# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbd92168-6cc4-5a64-a997-476d2adddf88
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 11.09.2025 WBE.2025.300
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2025-300-_2025-09-11.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2025.300 / Bu / lm  
ZEMIS [***]; (E.2025.068)  

Art. 56 

 

Urteil vom 11. September 2025 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Clavadetscher  

Verwaltungsrichterin Dambeck  

Gerichtsschreiber Manz 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von der Türkei  

 

gegen 

 

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration vom 17. Juli 2025 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Dem Beschwerdeführer wurde im Rahmen des Familiennachzugs auf-

grund der Heirat einer Schweizer Bürgerin am 26. Juli 2023 durch den Kan-

ton Zürich eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Nach dem Umzug des Ehe-

paares per 25. Mai 2024 in den Kanton Aargau bewilligte das Amt für 

Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) den Kantonswechsel und 

erteilte dem Beschwerdeführer eine bis 30. Juni 2025 gültige Aufenthalts-

bewilligung. 

 

Nachdem die Ehepartnerin des Beschwerdeführers Ende September 2024 

aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war, verfügte das MIKA nach 

Gewährung des rechtlichen Gehörs am 5. Juni 2025 die Nichtverlängerung 

der am 30. Juni 2025 ablaufenden Aufenthaltsbewilligung des Beschwer-

deführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz und dem Schengen-

Raum. 

 

B. 

Gegen die Verfügung des MIKA reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe 

vom 7. Juli 2025 beim Rechtsdienst des MIKA (Vorinstanz) Einsprache ein. 

 

Am 17. Juli 2025 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheentscheid 

(act. 1 ff.): 

 

1. 
Die Einsprache wird abgewiesen. 
 
2. 
Es werden keine Gebühren erhoben. 
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

C. 

Am 18. August 2025 erhob der Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Aargau (Verwaltungsgericht) Beschwerde und beantragte 

(act. 9 ff.): 

 

1. 
Es sei die Verfügung des Amtes für Migration und Integration vom 5. Juni 
2025 aufzuheben; 
 

 - 3 - 

 

 

2. 
Es sei von einem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung abzusehen und es 
sei die Aufenthaltsbewilligung von A._____ zu verlängern; 
 
3. 
Eventuell sei das Verfahren zu sistieren 
 
4. 
Subeventuell sei dem Beschwerdeführer eine Ausreisefrist von drei Mo-
nate nach Rechtskraft des Entscheids zu gewähren. 

 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 

Erwägungen. 

 

Nach Eingang des einverlangten Kostenvorschusses hat das Verwaltungs-

gericht den Fall ohne Einholung der Vorakten und ohne weiteren Schriften-

wechsel (vgl. § 45 Abs. 1 VRPG) auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. § 7 

des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1.  

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

Der Beschwerdeführer beantragt mit seiner Beschwerde, seine Aufent-

haltsbewilligung sei zu verlängern. Das Verwaltungsgericht kann jedoch 

keine Aufenthaltsbewilligungen erteilen oder verlängern. Dieser Antrag ist 

daher so zu verstehen, dass das MIKA gegebenenfalls anzuweisen sei, die 

abgelaufene Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern. 

 

Nachdem sich die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Vor-

instanz vom 17. Juli 2025 richtet, ist die Zuständigkeit des Verwaltungs-

gerichts gegeben und auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist, unter Beachtung der vorstehenden Präzisierung, einzutreten. 

 

 - 4 - 

 

 

2.  

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder Be-

stimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens und unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Ermessens-

überprüfung steht dem Verwaltungsgericht jedoch grundsätzlich nicht zu 

(§ 9 Abs. 2 EGAR). Schranke der Ermessensausübung bildet das Verhält-

nismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER/ ANNE KNEER, in: MARTINA 

CARONI/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bun-

desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration 

[AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 6 zu Art. 96 AIG mit Hinweisen). In diesem 

Zusammenhang hat das Verwaltungsgericht gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung insbesondere zu klären, ob die Vorinstanz die gemäss 

Art. 96 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und 

über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- und Integrations-

gesetz, AIG; SR 142.20) relevanten Kriterien (öffentliche Interessen, per-

sönliche Verhältnisse, Integration) berücksichtigt hat und ob diese rechts-

fehlerfrei gewichtet wurden (vgl. SCHINDLER/KNEER, a.a.O., N. 8 zu Art. 96 

AIG). Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu entscheiden, 

ob die getroffene Massnahme durch ein überwiegendes öffentliches Inte-

resse gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnismässigkeit im engeren Sinn). 

 

II.  

1.  

1.1.  

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend dar-

gelegt, dass die Ehegemeinschaft zwischen dem Beschwerdeführer und 

seiner Ehefrau als definitiv aufgelöst zu betrachten ist, da der Beschwerde-

führer explizit ausführe, er wolle sich scheiden lassen (act. 11 f.). Ein Beru-

fen des Beschwerdeführers auf Art. 42 AIG kommt deshalb nicht mehr in 

Frage (Einspracheentscheid [EE], Erw. II/3.2). 

 

1.2.  

Korrekterweise stellt die Vorinstanz für die Prüfung, ob dem Beschwerde-

führer der weitere Aufenthalt in der Schweiz zu gestatten ist, auf Art. 50 

AIG, in der ab dem 1. Januar 2025 gültigen Fassung, ab und führt in einem 

ersten Schritt zutreffend aus, dass die Ehe des Beschwerdeführers weit 

weniger als drei Jahre gedauert hat, womit die Voraussetzungen von 

Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG nicht erfüllt sind (EE, Erw. II/4 und 5). 

 

1.3.  

Zur Prüfung, ob wichtige persönliche Gründe gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b 

AIG vorliegen, welche den weiteren Aufenthalt des Beschwerdeführers in 

der Schweiz erforderlich machen, kommt die Vorinstanz nach korrekter 

Darlegung der Theorie zutreffend zum Schluss, dass der Beschwerdefüh-

 - 5 - 

 

 

rer nicht Opfer ehelicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. 

Abs. 2 lit. a AIG geworden ist, keine Hinweise auf eine zwangsweise ge-

schlossene Ehe vorliegen und auch sonst nicht ersichtlich wäre, inwiefern 

ein nachehelicher Härtefall vorliegen könnte (EE, Erw. II/6). Daran ändert 

auch der Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer seit Ende März 2025 

in einem neuen Arbeitsverhältnis tätig ist. Weder mit Blick auf die Integra-

tion in der Schweiz noch mit Blick auf die Reintegration im Heimatland liegt 

ein nachehelicher Härtefall vor. 

 

1.4. 

Zusammenfassend hat die Vorinstanz damit richtigerweise einen Anspruch 

gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG und gleichzeitig das Vorliegen eines 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalles im Sinne von Art. 30 Abs. 1 

lit. b AIG verneint. 

 

1.5. 

Nicht zu beanstanden und unbestritten geblieben sind die korrekten Erwä-

gungen der Vorinstanz, dass kein Eingriff in das durch Art. 8 der Konven-

tion zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. Novem-

ber 1950 (EMRK; SR 0.101) geschützte Familien- und Privatleben vorliegt 

und keine Wegweisungshindernisse ersichtlich sind (EE, Erw. II/7 und 9). 

 

2. 

Was der Beschwerdeführer in seiner äusserst kurzen, inhaltlich lediglich 

zweiseitigen Beschwerde dagegen vorbringt, vermag am zutreffenden Ent-

scheid der Vorinstanz nichts zu ändern. Insbesondere ist festzuhalten, dass 

das Verfahren nicht zu sistieren ist, bis der Beschwerdeführer sich hat 

scheiden lassen, um sich anschliessend neu zu verheiraten. 

 

Was die Ausreisefrist betrifft, ist festzustellen, dass die vom MIKA auf 

60 Tage festgesetzte Ausreisefrist ab Rechtskraft der Wegweisung bereits 

eine Verlängerung der Frist von sieben bis dreissig Tagen gemäss Art. 64d 

Abs. 1 AIG darstellt und im vorliegenden Fall keine Aspekte ersichtlich sind, 

die eine weitere Verlängerung rechtfertigen könnten.  

 

3. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder die Voraussetzungen für 

einen sogenannten nachehelichen Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 

lit. b AIG noch für einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall im Sinne 

von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt sind, weshalb die Beschwerde abzuwei-

sen ist. 

 

III. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach Massgabe 

des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (§ 31 Abs. 2 

VRPG). Nachdem der Beschwerdeführer unterliegt, gehen die Kosten des 

 - 6 - 

 

 

verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu seinen Lasten. Ein Parteikostener-

satz fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Ge-

richtsgebühr von Fr. 1'500.00, sind vom Beschwerdeführer zu bezahlen. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer 

die Vorinstanz (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 
 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung 

 

Migrationsrechtliche Entscheide können wegen Verletzung von Bundes-

recht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie inter-

kantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, soweit nicht eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 lit. c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) 

vorliegt. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, 

vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 

2. Januar. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden nicht ein, wenn weder 

das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch auf die in Frage 

stehende Bewilligung einräumt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_694/2008 vom 25. September 2008). 

 

In allen anderen Fällen können migrationsrechtliche Entscheide wegen 

Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustel-

lung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweize-

rischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. 

 

 - 7 - 

 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 82 ff. BGG bzw. Art. 113 ff. BGG). 

 

 
 

   

Aarau, 11. September 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber:  

 

 

 

Busslinger Manz