# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 681df49c-28fb-5f56-841f-f4bb90b49c39
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 02.09.2025 VR3 2025 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_VR3-2025-59_2025-09-02.pdf

## Full Text

«I_NAM»
«I_ALI»
«I_BEM»

Urteil vom 2. September 2025
mitgeteilt am 3. September 2025

Referenz VR3 25 59

Instanz Dritte verwaltungsrechtliche Kammer

Besetzung Brun, Vorsitz
Audétat und Schmid Christoffel
Gross, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Mirco Duff

gegen

Gemeinde Val Müstair
Forum cumünal, 7537 Müstair
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Andrea Martin Brunner

B._____
Beschwerdegegner

C._____
Beschwerdegegnerin

Gegenstand Baubewilligung/Baueinsprache (Kosten- und Entschädigungsfolge)

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Sachverhalt

A. Mit Verfügung vom 28. April 2025 (Proz.-Nr. 1C_8/2025) schrieb das 
Bundesgericht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen das 
Urteil des Verwaltungsgerichts vom 27. August 2024 (Verfahren R 23 79) als 
gegenstandslos geworden ab (Dispositiv Ziff. 1, S. 5). Es stellte fest, dass die 
vorangegangenen Verfahren vor dem Gemeindevorstand Val Müstair und dem 
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ebenfalls gegenstandslos geworden 
seien (Dispositiv Ziff. 2). Die Gerichtskosten von Fr. 500.00 würden der 
Beschwerdegegnerschaft auferlegt (Dispositiv Ziff. 3). Die 
Beschwerdegegnerschaft habe die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche 
Verfahren mit Fr. 2'000.00 zu entschädigen (Dispositiv Ziff. 4). Hinsichtlich der 
Kosten- und Entschädigungsfolgen der vorangegangenen Verfahren werde die 
Sache zu neuem Entscheid an das Obergericht des Kantons Graubünden 
zurückgewiesen (Dispositiv Ziff. 5).    

B. Mit Eingabe vom 6. Januar 2025 hatte A._____ (Beschwerdeführerin im 
vorinstanzlichen und bundesgerichtlichen Verfahren) Beschwerde gegen das Urteil 
des (ehemaligen) Verwaltungsgerichts – seit 1. Januar 2025 fusioniert mit dem 
Kantonsgericht zum neuen Obergericht des Kantons Graubünden – R 23 79 
erhoben. Mit Eingabe vom 29. Januar 2025 teilte die Gemeinde Val Müstair 
(Beschwerdegegnerin) mit, B._____ und C._____ 
(Beschwerdegegnerschaft/Bauherrschaft) hätten sich aufgrund der beim 
Bundesgericht erhobenen Beschwerde entschieden, auf die Ausübung der ihnen 
am 25. Juli 2023 erteilten Baubewilligung zu verzichten. Sie habe den 
rechtsverbindlichen Verzicht auf die Ausübung der Baubewilligung zur Kenntnis 
genommen, sodass das vorliegende Beschwerdeverfahren infolge 
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben werden könne.  

C. Mit Schreiben vom 20. März 2025 teilte das Bundesgericht den 
Verfahrensbeteiligten mit Verweis auf die Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 
29. Januar 2025 mit, das Verfahren sei wohl gegenstandslos geworden, und gab 
ihnen Gelegenheit, sich bis zum 10. April 2025 zur Frage der Gegenstandslosigkeit 
und der Kosten- und Entschädigungsregelung zu äussern. Mit Eingabe vom 25. 
März 2025 ersuchte die Beschwerdeführerin, die Beschwerde unter Kostenfolge 
zulasten der Beschwerdegegnerschaft als gegenstandslos zu erklären. Das 
Obergericht teilte mit Eingabe von gleichem Datum mit, es stimme der 
Abschreibung des Beschwerdeverfahrens, unter gesetzlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge, zu. Die Beschwerdegegnerschaft brachte in ihrer 
Stellungnahme vom 30. März 2025 vor, sie hätten sich aufgrund der Beschwerde 

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an das Bundesgericht gezwungen gesehen, ihr Baugesuch zurückzuziehen. Weiter 
erklärte sie, sie hoffe, keine Kosten für das Verfahren tragen bzw. der 
Beschwerdeführerin keine Entschädigung bezahlen zu müssen. Die 
Beschwerdegegnerin äusserte sich nicht mehr zur Angelegenheit.

D. Zur Begründung der Kosten- und Entschädigungsfolgen im als 
gegenstandslos geworden erklärten Verfahren vor Bundesgericht wurde 
festgehalten, dass bei deren Beurteilung in erster Linie auf den mutmasslichen 
Ausgang des Prozesses abzustellen sei (BGE 142 V 551 E. 8.2; 125 V 373 E. 2a; 
je mit Hinweisen). Allerdings sei es beim Rückzug eines Baugesuchs in der Regel 
gerechtfertigt, gestützt auf das Verursacherprinzip den Baugesuchsteller bzw. die 
Baugesuchstellerin die Kosten- und Entschädigungsfolgen (sowohl des 
bundesgerichtlichen als auch der vorinstanzlichen Verfahren) tragen zu lassen 
(Verfügungen 1C_69/2021 vom 19. Oktober 2021 E. 6; 1C_69/2016 vom 13. 
Oktober 2016 E. 2; Urteil 1C_301/2013 vom 19. November 2013 E. 2.1). Hinsichtlich 
der Kosten- und Entschädigungsfolgen der vorangegangenen Verfahren 
rechtfertige es sich, die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz 
zurückzuweisen (vgl. Verfügung 1C_69/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 2.4; Urteil 
1C_301/2013 vom 19. November 2013 E. 3).  

Erwägungen

1. Erklärt das Bundesgericht einen Rechtsstreit als gegenstandslos, 
entscheidet es mit summarischer Begründung über die Prozesskosten aufgrund der 
Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes (Art. 71 BGG [SR 173.110] i.V.m. Art. 
72 BZP [SR 273]). Bei Rückzug eines Baugesuchs – gleich wie auch bei Verzicht 
auf eine erteilte Baubewilligung – erscheint es in der Regel gerechtfertigt, gestützt 
auf das Verursacherprinzip den Baugesuchstellern (bzw. 
Baubewilligungsempfängern) die Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuerlegen. 
Dies gilt gleichermassen für die vorinstanzlichen Verfahren (vgl. BGer 1C_8/2025 
E. 5, S. 4). Das Bundesgericht kann nach Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG auch die 
Kosten und/oder Entschädigungen des vorangegangenen Verfahrens anders 
verteilen. Es weist die Angelegenheit dabei entweder an die Vorinstanz zurück, 
damit diese über die Kostenverteilung entscheidet oder entscheidet selbst 
(KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 
Bundes, 3. Aufl., 2013, Rz. 1658; GEISER, in: 
NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER [Hrsg.], Basler Kommentar zum 
Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., 2018, Art. 67 Rz. 5 und Art. 68 Rz. 24 f.). Bei einer 
Rückweisung sind die Vorgaben, insbesondere die entscheidwesentlichen 
Erwägungen des Bundesgerichts für die Vorinstanz verbindlich 

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(KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1643; DORMANN, in: 
NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER, a.a.O., Art. 107 Rz. 18; vgl. BGE 143 
IV 214 E. 5.3.3 m.w.H., 135 III 334 E. 2.1).   

2. Die Abschreibung ist in Art. 20 VRG (BR 370.100) wie folgt geregelt: Fällt im 
Laufe des Verfahrens das rechtserhebliche Interesse am Erlass eines Entscheids 
in der Sache weg, insbesondere aufgrund des Rückzugs der Begehren, der 
Rücknahme des angefochtenen Entscheids oder eines Vergleichs, schreibt die 
Behörde das Verfahren als erledigt ab (Abs. 1). Rückzug, Anerkennung und 
Vergleich werden in die Abschreibungsverfügung aufgenommen und erlangen 
damit die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids (Abs. 3). Dasselbe gilt für den 
vorliegenden Fall, indem auf eine erteilte und erstinstanzlich bestätigte 
Baubewilligung verzichtet wird.   

3. Laut verbindlicher Anweisung des Bundesgerichts (Dispositiv Ziff. 5) ist die 
Sache hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen der vorangegangenen 
Verfahren (Verfahren R 23 79 sowie kommunales Bau- und Einspracheverfahren) 
zu neuem Entscheid an das Obergericht des Kantons Graubünden zurückgewiesen 
worden. Entsprechend hat dieses in Anwendung von Art. 73 VRG und Art. 78 VRG 
die Gerichtskosten und die aussergerichtliche Entschädigung im Verfahren R 23 79 
neu festzulegen. Auf welche Weise die Gemeinde (Beschwerdegegnerin) den 
vorliegenden Abschluss des kommunalen Baubewilligungs- und 
Einspracheverfahrens im Kostenpunkt nach ihren Verfahrenstarifen regeln wird, 
lässt sich im Detail nicht abschätzen, weshalb die Sache diesbezüglich an die 
Beschwerdegegnerin zurückgeht (wegleitend Urteil 1C_301/2013 vom 19. 
November 2013 E. 3, letzter Absatz).  

3.1. Nachdem die Beschwerdegegnerschaft ihr Baugesuch vor Bundesgericht 
zurückgezogen hat und damit implizit ihren Verzicht auf die erteilte und bestätigte 
Baubewilligung vom 25. Juli 2023 für ihr Bauprojekt auf Parzelle Z.1._____ (Neubau 
EFH) erklärt hat, rechtfertigt es sich, ihr neu gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG die 
verwaltungsgerichtlichen Kosten laut Urteil R 23 79 über CHF 3'770.00 (bestehend 
aus Staatsgebühr CHF 3'000.00 zzgl. Kanzleiauslagen CHF 770.00) nach dem 
Verursacherprinzip – gleichermassen wie die bundesgerichtlichen Kosten – zu 
überbinden. Daran ändert auch die Stellungnahme der Beschwerdegegnerschaft 
vom 30. März 2025 nichts, worin diese angab, sie hätten sich aufgrund der 
Beschwerde an das Bundesgericht 'gezwungen' gesehen, ihr Baugesuch 
zurückzuziehen. Worin dieser Zwang bestand, wurde nicht näher erläutert und ist 
daher im Dunkeln geblieben.  

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3.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens (Abschreibung infolge 
Gegenstandslosigkeit) hat die Beschwerdegegnerschaft der anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführerin zudem noch die durch den Rechtsstreit verursachten 
notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Ausgangspunkt für die 
Ermittlung der Parteientschädigung bildet dabei die Honorarnote des Anwalts der 
Beschwerdeführerin vom 22. Januar 2024 in der Höhe von total CHF 7'258.45 
(bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand 26.17 Std. à CHF 250.00 pro Std. [CHF 
6'542.50]; zzgl. Kleinspesen 3 % [CHF 196.30], ergibt ein Zwischentotal [von 
CHF 6'738.80]; zzgl. 7.7 % MWST auf CHF 6'542.50 [CHF 503.75] bzw. 8.1 % 
MWST auf CHF 196.30 [CHF 15.90]). Nach Art. 3 Abs. 1 HV (BR 310.250) beträgt 
der übliche Stundenansatz im Durchschnitt CHF 240.00. Liegt eine 
Honorarvereinbarung nach Art. 4 HV vor, ist ein Stundenansatz von max. CHF 
270.00 zulässig. Vorliegend wurde in der Vollmacht vom 2. Mai 2023 (auf S. 2 Ziff. 
1) eine Entschädigung von CHF 250.00 pro Stunde vereinbart. Die Honorarnote ist 
damit betragsmässig korrekt erfolgt. Weiter kann praxisgemäss eine 
Spesenpauschale von 3 % sowie die MWST von 7.7 % [bis 2023] bzw. 8.1 % [ab 
2024] verrechnet werden. Was die Höhe des Arbeits- und Zeitaufwands von 26.17 
Stunden betrifft, so erachtet das Gericht diesen als ausgewiesen. Im konkreten Fall 
erscheint dem Gericht daher eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 
7'258.45 (inkl. Spesen/MWST) als angemessen. Die Beschwerdegegnerschaft hat 
die Beschwerdeführerin somit in diesem Umfang zu entschädigen. 

3.3.  Die Beschwerdegegnerin (Gemeinde) ist nicht kosten- oder 
entschädigungspflichtig, weil sie am Verzicht auf die erteilte Baubewilligung nicht 
beteiligt war und deshalb für die Abschreibung des Verfahrens R 23 79 auch nicht 
verantwortlich ist. Eine Parteientschädigung steht ihr nicht zu (Art. 78 Abs. 2 VRG).

Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das verwaltungsgerichtliche Verfahren R 23 79 
sowie das vorgängige kommunale Bau- und Einspracheverfahren – infolge 
Verzichts auf die erteilte und erstinstanzlich bestätigte Baubewilligung – 
gegenstandslos geworden sind und daher abgeschrieben werden. 

2.1. Die Gerichtskosten für das durchgeführte Verfahren R 23 79, bestehend aus:

– einer Staatsgebühr von CHF 3'000.00

– und den Kanzleiausgaben von CHF 770.00

Total CHF 3'770.00

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gehen unter solidarischer Haftbarkeit je hälftig zulasten von B._____ und 
C._____. 

2.2. Die Kosten für das kommunale Bau- und Einspracheverfahren sind bezüglich 
B._____ und C._____ von der Gemeinde Val Müstair festzulegen.

3. B._____ und C._____ haben A._____ für das Verfahren R 23 79 
aussergerichtlich mit insgesamt CHF 7'258.45 (inkl. MWST) zu 
entschädigen. 

4. Für das vorliegende Verfahren VR3 25 59 werden keine Kosten erhoben und 
keine aussergerichtlichen Parteientschädigungen zugesprochen.

5. [Rechtsmittelbelehrung]

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