# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d19be698-1305-5294-9e79-fd325011dde7
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-30
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 30.08.2021 S 2019 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2019-114_2021-08-30.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 30. August 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung 

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2019 114

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Urteil S 2019 114

A. Der 1968 geborene A.________ meldete sich mit Gesuch vom 11. Februar 2013 
mit dem Hinweis auf Rückenbeschwerden nach einem Sturz bei der Arbeit am 23. April 
2012 bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Dies, 
nachdem die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ihre Leistungspflicht mit 
Verfügung vom 11. Januar 2013 mangels Unfallkausalität der noch bestehenden 
Beschwerden abgelehnt hatte (IV-act. 10 S. 69 ff.; bestätigt mit VGer ZG S 2013 112 vom 
27. Mai 2014 und BGer 8C_524/2014 vom 20. August 2014). Die IV-Stelle des Kantons 
Zug (nachfolgend IV-Stelle) klärte in der Folge die medizinischen und erwerblichen 
Verhältnisse ab und zog die Akten der SUVA bei. Mit Vorbescheid vom 13. März 2014 
kündigte sie dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens an (IV-act. 24). Im 
Rahmen des darauffolgenden Einwandverfahrens wurde A.________ von der MEDAS 
C.________ polydisziplinär begutachtet (Orthopädie, Chirurgie/Unfallchirurgie, Psychiatrie, 
Innere Medizin und Neurologie; Gutachten vom 5. Januar 2015; IV-act. 36). Mit Verfügung 
vom 20. August 2015 hielt die IV-Stelle am Vorbescheid fest und wies das 
Leistungsbegehren bei einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 20 % ab (IV-
act. 82). Die dagegen erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde mit Urteil 
S 2015 127 des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 10. März 2016 abgewiesen. 
Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

Mit Gesuch vom 26. Januar 2018 meldete sich A.________ erneut bei der IV zum 
Leistungsbezug an (IV-act. 113). Die IV-Stelle trat in der Folge auf die Neuanmeldung ein 
(vgl. IV-act. 119), tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen und liess ihren 
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) Stellung nehmen. Mit Vorbescheid vom 4. Mai 2018 
stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 129). 
Dagegen liess A.________ Einwände erheben und insbesondere einen Antrag auf 
psychiatrische Begutachtung stellen (IV-act. 130 und 133). Am 28. August 2018 teilte die 
IV-Stelle mit, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine medizinische 
Untersuchung (Psychiatrie) als notwendig erachte. Diese werde bei Dr. med. D.________, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, erfolgen (IV-act. 137). A.________ zeigte sich 
daraufhin mit dem beauftragen Gutachter nicht einverstanden (IV-act. 139). Mit 
Zwischenverfügung vom 20. November 2018 hielt die IV-Stelle an der psychiatrischen 
Begutachtung durch Dr. D.________ fest (IV-act. 141), was unangefochten blieb. 
Doktor D.________ erstattete sein psychiatrisches Gutachten am 29. April 2019 
(Untersuchung vom 9. April 2019; IV-act. 148). Der RAD nahm im Nachgang am 16. Mai 
2019 eine versicherungspsychiatrische Würdigung vor (IV-act. 149). Mit Verfügung vom 
11. Juli 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab und verneinte den Anspruch auf 

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Urteil S 2019 114

eine Invalidenrente, nach erneuten Abklärungen und der Beurteilung des RAD bestehe 
aus versicherungsmedizinischer Sicht keine wesentliche und anhaltende Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes seit der Verfügung vom 20. August 2015 (IV-act. 154 = Bf-
act. 2). 

B. Am 11. September 2019 liess A.________ (fortan Beschwerdeführer) 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben und beantragen, die Verfügung vom 11. Juli 
2019 sei aufzuheben und die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und zum 
Neuentscheid über den Anspruch auf eine Invalidenrente an die IV-Stelle zurückzuweisen; 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle. In prozessualer Hinsicht 
sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu bewilligen (act. 
1). 

C. Mit Verfügung vom 12. September 2019 verlangte der Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts – unter Hinweis auf die 
Möglichkeit innert Frist ein nunmehr substanziiertes Gesuch um Bewilligung der 
unentgeltlichen Prozessführung einzureichen – vom Beschwerdeführer einen 
Kostenvorschuss von Fr. 800.– (act. 2). Dieser wurde am 2. Oktober 2019 fristgerecht 
bezahlt (act. 3). 

D. Am 3. Oktober 2019 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das 
ausgefüllte Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nach § 27 VRG" mit 
entsprechenden Beilagen zu den Akten (act. 4). 

E. Das Verwaltungsgericht teilte dem Beschwerdeführer bzw. seinem Rechtsvertreter 
mit Schreiben vom 7. Oktober 2019 mit, dass das Gericht davon ausgehe, dass trotz 
rechtzeitig einbezahltem Kostenvorschuss am Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
festgehalten, andernfalls um entsprechende Mitteilung ersucht werde. Gleichzeitig wurde 
der Beschwerdeführer unter Fristansetzung dazu aufgefordert, den Nachweis zu 
erbringen, dass das sich offenbar in seinem Eigentum befindliche Grundstück in 
E.________ mit einem Steuerwert von Fr. 109'000.– weder höher belehnt noch mit einem 
Nettoerlös verkauft werden könne (act. 5). 

F. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2019 bat der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers um Kenntnisnahme, dass es seinem Mandanten leider nicht möglich 

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sei, die vom Verwaltungsgericht am 7. Oktober 2019 verlangten Unterlagen zu beschaffen 
(act. 6). 

G. Mit Verfügung vom 5. November 2019 lehnte das Verwaltungsgericht das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege mangels Bedürftigkeit ab (act. 7). 

H. Die IV-Stelle (fortan auch Beschwerdegegnerin) schloss am 28. November 2019 
vernehmlassend auf Abweisung der Beschwerde (act. 8). 

I. Am 20. Januar 2020 liess der Beschwerdeführer auf die Einreichung einer Replik 
verzichten und an den am 11. September 2019 gestellten Anträgen festhalten (act. 10). 

J. Mit Eingabe vom 27. Juli 2020 liess der Beschwerdeführer den Austrittsbericht des 
Spitals F.________ vom 3. Juli 2020 einreichen (act. 12; Bf-act. 3). Die IV-Stelle nahm 
hierzu am 27. August 2020 Stellung (act. 14). Nach der Zustellung dieses Schreibens an 
den Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme (act. 15) gingen beim Gericht keine weiteren 
Eingaben mehr ein. 

K. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird – soweit erforderlich – 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 
11. Juli 2019) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind in 
zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu 
Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1).

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 82a ATSG vor, dass für im 

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Urteil S 2019 114

Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 11. September 2019 der Schweizerischen Post übergeben, 
weshalb die bis 31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall 
Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.

1.2 Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche 
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 
Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – 
Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – gegeben, stammt doch die angefochtene Verfügung 
von der IV-Stelle Zug. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist gegen Verfügungen 
der kantonalen IV-Stellen direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht 
einzureichen. Die angefochtene Verfügung datiert vom 11. Juli 2019 und ist dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 12. Juli 2019 zugegangen (vgl. Bf-act. 2). Mit 
der am 11. September 2019 der Schweizerischen Post übergebenen Beschwerdeschrift 
gilt die 30-tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG – unter Berücksichtigung des 
Fristenstillstandes nach Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG (15. Juli bis und mit 15. August) – als 
gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und 
zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält einen Antrag und eine 
Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die 
Beschwerde einzutreten ist. 

1.3 Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. 

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird 
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, 
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 
hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 
831.201]). Tritt die IV-Stelle auf die Neuanmeldung ein, hat sie abzuklären, ob eine solche 
(glaubhaft gemachte; vgl. dazu BGer 9C_367/2016 vom 10. August 2016 E. 2.2) 
Veränderung tatsächlich eingetreten ist. Verneinendenfalls weist sie das Rentengesuch ab 
(BGE 117 V 198 E. 3a). Die Frage, ob eine erhebliche Tatsachenänderung im Sinne von 
Art. 87 Abs. 2 IVV eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich der Verhältnisse im 
Zeitpunkt der Neuanmeldung mit denjenigen bei Erlass der letzten, auf einer materiellen 
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 
Beweiswürdigung und Ermittlung des Invaliditätsgrades beruhenden Verfügung (BGer 
9C_451/2018 vom 6. November 2018 E. 3).

Im Rahmen einer Neuanmeldung sind die Revisionsregeln analog anwendbar. Ändert sich 
der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen 
oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 

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(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei 
einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Hingegen ist die 
lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 
Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3; BGer 
9C_496/2018 vom 21. November 2018 E. 4.1). 

3.4 Zu berücksichtigen ist dabei, dass weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen 
Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche 
diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt, um auf einen 
veränderten Gesundheitszustand zu schliessen. Notwendig ist vielmehr eine veränderte 
Befundlage (BGer 8C_121/2021 vom 27. Mai 2021 E. 4.2.2; 9C_135/2021 vom 27. April 
2021 E. 2; 8C_703/2020 vom 4. März 2021 E. 5.2.1.1, je mit Hinweisen).

3.5
3.5.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im 
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 
der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 
140 V 193 E. 3.1 und 3.2; 132 V 93 E. 4).

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es 
entscheidend darauf an, ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange 
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 
Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

3.5.2 Die Feststellung einer revisionsbegründenden gesundheitlichen Veränderung 
erfolgt durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustands. 
Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entscheiderheblichen 

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Differenz in Bezug auf Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen 
Befundes und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; 
sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur massgeblich, soweit sie tatsächlich 
einen Unterschied zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines zwecks 
Rentenrevision – bzw. in analoger Anwendung zwecks Beurteilung einer Neuanmeldung 
(vgl. vorstehende E. 3.3) – erstellten Gutachtens hängt folglich auch davon ab, ob es sich 
ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. 
Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass sich die gesundheitlichen 
Verhältnisse verändert haben (BGer 8C_300/2020 vom 2. Dezember 2020 E. 2.6.2; 
8C_157/2014 vom 26. August 2014 E. 5.1.2 mit Hinweisen). Es rechtfertigt sich, diese 
Rechtsprechung auch anzuwenden, wenn es evident ist, dass der Gesundheitszustand 
der versicherten Person unverändert geblieben ist (BGer 8C_121/2021 vom 27. Mai 2021 
E. 4.2.1).

3.6 Rechtsprechungsgemäss ist es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). 

So ist etwa wegen der unterschiedlichen Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-)Arztes und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten medizinischen 
Experten ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten nicht stets in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen kommen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc; BGer 
8C_180/2017 vom 21. Juni 2017 E. 4.4.2 und 8C_787/2013 vom 14. Februar 2014 je mit 
Hinweisen). 

Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Verwaltung eingeholten Gutachten 
von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb; BGer 8C_452/2016 vom 27. September 
2016 E. 3 mit Hinweisen). 

Damit der Beweiswert von Berichten des RAD nach Art. 49 Abs. 2 IVV mit externen 
medizinischen Sachverständigengutachten vergleichbar ist, müssen sie den von der 

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Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen und 
die beurteilende RAD-Arztperson muss über die notwendige fachliche Qualifikation 
verfügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Es ist dabei nicht zwingend erforderlich, dass die 
versicherte Person untersucht wird. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um 
die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte 
ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (BGer 
9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4 mit zahlreichen Hinweisen). Bestehen auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 
E. 4.4; BGer 9C_8/2011 vom 21. Februar 2011 E. 4.1.3). 

3.7 Nach dem im Sozialversicherungsprozess geltenden Beweismass der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist ein bestimmter Sachverhalt nicht bereits dann 
bewiesen, wenn er bloss möglich ist. Hingegen genügt es, wenn das Gericht aufgrund der 
Würdigung aller relevanter Sachumstände, dass heisst nach objektiven Gesichtspunkten, 
zur Überzeugung gelangt, dass er der wahrscheinlichste aller in Betracht fallender 
Geschehensabläufe ist und zudem begründeterweise angenommen werden darf, dass 
weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern (BGE 
126 V 353 E. 5b; BGer 9C_541/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 5.1; 9C_717/2009 vom 
20. Oktober 2009 E. 3.3 mit Hinweisen). 

4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt im Wesentlichen, gestützt auf die Berichte des 
behandelnden Dr. med. G.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
19. Februar und 19. März 2018 sei aus psychiatrischer Sicht von einer Verschlechterung 
des Gesundheitszustands Anfang 2017 auszugehen (Arbeitsunfähigkeit von 60–70 % in 
einer angepassten Tätigkeit). Die Negierung einer depressiven Erkrankung im Gutachten 
von Dr. D.________ vom 29. April 2019 sei angesichts der klaren Diagnosestellung von 
Dr. G.________ nicht plausibel und nachvollziehbar. Insbesondere lasse das Gutachten 
jegliche Auseinandersetzung mit der entgegengesetzten Auffassung von Dr. G.________ 
und dessen Berichten vermissen. Zudem sei selbst gestützt auf das Gutachten von 
Dr. D.________ (auch ohne Diagnose einer depressiven Störung) im Vergleich zum 
früheren MEDAS-Gutachten von einer Verschlechterung aus psychiatrischer Sicht 
auszugehen. Doktor D.________ diagnostiziere immerhin eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Zudem halte er bei der 
Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen wesentlich mehr 

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Urteil S 2019 114

Einschränkungen fest, als dies im MEDAS-Gutachten der Fall gewesen sei. Aufgrund des 
Berichts von Dr. med. H.________, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates sowie FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 4. September 2017, 
bestehe der Anschein, dass sich die Situation auch aus somatischer Sicht kontinuierlich 
verschlechtert habe. Die medizinische Situation erweise sich zusammengefasst als 
ungenügend abgeklärt. Zudem seien die Wechselwirkungen zwischen den psychischen 
und somatischen Beschwerden ergänzend zu durchleuchten. Es dränge sich eine 
polydisziplinäre Begutachtung und eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin auf 
(act. 1 S. 4 ff.). 

4.2 Die Beschwerdegegnerin bringt vernehmlassend im Wesentlichen vor, der 
Beschwerdeführer habe mit der Einwandbegründung vom 3. Juli 2018 ausdrücklich eine 
psychiatrische Begutachtung verlangt. Eine solche sei durchgeführt worden. Das 
Gutachten vom 29. April 2019 beurteile und erfasse den Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers in fachärztlich psychiatrischer Hinsicht umfassend und sei 
nachvollziehbar begründet. Die von Dr. D.________ genannten Inkonsistenzen zeigten 
zudem, dass durchaus Hinweise für eine aktuelle oder im Verlauf stattgefundene 
bewusstseinsnahe Aggravation vorliegen würden. Hierzu sei auch auf die Stellungnahme 
des damaligen RAD-Psychiaters vom 26. April 2018 hingewiesen, welcher bereits damals 
die Widersprüchlichkeiten der Einschätzung von Dr. G.________ sowie die fehlende 
Beschreibung klar abgegrenzter depressiver Phasen aufgedeckt habe. Hinsichtlich der 
geltend gemachten Verschlechterung gestützt auf das Gutachten von Dr. D.________ im 
Vergleich zum früheren MEDAS-Gutachten sei darauf hingewiesen, dass es sich dabei 
lediglich um eine zusätzliche Diagnose handle. Die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
blieben aber unter einem invalidenversicherungsrechtlichen Niveau. Doktor H.________ 
könne keine orthopädischen Ursachen für das chronische Schmerzsyndrom verantwortlich 
machen. Seit der Beurteilung durch den RAD am 17. April 2018 lägen keine neuen 
Berichte oder sonstige Befunde vor, welche dazu veranlassen würden, weitere somatische 
Abklärungen durchzuführen. Konkrete Kritik an der Beurteilung des RAD vom 17. April 
2018 übe weder der Beschwerdeführer noch irgendein somatisch ausgerichteter 
behandelnder Arzt. Der Beschwerdeführer zeige nicht auf, inwiefern allfällige 
Wechselwirkungen, ausgehend von einer psychiatrischen Schmerzdiagnose, sich auf die 
somatischen und somit grundsätzlich objektivierbaren Kapazitäten auswirken sollten (act. 
8). 

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5. Der im vorliegenden Fall massgebliche Vergleichszeitraum (vgl. hierzu auch BGE 
133 V 108; 130 V 71 E. 3.2.3) erstreckt sich von der Verfügung der IV-Stelle vom 
20. August 2015, mit welcher ein Rentenanspruch des Versicherten bei einem nicht 
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 20 % verneint wurde (IV-act. 82), bis zur hier 
angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2019 (IV-act. 154). Entscheidend ist die Frage, ob 
innerhalb dieses Vergleichszeitraums eine anspruchserhebliche Veränderung der 
tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist.

6. In der Verfügung vom 20. August 2015 (IV-act. 82) stellt die IV-Stelle massgeblich 
auf das Gutachten der MEDAS C.________ vom 5. Januar 2015 (IV-act. 36) ab.

6.1 Die Ärzte der MEDAS C.________ erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten in 
den Fachdisziplinen Orthopädie, Chirurgie/Unfallchirurgie, Innere Medizin, Neurologie und 
Psychiatrie. 

6.1.1 Aus interdisziplinärer Sicht hielten die MEDAS-Gutachter als Diagnose mit 
Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (in angestammter Tätigkeit) den klinisch und radiologisch 
dringenden Verdacht auf ein Hüftimpingement links fest. Sämtliche weiteren Diagnosen 
aus allen Fachgebieten wurden als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit 
aufgeführt (1. Chronisch wiederkehrende Zervikodorsolumbalgien bei beginnenden 
degenerativen HWS-, BWS und LWS-Veränderungen, zervikalen, thorakalen und 
lumbalen Bandscheibenprotrusionen und geringer Wirbelsäulenfehlstatik in Form eines 
Rundrückens; 2. Wiederkehrende Thoraxschmerzen links ohne sicheres Korrelat; 
3. Fussfehlstatik in Form eines Spreizfusses beidseits; 4. Entwicklung körperlicher 
Symptome aus psychischen Gründen, Persönlichkeitsakzentuierung [ICD-10 F68.0]; 
5. Labile arterielle Hypertonie; 6. Unklare Leberzyste rechts; 7. Untergewicht, BMI <20 
kg/m2; 8. Status nach Helicobacter-Eradikation bei gastroskopisch eher milder Gastritis; 
9. Status nach Entfernung zweier Polypen aus dem Colon transversum von 5 resp. 7 mm, 
Abklärung wegen Analschmerzen, nach wie vor ohne Korrelat; 10. Prostatahyperplasie, 
abklärungsbedürftig). Die Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter (ausgehend von einem Job-
Profil mit schwerer Arbeit) scheine mit der Hüftaffektion links (klinisch und radiologisch 
Impingement-Situation) bei Status nach Sturz auf diese Seite nicht mehr gegeben zu sein, 
dies obschon die Beschwerden klinisch beim orthopädischen Teilgutachter nicht so 
ausgeprägt gewesen seien wie beim chirurgischen Teilgutachter. Alle Teilgutachter kamen 
zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer Verweistätigkeit liege 
bei 100 %, d.h. 8,5 Stunden pro Tag ohne Leistungsminderung. Der Versicherte könne mit 

12

Urteil S 2019 114

Sicherheit mittelschwere Arbeiten erledigen. Lange Gehstrecken seien aufgrund der 
Hüftaffektion links nicht zu empfehlen. Aus gutachterlicher Sicht könne eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis ca. zwei Monate nach dem Unfall 2012 konstatiert 
werden. Weitere Arbeitsunfähigkeiten seien nicht nachvollziehbar (IV-act. 36 S. 23 ff.). 

6.1.2 Aus psychiatrischer Sicht hielt Teilgutachter Dr. med. I.________, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, insbesondere fest, insgesamt ergäben sich aufgrund der 
Gesamtsituation keine Hinweise für relevante psychiatrische Störungen mit Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit blieben die Entwicklung 
körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0) sowie die 
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1). In der psychiatrischen Untersuchung sei 
allerdings aufgefallen, dass der Versicherte zu Überbewertung von normalen 
Körperwahrnehmungen neige und diese auch fehlinterpretiere. Negative 
Untersuchungsbefunde hätten bislang nicht zu einer Entlastung des Versicherten, sondern 
teilweise sogar zu einer Verstärkung seiner Beschwerden geführt. Der Versicherte 
vermittle zeitweilig auch in der Untersuchungssituation einen schmerzempfindsamen und 
unangemessen leidenden Eindruck, eine authentisch wirkende depressive Stimmungslage 
könne nicht erkannt werden. Die psychischen Symptome zu Anfang und auch in der 
späteren Zeit nach dem Unfall hätten allenfalls einer Anpassungsstörung entsprochen. 
Weil das Ereignis schon längere Zeit zurück liege, könne aufgrund der ICD-Kriterien die 
Diagnose einer Anpassungsstörung nicht mehr gestellt werden. Aus 
differenzialdiagnostischen Überlegungen heraus sei für die Diagnose "ICD-10 F68.0: 
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen" entschieden worden. 
Dabei seien körperliche Symptome gemeint, vereinbar mit und ursprünglich verursacht 
durch eine gesicherte körperliche Störung, Krankheit oder Behinderung, welche jedoch 
wegen des psychischen Zustandes des Betroffenen aggraviert werde oder länger anhalte. 
Die Grundlage dafür bilde beim Versicherten eine Persönlichkeits- und 
Verhaltensakzentuierung im Sinne einer Persönlichkeitsvariante mit histrionischen, 
narzisstischen Zügen. Diesem Zustandsbild könne allerdings keine relevante 
psychiatrische Bedeutung beigemessen werden, da ein Grossteil der Beschwerden 
bewusstseinsnah erfolge und dies bei entsprechender willentlicher Anstrengung im 
Bedarfsfall korrigierbar wäre. Hierzu verfüge der Versicherte über eine ausreichende 
Introspektionsfähigkeit. Eine krankheitsbedingte Einschränkung der Kritikfähigkeit in 
Bezug auf die Störung bestehe nicht. Unter Berücksichtigung der noch erhaltenen 
psychischen Funktionen in Anlehnung an Mini-ICF, ergäben sich im Bereich der 
Aktivitäten und der Partizipation allenfalls leichte Störungen. In Bezug auf die 

13

Urteil S 2019 114

unzureichenden Deutschkenntnisse trotz normaler Intelligenz und langer Anwesenheit in 
der Schweiz, scheine der Versicherte vorwiegend motivational bedingte Schwächen und 
Schwierigkeiten beim Lernen und bei der Wissensanwendung zu haben. Diese spielten 
jedoch in dem Beruf eines Bauhelfers aus psychiatrischer Sicht keine relevante Rolle. Dies 
gelte auch für eine leidensangepasste Verweistätigkeit. Die praktischen Aufgaben scheine 
er stets kompetent ausgeführt zu haben. Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung sei 
auch keine relevante Störung der Kommunikation erkennbar gewesen. Auch die 
Aufmerksamkeitsfokussierung sei nicht gestört gewesen. Die interpersonelle Interaktion 
und das Gemeinschaftsleben erschienen ebenfalls gut funktionsfähig, auch die Mobilität. 
Die Selbstversorgung könnte wohl unproblematisch wieder erlernt werden. In Bezug auf 
die Durchhaltefähigkeit habe in der Untersuchungssituation keine erkennbare 
Beeinträchtigung bestanden; diese sei auch im Berufsleben nicht zu erwarten. In 
angestammter Tätigkeit (Bauhelfer) wie in einer ideal angepassten Verweistätigkeit sei der 
Explorand zu 100 % arbeitsfähig (Leistung 100 %, Präsenzzeit 8,5 Stunden). Es habe 
retrospektiv nie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (IV-act. 36 S. 39 ff.).

In Würdigung der damaligen Aktenlage hielt der Gutachter insbesondere fest, Symptome 
wie sie Dr. med. J.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, schildere (Bericht vom 
21. Februar 2014), würden vom Versicherten gegenwärtig nicht so dramatisch 
beschrieben. Die vom Arzt genannten Defizite seien in der Untersuchungssituation nicht 
erkennbar gewesen und es handle sich allenfalls um rein subjektive Beschwerden des 
Versicherten im Rahmen der vorhandenen Persönlichkeitsstruktur, welche jedoch keine 
Auswirkungen auf seinen beruflichen Einsatz bewirkten. Aus rein psychiatrischen Gründen 
sei der Versicherte daher in der Lage einer Arbeit nachzugehen, die beschriebene 
Akzentuierung der von ihm beobachteten Symptomatik werde vom Versicherten in 
entsprechender, ihm eigener Weise ausgestaltet. Dies entspreche jedoch keinem 
relevanten psychiatrischen Zustandsbild, auch eine somatoforme Schmerzstörung liege 
nicht vor (IV-act. 36 S. 40). 

6.2 Gestützt darauf anerkannte die IV-Stelle aufgrund des klinisch und radiologisch 
festgestellten Hüftimpingements (links) eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter. In einer Verweistätigkeit (mittelschwere Arbeit, 
ohne lange Gehstrecken) schloss sie auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, nahm einen 
Einkommensvergleich vor und ermittelte unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges 
von 10 % einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 20 % (IV-act. 82). Dies 
wurde vom Verwaltungsgericht mit Urteil S 2015 127 vom 10. März 2016 bestätigt und 

14

Urteil S 2019 114

dabei insbesondere die volle Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens festgestellt. Das 
Gericht hielt weiter fest, die Beweiskraft des Gutachtens würde auch nicht durch die 
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung in den nachfolgenden Arztberichten 
geschmälert. Eine solche liege nach dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nicht vor (vgl. hierzu E. 6.2.2.3 und 6.3 des erwähnten Urteils). 

7. Bei der aktuellen Abweisung des Leistungsbegehrens des Versicherten (IV-
act. 154) stützte sich die IV-Stelle in psychiatrischer Hinsicht im Wesentlichen auf das 
Gutachten von Dr. D.________ vom 29. April 2019 (IV-act. 148) und in somatischer 
Hinsicht auf die Einschätzung von RAD-Arzt Dr. med. K.________, Facharzt Praktischer 
Arzt, vom 17. April 2018 (IV-act. 127). 

7.1 RAD-Arzt Dr. K.________ hielt am 17. April 2018 fest, entgegen seiner ersten Ein-
schätzung (vgl. IV-act. 118) würden die nachträglich eingereichten Arztberichte nicht 
zwingend auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des 49-jährigen 
Versicherten nach Erlass der letzten Verfügung vom August 2015 hindeuten. Seinerzeit 
sei eine volle Arbeitsfähigkeit in einer körperlich angepassten Tätigkeit angenommen 
worden. Aus rein somatischer Perspektive sei keine wesentliche und anhaltende 
Veränderung des Gesundheitszustands zu erkennen. Ob aus psychiatrischer Sicht eine 
Veränderung bzw. Verschlechterung angenommen werden müsse, solle von einem 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie beurteilt werden (IV-act. 127). 

7.2 Doktor D.________ diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 29. April 
2019 in der Folge eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41) bei somatischen (organpathologischen) Befunden nach einem 
Arbeitsunfall am 23. April 2012 mit Status nach Entwicklung körperlicher Symptome aus 
psychischen Gründen (ICD-10 F68.0) bei akzentuierten (narzisstisch, histrionischen) 
Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1). Zusammenfassend sei im Fall des Versicherten aus 
psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht die in den Akten vorgeschlagene Diagnose 
einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu 
bestätigen. Als Teil bzw. Ausdruck dieser Störung zeige der Versicherte immer wieder 
unterschiedlich ausgeprägte niedergeschlagen-ängstliche Verstimmungen; auf 
akzentuierte Persönlichkeitszüge und soziale Belastungen sei dabei ebenso hinzuweisen. 
Aufgrund der vom Exploranden seit 2012 subjektiv erlebten körperlichen Schmerzen und 
der nicht ausreichenden Erklärbarkeit durch ein somatisches Korrelat, sei aus 
psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht gemäss ICD-10 F45.4 eine anhaltende 

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Urteil S 2019 114

Schmerzstörung zu diskutieren. Dies werde in den Akten auch regelmässig 
vorgeschlagen, dort jedoch jeweils nicht differenziert erörtert. Die Differenzialtypologie 
gemäss ICD-10, die seit 2009 zur Verfügung stehe, umfasse bezüglich der Kategorie 
F45.4 (anhaltende Schmerzstörung) mit F45.40 eine "anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung" und mit F45.41 eine "chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren". Dies begründe jedoch aus versicherungspsychiatrischer Sicht 
keine wesentliche Unterscheidung (IV-act. 148 S. 22 f.). Gutachter Dr. D.________ 
diskutiert in der Folge die diagnostischen Kriterien von F45.40 eingehend und kommt für 
den Versicherten zusammenfassend zum Schluss, dass die Kriterien für eine 
somatoforme Schmerzstörung nur teilweise erfüllt seien. Die Forderung nach ursächlichen 
psychischen Faktoren ("emotionaler Konflikt") sei unklar. Es stünden soziale Belastungen 
im Vordergrund. Es sei deshalb die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren zu diskutieren. Diese Kriterien gemäss ICD-10 
F45.41 seien beim Versicherten im Verlauf nach dem Unfallereignis im April 2012 "nach 
und nach" erfüllt und würden in den Akten entsprechend zugeordnet. Die Schmerzstörung 
sei Folge des Arbeitsunfalls, der zunächst zu einer Anpassungsstörung und dann zur 
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychiatrischen Gründen geführt habe. Ab wann 
genau im weiteren Verlauf nach Januar 2015 von einer chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen psychischen Faktoren auszugehen sei, lasse sich aufgrund hierfür 
ungenügender Dokumentation nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schätzen (IV-
act. 148 S. 23 ff.). 

Inwiefern eine eigenständige somatoforme autonome Funktionsstörung (des unteren 
Verdauungssystems, ICD-10 F45.32) vorliegen solle, werde in den Akten nicht erläutert. 
Anlässlich der aktuellen Untersuchung seien keine entsprechenden Belege zu finden. Das 
vom Versicherten beschriebene somatoforme Syndrom gehe in der Kategorie F45.41 auf 
(IV-act. 148 S. 25). 

Die akzentuierten Persönlichkeitszüge des Exploranden (sog. Z-Kodierung) stellten 
Varianten der Norm im Sinne von Eigenheiten einer Person dar, die von sich aus alleine 
keinen Krankheitswert besitzen würden (im Gegensatz zu Persönlichkeitsstörungen). Im 
Fall des Versicherten seien keine Belege vorhanden, die annehmen liessen, dass die 
Eingangskriterien der Definition einer Persönlichkeitsstörung tatsächlich erfüllt seien. Eine 
entsprechende diagnostische Einordnung der Befunde werde in den Akten auch zu 
keinem Zeitpunkt vorgeschlagen (IV-act. 148 S. 25 f.). 

16

Urteil S 2019 114

Weitere (allfällig versicherungsmedizinisch relevante) Störungen gemäss ICD-10 könnten 
im Fall des Versicherten ebenfalls nicht begründet werden. Ein Suchtleiden sei 
ausdrücklich nicht vorhanden. Insbesondere seien auch die ICD-10 Kriterien einer 
depressiven Episode objektiv nicht erfüllt. Der Schweregrad erreiche bzw. habe das 
notwendige Ausmass nicht erreicht. Beim Versicherten haben bzw. hätten auch keine der 
genannten Symptome in ausreichender Schwere bzw. in ausreichender Länge bestanden, 
um eine langdauernde depressive Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu 
können. Eine relevante (und auch noch eigenständige) depressive Episode gemäss ICD-
10 F3 bestehe bzw. habe somit nicht bestanden. Die niedergeschlagen-ängstlichen 
Verstimmungen des Beschwerdeführers liessen sich als Folge körperlicher 
Missempfindungen und sozialer Belastung interpretieren (IV-act. 148 S. 26 f.). 

Die mit der Gesundheitsschädigung verbundenen objektiven psychopathologischen 
Befunde seien aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht gar nicht bis maximal sehr 
gering ausgeprägt. Die Limitierung des Aktivitätsniveaus (im Vergleich zu vor Eintritt der 
Gesundheitsschädigung, wie sie vom Versicherten für alle vergleichbaren Lebensbereiche 
[Beruf/Erwerb, Haushalt, Freizeit und soziale Aktivitäten] beschrieben werde) sei – soweit 
sie allfällig somatisch begründbare Defekte übersteige – vollständig durch seine 
Selbsteinschätzung zu begründen (IV-act. 148 S. 28). 

Eine wesentliche Veränderung (Verbesserung oder Verschlechterung) gegenüber der 
Begutachtung von 2015 lasse sich gegenwärtig aus versicherungspsychiatrischer Sicht 
weder aufgrund der Akten, noch aufgrund der aktuellen Untersuchungsergebnisse vom 
9. April 2019 begründen. Eine relevante langdauernde Arbeitsunfähigkeit, die allfällig einer 
somatisch begründbaren Einschränkung hinzugerechnet werden könne, sei aus 
versicherungspsychiatrischer Sicht aufgrund der chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie den damit verbundenen 
Defiziten (inkl. einer rezidivierenden ängstlich-niedergeschlagenen Verstimmung) im Fall 
des Versicherten für keinen Zeitraum begründbar (IV-act. 148 S. 28 und S. 37). 

Mit Verweis auf die "elegische Selbstdarstellung" in der Untersuchung vom 9. April 2019 
hielt der Gutachter zudem fest, dass soziale Faktoren und eine bewusstseinsnahe 
Aggravation weit überwiegend auch den (weiteren) Verlauf der Störung beeinflussen 
würden (IV-act. 148 S. 40). 

17

Urteil S 2019 114

8. In Würdigung der Aktenlage ist evident, dass der Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers seit der gutachterlichen Beurteilung vom 5. Januar 2015 im Rahmen 
der letzten materiellen Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten in somatischer 
Hinsicht im Wesentlichen unverändert geblieben ist bzw. sich die Befundlage nicht mass-
geblich verändert hat. Nebst der dahingehenden Einschätzung des RAD (vgl. vorstehende 
E. 7.1) lassen auch die übrigen Berichte der behandelnden Ärzte keinen anderen Schluss 
zu. Insofern ist nicht von ausschlaggebender Bedeutung, dass die Beurteilung des RAD 
vom 17. April 2018 eher knapp ausfällt und sich auch nicht eingehend mit dem 
Beweisthema der erheblichen Änderung des Sachverhalts auseinandersetzt (vgl. 
vorstehende E. 3.5). 

8.1 So wird etwa in den Berichten des Spitals F.________ festgehalten, der klinische 
Untersuchungsbefund sei mit dem Vorbefund seit Januar 2014 vergleichbar und 
dokumentiere (vor allem auch unter Berücksichtigung der zahlreichen apparativen 
Zusatzdiagnostik seit 2012) eine leichte funktionelle sensomotorische Hemisymptomatik 
links in Folge chronischer Schmerzempfindung. Eine Progredienz der sensomotorischen 
und teils hypokinetischen Symptomatik liege nicht vor. Der Patient empfinde eine 
Zunahme der bekannten Schmerzen seit Sistierung der regelmässigen 
physiotherapeutischen Behandlung (Bericht Neurologie vom 30. März 2016; IV-act. 110). 
Im Vergleich zur Erstbeurteilung 2014 zeige sich ein eher verbessertes Bewegungsmuster 
der linken Körperseite ohne die initial ausgeprägte, in der Untersuchung demonstrierte 
Hypokinesie der linken Körperseite und Fehlhaltung des Schultergürtels. Insgesamt liege 
keine Verschlechterung der Symptomatik vor. Aus neurologischer Sicht bestehe keine 
Arbeitsunfähigkeit (Bericht Neurologie vom 16. August 2017; IV-act. 124 S. 12 f.). Der 
Patient leide seit mehreren Jahren relativ unverändert an linksthorakalen Beschwerden 
ohne bildgebend fassbares Korrelat. Zusätzlich hätten auf der gleichen Seite intensive 
Schulterschmerzen bestanden, diese seien im September 2017 sowohl bildgebend als 
auch mit klinischer Untersuchung bei Dr. H.________ abgeklärt worden (Bericht 
Schmerzklinik vom 16. November 2017; IV-act. 124 S. 7 ff.). Der Patient berichte, aus 
Geldmangel und infolge Nichtbezahlens der Krankenkassenprämien aktuell den 
Protonenpumpeninhibitor (PPI) nur noch einmal täglich zu nehmen und auch Symbicort 
nur noch einmal täglich zu inhalieren. Die Lungenfunktion zeige im Vergleich zum Sommer 
2017 eine Abnahme, somit handle es sich aktuell sowohl klinisch wie auch 
lungenfunktionell um eine partiell kontrollierte Situation. Dem Patienten sei erklärt worden, 
dass die Medikation wieder zweimal täglich eingenommen bzw. inhaliert werden solle 
(Bericht Pneumologie vom 26. Februar 2018; IV-act. 124 S. 3 f.).

18

Urteil S 2019 114

8.2 Doktor H.________ hielt am 18. September 2017 fest, in der durchgeführten 
Arthro-MRI-Untersuchung des linken Schulter- und Hüftgelenks zeigten sich keine neuen 
sicheren Hinweise auf eine Gelenkspathologie. Unter den aktuellen Gesichtspunkten 
scheine aus orthopädischer Sicht keine organische Ursache für das chronische 
Schmerzsyndrom verantwortlich zu sein (IV-act. 124 S. 10 f.). 

8.3 Doktor med. L.________, FMH Praktischer Arzt, erklärte am 19. März 2018 
zuhanden der IV-Stelle, beim Beschwerdeführer bestehe seit einem Arbeitsunfall am 
23. April 2012 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung der linken Körperseite und 
des Rückens. Verschiedenste Therapien inkl. Physiotherapie, Schmerzmedikamente und 
zweimalige stationäre Aufenthalte in Rehakliniken hätten keinerlei Besserung gebracht. 
Eine rheumatologische, neurologische und orthopädische Begutachtung habe keinerlei 
Hinweise auf eine organische Ursache ergeben und die Beschwerden seien im Rahmen 
einer Schmerzverarbeitungsstörung interpretiert worden. Der Patient sei in psychiatrischer 
Behandlung, jedoch habe auch dies bisher keine Besserung seiner anhaltenden 
Schmerzen gebracht. Bei seit ca. zwei Jahren bestehenden Atembeschwerden mit 
Dyspnoe habe die pneumologische Abklärung Asthma bronchiale ergeben, welches 
mittels Inhalator (Symbicort) therapiert werde. Da der Beschwerdeführer den Inhalator 
wegen Geldmangels zu wenig verwende, bestehe diesbezüglich nur eine partiell 
kontrollierte Situation (IV-act. 124 S. 1).

8.4 Keinem dieser aktenkundigen Berichte sind Anhaltspunkte auf eine relevante 
somatische Verschlechterung zu entnehmen. Insbesondere ist die beschriebene Abnahme 
der Lungenfunktion auf die mangelnde Medikamenten-Compliance des 
Beschwerdeführers zurückzuführen und bei Wiederaufnahme der indizierten Medikation 
überwiegend wahrscheinlich nicht von dauerhafter Natur, zumal bezüglich des 
diagnostizierten Asthmas ohnehin keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
beschrieben wurden (vgl. IV-act. 124 S. 3 f.). 

Der zuletzt vom Versicherten aufgelegte Bericht des Spitals F.________ vom 3. Juli 2020 
("aktuell: immobilisierende Schmerzen in der Hüfte"; Bf-act. 3), datiert nach der hier 
angefochtenen Verfügung und ist damit für die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts 
– soweit dieser keine Rückschlüsse auf den massgeblichen Beurteilungszeitraum erlaubt 
– grundsätzlich unbeachtlich (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1; BGer 9C_269/2021 vom 9. Juli 
2021 E. 2.4 sowie vorstehende E. 1.1). Immerhin sei bemerkt, dass sich auch daraus 

19

Urteil S 2019 114

keine neue somatische Befundlage ableiten lässt. Die darin aktuell beklagten Schmerzen 
wurden im Rahmen einer bestehenden anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sowie 
einer vorbestehenden chronischen Schiefhaltung interpretiert. 

9. Zu prüfen bleibt damit, ob es in psychischer Hinsicht zu einer relevanten 
Veränderung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers gekommen ist. 

9.1 Diesbezüglich gelangt das Gericht in Würdigung der Aktenlage zum Schluss, dass 
dem verwaltungsexternen Gutachten von Dr. D.________ vom 29. April 2019 im Licht der 
einschlägigen Rechtsprechung (vgl. vorne E. 3.5 und 3.6) voller Beweiswert zuerkannt 
werden kann. Die betreffenden Angaben beruhen auf einer eigenen Untersuchung, sind 
für die streitigen Belange umfassend, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sind in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden, erscheinen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtend und 
bezüglich der Schlussfolgerung des Experten begründet. Die Befunde werden erläutert 
und im Gesamtkontext gewürdigt. Gutachter Dr. D.________ äussert sich ausreichend 
zum Beweisthema der in Frage stehenden erheblichen Veränderung des Sachverhalts. 
Auch in Bezug auf die Feststellungen zur Arbeitsfähigkeit leuchtet das Gutachten vom 
29. April 2019 ein. Demzufolge besteht aus versicherungspsychiatrischer Sicht keine 
relevante Minderung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer 
angepassten Tätigkeit. Diesbezüglich sei festgehalten, dass das Gutachten die 
bundesgerichtliche Anforderung eines strukturierten Beweisverfahrens, welches bei allen 
psychischen Leiden anzuwenden ist (vgl. BGE 143 V 418; 143 V 409), erfüllt und der 
Gutachter den durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nachkommt. 
Eine davon losgelöste juristische Parallelüberprüfung hat nicht stattzufinden und es 
besteht auch kein triftiger Grund, der ein Abweichen von dieser medizinisch-
psychiatrischen Folgenabschätzung im Rahmen der freien Überprüfung durch den 
Rechtsanwender gebietet (vgl. BGE 145 V 361 E. 4; 144 V 50 E. 4.3; 141 V 281 E. 5.2.3). 
Es kann folglich auf das Gutachten verwiesen werden. Insbesondere bringt auch der 
Beschwerdeführer keine Einwände gegen die vom Gutachter in diesem Zusammenhang 
gemachten Ausführungen vor. 

Für das Gericht besteht deshalb kein Anlass, an den Aussagen des Gutachters zu 
zweifeln. Daran vermögen auch die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern, 
wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen. 

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Urteil S 2019 114

9.2 Doktor D.________ erstattete sein Gutachten am 29. April 2019 in Kenntnis der 
Berichte von Dr. G.________ vom 19. Februar und 19. März 2018 (vgl. IV-act. 148 S. 6). 
Der Gutachter erörterte dabei nachvollziehbar und plausibel, weshalb er die ICD-Kriterien 
einer depressiven Erkrankung als nicht erfüllt erachte. Die dokumentierten 
niedergeschlagen-ängstlichen Verstimmungen des Beschwerdeführers interpretierte er 
nachvollziehbar und begründet im Rahmen körperlicher Missempfindungen und sozialer 
Belastungen (vgl. vorne E. 7.2). Folglich dringt der Beschwerdeführer mit seiner Rüge, die 
Diagnosestellung von Dr. D.________ sei angesichts der klaren Diagnosestellung von 
Dr. G.________ nicht plausibel und nachvollziehbar, nicht durch. Ferner sind keine – 
bisher allenfalls unberücksichtigt gebliebenen – Wechselwirkungen zwischen den 
unverändert gebliebenen somatischen Beschwerden und den psychischen 
Beeinträchtigungen des Versicherten ersichtlich. 

9.3 Wie vorstehend erwähnt, ist auch hinsichtlich der Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten von Dr. D.________ abzustellen. Ohnehin kann es – 
vor dem Hintergrund der Unterschiede von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag – 
nicht Sache des behandelnden Arztes sein, in umstrittenen Fällen verbindliche Aussagen 
über die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person zu treffen (vgl. vorne E. 3.6). 

10. Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten vom 29. April 2019 ist auch in 
psychischer Hinsicht von keiner wesentlichen Tatsachenänderung – im Sinne einer 
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Versicherten – auszugehen. 

10.1 Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Depression betrifft, kann 
einerseits auf vorstehende E. 9.2 verwiesen werden. Anderseits bestanden auch schon 
vor der letzten materiellen Überprüfung des Rentenanspruchs Hinweise behandelnder 
Ärzte auf eine depressive Erkrankung im Sinne einer "larvierten Depression", einer 
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion oder der Vermutung auf depressive 
Symptome im Hintergrund, welche dann aber vom psychiatrischen MEDAS-Gutachter so 
nicht (mehr) bestätigt wurden (vgl. in diesem Zusammenhang VGer ZG S 2015 127 vom 
10. März 2016 E. 4.1, 4.3, 4.5 und 4.6). 

Gleich verhält es sich mit der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung. Diese stand 
auch schon bei der letzten materiellen Beurteilung des Rentenanspruchs im Raum und 
wurde gutachterlicherseits nachvollziehbar verneint (vgl. hierzu insbesondere VGer ZG 
S 2015 127 vom 10. März 2016 E. 6.2.2.3). Auch vorliegend gehen verschiedene 

21

Urteil S 2019 114

behandelnde Ärzte von dieser Diagnose aus, ohne dabei eine differenzierte Erörterung der 
Diagnosestellung vorzunehmen. Gutachter Dr. D.________ legt jedoch einleuchtend und 
schlüssig dar, weshalb er die ICD-10-Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung nur 
teilweise als erfüllt erachtet. 

10.2 Vor diesem Hintergrund ist von einer im Kern unverändert gebliebenen 
Befundlage auszugehen. Die minimalen diagnostischen Unterschiede zwischen den 
Beurteilungen vom 5. Januar 2015 (MEDAS-Gutachten; IV-act. 36) und vom 29. April 2019 
(Dr. D.________; IV-act. 148) beruhen auf einer unterschiedlichen Einschätzung und 
Einordnung der im Wesentlichen unveränderten tatsächlichen Verhältnisse, was keine 
neue Beurteilung des Rentenanspruchs im Sinne einer materiellen Revision rechtfertigt 
(vgl. hierzu vorne E. 3.3 und 3.4). Das vom Beschwerdeführer vorgebrachte Argument, 
dass selbst gestützt auf das Gutachten von Dr. D.________ (auch ohne Diagnose einer 
depressiven Störung) im Vergleich zum früheren MEDAS-Gutachten von einer 
Verschlechterung aus psychiatrischer Sicht auszugehen sei (vgl. vorne E. 4.1), verfängt 
dabei insbesondere nicht. 

10.3 Ob gestützt auf die im Gutachten vom 29. April 2019 erwähnten Hinweise auf 
bewusstseinsnahe Aggravation ein Ausschlussgrund im Sinne von BGE 131 V 49 – 
welcher die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung von vornherein verbietet – 
anzunehmen ist, kann im Hinblick auf den Ausgang dieses Verfahrens offenbleiben. 
Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang aber ferner auch auf die Bemerkungen im 
zuletzt aufgelegten Bericht des Spitals F.________ vom 3. Juli 2020, wonach sich die 
Untersuchung wiederholt sehr schwierig und schmerzverbunden gestaltet habe, der 
Patient jedoch problemlos auf die Toilette habe gehen können (Bf-act. 3 S. 1). Im Übrigen 
erfolgten dahingehende Hinweise auch schon im psychiatrischen MEDAS-Teilgutachten 
anlässlich der damaligen Untersuchung vom 23. September 2014 (vgl. vorne E. 6.1.2). 

11. Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt damit als genügend 
abgeklärt. Damit sind weitere Abklärungen – insbesondere die Einholung eines 
polydisziplinären Gutachtens – nicht angezeigt, da daraus keine entscheidrelevanten 
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5; 
BGer 8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E. 4.2).

12. Nach dem Gesagten ist kein Revisionsgrund – namentlich keine 
anspruchsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustands des Versicherten im 

22

Urteil S 2019 114

Sinne einer erheblichen Tatsachenänderung – ersichtlich. Die Beschwerdegegnerin hat 
damit zu Recht keine neue materielle "allseitige" Prüfung des Rentenanspruchs ohne 
Bindung an frühere Invaliditätseinschätzungen vorgenommen und die Neuanmeldung des 
Beschwerdeführers folgerichtig abgewiesen (vgl. vorstehende E. 3.3). Die vorliegende 
Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist dementsprechend abzuweisen. 

13. Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren um die 
Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem 
kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.– bis 
Fr. 1'000.– festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.– 
anzusetzen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen. Sie werden mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 

Eine Parteientschädigung ist bei diesem Verfahrensausgang nicht auszurichten (Art. 61 
lit. g ATSG im Umkehrschluss).

23

Urteil S 2019 114

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Dem Beschwerdeführer wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, welche 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet wird.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
zum Vollzug von Ziffer 2 des Dispositivs an die Finanzverwaltung des Kantons 
Zug.

Zug, 30. August 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am