# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d4348cf-42cd-5e5d-b32b-2aad51ab486b
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-09
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 09.11.2021 S 2020 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-70_2021-11-09.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 9. November 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

COLUMNA Sammelstiftung Group Invest, c/o AXA Leben AG, Rechtsdienst 
Vorsorge, WFLG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 300, 8401 Winterthur
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

weitere Verfahrensbeteiligte
A.________

vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG, 
RA B.________, Habsburgerstrasse 26, Postfach 2469, 6002 Luzern

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2020 70

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Urteil S 2020 70

A. Unter Hinweis auf Beschwerden in Armen und Händen meldete sich die1966 
geborene und damals als Bauzeichnerin vollzeitlich erwerbstätig gewesen A.________ am 
18. Juli 2017 bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbezug an (IV-act. 7). Daraufhin tätigte die 
Verwaltung Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht. Nachdem zwei 
Rehabilitationsaufenthalte zu keiner Besserung geführt hatten, beauftragte sie die MEDAS 
medexperts ag mit einer polydisziplinären Begutachtung (Gutachten vom 29. August 2019 
[IV-act. 101/2–61]). Gestützt darauf stellte sie mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2019 die 
Zusprache einer Viertelsrente ab 1. März 2018 in Aussicht (IV-act. 103). Aufgrund der von 
der BVG-Versicherung Columna Sammelstiftung Group Invest am 14. November 2019 
erhobenen Einwände (IV-act. 122) holte die IV-Stelle eine ergänzende Stellungnahme der 
MEDAS ein (Stellungnahme vom 1. April 2020 [IV-act. 139]). Mit Verfügung vom 11. Mai 
2020 entschied sie im angekündigten Sinne (IV-act. 145).

B. Dagegen erhob die Columna Sammelstiftung Group Invest am 10. Juni 2020 
Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (act. 1 S. 2):

1. Es sei festzustellen, dass der medizinische Sachverhalt in wesentlichen Teilen 
unvollständig erhoben worden ist.

2. Es sei festzustellen, dass für die Feststellung des IV-Grades nicht der Tabellenlohn 
nach Kompetenzniveau 1, sondern nach Kompetenzniveau 2 angewendet werden 
muss.

3. Die Verfügung vom 11. Mai 2020 sei aufzuheben und die Angelegenheit zur 
Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

Im Wesentlichen bestreitet die Beschwerdeführerin die Beweiskraft des MEDAS-Gutach-
tens, insbesondere die darin attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter 
Tätigkeit und bemängelt die zu tiefe Bemessung des Invalideneinkommens (act. 1 S. 4 f.).

C. Innert Frist bezahlte die Beschwerdeführerin den ihr mit Verfügung vom 15. Juni 
2020 auferlegten Kostenvorschuss von Fr. 800.– (act. 2 f.).

D. Mit Vernehmlassung vom 25. August 2020 schloss die Verwaltung auf Abweisung 
der Beschwerde (act. 5).

E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
Standpunkten fest (act. 10 und 12).

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Urteil S 2020 70

F. Am 27. Januar 2021 nahm die Versicherte zur Beschwerde Stellung und 
beantragte deren Abweisung (act. 15 S. 1). Mit Bezug auf die Bemessung des 
Valideneinkommens bemängelte sie die Nichtberücksichtigung des jährlich bezogenen 
Bonus (act. 15 S. 4).

G. Am 30. April 2021 legte die Versicherte einen aktuellen medizinischen Bericht ins 
Recht (act. 17 und CAP-act. 2). Darüber orientiert, äusserten sich die Parteien nicht mehr 
dazu (act. 18).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu: 11. Mai 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei 
sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung 
des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 
E. 1.2.1). 

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 82a ATSG vor, dass für im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 10. Juni 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 31. Dezember 
2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in 
dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [EG AHVIVG; BGS 841.1]). Die 
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf 

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Urteil S 2020 70

Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 
– Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – gegeben, stammt doch die angefochtene Verfügung 
von der IV-Stelle Zug. Die Verfügung datiert vom 11. Mai 2020 (BF-act. 1) und ist 
frühestens am Folgetag im Herrschaftsbereich der Beschwerdeführerin eingetroffen. In 
Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen 
Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift trägt das Datum des 10. Juni 
2020, wurde gleichentags der Post übergeben und ging am 12. Juni 2020 beim 
Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 30-tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG gewahrt. 
Die Beschwerdeführerin ist als leistungspflichtige Pensionskasse von der angefochtenen 
Verfügung betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält einen 
verständlichen Antrag und eine Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen 
Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie 
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in 
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen 
Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert 
besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran 
hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl. BGE 139 V 547 
E. 5.1; 131 V 49 E. 1.2; 130 V 352 E. 2.2.1; vgl. BGer 9C_125/2015 vom 18. November 
2015 E. 5.4).

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Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben 
eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 
409 E. 4.5.2; 141 V 281 E. 2.1; 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei 
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem 
Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der 
Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach 
einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob und inwiefern es der 
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 
E. 4.2.1; 141 V 281 E. 3.7; 139 V 547 E. 5.2; 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

3.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten 
oder verbessern können;

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 115 V 133 E. 2 mit Hinweisen).

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3.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der 
Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).

3.6 Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche 
psychische Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten 
Beweisverfahren zu unterziehen sind (E. 6 und 7). Das strukturierte Beweisverfahren 
definiert systematisierte Indikatoren, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder 
äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) 
andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen 
(BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4–3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: BGer 9C_590/2017 vom 15. Fe-
bruar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten 
gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren 
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete 
versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. 
BGE 144 V 50 E. 4.3).

3.7 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen 
beachtlichen Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 
V 281 E. 4.1.3):

- Kategorie "funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
- Komplex "Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)

- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
- Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
- Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)

- Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen, 
E. 4.3.2)

- Komplex "Sozialer Kontext" (E. 4.3.3) 

- Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
- gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen (E. 4.4.1)
- behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck 

(E. 4.4.2)

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Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz 
(BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. BGer 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4). 

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4.
4.1 Im MEDAS-Gutachten vom 29. August 2019 (IV-act. 101/2–61) wurden nach 
Untersuchungen in den Disziplinen Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie, Psychiatrie, 
Neurologie und Neuropsychologie folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
gestellt (IV-act. 101/9):

- Panvertebrales Schmerzsyndrom bei radiologisch mässigen degenerativen 
Veränderungen (ICD-10 M54.80)

- Epikondylitis humeri ulnaris und radialis beidseits mit starker Schmerzsymptomatik bei 
freiem Bewegungsausmass (ICD-10 M77.0, M77.1)

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41)

- Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0)
- chronische Migräne, DD Analgetika-Übergebrauch

Folgenden weiteren Diagnosen massen die Gutachter keinen Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit bei (IV-act. 101/9):

- Anamnestisch Bakerzyste beider Knie mit Notwendigkeit wiederkehrender Punktionen

- Hallux valgus links

Weiter führten die Gutachter aus, bei der Versicherten bestehe ein komplexes 
Symptomenbild. Von orthopädischer Seite würden Beschwerden im Bereich der 
Knierückseiten bei der bekannten Bäkerzyste geklagt. Des Weiteren bestünden Hallux 
valgus-Beschwerden linksseitig seit 2017. Im Vordergrund stünden jedoch Beschwerden 
an beiden Unterarmen seit 2017, welche als Epikondylitis, später mit dem Verdacht auf 
Repetitiv Injury Syndrom interpretiert worden seien. Rein inspektorisch lasse sich an den 
Unterarmen keine Auffälligkeit feststellen. Die Gelenke an den oberen Extremitäten seien 
sämtlich frei beweglich. Bei der Überprüfung der Beweglichkeit würden aber praktisch 
überall an den Extremitäten Beschwerden angegeben. Diese seien vorwiegend auf die 
Muskulatur bezogen. Aus rheumatologischer Sicht ergäben sich keine Hinweise für ein 
Krankheitsbild aus diesem Formenkreis. 10 cm distal des Ellbogengelenks bis zu den 
Fingerspitzen bestehe eine starke Berührungs- und Bewegungsempfindlichkeit. Zudem 
bestehe ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit schmerzhafter 
Bewegungseinschränkung von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Am Achsenskelett 
bestünden mässige degenerative Veränderungen. Die Versicherte sei für die bisherige 
PC-Tätigkeit aktuell nicht geeignet. Diesbezüglich bestehe vollständige Arbeitsunfähigkeit, 
die sich auch auf ähnliche Tätigkeiten beziehe. Eine adaptierte Tätigkeit ohne grossen 

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Einsatz der Hände, beispielsweise leichte Sortiertätigkeiten, Aufsichtsarbeiten etc., dürfte 
dagegen möglich sein (IV-act. 101/8).

Der psychiatrische Gutachter beschreibe eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren. Im Vordergrund des klinischen Bildes stünden die 
Schmerzen. Es komme in bedeutsamer Weise zur Beeinträchtigung im Sozialen, im Beruf 
und in anderen wichtigen Funktionsbereichen. Die Versicherte messe den eigenen 
Beschwerden einen hohen Stellewert bei. Es zeigten sich Diskrepanzen zwischen dem 
Ausmass der Schmerzen und der Notwendigkeit der Hilfe einer Zweitperson sowie den 
eigenen Möglichkeiten im Haushalt, welche auf ein höheres Aktivitätsniveau hinwiesen. 
Trotz der geschilderten, hohen Schmerzen wirke die Versicherte nur leicht 
schmerzgeplagt. Während des Gesprächs stehe sie zweimal auf. Trotz der beschriebenen 
Freudlosigkeit könne die Versicherte während des Gesprächs immer wieder lächeln. Aus 
psychiatrischer Sicht ergebe sich aufgrund der chronischen Schmerzstörung eine 
Arbeitsfähigkeit von 90 %. Dies gelte retrospektiv ab Dezember 2017 (IV-act. 101/8).

Die Ergebnisse der formalisierten Beschwerdevalidierung im Rahmen der 
neuropsychologischen Untersuchung wiesen konvergent auf ein suboptimales 
Leistungsverhalten und eine übertriebene Beschwerdedarstellung hin. Sämtliche erzielten 
Werte lägen in einem auffälligen Bereich. In mehreren Verfahren lägen die Ergebnisse im 
Bereich der Zufallswahrscheinlichkeit, also im Bereich der reinen Ratewahrscheinlichkeit. 
Wären die durch die Versicherte erzielten Ergebnisse authentisch, könnten sie nur von 
einer Person mit einem kompletten amnestischen Syndrom oder einer anderen 
schwersten kognitiven Störung erreicht werden. Die Ergebnisse eines 
Selbstbeurteilungsverfahrens zur Validierung der Beschwerdeschilderung seien auffällig 
und wiesen mit einer hohen Angabe von Pseudobeschwerden auf eine übertriebene 
Beschwerdeschilderung hin. In der Gesamtbeurteilung unter Einbezug der Ergebnisse 
sämtlicher durchgeführter Beschwerdevalidierungsverfahren, des Testprofils und der 
Verhaltensbeobachtung sei die Mitwirkung der Versicherten in der Untersuchung als 
unzureichend einzuschätzen (IV-act. 101/28; vgl. ferner Neuropsychologisches 
Teilgutachten vom 9. Juli 2019 [101/62–68]).

Aus neurologischer Sicht leide die Versicherte seit 15 Jahren an einer Migräne am 
ehesten ohne Aura, welche bereits in der Vergangenheit gehäuft aufgetreten und 
mindestens seit Anfang 2018 deutlich exazerbiert sei. Drei- bis viermal pro Woche träten 
Migräne-Kopfschmerzen mit klassischen Symptomen wie Übelkeit, Licht- und 

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Geräuschempfindlichkeit und Rückzugstendenz auf. Insgesamt habe sich keine 
Verbesserung der Migränesituation gezeigt. Aktuell zeige sich das Bild eines Analgetika-
Übergebrauchs bei nun seit mindestens einem Monat täglichen Kopfschmerzen mit fast 
täglicher Einnahme von Zomig, Dafalgan und Novalgin. Weiter bestehe seit 2017 eine 
diffuse Schmerzproblematik, welche sich im Verlauf ausgeweitet habe. Für die Versicherte 
stünden Schmerzen an beiden Händen und Unterarmen im Vordergrund. Diese seien 
brennender Intensität, keinem Dermatom zuordenbar, vom beschriebenen Aspekt am 
ehesten neuropathisch. Aus neurologischer Sicht bestünden allerding keine Hinweise für 
eine Schädigung der Nervenbahnen. Insbesondere keine Hinweise für eine Diskushernie 
oder eine periphere Schädigung und Reizung der Nerven, welche die Symptome erklären 
würde. Im Vordergrund scheine auch zunehmend eine psychische Komponente zu stehen. 
Aus neurologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (IV-act. 101/8–9).

Polydisziplinär kamen die Gutachter zum Schluss, dass bei der Versicherten ein 
komplexes Beschwerdebild bestehe. Zunächst habe eine seit 15 Jahren bestehende 
heftigste Migräne, die sich in letzter Zeit zunehmend verstärkt habe, im Vordergrund 
gestanden. Des Weiteren würden Einschränkungen des Bewegungsapparats vorwiegend 
seitens der Unterarme jedoch auch der Wirbelsäule und der Kniegelenke und 
beispielsweise am Hallux valgus links rapportiert. Die Beschwerden hätten in der Intensität 
nicht objektiviert werden können. Es komme zu Überlappungen mit den Symptomen der 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Aus polydisziplinärer Sicht 
sei die Versicherte in der bisherigen PC-Tätigkeit oder in einer ähnlich gearteten Tätigkeit 
seit März 2017 zu 100 % arbeitsunfähig. In adaptierter Tätigkeit sei sie zu 80 % 
arbeitsfähig. Adaptiert seien leichte manuell wenig beanspruchende, wechselbelastende 
und möglichst rückenschonende Tätigkeiten (IV-act. 101/9–10).

Zu den relevanten Persönlichkeitsaspekten gaben die Gutachter an, der Schmerz 
verursache in bedeutsamer Weise Leiden und Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen 
und anderen wichtigen Funktionsbereichen. Die empfundene Energie- sowie 
Freudlosigkeit seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unter der Diagnose der 
chronischen Schmerzstörung einzuordnen. Als Ressource werteten die Gutachter sodann 
das stabilisierend wirkende soziale Umfeld. Die Versicherte lebe mit der 19-jährigen 
Tochter, mit der sie ein gutes Verhältnis pflege, in einem Haushalt. Da sich die von der 
Versicherten geäusserten Beschwerden aus psychiatrischer Sicht nicht vollumfänglich 
objektivieren liessen, seien die subjektiven Angaben im Mini-ICF-APP nur bedingt 
verwertbar. Es bestünden eine leicht ausgeprägte Beeinträchtigung der Flexibilität und 

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Umstellungsfähigkeit, eine leichte Beeinträchtigung der Kompetenz- und 
Wissensanwendung, eine leicht ausgeprägte Beeinträchtigung der Proaktivität und 
Spontanaktivität, eine erheblich ausgeprägte Beeinträchtigung der Widerstands- und 
Durchhaltefähigkeit sowie eine leichtgradige Beeinträchtigung der Gruppenfähigkeit. Im 
Rahmen der Konsistenzprüfung hielten die Gutachter fest, dass die Intensität der 
Beschwerden aus orthopädischer Sicht nicht vollständig plausibel und nachvollziehbar sei. 
In der neuropsychologischen Gesamtbeurteilung unter Einbezug der Ergebnisse 
sämtlicher durchgeführter Beschwerdevalidierungsverfahren, des Testprofils und der 
Verhaltensbeobachtung sei die Mitwirkung der Versicherten in der Untersuchung als 
unzureichend einzuschätzen. Schliesslich wurde erneut auf die bereits vom 
psychiatrischen Gutachter genannten Inkonsistenzen hingewiesen (IV-act. 101/10).

4.2 In der im Vorbescheidverfahren eingeholten Stellungnahme vom 1. April 2020 (IV-
act. 139) gab der medizinische Leiter der MEDAS, Dr. med. C.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, an, dass es bei 
Schmerzstörungen häufig zu sehen sei, dass die betroffene Person ihren Beschwerden 
einen recht hohen Stellenwert beimesse und daraus recht absolute Schlussfolgerungen 
bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit ziehe. Dies sei als Symptomverdeutlichung im Rahmen 
der chronischen Schmerzstörung zu werten und könne nicht einer Aggravation 
gleichgestellt werden. Weiter beurteile die neuropsychologische Testung die 
Leistungsbereitschaft, befasse sich aber nicht mit allfälligen körperlichen Beschwerden. 
Eine verminderte Leistungsbereitschaft bedeute nicht per se Abwesenheit von Schmerzen 
und dadurch bedingten Einschränkungen. Unter Hinweis auf die Therapieresistenz der 
Epikondylopathie trotz multiplen Behandlungsmassnahmen, den nunmehr dreijährigen 
Krankheitsverlauf und den Zusammenhang mit der Berufsausübung befürwortete auch 
Dr. C.________ die Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit. Dass dem 
Schmerzsyndrom per se kein übermässiges Gewicht zugemessen worden sei, zeige die 
Einschätzung einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit.

4.3 Als Vertrauensarzt der Beschwerdeführerin führte Dr. med. D.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin, in seiner zwecks Beschwerdeerhebung abgegebenen 
Stellungnahme vom 13. Mai 2020 (BF-act. 5/3–7) aus, seines Erachtens handle es sich 
bei den Beschwerden der Arme um eine nicht genau zu definierende diffuse Symptomatik, 
insbesondere auch ohne objektive Befunde. Dies ziehe sich über alle rheumatologischen 
und orthopädischen Berichte hinweg. Weiter werde betreffend diese Hauptdiagnose kein 
einziger spezifischer Befund erhoben, nicht einmal eine lokalisierte Druckdolenz an den 

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Urteil S 2020 70

Epikondylitiden. Sodann fänden andere bei Epikondylopathie standardmässig 
vorzunehmende Tests in der orthopädischen Begutachtung keine Erwähnung. Auch die 
orthopädische Zweitdiagnose des panvertebrales Schmerzsyndroms bei radiologisch 
mässigen degenerativen Veränderungen vermöge eine Leistungsreduzierung in keiner 
Weise zu begründen. Aus solch rein subjektiven Beschwerdebildern lasse sich jedenfalls 
keine dauernde volle Arbeitsunfähigkeit am PC als Bauzeichnerin ableiten. Weiter sei zu 
bemerken, dass es im Verlaufe der drei Jahre Arbeitsunfähigkeit offenbar zu einer 
Umgewichtung in Richtung Epikondylopathie gekommen sei. Zusammenfassend werde 
hier ein Krankheitsbild des Bewegungsapparates postuliert und als im angestammten 
Beruf als 100 % leistungsmindernd anerkannt, welches keinerlei pathologischen Befunde 
aufweise und somit somatisch nicht begründet werden könne.

4.4 Im Beschwerdeverfahren legte die Versicherte den Bericht des Spitals 
E.________, Neurozentrum, vom 27. April 2021 (CAP-act. 2) ins Recht, worin neu die 
Diagnose einer Small Fibre Neuropathie unklarer Ätiologie gestellt wurde. Als 
Nebendiagnosen wurden die bereits bekannten Leiden angegeben. Laut den berichtenden 
Spitalärzten lässt sich klinisch aufgrund der brennenden, stechenden Missempfindungen 
der Extremitäten im Beisein einer deutlichen pathologischen Hautbiopsie, in einem 
längenabhängigen Muster, eine Small Fibre Neuropathie diagnostizieren. Ursächlich sei 
trotz ausgedehnter Untersuchungen serologisch keine Identifikation möglich gewesen. 
Weil die bisherige Therapie als stark unzureichend beurteilt werde, sei ein Versuch mit 
Phenytoin eingeleitet worden. Abschliessend ersuchten die berichtenden Ärzte um 
Kostengutsprache für die Abklärung einer genetischen Komponente.

5.
5.1 Die Beschwerdeführerin zweifelt die Schlussfolgerungen des MEDAS-Gutachtens 
vom 29. August 2019 an. Zunächst wendet sie ein, dass es sich bei der Epikondylitis um 
keine Krankheit mit auch nur einigermassen definiertem Krankheitsverlauf handle, häufig 
vorübergehend sei und es in den allermeisten Fällen im Verlaufe zu einer spontanen 
Ausheilung komme. Weiter macht sie geltend, dass betreffend dieser Hauptdiagnose, was 
die Limitierung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit betreffe, im Rahmen der 
orthopädischen Begutachtung kein spezifischer Befund erhoben und keiner der bei 
Epikondylopathie standardmässig vorzunehmenden Tests erwähnt worden sei (act. 1 S. 4 
und 10 S. 2).

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Urteil S 2020 70

Zu dieser Einwendung nahm bereits der Leitende Arzt der MEDAS Stellung und 
befürwortete unter Hinweis auf die Therapieresistenz der Epikondylopathie trotz multiplen 
Behandlungsmassnahmen, den nunmehr dreijährigen Krankheitsverlauf und den 
Zusammenhang mit der Berufsausübung die Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit 
(E. 4.2). Die gutachterliche Beurteilung steht weiter hinsichtlich der Diagnose einer 
Epikondylitis, der Angaben zu den klinischen Befunden, der multimodalen 
Therapieversuchen mit Physio-, Ergo-, Pharmako- und Psychotherapie sowie der auf 
einen Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit hinweisenden Schmerzprogredienz 
gegen Ende der Arbeitswoche im Einklang mit den Berichten der behandelnden 
Rheumatologen des Spitals F.________ vom 2. Juli 2017 (IV-act. 14), 18. Oktober 2017 
(IV-act. 26) und 12. Juni 2018 (IV-act. 55/2–3). 

Diesen Berichten sowie den Berichten der Klinik Adelheid vom 4. Januar 2018 (IV-act. 41) 
und der Klinik G.________ vom 6. Februar 2019 (IV-act. 82) lässt sich allerdings auch 
entnehmen, dass die Diagnose mit Bezug auf die Handgelenksbeschwerden noch nicht 
gesichert war, weshalb lediglich Verdachtsdiagnosen gestellt wurden. Gingen die Ärzte 
zunächst von einem Repetitive Strain Injury Syndrom aus, zogen sie später auch ein 
Fibromyalgiesyndrom in Betracht. Dieser Unklarheit setzten die Gutachter mit der 
Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
ein Ende. Dadurch wird unter anderem dem Umstand Rechnung getragen, dass die von 
der Versicherten angegebenen, multilokalen Beschwerden in ihrer Intensität nur teilweise 
objektivierbar sind.

Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Kritik gegen die im MEDAS-Gutachten vom 
29. August 2019 gestellten Diagnosen vermag demzufolge keine Zweifel an der 
gutachterlichen Beurteilung entstehen zu lasen.

5.2 Auch im Übrigen entspricht das MEDAS-Gutachten vom 29. August 2019 den 
praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (E. 3.5). So ist es für 
die streitigen Belange umfassend, beantwortet es doch in schlüssiger Weise die Frage 
nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten 
und beruht auf einer eingehenden neuropsychologischen und psychiatrischen 
Untersuchung. Die Gutachter schilderten ausführlich die von der Versicherten erwähnten 
Leiden und Einschränkungen und setzten sich detailliert damit sowie mit dem 
Alltagsverhalten der Explorandin auseinander. 

14

Urteil S 2020 70

5.3 Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, die gutachterlich erhobenen 
Anzeichen für ein suboptimales Leistungsverhalten und eine übertriebene 
Schmerzdarstellung an der Grenze zur Aggravation seien bei der Festlegung der 
Arbeitsfähigkeit in keiner Weise berücksichtigt worden (act. 1 S. 4 und 10 S. 2).

5.3.1 Dem ist zu entgegnen, dass sich der psychiatrische Gutachter der MEDAS vor 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu den Standardindikatoren (vgl. E. 3.6–3.7) äusserte 
und diese damit bei der Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten 
mitberücksichtigte. Zu erwähnen ist hier insbesondere die Würdigung der verschiedenen 
Inkonsistenzen (Objektivierbarkeit der Beschwerden, mangelnde Leistungsbereitschaft, 
höheres Aktivitätenniveau und Verhalten während der Untersuchung; IV-act. 101/30–32). 
Dadurch wird die Einschätzung einer mit 90 % – im Vergleich zur Überzeugung der 
Versicherten, nicht mehr arbeiten zu können (IV-act. 101/36) – relativ hohen 
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nachvollziehbar gemacht.

5.3.2 Der neurologische Gutachter begründete seine Einschätzung einer 80%igen 
Arbeitsfähigkeit mit der aktuell ausgeprägten, chronischen Migräne (IV-act. 101/47). Ob 
sich diese durch die vom Gutachter empfohlene Schmerzmittelreduktion (IV-act. 101/47) 
bessern lässt, wird allenfalls im Rahmen einer Rentenrevision zu prüfen sein.

5.3.3 Den wohl grössten Einfluss auf die Invaliditätsbemessung dürfte indessen die von 
der orthopädischen Gutachterin attestierte Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit 
am PC haben (IV-act. 101/20–21). Diese wird offensichtlich auf die Unterarmschmerzen 
zurückgeführt. Zwar dürfen die Schmerzangaben der Versicherten aufgrund der oben 
erwähnten Inkonsistenzen nicht unbesehen ins zumutbare Leistungsprofil übernommen 
werden. Jedoch können auch nicht erklärbare Schmerzen Einschränkungen bewirken, 
was der Leitende Arzt der MEDAS in seiner Stellungnahme vom 1. April 2020 klar festhielt 
(IV-act. 139/2). Diese Aussage wird von den Befunden der weiteren Abklärungen im 
Neurozentrum des Spitals E.________ bestätigt. Diese führten schliesslich zur Diagnose 
einer Small Fibre Neuropathie (vgl. E. 4.4.). Im Lichte dieser neuen, die geklagten 
Beschwerden an den Unterarmen zumindest teilweise erklärenden Diagnose, welche die 
Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten unterstützt, erscheint die gutachterlich 
attestierte Unzumutbarkeit der weiteren Ausübung der angestammten Tätigkeit 
nachvollziehbar, weshalb eine erneute Begutachtung – wie sie Dr. D.________ in seiner 
Stellungnahme vom 13. Mai 2020 vorschlägt (BF-act. 5/3–7) – einer unzulässigen second 

15

Urteil S 2020 70

Opinion gleichkommen würde (statt vieler: BGer 8C_776/2018 vom 9. Mai 2019 E. 5.1 mit 
Hinweisen).

5.3.4 Aus diesen Gründen überzeugt die Einschätzung der Gutachter einer 
Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit und 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten, insbesondere manuell wenig beanspruchenden Tätigkeit. Auf das MEDAS-
Gutachten vom 29. August 2019 darf somit abgestellt werden.

6.
6.1 Im Rahmen der erwerblichen Gewichtung der der Versicherten verbliebenen 
Arbeitsfähigkeit setzte die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen für das Jahr 2018 
(Ablauf des Wartejahres) ausgehend vom dem im Jahr 2016 erzielten Lohn auf 
Fr. 73'052.– fest. Für die Ermittlung des auf Fr. 44'036.– angesetzten 
Invalideneinkommens ging sie unter Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit von den 
Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 
2016, Privater Sektor, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Frauen, aus (IV-act. 105; 
BF-act. 1).

6.2 Die Beschwerdeführerin rügt die Ermittlung des Invalideneinkommens und macht 
geltend, dass die Versicherte als ausgebildete Bauzeichnerin mit mehr als 20 Jahren 
Berufserfahrung bis zu ihrer Entlassung eine Tätigkeit am PC ausgeübt habe, die dem 
Kompetenzniveau 2 der LSE zuzuordnen sei. Demzufolge betrage das 
Invalideneinkommen Fr. 57'984.–, was zu einem Invaliditätsgrad von 20 % führe (act. 1 
S. 5 und 10 S. 3). 

Dem setzt die Beschwerdegegnerin entgegen, dass das Kompetenzniveau 2 viele 
Tätigkeiten mit PC-Arbeit erfasse. Ausserdem sei die Versicherte Realschülerin gewesen 
und habe seit dem Lehrabschluss im August 1986 bis zur Kündigung per Ende 2017 als 
Bauzeichnerin gearbeitet (act. 5 S. 3).

6.3 Zu prüfen ist daher, ob bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhand der 
LSE-Tabellen das Kompetenzniveau 1 oder 2 heranzuziehen ist.

6.3.1 Zu Recht weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass auf dem 
Kompetenzniveau 2 der Tabelle TA1 gemäss LSE 2016 (entspricht nach den früheren 
LSE vor 2012 dem Anforderungsniveau 3) die Löhne aus praktischen Tätigkeiten wie 

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Urteil S 2020 70

Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung und Administration, Bedienen von Maschinen und 
elektronischen Geräten sowie Sicherheits- und Fahrdiensten verzeichnet seien. Das 
unterste Kompetenzniveau 1 spiegele hingegen die Einkommen aus einfachen Tätigkeiten 
körperlicher oder handwerklicher Art (act. 1 S. 5 und 10 S. 3; vgl. dazu BGer 8C_534/2019 
E. 5.3.1 vom 18. Dezember 2019).

Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität nicht auf einen angestammten 
Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von Kompetenzniveau 2 nach 
der bundesgerichtlichen Praxis allerdings nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten 
und Kenntnisse verfügt. Bejaht wurde dies etwa im Fall des ehemaligen Spitzensportlers, 
der eine Maturaprüfung vorweisen konnte und zum Zeitpunkt des Unfalls erst 30-jährig 
gewesen war (EVG I 779/03 vom 22. Juni 2004 E. 4.3.4), beim Versicherten, der bereits 
verschiedene Berufe (Lastwagen- und Buschauffeur, Inserate-Akquisiteur, selbständiger 
Herausgeber einer Zeitschrift) ausgeübt hatte (BGer I 822/04 vom 21. April 2005 E. 5.2), 
beim früheren Spengler/Sanitärinstallateur mit überdurchschnittlichen handwerklichen 
Fähigkeiten (BGer 8C_192/2013 vom 16. August 2013 E. 7.3.2) und beim gelernten 
Zimmermann, welcher Ausbildungen zum Vorarbeiter und Projektleiter absolvierte, in 
diesen Funktionen auch tätig war und schliesslich sein eigenes Unternehmen im Bereich 
des Baugewerbes gründete und führte (BGer 8C_5/2020 vom 22. April 2020 E. 5.3.2). 
Ansonsten zog das Bundesgericht den Zentralwert des Kompetenzniveaus 1 heran. So 
namentlich im Fall eines Heizungsmonteurs, der zwischenzeitlich zwar als 
Aussendienstmitarbeiter bei einer Versicherung tätig war, aber über keine kaufmännische 
Ausbildung verfügte (SVR 2010 IV Nr. 52 S. 160, BGer 9C_125/2009 vom 19. März 2010 
E. 4.3–4). Oder bei einem 45-jährigen, seit annähernd 20 Jahren bei der gleichen 
Arbeitgeberin Angestellten, der dort zuletzt eine leitende Stellung bekleidet hatte, jedoch 
nur in diesem Beruf als Sicherheitschef, den er behinderungsbedingt nicht mehr ausüben 
konnte, über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügte (BGer 8C_386/2013 vom 
15. Oktober 2013 E. 6.2 und 6.3); neuerdings schliesslich bei einem 54-jähringen 
gelernten Industriespengler, der 20 Jahre lang als Werkstattspengler und 
Spezialhandwerker, tageweise auch als Zugbegleiter, gearbeitet hatte und nach dem 
Unfall die Erwerbstätigkeit bei der gleichen Arbeitgeberin wieder voll aufgenommen hatte, 
allerdings als Reinigungsmitarbeiter und Zugbegleiter mit bestandener 
Zugbegleiterprüfung (BGer 8C_131/2021 vom 2. August 2021 E. 7.4.2; vgl. ferner die 
Rechtsprechungsübersicht in E. 7.4.1 desselben Entscheids).

17

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6.3.2 Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit auf Realschulniveau absolvierte die 
Versicherte eine vierjährige Lehre als Bauzeichnerin (IV-act. 6/1, 7/5 und 9/4) und 
arbeitete seither ausschliesslich auf diesem Beruf (IV-act. 15 und 101/16). Weitere 
berufliche Erfahrungen oder Kenntnisse sind nicht aktenkundig. Es sind somit keine 
besonderen Umstände ersichtlich, die der Versicherten auch in einer anderen als der 
angestammten Tätigkeit von entscheidendem Nutzen sein könnten. Dies gilt 
insbesondere, wenn man bedenkt, dass sie keine Arbeit am PC mehr verrichten kann, 
womit ihr nur noch Tätigkeiten ohne grossen Einsatz der Hände und ohne Arbeit am PC 
offen stehen (E. 4.1 und 5.3.4). In solchen Tätigkeiten weist die Versicherte weder 
Berufserfahrung noch konkrete Kenntnisse auf. Das Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 
ist zur Ermittlung des Invalideneinkommens daher nicht angezeigt. Die 
Beschwerdegegnerin ging zu Recht vom Zentralwert gemäss Kompetenzniveau 1 aus.

6.4 Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditätsbemessung ist 
angemessen und wurde von der Beschwerdeführerin im Übrigen auch nicht gerügt. Der 
errechnete Invaliditätsgrad von 40 % ist somit nicht zu beanstanden.

Demzufolge hat die Versicherte Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung 
ab 1. März 2018, weshalb die angefochtene Verfügung vom 11. Mai 2020 zu Recht erging.

7. Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.– festzulegen und ausgangsgemäss 
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1bis IVG).

Der durch eine Rechtsschutzversicherung vertretenen Versicherten ist zulasten der 
unterliegenden Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG 
auszurichten, welche ermessensweise auf Fr. 1'500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) 
festzusetzen ist.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, welche 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, A.________ eine Parteientschädigung 
von Fr. 1'500.– (inkl. Barauslagen und MWSt.) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin, an die IV-Stelle des Kantons Zug, an die 
Rechtsvertreterin der Versicherten (im Doppel) an das Bundesamt für 
Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im Dispositiv an die 
Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 9. November 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am