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**Case Identifier:** 3ab8bfa6-e8d4-578d-b0cf-e951ec7f2529
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-19
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2009 und 1.1. - 31.12.2010
**Docket/Reference:** ST.2015.88
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2015_88_bv.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2015.88 

Entscheid 

19. August 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

In Sachen 

V e r e i n   A ,    

vertreten durch PricewaterhouseCoopers AG,  

Rekurrentin,  

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2009 und 1.1. - 31.12.2010 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Verein A nachfolgend die Pflichtige ist ein Verein mit ideeller Zweckverfol-

gung,  der  aufgrund  geschäftlicher  Tätigkeiten  im  Handelsregister  des  Sitzkantons  B 

eingetragen  ist  und  kaufmännisch  Buch  führt.  Hervorgegangen  aus  der  Fusion  von 

verschiedenen anderen Vereinen, verfügt die Pflichtige seit 2004 über einen grösseren 

Liegenschaftenbestand. Die über die ganze Schweiz verteilten Liegenschaften dienen 

ihr nach eigenen Angaben grossenteils für den Eigenbedarf (= Betriebsliegenschaften) 

und  teils  auch  "im  Hinblick  auf  die  Erfüllung  der  Zweckbestimmung  zur  Absicherung 

von künftigen Risiken im Sinn von Reserven für härtere Zeiten im Kampf um den Ver-

einszweck" (= letztlich Kapitalanlagen).  

Nach der vorerwähnten Fusion und dem damit verbundenen starken Zuwachs 

des  Liegenschaftenbestands  stellte  sich  steuerlich  die  Frage,  wie  die  Pflichtige  als 

Verein  mit  ideeller  Zweckverfolgung  die  interkantonale  Gewinn-  und  Kapitalausschei-

dung durchzuführen habe. Vor diesem Hintergrund liess diese durch eine Steuerspezi-

alistin  ein  Grobkonzept  erstellen,  welches  mit  Schreiben  vom  9.  Mai  2005  den  ver-

schiedenen  kantonalen  Steuerverwaltungen  unterbreitet  und  in  der  Folge  offenbar 

auch  angewandt  wurde.  Das  Konzept  sah  vor,  in  Anlehnung  an  das  Ausscheidungs-

modell für Versicherungsgesellschaften auf eine Kategorisierung der Liegenschaften in 

Betriebs- und Kapitalanlageliegenschaften zu verzichten (= keine Spezialsteuerdomizi-

le)  und  auf  dieser  Basis  eine  quotenmässige  Aufteilung  des  Vereinsgewinns  und  -

vermögens vorzunehmen.  

Im Einschätzungsverfahren für die Steuerperioden 1.1. - 31.12.2009 und 1.1. - 

31.12.2010 war die interkantonale Gewinnausscheidung kein Thema, weil die Pflichtige 

keinen  Gewinn  erzielt  hatte.  Indes  kam  es  zum  Streit  betreffend  die  Kapitalausschei-

dung im interkantonalen Verhältnis. Dabei ging es im Wesentlichen um die Frage, wie 

innerhalb  des  Vereinsvermögens  die  Liegenschaften  zu  bewerten  sind  und  wie  mit 

Blick  auf  die  kantonalen  Unterschiede  betreffend  die  Liegenschaftenbewertung  den 

sogenannten Repartitionsfaktoren Rechnung zu tragen ist.  

Entsprechend  den  Einschätzungen  bzw.  Ausscheidungsberechnungen  des 

Sitzkantons B ging die Pflichtige von einem Gesamtkapital von Fr. 230'259'806.- (2009) 

bzw.  Fr.  270'190'985.-  (2010)  sowie  einer  Zürcher  Quote  von  18.172%  (2009)  bzw. 

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14.824% (2010) aus; für den Kanton Zürich errechnete sich dergestalt ein steuerbares 

Eigenkapital von Fr. 41'842'000.- (2009) bzw. Fr. 40'052'000.- (2010). 

Die hiesige Steuerbehörde ging mit Quoten von 18.172% (2009) und 14.99% 

(2010)  von  gleichen  bzw.  minim  korrigierten  Zürcher  Anteilen  aus  und  setzte  das  zu 

verteilende  Gesamtkapital  aufgrund  einer  anderen  Vorgehensweise  bei  der  Liegen-

schaftenbewertung  mit  Fr.  244'376'236.-  (2009)  bzw.  Fr. 285'385'975.-  (2010)  aber 

höher  an,  womit  sich  in  einem  ersten  Schritt  Anteile  für  den  Kanton  Zürich  von 

Fr. 41'842'298.-  (2009)  bzw.  Fr.  40'052'779.-  (2010)  ergaben.  Die  letzteren Werte  un-

terzog  sie  in  einem  zweiten  Schritt  noch  einer  liegenschaftenbezogenen Repartitions-

wert-Korrektur,  so  dass  ein 

im  Kanton  Zürich  steuerbares  Eigenkapital  von 

Fr. 50'583'000.-  (2009)  bzw.  Fr. 48'419'000.-  (2010)  resultierte;  Steuersatz  jeweils 

0.75‰.  

Die  entsprechenden  Veranlagungen  wurden  der  Pflichtigen  mit  Schlussrech-

nung von 17. Februar 2014 formell eröffnet.  

B.  Gegen  die  Schlussrechnungen  liess  die  Pflichtige  Einsprache  erheben, 

worauf die Parteien sich am 20. Juni 2014 zu einer Besprechung trafen. Am 5. Febru-

ar 2015  zeigte  das  kantonale  Steueramt  der  Pflichtigen  eine  reformatio  in  peius  an, 

weil sich herausgestellt hatte, dass eine im Kanton Zürich verkaufte Liegenschaft nicht 

anteilmässig  im  Eigenkapital  figurierte.  Mit  Einspracheentscheid  vom  5.  März  2015 

legte  das  kantonale  Steueramt  das  steuerbare  Eigenkapital  entsprechend  auf  

Fr.  53'148'000.-  (2009;  Steuersatz  0.75‰)  bzw.  Fr.  51'274'000.-  (2010;  Steuersatz 

0.75‰) fest. Der steuerbare Reingewinn betrug in beiden Jahren Fr. 0.-. 

C.  Mit  Rekurs  vom  2.  April  2015  lässt  die  Pflichtige  weiterhin  die  Richtigkeit 

ihrer  Ausscheidungsberechnung  verfechten  und  damit  einhergehend  beantragen,  das 

steuerbare Vermögen auf Fr. 41'842'000.- (Steuerperiode 1.1. - 31.12.2009; bei einem 

Gesamtkapital  von  Fr.  230'259'000.-)  bzw.  Fr.  40'525'000.-  (Steuerperiode  1.1.  - 

31.12.2010; bei einem Gesamtkapital von Fr. 270'190'000.-) festzusetzen. Zudem wird 

die Zusprechung einer Parteientschädigung verlangt.  

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Das  kantonale  Steueramt  schliesst  mit  Vernehmlassung  vom  14.  April  2015 

auf Rekursabweisung. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Als juristische Personen besteuert werden gemäss § 54 Abs. 1 lit. b des 

Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG)  auch  die  Vereine;  vorbehalten  bleibt  die  hier 

nicht zur Diskussion stehende Steuerbefreiung im Sinn von § 61 StG.  

Im Vergleich zur Besteuerung von Kapitalgesellschaften und Genossenschaf-

ten  gelten  jedoch  für  Vereine  verschiedene  Besonderheiten  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 54  N 27 StG). So 

gibt § 81 StG hinsichtlich der Kapitalsteuer vor, dass bei Vereinen als steuerbares Ei-

genkapital  das  Reinvermögen  gilt  (Abs.  1  lit.  b).  Dabei  werden  die  Vermögenswerte 

nach  den  für  die  Vermögenssteuer  natürlicher  Personen  geltenden  Grundsätzen  be-

wertet (Abs. 2). Diese Regelung fusst auf Art. 29 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über 

die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  De-

zember 1990 (StHG) und gilt damit schweizweit.  

b)  Die  Pflichtige  betreibt  ihre  Vereinstätigkeiten  mit  900  Angestellten  in  

14 Regionen mit 45 Sektionen; dabei verfügt sie in fast allen Kantonen über Betriebs-

stätten und Liegenschaften (vgl. Grobkonzept vom 14. März 2005). Es liegt damit der 

seltene  Fall  eines  interkantonal  tätigen  Vereins  vor  (vgl.  Urs  Duttweiler,  Die  Besteue-

rung von Vereinen, StR 2002, 713). Mit Bezug auf Fragen der interkantonalen Steuer-

ausscheidung bei einem solchen Verein hat sich die Lehre und Rechtsprechung – so-

weit ersichtlich – noch kaum je befasst.  

c) Nach einem feststehenden Grundsatz des interkantonalen Doppelbesteue-

rungsrechts  sind  bei  interkantonalen  Unternehmungen  stets  der  Gesamtgewinn  und 

das Gesamtkapital nach Quoten auf die Betriebsstättenkantone und den Hauptsitzkan-

ton  aufzuteilen.  Das  bedeutet,  dass  die  beteiligten  Kantone  insgesamt  nicht  mehr  als 

100% des Gesamtgewinns und -kapitals besteuern dürfen (Höhn/Mäusli, Interkantona-

les Steuerrecht, 4. A., 2000, § 26 N 3 mit Hinweisen).  

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aa)  Nun  ist  ein  Verein  (im  Normalfall)  mangels  wirtschaftlicher  Tätigkeit  (vgl. 

Art.  60  Abs.  1  ZGB)  grundsätzlich  zwar  kein  Unternehmen,  doch  ist  es  naheliegend, 

dem  vorstehenden  Grundsatz  auch  nachzuleben,  wenn  ein  Verein  in  verschiedenen 

Kantonen Betriebsstätten unterhält; dies wird von den Parteien denn auch nicht in Fra-

ge  gestellt.  Wenn  nachfolgend  von  Unternehmen  die  Rede  ist,  wird  damit  auch  ein 

Verein der hier vorliegenden Art erfasst. 

bb)  Zu  beachten  ist  zunächst,  dass  auch  Unternehmensliegenschaften  (bzw. 

also  Vereinsliegenschaften)  am  Belegenheitsort  ein  Spezialsteuerdomizil  begründen 

(für juristische Personen: § 56 Abs. 1 lit. c  StG; Art. 21 Abs. 1 lit. c  StHG). In solchen 

Fällen  trifft  das  i.d.R.  ausschliessliche  Besteuerungsrecht  des  Liegenschaftenkantons 

(also  das  Recht  zur  Besteuerung  ohne  Rücksicht  auf  das  Gesamteinkommen-  bzw. 

-vermögen und damit insbesondere ohne Rücksicht auf allfällige ausserkantonale Ver-

luste; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 5 N 25 StG) jedoch mit den Grundsätzen  

der Unternehmensbesteuerung, d.h. der vorgenannten quotenmässigen Aufteilung des 

Unternehmensvermögens und -gewinns aufgrund des Geschäftsbetriebs bzw. des Sit-

zes im Sinn von Art. 20 Abs. 1 StHG und allenfalls aufgrund wirtschaftlicher Zugehörig-

keit  wegen  Betriebsstätten  gemäss  Art.  21  Abs.  1  lit.  b  StHG  aufeinander.  Zwischen 

diesen beiden Grundsätzen muss deshalb für Liegenschaften im interkantonalen Steu-

errecht  ein  Ausgleich  gefunden  werden  (vgl.  Oertli/Zigerlig  in:  Kommentar  zum  Inter-

kantonalen Steuerrecht, 2011, § 33 N 3 ff., auch zum Folgenden). Das ausschliessliche 

(objektbezogene)  Besteuerungsrecht  des  Liegenschaftenkantons  kollidiert  aber  nur 

dann  mit  der  quotenmässigen  Ausscheidungsmethode,  wenn  ein  Unternehmen 

zugleich  ausserkantonale  Betriebsstätten  und  im  Sitzkanton  und/oder  in  Betriebsstät-

tenkantonen  Kapitalanlageliegenschaften  besitzt.  Allein  mit  ausserkantonalen  Liegen-

schaften begründen Unternehmen keine Betriebsstätten.  

cc)  Im  vorliegenden  Fall  ist  grundsätzlich  von  einer  solchen  Kollision  auszu-

gehen, nachdem die  Pflichtige sowohl über Betriebsliegenschaften im Sitzkanton und 

in  den  Betriebsstättekantonen  sowie  auch  über  Kapitalanlageliegenschaften  in  all  

diesen  Kantonen  verfügt.  Weil  jedoch  sämtliche  Liegenschaftenkantone  zugleich  

Betriebsstättekantone  sind,  schlug  die  Pflichtige  im  erwähnten  Grobkonzept  vom  

14.  März 2005  vor,  dem  gängigen  Ausscheidungsmodell  für  interkantonale  Versiche-

rungsgesellschaften  zu  folgen  und  auf  die  Annahme  von  Spezialsteuerdomizilen  zu 

verzichten.  Insoweit  wurde  dem  Grobkonzept  in  den  Folgejahren  offenbar  nachgelebt 

und  wurde  dieses  damit  von  allen  beteiligten  Steuerverwaltungen  formlos  genehmigt. 

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Das  kantonale  Steueramt  macht  im  vorliegenden  Verfahren  denn  auch  nicht  geltend, 

diesbezüglich  dem  besagten  Grobkonzept  nicht  folgen  zu  wollen.  Unter  diesen  Um-

ständen besteht auch für das Rekursgericht kein Anlass, hieran etwas zu ändern.  

dd) Der Verzicht auf die Annahme von Spezialsteuerdomizilen hat grundsätz-

lich also zur Folge, dass das Vereinsvermögen quotenmässig auf sämtliche beteiligten 

Kantone (Sitzkanton, Betriebsstättenkantone) aufzuteilen ist.  

2. a) Umstritten ist nun die Frage, wie diese quotenmässige Aufteilung kapital-

seitig  umzusetzen  ist.  Das  erwähnte  Grobkonzept  hält  diesbezüglich  lediglich  fest, 

dass im Rahmen der Kapitalausscheidung die Liegenschaften nach der Lage und das 

übrige  Vermögen  (=  hauptsächlich  Wertschriften  und  Beteiligungen)  mit  Blick  auf  die 

regionale  Vermögensverwaltung  nach  Massgabe  der  regionalen  Bilanzen  zu  berück-

sichtigen  seien.  Detailliertere  Vorgaben,  insbesondere  betreffend  die  Bewertung  der 

Liegenschaften, fehlen indes, weshalb die Pflichtige aus dem Konzept insoweit nichts 

zugunsten  ihrer  Berechnungsweise  ableiten  kann.  Die  hiesige  Steuerbehörde  ist  so-

dann mit Blick auf das kapitalseitige Besteuerungsrecht des Kantons Zürich auch nicht 

an die Ausscheidungsberechnung des Sitzkantons B gebunden (vgl. dazu nachfolgend 

lit. g).  

b) Wie bereits erwähnt, geht auch die hiesige Steuerbehörde von der quoten-

mässigen  Kapitalausscheidung  aus  (=  keine  Spezialsteuerdomizile).  Dabei  macht  sie 

korrekt geltend, dass für die Bestimmung der Aktivquote die Liegenschaften nach den 

einschlägigen bundesgerichtlichen Zuteilungsnormen objektmässig dem Belegenheits-

kanton  zuzuweisen  seien.  Soweit  sie  allerdings  in  diesem  Zusammenhang  auf  §  33 

N 10 des bereits zitierten Kommentars zum interkantonalen Steuerrecht verweist, kann 

dem nicht direkt gefolgt werden, wird dort doch die Steuerausscheidung bei Kapitalan-

lageliegenschaften ausserhalb des Sitzkantons und damit die Situation bei liegenschaf-

tenbezogenen Spezialsteuerdomizilen am Belegenheitsort abgehandelt (Oertli/Zigerlig, 

§ 33 N 9 ff.) in diesem Zusammenhang wird dort festgestellt, dass Liegenschaften ob-

jektmässig dem Belegenheitskanton zuzuweisen seien. Weiterführend ist im besagten 

Kommentar  indes  das  Folgekapitel  betreffend  die  Ausscheidung  bei  Betriebsliegen-

schaften  (Oertli/Zigerlig,  §  33  N  45  ff.):  Diesbezüglich  und  also  mit  Blick  auf  die  quo-

tenmässige  Ausscheidung  wird  dort  die  bundesgerichtliche  Praxis  dahingehend  zu-

sammengefasst, dass für die Ausscheidung des steuerbaren Vermögens bzw. Kapitals 

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die Betriebsliegenschaften als "lokalisierte Aktiven" dem Sitz- sowie den  Betriebsstät-

tekantonen zuzuteilen seien. Die Bewertung der Liegenschaften habe dabei nach den 

gleichen  Grundsätzen  wie  die  Bewertung  der  Kapitalanlageliegenschaften  ausserhalb 

des Sitzkantons zu erfolgen, nämlich je nach Rechtsträger zum Repartitionswert, zum 

Einkommenssteuerwert oder zum Gewinnsteuerwert (vgl. Oertli/Zigerlig, § 33 N 46 f.).  

c)  Rechtsträger  der  Liegenschaften  ist  im  vorliegenden  Fall  ein  Verein  und 

damit eine juristische Person. Für Vereine gilt nun aber die erwähnte Sonderregelung, 

dass  als  steuerbares  Eigenkapital  das  Reinvermögen  gilt,  welches  nach  den  für  die 

Vermögenssteuer natürlicher Personen geltenden Grundsätzen zu bewerten ist. Damit 

sind also die Liegenschaften im Rahmen der Lokalisierung der Aktiven zur Quotenbe-

stimmung  mit  dem  massgebenden  amtlichen  Verkehrswert  des  Belegenheitskantons 

zu bewerten und sind dabei die Repartitionsfaktoren zu berücksichtigen (Oertli/Zigerlig, 

§ 33 N 13).  

Letzteres  aus  folgenden  Gründen:  Weil  in  den  Kantonen  unterschiedliche 

Vermögenssteuerwerte  für  Liegenschaften  bestehen,  diese  jedoch  bei  einer  interkan-

tonalen  Steuerausscheidung  insbesondere  auch  für  die  Verteilung  der  Schulden  und 

Schuldzinsen nach einheitlichen Kriterien zu berücksichtigen sind, werden bei der Aus-

scheidung Hilfsfaktoren (die sogenannten Repartitionsfaktoren) eingesetzt, welche das 

durchschnittliche  Verhältnis  der  kantonalen  Vermögenssteuerwerte  zum  tatsächlichen 

Verkehrswert  ausdrücken.  Festgelegt  werden  diese  von  der  Schweizerischen  Steuer-

konferenz (vgl. deren Kreisschreiben Nr. 22 vom 21. November 2006 der über die "Re-

geln für die Bewertung der Grundstücke bei interkantonalen Steuerausscheidungen ab 

Steuerperiode  1997/98  [Repartitionsfaktoren]").  Ausgegangen  wird  dabei  von  einer 

Bezugsgrösse,  die  70%  des  Verkehrswerts  entspricht  (=  Repartitionsfaktor  100);  Hin-

tergrund  ist  der  Umstand,  dass  gemäss  einem  Bundesgerichtsurteil  eine  Verkehrs-

wertansetzung  unter  diesen  70%  nicht  zulässig  ist.  Offenbar  halten  sich  indes  längst 

nicht alle Kantone an diese bundesgerichtliche Vorgabe, gibt es doch Kantone, für wel-

che der Repartitionsfaktor über 200 angesetzt ist. Für den Kanton Zürich beträgt dieser 

90, was also bedeutet, dass die durchschnittlichen Vermögenssteuerwerte von Liegen-

schaften leicht über 70% der tatsächlichen Verkehrswerte liegen. 

d) Die Pflichtige ging bei ihrer Ausscheidungsberechnung wie folgt vor (nach-

folgend aufgezeigt am Beispiel der Steuerperiode 1.1. - 31.12.2009):  

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  Alle Kantone               Kanton ZH 

Liegenschaften bzw. lokalisierte Aktiven: 

Fr. 

Fr. 

Summe amtliche Verkehrswerte 

264'111'351.- 

87'114'600.- 

Korrigiert um kantonale Rep.-Faktoren 

279'715'781.- 

78'403'141.- (ZH 90%) 

Mobile Aktiven : 

Wertschriften/Beteiligungen +übrige Aktiven 

169'630'617.- 

3'251'083.- 

Total Aktiven: 

Anteil in %  

449'346'398.- 

81'654'224.- 

 100 

18.172 

aa)  Die  hiesige  Steuerbehörde  stimmt  dieser  Quotenberechnung  zu;  diese 

entspricht denn auch den dargelegten ausscheidungsrechtlichen Vorgaben, indem sich 

die Quoten der Kantone an den lokalisierten bzw. kantonsbezogenen und in Bezug auf 

die Liegenschaften repartitionsbereinigten Vermögenswerten orientieren.  

bb)  Ist  damit  der  Anteil des  Kantons  Zürich  am zu  besteuernden  Vereinsver-

mögen in Prozenten bekannt und ist dieser Anteil auch unbestritten, so steht damit die 

Höhe  des  hierorts  steuerbaren  Vermögens  gleichwohl  noch  nicht  fest.  Denn  streiten 

lässt sich noch immer darüber, von welchem Gesamtvermögen bei der Rechnung mit 

der ermittelten Prozentquote auszugehen ist.  

cc)  Die  Pflichtige  hält  mit  der  Steuerverwaltung  des  Sitzkantons  dafür,  dass 

(schuldenbereinigt)  von  einem  steuerbaren  Reinvermögen  von  Fr.  230'259'806.-  aus-

zugehen sei; die Liegenschaften sind in diesem Betrag mit den kantonalen Steuerwer-

ten  berücksichtigt.  Für  den  Kanton  Zürich  resultiert  mit  der  besagten  Quote  von 

18.172% damit ein steuerbares Vermögen von Fr. 41'842'298.-.  

dd) Die hiesige Steuerbehörde geht bei ihrer Berechnung demgegenüber von 

einem  steuerbaren  Reinvermögen  von  Fr.  244'376'237.-  aus;  die  Differenz  von 

Fr. 14'116'431.-  gründet  zur  Hauptsache  im  Umstand,  dass  die  Liegenschaften  mit 

dem Repartitionswert eingesetzt werden, und im Übrigen auf einer Bewertungskorrek-

tur der Steuerverwaltung des Sitzkantons von Fr. 1'488'000.- zu Ungunsten der Pflich-

tigen,  welche  die  Zürcher  Steuerverwaltung  bei  ihrer  Berechnung  nicht  übernommen 

hat.  Von  diesem  höheren Wert  ausgehend  errechnet  sie  mit  der  Quote  von  18.172% 

zunächst einen Anteil des Kantons Zürich von Fr. 44'407'504.-. Zum hierorts steuerba-

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ren Vermögen gelangt sie alsdann, indem noch die Differenz zwischen dem Steuerwert 

aller hier lokalisierten Liegenschaften (Fr. 87'144'600.-) und dem diesbezüglichen Re-

partitionswert 

(Fr. 78'403'141.-) hinzugerechnet  wird,  was  einen  Betrag  von 

 Fr. 53'148'963.- ergibt. 

e) Wenn bei der Quotenermittlung lokalisierte Aktiven bzw. Liegenschaften mit 

Repartitionswerten  berücksichtigt  worden  sind,  so  muss  die  undifferenzierte  Anwen-

dung dieser Quoten auf ein zu verteilendes Vermögen, in welchem die Liegenschaften 

mit  den  kantonalen  Vermögenssteuerwerten  eingesetzt  sind,  zwangsläufig  zu  einem 

verzerrten und somit falschen Resultat führen.  

aa) Dies zeigt sich eindrücklich anhand eines vereinfachten Beispiels: 

Annahme: In drei Kantonen (mit Repartitionsfaktoren 90, 100 und 200) finden 

sich  Betriebsliegenschaften  mit  effektiven  Verkehrswerten  von  jeweils  Fr.  2  Mio.,  was 

beim  besagten  70%-Bewertungsansatz  (=  Repartitionsfaktor  [RF]  100)  also  einem 

Vermögenssteuerwert von jeweils 1.4 Mio. entspricht; keine weiteren Aktiven wie Wert-

schriften/Beteiligungen und keine Schulden.  

Die Ausscheidungsquoten errechnen sich zunächst wie folgt:  

Kanton mit RF 100 

Kanton mit RF 90 

Kant. Wert 

Rep.-Wert 

Quote 

        Fr.   

1'400'000.- 

1'555'555.- 

        Fr. 

1'400'000.-  → 

33.33% 

1'400'000.-  → 

33.33% 

Kanton mit RF 200 

   700'000.- 

1'400'000.-  → 

33.33% 

Alle Kantone   

3'655'555.-  

4'200'000.-  → 

100% 

Wenn nun die anhand der Repartitionswerte ermittelte Quote (jeweils 33.33%) 

mit Blick auf die Vermögensausscheidung an der Summe der nicht repartitionsbereinig-

ten Liegenschaftenwerte (= Fr. 3'655'555.-) Mass nehmen würde, so könnte jeder Kan-

ton  einen  Drittel  dieses  Vermögens,  also  rund  Fr. 1.2  Mio.  besteuern.  Aus  Sicht  der 

Pflichtigen  wäre  dies  (unter  Ausklammerung  der  kantonalen  Steuerniveauunterschie-

de)  insoweit  nicht  zu  beanstanden,  als  sie  gesamthaft  genau  das  Vermögen  zu  ver-

steuern  hätte,  welches  auch  im  Rahmen  kantonaler  Einzelbetrachtungen  resultierte. 

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Nicht gerechtfertigt ist ein solches Resultat indes aus Sicht der Kantone. Zwar ist bild-

lich gesprochen der insgesamt zu verteilende Vermögenskuchen korrekt, doch würden 

die  repartitionsbereinigt  gleichmässigen  Quoten  von  33.33%  dazu  führen,  dass  die 

tiefer bewertenden Kantone zu Lasten der höher bewertenden Kantone ein zu grosses 

Kuchenstück  erhielten.  Im  obigen  Beispiel  könnte  der  Kanton  mit  Repartitionsfaktor 

200  die  Liegenschaft  im  eigenen  Kanton  nur  mit  einem  Vermögenssteuerwert  von 

Fr. 700'000.- besteuern; mit der von der Pflichtigen verfochtenen Ausscheidungsrech-

nung profitierte er jedoch von den höheren Bewertungsansätzen der anderen Kantone 

und könnte er dasselbe Substrat (33.33% von drei gleichen Liegenschaften = eine Lie-

genschaft) mit gut Fr. 1.2 Mio. besteuern. Anders sieht es für den Kanton mit Repartiti-

onsfaktor 90 aus; während dieser die Liegenschaft im eigenen Kanton mit einem Wert 

von  Fr. 1'555'555.-  besteuern  könnte,  verbliebe  ihm  bei  Anwendung  der  Ausschei-

dungsberechnung  der  Pflichtigen  trotz  gleichem  Substrat  (33.33%  von  drei  gleichen 

Liegenschaften  =  eine  Liegenschaft)  lediglich  ein  steuerbares  Vermögen  von  rund  

Fr. 1.2 Mio.  

bb) Die ermittelten Quoten müssen folglich in einem ersten Schritt am reparti-

tionsbereinigten  Vermögen  Mass  nehmen.  Sodann  sind  in  einem  zweiten  Schritt  auf 

Ebene  der  kantonalen  Vermögenseinschätzungen  die  Differenzen  zwischen  den  Re-

partitionswerten  und  den  kantonalen  Vermögenssteuerwerten  auszugleichen,  da  es 

sich bei den Repartitionswerten um reine Hilfsgrössen handelt; wie das obige Beispiel 

zeigt, resultierte ansonsten für die Pflichtige insgesamt ein zu hohes steuerbares Ver-

mögen  von  Fr. 4.2  Mio.  Kantone  mit  Repartitionsfaktoren  >  100  (wie  beispielsweise 

Basel Land und Solothurn) haben dabei die Differenzen zu subtrahieren und Kantone 

mit  Repartitionsfaktoren  < 100  (wie  vorliegend  Zürich)  zu  addieren;  nur  bei  Kantonen 

mit RF 100 (wie z.B. Bern) erübrigen sich weitere Korrekturen.  

cc) Unter dem Strich führen diese Repartitionswertkorrekturen im obigen Bei-

spiel also zum korrekten steuerbaren Gesamtvermögen von Fr. 3'655'555.-, und jeder 

Kanton erhält davon den Anteil, den er gestützt auf sein kantonales Bewertungsniveau 

auch im Fall liegenschaftenbezogener Spezialsteuerdomizile besteuern könnte. In die-

sem  stark  vereinfachten  Beispiel  deckt  sich folglich  die  quotenmässige Ausscheidung 

mit der objektmässigen Ausscheidung.  

dd) Komplexer wird es freilich, wenn neben den Liegenschaften weitere mobi-

le  Vermögenswerte  vorhanden  sind  (bei  zentraler  Vermögensverwaltung in  der  Buch-

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haltung des Sitzkantons), welche allen Betriebsstätten dienen und entsprechend quo-

tenmässig  zu  verteilen  sind.  Im  vorliegenden  Fall  sind  nun  aber  im  Rahmen  der quo-

tenmässigen Ausscheidung auch diese mobilen Aktiven gestützt auf die Betriebsstätte-

Buchhaltungen  gleich  wie  die  Liegenschaften  nach  ihrer  Lage  berücksichtigt  worden. 

Mithin kommt es im Ergebnis wiederum zu einer Überschneidung der quotenmässigen 

und  objektmässigen  Ausscheidung.  Weil  sodann  auch  die  Schulden  nach  Lage  der 

Aktiven zu verteilen sind, führen die beiden Methoden im hier allein streitigen Bereich 

der  Vermögensausscheidung  letztlich  zum  selben  Resultat.  Entgegen  den  von  der 

Pflichtigen verschiedentlich geäusserten Bedenken folgt daraus nicht, dass die hiesige 

Steuerbehörde  statt  nach  der  quotenmässigen  womöglich  nach  der  objektmässigen 

Methode vorgegangen ist.  

f)  Nach  alledem  steht  fest,  dass  die  Berechnungsweise  der  hiesigen  Steuer-

behörde korrekt ist. Diese entspricht denn auch der Praxis betreffend die interkantona-

le  Vermögensausscheidung  bei  natürlichen  Personen,  welche  hier  ohne  weiteres  he-

rangezogen  werden  kann,  weil  bei  Vereinen  hinsichtlich  der  Vermögensbesteuerung 

entsprechende  Regeln  gelten  (vgl.  deshalb  etwa  das  Berechnungsbeispiel  Nr.  64  in: 

Peter Locher, Einführung in das interkantonale Steuerrecht, 3. A., 2009, oder das Bei-

spiel der St. Galler Steuerverwaltung in deren Steuerbuch [StB] 16 Nr. 1).  

g)  Wird  die  Ausscheidungsberechnung  der  Zürcher  Steuerbehörde  in  allen 

hier  beteiligten  Kantonen  so  umgesetzt,  kann  es  zu  keiner  Doppelbesteuerung  kom-

men, weshalb der Pflichtigen der diesbezügliche Einwand von vornherein nicht weiter-

helfen  kann.  Haben  dabei  gestützt  auf  die  Vorgabe  des  Sitzkantons  allenfalls  andere 

Kantone (insbesondere also solche mit hohen Repartitionsfaktoren) rechtskräftig falsch 

eingeschätzt, so könnte dies der Pflichtigen aber auch nicht weiterhelfen. Bei interkan-

tonal konkurrenzierenden Steueransprüchen wird die Vermeidung der Doppelbesteue-

rung  selbstredend  nicht  dadurch  erreicht,  dass  später  veranlagende  Kantone  auf  ihr 

Besteuerungsrecht zu verzichten haben. Der Steuerpflichtige kann deren (letztinstanz-

lichen) Entscheide aber mit Beschwerde in öffentlichrechtlichen Angelegenheit an das 

Bundesgericht  weiterziehen  und  dabei  auch  rechtskräftige  Entscheide  von  früher  ver-

anlagenden  Kantone  mit  anfechten,  worauf  alsdann  das  Bundesgericht  über  das  Be-

steuerungsrecht der einzelnen Kantone zu befinden hätte (vgl. § 154 Abs. 1 StG; Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 5 N 100 f.).  

1 ST.2015.88 

 
 
 
 
 
 
 
 
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h) Nach alledem sind die vorinstanzlichen Ausscheidungsberechnungen 2009 

und 2010, welche ausserhalb der geprüften Berechnungsweise nicht beanstandet wor-

den sind, zu bestätigen; gleiches gilt damit auch in Bezug auf die sich daraus ableiten-

den hiesigen Vermögenssteuerfaktoren.   

3. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind  die  Kosten  des  Verfahrens  der  Pflichtigen  aufzuerlegen  (§  151  Abs.  1  StG).  Die 

Zusprechung  einer  Parteientschädigung  entfällt  (§  152  StG  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1958/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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