# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 047a371c-044b-57f1-9bf4-a25b4f009af3
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-21
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2019
**Docket/Reference:** ST.2023.53
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-st.2023.53.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2023.53 

Entscheid 

 21. Mai 2024 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Hans Heinrich Knüsli, Steuerrichter Marc Gerber, Steuerrichter 
Christian Griesser und Gerichtsschreiberin Sophia Stephani 

A ,    

vertreten durch B  

In Sachen 

gegen 

Rekurrent,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt, Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2019 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (Jahrgang 19xx, nachfolgend der Pflichtige) ist … von Beruf und gründete 

2011  die  beiden  Gesellschaften  C  AG  (nachfolgend  C  AG)  und  D  AG  (nachfolgend 

D AG), deren Geschicke er in der Folge als Alleineigentümer, einziges Mitglied des Ver-

waltungsrats und Geschäftsleiter bestimmte. Die C AG beschäftigte neben dem Pflichti-

gen weiteres Personal (durchschnittlich fünf Vollzeitmitarbeiter), u.a. … Hauptkundin der 

C AG mit einem Auftragsvolumen von rund 80 % waren die durch den Vater des Pflich-

tigen, E, 2012 gegründete und beherrschte F AG, und die ebenfalls E gehörende, seit 

1972 aktive Kommanditgesellschaft G & Co. Wegen seines fortgeschrittenen Alters re-

duzierte E seine geschäftlichen Aktivitäten (…) zusehends, sodass das Auftragsvolumen 

der  C  AG  zurückzugehen  drohte.  Der  Pflichtige  bzw.  seine  Gesellschaften  schlossen 

deshalb in den Jahren 2017 bis 2019 unabhängig von seinem Vater (einmalig) Projekte 

ab,  die  sehr  erfolgreich  über  die  Bühne  gingen.  Beide  Gesellschaften  des  Pflichtigen 

wurden 2022 wieder aus dem Handelsregister gelöscht. 

Im Jahr 2019 verdiente der Pflichtige bei der C AG Fr. 511'155.- netto und erhielt 

von der D AG eine Verwaltungsratsentschädigung in Höhe von netto Fr. 4'689.-. Zusam-

men  mit  dem  Eigenmietwert  (abzgl.  effektive  Liegenschaftenunterhaltskosten)  von 

Fr. 18'270.- für die selbstbewohnte Attikawohnung am … 21, in H, sowie einem Wert-

schriftenertrag  von  Fr.  1'071'563.-  ergaben  sich gemäss  Selbstdeklaration  steuerbare 

Einkünfte von Fr. 1'605'677.-. Diese wurden geschmälert durch einen auf die energeti-

sche  Sanierung  der  Ferienliegenschaft 

in 

I  zurückzuführenden  Überschuss 

an  Unterhaltskosten  in  Höhe  von  Fr. 349'352.-.  Beim  Wertschriftenertrag  gemäss 

Wertschriftenverzeichnis  sticht  einkommensseits  vor  allem  die  Dividende der  C  AG  in 

Höhe  von  Fr.  1'000'000.-  ins  Auge,  die  als  Ertrag  aus  einer  qualifizierten  Beteiligung 

bezeichnet war. Den Steuerwert der 5'000 (von 5'000 liberierten) Aktien der C AG ver-

anschlagte der Pflichtige auf Fr. 5 Mio. Nach Abzügen bezifferte der Pflichtige sein steu-

erbares  Einkommen  insgesamt  auf  Fr.  1'238'199.-,  bei  einem  steuerbaren  Vermögen 

von Fr. 15'647'579.-. 

Mit  Auflage  vom  23.  November  2021  stellte  die  Steuerkommissärin  Fragen 

zum nunmehr nicht mehr strittigen Unterhalt betr. die Liegenschaft in I und forderte den 

Pflichtigen auf, verschiedene Unterlagen einzureichen. Der Pflichtige liess die Auflage 

am 15. März 2022 durch seinen Vertreter per E-Mail beantworten. 

2 ST.2023.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Am 9. August 2022 fand offenbar eine Sitzung mit dem Vertreter des Pflichtigen 

und der Steuerkommissärin statt. Ein Protokoll dieser Sitzung ist allerdings nicht akten-

kundig. 

Mit Einschätzungsvorschlägen vom 10. August und 23. August 2022 informierte 

die  Steuerkommissärin  den  Pflichtigen  (offenbar  erneut)  u.a.  darüber,  dass  sie  eine 

Erhöhung  des  Vermögenssteuerwerts  der  Aktien  der  C  AG  von  Fr.  5'000'000.-  auf 

Fr. 11'600'000.- in Erwägung ziehe, gemäss Bewertung der Dienstabteilung Wertschrif-

tenbewertung des kantonalen Steueramts. Der in der Steuererklärung angegebene Wert 

sei für die Steuerbehörde in Bezug auf eine operative Dienstleistungsgesellschaft nicht 

nachvollziehbar hergeleitet.  

Gemäss  Bewertungsmeldung  vom  19.  August  2021  war  der  vorgeschlagene 

Wert  gestützt  auf  das  Kreisschreiben  Nr.  28  der  Schweizerischen  Steuerkonferenz 

(SSK) vom 28. August 2008 (nachfolgend KS 28) zustandegekommen:  

Ertragswert 

Geschäftsjahr  Erfolg Jahresrechnung 

Korrektur 

Gewichtung  Massgebend 

(n) 

            Fr. 

01.01.2019- 

                1'011'056.- 

Fr. 

0.- 

Fr. 

1 

   1'011'056.- 

31.12.2019 

(n-1) 

01.01.2018- 

               1'627'918.- 

0.- 

1 

    1'627'918.- 

31.12.2018 

(n-2) 

01.01.2017 

                  591'896.- 

0.- 

1 

      591'896.- 

31.12.2017 

Total 

Anrechenbares Jahresergebnis im Durchschnitt (:3) 

Total einfacher Ertragswert (kapitalisiert mit 7%) 

Substanzwert   

Liberiertes Eigenkapital 

Gesetzliche Gewinnreserven 

3'230'870.- 

1'076'956.67 

15'385'095.24.- 

Fr. 

500'000.- 

250'000.- 

2 ST.2023.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Freiwillige Gewinnreserven 

Bilanzgewinn/-verlust 

Gesamtausschüttung fällig nach Bewertungsstichtag 

Total einfacher Substanzwert 

Unternehmenswert 

1'000'000.- 

2'082'705.- 

250'000.- 

4'082'705.- 

Fr. 

Ertragswert 

15'385'095.24.- 

2x gewichtet 

30'770'190.48 

Substanzwert 

4'082'705.- 

1x gewichtet 

4'082'705.- 

Total 

Total Unternehmenswert (:3) 

34'852'895.48 

11'617'631.83 

Wert pro Aktie brutto (Total 5'000 Aktien; gerundet) 

2'320.- 

Mit E-Mail vom 6. September 2022 lehnte der Pflichtige den Vorschlag der Steu-

erkommissärin in Bezug auf die Aktienbewertung ab. Die vorgeschlagenen Änderungen 

beim Liegenschaftenunterhalt akzeptierte er.  

Mit Einschätzungsentscheid vom 13. September 2022 schätzte das kantonale 

Steueramt den Pflichtigen für die Steuerperiode 2019 mit einem steuerbaren Einkom-

men von Fr. 1'304'100.- (davon Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen Fr. 1'000'000.-) 

ein.  Das  steuerbare  Vermögen  setzte  es  auf  Fr.  20'303'000.-  (satzbestimmend 

Fr. 20'807'000.-)  fest.  Wie  angekündigt  wurde  der  Wert  der  Aktien  der  C  AG  auf 

Fr. 11'600'000.- erhöht.  

B.  Mit  Einsprache  vom  17.  Oktober  2022  stellte  sich  der  Pflichtige  u.a.  auf 

den Standpunkt, dass Unternehmen, die vom Inhaber persönlich geführt würden, kaum 

verkäuflich seien. Dies treffe auch für die durch den Pflichtigen als Alleinaktionär geführte 

C AG zu. Die Differenz zwischen dem durch das kantonale Steueramt ermittelten Eigen-

kapital von Fr. 4'082'700.- und dem angeblichen Verkehrswert gemäss § 39 Abs. 1 des 

Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) von Fr. 11'600'000.- entspreche einem Goodwill 

für  Gewinnaussichten,  Kundenpotenzial,  Qualität  des  Managements,  etc.  von 

Fr. 7'517'300.-.  Es  sei  offensichtlich,  dass  die  Voraussetzungen  für  die  Annahme  von 

Goodwill in dieser (absurden) Höhe nicht gegeben seien. Die C AG sei höchstens zum 

Substanzwert zu bewerten.  

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Das kantonale Steueramt wies die Einsprache unter Verweis auf die Vorgaben 

des KS 28 mit Entscheid vom 13. Januar 2023 ab. 

C. Mit Rekurs vom 15. Februar 2024 verlangte der Pflichtige erneut, die Aktien 

der  C AG  seien  zum  Substanzwert  von  Fr.  4'080'000.-  zu  berücksichtigen,  unter  Kos-

ten- und Entschädigungsfolge zulasten des kantonalen Steueramts. Er wies erneut da-

rauf  hin,  dass  es  doch  offensichtlich  sei,  dass  kein  Käufer  einen  Goodwill  von  rund 

Fr. 7,5 Mio.  für  ein  Dienstleistungsunternehmen  mit  durchschnittlich  fünf  Vollzeitmitar-

beitern, ohne wiederkehrende Aufträge und ohne nachhaltigen Auftragsbestand bezah-

len würde. Die Akquisition von Aufträgen liege allein bei ihm selber, dem Alleinaktionär 

und Geschäftsführer.  

Das kantonale Steueramt schloss mit Rekursantwort vom 1. März 2023 auf Ab-

weisung des Rechtsmittels. 

Auf die Parteivorbringen wird soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss § 39 Abs. 1 StG wird das Vermögen zum Verkehrswert bewer-

tet. Massgebend ist der Stand am Ende der Steuerperiode (§ 51 Abs. 1 StG). Allgemein 

ist der Verkehrswert der objektive Marktwert, der einem Vermögensobjekt am jeweiligen 

Stichtag  zukommt.  Er  ist  jener  Wert,  der  bei  einer  Veräusserung  im  gewöhnlichen 

Geschäftsverkehr  normalerweise  zu  erzielen  wäre,  den  also  ein  Käufer  unter  norma- 

len  Umständen  für  ein  Objekt  zahlen  würde  (Teuscher/Lobsinger,  in:  Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten 

Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden,  4.  A.,  2022,  Art.  14  N  4  StHG).  Massgeblich 

ist  dabei  eine  "technisch-"  bzw.  "rechtlich-objektive"  Betrachtungsweise  (RB 1998 

Nr. 140, 1989 Nr. 26; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuer-

gesetz, 4. A., 2021, § 16 N 97 StG).  

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b)  aa)  Der  Verkehrswert  nichtkotierter  Wertpapiere  ist  gemäss  Ziff.  B.I.2  der 

Weisung der Finanzdirektion über die Bewertung von Wertpapieren und Guthaben für 

die Vermögenssteuer vom 1. November 2016 (ZStB 39.1) nach dem KS 28 zu ermitteln. 

Die SSK hat zudem am 16. Dezember 2010 einen Kommentar zum KS 28 veröffentlicht 

und diesen periodisch angepasst und ergänzt (nachfolgend Kommentar).  

Das  KS  28  bezweckt  im  Interesse  der  Steuerharmonisierung  zwischen  den 

Kantonen eine in der Schweiz einheitliche Bewertung nichtkotierter Wertpapiere für die 

Vermögenssteuer  zu erreichen.  Sie  ist  zwar  weder  Bundesrecht  noch interkantonales 

Recht,  sondern  eine  reine  Verwaltungsverordnung,  die  bloss  verwaltungsinterne 

Regeln für das Verhalten der Steuerbeamten enthält und weder Rechte noch Pflichten 

begründet.  Sie  gilt  indessen  nach  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  als  zuverläs-

sigste  Methode  zur  Bestimmung  des  Verkehrswertes,  da  in  ihm  die  Überlegungen, 

die für die Preisbildung bei den nicht an der Börse kotierten Aktien im Allgemeinen mas-

sgebend sind, zum Ausdruck kommen (vgl. BGr, 6. Mai 2019, 2C_277/2018, E. 4.2 mit 

Verweis  auf  BGr,  16.  Januar  2019,  2C_77/2017,  E.  5.2.1;  BGr,  30.  Juni 2014, 

2C_1168/2013, E. 3.6; BGr, 15. April 2010, 2C_504/2009, E. 3.3). Den im KS 28 formu-

lierten Grundsätzen liegt allgemein der Gedanke zugrunde, dass der Verkehrswert er-

fahrungsgemäss  vom  bisherigen  und  zu  erwartenden  Ertrag  in  Form  von  Dividenden 

und anderen Gewinnanteilen sowie von der Ertragskraft der Gesellschaft abhängt und 

durch  weitere  Faktoren  beeinflusst  wird,  wie  beispielsweise  durch  das  Vermögen  der 

Gesellschaft  (Kapital,  Reserven),  die  Liquidität  der  Unternehmung,  Stabilität  des  Ge-

schäftsbetriebes  usw.  (VGr,  26.  August  2020,  SB.2020.00024,  E.  3.2.3,  mit  weiteren 

Hinweisen).  

bb)  Die  allgemeine,  schematische  Regelung  im  KS  28  gilt  mit  Rücksicht  auf 

die Rechtssicherheit auch bei Einmann-Aktiengesellschaften sowie personenbezogenen 

KMU-Unternehmen (VGr, 1. Februar 2017, SB.2016.00053 + SB.2016.00054; vgl. auch 

für  eine  den  Namen  des  Gründers  tragende  Anwalts-Aktiengesellschaft  VGr,  26. Au-

gust 2020,  SB.2020.00024).  Bei  juristischen  Personen,  die  durch  den  Inhaber  geführt 

und durch diesen beherrscht werden, und deren Erfolg zu einem erheblichen Teil durch 

die Motivation, Schaffenskraft und die persönlichen Beziehungen des Gründers ("Pat-

rons")  zurückzuführen  ist,  besteht  regelmässig  die  Gefahr,  dass  Lohn  und  Bonus  im 

Arbeitsvertrag, bei dem es sich um ein klassisches Insichgeschäft handelt, bewusst und 

entgegen dem tatsächlichen Willen der Vertragsparteien zu niedrig festgesetzt wurden 

(Simulation;  Art.  18  Abs.  1  OR;  zum  Thema  Simulation  und  Drittvergleich  StRG, 

2 ST.2023.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
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19. April 2023,  2  DB.2020.227  /  2  ST.2020.266,  bestätigt  durch  VGr,  27.  März 2024, 

SB.2023.00052;  StRG,  10.  Dezember  2018,  2 ST.2017.306;  StRG,  26. Februar 2019, 

1 ST.2017.255,  bestätigt  durch  VGr,  16.  Dezember 2020,  SB.2019.00029  und  BGr, 

25. August  2021,  2C_153/2021;  StRG,  14. Mai 2019,  2 DB.2017.144/  2 ST.2017.182, 

bestätigt  durch  VGr,  23. Oktober 2019,  SB.2019.00055;  StRG,  4.  November 2021, 

2 DB.2020.165/2 ST.2020.193; zur  Situation  in Bezug  auf  Unternehmerlöhne  vor  Ein-

führung  der  Privilegierung  von  Dividendenerträgen  aus  qualifizierten  Beteiligungen 

STRK, 20. Juni 2006, 2 ST.2004.500/2 DB.2004.94). Für die Steuerpflichtigen in ihrer 

Doppelrolle als beherrschende Aktionäre und Arbeitnehmer gibt es keinerlei Veranlas-

sung, über das wesentliche Element des Vertrags (die Leistung von Arbeit gegen einen 

bestimmten Lohn) eine den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechende Vereinbarung 

zu  treffen,  steht  es  ihnen  doch  jederzeit  frei,  sich  ihren "Bonus"  durch  einen  entspre-

chenden Griff in die "Dividendenkasse" anderweitig zu beschaffen, entweder direkt oder 

durch Thesaurierung in einem (verzweigten) konzernähnlichen Firmenkonstrukt. Es ist 

offensichtlich, dass die Faktoren "Lohn" und "Marktwert der Gesellschaft" sich gegensei-

tig beeinflussen bzw. bedingen. Als Kehrseite der Medaille kann so ein zu niedriger, dem 

Drittvergleich nicht entsprechender Lohn bei Anwendung des KS 28 bei Einmann- oder 

stark durch ihre Inhaber geprägten Aktiengesellschaften selbstredend zu Ergebnissen 

führen, welche auf dem freien Markt Dritten gegenüber nur schwer erzielbar wären. Im 

Scheidungsverfahren  im  Rahmen  der  güterrechtlichen  Auseinandersetzung  etwa  gilt 

deshalb  nach  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  (jedenfalls  bei  der  Bewertung  von 

Einzelunternehmen) richtigerweise als "Verkehrswert" der reine Substanzwert (vgl. BGr, 

24. November 2022, 5A_361/2022, E. 3). 

Eine Korrektur nach unten bei der Bewertung der Gesellschaft im Rahmen der 

persönlichen Steuerveranlagung des Inhabers bzw. der Inhaberin müsste indessen so 

gesehen zwingend auch zu einer Anpassung des Lohns führen (StRG, 22. April 2015, 

1 ST.2014.46,  E. 3/b/bb),  was  indessen  regelmässig  kaum  im  Interesse  der  Inhaber 

bzw. der Inhaberin sein kann, würde doch eine drittvergleichskonforme Anpassung des 

Verhältnisses  Lohn  zu  Dividende  unangenehme  steuerrechtliche  und  sozialversiche-

rungsrechtliche Folgen zeitigen. Steuerpflichtige sind im Übrigen ganz allgemein an die 

von ihnen gewählte zivilrechtliche Ausgestaltung der Rechtsbeziehungen zwischen be-

herrschter Firma und sich selber bzw. zwischen Gesellschaften in einem beherrschten 

Firmenkonstrukt (BGr, 20. April 2023, 9C_679/2021, E. 5.2.1) und könnten sich (ganz 

im Gegensatz zu einer Gegenpartei in einem Zivilverfahren bzw. der Steuerbehörden) 

im vorliegenden Zusammenhang selbstverständlich nicht darauf berufen, sie hätten aus 

2 ST.2023.53 

 
 
 
 
 
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welchen  Gründen  auch  immer  einen  Arbeitsvertrag  abgeschlossen,  der  gar  nicht  den 

wahren Wert der Arbeitsleistung des angestellten Firmeninhabers bzw. der Firmeninha-

berin  abbilde  bzw.  einen  zu  niedrigen  Lohn  ausweise.  Die  Frage,  ob  das  KS 28  bei 

solchen Konstellationen zu einem mit Bezug auf § 39 Abs. 1 StG, der den "Verkehrswert" 

unmissverständlich vorschreibt, sachgerechten Ergebnis bzw. zu einem auf dem freien 

Markt erzielbaren Preis führt, spielt damit grundsätzlich keine Rolle. Verfahrensgegen-

stand ist regelmässig einzig, ob der allein durch den Einsatz des Aktionärs erzielte Ertrag 

(aus Arbeit), der fälschlicherweise nicht als solcher ertragsmindernd verbucht wurde, in 

die Bewertung einzufliessen hat oder nicht. Die Gerichtsinstanzen haben diese Frage 

mehrfach  abschliessend  bejaht  (StRG,  30.  Juli 2019,  1 ST.2018.128,  bestätigt  durch 

VGr, 4. Dezember 2019, SB.2019.00087 und BGr, 9. März 2020, 2C_93/2020; vgl. auch 

StRG,  14.  Juli  2017,  1  ST.2016.322;  VGr,  31. Januar  2018,  SB.2017.00104;  BGr, 

6. Mai 2019, 2C_277/2018; StRG, 22. April 2015, 1 ST.2014.46).  

cc) Die Steuerbehörden dürfen aus Gründen der Praktikabilität schematische 

Regelungen  aufstellen  und  aufgrund von  Durchnittserfahrungen  oder  Wahrscheinlich-

keitsmassstäben vereinfachen, sofern die dadurch bewirkte Erleichterung in der Rechts-

anwendung nicht durch die Rechtsgleichheit gebotene Differenzierungen allzu sehr stra-

paziert  wird.  Nicht  zuletzt  bei  der  Vermögenssteuer,  wo  die  Belastung  i.d.R.  ohnehin 

nicht sehr stark ins Gewicht fällt, drängt sich eine schematisierte Lösung auf, welche den 

Bedürfnissen einer effizienten Verwaltung gerecht wird. Das KS 28 stellt eine schemati-

sierte Lösung dar, welche eine effiziente Verwaltung ermöglicht, der aber gleichzeitig ein 

gewisser Unschärfebereich eigen ist. Eine Abweichung vom KS 28 ohne ausreichende 

Gründe würde gegenüber den anderen Steuerpflichtigen in vergleichbaren Vermögens-

verhältnissen,  deren  Wertschriften  ebenfalls  gestützt  auf  das  KS  28  bewertet  wurden 

bzw.  werden,  zu  einer  Besserstellung  führen,  welche  mit  dem  Rechtgleichheitsgebot 

nicht vereinbar wäre (VGr, 26. August 2020, SB.2020.00024, E. 2.4.2 f.). Vom KS 28 

ist  nach  der  Rechtsprechung  deshalb  ganz  ausnahmsweise  nur  dann  abzuweichen, 

wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrswerts dies gebietet oder dies mit Rücksicht 

auf  die  Besonderheiten  des  Einzelfalls  notwendig 

ist  (VGr,  26.  August 2020, 

SB.2020.00024;  BGr,  30. Juni  2014,  2C_1168/2013  und  2C_1169/2013,  E.3.6;  BGr, 

18. September 2013,  2C_309/2013  und  2C_310/2013,  E.  3.6;  BGr,  15. April 2010, 

2C_503/2009, E. 3.3; StE 1999 B 52.41 Nr. 2; im Ergebnis ebenso das Bundesgericht in 

StE 1997 B 22.2 Nr. 13). Praxisgemäss ist der Sachverhalt, der eine vom KS 28 abwei-

chende Beurteilung erheischt, vom Steuerpflichtigen zu substantiieren und zu beweisen, 

da  die  Bewertung  aufgrund  des  KS  28  (=  Mittel  aus  dem  gewichteten  Ertrags-  und 

2 ST.2023.53 

 
 
 
 
 
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Substanzwert  des  Unternehmens)  für  die  zutreffende  Vermutung  streitet,  sie  gebe 

den Verkehrswert  richtig  wieder, sodass der  vom  Fiskus  für  diesen Wert zu leistende 

Nachweis als erbracht gilt und es am Steuerpflichtigen liegt, den Gegenbeweis anzutre-

ten (VGr, 1. Februar 2017, SB.2016.00053, E. 4.3; vgl. auch u.a. StRG 22. April 2015, 

1 ST.2014.46;  E.  3.a/bb;  StRG,  29.  Mai  2015,  1 ST.2015.43,  E. 1c  am  Ende;  StRG, 

18. Februar 2020, 2 ST.2017.257, E. 1.a/dd). 

c)  Der  Unternehmenswert  von  Handels-,  Industrie-  und  Dienstleistungsunter-

nehmen ergibt sich gemäss Rz 34 des KS 28 aus der zweimaligen Gewichtung des Er-

tragswerts und der einmaligen Gewichtung des Substanzwerts zu Fortführungswerten. 

Diese Art der Bewertung wird auch "Praktikermethode" genannt.  

Die Jahresrechnungen der zu bewertenden Gesellschaft bilden die Grundlage 

für die Bestimmung des Ertragswerts, wobei für die Berechnung zwei Modelle zur Ver-

fügung stehen: Entweder wird (Modell 1) auf die Geschäftsjahre (n) und (n-1), unter dop-

pelter Gewichtung des Geschäftsjahrs (n), oder (Modell 2) auf die Geschäftsjahre (n), 

(n-1) und (n-2), unter je einfacher Gewichtung, abgestellt (Rz 7 Abs. 1 und Rz 8 Abs. 2 

des  KS  28).  Als  Ertragswert  ist  der  kapitalisierte,  allenfalls  um  Aufrechnungen  und 

Abzüge korrigierte Reingewinn der massgebenden Geschäftsjahre heranzuziehen (Rz 

8 Abs. 1 und Rz 9 des KS 28). 

Die Jahresrechnung (n) ist die Grundlage zur Bestimmung des Substanzwertes 

der zu bewertenden Gesellschaft (Rz 11 Abs. 1 des KS 28).  

2. a) Die Steuerbehörden sind bei der Bewertung der operativ tätigen C AG den 

Vorgaben des  KS  28  gefolgt  (Praktikermethode; zweimalige  Gewichtung des  Ertrags-

werts,  einmalige  Gewichtung  des  Substanzwerts).  Der  Ertragswert  wurde  nicht  aus-

nahmsweise  einmal  gewichtet,  wie  das  für  Einmann-Aktiengesellschaften  ausnahms-

weise  vorgesehen  ist,  weil  die  C AG  neben  dem  Pflichtigen  noch  weitere  für  das 

operative Geschäft wesentliche Mitarbeiter beschäftigt. Voraussetzung für die bloss ein-

fache  Gewichtung  des  Ertragswerts  ist  nämlich,  dass  die  Wertschöpfung  allein  vom 

Allein- oder Mehrheitsaktionär erzielt und mit Ausnahme von wenigen Hilfskräften für die 

Administration und Logistik kein weiteres Personal beschäftigt wird (Kommentar S. 10. 

oben). Sodann treffen keine der in Rz. 9 Abs. 2a des KS 28 erwähnten ausserordentliche 

Ereignisse  auf  den  vorliegenden  Sachverhalt  zu  (Kapitalgewinne,  Auflösung  von 

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Reserven oder gewisse Rückstellungen), die eine Gewinnkorrektur ermöglichen könn-

ten. Das (rechnerische) Ergebnis, welches durch die Anwendung des KS 28 resultiert, 

wird vom Pflichtigen im Übrigen nicht in Frage gestellt. Das kantonale Steueramt hat den 

Wert der C AG im Einschätzungs- und Einspracheentscheid beim steuerbaren Vermö-

gen des Pflichtigen damit in der richtigen Höhe berücksichtigt.  

b) aa) Wie gesehen endet damit die Untersuchungspflicht der Steuerbehörden 

ohne  Weiteres,  und es  liegt  am  Pflichtigen,  ein anderes  Ergebnis  herzuleiten  und mit 

Beweisen  sowie  detaillierten  Sachverhaltsdarstellungen  und  fundierten  Verweisen  auf 

Literatur und Rechtsprechung zu untermauern. Dass der Pflichtige auf dem freien Markt 

für  sein  Dienstleistungsunternehmen  unter  Umständen  für  den  Preis,  den  das  KS  28 

vorgibt, keine Käufer finden könnte, ist durchaus möglich. Die Akquisition von Neukun-

den obliegt in der C AG einzig ihm, der als Sohn nicht zuletzt von der Bekanntheit des 

durch seinen Vater vor Jahrzehnten aufgebauten Dienstleistungsunternehmens G & Co. 

und  der  im  Jahr  2012  verkauften  Unternehmung  J  AG  (die  frühere  K  AG)  profitieren 

kann. Im resultierenden Preis wäre auch die Tatsache gespiegelt, dass der Geschäfts-

gang der C AG aus Sicht des Markts sehr stark durch die Einflussnahme, die persönli-

chen Beziehungen, das umfassende Know How, die Marktkenntnis und die engagierte 

Mitarbeit des Eigentümers geprägt ist. Ohne eine klar formulierte (indes wohl entspre-

chend  stark  kaufpreistreibende)  Klausel,  welche  eine  langjährige  Bindung  und  ein 

ebenso langjähriges volles Engagement des jetzigen in Personalunion vereinten Eigen-

tümers  und  Geschäftsführers  (CEO)  garantierte,  erwiese  sich  das  Kaufobjekt  für  den 

durchschnittlichen Investor zum Wert, den das KS 28 als massgeblich vorgibt, möglich-

erweise als uninteressant.  

Auch wenn die Argumente des Pflichtigen zuträfen, käme diesem "objektiven" 

Marktpreis  nach  der  weiter  oben  ausführlich  zitierten  Gerichtspraxis  mit  Blick  auf  den 

Grundsatz der Rechtsgleichheit, dem Verbot widersprüchlichen Verhaltens und auf das 

im Steuerrecht geltende "arm's length"-Prinzip im Rahmen der Vermögensbesteuerung 

keine Bedeutung zu (so auch BGr, 27. August 2020, 2C_866/2019, E. 6.2.2.). Die vom 

Pflichtigen beantragte Erhebung von Preisen, die in den letzten zwei bis fünf Jahren bei 

Verkauf von ähnlichen Dienstleistungsunternehmen erzielt wurden, läuft damit ins Leere.  

bb)  Steht  ein  niedriger  potentieller  Verkaufspreis  für  die  stark  personenbezo-

gene C AG im Raum, wäre in einem allerersten Schritt zu untersuchen, ob der Lohn aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit, der sich der Pflichtige bezahlt, seiner Stellung als auf 

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dem  Markt  mit  ähnlichen  Unternehmen  bestens  vernetzten  CEO  eines  florierenden 

Dienstleistungsunternehmens mit je nach Auftragslage stark schwankenden Gewinnen 

gerecht wird. Solange dieser Lohn nicht durch Bestellung einer sachverständigen Per-

son auf seine Drittkonformität überprüft worden ist, kann und darf das Resultat, welches 

sich aus der Anwendung des KS 28 ergibt, von vornherein nicht korrigiert werden. Die 

allenfalls gebotene Korrektur wäre im Übrigen unter Umständen gar nicht im Interesse 

des  Pflichtigen,  denn  die steuerrechtlichen  und sozialversicherungsrechtlichen  Folgen 

wären bei einer Anhebung des Lohns vermutungswiese viel gravierender als die Steu-

erersparnis im Bereich der Vermögenssteuer durch Einsetzung des unabhängig festzu-

stellenden  objektiv  richtigen  Verkehrswerts  der  Aktien.  Die  Diskrepanz  ist  vorliegend 

nicht derart augenscheinlich, als dass sich eine Untersuchung auf Stufe Steuerrekurs-

gericht für die Steuerperiode 2019 aufdrängt.  

Bei  einer  seriösen  Unternehmensbewertung  stünde  an  allererster  Stelle  die 

sorgfältige Überprüfung der Angemessenheit (Drittvergleichskonformität) des Unterneh-

merlohns und des Geschäftsaufwands. Diese beiden Faktoren sind direkt voneinander 

abhängig. Es bleibt dem kantonalen Steueramt überlassen, den Sachverhalt allenfalls in 

den Folgeperioden  beim  Pflichtigen  und  der  C  AG  gründlich  zu  untersuchen  und  falls 

nötig die gebotenen Aufrechnungen vorzunehmen, unter entsprechender Senkung des 

Vermögenssteuerwerts der Aktien beim Pflichtigen auf einen reduzierten Verkehrswert 

(entweder nach KS 28 oder bei Vorliegen eines unabhängigen Gutachtens auf den gut-

acherlich festgestellten wahren Verkehrswert gemäss § 39 Abs. 1 StG). 

3.  Nach  alledem  ist  der Rekurs  abzuweisen,  und  es bleibt  bei  der  durch das 

kantonale Steueramt vorgenommenen Bewertung gemäss KS 28. Die Kosten sind aus-

gangsgemäss  dem  Pflichtigen  aufzuerlegen,  und  es  steht  ihm  keine  Parteientschädi-

gung zu (§ 151 StG und § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegege-

setzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

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