# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f8a9c67-16a6-5f9e-94bf-42f74f2b8cc0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.05.2021 470 21 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-21-42_2021-05-04.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, 

vom 4. Mai 2021 (470 21 42) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Verfahrenseinstellung 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin; Gerichtsschreiber i.V. Vladimir Hof 

 

 
Parteien A.____ AG, 

vertreten durch B.____ und C.____, 

Beschwerdeführerin 
  

 

gegen 

 

 
 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Hauptabteilung Strafbefehle (SB), 

Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal,  

Beschwerdegegnerin 

 

D.____,  

Beschuldigter 
  
Gegenstand Verfahrenseinstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, vom 11. Februar 2021 

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A. Mit Anzeige vom 6. August 2020 wegen Übertretung eines richterlichen Verbots der 

A.____ AG wurde D.____ (nachfolgend: Beschuldigter) vorgeworfen, sich am 30. Juli 2020 zwi-

schen 18:55 und 19:20 Uhr oberhalb des X.____ im unteren Schleusenvorhafen auf dem Areal 

des A.____ aufgehalten und damit gegen das gerichtliche Zugangsverbot auf dem Areal der 

Schifffahrtsanlagen verstossen zu haben. 

B. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle (nachfolgend: 

Staatsanwaltschaft), erklärte den Beschuldigten daraufhin mit Strafbefehl vom 12. August 2020 

der Übertretung eines richterlichen Verbots schuldig, verurteilte ihn zu einer Busse von 

CHF 50.00 und verpflichtete ihn zur Zahlung der Verfahrenskosten in Höhe von CHF 150.00. 

C. Gegen diesen Strafbefehl legte der Beschuldigte mit Eingabe vom 20. August 2020 Ein-

sprache ein. 

D. Mit Einstellungsverfügung vom 11. Februar 2021 hob die Staatsanwaltschaft den Strafbe-

fehl vom 12. August 2020 auf und stellte das Strafverfahren in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 

lit. a und b StPO ein (Ziff. 1). Die Verfahrenskosten gingen zu Lasten des Staats (Ziff. 2). Ferner 

wurde der beschuldigten Person keine Entschädigung oder Genugtuung zugesprochen (Ziff. 3). 

E. Mit Beschwerde vom 12. Februar 2021 gelangte die A.____ AG (nachfolgend: Beschwer-

deführerin) an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantons-

gericht), und beantragte sinngemäss die Aufhebung der staatsanwaltlichen Einstellungsverfü-

gung vom 11. Februar 2021. 

F. Mit Stellungnahme vom 18. Februar 2021 beantragte die Staatsanwaltschaft, die Be-

schwerde abzuweisen und die Kosten des Verfahrens der beschwerdeführenden Partei aufzuer-

legen. 

G. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 4. März 2021 wurde festgestellt, dass der Be-

schuldigte innert Frist keine Stellungnahme eingereicht hat. 

Erwägungen 

1. Gegen eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft kann innert zehn Tagen bei 

der Beschwerdeinstanz schriftlich und begründet Beschwerde erhoben werden (Art. 322 Abs. 2 

der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0], Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 20 Abs. 

1 lit. b StPO sowie § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessord-

nung [EG StPO; SGS 250]). Gemäss Art. 395 lit. a StPO i.V.m. Art. 61 lit. c StPO beurteilt das 

Präsidium der Abteilung Strafrecht des Kantonsgerichts die Beschwerde, wenn diese aus-

schliesslich eine Übertretung zum Gegenstand hat. Die Missachtung eines richterlichen Verbots 

im Sinne von Art. 258 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) ist mit Busse 

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bedroht und somit als Übertretung zu qualifizieren (vgl. Art. 103 des Schweizerischen Strafge-

setzbuchs [StGB; SR 311.0]), womit die Zuständigkeit des Präsidiums gegeben ist. Mittels Be-

schwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechtsverletzungen wie auch unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellungen des Sachverhalts einschliesslich blosser Unangemessenheit 

gerügt werden. Die Einstellungsverfügung vom 11. Februar 2021 wurde der Beschwerdeführerin 

frühestens am 12. Februar 2021 zugestellt, womit die zehntägige Beschwerdefrist mit Aufgabe 

der Beschwerde bei der Schweizerischen Post am 12. Februar 2021 gewahrt wurde. Die Be-

schwerdeführerin ist als Verbotsnehmerin und zur Stellung eines Strafantrags berechtigte Person 

als geschädigte Person zu qualifizieren (vgl. Art. 115 Abs. 2 StPO), welche rechtzeitig Strafantrag 

gestellt hat (vgl. Art. 30 f. StGB) und daher zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 382 Abs. 1 

StPO). Die Unterzeichneten führen Kollektivunterschrift zu zweien und sind somit gehörig bevoll-

mächtigt. Die weiteren Beschwerdevoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass und 

sind allesamt erfüllt. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.1 Nachdem der Beschuldigte in seiner Einsprache vom 20. August 2020 geltend gemacht 

hat, die Verbotstafel vom Wasser aus nicht gesehen zu haben, führte die Staatsanwaltschaft in 

ihrer Einstellungsverfügung vom 11. Februar 2021 aus, dass diesbezügliche Abklärungen der 

Staatsanwaltschaft bei der Polizei Basel-Landschaft, Abteilung Schifffahrt, ergeben hätten, dass 

an der besagten Stelle tatsächlich kein vom Wasser aus ersichtliches Schild vorhanden sei, wo-

nach der Beschuldigte hätte erkennen können, dass er sich in einem mit einem richterlichen Ver-

bot belegten Areal befindet, womit das richterliche Verbot nicht genügend signalisiert sei und dem 

Beschuldigten ein fahrlässiger oder gar vorsätzlicher Verstoss gegen das richterliche Verbot nicht 

angelastet werden könne. Der subjektive Tatbestand sei nicht erfüllt bzw. es könne auch nicht 

nachgewiesen werden, dass der Beschuldigte auf andere Art und Weise vom richterlichen Verbot 

Kenntnis erlangt habe, sodass das Verfahren einzustellen sei. 

2.2 Mit Beschwerde vom 12. Februar 2021 legt die Beschwerdeführerin eine E-Mail eines 

Polizeibeamten vom 31. Juli 2020 ins Recht, wonach die Polizei den Beschuldigten am besagten 

Ort gesehen und kontrolliert habe. Die Beschwerdeführerin argumentiert, das Schild am Ufer sei 

gut lesbar und in Anbetracht der Nähe zum Kraftwerk und der Schleuse Y.____ sei es nachvoll-

ziehbar und selbstverständlich, dass der Zutritt zu diesem Gefahrenbereich verboten sei. Es sei 

mithin zu erwarten, dass man sich vor Ort über die Gefahren und die Situation informiere. Die 

Beschwerdeführerin erwarte, dass ihre gerichtlichen Verbote eingehalten und durchgesetzt wer-

den. 

2.3 Die Staatsanwaltschaft verweist in ihrer Stellungnahme vom 18. Februar 2021 im We-

sentlichen auf die Begründung der Einstellungsverfügung vom 11. Februar 2021. Unstrittig sei 

vorliegend, dass sich der Beschuldigte mit seinem Stand Up Paddle im vom richterlichen Verbot 

erfassten Areal befunden habe. Es werde von ihm einzig geltend gemacht, dass aus seiner Po-

sition heraus die Beschilderung des richterlichen Verbots nicht ersichtlich gewesen sei und er 

somit nicht gewusst habe, dass es ihm verboten sei, sich an besagter Örtlichkeit aufzuhalten. 

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Das gerichtliche Verbot sei auf dem Grundstück an gut sichtbarer Stelle anzubringen, damit Per-

sonen, die in den Bereich der entsprechenden Parzelle kommen, auch Kenntnis vom Verbot neh-

men und sich daran halten könnten. Die Beschwerdeführerin selbst sei im Verlauf des Verfahrens 

gebeten worden, Auskunft über die Signalisation des richterlichen Verbots zu erteilen, was jedoch 

nicht erfolgt sei. Vielmehr habe sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt gestellt, für die 

Signalisation nicht zuständig zu sein. Verbotsnehmer sei jedoch die Beschwerdeführerin, welche 

demnach grundsätzlich dafür besorgt sein müsse, dass das richterliche Verbot vorschriftsgemäss 

signalisiert werde und ersichtlich sei. Ungeachtet der Frage, ob die am Ufer angebrachte Signa-

lisation den geltenden Vorschriften der ZPO entspreche, sei davon auszugehen, dass dieses 

Schild vom Wasser aus für den Beschuldigten nicht ersichtlich und erkennbar gewesen sei. Am 

Steg selbst, den er habe umfahren müssen, sei kein entsprechendes Hinweisschild angebracht. 

Und selbst wenn der Beschuldigte das Schild vom Wasser aus gesehen hätte, sei davon auszu-

gehen, dass er lediglich das Fussgängerverbot hätte erkennen können, wobei er nicht hätte da-

von ausgehen müssen, dass ihn dieses Verbot betreffen könnte. Der Beschuldigte habe sich mit 

seinem Stand Up Paddle in Distanz zum Ufer befunden, sodass seine Aussagen, das Schild nicht 

gesehen zu haben, auch nachvollziehbar seien. Es gebe somit keinen Grund, an den Aussagen 

des Beschuldigten zu zweifeln, welche er überdies bereits unmittelbar nach Feststellung der 

Übertretung der Polizei gegenüber gemacht habe. 

3.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO stellt die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren vollständig 

oder teilweise ein, wenn sich kein Tatverdacht erhärtet, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), kein 

Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar ma-

chen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshinder-

nisse aufgetreten sind (lit. d) oder nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestra-

fung verzichtet werden kann (lit. e). Die Gründe gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a bis d StPO verstehen 

sich als zwingend und führen somit ausnahmslos zur Einstellung des Verfahrens (ROLF GRÄDEL/

MATTHIAS HEINIGER, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Basel 2014, N 6 zu Art. 319 StPO; 

NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, in: Zürcher Kommentar StPO, 3. Auflage, Zürich 2020, 

N 14 zu Art. 319 StPO). Eine Einstellung gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist zu verfügen, wenn 

kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt. Einzustellen ist mit anderen Worten, 

wenn sich während des Vorverfahrens der Tatverdacht nicht derart verdichtete, dass bei erfolgter 

Anklage mit einer verurteilenden Erkenntnis des Gerichts gerechnet werden könnte, also mit Si-

cherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre (NIKLAUS 

SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Auflage, Zürich/

St. Gallen 2017, N 1251). Das Bundesgericht hat in verschiedenen Entscheiden den Grundsatz 

„in dubio pro duriore“ konkretisiert, wonach die Staatsanwaltschaft eine Einstellung nur bei klarer 

Straflosigkeit bzw. offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen verfügen darf (BGE 137 IV 

219 E. 7.1; BGer 1B_46/2011 vom 1. Juni 2011 E. 4 und 1B_366/2011 vom 24. Oktober 2011 

E. 2.1), wobei in Zweifelsfällen eine Anklage und gerichtliche Beurteilung zu erfolgen hat. Eine 

Einstellung des Verfahrens ist aber immer dann angezeigt, wenn nach der gesamten Aktenlage 

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ein Freispruch zu erwarten ist, wenn also das inkriminierte Verhalten, selbst wenn es nachgewie-

sen wäre, ganz offensichtlich den objektiven und subjektiven Tatbestand einer Strafnorm nicht 

erfüllt. Im Interesse der Verfahrensökonomie und der beschuldigten Person ist darauf zu achten, 

dass keine leichtfertigen Anklagen erhoben werden (LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N 3 zu 

Art. 319 StPO). 

3.2 Wer an einem Grundstück dinglich berechtigt ist, kann beim Gericht beantragen, dass 

jede Besitzesstörung zu unterlassen ist und eine Widerhandlung auf Antrag mit einer Busse bis 

zu CHF 2’000 bestraft wird (Art. 258 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Das Verbot ist öffentlich bekannt zu 

machen und auf dem Grundstück an gut sichtbarer Stelle anzubringen (sog. doppelte Publizität; 

Art. 259 ZPO). Die Anbringung der Hinweistafel ist Sache des Gesuchstellers. Da die Verbotsan-

ordnung gut sichtbar sein muss, um Rechtskraft zu entfalten, wird eine gewisse Dimension der 

Schrift des Dispositivtextes auf der entsprechenden Tafel sowie eine geeignete Platzierung der-

selben vorausgesetzt, je nach dem, um welches Verbot es sind handelt, welche Örtlichkeit be-

troffen ist sowie allenfalls an welche Personen sich welche Anordnung richtet. Die Tafel muss auf 

den ersten Blick von allen Verbotsadressaten erkannt werden. Ist die Tafel bzw. die Inschrift da-

rauf ungenügend gross, der Verbotstext ungenügend (materiell oder nicht in der Amtssprache) 

formuliert, zerstört oder abgedeckt, an ungeeigneter Stelle, mithin ungenügend platziert, so ent-

fällt die Strafbarkeit, falls der Verzeigte nicht um das Verbot wusste (LUCA TENCHIO/KRISTINA 

TENCHIO, in: Basler Kommentar ZPO, 3. Auflage, Basel 2017, N 3a zu Art. 259 ZPO; TARKAN 

GÖKSU, in: Zürcher Kommentar ZPO, 3. Auflage, Zürich 2016, N 3 zu Art. 259 ZPO). 

4.1 Das vorliegend in Frage stehende gerichtliche Verbot wurde noch unter der mittlerweile 

ausser Kraft gesetzten basellandschaftlichen Prozessordnung vom 25. März 1867 verfügt. Ob-

wohl die ZPO keine Übergangsbestimmungen enthält, wie es sich mit den bisherigen kantonalen 

Verboten nach Inkrafttreten der ZPO verhält und das Bundesgericht diese Frage bisher offenge-

lassen hat (vgl. BGer 6B_814/2015 vom 30. November 2015 E. 1.4.3), ist in Übereinstimmung 

mit der herrschenden Lehre und der Freiburger Rechtsprechung davon auszugehen, dass die 

unter kantonalem Recht gewährten gerichtlichen Verbote rechtswirksam bleiben (KG FR 502 

2014 112 vom 13. Juli 2014 E. 3c, in: RFJ 2015 Nr. 42 S. 287 ff.; JÉRÔME DELABAYS, in: Petit 

commentaire CPC, Basel 2020, N 3 zu Art. 258 ZPO; FRANÇOIS BONET, in: Commentaire romand 

CPC, 2. Auflage, Basel 2019, N 4 zu Art. 258 ZPO; TENCHIO/TENCHIO, a.a.O., N 25 zu Art. 258 

ZPO; IVO SCHWANDER, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Auflage, Zürich/

St. Gallen 2016, N 11 zu Art. 258 ZPO). Den vorinstanzlichen Akten ist zu entnehmen, dass das 

Verbot am 17. Juli 1957 durch den zuständigen Präsidenten des damaligen Bezirksgerichts 

Z.____ in einem zur heutigen Regelung analogen Verfahren verfügt wurde. Das Verbot wie auch 

die angedrohte Strafe sind somit gültig zustande gekommen und damit für das Kantonsgericht 

massgeblich. 

4.2 Soweit die Beschwerdeführerin vor dem Kantonsgericht ausführt, dass der Beschuldigte 

von der Polizei im verbotenen Bereich gesehen und kontrolliert wurde, ist festzuhalten, dass diese 

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Tatsache vom Beschuldigten gerade nicht bestritten wird, weshalb sich eine weitere diesbezüg-

liche Auseinandersetzung erübrigt. 

4.3 Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Beschuldigte auf einen Sachverhaltsirrtum berufen 

kann, sodass dieser den subjektiven Tatbestand nicht erfüllt, wie dies von der Staatsanwaltschaft 

in ihrer Einstellungsverfügung angenommen wird. 

4.3.1 Vorsätzlich begeht eine Übertretung, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vor-

sätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 

Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 104 StGB). Konkret geht es damit um die Frage, ob der Beschuldigte in 

Kenntnis des Verbots die besagte Stelle befahren hat. 

4.3.2 Das fragliche Schild steht auf dem Uferweg ca. 2 bis 3 Meter über dem Wasserstand 

über der Uferböschung kurz vor der Hackenbuhne und ist talwärts ausgerichtet. Das Schild be-

steht aus dem Signal "Verbot für Fussgänger" (2.15) sowie einer darunter angebrachten Tafel mit 

folgendem Verbotstext: 

"    Zugang verboten 

 ausgenommen für Schiffspersonal und zur Fischerei berechtigte 

 Personen 

    Baden verboten 

 auf dem ganzen Areal der Schifffahrtsanlagen. 

Zuwiderhandlungen werden mit Bussen 

von Fr. 5.- bis Fr. 200.- geahndet. 

 Arlesheim, den 17. Juli 1957  Der Gerichtspräsident 

       Dr. Buser  " 

Stromaufwärts fahrende Stand Up Paddler, welche in den verbotenen Bereich einfahren möch-

ten, müssen dazu die 40 Meter in den Rhein ragende Hackenbuhne umfahren und sind auf der 

Höhe des Schilds mehrere Meter von diesem entfernt (vgl. Situationsplan Gfr. E.____ vom 

17. Februar 2021). Das Signal "Verbot für Fussgänger" (2.15) untersagt den Fussgängern und 

Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten den Zugang (Art. 19 Abs. 3 der Signalisationsverord-

nung [SSV; SR 741.21]). Fahrzeugähnliche Geräte sind Rollschuhe, Inline-Skates, Trottinette o-

der ähnliche mit Rädern oder Rollen ausgestattete Fortbewegungsmittel, welche ausschliesslich 

durch die Körperkraft des Benützers angetrieben werden (Art. 1 Abs. 10 des Strassenverkehrs-

gesetzes [SVG; SR 741.01]). E contrario gilt das Signal "Verbot für Fussgänger", welches der 

Beschuldigte überhaupt nur knapp aus der Distanz hätte erkennen können, nicht für Stand Up 

Paddler. Demgegenüber statuiert das untere Schild allgemeingültig "Zugang verboten" sowie 

"Baden verboten". Der Verbotstext ist jedoch im Gegensatz zum Signal "Verbot für Fussgänger" 

derart klein gedruckt, dass dieser bereits aus geringer Distanz nicht lesbar ist. Es war somit dem 

Beschuldigten nicht möglich, vom Wasser aus Kenntnis vom Verbot zu nehmen. So wird auch 

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durch die Polizei Basel-Landschaft, Abteilung Schifffahrt, eingeräumt, dass zurzeit kein Signal 

existiert, welches das gerichtliche Verbot vom Wasser aus ersichtlich machen würde (vgl. Akten-

notiz vom 18. Januar 2021). Der gleichen Meinung scheint auch der kontrollierende Polizeibe-

amte zu sein, wenn er in seiner E-Mail vom 31. Juli 2020 an die Beschwerdeführerin ausführt, 

der Beschuldigte habe vom Wasser aus nicht erkennen können, dass er nicht in diesen Bereich 

habe paddeln dürfen. 

Schliesslich ist der Beschuldigte nicht der einzige, der das Verbot nicht wahrgenommen hat, zu-

mal sich zur Tatzeit ca. zwölf weitere Personen auf Stand Up Paddles vor der Hackenbuhne 

versammelt haben, woraufhin die Polizei diese angewiesen hat, die Hackenbuhne nicht zu um-

fahren. Die Polizei konnte sodann den Geschäftsführer der Stand Up Paddle-Vermietung antref-

fen und hat mit ihm vereinbart, dass dieser seine Gäste auf das Verbot aufmerksam macht (vgl. 

E-Mail vom 31. Juli 2021). Der Geschäftsführer hat gegenüber der Polizei offenbar nicht behaup-

tet, dass er seine Kunden – mithin den Beschuldigten – auf das Verbot hingewiesen hätte. Wäre 

dies der Fall gewesen, so hätte er diesen Umstand vor den Polizeibeamten geltend gemacht, 

welche diese Aussage entsprechend protokolliert hätten. Dementsprechend ist mangels weiterer 

Anhaltspunkte davon auszugehen, dass der Beschuldigte gar keine Möglichkeit hatte, Kenntnis 

vom Verbot zu nehmen, weshalb er ohne Vorsatz gegen das gerichtliche Verbot verstossen hat. 

4.3.3 Handelt der Täter in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so beurteilt das Ge-

richt die Tat zu Gunsten des Täters nach dem Sachverhalt, den sich der Täter vorgestellt hat 

(Art. 13 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 104 StGB). Hätte der Täter den Irrtum bei pflichtgemässer Vor-

sicht vermeiden können, so ist er wegen Fahrlässigkeit strafbar, wenn die fahrlässige Begehung 

der Tat mit Strafe bedroht ist (Art. 13 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 104 StGB). Bestimmt es das Gesetz 

nicht ausdrücklich anders, so ist nur strafbar, wer vorsätzlich eine Übertretung begeht (Art. 12 

Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 104 StGB). Grundlage für die Bestrafung der Missachtung eines gericht-

lichen Verbots bildet Art. 258 ZPO als Norm des Nebenstrafrechts (und nicht etwa Art. 292 StGB; 

vgl. TENCHIO/TENCHIO, a.a.O., N 23a zu Art. 258 ZPO; ARNOLD F. RUSCH/PHILIPP KLAUS, Der zu-

geparkte Parkplatz, in: Jusletter vom 28. September 2015, N 29), weshalb gemäss Art. 333 

Abs. 7 StGB auch die fahrlässige Übertretung strafbar ist, sofern nicht nach dem Sinne der Vor-

schrift nur die vorsätzliche Begehung mit Strafe bedroht ist. Aus der Rechtsnatur des gerichtlichen 

Verbots als besondere Form des ansonsten verschuldensunabhängigen zivilrechtlichen Besit-

zesschutzes wie auch aus dem Wortlaut der Bestimmung, wonach "jede" Besitzesstörung straf-

bewehrt ist, erhellt, dass auch die fahrlässige Übertretung des Verbots unter Strafe steht 

(ANDREAS GÜNGERICH, in: Berner Kommentar ZPO, Bern 2012, N 22 zu Art. 258 ZPO; FRANO 

KOSLAR, in: Stämpflis Handkommentar ZPO, Bern 2010, N 4 zu Art. 258 ZPO; SCHWANDER, 

a.a.O., N 9 zu Art. 258 ZPO). 

Fahrlässig begeht eine Übertretung, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvor-

sichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 104 

StGB). Nach der bereits festgestellten Unkenntnis des Beschuldigten vom gerichtlichen Verbot 

und in Abwesenheit von einschlägigen Sorgfaltsnormen zur Vermeidung dieses Irrtums sowie 

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mangels eines konkreten vorwerfbaren Fehlverhaltens kann die Übertretung des gerichtlichen 

Verbots dem Beschuldigten nicht zugerechnet werden. Der Beschuldigte hatte gar keine Mög-

lichkeit, vom Wasser aus das Verbot zu sehen bzw. den Verbotstext zu lesen und zur Kenntnis 

zu nehmen, weshalb die Übertretung weder vorsätzlich, noch fahrlässig begangen wurde und 

folglich straflos bleiben muss. 

4.3.4 Der Einwand der Beschwerdeführerin, dass ein solches Verbot in der Nähe beim Kraft-

werk bzw. bei den Schleusen selbstverständlich sei und dass zu erwarten gewesen wäre, dass 

sich der Beschuldigte vorab informiert, zielt schliesslich ins Leere. Es ist zwar korrekt, dass einem 

Laien zugemutet werden darf, in unmittelbarer Nähe zu einer Gefahrenquelle im Zweifel von einer 

Zugangsbeschränkung auszugehen. Die Hackenbuhne, an welcher der verbotene Bereich be-

ginnt und bei welcher der Beschuldigte kontrolliert wurde, befindet sich jedoch über 400 Meter 

stromabwärts der Schleusen. Dass der Zugang bereits an dieser Stelle verboten sein soll, ist 

aufgrund der konkreten Begebenheiten nicht derart klar, dass ein Verstoss einem Laien ohne 

Kenntnis eines ausdrücklichen Verbotes vorgeworfen werden könnte. 

4.4 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb diese abzu-

weisen ist. 

5. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vor-

liegenden Verfahrens werden die Kosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 800.00, be-

stehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 750.00 (§ 13 Abs. 2 der Verordnung über die Gebüh-

ren der Gerichte [Gebührentarif; GebT; SR 170.31]) und Auslagen von CHF 50.00, der Beschwer-

deführerin auferlegt, welche überdies ihre Parteikosten selbst zu tragen hat. 

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Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus ei-

ner Gerichtsgebühr von CHF 750.00 zuzüglich Auslagen von pauschal 

CHF 50.00, somit total CHF 800.00, gehen zu Lasten der Beschwerde-

führerin. 

 3. Dieser Entscheid wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

 

 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber i.V. 
 
 
 
 
Vladimir Hof 

 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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