# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 550c2f96-a756-518e-b4b4-2295a442b0ea
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.01.2018 SB170350
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170350_2018-01-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB170350-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und  

lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Leuthold 

 

Urteil vom 8. Januar 2018 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

betreffend 

grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
4. Abteilung - Einzelgericht, vom 18. Mai 2017 (GG170051) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 8. März 2017 (Urk. 12) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz 
(Urk. 24 S. 23 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der Ver-

kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, 

Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 43 Abs. 3 SVG, Art. 36 Abs. 1 VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen. 

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'500.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-

schuldigten auferlegt. 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel)" 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 26 S. 2 und Urk. 37 S. 1) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 18. Mai 2017 sei aufzuheben und 

der Beschuldigte sei freizusprechen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt) zu Lasten der Staats-

kasse. 

Gesuch: 

(Urk. 37 S. 1) 

Dem Beschuldigten sei die unentgeltliche Prozessführung und einen amt-

lichen Verteidiger zu bewilligen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 38 S. 1) 

1. Schuldigsprechung von A._____ der vorsätzlichen groben Verletzung der 

Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 

Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 43 Abs. 3 SVG und 

Art. 36; 

2. Bestrafung von A._____ mit einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sowie einer Busse von Fr. 500.–; 

3. Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils; 

4. Unter Kostenfolgen für das zweitinstanzliche Verfahren zulasten von 

A._____. 

-   4   - 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 24 S. 3; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4 Abteilung - Einzelgericht, vom 

18. Mai 2017 wurde der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiederge-

gebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil 

liess er innert Frist mit Schreiben vom 29. Mai 2017 Berufung anmelden (Urk. 20). 

Das begründete Urteil wurde dem Beschuldigten in der Folge am 28. August 2017 

zugestellt (Urk. 23/1), woraufhin die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 

18. September 2018 fristgerecht die Berufungserklärung beim hiesigen Gericht 

einreichte (Urk. 26). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 20. September 2017 wurde der Anklage-

behörde Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben, oder begründet ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 29). Daraufhin teilte die An-

klagebehörde mit Eingabe vom 22. September 2017 mit, sie erhebe Anschluss-

berufung (Urk. 31). 

1.4. Am 8. Januar 2018 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt MLaw 

X._____ sowie der Leitende Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber erschienen sind (Prot. 

II S. 5). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 18. September 2017 beantragte die amt-

liche Verteidigung des Beschuldigten einen vollumfänglichen Freispruch unter 

entsprechender Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 26 

-   5   - 

S. 2 ff.). Die Anklagebehörde beschränkte ihre Anschlussberufung auf den 

Schuldpunkt sowie auf die Sanktion und deren Vollzug (Urk. 31 S. 1 f.). 

2.2. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten 

und steht zwecks Überprüfung umfassend zur Disposition. 

3. Verwertbarkeit der polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten vom 4. Mai 
2016 

3.1. Der Verteidiger bringt – wie bereits vor Vorinstanz – zusammengefasst vor, 

dass die polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 4. Mai 2016 (Urk. 2/1) 

unverwertbar sei, weil der fremdsprachige Beschuldigte ohne Übersetzer einver-

nommen worden sei. Der Beschuldigte spreche nicht genügend gut Deutsch, um 

den Sachverhalt auf Deutsch verstehen zu können und diesbezüglich Fragen zu 

beantworten (Urk. 26 S. 2 ff.; Urk. 37 S. 2). Die Polizei habe den Beschuldigten 

ungenügend über sein Recht, einen Dolmetscher beizuziehen, aufgeklärt und sich 

nicht davon überzeugt, ob der Beschuldigte die Fragen inhaltlich tatsächlich ver-

stehe (Prot. II S. 7 f.). 

3.2. Die Anklagebehörde wendet demgegenüber ein, die Einvernahme sei ohne 

weiteres verwertbar. Der Beschuldigte habe zu Beginn der Einvernahme erklärt, 

keine Übersetzung zu benötigen. Es gehe aus dem Protokoll hervor, dass er die 

Fragen der Polizei offenbar gut verstanden und adäquate Antworten habe geben 

können. Auch habe ihm der befragende Polizist keine langen Vorhalte gemacht, 

sondern der Beschuldigte habe auf kurze Fragen ausführliche Antworten gege-

ben, wobei ihm die Aussagen der Auskunftsperson B._____ noch gar nicht vorge-

halten worden seien (Urk. 38 S. 2 f.). 

3.3. Die Vorinstanz hat sich mit diesem Einwand sehr gründlich auseinander-

gesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass der Beschuldigte, der immerhin seit 

18 Jahren in der Schweiz lebt, zweifelsohne ausreichend gut Deutsch verstehe, 

um der Einvernahme in deutscher Sprache zu folgen und die entsprechenden 

Fragen auch adäquat beantworten zu können. Was die Vorinstanz vorbringt steht 

im Einklang mit den Akten und überzeugt, weshalb vollumfänglich darauf zu ver-

weisen ist (Urk. 24 S. 3 ff.). Lediglich ergänzend ist festzuhalten, dass sich das 

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Gericht anlässlich der Berufungsverhandlung davon überzeugen konnte, dass der 

Beschuldigte ausreichend gut Deutsch versteht, selbst wenn er gebrochenes 

Deutsch spricht. So beantwortete der Beschuldigte die Fragen zu seiner Person 

grösstenteils auf Deutsch und erklärte ferner, mit dem Sozialamt sowie mit seinen 

Gästen ebenfalls auf Deutsch zu kommunizieren. Überdies absolvierte er auch 

die Prüfung als Taxifahrer auf Deutsch (Urk. 36 S. 2 ff.). Sodann verzichtete der 

Beschuldigte entgegen der Verteidigung anlässlich der polizeilichen Einvernahme 

ausdrücklich darauf, einen Dolmetscher beizuziehen (Urk. 2/1 Frage 2). Anhalts-

punkte dafür, dass dennoch ein Übersetzer hätte beigezogen werden müssen, 

finden sich im Einvernahmeprotokoll keine, zumal keine Hinweise ersichtlich sind, 

dass der Beschuldigte den die Einvernahme durchführenden Polizisten inhaltlich 

nicht verstanden hätte oder umgekehrt. Diesbezüglich weist die Staatsan-

waltschaft zurecht darauf hin (vgl. Prot. II S. 8), dass der Beschuldigte nicht nur 

geltend macht, einzelne Antworten seien falsch protokolliert worden, sondern er 

sei durchgehend falsch verstanden worden. Somit müsste dem Polizisten eine ei-

gentliche Falschbeurkundung vorgeworfen werden, wofür sich keinerlei Anhalts-

punkte finden. Vielmehr schilderte der Beschuldigte von sich aus, was sich abge-

spielt hatte (Urk. 2/1 Frage 3). Im Unterschied zum Zeugen B._____ sagte er aber 

aus, dass B._____ im gesagt habe, er solle links abbiegen und die Autobahn in 

die andere Richtung nehmen. Er habe ihm geglaubt und das Fahrzeug gewendet, 

dann aber sofort bemerkt, dass er in die falsche Richtung gefahren sei, weshalb 

er wieder gewendet habe (Urk. 2/1 Frage 5). Diese Aussage spricht ebenfalls klar 

dafür, dass die tatsächlichen Aussagen des Beschuldigten protokolliert wurden 

und nicht einfach die Aussagen des Zeugen B._____ wiedergegeben, wie dies 

der Beschuldigte geltend machen will. Mithin finden sich keine Anhaltspunkte, 

dass der Beschuldigte die Befragung anlässlich der polizeilichen Einvernahme 

vom 4. Mai 2016 nicht verstanden hätte, weshalb auch keine Notwendigkeit be-

stand, einen Übersetzer beizuziehen. Somit ist diese Einvernahme vollumfänglich 

verwertbar.  

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II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

4. Sachverhalt 

4.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten zusammengefasst was 

folgt vor: Der Beschuldigte habe den Personenwagen Toyota, Kontrollschilder 

ZH … am 3. Mai 2016, ca. 22.40 Uhr, auf der ihm bekannten Autobahneinfahrt 

Zürich-Brunau auf die A3W Richtung Zürich-City gelenkt. Höhe Ende der Trenn-

wand, welche die Einfahrt vom Normalstreifen abtrenne, habe er sein Fahrzeug 

gewendet und dabei die Sperrfläche sowie den 1. Normalstreifen überfahren und 

sei danach auf dem Überholstreifen ca. 20 bis 30 Meter in die falsche Fahrtrich-

tung gefahren. Dabei sei ihm mindestens ein in korrekter Richtung Zürich-City 

fahrendes Auto auf dem Normalstreifen entgegen gekommen. Danach habe der 

Beschuldigte sein Fahrzeug erneut gewendet um die Fahrt nunmehr in der richti-

gen Fahrtrichtung fortzusetzen. Durch die Missachtung elementarerer Verkehrs-

regeln habe er für die übrigen Verkehrsteilnehmer eine zumindest erhebliche abs-

trakte sowie für den ihm entgegenkommenden korrekt fahrenden Autobahn-

benützter eine erhebliche konkrete Unfallgefahr geschaffen, da auf der Autobahn 

nicht mit Gegenverkehr gerechnet werden müsse. Der Beschuldigte habe zu-

mindest eventualvorsätzlich gehandelt respektive im Eventualstandpunkt die Tat 

fahrlässig begangen (Urk. 12 S. 2 ff.). 

4.2. Während dem sich der Beschuldigte anlässlich der polizeilichen Befragung 

vom 4. Mai 2016 geständig zeigte (Urk. 2/1), widerrief er anlässlich der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme und der Befragung vor Vorinstanz sein anfäng-

liches Geständnis und bestritt den ihm zur Last gelegten Anklagesachverhalt 

(Urk. 2/3 S. 2 ff.; Prot. I. S. 8-10). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung be-

stritt der Beschuldigte, an jenem Abend einen Fehler gemacht zu haben. Der 

Kunde habe von ihm gewollt bzw. ihn dazu gedrängt, dass er wende und in die 

falsche Richtung fahre. Er habe ihm gesagt, dass er das nicht dürfe. Er sei neben 

die Sperrfläche gefahren, habe diese aber nicht überquert und sei nicht in die fal-

sche Richtung gefahren (Urk. 36 S. 11 ff.). 

-   8   - 

4.3. Die Vorinstanz erwog im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zunächst, zur Er-

stellung des Sachverhaltes seien die Aussagen des Zeugen B._____ (Urk. 2/2 

und Urk. 2/4) sowie diejenigen des Beschuldigten (Urk. 2/1, Urk. 2/3 und Prot. I. 

S. 6 ff.) einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Eine Gegenüberstellung die-

ser Aussagen zeige, dass die Ausführungen des Zeugen B._____ schlüssig und 

konstant seien. Er habe anlässlich seiner beiden Einvernahmen die Geschehnis-

se nachvollziehbar, detailliert und widerspruchsfrei geschildert. Danach habe der 

Beschuldigte auf der Rampe zur D._____-Strasse in Fahrtrichtung Zürich-City 

nach dem Ende der Trennwand das Fahrzeug verlangsamt und ein Wendemanö-

ver vorgenommen. Dabei sei er über den Normalstreifen auf den Überholstreifen 

und anschliessend in die entgegengesetzte Richtung gefahren. Der Beschuldigte 

sei dann wenige Sekunden, ca. 20 bis 30 Meter, in die falsche Richtung gefahren. 

In dieser Zeit sei ihnen ein Fahrzeug auf der Normalspur entgegen gekommen. 

Danach habe der Beschuldigte sein Fahrzeug wieder gewendet und sei, nunmehr 

korrekt, in Richtung Zürich-City gefahren. Diese glaubhaften Depositionen des 

Zeugen B._____ würden auch durch die anfänglichen Aussagen des Beschuldig-

ten selbst gestützt. Dieser habe nämlich unmittelbar nach dem Vorfall – und ohne 

detaillierte Kenntnis von den ihn belastenden Aussagen des Zeugen B._____s 

gehabt zu haben – von sich aus mehrfach zu Protokoll gegeben, dass er, nach-

dem er auf die Rampe gefahren sei, auf Kommando des Fahrgastes links abge-

bogen sei und danach das Fahrzeug wieder gewendet habe, als er den Fehler 

bemerkt habe. Auffällig sei hierbei, dass sich auch die Details zum Wendemanö-

ver, so wie sie der Zeuge B._____ deponiert habe, mit den ursprünglichen Aus-

sagen des Beschuldigten decken würden. Beide hätten angegeben, dass der Be-

schuldigte 60 bis 80 km/h gefahren sei und nach 20 bis 30 Meter das Fahrzeug 

gewendet habe. Zwar habe der Beschuldigte im weiteren Verlauf des Verfahrens 

sein Geständnis widerrufen und sich fortan auf den Standpunkt gestellt, er habe 

sich korrekt verhalten. Die im Zusammenhang mit dem Widerruf getätigten Aus-

sagen seien aber unglaubhaft. Sie würden diverse Widersprüche und Lügensig-

nale aufweisen, sodass sie als blosse Schutzbehauptungen zu qualifizieren seien. 

Demgegenüber seien die Aussagen des Zeugen B._____ aufgrund der zahlrei-

chen Realitätskriterien als glaubhaft zu qualifizieren. Sie seien sodann deckungs-

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gleich mit den Ausführungen des Beschuldigten anlässlich der polizeilichen Ein-

vernahme. Damit sei erstellt, dass der Beschuldigte nach dem Ende der Trenn-

wand sein Fahrzeug gewendet und dabei die Sperrfläche, den 1. Normalstreifen 

und den Überholstreifen überfahren habe. Nach ca. 20 bis 30 Meter Fahrt in die 

falsche Richtung, wobei ihm dabei mindestens ein in korrekter Richtung fahren-

des Fahrzeug entgegen gekommen sei, habe er das Auto erneut gewendet (Urk. 

24 S. 10 ff.). 

4.4. Die Verteidigung beanstandete im Rahmen ihrer Berufungserklärung 

(Urk. 26 S. 5 ff.) sowie anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 37) die vor-

instanzliche Beweiswürdigung wie folgt: Die Vorinstanz stelle bei der Sach-

verhaltserstellung im Wesentlichen auf die Aussagen des Zeugen B._____ ab. 

Dabei habe sie aber bei ihrer Beweiswürdigung ein wichtiges Detail unberücksich-

tigt gelassen. Der Zeuge B._____ sei am fraglichen Abend nämlich auf dem 

Heimweg von einem gemeinsamen Nachtessen mit Kollegen gewesen. Er habe 

nach eigenen Angaben ein paar Stangen Bier und ein Glas Wein intus gehabt. 

Der Zeuge B._____ sei demnach betrunken gewesen, als er beim Beschuldigten 

ins Auto gestiegen sei. Zudem habe er gemäss eigenen Aussagen während der 

Fahrttelefoniert, oder er habe auf sein Handy geschaut. Der Zeuge sei überdies 

auf dem Rücksitz gesessen und habe angesichts seiner Ablenkungen den Ver-

kehr und die Fahrtrichtung nicht verlässlich beobachten können. Dies insbesonde-

re auch deshalb, weil der Toyota Prius relativ kleine Fenster habe. Auch seien die 

Aussagen des Zeugen betreffend das entgegenkommende Auto sehr vage. Er 

habe keine Einzelheiten dazu nennen können und weder gewusst, auf welcher 

Spur dieses Auto gefahren sei noch ob es Zeichen gegeben habe. Weil davon 

auszugehen sei, dass ein entgegenkommendes Auto sich bemerkbar gemacht 

hätte, spreche dies klar gegen das behauptete Wendemanöver. Ausserdem sei 

der Zeuge Brite und folglich Linksverkehr gewohnt, was in betrunkenem Zustand 

möglicherweise zu einem Verwirrungszustand geführt habe. Aufgrund all dieser 

Umstände bestünden erhebliche Zweifel daran, ob der Zeuge tatsächlich ein 

Wendemanöver auf der Autobahn habe beobachten können. Weiter würden auch 

der Ablauf der Geschehnisse und die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort gegen ein 

Wendemanöver auf der D._____-Strasse sprechen. Die Autobahn sei gemäss 

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übereinstimmenden Aussagen gesperrt gewesen und der Weg stadtauswärts 

durch den "Üetlibergtunnel" (recte: Uetlibergtunnel) nach Bonstetten sei ausge-

schlossen gewesen. Um auf die Autobahn Bern-Basel zu gelangen habe man oh-

nehin über die D._____-Strasse fahren müssen. Ein Wendemanöver um zur Au-

tobahn Bern-Basel zu gelangen, habe an der besagten Stelle keinen Sinn ge-

macht und sei geradezu undenkbar (Urk. 26 S. 5 f.). 

4.5. Die Vorinstanz hat die nötigen theoretischen Ausführungen zu den 

Grundsätzen der Unschuldsvermutung und der freien Beweiswürdigung in ihrem 

Entscheid wiedergegeben, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen vollum-

fänglich verwiesen werden kann (Urk. 24 S. 6 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ebenso 

wurden die Aussagen des Zeugen B._____ (Urk. 2/2 und Urk. 2/4) und des Be-

schuldigten (Urk. 2/1 und Urk. 2/3 sowie Prot. I. S. 6 ff.) detailliert wiedergegeben, 

worauf zur Vermeidung von Wiederholungen ebenfalls zu verweisen ist (Urk. 24 

S. 7 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Vorab ist weiter festzuhalten, dass die Vorinstanz 

eine sehr gründliche und in allen Teilen überzeugende Beweiswürdigung vorge-

nommen hat, die grundsätzlich weder einer Korrektur noch einer Ergänzung be-

darf. Sie kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich übernom-

men werden. Die von der Verteidigung im Berufungsverfahren vorgebrachten Ar-

gumente sind allesamt ungeeignet, das vorinstanzliche Beweisresultat auch nur 

im Ansatz zu erschüttern. Wenngleich sich das Gericht gemäss ständiger bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung nicht mit allen tatsächlichen Behauptungen und 

rechtlichen Einwänden der Parteien auseinandersetzen muss und es sich grund-

sätzlich vielmehr auf die für seinen Entscheid erheblichen Gesichtspunkte be-

schränken kann (BGE 136 I. 229 E. 5.2 S. 236 mit weiteren Hinweisen), ist nach-

folgend dennoch kurz auf die weitestgehend unbehelflichen Vorbringen der Ver-

teidigung einzugehen: 

4.5.1. Soweit sich die Verteidigung auf den Standpunkt stellt, der Zeuge B._____ 

sei am fraglichen Abend derart betrunken gewesen, dass dieser Zustand seine 

Wahrnehmung getrübt habe, so ist zunächst darauf hinzuweisen, dass sich etwas 

derartiges den Akten nicht entnehmen lässt. Bezeichnenderweise schildert der 

Beschuldigte selber denn auch – mit Ausnahme der nach Alkohol riechenden 

-   11   - 

Atemluft – keine Anzeichen hierfür. So hat der Beschuldigte zu keinem Zeitpunkt 

erwähnt, dass der Zeuge B._____ am fraglichen Abend betrunken gewesen sei 

und auch die Polizei hat offenbar anlässlich der Anzeigeerstattung keine diesbe-

züglichen Feststellungen gemacht. Auf entsprechende Frage der Verteidigung 

gab der Zeuge zwar zu Protokoll, dass er am fraglichen Abend eine paar Stangen 

Bier und ein Glas Wein getrunken habe. Die Polizei habe an diesem Abend den 

Alkoholkonsum kontrolliert (Urk. 2/4 S. 7). Auf die Folgefrage gab der Zeuge 

B._____ schliesslich jedoch ausdrücklich an, wegen des Alkoholkonsums nicht 

betrunkenen gewesen zu sein. Wörtlich gab er zu Protokoll: "Ich war noch klar" 

(Urk. 2/4 S. 8). Davon, dass der Zeuge derart betrunkenen gewesen sein soll, 

dass seine Wahrnehmung getrübt gewesen wäre, kann nach dem Gesagten kei-

ne Rede sein.  

4.5.2. Auch die Behauptung der Verteidigung, wonach der Beschuldigte während 

der Fahrt derart intensiv mit seinem Handy beschäftigt gewesen sein soll, dass er 

das Geschehen auf der Strasse nicht mitbekommen habe, findet in den Akten 

keine Stütze. Einerseits gab der Zeuge B._____ unmittelbar nach dem Vorfall zu 

Protokoll, er habe während der Fahrt kurz einmal auf sein Handy geschaut und 

seiner Frau noch eine Nachricht geschrieben (Urk. 2/2 S. 2). Andererseits haben 

aber sowohl der Zeuge als auch der Beschuldigte übereinstimmend ausgesagt, 

dass sie sich angesichts der wegen des Unfalls gesperrten Autobahn über das 

weitere Vorgehen besprochen hätten. Abgesehen davon, dass das von beiden 

geschilderte Verhalten der normalen Reaktion in einer solchen Situation ent-

spricht, macht es auch deutlich, dass die Aufmerksamkeit des Zeugen B._____ 

entgegen den unsubstantiierten Behauptungen der Verteidigung eben sehr wohl 

auf die Strasse gerichtet war.  

4.5.3. Weshalb man als Passagier auf dem Rücksitz eines Toyota Prius wegen 

der anscheinend "kleinen Fenster" das Geschehen auf der Strasse nicht be-

obachten können soll, ist unerfindlich und bedarf keiner weiteren Erläuterungen.  

4.5.4. Ähnlich verhält es sich mit der reichlich grotesken Behauptung des Vertei-

digers, wonach der Zeuge B._____ als britischer Staatsbürger Linksverkehr ge-

wohnt sei und deshalb die Gefahr bestehe, dass er die Situation falsch einge-

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schätzt habe. Zunächst ist die Verteidigung darauf hinzuweisen, dass der Zeuge 

B._____ zum Zeitpunkt der Tat bereits seit beinahe 12 Jahren in der Schweiz leb-

te. Hinzu kommt, dass er als Automobilist am hiesigen Strassenverkehr teilnimmt. 

Die Umstellung vom Links- auf den Rechtsverkehr bereitete ihm keine Mühe (Urk. 

2/4 S. 7). Dass der Zeuge nach 12 Jahren nicht in der Lage sein soll, die Ver-

kehrssituation korrekt einzuschätzen, ist schlechterdings ausgeschlossen. Dies 

umso mehr, als für die behauptete starke Alkoholisierung des Zeugen keinerlei 

Anhaltspunkte vorliegen. 

4.5.5. Sodann überzeugt auch der Einwand der Verteidigung, wonach ein Wende-

manöver um zur Autobahn Bern-Basel zu gelangen, an der besagten Stelle kei-

nen Sinn gemacht hätte und geradezu undenkbar sei, nicht einmal ansatzweise. 

Die Frage nach dem Sinn ist vorliegend müssig, denn wie Figura zeigt, stellte sich 

die vermeintlich gute Idee, wie dem Stau zu entkommen sei, als (beinahe fatale) 

Fehleinschätzung heraus. So ist nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte 

bewusst – als Geisterfahrer – in die Gegenrichtung fahren wollte und deshalb 

wendete. Vielmehr ging der Beschuldigte bei seinem Fahrmanöver wohl von der 

falschen Annahme aus, er gelange dadurch auf die entgegengesetzte Fahrspur, 

wobei er nach dem Wendemanöver wieder in die richtige Richtung fahren würde. 

Als er nach wenigen Metern realisierte, dass die vermeintlich stadtauswärts führ-

endende Fahrspur in Tat und Wahrheit ebenfalls stadteinwärts führte und er nun 

sozusagen als Geisterfahrer in die falsche Fahrtrichtung fuhr, wendete er sei 

Fahrzeug umgehend. Der Verteidigung ist zwar insofern zuzustimmen, dass das 

Fahrmanöver bei objektiver Betrachtung keinen Sinn macht. In der subjektiven 

Vorstellung des Beschuldigten machte es aber zumindest solange Sinn, bis er 

angesichts des entgegenkommenden Autos realisierte, dass er die Situation 

komplett falsch eingeschätzt hatte.  

4.5.6. Aus dem Umstand, dass das entgegenkommende Auto keine Zeichen ge-

geben habe bzw. der Zeuge B._____ keine solchen wahrgenommen habe, lässt 

sich entgegen der Verteidigung ebenfalls nichts zu Gunsten des Beschuldigten 

ableiten. Es ist durchaus denkbar, dass der Fahrer des entgegenkommenden Au-

tos über den Gegenverkehr auf der Autobahn zu erschrocken war, um angemes-

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sen zu reagieren. Stattdessen fällt aber mit der Vorinstanz auf, dass der Beschul-

digte selber immer wieder von einem entgegenkommenden Auto spricht (vgl. 

auch Urk. 36 S. 14 u. S. 15). Da auf fraglichem Autobahnabschnitt sämtliche vier  

– durch die Sperrfläche getrennten – Spuren in dieselbe Richtung führen, hätte 

der Beschuldigte kein entgegenkommendes Auto sehen können, wenn er – wie er 

behauptet – ohne zu Wenden immer in die richtige Richtung gefahren wäre. 

4.5.7. Schliesslich überzeugt auch nicht, dass der Zeuge B._____ den Beschul-

digten bloss aus einem finanziellen Interesse angeschwärzt haben soll. Der Zeu-

ge sagte aus, er habe für die Taxifahrt eine Rechnung über Fr. 14.59 erhalten 

(Urk. 2/2 S. 3). Es ist schwer vorstellbar, dass der Zeuge mitten in der Nacht den 

Polizeiposten aufsuchte, bloss um diesen Betrag nicht zu bezahlen. Demgegen-

über erklärte der Zeuge B._____ zu seinem Motiv, die Polizei zu verständigen, 

nachvollziehbar, er habe seine Frau angerufen und ihr den Vorfall erzählt. Sie ha-

be ihn beim C._____-Platz abgeholt und sie seien gemeinsam nach Hause gefah-

ren. Anschliessend hätten sie zu Hause über den Vorfall diskutiert und sich ent-

schieden, die Polizei zu verständigen (Urk. 2/2 S. 2). Er habe Angst, dass der Be-

schuldigte nicht verstanden habe, was er falsch gemacht habe und er dies noch-

mals tun könnte (Urk. 2/4 S. 6).  

4.6. Der Beschuldigte wurde noch in der Tatnacht durch die Kantonspolizei  

Zürich zur Sache befragt. Wie einleitend dargetan wurde, ist die betreffende Ein-

vernahme – entgegen der Auffassung der Verteidigung – uneingeschränkt ver-

wertbar. Anlässlich dieser Einvernahme legte der Beschuldigte in freier Erzähl-

weise dar, was sich auf der inkriminierten Taxifahrt zugetragen hatte. Er räumte 

dabei freimütig ein, sich anklagegemäss verhalten zu haben, machte jedoch gel-

tend, er sei nur deshalb "über die Sperrfläche, den Normalstreifen auf den Über-

holstreifen in Gegenrichtung gefahren", weil der Kunde (also der Zeuge B._____) 

das so von ihm verlangt habe (Urk. 2/1 S. 1 ff.). Auffällig ist in diesem Zusam-

menhang, dass die Schilderungen des Beschuldigten zum inkriminierten Fahrma-

növer inhaltlich geradezu kongruent sind mit dem, was der Zeuge B._____ knapp 

zwei Stunden zuvor ebenfalls bei der Polizei zu Protokoll gegeben hatte (Urk. 2/2 

S. 1 ff.). Mit anderen Worten beschrieb der Beschuldigte den Vorfall exakt gleich, 

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wie der die Anzeige erstattende Zeuge B._____ und zwar noch bevor er von des-

sen Aussagen Kenntnis haben konnte. Diese inhaltliche Übereinstimmung in den 

Aussagen der beiden Fahrzeuginsassen lässt vernünftigerweise nur einen 

Schluss zu, nämlich jenen, dass sich der Sachverhalt exakt so zugetragen haben 

muss, wie er sowohl vom Beschuldigten als auch vom Zeugen B._____ geschil-

dert wurde. Wenn die Vorinstanz im Lichte dieser Betrachtungen schlussfolgert, 

der nachmalige Widerruf des anfänglichen Geständnisses stelle lediglich eine 

Schutzbehauptung dar, so ist ihr darin vollumfänglich zuzustimmen. Eine Diskre-

panz in den – im übrigen – übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten und 

des Zeugen B._____ besteht lediglich in der Frage, ob der Zeuge den Beschuldig-

ten aufforderte, auf der D._____-Strasse zu wenden. Die Beantwortung dieser 

Frage kann indes aus zwei Gründen offen gelassen werden. Erstens beschlägt 

sie nicht den Anklagesachverhalt und zweitens ist sie für die nachfolgend vorzu-

nehmende rechtliche Würdigung nicht von Belang, was bereits der Vorderrichter 

zutreffend feststellte. 

4.7. Im Sinne eines Fazits ist festzuhalten, dass die Aussagen des Zeugen  

B._____ vorbehaltlos als glaubhaft zu bezeichnen sind. Sie decken sich sodann in 

bemerkenswerter Weise mit dem Zugeständnis des Beschuldigten anlässlich der 

polizeilichen Einvernahme vom 4. Mai 2016. Damit besteht keinerlei Zweifel, dass 

der Beschuldigte auf der fraglichen Fahrt nach dem Ende der Trennwand auf der 

D._____-Strasse sein Fahrzeug wendete und dabei die Sperrfläche, den 1. Nor-

malstreifen und den Überholstreifen überfuhr und ca. 20 bis 30 Meter in die fal-

sche Richtung fuhr. Dabei kam ihm mindestens ein in korrekter Richtung fahren-

des Fahrzeug entgegen. Daraufhin wendete der Beschuldigte erneut sein Fahr-

zeug und setzte die Fahrt nunmehr in die richtige Fahrtrichtung fort. 

5. Rechtliche Würdigung 

5.1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten in rechtlicher 

Hinsicht als fahrlässige grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 

Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 42 Abs. 3 

SVG und Art. 36 Abs. 1 VRV (Urk. 24 S. 17).  

-   15   - 

5.2. Die Verteidigung äusserte sich vor Vorinstanz mit keinem Wort zur recht-

lichen Würdigung (Urk. 15 und Prot. I. S. 12). Anlässlich der Berufungsverhand-

lung führte sie hierzu aus, die feinen Unterschiede und die Abgrenzung des Even-

tualvorsatzes zur bewussten Fahrlässigkeit hätten vorliegend nicht ermittelt wer-

den können. Es würden keine Beweise vorliegen, dass der Beschuldigte die ihm 

vorgeworfene Tat mit Wissen und Willen zu verantworten habe. Das indirekte Ab-

leiten der Existenz eines Verschuldens aus objektiven Ereignissen und Abläufen 

sei nicht möglich (Urk. 37 S. 3). 

5.3. Die Anklagebehörde erhob in Bezug auf den Schuldpunkt bekanntlich An-

schlussberufung und beantragte, der Beschuldigte sei der vorsätzlichen groben 

Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu spre-

chen. Zur Begründung brachte sie vor, angesichts der klaren Verhältnisse und 

dem krass regelwidrigen Verhalten des Beschuldigten bleibe kein Raum für die 

Annahme einer fahrlässigen Tatbegehung. Der Beschuldigte habe vorsätzlich ge-

handelt (Urk. 31 S. 2). Der Beschuldigte sei als Taxifahrer als ortkundig zu be-

zeichnen. Er habe die D._____-Strasse gekannt und gewusst, dass es sich um 

eine richtungsgetrennte Autobahn handle. Etwas Anderes als vorsätzliches Han-

deln komme bei diesem Sachverhalt nicht in Frage, auch wenn das Handeln des 

Beschuldigten für Aussenstehende als völlig idiotisch und nicht nachvollziehbar 

erscheine (Urk. 38 S. 3 ff.). 

5.4. Gestützt auf den Anklagesachverhalt ist erstellt, dass der Beschuldigte in 

objektiver Hinsicht mehrere wichtige Verkehrsregeln verletzt hat. So hat er einer-

seits das Verbot des Überfahrens von Sperrflächen gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in 

Verbindung mit Art. 78 SSV missachtet und andererseits auf einer Autobahn ein 

Wendemanöver durchgeführt, was in objektiver Hinsicht einen Verstoss gegen 

Art. 43 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 1 VRV darstellt. Die betreffende 

rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist gleichermassen zutreffend wie unbe-

stritten und daher zu übernehmen.  

5.5. In subjektiver Hinsicht ist der Anklagebehörde insofern zuzustimmen, als 

das inkriminierte Fahrmanöver des Beschuldigten zwingend mit Wissen und Wil-

len erfolgen musste. Der Beschuldigte fuhr auf der ihm seit 15 Jahren bestens 

-   16   - 

bekannten Autobahneinfahrt (Urk. 2/1 S. 2 und Urk. 2/3 S. 4) und war im Begriff 

Richtung Zürich zu fahren, als er sich – aus welchen Gründen auch immer – dazu 

entschloss, sein Fahrzeug auf der Autobahn zu wenden um die Fahrt in der ent-

gegengesetzten Richtung – also stadtauswärts – fortzusetzen. Zu diesem Zweck 

überfuhr er zunächst die vier bis fünf Meter breite und mit einer weiss schraffier-

ten Markierung versehene Sperrfläche. Dass die Sperrfläche nicht befahren wer-

den darf, wusste der Beschuldigte sodann nach eigenen Angaben ebenfalls. In-

dem er sich trotzdem dazu entschloss, auf der Autobahn zu wenden und die 

Sperrfläche verbotenerweise zu befahren, um in entgegengesetzter Richtung dem 

drohenden Stau zu entkommen, handelte er in subjektiver Hinsicht wissen- und 

willentlich. Der Umstand, dass der Beschuldigte von der falschen Annahme aus-

ging, die gegenüberliegende Fahrspur führe stadtauswärts, ist für die Beurteilung 

des subjektiven Straftatbestandes irrelevant. Selbstverständlich ist – mit der Vor-

instanz – nicht anzunehmen, der Beschuldigte habe sozusagen in eventualsuizi-

daler Absicht als Geisterfahrer dem Stau entkommen wollen. Dies ändert indes 

nichts daran, dass der Beschuldigte das inkriminierte Wendemanöver auch dann 

nicht hätte vornehmen dürfen, wenn die andere Fahrspur tatsächlich stadt-

auswärts geführt hätte. Auch in diesem Falle wäre nämlich das Wenden auf der 

Autobahn – und das damit einhergehende Befahren des Sperrstreifens – strikte 

verboten gewesen. Der Beschuldigte irrte sich im Zeitpunkt des Wendemanövers 

wohl über die tatsächliche Verkehrsführung, doch dieser Irrtum vermag ihn nicht 

zu entlasten. Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte. 

Die durch die Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung bedarf daher in 

diesem Punkt einer Korrektur. 

5.6. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte somit der (vorsätzlich begange-

nen) groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in 

Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 42 

Abs. 3 SVG und Art. 36 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen.  

-   17   - 

III. Sanktion und Vollzug 

6. Sanktion 

6.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 

60 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.– (Urk. 24 

S. 17 ff.). 

6.2. Die Verteidigung äussert sich im Berufungsverfahren nicht zur vorinstanz-

lichen Strafzumessung und bringt lediglich vor, eine Erhöhung des Strafmasses 

auf 120 Tagessätze sei unbegründet, weil nicht von einer vorsätzlichen Tatbe-

gehung auszugehen sei (Urk. 37 S. 3). 

6.3. Die Anklagebehörde erhob mit Bezug auf das Strafmass bekanntlich An-

schlussberufung. Sie beantragte eine Bestrafung des Beschuldigten mit einer 

Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

Zur Begründung ihrer Anträge brachte sie vor, aufgrund des vorsätzlichen Han-

delns des Beschuldigten sei sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht 

von einem schweren Verschulden auszugehen. Durch das verantwortungslose 

handeln habe der Beschuldigte eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben von 

anderen Verkehrsteilnehmern geschaffen. Im Falle einer Kollision sei aufgrund 

der gefahrenen Geschwindigkeiten mit Toten oder Schwerverletzten zu rechnen 

(Urk. 38 S. 1 und S. 3).  

6.4. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann zunächst bezüglich des 

relevanten Strafrahmens und der Grundsätze der Strafzumessung auf die zutref-

fenden Er-wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 24 S. 17 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

6.5. Tatkomponenten 

6.5.1. Zur objektiven Tatschwere erwog die Vorinstanz, es falle zunächst ins Ge-

wicht, dass der Beschuldigte mehrere Verkehrsregeln verletzt und damit sowohl 

die Insassen des entgegenkommenden Fahrzeugs wie auch sich selbst und den 

Zeugen B._____ konkret gefährdet habe. Die ernstliche Gefährdung der Sicher-

-   18   - 

heit anderer sei zwar bereits Tatbestandsmerkmal der groben Verletzung von 

Verkehrsregeln. Allerdings seien auch diesbezüglich für die Strafzumessung rele-

vante Unterschiede zu berücksichtigen. So gelte es festzuhalten, dass eine 

Geisterfahrt auf der Autobahn eine besonders hohe Gefährdung anderer Ver-

kehrsteilenehmer darstelle und eine Kollision mit einem entgegenkommenden 

Fahrzeug fatale Konsequenzen haben könne. Dem Beschuldigten könne zugute 

gehalten werden, dass er langsam und vorsichtig gewendet und nach einer kur-

zen Strecke von 20 bis 30 Metern sogleich wieder umgedreht habe. Die Geister-

fahrt habe somit nur wenige Sekunden gedauert. Zur Tatzeit habe nicht viel Ver-

kehr auf der Autobahn geherrscht. Unter Berücksichtigung aller Umstände er-

weise sich das objektive Tatverschulden vorliegend – auf einer Skala aller denk-

baren tatbestandsmässigen Handlungen sowie in Anbetracht des konkreten Straf-

rahmens – als nicht mehr leicht (Urk. 24 S. 18 f.). Diese Erwägungen der Vo-

rinstanz sind vollständig und zutreffend. Sie bedürfen keiner Ergänzung und kön-

nen in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO übernommen werden. 

6.5.2. In subjektiver Hinsicht ist zunächst darauf hinzuweisen, dass der Beschul-

digte – entgegen der vorinstanzlichen Ansicht – in Bezug auf das Befahren der 

Sperrfläche sowie das Wendemanöver direkt vorsätzlich handelte, selbst wenn er 

nicht beabsichtigte, als Geisterfahrer andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. 

Sein Motiv ist wohl darin zu sehen, dass er bestrebt war, seinen Kunden, mög-

lichst rasch nach Hause zu fahren und insofern eine gute Dienstleistung zu er-

bringen. Jedenfalls gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte etwa 

aus egoistischen, oder sonst wie selbstsüchtigen Beweggründen gehandelt hätte. 

Mit der Vorinstanz ist jedoch klarerweise festzuhalten, dass der Beschuldigte in 

erschreckender Art und Weise elementarste Regeln im Strassenverkehr missach-

tete und damit in der Tat ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden 

Rechtsgütern an den Tag legte. Unter Berücksichtigung der direkt vorsätzlichen 

Tatbegehung muss auch die subjektive Tatschwere als nicht mehr leicht bezeich-

net werden. 

-   19   - 

6.5.3. Damit ist die Tatschwere insgesamt als nicht mehr leicht zu bezeichnen. 

Angesichts des relativ weiten Strafrahmens erweist sich vorliegend eine hypothe-

tische Einsatzstrafe von 100 Tagessätzen Geldstrafe als angemessen. 

6.6. Täterkomponente 

6.6.1. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Be-

schuldigten korrekt zusammengefasst und soweit notwendig wiedergegeben. Auf 

diese Erwägungen kann vorab verwiesen werden (Urk. 24 S. 19 f.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Im Rahmen seiner Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung er-

gänzte respektive aktualisierte der Beschuldigte zudem, er arbeite nach wie vor 

für ... und erziele ein Einkommen von Fr. 1'200.– bis Fr. 1'300.–. Zusätzlich erhal-

te er zwischen Fr. 700.– und Fr. 900.– Sozialhilfe. Die Sozialhilfe bezahle auch 

seine Krankenkasse. Seine Frau arbeite als Putzfrau in einer Firma und 

sie würden die Wohnung gemeinsam bezahlen. Aus zweiter Ehe habe er ein 

Kind, welches eine Sonderschule besuche (Urk. 36 S. 6 ff.). Dem Werdegang und 

den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten lassen sich keine strafzumes-

sungsrelevanten Faktoren entnehmen.  

6.6.2. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, verfügt der Beschuldigte über einen 

tadellosen automobilistischen und auch strafrechtlichen Leumund. Richtigerweise 

hat der Vorderrichter in diesem Zusammenhang erkannt, dass sich der gute Leu-

mund und die Vorstrafenlosigkeit bei der Strafzumessung grundsätzlich neutral 

auswirken (BGE 136 IV 1, E. 2.6.4).  

6.6.3. Der Beschuldigte kann unter dem Titel Nachtatverhalten nichts zu seinen 

Gunsten ableiten. Weder zeigte er sich letztlich geständig noch legte er Reue 

und/oder Einsicht an den Tag. 

6.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Täterkomponente neutral 

auswirkt. Damit ist der Beschuldigte unter Berücksichtigung sämtlicher für die 

Strafzumessung relevanter Faktoren mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 

sanktionieren.  

-   20   - 

6.8. Die Vorinstanz setzte die Höhe des Tagessatzes auf Fr. 30.– fest, was we-

der von der Verteidigung noch von der Anklagebehörde beanstandet wurde. Eine 

Tagessatzhöhe von Fr. 30.– erweist sich mit Blick auf die aktuellen Einkommens- 

und Vermögensverhältnisse des Beschuldigten nach wie vor als angemessen, 

weshalb der Tagessatz erneut auf Fr. 30.– festzusetzen ist. 

6.9. Zu bestätigen ist weiter die durch die Vorinstanz ausgefällte Verbindungs-

busse in der Höhe von Fr. 300.–. Zwar beantragt die Anklagebehörde eine Busse 

in der Höhe von Fr. 500.–, was angesichts des hier zur Debatte stehenden Vor-

falls durchaus auch vertretbar wäre. Angesichts der prekären finanziellen Verhält-

nisse des Beschuldigten und mit Blick auf die ohnehin weitreichenden und ein-

schneidenden finanziellen Folgen, welche dieses Strafverfahren für ihn nach sich 

ziehen wird, besteht kein Anlass, in das pflichtgemäss ausgeübte Ermessen des 

Vorderrichters einzugreifen. Die Höhe der Busse ist daher auf Fr. 300.– zu belas-

sen. Richtigerweise hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang erkannt, dass 

die schuldangemessene Gesamtzahl Tagessätze um 10 Tagessätze zu reduzie-

ren ist. Damit ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.– zu bestrafen.  

7. Vollzug 

7.1. Der Beschuldigte ist Ersttäter, weshalb ihm zwingend der bedingte Vollzug 

der Geldstrafe zu gewähren und eine minimale Probezeit von zwei Jahren anzu-

setzen ist.  

7.2. Die Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Gemäss Art. 106 Abs. 2 

StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht 

bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens 

drei Monaten aus. In ständiger Praxis erscheint ein Umwandlungssatz von einem 

Tag Ersatzfreiheitsstrafe pro Fr. 100.– Busse als angemessen. Im vorliegenden 

Fall ist deshalb eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen Freiheitsstrafe auszu-

fällen. 

-   21   - 

IV. Kosten 

8.1. Es bleibt beim vorinstanzlichen Schuldspruch, weshalb ausgangsgemäss 

die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Urk. 24, Dispositiv Ziffer 5) sowie die Kos-

tenauflage (Urk. 24, Dispositiv Ziffer 6) zu bestätigen sind (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 

StPO). 

8.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 3'000.– zu veranschlagen. 

8.3. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ih-

res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Dem im Berufungsver-

fahren unterliegenden Beschuldigten sind die Kosten des Berufungsverfahrens 

vollumfänglich aufzuerlegen. 

8.4. Der Beschuldigte stellte im Berufungsverfahren ein Gesuch um unentgelt-

liche Prozessführung. Gemäss Art. 425 StPO können die Verfahrenskosten von 

der Strafbehörde gestundet oder unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Ver-

hältnisse der kostenpflichten Person herabgesetzt oder erlassen werden. Damit 

Art. 425 StPO zur Anwendung gelangt, müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse 

der kostenpflichtigen Person derart angespannt sein, dass eine (ganze oder teil-

weise) Kostenauflage als unbillig erscheint, was beispielsweise der Fall ist, wenn 

die kostenpflichtige Person mittellos ist oder die Höhe der Kosten zusammen mit 

ihren übrigen Schulden die Resozialisierung bzw. das finanzielle Weiterkommen 

von ihr und der von ihr unterstützen Personen ernsthaft gefährden kann 

(BSK StPO II-Domeisen, Art. 425 N 4). Der Beschuldigte begründet sein Gesuch 

mit seiner Mittellosigkeit und reicht als Beweis das Budget des Sozialamts ein 

(Urk. 37 S. 4; Urk. 40/1 und 40/2). Zwar steht fest, dass der Beschuldigte sich 

derzeit in prekären finanziellen Verhältnissen befindet. In Anbetracht der Verfah-

renskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 6'000.– ist aber nicht ausgeschlossen, 

dass er dereinst wieder einmal in günstigere finanzielle Verhältnisse kommen 

könnte, welche die Bezahlung dieser Kosten ermöglichen würden. Hinzu kommt, 

dass der Kostentragungspflicht des Beschuldigten bereits bei der Strafzumessung 

Rechnung getragen wurde. Den Beschuldigten im jetzigen Zeitpunkt von der  

-   22   - 

– ganzen oder teilweisen – Tragung der Untersuchungs- und Verfahrenskosten 

definitiv zu entbinden wäre daher nicht gerechtfertigt. Es ist darauf hinzuweisen, 

dass der finanziellen Situation des Beschuldigten im Zeitpunkt des Kostenbezugs 

hinreichend – etwa durch Ratenzahlung, Stundung etc. – Rechnung getragen 

werden kann. Er kann sich diesbezüglich jederzeit mit der Kasse des Ober-

gerichts in Verbindung setzen. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrs-

regeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 

SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 42 Abs. 3 SVG und Art. 36 Abs. 

1 VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen.  

5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (übergeben) 
sowie in vollständiger Ausfertigung an 
− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  

-   23   - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativ-

massnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich   
(PIN-Nr. ...) 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
Zürich, 8. Januar 2018 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Leuthold 
Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

	Urteil vom 8. Januar 2018
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz (Urk. 24 S. 23 f.)
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 43 Abs. 3 SVG, Art. 36 Abs. 1 VRV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen.
	5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 18. Mai 2017 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei freizusprechen.
	2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt) zu Lasten der Staatskasse.

	Gesuch: (Urk. 37 S. 1)
	Dem Beschuldigten sei die unentgeltliche Prozessführung und einen amtlichen Verteidiger zu bewilligen.
	1. Schuldigsprechung von A._____ der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 43 Abs. 3 SVG und Art. 36;
	2. Bestrafung von A._____ mit einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie einer Busse von Fr. 500.–;
	3. Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils;
	4. Unter Kostenfolgen für das zweitinstanzliche Verfahren zulasten von A._____.

	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 24 S. 3; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4 Abteilung - Einzelgericht, vom 18. Mai 2017 wurde der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil liess er innert Fri...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 20. September 2017 wurde der Anklagebehörde Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben, oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 29). Daraufhin teilte die Anklagebehörde mit Eingabe ...
	1.4. Am 8. Januar 2018 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt MLaw X._____ sowie der Leitende Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber erschienen sind (Prot. II S. 5).

	2. Umfang der Berufung
	2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 18. September 2017 beantragte die amtliche Verteidigung des Beschuldigten einen vollumfänglichen Freispruch unter entsprechender Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 26 S. 2 ff.). Die Anklagebehörde...
	2.2. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten und steht zwecks Überprüfung umfassend zur Disposition.

	3. Verwertbarkeit der polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten vom 4. Mai 2016
	3.1. Der Verteidiger bringt – wie bereits vor Vorinstanz – zusammengefasst vor, dass die polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 4. Mai 2016 (Urk. 2/1) unverwertbar sei, weil der fremdsprachige Beschuldigte ohne Übersetzer einvernommen worden s...
	3.2. Die Anklagebehörde wendet demgegenüber ein, die Einvernahme sei ohne weiteres verwertbar. Der Beschuldigte habe zu Beginn der Einvernahme erklärt, keine Übersetzung zu benötigen. Es gehe aus dem Protokoll hervor, dass er die Fragen der Polizei of...
	3.3. Die Vorinstanz hat sich mit diesem Einwand sehr gründlich auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass der Beschuldigte, der immerhin seit 18 Jahren in der Schweiz lebt, zweifelsohne ausreichend gut Deutsch verstehe, um der Einvernahme ...
	II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

	4. Sachverhalt
	4.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten zusammengefasst was folgt vor: Der Beschuldigte habe den Personenwagen Toyota, Kontrollschilder ZH … am 3. Mai 2016, ca. 22.40 Uhr, auf der ihm bekannten Autobahneinfahrt Zürich-Brunau auf die A3W Richt...
	4.2. Während dem sich der Beschuldigte anlässlich der polizeilichen Befragung vom 4. Mai 2016 geständig zeigte (Urk. 2/1), widerrief er anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme und der Befragung vor Vorinstanz sein anfängliches Geständnis...
	4.3. Die Vorinstanz erwog im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zunächst, zur Erstellung des Sachverhaltes seien die Aussagen des Zeugen B._____ (Urk. 2/2 und Urk. 2/4) sowie diejenigen des Beschuldigten (Urk. 2/1, Urk. 2/3 und Prot. I. S. 6 ff.) einer krit...
	4.4. Die Verteidigung beanstandete im Rahmen ihrer Berufungserklärung (Urk. 26 S. 5 ff.) sowie anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 37) die vorinstanzliche Beweiswürdigung wie folgt: Die Vorinstanz stelle bei der Sachverhaltserstellung im Wesen...
	4.5. Die Vorinstanz hat die nötigen theoretischen Ausführungen zu den Grundsätzen der Unschuldsvermutung und der freien Beweiswürdigung in ihrem Entscheid wiedergegeben, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich verwiesen werden kann (Ur...
	4.5.1. Soweit sich die Verteidigung auf den Standpunkt stellt, der Zeuge B._____ sei am fraglichen Abend derart betrunken gewesen, dass dieser Zustand seine Wahrnehmung getrübt habe, so ist zunächst darauf hinzuweisen, dass sich etwas derartiges den A...
	4.5.2. Auch die Behauptung der Verteidigung, wonach der Beschuldigte während der Fahrt derart intensiv mit seinem Handy beschäftigt gewesen sein soll, dass er das Geschehen auf der Strasse nicht mitbekommen habe, findet in den Akten keine Stütze. Eine...
	4.5.3. Weshalb man als Passagier auf dem Rücksitz eines Toyota Prius wegen der anscheinend "kleinen Fenster" das Geschehen auf der Strasse nicht beobachten können soll, ist unerfindlich und bedarf keiner weiteren Erläuterungen.
	4.5.4. Ähnlich verhält es sich mit der reichlich grotesken Behauptung des Verteidigers, wonach der Zeuge B._____ als britischer Staatsbürger Linksverkehr gewohnt sei und deshalb die Gefahr bestehe, dass er die Situation falsch eingeschätzt habe. Zunäc...
	4.5.5. Sodann überzeugt auch der Einwand der Verteidigung, wonach ein Wendemanöver um zur Autobahn Bern-Basel zu gelangen, an der besagten Stelle keinen Sinn gemacht hätte und geradezu undenkbar sei, nicht einmal ansatzweise. Die Frage nach dem Sinn ...
	4.5.6. Aus dem Umstand, dass das entgegenkommende Auto keine Zeichen gegeben habe bzw. der Zeuge B._____ keine solchen wahrgenommen habe, lässt sich entgegen der Verteidigung ebenfalls nichts zu Gunsten des Beschuldigten ableiten. Es ist durchaus den...
	4.5.7. Schliesslich überzeugt auch nicht, dass der Zeuge B._____ den Beschuldigten bloss aus einem finanziellen Interesse angeschwärzt haben soll. Der Zeuge sagte aus, er habe für die Taxifahrt eine Rechnung über Fr. 14.59 erhalten (Urk. 2/2 S. 3). Es...
	4.6. Der Beschuldigte wurde noch in der Tatnacht durch die Kantonspolizei  Zürich zur Sache befragt. Wie einleitend dargetan wurde, ist die betreffende Einvernahme – entgegen der Auffassung der Verteidigung – uneingeschränkt verwertbar. Anlässlich die...
	4.7. Im Sinne eines Fazits ist festzuhalten, dass die Aussagen des Zeugen  B._____ vorbehaltlos als glaubhaft zu bezeichnen sind. Sie decken sich sodann in bemerkenswerter Weise mit dem Zugeständnis des Beschuldigten anlässlich der polizeilichen Einve...

	5. Rechtliche Würdigung
	5.1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht als fahrlässige grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 42 Abs. 3 SVG und Art. 36 ...
	5.2. Die Verteidigung äusserte sich vor Vorinstanz mit keinem Wort zur rechtlichen Würdigung (Urk. 15 und Prot. I. S. 12). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte sie hierzu aus, die feinen Unterschiede und die Abgrenzung des Eventualvorsatzes zur...
	5.3. Die Anklagebehörde erhob in Bezug auf den Schuldpunkt bekanntlich Anschlussberufung und beantragte, der Beschuldigte sei der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen. Zur Begründung ...
	5.4. Gestützt auf den Anklagesachverhalt ist erstellt, dass der Beschuldigte in objektiver Hinsicht mehrere wichtige Verkehrsregeln verletzt hat. So hat er einerseits das Verbot des Überfahrens von Sperrflächen gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung ...
	5.5. In subjektiver Hinsicht ist der Anklagebehörde insofern zuzustimmen, als das inkriminierte Fahrmanöver des Beschuldigten zwingend mit Wissen und Willen erfolgen musste. Der Beschuldigte fuhr auf der ihm seit 15 Jahren bestens bekannten Autobahnei...
	5.6. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte somit der (vorsätzlich begangenen) groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 42 Abs. 3 SVG und Art. 36 A...
	III.  Sanktion und Vollzug

	6. Sanktion
	6.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.– (Urk. 24 S. 17 ff.).
	6.2. Die Verteidigung äussert sich im Berufungsverfahren nicht zur vorinstanzlichen Strafzumessung und bringt lediglich vor, eine Erhöhung des Strafmasses auf 120 Tagessätze sei unbegründet, weil nicht von einer vorsätzlichen Tatbegehung auszugehen ...
	6.3. Die Anklagebehörde erhob mit Bezug auf das Strafmass bekanntlich Anschlussberufung. Sie beantragte eine Bestrafung des Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. Zur Begründung ihrer An...
	6.4. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann zunächst bezüglich des relevanten Strafrahmens und der Grundsätze der Strafzumessung auf die zutreffenden Er-wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 24 S. 17 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	6.5. Tatkomponenten
	6.5.1. Zur objektiven Tatschwere erwog die Vorinstanz, es falle zunächst ins Gewicht, dass der Beschuldigte mehrere Verkehrsregeln verletzt und damit sowohl die Insassen des entgegenkommenden Fahrzeugs wie auch sich selbst und den Zeugen B._____ konkr...
	6.5.2. In subjektiver Hinsicht ist zunächst darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte – entgegen der vorinstanzlichen Ansicht – in Bezug auf das Befahren der Sperrfläche sowie das Wendemanöver direkt vorsätzlich handelte, selbst wenn er nicht beabsich...
	6.5.3. Damit ist die Tatschwere insgesamt als nicht mehr leicht zu bezeichnen. Angesichts des relativ weiten Strafrahmens erweist sich vorliegend eine hypothetische Einsatzstrafe von 100 Tagessätzen Geldstrafe als angemessen.
	6.6. Täterkomponente
	6.6.1. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten korrekt zusammengefasst und soweit notwendig wiedergegeben. Auf diese Erwägungen kann vorab verwiesen werden (Urk. 24 S. 19 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Rahmen ...
	6.6.2. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, verfügt der Beschuldigte über einen tadellosen automobilistischen und auch strafrechtlichen Leumund. Richtigerweise hat der Vorderrichter in diesem Zusammenhang erkannt, dass sich der gute Leumund und die Vo...
	6.6.3. Der Beschuldigte kann unter dem Titel Nachtatverhalten nichts zu seinen Gunsten ableiten. Weder zeigte er sich letztlich geständig noch legte er Reue und/oder Einsicht an den Tag.
	6.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Täterkomponente neutral auswirkt. Damit ist der Beschuldigte unter Berücksichtigung sämtlicher für die Strafzumessung relevanter Faktoren mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu sanktionieren.
	6.8. Die Vorinstanz setzte die Höhe des Tagessatzes auf Fr. 30.– fest, was weder von der Verteidigung noch von der Anklagebehörde beanstandet wurde. Eine Tagessatzhöhe von Fr. 30.– erweist sich mit Blick auf die aktuellen Einkommens- und Vermögensverh...
	6.9. Zu bestätigen ist weiter die durch die Vorinstanz ausgefällte Verbindungsbusse in der Höhe von Fr. 300.–. Zwar beantragt die Anklagebehörde eine Busse in der Höhe von Fr. 500.–, was angesichts des hier zur Debatte stehenden Vorfalls durchaus auch...

	7. Vollzug
	7.1. Der Beschuldigte ist Ersttäter, weshalb ihm zwingend der bedingte Vollzug der Geldstrafe zu gewähren und eine minimale Probezeit von zwei Jahren anzusetzen ist.
	7.2. Die Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten...
	IV.  Kosten

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 78 SSV, Art. 42 Abs. 3 SVG und Art. 36 Abs. 1 VRV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen.
	5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (übergeben)
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich   (PIN-Nr. ...)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.