# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 800f5c13-af54-5a6e-8278-573281e05985
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.08.2017 200 2017 193
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-193_2017-08-09.pdf

## Full Text

200 17 193 SH
ACT/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. August 2017

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Burgergemeinde C.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt D.________
Beschwerdegegnerin

Regierungsstatthalter von Biel/Bienne
Schloss, 2560 Nidau
Vorinstanz

betreffend Entscheid des Regierungsstatthalters von Biel/Bienne vom 
20. Januar 2017 (shbv 33/2016)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, SH/17/193, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________ (Sozialhilfebezüger bzw. Beschwerdefüh-
rer) wurde ab März 2016 durch die Burgergemeinde C.________ (Be-
schwerdegegnerin) wirtschaftlich unterstützt. Mit Verfügung vom 17. August 
2016 stellte diese die Sozialhilfe unter Verweis auf eine nicht fristgerecht 
gemeldete Erwerbstätigkeit rückwirkend ab 25. April 2016 ein und verlangte 
sinngemäss die Rückerstattung der ab diesem Datum zu Unrecht bezoge-
nen Sozialhilfe im Betrag von Fr. 1'913.-- (Beilagen der Burgergemeinde im 
vorinstanzlichen Verfahren [act. II/BG] 1 ff.).

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Sozialhilfebezüger am 5. September 
2016 Beschwerde beim Regierungsstatthalter von Biel/Bienne (Regie-
rungsstatthalter bzw. Vorinstanz; Akten des RSA [act. II] 1 f.). Mit Entscheid 
vom 20. Januar 2017 wies dieser die Beschwerde ab und bestätigte aus-
drücklich die am 17. August 2016 verfügte Einstellung der Sozialhilfe per 
25. April 2016 sowie die Rückerstattung der Sozialhilfe von Fr. 1'913.-- 
(act. II 41 ff.).

C.

Dagegen liess der Sozialhilfebezüger, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 21. Februar 2017 Beschwerde erheben und beantragen, 
unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides seien ihm weiterhin und 
rückwirkend ab August 2016 die bisherigen Sozialhilfeleistungen auszurich-
ten und von einer Rückerstattungspflicht sei abzusehen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbrin-
gen, er habe lediglich in den Monaten Mai, Juni und Juli 2016 temporär 
gearbeitet und hierfür einen Lohn erhalten, worüber er die Beschwerde-
gegnerin mit Schreiben vom 3. Juli 2016 in Kenntnis gesetzt habe (vgl. da-

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zu Beilage des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Verfahren 
[act. II/BF] 13). Spätestens ab August 2016 sei er mangels Einkommens 
bedürftig geworden; aber auch schon zuvor habe unter Berücksichtigung 
eines angemessenen Freibetrages Bedürftigkeit vorgelegen. Eine Rückfor-
derung im heutigen Zeitpunkt brächte ihn noch mehr in Notlage. Eine (in-
folge Verletzung der Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten) sanktionsweise 
Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe kenne das Gesetz vom 11. Juni 2001 
über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfegesetz, SHG; BSG 860.1) nicht; 
vorliegend könne denn auch nicht von einer schwerwiegenden Mitwir-
kungspflichtverletzung ausgegangen werden.

Mit Vernehmlassung vom 10. März 2017 ersuchte die Vorinstanz um 
Bestätigung des angefochtenen Entscheides.

Mit Beschwerdeantwort beantragte die Beschwerdegegnerin, nunmehr ver-
treten durch Rechtsanwalt D.________, die kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde. 

Weitere Eingaben des Beschwerdeführers datieren vom 22. Mai, 16. Juni 
und 6. Juli 2017.

Erwägungen:

1.

1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsge-
richts ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege (VRPG; BSG155.21) und Art. 54 Abs. 2 des Gesetzes 
vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG161.1) i.V.m. Art. 18 Abs. 2 des Organisa-
tionsreglements vom 22. September 2010 des Verwaltungsgerichts (OrR 
VG; BSG 162.621) zuständig (vgl. auch Art. 52 Abs. 3 SHG). Der Be-
schwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch 

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den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdi-
ges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). 
Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG).

1.2 Angefochten ist der Entscheid des Regierungsstatthalters von Bi-
el/Bienne vom 20. Januar 2017 (act. II 41 ff.). Streitig und zu prüfen ist der 
Anspruch auf Sozialhilfe und in diesem Zusammenhang auch, ob und in-
wieweit bisher ausgerichtete Leistungen zurückzuerstatten sind.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzung hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, 
hat nach Art. 12 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 29 Abs. 1 
der Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) – dieser geht nicht über 
die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (BVR 2005 S. 400 
E. 5.2) – Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein 
menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der verfassungsrechtliche 
Anspruch ist beschränkt auf ein absolutes Minimum im Sinn einer «Überle-
benshilfe», was Ausdruck des Subsidiaritätsgrundsatzes ist und zugleich 
bedeutet, dass Schutzbereich und Kerngehalt bei diesem Grundrecht zu-
sammenfallen (BGE 130 I 71 E. 4.1 S. 74, 131 I 166 E. 3.1 S. 172; vgl. 
auch BGE 134 I 65 E. 3.1 S. 69; BVR 2005 S. 400 E. 5.2).

Der kantonalgesetzliche Anspruch auf Sozialhilfe gewährleistet jeder be-
dürftigen Person persönliche und wirtschaftliche Hilfe (Art. 23 Abs. 1 SHG). 
Als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder 
nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 23 Abs. 2 
SHG). Auch die gesetzlichen Sozialhilfeleistungen unterliegen demnach 
dem Grundsatz der Subsidiarität (vgl. auch Art. 9 Abs. 1 SHG); sie werden 

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nur gewährt, wenn die bedürftige Person sich nicht selbst helfen kann oder 
Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist (Art. 9 Abs. 2 
und Art. 23 Abs. 2 SHG). Die betroffene Person hat namentlich vorhande-
nes Einkommen und Vermögen sowie die eigene Arbeitskraft einzusetzen, 
um die drohende oder bestehende Notlage abzuwenden oder zu beheben 
(BVR 2011 S. 368 E. 4.1).

2.2 Nach dem im Sozialhilferecht geltenden Bedarfsdeckungsprinzip ist 
in jedem individuellen Fall der Bedarf für die konkrete und aktuelle Notlage 
auszurichten. Die Bedürftigkeit ist gleichzeitig auch die Begrenzung in Be-
zug auf die Höhe der Hilfeleistung (CHRISTOPH RÜEGG, Das Recht auf Hilfe 
in Notlagen, in CHRISTOPH HÄFELI [Hrsg.], Das Schweizerische Sozialhilfe-
recht, 2008, S. 23 ff., 47). Das heisst, dass die einer um Hilfe suchenden 
Person auszurichtenden Sozialhilfeleistungen gestützt auf die anrechenba-
ren Einnahmen und Ausgaben des jeweiligen Monats zu berechnen sind.

2.3

2.3.1 Für das Sozialhilferecht wird die Mitwirkungspflicht in Art. 28 Abs. 1 
SHG konkretisiert (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG): Danach ist die betroffene 
Person verpflichtet, dem Sozialdienst die erforderlichen Auskünfte über ihre 
persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu geben und Änderungen 
der Verhältnisse unaufgefordert und unverzüglich mitzuteilen, oder zwecks 
Abklärung des Sachverhalts persönlich zu erscheinen (VGE 2010/242 vom 
21.12.2010, E. 3.1). Die Auskunftspflicht bezieht sich sowohl auf die Ei-
genmittel als auch Leistungen Dritter, die aufgrund einer Rechtspflicht oder 
freiwillig geleistet werden (BVR 2009 S. 225 E. 4). Die Mitwirkungs- und 
Auskunftspflicht besteht selbst dann, wenn sich die Auskunft zum Nachteil 
der Rechtsunterworfenen auswirkt. Den Mitwirkungspflichten der um Hilfe 
suchenden Personen steht eine Aufklärungspflicht der Behörden gegenü-
ber. Diese haben die Betroffenen darüber zu informieren, worin die Mitwir-
kungspflicht besteht, welche Tragweite ihr zukommt und insbesondere wel-
che Beweismittel sie beizubringen haben (BGE 132 II 113 E. 3.2 S. 115; 
BVR 2009 S. 415 E. 2.2 mit Hinweisen, 2009 S. 225 E. 3.1).

2.3.2 Können wegen mangelhafter Mitwirkung der betroffenen Personen 
trotz seriöser Abklärungen der Sozialhilfebehörde erhebliche Zweifel an der 

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Bedürftigkeit nicht beseitigt werden, kann zufolge der allgemeinen Beweis-
lastregel, wonach zu Ungunsten derjenigen Person zu entscheiden ist, die 
aus der unbewiesen gebliebenen Tatsache hätte Rechte ableiten können 
(vgl. Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]), eine 
(teilweise oder volle) Leistungseinstellung gerechtfertigt sein. Diesfalls ist 
die Anspruchsberechtigung nach dem SHG – gleich wie der grundrechtli-
che Anspruch auf Hilfe in Notlage – gar nicht berührt, da die wirtschaftliche 
Notlage nicht erstellt ist und somit beweismässig keine Bedürftigkeit vor-
liegt (vgl. BVR 2011 S. 448 E. 3.1, 2009 S. 415 E. 2.3.2). Das kann etwa 
der Fall sein, wenn die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller einverlangte 
Kontoauszüge nicht einreicht, Leistungen Dritter nicht offenlegt oder man-
gels Mitwirkung die Einkommens- und Vermögensverhältnisse unklar blei-
ben (vgl. BVR 2011 S. 448 E. 3.3, 2009 S. 225 E. 6, S. 415 E. 4.3; A.8.3 
der SKOS-Richtlinien).

2.4 Eine Tatsache kann als bewiesen gelten, wenn die entscheidende 
Behörde aufgrund der erhobenen Beweise zur Überzeugung gelangt, dass 
diese Tatsache, so wie behauptet oder angenommen, besteht. Absolute 
Gewissheit ist nicht erforderlich. Es genügt ein so hoher Grad an Wahr-
scheinlichkeit, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben. Eine blosse Mög-
lichkeit aber reicht nicht aus. Die Wahrheitsüberzeugung der Behörde muss 
auf konkreten Gründen, der allgemeinen Lebenserfahrung und der prakti-
schen Vernunft beruhen (MERKLI/ AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum 
bernischen VRPG, 1997, Art. 19 N. 6 f.; vgl. auch BVR 2009 S. 385 
E. 4.3.2 mit Hinweis). Der Beweis kann auch indirekt, durch Indizien, er-
bracht werden, d.h. durch den Beweis von Sachumständen, die den 
Schluss auf andere, rechtswesentliche Tatsachen zulassen (vgl. BVR 2012 
S. 58 E. 4.1; MERKLI/AESCHLIMANN/ HERZOG, a.a.O., Art. 19 N. 5).

2.5

2.5.1 Nach Art. 40 ff. SHG sind Personen, die wirtschaftliche Hilfe bezo-
gen haben, unter bestimmten Voraussetzungen zur Rückerstattung ver-
pflichtet. Art. 40 SHG regelt die Rückerstattung wirtschaftlicher Hilfe; hierzu 
gehört namentlich die Rückerstattung wegen wesentlicher Verbesserung 
der wirtschaftlichen Verhältnisse (Art. 40 Abs. 1 SHG), die Rückerstattung 
bei vorhandenem Vermögen, sobald diese Vermögenswerte realisierbar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, SH/17/193, Seite 7

oder realisiert werden (Art. 40 Abs. 2 SHG), sowie die Rückerstattung von 
im Hinblick auf bevorstehende Versicherungsleistungen bezogener wirt-
schaftlicher Hilfe (Art. 40 Abs. 3 SHG). Diesen Fällen von rechtmässigem 
Leistungsbezug steht der unrechtmässige Leistungsbezug gegenüber: 
Nach Art. 40 Abs. 5 SHG sind Personen, die unrechtmässig wirtschaftliche 
Hilfe bezogen haben, zu deren Rückerstattung samt Zins verpflichtet.

Der Rückerstattungsgrund gemäss Art. 40 Abs. 5 SHG knüpft ausschliess-
lich an die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs an und ist daher unab-
hängig davon erfüllt, ob die betroffene Person eine Pflichtverletzung be-
gangen hat oder ob sie ein Verschulden trifft (BVR 2008 S. 266 E. 3.2 mit 
Hinweisen; VGE SH/2011/161 vom 22.3.2012, E. 5.1, SH/2009/150 vom 
18.8.2010, E. 2.1). Sie wird in dem Umfang rückerstattungspflichtig, in dem 
sie nicht bedürftig war.

2.5.2 Gemäss Art. 43 Abs. 3 SHG kann auf Antrag hin in Härtefällen auf 
eine Rückerstattung ganz oder teilweise verzichtet werden. Es handelt sich 
hierbei nicht um einen Schulderlass, sondern um einen allgemeinen Befrei-
ungstatbestand, mit der Folge, dass bei Vorliegen eines Befreiungsgrundes 
gar keine Forderung des Gemeinwesens gegenüber der betroffenen Per-
son entsteht. Verfahrensrechtlich heisst dies, dass die Sozialhilfebehörde 
– vorbehältlich einer einvernehmlichen Lösung – die verschiedenen Aspek-
te der Rückforderung (Rückerstattungsgrund, Befreiungsgründe, Rückzah-
lungsmodalitäten) grundsätzlich in ein und demselben Verfahren zu prüfen 
hat, welches in eine Verfügung ausmündet (vgl. BVR 2009 S. 273 E. 4.2, 
2008 S. 266 E. 4.3; VGE 2011/161 vom 22.3.2012, E. 8.2 f.). Die jüngste 
Revision hat hieran nichts geändert (Vortrag des Regierungsrates zur 
SHG-Änderung in Tagblatt des Grossen Rates 2010, Beilage 28 [Vortrag 
2010], S. 14). Die bisherige Praxis – der Vortrag verweist auf BVR 2008 
S. 266 E. 5.2-5.4 – bleibt demnach weiterhin massgebend (vgl. Vortrag 
2010, S. 14 f.; VGE 2011/161 vom 22.3.2012, E. 8.2).

Nach der Gerichtspraxis liegt ein Härtefall vor, wenn es unter Berücksichti-
gung der persönlichen und finanziellen Situation der oder des Betroffenen 
nicht sinnvoll und zumutbar ist, an der Bezahlung der Rückforderung fest-
zuhalten; dies hängt unter anderem davon ab, ob Zahlungsmodalitäten 
gefunden werden, welche die Rückerstattung in betraglicher und zeitlicher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, SH/17/193, Seite 8

Hinsicht als tragbar erscheinen lassen. Im Übrigen ist unter Billigkeitsas-
pekten auch das Verhalten der Leistungsempfängerinnen und -empfänger 
zu würdigen (vgl. Art. 11c SHV; BVR 2008 S. 266 E. 5.2 ff.; vgl. auch BVR 
2009 S. 273 E. 4.2, 2011 S. 458 E. 7.5).

3.

3.1 Mangels entsprechender Begehren (Art. 84 Abs. 2 VRPG) ist die 
ausgerichtete Sozialhilfe für die Monate März und April 2016 (act. II/BG 1 
und 3) hier nicht zu prüfen.

3.2 Es ist erstellt und denn auch nicht (mehr) bestritten, dass der Be-
schwerdeführer in den Monaten Mai, Juni sowie Juli 2016 gearbeitet und 
dabei einen Lohn von Fr. 3'275.70, Fr. 4'297.55 sowie Fr. 2'480.20 verdient 
hat (act. II/BF 31 und 33). Diese Einkommen hat er zwar erst im vorinstanz-
lichen Verfahren (mittels act. II/BF 31 und 33) und damit grundsätzlich ver-
spätet deklariert. Dennoch ist der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Urteils 
des Verwaltungsgerichts massgebend (vgl. Art. 25 VRPG), so dass die 
entsprechenden Angaben zu berücksichtigen sind. Bei einem zu Recht 
unbestritten gebliebenen Bedarf von Fr. 2'172.50 (act. II/BG 8, dies unter 
Berücksichtigung einer Prämienverbilligung von monatlich Fr. 200.-- [vgl. 
act. II/BG 56]) bestand während dieser drei Monate deshalb von vornherein 
kein Anspruch auf wirtschaftliche Sozialhilfe, da das Einkommen den Be-
darf überstieg (vgl. E. 2.2 in fine hiervor); insoweit kommen die in der Be-
schwerde, S. 4 f. aufgeworfenen Fragen betreffend Vermögensfreibeträge 
gar nicht zum Tragen. Die für die Monate Mai, Juni und Juli 2016 ausge-
richteten Leistungen (jeweils Fr. 2'320.-- [act. II/BG 3], d.h. total Fr. 6'960.--) 
sind damit zu Unrecht ausgerichtet worden. Wann die Beschwerdegegnerin 
Kenntnis des Erwerbseinkommens hatte, ist nicht massgebend und vermag 
– entgegen der Auffassung in der Beschwerde, S. 4 Ziff. 4 – auch keinen 
Anspruch gestützt auf Treu und Glauben zu begründen; entscheidend ist 
allein, dass mangels Bedürftigkeit kein Anspruch bestand. Aufgrund der 
Akten ist immerhin davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin 
zunächst einzig für den Monat Juli 2016 Kenntnis von einer Arbeitstätigkeit 
des Beschwerdeführers hatte (vgl. act. II/BF 17), was denn auch erklärt, 

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warum damals die Sozialhilfe einzig für diesen Monat zurückgefordert 
(act. II/BF13), in der Folge aber (mangels Unterlagen und Kennzahlen zur 
Anstellung provisorisch bzw. bevorschussungsweise) weiterhin ausbezahlt 
worden ist (act. II/BF 17). Wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.1 hiervor), ist hier 
im Übrigen nicht zu prüfen, ob die in den Monaten März und April 2016 
ausgerichteten Leistungen überhaupt rechtmässig waren oder nicht (vgl. 
Beschwerde, S. 7). Insoweit ist der angefochtene Entscheid der Vorinstanz 
(act. II 41 ff.), welcher die Verfügung der Beschwerdegegnerin (act. II/BG 1 
ff.) bestätigt hat, nicht zu beanstanden. 

3.3 Ab August 2016 erzielte der Beschwerdeführer einerseits kein Er-
werbseinkommen mehr. Andererseits reichte er trotz mehrmaliger Aufforde-
rungen und Mahnungen (act. II/BG 5, 13 f., 15, 16) nicht sämtliche notwen-
digen Unterlagen ein, die für die Bemessung des Anspruchs auf Sozialhilfe 
notwendig waren. In der Folge konnte die Beschwerdegegnerin keine Be-
dürftigkeit feststellen; sie hat denn auch den Untersuchungsgrundsatz nicht 
verletzt (vgl. Beschwerde, S. 3 unten), da Letzterer seine Grenze in der 
Mitwirkungspflicht findet (vgl. E. 2.3 hiervor). Es ist im Übrigen nicht erstellt, 
dass der Beschwerdeführer nicht fähig wäre, dieser Mitwirkungspflicht 
nachzukommen, wie es in der Beschwerde, S. 5 f. Ziff. 6.1 und S. 7, ange-
sprochen wird – vielmehr kam er schliesslich seinen Pflichten vor der 
Vorinstanz nach. Selbst der behandelnde Psychiater konnte im psychiatri-
schen Status keine kognitiven oder emotionalen Einschränkungen feststel-
len, die die Fähigkeit des Beschwerdeführers, in administrativen Angele-
genheiten mitzuwirken, grundsätzlich einschränkten (Akten des Beschwer-
deführers [act. I] 9/3). Schliesslich ist irrelevant, ob der Beschwerdeführer 
seinen Mitwirkungspflichten nicht nachkam, weil er etwas verbergen wollte, 
sich um seine Pflichten foutierte oder andere Gründe ausschlaggeben wa-
ren (vgl. Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 22. Mai 2017, S. 1). 
Entgegen der Auffassung in der Beschwerde, S. 5 Ziff. 5, bestand damit 
gerade keine nachgewiesene Bedürftigkeit und somit auch kein Anspruch 
(vgl. E. 2.3.2 hiervor); anders als in der Beschwerde, S. 6 f. Ziff. 7, ausge-
führt, liegt hier kein Fall einer Kürzung im Sinne des Art. 36 SHG vor. In der 
Folge durfte die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Sozialhilfe ab Au-
gust 2016 einstellen resp. den Beschwerdeführer in die Selbstständigkeit 
entlassen. Es kann offen bleiben, ob die Einstellung per Ende April 2016 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, SH/17/193, Seite 10

(so in der Verfügung; act. II/BG 1) oder erst per Ende Juli 2016 zu erfolgen 
hat (vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 3 und S. 4 f. Ziff. 5), da dies am Ergebnis 
nichts ändert.

3.4 Zu berücksichtigen ist der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Urteils 
des Verwaltungsgerichts (Art. 25 VRPG), weiter gilt der Untersuchungs-
grundsatz (Art. 18 VRPG). Damit sind die im Dezember 2016 der Vor-
instanz eingereichten Unterlagen (act. II/BF 30 ff.) zu berücksichtigen. Dies 
bedeutet aber nicht, dass für die Zeit vorher ein Anspruch auf wirtschaftli-
che Sozialhilfe besteht, denn die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch 
wegen fehlender Mitwirkung resp. wegen nicht festgestellter Bedürftigkeit 
zu Recht verneint (vgl. E. 3.3 hiervor). Vielmehr hat der Beschwerdeführer 
frühestens ab dem Zeitpunkt der Einreichung der notwendigen Unterlagen 
– mithin dem Zeitpunkt der Erfüllung der Mitwirkungspflicht – allenfalls An-
spruch auf wirtschaftliche Sozialhilfe. Anders zu entscheiden hätte zur Fol-
ge, dass Sozialhilfeleistungen rückwirkend ausgerichtet würden (nämlich 
für einen Zeitraum, in welchem ein Nachweis der Bedürftigkeit nicht aus-
gewiesen war), was nicht deren Konzeption der Bedarfsdeckung entspricht, 
wonach Sozialhilfeleistungen nur für die Gegenwart und (sofern die Notlage 
anhält) für die Zukunft ausgerichtet werden, nicht jedoch für die Vergan-
genheit (A.4 der SKOS-Richtlinien). Die Akten werden deshalb der Be-
schwerdegegnerin überwiesen, damit sie den Anspruch auf Sozialhilfe ab 
Dezember 2016 prüfe (soweit dies nicht bereits geschehen ist; vgl. Stel-
lungnahme des Beschwerdeführers vom 22. Mai 2017, S. 1 unten).

3.5 Zu prüfen bleibt schliesslich, ob der Beschwerdeführer die ausge-
richteten Sozialhilfeleistungen zurückerstatten muss. Hier handelt es sich 
nicht um einen Fall der Rückerstattung gemäss Art. 40 Abs. 1 SHG, wo-
nach die Pflicht zur Rückerstattung besteht, sobald sich die wirtschaftlichen 
Verhältnisse wesentlich verbessert haben. Vielmehr geht es um die Rück-
erstattung eines unrechtmässigen Bezugs nach Art. 40 Abs. 5 SHG, wobei 
die Frage eines allfälligen Verschuldens nicht massgebend ist (vgl. E. 2.5.1 
hiervor). Wegen des unrechtmässigen Bezug während der Monate Mai, 
Juni und Juli 2016 (vgl. E. 3.2 hiervor) hätte der Beschwerdeführer die ent-
sprechenden Leistungen samt Zins grundsätzlich zurückzuerstatten, wobei 
die Höhe des (verfügten) Betrages (Fr. 1'913.--; act. II/BG 1 und 3) nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, SH/17/193, Seite 11

bestritten ist. Allerdings hat der Beschwerdeführer in der Beschwerde, S. 2, 
5 Mitte und 8 Ziff. 8, den Antrag gestellt, es liege ein Härtefall vor, weshalb 
auf die Rückerstattung zu verzichten sei (Art. 43 Abs. 3 SHG; vgl. E. 2.5.2 
hiervor). Angesichts der finanziellen Situation des Beschwerdeführers – er 
wird wieder von der der Sozialhilfe unterstützt (Eingabe vom 22. Mai 2017, 
S. 1) – erscheint die Rückerstattung hier unverhältnismässig. Auch unter 
Billigkeitsaspekten ist der Erlass hier gerade noch zu rechtfertigen. In der 
Folge besteht kein Rückforderungsanspruch. Insoweit ist die Beschwerde 
gutzuheissen.

4.

Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde dahingehend teilweise gutzu-
heissen, als kein Rückforderungsanspruch von Fr. 1'913.-- besteht und die 
Akten zur Prüfung des Anspruchs auf Sozialhilfe ab Dezember 2016 an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sind. Im Übrigen ist die Beschwerde 
abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 53 SHG werden in Verfahren vor den Sozialdiensten 
und den Beschwerdeinstanzen vorbehältlich (hier nicht erfüllter) mutwilliger 
oder leichtfertiger Prozessführung keine Verfahrenskosten erhoben.

5.2 Rechtsgrundlage für das Zusprechen von Parteikostenersatz bildet 
im kantonalrechtlich geregelten Sozialhilfeverfahren mangels Sondervor-
schrift im SHG abschliessend Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG 
(BVR 2012 S. 424 E. 5.2.1). Im Beschwerdeverfahren sind die Parteikosten 
grundsätzlich nach dem Unterliegerprinzip zu verlegen (Art. 108 Abs. 3 
VRPG; MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 
1997, Art. 108 N. 12). Das Obsiegen bzw. das Unterliegen richtet sich nach 
Massgabe der in den Rechtsschriften gestellten Anträge. Bei einem teilwei-
sen Obsiegen hat die anwaltlich vertretene Partei nur nach Massgabe ihres 
Obsiegens einen Ersatzanspruch für ihren Parteiaufwand (Parteikostenbei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, SH/17/193, Seite 12

trag). Nur teilweise obsiegt namentlich, wer nicht mit allen Hauptrechtsbe-
gehren oder nur mit einem Eventualbegehren durchdringt (vgl. MERKLI/
AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O., Art. 108 N. 2 und 14).

Aufgrund des (geringen) teilweisen Obsiegens hat die Beschwerdegegnerin 
dem Beschwerdeführer für die anwaltliche Vertretung eine reduzierte Par-
teientschädigung von insgesamt und pauschal Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Re-
gierungsstatthalters von Biel/Bienne vom 20. Januar 2017 insoweit 
aufgehoben, als der Beschwerdeführer zur Rückerstattung von 
Fr. 1'913.-- verpflichtet wird. Die Akten werden an die Beschwerdegeg-
nerin zum Vorgehen im Sinne der Erwägungen überwiesen. Im Übri-
gen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine reduzierte 
Parteientschädigung, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'000.-- (inkl. Ausla-
gen und MWSt.), zu bezahlen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Beschwerdegegnerin (samt Ein-

gaben des Beschwerdeführers vom 16. Juni und 6. Juli 2017)
- Regierungsstatthalter von Biel/Bienne (samt Eingaben des Be-

schwerdeführers vom 16. Juni und 6. Juli 2017)

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, SH/17/193, Seite 13

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.