# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d42d95e-00bd-5c71-aab8-e801c8ff7fb0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.12.2021 IV 2020/129
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-129_2021-12-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/129

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.05.2022

Entscheiddatum: 06.12.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 06.12.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Aufgrund des aus orthopädischer Sicht 
recht eingeschränkten Zumutbarkeitsprofil ist die umstrittene Qualifikation 
der Beschwerdeführerin noch zu wenig geklärt. Die Beschwerdegegnerin 
hätte nicht auf eine Haushaltabklärung verzichten dürfen. Die 
Arbeitsfähigkeitsschätzung des der angefochtenen Verfügung 
zugrundeliegenden polydisziplinären Gutachtens ist auch nach erfolgter 
Stellungnahme der Gutachter nicht nachvollziehbar. Die Angelegenheit ist 
daher zur ergänzenden Haushaltabklärung und Vervollständigung des 
medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. 
Dezember 2021, IV 2020/129).

Entscheid vom 6. Dezember 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz), Christiane

Gallati Schneider und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Beatrix 

Zahner

Geschäftsnr.

IV 2020/129

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) erlitt am 13. Februar 2014 eine akute 

Armischämie links (Berichte Klinik für Angiologie des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] 

vom 23. Juli 2014, IV-act. 14-5 ff., vom 10. März 2014, IV-act. 14-9 ff., vom 13. Februar 

2014, IV-act. 14-48 f., und vom 24. Juni 2014, IV-act. 14-52 ff.). Am 19. August 2014 

(Posteingang) meldete sie sich bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 

an (IV-act. 1). In der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates des KSSG wurde der Versicherten am 15. April 2015 eine 

symptomatische Valgusgonarthrose Knie links mit/bei: femoropatellärer Chondropathie 

Grad III und degenerativer lateraler Meniskusvorderhornläsion diagnostiziert (Berichte 

vom 16. April 2015, IV-act. 80, und vom 19. Mai 2015, IV-act. 28-11 f.). Im Verlauf 

konnte die Versicherte ihre bisherige Tätigkeit bei der B.___ AG, einer Institution auf 

dem zweiten Arbeitsmarkt, wieder im vorherigen Pensum von 80 % / 100 % mit 

Unterstützung bei der Handhabung schwerer Lasten aufnehmen (Verlaufsprotokoll 

Eingliederung vom 20. Januar 2016, IV-act. 38). Die IV-Stelle wies das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen mit Mitteilung vom 29. Januar 2016 (IV-

act. 40) und dasjenige um Rente nach Vorbescheid vom 8. Februar 2016 (IV-act. 42) 

mit Verfügung vom 24. März 2016 ab, da beim Ablauf der gesetzlichen Wartefrist keine 

IV-relevanten Einschränkungen mehr bestanden hätten (IV-act. 43).

A.a. 

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Am 10. Dezember 2018 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf 

Rückenschmerzen (Facettengelenksarthrosen) und massive Kniebeschwerden erneut 

zum Leistungsbezug an (IV-act. 44). Dr. C.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie, hielt im Bericht vom 7. September 2018 zunächst fest, durch die 

Infiltrationen des Kniegelenks und der Facettengelenke L2/3 hätten sich die 

Beschwerden nicht durchschlagend verbessert (IV-act. 82). Am 21. Dezember 2018 

berichtete er über deutliche Besserungen durch (weitere) Infiltrationen in den lumbalen 

Rücken und ins Kniegelenk (IV-act. 77). Im Arztbericht vom 21. Februar 2019 führte er 

aus, es sei eine Viscosupplementation am Kniegelenk initiiert worden, um operative 

Interventionen hinauszuschieben. Bezüglich des Kniegelenks sei keine volle 

Belastbarkeit gegeben. Eine Integration könne lediglich unter Beachtung der 

Knieproblematik in einer wechselbelastenden Tätigkeit mit Möglichkeit zum Sitzen, 

kurzzeitigem Stehen und Gehen, ohne gehäuftes Leitern-/Treppensteigen erfolgen (IV-

act. 65-2 f.).

A.b. 

Nachdem die Versicherte im Assessmentgespräch vom 5. März 2019 ausführte, 

sie sei aufgrund starker Schmerzen in der Fortbewegung (mit Gehstock) und in der 

Sitzdauer stark eingeschränkt (Assessment- und Verlaufsprotokoll, IV-act. 61), wies die 

IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen mit Mitteilung vom 7. März 2019 ab 

(IV-act. 64). Nach Durchsicht der eingegangenen Arztberichte der Behandler hielt der 

RAD-Arzt Dr. med. D.___, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, eine 

polydisziplinäre Begutachtung für angezeigt (Stellungnahme vom 17. Juli 2019, IV-

act. 86).

A.c. 

Die Begutachtung erfolgte durch die medexperts AG (Gutachten vom 

22. November 2019; Dr. med. E.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. 

F.___, Facharzt für Neurologie; Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie; Dr. med. H.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; 

Untersuchungen vom 8. und 17. Oktober 2019; IV-act. 94). Die Gutachter erhoben als 

die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigend eine chronische Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41), eine Lumbalgie bei linkskonvexer Skoliose 

(Scheitelpunkt LWK 3) mit deutlichem Wirbeldrehgleiten, deutlicher Osteochondrose 

LWK 1-4; moderater Osteochondrose LWK 4/5 und LWK 5/SWK 1, deutlicher 

Spondylose BWK 12/LWK 1/2 und moderater mehrsegmentaler Spondylarthrose, 

A.d. 

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betont jeweils konkavseits, sowie eine moderate Gonarthrose links, vor allem 

femorotibial lateral und femoropatellär, bei moderater Valgus-Achse. Ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit bestünden unter anderem der Verdacht auf ein 

Karpaltunnelsyndrom links, eine Insomnie ohne Hinweise für eine neurologische 

Ursache, eine LWS-Degeneration ohne lumboradikuläre Beteiligung sowie ein Status 

nach arterieller Embolie in die A. ulnaris und A. radialis links bei A. subclavia 

Thrombose und offenem Foramen ovale im Februar 2014, mit erfolgreicher 

Rekanalisation und oraler Dauerantikoagulation (IV-act. 94-8). Die Gutachter führten 

aus, die von der Versicherten vorgebrachten Beschwerden seien grundsätzlich durch 

die radiologisch nachgewiesenen degenerativen Veränderungen an der LWS und am 

Knie links erklärbar, führten aber zu deutlicheren psychischen Auswirkungen als zu 

erwarten bedingt durch die chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren (IV-act. 94-8). Aufgrund der ausgeprägten degenerativen 

Veränderungen an der skoliotischen LWS sei die Versicherte in Bezug auf die zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit, das heisse die 80%-ige Anstellung in der Sozialfirma B.___ AG, 

nicht mehr arbeitsfähig (IV-act. 94-10). Zeitlich sei sie auch in einer ideal angepassten 

Tätigkeit um 25 % eingeschränkt. Zusätzlich bestünden leistungsmässig folgende 

Einschränkungen: die Tätigkeit müsse wechselbelastend sein, wobei die Versicherte 

den Wechsel der Stellungen (Sitzen, Stehen, Gehen) selbst wählen solle, keine 

Tätigkeiten in gebückter Stellung, keine Arbeiten kniend, Heben von Boden auf 

Tischhöhe beidhändig maximal 8 kg, nicht repetitiv, einhändig maximal 5 kg und 

Tragen von Lasten einhändig über kurze Strecken maximal 5 kg. Auch Tätigkeiten mit 

engem Zeitlimit und erhöhter psychischer Stressbelastung sollten nicht abverlangt 

werden. Somit bestehe auch in einer ideal angepassten Tätigkeit leistungsmässig aus 

polydisziplinärer Sicht eine Einschränkung von 50 %. Daraus resultiere gesamthaft eine 

Arbeitsfähigkeit von 40%. Diese gelte für den jetzigen Zustand. Mit einer 

Verschlechterung sei notgedrungen sowohl bezüglich des Knies links wie auch 

bezüglich der LWS zu rechnen (IV-act. 94-10, 48).

Der RAD-Arzt Dr. D.___ nahm am 26. November 2019 Stellung, 

versicherungsmedizinisch sei nicht ohne weiteres nachvollziehbar, wieso die 

Versicherte auch in einer adaptierten Tätigkeit in einem so hohen Ausmass 

eingeschränkt sei (60 % Arbeitsunfähigkeit). Zum einen könne der zweifellos 

A.e. 

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vorhandenen Minderbelastbarkeit der LWS und des linken Kniegelenks durch die 

Einhaltung der genannten Adaptionskriterien Rechnung getragen werden. Zum anderen 

liessen die erhobenen Medikamentenspiegel (lediglich Targin [Naloxon und Oxycodon] 

im niedrigen therapeutischen Bereich, Lodine, Novalgin und Dafalgan nicht messbar) 

Zweifel am Leidensdruck der Versicherten und der Ausschöpfung der 

Behandlungsmöglichkeiten aufkommen (IV-act. 96). Auf Rückfrage der IV-Stelle (IV-

act. 98) nahmen der orthopädische und psychiatrische Gutachter am 12. Februar 2020 

Stellung. Ersterer führte aus, durch eine Unaufmerksamkeit habe er nicht 

wahrgenommen, dass es hier um die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gehe. 

Die korrekte Antwort laute also folgendermassen: In angestammter Tätigkeit bestehe 

seit anfangs 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit. In angepasster Tätigkeit (bestehe) seit 

anfangs 2018 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (MRI LWS vom 26. Januar 2018), seit 

Oktober 2019 (jetzige gutachterliche Untersuchung) eine Arbeitsfähigkeit von 60%. Der 

Abschnitt 8.2 sei demzufolge folgendermassen richtig abgefasst: In angepasster 

Tätigkeit bestünden bei der Versicherten zeitlich und leistungsmässig wesentliche 

Einschränkungen. In einer ideal angepassten Tätigkeit sei die Versicherte zeitlich um 

einen Viertel eingeschränkt, zusätzlich bestünden leistungsmässig folgende 

Einschränkungen: (…). Somit bestehe in einer ideal angepassten Tätigkeit aus 

orthopädischer Sicht gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 60%. Der psychiatrische 

Gutachter liess sich dahin gehend vernehmen, aufgrund der freien Zeiteinteilung (die 

Versicherte berichte von bis zu viermal länger als früher) könne die Versicherte die 

Arbeiten über den ganzen Tag verteilen. Wegen der geringen Auswirkung auf die 

Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht komme es nicht zu einer 

fächerübergreifenden Addition der Arbeitsunfähigkeiten. Es sei anzunehmen, dass die 

Medikamente Dafalgan, Lodine und Novalgin als Bedarfsmedikation eingenommen 

würden und daher nicht mehr nachweisbar gewesen seien. Dass Schmerzen 

vorhanden seien, zeige sich durch die Einnahme des deutlich stärkeren Schmerzmittels 

Targin (IV-act. 100).

Der RAD-Arzt Dr. D.___ befand laut Stellungnahme vom 18. Februar 2020, nach 

der Klarstellung der medexperts AG könne nun aus versicherungsmedizinischer Sicht 

auf das Gutachten abgestellt werden. Demnach sei die Versicherte gesamthaft 60% 

adaptiert arbeitsfähig (IV-act. 101). Die IV-Stelle gewichtete den Erwerb mit 80 % und 

A.f. 

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B.  

ermittelte so eine Einschränkung von 32 %. Im Haushalt ging sie unter Anrechnung der 

Schadenminderungspflicht der Söhne der Versicherten vom Fehlen einer 

Einschränkung aus. Aufgrund dieses Sachverhalts gewährte sie der Versicherten mit 

Vorbescheid vom 19. Februar 2020 das rechtliche Gehör zu einer Abweisung des 

Rentenanspruchs (IV-act. 104).

Die Versicherte machte mit Einwand vom 1. März 2020 geltend, sie sei aufgrund 

der immensen Schmerzen nicht fähig, ohne Gehhilfe zu gehen oder zu stehen und 

daher nicht arbeitsfähig. Ihre Söhne könnten sie im Haushalt nicht unterstützen (IV-

act. 108). Am 27. April 2020 liess sie durch die procap ergänzend vorbringen, die 

behauptete Verwechslung im die Arbeitsfähigkeit betreffenden Teil und im Kontext 

präziser Angaben und Beschreibungen sei mehr als fraglich. Dass ihr nicht einmal eine 

Viertelsrente zugesprochen werde, sei mehr als stossend. Sie habe nach jahrelangem 

Suchen einer Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt eine 80 % -Stelle im zweiten 

Arbeitsmarkt angenommen, ein 100 %-Pensum bei der B.___ AG sei gar nicht möglich 

gewesen (IV-act. 114). Der RAD-Arzt Dr. D.___ nahm am 7. Mai 2020 Stellung, 

versicherungsmedizinisch ergebe sich aus diesen Angaben nichts Neues (IV-act. 116).

A.g. 

Mit Verfügung vom 8. Mai 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Zur 

Begründung hielt sie fest, versicherungsmedizinisch ergäben sich aus dem Einwand 

keine neuen Gesichtspunkte. Der Verdacht der Versicherten einer gefälligkeitsweisen 

Korrektur der Arbeitsfähigkeitsschätzung sei rein spekulativ. Die Qualifikation als zu 

80 % Erwerbstätige sei weiterhin nachvollziehbar, nachdem sie gegenüber dem 

Eingliederungsberater ein Wunschpensum von 80 % angegeben habe und ihre zwei 

Söhne mit grossem Betreuungsaufwand noch zu Hause wohnten (IV-act. 117).

A.h. 

Mit Beschwerde vom 12. Juni 2020 lässt die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Advokat lic. iur. M. Boltshauser, beantragen, die 

angefochtene Verfügung vom 8. Mai 2020 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

aufzuheben. Es sei ihr eine Dreiviertelsrente, mindestens aber eine Viertelsrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter sei ihr die unentgeltliche Prozessführung 

zu gewähren. Zur Begründung lässt sie vorbringen, ihre Invalidität sei anhand des 

B.a. 

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Einkommensvergleich zu ermitteln und betrage 60 %, mindestens aber 40 %. Es sei 

auf ihre "Aussage der ersten Stunde" vom 19. Mai 2019 abzustellen, wonach sie ohne 

gesundheitliche Beeinträchtigung zu 90 % bis 100 % erwerbstätig wäre. Mit Blick auf 

ihre finanzielle Situation (Schulden, Sozialhilfeabhängigkeit) sei es völlig offensichtlich, 

dass sie als gesunde Person 100 % arbeiten würde. Es gebe keinen nachvollziehbaren 

Grund, weshalb sie bloss teilzeitlich erwerbstätig sein solle. Ihre Kinder seien 

erwachsen und den ganzen Tag ausser Haus. Zudem seien sämtliche Tätigkeiten, die 

sie als Gesunde ausüben könne, im Niedriglohnbereich anzusiedeln. Dass sie bei der 

B.___ AG bisher nur zu 80 % gearbeitet habe, sei der wirtschaftlichen Situation der 

Arbeitgeberin geschuldet. Ausserdem handle es sich um eine Sozialfirma. Dass es 

anlässlich der Gutachtenserstellung zu einer Verwechslung gekommen sei, die weder 

angesichts der interdisziplinären Besprechung und Festlegung der Arbeitsfähigkeit in 

angepasster Tätigkeit, noch später anlässlich der Durchsicht des schriftlich 

abgefassten Gutachtens keinem der Ärzte aufgefallen sein solle, sei nicht 

nachvollziehbar und in keiner Weise glaubwürdig. Auf die Rückfrage der IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) hätten ausserdem nur zwei der ursprünglich vier 

beteiligten Ärzte Stellung genommen, und nur der orthopädische Gutachter habe 

Ausführungen zur Verwechslung gemacht. Hinzu komme, dass die Ausführungen im 

interdisziplinären Teil des Gutachtens zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit in 

sich nachvollziehbar seien und keinen Anlass dazu gäben, vom Vorliegen einer 

Verwechslung auszugehen. Hinsichtlich der Mithilfe ihrer Söhne im Haushalt könne 

nicht einfach pauschal auf die Schadenminderungspflicht hingewiesen werden. Auch 

müsse dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Söhne selbst den ganzen 

Tag ausser Haus tätig seien und mindestens der ältere der beiden aktenkundig selbst 

beeinträchtigt sei. Der jüngere Sohn sei ebenfalls bei der IV angemeldet und absolviere 

eine durch diese unterstützte Ausbildung. Zudem dürfe auf eine Haushaltsabklärung 

auch in antizipierter Beweiswürdigung nur in Ausnahmefällen verzichtet werden (act. 

G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 27. August 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, die Beschwerdeführerin 

habe während des IV-Verfahrens verschiedene Aussagen zur Qualifikation gemacht. Im 

März 2019 habe sie, erstmals zu ihrem gewünschten Pensum befragt, angegeben, sie 

B.b. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

würde gerne 80 % arbeiten. Diese Aussage zusammen mit dem Umstand, dass sie 

neun Jahre lang tatsächlich zu 80 % gearbeitet habe, führe zur Qualifikation der 

Beschwerdeführerin als Erwerbstätige mit einem Pensum zu 80 %. Sodann habe die 

Beschwerdeführerin einerseits vorgebracht, ihre Söhne benötigten einen grossen 

Betreuungsaufwand, andererseits habe sie ausgeführt, sie würde ohne gesundheitliche 

Einschränkung 100 % arbeiten. Dies sei nicht nachvollziehbar. Der wirtschaftlichen 

Notwendigkeit einer Erwerbstätigkeit allein komme keine entscheidende Bedeutung zu. 

Nach eigenen Angaben sei es ihr möglich, den Dreipersonenhaushalt in der 4.5-Zimmer 

Wohnung allein zu besorgen. Im Gutachten werde hingegen an mehreren Stellen 

ausgeführt, sie werde durch den jüngeren Sohn unterstützt. Damit vorliegend eine 

rentenbegründende Gesamtinvalidität angenommen werden könne, müsse die 

Einschränkung im Haushalt mindestens 40 % betragen, was selbst dann nicht der Fall 

wäre, wenn die Schadenminderungspflicht nicht berücksichtigt würde. Deshalb habe 

auf eine Haushaltabklärung im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung verzichtet 

werden können. Zum Konsens betreffend die 60%ige Arbeitsfähigkeit sei festzuhalten, 

dass aus internistischer und neurologischer Sicht keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit festgestellt worden sei. Der psychiatrische Gutachter habe eine 90%-

ige Arbeitsfähigkeit in angestammter und adaptierter Tätigkeit attestiert und explizit 

erklärt, es komme nicht zu einer fächerübergreifenden Addition der 

Arbeitsunfähigkeiten. Unter diesen Umständen dürfe ohne weiteres davon 

ausgegangen werden, dass interdisziplinär eine Arbeitsfähigkeit von 60 % in 

adaptierten Tätigkeiten attestiert worden sei (act. G 4).

Die Präsidentin bewilligt der Beschwerdeführerin am 31. August 2020 die 

unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung; act. G 5).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin verzichtet stillschweigend auf eine Replik (act. G 7).B.d. 

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Erwägungen

1.  

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen 

und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis einer lang andauernden und 

erheblichen gesundheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit nach dem strukturierten 

Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429 

E. 7.2; BGE 141 V 294 f., E. 3.5 f. und S. 298, E. 4.2). Er kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Für teilerwerbstätige Versicherte richtet sich die 

Berechnung des Invaliditätsgrades nach der so genannten gemischten Methode 

1.3. 

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(Art. 28a Abs. 3 IVG und Art. 27  der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; 

SR 831.201]).

bis

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

1.4. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., 2020, N 107 zu Art. 61).

1.5. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.6. 

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2.  

3.

Umstritten ist zunächst, ob die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige oder als 

teilweise im Aufgabenbereich Haushalt tätig zu qualifizieren ist.

Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin ein erstes Gesuch der 

Beschwerdeführerin vom 19. August 2014 (IV-act. 1) mit Verfügung vom 24. März 2016 

(IV-act. 43) abgewiesen.

2.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrads 

gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV als glaubhaft gemacht erachtet, indem sie auf die 

Wiederanmeldung vom 10. Dezember 2018 (IV-act. 44) eingetreten ist und schliesslich 

eine Begutachtung angeordnet hat. Auf die Voraussetzungen der Wiederanmeldung 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2019, 8C_467/2019, E. 3.2) ist daher 

nicht näher einzugehen.

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin hält fest, die Beschwerdeführerin habe im März 2019, 

erstmals danach befragt, ein Wunschpensum von 80 % angegeben und während neun 

Jahren tatsächlich in diesem Umfang gearbeitet. Zudem sei nicht nachvollziehbar, dass 

sie einerseits ausgeführt habe, die Söhne benötigten einen grossen 

Betreuungsaufwand, andererseits aber ein hypothetisches Arbeitspensum von 100 % 

genannt habe (act. G 4). Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, sie sei 

alleinstehend und die Söhne seien bereits erwachsen. Sie habe im ersten Arbeitsmarkt 

keine andere Stelle gefunden und bei der ehemaligen Arbeitgeberin sei ein 100%iges 

Pensum gar nicht möglich gewesen. Um im Niedriglohnbereich ein einigermassen 

angemessenes Einkommen zu erreichen, müsste sie vollzeitlich erwerbstätig sein. Es 

sei auf ihre Aussage der ersten Stunde vom 19. Mai 2019 abzustellen, wonach sie zu 

90 % bis 100 % erwerbstätig wäre (IV-act. 114; act. G 1).

3.1. 

Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, 

Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person 

als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist, 

beurteilt sich danach, was diese bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn 

keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, 

welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall 

zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 

wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die 

persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige 

3.2. 

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Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen 

Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu 

berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der 

Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer 

im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht 

übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist. Dies 

erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische 

Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Derlei ist einer 

direkten Beweisführung wesensgemäss nicht zugänglich und muss in aller Regel aus 

äusseren Indizien erschlossen werden. Massgebend ist dabei unter anderem die so 

genannte "Aussage der ersten Stunde" (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2019, 

9C_161/2019, E. 5.2 und 5.4.3).

Die Beschwerdeführerin gab im Assessmentgespräch vom 5. März 2019 an, ihr 

"Wunschpensum" betrage 80 %. Sie lebe mit ihren beiden Söhnen zusammen. Der 

ältere Sohn leide an Epilepsie und der jüngere Sohn absolviere eine Ausbildung im 

zweiten Arbeitsmarkt. Die Söhne benötigten einen grossen Betreuungsaufwand. Sie 

habe Schulden und werde vom Sozialamt unterstützt (IV-act. 61-2). Am 19. Mai 2019 

erklärte sie im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbsfähigkeit/Haushalt, 

ohne gesundheitliche Einschränkung würde sie "nach bisheriger Tätigkeit" zu 90 % bis 

100 % als Lageristin oder im Verkauf arbeiten. Sie gab einen Zeitaufwand für die 

Betreuung Angehöriger von 60 Minuten täglich an (IV-act. 68-1 ff.). Anlässlich der 

Begutachtung sagte die Beschwerdeführerin aus, sie lebe nach wie vor mit ihren zwei 

Söhnen zusammen. Der jüngere habe seine ursprüngliche Ausbildung abgebrochen 

und eine neue begonnen. Er helfe ihr durchaus, sei aber tagsüber bei der Arbeit (IV-

act. 94-16, 27). Der ältere Sohn sei geistig mittelschwer eingeschränkt und arbeite bei 

I.___. Er sei noch bei ihr wohnhaft, da er Schwierigkeiten habe, alleine zu leben (IV-

act. 94-27, 33 f.).

3.3. 

Zwar stellt die von der Beschwerdegegnerin angeführte Tatsache, dass die 

Beschwerdeführerin bis zum Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit in einem 80 %-Pensum 

arbeitete, ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass sie dieses nicht weiter gesteigert hätte, 

wäre sie gesund geblieben. Denn bei der Bestimmung der Qualifikation sind nicht nur 

die Aussagen der versicherten Person zu berücksichtigen, sondern auch die konkreten 

Lebensumstände während der letzten Jahre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

16. Dezember 2019, 8C_571/2019, E. 4.1.2). Ob die Beschwerdeführerin auch im 

Gesundheitsfall Schulden gehabt hätte, die sie zur Aufstockung des Pensums auf 

100 % gezwungen hätten, geht aus den Akten nicht hervor. Diesen ist lediglich zu 

3.4. 

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4.

Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass im Haushalt unter Berücksichtigung der 

Schadenminderungspflicht der Söhne keine Einschränkung besteht. Sie hat keine 

Haushaltabklärung durchgeführt, und auch die Gutachter äussern sich nicht zur 

Einschränkung im Haushaltsbereich.

entnehmen, dass die Mietkosten mit der Rente des älteren Sohnes bestritten würden 

(IV-act. 25-3). Andererseits war der jüngere Sohn erst 14 Jahre alt, als die 

Beschwerdeführerin 2014 ihre Erwerbstätigkeit gesundheitsbedingt aufgab. Sein 

Unterstützungsbedarf dürfte 2019 nicht mehr so gross gewesen sein wie fünf Jahre 

davor, was eine Pensumserhöhung wiederum plausibel erscheinen lässt. Mangels 

Durchführung einer Haushaltsabklärung (vgl. dazu die nachstehende Erwägung) wurde 

die Beschwerdeführerin dazu früher auch nie konkret unter Erläuterung der Tragweite 

der entsprechenden Angaben befragt. Aufgrund der vorliegenden Akten lässt sich die 

Qualifikation der Beschwerdeführerin somit nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit festlegen und die Angelegenheit ist allein schon 

deshalb zur weiteren Abklärung zurückzuweisen.

Ist die gemischte Methode anwendbar, darf auf eine Haushaltabklärung nur 

verzichtet werden, wenn der zur Erreichung einer rentenbegründenden 

Gesamtinvalidität erforderliche Invaliditätsgrad im Haushalt derart hoch ausfallen 

müsste, dass eine entsprechende Einschränkung nach den Grundsätzen über die 

antizipierte Beweiswürdigung ausgeschlossen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 

vom 19. Mai 2008, 9C_596/2007, E. 4.3). Kann die versicherte Person wegen ihrer 

Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem 

Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem 

Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein 

invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit 

angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, 

durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, 

denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine 

unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei 

einer im Haushalt tätigen versicherten Person zu berücksichtigende Mithilfe von 

Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung 

üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von 

Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige 

Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der 

Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in 

einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt 

werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach 

gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine 

ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt (BGE 133 V 

309 f., E. 4.2).

Die Beschwerdeführerin gab im Fragebogen zur Abklärung betreffend 

Erwerbstätigkeit/Haushalt am 19. Mai 2019 an, sie verrichte sämtliche Hausarbeiten mit 

Mühe und langsam (IV-act. 68). Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter äusserte 

sie, sie benötige für die Hausarbeit bis zu viermal länger als zuvor (IV-act. 100). Die 

Beschwerdegegnerin weist einerseits auf den Betreuungsaufwand der Söhne hin, um 

eine 20%ige Tätigkeit im Aufgabenbereich zu begründen, und verneint andererseits 

eine relevante Einschränkung im Haushalt unter anderem damit, dass sich die 

Beschwerdeführerin die Mithilfe ihrer Söhne anrechnen lassen müsse, was 

widersprüchlich ist. Weiter kann vom gänzlichen Fehlen einer medizinisch 

begründbaren Beeinträchtigung bei der Haushaltsführung aufgrund der orthopädisch-

gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung von 40 % bzw. 60 % (vgl. dazu 

nachfolgende E. 5.2) und der Angaben der Beschwerdeführerin jedenfalls nicht 

ausgegangen werden, zumal der orthopädische Gutachter ein sehr eingeschränktes 

Tätigkeitsprofil (u.a. Gewichtslimite 5 kg) annimmt. Im Übrigen erweist sich der 

Fragebogen zur Abklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 19. Mai 2019 als 

nicht mehr aktuell, gehen doch die Gutachter davon aus, dass sich der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Oktober 2019 verschlechtert hat. 

Lässt sich die Beschwerdeführerin nicht als zu 100 % erwerbstätig qualifizieren, ist 

daher die Einschränkung im Haushalt zu ermitteln. Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdegegnerin kann nicht in antizipierter Beweiswürdigung davon abgesehen 

werden, da die Einschränkung im Haushalt je nach Höhe der ermittelten Einschränkung 

im Erwerb relevant für die Ermittlung des Invaliditätsgrades sein kann (vgl. auch E. 6.2). 

Auch diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt zu ergänzen.

4.2. 

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5.

Sodann ist die Beweistauglichkeit des Gutachtens der medexperts vom 22. November 

2019 (IV-act. 94) samt Stellungnahme der Gutachter vom 12. Februar 2020 (IV-act. 100) 

als medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung zu prüfen.

Das Gutachten berücksichtigt die geklagten Beschwerden, Ressourcen und 

Einschränkungen sowie die medizinischen Akten. Anamnese, Befunde und Diagnosen 

sind vollständig und nachvollziehbar. Es werden keine objektiven Gesichtspunkte 

geltend gemacht oder sind ersichtlich, die von den Gutachtern nicht berücksichtigt 

worden wären. Dies wird im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. 

Nicht beweistauglich ist das Gutachten hingegen bezüglich der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung, wie nachfolgend aufzuzeigen ist:

5.1. 

Interdisziplinär führend kam der orthopädische Gutachter zu folgendem Schluss: 

Aufgrund der ausgeprägten degenerativen Veränderungen an der skoliotischen LWS 

sei die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, das heisse die 80%ige 

Anstellung in der Sozialfirma B.___ AG, nicht mehr arbeitsfähig. In angepasster 

Tätigkeit bestünden zeitlich und leistungsmässig wesentliche Einschränkungen. Zeitlich 

sei sie auch in einer ideal angepassten Tätigkeit um 25 % eingeschränkt. Zusätzlich 

bestünden leistungsmässig folgende Einschränkungen: die Tätigkeit müsse 

wechselbelastend sein, wobei sie den Wechsel der Stellungen (Sitzen, Stehen, Gehen) 

selbst wählen können sollte. Die Beschwerdeführerin sollte keine Tätigkeiten in 

gebückter Stellung oder kniend verrichten. Das Heben von Gegenständen vom Boden 

auf Tischhöhe sei beidhändig auf maximal 8 kg, nicht repetitiv, einhändig maximal auf 

5 kg und das Tragen von Lasten einhändig über kurze Strecken auf maximal 5 kg 

beschränkt. Auch Tätigkeiten mit engem Zeitlimit und erhöhter psychischer 

Stressbelastung sollten nicht abverlangt werden. Somit bestehe auch in einer ideal 

angepassten Tätigkeit leistungsmässig aus polydisziplinärer Sicht eine Einschränkung 

von 50 %. Daraus resultiere gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 40 %. Dies gelte für 

den jetzigen Zustand. Mit einer Verschlechterung sei notgedrungen sowohl bezüglich 

des Knies links wie auch bezüglich der LWS zu rechnen (IV-act. 94-10, 48). Nachdem 

der RAD die hohe Einschränkung von 60 % aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht 

nachvollziehen konnte (Stellungnahme vom 26. November 2019, IV-act. 96) und daher 

eine Rückfrage an die Gutachter gestellt wurde (Schreiben vom 9. Dezember 2019, IV-

act. 95), nahm der orthopädische Gutachter wie folgt Stellung: "Durch eine 

Unaufmerksamkeit habe ich nicht wahrgenommen, dass es hier um die Arbeitsfähigkeit 

in angepasster Tätigkeit geht. Die korrekte Antwort lautet also folgendermassen: In 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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angestammter Tätigkeit besteht seit anfangs 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit. In 

angepasster Tätigkeit seit anfangs 2018 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (MRI LWS vom 

26. Januar 2018), seit Oktober 2019 (jetzige gutachterliche Untersuchung) eine 

Arbeitsfähigkeit von 60%. Der Abschnitt 8.2 ist demzufolge folgendermassen richtig 

abgefasst: In angepasster Tätigkeit bestehen bei der Versicherten zeitlich und 

leistungsmässig wesentliche Einschränkungen. In einer ideal angepassten Tätigkeit ist 

die Versicherte zeitlich um einen Viertel eingeschränkt, zusätzlich bestehen 

leistungsmässig folgende Einschränkungen: Tätigkeit muss wechselbelastend sein, 

wobei die Versicherte den Wechsel der Stellung (Sitzen, Stehend, Gehend) selbst 

wählen sollte. Keine Tätigkeit in gebückter Stellung, keine knienden Arbeiten. Heben 

vom Boden auf Tischhöhe beidhändig maximal 8 kg, nicht repetitiv, einhändig max. 

5 kg, Tragen von Lasten einhändig über kurze Strecken maximal 5 kg. Somit besteht in 

einer ideal angepassten Tätigkeit aus orthopädischer Sicht gesamthaft eine 

Arbeitsfähigkeit von 60 %" (IV-act.  100). Der RAD hielt diese Beurteilung für aus 

versicherungsmedizinischer Sicht beweistauglich (vgl. Stellungnahme vom 18. Februar 

2020, IV-act. 101).

Beide gutachterlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit sind insoweit nicht 

nachvollziehbar, als die leistungsmässige (in Abgrenzung zur zeitlichen) Einschränkung 

offensichtlich mit dem Adaptationsprofil begründet wird. Der Gutachter umschreibt, 

welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin noch zumutbar sind, fährt dann aber damit 

fort, dass "somit" auch in einer ideal angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit von 50 % bestehe. Sodann erscheint die 

Begründung des Gutachters in der Stellungnahme vom 12. Februar 2020, es sei ihm 

entgangen, dass es um die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gegangen sei, 

nicht plausibel. Dies ergibt sich zum einen aufgrund des Kontexts, in dem ausdrücklich 

zwischen bisheriger und adaptierter Tätigkeit unterschieden wird. Zum anderen würde 

die Korrektur der vom Gutachter vorgebrachten Verwechslung von angestammter und 

adaptierter Tätigkeit dazu führen, dass für die angestammte Tätigkeit sich 

widersprechende Einschätzungen vorliegen würden (einerseits 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit, andererseits 40%ige Arbeitsfähigkeit). Die fehlende Unterscheidung 

von Leistungsprofil und Leistungsquantität einerseits und die resultierende 

widersprüchliche Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit andererseits 

schliessen insbesondere die Annahme aus, der Gutachter gehe in der angestammten 

Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 40 % und in angepassten Tätigkeiten von 60 % 

aus. Ebenso wenig lassen sich Gutachten und Stellungnahme der Gutachter etwa 

dahingehend interpretieren, dass sich die 40%ige Arbeitsfähigkeit auf das bisherige 

Arbeitspensum von 80 % beziehe. Der RAD-Arzt Dr. D.___ führte in seiner 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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6.

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als 

Teilerwerbstätige qualifiziert, nicht aber das Ausmass der Einschränkung im 

Haushaltsbereich abgeklärt. Aufgrund der von der Beschwerdegegnerin 

angenommenen 40%igen Einschränkung im 80%igen Erwerb würde jedoch bereits ein 

rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad resultieren, wenn im Haushalt ebenfalls 

eine 40%ige Einschränkung bestehen würde, was in Anbetracht des niedrigen 

Zumutbarkeitsprofils (Gewichtslimite 5 kg etc., vgl. E. 5.2) nicht von Vornherein 

auszuschliessen ist. Da wesentliche für das Rentengesuch relevante Gesichtspunkte 

(Qualifikation, Haushaltsabklärung) bislang vollständig ungeklärt geblieben sind, steht 

auch einer ausnahmsweisen Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur 

Vornahme eines weiteren Gutachtens die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht 

entgegen (vgl. BGE 137 V 264 f. E. 4.4.1.4). Die Sache ist deshalb – wie eventualiter 

beantragt – zur Ergänzung des Sachverhalts im Sinn der vorstehenden Erwägungen 

zurückzuweisen.

Stellungnahme vom 26. November 2019 zur Einschätzung im Gutachten aus, es sei 

nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer auch in einer 

adaptierten Tätigkeit in einem so hohen Ausmass (60 % Arbeitsunfähigkeit) 

eingeschränkt sei (IV-act. 96). Am 18. Februar 2020 liess er sich dahingehend 

vernehmen, nach der Klarstellung der Gutachter könne nun aus 

versicherungsmedizinischer Sicht auf das Gutachten abgestellt werden. Demnach sei 

der Beschwerdeführer gesamthaft "60 % adaptiert" arbeitsfähig (IV-act. 101). Zwar 

kann dem RAD insoweit zugestimmt werden, dass die im Gutachten dargelegten 

Befunde und Einschränkungen eher eine 60%ige als lediglich eine 40%ige 

Arbeitsfähigkeit erwarten lassen. Eine nachvollziehbare Begründung wird jedoch hierfür 

nicht angegeben. Die vom RAD am 26. November 2019 aufgezeigten fraglichen Punkte 

des Gutachtens – Berücksichtigung der orthopädischen Beschwerden im Rahmen der 

Adaptionskriterien, Medikamenteneinnahme (vgl. IV-act. 96-2) – wurden mit der 

Stellungnahme der Gutachter vom 12. Februar 2020 (IV-act. 100) nicht geklärt, so dass 

nicht einleuchtend begründet wird, weshalb der RAD gemäss abschliessender 

Stellungnahme auf die revidierte gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung abstellen 

wollte. Es fehlt damit an einer beweiskräftigen medizinischen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung und der Sachverhalt erweist sich folglich als nicht 

spruchreif.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

8. Mai 2020 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin im Sinn der 

Erwägungen zu weiteren Abklärungen und zur neuen Verfügung zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Folglich ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 

vom 8. Mai 2020 aufzuheben und die Angelegenheit zur Vornahme weiterer 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen sowie zu neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat 

deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

7.2. 

bis

Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Im vorliegenden 

Fall erscheint unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die 

Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung erübrigt 

sich bei diesem Prozessausgang.

7.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.12.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Aufgrund des aus orthopädischer Sicht recht eingeschränkten Zumutbarkeitsprofil ist die umstrittene Qualifikation der Beschwerdeführerin noch zu wenig geklärt. Die Beschwerdegegnerin hätte nicht auf eine Haushaltabklärung verzichten dürfen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des der angefochtenen Verfügung zugrundeliegenden polydisziplinären Gutachtens ist auch nach erfolgter Stellungnahme der Gutachter nicht nachvollziehbar. Die Angelegenheit ist daher zur ergänzenden Haushaltabklärung und Vervollständigung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Dezember 2021, IV 2020/129).

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		2025-07-19T02:13:27+0200
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