# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 638b17c7-a0d4-5cf0-a29b-5b9780f2ae69
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2014 E-4515/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4515-2014_2014-09-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4515/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli, Richter William Waeber, 

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

(…) 

Gesuchsteller, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist 

(Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung); 

Verfügung des BFM vom 9. April 2014 / N (…) 

 

 

E-4515/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass der tamilische Gesuchsteller ein erstes Mal am 23. November 2004 

bei der schweizerischen Vertretung in Colombo um Asyl in der Schweiz 

ersuchte, 

dass das Bundesamt nach der Befragung vom 16. Februar 2005 durch 

die schweizerische Botschaft das Asylgesuch mit Verfügung vom 3. März 

2006 ablehnte und die Einreise in die Schweiz verweigerte, 

dass eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde von der damals 

zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) am 11. Mai 

2006 abgewiesen wurde, 

dass der Gesuchsteller am 25. April 2010 ein zweites Mal bei der schwei-

zerischen Botschaft in Colombo um Asyl nachsuchte, welches er damit 

begründete, er werde seit seiner Teilnahme als Kandidat der B._______-

Partei ([…]) an den letzten Parlamentswahlen (vom April 2010) ständig 

von bewaffneten Gruppierungen bedroht,  

dass er mittels weiteren Eingaben an die schweizerische Vertretung in 

Colombo von ununterbrochenen Belästigungen – z.B. sei er am (…) 2009 

von einer speziellen Einheit entführt, für drei Tage festgehalten und gefol-

tert worden; seither bekomme er immer wieder telefonische Nachrichten, 

dass man ihn umbringen wolle oder er werde von Unbekannten aus dem 

Haus gerufen oder Armee-Angehörige würden das ganze Haus nach ihm 

aushorchen – berichtete, da man ihn von einer weiteren Teilnahme an 

künftigen Wahlen abhalten wolle, 

dass der aus C._______ (Ost-Distrikt […]) stammende Gesuchsteller am 

26. Februar 2014 durch Mitarbeiter der schweizerischen Vertretung in Co-

lombo befragt wurde und dabei zu Protokoll gab, dass er insbesondere 

von der Karuna-Gruppe (bzw. Tamil Makkal Viduthalai Pulikal/TMVP) und 

von der sri-lankischen Armee behelligt, bedroht und geschlagen werde; 

so habe er nach einem Angriff vom (…) 2014 hospitalisiert werden müs-

sen, 

dass er am (…) 2014 von der Karuna-Gruppe erpresst worden sei, er das 

Schweigegeld indes nicht habe bezahlen können, 

dass das BFM das Asylgesuch des Gesuchstellers mit Verfügung vom 

9. April 2014 ablehnte und die Einreise in die Schweiz verweigerte, insbe-

E-4515/2014 

Seite 3 

sondere da die Möglichkeit bestehe, sich hinsichtlich der geltend gemach-

ten Bedrohungen durch ein Mitglied der TMVP an die sri-lankischen Be-

hörden zu wenden, um diese um Schutz zu ersuchen, 

dass diese Verfügung von der schweizerischen Vertretung in Colombo 

am 24. April 2014 in eingeschriebener Form dem Gesuchsteller zugestellt 

wurde, 

dass indes keine Eröffnungsbestätigung in den Akten liegt, 

dass der Gesuchsteller mit Eingabe vom 29. Juli 2014 der Schweizer 

Botschaft in Colombo mitteilte, er hätte gegen die Verfügung vom 9. April 

2014 nicht innert Frist Beschwerde erheben können, da sein Onkel am 

30. Mai 2014 gestorben ("expired") und er persönlich gesucht worden sei, 

weshalb er bis heute Probleme habe und nicht zur Verfügung gestanden 

sei ("I was not available"), 

dass er implizit die Aufhebung der Verfügung vom 9. April 2014 des BFM 

und Gewährung von Asyl beantragte, 

dass diese Anträge damit begründet wurden, er habe in Sri Lanka weiter-

hin Probleme ("I still having problems"), 

dass die schweizerische Botschaft dieses Schreiben am 5. August 2014 

dem Bundesverwaltungsgericht übermittelte (Eingang: 14. August 2014), 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah-

rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM 

entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des 

Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 

SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG rich-

tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG), 

E-4515/2014 

Seite 4 

dass die Zuständigkeit auch die Beurteilung von Gesuchen um Wieder-

herstellung von Fristen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 VwVG, welche in Zu-

sammenhang mit solchen Beschwerden stehen, umfasst (vgl. Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts C-6749/2012 vom 31. Januar 2013 E. 1.1), 

dass die Eingabe des Gesuchstellers als Gesuch um Wiederherstellung 

der Beschwerdefrist entgegen genommen wird, 

dass die Wiederherstellung von Fristen dazu dient, die Rechtsnachteile 

zu beseitigen, die ein Verfahrensbeteiligter wegen unverschuldeter Frist-

versäumnis erleidet (vgl. STEFAN VOGEL, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 

2008, N. 1 zu Art. 24 VwVG), 

dass auf ein Fristwiederherstellungsgesuch formell eingetreten wird, 

wenn der Gesuchsteller unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach 

Wegfall des Hindernisses darum ersucht und zugleich die versäumte 

Rechtshandlung nachholt (Art. 24 Abs. 1 VwVG; vgl. ALFRED KÖLZ/ISA-

BELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, N. 587), 

dass die materielle Behandlung eines Fristwiederherstellungsgesuchs 

verlangt, dass das Säumnis auf ein unverschuldetes Hindernis, mithin ei-

ne – objektive oder subjektive – Unmöglichkeit, rechtzeitig zu handeln, 

zurückzuführen ist (Art. 24 Abs. 1 VwVG), 

dass objektive Unmöglichkeit anzunehmen ist, wenn der Gesuchsteller 

bzw. sein Rechtsvertreter wegen eines von seinem Willen unabhängigen 

Umstandes am fristgerechten Handeln verhindert war; während subjekti-

ve Unmöglichkeit vorliegt, wenn zwar die Vornahme einer Handlung ob-

jektiv betrachtet möglich gewesen wäre, der Betroffene aber durch be-

sondere Umstände, die er nicht zu verantworten hat, am Handeln gehin-

dert war (vgl. STEFAN VOGEL, a.a.O., N. 10 ff. zu Art. 24 VwVG),  

dass der Gesuchsteller den Nachweis, dass die Frist wegen eines unver-

schuldeten Hindernisses nicht gewahrt werden konnte, zu erbringen hat, 

wobei die entsprechenden Umstände zu beweisen sind und ein blosses 

Glaubhaftmachen insoweit nicht genügt (vgl. zum Ganzen: URSINA BEER-

LI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungs-

rechtpflege des Bundes und der Kantone, 1985, S. 227 ff. m.w.H.),  

E-4515/2014 

Seite 5 

dass vorliegend in Anbetracht nachfolgender Erwägungen offen bleiben 

kann, ob das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist binnen 

Frist eingereicht wurde,  

dass die verpasste Prozesshandlung – die Einreichung einer Beschwerde 

gemäss Art. 52 Abs. 1 VwVG – indes als genüglich anerkannt wird, da die 

Begehren und deren Begründung in der Laieneingabe implizit erkennbar 

sind; auch enthält die Beschwerdeschrift die Unterschrift des Beschwer-

deführers (bzw. Gesuchstellers), 

dass indes der Grund, weshalb der Gesuchsteller nicht innert Frist eine 

Beschwerde habe einreichen können, nicht ausreichend dargelegt, son-

dern nur erklärt wurde, der Gesuchsteller habe nicht zur Verfügung ge-

standen, weil er gesucht worden und sein Onkel gestorben sei,  

dass daraus nicht ergeht, weshalb er innert der Frist von 30 Tagen, keine 

Beschwerde einreichten konnte,  

dass folglich das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist ab-

zulehnen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich dem 

Gesuchsteller aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), indessen auf 

die Kostenerhebung in Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) zu verzichten ist. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Beschwerdeeinreichung 

wird abgewiesen. 

2.   

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das BFM und die zuständige 

schweizerische Vertretung. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

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