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**Case Identifier:** 9063e4b9-d213-5822-9f62-08cf2722b071
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.05.2020 200 2019 681
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-681_2020-05-06.pdf

## Full Text

200 19 681 UV
KOJ/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Mai 2020

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
substituiert durch Rechtsanwältin Dr. med. C.________, 

Beschwerdeführerin

gegen

Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
Dufourstrasse 40, 9001 St. Gallen
p.A. Rechtsdienst Personenversicherung, Wuhrmattstrasse 19-23,
4103 Bottmingen
Beschwerdegegnerin

Versicherung D.________
Beigeladene 1

Krankenversicherung E.________
Beigeladene 2

betreffend Einspracheentscheid vom 11. Juli 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1994 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der Helvetia Schweizerische Versiche-
rungsgesellschaft AG (Helvetia bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch 
unfallversichert, als sie gemäss Schadenmeldung am 19. Dezember 2017 
auf einer ...piste verunfallte und sich dabei an der linken Schulter verletzte 
(Akten der Helvetia [act. II ] UM). Die Helvetia erbrachte im Zusammen-
hang mit diesem Ereignis die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in 
Form von Heilbehandlung und Taggeld (vgl. act. II K1 f., K6 f.).

Mit E-Mail vom 20. September 2018 (act. II K13) teilte die Versicherte der 
Helvetia mit, aufgrund seit dem Ereignis vom 19. Dezember 2017 beste-
hender Knieschmerzen links seien im Mai 2018 erneut medizinische Ab-
klärungen notwendig gewesen, wobei eine Ruptur des vorderen Kreuzban-
des und des medialen Meniskushinterhornes festgestellt worden sei. Am 
8. September 2018 habe sie eine kleine Stufe nicht gesehen und vollstän-
dig ihr linkes Bein belastet, woraufhin sie grosse Schmerzen im linken Knie 
verspürt habe. Inzwischen habe sie jedoch einen neuen Arbeitgeber (vgl. 
hierzu Schadenmeldung vom 14. November 2018 bei der Versicherung 
D.________ [D.________ bzw. Beigeladene 1], Akten der D.________ 
[act. III ] 1). Die Helvetia eröffnete den Fall erneut und tätigte in der Folge 
medizinische und erwerbliche Abklärungen. Insbesondere holte sie eine 
Stellungnahme bei ihrem beratenden Arzt, Dr. med. F.________, Facharzt 
für Chirurgie, vom 14. November 2018 (act. II M12) ein.

Mit Verfügung vom 7. Januar 2019 (act. II K37) verneinte die Helvetia ihre 
Leistungspflicht für die erneuten Behandlungen ab Mai 2018 mangels Kau-
salzusammenhang zwischen dem Unfall vom 19. Dezember 2017 und der 
Ruptur des vorderen Kreuzbandes links und verzichtete auf eine Rückfor-
derung der bereits darüber hinaus erbrachten Leistungen. Die dagegen 
erhobene Einsprache der Versicherten (act. II K40) wies sie mit Entscheid 
vom 11. Juli 2019 (act. II K45) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
Dr. med. C.________, mit Eingabe vom 10. September 2019 Beschwerde. 
Sie beantragt, in Aufhebung des Einspracheentscheides vom 11. Juli 2019 
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen 
nach dem Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) auch ab Mai 2018 zu erbringen. Eventualiter sei der 
Einspracheentscheid vom 11. Juli 2019 aufzuheben und über die gesetzli-
chen Ansprüche der Beschwerdeführerin nach Vornahme weiterer medizi-
nischer Abklärungen, gegebenenfalls unter medizinischer Begutachtung, 
unter Wahrung der Mitwirkungsrechte der Parteien, neu zu befinden.

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 17. Okto-
ber 2019 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 25. Oktober 2019 lud der Instruktionsrichter die 
D.________ (obligatorische Unfallversicherung der Beschwerdeführerin 
seit 1. Mai 2018 [vgl. hierzu act. II K17]) und die E.________ (obligatori-
sche Krankenversicherung der Beschwerdeführerin; Beigeladene 2) zum 
Verfahren bei.

Die Beigeladene 2 verzichtete mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 auf 
eine Stellungnahme.

Mit Eingabe vom 25. November 2019 reichte die Beigeladene 1 eine Stel-
lungnahme ein, worin sie zusammenfassend geltend macht, der Vorzu-
stand des linken Knies der Beschwerdeführerin sei mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit auf einen Sachverhalt zurückzuführen, welcher sich vor 
Versicherungsschutz bei ihr verwirklicht habe, womit sie keine Leistungs-
pflicht treffe. 

In der Replik vom 19. Dezember 2019 und in der Duplik vom 7. Januar 
2020 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin 
liess sich am 27. Januar 2020 erneut vernehmen.

Am 23. April 2020 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 56 
Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-

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nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah-
ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 
Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 11. Juli 
2019 (act. II K45). Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Be-
schwerdegegnerin für die linksseitigen Kniebeschwerden ab Mai 2018.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 
in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 
alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 
genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingun-
gen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein-
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, 
ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio 
sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 
2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. 
September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimmte 
gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 
S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

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recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3

2.3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelris-
se (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

2.3.2 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat 
der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Lis-
tenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits-
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach 
Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung 
nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung 
grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, 
dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu-
führen ist (Entscheid des BGer vom 24. September 2019, 8C_22/2019 [zur 
Publikation vorgesehen], E. 9.1).

2.3.3 Im Rahmen der im Januar 2017 in Kraft getretenen Gesetzesände-
rung war es dem Gesetzgeber ein Anliegen, die Abgrenzung zwischen 
Krankheit und Unfall zu vereinfachen. Der Hauptzweck der Novelle liegt 
dabei in einer Beweiserleichterung zu Gunsten der Versicherten durch eine 
gesetzliche Vermutung: Dem Grundsatz nach soll der Unfallversicherer bei 
Vorliegen einer Listenverletzung leistungspflichtig werden, sofern ihm nicht 
der Entlastungsbeweis gelingt.

Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer Faktor und 
damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gestei-

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gerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 der 
Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) mehr vorausgesetzt. Insoweit führt grundsätzlich bereits die 
Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a - h UVG genannte Körperschädi-
gung vorliegt, nunmehr zur Vermutung, es handle sich hierbei um eine un-
fallähnliche Körperschädigung, die vom Unfallversicherer übernommen 
werden muss. Indessen ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgese-
henen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der 
Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen 
Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursa-
che einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des 
Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen erinnerli-
chen und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeu-
tung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (z.B. betreffend Versicherungs-
deckung und Zuständigkeit des Unfallversicherers) - auch nach der UVG-
Revision relevant. Lässt sich nach Eingang der Meldung im Rahmen der 
Abklärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) kein initiales Ereignis erheben oder 
lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser Art, so verein-
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfall-
versicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen 
zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum 
der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem 
Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der 
Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für 
oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizini-
scher Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der 
Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen - mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, 
dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursa-
chenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurück-
zuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für 
Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass 
der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere 
Abklärungen erübrigen (BGer 8C_22/2019, E. 8.6).

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3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und unbestritten ist, dass das Ereignis 
vom 19. Dezember 2017 einen Unfall im Rechtssinne darstellt (E. 2.1 hier-
vor) und dieser als Nichtberufsunfall durch den Unfallversicherer gedeckt 
ist. Die Helvetia erbrachte im Zusammenhang mit diesem Ereignis hinsicht-
lich der daraus resultierenden linksseitigen Schulterbeschwerden denn 
auch die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in Form von Heilbe-
handlung und Taggeld (vgl. act. II K1 f., K6 f.). Umstritten ist hingegen, ob 
die Beschwerdegegnerin ab Mai 2018 auch Leistungen im Zusammenhang 
mit den linksseitigen Kniebeschwerden zu erbringen hat. Die entsprechen-
de Prüfung hat gestützt auf die Gesetzessystematik auf der Grundlage zu 
erfolgen, dass die in Abs. 1 und Abs. 2 von Art. 6 UVG definierten Leis-
tungstatbestände unabhängig voneinander sind und jeder Tatbestand ein-
zeln zu prüfen ist (BGer 8C_22/2019, E. 8.5).

3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.2.1 Dr. med. G.________, Praktischer Arzt, diagnostizierte im Bericht 
vom 19. Dezember 2017 (act. II M1) eine Schulterkontusion mit Verdacht 
auf eine Infraktion des Collum scapulae links.

3.2.2 Im Bericht vom 19. Dezember 2017 (act. II M2) diagnostizierte 
Dr. med. H.________, Assistenzarzt Chirurgie, eine Skapulakontusion.

3.2.3 Dr. med. I.________, Facharzt für Radiologie, erwähnte im Bericht 
über die Magnetresonanztomographie (MRI) des linken Kniegelenks vom 
8. Mai 2018 (act. II M5) als Indikation einen Status nach Distorsion im De-
zember 2017 sowie seither unklare, persistierende Schmerzen am Patel-
laoberpol und schmerzhaftes Knacken. Als Befund hielt er eine Ruptur des 
medialen Meniskushinterhornes und Signalstörungen fest. Es bestehe kei-
ne Dislokation von Fragmenten. Er hielt weiter eine vollständige alte Ruptur 
des vorderen Kreuzbandes fest, wobei das hintere Kreuzband intakt sei. 
Das mediale Seitenband sei etwas verdickt. Es bestünden retropatelläre 
Knorpelschäden im mittleren Drittel medial Grad II über mehrere Millimeter 
quer verlaufend, der übrige Gelenkknorpel sei erhalten. Der laterale Menis-
kus sei intakt und es bestehe kein Gelenkserguss. Er beurteilte den Befund 

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als Ruptur des vorderen Kreuzbandes und des medialen Meniskushinter-
hornes sowie als Status nach Teilruptur des medialen Seitenbandes. Wei-
ter führte er eine retropatelläre Chondropathie auf.

3.2.4 Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
4. Oktober 2018 (act. II M8) eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) 
links am 19. Dezember 2017.

Derselbe Arzt diagnostizierte im Bericht vom 16. Oktober 2018 (act. II M10) 
eine VKB-Ruptur links am 19. Dezember 2017 sowie eine luxierte Korb-
henkelläsion des Innenmeniskus vom September 2018.

3.2.5 Der die Beschwerdegegnerin beratende Arzt Dr. med. F.________ 
hielt in seiner Stellungnahme vom 14. November 2018 (act. II M12) in Be-
zug auf die Frage, ob die Knieverletzung links mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit in kausalem Zusammenhang zum Unfall vom 19. Dezember 
2017 stehe, fest, es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass die Beschwerde-
führerin mit einem frischen Kreuzbandriss und einer Meniskusläsion dies 
vier Monate lang bei den Ärzten nicht zum Ausdruck gebracht habe. In kei-
nem der Arztbefunde werde eine Verletzung des linken Kniegelenks be-
schrieben. Von der Beschwerdeführerin seien auch keine Beschwerden 
angegeben worden. Eher wahrscheinlich sei davon auszugehen, dass sich 
die Beschwerdeführerin die Kreuzbandruptur schon vor längerer Zeit zuge-
zogen habe. Ein Zeitraum hierfür sei nicht mehr feststellbar. Der Korbhen-
kelriss habe sich nach einiger Zeit aufgrund der Instabilität gebildet (S. 3 
Ziff. 3). Die vordere Kreuzbandruptur wie auch die Meniskusläsion seien als 
alt und damit nicht als kausal zum Unfall vom 19. Dezember 2017 anzuse-
hen. Ebenso sei die retropatellare Chondropathie unfallunabhängig (Ziff. 4). 
Sicherlich sei es nicht ganz einfach, eine Entscheidung zu treffen, insbe-
sondere könne hier nichts bewiesen werden, dies sei aber auch nicht not-
wendig. Nach Abwägung aller vorliegenden Befunde seien die Verletzun-
gen aus den genannten Gründen nicht mit dem geforderten Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Trauma vom 19. Dezember 
2017 zurückzuführen (Ziff. 5).

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3.2.6 Dr. med. J.________ diagnostizierte im Bericht vom 28. November 
2018 (act. II M13) einen Status nach Kniegelenksarthroskopie links mit Re-
position und Naht des medialen Meniskus sowie eine VKB-Rekonstruktion 
mit Quadrizepssehne vom 15. November 2018. Die Erstkonsultation sei im 
Juni 2018 aufgrund von linksseitigen Kniegelenksschmerzen erfolgt, die 
nach einem ...unfall im Dezember 2017 zunehmend präsent geworden sei-
en. Nach Abklingen der begleitenden Schultersymptomatik hätten sich die 
Schmerzen im linken Kniegelenk ohne erneutes Trauma entwickelt. Im Mai 
2018 sei die VKB-Ruptur durch ein MRI diagnostiziert worden. Bei initial 
stabilem Kniegelenk sei ein konservatives Therapieschema erfolgt, mit dem 
Ziel, die kniegelenksstabilisierende Muskulatur aufzubauen und das vorde-
re Kreuzband im Verlauf zu rekonstruieren. Nach erneuter Distorsion des 
linken Kniegelenkes im September 2018 mit Zuzug einer luxierten Korb-
henkelläsion des Innenmeniskus habe nun bei instabilem Kniegelenk die 
Indikation der zeitnahen VKB-Rekonstruktion bestanden. Da es zwischen 
dem Unfall im Dezember 2017 und der darauffolgend zunehmenden links-
seitigen Kniegelenkssymptomatik kein erneutes Unfallereignis gegeben 
habe, werde der ...unfall im Dezember 2017 als Ursache der VKB-Ruptur 
gewertet. Die Verletzung des Innenmeniskus sei eine Folge der Kreuz-
bandverletzung. 

3.2.7 Dr. med. K.________, Facharzt für Chirurgie und Intensivmedizin, 
beratender Arzt der Beigeladenen 1, hielt in seiner Stellungnahme vom 
25. Juli 2019 (act. III 87-88) fest, die Beschwerdeführerin habe bereits vor 
Mai 2018 Kniebeschwerden links gehabt. Der dokumentierte Sachverhalt 
zeige auf, dass die Pathologien am VKB und am Innenmeniskus Vorzu-
stände vor Mai 2018 darstellten. Es gebe keine Hinweise dafür, dass sich 
innerhalb der zeitlichen Verhältnisse seit Mai 2018 bis zur erneuten Bildge-
bung vom Oktober 2018 eine degenerative Pathologie am VKB entwickelt 
hätte. Die Läsion am Innenmeniskus sei die natürliche Fortsetzung der Pa-
thologie bei initial dokumentierter Meniskusläsion. Somit sei auch betref-
fend Innenmeniskus im engeren Sinne eine degenerative Meniskusverän-
derung als Ursache der Meniskusläsion zu verneinen. Somit scheide aus 
medizinischer Sicht die Frage des Vorliegens einer degenerativen Verän-
derung über den Zeitraum Mai 2018 bis Oktober 2018 aus. Es lägen keine 
Anhaltspunkte vor, dass die VKB-Ruptur bzw. der Riss am Hinterhorn des 

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Innenmeniskus durch eine Krankheit entstanden sein könnte, ausser der 
Information seitens der Beschwerdeführerin, dass sie bereits im Vorfeld 
vom Mai 2018 kontinuierlich an Knieschmerzen links im Nachgang zu ei-
nem Ereignis am 19. Dezember 2017 gelitten habe. Die dokumentierten 
pathologischen Befunde im linken Knie, wie dies anlässlich der Bildgebung 
vom Oktober 2018 (act. II M9) und in Kenntnis des Vorzustandes vom Mai 
2018 zur Darstellung gekommen sei, seien überwiegend wahrscheinlich auf 
einen Sachverhalt zurückzuführen, der sich vor Beginn des Versicherungs-
schutzes durch die D.________ verwirklicht habe. Insbesondere aufgrund 
der anamnestischen Angabe von Kniebeschwerden bereits vor Mai 2018 
sei aus medizinischer Betrachtung zwar eine Diagnose einer unfallähnli-
chen Körperschädigung (UKS) vorliegend, deren Ursache ihren Ursprung 
aber vor Mai 2018 gehabt habe (Ziff. 1 lit. b), denn sowohl eine Meniskus-
läsion mit Rissbildung als auch eine VKB-Ruptur stelle eine Anspruchs-
grundlage auf das Vorliegen von UKS-Diagnosen nach Art. 6 Abs. 2 lit. c 
und g UVG dar (Ziff. 1 lit. a). 

3.2.8 Am 15. November 2018 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer 
Kniegelenksarthroskopie links mit Reposition und Naht des medialen Me-
niskus sowie VKB-Rekonstruktion mit Quadrizepssehne (act. III 20-21).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-

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stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4 Nach dem Gesagten ist zum einen erstellt, dass die Beschwerde-
führerin am 19. Dezember 2017 einen Unfall erlitt, und zum andern, dass 
bei ihr eine VKB-Ruptur sowie eine luxierte Korbhenkelläsion des Innen-
meniskus am linken Knie diagnostiziert wurden, womit Listenverletzungen 
im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. c bzw. g UVG vorliegen (vgl. E. 2.3.1 hiervor). 

Gestützt auf die höchstrichterliche Rechtsprechung (vgl. E. 2.3.2 hiervor) ist 
vorab zu prüfen, ob die Verletzungen der Beschwerdeführerin auf das Un-
fallereignis vom 19. Dezember 2017 zurückzuführen sind, mithin ein natür-
licher und adäquater Kausalzusammenhang besteht.

3.4.1 Der geschilderte ...unfall ist grundsätzlich geeignet, Knieverletzun-
gen, wie sie bei der Beschwerdeführerin diagnostiziert wurden, zu verursa-
chen. Die Beschwerdeführerin macht denn auch geltend, seit dem ...unfall 
vom 19. Dezember 2017 an linksseitigen Kniebeschwerden gelitten zu ha-
ben (vgl. hierzu act. II K13) und führt die Knieverletzungen auf jenen Unfall 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 13

zurück. Auch im Überweisungsschreiben des Hausarztes 
Dr. med. L.________, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, vom 15. Mai 
2018 (act. II M7) wurden die linksseitigen Knieschmerzen auf den Sturz 
beim ...fahren im Dezember 2017 zurückgeführt. Ebenfalls werden im MRI-
Bericht von Dr. med. I.________ vom 8. Mai 2018 (act. II M5; E. 3.2.3 hier-
vor) unklare persistierende Schmerzen nach Distorsion im Dezember 2017 
festgehalten. Dr. med. J.________ hielt in seinen Berichten vom 4. Oktober 
(act. II M8; E. 3.2.4 hiervor) und vom 16. Oktober 2018 (act. II M10; 
E. 3.2.4 hiervor) als Diagnose eine VKB-Ruptur links am 19. Dezember 
2017 sowie eine luxierte Korbhenkelläsion des Innenmeniskus vom Sep-
tember 2018 fest. Auch gegenüber der Schadeninspektorin der Helvetia 
führte die Beschwerdeführerin am 5. November 2018 aus, dass sie seit 
dem Sturz am 19. Dezember 2017 immer einen Schmerz im Knie verspürt 
habe. Diese habe sie nie erwähnt, weil die Knieschmerzen im Vergleich zu 
den derart starken Schulterschmerzen unbedeutend gewesen seien. Auf-
grund der Schulterschmerzen habe sie Schmerzmittel eingenommen, wes-
halb sie auch den Schmerz im Knie nicht mehr so wahrgenommen habe 
(vgl. Inspektorenbericht vom 6. November 2018 [act. II B1] S. 2). Diese 
Schilderungen erscheinen plausibel und glaubhaft, so finden sich denn 
auch in den Akten keine diesbezüglichen Widersprüche. Dr. med. 
J.________ hielt übereinstimmend dazu fest, dass die linksseitigen Kniege-
lenksschmerzen nach dem ...unfall im Dezember 2017 zunehmend präsent 
geworden seien und diese sich nach Abklingen der Schultersymptomatik 
ohne erneutes Trauma entwickelt hätten (act. II M8, M10; E. 3.2.4 hiervor). 
Auch die weitere Tätigkeit als ... nach dem Unfall spricht nicht gegen den 
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen diesem und den im Nachgang 
dazu geklagten linksseitigen Knieschmerzen. So hat die Beschwerdeführe-
rin einerseits glaubhaft geschildert, dass sie aufgrund der starken Schulter-
schmerzen während der … immer Schmerzmittel eingenommen habe. An-
dererseits handelt es sich bei der Beschwerdeführerin gemäss eigenen 
Angaben um eine …, als welche sie die ... entsprechend im … habe. Dabei 
habe ein grosser Teil der Arbeit durch sie selbst nicht auf den … stattge-
funden (vgl. Schreiben vom 9. Dezember 2018 [act. II K36]). Unter Berück-
sichtigung der dokumentierten Skapulakontusion mit starken Schmerzen 
(vgl. act. II M2) erscheint auch diese Aussage als glaubhaft, so ist doch 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der starken 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 14

Schulterschmerzen eine anspruchsvollere und belastungsintensivere Tätig-
keit als das … von … im flachen Gelände ohnehin nicht hätte ausüben 
können und sich der Leidensdruck aufgrund der geringen Belastung und 
der Einnahme von Schmerzmittel wegen der im Vordergrund stehenden 
Schulterschmerzen im Rahmen hielt. So hätten sich die Knieschmerzen 
gemäss Angaben der Beschwerdeführerin insbesondere mit Aufnahme der 
Tätigkeit in der ..., wo sie regelmässig habe niederknien und aufstehen, 
Treppen laufen und Kinder tragen müssen, die Belastung also stark zuge-
nommen habe, verschlimmert (act. II B1 S. 2). Auch diese Schilderung er-
scheint nachvollziehbar, hat sie doch per 1. Mai 2018 die neue Stelle als … 
in der ... angetreten und wurde am 8. Mai 2018 ein MRI des linken Kniege-
lenks gemacht (vgl. act. II M5). Der von der Beschwerdeführerin geschilder-
te Sachverhalt, wonach die Knieschmerzen links sich im Nachgang zum 
Unfall vom 19. Dezember 2017 entwickelt hätten, zieht sich konstant durch 
die medizinischen Akten und erscheint nachvollziehbar sowie glaubhaft und 
wird denn auch durch die Stellungnahme von Dr. med. K.________ 
(act. III 87-88; E. 3.2.7 hiervor), gemäss welcher die VKB-Ruptur vor Mai 
2018 erfolgt sein muss, nicht in Frage gestellt.

3.4.2 Die Beschwerdegegnerin hält dem im Wesentlichen entgegen, es 
möge zwar sein, dass der Befund am linken Knie auf einen Sachverhalt vor 
Mai 2018 zurückzuführen sei (vgl. z.B. Stellungnahme vom 7. Januar 2020 
S. 2 Ziff. II). So lege denn auch Dr. med. K.________ dar, dass die VKB-
Ruptur ihren Ursprung in der Zeit vor Mai 2018 gehabt habe. Daraus könne 
aber nicht der Schluss gezogen werden, es bestehe überwiegend wahr-
scheinlich ein Kausalzusammenhang zum Unfall vom 19. Dezember 2017, 
wenn bei diesem nicht einmal das linke Bein behandelt, geschweige denn 
Beschwerden in diesem Bereich beklagt worden seien (vgl. Beschwerde-
antwort S. 3 Ziff. II Ziff. 2). Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrem 
Einspracheentscheid vom 11. Juli 2019 (act. II K45) vollumfänglich auf die 
Stellungnahme von Dr. med. F.________ vom 14. November 2018 
(act. II M12). Dessen Einschätzung vermag jedoch nicht zu überzeugen, 
verweist er als hinreichend qualifizierter Facharzt (vgl. dazu die zutreffen-
den Ausführungen in der Beschwerdeantwort, S. 3 f.) doch selber auf die 
Schwierigkeit, vorliegend zu entscheiden, und gibt an, es könne nichts be-
wiesen werden (vgl. S. 3 Ziff. 5). Als entscheidend erachtet er, dass die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 15

Beschwerdeführerin die Beschwerden am linken Knie während vier Mona-
ten nicht bei Ärzten zum Ausdruck gebracht habe; so seien weder in einem 
der Arztberichte eine Verletzung am linken Knie beschrieben noch von der 
Beschwerdeführerin diesbezüglich Beschwerden angegeben worden. Hin-
sichtlich des Letzteren ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Beschwerde-
führerin im Mai 2018 - selbst wenn auch erst nach Abschluss ihrer Tätigkeit 
als … auf der … - wegen schon länger anhaltenden Knieschmerzen ihren 
Hausarzt Dr. med. L.________ aufsuchte (vgl. act. III 23) und dieser in der 
Folge bei Indikation eines Status nach Distorsion im Dezember 2017 und 
seither unklaren, persistierenden Schmerzen bzw. schmerzhaftem Knacken 
eine MRI-Untersuchung veranlasste (vgl. act. II M5). Weiter führt 
Dr. med. F.________ nicht aus, was unter einer „alten“ bzw. „vor längerer 
Zeit“ zugezogenen VKB-Ruptur bzw. Meniskusläsion zu verstehen ist resp. 
führt er pauschal aus, ein Zeitraum sei dafür nicht mehr feststellbar. Auch 
macht Dr. med. F.________ keine präzisen Angaben hinsichtlich des Korb-
henkelrisses, wenn er lediglich schreibt, dieser habe sich nach einiger Zeit 
aufgrund der Instabilität gebildet (vgl. act. II M12). Ebenso kann seiner Ein-
schätzung nicht gefolgt werden, wonach eher wahrscheinlich davon auszu-
gehen sei, die Beschwerdeführerin habe sich die Kreuzbandruptur vor län-
gerer Zeit zugezogen, denn den Akten und insbesondere den Unterlagen 
der Krankenversicherung (vgl. Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 11, 12) 
lassen sich diesbezüglich keinerlei Anhaltspunkte entnehmen. 
Dr. med. F.________ legt folglich nicht einleuchtend dar, weshalb der 
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem initialen Ereignis vom 
19. Dezember 2017 und den im Mai 2018 festgestellten Knieverletzungen 
zu verneinen ist.

3.4.3 Für die Annahme eines Kausalzusammenhanges sprechen somit, 
dass ein Unfallereignis am 19. Dezember stattgefunden hat, die Verletzun-
gen auf einen Zeitpunkt vor Mai 2018 zurückzuführen sind, keine Anhalts-
punkte für ein anderes Unfallereignis als dasjenige vom 19. Dezember 
2017 bestehen und die Feststellungen der behandelnden Ärzte, die jedoch 
aufgrund fehlender echtzeitlicher Dokumente, welche nachträglich auch 
nicht mehr beschafft werden können, einzig gestützt auf die Angaben der 
Beschwerdeführerin gemacht wurden. Gegen die Annahme eines Kausal-
zusammenhanges deuten einerseits die initial nicht geschilderten linkseiti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 16

gen Kniebeschwerden anlässlich der ersten ärztlichen Konsultationen nach 
dem Unfall, die während rund vier Monaten trotz der Schmerzen am linken 
Knie nicht erfolgte ärztliche Konsultation, wofür die Beschwerdeführerin 
jedoch eine plausible und glaubhafte Erklärung aufweist, sowie die Stel-
lungnahme von Dr. med. F.________, welche allerdings rein spekulative 
Aspekte aufweist und daher nicht überzeugt.

Die vorliegende Beweislage erlaubt insbesondere mangels echtzeitlicher 
ärztlicher Angaben zur Knieproblematik im Dezember 2019 und den Fol-
gemonaten insgesamt nicht festzustellen, dass die Knieverletzung mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 19. Dezember 2017 
zurückzuführen ist. Allerdings ermöglicht die Aktenlage aber auch nicht die 
Feststellung, dass die Knieverletzung mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit nicht auf jenes Ereignis zurückzuführen ist. Eine abschliessende Beur-
teilung der Kausalität, d.h. ein Bejahen oder Verneinen des Kausalzusam-
menhanges nach Massgabe der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, ist 
mithin gestützt auf die Akten nicht möglich. Aber auch weitere medizinische 
Abklärungen zu diesem Punkt erscheinen mangels echtzeitlicher Unterla-
gen, welche auch nicht nachträglich beschafft werden können, entgegen 
der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 7) nicht erfolgsversprechend, 
weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden kann. 
Folglich herrscht Beweislosigkeit bezüglich des Kausalzusammenhangs 
zwischen dem Ereignis vom 19. Dezember 2017 und den linkseitigen Knie-
beschwerden, womit eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nach 
Art. 6 Abs. 1 UVG entfällt (vgl. E. 2.3.2 hiervor).

3.5 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 2.3.2 und 
E. 3.1 hiervor) bleibt nachfolgend zu prüfen, ob eine Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin nach Art. 6 Abs. 2 UVG besteht.

3.5.1 In Bezug auf eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG ergibt 
sich eine Beweiserleichterung zu Gunsten der Versicherten im Sinne einer 
gesetzlichen Vermutung: Unabhängig vom Vorliegen eines äusseren Er-
eignisses wird eine Leistungspflicht des Unfallversicherungsträgers bei 
Vorliegen einer Listenverletzung begründet, von der sich dieser nur durch 
den Nachweis befreien kann, dass eine Körperschädigung vorwiegend auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 17

Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGer 8C_22/2019, E. 8.6; 
vgl. auch E. 2.3.3 hiervor). 

3.5.2 Die Beschwerdegegnerin, welche sich auf den Entscheid des BGer 
8C_22/2019, E. 9.2, bezieht, vertritt in ihrer Eingabe vom 24. Januar 2020 
die Auffassung, bei fehlendem natürlichem Kausalzusammenhang zwi-
schen einem Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG und einer Körper-
schädigung nach Art. 6 Abs. 2 UVG erübrige resp. verbiete sich eine Prü-
fung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG. Hierzu ist jedoch festzu-
stellen, dass das Fehlen eines Kausalzusammenhangs nicht mit der hier 
herrschenden Beweislosigkeit gleichgesetzt werden kann. Denn im refe-
renzierten Entscheid des BGer hat die Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt (Suva) den Nachweis erbracht, dass das Unfallereignis keine 
auch nur geringe Teilursache der Listenverletzung bildete, womit gleichzei-
tig erstellt war, dass die Listenverletzung vorwiegend auf Abnützung oder 
Erkrankung zurückzuführen war. Insoweit, d.h. bei erbrachtem Nachweis, 
dass ein Ereignis keine auch nur geringe Teilursache der Listenverletzung 
bildet, pflichtete das Bundesgericht der Suva bei, wonach bei fehlendem 
natürlichem Kausalzusammenhang zwischen einem Unfallereignis im Sin-
ne von Art. 4 ATSG und einer Listenverletzung eine Prüfung der Leistungs-
pflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG erübrigt. Mit fehlendem Kausalzusammen-
hang ist jedoch einzig und allein ein mit dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit verneinter Kausalzusammenhang gemeint. Eine 
solche Konstellation liegt hier - wie in E. 3.4.3 hiervor dargelegt - eben ge-
rade nicht vor, vielmehr herrscht hinsichtlich der Kausalitätsfrage Beweislo-
sigkeit. In einer solchen Konstellation hat eine Prüfung gemäss Art. 6 
Abs. 2 UVG ohne weiteres zu erfolgen (vgl. E. 3.5.3 hiernach).

3.5.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrem Einspracheentscheid 
vom 11. Juli 2019 (act. II K45) vollumfänglich auf die Stellungnahme von 
Dr. med. F.________ vom 14. November 2018 (act. II M12). Dessen Ein-
schätzung überzeugt jedoch - wie unter E. 3.4.2 hiervor dargelegt - nicht. 
Dr. med. F.________ legt denn auch nicht einleuchtend und nachvollzieh-
bar dar, weshalb die hier interessierenden linksseitigen Knieverletzungen 
der Beschwerdeführerin überwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 
zurückzuführen sind. Nachdem sich den Akten keine Hinweise auf frühere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 18

Kniebeschwerden bzw. das Vorliegen von degenerativen Veränderungen 
des vorderen Kreuzbandes und des betroffenen Meniskus entnehmen las-
sen und für eine krankheitsbedingte Ruptur des vorderen Kreuzbandes 
resp. der Meniskusschädigung jegliche Hinweise fehlen, erbringt die Be-
schwerdegegnerin den in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Entlastungsbe-
weis nicht. 

3.5.4 Wie unter E. 3.4.3 hiervor aufgezeigt, herrscht hinsichtlich der Fra-
ge, ob die linksseitigen Knieverletzungen auf das Unfallereignis vom 
19. Dezember 2017 zurückzuführen sind, Beweislosigkeit. Ein anderes 
konkretes Ereignis vor diesem Datum, welches geeignet wäre, die hier in-
teressierenden Knieverletzungen zu verursachen, ist aus den gesamten 
Akten und insbesondere aus der medizinischen Vorgeschichte resp. den 
Unterlagen der Krankenversicherung (vgl. act. I 11, 12) nicht ersichtlich und 
wird auch von der Beschwerdegegnerin nicht geltend gemacht. Was die 
Zeit danach betrifft, begab sich die Beschwerdeführerin wegen den Knie-
schmerzen im Mai 2018 in ärztliche Behandlung (vgl. act. II K13). Dass es 
sich dabei nicht um eine frische, d.h. im Mai 2018 oder kurz davor zugezo-
gene Verletzung handelte, wird durch den MRI-Befund vom 8. Mai 2018 
bestätigt, bei welchem sich eine vollständige alte Ruptur des vorderen 
Kreuzbandes wie auch eine Ruptur des medialen Meniskushinterhorns 
zeigten (vgl. act. II M5). Aufgrund der zeitlichen Abfolge kommt der Misstritt 
vom 8. September 2018 (act. II K13) als initiales Ereignis selbstredend 
ebenfalls nicht in Frage. Damit fällt insoweit auch eine Leistungspflicht der 
Beigeladenen 1 ausser Betracht, zumal deren beratender Arzt Dr. med. 
K.________ in seiner Beurteilung vom 25. Juli 2019 (act. III 87-88) über-
zeugend und schlüssig dargelegt hat - weshalb darauf abzustellen ist -, 
dass die Pathologien am vorderen Kreuzband und am Innenmeniskus Vor-
zustände vor dem Mai 2018 darstellen und die im Oktober 2018 festgestell-
te Läsion am Innenmeniskus (vgl. act. II M9) einer natürlichen Fortsetzung 
der Pathologie bei initial dokumentierter Meniskusläsion gleichkommt. Als 
initiales Ereignis (vgl. E. 2.3.3 hiervor) kommt damit vorliegend einzig das-
jenige vom 19. Dezember 2017 in Frage. 

3.5.5 Nachdem sich den Akten keine Hinweise auf frühere Kniebe-
schwerden bzw. das Vorliegen von degenerativen Veränderungen des vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 19

deren Kreuzbandes und des betroffenen Meniskus entnehmen lassen, für 
eine krankheitsbedingte Ruptur des vorderen Kreuzbandes resp. der Me-
niskusschädigung jegliche Hinweise fehlen und der Beschwerdegegnerin 
dementsprechend der Entlastungsbeweis gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG nicht 
gelingt sowie kein anderes initiales Ereignis als dasjenige vom 19. Dezem-
ber 2017 in Frage kommt, greift die einschlägige gesetzliche Vermutung, 
dass bei Vorliegen einer in dieser Bestimmung genannten Körperschädi-
gung die Unfallversicherung die gesetzlichen Leistungen zu erbringen hat 
(vgl. E. 2.3.3 hiervor). 

3.6 Zusammenfassend ist nach dem Dargelegten festzuhalten, dass die 
Beschwerdegegnerin für die Knieverletzungen der Beschwerdeführerin 
leistungspflichtig ist. Der angefochtene Einspracheentscheid ist demnach 
aufzuheben und die Beschwerde ist gutzuheissen. 

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Ver-
bindung mit Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Entsprechend der angemessenen Kos-
tennote von Rechtsanwältin Dr. med. M.________ vom 22. Januar 2020 
wird die Parteientschädigung inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer auf 
Fr. 4‘342.70 festgesetzt.

Die Beigeladenen haben keine Anträge gestellt und schon deshalb keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. UELI KIESER, Kommentar zum 
ATSG, 4. Auflage 2020, Art. 61 N. 220). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, UV/19/681, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft 
AG vom 11. Juli 2019 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin im 
Sinne der Erwägungen verpflichtet, ab Mai 2018 weiterhin die gesetzli-
chen Versicherungsleistungen zu erbringen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘342.70 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. med. C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
- Versicherung D.________
- Krankenversicherung E.________
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.