# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22a5135e-35a5-5353-9a1b-791a19e42a01
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 09.04.2024 ZK1 2024 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2024-39_2024-04-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 9. April 2024

Referenz ZK1 24 39

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Moses
Pally, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Ärztliche Einweisung vom 26.03.2024 

Mitteilung 15. April 2024

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1997, wurde durch Dr. med. C._____, Fach-
arzt für Innere Medizin FMH, mit Verfügung vom 26. März 2024 für eine Dauer von 
sechs Wochen in der Klinik D._____ fürsorgerisch untergebracht.

B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob A._____ (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin) mit Eingabe vom 2. April 2024 (Datum Poststempel) Beschwer-
de beim Kantonsgericht von Graubünden.

C. Am 3. April 2024 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer die Klinik 
D._____ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Vorausset-
zungen für eine fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher Sicht gegeben seien. 
Die Klinik D._____ reichte den angeforderten Bericht mitsamt den wesentlichen 
Klinikakten über die Beschwerdeführerin am 4. April 2024 beim Kantonsgericht 
ein.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 5. April 2024 beauftragte der Vorsit-
zende der I. Zivilkammer Dr. med. B._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens über den Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin sowie über die Notwendigkeit der fürsorgerischen 
Unterbringung. Das Gutachten ging innert Frist am 8. April 2024 beim Kantonsge-
richt ein.

E. Am 9. April 2024 fand die Hauptverhandlung statt, zu welcher mit Verfü-
gung vom 5. April 2024 vorgeladen worden war. Die Beschwerdeführerin nahm 
persönlich an der Hauptverhandlung teil und wurde, soweit dies aufgrund ihrer 
mangelnden Deutschkenntnisse möglich war, richterlich befragt. Nach durchge-
führter Urteilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispositiv der Beschwerde-
führerin sowie der Klinik D._____ noch gleichentags zugestellt.

Erwägungen

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die fürsorgerische Unter-
bringung vom 26. März 2024 (Art. 426 ff. ZGB; act. 01.1). Das Kantonsgericht ist 
hierfür einzige kantonale Beschwerdeinstanz (vgl. Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 
i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB und Art. 60 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]) und folglich 
zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Frist zur Anrufung des Gerichts 
beträgt zehn Tage seit Mitteilung des Entscheides (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB so-
wie Art. 450b Abs. 2 ZGB). Die Beschwerdeführerin wehrte sich mit Eingabe vom 

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2. April 2024 (Datum Poststempel) gegen die fürsorgerische Unterbringung (act. 
01). Eine Begründung der Beschwerde auf dem Gebiet der fürsorgerischen Unter-
bringung ist nicht notwendig (vgl. Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 
ZGB), weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten 
ist.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Ebenfalls zu beachten sind die in den Art. 443 ff. ZGB statuier-
ten allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens, die auch 
im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das 
Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften aufstellt (Lorenz 
Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. 
Aufl., Basel 2022, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 
ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime (Abs. 1 
und 3) und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen (Abs. 4). Diese Verfahrensgrundsätze sind auch auf die Verfah-
ren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, wobei es im kantonalen 
Rechtsmittelverfahren zu punktuellen Einschränkungen kommt. So kommt etwa 
die Offizialmaxime nur im Rahmen des Anfechtungsobjektes zum Tragen (BGer 
5A_532/2020 v. 22.7.2020 E. 2; Luca Maranta, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 1 f. sowie N 40 ff. zu 
Art. 446 ZGB). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- 
und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden. Es muss in dem Sinne aktuell sein, dass 
es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert (BGE 
148 III 1 E. 2.3.1; 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Vorliegend erstattete Dr. med. B._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, ein Kurzgutachten über die Beschwerdeführerin. Dieses basiert 
auf einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin am 6. April 2024 
(siehe act. 07). Damit ist dem Erfordernis eines Sachverständigengutachtens 
Genüge getan.

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2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (Christoph 
Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Das Gericht hat sich durch eigene Wahrnehmung davon zu überzeugen, dass die 
Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gegeben sind (Geiser, 
a.a.O., N 22 zu Art. 450e ZGB). Mit Durchführung der mündlichen Hauptverhand-
lung am 9. April 2024 wurde diese Vorgabe umgesetzt.

3.1. Neben der gemäss Art. 428 Abs. 1 ZGB für die Anordnung der Unterbrin-
gung grundsätzlich zuständigen Erwachsenenschutzbehörde können die Kantone 
gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB Ärztinnen und Ärzte bezeichnen, welche eine fürsor-
gerische Unterbringung anordnen dürfen. Die Höchstdauer von sechs Wochen 
darf dabei nicht überschritten werden. Der einweisende Arzt hat die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören und ihr anschliessend den Unter-
bringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen 
(Art. 430 ZGB). Dies bedeutet, dass die Untersuchung dem Einweisungsentscheid 
unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 
429/430 ZGB). Der einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische Unter-
suchung und soweit möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen Person 
eine Meinung bilden (vgl. Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKomm Er-
wachsenenschutz, Bern 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB).

3.2. Dr. med. C._____ ist als Facharzt für Innere Medizin FMH gemäss Art. 51 
Abs. 1 lit. a EGzZGB i.V.m. Art. 22 der Verordnung zum Kindes- und Erwachse-
nenschutz (KESV, BR 215.010) zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbrin-
gung legitimiert. Die ärztliche Untersuchung fand am 26. März 2024 statt. Zudem 
enthält die Verfügung vom 26. März 2024 (act. 01.1) die gemäss Art. 430 Abs. 2 
ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. In formeller Hinsicht ist die fürsorgeri-
sche Unterbringung der Beschwerdeführerin folglich nicht zu beanstanden. 

4.1. Zu prüfen bleibt die Rechtmässigkeit der fürsorgerischen Unterbringung in 
materieller Hinsicht. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an 
einer psychischen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder schwer 
verwahrlost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die 
nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und 
der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die be-
troffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung 
nicht mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn 
eine Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Gei-

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ser/Etzensberger, a.a.O., N 6 zu Art. 426 – 439 ZGB). Die fürsorgerische Unter-
bringung dient dem Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (BGE 
140 III 101 E. 6.2.3; vgl. dazu auch Botschaft zur Änderung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. 
Juni 2006, BBl 2006 7001 [zit.: Botschaft], S. 7062). Für die Anordnung einer für-
sorgerischen Unterbringung allein wegen Fremdgefährdung bildet Art. 426 ZGB 
keine genügende gesetzliche Grundlage. Mit anderen Worten darf eine Fremdge-
fährdung für sich alleine nie ausschlaggebend für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung sein (BGE 145 III 441 E. 8.3 f. m.w.H.).

Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist eine der 
drei abschliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige 
Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus 
dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung oder Betreu-
ung. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Person die nötige Behandlung oder Be-
treuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_288/2016 v. 11.7.2016 E. 
3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in 
ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine 
fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen 
mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen ei-
ner solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskon-
form, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme er-
reicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den 
angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu 
Art. 426 ZGB).

4.2.1. Zunächst ist also die Frage zu klären, ob die Beschwerdeführerin an einem 
der in Art. 426 Abs. 1 ZGB genannten Schwächezustände leidet, welcher überdies 
eine Betreuung und Behandlung notwendig werden lässt. Die psychische Störung 
umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie, das heisst Psychosen 
oder Psychopathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht (vgl. Botschaft, 
a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des Rechts, der sich auf die 
medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist aus der modernen Medizin ent-
nommen und entspricht der Klassifikation der WHO (ICD, International Classifica-
tion of Disturbances; vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB).

4.2.2. Den Akten der D._____ (act. 04; act. 04.3) ist zu entnehmen, dass die Be-
schwerdeführerin der Klinik D._____ aufgrund einer posttraumatischen Belas-

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tungsstörung (ICD-10: F43.1) bekannt ist, die auf eine komplexe traumatische 
Vergangenheit – Flucht aus der Heimat, Zwangsheirat sowie tätliche Gewalterfah-
rungen und aktuelle Drohungen durch ein Familienmitglied – zurückzuführen ist. 
Die Beschwerdeführerin befand sich aus diesem Grund bereits vom 15. November 
2023 bis zum 18. Dezember 2023 in stationärer Behandlung in der Klinik D._____. 
Gemäss mehreren fremdanamnestischen Hinweisen berichtete die Beschwerde-
führerin am Eintrittstag der fürsorgerischen Unterbringung gegenüber Vertrauens-
personen, dass ihr Bruder ihr gedroht habe, sie umzubringen. Es sei allerdings 
schon in den Wochen zuvor zu einer Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderung 
der Beschwerdeführerin gekommen. Sie habe zunehmend hoffnungsloser und 
durcheinander gewirkt, was sich dann am Eintrittstag zugespitzt habe, als die Be-
schwerdeführerin über Suizidgedanken berichtet habe. Bei einem diesbezüglichen 
Notfallgespräch mit der ambulanten Psychiaterin sei sie aus dem Gespräch entwi-
chen und habe weglaufen wollen. Dr. med. B._____ bestätigt in ihrem Kurzgutach-
ten die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) (act. 
07). Aufgrund der Feststellungen der behandelnden Ärzte und der Gutachterin 
muss bei der Beschwerdeführerin von einem Schwächezustand im Sinne von Art. 
426 Abs. 1 ZGB in Form einer psychischen Störung ausgegangen werden.

4.3.1. Der soeben dargelegte Schwächezustand der Beschwerdeführerin vermag 
eine fürsorgerische Unterbringung nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung 
oder Betreuung in einer Einrichtung notwendig macht. Die Unterbringung in einer 
Einrichtung muss geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu 
erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde 
(vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbrin-
gung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur 
als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als mildere Massnahmen 
kommt den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung nach kantonalem 
Recht sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bezie-
hungsweise nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten 
Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So 
hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- 
beziehungsweise Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr 
für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu 
rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit be-
ziehungsweise die Betreuung unterbleibe (BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 E. 
2.4).

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4.3.2. Im Bericht der D._____ (act. 04) wird festgehalten, dass sich die Beschwer-
deführerin gegenwärtig auf der geschlossenen Akutstation befinde, da eine Locke-
rung des Settings bis anhin noch nicht möglich war. Fremdanamnestisch sei fest-
gehalten worden, dass die Beschwerdeführerin aus der geschlossenen Akutstati-
on Nachrichten an ihre Vertrauensperson geschrieben habe, in denen sie an-
gekündigt habe, sich das Leben nehmen zu wollen. Gegenüber der Klinik habe die 
Beschwerdeführerin zwar konkrete Suizidpläne verneint, eine akute Suizidalität 
könne jedoch bei der zuletzt weglaufgefährdeten Beschwerdeführerin angesichts 
der bisher fehlenden Kooperationsbereitschaft und der im Vergleich zum letzten 
stationären Aufenthalt weiterhin bestehenden Verhaltensänderung mit depressi-
ven Symptomen, Reizbarkeit, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit nicht ausge-
schlossen werden. Ausserdem bestehe eine konkrete Gefährdung durch Dritte. 
Insgesamt seien die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung bei 
fortbestehender akuter Selbstgefährdung (weiterhin) gegeben. Dr. med. B._____ 
bestätigt in ihrem Kurzgutachten die Behandlungsbedürftigkeit der posttraumati-
schen Belastungsstörung (act. 07, Antwort auf Frage 2). Bei Unterbleiben der Be-
handlung bestehe ein hohes Risiko für die Entwicklung einer depressiven Erkran-
kung sowie einer Angststörung. Dabei bestehe auch die Gefahr erneuter suizidaler 
Krisen. Das Risiko einer erneuten suizidalen Krise im Verlauf könne nicht völlig 
ausgeschlossen werden, sei jedoch aktuell nicht hoch (act. 07, Antwort auf Frage 
3). 

4.3.3. Erforderlich ist des Weiteren eine konkrete Selbst- oder Fremdgefährdung 
von einem gewissen Ausmass. Dr. med. B._____ hält in ihrem Gutachten (act. 07) 
fest, dass zum Zeitpunkt der Unterbringung ein Zustand der Verzweiflung mit aku-
ter Suizidalität vorgelegen habe, weshalb die geschlossene Unterbringung zum 
Schutz von Leib und Leben der Beschwerdeführerin erforderlich gewesen sei. In-
zwischen habe sich die Beschwerdeführerin soweit beruhigen und stabilisieren 
können. Die Beschwerdeführerin habe kurz-, mittel- und langfristige Pläne für ihr 
Leben schildern und sich auch von einer Selbstgefährdung klar distanzieren kön-
nen. Sie bemühe sich aktiv um Schutz und Unterstützung, sei kooperationsfähig – 
was sie durch regelmässige Besuche der Tagesklinik, des Deutschkurses und der 
Therapie unter Beweis gestellt habe – und könne sich inzwischen auch sehr klar 
von der Absicht der Selbstgefährdung distanzieren (act. 07, Antwort auf Frage 3, 4 
und 5). Der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich nun soweit gebessert, 
dass die stationäre Behandlung und Betreuung nicht mehr unerlässlich sei (act. 
07, Antwort auf Frage 6). Weiter werde die Beschwerdeführerin durch das – nicht 
mehr unerlässliche – Setting der stationären Behandlung eher verängstigt und 
traumatisiert (durch das Eingeschlossensein und die Mitpatienten), weshalb das 

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Setting der Klinik D._____ nicht mehr geeignet sei (act. 07, Antwort auf Frage 7). 
Es würden ambulante Massnahmen zur Behandlung der posttraumatischen Belas-
tungsstörung zur Verfügung stehen, nämlich die Psychotherapie bei der betreuen-
den Psychiaterin Dr. med. E._____ sowie die tagesklinische Behandlung in 
F._____, begleitet von Deutschkursen, für die die Beschwerdeführerin hochmoti-
viert sei. Diese Massnahmen seien geeigneter, weshalb eine Entlassung in diese 
Behandlung vorzuziehen sei (act. 07, Antwort auf Frage 6 und 7). 

4.3.4. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Da die 
Beschwerdeführerin kaum Deutsch sprach und wenig verstand, war eine rechts-
genügliche richterliche Befragung während der Hauptverhandlung vom 9. April 
2024 ohne einen anwesenden Dolmetscher nicht möglich. Gleichwohl konnte von 
einem Verhandlungsunterbruch und dem Beizug eines Dolmetschers abgesehen 
werden. Bereits aufgrund des eindeutigen Kurzgutachtens von Dr. med. B._____, 
wonach sich die Beschwerdeführerin von der Absicht der Selbstgefährdung "sehr 
klar distanzieren" könne (act. 07, Antwort auf Frage 4), über Behandlungsbereit-
schaft und Motivation verfüge (act. 07, Antwort auf Frage 5) und das geschlossene 
Setting der Klinik D._____ zudem "nicht mehr geeignet" (act. 07, Antwort auf Fra-
ge 7) sei, wird klar, dass die Voraussetzungen für einen weiteren Klinikaufenthalt 
im Sinne einer fürsorgerischen Unterbringung nicht mehr gegeben sind. Eine er-
neute Verhandlung bzw. Anhörung mit einem Dolmetscher hätte daher nur zu ei-
nem unnötigen Leerlauf und zur ungerechtfertigten Verlängerung des Klinkaufent-
halts geführt. Dies zumal die Beschwerdeführerin in der Zwischenzeit in der Klinik 
D._____ hätte verbleiben müssen, ohne dass die strengen Voraussetzungen dafür 
gegeben wären.

4.3.5. Die Angaben im Gutachten von Dr. med. B._____ machen deutlich, dass 
eine konkrete, unmittelbare und erhebliche Selbstgefährdung, welcher nur mit ei-
ner stationären Behandlung begegnet werden kann, nicht bejaht werden kann. 
Zudem verfügt die Beschwerdeführerin über Behandlungsbereitschaft, da sie die 
Tagesklinik in F._____ weiterhin besuchen möchte. Damit steht eine im Vergleich 
zur fürsorgerischen Unterbringung mildere und gleichermassen geeignete Alterna-
tive zum Schutz der Gesundheit und des Lebens der Beschwerdeführerin zur Ver-
fügung. Eine Behandlung oder Betreuung im Sinne der fürsorgerischen Unterbrin-
gung in der Klinik D._____ ist deshalb nach den strengen Voraussetzungen des 
Gesetzes nicht mehr gerechtfertigt bzw. verhältnismässig. Nur am Rande sei er-
wähnt, dass die von der Klinik D._____ vorgebrachte Gefährdung durch Dritte kein 
Grund für eine fürsorgerische Unterbringung einer gefährdeten Person sein kann.

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5. Im Ergebnis kann im Sinne der vorstehenden Erwägungen festgehalten 
werden, dass bei der Beschwerdeführerin erwiesenermassen ein behandlungs- 
und betreuungsbedürftiger Schwächezustand besteht. Dieser Umstand alleine 
rechtfertigt jedoch noch keine fürsorgerische Unterbringung im Sinne von Art. 426 
ZGB. Eine Unterbringung darf nur gestützt auf ein hinreichend klares Gutachten 
und nur als ultima ratio in Betracht fallen. Indessen sind vorliegend die für die für-
sorgerische Unterbringung wesentlichen Voraussetzungen nicht erfüllt, da es an 
einer konkreten Selbstgefährdung von einem gewissen Ausmass fehlt und im Wei-
teren auch die Notwendigkeit der Behandlung oder Betreuung im Rahmen einer 
fürsorgerischen Unterbringung nicht gegeben ist, zumal die Beschwerdeführerin 
bereit ist, sich behandeln zu lassen. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen und 
die fürsorgerische Unterbringung ist aufzuheben.

6. Die Verfahrenskosten werden den Parteien nach Massgabe des Obsiegens 
und des Unterliegens auferlegt (Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 
ZPO). Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist von einem Obsiegen der Be-
schwerdeführerin auszugehen, weshalb die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
von insgesamt CHF 3'042.00 (Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 und Gutachter-
kosten von CHF 1'542.00) zu Lasten des Kantons Graubünden gehen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'042.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühren und CHF 1'542.00 Gutachterkosten) gehen zu 
Lasten des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: