nommen habe. Man sehe im Verlauf der Einvernahmen, dass gemäss des Be-
schuldigten 1 zuerst alles vom Beschuldigten 2 ausgegangen sei. In den späteren 
Einvernahmen sei er immer weiter zurückgekrebst. Fakt sei, dass der Beschuldigte 
1 die Pistole und die Kleidung mitgenommen habe. Dass er dies alles selber mit-
genommen habe, zeige, dass er den Tatentschluss schon vor dem Treffen und vor 

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dem Alkoholkonsum gefasst habe. Gangster würden zwar regelmässig angeben, 
eine Sturmhaube mitzunehmen, sei aber etwas Anderes. Er habe daher gewusst, 
dass er einen Überfall machen wolle. Sodann gebe es Widersprüche betreffend 
das erbeutete Geld. Der Beschuldigte 1 habe unterschiedliche Aussagen zur An-
zahl der mitgenommenen Couverts gemacht, und diese stimme nicht mit der von 
den Opfern genannten Anzahl und der angegebenen Deliktssumme überein. Es 
müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte 1 gut 50 % mehr er-
beutet habe, als er aufgeteilt habe. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung ha-
be er ausgesagt, er habe quasi den kleinsten Teil des Geldes gesehen. Die ande-
ren hätten das Geld aufgeteilt. Dies gehe nicht auf und stimme nicht mit der erbeu-
teten Deliktssumme überein. Auch die Aussagen, dass es ihm in dieser Zeit finan-
ziell gut gegangen sei, stimme nicht. Der Extraktionsbericht der Kantonspolizei zei-
ge gestützt auf die WhatsApp-Nachrichten, dass seine finanzielle Situation nicht 
gut gewesen sei. So habe er am Nachmittag vor dem Raub den Vater um Geld ge-
beten, was dieser abgelehnt habe. Genau an diesem Tag seien offenbar Geldpro-
bleme vorhanden gewesen. Er habe daher ein Motiv gehabt. Dies deute darauf hin, 
dass er den Tatentschluss vorher selbständig gefasst habe. Der Beschuldigte 1 sei 
pleite gewesen und habe Geld gebraucht. Daher sei ihm die Idee gekommen. Auch 
Herr T.________ habe in der Einvernahme vom 24. März 2017 ausgesagt, dass er 
dem Beschuldigten 1 den Raub zutraue und dieser nur Geld sehe. Der Beschuldig-
te 1 trage immer teure Uhren und Kleider. Dies zeige, dass Geld eine wichtige Rol-
le in seinem Leben spiele. Dies habe der Beschuldigte 2 bestätigt und würden die 
Chatverläufe zwischen dem Beschuldigten 1 und J.________ zeigen. Der Beschul-
digte 1 habe gerne gepokert. Auch der Beschuldigte 2 habe ausgesagt, dass der 
Beschuldigte 1 viel gepokert und vielen Geld geschuldet habe. Daher sei die vorin-
stanzliche Schlussfolgerung, Geldschulden seien beim Beschuldigten 1 kein Motiv 
gewesen, nicht richtig. Fraglich sei auch, wieso der Beschuldigte 1 den Raub allei-
ne verübt habe. Warum sei der Beschuldigte 2 nicht mitgegangen? Wieso habe der 
Beschuldigte 2 nicht auch eine Sturmhaube mitgenommen und getragen? Wieso 
solle der Beschuldigte 1 das Risiko alleine auf sich nehmen? Dies mache keinen 
Sinn, resp. erst mit dem Auftritt des Beschuldigten 1 als «.________» auf YouTube 
als Gangsterrapper. Er habe sich als Gangster gefühlt und dies habe zu diesem 
Lifestyle gehört. Die vorgebrachte Version, dass der Beschuldigte 2 ihn dazu ange-
stiftet haben solle, stehe diametral dieser Gangsterattitüde entgegen. Der Beschul-
digte 1 habe, um sich glaubwürdig zu machen, diesen Raub begangen. Die Lied-
zeilen, wie er sich Geld beschaffe, würden vertraut klingen. Diese Verse stammten 
von drei Tage nach dem Raub in L.________. Er habe sich darin als Gangster und 
Räuber gefeiert. Falls es eine Anstiftung gewesen wäre, wie es der Beschuldigte 1 
sage, hätte er nicht drei Tage danach so geprahlt, wie toll es gewesen sei. Zu-
sammenfassend sei der Ablauf daher wie folgt: Der Beschuldigte 2 habe Gashi am 
Bahnhof in L.________ getroffen. Der Beschuldigte 1 sei dazu gestossen und habe 
erzählt, er wolle etwas ausnehmen. Er habe die Utensilien dabeigehabt. Der Be-
schuldigte 2 habe dies aber nicht ernst genommen und gedacht, der Beschuldigte 
1 gehe mit dem Bus nach Hause. Dieser habe aber das P.________ in L.________ 
ausgeraubt und habe die beiden angerufen. Der Fehler des Beschuldigten 2 sei 
gewesen, dass er mit dem Beschuldigten 1 mitgefeiert und so von der Beute profi-

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tiert habe. Der Beschuldigte 2 habe aber keinen Vorsatz in Bezug auf die Tat und 
auch nicht auf den Beschuldigten 1 gehabt, und ihn auch nicht dazu motiviert. Der 
Beschuldigte 1 sei bereits zur Tat entschlossen gewesen. Der Beschuldigte 2 habe 
den Tatplan nicht gekannt und habe gedacht, dass, wenn überhaupt, er den Mc-
Donalds ausrauben wolle. Er habe den Beschuldigten 1 leider nicht von der Tat 
abgehalten. Statt dem McDonalds habe dieser das P.________ ausgeraubt. Er ha-
be dort drei Couverts mitgenommen, beim Schulhaus aber nur eines gezeigt. Dort 
habe er das Geld aufgeteilt. Der Beschuldigte 2 habe CHF 1'000.00 erhalten, was 
für Alkohol und sexuelle Dienstleistungen ausgegeben worden sei (pag. 1445 ff.). 

10. Argumente der Generalstaatsanwaltschaft / der Straf- und Zivilklägerin

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte zusammengefasst und soweit relevant Fol-
gendes vor: 

Der Beschuldigte 2 sei an jenem Abend einem Raubüberfall sehr zugetan gewe-
sen. Anderenfalls hätte er zum Beschuldigten 1 nicht gesagt, dass, wenn er den 
Raub im P.________ begehen wolle, das gut wäre. Der Beschuldigte 2 habe auch 
vom Geld profitiert und habe gewusst, dass der Beschuldigte 1 ihm Geld gebe, 
wenn er den Raub begehe. Im Wissen um die Beute habe er mitgeholfen, zumin-
dest einen Teil im Nachtleben zu verprassen. Der Beschuldigte 2 vertrete den 
Standpunkt, dass der Raub nicht seine Idee gewesen sei. Der Beschuldigte 1 habe 
im Verfahren zunächst abgestritten, den Raub begangen zu haben. Nach einem 
hin und her sei er vollständig geständig gewesen. Er habe zugegeben, die Cafébar 
P.________ überfallen zu haben. Durch das Geständnis habe der Beschuldigte 1 
die Freundschaft mit dem Beschuldigten 2 aufs Spiel gesetzt. Der Beschuldigte 2 
habe auch ausgesagt, dass sie nun Ex-Kollegen seien. Anlässlich der Berufungs-
verhandlung habe der Beschuldigte 1 ausgesagt, sie hätten sich seit dem Vorfall 
wiederholt gesehen. Über die heutige Einvernahme hätten sie nicht gesprochen 
oder aber, er wisse es nicht mehr. Der Beschuldigte 1 habe ausgesagt, er sei zwar 
vom Beschuldigten 2 nicht gezwungen worden, aber stark beeinflusst bzw. manipu-
liert worden. Er habe weiter ausgesagt, dass der Beschuldigte 2 ihm so viel Druck 
gemacht habe, dass er irgendwann losgegangen sei. Hätte der Beschuldige 1 den 
Beschuldigten 2 falsch beschuldigen wollen, hätte er wohl expressis verbis ausge-
sagt, der Beschuldigte 2 habe ihm gedroht, um sich dadurch zu entlasten. Dies sei 
aber nicht der Fall. Weiter habe der Beschuldigte 1 ausgesagt, dass, seit er den 
Beschuldigten 2 kenne, dieser von einem Raubdelikt gesprochen habe. Der Be-
schuldigte 2 habe bei Konfrontation mit dieser Aussage ausgesagt, man habe eben 
über «dumme Sachen» gesprochen. Er wisse nicht, ob der Beschuldigte 1 alles 
ernst genommen habe, er sei halt jung. Der Beschuldigte 2 habe somit selbst 
bestätigt, dass ein Raubüberfall immer schon ein Thema gewesen sei. Der Be-
schuldigte 1 habe weiter ausgesagt, dass der Beschuldigte 2 ihn Monate vor dem 
Vorfall gefragt habe, ob sie nicht etwas machen wollten. Am Abend vor der Tat ha-
be der Beschuldigte 2 ihn gebeten, die Waffe mitzunehmen, weil er sie für etwas 
brauche. Sie hätten sich am Samstagabend in L.________ getroffen und Alkohol 
getrunken. Der Beschuldigte 2 habe versucht, ihn zu beeinflussen, dass sie etwas 
machen müssten. Er habe dem Beschuldigten 1 gesagt, er solle sich vorstellen, er 
sei in einem GTA Spiel, im P.________ würden nur Frauen arbeiten und daher sei 

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es ganz einfach. Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschuldigte 1 schon betrunken ge-
wesen. Daher sei er losgegangen und habe den Raubüberfall begangen. In den 
weiteren Einvernahmen seien die Aussagen des Beschuldigten 1 immer gleichge-
blieben. Er habe mehrfach wiederholt, dass es die Idee des Beschuldigten 2 gewe-
sen sei. Diese Aussagen seien glaubhaft. Denn der Beschuldigte 1 habe weiter 
ausgesagt, dass der Beschuldigte 2 den Raub nicht habe machen können, da ihn 
und seine Familie in L.________ alle kennen würden und die Gefahr bestehe, dass 
er ausgeschafft werde. Er sei aber Schweizer und werde daher schon wieder aus 
der Sache hinauskommen. Der Beschuldigte 2 sei zum Zeitpunkt der Tat tatsäch-
lich bereits einschlägig vorbestraft gewesen und habe daher allen Grund gehabt, 
sich die Hände nicht selber schmutzig zu machen. Ebenfalls treffe es zu, dass er 
aus L.________ sei und die Identifikation daher schneller auf ihn gefallen wäre. Der 
Beschuldigte 1 komme aus U.________ (Ortschaft) und damit aus einem anderen 
Kanton. Die Beweggründe seien daher stimmig und logisch. Der Beschuldigte 1 
habe dem Beschuldigten 2 imponieren bzw. mehr Respekt von ihm bekommen 
wollen. Er sei vom Beschuldigten 2 immer wieder darauf angesprochen worden, 
etwas zu machen. Dies habe schlussendlich dazu geführt, dass er an diesem 
Abend in angetrunkenem Zustand losgezogen sei. Der Beschuldigte 1 habe den 
Beschuldigten 2 nicht unnötig beschuldigt. Er habe selbst ausgesagt, er sei naiv 
gewesen und nicht vom Beschuldigten 2 bedroht worden. Dies spreche für die 
Glaubhaftigkeit dieser Aussagen. Er sei vom Beschuldigten 2 beeinflusst worden, 
dass sie mehr Geld verdienen resp. haben sollten. Die Aussagen des Beschuldig-
ten 1 seien detailliert und er belaste sich selber. Sie wären nicht von jemandem so 
gemacht worden, wenn sie nicht stimmen würden. Er habe keinen Grund gehabt, 
den Beschuldigten 2 unnötig zu belasten und die Freundschaft aufs Spiel zu set-
zen. Auf die Frage, ob Q.________ bei der Entschlussfassung, das P.________ zu 
überfallen, dabei gewesen sei, habe er mit «nein» geantwortet. Q.________ habe 
auch von der Beute profitiert. Wäre der Beschuldigte 2 bei der Entschlussfassung 
nicht dabei gewesen, hätte der Beschuldigte 1 den Beschuldigten 2 nicht in Zu-
sammenhang gebracht. Daher sei die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, 
dass der Beschuldigte 2 den Beschuldigten 1 manipuliert habe. Dies passe zu die-
sem Umfeld und dem gegenseitigen Respekt. Anders als der Beschuldigte 1 habe 
sich der Beschuldigte 2 während der Einvernahmen in Widersprüche verstrickt. So 
habe er zuerst ausgesagt, die Idee für die Tat sei vom Beschuldigten 1 ausgegan-
gen. Ein anderes Mal habe er angegeben, mit dem Beschuldigten 1 nie über einen 
möglichen Überfall gesprochen zu haben. Ein anders Mal habe er ausgesagt, er 
habe den Beschuldigten 1 bei seinem Vorhaben unterstützt. Als der Beschuldigte 1 
losgezogen sei, habe er ihm noch gesagt, er solle sich nicht erwischen lassen und 
auf sich aufpassen. Auch seine Aussagen betreffend die Aufteilung des Geldes 
seien widersprüchlich. Er habe einmal angegeben, sie hätten das Geld nicht aufge-
teilt. Er habe dem Beschuldigten 1 gesagt, er habe noch offene Rechnungen und 
habe ihn um Geld gebeten. Anlässlich der Einvernahme vom 28. März 2017 habe 
er ausgesagt, der Beschuldigte 1 habe ein wenig Geld verteilt und er habe ein paar 
hundert Franken erhalten. Es seien etwa CHF 300.00 gewesen. Am 22. Janu-
ar 2018 habe er sodann ausgesagt, er habe noch CHF 500.00 von dem Geld ge-
habt, als er nach Hause gegangen sei. Sie hätten viel Geld ausgegeben und hätten 

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nicht geschaut, ob es seines oder dasjenige vom Beschuldigten 1 gewesen sei. 
Wären es nur CHF 300.00 gewesen, hätte er nicht noch CHF 500.00 gehabt, als 
sie nach Hause gegangen seien. Q.________ habe kein Geld erhalten. Auf kriti-
sche Nachfrage habe er eine Antwort später ausgesagt, dieser habe etwas erhal-
ten. Er wisse es aber nicht mehr. Am 22. Januar 2018 habe er in aller Deutlichkeit 
ausgesagt, dass Q.________ auch einen Teil der Beute erhalten habe, da er ein 
Kollege gewesen sei. Es stelle sich nun die Frage, ob Q.________ auch einen An-
teil erhalten habe und wo er diesen erhalten habe. Dies sei ein einfacher Sachver-
halt, welcher eigentlich keinen Anlass für Fragen geben sollte. Am 29. März 2017 
habe der Beschuldigte 2 angegeben, dass sie das Geld im Raum von Q.________ 
gezählt hätten. Anlässlich der Einvernahme vom 28. März 2017 habe der Beschul-
digte 2 noch ausgesagt, dass der Beschuldigte 1 ihm und Q.________ das Geld 
gezeigt habe und der Beschuldigte 1 sie habe einladen wollen. Sie seien irgendwo 
hin, und der Beschuldigte 1 habe etwas spendieren wollen. Er habe gesehen, dass 
es ungefähr CHF 4'000.00 gewesen seien. Später an der Einvernahme habe er 
ausgesagt, dass der Beschuldigte 1 das Geld vor ihnen gezählt habe. Dies seien 
widersprüchliche Aussagen zu einem Sachverhalt, welcher eigentlich nicht kompli-
ziert sei. Bis zum Schluss habe der Beschuldigte 2 daran festgehalten, dass der 
Beschuldigte 1 das P.________ selber ausgesucht habe. Der Beschuldigte 1 sei 
einfach so losgelaufen, und er habe gedacht, dieser würde nach Hause gehen. Er 
habe nicht erwartet, dass der Beschuldigte 1 ihn anrufe und sage, dass er Geld 
habe. Offenbar habe der Beschuldigte 2 vergessen, dass er anlässlich einer frühe-
ren Einvernahme gesagt habe, dass er gehen, es machen und ihn dann anrufen 
solle. Bezeichnenderweise habe der Beschuldigte 2 auf die Frage, ob er die Idee 
geliefert habe, gesagt, er wolle lieber nichts sagen. Dies sei kein dezidiertes Nein. 
Damals habe er auch angegeben, dass der Beschuldigte 1 vom Bahnhof wegge-
gangen sei, um etwas «durchzugeben». Damit habe der Beschuldigte 2 zugege-
ben, dass das P.________ nicht der Idee vom Beschuldigte 1 entsprungen sei. Er 
habe sodann bestätigt, dass er und der Beschuldigte 1 am besagten Abend darü-
ber gesprochen hätten, das P.________ zu überfallen. Der Beschuldigte 1 habe 
gesagt, dass er das P.________ nicht selber ausgesucht habe. Wenn der Beschul-
digte 1 anlässlich der Berufungsverhandlung vage ausgesagt habe, es sei vielleicht 
seine Idee gewesen, das P.________ auszurauben, sei dies nach sechseinhalb 
Jahren nicht mehr beachtlich. Auf die zeitnahen Aussagen sei abzustellen. Anläss-
lich der Konfrontationseinvernahme habe der Beschuldigte 2 eingeräumt, dass er 
motivierend auf den Beschuldigte 1 eingewirkt habe. Er habe ihm gesagt, dass 
wenn er es machen wolle, dies gut sei. Weiter habe er gesagt, dass der Beschul-
digte 1 nicht müsse, da nicht alles von ihm gekommen sei. An der Berufungsver-
handlung vom 4. August 2022 habe er angegeben, dass er dies nur ausgesagt ha-
be, um den Beschuldigten 1 dazu zu bringen, die Wahrheit zu sagen. Dies sei eher 
eine unbeholfene Erklärung. Nachdem diese Frage anlässlich der Fortsetzungs-
verhandlung im Berufungsverfahren wieder aufgekommen sei, habe er ausgesagt, 
dass er damals unter Druck gestanden sei. Der Beschuldigte 2 sei damals aber 
anwaltlich vertreten gewesen. Wäre dem so gewesen, wäre die Verteidigung da-
zwischen gegangen. Dies habe die Reaktion von Rechtsanwalt B.________ an-
lässlich der Berufungsverhandlung am 4. August 2022 eindrücklich gezeigt. Dies 

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zeige, dass sich der Beschuldigte 2 in Widersprüche verstrickt und versucht habe, 
seinen Anteil am Raubüberfall zu verharmlosen. Er habe praktisch keine Empörung 
darüber gezeigt, dass ihn sein Freund, der Beschuldigte 1, gemäss seiner Ansicht 
zu Unrecht «in die Pfanne gehauen» habe. Dies erstaune. Es gebe keinen An-
haltspunkt, dass der Beschuldigte 1 darüber hätte lügen sollen, dass der Beschul-
digte 2 ihn gebeten habe, die Waffe mitzubringen. Er habe nämlich ausgesagt, 
dass der Beschuldigte 2 ihm gesagt habe, dass er diese für etwas brauche. Allen-
falls sogar, dass sie beide die Waffe gemeinsam für etwas brauchen würden. Er 
habe in diesem Zusammenhang ausgesagt, wie er das Bild der Nachricht auf 
WhatsApp genau vor Augen habe. Der Beschuldigte 2 habe auf die Frage, ob er 
den Beschuldigten 1 aufgefordert habe, die Waffe mitzunehmen, geantwortet: «ei-
gentlich nicht, nein». Warum habe der Beschuldigte 2 nicht einfach mit einem sim-
plen «nein» geantwortet? Der Beschuldigte 2 habe weiter ausgesagt, dass er nicht 
geglaubt habe, dass der Beschuldigte 1 die Waffe wirklich mitnehme. Dies hätte er 
nicht gesagt, wenn die Waffe nicht schon vorher ein Thema gewesen sei. Daher sei 
– wie dies auch die Vorinstanz angenommen habe – davon auszugehen, dass der 
Beschuldigte 2 den Beschuldigten 1 aufgefordert habe, die Waffe mitzunehmen. 
Dies passe ins Gesamtbild. Der Beschuldigte 2 habe Schwierigkeiten mit Geld ge-
habt und er habe gewusst, dass er von dem Geld eines Raubüberfalls profitieren 
könne. Der Erfolg sei mit einer Waffe deutlich wahrscheinlicher. Es könne nicht ab-
schliessend festgestellt werden, wer nun die Kleider mitgebracht habe. Der Be-
schuldigte 1 habe dies auf Nachfrage anlässlich der Berufungsverhandlung nicht 
mehr genau sagen können. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Frage nach 
sechseinhalb Jahren komme und der Beschuldigte 2 ihm im Rücken gesessen sei. 
Die vagen Aussagen würden daher nicht erstaunen. Der Umstand, dass sich der 
Beschuldigte 2 wiederholt negativ zum Beschuldigten 1 geäussert habe, spreche 
nicht für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Demgegenüber habe der Beschul-
digte 1 den Beschuldigten 2 nicht unnötig belastet. Zusammenfassend sei der 
Sachverhalt gemäss Anklage erstellt (pag. 1490 ff.).

Die Straf- und Zivilklägerin schloss sich den Ausführungen der Generalstaatsan-
waltschaft an (pag. 1454 f.). 

11. Würdigung durch die Kammer

Wie die Vorinstanz ist auch die Kammer in Würdigung sämtlicher Aussagen, des 
Aussageverhaltens der befragten Personen und unter Berücksichtigung der weite-
ren Beweise der Überzeugung, dass der Beschuldigte 2 massgeblich dafür verant-
wortlich ist, dass der Beschuldigte 1 noch in derselben Nacht die Cafébar 
P.________ ausraubte. 

Ergänzend und teilweise als Wiederholung zu den vorinstanzlichen Erwägungen 
sprechen für die Kammer die nachfolgenden Erwägungen für die massgebliche 
Verantwortung des Beschuldigten 2. 

11.1 Geständnis und Aussagen des Beschuldigten 1

Anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 2. März 2017 stritt der Beschuldigte 1 
noch kategorisch ab, irgendetwas mit dem Raub in der Cafébar P.________ zu tun 
zu haben (vgl. pag. 66 Z. 22, 31; 67 Z. 83 ff.). Auch bei seiner zweiten Einvernah-

22

me vom 27. März 2022 und auf Vorhalt, dass er mit dem Beschuldigten 2 im Zu-
sammenhang mit dem Raub genannt worden sei, sowie auf Vorhalt der Aussagen 
von S.________, wonach er etwas mit dem Raub zu tun habe und der Beschuldig-
te 2 ihn zum Raub gezwungen habe, stritt er jede Beteiligung am Raub ab (pag. 73 
Z. 9; 75 Z. 154 f.; 76 Z.172, 192). Im Sinne eines klassischen Lügensignals ging er 
sodann dazu über, S.________ anzugreifen und ihm zu unterstellen, er wolle damit 
zwei Fliegen auf einen Schlag erwischen, ihn und den Beschuldigten 2. 
S.________ habe einfach Stress mit dem Beschuldigten 2 und ihn [den Beschul-
digten 1] möge er einfach nicht. Er habe auch einmal gemeint, dass er sie fertig-
machen würde (pag. 75 Z. 148). Für die weitere Würdigung der Aussagen des Be-
schuldigten 1 von Bedeutung ist dabei, dass er bei diesen Ausflüchten nicht nur 
sich in Schutz nahm, sondern auch den Beschuldigten 2 aus der Angelegenheit 
rauszuhalten versuchte. So wollte er den Beschuldigten 2 auf der Fotodok 
ID2017/0274 zuerst nicht erkennen (pag. 73 Z. 21 ff.), band den Beschuldigten 2 in 
die Erklärung mit ein, weshalb S.________ ihn zu Unrecht belasten sollte (pag. 75 
Z. 148), und stritt ab, dass der Beschuldigte 2 ihn zum Raub gezwungen habe 
(pag. 75 Z. 154; 78 Z. 288). 

Bei seiner Einvernahme vom 28. März 2022 und immer noch bevor er ein Ge-
ständnis ablegte, sagte der Beschuldigte 1 aus, er habe den Beschuldigten 2 letz-
ten Samstag kurz gesehen. Er [der Beschuldigte 1] sei auf dem Weg zu 
V.________ gewesen und habe den Beschuldigten 2 im Park getroffen. Auf Nach-
frage sagte er zudem aus, dass ein gutes kollegiales Verhältnis zwischen ihnen 
bestehe und sie sich unregelmässig sehen würden. Der Beschuldigte 1 beschrieb 
das Verhältnis zwischen ihm und dem Beschuldigten 2 somit in einem Zeitpunkt, 
als er noch alles abstritt (vgl. pag. 86 Z. 103 f.) und den Beschuldigten 2 nicht be-
lastete, als kollegial und gut; sie würden jeweils zusammen «abhängen» (pag. 87 
Z. 115 f.). Gleichzeitig schoss er erneut gegen S.________ (vgl. pag. 87 Z. 113 ff.), 
unterstellte diesem nun regelmässigen Konsum (pag. 87 Z. 121) und band den Be-
schuldigten 2 wieder in die Erklärung mit ein, weshalb S.________ diese Aussagen 
gemacht haben sollte (pag. 87 Z, 113 ff.; 89 Z. 250, 256). Dabei fügte er – sich 
gleich selbst entlarvend und offenbar getragen von der Enttäuschung, dass 
S.________ sie verraten hatte – an, dass er keiner seiner Kollegen verpfeifen wür-
de, wenn er wüsste, wer den Raub begangen hat (pag. 87 Z. 136; vgl. hierzu auch 
pag. 100 Z. 465 ff.).

Nach der Einvernahme vom 28. März 2022 fragte der Beschuldigte 1 auf dem Weg 
ins Gefängnis gegenüber der Polizei, was er zu erwarten hätte, wenn er diesen 
Raub begangen hätte. Weiter fragte er, wie es sich verhalte, wenn man zu einer 
solchen Tat gezwungen worden sei (pag. 91 Z. 9 ff., bestätigt durch den Beschul-
digten 1). Diese Genese des nachfolgenden Geständnisses zeigt, dass der Be-
schuldigte 1 – vermutlich auch unter dem Eindruck der vorläufigen Festnahme und 
des Gefängnisses – nach der Einvernahme vom 28. März 2022 mit sich rang und 
überlegte, ob ein Abstreiten weiter Sinn macht (vgl. hierzu auch pag. 100 Z. 465 ff.: 
«Weil ich dachte, dass ich wieder rauskomme, solange die Polizei keine Beweise 
hat. Und auch wollte ich die Namen der andern nicht nennen und ich wusste, dass 
wenn ich die Wahrheit sage, ich diese Namen sagen muss», pag. 101 Z. 471: 
«Weil es mich ein wenig erleichterte»). Dass er die sich hierbei stellenden Fragen 

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nicht seinem Verteidiger stellte, der zuvor bei der Einvernahme anwesend war, 
sondern der Polizei, zeigt zugleich, dass er die Fragen offenbar aus den Gedanken 
herausstellte, ohne gross weiter nachzudenken. Von einem langfristig geplanten 
Geständnis, welches er sich hätte zurechtlegen können, ist somit nicht auszuge-
hen. In diesem Zusammenhang ist ferner auffällig und spricht für die Glaubhaftig-
keit der nachfolgenden, den Beschuldigten 2 belastenden Aussagen, dass der Be-
schuldigte 1 zwar bestätigte, diese Fragen gegenüber der Polizei gestellt zu haben, 
zugleich aber von sich aus anmerkte, dass es «nicht wortwörtlich erzwungen, son-
dern stark beeinflusst beziehungsweise manipuliert» sei (pag. 92 Z. 15 f.). Mit die-
ser Korrektur schwächte er den Vorwurf gegen den Beschuldigten 2 noch vor dem 
Geständnis von sich aus und ohne Not ab. Diese glaubhaften Aussagen sprechen 
sodann dafür, dass der Beschuldigte 1 nicht wie von der Verteidigung vorgebracht, 
vorgängig vom Polizisten beraten resp. zu einem Geständnis «gedrängt» wurde.

Als der Beschuldigte 1 sich dazu entschieden hatte, ein Geständnis abzulegen, 
sprudelte es nur so aus ihm heraus. Er schilderte dabei den Raub und das vorheri-
ge Treffen mit dem Beschuldigten 2 detailliert und in sich stimmig. Dabei räumte er 
– auch hinsichtlich unverfänglicher Tatsachen – jeweils unumwunden ein, wenn er 
sich nicht mehr sicher war oder etwas nicht mehr wusste (vgl. u.a. pag. 91 Z. 34 f.: 
«Wo wir vorher waren, kann ich mich nicht genau erinnern», Z. 35: «ungefähr 
2330», Z. 41: «er erwähnte glaube ich eine Bar [...]», Z. 47: «Irgendwas war noch 
mit der Bekleidung», Z. 52: «A.________ hatte die Kleidung glaube ich dabei», Z. 
59: «kann mich nicht mehr erinnern, wie ich die Sachen angezogen habe»; pag. 93 
Z. 70: «Vielleicht habe ich die Kleidung dort angezogen, aber das weiss ich nicht 
mehr»; pag. 95 Z. 172 ff.: «Das ist extrem schwer. Ich kann mich ehrlich gesagt 
nicht mehr erinnern. Aber mitgenommen habe ich die Kleider glaube ich nicht», Z. 
199: «Nein, ich glaube es nicht», Z. 204: «ich denke schon. Aber wissen tue ich es 
nicht»). Sodann konnte er Nebensächlichkeiten und Dialoge mit originellem Inhalt 
schildern (vgl. u.a. pag. 92 Z. 41: «[...] eine Bar ‘Lounge’ vis-à-vis vom .________ 
in L.________», Z. 44: «Er sagte mir, weiter, dass ich mir vorstellen solle, ich sei 
wie im Spiel GTA und dass im P.________ nur Frauen arbeiten würden und dass 
es demnach ganz einfach sei»; pag. 95 Z. 199 f.: «Das einzige, was er mir sagte 
war, dass dort zwei Frauen arbeiten») und räumlich-zeitliche Verknüpfungen resp. 
nicht der Chronologie folgende Aussagen machen (vgl. u.a. pag. 92 Z. 46: «Zu die-
sem Zeitpunkt war ich schon ziemlich betrunken», pag. 93 Z. 105: «Hier muss ich 
noch anfügen, dass A.________ mir sagte, dass ich ihn anrufen solle, kurz bevor 
ich ging»). In Bezug auf den Einsatz der Gasdruckpistole liess er zudem die Gele-
genheit aus, seinen Raub zu beschönigen (pag. 97 Z. 282: «Auf Frage, ob man das 
nicht sofort sehen würde, wenn kein Magazin eingeführt sei...» «Nein, es gibt nur 
eine ganz kleine Öffnung unten am Griff»). 

Die Aussagen vom Beschuldigten 1 zum anschliessenden Treffen in den Kel-
lerräumlichkeiten bei Q.________ wirken erlebnisbasiert und in sich stimmig. Sie 
zeigen insbesondere anschaulich auf, wie der Beschuldigte 2 sogleich wieder das 
Zepter in die Hand nahm, namentlich bei der Aufteilung der Beute. Erneut räumte 
der Beschuldigte 1 Unsicherheiten ein (pag. 94 Z. 129: «vielleicht auch ein wenig 
mehr. Genau weiss ich es nicht mehr») und gab Dialoge, Empfindungen sowie 
Komplikationen im Handlungsablauf wieder (pag. 94 Z. 130: «Er sagte mir, er wolle 

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das ganze Geld zählen», Z. 130 f.: «Das ist so ein wenig seine Art, dass er sich 
nimmt, was er will», Z. 133: «Zumindest zu nächst. Dann tat ich ‘blöd’ weil ich mit 
dem Betrag nicht zufrieden war», Z. 134: «Er hatte ja gar nichts dafür getan und 
wollte jetzt das ganze Geld an sich nehmen»). 

Angesprochen auf den Vorwurf, dass er vom Beschuldigten 2 unter Druck gesetzt 
worden sei, die Tat zu begehen, konnte der Beschuldigte 1 anschaulich und diffe-
renziert ausführen, wie er vom Beschuldigten 2 im Vorfeld des Raubs beeinflusst 
wurde und weshalb er sich darauf eingelassen hatte, wobei er sich dabei in keinem 
besonders guten Licht darstellte bzw. sich sehr selbstkritisch äusserte (vgl. u.a. 
pag. 98 Z. 356: «auf die Art, dass wir mehr verdient haben und mehr Geld haben 
sollten. Soviel ich weiss machte er dies schon mit einer anderen Person und 
A.________ zog den Profit daraus. Für mich war dies wie ein Ausnutzen»; pag. 99 
Z. 366 f.: «[...] Weil er vielleicht meinte, dass er mich manipulieren könne, weil ich 
naiv bin. Ich wollte halt auch immer mehr Respekt von ihm, als Kollege. Er sagte 
mir auch, dass ich mir damit seinen Respekt verdienen könne»). Gleichzeitig belas-
tete er den Beschuldigten 2 trotz entsprechender Möglichkeit nicht über Gebühr 
(vgl. pag. 98 Z. 362: «Nein, gedroht hat er mir nicht») und konnte plausibel und 
nachvollziehbar mittels der Wiedergabe von Dialogen eine Antwort darauf geben, 
weshalb der Beschuldigte 2 den Raub nicht selbst ausgeführt und stattdessen ihn 
dazu überredet hatte (vgl. pag. 99 Z. 372: «Er hatte bereits einmal mit der Polizei 
zu tun und hatte Angst, dass er erwischt würde. Ich sagte ihm öfters, er solle es 
doch selbst machen. Er sagte darauf, dass er dies nicht könne, weil er von 
L.________ sei und ihn alle kennen würden. Ich jedoch sei nicht von L.________ 
und könne es tun», Z. 384 f.: «A.________ sagte öfters, ich solle doch in diverse 
Restaurants, seit er wusste, dass ich eine Waffe habe»). Der Beschuldigte 2 ist 
denn auch einschlägig wegen Raubs vorbestraft (vgl. Strafregisterauszug vom 21. 
November 2022, pag. 1433.1 f.). Gefragt nach dem Motiv für den Raub, sagte der 
Beschuldigte 1 vorab ganz allgemein aus, dass Geld bei ihm selber kein Motiv ge-
wesen sei, um sogleich – wiederum sehr selbstreflektiert und differenziert – anzu-
fügen, dass der Beschuldigte 2 ihm jeweils eingeredet habe, dass sie Geld machen 
müssten und es so weit gekommen sei, dass er sich gedacht habe, wieso eigent-
lich nicht. Der Gedanke, an Geld zu kommen, sei ihm nicht unsympathisch gewe-
sen. Aber er hätte nie gedacht, auf diese Weise an Geld zu kommen (pag. 100 Z. 
426 ff.). In dieses Bild fügen sich schliesslich auch die Ausführungen des Beschul-
digten 1 zur Waffe ein, und weshalb er diese am fraglichen Abend zum Treffen mit 
dem Beschuldigten 2 mitgenommen hatte (vgl. pag. 100 Z. 435 ff.: «Das ist richtig, 
ich habe es ihm erzählt. Er fragte auch öfters, ob ich sie mitbringen könne. Aber 
nur an diesem Abend brachte ich sie mit. Er meinte zu mir vorgängig, dass er sie 
benötige. Vielleicht sagte er auch, dass wir sie benötigen. Er schrieb mir glaube ich 
auf WhatsApp, dass ich mein «Dings» mitbringen solle. Damit meinte er die Waf-
fe»). Auch diese Aussagen enthalten eingeräumte, für den Beschuldigten 1 teilwei-
se sogar nachteilige Korrekturen resp. Unsicherheiten («Vielleicht sagte er auch, 
dass wir sie benötigen»; «glaube ich auf WhatsApp») und originelle, für den Ablauf 
nicht zwingend erforderliche Details («Dings»; «nur an diesem Abend brachte ich 
sie mit»). Für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht nicht zuletzt, dass er 
gleich anschliessend erklärte, nun kein Problem mehr damit zu haben, den PIN-

25

Code anzugeben, seine beiden Codes nannte (vgl. pag. 100 Z. 442), und von sich 
aus ergänzte, dass nach dem Raub im Kellerräumchen noch eine Dritte Person 
bzw. Q.________ anwesend gewesen sei (vgl. pag. 100 Z. 448 ff.).

Insgesamt erachtet die Kammer die Aussagen des Beschuldigten 1, die er im 
Rahmen seines Geständnisses vom 28. März 2022 machte, als durchwegs glaub-
haft. Er zeichnete ein stimmiges Gesamtbild, was in der Nacht vom 12. auf den 
13. März 2016 vorfiel, und konnte seine diesbezüglichen Schilderungen auf Nach-
frage jeweils präzisieren und ergänzen. Es ist zudem kein Grund ersichtlich, wes-
halb er den Beschuldigten 2 zu Unrecht beschuldigt haben sollte. So belastete er 
ihn im Rahmen seines Geständnisses nicht über Gebühr, schwächte den bereits 
aufgrund der Aussagen von S.________ im Raum stehenden Vorwurf gegen den 
Beschuldigten 2 sogar noch ab und will sich auch nach dem Raub mit dem Be-
schuldigten 2, den er als guten Kollegen bezeichnete, getroffen haben, so insbe-
sondere am Samstag vor der Einvernahme vom 28. März 2017.

Anlässlich der Einvernahme vom 31. März 2017 machte der Beschuldigte 1 zwar 
konstante Aussagen zu den Aussagen an der Einvernahme vom 28. März 2017, 
was den äusseren Ablauf betrifft, fing jedoch spürbar damit an, seine eigene Positi-
on in ein besseres Licht zu rücken, indem er mehrfach betonte, dass für ihn nicht 
das Geld das Motiv gewesen sei, sondern das Helfen, und er sich nur dazu habe 
überreden lassen, weil er betrunken gewesen sei (vgl. pag. 104 Z. 32 ff.: «Ich habe 
mich dann von Herrn A.________ dazu beeinflussen lassen, obschon ich das gar 
nicht hätte machen müssen, da ich genug Geld habe und das nicht nötig hätte», Z. 
35 f.: «Ich war dann ziemlich betrunken und habe das dann gemacht», Z. 39 f.: «ich 
bin halt ein Mensch der gerne hilft. Er hat mir von seinen Schulden erzählt und 
dass er Geld benötige. Deshalb habe ich ihm geholfen», Z. 44: «Das Helfen steht 
im Hintergrund, ich habe es gemacht, weil ich betrunken war», Z. 47: «Geld war für 
mich kein Motiv, bis zu der Zeit ging es mir immer gut»; pag. 107 Z. 144 ff.: «Ich bin 
halt einer der gerne hilft [...] würde sowas nie selbst machen, wenn ich alleine wä-
re. [...] Ich habe erst vor kurzem einem Kollegen Geld ausgeliehen obschon ich da-
nach selber kein Geld mehr hatte»). Seine wenig schmeichelhafte und selbstkriti-
sche Einschätzung, dass er leicht beeinflussbar sei und viel auf seine Kollegen hö-
re, bestätigte er erneut (vgl. pag. 107 Z. 146, 152), ebenso, dass er sich wie in ei-
nem Videogame gefühlt habe (vgl. pag. 107 Z. 137). Bei den Kleidern zeigte er sich 
nun plötzlich sicher, dass der Beschuldigte 2 diese mitgebracht (vgl. pag. 105 Z. 
78) und er [der Beschuldigte 1] diese nach dem Raub entsorgt hatte (vgl. pag. 106 
Z. 118 f.). Nach Vorhalt der bestreitenden Aussagen des Beschuldigten 2 sagte der 
Beschuldigte 1 konstant und widerspruchsfrei zu seinen früheren Aussagen aus, 
dass es der Beschuldigte 2 gewesen sei, der die Idee mit dem Raub gehabt und 
das P.________ vorgeschlagen habe, und der Beschuldigte 2 es nicht selbst habe 
machen wollen, da ihn in L.________ jeder kenne (vgl. pag. 108 Z. 165 ff.). Er war 
dabei in der Lage, ergänzende Dialoge zu schildern, weshalb er und nicht der Be-
schuldigte 2 den Raub begehen sollte, die im Einklang mit seinen früheren Aussa-
gen stehen (vgl. pag. 108 Z. 168 ff.: «[...] er könne ausgeschafft werden und er 
könne wegen der Familie so etwas nicht machen. Er hat auch gemeint ich sei ja 
Schweizer, da würde niemand auf mich kommen und ich würde dann schon wieder 
aus der Sache raus kommen»). 

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Die Aussagen des Beschuldigten 1 anlässlich seiner Einvernahme vom 
31. März 2017 erachtet die Kammer im Vergleich zu seinen Aussagen vom 
28. März 2017 insoweit als weniger glaubhaft, als er nun merklich versuchte, seine 
Rolle besser darzustellen und sein Verschulden zu relativieren. Dies ändert jedoch 
nichts daran, dass er in Übereinstimmung mit seinen früheren Aussagen erneut 
glaubhaft ausführte, wie der Beschuldigte 2 ihn dazu aufgefordert hatte, seine 
Gasdruckpistole zum Treffen mitzubringen und ihn dort schliesslich davon über-
zeugt hatte, das P.________ auszurauben.

Im Rahmen der Konfrontationseinvernahme bestätigte der Beschuldigte 1 in Anwe-
senheit des Beschuldigten 2 zwar vorab seine bisherigen Aussagen (pag. 113 
Z. 50: «Ich kann meine Aussagen voll und ganz bestätigen») und im weiteren Ver-
lauf der Einvernahme, dass der Beschuldigte 2 ihm gesagt habe, er solle sein 
«Ding», gemeint sei seine Waffe, mitnehmen (pag. 114 Z. 88), und der Beschuldig-
te 2 auf die Idee gekommen sei, dass er das P.________ ausrauben solle (pag. 
114 Z. 108 ff.). Gleichzeitig ist über den gesamten Verlauf der Einvernahme deut-
lich spürbar, dass der Beschuldigte 1 in Anwesenheit des Beschuldigten 2 am 
liebsten keine belastenden Aussagen mehr getätigt hätte (vgl. pag. 113 Z. 82 f.: 
«Was genau wir gesprochen haben, weiss ich nicht mehr, dafür ist es zu lange 
her») und nur auf Nachhaken bestätigte, dass der Beschuldigte 2 ihn aufgefordert 
hatte, die Waffe mitzunehmen, und es die Idee des Beschuldigten 2 gewesen sei, 
das P.________ auszurauben (vgl. pag. 114 Z. 87: «Wenn sie es genau wissen 
möchten, dann war es so, dass Herr A.________ mir gesagt hat, ich solle mein 
Ding, gemeint ist meine Waffe, mitnehmen, was ich dann auch gemacht habe», Z. 
108 ff.: «Um es genau zu nehmen, war es gar nie ein Plan. [...] kam er auf die Idee, 
dass ich das P.________ ausrauben solle»). Der Beschuldigte 1 sagte denn auch 
aus, dass die Freundschaft durch den Vorfall in die Brüche gegangen sei (pag. 113 
Z. 71 f.). Vor diesem Hintergrund ist auch die ausweichende und etwas verklausu-
lierte Antwort des Beschuldigten 1 zu lesen, wonach er ehrlich gesagt nicht wisse, 
wer die Idee dazu gehabt habe. Er sei in dem Moment, bevor er vor dem Raub los-
gelaufen sei, ziemlich alkoholisiert gewesen und das sei so (schnippt mit den Fin-
gern) eine Idee gewesen. Vorher sei eine gefühlte halbe Stunde darüber gespro-
chen worden, was man machen könnte, um an Geld zu kommen. «Das Gespräch 
habe nicht durch ihn angefangen. Also könne man auch indirekt sagen, dass die 
Idee nicht von ihm gekommen sei» (pag. 116 Z. 184 ff.). Erst auf erneute ausdrück-
liche Nachfrage, von wem dann die Idee gekommen sei, nannte er wieder den Be-
schuldigten 2 (pag. 116 Z. 192). Für eine massgebliche Beteiligung des Beschul-
digten 2 spricht auch, dass der Beschuldigte 1 erneut – und in Anwesenheit des 
Beschuldigten 2 – aussagte, dass der Beschuldigte 2 das Geld gezählt und gesagt 
habe, wer wie viel bekomme (pag. 115 Z. 129 f.). Betreffend die Kleider sagte der 
Beschuldigte 1 nun aus, diese selbst mitgenommen zu haben (vgl. pag. 114 Z. 89, 
104 f.). Erwähnenswert ist schliesslich, dass der Beschuldigte 1 auf die Aussage 
des Beschuldigten 2, dass er nicht erwartet habe, dass er ihn nächstens anrufen 
würde und sagen würde, er habe das Geld (pag. 117 Z. 201 f.) von sich aus klar-
gestellt haben wollte, dass der Beschuldigte 2 ganz genau gewusst habe, wohin er 
gehe, und ihm sogar noch gesagt habe, «lüt mer nächhär a» (pag. 117 Z. 207 f.). 
Diese Aussage machte er bereits anlässlich seiner Einvernahme vom 28. März 

27

2017 mit einer räumlich-zeitlichen Verknüpfungen resp. ausserhalb der chronologi-
schen Abfolge, was für die Glaubhaftigkeit dieser Aussage spricht (vgl. pag. 93 Z. 
105 f.: «Hier muss ich noch anfügen, dass A.________ mir sagte, dass ich ihn an-
rufen solle, kurz bevor ich ging»). Die Korrektur am Ende der Einvernahme, wo-
nach es sein könne, dass ihm der Beschuldigte 2 bereits zwei Tage zuvor ge-
schrieben habe, die Waffe mitzunehmen (vgl. pag. 120 Z. 324 ff.), spricht für die 
Glaubhaftigkeit dieser Aussagen. Wäre der entsprechende Inhalt (Aufforderung zur 
Mitnahme der Waffe) erfunden, hätte eine solche Korrektur keinen Sinn ergeben. 
Zudem sagte er konstant zu seinen früheren Aussagen aus, dass der Beschuldigte 
2 es mit «Ding» bezeichnet hatte (vgl. pag. 120 Z. 327). 

Insgesamt erachtet die Kammer die Aussagen des Beschuldigten 1 anlässlich der 
Konfrontationseinvernahme vom 22. Januar 2018 im Vergleich zu seinen Aussagen 
vom 28. März 2017 insoweit als weniger glaubhaft, als er aufgrund der Anwesen-
heit des Beschuldigten 2 sich offensichtlich nicht frei zu äussern getraute und nur 
noch sehr zurückhaltend Aussagen tätigte bzw. jeweils erst auf Nachfrage belas-
tende Aussagen machte. Dieses zurückhaltende Aussageverhalten ändert jedoch 
nichts daran, dass er in Übereinstimmung mit seinen früheren Aussagen erneut 
aussagte, der Beschuldigte 2 habe ihn dazu aufgefordert, seine Gasdruckpistole 
zum Treffen mitzubringen, und es sei die Idee des Beschuldigten 2 gewesen, das 
P.________ auszurauben.

Anlässlich der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldigte 1 in Anwesenheit des 
Beschuldigten 2 aus, er habe mit dem Beschuldigten 2 vor der Berufungsverhand-
lung durch Zufall Kontakt gehabt. Etwa zehn Mal hätten sie sich in diesem Jahr ge-
sehen. Man habe sich vorher nicht angerufen. Das vorliegende Verfahren sei si-
cher erwähnt worden, da es etwas sei, was verbinde. Er sei aber meistens betrun-
ken gewesen, daher wolle er keine Aussagen dazu machen (pag. 1436 f. Z. 22 ff.). 
Darüber, dass er vor oberer Instanz wird aussagen müssen, will er mit dem Be-
schuldigten 2 – trotz den Kontakten – nicht gesprochen haben resp. mochte er sich 
nicht mehr erinnern (vgl. pag. 1437 Z. 1 ff.). Zum Raub in der Cafébar P.________ 
wollte der Beschuldigte 1 anfänglich ebenfalls keine Aussagen mehr machen (pag. 
1437 Z. 8 ff.). Erst nach Hinweis des Vorsitzenden, wonach er rechtskräftig verur-
teilt worden sei und er sich selbst nicht mehr belasten könne, machte er Aussagen 
zum Vorfall und hielt einleitend fest, dass alles so sei, wie es gewesen sei und man 
dies in den Akten nachlesen könne (pag. 1437 Z. 11 ff.). Auf Nachfrage sagte der 
Beschuldigte 1 neu und in Abweichung zu seinen früheren Aussagen aus, dass die 
Cafébar P.________ wahrscheinlich seine Idee gewesen sei. Dies jedoch mit der 
einleitenden Bemerkung, dass diese Frage «schwierig sei», und der anschliessen-
den Ergänzung, dass der Raub an sich nicht seine Idee gewesen sei (pag. 1437 Z. 
24 f.). Dass es dem Beschuldigten 1 in Anwesenheit des Beschuldigten 2 offen-
sichtlich schwerfiel, diesen direkt zu belasten, illustrieren sodann seine darauffol-
genden Antworten anschaulich (vgl. pag. 1437 Z. 28 f.: «Schwierig zu sagen. Wenn 
ein Kollege mir schreibe, nimm die Waffe mit und ich es dann mache, ist es klar, 
wem seine Idee es war»; Z. 41: «Wie soll ich das formulieren. Der Gedankenfunke 
hat er gegeben. Das ‘Überzeugen’. Dass es Sinn machen würde»). Er nahm sich 
dabei bewusst nicht von der (Mit-)Schuld aus (vgl. pag. 1437 Z. 29 f.: «Schlussend-
lich habe aber ich es gemacht. Ich hatte keine Waffe am Kopf, als ich es gemacht 

28

habe») und hätte am liebsten nicht mehr geantwortet (vgl. pag. 1438 Z. 12 ff.: 
«Nichts. Wenn ich darf. [...] Schwachsinn. Das ist meine Meinung. Ich versuche 
mich kurz zu fassen»). Trotz dieses spürbar zurückhaltenden Aussageverhaltens 
bestätigte er auf Nachfrage seine frühere Aussage, wonach der Raub die Idee des 
Beschuldigten 2 gewesen sei (vgl. pag. 1440 Z. 19 ff.: «Das stimmt so. Wieso sollte 
ich dies erfinden. Das würde keinen Sinn machen. Ich habe meine Strafe. Ich wür-
de ihn nur entlasten. Aber es bringt mir nichts [...] Ja.»). Betreffend Kleider zeigte er 
sich nun mehr oder weniger überzeugt, diese selbst mitgebracht zu haben (pag. 
1438 Z. 6 f.). In Übereinstimmung mit seinen früheren Aussagen sagte er zudem 
aus, dass er nicht derjenige gewesen sei, welcher das Geld aufgeteilt habe. Er ha-
be bei der Flucht nicht genug Zeit gehabt, das Geld zu zählen (pag. 1438 Z. 29 f.).

Die Aussagen des Beschuldigten 1 anlässlich der Berufungsverhandlung sind nach 
Ansicht der Kammer vor dem Hintergrund zu würdigen, dass zwischen der Tat und 
der Einvernahme an der Berufungsverhandlung mehr als sechs Jahre liegen und 
der Beschuldigte 1 offenbar zwischenzeitlich mit der Sache abgeschlossen hat. 
Dass er den fraglichen Vorfall nicht mehr in einer Art und Weise detailliert schilder-
te, wie er dies noch anlässlich seiner tatnächsten Einvernahmen machte, ist des-
halb verständlich. Sodann gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 1 be-
reits seit längerer Zeit rechtskräftig verurteilt ist und er den Beschuldigten 2 weiter-
hin ab und zu trifft. Es ist deshalb für die Kammer nachvollziehbar, dass er den Be-
schuldigten 2 nach all diesen Jahren möglichst nicht mehr von sich aus belasten 
wollte und nur noch zurückhaltend Aussagen machte resp. seine früheren belas-
tenden Aussagen erst auf Vorhalt bestätigte. Offenbar nahm sich der Beschuldigte 
1 selbst im Kollegenkreis als zu wenig respektierte Person wahr und wollte sich mit 
dem Raub mehr Respekt und Achtung verschaffen. Darauf lässt auch das von ihm 
nach dem Raub auf YouTube veröffentliche Video schliessen, von welchem die 
Verteidigung einen Screenshot zu den Akten reichte. Dass er sich im Video als 
Gangster darstellte, ändert nichts an der Glaubhaftigkeit seiner früheren, belasten-
den Aussagen. Es zeigt vielmehr auf, weshalb sich der Beschuldigte 1 überhaupt 
erst zu einem Raub überreden liess. Offenbar gab sich der Beschuldigte 1 im Kol-
legenkreis und gegen aussen gerne als Gangster. Im abgeschirmten Rahmen des 
Strafverfahrens musste er demgegenüber niemandem etwas «vorspielen». 

Insgesamt vermögen die zurückhaltenden Aussagen des Beschuldigten 1 anläss-
lich der Berufungsverhandlung seine früheren, belastenden Aussagen folglich nicht 
in Frage zu stellen. Vielmehr bestätigte der Beschuldigte 1 erneut, dass es die Idee 
des Beschuldigten 2 gewesen sei, den Raub in der Cafébar P.________ zu bege-
hen.

11.2 Aussageverhalten des Beschuldigten 2

Der Beschuldigte 2 stritt zu Beginn seiner Einvernahme vom 28. März 2017 eben-
falls jede Beteiligung am Raub ab, sagte jedoch aus, eigentlich zu wissen, wer es 
war, er es aber einfach nicht sagen wolle (pag. 122 Z. 15, 20 f.). Mit der Begrün-
dung, dass er nun selbst des Raubs beschuldigt werde, benannte er in der Folge 
den Beschuldigten 1 als Täter (pag. 122 Z. 37 f.). Er beliess es aber nicht bei einer 
blossen Nennung des Namens, sondern zeichnete zugleich ein wenig schmeichel-
haftes Bild des Beschuldigten 1 (pag. 122 Z. 34 ff.: «Er wollte unbedingt Geld, wie 

29

soll ich sagen, Geld haben. [...] Er war schon immer jemand, welcher sein Geld am 
schnellsten vergeudet. Er bekommt auch immer Depressionen. Er ist auch jung 
und hatte die Idee im Kopf»). Auf sich selbst bezogen sagte er wiederholt aus, nicht 
gedacht zu haben, dass der Beschuldigte 1 wirklich etwas durchzieht (pag. 123 Z. 
92 f., ferner pag. 124 Z. 148 ff.: «Er war immer einer, welcher immer sagte, dass er 
dieses und jenes mache. Man hat ihn einfach nicht mehr ernst genommen»; pag. 
125 Z. 159 f.: «Aber er war immer einer, der immer der Coole sein wollte. Ich habe 
ihn gegen Schluss auch nicht mehr ernst genommen»). Nachdem dem Beschuldig-
ten 2 im Verlaufe der Einvernahme eröffnet worden war, dass der Beschuldigte 1 
behaupte, dass er [der Beschuldigte 2] mehr mit dem Raub zu tun habe, als er bis-
her zugegeben habe, und ihm einzelne Vorhalte aus der Einvernahme des Be-
schuldigten 1 gemacht wurden, stritt er alles ab und verstrickte sich dabei wieder-
holt in Widersprüche. So sagte er beispielsweise nun aus, dass nicht der Beschul-
digte 1, sondern sie («wir») das Geld gezählt hätten (pag. 128 Z. 319, zuvor pag. 
123 Z. 107: «G.________ hat das Geld vor uns gezählt»), er ein paar hundert 
Franken erhalten habe (pag. 128 Z. 324) und Q.________ allenfalls auch etwas er-
halten habe (pag. 128 Z. 341, zuvor pag. 128 Z. 337: «nichts bekommen»). Gleich-
zeitig blieb er in seinen Aussagen vage und berief sich wiederholt auf Erinnerungs-
lücken und seine damalige Betrunkenheit. Offenbar brachten ihn die Vorhalte 
durcheinander und er war sich immer weniger sicher, wieweit er etwas eingestehen 
oder bestreiten sollte. Jedenfalls sind seine Aussagen deutlich weniger kohärent 
und nachvollziehbar, als diejenigen des Beschuldigten 1 im Rahmen seines Ge-
ständnisses. Nachdem ihm zudem wiederholt Vorhalte von Aussagen des Be-
schuldigten 1 gemacht worden waren, deren Inhalt er kategorisch bestritt (pag. 129 
Z. 361 ff.), ging er dazu über, den Beschuldigten 1 in ein schlechtes Licht zu stellen 
(pag. 129 Z. 375 f.: «G.________ hat die Lehre abgebrochen. Wenn ich so jemand 
wäre, dann wäre ich ja viel schlimmer als er») und dem Beschuldigten 1 ein abge-
kartetes Spiel mit S.________ zu unterstellen (vgl. u.a. pag. 129 Z. 383 ff.: «Also 
von G.________ habe ich letzte Woche noch gehört, dass S.________ im gesagt 
habe, ‘Chum mir figge doch der A.________’. Also im Sinn wie dass die beiden 
A.________ kaputt machen sollen. [...] Es war so, dass S.________ zu 
G.________ gesagt hat, ‘Chum mir säge doch, dass der A.________ di Zwunge 
het, das du das gmacht hesch, das är e straf bechunnt’»). Bezeichnend ist, dass 
der Beschuldigte 2 daraufhin von der befragenden Person darauf hingewiesen 
wurde, dass seine Aussagen unglaubwürdig wirken und ausdrücklich zur Wahrheit 
ermahnt wurde (pag. 129 Z. 395, 400). Auf die anschliessende Frage, weshalb der 
Beschuldigte 1 ihn belaste, konnte er sodann selbst keine Antwort mehr geben 
(pag. 130 Z. 412 f.: «Ich weiss es nicht»). Zuvor hatte er noch gemutmasst, dass 
der Beschuldigte 1 dies vielleicht erzähle, da sie das Geld zusammen vergeudet 
hätten und weil er nicht der einzige sein wolle, der Schuld sei (pag. 127 Z. 292 f.), 
was aus Sicht der Kammer eine wenig plausible Erklärung ist. Dies umso weniger, 
als beide aussagten, gute Kollegen zu sein (vgl. u.a. pag. 140 Z. 151; pag. 113 Z. 
64, 71 f.) und Q.________ ebenfalls vom Geld profitierte. Bemerkenswert ist 
schliesslich auch seine allgemeine Aussage, dass sich niemand von ihm unter 
Druck gesetzt fühlen müsse und sie in einem freien Land seien (pag. 129 Z. 380 f.). 
Eine solche Erklärung drängt sich nur auf, wenn er vor dem Raub – auf welche Art 

30

und Weise auch immer – tatsächlich auf den Beschuldigten 1 eingewirkt hat. Ins-
gesamt erachtet die Kammer die Aussagen des Beschuldigten 2 als deutlich weni-
ger glaubhaft als diejenigen des Beschuldigten 1 vom selben Tag.

Bei seiner Einvernahme vom 29. März 2017 stritt der Beschuldigte 2 nicht mehr ka-
tegorisch ab, auf den Beschuldigten 1 eingewirkt zu haben, sondern sagte aus, den 
Beschuldigten 1 «unterstützt» zu haben, ihm aber gesagt zu haben, dass er [der 
Beschuldigte 2] es nicht selber tun könne (pag. 138 Z. 15 f.). Weshalb bei einer 
blossen Unterstützung eines Täters, der sich bereits zum Raub entschieden hat, 
sich die unterstützende Person gegenüber dem Täter erklären muss, weshalb sie 
den Raub nicht selbst begehen könne, erschliesst sich der Kammer nicht bzw. er-
gibt keinen Sinn. Diese Erklärung steht vielmehr im Einklang mit ähnlichen Aussa-
gen des Beschuldigten 1, wonach der Beschuldigte 2 ihm erklärt habe, weshalb er 
und nicht der Beschuldigte 2 den Raub begehen sollte (vgl. pag. 99 Z. 372; pag. 
108 Z. 168 ff.). Abweichend zu früheren Aussagen will der Beschuldigte 2 nun ca. 
CHF 1'000.00 vom Beschuldigten 1 erhalten haben (pag. 138 Z. 32 f.; zuvor 
nichts» bzw. «ein paar hundert Franken»). Dass die Idee von ihm gekommen sei, 
stritt er weiterhin ab (pag. 140 Z. 118 ff.: «Also die Idee nicht gross. Aber 
G.________ wollte etwas machen. Wir haben ihm nicht gesagt geh dorthin oder 
dorthin. G.________ hat sich das P.________ selbst ausgesucht. [...] Das war 
G.________»), gestand aber nun erstmals ein eigenes Motiv am Raub ein (pag. 
140 Z. 127 ff.: «[...] würde ich auch Geld erhalten. Ich habe gewusst, dass ich vom 
Geld profitieren könnte. [...] Ich hatte in dieser Zeit auch Schwierigkeiten mit dem 
Geld»). Bemerkenswert ist zudem die Aussage, wonach der Beschuldigte 2 dem 
Beschuldigten 1 gesagt haben will, «mach es und ruf mich nachher an» (pag. 140 
Z. 135). Bei der Konfrontationseinvernahme brachte der Beschuldigte 1 nach einer 
Aussage des Beschuldigten 2, dass er nicht erwartet habe, dass er ihn nächstens 
anrufen würde, exakt diese Korrektur an (pag. 150 Z. 207 f.: «A.________ wusste 
ganz genau, wohin ich gehe, als ich losgelaufen bin. Er hat mir sogar noch gesagt 
‘lüt mer nächhär a’»). Auf erneuten Vorhalt des Vorwurfs, er habe den Beschuldig-
ten 1 zum Raub angestiftet, reagierte er sodann übertrieben (pag. 140 Z. 151: 
«stimmt hundertprozentig nicht»), stellte eine wenig einleuchtende Überlegung in 
den Raum (pag. 140 Z. 151 f.: «G.________ ist ein guter Kollege von mir. Ich weiss 
es nicht ob ich jemanden zu so etwas zwingen könnte»), schob die Schuld auf den 
Beschuldigten 1 ab (pag. 140 Z. 152 f.: «Wenn G.________ das Gefühl hat, dass 
ich so einer sei, hätte er nicht ein Kollege von mir sein müssen») und ging dann 
dazu über, den Beschuldigten 1 mit weiteren Vorwürfen einzudecken und schlecht 
zu machen (vgl. pag. 140 Z. 154 ff.: «Ich weiss noch etwas anderes von 
G.________. Ich habe mir überlegt, ob ich es erwähnen soll. [...] eine Kamera ge-
stohlen worden [...] habe herausgefunden, dass es G.________ war»; pag. 141 Z. 
193 ff.: «Vor zwei oder drei Wochen hat G.________ mir erzählt, dass er ein Handy 
gestohlen habe. [...]»). Insgesamt erachtet die Kammer auch diese Aussagen des 
Beschuldigten 2 deutlich weniger glaubhaft als diejenigen des Beschuldigten 1 vom 
28. März 2017.

Bei der Konfrontationseinvernahme vom 22. Januar 2018 sprach der Beschuldig-
te 2 nicht mehr von einem blossen «unterstützen», sondern von einem «motivie-
ren». Er sei eher der Motivierende für das Ganze gewesen. Er habe gesagt, wenn 

31

er es wirklich machen wolle, dann wäre das gut. Er habe nicht gesagt, er müsse. 
Es sei nicht alles von ihm aus gekommen (pag. 115 Z. 141 f.). Er stritt nicht mehr 
kategorisch ab, den Beschuldigten 1 aufgefordert zu haben, die Waffe mit nach 
L.________ zu bringen (vgl. pag. 115 Z. 150 ff.: «Ich habe ihn gefragt, ob er eine 
habe, er sagte ja sicher. Ich dachte nicht, dass er sie dann wirklich mit dabei haben 
würde [...]»). Auf konkrete Nachfrage antwortete er wenig überzeugend mit «Ei-
gentlich nicht, nein» (pag. 115 Z. 154 ff.) Mit der Einleitung «eigentlich nicht» relati-
vierte er seine verneinende Aussage gleich selbst. Bezeichnenderweise wollte der 
Beschuldigte 2 zum darauffolgenden Vorhalt betreffend die Kleider zuerst nichts 
mehr sagen (pag. 116 Z. 165: «Ich sage lieber hier nichts dazu»). Auch versuchte 
er, den Beschuldigten 1 erneut als naiv darzustellen und dass dieser selbst schuld 
sei, wenn er die dummen Sachen, die sie redeten, ernst meine (vgl. pag. 116 Z. 
179 f.). Obwohl sie offenbar vor dem Raub gemeinsam über die Cafébar 
P.________ gesprochen hatten (vgl. pag. 119 Z. 284), sagte er zudem aus, zuerst 
nicht gewusst zu haben, dass der Beschuldigte 1 die Cafébar P.________ ausge-
raubt habe (vgl. pag. 116 Z. 19). Es fällt sodann auf, dass sowohl der Beschuldigte 
1 als auch der Beschuldigte 2, als die Rolle von Q.________ zur Sprache kam, je-
weils von «wir» sprachen und Q.________ demgegenüber als unbeteiligten Kolle-
gen davon abtrennten (vgl. u.a. pag. 117 Z. 228 ff.: Beschuldigter 1: «Er hat einzig 
einen Teil der Beute bekommen, wusste aber gar nicht, woher wir dieses Geld hat-
ten.»; Beschuldigter 2: «Die Aussage von G.________ stimmt. Q.________ war 
nicht darin verwickelt.»; pag. 118 Z. 270 f.: Beschuldigter 2 «Er hat es vielleicht 
schon mitbekommen, wusste aber nicht im Detail was wir machen»; pag. 119 
Z. 279 f.: Beschuldigter 1 «[...] wir beide nicht wollen, dass Q.________ da weiter 
mit reingezogen wird, da er nichts damit zu tun hat.»; pag. 119 Z. 283 ff.: «Frage an 
beide Beschuldigte: Wer war am Bahnhof noch mit dabei, als darüber gesprochen 
wurde das P.________ zu überfallen? G.________: Nur A.________ und ich. 
A.________: Das stimmt»). Insgesamt kann somit festgestellt werden, dass der 
Beschuldigte 2 anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 22. Januar 2018 
zwar immer noch versuchte, seine Beteiligung am Raub kleinzureden und die 
Hauptinitiative dem Beschuldigten 1 zuzusprechen. Gleichzeitig gab er nun aber 
auch zu, dass er im Vorfeld des Raubs mit dem Beschuldigten 1 über die Cafébar 
P.________ gesprochen und er den Beschuldigten 1 nicht nur «nicht abgehalten», 
sondern sogar zum Raub «motiviert» hat. Er näherte sich damit ein weiteres Stück 
den Aussagen des Beschuldigten 1 an. Vorwürfe und Schuldzuweisungen, wie er 
sie gegen den Beschuldigten 1 an seiner Einvernahme vom 29. März 2017 noch 
erhoben hatte, machte er nun keine mehr, vermutlich, da der Beschuldigte 1 eben-
falls anwesend war. Jedenfalls vermögen seine Aussagen anlässlich der Konfron-
tationseinvernahme vom 22. Januar 2018 nichts an der Glaubhaftigkeit des Ge-
ständnisses des Beschuldigten 1 zu ändern. 

Anlässlich seiner Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung relati-
vierte der Beschuldigte 2 gleich zu Beginn und von sich aus seine Aussage, wo-
nach er den Beschuldigten 1 motiviert habe (vgl. pag. 987 Z. 25 f.). Er begründete 
dies wenig überzeugend damit, dass er ein paar Sachen zu viel gesagt habe, damit 
der Beschuldigte 1 auch zugebe, dass er es selbst gemacht habe (pag. 987 Z. 20 
f.). Dieser Logik kann die Kammer nicht folgen. Auf Ergänzungsfrage des Staats-

32

anwalts versuchte der Beschuldigte 2 erneut, sich zu erklären, weshalb seine eige-
ne Aussage, der Motivierende gewesen zu sein, nicht wahr sei (pag. 991 Z. 2 ff.: 
«Genau, weil mir vorgeworfen wird, ich hätte ihn gezwungen. Deshalb habe ich 
damals gedacht, es ist besser, dass ich sage, dass ich ihn motiviert hätte. Das ha-
be ich aber nicht gemacht. Ich dachte, er brauche Aufmerksamkeit. Ich habe ihm 
gesagt, du kannst das machen, eher so [...] Deswegen habe ich damals so ausge-
sagt weil ich gedacht habe, so bekomme ich eine weniger hohe Strafe»; vgl. ferner: 
pag. 992 Z. 21 ff.). Dieser Erklärungsversuch ist weder plausibel noch stimmig und 
mutet als ein hilfloser Versuch an, sich von früheren, verfänglichen Aussagen zu 
distanzieren. Es ergibt keinen Sinn, auszusagen, der Motivierende gewesen zu 
sein, wenn man selbst nichts mit dem Raub zu tun gehabt hat. Der Beschuldigte 2 
stritt nun auch wieder ab, im Vorfeld des Raubs mit dem Beschuldigten 1 über die 
Cafébar P.________ gesprochen zu haben (pag. 987 Z. 32). Wie bei seiner ersten 
Einvernahme sagte er aus, nicht gedacht zu haben, dass der Beschuldigte 1 wirk-
lich einen Raub begeht, sondern nur blufft und blöd «schnurret» (vgl. pag. 987 Z. 
34 ff., 45 f.; ferner pag. 988 Z. 10 f., 41 f.; 991 Z. 12). Von der Waffe will er – ent-
gegen anderslautenden früheren Aussagen – nichts mehr wahrgenommen haben 
(vgl. pag. 988 Z. 17 f.: «Ich habe nicht wahrgenommen, dass er die Pistole dabei 
hatte»; zuvor pag. 124 Z. 138: «Er hat uns zuerst die Pistole gezeigt und ist dann 
gegangen»). Als Motiv für den Raub nannte er beim Beschuldigten 1 das Geld 
(pag. 988 Z. 9 f., 33 f.), sagte aber gleichzeitig aus, dass der Beschuldigte 1 keine 
Geldprobleme hatte (pag. 987 Z. 45; pag. 988 Z.11). Die Vorinstanz sprach ihn in 
der Folge auf diese widersprüchlichen Aussagen an und hakte nach (pag. 990 Z. 1 
ff.; vgl. ferner: pag. 992 Z. 1 ff.). Eigene Geldprobleme verneinte der Beschuldigte 2 
(pag. 990 Z. 27 ff.), nachdem er in einer früheren Einvernahme noch ausgesagt 
hatte, gewusst zu haben, dass er vom Geld profitieren könnte und er in dieser Zeit 
auch Schwierigkeiten mit dem Geld gehabt habe (pag. 140 Z. 127 ff.). Zugleich 
stellte er den Beschuldigten 1, der anders als bei der Konfrontationseinvernahme 
nun wieder nicht mehr anwesend war, in ein schlechtes Licht (vgl. pag. 991 Z. 41 f.: 
«Er ist ja eigentlich schlimmer als ich oder. Er war in seinen Augen immer der Bes-
te, der Coolste und der Stärkste»; pag. 992 Z. 4 f.: «Er war auch Rapper und ich 
denke, er hat zu viele Dokus aus Amerika geschaut. Nach mir dachte er wohl, er 
sei ein Gangster»).

Insgesamt ist bei seinen Aussagen vor der Vorinstanz wieder ein vermehrtes Ab-
streiten seines Einflusses auf den Beschuldigten 1 und ein Beschönigen seiner 
Rolle festzustellen. Der Beschuldigte 2 versuchte frühere seiner Aussagen abzu-
schwächen oder mit wenig plausiblen Erklärungen als falsch darzustellen und den 
abwesenden Beschuldigten 1 in ein schlechtes Licht zu rücken, der aus eigener In-
itiative gehandelt habe. Dieses wenig konstante und teilweise widersprüchliche 
Aussageverhalten des Beschuldigten 2 lässt seine Aussagen als unglaubhaft er-
scheinen und spricht zugleich für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldig-
ten 1 im Rahmen seines Geständnisses.

Anlässlich der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldigte 2 aus, nicht mehr zu 
wissen, wie es dazu gekommen sei, dass der Beschuldigte 1 den Raub begangen 
habe. Er sei ungefähr 600/700 Meter vom Tatort entfernt mit einem Kollegen gewe-
sen. Der Beschuldigte 1 sei von dort losgegangen, und er wisse nicht, ob er direkt 

33

zur Cafébar P.________ gegangen sei oder noch angehalten habe (pag. 1406 Z. 2 
ff.). Der Beschuldigte 2 versuchte dabei abermals, den Beschuldigten 1 in einem 
schlechten Licht darzustellen. So sagte er aus, dass es nicht das erste Mal gewe-
sen, dass der Beschuldigte 1 solche Sachen gesagt habe. Er habe öfters Geld ge-
braucht. Er habe eine Spielsucht. Weil er kein Geld gehabt habe, sei der Beschul-
digte 1 schlecht drauf gewesen (pag. 1406 Z. 4 ff.). Der Beschuldigte 2 stritt so-
dann in Abweichung zu früheren Aussagen ab, mit dem Beschuldigten 1 über die 
Cafébar P.________ gesprochen zu haben (pag. 1406 Z. 18 ff.; vgl. ferner pag. 
152 Z. 284 ff. und pag. 1407 f. Z. 43 ff.). Gleichzeitig gab er im Widerspruch zu sei-
nen Aussagen vor der Vorinstanz nun wieder zu, davon gewusst zu haben, dass 
der Beschuldigte 1 eine Waffe dabeihatte (pag. 1406 Z. 31). Die belastende Aus-
sage des Beschuldigten 1, wonach er [der Beschuldigte 2] ihn aufgefordert habe, 
die Waffe an diesem Abend mitzubringen, erklärte er wenig plausibel mit der Angst 
und dem Alter des Beschuldigten 1 (vgl. pag. 1406 Z. 37 f.: «Ich verstehe, dass er 
Angst hat oder hatte. Wenn ich in der gleichen Situation mit diesem Alter gewesen 
wäre, hätte ich vielleicht gleich reagiert. Ich weiss es nicht»). Zudem schob er die 
Erklärung nach, dass der Beschuldigte 1 dies allenfalls so ausgesagt habe, weil er 
[der Beschuldigte 2] Geld erhalten habe (pag. 1406 Z. 39 f., ferner: pag. 1407 Z. 23 
ff.). Dies erachtet die Kammer als nicht plausibel. So profitierte Q.________ eben-
falls vom Geld und wurde vom Beschuldigten 1 nicht beschuldigt, an der Planung 
des Raubs beteiligt gewesen zu sein. Schliesslich vermag der erneute Erklärungs-
versuch des Beschuldigten 2, weshalb er bei der Konfrontationseinvernahme aus-
gesagt hatte, den Beschuldigten 1 «motiviert» zu haben, nicht zu überzeugen (pag. 
1407 Z. 15 ff.: «ich war dann selbst jünger, und ich dachte, dass wenn ich es so 
sage, er mehr sagen würde. Dies war ja dann auch so. [...] Bis dahin hat er be-
hauptet, dass ich alles organisiert habe. Ich habe dies deswegen gemacht. Ich ha-
be aber nicht gedacht, dass ich dann die Hauptschuld trage»). Es ergibt keinen 
Sinn, etwas einzugestehen, dass einem vorgeworfen wird und man nicht getan hat, 
mit dem Ziel, dass aufgrund dieses «falschen» Eingeständnisses der Vorwurf wie-
der zurückgenommen wird (vgl. hierzu auch pag. 1408 Z. 33 ff.). Hätte der Be-
schuldi