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**Case Identifier:** d5af19f0-39d2-5011-8d65-05592920c2a2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.07.2018 200 2018 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-54_2018-07-03.pdf

## Full Text

200 18 54 UV publiziert in BVR 2019 S. 82
FUE/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 3. Juli 2018

Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2017 (ES 06448/17)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, UV/18/54, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) zog sich bei einem Sturz am … 2012 Verletzungen am Rücken zu 
(Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt [nachfolgend Suva 
bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). Die Suva als zuständiger obligatori-
scher Unfallversicherer erbrachte für dieses Ereignis die gesetzlichen Leis-
tungen, indem sie Taggelder ausrichtete und für die Heilungskosten 
aufkam (act. II 302 S. 2). Mit Verfügung vom 9. Oktober 2017 (act. II 286 S. 
1-3) stellte sie die Versicherungsleistungen per 31. Oktober 2017 mit der 
Begründung ein, die noch bestehenden Beschwerden seien nicht mehr 
unfallbedingt. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache (act. II 
297) wies die Suva mit Entscheid vom 1. Dezember 2017 (act. II 302) ab. 

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 18. Januar 2018 Beschwerde erheben. Er stellt die fol-
genden Anträge: 

1. Die Versicherungsleistungen seien nicht einzustellen bzw. weiter 
auszurichten.

2. Eventualiter seien weitere Abklärungen vom Gericht zu tätigen.

3. Subeventualiter sei die Sache zurückzuweisen.

4. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen bzw. die 
Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die Versicherungsleistungen 
bis zum Entscheid des Gerichts weiter auszurichten.

5. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu 
bewilligen und der Unterzeichnete als unentgeltlicher Rechtsbeistand 
beizugeben.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2018 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, UV/18/54, Seite 3

Mit E-Mail vom 28. Mai 2018 liess die Beschwerdegegnerin dem Gericht 
auf dessen Aufforderung hin den Track & Trace-Auszug betreffend die 
mittels der Versandmethode „A-Post Plus“ erfolgte postalische Zustellung 
des angefochtenen Einspracheentscheids an den Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers zukommen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 31. Mai 2018 stellte der 
Instruktionsrichter fest, das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sei 
nicht innert Frist verbessert worden, weshalb es als zurückgezogen gelte. 
Weiter stellte er dem Beschwerdeführer ein Doppel des Track & Trace-
Auszugs zu und gewährte ihm die Möglichkeit, sich innert Frist zur 
Rechtzeitigkeit der Beschwerde zu äussern.

Mit Eingabe vom 11. Juni 2018 nahm der Beschwerdeführer Stellung. Er 
macht geltend, die Beschwerdefrist sei gewahrt worden. 

Erwägungen:

1.

1.1 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 1. Dezem-
ber 2017 (act. II 302). Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Ab-
teilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgeset-
zes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Ge-
richtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Be-
schwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG) und die 

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Bestimmungen über die Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 
32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) sind eingehalten.

1.2 Berechnet sich eine Frist nach Tagen oder Monaten und bedarf sie 
der Mitteilung an die Parteien, so beginnt sie am Tag nach ihrer Mitteilung 
zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG).

Gegen Einspracheentscheide oder Verfügungen, gegen welche eine Ein-
sprache ausgeschlossen ist, kann Beschwerde erhoben werden (Art. 56 
Abs. 1 ATSG). Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der Eröff-
nung des Einspracheentscheides oder der Verfügung, gegen welche eine 
Einsprache ausgeschlossen ist, einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Nach 
Art. 60 Abs. 2 i.V.m. Art. 39 Abs. 1 ATSG müssen schriftliche Eingaben 
spätestens am letzten Tag der Frist dem Versicherungsgericht eingereicht 
oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizeri-
schen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 

1.3

1.3.1 Die Eröffnung einer Verfügung (oder eines 
Einspracheentscheides) ist eine empfangsbedürftige, nicht aber eine 
annahmebedürftige einseitige Rechtshandlung; sie entfaltet daher ihre 
Rechtswirkungen vom Zeitpunkt ihrer ordnungsgemässen Zustellung an 
(vgl. BGE 103 V 63 E. 1b S. 65). 

Im Sozialversicherungsverfahren bestehen keine Vorschriften darüber, wie 
die Versicherungsträger ihre Verfügungen zustellen sollen. Aus dem 
Schweigen des Gesetzes in diesen und anderen verwaltungsrechtlichen 
Materien über die Art der Zustellung leitet das Bundesgericht grundsätzlich 
ab, dass es den Behörden freigestellt ist, auf welche Art sie ihre 
Verfügungen versenden. Insbesondere dürfen sie sich deshalb auch der 
Versandart A-Post Plus bedienen. Die Eröffnung muss bloss so erfolgen, 
dass sie dem Adressaten ermöglicht, von der Verfügung oder der 
Entscheidung Kenntnis zu erlangen, um diese gegebenenfalls sachgerecht 
anfechten zu können. Bei uneingeschriebenem Brief erfolgt die Zustellung 
bereits dadurch, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des 
Adressaten gelegt wird und damit in den Macht- bzw. Verfügungsbereich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, UV/18/54, Seite 5

des Empfängers gelangt. Dass der Empfänger von der Verfügung 
tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 
S. 603).

1.3.2 Bei der Zustellungsart A-Post Plus wird der Brief mit einer Nummer 
versehen und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. 
Im Unterschied zu den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der 
Empfang durch den Empfänger nicht quittiert. Entsprechend wird der 
Adressat im Falle seiner Abwesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer 
Abholungseinladung avisiert. Die Zustellung wird vielmehr elektronisch 
erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den Briefkasten des 
Empfängers gelegt wird. Auf diese Weise ist es möglich, mit Hilfe des von 
der Post zur Verfügung gestellten elektronischen Suchsystems Track & 
Trace die Sendung bis zum Empfangsbereich des Empfängers zu 
verfolgen (BGE 142 III 599 E. 2.2 S. 601). 

1.3.3 Rechtsprechungsgemäss obliegt der Beweis der Tatsache sowie 
des Zeitpunktes der Zustellung von Verfügungen der Verwaltung, welche 
die entsprechende (objektive) Beweislast trägt (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 10. November 2010, 9C_791/2010, E. 4.1). 
Entsprechend hat sie zu beweisen, dass die Sendung in den Briefkasten 
des Empfängers gelangte (Entscheid des BGer vom 8. September 2016, 
4A_10/2016, E. 2.2.1, nicht publiziert in: BGE 142 III 671; vgl. auch BGE 
142 III 599 E. 2.1 S. 601). 

Mit einem Track & Trace-Auszug wird nicht direkt bewiesen, dass die 
Sendung tatsächlich in den Empfangsbereich des Empfängers gelangt ist, 
sondern bloss, dass durch die Post ein entsprechender Eintrag in ihrem 
Erfassungssystem gemacht wurde. Einzig im Sinne eines Indizes lässt sich 
aus diesem Eintrag darauf schliessen, dass die Sendung in den Briefkasten 
oder in das Postfach des Adressaten gelegt wurde. Mangels Quittierung 
lässt sich dem Track & Trace-Auszug sodann nicht entnehmen, ob 
tatsächlich jemand die Sendung behändigt hat und um wen es sich dabei 
handelt (BGE 142 III 599 E. 2.2 S. 602). 

1.3.4 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die sich auch auf 
die Zustellungsart A-Post Plus bezieht, liegt ein Fehler bei der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, UV/18/54, Seite 6

Postzustellung nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte 
Postzustellung ist allerdings nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, 
wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstellung 
des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt, ist daher 
abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und 
einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube zu 
vermuten ist (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 S. 604). Rein hypothetische 
Überlegungen des Adressaten genügen indes nicht (Entscheid des BGer 
vom 2. Juni 2015, 9C_90/2015, E. 3.2). 

1.4 In der prozessleitenden Verfügung vom 31. Mai 2018 erwog der 
Instruktionsrichter, gemäss dem von der Beschwerdegegnerin übermittelte-
ten Track & Trace-Auszug der Schweizerischen Post sei der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2017 dem Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers am Samstag, 2. Dezember 2017, in sein Postfach gelegt 
worden. In seiner Stellungnahme vom 11. Juni 2018 zur Frage der Recht-
zeitigkeit der der Schweizerischen Post unbestrittenermassen am 18. Ja-
nuar 2018 übergebenen Beschwerde selben Datums (vgl. Umschlag mit 
Sendungsnummer … [in den Gerichtsakten]) macht der Beschwerdeführer 
geltend, die Zustellung per 2. Dezember 2017 werde bestritten. Ein „norma-
les Tracking-Trace“ liege der Verfügung vom 31. Mai 2018 nicht bei. Zu-
dem sei die Post parteiisch. Sie müsse Zeugnis über ihre eigene Arbeit 
ablegen. Der Beweis für die Zustellung am Samstag sei nicht erbracht wor-
den. Im Übrigen habe er – der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers – 
mit der Post eine Vereinbarung, wonach am Samstag keine Zustellungen 
erfolgten. Daran müsse sich die Post halten. Auch der Beschwerdegegne-
rin sollte klar sein, dass am Samstag keine Sendungen entgegen genom-
men würden. Es widerspreche Treu und Glauben, fristauslösende A-Post-
Plus-Sendungen am Freitagabend aufzugeben und zu versuchen, eine 
Zustellung am Samstag zu erwirken. 

1.5

1.5.1 Es steht fest, dass die Beschwerdegegnerin den angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2017 (act. II 302) mit A-Post Plus 
versandt hat, was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist (vgl. E. 1.3.1 vor-
ne), zumal auch die Spezialgesetzgebung zur obligatorischen Unfallversi-

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cherung keine spezifischen Bestimmungen zur Zustellungsart von Mittei-
lungen respektive Verfügungen und Einspracheentscheiden enthält (vgl. 
Art. 105 ff. des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversi-
cherung [UVG; SR 832.20] und Art. 124 f. der Verordnung vom 20. De-
zember 1982 über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). 

1.5.2 Sodann geht aus dem im Recht liegenden Track & Trace-Auszug 
hervor, dass die an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers adressier-
te Sendung Nr. … am 1. Dezember 2017 um 15.52 Uhr in ... aufgegeben 
und via die Briefzentren … und … am Samstag, 2. Dezember 2017, 06.41 
Uhr ins Postfach des Rechtsvertreters zugestellt wurde. Inwiefern es sich 
hierbei – wie vom Rechtsvertreter vorgebracht – nicht um ein „normales 
Tracking-Trace“ handeln sollte, ist weder ersichtlich noch wird diese Be-
hauptung substantiiert. Gegenteils gewährt die Schweizerische Post die 
Möglichkeit, den Status von Sendungen mittels Track & Trace online zu 
verfolgen, ausdrücklich auch in Bezug auf A-Post Plus-Sendungen (vgl. 
www.post.ch/de/pages/kontakt/sonstige-fragen/onlinedienste/sendungen-
verfolgen). Sofern der Beschwerdeführer die bei eingeschriebenen Sen-
dungen im Track & Trace abrufbare Unterschrift (vgl. www.post.ch, a.a.O.) 
vermissen sollte, ist darauf hinzuweisen, dass der Empfang von A-Post 
Plus-Sendungen durch den Empfänger nicht quittiert wird (vgl. E. 1.3.2 
vorne). 

Demnach ist der Weg der Sendung vom 1. Dezember 2017 mittels Track & 
Trace lückenlos dokumentiert. Weder bestehen konkrete Hinweise noch 
macht der Beschwerdeführer auch nur ansatzweise geltend, inwiefern die 
Sendungsinformationen der Schweizerischen Post nicht zutreffend sein 
könnten. Vielmehr folgt aus den im Recht liegenden Angaben, dass die 
fragliche Sendung mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 
1. Dezember 2017 dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 
2. Dezember 2017 ins Postfach zugestellt wurde. Die rein hypothetische 
Möglichkeit, dass die Post einen Fehler gemacht haben könnte, ist 
unbeachtlich (vgl. E. 1.3.4 vorne; Entscheid des BGer vom 21. Februar 
2015, 2C_165/2015, E. 2.3). Auch ist nicht nachvollziehbar, inwiefern die 
Schweizerische Post in diesem Fall parteiisch sein sollte.

http://www.post.ch

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1.6 Zu prüfen bleibt, ob die am 2. Dezember 2017 erfolgte Zustellung 
des angefochtenen Einspracheentscheides als fristauslösend im Sinne von 
Art. 38 Abs. 1 ATSG zu qualifizieren ist (vgl. E. 1.2 vorne). Der 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht insofern geltend, er habe 
mit der Schweizerischen Post eine „Vereinbarung“, wonach am Samstag 
keine Zustellungen erfolgten. 

1.6.1 In grundsätzlicher Hinsicht ist hierzu zunächst Folgendes 
festzuhalten: 

Durch die Beschwerdeerhebung wird ein Prozessrechtsverhältnis 
begründet, welches für die Partei mit der Pflicht verbunden ist, die 
Entgegennahme von gerichtlichen Sendungen zu gewährleisten (BGE 141 
II 429). Nicht anders verhält es sich mit der Erhebung einer Einsprache 
nach Art. 52 ATSG. Wer sich während eines hängigen Verfahrens von 
seinem Adressort entfernt, hat geeignete Vorkehren für die Zustellbarkeit 
behördlicher Mitteilungen zu treffen, sofern er auf die Zustellung eines 
behördlichen Akts während seiner Abwesenheit mit einer gewissen 
Wahrscheinlichkeit gefasst sein muss. Der Postrückbehaltungsauftrag ist 
keine taugliche Vorkehr, ist die rechtlich relevante Zustellung doch nicht 
erst bei der effektiven Empfangnahme der Sendung als erfolgt zu 
betrachten (Entscheid des BGer vom 2. März 2017, 8C_53/2017, E. 4.2). 
Das Gleiche hat grundsätzlich zu gelten, wenn die Partei zwar am 
Adressort verbleibt, jedoch eine Vereinbarung mit der Schweizerischen 
Post der Art trifft, an bestimmten Tagen keine Postzustellungen zu 
wünschen. Im einen wie im anderen Falle hätte es die Partei andernfalls 
selber in der Hand, die fristauslösende Zustellung eines Verwaltungsakts in 
ihren Macht- bzw. Verfügungsbereich nach ihrem Gutdünken zu steuern 
oder gar zu vereiteln. 

Nachdem die (dem angefochtenen Einspracheentscheid zugrunde 
liegende) Verfügung vom 9. Oktober 2017 (act. II 286 S. 1-3) noch direkt 
dem Beschwerdeführer eröffnet worden war, zeigte dessen (aktueller) 
Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 27. Oktober 
2017 (act. II 295) die Mandatsübernahme an. Mit Schreiben vom 9. 
November 2017 (act. II 297) erhob er namens des Beschwerdeführers 
Einsprache, womit der Rechtsvertreter mit einem Entscheid rechnen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, UV/18/54, Seite 9

musste und er nach dem Dargelegten folglich auch gehalten war, eine 
behördliche Zustellung jederzeit zu ermöglichen. Anders als der 
Rechtsvertreter geltend macht, vermag bzw. vermochte die in der 
Stellungnahme vom 11. Juni 2018 ins Feld geführte Vereinbarung mit der 
Schweizerischen Post nicht zu bewirken, dass eine rechtlich wirksame 
Zustellung an Samstagen im Generellen bzw. am Samstag, dem 2. 
Dezember 2017, im Speziellen nicht erfolgen kann respektive konnte. Denn 
dies hätte – wie bei einem Postrückbehaltungsauftrag – letztlich zur Folge, 
dass die (nicht erstreckbare [vgl. Art. 40 Abs. 1 ATSG; BGE 143 V 71 
E. 4.3.1 S. 73]) gesetzliche Beschwerdefrist faktisch nach Belieben des 
Beschwerdeführers respektive dessen Rechtsvertreters verlängert würde. 
Sodann macht der Beschwerdeführer auch nicht geltend und es ist nicht 
ersichtlich, dass er die Beschwerdegegnerin zu einem Zustellungsverzicht 
an Samstagen im Generellen bzw. am Samstag, dem 2. Dezember 2017, 
im Speziellen bewegt hätte, weshalb er sich auch nicht auf eine nach dem 
Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]) abweichende Behandlung vom materiellen Recht berufen kann. 

1.6.2 Doch selbst wenn das hiervor Dargelegte ausgeblendet würde, 
vermöchte der Beschwerdeführer aus der ins Feld geführten Vereinbarung 
mit der Schweizerischen Post in Bezug auf den vorliegenden Fall nichts zu 
seinen Gunsten abzuleiten. 

In ihrem an den Rechtsvertreter adressierten Schreiben vom 1. Mai 2018 
(in den Gerichtsakten) hielt die Schweizerische Post Folgendes fest: 

„Bis anhin wurden an Sie adressierte Swiss-Express «Mond» Sendungen und Pakete mit 

Zusatzleistung Samstagzustellung am Samstag zurückbehalten und erst am folgenden 

Werktag zugestellt. Auf diese Weise konnten wir Ihnen das Abholen der avisierten Sendun-

gen auf der Poststelle ersparen. Der Grund für das Zurückbehalten der Sendungen war, 

dass ihr Geschäft am Samstag geschlossen ist. Dieses Vorgehen ist ursprünglich in mündli-

cher Absprache mit Ihnen erfolgt. Um eine rechtlich verbindliche Grundlage für diese Ver-

einbarung zu schaffen, bitten wir Sie uns die beiliegende Ermächtigung bis am 25. Mai 2018 

unterzeichnet zurückzusenden.“

Diese Ermächtigung hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 
2. Mai 2018 unterzeichnet (vgl. „Ermächtigung Swiss-Express «Mond» und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2018, UV/18/54, Seite 10

Pakete mit Zusatzleistung «SA» (Samstagzustellung) zurückbehalten“ [in 
den Gerichtsakten]). Dass die zwischen ihm und der Schweizerischen Post 
erfolgte Vereinbarung vom nämlichen Zeitpunkt an nunmehr auf einer 
schriftlichen Grundlage beruht, ist jedoch vorliegend nicht relevant, sind 
doch in zeitlicher Hinsicht die Verhältnisse massgebend, wie sie sich im 
Dezember 2017 darboten. Insoweit geht aus dem Schreiben der 
Schweizerischen Post nicht hervor, ab wann das darin erwähnte und 
offenbar anfänglich auf mündlicher Absprache basierende „Vorgehen“ galt. 
Unklar ist insbesondere, ob die Vereinbarung auch bereits am 2. Dezember 
2017 – mithin am Tag der Zustellung des angefochtenen 
Einspracheentscheides – Gültigkeit hatte. Auf diesbezügliche 
weitergehende Abklärungen kann jedoch in antizipierter Beweiswürdigung 
(BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) verzichtet werden, weil das zwischen dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers und der Schweizerischen Post 
vereinbarte Vorgehen für die hier interessierende Sendung so oder anders 
nicht einschlägig ist: Zum einen handelt es sich bei der Sendung vom 1. 
Dezember 2017 nicht um eine „Swiss-Express «Mond» Sendung“, findet 
sich doch auf dem Briefumschlag (in den Gerichtsakten) einzig die Kenn-
zeichnung „A+“ und „A-Post Plus“, hingegen kein Basisleistungsbarcode für 
eine „Swiss-Express «Mond» Sendung“ (vgl. Abbildung gemäss Ziff. 4.9 
der Dokumentation der Schweizerischen Post „Webservice «Barcode» 
Handbuch, Version 2.3.2 vom August 2017; abrufbar unter 
www.post.ch/de/geschaeftlich /themen-a-z/sendung-aufgeben/briefe-
aufgeben/ dokumentation- webservice-barcode). Zum anderen handelt es 
sich bei der Sendung vom 1. Dezember 2017 – wie aus dem Track & 
Trace-Auszug (in den Gerichtsakten) ersichtlich ist – auch nicht um eine 
Sendung mit einer Zusatzleistung, ist das Feld für Zusatzleistungen doch 
mit einem Gedankenstrich als „nicht vorhanden“ markiert. Damit stand die 
erwähnte (mündliche) Vereinbarung mit der Schweizerischen Post einer 
Samstagszustellung in keiner Art und Weise entgegen. 

Schliesslich kann keine Rede davon sein, dass die Zustellung von fristaus-
lösenden Sendungen am Samstag gegen Treu und Glauben verstösst (Art. 
5 Abs. 3 BV): Wie bereits in E. 1.6.1 vorne dargelegt, ist weder ersichtlich 
noch macht der Beschwerdeführer geltend, dass er mit der Beschwerde-
gegnerin einen Zustellungsverzicht an Samstagen vereinbart hätte. Auch 

http://www.post.ch/de/geschaeftlich%20/themen-a-z/sendung-aufgeben/briefe-aufgeben/%20dokumentation-%20webservice-barcode
http://www.post.ch/de/geschaeftlich%20/themen-a-z/sendung-aufgeben/briefe-aufgeben/%20dokumentation-%20webservice-barcode

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ist es aufgrund der auf dem Briefumschlag angebrachten 
Sendungsnummer ohne Weiteres möglich, das Zustelldatum in Erfahrung 
zu bringen. 

1.7 Nach dem Gesagten ist somit erstellt, dass der angefochtene Ein-
spracheentscheid vom 1. Dezember 2017 am 2. Dezember 2017 in das 
Postfach des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers fristauslösend zu-
gestellt wurde, womit es ihm ab diesem Zeitpunkt grundsätzlich möglich 
war, vom Verwaltungsakt Kenntnis zu erlangen und diesen sachgerecht 
anzufechten. Damit begann die 30-tägige Beschwerdefrist am Sonntag, 
3. Dezember 2017, zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG), wurde durch den vom 
18. Dezember 2017 bis 2. Januar 2018 dauernden Fristenstillstand (Art. 38 
Abs. 4 lit. c ATSG) unterbrochen und endete am Mittwoch, 17. Januar 
2018. Damit ist die erst am 18. Januar 2018 der Schweizerischen Post 
übergebene Beschwerde (vgl. E. 1.4 vorne) verspätet (vgl. E. 1.2 vorne). 
Dass der Beschwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter unverschuldeter-
weise abgehalten worden wäre, binnen Frist zu handeln (Art. 41 ATSG), ist 
weder ersichtlich noch wird dergleichen geltend gemacht. 

1.8 Zusammenfassend ist auf die Beschwerde vom 18. Januar 2018 
(Postaufgabe) nicht einzutreten.

1.9 Dieser Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 
Abs. 1 GSOG). 

2.

2.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

2.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für den unter-
liegenden Beschwerdeführer noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin 
ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Auf die Beschwerde vom 18. Januar 2018 wird nicht eingetreten.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Partei-
entschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 

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Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.