# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebaf99a9-0a94-5f81-b6b9-5c07188d9c67
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.01.2015 SB130479
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130479_2015-01-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB130479-O/U/jv (damit vereinigt SB130480) 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, und lic. iur. C. Prinz, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Maurer 

 
Urteil vom 23. Januar 2015 

in Sachen 
 
A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  
 

gegen 
 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Scherrer,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 
 

sowie 
 
Staatsanwaltschaft See/Oberland,  

vertreten durch stv. Leitenden Staatsanwalt lic. iur. M. Kehrli,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend  

bandenmässigen Raub etc. sowie Menschenhandel etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom  

20. Juni 2013 (DG120024 und DG120033) 

 

 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 11. März 

2009 (Urk. 4), die Zusatzanklage der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 

27. August 2012 (Urk. 89/27) sowie die Berichtigung der Staatanwaltschaft See / 

Oberland vom 4. März 2013 (Urk. 89/34) sind dem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 38 S. 338 ff.) 

Es wird erkannt:  

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

im Verfahren DG120024  

− des bandenmässigen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 StGB (ND 3-5),  

− des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB (ND 2), sowie 

− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Ver-
bindung mit Art. 4 Abs. 1 und Art. 7 WG sowie Art. 12 Abs. 1 Waffenverordnung (HD), 

im Verfahren DG120033 

− des mehrfachen Menschenhandels gemäss aArt. 196 StGB (ND 1-4, 6, 8 und 9),  

− der mehrfachen Förderung der Prostitution gemäss Art. 195 Abs. 3 StGB (ND 1-4, 6, 
8 und 9) und Art. 195 Abs. 4 StGB (ND 1, 3 und 4), 

− der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 StGB, teilweise in gemeinsamer 
Begehung gemäss Art. 200 StGB (ND 7 Ziff. 5.7-9, 5.11, 5.13),  

− der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 StGB, teilweise in gemeinsamer 
Begehung gemäss Art. 200 StGB (ND 7 Ziff. 5.6, 5.9, 5.10, 5.12 und 5.13), sowie  

− der Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (ND 7 Ziff. 5.1-2). 

2. Im Verfahren DG120033 wird der Beschuldigte von den Vorwürfen des Menschenhandels 

und der Förderung der Prostitution zum Nachteil von B._____ (ND 5) sowie vom  

Vorwurf der Vergewaltigung gemäss ND 7 Anklageziffer 5.5 freigesprochen.  

3. Folgende Verfahren werden eingestellt (Verfahren DG120033): 

− mehrfache Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 4 ANAG (ND 5, 6, 8, 9), 

− mehrfache Nötigung (ND 7, Anklageziffern 5.3 und 5.4). 

-   3   - 

4. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren, wovon 1'137 Tage durch  

Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft bereits erstanden sind (gerechnet bis zum 

21. Februar 2010), sowie mit einer Busse von Fr. 5'000.– bestraft. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass dem Beschuldigten am 22. Februar 2010 der  

vorzeitige Strafvollzug bewilligt wurde. 

5. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 244.80 als Scha-

denersatz zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern.  

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin D._____ Fr. 1'698.50 als Scha-

denersatz zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern.  

c) Der Beschuldigte wird dem Grundsatz nach verpflichtet, der Privatklägerin E._____ 

Schadenersatz zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern. Zu 

dessen genauer Bezifferung wird die Privatklägerin E._____ auf den Zivilweg verwie-

sen. 

d) Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin Bank F._____ wird auf den Zivilweg 

verwiesen.  

e) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin G._____ Fr. 10'031.75 

(DG120024 ND 3) sowie Fr. 10‘000.– (DG120024 ND 5) als Schadenersatz zu be-

zahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern.  

f) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin H._____ Fr. 103'050.– als 

Schadenersatz zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern. Im 

Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen. 

g) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin I._____ Fr. 16'972.20 

(DG120024 ND 3) und Fr. 17'687.40 (DG120024 ND 5) als Schadenersatz zu bezah-

len, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern. 

h) Der Beschuldigte wird dem Grundsatz nach verpflichtet, der Privatklägerin J._____ 

Schadenersatz zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern. Zu 

dessen genauer Bezifferung wird die Privatklägerin J._____ auf den Zivilweg verwie-

sen. 

6. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 2'000.– zuzüglich 

5% Zins seit dem 31. März 2004 als Genugtuung zu bezahlen, unter solidarischer 

Haftung mit allfälligen Mittätern.  

-   4   - 

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin D._____ Fr. 3'000.– zuzüglich 

Zins zu 5 % seit dem 28. Dezember 2006 als Genugtuung zu bezahlen, unter solida-

rischer Haftung mit allfälligen Mittätern.  

c) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger K._____ Fr. 2'000.– zuzüglich 5 

% Zins seit dem 29. November 2006 als Genugtuung zu bezahlen, unter solidarischer 

Haftung mit allfälligen Mittätern. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren ab-

gewiesen. 

d) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E._____ Fr. 3'500.– zuzüglich 5 

% Zins seit 12. Januar 2007 als Genugtuung zu bezahlen, unter solidarischer Haftung 

mit allfälligen Mittätern. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

e) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger L._____ Fr. 2'500.–  

zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 12. Januar 2007 als Genugtuung zu bezahlen, unter 

solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern.  

f) Die Privatklägerin B._____ wird mit ihren Zivilansprüchen auf den Zivilweg  

verwiesen. 

g) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin J._____ Fr. 25'000.– zuzüglich 

Zins zu 5 % seit 15. November 2004 (mittlerer Verfall) als Genugtuung zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

h) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin M._____ Fr. 20'000.–  

zuzüglich Zins zu 5 % seit 15. Oktober 2006 (mittlerer Verfall) als Genugtuung zu  

bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mitttätern.  

i) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin N._____ Fr. 20'000.–  

zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. Oktober 2006 (mittlerer Verfall) als Genugtuung zu  

bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mitttätern. 

7. a) Die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

23. Januar 2007, vom 13. Juni 2007 sowie vom 6. November 2008 (DG120024 

HD act. 12/25-27, 12/9 und 12/19) beschlagnahmten und noch nicht aus der Be-

schlagnahme entlassenen Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde 

nach Eintritt der Rechtskraft sowie nach rechtskräftiger Erledigung des Verfahrens 

gegen O._____ (Verfahren DG120032) zur gutscheinenden Verwendung/ 

Vernichtung überlassen.  

b) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. Januar 

2007 (DG120024 HD act. 12/9 und 12/2) beschlagnahmten Barwerte im Betrag von 

-   5   - 

Fr. 160.– (Asservat Nr. …) und Fr. 2'235.30 (Asservat Nr. …) werden eingezogen und 

nach Eintritt der Rechtskraft sowie nach rechtskräftiger Erledigung des Verfahrens 

gegen O._____ (Verfahren DG120032) im Umfang von einem Drittel (Fr. 798.40) zur 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet.  

Es wird davon Vormerk genommen, dass die Barwerte im Restbetrag zu je einem 

Drittel für die Deckung der Verfahrenskosten von P._____ (rechtskräftiges Urteil des 

Geschworenengerichts des Kantons Zürich vom 5. Februar 2010) und O._____ (Ver-

fahren DG120032) verwendet werden.  

c) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 6. November 

2008 beschlagnahmten Fotos (DG120033 HD act. 17/2) werden eingezogen und als 

Beweismittel zu den Akten genommen.  

8. Betreffend das Verfahren DG120024 werden die vom Geschworenengericht des Kantons 

Zürich im Urteil vom 5. Februar 2010 festgelegten Kosten bestätigt. Auf den Beschuldigten 

A._____ entfällt folgender Anteil:  

Fr.  14'000.–  Gerichtsgebühr Geschworenengericht  

Fr. 3'516.05 Untersuchungskosten  

 Fr. 960.60 Gutachten  

Fr. 180.– Zeugenentschädigung  

Fr. 1'748.80 unentgeltlicher Rechtsbeistand 

Fr. 78'925.20 amtliche Verteidigung (bereits verrechnet) 

Fr. 12'924.20 amtliche Verteidigung für Verfahren vor Bezirksgericht Winterthur 
(festgesetzt mit Ergänzungsurteil vom 30. August 2013) 

Fr.  112'254.85 Total 

Die Gerichtsgebühr für die Fortsetzung des Verfahrens am Bezirksgericht Winterthur fällt 

ausser Ansatz.  

9. Die Anteile an den Kosten der Untersuchung und des geschworenengerichtlichen Verfah-

rens (Disp. Ziff. 8) werden dem Beschuldigten auferlegt und im Umfang von Fr. 798.40  

aus dem mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. Januar 2007 

beschlagnahmten Bargeld gedeckt.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der Kostenanteil für die unentgeltliche Verbei-

ständung der Privatklägerin E._____ werden dem Beschuldigten auferlegt, jedoch einstwei-

len auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung bleibt vorbehalten. 

-   6   - 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für die Fortsetzung des Verfahrens vor dem Bezirks-

gericht Winterthur werden auf die Gerichtskasse genommen.  

10.  Die Gerichtsgebühr für das Verfahren DG120033 wird festgesetzt auf: 

Fr.  12'000.–  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 8'645.20 Auslagen Vorverfahren 

Fr. 12'000.– Gebühr Strafuntersuchung  

Fr. 
5'827.25 

 
unentgeltliche Verbeiständung   
(Kostenanteil Beschuldigter, bereits verrechnet) 

Fr. 8'859.25 
unentgeltliche Verbeiständung (festgesetzt mit Ergänzungsurteil 
vom 30. August 2013 sowie mit Verfügung vom 12. November 
2013) 

Fr. 66'289.95 
amtliche Verteidigung (festgesetzt mit Ergänzungsurteil vom 
30. August 2013) 

Fr. 113'621.65 Total 

11.  Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens (Disp. Ziff. 10), einschliess-

lich derjenigen für die amtliche Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, diejeni-

gen der amtlichen Verteidigung indessen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.  

Eine Nachforderung bleibt vorbehalten. 

Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerinnen B._____ und 

J._____ werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt, jedoch einstweilen auf die Ge-

richtskasse genommen. Eine Nachforderung bleibt vorbehalten. 

12.  a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, Fürsprecher Y._____ für die Vertretung des  

Privatklägers C._____ eine Entschädigung von Fr. 9'463.50 (inkl. MWSt und Ausla-

gen) zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern.  

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, Fürsprecher Y._____ für die Vertretung der  

Privatklägerin D._____ eine Entschädigung von Fr. 8'068.70 (inkl. MWSt und Ausla-

gen) zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern.  

13.  (Mitteilungen) 

14.  (Rechtsmittel) 

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Berufungsanträge betreffend Raub etc.: 
(Prot. II S. 4 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 75 S. 1) 

1. A._____ sei 

− vom Vorwurf des mehrfachen bandenmässigen Raubes im Sinne von 
Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 StGB (ND 3, ND 4, ND 5) 

− sowie vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB 
(ND 2) 

 von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Auf sämtliche Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der Geschä-

digten (Verfahren DG120024; recte wohl: SB130479) sei nicht einzutreten, 

eventualiter seien diese vollumfänglich abzuweisen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 77 S. 1) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei schuldig zu sprechen 

− des bandenmässigen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 in Verbin-
dung mit Ziff. 3 StGB (ND 3-5) 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB 

2. (…) 

3. Der Beschuldigte A._____ sei für diese Raubtaten mit einer Einsatzstrafe 

von 7-9 Jahren zu belegen. Weiter Ausführungen folgen morgen. 

4. (…) 

5. Hinsichtlich der Nebenpunkte (Einziehungen und Zivilansprüche) sei das  

vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

-   8   - 

c) Der Vertretung der Privatklägerin E._____: 

(Urk. 60) 

Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 20. Juni 2013 

(DG120024) betreffend Schadenersatzbegehren der Geschädigten sowie 

Genugtuung in Höhe von Fr. 3'500.– zuzüglich Zins zu 5% seit dem  

12. Januar 2007 vollumfänglich zu bestätigen, unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten bzw. der Gerichtskasse. 

d) Der Vertretung des Privatklägers C._____: 

(Urk. 64 S. 1) 

1. Es seien die Beschuldigten und Beklagten betreffend ihr Verhalten im  

Zusammenhang mit dem Vorfall vom 31. März 2004 schuldig zu sprechen 

und zu bestrafen.  

2. Es seien die Beschuldigten und Beklagten – unter solidarischer Haftbarkeit – 

zu verurteilen, dem Kläger eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zuzüglich Zins 

zu 5% seit dem 31. März 2004 zu bezahlen.  

3. Es seien die Beschuldigten und Beklagten – unter solidarischer Haftbarkeit – 

zu verurteilen, dem Kläger einen Schadenersatz von Fr. 244.80 zu bezah-

len.  

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – unter solidarischer Haftbarkeit – 

gemäss Kostennoten vom 1. Februar 2010, vom 3. Mai 2013 und vom 

13. Januar 2015. 

e) Der Vertretung der Privatklägerin D._____: 

(Urk. 66 S. 1) 

1. Es seien die Beschuldigten und Beklagten betreffend ihr Verhalten im  

Zusammenhang mit dem Vorfall vom 28. Dezember 2006 schuldig zu  

sprechen und zu bestrafen.  

-   9   - 

2. Es seien die Beschuldigten und Beklagten – unter solidarischer Haftbarkeit – 

zu verurteilen, der Klägerin eine Genugtuung von Fr. 3'000.– zuzüglich Zins 

zu 5% seit dem 28. Dezember 2006 zu bezahlen.  

3. Es seien die Beschuldigten und Beklagten – unter solidarischer Haftbarkeit – 

zu verurteilen, der Klägerin einen Schadenersatz von Fr. 1'698.50 zu bezah-

len.  

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – unter solidarischer Haftbarkeit – 

gemäss Kostennoten vom 1. Februar 2010, vom 3. Mai 2013 und vom 

13. Januar 2015. 

Berufungsanträge betr. Menschenhandel etc. 
(Prot. II S. 15 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 81 S. 1 f.) 

Die Ziffern 1, 4 Abs. 1, 5a) bis h), mit Ausnahme von 5d), 6a) bis i), mit  

Ausnahme von 6f), 8, nicht was Kosten betrifft, sondern Anteil des Beschul-

digten, 9 Abs. 1 und 2, 12a) und b) des Dispositivs des Urteils des Bezirks-

gerichts Winterthur vom 20. Juni 2013 seien aufzuheben bzw. wie folgt zu 

ändern: 

1. A._____ sei wegen 

− der Widerhandlung gegen das Waffengesetzt gemäss Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 und Art. 7 WG sowie Art. 12 
Abs. 1 Waffenverordnung (HD) 

schuldig zu sprechen.  

2. A._____ sei im Verfahren DG120024 (recte wohl: SB130479) wegen  

− des bandenmässigen Raubes i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 StGB 
(ND 3-5) 

− des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB (ND 2) 

 

-   10   - 

 sowie im Verfahren DG120033 (recte wohl: SB130480) wegen 

− des mehrfachen Menschenhandels gemäss aArt. 196 StGB (ND 1-4, 6, 
8, 9) 

− der mehrfachen Förderung der Prostitution gemäss Art. 195 Abs. 3 
StGB (ND 1-4, 6, 8, 9) und Art. 195 Abs. 4 StGB (ND 1, 3, 4) 

− der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 StGB, teilweise in 
gemeinsamer Begehung gemäss Art. 200 StGB (ND 7 Ziff. 5.7.-9., 
5.11., 5.13.) 

− der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 StGB, teilweise in 
gemeinsamer Begehung gemäss Art. 200 StGB (ND 7 Ziff. 5.6., 5.9., 
5.10., 5.12., 5.13.) 

− der Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (ND 7 Ziff. 5.1.-2.) 

 von Schuld und Strafe freizusprechen.  

3. A._____ sei mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–  

(entsprechend Fr. 1'800.–) zu bestrafen.  

4. Die Geldstrafe sei bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit 

von 2 Jahren. 

5. Auf sämtliche Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der Privatklä-

gerinnen und Privatkläger (DG120024 und DG120033; rechte wohl: 

SB130479 und SB130480) sei nicht einzutreten.  

6. Die Untersuchungs-, Verfahrens- und Gerichtskosten inkl. der Kosten für  

die amtliche Verteidigung seien zu einem kleinen, dem Schuldspruch ange-

messenen Teil A._____ aufzuerlegen, ansonsten jedoch auf die Staatskasse 

zu nehmen.  

7. A._____ sei für die zu Unrecht erlittene Haft angemessen zu entschädigen.  

8. Die Ziffern 2, 3, 4 Abs. 2, 7a) bis c), 9 Abs. 3, 10, 13 und 14 des Dispositivs 

des Urteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 20. Juni 2013 sind in 

Rechtskraft erwachsen.  

9. Die Kosten des Berufungsverfahren sowie die Kosten der amtlichen Vertei-

digung für das Berufungsverfahren seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

-   11   - 

 Eventualantrag: 

10. Im Falle einer vollumfänglichen Verurteilung sei A._____ mit einer Freiheits-

strafe von höchstens 12 Jahren zu bestrafen, im Falle von Teilfreisprüchen 

sei die Freiheitsstrafe den verbleibenden Schuldsprüchen angemessen noch 

einmal deutlich zu reduzieren.  

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 82 S. 1 f.) 

1. (…) 

2. Der Beschuldigte A._____ sei schuldig zu sprechen 

− des mehrfachen Menschenhandels im Sinne von aArt. 196 StGB 
(ND 1-4, 6, 8 und 9) 

− der mehrfachen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 
Abs. 3 StGB (ND 1-4, 6, 8 und 9) und Art. 195 Abs. 4 (ND 1, 3 und 4) 

− der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 StGB, teilweise 
in gemeinsamer Begehung im Sinne von Art. 200 StGB (ND 7  
Ziff. 5.7-9, 5.11, 5.13.) 

− der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 StGB,  
teilweise in gemeinsamer Tatbegehung im Sinne von Art. 200 StGB 
(ND 7 Ziff. 5.6, 5.9, 5.10, 5.12, 5.13) 

− der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (ND 7 
Ziff. 5.1-2) 

3. (…) 

4. Der Beschuldigte A._____ sei unter Berücksichtigung der gestern  

verhandelten Raubvorwürfe mit einer Freiheitsstrafe von gesamthaft  

17 Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft.  

5. Die Regelung der Einziehungen sowie der Entschädigungs- und Genug-

tuungsforderungen gemäss vorinstanzlichem Dispositiv seien zu bestätigen, 

(…). 

6. Das vorinstanzliche Kostendispositiv sei zu bestätigen und die Kosten des 

Berufungsverfahrens den Beschuldigten anteilsmässig aufzuerlegen. 

-   12   - 

c) Des Vertreters der Privatklägerin J._____: 

(Urk. 83 S. 1) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 20. Juni 2013 (DG120033 

bzw. DG120034) sei zu bestätigen und die Berufungen der Beschuldigten 

und Berufungsklägerin bzw. des Beschuldigten und Berufungsklägers seien 

abzuweisen, soweit sie die straf- als auch die zivilrechtlichen Ansprüche der 

Geschädigten betreffen.  

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt) zulasten der 

bzw. des Beschuldigten. 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte / Prozessuales 

1. Am 12. Januar 2007 wurde der Beschuldigte A._____ verhaftet, weil er ver-

dächtigt wurde, gleichentags den Raubüberfall gemäss ND 5 der Anklageschrift 

vom 11. März 2009 begangen zu haben. Dieser und weitere Raubüberfälle wur-

den am 5. Februar 2010 durch das Geschworenengericht des Kantons Zürich be-

urteilt; der Beschuldigte wurde zur Hauptsache des bandenmässigen Raubs 

schuldig gesprochen und mit 9 Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Dieses Urteil wurde 

vom Kassationsgericht des Kantons Zürich aufgehoben und am 5. März 2012  

– gemäss der nunmehr geltenden neuen eidgenössischen Strafprozessordnung – 

an das Bezirksgericht überwiesen. Nach Eingang der Zusatzanklage betreffend 

Menschenhandel etc. vom 27. August 2012 fällte das Bezirksgericht Winterthur 

bezüglich aller eingeklagter Delikte am 20. Juni 2013 sein Urteil, mit welchem es 

den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren (und Busse) verurteilte. 

Bezüglich des genauen Verfahrensverlaufs bis zu diesem Zeitpunkt kann auf  

die umfassenden und zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil  

verwiesen werden (Urk. 38 S. 19 ff. in DG120024; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

-   13   - 

2. Gegen das mündlich eröffnete und im Dispositiv übergebene Urteil (Prot. I 

S. 32 resp. S. 31) liess der Beschuldigte rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 26). 

Nach Zustellung des begründeten Urteils am 24. Oktober 2013 (Urk. 35) und Ein-

gang der Akten am Obergericht reichte die Verteidigung am 12. November 2013 

innert Frist ihre Berufungserklärung ein (Urk. 40). Mit Präsidialverfügung vom 

4. Dezember 2013 wurde die Berufungserklärung des Beschuldigten der Staats-

anwaltschaft sowie der Privatklägerschaft zugestellt unter Hinweis auf die Mög-

lichkeit einer Anschlussberufung oder eines Nichteintretensantrags (Urk. 44; 

Urk. 75 im Verfahren SB130480). Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die  

diversen Privatkläger und -innen verzichteten auf Anschlussberufung (Urk. 46; 

Urk. 77 und Urk. 79 im Verfahren SB130480). Am 19. Dezember 2014 liess die 

Privatklägerin E._____ bezüglich ihrer Zivilansprüche explizit die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils beantragen (Urk. 60). Rechtsanwalt Y._____ beantragte 

im Namen der Privatkläger C._____ (Urk. 64) sowie D._____ (Urk. 66) ebenfalls 

die Gutheissung der Zivilforderungen im gleichen Umfang, wie von der Vorinstanz 

gutgeheissen. Zu beurteilen ist heute somit einzig die Berufung des Beschuldigten 

selbst, welcher im Wesentlichen einen Freispruch beantragt. Von der Verteidi-

gung anerkannt wurde der Schuldspruch gemäss Ziff. 1 des vorinstanzlichen Ur-

teilsdispositivs betreffend Verstoss gegen das Waffengesetz und die Waffenver-

ordnung. Nichts einzuwenden hat sie sodann gegen die Einziehungen gemäss 

Ziff. 7 sowie die Kostenaufstellungen gemäss Ziff. 8 letzter Absatz und Ziff. 10 

(Urk. 40 S. 3; Urk. 51; Prot. II S. 8). Allseits unangefochten blieben auch die Frei-

sprüche sowie die Teileinstellungen gemäss Ziff. 2 und 3 der Vorinstanz. 

Schliesslich sind auch Ziff. 5.d) und 6.f) (Verweisung zweier Zivilforderungen auf 

den Zivilweg) nicht angefochten worden (Prot. II S. 8). Somit ist im Sinne von 

Art. 404 Abs. 1 StPO vorab festzustellen, dass der erstinstanzliche Entscheid in 

diesen Punkten in Rechtskraft erwachsen ist.  

3. Vereinigung, Öffentlichkeit  

3.1. Die Vorinstanz hat das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen banden-

mässigen Raubs etc. unter der Prozessnummer DG120024 und das Verfahren 

betreffend Menschenhandel etc. unter der Nummer DG120033 geführt. Obwohl  

-   14   - 

– richtigerweise – nur ein Urteil gefällt wurde, hat die Vorinstanz die beiden Ver-

fahren nicht vereinigt (Urk. 38 S. 338 ff.), vermutlich um die Verhandlungstermine 

mit den übrigen Beteiligten flexibler gestalten zu können. Entsprechend wurden 

die beiden Verfahren gegen den Beschuldigten am Obergericht unter SB130479 

und SB130480 angelegt. Nachdem das Bundesgericht mit Urteil vom 24. Februar 

2014 (in anderer Sache, Nr. 6B_983/2013; 6B_995/2013, Erw. 6.2.) die Anwen-

dung des Grundsatzes der Verfahrenseinheit und damit die Vereinigung zweier 

zusammenhängender Verfahren für zwingend erachtete, sind die beiden gegen 

den Beschuldigten A._____ geführten Prozesse nunmehr zu vereinigen. Dabei ist 

das Verfahren SB130480 mit dem (älteren) Verfahren SB130479 zu vereinigen 

und unter letztgenannter Nummer weiterzuführen; das Verfahren SB130480 ist 

als dadurch erledigt abzuschreiben.  

Das Verfahren SB130480 ist in das Verfahren SB130479 einzuakturieren und 

fortan als Urk. 89/X zu zitieren. Im Übrigen kann hinsichtlich der geschworenen-

gerichtlichen sowie kassationsgerichtlichen Akten die Zitierweise der Vorinstanz 

(GG Urk.; KG Urk.) übernommen werden (Urk. 38 S. 18). Hinsichtlich der Unter-

suchungsakten, welche sowohl bezüglich der Anklage als auch der Zusatzankla-

ge aus je fünf Ordnern HD-Akten sowie diversen Ordnern ND-Akten bestehen, ist 

die Verwechslungsgefahr gering. Der Einfachheit halber gilt daher Folgendes: Wo 

es nachstehend um die Delikte gemäss Hauptanklage (Raub) geht, sind mit 

Urk. HD resp. Urk. ND die diesbezüglichen Ordner der Untersuchungsakten ge-

meint, bei den Delikten gemäss Zusatzanklage (Menschenhandel etc.) die jeweils 

anderen. Sollte davon ausnahmsweise abgewichen werden, ist dies explizit zu 

spezifizieren.  

3.2. Die Vorinstanz hat auf Antrag von drei Privatklägerinnen im Verfahren 
DG120033 (dort Urk. 38 und Urk. 46) die Publikumsöffentlichkeit bezüglich der 

Vorwürfe gemäss Zusatzanklage ausgeschlossen, jedoch die akkreditierten Me-

dienschaffenden mit Auflagen zugelassen (a.a.O. Urk. 41). Wird kein abweichen-

der Antrag gestellt, wird grundsätzlich angenommen, dass die gleiche Regelung 

auch im Berufungsverfahren Geltung haben soll. Die Vertreterin der Privatklägerin 

J._____ stellte sodann explizit den Antrag, es sei diesbezüglich wie vor Vo-

-   15   - 

rinstanz vorzugehen (Urk. 89/85). Mit Verfügung vom 1. Juli 2014 wurde demge-

mäss auch für das Berufungsverfahren die Publikumsöffentlichkeit bezüglich der 

Delikte mit sexuellem Hintergrund gemäss Zusatzanklage ausgeschlossen. Die 

akkreditierten Gerichtsberichterstatter wurden wiederum unter der Auflage zuge-

lassen, dass sie jegliche Angaben zur Identität der Privatklägerinnen unterlassen 

(Urk. 89/86). Demgemäss wurde die Berufungsverhandlung vom 19. und 

20. Januar 2015 so gestaltet, dass die drei Beschuldigten zwar zusammen ver-

handelt wurden, die nicht öffentlichen Teile der Berufungsverhandlung jedoch 

zeitlich von den öffentlichen abgetrennt wurden (Prot. II S. 4 ff. und S. 15 ff.).  

4. Anklageberichtigung, Anklageprinzip 

4.1. Mit Eingabe vom 4. März 2013 teilte der zuständige Staatsanwalt mit, dass 

ihm in der Zusatzanklageschrift vom 27. August 2012 bei der Nummerierung  

der Nebendossiers ein Fehler unterlaufen sei. Er hielt fest, dass der Fall J._____ 

in ND 7 (und nicht ND 5), der Fall B._____ in ND 5 (und nicht ND 6) sowie der 

Fall Q._____ in ND 6 (und nicht ND 7) behandelt würden (Urk. 89/34). Von dieser 

Berichtigung ist im Folgenden – wie bereits vor Vorinstanz – auszugehen. 

4.2. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass dem Beschuldigten in der Zusatz-

anklage nicht vorgeworfen werde, sich auch bezüglich der Privatklägerin J._____ 

(ND 7) des Menschenhandels sowie der Förderung der Prostitution schuldig ge-

macht zu haben, weil er zu dieser Zeit im Gefängnis weilte. Dies betrifft vielmehr 

einzig die Beschuldigte R._____. Demgemäss erfolgten diesbezüglich weder ein 

Schuldspruch noch ein Freispruch des Beschuldigten A._____ (Urk. 38 S. 25 und 

S. 338), was ohne Weiterungen übernommen werden kann. Ein zusätzlicher 

Schuldspruch des Beschuldigten wäre bereits aufgrund des Verschlechterungs-

verbots nicht mehr möglich (BGE 139 IV 282). 

5. Beweisergänzungen, Verwertbarkeit 

Der Beschuldigte stellte im Berufungsverfahren keine Beweisergänzungsanträge 

(Urk. 89/84). Hingegen wurden in den Verfahren der Mitbeschuldigten O._____ 

und R._____ die gestellten Beweisergänzungsanträge teilweise gutgeheissen. 

-   16   - 

Daraufhin wurden (Zeugen-)Einvernahmen durchgeführt und ein DNA-Gutachten 

erstellt. Die Ergebnisse dieser Beweisergänzungen (Urk. 53 und Urk. 89/88 und 

Urk. 89) wurden der Verteidigung des Beschuldigten mit Schreiben vom 

17. Oktober 2014 – zusammen mit einer vom Gericht eingeholten Übersetzung 

(Urk. 89/90 und 91) – zur Kenntnis gebracht (Urk. 54, Urk. 89/92). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung wurde sodann R._____ als Zeugin einvernommen (Prot. II 

S. 8 und Urk. 72).  

II.  Sachverhalt 

Einleitung 

1. Dem Beschuldigten werden in der Anklage sowie der Zusatzanklage verschie-
dene Delikte vorgeworfen. Mit Ausnahme der Widerhandlung gegen das Waffen-

gesetz und die Waffenverordnung (betreffend Besitz einer Pistole samt Munition) 

– sowie der verjährten Widerhandlungen gegen das AuG – zeigte sich der  

Beschuldigte von Anfang an bis heute nicht geständig. Somit müssen ihm die ein-

geklagten Sachverhalte aufgrund der übrigen Beweismittel und Indizien nachge-

wiesen werden.  

Zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung hat die Vorinstanz umfassende und 

zutreffende Erwägungen gemacht, auf welche zwecks Vermeidung von Wiederho-

lungen vollumfänglich verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesonde-

re hat die Vorinstanz auch aufgezeigt, wie beim Fehlen von direkten Beweisen 

resp. beim Vorliegen von Indizien vorzugehen ist, und wie Aussagen von Zeugen 

und Mitbeteiligten richtig zu würdigen sind (Urk. 38 S. 32 ff. und S. 146 ff.). Zu 

Recht hat sie auch darauf hingewiesen, dass gemäss ständiger Bundesgerichts-

praxis nicht erforderlich ist, dass sich das urteilende Gericht mit allen Parteistand-

punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich 

widerlegt. Vielmehr muss die Begründung so abgefasst sein, dass sich der  

Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in  

voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem 

Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 

-   17   - 

sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (anstatt 

vieler: BGE 136 I 229 Erw. 5.2. mit Hinweisen). 

Auf die detaillierten Ausführungen der Vorinstanz kann vorab auch ganz grund-

sätzlich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Wo davon abgewichen wird, 

wird dies im Folgenden explizit erwähnt. Die nachstehenden Ausführungen sind 

somit überwiegend ergänzender und präzisierender Natur.  

2. Bereits an dieser Stelle kann mit der Vorinstanz festgehalten werden, dass es 

um die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten nicht zum besten steht, selbst wenn es 

sich bei seinen Vorstrafen in Kroatien nicht um Raubtaten, sondern vornehmlich 

offenbar um Einbruchdiebstähle handelt (Urk. 19/4 S. 4, Urk. 19/1 S. 6 f.; vgl. aber 

auch Urk. HD 29/13 S. 2 Mitte). Dennoch ist der Beschuldigte seit Jahren straf-

fällig, hat zahlreichen Vermögensdelikte begangen und wurde auch mehrfach zu 

längeren Gefängnisstrafen verurteilt (Urk. HD 29/7, GG Prot. S. 15 f.; vgl. auch 

Urk. HD 30/14 S. 3 zu P._____). Ob dabei tatsächlich für jede einzelne Straftat 

ein separates Verfahren geführt wurde, wie der Beschuldigte behauptete (Urk. 73 

S. 3), kann offen bleiben, denn dies ändert nichts an der Anzahl seiner Delikte. 

Dass er mit einem gefälschten Pass unter dem Alias-Namen A1._____ auftrat 

(Urk. ND 7/1, Urk. HD 2/2 S. 1 f., HD 29/9), spricht auch nicht eben für seine 

Glaubwürdigkeit. Zu erwähnen ist an dieser Stelle allerdings auch, dass der Hin-

weis der Vorinstanz, wonach es im handgeschriebenen, kroatischen Brief in den 

Akten zum Menschenhandel (dort Urk. HD 5/11/6) gemäss Aussagen von 

R._____ darum gegangen sei, dass sie für den Beschuldigten in einem anderen  

Verfahren falsches Zeugnis ablegen sollte (Urk. 38 S. 36, a.a.O. Urk. HD 5/10 

S. 15 f.), nicht gegen ihn verwertbar ist, weil R._____ dazu nie mit dem Beschul-

digten konfrontiert wurde. Die Glaubwürdigkeit einer Person ist allerdings ohnehin 

von untergeordneter Bedeutung. Massgeblich ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen zur Sache. Darauf wird zurückzukommen sein.  

-   18   - 

Raubüberfälle gemäss Anklage vom 11. März 2009:  

1. Raub in S._____ / BE (ND 2)  

1.1. Hinsichtlich der äusseren Umstände sowie des Ablaufs dieses Raubs stützt 
sich die Anklageschrift auf die Aussagen des überfallenen Bankangestellten,  

C._____, welche von der Vorinstanz zutreffend zusammengefasst wurden 

(Urk. 38 S. 39 ff.). Nachdem der Beschuldigte geltend macht, damals gar nicht am 

Tatort gewesen zu sein, kann er folgerichtig auch nicht bestreiten, dass sich der 

Überfall wie von C._____ beschrieben abgespielt hat. Die Vorinstanz hat dessen 

Aussagen zu Recht als detailliert, konstant und authentisch bezeichnet (Urk. 38 

S. 43). Insbesondere sagte der Zeuge auch vorsichtig aus und neigte nicht zu 

Übertreibungen. Die Verteidigung rügte bereits im kassationsgerichtlichen Verfah-

ren sowie vor Vorinstanz und auch heute (Urk. 19/4 S. 10 f.; Urk. 75 S. 6 f.), auf-

grund der Beschreibungen des Zeugen sei unklar, ob dieser zwei Täter am Tatort 

gesehen habe. Das Kassationsgericht griff damals diesen Einwand auf und hielt 

fest, es sei willkürlich, wenn sich das Geschworenengericht nicht damit auseinan-

der gesetzt habe (KG Urk. 13 S. 29 ff.). Die Vorinstanz hat dies nunmehr  

umfassend und zutreffend nachgeholt (Urk. 38 S. 42 ff.). Sie hat richtig bemerkt, 

dass der Zeuge von Anfang an von zwei Personen gesprochen hat. Auch wenn er 

dies zunächst eher vage formulierte, so konnte er diese zweite Person jedenfalls 

schon da als "grösser als der Täter" beschreiben und sprach explizit von "Tätern" 

(Urk. ND 2/7/1). Er fantasierte mithin nicht erst im Laufe der Zeit einen zweiten 

Täter dazu (vgl. Urk. 75 S. 6). Auch anlässlich der noch gleichentags mit C._____ 

durchgeführten Tatrekonstruktion zeigte er auf, wie diese zweite Person beim 

Notausgang gestanden haben soll (Urk. ND 2/6/2 am Ende). Dort hinaus soll  

die Täterschaft geflohen sein; genau diese Türe wurde von der Täterschaft auch 

arretiert. Hätte dort beispielsweise ein Hauswart gestanden, wie die Verteidigung 

argumentiert (Urk. 75 S. 7), hätte dieser aufgrund der Zeugenaussage die Tat 

und/oder die Flucht des Täters zwingend sehen müssen. Mit der Vorinstanz ist 

aufgrund der überzeugenden Aussagen von C._____ von zwei Tätern auszuge-

hen (vgl. auch Urk. ND 2/3, wo noch gleichentags nach zwei Tätern gefahndet 

wurde). Nachdem P._____, der keine den Beschuldigten belastenden Aussagen 

-   19   - 

machte, für diesen Raub bereits rechtskräftig verurteilt wurde, stellt sich noch die 

Frage, ob der Beschuldigte der zweite Täter gewesen ist. 

1.2. Nicht wesentlich erscheint die Frage, ob die Täter beim Überfall Handschuhe 
getragen haben oder nicht. Die Verteidigung will aus dem Umstand, dass an der 

in der Tiefgarage offenbar herausgedrehten Neonröhre (Urk. ND 2/1 S. 2) zwar 

Fingerabdrücke, aber nicht jene der beiden Beschuldigten gefunden wurden, ab-

leiten, dass sie nicht die Täter gewesen sein können (Urk. 19/4 S. 11 f., Urk. 75 

S. 7 f.). Die Vorinstanz hat auch dies zutreffend abgehandelt und als irrelevant 

bezeichnet (Urk. 38 S. 51 f.). Zum einen wäre es geradezu befremdlich, an einer 

Neonröhre, die ja von jemandem eingesetzt worden sein musste, keine Finger-

abdrücke zu finden. Zum andern kann die Täterschaft beim Herausdrehen der  

– möglicherweise heissen – Beleuchtungsröhre ohne weiteres ein Tuch oder  

ähnliches benützt haben. Ebenso wenig hilft der beim Beschuldigten anlässlich 

seiner Verhaftung am 12. Januar 2007 sichergestellte Strumpf mit einer DNA-

Spur des Beschuldigten weiter (GG Prot. S. 693, S. 708). Der Zeuge C._____ hat-

te zwar glaubhaft erklärt, der ihn angreifende Täter sei mit einem Nylonstrumpf 

maskiert gewesen (Urk. ND 2/7/5 S. 5; GG Prot. S. 342), weshalb er ihn auch 

nicht auf Fotografien identifizieren konnte. Sodann hatte es das Kassationsgericht 

als nicht willkürlich erachtet, den sichergestellten Strumpf mit der DNA-Spur  

des Beschuldigten als ergänzenden Hinweis für seine Täterschaft zu würdigen 

(KG Urk. 13 S. 21). Zu Recht wies die Vorinstanz jedoch darauf hin, dass ein rund 

3 Jahre nach dem fraglichen Überfall in einem vom Beschuldigten benützten Auto 

sichergestellter Strumpf kein hinreichendes Indiz für seine Beteiligung an diesem 

Raub sein kann (Urk. 38 S. 47; vgl. Urk. 19/1 S. 13). Dem ist zuzustimmen.  

1.3. Ein entscheidender Hinweis für die Täterschaft des Beschuldigten bildet hin-
gegen die an einem – am Tatort zur Arretierung der Notausgangstüre benützten 

(vgl. Urk. ND 2/6/1 Foto 6) – Zahnstocher sichergestellte DNA-Spur. Die Arretie-

rung der Türe durch Zahnstocher und einen Holzkeil am Boden erfolgte zweifellos 

durch die Täterschaft zwecks Zugang in die Garage resp. Fluchtsicherung (vgl. 

Urk. ND 2/2 oben). Sowohl die auf dem Holzkeil gesicherte DNA-Spur als auch 

jene auf dem Zahnstocher wurden dem IRM Bern zur Überprüfung vorgelegt. Mit 

-   20   - 

einer Wahrscheinlichkeit von über 100 Milliarden konnte die Spur auf dem Holz-

keil P._____ und jene auf dem Zahnstocher dem Beschuldigten zugewiesen wer-

den (Urk. ND 2/21 S. 2 f.). Weiter hielt das Gutachten plausibel fest, dass das 

Vorliegen eines vollständigen DNA-Profils wie hier auf einen intensiven Kontakt 

der Person mit dem Gegenstand hinweise (a.a.O.). Die Vorinstanz folgerte daraus 

zu Recht, dass diese DNA-Spuren ein deutliches Indiz dafür sind, dass der  

Beschuldigte und P._____ gemeinsam den Raubüberfall begangen haben.  

Der Beschuldigte lieferte keinerlei Erklärung dafür, wie der intensive Kontakt mit 

dem Zahnstocher entstanden sein könnte, wenn denn nicht am Tatort (vgl. 

Urk. 38 S. 46). Zwar machte die Verteidigung geltend, es sei möglich, dass der 

Beschuldigte den Zahnstocher anderweitig und zeitlich früher berührt haben und 

dieser von Drittpersonen an den Tatort mitgenommen worden sein könnte 

(Urk. 19/4 S. 9 f., Urk. 75 S. 5 und S. 9). Dies hat die Vorinstanz zu Recht als  

lebensfremd verworfen (Urk. 38 S. 46 f.). Warum sollte ein Täter einen Wegwerf-

gegenstand wie den von einer anderen Person – offenbar intensiv – benützten 

Zahnstocher, der überdies äusserst billig erworben werden kann, mitnehmen,  

allenfalls längere Zeit aufbewahren und schliesslich bei einem Raubüberfall ver-

wenden? Hätte der Beschuldigte beispielsweise mit P._____ kurz zuvor Kontakt 

gehabt, was aber von keiner Seite behauptet wird (vgl. u.a. Urk. 73 S. 6 und 

S. 11), und hätte dieser den Zahnstocher – genau wie den Holzkeil – mitgenom-

men und am Tatort benützt, so müssten seine DNA-Spuren (auch) auf dem Zahn-

stocher zu finden sein. Dies ist nicht der Fall (Urk. ND 2/21). Dass P._____ eine 

derart knifflige Tätigkeit wie das Einklemmen des Zahnstochers mit Handschuhen 

gemacht hätte, während er den Holzkeil ohne Handschuhe berührte, wäre schlicht 

absurd. Was die Aussagen des Beschuldigten im Allgemeinen betrifft, sofern er 

sich überhaupt zu Vorwürfen äusserte (vgl. u.a. Urk. ND 2/7/3-4), so sind diese 

mit der Vorinstanz als wenig überzeugend und als Schutzbehauptungen zu quali-

fizieren. Geradezu symptomatisch dafür erscheint seine auch von der Vorinstanz 

zitierte Aussage auf die Frage, ob er einmal in der fraglichen Tiefgarage gewesen 

sei, er sei "weder dort noch sonst irgendwo" gewesen (Urk. 19/1 S. 13, Urk. 38 

S. 49 ff. und S. 37).  

-   21   - 

1.4. Fest steht sodann, dass der Beschuldigte den einschlägig vorbestraften 

P._____, welcher als eigentlicher Berufsverbrecher bezeichnet werden muss (vgl. 

Urk. HD 30/14 S. 4), im Tatzeitpunkt schon gekannt haben muss, und er auch 

kein Alibi für die Tatzeit aufweist (Urk. 38 S. 48 f., vgl. auch Urk. 75 S. 9). Hinzu 

kommt, dass der Beschuldigte zusammen mit P._____ im Januar 2007 verhaftet 

wurde, weil er verdächtigt wurde, mit diesem einen Raubüberfall auf eine Bank-

filiale in T.____ verübt zu haben. Dass der Raubüberfall in S._____ dabei kein 

rundweg identisches Tatvorgehen zu jenem in T.____ aufweist (bspw. betreffend 

Tageszeit), ist nicht von erheblicher Bedeutung (Urk. 75 S. 8 f.). In beiden Fällen 

überfiel P._____ zusammen mit mindestens einem weiteren Täter unter  

Verwendung einer Schusswaffe oder einer echt aussehenden Attrappe einen 

Bankangestellten einer eher ländlichen Bankfiliale. Dass sich die Täterschaft in 

S._____ mit der Mappe des Bankangestellten zufrieden gab – auf sein  

Portemonnaie hatten sie es offenbar nicht abgesehen (Urk. ND 2/7/1) – heisst 

nicht, dass sie vorgängig genau wissen mussten, was sich darin befand. Fest 

steht jedenfalls, dass die Täter der weiteren eingeklagten Raubüberfälle den  

Tatort jeweils genau auskundschafteten (vgl. Urk. 75 S. 9). Die Vorinstanz hat 

auch hierzu das Nötige ausgeführt (Urk. 38 S. 52 f.). Sodann ist aufgrund der 

rechtskräftig feststehenden Mitwirkung von P._____ bei allen eingeklagten Taten 

erwiesen, dass die Täterschaft ihre Vorgehensweise unzweifelhaft geändert resp. 

angepasst hat (vgl. Prot. I S. 16, Urk. 19/4 S. 7). Und dass in S._____ nicht wie 

später die Bank selbst, sondern ein Angestellter der Bank überfallen wurde, passt 

nahtlos zu den Aussagen von N._____ (vgl. unten Ziff. 3.1.), welche beschrieben 

hat, wie sie dem Beschuldigten einmal beim Auskundschaften habe helfen müs-

sen, als dieser die Angestellte einer Bank habe überfallen wollen (Urk. HD 6/2 

S. 11 und DG120033 darin Urk. ND 9/4/1 S. 16 ff.).  

1.5. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände (vgl. auch das Folgende) und 

insbesondere aufgrund der am Tatort gesicherten eindeutigen DNA-Spuren  

gelangte die Vorinstanz – wie bereits das Geschworenengericht – zu Recht zum 

Schluss, dass der eingeklagte Sachverhalt gemäss ND 2 erstellt ist und keine 

vernünftigen Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten bestehen.  

-   22   - 

2. Raub in U._____ / ZH (ND 3)  

2.1. Auch bezüglich dieses Raubüberfalls auf eine ländliche Bankfiliale der 

G._____ kann zunächst auf die überzeugenden und detaillierten Aussagen des 

Opfers, K._____, abgestellt werden, welche von der Vorinstanz korrekt wiederge-

geben wurden (Urk. 38 S. 54 ff.; Urk. ND 3/3/1, ND 3/3/6). Aufgrund dieser Aus-

sagen ist der eingeklagte Ablauf des Raubüberfalls als erstellt zu erachten. Ein 

zufällig hinzugekommener Passant, V._____, sah die drei Täter zwar fliehen, 

konnte sie aber nicht identifizieren (Urk. ND 1/1 S. 9 f.). Entgegen der Ansicht der 

Verteidigung sind die Aussagen von V._____ nicht "absolut unverwertbar" 

(Urk. 75 S. 9 f.), sondern mangels Konfrontation mit dem Beschuldigten bloss 

nicht zu dessen Lasten verwertbar. Dass der Beschuldigte dadurch gar nicht be-

lastet wird, hält die Verteidigung sodann richtig fest (a.a.O.). Insofern ist die Fest-

stellung der Vorinstanz, die – wenig aussagekräftige – Täterbeschreibung durch 

V._____ schliesse eine Beteiligung des Beschuldigten jedenfalls nicht aus 

(Urk. 38 S. 79), mithin entlaste diesen auch nicht, nicht zu beanstanden. Nachge-

wiesen ist, dass P._____ an diesem Raub beteiligt war, für welchen er bereits 

rechtskräftig verurteilt wurde. So beschrieb der Zeuge K._____ denn auch einen 

der Täter als ca. 40-45 Jahre alt, als etwas älter und kleiner als die beiden ande-

ren Täter (P._____ ist 175 cm und 1951 geboren; Urk. ND 2/17). Weil die Täter 

maskiert waren und K._____ seinen Blick die meiste Zeit nach unten richtete, 

konnte er die Räuber nicht identifizieren (Urk. ND 3/3/6 S. 5). Seine Beschreibung 

der beiden anderen Tätern – etwas grösser und jünger als P._____ – widerspricht 

einer Beteiligung des Beschuldigten jedenfalls nicht. Ein Indiz dafür ist sodann, 

dass die Täter untereinander in einer Sprache aus dem "Ostblock" gesprochen 

haben sollen (Urk. ND 3/3/1 S. 2), was wiederum dafür spricht, dass die beiden 

anderen Täter Landsleute von P._____ gewesen sein dürften. Dass P._____ an 

diesem Raub beteiligt gewesen ist, steht übrigens auch durch die am Elektro-

schockgerät, welches am Tatort liegen gelassen wurde (Urk. ND 3/2/1 S. 12), si-

chergestellte DNA-Spur von P._____ fest (Urk. ND 3/5/1 und 3/5/5 S. 2). Diese 

Umstände allein genügen jedoch nicht, um auch den Beschuldigten mit diesem 

Raub in Verbindung bringen zu können.  

-   23   - 

2.2. Anlässlich der Verhaftung des Beschuldigten zusammen mit P._____ und 

O._____ im Januar 2007 – mithin über einen Monat nach der Tat – wurden drei 

schwarze (mögliche) Kopfbedeckungen sichergestellt, welche mittels DNA-Spur je 

einem der Verdächtigen zugeordnet werden konnten (Urk. HD 12/32). Alle drei 

Gegenstände wurden zu Beginn als "Sturmhauben" registriert (a.a.O., Urk. 

ND 5/6/1 S. 2). Im Laufe des Verfahrens wurden indes immer wieder andere Be-

griffe verwendet: So wurde von Kappen, Sturmhauben oder Strumpfmasken ge-

sprochen, was zu einiger Verwirrung führte (vgl. Urk. 38 S. 29 f. und S. 66 f., 

Urk. 19/1 S. 12; GG Prot. S. 52 und S. 58 ff.). Der im Ford Focus von R._____ si-

chergestellte Gegenstand (Nr. …), der dem Beschuldigten zugeordnet wurde, ist 

indes keine Sturmhaube, sondern ein Stück eines schwarzen Damenstrumpfs oh-

ne Ausschnitte, der zur einen Seite hin offen, zur anderen zu zwei "Zipfeln" ver-

knotet wurde (vgl. die in der Asservatenkammer des Obergerichts liegenden Ge-

genstände). So liesse er sich ohne weiteres über den Kopf ziehen und als 

Strumpfmaske verwenden. Die beiden P._____ und O._____ zugewiesenen 

Kopfbedeckungen hingegen sind in der Tat Sturmhauben aus dünnem schwarzen 

Stoff, wie sie etwa unter Motorradhelmen getragen werden (also nicht etwa dicke-

re "Roger-Staub-Mützen"; vgl. auch GG Prot. S. 422).  

Der Zeuge K._____ hielt fest, dass die Täter mit Strumpfmasken (ohne Augen-

ausschnitte) über dem Kopf die Bankfiliale betreten hätten (Urk. ND 3/3/6 S. 5). 

Der Passant V._____ hingegen führte aus, die fliehenden drei Personen hätten 

dunkle Kappen getragen (Urk. ND 3/1/1 S. 10), was aber nicht weiter spezifiziert 

wurde und – in der Eile – ohne weiteres auch für heraufgeschobene Strümpfe/ 

Sturmhauben hätte gelten können. Jedenfalls wirkt es zweifellos sehr verdächtig, 

wenn gerade bei allen drei Personen, die wegen eines Bankraubes verhaftet wer-

den, Kopfbedeckungen sichergestellt werden, die sich bestens zur Maskierung 

eignen, ohne dass diese Personen plausible Begründungen dafür liefern konnten 

(bspw. eine geplante gemeinsame Motorradtour in der Schweiz; vgl. KG Urk. 2 

S. 94). Allerdings weist die Tatsache, dass der Beschuldigte das im Auto von  

R._____ gefundene Strumpfstück berührt haben musste, noch nicht zwingend da-

rauf hin, dass er dieses über dem Kopf getragen hat. Letztlich ist denkbar, dass er  

es – während er im Auto mit anderen Gegenständen hantierte – berührt haben 

-   24   - 

könnte, wenngleich seine Behauptung, er habe das Strumpfstück als Lappen zum 

Autoputzen benützt (Urk. 19/1 S. 12 f.), reichlich unglaubhaft wirkt. Dennoch ist 

zumindest möglich, dass das Strumpfstück von R._____ – oder einer Frau aus 

deren Prostitutionsumfeld – stammt, aus anderen Gründen verknotet wurde und 

im Ford Focus zu liegen kam. Es würde sich auch fragen, weshalb ein  

beim Raub benütztes (billiges) Strumpfstück überhaupt aufbewahrt werden  

sollte, zumal bei den darauffolgenden Raubtaten gemäss Anklageschrift keine  

Gesichtsmaskierung mehr benützt wurde (vgl. das Nachfolgende).  

Insgesamt kann der Fund des Strumpfstücks somit – entgegen der Erwägungen 

des Kassationsgerichts und der Vorinstanz (Urk. 38 S. 67, Urk. KG 16 S. 23) und 

mit der Verteidigung (Urk. 19/4 S. 6, Urk. 75 S. 10) – nicht als Indiz für eine Betei-

ligung des Beschuldigten am Raub vom 29. November 2006 verwendet werden.  

2.3. Wesentlich erscheinen hingegen die Auswertungen der Telefonüberwachung 
der Mobiltelefone des Beschuldigten. Hinsichtlich der Zuordnung der Nummern 

078 […] … und 076 […] … sowie der Verwertbarkeit dieser Beweismittel kann 

vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-

den (Urk. 38 S. 25 ff.; vgl. auch Urk. HD 14-20). Bereits das Kassationsgericht 

hatte die dagegen erhobenen Einwände als unbegründet bezeichnet (KG Urk. 13 

S. 10 ff.).  

2.3.1. Zunächst steht aufgrund der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation fest, 
dass das Handy von P._____ (Urk. ND 3/3/3 S. 3, Urk. HD 19/9 S. 1) zwei  

Tage vor dem Raub und einen Tag danach – wie jenes des Beschuldigten – in 

Zürich-… geortet wurde und zwischen diesen beiden telefoniert wurde. Dies be-

weist, dass sich der am Raubüberfall beteiligte P._____ etwa zur Tatzeit örtlich 

ganz in der Nähe des Beschuldigten befand und mit diesem in Kontakt stand (Urk. 

ND 3/3/5 Anhang S. 1 und S. 2). Wie die Vorinstanz sodann richtig aufzeigte, 

wurde das persönliche Handy des Beschuldigten (vgl. GG Prot. S. 43) in der Zeit 

vor dem Überfall vom 29. November 2006 mehrfach in der Gegend  

um U._____ geortet; im Ort selbst auch just um die gleiche Tageszeit wie der spä-

tere Raub (Urk. HD 19/3 S. 2, HD 19/7; vgl. ND 3/3/5 Anhang S. 3). Seine  

Erklärungen dazu sind wenig glaubhaft (Urk. 38 S. 59 ff.). Obwohl er zunächst nur 

-   25   - 

die Umgebung von Zürich kennen wollte, später sollen dann plötzlich rund 20% 

der Freier [im Zusammenhang mit dem Bordell an der …str. … in Zürich; vgl. Zu-

satzanklage] auswärts "bedient" worden sein, weshalb der Beschuldigte die Pros-

tituierten dorthin gefahren habe. An der Berufungsverhandlung behauptete er so-

gar, er habe die Frauen täglich in andere Kantone gefahren (Urk. HD 2/5 S. 23 f., 

Urk. 19/1 S. 14 f., Urk. 73 S. 7 f. und S. 11). Dennoch wollte er nicht wissen, um 

welche Ortschaften es sich dabei gehandelt habe. Man kann sich mit Fug fragen, 

wie der Beschuldigte die gewünschte Adresse des Freiers dann überhaupt gefun-

den hätte. Seine Darstellung ist widersprüchlich, unplausibel und überzeugt je-

denfalls nicht (vgl. Urk. 73 S. 8). Hinzu kommt, dass keine der Frauen im Verfah-

ren betreffend Menschenhandel etc. je davon gesprochen hat, auch auswärts für 

den Beschuldigten tätig gewesen und von ihm an einen Arbeitsort ausserhalb der 

Stadt Zürich gefahren worden zu sein. Ein Grund, dies zu verschweigen, ist nicht 

ansatzweise ersichtlich, insbesondere wenn dies täglich der Fall gewesen wäre. 

Aus der Tatsache, dass das Handy des Beschuldigten vom Abend des 

27. Novembers 2006 bis am 29. November 2006 – just bis etwa eine Stunde nach 

dem Raubüberfall – ausgeschaltet war (Urk. HD 19/7 S. 35), kann indes nicht ge-

schlossen werden, er sei an der fraglichen Tat beteiligt gewesen. Die Verteidi-

gung ging vor Vorinstanz noch irrtümlich davon aus, es handle sich um die Ortung 

des Geschäftshandys mit der Nummer 076 […] … und es werde dem Beschuldig-

ten unterstellt, er habe sein Handy während 49 Tagen abgestellt (Urk. 19/4 S. 15). 

Beides ist offenkundig falsch (Urk. 38 S. 59 ff.). Allerdings hielt die Verteidigung 

an der Berufungsverhandlung zu Recht fest, mit dem Handy des Beschuldigten 

sei – entgegen der Ansicht der Vorinstanz (Urk. 38 S. 60) – vor dem Abend des 

27. November 2006 keineswegs lückenlos telefoniert worden (Urk. 75 S. 13). Dies 

trifft zu, war das Handy doch auch am 25. und 26. November 2006 abgestellt und 

am 27. November 2006 tagsüber bis zum Abend wieder in Betrieb (Urk. HD 19/7 

S. 35). Daraus lassen sich somit keine Rückschlüsse ziehen, aus den oben er-

wähnten Ortungen in U._____ und Umgebung hingegen schon.  

2.3.2. Schliesslich ist das abgehörte Gespräch vom 21. Dezember 2006, mithin 
ca. 3 Wochen nach dem Überfall in U._____, zwischen dem Beschuldigten und 

P._____ zu erwähnen (Urk. HD 17/1.2/1 S. 2). Die Vorinstanz hat den Ge-

-   26   - 

sprächsauszug korrekt wiedergegeben und – mit dem Polizeibeamten W._____ 

(vgl. Urk. HD 17/1.1 S. 6; KG Urk. 2 S. 55 f.) – den Schluss daraus gezogen, dass 

hier mit dem "Leichteren" das nächste Tatobjekt in AA._____ gemeint sein muss-

te. Dies lasse Rückschlüsse darauf zu, dass der Beschuldigte und P._____ eben  

bereits zuvor, nämlich in U._____, einen Raub verübt hätten (Urk. 38 S. 61 ff.). 

Die Verteidigung rügte dies als rein spekulative Interpretation, weil das Gespräch 

für Aussenstehende völlig unverständlich sei (Urk. 19/4 S. 13 f., Urk. 75 S. 10 ff.). 

Das Kassationsgericht hatte die diesbezüglichen Rügen der Verteidigung als  

ungenügend verworfen (KG Urk. 13 S. 16). Zu Recht hat die Vorinstanz festgehal-

ten, dass der verschlüsselte Gesprächsinhalt auf eine illegale Aktion hinweist und 

die Erklärungen des Beschuldigten dazu alles andere als glaubhaft sind. Auffällig 

ist etwa, dass am Telefon davon gesprochen wurde, "sie werde eine halbe  

Stunde schön ruhig sein", während beim Überfall in AA._____ tatsächlich (nur) 

eine Frau in Schach gehalten wurde. Letztlich lässt sich jedoch nicht eruieren, 

wovon genau gesprochen wurde. Zumindest denkbar wäre auch eine illegale Ak-

tion im Zusammenhang mit dem in … betriebenen Bordell und den dortigen Frau-

en (vgl. etwa Urk. HD 17/3.3/1 S. 2). Möglich wäre auch, dass zwar in der Tat von 

einem Raubüberfall gesprochen wurde, dieser aber erst nach jenem in AA._____ 

(und eben noch "leichter" als jener bereits geplante) stattfinden sollte. Ein klarer 

Rückschluss auf die Tat in U._____ ist – trotz zeitlicher Nähe (vgl. Urk. 38 

S. 63 f.) – jedenfalls nicht möglich. Das offenkundig verschlüsselte Gespräch (vgl. 

Urk. 75 S. 11) zwischen dem Beschuldigten und dem an den Raubüberfällen er-

wiesenermassen beteiligten P._____ wirkt daher zwar zweifellos verdächtig, stellt 

aber letztlich kein konkretes Indiz für eine Mittäterschaft des Beschuldigten am 

Raub in U._____ dar.  

2.4. Ein starkes Indiz hingegen sind die Aussagen von AB._____, welche eben-

falls in der Bankfiliale tätig war, am Tag des Überfalls aber frei hatte. Sie hatte 

ungefähr 2-3 Wochen vor dem Raub verdächtige Personen, vermutlich aus dem 

"Ostblock", wahrgenommen, welche grosse Euroscheine hätten wechseln wollen. 

Sie habe dabei ein ungutes Gefühl gehabt; vielleicht hätten diese Männer den Ort 

auskundschaften wollen (Urk. ND 3/1/1 S. 11, ND 3/3/7 S. 2 f., ND 3/4/6 S. 2). 

Dass die Zeugin nach Vorlage von über 200 Bildern (auf welchen der Beschuldig-

-   27   - 

te und P._____ noch nicht zu sehen waren) zunächst einen Armenier namens 

AC._____ als mutmassliche resp. als in Frage kommende Person identifizierte 

(Urk. ND 3/1/2 S. 6, ND 3/4/2), ist vorliegend ohne weitere Bedeutung. Nicht zu-

treffend ist die Behauptung der Verteidigung, AB._____ habe AC._____ als den 

verdächtigen Bankkunden "erkannt" (Urk. 75 S. 12). Dazu kann im Weiteren voll-

umfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 38 S. 72 ff.). Das Kassationsgericht hatte dazu denn auch lediglich eine  

Verletzung des rechtlichen Gehörs durch das Geschworenengericht gerügt, weil 

sich dieses nicht mit den Einwänden der Verteidigung auseinander gesetzt hatte 

(Urk. KG 16 S. 31 f.). Dies hat die Vorinstanz korrekt nachgeholt. Nebenbei  

bemerkt fällt AC._____ als Täter schon deshalb ausser Betracht, weil P._____, 

der erwiesenermassen an diesem Raub beteiligt war, mit seinen Mittätern wohl 

nicht armenisch gesprochen haben dürfte (Urk. 19/4 S. 14). 

Nach der Verhaftung des Beschuldigten zusammen mit P._____ und O._____ 

wurden der Zeugin drei Bogen mit insgesamt 24 Farbfotos von Männern (und ein 

Bogen mit Frauen) vorgehalten. Ohne zu zögern erkannte sie den Beschuldigten 

als denjenigen, der – offenbar in gebrochenem Deutsch – damals Euros bei ihr 

habe wechseln wollen (Urk. ND 3/4/5-6). Dies bestätigte sie sinngemäss auch an-

lässlich der Zeugeneinvernahme vor Staatsanwaltschaft, indem sie ausführte, sie  

habe bei der Polizei den fraglichen Mann erkannt und bezeichnet, damals sei sie 

sicher gewesen (Urk. ND 3/3/7 S. 3 f.). Diese Aussagen sind verwertbar (vgl. 

Urk. 75 S. 12). Dass die Zeugin im Übrigen nicht mehr aussagen oder sich die Fo-

tos nochmals genauer anschauen wollte, lag offenkundig daran, dass sie die Sa-

che psychisch sehr stark belastete. Bereits am Tattag selbst schien sie sichtlich 

gezeichnet, obwohl sie selbst nicht Opfer wurde (Urk. ND 3/1/1 S. 11; vgl. auch 

Urk. ND 3/4/7 und GG Prot. S. 90 f.). Die Vorinstanz hat die notwendigen Ausfüh-

rungen dazu gemacht und die richtigen Schlüsse gezogen (vgl. auch BGE 131 I 

476), wobei allerdings nicht positiv gesagt werden kann, die Zeugin habe den  

Beschuldigten (auch) anlässlich der Zeugeneinvernahme vermutlich sehr wohl er-

kannt, dies aber nicht zu sagen getraut (Urk. 38 S. 74). Die Aussagen der Zeugin 

vermögen aber auch so zu überzeugen, denn sie hat aus 24 Bildern genau jene 

Person sofort wiedererkannt, die bereits einmal mit P._____ einen Raub began-

-   28   - 

gen hat. Es kann somit kein Zweifel daran bestehen, dass sie dem Beschuldigten 

rund 2-3 Wochen vor der Tat am Schalter der G._____ U._____ begegnete. Da-

mit steht fest, dass der Beschuldigte – entgegen seinen Beteuerungen (Urk. 19/1 

S. 14) – in U._____ war und auch nicht nur irgendwelche Frauen in der Gegend 

herumfuhr (vgl. Urk. 38 S. 76 f.). Es liegt auf der Hand, dass er dort die Verhält-

nisse am späteren Tatort auskundschaften wollte, wie dies die Täterschaft auch in 

anderen Fällen (vgl. das Nachfolgende) getan hat. Auch der Zeuge K._____ hatte 

den Eindruck, die Täter würden sich am Tatort auskennen (Urk. ND 3/3/1 S. 2). 

Die Tatsache, dass der Beschuldigte unter verdächtig erscheinenden Umständen 

nicht lange vor der Tat genau in jener ländlichen Bankfiliale erscheint, die später 

von seinem Bekannten P._____ und zwei weiteren Tätern überfallen wurde, 

spricht eine deutliche Sprache.  

2.5. Die Zusammenfassung der belastenden Elemente durch die Vorinstanz 
(Urk. 38 S. 77 ff.) trifft zu, wobei die sichergestellte Strumpfmaske und das abge-

hörte Gespräch vom 21. Dezember 2006 nicht als Indizien herangezogen werden 

können. Insgesamt verbleibt kein erheblicher Zweifel, dass der Beschuldigte auch 

in U._____ mit P._____ (und einer weiteren unbekannten Person) diesen Raub-

überfall begangen hat.  

3. Raub in AA._____ / BE (ND 4)  

3.1. Vorab ist auch hier zum Ablauf des Geschehens auf die glaubhaften Aus-
sagen des überfallenen Opfers, D._____, abzustellen (Urk. ND 4/2/1-2, GG Prot. 

S. 389 ff.). Nachdem der Beschuldigte an diesem Raubüberfall nicht beteiligt ge-

wesen sein will, kann er ihrer Darstellung auch nicht widersprechen. Zwar ent-

sprach die kurz nach dem Vorfall abgegebene Täterbeschreibung der Zeugin 

nicht dem Signalement der drei Beschuldigten (Urk. 75 S. 15). Nachvollziehbar 

betonte die Zeugin aber auch, die Männer hätten – tief in die Stirn gezogene – 

Kappen getragen, sie habe deren Haare nicht gesehen, es sei schwierig gewe-

sen, Alter und Grösse zu schätzen. Immerhin konnte sie sich konstant daran erin-

nern, dass einer der Täter auffallend grösser war als die andern (a.a.O. S. 419). 

Der Mitbeschuldigte O._____ ist über 190 cm gross. Die Vorinstanz hat das Not-

wendige dazu festgehalten (Urk. 38 S. 83 ff.) und das Kassationsgericht hatte die 

-   29   - 

diesbezügliche Rüge der Verteidigung verworfen (KG Urk. 13 S. 33). Nebst dem 

Umstand, dass Begriffe wie "fest" oder "schlank" wohl von der eigenen Wahr-

nehmung/Statur abhängen, kann gerade in einem dynamischen Geschehen wie 

dem vorliegenden, bei welchem die Zeugin die meiste Zeit auf dem Boden liegend 

verbrachte, und welches jeden normalen Menschen in einen Schock versetzen 

dürfte, nicht erwartet werden, dass einwandfreie Täterbeschreibungen abgegeben 

werden (vgl. auch GG Prot. S. 399). Die Zeugin konnte die drei Beschuldigten in 

einer Foto-Wahlkonfrontation zwar nicht identifizieren, sie schloss deren Täter-

schaft aber auch nicht aus, sondern hielt vielmehr fest, sie könne sich bei keinem 

[der Personen auf den Fotos] sicher sein (GG Prot. S. 416 und 428; Urk. ND 4/2/2 

S. 3 f.). Damit sind die diesbezüglichen Aussagen der Zeugin weder belastend 

noch – entgegen der Verteidigung (Urk. 19/4 S. 5 und S. 17, Urk. 75 S. 15) –  

entlastend zu werten. Nebenbei bemerkt vermochte die Zeugin auch P._____, 

dessen Beteiligung am fraglichen Raub rechtskräftig feststeht, nicht zu identifizie-

ren, und dies auch nicht "live" vor Geschworenengericht, was zeitlich ohnehin 

lange her war. Damit zielt die Argumentation der Verteidigung ins Leere (Urk. 75 

S. 14).  

Belastend wirkt sich hingegen aus, dass sich die Zeugin ein paar Wochen nach 

dem Überfall bei der Polizei meldete und mitteilte, es sei ihr inzwischen in den 

Sinn gekommen, dass sie einen der Täter, der kein Deutsch gekonnt habe,  

bereits im Oktober/November vor der Tat am Schalter bedient habe, als dieser 

Euros in Franken habe wechseln wollen (Urk. ND 4/1/4, Urk. ND 4/2/2 S. 3). Dass 

ihr dies im Gegensatz zu ihren unmittelbar nach dem Vorfall deponierten Aussa-

gen (Urk. ND 4/2/1 S. 6) erst später wieder in den Sinn gekommen sei, hat sie vor 

Geschworenengericht plausibel erklären können (GG Prot. S. 414; vgl. Urk. 38 

S. 86 f.). Auf den ihr damals vorgelegten Bildern erkannte die Zeugin niemanden; 

die Beschuldigten befanden sich nicht unter den Abgebildeten (Urk. ND 4/4). Die 

Fotos der Beschuldigten wurden der Zeugin erst im November 2007, mithin rund 

11 Monate nach der Tat, vorgelegt. Dass eine positive Identifizierung einer unbe-

kannten Person nach einem derartigen Zeitablauf äusserst schwierig ist, versteht 

sich von selbst. Unabhängig davon, ob es sich dabei (wiederum) um den Be-

schuldigten handelte, steht jedenfalls fest, dass die Täterschaft auch im Fall von 

-   30   - 

AA._____ zunächst die Örtlichkeiten auskundschaftete, indem sie vorgab, Euros 

wechseln zu wollen. An dieser Stelle sind nochmals die Aussagen von N._____, 

die im Bordell an der …strasse gearbeitet hatte, zu erwähnen. Diese führte be-

reits am 9. Januar 2007 bei der Polizei in Kroatien – mithin bevor die  

Beschuldigten wegen Raubverdachts verhaftet worden waren – als auch später 

bei der Staatsanwaltschaft übereinstimmend, detailliert und glaubhaft aus, sie ha-

be beim Beschuldigten eine Pistole und ein Elektroschockgerät gesehen und ihm 

helfen müssen, eine Raiffeisenbankfiliale in … resp. eine Angestellte der Bank 

auszukundschaften. Weiter habe er sie auch in Winterthur in eine Wechselstube 

zum Geldwechseln geschickt, wo er den Schalterangestellten beobachtet und sie 

danach zu den Überwachungskameras befragt habe (Urk. HD 6/2 S. 11 und 

DG120033 darin Urk. ND 9/4/1 S. 16 ff.). Diese Bankfilialen bilden zwar nicht Ge-

genstand der vorliegenden Anklage. Durch diese Aussagen ist aber jedenfalls er-

stellt, dass der Beschuldigte sich mit dem Gedanken trug, Überfälle zu  

begehen, und die Tatobjekte vorgängig vor Ort auskundschaftete.  

3.2. Dies und auch die übrigen fast identischen Tatumstände wie beim Raubüber-

fall von U._____ belasten den Beschuldigten schwer: Auch hier drang P._____, 

dessen Beteiligung am Raub in AA._____ rechtskräftig feststeht, mit zwei weite-

ren Tätern in eine kleinere, eher unauffällige, ländliche Bankfiliale ein (Urk. 

ND 4/6, GG Prot. S. 427) und bedrohte die anwesende Bankangestellte mit einer 

Faustfeuerwaffe resp. einer echt aussehenden Attrappe. Zur Waffe ist generell zu 

sagen, dass es zwar auf der Hand liegen würde, wenn die Täterschaft jeweils die 

später beim Beschuldigten sichergestellte (echte) Pistole SIG Sauer benützt hätte 

(Urk. ND 5/6/9 S. 6 f.); nachweisen liess sich dies indes nicht schlüssig (Urk. 

ND 6/3; Urk. HD 2/2 S. 6). Das Opfer wurde auch bei diesem Raub gefesselt. 

Dass die Täter in AA._____ Klebeband zur Fesselung benützten, während in  

U._____ Handschellen zum Einsatz kamen, ändert – entgegen der Verteidigung 

(Urk. 19/4 S. 8 f.) – nichts, zumal beim nächsten eingeklagten Raubüberfall in 

T.____ beide Mittel verwendet wurden. Die drei Täter sollen wiederum mit  

einem fremdländischen Akzent gesprochen haben. Auffällig ist auch die in etwa 

gleiche Wortwahl: Während sie dort "komm, komm" und "ruhig" zum Opfer gesagt 

haben sollen, hätten sie zu D._____ "come, come" und "be good"  

-   31   - 

gesagt (zu bedenken ist dabei auch, dass nicht alle Täter die gleichen Deutsch-

kenntnisse wie A._____ haben dürften; vgl. DG120033 Urk. HD 5/3 S. 2). Auch 

der Tatzeitpunkt gegen Abend hin, das effiziente, rasche Vorgehen der Täter so-

wie das vorgängige Auskundschaften der Örtlichkeit stimmen überein. In beiden  

Fällen haben die Täter schwarze Kopfbedeckungen und dunkle Kleidung getra-

gen. Allerdings ist in diesem Fall weder von Sturmhauben noch Strumpfmasken 

auszugehen, schildern doch sowohl D._____ als auch eine Passantin tief in  

die Stirn gezogene schwarze Strickmützen (Urk. ND 4/2/3 und ND 4/2/1 S. 5, 

ND 4/2/2 S. 5). Zu Recht hat die Vorinstanz daher das sichergestellte Strumpf-

stück nicht als Indiz erwähnt (Urk. 38 S. 85 f.). Insgesamt lassen die Tatumstände 

jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die gleiche Täterschaft wie in U._____ 

schliessen. 

3.3. Weiter erwähnt die Vorinstanz auch hier Ortungen der Handys der Mitbe-
schuldigten als weiteres Indiz (Urk. 38 S. 87 ff.). Eindrücklich wird aufgezeigt, wie 

das vom Beschuldigten mitbenutzte Mobiltelefon mit der Nummer 076 […] … am 

Tattag, dem 28. Dezember 2006, auf dem Weg nach AA._____/BE und zurück 

geortet werden konnte (Urk. HD 19/6 S. 11). Dass dieses Handy, welches fraglos 

auch von R._____ und im Zusammenhang mit dem Bordell an der ...strasse be-

nutzt wurde, an diesem Tag vom Beschuldigten benutzt wurde, kann durch ein 

von ihm kurz vor der Abfahrt geführtes Gespräch belegt werden. Die Vorinstanz 

hat bereits das Nötige dazu und zu den Einwendungen der Verteidigung ausge-

führt (Urk. 38 S. 26 f. und S. 89). Diese zeitliche und örtliche Nähe des Beschul-

digten zum Tatgeschehen belastet ihn schwer, zumal er dafür keine andere plau-

sible Erklärung lieferte. Hinzu kommt, dass auch das nur vom Beschuldigten per-

sönlich genutzte Handy mit der Nummer 078 […] ... kurz vor der Tatzeit nur 4 Ki-

lometer von AA._____ entfernt war (Urk. HD 19/7 S. 44). Selbst wenn also die 

nicht völlig deckungsgleiche Ortung der beiden Mobiltelefone bedeuten würde, 

dass sich das eine in einem anderen Fahrzeug – etwa mit R._____, die das eine 

Handy mitbenutzte – befunden hätte (vgl. Urk. 19/4 S. 16), würde dies den Be-

schuldigten nicht entlasten, denn auch sein persönliches Handy befand sich un-

mittelbar in der Nähe und die Täterschaft war zweifellos männlich. Genauso 

denkbar ist aber auch, dass die beiden Handys des Beschuldigten deshalb keine 

-   32   - 

deckungsgleiche Ortung aufweisen, weil die beiden Nummern von verschiedenen 

Providern stammen (Urk. HD 19/4: sunrise und orange) und daher verschiedene 

Antennen angewählt wurden (vgl. Urk. 75 S. 16). Schliesslich ist mit der Vor-

instanz festzuhalten, dass die Nummer 076 […] ... bereits am Vortag um 16.34 

Uhr, mithin etwa zur nachmaligen Tatzeit, in AA._____ geortet wurde, ebenso wie 

die Handynummer von P._____ um 16.11 Uhr im nahen … (Urk. 19/10 S. 1; Urk. 

ND 4/3/1 S. 4). Dies weist darauf hin, dass auch hier der Tatort nochmals ausge-

kundschaftet wurde (Urk. 38 S. 91). Erwiesen ist sodann auch, dass die vom Be-

schuldigten und R._____ benutzte Nummer 076 […] ... am Tattag zur gleichen 

Zeit (um 11.32 Uhr) in … (in der Nähe von T.____) geortet wurde, wie jenes des 

am Raub erwiesenermassen beteiligten P._____ (um 11.35 Uhr) und jenes des 

Beschuldigten O._____ (um 11.34 Uhr). Schliesslich wurden sämtliche der fragli-

chen Mobiltelefone am späteren Abend wieder in Zürich-... geortet. Es ist offen-

kundig, dass dies kein Zufall ist und die drei vielmehr miteinander unterwegs wa-

ren, was aber keiner von ihnen zugegeben resp. plausibel geschildert hat (vgl. 

Urk. 38 S. 96; Urk. 19/1 S. 19). Diese Ortungen sprechen eine deutliche Sprache. 

Wenn die Verteidigung ausführt, es sei abwegig, dass ein professioneller Bank-

räuber vergessen haben soll, seine beiden Handys konsequent abzuschalten 

(Urk. 75 S. 17), so ist dem mit der Staatsanwaltschaft entgegen zu halten, dass 

Täter eben Fehler machen (Prot. II S. 13); so wurden teilweise ja auch DNA-

Spuren am Tatort zurückgelassen. Ausserdem ist vom Raubüberfall in T.____ her 

bekannt, dass der Beschuldigte bei der Rekognoszierung bewusst alle Handys 

abstellen liess, aber eines nicht, das er mitnahm (vgl. Ziff. 4.3. nachfolgend).  

3.4. Nicht von Bedeutung ist hingegen das am 21. Dezember 2006 geführte Tele-

fonat zwischen dem Beschuldigten und P._____ (vgl. Urk. 38 S. 91 f.). Wenn-

gleich es verdächtig wirkt, kann daraus nicht zwingend der Schluss auf eine Betei-

ligung am Raub in AA._____ gezogen werden (vgl. dazu oben Ziff. 2.3.2). Hinge-

gen ist zu erwähnen, dass aufgrund der am Tatort sichergestellten DNA-Spuren 

auf dem Klebeband, welches zur Fesselung des Opfers verwendet wurde, fest-

steht, dass P._____ und O._____ am Überfall beteiligt waren. Das im Verfahren 

O._____ neu eingeholte DNA-Gutachten des IRM Zürich vom 14. Oktober 2014 

(Urk. 53) hat nichts Neues ergeben, sondern das Ergebnis des ersten Gutachtens 

-   33   - 

des IRM Bern vom 18. Februar 2008 letztlich klar bestätigt. Wenn der Beschuldig-

te konstant geltend machte, er kenne O._____ nicht und habe diesen am Ver-

haftstag im Januar 2007 erstmals gesehen (u.a. GG Prot. S. 31, vgl. Urk. 73 S. 9, 

Urk. 74 S. 13 f.), was auch von O._____ in etwa deckungsgleich ausgesagt wurde 

(GG Prot. S. 176, Urk. 74 S. 5), so ist dem entgegen zu halten, dass die beiden 

bereits am 31. Dezember 2006 mutmasslich miteinander telefonierten. Die rele-

vanten Gespräche, welche sich im Original auf einer CD und in übersetzten Ab-

schriften in den Akten befinden, wurden den Beschuldigten anlässlich der Beru-

fungsverhandlung vorgespielt (Urk. 74 S. 7 ff.). Zunächst telefonierten am 

31. Dezember 2006 um 14.57 Uhr zwei Männer miteinander (Urk. HD 17/3.3/4 

S. 2), bei welchen es sich aufgrund der zugeordneten Nummern sowie dem An-

tennenstandort um P._____ und den Beschuldigten gehandelt haben muss. In 

diesem Gespräch ist zwei Mal von einem O._____ die Rede, der eine Sache für 

den Beschuldigten erledigen sollte [nicht im Zusammenhang mit einem Raub]. Am 

gleichen Abend um 18.44 Uhr telefonierten die beiden erneut miteinander, wobei 

– passend zum vorgängigen Gespräch – gesagt wird "Hör zu! Da ist O._____, 

und du wirst alles erfahren." Das Telefon wurde daraufhin einem anderen Mann 

übergeben, der den Beschuldigten mit den Worten begrüsste "Hey, Freund! Wie 

geht es?" (vgl. Urk. HD 17/3.3/5 S. 1). Am Ende wird das Telefon wieder dem ur-

sprünglichen Anrufer, einem P._____, übergeben, der noch etwas wolle (a.a.O. 

S. 2 am Ende). Auch wenn die Beschuldigten nicht zugegeben haben, die Spre-

chenden gewesen zu sein (Urk. 74 S. 7 f.), so kann kein ernsthafter Zweifel daran 

bestehen, dass hier P._____ mit dem Beschuldigten telefonierte und das Ge-

spräch an den namentlich genannten Beschuldigten O._____ übergab. Nachdem 

der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung erklärt hat, nur eine Person na-

mens O._____, nämlich den anwesenden Beschuldigten O._____, zu kennen 

(Urk. 73 S. 12 unten), muss es sich beim Sprechenden um O._____ gehandelt 

haben. Dies ist deshalb relevant, weil das Gespräch vom 31. Dezember 2006 – 

mithin kurz nach dem Überfall in AA._____ – belegt, dass der Beschuldigte 

O._____ bereits in diesem Zeitpunkt kannte, von ihm sogar mit "Freund" ange-

sprochen wurde und dieser für ihn irgendwelche Aufträge erledigte. Davon, dass 

sich die drei Beschuldigten vor dem 10. Januar 2007 nicht bereits gut kannten, 

-   34   - 

kann also entgegen den konstanten Behauptungen der Beschuldigten keine Rede 

sein. Eine (erwiesene) gemeinsame kriminelle Vergangenheit der drei Mitbe-

schuldigten ist – entgegen der Verteidigung – für die Annahme einer Bande hin-

gegen nicht notwendig (Urk. 75 S. 5 oben).  

3.5. Zusammenfassend kann der eingeklagte Sachverhalt sowie die Beteiligung 
des Beschuldigten an diesem Raub mit der Vorinstanz somit als erstellt erachtet 

werden, wobei dem Gespräch vom 21. Dezember 2006 indes keine Relevanz zu-

kommt. Die vorliegenden Umstände lassen keine massgeblichen Zweifel an sei-

ner Täterschaft aufkommen.  

4. Raub in T.____ / ZH (ND 5)  

4.1. Die überfallenen Opfer, E._____ und L._____, haben als Zeugen im Verfah-

ren überzeugend und vorsichtig ausgesagt, weshalb auf ihre glaubhaften Aussa-

gen abgestellt werden kann (vgl. Urk. 38 S. 99 ff.). Obwohl die Täter nicht mas-

kiert waren, konnten die Zeugen diese nicht identifizieren. Dies wurde allerdings 

schlüssig mit dem nicht unerheblichen Zeitablauf seit der Tat erklärt. Aus unbe-

kannten Gründen wurden die bereits oben erwähnten Fotobogen mit den 24 

Männern – darunter die drei Beschuldigten – den Opfern erst im November 2007 

vorgelegt, mithin rund 11 Monate nach der Tat; dies obwohl die Beschuldigten 

noch am gleichen Tag verhaftet und bereits zuvor observiert worden waren (Urk. 

ND 5/4/3-4; vgl. auch Urk. ND 5/3/2 Anhang). Festzuhalten ist aber, dass der 

Zeuge L._____ beim Anblick der Fotos just beim Bild des Beschuldigten "etwas 

hängen blieb" (GG Prot. S. 636 ff.). Dies ist zwar keine positive Identifizierung, 

aber immerhin bemerkenswert. Die Beschreibung des einen Täters durch L._____ 

widerspricht dem Erscheinungsbild des Beschuldigten jedenfalls nicht. Die beiden 

anderen Täter, die eher mit E._____ zu tun hatten und von dieser umschrieben 

wurden, konnte L._____ nicht näher beschreiben. E._____ hingegen konnte sich 

nur einen (anderen) Täter genauer merken (Urk. ND 5/4/1 S. 3; ND 5/4/2 S. 3 und 

6). Wenn die Verteidigung geltend macht, der selbst 202 cm grosse L._____ habe 

ausgeführt, der Täter habe sich nicht gross strecken müssen, als er ihm die Pisto-

le an die Schläfe gehalten habe (Urk. 75 S. 18), so wäre dies augenfällig auch bei 

einem Grössenunterschied von ca. 20 cm problemlos möglich. Beide Zeugen 

-   35   - 

schilderten auch hier, dass die Täter in einer fremdländischen Sprache – am 

ehesten aus dem Osten – miteinander sprachen. Dies lässt wiederum darauf 

schliessen, dass es sich um Landsleute des erstelltermassen am Raubüberfall 

beteiligten P._____ gehandelt haben dürfte. Dass P._____ einer der Täter war, ist 

nicht nur bereits rechtskräftig entschieden, sondern auch aufgrund der am Tatort 

gesicherten DNA-Spuren auf einem Teppichmesser und am von den Tätern zur 

Fesselung benützten Klebeband nachgewiesen (vgl. Urk. 38 S. 122 f.). Dennoch 

haben die Zeugen auch ihn nicht identifizieren können, was – wie oben erläutert – 

nicht zu überraschen vermag (vgl. Urk. 75 S. 18 f. und S. 23). Festzuhalten ist 

auch hier, wie ähnlich sich die eingeklagten Taten abspielten, nicht nur bezüglich 

Tatort und -zeit, sondern auch betreffend Auftreten, Vorgehen und Planung der 

Überfälle (vgl. vorstehend Ziff. 3.2., entgegen Urk. 75 S. 22 f.). Die Vorinstanz hat 

diese Umstände umfassend und zutreffend aufgezeigt (Urk. 38 S. 138 f.).  

4.2. Deutliche Indizien sind sodann die von der Vorinstanz aufgeführten abge-

hörten Gespräche zwischen dem Beschuldigten und P._____, wobei der Be-

schuldigte nicht bestritten hat, dass er diese fraglichen Gespräche mit der Num-

mer 076 […] ... geführt hat (Urk. 38 S. 106 ff.). Am 2. Januar 2007 teilte der Be-

schuldigte von ... aus P._____ mit, er werde jetzt um eins dorthin gehen, um noch 

die Details anzuschauen. Es wird mehrfach davon gesprochen, dass sie arbeiten 

würden resp. die Arbeit erledigen könnten. Und wenn es dort morgen geschlos-

sen sei [am 3. Januar 2007 bei einer Bank ohne weiteres denkbar], so mache 

man es übermorgen. Offenkundig ist von einer Örtlichkeit die Rede, wenn etwa 

gefragt wird, ob er auch hinten gewesen sei (Urk. HD 17/1.2/4 S. 3 ff.). Wenn die 

Vorinstanz diese Gespräche mit einem geplanten Raub in Verbindung bringt, ist 

dies aufgrund der gesamten Umstände nicht zu beanstanden. Hier lässt sich – 

entgegen dem Gespräch vom 21. Dezember 2006 (vgl. oben Ziff. 2.3.) – kaum ei-

ne andere Interpretationsweise vertreten, auch gerade wenn von zwei Paar für die 

Hände für Frauen, mithin offensichtlich von Handschellen, gesprochen wird. 

Wenn die Verteidigung – nicht etwa der Beschuldigte selbst – anlässlich der Beru-

fungsverhandlung vorbringt, damit könnten auch Handschuhe für x-beliebige Ar-

beiten gemeint gewesen sein (Urk. 75 S. 19), ist nicht einzusehen, weshalb es 

solche speziell für Frauen brauchen würde. Irgendeine plausible Erklärung blieb 

-   36   - 

der Beschuldigte, der ja dieses Gespräch geführt hatte, bis heute schuldig. In die-

sem Zusammenhang ist übrigens auch interessant, dass am Tattag eigentlich 

zwei Frauen (und ein Mann) in der Bank anwesend sein sollten, was die Täter 

durch vorgängiges Auskundschaften hätten wissen können. Eine Angestellte er-

krankte aber am 9. Januar 2007, weshalb ein Paar Handschellen am Tatort unbe-

nützt blieb (Urk. ND 5/4 S. 6). Tatsächlich wurden sodann am 2. Januar 2007 bei-

de vom Beschuldigten benützten Handys um ein Uhr in T.____ resp. der umlie-

genden Gegend geortet (Urk. HD 19/6 S. 14 f., HD 19/4 S. 48). Dies stellt ein kla-

res Indiz dafür dar, dass der Beschuldigte an den nachmaligen Tatort fuhr, um 

diesen auszukundschaften. In diesem Gespräch wurde auch explizit der Name 

O._____ erwähnt. Genau mit diesem (und P._____) zusammen wurde der Be-

schuldigte nur wenige Stunden nach dem Überfall gemeinsam verhaftet. Auch die 

übrigen Gespräche wurden von der Vorinstanz richtig dargestellt und interpretiert. 

Darauf ist zwecks Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich zu verweisen 

(Urk. 38 S. 108 ff.). Zu bemerken ist allerdings, dass der Vorinstanz ein Fehler un-
terlief, wenn sie von einem weiteren Gespräch am 2. Januar 2007 um 11.30 Uhr 

ausging. Dieses fand vielmehr erst um 13.30 Uhr statt (Urk. HD 17/1.2./5), ändert 

aber letztlich nichts am Gesamtzusammenhang. Aus diesen Gesprächen und Or-

tungen kann ohne weiteres der Schluss gezogen werden, dass der Beschuldigte 

mit P._____ und O._____ etwas plante, das es – im Gebiet von T.____ – näher 

auszukundschaften galt, dass die Sache um eine Woche verschoben werden 

musste, und dass der Beschuldigte die beiden anderen in Zürich erwartete, wo sie 

am 8. resp. 9. Januar 2007 eintrafen.  

4.3. Die Vorgänge am 10. Januar 2007 sind ebenfalls ein klares Indiz für die Tat-

beteiligung des Beschuldigten. Gemäss Observationsbericht der Polizei (und den 

nachmaligen Zeugenaussagen der Beamten) wurde um 17.00 Uhr festgestellt, 

wie ein Mann am Fenster der ...strasse … telefonierte (Urk. ND 5/5/2).  

Genau um diese Zeit wurde ein Gespräch des Beschuldigten mit seinem persönli-

chen Handy (078 […] ...) abgehört, in welchem er einem gewissen AD._____ mit-

teilte, man werde nun alle Mobiltelefone ausser diesem abschalten, da man an 

einen Ort gehe, wo man die Telefone nicht mitnehmen werde (vgl. auch Urk. 19/1 

S. 23). Rund 10 Minuten später verliess R._____ mit drei Männern das Haus und 

-   37   - 

fuhr nach T.____ (Urk. HD 17/1.2/18). Selbst wenn mit der Vorinstanz nicht von 

einer Identifikation des Beschuldigten durch den Polizeibeamten AE._____ aus-

gegangen werden kann (Urk. 38 S. 116 ff.), steht bereits aufgrund des abgehörten 

Telefonats und dessen Ortung in Zürich-... (Urk. HD 19/8 S. 2) fest, dass es sich 

beim Mann am Fenster um den Beschuldigten gehandelt haben muss. In Über-

einstimmung mit der Ankündigung des Beschuldigten konnten die weiteren Tele-

fonnummern der Beteiligten im Anschluss daran bis ca. 18.40 Uhr nicht mehr ge-

ortet werden, dasjenige des Beschuldigten hingegen mehrfach in T.____ und 

zwar genau zur späteren Tatzeit (Urk. HD 19/8 S. 2; vgl. auch Urk. HD 19/6 S. 23, 

HD 19/12 S. 1). Selbst wenn die polizeiliche Observation mit der Verteidigung 

(Urk. 75 S. 20) nicht eben als gelungen bezeichnet werden muss, besteht vorab 

aufgrund des abgehörten Gesprächs und der Ortung der Mobiltelefone kein Zwei-

fel daran, dass es die Beschuldigten P._____, O._____ und A._____ waren, die 

mit R._____ am 10. Januar 2007 zwecks Auskundschaften des Tatorts nach 

T.____ fuhren. Dies hat R._____ anlässlich der Berufungsverhandlung als Zeugin 

wie bereits in der Untersuchung und bei der Vorinstanz denn auch erneut bestä-

tigt (Urk. 72 S. 4, Urk. 89/50/3 S. 29, Urk. HD 5/17 S. 2 und Akten Menschenhan-

del etc. Urk. HD 6/1 S. 9) und wird vom Beschuldigten nach wie vor bestritten 

(Urk. 73 S. 19). Wenngleich R._____ im Berufungsverfahren erstmals erwähnte, 

sie sei in T.____ beim dortigen Restaurant noch einen Kaffee trinken gegangen 

(Urk. 72 S. 4 f.), was aufgrund der Observation nicht zutreffen kann, ändert dies 

nichts an ihrer konstanten Aussage, man sei damals zu viert in der erwähnten 

Konstellation an den nachmaligen Tatort gefahren (um Autos anzuschauen). Dass 

sie sich generell selbst zu entlasten versuchte, zeigt sich in ihren Zeugenaussa-

gen – v.a. betreffend erstmals erwähntem Besuch des Restaurants – zwar deut-

lich; ein Anlass, den Beschuldigten sowie O._____ zu Unrecht zu belasten, ist 

aber nicht ersichtlich. Nicht einleuchtend ist, weshalb dies aus "prozesstaktischen 

Gründen" erfolgt sein soll (Prot. II S. 10), zumal R._____ anlässlich des Teilrück-

zugs ihrer Berufung gar nicht wusste, dass sie als Zeugin einvernommen würde. 

Sie wiederholte denn auch nur die bereits vorgängig mehrfach erfolgten Belas-

tungen. Damit ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte ebenfalls bei der 

fraglichen Fahrt nach T.____ dabei war. Wie unglaubhaft und ausweichend die 

-   38   - 

Bestreitungen des Beschuldigten im Allgemeinen sind, ergibt sich beispielhaft et-

wa daraus, dass er behauptet hatte, er sei nie mit den anderen beiden Männern 

zusammen – jedenfalls nicht mit O._____ – irgendwohin gefahren (Urk. 19/1 

S. 23), obwohl er am 12. Januar 2007 mit diesen beiden Männern zusammen im 

Auto verhaftet wurde (Urk. HD 25/1 S. 3). Die Observierung durch die Polizei 

(Urk. ND 5/5/2 S. 3) korrespondiert im Übrigen auch mit den Aussagen von 

E._____, die sich erinnern konnte, dass sie am Mittwoch vor der Tat (mithin am 

10. Januar 2007) abends einen verdächtigen Mann gesehen hatte. Als sie und 

L._____ hinausgegangen seien, sei dieser ziemlich schnell weggegangen (Urk. 

ND 5/4/2 S. 7 und ND 5/4/4 S. 3).  

4.4. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beschuldigten umfassend zusammen-

gefasst und plausibel aufgezeigt, dass diese als unglaubhafte Schutzbehaup-

tungen zu würdigen sind (Urk. 38 u.a. S. 130 ff.). Die Versionen der drei Beschul-

digten sind nicht nur in sich selbst nicht konstant, sondern decken sich auch in 

den meisten Punkten nicht mit der Darstellung ihrer Mitbeschuldigten: So etwa die 

widersprüchliche Darstellung betreffend Einreise von P._____ und O._____ sowie 

betreffend den Grund der Einreise, die unglaubhafte Geschichte mit dem geplan-

ten Autokauf (vgl. dazu auch Urk. 89/50/6 S. 23), die äusserst widersprüchlichen 

Aussagen des Beschuldigten zum Ablauf des Tattags usw. Schliesslich liessen 

sich auch die geltend gemachten Alibis im Restaurant … und Café …  

in keiner Weise erhärten (vgl. Urk. 38 S. 125 ff.). Wenn der Beschuldigte sodann 

ursprünglich mehrfach angab, er habe sich am Tattag um 18 Uhr in einem Lokal 

in ... aufgehalten resp. sie seien nur in Zürich unterwegs gewesen (Urk. HD 2/2 

S. 10, HD 2/3 S. 3, HD 2/5 S. 23 f.; HD 2/7 S. 7 und S. 12), so steht dem die Or-

tung seines persönlichen Handys entgegen, welches um 17.30 Uhr den Standort 

Winterthur aufwies (Urk. HD 19/8 S. 4). Die Strecke von Winterthur nach T.____ 

(via …; vgl. Ortung vom 10. Januar 2007; a.a.O., S. 2) kann in rund 20 Minuten 

zurückgelegt werden, was problemlos mit der Tatbegehung um ca. 17.55 Uhr kor-

respondiert. Die Aussagen des Beschuldigten sind damit nicht glaubhaft. Auch 

seine Ausführungen an der Berufungsverhandlung vermögen insgesamt nicht zu 

überzeugen (Urk. 73 S. 9-12).  

-   39   - 

4.5. Sodann hat die Vorinstanz die sichergestellten Sturmhauben resp. Strumpf-

maske richtigerweise nicht als Indiz für eine Beteiligung am Raub in T.____  

gewertet (Urk. 38 S. 123 f.). Dazu kann einerseits auf die oben bereits gemachten 

Ausführungen und anderseits auf die Zeugenaussagen der Opfer verwiesen  

werden, welche klar aussagten, die Täter hätten (Strick-)Mützen getragen, welche 

nicht wie die vorgehaltenen Sturmhauben ausgesehen hätten (vgl. auch GG Prot. 

S. 620 ff. und S. 639 f.). Was die Farbe der Kleidung des Beschuldigten im  

Verhaftszeitpunkt betrifft, hat die Vorinstanz die Einwände der Verteidigung zu-

treffend entkräftet (Urk. 38 S. 133, Urk. 75 S. 21). Die Täterschaft hatte nicht nur 

die Möglichkeit, sich nach der Tat umzuziehen, dies zu tun lag vielmehr geradezu 

auf der Hand (vgl. auch GG Prot. S. 289). Sodann ist es als – freilich eher schwa-

ches – weiteres Indiz zu werten, dass bei den Beschuldigten eine dunkelblaue 

Winterjacke beschlagnahmt wurde (Urk. HD 12/25), und die Zeugin E._____ stets 

angab, die Täter hätten dunkelblaue (also nicht etwa schwarze) Kleidung getra-

gen (Urk. HD 12/32 S. 4). Schliesslich ist auch bezüglich der bei P._____ und 

O._____ sichergestellten Eurobeträge – nota bene in neuen, unbenützten Bank-

noten (Urk. HD 25/1 S. 3, HD 3/2 S. 3) – resp. hinsichtlich des Fehlens der Beute 

in Schweizer Franken beim Beschuldigten auf die Ausführungen der Vorinstanz 

zu verweisen (Urk. 38 S. 134 f.). Bei P._____ wurden Fr. 1'860.– und bei O._____ 

Fr. 2'090.– sichergestellt (Urk. HD 12/1). Dass es sich nicht um identische Beträ-

ge handelte und auf dem Beschuldigten nur Fr. 100.– gefunden wurden (Urk. 

HD 25/3, Urk. 75 S. 22), kann diverse Gründe haben. Denkbar ist etwa, dass 

P._____ und O._____ auch noch eigene Franken dabei hatten und/oder einen 

Teil davon nach dem Raub ausgaben. Ebenso möglich ist, dass der Beschuldigte 

seinen Beuteanteil – etwa zur Schuldentilgung oder zwecks Versteckens – je-

mand anderem übergeben hat. So standen die Täter – entgegen der Ansicht der 

Verteidigung (Urk. 19/4 S. 20) – ab 19.40 Uhr bis zur Verhaftung um 21.40 Uhr 

nicht lückenlos unter polizeilicher Observierung. Es wurden vielmehr um 19.40 

Uhr nicht näher identifizierte Personen beim Parkieren beim Restaurant ... beo-

bachtet; wohin sie gingen, woher sie kamen und wer sie waren, ist unbekannt. 

Erst ab 21.30 Uhr steht fest, wo sich die Beschuldigten befanden (vgl. Urk. 

HD 25/1 S. 3). In der Zeit nach dem Raub bis zur Verhaftung bestand daher ge-

-   40   - 

nügend Gelegenheit, die Beute resp. einen Anteil daran verschwinden zu lassen 

(bspw. auch durch die unbeobachtete R._____; vgl. auch Akten Menschenhandel 

etc. darin Urk. HD 7/14 S. 5 betr. Besuch bei der Hauswartin um 19 Uhr). Die feh-

lenden Beuteteile entlasten den Beschuldigten jedenfalls nicht. 

4.6. Die zusammenfassende Beweiswürdigung durch die Vorinstanz (Urk. 38 
S. 135 ff.) erweist sich als vollumfänglich zutreffend. Die Indizien in diesem Fall 

erweisen sich als derart klar, dass von einer erdrückenden Beweislast gegen den 

Beschuldigten gesprochen werden muss. Relevante Zweifel an seiner Tatbeteili-

gung verbleiben nicht. Der Sachverhalt gemäss ND 5 ist somit ebenfalls erstellt. 

5. Somit sind die in der Hauptanklage eingeklagten Sachverhalte betreffend Raub 
allesamt rechtsgenügend erstellt (vgl. Urk. 38 S. 138 f.).  

Menschenhandel etc. gemäss Zusatzanklage vom 27. August 2012:  

1. Allgemeines 

1.1. An dieser Stelle ist vorab nochmals auf die Berichtigung der Nummerierung 

der NDs in der Zusatzanklage hinzuweisen (Urk. 89/34; Urk. 38 S. 216). Mit der 

Vorinstanz sind sodann die Vorwürfe betreffend J._____ (ND 7) im Anschluss ge-

sondert zu prüfen, zumal dem Beschuldigten bezüglich dieser Privatklägerin – wie 

oben erwähnt (vgl. Ziff. I.4.2.) – nicht Menschenhandel und Förderung der Prosti-

tution, sondern andere Delikte vorgeworfen werden.  

1.2. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz den Beschuldigten zu 
Recht von den Vorwürfen betreffend B._____ – nunmehr rechtskräftig – freige-

sprochen hat, nachdem sie lediglich polizeilich ausgesagt hatte, diese Aussagen 

jedoch nicht zum Nachteil des Beschuldigten verwertet werden dürfen (Urk. 38 

S. 215 f.). Wenn die Vorinstanz bei ihren allgemeinen Erwägungen an wenigen 

Stellen dennoch auf die Aussagen von B._____ abstellte (z.B. Urk. 38 S. 152 und 

S. 153 f.), sind diese – soweit belastend – nicht verwertbar und nicht zu hören. 

Letztlich ändert dies jedoch nichts an den grundsätzlichen Feststellungen der Vo-

rinstanz, welche sich auch auf weitere Aussagen der übrigen Geschädigten stützt. 

-   41   - 

Immerhin kann festgehalten werden, dass sich die polizeilichen Aussagen von 

B._____ jedenfalls auch nicht entlastend für den Beschuldigten auswirken, indem 

sie etwa die Situation vollends anders als die weiteren Geschädigten geschildert 

hätte.  

1.3. Bezüglich der Verwertbarkeit der Aussagen der übrigen Beteiligten sowie 
hinsichtlich der theoretischen Grundsätze der Aussagenwürdigung kann vollum-

fänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 38 S. 30 ff. und S. 145 ff.). Wenn die Vorinstanz den eingeklagten Sachver-

halt an einigen Stellen zu Gunsten des Beschuldigten korrigiert hat, tat sie das mit 

zutreffender Begründung (Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. 38 S. 231). So ist ihr zuzu-

stimmen, dass sich nicht erstellen lässt, dass der Beschuldigte im Bordell von ei-

nem gewissen "AF._____" vertreten wurde, während er in Kroatien im Gefängnis 

weilte (Urk. 38 S. 175 ff.). Ebenso wenig ist erstellt, dass auch der Beschuldigte 

persönlich jeweils Geld von den Freiern entgegen nahm, wie dies die Anklage-

schrift in Ziff. 0.7 festhält (Urk. 38 S. 196 f.). Schliesslich ist die Vorinstanz  

zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen, dass er der Geschädigten 

AG._____ ihren Reisepass nicht bereits nach zwei Wochen, sondern erst anläss-

lich eines Streits ungefähr eine Woche vor ihrer Rückkehr weggenommen habe 

(Urk. 38 S. 214). Von diesen Präzisierungen des Sachverhalts ist nicht zu Lasten 

des Beschuldigten abzuweichen, wovon auch im Folgenden auszugehen ist.  

2. Der Beschuldigte hat anerkannt, dass er zusammen mit R._____ zur fraglichen 

Zeit ein Bordell an der ...strasse … in … Zürich-... betrieben hat und finanziell 

auch daran beteiligt war (Urk. 79 S. 2), was von R._____ bestätigt wurde 

(Urk. 89/50/3 S. 7 oben, Urk. 78 S. 2 f.). Er räumte auch ein, dass vom vereinbar-

ten Betrag von Fr. 150.– pro Freier jeweils Fr. 50.– für die jeweilige Geschädigte 

und der Rest für ihn und R._____ – sowie zur Kostendeckung – bestimmt waren 

(Urk. 89/50/4 S. 5, 89/50/5 S. 4, S. 8 f. und S. 17; Urk. HD 89/50/9 S. 2 und S. 32, 

Urk. HD 5/3 S. 10 f.). Im Übrigen hielt der Beschuldigte von Anfang bis heute da-

ran fest, sämtliche Frauen seien selbstbestimmt und in genauer Kenntnis der Um-

stände an die ...strasse gekommen und hätten sich dort freiwillig prostituiert. Sie 

hätten die Wohnung jederzeit verlassen oder auch zurück nach Kroatien gehen 

-   42   - 

können. Irgendeine Form von Zwang habe nicht bestanden (vgl. dazu auch 

Urk. 38 S. 174 ff.). Kein einziges Mädchen, das in den 20 Jahren je bei ihm gear-

beitet habe, habe Grund ihn anzuschwärzen. Wenn sie es dennoch täten, ge-

schehe dies bloss, um ihren Ruf zu retten (Urk. HD 5/3 S. 14).  

3. Aussagen der Geschädigten 

3.1. Die Vorinstanz hat die in der Zusatzanklage unter den Ziffern 0.1-0.9  

eingeklagten Sachverhalte – mit Ausnahme der oben erwähnten Korrekturen – 

aufgrund der Aussagen der Geschädigten als erstellt erachtet (auf die einzelnen 

NDs wird weiter unten eingegangen). Zutreffend hat sie dazu ausgeführt,  

die Zeuginnen – ohne Berücksichtigung von S. B._____ immerhin sieben Frauen 

– hätten alle im Wesentlichen deckungsgleich ausgesagt, ohne in jedem Detail  

abgesprochen zu wirken, was besonders für die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

spreche (Urk. 38 S. 148 und S. 151 ff.). Dabei würdigte die Vorinstanz äusserst 

sorgfältig die sog. Realitätskriterien resp. mögliche Lügensignale in den Aus-

führungen der Geschädigten. Auf diese umfassenden Erwägungen kann zwecks 

Vermeidung von Wiederholungen vorab verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.2. Während bei einem sog. Vieraugendelikt Aussage gegen Aussage steht,  

was eine besonders kritische Hinterfragung bezüglich möglicher Motive für eine 

Falschaussage erfordert, werden die beiden Beschuldigten vorliegend von sieben 

verschiedenen Frauen belastet, die sich untereinander grösstenteils nicht  

kannten. Wenn überhaupt, dann kannten sie nur jene Frauen, die gleichzeitig mit 

ihnen an der ...strasse … tätig waren, wo normalerweise zwei Frauen zur Verfü-

gung standen (vgl. Urk. ND 8/5/5 S. 3 und S. 13). Obwohl sich die ersten Ge-

schädigten (zur Hauptsache; vgl. unten zu ND 2) ab Frühling 2003 an der 

...strasse … aufhielten und die letzten erst im Jahre 2006 dort tätig waren, depo-

nierten sie dennoch im Kernpunkt die gleichen Aussagen über ihre Anwerbung 

und die Vorgänge im Bordell. Sollte es sich dabei um Falschaussagen  

handeln, müsste daher ein eigentliches Komplott geschmiedet worden sein, was 

die Vorinstanz mit zutreffenden Argumenten verworfen hat (Urk. 38 S. 148 ff.). 

Wären Absprachen getroffen worden, so wären Aussagen zu erwarten, die auch 

in auffälligen Details genau übereinstimmen, was nicht der Fall ist. Davon geht 

-   43   - 

auch die Verteidigung aus (Urk. 81 S. 5). Die Schilderungen der Geschädigten 

wirken vielmehr authentisch, selbsterlebt und nicht auswendig gelernt. Zu Recht 

hat die Vorinstanz auch auf die glaubhaft geschilderten Emotionen der Geschä-

digten hingewiesen (vgl. Urk. 38 S. 155 und S. 164 ff.). Insbesondere können 

auch finanzielle Motive weitgehend ausgeschlossen werden (entgegen Urk. 81 

S. 4): Wäre es um Geld gegangen – etwa um ausstehenden Dirnenlohn oder  

Erhalt einer möglichst hohen Genugtuung –, so wären zweifellos allseits entspre-

chende Forderungen im Strafprozess gestellt worden. Als Privatklägerinnen  

haben sich von den sieben hier interessierenden Frauen jedoch nur gerade zwei 

konstituiert und Zivilforderungen geltend gemacht (M._____ und N._____); und 

auch diese beiden haben nicht selbst Anzeige erstattet (Urk. 38 S. 149; darauf 

wird zurückzukommen sein). Weshalb sämtliche Geschädigten die beiden Be-

schuldigten unabhängig voneinander derart zu Unrecht hätten belasten sollen, 

wenn sie völlig freiwillig und selbstbestimmt in deren Bordell gearbeitet und kei-

nerlei Drohungen oder Gewalt erfahren hätten, ist nicht ersichtlich.  

3.3. Die Verteidigung und auch der Beschuldigte machten dazu immer wieder  

geltend, die Geschädigten müssten sich als Opfer hinstellen, um ihren eigenen 

Ruf zu retten. Weil Prostitution in Kroatien verboten resp. gesellschaftlich verpönt 

sei, würden sie ihn nun zu Unrecht anschwärzen und im Nachhinein einen vom 

Beschuldigten angeblich auferlegten Zwang konstruieren, um das Gesicht nicht 

zu verlieren (Urk. HD 5/3 S. 3 f. und S. 14, Urk. ND 6/5/1 S. 3; Urk. 89/50/9 S. 21, 

Urk. 81 S. 4 ff.). Diese These greift indes nicht. Hätten die Geschädigten – ob nun 

abgesprochen oder völlig unabhängig von einander – den Beschuldigten zu Un-

recht einer Straftat beschuldigen und eine Zwangslage schildern wollen, der sie 

sich in keiner Weise widersetzen konnten, so wären deutlichere Worte von den 

Geschädigten zu erwarten gewesen. Wer zu diesem Zwecke Aussagen frei erfin-

det, um sich als hilfloses Opfer darzustellen, würde zweifellos möglichst schwer-

wiegende Druckmittel schildern und etwa von Waffendrohungen, Missbrauch oder 

schwerer Prügel berichten. Ein Anlass, sich diesbezüglich irgendwelche Zurück-

haltung aufzuerlegen, bestünde bei einer falschen Anschuldigung nicht. Wie die 

Vorinstanz mit diversen Beispielen richtig aufgezeigt hat, haben indes alle Ge-

schädigten zurückhaltend ausgesagt und den Beschuldigten nicht übermässig be-

-   44   - 

lastet (Urk. 38 S. 157 f.). Obwohl die Geschädigten durchaus auch Äusserungen 

zu Gunsten des Beschuldigten machten (bspw. Urk. ND 4/3/3 S. 8), worauf auch 

die Verteidigung hinweist (Urk. 81 S. 7), bestätigte z.B. keine von ihnen dessen 

Behauptung, man sei auch gemeinsam zum Baden manchmal an den Greifensee, 

Katzensee oder Zürichsee gefahren (Urk. ND 2/4/1 S. 13; vgl. Urk. ND 4/3/3 S. 9). 

Ihre Aussagen lassen mit der Vorinstanz in keiner Weise den Schluss zu, sie  

hätten damit nur den eigenen Ruf retten wollen. Dies ergäbe auch aus anderem 

Grund keinen Sinn: Wären die Geschädigten tatsächlich bereits in ihrer Heimat 

als Prostituierte tätig gewesen, was von den Beschuldigten mehrfach geltend ge-

macht wurde (vgl. u.a. Urk. HD 5/3 S. 6, Urk. 6/7 S. 3, 6-7, Urk. 78 S. 5), so gäbe 

es keinerlei Grund, weshalb sich die Frauen ausgerechnet bezüglich ihrer Zeit in 

der Schweiz als Opfer von Menschenhandel hätten darstellen sollen. Sie hätten 

solches, um ihren Ruf zu retten, vielmehr auch bezüglich ihrer Heimat behaupten 

müssen, wo – gemäss Beschuldigten (a.a.O.) – alle von deren Tätigkeit als Prosti-

tuierte gewusst hätten. Wären die Geschädigten hingegen erst in der Schweiz der 

Prostitution nachgegangen, so hätten sie das überhaupt nie preisgeben müssen. 

Wie die Vorinstanz richtig aufzeigte, waren die Frauen sehr darum bemüht, dass 

niemand in der Heimat resp. ihre Familien etwas davon erfahren sollte (Urk. 38 

S. 150). So hielt u.a. auch AH._____ fest, sie wolle lieber nicht aussagen und al-

les vergessen (Urk. ND 1/2 S. 3); es sei immer darum gegangen, dass niemand 

von der Familie etwas erfahren dürfe. Sie hätte um keinen Preis von sich aus eine  

Anzeige gemacht (Urk. ND 1/4/4 S. 11). Auch AI._____ bestätigte, sie hätte nie 

eine Anzeige gemacht, wenn sie nicht von der kroatischen Polizeibeamtin kontak-

tiert worden wäre (Urk. ND 2/3/4 S. 12). In der Tat erstatteten nur J._____ (dazu 

nachfolgender Komplex) sowie Q._____, welche gewusst hat, dass sie als Prosti-

tuierte tätig sein würde, von sich aus Anzeige bei der Polizei (vgl. Urk. 38 S. 149). 

Die anderen machten erst belastende Aussagen, als sie durch die kroatische Po-

lizei angefragt wurden. Aber auch nach diesem Aufruf durch die Polizei bestand 

für die Geschädigten keinerlei Anlass, von sich aus über ihre Tätigkeit als Prosti-

tuierte an der ...strasse … mit allen Details – wie Preise, Anzahl Freier, Praktiken 

etc. – Auskunft zu geben, wenn sie einzig das Ziel verfolgt hätten, ihren Ruf zu 

retten. Die Ansicht der Verteidigung, dass die Geschädigten aufgrund der polizei-

-   45   - 

lichen Anfrage "zur Zeugenaussagen verpflichtet" waren und mit dem Rücken zur 

Wand standen (Urk. 81 S. 4 und S. 24), trifft nicht zu. Genau so gut hätten sie jeg-

liche Aussage verweigern oder – falls nicht – auch schlicht lügen und erzählen 

können, sie kennen die Beschuldigten nicht oder seien lediglich dort zu Besuch 

gewesen usw. Dies wäre fraglos einfacher gewesen, als die Straftat der falschen 

Anschuldigung resp. des falschen Zeugnisses zu begehen und ihre Vergangen-

heit als Prostituierte, die sie jahrelang möglichst verheimlichen wollten, in allen 

Details offen zu legen. Ein Grund, sich bei dieser Gelegenheit von ihrer Vergan-

genheit reinzuwaschen, wie die Verteidigung geltend machte (Urk. 89/50/9 S. 37, 

a.a.O.), bestand somit nicht. Und selbst wenn allenfalls eine der Geschädigten 

unter Zugzwang geraten wäre – etwa weil in ihrem Umfeld etwas bekannt gewor-

den wäre – so hätten mit Sicherheit nicht gleich sämtliche Frauen die gleichen 

"Ausreden" erfunden. Diese Scham über die Geschehnisse erklärt denn auch oh-

ne weiteres, weshalb – wie die Verteidigung vor Vorinstanz geltend machte 

(Urk. 89/50/9 S. 7) – "nicht eine einzige der sich prostituierenden Frauen zur Poli-

zei" ging [was so gar nicht zutrifft]. Unlogisch ist schliesslich auch die Argumenta-

tion der Verteidigung, wenn sie einerseits zwar darauf hinweist, dass die jungen 

Kroatinnen erst nach Aufforderung durch die kroatisc