# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7368a8b-84d4-5712-88b2-016b1ea3aa65
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.08.2011 D-1931/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1931-2011_2011-08-16.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­1931/2011

U r t e i l   v om   1 6 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
Pakistan,
vertreten durch lic. iur. Werner Greiner, Rechtsanwalt, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 28. Februar 2011 / N .

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat im Jahre 2007 auf dem Landweg und gelangte – nach einem 
längeren  Aufenthalt  im  Iran  –  am  15.  Januar  2009  via  Italien  und 
unkontrolliert in die Schweiz, wo er noch gleichentags im Empfangs­ und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  M._______  ein  Asylgesuch  stellte.  Anlässlich 
der  Befragung  vom  19.  Januar  2009  zur  Person  (BzP)  im  EVZ 
M._______ sowie anlässlich der direkten Anhörung vom 27. Januar 2009 
durch  das  BFM  machte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines 
Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er sei ethnischer Baluchi und habe 
von  Geburt  an  bis  zur  Ausreise  im  Jahre  2007  im  Dorf  N._______ 
(Provinz  Belutschistan)  gelebt.  Als  er  im  Iran  als  Einkäufer  für  den 
familieneigenen  Laden  unterwegs  gewesen  sei,  habe  er  erfahren,  dass 
sein  Dorf  von  der  Armee  angegriffen  worden  sei.  Deshalb  sei  er  nicht 
mehr  nach  Pakistan  zurückgekehrt  und  habe  sich  während  ein  bis 
anderthalb Jahren im Iran aufgehalten, bevor er nach Europa ausgereist 
sei. Über den Verbleib seiner Familie, namentlich der Mutter und seiner 
Geschwister, wisse er nichts. Die Armee habe vor, ihn und seine Familie 
umzubringen,  weil  seine  Familie  mit  B._______  zusammen  gearbeitet 
habe.

B. 
Mit Verfügung vom 28. Februar 2011 – eröffnet am 1. März 2011 – stellte 
das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  ordnete  es  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung 
hielt  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen  fest,  insgesamt  seien  die 
Schilderungen des Beschwerdeführers über weite Strecken oberflächlich, 
wenig konkret, wenig differenziert, wenig detailreich und widersprüchlich 
ausgefallen.  Seine  Vorbringen  zu  zentralen  Aspekten  seiner 
Fluchtbegründung sowie zur Situation im Heimatland seien unpräzise und 
ausweichend gewesen. So habe er beispielsweise bezüglich der Frage, 
wie er vom Angriff der Armee auf sein Dorf Kenntnis erlangt habe, keine 
präzisen Angaben machen können. Anlässlich der Direktanhörung sei er 
eingehend  zur  Zusammenarbeit  seiner  Familie  mit  B._______  befragt 
worden.  Doch  seien  seine  Vorbringen  unsubstanziiert  geblieben  und 
hätten nicht zu überzeugen vermocht. So habe er zunächst auf die Frage, 
wie seine Familie B._______ konkret unterstützt habe, angegeben, er sei 
Analphabet,  weswegen  er  sich  nicht  an  alles  erinnern  könne.  Erst  auf 

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wiederholtes  Nachfragen  hin  hätten  vom  Beschwerdeführer  einige 
zusätzliche  Informationen  in  Erfahrung  gebracht  werden  können,  doch 
seien  die  Aussagen  wenig  konkret  und  oberflächlich  geblieben.  Von 
einem  Asylgesuchsteller  könne  jedoch  erwartet  werden,  dass 
Vorkommnisse,  welche  ursächlich  in  Zusammenhang  mit  den 
Fluchtgründen  stünden,  in  nicht  allzu  grosser  zeitlicher  Distanz 
zurücklägen  und  folglich  wesentliche  Punkte  der  Asylbegründung 
darstellten,  bei  jeder Anhörung  spontan  vorgebracht würden. Dies  gelte 
auch  für  das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  einmal  in  Pakistan  in 
Haft  gewesen  zu  sein.  Obwohl  er  anlässlich  der  BzP  ausführlich  zu 
seinen  Asylgründen  befragt  und  ihm  genügend  Raum  für  seine 
Vorbringen eingeräumt worden sei, habe er diesen Sachverhalt  lediglich 
zum Schluss der BzP erwähnt und auch dies nur auf konkrete Nachfrage 
hin.  Namentlich  habe  er  spontan  keine  Gründe  angeführt,  die  zur  Haft 
geführt  hätten.  Nicht  zuletzt  vermöchten  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  auch  nicht  zu  überzeugen,  weil  er  keine 
substanziierten  Angaben  über  seine  allgemeinen  Lebensumstände  in 
Pakistan  und  Iran  habe machen  können.  So  habe  er  sich  nicht  an  die 
genaue Adresse, wo er im Iran während ein bis anderthalb Jahren vor der 
Einreise  in  die  Schweiz  gelebt  habe,  erinnern  können.  Ebenso  wenig 
habe  er  weitere  Dörfer  in  der  Umgebung  seines  Heimatdorfes  in 
Pakistan,  in  dem  er  von  Geburt  an  bis  zur  Ausreise  im  Jahre  2007 
wohnhaft  gewesen  sei,  noch  benachbarte  Bezirke  seines 
Herkunftsbezirks O._______  aufzählen  können.  Auf  die  Frage,  weshalb 
er die Umgebung seiner Heimat nicht habe beschreiben können, habe er 
vorgebracht,  die  umliegenden  Ortschaften  lägen  zu  weit  weg.  Diese 
Begründung sei angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer für 
den familieneigenen Laden regelmässig in den Iran gereist sein wolle, um 
dort Ware zu beschaffen, nicht nachvollziehbar und deshalb unglaubhaft. 
Auf  Grund  der  widersprüchlichen  und  unsubstanziierten  Aussagen 
bestünden  Zweifel  am  Wahrheitsgehalt  der  Vorbringen,  weshalb  der 
Eindruck entstehe, es handle sich vorliegendenfalls um eine konstruierte 
Geschichte,  die  der  Beschwerdeführer  nicht  tatsächlich  erlebt  habe.  Im 
Übrigen sei der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich.

C. 

C.a. Mit Eingabe vom 30. März 2011 reichte der Beschwerdeführer eine 
nicht unterschriebene, fremdsprachige Beschwerde und die nachstehend 
aufgeführten  Berichte  mit  den  folgenden  Themen  zu  den  Akten: 
"Balochistan  Liberation  Army",  eine  Dokumentation  über  verschiedene 

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Demonstrationen, "Good News from Washington, Finally", "Balochwarna", 
"US  embassy  cables:  Karzai  admits  to  sheltering  Baloch  nationalists", 
einen Report zu den politischen Verhältnissen  in Balochistan,  "Pakistan: 
Two  bodies  found  and  eight  persons  remain  disappeared  after  illegal 
arrests by military and paramilitary forces in Balochistan", "Pakistan urged 
to  investigate  murder  and  torture  of  Baloch  activists"  und  "BSO­Azaad 
senior member Comrade Yayum Baloch along with his  friends abducted 
by Pakistani forces".

C.b. Mit  Zwischenverfügung  vom  4.  April  2011  forderte  der  zuständige 
Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den Beschwerdeführer 
auf,  innert  sieben  Tagen  ab  Erhalt  dieser  Verfügung  eine 
Beschwerdeverbesserung nebst einer Übersetzung  in eine Amtssprache 
einzureichen und bis zum 19. April 2011 einen Kostenvorschuss von Fr. 
600.— zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

C.c.  Mit  Eingabe  vom  12.  April  2011  liess  der  Beschwerdeführer  die 
nachfolgend  aufgeführten  Rechtsbegehren  stellen:  Es  sei  die 
angefochtene  Verfügung  vollumfänglich  aufzuheben  und  dem 
Beschwerdeführer  Asyl  zu  gewähren.  Eventuell  sei  die  Sache  zwecks 
erneuter  Befragung  mit  einem  Baluchi­Übersetzer  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen. Eventuell sei vom Vollzug der Wegweisung abzusehen 
und  das  BFM  anzuweisen,  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  Dem 
Beschwerdeführer  sei  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  bewilligen, 
und es sei auf die Erhebung einer Kaution zu verzichten. Sodann sei der 
Unterzeichnete  als  unentgeltlicher  Rechtsbeistand  des 
Beschwerdeführers  zu  bestellen.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

C.d.  Mit  Zwischenverfügung  vom  15.  April  2011  wies  der 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Gesuche  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ab.  Gleichzeitig  teilte  er  dem 
Beschwerdeführer  mit,  an  den  Dispositivziffern  2  –  4  der 
Zwischenverfügung vom 4. April 2011 werde vollumfänglich festgehalten.

C.e. Der  Beschwerdeführer  leistete  den  einverlangten  Kostenvorschuss 
am 19. April 2011.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 

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nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

5. 

5.1.  In  seiner  Beschwerde  beziehungsweise  Beschwerdeverbesserung 
vom  30.  März  beziehungsweise  12.  April  2011  lässt  der 
Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend  machen,  seine 
Muttersprache  sei Baluchi. An den Befragungen  im BFM sei  jedoch ein 
urdusprachiger  Übersetzer  zugegen  gewesen.  Der  Beschwerdeführer 
habe nicht  alles  genau  verstanden und deshalb  nicht  alles  gesagt, was 
von  Bedeutung  gewesen  wäre.  Aus  diesem  Grunde  seien  auch  viele 
Details  nicht  protokolliert  worden.  Die  meisten  von  der  Vorinstanz 
angeführten  Aussagemängel  seien  zweifellos  auf  diese  Umstände 
zurückzuführen. Der Beschwerdeführer habe selbstverständlich Anspruch 
auf  eine  Befragung  in  seiner Muttersprache  und  nicht  in  einer  Sprache 

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(Urdu),  die  er  nur  ungenügend  verstehe.  Des  Weiteren  seien  die 
unsubstanziierten  Angaben  des  Beschwerdeführers  zum  Attentat 
verständlich, sei dieser doch nicht Augenzeuge dieses Vorfalls gewesen 
und  könne  nur  vom Hörensagen  berichten.  Auch  seine  etwas  knappen 
und  ungenauen  Angaben  über  die  allgemeinen  Lebensumstände  in 
Pakistan  und  Iran  könnten  seine  Glaubwürdigkeit  nicht  ernsthaft 
tangieren.  Diese  Fragen  beträfen  nämlich  hauptsächlich  geographische 
Gegebenheiten. Diese seien angesichts der konkreten Lebensumstände 
und  der  fehlenden  Schulbildung  des  Beschwerdeführers  generell  nicht 
geeignet,  seine  Glaubwürdigkeit  zu  überprüfen.  Dementsprechend 
genügten die Angaben des Beschwerdeführers – wenn auch knapp – den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG. Schliesslich 
verfüge  der  Beschwerdeführer  entgegen  den  Behauptungen  der 
Vorinstanz  nicht  über  ein  funktionsfähiges  Beziehungsnetz  in  seiner 
ursprünglichen Heimat. Er wisse nichts über den Verbleib seiner Familie. 
Andere  Bezugspersonen  seien  nicht  vorhanden.  Dementsprechend 
werde der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat 
aus individuellen Gründen in eine existenzbedrohende Situation geraten, 
weshalb der Wegweisungsvollzug unzumutbar sei.

5.2.  Diese  Vorbringen  in  der  Beschwerdeschrift  vermögen  nicht  zu 
überzeugen.  Wie  sich  nämlich  aus  den  Akten  ergibt,  erklärte  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  BzP,  er  spreche  fliessend  Urdu,  und 
seine  diesbezüglichen  Sprachkenntnisse  seien  ausreichend  für  eine 
Anhörung  (A1/12  Ziff.  9  S. 4).  Dies  bestätigte  sich  anlässlich  der 
Befragungen auch aus der Sicht des Beschwerdeführers, erklärte er doch 
mehrfach ausdrücklich, er verstehe den Dolmetscher gut (A1/12 Ziff. 3 S. 
2, Ziff. 23 S. 10, A13/13 F2 S. 2, F103 S. 11). Ausserdem bestätigte er 
nach  der  Rückübersetzung  des  Protokolls  der  BzP,  dieses  entspreche 
seinen Aussagen und der Wahrheit. Es sei ihm in eine ihm verständliche 
Sprache  (Urdu)  rückübersetzt  worden  (A1/12  S.  10).  Anlässlich  der 
Direktanhörung vom 27. Januar 2009 bestätigte er, das Protokoll dieser 
Anhörung sei ihm Satz für Satz vorgelesen und in eine ihm verständliche 
Sprache  (Urdu)  übersetzt  worden.  Es  sei  vollständig  und  entspreche 
seinen  freien  Äusserungen  (A13/13  S.  12).  Ausserdem  habe  er  alles 
gesagt,  was  er  habe  sagen  wollen  A13/13  F104  S.  11). 
Dementsprechend ist entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift 
nicht  davon  auszugehen,  der Beschwerdeführer  habe  nicht  alles  genau 
verstanden  und  deshalb  auch  nicht  alles  gesagt,  was  von  Bedeutung 
gewesen  sei.  Vielmehr  muss  sich  der  Beschwerdeführer  bei  seinen 
Erklärungen, wie sie  in die Protokolle Eingang  fanden, behaften  lassen. 

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Dies  umso  mehr,  als  die  angeblichen  Verständigungsprobleme  nicht 
einmal dem Hilfswerkvertreter aufgefallen sind. Demnach muss sich der 
Beschwerdeführer  auch  bei  seinen  widersprüchlichen  und 
unsubstanziierten Aussagen behaften lassen. Es trifft zwar zu, dass seine 
Schilderungen  zu  einem  Ereignis,  das  er  lediglich  vom  Hörensagen 
kennt,  nicht  mit  denjenigen  eines  Augenzeugen  verglichen  werden 
können. Allerdings hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer auch nichts 
dergleichen  vorgehalten,  sondern  lediglich  festgestellt,  er  habe  weder 
über  den  Angriff  der  Armee  auf  das  Dorf  (A13/13  F62  S.  8) 
beziehungsweise die Razzien  in seinem Haus und Geschäft  (A1/12 Ziff. 
15 S. 7) noch über den Zeitpunkt des Vorfalls präzise Angaben machen 
können.  Bezeichnenderweise  war  er  nämlich  ausserstande,  präzise 
Angaben  darüber  zu  machen,  wer  ihn  in  Mand  über  den  Vorfall  in 
Kenntnis  gesetzt  habe  und  welche  Informationen  er  bei  dieser 
Gelegenheit erhalten habe (A13/13 F61 – F65 S. 7 und 8). Doch obwohl 
der Beschwerdeführer über das angeblich fluchtauslösende Ereignis auch 
nach eigenem Bekunden faktisch nichts weiss (vgl. a.a.O. F64 S. 8), will 
er sich im Hinblick auf seine eigene Sicherheit veranlasst gesehen haben, 
die  Reise  nach  Europa  anzutreten.  Derartige  Schilderungen  vermitteln 
zwangsläufig  einen  wirklichkeitsfremden  Eindruck.  Dieser  erstreckt  sich 
insbesondere  auch  auf  seine  Angaben  zu  seinen  Aufenthaltsorten  in 
Pakistan  und  im  Iran.  Auch  ein  Analphabet  ist  nämlich  grundsätzlich  in 
der Lage, die Dörfer  in der Umgebung seines Heimatdorfs aufzuzählen, 
ist doch derlei Kenntnis nicht abhängig von einer schulischen Ausbildung. 
Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer als Einkäufer unterwegs 
gewesen sein will. Angesichts seiner Vorbringen drängt sich der Eindruck 
auf,  der Beschwerdeführer  habe gar nicht  in den von  ihm bezeichneten 
Ortschaften gelebt und des Weiteren bei seiner Schilderung der geltend 
gemachten  Verfolgungssituation  nicht  auf  Erinnerungen  an  tatsächliche 
Begebenheiten zurückgreifen können, sondern eine Verfolgungssituation 
lediglich erfunden.

5.3. Bei dieser Sachlage erübrigt es  sich, auf weitere Vorbringen  in der 
Beschwerdeschrift  oder  die  eingereichten  Beweismittel  näher 
einzugehen, dies umso mehr, als die zahlreichen Berichte keinen direkten 
Bezug zum Beschwerdeführer haben. Desgleichen erübrigt es sich, den 
vorinstanzlichen Entscheid zu kassieren und zu neuem Entscheid an die 
Vorinstanz  zurückzuweisen.  Stattdessen  ist  zusammenfassend 
festzustellen,  dass  beim  Beschwerdeführer  keine  Verfolgung  im  Sinne 
von  Art.  3  AsylG  vorliegt  und  er  nicht  als  Flüchtling  anerkannt  werden 

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kann.  Mangels  erfüllter  Flüchtlingseigenschaft  ist  ihm  zu  Recht  das 
nachgesuchte Asyl nicht gewährt worden.

6. 

6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7. 

7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

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(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Pakistan  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Pakistan 
lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 

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Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.5. In Pakistan herrscht zur Zeit weder Krieg, Bürgerkrieg noch liegt eine 
Situation allgemeiner Gewalt vor. Zu prüfen ist indessen, ob anderweitige 
Probleme  des  Beschwerdeführers  allenfalls  individuelle  Gründe 
darstellen,  welche  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
sprechen.

Es sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, welche die Rückkehr 
des  den  Akten  zufolge  nach  wie  vor  jungen  und  gesunden 
Beschwerdeführers  als  unzumutbar  erscheinen  lassen  würden.  In  den 
Akten  finden  sich  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  aus 
individuellen  Gründen  wirtschaftlicher  oder  sozialer  Natur  in  eine 
existenzbedrohende  Situation  geraten  würde.  Vielmehr  ist  den  Akten 
sinngemäss  zu  entnehmen,  die  Familie  lebe  in  guten  wirtschaftlichen 
Verhältnissen,  sind  die  Familienangehörigen  doch  als  Geschäftsleute 
erwerbstätig  (A13/13 
F31  –  32  S.  5).  Ausserdem  verfügt  er  im  Heimatstaat  über  zahlreiche 
Verwandte  (A1/12  Ziff.  12  S.  4),  wenngleich  er  vorgibt,  über  deren 
Aufenthaltsort  nichts  zu  wissen.  Da  seine  Angaben  zu  den 
geographischen  Verhältnissen  bezüglich  seines  Wohnsitzes 
widersprüchlich  und  unsubstanziiert  ausfielen,  ist  in  casu  davon 
auszugehen,  er  dissimuliere  das  in  Wirklichkeit  vorhandene  und 
ausreichende soziale Netz. Dementsprechend ist davon auszugehen, der 
Beschwerdeführer  könne  im  Heimatstaat  weiterhin  als  Einkäufer 
beziehungsweise Kaufmann einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 
zumutbar.

7.6.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

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7.7. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG),  auf  insgesamt 
Fr. 600.— festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und mit  dem  am  19. 
April 2011 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.—  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und  mit  dem  am  19.  April  2011  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

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