# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 802b6d3d-48c8-538f-ac2a-b8266bd8a704
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2008 D-6580/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6580-2006_2008-10-29.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6580/2006/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A.___ alias B.___ Syrien,
vertreten durch lic. iur. Peter Frei, Rechtsanwalt, 
Kernstrasse 8, Postfach 1149, 8026 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals
Bundesamt für Flüchtlinge (BFF)
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 4. April 
2003 / N_____

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6580/2006

Sachverhalt:

A. Der Beschwerdeführer suchte am 4. Januar 2002 unter der Identität 
A.____ in der Schweiz  um Asyl nach. Zum Nachweis seiner Identität 
reichte  er  einen  syrischen  Ausländerausweis  ein  und  gab  an,  er 
besitze die syrische Staatsangehörigkeit  nicht,  sei  kurdischer  Ethnie 
und stamme aus C.____

Zur  Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 
im Wesentlichen geltend,  er  sei  1985 Mitglied der  PDKS  (Kurdische 
Demokratische Partei  Syriens)  geworden  und im Zeitraum von 1993 
bis 2001 sieben oder acht Mal festgenommen und jeweils einige Stun-
den bis maximal zwei, drei Tage festgehalten worden. Am Newroz-Fest 
vom  21.  März  2001  hätten  ihn  die  syrischen  Behörden,  da  er  bei 
diesem Anlass als Fotograf tätig gewesen sei, erneut verhaftet und in 
der  Folge unter  Anwendung von Folter  verhört  und nach  Damaskus 
verlegt. Erst  am 1. August  2001 habe man ihn nach Bezahlung von 
Schmiergeld  und unter  der  Bedingung,  als  Spitzel  für  die  Behörden 
tätig zu sein, wieder freigelassen. Nach seiner Freilassung habe der 
Geheimdienst  erneut  Kontakt  mit  ihm  aufgenommen  und  ihm  in 
Aussicht gestellt, ihn für seine Spitzeldienste zu bezahlen. Angesichts 
des behördlichen Drucks sei er am 15. November 2001 ausgereist. Zur 
Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Mit-
gliedschaftsbestätigung der PDKS vom 1. Januar 2002 im Original ein.

B. Daktyloskopische Abklärungen ergaben, dass der Beschwerdefüh-
rer vor seiner Einreise in die Schweiz in Deutschland ein Asylverfahren 
durchlaufen hatte und im Weiteren vor seinem Aufenthalt in Deutsch-
land  in  Österreich  unter  der  Identität  B.___  daktyloskopiert  worden 
war. 

C. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs zum festgestellten Aufenthalt in 
Deutschland  und  Österreich  reichte  der  Beschwerdeführer  am 
31. März 2003 eine Stellungnahme ein. 

D. Mit Verfügung vom 4. April  2003 lehnte das damalige Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF, heute Bundesamt für Migration, BFM) - teils von 
der Unglaubhaftigkeit, teils von der fehlenden Asylrelevanz ausgehend 
- das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, ordnete dessen Wegwei-
sung aus der Schweiz an und erachtete den Vollzug als zulässig, zu-
mutbar und möglich.

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E. In der Eingabe vom 5. Mai 2003 an die damals zuständige Schwei-
zerische  Asylrekurskommission  (ARK)  erhob  der  Beschwerdeführer 
Beschwerde gegen die Verfügung des BFF vom 4. April 2003 und be-
antragte in verfahrensrechtlicher Hinsicht  unter  anderem die Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021).

F. Mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2003 wies der damals zustän-
dige  Instruktionsrichter  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltli-
chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ab und erhob ei-
nen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.--, welcher in der Folge 
fristgerecht einging. 

G. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2003 reichte der Beschwerdeführer 
mehrere  Dokumente  ein  (Fotografien  im  Zusammenhang  mit  seiner 
Tätigkeit als Fotograf, Bestätigungsschreiben des Mukhtars von C.___, 
Vorladung des syrischen Innenministeriums vom 25. Juli 2001, alle im 
Original  samt  Übersetzung,  Auszug  aus  dem  Internet  im 
Zusammenhang mit einer gewaltsam aufgelösten Demonstration vom 
25. Juni 2003 in Damaskus).

H. Mit Eingaben vom 27. September 2005 und 24. Oktober 2005 wur-
den vom - am 27. September 2005 mandatierten - Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers  weitere  Dokumente  eingereicht  (drei  regimekriti-
sche  Artikel  des  Beschwerdeführers  im  Internet  samt  Übersetzung, 
zwei Bestätigungsschreiben von in der Schweiz anerkannten Flüchtlin-
gen vom 20. und 25. September 2005, Bestätigungsschreiben eines in 
Schweden  lebenden  Cousins  des  Beschwerdeführers,  Bestätigungs-
schreiben  der  Kurdischen  Demokratischen  Partei  Syriens  vom 
29. September 2005 samt Übersetzung und eines in Deutschland le-
benden Cousins des Beschwerdeführers vom 1. Oktober 2005,  ärzt-
licher Bericht des behandelnden Arztes vom 13. Dezember 2004, zwei 
Arbeitszeugnisse). 

I. Im Rahmen der  Vernehmlassung  ordnete  das  BFM mit  Verfügung 
vom 15. November 2005 in teilweiser Wiedererwägung der angefochte-
nen Verfügung  die  vorläufige  Aufnahme des Beschwerdeführers  we-
gen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs an. 

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J. In seinem Schreiben vom 21. November 2005 teilte der Rechtsver-
treter  auf  entsprechende  Anfrage  mit,  sein  Mandant  halte  an  der 
Beschwerde fest. 

K. Mit Eingabe vom 6. Februar 2007 reichte der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers eine undatierte Erklärung des in Syrien lebenden 
Bruders  D.____ein,  wonach  letzterer  wegen  des  Beschwerdeführers 
und dessen Tätigkeit in einem Hotel in der Schweiz mit einer jüdischen 
Direktion  vom syrischen E.____ vorgeladen und befragt  worden sei. 
Zur Stützung der Vorbringen wurde ein von einem Hotel in der Schweiz 
am  22.  September  2005  auf  den  Namen  des  Beschwerdeführers 
ausgestelltes Arbeitszeugnis eingereicht.

L. Mit  Eingaben  vom  20.  Juni  2007  und  7.  Juli  2008  reichte  der 
Rechtsvertreter zwei vom Beschwerdeführer im Internet publizierte Ar-
tikel  über  die  Newroz-Feiern  und  über  die  aktuelle  Lage  in  Syrien, 
einen im Internet veröffentlichten Bericht des kurdischen Nachrichten-
netzes  von  Qamishli  vom  29.  April  2004  über  die  Freilassung  von 
inhaftierten Aktivisten,  darunter  der Bruder D.____ des Beschwerde-
führers, und ein Referenzschreiben des im Exil in Amman politisch täti-
gen Komitees für die Verteidigung der demokratischen Freiheiten und 
der Menschenrechte in Syrien, allesamt Übersetzungen.

M. Mit  Eingabe  vom 1. September  2008 reichte  der  Rechtsvertreter 
seine Kostennote ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen des BFM, welche in  Anwendung des 
Asylgesetzes ergangen sind; das Bundesverwaltungsgericht entschei-
det in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. 
Juni  1998 [AsylG,  SR 142.31];  Art.  83  Bst. d  Ziff.  1  des  Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  bei  der  ARK  am  31.  Dezember  2006  noch  hängigen  Be-
schwerdeverfahren wurden per 1. Januar 2007 durch das Bundesver-

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waltungsgericht übernommen und werden durch dieses weitergeführt; 
dabei findet das neue Verfahrensrecht Anwendung (vgl. Art. 53 Abs. 2 
VGG).

1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Ver-
letzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts  und die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; der Beschwer-
deführer ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren [VwVG, SR 172.021]). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

3.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, 
wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer be-
stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat, 
solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile 
gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; 
den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).

Eine asylsuchende Person erfüllt  die Flüchtlingseigenschaft im Sinne 
von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten 
hat (oder solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 
Zukunft  begründeterweise  befürchten  muss),  welche  ihr  gezielt  und 
aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungs-
motive durch Organe des Heimat- oder Herkunftsstaats zugefügt wor-
den sind (bzw. zugefügt  zu werden drohen). Die  erlittene Verfolgung 
beziehungsweise die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung muss 
aber  nicht  nur  anlässlich  der  Ausreise  aus  dem  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat,  sondern grundsätzlich auch noch im Zeitpunkt  des Asyl-
entscheids  aktuell  sein.  Begründete  Furcht  vor  künftiger  staatlicher 
Verfolgung liegt entsprechend nur vor, wenn konkreter Anlass zur An-
nahme besteht,  letztere  hätte  sich  -  aus  der  Sicht  im Zeitpunkt  der 
Ausreise - mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit 

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verwirklicht und würde sich auch noch aus heutiger Sicht mit ebensol-
cher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zukunft  verwirklichen.  Eine 
bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müs-
sen konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten Be-
nachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht da-
vor  als  realistisch  und  nachvollziehbar  erscheinen  lassen  (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 1993 Nr. 21 E. 3 S. 138; WALTER KÄLIN, Grundriss des 
Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M. 1990, S. 143 ff.).

Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 
oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Vorbringen  sind  dann  glaubhaft, 
wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; 
sie  dürfen sich nicht  in  vagen Schilderungen erschöpfen,  in  wesent-
lichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik ent-
behren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung 
widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  die  asylsuchende  Person  per-
sönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall 
ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweis-
mittel  abstützt,  aber  auch dann,  wenn sie  wichtige Tatsachen unter-
drückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vor-
bringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Inte-
resse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung  verweigert. 
Glaubhaftmachung bedeutet - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein 
reduziertes  Beweismass  und lässt  durchaus  Raum für  gewisse  Ein-
wände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Person. Eine 
Behauptung  gilt  bereits  als  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  urteilende 
Behörde von ihrer Wahrheit  nicht  völlig  überzeugt  ist,  sie aber über-
wiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die 
Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt 
der  Vorbringen  zwar  möglich  ist,  aber  in  Würdigung  der  gesamten 
Aspekte  wesentliche und überwiegende Umstände gegen die  vorge-
brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne 
einer  Gesamtwürdigung,  ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf 
eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 1 - 3 AsylG; 
zum Ganzen  EMARK  1994  Nr. 5  E. 3c  S. 43  f.;  1996  Nr. 28  E. 3a 
S. 270).

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4.

4.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zu Recht die 
Vorbringen des Beschwerdeführers,  vom 21. März  bis  am 1. August 
2001 von den syrischen Behörden unter Gewaltanwendung festgehal-
ten und nach seiner Freilassung zur Spitzeltätigkeit aufgefordert wor-
den zu sein, weshalb er am 15. November 2001 seinen Heimatstaat 
(erstmals)  verlassen  habe,  als  nicht  glaubhaft  im  Sinne  von  Art.  7 
AsylG erachtet. Daktyloskopische Abklärungen ergaben nämlich, dass 
der Beschwerdeführer am 27. Juni 2001 in Österreich daktyloskopisch 
erfasst worden war und in der Folge am 31. Juli 2001 in Deutschland 
ein Asylgesuch gestellt hatte, welches am 7. Dezember 2001 nach An-
hörung vom 10. August 2001 von den deutschen Asylbehörden abge-
lehnt worden war. Daher erweisen sich die zeitlichen Angaben des Be-
schwerdeführers zu seiner geltend gemachten Haft als tatsachenwid-
rig. Im Weiteren ergibt sich aus den Akten der deutschen Asylbehör-
den,  dass  die  dortigen  Angaben  des  Beschwerdeführers  in  einigen 
Punkten  mit  denjenigen im schweizerischen  Asylverfahren nicht  ver-
einbar sind. So gab der Beschwerdeführer abweichend von der Aussa-
ge  anlässlich  der  Anhörung  durch  die  deutschen  Behörden  vom 
10. August 2001, wonach er am 23., 24. und 25. März 2001 von den 
syrischen Behörden jeweils  vorgeladen worden und schliesslich vom 
25. März 2001 an in Haft gewesen sei (vgl. A17, S. 5), im vorliegenden 
Verfahren an, anlässlich des Newroz-Festes vom 21. März festgenom-
men worden zu sein (vgl. A7, S. 6). Im Weiteren sind auch die Anga-
ben  bezüglich  der  geltend  gemachten  erlittenen  Folter  während  der 
Haft  unterschiedlich  ausgefallen.  So  gab  der  Beschwerdeführer  im 
deutschen Asylverfahren an, man habe ihn in einen Reifen gesteckt, 
weshalb seitdem zwei Wirbel kaputt seien; nach seiner Entlassung aus 
der  Haft  habe  er  keinen  Arzt  aufgesucht,  sondern  sei  zweimal  zu 
einem Heilpraktiker gegangen, der ihn massiert  habe (vgl. A17, S. 5 
und 6). Im vorliegenden Asylverfahren machte der Beschwerdeführer 
indessen  geltend,  man  habe  ihn  mit  einer  Peitsche  geschlagen,  in 
kaltem  Wasser  gebadet  und  ihm  Elektroschocks  verabreicht;  nach 
seiner  Haftentlassung  habe  er  einen  Arzt  aufgesucht,  welcher  ihm 
Medikamente verabreicht habe (vgl. A7, S. 10). Im Rahmen des recht-
lichen Gehörs erklärte der  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe vom 
31. März 2003 (vgl. A27), er habe Syrien am 24. Juni 2001 verlassen. 
Aus Furcht,  nach Ablehnung des Asylgesuches in Deutschland nach 
Syrien ausgeschafft zu werden, habe er in der Schweiz um Asyl nach-

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gesucht  und  hier  den  schweizerischen  Asylbehörden  aus  Furcht, 
sofort nach Syrien ausgeschafft zu werden, den Aufenthalt in Deutsch-
land verschwiegen. Auf die festgestellten Widersprüche nimmt der Be-
schwerdeführer  weder  in  seiner  Stellungnahme vom 31.  März  2003 
noch auf Beschwerdeebene Bezug. Im Weiteren vermögen an der Ein-
schätzung  der  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  auch  die  auf  Be-
schwerdeebene  eingereichten  Dokumente  nichts  zu  ändern.  Zum 
Einen weisen die zahlreichen Fotografien, die den Beschwerdeführer 
offensichtlich bei seiner beruflichen Tätigkeit als Fotograf zeigen sol-
len, eines im Internet veröffentlichten Berichtes einer friedlichen, von 
der Polizei gewaltsamen aufgelösten Demonstration vom 25. Juni 2003 
und die  Vorladung des syrischen Innenministeriums vom (...)  keinen 
hinreichend  konkreten  Sachzusammenhang  zu  den  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers auf, und es werden im Weiteren  hinsichtlich der 
erwähnten Vorladung keine Angaben zu deren Herkunft gemacht, was 
deren  Beweistauglichkeit  herabsetzt.  Zum  Anderen  sind  die  zahl-
reichen  Bestätigungsschreiben  vor  dem  Hintergrund  der  Unglaub-
haftigkeit der Vorbringen wegen der naheliegenden Möglichkeit,  dass 
es sich um reine Gefälligkeitsschreiben handelt, als nicht beweistaug-
lich zu erachten. Im Zusammenhang mit der Frage der Glaubhaftigkeit 
der geltend gemachten Misshandlungen ist darauf hinzuweisen, dass 
im auf Beschwerdeebene eingereichten ärztlichen Bericht vom 13. De-
zember 2004 ohne näheren Befund lediglich die Schilderung des Be-
schwerdeführers hinsichtlich der  geltend gemachten Misshandlungen 
wiedergegeben wird.

4.2 Die  eingereichte  Mitgliedschaftsbestätigung  der  PDKS  vermag 
auch bei allfälliger Authentizität des Dokuments an der Einschätzung 
der  fehlenden  Verfolgung  im  Heimatstaat  im  Zeitpunkt  der  Ausreise 
nichts zu ändern, sind doch einfache Mitglieder ohne exponierte Stel-
lung wie der Beschwerdeführer in Syrien nicht systematischer Verfol-
gung ausgesetzt (vgl. EMARK 2005 Nr. 7 E. 7.2.1). Im Weiteren sind 
unabhängig  von  deren  Unglaubhaftigkeit  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers, im Zeitraum von 1993 bis 2001 sieben oder acht 
Mal festgenommen und jeweils einige Stunden bis maximal zwei, drei 
Tage  festgehalten  worden  zu  sein,  bereits  mangels  erforderlicher 
Intensität als nicht asylrelevant zu erachten. Dasselbe gilt für das wei-
tere,  von  der  Vorinstanz  in  Zweifel  gezogene  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers,  die  syrische  Staatangehörigkeit  nicht  zu  besitzen, 
sind  doch  die  allgemein  gegen  die  staatenlosen  Kurden  gerichteten 
Diskriminierungen ohnehin für sich allein als zu wenig intensiv zu er-

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achten,  als  dass  sie  flüchtlingsrechtliche  Relevanz erhalten  könnten 
(vgl. die auch noch im heutigen Zeitpunkt im Wesentlichen zutreffende 
Lagebeurteilung in EMARK 2002 Nr. 23 E. 4d S. 185 f.). 

4.3 Im Sinne  einer  ersten  Zusammenfassung ist  somit  festzuhalten, 
dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Nachteile bis zu 
seiner Ausreise aus Syrien Mitte 2001 zum Teil als unglaubhaft, zum 
Teil als  für  sich allein flüchtlingsrechtlich nicht  erheblich zu erachten 
sind. 

5.
Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 
AsylG ist indessen nicht die Situation im Zeitpunkt der Ausreise, son-
dern  die Situation im Zeitpunkt  des Asylentscheides. So ist  gegebe-
nenfalls auch eine asylsuchende Person als Flüchtling anzuerkennen, 
die erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer 
Rückkehr  in  ihren Heimat-  oder  Herkunftsstaat  in  flüchtlingsrechtlich 
relevanter Weise verfolgt würde. Zu unterscheiden ist dabei zwischen 
objektiven  und  subjektiven  Nachfluchtgründen.  Objektive  Nachflucht-
gründe  liegen vor,  wenn äussere  Umstände,  auf  welche  die  asylsu-
chende Person keinen Einfluss nehmen konnte, zur drohenden Verfol-
gung führen; der von einer Verfolgung bedrohten Person ist in solchen 
Fällen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. 
Subjektive Nachfluchtgründe sind gemäss Art. 54 AsylG dann anzu-
nehmen,  wenn  eine asylsuchende  Person  erst  durch die  unerlaubte 
Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Ver-
haltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
zu befürchten hat. Als subjektive Nachfluchtgründe gelten insbesonde-
re ein illegales Verlassen des Heimatstaates (sog. Republikflucht) oder 
die Einreichung eines Asylgesuchs im Ausland sowie politische Betäti-
gungen im Exil, wenn sie die Gefahr einer zukünftigen Verfolgung be-
gründen. Personen  mit  subjektiven  Nachfluchtgründen  erhalten  zwar 
kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Eine 
Person,  welche sich  auf  subjektive  Nachfluchtgründe  beruft,  hat  be-
gründeten  Anlass  zur  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung,  wenn  eine 
flüchtlingsrechtlich  relevante  Bestrafung  -  durch  eine  Verurteilung  in 
Abwesenheit - bereits feststeht oder der Verfolgerstaat mit erheblicher 
Wahrscheinlichkeit von  politischen Aktivitäten im Ausland erfahren hat 
und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich rele-
vanter Weise verfolgen würde  (vgl. zum Ganzen EMARK 1994 Nr. 17 
E. 3b u. 4 S. 135 u. 137 f., 1995 Nr. 7 E. 8 S. 70, 1995 Nr. 9 E. 8c S. 91, 

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2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10, je mit weiteren Hinweisen; MARIO GATTIKER, Das 
Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl.,  Bern 1999, S. 85 f.;  KÄLIN, 
a.a.O., S. 131 f.; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: UEBERSAX/ MÜNCH/GEISER/ARNOLD 
[Hrsg.],  Ausländerrecht,  Basel/Genf/München  2002,  Rz. 8.20).  Der 
Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist  absolut zu verstehen und 
mithin  unabhängig  davon  anzuwenden,  ob  Nachfluchtgründe  miss-
bräuchlich gesetzt worden sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 
S. 66 ff.; Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes vom 4. Dezem-
ber 1995,  BBl 1996 II  73). Es ist  daher nicht entscheidend, welchen 
mutmasslichen Zweck die  asylsuchende Person durch  ihre  exilpoliti-
schen Tätigkeiten zu erreichen versucht hat.

6.
6.1 Der  syrische  Präsident  Bashar  al-Asad  stützt  seine  Herrschaft 
auch auf die Loyalität einer Vielzahl militärischer und ziviler Geheim-
dienste, die über umfassende Sondervollmachten verfügen und keiner 
gesetzlichen oder administrativen Kontrolle unterstehen (vgl. EMARK 
2004 Nr. 1 E. 5b/cc S. 7). Der syrische Geheimdienst ist auch im Aus-
land aktiv, wo seine Hauptaufgabe im Wesentlichen darin besteht, syri-
sche Oppositionelle und deren Kontaktpersonen auszuforschen und zu 
überwachen sowie Exilorganisationen syrischer Oppositioneller zu in-
filtrieren. Die so gewonnenen Informationen bilden im Heimatland häu-
fig  die Grundlage für  die Aufnahme in sogenannte Schwarze Listen, 
über die eine lückenlose Überwachung dieser Personen bei der Einrei-
se sichergestellt  wird. Vor diesem Hintergrund ist  es durchaus denk-
bar, dass der syrische Geheimdienst auch von der Einreichung eines 
Asylgesuchs in der Schweiz erfährt. Es bestehen indessen keine An-
haltspunkte dafür, dass die Einreichung eines Asylgesuchs für sich al-
leine bei einer Rückkehr nach Syrien regelmässig zu behördlicher Ver-
folgung führt. Von besonderer Bedeutung ist allerdings, dass Personen 
syrischer  Herkunft  nach  einem längeren  Auslandsaufenthalt  -  unab-
hängig  von  der  allfälligen  Einreichung  eines  Asylgesuchs  -  bei  der 
Wiedereinreise in der Regel einem eingehenden Verhör durch syrische 
Sicherheitskräfte  unterzogen  werden.  Welche  Intensität  diese  Befra-
gungen erreichen und ob sie mit  einer Misshandlung oder Folterung 
der befragten Person verbunden sind beziehungsweise zu einer allen-
falls längeren Inhaftierung führen, kann nach den zur Verfügung ste-
henden Quellen nicht präzise vorausgesagt werden, zumal angesichts 
einer Menschenrechtssituation in Syrien, die nach wie vor durch Will-
kür, Repression und Abschreckung gekennzeichnet ist, ein transparen-
tes, von nachvollziehbaren Motiven bestimmtes Regelverhalten der sy-

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rischen Behörden nicht festzustellen ist (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 5b/
cc S. 7). Wenn sich im Verlauf der Befragungen bei der Wiedereinreise 
- aufgrund der Überwachungstätigkeit der syrischen Geheimdienste im 
Ausland  unter  Umständen  bereits  bestehende  -  Verdachtsmomente 
hinsichtlich oppositioneller Exilaktivitäten erhärten, ist in der Regel die 
Überstellung  der  betreffenden  Person  an  einen  der  erwähnten  Ge-
heimdienste zu erwarten (vgl. zum Ganzen ASYL 2003/2, S. 18, zu ei-
nem nicht publizierten Urteil der ARK v. 2.10.2002 i.S. B.A.; Amnesty 
International, Report 2007, Syrien; UK Home Office, Country of Origin 
Information Report, Syrien, 10. Oktober 2007, Rz. 7.06, 8.01 ff., 9.04 
und 25.04 ff.; SUSANNE BACHMANN, Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH], 
Syrien - Update der Entwicklung von Mai 2004 bis September 2006, 
S. 8). 

6.2 Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass sich der Beschwer-
deführer  in  der  Schweiz  seit  dem September  2005,  mithin  seit  drei 
Jahren regelmässig für die Belange der kurdischen Minderheit in Syri-
en eingesetzt hat. In diesem Zusammenhang wurden im Verlauf  des 
Beschwerdeverfahrens unter anderem diverse Kopien der von ihm ver-
fassten und im Internet veröffentlichten Artikel, teilweise mit einer Fo-
tografie seiner Person versehen und teilweise mit der Erwähnung sei-
nes vollen Namens, eingereicht. Die Berichte zeigen den Beschwerde-
führer  als  Kritiker  des  syrischen  Regimes  und  auf  den  Fotos  ist  er 
deutlich erkennbar. 

Das  exilpolitische  Engagement  des  Beschwerdeführers  ist  vor  dem 
Hintergrund der - zuvor umrissenen - Situation in Syrien zu betrachten. 
Die  allgemeine  Menschenrechtslage  in  diesem  Land  ist  seit  Jahren 
durch Willkür, Repression und Abschreckung gekennzeichnet und wird 
geprägt vom rechtsstaatlich nicht kontrollierten Wirken der mit umfas-
senden Sondervollmachten ausgestatteten Sicherheits-  und Geheim-
dienste (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 5b.cc S. 7). Dabei ist insbesondere 
die kurdische Minderheit in Syrien einem beständigen Misstrauen der 
syrischen Behörden ausgesetzt, was sich seit den Unruhen vom März 
und  April  2004  –  als  nach  gewaltsamen  Auseinandersetzungen  in 
Nordsyrien mehr als 2000 Angehörige der kurdischen Bevölkerungs-
gruppe verhaftet wurden – noch akzentuiert hat (s. dazu EMARK 2005 
Nr. 7 E. 7.2. mit weiteren Hinweisen).

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Als  im  erwähnten  Ausmass  exilpolitisch  tätiger  Kurde  hätte  der  Be-
schwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Syrien damit zu rechnen, 
bereits  bei  der  Einreise  einem  Verhör  unterzogen  zu  werden  (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 7 Erw. 7.2.2. S. 71). Gegenstand eines solchen Ver-
hörs dürften neben den Gründen für die illegale Ausreise insbesonde-
re die exilpolitischen Aktivitäten sein, wobei sich die syrischen Behör-
den diesbezüglich auf ihre Erkenntnisse aus der Beobachtung der Op-
position in Europa stützen könnten. Auch wenn die syrischen Geheim-
dienste nicht  die Möglichkeiten haben dürften,  sämtliche im Ausland 
befindlichen Syrer zu überwachen, so kann doch nicht ausgeschlossen 
werden, dass ihnen mittlerweile das Engagement des Beschwerdefüh-
rers aufgrund seiner  fortgesetzten Exiltätigkeit  aufgefallen  ist. Insge-
samt dürften die syrischen Behörden von den Exilaktivitäten des Be-
schwerdeführers soweit Notiz genommen haben, dass sie ihn hier in 
der Schweiz als regimekritischen Oppositionellen identifizierten, wes-
halb  er  im Fall  einer  Rückkehr  nach  Syrien  einer  drohenden  Verfol-
gungsgefahr ausgesetzt wäre. 

Hinsichtlich der zu erwartenden Verhöre ist zu befürchten, dass die sy-
rischen Sicherheitsbehörden auch auf gewaltsame Methoden zurück-
greifen würden, welche ohne Weiteres die Intensität ernsthafter Nach-
teile im Sinne von Art. 3 AsylG erreichen könnten. Somit hat der Be-
schwerdeführer eine objektiv begründete Furcht, im Falle einer Rück-
kehr nach Syrien im Sinne von Art. 3 AsylG verfolgt zu werden. Dabei 
ist angesichts der weit reichenden Vollmachten und des Wirkungsfel-
des der zahlreichen syrischen Sicherheits- und Geheimdienste  auszu-
schliessen,  dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland an ei-
nem Ort ausserhalb seiner Heimatprovinz vor Verfolgung sicher wäre, 
so dass ihm keine innerstaatliche Fluchtalternative offen steht (vgl. in 
diesem  Sinne  EMARK 2004  Nr. 1  E. 6b  S. 10;  2005  Nr. 7  E. 7.2.2. 
S. 72).

6.3 Zusammenfassend ist  somit  festzustellen, dass die Flüchtlingsei-
genschaft des Beschwerdeführers zu bejahen ist, da er die Vorausset-
zungen von Art. 3 AsylG aus den soeben erwähnten Gründen erfüllt. 
Die Asylberechtigung bleibt dem Beschwerdeführer indessen aufgrund 
der  Ausschlussklausel  von  Art. 54  AsylG,  wonach  subjektive  Nach-
fluchtgründe zwar zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, jedoch 
nicht zur Asylgewährung führen, verwehrt. Mangels konkreter Anhalts-
punkte für das Bestehen anderer Ausschlussgründe ist die Vorinstanz 
damit anzuweisen, den Beschwerdeführer, der mit Verfügung des BFM 

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vom 15.  November  2005  infolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungs-
vollzugs  vorläufig  aufgenommen  worden  ist,  nunmehr  als  Flüchtling 
anzuerkennen und ihn in dieser Eigenschaft vorläufig aufzunehmen. 

7.
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz (vgl. Art. 
44 Abs. 1 AsylG). Vorliegend hat der Kanton dem Beschwerdeführer 
keine Aufenthaltsbewilligung erteilt (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 
1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Der Beschwerdeführer 
kann  sich  auch  nicht  auf  einen  dahingehenden  Anspruch  berufen 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 21). Seine Wegweisung aus der Schweiz steht 
somit im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen.

8.
Aufgrund der objektiv begründeten Furcht des Beschwerdeführers, in 
Syrien künftig im Sinne von Art. 3 AsylG verfolgt zu werden,  erweist 
sich  der  Vollzug der  Wegweisung dagegen wegen drohender  Verlet-
zung des flüchtlingsrechtlichen Gebots des Non-Refoulements als un-
zulässig (Art. 5 Abs. 1 AsylG sowie Art. 83 Abs. 1 und 3 des Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder [AuG, SR 142.20]).

9.
Die Beschwerde ist  folglich teilweise  gutzuheissen,  soweit  die  Aner-
kennung  der  Flüchtlingseigenschaft  beantragt  wird.  Soweit  die  Ge-
währung von Asyl und die Aufhebung der Wegweisung beantragt wird, 
ist  die  Beschwerde  abzuweisen.  Die  angefochtene  Verfügung  vom 
4. April  2003  ist  demzufolge  entsprechend  aufzuheben,  soweit  dies 
nicht  bereits  wiedererwägungsweise  durch  das  BFM  mit  Verfügung 
vom 15. September  2005 in  Bezug auf  den Wegweisungsvollzug er-
folgt ist.

10.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  Beschwerdeführer 
praxisgemäss um zwei Drittel reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe 
von Fr. 200.-- aufzuerlegen; dieser Betrag ist in entsprechendem Um-
fang mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- 
zu verrechnen; der überschiessende Betrag von Fr. 400.-- ist zurück-
zuerstatten (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 2 und 3 des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

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Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 
Bst. a VGG).

11.
Dem teilweise obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer ist so-
dann in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Regle-
ments über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht vom 21. Februar 2008 (VGKE, SR 173.320.2) eine praxis-
gemäss um einen Drittel reduzierte Entschädigung für die ihm notwen-
digerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Diese wird unter 
Berücksichtigung  der  als  angemessen  zu  erachtenden  Kostennote 
seines Rechtsvertreters auf  Fr. 900.-- (inklusive Auslagen und Mehr-
wertsteueranteil) festgesetzt. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  insoweit  teilweise  gutgeheissen,  als  die  Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft beantragt wird. Im Übrigen wird die 
Beschwerde abgewiesen,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden 
ist.

2.
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführer als Flüchtling auf-
zunehmen.

3.
Dem Beschwerdeführer  werden  ermässigte  Verfahrenskosten im Be-
trag von Fr. 200.-- auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kosten-
vorschuss von Fr. 600.-- verrechnet. Der überschiessende Betrag von 
Fr. 400.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 

4.
Das BFM hat dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 900.-- zu entrichten. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Zahladresse-Formular)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten (per Kurier, in Kopie; Ref.-Nr. N____

- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand: 

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