# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcec1927-07f3-57a1-9d76-4ad631484b68
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.05.2018 S 2017 82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-82_2018-05-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 82

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Meisser
Richter von Salis, Audétat 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 22. Mai 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG (Einstellung IV-Rente)

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1. A._____ erlitt am 22. August 1992 bei der Tätigkeit als Degustantin für die 

B._____ einen Arbeitsunfall. Beim Verschieben eines Degustations-

gerätes war sie einem Stromdurchfluss von beiden Händen zu den Füs-

sen ausgesetzt. Nachdem sie von einer Person in der Nähe vom Gerät 

weggerissen werden konnte, stürzte sie auf die Strasse und war kurz be-

wusstlos. In der Folge entwickelten sich chronische Schmerzen am gan-

zen Körper mit Schwerpunkt am Kopf und im Bereich des Nackens.

2. Am 2. März 1994 meldete sich A._____ bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an. Mit 

Verfügung vom 21. Dezember 1994 übernahm die IV-Stelle die Kosten für 

die Umschulung zur diplomierten Gesundheitsberaterin. A._____ absol-

vierte die Ausbildung von Herbst 1994 bis Herbst 1995 erfolgreich, konnte 

in der Tätigkeit als Gesundheitsberaterin in der Folge jedoch nicht Fuss 

fassen.

3. Am 27. Oktober 1999 meldete sich A._____ bei der IV-Stelle zum Bezug 

einer Rente an. Dabei gab sie an, seit dem 9. Juni 1999 zu 100 % ar-

beitsunfähig zu sein. Mit Verfügung vom 16. Mai 2003 wurde ihr für den 

Zeitraum vom 1. Juni 2000 bis zum 30. Juni 2002 – bei einem Invali-

ditätsgrad von 86 % – eine ganze und ab dem 1. Juli 2002 – bei einem 

Invaliditätsgrad von 62 % – sodann eine halbe IV-Rente zugesprochen. 

Dabei ging die IV-Stelle davon aus, dass A._____ im Gesundheitsfalle zu 

80 % berufstätig und zu 20 % im Haushalt tätig wäre.

4 Mit Verfügung vom 25. Februar 2005 sprach die IV-Stelle A._____ infolge 

der 4. IV-Revision mit Wirkung ab dem 1. Januar 2004 bei unverändertem 

Invaliditätsgrad von 62 % eine Dreiviertelsrente zu.

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5. Infolge der 6. IV-Revision wurde am 5. November 2012 ein Rentenrevi-

sionsverfahren eingeleitet. Im Auftrag der IV-Stelle wurde A._____ am 23. 

April 2013 im Ärztlichen Begutachtungsinstitut (ABI), Basel, allgemein-

internistisch, orthopädisch, psychiatrisch und neurologisch untersucht. Im 

ABI-Gutachten vom 22. Mai 2013 wurde ihr für die angestammte Tätigkeit 

im Service und als Degustantin sowie für andere körperlich leichte bis mit-

telschwere Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % 

spätestens ab April 2013 attestiert. Für Arbeiten im Haushalt wurden kei-

ne relevanten Einschränkungen festgestellt.

6. Nach einer persönlichen Besprechung am 27. August 2013 stellte die IV-

Stelle mit Vorbescheid vom 5. September 2013 die Aufhebung der Rente 

in Aussicht. Den vorliegenden medizinischen Unterlagen seien nämlich 

keine objektivierbaren anatomischen Befunde zu entnehmen, welche aus 

versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit be-

gründen würden.

7. In ihrem Einwand vom 26. September 2013 kritisierte A._____ das ABI-

Gutachten als nicht plausibel, was auch der beigelegte Bericht des be-

handelnden Arztes, Dr. med. C._____, vom 7. September 2013 bestätige. 

Aus diesem Grunde sei – unter Einbezug des Berichtes von 

Dr. med. C._____ – über die Arbeitsfähigkeit nochmals zu befinden und 

die Rentenaufhebung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG zu prüfen.

8. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbe-

scheid fest und hob die IV-Rente per Ende November 2013 auf. Mit Ver-

fügung vom selben Tag begründete die IV-Stelle auf Basis der Schluss-

bestimmungen zur 6. IV-Revision den Anspruch auf Weiterausrichtung 

der Dreiviertelsrente ab dem 1. Dezember 2013 längstens bis zum 30. 

November 2015 für den Fall, dass Massnahmen zur Wiedereingliederung 

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durchgeführt werden. Die rentenaufhebende Verfügung hob das Verwal-

tungsgericht in Gutheissung der dagegen von A._____ erhobenen Be-

schwerde mit Urteil S 13 142 vom 23. Dezember 2015 auf. Die Sache 

wurde an die IV-Stelle zur weiteren medizinischen Abklärung und Neu-

entscheidung zurückgewiesen. Das Verwaltungsgericht hielt zunächst 

fest, dass die IV-Stelle zu Recht ein Revisionsverfahren gestützt auf lit. a 

Abs. 1 SchlB IVG eingeleitet habe. Indessen erachtete es als geboten, die 

unter der vormaligen Rechtsprechung (Foerster-Kriterien) geprüfte Ange-

legenheit zwecks Beurteilung nach der neuen bundesgerichtlichen Recht-

sprechung (BGE 141 V 281) an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-

sen. Es führte weiter aus, dass Im Rahmen der Neubeurteilung das 

Hauptaugenmerk auf die Diagnosestellung zu richten sei. Überdies werde 

die IV-Stelle auch die vom behandelnden Psychiater, Dr. med. D._____, 

aufgeworfene Frage abzuklären zu haben, ob ein direkter Zusammen-

hang zwischen dem vorliegenden Schmerzsyndrom und dem Stromunfall 

aus dem Jahre 1992 ausreichend abgeklärt resp. zu Recht verneint wor-

den sei. 

9. In der Folge erstattete die SMAB AG, St. Gallen, am 15. September 2016 

der IV-Stelle ein bidisziplinäres (psychiatrisches und neurologisches) 

Gutachten. Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden 

keine gestellt und A._____ wurde eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen sowie in einer adaptierten Tätigkeit attestiert.

10. Gegen den Vorbescheid vom 6. Oktober 2016, die IV-Rente einzustellen, 

erhob A._____ am 10. November 2016 Einwand mit dem Antrag auf 

Durchführung zusätzlicher rheumatologischer Abklärungen. Am 9. Januar 

2017 reichte Dr. med. C._____ eine Stellungnahme zum Gutachten der 

SMAB AG vom 15. September 2016 ein. Den Antrag auf Durchführung 

zusätzlicher rheumatologischer Abklärungen wies die IV-Stelle am 15. 

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Februar 2017 ab. In der Ergänzung zum Einwand vom 8. März 2017 be-

stritt A._____, dass das SMAB-Gutachten eine genügende Grundlage bil-

de. Sie beharrte auf der Erforderlichkeit rheumatologischer Abklärungen 

und wies auf die von Dr. med. C._____ geäusserte Kritik gegen das 

SMAB-Gutachten hin. Mit Verfügung vom 1. Mai 2017 hob die IV-Stelle 

gestützt auf das SMAB-Gutachten vom 15. September 2016 die Dreivier-

telsrente von A._____ per 30. November 2013 auf.

11. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 2. Juni 

2017 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

den Anträgen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben; es seien 

ihr IV-Leistungen in Form von beruflichen Massnahmen oder von Renten 

zu gewähren und es seien zusätzliche Abklärungen gemäss Urteil des 

Verwaltungsgerichts vom 23. Dezember 2015 durchzuführen. In ihrer Be-

gründung bemängelte die Beschwerdeführerin den Beweiswert des 

SMAB-Gutachtens.

12. Mit Vernehmlassung vom 5. Juli 2017 beantragte die IV-Stelle (nachfol-

gend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, soweit dar-

auf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie auf die angefochtene 

Verfügung. Sie wies zudem darauf hin, dass der Anspruch auf berufliche 

Massnahmen nicht Streitgegenstand bilde. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 1. Mai 2017, mit welcher der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin per 30. November 2013 aufgehoben wurde. Auf-

grund von Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenver-

sicherung (IVG; SR 831.20) und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in 

Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) ist das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden als Versicherungsgericht zur Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Als formelle und 

materielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der an-

gefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren gerichtlichen Überprüfung, womit sie zur Beschwerde-

führung berechtigt ist (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist 

demnach – unter Vorbehalt nachstehender Erwägung 1.2 – einzutreten.

1.2. Nicht einzutreten ist auf den Antrag der Beschwerdeführerin auf Ge-

währung beruflicher Massnahmen. Solche sind vom Verfügungsgegen-

stand nicht mitumfasst und können vorliegend somit nicht Streitgegen-

stand bilden. Wie die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung zutref-

fend festhält, sei hier ergänzend erwähnt, dass ohnehin kein Anspruch 

auf berufliche Massnahmen besteht, da bei der Beschwerdeführerin kein 

invalidisierender Gesundheitsschaden (mit Auswirkungen auf die Arbeits-

fähigkeit) mehr besteht (vgl. nachstehende Erwägungen). 

1.3. Ergänzend anzufügen ist noch, dass die Beschwerdeführerin gemäss lit. 

a Abs. 2 SchlB IVG Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung 

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hatte, so dass die bisherige Dreiviertelsrente nach lit. a Abs. 3 SchlB IVG 

bis 30. November 2015 weiter ausgerichtet wurde (vgl. die angefochtene 

Verfügung vom 1. Mai 2017, S. 2). 

2. Wie im Urteil des Verwaltungsgerichts S 13 142 vom 23. Dezember 2015 

E.3d festgehalten, wurde zu Recht ein Revisionsverfahren gestützt auf lit. 

a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 18. März 

2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket [AS 2011 5659; nachfol-

gend: SchlB IVG]) eingeleitet, weshalb dies im vorliegenden Verfahren 

nicht mehr zur Debatte steht. Nachdem das Verwaltungsgericht die Sache 

zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen hatte 

(vgl. Urteil S 13 142 vom 23. Dezember 2015 E.6a-e), befand die Be-

schwerdegegnerin gestützt auf das bei der SMAB eingeholte, bidisziplinä-

re Gutachten vom 15. September 2016 erneut über die Angelegenheit. 

Daher ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren lediglich noch zu prüfen, 

ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das erwähnte Gutachten abge-

stellt hat oder dieses durch die übrige medizinische Aktenlage (insbeson-

dere durch den Bericht von Dr. med. C._____, Facharzt FMH für Anäs-

thesiologie, vom 9. Januar 2017 [Akten der Beschwerdegegnerin {Bg-act.} 

182]) erschüttert wird. 

3. Im SMAB-Gutachten vom 15. September 2016 wird in der Synthese nach 

Konsens der Gutachter vom 1. September 2016 keine Diagnose mit Aus-

wirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt (Bg-act. 177 S.10). Diese Ge-

samtbeurteilung fusst auf den Ausführungen im entsprechenden psychia-

trischen Teilgutachten vom 10. August 2016 von Dr. med. E._____, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Physikalische 

Medizin und Rehabilitation (Bg-act. 177 S. 20 ff.) sowie im neurologischen 

Teilgutachten vom 15. Juli 2016 von Dr. med. F._____, Fachärztin FMH 

für Neurologie (Bg-act. 177 S. 31 ff.).

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3.1. Die Beschwerdeführerin wendet ein, das SMAB-Gutachten vom 15. Sep-

tember 2016 genüge den Anforderungen der Rechtsprechung nicht. Das 

SMAB-Gutachten sei überdies knapp und oberflächlich und darin werde 

keine umfassende Prüfung gemacht. Dazu verweist die Beschwerdefüh-

rerin als Beispiel auf die Beurteilung auf Seite 12 des Gutachtens und die 

Frage nach dem retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit: Die Gutach-

ter hätten dazu geschrieben, dass nach gründlichem Aktenstudium bidis-

ziplinär keine vorgängige längerfristige höhergradige Arbeitsunfähigkeit 

validiert werden könne. Dies stehe in offensichtlichem Widerspruch zu 

den Akten der IV und der SUVA, habe sie doch wegen einer Arbeitsun-

fähigkeit Rentenleistungen erhalten. Ausserdem würden im SMAB-

Gutachten die Berichte ihrer langjährig behandelnden Ärzte gar nicht an-

geschaut. Sie bitte nun das Gericht, bei der Beurteilung ihres Falles die 

gesamten Unterlagen zu berücksichtigen. Dazu zählten die Berichte ihrer 

Ärzte, die sie lange kennen würden, die Berichte über den Reha-

Aufenthalt in Clavadel sowie die Berichte der Klinik Valens, wo sie an be-

ruflichen Massnahmen teilgenommen habe. Die Beschwerdeführerin 

bemängelt des Weiteren, dass ihre Situation im strittigen Gutachten ein-

seitig dargestellt werde. Es sei nur Positives erwähnt bzw. ihre zum Glück 

doch auch vorhandenen "guten Phasen" seien darin beschrieben. Von al-

len ihren gesundheitlichen Schwierigkeiten und den damit verbundenen 

Einschränkungen, die sie sehr wohl an den Gesprächen den Ärzten ge-

genüber erwähnt habe, sei im Gutachten nichts zu lesen. Dass sie, selbst 

wenn sie gerne kreativ arbeite, diese Tätigkeiten oft nicht wie geplant 

durchführen könne, Pausen machen müsse oder ein Vorhaben gar nicht 

umsetzen könne; oder dass sie jeweils lange brauche, um sich zu erho-

len, dass danach ihre Schmerzen stärker seien, alle diese wichtigen 

Punkte liessen die Gutachter weg. Genau das müsse doch aber Thema 

sein in einem medizinischen Gutachten. Das sei schon bei den berufli-

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chen Massnahmen in Valens der Fall gewesen und sei somit in den IV-

Akten zu lesen. Sie habe sich unzähligen Therapien unterzogen. Aber für 

Stromunfälle, wie den von ihr erlittenen, habe es keine passende Thera-

pie gegeben, die ihr wirklich geholfen habe. Die Schmerzen und Ein-

schränkungen blieben bis heute. Dass all dies im Gutachten unerwähnt 

bleibe, akzeptiere sie nicht. Es finde keine "umfassende, ergebnisoffene, 

neutrale Prüfung" statt, wovon in der Presse die Rede gewesen sei nach 

dem Bundesgerichtsentscheid. Mit dem neuen Gutachten sei ihre Situa-

tion keinesfalls genauer oder vertiefter abgeklärt worden, als dies mit dem 

ABI-Gutachten der Fall gewesen sei. Die Einwände der Beschwerdefüh-

rerin erweisen sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, als unbegründet.

3.2. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit Hin-

weis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat es 

die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berich-

te und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 

125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a mit Hinweisen). Den im 

Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-

suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

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Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von 

Hausärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache Rech-

nung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtli-

che Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.5, 125 V 351 E.3a und 3b).

3.3.1. Das neurologische SMAB-Teilgutachten von Dr. med. F._____ vom 15. 

Juli 2016 (Bg-act. 177 S. 31 ff.) wird weder von der Beschwerdeführerin 

noch von ihrem behandelnden Arzt, Dr. med. C._____, in seinem Schrei-

ben vom 9. Januar 2017 (Bg-act. 182 S. 1 f.) bestritten. Laut Dr. med. 

F._____, der die Beschwerdeführerin am 12. Juli 2016 neurologisch un-

tersucht hatte, hätten sich aufgrund des unauffälligen neurologischen Be-

fundes insbesondere keine Hinweise für eine Radikulopathie Plexusläsion 

oder andersartige Nervenschädigung ergeben. Ein neurologisches 

Krankheitsbild liege nicht vor. Da die Beschwerden seit 24 Jahren unver-

ändert seien, diese neurologisch nicht begründbar seien und in den Akten 

auch keine Hinweise für eine stattgegebene neurologische Erkrankung 

bestünden, sei auch retrospektiv die Arbeitsfähigkeit auf neurologischem 

Gebiet nicht eingeschränkt (vgl. Bg-act. 177 S. 35 f.). Dr. med. F._____ 

hat keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit, sondern (ledig-

lich) einen chronischen Spannungskopfschmerz (DD Medikamentenindu-

zierter Kopfschmerz) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festge-

stellt. Damit wird die Auffassung des ABI gemäss Gutachten vom 22. Mai 

2013, wonach aus neurologischer Sicht keine Einschränkungen der Ar-

beitsfähigkeit bestünden, bestätigt (vgl. Bg-act. 70 S. 24). Auch wird da-

durch die in E.6e des Urteils des Verwaltungsgerichts S 13 142 vom 23. 

Dezember 2015 und dann im Fragekatalog der Auftragserteilung der Be-

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schwerdegegnerin an die SMAB (Bg-act. 165 S. 6) gestellte Frage eines 

möglichen organischen Zusammenhangs mit dem Stromausfall aus dem 

Jahre 1992 verneint.

3.3.2. Aus somatischer Sicht ist ferner darauf hinzuweisen, dass im ABI-

Gutachten nach erfolgter orthopädischer Abklärung zwar Beschwerden 

am Bewegungsapparat diagnostiziert wurden, diese jedoch als ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt wurden (vgl. Bg-act. 70 S. 

25). Wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zutref-

fend festhielt, ergeben sich aus den medizinischen Akten auch keine 

Hinweise darauf, dass sich der rheumatologische Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch das ABI Basel vom 

23. April 2013 verschlechtert hat (vgl. Bg-act. 81, 177, 182 und 186 S. 6 

und 11). Wie der RAD-Arzt, Dr. med. G._____, am 11. April 2017 ausser-

dem zu Recht feststellte (vgl. Bg-act. 186 S. 11), berichtete auch der be-

handelnde Arzt, Dr. med. C._____, in seinem Schreiben vom 9. Januar 

2017 (Bg-act. 182 S. 1 f.) nicht, dass weitergehende rheumatologische 

Beeinträchtigungen bestünden. Soweit die Beschwerdeführerin bzw. Dr. 

med. C._____ schliesslich die Durchführung zusätzlicher rheumatologi-

scher Abklärungen beantragt, ist darauf hinzuweisen, dass die medizini-

schen Fachdisziplinen "Orthopädie" und "Rheumatologie" nicht etwa für 

unterschiedliche Konzepte stehen, wie ein Gesundheitsschaden am 

Stütz- und Bewegungsapparat und dessen Folgen zu betrachten sind, 

weshalb aus somatischer Sicht angesichts der bereits durch das ABI am 

23. April 2013 durchgeführten orthopädischen Begutachtung (Bg-act. 70 

S. 19 ff.) kein weiterer Abklärungsbedarf besteht.

3.4. In psychiatrischer Hinsicht werden gemäss dem psychiatrischen Teil-

gutachten von Dr. med. E._____ vom 10. August 2016 mit Relevanz für 

die Arbeitsfähigkeit keine Diagnosen festgestellt, ohne Relevanz für die 

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Arbeitsfähigkeit dagegen eine Schmerzmittelabhängigkeit einschliesslich 

Opioidabusus (F15.24) sowie eine chronische Schmerzstörung mit soma-

tischen und psychischen Faktoren (F45) attestiert. 

3.4.1. Laut Stellungnahme des behandelnden Arztes, Dr. med. C._____, vom 9. 

Januar 2017 sei das neue Gutachten vom medizinischen Standpunkt her 

nicht nachvollziehbar, gehe von falschen Voraussetzungen aus (Opioid-

missbrauch) und setze sich nicht mit dem Thema der somatoformen 

Schmerzstörung auseinander (vgl. Bg-act. 182 S. 1 f.). Wie bereits in sei-

ner am 7. September 2013 abgegebene Stellungnahme zum ABI-

Gutachten vom 22. Mai 2013 (Bg-act. 81 S. 4 f.) ist Dr. med. C._____ in 

seiner neuesten Stellungnahme zum SMAB-Gutachten vom 15. Septem-

ber 2016 der Auffassung, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin 

– die im ABI-Gutachten noch als Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 

F54) und nun im SMAB-Gutachten als somatoforme Störung (chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren [ICD-10 

F45]) klassifiziert wurden – durchaus Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit hät-

ten.

3.4.2. Der psychiatrische SMAB-Gutachter, Dr. med. E._____, begründete die 

Verneinung einer Arbeitsfähigkeitseinschränkung wie folgt (Bg-act. 177 S. 

26): 

"Im Rückblick über die letzten 24 Jahre ist eine Schmerzstörung doch zu konstatieren, 

Hinweise für eine klassische Somatisierungsstörung liegen nicht vor. Es hat sich dann 

eine gewisse Verselbständigung des Schmerzes herausgebildet. Komplizierend wirkte 

sich jedoch insbesondere der Schmerzmittelabusus aus, der die von der Versicherten 

beklagten Beschwerden wie Müdigkeit, vorzeitige Erschöpfung, Konzentrationsmangel 

und verminderte allgemeine Belastbarkeit induziert. Definitionsgemäss führt diese 

Suchterkrankung versicherungsmedizinisch nicht zu einer Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit, auch ist die Prognose vorliegend recht günstig, da bereits eine Reduktion des 

Suchtmittels erreicht werden konnte. Die sonstige psychiatrische Vorgeschichte bei der 

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Versicherten ist unauffällig. Es finden sich keine Hinweise für eine Persönlichkeitss-

törung oder dissoziative Störung. Die Versicherte verfügt über gute Ressourcen, um sich 

von Schmerzen abzulenken, führt soweit ein erfülltes Leben und berichtet über gute so-

ziale Kontakte. Komplizierend wirkt sich jetzt ein Ehekonflikt aus. Es bestehen seitens 

der Versicherten Trennungsabsichten‚ die jedoch aus finanziellen Gründen noch nicht 

verwirklicht werden konnten. Eine Schmerzverstärkung durch dieses Geschehen ist nicht 

auszuschliessen, wäre aber eindeutig unter sozialen und nicht invaliditätsbegründenden 

Faktoren relevant."

Aus dieser Einschätzung erhellt, dass gemäss dem psychiatrischen Gut-

achter die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden vor allem 

auf den Schmerzmittelabusus zurückzuführen sind. Wie der Gutachter 

richtig feststellt, führt eine solche Suchterkrankung nicht zu einer Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit. Soweit der behandelnde Arzt in seiner 

Stellungnahme vom 9. Januar 2017 (Bg-act. 182) auf die Unmöglichkeit 

der Beschwerdeführerin hinweist, über die im Rahmen der beruflichen 

Massnahmen ausgeübte Tätigkeit mit einem Pensum von 10 Wochen-

stunden (vgl. dazu die Verlaufsberichte der Klink Valens vom 24. Februar 

2015 [Bg-act. 122] und 21. Dezember 2015 [Bg-act. 147]) zu arbeiten, so 

ist festzuhalten, dass diese Ergebnisse aus versicherungsmedizinischer 

Sicht die Zuverlässigkeit der dargestellten Einschätzung von Dr. med. 

E._____ nicht in Zweifel zu ziehen vermögen. Die beim Arbeitstraining in 

der Klinik Valens festgestellten Einschränkungen können nämlich ange-

sichts der nachvollziehbaren SMAB-Beurteilung lediglich als subjektive, 

nicht invalidisierende Einschränkungen angesehen werden (vgl. auch 

SMAB-Gutachten [Bg-act. 177] S. 14). Ferner ist noch darauf hinzuwei-

sen, dass die Beschwerdeführerin wegen Überkonsum von Schmerzmit-

teln im Oktober 2015 hospitalisiert wurde und danach vom 30. November 

2015 bis 10. Januar 2016 im Zürcher RehaZentrum in Clavadel eine Ent-

zugstherapie durchführte (vgl. Bg-act. 161 f.). Wie der behandelnde Arzt, 

Dr. med. C._____, geltend macht, handelte es sich dabei zwar um einen 

Analgetikaentzug von nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAR) 

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und nicht vom Opioidtyp. Dennoch ist die Frage, ob die Beschwerdeführe-

rin tatsächlich auch zu viele Opioid-Analgetika konsumiert, nicht weiter 

von Relevanz, zumal Dr. med. E._____ generell eine Schmerzmittelab-

hängigkeit (einschliesslich Opioidabusus) festgestellt hat. Ausserdem be-

steht bei der Beschwerdeführerin – wie die Beschwerdegegnerin in der 

angefochtenen Verfügung bereits festhielt – auch im Falle, dass eine 

Schmerzmittelabhängigkeit einschliesslich Opioidabusus verneint wird, 

kein Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Zu-

letzt ist betreffend die Einwände von Dr. med. C._____ zum SMAB-

Gutachten in seiner Stellungnahme vom 9. Januar 2017 noch zu bemer-

ken, dass Dr. med. C._____ seit 2003 behandelnder Arzt der Beschwer-

deführerin ist und es damit der Erfahrungstatsache zu berücksichtigen 

gilt, dass er sich eher zu ihren Gunsten äussert (vgl. vorne E.3.2).

3.5. Wie im Urteil des Verwaltungsgericht S 13 142 gefordert, erging das 

SMAB-Gutachten unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung 

gemäss BGE 141 V 281. Den entsprechenden gutachterlichen Beurtei-

lungen unter Beachtung der neuen Kriterien/Indikatoren gemäss BGE 141 

V 281 ist nichts beizufügen und es kann darauf verwiesen werden (vgl. 

Bg-act. 177 S. 27 ff.). Zudem haben die SMAB-Gutachter sämtliche Vor-

akten, damit auch die Berichte der behandelnden Ärzte, der Klinik Valens 

und des Zürcher RehaZentrums in Clavadel (vgl. Aktenzusammenfassung 

[Bg-act. 177 S. 3 bis 9]) in ihre Beurteilungen mit einbezogen. Auch sind 

im SMAB-Gutachten keine Widersprüche zu den Vorakten erkennbar. 

Soweit die Beschwerdeführerin in der Feststellung der SMAB-Gutachter, 

wonach retrospektiv keine längerfristige höhergradige Arbeitsunfähigkeit 

validiert werden könne, einen Widerspruch dazu sieht, dass sie infolge 

Arbeitsunfähigkeit Rentenleistungen bezogen habe, so ist dem entgegen-

zuhalten, dass diese retrospektive Beurteilung der SMAB-Gutachter auf 

der Vorgeschichte beruht und nachvollziehbar und schlüssig begründet ist 

- 15 -

(vgl. Bg-act. 177 S. 28 f.). Wie die Beschwerdegegnerin in der angefoch-

tenen Verfügung und der RAD-Arzt, Dr. med. G._____, am 11. April 2017 

im Rahmen des Einwandverfahrens abschliessend bereits festhielten (vgl. 

Bg-act. 186 S. 11), handelt es sich beim SMAB-Gutachten vom 15. Sep-

tember 2016 um eine externe gutachterliche fachärztliche Expertise, die, 

wie dargelegt, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die Klagen der Be-

schwerdeführerin berücksichtigt, in Kenntnis und Würdigung der Vorakten 

abgegeben wurde und in ihren Ergebnissen gestützt auf die ausführlich 

begründeten Teilgutachten nachvollziehbar erscheint. Auch sind keine 

konkreten Indizien ersichtlich, die gegen die Zuverlässigkeit dieser Exper-

tise sprächen. Weder die Stellungnahmen von Dr. med. C._____ noch die 

übrigen medizinischen Akten vermögen das SMAB-Gutachten zu erschüt-

tern, weshalb ihm voller Beweiswert zukommt (vgl. dazu vorne E.3.2).

4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu 

Recht davon ausgegangen ist, dass in Anbetracht der externen MEDAS-

Gutachten des ABI, Basel, vom 22. Mai 2013 und der SMAB AG, St. Gal-

len, vom 15. September 2016 (letzteres in Berücksichtigung der neuen 

Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281) im relevanten Zeitraum ab April 

2013 (Zeitpunkt der Begutachtung durch das ABI) kein invalidisierender 

Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt. Die 

Aufhebung der bisherigen Dreiviertelsrente per 30. November 2013 ist 

damit nicht zu beanstanden. Die angefochtene Verfügung vom 1. Mai 

2017 ist damit zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde ist 

abzuweisen.

5.1. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

- 16 -

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Im konkreten Fall werden die Kosten 

auf Fr. 700.-- festgesetzt. Sie sind angesichts des Verfahrensausgangs 

der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

5.2. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der obsiegenden Beschwer-

degegnerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) nicht zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr.  700.--  gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]