# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91c10071-cf0c-533c-86df-3a3117427e5a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 15.05.2017 110 2017 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-25_2017-05-15.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/25 Bern, 15. Mai 2017

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

und

Herrn B.________
von Amtes wegen am Verfahren Beteiligter 1

Frau C.________
von Amtes wegen am Verfahren Beteiligte 2

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wichtrach, Gemeindeverwaltung, 
Stadelfeldstrasse 20, 3114 Wichtrach

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wichtrach vom 
24. Januar 2017 (632/16.027; Schutzgeländer aus Glas/Metall auf Flachdachbau)

I. Sachverhalt

1. Mit Gesamtbauentscheid des Regierungsstatthalteramtes Bern-Mittelland vom 

24. Mai 2013 erhielt die Beschwerdeführerin die Bewilligung für den Abbruch bestehender 

Gebäude und den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Einstellhalle sowie einer Garage 

RA Nr. 110/2017/25 2

für vier Fahrzeuge.1 Auf einem Hausteil mit Flachdach in der nordöstlichen Ecke des 

Mehrfamilienhauses erstellte die Beschwerdeführerin eine Terrasse, welche zur Wohnung 

der von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten im Dachgeschoss gehört. Gemäss den 

ursprünglich bewilligten Plänen sind an der Aussenseite der Terrasse Pflanzentröge 

eingezeichnet, kombiniert mit einem Metallgeländer geringer Höhe auf der Innenseite der 

Pflanzentröge.2 Im Protokoll der Rohabnahme vom 27. Januar 2014 wurde die 

Beschwerdeführerin darauf aufmerksam gemacht, dass die SIA-Norm 358:2010 respektive 

die bfu-Normen bezüglich Geländer und Brüstungen einzuhalten seien.3 In den 

Projektänderungsplänen vom 20. Juni 2014, die offenbar die mangelhaften Geländer bzw. 

nicht bewilligte Verglasungen der Balkone der Wohnungen im Obergeschoss betreffen, 

sind ebenfalls Pflanzentröge mit einem Metallgeländer geringer Höhe auf der Innenseite 

eingezeichnet.4 Die Beschwerdeführerin stellte auf die Aussenseite der Pflanzentröge eine 

ein Meter hohe Glaswand, welche mit Metallverstrebungen befestigt ist. Die Gemeinde 

stellte fest, dass dadurch die zulässige Gebäudehöhe überschritten wird und forderte die 

Beschwerdeführerin auf, innert zwei Monaten ein nachträgliches Baugesuch einzureichen.5 

Die Beschwerdeführerin reichte am 2. September 2016 ein nachträgliches Baugesuch bei 

der Gemeinde ein für die Erstellung eines Schutzgeländers aus Glas/Metall auf den 

Flachdachbau auf Parzelle Wichtrach Grundbuchblatt Nr. D.________. Die Parzelle liegt in 

der Wohn- und Arbeitszone WA2. Mit Verfügung vom 24. Januar 2017 erteilte die 

Gemeinde den Bauabschlag (Ziff. 1) und ordnete die Entfernung des Schutzgeländers aus 

Glas/Metall an (Ziff. 2). Gleichzeitig drohte sie die Ersatzvornahme (Ziff. 3) und eine Busse 

bei Nichtbefolgung an (Ziff. 4).

2. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin am 23. Februar 2017 

Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein und 

verlangte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Erteilung der 

Baubewilligung. 

1 Vorakten Gemeinde, Ordner 2, Dokument 47
2 Vorakten Gemeinde, Ordner 2, Dokumente 108 f.
3 Vorakten Gemeinde, Ordner 2, Dokument 60, bei der aktuellen Ausgabe der bfu-Norm handelt es sich um 
Beispiel 8
4 Vorakten Gemeinde, Ordner 2, Dokumente 59 und 99 ff.
5 Vorakten Gemeinde, Ordner 2,  Dokument 56

RA Nr. 110/2017/25 3

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet6, beteiligte die 

Grundeigentümer von Amtes wegen am Verfahren, holte die Vorakten ein und führte den 

Schriftenwechsel durch. Die von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten beantragen 

sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Erteilung der 

Baubewilligung, eventualiter den Verzicht auf die Wiederherstellung. Die Gemeinde hält in 

ihrer Stellungnahme an ihrem Entscheid fest. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

Angefochten ist der Bauabschlag mit Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde 

Wichtrach vom 24. Januar 2017. Bauentscheide und baupolizeiliche Verfügungen können 

innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden (Art. 40 

Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 BauG7). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des vor-

instanzlichen Entscheids beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die 

form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde wird eingetreten.

2. Bewilligungsfähigkeit

a) Gemäss Art. 13 des Gemeindebaureglements der Gemeinde Wichtrach vom August 

2010 (GBR) beträgt die maximale Gebäudehöhe in der Wohn- und Arbeitszone WA2 7 m. 

Die Gebäudehöhe wird in jeder Fassadenmitte gemessen und zwar vom gewachsenen 

Boden bis zur Schnittlinie der Fassadenflucht mit der Oberkante des Dachsparrens, bei 

Flachdächern bis oberkant offene oder geschlossene Brüstung (Anhang I, Art. 6 Abs. 1 

GBR). Es ist unbestritten, dass die Glaswand mit Metallverstrebungen, welche auf der 

Aussenseite der Pflanzentröge steht, die zulässige Gebäudehöhe überschreitet. Die von 

Amtes wegen am Verfahren Beteiligten gehen davon aus, dass die Glasbrüstung lediglich 

6 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
7 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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ca. 30 cm zu hoch ist. Gemäss den massgebenden Plänen und dem Ausnahmegesuch 

beträgt die Überschreitung jedoch 40 cm. 8

b) Laut Art. 26 BauG können Ausnahmen von einzelnen Bauvorschriften bewilligt 

werden, wenn besondere Verhältnisse es rechtfertigen und wenn keine öffentlichen 

Interessen beeinträchtigt werden. Ausnahmen dürfen überdies keine wesentlichen 

nachbarlichen Interessen verletzen, es sei denn, die Beeinträchtigung könne durch 

Entschädigung vollwertig ausgeglichen werden. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ 

erfüllt sein. Eine Ausnahmebewilligung soll die gesetzliche Regelung, die im Interesse der 

Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit die tatsächlichen Verhältnisse generalisierend 

erfasst, einzelfallgerecht verfeinern. Ausnahmegründe beziehen sich deshalb auf den 

Zweck, den Umfang oder die Gestaltung eines Bauvorhabens, wenn diese in den 

geltenden Vorschriften nicht genügend berücksichtigt sind. Sie müssen mit den 

Besonderheiten des Baugrundstücks oder des Bauvorhabens zusammenhängen. Unter 

Umständen können aber auch Besonderheiten, die sich aus den subjektiven Verhältnissen 

der bauwilligen Personen ergeben, eine Ausnahme begründen. Rein finanzielle Interessen, 

der Wunsch nach einer Ideallösung oder intensives Ausnützungsstreben rechtfertigen aber 

keine Ausnahmebewilligung. Es geht vielmehr darum, ausgesprochene Unbilligkeiten und 

Unzweckmässigkeiten zu vermeiden, die die strikte Anwendung der Vorschrift für die 

Bauwilligen zur Folge hätte. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Ausnahmegrund 

keine absolute Grösse ist. Ob ein Sachverhalt als Ausnahmegrund genügen kann, hängt 

von drei Komponenten ab: vom Interesse des Bauherrn an der Ausnahme, von der 

Bedeutung der Vorschrift, von der abgewichen werden soll, und von Art und Mass der 

verlangten Abweichung.9

c) Die Beschwerdeführerin begründet das Ausnahmegesuch insbesondere damit, dass 

für einen genügenden Schutz ein Schutzgeländer aus Glas/Metall habe auf die Brüstung 

gestellt werden müssen. Die äusserliche Wirkung der Höhe dieses Gebäudeteils werde 

durch die filigrane Art des Glasgeländers unwesentlich beeinflusst. Im Weiteren ergebe 

sich auch kein Schattenwurf durch das Glasgeländer. Später führte sie zudem aus, das 

Schutzgeländer habe keinen wirtschaftlichen Vorteil oder Mehrwert für den Bauherrn. 

Zudem habe es keine Einsprachen oder Einwände gegeben nach der Publikation des 

8 Vorakten Gemeinde, Ordner 1, Dokumente 2 und 15 f.
9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 26-
27 N. 4

RA Nr. 110/2017/25 5

Ausnahmegesuchs.10 Die von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten bringen 

insbesondere vor, die Pflanzentröge mit einer Höhe von 60-70 cm würden keine 

genügende Absturzsicherung darstellen und eine auf die zulässige Gebäudehöhe 

reduzierte Glasbrüstung von 60 cm ebenfalls nicht. Bei einem Geländer auf der Innenseite 

wäre die Pflege der Pflanzen nicht mehr möglich. Das im Kaufvertrag von der 

Beschwerdeführerin versprochene Geländer an der Aussenseite biete zudem den 

notwendigen Windschutz, verhindere ein Verschmutzen der Fassade und der darunter 

liegenden Balkone, Wintergarten und Garten sowie das Herunterfallen von Ästen oder 

Werkzeugen. Die Gemeinde habe die Pflanzentröge bewilligt und die 

Sicherheitsproblematik bedenken müssen. 

Die Gemeinde wies das Ausnahmegesuch ab mit der Begründung, das Schutzgeländer sei 

nicht notwendig. Sollten die Pflanztröge als Absturzsicherung nicht genügen, könnte die 

Erhöhung auf die vorgeschriebene Höhe mit einem zusätzlichen Handlauf erfolgen. In ihrer 

Stellungnahme weist sie darauf hin, dass in den Projektänderungsplänen für die 

Verglasungen der Balkone auch die Erhöhung der bislang ungenügenden 

Absturzsicherung der Terrasse ersichtlich sei, jedoch mit einer gemessenen Höhe von 90 

cm bei einer Brüstungstiefe von mindestens 20 cm. 

d) Gemäss Art. 21 Abs. 1 BauG sind Bauten und Anlagen so zu erstellen, zu betreiben 

und zu unterhalten, dass weder Personen noch Sachen gefährdet werden. Bei der 

Erstellung von Bauten und Anlagen sind die anerkannten Regeln der Baukunde 

einzuhalten. Laut Art. 57 Abs. 1 BauV11 dürfen Personen und Sachen weder durch den 

Bauvorgang noch durch den Bestand oder Betrieb von Bauten und Anlagen gefährdet 

werden. Im einzelnen gelten die Bestimmungen dieser Verordnung, die Vorschriften der 

Spezialgesetzgebung sowie die Vorschriften und Richtlinien der Schweizerischen 

Unfallversicherung (SUVA). Die Normen und Empfehlungen der Fachverbände sind 

ergänzend zu beachten (Art. 57 Abs. 2 BauV). Treppen, Galerien, Balkone, Brüstungen 

und andere begehbare Flächen sind, soweit Absturzgefahr für Personen besteht, mit 

ausreichenden Geländern oder anderen genügenden Schutzvorrichtungen zu versehen 

(Art. 58 Abs. 1 BauV). Als "begehbare Fläche" müssen Flächen gesichert werden, welche 

bei bestimmungsgemässem Benützen einer Baute und Anlage durch eine unbestimmte 

Anzahl von Personen begangen werden. Zudem gelten solche Flächen als "begehbar" und 

10 Vorakten Gemeinde, Ordner 1, Dokument 5
11 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)  

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sicherungsbedürftig, bei denen aufgrund der Umstände mit einer bestimmungswidrigen 

Benützung durch Kinder zu rechnen ist.12

e) Die SUVA verweist bei Hochbauten auf die Norm SIA 358 und die Fachbroschüre 

"Geländer und Brüstungen" der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu).13 Gemäss dieser 

ist bei einer Absturzhöhe von einem Meter ein Schutzelement nötig und das 

Gefährdungsbild 1 gemäss Norm SIA 358 (Fehlverhalten unbeaufsichtigter Kinder) auch 

für Wohnbauten massgebend.14 Die Höhe eines Schutzelementes ab der begehbaren 

Fläche muss mindestens 100 cm betragen. Der Schutz für Kinder gemäss Gefährdungsbild 

1 gilt als gewährleistet, wenn das Schutzelement ab der begehbaren Fläche bis zu einer 

Höhe von 75 cm nur Öffnungen mit einem Durchmesser unter 12 cm aufweist. Als 

"begehbar" oder "besteigbar" gilt eine Fläche dann, wenn man auf ihr vergleichsweise gut, 

ohne besondere akrobatische Anstrengungen und ohne Zuhilfenahme der Hände stehen 

kann und sie weniger als 65 cm über der massgebenden Fläche liegt.15 Damit 

Pflanzentröge, die auf Terrassen als Absturzsicherung dienen, das Schutzziel für Kinder 

erreichen, empfiehlt die bfu eine Troghöhe von 75 cm. Um den Erwachsenenschutz 

sicherzustellen, ist benutzerseitig eine Horizontaltraverse auf einer Höhe von mindestens 

100 cm anzubringen.16 Pflanzentröge, Sitzbänke und Möbel, die niedriger als 65 cm sind, 

sollten mindestens 100 cm von der Absturzsicherung entfernt aufgestellt oder fixiert 

werden, damit sie nicht als Aufstiegshilfe benutzt werden können.17

f) Gemäss den fotographisch festgehaltenen Messungen der Gemeinde und der von 

Amtes wegen am Verfahren Beteiligten weisen die Pflanzentröge am Rand der Terrasse 

eine Höhe von ca. 70 cm auf.18 Da die Pflanzentröge vorliegend eine Höhe von unter 

75 cm aufweisen, dienen sie nicht der Absturzsicherung. Die Absturzsicherung soll 

vorliegend einzig durch eine zusätzliche – auf der Aussenseite der Pflanzentröge stehende 

– Glaswand von einem Meter Höhe sichergestellt werden. Die Pflanzentröge bieten 

insbesondere Sicht- und das Geländer Windschutz. Einen Anspruch auf Erteilung einer 

12 BVR 2001 S. 200 E. 4.4.1
13 http://www.suva.ch/Gelaender 
14 Fachbroschüre bfu  "Geländer und Brüstungen", S. 4
15 Fachbroschüre bfu  "Geländer und Brüstungen", S. 5 und 9
16 Fachbroschüre bfu  "Geländer und Brüstungen", S. 7 Beispiel 8
17 Fachbroschüre bfu  "Geländer und Brüstungen", S. 10 Beispiel 13
18 Vgl. Fotos als Beilage zur Stellungnahme der Gemeinde vom 23. März 2017 und zur Stellungnahme der von 
Amtes wegen am Verfahren Beteiligten vom 21. März 2017

http://www.suva.ch/Gelaender

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Ausnahmebewilligung für das Überschreiten der Gebäudehöhe besteht nur dann, wenn 

besondere Umstände vorliegen. Solche könnten allenfalls bejaht werden, wenn die 

Absturzsicherung nicht anders gewährleistet werden könnte. Dies ist vorliegend nicht der 

Fall. Entsprechend den Empfehlungen der bfu könnten die Pflanzentröge so ausgestaltet 

werden, dass sie bis zu einer Höhe von 75 cm nur Öffnungen mit einem Durchmesser 

unter 12 cm aufweisen. In Frage käme eine Erhöhung der Pflanzentröge auf 75 cm oder 

ein Staketengeländer mit Öffnungen von weniger als 12 cm Durchmesser bis zu einer 

Höhe von 75 cm. Als Erwachsenenschutz müsste zusätzlich benutzerseitig eine 

Horizontaltraverse auf einer Höhe von mindestens einem Meter angebracht werden. 

Alternativ könnte das bestehende Geländer aus Glas/Metall auf die zulässige 

Gebäudehöhe reduziert werden. Zusammen mit den Pflanzentrögen mit einer Höhe von 

75 cm würde auch so die notwendige Gesamthöhe von 100 cm für den 

Erwachsenenschutz erreicht. Ebenfalls möglich wären zudem das Zurücksetzen oder 

Entfernen der Pflanzentröge und ein Weiterführen des bereits teilweise bestehenden 

Staketengeländers auf einer Höhe von mindestens einem Meter.19  Damit bestehen 

verschiedene Varianten, um die notwendige Absturzsicherung zu verwirklichen.

Der Wunsch der Beschwerdeführerin und der von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten 

nach einer Lösung, welche zusätzlich Schutz vor Wind, Verschmutzung und dem 

Herunterfallen von Gegenständen bietet, vermag keine besonderen Umstände zu 

begründen. Auch die Pflanzenpflege kann aufgrund der Breite des Pflanzentroges von rund 

60-70 cm ohne weiteres von der Terrasse aus vorgenommen werden, und zwar selbst 

dann, wenn zusätzlich ein Handlauf auf einer Höhe von einem Meter angebracht werden 

sollte.20 Deshalb bestehen keine besonderen Verhältnisse, welche die Gewährung einer 

Ausnahme erlauben würden. Dies gilt unabhängig von der optischen Wirkung und der 

fehlenden Opposition von Nachbarn oder wirtschaftlichen Interessen. Die Gemeinde hat 

die Ausnahmebewilligung daher zu Recht verweigert und dem Bauvorhaben den 

Bauabschlag erteilt.

g) Es ist vorliegend unklar, ob die Gemeinde die Projektänderung gemäss den Plänen 

vom 20. Juni 2014 tatsächlich bewilligt hat. Projektänderungen setzen ein schriftliches 

Gesuch voraus und deren Bewilligung ist schriftlich auszustellen; sie kann weder mündlich 

19 Vgl. Foto zur Stellungnahme der Gemeinde vom 23. März 2017
20 Vgl. den Massstab auf der Beilage der Stellungnahme der Gemeinde vom 23. März 2017 sowie Vorakten der 
Gemeinde, Ordner 1, Dokument 14

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noch konkludent erteilt werden.21 Auf diesen Plänen sind – wie auf denjenigen der 

Baubewilligung vom 24. Mai 2013 – Pflanzentröge und ein Metallgeländer von geringer 

Höhe, nicht jedoch ein Metall-/Glasgeländer von einem Meter Höhe eingezeichnet. Die 

heute verwirklichte Lösung entspricht damit nicht den Projektänderungsplänen vom 20. 

Juni 2014. Es kann daher offen bleiben, ob die Projektänderung bewilligt wurde. Die 

Beschwerdeführerin und die von Amtes wegen Beteiligten können daraus nichts zu ihren 

Gunsten ableiten. Da der Absturzschutz gemäss Fachbroschüre der bfu auch mit den 

Pflanzentrögen gewährleistet werden kann, lässt sich auch aus der Tatsache, dass diese 

bewilligt wurden, nichts ableiten. Dies gilt umso mehr, als die Gemeinde die 

Beschwerdeführerin bereits Ende Januar 2014 auf diese Fachbroschüre aufmerksam 

gemacht hat.22

3. Wiederherstellung

a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung ausgeführt, so verfügt die zuständige 

Baupolizeibehörde darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand wiederherzustellen 

ist und setzt dafür gegebenenfalls eine neue Frist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). Dabei sind 

die allgemeinen verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Grundsätze von Art. 5 Abs. 2 

BV23 zu berücksichtigen.24 Die Wiederherstellungsmassnahme muss im öffentlichen 

Interesse liegen, verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen.25 

Die Verhältnismässigkeit gebietet, dass eine Wiederherstellungsmassnahme geeignet, 

erforderlich und zumutbar ist.26

b) Für das Schutzgeländer aus Glas-/Metall liegt keine Bewilligung vor. Diese kann 

auch nachträglich nicht erteilt werden (vgl. E. 2). Das Geländer ist somit formell und 

materiell rechtswidrig. 

21 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 
32-32d N. 15
22 Vorakten Gemeinde, Ordner 2, Dokument 60 mit Verweis auf das Beispiel 6. Bei der aktuellen Ausgabe der 
bfu-Norm handelt es sich um Beispiel 8.
23 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) 
24 BGer 1C_157/2011 vom 21.07.2011 E. 5.1
25 Aldo Zaugg/Peter Ludwig Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1
26 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9c

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c) Steht die Widerrechtlichkeit einer Baute oder Anlage fest, so ist darüber zu 

entscheiden, ob die Wiederherstellungsverfügung das bundesrechtliche Prinzip der 

Verhältnismässigkeit nicht verletzt. Die Anordnung darf deshalb nicht weiter gehen, als zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes notwendig, und die mit der 

Wiederherstellung verbundene Belastung des Pflichtigen muss durch ein genügendes 

öffentliches Interesse gerechtfertigt sein.27 Die Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands kann unterbleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist 

oder die Wiederherstellung nicht im öffentlichen Interesse liegt, ebenso, wenn der Bauherr 

in gutem Glauben angenommen hat, die von ihm ausgeübte Nutzung stehe mit der 

Baubewilligung im Einklang.28 Auch eine Bauherrschaft, die nicht gutgläubig gehandelt hat, 

kann sich auf den Verhältnismässigkeitsgrundsatz berufen. Sie muss aber in Kauf nehmen, 

dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, namentlich zum Schutz der 

Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des 

gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und die der Bauherrschaft 

allenfalls erwachsenden Nachteile nicht  oder nur in verringertem Mass berücksichtigen.29

d) Gutgläubig kann eine Bauherrschaft sein, wenn sie bei zumutbarer Aufmerksamkeit 

und Sorgfalt annehmen durfte, sie sei zur Bauausführung berechtigt, z.B. aufgrund einer 

mangelhaften Bewilligung oder Auskunft. Im Übrigen wird aber vorausgesetzt, dass die 

Bewilligungspflicht für Bauvorhaben bekannt ist. Wer bauen und nutzen will, muss sich um 

die Zulässigkeit seines Tuns kümmern.30 Die Beschwerdeführerin durfte vorliegend nicht 

annehmen, sie sei zur Bauausführung berechtigt. Gemäss den Angaben der Gemeinde hat 

sie der Bauverwalter sogar auf die vermutete Überschreitung der Gebäudehöhe und die 

Bewilligungspflicht eines zusätzlichen Geländers auf den Pflanzentrögen hingewiesen.31 

Sie gilt daher nicht als gutgläubig im baurechtlichen Sinn. Die von Amtes wegen am 

Verfahren Beteiligten müssen sich das Wissen der Beschwerdeführerin anrechnen lassen 

27 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1
28 BGE 132 II 21 E. 6
29 BVR 2006 S. 444 E. 6.1
30 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9b Bst. a, mit Hinweisen
31 Vgl. Stellungnahme der Gemeinde vom 24. Januar 2017 S. 5 und Vorakten Gemeinde, Ordner 1, Dokument 
10, S. 2

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und können sich nicht auf ihren gutgläubigen Erwerb berufen.32 Auch sie gelten daher nicht 

als gutgläubig im baurechtlichen Sinn. 

e) Das öffentliche Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes 

besteht an der Einhaltung der Gebäudehöhe als zentrales baupolizeiliches Mass. Weder 

die Beschwerdeführerin noch die von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten gelten als 

gutgläubig im baurechtlichen Sinn. Dementsprechend kann ihren privaten Interessen an 

der Beibehaltung des bestehenden Zustandes nur wenig Gewicht beigemessen werden. 

Die öffentlichen Interessen überwiegen somit die privaten Interessen. Die Gemeinde hat 

deshalb die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes grundsätzlich zu Recht 

angeordnet.

Indem die Gemeinde einzig die Entfernung des Schutzgeländers anordnet, schafft sie 

jedoch einen gefährlichen und baurechtswidrigen Zustand. Denn die Pflanzentröge alleine 

bieten keine genügende Absturzsicherung (vgl. Erwägung 2). Die Entfernung bzw. 

Reduktion der Höhe des Schutzgeländers hat zusammen mit weiteren Massnahmen im 

Sinne der vorangehenden Erwägung zu erfolgen. Die von der Gemeinde verfügte 

Wiederherstellung ist daher nicht geeignet zur Wiederherstellung eines rechtmässigen 

Zustandes. Das Verfahren wird deshalb an die Gemeinde zurückgewiesen, damit sie die 

Wiederherstellungsmassnahme unter Einbezug der von Amtes wegen am Verfahren 

Beteiligten präzisiert. 

4. Kosten

a) Die Grundsätze der Kostenverlegung sind in Art. 108 VRPG geregelt. Demnach 

werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das 

prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen 

Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

32 Aldo Zaugg/Peter Ludwig Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9b Bst. b mit Hinweisen

RA Nr. 110/2017/25 11

Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 800.-- (Art. 103 

Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV33). Die Beschwerdeführerin und die 

von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten sind insoweit mit ihren Anträgen 

durchgedrungen, als die Gemeinde den Sicherheitsaspekt bei der Anordnung der 

Wiederherstellungsmassnahme zu wenig berücksichtigt hat. Hingegen unterliegen sie in 

der Hauptsache (Bauabschlag und grundsätzliche Wiederherstellungspflicht). Im Ergebnis 

sind der Beschwerdeführerin und den von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten je 

Fr. 300.-- Verfahrenskosten aufzuerlegen. Die von Amtes am Verfahren Beteiligten haften 

solidarisch für den ihnen auferlegten Betrag. Den Restbetrag von Fr. 200.-- trägt der 

Kanton, da der Vorinstanz keine Verfahrenskosten auferlegt werden können (Art. 108 Abs. 

2 VRPG). 

b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

Die Ziffern 2 bis 4 der Verfügung vom 24. Januar 2017 der Gemeinde Wichtrach 

werden aufgehoben. Die Sache wird diesbezüglich zur Behandlung im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

Soweit weitergehend, wird die Beschwerde abgewiesen und die Verfügung der 

Gemeinde Wichtrach bestätigt.

2. Der Beschwerdeführerin und den von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten werden 

Verfahrenskosten von je Fr. 300.-- auferlegt. Die von Amtes wegen am Verfahren 

Beteiligten haften solidarisch für den gesamten ihnen auferlegten Betrag. Eine 

separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen 

ist. 

33 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

RA Nr. 110/2017/25 12

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- A.________, eingeschrieben

- Frau C.________ und Herrn B.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wichtrach, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin