# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcb4d106-2a06-54a9-bb0f-e93559e0dbb7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 24.10.2017 ZK1 2017 125
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2017-125_2017-10-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 24. Oktober 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 17 125 24. Oktober 2017

Entscheid 
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Aktuarin Thöny

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Heidi von 
Salis-Bilfinger, Dufourstrasse 32, 8008 Zürich, 

gegen

die prozessleitende Verfügung der Einzelrichterin am Regionalgericht Imboden 
vom 11. Oktober 2017, gleichentags mitgeteilt, in Sachen der Y._____, Beschwer-
degegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel, Reichsgasse 
65, 7000 Chur, gegen den Beschwerdeführer,

betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen 
(Kindesanhörung),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____ und X._____ heirateten am _____ 2005 in O.1_____. Sie haben 
einen gemeinsamen Sohn, A._____, geboren am _____ 2005. 

B. Mit Urteil vom 19. April 2012 schied das Bezirksgericht O.1_____ die Ehe 
und stellte den bis dahin bei der Mutter lebenden Sohn A._____ unter die elterli-
che Sorge von X._____. Zugleich wurde für das Kind eine psychotherapeutische 
Begleitung angeordnet, welche es im Hinblick auf den Obhutswechsel und für die 
Zeit danach, bis es sich in die neue Situation eingelebt hat, begleiten und unter-
stützen sollte. Die erstinstanzliche Zuteilung der elterlichen Sorge und die damit 
zusammenhängenden Kindesschutzmassnahmen wurden vom Obergericht des 
Kantons O.2_____ mit Urteil vom 6. November 2012 bestätigt. Eine gegen dieses 
Urteil von Y._____ erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 
3. Mai 2013 ab, soweit es darauf eintrat. In der Folge zog Y._____ im Oktober 
2013 zusammen mit ihrem Sohn nach L.1_____, wo sie knapp vier Jahre lebte. 
Am 18. August 2017 kehrten Y._____ und ihr Sohn wieder in die Schweiz zurück.

C. Kurz vor ihrer Rückkehr in die Schweiz liess Y._____ am 15. August 2017 
beim Regionalgericht Imboden eine Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils 
einreichen, worin sie unter anderem in Abänderung des Scheidungsurteils des 
Bezirksgerichts O.1_____ vom 19. April 2012 die alleinige elterliche Sorge und 
Obhut, eventualiter die gemeinsame elterliche Sorge, über den Sohn A._____ be-
antragte. Gleichentags liess sie beim Regionalgericht Imboden ein Gesuch um 
Erlass vorsorglicher Massnahmen ersuchen. Darin beantragte sie, die Obhutszu-
teilung sei superprovisorisch vorzunehmen und es sei von der Einräumung eines 
Besuchs- und Ferienrechts abzusehen.

D. Mit Verfügung vom 16. August 2017 stellte die Einzelrichterin am Regional-
gericht Imboden den Sohn A._____ bis zum Erlass eines anders lautenden Ent-
scheids superprovisorisch unter die alleinige Obhut der Mutter. 

E. Sowohl in seiner Stellungnahme zur superprovisorischen Verfügung vom 
27. August 2017 wie auch in der duplizierenden Eingabe vom 6. Oktober 2017 
rügte X._____ die örtliche Unzuständigkeit des Regionalgerichts Imboden sowie 
das mangelnde schutzwürdige Interesse der Klägerin im Sinne von Art. 59 Abs. 2 
lit. a ZPO.

F. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2017 lud die Einzelrichterin am Regionalge-
richt Imboden A._____ zu einer Anhörung, angesetzt auf den 25. Oktober 2017, 

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ein. Gleichzeitig wies sie ihn darauf hin, sich schriftlich oder telefonisch zu melden, 
sollte er nicht teilnehmen wollen.

G. Gegen dieses Schreiben der Einzelrichterin am Regionalgericht Imboden 
vom 11. Oktober 2017 liess X._____ mit Eingabe vom 21. Oktober 2017 (Post-
stempel) beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde erheben, wobei er 
das folgende Rechtsbegehren stellte:

1. Von der mit Schreiben vom 11.10.2017 durch das Einzelgericht des 
Regionalgerichts Imboden auf Mittwoch 25.10.2017 um 16.30 Uhr an-
gesetzten Befragung des Kindes A._____ X._____ sei abzusehen bis

a) die Zuständigkeit des Regionalgerichts Imboden rechtskräftig ent-
schieden ist

und

b) A._____ mittels geeigneter therapeutischer Begleitung in die Lage 
versetzt ist, ein eigenes Bild des Vaters zu entwickeln, seine eige-
nen Bedürfnisse zu erkennen und zu artikulieren und die Voraus-
setzungen für den Beziehungsaufbau zum Vater überhaupt erst zu 
schaffen,

2. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu ertei-
len.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-
gegnerin und Gesuchstellerin.

H. Auf die Einholung von Stellungnahmen wurde verzichtet.

Auf die weitergehenden Ausführungen in der Beschwerdeschrift wird, soweit er-
forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Die vorliegend strittige Einladung zur Kindesanhörung erfolgte im Rahmen 
eines zwischen den Parteien hängigen Massnahmeverfahrens während laufen-
dem Verfahren betreffend Abänderung des Scheidungsurteils. Dabei handelt es 
sich um eine prozessleitende Verfügung nach Art. 319 lit. b ZPO. Gemäss Art. 321 
Abs. 2 ZPO gilt für das Einreichen der Beschwerde nach Art. 319 lit. b ZPO eine 
zehntägige Frist. Die angefochtene Verfügung der Einzelrichterin am Bezirksge-
richt Imboden datiert vom 11. Oktober 2017 und ist dem Beschwerdeführer 
gemäss eigenen Angaben am 12. Oktober 2017 zugegangen. Mit der Eingabe 
vom 21. Oktober 2017 (Poststempel) wurde die zehntägige Beschwerdefrist ge-
wahrt. 

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2. In eherechtlichen Verfahren sind die Kinder der streitenden Ehegatten 
gemäss Art. 297 Abs. 1 ZPO anzuhören, soweit es um Anordnungen über das 
Kind geht. Dabei steht den Eltern keine Beschwerde nach Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO 
zur Verfügung, wenn die Anhörung eines Kindes angeordnet wird (vgl. Kurt Bli-
ckenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar, Schweize-
rische Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2016, N 35 zu Art. 319). Daher ist 
die Anfechtbarkeit dieser prozessleitenden Verfügung gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 
ZPO an die einschränkende Bedingung geknüpft, dass der beschwerten Partei ein 
nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Nachfolgend gilt es zu prüfen, 
ob ein solcher im konkreten Fall zu bejahen ist.

2.1. Bei der Voraussetzung des drohenden, nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteils handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der vom Gericht 
unter Berücksichtigung der konkreten Umstände und in pflichtgemässer Ausübung 
des Ermessens konkretisiert werden muss. Als nicht leicht wiedergutzumachender 
Nachteil hat sicherlich ein solcher zu gelten, der auch durch einen für den Be-
schwerdeführer günstigen Endentscheid nicht mehr beseitigt werden kann (vgl. 
BGE 137 III 380 E. 1.2.1.). Nach wohl überwiegender Lehrmeinung sollen neben 
rechtlichen auch rein tatsächliche Nachteile von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO erfasst 
werden, sofern sie ebenfalls nicht leicht wiedergutzumachen sind, die Lage der 
betroffenen Partei also durch sie erheblich erschwert wird (Kurt Blickenstorfer, 
a.a.O., N 40 zu Art. 319; Isaak Meier, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zürich 
2010, S. 470; Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar 
zum Schweizerischen Privatrecht, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, 
Bern 2012, N 11 zu Art. 319; Myriam A. Gehri, in: Gehri/ Kramer [Hrsg.], ZPO 
Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2015, N 3 zu Art. 319; a.M. Karl Spühler, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Auflage, Basel 2017, N 7 zu Art. 319). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung zu Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG, welcher jedoch in Abweichung von 
Art. 319 lit. b Ziff. 2 nur von einem "nicht wiedergutzumachenden" Nachteil spricht, 
reichen tatsächliche Nachteile wie die Verfahrensverlängerung oder -verteuerung 
allerdings nicht aus (BGE 141 III 80 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen). Ob die Praxis 
des Bundesgerichts jedoch auch für die Auslegung des Begriffs des nicht leicht 
wiedergutzumachenden Nachteils angewendet werden kann, ist in der Lehre und 
Rechtsprechung umstritten (vgl. dazu ausführlich Martin H. Sterchi, a.a.O., N. 10 
zu Art. 319). Das Kantonsgericht von Graubünden lässt zwar - wie auch andere 
kantonale zweitinstanzliche Gerichte - das Drohen tatsächlicher Nachteile genü-

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gen, allerdings ist eine gewisse Schwere beziehungsweise Erheblichkeit voraus-
gesetzt (vgl. das Urteil der I. Zivilkammer ZK1 16 84 vom 14. Juni 2016 E. 2.a).

2.2. Der Beschwerdeführer begründet den nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteil damit, dass sich sein Sohn A._____ ohne jeglichen psychologischen Bei-
stand in einem für ihn unlösbaren Loyalitätskonflikt befinde, der eine auch nur ei-
nigermassen ausgewogene Beziehungsentwicklung zu beiden Elternteilen verun-
mögliche. Würde er am 25. Oktober 2017 befragt werden, wäre er sich einzig der 
ausgesprochenen oder unausgesprochenen Erwartungshaltung seiner Mutter und 
seines ganzen Verwandtenumfelds bewusst, ohne aber eine auf eigener An-
schauung oder eigenem Erleben fussende Aussage zu seinem Vater machen zu 
können. Gemessen am verwertbaren Erkenntnisgewinn aus einer Befragung im 
jetzigen Zeitpunkt und unter den Umständen, wie sie vorlägen, würden die Nach-
teile bei weitem überwiegen. Der Beschwerdeführer beruft sich somit zum einen 
auf das Kindeswohl und damit einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil 
beim Kind, zum anderen auf einen eigenen Nachteil, welcher ihm durch eine - 
gemäss seiner Auffassung - nicht unbeeinflusste Anhörung drohen könnte.

2.2.1. Gemäss Art. 298 Abs. 1 ZPO wird ein Kind in familienrechtlichen Angele-
genheiten durch das Gericht oder durch eine beauftragte Drittperson in geeigneter 
Weise persönlich angehört, sofern sein Alter oder andere wichtige Gründe nicht 
dagegen sprechen. Die Respektierung der Persönlichkeit des Kindes gebietet es, 
das Kind nicht nur als Objekt des Verfahrens seiner Eltern zu behandeln, sondern 
es in das Verfahren als hauptbeteiligte Person mit einzubeziehen. In diesem Sinne 
stellt die Anhörung des Kindes ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht des 
Kindes dar (Beatrice van de Graaf, in: Paul Oberhammer, Tanja Domej, Ulrich 
Haas [Hrsg.], Kurzkommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, a.a.O., N. 1 
zu Art. 298 mit weiteren Hinweisen). Wie der Beschwerdeführer zutreffend er-
kennt, lässt das Alter von A._____ eine Befragung ohne weiteres zu. Es ist daher 
zu prüfen, ob andere wichtige Gründe vorliegen, die gegen eine Anhörung spre-
chen. Dabei gilt es zu beachten, dass als wichtiger Grund nur ein solcher in der 
Person des Kindes in Frage kommt. Widerstand der Eltern beispielsweise stellt 
keinen Verzichtsgrund dar. Als wichtiger Grund für einen Verzicht steht die Ableh-
nung der Anhörung durch das Kind selbst im Vordergrund (Beatrice van de Graaf, 
a.a.O., N. 12 zu Art. 298). Demgegenüber darf die Anhörung des Kindes gemäss 
bundesgerichtlicher Praxis nicht mit dem Vorwand eines nicht weiter belegten 
Loyalitätskonfliktes oder einer möglichen Belastung des Kindes abgelehnt werden 
(BGE 131 III 553 E. 1.3.1; Urteil 5A_2/2016 vom 28. April 2016 E. 2.3), weil gera-
de bei kleineren Kindern zu erwarten ist, dass sie sich zu beiden Elternteilen hin-

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gezogen fühlen, oft in einem Loyalitätskonflikt stehen und in aller Regel zu beiden 
Elternteilen Kontakt pflegen möchten, so dass mit dem Verweis auf einen Loya-
litätskonflikt oder eine Belastung die Anhörung des Kindes fast durchwegs ausge-
hebelt werden könnte (Urteil 5A_821/2013 vom 16. Juni 2014 E. 4). Ausserdem 
dürfte die primäre Belastung des Kindes regelmässig nicht in der Anhörung an 
sich, sondern in der Situation begründet liegen, dass sich seine Eltern getrennt 
haben (vgl. Margot Michel/Daniel Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, a.a.O., N. 34 zu Art. 298). 
Des Weiteren gilt es zu beachten, dass sich die emotionale und kognitive Reife zu 
überdauernder eigener Meinungsbildung sowie die Differenzierungs- und Abstrak-
tionsfähigkeit und damit die Möglichkeit zu formal-logischen Denkoperationen erst 
ab etwa elf bis zwölf Jahren ausbildet (BGE 131 III 553 E. 1.2.2; 133 III 146 E. 2.4, 
je mit Hinweisen auf die kinderpsychologische Literatur). 

2.2.2. Der nicht näher begründete Hinweis des Beschwerdeführers, A._____ be-
finde sich in einem für ihn unlösbaren Loyalitätskonflikt, vermag - wie vorstehend 
dargelegt wurde - noch keinen Verzicht auf eine Anhörung zu begründen. Nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung droht durch die Anhörung als solche in 
aller Regel kein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 5A_471/2010 vom 5. November 2010 E. 2.3). Vorliegend wird denn 
auch nicht näher dargelegt, inwiefern der inzwischen zwölfjährige A._____ durch 
eine Anhörung in besonderem Masse belastet sein soll. Kommt hinzu, dass die 
Einzelrichterin am Regionalgericht Imboden in ihrer Einladung ausdrücklich darauf 
hinwies, dass sich A._____ bei ihr melden könne, sollte er an einer Anhörung nicht 
teilnehmen wollen. Damit ist sichergestellt, dass eine Anhörung nur dann durchge-
führt wird, wenn er auch damit einverstanden ist. Das Gericht hat sich jedoch stets 
nach Möglichkeit zu versichern, dass die Bereitschaft zur Teilnahme wie auch der 
geäusserte Verzicht tatsächlich dem Willen des Kindes entspricht, vor allem dann 
wenn Anzeichen dafür bestehen, dass die Eltern eine Mitwirkung forcieren oder 
eine Anhörung verhindern möchten.

2.2.3. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bildet auch der Umstand, 
dass ein Kind bislang keinen Kontakt zu einem Elternteil hatte, für sich allein ge-
nommen noch keinen Grund, auf eine Befragung zu verzichten. Ein Gericht darf 
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht auf eine Anhörung verzichten, 
weil es im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung der Meinung ist, dass sie kei-
nen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens haben könnte (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 5A_160/2011 vom 29. März 2011 E. 5.2.1.; Margot Mi-
chel/Daniel Steck, a.a.O., N. 35 zu Art. 298 mit weiteren Hinweisen). In dem vom 

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Beschwerdeführer zitierten BGE 124 III 90 ging es vielmehr darum, dass ein kaum 
sechsjähriges Kind, das zudem noch keine Gelegenheit hatte, sich mit seinem 
leiblichen Vater auseinanderzusetzen, nicht über die erforderliche Reife verfügt, 
seine eigene Meinung zu bilden. Diese Situation ist mit der vorliegenden jedoch 
nicht zu vergleichen, da A._____ bereits zwölfjährig und damit durchaus in der 
Lage ist, sich eine eigene Meinung zu bilden und entsprechende Wünsche zu 
äussern. 

2.2.4. Im konkreten Fall ist auch nicht ersichtlich, inwiefern dem Beschwerdefüh-
rer selbst durch die Anhörung des Kindes ein nicht leicht wiedergutzumachender 
Nachteil drohen sollte. Die Anhörung eines Kindes stellt im Rahmen der Beurtei-
lung der Obhut lediglich eines von mehreren Beweismitteln dar. Zwar ist die vom 
urteilsfähigen Kind geäusserte Meinung in der Entscheidfindung zu berücksichti-
gen. Berücksichtigen bedeutet allerdings nicht, dass der Wille des Kindes einen 
besonderen Vorrang geniesst. Einen solchen Vorrang ergibt sich auch nicht aus 
Art. 12 des UNO-Übereinkommens über die Rechte der Kinder (SR 0.107; KRK), 
denn diese Bestimmung statuiert lediglich das Recht des Kindes, das fähig ist, 
sich eine eigene Meinung zu bilden, diese Meinung in allen das Kind berührenden 
Angelegenheiten bzw. Gerichts- oder Verwaltungsverfahren unmittelbar oder 
durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle frei zu äussern und angehört zu 
werden. Der Wille des urteilsfähigen Kindes stellt mithin eines von mehreren Beur-
teilungskriterien (zum Beispiel Erziehungsfähigkeit der Eltern, Betreuungsmöglich-
keiten, Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse und Bindungstoleranz 
etc.) dar, die das Gericht in die sprichwörtliche Waagschale werfen und in seine 
Entscheidfindung einbeziehen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_428/2014 
vom 22. Juli 2014 E. 6.1. mit Hinweis auf BGE 134 III 88 E. 4; Urteile 
5A_764/2009 vom 11. Januar 2010 E. 5.5; 5A_674/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 
3.3; 5A_799/2013 vom 2. Dezember 2013 E. 5.7). Namentlich kommt dem (urteils-
fähigen) Kind kein freies Wahlrecht zu, wo und bei wem es leben möchte (Urteil 
des Bundesgerichts 5A_428/2014 vom 22. Juli 2014 E. 6.1.Urteil; 5D_171/2009 
vom 1. Juni 2010 E. 2, nicht publ. in BGE 136 III 353). Insofern kann die Anhörung 
auch unter diesem Aspekt nicht einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil 
darstellen.  

2.2.5. Das Gesetz äussert sich nicht, wann die Kinderanhörung durchgeführt wer-
den soll. Es liegt somit im Ermessen des urteilenden Gerichts, wann es die An-
hörung durchführen will (Stefanie Pfänder Baumann, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar, Schweizerische Zivilprozess-
ordnung, a.a.O., N. 6 zu Art. 298). Die Anhörung hat aber in jedem Fall zu einem 

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Zeitpunkt stattzufinden, bei welchem die Erkenntnisse aus der Anhörung noch in 
den Entscheid des Gerichts einfliessen können (vgl. Beatrice van de Graaf, a.a.O., 
N. 10 zu Art. 298). Im vorliegenden Fall wurde die Obhut superprovisorisch an die 
Kindsmutter übertragen, wogegen sich der Kindsvater vehement widersetzt. Das 
Gericht hat somit nicht bloss festzulegen, ob eine Abänderung des Scheidungsur-
teils in Betracht zu ziehen ist, sondern auch, welchem Elternteil die Obhut für die 
Dauer des Abänderungsverfahrens übertragen werden soll. Selbst wenn letztlich 
auf die Abänderungsklage nicht sollte eingetreten werden können, wie dies der 
Beschwerdeführer geltend macht, muss bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen 
Entscheides über die Abänderungsklage der Aufenthalt und die Betreuung von 
A._____ in dessen Interesse geregelt werden. Unter diesen Umständen erscheint 
es sinnvoll, Abklärungen zur Obhutszuteilung bereits in einem frühen Stadium zu 
tätigen, um dem Kind mehrere Aufenthaltswechsel im Verlaufe des Verfahrens zu 
ersparen. Es ergeben sich damit auch unter diesem Aspekt für das Kantonsgericht 
von Graubünden keine Hinweise darauf, dass wichtige Gründe vorliegen, welche 
einer Anhörung von A._____ am Mittwoch, 25. Oktober 2017, entgegenstehen 
könnten. 

2.3. Nach dem Gesagten ist weder für das Kind noch den Beschwerdeführer ein 
nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil im Zusammenhang mit der Anhörung 
ersichtlich, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.  

3. Selbst wenn auf die Beschwerde eingetreten werden könnte, wäre sie auch 
in der Sache abzuweisen. Gemäss Art. 59 Abs. 1 ZPO tritt das Gericht auf eine 
Klage oder auf ein Gesuch ein, sofern die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. 
Prozessvoraussetzungen sind nach Art. 59 Abs. 2 ZPO unter anderem ein 
schutzwürdiges Interesse der klagenden oder gesuchstellenden Partei (lit. a) wie 
auch die sachliche und örtliche Zuständigkeit des Gerichts (lit. b). Die Prozessvor-
aussetzungen der ZPO sind allerdings grundsätzlich nicht Sachverhandlungsvor-
aussetzungen. Art. 59 Abs. 1 ZPO sieht als Konsequenz des Vorliegens der Pro-
zessvoraussetzungen das Eintreten auf Gesuch oder Klage beziehungsweise das 
Eintreten auf die Sache vor. Ob sich das Eintreten auf die Urteilsphase oder be-
reits auf die Verhandlungsphase bezieht, geht daraus nicht hervor. Aus dem Sys-
tem der ZPO lässt sich aber ableiten, dass das Gericht die Beurteilung einer Pro-
zessvoraussetzung aufschieben und bereits eine Verhandlung zur Sache durch-
führen kann. Es liegt nämlich in seinem Ermessen, ob es den Prozess zunächst 
auf eine strittige Prozessvoraussetzung beschränkt (Art. 125 lit. a ZPO) oder ob es 
diese am Ende des Verfahrens beurteilt. Findet die Beschränkung nicht statt, er-
folgt eine parallele Verhandlung über Zulässigkeit und Begründetheit der Klage 

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(vgl. Simon Zingg, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum Schweize-
rischen Privatrecht, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, Bern 2012, N 11 
zu Art. 319). Ein Anspruch der Parteien auf Vorabprüfung aller oder einzelner be-
strittener Prozessvoraussetzungen besteht nicht, weil der Gesetzgeber die Ausge-
staltung des Verfahrens bewusst in das gerichtliche Ermessen stellte (vgl. Tanja 
Domej, in: Paul Oberhammer, Tanja Domej, Ulrich Haas [Hrsg.], Kurzkommentar 
Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N. 6 zu Art. 59). Im 
konkreten Fall rügte der Beschwerdeführer sowohl in seiner Stellungnahme zur 
superprovisorischen Verfügung vom 27. August 2017 wie auch in der duplizieren-
den Eingabe vom 6. Oktober 2017 das Fehlen von Prozessvoraussetzungen im 
Sinne von Art. 59 ZPO. Wie den vorstehenden Ausführungen zu entnehmen ist, 
liegt es im Ermessen des Gerichts zu entscheiden, ob es das Verfahren zunächst 
auf diese Frage beschränken und darüber einen selbständig anfechtbaren Zwi-
schenentscheid erlassen will oder aber den Entscheid über die Prozessvorausset-
zungen dem Endentscheid vorbehält. Dementsprechend durfte die Einzelrichterin 
am Regionalgericht Imboden auch ohne weiteres eine Kindesanhörung ansetzen, 
obwohl das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen von der beklagten Partei be-
stritten wurde und noch kein Entscheid über das Eintreten ergangen ist. 

4. Da sich die Beschwerde als offensichtlich unzulässig erwiesen hat, ergeht 
der vorliegende Entscheid in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 GOG und Art. 7 Abs. 
2 lit. b EGzZPO in einzelrichterlicher Kompetenz.

5. Mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache selbst wird das Gesuch um 
aufschiebende Wirkung hinfällig. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Prozesskosten zu Lasten 
des Beschwerdeführers, zumal bei Nichteintreten die klagende Partei als unterlie-
gend gilt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Das Kantonsgericht kann gemäss Art. 10 Abs. 1 
der Verordnung über die Gerichtsgebühren (VGZ; BR 320.210) im Beschwerde-
verfahren eine Entscheidgebühr zwischen CHF 500.00 und CHF 8'000.-- erheben. 
Vorliegend wird die Entscheidgebühr auf CHF 800.00 festgesetzt. Da der Be-
schwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren kein Aufwand entstanden ist, wird 
auf die Zusprechung einer Parteientschädigung verzichtet. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 800.00 gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers. 

3. Auf die Zusprechung einer Parteientschädigung wird verzichtet. 

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: