# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68029de7-7934-5c2a-a761-bca941700c87
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.02.2023 720 21 429 / 43 (720 2021 429 / 43)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-429---43_2023-02-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 15. Februar 2023 (720 21 429 / 43) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Markus 
Schäfer 
 
 

Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Larissa Manera, Advoka-
tin, Advokaturbüro, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1996 geborene, zur Restaurationsfachfrau ausgebildete A.____ war zuletzt bis 
Ende Januar 2018 als Bürohilfe bei der B.____ GmbH tätig. Diese Stelle wurde ihr von der Ar-
beitgeberin aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Mit Gesuch vom 15. April 2019 (Eingang) 
meldete sich A.____ unter Hinweis auf Schmerzen in verschiedenen Körperteilen bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-
Landschaft klärte die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse ab, insbesondere hol-
te sie bei den Dres. med. C.____, Rheumatologie FMH/Innere Medizin FMH, und D.____, Psy-

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

chiatrie und Psychotherapie FMH, das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten vom 
14./15. September 2020 ein. Auf der Grundlage dieser Expertise und der zusätzlich eingeholten 
Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) beider Basel ermittelte die IV-Stelle 
bei der Versicherten ab 29. Oktober 2019 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 
50 % und ab 10. April 2020 einen solchen von 19 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die 
IV-Stelle A.____ - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 10. No-
vember 2021 für den Zeitraum vom 1. Oktober 2019 bis 31. Juli 2020 eine befristete halbe Ren-
te zu. Gleichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenanspruch ab 1. August 2020 ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Larissa Manera, am 
13. Dezember 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie, es sei die ange-
fochtene Verfügung vollumfänglich aufzuheben und es sei die Sache zur Klärung des medizini-
schen Sachverhalts und der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. Danach sei erneut über ihren Leistungsanspruch zu entscheiden. Eventualiter seien ihr 
berufliche Massnahmen, namentlich eine Umschulung, zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge, 
wobei ihr eventualiter die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit ihrer Rechts-
vertreterin zu bewilligen sei. 
 
C. Mit Verfügung vom 18. Januar 2022 gewährte das Kantonsgericht A.____ gestützt auf 
die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Larissa Manera als Rechts-
vertreterin. 
 
D. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 28. Januar 2022 die Abweisung 
der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung des RAD-Arztes 
E.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Dezember 2021 bei.  
 
E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin mit Replik 
vom 4. April 2022 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und an den wesentli-
chen bisherigen Vorbringen fest. Zudem reichte sie mit dieser Eingabe einen Kurzaustrittsbe-
richt der Klinik F.____ vom 15. November 2021 ein. Die Beschwerdegegnerin wiederum bean-
tragte in ihrer Duplik vom 4. Mai 2022, der sie eine weitere Beurteilung des RAD-Arztes E.____ 
vom 11. April 2022 beilegte, nach wie vor die Abweisung der Beschwerde.   
 
F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 1. Dezember 2022 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass die vorhandene medizinische Aktenlage keine abschliessende Beurteilung 
des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zulasse. Es seien weitere medizinische Abklä-
rungen nötig, wobei es in erster Linie angezeigt sein dürfte, bei Dr. C.____ ein rheumatologi-
sches Verlaufsgutachten einzuholen. Das Kantonsgericht zog deshalb in Betracht, die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung des medi-
zinischen Sachverhalts im Sinne der Erwägungen und anschliessender Neuentscheidung an 
die IV-Stelle zurückzuweisen. In Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, 
wonach der Beschwerde führenden Partei auch dann Gelegenheit zum Rückzug der Be-
schwerde zu geben ist, wenn eine rentenzusprechende Verfügung aufgehoben und die Sache 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zu weiterer Abklärung und neuer Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll 
(BGE 137 V 314), beschloss es, den Fall auszustellen und der Versicherten vorab die Möglich-
keit einzuräumen, ihre Beschwerde zurückzuziehen. 
 
G. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2022 teilte die Versicherte mit, dass sie vollumfänglich 
an ihrer Beschwerde festhalte. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Die Beschwerde vom 13. Dezember 2021 
ist zudem frist- und formgerecht erhoben worden. 
 
1.2 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist einzig zu prüfen, ob die IV-Stelle in der an-
gefochtenen Verfügung vom 10. November 2021 der Versicherten zu Recht lediglich eine be-
fristete halbe Rente für den Zeitraum vom 1. Oktober 2019 bis 31. Juli 2020 zugesprochen und 
gleichzeitig einen weiteren Rentenanspruch ab 1. August 2020 abgelehnt hat. Nicht zum An-
fechtungsgegenstand des vorliegenden Prozesses gehört hingegen die Frage, ob die Versi-
cherte allenfalls Anspruch auf berufliche Massnahmen hat. Soweit die Versicherte in ihrer Be-
schwerde vom 13. Dezember 2021 eventualiter beantragt, es seien ihr berufliche Massnahmen, 
namentlich eine Umschulung, zuzusprechen, kann deshalb auf die Beschwerde nicht eingetre-
ten werden. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfü-
gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen 
Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 
129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der 
bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 
23. Februar 2022, 8C_455/202, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wie-
dergegeben, zitiert und angewendet. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 
vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 3.2.2).  
 
5.1 Die IV-Stelle Basel-Landschaft holte zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts bei 
den Dres. C.____ und D.____ das bidisziplinäre (rheumatologisch-psychiatrische) Gutachten 
vom 14./15. September 2020 ein. In seinem Teilgutachten gelangte Dr. D.____ zum Schluss, 
dass bei der Versicherten keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
erhoben werden könne. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit würden eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und 
eine Opiatabhängigkeit (ärztlich induziert; ICD-10 F11.2) vorliegen. Der Rheumatologe 
Dr. C.____ hielt in seinem Teilgutachten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ei-
nen Morbus Behcet (ED 12/2018) und ein Ganzkörperschmerzsyndrom mit - in diesem Rahmen 
- einem Panvertebralsyndrom bei Diskusprotrusion L3/4 fest. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 
gelangten die Gutachter im Rahmen ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung zum Schluss, 
dass die Explorandin in der angestammten Tätigkeit als Restaurationsfachfrau vollständig ar-
beitsunfähig sei. Was die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit angehe, so würden keine 
dauernd schweren oder mittelschweren Arbeiten mehr in Frage kommen. Zumutbar seien der 
Versicherten lediglich noch leichte Arbeiten, wobei zusätzlich folgende Einschränkungen zu 
beachten seien: Die Explorandin dürfe nicht dauernd sitzen oder stehen, keine Zwangsstellun-

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gen einnehmen sowie nicht dauernd repetitiv vornübergebeugt oder gebückt und nicht dauernd 
über Kopf arbeiten. Die Tätigkeit sollte vorwiegend sitzend mit der Möglichkeit, gelegentlich auf-
zustehen und herumzugehen, ausgeübt werden können. Zudem müsse die Versicherte beim 
Herumgehen ihre Stöcke benutzen können. Für eine solche leichte, wechselbelastende Tätig-
keit bestehe - bezogen auf ein Ganztagespensum - eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit. Zum Verlauf 
der Arbeitsfähigkeit äusserte sich Dr. C.____ in seinem Teilgutachten dahingehend, dass der 
Explorandin vom Oktober 2018 bis April 2020 eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden 
könne. Laut der behandelnden Rheumatologin sei es im April 2020 zu einer Besserung ge-
kommen mit der Folge, dass ab dann von der vorstehend umschriebenen 80 %-igen Arbeitsfä-
higkeit auszugehen sei.  
 
5.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 10. November 2021 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf die Ergebnisse dieses bidisziplinären 
(rheumatologisch-psychiatrischen) Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ vom 14./15. Sep-
tember 2020. Dabei gelangte sie zur Auffassung, dass der Versicherten die Ausübung der an-
gestammten Tätigkeit als Restaurationsfachfrau gesundheitsbedingt nicht mehr zumutbar sei. In 
einer leidensadaptierten Tätigkeit hingegen habe ab Oktober 2019 (Ablauf des Wartejahres) 
eine 50 %-ige und ab 10. April 2020 (wieder) eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit bestanden.  
 
5.3 Die Versicherte vertritt in ihrer Beschwerde den Standpunkt, dass der vorinstanzlichen 
Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts nicht gefolgt werden könne. Sie 
macht insbesondere geltend, dass es sowohl in somatischer Hinsicht als auch in Bezug auf das 
psychische Leiden zwischenzeitlich zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands ge-
kommen sei. Die IV-Stelle habe es in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes versäumt, 
sich mit dieser Entwicklung auseinander zu setzen.  
 
6.1 Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt das Gericht bei der Beurtei-
lung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des strittigen Ent-
scheids (hier: Verfügung der IV-Stelle vom 10. November 2021) eingetretenen Sachverhalt ab 
(BGE 144 V 210 E. 4.3.1 mit Hinweis). Der Beschwerdeführerin ist daher insoweit beizupflich-
ten, als eine nach Einholung des Verwaltungsgutachtens, aber vor Verfügungserlass eingetre-
tene, anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustands bei der Beurteilung des relevan-
ten medizinischen Sachverhalts mit zu berücksichtigen ist.  
 
6.2 Was die geltend gemachte Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands 
betrifft, ist der Beschwerdeführerin entgegen zu halten, dass eine solche zwar zwischenzeitlich 
eingetreten ist, es sich dabei aber nicht um eine dauernde, sondern lediglich um eine vorüber-
gehende Veränderung handelt. Dies ergibt sich aus dem Bericht des behandelnden Psychiaters 
Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 24. April 2021. Dieser führt darin 
aus, es sei bei seiner Patientin ab Februar 2021 zu einer Verschlechterung der depressiven 
Störung gekommen. Durch die Intensivierung des Behandlungssettings in Verbindung mit der 
medikamentösen Intervention habe jedoch in den letzten zehn Wochen eine Teilremission er-
reicht werden können. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit habe von Februar bis Mitte April 2021 
vorgelegen. Abgesehen von diesem begrenzten Zeitraum kann hinsichtlich der Beurteilung des 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

psychischen Gesundheitszustands der Versicherten (wieder) auf die Ergebnisse abgestellt wer-
den, zu denen Dr. D.____ in seinem Gutachten gelangte. Dieses ist zwar eher kurz und ober-
flächlich ausgefallen. Letztlich kann aber in Anbetracht, dass auch der behandelnde Psychiater 
lediglich über eine vorübergehende, rund zehn Wochen dauernde Zustandsverschlechterung 
berichtet, bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts darauf abgestellt werden.  
 
6.3 In Bezug auf die geltend gemachte Verschlechterung des somatischen Gesundheits-
zustands verweist die Beschwerdeführerin zu Recht auf den Bericht der behandelnden Fach-
ärztin Dr. med. H.____, Rheumatologie/Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 8. Februar 2021. 
Darin hält diese fest, sie habe im November 2020 eine begleitende Therapie mit Salazopyrin 
begonnen, da auch eine Polyarthritis der MCP- und PIP-Gelenke habe objektiviert werden kön-
nen. Da Dr. C.____ sein rheumatologisches Gutachten vorgängig - im September 2020 - erstellt 
hatte, konnte er darin nicht auf diese von Dr. H.____ in ihrem Bericht vom 8. Februar 2021 ge-
stellte Diagnose bzw. auf allfällige Auswirkungen derselben auf die Arbeitsfähigkeit der Versi-
cherten eingehen. Die involvierten RAD-Ärzte wiederum hatten zwar Kenntnis vom Bericht von 
Dr. H.____ vom 8. Februar 2021, sie unterliessen es jedoch, sich in ihren Beurteilungen vom 
21. September 2021, 20. Dezember 2021 und 11. April 2022 mit allfälligen versicherungsmedi-
zinischen Auswirkungen der vorgenannten Diagnose zu befassen. Da sich aber ohne eine ent-
sprechende fachärztliche Einschätzung nicht beurteilen lässt, ob und - gegebenenfalls - in wel-
chem Masse sich diese vor Verfügungserlass diagnostizierte Polyarthritis der MCP- und PIP-
Gelenke zusätzlich negativ auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten auswirkt, 
sind vor einem Entscheid in der Angelegenheit diesbezüglich weitere Abklärungen erforderlich.  
 
6.4 Nach dem Gesagten lässt die vorhandene medizinische Aktenlage (noch) keine ab-
schliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zu. Entsprechend sind 
weitere medizinische Abklärungen nötig. Dabei dürfte es in erster Linie angezeigt sein, bei 
Dr. C.____ ein rheumatologisches Verlaufsgutachten einzuholen. Andernfalls wäre ein neues 
rheumatologisches Gutachten in Auftrag zu geben. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktener-
gänzung wird die IV-Stelle anschliessend über den Rentenanspruch der Versicherten neu zu 
befinden haben.  
 
7. Als Ergebnis ist somit festzuhalten, dass die Beschwerde - soweit darauf eingetreten 
werden kann (vgl. E. 1.2 hiervor) - in dem Sinne gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfü-
gung vom 10. November 2021 aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im 
Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen 
ist. 
 
8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden.  
 
8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefoch-
tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un-
terliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde-
führerin hat in ihrer Honorarnote vom 4. April 2022 für das vorliegende Verfahren einen Zeit-
aufwand von 14 Stunden und 40 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stel-
lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen zwar eher als hoch, insgesamt aber noch als ange-
messen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss 
für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu ent-
schädigen. Zudem wird in der Honorarnote der Ersatz von Auslagen in der Höhe von Fr. 176.-- 
geltend gemacht. Dieser Betrag beinhaltet unter anderem die Kosten von 120 Kopien, welche 
zu einem Ansatz von Fr. 1.50 pro Stück in Rechnung gestellt werden. In diesem Punkt ist die 
Kostennote zu korrigieren. Gemäss § 15 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und An-
wälte vom 17. November 2003 beträgt der Auslagenersatz bei Massenkopien Fr. -.50 pro Seite. 
Somit sind der Beschwerdeführerin die in Rechnung gestellten Auslagen für 120 Kopien nicht 
im geltend gemachten Betrag von insgesamt Fr. 180.--, sondern im Umfang von Fr. 60.-- zu 
ersetzen. Die weiteren Auslagen für Porti von Fr. 16.-- sind nicht zu beanstanden. Der Be-
schwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘030.85 
(14 Stunden und 40 Minuten à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 76.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Soweit darauf eingetreten werden kann, wird die Beschwerde in dem 
Sinne gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle 
Basel-Landschaft vom 10. November 2021 aufgehoben und die Ange-
legenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zu-
rückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘030.85 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht