# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35b66404-0df3-5e4a-8e0f-a0592b7fed09
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-03
**Language:** de
**Title:** Gebäudeversicherung. Einsatzkostenersatz. Mehrheit von Verursachern. Auf den Zustandsstörer entfallender Kostenanteil.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0062/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_IV_0062_2018_504.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0062/2018 vom 3. Mai 2018 in BEZ 2018 Nr. 29 

Mit  Verfügung  vom  8. September  2016  überband  die  Gebäudever-
sicherung  des  Kantons  Zürich  (GVZ)  der  X  AG  die  durch  einen  Vorfall  beim 
Befüllen  eines  Heizöltanks  entstandenen  Einsatzkosten  von  Fr. 32'916.10. 
Hiergegen  wandte  sich  die  X  AG  mit  Rekurs  an  das  Baurekursgericht  des 
Kantons Zürich und beantragte, der Hauseigentümer sei als Zustandsstörer zu 
belangen. 

Aus den Erwägungen: 

2.  Der  angefochtenen  Auferlegung  der  Einsatzkosten 

liegt,  soweit 
aktenkundig  und  erstellt,  folgender  Sachverhalt  zu  Grunde:  Am  20.  April  2016 
wurde  ein  Mitarbeiter  der  Rekurrentin  damit  beauftragt,  die  genannte  Liegen-
schaft  in  A.  unter  der  Option  «Füllen»  mit  5'300  Liter  Heizöl  zu  beliefern. 
Während der Befüllung des erdverlegten Heizöltanks kam es zu einem Austritt 
von Heizöl aus der Druckausgleichleitung und dem Messrohr. Das Öl floss über 
den  Gartenweg  sowie  der  Wand  entlang  in  das  Erdreich.  Dabei  wurden  die 
unmittelbare  Umgebung  und  die  Sickerleitung  sowie  ein  nahegelegener 
Meteorschacht mit dem  austretenden  Öl  verschmutzt.  Zur Ereignisbewältigung 
wurden  die  Feuerwehr  A.,  Mitarbeiter  des  Amtes  für  Abfall,  Wasser,  Energie 
und  Luft  (AWEL)  sowie  diverse  Spezialfirmen  aufgeboten.  Die  dabei 
entstandenen  Kosten  in  der  Höhe  von  insgesamt  Fr.  32'916.10  wurden  durch 
die GVZ als zentrale Inkassostelle im Sinne von § 29 Abs. 3 des Gesetzes über 
die  Feuerpolizei  und  das  Feuerwehrwesen  (FFG)  der  Rekurrentin  als 
Verursacherin eines C-Ereignisses im Sinne von § 16 lit. d FFG auferlegt. 

3.1  Unbestritten  ist,  dass  das  Auslaufen  von  Heizöl  zur  beschriebenen 
Kontamination  unter  anderem  des  Erdreichs  und  mithin  zu  einem  C-Ereignis 
geführt  hat,  sowie  dass  der  im  Zusammenhang  mit  den  Behebungsmass-
nahmen  getätigte  Aufwand  in  der  geltend  gemachten  Höhe  notwendig  war. 
Ebenso  ist  unbestritten,  dass  die  Rekurrentin  als  Verhaltensverursacherin  zu 
qualifizieren ist.  

Im  Streit 

liegt  hingegen,  ob  diese  alleinige  Verursacherin  des  C-
Ereignisses  sei  und  die  Kosten  des  Einsatzes  deshalb  auch  alleine  zu  tragen 
habe. Die Rekurrentin stellt dies in Abrede. (…) Dies deshalb, weil der Heizöl-
tank  Mängel  aufgewiesen  habe,  was  aufzeige,  dass  der  Eigentümer  seinen 
Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen sei. (…) 

3.2  Dem  entgegnet  die  Vorinstanz  vernehmlassungsweise  zusammen-
gefasst, dass die Überbrückung der Überfüllsicherung durch den Mitarbeiter der 
Rekurrentin zur Tanküberfüllung geführt habe. Sein Verhalten sei die unmittel-
bare,  adäquate  Ursache  für  die  Verschmutzung  des  Erdreichs  mit  Heizöl  und 
die  polizeiliche  Störung  sei  somit  unmittelbar  durch  das  Handeln  des 
Mitarbeiters  geschaffen  worden.  Demgegenüber  sei  der  Hauseigentümer  bzw. 
Tankinhaber nicht als Verhaltensstörer zu qualifizieren. (…) 

4. Als Verursacher im Sinne der Bestimmungen von Art. 59 USG und Art. 
54  GSchG  gelten  nach  ständiger  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  die 

 
 
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Störer  im  polizeirechtlichen  Sinne,  nämlich  die  sog.  Verhaltensstörer  und  die 
sog.  Zustandsstörer (BGE 131  II  743,  E.  3.1, mit  Hinweisen). Verhaltensstörer 
ist,  wer  durch  eigenes  Verhalten  oder  das  unter  seiner  Verantwortung 
erfolgende Verhalten Dritter den Schaden oder die Gefahr verursacht hat (BGE 
114 Ib 44, E. 2c/bb, S. 51, mit Hinweis). Zustandsstörer ist, wer über die Sache, 
die den ordnungswidrigen Zustand bewirkt, rechtliche oder tatsächliche Gewalt 
hat.  Dabei  ist  unerheblich,  wodurch  der  polizeiwidrige  Zustand  der  Sache 
verursacht worden ist; entscheidend ist allein die objektive Tatsache, dass eine 
Störung  vorliegt  und  die  Sache  selbst  unmittelbar  die  Gefahren-  oder 
Schadensquelle  gebildet  hat  (BGE  114  Ib  44,  E.  2c/aa,  mit  Hinweis).  Die 
polizeiliche  Verantwortlichkeit  setzt  weder  beim  Verhaltens-  noch  beim 
Zustandsstörer  Schuldfähigkeit  oder  konkretes  (privat-  oder  strafrechtliches) 
Verschulden voraus (BGr, 27. August 2004, 1A.178/2003, E. 4, mit Hinweisen; 
zum Ganzen s. auch BGr, 29. November 2011, 1C_146/2011, E. 2).  

Die  natürliche  Kausalität  reicht 

für  sich  allein  nicht  aus,  um  die 
Verursachereigenschaft bzw. eine Kostenpflicht zu begründen. Zur Begrenzung 
der  Kostenpflicht  hat  die  Praxis  im  Rahmen  von  Art.  59  USG  das  Erfordernis 
der  Unmittelbarkeit  aufgestellt.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung 
werden  Störer  nach  Massgabe  der  Unmittelbarkeitstheorie  nur  dann  kosten-
pflichtig, wenn ihr Handeln oder (rechtswidriges) Unterlassen bzw. der Zustand 
einer unter ihrer Gewalt stehenden Sache unmittelbar kausal für den Eintritt der 
Gefahrtatsachen  war.  Als  erhebliche  Ursache  kommen  nur  Umstände  in 
Betracht,  die  bereits  die  Gefahrengrenze  überschritten  haben.  Es  ist  damit 
notwendig, dass ein Störer eine Ursache für eine Gefahr oder den Eintritt eines 
Schadens setzt. Entfernte Möglichkeiten oder nur mittelbare Ursachen scheiden 
damit  von  vornherein  aus.  Wo  genau  die  Grenze  zwischen  mittelbarer  und 
unmittelbarer  Verursachung  verläuft,  lässt  sich  nicht  abstrakt  festlegen.  Eine 
Abgrenzung  ist  durch  ein  wertendes  Urteil  zu  gewinnen.  Der  Verhaltensstörer 
muss  folglich  durch  sein  Verhalten  oder  Unterlassen  den  polizeiwidrigen 
Zustand  in  objektiv  zu  missbilligender  Weise  direkt  bewirkt  haben  (VGr,  15. 
März 2012, VB.2012.00019, E. 2.3, mit Hinweisen). 

In vielen Fällen führt die dem Privatrecht entliehene Adäquanztheorie zum 
gleichen  Ergebnis  wie  die  Unmittelbarkeitstheorie,  weshalb  Lehre  und 
Rechtsprechung  bei  der  Frage  nach  der  Unmittelbarkeit  oftmals  darauf 
abstellen. Sie kann sich aber auch als nicht sachgerecht erweisen, da sie den 
Kreis der Verursacher im Sinne des Umweltrechts zu weit fasst. Die Adäquanz-
theorie erkennt diejenigen Bedingungen eines Erfolgs als im Rechtssinn kausal 
an,  die  nach  dem  gewöhnlichen  Lauf  der  Dinge  und  der  allgemeinen  Lebens-
erfahrung  geeignet  sind,  einen  Erfolg  von  der  Art  des  eingetretenen 
herbeizuführen.  Ausgehend  von  den  tatsächlichen  Auswirkungen  ist  retro-
spektiv  zu  beurteilen,  ob  «der  eingetretene  Erfolg  objektiv  geeignet  ist,  als 
Wirkung  einer  bestimmten  Ursache  betrachtet  zu  werden»,  wobei  ein  an  sich 
gegebener  adäquater  Kausalzusammenhang  durch  das  Hinzutreten  neuer 
Ursachen unterbrochen werden kann. Mögliche Unterbrechungsgründe gemäss 
der  privatrechtlichen  Adäquanztheorie  sind  Zufall,  höhere  Gewalt  sowie 
Drittverschulden.  Ein  Unterbrechungsgrund  muss  jedenfalls  eine  gewisse 
Intensität  aufweisen,  andernfalls  der  Grund  lediglich  als  mitwirkende  Teilur-
sache zu betrachten ist, die den ursprünglichen Kausalzusammenhang bzw. die 

 
 
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Unmittelbarkeit bestehen lässt (VB.2012.00019, E. 2.4 mit Hinweisen; BGE 132 
II 371, E. 3.5; BGE 131 II 743, E. 3.2; BGE 102 Ib 203, E. 3; BGE 116 II 519, E. 
4b).  

5.1 Zunächst ist in tatsächlicher Hinsicht festzuhalten, dass anlässlich der 
nach dem Ereignis durchgeführten Tankkontrolle diverse Mängel am Heizöltank 
festgestellt  wurden.  Dem  entsprechenden  Kontrollrapport  ist  zu  entnehmen, 
dass  der  für  die  Feststellung  des  Füllstandes  notwendige  Messstab  nicht 
korrekt  geeicht  und  die  für  die  Füllsicherung  massgebende  95  Prozent-Marke, 
bei  deren  Erreichen  der  Tankvorgang  bei  angeschlossener  Füllsicherung 
automatisch  unterbrochen  werden  sollte,  falsch  angebracht  war.  Zudem 
stimmte  die  95  Prozent-Marke  am  Messstab  nicht  mit  dem  Niveau  der 
Füllsicherung  überein.  Sodann  war  die  «Abfüllsicherung»  weder  funktions-
tüchtig  noch  korrekt  eingebaut.  Nach  den  staatsanwaltschaftlichen  Fest-
stellungen  war  schliesslich  das  Messrohr  unten  abgeschlossen,  weshalb  der 
Messstab einen zu niedrigen Füllstand anzeigte. (…)  

5.2  Für  die  Vorinstanz  sind  die  festgestellten  Mängel  gänzlich  irrelevant. 
Diese geht davon aus, dass der Mitarbeiter einen Ablesefehler begangen habe 
bzw.  –  was  nicht  klar  sei  –  die  Überfüllsicherung  von  Anfang  an  nicht 
angeschlossen  habe.  Der  Mitarbeiter  der  Rekurrentin  äusserte  sich  in  der 
Strafuntersuchung  demgegenüber  dahingehend,  dass  er  zunächst  den 
Füllstand abgelesen habe, welcher rund 5'400 Liter betragen habe. Nach  dem 
Abladen  von  rund  4'000  Liter  Heizöl  habe  das  automatische  Füllsicherungs-
system  eingegriffen  und  den  Abladevorgang  unterbrochen.  Er  habe  danach 
erneut  den  Füllstand  des  Tanks  gemessen,  welcher  in  diesem  Zeitpunkt  rund 
10'000 Liter betragen habe. Die freie Kapazität habe rund 2'000 Liter betragen, 
weshalb  er  –  aufgrund  eines  von  ihm  vermuteten  Defekts  am  Kabel  der 
Füllsicherung  –  diese  überbrückt  und  den  Abladevorgang  trotzdem  fortgesetzt 
habe.  Diese  Äusserungen  sind  durchaus  als  glaubhaft  einzustufen,  zumal  er 
sein Verschulden explizit anerkannte und diese sich im Ergebnis denn auch mit 
den  vorgenannten  Feststellungen  decken,  wonach  der  Messstab  einen  zu 
niedrigen Wert anzeigte. Es ist davon auszugehen, dass die Füllsicherung zwar 
einschritt, das Abschalten aber zu früh erfolgte und der Mitarbeiter hierfür keine 
andere  plausible  Erklärung  fand,  als  einen  Defekt  in  der  Füllsicherung 
anzunehmen.  Nach  dem  Abladen  von  4'000  Liter  Öl  hätte  der  Füllstand  9'400 
Liter  betragen  müssen,  was  lediglich  rund  75  Prozent  des  damals  noch 
angegebenen und dem Mitarbeiter bekannten Fassungsvermögens von 12'500 
Liter  entsprochen  hätte.  Die  Mängel  am  Messstab  führten  mithin  offensichtlich 
dazu, dass der Mitarbeiter der Rekurrentin die Sachlage falsch einschätzte und 
von  einem  zu  niedrigen  Füllstand  ausging.  Die  Schlussfolgerung  der 
Vorinstanz,  der  Mitarbeiter  habe  einen  Ablesefehler  begangen  oder  die 
Überfüllsicherung  von  Anfang  an  nicht  angeschlossen,  überzeugt  angesichts 
festgestellten  Mängel  und  den  damit  kongruenten  Aussagen  des 
der 
Mitarbeiters demgegenüber nicht. Es hätte dem Mitarbeiter zudem auch keinen 
Vorteil  gebracht,  den  Sachverhalt  hinsichtlich  der  Überbrückung  der 
Füllsicherung  unzutreffend  zu  schildern,  da  es  für  sein  Verschulden  keinen 
Unterschied  macht,  ob  er  diese  von  Anfang  an  nicht  angeschlossen  hat  oder 
diese erst nachher überbrückte.  

 
 
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Festzuhalten  ist  zwar,  dass  der  Umschlag  von  wassergefährdenden 
Stoffen  mit  aller  Sorgfalt  durchzuführen  und  insbesondere  der  Füllvorgang  mit 
der Abfüllsicherung überwacht werden muss. Tankanlagen dürfen insbesondere 
dann  nicht  aufgefüllt  werden,  wenn  der  Lieferant  keinen  Zutritt  zu  den 
Messeinrichtungen hat, der Flüssigkeitsstand im Tank nicht überwacht werden 
kann oder der Fühler der Abfüllsicherung defekt ist (§ 32 Abs. 3 lit. a, b und g 
der  Kantonalen  Verordnung  über  den  Gewässerschutz  [KGSchV]).  Indem  der 
Mitarbeiter  der  Rekurrentin  trotz  überbrückter  Abfüllsicherung  den  Füllvorgang 
dennoch fortsetzte,  hat  er unbestrittenermassen  eine unmittelbare Ursache für 
den  Eintritt  des fraglichen  Ereignisses  gesetzt.  Die  Lieferanten  sind  aber auch 
verpflichtet,  vor  der  Einfüllung  u.a.  den  Flüssigkeitsstand  gemäss  Messstab  in 
das  Tankkontrollheft  einzutragen  (§  33  KGSchV).  Tankwagenfahrer  haben 
somit  vor  dem  Füllen  eines  Tanks  mit  einem  Messstab  zu  ermitteln,  welche 
Menge  höchstens  eingefüllt  werden  darf.  Ist  diese  Menge  abgeladen,  müssen 
sie den Füllvorgang manuell abbrechen. Die Abfüllsicherung dient lediglich als 
sekundäres  Sicherheitssystem,  um  ein  Versagen  des  primären  Systems  bzw. 
der  primären  Vorsichtsmassnahmen  aufzufangen,  d.h.  die  Ermittlung  der 
Menge,  die  im  Tank  noch  Platz  hat,  und  der  Unterbruch  des  Füllvorgangs, 
sobald diese Menge eingefüllt ist (BRGE IV Nr. 0052/2015 vom 9. April 2015 = 
BEZ  2015  Nr.  43).  Dies  zeigt  die  Wichtigkeit  einer  korrekten  und 
funktionierenden  Messvorrichtung.  Der  Mitarbeiter  hat  denn  auch  nur  deshalb 
die  Füllsicherung  überbrückt  und  die  Befüllung  des  Heizöltanks  trotz  des 
vorgängigen  Abschaltens  fortgesetzt,  weil  ihm  aufgrund  der  mangelhaften 
Messvorrichtung falsche Angaben betreffend den Füllstand des Tanks vorlagen. 
Die  Mängel  bzw.  die  Unterlassung  deren  Behebung  sind  damit  als  nicht 
für  das  eingetretene  Ereignis  zu 
unerheblich  mitwirkende  Teilursachen 
betrachten,  welche  die  Gefahrengrenze  klarerweise  überschritten  haben.  Mit 
der  einen  zu  tiefen  Füllstand  anzeigenden  Messvorrichtung  lag  eine  Situation 
vor,  die  das  Risiko  einer  Umweltbeeinträchtigung  darstellte,  das  sich  im 
Nachhinein objektiv betrachtet mit hoher Wahrscheinlichkeit realisieren musste.  

5.3  Fest  steht  damit,  dass  insbesondere  der  mangelhafte  Messstab  als 
mitursächlich  für  das  fragliche  Ereignis  zu  betrachten  ist.  Es  stellt  sich  in 
Übereinstimmung mit den rekurrentischen Ausführungen deshalb in der Tat die 
Frage,  ob  hierfür  die  Eigentümerschaft  als  Zustands-  oder  gar  Verhaltens-
verursacher in die Pflicht zu nehmen ist. Aus den Akten lassen sich indes keine 
Hinweise auf eine Verletzung ihrer Handlungspflicht oder ein vorsätzliches oder 
grobfahrlässiges Verhalten entnehmen, die eine mögliche Kostentragungspflicht 
ihrerseits  begründen  könnten.  Ein  solches  Verhalten  kann  entgegen  der 
Auffassung der Vorinstanz jedoch auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. 
Der  Sachverhalt  erweist  sich  diesbezüglich  als  zu  wenig  abgeklärt.  So  ist 
gänzlich  unklar,  ob  die  Eigentümerschaft  darum  besorgt  war,  Schutzvor-
richtungen  nach  dem  Stand  der  Technik  anzubringen  und  die  erforderlichen 
Revisionen,  Kontrollen  und  Reparaturen  durchzuführen  (s.  §  27  Abs.  1 
KGSchV).  An  einer  potentiellen  Eigenschaft  der  Eigentümerschaft  als 
Verhaltensverursacherin  vermag  entgegen  der  vorinstanzlichen  Auffassung 
nichts zu ändern, wenn diese die fragliche Liegenschaft erst vier Jahre vor dem 
strittigen  Ereignis  erworben  hat.  Es  kann  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass 
die  erforderlichen  Revisionen  und  Kontrollen  allenfalls  in  dieser  Zeit  hätten 
durchgeführt  werden  müssen.  Sodann  vermag  an  einer  möglichen 

 
 
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Verursachereigenschaft  nichts  zu  ändern,  wenn  derselbe  Heizöltank  bereits 
vorher mindestens einmal ohne Zwischenfall befüllt worden ist.  

Sodann  überzeugt  die  Auffassung  der  Vorinstanz  nicht,  wenn  sie  der 
Eigentümerschaft  von  vorneherein  die  Eigenschaft  als  Zustandsverursacherin 
abspricht.  Zustandsverursacher 
ist,  wer  über  die  Sache,  welche  den 
ordnungswidrigen Zustand bewirkt, rechtliche oder tatsächliche Gewalt hat. Als 
solcher fällt  in  erster Linie  der Eigentümer, aber auch der Mieter,  der Pächter, 
der  Verwalter  und  Beauftragte 
in  Betracht.  Anknüpfungspunkt  der 
Zustandshaftung  ist  somit  die  Verfügungsmacht,  die  es  dem  Gewalthaber 
ermöglicht,  die  Sache  in  ordnungsgemässem  Zustand  zu  halten  oder  den 
für  die  Verantwortlichkeit  des 
Gefahrenherd  zu  beseitigen.  Als  Grund 
Eigentümers wird ebenfalls genannt, dass er die Vorteile seiner Sache geniesse 
und  daher  auch  die  mit  ihr  verbundenen  Nachteile  selber  zu  tragen  habe  und 
nicht  der  Allgemeinheit  aufbürden  könne.  Nach  herrschender  Lehre  ist  es 
unerheblich, wodurch der polizeiwidrige Zustand der Sache verursacht worden 
ist.  Die  Störung  kann  durch  Dritte,  Naturereignisse,  höhere  Gewalt  und  Zufall 
entstanden  sein.  Entscheidend  ist  allein  die  objektive  Tatsache,  dass  eine 
Störung  vorliegt  und  dass  die  Sache  selbst  unmittelbar  die  Gefahrenquelle 
bildet  (BGr,  27.  August  2004,  1A.178/2003,  E.  4;  BGE  114  Ib  44,  E.  2c  aa). 
Vorliegend  ging  vom  mangelhaften  Heizöltank  offenkundig  eine  unmittelbare 
Gefahr  für  das  Gewässer  aus,  womit  diese  die  unmittelbare  Gefahrenquelle 
für  die 
bildete,  und  die  Eigentümerschaft  als  Grundeigentümerin 
Wiederherstellung  eines  ordnungsgemässen  Zustandes  auf  ihrem  Grundstück 
verantwortlich  war.  Ob  der  Eigentümerschaft  die  Mangelhaftigkeit  der  eine 
Gefahr  für  die  Gewässer  bildende  Sache  bekannt  war,  ist  entgegen  den 
Vorbringen der Vorinstanz nicht relevant.  

Schliesslich  ist  nicht  auszuschliessen,  dass  angesichts  der  festgestellten 
Mängel,  welche  die  Überfüllung  offensichtlich  begünstigten,  weitere  Personen 
als Verursacher in Frage kommen könnten. Auch diesbezüglich erweist sich der 
Sachverhalt  als  zu  wenig  abgeklärt.  Wenn  etwa  eine  Drittperson  einen 
mangelhaften  Tank  bzw.  mangelhafte  Teile  geliefert  oder  etwa  wenn  eine 
Tankrevision  mangelhaft  durchgeführt  wurde  bzw.  dabei 
falsche  Teile 
eingesetzt  wurden,  so  stellt  sich  doch  die  Frage  nach  der  Kostentragung  der 
dafür verantwortlichen Personen.  

5.4  Selbst  wenn  sich  dabei  herausstellen  sollte,  dass  neben  der 
Rekurrentin  «lediglich»  (schuldlose)  Zustandsstörer  auszumachen  sind,  führt 
dies  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  nicht  ohne Weiteres  dazu,  dass 
eine  Kostenauferlegung  an  einen  allenfalls  denkbaren  Zustandsstörer  von 
vornherein nicht zulässig ist, wenn gleichzeitig ein schuldhafter Verhaltensstörer 
festgestellt werden kann.  

Bei einer Mehrheit von Verursachern sind die Kosten nach den objektiven 
und  subjektiven  Anteilen  an  der  Verursachung  zu  verteilen.  Die  Verursacher 
haften  deshalb  nicht  solidarisch.  Vielmehr  ist  die  Behörde  verpflichtet,  nach 
pflichtgemässem  Ermessen  alle  in  Frage  kommenden  Parteien  sowie  Grösse 
und  Intensität  der  ihnen  zurechenbaren  Schadensursachen  zu  eruieren. 
Dementsprechend  sind  die  Kosten  auf  die  verschiedenen  Verursacher  nach 

 
 
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analogen  Grundsätzen  zu  verteilen,  wie  sie  für  das  Innenverhältnis  (Regress 
zwischen  mehreren Ersatzpflichtigen) im privaten  Haftpflichtrecht  gelten;  dabei 
dürfte in der Regel der schuldhafte Verhaltensstörer in erster Linie zu belangen 
und der schuldlose Zustandsstörer in letzter Linie heranzuziehen sein (BGE 131 
II  743,  E.  3.1.;  BGE  102  Ib  203,  E.  5b  und  5c;  Trüeb,  Kommentar  zum 
Umweltschutzgesetz,  2.  A.,  Hrsg.  Vereinigung  für  Umweltrecht/Helen  Keller, 
1998 ff., Art. 59 Rz. 46 mit Hinweis auf OFTINGER, Schweiz. Haftpflichtrecht I, 
4.  A.  S.  348  ff.;  Alain  Griffel/Heribert  Rausch,  Kommentar  zum  Umweltschutz-
gesetz, Ergänzungsband zur 2. A., 2011, Art. 2 Rz. 3 ff. und 16).  

Dass  der  schuldhafte  Verhaltensstörer  nach  den  allgemeinen  Prinzipien 
des  Haftpflichtrechts  entsprechend  seinen  Anteilen  an  der  Verursachung  in 
erster  Linie  zu  belangen  und  der  schuldlose  Zustandsstörer  in  letzter  Linie 
heranzuziehen ist, kann – da alle in Frage kommenden Parteien sowie Grösse 
und  Intensität  der  ihnen  zurechenbaren  Schadensursachen  nach  pflichtge-
mässem  Ermessen  zu  eruieren  sind  –  sinnvollerweise  nur bedeuten,  dass  der 
schuldhafte  Verursacher  in  der  Regel  –  sofern  dies  aufgrund  der  konkreten 
Umständen  überhaupt  gerechtfertigt  erscheint  –  die  Hauptlast  an  den 
verursachten  Kosten  zu  tragen hat  (in diesem  Sinn Trüeb,  Art.  59  Rz.  47). So 
führt  selbst  der Umstand,  dass  jemand  von mehreren  Verursachern  Zustands- 
und  Verhaltensstörer  zugleich  sein  sollte,  nicht  eo 
ipso  zu  einer 
ausschliesslichen  Pflicht  zur Tragung  aller Kosten;  auch  in  einem solchen  Fall 
können  die  «andern  Störer»  –  d.h.  auch  schuldlose  Zustandsstörer  –  im 
Rahmen ihrer Verursachungsanteile ebenfalls zur Kostentragung herangezogen 
werden (vgl. BGE 102 Ib 203, E. 5c).  

5.5  Zusammenfassend  ist  damit  festzuhalten,  dass  sich  die  Vorinstanz 
nicht  damit  hätte  begnügen  dürfen,  die  Kosten  alleine  der  Rekurrentin  zu 
überbinden.  Der  ihr  obliegenden  Untersuchungspflicht  ist  sie  nicht  rechts-
genüglich nachgekommen (§ 7 Abs. 1 VRG). Der Rekurs ist dementsprechend 
gutzuheissen  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zur  Neubeurteilung  zurück-
zuweisen.