# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8decca1-abdb-5c18-864f-b928a0ace197
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-17
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 17.07.2019 BK 2019 241
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2019-241_2019-07-17.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Verfügung
BK 19 241

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 17. Juli 2019

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin)
Gerichtsschreiberin Lustenberger

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern

Gegenstand Verfahrenskosten / Entschädigung (Einstellung)

Strafverfahren wegen Tätlichkeiten und Drohung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 1. Mai 2019 (BJS 18 16557)

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Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 1. Mai 2019 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Berner 
Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) ein gegen A.________ geführtes 
Verfahren wegen Tätlichkeiten und Drohung ein. Die Verfahrenskosten wurden 
A.________ auferlegt. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung oder Genugtuung 
wurde verzichtet (Ziff. 4 und 5 der Verfügung). Gegen die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen setzte sich A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Be-
schwerde vom 17. April 2019 zur Wehr. Konkret stellte er folgende Rechtsbegeh-
ren:

«1. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft Berner Jura - Seeland vom 01. Mai 2019 sei bezüglich Zif-
fer 4 und 5 aufzuheben und die Verfahrenskosten des Vorverfahrens in der Höhe von CHF 300.00 
seien vom Kanton Bern zu tragen und dem Beschwerdeführer sei eine Entschädigung in der Höhe 
von CHF 2'953.95 auszurichten;

2. Eventualiter zu Ziff. 1 sei die Verfügung der Staatsanwaltschaft Berner Jura — Seeland vom 
01. Mai 2019 bezüglich Ziffer 4 und 5 aufzuheben und zum neuen Entscheid an die Vorinstanz 
zurückzuweisen;

3. Dem Beschwerdeführer sei für das Beschwerdeverfahren der unterzeichnete Rechtsanwalt als 
amtlicher Verteidiger beizuordnen;

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. 7.7% MWST.»

Am 27. Mai 2019 wurde ein Beschwerdeverfahren eröffnet, das Gesuch des Be-
schwerdeführers um Beiordnung einer amtlichen Verbeiständung für das Be-
schwerdeverfahren gutgeheissen und Rechtanwalt B.________ als amtlicher Ver-
teidiger bestellt. In ihrer Stellungnahme vom 17. Juni 2019 beantragte die General-
staatsanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 8. 
Juli 2019 hielt der Beschwerdeführer vollumfänglich an seinen Rechtsbegehren 
fest. 

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessord-
nung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des 
Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Be-
schwerdeführer ist durch die Auferlegung von Verfahrenskosten und die Verweige-
rung einer Entschädigung sowie einer Genugtuung unmittelbar in seinen rechtlich 
geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert 
(Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde wird 
eingetreten.

3. Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, beurteilt die Verfahrensleitung die 
Beschwerde allein, wenn diese die wirtschaftlichen Nebenfolgen eines Entscheids 
bei einem strittigen Betrag von nicht mehr als CHF 5‘000.00 zum Gegenstand hat 
(Art. 395 Bst. b StPO). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die            
vorinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 300.00 sowie der Antrag auf Ausrich-

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tung einer Entschädigung von CHF 2‘953.95. Damit fällt der vorliegende Beschluss 
unter die Bestimmung von Art. 395 Bst. b StPO und wird von der Verfahrensleitung 
allein gefällt.

4. Der Ursprung des gegen den Beschwerdeführer geführten Strafverfahrens liegt in 
seiner Beziehung zu D.________, welche im Mai 2018 beendet wurde. Die beiden 
haben einen gemeinsamen Sohn, geboren am 11. Juni 2017. Die Beziehung war 
geprägt von Streitigkeiten und es kam zu gegenseitigen Strafanzeigen wegen 
häuslicher Gewalt (Tätlichkeit, Drohung, Beschimpfung und Nötigung). Die gegen 
den Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe lauteten laut Anzeigerapport dahinge-
hend, D.________ alle ein bis zwei Monate mit Faust- und Fussschlägen traktiert, 
sie einmal gewürgt und sie zweimal aufs Bett gedrückt und ihr dabei den Mund mit 
einem Kissen zugedrückt zu haben. Weiter habe er sie immer wieder per E-Mail 
und SMS bedroht. Am 13. August 2018 schlossen die ehemaligen Lebenspartner 
vor der Schlichtungsbehörde einen Vergleich ab, wobei sie insbesondere ihre ge-
genseitigen Strafanträge zurückzogen und die Sistierung des Strafverfahrens 
gemäss Art. 55a des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) bean-
tragten. Die anschliessende Verfahrenseinstellung erfolgte in Anwendung von 
Art. 55a Abs. 3 StGB.

5. Die Staatsanwaltschaft stützte sich in der angefochtenen Verfügung in erster Linie 
auf die Aussagen von D.________ und den von ihr zu den Akten gereichten Arzt-
bericht vom 17. Oktober 2017. Aus diesen Beweismitteln schloss die Staatsanwalt-
schaft, dass es zwischen den Lebenspartnern mehrfach zu Streitereien und gegen-
seitigen Tätlichkeiten, Drohungen oder Nötigungshandlungen gekommen sei. Dass 
der Beschwerdeführer sich dabei wie von ihm behauptet völlig passiv verhalten ha-
be, sei nicht glaubhaft. Laut Arztbericht habe D.________ ihrer Hausärztin ge-
genüber von häuslicher Gewalt berichtet. Diese habe ihr auch ein Hämatom am 
Fuss diagnostiziert. Zudem seien auf zahlreichen Fotos in den Akten bei 
D.________ Verletzungen zu sehen, die mit den geschilderten Auseinanderset-
zungen jedenfalls vereinbar wären. Es könne als erwiesen erachtet werden, dass 
es tatsächlich zu solchen Tätlichkeiten gekommen sei. Schliesslich habe 
D.________ E-Mails des Beschwerdeführers vorgelegt, deren Inhalt durchaus als 
drohend bezeichnet werden könne. Diese Drohungen und die körperlichen Ausein-
andersetzungen würden die nötige Intensität aufweisen, um als Beeinträchtigung 
der Persönlichkeit im Sinne von Art. 28 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
(ZGB; SR 210) zu gelten. 

6. Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, die Vorwürfe von D.________ vehe-
ment bestritten zu haben. Es würden keine Beweise dafür vorliegen, dass er tätlich 
gegen seine ehemalige Partnerin vorgegangen sei. Insbesondere würden die Foto-
aufnahmen in den Akten keinen solchen Beweis darstellen. Die angeblich drohen-
den Äusserungen per E-Mail seien im Kontext der Auseinandersetzung um das 
Besuchsrecht des gemeinsamen Sohnes zu sehen. Der Beschwerdeführer habe 
D.________ mit diesen Nachrichten lediglich mitgeteilt, dass er sich die Enthaltung 
seines Kindes nicht gefallen lassen werde. Er habe ihr aber nichts Übles antun  
oder androhen wollen. Bei den fraglichen Nachrichten handle es sich somit nicht 

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um Drohungen im Sinne des StGB. Indem die Staatsanwaltschaft ausführe, es sei 
nur aufgrund der abgeschlossenen Vereinbarung zu keiner Verurteilung des Be-
schwerdeführers gekommen, werfe sie ihm indirekt vor, sich strafbar gemacht zu 
haben und verletze damit die Unschuldsvermutung. Zivilrechtlich relevante schuld-
hafte Anlasstaten würden nicht vorliegen, womit die verfügten Kostenfolgen un-
rechtmässig seien.

7. Dem Grundsatz nach sind die Verfahrenskosten vom Staat zu tragen (Art. 423 Abs. 
1 StPO). Wird eine beschuldigte Person freigesprochen, können ihr die Verfah-
renskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und 
schuldhaft die Einleitung des Verfahren bewirkt oder dessen Durchführung er-
schwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Aus denselben Gründen kann eine Entschädi-
gung oder eine Genugtuung herabgesetzt oder verweigert werden (Art. 430 Abs. 1 
Bst. a StPO). Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich dazu folgendes 
entnehmen (Urteil des Bundesgerichts 1B_12/2012 vom 20. Februar 2012 E. 2.2):

«Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK dürfen 
einem Angeschuldigten bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens nur dann Kosten auferlegt 
werden, wenn er durch ein unter rechtlichen Gesichtspunkten vorwerfbares Verhalten die Einleitung 
eines Strafverfahrens veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. Bei der Kostenpflicht des 
freigesprochenen oder aus dem Verfahren entlassenen Angeschuldigten handelt es sich nicht um ei-
ne Haftung für ein strafrechtliches Verschulden, sondern um eine zivilrechtlichen Grundsätzen an-
genäherte Haftung für ein fehlerhaftes Verhalten, durch das die Einleitung oder Erschwerung eines 
Strafverfahrens verursacht wurde (BGE 119 Ia 332 E. 1b S. 334; Pra 2008 Nr. 34 E. 4.2). Wie das 
Bundesgericht festgehalten hat, ist es mit Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK vereinbar, einem 
nicht verurteilten Angeschuldigten die Kosten aufzuerlegen, wenn er in zivilrechtlich vorwerfbarer 
Weise gegen eine Verhaltensnorm, die sich aus der Gesamtheit der schweizerischen Rechtsordnung 
ergeben kann, klar verstossen und dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchführung 
erschwert hat (BGE 119 Ia 332 E. 1b S. 334; 116 Ia 162 E. 2a S. 166; je mit Hinweisen). Dabei darf 
sich die Kostenauflage in tatsächlicher Hinsicht nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene 
Umstände stützen (BGE 112 Ia 371 E. 2a; Pra 2010 Nr. 48 S. 351 nicht publ. E. 1.2). Hingegen ver-
stösst eine Kostenauflage bei Freispruch oder Einstellung des Strafverfahrens gegen den Grundsatz 
der Unschuldsvermutung, wenn dem Angeschuldigten in der Begründung des Kostenentscheids di-
rekt oder indirekt vorgeworfen wird, er habe sich strafbar gemacht bzw. es treffe ihn ein strafrechtli-
ches Verschulden (BGE 120 Ia 147 E. 3b S. 155; Urteil 6B_86/2009 vom 29. Oktober 2009 E. 9.3).»

8. Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht, sind die Umstände rund um 
die angeblich von ihm begangenen Tätlichkeiten weder unbestritten noch klar 
nachgewiesen. Es ist zwar denkbar, dass es während der Streitereien zu körperli-
chen Übergriffen des Beschuldigten auf D.________ gekommen ist. Die Fotoauf-
nahmen, die sich in den Akten befinden, lassen aber keine eindeutigen Schlüsse 
darüber zu, woher die Verletzungen auf den Bildern stammen und beweisen erst 
recht nicht, dass der Beschwerdeführer deren Urheber ist. Die diesbezüglichen 
Aussagen von ihm und D.________ sind widersprüchlich. Weitere Untersuchungen 
wurden von der Staatsanwaltschaft nicht vorgenommen. Es kann daher nicht als 
erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer tätlich gegen seine Lebenspartnerin 

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vorgegangen ist, womit eine Kostenauflage im Zusammenhang mit diesen Vorwür-
fen allein nicht rechtens ist.

9. Anders präsentiert sich die Situation im Zusammenhang mit den Drohungen. Hier-
zu liegen als objektive Beweismittel Fotos eines Mobiltelefons in den Akten, auf 
dem die besagten E-Mail-Nachrichten zu lesen sind. In einer ersten Nachricht 
schrieb der Beschwerdeführer (kursiv = übersetzte Passagen): «du geisch sowieso 
go schaffe und warte bis du go schaffe geisch glaub mir meinen Sohn kannst du 
mir nicht aufhalten du verdammts miststück..mi sohn verbietisch du mir nid zg-
seh..du hast einen grossen Fehler gemacht dass du deine Mutter hierher geholt 
hast». In einer weiteren Nachricht steht: «Glaub mir du gibst mir meinen Sohn da-
mit ich ihn hüten kann an diesen Tagen an welchen du arbeiten gehst ich schwöre 
dir verlüri langsam mini geduld a..dann sag ich dir D.________ verlüri mini geduld 
ich sage dir dass sonst wirst du es sehr schlimm spüren.» In ihrer Stellungnahme 
meint die Generalstaatsanwaltschaft dazu: 

«Diese Nachrichten sind objektiv durchaus geeignet, jemanden in Angst und Schrecken zu versetzen 
und diesen in seinem seelischen Wohlbefinden zu gefährden bzw. erheblich zu stören, geht es hier 
nicht zuletzt auch um das Wohl eines zehn Monate alten Kindes. Der Beschwerdeführer lässt 
D.________ in der ersten Nachricht glauben, er werde sich den Sohn holen, sobald sie zur Arbeit 
aufbrechen werde. In der zweiten Nachricht droht er seiner Ex-Partnerin schwere psychische oder 
physische Gewalt an, wenn sie ihm den Sohn nicht übergibt. Diese Nachrichten lassen sich nicht da-
mit bagatellisieren, dass sie im Zusammenhang mit der Besuchsrechtsauseinandersetzung verfasst 
worden seien oder dass der Beschwerdeführer sie ohne Vorsatz verfasst haben soll (Beschwerde Ziff. 
18). Bezeichnenderweise gestand der Beschwerdeführer anlässlich seiner Einvernahme – unter Vor-
halt der entsprechenden Nachrichten – selber ein, dass diese von der Partnerin wohl als Drohung 
aufgenommen worden seien (Z. 117 f.).»

Die Beschwerdekammer teilt diese Auffassung. Was der Beschwerdeführer dage-
gen vorbringt, verfängt nicht. Zwar mag D.________ sein Verhalten durch das 
Nichteinhalten von Abmachungen bezüglich des Besuchsrechts provoziert haben 
und seine Wut und Enttäuschung darüber scheint verständlich. Dies vermag aber 
nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die Nachrichten einen eindeutig drohenden 
Ton aufweisen. Auch aus objektiver Sicht vermitteln sie den Eindruck, dass der 
Adressatin nicht näher definierte, aber ernst zu nehmende Nachteile in Aussicht 
gestellt werden, sollte der Beschwerdeführer seinen Sohn nicht sehen können. Die 
offene Formulierung steht einer solchen Interpretation keineswegs entgegen. Ob es 
zuvor schon zu körperlicher Gewalt durch den Beschwerdeführer gekommen ist, 
spielt keine Rolle. Selbst wenn dies nicht der Fall gewesen ist, können die Nach-
richten durchaus so verstanden werden, dass D.________ mit Tätlichkeiten zu 
rechnen hat, wenn sie sich dem Beschwerdeführer nicht fügt. Somit stellen die 
Nachrichten einen nicht zu verharmlosenden Angriff auf die persönliche Integrität 
von D.________ dar und stehen damit im Widerspruch zur schweizerischen 
Rechtsordnung. Die Einleitung des Strafverfahrens gründete folglich auf einem er-
wiesenen und zivilrechtlich vorwerfbaren Verhalten des Beschwerdeführers. Damit 
sind die Voraussetzungen von Art. 426 Abs. 2 und Art. 430 Abs. 1 Bst. a StPO er-
füllt. Es rechtfertigt sich, den Beschwerdeführer zur Tragung der vorinstanzlichen 
Verfahrenskosten zu verpflichten und ihm für das besagte Verfahren keine Ent-

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schädigung und keine Genugtuung auszurichten. Die gegen die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen erhobene Beschwerde wird abgewiesen.

10. Im Weiteren moniert der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Anspruchs auf 
rechtliches Gehör. Die Staatsanwaltschaft habe in der angefochtenen Verfügung 
pauschal festgehalten, die von der Verteidigung mit Eingabe vom 24. Februar 2019 
vorgebrachten Einwände gegen die Kostenauflage würden am festgestellten 
rechtswidrigen und zivilrechtlich schuldhaften Verhalten des Beschwerdeführers 
nichts ändern. Indem sie auf die besagten Einwände nicht näher eingegangen sei, 
habe die Staatsanwaltschaft ihre Begründungspflicht verletzt.

Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung verlangt der Anspruch auf 
rechtliches Gehör nicht, dass sich eine Behörde in ihrem Entscheid einlässlich mit 
allen Parteistandpunkten auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen aus-
drücklich widerlegt. Sie kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte 
beschränken. Dem Anspruch auf eine Begründung ist Genüge getan, wenn der Be-
troffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft erhält und ihn in voller 
Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (BGE 141 IV 249 
E. 1.3.1; 141 III 28 E. 3.2.4; 139 IV 179 E. 2.2; 138 I 232 E. 5.1; je mit Hinweisen).

Die Staatsanwaltschaft hat hinlänglich dargelegt, welches Verhalten des Be-
schwerdeführers sie als erwiesen erachtete und weshalb sie dieses als Anlass für 
die Kostenverlegung nahm. Damit ist sie ihrer Begründungspflicht nachgekommen. 
Sie war nicht gehalten, sich mit allen Einwänden des Beschwerdeführers im Ein-
zelnen auseinanderzusetzen. Die Rüge der Gehörsverletzung ist damit unbegrün-
det.

11. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 1‘200.00, vom Beschwerdeführer zu bezahlen (Art. 428 Abs. 1 StPO).

12. Das amtliche Honorar des Verteidigers für das Beschwerdeverfahren wird entspre-
chend der von Rechtsanwalt B.________ eingereichten Kostennote bestimmt. Der 
geltend gemachte Aufwand von 9.42 Stunden (8.75 Stunden Aufwand des Rechts-
anwalts, 0.67 Stunden Aufwand eines Praktikanten resp. einer Praktikantin) sowie 
die Auslagen von CHF 108.50 scheinen angemessen. Der Stundenansatz für amt-
lich bestellte Anwälte beträgt CHF 200.00 (Art. 1 der Verordnung über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Arbeiten, die 
durch Rechtspraktikanten ausgeführt werden, sind in der Regel zum halben Stun-
denansatz zu entschädigen (Ziff. 1.2 des Kreisschreibens Nr. 15 des Obergerichts 
des Kantons Bern vom 25. November 2016). Damit wird der Aufwand von Rechts-
anwalt B.________ mit CHF 1‘817.00 entschädigt. Zuzüglich Auslagen und MWST 
ergibt dies ein amtliches Honorar von total CHF 2‘073.75. Das volle Honorar beläuft 
sich auf CHF 2‘563.00 (inkl. Auslagen und MWST). Der Beschwerdeführer hat dem 
Kanton Bern die für das Beschwerdeverfahren ausgerichtete Entschädigung von 
CHF 2‘073.75 zurückzuzahlen und dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend 
CHF 489.25, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

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Die Verfahrensleitung verfügt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘200.00, werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt.

3. Dem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt B.________, wird eine Entschädigung von 
CHF 2‘073.75 ausgerichtet. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern die Entschä-
digung von CHF 2‘073.75 und dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der 
amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 489.25, zu er-
statten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwalt 

C.________
(mit den Akten)

Bern, 17. Juli 2019 Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Lustenberger

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen seit Eröffnung des Ur-
teilsdispositivs bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Adresse: Viale Stefano Franscini 7, 

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6500 Bellinzona) schriftlich und begründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO, Art. 396 
Abs. 1 StPO).