# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b8ed1fe-a267-5680-81f0-2f11663e2f0f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2010 D-7687/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7687-2009_2010-03-03.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7687/2009/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._______ Iran,
B._______

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Wiedererwägungsentscheid; Verfügung des BFM
vom 11. November 2009 / N_______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7687/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM mit Entscheid vom 10. Juli  2008 das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers  vom  31.  Juli  2007  abwies,  dessen  Wegweisung 
anordnete  und  den  Vollzug  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  be-
zeichnete,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 16. Dezember 2008 
(D-5208/2008)  eine  gegen  diesen  Entscheid  gerichtete  Beschwerde 
abwies, womit die Verfügung des BFM vom 10. Juli 2008 in Rechtskraft 
erwuchs, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1. Juli 2009 an das BFM 
sinngemäss  um  Wiedererwägung  des  ablehnenden  Asylentscheids 
ersuchte,

dass das BFM dieses Gesuch mit Verfügung vom 11. November 2009 
abwies,  die  Verfügung  vom 10.  Juli  2008  als  rechtskräftig  und  voll-
streckbar erklärte, eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.-- erhob und 
feststellte,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme keine  aufschiebende 
Wirkung zu,

dass der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe vom 4. Dezember  2009 er-
neut an das BFM gelangte,

dass das BFM diese Eingabe am 10. Dezember 2009 zuständigkeits-
halber dem Bundesverwaltungsgericht als allfällige Beschwerde gegen 
die Verfügung vom 11. November 2009 überwies,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
23. Dezember  2009  die  Eingabe  des  Beschwerdeführers  vom 
4. Dezember 2009 als sinngemässe Beschwerde gegen die Verfügung 
des  BFM  vom 11. November  2009  entgegennahm,  das  Gesuch  um 
Aussetzung  des  Vollzugs  der  Wegweisung  abwies  und  unter  An-
drohung  des  Nichteintretens  im  Unterlassungsfall  einen  Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 1'200.-- erhob, welcher in der Folge frist-
gerecht einging,

dass der Beschwerdeführer am 30. Dezember 2009 beim Bundesver-
waltungsgericht  eine  weitere  Eingabe  einreichte,  worin  er  unter  er-
neutem  Hinweis  auf  Art.  Art.  8  der  Konvention  zum  Schutze  der 

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Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; 
SR 0.101)  die  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  und  mit  Be-
schwerde geltend gemachten Vorbringen,  wonach seine drei  Töchter 
Schweizerinnen seien,  er  bei  einer Rückkehr in den Iran diese nicht 
mehr  sehen  könne  und  er  im  Übrigen  im  Heimatstaat  an  Leib  und 
Leben gefährdet sei, wiederholte,

und zieht in Erwägung:

dass gemäss Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) beurteilt, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass  dazu  Verfügungen  des  BFM  gestützt  auf  das  Asylgesetz  vom 
26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  gehören  und  das  Bundesver-
waltungsgericht  in  diesem  Bereich  endgültig  entscheidet  (Art.  105 
AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  aus  diesen  Bestimmungen  die  Zuständigkeit  des  Bundesver-
waltungsgerichts  für  Beschwerden gegen Verfügungen des BFM be-
treffend Wiedererwägungsgesuche zwar nicht explizit hervorgeht,

dass sie sich  indes aus dem in Lehre  und Praxis  anerkannten Um-
stand ergibt, wonach gegen negative Entscheide der Vorinstanz über 
Wiedererwägungsgesuche  grundsätzlich  diejenigen  Rechtsmittel  er-
griffen werden können, welche gemäss Rechtsmittelordnung gegen die 
mit  dem  Wiedererwägungsgesuch  angefochtene  Verfügung  offen-
stehen  (vgl.  dazu  die  weiterhin  zutreffende  Praxis  der  ARK  in  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2003 Nr. 7 E. 2 a.aa ),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil-
genommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass somit  auf  die frist-  und formgerecht  eingereichte,  sinngemässe 
Beschwerde vom 4. Dezember 2009 einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass die vorliegende Beschwerde offensichtlich unbegründet ist, wes-
halb  der  Richter  als  Einzelrichter  mit  Zustimmung  eines  zweiten 
Richters entscheidet (Art. 111 Abs. 1 Bst. e AsylG),

dass  ein  Anspruch  auf  Wiedererwägung  namentlich  dann  besteht, 
wenn sich  der rechtserhebliche Sachverhalt  seit  dem ursprünglichen 
Entscheid  in  wesentlicher  Weise  verändert  hat  und  mithin  die  ur-
sprüngliche (fehlerfreie)  Verfügung  an nachträglich  eingetretene  Ver-
änderungen  der  Sachlage  anzupassen  ist  (vgl.  die  weiterhin  zu-
treffende Praxis der ARK in EMARK 2003 Nr. 7 E. 1 S. 42 f.),

dass  im Wiedererwägungsgesuch  vom 1. Juli  2009  im Wesentlichen 
geltend gemacht wurde, zum Einen habe sich die allgemeine politische 
Situation  im  Iran  in  den  vergangenen  Monaten  verschlechtert,  zum 
Anderen  sei  der  Beschwerdeführer  zum  Christentum  übergetreten, 
weshalb eine Rückkehr in den Iran den sicheren Tod bedeuten würde,

dass der Beschwerdeführer im Weiteren darauf hinwies, er habe aus 
seiner früheren Partnerschaft  mit einer Schweizer Staatsangehörigen 
in der Schweiz drei Töchter und daher das Recht, in der Schweiz eine 
Aufenthaltsbewilligung zu erhalten,

dass  hierzu,  wie  bereits  mit  Zwischenverfügung  vom  23.  Dezember 
2009 hingewiesen, mit der Vorinstanz festzuhalten ist, dass sowohl die 
familiären Verhältnisse des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  -  auf 
welche in der Beschwerde erneut hingewiesen wird - als auch die gel-
tend  gemachte  Konvertierung  zum  Christentum  bereits  Gegenstand 
des  abgeschlossenen  Verfahrens  waren  und  daher  nicht  zur 
wiedererwägungsweisen  Überprüfung  der  ursprünglichen  Verfügung 
führen können,

dass  auch hinsichtlich  des  -  in  der  Beschwerde  wiederholten  -  Hin-
weises  des  Beschwerdeführers  auf  die  schwieriger  gewordene  all-

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gemeine politische Situation im Iran auf die zutreffende Einschätzung 
des BFM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, wo-
nach die allgemeine Menschenrechtslage im Iran für  sich allein  kein 
Wegweisungsvollzugshindernis darstelle und keine konkreten individu-
ellen  Gründe  vorlägen,  welche  bei  einer  Rückkehr  auf  eine  Ge-
fährdung des Beschwerdeführers schliessen liessen,

dass  an  dieser  Einschätzung  die  nach  Zwischenverfügung  vom 
23. Dezember  2009  eingereichte  Eingabe  vom  30.  Dezember  2009 
nichts zu ändern vermag, wurde doch darin mit erneutem Hinweis auf 
Art. 8 EMRK lediglich die bereits im vorinstanzlichen Verfahren und mit 
Beschwerde  geltend  gemachten  Vorbringen,  wonach  seine  drei 
Töchter Schweizerinnen seien, er bei einer Rückkehr in den Iran diese 
nicht mehr sehen könne und er im Übrigen im Heimatstaat an Leib und 
Leben gefährdet sei, wiederholt,

dass somit  die angefochtene Verfügung, da diese weder Bundesrecht 
verletzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt 
von  der  Vorinstanz  richtig  und  vollständig  festgestellt  wurde  (vgl. 
Art. 106 AsylG), zu bestätigen und die Beschwerde daher abzuweisen 
ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1'200.-- 
(Art. 2 und 3  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1 
VwVG) und mit dem in der gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N______ 

(per Kurier; in Kopie)
- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand: 

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