# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d49f89b0-a564-597d-89d0-991cc5c5f5ba
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-13
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Abgaberechtliche Kammer 13.06.2024 A 2023 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_002_A-2023-14_2024-06-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

ABGABERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Diana Oswald, Vorsitz
Dr. iur. Matthias Suter und lic. iur. Ivo Klingler
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 13. Juni 2024
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Rekurrentin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Nicolas Rouiller und/oder Rechtsanwalt 
Alban Matthey, SwissLegal Rouiller & Associés, Rue du Grand-Chêne 1-3, 
Case Postale 7501, 1002 Lausanne

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Zug, Bahnhofstrasse 26, Postfach, 6301 Zug
Rekursgegnerin 

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuern / direkte Bundessteuer 2019 
(beschlagnahmte Vermögenswerte)

A 2023 14

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Urteil A 2023 14

A. Am 5. Juli 2022 veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons Zug (im Folgenden: 
Rekursgegnerin) A.________ (im Folgenden: Rekurrentin) für das Steuerjahr 2019 defini-
tiv. Dabei rechnete sie unter anderem beschlagnahmte Vermögenswerte als steuerbares 
Vermögen und die daraus generierten Erträge als steuerbares Einkommen auf (StV-act. 
3). Mit Schreiben vom 5. August 2022 erhob die Steuerpflichtige dagegen Einsprache 
(StV-act. 4), die mit Einspracheentscheid vom 5. Mai 2023 abgewiesen wurde (StV-act. 5).

B. Mit Rekurs vom 8. Juni 2023 wandte sich A.________ ans Verwaltungsgericht und 
beantragte im Wesentlichen, dass die beschlagnahmten Vermögenswerte nicht als steu-
erbares Vermögen zu veranlagen seien, sowie dass die Erträge aus diesen beschlag-
nahmten Vermögenswerten nicht als steuerbares Einkommen zu besteuern seien (act. 1). 

C. Am 8. August 2023 reichte die Rekursgegnerin ihre Vernehmlassung ein und be-
antragte, es sei der Rekurs unter Kostenfolgen abzuweisen (act. 7). 

D. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich während des Verfahrens 
nicht vernehmen.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 
(DBG; SR 642.11) kann der Steuerpflichtige gegen Einspracheentscheide der Veranla-
gungsbehörde für die direkte Bundessteuer innert 30 Tagen nach der Zustellung bei einer 
von der Steuerbehörde unabhängigen Rekurskommission schriftlich Beschwerde erheben. 
Gemäss § 75 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; BGS 162.1) ist das 
Verwaltungsgericht die kantonale Rekursbehörde im Sinne der Vorschriften über die direk-
te Bundessteuer. Die Beschwerden werden, unter Vorbehalt abweichender und ergänzen-
der Vorschriften des Bundesrechtes, wie kantonale Steuerstreitigkeiten behandelt (§ 75 
Abs. 2 VRG). Nach § 136 Abs. 1 des Steuergesetzes (StG; BGS 632.1) kann die steuer-
pflichtige Person gegen den Einspracheentscheid der kantonalen Steuerverwaltung innert 
30 Tagen schriftlich Rekurs beim Verwaltungsgericht erheben. Der Rekurs muss einen An-

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Urteil A 2023 14

trag und eine Begründung enthalten. Die notwendigen Beweisunterlagen sind beizulegen 
oder zu bezeichnen (§ 136 Abs. 3 StG; ähnlich: Art. 140 Abs. 2 DBG). 

Die vorliegende Beschwerde (bezüglich der direkten Bundessteuer) bzw. Rekurs (bezüg-
lich der kantonalen Steuern) wurde fristgerecht eingereicht und entspricht den übrigen 
formellen Anforderungen und ist deshalb zu prüfen. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirku-
lationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 
162.11).

Im Folgenden wird der einfacheren Lesbarkeit halber der Begriff Rekurs für beide Rechts-
mittel (Beschwerde und Rekurs) verwendet.

1.2 Das Verwaltungsgericht kann Einspracheentscheide der kantonalen Steuerverwal-
tung sowohl bezüglich kantonaler Steuern (§ 63 Abs. 3 VRG i.V.m. § 74 Abs. 2 VRG i.V.m. 
§ 121 StG i.V.m. § 136 Abs. 2 StG) als auch bezüglich der direkten Bundessteuer 
(Art. 140 Abs. 3 DBG) in vollem Umfang überprüfen. Das Verwaltungsgericht stellt den 
Sachverhalt von Amtes wegen fest (§ 74 Abs. 2 VRG i.V.m. § 121 StG i.V.m. § 137 Abs. 1 
StG sowie Art. 142 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 130 Abs. 1 DBG). Es gilt der Grundsatz der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen (§ 74 Abs. 2 VRG i.V.m. § 121 StG i.V.m. § 137 
Abs. 2 StG sowie Art. 143 Abs. 1 DBG). Das Verwaltungsgericht ist demzufolge verpflich-
tet, auf den – unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten – festgestellten Sachverhalt die 
richtige Rechtsnorm, d.h. jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden er-
achtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist. Aus der Rechtsan-
wendung von Amtes wegen folgt, dass das Verwaltungsgericht als Rekursinstanz nicht an 
die rechtliche Begründung der Begehren gebunden ist und einen Rekurs auch aus ande-
ren als den geltend gemachten Gründen (teilweise) gutheissen oder den angefochtenen 
Entscheid im Ergebnis mit einer von der Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen 
kann.

2. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Einspracheentscheid. Streitgegenstand im 
vorliegenden Verfahren ist, ob die Rekursgegnerin die beschlagnahmten Vermögenswerte 
zu Recht als steuerbares Vermögen und die Erträge hieraus als steuerbares Einkommen 
veranlagt hat.

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Urteil A 2023 14

3.
3.1 Der Bund kennt keine Vermögenssteuer (Art. 42 Abs. 1 BV i.V.m. Art. 126 ff. BV). 
Die Kantone indessen schon (vgl. etwa: Art. 2 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14], 
Art. 13 Abs. 1 StHG oder § 38 Abs. 1 StG). Artikel 17 Abs. 1 StHG hält fest: "Das steuer-
bare Vermögen bemisst sich nach dem Stand am Ende der Steuerperiode oder der Steu-
erpflicht." Die Steuerperiode für natürliche Personen ist das Kalenderjahr (Art. 40 Abs. 1 
DBG, Art. 15 Abs. 1 StHG, § 46 Abs. 2 StG). Der Vermögenssteuer unterliegt das gesam-
te Reinvermögen (Art. 13 Abs. 1 StHG, § 38 Abs. 1 StG). Das Vermögen wird zum Ver-
kehrswert bewertet (Art. 14 Abs. 1 StHG, § 39 Abs. 1 StG). 

Für die Vermögensbewertung ist grundsätzlich der Verkehrswert der Vermögensstücke 
am Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht massgebend (§ 39 Abs. 1 StG). Nach-
gewiesene Schulden, für welche die steuerpflichtige Person allein haftet, werden voll ab-
gezogen, andere Schulden wie Solidar- und Bürgschaftsschulden nur insoweit, als sie von 
der steuerpflichtigen Person getragen werden müssen (§ 43 StG).

3.2 Gemäss der Beweislastverteilung im Steuerrecht hat die Steuerpflichtige steuer-
mindernde Tatsachen (wie hier den Bestand von tatsächlichen Schulden, die vom Brutto-
vermögen in Abzug gebracht werden dürfen) zu belegen. Sollte dieser Beweis nicht gelin-
gen, hat die Steuerpflichtige die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (sog. Normentheo-
rie; Art. 8 ZGB analog; vgl. BGE 149 II 442 E. 4.3.7; BGer 9C_615/2022 vom 15. März 
2023 E. 4.3.4; 2C_868/2020 vom 25. August 2021 E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen).

Es ist folglich an der Steuerpflichtigen zu beweisen, dass die Voraussetzungen für einen 
Abzug gegeben sind. Scheitert dieser Beweis, ist der Abzug nicht zuzulassen. Bezogen 
auf den vorliegenden Fall hat das zur Folge, dass das Verwaltungsgericht nur zu prüfen 
hat, ob der Rekurrentin der Beweis gelungen ist, dass die Beschlagname ihr Reinvermö-
gen (gemäss Art. 13 Abs. 1 StHG) vermindert hat.

3.3 Nach Art. 190 BV sind Bundesgesetze und Völkerrecht für das Bundesgericht und 
die anderen rechtsanwendenden Behörden massgebend. Damit kann Bundesgesetzen 
weder im Rahmen der abstrakten noch der konkreten Normenkontrolle die Anwendung 
versagt werden. Dabei handelt es sich aber um ein Anwendungsgebot und kein Prüfungs-
verbot (BGE 131 II 710 E. 5.4; 129 II 249 E. 5.4 mit Hinweisen). 

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Im vorliegenden Fall steht (auch) eine kantonale Gesetzesbestimmung in Frage, nämlich 
§ 43 StG, welcher ausdrücklich den Begriff "nachgewiesene Schulden" verwendet. Dafür 
gilt das Anwendungsgebot von Art. 190 BV grundsätzlich nicht. Setzt das kantonale Steu-
ergesetz allerdings unmittelbar Harmonisierungsrecht des Bundes um, das im Steuerhar-
monisierungsgesetz enthalten ist, greift das verfassungsrechtliche Anwendungsgebot auf 
das kantonale Recht durch. Das kantonale Steuergesetz, für welches das Anwendungs-
gebot an sich nicht gilt, wird davon als Umsetzungsakt der bundesgesetzlichen Ordnung 
erfasst (BGE 136 I 65 E. 3.3). 

Solange also der Begriff "nachgewiesene Schulden" aus § 43 StG in Übereinstimmung mit 
Art. 13 Abs. 1 StHG ausgelegt wird, ist er vom verfassungsrechtlichen Anwendungsgebot 
geschützt. Artikel 13 Abs. 1 StHG hält Folgendes fest: "Der Vermögenssteuer unterliegt 
das gesamte Reinvermögen." Das Bundesgericht hat zum Begriff "Reinvermögen" in 
Art. 13 Abs. 1 StHG ausgeführt, was folgt: "Le contribuable peut déduire de sa fortune les 
dettes effectives. Les dettes prescrites, simplement possibles, futures ou correspondant à 
des expectatives ne sont en principe pas déductibles." (BGer 2C_874/2018 vom 17. April 
2019 E. 12.1). Das Bundesgericht lässt folglich nur tatsächliche Schulden ("dettes effecti-
ves") zum Abzug zu, nur mögliche ("possibles") oder zukünftige ("futures") werden nicht 
zum Abzug zugelassen. 

Zur Natur der Beschlagnahme erörterte das Bundesgericht mehrfach, dass es sich bei der 
Beschlagnahme um eine provisorische prozessuale Massnahme handelt (statt vieler: 
BGE 120 IV 297 E. 3e; 139 IV 250 E. 2.1; BGer 1B_302/2021 vom 1. Oktober 2021 
E. 2.1).

3.4 Im vorliegenden Fall ist der Rekurrentin der Beweis nicht gelungen, dass es sich 
bei den beschlagnahmten Vermögenswerten um eine tatsächliche Schuld handelt. Denn 
die Schuld war immer nur möglich, aber nie definitiv. Ihr Reinvermögen wurde somit auch 
nie vermindert. Dafür sprechen im Übrigen nicht nur die Rechtslage (Beschlagname als 
provisorische Massnahme), sondern auch der Sachverhalt (die Beschlagnahme wurde 
vorliegend bereits wieder aufgehoben und die Rekurrentin kann somit bekanntlich wieder 
über ihr gesamtes Vermögen frei verfügen).

3.5 Die Rekurrentin bringt vor, eine Besteuerung beschlagnahmter Vermögenswerte 
widerspreche der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Art. 127 
Abs. 2 BV). Das Bundesgericht habe in BGE 133 I 206 ausgeführt, was folgt: "die Steuer-

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pflichtigen [haben] entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit an die Steuerlasten beizutragen" 
(E. 6.1) sowie "nach dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungs-
fähigkeit soll jede Person entsprechend der ihr zur Verfügung stehenden Mittel an die 
Finanzaufwendungen des Staats beitragen" (E. 7.1). Auch in BGE 141 II 338 E. 3.2 sowie 
BGE 136 II 256 E. 3.2 habe das Bundesgericht diese Auffassung bekräftigt. Selbst wenn 
die Auffassung der Rekurrentin zutreffend wäre, würde das an der Anwendbarkeit von 
§ 43 StG nichts ändern, denn dieser ist im Rahmen von Art. 13 Abs. 1 StHG und der dazu 
ergangenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 3.3 vorne) von Art. 190 BV ge-
schützt. 

Das Anwendungsgebot von Art. 190 BV stellt indessen kein Prüfverbot dar, weshalb im 
Folgenden darauf eingegangen werden soll, ob Art. 127 Abs. 2 BV verletzt sein könnte: 

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Rekurrentin war durch die Beschlagnahme 
(wenn überhaupt) nur marginal (und zeitlich beschränkt) beeinträchtigt; es könnten wohl 
einzig entgangene Gewinne durch die fehlende Möglichkeit einer Neuallokation der Ver-
mögenswerte während der Dauer der Beschlagnahme ins Feld geführt werden. Wenn im 
Übrigen die Ansicht der Rekurrentin zutreffend wäre, dann wären konsequenterweise alle 
Guthaben bei Banken in der Schweiz nie steuerbar, da am 31. Dezember (Stichtag für die 
Vermögenssteuer) jeweils alle Banken geschlossen sind und die Steuerpflichtigen somit 
auf ihre Guthaben am Stichtag nie zugreifen können. Es ist somit offensichtlich, dass die 
Ansicht der Rekurrentin viel zu eng gefasst ist und damit der in der Schweiz geltenden ein-
fachen und praktischen Rechtsauffassung (BGE 67 II 70) widerspricht. Einfach und prak-
tisch bedeutet im vorliegenden Fall, dass unbestritten ist, dass die Rekurrentin über Ver-
mögen verfügt(e), und dass dieses zu versteuern ist. Die Tatsache, dass das Vermögen 
temporär nicht verfügbar war, ändert offensichtlich nichts daran, dass dieses Vermögen 
die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Rekurrentin erhöht hat und ihr der Genuss daran 
zukam, was gerade auch daraus erhellt, dass die Vermögenserträge dem auf ihren Na-
men lautenden Depot gutgeschrieben wurden und damit zivilrechtlich von allem Anbeginn 
an ihr zustanden. Daran vermag eine provisorische prozessuale (Sicherungs-)Massnahme 
nach StPO nichts zu ändern. 

3.6 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Rekursgegnerin die 
beschlagnahmten Vermögenswerte zu Recht als steuerbar betrachtet hat und der Rekurs 
diesbezüglich abzuweisen ist. Offen bleiben kann, ob die Frage nach einer Verletzung von 
Art. 127 Abs. 2 BV dann anders beantwortet werden müsste, wenn statt der Freigabe der 

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streitbetroffenen Vermögenswerte – wie sie hier im März 2022, mithin noch vor der defini-
tiven Veranlagung, erfolgte – letztlich unter Feststellung der wirtschaftlichen Berechtigung 
einer anderen Person (hier: des Bruders der Rekurrentin, B.________) eine Einziehung 
erfolgt wäre, d.h. der Steuerpflichtigen der Genuss der vorübergehend ihrer Verfügung 
entzogenen Vermögenswerte nachträglich ex tunc abgesprochen worden wäre.

4.
4.1 Die Rekurrentin beantragt weiter, dass die Erträge, welche aus den beschlag-
nahmten Vermögenswerten flossen, nicht als steuerbares Einkommen zu besteuern seien.

4.2 Artikel 16 DBG bringt im Bereich der Besteuerung des Einkommens natürlicher 
Personen das Konzept der Reinvermögenszugangstheorie zum Ausdruck (statt vieler: 
BGE 133 II 287 E. 2.1; 131 I 409 E. 4.1; 125 II 113 E. 4a). Danach unterliegen aufgrund 
der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 DBG und des nicht abschliessenden Positivkatalogs 
(Art. 17–23 DBG) alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der direkten Bundes-
steuer. Vorbehalten bleiben die Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermö-
gen (Art. 16 Abs. 3 DBG) und die im Negativkatalog von Art. 24 DBG abschliessend auf-
gezählten Fälle (BGE 139 II 363 E. 2.1). Der Reinvermögenszugang, wie er Art. 16 Abs. 1 
DBG zugrunde liegt, besteht aus einer Nettogrösse. Er entspricht dem Überschuss aller 
Vermögenszugänge gegenüber den Vermögensabgängen derselben Steuerperiode (BGE 
139 II 363 E. 2.2). Gleiches gilt sinngemäss auf kantonaler Ebene gestützt auf § 15 ff. StG. 

Die Einkommensgeneralklausel von Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. § 15 Abs. 1 StG nennt die 
Gesichtspunkte nicht, nach welchen zu entscheiden ist, in welchem Zeitpunkt ein Vermö-
genszugang eintritt, mithin ob eine bestimmte Einkunft des Steuerpflichtigen in den Be-
rechnungszeitraum einer Steuerperiode fällt oder nicht. Nach ständiger Praxis gelten Ein-
künfte als zugeflossen und sind zu besteuern, sobald und soweit der Steuerpflichtige 
darüber tatsächlich verfügen kann und sie die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen 
steigern (grundlegend BGE 73 I 135 E. 1); vorbehalten bleiben abweichende Regelungen 
in den Gesetzesbestimmungen zu den einzelnen Einkommensarten (Art. 17 ff. DBG; § 16 
ff. StG; vgl. etwa Art. 17b Abs. 1 DBG und § 16b Abs. 1 StG). Besteht die Einkunft aus ei-
ner Sache, kann die steuerpflichtige Person darüber üblicherweise tatsächlich verfügen, 
wenn sie daran das Eigentum erwirbt (BGE 113 Ib 23 E. 2e). Für die tatsächliche Verfü-
gungsmacht ist der zivilrechtliche Rechtserwerb jedoch weder absolut notwendig noch in 
jedem Fall ausreichend (BGE 149 II 400 E. 4.2). 

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Wie jedes andere Recht ist auch eine Forderung grundsätzlich geeignet, die wirtschaftli-
che Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person zu steigern, der sie steuerrechtlich zu-
zurechnen ist. Einen Vermögenszugang im Sinne der Reinvermögenszugangstheorie 
vermag der Erwerb einer Forderung dann zu bewirken, wenn ihr Wert in Geld ausgedrückt 
werden kann. Davon ist nach der Praxis grundsätzlich auszugehen, wenn der Gläubiger 
einen festen Anspruch erwirbt, über den er tatsächlich verfügen kann (BGE 144 II 427 
E. 7.2; 113 Ib 23 E. 2e; 94 I 375 E. 3). Steht der steuerpflichtigen Person ein fester An-
spruch zu und kann sie über diesen tatsächlich verfügen, erfolgt die Besteuerung 
grundsätzlich bereits im Zeitpunkt des Erwerbs des festen Anspruchs ("Soll-Methode"; 
BGE 144 II 427 E. 7.2). Auf den Zeitpunkt der tatsächlichen Erfüllung der Forderung 
kommt es dann nicht mehr an (BGE 149 II 400 E. 4.3). Von der Soll-Methode und damit 
der Besteuerung im Zeitpunkt des Erwerbs des festen Anspruchs wird abgewichen, wenn 
die Erfüllung der Forderung als unsicher betrachtet werden muss. In diesem Fall wird mit 
der Besteuerung bis zur Erfüllung der Forderung zugewartet (BGE 149 II 400 E. 4.4).

4.3 Im vorliegenden Fall sind keine Gründe ersichtlich, weshalb von der Soll-Methode 
abgewichen werden sollte. Die Erträge stell(t)en sichere Forderungen der Rekurrentin ge-
genüber der Bank dar, die gerichtlich durchsetzbar gewesen wären, wären sie von der 
Bank nicht erfüllt worden. Diese Forderungen sind bezüglich Bestand und Umfang nach 
objektiven Kriterien bestimmbar (so etwa gemäss den Verträgen zwischen der Rekurrentin 
und der Bank). Für die Steuerpflicht kann dabei – die wirtschaftliche Berechtigung der 
Steuerpflichtigen vorausgesetzt (vgl. E. 3.6 oben) – nicht entscheidend sein, dass die Wer-
te allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund deliktischer Herkunft eingezogen wer-
den könnten, änderte doch grundsätzlich selbst eine spätere Einziehung nichts am ur-
sprünglichen, steuerbaren Zufluss (vgl. auch Art. 2 ZGB zum Rechtsmissbrauchsverbot 
als Schranke aller Rechtsausübung).

4.4 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Rekursgegnerin die 
Erträge aus den beschlagnahmten Vermögenswerten zu Recht als steuerbar betrachtet 
hat und der Rekurs auch diesbezüglich – mithin vollumfänglich – abzuweisen ist.

5.
5.1 Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht werden der unterliegen-
den Partei auferlegt (§ 120 Abs. 1 StG; Art. 144 Abs. 1 DBG). Vorliegend unterliegt die 
Rekurrentin vollständig. Die Kosten werden aufgrund des Zeit- und Arbeitsaufwands, der 
Wichtigkeit und Schwierigkeit der Sache sowie des Streitwerts (§ 1 Abs. 2 Verordnung 

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über die Kosten im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht [KoV VG; BGS 162.12]) vorlie-
gend auf Fr. 6'000.– festgesetzt und ausgangsgemäss der Rekurrentin auferlegt. Sie wer-
den mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in nämlicher Höhe verrechnet.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist der Rekurrentin keine Parteientschädigung zu-
zusprechen (§ 120 Abs. 3 StG e contrario; Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021] e contrario). Der 
Rekursgegnerin kann keine Entschädigung zugesprochen werden, da sie keine steuer-
pflichtige Person ist (§ 120 Abs. 3 StG).

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Urteil A 2023 14

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Der Rekurs und die Beschwerde werden abgewiesen. 

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 6'000.– erhoben, die der Rekurrentin auferlegt 
und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Schweize-
rischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreter der Rekurrentin (im Doppel), an die Steuerver-
waltung des Kantons Zug, an die Eidgenössische Steuerverwaltung, Bern, sowie 
(im Dispositiv, zum Vollzug von dessen Ziffer 2) an die Finanzverwaltung des Kan-
tons Zug.

Zug, 13. Juni 2024

Im Namen der
ABGABERECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am