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**Case Identifier:** 0463ee21-2c14-53d0-8b62-90dd331deefe
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.02.2022 IV 2020/111
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-111_2022-02-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/111

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.07.2022

Entscheiddatum: 24.02.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 24.02.2022
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Frage des Vorliegens eines 
Alkoholabhängigkeitssyndroms. Trotz des möglichen Vorliegens eines 
schädlichen Gebrauchs von Alkohol ist am Gutachten festzuhalten und ein 
Rentenanspruch gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 70% zu verneinen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. 
Februar 2022, IV 2020/111).

Entscheid vom 24. Februar 2022

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz), Marie Löhrer und Michaela 

Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Geschäftsnr.

IV 2020/111

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich erstmals am 12. Juli 2013 wegen 

einer Panik-Störung, einer posttraumatischen Belastungsstörung und Depressionen bei 

der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (IV-act. 2). Sie gab an, nicht erwerbstätig und 

Hausfrau zu sein. Gemäss dem Fragebogen für Arbeitgeber übte sie von Februar bis 

September 2011 eine Tätigkeit in der Unterhaltsreinigung aus (IV-act. 11). Dem 

Fragebogen betreffend Qualifikation ist zu entnehmen, dass sie im Gesundheitsfall 

100% erwerbstätig wäre (IV-act. 16). Med. pract. B.___, Psychiatrisches Zentrum 

C.___, diagnostizierte im Bericht vom 18. Februar 2014 eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.11) und eine generalisierte 

Angststörung (ICD-10 F41.1). Ab dem 15. März 2012 (Beginn der Behandlung) sei sie 

zu 100% arbeitsunfähig gewesen und ab dem 1. März 2014 zu 40% arbeitsfähig in 

einer adaptierten Tätigkeit (IV-act. 20-3).

A.a. 

Durch Mitteilung vom 2. Oktober 2014 sprach die IV-Stelle der Versicherten ein 

Belastbarkeitstraining bei D.___ vom 22. September bis 21. Dezember 2014 zu (IV-act. 

32). Ziel der Integrationsmassnahme war es, spezifisch vereinbarte Kompetenzen und 

Verhaltensweisen zu trainieren (IV-act. 34). Vom 22. Dezember 2014 bis 21. Juni 2015 

wurde ihr zudem Kostengutsprache für ein Aufbautraining gewährt, welches sie jedoch 

wegen einer gesundheitlichen Verschlechterung per 26. März 2015 abbrechen musste 

(IV-act. 41, 54, 57). Vom 2. bis 25. April 2015 wurde die Versicherte stationär in der 

Psychiatrischen Klinik E.___ behandelt. Der Austritt erfolgte vorzeitig auf ihren Wunsch 

hin, da sie die Rückkehr zur Klinikstation nach den Wochenenden jeweils an die Zeit 

und Erlebnisse im Kinderheim erinnert hätten, was in ihr sehr unangenehme Gefühle 

ausgelöst habe. Im Anschluss wurde die Therapie im ambulanten Setting fortgesetzt 

(IV-act. 61-2f., 63-2).

A.b. 

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In der Stellungnahme vom 23. März 2016 befand RAD-Arzt Dr. med. F.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die vorliegenden psychiatrischen Berichte 

hinsichtlich der Diagnostik als nicht überzeugend. Er empfahl die Einholung weiterer 

Berichte (IV-act. 78-3) und gestützt darauf am 15. Juli 2016 die Vornahme einer 

bidisziplinären Begutachtung (IV-act. 82).

A.c. 

Am 12. August 2016 wurde die Versicherte orthopädisch durch Dr. med. G.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

und psychiatrisch von Dr. med. H.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

begutachtet. Im Gutachten vom 10. September 2016 hielten die beiden Experten als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische 

Belastungsstörung (Typ II Traumatisierung, F43.1), eine Panikstörung (F41.0), sowie ein 

chronisches lumbovertebrales Syndrom (M54.5) bei degenerativen Veränderungen 

ossärer (M47.86), aber vorwiegend diskogener (Diskushernien L4/L5 und L5/S1, M51.8) 

Art fest. Seit August 2011 bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100% und in einer leidensangepassten Tätigkeit eine solche von 30% (IV-act. 

88-45f.). RAD-Arzt Dr. F.___ befand das Gutachten als nachvollziehbar (Stellungnahme 

vom 19. September 2016, IV-act. 89).

A.d. 

Mit Verfügung vom 7. November 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren 

gestützt auf einen IV-Grad von 30% ab (IV-act. 92, 93).

A.e. 

Am 14. Dezember 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 

an. Sie machte geltend, unter Depressionen, einem Trauma sowie Kraftlosigkeit 

(Zittern) zu leiden (IV-act. 94). Mit Verfügung vom 12. März 2018 trat die IV-Stelle auf 

das Leistungsbegehren nicht ein (IV-act. 101).

A.f. 

Mit Vorbescheid vom 6. November 2018 wollte die IV-Stelle auf das neue 

Leistungsbegehren vom Oktober 2018 erneut nicht eintreten (IV-act. 110, 104), worauf 

die Versicherte geltend machte, mit dieser Entscheidung nicht einverstanden zu sein 

(IV-act. 112). Mit Schreiben vom 10. Dezember 2018 berichtete med. pract. B.___, dass 

das Leiden der Versicherten hochgradig chronifiziert sei. Trotz intensiver Behandlung in 

der Tagesklinik, mehreren stationären Aufenthalten in der Psychiatrischen Klinik E.___, 

auf Akut- und Psychotherapiestationen, ambulanter psychiatrischer Behandlung und 

A.g. 

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B.  

Optimierung der Psychopharmakotherapie zeige sich nur eine begrenzte Wirksamkeit. 

Es sei davon auszugehen, dass eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt über 

längere Zeit nicht möglich sei (IV-act. 114-1ff.).

Nach Einholung weiterer Arztberichte durch die IV-Stelle hielt RAD-Arzt Dr. med. 

I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 24. Juni 2019 fest, auf Grund 

des von den behandelnden Ärzten aufgeführten Störungsbildes einer komplexen 

posttraumatischen Belastungsstörung empfehle sich eine polydisziplinäre medizinische 

Begutachtung (IV-act. 126-3).

A.h. 

Mit Schreiben vom 25. Juni 2019 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen (IV-act. 129).

A.i. 

Am 13. Dezember 2019 unterzog sich die Versicherte einer bidisziplinären 

Verlaufsbegutachtung durch Dres. H.___ und G.___. Im Gutachten vom 11. Januar 

2020 beurteilten die Fachärzte die Versicherte als zu 70% arbeitsfähig in einer 

angepassten Tätigkeit (IV-act. 136-8).

A.j. 

Mit Vorbescheid vom 28. Januar 2020 teilte die IV-Stelle mit, sie plane das 

Rentengesuch auf Grund eines IV-Grads von 30% abzuweisen (IV-act. 140). Am 

30. April 2020 verfügte sie in diesem Sinne eine Abweisung des Leistungsgesuchs (IV-

act. 152).

A.k. 

Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde der Versicherten 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) vom 28. Mai 2020 mit dem Antrag auf deren 

Aufhebung und auf Zusprache einer Rente. Zudem sei ihr die unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren. Die Beschwerdeführerin macht geltend, da sie seit längerer 

Zeit in einer Kantine tätig sei und dabei aber lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 30% 

erreiche, müsse auf diese berufspraktische Einschätzung abgestützt werden und nicht 

auf das Gutachten von 2019. Auch ihre behandelnde Psychiaterin sei mit dem IV-

Gutachten nicht einverstanden, was sie in der Stellungnahme vom 26. Mai 2020 

darlege (act. G 1, 1.2).

B.a. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie den 

Inhalt der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.

Rechtsprechungsgemäss hat das Sozialversicherungsgericht auf den bis zum 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2020 beantragt die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie 

vorwiegend auf die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. I.___ vom 3. Juli 2020, wonach an 

den psychiatrischen Ausführungen der Gutachterin festgehalten werden könne (act. 

G 4, 4.2).

B.b. 

Am 14. Juli 2020 bewilligt die Präsidentin das Gesuch der Beschwerdeführerin um 

unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 6).

B.c. 

Mit Replik vom 9. November 2020 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest. Auf Grund ihrer gesundheitlichen Beschwerden sei es ihr nicht möglich, einer 

70%igen Arbeitstätigkeit nachzugehen. Die mögliche und bisher ausgeführte Tätigkeit 

von 30% stelle das Maximum dar, welches sie leisten könne. Sie kämpfe täglich, um 

ihr Leben einigermassen auf die Reihe zu kriegen, und bemühe sich, die Arbeit in der 

Kantine auszuführen. In der Beilage reicht sie einen Bericht ihrer behandelnden 

Psychiaterin, den Austrittsbericht der Klinik J.___ vom 10. November 2020 über ihre 

Hospitalisation vom 26. Oktober bis 10. November 2020, eine Bestätigung über 

Suchtberatung vom 14. Oktober 2020 sowie den Bericht des Spitals K.___ über eine 

notfallmässige Behandlung vom 24. Februar 2012 ein (act. G 12, 12.1-12-4, 14).

B.d. 

In der Duplik vom 2. Dezember 2020 hält auch die Beschwerdegegnerin am 

Antrag auf Beschwerdeabweisung unter Beilage der Stellungnahme von RAD-Arzt 

Dr. I.___ vom 21. November 2020 fest. Gemäss dem RAD-Arzt ergeben sich im 

Rahmen der vorliegenden Unterlagen keine neuen relevanten Erkenntnisse auf 

medizinisch-psychiatrischer Ebene hinsichtlich des massgeblichen Zeitraums bis zum 

Verfügungserlass (30. April 2020; act. G 16, 16.1).

B.e. 

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Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen 

(BGE 143 V 411 E. 2.1 mit Hinweis). Später eingetretene Tatsachen, die zu einer 

Änderung des Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich nicht im Rahmen des 

hängigen, sondern im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen (BGE 121 

V 366 E. 1b mit Hinweisen). Indes sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, im 

hängigen Verfahren soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in 

engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt 

des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. 

Februar 2020, 9C_361/2020, E. 3.3). Der den Gutachtern offensichtlich nicht 

vorgelegene Bericht (vgl. IV-act. 136-33ff.) über die notfallmässige Behandlung der 

Beschwerdeführerin vom 24. Februar 2012 (act. G 12.4) beinhaltet einen Sachverhalt, 

der sich weit vor dem Verfügungserlass einstellte. Somit ist der Bericht zu 

berücksichtigen. Da auch die im Anschluss an die angefochtene Verfügung vom 

30. April 2020 wahrgenommenen Gesprächstermine bei der Suchtfachstelle vom 23. 

und 30. Juli 2020 (vgl. Bestätigung vom 14. Oktober 2020, act. G 12.3) grundsätzlich 

Hinweise enthalten könnten, welche auf den Gesundheitszustand im Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses schliessen lassen, und es angesichts der ebenfalls zu prüfenden 

Frage des Vorliegens einer Alkoholabhängigkeit gerechtfertigt erscheint, auch nach 

dem genannten Zeitpunkt eingetretene Umstände in die Gesamtwürdigung 

einzubeziehen, spricht nichts gegen ihre Berücksichtigung. Demgegenüber behandelt 

der Austrittsbericht der Klinik J.___ vom 10. November 2020 (act. G 12.2) eine 

gesundheitliche Entwicklung, welche keine Rückschlüsse auf den bis zum 

Verfügungszeitpunkt vorliegenden Gesundheitszustand zulässt. Dieser wäre 

demgegenüber allenfalls bei einer Revision bzw. Wiederanmeldung zu prüfen und ist 

vorliegend nicht zu berücksichtigen.

2.  

Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

2.1. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der dazugehörigen Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben. Da vorliegend ein vor dem 1. 

Januar 2022 beginnender Rentenanspruch im Streit liegt, finden die neuen 

Bestimmungen auf das hier zu beurteilende Wiederanmeldungsgesuch keine 

2.2. 

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Anwendung (siehe auch Kreisschreiben des Bundesamts für Sozialversicherungen über 

Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, Rz 9100 f.).

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a); während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) invalid sind (lit. c).

2.3. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.4. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.5. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des 

2.6. 

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3.  

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 

1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3). Ebenfalls 

ist bei der Würdigung der medizinischen Aktenlage der Erfahrungstatsache Rechnung 

zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. 

Dies gilt für Hausärzte wie auch für spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen. Die 

unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 

(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 

fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein Administrativ- oder 

Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 

nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 

Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 

die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation 

entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 

ungewürdigt geblieben sind (vgl. statt vieler: Entscheide des Bundesgerichts vom 3. 

Mai 2021, 8C_164/2021, E. 3.2.1, und vom 17. Februar 2021, 8C_783/2020, E. 5.2, je 

mit Hinweisen).

Vorliegend wies die Beschwerdegegnerin ein erstes Gesuch der 

Beschwerdeführerin vom 12. Juli 2013 (IV-act. 2) mit Verfügung vom 7. November 2016 

(IV-act. 93) ab. Auf ihr neues Gesuch vom Oktober 2018 (IV-act. 104) trat die 

Beschwerdegegnerin ein, weshalb auf die entsprechenden Voraussetzungen gemäss 

Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2019, 

8C_467/2019, E. 3.2) nicht näher einzugehen ist.

2.7. 

Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt spruchreif abgeklärt 

wurde und dabei insbesondere auch die Frage nach dem Vorliegen der von der 

Behandlerin geltend gemachten Alkoholabhängigkeit beantwortet werden kann. Der 

angefochtenen Verfügung liegt das bidisziplinäre Verlaufs-Gutachten der Dres. H.___ 

und G.___ vom 11. Januar 2020 zu Grunde. Darin führen die Gutachter folgende 

relevante Diagnosen mit und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: ein 

chronisches lumbovertebrales Syndrom (M54.86) bei degenerativen Veränderungen 

ossärer (M47.86), aber vorwiegend diskogener Art (Diskushernien L4/L5 und L5/S1, 

3.1. 

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M51.3) nach mikrotechnischer Fenestration und Teildiscectomie L5/S1 von links Mitte 

November 2019, ein chronisches Cervicalsyndrom (M54.82) bei vermutlich 

degenerativen Veränderungen der HWS ossärer (M47.82) und diskogener (M50.8) Art, 

einen Verdacht auf zervikogenen Schwindel (R42), eine posttraumatische 

Belastungsstörung (Typ II Traumatisierung, PTBS), subsyndromal (F43.1), eine 

Panikstörung (F41.0), eine Persönlichkeitsakzentuierung mit ängstlichen, abhängigen 

und emotional instabilen Persönlichkeitsanteilen (Z73.1), sowie eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4). Im orthopädischen Gutachten 

führte Dr. G.___ aus, dass sich die neurologische Ausfallsymptomatik nach operativer 

Behandlung Mitte November 2019 deutlich gebessert habe. Persistieren würden die 

lumbal lokalisierten, je nach Bewegung und Belastung zunehmenden Schmerzen. 

Klinisch fänden sich aktuell eine schmerzhaft eigeschränkte Beweglichkeit der 

Wirbelsäule, jedoch keine schwerwiegenden neurologischen Ausfälle (IV-act. 136-6).

Im psychiatrischen Gutachten hält Dr. H.___ fest, die Beschwerdeführerin berichte, 

unter sehr schwierigen und traumatisierenden Umständen als ältestes von drei Kindern 

in einer von Gewalt und sexuellem Missbrauch geprägten Kindheit aufgewachsen zu 

sein. Auch später habe sie einige traumatisierende Beziehungen gehabt. Beruflich habe 

sie keine Ausbildung absolviert, sondern mehrheitlich im Service und im 

Reinigungsdienst gearbeitet (IV-act. 136-6). Gemäss dem psychiatrischen 

Teilgutachten führte die Beschwerdeführerin hinsichtlich des jetzigen Leidens aus, sie 

habe immer noch ab und zu Panikattacken, wenngleich weniger als früher. Auch könne 

sie insgesamt besser schlafen und habe weniger Albträume. Die Stimmung gehe auf 

und ab. Sie mache aber das Beste daraus und die Arbeit stabilisiere sie. Problematisch 

seien manchmal plötzlich einschiessende Suizidgedanken, zuletzt erlebt vor zwei bis 

drei Monaten. Sie habe keine Ahnung, was der Auslöser sei. Sie denke dann einfach, 

das Leben habe wenig Sinn, und sie würde dann am liebsten einschlafen und nicht 

mehr aufwachen. Dann trinke sie meist zu viel Alkohol. Das letzte Mal habe sie sich 

eine Flasche Alkohol besorgt, dann ihrem Sohn geschrieben, dass sie sich Alkohol 

besorgt habe und genau gewusst, dass er kommen würde, bevor sie mehr getrunken 

habe. Aber auch diese Krisen seien insgesamt weniger geworden. Sie schaffe es 

mehrheitlich, positiv zu denken. Das gehe dann meist recht gut und es gelinge ihr auch, 

sich von negativen Gedanken abzulenken. Nach wie vor sei sie oft traurig, dass die 

Mutter gestorben sei, dass sie selbst körperlich eingeschränkt sei, mehr leisten 

möchte, aber körperlich einfach nicht mehr könne. Nach der Arbeit sei sie nach 

dreieinhalb Stunden einfach müde. Das nerve sie. Manchmal habe sie auch einen 

schlechten Tag. Dann möchte sie einfach alles vergessen, ihr ganzes Leben vergessen. 

Früher habe sie sich dann oft hineingesteigert, was jetzt deutlich seltener passiere. 

3.2. 

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Positiv sei, dass sie es schaffe, sich mit schönen Sachen wie beispielsweise dem 

Treffen mit ihren Töchtern oder der Physiotherapie von nächster Woche abzulenken. 

Zur Frage nach dem Alkoholkonsum gab sie an, Alkohol nicht regelmässig zu 

konsumieren. Benzodiazepine nehme sie zudem nur mehr im äussersten Notfall ein (IV-

act. 136-25). Dr. H.___ ging aus psychiatrischer Sicht davon aus, dass sich der 

Zustand der Beschwerdeführerin in den letzten Jahren weiter stabilisiert habe. Infolge 

der frühen und wiederholten Traumatisierungen sei diagnostisch - unverändert zur 

Voruntersuchung - von einer Typ II Traumatisierung auszugehen. Insgesamt seien die 

Symptome rückläufig und würden deutlich weniger auftreten als früher. Es sei von einer 

subsyndromalen Ausprägung auszugehen. Auch bezüglich Suizidalität/Alkoholkonsum 

wisse die Beschwerdeführerin nun, wie sie damit umgehen müsse. Sie informiere 

jeweils rechtzeitig ihren Sohn. Hinweise auf einen regelmässigen Alkoholkonsum gebe 

es nicht. Aktuell nehme sie keine Medikamente mehr (IV-act. 136-6).

Während die psychiatrische Gutachterin bei der Beschwerdeführerin von einer 

Arbeitsfähigkeit von 70% ausgeht, hält die behandelnde Psychiaterin med. pract. B.___ 

dagegen, dass infolge der Wechselwirkungen zwischen der depressiven Störung, der 

Panikstörung, der PTSD (post-traumatic stress disorder = PTBS) und des 

Alkoholmissbrauchs der psychische Gesundheitszustand andauernd instabil sei. Daher 

sei bei dieser schwersttraumatisierten Patientin mit sehr ausgeprägter 

Leistungsorientierung das jetzige 30%-Pensum optimal an ihr Leiden angepasst. 

Zudem sei die Rolle des Alkoholkonsums im Gutachten bagatellisiert worden, obwohl 

schädlicher Gebrauch von Alkohol während allen stationären Aufenthalten festgestellt 

worden sei. Im Laufe der Behandlung habe sich diese Problematik verschlechtert. Seit 

dem letzten stationären Aufenthalt im 2019 seien mehrere Krisen auf Grund des 

exzessiven Konsums von Whisky aufgetreten. Versuche der Behandlung mit Selincro 

und Campral seien wegen Nebenwirkungen unterbrochen worden. Suchtbehandlung 

sei ein wesentlicher Teil der jetzigen ambulanten Behandlung (Stellungnahme vom 26. 

Mai 2020, act. G 1.2). Im Austrittsbericht der Psychiatrie L.___, Klinik E.___, vom 

11. März 2019 wurden als Nebendiagnose psychische und Verhaltensstörungen durch 

Alkohol: Schädlicher Gebrauch (F10.1), festgehalten. Es wurde bei Eintritt ein 

Atemalkoholtest durchgeführt, welcher einen Wert von 1.9 Promille zeigte, am zweiten 

Tag wurde die Beschwerdeführerin allerdings bereits wieder entlassen, nachdem sie 

körperliche Entzugssymptome verneint habe und sich von Suizidalität klar habe 

distanzieren können (act. G 1.3). Auch in den Berichten der Psychiatrie L.___ vom 16. 

August 2018 (act. G 1.4) und vom 20. Februar 2018 (act. G 1.5) wurde ein schädlicher 

Gebrauch von Alkohol (F10.1) festgehalten. Hinsichtlich der Hospitalisation vom 7. Juni 

bis 25. Juli 2018 zeigte sich im Rahmen der Eintrittssituation, dass die 

3.3. 

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Beschwerdeführerin angegeben hatte, seit mehr als zwei Wochen, vor allem aber seit 

dem Tod der Mutter an Ostern, den ganzen Tag zu weinen. Sie leide unter depressiver 

Stimmung, Freud- und Interessenlosigkeit, Antriebsmangel und Gedankenkreisen. Sie 

habe ein Gefühl der inneren Leere beschrieben, weil sie nicht arbeiten könne, vor allem 

seit ihre Kinder erwachsen und aus dem Haus seien. Wenn es ihr schlecht gehe, trinke 

sie gerne Alkohol (bis zu einer Flasche Whisky am Tag, act. G 1.4). Im Bericht der 

Psychiatrie L.___ vom 8. Dezember 2017 über die Hospitalisation vom 13. November 

bis 2. Dezember 2017 diagnostizierten die behandelnden Ärzte als Nebendiagnose 

psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom (F10.2). Sie 

sei in Begleitung ihres Sohnes eingetreten, sei bewusstseinseingeengt und unter 

erheblichem Alkoholeinfluss gestanden (act. G 1.6).

RAD-Arzt Dr. I.___ nahm am 3. Juli 2020 dahingehend zu den Einwänden von med. 

pract. B.___ vom 26. Mai 2020 (act. G 1.2) Stellung, als er darin keine neuen 

medizinischen Erkenntnisse sah, welche nicht schon im Zeitpunkt der Begutachtung 

vom 13. Dezember 2019 bekannt gewesen seien. Zwar werde von der Behandlerin 

nach dem zufälligen Kontakt der Beschwerdeführerin mit dem ehemaligen Heimleiter 

eine zweiwöchige Zustandsverschlechterung beschrieben. Dies gehe jedoch mit dem 

Krankheitsbild der PTBS sowie der rezidivierenden depressiven Störung einher, bei 

welchen es im Verlauf immer wieder zu vorübergehenden Krisen und vorübergehenden 

Verschlechterungen kommen könne, da dies krankheitsimmanent sei und typisch für 

das beschriebene Störungsbild. Elementar sei aber auch, dass das Kriterium der 

(stabilen) Dauerhaftigkeit nicht erfüllt sei und es sich jeweils um vorübergehende 

temporäre Verschlechterungen handle. Dies sei explizit auch dem Schreiben der 

Behandlerin mit dem klar definierten Zeitraum von zwei Wochen zu entnehmen. Im 

Rahmen der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. H.___ seien sowohl die Diagnose 

einer PTBS, als auch die Diagnosen einer Panikstörung und einer rezidivierenden 

depressiven Störung erfasst und diskutiert worden. Die Gutachterin habe aber 

nachvollziehbar eine PTBS, subsyndromal, und eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig remittiert, neben einer Panikstörung beurteilt (act. G 4.2).

3.4. 

Zum Thema Alkoholkonsum hält Dr. I.___ fest, es sei im Rahmen der vorliegenden 

medizinischen Unterlagen insbesondere auch der medizinischen Berichte der 

Behandlerin mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

dass bei der Beschwerdeführerin keine eigentliche Abhängigkeitserkrankung gemäss 

den ICD-10 Kriterien vorliege, sondern maximal ein schädlicher Konsum von Alkohol 

gemäss ICD-10 F10.1. So habe Dr. H.___ explizit festgehalten, es liege aktuell weder 

eine Alkoholabhängigkeit noch ein schädlicher Gebrauch von Alkohol vor. In Bezug auf 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

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den Konsum von Alkohol seien im Rahmen der durchgeführten gutachterlichen 

Untersuchung sämtliche alkoholspezifischen Parameter (MCV, GGT, CDT und 

Ethylglucoronid) negativ gewesen (siehe auch Gutachten IV-act. 136-6, 136-32, 

136-50). Es sei ausdrücklich festzuhalten, dass im Rahmen der gutachterlichen 

Abklärung und der vorliegenden fachärztlichen Berichte inklusive derjenigen der 

Behandlerin kein Abhängigkeitssyndrom vorliege. Zudem sei während den insgesamt 

jeweils sehr kurzen stationären Behandlungen festgehalten worden, dass bei der 

Beschwerdeführerin keine körperlichen Entzugssymptome aufgetreten seien respektive 

sei über diese nicht berichtet worden, was bei einer manifesten 

Abhängigkeitserkrankung zu erwarten wäre. Die Aussage von med. pract. B.___, dass 

seit dem letzten stationären Aufenthalt 2019 mehrere Krisen auf Grund eines 

exzessiven Konsums von Whisky aufgetreten seien, sei aus psychiatrischer Sicht gut 

vereinbar mit der Diagnose eines schädlichen Konsums von Alkohol gemäss den 

ICD-10-Kriterien respektive eines Missbrauchs von psychotropen Substanzen (ICD-10 

Z72.2). Objektiv sei aus psychiatrischer Sicht festzuhalten, dass die Behandlerin hier 

keine fachärztliche Unterscheidung vornehme zwischen einer Abhängigkeitserkrankung 

gemäss den ICD-10-Kriterien und einem schädlichen Konsum respektive Missbrauch 

von psychotropen Substanzen gemäss ICD-10 (act. G 4.2). Hinsichtlich der 

Laborparameter zur Feststellung eines chronischen Alkoholkonsums führte Dr. I.___ 

aus, die einzelnen Parameter seien für sich zwar tatsächlich nicht als alkoholspezifisch 

anzusehen, jedoch sei in ihrer Kombination sehr wohl eine alkoholspezifische und 

zuverlässige Aussage möglich. Dies insbesondere in der Kombination von 

Ethylglucoronid und CDT, da Ethylglucoronid den kurzzeitigen Konsum über Tage 

abbilde und CDT den Konsum der letzten Wochen. Zur weiteren Erhöhung der 

Aussagekraft erfolge ergänzend ein Einsatz von weiteren Parametern wie MCV und 

GGT. Die Aussage der Behandlerin, dass die Sensitivität des CDT-Wertes als 

Alkoholmarker bei Frauen geringer sei, impliziere keinesfalls, dass eine CDT-

Bestimmung bei Frauen nicht anwendbar und generell nicht aussagekräftig sei. Dies sei 

aus medizinischer Sicht keinesfalls zutreffend, insbesondere nicht in der Kombination 

von mehreren abgenommenen und bestimmten Parametern (act. G 16.1). Diese 

Ausführungen erscheinen nachvollziehbar begründet und stimmen mit den 

Laboranalysen vom 18. Dezember 2019 überein (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

vom 9. Mai 2018, 9C_899/2017, E. 4.1). Etwas ausführlicher hatte Dr. H.___ bereits im 

Gutachten vom 10. September 2016 ausgeführt, dass die damaligen Laborparameter 

auf einen Konsum von Alkohol ein bis drei Tage vor der Untersuchung hingewiesen 

hätten. Auf Grund des unauffälligen CDT-Wertes ging sie bereits damals aber nicht von 

einem chronischen Alkoholkonsum aus (IV-act. 88-40). Somit ist zwar nicht 

auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin ihren Alkoholkonsum im Rahmen der 

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Begutachtung heruntergespielt haben mag, auf Grund der Laborbefunde wie auch 

gestützt auf die übrigen Akten und die gutachterlich erhobene Anamnese kann 

insgesamt aber trotzdem nicht von mehr als einem schädlichen Konsum von Alkohol 

(ICD-10 F10.1) ausgegangen werden.

Während die behandelnde Ärztin von einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustands ausging, hielt Dr. H.___ fest, dass sich dieser im Vergleich zur 

Untersuchung von 2016 auf psychiatrischer Ebene tendenziell leicht verbessert habe. 

Sie ging davon aus, dass sich die aufgenommene Tätigkeit stabilisierend auf die 

Gesundheit der Beschwerdeführerin auswirke (IV-act. 136-29). Dr. I.___ wies 

diesbezüglich auf die Tatsache hin, dass die Behandlerin ihre Einschätzung als 

Therapeutin auf das bio-psychosoziale Modell abstütze, wohingegen die Einschätzung 

der begutachtenden Person aus versicherungsmedizinischer Sicht keine 

krankheitsfremden Faktoren berücksichtige und insgesamt als neutraler einzuschätzen 

sei (act. G 4.2). Diesbezüglich ist mit Dr. I.___ festzuhalten, dass die Gutachterin bzw. 

der Gutachter ihre Untersuchungen "unbelastet", d.h. ohne jahrelange Konfrontation 

mit der Not ihrer Patienten angehen und die weitere Dokumentation anderer involvierter 

Ärzte und Therapeuten beiziehen können (vgl. act. G 4.2).

3.6. 

Schliesslich beurteilt Dr. I.___ in seiner im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 

abgegebenen Stellungnahme vom 3. Juli 2020 die gemäss med. pract. B.___ 

stattfindende ambulante psychiatrische Behandlung auf Grund des in ihrem Bericht 

beschriebenen psychiatrischen Zustandsbildes als widersprüchlich und unzureichend. 

So hätten bei der Beschwerdeführerin gemäss Aktenlagen von Februar 2020 bis Ende 

Juli 2020 nur drei ambulante Behandlungen stattgefunden. Dies erscheine selbst unter 

der Sondersituation der Covid-19-Pandemie keinesfalls plausibel. Gemäss Akten sei 

der letzte Termin bei der Behandlerin am 19. Mai 2020 erfolgt und der nächste für den 

23. Juli 2020 terminiert worden, also zwei Monate später. Dieses Behandlungssetting 

widerspreche den inhaltlichen Darstellungen der Behandlerin, sei aber auf der anderen 

Seite sehr gut vereinbar mit den gutachterlichen Feststellungen hinsichtlich Diagnosen 

und insbesondere Funktionseinschränkungen auf psychiatrischer Ebene (act. G 4.2). 

Auch diese Ausführungen des RAD-Arztes erscheinen schlüssig. Demzufolge konnten 

sämtliche medizinischen Argumente, welche die Beweiskraft des Gutachtens vom 11. 

Januar 2020 in Frage stellten, widerlegt werden. Dass Dr. H.___ im Übrigen 

festgehalten hatte, die Beschwerdeführerin arbeite aktuell etwa 40 bis 50% (vgl. IV-act. 

136-26) und nicht wie tatsächlich eher 30% ist demgegenüber nicht relevant für ihre 

Einschätzung einer aus psychiatrischer Sicht möglichen Arbeitsfähigkeit von 70% als 

Hilfskraft in der Kantine oder in einer anderen adaptierten Tätigkeit. Denn entgegen der 

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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4.  

Ansicht der Beschwerdeführerin ist nicht ihr tatsächlich ausgeübtes Pensum 

massgebend, sondern die medizin-theoretisch gutachterlich beweiskräftig festgelegte 

Arbeitsfähigkeit.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das bidisziplinäre Gutachten in Kenntnis 

der Vorakten, insbesondere der Berichte der behandelnden Psychiaterin sowie der 

Austrittsberichte über die jeweiligen stationären Aufenthalte in der psychiatrischen 

Klinik E.___ erstellt wurde. Die Gutachter untersuchten die Beschwerdeführerin 

persönlich und berücksichtigten nebst den klinischen Befunden die geklagten 

Beschwerden. Das Gutachten ist umfassend und die medizinische Beurteilung 

einleuchtend; namentlich ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar begründet. 

Die im Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Stellungnahmen der 

behandelnden Psychiaterin bringen keine wesentlichen Aspekte vor, welche von der 

psychiatrischen Gutachterin nicht berücksichtigt worden wären, und vermögen daher 

keine ernsthaften Zweifel an den Ergebnissen der Begutachtung zu wecken. Folglich ist 

das Gutachten beweiskräftig und es kann darauf abgestellt werden.

3.8. 

Ausgehend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sind 

die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der 

Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG 

i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG).

4.1. 

In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin sowohl für das 

Validen- als auch für das Invalideneinkommen auf denselben Tabellenlohn der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abgestellt (vgl. IV-act. 139), was 

angesichts des beruflichen Werdegangs der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden 

ist. Da demnach beiden Vergleichseinkommen dieselbe Lohnbasis zu Grunde zu legen 

ist, kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs 

durchgeführt werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2 mit Hinweis; 

zum Tabellenlohnabzug vgl. BGE 126 V 75). Gründe, die einen Tabellenlohnabzug 

rechtfertigen würden, werden weder von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, 

noch sind sie vorliegend ersichtlich. Folglich resultiert im Rahmen des 

Prozentvergleichs ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30%.

4.2. 

Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin zu Recht verneint. Es ist der Beschwerdeführerin grundsätzlich 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

jederzeit unbenommen, eine allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustands im 

Rahmen einer Wiederanmeldung geltend zu machen.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 30. April 2020 abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die 

Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. 

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.

5.1. 

bis

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.2. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.02.2022
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Frage des Vorliegens eines Alkoholabhängigkeitssyndroms. Trotz des möglichen Vorliegens eines schädlichen Gebrauchs von Alkohol ist am Gutachten festzuhalten und ein Rentenanspruch gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 70% zu verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2022, IV 2020/111).

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