# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0ddfa37-6078-5c30-977a-ff39a739bab4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2019 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2019-22_0000-00-00.pdf

## Full Text

9/22 Verfahren PVG 2019

Instanzenzug bei staatshaftungsrechtlichen Fragestellun- gen.
– Für öffentlich-rechtliche Entscheidungen mit staatshaf- 

tungsrechtlichen Fragestellung ist nicht auszuschlies- 
sen, dass diese einen unmittelbaren Zusammenhang mit 
Zivilrecht gemäss Art. 72 Abs. 2 BGG aufweisen; weil die 
Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 75 Abs. 2 BGG 
aber eine «double instance» voraussetzt, ist zur Sicher- 
stellung eines ordnungsgemässen Instanzenzuges in der 
Rechtsmittelbelehrung (auch) der Rechtsmittelweg an das 
Kantonsgericht Graubünden gemäss Art. 85b VRG 
aufzuzeigen (E.8).

Vie di ricorso in materia di responsabilità dello Stato.
– Riguardo a decisioni di diritto pubblico concernenti que- 

stioni di responsabilità statale non è dato escludere che 
queste abbiamo un rapporto diretto con il diritto civile 
giusta l’art. 72 cpv. 2 LTF. Siccome però giusta l’art. 75 
cpv. 2 LTF il ricorso in materia civile presuppone un dop- pio 
grado di giudizio cantonale, al fine di garantire un corso 
delle istanze corretto nell’indicazione dei rimedi giuridici 
occorre illustrare anche la via giuridica al Tribu- nale 
cantonale dei Grigioni giusta l’art. 85b LGA (consid. 8).

Erwägung:
8. Zur Rechtmittelbelehrung sei noch erwähnt, dass das

streitberufene Verwaltungsgericht bei Staatshaftungsfragen als 
erste Gerichtsinstanz fungiert und gegen dessen Urteil innert 30 
Tagen die Weiterzugsmöglichkeit an das Kantonsgericht Graubün- 
den besteht, soweit es sich um einen erstinstanzlichen Endent- 
scheid in unmittelbarem Zusammenhang mit Zivilrecht im Sinne 
von Art. 72 Abs. 2 lit. b BGG handelt (vgl. zum Ganzen Art. 85b VRG 
als Übergangsbestimmung betreffend «doppelter Instanzenzug» 
im Kanton Graubünden; Botschaft der Regierung an den Grossen 
Rat zur Teilrevision des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG)/Ge- 
bietsreform Heft Nr. 7/2015 – 2016, S. 373; laut Kantonsamtsblatt 
vom 4. Februar 2016 ist Art. 85b VRG rückwirkend per 1. Februar 
2016 in Kraft gesetzt worden und gilt auch für die im Zeitpunkt des 
Inkrafttretens hängigen Fälle vor dem Verwaltungsgericht des Kan- 
tons Graubünden [Art. 85b Abs. 2 VRG]; VGU U 16 11 vom 15. März 
2019 E.7 und U 15 91 vom 13. Juni 2017 E.12). Die Aufzählung in

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Art. 72 Abs. 2 BGG ist nicht abschliessend und es können auch öf- 
fentlich-rechtliche Entscheidungen mit staatshaftungsrechtlichen 
Fragestellungen darunter fallen, sofern sie einen engen Bezug zum 
Zivilrecht haben, sich also die Haftung nach denselben Grundsät- 
zen richtet (vgl. Klett/escher, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/KNeU- 
bühler  [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., 
Basel 2018, Art. 72 Rz. 8; vgl. für die Staatshaftung infolge fehler- 
hafter Behandlung in einem öffentlichen Spital: BGE 139 III 252 und 
Urteil des Bundesgerichts 4A_546/2013 vom 13. März 2014 E.2.1; 
siehe auch Urteil des Bundesgerichts 5A.9/2000 vom 22. März 2001 
E.3b). Weiter hat das Bundesgericht entschieden, dass sich aus 
Art. 85 Abs. 1 lit. a BGG nicht zwingend ergebe, dass alle Fragen 
der Staatshaftung der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- 
legenheiten unterliegen (Urteil des Bundesgerichts 4A_546/2013 
vom 13. März 2014 E.3.2.2). Die Beschwerde in Zivilsachen setzt je- 
doch eine «double instance» voraus (Art. 75 Abs. 2 BGG; BGE 139 III 
252 E.1.6). Gemäss Art. 22 BGG i.V.m. Art. 36 Abs. 1 und 2 des Regle- 
mentes für das Bundesgericht (BGerR; SR 173.110.131) bestimmt 
sich die Zuteilung eines Geschäfts an eine Abteilung danach, auf 
welcher Rechtsfrage das Schwergewicht der Entscheidung liegt 
und im Einzelfall kann wegen der Natur des Geschäfts auch von 
der reglementarischen Geschäftsverteilung abgewichen werden. 
Dementsprechend ist für die vorliegende Angelegenheit eine Qua- 
lifikation als öffentlich-rechtlicher erstinstanzlicher Endentscheid 
mit unmittelbarem Zusammenhang zum Zivilrecht nicht auszu- 
schliessen und zur Sicherstellung des ordnungsgemässen Instan- 
zenzuges der Rechtsmittelweg an das Kantonsgericht Graubünden 
gemäss Art. 85b VRG aufzuzeigen (vgl. aber nunmehr BGE 144 II 
281 E.1.1 f., welcher hinsichtlich des Erfordernis einer «double in- 
stance» als Zulässigkeitsvoraussetzung für die Beschwerde in Zi- 
vilsachen in Staatshaftungsfällen unklar ist).
U 14 100 Urteil vom 7. Mai 2019

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