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**Case Identifier:** 29276c5d-f74f-5b0f-aca7-2276f1a240e2
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-31
**Language:** de
**Title:** Grundstückgewinnsteuer
**Docket/Reference:** GR.2015.41
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_GR_2015_41_he.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 GR.2015.41 

Entscheid 

31. Mai 2017 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Barbara Collet, Steuerrichter  
Alexander Widl und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A   A G ,    

vertreten durch RA Dr.iur. B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

S t a d t   C ,    

vertreten durch die Kommission für Grundsteuern,  

Rekursgegnerin,  

betreffend 

Grundstückgewinnsteuer 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) ist eine interkantonale Immobilienge-

sellschaft  mit  Sitz  im  Kanton  D.  Sie  war  u.a.  zivilrechtliche  Eigentümerin  des  Grund-

stücks Kat.Nr. …, eines Ladengebäudes mit 3'339 m2 Land an der …str. … in C. Zum 

Grundstück gehört ein subjektiv-dinglich verbundener Miteigentumsanteil an Kat.Nr. …. 

Die  Pflichtige  hatte  das 

fragliche  Grundstück  am  …  1989  zum  Preis  von 

Fr.  10'080'000.-  erworben.  Am  …  2006  veräusserten  die  vormaligen  Aktionäre  der 

Pflichtigen  sämtliche  Aktien  an  die  E  AG,  welches  Rechtsgeschäft  als  wirtschaftliche 

Handänderung  am  erwähnten  Gesellschaftsgrundstück  gewürdigt  wurde.  Da  die  Ver-

tragsparteien der Liegenschaft nur einen Wert von Fr. 6'200'000.- beimassen, resultier-

te aus dieser Übertragung kein steuerbarer Grundstückgewinn. 

Am  …  2009  veräusserte  die  Pflichtige  die  fragliche  Liegenschaft  zum  Preis 

von Fr. 10'950'000.- (inkl. weiterer Leistung von Fr. 150'000.-) an F. Mit Veranlagungs-

beschluss vom 26. August 2014 auferlegte die kommunale Grundsteuerbehörde C der 

Pflichtigen  eine  Grundstückgewinnsteuer  von  Fr. 1'721'120.-  bei  einem  steuerbaren 

Gewinn von Fr. 4'329'343.-. Dabei stellte sie für die Bemessung des Gewinns und der 

Besitzesdauer auf die letzte (wirtschaftliche) Handänderung vom … 2006 ab.  

B.  Eine  dagegen  erhobene  Einsprache,  womit  die  Pflichtige  anstelle  des 

Kaufpreises  bei  der  wirtschaftlichen  Handänderung  den  Erwerbspreis  vom  … 1989  in 

Höhe  von  Fr.  10'080'000.-  zuzüglich  weiterer  Anlagekosten  geltend  machte,  wies  die 

kommunale Grundsteuerbehörde am 17. November 2015 ab. 

C. Mit Rekurs vom 16. Dezember 2015 liess die Pflichtige ihren Einsprachean-

trag erneuern und beantragte, den Grundstückgewinn auf Fr. 385'304.- herabzusetzen. 

Weiter sei die bereits erhobene Gewinnsteuer durch den Kanton Zürich im Umfang von 

Fr.  386'177.55  anteilsmässig  für  den  Gewinn  im  Umfang  von  Fr.  385'304.-  an  die 

Grundstückgewinnsteuer  anzurechnen.  Ferner  beantragte  sie  die  Zusprechung  einer 

Parteientschädigung. 

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In  der  Rekursantwort  vom  18.  Februar  2016  schloss  die  kommunale  Grund-

steuerbehörde  auf  Abweisung  des  Rekurses  und  beantragte  ebenfalls  eine  Parteient-

schädigung. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Die  Grundstückgewinnsteuer  wird  gemäss  § 216  Abs. 1  des  Steuergeset-

zes vom 8. Juni 1997 (StG) von den Gewinnen erhoben, die sich bei Handänderungen 

an Grundstücken oder Anteilen von solchen ergeben. Grundstückgewinn ist laut § 219 

Abs. 1  StG  der  Betrag,  um  welchen  der  Erlös  die  Anlagekosten  (Erwerbspreis  und 

Aufwendungen)  übersteigt.  Die  anrechenbaren  Aufwendungen  sind  in  § 221  Abs. 1 

StG abschliessend aufgezählt (RB 1990 Nr. 51, 1982 Nr. 105; Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 221 N 3). Dazu gehören 

wertvermehrende  Aufwendungen,  Grundeigentümerbeiträge,  übliche  Mäklerprovisio-

nen und Insertionskosten, mit der Handänderung verbundene Abgaben sowie Baukre-

ditzinsen  bei  Liegenschaften  im  Geschäftsvermögen.  Gewerbsmässige  Liegenschaf-

tenhändler  können  weitere  mit  der  Liegenschaft  zusammenhängende  Aufwendungen 

geltend  machen,  soweit  sie  auf  deren  Berücksichtigung  bei  der  Einkommens-  oder 

Gewinnsteuer ausdrücklich verzichtet haben (§ 221 Abs. 2 StG).  

2. a) Massgebend für die Berechnung des Gewinns und der Besitzesdauer ist 

die  letzte  Handänderung  (§  219  Abs.  2  StG).  Als  Handänderung  im  Sinn  des  Grund-

steuerrechts  gilt  jede  Übertragung  von  Eigentum  oder  eigentumsähnlichen  Befugnis-

sen  an  einem  Grundstück  oder  Anteil  daran  vom  bisherigen  Rechtsträger  auf  einen 

anderen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 216  N  6).  Dazu  gehören  neben  den  sog. 

zivilrechtlichen u.a. auch die wirtschaftlichen Handänderungen (§ 216 Abs. 2 lit. a StG). 

Zu  den  Letzteren  gehören  hauptsächlich  Kettengeschäfte  und  die  Übertragung  von 

Mehrheitsbeteiligungen  an  Immobiliengesellschaften  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

§ 216 N  78 ff.).  Mit  dem  Begriff  Handänderung  im  Sinn  von  219  Abs.  2 StG  sind  alle 

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Arten  von  Handänderungen  gemeint.  Einzig  Handänderungen,  die  zu  einem  Steuer-

aufschub im Sinn von § 216 Abs. 3 StG führen, fallen als massgebende letzte Handän-

derung ausser Betracht (§ 219 Abs. 3 und 4 StG).  

b)  Veräussert  eine  Immobiliengesellschaft  ein  Grundstück,  das  während  der 

zivilrechtlichen  Eigentumsdauer  der  Veräusserin  Gegenstand  einer  steuerbaren  wirt-

schaftlichen Handänderung in der Form der Übertragung einer beherrschenden Betei-

ligung an einer Immobiliengesellschaft bildete, folgt aus dieser gesetzlichen Regelung, 

dass  die  veräussernde  Gesellschaft  bei  der  Grundstückgewinnsteuer  nur  für  jenen 

Gewinnanteil  besteuert  werden  kann,  der  in  der  Zeit  zwischen  der  besteuerten  wirt-

schaftlichen  Handänderung  und  der  tatsächlichen  (grundbuchlichen)  Veräusserung 

entstanden  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 219  N  29:  VGr  TG  22.  April  1998, 

TVR  1998  Nr.  19).  Ein  Gewinnanteil,  der  bis  zum  massgebenden  Stichtag  der  wirt-

schaftlichen Handänderung entstanden ist, ist nicht der Gesellschaft, sondern den ver-

äussernden  Aktionären  zuzurechnen.  Diese  werden  bei  der  Grundstückgewinnsteuer, 

nicht  aber  bei  der  Einkommens-  bzw.  Vermögenssteuer,  wie  Liegenschafteneigentü-

mer behandelt (BGE 108 Ia 252, 258 ff.). Daraus folgt, dass der veräussernden Gesell-

schaft  (einzig)  bei  der  Grundstückgewinnsteuer  die  Liegenschafteneigentümerstellung 

entgegen  den  grundbuchlichen  Verhältnissen  nur  für  die  Zeit  ab  wirtschaftlicher  Han-

dänderung  bis  zur  grundbuchlichen  Veräusserung  der  Liegenschaft  zukommt.  Damit 

sind für die Veranlagung der Grundstückgewinnsteuer gemäss der gesetzlichen Rege-

lung einzig die Verhältnisse während dieser Zeit massgebend.  

c)  Entsprechend  dieser  objektorientierten  Ausgestaltung  der  Grundstückge-

winnsteuer spielt es im vorliegenden Fall für die Besteuerung des Grundstückgewinns 

zufolge der zivilrechtlichen Handänderung vom … 2009 keine Rolle, dass die Pflichtige 

bei  der  wirtschaftlichen  Handänderung  im  Jahr  2006  nicht  beteiligt  war.  Ferner  ist 

grundsätzlich nicht massgebend, welchen Gewinn die Pflichtige über die gesamte zivil-

rechtliche  Eigentumsdauer  tatsächlich  erzielt  hat,  weil  eine  zwischenzeitlich  erfolgte 

wirtschaftliche  Handänderung  bei  der  Grundstückgewinnsteuer  nicht  ausgeblendet 

werden kann. 

Aus dem von der Pflichtigen aufgeführten Präjudiz RB 1990 Nr. 53 ergibt sich 

nichts zu deren Gunsten. Im betreffenden Entscheid ging es um die Besteuerung einer 

wirtschaftlichen  Handänderung  zufolge  Veräusserung  der  Aktien  einer  Immobilienge-

sellschaft, die ein Grundstück hielt, welches der veräussernde Aktionär 1957 erworben 

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hat und 1977 als Sacheinlage in eine neue gegründete, von ihm beherrschte Immobili-

engesellschaft  einbrachte.  In  jenem  Fall  wurde  für  die  Gewinnermittlung  und  die  Be-

rechnung  der  Besitzesdauer  zufolge  Verkaufs  der  Aktien  im  Jahr  1981  nicht  auf  die 

wirtschaftliche  Sichtweise  des  Veräusserers  abgestellt,  der  seit  1957  zunächst  zivil-

rechtlicher und – nach Einbringung des Grundstücks in eine von ihm beherrschte Akti-

engesellschaft  –  wirtschaftlicher  Eigentümer  des  veräusserten  Grundstücks  war.  Als 

letzte Handänderung wurde vielmehr auf den zivilrechtlichen Erwerb der Aktiengesell-

schaft abgestellt. Diese bildete die letzte massgebende steuerbare Handänderung. Auf 

den  wirtschaftlichen  Gehalt  kommt  es  bei  der  Besteuerung  von  zivilrechtlichen  Han-

dänderungen  grundsätzlich  nicht  an  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 216  N  25  und 

N 73  mit  Hinweisen).  Eine  zivilrechtliche  Handänderung  fällt  einzig  dann  als  letzte 

Handänderung  ausser  Betracht,  wenn  sie  zivilrechtlich  den  Herrschaftszustand  sank-

tioniert, der durch eine vorangehend besteuerte wirtschaftliche Handänderung entstan-

den ist (RB 1958 Nr. 91). 

d) Die dargelegten Auswirkungen bei der zivilrechtlichen Veräusserung eines 

Grundstücks,  das  während  der  Eigentumsdauer  der  Gesellschaft  Gegenstand  einer 

wirtschaftlichen  Handänderung  auf  der  Ebene  der  Aktionäre  der  Gesellschaft  wurde, 

gelten nur für die Grundstückgewinnsteuer. Bei der zürcherischen Einkommens- resp. 

Gewinnsteuer  hat  die  wirtschaftliche  Handänderung  keine  Auswirkungen.  Weder  die 

veräussernden  noch  die  erwerbenden  Aktionäre  werden  bei  der  Einkommenssteuer 

wie  Liegenschafteneigentümer  behandelt.  Die  Pflichtige  bleibt  bei  der  Gewinnsteuer 

– ungeachtet der wirtschaftlichen Handänderung – Eigentümerin des Grundstücks. Der 

Kapitalgewinn-  resp.  -verlust  aus  der  wirtschaftlichen  Veräusserung  der  Aktien  durch 

die Aktionäre findet in der Buchhaltung der Gesellschaft keinen Niederschlag. Infolge-

dessen  findet  aus  Anlass  der  wirtschaftlichen  Handänderung  auf  der  Ebene  der  Ge-

sellschaft  auch  keine  steueramtliche  Abrechnung  über  die  wieder  eingebrachten  Ab-

schreibungen im Sinn von § 64 Abs. 3 StG statt. Abgerechnet wird erst dann, wenn die 

in Frage stehende Liegenschaft von der Gesellschaft veräussert wird und sich der Ver-

kaufserlös im ausgewiesenen Reingewinn der Gesellschaft niedergeschlagen hat.  

e) Nach diesen Regeln wurde die Gewinnsteuer für die Steuerperiode 2009 im 

Kanton Zürich veranlagt. Der bei der interkantonalen Steuerausscheidung dem Kanton 

Zürich  zur  Besteuerung  zugewiesene  Kapitalgewinn  von  Fr. 3'445'833.-,  der  zur 

Hauptsache wieder eingebrachte Abschreibungen beinhaltet, wurde vollumfänglich mit 

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der  Gewinnsteuer  erfasst.  Die  zwischenzeitlich  erfolgte  wirtschaftliche  Handänderung 

auf der Ebene der Aktionäre im Jahr 2006 spielte bei dieser Veranlagung keine Rolle.  

f)  Im  zürcherischen  Steuergesetz  ist  eine  doppelte  Besteuerung  von  Kapital-

gewinnen  aus  der  Veräusserung  von  Liegenschaften  bei  der  Einkommens-/ 

Gewinnsteuer  und  der  Grundstückgewinnsteuer  nicht  vorgesehen.  Der  Kapitalgewinn 

wird  aufgespalten  in  einen  Buchgewinn  und  einen Wertzuwachsgewinn.  Der  Buchge-

winn  umfasst  die  wieder  eingebrachten  Abschreibungen,  die  einzig  bei  der  Einkom-

mens- resp. Gewinnsteuer steuerbar sind (§§ 18 Abs. 5 und 64 Abs. 3 StG). Demge-

genüber  ist  der  Wertzuwachsgewinn  (Differenz  zwischen  Erlös  und  Anlagekosten) 

einzig bei der Grundstückgewinnsteuer steuerbar (§ 219 StG). 

Vorausgesetzt, dass der Erlös die Anlagekosten bei  einer dazwischen erfolg-

ten wirtschaftlichen Handänderung auf der Ebene der Aktionäre übersteigt, ergibt sich 

bei  dieser  Konstellation  keine  steuerliche  Doppelbelastung  zwischen  Gewinn-  und 

Grundstückgewinnsteuer. Bei der Gewinnsteuer wird ohne Rücksicht auf zwischenzeit-

lich erfolgte wirtschaftliche Handänderungen einzig der Buchgewinn am Ende der zivil-

rechtlichen  Eigentumsdauer  der  Gesellschaft  besteuert.  Bei  der  Grundstückgewinn-

steuer  wird  in  zwei  Etappen,  zunächst  auf  der  Ebene  der  Aktionäre  zufolge 

wirtschaftlicher  Handänderung  und  am  Ende  auf  der  Ebene  der  Gesellschaft  zufolge 

zivilrechtlicher  Veräusserung,  nicht  mehr  als  der  tatsächlich  erzielte  Wertzuwachsge-

winn  während  der  zivilrechtlichen  Eigentumsdauer  der  Gesellschaft  (Differenz  zwi-

schen Erlös und Anlagekosten) besteuert. 

Anders  sieht  es  aus,  wenn  während  der  Eigentumsdauer  der  Gesellschaft 

eine wirtschaftliche Handänderung stattfindet, bei der auf der Ebene der Aktionäre ein 

Veräusserungsverlust  resultiert.  In  diesem  Fall  werden  bei  der  Gewinnsteuer  beim 

Ausscheiden  der  Liegenschaft  aus  der  Gesellschaft  die  wiedereingebrachten  Ab-

schreibungen  während der gesamten  massgebenden  Haltedauer  besteuert.  Eine  zwi-

schenzeitlich  erfolgte  wirtschaftliche  Handänderung  auf  der  Ebene  der  Aktionäre  hat 

keinen Einfluss auf die Bemessung der wieder eingebrachten Abschreibungen. Bei der 

Grundstückgewinnsteuer  hat  eine  wirtschaftliche  Handänderung  für  die  Gesellschaft 

dagegen  massive  Auswirkungen,  weil  die  wirtschaftliche  Handänderung  aufgrund  der 

gesetzlichen  Regelung  zu  einer  von  den  zivilrechtlichen  Verhältnissen  abweichenden 

Gewinnbemessungsperiode  führt. Wie  erwähnt  kann  bei  der  Grundstückgewinnsteuer 

einzig noch der Gewinn zwischen der letzten (wirtschaftlichen) Handänderung und der 

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zivilrechtlichen  Veräusserung  des  Grundstücks  besteuert  werden.  Resultiert  bei  einer 

zwischenzeitlich  erfolgten  wirtschaftlichen  Handänderung  ein  Veräusserungsverlust, 

d.h. liegt der Erlös unter den Anlagekosten, führt diese Konstellation bei der endgülti-

gen  Veräusserung  der  Liegenschaft  durch  die  Gesellschaft  zu  einem  Preis  über  den 

Anlagekosten  zu  einer  steuerlich  verpönten  Doppelbelastung  zwischen  Gewinn-  und 

Grundstückgewinnsteuer, weil mit der Grundstückgewinnsteuer auch die wieder einge-

brachten  Abschreibungen  erfasst  werden,  die  gemäss  der  gesetzlichen  Regelung  mit 

der Gewinnsteuer zu erfassen sind. 

g)  Letztere  Konstellation  liegt  hier  vor. Weil  die  Aktionäre  die  streitbetroffene 

Liegenschaft  im  Jahr  2006  via  Übertragung der Aktien sozusagen  zum Buchwert  von 

Fr.  6'200'000.-,  d.h.  wesentlich  unter  den  Anlagekosten  von  über  10  Mio.  Franken,  in 

die neu gegründete E AG eingebracht haben, führte dieser Vorgang beim Verkauf vom 

…  2009  aufgrund  des  tiefen  Einstandspreises  zu  einem  steuerbaren  Grundstückge-

winn von Fr. 4'329'343.-, der im erheblichen Umfang auch die bereits mit der Gewinn-

steuer erfassten wieder eingebrachten Abschreibungen erfasst. Eine solche Doppelbe-

lastung kann nicht geschützt werden (vgl. auch BGE 93 I 659). Die Rekursparteien sind 

sich darüber  einig,  dass  dieser  Konflikt  zu beheben ist.  Entgegen  der  Auffassung der 

Rekursgegnerin  ist  dieser  Konflikt  aber  nicht  durch  Revision  der  Gewinnsteuer,  son-

dern  bei  der  Grundstückgewinnsteuer  zu  beheben.  Dafür  sprechen  mehrere  Gründe. 

Einerseits geht es um die Besteuerung der Pflichtigen, die während der gesamten zivil-

rechtlichen  Haltedauer  nur  einen  Wertzuwachsgewinn  von  Fr. 385'304.-  erzielt  hat. 

Mehr  als  der  tatsächlich  erzielte  Gewinn  kann  vernünftigerweise  nicht  steuerbar  sein. 

Andererseits  sind  im  besteuerten  Grundstückgewinn  von  Fr.  4'329'343.-  auch  wieder 

eingebrachte  Abschreibungen  von  ca.  Fr. 3'944'039  (Fr.  4'329'343.-  -  Fr.  385'304.-) 

enthalten, welche nicht der Grundstückgewinnsteuer, sondern der Gewinnsteuer unter-

liegen.  Letzteres  ist  darauf  zurückzuführen,  dass  die  Beteiligung  bzw.  wirtschaftlich 

betrachtet  die  Liegenschaft  bei  der  wirtschaftlichen  Handänderung  im  Jahre  2006  als 

Sacheinlage  zum  Buchwert  an  die  E  AG  übertragen  wurde.  Diesem  Wert  kam  aber 

offenkundig  keine  rechtsgeschäftliche  Bedeutung  zu,  weil  einerseits  ein  offensichtli-

ches Missverhältnis von über 25% zwischen dem vereinbarten Kaufpreis und dem Ver-

kehrswert bestand, wie der drei Jahre später erzielte Kaufpreis nahelegt. Andererseits 

standen sich bei der wirtschaftlichen Handänderung offenkundig nahestehende Perso-

nen gegenüber. Bei dieser Sachlage hätte die Rekursgegnerin den bei der wirtschaftli-

chen Handänderung vereinbarten Kaufpreis von Fr. 6'200'000.- nicht einfach ungeprüft 

übernehmen dürfen. Vielmehr hätte sie den Verkehrswert des streitbetroffenen Grund-

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stücks per … 2006 ermitteln und diesen Ersatzwert bei den Grundstückgewinnsteuer-

veranlagungen bezüglich der Handänderungen vom … 2006 und … 2009 heranziehen 

müssen.  Hätte  sie  dies  getan,  wäre  die  steuerliche  Doppelbelastung  schon 

weitestgehend  eliminiert  worden.  Damit  die  steuerliche  Doppelbelastung  endgültig 

vermieden  werden  kann, 

ist  somit  vom  ursprünglichen  Erwerbspreis  von 

Fr.  10'080'000.-  auszugehen,  den  die  Pflichtige  beim  Erwerb  der  Liegenschaft  am 

… 1989 bezahlte. An der für die Steuerbemessung massgebenden Besitzesdauer än-

dert  sich  nichts.  Diese  beträgt  aufgrund  der  letzten  Handänderung  vom  …  2006  drei 

Jahre. 

h) Basierend auf der im Kanton D eingereichten Gewinnsteuererklärung samt 

interkantonaler  Steuerausscheidung  wurde  bei  der  zürcherischen  Gewinnsteuer  auch 

der  Wertzuwachsgewinn  von  Fr.  385'304.-  mitbesteuert.  Die  Pflichtige  beantragt,  die 

bereits  erhobene  Gewinnsteuer  durch  den  Kanton  Zürich  im  Umfang  von  386'177.55 

anteilsmässig für den Gewinn im Umfang von Fr. 385'304.- an die Grundstückgewinn-

steuer anzurechnen. Diesem Antrag kann jedoch nicht entsprochen werden, da es Sa-

che  der  Pflichtigen  gewesen  wäre,  den  der  Grundstückgewinnsteuer  unterliegenden 

Wertzuwachsgewinn  von  dem  der  Gewinnsteuer  unterliegenden  Buchgewinn  auszu-

scheiden bzw. gegen die Schlussrechung der Staats- und Gemeindesteuern 2009 Ein-

sprache zu erheben. 

3. Aufgrund dieser Erwägungen ist der Rekurs teilweise gutzuheissen und die 

Grundstückgewinnsteuer wie folgt neu festzusetzen: 

Erwerbspreis 

Mäklerprovision beim Verkauf 

wertvermehrende Aufwendungen 

Eigenverbrauch MWSt. 

Handänderungskosten beim Erwerb 

Handänderungskosten beim Verkauf 

Total Anlagekosten 

Verkaufspreis 

Steuerbarer Gewinn 

Steuerbarer Gewinn abgerundet 

10'080'000 

176'733 

204190 

8'215 

64'040 

31'518 

10'564'696 

10'950'000 

385'304 

385'300 

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Grundstückgewinnsteuer gemäss § 225 Abs. 1 StG 

Weder Zuschlag noch Ermässigung (Besitzesdauer 3 Jahre) 

Zu bezahlende Grundstückgewinnsteuer 

143'520 

0 

143'520 

4.  Bei  diesem  Verfahrensausgang  sind  die  Gerichtskosten  der  nahezu  voll-

ständig unterliegenden Rekursgegnerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG) und steht ihr 

die beantragte Parteientschädigung nicht zu. Der weitgehend obsiegenden Rekurrentin 

ist  für  das  Rekursverfahren  eine  Parteientschädigung  im  angemessenen  Umfang  von 

Fr.  6'000.-  (einschliesslich  Mehrwertsteuer)  zuzusprechen.  Bei  der  Bemessung  ist  zu 

berücksichtigen,  dass  sich  der  Aufwand  der  Rekurrentin  im  Rekursverfahren  weitge-

hend  auf Wiederholungen von  bereits  im  Einspracheverfahren gemachten  Vorbringen 

beschränkte. 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  gegen  den  Einsprachebeschluss  der  kommunalen  Grundsteuerbehör-

de  C  vom  17.  November 2015  betreffend  Grundstückgewinnsteuer  (….)  wird  teil-

weise  gutgeheissen.  Die  der  Rekurrentin  auferlegte  Grundstückgewinnsteuer  wird 

von Fr. 1'721'120.- auf Fr. 143'520.- herabgesetzt. 

[…] 

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