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**Case Identifier:** 5c519b4a-f20b-585e-a59c-25f14a0efb78
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2018 200 2017 263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-263_2018-07-11.pdf

## Full Text

200 17 263 UV
KOJ/IMD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juli 2018

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. Februar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
erlitt im Jahr 1984 eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes sowie des late-
ralen Seitenbandes im linken Knie (Akten der Schweizerischen Unfallversi-
cherungsanstalt [Suva bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [act. II] 
191 S. 2 lit. A.). Am 22. Mai 1987 zog er sich bei einem Motorradunfall u.a. 
diverse Verletzungen am rechten Bein und Fuss sowie eine Commotio ce-
rebri zu (act. II 200 ff.). Im Juli 1998 meldete der Versicherte einen Rückfall 
zu diesem Unfall an und gab an, unter starken Rückenschmerzen mit 
Ausstrahlung ins rechte Bein zu leiden (act. II 229). Mit Verfügung vom 4. 
Januar 1999 (act. II 237) verneinte die Suva ihre diesbezügliche Leistungs-
pflicht mit der Begründung, die Rückenschmerzen seien nach kreisärztli-
cher Beurteilung nicht auf den Unfall vom 22. Mai 1987 zurückzuführen. 
Eine weitere Rückfallmeldung vom 5. März 2007 (act. II 247) unter Verweis 
auf ein bei demselben Unfall erlittenes schweres Schädel-Hirn-Trauma 
beantwortete die Suva nach Einholen einer neurologischen (act. II 14) und 
psychiatrischen (act. II 16) kreisärztlichen Beurteilung mit Verfügung vom 
29. Juli 2008 (act. II 19) ebenfalls abschlägig. Bei weiteren Unfällen am 
21. Juni 2011 und 19. Januar 2013 sowie am 2. Januar 2014 zog sich der 
Versicherte Verletzungen an der rechten bzw. der linken Schulter zu (act. II 
28, 48, 53 S. 2). 

Die Suva liess den Versicherten durch den Kreisarzt Dr. med. D.________, 
Facharzt für Chirurgie, untersuchen (Bericht vom 3. Mai 2016 [act. II 133] 
und Beurteilung des Integritätsschadens vom 15. Juni 2016 [act. II 141]), 
holte eine Stellungnahme vom 29. August 2016 bei Dr. med. E.________, 
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, ein (act. II 144) und sprach dem 
Versicherten mit Verfügung vom 4. Oktober 2016 (act. II 150) eine Inte-
gritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden von 38 % zu. Gleichzei-
tig wies sie den Anspruch auf eine Invalidenrente mangels unfallbedingter 
Erwerbseinbusse ab. Die dagegen erhobene Einsprache (act. II 161, 169) 
wies sie mit Entscheid vom 3. Februar 2017 (act. II 191) ab.

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B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 9. März 2017 Beschwerde mit den folgen-
den Anträgen:

Der Einspracheentscheid vom 3. Februar 2017 sei aufzuheben und es 
sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten anzuordnen. Sodann sei 
über die gesetzlichen Leistungen (Integritätsentschädigung, Rente) 
neu zu befinden.

Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei nach Eingang der Be-
schwerdeantwort der Beschwerdegegnerin bis zum Vorliegen des po-
lydisziplinären IV-Gutachtens zu sistieren.

- unter Entschädigungsfolge -.

Mit Eingabe vom 13. März 2017 reichte der Beschwerdeführer diverse Un-
terlagen zu den Akten (act. I 5, 12-15).

Der Instruktionsrichter setzte dem Beschwerdeführer mit prozessleitender 
Verfügung vom 14. März 2017 Frist, ein Beilagenverzeichnis sowie eine in 
Aussicht gestellte Stellungnahme des behandelnden Neurologen einzurei-
chen.

Mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2017 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde sowie des Sistierungsantrags.

Mit Eingabe vom 26. April 2017 reichte der Beschwerdeführer ein vollstän-
diges Beilagenverzeichnis sowie diverse weitere Unterlagen zu den Akten 
(act. I 16-20).

Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Mai 2017 wies der Instruktionsrich-
ter das Sistierungsgesuch des Beschwerdeführers ab. Gleichzeitig setzte 
er der Beschwerdegegnerin Frist zur allfälligen Ergänzung der Beschwer-
deantwort.

Die Beschwerdegegnerin nahm mit Eingabe vom 18. Juli 2017 unter Beila-
ge einer neurologischen und einer psychiatrischen Beurteilung der Abtei-
lung Versicherungsmedizin (act. IIC 1 und 2) Stellung zur Eingabe des Be-
schwerdeführers vom 26. April 2017 und den damit eingereichten Beilagen.

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Mit Eingabe vom 3. November 2017 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Unterlagen zu den Akten (act. IA 21-33), erneuerte den Antrag auf Einho-
lung eines Gerichtsgutachtens und beantragte, die Beschwerdegegnerin 
sei zu verpflichten, die Kosten für eingeholte medizinische Stellungnahmen 
zu übernehmen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. November 2017 edierte der Instruk-
tionsrichter bei der IV-Stelle Bern die IV-Akten des Beschwerdeführers. 
Diese gingen beim Verwaltungsgericht am 14. November 2017 ein (act. III, 
IIIA-IIID).

Mit Eingabe vom 30. Januar 2018 nahm die Beschwerdegegnerin Stellung 
zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. November 2017.

Mit Eingaben vom 28. Februar 2018, 23. März 2018 und 4. Juni 2018 reich-
te der Beschwerdeführer weitere Unterlagen zu den Akten (act. IA 34 f., IB 
36-41).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 

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ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 3. Februar 
2017 (act. II 191). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerde-
führers auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung, namentlich 
auf eine Invalidenrente und eine höhere Integritätsentschädigung, und in 
diesem Zusammenhang die Vollständigkeit der Sachverhaltsabklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 
vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus-
gebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

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Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 

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deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
140 V 356 E. 3.2 S. 358).

2.4 Die Versicherungsleistungen werden grundsätzlich auch für Rück-
fälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es 
sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so 
dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Ar-
beitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar 
geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische 
Veränderungen bewirkt, die zu einem völlig anders gearteten Krankheits-
bild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c S. 296; SVR 2016 UV Nr. 15 
S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 S. 56 E. 2.1.2; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 19. Dezember 2016, 8C_61/2016, E. 3.2).

Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leistungspflicht 
des Unfallversicherers nur dann, wenn zwischen den erneut geltend ge-
machten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte-
nen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusam-
menhang besteht. Dabei kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerken-
nung des Kausalzusammenhangs beim Grundfall oder einem früheren 
Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 293 E. 2c S. 296; RKUV 1994 U 206 
S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b; SVR 2016 UV Nr. 15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 
S. 56 E. 2.1.2). Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten 
Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und 
dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere 
Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen 
Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid 
zu Lasten der versicherten Person aus (SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57 
E. 2.2.2; Entscheid des BGer vom 19. Dezember 2016, 8C_61/2016, E. 
3.2).

2.5

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 8

2.5.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der 
Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er 
kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun-
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Er-
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be-
einträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 

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des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent-
schädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. 
Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd 
gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in 
gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige 
oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfäl-
lig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung 
der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der 
Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden 
Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet 
(BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte Inte-
gritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der Schwere vom 
Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 E. 3a 
S. 157).

Art. 36 Abs. 3 UVV bestimmt, dass die Integritätsentschädigung nach der 
gesamten Beeinträchtigung festgesetzt wird, wenn mehrere körperliche, 
geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un-
fällen zusammenfallen. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach 
dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet. 
Diese Regelung ist auch in Bezug auf aus mehreren Unfällen hervorge-
gangene Gesundheitsschäden verfassungs- und gesetzeskonform (Ent-
scheid des BGer vom 2. Mai 2011, 8C_812/2010, E. 6.3 und 6.5).

2.7 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 10

zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 
S. 99).

2.8

2.8.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.8.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354).

2.9 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin erkennt die Restfolgen an beiden Schul-
tern, am rechten Bein und am linken Knie als unfallbedingt an. Zwischen 
den Parteien umstritten ist hingegen der Kausalzusammenhang zwischen 
dem Unfall vom 22. Mai 1987 und den geklagten Rückenbeschwerden so-
wie den psychischen und neuropsychologischen Einschränkungen des 
Beschwerdeführers (act. II 191 S. 7, Beschwerde S. 5 f.). 

3.2 Zunächst ist hinsichtlich der geltend gemachten Rückenbeschwer-
den festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin ihre diesbezügliche Leis-
tungspflicht gestützt auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht von Dr. 
med. F.________ vom 2. Dezember 1998 (act. II 234) mit unangefochten 
gebliebener Verfügung vom 4. Januar 1999 (act. II 237) verneint hat. Wie 
die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht 
festhält, ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass die nachfolgenden Unfälle 
den gemäss kreisärztlicher Beurteilung vorhandenen krankheitsbedingten 
Vorzustand am Rücken tangiert hätten (act. II 191 S. 11 lit. 2.b.). Soweit 
der Beschwerdeführer die damalige kreisärztliche Einschätzung kritisiert, ist 
er nicht zu hören, zumal sein Vorbringen, der Kreisarzt sei zu Unrecht da-
von ausgegangen, der – beim Unfall vom 22. Mai 1987 geschädigte – 
Oberschenkelknochen rechts sei gleich lang wie derjenige links (Be-
schwerde S. 4), unbelegt bleibt.

3.3 Bezüglich der geklagten psychischen und neuropsychologischen 
Einschränkungen ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen das Folgende:

3.3.1 In der Beurteilung vom 4. Oktober 2007 (act. II 14) hielt Dr. med. 
E.________, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, fest, der Versicher-
te habe am 22. Mai 1987 ein Polytrauma mit Oberschenkelfraktur rechts 

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erlitten. Im Austrittsbericht des akut behandelnden Spitals V.________ 
werde beschrieben, dass er aufgrund von Hypovolämie bei Eintritt in einem 
leicht reduzierten präschockierten Zustand aufgenommen worden sei. Auch 
eine Bewusstseinsänderung sei im Arztzeugnis UVG beschrieben. Eine 
Klassifikation nach Glasgow Coma Scale finde sich in den Berichten nicht. 
Man sei offenbar von einer ausgeprägten Commotio (entsprechend heuti-
ger Nomenklatur MTBI) ausgegangen und habe eine damals übliche 
Hirnödemprophylaxe gemacht. Der Versicherte sei vorsorglich vier Tage 
zur besseren Überwachung auf der Intensivstation gewesen. Über Beat-
mung bzw. erschwerte Entwöhnung von der Beatmung, welche erste Hin-
weise auf eine Hirnschädigung geben könnten, sei im Austrittsbericht nichts 
vermerkt. Auch weitere Hinweise auf Hirnfunktionsstörungen fehlten sowohl 
im Austrittsbericht als auch in den folgenden Berichten über die regelmäs-
sigen Kontrolluntersuchungen im Verlauf der Jahre 1987 und 1988. Der 
Versicherte sei im Anschluss bereits nach drei Monaten wieder in seiner 
angestammten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig gewesen, habe im Verlauf der 
folgenden Jahre Karriere bei der … gemacht, habe 1988 geheiratet und 
eine Familie gegründet. Nebenher habe er sich noch bei der … engagiert. 
Ab 1999 sei die Entwicklung eines psychiatrischen Störungsbildes mit meh-
reren stationären Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken dokumentiert. In 
diesem Zusammenhang seien erstmalig kognitive Beschwerden in Form 
von Konzentrationsstörungen beschrieben, die sich im Rahmen der Stabili-
sierung der Stimmungslage und des wiedergegebenen Selbstvertrauens 
wieder erholt hätten. Im MRI des Kopfes vom 30. November 2005 seien 
keine entsprechenden Läsionen auszumachen. Auch eine Atrophie, die 
indirekt auf eine stattgehabte Hirnschädigung hinweisen könnte, sei durch 
diese Untersuchung ausgeschlossen. Die im Befund des Radiologen nicht 
erwähnten zwei kleinen Marklagerveränderungen seien altersentsprechend 
als nicht spezifisch anzusehen. So ergebe sich zusammenfassend, dass 
die mit einer Latenz von zwölf Jahren begonnene psychiatrische Entwick-
lung und die in diesem Zusammenhang erstmalig beschriebenen kognitiven 
Beeinträchtigungen nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit auf eine 
organische, auf den Unfall vom 22. Mai 1987 zurückzuführende Hirnschä-
digung bezogen werden könnten. Um dies zu tun, müssten handfeste Be-
funde aus der Zeit unmittelbar nach dem Unfall vorliegen, was nicht der Fall 
sei.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 13

3.3.2 Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, legte sich im Untersuchungsbericht vom 31. März 2008 (act. II 16) 
hinsichtlich der Diagnose nicht definitiv fest, erachtete jedoch das Vorliegen 
einer gemischten bipolaren Störung (ICD-10: F31.6) als am wahrschein-
lichsten. Zur Kausalität führte sie aus, affektive Störungen träten familiär 
gehäuft auf. Eine familiäre Belastung sei beim Exploranden durch die väter-
liche Seite gegeben. Ob die Depression, die er von mütterlicher Seite be-
richte, ebenfalls als schwerere Depression aufgrund einer familiären Belas-
tung zu betrachten sei, bleibe offen. Selbst wenn man von einer ersten 
subklinischen depressiven oder gemischten Episode im Jahr 1994 ausge-
he, hätte diese einen Abstand zum Unfallereignis von sieben Jahren. Er-
achte man die erste Episode als die, welche auch zu Konsequenzen am 
Arbeitsplatz und zur ersten Hospitalisation geführt habe, so sei dies die 
Episode im Jahr 1999. Damit dehne sich der Abstand zum Unfallereignis 
auf zwölf Jahre aus. Dieser Verlauf spreche mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit gegen eine natürliche Teilkausalität zum Unfallereignis, sei 
dies aus Belastungsgründen oder sei dies als Folge einer durchgemachten 
Hirnverletzung. Entscheidend seien hierbei zusätzlich der klinische Verlauf 
nach dem Unfallereignis und die veranlasste Bildgebung. Hierzu werde auf 
die neurologische Beurteilung durch Dr. med. E.________ vom 4. Oktober 
2007 verwiesen.

3.3.3 Im Bericht vom 29. April 2015 (act. II 107) hielt lic. phil. 
H.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie und Psychotherapie, 
fest, bei sonst unauffälligen kognitiven Leistungen hätten sich leichte bis 
mittelschwere Störungen bei den Lern- und Gedächtnisfunktionen, bei der 
Aufmerksamkeitsteilung und bei der Flexibilität, der Umstell- und Planungs-
fähigkeit objektivieren lassen. Die umschriebenen neuropsychologischen 
Störungen seien mit hoher Wahrscheinlichkeit durch das 1987 erlittene 
Schädelhirntrauma verursacht, auch wenn zeitnah keine neuropsychologi-
schen Defizite imponierten. Allerdings sei der Versicherte damals auch nie 
bezüglich posttraumatischer neuropsychologischer Residuen untersucht 
worden. Es sei nach psychomentaler Erholung auch zu einer anfänglich 
erfolgreichen beruflichen Reintegration in der angestammten Tätigkeit als 
… und zur Fortsetzung der beruflichen Karriere gekommen. Als sich das 
berufliche Umfeld markant verändert habe, die Anforderungskomplexität 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 14

und der Zeit- und Leistungsdruck zugenommen hätten, hätten sich die 
Auswirkungen der posttraumatisch herabgesetzten psychomentalen Daue-
rbelastbarkeit in einer zunehmenden Überforderung gezeigt, welche 
schliesslich zu einer psychomentalen Leistungsdekompensation mit affekti-
ven und kognitiven Symptomen geführt habe, welche eine weitere Arbeits-
tätigkeit in der angestammten Tätigkeit als … verunmöglicht habe.

3.3.4 Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie, führte im Bericht 
vom 2. Mai 2015 (act. II 126) aus, das Polytrauma von 1987 habe mit gros-
ser Wahrscheinlichkeit zu einer mehr als leichten traumatischen Hirnverlet-
zung geführt. Dies sei belegt durch eine zumindest kurze retrograde wie 
auch eine mehrtägige anterograde Amnesie und eine indirekt bei der 
Primärhospitalisation im Spital V.________ eingeschätzte kritische Situati-
on des Gehirns. Retrograde Amnesien seien bei "nur" leichten traumati-
schen Hirnverletzungen sehr selten und auch die anterograde Amnesie von 
mehreren Tagen sei mit einem leichten Grad der Hirnverletzung nicht kom-
patibel. Leider fänden sich keine detaillierten Aufzeichnungen aus dieser 
Zeit, die Ärzte hätten aber damals sicher nicht ohne Grund eine Behand-
lung auf der Intensivstation mit Hirnödemprophylaxe durchgeführt (diese 
sei nie angewendet worden, wenn man nur eine selbst heftige Hirnerschüt-
terung diagnostiziere). Eine neuropsychologische Abklärung habe damals 
nicht stattgefunden. 2007 habe dann eine fachgerecht durchgeführte neu-
ropsychologische Abklärung durch die Invalidenversicherung mittelschwere 
neuropsychologische Funktionsstörungen festgestellt. Die neue neuropsy-
chologische Untersuchung durch lic. phil. H.________ bestätige die Befun-
de von 2007 weitgehend. Die Tatsache, dass sich seit acht Jahren kaum 
eine Verschlechterung der neuropsychologischen Funktionsstörungen er-
geben habe, spreche deutlich gegen einen damals schon vorhandenen 
Trauma-unabhängigen degenerativen Prozess. Die aktuelle MRI-
Untersuchung belege degenerative Veränderungen frontal und parietal mit 
über das Alter hinausgehenden Erweiterungen der Sulci (d.h. eine entspre-
chende Schrumpfung der Gyri = Hirnwindungen). Diese seien nach Ansicht 
der Neuroradiologin Frau Dr. med. J.________ möglicherweise Traumafol-
gen. Diese pathologischen Veränderungen des Gehirns seien (bei erneuter 
Beurteilung der Bilder) schon 2005 nachweisbar gewesen und hätten sich – 
auch nach Meinung der neuroradiologischen Fachärztin – bis heute nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 15

relevant verändert. Dies spreche ebenfalls für eine am ehesten traumati-
sche Genese: Wären diese 2005 schon klar vorhandenen Veränderungen 
Folge eines vorzeitigen degenerativen, Trauma-unabhängigen Prozesses, 
so hätte dieser mit grosser Wahrscheinlichkeit bis heute klar zugenommen, 
was nicht der Fall sei.

3.3.5 Im Bericht vom 29. August 2016 (act. II 144) hielt Dr. med. 
E.________ an ihrer Einschätzung aus dem Jahr 2007 fest. Die Bejahung 
der Unfallkausalität der kognitiven Beeinträchtigungen durch lic. phil. 
H.________ und Dr. med. I.________ beruhe im Wesentlichen auf Annah-
men. Es sei nicht richtig, dass eine leichte Hirnverletzung nicht mit einer 
retrograden Amnesie einhergehe. Bei der leichten traumatischen Hirnver-
letzung handle es sich um eine vorübergehende Funktionsstörung des Ge-
hirns, die mit einer Bewusstseinsstörung unterschiedlichen Ausmasses und 
damit auch mit einer Gedächtnislücke unterschiedlicher Länge einhergehen 
könne, u.a. eben auch mit einer retrograden Amnesie, d.h. einer Gedächt-
nislücke für einen Zeitraum vor dem Ereignis. Eine retrograde Amnesie 
bedeute in der Akutsituation für das Akutmanagement einen Risikofaktor, 
der auf eine strukturelle Hirnverletzung hinweisen könne, der zum Beispiel 
in den Leitlinien der europäischen Akademie der neurologischen Gesell-
schaften als "minor" bezeichnet werde. Eine anterograde Amnesie, d.h. 
eine Gedächtnislücke nach dem Ereignis, sei ebenso ein Risikofaktor, der 
unterschiedlich entstehen könne, z.B. wie im Fall des Versicherten durch 
die im Rahmen der Hirnödem-Behandlung erfolgte Sedierung. Die Vermu-
tung, dass die echtzeitliche Diagnose einer schweren Commotio cerebri 
und eben nicht einer Contusio cerebri und auch nicht einer Scherverletzung 
fälschlicherweise erfolgt sei, sei eine Unterstellung an die damals behan-
delnden Kollegen, die sich ja offenbar um das mögliche Vorhandensein 
einer Hirnverletzung bewusst gewesen seien und vorsorglich eine Behand-
lung durchgeführt hätten, aber im Austrittsbericht dennoch die Diagnose 
einer Commotio, also einer leichten traumatischen Hirnverletzung, gestellt 
hätten. Die fehlenden Läsionen in der 2005 und erneut 2015 durchgeführ-
ten Kernspintomographie des Kopfes bestätigten diese Diagnose. Das 
Kernspintomogramm des Kopfes zeige keinen Hinweis auf strukturelle 
Hirnverletzungen. Die von Dr. med. J.________ morphometrisch nachge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 16

wiesene Atrophie der Hirnrinde werde im Befund von ihr nur als möglich im 
Zusammenhang mit dem Unfall von 1987 gesehen.

3.4

3.4.1 Mit der Beschwerdegegnerin ist hinsichtlich der Frage nach dem 
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 22. Mai 1987 und den 
geklagten psychischen und neuropsychologischen Einschränkungen auf 
den Bericht von Dr. med. E.________ vom 29. August 2016 (act. II 144) 
abzustellen. Dieser erfüllt die rechtsprechungsgemäss an den Beweiswert 
eines Fachberichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.8.1 hiervor), wes-
halb ihm volle Beweiskraft zukommt. Die Ärztin setzt sich detailliert mit den 
Berichten von lic. phil. H.________ vom 29. April 2015 (act. II 107) und Dr. 
med. I.________ vom 2. Mai 2015 (act. II 126) auseinander und zeigt 
nachvollziehbar und schlüssig auf, dass deren Darlegungen im Wesentli-
chen auf Annahmen beruhen. Dr. med. I.________ hält denn auch selber 
fest, dass sich aus der Zeit des Unfalls keine detaillierten Aufzeichnungen 
fänden (act. II 126 S. 4). Hinzu kommt, dass die im MRI vom 30. April 2015 
dargestellten degenerativen Veränderungen im Hirn des Beschwerdefüh-
rers, welche als Grundlage seiner Argumentation dienen, von der Neurora-
diologin Dr. med. J.________ lediglich als möglicherweise traumatisch ver-
ursacht beurteilt werden (act. II 132). Im Bericht vom 21. März 2017 (act. I 
17) bestätigt Dr. med. J.________ diese Einschätzung eines möglichen 
Zusammenhanges der frontoparietalen Atrophie mit dem erlittenen Unfall, 
was für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht genügt (BGE 129 
V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Des Weiteren 
weist die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zu Recht dar-
auf hin, dass sowohl lic. phil. H.________ als auch Dr. med. I.________ 
einen Kausalzusammenhang letztlich allein gestützt auf den nicht zulässi-
gen Grundsatz "post hoc ergo propter hoc" (BGE 119 V 335 E. 2b bb 
S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3) begründen (act. II 191 S. 10).

3.4.2 Nichts für sich ableiten kann der Beschwerdeführer aus den im 
Beschwerdeverfahren mit Eingabe vom 26. April 2017 eingereichten weite-
ren medizinischen Stellungnahmen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 17

Dr. med. I.________ wiederholt im Bericht vom 23. April 2017 (act. I 16) im 
Wesentlichen seine bisherigen Ausführungen, verweist auf zwei Frem-
danamnesen sowie ein Gespräch mit Prof. Dr. med. K.________, langjäh-
riger Leiter der Klinik W.________, und hält zusammenfassend fest, durch 
zahlreiche Befunde und Indizien sei belegt, dass der Beschwerdeführer mit 
"weit überwiegender" Wahrscheinlichkeit 1987 eine erhebliche, schwere 
und nicht nur leichte traumatische Hirnverletzung (früher Commotio) durch-
gemacht habe. Dem hält Dr. med. L.________, Fachärztin für Neurologie, 
in der Beurteilung vom 9. Juni 2017 (act. IIC 1) in überzeugender Weise 
entgegen, es sei ihres Erachtens nicht wesentlich, welche Bezeichnung 
retrospektiv dem damaligen klinischen Zustand gegeben werde. Wesentlich 
sei, dass der Beschwerdeführer mehrere Wochen nach dem Unfall wieder 
voll leistungsfähig gewesen sei und über Jahre subjektiv und objektiv keine 
Funktionseinschränkungen der Hirnfunktionen beschrieben worden seien. 
In psychiatrischer Hinsicht überzeugt die Stellungnahme von Dr. med. 
M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und med. pract. 
N.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. Juni 
2017 (act. IIC 2), welche ebenfalls auf die grosse zeitliche Distanz zwi-
schen Unfall und der erstmaligen Manifestation von psychischen Be-
schwerden hinweisen und festhalten, es sei aus versicherungsmedizinisch-
psychiatrischer Sicht nicht überwiegend wahrscheinlich, dass diesbezüglich 
ein Kausalzusammenhang bestehe.

Dr. med. J.________ hält in der Stellungnahme vom 21. März 2017 (act. I 
17), wie bereits vorstehend dargelegt (vgl. E. 3.4.1), einen Zusammenhang 
der frontoparietalen Atrophie mit dem erlittenen Unfall lediglich für möglich, 
was gegen die beschwerdeführerische Argumentation spricht. Lic. phil. 
H.________ verweist in der Stellungnahme vom 19. April 2017 (act. I 20) 
bezüglich Ätiologie der von ihr festgestellten neuropsychologischen Ein-
schränkungen auf die Ausführungen von Dr. med. I.________, welche nach 
dem Gesagten nicht zu überzeugen vermögen.

3.4.3 Aus den mit Eingabe vom 3. November 2017 eingereichten Unter-
lagen ergibt sich ebenfalls nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers:

Wie der Beschwerdeführer selbst festhält (Eingabe vom 3. November, 
S. 2), äussern sich die Gutachter des Begutachtungszentrums X.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 18

in der von der Invalidenversicherung eingeholten polydisziplinären Experti-
se vom 18. Mai 2017 (act. IA 21) nicht zur Unfallkausalität der neuropsy-
chologischen und psychiatrischen Beeinträchtigungen. Insofern kommt der 
Expertise für die vorliegend zu beantwortende Fragestellung keine Bedeu-
tung zu.

In der Stellungnahme vom 14. September 2017 (act. IA 22) betont Dr. med. 
I.________ insbesondere, dass beim Beschwerdeführer schon relativ kurze 
Zeit nach dem Unfall im Jahr 1987 Persönlichkeitsveränderungen doku-
mentiert seien. Diesbezüglich stützt er sich offensichtlich auf die im Rah-
men seiner Stellungnahme vom 23. April 2017 (act. I 16) bei einem langjäh-
rigen Bekannten und der Ex-Frau des Beschwerdeführers eingeholten 
Fremdanamnesen (act. I 18 f.). Hierzu führt Dr. med. O.________, Fach-
arzt für Neurologie, in der Stellungnahme vom 19. Januar 2018 (act. IID 2) 
aus, dass Dr. med. I.________ keine überzeugenden Argumente liefere, 
die ein zeitnahes Auftreten kognitiver oder psychischer Beschwerden in 
zeitlichem Zusammenhang mit dem Unfall belegen würden. Die Argumen-
tation bleibe vage und werde insbesondere nicht durch eine Echtzeitdoku-
mentation gestützt. Eine zu einem späteren Zeitpunkt eingeholte Frem-
danamnese sei einer zeitnahen Echtzeitdokumentation nicht gleichgestellt. 
Diese Darlegungen überzeugen, zumal die Aussage des langjährigen Be-
kannten in seinem Bericht von Ende März 2017 (act. I 18), wonach der Be-
schwerdeführer sich nicht mit dem Unfall, sondern später verändert habe, 
gegen die Schlussfolgerungen von Dr. med. I.________ spricht. Dem Ar-
gument von Dr. med. I.________, die Gabe des Steroids Decadron zeige, 
dass ein Hirnödem und damit eine traumatische Läsion von Hirngewebe 
vorgelegen haben müsse (act. I 16 S. 4; act. IA 22 S. 2), hält Dr. med. 
O.________ mit ausführlicher Begründung nachvollziehbar entgegen, dass 
dies lediglich einer Hypothese entspreche, die durch eine Echtzeitdoku-
mentation mit entsprechenden klinischen Befunden und Angaben zur Be-
handlung nicht unterstützt werde.

3.4.4 Bezüglich des zur Unterstützung seiner Ansicht von Dr. med. 
I.________ wiederholt erwähnten Befundes einer Hirnatrophie hat die Be-
schwerdegegnerin das entsprechende Bildmaterial Prof. Dr. med. 
P.________, Facharzt für Radiologie, zur Beurteilung vorgelegt. In der kon-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 19

siliarischen Stellungnahme vom 9. Januar 2018 (act. IID 3) hält dieser fest, 
dass es nicht unüblich sei, auch bei jungen Patienten eine gewisse Erwei-
terung der Sulci frontal und parietal nachzuweisen; dies im Sinne einer 
normalen inter-individuellen anatomischen Variabilität. Es sei recht un-
wahrscheinlich, dass ein Traumaereignis von 1987 zu einer traumabeding-
ten Hirnatrophie geführt habe. Es sei auch zu erwähnen, dass keine ande-
ren Trauma-assoziierten Veränderungen nachweisbar seien. In dem vom 
Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. März 2018 eingereichten E-Mail 
von Prof. Dr. Q.________ vom 9. März 2018 (act. IB 37) erachtet dieser die 
Argumentation von Prof. Dr. P.________ als nachvollziehbar. Er hält fest, 
die frontale und (geringer) auch parietale Volumenminderung könne eine 
Normvariante sein und müsse nicht zwingend Folge eines Schädel-Hirn-
Traumas sein. Damit bleibt es dabei, dass ein Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Unfall vom 22. Mai 1987 und den geklagten psychischen und 
neuropsychologischen Einschränkungen zwar möglich, jedoch nicht über-
wiegend wahrscheinlich ist. Daran ändert nichts, dass Dr. med. I.________ 
im Bericht vom 20. März 2018 (act. IB 39) weiterhin dafür hält, die wahr-
scheinlichste der denkbaren Ursachen für die Atrophie sei das Unfallereig-
nis. Zum Schluss eines fehlenden Zusammenhangs zwischen dem Unfall 
von 1987 sowie den psychischen und neuropsychologischen Einschrän-
kungen gelangte die Beschwerdegegnerin im Übrigen bereits im Zusam-
menhang mit der leistungsverweigernden Verfügung vom 29. Juli 2008 
(act. II 19).

3.5

3.5.1 Hinsichtlich der als unfallbedingt angesehenen Restfolgen an bei-
den Schultern, am rechten Bein und am linken Knie und deren Auswirkun-
gen auf die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers stützte sich die Be-
schwerdegegnerin auf den Untersuchungsbericht des Kreisarztes Dr. med. 
D.________, Facharzt für Chirurgie und für Allgemeine Innere Medizin, 
vom 3. Mai 2016 (act. II 133), worin dieser die folgenden Diagnosen fest-
hielt:

1. Ruptur des vorderen Kreuzbandes links und Ruptur des lateralen Sei-
tenbandes
- offene Rekonstruktion 1984 (?, Akten fehlen)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 20

- arthroskopische VKB-Rekonstruktion (?, Akten fehlen) wegen Instabi-
lität

- Arthroskopie, arthroskopisches Shaving und partielle Hoffa-Resektion 
am 25.04.1989

- aktuell: radiologisch medial betonte Gonarthrose, klinisch moderate 
sagittale Instabilität, subjektiv gelegentliches Giving-way

2. Commotio cerebri
- antero- und retrograde Amnesie
- Hirnödem-Prophylaxe mit Decadron
- sowohl im MRI vom 30.11.2005 als auch von 2015 kein Nachweis 

eindeutiger unfallbedingter Veränderungen
3. Femurschaftfraktur rechts

- offene Reposition und Plattenosteosynthese am 22.05.1987
4. Fraktur des Metatarsale IV rechts

- aktuell: intermittierend Mittelfussbeschwerden
5. Zehenluxation Kleinzehe rechts

- Reposition und KD-Fixation am 22.05.1987
- Operation nach Hohmann am 22.05.1999 wegen Hammerzehenbil-

dung Dig. V rechts
6. Traumatische Teilamputation Processus unguicularis Kleinfinger rechts 
7. Stumpfes Abdominaltrauma

- aktuell: folgenlos abgeheilt
8. Ansatznahe Supraspinatussehnenläsion, labrale Bankartläsion, suba-

cromiales Schmerzsyndrom rechts nach Sturz mit dem Fahrrad am 
21.06.2011
- Arthroskopie Schulter rechts, arthroskopische Bizepssehnentenodese, 

Supraspinatussehnennaht, subacromiale Dekompression, AC-
Gelenks-Coplaning, Labrumfixation, Bursektomie am 18.11.2011

- Schulterarthroskopie, subacromiale Dekompression, Naht Supraspi-
natussehne Schulter rechts am 10.11.2014 wegen Re-Ruptur nach 
Sturz beim Skifahren am 19.01.2013

- aktuell: Restbeschwerden vor allem bei belastenden Überkopfbewe-
gungen, ausgezeichnete Beweglichkeit, gute Kraft

9. Mittelgrosse Ruptur der Supraspinatussehne, Pulley-Läsion Schulter 
links nach Auffangen des umkippenden Motorrades am 02.01.2014
- Schulterarthroskopie, subacromiale Dekompression, Bizepssehnen-

tenotomie plus Naht Supraspinatussehne links am 17.02.2015
- aktuell: ausgezeichnete Beweglichkeit, gute Kraft, weitgehend be-

schwerdefrei.

Der Kreisarzt führte aus, bei der klinischen Untersuchung seien die Ein-
schränkungen im Bereich der oberen Extremitäten minimal. Die Schulterge-
lenke zeigten einen physiologischen Bewegungsumfang, Muskelatrophien 
fehlten. Es bestehe rechts ventral über dem AC-Gelenk eine Druckdolenz. 
Das linke Kniegelenk zeige einen leicht vermehrten Valgus. Bei der Prü-
fung des Bandapparates werde eine vermehrte sagittale Translation nach 
ventral und eine vermehrte mediale Zuklappbarkeit festgestellt. Die Menis-
kuszeichen seien negativ, ein intraartikulärer Erguss bestehe nicht. Die 
Flexion sei im Vergleich zur Gegenseite leichtgradig eingeschränkt bei vol-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 21

ler Streckfähigkeit. Am rechten Fuss finde sich eine Hammerzehenbildung 
Dig. IV und V mit deutlichem Klavus über der Kleinzehe. Von somatischer 
Seite finde sich trotz der multiplen Ereignisse eine erstaunlich gute Funkti-
on des Bewegungsapparates für einen 55-Jährigen.

Die Zumutbarkeit bezüglich der unfallbedingten somatischen Einschrän-
kungen könne wie folgt beurteilt werden: Zumutbar seien vorzugsweise 
wechselnd belastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Nicht zumut-
bar seien aufgrund der Schulterveränderungen das Heben von Lasten von 
mehr als 15 kg, insbesondere nicht über Kopf. Bis Hüfthöhe könnten beid-
händig Gewichte bis 20 kg, selten mal 25 kg gehoben werden. Das Tragen 
von Gewichten von mehr als 15 kg sei aufgrund der degenerativen Verän-
derungen am linken Kniegelenk ungünstig, insbesondere bei gleichzeitigem 
Begehen von Treppen. Nicht zumutbar seien Tätigkeiten mit Zwangshal-
tungen für das linke Kniegelenk in kauernder oder kniender Position. Un-
günstig seien Tätigkeiten mit längerem Gehen oder Stehen in unebenem 
Gelände. Aufgrund der Veränderungen im Bereiche des rechten Fusses 
resp. der Zehen und des linken Kniegelenkes seien Tätigkeiten mit sehr 
langen Stehphasen ungünstig. Im Rahmen dieser Zumutbarkeitskriterien 
sei medizinisch-theoretisch eine ganztägige Arbeitsplatzpräsenz zumutbar.

3.5.2 Die Beschwerdegegnerin mass dem Untersuchungsbericht des 
Kreisarztes Dr. med. D.________ vom 3. Mai 2016 (act. II 133) korrekter-
weise vollen Beweiswert zu (act. II 191 S. 12), da der Bericht die diesbe-
züglichen Anforderungen erfüllt (vgl. E. 2.8.1 f. hiervor). Was der Be-
schwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht: Zunächst ist festzustel-
len, dass Dr. med. D.________ als Facharzt für Chirurgie (vgl. www. med-
regom.admin.ch) durchaus die Fachkompetenz besitzt, sich hinsichtlich der 
unfallbedingten somatischen Einschränkungen und deren Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit zu äussern. Soweit der Beschwerdeführer das vom 
Kreisarzt definierte Zumutbarkeitsprofil unter Hinweis auf den Bericht von 
Dr. med. S.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trauma-
tologie des Bewegungsapparates, vom 30. Mai 2016 (act. I 7) kritisiert, ist 
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 22

SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Hinzu kommt, dass die Aussage von 
Dr. med. S.________, wonach dem Beschwerdeführer lediglich leichte Ar-
beiten mit Heben und Tragen von maximal 5 kg (vgl. dazu act. I 8) ohne 
Überkopfarbeiten zumutbar seien, bei wenig Beschwerden und guten Ope-
rationsergebnissen nicht plausibel ist. Wie die Beschwerdegegnerin in der 
Beschwerdeantwort zu Recht ausführt (S. 3 f. Ziff. 7), ist die Zumutbar-
keitsbeurteilung von Dr. med. S.________ weit weniger differenziert als 
diejenige des Kreisarztes, der zwischen Heben und Tragen in unterschied-
licher Höhe sowie diversen Bewegungsmustern differenziert. Was die Ar-
beiten über Schulterhöhe angeht, ist die Einschätzung von Dr. med. 
D.________ mit Blick auf die vom Beschwerdeführer vor allem bei belaste-
ten Überkopfbewegungen beklagten Restbeschwerden gestützt auf die 
erhobenen Befunde nachvollziehbar und schlüssig begründet. Soweit das 
kreisärztlich definierte Zumutbarkeitsprofil unter Verweis auf den Bericht 
des Spitals T.________ vom 5. Februar 2018 (act. IA 34) und die darin 
diagnostizierte erneute Ruptur der proximalen Infraspinatussehne in der 
rechten Schulter kritisiert wird, handelt es sich dabei um einen Sachverhalt, 
der sich nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 3. Fe-
bruar 2017 (act. II 191) ereignet hat und damit vorliegend nicht massge-
blich ist (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140).

3.6 Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt genügend 
abgeklärt. Gestützt auf die vorliegenden Unterlagen lassen sich der Ren-
tenanspruch sowie die Integritätsentschädigung hinsichtlich der einzig 
massgebenden unfallkausalen Beschwerden zuverlässig beurteilen. Das 
vom Beschwerdeführer beantragte polydisziplinäre Gerichtsgutachten erüb-
rigt sich damit, sind davon doch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten 
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 23

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bun-
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) oder Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) 
der Suva herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

4.2 Gestützt auf das – wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 3.5.2) – 
schlüssige Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. D.________ hat die Be-
schwerdegegnerin einen Rentenanspruch mit der Begründung verneint, 
aufgrund des beruflichen Werdeganges sei der Beschwerdeführer als di-
plomierter Kaufmann mit erweiterter Grundausbildung und mehrjähriger 
Berufserfahrung zu betrachten. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könnte 
er entsprechend seiner Ausbildung qualifizierte kaufmänni-
sche/administrative Arbeiten verrichten und zwar sowohl mit als auch ohne 
Unfallfolgen, denn eine Einschränkung im entsprechenden Tätigkeitsfeld 
sei nicht ersichtlich. Er könne daher auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
mit und ohne Unfall den gleichen Lohn erzielen, weshalb keine Erwerbsun-
fähigkeit resultiere und keine Rente geschuldet sei.

Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, er habe als … täglich Pakete 
bis zu 30 kg anheben müssen. Als … habe er … leisten müssen, die ste-
hend verrichtet worden seien. Damit sei ihm die angestammte Tätigkeit 
nicht mehr zumutbar. Entsprechend sei die Verdiensteinbusse auf dem 
allgemeinen Arbeitsmarkt im Vergleich zur angestammten Tätigkeit ( …) 
viel höher als die Beschwerdegegnerin annehme. Angesichts der zahlrei-
chen Einschränkungen wäre ein Leidensabzug von 10 % angebracht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 24

4.3 Der Beschwerdeführer schloss nach der Primar- und Sekundar-
schule die Verkehrs- und Verwaltungsschule … ab, anschliessend absol-
vierte er eine Ausbildung zum … (act. III 1 S. 4). Ab April 1979 bis Novem-
ber 2001 war er in verschiedenen Funktionen bei der U.________ tätig, 
zuletzt ab 1992 als … (act. III 23 S. 1). Diese Anstellung verlor er aufgrund 
– unfallfremder (vgl. E. 3.4.1 hiervor) – psychischer Probleme und Überfor-
derung (act. II 171). Dem Beschwerdeführer stehen trotz der dokumentier-
ten Unfallfolgen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt entsprechend seiner 
Ausbildung und Berufserfahrung qualifizierte administrative Tätigkeiten zur 
Verfügung. Aus dem vom Kreisarzt definierten Zumutbarkeitsprofil ergeben 
sich bezüglich solcher Tätigkeiten keine Einschränkungen. Insbesondere 
kommen die definierten Gewichtslimiten (act. II 133 S. 15) in qualifizierten 
administrativen Tätigkeiten nicht zum Tragen, beinhalten diese doch höchs-
tens das Tragen und Heben von geringen Lasten. Auch die Einschränkun-
gen betreffend Körperposition (Zwangshaltungen für das linke Kniegelenk 
in kauernder oder kniender Position; Tätigkeiten mit längerem Gehen oder 
Stehen in unebenem Gelände; Tätigkeiten mit sehr langen Stehphasen) 
spielen insofern keine Rolle, als die in Frage stehenden Tätigkeiten ge-
richtsnotorisch wechselbelastend sind bzw. gestaltet werden können oder 
grösstenteils sogar sitzend ausgeübt werden. Wie die Beschwerdegegnerin 
in der Beschwerdeantwort zu Recht ausführt (S. 6), zielen die diesbezügli-
chen Einwände des Beschwerdeführers ins Leere, hat er die Arbeitsstelle 
als … doch aus unfallfremden Gründen verloren, weshalb irrelevant ist, 
welchen Belastungen er dabei ausgesetzt war. Es ist damit nicht zu bean-
standen, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer als durch 
die Unfallfolgen erwerbsmässig nicht eingeschränkt erachtet und folglich 
einen Rentenanspruch verneint hat.

5.

5.1 Gestützt auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. D.________ 
vom 15. Juni 2016 (act. II 141), welcher den erlittenen Integritätsschaden 
auf 38 % schätzte, gewährte die Beschwerdegegnerin eine Integritätsent-
schädigung von insgesamt Fr. 27'408.-- (act. II 150 S. 2).

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Zur Begründung seiner Schätzung führte der Kreisarzt aus, der Versicherte 
habe 1984 eine VKB-Ruptur links mit Ruptur des lateralen Seitenbandes 
erlitten. Inzwischen habe er eine medial betonte Gonarthrose entwickelt 
und es liege eine klinisch moderate sagittale Instabilität mit regelmässigen 
Giving-ways vor. Radiologisch seien im lateralen Kompartiment Verkalkun-
gen im Bereiche des Meniskus sichtbar. Entsprechend sei zusätzlich von 
einer Chondrokalzinose auszugehen. Insgesamt liege eine mässiggradige 
Pangonarthrose vor. Sowohl der mediale als auch laterale Gelenkspalt und 
auch der Gelenkspalt des femoropatellaren Gelenks seien aber noch erhal-
ten. Die Arthrose sei medial betont mit deutlicher Osteophytenbildung. Für 
eine mässiggradige Pangonarthrose sei maximal eine Entschädigung von 
30 % vorgesehen. Aufgrund der Chondrokalzinose als zusätzlicher unfall-
fremder, die Arthrosebildung begünstigender Faktor sei eine Reduktion um 
5 % gerechtfertigt. Es resultiere, was die Arthrose betreffe, ein Integritäts-
schaden von 25 %. Bei zusätzlich bestehender vorderer Kreuzbandinsuffi-
zienz, die klinisch als leicht bis mittelgradig einzustufen sei, erhöhe sich der 
Integritätsschaden gemäss Tabelle 6 um 5 % auf insgesamt 30 % für das 
linke Knie. Die aus dem Unfall von 1987 resultierenden Veränderungen 
nach Kleinzehenluxation rechts hätten zu einer Hammerzehenbildung ge-
führt. Für diese isoliert sei gemäss Tabelle 2.2 keine Entschädigung vorge-
sehen. Zusammen mit der schmerzhaften Mittelfussproblematik nach Meta-
tarsale IV-Fraktur rechts scheine eine Entschädigung von 8 % gerechtfer-
tigt (3 % für die Hammerzehenbildung und 5 % für die Mittelfussbeschwer-
den). Bezüglich des Unfalls mit dem Fahrrad am 21. Juni 2011 mit Supra-
spinatussehnenläsion, labraler Bankart-Läsion und subacromialem 
Schmerzsyndrom rechts sei nach operativer Therapie ein sehr gutes Resul-
tat erreicht worden. Das Ausmass der diskreten Einschränkung für lediglich 
stark belastete Überkopftätigkeiten erreiche (gemäss Tabelle 1.2) kein ent-
schädigungspflichtiges Ausmass. Auch im Bereiche der linken Schulter 
bestehe nach operativer Versorgung einer Ruptur der Supraspinatussehne, 
einer Pulley-Läsion nach Auffangen eines umkippenden Motorrades am 
2. Januar 2014 eine ausgezeichnete Beweglichkeit mit guter Kraft und 
weitgehender Beschwerdefreiheit. Auch hier werde (gemäss Tabelle 1.2) 
das zu entschädigende Ausmass nicht erreicht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 26

5.2 Die Einschätzung des Kreisarztes Dr. med. D.________ bezüglich 
des erlittenen Integritätsschadens im linken Knie und den beiden Schultern 
ist nachvollziehbar begründet und überzeugt. Das Vorbringen des Be-
schwerdeführers, an der rechten Schulter liege eine aktivierte AC-Arthrose 
nach Gelenksresektion vor, womit diesbezüglich ein Integritätsschaden von 
5 % zu entschädigen sei (Beschwerde S. 4), vermag daran nichts zu än-
dern. Im Bericht des Spitals T.________ vom 17. November 2011 (act. I 
13) wird die AC-Gelenksarthrose als "gering", in einem weiteren Bericht 
vom 30. Mai 2016 (act. I 12) als "beginnend" bezeichnet. Damit fällt die 
Ausrichtung einer Integritätsentschädigung ausser Betracht, ist eine solche 
gemäss Tabelle 5 doch lediglich bei schweren AC-Arthrosen auszurichten. 
Soweit der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Integritätsentschädigung 
mit einer AC-Gelenksresektion begründen sollte, ist festzustellen, dass die 
Vornahme einer solchen zwar diskutiert (act. I 13 S. 2), im Rahmen des am 
18. November 2011 erfolgten chirurgischen Eingriffs an der rechten Schul-
ter jedoch nicht durchgeführt worden ist (act. I 14). Es bleibt damit beim auf 
30 % geschätzten Integritätsschaden am linken Knie.

Bezüglich des rechten Fusses kann der Einschätzung des Kreisarztes, wo-
nach insgesamt ein Integritätsschaden von 8 % (3 % für die Hammerze-
henbildung und 5 % für die Mittelfussbeschwerden) vorliege, nicht gefolgt 
werden. Die Tabelle 2.2 sieht für eine schmerzhafte Funktionsstörung nach 
Mittelfussfrakturen eine Integritätsentschädigung von 10 - 20 % vor. Dem-
entsprechend ist dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von 
10 % zuzusprechen. Eine höhere Entschädigung ist nicht gerechtfertigt, da 
einerseits für die Hammerzehe – wie der Kreisarzt festhält – keine solche 
geschuldet ist (act. II 141 S. 3) und andererseits die Fraktur der Metatarsa-
le IV lediglich intermittierend Beschwerden verursacht (act. II 135 S. 14).

6.

Nach dem Dargelegten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 3. Februar 2017 (act. II 191) da-
hingehend abzuändern, als dem Beschwerdeführer für den Integritätsscha-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 27

den am rechten Fuss eine Integritätsentschädigung von 10 % zuzuspre-
chen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG). 

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 

Ausgehend vom geringfügigen Obsiegen (Erhöhung der Integritätsent-
schädigung um zwei Prozentpunkte) hat die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung von pauschal 
Fr. 500.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) zu bezahlen.

7.3 Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, 
soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen an-
geordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen 
für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil 
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (Art. 45 Abs. 1 ATSG). Die 
Kosten eines von der versicherten Person selbst veranlassten Gutachtens 
sind vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der medizi-
nische Sachverhalt erst aufgrund des neu beigebrachten Untersuchungs-
ergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Versicherer insoweit eine 
Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes obliegen-
den Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist 
(SVR 2017 UV Nr. 17 S. 60 E. 5). 

Die vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte von Dr. med. 
I.________ vom 14. September 2017 (act. IA 22), vom 4. September 2017 
(act. IA 23) und vom 20. März 2018 (act. IB 39), von lic. phil. H.________ 
vom 19. April 2017 (act. I 20) und vom 11. September 2017 (act. IA 24) 
sowie von Prof. Dr. med. Q.________ vom 6. März 2018 (act. IB 38) waren 
im vorliegenden Verfahren für die Beurteilung nicht massgebend. Demnach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 28

hat die Beschwerdegegnerin die Kosten für die vom Beschwerdeführer 
eingeholten ärztlichen Beurteilungen (act. IA 30-33, act. IB 40 f.) nicht zu 
ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Suva vom 3. Februar 2017 dahingehend abge-
ändert, als dem Beschwerdeführer für den Integritätsschaden am rech-
ten Fuss eine Integritätsentschädigung von 10 % zugesprochen wird. 
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf pauschal Fr. 500.-- (inkl. Auslagen und 
MWSt.), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwältin Dr. iur. C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin 

(inkl. Doppel der Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. Juni 2018 
mit Beilagen)

- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2018, UV/17/263, Seite 29

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.