# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab33c0fa-e88a-55d4-a9ea-67112673f25b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.05.2015 200 2014 150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-150_2015-05-05.pdf

## Full Text

200 14 150 IV
LOU/COC/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Mai 2015

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Januar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/150, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1984 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde von ihrem Vater am 19. August 1999 unter Hinweis auf Lähmungen 
und eine geistige Behinderung bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug angemeldet (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1, 4). Daraufhin 
sprach ihr die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) vom 13. Au-
gust 2001 bis am 12. August 2002 berufliche Massnahmen in Form einer 
erstmaligen beruflichen Ausbildung (Anlehre im … Bereich) zu (AB 14, 16). 
Nachdem die Versicherte ihre Anlehre abgeschlossen und per 13. August 
2002 eine Stelle in einer geschützten Werkstätte gefunden hatte, schloss 
die Abteilung berufliche Eingliederung der IVB die beruflichen Massnahmen 
ab (AB 23). Daraufhin wurde ihr mit Verfügung vom 27. August 2002 
(AB 29) bei einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 90% ab dem 
1. August 2002 eine ganze ausserordentliche IV-Rente zugesprochen. Die-
se wurde im weiteren Verlauf revisionsweise bestätigt (Mitteilungen vom 
26. Oktober 2007 [AB 33] und vom 3. Mai 2010 [AB 41]); dies bei einem 
IV-Grad von nunmehr 92%.

Im Rahmen einer im Jahr 2013 eingeleiteten Revision von Amtes wegen 
wies die Versicherte darauf hin, dass sie ihre berufliche Tätigkeit aufgrund 
der Geburt ihres Kindes per Dezember 2010 aufgegeben habe (AB 51). 
Nachdem die IVB einen Abklärungsbericht Haushalt eingeholt hatte 
(AB 58), stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 16. September 
2013 (AB 61) bei einem IV-Grad von 0% (Status: 100% Haushalt; vgl. 
AB 58 S. 7 Ziff. 7) die Aufhebung der Rentenleistungen nach Zustellung der 
Verfügung auf Ende des laufenden Monats in Aussicht. Damit zeigte sich 
die Versicherte nicht einverstanden (AB 63, 70). Nach Einholung einer Stel-
lungnahme des Abklärungsdienstes (AB 71) verfügte die IVB am 10. Janu-
ar 2014 wie im Vorbescheid angekündigt und entzog einer allfälligen Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung (AB 72).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/150, Seite 3

B.

Hiergegen liess die Versicherte am 12. Februar 2014 Beschwerde erheben 
und folgende Anträge stellen:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10. Januar 2014 sei 
aufzuheben.

2. Es sei die Sache zur Vornahme einer medizinischen Abklärung 
und danach neuen Abklärung im Haushalt an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen.

3. Eventualiter sei eine IV-Rente zuzusprechen.
4. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu 

bewilligen und sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheits-
leistungen zu befreien. Zudem sei ihr die unentgeltliche Verbei-
ständung durch den Unterzeichnenden zu gewähren.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwer-
degegnerin.

Am 26. Februar 2014 gingen weitere Unterlagen zum Gesuch um unent-
geltliche Rechtpflege beim Gericht ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. März 2014 schloss die Beschwerdegegne-
rin unter Hinweis auf eine Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 
19. März 2014 (in den Gerichtsakten) auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 31. März 2014 wurde das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung von Fürsprecher C.________ als amtlicher 
Anwalt gutgeheissen.

Mit Replik vom 12. Juni 2014 sowie Duplik vom 2. Juli 2014 bestätigten die 
Parteien die gestellten Rechtsbegehren.

Am 19. März 2015 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. März 2015 machte der Instrukti-
onsrichter die Beschwerdeführerin auf eine mögliche Schlechterstellung 
(reformatio in peius) aufmerksam und bot ihr bis am 4. Mai 2015 Gelegen-

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heit zur Stellungnahme resp. zum Rückzug der Beschwerde. Mit Eingabe 
vom 29. April 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah-
ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 
Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch 
die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. Januar 2014 
(AB 72). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine IV-Rente und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob der 
rechtserhebliche Sachverhalt genügend abgeklärt ist. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/150, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). Bei den nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich 
tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet 
werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die Be-
messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, 
in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(spezifische Methode; Art. 28a Abs. 2 IVG; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

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welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5

2.5.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.2 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2). 

2.6 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 

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(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-
wirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufga-
benbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch 
dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur 
Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetre-
ten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 
IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.1).

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 

3.

3.1 Vorab ist zu prüfen, ob zwischen der Verfügung vom 27. August 
2002 (AB 29) – anlässlich welcher die erste und zugleich letzte materielle 
Überprüfung des Rentenanspruchs stattfand (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2) – und der hier angefochtenen 
Verfügung vom 10. Januar 2014 (AB 72) eine wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.6 hiervor). 

In der Verfügung vom 27. August 2002 (AB 29) wurde die Beschwerdefüh-
rerin als vollzeitig erwerbstätig eingestuft und es wurde zur Invaliditätsbe-
messung ein Einkommensvergleich durchgeführt (S. 4). Nach der Geburt 
ihres ersten Kindes am xx. xxxx 2010 hat die Beschwerdeführerin ihre be-
rufliche Tätigkeit per Dezember 2010 aufgegeben (AB 51 S. 3 Ziff. 2.5). Am 
xx. xxxx 2012 brachte sie ihr zweites Kind zur Welt (AB 59 S. 2). Gegenü-
ber der Abklärungsperson hat sie am 12. September 2013 zudem neu an-
gegeben, dass sie als Mutter im Gesundheitsfall nicht (mehr) erwerbstätig 

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wäre. Dies insbesondere nicht nach der Geburt des zweiten Kindes (AB 58 
S. 4 Ziff. 3.5). Gestützt auf diese Angaben hat die Beschwerdegegnerin die 
Beschwerdeführerin neu als nicht erwerbstätig eingestuft und die Invali-
ditätsbemessung nach der spezifischen Methode (vgl. E. 2.3 hiervor) vor-
genommen (AB 72 S. 1). Dies ist mit Blick auf die gesamten Umstände 
nicht zu beanstanden und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht be-
stritten. Demnach ist im massgebenden Zeitraum in den tatsächlichen Ver-
hältnissen eine Veränderung eingetreten, welche geeignet ist, den Renten-
anspruch zu beeinflussen. Dieser ist nachfolgend deshalb frei zu prüfen 
(BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 

3.2 Bezüglich des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ist 
den Akten im Wesentlichen folgendes zu entnehmen:

3.2.1 Im Bericht der D.________ (D.________) vom 8. September 1999 
(AB 5) wurde ausgeführt, bei der Beschwerdeführerin bestehe seit ihrer 
Geburt eine halbseitige Lähmung rechts. Im Mai 1997 habe eine Abklärung 
stattgefunden, um die weitere Schullaufbahn zu planen. Im nichtsprachli-
chen Testverfahren (Snijders-Oomen) habe die Beschwerdeführerin einen 
IQ von 47 erreicht. Bei der Abklärung sei aufgefallen, dass sie auch ein-
fachste Anweisungen aus dem Schulalltag noch nicht habe umsetzen kön-
nen. Im visuellen Bereich (Zeichnen, Wiedergabe von Formen) hätten die 
Leistungen ungefähr denjenigen eines Kindes bei Schuleintritt entsprochen. 
In Anbetracht des allgemeinen Leistungspotentials sei die Beschwerdefüh-
rerin in die Heilpädagogische Schule in … eingeschult worden. 

3.2.2 Im Bericht der Abteilung berufliche Eingliederung der Beschwerde-
gegnerin vom 25. Oktober 2000 (AB 9) wurde als Diagnose eine cerebrale 
Lähmung rechts und eine geistige Behinderung aufgeführt. Als Auswirkun-
gen der Behinderung wurden eine markante Einschränkung im Bereich der 
Wahrnehmung und Probleme im Bereich der Motorik erwähnt. 

3.2.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
bezeichnete den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Bericht 
vom 15. April 2010 (AB 40) als stationär. Eine Veränderung der Diagnosen 
sei nicht eingetreten (S. 1). Die Prognose sei unverändert schlecht. Eine 
Therapie sei nicht möglich (S. 2).

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Auch im Bericht vom 24. Juni 2013 (AB 54) bezeichnete Dr. med. 
E.________ den Gesundheitszustand als stationär. Es bestehe „wie ge-
habt“ eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1). Es läge eine geistige Behin-
derung und eine Parese der rechten Hand und des rechten Beines vor. Die 
Frage, welche Tätigkeiten trotz der Einschränkungen zumutbar seien, be-
antwortete der Arzt mit „keine wesentlichen“ (S. 3).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
hinsichtlich der Einschränkungen im Haushalt auf den Abklärungsbericht 
vom 12. September 2013 (AB 58) samt Stellungnahme vom 7. Januar 2014 
(AB 71) gestützt. Im besagten Abklärungsbericht wurden in den sieben 
gewichteten Haushaltsbereichen keine Einschränkungen bzw. keine ge-
wichteten Arbeitsunfähigkeiten ermittelt (AB 58 S. 6 f. Ziff. 6). Dabei stützte 
sich die Abklärungsperson einzig auf die Angaben der Beschwerdeführerin 
resp. auf diejenige der bei der Abklärung vor Ort ebenfalls anwesenden 
Nachbarin (AB 58 S. 6 f Ziff. 6 und 71 S. 3). 

Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Aufgabenbereich entbehrt je-
doch einer genügenden medizinischen Grundlage. Zwar wurden 1997 im 
Rahmen der schulischen Eingliederung gewisse psychologische Abklärun-
gen durchgeführt, anlässlich welcher insbesondere ein IQ von 47 ermittelt 
worden war (AB 5). Diese Abklärungen liegen jedoch beinahe 18 Jahre 
zurück, weshalb ihnen mangels Aktualität nur geringe Aussagekraft zu-
kommt. Zudem ergeben sich aus dem Bericht der D.________ vom 8. Sep-
tember 1999 (AB 5) weder Diagnosen, Befunde noch Hinweise auf die be-
stehenden Beeinträchtigungen und Behinderungen der Beschwerdeführe-
rin. Im Zwischenbericht vom 25. Oktober 2000 (AB 9) wird erstmals die 

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Diagnose einer cerebralen Lähmung rechts und einer geistigen Behinde-
rung gestellt mit Verweis auf den erwähnten Bericht der D.________ vom 
8. September 1999. Dieser enthält jedoch – wie soeben ausgeführt – keine 
Diagnosen. Zudem wird eine Diskrepanz zwischen dem Testergebnis und 
dem Eindruck der Lehrerin erwähnt; weitere Ausführungen dazu enthält der 
Zwischenbericht indessen keine. 

Auch Dr. med. E.________ stellt in seinen beiden (rudimentären) Berichten 
vom 14. April 2010 und 24. Juni 2013 (AB 40 und 54) weder eine Diagnose 
noch äussert er sich zu den bestehenden Einschränkungen der Beschwer-
deführerin. Andere medizinische Berichte, welche sich insbesondere zu 
den bestehenden (geistigen und physischen) Einschränkungen äussern, 
finden sich in den Akten nicht. Somit mangelt es vorliegend an einer ärztli-
chen Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit, welche Grundlage 
für die Abklärung vor Ort darstellt. Denn für die Beweiswertigkeit eines Ab-
klärungsberichts ist erforderlich, dass die Abklärungsperson nicht nur 
Kenntnis der Diagnosen, sondern auch der sich daraus ergebenden Beein-
trächtigungen und Behinderungen hat (vgl. E. 2.5.2 hiervor). Aufgrund des-
sen kann über die Einschränkungen im Haushalt beim vorliegend ungenü-
gend ermittelten medizinischen Sachverhalt nicht definitiv entschieden 
werden. 

3.5 Nach dem Dargelegten ist der Abklärungsbericht Haushalt vom 
12. September 2013 (AB 58) bereits deshalb nicht beweiswertig, weil darin 
keine Auseinandersetzung mit den ärztlichen Angaben zur Arbeitsunfähig-
keit bzw. Beeinträchtigung im Aufgabenbereich Haushalt stattfinden konn-
te, zumal entsprechende Unterlagen gar nicht vorliegen (vgl. E. 3.4 hier-
vor). Der Sachverhalt erweist sich somit als ungenügend abgeklärt. Die 
Beschwerde ist deshalb gutzuheissen, die angefochtene Verfügung vom 
10. Januar 2014 (AB 72) aufzuheben und die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen, damit sie medizinische Abklärungen hinsichtlich 
der geistigen und physischen Einschränkungen vornehme und anschlies-
send – sofern sich relevante gesundheitliche Beeinträchtigungen ergeben 
sollten – unter Berücksichtigung der entsprechenden medizinischen Ergeb-
nisse nochmals eine Abklärung vor Ort durchführe. Daraufhin hat die Be-

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schwerdegegnerin über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu 
zu verfügen.

3.6 Mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin im Rahmen der Revi-
sion vom Amtes wegen im Jahr 2013 erwähnten Aufgabe ihrer Erwerbs-
tätigkeit nach der Geburt ihres ersten Kindes per Dezember 2010 (AB 51) 
stellt sich die Frage nach einer Meldepflichtverletzung (vgl. prozessleitende 
Verfügung vom 20. März 2015; in den Gerichtsakten). Wie es sich damit 
verhält, braucht jedoch im vorliegenden Verfahren mit Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügungen nicht näher geprüft zu werden. Diese Prüfung wird 
die Beschwerdegegnerin im Rahmen der weiteren Abklärungen vorzuneh-
men haben.

3.7 Wird der Beschwerde gegen eine Verfügung, mit der die Rente oder 
eine Hilflosenentschädigung revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben 
wird, die aufschiebende Wirkung entzogen, so dauert dieser Entzug bei 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur Vornahme weiterer Ab-
klärungen grundsätzlich – unter Vorbehalt einer allfällig missbräuchlichen 
Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Ver-
waltung – auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis 
zum Erlass der neuen Verfügung an (BGE 129 V 370; SVR 2013 IV Nr. 37 
S. 112 E. 3.1). 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

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4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und bei einer 
fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

In der Kostennote vom 16. Juli 2014 hat Fürsprecher C.________ von 
B.________ eine Parteientschädigung von Fr. 1‘222.-- (9.4 Stunden à 
Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 82.20 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 104.35, somit von total Fr. 1‘408.55, geltend gemacht. Dies ist nicht zu 
beanstanden. Angesichts der Tatsache, dass dem Vertreter nach Erstellen 
dieser Kostennote weiterer Aufwand angefallen ist (vgl. Stellungnahme 
vom 29. April 2015), rechtfertigt sich eine Erhöhung der beantragten Par-
teientschädigung. Angemessen erscheint eine Entschädigung inklusive 
Auslagen und Mehrwertsteuer von pauschal Fr. 1'600.--. Diesen Betrag hat 
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

4.3 Bei dieser Kostenverlegung kommt die mit Verfügung vom 31. März 
2014 gewährte unentgeltliche Rechtspflege nicht zum Tragen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/150, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. Januar 2014 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf pauschal Fr. 1‘600.-- (inkl. Auslagen und 
MWSt.), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 29. April 

2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.