# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 485ce480-b6d5-507e-b9ab-67f4055dd30a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2010 A-3626/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3626-2009_2010-07-07.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3626/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Daniel de Vries Reilingh (Vorsitz), 
Richter Pascal Mollard, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Zoll; gemeinsames Versandverfahren.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-3626/2009

Sachverhalt:

A.
Die Zollkreisdirektion Schaffhausen forderte mit Nachbezugsverfügung 
vom 9. Oktober 2006 von der X._______ AG, ... (hiernach: X._______ 
oder  Gesellschaft)  gestützt  auf  Art.  12  des  Bundesgesetzes  vom 
22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht  (VStrR, SR 313.0) ei-
nen Betrag von Fr. 32'155.75 nach. Die Nachforderung wurde aufgrund 
eines nicht  beendeten  gemeinsamen  Versandverfahrens  erhoben, 
welches die X._______ in der Eigenschaft  als Hauptverpflichtete am 
6. April  2001 bei der Abgangszollstelle Feldkirch (Österreich), Zweig-
stelle Tisis, für eine Sendung mit Glaswaren, Schmuck und Computern 
nach  der  Bestimmungsstelle  Erzingen  (Deutschland)  (Bestimmungs-
land: England) eröffnet hatte. Die Zollkreisdirektion Schaffhausen hielt 
dafür,  da  die  ordnungsgemässe  zollamtliche  Gestellung  der  Waren 
nicht  nachgewiesen werden könne, müsse davon ausgegangen wer-
den, dass die Waren unverzollt in der Schweiz geblieben seien.

B.
Mit Beschwerdeentscheid vom 4. Mai 2009 wies die Oberzolldirektion 
(OZD) die gegen die Nachbezugsverfügung vom 9. Oktober 2006 er-
hobene Beschwerde der Gesellschaft vom 8. November 2006 ab. Sie 
erwog,  der  Gesellschaft  sei  es  nicht  gelungen,  die  Beendigung  des 
Versandverfahrens  nachzuweisen. Das  von der  österreichischen  Ab-
gangszollstelle eingeleitete Suchverfahren habe zum Ergebnis geführt, 
dass  für  das  Versandverfahren  lediglich  ein  Grenzübergangsschein 
beim Eingang in die Schweiz vorliege. Letztere sei deshalb für die Ab-
gabenerhebung aufgrund von Art. 34 Abs. 2 Bst. a der Anlage I zum 
Übereinkommen vom 20. Mai 1987 über ein gemeinsames Versandver-
fahren  (mit  Anlagen  und  Zusatzprotokollen)  (in  der  Fassung  vom 
22. August 2000, AS 1988 308, und die darauf folgenden Änderungen; 
SR 0.631.242.04) (hienach: gVV-Übereinkommen) zuständig. Die von 
der  X._______  eingereichten  Unterlagen  über  die  Bezahlung  der 
Warenlieferungen  oder  Ablieferungen  der  Waren  beim  Empfänger 
(CMR-Frachtbriefe)  genügten  den  Anforderungen  an  einen  Be-
endigungsnachweis  im  Sinne  von  Art. 50  der  Anlage  II  zum  gVV-
Übereinkommen nicht und liessen auch nicht einwandfrei auf die tat-
sächliche  Wiederausfuhr  der  Ware  schliessen.  Ein  Beendigungs-
nachweis müsse amtlich bescheinigt sein.

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C.
Am 5. Juni 2009 (Postaufgabe am 6. Juni 2009) liess die Gesellschaft  
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und beantragen, 
"die  hier  bestrittene  Verfügung  der  Zollkreisdirektion  Schaffhausen 
vom 9. Oktober 2006 sei vollumfänglich zurück zu nehmen". Sie macht 
einzig geltend, die Wiederausfuhr der Sendung am Ende der Transit -
strecke  und  die  Auslieferung  der  Sendungs-Teile  an die  Waren-Em-
pfänger im Bestimmungsland könne "beweiskräftig nachgewiesen wer-
den".

In ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2009 schloss die OZD auf 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

Auf die weiteren Eingaben und Vorbringen der Parteien wird – soweit 
entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Entscheide  der  OZD können  gemäss  Art.  31  in  Verbindung  mit 
Art. 33  Bst.  b  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) beim Bundesverwaltungsgericht  angefochten wer-
den. Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes be-
stimmt  –  nach  den  Vorschriften  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021).

1.2 Im  Rechtsmittelverfahren  kommt  –  wenn  auch  in  sehr  abge-
schwächter Form (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Pro-
zessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 1.55) – 
das Rügeprinzip mit  Begründungserfordernis  in  dem Sinn zu tragen, 
dass  der  Beschwerdeführer  die  seine  Rügen  stützenden  Tatsachen 
darzulegen und allfällige Beweismittel einzureichen hat (Art 52 Abs. 1 
VwVG;  CHRISTOPH AUER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar 
zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zü-
rich/St. Gallen 2008, N 9 und 12 zu Art. 12). Hingegen ist  es grund-
sätzlich nicht Sache der Rechtsmittelbehörden, den für den Entscheid 
erheblichen Sachverhalt von Grund auf zu ermitteln und über die tat-
sächlichen Vorbringen der Parteien hinaus den Sachverhalt  vollkom-
men neu zu erforschen (BVGE 2007/27 E. 3.3; Urteil  des Bundesver-

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waltungsgerichts  A-5550/2008  vom 21. Oktober  2009  E. 1.5;  MOSER/ 
BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.52). Vielmehr geht es in diesem Ver-
fahren  darum,  den  von den  Vorinstanzen ermittelten  Sachverhalt  zu 
überprüfen und allenfalls zu berichtigen oder zu ergänzen.

Weiter  ist  die  Rechtsmittelinstanz  nicht  gehalten,  allen  denkbaren 
Rechtsfehlern von sich aus auf den Grund zu gehen. Für entsprechen-
de Fehler müssen sich mindestens Anhaltspunkte aus den Parteivor-
bringen  oder  den  Akten  ergeben  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., 
Rz. 1.55).

1.3 Anfechtungsobjekt  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsge-
richt  bildet  einzig  der  vorinstanzliche Entscheid,  nicht  auch allfällige 
Entscheide unterer Instanzen. Diese sind nämlich bei Bestehen eines 
verwaltungsinternen Instanzenzugs durch die Entscheide der Einspra-
che-  oder  Beschwerdeinstanz  ersetzt  worden  (Devolutiveffekt);  ihre 
selbständige Beanstandung ist  ausgeschlossen. Das Anfechtungsob-
jekt bildet den Rahmen, welcher den möglichen Umfang des Streitge-
genstandes  begrenzt.  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  kann 
nur sein, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder 
nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (MOSER/BEUSCH/ 
KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 2.7;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
1393/2006 vom 10. Dezember 2007 E. 2.2.1 mit Hinweis).

Dem Gesagten zufolge ist auf das Rechtsbegehren, die Verfügung der 
Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 9. Oktober 2006 sei vollumfäng-
lich  "zurück zu nehmen"  nicht  einzutreten. Immerhin  richtet  sich  die 
Beschwerde ausdrücklich gegen den Beschwerdeentscheid der OZD 
vom 4. Mai 2009. Insofern der Beschwerdeführer sinngemäss die Auf-
hebung  des  vorinstanzlichen  Beschwerdeentscheides  verlangt,  kann 
auf die Beschwerde eingetreten werden.

1.4 Das  Zollgesetz  vom  18.  März  2005 (ZG,  SR  631.0)  sowie  die 
Zollverordnung vom 1. November 2006 (ZV, SR 631.01) sind am 1. Mai 
2007 in Kraft getreten. Nach Art. 132 Abs. 1 ZG werden Zollveranla-
gungen, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, nach bishe-
rigem Recht  und  innerhalb  der  nach  diesem gewährten  Frist  abge-
schlossen. Nach dem ZG wie auch nach dem (alten) Zollgesetz vom 
1. Oktober 1925 (aZG, AS 42 287 und BS 6 465) wird ein Zollveran la-
gungsverfahren grundsätzlich mit der Anmeldung hängig (vgl. Art. 25 
ZG bzw. Art.  30  aZG;  DIEGO CLAVADETSCHER,  in:  Kocher/Clavadetscher 
[Hrsg.],  Stämpflis  Handkommentar  Zollgesetz,  Bern  2009,  Art. 132 

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Rz. 8).  Im  vorliegenden  Fall  sind  demnach  die  Einfuhren,  die  am 
6. April  2001 angemeldet  worden  sind,  nach dem alten  aZG zu  be-
urteilen.

2.
2.1
Nach Art. 1 aZG i.V.m. Art. 21 Abs. 1 aZG sind Waren, die ins Zollge -
biet oder aus dem Zollgebiet verbracht werden, zollpflichtig und müs-
sen nach diesem Gesetz sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 9. Okto-
ber 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt werden. Grundlage der Zollver-
anlagung ist die Zollanmeldung (Art. 30a Abs. 1 aZG). Diese nimmt im 
schweizerischen Zollwesen eine zentrale Stellung ein (BARBARA SCHMID, 
in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], a.a.O., Art. 18 Rz. 1).

2.2 In  Übereinstimmung  mit  dem das  Zollverfahren  beherrschenden 
Prinzip  der  Selbstdeklaration  obliegt  der  zollmeldepflichtigen  Person 
(Art. 9 Abs. 1 aZG) die Verantwortung für die rechtmässige und richti-
ge  Deklaration  ihrer  grenzüberschreitenden  Warenbewegungen.  Sie 
muss die der Zollstelle zugeführten, gestellten und summarisch ange-
meldeten Waren innerhalb der von der Zollverwaltung bestimmten Frist 
zur  Veranlagung  anmelden  und  die  Begleitdokumente  einreichen 
(Art. 6 Abs. 1 aZG und Art. 31 aZG). Damit überbindet das Zollgesetz 
der anmeldepflichtigen Person die volle Verantwortung für die eingerei-
chte Anmeldung und stellt hohe Anforderungen an ihre Sorgfaltspflicht;  
namentlich wird von ihr eine vollständige und richtige Deklaration der 
Ware verlangt (vgl. zu Art. 31 Abs. 1  aZG: Urteil  des Bundesgerichts 
2A.566/2003 vom 9. Juni 2004 E. 2.4; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-5798/2007 vom  6. Juli  2009  E. 2.2,  A-1528/2008  vom 
25. Mai  2010  E. 2.2;  siehe  auch  Botschaft  vom 15. Dezember  2003 
über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 612).

3.
3.1 Das  Versand-  oder  Transitverfahren  ermöglicht  die  Zollüberwa-
chung von Waren bei  deren Beförderung von einer  Zollstelle  an der 
Grenze  zu  einem  Zoll(frei)lager  oder  einer  Zollstelle  im  Innern  des 
Zollgebiets, sowie zur Durchführung von Waren durch das Zollgebiet in 
ein  Drittland  (REMO ARPAGAUS,  Zollrecht,  in:  Koller/Müller/Rhinow/Zim-
merli  [Hrsg.],  Das  schweizerische  Bundesverwaltungsrecht,  2.  Aufl.,  
Basel  2007, Rz. 760). Im Versandverfahren darf  die Ware weder ge-
nutzt noch verändert werden, sondern nur zum Zweck der Beförderung 
behandelt werden. Das Verfahren muss also sicherstellen, dass die ins 

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Zollgebiet  eingeführten  oder  aus  dem  Zollgebiet  zu  verbringenden 
Waren der Bestimmungszollstelle auch tatsächlich zugeführt  werden. 
Dazu  wird  die  Ware  hinsichtlich  Identität  durch  geeignete  Ver-
schlussmassnahmen  gesichert,  worauf  die  Zollverwaltung  ein  Ver-
sandpapier mit beschränkter Gültigkeitsdauer ausstellt, innert welcher 
die  verfahrensmässige  Beförderung  der  Ware  durchgeführt  werden 
muss. Die Beförderung stellt damit den einzigen nach aussen sichtba-
ren und zulässigen Zweck dieses Zollverfahrens dar (ARPAGAUS, a.a.O., 
Rz. 761). Hinsichtlich  Zollabgaben  sind  Waren  im  Transit-  oder  Ver-
sandverfahren  grundsätzlich  von  Einfuhrabgaben  befreit,  da  sie  nur 
zur unmittelbaren Weiterbeförderung in ein Drittland oder an eine Zoll -
stelle im Innern über die Zollgrenze gelangen. Damit erlangen sie wäh-
rend der Dauer des Verfahrens für die Schweiz keinerlei wirtschaftliche 
Bedeutung. Gleichwohl liess das alte Zollgesetz eine bedingte Zollfor-
derung  entstehen,  welche  jedoch  mit  der  Löschung  des  Verfahrens 
wieder dahinfiel (siehe Art. 12 aZG; ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 763).

3.2 Das gVV-Übereinkommen regelt  die Warenbeförderung zwischen 
den Ländern der Europäischen Gemeinschaft (EG) und der EFTA, so-
wie zwischen den einzelnen EFTA-Staaten. Zu diesem Zweck führt das 
gVV-Übereinkommen  ein  sog.  gemeinsames  Versandverfahren  ein 
(Art. 1  Abs.  1  gVV-Übereinkommen).  Im  Transitverkehr  mit  den  EG-
Ländern  und  den  EFTA-Staaten  gilt  deshalb  das  gemeinsame  Ver-
sandverfahren, und zwar unabhängig von der Verkehrsart (mit Ausnah-
me von Postsendungen, siehe Art. 41 gVV-Übereinkommen) und dem 
Status als inländischer oder zollpflichtiger ausländischer Ware (ARPA-
GAUS, a.a.O., Rz. 771). Art. 3 Abs. 1 Bst. a des gVV-Übereinkommens 
definiert das Versandverfahren als ein Verfahren, in dem Waren unter 
der Überwachung der zuständigen Behörden von einer Zollstelle einer 
Vertragspartei befördert werden, wobei mindestens eine Grenze über-
schritten wird. Ziel  des gVV-Übereinkommens bei  seiner  Verabschie-
dung  war  die  Schaffung  eines  gemeinsamen  Zollverfahrens  für  den 
Warenversand durch mehrere Staaten der europäischen Freihandels-
zone. Damit  sollte  der  Warenverkehr  zwischen  den  Vertragsparteien 
erleichtert  werden,  indem  die  konzentrierte  Durchführung  von  Zoll-
förmlichkeiten an den Zollgrenzen nach Möglichkeit vermieden werden 
und  auf  Zollstellen  im  Innern  des  jeweiligen  Zollgebiets,  und  zwar 
möglichst  nahe  am  eigentlichen  Bestimmungsort,  verlagert  werden 
sollten.  Sichtbares  äusseres  Kennzeichen  dieses  Verfahrens  bildete 
bisher  das  gemeinsame  Versandpapier  T1/T2  (ARPAGAUS, a.a.O., 
Rz. 772). Versandrechtlich wird zwischen dem T1-Verfahren und dem 

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T2-Verfahren  unterschieden  (ARPAGAUS, a.a.O.,  Rz. 772). Das T2-Ver-
fahren  dient  ausschliesslich  der  Beförderung  von  Waren  zwischen 
zwei Orten der EU via Drittvertragsstaat, wobei es sich zwingend um 
Gemeinschaftswaren handeln muss,  also  um Waren,  welche sich  im 
Zollgebiet der EU im freien Verkehr befinden (Art. 2 Abs. 3 gVV-Über-
einkommen; ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 773).

3.3 Die Zollbehandlung mit gemeinsamer Versandanmeldung erfolgt in 
einem selbständigen,  von den nationalen Vorschriften verschiedenen 
Verfahren. Die Durchführung des Verfahrens betreffend Versandanmel-
dung,  Nämlichkeitssicherung sowie  Förmlichkeiten bei  den zuständi-
gen Zollstellen während der Beförderung sind dem nationalen Transit-
verfahren ähnlich und in Anlage I zum gVV-Übereinkommen detailliert  
beschrieben (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 775).

3.3.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 der Anlage I  zum gVV-Übereinkommen 
hat der Hauptverpflichtete die Waren und den Versandschein T1 inner-
halb der vorgeschriebenen Frist unter Beachtung der von den zustän-
digen Behörden zur  Nämlichkeitssicherung getroffenen Massnahmen 
unverändert der Bestimmungsstelle zu gestellen (Bst. a), die Vorschrif -
ten über das gemeinsame Versandverfahren einzuhalten (Bst. b) und 
die Zölle und sonstigen Abgaben zu entrichten, die unter Umständen 
aufgrund  einer  im  Verlauf  oder  anlässlich  eines  gemeinsamen  Ver-
sandverfahrens  begangenen  Zuwiderhandlung  oder  Ordnungswidrig-
keit fällig werden (Bst. c). Art. 18 der Anlage I zum gVV-Übereinkom-
men bestimmt, dass die Sendung bei jeder Durchgangszollstelle unter 
Vorlage  der  Exemplare  des  Versandscheins  T1  vorzuführen  ist 
(Abs. 1),  wobei  der  Beförderer  bei  jeder  Durchgangszollstelle  einen 
Grenzübergangsschein abzugeben hat (Abs. 2).

3.3.2 Ein gemeinsames Versandverfahren endet, wenn die Waren und 
der Versandschein T1 der Bestimmungsstelle gestellt werden (Art. 23 
der  Anlage  I  zum  gVV-Übereinkommen).  Der  Bestimmungsstelle  ist 
gleichzeitig der Versandschein T1 vorzulegen (Art. 22 Abs. 1 der An-
lage I zum gVV-Übereinkommen). Die Bestimmungsstelle vermerkt auf 
den Exemplaren des Versandscheins T1 das Ergebnis  ihrer  Prüfung 
und sendet der Abgangsstelle unverzüglich ein Exemplar zurück; das 
andere Exemplar verbleibt bei der Bestimmungsstelle (Art. 22 Abs. 2 
der Anlage I zum gVV-Übereinkommen).

3.3.3 Wird festgestellt,  dass im Verlauf eines T1-Verfahrens in einem 
bestimmten Land Zuwiderhandlungen begangen worden sind, so wer-

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den  hierdurch  fällig  gewordene  Zölle  und  andere  Abgaben  –  unbe-
schadet der Strafverfolgung – von diesem Land nach dessen Rechts- 
und Verwaltungsvorschriften erhoben (Art. 34 Abs. 1 der Anlage I zum 
gVV-Übereinkommen).  Wurde  die  Sendung  der  Bestimmungsstelle 
nicht gestellt und steht der Ort der Zuwiderhandlung nicht fest, so gilt  
diese in der letzten Vertragspartei  als begangen, in deren Zollgebiet 
das  Beförderungsmittel  oder  die  Ware zuletzt  nachweislich aufgrund 
der Grenzübergangsscheine gelangt sind (Art. 34 Abs. 2 Bst. d der An-
lage I zum gVV-Übereinkommen).

3.3.4 Titel  V der  Anlage II  zum gVV-Übereinkommen betreffend das 
T1-Verfahren  umfasst  Artikel  10  bis  36.  Für  das  T2-Verfahren  gilt 
Titel V  sinngemäss  (Art.  37  Abs. 3  der  Anlage  II  zum gVV-Überein-
kommen).

3.3.5 Wurde die Sendung der Bestimmungsstelle nicht gestellt (siehe 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d der Anlage I zum gVV-Übereinkommen) kann der 
Nachweis  für  die  ordnungsgemässe  Durchführung  des  T1-  oder  T2- 
Verfahrens den zuständigen  Behörden  durch Vorlage eines von den 
zuständigen  Behörden  bescheinigten  Zoll-  oder  Handelspapiers  er-
bracht werden. Aus diesem muss hervorgehen, dass die betreffenden 
Waren bei der Bestimmungsstelle gestellt worden sind (Art. 50 Abs. 1 
Bst. a der Anlage II zum gVV-Übereinkommen). Es handelt  sich hier 
um  einen  alternativen  Beendigungsnachweis,  der  behördlich  be-
scheinigt sein muss.

4.
Im vorliegenden Fall  eröffnete  die  Beschwerdeführerin  in  der  Eigen-
schaft als Hauptverpflichtete am 6. April 2001 bei der Abgangszollstel -
le Feldkirch (Österreich), Zweigstelle Tisis, ein gemeinsames Versand-
verfahren für eine Sendung mit Glaswaren, Schmuck und Computern 
nach der Bestimmungsstelle Erzingen (Deutschland). Diese Ware wur-
de am selben Tag beim Zollamt Schaanwald (Schweiz) zur Einfuhr ab-
gefertigt. Die Gesellschaft konnte für den die Ware betreffenden Ver-
sandvorgang  bei  der  Abgangszollstelle  keinen  ordentlichen  Beendi-
gungsnachweis erbringen. Anfragen bei den Zollämtern Basel/Weil Au-
tobahn  und  Trasadingen  (Schweiz)  bezüglich  einer  allenfalls  festge-
stellten Wiederausfuhr aus der Schweiz wurden negativ beantwortet. 
Weiter führte das gemäss der Vorinstanz von der österreichischen Ab-
gangszollstelle eingeleitete Suchverfahren bei der deutschen Bestim-
mungsstelle  Erzingen,  die  gleichzeitig  auch  Durchgangszollstelle  für 

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den Wiedereintritt  in das EU Zollgebiet  war, zu keinem positiven Er-
gebnis. Somit ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass gestützt auf die  
Angaben der Beschwerdeführerin und die Ergebnisse der Suchverfah-
ren  kein  ordentlicher  Beendigungsnachweis  erbracht  worden ist  und 
die Schweiz gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d der Anlage I zum gVV-Über -
einkommen als Ort der Zuwiderhandlung gilt (vgl. E. 3.3.3 hievor).

Die  von  der  Beschwerdeführerin  der  OZD  vorgelegten  zusätzlichen 
Unterlagen und Informationen wurden von der Vorinstanz geprüft, oh-
ne dass diese auf einen rechtsgenügenden Nachweis der Beendigung 
des  gemeinsamen  Versandverfahrens  gestossen  wäre.  Die  ein-
gereichten  Unterlagen  lassen  in  der  Tat  nicht  auf  die  tatsächliche 
Wiederausfuhr  der  Waren  aus  der  Schweiz  schliessen.  Ein  Be-
endigungsnachweis muss ohnehin amtlich bescheinigt sein (siehe E. 
3.3.5 hievor), was vorliegend nicht der Fall ist. Die Beschwerdeführerin 
–  die  sich  mit  der  Behauptung  begnügt,  "die  Auslieferung  der 
Sendungs-Teile  an  die  Waren-Empfänger  im  Bestimmungsland  be-
weiskräftig" nachweisen zu können – bestreitet dies zu Recht nicht.

Der von der OZD von der Beschwerdeführerin nachgeforderte Betrag 
ist  rechnerisch nicht  bestritten. Es ergeben sich  aufgrund der  Akten 
auch keine Anhaltspunkte, dass dieser offensichtlich falsch berechnet 
wäre, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.

5.
Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen soweit darauf 
einzutreten ist (siehe E. 1.4 hievor) und der Beschwerdentscheid der 
OZD vom 4. Mai 2009 ist zu bestätigen. Die Verfahrenskosten in der 
Höhe  von  Fr. 3'000.--  sind  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  mit  dem geleisteten  Kostenvorschuss  in 
gleicher Höhe zu verrechnen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt  und mit  dem geleisteten Kostenvorschuss in  gleicher Höhe 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel de Vries Reilingh Keita Mutombo

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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