# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f7c0699-0ae7-5db6-b08f-f585c7a07842
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.11.2014 IV 2012/402
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-402_2014-11-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/402

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 18.11.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 18.11.2014
Art. 28 IVG. Würdigung Gutachten. Gutachten beweiskräftig. Kein 
rentenbegründender Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 18. November 2014, IV 2012/402). Bestätigt 
durch Urteil des Bundesgerichts 8C_18/2015.

Entscheid Versicherungsgericht, 18.11.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Daniel Furrer

Entscheid vom 18. November 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ wurde von der leistungspflichtigen Krankentaggeldversicherung am 5. Juni 

2009 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur Früherfassung gemeldet (IV-act. 4). 

Am Früherfassungsgespräch vom 11. Juni 2009 gab der Versicherte an, dass er seit 

Oktober/November 2008 unter Konzentrationsschwierigkeiten leide und sich 

"ausgebrannt" fühle (IV-act. 5). Mit Schreiben der IV-Stelle vom 15. Juni 2009 (IV-act. 6) 

und 23. Juni 2009 (IV-act. 7) wurde der Versicherte aufgefordert, die Anmeldung bei 

der Invalidenversicherung vorzunehmen. Da der Versicherte innert der gesetzten Frist 

nicht reagierte, teilte ihm die IV-Stelle mit Schreiben vom 8. Juli 2009 mit, dass der Fall 

abgeschlossen werde (IV-act. 8). Der Versicherte meldete sich am 29. August 2009 

(Eingang bei der IV-Stelle am 11. September 2009) wegen psychosomatischen 

Beschwerden und Burn-Out zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 9).

A.b  Vom 11. bis 13. September 2009 war der Versicherte in der Klinik für Neurologie 

des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) wegen Taubheitsgefühl im linken Daumen, 

Zeigfinger und Fuss sowie Schwank-Schwindel und Druck im Kopf hospitalisiert. 

Gemäss den behandelnden Ärzten des KSSG war eine psychosomatische stationäre 

Behandlung mit anschliessender Fortsetzung der Psychotherapie im ambulanten 

Rahmen dringend indiziert (IV-act. 31).

A.c  Anlässlich des Telefongesprächs zwischen der RAD-Ärztin Dr. med. B.___ und "Dr. 

C.___", Psychiatrie-Zentrum D.___, vom 14. September 2009, gab dieser an, der 

Versicherte leide an einem depressiven Syndrom und einer Persönlichkeitsstörung; das 

entsprechende Protokoll wurde von C.___ und Dr. med. E.___, Bereichsleiter 

Ambulatorium, Psychiatrie-Zentrum D.___, am 22. September 2009 unterzeichnet (IV-

act. 39).

A.d  Am 19. Oktober 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zurzeit seien keine 

beruflichen Massnahmen angezeigt, da der Verlauf der geplanten stationären 

Behandlung in der Klinik F.___ abzuwarten sei (IV-act. 29). Der stationäre 

Rehabilitationsaufenthalt scheiterte schliesslich an der fehlenden Kostengutsprache 

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der Krankenversicherung (vgl. IV-act. 42, 59-3, 118-33 f.). In der Folge begab sich der 

Versicherte auf eigene Kosten zu einem Kuraufenthalt ins Gesundheitszentrum G.___, 

der in der Zeit vom 30. Mai bis 12. Juni 2010 stattfand (IV-act. 79).

A.e  Im Bericht vom 1. März 2010 diagnostizierte Dr. med. H.___, Assistenzarzt, 

Psychiatrie-Zentrum D.___, eine leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom 

(ICD-10: F 32.1), eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.0) sowie den Verdacht auf 

eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 60.8) und attestierte dem 

Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 8. Januar bis 17. März 2010; nach 

diesem Datum werde der Versicherte bei einem niedergelassenen Kollegen in I.___ 

psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt  (IV-act. 101-8 f.).

A.f   Gestützt auf eine entsprechende Empfehlung des RAD vom 9. März 2010 (IV-act. 

62) und 29. September 2009 (IV-act. 22) ordnete die IV-Stelle am 12. März 2010 eine 

Begutachtung in der Psychiatrischen Klinik J.___ an (IV-act. 64), wo der Versicherte am 

17. Mai 2010 psychiatrisch untersucht wurde. Im Gutachten vom 31. Mai 2010 

diagnostizierten Dr. med. K.___, Stellvertretende Chefärztin und Leiterin Forensik, und 

Dr. med. L.___, Spitalfachärztin, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und passiv aggressiven Zügen (ICD-10: F 

61.0) sowie eine Dekompensation einer Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2). Die 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Techniker oder selbständiger 

Berater und Projektleiter betrage 100%, in einer adaptierten Tätigkeit betrage die 

Arbeitsfähigkeit 0%. Da noch keine konsequente psychiatrische Behandlung eingeleitet 

worden sei, könne aktuell nicht beurteilt werden, wieweit sich die psychischen 

Beschwerden bessern lassen würden. In einer intensivierten Behandlung würden sich 

auch die subjektiv geäusserten Beschwerden objektivieren lassen. Es sei eine teil- bzw. 

stationäre Behandlung zu empfehlen (IV-act. 81). In der Stellungnahme vom 6. August 

2010 erachtete die RAD-Ärztin Dr. M.___ das Gutachten und insbesondere die 

Herleitung einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 0% als nicht 

nachvollziehbar. Der Versicherte sei aufzufordern, sich in tagesklinische Behandlung zu 

begeben. Gemäss Unterlagen der Krankentaggeldversicherung sei eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit seit dem 30. März 2009 ausgewiesen (IV-act. 82).

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A.g  Im Arztbericht vom 26. Oktober 2010 hielt Dr. med. N.___, Assistenzärztin, 

Psychiatrie-Zentrum D.___, an den gestellten Diagnosen fest. Es laufe eine Anmeldung 

zur tagesklinischen Behandlung. Der Versicherte befinde sich seit April 2010 in ihrer 

ambulanten Behandlung (IV-act. 89). Im Arztbericht vom 25. Mai 2011 diagnostizierte 

Dr. med. O.___, Assistenzärztin, Psychiatrie-Zentrum D.___, eine Anpassungsstörung 

mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.21) sowie den Verdacht auf eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und ängstlich-vermeidenden 

Anteilen (ICD-10: F 60.6). Es habe keine stationäre Behandlung stattgefunden. Der 

Versicherte habe sich am 24. Februar 2011 entschieden, einen Therapeuten in P.___ zu 

suchen. Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich (IV-act. 97).

A.h  Im Bericht vom 22. Juni 2011 verwies Dr. med. Q.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, vorab auf die Beurteilungen der Psychiatrischen Dienste Süd; er 

behandle den Versicherten erst seit 9. Mai 2011. Nach den ihm vorliegenden 

Unterlagen sei der Versicherte seit 11. September 2009 arbeitsunfähig. Die Prognose 

sei günstig; der Versicherte sei daran, sich für eine Stelle zu bewerben. Weiter hielt er 

fest, der Versicherte sei leicht depressiv, verunsichert und klage über psychosoziale 

Probleme. Sein Zustand scheine stabilisierter als früher beschrieben (IV-act. 101-1 ff.).

A.i   In der Folge erachtete die IV-Stelle das Eingliederungspotential des Versicherten 

für gegeben (IV-act. 108). Auf ihre Anfrage führte der Versicherte am 16. August 2011 

aus, er möchte Unterstützung durch die IV für eine Anstellung von 30%. Er sei 

weiterhin bei Dr. Q.___ in Behandlung. Das Krankentaggeld sei per 11. Juni 2011 

erschöpft, wobei er wegen eines für die Zeit vom 8. Dezember 2010 bis 21. Februar 

2011 fehlenden ärztlichen Zeugnisses in dieser Zeit trotz Arbeitsunfähigkeit kein 

Taggeld erhalten habe (IV-act. 111, 113).

A.j   Im Bericht vom 16. Januar 2012 gab Dr. Q.___ an, dass immer noch die gleichen 

Diagnosen bestünden, sich der Zustand jedoch etwas stabilisiert habe. Er gehe von 

einer Arbeitsfähigkeit von ca. 30% aus und sehe die Möglichkeit einer Erhöhung auf 

50%; der Versicherte wäre dankbar, wenn er von der IV ein Coaching im beruflichen 

Bereich erhalten würde (IV-act. 126).

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A.k  RAD-Ärztin Dr. med. R.___ erachtete eine stationäre Behandlung weiterhin für 

nötig und ersuchte Dr. Q.___ am 27. September 2011, den Versicherten entsprechend 

zu begleiten, um eine stabile 50%ige Arbeitsfähigkeit zu erreichen (IV-act. 116). In 

einem ausführlichen Schreiben vom 28. September 2011 kritisierte der Versicherte den 

bisherigen Verfahrensablauf und das Gutachten der Psychiatrischen Klinik J.___ (IV-

act. 118). Dr. Q.___ orientierte die RAD-Ärztin am 10. Oktober 2011, dass der 

Versicherte keine tagesklinische Behandlung wünsche, da er sich sehr gut fühle und 

nichts als eine berufliche Wiedereingliederung wünsche, während Dr. Q.___ eine 

berufliche Eingliederung für nicht realistisch halte (IV-act. 119). Am 17. Oktober 2011 

teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es seien aktuell keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich. Vorläufig sei die ambulante Therapie bei Dr. 

Q.___ fortzusetzen und danach zu prüfen, ob eine intensivierte Therapie in Form einer 

Tagesklinik-Therapie nötig sei (IV-act. 125).

A.l   In der Stellungnahme vom 9. März 2012 empfahl die RAD-Ärztin Dr. R.___, dass 

ein psychiatrisches Gutachten einzuholen sei. Der Verlauf des Verfahrens sei seit der 

Anmeldung gekennzeichnet von der Unmöglichkeit zielgerichteten Vorgehens. Eine 

Tageskliniktherapie und eine konstante ambulante psychiatrische Therapie seien 

wiederholt vereitelt worden. Auch die Einschätzungen des Gutachtens vom 31. Mai 

2010 mit einer Arbeitsunfähigkeit von 100% für sämtliche Tätigkeiten bei relativ 

unauffälligem psychopathologischem Status wirkten inkonsistent. Widersprüchliche 

Angaben des Versicherten gegenüber den Angaben in den Akten seien auch der 

Gutachterin aufgefallen und ein manipulatives Verhalten beschrieben worden. Ob eine 

objektive Abklärung und auch eine adäquate Therapie krankheitsbedingt oder eher 

bewusstseinsnah behindert worden seien, solle von einer unabhängigen Stelle 

untersucht werden. Zudem seien die Kriterien einer adaptierten Tätigkeit zu klären (IV-

act. 130). Gestützt auf diese Stellungnahme ordnete die IV-Stelle am 15. März 2012 

eine weitere Begutachtung an (IV-act. 133). In der Folge wurde der Versicherte von Dr. 

med. S.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 1. Juni 2012 

psychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom 13. Juni 2012 kam Dr. S.___ zum 

Schluss, dass aktuell keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne und darum 

die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

bestehe ein Zustand nach Erschöpfungssyndrom (ICD-10: Z 73.0). Es würden sich 

auch keine sicheren Hinweise finden, dass zu einem früheren Zeitpunkt eine "im IV-

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rechtlichen Sinne" anhaltende und therapeutisch nicht mehr zu beeinflussende 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit jemals gegeben gewesen sei (IV-act. 138).

A.mMit Vorbescheid vom 25. Juli 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Gestützt auf das Gutachten von Dr. 

S.___ vom 13. Juni 2012 bestehe keine psychiatrische Diagnose mit Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Dies führe zu einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 

0% (IV-act. 144).

A.n  Mit Einwand vom 24. August 2012 machte der Versicherte geltend, dass ihm von 

mindestens 5 Ärzten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Das 

Gutachten vom 13. Juni 2012 widerspreche den anderen Gutachten und ärztlichen 

Beurteilungen und dürfe als "frei erfunden" eingeordnet werden. Er beantragte eine 

ganze Rente ab dem 30. März 2009 (IV-act. 147).

A.o  Mit Verfügung vom 26. September 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren 

des Versicherten entsprechend dem Vorbescheid ab (IV-act. 149).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung vom 26. September 2012 richtet sich die vorliegend zu 

beurteilende Beschwerde vom 29. Oktober 2012. Der Beschwerdeführer beantragt eine 

ganze Rente ab Wegfall der Taggeldzahlungen der Lohnausfallversicherung bis zum 1. 

bzw. 13. Juni 2012 (Gutachten von Dr. S.___). Für die Zeit danach beantragt er eine 

Rente nach Ermessen des Gerichts. Er begründet dies im Wesentlichen damit, dass er 

von mehreren Ärzten zu 100% als arbeitsunfähig eingestuft worden und sogar die IV-

Stelle von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei. Zudem habe es seitens 

der IV-Stelle im Ablauf der Gesuchsbehandlung viele Mängel gegeben, die IV-Stelle sei 

nicht auf seine Anliegen eingetreten und habe den Prozess verschleppt (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 8. April 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Dabei stützt sie sich auf das Gutachten von Dr. S.___ vom 

13. Juni 2012. Aus diesem Gutachten gehe hervor, dass die von den verschiedenen 

behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen auch früher nicht vorgelegen haben 

könnten, sondern dass es plausibel sei, dass der Beschwerdeführer an einem Burn-

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Out-Syndrom gelitten habe. Damit liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor, 

weshalb der Rentenanspruch abgewiesen worden sei (act. G 8).

B.c  Mit Replik vom 16. April 2013 hält der Beschwerdeführer vollumfänglich an der 

Beschwerde vom 29. Oktober 2012 fest (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin 

verzichtete am 25. April 2014 auf die Einreichung einer Duplik (act. G 12).

Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers.

1.1   Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2   Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3   Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

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und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 

zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte 

Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

1.4   Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen 

Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

125 V 351 E. 3b/bb).

2.     

Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine rechts­

genügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zulässt.

2.1   In medizinischer Sicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

Verfügung vom 26. September 2012 auf das psychiatrische Gutachten von Dr. S.___ 

vom 13. Juni 2012 (IV-act. 138). Der Beschwerdeführer erachtet dieses Gutachten als 

nicht beweistauglich (act. G 1 und 10).

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2.1.1         Der Gutachter Dr. S.___ kommt im Gutachten vom 13. Juni 2012 zum 

Schluss, dass aktuell keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne und dass 

deshalb die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht eingeschränkt sei. Es 

würden sich auch keine sicheren Hinweise finden, dass eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt im IV-rechtlichen Sinne einer anhaltenden 

und therapeutisch nicht mehr zu beeinflussenden Einschränkung jemals gegeben 

gewesen sei. Von den verschiedenen Diagnosen sei lediglich die Anpassungsstörung 

oder allenfalls eine leichte depressive Episode plausibel, damit lasse sich aber eine 

höhergradige, anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im IV-rechtlichen Sinne 

nicht begründen. Im psychiatrischen Gutachten vom Mai 2010 der Klinik J.___ werde 

keine eigentliche depressive Episode, sondern nur eine Anpassungsstörung 

diagnostiziert. Im weiteren Verlauf werde zwar verschiedentlich eine leichte depressive 

Episode diagnostiziert, der jeweils angeführte Befund deute aber nicht auf das 

Vorliegen einer solchen Störung hin. Am plausibelsten sei tatsächlich die Darstellung 

des Beschwerdeführers, dass er an einem Erschöpfungssyndrom (Burn-Out-Syndrom) 

gelitten habe (IV-act. 138-51 f.).

2.1.2        Der Beschwerdeführer macht geltend, dass dieses Gutachten von Dr. S.___ 

sämtlichen Arztberichten widerspreche und deshalb "realitätsfremd" und die 

Argumente des Gutachters "rein erdacht und erfunden" seien. Viele Ärzte hätten ihm 

vom Frühjahr 2009 bis Sommer 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Seit 

dem 12. Juni 2011 sei er zu 70% arbeitsunfähig (act. G 1 und 10).

2.1.3         Das psychiatrische Gutachten der Psychiatrischen Klinik J.___ ist gemäss 

Dr. S.___ nicht nachvollziehbar. Die Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung 

mit narzisstischen und passiv aggressiven Zügen beruhe auf Vermutungen und werde 

nicht nach den diagnostischen Kriterien des ICD-10 gestellt. Die in der Anamnese 

festgestellten Auffälligkeiten könnten verschieden interpretiert werden. Auch die 

Diagnose "Dekompensation einer Anpassungsstörung" sei nicht nachvollziehbar. Da 

sich im angeführten Psychostatus abgesehen von einer gewissen Weitschweifigkeit 

keine Auffälligkeiten hätten finden lassen, könne man hier auch nicht an eine 

Anpassungsstörung denken. Da die Diagnostik nicht nachvollziehbar sei, sei auch die 

attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht plausibel. Es werde aus dem 

Gutachten nicht klar, welche psychischen Beschwerden zu der anhaltenden 

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Arbeitsunfähigkeit geführt hätten (IV-act. 138-54 f.). Diese Einschätzung deckt sich mit 

der Wertung der RAD-Ärztin Dr. M.___, welche dieses Gutachten der Psychiatrischen 

Klinik J.___ ebenfalls für nicht vollumfänglich nachvollziehbar hält (IV-act. 82-2). 

Ergänzend ist festzuhalten, dass Dr. L.___ und Dr. K.___ bei ihrer Beurteilung von 

einem weiteren Abklärungsbedarf ausgegangen sind. So führten sie explizit aus, dass 

im Rahmen einer teilstationären Behandlung die Persönlichkeitsstörung des 

Beschwerdeführers genauer diagnostiziert und in diesem Rahmen auch abgeklärt 

werden müsste, inwieweit die vom Beschwerdeführer subjektiv geäusserten 

Beschwerden objektivierbar seien, da zum Beispiel die beklagten 

Konzentrationsstörungen in der sehr lange dauernden Exploration nicht beobachtbar 

gewesen sei (IV-act. 81-20). Der Beschwerdeführer äusserte sich ebenfalls ausführlich 

zum Gutachten und machte zahlreiche Fehler geltend. Insgesamt sei nicht auf dieses 

Gutachten abzustellen und eine neue Untersuchung durchzuführen (IV-act. 118-1 ff.). 

Namentlich mit Blick auf den im Gutachten der Klinik J.___ umschriebenen 

Abklärungsbedarf ist dieses Gutachten nicht geeignet, Zweifel an der gutachterlichen 

Einschätzung durch Dr. S.___ zu wecken.

2.1.4         Dr. S.___ führt in seinem Gutachten weiter aus, dass die verschiedenen 

Arztberichte der Psychiatrischen Dienste Sektor Süd bezüglich der diagnostischen 

Einschätzung im Ganzen und damit auch bezüglich der attestierten Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar seien. Zu Beginn werde wiederholt eine leichte 

depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert. Im Oktober 2010 werde 

festgehalten, dass diese leichte depressive Episode seit mindestens Ende 2008 

bestehe. Da sich der Beschwerdeführer aber erst seit April 2010 in ambulanter 

Behandlung des Psychiatrie-Zentrums D.___ befinde, habe man sich hier 

ausschliesslich auf dessen Angaben gestützt. Die Diagnose sei auch fragwürdig, weil 

im selben Bericht festgehalten werde, dass bereits eine Besserung eingetreten sei, der 

Beschwerdeführer affektiv ausreichend mitschwingend und die Grundstimmung in 

Mittellage sei. Ebenso sei am 25. Mai 2011 eine Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion diagnostiziert und zugleich festgehalten worden, dass der 

Beschwerdeführer affektiv ausreichend mitschwingen würde und die Grundstimmung 

in Mittellage sei. Auch die früher diagnostizierte Somatisierungsstörung sei nicht 

nachvollziehbar, da diese mit den akut aufgetretenen Taubheitsgefühlen im linken Arm 

und linken Bein begründet worden sei, was eine solche Diagnose nicht im 

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Entferntesten zu begründen vermöge. Mehrheitlich werde in den Berichten des 

Psychiatrie-Zentrums D.___ nur der Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge 

geäussert, später im Verlauf dann aber auch der Verdacht auf eine 

Persönlichkeitsstörung. Damit lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

jedoch nicht begründen. Es bleibe lediglich die leichte depressive Episode/

Anpassungsstörung, die eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100% nicht zu 

begründen vermöge (IV-act. 138-56 f.).

2.1.5         Die unterschiedlichen ärztlichen Beurteilungen des Psychiatrie-Zentrum 

D.___ vermögen insgesamt kein einheitliches und überzeugendes Bild abzugeben, 

welches geeignet wäre, die Beweiskraft des Gutachtens von Dr. S.___ in Frage zu 

stellen. So liegt ein einfaches Arztzeugnis von Dr. H.___ vom 12. November 2009 vor, 

welches dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 100% seit dem 8. April 2009 

attestiert (IV-act. 118-24). Im ärztlichen Einweisungszeugnis vom 1. Oktober 2009 

zuhanden der Klinik F.___ kreuzte Dr. H.___ an, dass keine Arbeitsunfähigkeit gegeben 

sei (IV-act. 118-33). Nachdem der Beschwerdeführer mehrere Korrekturen gewünscht 

hatte, attestierte Dr. H.___ dem Beschwerdeführer im zweiten Einweisungszeugnis eine 

Arbeitsunfähigkeit seit März 2009 (IV-act. 118-34). Hier widerspricht Dr. H.___ seinem 

eigenen Arztzeugnis vom 12. November 2009. Entgegen den bisherigen 

Einschätzungen einer Arbeitsunfähigkeit von 100% attestierte Dr. O.___ dem 

Beschwerdeführer im Arztbericht vom 25. Mai 2011 nur eine Arbeitsunfähigkeit von 

50% vom 24. Februar 2011 für 2 Wochen, wobei die Prognose bei konsequenter 

psychiatrischer-psychotherapeutischer Behandlung mit entsprechender Compliance 

als gut zu betrachten sei (IV-act. 97-3). Darüber hinaus wurde ausdrücklich erklärt, 

keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abgeben zu können (IV-act. 97-7 f.).

2.1.6         Dr. S.___ führt weiter aus, dass sich Dr. Q.___ bei der Diagnose auf die

Einschätzungen der Psychiatrischen Dienste Süd stütze. Zudem begründe er die von 

ihm attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen mit dem Fehlen 

einer Arbeitsstelle. Sein "ärztlicher Befund" (leicht depressiv, verunsichert, klage über 

psychosoziale Probleme, habe keine Arbeit, sei aber auf der Suche) deute eher auf eine 

Stellenlosigkeit als auf eine psychische Krankheit hin. Kontinuierlich beschreibe

Dr Q.___ eine Stabilisierung, attestiere aber weiterhin eine relevante Einschränkung der 

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Arbeitsfähigkeit, welche nicht nachvollzogen werden könne (IV-act. 138-57 f.). Im 

Arztbericht vom 22. Juni 2011 erklärt Dr Q.___, dass er den Beschwerdeführer noch 

nicht lange kenne und dieser nach den ihm vorliegenden Akten seit 11. September 

2009 arbeitsunfähig sei. Anhand der beigelegten Akten stützt er sich dabei auf den

Bericht des KSSG vom 14. September 2009 und den Bericht von Dr. H.___ vom 1. 

März 2010 (IV-act. 101-2 ff.). Somit beruht sein Bericht nicht in Kenntnis der gesamten 

Vorakten, insbesondere nicht des letzten Arztberichtes von Dr. O.___ vom 25. Mai 

2011. Auch im Bericht vom 16. Januar 2012 stellte Dr. Q.___ keine eigene Diagnose. 

Aus dem Bericht geht auch kein ärztlicher Befund hervor und die Schlussfolgerung mit 

der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 70% bleibt unbegründet.

2.1.7         Der Beschwerdeführer macht ebenfalls geltend, dass gemäss E-Mail vom 

16. September 2011 (act. G 1.3) sogar die Beschwerdegegnerin bloss von einer 

Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen sei (act. G 1 und 10). Die 

Eingliederungsberaterin hat im selben E-Mail jedoch auch ausdrücklich festgehalten, 

dass sie zur genauen Arbeitsfähigkeit von Seiten der Beschwerdegegnerin erst nach 

dem Triagegespräch mehr sagen könne (act. G 1.3). Es handelte sich somit bei diesem 

E-Mail nicht um eine verbindliche Festlegung der Arbeitsunfähigkeit durch eine dazu 

qualifizierte Person. Auch wenn der RAD zu diesem Zeitpunkt aufgrund der damaligen 

Aktenlage tatsächlich von einer Arbeitsunfähigkeit ausging, wurde diese Annahme 

später durch das Gutachten von Dr. S.___ korrigiert. Aus der vorläufigen Beurteilung 

des RAD lässt sich deshalb nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten.

2.2   Insgesamt sind somit die vom Gutachten von Dr. S.___ abweichenden 

Arztberichte nicht geeignet, die Beweiskraft des Gutachtens in Frage zu stellen. Dr. 

S.___ hat seine Einschätzung ausführlich und plausibel begründet, sich detailliert zu 

allen Vorakten geäussert und nachvollziehbar ausgeführt, weshalb den früheren 

Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit nicht gefolgt werden kann.

2.3   Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin für die 

Invaliditätsgradermittlung zu Recht auf die beweiskräftige medizinische Einschätzung 

des Gutachters Dr. S.___ abgestellt und gestützt darauf einen Rentenanspruch 

verneint.

3.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 29. Oktober 2012 abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss wird angerechnet.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.11.2014
	Art. 28 IVG. Würdigung Gutachten. Gutachten beweiskräftig. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. November 2014, IV 2012/402). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_18/2015.

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