# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6311c5fe-eec5-521f-adc4-2d7236e15388
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 02.11.2015 ZK1 2015 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-19_2015-11-02.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 02. November 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 11/19 10. Dezember 2015

(Mit Urteil 5A_81/2016 vom 02. Mai 2016 hat das Bundesgericht die gegen diesen 
Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Schnyder
Aktuarin Aebli

In den zivilrechtlichen Beschwerden

der X._____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin 
Suenderhauf, Gäuggelistrasse 16, 7002 Chur, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Engadin/Südtäler 
vom 17. Dezember 2014, mitgeteilt am 19. Dezember 2014, sowie die Verfügung 
der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Engadin/Südtäler vom 29. Januar 
2015, gleichentags mitgeteilt, in Sachen der Beschwerdeführerin gegen Y._____, 
Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, 
Quaderstrasse 8, 7000 Chur,

betreffend gemeinsame elterliche Sorge und 
Festlegung des persönlichen Verkehrs,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ und Y._____ sind die unverheirateten Eltern der am _____2010 
geborenen A._____. Die Eltern lebten nie in einem gemeinsamen Haushalt. 
Y._____ anerkannte seine Vaterschaft am 9. Dezember 2010 vor dem Zivil-
standsamt Z._____. A._____ stand ab ihrer Geburt unter der alleinigen elterlichen 
Sorge der Mutter.

B.1. Bereits seit den ersten Lebensmonaten von A._____ lag das Besuchs- und 
Ferienrecht zwischen den getrennt lebenden Kindseltern im Streit, weshalb dies-
bezüglich am 12. September 2011 ein Beschluss der damaligen Vormundschafts-
behörde der Kreise Z._____ erging. Demgemäss wurde dem Kindsvater das 
Recht eingeräumt, A._____ bis zu ihrem fünften Altersjahr jeweils am ersten und 
dritten Samstag eines jeden Monats von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr - in einvernehmli-
cher Absprache allenfalls auch am Sonntag - und jeden Donnerstagnachmittag 
von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr auf seine Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen. Zu-
dem wurde er berechtigt, mit A._____ jeweils eine Woche Ferien im Sommer (Ju-
li/August), eine Woche im Herbst (Oktober) sowie jeweils die Osterfeiertage von 
Gründonnerstag bis Ostermontag zu verbringen. Ab dem sechsten Altersjahr von 
A._____ soll das Besuchsrecht auf das erste und dritte Wochenende jedes Mo-
nats von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 19.00 Uhr sowie auf zwei 
Wochen Ferien im Sommer und je wahlweise eine Woche Ferien im Frühling oder 
Herbst erweitert werden.

2. Auf Beschwerde von Y._____ hin modifizierte das Bezirksgericht Maloja 
das Besuchsrecht mit Entscheid vom 14. März 2012 dahingehend, dass der 
Kindsvater A._____ jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats 
von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie jeden Donnerstagnachmittag während mindes-
tens drei Stunden besuchen sowie je eine Woche im Sommer, im Herbst und im 
Frühling zu sich in die Ferien nehmen dürfe. Im Übrigen wurde die von der Vor-
mundschaftsbehörde der Kreise Z._____ getroffene Regelung bestätigt. Im Weite-
ren wies das Bezirksgericht Maloja die damalige Vormundschaftsbehörde an, zur 
Sicherstellung der korrekten Ausübung des Besuchsrechts eine Besuchsrechts-
beistandschaft nach Art. 308 ZGB zu errichten. Gegen diesen Entscheid führte 
X._____ am 7. Mai 2012 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden, wel-
che mit Urteil vom 9. Oktober 2012 abgewiesen wurde. Sowohl die getroffene Be-
suchsrechtsregelung als auch die Anordnung einer Besuchsrechtsbeistandschaft 
wurden im konkreten Fall als angemessen bzw. indiziert erachtet (vgl. Urteil der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 12 27 E. 3 und 4).

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3. Am 19. November 2012 liess Y._____ dem Bezirksgericht Maloja ein Ge-
such betreffend Vollzug des Urteils einreichen mit dem Begehren, X._____ sei 
unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB anzuhalten, ihm die Ausü-
bung des richterlich festgesetzten Besuchsrechts zu gestatten. X._____ beantrag-
te mit Eingabe vom 15. Januar 2013 die kostenfällige Abweisung des Gesuchs. 
Mit Schreiben vom 26. Februar 2013 wandte sich Y._____ sodann an die Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Engadin/Südtäler und ersuchte diese um 
Anordnung von Massnahmen zum Vollzug des zugesprochenen Besuchsrechts.

C. Die KESB Engadin/Südtäler - welche mit Inkraftsetzung des neuen Kindes- 
und Erwachsenenschutzrechts am 1. Januar 2013 an die Stelle der vormals zu-
ständigen Vormundschaftsbehörde trat - errichtete mit Entscheid vom 11. März 
2013 für A._____ eine Beistandschaft in Besuchsrechtsangelegenheiten nach 
Art. 308 Abs. 2 ZGB und setzte B._____, Berufsbeistandschaft der Kreise 
Z._____, als Beiständin ein. Im Einzelnen wurden ihr die Aufgaben zugewiesen, 
die Kontakte zwischen A._____ und ihrem Vater entsprechend dem Urteil des Be-
zirksgerichts Maloja zu organisieren und zu überwachen, im Konfliktfall konkrete 
Lösungen festzulegen, innert drei Monaten sechs Besuche zu begleiten und der 
Behörde darüber schriftlich Bericht zu erstatten sowie mit den Eltern einen Ferien-
plan auszuarbeiten.

D. In der Folge kam es bei der Umsetzung des Besuchsrechts zu erheblichen 
Schwierigkeiten, welche auch durch die Beiständin nicht ausgeräumt werden 
konnten, zumal das Verhalten der Eltern durch Widerstand auf der einen und For-
derungen auf der anderen Seite geprägt war. Ferner wurde sowohl die Arbeit der 
KESB als auch jene der Beiständin seitens der Eltern fortwährend kritisiert.

E.1. X._____ stellte bei der KESB Engadin/Südtäler am 28. August 2013 ein 
Gesuch um Abänderung der Regelung des persönlichen Verkehrs mit den Anträ-
gen, dem Kindsvater bis zum vierten Geburtstag von A._____ ein begleitetes Be-
suchsrecht jeweils für jeden ersten und dritten Samstagmorgen von 9.30 Uhr bis 
11.30 Uhr einzuräumen. Ab dem vierten Geburtstag bis zum Schuleintritt sei er zu 
berechtigen, seine Tochter jeden ersten und dritten Sonntag während dreieinhalb 
Stunden zu sehen und nach erfolgtem Schuleintritt sei das Recht auf persönlichen 
Verkehr anzupassen. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2013 forderte Y._____ das 
Bezirksgericht Maloja auf, sein Gesuch um Vollstreckung des Gerichtsurteils (vgl. 
vorstehend B.3.) möglichst förderlich zu behandeln, und äusserte sich im selben 
Schreiben ebenfalls zum Abänderungsgesuch von X._____. Auf das Vollstre-
ckungsgesuch wurde mit Entscheid des Bezirksgerichts Maloja vom 28. Oktober 

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2013 nicht eingetreten, da die KESB für die Anordnung von Vollstreckungsmass-
nahmen sachlich zuständig sei.

2. Am 13. November 2013 ersuchte X._____ die KESB, das Besuchsrecht 
zwischen A._____ und dem Kindsvater superprovisorisch und hernach im Rah-
men vorsorglicher Massnahmen bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Abän-
derung des Besuchsrechts zu sistieren oder eventualiter ab Februar 2014 an-
tragsgemäss (vgl. vorstehend E.1.) neu zu regeln. Die KESB trat mit prozesslei-
tendem Entscheid vom 15. November 2013 mangels Dringlichkeit nicht auf das 
Gesuch um Erlass (super)provisorischer Massnahmen ein.

3. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 liess X._____ bei der KESB Enga-
din/Südtäler ein Präzisierungs-Gesuch zur Abänderung der Regelung des persön-
lichen Verkehrs einreichen, worin sie beantragte, es sei ein kinderpsychiatrisches 
Gutachten einzuholen, welches Auskunft über das zumutbare Besuchsrecht zwi-
schen A._____ und dem Kindsvater gebe. Bis zum Vorliegen dieses Gutachtens 
sei dem Vater ein Besuchsrecht entsprechend den Anträgen im Abänderungsge-
such vom 28. August 2013 zu gewähren.

F.1. Am 7. April 2014 wurden beide Elternteile von der KESB Engadin/Südtäler 
namentlich bezüglich des Wechsels der Beistandsperson sowie betreffend die 
Abänderung des Besuchsrechts angehört. Mit Entscheid der KESB vom 14. April 
2014 wurde der seitens von Y._____ gestellte Antrag auf Wechsel der Beiständin 
abgewiesen und B._____ als Beiständin bestätigt. Nachdem die am 28. April 2014 
in Besuchsrechtsangelegenheiten durchgeführte Einigungsverhandlung zwischen 
den Eltern scheiterte, erkannte die KESB mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 
22. Mai 2014, dass der Vater A._____ jedes zweite Wochenende jeweils für ins-
gesamt acht Stunden zu sich auf Besuch nehmen dürfe, Übernachtungen aber 
explizit ausgeschlossen würden. Dies gelte auch für die drei Wochen Ferien pro 
Jahr, womit sich das Ferienrecht in täglichen mindestens vierstündigen Besuchen 
erschöpfe. Sodann wurde X._____ unter Androhung der Straffolgen nach Art. 292 
StGB aufgefordert, diesem Entscheid Folge zu leisten. Den Eltern wurde überdies 
die Weisung erteilt, sich im Zeitrahmen von einem Jahr während mindestens zwölf 
Sitzungen durch Fachpersonen der Kinder- und Jugendpsychiatrie (kjp) Graubün-
den beraten zu lassen.

2. Hiergegen liess Y._____ am 24. Juni 2014 Beschwerde an das Kantonsge-
richt von Graubünden führen mit dem Antrag, ihm sei das Besuchs- und Ferien-
recht weiterhin entsprechend dem Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. März 

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2012 zu gewähren, welches durch das Kantonsgericht am 9. Oktober 2012 
bestätigt wurde. X._____ erhob gegen den vorerwähnten Entscheid ebenfalls Be-
schwerde beim Kantonsgericht und beantragte, dass dem Vater ein zweiwöchent-
liches Besuchsrecht von zwei Stunden einzuräumen sei, wobei dieses für ein Jahr 
begleitet auszugestalten sei. Von einem Ferienrecht wie auch von einer Andro-
hung der Straffolgen nach Art. 292 StGB sei abzusehen.

3. Mit Entscheid vom 18. November 2014 hiess das Kantonsgericht die Be-
schwerde von Y._____ teilweise gut, während die Beschwerde von X._____ mit 
gleichem Entscheid abgewiesen wurde (vgl. ZK1 14 82/84). Das Kantonsgericht 
sah keinen Anlass, die mit Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. März 2012 
getroffene bzw. durch das Kantonsgericht am 9. Oktober 2012 bestätigte Be-
suchs- und Ferienrechtsregelung anzupassen. Es gelangte zum Ergebnis, dass 
sich mangels einer massgeblichen Veränderung der Umstände keine neue Rege-
lung - insbesondere keine Abschaffung des Donnerstagsbesuchsrechts sowie kein 
Ausschluss von Übernachtungen - aufdrängt. Dieser Entscheid erwuchs unange-
fochten in Rechtskraft.

G.1. Zwischenzeitlich stellte Y._____ am 29. Juli 2014 bei der KESB Enga-
din/Südtäler gestützt auf Art. 298b ZGB den Antrag auf Erteilung der gemeinsa-
men elterlichen Sorge. Anlass hierfür bildete nach seinen eigenen Angaben der 
Umstand, dass ihm die Einsicht in die Patientenakten seiner Tochter mit der Be-
gründung, nicht Inhaber der elterlichen Sorge zu sein, mehrfach verwehrt worden 
sein soll (vgl. ZK1 15 11 act. E.2 3). Daraufhin eröffnete die KESB ein entspre-
chendes Abklärungsverfahren. Die Kindsmutter wurde hierzu am 11. August 2014 
von der Behörde angehört und reichte am 15. September 2014 eine schriftliche 
Stellungnahme ein, worin sie auf eine Ablehnung der gemeinsamen elterlichen 
Sorge schliessen liess. Sie führte insbesondere aus, dass die vorgebrachte Be-
gründung von Y._____ zweifelhaft erscheine und sie zudem nicht vorgängig über 
das Gesuch informiert worden sei, was die fehlende Kooperation der Eltern wider-
spiegle. Vorliegend bestehe seit der Geburt von A._____ eine dauerhafte Hoch-
konfliktsituation, was sich unter anderem in unzähligen Gerichtsverfahren zwi-
schen den Eltern niedergeschlagen habe. Die anhaltende Konfliktsituation gebiete, 
auf die gemeinsame elterliche Sorge zu verzichten. Im Weiteren weist sie auf die 
Folgen hin, die bei einem allfälligen Versterben ihrerseits eintreten würden, und 
führt als Gründe gegen eine gemeinsame elterliche Sorge die ihrer Ansicht nach 
instabilen Lebensverhältnisse des Kindsvaters, seine Ortsabwesenheit, die Uner-
fahrenheit im Umgang mit der gemeinsamen Tochter, seine gesundheitlichen Pro-
bleme und die angeblich durch ihn ausgeübte psychische Gewalt ins Feld (vgl. 

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ZK1 15 11 act. E.2 14). Y._____ wies diese Vorwürfe in seiner Replik vom 10. Ok-
tober 2014 allesamt zurück. Die Konfliktsituation sei einzig und allein auf die Ver-
weigerungshaltung der Mutter zurückzuführen, was sich nicht zu Ungunsten des 
Vaters auf das Sorgerecht auswirken dürfe. In ihrer Duplik vom 31. Oktober 2014 
bestritt X._____ die Ausführungen der Gegenpartei und hielt an den Vorbringen 
gemäss ihrer Eingabe vom 15. September 2014 fest.

2. Y._____ wurde am 17. November 2014 von der KESB angehört. Den Eltern 
wurde sodann die Möglichkeit eingeräumt, an der Behördensitzung vom 15. De-
zember 2014 persönlich vorzusprechen, wovon beide Elternteile Gebrauch mach-
ten. Auf eine Anhörung von A._____ wurde altersbedingt verzichtet. Mit Entscheid 
der Kollegialbehörde vom 17. Dezember 2014, mitgeteilt am 19. Dezember 2014, 
erkannte die KESB Engadin/Südtäler was folgt:

„1. X._____ (Mutter) und Y._____ (Vater) wird für A._____ die gemein-
same elterliche Sorge erteilt (Art. 298a Abs. 1 ZGB).

2. Die Verfahrenskosten für diesen Entscheid werden auf Fr. 1'040.– 
festgesetzt und den Eltern von A._____ je hälftig auferlegt (X._____, 
Mutter: Fr. 520.– / Y._____, Vater: Fr. 520.–). Sie sind innert 30 Ta-
gen zu bezahlen.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung).“

3. Gegen diesen Entscheid liess X._____ am 21. Januar 2015 Beschwerde 
beim Kantonsgericht von Graubünden (ZK1 15 11) mit folgenden Anträgen erhe-
ben:

„I. Rechtsbegehren

1. Ziff. 1 und 2 des Dispositivs des Entscheides der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde KESB Engadin/Südtäler vom 17. Dezem-
ber 2014 seien vollumfänglich aufzuheben.

2.1. A._____ sei weiterhin unter der alleinigen elterlichen Sorge der Mut-
ter zu belassen und der Antrag des Beschwerdegegners auf gemein-
same elterliche Sorge abzuweisen.

2.2 Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhaltes 
und zu neuem Entscheid, insbesondere auch zur Frage der Anrech-
nung der Erziehungsgutschriften, an die KESB Engadin/Südtäler 
zurückzuweisen.

2.3 Subeventualiter sei für den Fall der Abweisung der Beschwerde an-
zuordnen, dass die Erziehungsgutschriften ausschliesslich der Be-
schwerdeführerin anzurechnen seien.

3. Die Kosten des Verfahrens vor der KESB Engadin/Südtäler seien 
dem Beschwerdegegner aufzuerlegen, eventualiter seien die Verfah-
renskosten dem Kanton Graubünden/KESB zu überbinden.

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4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien dem Beschwerdegeg-
ner zu überbinden, eventualiter seien diese auf die Staatskasse (Kan-
ton Graubünden/KESB) zu nehmen.

5. Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 
sämtliche Parteikosten des Beschwerdeverfahrens vor Kantonsge-
richt zu entschädigen.

Eventualiter sei der Beschwerdeführerin zulasten des Kantons 
Graubünden/KESB eine Parteientschädigung für ihre Vertretungskos-
ten im Beschwerdeverfahren zuzusprechen.

II. Verfahrensantrag

Es sei eine mündliche Verhandlung mit Parteivortritt durchzuführen.

III. Beweisanträge

1. Es sei eine Begutachtung, welche die Auswirkungen einer allfälligen 
gemeinsamen elterlichen Sorge auf das Kindeswohl von A._____ 
aufzeigt, anzuordnen.

2. Es sei aus den Händen des [recte: der] kjp Graubünden, Zweigstelle 
O.3_____, ein Verlaufsbericht über die Behandlung von A._____ ein-
zuholen.

3. Es seien aus den Händen des Beschwerdegegners folgende Akten 
edieren zu lassen:

- alle Miet- und Untermietverträge für den Zeitraum 2010 bis heute

- aktueller Mietvertrag mit Herrn C._____, O.1_____

- medizinische Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen für den Zeitraum 
2013 - 2015

- Unterlagen über allfällige IV-Anmeldung

- sämtliche Arbeitsverträge ab 2013 insbesondere bezüglich Unter-
richtstätigkeit für das D._____, L.1_____, und Unterrichtstätigkei-
ten (Langlaufunterricht E._____, O.1_____, und Privatskiunterricht 
bei F._____, O.2_____)

- aktualisierte Unterlagen über Einkommen und Vermögen

- Suchbemühungen für einen Arbeitsplatz im Zeitraum 2013 - 2015

4. Es seien aus Händen der Berufsbeistandschaft Z._____, Beiständin 
B._____ und G._____, KJBE O.4_____, Verlaufsberichte über den 
Vollzug des Besuchs- und Ferienrechtes ab Juni 2014 bis heute und 
eine Einschätzung bezüglich einer allfälligen Gefährdung des Kin-
deswohls als Folge der GES (gemeinsamen elterlichen Sorge) einzu-
holen.

5. Es sei sämtlichen Beweisanträgen zu entsprechen, welche im Kon-
text der vorliegenden Beschwerde explizit genannt werden.“

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4. Mit Schreiben vom 2. Februar 2015 liess die Beschwerdeführerin die Fest-
legung des persönlichen Verkehrs durch die KESB vom 29. Januar 2015 (vgl. da-
zu nachfolgend H.), einen Bericht der kjp Graubünden vom 27. Januar 2015 sowie 
einen Verlaufsbericht über den Besuchstag vom 25. Januar 2015 nachreichen.

5. Sowohl der Beschwerdegegner als auch die KESB Engadin/Südtäler lies-
sen mit Beschwerdeantwort vom 23. Februar bzw. 26. Februar 2015 die Abwei-
sung der Beschwerde beantragen, soweit darauf eingetreten werden könne. Die 
KESB verwies in ihrer Eingabe insbesondere auf den Bericht der Fachstelle „Kin-
der und Jugendliche begleiten, betreuen, bestärken“ (KJBE) O.4_____ vom 
12. Januar 2015 betreffend den Verlauf der Besuchskontakte.

6. Mit Replik vom 27. April 2015 nahm die Beschwerdeführerin dazu Stellung 
und hielt im Übrigen unverändert an ihren Rechtsbegehren fest. Zudem reichte sie 
dem Kantonsgericht bereits vorgängig mittels mehrerer zusätzlicher Schreiben 
diverse Aktenstücke ein, welche die laufende Sachverhaltsentwicklung darstellen 
und dokumentieren sollten.

7. Die vom Beschwerdegegner am 1. Juni 2015 eingereichte Duplik, in wel-
cher die Rechtsbegehren ebenfalls unverändert blieben, veranlasste die Be-
schwerdeführerin zur Einreichung ihrer Triplik vom 15. Juni 2015.

H.1. Unter dem Titel „Festlegung des persönlichen Verkehrs“ stellte die KESB 
Engadin/Südtäler den Kindseltern bereits am 29. Januar 2015 ein Schreiben mit 
Anhang zu, in welchem sie sich auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 18. No-
vember 2014 bezog (vgl. vorstehend F.3.) und einen Zeitplan für die Besuchskon-
takte für die Dauer vom 1. Februar bis zum 31. August 2015 festlegte. Ab dem 
1. September 2015 seien die Termine sodann von der Beistandsperson jeweils 
halbjährlich verbindlich festzulegen. Gemäss dem Schreiben der KESB sind dieser 
Anordnung am 27. Januar 2015 persönliche Gespräche vorausgegangen und die 
Parteien erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme.

2. Hiergegen liess X._____ mit Eingabe vom 9. Februar 2015 Beschwerde an 
das Kantonsgericht von Graubünden führen (ZK1 15 19), wobei sie folgende 
Rechtsbegehren stellte:

„1.1 Es sei festzustellen, dass folgende Anordnungen/Festlegungen des 
persönlichen Verkehrs Y._____/A._____ der KESB Engadin/Südtäler 
vom 29. Januar 2015 nichtig sind:

- Festlegung eines Besuchsrechtes ab 01. April 2015 und 01. Au-
gust 2015 jedes 1. und 3. Wochenende im Monat von Samstag 
09.00 h - Sonntag 17.00 h (mit Übernachtung)

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- wöchentlich oder vierzehntäglich einen Nachmittag werktags 
während mindestens drei Stunden mit Wirkung ab 01. August 
2015

- Osterfeiertage (Gründonnerstag - Ostermontag) vor dem 6. Alters-
jahr von A._____

1.2 Eventualiter seien folgende Festlegungen des persönlichen Verkehrs 
gemäss Verfügung KESB Engadin/Südtäler vom 29. Januar 2015 
aufzuheben:

- Festlegung eines Besuchsrechtes ab 01. April 2015 und 01. Au-
gust 2015 jedes 1. und 3. Wochenende im Monat von Samstag 
09.00 h - Sonntag 17.00 h (mit Übernachtung)

- wöchentlich oder vierzehntäglich einen Nachmittag werktags 
während mindestens drei Stunden mit Wirkung ab 01. August 
2015

- Osterfeiertage (Gründonnerstag - Ostermontag) vor dem 6. Alters-
jahr von A._____

- Festlegung der Besuchstage auf jeden 2. und 4. Samstag im Mo-
nat ab März 2015

2.1 Es sei in Aufhebung des angefochtenen Entscheides der KESB vom 
29. Januar 2015 gerichtlich anzuordnen und die KESB Enga-
din/Südtäler anzuweisen, den [recte: die] kjp zur Stützung von 
A._____ und deren Eltern in Zusammenhang mit dem Vollzug der 
Besuchskontakte ab Februar 2015 (2. und 4. Samstag im Monat von 
09.00 h - 17.00 h, jeweils Donnerstagnachmittag 3 Stunden) bzw. ab 
März 2015 (jeden 1. und 3. Samstag im Monat von 09.00 h - 17.00 h, 
jeweils Donnerstagnachmittag 3 Stunden) beratend beizuziehen, für 
den Vollzug und die Umsetzung der Besuchskontakte geeignete 
Empfehlungen einzuholen und allfällige Empfehlungen des [recte: 
der] kjp im Sinne von Kindesschutzmassnahmen umzusetzen.

2.2 Es sei gerichtlich anzuordnen, dass versuchsweise eine erste Über-
nachtung und der Vollzug des Ferienrechtes erst auf der Grundlage 
einer frühestens am 31. Juli 2015 stattfindenden Standortbestimmung 
mit den Eltern, dem KBJE [recte: der KJBE] und befürwortenden 
Empfehlungen des [recte: der] kjp durch die KESB angeordnet wer-
den darf.

2.3 Die KESB sei gerichtlich anzuweisen, in Zusammenhang mit den Be-
suchskontakten ab Februar 2015 mindestens einmal monatlich mit 
dem [recte: der] kjp Kontakt zu halten und sich über den Verlauf der 
Beratungsgespräche kjp/Eltern von A._____ regelmässig orientieren 
zu lassen.

3. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheides der KESB vom 29. Januar 2015 zur weiteren Abklärung, 
insbesondere zwecks Einholung entsprechender Empfehlungen des 
[recte: der] kjp Graubünden oder einer anderen Fachstelle und Neu-
festsetzung des persönlichen Verkehrs Vater/A._____ an die KESB 
zurückzuweisen.

4. Es sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen, soweit 
dieser nicht ohnehin von Gesetzes wegen eine solche zukommt.

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5. Das Verfahren sei bis zum Entscheid der KESB, ob sie in der Sache 
selbst formell neu verfügt, zu sistieren.

6. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des 
Beschwerdegegners, eventualiter zulasten des Kantons Graubün-
den/KESB, zuzüglich 8% Mehrwertsteuer.“

3. Mittels prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts vom 10. Februar 2015 wurden Y._____ sowie die KESB Enga-
din/Südtäler zur Vernehmlassung aufgefordert, wobei Letztere darauf hingewiesen 
wurde, dass die Beschwerde bis zum Erlass einer anderslautenden Verfügung 
gestützt auf Art. 450c ZGB aufschiebende Wirkung entfalte.

4. Mit Schreiben vom 16. Februar 2015 teilte die Beschwerdeführerin dem 
Kantonsgericht mit, dass die KESB auf ihre getroffenen Besuchsanordnungen 
nicht mehr zurückkomme und daher von einer Sistierung des Beschwerdeverfah-
rens abzusehen sei. Dem beigelegten Schreiben der Behörde vom 10. Februar 
2015 lässt sich entnehmen, dass die Festlegungen vom 29. Januar 2015 ihrer Auf-
fassung zufolge keine Ausweitung des Besuchsrechts beinhalten würden, weshalb 
darüber nicht nochmals beschwerdefähig verfügt werden könne. Die Eltern seien 
überdies persönlich informiert und angehört worden.

5. Der Beschwerdegegner stellte mit Beschwerdeantwort vom 9. März 2015 
den Antrag, die Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen, 
soweit darauf einzutreten sei. Zudem sei ihr die aufschiebende Wirkung zu entzie-
hen. Ebenso beantragte die KESB Engadin/Südtäler in ihrer Beschwerdeantwort 
vom 13. März 2015 die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf eingetreten 
werden könne. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu ver-
legen. Im Übrigen wies die KESB darauf hin, dass bei ihr ein Verfahren betreffend 
den Wechsel der Beistandsperson pendent sei.

6. In ihrer Replik vom 27. April 2015 nahm die Beschwerdeführerin zu diesen 
Ausführungen Stellung und ersuchte erneut um eine Sistierung des Beschwerde-
verfahrens ZK1 15 19, da vor der KESB ein Verfahren betreffend Kindsschutz-
massnahmen, zurückgehend auf einen sich anlässlich des Besuchskontakts vom 
4. April 2015 ereigneten Vorfall, hängig und demnach offen sei, ob die Behörde 
überhaupt an den angefochtenen Anordnungen vom 29. Januar 2015 festhalte.

7. Mit Duplik vom 1. Juni 2015 beantragte der Beschwerdegegner, den Sistie-
rungsantrag abzuweisen. Da dem Vater der persönliche Verkehr mit seiner Toch-
ter nicht unbegründet verweigert werden dürfe, sei in dieser Angelegenheit umge-
hend ein Entscheid zu treffen. Hierzu äusserte sich die Beschwerdeführerin 

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nochmals in ihrer Triplik vom 15. Juni 2015. Zudem legten die Parteien, insbeson-
dere die Beschwerdeführerin, auch in diesem Beschwerdeverfahren wiederum 
ausserhalb der Rechtsschriften laufend neue zusätzliche Aktenstücke, welche 
teilweise mit den im Verfahren ZK1 15 11 eingereichten Dokumenten identisch 
sind, ins Recht.

I. Unterdessen stellte X._____ bei der KESB Engadin/Südtäler, im Nachgang 
zum Besuchskontakt vom 4. April 2015, am 7. April 2015 ein Gesuch um Anord-
nung eines superprovisorischen Besuchsstopps. Gleichentags beantragte 
Y._____ der KESB, weitere Kindesschutzmassnahmen zu erlassen, ohne diese 
näher zu spezifizieren. Die Schilderungen der Eltern über die Ereignisse vom 
4. April 2015 divergieren. Jedenfalls konnte die Übergabe von A._____ nicht wie 
vorgesehen an einem neutralen Ort stattfinden, sondern es wurde ein Treffen in 
der Wohnung des Vaters vereinbart. Als sich die Mutter nach rund einer Stunde 
verabschieden wollte und daraufhin nochmals in die Wohnung zurückkehrte, soll 
es im Beisein von A._____ zu einem heftigen Streit zwischen den Eltern, begleitet 
von Handgreiflichkeiten, gekommen sein. In der Folge erstatteten sowohl X._____ 
als auch Y._____ jeweils Strafanzeige gegeneinander. Mit Entscheid des instruie-
renden Behördenmitglieds vom 9. April 2015 wurde das Gesuch um superproviso-
rische Anordnung eines Besuchsstopps abgewiesen und den Eltern gegenseitig 
die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt. Nach Eingang der beiden Stel-
lungnahmen vom 15. April 2015 erkannte die KESB mit Entscheid der Kollegial-
behörde vom 28. Mai 2015 auf eine Abweisung des beantragten Besuchsstopps. 
Die Eltern wurden zugleich angewiesen, die von der kjp Graubünden organisierten 
Therapie- und Gesprächsangebote ab dem 6. Juni 2015 und anschliessend vier-
zehntäglich wahrzunehmen. Die Mutter wurde überdies angewiesen, den entspre-
chenden Instruktionen für die begleiteten Besuchsübergaben Folge zu leisten und 
die kjp wurde ersucht, der Behörde bis Ende August 2015 einen Kurzbericht über 
die Entwicklung der Besuchsrechtsausübung einzureichen.

J. Nachdem sowohl der Leiter der Berufsbeistandschaft Z._____ am 9. Januar 
2015 als auch die Eltern gemeinsam am 27. Januar 2015 bei der KESB Enga-
din/Südtäler den Antrag stellten, B._____ sei als Beiständin aus ihrem Amt zu ent-
lassen, kam die KESB diesem Begehren mit Entscheid vom 26. Mai 2015 nach 
und übertrug das Mandat auf H._____, Berufsbeistandschaft Z._____.

K. Mit Schreiben vom 21. Oktober 2015 informierte die KESB Enga-
din/Südtäler die Parteien darüber, dass sie nun definitiv beabsichtige, ein interven-
tionsorientiertes Gutachten bei der kjp Graubünden unter der Führung von lic. phil. 

Seite  12 — 43

I._____ in Auftrag zu geben. Dies sei bereits vor rund einem Jahr erwogen und 
dann allerdings aufgrund des positiven Verlaufs der Besuche eingestellt worden. 
Den Eltern wurde Gelegenheit eingeräumt, sich sowohl zum vorgeschlagenen 
Gutachter als auch zum erstellten Fragenkatalog zu äussern.

L. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid 
sowie in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Er-
wägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 125 lit. c ZPO kann das Gericht selbständig eingereichte Kla-
gen zwecks Vereinfachung des Verfahrens vereinigen. In gleicher Weise können 
auch die von mehreren Parteien als Rechtsmittelkläger ergriffenen Rechtsmittel im 
gleichen Verfahren behandelt werden (Adrian Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], 2. Aufl., Zürich 2013, N 5 zu Art. 125 ZPO). Voraussetzung ist, dass die zu 
vereinigenden Klagen Gemeinsamkeiten oder Zusammenhänge aufweisen, da 
vermieden werden soll, dass die gleichen Fragen Gegenstand verschiedener Pro-
zesse bilden (vgl. Julia Gschwend/Remo Bornatico, in: Spühler/Tenchio/Infanger 
[Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 
2013, N 14 zu Art. 125 ZPO). Im vorliegenden Fall wird einerseits ein Entscheid 
der Kindesschutzbehörde über die gemeinsame elterliche Sorge und andererseits 
eine Festlegung derselben betreffend den persönlichen Verkehr angefochten. 
Art. 298b Abs. 3 ZGB sieht vor, dass die Kindesschutzbehörde zusammen mit 
dem Entscheid über die elterliche Sorge die übrigen strittigen Punkte, vorbehältlich 
der Klagen auf Leistung des Unterhalts, regelt. Unter diesen übrigen Punkten sind, 
analog zu Art. 298 Abs. 2 ZGB, die Obhut, der persönliche Verkehr und die Be-
treuungsanteile zu verstehen (vgl. Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Hon-
sell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, 
N 6 zu Art. 298b ZGB). Vorliegend verhält es sich so, dass für die Kindesschutz-
behörde abgesehen vom Vollzug des persönlichen Verkehrs nichts mehr zu regeln 
blieb, zumal über Mass und Umfang des Besuchsrechts rechtskräftig gerichtlich 
entschieden wurde. Der Vollzug des im richterlichen Entscheid angeordneten Be-
suchsrechts bildet aber ebenfalls Teil der Kinderbelange, welche in die Zuständig-
keit der Kindesschutzbehörde fallen (vgl. Art. 450g ZGB sowie nachstehend 
E. 2b). Da die Anfechtungsobjekte von derselben Behörde stammen, dieselben 
Parteien involviert sind, die von der Beschwerdeinstanz zu treffenden Entscheide 

Seite  13 — 43

auf dem gleichartigen Sachverhalt beruhen bzw. insoweit zusammenhängen, als 
dass es um Kinderbelange geht und mithin das Kindeswohl als Leitprinzip gilt und 
dieselben Verfahrensgrundsätze anwendbar sind, rechtfertigt es sich, die beiden 
unter den Prozessnummern ZK1 15 11 und ZK1 15 19 geführten Beschwerdever-
fahren zu vereinigen.

2.a) Zum einen wird vorliegend ein Entscheid der KESB Engadin/Südtäler ange-
fochten, der sich auf eine Bestimmung des Kindesrechts - Art. 298b ZGB, der un-
ter dem Titel „Wirkungen des Kindesverhältnisses“ steht - stützt. Für derartige Ver-
fahren gelten die Bestimmungen über das Verfahren vor der Erwachsenenschutz-
behörde sinngemäss (Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 443 ff. ZGB). Gegen 
Entscheide der Kindesschutzbehörde kann somit gestützt auf Art. 450 Abs. 1 in 
Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB beim zuständigen Gericht Beschwerde erho-
ben werden. Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen 
Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden 
die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss 
Art. 450b Abs. 1 ZGB 30 Tage seit Mitteilung des Entscheids der KESB. Die Be-
schwerde ist beim Gericht schriftlich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 
ZGB). Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am 
Verfahren beteiligten Personen. Am Verfahren beteiligt sind neben den von der 
Anordnung der KESB direkt betroffenen Personen auch alle weiteren Personen, 
die sich im erstinstanzlichen Verfahren vor der KESB tatsächlich beteiligt haben 
oder denen zumindest der Entscheid zugestellt wurde. Im Bereich des Kindes-
schutzes können nebst den Kindern auch deren Eltern betroffene Personen sein 
(Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich 2010, N 20 f. zu 
Art. 450 ZGB; Daniel Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar Er-
wachsenenschutz, Basel 2012, N 29 f. zu Art. 450 ZGB). Vorliegend ist die Mutter 
X._____ als Verfahrensbeteiligte im Sinne von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB offen-
sichtlich beschwerdelegitimiert. Zudem erweist sich die Beschwerde vom 21. Ja-
nuar 2015 als frist- und formgerecht, weshalb darauf einzutreten ist.

b) Zum anderen wird eine als „Festlegung des persönlichen Verkehrs“ be-
zeichnete Anordnung der KESB Engadin/Südtäler angefochten, welche sich auf 
den Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden vom 18. November 2014 
bezieht, mittels welchem die mit Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. März 
2012 getroffene bzw. durch das Kantonsgericht am 9. Oktober 2012 bestätigte 
Besuchs- und Ferienrechtsregelung beibehalten wurde. Die entsprechende Fest-
legung der KESB ist mit keiner Rechtsmittelbelehrung versehen und auch ansons-
ten fehlen in der Anordnung selbst wie auch im beigelegten Schreiben Anhalts-

Seite  14 — 43

punkte, welche auf eine Anfechtbarkeit derselben schliessen lassen würden. In-
dessen ist der Auffassung der Beschwerdeführerin, dass es sich hierbei um eine 
beschwerdefähige Vollstreckungsanordnung handelt, zu folgen. Gemäss Art. 450g 
Abs. 1 ZGB vollstreckt die KESB die Entscheide auf Antrag oder von Amtes we-
gen. Dies gilt sowohl für erstinstanzliche Entscheide als auch für Entscheide der 
Beschwerdeinstanz. Falls die Vollstreckung einer Massnahme nicht direkt im zu 
vollstreckenden Entscheid angeordnet wird (vgl. Art. 450g Abs. 2 ZGB), hat die 
KESB formell eine Vollstreckungsverfügung zu erlassen (Botschaft zur Änderung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 
Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001 ff., Ziff. 2.3.3, S. 7089; vgl. auch 
Kurt Affolter, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar Erwachsenenschutz, 
Basel 2012, N 61 zu Art. 450g ZGB; Daniel Steck, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler 
[Hrsg.], FamKommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 3 sowie N 8 zu 
Art. 450g ZGB; derselbe, in: Rosch/Büchler/Jakob [Hrsg.], Erwachsenenschutz-
recht, 2. Aufl., Basel 2015, N 3g zu Art. 450g ZGB). Eine solche Verfügung ist mit 
dem ordentlichen, im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht anwendbaren 
Rechtsmittel und damit mit Beschwerde gemäss Art. 450 ff. ZGB anfechtbar (Kurt 
Affolter, a.a.O., N 66 zu Art. 450g ZGB). Dementsprechend unterliegt die Be-
schwerde gegen eine Vollstreckungsverfügung ebenfalls einer 30-tägigen Frist 
(Art. 450b Abs. 1 ZGB) sowie einer Begründungspflicht (Art. 450 Abs. 3 ZGB). Die 
vorliegend eingereichte Beschwerde vom 9. Februar 2015 erfüllt die an sie gestell-
ten Frist- und Formerfordernisse. Überdies ist die Beschwerdelegitimation von 
X._____ als Verfahrensbeteiligte nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB wiederum ohne 
Weiteres zu bejahen. Auch auf die zweite Beschwerde kann entsprechend einge-
treten werden.

c) Für das Kantonsgericht als einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 60 
Abs. 1 EGzZGB) besteht uneingeschränkte Kognition. Das heisst, mit der Be-
schwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die 
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 
(Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Gegen Entscheide der 
KESB stellt die Beschwerde ein vollkommenes Rechtsmittel dar, womit das An-
fechtungsobjekt in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft wer-
den kann (vgl. Botschaft, a.a.O., Ziff. 2.3.3, S. 7085; Hermann Schmid, a.a.O., N 1 
zu Art. 450a ZGB). Sodann finden gemäss Art. 60 Abs. 3 EGzZGB die Bestim-
mungen der ZPO über neue Tatsachen und Beweismittel keine Anwendung, was 
als Ausfluss der im Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
geltenden Untersuchungs- und Offizialmaxime (Art. 446 ZGB) anzusehen ist. Die-

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se Verfahrensgrundsätze gelangen von Bundesrechts wegen auch im Beschwer-
deverfahren zur Anwendung (Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser 
[Hrsg.], Basler Kommentar Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 38 zu Art. 446 
ZGB; Hermann Schmid, a.a.O., N 7 zu Art. 446 ZGB; Daniel Steck, FamKommen-
tar, a.a.O., N 7 zu Art. 446 ZGB). Somit gelten im Beschwerdeverfahren gegen 
kindes- und erwachsenenschutzrechtliche Entscheide in Bezug auf die Kognition 
der Beschwerdeinstanz und die Zulässigkeit von Noven keine Einschränkungen. 
Vorliegend können daher sowohl die neu eingereichten Aktenstücke der Be-
schwerdeführerin (ZK1 15 11 act. B.1-B.61; ZK1 15 19 act. B.1-B.56) als auch je-
ne des Beschwerdegegners (ZK1 15 11 act. C.1-C.3; ZK1 15 19 act. C.1-C.21) 
Berücksichtigung finden.

d) Gemäss Art. 450c ZGB hat die Beschwerde gegen Entscheide der KESB 
aufschiebende Wirkung, sofern die Behörde oder die gerichtliche Beschwerdein-
stanz nichts anderes verfügt, was vorliegend nicht getan wurde. Die Beschwerde 
hemmt damit im Umfang der Beschwerdeanträge den Eintritt der Rechtskraft und 
die Vollstreckbarkeit von Gesetzes wegen (Daniel Steck, FamKommentar, a.a.O., 
N 4 zu Art. 450c ZGB). Der Antrag der Beschwerdeführerin im Verfahren ZK1 15 
19, wonach der Beschwerde gegen die Vollstreckungsanordnung die aufschie-
bende Wirkung zu erteilen sei, erweist sich nach dem Gesagten als obsolet, da ihr 
eine solche ohnehin zukommt. Ein Entzug der aufschiebenden Wirkung, wie ihn 
der Beschwerdegegner beantragt, fällt hingegen von vornherein immer nur bei 
Gefahr im Verzug und Dringlichkeit in Betracht (vgl. Thomas Geiser, in: Gei-
ser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 7 zu 
Art. 450c ZGB). Da das Besuchsrecht trotz Anfechtung der entsprechenden Voll-
streckungsverfügung jeweils in Absprache zwischen den Eltern und der Beiständin 
bzw. den Behördenmitgliedern umgesetzt worden ist und mehrheitlich regelmässi-
ge Besuchskontakte stattgefunden haben, sind vorliegend keine Gründe ersicht-
lich gewesen, die einen sofortigen Vollzug der mittels der angefochtenen Verfü-
gung festgelegten Besuchstermine notwendig gemacht hätten. Dem Antrag des 
Beschwerdegegners, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu entzie-
hen, ist deshalb nicht entsprochen worden. Er wird zudem mit der Mitteilung des 
Hauptentscheids gegenstandslos.

3.a) Im Folgenden gilt es vorab auf den im Verfahren ZK1 15 11 gestellten An-
trag der Beschwerdeführerin auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung mit 
Parteivortritt einzugehen. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdein-
stanz gelten primär die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und 
subsidiär die vom Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Sofern weder das 

Seite  16 — 43

ZGB noch das EGzZGB etwas geregelt haben, sind die Schweizerische Zivilpro-
zessordnung sowie die entsprechenden kantonalen Ausführungsbestimmungen 
sinngemäss anwendbar (vgl. Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). 
Grundsätzlich wäre die Durchführung einer Verhandlung bei einer Beschwerde 
gegen einen kindes- und erwachsenenschutzrechtlichen Entscheid aufgrund der 
Anwendbarkeit der ZPO mithin möglich. Zu beachten ist, dass hierbei aber kein 
direkter Zusammenhang mit der zivilprozessualen Beschwerde nach Art. 319 ff. 
ZPO besteht, bei welcher eine mündliche Verhandlung zwar nicht vollends ausge-
schlossen ist, jedoch die absolute Ausnahme bildet (vgl. Dieter Freiburg-
haus/Susanne Afheldt, in Sutter/Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kom-
mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., Zürich 2013, N 5 
zu Art. 327 ZPO). Es ist im Einzelfall zu entscheiden, ob die Verfahrensbestim-
mungen der ZPO über die Berufung oder jene über die Beschwerde sinngemäss 
anzuwenden sind (Daniel Steck, Basler Kommentar, a.a.O., N 9 zu Art. 450 ZGB; 
vgl. auch Christoph Auer/Michèle Marti, a.a.O., N 13 zu Art. 450f ZGB). Zwar ist 
insbesondere aufgrund der nach Art. 450a Abs. 1 ZGB bestehenden vollen Kogni-
tion der Beschwerdeinstanz davon auszugehen, dass die Verfahrensbestimmun-
gen der Berufung generell näher liegen. Indessen ist die Durchführung einer 
mündlichen Verhandlung auch im Berufungsverfahren nicht zwingend vorgesehen 
(vgl. Art. 316 Abs. 1 ZPO). Es liegt somit im Ermessen der Beschwerdeinstanz, ob 
sie eine mündliche Hauptverhandlung durchführen möchte. Massgeblich für die-
sen Entscheid ist, ob von einem Parteivortritt erwartet werden kann, dass er zu 
einer zusätzlichen Klärung des Sachverhalts beiträgt. Dies trifft im vorliegenden 
Fall nicht zu. Zum einen kennt das Kantonsgericht den Sachverhalt und die Hal-
tung der Parteien, welche sich offensichtlich nicht wesentlich verändert hat, bereits 
aus früheren Verfahren (ZK1 14 82/84, ZK1 14 54, ZK1 13 125, ZK1 12 58 und 
ZK1 12 27). Zum anderen sind die Akten der KESB und die Rechtsschriften in den 
vorliegenden beiden Verfahren sehr umfangreich und lassen einen Entscheid oh-
ne zusätzliche Ausführungen der Parteien ohne Weiteres zu. Schliesslich haben 
die Parteien - insbesondere die Beschwerdeführerin - im Beschwerdeverfahren 
nebst den eigentlichen Rechtsschriften zahlreiche weitere Schreiben mit neuen 
Aktenstücken und Beweismitteln eingereicht, um ihre Standpunkte zu untermau-
ern und das Kantonsgericht vollständig zu dokumentieren. Deshalb ist nicht er-
sichtlich, welche dem Gericht noch nicht bekannten entscheidrelevanten Vorbrin-
gen anlässlich einer mündlichen Hauptverhandlung vorgetragen werden könnten, 
womit auf die Durchführung einer solchen zu verzichten und der entsprechende 
Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin abzuweisen ist.

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b/aa) Bevor die Beweisanträge der Beschwerdeführerin behandelt werden, ist 
vorerst darzulegen, worum es bei der Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sor-
ge sowohl generell als auch bezogen auf den vorliegenden Fall geht. Gemäss 
Art. 301 Abs. 1 ZGB, welcher den Inhalt der elterlichen Sorge betrifft, leiten die 
Eltern mit Blick auf das Wohl des Kindes seine Pflege und Erziehung und treffen 
unter Vorbehalt seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nötigen Entscheidungen. 
Dies bezieht sich grundsätzlich auf die Konstellation, in der beide Eltern das Kind 
gemeinsam betreuen. Im vorliegenden Fall ist indes seitens des Vaters unbestrit-
ten, dass A._____ weiterhin von der Mutter betreut werden und - vorbehältlich der 
Ausübung des persönlichen Verkehrs durch den Vater - unter deren Obhut stehen 
soll. Bei einer solchen Ausgangslage sieht das Gesetz in Art. 301 Abs. 1bis ZGB 
vor, dass der betreuende Elternteil allein entscheiden kann, wenn die Angelegen-
heit alltäglich oder dringlich ist (Ziff. 1) oder der andere Elternteil nicht mit vernünf-
tigem Aufwand zu erreichen ist (Ziff. 2). Indem von der Notwendigkeit einer Eini-
gung abgesehen wird, kann verhindert werden, dass dauernde Streitigkeiten um 
alltägliche Angelegenheiten die Beziehung des Kindes zu seinen Eltern belasten 
oder dringliche bzw. für das Kind wichtige Entscheide nicht gefällt werden können 
(Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 3a zu Art. 301 ZGB). Der Auffas-
sung der Beschwerdeführerin, wonach der Begriff der alltäglichen Entscheidungen 
eng ausgelegt werde und die Eltern daher grundsätzlich alles, was das Kind be-
treffe, gemeinsam entscheiden müssten (vgl. Beschwerde IX. Ziff. 3.4), kann nicht 
ohne Weiteres zugestimmt werden. Alltägliche Angelegenheiten wie Fragen der 
Ernährung, der Bekleidung und Freizeitgestaltung des Kindes fallen grundsätzlich 
in die Alleinentscheidungsbefugnis der Mutter als Obhutsinhaberin. Nicht alltägli-
chen Charakter haben dagegen Angelegenheiten, die das Leben des Kindes in 
einschneidender Weise prägen, wobei etwa ein Schul- oder Konfessionswechsel 
des Kindes, medizinische Eingriffe oder die Ausübung von Hochleistungssport zu 
nennen sind (Botschaft zu einer Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
[Elterliche Sorge] vom 16. November 2011, BBI 2011 9077 ff., Ziff. 2.1, 
S. 9106 f.; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 3c zu Art. 301 ZGB; 
vgl. auch BGE 136 III 353 E. 3.2). Unter den vorliegenden Umständen bedeutet 
dies, dass dem Vater durch die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge le-
diglich ein qualifizierteres Recht eingeräumt wird, als ihm durch das nach 
Art. 275a Abs. 1 ZGB erteilte Recht auf Information und Auskunft ohnehin bereits 
zusteht. Gemäss der vorgenannten Bestimmung sollen Eltern ohne elterliche Sor-
ge über besondere Ereignisse im Leben des Kindes benachrichtigt und vor Ent-
scheidungen, die für die Entwicklung des Kindes wichtig sind, angehört werden. 
Diese wichtigen Entscheidungen decken sich mit den vorerwähnten, im Zusam-

Seite  18 — 43

menhang mit Art. 301 Abs. 1bis ZGB aufgeführten Fallbeispielen von nicht alltägli-
chen Entscheidungen. Dem Beschwerdegegner steht damit bereits heute, auch 
ohne elterliche Sorge, bei für die Entwicklung des Kindes wesentlichen Entschei-
dungen zwar kein Mitentscheidungsrecht, aber immerhin ein Mitspracherecht zu 
(Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 4 f. zu Art. 301 ZGB). 

bb) Die elterliche Sorge beinhaltet das Recht und die Pflicht, für das persönli-
che Wohl des Kindes zu sorgen, es gesetzlich zu vertreten und das Kindesvermö-
gen zu verwalten. Dabei sorgen die Eltern nicht nur für den Unterhalt, sondern 
auch für die Erziehung und persönliche Entwicklung des Kindes. Bei der elterli-
chen Sorge handelt es sich demnach um ein sogenanntes Pflichtrecht der Eltern; 
umfasst wird die Gesamtheit der elterlichen Verantwortlichkeit und Befugnisse ge-
genüber dem Kind (vgl. Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 2 f. zu 
Art. 296 ZGB; Heinz Hausheer/Thomas Geiser/Regina E. Aebi-Müller, Das Famili-
enrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 5. Aufl., Bern 2014, Rz. 17.67; 
Cyril Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts und des übrigen Verwandtschafts-
rechts, 5. Aufl., Bern 1999, Rz. 25.02 f.; BGE 136 III 353 E. 3.1). Ein Teil der elter-
lichen Sorge ist das Obhutsrecht, wobei dem Obhutsinhaber nebst der Bestim-
mung des Aufenthaltsorts die tägliche Betreuung, Pflege und Erziehung des Kin-
des obliegt (BGE 136 III 353 E. 3.2). Der Inhalt der elterlichen Sorge ist entspre-
chend den gegebenen Verhältnissen individuell festzulegen. Dies geht aus ver-
schiedenen gesetzlichen Bestimmungen hervor. So sieht Art. 298a ZGB für un-
verheiratete Eltern vor, dass die gemeinsame elterliche Sorge durch eine gemein-
same Erklärung derselben zustande kommt. In dieser Erklärung haben sich die 
Eltern über die Obhut, den persönlichen Verkehr oder die Betreuungsanteile sowie 
über den Unterhaltsbeitrag für das Kind zu verständigen (Abs. 1 und 2). Wenn sich 
ein Elternteil weigert, die Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge abzu-
geben, kann gemäss Art. 298b Abs. 1 ZGB die Kindesschutzbehörde angerufen 
werden. In ihrem Entscheid muss diese nebst der Anordnung der gemeinsamen 
elterliche Sorge oder der Beibehaltung bzw. Übertragung der Alleinsorge auch die 
übrigen strittigen Punkte regeln (Art. 298b Abs. 3 ZGB). Ändern sich die Verhält-
nisse, so hat die KESB gemäss Art. 298d ZGB eine neue Regelung zu treffen, 
welche sich auf die Zuteilung der elterlichen Sorge an sich beziehen oder sich 
auch auf die Anpassung von einzelnen inhaltlichen Bestandteilen davon (Obhut, 
persönlicher Verkehr, Betreuungsanteile) beschränken kann. Ist der Inhalt der 
gemeinsamen elterlichen Sorge durch die abgegebene Erklärung der Eltern oder 
durch den behördlichen Entscheid einmal definiert, kann dieser ohne Zustimmung 
des andern Elternteils oder ohne neuen Entscheid der zuständigen Behörde we-

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der einseitig ausgeweitet noch eingeschränkt werden. Da die Obhut über A._____ 
im vorliegenden Fall unbestrittenermassen bei der Mutter liegt, diese - abgesehen 
von der Besuchsrechtsausübung durch den Vater - die alleinige Betreuung des 
Kindes wahrnimmt und die Unterhaltsbeiträge offenbar zu keinen Problemen An-
lass geben, bezieht sich der Anteil des Vaters an der gemeinsamen elterlichen 
Sorge nebst dem persönlichen Verkehr auf das Mitentscheidungsrecht in Angele-
genheiten, die das Leben von A._____ in einschneidender Weise prägen. Unter 
dieser Ausgangslage sind im Folgenden die Beweisanträge der Beschwerdeführe-
rin zu prüfen.

c/aa) Die Beschwerdeführerin stellt im vorliegenden Verfahren verschiedene Be-
weisanträge, da sie der Auffassung ist, die KESB Engadin/Südtäler habe die er-
forderlichen Sachabklärungen im Sinne von Art. 446 Abs. 2 ZGB nicht getätigt. Sie 
weist insoweit zutreffend darauf hin, dass auch vor der Rechtsmittelinstanz der 
Untersuchungsgrundsatz gilt (vgl. vorstehend E. 2c). Zunächst beantragt die Be-
schwerdeführerin, es sei eine Begutachtung, welche die Auswirkungen einer allfäl-
ligen gemeinsamen elterlichen Sorge auf das Kindeswohl aufzeige, anzuordnen. 
Zwischenzeitlich hat sich die KESB Engadin/Südtäler gemäss dem in den Akten 
liegenden Schreiben vom 21. Oktober 2015 (vgl. ZK1 15 19 act. D.27.1) dazu ent-
schieden, eine interventionsorientierte Begutachtung bei der kjp Graubünden unter 
der Leitung von lic. phil. I._____ in Auftrag zu geben. Auch wenn der Gutach-
tensauftrag gemäss dem Entwurf des Fragenkatalogs (vgl. ZK1 15 19 act. D.27.2) 
nicht direkt auf die Prüfung der Auswirkungen der elterlichen Sorge abzielt, son-
dern aufgrund der Besuchsrechtsprobleme angeordnet wird, so soll dabei den-
noch die familiäre Gesamtsituation und die gegenseitige Beziehungsgestaltung 
untersucht werden, wobei insbesondere auf die Befindlichkeit und Interessenlage 
von A._____ eingegangen wird und sich dementsprechend auch die Empfehlun-
gen des Gutachters hinsichtlich der künftigen Ausgestaltung des persönlichen 
Verkehrs und allfälligen weitergehenden begleitenden Massnahmen am Wohle 
von A._____ zu orientieren haben. Eine zusätzliche Begutachtung von A._____ 
über die Folgen der gemeinsamen elterlichen Sorge für das Kindeswohl erscheint 
unter diesen Umständen nicht notwendig. Im Übrigen ist auch nicht einzusehen, 
inwiefern eine Mitentscheidungskompetenz des Vaters bei gewichtigen, das Kind 
betreffenden Fragen für dieses schädlich sein könnte. Die Konflikte zwischen den 
Eltern treten bezüglich des Besuchsrechts auf. Dieses Problem bleibt jedoch un-
abhängig von der Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge bestehen, da 
dem Vater in jedem Fall ein Recht auf persönlichen Verkehr mit seiner Tochter 
zusteht (vgl. dazu auch nachfolgend E. 4d/ee).

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bb) Im Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin, es sei ein Verlaufsbericht 
aus den Händen der kjp Graubünden einzuholen. Da derartige Verlaufsberichte 
bereits bei den Akten liegen (vgl. ZK1 15 11 act. E.2 28 [Bericht vom 27. Januar 
2015], ZK1 15 19 act. C.8 [Bericht vom 9. April 2015] sowie act. B.57 [Bericht vom 
8. Oktober 2015]) dürfte sich der Antrag als hinfällig erweisen. Ausserdem bezie-
hen sich diese Berichte primär auf die Ausübung des Besuchsrechts und stehen 
damit nicht in direktem Zusammenhang mit der Erteilung der gemeinsamen elterli-
chen Sorge. Angemerkt sei, dass die kjp Graubünden bzw. der Psychologe 
J._____ auf Initiative der Mutter und nicht etwa seitens der KESB beigezogen 
worden ist.

cc) Die Beschwerdeführerin verlangt sodann diverse, die Wohn-, Gesundheits-, 
Finanz- und Arbeitssituation des Beschwerdegegners betreffende Unterlagen zur 
Edition. Aus den umfangreichen Akten der KESB ergeben sich keine Anhaltspunk-
te, dass diesbezüglich mit dem Beschwerdegegner etwas nicht in Ordnung sein 
sollte, was Einfluss auf den Entscheid betreffend die gemeinsame elterliche Sorge 
haben könnte. A._____ soll auch nicht beim Vater wohnen und Übernachtungen 
im Rahmen der Besuchsrechtsausübung sind erst probeweise geplant. 
Insbesondere im Zusammenhang mit der interventionsorientierten Begutachtung 
soll der Zeitpunkt für Übernachtungen festgelegt und auch die Lebenssituation 
jedes Elternteils näher beleuchtet werden (vgl. ZK1 15 19 act. D.27.2). Ferner 
kommt der Beschwerdegegner den Unterhaltsverpflichtungen bezüglich seiner 
Tochter offenbar nach.

dd) Schliesslich stellt die Beschwerdeführerin den Antrag, bei der Berufsbei-
standschaft Z._____ und der KJBE O.4_____ Verlaufsberichte über den Vollzug 
des Besuchs- und Ferienrechts ab Juni 2014 einzuholen. Auch solche Berichte 
befinden sich bereits bei den Akten (vgl. insbes. ZK1 14 82/84 act. E.2 115 [Ak-
tennotiz des stellvertretenden Beistands vom 31. Juli 2014], act. E.2 120 [E-Mail 
der Beiständin vom 19. August 2014] sowie ZK1 15 19 act. E.1 125 [Stellungnah-
me der Beiständin vom 15. Oktober 2014]). Im Entscheid des Kantonsgerichts 
vom 18. November 2014 betreffend die Abänderung des Besuchsrechts (ZK1 14 
82/84) wurden die entsprechenden Berichte grösstenteils verarbeitet. Überdies 
betreffen sie nur den persönlichen Verkehr, weshalb sich daraus für die Zuteilung 
der gemeinsamen elterlichen Sorge entgegen der Auffassung der Beschwerdefüh-
rerin nicht unmittelbar etwas ableiten lässt.

Im Ergebnis sind damit sämtliche Beweisanträge der Beschwerdeführerin mangels 
Entscheidrelevanz abzuweisen.

Seite  21 — 43

4.a) Die Beschwerdeführerin macht hinsichtlich des Verfahrens betreffend die 
Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge zunächst geltend, dass die ihr zuge-
stellten Verfahrensakten offensichtlich unvollständig gewesen seien und auch ein 
Aktenverzeichnis gefehlt habe. Daher sei der KESB Engadin/Südtäler eine Verlet-
zung der Dokumentationspflicht vorzuwerfen. Es erscheine zudem unumgänglich, 
das Aktenmaterial sämtlicher zwischen den Parteien geführter Verfahren beizu-
ziehen. In ihrer Beschwerdeantwort weist die KESB diesen Vorwurf zurück, die 
Akten seien vollständig geführt und auch ein entsprechendes Aktenverzeichnis sei 
erstellt worden. Aufgrund des umfangreichen Aktenmaterials seien der Beschwer-
deführerin lediglich diejenigen Akten, welche in direktem Zusammenhang mit dem 
Gesuch um Erteilung der gemeinsamen Sorge stünden, zugestellt worden. 
Gemäss Art. 449b Abs. 1 ZGB haben die am Verfahren beteiligten Personen An-
spruch auf Akteneinsicht, was als Ausfluss der verfassungsmässigen Garantie auf 
rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV gilt (vgl. Christoph Auer/Michèle Marti, 
a.a.O., N 3 zu Art. 449b ZGB). Als Gegenstück des Akteneinsichtsrechts besteht 
eine Aktenführungspflicht der Behörde. Alles, was zur Sache gehört und ent-
scheidwesentlich sein kann, ist in den Akten festzuhalten. Entsprechend müssen 
alle entscheidrelevanten Unterlagen systematisch erfasst werden, so dass 
grundsätzlich das gesamte Aktendossier eingesehen werden kann. Das Aktenein-
sichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogenen Akten, die geeignet 
sind, Grundlage des Entscheids zu bilden (vgl. BGE 132 V 387 E. 3.1; 130 II 473 
E. 4.1; Daniel Steck, FamKommentar, a.a.O., N 5 zu Art. 449b ZGB). Ein Recht 
auf Herausgabe oder Zustellung der Akten besteht nicht, wird den Rechtsanwälten 
in der Praxis indessen oft gewährt (Christoph Auer/Michèle Marti, a.a.O., N 7 zu 
Art. 449b ZGB mit weiteren Hinweisen). Der Beschwerdeführerin bzw. ihrem 
Rechtsvertreter wurde vorliegend das ganze Aktendossier betreffend das Verfah-
ren um Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge zugestellt. Ebenso wurde ein 
Aktenverzeichnis angefertigt (vgl. Akten ZK1 15 11 act. E.2 24). Es wäre insbe-
sondere an der Beschwerdeführerin gelegen, Einsicht in die Akten der übrigen 
Verfahren zu verlangen, sofern sie dies als notwendig erachtet hätte. Ihr wurde 
mithin nicht etwa das Einsichtsrecht verweigert. Das Vorgehen der KESB lässt 
sich nach dem Gesagten nicht beanstanden. Anzumerken ist, dass im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren antragsgemäss auch die Akten weiterer Verfahren 
(ZK1 15 19 sowie ZK1 14 82/84) beigezogen worden sind.

b) Hauptstreitpunkt unter den Parteien bildet vorliegend, ob ihnen die gemein-
same elterliche Sorge über A._____ zu erteilen ist. Mit Entscheid der KESB Enga-
din/Südtäler vom 17. Dezember 2014 wurde die elterliche Sorge, welche bisher 

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der Mutter allein zustand, den Eltern gemeinsam zugesprochen. Die KESB ging in 
ihren Erwägungen davon aus, dass einem Elternteil gemäss der bundesrätlichen 
Botschaft zum revidierten Recht die gemeinsame elterliche Sorge nur dann vor-
enthalten werden dürfe, wenn die Behörde Anlass hätte, sie ihm gleich wieder zu 
entziehen. Der Massstab, den die KESB ihrem Entscheid zugrunde legen müsse, 
decke sich damit neu mit jenem von Art. 311 ZGB. Demnach müsse für die Ent-
ziehung der elterlichen Sorge ein Grund nach Art. 311 ZGB vorliegen, welcher 
eine Gefährdung des Kindeswohls zur Folge hätte. Zu prüfen sei nicht, ob die ge-
meinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl entspreche, sondern vielmehr ob sie 
dem Kindeswohl widerspreche. In den parlamentarischen Beratungen sei die An-
sicht vertreten worden, dass nebst den in Art. 311 ZGB aufgeführten Gründen ins-
besondere ein Dauerkonflikt zwischen den Eltern, der das Kind in seiner Entwick-
lung beeinträchtige und zu Loyalitätskonflikten führe, für die Zuteilung der alleini-
gen elterlichen Sorge sprechen könne. Unbestritten sei, dass die Eltern von 
A._____ in einem Dauerkonflikt stünden. Aus einer Uneinigkeit der Eltern resultie-
re allerdings noch keine erhebliche Kindeswohlgefährdung. Eine solche setze 
vielmehr voraus, dass eine zu fällende Entscheidung für die Wahrung des Kin-
deswohls dringend erforderlich sei. Derartige Entscheidungen seien vorderhand 
nicht ersichtlich. Überdies könnten Pattsituationen bei Elternkonflikten unter ge-
wissen Voraussetzungen durch die Behörde behoben werden. Wie sich die El-
ternarbeit künftig entwickeln werde, sei unklar. Jedenfalls sei bezüglich der Stel-
lung von Prognosen hinsichtlich der Kooperationsfähigkeit bzw. -unfähigkeit der 
Eltern bei der Klärung von zentralen Fragen im Rahmen der gemeinsamen elterli-
chen Sorge Zurückhaltung geboten.

c) Gemäss dem neuen Recht der elterlichen Sorge, welches am 1. Juli 2014 
in Kraft getreten ist, gilt die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall, unabhängig 
vom Zivilstand der Eltern sowie dem Stadium der Beziehung (Botschaft elterliche 
Sorge, a.a.O., Ziff. 1.5.1, S. 9092; Peter Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, N 5 zu Art. 133 
ZGB). Allerdings erhalten unverheiratete Eltern die gemeinsame elterliche Sorge 
nicht automatisch durch die Anerkennung des Kindes durch den Vater. Vielmehr 
ist zusätzlich eine gemeinsame Erklärung der Eltern (vgl. Art. 298a ZGB) oder ein 
Entscheid der Kindesschutzbehörde (vgl. Art. 298b ZGB) notwendig (Ingeborg 
Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 8b zu Art. 296 ZGB). Wie bereits erwähnt 
entsprach es jedoch der Absicht des Gesetzgebers, die gemeinsame elterliche 
Sorge als Regelfall einzuführen, während die alleinige elterliche Sorge die Aus-
nahme bleiben soll (vgl. Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 3 zu Art. 

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298b ZGB). Ist die Erklärung betreffend die gemeinsame elterliche Sorge von der 
Mutter nicht erhältlich, so kann sich der Vater an die KESB wenden (Art. 298b 
Abs. 1 ZGB), wie dies im vorliegenden Fall geschehen ist. Die Behörde hat die 
gemeinsame elterliche Sorge zu verfügen, sofern nicht zur Wahrung des Kindes-
wohls an der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter festzuhalten oder die alleinige 
elterliche Sorge dem Vater zu übertragen ist (Art. 298b Abs. 2 ZGB). Aufgrund der 
bundesrätlichen Botschaft und den Äusserungen im Parlament war zunächst un-
klar, ob die gemeinsame elterliche Sorge nur verweigert werden darf, wenn zu-
gleich ein Grund für deren Entziehung im Sinne von Art. 311 Abs. 1 ZGB (Uner-
fahrenheit, Krankheit, Gebrechen, Ortsabwesenheit, Gewalttätigkeit oder Ähnli-
ches) gegeben ist. Das Bundesgericht hat diese Frage zwischenzeitlich in seinem 
Entscheid 5A_923/2014 vom 27. August 2015 (zur Publikation vorgesehen) ge-
klärt. Es kam in Übereinstimmung mit der Lehre zum Schluss, dass für die Allein-
zuteilung der elterlichen Sorge gemäss Art. 298 ff. ZGB nicht dieselben Voraus-
setzungen wie für den gestützt auf Art. 311 ZGB als Kindesschutzmassnahme 
verfügten Entzug des Sorgerechts gelten. Vielmehr könne beispielsweise auch ein 
schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt oder die anhaltende Kommunikations-
unfähigkeit eine Alleinzuteilung des Sorgerechts gebieten, wenn sich der Mangel 
negativ auf das Kindeswohl auswirke und von einer Alleinzuteilung eine Verbesse-
rung erwartet werden könne (Urteil des Bundesgerichts 5A_923/2014 vom 27. Au-
gust 2015 E. 4.6 [zur Publikation vorgesehen]; vgl. auch Ingeborg Schwen-
zer/Michelle Cottier, a.a.O., N 14 zu Art. 298 ZGB sowie N 10 zu Art. 298b ZGB; 
Andreas Bucher, Elterliche Sorge im schweizerischen und internationalen Kontext, 
in: Rumo-Jungo/Fountoulakis [Hrsg.], Familien in Zeiten grenzüberschreitender 
Beziehungen, Zürich 2013, S. 10 f.; Urs Gloor/Jonas Schweighauser, Die Reform 
des Rechts der elterlichen Sorge - eine Würdigung aus praktischer Sicht, in: Fam-
Pra 1/2014, S. 6 f.; Heinz Hausheer/Thomas Geiser/Regina E. Aebi-Müller, a.a.O., 
Rz. 17.88 f. und 17. 168; Wilhelm Felder/Heinz Hausheer/Regina E. Aebi-
Müller/Erica Desch, Gemeinsame elterliche Sorge und Kindeswohl, in: ZBJV 
11/2014, S. 893 f.; Thomas Geiser, Wann ist Alleinsorge anzuordnen und wie ist 
diese zu regeln?, in: ZKE 3/2015, S. 239 f.). Erforderlich sei aber in jedem Fall 
eine Erheblichkeit und Chronizität des Konflikts oder der gestörten Kommunikati-
on. Punktuelle Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten, wie sie in 
allen Familien vorkommen und insbesondere mit einer Trennung oder Scheidung 
einhergehen könnten, dürften angesichts des mit der Gesetzesnovelle klarerweise 
angestrebten Paradigmenwechsels nicht Anlass für eine Alleinzuteilung der elterli-
chen Sorge sein. Bei einem schwerwiegenden, aber singulären Konflikt sei im 
Sinne der Subsidiarität zu prüfen, ob nicht ein richterlicher Entscheid über einzelne 

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Inhalte des Sorgerechts bzw. eine richterliche Alleinzuweisung spezifischer Ent-
scheidungsbefugnisse in den betreffenden Angelegenheiten ausreiche, um Abhilfe 
zu schaffen. Die Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts müsse eine eng be-
grenzte Ausnahme bleiben (Urteil des Bundesgerichts 5A_923/2014 vom 27. Au-
gust 2015 E. 4.7 [zur Publikation vorgesehen]).

d/aa) Vorliegendenfalls kann festgehalten werden, dass beim Vater keine derart 
schwerwiegenden Gründe bestehen, wie sie in Art. 311 ZGB genannt werden, so 
dass die Zuteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge von vornherein ausge-
schlossen erscheinen würde. Die Beschwerdeführerin versucht allerdings, derarti-
ge Gründe vorzubringen. Im Einzelnen macht sie geltend, dass es seitens des 
Vaters am Nachweis verlässlicher Betreuungsverhältnisse mangle. So sei nicht 
einmal rechtsgenüglich nachgewiesen, dass er über eine eigene Wohnung in der 
Schweiz verfüge, in welcher die Besuchskontakte angemessen umgesetzt werden 
könnten. Im Weiteren führt sie an, dass sich sein Lebensmittelpunkt zumindest 
partiell in L.1_____ befinde, wo er auch mit einem Pensum von acht Stunden pro 
Woche als Lehrer tätig sei. Ein Wohnsitz in der Schweiz bestehe nur auf dem Pa-
pier. Es sei weder eine stabile Arbeits- bzw. Wohnsituation noch eine soziale Ver-
netzung des Beschwerdegegners im Z._____ ausgewiesen. Diese Argumente ge-
hen an der Sache vorbei. Die vorgebrachten Einwände betreffen primär die Obhut, 
d.h. die Betreuung des Kindes im Alltag, welche vorliegend unbestrittenermassen 
bei der Mutter liegt. Für die Zuweisung der (gemeinsamen) elterlichen Sorge an 
den nicht obhutsberechtigten Elternteil hingegen sind die Lebensumstände nur 
insoweit massgebend, als dadurch das Wohl des Kindes und seine Entwicklung 
gefährdet werden könnten. Vorliegend ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschwer-
degegner nicht in der Lage sein sollte, seine Verantwortung als Vater wahrzuneh-
men und die prägenden Entscheidungen im Leben von A._____ unter Berücksich-
tigung ihrer Interessen und Bedürfnisse sowie im Hinblick auf ihre optimale Ent-
wicklung und Entfaltung gemeinsam mit der Mutter zu treffen. Eine Teilzeiter-
werbstätigkeit im Ausland schadet ebenso wenig wie der Umstand, dass er bei 
einem Kollegen wohnen und am Wohnort der Tochter nicht stark vernetzt sein soll. 
Was seine partielle Ortsabwesenheit betrifft, so ist nicht einzusehen, weshalb er 
bei Entscheidungen, welche im Rahmen der elterlichen Sorge anstehen, nicht 
auch telefonisch oder per E-Mail kontaktiert werden kann. Zudem weilt der Be-
schwerdegegner offensichtlich sehr regelmässig im Z._____, ansonsten die Be-
suchskontakte mit der Tochter nicht stattfinden könnten. Ebenso können die Kon-
takte offenbar problemlos in der von ihm in O.1_____ bewohnten Wohnung 
durchgeführt werden, was insbesondere die in den Akten befindlichen Fotoauf-

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nahmen zeigen (vgl. ZK1 15 11 act. C.3). Des Weiteren geht die Beschwerdefüh-
rerin beim Beschwerdegegner von Unerfahrenheit aus, da er angeblich über die 
elementarsten Bedürfnisse seiner Tochter nicht Bescheid wisse. Angesichts der 
Tatsache, dass der Beschwerdegegner bereits Vater einer Tochter ist und daher 
Erfahrung in Kinderbelangen sammeln konnte, vermag dies nicht zu überzeugen. 
Auch berichtet weder die KESB noch die Beiständin über eine Unerfahrenheit des 
Vaters im Umgang mit A._____. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, 
dass sich der Beschwerdegegner gemäss eigenen Angaben in psychiatrischer 
Behandlung befinde und aus psychischen Gründen zu 50% krankgeschrieben sei. 
Die Feststellung der KESB, beim Beschwerdegegner sei keine psychische Beein-
trächtigung ersichtlich, welche die Ausübung der elterlichen Sorge nachteilig be-
einflusse, sei nicht aktenmässig abgestützt, worin eine Verletzung der Dokumenta-
tions- und Untersuchungspflicht liege. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass 
auch die Untersuchungspflicht ihre Grenzen findet. Die KESB hat gemäss Art. 446 
Abs. 2 ZGB die erforderlichen Erkundigungen einzuholen und die notwendigen 
Beweise zu erheben. Demnach sind alle notwendigen und geeigneten Abklärun-
gen vorzunehmen, um den rechtlich relevanten Sachverhalt zu ermitteln (Daniel 
Steck, FamKommentar, a.a.O., N 10 zu Art. 446 ZGB). Es erscheint nachvollzieh-
bar, dass sich der Beschwerdegegner freiwillig ärztliche Hilfe gesucht hat, um - 
wie er selbst erklärt - die Besuchsrechtsproblematik zu verarbeiten sowie die Hal-
tung der Mutter zu verstehen und damit besser umgehen zu können. Dass der 
Beschwerdegegner aus psychischen Gründen krankgeschrieben sein soll, wird 
sodann in keiner Weise belegt. Ohne ersichtliche Anhaltspunkte bestand für die 
KESB kein Anlass, ein Gutachten zur Feststellung der, lediglich auf vagen Be-
hauptungen der Beschwerdeführerin beruhenden, psychischen Beeinträchtigung 
des Vaters einzuholen. Darüber hinaus lastet die Beschwerdeführerin dem Be-
schwerdegegner auch Gewaltausübung an, indem es einerseits zu verbalen Dro-
hungen sowie Verunglimpfungen und andererseits zu physischen Übergriffen - er 
habe A._____ die Fingernägel so kurz geschnitten, dass sie blutunterlaufen gewe-
sen seien und diese während mehrerer Tage an feinmotorischen Störungen gelit-
ten habe - gekommen sei. Auch diese Schilderungen gründen einzig auf Behaup-
tungen der Beschwerdeführerin und werden vom Beschwerdegegner klar bestrit-
ten. Die angeblichen Vorfälle stehen im Zusammenhang mit den Auseinanderset-
zungen um das Besuchsrecht, wobei davon auszugehen ist, dass sie im Zustand 
offensichtlicher emotionaler Erregung überinterpretiert worden sind. Jedenfalls 
handelt es sich nicht um Vorgänge, welche einer Erteilung der gemeinsamen elter-
lichen Sorge a priori entgegenstehen würden. Schliesslich weist die Beschwerde-
führerin darauf hin, dass der Beschwerdegegner im Falle ihres Ablebens oder ei-

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ner allfälligen Handlungsunfähigkeit die elterliche Sorge allein ausüben könnte. 
Vor dem Hintergrund, dass faktisch keine tragfähige Beziehung zwischen Vater 
und Tochter bestehe, würde das eine akute Kindeswohlgefährdung bedeuten. Bei 
diesem Einwand handelt es sich lediglich um ein konstruiertes Szenario, wobei - 
für den Fall, dass es denn überhaupt eintreten sollte - entsprechende Massnah-
men zur Verfügung stünden, um einer etwaigen Kindeswohlgefährdung zu begeg-
nen. Ferner sei die Erziehungsfähigkeit des Beschwerdegegners laut der Be-
schwerdeführerin im Grundsatz in Frage zu stellen, wobei sie in diesem Zusam-
menhang einen Besuchskontakt vom Sommer 2014 erwähnt, anlässlich welchem 
sich A._____ auf dem Spielplatz nicht von ihr habe trennen wollen. Ebenso kann 
dem Vater die Erziehungsfähigkeit nicht abgesprochen werden, nur weil A._____ 
anfänglich Mühe bekundet hat, sich von ihrer Mutter als primäre Bezugsperson zu 
lösen. Zudem wird gerade seitens der kjp Graubünden, welche die Mutter beige-
zogen hat, die Erziehungskompetenz beiden Elternteilen zuerkannt (vgl. ZK1 15 
11 act. B.49). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin zielen nach dem Gesagten 
ins Leere.

bb) Zu prüfen bleibt somit, ob der zweifellos bestehende Dauerkonflikt zwischen 
den Eltern betreffend das Besuchs- und Ferienrecht des Vaters vorliegend einen 
Grund für die Beibehaltung der alleinigen Sorge der Mutter darstellt. Die KESB hat 
diese Frage ebenfalls geprüft und ist zur Auffassung gelangt, dass sich aus einer 
Uneinigkeit der Eltern allein noch keine erhebliche Kindeswohlgefährdung ergebe. 
Wie sich die weitere Elternarbeit zwischen Mutter und Vater entwickeln werde, sei 
derzeit noch nicht absehbar. Gewisse Pattsituationen bei Elternkonflikten könnten 
sodann unter bestimmten Voraussetzungen durch die Behörde gelöst werden. Die 
Beschwerdeführerin hält dem entgegen, dass sich die aktenmässig dokumentierte 
Unversöhnlichkeit der Eltern unzweifelhaft auch auf das Kind auswirke. Im Falle 
der Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge seien angesichts der vorhan-
denen Differenzen unmittelbar negative Auswirkungen auf das Kindeswohl zu er-
warten. Bereits die bis anhin geführten zahlreichen Verfahren hätten bei A._____ 
zu exorbitanten Belastungen geführt, weshalb sie seit November 2014 in Behand-
lung bei der kjp Graubünden stehe, in deren Zusammenhang bei ihr eine mittlere 
bis schwere Trennungsangst (ICD-10: F93.0) diagnostiziert worden sei. Durch die 
Einräumung der gemeinsamen elterlichen Sorge werde zusätzliches Konfliktpo-
tenzial geschaffen, wobei voraussehbar sei, dass A._____ Opfer dieser Konfliktsi-
tuation werde und ihre Entwicklung prägend in einem negativen Sinne beeinflusst 
werde. Wenn wie im vorliegenden Fall bereits erstellt sei, dass sich die Eltern 
mangels Kooperationsbereitschaft und- fähigkeit über den grössten Teil der in ih-

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rer beider Verantwortung liegender Fragen nicht einigen könnten, entspreche die 
gemeinsame elterliche Sorge nicht dem Kindeswohl. Zur Verdeutlichung führt die 
Beschwerdeführerin beispielhaft an, der Beschwerdegegner habe sein Gesuch um 
gemeinsame elterliche Sorge ohne Rücksprache instanziiert und die Umsetzung 
der Besuchskontakte sei nur mit Hilfe der Beiständin bzw. einer zusätzlichen Per-
son, welche die Übergaben begleitet habe, möglich gewesen. Sodann sei die Auf-
fassung der KESB, dass unter Berücksichtigung des Kindesalters aktuell keine 
wesentlichen Entscheidungen anstünden, unhaltbar. Des Weiteren wirft die Be-
schwerdeführerin dem Beschwerdegegner vor, den Antrag auf gemeinsame elter-
liche Sorge nur deshalb gestellt zu haben, um ihr Steine in den Weg zu legen, was 
einem Rechtsmissbrauch gleichkäme. In der Replik bringt die Beschwerdeführerin 
vor, dass sich der Dauerkonflikt zwischen den Parteien während des hängigen 
Beschwerdeverfahrens nochmals akzentuiert habe. Der Beschwerdegegner räumt 
zwar seinerseits ebenfalls ein, dass es sich um eine äusserst konfliktträchtige Si-
tuation handle. Er stellt sich indessen auf den Standpunkt, dass dies nicht als Ar-
gument gegen die gemeinsame elterliche Sorge verwendet werden dürfe, zumal 
es die Mutter zu vertreten habe, dass die Eltern nicht miteinander kooperieren 
könnten. Andernfalls hätte es der obhutsberechtigte Elternteil jeweils in der Hand, 
das gemeinsame Sorgerecht zu verhindern. Der Beweggrund des Beschwerde-
gegners liege allein darin, dass er ein Vater mit allen Rechten und Pflichten sein 
möchte und nicht nur ein Zahlvater, der seine Tochter hin und wieder besuchen 
dürfe.

cc) Wie bereits erwähnt ist die gemeinsame elterliche Sorge vorrangig dem 
Kindeswohl verpflichtet. Dieses Ziel wird verfehlt, wenn ein Elternteil die gemein-
same Sorge zu Obstruktionszwecken missbraucht und dazu benutzt, dem andern 
Elternteil das Leben schwer zu machen. Vorliegend ist davon auszugehen, dass 
der Beschwerdegegner sich am Leben seiner Tochter nicht nur im Rahmen des 
Besuchsrechts beteiligen, sondern bezüglich der nicht alltäglichen Fragen mitent-
scheiden möchte. Dies kann ihm nicht zum Vorwurf gemacht bzw. als rechtsmiss-
bräuchlich bezeichnet werden. Wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 4c) soll von der 
gemeinsamen elterlichen Sorge abgesehen werden, wenn ein chronifizierter El-
ternkonflikt das Kindeswohl beeinträchtigt. Liegt ein solch schwerer Konflikt vor, so 
ergibt sich die Kindeswohlgefährdung aus der dysfunktionalen Beziehungsdyna-
mik der Eltern und kann durch die Zuteilung der alleinigen Sorge an einen Eltern-
teil insofern entschärft werden, als dass auch die nicht alltäglichen und nicht dring-
lichen Entscheide durch diesen allein gefällt werden können (Ingeborg Schwen-
zer/Michelle Cottier, a.a.O., N 14 zu Art. 298 ZGB). Gründe, wie ein tiefes Miss-

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verständnis, fortwährende Streitigkeiten und Ähnliches, welche die Beziehung 
zwischen den Eltern unmittelbar zerstören, werden in der Regel ebenfalls vom 
Kindesinteresse erfasst, weil sie notwendigerweise als Reflexwirkung auch das 
Kind betreffen. Die Differenzen können so stark sein, dass es besser erscheint, 
die elterliche Sorge nur einem Elternteil zuzuweisen, um das Kind aus dem Kon-
flikt herauszuhalten (Andreas Bucher, a.a.O., S. 11 und S. 13 mit weiteren Hinwei-
sen). Das Kindeswohl wird bei gemeinsamer Sorge nicht optimal gewährleistet, 
wenn die Eltern zwar je einzeln erziehungsfähig, aber nicht in der Lage sind, ge-
meinsame Entscheidungen zu fällen und sich in grundlegenden Fragen zu eini-
gen, so dass das betroffene Kind letztlich zum Spielball der elterlichen Auseinan-
dersetzungen wird (Wilhelm Felder/Heinz Hausheer/Regina E. Aebi-Müller/Erica 
Desch, a.a.O., S. 897; Heinz Hausheer/Thomas Geiser/Regina E. Aebi-Müller, 
a.a.O., Rz. 17.89). Im Ergebnis bleibt es dabei, dass von der gemeinsamen elterli-
chen Sorge nur abgewichen werden darf, wenn dies im Interesse des Kindes liegt, 
also eine andere Lösung das Wohl des Kindes ausnahmsweise besser wahrt (vgl. 
Botschaft elterliche Sorge, a.a.O., Ziff. 1.3.1, S. 9087 und Ziff. 2.1, S. 9102).

dd) Die in den Akten liegenden Berichte dokumentieren den bestehenden Kon-
flikt um das Besuchsrecht. Vorab ist das Schreiben der Berufsbeistandschaft 
Z._____ vom 9. Januar 2015 zu erwähnen, in welchem der Leiter der Berufsbei-
standschaft ausführt, dass die Zusammenarbeit zwischen der Beiständin und den 
Eltern aufgrund der grossen Differenzen zwischen Letzteren überdurchschnittlich 
viel zeitliche Ressourcen benötigt habe. Er ersuchte die KESB daher um Entlas-
tung der Beiständin und, um der Besuchsrechtsumsetzung eine neue Chance zu 
geben, das Mandat auf eine andere Person zu übertragen (vgl. ZK1 15 19 act. E.1 
160). Sodann geht aus dem Verlaufsbericht der KJBE vom 12. Januar 2015 be-
treffend die begleiteten Besuche im Zeitraum von Oktober 2014 bis Januar 2015 
hervor, dass es den Anschein habe, die Kindsmutter wolle das Besuchsrecht aus 
Sorge um ihre Tochter verhindern, obschon sich diese beim Vater wohl fühle und 
er einen liebevollen Umgang mit ihr pflege. Seitens der Begleiterin wurde der Ein-
druck erweckt, dass die Mutter kein Interesse daran habe, Vater und Tochter rei-
bungslose Besuche zu ermöglichen. Nach den Besuchen würde sie in ihren zahl-
reichen E-Mails jeweils diverse Vorwürfe gegen den Vater und die Begleiterin er-
heben. Die Mutter traue dem Vater die Betreuung nicht zu und bekunde grosse 
Mühe, ihre Tochter loszulassen, obschon beim Vater im Umgang mit A._____ kei-
ne Mängel festgestellt werden könnten, welche das Verhalten der Mutter erklären 
würden (vgl. ZK1 15 11 act. E.2 27 bzw. ZK1 15 19 act. E.1 140). Dem Bericht der 
kjp Graubünden vom 27. Januar 2015 lässt sich entnehmen, dass A._____ mit der 

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derzeitigen Besuchssituation überfordert sei, zumal sie einem massiven Interes-
sengemenge ausgesetzt sei. Angesichts des Getrenntlebens der Eltern könne sich 
das Kind bei einem Zugehen auf den Vater nicht der wohlwollenden Zustimmung 
der Mutter rückversichern, womit die Reaktion einer tiefgreifenden Bindungs- und 
Trennungsangst einhergehe. Deshalb werde ein behutsames Vorgehen empfoh-
len (vgl. ZK1 15 11 act. E.2 28 bzw. ZK1 15 19 act. E.1 145). Anzumerken ist, 
dass in diesem Bericht keine Diagnose nach ICD-10 gestellt wurde. Eine solche 
wurde erst auf Drängen der Mutter durch den behandelnden Psychologen abge-
geben und zwar lediglich per SMS (vgl. ZK1 15 11 act. B.31, emotionale Störung 
mit Trennungsangst [ICD-10 F93.0]), ohne dass sie in einen Bericht der kjp Ein-
gang gefunden hat. Jedenfalls wird diese Bindungs- und Trennungsangst von der 
Beschwerdeführerin in ihren Rechtsschriften mehrfach hervorgehoben und als 
schwerwiegende Erkrankung bezeichnet. Gemäss ihrer Darstellung (vgl. Be-
schwerde IX. Ziff. 3.4) beziehe sich die Angst von A._____ auf den Vater, was in-
des in den Akten keine Stütze findet. Dass A._____ unter der Situation leidet, ist 
durchaus verständlich, da sie die Spannungen zwischen den Eltern anlässlich der 
Ausübung der Besuche beim Vater spürt und sich in einer Zwangslage befindet - 
einerseits geht sie gerne zum Vater und fühlt sich bei diesem wohl, andererseits 
nimmt sie jedoch die Missbilligung der Mutter wahr. Solche auftretenden Loya-
litätskonflikte sind bis zu einem gewissen Grad als dem Besuchsrecht inhärente 
Erscheinung hinzunehmen, zumal die positiven Aspekte regelmässiger Besuche 
beim anderen Elternteil die negativen Aspekte der anfänglichen Beunruhigungen 
und möglichen Belastungen überwiegen (BGE 131 III 209 E. 5 und 130 III 585 
E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). Ebenso weist die kjp Graubünden in ihrem 
Schreiben vom 9. April 2015 darauf hin, dass eine kontinuierliche Weiterführung 
der Besuche beim Vater aus entwicklungspsychologischer Sicht von A._____ not-
wendig sei und eine Unterbrechung der bisherigen Kontinuität die Trennungs-
angstsymptome verstärken könnte (vgl. ZK1 15 19 act. C.8), womit im Umkehr-
schluss die Trennungsangst durch regelmässige Besuche mutmasslich gemildert 
wird. Schliesslich gibt die kjp in ihrem Bericht vom 8. Oktober 2015 zuhanden der 
KESB die Empfehlung ab, dass in Bezug auf die Besuchskontakte weiterhin ein 
kleinschrittiges, der aktuellen Belastbarkeit von A._____ angepasstes, aber steti-
ges Vorgehen angezeigt sei und die Übergaben weiterhin von einer Drittperson 
begleitet werden sollen (vgl. ZK1 15 19 act. B.57). Zusammenfassend lässt sich 
festhalten, dass nach wie vor Differenzen zwischen den Eltern bestehen und sich 
die Besuchsrechtsausübung noch immer schwierig gestaltet, aber zumindest 
mehrheitlich regelmässige Kontakte - wenn auch noch ohne Übernachtungen und 
Ferien - zwischen Vater und Tochter stattfinden. Entsprechend erhielt der Vorsit-

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zende der I. Zivilkammer anlässlich eines Telefonats mit dem Leiter der KESB En-
gadin/Südtäler am 20. Oktober 2015 die Auskunft, dass in den letzten Monaten 
sechs bis sieben regelmässige Besuchskontakte von je rund acht Stunden hätten 
durchgeführt werden können. Die Übergaben und Übernahmen von A._____ seien 
jeweils begleitet gewesen, wobei die Übergaben durch die Mutter an die Begleit-
person relativ problemlos abgelaufen seien. Der Vater zeige sich sehr erfreut über 
den Besuchsverlauf, während die Mutter gegenüber der KESB immer noch gewis-
se Vorbehalte äussere, sich allerdings aufgrund der nach Art. 292 StGB angedroh-
ten Straffolgen zurückhalte. Damit lässt sich zumindest eine erste positive, wenn 
auch noch nicht gefestigte Entwicklung, feststellen.

ee) Die Tatsache, dass in Bezug auf das Besuchsrecht ein anhaltender Eltern-
konflikt vorliegt, führt mithin noch nicht zur Anordnung der Alleinsorge. Vielmehr ist 
im Einzelfall zu prüfen, ob das Kindeswohl die Übertragung der elterlichen Sorge 
an einen Elternteil gebietet und der Konflikt dadurch entschärft werden kann. Die 
Beschwerdeführerin verweist in ihrem eingereichten Schreiben vom 1. September 
2015 auf die Medienmitteilung des Bundesgerichts zum vorerwähnten Entscheid 
(5A_923/2014 vom 27. August 2015 [zur Publikation vorgesehen]), welcher den 
Massstab für eine Alleinzuteilung der elterlichen Sorge konkretisiert. In diesem 
Entscheid ging es zwar ebenfalls um nicht verheiratete Eltern mit einer etwa 
gleichaltrigen Tochter. Indessen lebten die Eltern anfänglich in demselben Haus-
halt und einigten sich in einer Vereinbarung, welche von der Vormundschafts-
behörde genehmigt wurde, auf die gemeinsame Ausübung der elterlichen Sorge. 
Im Zuge der Trennung wurde die gemeinsame elterliche Sorge wegen fehlender 
Kooperationsfähigkeit und Kommunikationsschwierigkeiten aufgehoben und die 
alleinige elterliche Sorge bei der Mutter belassen. Die Spannungen bezogen sich 
auf alle möglichen Lebensbereiche des nunmehr getrennten Paars, namentlich auf 
das berufliche Engagement des ehemaligen Partners, die Vernachlässigung von 
Unterhaltspflichten, den wiederholten Wohnorts- und Partnerschaftswechsel, die 
Taufe der Tochter, das Stechen von Ohrlöchern, das Veröffentlichen von Bildern 
auf Facebook sowie diverse Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit Ferienauf-
enthalten. Das Bundesgericht geht in diesem Leitentscheid von einem Konflikt mit 
Ausnahmecharakter aus, der sich über die Jahre zunehmend verhärtet hat. Die 
permanente Uneinigkeit der Eltern in sämtlichen Lebensbelangen der Tochter ha-
be bei dieser zu einem zunehmenden Loyalitätskonflikt und zu Verunsicherung 
geführt und das Kindeswohl konkret beeinträchtigt (vgl. Medienmitteilung vom 
27. August 2015, ZK1 15 11 act. D.24). Ein umfassender und schwerwiegender 
Dauerkonflikt bzw. eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit der Eltern kann 

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damit die Verweigerung der gemeinsamen elterlichen Sorge rechtfertigen, sofern 
sich dies negativ auf das Kindeswohl auswirkt und von einer Alleinzuteilung eine 
Verbesserung erwartet werden kann. Entsprechend hat auch das Zürcher Oberge-
richt, welches beim besagten Entscheids als Vorinstanz auftrat, festgehalten, dass 
ein Dauerkonflikt nur in Ausnahmefällen die Zuteilung der Alleinsorge rechtfertige 
und zwar dann, wenn die Regelung der Betreuung des Kindes (Betreuungsanteile 
der Eltern bzw. Obhut und persönlicher Verkehr) nicht ausreiche, um dem Konflikt 
zu begegnen, und die Alleinsorge den Dauerkonflikt tatsächlich aufhebe oder zu 
mildern vermöge. Könnten sich die Eltern im Fall gemeinsamer elterlicher Sorge 
bei gemeinsam zu fällenden Entscheidungen nicht einigen, liesse sich allenfalls 
durch Kindesschutzmassnahmen nach Art. 307 ff. ZGB rasch eine Lösung her-
beiführen (Beschluss und Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons 
Zürich PQ140022-O/U vom 15. Oktober 2014 E. 3.2). Bezieht sich der Konflikt 
isoliert nur auf eine spezifische Angelegenheit, so weist der Entscheid des Bun-
desgerichts in die Richtung, dass allenfalls durch richterlichen Entscheid oder Al-
leinzuweisung spezifischer Entscheidungsbefugnisse Abhilfe geschafft werden 
kann, ohne dass die gemeinsame elterliche Sorge verweigert werden muss. Prüft 
man im vorliegenden Fall die umfangreichen Akten der KESB, so ergibt sich dar-
aus, dass sich die Konfliktsituation zwischen den Eltern in erster Linie auf das dem 
Vater zustehende Besuchs- und Ferienrecht bezieht. Wie sich auch dem Ent-
scheid des Kantonsgerichts vom 18. November 2014 entnehmen lässt (vgl. Ent-
scheid der I. Zivilkammer ZK1 14 82/84 insbes. E. 4c), geht es im Grundsatz dar-
um, dass die Mutter das Besuchsrecht einschränken, wenn nicht gar gänzlich un-
terbinden will, während der Vater sein Recht auf persönlichen Verkehr einfordert. 
Daraus ergeben sich Streitigkeiten und Vorwürfe aller Art. Es lässt sich indessen 
nicht zweifelsfrei schliessen, dass sich der Konflikt auch auf andere, für die Ent-
wicklung von A._____ wichtige Entscheidungen überträgt, welche die Eltern im 
Rahmen der gemeinsamen elterlichen Sorge zu fällen hätten. Entsprechend kann 
nicht gesagt werden, dass das Funktionieren der gemeinsamen elterlichen Sorge 
im gelebten Alltag ausgeschlossen ist. Sodann würde dem nicht sorgeberechtigten 
Elternteil auch bei Beibehaltung der alleinigen elterlichen Sorge weiterhin das übli-
che Besuchsrecht zustehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_923/2014 vom 
27. August 2015 E. 4.5 [zur Publikation vorgesehen]; Wilhelm Felder/Heinz Haus-
heer/Regina E. Aebi-Müller/Erica Desch, a.a.O., S. 902). Da sich die Kontroverse 
zwischen den Eltern vorliegend primär auf die Ausübung des Besuchs- und Feri-
enrecht bezieht, vermag die Anordnung bzw. Beibehaltung der alleinigen Sorge 
der Mutter den Konflikt auch nicht zu entschärfen. Es fehlt mithin an der erforderli-
chen Kausalität (vgl. dazu auch Entscheid des Berner Obergerichts vom 17. Sep-

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tember 2014, publiziert in CAN 2/2015 Nr. 25 E. 3). Das Kindeswohl gebietet es 
nach Auffassung des Kantonsgerichts damit nicht, die Alleinsorge bei der Mutter 
zu belassen. Auch wenn die Kooperationsbereitschaft bis anhin - insbesondere 
was das Besuchsrecht angeht - nur sehr beschränkt vorhanden war, darf von den 
Eltern erwartet werden, dass sie in Kindesangelegenheiten im Interesse von 
A._____ künftig in einem Mindestmass zusammenwirken. Die gemeinsame Sorge 
sollte die Eltern dazu motivieren, ihre Kooperationsfähigkeit zu verbessern, um der 
Tochter eine ruhige und gedeihliche Entwicklung zu ermöglichen (vgl. Entscheid 
des Berner Obergerichts vom 17. September 2014, publiziert in CAN 2/2015 
Nr. 25 E. 5). Es sollte den Eltern, welchen das Wohl von A._____ am Herzen liegt 
und die beide Verantwortung für sie übernehmen wollen, möglich sein, wichtige 
Entscheidungen für ihre Tochter im Sinne des Kindeswohls in vernünftiger Art und 
Weise zu beurteilen und zu einer gemeinsamen, tragfähigen Lösung zu kommen, 
ohne dass jedes Mal die zuständige Behörde angerufen werden muss. Zudem 
dürften sich die im Rahmen der elterlichen Sorge zu treffenden Entscheidungen in 
einem überschaubaren Bereich bewegen. Das Besuchs- und Ferienrecht des Va-
ters ist wie dargelegt gerichtlich festgelegt worden. Derzeit bestehen wohl unbe-
strittenermassen noch Probleme bei der Umsetzung dieses Rechts, was sich ins-
besondere anhand des Vorfalls vom 4. April 2015 zeigt, als die Übergabe von 
A._____ nicht durch die Begleitperson vorgenommen werden konnte, sondern 
durch die Mutter erfolgte und sich die Eltern dabei in einen Streit verwickelten und 
im Nachgang gegenseitig heftige Vorwürfe erhoben (vgl. vorstehend Sachverhalt 
I.). Nichtsdestotrotz darf davon ausgegangen werden, dass sich diese Konfliktsi-
tuation mit zunehmendem Alter von A._____ und mithilfe von professioneller Un-
terstützung mildern wird. Gerade die seitens der KESB in die Wege geleitete inter-
ventionsorientierte Begutachtung bietet eine Chance für die Eltern, ihre Differen-
zen anzugehen und auszuräumen. Denn bei einem solchen Begutachtungspro-
zess werden sie ebenfalls eingebunden, zumal Diagnostik, Beratung und Interven-
tion im Sinne eines mediativen Vorgehens miteinander verknüpft werden. Es han-
delt sich um eine Art Kombination von Begutachtung und Pflichtmediation. Ziel des 
interventionsorientierten Gutachtens ist die Erarbeitung eines kindesorientierten 
Konsenses zwischen den relevanten Akteuren im Familiensystem unter Einbezie-
hung des Kindes. Ein interventionsorientiertes Gutachten eignet sich gerade bei 
ausgesprochen hartnäckigen Besuchs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten, sowie auch 
in Fällen, in welchen bereits verschiedene Strategien erfolglos waren (vgl. Liselot-
te Staub, Interventionsorientierte Gutachten als Handlungsalternative bei hochkon-
fliktigen Trennungs-/Scheidungsfamilien, in: ZKE 1/2010, S. 37 f. und S. 46; Daniel 
Rosch, Bedeutung und Standards von sozialarbeiterischen Gutachten bzw. gut-

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achtlichen Stellungnahmen in kindes[schutz]rechtlichen Verfahren, in: AJP 2/2012, 
S. 178 f.). Ferner weist der Beschwerdegegner zu Recht darauf hin, dass es stos-
send erscheinen würde, wenn durch eine konsequente Kooperationsverweigerung 
in Bezug auf die Ausübung des persönlichen Verkehrs die Alleinsorge erzwungen 
werden könnte. Gerade wenn ein Elternteil den Kontakt des Kindes zum anderen 
Elternteil boykottiert, gilt es sorgfältig zu prüfen, ob der Entscheid über die elterli-
che Sorge dadurch nicht in die Hände des kooperationsunwilligen Elternteils ge-
legt und die Verweigerungshaltung letztlich „belohnt“ wird (Wilhelm Felder/Heinz 
Hausheer/Regina E. Aebi-Müller/Erica Desch, a.a.O., S. 899). Da das Kantonsge-
richt im vorliegenden Fall nach eingehender Prüfung zum Schluss gelangt, dass 
das Kindeswohl durch die alleinige Sorge der Mutter nicht besser gewahrt wird 
und eine solche auch nicht zur Konfliktentschärfung beiträgt, ist in Bestätigung des 
Entscheids der KESB Engadin/Südtäler vom 17. Dezember 2014 auf die gemein-
same elterliche Sorge zu erkennen.

ff) Ergänzend ist anzumerken, dass es der Gesetzgeber abgelehnt hat, ein 
spezifisches Verfahren für die Lösung von allfälligen Konflikten bei der Ausübung 
der elterlichen Sorge einzurichten. Ein behördliches oder gerichtliches Eingreifen 
ist nur möglich, wenn die Uneinigkeit bzw. der Elternkonflikt das Kindeswohl ge-
fährdet, womit die Massnahmen des Kindesschutzes nach Art. 307 ff. ZGB zur 
Verfügung stehen. Als denkbare Massnahmen sind dabei etwa die Anordnung 
einer Beratung oder Pflichtmediation, die Erteilung einer Weisung, die Einsetzung 
einer Beistandsperson oder die punktuelle Übertragung der Alleinentscheidungs-
befugnis zu nennen. Die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge fällt erst als  
ultima ratio in Betracht und wäre im Rahmen eines Abänderungsverfahrens 
gemäss Art. 298d Abs. 1 ZGB zu verfügen (vgl. Ingeborg Schwenzer/Michelle Cot-
tier, a.a.O., N 3g f. zu Art. 301 ZGB; Heinz Hausheer/Thomas Geiser/Regina E. 
Aebi-Müller, a.a.O., Rz. 17.126 ff.).

e) Von den Parteien unbestritten ist, dass im Zusammenhang mit der Erteilung 
der gemeinsamen elterlichen Sorge auch darüber zu befinden ist, welchem Eltern-
teil die Erziehungsgutschriften bei der AHV anzurechnen sind (vgl. Art. 29sexies des 
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 
831.10] und Art. 52fbis Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenen-
versicherung [AHVV; SR 831.101]). Die KESB Engadin/Südtäler hat dies in ihrem 
Entscheid vom 17. Dezember 2014 wohl versehentlich unterlassen. Die Be-
schwerdeführerin stellt - für den Fall der Bestätigung der gemeinsamen elterlichen 
Sorge - den Antrag, dass die Betreuungsgutschriften ausschliesslich ihr zuzuspre-
chen seien. Der Beschwerdegegner räumt in seiner Beschwerdeantwort ein, dass 

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darüber noch ein Entscheid ausstehend sei (vgl. Beschwerdeantwort II. Ziff. 19). 
Dabei wehrt er sich nicht explizit gegen den Antrag der Mutter um alleinige An-
rechnung der Erziehungsgutschriften. Gemäss Art. 52fbis Abs. 2 AHVV rechnet das 
Gericht oder die Kindesschutzbehörde jenem Elternteil, der das gemeinsame Kind 
zum überwiegenden Teil betreut, die ganze Erziehungsgutschrift an. Wird das 
Kind von beiden Eltern zu gleichen Teilen betreut, ist die Gutschrift hälftig aufzutei-
len. Es gilt mithin insbesondere zu berücksichtigen, welcher Elternteil seine Er-
werbstätigkeit im Hinblick auf die Betreuung des Kindes stärker einschränkt. 
Demjenigen Elternteil, der voraussichtlich den überwiegenden Teil der Betreu-
ungsleistung erbringt, ist die gesamte Erziehungsgutschrift anzurechnen (vgl. 
Merkblatt Erziehungsgutschriften der AHV, gültig ab 1. Januar 2015, unter <htt-
ps://www.ahv-iv.ch/p/1.07.d>; Thomas Geiser, Umsetzung der gemeinsamen el-
terlichen Sorge durch die Gerichte, in AJP 8/2015, S. 1106). Angesichts der vor-
liegenden Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge, bei welcher die Mut-
ter die Obhut ausübt und damit die überwiegende Betreuung übernimmt (vgl. vor-
stehend E. 3b), ist es ohne Weiteres gerechtfertigt, ihr die Erziehungsgutschriften 
vollumfänglich zuzusprechen. Der Entscheid der KESB ist somit in diesem Sinne 
zu ergänzen.

5.a) Im Weiteren werden von der Beschwerdeführerin die Anordnungen der 
KESB Engadin/Südtäler betreffend die „Festlegung des persönlichen Verkehrs“ 
vom 29. Januar 2015 angefochten. Wie erwähnt ist über das Besuchsrecht bereits 
richterlich entschieden worden, so dass es für die KESB - abgesehen von der 
Vollstreckung des persönlichen Verkehrs - nichts mehr zu regeln gab. Das Kan-
tonsgericht bestätigte am 9. Oktober 2012 (ZK1 12 27) den Entscheid des Be-
zirksgerichts Maloja vom 14. März 2012, wonach der Vater A._____ jeweils am 
ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie 
jeden Donnerstagnachmittag während mindestens drei Stunden besuchen sowie 
je eine Woche im Sommer, im Herbst und im Frühling zuzüglich die Tage von 
Gründonnerstag bis Ostermontag zu sich in die Ferien nehmen darf. Ab dem 
sechsten Altersjahr von A._____ soll das Besuchsrecht auf das erste und dritte 
Wochenende jedes Monats von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 19.00 
Uhr sowie zwei Wochen Ferien im Sommer und je wahlweise eine Woche Ferien 
im Frühling oder Herbst erweitert werden. Mit Entscheid vom 22. Mai 2014 änderte 
die KESB Engadin/Südtäler die Besuchsrechtsregelung auf Gesuch der Mutter hin 
in verschiedenen Punkten ab und schloss Übernachtungen beim Vater explizit 
aus. Eine von diesem dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht 
am 18. November 2014 teilweise gut (ZK1 14 82/84), hob die von der KESB an-

https://www.ahv-iv.ch/p/1.07.d
https://www.ahv-iv.ch/p/1.07.d

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geordneten Änderungen auf und erkannte, dass die mit Entscheid des Bezirksge-
richts Maloja vom 14. März 2012 getroffene und mit Urteil des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 9. Oktober 2012 bestätigte Besuchsrechtsregelung weiter-
hin Gültigkeit behalte. Gleichzeitig brachte das Kantonsgericht zum Ausdruck, 
dass das Besuchsrecht nicht abrupt, sondern behutsam umzusetzen sei. Dies gel-
te insbesondere für das Ferienrecht und die damit verbundenen Übernachtungen 
beim Vater. So sei etwa eine erste Übernachtung versuchsweise im Rahmen ei-
nes Wochenendbesuchs durchzuführen (vgl. E. 4b/cc). Die Beiständin habe die 
Besuchskontakte zu überwachen, bei der Organisation der Termine mitzuwirken 
und diese im Streitfall festzulegen. Von einer Begleitung der Besuche sei abzuse-
hen; die KESB habe lediglich zu prüfen, ob die Übergaben durch eine Fachperson 
begleitet werden sollten (vgl. E. 4b/dd). Dieses Urteil ist unangefochten in Rechts-
kraft erwachsen.

b/aa) Am 29. Januar 2015 hat die KESB Engadin/Südtäler den Eltern von 
A._____ unter dem Titel „Festlegung des persönlichen Verkehrs“ ein Schreiben 
mit Anhang zugestellt. Darin nahm sie Bezug auf das rechtskräftige Urteil des 
Kantonsgerichts vom 18. November 2014, in welchem wie dargelegt auf eine be-
hutsame, stufenweise Umsetzung des Besuchsrechts erkannt worden ist. Sodann 
legte die KESB „gestützt auf die eingangs erwähnten Grundlagen“ ab dem 1. Fe-
bruar 2015 einen Zeitplan für die Ausübung des Besuchsrechts und die näheren 
Modalitäten fest, wobei ab dem 1. April 2015 an den Besuchswochenenden auch 
Übernachtungen beim Vater vorgesehen wurden. Des Weiteren hielt die Behörde 
fest, dass die Begleitung der Übergaben ab dem 1. Februar 2015 schrittweise ab-
zubauen und darauf spätestens nach Auswertung der ersten gemeinsamen Feri-
enwoche, welche im Sommer 2015 stattfinden solle, ganz zu verzichten sei. Ab 
dem 1. September 2015 seien die Termine sodann von der Beistandsperson halb-
jährlich (Periode A, dauernd vom 1. März bis 31. August, und Periode B, dauernd 
vom 1. September bis zum 28. Februar) verbindlich festzulegen, wobei die Eltern 
jeweils in die Terminplanung einbezogen und ihnen die Terminvorschläge zur Stel-
lungnahme zugestellt würden.

bb) Hiergegen erhob die Mutter am 9. Februar 2015 Beschwerde an das Kan-
tonsgericht und beantragte die Nichtigerklärung, eventualiter die Aufhebung der 
Anordnungen der KESB und ersuchte insbesondere um Beizug der kjp Graubün-
den für die Umsetzung des Besuchsrechts (vgl. vorstehend Sachverhalt H.2.). In 
der Begründung wird ausgeführt, die Anordnungen der KESB gingen weit über 
reine Vollstreckungsmassnahmen gemäss Art. 450g ZGB hinaus. Zudem seien sie 
unter qualifizierter Verletzung des rechtlichen Gehörs zustande gekommen. Es sei 

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unverständlich, dass die KESB „im stillen Kämmerlein“ Besuchsmodalitäten defi-
niere, die sich teilweise nicht an die gerichtlich festgesetzten Rahmenbedingungen 
des persönlichen Verkehrs halten würden, ohne dass den Eltern überhaupt die 
Möglichkeit eingeräumt worden sei, sich hierzu vorgängig sachbezogen zu äus-
sern. Der KESB sei überdies eine schwerwiegende Verletzung der Untersu-
chungspflicht vorzuwerfen, da sie vor dem Hintergrund des Schreibens der kjp 
Graubünden vom 27. Januar 2015 keine Erkundigungen und Empfehlungen bei 
den Ärzten der kjp eingeholt habe. Der Entscheid der KESB sei daher bereits aus 
verfahrensrechtlichen Gründen aufzuheben. Im Weiteren wird zum Ausdruck ge-
bracht, A._____ sei mit einer Besuchsrechtsumsetzung, wie sie von der KESB 
festgelegt worden sei, überfordert. Die KESB habe dem Beschwerdegegner mit 
Wirkung ab dem 1. April 2015 und damit bevor A._____ das sechste Altersjahr 
erreicht habe dauerhaft ein erweitertes Besuchsrecht mit Übernachtungen ein-
geräumt, was einen Eingriff in die rechtskräftige gerichtliche Beurteilung darstelle. 
Gleichermassen verhalte es sich mit der Ausweitung des Besuchsrechts auf die 
Osterfeiertage, welche dem Vater gemäss richterlichem Entscheid auch erst ab 
dem sechsten Altersjahr zustehe. Der Beschwerdegegner hält demgegenüber 
fest, dass die KESB Engadin/Südtäler lediglich das von den Gerichten festgelegte 
Besuchs- und Ferienrecht konkretisiert und keine Ausweitung desselben vorge-
nommen habe.

cc) Wie dargelegt (vgl. vorstehend E. 2b) vollstreckt die Erwachsenenschutz-
behörde bzw. - aufgrund der Verweisung in Art. 314 Abs. 1 ZGB - die Kindes-
schutzbehörde gemäss Art. 450g ZGB Entscheide auf Antrag oder von Amtes we-
gen und ordnet mit einer Vollstreckungsverfügung die erforderlichen Massnahmen 
an. Dem von der KESB Engadin/Südtäler aufgesetzten Schreiben mit vollstre-
ckungsrechtlichem Inhalt vom 29. Januar 2015 fehlen formell wichtige Elemente 
einer Verfügung. Zum einen geht daraus nicht hervor, in welcher Komposition sie 
erlassen wurde. Zum anderen ist nur das Begleitschreiben, nicht aber die Verfü-
gung selbst unterzeichnet und es mangelt an einer Rechtsmittelbelehrung. Dass 
die Anordnung nicht als Verfügung bezeichnet und mit keiner Rechtsmittelbeleh-
rung versehen worden ist, ist letztlich unbeachtlich, da die Beschwerdeführerin 
offensichtlich ungeachtet dessen in der Lage war, das gerichtliche Verfahren zur 
Überprüfung der Vollstreckungsmassnahmen einzuleiten. Die Vorinstanz ist in-
dessen darauf hinzuweisen, dass solche Anordnungen künftig in Form einer Ver-
fügung sowie in ordentlicher Besetzung (vgl. dazu sogleich E. 5b/dd) zu erlassen 
sind.

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dd) Die Beschwerdeführerin moniert, dass die Vollstreckungsmassnahmen un-
ter Verletzung ihres rechtlichen Gehörs angeordnet worden seien. Gemäss herr-
schender Lehre ist den von der Vollstreckung betroffenen Personen vor Erlass der 
Verfügung das rechtliche Gehör zu gewähren, wobei Art. 446 - 449b ZGB sowie - 
gestützt auf Art. 450f ZGB, soweit die Kantone nichts anderes vorsehen - sinn-
gemäss die Bestimmungen von Art. 335 ff. ZPO anwendbar sind (Kurt Affolter, 
a.a.O., N 61 zu Art. 450g ZGB; Daniel Steck, FamKommentar, a.a.O., N 8 zu 
Art. 450g ZGB; derselbe, Erwachsenenschutzrecht, a.a.O., N 3g zu Art. 450g 
ZGB). Den Parteien ist somit eine Frist zur Stellungnahme zu den gepla