# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2e73ef7-9fdc-59c5-b999-6e19011cbfc1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.07.2018 200 2018 185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-185_2018-07-03.pdf

## Full Text

200 18 185 IV
ACT/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Juli 2018

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Februar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, IV/18/185, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1970 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 26. August 2007 bei der Invalidenversi-
cherung wegen lähmender chronischer Schmerzen im Nacken- und 
Hinterkopfbereich, Depressionen sowie Taubheitsgefühlen im Klein- und 
Ringfinger der linken Hand zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). 
Die IVB tätigte in der Folge Abklärungen und sah eine psychiatrische Be-
gutachtung vor (AB 10 f.). Daraufhin ersuchte der Versicherte um Beendi-
gung des IV-Verfahrens und nahm nicht an der psychiatrischen Begutach-
tung teil (AB 13 - 17). Nach Aufforderung zur Mitwirkung unter Hinweis auf 
die Folgen im Unterlassungsfall und durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
erliess die IVB am 10. September 2008 eine Verfügung aufgrund der Akten 
und wies das Leistungsbegehren (Rente und berufliche Massnahmen) ab 
(AB 16, 18, 20). 

B.

Um den Jahreswechsel 2016/2017 meldete sich der Versicherte erneut bei 
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, dies unter Hinweis auf 
zwei Herzinfarkte mit drei diesbezüglichen Operationen, chronische lang-
jährige Depressionen und ein chronisches Rückenleiden (AB 21). Die IVB 
nahm wiederum Abklärungen vor, wobei sie den Versicherten polydiszi-
plinär (psychiatrisch, orthopädisch/traumatologisch, internistisch, kardiolo-
gisch) durch die MEDAS C.________ AG (MEDAS) begutachten liess 
(Expertise vom 13. Dezember 2017 inklusive Teilgutachten [AB 65.1 - 
65.6]). Daraufhin verneinte die IVB nach durchgeführtem Vorbescheidver-
fahren mit Verfügung vom 12. Februar 2018 den Anspruch auf Leistungen 
der Invalidenversicherung (AB 67 - 72). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, IV/18/185, Seite 3

C.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
am 5. März 2018 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung sei ihm eine ganze Invalidenrente entsprechend einer 
Erwerbsunfähigkeit von 100 % zuzusprechen, unter Kostenfolge. Gleichzei-
tig stellt er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 

Mit Beschwerdeantwort vom 19. April 2018 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Nach erfolgter Aufforderung zur Einreichung einer Kostennote teilte der 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Eingabe vom 7. Mai 2018 mit, 
unabhängig vom Ausgang des Verfahrens verzichte er vollumfänglich auf 
ein Honorar und Auslagenersatz. Zusätzlich machte er im Sinne einer Re-
plik weitere Ausführungen. Diese Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin 
mit prozessleitender Verfügung vom 8. Mai 2018 zur Kenntnisnahme zuge-
stellt. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 12. Februar 2018 (AB 72). Strei-
tig und zu prüfen ist allein der Anspruch auf eine Invalidenrente (Be-
schwerde, S. 2 Rechtsbegehren). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-

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fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 
2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). 

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-

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meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

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unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht – soweit entscheidwesentlich – das 
Folgende zu entnehmen:

3.1 Der Vertrauensarzt des Sozialamtes ..., Dr. med. D.________, 
Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, gab im Bericht vom 4. 
September 2015 (AB 42/10) an, objektiv sehe es gar nicht so schlecht aus. 
Natürlich gehöre der Beschwerdeführer bezüglich Herzkrankheiten zu einer 
Hochrisikogruppe. Aber erstens habe man ihn mit den Stent-Implantationen 
und der spezifischen Medikation wirksam therapieren können, was in frühe-
ren Jahren, als seine Verwandten erkrankten, noch nicht möglich gewesen 
sei, und zweitens zeigten die Verlaufskontrollen, dass er praktisch keine 
Einschränkungen aufweise und sein Leiden nicht progredient verlaufe. Er 
könnte demnach einigermassen gelassen in die Zukunft schauen. Seine 
depressive und pessimistische Veranlagung führten dazu, dass er sich ma-
ximal schone, um vermeintlich dem drohenden Schicksal aus dem Weg 
gehen zu können. Damit erreiche er aber leider gerade das Gegenteil: Er 
nehme gewichtsmässig zu und verliere weiter an körperlicher Fitness. Da-
mit würden schon geringe Belastungen zu einer Herausforderung für sein 
Herz und seinen Kreislauf. Er vermerke dann auch Kurzatmigkeit und 
Druck auf der Brust, was ihn nur noch mehr bestärke, sich ja nicht anzu-
strengen und jeder Belastung aus dem Weg zu gehen. Dieser Teufelskreis 
führe aber auch zu einem Abbau seiner Muskulatur. Damit handle er sich 
Rückenschmerzen ein, die schon bei einem gesunden Rücken auftreten 
würden, weil die stützende Muskulatur die Wirbelsäule nicht mehr gut stabi-
lisieren könne. Die Wirbelsäulenveränderungen und die psychische Kon-

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stellation förderten in ihrem Zusammenspiel die Chronifizierung des Rü-
ckenleidens. Es bestehe die Gefahr einer Prägung und damit Zentralisie-
rung der Schmerzempfindung. Als zusätzliches Leiden könnte sich somit 
eine sehr schwierig zu therapierende chronische Schmerzstörung entwi-
ckeln. Zur Arbeitsfähigkeit/Arbeitsunfähigkeit gab Dr. med. D.________ an 
(AB 42/14), obschon den Beschwerdeführer weder die Hausärztin noch der 
Psychiater arbeitsunfähig schrieben, könne daraus nicht abgeleitet werden, 
dass er zurzeit in der Lage wäre, einer regelmässigen Arbeit nachzugehen. 
Dazu sei er zu instabil und seine Kondition zu stark geschwächt. Beides 
müsse zuerst verbessert werden. 

3.2 Der behandelnde Psychiater Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Praktischer Arzt, führte im Bericht 
vom 14. Mai 2017 (AB 51) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit auf:

 Rezidivierende depressive Störung, multiple schwere Episoden, aktuell remit-
tiert, ICD-10: F33.4, bestehend seit Jahren

 Aktenanamnestisch Rückenschmerzen, invalidisierende coronare Herzkrank-
heit, bestehend seit Jahren

Dr. med. E.________ gab an, es habe mehrere depressive Episoden in der 
Vergangenheit gegeben, meistens schwer. Die letzte schwere Episode 
habe mit Aktivierung und Venlafaxin einigermassen beherrscht werden 
können. Es bestünden Einschränkungen und Schwankungen der Konzen-
trationsfähigkeit, der Ausdauer und der Leistungsfähigkeit. Das Konzentra-
tionsvermögen und die Belastbarkeit seien stark eingeschränkt, das 
Auffassungsvermögen und die Anpassungsfähigkeit seien nicht einge-
schränkt. Trotz der aktuellen Remission müsse jederzeit mit einem Rückfall 
in schwere depressive Episoden gerechnet werden. Der Beschwerdeführer 
könne seinen bisherigen Beruf als ... nicht mehr ausüben. Dr. med. 
E.________ attestierte vom 5. Mai 2015 bis 31. März 2017 eine 100 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit als .... Auch in den ärztlichen Zeugnissen vom 5. Januar 
2018 (AB 70/11) und 2. Februar 2018 (Akten des Beschwerdeführers, Be-
schwerdebeilage [BB] 6) attestierte Dr. med. E.________ weiterhin eine 
100 %-ige Arbeitsunfähigkeit.

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3.3 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 13. Dezember 2017 
(inklusive Teilgutachten in den Bereichen Psychiatrie [Federführung], Or-
thopädie/Traumatologie und Innere Medizin sowie Kardiologie [AB 65.1 - 
65.6]) wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
aufgeführt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden 
die Folgenden angegeben: 

1. Koronare Zweigefässerkrankung mit 
 Status nach NSTEMI 4. März 2010 bei Verschluss PLA
 PCI/DES (zweimal) des PLA RCA/Thrombusaspiration am 4. März 2010
 PCI/DES (zweimal) einer Bifurkationsstenose RIA/1.DA elektiv am 9. März 

2010. EF 40 %
 Status nach NSTEMI 6. Juli 2013 bei einer subtotalen Instent-Restenose 

RPLE. EF 55 %. Ergometrie 17. Juni 2015 klinisch und elektrisch negativ. 
Leicht eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Echokardiographie vom 17. Juni 
2015 normale LV-Funktion und Dimension.

 Aktuell (9. November 2017): leicht eingeschränkte Leistungsfähigkeit in der 
ansonsten unauffälligen Ergometrie bei Trainingsmangel. Normale LV 
Funktion in der Echokardiographie (65 %). 

2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4)
3. Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, zurzeit gering ausgeprägt, bei Dis-

kushernie L4/5 und L5/S1
4. Arterielle Hypertonie
5. Dyslipidämie

Die Gutachter gaben an (AB 65.1/14), in psychiatrischer Hinsicht liege eine 
rezidivierende depressive Störung vor; die Symptomatik sei seit Mitte 2016 
remittiert. In internistischer Hinsicht liege zum einen eine koronare Herz-
krankheit vor. Aktuell präsentiere sich der Beschwerdeführer in kardial 
kompensiertem Zustand ohne Hinweise auf residuelle Belastungsischämie 
bei gutem kardialem Kompensationszustand. Das leichte Absinken der 
Belastbarkeit in den Ergometrien und die auch subjektiv geringere Belast-
barkeit sei auf ein erhebliches Detraining zurückzuführen und sei nicht kar-
dial bedingt. Es liege des Weiteren eine arterielle Hypertonie vor. Die 
aktuell erhobenen Werte seien völlig normal – seitengleich und ohne Abfall 
im Stehen. Die Echokardiographien ergäben höchstens diskrete Hinweise 
auf hypertensive Veränderungen am Herz (leichte diastolische Dysfunkti-
on). Die neueste Echokardiographie zeige keine linksventrikuläre Hypertro-
phie. Es bestünden keinerlei Argumente für eine diastolische Herzin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, IV/18/185, Seite 10

suffizienz. In orthopädisch-traumatologischer Sicht sei die Beurteilung der 
Schwere und Ausprägung der objektiven (Befunde) aufgrund von Inkonsis-
tenzen erschwert. Nachvollziehbar sei letztlich nur ein zurzeit gering aus-
geprägtes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom L4/5 und L5/S1. Die 
Gutachter gaben weiter an (AB 65.1/15), hinsichtlich psychischer und inter-
nistischer Beschwerden hätten sich keine Hinweise auf Aggravation oder 
ähnliche Erscheinungen ergeben. In orthopädischer Hinsicht hätten dies-
bezügliche Hinweise aber durchaus vorgelegen. Die Beschwerden hätten 
auf orthopädisch-traumatologischem Fachgebiet nicht nachvollzogen wer-
den können. Zur Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an (AB 65.1/12 f.), 
diese betrage sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepass-
ten Tätigkeit 100 %. Emotional belastende Tätigkeiten seien nicht geeignet, 
des Weiteren sollten unregelmässige Arbeitszeiten sowie Nachtschichten 
vermieden werden. Aufgrund der leicht selbstunsicheren Persönlichkeits-
züge sollten Tätigkeiten, die hohe Anforderungen an die Kommunikations-
fähigkeit stellten, eher vermieden werden. In somatischer Hinsicht seien 
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten möglich. Die Tätigkeiten 
könnten durchaus wechselbelastend sein mit Anteilen von Sitzen, Stehen 
und leichtem Gehen.

4.

4.1 Da die Verwaltung auf die Neuanmeldung (AB 21) eingetreten ist, 
ist die Eintretensfrage nicht richterlich zu prüfen (BGE 109 V 108 E. 2b 
S. 114). Zu vergleichen ist der Sachverhalt zur Zeit der leistungsablehnen-
den Verfügung vom 10. September 2008 (AB 20) mit demjenigen, der sich 
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 12. Februar 2018 (AB 
72) entwickelt hat (vgl. E. 2.3.3 hiervor).

4.2 Im Jahr 2008 wurden die Leistungen wegen fehlender Mitwirkung 
abgelehnt (AB 20), während der Beschwerdeführer aktuell mitgewirkt hat, 
so dass in dieser Hinsicht ein Revisionsgrund vorliegt. Zudem hat sich die 
gesundheitliche Situation verändert, indem der Beschwerdeführer 2010 und 
2013 je einen Herzinfarkt erlitten hat (vgl. AB 65.6/1). 

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4.3 Das Gutachten des MEDAS vom 13. Dezember 2017 (AB 65.1) 
sowie die Teilgutachten dieser Institution (AB 65.2 - 65.6) erfüllen die An-
forderungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 2.5 hiervor) und 
erbringen vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Entgegen 
der Auffassung in der Beschwerde, S. 6 und 11, sowie im Gesuch um un-
entgeltliche Prozessführung, S. 4, krankt die Expertise nicht an einem inne-
ren Widerspruch, indem das Vorliegen einer Aggravation verneint, aber 
dennoch eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert wird, obwohl der Be-
schwerdeführer Einschränkungen geltend mache. Denn das Verneinen von 
Aggravation bedeutet nicht, dass unbesehen auf die Selbsteinschätzung 
des Beschwerdeführers abgestellt und insofern von objektiven Gegeben-
heiten ausgegangen werden kann (wie in der Eingabe vom 7. Mai 2018, S. 
2, angenommen wird), sondern es bedarf auch in dieser Hinsicht einer me-
dizinischen Einschätzung, die hier vollends überzeugt – im Übrigen stellte 
der orthopädische Teilgutachter Aggravation respektive Inkonsistenzen fest 
(AB 65.1/15 Ziff. 4 respektive AB 65.3/6 und 7 Ziff. 5). Weiter ist zwar nicht 
von der Hand zu weisen, dass die Gefahr eines weiteren Herzinfarktes be-
steht (vgl. Beschwerde, S. 3 gegen unten, sowie S. 7 f.), jedoch führen die 
Experten überzeugend aus, dass körperliche Schonung die Prognose von 
Herzpatienten nicht verbessere und Stress als solcher nicht unweigerlich 
zu einem Rezidiv führe (AB 65.1/21 Ziff. 1.1). Die in der Beschwerde, S. 5 
Ziff. 2, postulierte Stressunverträglichkeit infolge zweier 1980 und 1983 
erlittener schwerer Unfälle überzeugt zudem nicht, da der Beschwerdefüh-
rer trotzdem die Matura absolvieren und vier Semester … studieren konnte, 
wobei er das Studium allein aus finanziellen Gründen abbrach (vgl. AB 
65.2/4 Mitte); damit überzeugt das Gutachten auch in dieser Hinsicht. Das-
selbe gilt hinsichtlich der geltend gemachten Kopfschmerzen (Beschwerde, 
S. 6), denn solche hat er im Rahmen der von den Gutachtern erhobenen 
Anamnese nicht angegeben (AB 65.2/2, 65.3/2, 65.5/2) und sie werden 
auch nicht im Bericht des Dr. med. E.________ vom 14. Mai 2017 erwähnt 
(AB 51). 

Nicht gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung der Gutachter spricht der 
Bericht des Dr. med. D.________, Vertrauensarzt des Sozialamtes ..., vom 
4. September 2015 (AB 42/4 - 14): Dieser Arzt geht letztlich von Einschrän-
kungen psychischer Art aus (vgl. AB 42/10 Mitte) und er erachtet eine Ar-

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beitsfähigkeit wegen Instabilität und Dekonditionierung als nicht gegeben 
(AB 42/14 oben). Dr. med. D.________ ist jedoch nicht Psychiater und 
überschreitet mit einer entsprechenden Einschätzung sein Fachgebiet, 
während Dekonditionierung invaliditätsfremd und damit unbeachtlich sowie 
– entgegen der Auffassung in der Eingabe vom 7. Mai 2018, S. 2 – medizi-
nisch angehbar ist, da die Gutachter eine Schonung als nicht opportun er-
achten (AB 65.1/21 Ziff. 1.1 sowie AB 65.5/9). Aber auch der Bericht des 
behandelnden Psychiaters Dr. med. E.________ vom 14. Mai 2017 (AB 51) 
spricht nicht gegen die Korrektheit der Annahmen der Gutachter, sondern 
bestätigt die Einschätzung des psychiatrischen Experten, indem Dr. med. 
E.________ ebenfalls von einer remittierten Episode ausgeht (AB 51/2 und 
3 Mitte respektive AB 65.2/7). Aus den im Vorbescheidverfahren und im 
vorliegenden Verfahren eingereichten Zeugnissen vom 5. Januar 2018 (AB 
70/11) und 2. Februar 2018 (BB 6), gemäss welchen dem Beschwerdefüh-
rer seit dem 5. Mai 2015 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird, 
kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten; denn der 
Arzt begründet – entgegen der Auffassung in der Eingabe vom 7. Mai 
2018, S. 1 – seine Einschätzungen nicht, während im früheren Bericht vom 
14. Mai 2017 eine remittierte Depression rapportiert wird (AB 51/2). 
Schliesslich spricht auch der Bericht des Notfallzentrums des Spitals 
F.________ vom 8. Januar 2018, wo sich der Beschwerdeführer wegen 
Schmerzen in der rechten Leiste behandeln bzw. untersuchen liess, nicht 
gegen die Einschätzung der Gutachter, da die Sonographie unauffällige 
Verhältnisse zeigte (AB 70/13).

4.4 Damit ist eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensange-
passten Tätigkeit erstellt (AB 65.1/12 f.), womit die in der Beschwerde, S. 9, 
erwähnten körperlichen Einschränkungen berücksichtigt sind. Die festge-
stellten – eher leichten – qualitativen Einschränkungen (AB 65.1/13 oben) 
schliessen eine Tätigkeit im angestammten Bereich als ... nicht aus, wes-
halb kein invalidisierender Gesundheitsschaden besteht.

4.5 Nach dem Dargelegten ist die leistungsverweigernde Verfügung 
vom 12. Februar 2018 (AB 72) nicht zu beanstanden, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, IV/18/185, Seite 13

5.

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Der Beschwerdeführer wird vom Sozialamt ... finanziell unterstützt (BB 2), 
womit seine Bedürftigkeit ausgewiesen ist. Im Weiteren ist die Beschwerde 
nicht als von vornherein aussichtslos zu qualifizieren, weshalb die Voraus-
setzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege 
betreffend Verfahrenskosten erfüllt sind. Das entsprechende Gesuch des 
Beschwerdeführers ist somit gutzuheissen. Die Beiordnung von Fürspre-
cher B.________ als amtlicher Anwalt wurde nicht beantragt. Der Rechts-
vertreter teilte im Übrigen mit (Eingabe vom 7. Mai 2018), unabhängig vom 
Ausgang des Verfahrens verzichte er vollumfänglich auf Honorar und Aus-
lagenersatz.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozess-
führung (vgl. E. 5.1 hiervor) wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt 
der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 
272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, IV/18/185, Seite 14

5.3 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend Verfahrens-
kosten wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, IV/18/185, Seite 15

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.