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**Case Identifier:** 9400fe9c-7c36-5b5d-a377-508e62ed7ee9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.05.2016 200 2016 209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-209_2016-05-04.pdf

## Full Text

200 16 209 ALV
KNB/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 4. Mai 2016

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

beco Berner Wirtschaft
Arbeitslosenkasse, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 12. Januar 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, ALV/16/209, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nachdem sich die 1988 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte 
bzw. Beschwerdeführerin) bereits im Februar bzw. März 2014 sowie im 
April 2015 bei der Arbeitslosenversicherung zum Leistungsbezug angemel-
det hatte, stellte sie am 4. November 2015 erneut einen Antrag auf Arbeits-
losenentschädigung ab dem 15. September 2015 und meldete sich nach 
einer entsprechenden Aufforderung durch das beco, Berner Wirtschaft, 
Arbeitslosenkasse Kanton Bern (nachfolgend: beco bzw. Beschwerdegeg-
ner), am 13. November 2015 zur Arbeitsvermittlung an (Akten des beco, 
Antwortbeilage [AB] 106 - 108, 114 - 117, 130 f., 147 - 150, 184 f., 194 - 
197 ). Die Versicherte hatte am 26. August 2015 eine am 1. Mai 2015 bei 
der B.________ angetretene, unbefristete Stelle (AB 111 - 113) per 30. 
September 2015 gekündigt, wobei das Arbeitsverhältnis auf Wunsch der 
Versicherten vorzeitig per 14. September 2015 aufgelöst wurde (AB 49, 67 
f.).

Mit Schreiben vom 17. November 2015 (AB 102 f.) gab das beco der Versi-
cherten Gelegenheit, sich zum Kündigungsgrund zu äussern, was diese mit 
Schreiben vom 26. November 2015 unter Beilage zusätzlicher Unterlagen 
tat (AB 85 - 88). Sie führte aus, bei der B.________ habe kein gutes Ar-
beitsumfeld geherrscht, in welchem sie sich akzeptiert und wohl gefühlt 
habe, sie sei in die Richtung einer Einzelgängerin gedrängt worden, was 
aber nicht ihrem Naturell entspreche. Aus diesem Grund habe sie sich ge-
zwungen gesehen, dass Arbeitsverhältnis zu beenden. In der Folge stellte 
das beco die Versicherte mit Verfügung vom 3. Dezember 2015 ab dem 
15. September 2015 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 32 Ta-
ge in der Anspruchsberechtigung ein (AB 80 - 82). Im daran anschliessen-
den Einspracheverfahren reichte die Versicherte aufforderungsgemäss 
eine im Original unterzeichnete Einsprache sowie zusätzliche Unterlagen 
ein und machte ergänzende Angaben (AB 36 - 79). Mit Einspracheent-
scheid vom 12. Januar 2016 wies das beco die Einsprache ab (AB 31 - 35).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, ALV/16/209, Seite 3

B.

Dagegen erhob die Versicherte am 9. Februar 2016 Beschwerde. Sie be-
antragt sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und 
bringt zur Begründung im Wesentlichen vor, die psychische Belastung, die 
durch den täglichen Spiessrutenlauf entstanden sei, habe sie nicht mehr 
aushalten können, ohne ernsthafte gesundheitliche Schäden davon zu tra-
gen. Sie könne es sich nicht leisten, bereits im Alter von 27 Jahren an ei-
nem Burnout oder Ähnlichem aufgrund der psychischen Belastung durch 
ihr Arbeitsumfeld zu erkranken. Die Kündigung sei weder mutwillig noch 
aus einem nicht nachvollziehbaren Grund erfolgt. Die Arbeitgeberin habe 
dadurch keinen Schaden erlitten und sei auch keinem finanziellen Ruin 
ausgesetzt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2016 beantragt der Beschwerde-
gegner die Abweisung der Beschwerde und führt zu Begründung haupt-
sächlich aus, auch wenn das Umfeld im Betrieb nicht den Erwartungen der 
Beschwerdeführerin entsprochen habe, so wäre es ihr aus arbeitslosenver-
sicherungsrechtlicher Sicht (Schadenminderungspflicht) zumutbar gewe-
sen, erst zu kündigen, wenn sie eine neue Stelle zugesichert gehabt hätte. 
Die Arbeitslosigkeit wäre dadurch zu vermeiden gewesen. Ein Arztzeugnis 
betreffend Burnout und psychischer Belastung habe die Beschwerdeführe-
rin nicht eingereicht. Zudem habe sie ausdrücklich auf die Einhaltung der 
ordentlichen Kündigungsfrist bis Ende September 2015 verzichtet. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 19. April 2016 schloss der Instrukti-
onsrichter das Beweisverfahren.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, ALV/16/209, Seite 4

Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent-
schädigung vom 31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 
81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungs-
rechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist 
auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 12. Januar 2016 (AB 
31 - 35). Streitig sind 32 Einstelltage bei einem versicherten Verdienst von 
Fr. 4‘978.-- (AB 129). Der Streitwert beträgt damit Fr. 5‘138.60 (Fr. 4‘978.-- 
x 0.7 : 21.7 x 32 [vgl. Art. 22 Abs. 2 AVIG und Art. 40a AVIV]) und liegt folg-
lich unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die ein-
zelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen 
will, muss mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles 
Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu 
verkürzen (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 AVIG).

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2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos ist. Der Tatbestand der selbst verschuldeten Arbeitslosigkeit er-
fasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die eine Verletzung der 
Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten (ARV 2014 S. 147 E. 3.1). 
Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn die 
versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne 
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver-
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV). 

Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der Frage, ob der versicher-
ten Person ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr zumutbar 
gewesen sei, ein strenger Massstab anzulegen (SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 
323 E. 1). Dass die Art der Beschäftigung oder das Betriebsklima den 
Wünschen der versicherten Person nicht entsprochen haben, genügt zur 
Annahme der Unzumutbarkeit nicht (ARV 1986 S. 95 E. 2). Auch ein ge-
spanntes Verhältnis zu Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern des früheren Arbeitgebers begründet für sich allein keine Unzumut-
barkeit (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 239; ARV 1986 S. 92 E. 2b).

Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges 
ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) 
belegt sein, wobei die Zumutbarkeit zum Verbleiben strenger beurteilt wird 
als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b 
bb S. 238; ARV 2009 S. 265 E. 2.2).

2.3

2.3.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 E. 
3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, das 
unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. 
der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 141 V 
365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage bei 
leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei 

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schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Die Einstellung gilt 
nur für Tage, für die die arbeitslose Person die Voraussetzungen der An-
spruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 AVIG). 

Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi-
cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht 
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver-
waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als na-
heliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; ARV 2006 S. 
230 E. 2.1).

2.3.2 Nach Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt unter anderem ein schweres 
Verschulden vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund 
eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle 
aufgegeben hat. Bei Einstellungen nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV (Selbst-
kündigung aus eigenem Antrieb) kann Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV lediglich die 
Regel bilden, von welcher beim Vorliegen besonderer Umstände im Einzel-
fall abgewichen werden darf. Insoweit ist das Ermessen von Verwaltung 
und Sozialversicherungsrichter nicht auf eine Einstellungsdauer im Rah-
men eines schweren Verschuldens beschränkt, sondern lässt auch eine 
mildere Sanktion zu (ARV 2005 S. 216 E. 2.3.1; vgl. auch BGE 130 V 125 
E. 3.4.3 f. S. 130; SVR 2006 ALV Nr. 5 S. 16 E. 2.3).

Nach der Rechtsprechung sind für den Grad des Verschuldens und die 
Bemessung der Einstellungsdauer Umstände beachtlich, derentwegen eine 
Fortsetzung des bisherigen Arbeitsverhältnisses zwar zumutbar ist, die 
aber dennoch für die versicherte Person eine erhebliche Belastung bedeu-
ten und daher die voreilige Kündigung schuldmindernd erscheinen lassen 
(ARV 1989 S. 92 E. 3b). Vorausgesetzt ist ein entschuldbarer Grund, wel-
cher das Verschulden leichter als schwer, d.h. als mittelschwer oder leicht 
erscheinen lässt. Er kann sich auf die subjektive Situation der betroffenen 
Person (etwa gesundheitliche Probleme, familiäre Situation, Religionszu-
gehörigkeit) oder auf eine objektive Gegebenheit (z.B. befristete Stelle) 
beziehen (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in ULRICH 
MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band 

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XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 2524 N. 864; vgl. auch BGE 130 V 
125).

3.

3.1 Unbestrittenermassen hat die Beschwerdeführerin das Arbeitsver-
hältnis bei der B.________ per 30. bzw. 14. September 2015 von sich aus 
gekündigt, ohne dass ihr eine neue Stelle zugesichert war. Ihre Arbeitslo-
sigkeit ist daher gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV nur dann nicht selbstver-
schuldet, wenn es ihr nicht zumutbar war, an der bisherigen Arbeitsstelle zu 
verbleiben (vgl. E. 2.2 hiervor).

3.1.1 Die Beschwerdeführerin gibt an, sich bei der ehemaligen Arbeitge-
berin im Team nicht wohl gefühlt zu haben; dazu führt sie in der E-Mail vom 
24. August 2015 an ihre ehemalige Vorgesetzte insbesondere aus (AB 85 
f.), als sehr offene und kommunikative Person habe sie stets versucht, ih-
ren Platz im Team zu finden, ohne dabei ihren Charakter sowie ihr Er-
scheinungsbild verändern zu müssen. Aus unerklärlichen Gründen sei sie 
bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vollkommen im Team akzeptiert. Ein klei-
ner, aber ausschlaggebender Teil des Teams akzeptiere ihre Anwesenheit 
nicht und beeinflusse dadurch andere Mitarbeiter. Da sie nicht zu denjeni-
gen gehöre, die sich einer Gruppe zwingend aufdrängen müsse oder sich 
verbiege, um dazuzugehören, werde sie in solchen Situationen eher ver-
schlossen, was nicht ihrer Natur entspreche. Dies führe dazu, dass sie sich 
nicht frei entfalten könne und ihr Wohlbefinden darunter leide. Zu diesem 
Thema hätten bereits zwei Gespräche stattgefunden. Beim zweiten dieser 
Gespräche sei ihr mitgeteilt worden, dass eine andere Mitarbeiterin gebe-
ten worden sei, ihr … zu überprüfen. Dies habe sie sehr irritiert, da sie nun 
von einer ihr gleich gestellten Mitarbeiterin „kontrolliert“ worden sei, was sie 
nicht nachvollziehen könne. Daraufhin habe sie sich die Frage gestellt, wer 
sie sonst noch aus dem Team kontrolliere und ihr Arbeitsverhalten überprü-
fe. Zudem habe sie die Verlängerung der Probezeit bis zum 1. November 
2015 mit der Begründung des Bezugs von Ferien während der Probezeit 
sehr erstaunt, da diese Ferien genehmigt worden seien. In der Stellung-
nahme zum Kündigungsgrund vom 26. November 2015 (AB 87 f.) verweist 

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die Beschwerdeführerin ebenfalls auf das fehlende gute Arbeitsumfeld, was 
sie zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezwungen habe und in der 
Einsprache vom 14. Dezember 2015 (AB 73 f.) erwähnt sie die Untragbar-
keit der Situation. In der Eingabe vom 4. Januar 2016 (AB 53 f.) themati-
siert sie erneut die fehlende Akzeptanz als Teammitglied und dass sie 
vermeiden wolle, deswegen an einem Burnout zu erkranken, worauf sie 
auch noch einmal in der Beschwerde hinweist. 

3.1.2 Die Beschwerdeführerin trat die Stelle bei der B.________ am 1. 
Mai 2015 an (AB 89 f., 111 - 113) und gemäss Angaben der ehemaligen 
Arbeitgeberin vom 30. Dezember 2015 wurde die Probezeit im Juli 2015 
um weitere drei Monate bis zum 31. Oktober 2015 verlängert, da die Leis-
tung und das Verhalten der Beschwerdeführerin nicht abschliessend hätten 
beurteilt werden können (AB 49). Ebenfalls am 30. Dezember 2015 gab die 
ehemalige Arbeitgeberin an, ob es während der Probezeit zu einer Kündi-
gung von ihrer Seite gekommen wäre, sei offen bzw. dies wäre davon ab-
hängig gewesen, ob sich die Leistung/das Verhalten der 
Beschwerdeführerin verbessert hätte. Die Beschwerdeführerin kündigte 
das Arbeitsverhältnis ursprünglich am 26. August 2015 per 30. September 
2015 (AB 67), auf ihren Wunsch wurde dieses aber vorzeitig bereits per 
14. September 2015 aufgelöst (AB 49, 68).

3.2 Mit den erwähnten Kündigungsgründen des fehlenden guten Ar-
beitsumfeldes sowie der mangelnden Akzeptanz im Team, verbunden mit 
der Gefahr einer möglichen psychischen Erkrankung, spricht die Be-
schwerdeführerin ein ungünstiges Betriebsklima sowie Spannungen zu den 
Mitarbeitenden der ehemaligen Arbeitgeberin an, was die Unzumutbarkeit 
des Verbleibens am bisherigen Arbeitsplatz nicht zu begründen vermag 
(vgl. E. 2.2 hiervor). Dass diese Umstände sich negativ auf ihre Gesundheit 
ausgewirkt haben, ist möglich, dies wurde aber von der Beschwerdeführe-
rin nicht mit einem ärztlichen Zeugnis belegt (vgl. E. 2.2 hiervor), so dass 
sie aus den Hinweisen auf ein Burnout oder psychische Erkrankungen be-
züglich Unzumutbarkeit des Verbleibens am bisherigen Arbeitsplatz nichts 
zu ihren Gunsten ableiten kann. Wie der Beschwerdegegner zutreffend 
festgehalten hat (Beschwerdeantwort, Ziff. 6), wäre es der Beschwerdefüh-
rerin demnach mit Blick auf die Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, ALV/16/209, Seite 9

AVIG) zumutbar gewesen, die Stelle noch vorübergehend zu behalten und 
erst zu kündigen, wenn ihr eine neue Stelle zugesichert gewesen wäre. 

Der Beschwerdegegner liess ausserdem abklären (AB 69), ob allenfalls 
von Seiten der B.________ eine Kündigung erfolgt wäre, was Letztere je-
doch offen liess bzw. davon abhängig gemacht hätte, ob sich die Leis-
tung/das Verhalten der Beschwerdeführerin verbessert hätte (AB 49). Aus 
diesem Abklärungsergebnis kann die Beschwerdeführerin demnach eben-
falls nichts zu ihren Gunsten ableiten.

3.3 Nach dem Dargelegten ist im vorliegenden Fall die Unzumutbarkeit 
des Verbleibens am bisherigen Arbeitsplatz nicht erstellt bzw. zu verneinen, 
womit die Arbeitslosigkeit als selbstverschuldet im Sinne von Art. 30 Abs. 1 
lit. a AVIG zu qualifizieren ist. Schliesslich erfüllt auch die Tatsache, dass 
die Beschwerdeführerin in der verlängerten Probezeit die einmonatige 
Kündigungsfrist (vgl. AB 49) mit Ablauf per 30. September 2015 durch die 
vorzeitige einvernehmliche Auflösung des Anstellungsverhältnisses per 
14. September 2015 (AB 49, 67 f.) nicht vollumfänglich ausgeschöpft hat, 
den Tatbestand der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit gemäss Art. 30 
Abs. 1 lit. a AVIG (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2517 N. 842). Folg-
lich ist grundsätzlich eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ge-
rechtfertigt.

4.

4.1 Zu prüfen bleibt das Mass der Einstellung (vgl. E. 2.3 hiervor). Der 
Beschwerdegegner geht gestützt auf Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV von einem 
schweren Verschulden aus und hat mit 32 Tagen eine Einstellung im un-
tersten Bereich des entsprechenden Sanktionsrahmens von 31 bis 60 Ta-
gen (vgl. E. 2.3.1) vorgenommen. Es ist jedoch zu prüfen, ob nicht ein 
entschuldbarer Grund eine mildere Sanktion als naheliegender erscheinen 
lässt (vgl. E. 2.3.2 hiervor).

Zwar vermögen das unangenehme Betriebsklima oder das gespannte Ver-
hältnis zu den Mitarbeitenden der ehemaligen Arbeitgeberin wie auch die 
geltend gemachten, aber nicht mit einem ärztlichen Zeugnis belegten ge-

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sundheitliche Einschränkungen die Unzumutbarkeit des Verbleibens am 
ehemaligen Arbeitsplatz nicht zu begründen (vgl. E. 3.2 und 3.3 hiervor). 
Solche Umstände können aber ein schweres Verschulden milder erschei-
nen lassen (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Für die Beschwerdeführerin war die Si-
tuation an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz insofern unangenehm und 
bedrückend, als sie sich im Team nicht akzeptiert fühlte, was sie der ehe-
maligen Arbeitgeberin in mindestens zwei Gesprächen und auch per E-Mail 
kommuniziert hat (AB 85 f.). Ausserdem war die dreimonatige Probezeit um 
weitere drei Monate bis Ende Oktober 2015 verlängert worden und auf An-
ordnung der damaligen Vorgesetzten wurde das Arbeitsverhalten bzw. das 
… der Beschwerdeführerin von einer dieser hierarchisch gleichgestellten 
Mitarbeiterin überprüft (AB 49, 85). Dass von Seiten der ehemaligen Ar-
beitgeberin eine Kündigung drohte, war nicht gänzlich ausgeschlossen 
bzw. durchaus möglich. Die gesamten Umstände stellten für die Beschwer-
deführerin eine Belastung dar. Dass die Beschwerdeführerin bei diesen 
Gegebenheiten die Stelle von sich aus aufgelöst und zudem freiwillig auf 
die Ausschöpfung der einmonatigen Kündigungsfrist verzichtet hat (AB 49, 
67 f.), ist zwar nicht vollumfänglich zu entschuldigen, aber in gewisser Wei-
se nachvollziehbar. Folglich ist das Verschulden als mittelschwer im oberen 
Bereich (vgl. E. 2.3.1 hiervor) einzustufen und in Würdigung aller relevanter 
Gesichtspunkte erscheint eine Einstelldauer von 27 Tagen als angemes-
sen. 

4.2 Nach dem Ausgeführten ist der Einspracheentscheid vom 12. Janu-
ar 2016 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend abzuän-
dern, als die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 
32 auf 27 Tage reduziert wird. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben. 

5.2 Die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat trotz des 
teilweisen Obsiegens keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da es 
sich beim vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht um eine komplizierte 

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Sache mit hohem Streitwert handelt und die Interessenwahrung der Be-
schwerdeführerin auch nicht einen Arbeitsaufwand erfordert hat, der den 
Rahmen dessen überschreitet, was der oder die einzelne üblicher- und 
zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angelegenhei-
ten auf sich zu nehmen hat (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheent-
scheid des beco Berner Wirtschaft vom 12. Januar 2016 dahingehend 
abgeändert, als die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung von 32 auf 27 Tage reduziert wird. Im Übrigen wird die Beschwer-
de abgewiesen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- beco Berner Wirtschaft Arbeitslosenkasse  
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.