# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27c65044-6892-5d30-8d13-efcff40203c3
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 27.01.2022 VG.2021.00078 (VG.2022.1114)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2021-00078_2022-01-27.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 27. Januar 2022

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Michael Schlegel,
  Verwaltungsrichterin Jolanda Hager und Gerichtsschreiberin i.V. MLaw
  Valentina Flückiger

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2021.00078

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Abteilung Migration des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Departement Sicherheit und Justiz

    des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Aufenthaltsbewilligung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der am […] geborene A.______, Staatsangehöriger des
  Landes B.______, reiste am 5. September 1979 im Alter von vier Jahren
  erstmals in die Schweiz ein. Aus der Ehe mit der Schweizer Bürgerin C.______,
  geschlossen am […], gingen drei Kinder (D.______ [Jg. 1999], E.______ [Jg.
  2000] und F.______ [Jg. 2002]) hervor. Am 17. August 2006 meldete sich
  A.______ ins Ausland ab.

  
	
   

  
	
  1.2 Im Rahmen des Familiennachzugs reiste A.______
  anfangs September 2009 erneut in die Schweiz ein, wobei er vom 1. Juli
  2015 bis zum 29. Juni 2021 Sozialhilfe bezog. Die Ehe mit C.______ wurde
  am 17. März 2016 geschieden. Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wurde zuletzt
  Ende 2019 bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mit Verfügung vom 3. März
  2021 verweigerte die Abteilung Migration des Kantons Glarus die Verlängerung
  der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Die von A.______ am 16. März 2021
  hiergegen erhobene Beschwerde wies das Departement Sicherheit und Justiz des
  Kantons Glarus (DSJ) am 21. September 2021 ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  In der Folge gelangte
  A.______ mit Eingaben vom 27. September 2021, 30. September 2021
  und 11. Oktober 2021 ans Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss
  die Aufhebung der Verfügung der Abteilung Migration vom 3. März 2021
  sowie des Entscheids des DSJ vom 21. September 2021. Die
  Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
  zu Lasten des Kantons Glarus.

  
	
   

  
	
  Das DSJ beantragte am 9.
  November 2021 die Abweisung der Beschwerde. Die Abteilung Migration schloss
  am 10. November 2021 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde; unter
  Kostenfolgen zu Lasten von A.______.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 16 des
  Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer
  und zum Asylgesetz vom 4. Mai 2008 (EG AuG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit.
  b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die
  unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
  Sachverhalts sowie die unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines
  Missbrauchs des Ermessens geltend gemacht werden (Art. 107 Abs. 1
  VRG). Die Unangemessenheit eines Entscheids kann nur ausnahmsweise überprüft
  werden (Art. 107 Abs. 2 VRG). Ein solcher Ausnahmetatbestand liegt
  nicht vor.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Der Beschwerdeführer ist
  Staatsangehöriger des Landes B.______. Für Staatsangehörige eines
  Mitgliedstaates der Europäischen Union (EU) gilt das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
  Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 (AIG) nur so
  weit, als das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits
  und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über
  die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (FZA) keine abweichenden
  Bestimmungen enthält oder das AIG günstigere Bestimmungen vorsieht
  (Art. 2 Abs. 2 AIG). Dies ist vorliegend nicht der Fall, weshalb
  die vorliegende Prüfung anhand des FZA zu erfolgen hat.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Arbeitnehmende, die Staatsangehörige eines
  EU-Mitgliedstaates sind und mit einer arbeitgebenden Person in der Schweiz
  ein Arbeitsverhältnis mit einer Dauer von mindestens einem Jahr eingehen,
  erhalten eine Aufenthaltsbewilligung mit einer Gültigkeitsdauer von fünf
  Jahren ab dem Zeitpunkt der Erteilung der Erlaubnis (Art. 6 Abs. 1
  Anhang I FZA).

  
	
   

  
	
  3.2 Den freizügigkeitsrechtlichen
  Arbeitnehmendenbegriff erfüllt, wer während einer bestimmten Zeit Leistungen
  für eine andere Person nach deren Weisungen erbringt und als Gegenleistung
  dafür eine Vergütung erhält. Dabei kommt es grundsätzlich weder auf den
  zeitlichen Umfang der Aktivität noch auf die Höhe des Lohns und die
  Produktivität der betroffenen Person an. Erforderlich ist jedoch quantitativ
  wie qualitativ eine echte und tatsächliche wirtschaftliche Tätigkeit (Urteil
  des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2019.00750 vom 18. November
  2020 E. 3.1 f., mit Hinweisen). Die Bewilligung wird grundsätzlich
  automatisch um mindestens fünf Jahre verlängert (Art. 6 Abs. 1
  Anhang I FZA).

  
	
   

  
	
  3.3 Ein EU/EFTA-Staatsangehöriger, der zwecks Ausübung
  einer selbständigen Erwerbstätigkeit in die Schweiz einreist, hat sodann
  ebenfalls Anspruch auf eine mindestens fünf Jahre gültige
  Aufenthaltserlaubnis ab Erteilung, sofern er den zuständigen nationalen
  Behörden nachweist, dass er zu diesem Zweck niedergelassen ist oder sich niederlassen
  will (Art. 12 Abs. 1 Anhang I FZA). Diese wird automatisch um
  mindestens fünf Jahre verlängert, sofern er den zuständigen nationalen
  Behörden nachweist, dass er (weiter) eine selbständige Erwerbstätigkeit
  ausübt (Art. 12 Abs. 2 Anhang I FZA). Die
  Aufenthaltsbewilligung ist grundsätzlich auch dann zu erteilen, wenn die
  wirtschaftliche Rentabilität nicht gegeben ist. Es müssen sodann aber
  anderweitig ausreichend Mittel zur Vermeidung einer Fürsorgeabhängigkeit
  vorhanden sein (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich
  VB.2014.00262 vom 28. Mai 2014 E. 2.4, mit Hinweisen). Es obliegt
  dem um Bewilligung ersuchenden Ausländer, den Nachweis einer existenzsichernden
  selbständigen Erwerbstätigkeit bzw. das Vorliegen einer alternativen Finanzierungsmöglichkeit
  zu erbringen (vgl. dazu die Weisungen und Erläuterungen zur Verordnung
  über den freien Personenverkehr des Staatssekretariats für Migration [SEM]
  vom Januar 2022, Ziff. 4.3.2, abrufbar unter www.sem.admin.ch
  [nachfolgendend: VFP-Weisungen]). Dies ergibt sich sowohl aus der
  Mitwirkungspflicht im Ausländerrecht nach Art. 90 AIG als auch aus der
  allgemeinen verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht gemäss Art. 39
  Abs. 1 VRG.

  
	
   

  
	
  3.4 Eine gültige Aufenthaltserlaubnis darf den
  erwerbstätigen Personen nicht allein deshalb entzogen werden, weil sie auf
  Grund einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit oder
  Unfall keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben (Art. 6 Abs. 6 sowie
  Art. 12 Abs. 6 Anhang I FZA).

  
	
   

  
	
  3.5 Ein Sozialhilfebezug bzw. das Fehlen genügender
  finanzieller Mittel steht auch einer freizügigkeitsrechtlichen Bewilligung
  als Nichterwerbstätige bzw. Nichterwerbstätiger im Sinne von Art. 2
  Abs. 2 Anhang I FZA entgegen (vgl. Art. 24 Abs. 1
  lit. a Anhang I FZA i.V.m. Art. 16 der Verordnung über den freien
  Personenverkehr vom 22. Mai 2002 [VFP] sowie Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG).

  
	
   

  
	
  3.6 Sind die Voraussetzungen für ihre Erteilung nicht
  mehr erfüllt, können Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA gemäss Art. 23 Abs. 1
  VFP widerrufen oder müssen nicht verlängert werden.

  
	
   

  
	
  3.7 Der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit bzw.
  der fehlenden ausreichenden finanziellen Mittel steht einem
  Aufenthaltsanspruch gestützt auf das Recht auf Privatleben nach Art. 8 Abs. 1
  der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten
  (Europäischen Menschenrechtskonvention, EMRK) und Art. 13 Abs. 1
  der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April
  1999 (BV) oder einer Härtefallbewilligung nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG
  bzw. Art. 20 VFP entgegen.

  
	
   

  
	
  3.7.1 Der Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art.
  13 Abs. 1 BV erfasst abgesehen von der Kernfamilie, d.h. den
  Beziehungen zwischen Ehepartnern sowie zwischen Eltern und ihren
  minderjährigen Kindern, auch solche zu anderen nahen Verwandten, soweit die
  entsprechenden Beziehungen intakt sind und tatsächlich gelebt werden, doch
  muss in diesem Fall zwischen der über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht
  verfügenden Person und dem um die Bewilligung nachsuchenden Ausländer ein
  über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionalen Bindungen
  hinausgehendes, besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehen (BGer-Urteil
  2C_1/2013 vom 16. Januar 2013 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  3.7.2 Der massgebliche Härtefall nach Art. 30 Abs. 1 lit.
  b AIG bzw. Art. 20 VFP setzt voraus, dass sich der betreffende
  Ausländer in einer persönlichen Notlage befindet. Das bedeutet, dass seine
  Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am durchschnittlichen Schicksal von
  Ausländern in gesteigertem Mass infrage gestellt sein müssen bzw. dass die
  Verweigerung der Härtefallbewilligung für den Betroffenen schwere Nachteile
  zur Folge hätte (BGE 117 Ib 317 E. 4b). Der Begriff des
  Härtefalls wird in Art. 31 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
  Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) konkretisiert. Zu
  berücksichtigen sind insbesondere der Integrationsgrad, die Respektierung der
  Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die
  Anwesenheitsdauer in der Schweiz, der Gesundheitszustand sowie die
  Möglichkeit der Wiedereingliederung im Herkunftsstaat. Nach
  bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei Ausländern, die sich seit zehn und
  mehr Jahren in der Schweiz aufhalten, in der Regel vom Vorliegen eines
  schwerwiegenden persönlichen Härtefalls auszugehen, sofern diese finanziell
  unabhängig, sozial und beruflich gut integriert sind und sich bis dahin
  klaglos verhalten haben (BGE 124 II 110 E. 3; Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich
  VB.2016.00377 vom 5. Oktober 2016 E. 4.3.1, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die
  Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdegegners 2 sei unrichtig. Diverse
  Beilagen seien unberücksichtigt geblieben. Entgegen den Feststellungen des
  Beschwerdegegners 2 beziehe er zudem keine Sozialhilfe mehr. Ohnehin sei
  die Beschwerdegegnerin 1 zum Erlass der angefochtenen Verfügung nicht
  legitimiert gewesen. Dementsprechend könne die Verfügung keine
  Rechtswirkungen entfalten. Der Beschwerdegegner 2 habe überdies gegen
  rechtsstaatliche Vorschriften und gegen die Vorschriften der
  Beweislastverteilung verstossen.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin 1 stellt sich auf den
  Standpunkt, der Beschwerdeführer lege vor Verwaltungsgericht nicht dar,
  inwiefern er sich weiterhin auf das FZA berufen könne. Insbesondere gehe er
  nach wie vor weder einer selbständigen noch einer unselbständigen
  Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 6 ff. Anhang I FZA nach.
  Der Beschwerdeführer verzichte zwar seit dem 1. Juli 2021 auf Sozialhilfe.
  Jedoch könne er nicht nachweisen, wie er seinen Aufenthalt finanziere. Dass seit
  dem 1. Juli 2021 wiederum neue Betreibungen eingeleitet wurden, zeige
  überdies das Unvermögen des Beschwerdeführers, sich finanziell aus eigenen
  Kräften über Wasser halten zu können.

  
	
   

  
	
  4.3 Der Beschwerdegegner 2 erwog im vorliegend
  angefochtenen Entscheid, dem Beschwerdeführer komme weder
  Arbeitnehmereigenschaft zu noch übe er eine selbständige Erwerbstätigkeit
  aus, weshalb er aus dem FZA keinen Aufenthaltsanspruch ableiten könne. Sodann
  seien die Widerrufsgründe gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. c und
  lit. e AIG erfüllt. Es sei davon auszugehen, dass er längerfristig nicht
  in der Lage sei, selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Schliesslich
  bestehe wegen seiner langen Anwesenheit und gewissen sozialen Bindungen zwar
  durchaus ein gewichtiges privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz.
  Allerdings sei das öffentliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung
  aufgrund der erheblichen und langjährigen Sozialhilfeabhängigkeit, der
  beachtlichen Schulden und der daraus resultierenden unzureichenden beruflichen
  und wirtschaftlichen Integration sowie angesichts der nicht übermässigen
  sozialen Integration als gewichtiger einzustufen. Im Ergebnis erweise sich
  die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung damit als verhältnis- und
  insgesamt als rechtmässig.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er sei pro
  bono für die […] tätig, macht er sinngemäss geltend, einer Erwerbstätigkeit
  nachzugehen.

  
	
   

  
	
  5.2 Es ist unbestritten und ergibt sich aus den Akten,
  dass der Beschwerdeführer seit Oktober 2015 kein nennenswertes Einkommen
  erzielt hat, was sich im Übrigen mit der Bezeichnung seiner Tätigkeit als pro
  bono deckt. Eine unselbständige Tätigkeit fällt daher zufolge fehlender
  Vergütung ausser Betracht.

  
	
   

  
	
  5.3 Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss weiter vorbringt,
  seine Tätigkeit sei als selbständige Erwerbstätigkeit im Sinne von
  Art. 12 ff. Anhang I FZA zu qualifizieren, ist darauf
  hinzuweisen, dass die Beantwortung dieser Frage offengelassen werden kann.
  Denn selbst bei Bejahung einer selbständigen Erwerbstätigkeit würde der
  Aufenthaltsanspruch am Kriterium der ausreichenden finanziellen Mittel zur
  Vermeidung einer Fürsorgeabhängigkeit scheitern (vgl. nachstehende
  E. II/6.3). Der Beschwerdeführer hat den Sozialen Diensten Stützpunkt
  Nord (nachfolgend Soziale Dienste) mit E-Mail vom 29. Juni 2021 zwar
  mitgeteilt, dass er inskünftig auf Sozialhilfeleistungen verzichten werde,
  worauf diese ihre Leistungen mit rechtskräftiger Verfügung vom 29. Juni
  2021 einstellten. Indessen legt er unter Verletzung seiner Mitwirkungsobliegenheit
  nicht dar, inwiefern er inskünftig in der Lage sein soll, seinen
  Lebensunterhalt aus eigenen Kräften zu finanzieren. Somit trifft die
  vorinstanzliche Feststellung, wonach er keine alternative
  Finanzierungsmöglichkeit vorweisen kann, ohne Weiteres zu. Das vom
  Beschwerdeführer eingereichte, als "Schuldschein" gekennzeichnete
  Dokument, vermag hieran offensichtlich nichts zu ändern.

  
	
   

  
	
  5.4 Anhaltspunkte für eine Arbeitsunfähigkeit liegen
  sodann weder vor noch wird Entsprechendes vom Beschwerdeführer belegt. Der
  Beschwerdegegner 2 verneinte somit eine freizügigkeitsrechtlich
  relevante Erwerbstätigkeit zu Recht, wobei der Beschwerdeführer mangels
  ausreichender finanzieller Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts auch
  kein Verbleiberecht als Nichterwerbstätiger im Sinne von Art. 2
  Abs. 2 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 lit. a Anhang I FZA
  geltend machen kann.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Den Eingaben des Beschwerdeführers ist weiter zu
  entnehmen, dass er eine Verletzung von Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1
  BV rügt.

  
	
   

  
	
  6.2 Aus den Schreiben der Kinder und der Mutter des
  Beschwerdeführers an den Beschwerdegegner 2 geht hervor, dass zwischen
  dem Beschwerdeführer und seinem familiären Umfeld intakte Beziehungen
  bestehen, welche tatsächlich gelebt werden. Es ist allerdings nicht
  ersichtlich, inwiefern zwischen dem Beschwerdeführer und seinen volljährigen
  Kindern einerseits und seiner Mutter andererseits besondere
  Abhängigkeitsverhältnisse vorhanden sind. Insbesondere vermag der
  IV-Rentenbezug sowie das fortgeschrittene Alter der Mutter für sich gesehen
  noch kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu begründen. Vielmehr müssten
  zusätzliche Umstände vorliegen, welche den Verbleib des Beschwerdeführers in
  der Schweiz zwecks Sicherstellung einer adäquaten Betreuung als notwendig
  erscheinen lassen würden. Derartige Umstände ergeben sich hingegen weder aus
  den Akten noch werden sie vom Beschwerdeführer dargetan. Der Kontakt zu
  seinem familiären Umfeld kann durch Besuche sowie die Nutzung von
  Kommunikationsmitteln ausreichend aufrechterhalten werden. Damit fallen weder
  die Beziehungen des Beschwerdeführers zu seinen volljährigen Kindern noch
  diejenige zu seiner Mutter in den Schutzbereich von Art. 8 Abs. 1
  EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV.

  
	
   

  
	
  6.3 Schliesslich ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer
  aufgrund eines Härtefalles nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG bzw. Art. 20 VFP
  eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist. Der Beschwerdeführer kam im
  Alter von vier Jahren in die Schweiz und ging hier zur Schule. Er absolvierte
  eine Ausbildung zum […] und heiratete im Jahr 1999 eine Schweizer Bürgerin.
  Der Ehe entsprangen in den Jahren 1999, 2000 und 2002 drei Kinder, welche das
  Schweizer Bürgerrecht besitzen. Abgesehen von einem dreijährigen Aufenthalt
  im Land B.______ in den Jahren 2006 bis 2009 hat sich der Beschwerdeführer
  ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten. Überdies beherrscht er die
  deutsche Sprache. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass er in der Schweiz
  verwurzelt ist und nur wenige Bezüge zu seinem Heimatland aufweist.

  
	
   

  
	
  Der verhältnismässig lange
  Aufenthalt in der Schweiz begründet für sich gesehen jedoch noch keinen
  schwerwiegenden persönlichen Härtefall. Vielmehr hat ein Ausländer im Sinne
  der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch finanziell unabhängig und
  beruflich gut integriert sowie strafrechtlich nicht relevant in Erscheinung
  getreten zu sein. Dass dies vorliegend der Fall ist, ergibt sich indessen
  weder aus den Akten noch wird Entsprechendes vom Beschwerdeführer
  vorgetragen. Vielmehr zeichnen die Akten ein anderes Bild. So bezog der
  Beschwerdeführer zwischen dem 1. Juli 2015 und 29. Juni 2021
  Sozialhilfe im Umfang von mindestens Fr. 151'655.35, womit er die
  öffentliche Hand in erheblichem Ausmass belastet hat. Für seine beiden Söhne
  wurden von den Sozialen Diensten sodann Unterhaltsbeiträge im Umfang von
  insgesamt Fr. 50'747.05 bevorschusst. Überdies weist der
  Betreibungsregisterauszug des Beschwerdeführers nebst laufenden Betreibungen
  31 Schuldscheine für einen Gesamtbetrag in der Höhe von
  Fr. 86'369.65 aus. Schliesslich ist der Beschwerdeführer in mehrfacher
  Hinsicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Von einer gelungenen
  beruflichen Integration, finanzieller Unabhängigkeit sowie einem
  einwandfreien Leumund kann daher keine Rede sein. Der Beschwerdeführer ist
  sodann nicht durch unvorhersehbare und unbeeinflussbare Vorkommnisse in
  finanzielle Schieflage geraten. Vielmehr hat er sich selbstverschuldet in die
  gegenwärtige Situation manövriert. In diversen, unangefochten gebliebenen
  Verfügungen der Sozialen Dienste ist hinlänglich dokumentiert, dass sich der
  Beschwerdeführer trotz bester Gesundheit mit Verweis auf persönliche
  Unzumutbarkeit um die Aufnahme einer nachhaltigen Erwerbstätigkeit foutiert
  hat. Anzeichen eines diesbezüglichen Sinneswandels sind dabei nicht erkennbar.
  Dass der Beschwerdeführer im Jahr 2006 zurück ins Land B.______ reiste und
  dort während drei Jahren verweilte, zeigt schliesslich, dass ihm eine
  Rückkehr in sein Heimatland möglich ist. Im Übrigen sind keine physischen
  oder psychischen Gebrechen bekannt, welche einer Wohnsitznahme im Land
  B.______ im Wege stehen würden.

  
	
   

  
	
  Aus dem Gesagten ergibt
  sich, dass keine hinreichenden Gründe vorliegen, die darauf schliessen
  lassen, dass sich das Schicksal des Beschwerdeführers von denjenigen anderer
  Ausländer in vergleichbaren Situationen abhebt. Im Rahmen einer
  Interessenabwägung ist das Vorliegen eines Härtefalles im Sinne von
  Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG bzw. Art. 20 VFP deshalb
  zu verneinen.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend
  ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zufolge fehlender
  Erwerbstätigkeit und finanzieller Mittel keinen Aufenthaltsanspruch aus dem
  FZA ableiten kann. Das Recht auf Familie gemäss Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw.
  Art. 13 Abs. 1 BV sowie die Härtefallklausel nach Art. 30 Abs. 1
  lit. b AIG bzw. Art. 20 VFP vermögen ebenfalls keinen Aufenthaltsanspruch zu
  begründen. Im Ergebnis erweist sich der Entscheid der Beschwerdegegner, die
  Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers nicht zu verlängern, daher als
  rechtmässig.

  
	
   

  
	
  Dies
  führt zur Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Nach Art. 134
  Abs. 1 lit. c VRG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des
  Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Gerichtskosten von pauschal
  Fr. 1'500.- aufzuerlegen, welche mit dem von ihm bereits geleisteten
  Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen sind. Ausgangsgemäss steht dem
  Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 3 lit. a VRG e
  contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer werden die Gerichtskosten von Fr. 1'500.- auferlegt,
    welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet werden.

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]