# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f90ebe7-a93f-5e1d-9026-4fec2cb1e2ca
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.05.2017 200 2016 736
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-736_2017-05-08.pdf

## Full Text

200 16 736 UV
KOJ/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Mai 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 23. Juni 2016 (03.35275.13.6)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/736, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitete seit dem 1. Oktober 2013 als … für die Unternehmung 
C.________ AG und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Be-
rufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 11. November 2013 rutschte 
er auf einer Holzgerüstdiele aus und fiel aus ca. 1.5 m auf den Rücken (Ak-
ten der Suva, Antwortbeilage [AB] 1). Dabei zog er sich Verletzungen am 
Rücken und im Bereich der linken Schulter zu (AB 10 – 13). Im Zusam-
menhang mit diesem Berufsunfall erbrachte die Suva zunächst die gesetz-
lichen Versicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld 
(AB 3, 24, 27, 58, 84, 89).

Am 4. Februar 2015 wurde der Versicherte kreisärztlich untersucht 
(AB 120), woraufhin die Suva mit Verfügung vom 12. März 2015 (AB 123) 
in Bezug auf die Rückenbeschwerden die gesetzlichen Versicherungsleis-
tungen per Verfügungsdatum einstellte. Nach Vorliegen eines im Rahmen 
des IV-Verfahrens erstellten MEDAS-Gutachtens (AB 142) und Einholung 
einer kreisärztlichen Beurteilung (AB 143 f.) sprach die Suva in einer weite-
ren Verfügung vom 20. November 2015 (AB 153) dem Versicherten für die 
Restfolgen des Ereignisses vom 11. November 2013 im Bereich der linken 
Schulter bei einem Invaliditätsgrad von 24 % ab 1. Januar 2016 eine Invali-
denrente und eine Integritätsentschädigung entsprechend einem Inte-
gritätsschaden von 15 % zu. Daran hielt sie auf Einsprache hin (AB 157, 
160) mit Entscheid vom 23. Juni 2016 (AB 172) fest.

B.

Mit Eingabe vom 22. August 2016 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte sinngemäss, der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 23. Juni 2016 sei kostenfällig auf-

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zuheben und ihm sei eine auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 30 % 
basierende Invalidenrente auszurichten.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. September 2016 beantragte die Be-
schwerdegegnerin, dem Beschwerdeführer sei eine reformatio in peius in 
Bezug auf den Invaliditätsgrad anzudrohen, eventualiter sei die Beschwer-
de abzuweisen. 

Mit Replik vom 27. Dezember 2016 und Duplik vom 1. Februar 2017 halten 
die Parteien im Wesentlichen an ihren Standpunkten fest.

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Februar 2017 erwog der Instrukti-
onsrichter, dass nach vorläufiger Durchsicht der Akten nach der Recht-
sprechung bei einer im Raum stehenden Differenz von 1 % des Invali-
ditätsgrades von der Androhung einer reformatio in peius abgesehen wer-
den könne.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 

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kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 23. Juni 2016 
(AB 172). Streitig und zu prüfen ist einzig der Rentenanspruch des Be-
schwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin und dabei insbeson-
dere die Berechnung des Validen- und des Invalideneinkommens. Die 
Höhe der zugesprochenen Integritätsentschädigung bzw. die Einstellung 
der übrigen Versicherungsleistungen waren bereits im Einspracheverfahren 
nicht mehr Streitgegenstand, die Verfügung vom 20. November 2015 
(AB 153) ist diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 
vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus-
gebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG).

Das Unfallereignis fand am 11. November 2013 statt (AB 1), womit auf den 
vorliegenden Fall die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesene Rechtslage 
zur Anwendung gelangt.

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2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung 
und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201). 

2.4 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). 
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun-
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 

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und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Dass das in der Schadenmeldung (AB 2) geschilderte Ereignis vom 
11. November 2013 die kumulativen Tatbestandsvoraussetzungen des 
Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt, ist zu 
Recht unbestritten. Unbestritten und erstellt ist zudem, dass der medizini-
sche Endzustand im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG im Zeitpunkt des auf 
den 1. Januar 2016 festgesetzten Rentenbeginns eingetreten war. Dies 
zumal der Endzustand gemäss prospektiver (oder prognostischer) Beurtei-
lung (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 14. Dezember 2012, 
8C_453/2012, E. 3) bereits in der kreisärztlichen Stellungnahme vom 
5. November 2015 (AB 143 f.) postuliert und in der Folge die Integritätsent-
schädigung ausgerichtet worden war (AB 150). Sodann waren die 
Eingliederungsmassnahmen der IV-Stelle Bern zu Beginn des Monats 
November 2015 abgeschlossen (AB 151).

3.2 In medizinischer Hinsicht geht die Beschwerdegegnerin in der Ver-
fügung vom 20. November 2015 (AB 153) bzw. im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 23. Juni 2016 (AB 172) gestützt auf die kreisärztliche 
Beurteilung von Dr. med. D.________, Fachärztin für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 5. November 
2015 (AB 143) davon aus, dass eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganz-
tags ohne repetitive Überkopfarbeiten zumutbar ist. Körpernah auf Hüft-
höhe können Belastungen bis 10 kg, auf Brusthöhe bis 5 kg durchgeführt 
werden. Körperfern soll die Last repetitiv nicht mehr als 1 kg betragen 
(AB 143 S. 2).

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Diese Beurteilung wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Vielmehr 
basieren seine einsprache- wie auch beschwerdeweise Vorbringen eben-
falls auf diesem kreisärztlich formulierten Zumutbarkeitsprofil (AB 160 S. 2 
und 4; Beschwerde S. 5 f.). Ebenso wenig besteht aufgrund der Akten An-
lass davon abzuweichen. Das Zumutbarkeitsprofil wurde u.a. in Kenntnis 
der massgeblichen medizinischen Unterlagen erstellt, insbesondere auch 
dem im IV-Verfahren eingeholten MEDAS-Gutachten vom 22. Oktober 
2015 (AB 142) und steht in Übereinstimmung mit der darin enthaltenen 
chirurgisch-orthopädischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (AB 142 
S. 65 f.). Unter Berücksichtigung dieser medizinischen Ausgangslage ist 
nachfolgend mittels Einkommensvergleichs auf das Jahr 2016 hin der Inva-
liditätsgrad zu bestimmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

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tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder 
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus 
der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen 
werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593).

4.1.3 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 
Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist 
diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-
nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 
aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü-
gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder 
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig 
zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra-
xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent-
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch 
Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein-
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer-
tes erfolgen (BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; Entscheid 
des BGer vom 17. Mai 2016, 8C_141/2016, 8C_142/2016, E. 5.2.2). 

Weicht der tatsächlich erzielte Verdienst mindestens 5 % vom branchenüb-
lichen LSE-Tabellenlohn ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich 
unterdurchschnittlich und kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzun-
gen – eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist 

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allerdings nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentua-
le Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt (BGE 135 
V 297 E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304). Daneben bleibt zusätzlich die 
Vornahme eines Abzugs vom anhand statistischer Durchschnittswerte er-
mittelten Invalideneinkommen möglich, wobei zu beachten ist, dass allfälli-
ge bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwort-
liche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensab-
zuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen. Der Abzug wird sich 
daher in der Regel auf leidensbedingte Faktoren beschränken und nicht 
mehr die maximal zulässigen 25 % für sämtliche invaliditätsfremden und 
invaliditätsbedingten Merkmale ausschöpfen (BGE 135 V 297 E. 5.3 S. 302 
und E. 6.2 S. 305, 134 V 322 E. 5.2 S. 328 und 6.2 S. 329).

4.2 Das von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspra-
cheentscheid ermittelte Valideneinkommen von Fr. 85‘347.-- ([13 Monate x 
Fr. 6‘500.--] plus 0.4 % Lohnerhöhung gemäss Landesmantelvertrag … 
plus 0.6 % Nominallohnerhöhung) basiert auf dem Monatslohn, welchen 
der Beschwerdeführer im Unfallzeitpunkt, als er bei der C.________ AG als 
… angestellt war, erzielte (AB 1, 153 S. 2, AB 177 S. 8). Der Beschwerde-
führer hält dagegen, dass das ihm ausgerichtete Einkommen bei der 
C.________ AG für einen ausgebildeten … unterdurchschnittlich gewesen 
sei (vgl. Beschwerde S. 3 ff. Art. 3 und 5) und bei der Festsetzung des Va-
lideneinkommens nicht darauf abgestellt werden könne.

4.2.1 Das Aufgabenprofil eines … unterscheidet sich von Betrieb zu Be-
trieb stark. Neben den gängigen … – dem Organisieren, Leiten und Über-
wachen einer … – kann das Aufgabenprofil auch mit der Übernahme von 
Geschäftsleitungs- und/oder Managementaufgaben verbunden sein. Auf 
ein allgemein gültiges Profil kann daher nicht abgestellt werden, weshalb 
im Einzelfall auf die konkret ausgeübten Tätigkeiten bzw. Aufgaben abzu-
stellen ist. Die Diversität im Aufgabenprofil widerspiegelt sich denn auch in 
den unterschiedlichen Ausbildungen zum … oder …. Eine solche Ausbil-
dung kann mittels höherer Fachprüfung, an einer höheren Fachschule oder 
an einer Hochschule absolviert werden (vgl. AB 162 S. 4 und Beschwerde-
antwortbeilage [BAB] 1 ff.). Aufgrund der erheblichen Unterschiede bei der 
Ausbildung wie auch im Tätigkeitsbereich eines … hat dies grosse Lohnun-

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terschiede zur Folge, was auch aus der Auswertung der Umfrage des 
Schweizerischen … (…) aus dem Jahr 2011 hervorgeht (vgl. AB 162 S. 4).

4.2.2 Den Ausführungen des Beschwerdeführers ist zu entnehmen, dass 
er in … eine … absolvierte sowie … und … lernte. Im Anschluss bildete er 
sich in … zum … und … aus. Zudem absolvierte er gemäss seinen Anga-
ben eine Kurzumschulung zum … für … und einen berufsspezifischen 
Computerkurs (AB 142 S. 31, 40 und vgl. Beschwerde S. 3 Art. 3). Der Be-
schwerdeführer verfügt damit zwar über Berufs- und Fachkenntnisse in der 
…, hat jedoch keine höhere Fachprüfung zur Ausübung der Tätigkeit eines 
… absolviert oder sich an einer höheren Fachschule oder gar einer Hoch-
schule zum … ausbilden lassen. Weiter gab er anlässlich einer Bespre-
chung mit der Beschwerdegegnerin an, seine Tätigkeit als … bei der 
C.________ AG umfasse mehrheitlich … und … (AB 48 S. 1). Vor diesem 
Hintergrund kann das bei der besagten Unternehmung erzielte Einkommen 
nicht als unterdurchschnittlich qualifiziert werden. Hinzu kommt, dass er die 
Stelle bei der C.________ AG als … auf eigene Initiative fand (AB 56) und 
er sich mit den arbeitsvertraglichen Bedingungen, insbesondere auch mit 
der Entlöhnung einverstanden erklärte. Im Übrigen macht der Beschwerde-
führer auch nicht etwa geltend, dass er bei seiner früheren Tätigkeit, bei 
der E.________ AG, wo er ebenfalls als … angestellt war (AB 142 S. 41), 
ein höheres Einkommen als bei der C.________ AG erzielt hätte. Eine 
Parallelisierung ist nicht vorzunehmen (vgl. E. 4.1.3 hiervor).

4.2.3 Unter diesen Umständen ist bei der Berechnung des Validenein-
kommens auf die letzte Anstellung bei der C.________ AG abzustellen 
(vgl. E. 4.1.1 hiervor), zumal auch davon auszugehen ist, dass der Be-
schwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin für diese Unternehmung tätig 
wäre (AB 48 S. 1, AB 77 S. 2). In Bezug auf das damals generierte Er-
werbseinkommen hält der Beschwerdeführer demgegenüber in seiner Re-
plik zu Recht fest, dass die Entschädigung für den Geschäftswagen von 
monatlich Fr. 256.-- dem Einkommen anzurechnen ist, zumal er auf diesem 
Betrag auch Sozialversicherungsbeiträge leistete. Das monatliche brutto 
Einkommen beläuft sich damit auf Fr. 6‘756.--. Dies ergibt ein jährliches 
Einkommen von Fr. 87‘572.-- ([Fr. 6‘756 x 12] + Fr. 6‘500.-- {13. Monats-
lohn ohne Geschäftswagenentschädigung}). Unter Berücksichtigung der 

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Lohnerhöhung gemäss Landesmantelvertrag … (zzgl. 0.4 %) und der No-
minallohnerhöhung (zzgl. 0.6 %) resultiert ein Valideneinkommen von 
Fr. 88‘450.--.

4.3 Der Beschwerdeführer schöpft seine medizinisch-theoretische Ar-
beitsfähigkeit nicht aus, weshalb sich die Beschwerdegegnerin zur Be-
stimmung des Invalideneinkommens zulässigerweise auf die statistischen 
Werte der LSE 2014 des BFS stützte. Dabei zog sie die Tabelle TA1, Total, 
Kompetenzniveau 2, Männer, heran und passte den entsprechenden Wert 
an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sowie an die Nominallohnent-
wicklung bis ins Jahr 2016 an ([Fr. 5‘660.-- / 40 x 41.7 Wochenstunden x 12 
Monate] zzgl. Nominallohnentwicklung von je 0.4 % pro 2015 und pro 2016 
= Fr. 71‘374.--). Sie gewährte einen leidensbedingten Abzug von 5 % und 
ermittelte so einen hypothetischen Bruttojahreslohn von Fr. 67‘805.-- 
(Fr. 71‘374.-- x 0.95 [vgl. AB 172 S. 9 f.]).

Unter Berücksichtigung der bisher ausgeübten Tätigkeiten und den absol-
vierten Weiterbildungen (Kurzumschulung zum …, berufspezifischer Com-
puterkurs [vgl. Beschwerde S. 3 Art. 3]) sowie gestützt auf das kreisärztlich 
attestierte Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.2 hiervor) ist das Abstellen auf den 
Zentralwert der LSE 2014 im Kompetenzniveau 2 nicht zu beanstanden. 
Angesichts der Berufs- und Fachkenntnisse ist der Beschwerdeführer nicht 
nur zur Verrichtung lediglich einfacher und repetitiver Tätigkeiten – mithin 
Hilfsarbeiten – fähig, sondern kann auch Arbeiten ausführen, die Berufs- 
und Fachkenntnisse voraussetzen. Im Kompetenzniveau 2 wird eine breite 
Palette möglicher Tätigkeiten wiedergegeben, deren Anforderungen er 
durchaus zu genügen vermag. Was den behinderungsbedingten Abzug 
vom Tabellenlohn im Umfang von 5 % anbelangt, ist die Festlegung der 
Beschwerdegegnerin ebenfalls nicht zu beanstanden. Die Beschwerde-
gegnerin hat damit den invaliditätsbedingten Gründen für ein unterdurch-
schnittliches Invalideneinkommen des Beschwerdeführers – insbesondere 
dem Umstand, dass ihm nicht mehr sämtliche Arbeiten zumutbar sind (kei-
ne Überkopfarbeiten, Belastungen körpernah auf Hüfthöhe bis 10 kg, auf 
Brusthöhe bis 5 kg und köperfern bis 1 kg (vgl. E. 3.2 hiervor) – angemes-
sen Rechnung getragen. Es besteht kein Anlass, in das diesbezügliche 
Ermessen der Verwaltung einzugreifen. Die sonstigen Einzelfallkriterien 

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begründen keinen zusätzlichen Abzug (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2). 

4.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert ein abzurundender (BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) Invaliditäts-
grad von 23 % ([Fr. 88‘450.-- - Fr. 67‘805.--] / Fr. 88‘450.-- x 100).

5. Mit Einspracheentscheid vom 23. Juni 2016 (AB 172) hat die Be-
schwerdegegnerin die ursprünglich verfügte Rentenzusprechung gestützt 
auf einen Invaliditätsgrad von 24 % bestätigt. Eine reformatio in peius 
rechtfertigt sich hier indessen nicht. Eine solche setzt materiell doch u.a. 
voraus, dass die Korrektur der Verfügung, hinsichtlich welcher sich die Fra-
ge ihrer Anwendung stellt, von erheblicher Bedeutung ist. Die Gerichte ha-
ben nicht bei jeder Unrichtigkeit mittels Vornahme einer – im Grenzbereich 
fakultativen – reformatio in peius korrigierend einzugreifen. Vorliegend geht 
es um eine im Rundungsbereich liegende Differenz des Invaliditätsgrades 
zwischen Verfügung und gerichtlicher Berechnung von weniger als 1 %, 
was nicht als Berichtigung von erheblicher Bedeutung angesehen werden 
kann (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute 
BGer] vom 22. Juni 2004, U 192/03, E. 3.2.2 [in fine] mit Hinweisen; vgl. 
auch Entscheid des BGer vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 3.5). 
Es hat demnach bei der auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 24 % 
zugesprochenen Rente sein Bewenden. Der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 23. Juni 2016 (AB 172) ist somit im Ergebnis nicht zu bean-
standen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, UV/16/736, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.