# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e7bdea7-6cd1-5043-8a98-0cde330a1ba2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 21.08.2023 BK 2023 176
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-176_2023-08-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 23 176

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. August 2023

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Ueltschi

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

B.________
a.v.d. Rechtsanwalt C.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand unentgeltlicher Rechtsbeistand

Strafverfahren wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, 
Drohung etc.

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 20. April 2023
(BJS 22 23690/23691)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsan-
waltschaft) führt ein Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldig-
ter) wegen Tätlichkeiten, einfacher Körperverletzung, Drohung und Hausfriedens-
bruchs zum Nachteil von Privatkläger B.________ (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rer). Am 20. Oktober 2022 reichte der Beschwerdeführer bei der Staatsanwalt-
schaft ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt C.________ als amtlichen Anwalt ein. Am 20. April 2023 
hiess die Staatsanwaltschaft das Gesuch des Beschwerdeführers in Bezug auf die 
Vorschuss- und Sicherheitsleistungen sowie die Verfahrenskosten gut. Das Ge-
such um Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als amtlichen Anwalt wies die 
Staatsanwaltschaft hingegen ab. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 1. Mai 
2023 Beschwerde und verlangte die Aufhebung der Verfügung und die Beiordnung 
von Rechtsanwalt C.________ als amtlichen Rechtsbeistand mit Wirkung per 20. 
Oktober 2022. Zusätzlich ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege im Be-
schwerdeverfahren. Gestützt darauf wurde mit Verfügung vom 10. Mai 2023 ein 
Beschwerdeverfahren eröffnet. In ihrer Stellungnahme vom 7. Juni 2023 beantragte 
die Generalstaatsanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Der 
Beschuldigte reichte mit Schreiben vom 26. Mai 2023 ein Gesuch um Einsetzung 
einer amtlichen Verteidigung ein. Mit Verfügung vom 24. Mai 2023 wurde er darauf 
hingewiesen, dass sein Ersuchen um Einsetzung einer amtlichen Verteidigung im 
Strafverfahren an die Staatsanwaltschaft zu richten sei. Betreffend das Gesuch um 
Einsetzung einer amtlichen Verteidigung im Beschwerdeverfahren wurde ihm eine 
Frist gesetzt, um sein Gesuch zu begründen, wobei er diese unbenutzt verstrei-
chen liess. Ansonsten liess sich der Beschuldigte innert Frist nicht vernehmen. 

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Straf-
prozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 
Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). 
Der Beschwerdeführer ist durch die Abweisung des Gesuches unmittelbar in sei-
nen rechtlich geschützten Interessen betroffen und zur Beschwerdeführung legiti-
miert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwer-
de ist einzutreten.

3. Dem Beschwerdeführer ist die unentgeltliche Rechtspflege in Bezug auf die Befrei-
ung von Vorschuss und Sicherheitsleistungen sowie Verfahrenskosten von der Vor-
instanz gewährt worden. Streitig ist nur noch die Notwendigkeit der Beiordnung ei-
nes amtlichen Rechtsbeistandes.

3.1 Die Staatsanwaltschaft führte in der angefochtenen Verfügung aus, es seien vorlie-
gend keine besonderen Schwierigkeiten rechtlicher oder tatsächlicher Natur er-
kennbar. Gegenstand des Strafverfahrens sei eine verbale und später tätliche Aus-
einandersetzung unter Nachbarn, wobei es sich um eine Aussage gegen Aussage-
Situation handle. Der Privatkläger habe selbstständig Strafantrag stellen und sich 

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als Privatkläger konstituieren können. Darüber hinaus sei der Aktenumfang be-
scheiden und sprachliche Barrieren alleine reichten nicht aus, um die Notwendig-
keit einer anwaltlichen Vertretung zu rechtfertigen. Die sprachlichen Probleme 
könnten mit einem Dolmetscher überwunden werden. Zudem sprächen weder das 
Alter noch die soziale Situation des Privatklägers für die sachliche Notwendigkeit 
eines Rechtsbeistandes. Im Gesuch des Privatklägers seien keine körperlichen 
oder psychischen Beeinträchtigungen geltend gemacht worden, welche es ihm 
verunmöglichten, allfällige Zivilansprüche nicht selber begründen oder beziffern zu 
können. Insgesamt sei ihm als Laie die selbständige Vertretung seiner Standpunkte 
zuzutrauen. 

3.2 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde die ungenügende bzw. unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die unrichtige 
rechtliche Würdigung durch die Staatsanwaltschaft. Entgegen der Auffassung der 
Staatsanwaltschaft sei die Notwendigkeit des Beizugs eines Rechtsvertreters auf-
grund der Gesamtheit der konkreten Umstände als gegeben zu erachten. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, bei den im Raum stehenden Delikten handle 
es sich nicht um Bagatelldelikte, insbesondere handle es sich nicht um einen blos-
sen Nachbarschaftsstreit. Der Beschwerdeführer habe ernstzunehmende Verlet-
zungen erlitten und sich in ärztliche Behandlung begeben müssen. Er habe sich ei-
ne gebrochene Nase zugezogen, welche bis und mit heute schwere Komplikatio-
nen verursache und allenfalls sogar eine Operation erforderlich mache. Es sei zu 
bedenken, dass der Beschwerdeführer mit seinen 65 Jahren nicht mehr der Jüngs-
te sei und Verletzungen im fortgeschrittenen Alter schlechter verheilten bzw. gra-
vierendere Folgen haben könnten. Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, dass 
die Staatsanwaltschaft trotz seiner Aufforderung die entsprechenden Arztberichte 
bei den zu behandelnden Ärzten bis heute nicht ediert habe. Die Staatsanwalt-
schaft verkenne zudem, dass der Beschwerdeführer zwar den Vorfall am Schalter 
der Polizeistation D.________ (Ort) gemeldet habe, der offizielle Strafantrag sowie 
die Konstituierung als Straf- und Zivilkläger sei aber nicht selbstständig, sondern 
erst mit Schreiben vom 2. Dezember 2022 durch Rechtsanwalt C.________ erfolgt. 
Somit habe die Staatsanwaltschaft den abzuklärenden Sachverhalt ungenügend 
abgeklärt.

Im Rahmen der rechtlichen Würdigung trage die Staatsanwaltschaft der Gesamt-
heit der konkreten Umstände sowie der persönlichen Situation des Beschwerdefüh-
rers nur in ungenügender Weise Rechnung. Der Beschwerdeführer sei durch den 
Vorfall traumatisiert worden. Er habe Angst, die Wohnung zu verlassen, und über-
lege sich, die Wohnung zu wechseln. Er sei damit in schwerwiegender Weise durch 
das zu untersuchende Delikt betroffen. Betreffend die persönlichen Umstände des 
Beschwerdeführers seien gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sein Alter, 
Sprachkenntnisse, soziale Lage und gesundheitliche sowie psychische Verfassung 
zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer verfüge nicht über die erforderlichen ju-
ristischen sowie sprachlichen Kenntnisse, da er erst im Alter von 50 Jahren als 
Asylsuchender aus dem Irak in die Schweiz gekommen sei. Das Schweizer 
Rechtssystem sei ihm aufgrund seines völlig anderen kulturellen Hintergrunds teil-
weise fremd und er habe noch nie Kontakt mit den Polizei- und Strafverfolgungs-

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behörden gehabt. Sowohl die Sprachbarriere wie auch die nicht vorhandenen juris-
tischen Kenntnisse führten beim Beschwerdeführer zu einer starken Überforde-
rung. Ohne entsprechende Deutschkenntnisse sei er nicht in der Lage, amtliche 
Dokumente ohne Unterstützung eines Rechtsbeistandes zu verstehen sowie darauf 
zu reagieren bzw. seine Rechte auszuüben. Diese sprachlichen Hürden könnten 
nicht durch einen Dolmetscher überwunden werden. Exemplarisch zeige sich dies 
darin, dass der Beschwerdeführer bei der ersten Kontaktaufnahme mit der Polizei 
missverstanden worden sei. Im Anzeigerapport habe man fälschlicherweise festge-
halten, dass der Beschuldigte mit einem Stab ähnlich wie ein Unihockeyschläger 
aufgetaucht sei. In Wirklichkeit habe er von einem Baseballschläger gesprochen. 
Dieses Missverständnis habe erst anlässlich der Einvernahme mit Hilfe eines Dol-
metschers geklärt werden können. 

Schliesslich sei die gesundheitliche sowie psychische Verfassung des Beschwer-
deführers alles andere als intakt. Er leide unter Angstzuständen und das hängige 
Strafverfahren stelle eine grosse emotionale Belastung dar. Er und seine Ehefrau 
fühlten sich durch den Beschuldigten bedroht. Zusammenfassend seien die Vor-
aussetzungen für die Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands erfüllt respekti-
ve sei eine solche notwendig i.S. von Art. 136 Abs. 2 lit. c StPO. Daher sei die Ver-
fügung der Staatsanwaltschaft aufzuheben und Rechtsanwalt C.________ als amt-
licher Rechtsbeistand mit Wirkung per 20. Oktober 2022 beizuordnen. 

3.3 In ihrer Stellungnahme hält die Generalstaatsanwaltschaft Folgendes fest: 

[…]

5. In erster Linie ist festzuhalten, dass es sich bei sämtlichen dem Beschuldigten vorgeworfenen 
Handlungen um überschaubare Lebenssachverhalte handelt, die der Beschwerdeführer aus eigenem 
Erleben kennt und ohne Weiteres darlegen kann. Er konnte anlässlich der polizeilichen Einvernahme 
vom 29. September 2022 den Vorfall unter Beizug eines Dolmetschers selbstständig schildern (pag. 
11 ff.). Konkret handelte es sich um einen Streit unter Nachbarn wegen eines Schuhregals im Flur ei-
nes Mehrfamilienhauses. Es kam zu gegenseitigen Tätlichkeiten, einfacher Körperverletzung sowie 
Drohung (pag. 2). Die vorliegende Sache präsentiert sich in tatsächlicher Hinsicht als einfach und 
auch ihre rechtliche Würdigung begründet keine besonderen Schwierigkeiten. 

Dem Argument, dass der Beschwerdeführer, auf sich alleine gestellt, nicht in der Lage sei, seine zivil-
rechtlichen Ansprüche geltend zu machen, kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer kann 
seine Zivilansprüche problemlos selbst geltend machen, indem er den erlittenen Schaden durch Vor-
legung von Arztrechnungen sowie Quittungen für medizinische Behandlungen beziffert und belegt. 
Juristische Kenntnisse sowie Kenntnisse des schweizerischen Rechtsystems sind dafür nicht notwen-
dig. Auch greift das Argument, dass der Strafantrag sowie die Konstituierung als Straf- und Privatklä-
ger nicht selbstständig erfolgt sei, zu kurz. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 
20. Oktober 2022 selbständig einen Strafantrag gegen den Beschuldigten stellte und sich gleichzeitig 
als Straf- und Privatkläger konstituierte (vgl. pag. 10). Entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers erfolgte bereits eine Konstituierung als Straf- und Privatkläger vor dem anwaltlichen Schreiben 
vom 2. Dezember 2022. 

Der Beschwerdeführer ist 65 Jahre alt. Er ist somit weder wegen jugendlichen noch fortgeschrittenen 
Alters ausserstande, seine Sache im Strafverfahren selber zu führen. Die gesundheitliche und psychi-
sche Einschränkung des Beschwerdeführers müsste angesichts der geringen juristischen Komplexität 

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des Falles von einigem Gewicht sein. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass er unter Angst-
zuständen leide und das hängige Strafverfahren eine grosse emotionale Belastung darstelle, genügt 
nicht, zumal notorisch ist, dass von einem Strafverfahren eine gewisse emotionale Belastung ausgeht. 
Der Beschwerdeführer vermag seinen aktuellen Gesundheitszustand weder durch ein ärztliches 
Zeugnis noch sonst wie zu belegen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern er unfähig sein soll, sich im Ver-
fahren zurechtzufinden. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer fremdsprachig ist, reicht für sich al-
lein nicht aus. Die Sprachschwierigkeiten des Beschwerdeführers sind durch den Beizug eines Dol-
metschers behebbar, was auch aus der bereits erfolgten Einvernahme vom 29. September 2022 er-
sichtlich ist. Eine anwaltliche Verbeiständung erscheint folglich, wie die Staatsanwaltschaft Berner Ju-
ra-Seeland zutreffend festgestellt hat, aus sprachlichen Gründen nicht geboten. 

Schliesslich verkennt der Beschwerdeführer, dass die Erstellung des Sachverhalts und die rechtliche 
Qualifikation der womöglich erfüllten Tatbestände nicht Sache der geschädigten Person bzw. des Pri-
vatklägers sind, sondern in erster Linie im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes durch die Straf-
verfolgungsbehörde vorzunehmen sind. Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbe-
gründet und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 136 Abs. 1 StPO gewährt die Verfahrensleistung der Privatkläger-
schaft für die Durchsetzung ihrer Zivilansprüche ganz oder teilweise die unentgeltli-
che Rechtspflege, wenn (Bst. a) die Privatklägerschaft nicht über die erforderlichen 
Mittel verfügt und (Bst. b) die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint. Die unentgelt-
liche Rechtspflege umfasst gemäss Art. 136 Abs. 2 StPO die Befreiung von Vor-
schuss- und Sicherheitsleistungen (Bst. a), die Befreiung von Verfahrenskosten 
(Bst. b) sowie – wenn dies zur Wahrung der Rechte der Privatklägerschaft notwen-
dig ist – die Bestellung eines Rechtsbeistandes (Bst. c). 

Aussichtslos sind nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung Prozessbegehren, bei 
denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und 
die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Be-
gehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren 
ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese (BGE 129 I 
129 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Massgebend ist, ob eine geschädigte Person, die über 
die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zur Konsti-
tuierung als Privatkläger zum Zwecke der Geltendmachung der Zivilklage entsch-
liessend würde. Die Prozesschancen sind ex ante zu beurteilen. Neben der Stel-
lung eines Gesuch, dem Nachweis der Bedürftigkeit und der genügenden Pro-
zesschancen wird zusätzlich verlangt, dass die anwaltliche Vertretung sich als not-
wendig erweist, um die Rechte des Betroffenen zu wahren. 

Gemäss Lehre und Rechtsprechung beurteilt sich die Notwendigkeit des Beizugs 
eines Rechtsvertreters aufgrund der Gesamtheit der konkreten Umstände. Bei der 
geschädigten Person ist danach zu fragen, ob sie durch das untersuchte Delikt in 
schwerwiegender Weise betroffen worden ist, ob der Fall in tatsächlicher und recht-
licher Hinsicht besondere Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsver-
treters erforderlich machen, und ob sie fähig ist, sich im Verfahren zurechtzufinden 
(LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage 
2014, Art. 136 N 10; MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Basler Kommentar zur StPO, 2. 

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Auflage 2014, Art. 136 N 17; BGE 128 I 225 E. 2.5.2; Urteil des Bundesgerichts 
1B_119/2009 vom 27. August 2009). Nach der restriktiven Praxis des Bundesge-
richts zu Art. 29 Abs. 3 BV kann im Adhäsionsverfahren der geschädigten Person 
in der Regel zugemutet werden, ihre privatrechtlichen Ansprüche ohne anwaltliche 
Vertretung geltend zu machen. Das soll insbesondere bei Ansprüchen auf Scha-
denersatz und Genugtuung gelten, da im Normalfall – so das Bundesgericht – der 
unmittelbare Schaden leicht belegt werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_153/2007 vom 25. September 2007 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 
1B_186/2007 vom 31. Oktober 2007 E. 4 sowie Urteil des Bundesgerichts 
1B_314/2010 vom 22. November 2010 E. 2.2). Nach der aufgeführten Praxis des 
Bundesgerichts sollte ein durchschnittlicher Bürger (auch als juristischer Laie; vgl. 
BGE 116 Ia 459) in der Lage sein, seine Interessen als Geschädigter in einer Stra-
funtersuchung selbst wahrzunehmen. Ausnahmen von diesem Grundsatz können 
sich unter gewissen Umständen aufdrängen, beispielsweise bei Wohnsitz im Aus-
land, Minderjährigkeit, bei mangelnder Ausbildung oder mangelnden Sprachkennt-
nissen, bei schlechter gesundheitlicher und geistig-psychischer Verfassung etc. 
(MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., Art. 136 N 18, mit weiteren Hinweisen zur bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung).

4.2 Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtmässig. Es kann vorab auf die 
zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie der General-
staatsanwaltschaft verwiesen werden. 

Der Beschwerdeführer begründet die besonderen Schwierigkeiten vorwiegend mit 
den persönlichen Umständen, insbesondere den mangelnden Sprachkenntnissen. 
Er betont zwar, dass die sprachlichen Schwierigkeiten nicht durch einen Dolmet-
scher überwunden werden könnten. Gleichzeitig macht er aber geltend, dass die 
von ihm erwähnten anfänglichen sprachlichen Missverständnisse bei der Polizei 
anlässlich der darauffolgenden Einvernahme mit einem Dolmetscher hätten beho-
ben werden können. Somit ist davon auszugehen, dass ein Dolmetscher entgegen 
den Ausführungen des Beschwerdeführers geeignet ist, die sprachlichen Schwie-
rigkeiten zu überwinden. Es liegt dabei gemäss Art. 68 StPO in der Verantwortung 
der Verfahrensleitung (Staatsanwaltschaft), mittels Beizugs einer Übersetzung si-
cherzustellen, dass fremdsprachige Beteiligte im Verfahren Gehör finden. Auch die 
Umstände, dass der Beschwerdeführer erst vor 15 Jahren in die Schweiz gekom-
men und 65 Jahre alt sei sowie das Schweizer Rechtssystem nicht kenne, genügen 
ebenfalls nicht. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme zutref-
fend ausführt, ist es dem Beschwerdeführer auch ohne juristische Kenntnisse mög-
lich, den erlittenen Schaden mittels Arztrechnungen und Quittungen für medizini-
sche Behandlungen selbstständig zu beziffern und die entsprechenden Unterlagen 
einzureichen. Die Argumente der mangelnden sprachlichen und juristischen Kennt-
nisse sowie der persönlichen Situation überzeugen nicht und vermögen keinen An-
spruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu begründen. 

Als weitere Rüge bringt der Beschwerdeführer vor, die Staatsanwaltschaft habe 
den rechtserheblichen Sachverhalt für die Beurteilung der Notwendigkeit einer an-
waltlichen Vertretung nur in ungenügender bzw. unrichtiger und unvollständiger 
Weise abgeklärt. So habe sie es trotz seines Schreibens vom 27. Dezember 2022 

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unterlassen, die entsprechenden Arztberichte einzuholen, um das vorliegende Ver-
letzungsbild des Beschwerdeführers genauer abzuklären. Diese Ausführungen sind 
unzutreffend. Gemäss den eingereichten Akten der Staatsanwaltschaft ersuchte 
diese am 28. Dezember 2022 umgehend bei den genannten Ärzten um Einrei-
chung der Berichte. Diese trafen am 4. Januar 2023, 5. Januar 2023 und 9. Januar 
2023 bei der Staatsanwaltschaft ein. Dem Arztbericht vom Spitalzentrum vom 
4. Januar 2023 ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer eine gebroche-
ne Nase, einen Bruch des Augenhöhlenbodens und der Augenhöhlenplatte, eine 
Herzprellung und Prellungen der Wirbelsäule sowie des Unterarms zugezogen hat-
te. Es habe weder zu einem Zeitpunkt eine unmittelbare Lebensgefahr bestanden, 
noch habe der Vorfall eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt. Bei der Verletzung 
des Augenhöhlenbodens sowie der anhaltenden verminderten Nasenatmung sei 
unklar, ob es sich dabei um Folgen des Vorfalles vom 11. September 2022 handle 
oder diese bereits vorher bestanden hätten (vgl. Arztbericht von Dr. med. Dr. med. 
dent E.________ vom 5. Januar 2023). Soweit es für die Beurteilung der Notwen-
digkeit einer anwaltlichen Vertretung für das vorliegende Beschwerdeverfahren von 
Bedeutung ist, wurde das Ausmass der Verletzungen durch die Staatsanwaltschaft 
somit genügend abgeklärt. Insgesamt sind die aus dem Vorfall resultierten Verlet-
zungen überschaubar und nicht schwerwiegender Natur. 

In seiner Beschwerde macht der Beschwerdeführer weiter geltend, er leide unter 
Angstzuständen und das hängige Strafverfahren stelle für ihn eine grosse Belas-
tung dar. Dem Arztbericht von Dr. F.________ vom 9. Januar 2023 ist zu entneh-
men, dass der Beschwerdeführer «psychische Probleme» habe und ihm eine 
«posttraumatische Belastungsstörung» drohe. Entsprechende Ausführungen zur 
genauen Diagnose oder inwiefern eine posttraumatische Belastungsstörung droht, 
sind dem Arztbericht nicht zu entnehmen. Es bleibt unklar, inwiefern der Be-
schwerdeführer nicht in der Lage sein soll, sich selbstständig am Verfahren zu be-
teiligen. Hingegen ist klar aus den Akten erkennbar, dass sich der Beschwerdefüh-
rer bereits zu Beginn des Verfahrens selbstständig bei der Polizei meldete und 
Strafanzeige erstattete. Gemäss Anzeigerapport stellte der Beschwerdeführer am 
20. Oktober 2022 bei der Polizeistation D.________ (Ort) eigenhändig Strafantrag 
und konstituierte sich als Zivil- und Strafkläger. Dies ist auch dem anschliessenden 
Schreiben von Rechtsanwalt C.________, ebenfalls datiert auf den 20. Oktober 
2022, zu entnehmen. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 
in der Verfassung ist, entsprechende Verfahrenshandlungen ohne anwaltliche Ver-
tretung vorzunehmen. 

4.3 Zusammenfassend geht die Beschwerdekammer nach dem Gesagten nicht von 
einem komplexen Sachverhalt aus, der in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht 
besondere Schwierigkeiten aufweist. Dem Beschwerdeführer ist es mit Hilfe eines 
Dolmetschers zuzumuten, entsprechende Zivilforderungen selbständig zu stellen. 
Dass eine derartige psychische Beeinträchtigung vorliegt, welche eine anwaltliche 
Vertretung zu rechtfertigen vermöchte, ist anhand der Akten ebenfalls nicht ersicht-
lich und wird auch nicht genügend begründet. Die Beschwerde ist vor diesem Hin-
tergrund abzuweisen.

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5.

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdeführer 
kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO).

5.2 Der Beschwerdeführer beantragt im Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als unentgeltlichen 
Rechtsbeistand. 

Die eingereichten Unterlagen bezüglich finanzielle Situation des Beschwerdefüh-
rers bestätigen dessen Mittellosigkeit. Fraglich ist, ob die Beschwerde als von vor-
neherein aussichtslos angesehen werden muss. Dies ist entgegen der Auffassung 
der Generalstaatsanwaltschaft nicht der Fall. Vielmehr hielten sich die Gewinn-
chancen und die Chancen des Unterliegens ungefähr die Waage (vgl. E.4.1 oben). 
Da sich im Beschwerdeverfahren andere strafprozessual komplexere Fragen stel-
len als im Hauptverfahren, ist Rechtsanwalt C.________ dem Beschwerdeführer 
als amtlicher Rechtsbeistand beizuordnen. Demzufolge ist das Gesuch um Ertei-
lung der unentgeltlichen Rechtspflege im Beschwerdeverfahren gutzuheissen.

5.3 Der Beschwerdeführer wird folglich von den Verfahrenskosten befreit (Art. 136 Abs. 
2 lit. b StPO). Er hat diesen Betrag jedoch dem Kanton Bern zurückzuzahlen, so-
bald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 
Abs. 4 StPO). 

5.4 Die unentgeltliche Rechtsvertretung des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt 
C.________, hat im Sinne von Art. 42 Abs. 1 des kantonalen Anwaltsgesetzes 
(KAG; BSG 168.11) Anspruch auf eine vom Kanton Bern auszurichtende Entschä-
digung für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren (vgl. 42 Abs. 3 KAG). Die 
Entschädigung für Rechtsanwalt C.________ wird gemäss Kostennote vom 16. 
August 2023 auf CHF 1'586.35 (Honorar 6.25 Stunden à CHF 100.00 bzw. 4.1667 
Stunden à CHF 200.00; Auslagen CHF 14.60; plus 7.7% MWST= CHF 113.43) 
festgesetzt. Der Beschwerdeführer hat auch diesen Betrag dem Kanton Bern 
zurückzuzahlen, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 
4 StPO). Eine Nachzahlungspflicht entfällt, nachdem Rechtsanwalt C.________ 
das volle Honorar nicht geltend gemacht hat. 

5.5 Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine persönliche Entschädigung auszu-
richten. Dem Beschuldigten sind im Beschwerdeverfahren keine entschädigungs-
würdigen Aufwände entstanden (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 430 Abs. 1 Bst. c 
StPO). 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege gewährt, unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als unentgeltlichen 
Rechtsbeistand.

3. Die Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 1'200.00, werden vom Kanton Bern getra-
gen. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern diesen Betrag zurückzuzahlen, so-
bald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 
Abs. 4 StPO).

4. Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtanwalt 
C.________, wird für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von 
CHF 1'586.35 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet. Der Beschwerdeführer hat 
dem Kanton Bern die Entschädigung zurückzuzahlen, sobald er dazu in der Lage ist 
(Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO).

5. Weitergehend werden keine Entschädigungen gesprochen. 

6. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt C.________

(per Einschreiben)
- dem Beschuldigten (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin 

G.________ (mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 21. August 2023 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Ueltschi

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Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann der Rechtsbeistand der Privatklägerschaft innert 10 Tagen seit 
Zustellung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, Viale Stefano Franscini 7, 6500 Bellinzona 
schriftlich und begründet Beschwerde führen (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 3 Bst. b, Art. 396 
Abs. 1 StPO).