# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 712afe87-9c06-5280-a55a-dc39dd6d1a9f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** UE250327-O3
**Docket/Reference:** UE250327-O3
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/UE250327-O3.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: UE250327-O/U/AEP

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, lic. iur. A. Flury und 

Dr. iur. P. Klaus sowie Gerichtsschreiber MLaw J. Ahmadi

Verfügung und Beschluss vom 27. Oktober 2025

A._____, 

Beschwerdeführer

in Sachen

gegen

1.

2.

B._____, 

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 

Beschwerdegegner

betreffend Nichtanhandnahme

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-

schaft See/Oberland vom 31. Juli 2025

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Erwägungen:

I.

1.

Mit  Schreiben  vom  19. Mai  2025  erstattete  A._____  (nachfolgend:  Be-

schwerdeführer) bei der Staatsanwaltschaft See/Oberland (nachfolgend: Staatsan-

waltschaft) Strafanzeige gegen Unbekannt wegen eines "gefährlichen Automobilis-

ten" (Urk. 3/3 = Urk. 20/1). Als Fahrzeuglenker wurde B._____ (nachfolgend: Be-

schwerdegegner) identifiziert (vgl. Urk. 20/3 S. 2 [Polizeirapport]). Der Beschwer-

deführer  macht  geltend,  am  30. April  2025  sei  es  auf  der  C._____-strasse  in 

D._____ zu einem Vorfall gekommen, bei dem der Beschwerdegegner mit seinem 

Motorfahrzeug den auf dem Fahrrad fahrenden Beschwerdeführer mit zu knappem 

Abstand  überholt,  anschliessend  ausgebremst  und  an  der  Weiterfahrt  gehindert 

habe (Urk. 3/3). Mit Verfügung vom 31. Juli 2025 verfügte die Staatsanwaltschaft 

die  Nichtanhandnahme  eines  Strafverfahrens  gegen  den  Beschwerdegegner 

(Urk. 3/4 = Urk. 20/8).

2.

Gegen  die  Nichtanhandnahmeverfügung  vom  31. Juli  2025  erhob  der  Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 9. August 2025 Beschwerde und beantragte sinn-

gemäss  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  die  Eröffnung  einer 

Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner wegen Gefährdung des Lebens 

(Art. 129 StGB) und Nötigung (Art. 181 StGB) (Urk. 2).

3.

Mit Verfügung vom 14. August 2025 wurde der Beschwerdeführer zur Leis-

tung einer Sicherheit im Sinne von Art. 383 StPO in Höhe von Fr. 1'800.– aufgefor-

dert (Urk. 6). Am 21. August 2025 ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Urk. 11 mit Beilagen [Urk. 12/1–3]). Mit gleichentags erfolgter sepa-

rater Eingabe ersuchte der Beschwerdeführer um Verlängerung der Frist zur Leis-

tung der Sicherheit (Urk. 14). Mit Verfügung vom 22. August 2025 wurde dem Be-

schwerdeführer die Frist zur Leistung der Sicherheit abgenommen (Urk. 17). Am 

22. August  2025  reichte  die  Staatsanwaltschaft  ihre  Akten  elektronisch  ein 

(Urk. 20/1–13). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

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II.

1.

Angefochten ist eine Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft. 

Dagegen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO 

und § 49 GOG).

2.

2.1. Nach Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Unter-

suchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Straf-

anzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht er-

gibt. Gelangt sie zum Schluss, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Pro-

zessvoraussetzungen  eindeutig  nicht  erfüllt  sind,  verfügt  sie  die  Nichtanhand-

nahme (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO).

2.2. Die Frage, ob ein Strafverfahren mit einer Nichtanhandnahme erledigt wer-

den kann, beurteilt sich nach dem aus dem Legalitätsprinzip abgeleiteten Grund-

satz  "in  dubio  pro  duriore"  (Art. 5  Abs. 1  BV  sowie  Art. 2  Abs. 1  i. V. m.  Art. 319 

Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO). Danach darf eine Nichtanhandnahme durch die 

Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nur in sachverhaltsmäs-

sig und rechtlich klaren Fällen ergehen. Im Zweifelsfall, wenn die Gründe der Nicht-

anhandnahme  nicht  mit  absoluter  Sicherheit  gegeben  sind,  muss  das  Verfahren 

eröffnet werden. Der Grundsatz "in dubio pro duriore" ist unter Würdigung der im 

Einzelfall  gegebenen  Umstände  zu  handhaben  (Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_628/2022 vom 22. März 2023 E. 3.2.1).

3.

Der Strafanzeige des Beschwerdeführers (Urk. 3/3) liegt folgende Sachver-

haltsdarstellung zugrunde: Am 30. April 2025 sei der Beschwerdeführer mit seinem 

Fahrrad auf der C._____-strasse in D._____ in Richtung D._____ Zentrum gefah-

ren. Auf Höhe der Kunsteisbahn sei der Beschwerdegegner mit seinem Motorfahr-

zeug sehr nah seitlich an ihn (den Beschwerdeführer) herangefahren und habe ihm 

etwas Unverständliches zugeschrien. Da der Beschwerdegegner immer näher an 

ihn herangefahren sei, habe der Beschwerdeführer energisch verlangt, er solle Ab-

stand halten. Daraufhin habe der Beschwerdegegner ihn überholt und stark ausge-

bremst, wobei er nur knapp habe ausweichen können. Der Beschwerdegegner sei 

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aus  seinem  Fahrzeug  ausgestiegen  und  habe  den  Beschwerdeführer  durch  das 

Schwenken  der  Fahrertür  an  der  Weiterfahrt  gehindert.  Der  Beschwerdegegner 

habe  nach  dem  Fahrradlenker  des  Beschwerdeführers  gegriffen  und  gesagt,  er 

wolle ihn anzeigen und verlange einen Ausweis. Der Beschwerdegegner habe sein 

Fahrrad am Vorderrad festgehalten und ihn an der Weiterfahrt gehindert. Mit Mühe 

habe er sich dem Griff entziehen und weiterfahren können (Urk. 3/3 S. 2). 

4.

Die Staatsanwaltschaft führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Be-

schwerdegegner  habe  die  Vorwürfe  in  der  Einvernahme  vom  12. Juni  2025 

(Urk. 20/6) bestritten. Er habe angegeben, der Beschwerdeführer sei in der Mitte 

der Strasse gefahren. Er habe ihn darauf hingewiesen, den Fahrradstreifen zu be-

nutzen, woraufhin der Beschwerdeführer herumgefuchtelt und ihm den Mittelfinger 

gezeigt habe. Daraufhin habe der Beschwerdegegner rechts angehalten. Der Be-

schwerdeführer habe geflucht, gegen das Auto geklopft und sein Fahrrad gegen 

den Beschwerdegegner angehoben. Daraufhin habe dieser das Fahrrad festgehal-

ten, um sich und das Auto zu schützen. Der Beschwerdegegner habe ausgesagt, 

er  habe  den  Beschwerdeführer,  der  ihn  beschimpft  habe,  nie  an  der  Weiterfahrt 

gehindert. Die Aussagen des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners wi-

dersprächen sich somit diametral und es seien keine weiteren Beweismittel vorhan-

den, weshalb sich der Sachverhalt nicht rechtsgenügend erstellen lasse bzw. kein 

Tatverdacht vorliege (Urk. 3/4).

5.

In  seiner  Beschwerdeschrift  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  die 

Staatsanwaltschaft würdige die Beweismittel (Fotos und Video) nicht ausreichend. 

Die Aussagen des Beschwerdegegners seien nicht plausibel. Auch das vom Be-

schwerdegegner erstellte Video sei beizuziehen und als Beweismittel zu berück-

sichtigen. Auf dem von ihm (vom Beschwerdeführer) erstellten Video sei zu erken-

nen, dass er nicht in der Mitte der Fahrbahn, sondern nahe an der Linie des Fahr-

radstreifens fahre, um auf diesen zu gelangen. Ausserdem sei zu erkennen, dass 

der Beschwerdegegner zu nah seitlich an ihn herangefahren sei. Er (der Beschwer-

deführer) habe ihm nicht den Mittelfinger gezeigt. Auf dem Video sei zu sehen, dass 

der Beschwerdegegner den Lenker seines Fahrrads festhalte, ihn so an der Wei-

terfahrt  hindere  und  den  Tatbestand  der  Nötigung  erfülle.  Dies  müsste  auch  auf 

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dem vom Beschwerdegegner erstellten Video ersichtlich sein. Der Beschwerdefüh-

rer habe sich nur durch kräftiges Zerren befreien können. Auf den eingereichten 

Fotos  seien  die  Handabdrücke  des  Beschwerdegegners  auf  Felge  und  Pneu  er-

kennbar. Es sei nicht glaubhaft, wenn der Beschwerdegegner angebe, er habe sich 

mit dem Halten des Rads schützen wollen ("Warum sollte er anhalten, um sich von 

mir bedroh[en] zu lassen?"; Urk. 2). 

6.

6.1. Den Tatbestand der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB erfüllt, wer jeman-

den  durch  Gewalt  oder  Androhung  ernstlicher  Nachteile  oder  durch  andere  Be-

schränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu 

dulden.  Die  Tatbestandsvariante  der  "anderen  Beschränkung  der  Handlungsfrei-

heit"  ist  nach  der  Rechtsprechung  restriktiv  auszulegen.  Dieses  Zwangsmittel 

muss, um tatbestandsmässig zu sein, das üblicherweise geduldete Mass an Beein-

flussung  in  ähnlicher  Weise  eindeutig  überschreiten,  wie  es  für  die  ausdrücklich 

genannten  Nötigungsmittel  der  Gewalt  und  der  Androhung  ernstlicher  Nachteile 

gilt. Es führt somit nicht jeder noch so geringfügige Druck auf die Entscheidungs-

freiheit  eines  andern  zu  einer  Bestrafung  nach  Art. 181  StGB.  Eine  Nötigung  ist 

unrechtmässig, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel 

zum angestrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüp-

fung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechts-

missbräuchlich oder sittenwidrig ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_328/2021 vom 

13. April 2022 E. 3.2.3).

6.2. Auf  dem  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Video  seiner  "Dashcam" 

(ohne Ton) ist zu Beginn deutlich zu sehen, dass er nicht auf der Fahrradspur, son-

dern in der Mitte der Autospur (Mitte der Fahrbahnhälfte) fährt (Urk. 20/5 Min. 0:00–

0:03). Der Beschwerdegegner fährt links neben den Beschwerdeführer. Offensicht-

lich kommt es dabei (während der Fahrt) zu einem kurzen verbalen Disput. In der 

Folge beschleunigt der Beschwerdegegner, überholt den Beschwerdeführer, fährt 

mit den rechten Rädern auf das Trottoir und hält an, wobei sich die linken Räder 

circa  in  der  Mitte  des  Fahrradstreifens  befinden  (ebd.  Min.  0:03–0:14).  Der  Be-

schwerdegegner steigt aus und ergreift sogleich sein Mobiltelefon. Die verbale Aus-

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einandersetzung wird offensichtlich fortgesetzt. Zudem ist erkennbar, dass der Be-

schwerdegegner seinen rechten Arm in Richtung des Beschwerdeführers streckt 

und dabei möglicherweise den Lenker des Fahrrads des Beschwerdeführers fest-

hält (ebd. Min. 0:15–0:27). Nach wenigen Sekunden nimmt der Beschwerdeführer 

seine Fahrt wieder auf (ebd. ab Min. 0:35).

6.3. Die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach der Beschwerdegegner ihn 

ausgebremst habe und er nur knapp seitlich neben dem Fahrzeug habe anhalten 

können, wird durch die Videoaufnahme nicht bestätigt. In Min. 0:12 befindet sich 

der Beschwerdeführer noch leicht links von der Fahrstreifenmarkierung, während 

der Beschwerdegegner mit seinem Fahrzeug einige Meter weiter vorne und deut-

lich auf der rechten Seite der Markierung zum Stehen kommt (Urk. 20/5 Min. 0:12–

0:13). Der Beschwerdeführer hätte in dieser Situation ohne Weiteres links am Fahr-

zeug  vorbeifahren  können,  und  zwar  ohne  signifikant  nach  links  ausweichen  zu 

müssen. Von einem "Ausbremsen" (Urk. 2 S. 3) bzw. einem "Schikanestopp" oder 

einem Abdrängen (vgl. Urk. 20/12) sowie einer Gefährdung des Lebens im Sinne 

von  Art. 129  StGB  oder  einer  Nötigung  im  Sinne  von  Art. 181  StGB  kann  daher 

keine  Rede  sein.  Statt  am  Beschwerdegegner  vorbeizufahren,  steuert  der  Be-

schwerdeführer (bei mutmasslich geringer Geschwindigkeit) direkt auf die (sich öff-

nende) Fahrertür zu und fährt sehr dicht, bis auf wenige Zentimeter, an das Fahr-

zeug heran (Urk. 20/5 Min. 0:12–0:16). Angesichts dieser Sequenzen liegt die An-

nahme nahe, dass der Beschwerdeführer die Konfrontation mit dem Beschwerde-

gegner zumindest in Kauf nahm – und zwar bereits während der verbalen Ausein-

andersetzung, als beide nebeneinander fuhren. 

Was genau der Auslöser dafür war, dass der Beschwerdegegner nach dem Über-

holen rechts anhielt, kann zwar nicht eruiert werden. Der Beschwerdegegner bringt 

vor, der Beschwerdeführer habe ihm beim Überholen den Mittelfinger gezeigt (vgl. 

Urk. 20/6 F/A 22). Die Annahme einer vorangegangenen Provokation seitens des 

Beschwerdeführers erscheint nachvollziehbar, zumal der Beschwerdegegner nach 

dem Aussteigen umgehend sein Mobiltelefon behändigt und offenbar die Polizei zu 

benachrichtigen beabsichtigt. 

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6.4. Welche  Provokationen  konkret  erfolgten,  ist  indessen  nicht  entscheidrele-

vant. Denn die Behinderung der Weg- oder Weiterfahrt eines Fahrradfahrers wäh-

rend einer Zeitspanne von weniger als 15 Sekunden (vgl. Urk. 20/5 Min. 0:20–0:35) 

erfüllt den Tatbestand der Nötigung nach Art. 181 StGB nicht. Die Beeinträchtigung 

der Fortbewegungsfreiheit durch den  Beschwerdegegner war im Übrigen gering, 

da der Beschwerdeführer offenbar ohne nennenswerte Mühe in der Lage war, die 

Situation zu überwinden und seine Fahrt fortzusetzen. Unter Berücksichtigung der 

Gesamtumstände,  namentlich  des  kurz  zuvor  gezeigten  Fahrverhaltens  des  Be-

schwerdeführers (Fahren deutlich links der Markierung), ist im Vorgehen des Be-

schwerdegegners  kein  eigentlicher  Unrechtsgehalt  zu  erkennen.  Das  Verhalten 

des Beschwerdegegners erscheint vielmehr als ein Versuch, den Beschwerdefüh-

rer im Anschluss an dessen offensichtlich verkehrswidriges Verhalten zur Rede zu 

stellen. Das kurzzeitige Festhalten des Lenkers und allenfalls des Rads erreicht die 

Schwelle zur Strafbarkeit daher nicht. Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerde-

gegner  den  Beschwerdeführer  längerfristig  am  Wegfahren  hindern  wollte,  liegen 

nicht vor. Für den Beschwerdegegner war die Sache sogleich erledigt, nachdem 

der Beschwerdeführer seine Fahrt wieder aufgenommen hatte. Schliesslich ist nicht 

zu erwarten, dass die Einsicht in ein allfälliges vom Beschwerdegegner erstelltes 

Video an dieser Einschätzung etwas zu ändern vermöchte.

6.5. Zu  prüfen  bleibt  schliesslich  der  Einwand  des  Beschwerdeführers,  die 

Staatsanwaltschaft habe in der angefochtenen Verfügung die Videoaufzeichnung 

seiner  "Dashcam"  nicht  erwähnt.  Der  Beschwerdeführer  macht  dies  zwar  grund-

sätzlich zu Recht geltend. Angesichts dessen, dass die Videosequenz die Darstel-

lung des Beschwerdeführers gerade nicht stützt, sondern den Beschwerdegegner 

im Gegenteil entlastet, ist darin kein wesentlicher Mangel der angefochtenen Ver-

fügung zu erblicken. Ohnehin ist die Rechtsmittelinstanz bei ihrem Entscheid nicht 

an die Begründung der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 lit. a StPO). Eine Mo-

tivsubstitution, mit der ein Sachverhalt mit anderen Argumenten im Ergebnis recht-

lich gleich gewürdigt wird, ist zulässig. Ein Gericht kann eine Beschwerde mithin 

mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abwei-

sen  (vgl.  für  das  Bundesgericht  u. a.  BGE  137  III  385  E. 3  m. w. H.;  vgl.  zur  Mo-

tivsubstitution durch die Beschwerdeinstanz insbes. die Urteile des Bundesgerichts 

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1B_1/2020 vom 24. Januar 2020 E. 3.3 sowie 1B_460/2013 vom 22. Januar 2014 

E. 3.1).

6.6. Eine Strafbarkeit des angezeigten Sachverhalts nach anderen Vorschriften 

ist weder dargetan noch erkennbar.

6.7. Da dem vom Beschwerdeführer zur Anzeige gebrachten Sachverhalt somit 

kein  strafbares  Verhalten  des  Beschwerdegegners  entnommen  werden  kann, 

wurde die Strafuntersuchung zu Recht nicht anhand genommen. Die Beschwerde 

ist damit abzuweisen.

III.

1.

Ausgangsgemäss  wird  der  Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 428 

Abs. 1  StPO).  Seinem  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 

kann nicht entsprochen werden. Wie bereits erwähnt, erreicht das kurzzeitige Fest-

halten des Lenkers durch den Beschwerdegegner die Strafbarkeitsschwelle nicht. 

Die weiteren Vorwürfe (Ausbremsen und Abdrängen) sind haltlos. Folglich ist die 

Strafklage  als  von  vornherein  aussichtslos  zu  betrachten  (Art. 136  Abs. 1  lit. b 

StPO). Auch ein Anspruch gestützt auf Art. 29 Abs. 3 BV besteht angesichts der 

von vornherein aussichtslosen Beschwerde nicht.

2.

Bei der Festsetzung der Gerichtsgebühr sind die Bedeutung des Falles, der 

Zeitaufwand  des  Gerichts  sowie  die  Schwierigkeit  des  Falles  zu  berücksichtigen 

(vgl.  dazu  §§ 2  Abs. 1  lit. b–d  und  17  Abs. 1  GebV  OG).  In  Nachachtung  dieser 

Grundsätze ist die Gerichtsgebühr auf Fr. 1'000.– festzusetzen. 

3.

Da keine Vernehmlassungen eingeholt wurden und dem Beschwerdegegner 

somit keine Aufwendungen bzw. Kosten erwachsen sind, entfällt die Zusprechung 

einer Entschädigung an diesen.

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Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. D. Oehninger)

1.

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewie-

sen.

2.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Beschluss.

Es wird beschlossen:

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– festge-

setzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.

1.

2.

3.

Für  das  Beschwerdeverfahren  werden  keine  Entschädigungen  zugespro-

chen.

4.

Schriftliche Mitteilung an:







den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)

den Beschwerdegegner, unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (per Ge-
richtsurkunde)

die Staatsanwaltschaft See/Oberland ad …, unter Beilage einer Kopie 
von Urk. 2 (gegen Empfangsbestätigung)

sowie  nach  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  bzw.  nach  Erledigung  allfälliger 

Rechtsmittel an:



die Staatsanwaltschaft See/Oberland ad … (gegen Empfangsbestäti-
gung)

5. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der ge-

mäss  Art. 35  und  35a  des  Reglements  für  das  Bundesgericht  zuständigen 

strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes  vorgeschriebenen  Weise  schriftlich  einzureichen.  Die  Be-

schwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten 

sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.

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Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-

reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 27. Oktober 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. D. Oehninger

MLaw J. Ahmadi