# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2313ac41-4d5c-54ba-9ed2-d22efd3811bc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LB240042-O2
**Docket/Reference:** LB240042-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LB240042-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LB240042-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Ersatzoberrichter 

Dr. iur. D. Egger sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. D. Tolic Hamming

Urteil vom 10. März 2025

in Sachen

A._____,

Kläger und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____ AG,

Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____

betreffend Forderung 

Berufung gegen ein Urteil der 1. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 

3. Juli 2024; Proz. CG210036

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Rechtsbegehren:

Rechtsbegehren des Klägers:
(act. 2 S. 2)

" 1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger USD 3'000'000.00 

wie folgt zu bezahlen:

 USD 1'500'000.00 nebst Zins zu 5% seit dem 17. April 2013; 

und

 USD 1'500'000.00.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten 

der Beklagten."

Urteil des Bezirksgerichtes:

1.

2.

Die Klage wird abgewiesen.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

57'300.00 ; die Barauslagen betragen:

930.00   Dolmetscherkosten.

Weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

3.

Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt und mit dem geleisteten Vor-

schuss verrechnet. Der Fehlbetrag wird vom Kläger nachgefordert.

4.

Der  Kläger  wird  verpflichtet,  der  Beklagten  eine  Parteientschädigung  von 

CHF 78'248.28 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

5.

6.

[Schriftliche Mitteilung]. 

[Rechtsmittel/Berufung].

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Berufungsanträge:

des Klägers und Berufungsklägers (act. 56):

"1. Es sei das Urteil vom 3. Juli 2024 des Bezirksgerichts Zürich, 

CG210036-L/U vollumfänglich aufzuheben;

2.

Es sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger 
USD 3'000'000.00 wie folgt zu bezahlen:

• USD 1'500'000.00 nebst Zins zu 5% seit dem 17. April 2013; und

• USD 1'500'000.00.

3.

4.

Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen;

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten 
der Berufungsbeklagten."

Erwägungen:

1.

Ausgangslage und Verfahrensverlauf

1.1 Ausgangslage

1.1.1  Der Berufungskläger (nachfolgend: Kläger) ging im Jahre 2012 mit der Beru-

fungsbeklagten bzw. deren Rechsvorgängerin (nachfolgend: Beklagte) eine Bank-

beziehung ein, in deren Rahmen er strukturierte Finanzprodukte der Beklagten er-

warb. Diese strukturierten Produkte ermöglichten es ihm, über einen längeren Zeit-

raum Gold zu einem bestimmten Fixpreis zu erwerben (act. 2 Rz. 8 und 11; act. 11 

Rz. 143).

Der Goldpreis zeigte ab dem 12. April 2013 eine sinkende Tendenz, was die Be-

klagte am 15. April 2013 dazu veranlasste, dem Kläger um 16.17 Uhr (MEZ) einen 

Margin Call-Letter zu schicken (act. 2 Rz. 41; act. 11 Rz. 49, 151 f.), der eine über-

zogene  Position  von  CHF 46'970'700.00  auswies  (act. 2  Rz. 41;  act. 11  Rz. 49, 

151 f.; act. 4/36). Mit diesem Schreiben forderte die Beklagte den Kläger auf, die 

überzogene  Position  spätestens  bis  am  16. April  2013  zu  korrigieren,  ansonsten 

sie die offenen Produkte ohne weitere Ankündigung glattstellen sowie die Sicher-

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heiten  verwerten  könne  (act. 2  Rz. 41;  act. 11  Rz. 49,  151 f.;  act. 4/36);  sie  wies 

den  Kläger  auch  darauf  hin,  dass  sie  diese  Massnahmen  bereits  vor  Ablauf  der 

angesetzten Frist vornehmen könnte, sollte sich die Kreditposition des Klägers wei-

ter verschlechtern (act. 11 Rz. 89; act. 15 Rz. 97; act. 4/36).

Der Kläger bzw. seine bevollmächtigte Tochter (act. 4/4) befanden sich am 15. April 

2013 den ganzen Tag über mit der Beklagten im Austausch, um eine Lösung zu 

finden, wobei eine Nachschussleistung durch den Kläger bis zur Liquidation seiner 

Positionen nicht erfolgte. Um 21.00 Uhr (MEZ) – und damit noch vor Ablauf der im 

Margin Call-Letter angesetzten Frist – schloss die Beklagte sämtliche offenen klä-

gerischen Positionen und verkaufte den gesamten Goldbestand des Klägers (act. 2 

Rz. 41 ff., act. 15 Rz. 85 ff.; act. 11 Rz. 43 ff.). Für die Glattstellung der Produkte 

des Klägers belastete die Beklagte dem Kläger Termination Fees in der Höhe von 

insgesamt USD 27'421'353.00 (act. 2 Rz.52; act. 11 Rz.158).

1.1.2  Mit seiner Klage verlangt der Kläger Schadenersatz für die Verminderung sei-

ner Aktiven (inkl. Zins), namentlich im Umfang der Termination Fees (act. 56 Rz 8), 

und für entgangenen Gewinn. Er stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, 

dass die Beklagte seine strukturierten Produkte und seinen Goldbestand noch vor 

Ablauf der von ihr im Margin Call-Letter angesetzten Frist vertragswidrig liquidiert 

habe. Für ein Close-out habe keine Notwendigkeit bestanden. Er habe über genü-

gend liquide Mittel verfügt, um dem Margin Call innert angesetzter Frist nachkom-

men zu können. Der Kläger macht seinen Anspruch unter Vorbehalt des Nachkla-

gerechts geltend (act. 2 Rz. 12 f., Rz. 48 ff., Rz. 53).

Die Beklagte schliesst auf vollumfängliche Abweisung der Klage. Sie hält im We-

sentlichen dafür, die Produkte des Klägers weder zu früh noch vertragswidrig ge-

schlossen zu haben, sondern vielmehr das übliche und vertraglich vereinbarte Vor-

gehen eingehalten zu haben. Aufgrund des regelrecht einbrechenden Goldkurses 

am 15. April 2013 habe unmittelbarer Handlungsbedarf bestanden. Dieser Kursein-

bruch habe dazu geführt, dass die Sicherheiten des Klägers den Gegenwartswert 

seiner Produkte inklusive Sicherheitsmarge bei weitem nicht mehr gedeckt hätten. 

Sie habe den Kläger telefonisch, per E-Mail und per formellem Margin Call-Schrei-

ben kontaktiert und ihn angesichts des weiter gesunkenen Goldkurses zur umge-

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henden Bereinigung der eingetretenen Unterdeckung aufgefordert. Der Kläger sei 

weder in der Lage noch willens gewesen, die bestehende Unterdeckung umgehend 

oder  auch  am  16. April  2013  zu  bereinigen.  Zudem  vermöge  der  Kläger  keinen 

Schaden darzutun. Tatsächlich habe er von der Glattstellung der Produkte sogar 

profitiert, da sein Verlust bei einer Weiterführung der Produkte erheblich höher aus-

gefallen wäre (act. 11 Rz. 11 ff.).

1.2. Verfahrensverlauf

Der Kläger reichte die vorliegende Klage am 15. April 2021 (Datum Poststempel) 

unter  Beilage  der  Klagebewilligung  des  Friedensrichteramtes  der  Stadt  Zürich, 

Kreise …+…, vom 14. Dezember 2020 beim Bezirksgericht Zürich (nachfolgend: 

Vorinstanz) ein (act. 1 und 2). Nachdem der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet 

worden war (act. 6 und 8), wurde der Beklagten Frist für die Klageantwort ange-

setzt, welche diese mit Eingabe vom 7. Oktober 2021 innert Frist erstattete (act. 9 

und 11). Mit Verfügung vom 10. Januar 2022 setzte die Vorinstanz dem Kläger Frist 

für die schriftliche Replik an (act. 13). Diese datiert vom 14. März 2022 (act. 15), 

die daraufhin eingeholte Duplik datiert vom 3. Juni 2022 (act. 17 und 19). Mit Ver-

fügung vom 7. Juni 2022 wurde dem Kläger das Doppel der Duplik zugestellt und 

dem Kläger Frist angesetzt, um zu allfälligen neuen tatsächlichen Vorbringen in der 

Duplik schriftlich Stellung zu nehmen (act. 20). Mit Eingabe vom 8. Juli 2022 nahm 

der Kläger innert Frist Stellung (act. 22). Diese wurde der Gegenpartei zur Kennt-

nisnahme zugestellt (act. 23). In der Folge wurde am 27. März 2023 eine Instrukti-

onsverhandlung durchgeführt; die Vergleichsgespräche blieben jedoch ergebnislos 

(Prot. S. 9). Am 15. Juni 2023 wurde den Parteien die gerichtsinterne Umteilung 

des Prozesses an die 1. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich mitgeteilt (act. 29/1-

2). Nachdem die Parteien nicht auf die Durchführung einer Hauptverhandlung ver-

zichtet hatten (act. 30, 32 und 34), fand die Hauptverhandlung samt Vergleichsge-

sprächen am 7. Mai 2024 statt (Prot. S. 11 ff.). Mit Urteil vom 3. Juli 2024 wies die 

Vorinstanz die Klage vollumfänglich ab (act. 51).

Der Kläger erhob gegen dieses Urteil mit Eingabe vom 16. September 2024 Beru-

fung (act. 56). Die Akten der Vorinstanz wurden von Amtes wegen beigezogen. Da 

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sich die Berufung sogleich als unbegründet erweist, ist auf die Einholung einer Be-

rufungsantwort zu verzichten (Art. 312 ZPO). Das Verfahren ist spruchreif.

2.

Prozessuales

2.1 Beim Urteil der Vorinstanz handelt es sich um einen berufungsfähigen Ent-

scheid (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Die Berufung wurde form- und frist-

gerecht erhoben (Art. 311 Abs. 1 ZPO; act. 52 und 56). Der Kläger ist durch das 

angefochtene Urteil beschwert. Dem Eintreten auf die Berufung steht damit nichts 

entgegen.

2.2 Mit  Berufung  kann  eine  unrichtige  Rechtsanwendung  und  eine  unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen,  einschliesslich  der  Frage  richtiger  Ermessensausübung.  Abgesehen  von 

offensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht allerdings grundsätzlich auf 

die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort gegen den erstinstanzli-

chen Entscheid erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die Parteien haben 

mittels klarer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo 

sie die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden 

erhoben haben. Sie haben die von ihnen kritisierten Erwägungen des angefochte-

nen Entscheids wie auch die Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu 

bezeichnen  (BGE  138  III  374  E.  4.3.1;  BGer  4A_580/2015  vom  11.  April  2016 

E. 2.2). In rechtlicher Hinsicht ist die Berufungsinstanz bei dieser Prüfung jedoch 

weder an die Erwägungen der ersten Instanz noch an die mit den Rügen vorgetra-

genen Argumente der Parteien gebunden, sondern sie wendet das Recht von Am-

tes wegen an (Art. 57 ZPO). Das Berufungsgericht kann die Rügen der Parteien 

auch  mit 

abweichenden 

Erwägungen 

gutheissen 

oder 

abweisen 

(BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013 E. 2.2.2).

2.3 Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel (No-

ven) im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorge-

bracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorge-

bracht werden konnten.

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2.4 Der Berufungsentscheid ist zu begründen (Art. 318 Abs. 2 ZPO in Verbindung 

mit Art. 112 BGG), wobei die Begründung kurz ausfallen darf, wenn der angefoch-

tene  Entscheid  bestätigt  wird  (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger  [Hrsg.], 

Kommentar  zur  schweizerischen  Zivilprozessordnung,  4.  Aufl.,  Zürich  2025, 

Art. 318 N 54). Insbesondere ist es zulässig, auf die schriftliche Begründung des 

zu bestätigenden erstinstanzlichen Entscheides zu verweisen (BGE 126 III 353 E. 1 

S. 355 mit Hinweisen).

2.5 Die örtliche und sachliche Zuständigkeit ist zwischen den Parteien unstrittig 

und gegeben (act. 11 Rz. 3). Anwendbar ist das zwischen den Parteien vereinbarte 

Schweizer Recht (vgl. act. 51 S. 5 f.).

3.

Entscheid der Vorinstanz

3.1 Die  Vorinstanz  ging  davon  aus,  dass  unbestritten  sei,  dass  der  Kläger  am 

15. Juni 2012 eine mehrere Verträge umfassende Bankbeziehung mit der Beklag-

ten eingegangen sei, in deren Rahmen er mitunter habe strukturierte Finanzpro-

dukte der Beklagten erwerben können. Im Zeitraum zwischen dem 19. September 

2022 und 22. März 2023 habe der Kläger insgesamt elf strukturierte Eigenprodukte 

der Beklagten erworben, die sich aus einzelnen Optionen (Forwards) zusammen-

gesetzt hätten und an den Goldpreis gekoppelt gewesen seien (act. 51 S. 7).

3.2 Weiter sei unbestritten, dass die Beklagte dem Kläger im Zusammenhang mit 

dem  sinkenden  Goldpreis  am  15. April  2013  um  16.17  Uhr  (MEZ)  einen  Margin 

Call-Letter  zugestellt  habe, der  eine  überzogene  Position  von  CHF 46.9707  Mio. 

ausgewiesen habe. Mit diesem Schreiben habe die Beklagte den Kläger aufgefor-

dert, die überzogene Position spätestens bis am 16. April 2013 zu korrigieren und 

einen entsprechenden Nachschuss zu leisten. Die Beklagte und der Kläger bzw. 

die  Tochter  des  Klägers  hätten  sich  am  15.  April  2013  den  ganzen  Tag  über  im 

Austausch befunden, um eine Lösung zu finden, wobei eine Nachschussleistung 

durch den Kläger nicht erfolgt sei. Gleichentags habe gegen 20:00 Uhr (MEZ) ein 

internes  Konferenzgespräch  der  Beklagten  zur  Situation  des  Klägers  stattgefun-

den, an welchem die Beklagte beschlossen habe, sämtliche Positionen des Klägers 

zu schliessen, d.h. sämtliche offenen strukturierten Produkte vorzeitig zu beenden 

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und sämtliche Vermögenswerte (physisches und nicht physisches Gold) des Klä-

gers zu verkaufen. Dem Kläger sei diese Entscheidung telefonisch mitgeteilt wor-

den. Zwei Mitarbeiter der Beklagten hätten um ca. 20:40 Uhr (MEZ) die Tochter des 

Klägers  in  C._____  [Stadt  in  Russland]  angerufen,  wo  es  ca.  22:40  Uhr  Ortszeit 

gewesen sei. Kurz nach 21:00 Uhr (MEZ) sei die Beklagte zur vollständigen Liqui-

dation  geschritten.  Sie  habe  sämtliche  offenen  Positionen  geschlossen  und 

sämtliche  strukturierten  Finanzprodukte  sowie  den  gesamten  bei  ihr  gehaltenen 

Goldbestand  des  Klägers  verkauft.  Für  die  Liquidation  bzw.  Schliessung  der 

strukturierten  Produkte  habe  die  Beklagte  dem  Kläger  Termination  Fees  in  der 

Höhe von insgesamt USD 27'421'353 belastet (act. 51 S. 8).

3.3 Die Vorinstanz qualifizierte die rechtliche Beziehung der Parteien insgesamt 

als (zumindest punktuellen) Anlageberatungsvertrag, wobei die genaue Ausgestal-

tung  dieses  Rechtsverhältnisses  von  untergeordneter  Bedeutung  sei  (act. 51 

S. 12 f.). Sie sah im Vorgehen der Beklagten am 15. April 2013 keine Pflichtverlet-

zung (act. 51 S. 13 ff.). Und selbst wenn die Beklagte pflichtwidrig gehandelt hätte, 

so die Vorinstanz weiter, wäre ihre Pflichtverletzung für einen allfälligen Schaden 

des Klägers nicht kausal gewesen. Dies, weil der Kläger nicht dargetan habe, dass 

er zum genannten Zeitpunkt über genügend liquide Mittel verfügt habe, um dem 

Margin Call bis am 16. April 2013 nachzukommen. Dabei habe der Kläger durch 

seine Untätigkeit in Kauf genommen, im Falle eines dringenden Handlungsbedarfs 

nicht rechtzeitig für zusätzliche Sicherheiten sorgen zu können (act. 51 S. 32 ff.).

3.4 Auf den Standpunkt des Klägers im Berufungsverfahren und die von ihm vor-

gebrachten Rügen ist nachfolgend einzugehen. Vorab ist festzuhalten, dass es an 

einer hinreichenden Begründung im Sinne der vorstehenden Erläuterungen (E. 2.2) 

fehlt,  soweit  der  Kläger  lediglich  seine  vor  Vorinstanz  vorgetragenen  Vorbringen 

wiederholt oder allgemeine Kritik äussert, ohne sich auf konkrete Erwägungen im 

angefochtenen  Entscheid  zu  beziehen  (so  u.a.  act. 56  Rz 6 -18,  Rz  19-33).  Das 

Berufungsverfahren  ist  nicht  eine  Fortsetzung  des  erstinstanzlichen  Verfahrens, 

sondern dient der Überprüfung des angefochtenen Entscheids aufgrund von kon-

kret dagegen geltend gemachter Beanstandungen (vgl. Art. 310 und Art. 311 Abs. 

1 ZPO).

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4.

Pflichtverletzung

4.1 Standpunkt des Klägers im Berufungsverfahren

Der Kläger macht im Berufungsverfahren – wie bereits im vorinstanzlichen Verfah-

ren – zusammengefasst geltend, die Beklagte habe am 15. April 2013 vom Kläger 

eine Nachschussleistung von CHF 46'970'000.00 bis zum 16. April 2013 gefordert. 

Noch  vor  Ablauf  dieser  Frist  habe  die  Beklagte  eigenmächtig  und  vertragswidrig 

sämtliche strukturierten Finanzprodukte und den gesamten Goldbestand des Klä-

gers liquidiert und ihm insgesamt USD 27'421'353.00 an sog. "Termination Fees" 

belastet  (act. 56  Rz. 7).  Damit  habe  die  Beklagte  nicht  nur  den  Vertrag  verletzt, 

sondern auch den Grundsatz von Treu und Glauben und die Pflicht zur schonenden 

Rechtsausübung. 

Die Vorinstanz habe mit der Abweisung der Klage Bundesrecht verletzt, indem sie: 

(a) eine Pflichtverletzung der Beklagten durch die vorzeitige Liquidation des Port-

folios verneint habe, was auch beinhalte, dass die Vorinstanz fälschlich davon aus-

gegangen sei, dass die Beklagte dem Kläger eine kürzere Frist angesetzt habe und 

überhaupt zu einer Verkürzung der Frist berechtigt gewesen sei; (b) davon ausge-

gangen sei, die Beklagte habe bei der Liquidation des Portfolios den Grundsatz von 

Treu und Glauben und die Pflicht zur schonenden Rechtsausübung nicht verletzt; 

(c) den Kausalzusammenhang zwischen der Pflichtverletzung und dem entstande-

nen Schaden verneint habe.

Der Kläger macht einen Schadenersatzanspruch aus Vertragsverletzung geltend. 

Umstritten ist daher auch im Berufungsverfahren zunächst, ob die Beklagte eine 

vertragliche Pflicht gegenüber dem Kläger verletzte, weil sie noch vor Ablauf der im 

Margin Call-Letter angesetzten Frist zum Close-out schritt. 

4.2 Vertragliche Beziehung zwischen den Parteien

4.2.1  Der  Kläger  ging  –  wie  erwähnt  –  am  15. Juni  2012  eine  mehrere  Verträge 

umfassende Bankbeziehung mit der Beklagten ein, in deren Rahmen er mitunter 

strukturierte  Finanzprodukte  der  Beklagten  erwarb.  Seiner  Tochter,  D._____,  er-

teilte er eine Vollmacht (act. 4/4). Die Vorinstanz qualifizierte die rechtliche Bezie-

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hung der Parteien insgesamt als (zumindest punktuellen) Anlageberatungsvertrag, 

wobei die genaue Ausgestaltung dieses Rechtsverhältnisses von untergeordneter 

Bedeutung sei (act. 51 S. 12 f.). Diese Erwägungen wurden vom Kläger nicht be-

mängelt. Der Kläger machte im Übrigen vor Vorinstanz auch keine Verletzung von 

Beratungs- oder Warnpflichten geltend (act. 11 Rz. 162; act. 15 Rz. 117 und 70). 

Im Zeitraum zwischen dem 19. September 2012 und dem 22. März 2013 erwarb 

der  Kläger  insgesamt  elf  strukturierte  Eigenprodukte  der  Beklagten,  die  sich  aus 

einzelnen Optionen (Forwards) zusammensetzten und an den Goldpreis gekoppelt 

waren. So investierte er dreimal in das Produkt "Range Target Payout Forward", 

welches bei sinkenden Goldpreisen zu einer Akkumulation von Gold führt, und acht-

mal in das Produkt "Strip of Knockout Forward", welches umgekehrt eine Erhöhung 

des klägerischen Goldbestandes bei steigenden Goldpreisen ermöglicht. Die vom 

Kläger erworbenen strukturierten Produkte ermöglichten es ihm, über einen länge-

ren Zeitraum Gold zu einem bestimmten Fixpreis zu erwerben. Für diese Produkte 

benötigte der Kläger eine sogenannte "Marge", die als Sicherheit für die aus den 

Produkten 

resultierenden  Risiken  diente.  Auch  diese  Erwägungen  der 

Vorinstanz zum unbestrittenen Sachverhalt werden vom Kläger nicht kritisiert, es 

kann  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden 

(act. 51 S. 7 f.).

4.2.2  Geht ein Bankkunde, wie vorliegend der Kläger, mit seinen Investitionen in 

strukturierte Produkte Risiken ein, sichert sich die Bank ab. Die Sicherungsrechte 

einer Bank richten sich, abgesehen von zwingenden gesetzlichen Bestimmungen, 

nach den vertraglichen Vereinbarungen in den jeweiligen Sicherungsvereinbarun-

gen,  den  Allgemeinen  Geschäftsbedingungen  sowie  Depotreglementen 

(BGer 4A_521/2008 vom 26. Februar 2009 E. 5.2).

Die  vertraglichen  Grundlagen  zu  den  Sicherheiten  wurden  von  der  Vorinstanz 

grundsätzlich zutreffend wiedergegeben und sind zwischen den Parteien unbestrit-

ten (act. 51 S. 14 ff.; act. 11 Rz. 23 ff.; act. 15 Rz. 79). Es sind dies zunächst das 

Basic  Agreement  for  collateral  loans  (nachfolgend:  Basisvereinbarung),  welches 

Bestimmungen  zu  den  Sicherheitsmargen  und  Belehnungswerten  enthält 

(act. 4/10, 4/11; act. 11 Rz. 24 f.; act. 15 Rz. 79).

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Gemäss dieser Basisvereinbarung hatte der Kläger für seine Risiken jederzeit aus-

reichende Sicherheiten ("Collateral") zu stellen. Entsprechend sah die Basisverein-

barung  vor,  dass  ausstehende  Kredite  (einschliesslich  jeder  Transaktion,  für  die 

eine sogenannte Margin-Pflicht bestand) durch den Belehnungswert ("Lending Va-

lue") der zu diesem Zweck verpfändeten Vermögenswerte jederzeit gedeckt sein 

mussten.  Dabei  bestimmte  sich  der  Belehnungswert  der  Sicherheiten  nach  dem 

Marktwert  der  verpfändeten  Vermögenswerte  abzüglich  einer  Sicherheitsmarge, 

welche  wiederum  von  der  Art  der  Vermögenswerte,  deren  Markt-  und  Nennwert 

und deren Risikoprofil abhing. Die Bestimmung der Sicherheitsmargen und des Be-

lehnungswerts standen dabei im Ermessen der Beklagten. Sobald der Belehnungs-

wert der Sicherheiten unter den Gesamtbetrag der ausstehenden Kredite oder Ver-

bindlichkeiten fiel, war die Beklagte gemäss Ziff. 5 der Basisvereinbarung berech-

tigt, die notwendigen Schritte gemäss separatem Creation of pledge vom 15. Juni 

2012  (nachfolgend:  "Pfandvertrag")  vorzunehmen  (act. 11  Rz. 24 f.;  unbestritten 

bzw. nicht substantiiert bestritten in act. 15 Rz. 79).

Dieser Pfandvertrag sah zunächst vor, dass der Kläger sämtliche Vermögenswerte, 

die er gegenwärtig oder zukünftig bei der Beklagten hielt, zwecks Sicherung aller 

Rechte  und  Ansprüche  der  Beklagten  zu  deren  Gunsten  verpfändete  (act. 11 

Rz. 26; act. 15 Rz. 79; act. 4/8). Für den Fall, dass der Belehnungswert der Sicher-

heiten unter den Gesamtbetrag der ausstehenden Kredite oder Verbindlichkeiten 

fiel, enthielt der Creation of Pledge – wie von der Vorinstanz zutreffend erwogen – 

die folgende Klausel (act. 51 S. 15; act. 4/8):

"2. Should the value of the securities fall below the customary or agreed margin, 
or  if  B._____  should,  for  any  other  reason,  consider  the  assets  pledged  as  no 
longer adequate cover for its claims, the Borrower(s) shall be bound upon simple 
request  by  B._____  either  to  reduce  the  debt  through  repayments  or  to  furnish 
sufficient additional security, so as to re-establish the said margin. In the event 
that the Borrower(s) fail(s) to comply with this demand within such time limit as 
may be set by B._____ at its entire discretion, the debt shall become repayable 
immediately  upon  expiration  of  the  time  limit.  If  the  value  of  the  securities  falls 
below the customary or agreed margin and B._____ is, for any reason of fact or 
law, unable to notify the Borrower(s) immediately or in any event of extraordinary 
circumstances, the full amount of the outstanding claims of B._____ shall become 
immediately due and payable."

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Unter den vorgenannten Voraussetzungen wurden sämtliche Verbindlichkeiten so-

fort zur Zahlung fällig und die Beklagte durfte gemäss Ziffer 3 des Pfandvertrages 

die verpfändeten Werte unverzüglich auf dem freien Markt verwerten (act. 4/8).

Schliesslich schlossen die Parteien das Master Agreement for derivates trading and 

forward transactions (nachfolgend Master Agreement) ab. Auch das Master Agree-

ment  sah  vor,  dass  der  Kläger  mit  Abschluss  des  Master  Agreements  die  als 

Sicherheiten  dienenden  Vermögenswerte  der  Beklagten  verpfändete  (Ziff.  1.8.1 

letzter Teil), wobei für die Einzelheiten wiederum auf den zwischen den Parteien 

abgeschlossenen  Pfandvertrag  verwiesen  wurde  (Ziff.  1.8.1).  Zusätzlich  zu  den 

Vermögenswerten  des  Klägers  dienten  der  Beklagten  im  vorliegenden  Fall  auch 

sämtliche  Vermögenswerte  der  E._____  Ltd.  als  Drittpfandgeberin  als  Sicherheit 

für die Verpflichtungen des Klägers (act. 4/9; act. 11 Rz. 31; act. 15 Rz. 79). Das 

Master Agreement ermächtigte die Beklagte, vom Kläger Sicherheiten zu verlangen 

und deren Höhe und Form nach freiem Ermessen festzulegen. Dabei war die Be-

klagte auch ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Sicherhei-

ten einzufordern ("Margin Call"; Ziff. 1.8.1). In diesem Zusammenhang enthielt das 

Master Agreement die folgende Klausel (act. 51 S. 15; act. 4/6, 4/7):

"[…]  In  such  [margin  call]  cases,  the  Client  shall  undertake  to  provide  B._____ 
with the supplementary or new security at first request. In the event that the Client 
should fail to comply with a margin call within one (Zurich) banking business day, 
or in the event of deteriorated market conditions, within a shorter deadline to be 
specified by B._____, B._____ shall be entitled, though not obliged, to conduct 
whatever transactions are necessary to ensure that the open transactions will be 
offset or covered upon coming due, and to hold the Client responsible for any loss 
thereby incurred by B._____."

Die Beklagte war in diesem Fall berechtigt, das Master Agreement und sämtliche 

darunter abgeschlossenen, noch offenen Geschäfte mit sofortiger Wirkung aufzulö-

sen. Dieses Recht stand ihr auch zu, wenn nach ihrer Beurteilung eine Verschlech-

terung der finanziellen Situation des Kunden zu einer Gefährdung der Erfüllung der 

vertraglichen Verpflichtungen führte (Ziff. 1.9). Für den Fall einer frühzeitigen Been-

digung laufender Geschäfte sah der Rahmenvertrag vor, dass sämtliche (noch nicht 

fälligen) Verpflichtungen aus den betreffenden Transaktionen glattgestellt und durch 

- 13 -

die Pflicht zur Bezahlung eines Liquidationswertes ("Termination Fee") ersetzt wer-

den sollten (Ziff. 1.8.1; act. 11 Rz. 30; act. 15 Rz. 79; act. 4/6, 4/7).

4.3 Margin Call und Close out

4.3.1  Für die von der Beklagten erworbenen strukturierten Produkte benötigte der 

Kläger unbestrittenermassen eine sogenannte "Marge", die als Sicherheit für die 

aus den Produkten resultierenden Risiken diente.

Deckungsmargen (margins) dienen als Sicherheiten gegen Kursrückgänge in ers-

ter Line dazu, das Risiko der Bank – und nicht jenes des Kunden – zu begrenzen 

(OGer ZH LB210029 vom 12. September 2022 S. 10, m.H.a. OGer ZH LB150032 

vom 11. Februar 2016 S. 35; BGer 4C.305/2003 vom 3. Mai 2004, E. 3.2.1.). Es 

soll verhindert werden, dass potentielle Verluste das eingesetzte Kapital überstei-

gen können und die Bank allenfalls zu Schaden kommt. Die Aufforderung an den 

Kunden zur Beibringung zusätzlicher Sicherheiten wird als Margin Call bezeichnet. 

Der Margin Call tritt dann ein, wenn der Wert des Marginkontos unter den Betrag 

der von der Bank geforderten Sicherheiten fällt. Beim Margin Call handelt es sich 

um die Aufforderung der Bank an den Kunden, seine Sicherheitsleistung zu erhö-

hen (OGer ZH LB210029 vom 12. September 2022 S. 10).

Die Vorinstanz ging davon aus, dass im Zusammenhang mit dem sinkenden Gold-

preis Mitte April 2013 das Portfolio des Klägers nicht mehr genügend gesichert ge-

wesen  sei.  Die  Beklagte  sei  angesichts  dessen  berechtigt  gewesen,  vom  Kläger 

eine Nachschussleistung zu verlangen, was sie mit Margin Call-Letter vom 15. April 

2013 um 16:17 Uhr (MEZ) auch getan habe. Diese Erwägungen werden vom Klä-

ger nicht in Abrede gestellt (act. 51 S. 6 f., 13). Entsprechend wurde vom Kläger in 

seiner Berufung auch nicht beanstandet, dass die Voraussetzungen für einen Mar-

gin Call gegeben waren und auch effektiv ein Margin Call am 15. April 2013 erlas-

sen wurde und erlassen werden durfte (act. 51 S. 9). Mit anderen Worten ist unbe-

stritten, dass die Beklagte am 15. April 2013 aufgrund des fallenden Goldpreises 

berechtigt war, eine Nachschussleistung vom Kläger zu fordern, um die Unterde-

ckung zu beseitigen. 

- 14 -

4.3.2  Da die Beklagte die dem Kläger mit Margin Call-Letter vom 15. April 2013 um 

16:17 Uhr (MEZ) angesetzte Frist, seine Position bis spätestens am 16. April 2013 

zu korrigieren, aber nicht abwartete und bereits um kurz nach 21:00 Uhr (MEZ) zur 

vollständigen Liquidation schritt, indem sie sämtliche offenen klägerischen Positio-

nen schloss und den gesamten bei ihr gehaltenen Goldbestand des Klägers ver-

kaufte, ist auch im Berufungsverfahren strittig, ob die Beklagte dazu noch vor Ablauf 

der ursprünglich mit Margin Call-Letter angesetzten Frist berechtigt war. In diesem 

vorzeitigen Handeln sieht der Kläger  die  beklagtische Vertragsverletzung. Insbe-

sondere habe die Vorinstanz die Begriffe "extraordinary circumstances" im Pfand-

vertrag und "deteriorated market conditions" im Master Agreement falsch ausgelegt 

und den Eintritt der Bedingungen für die Verkürzung der Frist zu Unrecht bejaht. 

Darauf wird nachfolgend einzugehen sein.

4.3.3  Die Beklagte hat gestützt auf das Master Agreement und den Pfandvertrag 

in zwei vorliegend interessierenden Konstellationen das Recht, noch vor Ablauf der 

im Margin Call-Letter angesetzten Frist zu handeln: Erstens gestützt auf den Pfand-

vertrag, wenn "extraordinary circumstances" vorliegen. Diesfalls wird die Schuld so-

fort, d.h. ohne Fristansetzung zur Zahlung fällig. Zweitens gestützt auf das Master 

Agreement, wenn "deteriorated market conditions" vorliegen. Diesfalls ist die Be-

klagte  berechtigt, innert einer kürzeren  Frist  Nachschuss zu verlangen ("within a 

shorter deadline to be specified by B._____; act. 51 S. 14 ff.). Dies ist soweit unbe-

stritten.

4.3.4  Allgemeine Geschäftsbedingungen sind grundsätzlich nach denselben Prin-

zipien auszulegen wie andere vertragliche Bestimmungen (BGE 148 III 57 E. 2.2.1; 

BGE 142 III 671 E. 3.3). Demnach ist in erster Linie der übereinstimmende wirkliche 

Wille der Vertragsparteien und in zweiter Linie, falls ein solcher nicht festgestellt 

werden kann, die Auslegung der Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrau-

ensprinzips entscheidend (BGE 148 III 57 E. 2.2.1 m.w.H.). Ein übereinstimmender 

Wille der Vertragsparteien i.S.v. Art. 18 Abs. 1 OR ist weder behauptet noch er-

sichtlich. Folglich gelangt das Vertrauensprinzip zur Anwendung. Die Willenserklä-

rungen der Parteien sind demnach so auszulegen, wie sie vom jeweiligen Erklä-

rungsempfänger  nach  ihrem  Wortlaut  und  Zusammenhang  sowie  den  gesamten 

- 15 -

Umständen verstanden werden durften und mussten (BGE 145 III 365 E. 3.2.1). 

Dabei ist vom Wortlaut der Erklärungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, 

sondern aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind. Demnach ist 

der vom Erklärenden verfolgte Regelungszweck massgebend, wie ihn der Erklä-

rungsempfänger  in  guten  Treuen  verstehen  durfte  und  musste  (BGE 142  III  671 

E. 3.3 m.w.H.).

4.3.5  Die Beklagte hat gestützt auf den Pfandvertrag zunächst das Recht, noch vor 

Ablauf der im Margin Call-Letter angesetzten Frist zu handeln, wenn "extraordinary 

circumstances" im Sinne des Pfandvertrages vorliegen. 

Der  Kläger  bemängelt  im  Berufungsverfahren  zunächst  pauschal,  dass  die  Vor-

instanz verkenne, dass diese Bestimmung im Pfandvertrag aufgrund der Systema-

tik  und  Teleologie  eher  auf  reine  Lombardverträge  zugeschnitten  sei,  der  Kläger 

indessen zu keinem Zeitpunkt ein Darlehen bei der Beklagten gehabt habe (act. 56 

Rz. 54). Was der Kläger damit kritisieren will, erhellt nicht. Will er damit sinngemäss 

die Anwendbarkeit dieser Bestimmung des Pfandvertrages auf den vorliegenden 

Sachverhalt beanstanden, ist zunächst zu konstatieren, dass sich der Kläger in sei-

ner Berufung weder mit den diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz noch mit 

den Behauptungen der Beklagten im erstinstanzlichen Verfahren eingehend aus-

einandersetzt. So hielt die Vorinstanz fest, dass die Bestimmung im Pfandvertrag 

nicht  lediglich  auf  Lombardverträge  zugeschnitten  sei,  stünden  doch  das  Master 

Agreement, der Pfandvertrag und die Basisvereinbarung in einem inneren Zusam-

menhang. Weiter finde die Basisvereinbarung gemäss Ziff. 1 auch auf Transaktio-

nen Anwendung, für die eine Margenpflicht bestehe, und sie verweise in Ziff. 5 zu-

dem ausdrücklich auf den separaten Pfandvertrag (act. 51 S. 27). Diesen Erwägun-

gen ist zu folgen, ist die Basisvereinbarung im Zusammenspiel mit dem Pfandver-

trag – mit der Beklagten – doch nicht nur auf eigentliche Lombardkredite anwend-

bar, sondern auch auf Transaktionen, für die – wie vorliegend – unbestrittenermas-

sen eine Margenpflicht besteht (Basisvereinbarung, Ziff. 1.: "This Agreement app-

lies to all current and future loans and transactions involving a financial commitment 

from B._____ (such as overdrafts, [...], trading transactions that require a margin; 

[...]), where the Client's assets or those of a third party are pledged to B._____ as 

- 16 -

collateral";  act. 11  Rz. 97;  act. 4/10).  Entsprechend  ist  die  vorliegend  interessie-

rende Basisvereinbarung in Verbindung mit dem Pfandvertrag auf den vorliegen-

den Sachverhalt anwendbar. Die unsubstantiierte Kritik des Klägers an den vorin-

stanzlichen Erwägungen verfängt nicht. 

Weiter beanstandet der Kläger, dass die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegan-

gen sei, dass "extraordinary circumstances" gemäss dem Pfandvertrag vorgelegen 

hätten, welche die Beklagte zur Liquidation ohne weitere Fristansetzung berechtigt 

hätte (act. 56 Rz.52 ff.). 

Zunächst kann hierzu auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden. Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass Gold bis zum und insbe-

sondere am 15. April 2013 massiv an Wert verlor und gleichzeitig die Volatilität auf-

grund der Preisveränderung signifikant anstieg (act. 11 Rz. 49 f.; act. 15 Rz. 83). 

Dies wirkte sich – mit den vorinstanzlichen Erwägungen – umso ernsthafter auf die 

Margensituation des Klägers aus, als dass auch substantielle Teile seiner Sicher-

heiten  unbestrittenermassen  von  der  Entwicklung  des  Goldpreises  abhingen 

(act. 51 S. 24; act. 11 Rz. 9 und 38; act. 15 Rz. 72 f. und 80). Der höchste Absturz 

des Goldpreises seit 30 Jahren, der im höchsten Tagesverlust seit 30 Jahren resul-

tierte, und der den grössten Kursrutsch seit den Turbulenzen in der Finanzkrise im 

Jahre 2008 darstellte (act. 11 Rz. 51; act. 12/10-11; was vom Kläger nicht substan-

tiiert bestritten wird, act. 15 Rz. 21 ff. und 84), ist nicht mehr nur als akzentuierte 

Marktsituation, wie vom Kläger behauptet (act. 56 Rz. 57), sondern als ausserge-

wöhnlicher Umstand im Sinne des Pfandvertrages zu qualifizieren. Dies erst recht, 

wenn man berücksichtigt, dass die Beklagte aufgrund dieses Kurssturzes an einem 

Tag sogar einen möglichen Verlust erlitten hätte (act. 51 S. 24; vgl. dazu auch die 

nachfolgenden Erwägungen). 

Ferner ergibt sich aus dem Wortlaut von Ziff. 2 des Pfandvertrages nicht, dass beim 

Begriff der "extraordinary circumstances" verlangt würde, dass der Markt geradezu 

erodieren müsste oder sich die ausserordentlichen Umstände aus anderweitigen 

Umständen, etwa personenbezogenen Umständen ergeben müssten, wie dies der 

Kläger pauschal behauptet (act. 56 Rz. 57). Vielmehr bezwecken derartige Sicher-

heitsabreden – wie erwähnt – in erster Line, das Risiko der Bank – und nicht jenes 

- 17 -

des Kunden – zu begrenzen. Es soll verhindert werden, dass die Bank allenfalls zu 

Schaden  kommt.  Auch  für  OLLIVIER  sind  derartige  aussergewöhnliche  Umstände 

dann erfüllt, wenn sich der Markt (unter Berücksichtigung der verfügbaren Finan-

zinformationen und -analysen) derart verschlechtern könnte, dass es für den Kun-

den unvermeidlich ist, sich vor Ablauf der im Margin Call gesetzten kurzen Frist bei 

der Bank zu verschulden ("be met when the market [in light of the available financial 

information and analysis] may continue to deteriorate in such a way as to make it 

inevitable for the client to become indebted to the bank before the expiration of the 

short deadline set in the margin call"; OLLIVIER, Margin calls: banks obligations to-

wards their private clients, in: SZW 2014, S. 509 ff., S. 519 f.). Gerade diesen Risi-

ken  der  Bank  sollte  auch  mit  der  vorliegenden  Bestimmung  des  Pfandvertrages 

begegnet werden. 

Gemäss  der  nicht  substantiiert  bestrittenen  Behauptung  der  Beklagten  habe  bei 

einem  Goldpreis  von  USD 1'359.25/oz  im  Zeitpunkt  der  Liquidation  –  unter  Ver-

rechnung mit dem Guthaben des Klägers bei der Beklagten – ein Saldo von rund 

USD 1.04 Mio. zugunsten des Klägers resultiert. Bei einem Einbruch des Goldprei-

ses um weitere ca. 15 USD/oz, der nur kurz darauf in der Nacht auf den 16. April 

2013 auch eingetreten sei, hätte die Beklagte einen möglichen Verlust erlitten, d.h. 

die  Verpflichtungen  des  Klägers  gegenüber  der  Beklagten  wären  nicht  mehr  ge-

deckt gewesen (act. 11 Rz. 64 und 71; act. 15 Rz. 88). Entsprechend bestand für 

die Beklagte vorliegend am 15. und 16. April 2013 aufgrund des regelrecht einbre-

chenden Goldpreises durchaus das konkrete Risiko, dass sich der Markt noch wäh-

rend  der  laufenden  Margin  Call-Frist  von  einem  Bankwerktag  derart  weiter  ver-

schlechtert, dass nicht nur eine Unterdeckung vorgelegen hätte, sondern dass die 

Beklagte  noch  vor  Ablauf  der  im  Margin  Call-Letter  gesetzten  kurzen  Frist  einen 

Verlust erlitten hätte. Auch aufgrund dieser Erwägungen sind "extraordinary circum-

stances" im Sinne des Pfandvertrages am 15. April 2013 zu bejahen.

Der Kläger lässt schliesslich ausführen, dass seine Produkte allesamt an den Gold-

preis  gekoppelt  gewesen  seien  und  historisch  Gold  immer  Wert  habe  (act. 56 

Rz. 60). Was der Kläger daraus ableiten will, erhellt nicht. Der Goldpreis sank ab 

dem  Jahre  2012  ab,  wobei  er  im  Jahre  2013  teilweise  regelrecht  abstürzte  (vgl. 

- 18 -

act. 12/25), sodass der Beklagten am 15. und 16. April 2013 aus den Geschäften 

mit dem Kläger sogar ein Verlust drohte. Die Sicherungsabreden der Bank bezwe-

cken – wie erwähnt –, das Risiko der Bank zu begrenzen und sehen entsprechend 

Handlungsmöglichkeiten  vertraglich  vor,  um  Unterdeckungen  zu  beseitigen  und 

Verluste der Bank zu verhindern. Bei sehr volatilen und äusserst riskanten Anlagen 

wie den vorliegenden (act. 11 Rz. 7 und 23; act. 15 Rz. 72 und 79) muss die Bank 

keinerlei Risiken eingehen (OGer ZH LB210029 vom 12. September 2022 S. 27 f, 

mit Verweis auf BGer 4C.305/2003 vom 3. Mai 2004, E.3.2.1., mit Verweis auf BGer 

4C.302/1994 vom 27. Dezember 1995, E. 3c/aa). Die Bank muss bei einer einge-

tretenen Unterdeckung nicht das Risiko der weiteren Kursentwicklung auf sich neh-

men  (OGer  ZH  LB210029  vom  12. September  2022  S. 28,  mit  Verweis  auf 

BGer 4C.305/2003 vom 3. Mai 2004, E. 3.2.1; Urteil des Handelsgerichts des Kan-

tons Zürich HG100012 vom 26. März 2012, E. 3.3.3.4.). Dass der Bankkunde dabei 

geneigt sein dürfte, darauf zu setzen, dass der Sturz des Goldpreises den Tiefpunkt 

erreicht haben und sich wieder erholen dürfte, ist nachvollziehbar. Ebenso nach-

vollziehbar ist jedoch auch, dass die Bank ein Interesse daran haben dürfte, bereits 

dann zu handeln, wenn eine Unterdeckung oder sogar ein Verlust droht, und sich 

entsprechende Rechte vertraglich auch ausbedingt, was auch der Kläger anzuer-

kennen scheint (vgl. act. 4/37). Gestützt auf die vertraglichen Grundlagen zwischen 

den Parteien lag die Risikoabschätzung daher vorliegend am 15. April 2013 allein 

im Ermessen der Bank. Sie hatte sich an der ausserordentlichen Marktsituation zu 

orientieren und primär ihre Interessen wahrzunehmen, welche mit denjenigen des 

Klägers in diesem Moment nicht kongruent sein müssen (OGer ZH LB210029 vom 

12. September 2022 S. 28 und 31), und nicht auf eine Erholung des Goldpreises 

zu spekulieren. 

Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  am  15. April  2013  aussergewöhnliche 

Umstände im Sinne des Pfandvertrages vorlagen, welche die Beklagte berechtig-

ten, noch während laufender Margin Call-Frist und ohne weitere Fristansetzung zur 

Liquidation der klägerischen Positionen zu schreiten. 

4.3.6  Weiter sieht auch das Master Agreement unter gewissen Voraussetzungen 

die Berechtigung der Beklagten vor, noch vor Ablauf der im Margin Call-Letter an-

- 19 -

gesetzten Frist zu handeln. Im Falle von sich verschlechternden Markbedingungen 

("deteriorated market conditions") ist die Beklagte berechtigt, innert einer kürzeren 

Frist  Nachschuss  zu  verlangen  ("within  a  shorter  deadline  to  be  specified  by 

B._____"). 

Auch in diesem Zusammenhang kritisiert der Kläger zunächst, dass die Vorinstanz 

von  einem  viel  zu  engen  Begriff  der  "sich  verschlechternden  Marktbedingungen" 

ausgegangen sei (act. 56 Rz. 43 ff.). Bezüglich Sinn und Zweck derartiger Bestim-

mungen in vorformulierten Vertragsbedingungen der Banken kann auf die vorste-

henden Erwägungen im Zusammenhang mit den "extraordinary circumstances" im 

Sinne des Pfandvertrages verwiesen werden. Sinn und Zweck dieser Bestimmung 

ist es – wie vorstehend bereits in Erwägung gezogen wurde –, das Risiko der Bank 

zu begrenzen und zu verhindern, dass die Bank allenfalls zu Schaden kommt. Es 

regelt Situationen, in denen sich die Marktbedingungen derart verschlechtern, dass 

nicht mehr ein Zürcher Bankwerktag abgewartet werden kann. Wenn aber aufgrund 

des  dramatisch  fallenden  Goldpreises  am  15. April  2013  nicht  nur  eine  Unterde-

ckung, sondern sogar ein konkreter Verlust der Beklagten drohte, und vorstehend 

entsprechend  "extraordinary  circumstances"  bejaht  wurden,  sind  erst  recht  "sich 

verschlechternde Marktbedingungen" (vgl. zur Übersetzung der deteriorated mar-

ket conditions auch das OGer ZH LB210029 vom 12. September 2022 S. 9, dem 

offenbar eine deutsche Fassung der entsprechenden AGB zugrunde lag) zu beja-

hen. Es kann hierzu auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen werden.

4.3.7  Nachdem  das  Vorliegen  von  sich  verschlechternden  Marktbedingungen  zu 

bejahen ist, fragt sich somit schliesslich, ob die Beklagte dem Kläger eine kürzere 

Frist  im  Sinne  des  Master  Agreements  angesetzt  hat,  um  einen  Nachschuss  zu 

verlangen ("within a shorter deadline to be specified by B._____"). Der Kläger stellt 

sich  auch  im  Berufungsverfahren  auf  den  Standpunkt,  dass  die  Beklagte  ihm  zu 

keinem  Zeitpunkt  eine  konkrete  kürzere  Frist  angesetzt  habe,  wozu  sie  nach 

Ziff. 1.8.1 des Master Agreements verpflichtet gewesen wäre (act. 51 Rz 34 ff.).

Lagen  nun  vorliegend  am  15. April  2013  "sich  verschlechternde  Marktbedingun-

gen" im Sinne des Master Agreements vor, war die Beklagten gestützt auf die ver-

traglichen Bestimmungen zur Verkürzung der Frist berechtigt. Die Dauer der Frist 

- 20 -

zur Leistung von Nachdeckung stand dabei im freien Ermessen der Beklagten und 

konnte auch (sehr) kurz sein, was in ähnlichem Zusammenhang auch bereits vom 

Obergericht und vom Handelsgericht des Kantons Zürich so erwogen wurde (vgl. 

BGer  4A_450/2010  vom  21. Dezember  2010,  E. 5.3;  Urteil  des  Handelsgerichts 

des  Kantons  Zürich  HG100012,  E. 3.3.3.3;  Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons 

Zürich LB150032, E. 7.2.1). Die Länge der einzuräumenden Frist hat sich nicht an 

den Möglichkeiten des Kunden für die Beschaffung der Sicherheit zu orientieren, 

sondern  an  der  ausserordentlichen  Marktsituation  (OGer  ZH  LB210029  vom 

12. September 2022 S. 28). Eine Untergrenze der Frist besteht gemäss Ziff. 1.8.1 

des Master Agreements nicht. Jede (auch sehr kurze) Frist ist daher zulässig, so-

fern sie sich angesichts der Umstände rechtfertigt. Auch das Handelsgericht des 

Kantons Zürich beanstandete in ähnlichem Kontext nicht, dass eine Bank "sofort" 

Nachdeckung  verlangte 

(Urteil  des  Handelsgerichts  des  Kantons  Zürich 

HG100012, E. 3.3.3.3). 

Die Darstellung der Chronologie der Ereignisse vom 15. April 2013 wurde vom Klä-

ger in seiner Berufungsschrift nicht kritisiert (act. 56), es kann entsprechend auf die 

diesbezüglichen  vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen  werden 

(act. 51 

S. 16 ff.). Gestützt darauf ist erstellt, dass der Kläger bzw. seine bevollmächtigte 

Tochter  bereits  mit  E-Mail  um  09.56  Uhr  (MEZ)  darüber  informiert  wurden,  dass 

ihre Positionen in diesem Zeitpunkt eine Unterdeckung von USD 34.5 Mio. aufwie-

sen und die Beklagte darum bat, den Transfer zusätzlicher Mittel zu veranlassen. 

Um 13.19 Uhr meldete sich die Beklagte nochmals per E-Mail bei der Tochter des 

Klägers und wies sie darauf hin, dass die Beklagte berechtigt sei, die Positionen 

des Klägers umgehend – also ohne Gnadenfrist von 48 Stunden – zu schliessen, 

sollten sich die Positionen weiter verschlechtern. Spätestens ab diesem Zeitpunkt 

war dem Kläger bzw. seiner Tochter bekannt, dass die klägerischen Positionen um-

gehend geschlossen werden könnten, wenn sie sich weiter verschlechtern sollten. 

Entsprechend wurde der Kläger sodann auch im Margin Call-Letter – unter Hinweis 

auf die vertraglichen Grundlagen – um 16.17 Uhr informiert ("In addition, we reserve 

the right to undertake these measures even before the above-mentioned deadline 

if your credit position deteriorates further. Moreover, we refer to the conditions set 

out in the pledge documentation which you have signed."; act. 12/19). In diesem 

- 21 -

Zeitpunkt  belief  sich  die  überzogene  Position  des  Klägers  bereits  auf  ca. 

CHF 46'970'700.–,  die  Situation  hatte  sich  im  Vergleich  zum  Morgen  also  weiter 

erheblich verschlechtert. Der Kläger bzw. seine Tochter lehnten in der Folge jedoch 

die  beklagtischen  Lösungsvorschläge,  gleichentags  Produkte  im  Umfang  von 

30'000 Unzen Gold zu schliessen, obwohl eigentlich 75'000 Unzen Gold geschlos-

sen werden müssten, ab (act. 51 S. 16 ff.). 

Der klägerischen Kritik in seiner Berufung ist zu entgegnen, dass er sehr volatile 

und  äusserst  riskante  Anlagen  bei  der  Beklagten  tätigte  (act. 11  Rz. 7  und  23; 

act. 15 Rz. 72 und 79). Dabei wurde ihm auch aufgezeigt, dass allein die von ihm 

in jenem Zeitpunkt gehaltenen Produkte zu einer Exposure (Risiko der Bank aus 

den strukturierten Produkten, das der Kunde zu tragen und jederzeit durch Sicher-

heiten abzudecken hat) von rund USD 200 Mio. führen konnten, wobei sich dieses 

Risiko dann im vollen Ausmass zu verwirklichen drohte, wenn der Goldpreis erheb-

lich fallen würde (act. 11 Rz. 37; act. 15 Rz. 79). Bereits am Donnerstag, 11. April 

2013, informierte die Beklagte den Kläger, dass die Exposure aus den offenen Pro-

dukten den Belehnungswert der Sicherheiten um CHF 2.497 Mio. übersteige. Sie 

teilte ihm bzw. seiner Tochter mit, dass er sich darauf vorbereiten solle, dass bei 

einer weiteren Korrektur des Goldpreises weitere Mittel oder der Verkauf von Gold 

nötig sein würden (act. 11 Rz. 46; act. 15 Rz. 81 f.) bzw. kurzfristig voraussichtlich 

weitere Gelder eingeschossen werden müssten (act. 11 Rz. 48; act. 15 Rz. 81 f.), 

was vom Kläger nicht substantiiert bestritten wird. Der Kläger bzw. seine Tochter 

hatten somit bereits seit dem 11. April 2013 Kenntnis davon, dass sie sich darauf 

vorbereiten sollten, kurzfristig weitere Mittel einzuschiessen. Wie sich der Kläger 

bereits vor diesem Hintergrund auf den Standpunkt stellen kann, die Aufforderung 

im Margin Call sei "nicht vorhersehbar" gewesen (act. 56 S. 7), erhellt nicht. Übers 

Wochenende akzentuierte sich in der Folge die Situation derart, dass dem Kläger 

am Montagmorgen, 15. April 2013, kommuniziert wurde, dass seine Positionen in 

diesem Zeitpunkt eine Unterdeckung von USD 34.5 Mio. aufwiesen. Bereits dieser 

Umstand veranschaulicht die Dramatik der Situation. Da der Goldpreis am 15. April 

2013 weiter drastisch fiel, ist auch nachvollziehbar, dass die Parteien an diesem 

Tag in regelmässigem, dynamischem Austausch standen, verschlechterten sich die 

Verhältnisse doch fortlaufend. Das weitere Vorgehen wurde dabei dem Kläger bzw. 

- 22 -

seiner Tochter kommuniziert: So wurde aufgrund der Unterdeckung nicht nur ein 

Margin Call-Letter verschickt, was unbestritten ist, sondern wurden der Kläger bzw. 

seine Tochter aufgrund des drastisch fallenden Goldpreises auch wiederholt darauf 

hingewiesen, dass die Beklagte die Positionen des Klägers umgehend schliessen 

könnte,  sollte  sich  seine  (Kredit-)Position  weiter  verschlechtern.  Gestützt  auf  die 

verschiedenen Hinweise in der Konversation der Parteien war es dem Kläger bzw. 

seiner Tochter damit bewusst, dass die Beklagte, sollte der Goldpreis weiter fallen 

(und sich damit die Marktbedingungen weiter verschlechtern) und sollten sich damit 

die klägerische (Kredit-)Positionen weiter verschlechtern, umgehend zur Schlies-

sung der klägerischen Positionen schreiten könnte. Die "shorter deadline" im Sinne 

der Vertragsbestimmungen, der Zeithorizont, nämlich die weitere Verschlechterung 

seiner Kreditposition, war dem Kläger damit bekannt, sie wurde ihm "spezifiziert". 

Wie erwähnt lag die Bestimmung der Frist im Ermessen der Beklagten; sie hatte 

sich an der ausserordentlichen Marktsituation zu orientieren. Es ist nicht zu kritisie-

ren, dass die Vorinstanz davon ausging, dass es dazu keiner Frist nach Stunden 

und Minuten gebraucht hätte, ergibt sich dies doch nicht aus den vertraglichen Be-

stimmungen. Selbst als im Laufe des 15. April 2013 der Goldpreis weiter (drastisch) 

fiel  und  sich  die  Unterdeckung  des  Klägers  innerhalb  weniger  Stunden  von  zu-

nächst rund USD 34 Mio. auf rund CHF 46 Mio. erhöhte, schritt die Beklagte aber 

nicht "umgehend" zum Close-out, sondern suchte mit der Tochter des Klägers wei-

ter nach Lösungen. Entsprechend war diese "umgehende" Frist auch nicht zu kurz 

bemessen, hatte der Kläger doch die Möglichkeit, die geforderte Nachdeckung zu 

leisten.  Die  Dramatik  der  Situation  war  der  Tochter  des  Klägers  dabei  durchaus 

bewusst ("gold dropping so drastically over the last few days"; act. 12/17). Nach-

dem  es  der  Kläger  aber  abgelehnt  hatte,  die  von  der  Beklagten  vergleichsweise 

vorgeschlagenen  Massnahmen  –  insbesondere  Produkte  im  Umfang  von  30'000 

Unzen Gold zu schliessen – zu realisieren, musste es ihm auch bewusst sein, dass 

aufgrund des weiter fallenden Goldpreises an diesem Tag die Beklagte, wie voran-

gehend kommuniziert, "umgehend" handeln und zur Liquidation der klägerischen 

Positionen schreiten könnte. Durch seine Untätigkeit nahm er dieses Risiko in Kauf. 

Dies erst recht, nachdem der Kundenberater der Beklagten, F._____, der Tochter 

des Klägers um 19.29 Uhr erklärt hatte, das weitere Vorgehen liege nun nicht mehr 

- 23 -

in seiner Hand (act. 51 S. 19), und der Kläger es selbst in diesem Zeitpunkt unter-

liess, umgehend für Nachdeckung zu sorgen. Erst als der Beklagten aufgrund des 

weiter fallenden Goldpreises ein Verlust drohte, wurde zum Close-out geschritten. 

Der Kläger verkennt dabei, dass es im Ermessen der Beklagten – und nicht des 

Klägers – lag, Umfang und Art der zusätzlichen Sicherheiten festzulegen (act. 4/6 

und 4/7 Ziff. 1.8.1).

4.3.8  Aufgrund  all  dieser  Umstände  des  Einzelfalls  ist  mit  der  Vorinstanz  davon 

auszugehen, dass der Kläger davon ausgehen musste, dass er nicht mehr bis zum 

16. April  2013  zuwarten  konnte,  sondern  noch  am  15.  April  2013  "umgehend" 

Handlungsbedarf bestand, und somit für ihn eine verkürzte Frist im Sinne des Mas-

ter Agreements galt, der Kläger aber den vergleichsweisen Lösungsvorschlag der 

Beklagten – die Schliessung von Produkten im Umfang von 30'000 Unzen Gold – 

ablehnte und keine umgehende Nachdeckung leistete. 

4.4 Grundsatz von Treu und Glauben / Pflicht zur schonenden Rechtsausübung

4.4.1  Weiter macht der Kläger eine Verletzung der Pflicht zur schonenden Rechts-

ausübung und des Grundsatzes von Treu und Glauben geltend. 

4.4.2  Jedermann hat  in der Ausübung seiner Rechte und in  der Erfüllung seiner 

Pflichten  nach  Treu  und  Glauben  zu  handeln.  Der  offenbare  Missbrauch  eines 

Rechtes findet keinen Rechtsschutz (Art. 2 ZGB). Der Grundsatz der schonenden 

Rechtsausübung ergibt sich aus Art. 2 ZGB und besagt insbesondere, dass wer 

von mehreren in etwa gleichwertigen Möglichkeiten, die ihm zur Ausübung eines 

Rechts offenstehen, ohne sachlichen Grund gerade diejenige wählt, welche für ei-

nen anderen besondere Nachteile mit sich bringt, rechtsmissbräuchlich handelt (BK 

ZGB-HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, Art. 2 Rz. 219).

4.4.3  Der Kläger beschränkt sich in seiner Kritik der vorinstanzlichen Erwägungen 

in diesem Zusammenhang lediglich darauf, zu behaupten, er habe in seiner Replik 

hinreichend  Beweise  vorgelegt,  dass  seine  finanzielle  Lage  es  ihm  ermöglicht 

hätte, seinen Verpflichtungen aus den Produkten unabhängig von den Schwankun-

- 24 -

gen  des  Goldpreises  jederzeit  pünktlich  und  vollständig  nachzukommen  (act. 56 

Rz. 62 ff.). 

4.4.4  Zunächst kann bezüglich der geltend gemachten Verletzung des Grundsat-

zes von Treu und Glauben im Zusammenhang mit verletztem Vertrauen in das Ein-

halten  der  Margin  Call  Frist  auf  die  zutreffenden,  nur  pauschal  kritisierten 

vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (act. 51 E. IV/5.4.3 b). Der Kläger 

musste aufgrund der gesamten Umstände, insbesondere aufgrund der wiederhol-

ten Hinweise der Beklagten auf die sich stetig zuspitzende Lage und die Möglichkeit 

einer  sofortigen  Schliessung  der  Produkte  damit  rechnen,  dass  seine  Produkte 

noch am 15. April 2013 geschlossen werden könnten, wenn er seiner Nachschuss-

pflicht nicht unverzüglich nachkäme. Entsprechend durfte der Kläger nicht darauf 

vertrauen,  dass  es  bei  der  bis  zum  16.  April  2013  angesetzten  Margin  Call-Frist 

bleiben würde (act. 51 S. 28 f.). Der Grundsatz von Treu und Glauben wurde somit 

nicht verletzt.

Auch  im  Zusammenhang  mit  dem  Grundsatz  der  schonenden  Rechtsausübung 

kann vorab auf die mehrheitlich nicht substantiiert gerügten vorinstanzlichen Erwä-

gungen verwiesen werden. Die Parteien waren am 15. April 2013 über zehn Stun-

den lang in regem Austausch, bis die Beklagte angesichts ihres drohenden Verlus-

tes nicht mehr länger zuwartete. Entsprechend kann der Beklagten auch nicht vor-

geworfen  werden,  umgehend  zum  Close-out  geschritten  zu  sein.  Ferner  war  die 

Beklagte  aufgrund  der  vertraglichen  Vereinbarungen  der  Parteien  berechtigt,  die 

Sicherstellung des mit den Investitionen verbundenen Gesamtrisikos zu verlangen, 

d.h. dass sämtliche Risiken bis zur Endfälligkeit der Produkte ("until final maturity 

of the Accumulator'') mit entsprechenden Sicherheiten gedeckt sein mussten. Dass 

die Beklagte die vom Kläger für den Zeitraum von zwei Wochen in Aussicht gestell-

ten Sicherheiten im Umfang von insgesamt rund USD 8.42 Mio. und per 16. April 

2013 von USD 3.67 Mio. bei einer Unterdeckung von fast CHF 47 Mio. als nicht 

ausreichend erachtete, ist mit der Vorinstanz nicht zu kritisieren. Schliesslich ruft 

die Vorinstanz zu Recht in Erinnerung, dass die Beklagte aufgrund der vertragli-

chen Grundlagen nicht verpflichtet war, den Kläger unter Eingehung von zusätzli-

chen Risiken, die mit einem weiter sinkenden Goldpreis entstanden wären, zu scho-

- 25 -

nen,  dienen  die  entsprechenden  vertraglichen  Bestimmungen  doch  primär  dazu, 

das  Risiko  der  Bank,  und  nicht  dasjenige  des  Kunden,  zu  begrenzen  (act. 51 

S. 30 f.).

4.4.5  Mit seiner Kritik, er habe in seiner Replik hinreichend Beweise vorgelegt, dass 

seine finanzielle Lage es ihm ermöglicht hätte, seinen Verpflichtungen aus den Pro-

dukten  unabhängig  von  den  Schwankungen  des  Goldpreises  jederzeit  pünktlich 

und vollständig nachzukommen (act. 56 Rz. 62 ff.), nimmt der Kläger eine nicht an-

gängige  ex  post-Betrachtung  vor.  Nicht  in  die  Beurteilung  einfliessen  kann  hier, 

dass  der  Kläger  nun  knapp  zehn  Jahre  später  in  seiner  Replik  aufzuzeigen  ver-

suchte, dass es ihm im damaligen Zeitpunkt seine finanzielle Lage ermöglicht hätte, 

seinen  Verpflichtungen  aus  den  Produkten  unabhängig  von  den  Schwankungen 

des Goldpreises jederzeit pünktlich und vollständig nachzukommen, und er damit 

den Close-out hätte abwenden können. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, war 

davon  am  15. April  2013  keine  Rede.  Die  Behauptung  des  Klägers,  er  habe  der 

Beklagten zu jedem Zeitpunkt klar zu erkennen gegeben, sämtlichen Verpflichtun-

gen  aus  den  Produkten  nachkommen  zu  können,  findet  keine  Stütze  in  den  im 

Recht liegenden Beweismitteln (nicht kritisierte Erwägung der Vorinstanz, act. 51 

S. 31). Die vom Kläger damals angebotenen Sicherheiten standen in einem Miss-

verhältnis zur Unterdeckung in der Höhe von fast CHF 47 Mio. Ferner stützte sich 

die Beklagte bei ihrem Handeln auf die zwischen den Parteien geltenden vertragli-

chen Bestimmungen. Aufgrund des drohenden Verlustes aus den Geschäften mit 

dem  Kläger  hatte  sie  auch  einen  sachlichen  Grund,  sich  auf  ihre  vertraglichen 

Rechte  zu  berufen  und  zum  Close-out  zu  schreiten,  lagen  die  vom  Kläger  bzw. 

seiner Tochter offerierten Sicherheiten doch in einem Missverhältnis zur zu besei-

tigenden Unterdeckung von fast CHF 47 Mio.

Die  Beklagte  verletzte  daher  den  Grundsatz  der  schonenden  Rechtsausübung 

nicht.

4.5 Fazit

Mit der Vorinstanz ist daher zu schliessen, dass die Beklagte nicht pflichtwidrig zu 

einem  Close-out  schritt.  Die  Berufung  ist  damit  abzuweisen.  Vor  diesem  Hinter-

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grund  kann  die  Frage,  ob  das  Verhalten  der  Beklagten  für  einen  Schaden  über-

haupt kausal gewesen wäre, offen gelassen werden.

5.

Kosten-und Entschädigungsfolgen

Ausgehend vom Streitwert von umgerechnet CHF 2.7 Mio. ist die Entscheidgebühr 

für  das  Berufungsverfahren  auf  CHF 48'000.–  festzusetzen  (§§  4  und  12  GebV 

OG). Die Kosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss dem Kläger auf-

zuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

Es ist im Berufungsverfahren von der Zusprechung einer Parteientschädigung ab-

zusehen, weil der Kläger unterliegt und der Beklagten kein zu entschädigender Auf-

wand entstanden ist.

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

3. Juli 2024 wird bestätigt.

2.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf CHF 48'000.– festgesetzt 

und dem Berufungskläger auferlegt. Die Kosten des zweitinstanzlichen Ver-

fahrens werden aus dem vom Berufungskläger geleisteten Vorschuss von 

3.

4.

CHF 48'000.– bezogen.

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter 

Beilage von Doppeln der Berufungsschrift sowie an das Bezirksgericht 

Zürich, je gegen Empfangsschein.

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

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Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 2.7 Mio.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. E. Lichti Aschwanden

lic. iur. D. Tolic Hamming

versandt am: