# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1abdc321-7f6f-5c37-bc7a-d483b905904f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.10.2021 720 21 133 / 286
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-133---286_2021-10-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 28. Oktober 2021 (720 21 133 / 286) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des polidisziplinären Gutachtens, insbesondere der neuropsycho-

logischen Disziplin, im Hinblick auf die Frage des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit 

 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Céline Chris-
ten 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Deborah Büttel, 
Rechtsanwältin, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Die 1986 geborene A.____ meldete sich am 15. Juli 2016 unter Hinweis auf ein chroni-
sches Panvertrebralsyndrom sowie auf tägliche Kopf- und Rückenschmerzen bei der Eidgenös-
sischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem sie die gesund-
heitlichen und erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, wies die IV-Stelle Basel-Landschaft 
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 13. September 2018 ab. Gegen diese Verfügung 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Deborah Büttel, Beschwerde beim Kan-
tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Mit Urteil vom 22. August 
2019 (Verfahrens-Nr. 720 18 343 / 203) wies das Kantonsgericht die Sache zur Einholung eines 
polydisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle zurück. 
 
B. In der Folge wurde ein Gutachten bei der SMAB AG Bern eingeholt. Gestützt auf dieses 
Gutachten sprach die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2020 und Verfügung vom 
12. März 2021 A.____ ab 1. Oktober 2019 eine ganze IV-Rente zu. 
 
C. Am 27. April 2021 erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Deborah Büttel, wiede-
rum Beschwerde beim Kantonsgericht und beantragte, die Verfügung vom 12. März 2021 auf-
zuheben und ab dem 1. Januar 2017 basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 
eine halbe IV-Rente und spätestens ab 1. Oktober 2019 basierend auf einem Invaliditätsgrad 
von 100% eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Verfügung vom 
12. März 2021 aufzuheben und zur Beurteilung des Leistungsanspruches weitere medizinische 
Abklärungen im Sinne von Rückfragen an den neuropsychologischen Gutachter, lic. phil. 
B.____, zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit zu veranlassen und nach Vorliegen dessen Beurtei-
lung neu über den Leistungsanspruch für den Zeitraum von 1. Januar 2017 bis 30. September 
2019 zu entscheiden. Subeventualiter sei die Verfügung vom 12. März 2021 aufzuheben und 
die Streitsache an die Beschwerdegegnerin mit der Verpflichtung zurückzuweisen, weitere Ab-
klärungen im Sinne von Rückfragen an den neuropsychologischen Gutachter, lic. phil. B.____, 
zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit zu veranlassen und nach Vorliegen dessen Beurteilung neu 
über den Leistungsanspruch für den Zeitraum von 1. Januar 2017 bis 30. September 2019 zu 
entscheiden. Dies unter o/e-Kostenfolge und mit Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung und Verbeiständung.  
 
D. Mit Verfügung vom 29. April 2021 wurde der Beschwerdeführerin A.____ für das vorlie-
gende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit 
Rechtsanwältin Deborah Büttel als Rechtsvertreterin bewilligt. 
 
E. In der Vernehmlassung vom 10. Juni 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. Es wird darauf hingewiesen, dass keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
des polydisziplinären Gutachtens sprechen würden und sich die Gutachter ausführlich mit den 
medizinischen Unterlagen und den Beschwerden auseinandergesetzt hätten. Es sei daher auf 
die Gesamtbeurteilung abzustellen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zustän-
digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset-

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 
beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-
tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur 
Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene 
Beschwerde vom 27. April 2021 ist demnach einzutreten. 
 
2. Mit Verfügung vom 12. März 2021 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze 
Rente ab 1. Oktober 2019 zu, was von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wird. Streitig 
und zu prüfen ist hingegen der Beginn der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit und der damit 
verbundene Beginn des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 
1. Januar 2017 bis 30. September 2019. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis 
zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 12. März 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt 
bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis 
(BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis).  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
 
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40% invalid ist. Invalidität im Sinne dieser Bestimmung ist die durch einen körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder 
Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 
Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allge-
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 
 
2.3 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
3. Prozessthema bildet in erster Linie die Frage, in welchem Ausmass die Beschwerde-
führerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Zeitraum vom 1. Januar 2017 
bis 30. September 2019 arbeitsfähig bzw. arbeitsunfähig war. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG sind das Administrativverfahren 
und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 
Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die 
richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Un-
tersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 
erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und 
Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, 
dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 
9C_57/2019, E. 3.2). 
 
4.1 Das polydisziplinäre Gutachten der SMAB AG Bern erfolgte in den Fachbereichen 
Rheumatologie, Neurologie, Allgemeine innere Medizin, Psychiatrie und Neuropsychologie. Mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine mittelschwere bis schwere depressive Episode 
und psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, in casu eine Marihuana-
Abhängigkeit, diagnostiziert. Gemäss der interdisziplinären Gesamtbeurteilung lasse sich eine 
psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 100% seit Oktober 2018, nämlich mit der Auf-
nahme der psychiatrischen Fachbehandlung, begründen. Aus rein neuropsychologischer Sicht 
ergebe sich eine Rest-Arbeitsfähigkeit von 30% für die bisherige und von 60% für eine ange-
passte Arbeit (ohne Zeitdruck, reizarme Umgebung). Aus rheumatologischer und internistischer 
Sicht seien keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ersichtlich.   
 
4.2 Die Beschwerdeführerin bringt zum medizinischen Sachverhalt vor, dass die Be-
schwerdeführerin seit ihrem 16. Altersjahr an konstanten Verspannungen im Schulter- und Na-
ckenbereich mit zervikalen Kopfschmerzen leide. Jedoch hätten sämtliche konservative Thera-
pien sowie eine Brustverkleinerung im Jahr 2015 keine nachhaltige Linderung der Beschwerden 
gebracht. Die Beschwerden hätten zugenommen und spätestens seit Dezember 2015 leide die 
Beschwerdeführerin an einem alltags- und funktionsrelevanten Dauerschmerz mit intermittie-
renden Schmerzexazerbationen. Zudem hätten die Kopfschmerzen, welche Konzentrationsstö-

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rungen auslösten, bereits im Jahr 2004 bestanden. Auch Rückenschmerzen hätten der Be-
schwerdeführerin gemäss Arztzeugnis vom 3. Mai 2005 den Turn- und Sportunterricht teilweise 
verunmöglicht. Diese Schmerzen hätten sich längst chronifiziert. Aus der polydisziplinären Be-
gutachtung von der SMAB AG in Bern vom 4. Oktober 2020 gehe hervor, dass sich die Ge-
samtarbeitsunfähigkeit aus der psychiatrischen Beurteilung ergebe, während sich aus rein neu-
ropsychologischer Sicht noch eine Restarbeitsfähigkeit von 60% in einer angepassten Tätigkeit 
zeige. Im neuropsychologischen Teilgutachten halte lic. phil. B.____ fest, dass die objektivierten 
kognitiven Defizite sowohl auf die depressive Symptomatik als auch auf die chronischen 
Schmerzen zurückzuführen seien. Ein zusätzlicher Einfluss der Medikation und des Cannabis-
Konsums sei dabei nicht auszuschliessen. Zusammenfassend sei auf das psychiatrische Teil-
gutachten abgestellt worden, in welchem ab dem Beginn der psychiatrischen ambulanten Be-
handlung bei Dr. med. C.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bzw. ab Oktober 
2018 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit beurteilt wurde. Obschon auch aus rein neuropsycholo-
gischer Sicht eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit vorliege, würden sich im neuropsychologi-
schen Teilgutachten keine Ausführungen zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit finden. Hinsichtlich 
der Frage betreffend der Arbeitsunfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht sei der Untersu-
chungsgrundsatz verletzt worden.  
 
4.3 Im RAD-Bericht vom 21. Januar 2021 erachtete Dr. med. D.____, Fachärztin für Physi-
kalische und Rehabilitative Medizin, eine weitere Prüfung für nicht notwendig. Dies insbesonde-
re mit der Begründung, dass das Ergebnis einer neuropsychologischen Untersuchung für sich 
alleine keine Arbeitsunfähigkeit begründen könne. Eine neuropsychologische Untersuchung 
könne immer nur die Funktion im Zeitpunkt der Untersuchung wiederspiegeln. Daher sei eine 
rückwirkende Beurteilung bzw. eine Verlaufsbeurteilung nicht möglich. Für eine solche würden 
entsprechende neuropsychologische Vorbefunde oder Vergleichswerte fehlen. Es sei korrekt, 
dass lic. phil. B.____ zum retrospektiven Verlauf keine Stellung nehmen und damit zur Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit keine Aussagen getroffen werden könne. Somit erübrige sich 
eine entsprechende Rückfrage an lic. phil. B.____. Gemäss RAD-Aktennotiz von Dr. med. 
E.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. Januar 2021 erschliesse es sich 
aus sachlichen Gründen nicht, wie der Bericht der neuropsychologischen Untersuchung Aus-
kunft über den Verlauf der Arbeitsfähigkeit geben könnte. Beim Vorliegen einer depressiven 
Störung sei erwartungsgemäss von einer verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit auszuge-
hen, dies sei ein Kernsymptom der Depression und ihr zugehörig. Der Verlauf einer depressi-
ven Erkrankung sei fluktuierend und sofern es sich um eine depressive Episode handle zeitlich 
begrenzt. Eine neuropsychologische Untersuchung stelle stets eine Momentaufnahme dar und 
vermöge keinen Verlauf abzubilden. Zudem könne weder eine depressive Störung, noch das 
Ergebnis einer neuropsychologischen Untersuchung für sich eine Arbeitsunfähigkeit begründen. 
Aus der neuropsychologischen Beurteilung könne lediglich der Schluss gezogen werden, dass 
zum Zeitpunkt der Untersuchung eine leichte bis mittelgradige Störung bestanden habe. In ei-
ner weiteren RAD-Stellungnahme vom 11. Februar 2021 vertrat Dr. D.____ unter Berücksichti-
gung eines von der Beschwerdeführerin nachgereichten Konsultationsberichtes vom 15. April 
2005 die Auffassung, dass am Gutachten und den abschliessenden RAD-Stellungnahmen fest-
gehalten werden könne.  
 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4.4 In der Vernehmlassung vom 10. Juni 2021 stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den 
Standpunkt des RAD und hält somit am Gutachten fest.   
 
5.1 Die Disziplin der Neuropsychologie kann helfen, kognitive Störungen und deren Aus-
mass zu eruieren. Die Ursachen derartiger kognitiver Störungen können somatisch (z.B. bei 
Hirnverletzungen) oder psychisch (z.B. bei psychischen Störungen) bedingt sein. Bei einer Be-
urteilung der Arbeitsfähigkeit wird eine Gesamtbeurteilung verlangt, bei welcher die neu-
ropsychologische Beurteilung wesentliche Informationen geben kann. In casu sind das Vorlie-
gen von kognitiven Störungen und die psychischen Einschränkungen aufgrund entsprechend 
diagnostizierter Störungen unbestritten. Fraglich ist nun, ob die neuropsychologisch festgestell-
ten Störungen und die damit verbundene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% nur auf 
der psychiatrischen Beurteilung basiert oder ob allenfalls unabhängig von der psychiatrischen 
Beurteilung kognitive Einschränkungen aufgrund der chronischen Schmerzen oder des Canna-
bis-Konsums vorliegen. Falls von einer von der psychiatrischen Beurteilung unabhängigen Ein-
schränkung ausgegangen wird, stellt sich weiter die Frage, ob diese bereits in invalidisierendem 
Ausmass vor dem 1. Oktober 2018 – also vor Beginn der ambulanten psychiatrischen Behand-
lung – vorlag. Der Beizug einer neuropsychologischen Fachperson ist bei gewissen Be-
gutachtungen empfohlen. Vorliegend erachteten die Gutachter aufgrund der geltend gemachten 
Konzentrationsstörungen bei chronischen Kopfschmerzen eine neuropsychologische Testung 
zur Beschwerdevalidierung als nötig (vgl. Gutachten S. 4). Sie diente somit der Kontrolle der 
geltend gemachten Beschwerden. Das Ergebnis dieser Testung wurde in der Folge von den 
Gutachtern bei ihrer Beurteilung berücksichtigt. So hat der psychiatrische Gutachter die neu-
ropsychologische Untersuchung in sein Gutachten integriert und eingehend gewürdigt. Er leitete 
daraus ab, dass es keine Hinweise auf Verdeutlichung oder Aggravation gebe und die objekti-
vierten Befunde mit den Angaben der Versicherten übereinstimmen würden, Gedächtnis- und 
Konzentrationsprobleme zu haben. Auch seien keine anderen Diskrepanzen oder Inkonsis-
tenzen ersichtlich (vgl. Gutachten S. 65 f.). Es wurde überdies festgehalten, dass sowohl die 
depressive Störung als auch die chronischen Schmerzen sowie allenfalls die Medikamenten-
einnahme und der Cannabiskonsum zu den festgestellten kognitiven Defiziten führen können. 
Zuletzt wurde das Ausmass der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer 
Sicht als leicht bis mittelgradig beurteilt und aufgrund der aktuellen Testung von einer 40% Ar-
beitsunfähigkeit in angepasster und von 70% in angestammter Tätigkeit ausgegangen. Der 
psychiatrische Gutachter gelangte in Kenntnis und Würdigung der neuropsychologischen Beur-
teilung und des dort festgehaltenen Ausmasses der für die Arbeitsfähigkeit relevanten kogniti-
ven Störung zur Diagnose einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode und einer 
psychischen und Verhaltensstörung durch Cannabinoide, Marihuana-Abhängigkeit und schloss 
auf eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Es kann festgehalten werden, dass es nie die Idee war, 
mittels der neuropsychologischen Testung den Verlauf einer neuropsychologischen Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit zu eruieren, sondern damit ein zusätzliches Test- bzw. Validierungs-
instrument in die Gesamtbeurteilung miteinfliessen zu lassen. Es bestehen somit keine Zweifel 
an der gutachterlichen Beurteilung, zumal die neuropsychologische Beurteilung meist nur Hin-
weise auf funktionale Schäden ergibt und diese zweifellos mit der psychiatrischen Diagnose der 
Depression zusammenhängen, da vorliegend physische Hirnstörungen wie z.B. nach einem 
Unfall ausgeschlossen werden können. Es bleibt die Frage, ob die chronischen Schmerzen o-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der die Cannabis-Abhängigkeit neben der Depression zu einer entsprechenden relevanten 
funktionellen kognitiven Störung geführt haben. Diese Ursächlichkeit der kognitiven Störungen 
lässt sich jedoch neuropsychologisch nicht abklären. Es bestehen auch keine Hinweise, dass 
eine allfällige Mitursache – neben der Depression – so schwerwiegend wäre, dass allein des-
halb eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit anzunehmen wäre. Auch steht fest, dass in 
den Akten keine neuropsychologischen Vergleichswerte bestehen, mit welchen eine Verlaufs-
beurteilung gemacht werden könnte.  
 
5.2 Alles in allem bestehen keine Hinweise auf eine – neben der Einschränkung aufgrund 
der psychiatrischen Diagnose – zusätzliche funktionelle Einschränkung in relevantem Ausmass, 
welche noch weiter abzuklären wäre bzw. überhaupt abgeklärt werden könnte. Es ist somit, was 
der Beginn der Arbeitsunfähigkeit angelangt, allein auf die psychiatrische Beurteilung und den 
Beginn der entsprechenden ambulanten Behandlung bei Dr. C.____ im Oktober 2018 abzustel-
len. Zudem wird im Arztbericht vom 13. Juli 2017 – was in der fraglichen Zeitperiode liegt – von 
Dr. med. F.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, festgehalten, dass aus psychi-
atrischer Sicht aktuelle keine grundlegende Arbeitsunfähigkeit begründbar ist. Es ist somit in 
dieser Hinsicht auf eine weitere Sachverhaltsabklärung zu verzichten. 
 
5.3 Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass beim Zeitpunkt der Annahme der Ar-
beitsunfähigkeit und dem damit verbundenen Beginn des Wartejahres nicht auf den Beginn der 
psychiatrischen Behandlung im Oktober 2018, sondern auf den stationären Aufenthalt in der 
Reha X.____ vom 28. Mai 2018 bis 23. Juni 2018 abzustellen sei, ist entgegen zu halten, dass 
bei diesem Aufenthalt eine psychosomatische Behandlung aufgrund der chronischen Schmer-
zen in der Schulterregion und Kaumuskulatur und nicht vordergründig eine psychiatrische Be-
handlung erfolgte. Aus somatischer Sicht bestehe jedoch nach Ansicht der Gutachter kein 
Grund für eine Arbeitsunfähigkeit. Die erste psychiatrische Behandlung begann im Oktober 
2018, wie es auch die Gutachter festgehalten haben. Somit bestehen weder Gründe für eine 
ergänzende Sachverhaltsabklärung noch die Annahme eines früheren Zeitpunktes als der 
1. Oktober 2018 für den Beginn des Wartejahres. Die Beschwerde ist somit abzuweisen und die 
angefochtene Verfügung zu bestätigen. 
 
6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun 
allerdings mit Verfügung vom 29. April 2021 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. 
Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 
 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.2 Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zugespro-
chen. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29. April 2021 auch die unentgeltliche 
Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, ist diese für ihre Bemühungen 
aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in 
ihrer Honorarnote vom 26. Juni 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 
14 Stunden 75 Minuten geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden 
Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen ist. Nicht zu beanstanden sind die geltend ge-
machten Auslagen in der Höhe von Fr. 45.60. Der Rechtsvertreterin ist demnach ein Honorar in 
der Höhe von Fr. 3'226.25 (14.75 Stunden à Fr. 200.-- [vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die 
Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003] und Auslagen von Fr. 45.60 zzgl. 7.7% 
Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
6.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine 
Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, 
sobald sie dazu in der Lage ist. 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der 
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 3'226.25 (inkl. Auslagen und 7.7% MwSt.) aus der Gerichtskasse 
ausgerichtet. 

 
Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 17. Januar 2022 Beschwerde beim 
Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_37/2022). 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht