# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 979f476d-ac72-5343-8bb2-dcd9a7bc5333
**Source:** Basel-Stadt (BS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Stadt Sozialversicherungsgericht 15.01.2018 UV.2017.46 (SVG.2018.22)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BS_Omni/BS_SVG_001_UV-2017-46_2018-01-15.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht

  
  des Kantons Basel-Stadt

  

   

  

 

 

URTEIL

 

vom 15.
Januar 2018

 

 

Mitwirkende

 

Dr. G. Thomi (Vorsitz), lic. iur. M.
Spöndlin, Dr. med. W. Rühl     

und
Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Dreyer 

 

 

 

 

Parteien

 

A____

[...]  

vertreten durch lic. iur. B____, Advokat,

[...]         Beschwerdeführer 

 

 

 

SUVA, Rechtsabteilung,

Fluhmattstrasse 1, Postfach,
6002 Luzern  

vertreten durch MLaw C____, Advokat,

[...]

   

                                                                                            Beschwerdegegnerin

 

 

Gegenstand

 

UV.2017.46

Einspracheentscheid vom 21.
August 2017

Beweiswert eines
versicherungsinternen Gutachtens; Einstellung der Versicherungsleistungen

 

Tatsachen

I.       
 

a)        A____ (Beschwerdeführer), geboren am [...] 1966, arbeitete
für die D____ GmbH, Basel, als LKW-Fahrer resp. Geschäftsführer und war in
dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 23. oder am 24. Mai 2014 stürzte
er von der Hebebühne des Lastwagens und zog sich hierbei eine Verletzung am
rechten Knie zu (vgl. die Schadenmeldung vom 3. Juni 2014 [SUVA-Akte 1]; siehe
auch die Auskunft des Beschwerdeführers vom 7. November 2014 [SUVA-Akte 26]). Am
3. Juni 2014 konsultierte er seine Hausärztin (vgl. u.a. SUVA-Akten 5, 6 und 26).
Diese veranlasste ein MRT des rechten Kniegelenkes (vgl. den Bericht IMAMED vom
20. Juni 2014; SUVA-Akte 7). In der Folge wurde der Beschwerdeführer an Dr.
med. E____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, überwiesen, der einen "eingeschlagenen Lappenriss
medialer Meniskus Knie rechts" diagnostizierte (vgl. den Bericht von Dr. E____
vom 8. Juli 2014; SUVA-Akte 8). Die Behandlung erfolgte zunächst konservativ
(vgl. u.a. den Bericht von Dr. F____ vom 5. August 2014; SUVA-Akte
16). Wegen persistierender Beschwerden (vgl. u.a. den Bericht von Dr. E____ vom
14. August 2014; SUVA-Akte  18) fand schliesslich am 30. September 2014
ein operativer Eingriff am rechten Knie statt ("AS Knie rechts mit
medialer TME, Knorpeldébridement Trochlea und Plicateilresektion"; vgl.
den Operationsbericht [SUVA-Akte 25]). Der Beschwerdeführer klagte in der
Folge immer noch über Kniebeschwerden rechts (vgl. u.a. SUVA-Akte 35). Im
weiteren Verlauf machte er auch Beschwerden im linken Knie geltend (vgl. u.a.
SUVA-Akte 50). 

b)        Am 28. April 2015 fand eine Untersuchung durch den
Kreisarzt der SUVA statt (vgl. den entsprechenden Bericht; SUVA-Akte 50). In
der Folge wurden am 19. Mai 2015 weitere röntgendiagnostische Abklärungen vorgenommen
(MRT Kniegelenk nativ rechts und links; vgl. SUVA-Akte 57 resp. SUVA-Akte 59). Anschliessend
äusserte sich der Kreisarzt am 23. Juni 2015 erneut (vgl. SUVA-Akte 61). Mit
Verfügung vom 19. August 2015 verneinte die SUVA eine Leistungspflicht in Bezug
auf die geltend gemachten Kniebeschwerden links (vgl. SUVA-Akte 74). Am 11.
Januar 2016 wurde der Beschwerdeführer am linken Knie operiert (vgl. SUVA-Akte
102). 

c)         Am 18. Januar 2016 fand eine weitere Untersuchung
durch den Kreisarzt statt (vgl. den entsprechenden Bericht; SUVA-Akte 105). In
der Folge wurde am 14. April 2016 nochmals ein MRT des rechten Knies
vorgenommen (vgl. SUVA-Akte 119). Am 19. April 2016 nahm der Kreisarzt wiederum
Stellung (vgl. SUVA-Akte 121). Mit Verfügung vom 26. April 2016 stellte die
SUVA die bislang erbrachten Leistungen für den Schaden am rechten Knie per Ende
April 2016 ein (vgl. SUVA-Akte 123). Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 1.
Juni 2016 Einsprache (vgl. SUVA-Akte 130), welche er am 6. September 2016
näher begründete (vgl. SUVA-Akte 141). 

d)        Im weiteren Verlauf liess der Beschwerdeführer der
SUVA den Bericht von Dr. med. G____, FMH orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom 4. November 2016 zukommen (vgl. SUVA-Akte 151). In der Folge wurden weitere
Abklärungen getätigt. Insbesondere nahm die SUVA die intraoperativ angefertigten
Röntgenbilder zu den Akten (vgl. SUVA-Akten 161 und 162). Anschliessend holte sie
bei med. pract. H____, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und
Viszeralchirurgie, c/o Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA, die Beurteilung
vom 18. August 2017 ein (vgl. SUVA-Akte 167). Mit Einspracheentscheid vom 21. August 2017
hiess die SUVA die Einsprache vom 1. Juni 2016 teilweise gut. Es wurde dem Beschwerdeführer
für den Knieschaden rechts eine Integritätsentschädigung von 3.75 % zugestanden.
Im Übrigen wurde an der Einstellung der Leistungen per Ende April 2016 sowie an
der Ablehnung eines Rentenanspruches festgehalten (vgl. SUVA-Akte 168). 

 

 

II.       

a)        Hiergegen hat der Beschwerdeführer am 21. September
2017 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt erhoben. Er
beantragt, es sei die SUVA zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen für
den Unfall vom 24. Mai 2014 über den 1. Mai 2016 hinaus zu erbringen
(insbesondere Taggeld, Heilbehandlungen und eine Invalidenrente). 

b)        Die SUVA (Beschwerdegegnerin) schliesst mit
Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2017 auf Abweisung der Beschwerde. 

c)         Der Beschwerdeführer hält mit Replik vom 27.
November 2017 an seiner Beschwerde fest. 

III.      

Am 15. Januar 2018 fand die Beratung der Sache durch die Kammer
des Sozialversicherungsgerichts statt. 

Entscheidungsgründe

1.           
 

1.1.       Das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt ist als einzige kantonale
Instanz zuständig zum Entscheid über die vorliegende Streitigkeit (§ 82 Abs. 1
des Gesetzes vom 3. Juni 2015 betreffend die Organisation der Gerichte und der
Staatsanwaltschaft [Gerichtsorganisationsgesetz], GOG; SG 154.100). Die
örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ergibt sich aus Art. 58 Abs. 1
des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). 

1.2.       Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten. 

2.           
 

2.1.      
Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 19. August 2015
(SUVA-Akte 74) in Bezug auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Kniebeschwerden
links eine Leistungspflicht verneint. Diese Verfügung ist unangefochten geblieben
und daher in Rechtskraft erwachsen. 

2.2.      
Umstritten unter den Parteien ist die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin in Bezug auf die vom Beschwerdeführer geklagten Kniebeschwerden
rechts. Die Beschwerdegegnerin macht im Wesentlichen geltend, gemäss der
chirurgischen Beurteilung von med. pract. H____ vom 18. August 2017 handle es
sich am rechten Knie beinahe ausschliesslich um unfallfremde Schäden. Bei
dieser Ausgangslage habe man zu Recht die Taggeldleistungen und Übernahme der
Heilbehandlungskosten per Ende April 2016 eingestellt und einen Rentenanspruch
verneint (vgl. insb. die Beschwerdeantwort).  

2.3.      
Fraglich und im Folgenden zu prüfen ist somit, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht mit Verfügung vom 26. April 2016, bestätigt mit
Einspracheentscheid vom 21. August 2017, gestützt auf die vorliegenden
Unterlagen in Bezug auf den Knieschaden rechts die Taggeldleistungen und
Übernahme der Heilbehandlungskosten per Ende April 2016 eingestellt und einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint hat. 

 

 

 

3.           
 

3.1.      
Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf
die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge eines Unfalles
voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein
Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Bei einer unfallbedingten
Invalidität von mindestens 10 % hat die versicherte Person Anspruch auf eine
Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als invalid gilt, wer voraussichtlich
bleibend oder längere Zeit in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist (Art.
8 Abs. 1 ATSG). 

3.2.      
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung) und Prüfung des Anspruches
auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 137 V 199, 201 E. 2.1; BGE 134 V 109,
114 E. 4.1). Primär zu fragen ist somit, ob von einer weiteren ärztlichen
Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet
werden konnte. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 Abs.
1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im
Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE
134 V 109, 115 E. 4.3). Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (Urteil des
Bundesgerichts 8C_765/2014 vom 9. Februar 2015 E. 9). 

3.3.      
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss UVG setzt jeweils
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein
natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177, 181
E. 3.1 und E. 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise oder nicht als zur gleichen
Zeit eingetreten gedacht werden kann (BGE 129 V 177, 181 E. 3.1; BGE 129 V 402,
406 E. 4.3.1). Die Adäquanz spielt als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem
natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im
Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da
sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134
V 109, 112 E. 2.1; BGE 127 V 102, 103 E. 5b/bb). 

 

 

4.           
 

4.1.      
Zur Beurteilung natürlicher Kausalzusammenhänge bedarf es
verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (vgl. u.a. das Urteil des
Bundesgerichts 8C_465/2010 vom 24. November 2010 E. 4.1). Wie die einzelnen
Beweismittel zu würdigen sind, ist in BGE 125 V 351, 352 ff. E. 3 festgelegt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231, 232 E. 5.1 mit
Hinweis). Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 125 V 351, 353 f.
E. 3b/ee). 

4.2.      
4.2.1.  Med. pract. H____ hielt in der chirurgischen Beurteilung vom
18. August 2017 (vgl. SUVA-Akte 167) fest, die festgestellten Knorpelveränderungen
im rechten Kniegelenk des Versicherten – vorwiegend in der Trochlea und am
medialen Femurkondylus lokalisiert – könnten nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als Folge des Ereignisses vom 23. oder 24. Mai 2014 angesehen
werden (vgl. S. 11 der Beurteilung). Zur Begründung führte der SUVA-Arzt im
Wesentlichen aus, würde man davon ausgehen, dass neben der als unfallkausal anerkannten
Läsion des Innenmeniskus auch der Knorpelschaden im Bereich der Trochlea
unfallkausal wäre, so verwundere die lange Latenz zwischen dem Unfallereignis
und der Erstvorstellung (vgl. S. 10 der Beurteilung). Im Übrigen führe ein grosser, frisch traumatisch entstandener
Knorpelschaden im Bereich der Trochlea zu einer erheblichen Funktionseinschränkung
des betroffenen Kniegelenks, vor allem für die Beugung (Flexion). Zu erwarten
wäre auch eine intraartikuläre Ergussbildung. Eine Ergussbildung werde jedoch erst
mit dem MRI vom 20. Juni 2014 dargestellt und sei zu diesem Zeitpunkt durch die
Meniskusläsion, die über die Einklemmung einen chronischen Reizzustand erzeuge,
zu erklären. Die Hausärztin beschreibe als Erstbefund vom 3. Juni 2014 weder
einen Kniegelenkserguss noch eine deutliche Funktionseinschränkung. Sie nenne
lediglich ein leichtes Streck- und Flexionsdefizit (vgl. S. 11 der Beurteilung).
Des Weiteren gelte es zu beachten, dass im Operationsbericht vom 30. September 2014
eine Chondromalazie Grad IV der Trochlea zusammen mit einer Chondromalazie der
retropatellaren Gelenkfläche und des medialen Femurkondylus beschrieben werde.
Die Bezeichnung als Chondromalazie kennzeichne eindeutig ein Verschleissleiden
des Knorpels und keine traumatische Schädigung. Auf dem als 002 beschrifteten
Bild der intraoperativen Photodokumentation vom 30. September 2014 sei ein
aufgefaserter Knorpelbelag dargestellt, was ebenfalls für ein Verschleissleiden
spreche (vgl. S. 11 der Beurteilung).

4.2.2.  Des Weiteren legte med. pract. H____ dar, auf den
Bildern der Kernspintomographie vom 20. Juni 2014 seien bereits Zeichen einer
beginnenden Arthrose dargestellt. Ausserdem gelte es zu beachten, dass Dr. E____
im Operationsbericht vom 30. September 2014 das verbleibende Meniskusgewebe als
weich beschreibe. Gesundes Meniskusgewebe sei fest. Dr. E____ beschreibe damit
die Zeichen einer Meniskopathie. Eine Meniskopathie stelle ein
Verschleissleiden und/oder das Ergebnis des natürlichen Alterungsprozesses dar
und sei daher nicht unfallkausal. Im Übrigen gehe Dr. E____ bereits mit Bericht
vom 19. Januar 2015 von einer medialen Gonarthrose aus; ansonsten würde er
nicht die Versorgung mit Einlagen mit Anhebung des lateralen Fussrandes empfehlen.
Schliesslich wies med. pract. H____ darauf hin, mit der Orthoradiographie sei
eine nahezu identische Verschmälerung des medialen Gelenkspalts beider
Kniegelenke objektiviert. Damit sei eine isolierte Kausalität der
Teilentfernung des Innenmeniskus rechts für die Entstehung der medial betonten
Gonarthrose rechts nicht überwiegend wahrscheinlich. Eine Teilresektion von
Meniskusanteilen gelte jedoch als begünstigender Faktor für die Entstehung einer
Gonarthrose. Eine Teilkausalität der Teilresektion des Innenmeniskus für die
mit den Röntgenbildern vom 25. Oktober 2016 dokumentierte, medial betonte
Gonarthrose sei somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben (vgl. S. 12
der Beurteilung). Der Anteil der Teilmeniskektomie am Entwicklungsprozess der
Gonarthrose sei jedoch in Anbetracht der an beiden Kniegelenken nahezu
identischen Situation als relativ gering (maximal 25 %) einzustufen. Die
konkurrierenden Faktoren (u.a. Adipositas, Varusdeformität und
verschleissbedingte Grad IV-Knorpelläsion der Trochlea, Meniskopathie,
Knorpelschaden durch die Plica) würden überwiegen (vgl. S. 13 oben der
Beurteilung).

4.2.3.  Zusammenfassend hielt med. pract. H____ fest, durch den
Unfall vom 23. Mai oder vom 24. Mai 2014 sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ein Meniskusschaden mit Einschlagen eines Fragmentes in den
Gelenkspalt entstanden. Weitere strukturelle Unfallfolgen seien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit weder durch die klinischen
Untersuchungsbefunde belegt noch durch bildgebende Untersuchungen objektiviert.
Weder die chondromalazischen Veränderungen in mehreren Gelenkabschnitten (und
vor allem im Bereich der Trochlea) noch die hypertrophe Plica mediopatellaris
und das dadurch verursachte Impingement seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
unfallkausal entstanden. Die unfallkausale Meniskusläsion sei durch die
Operation vom 30. September 2014 mittels einer sparsamen Resektion des bereits
durch eine Meniskopathie geschädigten Innenmeniskus behoben worden. Eine
Teilresektion von Meniskusgewebe begünstige die Entstehung einer Arthrose im betroffenen
Kompartiment des Kniegelenks. Im vorliegenden Fall gebe es eine Vielzahl
konkurrierender Faktoren, die die Entwicklung einer medialen Gonarthrose
fördern würden. Der Anteil der sparsamen Teilresektion von Meniskusgewebe an
der Arthroseentwicklung sei daher mit maximal 25 % zu bewerten. Abschliessend
stellte med. pract. H____ klar, durch eine ärztliche Behandlung sei derzeit
nicht mit einer entscheidenden Besserung der Beschwerden zu rechnen. Aufgrund
der reinen Unfallfolgen sei der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit
wieder zu 100 % arbeitsfähig (vgl. S. 14 der Beurteilung).

4.3.      
4.3.1.  Auf die chirurgische Beurteilung von med. pract. H____ vom
18. August 2017 (vgl. SUVA-Akte 167) kann abgestellt werden. Sie erfüllt die
Anforderungen an beweiskräftige medizinische Erhebungen (vgl. dazu Erwägung
4.1. hiervor). Der SUVA-Arzt hat sich umfassend mit den medizinischen Vorakten
auseinandergesetzt und seine Auffassung in plausibler Art und Weise begründet.
Seine detaillierten und sehr präzisen Ausführungen können ohne weiteres
nachvollzogen werden. 

4.3.2.  Gestützt auf die Beurteilung von med. pract. H____ vom
18. August 2017 (vgl. SUVA-Akte 167) ist somit zunächst davon auszugehen, dass
das rechte Knie des Beschwerdeführers einen erheblichen Knorpelschaden
aufweist, der nicht auf das Ereignis vom 23., ev. vom 24. Mai 2014
zurückzuführen ist. Die Einschätzung des SUVA-Arztes lässt sich sehr gut mit
den vorliegenden Röntgenbefunden resp. deren Interpretationen in Einklang
bringen und erscheint auch gestützt auf die übrigen Feststellungen (vgl. dazu
E. 4.2.1. hiervor) als begründet. In Bezug auf die Röntgenbefunde fällt ins
Gewicht, dass im Bericht vom 20. Mai 2015 (SUVA-Akte 57) über das MRT des
rechten Kniegelenkes als Befund festgehalten worden war, es bestünden "weitgehend
vorbestehende Grad II bis Ill-Knorpeldefekte umschrieben posterior an der
medialen Femurkondyle". Im MRI-Bericht vom 14. April 2016 (SUVA-Akte 119)
war ausgeführt worden, gegenüber der Voruntersuchung vom Jahr 2015 zeige sich eine
leichte Zunahme der Knorpelschäden an der medialen Femurkondyle bei aber
weiterhin vorwiegend mittelgradigen Grad II Knorpelschäden. An einzelnen umschriebenen
Arealen fänden sich auch etwas tiefere Grad III Knorpelschäden. Im Übrigen
bestünden auch konstante, tiefe Knorpelschäden medial an der Trochlea. Dr. G____
hatte im Bericht vom 4. November 2016 (SUVA-Akte 151) dargetan, im MRT vom 25. Oktober 2016
zeige sich im Bereich der Trochlea und auch im Bereich der Patella bereits ein
grösserer Knorpelschaden. Dieser sei diffus und passe eher weniger zu einem
posttraumatischen Knorpelschaden. 

4.3.3.  Des Weiteren ergibt sich gestützt auf die Beurteilung
von med. pract. H____, dass die Meniskusläsion resp. die Teilmeniskektomie zwar
als Teilursache für die festgestellte Gonarthrose angesehen werden kann. Der unfallbedingte
Anteil ist aber angesichts der zahlreichen konkurrierenden Faktoren (u.a. Adipositas,
Varusdeformität und erheblicher Knorpelschaden) als äusserst gering zu
erachten.  

4.3.4.  Gestützt auf die chirurgische Beurteilung steht
überdies fest, dass als Hauptursache für die Schmerzen des Beschwerdeführers ein
erheblicher Vorzustand anzusehen ist. Med. pract. H____ hat diesbezüglich
plausibel festgehalten, das Schicksal werde vorwiegend von der weit
fortgeschrittenen Chondromalazie in der Trochlea bestimmt, welche einen
weiteren Destruktionsprozess des gesamten Knorpels im rechten Kniegelenks
unterhalte und zu rezidivierenden Reizzuständen führe (vgl. S. 16 der
Beurteilung). Wird darüber hinaus berücksichtigt, dass das linke Knie des
Beschwerdeführers ebenfalls einen ausgeprägten Knorpelschaden aufweist, ist
eine allfällige Arbeitsunfähigkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf das Ereignis vom 23./24. Mai 2014 zurückzuführen. Damit erscheint auch die
von med. pract. H____ angenommene 100%ige Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers begründet. Selbst wenn von einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers durch das unfallbedingte Leiden ausgegangen würde, so hätte
diese keinen Einfluss auf das Ergebnis. Denn die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit
wäre derart minim, dass sich jedenfalls keine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit
von mindestens 10 % (vgl. dazu Erwägung 3.1. hiervor) errechnen liesse. Auf
weitere Abklärungen kann daher in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 136 I
229, 236 E. 5.3) verzichtet werden. 

4.3.5.  Gestützt auf die Beurteilung von med. pract. H____ ist
schliesslich zu folgern, dass im Zeitpunkt der Einstellung der Taggelder und
Heilbehandlungskosten (Ende April 2016) nicht mehr mit einer relevanten
Besserung der unfallbedingten Beschwerden zu rechnen war. Der SUVA-Arzt hat zu
möglichen Therapien Folgendes festgehalten: Die Arthrose sei durch einen
wechselhaften Verlauf gekennzeichnet. Phasen mit stärkeren Beschwerden würden
in der Regel mit Phasen geringerer Beschwerden oder gar Beschwerdefreiheit abwechseln.
In Phasen mit stärkeren Beschwerden könne eine Indikation zu medizinischen
Massnahmen gegeben sein. Neben der Gabe von Analgetika würden physiotherapeutische
Behandlungen als erfolgversprechend gelten (vgl. S. 13 der chirurgischen
Beurteilung). Eine allfällige blosse Verbesserung allein des Leidens an sich,
eine nur kurzfristige Linderung, eine blosse Verbesserung der Befindlichkeit
oder dass der Versicherte etwa von Physiotherapie profitieren kann, genügt jedoch
gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht (vgl. u.a. die Urteile
8C_970/2012 vom 31. Juli 2013 E. 3.4, 8C_855/2009 vom 21. April 2010 E. 7 und
8C_338/2009 vom 14. Januar 2010 E. 5.1). Auch ärztliche Verlaufskontrollen, die
Einnahme von Medikamenten sowie manualtherapeutische Behandlungen gelten nicht
als kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne
der Rechtsprechung (vgl. u.a. Urteil U 395/06 vom 5. Oktober 2007 E. 5.3).

 

4.4.      
Aus all dem folgt, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht in Bezug auf
den Knieschaden rechts die Taggeldleistungen und Übernahme der
Heilbehandlungskosten per Ende April 2016 eingestellt und einen Rentenanspruch
des Beschwerdeführers verneint hat. 

5.           
 

5.1.      
Damit ist die Beschwerde abzuweisen und es ist der Einspracheentscheid
vom 21. August 2017 zu bestätigen.

5.2.      
Das Verfahren ist kostenlos. 

5.3.      
Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 

Demgemäss erkennt das
Sozialversicherungsgericht:

://:        Die Beschwerde wird abgewiesen.

            Das Verfahren ist kostenlos.

            Die ausserordentlichen Kosten werden
wettgeschlagen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid
kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim
Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG]). Die Beschwerdefrist
kann nicht erstreckt werden (Art. 47 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegründe sind in
Art. 95 ff. BGG geregelt.

Die Beschwerdeschrift ist
dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung
zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat den Anforderungen gemäss Art. 42 BGG zu
genügen; zu beachten ist dabei insbesondere:

a)            Die Beschwerdeschrift
ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten;

b)            in der Begründung ist in
gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt;

c)             die Urkunden, auf die
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie
in Händen hat, ebenso der angefochtene Entscheid.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geht an:

–          Beschwerdeführer

–          Beschwerdegegnerin

–          Bundesamt für Gesundheit

 

Versandt am: