# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67b2cc87-7422-524d-8ea6-96f23fbddbbf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.12.2017 IV 2015/398
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-398_2017-12-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/398

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 13.12.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2017
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Würdigung von mehreren 
medizinischen Gutachten unter Berücksichtigung von medizinischen 
Berichten der behandelnden Fachärzte (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2017, IV 
2015/398).

Entscheid vom 13. Dezember 2017

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.  

IV 2015/398

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsagent Edwin Bigger,

RGB Consulting, Sonnenbühlstrasse 3, 9200 Gossau,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im September 2008 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Er gab an, er habe keine Berufsausbildung 

absolviert. Zuletzt habe er als Küchenhilfe gearbeitet. Der Hausarzt Dr. med. B.___ 

teilte am 26. September 2008 telefonisch mit (IV-act. 13), der Versicherte leide an einer 

Psoriasis vulgaris, an einer Psoriasisarthritis und an einem insulinpflichtigen Diabetes 

mellitus. Im jetzigen Zustand sei die Tätigkeit als Küchenhilfe nicht zumutbar. Der 

Gesundheitszustand sei aber nicht stabil; der Versicherte werde voraussichtlich wieder 

eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit erreichen. Die behandelnde Rheumatologin Dr. 

med. C.___ berichtete im Juni 2009 (IV-act. 25), seitens der Haut und der Gelenke gehe 

es dem Versicherten nun „wirklich ziemlich gut“. Er klage allerdings über ein Brennen in 

beiden Unterschenkeln, das ein Ausdruck einer Polyneuropathie sein könnte. 

Angesichts des aktuellen Zustandes sei dem Versicherten ab Juli 2009 eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent zumutbar. Im Auftrag einer 

Krankentaggeldversicherung führte Dr. med. D.___ am Juli 2009 eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit des Versicherten durch (IV-act. 40–14 ff.). In seinem 

Bericht hielt er fest, der Versicherte sei muskulär und konditionell stark dekompensiert, 

weshalb eine intensive Rehabilitation mit einer Physiotherapie zu empfehlen sei. Zudem 

sei eine Psychotherapie dringend indiziert, da sich der Versicherten sozial stark 

zurückgezogen habe. Die Leistungsbereitschaft bei der Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit sei fraglich gewesen. Die Beobachtungen hätten auf eine deutliche 

Selbstlimitierung hingewiesen. Die Konsistenz bei den Tests sei schlecht gewesen. Die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Küchenhilfe sei dem Versicherten jedenfalls nicht mehr 

zumutbar. Zur Zumutbarkeit einer anderen beruflichen Tätigkeit könne keine Stellung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

genommen werden. Am 8. Februar 2010 empfahl Dr. med. E.___ vom IV-internen 

regionalen ärztlichen Dienst (RAD) eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten 

(IV-act. 41). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die medizinische Abklärungsstelle 

(MEDAS) Ostschweiz am 5. August 2010 ein entsprechendes Gutachten (IV-act. 49). 

Die Sachverständigen führten darin aus, der Versicherte leide an einem schweren 

depressiven Syndrom mit einem somatischen Syndrom, an einem chronischen 

sekundären Alkoholabusus, an einer Psoriasisarthritis, an einem insulinpflichtigen 

Diabetes mellitus, an leichten polyneuropathischen Beschwerden der unteren 

Extremitäten, an einer Untergewichtigkeit sowie – ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit – an einer Dekonditionierung, an einer Malnutrition, an hypotonen 

Blutdruckwerten und an einer Psoriasis vulgaris. Aus psychiatrischer Sicht sei ihm – 

wohl seit Mai 2008 – keine Arbeitstätigkeit mehr zuzumuten. In therapeutischer Hinsicht 

seien eine bessere Einstellung des Diabetes und eine (möglichst stationäre) 

Behandlung in einer psychosomatischen Abteilung zu empfehlen (respektive dringend 

indiziert). Der RAD-Arzt Dr. E.___ erachtete das Gutachten als überzeugend (IV-act. 50). 

Mit einem Vorbescheid vom 9. März 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass sie die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab dem 1. Mai 2009 vorsehe 

(IV-act. 61).

A.b  Dagegen wandte die zuständige berufliche Vorsorgeeinrichtung am 24. Mai 2011 

ein (IV-act. 66–1 f.), sie habe den Versicherten von ihrem Vertrauensarzt, dem 

Psychiater Dr. med. F.___, untersuchen lassen. Dieser habe dem Versicherten eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht attestiert. Die 

Voraussetzungen für die Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung seien 

folglich nicht erfüllt. Dieser Eingabe lag das Gutachten von Dr. F.___ vom 12. Mai 2011 

bei (IV-act. 66–2 ff.). Darin hatte der Sachverständige ausgeführt, der Versicherte habe 

in der Zeit zwischen Mai 2009 und Januar 2010 nicht an einer depressiven Episode, 

sondern an einer depressiven Reaktion auf belastende Lebensumstände gelitten. Seit 

Januar 2010 leide er an einer Dysthymie. Zudem liege ein schädlicher Alkoholkonsum 

vor. Dieser sei nicht sekundär, denn der Versicherte habe angegeben, schon im Jahr 

1979 mit dem schädlichen Konsum begonnen zu haben. Der Abusus habe sich aber 

nicht wesentlich auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt, weshalb ihm für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung keine relevante Bedeutung zukomme. Aus psychiatrischer 

Sicht sei der Versicherte nie zu mindestens 20 Prozent arbeitsunfähig gewesen. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

RAD-Arzt Dr. E.___ notierte am 7. Juni 2011 (IV-act. 67), er sei nicht berechtigt, die 

Qualität der beiden Gutachten „vom grünen Tisch aus“ in Frage zu stellen. Er gehe 

davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten in der Zeit zwischen 

den beiden Untersuchungen erheblich verbessert habe. Folglich sei davon 

auszugehen, dass der Versicherte spätestens ab dem Zeitpunkt der Untersuchung 

durch Dr. F.___ am 5. Mai 2011 wieder uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Mit einem 

(weiteren) Vorbescheid vom 20. Juli 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

sie ihm nur eine befristete ganze Rente für die Zeit vom 1. Mai 2009 bis zum 31. August 

2011 zusprechen werde (IV-act. 70). Dagegen liess der Versicherte am 15. September 

2011 einwenden (IV-act. 74), die beiden Gutachten stünden in einem ungelösten 

Widerspruch zueinander. Die IV-Stelle hätte zumindest die MEDAS Ostschweiz um eine 

Stellungnahme zum Gutachten von Dr. F.___ ersuchen müssen. Zudem habe Dr. F.___ 

den massiven somatischen Leiden keine Rechnung getragen. Da die behandelnden 

Ärzte nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigten, sei die Befristung der Rente 

unzulässig. Der RAD-Arzt Dr. E.___ erachtete es als sinnvoll, die Sachverständigen der 

MEDAS Ostschweiz um eine Stellungnahme zu bitten. Er hielt aber fest, zunächst 

müsse der Versicherte nachweisen, dass er alkoholabstinent lebe (IV-act. 77). Da eine 

aktuelle Blutuntersuchung einen deutlichen Hinweis auf einen fortwährenden 

beträchtlichen Alkoholkonsum ergeben hatte, empfahl Dr. E.___, dem Versicherten 

unter Hinweis auf die „Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht“ eine 

Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten aufzuerlegen (IV-act. 80). Am 21. 

November 2011 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, sich einem Alkoholentzug 

zu unterziehen und sechs Monate abstinent zu leben (IV-act. 81). Nachdem der 

Versicherte darauf nicht reagiert hatte, hielt sie ihn am 19. Januar 2012 nochmals zur 

Erfüllung dieser Auflagen an (IV-act. 83). Am 12. April 2012 berichtete Dr. B.___ (IV-act. 

87), die Glucuronidwerte hätten sich mehrheitlich innerhalb des Toleranzbereichs 

bewegt. Nur einmalig sei ein Wert von 0,11 festgestellt worden, der aber ebenfalls noch 

„im Bereich der Toleranz“ liege und nicht zu Ungunsten des Versicherten ausgelegt 

werden dürfe. Der RAD-Arzt Dr. E.___ notierte am 16. August 2012 (IV-act. 90), die 

Laborwerte lägen innerhalb der Norm, aber leider habe eine letzte Testung vom 23. Mai 

2012 weit ausserhalb der Norm liegende Werte ergeben. Vor diesem Hintergrund 

könnten keine weiteren medizinischen Abklärungen durchgeführt werden. Ein 

Mitarbeiter des Rechtsdienstes wies allerdings am 13. September 2012 darauf hin, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dass bei der aktuellen Aktenlage eine weitere polydisziplinäre Begutachtung 

unumgänglich sei (IV-act. 92).

A.c  Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS Zentralschweiz am 27. März 2013 

ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 101). Die Sachverständigen hielten darin fest, 

der Versicherte leide an einer (wahrscheinlichen) Psoriasisarthritis, an einem 

ausgeprägten Ulnavorschub beidseits, an einem chronisch schlecht eingestellten 

Diabetes mellitus, an einer Dysthymia bei möglicherweise abgelaufenen depressiven 

Episoden oder Anpassungsstörungen mit einer depressiven Reaktion, an einer 

Psoriasis vulgaris, an einem Nikotinabusus sowie an chronischen Lumbalgien 

unbekannter Ätiologie. Aus endokrinologischer respektive diabetologischer Sicht sei 

dem Versicherten momentan wegen dem schlecht eingestellten Diabetes eine 

körperlich schwere Tätigkeit nicht zumutbar. Für körperlich leichte und mittelschwere 

Tätigkeiten bestehe dagegen eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Aus 

rheumatologischer Sicht seien körperlich leichte, vorwiegend im Sitzen auszuübende 

Arbeiten ohne stereotype Bewegungsabläufe der Hände und ohne Heben und Tragen 

von mehr als zehn Kilogramm uneingeschränkt zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei 

der Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. Am 17. April 2013 notierte der RAD-Arzt 

Dr. E.___ (IV-act. 103), die Sachverständigen hätten ausgeführt, dass der Versicherte 

aus interdisziplinärer Sicht seit Ende August 2011 respektive seit der Aufhebung der 

befristeten Rente für leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig sei. 

Aus medizinischer Sicht könne diese Angabe nicht nachvollzogen werden, da die 

Rente ja fälschlicherweise zugesprochen worden sei. Er empfehle deshalb eine 

Rückfrage an die Sachverständigen hinsichtlich des Beginns der Arbeitsfähigkeit. Auf 

eine entsprechende Rückfrage der IV-Stelle (IV-act. 104) antwortete der psychiatrische 

Sachverständige der MEDAS Zentralschweiz am 21. Mai 2013 (IV-act. 106–3 f.), er 

habe für die Zeit vor Ende August 2011 nicht explizit eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. 

Retrospektiv sei es möglich, aber nicht zu belegen, dass die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten in der Zeit zwischen Mai 2008 und August 2011 eingeschränkt gewesen 

sein könnte. Mangels hinreichend zuverlässiger Angaben zum Gesundheitszustand des 

Versicherten in jenem Zeitraum sei der Nachweis, dass die Rente zu Unrecht 

ausgerichtet worden sei, nicht möglich. Der Hauptgutachter wies darauf hin (IV-act. 

106–1 f.), dass sich der Verlauf der Arbeitsfähigkeit retrospektiv nicht neu konstruieren 

lasse. Bei der Begutachtung sei man deshalb davon ausgegangen, dass die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rentenzusprache „gut begründet“ gewesen sei, weshalb man sich daran orientiert 

habe. Ein Sachbearbeiter der IV-Stelle notierte am 30. August 2013 (IV-act. 110), diese 

Angaben seien nicht überzeugend. Gestützt auf das Gutachten der MEDAS 

Zentralschweiz und auf jenes von Dr. F.___ sei davon auszugehen, dass der 

Versicherte durchwegs uneingeschränkt arbeitsfähig für leidensadaptierte Tätigkeiten 

gewesen sei.

A.d  Mit einem Vorbescheid vom 11. November 2013 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 

113). Dagegen wandte dieser am 11. Dezember 2013 ein (IV-act. 117), sein 

Gesundheitszustand habe sich zwischenzeitlich verschlechtert. Er werde einen 

entsprechenden medizinischen Bericht einreichen. Am 31. Januar 2014 liess Dr. med. 

G.___ von der Klinik H.___ der IV-Stelle eine Kopie eines Berichtes betreffend eine 

stationäre Behandlung des Versicherten vom 30. November 2013 bis zum 24. Januar 

2014 zugehen (IV-act. 119). Darin hatte Dr. G.___ ausgeführt, der Versicherte leide an 

einer schweren depressiven Episode mit einer akuten Suizidalität, an einem 

Alkoholmissbrauch (gegenwärtig abstinent), an einer Tabakabhängigkeit, an einem 

insulinpflichtigen Diabetes mellitus mit multiplen Komplikationen, an einer essentiellen 

Hypertonie, an einer normozytären, normochromen Anämie, an einer Psoriasisarthritis 

sowie an einer peripheren Polyneuropathie. Ihm könne – auch längerfristig – keine 

Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt zugemutet werden. Eine „Beschäftigung“ in 

einem geschützten Rahmen wäre dagegen zumutbar und sinnvoll. Die depressive 

Störung verberge sich hinter einer „freundlichen Maske eines (süd-) ostasiatischen 

Buddhisten“. Nach der Entlassung aus der stationären Behandlung werde sich der 

Versicherte für sechs Wochen in seinem Herkunftsland aufhalten, da er die 

Angelegenheiten seiner kürzlich verstorbenen Mutter regeln müsse. Am 3. Juni 2014 

berichtete das Psychiatrie-Zentrum I.___ (IV-act. 122), der psychische Zustand des 

Versicherten scheine sich zwischenzeitlich etwas stabilisiert zu haben. Er müsse aber 

immer noch als sehr labil bezeichnet werden. Am 7. Juli 2014 teilte Dr. B.___ mit (IV-

act. 127), aktuell nehme der Versicherte die Medikamente wieder zuverlässig ein. Nach 

wie vor bestehe „eine gewisse Depression“, aber diese sei seines Erachtens nicht 

ursächlich für die „Invalidisierung“. Am 15. Oktober 2014 wies das Psychiatrie-Zentrum 

I.___ auf einen stationären Gesundheitszustand bei einer noch mittelgradigen 

depressiven Episode hin (IV-act. 132). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zentralschweiz am 29. April 2015 ein Verlaufsgutachten (IV-act. 143). Die 

Sachverständigen führten darin aus, dem Versicherten seien leidensadaptierte 

Tätigkeiten nach wie vor uneingeschränkt zumutbar. Seit der letzten Begutachtung 

habe sich „nichts grundlegendes, irreversibles und lange andauerndes“ geändert. 

Objektiv habe der untergewichtige Versicherte (der allerdings seit der ersten 

Begutachtung 2,2 Kilogramm zugenommen habe) eher jünger, etwas gespannt und 

leicht depressiv gewirkt. Bezüglich des Integuments seien nur wenige residuelle 

„Tröpfchen“ der Psoriasis guttata, Raucherfinger links und eine „rissige“ Haut an den 

Unterschenkeln aufgefallen. Das Gehör sei vermindert gewesen. Es habe eine deutliche 

Myopie beidseits vorgelegen. Im Neurostatus sei das Vibrationsempfinden distal der 

Knie zunehmend vermindert gewesen. Klinisch sei der Verdacht auf eine Gonarthrose 

rechts entstanden. Der Versicherte habe eine leichte Verdeutlichungstendenz gezeigt. 

Aus rheumatologischer Sicht sei die anerosive Psoriasisarthritis fraglich remittiert. Links 

liege ein geringer Ulnavorschub vor. Möglicherweise leide der Versicherte an einer 

beginnenden Gonarthrose. Zudem sei aus rheumatologischer Sicht der Eindruck eines 

neurastheniformen Zustandes bei einer allgemeinen Schonung mit dem Verdacht auf 

eine Fehlernährung und depressive Verstimmungen entstanden. Aus somatischer Sicht 

seien dem Versicherten dennoch leidensadaptierte Tätigkeiten nach wie vor 

uneingeschränkt zumutbar. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, dass der 

Versicherte während des Gesprächs tatsächlich relativ wenig Gestik und Mimik gezeigt 

habe, was aber möglicherweise in seiner Kultur üblich sei. Zwischendurch sei er 

durchaus in der Lage gewesen, zu lachen. Er habe auch seiner Freude an den ersten 

Frühlingsblumen Ausdruck gegeben. Im Gespräch sei er als Person gut spürbar 

gewesen. Hinsichtlich des Denkens seien eine gewisse Hemmung und eine 

Verlangsamung wahrnehmbar gewesen, wobei allerdings fraglich sei, ob dies mit dem 

Glucosespiegel zusammenhänge. Der Antrieb und die psychomotorischen Energien 

seien etwas eingeschränkt, wobei allerdings die wirtschaftlich begründete Armut in der 

Alltagsgestaltung eine Rolle spiele. Zirkadiane Besonderheiten fehlten und der soziale 

Rückzug sei sicher durch die ungenügende Integration wesentlich mitbegründet. Aus 

dem Austrittsbericht der Klinik H.___ gehe nicht hervor, inwiefern die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung auch den somatischen und soziokulturellen Faktoren 

Rechnung trage. Die ambulante Therapie sei ohne einen Dolmetscher durchgeführt 

worden, was die Aussagekraft der entsprechenden Berichte doch relativiere. In der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Untersuchungssituation seien die Kriterien für die Diagnose einer depressiven Störung 

angesichts des gesamten Verhaltens des Versicherten nicht erfüllt gewesen, weshalb 

nach wie vor eine Dysthymia zu diagnostizieren sei. Auch wenn der Versicherte wohl 

Unvorstellbares durchgemacht habe, seien die Kriterien für die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung nicht erfüllt. Aus psychiatrischer Sicht sei nach 

wie vor eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Der RAD-Arzt Dr. E.___ 

erachtete das Gutachten als überzeugend (IV-act. 144).

A.e  Mit einem (weiteren) Vorbescheid vom 28. Juli 2015 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass sie (nach wie vor) die Abweisung seines Rentenbegehrens 

vorsehe (IV-act. 147). Dagegen wandte dieser am 24. August 2015 ein (IV-act. 148), er 

arbeite seit April 2015 in einem Pensum von 50 Prozent in der J.___. Ein höheres 

Pensum könne er nicht leisten. Mit einer Verfügung vom 29. Oktober 2015 wies die IV-

Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 153).

B. 

B.a  Am 26. November 2015 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2015 erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Zusprache einer ganzen Rente für die Zeit vom 1. Mai 2009 bis zum 31. August 2011 

und die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die 

Beschwerdegegnerin) zur Durchführung von weiteren Abklärungen bezüglich des 

Zeitraums ab dem 1. September 2011. Zur Begründung führte er an, der 

Beschwerdeführer leide an einem komplexen Beschwerdebild mit multiplen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen. Selbst wenn er aus rein internistischer, aus rein 

rheumatologischer und aus rein psychiatrischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig sein 

sollte, sei damit noch nicht belegt, dass er auch gesamthaft betrachtet 

uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Die Beschwerdegegnerin habe den massiven 

somatischen Einschränkungen bislang nicht hinreichend Rechnung getragen. Für die 

Prüfung des Rentenbegehrens seien zwingend weitere medizinische Abklärungen 

notwendig. Da sich die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz nicht zur 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitraum vor dem 1. September 2011 

geäussert hätten und da die Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz für die Zeit ab 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mai 2008 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten, habe der 

Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Mai 2009 bis zum 31. August 2011 einen 

Anspruch auf eine ganze Rente. Der Beschwerde lag ein Bericht des Psychiatrie-

Zentrums I.___ vom 25. November 2015 bei, laut dem der Beschwerdeführer an einer 

rezidivierenden depressiven Episode mit einer gegenwärtig schweren Episode litt (act. 

G 1.4).

B.b  Am 27. November 2015 liess der Beschwerdeführer zwei weitere medizinische 

Berichte einreichen (act. G 2): Dr. C.___ hatte am 27. November 2015 auf eine starke 

Verschlechterung der Sehfähigkeit mit der Notwendigkeit einer notfallmässigen 

Behandlung hingewiesen und festgehalten, dass der Beschwerdeführer nicht mehr 

arbeitsfähig und zur Bewältigung des Alltages auf eine betreute Wohnumgebung 

angewiesen sei (act. G 2.1); das Spital K.___ hatte am 11. November 2015 über eine 

Hospitalisation im Zeitraum vom 3. bis zum 11. November 2015 nach einer erneuten 

Medikamenten-Malcompliance (betreffend den Diabetes) berichtet (act. G 2.2). Am 8. 

Dezember 2015 liess der Beschwerdeführer eine überarbeitete Fassung des Berichtes 

von Dr. C.___ vom 27. November 2015 einreichen (act. G 4 und G 4.1).

B.c  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 8. Januar 2016 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, gestützt auf die überzeugenden 

Gutachten der MEDAS Zentralschweiz stehe fest, dass der Beschwerdeführer eine 

leidensadaptierte Tätigkeit ohne eine Einschränkung verrichten könne. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Sachverständigen der MEDAS 

Ostschweiz sei von Dr. F.___ widerlegt worden, weshalb die Zusprache einer Rente für 

die Zeit vom 1. Mai 2009 bis zum 31. August 2011 nicht in Frage komme.

B.d  Am 12. Januar 2016 bewilligte die verfahrensleitende Richterin die unentgeltliche 

Rechtspflege (act. G 8).

B.e  Der Beschwerdeführer liess am 1. Februar 2016 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).

B.f  Am 27. Mai 2016 wies der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers darauf hin (act. 

G 14), dass dieser nach einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes in 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ein Altersheim eingetreten sei. Nach einem Sturz im April 2016 habe er reanimiert 

werden müssen. Bei jenem Sturz habe er sich zudem mehrere Rippenfrakturen 

zugezogen. Während des anschliessenden Klinikaufenthaltes sei er längere Zeit an 

einer Herzmaschine angeschlossen gewesen. In der Folge sei ihm ein permanenter 

Herzschrittmacher implantiert worden. Am 20. Mai 2016 habe er wieder ins Altersheim 

entlassen werden können. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine 

Stellungnahme zu dieser Eingabe (act. G 16).

B.g  Am 5. Juli 2017 teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, dass eine 

Beistandschaft für seinen Mandanten errichtet worden sei (act. G 18). Die 

Beschwerdegegnerin nahm dazu keine Stellung (vgl. act. G 19).

Erwägungen

1. 

Der Inhalt dieses Beschwerdeverfahrens wird – sachlich und zeitlich – durch den Inhalt 

der angefochtenen Verfügung definiert, denn der Sinn und Zweck des 

Beschwerdeverfahrens besteht in der Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf 

deren Rechtmässigkeit. In zeitlicher Hinsicht ist also massgebend, wie sich die 

Sachlage im Zeitpunkt der Eröffnung der Verfügung dargestellt hat. Spätere 

Sachverhaltsentwicklungen sind deshalb im Beschwerdeverfahren grundsätzlich 

irrelevant. Daraus kann allerdings nicht abgeleitet werden, dass Beweismittel, die erst 

nach der Verfügungseröffnung erstellt worden sind, für das Beschwerdeverfahren per 

se unbeachtlich wären. Solche Beweismittel können nämlich nicht nur Angaben zu 

Sachverhaltsveränderungen nach der Verfügungseröffnung, sondern auch Angaben 

enthalten, die zu einer besseren Erkenntnis jenes Sachverhaltes beitragen, der bereits 

bei der Verfügungseröffnung bestanden hat. Der Bericht von Dr. C.___ vom 27. 

November 2015 respektive die korrigierte Fassung dieses Berichts enthält 

beispielsweise Angaben zu einer nach der Verfügungseröffnung eingetretenen 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers 

(Netzhautablösung am 19. November 2015), die in diesem Beschwerdeverfahren nicht 

berücksichtigt werden können, aber auch Aussagen zur Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers im Zeitpunkt unmittelbar vor der Eröffnung der angefochtenen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verfügung, die für dieses Beschwerdeverfahren relevant und folglich frei zu würdigen 

sind. Die vom Beschwerdeführer im Rahmen des Schriftenwechsels eingereichten 

Belege für weitere Verschlechterungen seines Gesundheitszustandes nach der 

Eröffnung der angefochtenen Verfügung (Eintritt in ein Altersheim, Sturz, Implantation 

eines Herzschrittmachers) sind folglich für dieses Beschwerdeverfahren irrelevant.

2. 

2.1  Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität 

wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. dem Art. 16 ATSG jenes 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

demjenigen Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund 

geblieben wäre.

2.2  Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens 

kommt in aller Regel der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung eine entscheidende 

Bedeutung zu. Vorliegend haben sich nicht nur die behandelnden Ärzte, sondern auch 

zwei MEDAS und ein psychiatrischer Sachverständiger (Dr. F.___; im Auftrag der 

beruflichen Vorsorgeeinrichtung) zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers geäussert. Die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz 

haben den Beschwerdeführer internistisch respektive endokrinologisch, 

rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet. Entgegen der vom Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers offenbar vertretenen Ansicht haben die Sachverständigen 

zusätzlich eine gesamthafte Arbeitsfähigkeitsschätzung aus interdisziplinärer Sicht 

abgegeben, das heisst eine Arbeitsfähigkeitsschätzung, die nicht nur die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen aus der Sicht der einzelnen Fachgebiete, sondern auch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

das Zusammenwirken der verschiedenen Gesundheitsbeeinträchtigungen 

berücksichtigt hat. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung hat auf den objektiven klinischen 

Befunden, die die Sachverständigen bei einer persönlichen Untersuchung des 

Beschwerdeführers erhoben hatten, und auf den Angaben in den Berichten der 

behandelnden Ärzte beruht. Die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz haben 

also den für sie massgebenden medizinischen Sachverhalt umfassend erhoben. Die 

Berücksichtigung der Berichte der behandelnden Ärzte hat es ihnen erlaubt, nicht nur 

eine sogenannte „Momentaufnahme“ zu erstellen, sondern sich vielmehr einen 

Überblick über die objektiven Befunde zu verschaffen, die im Laufe der 

vorangegangenen Jahre erhoben worden waren. Da die drei Sachverständigen 

dieselben gewesen sind, die den Beschwerdeführer bereits bei der ersten 

Begutachtung untersucht hatten, haben sie sich zusätzlich einen eigenen Eindruck vom 

Verlauf verschaffen können, denn sie haben den Beschwerdeführer im Abstand von 

etwa zwei Jahren zweimal persönlich untersucht. Sowohl das erste als auch das zweite 

Gutachten enthalten eine ausführliche Wiedergabe der objektiven klinischen Befunde, 

der Angaben in den Berichten der behandelnden Ärzte und der subjektiven Angaben 

des Beschwerdeführers respektive der von diesem geklagten Beschwerden. Es besteht 

also kein Grund zur Annahme, die Sachverständigen hätten eine relevante 

medizinische Tatsache übersehen. In ihren Teilgutachten und im Gesamtgutachten 

haben die Sachverständigen die Berichte der behandelnden Ärzte eingehend und 

sorgfältig gewürdigt. Sie haben ihre Diagnosen und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung 

anhand der Ergebnisse dieser Aktenwürdigung und der selbst erhobenen klinischen 

Befunde überzeugend hergeleitet. Die beiden Gutachten enthalten keine 

Widersprüchlichkeiten oder sonstigen Unstimmigkeiten, die Zweifel an deren 

Überzeugungskraft wecken würden. Allerdings haben die behandelnden Ärzte teilweise 

geltend gemacht, die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz hätten die 

Schwere der Gesundheitsbeeinträchtigungen unterschätzt. Der behandelnde 

Psychiater der Klinik H.___ hat festgehalten, hinter einer „freundlich-asiatisch-

buddhistischen Maske“ verstecke sich eine schwergradig ausgeprägte depressive 

Störung, die vom psychiatrischen Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz 

offenbar nicht entdeckt worden sei. Den Befundschilderungen des psychiatrischen 

Sachverständigen in dessen beiden Teilgutachten lassen sich aber keine 

Anhaltspunkte entnehmen, die diese Behauptung bekräftigen könnten. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychiatrische Sachverständige hat im Gegenteil überzeugend dargelegt, dass der 

Beschwerdeführer bei den Explorationen ohne wesentliche Konzentrationseinbussen 

oder Ermüdungserscheinungen mitgewirkt hatte und in der Lage gewesen war, einen 

Sinn für Humor zu zeigen und zu lachen. Diese Befunde sprechen gegen eine 

schwergradige depressive Störung und sie können nicht als eine blosse „Maske“ 

qualifiziert werden, denn die Konzentrationsfähigkeit und die mentale 

Leistungsfähigkeit können nicht künstlich „vorgespielt“ werden. Zudem hat der 

behandelnde Arzt der Klinik H.___ den Beschwerdeführer unmittelbar nach der 

Entlassung aus der stationären Behandlung für sechs Wochen in dessen Herkunftsland 

reisen lassen, was erhebliche Zweifel daran weckt, dass er tatsächlich vom Vorliegen 

einer schwergradigen depressiven Störung überzeugt gewesen ist. Auch wenn der 

Beschwerdeführer gewissermassen familiär gezwungen gewesen ist, jene Reise 

anzutreten, hätte er sich wohl kaum dazu aufraffen können, wenn er wirklich 

schwergradig depressiv gewesen wäre. Zudem hätte der behandelnde Arzt ihm 

diesfalls wohl dringend von der Reise abgeraten. Auch die erhebliche Verbesserung 

des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im Laufe der eher 

kurzen stationären Behandlung spricht gegen das Vorliegen einer schwergradigen 

depressiven Störung. Schliesslich hat auch der Hausarzt wenige Wochen später 

angegeben, der Beschwerdeführer wirke nicht sonderlich depressiv, während die 

behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums I.___ damals immer noch eine schwer- 

respektive eine mittelgradige depressive Störung diagnostiziert haben. Das weckt 

zusätzliche Zweifel an der Diagnose einer schwergradigen depressiven Störung. 

Gesamthaft sind die Angaben der behandelnden Psychiater jedenfalls nicht geeignet, 

wesentliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der beiden psychiatrischen Teilgutachten 

der MEDAS Zentralschweiz zu wecken. Das psychiatrische Gutachten von Dr. F.___ 

stimmt zudem weitgehend mit jenen beiden Teilgutachten überein. Da Dr. F.___ seine 

Diagnosestellung und seine Arbeitsfähigkeitsschätzung ebenfalls überzeugend 

begründet hat, stärkt dieser Umstand die Überzeugungskraft der beiden 

psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS Zentralschweiz. Der eher theoretisch 

anmutende Dissens bezüglich der Frage, ob der Beschwerdeführer an einem primären 

oder an einem sekundären Alkoholabusus gelitten hat, ist dabei irrelevant, denn die 

Antwort auf diese Frage ist von der zeitlichen Abfolge von Ereignissen abhängig 

gewesen, die damals bereits über 30 Jahre in der Vergangenheit gelegen haben, was 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine zuverlässige Beantwortung der Frage verunmöglicht hat. Zudem ist es für die 

Prüfung des Rentenbegehrens des Beschwerdeführers nicht massgebend gewesen, ob 

es sich um einen primären oder um einen sekundären Alkoholabusus gehandelt hat, 

denn die psychiatrischen Sachverständigen haben überzeugend dargelegt, dass der 

Beschwerdeführer trotz seines Trinkverhaltens in der Lage gewesen war, während 

Jahren uneingeschränkt erwerbstätig zu sein. Zusammenfassend besteht folglich kein 

ernsthafter Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig 

gewesen ist. Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im Zeitraum 

zwischen der Anmeldung zum Leistungsbezug und der Abweisung des 

Leistungsbegehrens respektive zum für die Beantwortung dieser Frage relevanten 

psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS Ostschweiz wird unten gesondert 

eingegangen. In somatischer Hinsicht enthalten die Berichte der behandelnden Ärzte 

(jedenfalls für die Zeit bis zur Eröffnung der angefochtenen Verfügung) keine objektiven 

Befunde, die wesentliche Zweifel an den Arbeitsfähigkeitsschätzungen des 

internistischen und des rheumatologischen Sachverständigen der MEDAS 

Zentralschweiz wecken würden. Aufgrund der Akten und angesichts der chronisch 

schlechten Einstellung des Diabetes mellitus erscheint die Angabe der behandelnden 

Rheumatologin Dr. C.___, an eine Erwerbstätigkeit sei nicht mehr zu denken, zwar ein 

Stück weit als nachvollziehbar. Diese Angabe beruht aber augenscheinlich auf dem 

Bild, das der Beschwerdeführer bei den Konsultationen jeweils geboten hat, und nicht 

auf einer Zumutbarkeitsbeurteilung gestützt auf die objektiven klinischen Befunde. Für 

dieses Verfahren sind aber letztere massgebend. Sie sind sowohl in rheumatologischer 

als auch in internistischer Sicht nur geringfügig auffällig gewesen. Auch wenn der 

Beschwerdeführer an vielfältigen Beschwerden gelitten hat, lässt sich in den Akten 

doch kein somatischer Befund finden, der für eine wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit 

sprechen würde. Damit besteht kein Anlass, an der aus somatischer Sicht 

abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen der MEDAS 

Zentralschweiz zu zweifeln. Gesamthaft hat dem Beschwerdeführer also im Zeitpunkt 

der angefochtenen Verfügung überwiegend wahrscheinlich eine ideal leidensadaptierte 

Tätigkeit uneingeschränkt zugemutet werden können.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.3  Im Verlauf zwischen der Aufgabe der letzten Erwerbstätigkeit im Mai 2008 

respektive der Anmeldung zum Leistungsbezug im September 2008 und der Eröffnung 

der angefochtenen Verfügung im Oktober 2015 ist der Beschwerdeführer gemäss den 

überzeugenden Gutachten der MEDAS Ostschweiz und der MEDAS Zentralschweiz 

aus somatischer Sicht für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten durchwegs 

uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen. In psychiatrischer Hinsicht hat die 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit spätestens ab dem Zeitpunkt der Untersuchung 

durch Dr. F.___ im Mai 2011 bestanden. Nun hatte der psychiatrische Sachverständige 

der MEDAS Ostschweiz aber im Juni 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht attestiert, was er mit einer schwergradigen depressiven Störung 

begründet hatte. Entgegen einer zunächst vom RAD-Arzt Dr. E.___ vertretenen Ansicht 

hat Dr. F.___ seine quasi diametral abweichende Diagnosestellung und 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht mit einer zwischenzeitlichen Verbesserung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers in der Zeit von Juni 2010 bis Mai 2011, 

sondern damit begründet, dass das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS 

Ostschweiz nicht überzeuge. In seinem Gutachten hat Dr. F.___ dementsprechend 

explizit festgehalten, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht wohl nie zu 

mindestens 20 Prozent arbeitsunfähig gewesen sei, was der RAD-Arzt Dr. E.___ 

übersehen haben muss. Der Sachverständige Dr. F.___ hat die Schlussfolgerungen des 

psychiatrischen Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz in seinem Gutachten 

überzeugend widerlegt. Er hat anschaulich aufgezeigt, dass die Ergebnisse der Tests, 

auf die der psychiatrische Sachverständige der MEDAS Ostschweiz abgestellt hatte, 

gar nicht überzeugend sein konnten, weil der Beschwerdeführer die Fragen teilweise 

überhaupt nicht verstanden hatte und weil er für die Beantwortung der Fragen an sich 

viel mehr Zeit benötigt hätte, als ihm effektiv zur Verfügung gestanden hatte. Bei Dr. 

F.___ hat die Beantwortung einer einzelnen Frage rund zehn Minuten in Anspruch 

genommen (wobei ungewiss geblieben ist, ob der Beschwerdeführer diese Frage 

überhaupt verstanden hatte); im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS 

Ostschweiz soll der Beschwerdeführer dagegen in nur 70 Minuten drei komplette 

Fragebögen beantwortet haben und zudem vom Sachverständigen persönlich 

exploriert worden sein. Das ist schwer vorstellbar und weckt erhebliche Zweifel an der 

Qualität der Antworten auf die Testfragen und an der Qualität des 

Explorationsgesprächs. Vor diesem Hintergrund ist das psychiatrische Teilgutachten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der MEDAS Ostschweiz nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

aus psychiatrischer Sicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu belegen. Gestützt auf die überzeugend begründeten Angaben 

von Dr. F.___ steht aber überwiegend wahrscheinlich fest, dass der Beschwerdeführer 

auch in der Zeit vor Mai 2011 aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig 

gewesen ist. Zusammenfassend ist also mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer im gesamten 

massgebenden Zeitraum zwischen Mai 2008 und Oktober 2015 uneingeschränkt 

arbeitsfähig für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten gewesen ist.

2.4  Der Beschwerdeführer verfügt über keine berufliche Ausbildung und hat 

entsprechend vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigungen Hilfsarbeiten 

verrichtet. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Küchenhilfe ist ihm nicht mehr zumutbar, 

aber auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt existieren zahlreiche 

verschiedene Hilfstätigkeiten, die der Beschwerdeführer uneingeschränkt verrichten 

könnte. Umstände, die gegen eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers als Valider sprechen würden, liegen nicht vor, weshalb davon 

auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

ein durchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen hätte erzielen können und dass ihn nur 

arbeitsmarktliche Zwänge davon abgehalten haben, seine damals noch 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit zu 

verwerten. Das Valideneinkommen und der Ausgangswert des zumutbarerweise 

erzielbaren Invalideneinkommens entsprechen folglich dem statistischen Zentralwert 

der Hilfsarbeiterlöhne. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades kann der Betrag 

dieser Vergleichsgrössen deshalb mathematisch keine Rolle spielen, weshalb der 

Invaliditätsgrad mittels eines sogenannten Prozentvergleichs errechnet werden kann. 

Er entspricht also dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls korrigiert um einen Abzug 

vom Tabellenlohn von maximal 25 Prozent. Da ein potentieller, betriebswirtschaftlich-

ökonomisch denkender Arbeitgeber dem Risiko vermehrter krankheitsbedingter 

Absenzen, überdurchschnittlicher Schwankungen hinsichtlich der quantitativen und der 

qualitativen Arbeitsleistung des Beschwerdeführers und der unterdurchschnittlichen 

Flexibilität der Einsetzbarkeit des Beschwerdeführers Rechnung tragen müsste, dürfte 

der Beschwerdeführer nicht in der Lage sein, einen Lohn zu erzielen, der jenen von 50 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Prozent aller Hilfsarbeiter übersteigt. Aus ökonomischer Sicht kann der 

Beschwerdeführer also seine Arbeitsfähigkeit nicht mit einem durchschnittlichen Erfolg 

verwerten, das heisst er ist nicht in der Lage, den Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne zu 

erreichen. Praxisgemäss ist diesem Umstand mit einem Abzug von zehn Prozent vom 

Tabellenlohn Rechnung zu tragen. Angesichts der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten würde aber selbst bei 

der Berücksichtigung des Maximalabzuges von 25 Prozent kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad resultieren.

3. 

Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren des Beschwerdeführers 

also zu Recht mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades abgewiesen, 

weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. An sich müsste der unterliegende 

Beschwerdeführer die Gerichtskosten von 600 Franken bezahlen. Zufolge der 

Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist er aber von dieser Pflicht zu 

befreien. Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, 

hat der Staat seinem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten. Insgesamt ist 

von einem durchschnittlichen erforderlichen Vertretungsaufwand auszugehen, weshalb 

die Entschädigung praxisgemäss auf 80 Prozent von 3'500 Franken festzusetzen ist. 

Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der 

Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der 

Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können 

(Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Der Beschwerdeführer wird von der Pflicht zur Bezahlung der Gerichtskosten von Fr. 

600.- - befreit.

3. 

Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'800.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2017
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Würdigung von mehreren medizinischen Gutachten unter Berücksichtigung von medizinischen Berichten der behandelnden Fachärzte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2017, IV 2015/398).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T06:41:34+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen