# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cb88560-6080-5818-b77d-4aaec42846a0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-09-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 07.09.2005 IV-2005/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2005-57_2005-09-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2005/57

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 07.09.2005

Entscheiddatum: 07.09.2005

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 07.09.2005
Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG und Art. 29 Abs. 2 BV: Ein Einschlafen am Steuer mit 
Selbstunfall stellt in der Regel - so auch im vorliegenden Fall - eine schwere 
Widerhandlung im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG dar. Dabei kann die 
Mindestentzugsdauer von drei Monaten auch aus Gründen der 
Verhältnismässigkeit nicht unterschritten werden. Es liegt ausserdem keine 
Verletzung der Begründungspflicht seitens der Vorinstanz vor 
(Verwaltungsrekurskommission, IV-2005/57, 7. September 2005).

Präsident Bruno Paoletto, Mitglieder Ruedi Winet und Urs Früh; a.o. 

Gerichtsschreiberin Tatjana Bont

In Sachen

A. B.,

Rekurrentin,

vertreten durch,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Personenzulassung, Oberer Graben 

32, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

Führerausweisentzug für die Dauer von drei Monaten

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Sachverhalt:

A.- Am Dienstag, dem 15. Februar 2005, um 7.25 Uhr, lenkte A. B. den Personenwagen 

"Renault Espace" von D. kommend auf der Autobahn A1 Richtung C. mit einer 

Geschwindigkeit von 60 km/h. Zu diesem Zeitpunkt gab es Schneefall. Auf der Höhe 

von E. geriet das Fahrzeug beim Befahren einer leichten Linkskurve kontinuierlich nach 

rechts und streifte schliesslich, den Pannenstreifen befahrend, die Randleitplanke. Im 

Anschluss daran geriet der Wagen ins Schleudern. A. B. verlor dabei die Kontrolle über 

das Fahrzeug und kollidierte erneut mit der Randleitplanke. Schliesslich kam das 

Fahrzeug quer zur Fahrtrichtung, mit dem Heck auf dem Standstreifen befindend, zum 

Stillstand. Am Fahrzeug sowie an der Autobahnanlage entstand erheblicher 

Sachschaden. A. B. blieb unverletzt.

B.- Mit Bussenverfügung vom 23. März 2005 büsste die Zweistelle F. des 

Untersuchungsamtes H. A. B. wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln in 

Anwendung von Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 VRV und Art. 90 Ziff. 2 SVG mit Fr. 

500.--. Die Bussenverfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

C.- Mit Verfügung vom 19. Mai 2005 entzog das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt 

des Kantons St. Gallen, Abteilung Personenzulassung, A. B. den Führerausweis wegen 

Lenkens eines Personenwagens in übermüdetem Zustand und Verursachung eines 

Verkehrsunfalls in Anwendung von Art. 31 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 16c Abs. 

1 lit. c (recte: a) SVG für die Dauer von drei Monaten.

D.- Gegen diese Verfügung erhob A. B. durch ihren Vertreter mit Eingabe vom 1. Juni 

2005 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, es sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben, eventuell sei die Ziff. 1 der Verfügung in der 

Weise abzuändern, dass der Führerausweisentzug auf die Dauer von höchstens einem 

Monat beschränkt werde, unter Kostenfolge. - Auf die Ausführungen zur Begründung 

des Antrags wird, soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Mit Vermerk vom 1. Juli 2005 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 1. Juni 2005 ist rechtzeitig eingereicht 

worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 24 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG; Art. 41 lit. e, 

45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: 

VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

 

2.- Hinsichtlich des vorinstanzlichen Verfahrens rügt die Rekurrentin die Begründung 

der angefochtenen Verfügung. Die Vorinstanz habe sich mit ihren Darlegungen in der 

Stellungnahme vom 9. Mai 2005 nur ansatzweise auseinander gesetzt. Dadurch werde 

das rechtliche Gehör verletzt.

a) Nach Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101) haben die 

Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs 

leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörden ab, ihre 

Verfügungen und Entscheide zu begründen (BGE 129 I 232 E. 3.2). Das ergibt sich 

auch aus der bis zum 31. Dezember 2004 gültigen Fassung von Art. 35 Abs. 2 der 

Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr 

(SR 741.51) sowie aus Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP. Auf den vorliegenden Fall bezogen 

bedeutet dies, dass die Entzugsverfügung sich mit den wesentlichen Einwendungen 

der Rekurrentin kurz auseinander zu setzen hat. Die Rekurrentin soll aus der 

Begründung der Verfügung ersehen, dass ihre Vorbringen von Seiten der Vorinstanz 

tatsächlich gehört, sorgfältig und ernsthaft geprüft und in der Entzugsverfügung 

berücksichtigt worden sind. Insoweit hat die Begründungspflicht einen 

persönlichkeitsbezogenen Aspekt, dient der Transparenz der Entscheidfindung und 

ermöglicht erst die sachgerechte Anfechtung. Sie zwingt die Vorinstanz aber auch zu 

einer gewissen Selbstkontrolle über die Sachlichkeit ihrer Entscheidmotive. Dabei ist 

die Begründungsdichte abhängig von der Entscheidungsfreiheit der Vorinstanz und der 

Eingriffsintensität der Verfügung (vgl. dazu VRKE IV vom 25. Mai 2005 in Sachen Th. 

St., S. 6, mit weiteren Hinweisen).

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b) In der Stellungnahme vom 9. Mai 2005 lässt die Rekurrentin vorbringen, sie 

akzeptiere zwar, den Unfall verursacht zu haben. Der Grund dafür sei aber letztlich 

unklar. Es habe geschneit, doch hätte dies auf die Sichtverhältnisse keinen Einfluss 

gehabt. Die Annahme eines Sekundenschlafes sei lediglich eine Annahme. Die 

Wahrscheinlichkeit, dass das Fahrzeug auf der Unterlage ins Rutschen gekommen und 

so der Unfall entstanden sei, sei viel grösser. Jedenfalls könne die Rekurrentin sich 

nicht an einen Sekundenschlaf erinnern. Sie würde nie bewusst übermüdet ein 

Fahrzeug lenken. In der angefochtenen Verfügung wird festgehalten, dass die 

Stellungnahme geprüft worden sei. Dabei sei davon auszugehen, dass die Rekurrentin 

mit rechtskräftiger Bussenverfügung wegen grober Verkehrsregelverletzung unter 

anderem in Anwendung von Art. 90 Ziff. 2 SVG mit Fr. 500.-- gebüsst worden sei. Es 

seien vorliegend keine Gründe ersichtlich, die ein Abweichen vom strafrichterlichen 

Urteil rechtfertigen könnten. Aus dieser Begründung geht zweifellos hervor, dass die 

Vorinstanz davon ausgegangen ist, dass die Rekurrentin damals das Fahrzeug in 

übermüdetem Zustand gelenkt und zufolge eines Sekundenschlafes einen 

Verkehrsunfall verursacht hat. Damit hat die Vorinstanz auf die rechtskräftige 

Bussenverfügung und dem dieser Verfügung zugrunde liegenden Polizeirapport vom 2. 

März 2005 abgestellt, was gleichzeitig bedeutet, dass sie der Version der Rekurrentin 

bezüglich des Unfallhergangs nicht expressis verbis gefolgt ist. Darin ist aber keine 

Verletzung der Begründungspflicht zu erblicken.

c) Es ergibt sich somit, dass eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht vorliegt, 

weshalb der entsprechende Einwand der Rekurrentin nicht zu hören ist.

3.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die 

Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem 

Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder 

Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz 

unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und 

schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer 

durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer 

hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). 

Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln 

eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. 

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a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche 

Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die 

Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG).

4.- Im Rekurs ist angesichts der rechtskräftigen strafrechtlichen Verurteilung (zur 

Bindungswirkung vgl. GVP 1996 Nr. 11) davon auszugehen, dass die Rekurrentin am 

15. Februar 2005, um 7.30 Uhr, auf der Autobahn A1 Richtung C. auf der Höhe von E. 

zufolge übermüdeten Zustandes (Sekundenschlaf) in einer Linkskurve kontinuierlich 

nach rechts abkam und schliesslich, den Pannenstreifen befahrend, die Randleitplanke 

streifte. Im Anschluss daran geriet das Fahrzeug ins Schleudern, wobei die Rekurrentin 

die Kontrolle über den Personenwagen verlor und verunfallte. Sie hat damit Art. 31 Abs. 

2 SVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, 

abgekürzt: VRV) verletzt, wie der Strafrichter und die Vorinstanz zutreffend festgehalten 

haben.

5.- Der Strafrichter ist von einer groben Verletzung der Verkehrsregeln ausgegangen 

(Art. 90 Ziff. 2 SVG). Ebenso hat die Vorinstanz die Verletzung von Art. 31 Abs. 2 SVG 

in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 VRV durch die Rekurrentin als schwere Widerhandlung 

gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

qualifiziert. Zur Begründung wird in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, dass 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Verschulden eines Fahrzeugführers, 

der am Steuer einschlafe, in der Regel als schwer zu bezeichnen sei.

a) Gegen die Qualifikation ihres Verhaltens als schwere Widerhandlung bringt die 

Rekurrentin vor, die "grobe Verkehrsregelverletzung" gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG sei 

nicht identisch mit der schweren Widerhandlung gegen die Verkehrsvorschriften nach 

Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG. Art. 16c SVG führe in Abs. 1 lit. a denn auch in nicht zu 

missdeutender Klarheit aus, dass nicht jede grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine 

schwere Widerhandlung im Sinne dieser Bestimmung darstelle, sondern nur, wenn die 

Täterschaft damit "eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in 

Kauf nimmt". Das die Bussenverfügung ausfällende Untersuchungsamt H. habe die 

Verfehlung der Rekurrentin offensichtlich nicht als schwerwiegend betrachtet, 

andernfalls nicht trotz Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung lediglich eine 

Busse von Fr. 500.-- verhängt worden wäre. Eine grobe Verkehrsregelverletzung sei 

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offenbar objektiv als erfüllt angesehen worden, das subjektive Verschulden sei aber 

gering eingeschätzt worden. Eine schwere Widerhandlung gegen die 

Verkehrsvorschriften im Sinne von Art. 16 Abs. 1 lit. a SVG setze offensichtlich auch ein 

subjektives Verschulden voraus. Es müsse nicht nur eine grobe 

Verkehrsregelverletzung, sondern auch ein mindestens als grobe Fahrlässigkeit zu 

taxierendes subjektives Verhalten vorliegen. Grobe Fahrlässigkeit werde auch mit 

"bewusster Fahrlässigkeit" gleichgesetzt. Die Täterschaft erkenne die Gefahr klar und 

lasse sich trotzdem darauf ein. Dies sei offenkundig hier nicht der Fall. Die Rekurrentin 

sei nach dem Nachtdienst vom Spital nach Hause gefahren. Daran sei sie aber 

gewöhnt. Zwar sei sie wahrscheinlich trotzdem übermüdet gewesen, doch habe sie 

dies nicht erkannt. Hinzu komme, dass der Unfall bei wenig Verkehr passiert sei. 

Konkret sei kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet worden, schon gar nicht im 

Sinne der bewussten Fahrlässigkeit seitens der Rekurrentin. Es dürfe auch ohne 

weiteres angenommen werden, dass der Rekurrentin auch eine kurzfristige 

Administrativmassnahme genügend Warnung sein werde.

b) Gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG begeht eine schwere Widerhandlung, wer durch 

grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer 

hervorruft oder in Kauf nimmt. Mit der am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Änderung 

des Strassenverkehrsgesetzes hat der Gesetzgeber den Wortlaut von Art. 16c Abs. 1 

lit. a SVG gänzlich dem Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG angeglichen. Gemäss 

Botschaft ist damit keine materielle Änderung zum früheren Recht gewollt (vgl. Art. 16 

Abs. 3 lit. a in der bis 31. Dezember 2004 geltenden Fassung des 

Strassenverkehrsgesetzes, AS 1959 S. 679, vgl. Botschaft in BBl 1999 S. 4489; R. 

Schaffhauser, Die neuen Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: 

Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 161 ff., insbesondere S. 

186). Art. 90 Ziff. 2 SVG ist objektiv erfüllt, wenn der Täter eine wichtige 

Verkehrsvorschrift in objektiv schwerwiegender Weise missachtet und die 

Verkehrssicherheit abstrakt oder konkret gefährdet hat. Subjektiv erfordert der 

Tatbestand, dass dem Täter aufgrund seines rücksichtslosen oder sonst wie 

schwerwiegend regelwidrigen Verhaltens zumindest eine grobe Fahrlässigkeit 

vorzuwerfen ist. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 

Ziff. 2 SVG ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Die erhöhte 

abstrakte Gefahr setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder 

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Verletzung voraus (vgl. BGE 123 II 106 E. 2a und 37 E. 1b). Es bedarf damit nach wie 

vor sowohl einer qualifizierten objektiven Gefährdung als auch eines qualifizierten 

Verschuldens. Ist das Verschulden gross, die Gefährdung aber gering oder umgekehrt 

das Verschulden gering und die Gefährdung gross, so handelt es sich um eine 

mittelschwere Widerhandlung (BBl 1999 S. 4489). Es gelten damit bezüglich der 

Abgrenzung dieser Widerhandlungen die bisherigen bekannten Massstäbe.

c) Die Rekurrentin hat bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h bei Schneefall aufgrund 

eines Sekundenschlafes auf der Autobahn A1 die Herrschaft über das Fahrzeug 

verloren und verunfallte. Dabei muss von einer erhöht-abstrakten Gefährdung 

ausgegangen werden (BGE 105 Ib 257). Zudem muss diese Gefährdung in objektiver 

Hinsicht als schwerwiegend bezeichnet werden. Denn ein übermüdeter Fahrer gilt, 

gleich wie ein angetrunkener oder sonst nicht fahrfähiger Lenker, als fahrunfähig im 

Sinne des Strassenverkehrsrechts (vgl. Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG). Wer nämlich in 

übermüdetem Zustand ein Motorfahrzeug lenkt, gefährdet den Verkehr in schwerer 

Weise, da die Fahrunfähigkeit den Lenker an der sicheren Führung des Fahrzeuges 

hindert, was immer wieder zu schweren Unfällen führt. Im vorliegenden Fall ist es 

deshalb dem Zufall zu verdanken, dass keine weiteren Fahrzeuge in einen Unfall 

verwickelt wurden, zumal der Unfall bei Schneefall und regem Verkehrsaufkommen 

erfolgte und unmittelbar hinter der Rekurrentin ein anderes Fahrzeug folgte. Dass die 

Rekurrentin damals mit angepasster Geschwindigkeit fuhr, ist dabei irrelevant, da es 

sich hierbei um ein Einnicken am Steuer und nicht um eine Fahrt mit überhöhter 

Geschwindigkeit handelt.

d) Was das Verschulden der Rekurrentin anbelangt, so wiegt dieses entgegen ihren 

Ausführungen schwer. Denn erfahrungsgemäss kündigt sich eine starke, die 

Fahrfähigkeit beeinträchtigende Ermüdung mit eindeutigen Symptomen (Lidschwere, 

Trübung des Blicks, Gähnen, Abschweifen der Gedanken usw.) an. Ein Einschlafen am 

Steuer (Sekundenschlaf) ohne vorherige subjektiv erkennbare 

Ermüdungserscheinungen ist deshalb bei einem gesunden Lenker als schlechthin 

ausgeschlossen zu betrachten (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen 

Strassenverkehrsrechts, Band I, 2. Auflage, Rz 522 f., derselbe in Band III Rz 2329 mit 

Anm. 1). Treten bei einem Fahrzeuglenker die ersten Ermüdungserscheinungen auf, so 

hat er sofort an der nächstgelegenen sicheren Stelle anzuhalten. Indem die Rekurrentin 

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die Ermüdungssymptome nicht beachtete und weiterfuhr, bis sie einnickte und mit dem 

Auto einen Selbstunfall verursachte, hat sie grobfahrlässig gehandelt. Diese Ansicht 

teilt auch der Strafrichter, der Art. 90 Ziff. 2 SVG angewendet hat, womit er das 

Verschulden der Rekurrentin entgegen deren Behauptung ebenfalls als schwer 

gewichtet hat.

e) Die Vorinstanz wirft der Rekurrentin somit zu Recht vor, den Tatbestand von Art. 16c 

Abs. 1 lit. a SVG erfüllt zu haben. Diese rechtliche Qualifikation des Fehlverhaltens der 

Rekurrentin entspricht im Übrigen der Praxis des Bundesgerichtes (vgl. BGE 126 II 206 

ff.) sowie konstanter Praxis der urteilenden Instanz (vgl. GVP 1994 Nr. 15 sowie VRKE 

IV vom 12. März 2003 in Sachen D. R., vom 16. April 2003 in Sachen S. L. und vom 3. 

September 2004 in Sachen C. B.).

6.- Zu prüfen bleibt die von der Vorinstanz verfügte Dauer des Entzugs des 

Führerausweises von drei Monaten.

Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind gemäss 

Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die 

Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als 

Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. 

Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Gemäss Art. 16c 

Abs. 2 lit. a SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer schweren 

Widerhandlung mindestes für drei Monate entzogen.

Die Vorinstanz hat der Rekurrentin in der angefochtenen Verfügung den Führerausweis 

für die gesetzlich vorgeschriebene minimale Entzugsdauer von drei Monaten entzogen. 

Da das Gesetz eine Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer ausschliesst (Art. 16 

Abs. 3 SVG), erübrigt es sich, massnahmemindernde Umstände wie insbesondere eine 

berufliche Angewiesenheit der Rekurrentin auf das Führen eines Motorfahrzeugs zu 

prüfen (vgl. zum früheren Recht SJZ 97/2001 S. 524 f.). Das gilt ebenfalls für den 

ungetrübten automobilistischen Leumund der Rekurrentin, die den Führerausweis der 

Kategorie B schon seit Juli 1972 besitzt. Angesichts der zwingenden Natur der 

gesetzlichen Mindestentzugsdauer verbleibt der rechtsanwendenden Behörde auch 

kein Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie Überlegungen zur Verhältnismässigkeit 

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der Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur Besserung des Betroffenen anstellen 

könnte (vgl. Botschaft S. 4486). Damit steht auch fest, dass die Mindestentzugsdauer 

selbst in Ausnahmesituationen im Sinn der bisherigen bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. z. B. BGE 120 Ib 504 ff., 115 Ib 159 ff., 118 Ib 233 f.) nicht 

unterschritten werden kann, abgesehen davon, dass vorliegend ein solcher 

Ausnahmefall weder geltend gemacht wird, noch aus den Akten ersichtlich ist. Die 

verfügte Entzugsdauer von drei Monaten ist damit nicht zu beanstanden.

7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist.

8.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist 

angemessen (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist zu verrechnen.

Entscheid:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Rekurrentin bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 1'000.-- unter Verrechnung des 

Kostenvorschusses von Fr. 1'000.--.

Der Präsident:

Bruno Paoletto

 

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

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		2025-07-19T17:04:28+0200
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