# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d2b2e20-a3a9-5f32-a125-224f504c4166
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2008 C-5531/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5531-2008_2008-12-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5531/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz),
Richter Stefan Mesmer,
Richterin Elena Avenati-Carpani,
Gerichtsschreiberin Christine Schori Abt.

A._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Thorsten Klenz,
Anwaltskanzlei Giese & Klenz, Grosse Strasse 68, 
DE-26721 Emden,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente, Verfügung vom 18. Juni 2008

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5531/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Eidgenössische IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfol-
gend Vorinstanz)  mit  Verfügung vom 18. Juni  2008 das Gesuch des 
Versicherten  auf  Leistungen  der  Schweizerischen  Invalidenversiche-
rung ablehnte, mit der Begründung, dass der Versicherte Beitragszei-
ten von weniger als einem Jahr in der Schweiz aufweise und somit die 
Voraussetzung  für  die  Gewährung  einer  ordentlichen  Invalidenrente 
nicht gegeben sei;

dass die Verfügung vom 18. Juni 2008 eingeschrieben versendet,  je-
doch am 14. Juli 2008 von der Deutschen Post retourniert  wurde mit 
der Bemerkung „nicht abgeholt“;

dass die Vorinstanz die Verfügung am 23. Juli 2008 nochmals versen-
dete;

dass der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer)  am 28. August 
2008 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhe-
ben und beantragen liess, die Beitragszeiten für die Rente für insge-
samt 22 Monate im Zeitraum 1. Oktober 1965 bis 29. April 1967 bzw. 
1. Mai 1967 bis 31. August 1967, mithin für 22 Monate, anzuerkennen 
und den angefochtenen Bescheid aufzuheben;

dass die Vorinstanz in  ihrer  Stellungnahme vom 17. November 2008 
zum Schluss  kam,  die  Beschwerdefrist  sei  gewahrt  worden  und  die 
Beschwerde sei  in materieller  Hinsicht begründet. Dem Beschwerde-
führer seien die beantragten 22 Monate schweizerische Beitragsdauer 
anzurechnen. Der Beschwerdeführer habe in der Zeit vom 15. Septem-
ber 1965 bis am 19. Juni 1967 schweizerischen Wohnsitz gehabt und 
während mehr als einem Jahr Versicherungsbeiträge geleistet. Unter 
Anrechnung von deutschen Versicherungszeiten erfülle er die dreijähri-
ge Mindestbeitragsdauer;

dass die Vorinstanz beantragte, die Beschwerde sei gutzuheissen und 
die Akten seien an ihre IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese die inva-
liditätsmässigen Anspruchsvoraussetzungen prüfe;

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung 
mit  Art. 69 Abs. 1 lit. b  des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR 831.20)  zur  Beurteilung  von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 und 
34 VGG zuständig ist;

dass die  IV-Stelle  eine Vorinstanz gemäss Art. 33  lit. d  VGG ist  und 
vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 48 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021,  vgl.  auch  Art. 59  des  Bundesgesetzes  vom  6. Oktober 
2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, 
SR 830.1]), beschwerdelegitimiert ist;

dass die Verfügung vom 18. Juni 2008 dem Beschwerdeführer posta-
lisch nicht zugestellt werden konnte und sie daher gemäss Aktennotiz 
der Vorinstanz am 23. Juli 2008 während noch laufender Rechtsmittel-
frist (Art. 22a Abs. 1 Bst. b VwVG) ein zweites Mal zugestellt wurde;

dass der erneute Versand ohne einen expliziten Vorbehalt erfolgte, die 
erneute Zustellung geschehe rein informationshalber und die Frist für 
ein allfälliges Rechtsmittel habe schon mit der fingierten Zustellung am 
Ende der postalischen Abholfrist begonnen;

dass somit durch die Zustellung vom 23. Juli 2008 eine neue Rechts-
mittelfrist ausgelöst wurde (vgl. Urteile des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts  [EVG,  heute  Bundesgericht]  I 791/04  vom  13. März 
2005, P 9/02 vom 2. Juli 2002, I 505/00 vom 30. März 2001, BGE 118 
V 190);

dass ferner gemäss Art. 48 Abs. 1 der  Verordnung (EWG) Nr. 574/72 
des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung 
(EWG) Nr. 1408/71 (SR 0.831.109.268.11) mit der Zustellung des For-
mulars E 211, datiert vom 12. August 2008, eine neue Rechtmittelfrist 
ausgelöst wurde;

dass  somit  die  Rechtmittelfrist  mit  der  Beschwerdeaufgabe  vom 
28. August 2008 gewahrt wurde;

dass  die  Beschwerde daher  frist-  und formgerecht  beim Bundesver-
waltungsgericht  eingereicht  wurde  (Art. 52  VwVG;  vgl.  auch  Art. 60 
ATSG) und somit darauf einzutreten ist;

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dass gemäss Art. 2 IVG i.V.m. Art. 3 AHVG Versicherte beitragspflich-
tig sind, wenn sie eine Erwerbstätigkeit ausüben und für Nichterwerbs-
tätige die Beitragspflicht am 1. Januar nach Vollendung des 20. Alters-
jahres beginnt;

dass diejenigen Versicherten Anspruch auf eine ordentliche Rente ha-
ben, welche bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren 
Beiträge geleistet haben, wobei die Anrechnung von Versicherungszei-
ten, welche in einem Mitgliedstaat der EU zurückgelegt worden sind, 
möglich  ist  (Art. 36  Abs. 1  IVG,  Art. 38  Abs. 1  Verordnung  (EWG) 
Nr. 1408/71);

dass der Beschwerdeführer nachweislich Beiträge während 22 Mona-
ten, vom 1. Oktober 2005 bis 29. April 2007 und vom 1. Mai 2007 bis 
31. August 2007, geleistet hat;

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der vorliegenden Akten 
- wie  auch  die  Vorinstanz  und  der  Beschwerdeführer - zum  Schluss 
kommt, dass die Voraussetzung der Mindestbeitragszeit erfüllt ist;

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen, die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben und die Sache zur Prüfung der weiteren Anspruchs-
voraussetzungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 
VwVG), verbunden mit der Anweisung in der Sache neu zu verfügen;

dass  das  Verfahren  gemäss  Art. 69  Abs. 1bis IVG in  Verbindung  mit 
Art. 69 Abs. 2 IVG grundsätzlich kostenpflichtig ist, dem obsiegenden 
Beschwerdeführer  wie auch der  Vorinstanz  jedoch keine Verfahrens-
kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG);

dass dem obsiegenden Beschwerdeführer, der sich rechtlich vertreten 
liess eine Parteientschädigung zuzusprechen ist  und der Stundenan-
satz für anwaltliche Vertreter CHF 200.- bis 400.- exkl. Mehrwertsteuer 
beträgt (Art. 10 Abs. 2 VGKE), 

dass ist für Leistungen von Anwältinnen und Anwälten, die im Ausland 
erbracht  werden,  keine Mehrwertsteuer geschuldet  ist  (Art. 9  Abs. 1 
Bst.  c  VGKE,  Art.  5  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  vom 2. September 
1999  über  die  Mehrwertsteuer  [Mehrwertsteuergesetz,  MWSTG,  SR 
641.20] in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 Bst. c MWSTG);

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dass die Parteientschädigung mit Blick auf den beschränkten Aufwand 
inkl. Auslagen auf CHF 600.- festzusetzen und der Vorinstanz aufzuer-
legen  ist  (Art. 64  VwVG in  Verbindung  mit  Art. 7 ff.  des  Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]);

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen, und die angefochtene Verfügung 
vom 18. Juni 2008 wird aufgehoben.

2.
Die Sache wird an die Vorinstanz zurückgewiesen zum weiteren Vorge-
hen im Sinne der Erwägungen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Die  Vorinstanz  hat  dem Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung 
von CHF 600- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (...)
- das Bundesamt für Sozialversicherung

Für die Rechtmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Christine Schori Abt

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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