# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 363fa0c3-f906-562d-b792-0d5ec26da77a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2008 E-5066/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5066-2007_2008-08-20.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5066/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Markus König (Vorsitz), 
Richter Maurice Brodard, Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

A._______, diverse Alias-Identitäten, Serbien,
zurzeit im Strafvollzug,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 27. Juni 2007 / N_______.

Sachverhalt:

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5066/2007

A.
Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Hei-
matstaat am 15. Mai 2007 und gelangte über Kroatien sowie angeblich 
unbekannte Länder am 17. Mai 2007 illegal in die Schweiz, wo er glei-
chentags  im  Empfangszentrum  Vallorbe  um  Asyl  nachsuchte.  Am 
31. Mai  2007  fand  die  Erstbefragung  im Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum Kreuzlingen statt. Am 20. Juni 2007 wurde der Beschwerde-
führer vom BFM direkt zu den Asylgründen angehört.

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, er sei serbi-
scher  Ethnie  und  stamme aus  B._______  (Kosovo).  Im  Jahre  1999 
habe  er  wie  alle  Serben  im  Kosovo  Zivilschutzdienst  geleistet  und 
dazu  leihweise  eine  Waffe  erhalten.  Beim  Rückzug  der  serbischen 
Armee aus dem Kosovo habe er diese wieder zurückgeben müssen. 
Am 23. Juni 1999 habe der Beschwerdeführer sein Heimatdorf  nach 
einer Schiesserei,  an welcher er nicht  beteiligt  gewesen sei,  zusam-
men mit allen anderen Serben verlassen müssen. Nach einem einmo-
natigen  Aufenthalt  in  einem  Ort  namens  C._______  habe  er  eine 
Bleibe im Dorf D._______, gefunden, wo er sich bis zu seiner Ausreise 
aufgehalten  habe. Dort  sei  indessen  das  Leben  ebenfalls  schwierig 
gewesen,  zumal  die  serbische  Ortschaft  von  albanischen  Dörfern 
umgeben sei und damit die Erschliessung sowie Versorgung schlecht 
gewesen seien. Zudem sei D._______ in den Jahren 2001 und 2003 
von einem der Nachbardörfer aus mit Granaten beschossen worden. 
Allgemein  sei  die  Bewegungsfreiheit  eingeschränkt,  das  Reisen 
gefährlich und die Sicherheitslage prekär gewesen. Selber  habe der 
Beschwerdeführer  jedoch  keine  ernsthaften  Übergriffe  erlitten.  Aber 
sein Land in seinem Herkunftsort B._______ habe er weder bestellen 
noch verkaufen können. Im Januar 2007 sei er in einem Autobus pro-
voziert worden, wobei der Vorfall glimpflich ausgegangen sei. Der Be-
schwerdeführer  habe anschliessend in  Serbien,  wo er  nicht  willkom-
men gewesen sei, während zwei bis vier Monaten vier- oder fünfmal 
gearbeitet. Für die übrigen Aussagen des Beschwerdeführers wird auf 
die Akten verwiesen.

Der  Beschwerdeführer  reichte  eine  jugoslawische  Identitätskarte  zu 
den Akten.

B.
Mit Verfügung vom 27. Juni 2007 - eröffnet gleichentags - stellte das 
Bundesamt  fest,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den 

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Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft  nicht stand, weshalb er 
die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle.  Das  Bundesamt  lehnte  das 
Asylgesuch ab, verfügte gleichzeitig die Wegweisung des Beschwerde-
führers aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an.

C.
Mit Beschwerde vom 20. Juli 2007 an das Bundesverwaltungsgericht 
beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung des BFM vom 27. Juni 2007. Als Beweismittel 
gab  er  verschiedene  aus  dem  Internet  bezogene  Berichte  über  die 
Lage in Serbien und dem Kosovo zu den Akten.

D.
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom 9.  August  2007 
wurde der  Beschwerdeführer  aufgefordert,  bis  zum 24. August  2007 
einen  Kostenvorschuss  zu  bezahlen.  Dieser  wurde  am  20. August 
2007 fristgerecht geleistet.

E.
Mit  Schreiben vom 5. März 2008 teilte  das Amt für  Ausländerfragen 
des Kantons E._______ mit, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 
30.  Januar  2008  wegen  banden-  und  gewerbsmässigen 
Einbruchdiebstahls  in  Untersuchungshaft  befinde. Dabei  wurde auch 
darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer voraussichtlich noch 
längere  Zeit  in  Haft  werde  bleiben  müssen,  gemäss  polizeilichen 
Ermittlungen seine Identität nicht feststehe und er offenbar eine erheb-
liche kriminelle Vergangenheit habe.

F.
Mit Vernehmlassung vom 13. Juni 2008 stellte das BFM fest, das von 
der  Kantonspolizei  F._______ eingeleitete  umfangreiche Ermittlungs-
verfahren habe unter anderem ergeben habe, dass der Beschwerde-
führer  die  Schweizer  Behörden  über  seine  Identität,  Herkunft  sowie 
auch über seine Ausreisegründe getäuscht habe. Die Ergebnisse die-
ses  Ermittlungsverfahrens  würden  auch  bestätigen,  dass  die  ange-
fochtene Verfügung unter den damals bekannten Prämissen richtig ge-
wesen sei. Im Übrigen stehe aufgrund der  Akten fest,  dass  der  Be-
schwerdeführer  nicht  aus  dem  Kosovo,  sondern  aus  aus  dem  Ort 
G._______ in Serbien stamme. Einer Wegweisung in dieses Land ste-
he nichts entgegen.

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G.
Mit Zwischenverfügung vom 24. Juni 2008 wurde dem Beschwerdefüh-
rer Gelegenheit geboten, sich bis zum 8. Juli 2008 zu den Feststellun-
gen  des  Bundesamtes  zu  äussern.  Indessen  machte  er  von  dieser 
Möglichkeit keinen Gebrauch.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 
52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-

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ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  macht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.

4.1 In  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom 20. Juli  2007  macht  der  Be-
schwerdeführer im Wesentlichen geltend, bei seinen Anhörungen sei 
der Übersetzer ein Albaner gewesen, der nicht alles korrekt übersetzt 
habe, Weiter verweist der Beschwerdeführer auf seine als Beweismit-
tel  mit  der  Beschwerde  eingereichten  Internet-Ausdrucke  über  die 
Lage im Kosovo und den dort herrschenden Terror gegen Serben so-
wie Angehörige anderer nicht-albanischer Ethnien. Das Leben in sei-
nem Heimatort sei wegen der auf die Kosovo-Albaner und die Kosovo-
polizei  zurückgehenden  ständigen  Bedrohungen  sowie  der  einge-
schränkten Bewegungsfreiheit nicht mehr erträglich gewesen. Seit den 
NATO-Bombardierungen sowie dem Abzug der jugoslawischen Armee 
habe sich die Lage nicht gebessert, insbesondere für die in Enklaven 
unter schlechten Bedingungen lebenden Serben. Zur Zeit würden die 
Kosovo-Albaner Aktivitäten zur Trennung von Serbien und zur Ausru-
fung der Unabhängigkeit, welche für den November 2007 geplant sei-
en, durchführen. Danach sowie nach einem Rückzug der KFOR werde 
sich die Situation der Serben und der anderen nichtalbanischen Natio-
nen noch drastisch verschlechtern. Auch die Rückführung nach Bel-
grad sei nicht zumutbar, weil der Beschwerdeführer auch dort nicht zu 
Hause sei. In Serbien befänden sich mehrere hunderttausend Flücht-
linge aus Kroatien, Bosnien und dem Kosovo, welche in unzumutbaren 
Verhältnissen leben würden.

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4.2 Nach  Prüfung  der  Akten,  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum  Schluss,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im  Ergebnis  einer 
Überprüfung standhält. 

4.2.1 Aufgrund  entsprechender  Ermittlungen  der  Kantonspolizei 
F._______ im Rahmen der Strafuntersuchung gegen den Beschwerde-
führer steht fest, dass dieser nicht aus dem Kosovo sondern aus Ser-
bien stammt und in Wirklichkeit offenbar eine andere als die den Asyl-
behörden angegebene Identität hat. Gemäss den zu den Beschwerde-
akten  gereichten  Unterlagen  des  BFM  und  der  Kantonspolizei 
F._______  sei  der  Beschwerdeführer  bereits  in  seinem  Heimatstaat 
Serbien deliktisch aufgefallen und unter fünf verschiedenen Identitäten 
aufgetreten.

4.2.2 Die  Vorinstanz  wies  auf  diese  Umstände  in  ihrer  Vernehmlas-
sung ausdrücklich hin. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Ge-
hör verzichtete Beschwerdeführer darauf, diesen Feststellungen zu wi-
dersprechen.

4.2.3 Die Frage der wahren Identität des Beschwerdeführers braucht 
im vorliegenden Verfahren nicht vollumfänglich geklärt zu werden. Die 
unbestrittene Feststellung der  Herkunft  aus Serbien genügt,  um den 
protokollierten Asylvorbringen des Beschwerdeführers jede Grundlage 
zu entziehen. Im Übrigen hätte er sich selbst bei unterstellter Richtig-
keit in seinem Wohnort in Serbien vor den angeblichen Behelligungen 
durch Kosovo-Albaner offensichtlich problemlos in  Sicherheit  bringen 
können.

Der Vollständigkeit  halber bleibt  festzustellen,  dass der  Beschwerde-
führer sowohl anlässlich der Erstbefragung als auch anlässlich der An-
hörung zu den Asylgründen die Richtigkeit sowie Vollständigkeit seiner 
protokollierten Ausreise- respektive Asylgründe unterschriftlich bestä-
tigt  und  angegeben  hatte,  den  serbischsprachigen  Übersetzer  "gut" 
beziehungsweise "perfekt"  verstanden zu haben (vgl. Protokoll  Sum-
maranhörung, S. 2 und 7; Protokoll Asylbefragung, S. 2, 6 und 7).

4.2.4 Aufgrund der  vorstehenden Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf 
die übrigen Ausführungen in der Beschwerdeschrift und auf die damit 
eingereichten Beweismittel  einzugehen, weil  sie am Ergebnis nichts 
ändern  können.  Der  rechtserhebliche  Sachverhalt  ist  genügend  er-
stellt.  Zusammenfassend folgt,  dass  die  Vorinstanz  das  Asylgesuch 
zu Recht abgelehnt hat.

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5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

6.2.1 Keine Person darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

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6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im  Heimatstaat lässt  den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

6.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  -  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG  -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.3.1 Eine Situation, welche den Beschwerdeführer als "Gewalt- oder 
De-facto-Flüchtlinge" qualifizieren würde, lässt sich auch aufgrund der 
aktuellen Situation in Serbien nicht bejahen. Nach dem oben Gesagten 
ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  einer 

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Rückkehr in sein Heimatland relevanten Behelligungen ausgesetzt wä-
re. Es steht ihm offen und ist ihm zuzumuten, sich wieder in Serbien 
niederzulassen. Wie sich herausgestellt hat, lebte der Beschwerdefüh-
rer  im  _______ Kilometer  H._______  von  Belgrad  gelegenen 
G._______, wo er über ein soziales Beziehungsnetz verfügen dürfte. 
Es ihm möglich sein,  sich – nötigenfalls mit  Unterstützung seiner im 
Ausland (I._______ und J._______) lebenden Verwandten – dort wie-
der eine Existenz aufzubauen. 

6.3.2 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit auch als zumut-
bar.

6.4 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.

8.1
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.2 Der Beschwerdeführer steht zur Zeit formell in Untersuchungshaft, 
soll aber in nächster Zeit den vorzeitigen Strafvollzug antreten und in 
eine  andere  Strafvollzugsanstalt  verlegt  werden.  Zwecks  Sicherstel-
lung einer korrekten Eröffnung dieses Urteils ist damit ausnahmsweise 
der zuständige Vollzugskanton zu beauftragen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

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richt [VGKE, SR 173.320.2]). Die Verfahrenskosten sind durch den am 
20. August 2007 geleisteten Kostenvorschuss beglichen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Diese sind durch den am 20. August 2007 geleisteten Kos-
tenvorschuss beglichen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer, zu eröffnen durch das Amt für Ausländerfra-
gen des Kantons E._______

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- das Amt für Ausländerfragen des Kantons E._______ (Original und 
Kopie  des  Urteils),  mit  der  Aufforderung,  dem  Beschwerdeführer 
den Originalentscheid zu eröffnen (vgl. E. 8.2)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

Versand:

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