# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 932b9e04-2203-546c-a535-9866ccb21523
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-08-22
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung, medizinischer Sachverhalt ungenügend abgeklärt; Rückweisung.
**Docket/Reference:** IV.2023.00379
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2023.00379.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2023.00379
II. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Meierhans
Urteil
vom
22. August 2024
in Sac
hen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1963, arbeitete zuletzt
seit dem 1. Oktober 2011
als
Hilfsarbeiter
TCN
bei de
r Y.___
AG in
Z.___
(
vgl.
Urk.
8/18/2-8 S. 1
)
, als er a
m 2. Mai 2022
von
seiner
Arbeitgeberin
unter Hinweis auf einen gebrochen
en
Fuss
bei der Invalidenversicherung
zur Früherfassung angemeldet
wurde
(Urk.
8/4
). Am 24. Mai 2022 meldete sich
der Versicherte
sodann zum Leistungs
bezug an (Urk.
8/8
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Situation ab
und
zog
insbesondere
die Akten der Suva (Urk. 8/12; Urk. 8/25-26; Urk. 8/28-29)
bei. Mit
Mitteilung vom 13.
September 2022 (Urk. 8/23)
schloss sie die Eingliederungsberatung
ab.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/32
; Urk. 8/36
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Juni 2023 (Urk.
8/56
= Urk. 2) einen Renten
an
spruch des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob am 28. Juli 2023 Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. Juni 2023 (Urk. 2) und beantragte
sinngemäss
deren Aufhebung
sowie
die Zusprache einer Invalidenrente
. In prozessualer Hinsicht beantragte er die unent
geltliche Prozessführung
(Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeant
wort vom 30. August 2023 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. September 2023 (Urk. 13) zur Kenntnis gebracht wurde.
Die vom Beschwerdeführer daraufhin eingereichten Unterlagen (Urk. 19/1-2; Urk. 21; Urk. 23/1-2; Urk. 24/1-2) wurden der Beschwerdegegnerin jeweils zur Kenntnis gebracht (Urk. 20; Urk. 22; Urk. 25)
Am 21. März 2024 fand eine Instruktionsverhandlung
mit Parteibefragung
statt (vgl. Protokoll S.
4-6
).
Die
in der Folge
vom Beschwerdeführer (Urk. 30/1-3) sowie der Suva (Urk. 31-32) eingereichten Unterlagen und eine Kopie von Seite 4-6 des Protokolls wurden der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 28. März 2024 (Urk. 33) zur Stellungnahme unterbreitet. Mit Eingabe vom 29. April 2024 (Urk.
36) verzichtete diese auf eine Stellungnahme
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. April 2024 (Urk. 37) zur Kenntnis gebracht wurde.
D
er Beschwerdeführer
reichte daraufhin
erneut
Unterlagen (Urk. 38/1-2; Urk. 39/1-2) ein.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Eine Rente nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1
bis
und 1
ter
nicht ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1
bis
IVG). Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Renten
an
spruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50-69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invalidi
täts
grad (Abs. 2). Bei einem Invaliditätsgrad
ab
70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Inv
aliditätsgrad unter 50 % gelten
die
folgenden prozentualen Anteile (Abs. 4):
Invaliditätsgrad
prozentualer Anteil
49 Prozent47.5Prozent
48 Prozent45Prozent
47 Prozent42.5Prozent
46 Prozent40Prozent
45 Prozent37.5Prozent
44 Prozent35Prozent
43 Prozent32.5Prozent
42 Prozent30Prozent
41 Prozent27.5Prozent
40 Prozent25Prozent
1.
3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_587/2023 vom 8. April 2024 E. 4.2).
1.
4
Gemäss Art. 54a IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) den IV-Stellen für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungs
an
spruchs zur Verfügung (Abs. 2). Sie legen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versicherten Person für die Ausübung einer zumutbaren Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufga
benbereich fest (Abs. 3). Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Abs. 4). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Bei der Festsetzung der funktionellen Leis
tungsfähigkeit (Art. 54a Abs. 3 IVG) ist die medizinisch attestierte Arbeitsfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit und für angepasste Tätigkeiten unter Berück
sichtigung sämtlicher physischen, psychischen und geistigen Ressourcen und Einschränkungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu beurteilen und zu begründen (Abs. 1
bis
). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Ver
waltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh
men sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Ein
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
1.
5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorins
tanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administra
tiv
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend refor
ma
torisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen mög
lich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig unge
klärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterli
chen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4
m.w.H
.; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. September 2020 E. 2.1)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers im Wesentlichen mit der Begründung,
dass
in der bisherigen Tätigkeit als Hilfs
arbeiter TCN
seit dem am 9. Dezember 2021 erlittenen Unfall
zwar
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege
und der Beschwerdeführer g
estützt auf die RAD-Beurteilung aufgrund der Schulteroperation auch für angepasste Tätigkeiten bis Mitte Juli 2023 arbeitsunfähig gewesen
sei
. Nach der Heilungsphase sei allerdings von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszuge
hen.
Die nach
einer
Operation entstandene Arbeitsunfähigkeit sei grund
sätzlich befristet und deshalb nicht als andauernde und damit eine Erwerbsun
fähigkeit begründende Arbeitsunfähigkeit anzusehen. Nach Vornahme des Einkommens
vergleichs resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. Urk. 2 S.
1 f.
; Urk. 7 S. 1
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
es treffe nicht zu, dass er in einer angepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeits
fähig sei
. Im Mai 2022 sei der linke Fuss operiert worden, wobei sich im Januar 2023 herausgestellt habe, dass eine Schraube gebrochen sei. Er sei
weiterhin
beim Gehen stark beeinträchtigt und habe starke Schmerzen. Im Mai 2023 sei ausser
dem die rechte Schulter operiert worden. Eine Operation
an
der linken Schulter stehe noch a
us
. Er habe darum gebeten, dass die gesundheitliche Situation
erst
beurteilt werde, wenn diese stabil sei. Zum jetzigen Zeitpunkt könne er nicht zu 100 % arbeiten (vgl. Urk. 1 S.
2
; Urk. 15 S. 1 f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
M
it Bericht vom 10. Dezember 2021 (Urk. 8/12/32-33)
informierten die Ärzte des Spitals
A.___
über die Notfallkonsultation des Beschwerdeführers nach erlittenem Arbeitsunfall und diagnostizierten eine Distorsion
des oberen Sprunggelenks (OSG)
links. Die Anamnese sei aufgrund der sprachlichen Barriere nur stark ein
geschränkt möglich
gewesen
. Der Beschwerdeführer habe mit einem Pickel einen Schachtdeckel
geöffnet
,
sei dabei mit dem linken Fuss etwa 60 cm nach unten gefallen und habe sich diesen fraglich umgeknickt. Es erfolge eine symp
toma
tische Therapie mit Ruhigstellung, Kühlung und bedarfsgerechter Analgesie sowie Stockentlastung. Der Beschwerdeführer sei vom 9. bis 13. Dezember 2021 voll
ständig arbeitsunfähig (S. 1 f.).
3.2
Med.
pract
.
B.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
Spital C.___
, diagnostizierte mit Bericht vom 20. Januar 2022 (Urk. 3/7)
am linken Fuss
eine
Lisfranc
-Instabilität
der
Tarso
me
ta
tarsalgelenke
(
TMT
)
I
-
III bei vermutlich verpasster
Lisfranc
-Verletzung vom 9.
Dezember 2021 ohne Ruhigstellung.
Der Fuss werde z
unächst in einem Unterschenkelgips ruhiggestellt.
Falls nach sechs Wochen
kein zufrieden
stellen
der Verlauf
vorliege
,
müsse
über eine frühzeitige Arthrodese TMT I-III diskutier
t werden
(S. 1 f.).
3.
3
Dem Bericht von med.
pract
.
B.___
vom 2. März
2022 (Urk. 8/12/24-25)
ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer sechs Wochen nach initialer Ruhig
stellung vorgestellt habe.
Es
bestünden noch
ein hinkendes Gangbild auf der linken Seite und eine leichte Schwellung des Mittelfusses ohne grössere
Druck
dolenzen
und ohne
Verdrehschmerz
.
A
ktuell
zeige sich
ein ordentlicher Verlauf. Es sei nun die
Aufbelastungsphase
abzuwarten, ob sich eventuell sekundär eine Instabilität zeige. Aktuell
liege
eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit als Bauarbei
ter
vor
(S. 1).
3.4
Mit Bericht vom 22. April 2022 (Urk. 8/28/164-165) informierten die Ärzte des
Spitals C.___
über die klinisch-radiologische Kontrolle viereinhalb Monate posttraumatisch. Der Beschwerdeführer
habe über weiterhin vorhandene Schmer
zen berichtet
. Klinisch zeige sich ein
Verdrehschmerz
und eine DP-Instabilität TMT I
-
III.
Aufgrund der
weiterhin
bestehenden
Schmerzen
, der
ausbleibende
n
Regredienz
der Schmerzen sowie der
vorhandenen
Einschränkung im Alltag sei eine operative Versorgung
geplant
(S. 2).
3.5
Am 25. Mai 2022 erfolgte im
Spital C.___
am linken Fuss
des Beschwer
de
führers
eine
A
rthrodese
TMT
I-III.
Der
peri
- und postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Die postoperative Röntgenkontrolle habe regel
rechte Stellungsverhältnisse gezeigt
. Der Beschwerdeführer sei am 28. Mai 2022 entlas
sen worden
(vgl. Austrittsbericht vom 28. Mai 2022, Urk. 8/28/89-90 S. 1
; vgl. auch Operationsbericht vom 1. Juni 2022, Urk. 8/28/152-153
).
3.
6
Mit Bericht vom 19. August 2022 (Urk. 8/28/103-104) informierte med.
pract
.
B.___
drei Monate postoperativ
über einen regelhaften klinischen und radio
logi
schen Verlauf,
wobei sich die Arthrodesen radiologisch noch nicht zu 100 % kon
solidiert zeigen würden. Dies liege jedoch in einem zu erwartenden Rahmen. Der Beschwerdeführer könne nun im bereits vorhandenen orthopädischen Serien
schuh in die Vollbelastung übergehen.
E
ine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
werde
für weitere vier Wochen ausgestellt (S. 2).
3.
7
Dr. med.
D.___
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
Spital C.___
, diagnostizierte mit Bericht vom 16. September 2022 (Urk. 8/28/91-9
3
) transmu
r
a
l
e Rupturen
post
ero
superi
ore
Rotatorenmanschetten
beidseits nach
am 9. Dezember 2021 erlittenem
Unfall mit traumatisierter AC-Gelenksarthrose beidseits und
beidseitigem
subakromia
lem
Impingement
, links grösser als rechts.
Ausserdem
nannte sie mehrere Neben
diagnosen
. Der Beschwerdeführer beklage
seit dem
im Dezember 2021 erlittenen Sturz persistierende Schulterschmerzen. Er habe
jedoch
zunächst seinen Fuss behandeln lassen
. Nach erfolgter Operation möchte er nun die Schulterproblema
tik angehen
(S. 1). Es zeige sich magnetresonanztomographisch eine
beidseitige
transmurale kleine Ruptur
der
posterosuperioren
Manschette
. Klinisch zeige sich eine gute Kraft, jedoch eine deutliche Bursitis subacromialis sowie AC-Gelenks
pathologie beidseits. Es erfolge eine intensive Physiotherapie. Bei
ausblei
bender Verbesserung
werde die operative Therapie besprochen. Der Beschwerde
führer sei
aufgrund
des Fusses noch bis Dezember 2022 arbeits
unfähig geschrie
ben (S. 2).
3.8
Mit Bericht vom 23. Oktober 2022 (Urk. 8/34) nannte
Dr. med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1):
-
transmurale Rupturen
posterosuperiore
Rotatorenmanschetten
beidseits nach Unfall vom 9. Dezember 2021 mit/bei:
-
traumatisierter AC-Gelenksarthrose beidseits
-
subakromialem
Impingement
beidseits, links grösser als rechts
-
Lisfranc
-Instabilität TMT I-III nach Unfall vom 9. Dezember 2021 mit/bei:
-
Status nach Gips
für sechs
Wochen
-
Arthrodese I-III Fuss links am 25. Mai 2022
Trotz
erfolgter
Arthrodese habe am linken Fuss keine Schmerzfreiheit erzielt wer
den können. Der Beschwerdeführer hinke und laufe an einem Stock. Der Fuss sei im Alltag zu wenig belastbar. Hinsichtlich der Schultern bestehe eine
beidseitige
rechtsbetonte Bewegungs- und Belastungseinschränkung. Die Prog
nose scheine ungünstig.
Es
werde wahrscheinlich
zu
eine
r
Invalidität führen (S.
1 Ziff. 2).
3.
9
Am 1. November 2022 erfolgte eine versicherungsinterne Beurteilung durch Suva-Arzt Dr. med.
F.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (Urk. 8/28/76-78).
Dieser
kam zum Schluss
, dass die Gesundheit des Beschwerdeführers schon
vor dem Unfallereignis beeinträchtigt gewesen sei. Nebst systemischen Beeinträchtigungen
bestehe
an der rechten Schulter
ein
Vorzustand
im Sinne
eine
r
totale
n
transmurale
n
Ruptur der Supraspinatussehne am Fusspunkt ohne Retraktion und eine
r
Degeneration des
bicipitolateralen
Komplexes, jedoch ohne abgrenzbaren Riss und eine
r
Dege
neration im AC-Gelenk. Auch an der linken Schulter bestehe ein Vorzustand
.
So würden sich eine
partielle transmu
r
a
l
e Ruptur im dorsalen Anteil der Sehne des Musculus supraspinatus, ein Ödem am Tuberculum majus, ein
intratendinöser
Riss im kranialen Anteil des Musculus infraspinatus
sowie
eine AC-Gelenks
arthrose mit Hinweisen auf ein
subakromiales
Impingement
und eine Bursitis subacromialis/
subdeltoidea
zeigen
. Das Unfallereignis habe nicht zu strukturellen Läsionen geführt. Anhand der Bildgebung handle es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um bereits vor dem Ereignis vorhandene pathologische Ver
änderungen, welche sich durch das Ereignis vorübergehend verschlimmert hätten.
Nach vier bis sechs Wochen seien Folgen von Prellungen und Zerrungen im Rah
men des natürlichen Reparationsvorgangs folgenlos verheilt.
Die bisherige Tätig
keit sei
dem Beschwerdeführer aufgrund seines Fusses
nicht mehr vollzeitig zumutbar. Der Endzustand sei per 25. November 2022 zu erwarten. Danach seien keine weiteren Behandlungen
in Bezug auf
den Fuss indiziert (S. 1 ff.).
3.
10
E
ine
weitere
versicherungsinterne Beurteilung durch Suva-Arzt Dr.
F.___
erfolgte am 9. Dezember 2022
(Urk. 8/28/14-23).
Dabei hielt er fest,
dass seit der Operation am linken Fuss sechs Monate vergangen seien. Die Arthrodese sei stabil verheilt und es habe bereits im August 2022 ein fortschreitender knöcherner
Durchbau
objektiviert werden können. Die weiterhin geklagten Fussbeschwerden seien
läsional
üblich und entsprächen den Beschwerden bei Status nach
Teil
arth
rodese
des
Lisfranc
-Gelenks
und bestünden in
bewegungs- und belastungs
abhän
gige
n
Schmerzen. Von weiteren ärztlichen Behandlungen sei keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten
.
I
nsbesondere sei keine Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen
Tätig
keit möglich. Der versicherungsmedizinische Endzustand sei erreicht
. E
s liege ein stabiler medizinischer Zustand vor. Dem Beschwerdeführer seien unfallkausal leichte, wechselbelastende Tätigkeiten auf ebenem Gelände voll
zeitig zumutbar (S. 9).
3.1
1
Mit Bericht vom 13. Januar 2023 (Urk. 8/39/2-3) bestätigte Dr.
D.___
die bisher
von ihr gestellten Diagnosen
und informierte über die erfolgte Verlaufs
kontrolle. Der Beschwerdeführer habe durch
Celebrex
und Physiotherapie eine deutliche
B
esserung verspürt, weshalb er mit weiteren Therapieoptionen noch zuwarten möchte.
Dies auch aufgrund
des Fusses,
welcher
weiterhin Beschwerden bereite. Auf dem Bau sei
der Beschwerdeführer
sowohl
aufgrund
der Schultern als auch
aufgrund
des Fusses arbeitsunfähig (S. 1 f.).
3.1
2
Med.
pract
.
B.___
informierte mit Bericht vom 19. Januar 2023 (Urk. 8/39/4-5) ü
ber die Verlaufskontrolle neun Monate nach erfolgte
r
Arthrodese
TMT
I-III
.
Die Röntgenkontrolle habe eine gebrochene Schraube in der
Metatarsale
I/II gezeigt. Ansonsten seien keine Lockerungssäume der Platten und der Schrauben ersicht
lich.
Es zeige sich ein ordentlicher Verlauf bei schon länger anhaltenden Schmer
zen. Der Beschwerdeführer
habe
berichte
t, dass er
deutlich von der Operation profitiert
habe
. Es bestünden jedoch Restbeschwerden.
Eine Integration in die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr möglich
(S. 1 f.).
3.1
3
Dem Bericht von Dr.
D.___
vom 15. Februar 2023 (Urk. 8/39/6-7) sind fol
gende – hier gekürzt aufgeführte – Diagnosen zu entnehmen (S. 1):
-
t
ransmurale Rupturen
posterosuperiore
Rotatorenmanschette
beidseits, rechts mehr als links
,
nach Unfall vom 9. Dezember 2021 mit/bei:
-
t
raumatisierter AC-Gelenksarthrose beidseits
-
s
ubacromialem
Impingement
beidseits, rechts mehr als links
-
Arthrodese
TMT
I-III
linker Fuss
am 25. Mai 2022 bei
Lisfranc
-Instabilität
TMT
I-III nach
Lisfranc
-Verletzung im Dezember 2021
-
k
oronare
Eingefässkrankheit
-
a
rterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
g
astroesophageale
Refluxkrankheit
-
Kreatininkinaseerhöhung
,
Differentialdiagnose (
DD
)
: bei muskulärer Belastung, subklinische Myopathie
-
retrosternales Engegefühl, am ehesten muskuloskelettal, DD: Reflux
Der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner Fussverletzung bereits eingeschränkt bezüglich Arbeiten auf unebenem Boden. Die Schulterproblematik habe unter Physiotherapie einen erfreulichen Verlauf gezeigt. Die Beweglichkeit habe sich gebesser
t,
jedoch sei die Kraft schmerzbedingt noch eingeschränkt.
Eine
operative
Refixation
der
Rotatorenmanschette
werde
empfohlen. Der Beschwerdeführer möchte
damit
noch zuwarten. Patienten mit
vergleichbaren
Verletzungen der
Rotatorenmanschette
seien erfahrungsgemäss i
n der
körperlich schweren
Tätig
keit
auf dem Bau häufig nicht mehr integrierbar. Der Verlauf sei noch nicht abschliessend
beurteilbar
und eine operative Therapie noch nicht ausgeschlossen. Aktuell seien
in Bezug auf die
Schultern körperlich leichte Tätigkeiten auf Bau
ch-
und Brusthöhe wahrscheinlich gut möglich. Das Heben schwere
r
Lasten
sowie
repetitive Bewegungen der Schulter mit nur leichter Belastung
und
Überkopf
tä
tigkeiten seien wahrscheinlich nicht möglich. Zur abschliessenden Beurteilung werde ein
Arbeitsplatzassessment
bezüglich angepasster Tätigkeiten sowie ein detailliertes Belastungsprofil beider Schultern
empfohlen, beispielsweise
im Rah
men einer Begutachtung (S. 2).
3.1
4
Am 30. Mai 2023 erfolgte im
Spital C.___
unter and
e
rem eine Schulter
arth
roskopie rechts mit Bizepstenotomie, Resektion
Rotatorenintervall
, sub
acromia
le
m
Débridement
mit anterolateraler
Acromioplastik
und Resektion CA Ligament,
Refixation
Subscapularis und Supra-/Infraspinatus. Der postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Der Beschwerdeführer habe sich unter Anal
gesie rasch beschwerdearm gezeigt und habe unter physiothera
peutischer Anlei
tung gut mobilisiert werden können. Er sei
am 2. Juni 2023 entlassen worden. Eine Arbeitsunfähigkeit sei für sechs Wochen bis zur nächsten Kontrolle ausge
stellt worden und sei voraussichtlich für mindestens neun Monate notwendig (vgl. Austrittsbericht vom 30. Mai 2023, Urk. 8/53/1-3 S. 2 f.
; vgl. auch Opera
tionsbericht vom 30. Mai 2023, Urk. 3/29
).
3.1
5
Dr. med.
G.___
, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physi
ka
lische Medizin und Rehabilitation,
Spital C.___
, nannte mit Bericht vom 13.
Juni 2023 (Urk. 16/3) folgende Diagnosen (S. 1):
-
komplexes chronisches Schmerzsyndrom
des
linke
n
Fuss
es
bei Status nach Arthrodese
TMT
I-III am 25. Mai 2022 mit/bei:
-
Lisfranc
-Instabilität
TMT
I-III nach
Lisfranc
-Verletzung im Dezember 2021
-
weiterhin Zeichen einer unvollständigen ossären
Durchbauung
, keine
r
sekundäre
n
Dislokation
, b
ekannte
m
Materialbruch der 3. Schraube von proximal im Os
metatarsale
I
, k
eine
n
Lockerungszeichen oder neu abgrenzbare
m
Materialbruch
,
v
orbestehend zum Teil intraartikulär reichende
n
Schraubenspitzen (CT linker Fuss, 11. April 2023)
-
Fussfehlstatik und muskuläre
r
Insuffizienz mit Pronationstendenz im
unteren Sprunggelenk (
USG
)
, Zeichen der
Fasziitis
plantaris und myofasziale
n
Befunde
n
Fuss und linker Unterschenkel (klinisch, 13.
Juni 2023)
-
transmurale Rupturen
posterosuperiore
Rotatorenmanschette
beidseits, rechts mehr als links
,
nach Unfall vom 9. Dezember 2021 mit/bei:
-
traumatisierter AC-Gelenksarthrose beidseits
-
subacromialem
Impingement
beidseits, rechts mehr als links
-
kleinem Lipom Spina
scapulae
rechts
-
arterielle Hypertonie
Es könnten Schmerzen im Bereich der angrenzenden Gelenke an die Arthrodese provoziert werden. Es fänden sich deutliche myofasziale Befunde und eine
Meta
tarsalgie
bei Fussfehlstatik beziehungsweise unzureichender muskulärer Stabili
sierung.
Dem Beschwerdeführer sei
Physiotherapie verordnet worden (S. 2).
3.16
Am 16. Juni 2023 erfolgte eine telefonische Rückfrage bei RAD-Ärztin Dr. med.
H.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie für Prävention und Public Health. Der Telefonnotiz ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit weiterhin zu 100 % arbeitsfähig sei. Die Erkran
kungen am Herz seien Nebendiagnosen, welche mit Medikamenten gut eingestellt werden könnten und sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Der Heilverlauf der Schulteroperation nehme zirka zwei Jahre in Anspruch, habe allerdings keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (vgl. Telefonnotiz vom 16. Juni 2023, Urk. 8/55 S. 3 oben).
3.1
7
Dem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten
Bericht
der Ärzte des
Spitals C.___
vom 24. August 2023 (Urk. 10)
sind
folgende
, hier gekürzt auf
geführte
Diagnosen
zu entnehmen
(S. 1):
-
transmurale Rupturen
posterosuperiore
Rotatorenmanschette
beidseits, rechts mehr als links
,
nach Unfall vom 9. Dezember 2021 bei
Status nach Schulterarthroskopie rechts
am 30. Mai 2023
-
komplexes chronisches Schmerzsyndrom
des
linke
n
Fuss
es
bei Status nach Arthrodese
TMT
I-III am 25. Mai 2022
Es zeige sich drei Monate postoperativ ein regelrechter klinisch-radiologischer Verlauf. Die Schulterbeweglichkeit habe sich deutlich gebessert. Die Ruhig
stel
lung in der
Mitellaschlinge
könne beendet werden und es erfolge
nun
ein schritt
weiser Bewegungs- und Kraftaufbau
mittels
Physiotherapie.
Der Beschwer
defüh
rer möchte m
it der Versorgung der linken Schulter noch zuwarten.
A
ktuell
sei er
weiterhin bis zum 31. Oktober 2023 vollständig arbeitsunfähig (S. 2).
3.1
8
Dem ebenfalls im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht von med.
pract
.
B.___
vom 20. November 2023 (Urk. 21) ist zu entnehmen, dass sich im durch
geführten SPECT/CT keine Konsolidierung der
Arthrodesen
TMT I-III zeige. Der Beschwerdeführer
beklage
Schmerzen unter dem
Metatarsale
I-Köpfchen. Auf
grund des langen Leidensweges werde eine
second
opinion
in der Univer
sitäts
klinik
I.___
eingeholt. Bei
Nicht-
Fusionierung der Arthrodese müsse gegebe
nenfalls eine
Reoperation
erfolgen
, wobei der Beschwerdeführer aufgrund der Schulterproblematik
jedoch
wahrscheinlich nicht vollständig entlasten könne (S.
2).
3.1
9
Mit Bericht vom 16. Februar 2024 (Urk. 24/2) informierten die Ärzte der Uni
ver
sitätsklinik
I.___
über die gleichentags erfolgte Osteosynthesematerial-Entfer
nung, Sampling, Pseudoarthrose, Anlagerung ipsilaterale
Tibiaspongiose
und Re-Arthrodese links. Der postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Am zweiten postoperativen Tag
sei
ein Unterschenkelgehgips ange
fertigt
worden
(S. 1 f.).
Der Beschwerdeführer sei vom 16. Februar bis 29. März 2024 vollständig arbeitsunfähig (S. 5).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei
der
im Juni 2023
verfügten Renten
ab
weisung
(Urk. 2)
hauptsächlich
auf die
durch Suva-Arzt Dr.
F.___
vorgenom
mene Beurteilung, wonach die Arthrodese am linken Fuss stabil verheilt
,
der ver
sicherungsmedizinische Endzustand erreicht und der Beschwer
deführer in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit auf ebenem Gelände vollzeitig arbeitsfähig sei (
vgl. Urk. 8/28/14-23 S. 9
; vgl.
Feststellungsblatt
für den Beschluss
der Beschwerdegegnerin
in Urk. 8/31 S. 3 oben).
Dieses Vorgehen vermag indessen nicht zu überzeugen.
4.2
So ist zunächst ausdrücklich festzuhalten, dass d
ie durch Dr.
F.___
vorge
nom
mene Beurteilung
im Rahmen eines unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens
erfolgte und demnach
einzig
die zum Ereignis vom 9. Dezember 2021
als
unfall
kausal
eingestuften
Be
funde
des linken
Fuss
es umfasste
. Hinsichtlich der
beidsei
tigen
Schulter
problematik
kam Dr.
F.___
dagegen zum Schluss, dass
es sich bei den diesbezüglich erhobenen Befunden um
einen Vorzustand
handle
und die durch das Ereignis
eingetretene
vorübergehende Verschlimmerung nach vier bis sechs Wochen folgenlos verheilt sei (
vgl. Urk. 8/28/76-78 S. 2
).
Die aktenkundige
Schulterproblematik
des Beschwerdeführers wurde durch Dr.
F.___
demnach nicht beurteilt
.
Ausserdem
erfolgte
seine
im Dezember 2022 vorgenommene
Ein
schätzung
noch
ohne Kenntnis des
kurz
darauf
- im Januar 2023 – festgestellten Schraubenbruchs in der
Metatarsale
I/II
sowie des im weiteren Verlauf
und noch vor Verfügungserlass im Juni 2023
diagnos
tizierten komplexen chronischen Schmerzsyndroms bei weiterhin unvollständiger ossärer
Durchbauung
und myofaszialen Befunden
(vgl. Urk. 8/39/4-5 S. 2
; Urk. 16/3 S.
1
)
.
Die Tatsache
, dass das unfallversicherungsrechtliche Verfahren im Zeit
punkt der vorliegend angefochtenen rentenabweisenden Verfügung vom 28.
Juni 2023 (Urk. 2) noch nicht abgeschlossen war, liess die Beschwerdegegnerin ebenfalls ausser Acht. So hat die Suva zwar
gestützt auf die durch Dr.
F.___
vorgenommene Beurteilung die Einstellung der Taggeld- und Heilkosten
leistungen per 30. April 2023 ange
kündigt (vgl. Mitteilung vom 15. Dezember 2022, Urk. 8/28/12-13) und
sodann
mit Verfügung vom 27. Januar 2023 (Urk.
8/29/2-4)
unter anderem
einen Ren
tenanspruch verneint. Dagegen
erhob
der Beschwerdeführer
allerdings
erfolgreich
Einsprache (Urk. 8/33)
, nahm
die Suva ihre Verfügung vom 27. Januar 2023
doch
zwischenzeitlich
zurück, da die weiteren Abklärungen gezeigt hätten, dass der Abschluss der medizinischen Behandlung zu früh erfolgt sei
(vgl. Schreiben vom 21. Dezember 2023, Urk. 32). Die durch Dr.
F.___
vorgenommene Einschät
zung
dürfte
somit
überholt sein und
stellt entsprechend keine
hinreichende
Beurteilungsgrundlage dar, weshalb darauf
nicht
abgestellt werden kann.
D
ie übrigen aktenkundigen Arztberichte erlauben
ebenfalls
keine
schlüssige
Beurteilung hinsichtlich des Fussleidens.
Die behandelnde Schulterspezialistin
Dr.
D.___
erachtete den
Beschwerdeführer
zwar
bereits
aufgrund seiner Fuss
verletzung eingeschränkt bezüglich Arbeiten auf unebenem Boden (vgl.
Urk. 8/39/6-7 S. 2
).
Damit äussert
e
sie sich allerdings einzig zum Belastungsprofil
, wogegen
Angaben zum zumutbaren Pensum fehlen.
Soweit RAD-Ärztin Dr.
H.___
telefonisch
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
attestierte
(vgl. Urk. 8/55 S. 3 oben), erweist sich die diesbezüglich
von der Beschwerdegegnerin erstellte Aktennotiz
als
nicht beweiskräftig. Eine formlos
eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche beziehungsweise telefonische Auskunft stellt rechtsprechungsgemäss nur insoweit ein zulässiges und taugliches Beweismittel dar, als damit bloss Nebenpunkte, namentlich Indi
zien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden. Sind aber Auskünfte zu wesent
li
chen Punkten des rechtserheblichen Sachverhaltes einzuholen, kommt grund
sätz
lich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht (BGE 130 II 473 E. 4.2, 117 V 282 E. 4c). Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit handelt es sich um einen invalidenversicherungsrechtlich entscheidenden Aspekt, wes
halb auf die lediglich telefonisch beim RAD eingeholte Auskunft nicht abgestellt werden kann. Dies muss umso mehr gelten, als nicht ersichtlich ist, ob und inwiefern der RAD überhaupt Kenntnis von den medizinischen
Vorakten
hatte
, ist doch auch dem Feststellungsblatt (Urk. 8/
31) keine diesbezügliche Beurteilung zu entnehmen
.
4.
3
Auch hinsichtlich de
s beidseitigen
Schulter
leidens
- welche
s
von der kreis
ärztli
chen Einschätzung nicht umfasst ist -
findet sich
in den Akten
keine
genügende
Beurteilung
sgrundlage
.
Obwohl d
ie behandelnde Ärztin Dr.
D.___
das zumutbare Belastungsprofil
beschrieb
, wonach körperlich leichte Tätigkeiten auf Bauch- und Brusthöhe wahrscheinlich gut, das Heben schwerer Lasten sowie repetitive Bewegungen der Schulter mit nur leichter Belastung und Überkopf
tä
tigkeiten
jedoch
wahrscheinlich nicht möglich seien
,
erwähnte sie
nicht, in wel
chem Pensum eine solch
angepasste
Tätigkeit
ausgeübt werden kann
. Ausser
dem empfahl sie zur abschliessenden Beurteilung ein
Arbeitsplatz
assess
ment
bezüg
lich angepasster Tätigkeiten sowie ein detailliertes Belastungsprofil beider Schultern im Rahmen einer Begutachtung (vgl. Urk. 8/39/6-7 S. 2).
Dies ist bisher
nach Lage der Akten
unterblieben.
Im Übrigen
nahm
Dr.
D.___
ihre Beurtei
lung bereits
im Februar 2023 und damit noch vor der im Mai 2023 erfolgten Schulterarthroskopie
vor
(vgl. Urk.
3/29; Urk. 8/53/1-3
).
Deren Auswirkungen auf die
zumutbare
Erwerbstätigkeit
bleiben folglich unklar.
Die
in diesem Zusammen
hang erfolgte
telefonische RAD-Auskunft
,
wonach
der Heil
verlauf der Schul
teroperation zirka zwei Jahre in Anspruch nehme und auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit keinen Einfluss habe (vgl. Urk. 8/55 S. 3 oben), ist
– wie zuvor
bereits
erwähnt – nicht beweiskräftig.
Soweit die Beschwerdegegnerin
schliesslich
aufgrund der Schulteroperation auch für ange
passte Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
lediglich
bis Mitte Juli 2023 akzeptierte (vgl. Urk. 2 S. 2), ist ihr entgegenzuhalten, dass die Ruhig
stellung der Schulter
mit einer
Mitellaschlinge
erst am 24. August 2023 beendet wurde (vgl. 10 S. 2).
Ob die vollzeitige Ausübung einer angepassten Tätigkeit mit dem Tragen einer Arm
schlinge möglich ist,
darf
zumindest
angezweifelt werden
.
Insgesamt
fehlt es
somit
auch in Bezug auf die beidseitige Schulterproblematik
des Beschwerdefüh
rers
an einer
schlüssigen ärztlichen Einschätzung.
4.
4
Nach dem Gesagten erweist sich die vorliegende Aktenlage für eine abschlies
sende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sach
verhalt als unzulänglich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach erneuter Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und über den Leistungs
an
spruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
nach durchgeführter Instruktionsverhandlung
auf Fr.
1’0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unter
liegen
den Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Damit erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung (vgl. Urk. 1
S. 1
) als gegenstandslos.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 28. Juni 2023 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
1’000
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage
je einer Kopie
von Urk. 38/1-2 und Urk. 39/1-2
sowie von Urk. 40/1-3
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art.
46
BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkun
den sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
Grieder-MartensMeierhans