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**Case Identifier:** c63142c8-a9c2-5b1d-a7dd-7cc07359993a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.09.2025 IV 2024/211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-211_2025-09-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/211

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.10.2025

Entscheiddatum: 11.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2025
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines 
Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton 
St. Gallen vom 11. September 2025, IV 2024/211). Beim Bundesgericht 
angefochten.

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/10 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 11. September 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/211 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, Oberer Graben 44, 
9000 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/211 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im Februar 2013 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an 
(IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Ausbildung zum Lastwagenchauffeur absolviert und er sei aktuell 

auch als Lastwagenchauffeur tätig. Sein Lohn betrage 5'590 Franken pro Monat. Der 

Allgemeinmediziner Dr. med. B.___ gab im April 2013 gegenüber Dr. med. C.___ vom IV-internen 

regionalen ärztlichen Dienst (RAD) telefonisch an (IV-act. 16), der Versicherte leide an einer 

Depression, an Angst- und Panikattacken, an Schlafstörungen sowie an einer ausgeprägten 
Krebsphobie, nachdem ein Angiolipom der rechten Niere bei einem präoperativen Malignitätsverdacht 

entfernt worden sei. Zudem bestünden Rücken- und Leistenschmerzen. Die psychische Problematik 

stehe im Vordergrund. Mit einer Mitteilung vom 22. November 2013 wies die IV-Stelle das Begehren 

um berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 47). 

A.b Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung erstattete der Psychiater Dr. med. D.___ am 9. 
Dezember 2013 ein fachärztliches Gutachten (Fremdakten). Er hielt fest, der Teint des Versicherten 

habe frisch und sonnengebräunt imponiert. Der Versicherte habe ein sehr gut gepflegtes Äusseres 

aufgewiesen. Die zweistündige Untersuchung habe ohne Pause durchgeführt werden können. Nach 20 

Minuten sei der Versicherte aufgestanden. Nach weiteren zehn Minuten habe er sich wieder gesetzt; 

bis zum Ende der Untersuchung sei er sitzen geblieben. Die Antworten seien prompt und ausführlich 

erfolgt. Die Stimme sei laut, gut artikuliert gewesen. Die Sitzposition sei locker, leger gewesen. Die 

Gestik sei aktiv, teils brüske gewesen. Die Mimik sei aktiv, von grosser Bandbreite gewesen. Bisweilen 

habe der Versicherte eine leichte Bewegungsunruhe gezeigt. Ermüdungserscheinungen seien nicht zu 

beobachten gewesen. Bisweilen sei der Versicherte belehrend, räsonierend aufgetreten. Den 
Blickkontakt zum Untersucher habe er vermieden. Bisweilen habe er den Untersucher aber zornig, 

gereizt angeschaut. Teilweise habe er selbst auf neutrale Fragen gereizt, aufbrausend reagiert. Er habe 

sich aber jeweils wieder sehr schnell beruhigt. Die Diskrepanzen zwischen dem Fehlen respektive der 

geringen Ausprägung von objektivierbaren Defiziten und den geltend gemachten Beschwerden hätten 

die Frage nach der Authentizität der Beschwerdeschilderung aufgeworfen. Ein Screening-

Validierungstest habe Anhaltspunkte für eine Aggravation oder Simulation geliefert. Allerdings 

erscheine ein intendiertes Verhalten als wenig wahrscheinlich. Wahrscheinlicher sei eine starke 

Identifizierung mit der Krankenrolle. Diagnostisch leide der Versicherte an einer Dysthymia. Aufgrund 

der damit einhergehenden verminderten emotionalen Belastbarkeit sei ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von 

20 Prozent zu attestieren. 

A.c Ein dreimonatiges Belastbarkeitstraining wurde nach zwei Monaten abgebrochen, weil der 
Versicherte teils ein- bis dreimal pro Woche nicht erschienen oder „einfach nach Lust und Laune“ früher 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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nach Hause gegangen war, sich nicht an Vereinbarungen gehalten und die abgemachten 

Präsenzzeiten nicht eingehalten hatte (vgl. IV-act. 86). Der Einsatzbetrieb hielt in seinem Schlussbericht 

vom 12. Oktober 2014 fest (IV-act. 87), es sei unmöglich zu beurteilen, was der Versicherte noch könne 

und was nicht, da er nie an seine Leistungsgrenze gegangen sei. Was er gesagt habe, entspreche in 

keiner Weise dem, was er gezeigt habe. Er habe schon am ersten Arbeitstag ablehnend und 
desinteressiert gewirkt. Er habe geltend gemacht, dass er schon seit 27 Jahren in der Schweiz arbeite, 

jetzt krank sei und keine Lust mehr habe. Er habe schon innerhalb der ersten halben Stunde zweimal 

nach Hause gehen wollen. Den Parkplatz wolle er nicht bezahlen. Während der gesamten Dauer der 

Massnahme habe er die Sollzeit nie erreicht. Das Psychiatrie-Zentrum E.___ berichtete im Januar 2015 

(IV-act. 97), dem Versicherten seien unterschiedliche Therapien (Schmerzgruppe, Ergotherapie, Job-

Coaching) empfohlen worden, die dieser aber allesamt abgelehnt habe. Auch eine stationäre oder 

teilstationäre Behandlung sei abgelehnt worden. Der Versicherte habe sich auch nicht zur 

Arbeitsvermittlung anmelden sollen. Aufgrund mangelnder Compliance sei der Fall deshalb bereits 

Ende Januar 2014 abgeschlossen worden. Im April 2015 berichtete der Psychiater Dr. med. F.___ (IV-

act. 100), der Versicherte leide an einer depressiven Entwicklung mit einer gegenwärtig mittelschweren 

Depression und somatischen Symptomen. Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei ihm grundsätzlich 

während zwei bis drei Stunden pro Tag zumutbar, aber wie der misslungene Versuch im Rahmen des 

Belastungstrainings zeige, lasse sich diese Arbeitsfähigkeit effektiv nicht verwerten. Die Arbeitsfähigkeit 
könnte sich durch psychiatrische Massnahmen auf maximal 50 Prozent erhöhen. Mit einer Verfügung 

vom 12. Februar 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 117). 

Nachdem der Versicherte eine Beschwerde gegen diese Verfügung erhoben hatte, widerrief die IV-

Stelle ihre Verfügung, woraufhin das Beschwerdeverfahren am 20. Juni 2016 abgeschrieben wurde 

(vgl. IV-act. 141). 

A.d Am 8. September 2016 erstattete der Psychiater Prof. Dr. med. G.___ im Auftrag der IV-Stelle 
ein fachärztliches Gutachten (IV-act. 145). Er hielt fest, der Versicherte habe einen gepflegten Eindruck 

hinterlassen, sofort Blickkontakt aufgenommen und diesen problemlos gehalten. Er habe vornehmlich 

über somatische Handicaps berichtet. Während der gut zweistündigen Exploration habe er zweimal die 

Toilette aufgesucht. Ansonsten habe er während der gesamten Untersuchungsdauer ohne gehäufte 

Positionswechsel und ohne Schmerzäusserungen im ihm angebotenen Sessel gesessen. Gedächtnis-

, Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen seien weder zu beobachten gewesen noch geltend 

gemacht worden. Der formale Gedankengang sei bezüglich Tempo, Kohärenz und Stringenz unauffällig 

gewesen. Es habe sich aber eine maladaptive Verarbeitung der gesundheitlichen Störungen gezeigt. 
Affektiv sei der Versicherte gut spürbar gewesen. Seine Grundstimmung sei leicht dysphorisch und 

minim herabgestimmt gewesen. Die Schwingungsfähigkeit sei leicht eingeschränkt gewesen. Die 

Vitalgefühle hätten sich infolge der somatischen Beschwerden leicht gemindert gezeigt. Die 

Psychomotorik sei unauffällig gewesen. Der Antrieb sei unauffällig gewesen. Bei der Aktenwürdigung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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habe sich gezeigt, dass sowohl die behandelnden Ärzte als auch die Verantwortlichen für ein 

Belastbarkeitstraining, das der Versicherte absolviert habe, motivationale Probleme festgestellt hätten, 

die auf eine bewusste Selbstlimitierung des Versicherten schliessen liessen. So habe der Versicherte 

eine ablehnende Haltung gegenüber therapeutischen Massnahmen gezeigt, die zum 

Behandlungsabbruch geführt habe. Beim Belastbarkeitstraining habe er sich nicht an Abmachungen 
gehalten und zudem insgesamt ein Verhalten gezeigt, das nicht auf eine hohe Motivation zur beruflichen 

Wiedereingliederung schliessen lasse. Bei der aktuellen Untersuchung habe sich das angeblich jeden 

Abend eingenommene schlafanstossende Antidepressivum nicht nachweisen lassen. Allerdings habe 

sich bei der aktuellen Untersuchung aber auch keine Aggravation oder gar Simulation gezeigt. Vielmehr 

habe eine Verdeutlichung vorgelegen. Vornehmlich hätten dysfunktionale aversive Kognitionen bei 

einer maladaptiven Krankheitsverarbeitung vorgelegen, wobei sich der Versicherte weiterhin in einer 

narzisstischen Kränkung in die Opfer- und Krankheitsrolle zurückziehe. Aus psychiatrischer Sicht liege 

allfällig ein minimer invalidenversicherungsrechtlich relevanter Schaden vor. Diagnostisch könne sich 

der Sachverständige dem Vorgutachter Dr. D.___ anschliessen. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

von Dr. D.___ überzeuge. Der behandelnde Psychiater Dr. F.___ stehe mit seiner Einschätzung „sehr 

isoliert“. Der von ihm beschriebene Psychostatus enthalte zahlreiche Bewertungen und entspreche 

damit nicht den Vorgaben des AMDP. Die Kriterien, die die Diagnose einer mittelgradigen Depression 

rechtfertigen könnten, seien nicht erfüllt. Mit einer Verfügung vom 29. Januar 2018 wies die IV-Stelle 
das Rentenbegehren des Versicherten mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-

act. 171). 

A.e Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob diese Verfügung mit einem Entscheid vom 
17. Juni 2020 (IV 2018/91; vgl. IV-act. 190) auf. Es wies die Sache zur Fortsetzung des 

Verwaltungsverfahrens an die IV-Stelle zurück. Zur Begründung führte es an, an sich überzeuge zwar 

das Gutachten von Prof. Dr. G.___, aber es enthalte keine überzeugende Begründung für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Dem Sachverständigen Prof. Dr. G.___ sei es nicht gelungen, den Bogen 

zwischen den erhobenen Befunden und deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu schlagen. Aus der 

Sicht eines medizinischen Laien erscheine der von Prof. Dr. G.___ attestierte Arbeitsunfähigkeitsgrad 

von 20 Prozent als zu hoch. Das Gutachten müsse ergänzt werden. Das Vorgehen bleibe der IV-Stelle 

überlassen. Bezüglich der vom Versicherten geltend gemachten Miktionsstörungen, die seinen 

Angaben zufolge den Nachtschlaf erheblich störten, erweise sich der medizinische Sachverhalt als 

ungenügend ermittelt. Den Akten lasse sich nicht entnehmen, ob der Versicherte tatsächlich an 

relevanten Miktionsstörungen leide, in welchem Ausmass allfällige Miktionsstörungen vorlägen und 
welchen Einfluss diese allenfalls auf das Schlafverhalten sowie auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Auch 

diesbezüglich habe die IV-Stelle weitere Abklärungen zu tätigen; das Vorgehen bleibe ihr überlassen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.f Im März 2021 berichtete Dr. F.___ (IV-act. 202), der Zustand des Versicherten habe sich seit 
April 2015 verschlechtert. Der Versicherte habe sich sozial noch mehr zurückgezogen. Er sei dauernd 

gereizt, wütend, empört oder ängstlich passiv. Der Eindruck einer demonstrativen Leidenspräsentation 

dürfe nicht dazu verleiten, die Schwere des Leidens zu verkennen. Diagnostisch liege eine 

rezidivierende depressive Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode und somatischen 
Symptomen vor. Eine Erwerbstätigkeit sei dem Versicherten aktuell nicht zumutbar. Der Hausarzt Dr. 

B.___ teilte der IV-Stelle im März 2021 mit (IV-act. 203), bei einem dringenden Verdacht auf eine 

Blasenhalsstenose habe sich eine ausgeprägt belastende Pollakisurie, Nykturie und Inkontinenz 

gezeigt. Der Versicherte schlafe sehr schlecht und er müsse Einlagen tragen. Da er sich vor 

chirurgischen Eingriffen und vor einem Spitalaufenthalt fürchte, könne die Nykturie nicht sinnvoll 

abgeklärt werden. Der RAD-Arzt Dr. med. H.___ notierte im Mai 2021 (IV-act. 206), der Psychiater Dr. 

F.___ habe seine Angabe, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert, nicht 

hinreichend begründet. In urologischer Hinsicht stünden nach wie vor lediglich Verdachtsdiagnosen im 

Raum. Der medizinische Sachverhalt sei folglich noch immer nicht vollständig ermittelt.  

A.g Die Urologin Dr. med. I.___ berichtete im Januar 2022 (IV-act. 221), sie habe den Versicherten 
nach dem Jahr 2019 nicht mehr behandelt. Damals habe keine urologische Problematik vorgelegen, 

die sich auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätte, obwohl der Versicherte damals schon über eine 

Nykturie sechs- bis siebenmal pro Nacht geklagt habe. Der RAD-Arzt Dr. H.___ notierte am 22. Februar 
2022 (IV-act. 227), aus urologischer Sicht liege keine Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit vor. Aus psychiatrischer Sicht seien die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der 

Sachverständigen Dr. D.___ und Prof. Dr. G.___ durchaus nachvollziehbar. Die Sachverständigen 

hätten die Einschränkung nicht direkt auf die Diagnose einer Dysthymie zurückgeführt, sondern sie mit 

dem durch die Dysthymie bedingten dysfunktionalen Umgang mit den beklagten Beschwerden 

begründet, der sich über die reduzierte Lebensqualität auch auf andere Lebensbereiche auswirke. 

Dieser dysfunktionale Umgang eröffne einen medizinisch nachvollziehbaren Ermessensspielraum, der 

eine gewisse Einschränkung nachvollziehbar mache, wenn auch damit die üblichen Grenzen der 

Einschätzungen bei einer Dysthymie stark belastet werde. Aus medizinischer Sicht bestehe ein klares 

Abklärungsergebnis, wobei durch die Sachverständigen gut nachgewiesen worden sei, dass die 

Beurteilungen der behandelnden Ärzte durch die unkritische Übernahme der Beschwerdeschilderungen 

zustande gekommen seien und einer kritischen Überprüfung nicht standhielten.  

A.h Mit einem Vorbescheid vom 11. April 2022 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die 
Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-
act. 232). Der Versicherte liess in der Folge einen Bericht der Urologin Dr. med. J.___ vom 9. Juli 2022 

einreichen (IV-act. 239). Die Urologin hatte berichtet, dass die Situation für den Versicherten schwer zu 

ertragen sei. Die Familie sei recht verzweifelt. Der Versicherte verwende keine Hilfsmittel wie 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Inkontinenzeinlagen, sondern nur etwas Toilettenpapier, was die Situation natürlich noch schwieriger 

mache. Der Urinstatus sei unauffällig gewesen. Eine Operation sei nicht zu empfehlen. An sich sei eine 

urodynamische Untersuchung angezeigt, die der Versicherte aber aus Angst nicht durchführen wolle. 

Am ehesten handle es sich um eine hyperaktive Harnblase. Der RAD-Arzt Dr. H.___ notierte am 2. 

September 2022, die urologische Problematik wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 240). 
Mit einer Verfügung vom 5. September 2022 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten 

ab (IV-act. 241). 

A.i Nachdem der Versicherte eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 5. September 2022 hatte 
erheben (vgl. IV-act. 248) und einen Bericht der Klinik K.___ vom 9. November 2022 über eine neuro-

urologische Untersuchung hatte einreichen lassen (IV-act. 251), in dem eine Störung der unteren 

Harntraktfunktion unklarer Ätiologie diagnostiziert und eine weiterführende Abklärung empfohlen 

worden war, widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 5. September 2022, um weitere Abklärungen zu 

tätigen (IV-act. 257). Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge abgeschrieben (vgl. IV-act. 259). 

Die Klinik K.___ teilte der IV-Stelle am 12. Juni 2023 mit, dass der Versicherte sämtliche weiteren 

diagnostischen Abklärungen abgesagt habe, weshalb man nicht in der Lage sei, Aussagen zur 

Arbeitsfähigkeit zu treffen (IV-act. 267). Im Februar 2023 war allerdings noch eine urodynamische 

Abklärung durchgeführt worden, die ein im Widerspruch zu den geltend gemachten Drang- und 

Inkontinenzbeschwerden stehendes Ergebnis gezeitigt hatte (IV-act. 278). Der Orthopäde Dr. med. 
L.___ hatte im April 2023 berichtet (IV-act. 280), der Versicherte habe im Dezember 2022 eine 

Radiusfraktur links erlitten. Er habe bei der aktuellen Abschlusskontrolle berichtet, dass er mit der 

Situation zufrieden sei, auch wenn noch leichte endgradige Schmerzen und eine leichte 

Bewegungseinschränkung bestünden. Diese seien im Alltag nur wenig störend. Mit einem Vorbescheid 

vom 20. Februar 2024 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines 

Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 284). Der Versicherte reagierte nicht darauf. Mit einer Verfügung 

vom 23. April 2024 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades ab (IV-act. 286).  

A.j Die damalige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte am 7. Mai 2024 telefonisch 
geltend, ihr sei eine Fristerstreckung zur Stellungnahme zum Vorbescheid gewährt worden (IV-act. 

287). Am 20. Mai 2024 nahm sie schriftlich Stellung zum Vorbescheid (IV-act. 291). Sie hielt fest, die 

urologische Problematik sei weiterhin nicht hinreichend geklärt. Die IV-Stelle widerrief ihre Verfügung 

vom 23. April 2024 am 21. Mai 2024 (IV-act. 292). Der RAD-Arzt Dr. H.___ notierte am 7. Juni 2024, 

die zwischenzeitlich eingegangenen medizinischen Akten dokumentierten keine relevante Veränderung 
des Gesundheitszustandes (IV-act. 293). Mit einem Vorbescheid vom 10. Juni 2024 teilte die IV-Stelle 

dem Versicherten mit, dass sie nach wie vor vorsehe, sein Rentenbegehren abzuweisen (IV-act. 296). 

Der Versicherte liess am 19. August 2024 die Zusprache einer ganzen Rente sowie eventualiter weitere 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Abklärungen beantragen (IV-act. 301). Mit einer Verfügung vom 25. September 2024 wies die IV-Stelle 

das Rentenbegehren ab (IV-act. 305). 

B.  

B.a Am 28. Oktober 2024 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. September 2024 erheben (act. G 1). Er liess die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung, die Zusprache einer ganzen Rente sowie eventualiter die Durchführung 

von weiteren Sachverhaltsabklärungen beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, das 

Valideneinkommen sei nicht ermittelt worden. Die geklagten Beschwerden seien ebenfalls nicht 

hinreichend abgeklärt worden. So habe der Beschwerdeführer etwa im Dezember 2022 eine 

Radiusfraktur links erlitten, die im April 2023 noch immer Beschwerden verursacht habe, bezüglich 

derer die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) aber keine Abklärungen getätigt habe. In 

psychiatrischer Hinsicht habe die Beschwerdegegnerin die Anweisungen des Versicherungsgerichtes 

nicht umgesetzt. Dem Beschwerdeführer sei allerdings die Erzielung eines Erwerbseinkommens 

ohnehin nicht mehr zumutbar.  

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Januar 2025 die Abweisung der Beschwerde (act. G 
4). Zur Begründung führte sie an, trotz umfangreicher weiterer Abklärungen habe sich nichts ergeben, 

was auf eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20 Prozent hindeuten könnte. Der Arbeitsfähigkeitsgrad 

von 80 Prozent sei ohne Weiteres verwertbar. Das Valideneinkommen sei korrekt ermittelt worden. 

B.c Der Beschwerdeführer liess am 26. Mai 2025 an seinen Anträgen festhalten (act. G 12). Die 
Beschwerdegegnerin hielt am 5. Juni 2025 ebenfalls an ihrem Antrag fest (act. G 14). 

Erwägungen 
1.  

Der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens erschöpft sich in der Überprüfung der angefochtenen 

Verfügung auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Dieses hat sich nach der verbindlichen Abweisung des 

Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen am 22. November 2013 auf die Prüfung des im 

Februar 2013 eingereichten Rentenbegehrens und damit auf die Frage nach einem Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers frühestens ab dem 1. August 2013 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) beschränkt. Auch 

in diesem Beschwerdeverfahren ist deshalb ausschliesslich zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 

frühestens ab dem 1. August 2013 einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt 

hat. 

2.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8/10 

Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Arbeitsfähigkeit nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während 

eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid 

ist, einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 

3.  

Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert, aber er hat die Führerprüfung zum 

Lastwagenchauffeur absolviert und folglich als Lastwagenchauffeur arbeiten können. Sein letzter Lohn 

bei seinem langjährigen Arbeitgeber hat 5'590 Franken × 13 = 72'670 Franken betragen. Er ist damit 

etwas höher als der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne von 65'654 Franken im Jahr 2013 

gewesen. Folglich ist hier ausnahmsweise auf das zuletzt erzielbare Erwerbseinkommen abzustellen. 

4.  

4.1 Für die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist massgebend, 
welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in welchem Umfang zumutbar sind. 

In somatischer Hinsicht deutet in den Akten nichts auf eine relevante Gesundheitsbeeinträchtigung hin, 

die sich auf den Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers auswirken würde. Die Radiusfraktur links 

ist innert wenigen Wochen weitestgehend folgenlos verheilt, wie der Bericht des behandelnden 

Orthopäden vom April 2023 belegt. Die geklagten Miktionsstörungen haben sich trotz zahlreicher 

Versuche nie objektivieren respektive belegen lassen. Der Beschwerdeführer nutzt gemäss den 

überzeugenden Angaben der behandelnden Fachärzte nicht einmal die einfachsten Hilfsmittel, was 

eindrücklich belegt, dass bei objektiver Betrachtung kein relevanter Leidensdruck vorliegen kann. Die 

verschiedentlich ins Feld geführte Behauptung, die Weigerungshaltung des Beschwerdeführers gehe 

auf eine ausgeprägte Furcht (gemäss dem Hausarzt: „Todesangst“) vor Spitalaufenthalten und 

operativen Eingriffen zurück, ist diesbezüglich irrelevant, denn es ist nicht einzusehen, welche 

psychische Gesundheitsbeeinträchtigung den Beschwerdeführer davon abhalten sollte, wenigstens 

gewöhnliche Inkontinenzeinlagen zu tragen, die es ihm nach der allgemeinen Lebenserfahrung 

ermöglichen würden durchzuschlafen, womit eine allfällige müdigkeitsbedingte Arbeitsunfähigkeit 
beseitigt wäre. Zudem hat die einzige objektive urologische Untersuchung einen Befund ergeben, der 

in einem offensichtlichen Widerspruch zu den vom Beschwerdeführer geklagten Drang- und 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Inkontinenzbeschwerden gestanden hat. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die Akten über den 

gesamten hier massgebenden Zeitraum von über zehn Jahren eindrücklich aufzeigen, dass die 

Problematik durchgehend und überwiegend durch eine ausgeprägte Verweigerungshaltung gegenüber 

allen möglichen medizinischen und beruflichen Massnahmen bei sowohl in somatischer als auch in 

psychischer Hinsicht vernachlässigbar geringen Gesundheitsbeeinträchtigungen geprägt gewesen ist. 
In somatischer Hinsicht ist der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich durchgehend 

(abgesehen von einer allfälligen, wenige Wochen dauernden Periode nach der Radiusfraktur links) 

uneingeschränkt arbeitsfähig für sämtliche in Frage kommenden Tätigkeiten gewesen. 

4.2 In psychiatrischer Hinsicht ist auf das vom Versicherungsgericht bereits im Entscheid IV 2018/91 
vom 17. Juni 2020 mit einer eingehenden Begründung als überzeugend qualifizierte Gutachten von 

Prof. Dr. G.___ abzustellen, das sich im Übrigen mit dem ebenso überzeugenden Gutachten von Dr. 

D.___ deckt. Der behandelnde Psychiater Dr. F.___ hat zwar zu Beginn des Jahres 2021 geltend 

gemacht, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich weiter verschlechtert, aber er hat 

nach wie vor eine mittelgradige depressive Störung diagnostiziert. Zudem hat sein Bericht keine 

Hinweise auf objektive klinische Befunde enthalten, die eine effektive Verschlechterung des 

psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers belegen könnten, wie der RAD-Arzt Dr. 

H.___ in einer überzeugenden Aktenwürdigung festgehalten hat. Das Gutachten von Prof. Dr. G.___ 

hat lediglich an einem geringfügigen Begründungsmangel gelitten, denn Prof. Dr. G.___ hatte es 
versäumt, den von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 Prozent überzeugend zu begründen. 

Der RAD-Arzt Dr. H.___ hat in seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2022 anschaulich und 

überzeugend aufgezeigt, dass sich der von Prof. Dr. G.___ attestierte Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 

Prozent zwar an der Grenze dessen bewege, was sich bei der Diagnose einer Dysthymie psychiatrisch 

rechtfertigen lasse, dass das Attest aber insgesamt dennoch vertretbar sei, weil die Dysthymie im 

Zusammenspiel mit dem aus einer narzisstischen Veranlagung resultierenden dysfunktionalen 

Bewältigungsmuster bezüglich der somatischen Beschwerden einen Teil der Ressourcen binde, die der 

Beschwerdeführer benötigen würde, um eine uneingeschränkte Arbeitsleistung erbringen zu können. 

Auch wenn diese an sich überzeugende Begründung nicht jeden Zweifel an der Überzeugungskraft des 

Attestes einer Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent zu beseitigen vermag, rechtfertigt sie es doch, gestützt 

auf das Gutachten von Prof. Dr. G.___ davon auszugehen, dass der Arbeitsfähigkeitsgrad des 

Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht überwiegend wahrscheinlich mindestens 80 Prozent 

betragen hat. Die Antwort auf die Frage, ob der effektive Arbeitsfähigkeitsgrad bei 80 Prozent, 90 

Prozent oder 100 Prozent gelegen hat, ist für das Ergebnis irrelevant, wie die nachfolgenden 
Ausführungen zeigen werden, weshalb weitere Abklärungen zur genauen Bestimmung des effektiven 

Arbeitsfähigkeitsgrades unverhältnismässig wären. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.3 Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer im hier massgebenden Zeitraum zu mindestens 80 
Prozent arbeitsfähig gewesen. Nur unter Berücksichtigung des hier offenkundig nicht zu 

rechtfertigenden Maximalabzuges vom Tabellenlohn von 25 Prozent könnte ein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent resultieren. Der Beschwerdeführer ist also nicht 

rentenbegründend invalid. Zudem hat er das sogenannte Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) nicht 
erfüllt. Die Abweisung seines Rentenbegehrens erweist sich damit im Ergebnis als rechtmässig, 

weshalb der Antrag auf Zusprache einer Rente abzuweisen ist. Da von weiteren Abklärungen kein 

Erkenntnisgewinn zu erwarten ist, ist auch der Eventualantrag abzuweisen. 

5.  

Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind 

durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Der unterliegende 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind durch den von 

ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. 

3.  
Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2025
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 11. September 2025, IV 2024/211). Beim Bundesgericht angefochten.

		2026-01-28T04:10:00+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen