# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efc442e7-65fa-5c49-8daa-815231e6ccf9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.08.2023 200 2023 337
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-337_2023-08-21.pdf

## Full Text

200 23 337 IV
SCP/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. August 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. März 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Juni 2020 bei der Invalidenversicherung unter 
Hinweis auf gesundheitliche Beeinträchtigungen am Rücken, den Glied-
massen und im Kopf (Wasser im Kopf) zum Leistungsbezug an (Akten der 
IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). Die 
IVB nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und führte ein 
Erstgespräch durch (act. II 12 - 14, 18). Am 15. September 2020 (act. II 23) 
teilte die IVB mit, zur Zeit könnten keine Eingliederungsmassnahmen mit 
Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden, der Anspruch auf eine Rente 
werde geprüft. Weiter liess die IVB die Versicherte durch die C.________ 
(MEDAS) polydisziplinär begutachten (Expertise vom 20. September 2021 
inkl. Teilgutachten [act. II 40.1 - 40.7]). In der Folge liess die IVB einen Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb erstellen (Bericht vom 13. Januar 2022 
[act. II 43]). Darin wurde bei einem Status von 60 % Erwerb und 40 % 
Haushalt im erwerblichen Bereich eine Einschränkung von 45.93 % und im 
Haushalt eine solche von 1 % ermittelt, was gewichtet einen Invaliditäts-
grad von total 28 % ergab. Mit Vorbescheid vom 26. Januar 2022 (act. II 
44) stellte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 28 % die Verneinung des 
Rentenanspruchs in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 5. Fe-
bruar 2022 unter Beilage weiterer medizinischer Unterlagen Einwände (act. 
II 45) und reichte mit Eingabe vom 19. Februar 2022 (act. II 48) einen wei-
teren medizinischen Bericht ein. Daraufhin holte die IVB eine Stellungnah-
me des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein (act. II 49) und liess 
einen neuen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb (Bericht vom 13. Mai 2022 
[act. II 52]) erstellen. Darin wurden die im Vorbericht vom 13. Januar 2022 
(act. II 43) per 1. Dezember 2020 angestellten Berechnungen bestätigt. Ab 
dem 23. August 2021 ermittelte der Abklärungsdienst im erwerblichen Be-
reich indes eine 100%ige Einschränkung und im Haushalt eine solche von 
50 %, was gewichtet einen Invaliditätsgrad von 80 % ergab. Ab dem 1. Ja-
nuar 2022 bestanden wieder die gleichen Einschränkungen wie ab dem 1. 
Dezember 2020 und damit ein Invaliditätsgrad von 28 %. In der Folge stell-
te die IVB mit Vorbescheid vom 1. Juli 2022 (act. II 53) bei einem Invali-

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ditätsgrad von 80 % vom 1. November 2021 bis 31. März 2022 die Ausrich-
tung einer ganzen Rente in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte mit 
einer vom 20. August 2022 datierten, am 11. August 2022 der Post über-
gebenen Eingabe Einwände (act. II 55). Nachdem die Versicherte aufge-
fordert worden war, ihre Einwände nachzubessern (act. II 56), reichte sie, 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 5. September 2022 nach-
gebesserte Einwände unter Beilage eines weiteren medizinischen Berich-
tes ein (act. II 60), was durch die Einreichung eines zusätzlichen 
medizinischen Berichtes mit Eingabe vom 3. Oktober 2022 (act. II 62) er-
gänzt wurde. Nachdem die IVB zwei Stellungnahmen des RAD und eine 
Stellungnahme des Abklärungsdienstes eingeholt hatte (act. II 64 f., 67), 
sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 14. März 2023 (act. II 69) 
vom 1. November 2021 bis 31. März 2022 bei einem Invaliditätsgrad von 
80 % eine ganze Rente zu; für die Zeit zuvor und ab dem 1. April 2022 ver-
neinte sie bei einem Invaliditätsgrad von 28 % den Anspruch auf eine Ren-
te (vgl. act. II 68). 

B.

Dagegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 1. Mai 2023 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung sei ihr ab November 2021 eine ganze Invali-
denrente zu gewähren. Eventualiter sei eine neue Haushaltabklärung mit 
Besuch am Wohnort der Beschwerdeführerin vorzunehmen, eventualiter 
seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen, alles unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Gleichzeitig 
stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

Aufforderungsgemäss verbesserte die Beschwerdeführerin das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege mit Eingaben vom 22. Mai und 1. Juni 2023.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2023 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 2. Juni 2023 weitere me-
dizinische Unterlagen ein. 

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Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Juli 2023 wurden die Eingaben der 
Beschwerdeführerin vom 1. und 2. Juni 2013 und die Beschwerdeantwort 
der Beschwerdegegnerin wechselseitig unter den Parteien ausgetauscht.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 14. März 2023 (act. II 69), mit 
welcher der Beschwerdeführerin vom 1. November 2021 bis 31. März 2022 
eine ganze Invalidenrente zugesprochen worden ist. Die Beschwerdeführe-
rin beantragt die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. November 2021, 
beanstandet indessen einzig die Befristung der Rente bis 31. März 2022. In 
anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis 
vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente zuge-

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sprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leistungen 
angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem 
Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszei-
ten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; 
SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der 
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umfassend zu prüfen. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des 
IVG (Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vor-
behältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Demnach ist 
nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, 
ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies 
zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem 
je nach Alter der Rentenbezügerin oder des Rentenbezügers gemäss lit. b 
und c der Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 
2020 (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Mai 2023, 
8C_608/2022, E. 3.1). Gemäss lit. b Abs. 1 bleibt für Rentenbezügerinnen 
und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung 
entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr 
noch nicht vollendet haben, der bisherige Rentenanspruch solange beste-
hen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ändert. Die am 

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TT. MM 1967 geborene Beschwerdeführerin (act. II 1/1 Ziff. 1.1) hatte am 
1. Januar 2022 das 55. Altersjahr noch nicht vollendet.

2.1.2 Die angefochtene Verfügung datiert vom 14. März 2023 (act. II 
69), womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 
erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Ent-
stehung des Rentenanspruchs mit Blick auf die im Juni 2020 erfolgte An-
meldung zum Leistungsbezug (act. II 1) vor dem 1. Januar 2022 (Art. 28 
Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb insoweit die Bestimmungen 
des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die In-
validenversicherung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gülti-
gen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind. Mit dem Vorliegen eines 
Revisionsgrundes nach dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 6.6 hiernach) gelangt 
ab diesem Zeitpunkt jedoch das seit 1. Januar 2022 geltende Recht (mit 
dem Wechsel ins stufenlose Rentensystem) zur Anwendung (vgl. auch Rz. 
9102 und 9201 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversiche-
rungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]); zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen, vgl. BGE 147 V 79 E. 
7.3.2 S. 82). 

2.2

2.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

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wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). 

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1).

2.2.2.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.2.2.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % 
entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.3

2.3.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

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2.3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent-
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die 
Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann 
gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwen-
dung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist 
(BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 
110 E. 3.1).

2.3.3 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist im 
Unterschied zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der Ver-
besserung der Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die Änderung, nach-
dem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, 
voraussichtlich weiterhin andauern muss. Das gesetzliche Erfordernis einer 
auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit 
grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 9

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Neurochirurgie, führte im Ope-
rationsbericht vom 16. September 2021 (act. II 45/4 f.) die folgenden klini-
schen Diagnosen auf: 

 Shunt-Dysfunktion und Vd.a. Infekt
 St.n. endoskopisch assistierter Drittventrikulozisternostomie am 2. Novem-

ber 2018
 St.n. Einlage eines Mitteldrucksystems Typ Medtronic von frontal 

rechts nach intraperitoneal rechts im rechten unteren Quadranten (VP-
Shunt Einlage), mit zusätzlich endoskopischer Inspektion der Durch-
gängigkeit der angelegten Drittventrikulozisternostomie am 25. Februar 
2019

 St.n. Entlastungspunktion L4/5 mit Ablassen von Liquor, zirka 35 ml, 
am 30. Juni 2021

 St.n. proximaler Rickham- und Shunt-Revision am 23. August 2021
 St.n. Wiedereröffnung der Wunde und Re-Revision mit Versenkung des 

Rickham-Ventils am 7. September 2021

Es wurde die folgende Operation durchgeführt: 

 Anlage einer lumbalen Drainage L4/5
 Explantation des ventrikulo-peritonealen Shunt-Systems und Abgabe zur Bakte-

riologie

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 10

Unter Verweis auf den Notfallbericht vom 16. September 2021 wurden zu-
sammenfassend ein Auffiebern der Beschwerdeführerin mit einmaligem 
nüchternem Erbrechen sowie zunehmenden Bauchschmerzen erwähnt. 
Das Liquorkissen habe sich erneut formiert. Eine transcutane Liquordiape-
dese sei nicht aufgetreten. Bei Eintritt Durchführen einer Lumbalpunktion, 
Rücksprache mit der Infektiologie des Spitals E.________ und notfallmäs-
sige Planung der Operation.

3.2 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 20. September 
2021 (inklusive Teilgutachten [act. II 40.1 - 40.7]) mit Untersuchungen in 
den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Orthopädie, 
Neurologie und Neuropsychologie wurden in der interdisziplinären Ge-
samtbeurteilung die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit aufgeführt (act. II 40.1/19 Ziff. 4.1.1):

1. Triventrikulärer Hydrocephalus occlusus bei Aquäduktstenose (ICD-10: G91.1)
2. Mittelgradige neuropsychologische Funktionsstörung

 In Anlehnung an die Kriterien zur Bestimmung des Schweregrads einer 
neuropsychologischen Funktionsstörung „mittelgradige Störung"

Zu den funktionellen Auswirkungen der Befunde/Diagnosen gaben die 
Sachverständigen an (act. II 40.1/22 Ziff. 4.3), hinsichtlich der Kopfschmer-
zen, Seh- und Gangstörungen habe sich nun eine stabile Situation einge-
stellt und es bestünden keine funktionellen Auswirkungen im Alltag und in 
der Tätigkeit als .... In der neuropsychologischen Untersuchung hätten 
Merkdefizite und die Vergesslichkeit aufgezeigt werden können.

Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielten die Sachverständigen 
fest (act. II 40.1/23 Ziff. 4.7), aufgrund der Symptome des Hydrocephalus 
sei davon auszugehen, dass von Oktober 2018 bis April 2019 aufgrund der 
damaligen Symptome, bestehend aus Sehstörungen, Gangstörungen und 
Kopfschmerzen, keine Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten bestanden habe. 
Die damalige Arbeitsunfähigkeit habe 100 % betragen. Aus neuropsycho-
logischer Sicht werde die Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit in ... und ... als 
nicht gegeben beurteilt. Gründe dafür seien einerseits die deutliche Ver-
gesslichkeit, welche allem Anschein nach auch auftrete, wenn die Be-
schwerdeführerin sich wichtige Informationen oder Erledigungen 
aufschreibe. Bei der Tätigkeit in ... dürfe sie nicht wichtige ..., die Sicher-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 11

stellung der .. und andere wichtige ...informationen vergessen. Die Ver-
gesslichkeit werde durch die anspruchsvolle Arbeitsumgebung begünstigt, 
hierbei spielten die wenn auch leichten, doch zusätzlichen Defizite im paral-
lelen Verarbeiten (Multi-Tasking), im Arbeitsgedächtnis und die erhöhte 
Störanfälligkeit eine verstärkende Rolle, weshalb sich die Beschwerdefüh-
rerin in der Funktion nachvollziehbar als sehr unzuverlässig erlebe. Aus 
rheumatologischer und orthopädischer Sicht bestünden weder Einschrän-
kungen in der bisherigen Tätigkeit noch in jeder anderen Tätigkeit.

Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit hielten die Sachverständigen 
fest (act. II 40.1/24 Ziff. 4.8), in einer solchen Tätigkeit sei die Beschwerde-
führerin für den Zeitraum von Oktober 2018 bis April 2019 100 % arbeitsun-
fähig gewesen. Danach sei die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in 
angepasster Tätigkeit für Tätigkeiten, in denen sie keine hohe Verantwor-
tung trage, es sich um rein ... Tätigkeiten ohne ... handle, also in einem 
Nischenbereich innerhalb ..., möglich oder auch in einer vergleichbaren 
Tätigkeit, wie z.B. als .... Als angepasste Tätigkeit sei aus neuropsychologi-
scher Sicht eine vergleichsweise ruhige und störungsarme Arbeitsumge-
bung mit Aufgaben und Aufträgen, welche die Beschwerdeführerin selber 
einteilen und gemäss Plänen und Checklisten abarbeiten könne. Neues 
Wissen oder neue Abläufe sollte sie dabei nicht in einem höheren Ausmass 
erlernen müssen, da für sie Neugelerntes schwer erlern- und abrufbar sei. 
Die Tätigkeit sollte vielmehr einfache, praktische, überlernte Aufgaben und 
Abläufe beinhalten. Eine solche Tätigkeit sollte sie aus rein neuropsycholo-
gischer Sicht während gut sechs Stunden täglich in einer unter diesen Um-
ständen um 20 % verminderten Leistung erbringen können, somit eine 
globale Arbeitsfähigkeit von 60 % erreichen können.

3.3 Der Neurochirurg Dr. med. D.________ führte im Operationsbericht 
vom 23. September 2021 (act. II 45/2 f.) die folgenden klinischen (Haupt-) 
Diagnosen auf: 

 Verdacht auf Infektion des abdominellen Anteiles bei Zustand nach Revision 
des VP-Shunts am 7. September 2021 sowie Explantation des ventrikulo-
peritonealen Shunt-Systems und Abgabe zur Bakteriologie am 16. September 
2021

 Bakteriologie des VP-Shunts-Materials: Staphylococcus epidermidis

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Es wurde die folgende Operation durchgeführt:

 Anlage eines links frontal nach abdominell links gelegenen VP-Shunts, Typ 
Mitteldrucksystem

 Entfernung der lumbalen Drainage

Vormals sei am 16. September 2021 das ventrikulo-peritoneale Shunt-
System entfernt worden. Klinisch habe die Beschwerdeführerin im Vorfeld 
einen klaren Peritonismus gezeigt. Bei der Abkultivierung habe sich als-
dann das Bakterium Staphylococcus epidermidis gefunden. Entsprechend 
den Massgaben und nach Konsil vom 20. September 2021 durch Dr. med. 
F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Infektiologie, 
sei die Beschwerdeführerin auf Vancocin eingestellt worden, nebst Ablei-
tung via lumbaler Drainage, die auf der normalen Abteilung habe durchge-
führt werden müssen. In Rücksprache mit Kollege F.________ sei nun der 
Zeitpunkt einer neuen Anlage des ventrikulo-peritonealen Shunt-Systems 
links frontal gekommen.

3.4 Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 3. Februar 2022 (act. II 
48/2 f.) die folgende (Haupt-)Diagnose auf: 

 Hydrocephalus occlusivus bei Aquäduktstenose

Die leidgeplagte Patientin habe sich von den komplexen Operationen mit 
leider postoperativem Infekt schlussendlich bezüglich der kognitiven Situa-
tion gut erholt. Leider bestehe aber weiterhin eine schwere Beeinträchti-
gung der Belastungsfähigkeit. Klinisch bestehe ein ordentliches, noch 
etwas unsicheres Gangbild, das leider durch die zunehmend im Fokus ste-
henden Rückenbeschwerden bei erstgradiger Listhese L5/S1 überschattet 
werde. Zusammenfassend bestehe sowohl von der cerebralen Kapazität 
als auch von der Kapazität des Bewegungsapparates her eine erheblichste 
Einschränkung. Seines Erachtens stelle sich angesichts der zusätzlich be-
stehenden Komorbiditäten wie tachykardem Vorhofflimmern die Frage nach 
einer Berentung. Bezüglich Wiedereingliederungsmassnahmen und Vermit-
telbarkeit in ein angepasstes berufliches Umfeld scheine ihm dies sehr 
schwierig. Aus seiner Warte heraus wäre eine Berentung zu 100 % ge-
rechtfertigt. Möglicherweise dränge sich eine Kurzhospitalisation in einem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 13

Abklärungszentrum für die IV auf, wo nebst der neuro-kognitiven Situation 
auch der Bewegungsapparat im Gesamten reevaluiert werden könnte.

3.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Neurologie, 
hielt in der Stellungnahme vom 21. März 2022 (act. II 49) fest, die Be-
schwerdeführerin leide an einem Hydrocephalus occlusivus bei Aquädukts-
tenose. Am 23. August 2021, also nach der Begutachtung, sei eine erneute 
Shunt-Revision erfolgt. Aufgrund einer postoperativen Infektion seien an-
schliessende weitere Eingriffe notwendig gewesen (23. August 2021: Revi-
sion Rickham- und Shunt-Revision; 7. September 2021: Wiedereröffnung 
der Wunde und Re-Revision mit Versenkung des Rickham-Ventils; 16. 
September 2021: Anlage einer lumbalen Drainage L4/5, Explantation des 
ventrikulo-peritonealen Shunt-Systems und Abgabe zur Bakteriologie sowie 
am 23. September 2021: Anlage eines links frontal nach abdominell links 
gelegenen VP-Shunts, Typ Mitteldrucksystem sowie Entfernung der lumba-
len Drainage), die in den vorliegenden OP-Berichten dokumentiert seien. 
Im Bericht der neurochirurgischen Nachuntersuchung vom 3. Februar 2022 
führe Dr. med. D.________ aus, dass bei einer MRI-Kontrolle des Neuro-
kraniums am 19. Januar 2022 sich "eine sehr befriedigende postoperative 
Situation" dargestellt habe. Die Neuimplantation habe eine wesentliche 
Besserung zur Vorsituation gebracht und auch die kognitive Situation habe 
sich gut erholt. Somit müsse bezüglich des Hydrocephalus festgestellt wer-
den, dass es bei der Beschwerdeführerin zwischenzeitlich zu einer Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sei und mehrere 
operative Eingriffe notwendig geworden seien. Nach dem letzten Eingriff 
am 23. September 2021 habe sich die Situation jedoch wieder stabilisiert, 
so dass spätestens ab Januar 2022 wieder auf die Beurteilungen im ME-
DAS-Gutachten (neurologisches und neuropsychologisches Teilgutachten) 
abgestellt werden könne.

Neben der Problematik aufgrund des Hydrocephalus leide die Beschwerde-
führerin an chronischen Rückenschmerzen mit pseudoradikulärer Ausbrei-
tung bei leichtgradiger Listhese L5/S1. Aus diesem Grund sei am 
24. Januar 2022 eine Infiltrationsbehandlung beidseits erfolgt. Die Proble-
matik der chronisch-rezidivierenden LWS-Beschwerden bei bekannten de-
generativen Veränderungen sei bei der Beschwerdeführerin seit vielen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 14

Jahren bekannt und sei im Rahmen der MEDAS-Begutachtung im orthopä-
dischen und rheumatologischen Teilgutachten ausführlich dargestellt und 
bei der abschliessenden Leistungsbeurteilung durch die Sachverständigen 
entsprechend berücksichtigt worden. Auch eine Infiltrationsbehandlung sei 
bereits erfolgt. Es lasse sich also zusammenfassend feststellen, dass sich 
aus den vorgelegten Berichten und Befunden keine neuen medizinischen 
Aspekte ergäben, die eine Neubeurteilung des bestehenden Gesundheits-
schadens notwendig machen würden. Der Neurochirurg fordere eine medi-
zinische Abklärung der Beschwerdeführerin durch die IV. Diese 
umfassende Abklärung des Gesundheitsschadens und die Beurteilung der 
quantitativen und qualitativen Leistungsfähigkeit habe im Rahmen der ME-
DAS-Begutachtung bereits stattgefunden. Eine Veränderung des Gesund-
heitsschadens im Vergleich zum Gutachten sei (für die Zeit ab Januar 
2022) nicht ausgewiesen, es liege keine persistierende Veränderung vor.

3.6 Im Bericht vom 1. September 2022 (act. II 60/4 f.) rapportierte Dr. 
med. D.________, zwischenzeitlich sei die Beschwerdeführerin bezüglich 
des angegebenen Druckgefühls im Kopf beschwerdearm bis beschwerde-
frei, wobei sie zugeben müsse, dass diese Symptomatik unter Stress doch 
zunehmend sei. Zwischenzeitlich sei noch keine Lumbalpunktion durchge-
führt worden. Dies sei natürlich etwas schade, zumal letztendlich der Ver-
dacht auf eine Shunt-Malfunktion weiterhin bestehen bleibe. Weder in der 
MR- noch in der CT-Untersuchung könne der intraventrikuläre Druck ge-
messen werden. Nebst allem störten sie auch erhebliche Beschwerden, 
welche an Weichteilrheumatismus erinnerten. Nicht zu vergessen sei natür-
lich auch die nicht sanierte Listhese L5 auf S1. Seinerseits seien primär 
keine fixen Kontrollen angesagt. 

3.7 Dr. med. H.________, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemei-
ne Innere Medizin, führte im Bericht vom 13. September 2022 (act. II 62/2 - 
4) die folgenden Diagnosen auf:

 Fingerpolyarthralgien
 DD Arthrose-Schub, beginnende Polyarthritis
 Rheumafaktor, Anti-CCP und ANA negativ
 Sonographie Hände und Füsse ap vom 2. September 2022: Wenig dege-

nerative Veränderungen, keine Verkalkungen, keine Erosionen

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 15

 Sonographie Hände und Fingergelenke vom 2. September 2022: Kein ent-
zündlicher Prozess, keine Synovitis, nur wenig degenerative Veränderun-
gen

 Aktuell: Stopp Tilur, Prednison 20mg für zwei Wochen, danach auf 10mg 
reduzieren

 Chronisches Lumbovertebralsyndrom
 Degenerativ-bedingte Fazettenarthrosen L4 bis S1

 Hypermobilitätssyndrom
 Beighton-Score von 8/9
 Aktuell Aufbautraining empfohlen

 Senk-/Flachfüsse beidseits
 Weitere Diagnosen
 Triventrikulärer Hydrocephalus occlusivus

 Entlastungsoperation im November 2018 und Re-Operation im Februar 
2019, fecit Dr. med. D.________

 Postoperatives tachykardes Vorhofflimmern mit Elektrokardioversion am 
4. November 2018

 Verdacht auf Schmerzschwellenerniedrigung, DD Fibromyalgie
 Diagnose 05/2020 Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin sowie Rheumatologie, ORB

Zusammenfassend bestehe heute der Verdacht auf einen Schub einer Po-
lyarthritis, weshalb jetzt eine Cortisonstosstherapie versucht werde, obwohl 
klinisch, sonographisch und radiologisch keine Hinweise hierfür sprächen. 
Für die Rückenbeschwerden bestehe heute vor allem eine ausgeprägte 
Hypermobilität mit Dekonditionierung und muskulärer Dysbalance, hier wä-
re ein Aufbautraining sehr wichtig, was mit der Beschwerdeführerin bespro-
chen worden sei. Sie solle nicht nur ... und ..., sondern z.B. auch ... 
durchführen. Falls die Beschwerden persistierten, könnte in einem weiteren 
Schritt eine MRI-Untersuchung der ganzen Wirbelsäule und ISG im Spital 
E.________ organisiert werden zum Ausschluss eines entzündlichen Pro-
zesses, welcher mit diesen Gelenkschmerzen einhergehen könnte. Aktuell 
werde zuerst die Cortison-Therapie durchgeführt.

3.8 Der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gab in der Stel-
lungnahme vom 14. November 2022 (act. II 64) an, neu vorgelegt worden 
sei seit der Begutachtung ein rheumatologischer Sprechstundenbericht 
vom 13. September 2022. Diagnostiziert würden in diesem Bericht, als im 
Vordergrund stehend, Fingerpolyarthralgien und ein chronisches Lumbo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 16

vertebralsyndrom bei degenerativ bedingten Facettenarthrosen. Die Sym-
ptomatik habe Anfang August begonnen und habe sich unter Tilur gebes-
sert. Aktuell finde sich klinisch, sonografisch sowie radiologisch kein Hin-
weis auf Arthritis, Erosion oder stärkere degenerative Veränderungen. 
Auch die Rheumaserologie sei erneut durchgeführt worden und unauffällig 
gewesen. Hinweis auf eine entzündliche rheumatische Systemerkrankung 
ergebe sich somit nicht. Sie, die Rheumatologin, habe eine Cortisonstoss-
therapie für einen Monat eingeleitet. Tilur, Novalgin und Paracetamol solle 
nicht mehr eingenommen werden. Verglichen zum vorliegenden Gutachten 
ergäben sich aus dem neu vorgelegten rheumatologischen Sprechstun-
denbericht vom 13. September 2022 keine Hinweise auf eine dauerhaft 
zusätzliche leistungsmindernde Verschlechterung des Gesundheitszustan-
des der Beschwerdeführerin.

3.9 Die RAD-Ärztin und Neurologin Dr. med. G.________ hielt in der 
Stellungnahme vom 17. November 2022 (act. II 65) fest, der Neurochirurg 
Dr. med. D.________ stelle im neu vorgelegten Befund unverändert die 
Diagnose Hydrocephalus occlusivus bei Aquäduktstenose und gebe an, 
dass die Beschwerdeführerin inzwischen bezüglich des angegebenen 
Druckgefühls im Kopf beschwerdearm bis beschwerdefrei sei. Fixe Kon-
trolltermine bei ihm seien nicht mehr notwendig. Auf neurologisch/neuro-
chirurgischem Fachgebiet lasse sich feststellen, dass die Problematik des 
Hydrocephalus im vorliegenden MEDAS-Gutachten vom 29. (richtig: 
20.) September 2021 ausführlich dargelegt und gewürdigt worden sei. 
Neue Aspekte ergäben sich nicht. Zusammenfassend lasse sich feststellen, 
dass sich auch nach Eingang der neuen Unterlagen keine neuen medizini-
schen Aspekte ergäben, die eine dauerhafte zusätzliche Leistungsminde-
rung belegten. Aufgrund der medizinischen Einwände sei eine dauerhafte 
Veränderung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Gutachten nicht 
ausgewiesen. 

3.10 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wurden die folgenden beiden 
medizinischen Berichte eingereicht: 

3.10.1 Zum MR der Lendenwirbelsäule und der LWS vom 31. Mai 2023 
hielt Dr. med. K.________, Fachärztin für Radiologie, die folgende Beurtei-
lung fest (Akten der Beschwerdeführerin [act. Ia] 6): 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 17

Stationärer Verlauf gegenüber dem 6. Januar 2022
 LWS-Hyperlordose
 Diskrete multisegmentale Osteochondrose
 Schwere bilaterale Facettengelenksarthrose L5/S1. Links fortgeschrittene und 

rechts mässige Facettengelenksarthrose L4/5
 Zeichen der Instabilität im Segment L5/S1

3.10.2 Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führ-
te in der E-Mail vom 31. Mai 2023 (act. Ia 7) aus, er denke, dass die meis-
ten Beschwerden von den folgenden Diagnosen kämen:

 Schwere bilaterale Facettengelenksarthrose L5/S1. Links fortgeschrittene und 
rechts mässige Facettengelenksarthrose L415

 Zeichen der Instabilität im Segment L5/S1

Das heisse, es bestünden schwere Abnutzungszeichen und ein Segment, 
welches bei Bewegungen verrutsche. Er empfehle, die Situation mit einem 
Wirbelsäulenorthopäden zu besprechen.

4.

4.1

4.1.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 18

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Das Gutachten der MEDAS vom 20. September 2021 (inklusive 
Teilgutachten [act. II 40.1 - 40.7]) erfüllt die an den Beweiswert einer medi-
zinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.1.1 hiervor). Es ist 
voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte 
umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. 
Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezo-
genen Schlussfolgerungen werden eingehend begründet. 

Was beschwerdeweise dagegen angeschrieben wird, überzeugt nicht. Was 
die durch den erhöhten Gehirndruck ausgelösten Beschwerden anbetrifft, 
ist in Übereinstimmung mit der medizinischen Aktenlage festzuhalten, dass 
sich diese mit invasiven, wenn auch komplexen Behandlungsmassnahmen 
stets beheben liessen und die Folgeoperationen nie zu einer länger als 
dreimonatigen Arbeitsunfähigkeit und damit zu keiner mit Blick auf den 
Rentenanspruch relevanten Veränderung führten (vgl. act. II 13/27 und 44 
f., 45/2 - 5, 48/2 f., 60/4 f.). Dass diese Problematik initial zu einer leichten 
Schädigung des kognitiven Leistungsvermögens geführt hat, wird von den 
Sachverständigen ausdrücklich anerkannt und in deren Beurteilungen mit-
berücksichtigt (so insbesondere act. II 40.7/14 - 16). Im neuropsychologi-
schen Fachgutachten von 23. August 2021 wurde festgehalten, bei sehr 
guter Kooperation und unauffälliger Beschwerdevalidierung seien die deut-
lichen mnestischen Einschränkungen vereinbar mit der Hydrocephaluspro-
blematik (act. II 40.7/14 Ziff. 6.3). Weiter wurde ausgeführt, eine im Oktober 
2018 durchgeführte neuropsychologische Untersuchung habe Defizite in 
mehreren kognitiven Funktionsbereichen, u.a. in den Gedächtnis- und in 
den exekutiven Funktionen ergeben. In der Verlaufsuntersuchung vom Juli 
2020 seien mehrere kognitive Teilleistungen gebessert gewesen, die kom-
plexen verbalen Gedächtnisleistungen und die figurale Gedächtnisleistung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 19

sei aber nach wie vor beeinträchtigt gewesen. Aktuell seien die Befunde 
bezogen auf das Gedächtnis im Vergleich zu den Vorbefunden mit Blick auf 
die Funktionsfähigkeit weitgehend unverändert (act. II 40.7/16 Ziff. 7.2). 
Nachvollziehbar und überzeugend werden die festgestellten neuropsycho-
logischen Defizite auch mit Blick auf die Ausübung einer Erwerbstätigkeit 
gewürdigt (act. II 40.7/16 f. Ziff. 8.1 und 8.2; vgl. auch act. II 40.1/23 f. Ziff. 
4.7 und 4.8). Diese Beurteilung steht in Übereinstimmung mit der Einschät-
zung von Dr. med. D.________ im Bericht vom 1. September 2022 (act. II 
60/4 f.), wonach das Druckgefühl im Kopf unter Stress doch zunehmend 
sei. Indem das gutachterlich formulierte Zumutbarkeitsprofil (act. II 40.1/24 
Ziff. 4.8) einer stressarmen Tätigkeit entspricht, ist die Annahme der Be-
schwerdeführerin unzutreffend, wonach auch in einer angepassten Tätig-
keit eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe (Beschwerde S. 12 f. IV./C./Ziff. 
30). Dass sich die lumbalen Beschwerden im geklagten Ausmass mit den 
objektiven Befunden nicht nachvollziehen lassen, wird im Gutachten ein-
leuchtend dargetan (Orthopädisches Fachgutachten vom 18. August 2021 
[act. II 40.5/14 f. Ziff. 6.3 und 7.3] und Rheumatologisches Fachgutachten 
vom 20. August 2021 [act. II 40.4/14 f. Ziff. 7.3]). Auch die neusten Befunde 
vom 31. Mai 2023 (act. Ia 6), welche im Übrigen nach dem für das Gericht 
massgebenden Überprüfungszeitpunkt – dem Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 14. März 2023 (act. II 69; BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 
130 V 138 E. 2.1 S. 140) – erhoben wurden, enthalten keine Hinweise dar-
auf, dass sich seither ein radikuläres Problem ergeben hätte, womit die 
gutachtliche Beurteilung nach wie vor uneingeschränkt Gültigkeit hat. So-
wohl der RAD-Arzt Dr. med. J.________ als auch die RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ stuften das MEDAS-Gutachten am 14. und 17. November 
2022 (act. II 64 f.) nach weiteren im Nachgang zur Begutachtung erfolgten 
Hirnoperationen (act. II 45/2 - 5) und einer rheumatologischen Beurteilung 
(act. II 62/2 - 4) weiterhin als massgeblich ein. Soweit der behandelnde Arzt 
eine volle Berentung für gerechtfertigt hält (act. II 48/3), ist die Beschwerde-
führerin darauf hinzuweisen, dass Dr. med. D.________ diese Beurteilung 
ausserhalb seines medizinischen Fachgebietes abgegeben hat (vgl. Art. 16 
ATSG; SVR 2021 IV Nr. 17 S. 53 E. 6.2).

4.3 Gestützt auf das Gutachten ist damit erstellt, dass in einer ange-
passten Tätigkeit im Zeitraum von Oktober 2018 bis April 2019 eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 20

vollständige Arbeitsunfähigkeit bestand, wohingegen seit Mai 2019 eine 
60%ige Arbeitsfähigkeit besteht (act. II 40.1 S. 24 Ziff. 4.8; für die Folgezeit 
vgl. E. 5.6 hiernach). 

5.

5.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt. Dieser 
bestimmt sich nach Art. 24septies Abs. 1 IVV nach den erwerblichen Verhält-
nissen, in denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie 
nicht gesundheitlich beeinträchtigt wäre. Gemäss Art. 24septies Abs. 2 IVV 
gilt eine versicherte Person als erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 1 IVG, 
wenn sie im Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die ei-
nem Beschäftigungsgrad von 100 % oder mehr entspricht (lit. a). Die versi-
cherte Person gilt als nicht erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 2 IVG, wenn sie 
im Gesundheitsfall keine Erwerbstätigkeit ausüben würde (lit. b) respektive 
als teilerwerbstätig nach Art. 28a Abs. 3 IVG, wenn sie im Gesundheitsfall 
eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäftigungsgrad von 
weniger als 100 % entspricht (lit. c); vgl. auch Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a 
Abs. 2 und 3 IVG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fas-
sung). 

Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen ent-
scheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war 
oder nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb-
lichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf-
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 21

sichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi-
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu wür-
digen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV Nr. 
72 S. 251 E. 4.1.1).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge-
sundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversiche-
rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

5.2

5.2.1 Im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 13. Mai 2022 (act. II 52) 
gab die Beschwerdeführerin zum Erwerbsstatus an (act. II 52/4 Ziff. 4.2), 
bei guter Gesundheit würde sie nach wie vor in ... arbeiten. Sie würde si-
cher drei Tage die Woche arbeiten. Als die Tochter noch kleiner gewesen 
sei, habe eine ältere Nachbarin die Tochter nach der Schule empfangen, 
heute sei die Tochter älter und selbstständiger. Auch jetzt, wo der Lebens-
partner pensioniert sei, würde sie zu einem Pensum von 60 % arbeiten 
gehen. 

5.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin die Annahme der Beschwerdegeg-
nerin, sie würde zu 60 % erwerbstätig sein, beanstandet und geltend 
macht, sie wäre bei guter Gesundheit zu mindestens 80 % erwerbstätig 
(Beschwerde S. 8 IV./A./Ziff. 17 ff. und S. 15 IV./F./Ziff. 38), erweist sich 
diese Kritik sowohl aufgrund der Lebens- und Erwerbsbiographie als auch 
aufgrund der von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben als nicht 
nachvollziehbar. Vorab ist festzustellen, dass nach den eigenen Angaben 
in der Anmeldung (act. II 1/4 Ziff. 4.3) die Rückenbeschwerden ab August 
2017 zu einer nach ihrer Einschätzung vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
führten, wogegen sie die Tätigkeit in ... bei M.________, wo sie auch bloss 
auf Abruf beschäftigt war (act. II 18/1) und gemäss IK-Auszug ein sehr klei-
nes Pensum verrichtete, bereits Ende 2016 aufgab (act. II 12/3 [IK-
Auszug]; so unzutreffend im Protokoll zum Erstgespräch vom 15. Juli 2020 
[act. II 14/2]) und bloss noch die ... bis 2018 weiterausübte (vgl. act. II 18/1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 22

und act. II 12/3 [IK-Auszug]). Seit März 2017 wird sie denn auch vollum-
fänglich von der Sozialhilfe unterstützt (act. II 18/1), d.h. sie hat auch be-
reits vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im August 2017 trotz der ausgewie-
senen Sozialhilfebedürftigkeit keine höhere Arbeitsleistung erbracht. Weiter 
ergibt sich aufgrund der Akten, dass sie die ... geborene Tochter betreut 
und täglich viermal (dreimal gemäss act. II 14/3 und 5) ... Spaziergänge 
unternimmt (anlässlich der Begutachtung im Mai/Juni 2021 machte sie mit 
der damals ...-jährigen Tochter am Nachmittag noch die Hausaufgaben; 
vgl. zu beidem act. II 40.5/9 Ziff. 3.2.7]). Aufgrund dieser Feststellungen 
erweist sich die Annahme eines Status von 60 % Erwerb und 40 % Haus-
halt sogar als sehr wohlwollend und es kann im Lichte der nachfolgenden 
Ausführungen offen bleiben, ob sie überhaupt zu 60 % erwerbstätig wäre. 
Dass eine Abklärung vor Ort hinsichtlich des Status (vgl. Rechtsbegehren 
Ziff. 2) zu anderen Erkenntnissen geführt hätte, ist unwahrscheinlich. Wie 
die Beschwerdegegnerin zudem zutreffend festhält (Beschwerdeantwort S. 
3 f. C./b)/Ziff. 11), sind nicht die statistischen Werte der Schweizerischen 
Arbeitskräfteerhebung (SAKE) massgebend (Beschwerde S. 10 IV./A./Ziff. 
18), sondern die individuell-konkreten Verhältnisse. Folglich ist vorliegend 
von einem Status von 60 % Erwerb und 40 % Haushalt auszugehen. 

6.

Die Rechtsgrundlagen für die Bestimmung des Invaliditätsgrades haben mit 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 geändert.

6.1 Für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 gilt was folgt: 

6.1.1 Nach Art. aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum 
Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder 
der Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 23

der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

6.1.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

6.1.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statisti-
sche Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-
nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 
22 S. 71 E. 4.2).

6.1.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 
296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. Da-
bei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 24

anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei übli-
cherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt 
wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss 
Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszuge-
hen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 
wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; 
SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3).

6.1.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des 
Invaliditätsgrades der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und 
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich 
summiert (aArt. 27bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in 
Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind 
Validen- und Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen 
Vollzeittätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale 
Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrades, den 
die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 
27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf 
die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der 
Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 25

Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, 
ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 
27bis Abs. 4 IVV).

6.2 Für die Zeit ab 1. Januar 2022 präsentiert sich die Rechtslage wie 
folgt: 

6.2.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, der Invaliditätsgrad für diesen Teil nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 
wird der Invaliditätsgrad für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festge-
legt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltli-
chen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil 
der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in 
beiden Bereichen zu bemessen.

Als Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG der im Haushalt tätigen Versi-
cherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege und Betreu-
ung von Angehörigen (Art. 27 Abs. 1 IVV).

6.2.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode wird das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

6.2.2.1 Das Valideneinkommen bestimmt sich anhand des zuletzt vor 
Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Unterlag 
das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität erzielte 
Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein 
angemessenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). 
Kann das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht 
hinreichend genau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne 
Invalidität nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 26

Person bei gleicher Ausbildung und entsprechenden beruflichen 
Verhältnissen festgelegt (Art. 26 Abs. 4 IVV).

6.2.2.2 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein 
Erwerbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 
16 ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle 
Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit 
bestmöglich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares 
Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach 
statistischen Werten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Kann die 
versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer 
funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder 
weniger tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für 
Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV).

6.2.2.3 Soweit für die Bestimmung der massgebenden 
Erwerbseinkommen statistische Werte herangezogen werden, sind die 
Zentralwerte der LSE des BFS massgebend. Andere statistische Werte 
können beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in 
der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die sta-
tistischen Werte nach Abs. 3 sind an die betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung anzupassen 
(Art. 25 Abs. 4 IVV). 

6.2.3 Gemäss Art. 27bis Abs. 1 IVV werden für die Bestimmung des 
Invaliditätsgrades von Teilerwerbstätigen die Invaliditätsgrade in Bezug auf 
die Erwerbstätigkeit (lit. a) und in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich (lit. b) zusammengezählt. Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit wird gemäss Art. 27bis 
Abs. 2 IVV das Einkommen ohne Invalidität auf eine Erwerbstätigkeit, die 
einem Beschäftigungsgrad von 100 % entspricht, hochgerechnet (lit. a), 
das Einkommen mit Invalidität auf der Basis einer Erwerbstätigkeit, die 
einem Beschäftigungsgrad von 100 % entspricht, berechnet und 
entsprechend an die massgebliche funktionelle Leistungsfähigkeit 
angepasst (lit. b) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des 
Beschäftigungsgrades, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 27

geworden wäre, gewichtet (lit. c). Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird 
nach Art. 27bis Abs. 3 IVV der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei 
der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die 
versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt (lit. a) und der 
Anteil nach lit. a anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad 
nach Abs. 2 lit. c und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Abs. 3 lit. b).

6.3 Der Beschwerdeführerin wurde am 25. April 2018 ab dem 18. Janu-
ar 2017 (act. II 3/2) und am 8. Juli 2020 ab dem 1. November 2018 eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (act. II 13/2 Ziff. 1.3). Die MEDAS-
Sachverständigen attestierten der Beschwerdeführerin von Oktober 2018 
bis April 2019 in jeglicher Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei 
die bisherige Tätigkeit in ... dauerhaft nicht mehr zumutbar ist, und seit April 
2019 in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit 
besteht (act. II 40.1/23 f. Ziff. 4.7 - 4.9). Mit Blick auf die im Juni 2020 bei 
der Invalidenversicherung erfolgte Anmeldung (act. II 1) und in Anwendung 
von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2.2 hiervor) fällt der 
frühestmögliche Rentenbeginn auf Anfang Dezember 2020. Auf diesen 
Zeitpunkt hin ist eine erste Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

6.4

6.4.1 Bezüglich Valideneinkommen bringt die Beschwerdeführerin vor 
(Beschwerde S. 13 f. IV./D./Ziff. 32 ff.), das (gestützt auf statistische Werte) 
festgelegte Valideneinkommen sei deutlich zu tief. Sie habe zeitlebens als 
... gearbeitet und sich aufgrund ihrer Erfahrung und ihres Interesses ein 
breites Berufswissen und Berufskönnen angeeignet. Das Valideneinkom-
men für das Jahr 2020 betrage mindestens Fr. 80'000.--. Fakt ist, dass die 
Beschwerdeführerin (lediglich) über eine Ausbildung als ... verfügt und als 
... auf Abruf gearbeitet (vgl. act. II 52/3 Ziff. 3.2) und dabei stets nur be-
scheidene Einkommen erzielt hat (act. II 12); von einer langjährigen Be-
rufserfahrung, welche die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 
einem höheren als dem LSE-Wert verwerten könnte, kann nicht die Rede 
sein. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 28

Für das Valideneinkommen ist entgegen dem Vorgehen der Beschwerde-
gegnerin nicht von der LSE 2018 (act. II 52/7 Ziff. 5.3), sondern von der am 
23. August 2022 veröffentlichten LSE 2020 auszugehen, da beim Abstellen 
auf Tabellenlöhne grundsätzlich immer die im Zeitpunkt des angefochtenen 
Verwaltungsaktes – vorliegend am 14. März 2023 erlassen (act. II 69) – 
bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten 
statistischen Daten zu verwenden sind (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 
2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 6.2.1 und 6.2.2). Gemäss LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, beläuft 
sich der Bruttolohn unter Ziff. 86 - 88, Gesundheits- und Sozialwesen, 
Kompetenzniveau 1, Frauen, auf Fr. 4'700.-- monatlich bzw. Fr. 56'400.-- 
jährlich. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Ab-
schnitt Ziff. 86 - 88, Gesundheits- und Sozialwesen im Jahr 2020 von 
41.5 Stunden resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 58'515.-- 
(Fr. 56'400.-- : 40 h x 41.5 h). 

6.4.2 Da die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine ihr an sich zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist auch 
das Invalideneinkommen anhand statistischer Werte zu bestimmen (vgl. E. 
6.1.2.2 hiervor). Auszugehen ist von der LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, 
Kompetenzniveau 1, Frauen, im Betrag von Fr. 4'276.-- monatlich bzw. 
Fr. 51'312.-- jährlich. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Ar-
beitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2020 von 41.7 Stunden resultiert ein 
Betrag von Fr. 53'492.80 (Fr. 51'312.-- : 40 h x 41.7 h). Gründe für die Ge-
währung eines leidensbedingten Abzugs (vgl. E. 6.1.2.2 hiervor) sind nicht 
ersichtlich. Unter Berücksichtigung der gutachterlich attestierten Arbeits-
fähigkeit von 60 % (act. II 40.1/24 Ziff. 4.8) resultiert ein Invalideneinkom-
men von Fr. 32'095.70 (Fr. 53'492.80 x 0.6).

6.4.3 Somit ergibt die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkom-
men per Dezember 2020 eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von 
45.15 % ([Fr. 58'515.-- - Fr. 32'095.70] : Fr. 58'515.-- x 100), womit bei ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 29

nem Status von 60 % Erwerb und 40 % Haushalt im erwerblichen Bereich 
eine gewichtete Einschränkung von 27.09 % resultiert (45.15 % x 0.6). 

6.4.4 Für die Bestimmung der Einschränkung im Haushalt hat die Be-
schwerdegegnerin auf den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 13. Mai 
2022 (act. II 52) abgestellt. 

6.4.4.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.4.4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend (Beschwerde S. 9 f. 
IV./B./Ziff. 20 ff.), sie sei entgegen der unseriösen telefonischen Abklärung 
im Haushalt nicht nur zu 1 %, sondern zu mindestens 50 % eingeschränkt. 
Schwerere Haushaltarbeiten könne sie gar nicht mehr machen. Sie könne 
keine Zwangshaltungen einnehmen und keine schweren Gegenstände he-
ben. Sie benötige für sämtliche Tätigkeiten mehr Zeit, mache Fehler (ins-
besondere bei administrativen Tätigkeiten wie Rechnungen bezahlen etc.) 
und müsse überall qualitative Einbussen in Kauf nehmen. Falsch sei auch 
die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach der Ehemann alle Tätig-
keiten, welche die Beschwerdeführerin nicht ausüben könne, übernehmen 
könne und müsse. Der Ehemann sei bald 70 Jahre alt und selber gesund-
heitlich eingeschränkt. Die Schadenminderungspflicht könne nur von einer 
gesunden Person einverlangt werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 30

6.4.4.3 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 13. Mai 2022 (act. II 
52) ist voll beweiskräftig, da er von einer qualifizierten Person in Kenntnis 
der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der medizinischen Situati-
on verfasst wurde. Sodann wurden die Angaben der versicherten Person 
berücksichtigt und der Bericht ist bezüglich der einzelnen Einschränkungen 
angemessen detailliert und plausibel begründet (vgl. E. 6.4.4.1 hiervor). 
Zudem bestehen entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin keine 
Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen der Abklärungsfachperson, ist doch 
von der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachten aus-
zugehen, wonach die Beschwerdeführerin auch mit Blick auf die von ihr 
ausgeübte ...tätigkeit nicht wesentlich eingeschränkt ist (vgl. act. II 40.1/24 
Ziff. 4.8), womit sich auch eine höhere als die von der Fachperson für 
Haushaltabklärungen vorgenommene Einschätzung nicht begründen lässt. 
Was die Schadenminderungspflicht des Ehemannes der Beschwerdeführe-
rin betrifft (vgl. BGE 141 V 642 E. 4.3 S. 648, 133 V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 
2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5), gab die Beschwerdeführerin gegenüber der 
rheumatologischen Gutachterin am 25. Mai 2021 an (act. II 40.4/1 Ziff. 1.1., 
40.4/13 Ziff. 6.3, 40.4/15 Ziff. 7.4), schweres Tragen könne vom Ehemann 
durchgeführt werden bzw. schwerere Tätigkeiten übernehme dieser. Dass 
sich die gesundheitliche Situation des Ehemannes seither verändert hat, 
wird nicht geltend gemacht. Somit ist die von der Abklärungsfachperson 
berücksichtigte Schadenminderung des Ehemannes nicht zu beanstanden. 
Folglich liegt per Dezember 2020 im Haushalt eine Einschränkung von 1 % 
vor (act. II 52/9 ff. Ziff. 7.2), womit bei einem Status von 60 % Erwerb und 
40 % Haushalt im häuslichen Bereich eine gewichtete Einschränkung von 
0.40 % resultiert (1 % x 0.4). 

6.4.5 Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung per De-
zember 2020 einen Invaliditätsgrad von gerundet 27 % (27.09 % [Erwerb] + 
0.40 % [Haushalt] = 27.49 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 
E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1), womit ab De-
zember 2020 kein Rentenanspruch besteht (vgl. E. 2.2.2.1 hiervor).

6.5 Nach den Begutachtungsterminen vom 18. Mai bis 21. Juni 2021 
(act. II 40.1/16 Ziff. 1) wurden im Zusammenhang mit dem Hydrocephalus 
occlusivus am 23. August, 7., 16., und 23. September 2021 weitere opera-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 31

tive Eingriffe notwendig (act. II 45/2 - 5, 49), so dass es gemäss der über-
zeugenden Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. G.________ seit der 
Begutachtung zwischenzeitlich zu einer Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes gekommen sei. Nach dem letzten Eingriff am 23. Septem-
ber 2021 habe sich die Situation wieder stabilisiert, so dass spätestens ab 
Januar 2022 wieder auf die Beurteilungen im MEDAS-Gutachten abgestellt 
werden könne (act. II 49). Damit liegen zwei Revisionsgründe vor, so dass 
auf den Zeitpunkt der ersten Operation am 23. August 2021 bzw. der ge-
sundheitlichen Verschlechterung und den Zeitpunkt der Stabilisierung des 
Gesundheitszustandes per 1. Januar 2022 je eine weitere Invaliditätsbe-
messung vorzunehmen ist.

6.6

6.6.1 Da die Beschwerdeführerin vom 23. August bis 31. Dezember 2021 
in jeglicher Tätigkeit arbeitsunfähig war (vgl. act. II 49), betrug die Ein-
schränkung im erwerblichen Bereich in der genannten Zeitspanne 100 %, 
was bei einem Status von 60 % Erwerb und 40 % Haushalt im erwerblichen 
Bereich eine gewichtete Einschränkung von 60 % ergibt (100 % x 0.6). 

6.6.2 Für die Zeit vom 23. August bis 31. Dezember 2021 ging die Be-
schwerdegegnerin im voll beweiskräftigen Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 13. Mai 2022 (act. II 52) im häuslichen Bereich von einer 
50%igen Einschränkung der Beschwerdeführerin aus (act. II 52/12 Ziff. 
7.2). Dies unter Hinweis auf den Entscheid des BGer vom 27. Juli 2012, 
8C_828/2011, E. 4.1.2, wo bei einem pensionierten Ehegatten – wie dies 
beim Ehemann der Beschwerdeführerin seit dem TT. MM 2021 der Fall ist 
(act. II 52/9 Ziff. 7.1) – davon ausgegangen wird, dass die im Haushalt an-
fallenden Arbeiten je hälftig geteilt werden. Diese Vorgehensweise ist nicht 
zu beanstanden. Folglich resultiert bei einem Status von 60 % Erwerb und 
40 % Haushalt im häuslichen Bereich eine gewichtete Einschränkung von 
20 % (50 % x 0.4). 

6.6.3 Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung für die Zeit 
vom 23. August bis 31. Dezember 2021 einen Invaliditätsgrad von 80 % 
(60 % [Erwerb] + 20 % [Haushalt]). Unter Berücksichtigung der Dreimonats-
frist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV (vgl. E. 2.3.3 hiervor) hat die Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 32

führerin ab 1. November 2021 Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. 
E. 2.2.2.1 hiervor).

6.7 Wie bereits erwähnt (vgl. E. 6.5 hiervor), ist per 1. Januar 2022 eine 
weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen. 

6.7.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens kann auf die in E. 6.4.1 hiervor 
gemachten Ausführungen verwiesen werden. Gemäss LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, beläuft 
sich der Bruttolohn unter Ziff. 86 - 88, Gesundheits- und Sozialwesen, 
Kompetenzniveau 1, Frauen, auf Fr. 4'700.-- monatlich bzw. Fr. 56'400.-- 
jährlich. Indexiert auf das Jahr 2022 resultiert ein Betrag von Fr. 56'891.40 
(Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen 2016 - 2022, Ziff. 86 - 88, Ge-
sundheitswesen, Heime und Sozialwesen, Index Jahr 2020: 103.3 Punkte, 
Index Jahr 2022: 104.2 Punkte). Die Anpassung an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit im Abschnitt Ziff. 86 - 88, Gesundheits- und Sozi-
alwesen im Jahr 2022 von 41.6 Stunden ergibt einen Betrag von 
Fr. 59'167.10 (Fr. 56'891.40 : 40 h x 41.6 h). 

6.7.2 Da für das Invalideneinkommen kein anrechenbares Erwerbsein-
kommen vorliegt, ist dieses anhand statistischer Werte zu bestimmen (vgl. 
E. 6.2.2.2 hiervor). Auszugehen ist von der LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, 
Kompetenzniveau 1, Frauen, im Betrag von Fr. 4'276.-- monatlich bzw. 
Fr. 51'312.-- jährlich. Indexiert auf das Jahr 2022 resultiert ein Betrag von 
Fr. 52'054.90 (Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen 2016 - 2022, 
Abschnitt Total, Index Jahr 2020: 103.6 Punkte, Index Jahr 2022: 105.1 
Punkte). Die Anpassung an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im 
Abschnitt Total im Jahr 2022 von 41.7 Stunden ergibt einen Betrag von 
Fr. 54'267.20 (Fr. 52'054.90 : 40 h x 41.7 h). Unter Berücksichtigung der 
gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 60 % (act. II 40.1/24 Ziff. 4.8) 
resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 32'560.30 (Fr. 54'267.20 x 0.6). 
Mit Blick auf diese verbleibende Arbeitsfähigkeit und in Anwendung von Art. 
26bis Abs. 3 IVV (vgl. E. 6.2.2.2 hiervor) hat die Beschwerdegegnerin zu 
Recht keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 33

6.7.3 Somit ergibt die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkom-
men per Januar 2022 eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von 
44.97 % ([Fr. 59'167.10 - Fr. 32'560.30] : Fr. 59'167.10 x 100), womit bei 
einem Status von 60 % Erwerb und 40 % Haushalt im erwerblichen Bereich 
eine gewichtete Einschränkung von 26.98 % resultiert (44.97 % x 0.6). 

6.7.4 Da per Januar 2022 wieder auf die Einschränkungen gemäss dem 
MEDAS-Gutachten abzustellen ist (act. II 49), kann hinsichtlich der Ein-
schränkung im Haushalt auf das in E. 6.4.4.3 hiervor für die Zeit ab 1. De-
zember 2020 Ausgeführte verwiesen werden. Folglich liegt per Januar 
2022 im Haushalt eine Einschränkung von 1 % vor (act. II 52/9 ff. Ziff. 7.2), 
womit bei einem Status von 60 % Erwerb und 40 % Haushalt im häuslichen 
Bereich eine gewichtete Einschränkung von 0.40 % resultiert (1 % x 0.4). 

6.7.5 Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung per Januar 
2022 einen Invaliditätsgrad von gerundet 27 % (26.98 % [Erwerb] + 0.40 % 
[Haushalt] = 27.38 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1), womit in Anwendung 
von Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 2.3.3 hiervor) der Rentenanspruch per 
31. März 2022 zu befristen ist und ab 1. April 2022 kein Rentenanspruch 
mehr besteht (vgl. E. 2.2.2.2 hiervor).

6.8 Da die am TT. MM 1967 geborene Beschwerdeführerin (act. II 1/1 
Ziff. 1.1) im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 
14. März 2023 (act. II 69) das 55. Altersjahr zurückgelegt hatte, ist zu prü-
fen, ob vor der Rentenaufhebung Eingliederungsmassnahmen durchzu-
führen sind (BGE 145 V 209 E. 5.4 S. 214; SVR 2020 IV Nr. 66 S. 231 
E. 2.3.1 und E. 2.3.3). Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen vor 
Rentenaufhebung setzt jedoch Eingliederungswillen bzw. eine subjektive 
Eingliederungsfähigkeit voraus; fehlt es daran, so entfällt der Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen, ohne dass zunächst ein Mahn- und Bedenk-
zeitverfahren durchgeführt werden müsste (SVR 2022 IV Nr. 6 S. 18 E. 
3.2.2, 2019 IV Nr. 3 S. 9 E. 7). 

Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend festhält (Beschwerdeantwort S. 5 
C./b)/Ziff. 13), fehlt es der Beschwerdeführerin am subjektiven Eingliede-
rungswillen, da sie sich ausser Stande sieht, als ... mehr als 20 % zu arbei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 34

ten (act. II 40.6/8 Ziff. 3.2.5), obwohl dies gemäss Gutachten eine ange-
passte Tätigkeit ist, welche die Beschwerdeführerin in einem 60 %-Pensum 
ausüben könnte (act. II 40.1/24 Ziff. 4.8). Folglich konnte die Rentenaufhe-
bung vorliegend ohne vorgängige Gewährung von Eingliederungsmass-
nahmen erfolgen. 

6.9 Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde abzuweisen. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin – vorbehält-
lich der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – zur Bezahlung 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG); auch die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als öffentlich-
rechtliche Anstalt des Kantons Bern nicht Anspruch auf Ersatz ihrer Partei-
kosten (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

7.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

7.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 35

7.3.2 Da die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der doku-
mentierten finanziellen Verhältnisse ausgewiesen ist (Akten der Beschwer-
deführerin [act. I] 3; Akten der Beschwerdeführerin [act. Ia] 5a - 5i), dieser 
Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos erschien und die anwaltliche 
Verbeiständung geboten ist, sind die Voraussetzungen für die Erteilung des 
Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das entsprechende Gesuch 
der Beschwerdeführerin ist somit gutzuheissen und es ist ihr Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen. Festzusetzen bleibt dessen 
amtliches Honorar.

7.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 
1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtli-
chen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stunden-
ansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 18. Juli 2023 macht Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 4'150.-- (20.75 h à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 166.-- (pauschal 4 %) und Mehrwertsteuer von Fr. 332.30 (7.7 % von 
Fr. 4'316.--), total Fr. 4'648.30 geltend. Der geltend gemachte Aufwand von 
20.75 Stunden ist unter dem Aspekt der Gebotenheit im Vergleich mit ähn-
lich gelagerten Fällen zu hoch; unter Berücksichtigung des Aufwandes für 
die Fälle mit unentgeltlicher Rechtspflege ist bei diesem vom medizinischen 
Sachverhalt her nicht sehr komplexen Fall der gebotene Aufwand auf ma-
ximal 16 Stunden festzusetzen. Zudem ist Folgendes zu berücksichtigen: 
Zum Parteikostenersatz gehören die notwendigen Auslagen (Art. 2 der kan-
tonalen Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikos-
tenersatzes [Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811]). Es können 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 36

jedoch nur die im konkreten Fall entstandenen Auslagen ersetzt werden, 
was bedeutet, dass nicht ein im Voraus pauschal festgelegter Prozentsatz 
des Honorars zu erstatten ist (vgl. in BVR 2015 S. 15 nicht publ. E. 6.2.3 
des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 10. Februar 2014, VGE 2012/422 
sowie SVR 2003 IV Nr. 32 S. 99 E. 6.4). Folglich ist die Pauschalspesen 
umfassende Kostennote vom 18. Juli 2023 mit den für das Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht geltenden Regeln betreffend Auslagenersatz nicht 
konform. Mit Blick auf diese Ausführungen ist das amtliche Honorar somit 
pauschal auf Fr. 3'500.-- inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer festzuset-
zen. Folglich ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 3'500.-- 
(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 der Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272; vgl. Art. 113 
VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

4. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2023, IV/23/337, Seite 37

5. Rechtsanwalt B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'500.-- festgesetzte Ent-
schädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (inklusive Kostennote vom 18. Juli 2023)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.