# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8190b7c4-12b0-59b5-9757-e593f471123b
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-26
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Kindes- und Erwachsenenschutzhof 26.08.2020 106 2020 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_004_106-2020-72_2020-08-26.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

106 2020 72

Urteil vom 26. August 2020

Kindes- und Erwachsenenschutzhof

Besetzung Präsidentin: Sandra Wohlhauser
Richter: Jérôme Delabays, Michel Favre
Gerichtsschreiberin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschwerdeführerin

und

B.________, Beschwerdeführer   

betreffend C.________

Gegenstand Erwachsenenschutz – Beschwerdelegitimation (Art. 450 Abs. 2 ZGB)

Beschwerde vom 9. / 30. Juli 2020 gegen den Entscheid des Frie-
densgerichts des Seebezirks vom 3. Juni 2020

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Sachverhalt

A. Mit formeller Eingabe vom 29. Mai 2020 reichten A.________ und B.________ beim Frie-
densgericht des Seebezirks (hiernach: das Friedensgericht) eine Gefährdungsmeldung betreffend 
ihre Tochter C.________, geb. 2000, ein. Diese hätte ihnen gesagt, dass sie mehrmals Selbst-
mordgedanken hatte. Das Verhältnis zu ihrer Tochter sei seit längerem zerrüttet. Sie sei ihnen 
gegenüber gewalttätig geworden, hätte sie belogen, ein Doppelleben geführt und rauche Canna-
bis. In den letzten Jahren sei sie von der Psychologin D.________ betreut worden. Diese bestäti-
ge, dass ihre Tochter weiterhin eine psychologische Betreuung benötige. A.________ und 
B.________ beantragten eine psychologische Therapie (Aggressionsbewältigung, Suchtpräventi-
on) für ihre Tochter, weiter soll diese psychiatrisch abgeklärt werden, ihr der Aufenthalt beim 
Freund verboten werden und sie soll nicht mehr an den Treffen der Gruppe E.________ teilneh-
men. Sie und ihre Tochter seien für eine Besprechung vorzuladen.

C.________ meldete sich ebenfalls beim Friedensgericht und es wurde ein Gesprächstermin am 
3. Juni 2020 vereinbart. 

Mit Schreiben vom 3. Juni 2020 reichte die involvierte Psychologin einen Bericht ein. Diesem kann 
insbesondere entnommen werden, dass C.________ wiederholt von der belastenden Familiensi-
tuation berichtet hatte. Die Argumentation der Eltern sei nicht nachvollziehbar. Das zentrale Thema 
sei die Feststellung der Schuld und nicht die Suche nach gemeinsamen Lösungen. C.________ 
sei in ihrer Familie hinsichtlich ihrer psychischen Gesundheit gefährdet.

Anlässlich der Anhörung vom 3. Juni 2020 äusserte sich C.________ insbesondere dahingehend, 
dass sie in ihrer Familie in eine Situation der Verzweiflung komme, Hilfe benötige und nicht mehr 
zu Hause bleiben könne. Sie erklärte sich mit der Errichtung einer Beistandschaft einverstanden.

B. In der Folge errichtete das Friedensgericht mit Entscheid vom 3. Juni 2020 eine Vertretungs-
beistandschaft nach Art. 394 Abs. 1 ZGB für C.________ mit den Aufgabenbereichen: 

a. für einen geeigneten Aufenthalt von C.________ besorgt zu sein und sie nötigenfalls bei 
allen in diesem Zusammenhang erforderlichen Handlungen zu vertreten;

b. die Unterhaltsfragen von C.________ mit deren Eltern zu klären und sie nötigenfalls bei 
allen in diesem Zusammenhang erforderlichen Handlungen zu vertreten;

c. C.________ allenfalls bei der Organisation der Übergabe von Gegenständen zu unterstüt-
zen, welche sich an der Adresse F.________ in G.________ befinden.

C. Gegen diesen Entscheid erhoben A.________ und B.________ am 9. Juli 2020 Beschwer-
de. Sie beantragen, dass ihnen Akteneinsicht zu gewähren sei und die Vertretungsbeistandschaft 
in eine Begleitbeistandschaft umgewandelt werden soll. Eventualiter sei die Vertretungsbeistand-
schaft aufzuheben und ein Auftrag gemäss Art. 392 ZGB zu erteilen. Sollte eine Beistandschaft 
errichtet werden, sei diese auf sechs Monate zu begrenzen. 

Das Friedensgericht nahm am 23. Juli 2020 Stellung und beantragt, dass die Beschwerde abzu-
weisen sei, soweit darauf einzutreten sei.

Am 30. Juli 2020 reichten A.________ und B.________ eine Beschwerdeergänzung ein, wobei sie 
ihre Anträge vom 9. Juli 2020 bestätigten.

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Das Friedensgericht teilte am 14. August 2020 mit, dass auf eine Stellungnahme zur Beschwerde-
ergänzung verzichtet wird.

A.________ und B.________ äusserten sich gleichentags spontan zur Stellungnahme des Frie-
densgerichts vom 23. Juli 2020.

Erwägungen

1.

Das Kantonsgericht bzw. dessen Kindes- und Erwachsenenschutzhof (Art. 14 Abs. 1 Bst. c des 
Reglements für das Kantonsgericht vom 22. November 2012 betreffend seine Organisation und 
seine Arbeitsweise [RKG; SGF 131.11]) ist zuständig für die Beschwerden gegen Entscheide, die 
von der Schutzbehörde oder deren Präsidentin oder Präsidenten getroffen wurden (Art. 8 des 
Gesetzes vom 15. Juni 2012 über den Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG; SGF 212.5.1]).

2.

Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage seit Mitteilung des Entscheids (Art. 450b Abs. 1 ZGB). Die 
Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB). Der 
angefochtene Entscheid wurde den Beschwerdeführern am 8. Juli 2020 zugestellt (act. 45). Die 
am 9. Juli 2020 eingereichte Beschwerde und die am 30. Juli 2020 eingereichte Beschwerdeer-
gänzung sind damit rechtzeitig erfolgt. Diese enthalten auch eine Begründung.

3.

Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die 
unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemessenheit 
(Ziff. 3) gerügt werden. Die für das erstinstanzliche Verfahren anwendbaren Grundsätze der Unter-
suchungs- und Offizialmaxime gelten auch vor der Beschwerdeinstanz (KOKES-Praxisanleitung 
Erwachsenenschutzrecht, Rz. 12.34).

Da das freiburgische Recht nichts anderes bestimmt, sind die Bestimmungen der Zivilprozessord-
nung sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB). Die Rechtsmittelinstanz kann somit aufgrund der 
Akten entscheiden (Art. 327 Abs. 2 ZPO).

4.

Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert sind. Gemäss Art. 450 Abs. 2 
ZGB sind zur Beschwerde befugt: die am Verfahren beteiligten Personen (Ziff. 1), die der betroffe-
nen Person nahestehenden Personen (Ziff. 2) und Personen, die ein rechtlich geschütztes Interes-
se an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3).  

4.1.

4.1.1. Als "am Verfahren beteiligte Personen" gelten jene Personen, die vom zu erlassenden 
Entscheid unmittelbar betroffen sind, namentlich die "hilfsbedürftige Person" im Sinn von Art. 388 
Abs. 1 ZGB, zu deren Gunsten behördliche Massnahmen angeordnet werden sollen (das Gesetz 
spricht auch von "der betroffenen Person" [Art. 388 Abs. 2 ZGB]), der Beistand, dessen Handlun-

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gen oder Unterlassungen Gegenstand des Verfahrens sind, das Kind im kindesschutzrechtlichen 
Verfahren, aber auch Dritte, deren Interessen vom zu fällenden Entscheid unmittelbar betroffen 
sind. Allein der Umstand, dass eine Person im erstinstanzlichen Verfahren zur Stellungnahme 
eingeladen oder dass ihr der Entscheid eröffnet wurde, macht diese nicht zur "am Verfahren betei-
ligte Person". Nahestehende Personen und Personen, die ein rechtlich geschütztes Interesse an 
der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben, gelten demgegenüber nicht 
als am Verfahren beteiligte Personen. Diesen braucht der erstinstanzliche Entscheid nicht zuge-
stellt zu werden (Art. 450b Abs. 1 ZGB). Es steht diesen Personen lediglich - aber immerhin - ein 
Beschwerderecht zu (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 und 3 ZGB; Urteil BGer 5A_165/2019 vom 16. August 
2019 E. 3.2 mit Hinweisen). 

4.1.2. Vorliegend sind die Beschwerdeführer nicht unmittelbar durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und daher nicht "am Verfahren beteiligte Personen". Dies machen sie denn auch 
nicht geltend, sondern sie berufen sich darauf, als leibliche Eltern von C.________ ihr nahestehen-
de Personen und damit beschwerdelegitimiert zu sein.

4.2.

4.2.1. Bei der nahestehenden Person handelt es sich um eine Person, welche die betroffene 
Person gut kennt und kraft ihrer Eigenschaften sowie regelmässig kraft ihrer Beziehungen zu 
dieser als geeignet erscheint, deren Interessen wahrzunehmen (Botschaft, BBl 2006 7001, 7084). 
Die Botschaft ergänzt widersprüchlicherweise, die Legitimation der nahestehenden Person setze 
nicht notwendigerweise voraus, dass Interessen der betroffenen Person wahrgenommen würden. 
Dem zitierten Verweis auf BGE 122 I 18 E. 2.c.bb S. 30 lässt sich diese Schlussfolgerung nicht 
entnehmen. Gestützt auf Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB ist nur legitimiert, wer der betroffenen Person 
nahe steht, dadurch geeignet erscheint, deren Interessen wahrzunehmen, und mit der Beschwerde 
auch tatsächlich die Interessen der betroffenen Person verfolgt. Nimmt die Drittperson eigene 
Interessen wahr, ist unerheblich, ob sie als nahestehende Person qualifizieren könnte. Ihre 
Beschwerdelegitimation richtet sich diesfalls nach den Voraussetzungen von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 3 
ZGB.

Das Wort "Nahestehen" meint eine auf unmittelbarer Kenntnis der Persönlichkeit des Betroffenen, 
von diesem bejahte und von Verantwortung für dessen Ergehen geprägte Beziehung, die den Drit-
ten geeignet erscheinen lässt, Interessen des Betroffenen wahrzunehmen. Diese Beziehung bzw. 
die Anforderungen daran - (1.) unmittelbare Kenntnis der Persönlichkeit des Betroffenen, (2.) Beja-
hung durch den Betroffenen und (3.) Verantwortung für das Ergehen des Betroffenen - müssen 
glaubhaft gemacht werden. Nahestehende Personen können unter anderem die Eltern, die Kinder 
und andere durch Verwandtschaft oder Freundschaft mit der betroffenen Person Verbundene sein. 
Handelt es sich bei dem Dritten um einen (nahen) Verwandten und/ oder eine im gleichen Haus-
halt lebende Person, so wird diese von der Rechtsprechung regelmässig - gleichsam im Sinne 
einer Tatsachenvermutung - als nahestehende Person und damit als Person, welche geeignet 
erscheint, die Interessen des Betroffenen wahrzunehmen, anerkannt. Die Vermutung kann jedoch 
im Einzelfall widerlegt werden, wenn die genannten Anforderungen nicht vorliegen, das heisst die 
Drittperson respektive auch ein Familienmitglied nicht geeignet erscheint, die Interessen der 
Betroffenen wahrzunehmen. Ferner kann sich nicht auf die Legitimation der nahestehenden 
Person berufen, wer gar nicht die Interessenwahrung der betroffenen Person verfolgt. 

Entspricht die errichtete Massnahme ihrem Inhalt und Umfang nach den Wünschen der betroffe-
nen Person, bleibt kein Raum für eine Anfechtung zwecks Interessenwahrung für diese. Auch sind 

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Parteien, die sich in einem streitigen gerichtlichen Verfahren gegenüberstehen, klarerweise nicht 
geeignet, in diesem Zusammenhang Interessen der anderen Partei wahrzunehmen. Dasselbe gilt 
hinsichtlich der im Rahmen der Streitigkeit angeordneten erwachsenenschutzrechtlichen Massnah-
me; umso mehr, wenn die Massnahme errichtet wurde, um die Betroffene vor einer allfälligen 
(unsachlichen) Einflussnahme oder Druckausübung durch die Gegenpartei zu schützen (zum 
Ganzen: Urteil BGer 5A_112/2015 vom 7. Dezember 2015 E. 2.5.1 f. mit Hinweisen).

4.2.2. Zunächst ist festzuhalten, dass sich C.________ ebenfalls beim Friedensgericht gemeldet 
und sich mit der Errichtung einer Beistandschaft einverstanden erklärt hat. Es bestehen keine 
Anhaltspunkte, dass die Beistandschaft dem Inhalt und Umfang nach nicht ihren Wünschen 
entspricht. 

Zwar führen die Beschwerdeführer in ihren Beschwerdeschriften aus, dass C.________ uneinge-
schränkt handlungsfähig sei und keine Vertretung brauche, und rügen zudem, dass aus dem 
angefochtenen Entscheid nicht hervorgehe, ob C.________ die verschiedenen Beistandschaften, 
deren Unterschiede sowie Dauer und zu erwartende Kosten erklärt wurden. Allerdings geht aus 
den Beschwerdeschriften hervor, dass es den Beschwerdeführern hierbei nicht um den Schutz der 
Interessen von C.________ geht, sondern ihrer eigenen Interessen. So führen die Beschwerdefüh-
rer in ihren Anträgen selbst aus, dass sie eine Begleitbeistandschaft anstatt einer Vertretungsbei-
standschaft beantragen, damit sich C.________ persönlich bei ihnen bemühen muss, die Unter-
haltsfragen und ihre Zukunftspläne zu klären. Ferner bringen sie in ihrer Begründung vor, dass 
C.________ mit ihrem Plan vor dem Friedensgericht nur erreichen wolle, dass sie Unterhaltszah-
lungen ohne Bedingungen und ohne minimalen Kontakt erhält. Das Friedensgericht unterstütze 
diese Absichten, indem es die Vertretungsbeistandschaft errichtete. Wäre keine Vertretungsbei-
standschaft für C.________ errichtet worden, müsste sie nun mit ihnen besprechen, wo sie studie-
ren und wohnen möchte, welche Zukunftspläne sie hat und welche finanzielle Unterstützung sie 
benötigt. Mit der Errichtung der Vertretungsbeistandschaft habe sie jedoch den Kontakt mit einer 
unscheinbaren SMS-Nachricht abbrechen können und gehe nun davon aus, dass ihre Beiständin 
die Unterhaltspflicht ohne Bedingungen bzw. mit möglichst wenigen Gegenleistungen auf dem 
Rechtsweg durchsetzt. Es geht ihnen somit nicht darum, dass sie C.________ vor einer allzu 
eingreifenden Erwachsenenschutzmassnahme bewahren möchten, sondern lediglich darum, dass 
sie sich selber bei ihnen melden und sich um die Unterhaltszahlungen kümmern muss. 

Weiter wurde die Beistandschaft gerade dazu errichtet, um C.________ bei der Regelung ihrer 
Angelegenheiten gegenüber ihren Eltern zu unterstützen. Es besteht ein klarer Interessenkonflikt 
zwischen den Beschwerdeführern und ihrer Tochter. Die Beschwerdeschriften sind darüber hinaus 
voller Vorwürfe dieser gegenüber. C.________ habe psychische und physische Gewalt in die 
Familie gebracht und lüge. Ihre Tochter wolle sie bestrafen, sie leiden sehen, ihnen Schaden zufü-
gen bzw. sich an ihnen rächen. Wenn sie Suizidgedanken geäussert habe, dann sei dies nur 
gewesen, um ihnen grosse Angst einzujagen und zu testen, ob sie sie weiterhin manipulieren 
könne. C.________ tätige lauter Falschanschuldigungen und unterstelle sogar Straftaten. Dies 
gegenüber ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrem Ex-Freund. Aufgrund der Falschanschuldigungen 
sei auch ein Kindesschutzverfahren betreffend ihren Bruder eröffnet worden. In ihrer Stellungnah-
me vom 14. August 2020 führen sie zudem aus, dass der Vater nun am 5. August 2020 Strafanzei-
ge gegen C.________ eingereicht habe. 

Die Beschwerdeführer sind damit nicht geeignet, die Interessen von C.________ wahrzunehmen. 
Sie gelten nicht als nahestehende Personen und sind nicht gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB zur 
Beschwerde legitimiert. 

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4.3.

4.3.1. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführer allenfalls als Dritte zur Beschwerde befugt sind. 
Ein Dritter ist gestützt auf Art. 450 Abs. 2 Ziff. 3 ZGB nur dann zur Beschwerde legitimiert, wenn er 
die Verletzung eigener Rechte geltend macht und ein rechtliches Interesse verfolgt, das durch das 
Erwachsenenschutzrecht geschützt werden soll. Die Geltendmachung dieses eigenen (wirtschaftli-
chen oder ideellen) rechtlich geschützten Interesses ist nur zulässig, wenn es mit der fraglichen 
Massnahme direkt zusammenhängt bzw. mit der Massnahme geschützt werden soll und deshalb 
von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hätte berücksichtigt werden müssen. Gibt der 
Dritte vor, Interessen der betroffenen Person wahrzunehmen, ohne aber als nahestehende Person 
in Betracht zu fallen, ist er nicht legitimiert (Urteil BGer 5A_112/2015 vom 7. Dezember 2015 
E. 2.5.1.3 mit Hinweisen).

4.3.2. Es ist nicht ersichtlich, welche rechtlichen Interessen der Beschwerdeführer vorliegend 
durch das Erwachsenenschutzrecht gewahrt werden soll. Sie rügen zwar, dass ihnen Aktenein-
sicht zu gewähren, sie anzuhören und die Belastung der Familienangehörigen zu berücksichtigen 
sei. Den Beschwerdeführer scheint es dabei aber – entgegen ihren Behauptungen – hauptsächlich 
um die Klärung der Schuldfrage, um die Wahrung ihrer Interessen für allfällige Zivil- und Strafver-
fahren gegenüber ihrer Tochter und im Kindesschutzverfahren betreffend den Bruder zu gehen. 
Sie wollen Unterhaltszahlungen nur zu den von ihnen gestellten Bedingungen (angemessene 
Studienwahl, Kenntnis des Wohnortes, der Studienleistungen und des Befindens von C.________, 
Anspruch auf minimalen Kontakt) leisten. Dies ist nicht durch das Erwachsenenschutzrecht 
geschützt (vgl. auch Urteil BGer 5A_124/2015 vom 28. Mai 2015 E. 5.2). Vielmehr werden die 
Beschwerdeführer ihre Rechte im Rahmen der jeweiligen Verfahren geltend machen können. 
Darüber hinaus ist für die Errichtung der Beistandschaft irrelevant, wer für die Situation verantwort-
lich ist. Die Beschwerdeführer sind somit auch nicht als Dritte zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerde wäre jedoch betreffend den von ihnen behaupteten eigenen Ansprüchen ohnehin 
abzuweisen (nachfolgend E. 5 und 6). 

4.4. Dementsprechend sind die Beschwerdeführer vorliegend nicht zur Beschwerde legitimiert, 
sodass auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. 

5.

5.1. Die Beschwerdeführer verlangen Akteneinsicht. Dies weil sie ansonsten nicht wüssten, ob  
C.________ die Beistandschaft erklärt wurde. Andererseits weil sie vermuten, dass C.________ 
sie vor dem Friedensgericht mit böswilligen Unterstellungen und allenfalls mit frei erfundenen 
Straftaten beschuldigte. Sie hätten ein Recht zu erfahren, was sie gegen sie aussagte, insbeson-
dere da sie unterstützungspflichtig seien und ausserdem aufgrund der Mitwirkung von C.________ 
ein Kindesschutzverfahren für den Bruder eröffnet worden sei.

5.2. Gemäss Art. 449b Abs. 1 ZGB haben die am Verfahren beteiligten Personen Anspruch auf 
Akteneinsicht, soweit nicht überwiegende Interessen entgegenstehen. Wird einer am Verfahren 
beteiligten Person die Einsichtnahme in ein Aktenstück verweigert, so wird auf dieses nur abge-
stellt, wenn ihr die Behörde von seinem für die Sache wesentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich 
Kenntnis gegeben hat (Art. 449b Abs. 2 ZGB). Von ihrem Wortlaut her beschränkt die Bestimmung 
das Akteneinsichtsrecht auf die am Verfahren beteiligten Personen, die die Entscheidungsgrundla-
gen der Behörden kennen sollen. Einer Anzeige erstattenden Drittperson steht das Akteneinsichts-
recht dagegen nicht zu, wenn sie nicht gleichzeitig am Verfahren beteiligte Person ist. Den Begriff 
"die am Verfahren beteiligten Personen" verwendet das Erwachsenenschutzrecht in mehreren 

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Bestimmungen und ist einheitlich auszulegen. Die bundesrechtliche Vorschrift über die Aktenein-
sicht ist abschliessend und belässt den Kantonen im Rahmen ihrer Gesetzgebungszuständigkeit 
("Im Übrigen") keine Möglichkeit, das Akteneinsichtsrecht im Verfahren vor der KESB auf andere 
als die am Verfahren beteiligten Personen auszudehnen. In Anbetracht der klaren bundesgesetzli-
chen Regelung können sich nicht am Verfahren beteiligte Dritte auch nicht auf einen verfassungs-
rechtlichen Anspruch auf Akteneinsicht berufen. In Widerspruch dazu behauptet ein Teil der Lehre, 
nicht am Verfahren beteiligten Dritten stehe ein Anspruch auf Akteneinsicht zu, wenn sie über ein 
rechtlich schützenswertes Interesse verfügten. Diese Ansicht ist abzulehnen (Urteil BGer 
5C_1/2018 vom 8. März 2019 E. 6.1 ff. mit Hinweisen). 

Die Beschwerdeführer sind keine am Verfahren beteiligten Personen (vgl. vorstehend E. 4.1) und 
haben demnach im vorliegenden erwachsenenschutzrechtlichen Verfahren keinen Anspruch auf 
Akteneinsicht.

6.

6.1. Die Beschwerdeführer rügen weiter, dass sie nicht nur die Anhörung von C.________, 
sondern auch die eigene Anhörung beantragt haben. Ausserdem habe das Friedensgericht bei 
seinem Entscheid die Belastung der Familienangehörigen nicht berücksichtigt. C.________s 
Kontaktabbruch belaste die gesamte Familie. Sie würden davon ausgehen, dass dem Friedensge-
richt bewusst war, dass C.________ nach der Errichtung der Beistandschaft den Kontakt zu ihren 
Eltern vollständig und ungerechtfertigt verweigern könnte.

6.2. Art. 447 Abs. 1 ZGB räumt nur der betroffenen Person ein Recht auf persönliche Anhörung 
ein. Diese Bestimmung geht weiter als der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör 
(Art. 29 Abs. 2 BV), indem sie eine Pflicht der Behörde zur mündlichen Anhörung der betroffenen 
Person statuiert (u.a. Urteil BGer mit Hinweisen). Dieses Recht steht aber nur der betroffenen 
Person selber zu (Urteile BGer 5A_902/2018 vom 14. August 2019 E. 4.2; 5A_674/2015 vom 
29. September 2015 E. 2.4; 5A_345/2015 vom 3. Juni 2015 E. 3.3; je mit Hinweisen). Die 
Beschwerdeführer können sich somit nicht auf Art. 447 Abs. 1 ZGB berufen. Diese haben damit 
keinen Anspruch auf eine persönliche Anhörung.

6.3. Gemäss Art. 390 Abs. 2 ZGB sind bei der Errichtung einer Beistandschaft die Belastung 
und der Schutz von Angehörigen zu beachten. Die Botschaft führt hierzu aus, dass die Belastung 
und der Schutz von Angehörigen und Dritten für sich allein die Errichtung einer Beistandschaft 
nicht rechtfertigen kann. Es handelt sich aber um Elemente, die beim Entscheid mit zu berücksich-
tigen sind (Abs. 2). Die Norm verdeutlicht unter anderem, dass die Unterstützung der hilfsbedürfti-
gen Person durch die Angehörigen (vgl. Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) ihre Grenzen hat und nicht in 
eine Überforderung ausmünden darf (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht], BBl 2006 7001, 
7043). Das Bundesgericht führt weiter aus, dass die Interessen der Angehörigen eine weitergehen-
de Massnahme rechtfertigen können, jedoch nicht die Massnahmen an sich begründen (Urteil 
BGer 5A_614/2017 vom 12. April 2018 E. 5.3.2 mit Hinweisen). 

Bei Art. 390 Abs. 2 ZGB geht es somit hauptsächlich darum, dass die Belastung und der Schutz 
der Angehörigen für eine Beistandschaft sprechen können. Hingegen kann der Sinn dieser Norm 
kaum sein, von einer Beistandschaft abzusehen, nur weil diese die Angehörigen, welche in einem 
Interessenkonflikt mit der betroffenen Person stehen, belasten könnte. 

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7.

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten den Beschwerdeführern unter solida-
rischer Haftung aufzuerlegen (Art. 6 KESG; Art. 450f ZGB; Art. 106 Abs. 1 und 3 ZPO; Art. 10 ff. 
des Justizreglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]). Diese sind pauschal auf 
CHF 400.- festzusetzen (Art. 96 ZPO i.V.m. Art. 19 Abs. 1 JR). Es ist keine Parteientschädigung zu 
sprechen.

Der Hof erkennt:

I. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden pauschal auf CHF 400.- festgesetzt und 
A.________ und B.________ unter solidarischer Haftung auferlegt.

III. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 26. August 2020/sig

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: