# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94b25a40-af9f-5297-a203-a7cf7a83a880
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 04.07.2017 U 2017 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2017-30_2017-07-04.pdf

## Full Text

A

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 30

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, Meisser

Aktuarin ad hoc Hemmi

URTEIL

vom 4. Juli 2017

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ SA,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jon Andri Moder,

Beschwerdeführerin
gegen 

Tiefbauamt Graubünden,
vertreten durch Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubünden, 

Beschwerdegegner
und

B._____,
Beigeladener

betreffend Submission

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1. Das Tiefbauamt Graubünden (TBA) schrieb am 24. November 2016 im 

Kantonsamtsblatt und auf der Internetplattform SIMAP (Informationssys-

tem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) die Winter-

dienstarbeiten für die Saison 2017/2018 bis Saison 2026/2027 für das 

ganze Kantonsgebiet im offenen Verfahrens aus, unterteilt in rund 130 

verschiedene Lose. In den Ausschreibungsunterlagen wurden Eignungs- 

und Zuschlagskriterien aufgeführt. In Bezug auf die Eignungskriterien 

wurden die Anbieter dazu angehalten, auf Verlangen den Nachweis über 

ihre organisatorische, technische und finanzielle Leistungsfähigkeit zu er-

bringen sowie über ihre fachliche Eignung. Folgende Zuschlagskriterien 

und Gewichtungen wurden vorgegeben:

- Preis 50 %
- Ökologische Aspekte – Abgasnormkategorie 20 %
- Erfahrung und Referenzen 15 %

Qualität der Garagierung für Fahrzeuge und Geräte 15 %

Eine der Ausschreibungen betraf Winterdienstarbeiten. Die nachgesuchte 

Dienstleistung betraf auf dem genannten Streckenabschnitt die Winter-

dienstarbeiten, die Schneeräumung und den Streudienst. 

2. Innert der bis am 22. Dezember 2016 laufenden Eingabefrist reichten 

zwei Anbieter ihre Offerten beim TBA ein. Anlässlich der Offertöffnung am 

9. Januar 2017 ergab sich folgendes Bild:

- B._____, Fr. 33'257.93
- A._____ SA, Fr. 51'620.20

3. Mit Verfügung vom 14. März 2017 vergab das TBA den Auftrag an 

B._____ zum Preis von Fr. 33'257.90 (inkl. MwSt.). Zur Begründung führ-

te das TBA aus, dass es sich um das wirtschaftlich günstigste Angebot 

handle. Dieser Entscheid wurde den beiden Anbietern am 17. März 2017 

mitgeteilt.

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4. Gegen diesen Entscheid liess die zweitplatzierte A._____ SA (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) am 28. März 2017 Beschwerde beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden erheben. Sie beantragte kostenfäl-

lig die Aufhebung der angefochtenen Vergabeverfügung und Erteilung 

des Zuschlags an sich selber; eventualiter sei die Angelegenheit nach 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung zur Neubeurteilung an die Vor-

instanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte die Be-

schwerdeführerin die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Zur Begrün-

dung ihrer Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

vor, dass die Vergabebehörde die Eignung des berücksichtigten Anbie-

ters nicht genügend geprüft habe. Zudem sei die organisatorische und fi-

nanzielle Leistungsfähigkeit des Zuschlagsempfängers hinsichtlich der Er-

füllung des Auftrags zweifelhaft. Die Überprüfung der fehlenden Eignung 

des Zuschlagsempfängers könne entweder im Rahmen des Beschwerde-

verfahrens erfolgen oder durch Rückweisung der Angelegenheit zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz.

5. Der beigeladene Zuschlagsempfänger liess sich nicht vernehmen. 

6. Die Vergabebehörde (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in 

ihrer Vernehmlassung vom 26. April 2017 die Abweisung der Beschwerde 

unter Kostenfolge. Begründend führte die Beschwerdegegnerin an, dass 

der grosse Preisunterschied zwischen den beiden Angeboten nicht auf 

ungewöhnlich hohe Rabattsätze des Zuschlagsempfängers zurückzu-

führen sei, sondern auf die Nichtgewährung eines Rabatts auf die AS-

TAG-Kostensätze durch die Beschwerdeführerin. Diese Offerierungswei-

se erstaune umso mehr, als die Beschwerdeführerin für die Auftragsertei-

lung einen rund 14-jährigen und somit fast abgeschriebenen Unimog ein-

zusetzen gedachte. Es mache deshalb den Anschein, dass die Be-

schwerdeführerin für den strittigen Auftrag keine Konkurrenten erwartete. 

Die Beschwerdegegnerin habe hingegen bei diesem relativ einfachen 

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Auftrag auf die eingereichten Offertangaben abstellen dürfen und habe 

keine weitergehenden Sachverhaltsabklärungen treffen müssen. Sie habe 

beim Zuschlagsempfänger die üblichen Kontrollen durchgeführt und etwa 

die Richtigkeit der Angaben in der Selbstdeklaration stichprobenweise 

kontrolliert, alles im Rahmen ihrer personellen Kapazitäten. Insgesamt 

seien keine Rechtsverletzungen ausgewiesen, welche die Aufhebung des 

Vergabeentscheids rechtfertigen würden. 

7. In ihrer Replik vom 22. Mai 2017 wirft die Beschwerdeführerin der Be-

schwerdegegnerin vor, zu Unrecht keine genauere Überprüfung der Leis-

tungsfähigkeit des Zuschlagsempfängers vorgenommen zu haben, und 

dies, obschon starke Indizien dafür sprechen würden, dass diese beim 

Zuschlagsempfänger nicht gegeben sei. Aus den eingeholten Steuerun-

terlagen gehe hervor, dass der berücksichtigte Anbieter über keinerlei Be-

triebsstruktur verfüge. Ausserdem werde er quellenbesteuert, woraus zu 

schliessen sei, dass es sich um einen ausländischen Arbeitnehmer ohne 

fremdenpolizeiliche Niederlassungsbewilligung handle. 

8. Die Beschwerdegegnerin verteidigt in ihrer Duplik vom 31. Mai 2017 ihre 

Vergabe. Es sei ausreichend, wenn der Zuschlagsempfänger bei Beginn 

des Auftrags über die zugesicherte Infrastruktur verfüge. Ein Eintrag im 

Handelsregister sei für einen Auftrag wie den hier strittigen nicht relevant. 

Bei Vorliegen wichtiger Gründe wie z.B. mangelhafter Auftragsausführung 

könne die Beschwerdegegnerin den Auftrag jederzeit kündigen und neu 

vergeben. Dadurch sei der Kanton als Auftraggeber abgesichert, sollte 

der Zuschlagsempfänger wider Erwarten seinen vertraglichen Verpflich-

tungen nicht nachkommen.

9. Die Beschwerdeführerin reichte trotz Aufforderung keine Honorarnote ein. 

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Auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Vergabeverfügung vom 14. März 

2017, mit welcher die Beschwerdegegnerin die öffentlich ausgeschriebe-

nen Winterdienstarbeiten von 2017/2018 bis 2026/2027 an den Anbieter 

zum Preis von Fr. 33'257.90 (inkl. MwSt.) vergab und somit das Angebot 

der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigte. Beschwerdethema ist hier 

die Rechtmässigkeit des Arbeitszuschlags Nr. 31 an den Zuschlagsemp-

fänger.

2. Auf das vorliegende Verfahren gelangen die interkantonale Vereinbarung 

über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; SR 172.056 [BR 

803.510]), das kantonale Submissionsgesetz (SubG; BR 803.300) sowie 

die kantonale Submissionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur Anwen-

dung. Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den zur Behandlung der Beschwerde ist unbestritten; sie ergibt sich aus 

Art. 15 Abs. 1 IVöB i.V.m. Art. 25 Abs. 1 SubG. Als durch Beschwerde 

selbständig anfechtbare Verfügung gilt unter anderem der Zuschlag durch 

die Vergabebehörde (Art. 15 Abs. 1bis lit. e IVöB, Art. 25 Abs. 2 lit. c 

SubG). Beschwerden sind schriftlich und begründet innert zehn Tagen 

seit der Eröffnung der Verfügung einzureichen (Art. 15 Abs. 2 IVöB, Art. 

26 Abs. 1 SubG). Gemäss Art. 50 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) ist zur Beschwerde legitimiert, wer 

durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 

Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat […]. Vorliegend ist die 

Beschwerdeführerin als unterlegene Anbieterin, die bei einem Obsiegen 

mit ihren Anträgen reelle Chancen auf den Zuschlag hätte, zur Beschwer-

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de an das Verwaltungsgericht legitimiert. Die Beschwerdeschrift ist zudem 

frist- und formgerecht eingereicht worden, weshalb auf die Beschwerde 

einzutreten ist.

3. In verfahrensrechtlicher Hinsicht gilt es festzuhalten, dass mit dem vorlie-

genden Entscheid in der Sache selbst die Beurteilung des prozessualen 

Antrags der Beschwerdeführerin um Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung obsolet wird.

4. Die Überprüfung von Vergabeverfügungen beschränkt sich gemäss Art. 

27 Abs. 1 SubG auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung 

oder Missbrauch des Ermessens sowie auf unvollständige oder unrichtige 

Sachverhaltsfeststellungen. Dagegen kann das Verwaltungsgericht nicht 

sein Ermessen an die Stelle jenes der Vorinstanz setzen, sondern hat Lö-

sungen der Verwaltung zu akzeptieren, die mit sachlichen Gründen ver-

tretbar sind, auch wenn eine andere Lösung als zweckmässiger erschie-

ne. Bei Fragen technischer, technologischer, (bau)physikalischer und me-

thodologischer Art oder bei Eignungs- und Angebotsbewertungen ist die 

Kognition – wie bei Examina – praktisch auf Willkür begrenzt (Urteile des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 08 36 vom 20. Mai 2008 

E. 1, U 10 65 vom 17. August 2010 E. 2). Aber auch bei der Bewertung 

der einzelnen Angebote aufgrund der ausgewählten Zuschlagskriterien 

kommt der Vergabebehörde praxisgemäss ein weiter Ermessensspiel-

raum zu (Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 08 

36 vom 20. Mai 2008 E. 1, U 10 35 vom 14. April 2010 E. 1, U 10 84 vom 

19. Oktober 2010 E. 2). Bei reinen Fragen der Bewertung der in einem 

Vergabeverfahren eingereichten Offerten nach den jeweils massgeben-

den Zuschlagskriterien tritt das Gericht aus diesem Grund nicht als Ober-

notengeber auf. Es kann nur dort eingreifen, wo eine Bewertung erwiese-

nermassen falsch und sachlich nicht haltbar ist. Rein appellatorische Kritik 

an der Notengebung kann das Gericht nicht zum Eingreifen und zur Kor-

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rektur veranlassen. Voraussetzung für ein Eingreifen und eine Korrektur 

ist vielmehr der Nachweis einer willkürlichen, sachlich nicht zu rechtferti-

genden Bewertung eines Kriteriums. Die umschriebene Kognitionsbe-

schränkung gilt auch hinsichtlich der Eignungskriterien. Diese sind dazu 

bestimmt, die finanziellen, wirtschaftlichen, technischen und organisatori-

schen Fähigkeiten der Bewerber zu ermitteln. Obschon sich die Eig-

nungskriterien auf die Person des Anbieters beziehen, müssen sie des-

sen ungeachtet in einem direkten und konkreten Bezug stehen zur Leis-

tung, die zu erbringen ist, und zwar in dem Sinn, dass sie sich auf die zur 

erfolgreichen Erbringung dieser Leistung notwendigen Qualifikationen be-

ziehen müssen. Auch dabei steht der Vergabebehörde ein weiter Ermes-

sensspielraum zu (Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden U 09 41 vom 19. Juni 2009 E. 3a, U 10 65 vom 17. August 

2010 E. 2, U 11 19 vom 28. Juni 2011 E. 2).

5. a) In materieller Hinsicht ist unter anderem strittig, ob die Beschwerdegegne-

rin die Eignungskriterien "organisatorische und finanzielle Leistungsfähig-

keit" im Fall des Zuschlagsempfängers zu Recht als erbracht angesehen 

hat. Eignungskriterien umschreiben die Anforderungen, welche an die 

Anbieter gestellt werden, um hinreichend zu gewährleisten, dass sie ins-

besondere in fachlicher, wirtschaftlicher, technischer und organisatori-

scher Hinsicht zur Ausführung des geplanten Auftrags in der Lage sind 

und dass es im Rahmen einer allfälligen Auftragserfüllung nicht zu Pro-

blemen kommt, die letztlich auf eine irgendwie geartete Unfähigkeit des 

Leistungserbringers zurückzuführen sind (Urteil des Kantonsgerichts Ba-

sel-Landschaft vom 29. Mai 2013 [810 13 44] E. 4.1). Der Auftraggeber 

legt objektive und überprüfbare Eignungskriterien in den Ausschreibungs-

unterlagen fest (Art. 20 Abs. 1 SubG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 lit. g SubV). 

Gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. d SubG wird ein Angebot von der Berücksichti-

gung insbesondere dann ausgeschlossen, wenn der Anbieter die gefor-

derten Eignungskriterien nicht oder nicht mehr erfüllt. Eignungskriterien 

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sind im Normalfall Ausschlusskriterien, die entweder erfüllt sind oder 

nicht. Das Vorliegen der verlangten Eignung führt zur Zulassung, deren 

Fehlen zum Ausschluss vom Submissionsverfahren. Die Eignungskriteri-

en sind von den Zuschlagskriterien abzugrenzen, anhand derer unter den 

geeigneten Anbietern das wirtschaftlich günstigste Angebot ermittelt wird 

(vgl. Handbuch des öffentlichen Beschaffungswesens im Kanton 

Graubünden, hrsg. vom Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubün-

den, Stand 1. Januar 2014, Ziff. 8.9).

b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Zuschlagsempfänger erfülle 

die Eignungskriterien "organisatorische und finanzielle Leistungsfähigkeit" 

nicht, weshalb sein Angebot vom Verfahren hätte ausgeschlossen werden 

müssen. Die organisatorische Leistungsfähigkeit setze eine Betriebsstruk-

tur voraus. Diese sei beim Zuschlagsempfänger nicht vorhanden. So sei 

er z.B. nicht als Einzelfirma im Handelsregister eingetragen. Auch habe 

der Zuschlagsempfänger weder eine Geschäftsadresse, einen Telefon-

bucheintrag noch einen Interneteintrag. Aus den eingereichten Steuerun-

terlagen gehe hervor, dass er quellenbesteuert werde, woraus zu schlies-

sen sei, dass es sich um einen ausländischen Arbeitnehmer ohne frem-

denpolizeiliche Niederlassungsbewilligung handle. Im Weiteren sei der 

Zuschlagsempfänger bis anhin während der Bausaison bei der Firma 

C._____, und während des Winters bei den Bergbahnen D._____ als 

Chauffeur angestellt gewesen. Es stelle sich deshalb die Frage, ob sich 

die Schneeräumung mit seiner Tätigkeit als angestellter Chauffeur ver-

einbaren lasse. Zudem sei fraglich, ob und wenn ja in welcher Form der 

Ersatzchauffeur, welcher ebenfalls bei der Firma C._____, als Chauffeur 

arbeite, tatsächlich zur Verfügung stehe. Ein weiteres Indiz für die fehlen-

de Betriebsstruktur sei die Angabe im Angebot, wonach das Kontrollschild 

für das einzusetzende Fahrzeug erst mit der Auftragserteilung eingelöst 

werde. Auch würden beim Zuschlagsempfänger jegliche Referenzanga-

ben für Winterdienstarbeiten fehlen. Schliesslich sei nicht bekannt, wie 

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der Zuschlagsempfänger die Anschaffung des Räumungsfahrzeugs fi-

nanziere. Die Kosten für die Anschaffung des von ihm aufgeführten Räu-

mungsfahrzeugs würden sich auf etwa Fr. 150'000.00 belaufen. Sollte er 

das Fahrzeug geleast haben, würden die Leasingkosten in schneeärme-

ren Wintern höher sein als die Räumungsentschädigung. Dies vor allem 

deshalb, weil der Zuschlagsempfänger einen Preis offeriert habe, welcher 

30 % bis 40 % unter den üblichen Ansätzen der ASTAG liege. Dem Zu-

schlagsempfänger werde es aufgrund des tiefen Offertpreises kaum mög-

lich sein, die finanzielle Leistungsfähigkeit während der vorgesehenen 

Vertragsdauer von zehn Jahren aufrechtzuerhalten. 

c) Nach Auffassung des streitberufenen Verwaltungsgerichts erweisen sich 

die Rügen der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der überzeu-

genden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung 

und der Duplik als unbegründet. Wie die Beschwerdegegnerin überzeu-

gend dargelegt hat, ist es für die Erfüllung des strittigen Auftrags nicht er-

forderlich, ob ein Anbieter im Handelsregister eingetragen ist, einen Tele-

fonbucheintrag, eine Geschäftsadresse und/oder einen Interneteintrag 

hat. Bei Winterdienstarbeiten mit einer jährlichen Auftragssumme bis rund 

Fr. 50'000.00 seien im Kanton Graubünden etliche Anbieter für die Be-

schwerdegegnerin tätig, welche organisatorisch ähnlich aufgestellt seien 

und über keinen Eintrag im Handelsregister verfügen würden. Bei der hier 

interessierenden Strasse handle es sich zudem um eine gewöhnliche Ne-

ben- bzw. Verbindungsstrasse, und nicht etwa um eine kantonale Haupt-

strasse, bei welcher grundsätzlich höhere Anforderungen an den Winter-

dienst gestellt würden. Ferner ist es für die Erfüllung des strittigen Auf-

trags auch nicht relevant, dass der quellenbesteuerte Zuschlagsempfän-

ger nicht im Besitz einer Niederlassungsbewilligung ist. Zutreffend ist an 

den Einwänden der Beschwerdeführerin, dass der Zuschlagsempfänger 

bei der Angebotseinreichung tatsächlich das einzusetzende Trägerfahr-

zeug noch nicht eingelöst hatte. Darin kann indessen – falls überhaupt – 

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allenfalls ein untergeordneter Mangel im Sinne der neueren Rechtspre-

chung erblickt werden. Gemäss Praxis des Verwaltungsgerichts des Kan-

tons Graubünden kann bei Ausschreibungen wie der vorliegenden nicht 

von jedem Anbieter verlangt werden, dass er bereits bei Einreichung sei-

nes Angebots definitiv die für die Auftragserfüllung notwendigen Disposi-

tionen wie z.B. Fahrzeuganschaffung, Garagierung, Arbeitsverträge mit 

einzusetzendem Personal vorgenommen hat. Denn dann wären die An-

bieter gezwungen, unter Umständen erhebliche Investitionen zu tätigen, 

die sich dann als nutzlos erweisen würden, wenn sie den Auftrag nicht er-

hielten. Es muss daher genügen, wenn auf die geplanten Dispositionen 

verwiesen wird (Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den U 07 44 vom 6. Juli 2007 E. 2, U 07 50 und U 07 52 vom 16. Juli 

2007 E. 3a). Vorliegend hat der Zuschlagsempfänger auf seiner Offert-

eingabe schriftlich festgehalten, dass das Kontrollschild bei Erhalt des 

Auftrags eingelöst werde (vgl. dazu Beilagen zur Offertvorlage des Zu-

schlagsempfängers vom 21. Dezember 2016 [Bg-act. 11 S. 3]). Das ist 

als ausreichend zu qualifizieren, zumal der Auftraggeber gemäss der in 

Ziff. 4.23 der Offertvorlage vorgesehenen Auflösungsklausel insbesonde-

re bei Nichterfüllung oder ungenügender Erfüllung der vertraglichen 

Hauptpflichten den Vertrag jederzeit unter Einhaltung einer angemesse-

nen Frist kündigen kann (vgl. dazu die Offertvorlage des Zuschlagsemp-

fängers vom 21. Dezember 2016 [Bg-act. 11 S. 19]). Vor diesem Hinter-

grund stellt auch eine allfällige Bindung des Zuschlagsempfängers bzw. 

seines Ersatzchauffeurs an einen Arbeitgeber keinen Grund dar, den Zu-

schlagsempfänger vom Submissionsverfahren auszuschliessen. Zudem 

ist es allein Sache des Zuschlagsempfängers und Ersatzchauffeurs, sich 

so zu organisieren, dass sie für die Erfüllung des strittigen Auftrags zur 

Verfügung stehen. Im Weiteren führt auch die bis dato mangelnde Erfah-

rung des Zuschlagsempfängers in Winterdienstarbeiten nicht zum Aus-

schluss desselben, da lediglich für die Ausführung der Winterdienstarbei-

ten der Pässe und Pass-Strecken gemäss Art. 3 der Strassenverordnung 

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des Kantons Graubünden (StrV; BR 807.110) minimale Erfahrungen im 

Fachbereich Winterdienst vorausgesetzt werden (vgl. dazu die Offertvor-

lage des Zuschlagsempfängers vom 21. Dezember 2016 [Bg-act. 11 S. 

5]) und die hier interessierende Strasse nicht unter diese Bestimmung 

fällt. Die mangelnde Erfahrung des Zuschlagsempfängers wurde aller-

dings im Rahmen des Zuschlagskriteriums "Referenzen/Erfahrung" 

berücksichtigt und mit der Note 1 bewertet, womit er sich in genügendem 

Masse gegenüber der Beschwerdeführerin differenzierte, welche hierfür 

die Note 2 erhielt (vgl. dazu die Offertbeurteilung auf Grund der Zu-

schlagskriterien gemäss Ausschreibungsunterlagen [Bg-act. 4]). Aufgrund 

seiner Tätigkeit als Chauffeur ist aber davon auszugehen, dass sich der 

Zuschlagsempfänger zumindest mit winterlichen Strassenverhältnissen 

auskennt. Was die Zweifel der Beschwerdeführerin an der Aufrechterhal-

tung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Zuschlagsempfängers 

während der insgesamt zehnjährigen Vertragsdauer betreffen, ist auch 

die oben dargelegte Überlegung wesentlich, wonach die Beschwerde-

gegnerin den Vertrag aus wichtigen Gründen jederzeit unter Einhaltung 

einer angemessenen Frist kündigen kann. Der Zuschlagsempfänger hat 

vorliegend einen Mercedes Benz, Typ Unimog U400, mit Jahrgang 2002 

und einem Kilometerstand von 125'000 km offeriert (vgl. dazu Beilagen 

zur Offertvorlage des Zuschlagsempfängers vom 21. Dezember 2016 [Bg-

act. 11 S. 3]). Die Überlegung der Beschwerdegegnerin, wonach der vom 

Zuschlagsempfänger offerierte, 14-jährige Unimog einen Restwert von 

rund Fr. 30'000.00 aufweise und dieser Betrag als realistisch einzustufen 

sei, ist nach Auffassung des streitberufenen Gerichts schlüssig und nach-

vollziehbar, zumal sich zu diesem Preis vergleichbare Angebote auf dem 

Gebrauchtwagenmarkt finden (vgl. dazu das Inserat für einen gebrauch-

ten Unimog U400, Jahrgang 2002 mit 128'000 km [Bg-act. 13 S. 1]). 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Zuschlagsempfänger 

gemäss den Ausführungen der Beschwerdegegnerin nicht 40 % Rabatt 

auf die ASTAG-Tarife gewährt hat. Vielmehr beläuft sich der von ihm offe-

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rierte Gesamtrabatt über alle Positionen auf rund 24 %. Dieser Wert be-

wegt sich angesichts des Durchschnittsrabatts von rund 27 % aller 128 

Anbieter absolut im Rahmen. Folglich sind auch die von der Beschwerde-

führerin aufgeführten Bedenken betreffend die finanzielle Leistungsfähig-

keit des Zuschlagsempfängers unbegründet. 

d) Nach dem Gesagten kann als Zwischenergebnis festgehalten werden, 

dass die Beschwerdegegnerin vorliegend bei der Bewertung der Eig-

nungskriterien im Rahmen des ihr zustehenden breiten Ermessens ge-

handelt hat. Ihre Schlussfolgerung, dass der Zuschlagsempfänger die in 

den Ausschreibungsunterlagen vorgegebenen Eignungskriterien erfüllt 

und mithin zur Ausführung des geplanten Auftrags geeignet erscheint, ist 

nicht zu beanstanden. 

6. a) Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Beschwerdegegnerin habe die 

Eignung des Zuschlagsempfängers nicht genügend geprüft und damit die 

in Art. 24 Abs. 2 SubG verankerte Pflicht, die Eignungskriterien zu prüfen, 

verletzt, welche zudem noch durch die in Art. 25 SubV statuierte Untersu-

chungsmaxime verstärkt werde. Zwar könne die Beschwerdegegnerin im 

Grundsatz auf die Angaben des Anbieters im Angebot abstellen, habe 

aber Hinweise zu prüfen, welche auf eine Einschränkung der Leistungs-

fähigkeit eines Anbieters hindeuten würden. Dabei sei unerheblich, ob sie 

hierzu über personelle Kapazitäten verfüge oder nicht. Die Rechtmässig-

keit des Zuschlags könne nicht von der Personalsituation der Beschwer-

degegnerin abhängig sein. Insbesondere seien bei jenen Anbietern allen-

falls vertiefte Abklärungen erforderlich, bei welchen aus den Angebotsun-

terlagen keine geeignete Betriebsstruktur erkennbar sei. 

Die Beschwerdegegnerin entgegnet dem, gemäss Art. 24 Abs. 2 SubV 

habe die Prüfung der Eignungs- und Zuschlagskriterien auf der Basis der 

eingereichten Angebote zu erfolgen. Sie habe deshalb bei diesem relativ 

einfachen Auftrag auf die eingereichten Offertangaben abstellen dürfen 

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und keine weitergehenden Sachverhaltsabklärungen treffen müssen. Im-

merhin habe sie vorgängig zur Vergabe vom Zuschlagsempfänger eine 

Bestätigung fristgerecht bezahlter Steuern sowie einen Auszug aus dem 

Betreibungsregister einverlangt. Die eingereichten Dokumente würden 

sich mit den Angaben auf der Selbstdeklaration decken. 

b) Es ist korrekt, dass im Rahmen eines Submissionsverfahrens die Eignung 

jedes einzelnen Anbieters zur Ausführung des Auftrags zu prüfen ist (Art. 

24 Abs. 2 SubV). Dementsprechend bestimmt Art. 25 Abs. 1 SubV, dass 

der Auftraggeber von den Anbietern Erläuterungen bezüglich ihrer Eig-

nung und ihres Angebots verlangen kann. In Würdigung der gegensätz-

lich vorgebrachten Argumente und Gesichtspunkte der Parteien ist das 

Verwaltungsgericht zur Überzeugung gelangt, dass es sich beim von der 

Beschwerdegegnerin gewählten Vorgehen, vom Zuschlagsempfänger ei-

ne Bestätigung fristgerecht bezahlter Steuern sowie einen Auszug aus 

dem Betreibungsregister einzufordern (vgl. dazu Schreiben des Tiefbau-

amts Graubünden vom 14. Februar 2017 [Bg-act. 9]) und diese Dokumen-

te mit den Angaben auf der Selbstdeklaration zu vergleichen, um eine 

taugliche und zulässige Methode handelt, um die Eignung für die Auf-

tragserfüllung zu kontrollieren. Die Vergabebehörde kann grundsätzlich 

auf die eingereichten Unterlagen abstellen (BGE 139 II 489 E. 3.2). Sie ist 

berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Angaben nachzuprüfen. Ob sie dies 

tut, liegt in ihrem Ermessen, welches nicht überschritten ist, solange nicht 

konkrete Hinweise bestehen, dass die eingereichten Unterlagen nicht 

wahr sind (Urteil des Bundesgerichts 2C_346/2013 vom 20. Januar 2014 

E. 1.3.3). Solche konkreten Hinweise sind allerdings vorliegend nicht aus-

gewiesen, zumal es sich hier um einen relativ einfachen Auftrag handelt, 

welcher sich lediglich auf eine Neben- bzw. Verbindungsstrasse bezieht, 

und nicht etwa auf eine kantonale Hauptstrasse. Nach Auffassung des 

Verwaltungsgerichts kann sich die Beschwerdegegnerin somit zu Recht 

darauf berufen, dass gemäss ihren eigenen Erfahrungen auch eine Ein-

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zelperson ohne Betriebsstruktur diesen Auftrag in der verlangten Form er-

füllen könne, so dass nicht etwa per se ein Anfangsverdacht auf man-

gelnde Eignung des Zuschlagsempfängers gegeben wäre, welcher zu 

vertieften Abklärungen Anlass gegeben hätte. Entsprechend erweist sich 

auch die zweite Rüge der Beschwerdeführerin als unbegründet. 

7. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die beiden Rügen der Be-

schwerdeführerin (mangelnde organisatorische und finanzielle Leistungs-

fähigkeit des Zuschlagsempfängers [vgl. E. 5a-d] sowie mangelhafte Prü-

fung der Eignung des Zuschlagsempfängers [vgl. E. 6a-b]) materiell ins 

Leere stossen.

8. a) Die angefochtene Vergabeverfügung vom 14. März 2017 ist somit in jeder 

Beziehung rechtens, was zur Bestätigung des Auftragszuschlags und zur 

Abweisung der Beschwerde vom 28. März 2017 führt. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Beschwer-

deführerin beantragte in ihrer Beschwerde, es sei ihr der Zuschlag für die 

Winterdienstarbeiten zum Preis von jährlich Fr. 51'620.20 zu erteilen. An-

gesichts der zehnjährigen Laufzeit des Vertrags ergibt sich damit ein Zu-

schlagswert von insgesamt über Fr. 500'000.--. Aufgrund der Höhe des 

Beschaffungswerts erscheint eine Staatsgebühr von Fr. 3'500.-- als an-

gemessen (vgl. etwa Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden U 07 44, U 07 50, U 07 52, in welchen für die Schneeräu-

mungsvergaben 2007-2017 Staatsgebühren im Bereich von Fr. 3'000.- bis 

Fr. 6'000.-- gesprochen wurden). Der Beschwerdegegnerin steht nach Art. 

78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegte.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 3'852.--

gehen zulasten der A._____ SA und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]