# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c4381d4-5cfd-59af-8e84-91ac245bfecd
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.07.2018 RR.2018.168
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2018-168_2018-07-26.pdf

## Full Text

Entscheid vom 26. Juli 2018 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler, 

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

 

   
 

Parteien 

  

1. A. Sàrl, vertreten durch Rechtsanwalt Thierry 

Braunschweig,  

 

2. B., vertreten durch Rechtsanwalt Simon Bigler,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS BERN, 

Region Bern-Mittelland,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Frank-

reich 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2018.168,  

                            RR.2018.169 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Das Gericht Juridiction interrégionale spécialisée in Nancy (nachfolgend 

„JIRS“) führt ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der 

bandenmässigen Geldwäscherei, der kriminellen Organisation und des ban-

denmässigen Betrugs. In diesem Zusammenhang gelangte das JIRS mit 

Rechtshilfeersuchen vom 3. April 2018 an die Schweiz und ersuchte unter 

anderem um Übermittlung von Daten und Unterlagen betreffend das Konto 1 

und um Mitteilung weiterer allfälliger Konten von am vorgenannten Konto 

berechtigten Personen (Verfahrensakten, pag. 1 ff.).  

 

 

B. Mit Eintretensverfügung vom 11. April 2018 entsprach die Staatsanwalt-

schaft des Kantons Bern (nachfolgend „StA BE“) dem Ersuchen und forderte 

die Bank C. auf, ihr diverse Auskünfte zu erteilen sowie Kontounterlagen zum 

Konto 1 einzureichen (Verfahrensakten, pag. 14 ff.). Die Bank C. kam der 

Aufforderung der StA BE am 16. April 2018 nach (Verfahrensakten, 

pag. 19 ff.). 

 

 

C. Mit Schlussverfügung vom 19. April 2018 verfügte die StA BE die Heraus-

gabe der Unterlagen zum Konto 1, lautend auf die A. Sàrl sowie der Über-

sicht zu den auf B. lautenden Konten bei der Bank C. (Verfahrensakten, 

pag. 66 ff.).  

 

 

D. Dagegen gelangen die A. Sàrl und B. mit Beschwerden vom 23. Mai 2018 

an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantragen im 

Hauptbegehren, die Schlussverfügung sei aufzuheben und die in der 

Schlussverfügung genannten Unterlagen seien nicht herauszugeben 

(RR.2018.168, act. 1; RR.2018.169, act. 1).  

 

 

E. Während die StA BE mit Eingabe vom 18. Juni 2018 auf eine Stellungnahme 

verzichtete, beantragte das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) mit 

Schreiben vom 19. Juni 2018 die kostenfällige Abweisung der Beschwerden, 

soweit darauf eingetreten werden könne (RR.2018.168, act. 6, 7; 

RR.2018.169, act. 6, 7).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, sofern 

erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.  

 

 

 

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die akzessorische Rechtshilfe zwischen Frankreich und der Schweiz 

sind in erster Linie massgebend das Europäische Übereinkommen vom 

20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1), der 

Vertrag vom 28. Oktober 1996 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat 

und der Regierung der Französischen Republik zur Ergänzung des EUeR 

(SR 0.351.934.92) und das zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 2001 

zum EUeR (ZPII EUeR; SR 0.351.12). Ebenso zur Anwendung kommt das 

Übereinkommen vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermitt-

lung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (Geldwä-

schereiübereinkommen, GwUe; SR 0.311.53). Überdies gelangen die Best-

immungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durch-

führung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schenge-

ner Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 

2000, S. 19–62) zur Anwendung. 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, 

La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 4. Aufl. 2014, 

N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verord-

nung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 

Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. 

auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte 

(BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 

2008 24 E. 1.1; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.). 

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 12 Abs. 1 IRSG, Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

Organisation des Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisations-

gesetz, StBOG; SR 173.71]). 

 

 

- 4 - 

 

 

2.  

2.1 Nach dem Grundsatz der Prozessökonomie sind Verfahren möglichst ein-

fach, rasch und zweckmässig zum Abschluss zu bringen (BGE 126 V 283 

E. 1 S. 285; Urteile des Bundesgerichts 6S.709/2000 und 6S.710/2000 vom 

26. Mai 2003 E. 1; 1A.60-62/2000 vom 22. Juni 2000 E. 1a; Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RR.2016.245 vom 19. Mai 2017 E. 2.1; RR.2016.332 

vom 16. März 2017 E. 2; je m.w.H). Es steht im Ermessen des Gerichts, 

Verfahren nach diesem Grundsatz zu vereinen (Beschluss des Bundesstraf-

gerichts BV.2014.13, BV.2014.22, BP.2014.27 vom 15. September 2014 

E. 1).  

 

2.2 Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin geht auf dasselbe 

Rechtshilfeersuchen des JIRS zurück und die beinahe gleichlautenden Be-

schwerden werfen im Wesentlichen dieselben Rechtsfragen auf. Daher 

rechtfertigt es sich, die Verfahren RR.2018.168 und RR.2018.169 zu verei-

nigen und mit einem einzigen Entscheid zu erledigen. 

 

 

3.  

3.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 

30 Tage (Art. 80k IRSG).  

 

Bei dem hier angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussver-

fügung der ausführenden kantonalen Behörde in internationalen Rechtshil-

feangelegenheiten. Die vorliegenden Beschwerden wurden frist- und form-

gerecht erhoben. 

 

3.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Als persönlich 

und direkt betroffen im Sinne von Art. 21 Abs. 3 und Art. 80h lit. b IRSG gilt 

bei der Erhebung von Kontoinformationen der Kontoinhaber (Art. 9a lit. a 

IRSV) und bei der Hausdurchsuchung der Eigentümer oder der Mieter 

(Art. 9a lit. b IRSV). Nicht zur Beschwerde befugt ist dagegen der Verfasser 

von Schriftstücken, die im Besitze eines Dritten beschlagnahmt wurden 

(BGE 130 II 162 E. 1.1; 123 II 161 E. 1d; 116 Ib 106 E. 2a). Persönlich und 

direkt betroffen ist nur, wer sich in der Schweiz selber einer bestimmten 

Rechtshilfemassnahme zu unterwerfen hat (BGE 116 Ib 106 E. 2a).  

 

http://links.weblaw.ch/BSTGER-BV.2014.22
http://links.weblaw.ch/BSTGER-BP.2014.27
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=1A.123%2F2006&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-162%3Ade&number_of_ranks=0#page162
http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-162
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=1A.123%2F2006&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-161%3Ade&number_of_ranks=0#page161
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-161
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=1A.123%2F2006&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-IB-106%3Ade&number_of_ranks=0#page106
http://links.weblaw.ch/BGE-116-IB-106
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=1A.123%2F2006&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-IB-106%3Ade&number_of_ranks=0#page106
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Die Beschwerdeführerin 1 ist als Inhaberin des von der Rechtshilfe betroffe-

nen Kontos 1 beschwerdelegitimiert.  

 

Dem Beschwerdeführer 2 ist die Beschwerdelegitimation insoweit abzuspre-

chen, als er die Dispositivziffer 2.1 bis 2.3 der angefochtenen Verfügung an-

ficht. Die Dispositivziffern 2.1 bis 2.3 betreffen die Herausgabe der Unterla-

gen des auf die Beschwerdeführerin 1 lautenden Kontos 1 (Verfahrensakten, 

pag. 19 ff.). Der sinngemässe Einwand des Beschwerdeführers 2, er werde 

in den herauszugebenden Kontounterlagen erwähnt, reicht zur Begründung 

seiner Beschwerdelegitimation nicht aus, weshalb auf seine Beschwerde 

diesbezüglich nicht einzutreten ist. Daran vermag auch das Vorbringen, es 

bestehe das Risiko, dass D., der Gesellschafter der Beschwerdeführerin 1, 

auf die vollständige Ausschöpfung des Instanzenzugs für die Periode als der 

Beschwerdeführer 2 alleinige Gesellschafter und Einzelzeichnungsberech-

tigter der Beschwerdeführerin 1 gewesen sei, verzichten könnte, nichts zu 

ändern. In Dispositivziffer 2.4 verfügte die Beschwerdegegnerin die Heraus-

gabe der Übersicht zu den Konten bei der Bank C., an welchen der Be-

schwerdeführer 2 als Inhaber verfügungsberechtigt ist. Soweit aus den Akten 

ersichtlich ist, handelt es sich dabei um die Konten Nrn. 2, 3, 4 und 5 bei der 

Bank C. (Verfahrensakten, pag. 24 ff.). Die Legitimation des Beschwerde-

führers 2 ist lediglich diesbezüglich zu bejahen. 

 

 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführer machen zunächst eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör geltend und bringen vor, sie hätten vom Rechtshilfever-

fahren erst mit Zustellung der Schlussverfügung Kenntnis erhalten. Ihnen 

seien weder die Rechtshilfeunterlagen noch die von der Bank C. an die Be-

schwerdegegnerin eingereichten Dokumente zugestellt worden. Auch sei 

ihnen keine Gelegenheit eingeräumt worden, sich zur Herausgabe der Un-

terlagen vorgängig zu äussern (RR.2018.168, act. 1, S. 6 ff.; RR.2018.169, 

act. 1, S. 5 f.). 

 

4.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 VwVG hört die Behörde die Parteien an, bevor sie 

verfügt. Konkret muss die ausführende Behörde dem gemäss Art. 80h lit. b 

IRSG und Art. 9a lit. a IRSV Berechtigten zur Wahrung des rechtlichen Ge-

hörs vorgängig an den Erlass der Schlussverfügung auf konkrete und wir-

kungsvolle Weise die Gelegenheit geben, sich zum Rechtshilfeersuchen zu 

äussern. Bezieht sich das Rechtshilfeersuchen auf die Herausgabe von 

Bankunterlagen oder anderen Beweismitteln, muss die ausführende Be-

hörde dem gemäss Art. 80h lit. b IRSG und Art. 9a IRSV Berechtigten vor-

gängig an den Erlass der Schlussverfügung insbesondere die Gelegenheit 

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geben, sich zum Rechtshilfeersuchen zu äussern und unter Angabe der 

Gründe geltend zu machen, welche Unterlagen etwa in Anwendung des Ver-

hältnismässigkeitsprinzips nicht herauszugeben sind (vgl. Art. 30 Abs. 1 

VwVG; BGE 130 II 14 E. 4.3 S. 16; 126 II 258 E. 9b/aa S. 262). Das geschieht 

in aller Regel durch die Zustellung einer Eintretens- oder Zwischenverfü-

gung, die den Berechtigten Gelegenheit gibt, von sich aus ihre Einwände 

gegen die Gewährung oder den Umfang der Rechtshilfe vorzubringen (un-

veröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts i.S. P. vom 29. August 1997 

E. 4b). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliesst auch das Recht des 

Berechtigten auf Teilnahme an der Aussonderung der beschlagnahmten Un-

terlagen, welche an die ersuchende Behörde herauszugeben sind (BGE 126 

II 258 E. 9b/aa). In diesem Zusammenhang genügt es, wenn den Berechtig-

ten Gelegenheit gegeben wird, sich schriftlich zur Aussonderung zu äussern 

(Urteil des Bundesgerichts 1A.228/2006 vom 11. Dezember 2006 E. 3.2, 

m.H.).  

 

Das Recht zur vorgängigen Stellungnahme setzt die Möglichkeit voraus, in 

die massgeblichen Akten Einsicht nehmen zu können (BGE 132 II 485 

E. 3.2). Die Modalitäten der Akteneinsicht sind unter Berücksichtigung der 

gesamten Umstände so auszugestalten, dass die Parteien ihre Verfahrens-

rechte wirksam wahrnehmen können (WALDMANN/OESCHGER, in: Wald-

mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 26 

N. 84 m.w.H.; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 2C_143/2014 vom 

17. September 2014 E. 3.2). Das Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, 

angehört zu werden, formeller Natur, weshalb dessen Verletzung ungeachtet 

der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung führt. Vorbehalten bleiben praxis-

gemäss Fälle, in denen die Verletzung des Akteneinsichtsrechts nicht be-

sonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, deren recht-

liches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, welche so-

wohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (BGE 115 

V 297 E. 2h S. 305 m.H.). 

 

4.3 Zum Vorwurf der Beschwerdeführer, ihren Anspruch auf rechtliches Gehör 

verletzt zu haben, liess sich die Beschwerdegegnerin nicht vernehmen 

(act. 6). Aus den vorliegenden Akten geht weder hervor, dass die Beschwer-

deführer vor Erlass der hier angefochtenen Schlussverfügung angehört wor-

den wären, noch dass ihnen die Einsicht in die Akten gewährt worden wäre. 

Entsprechend wurde ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Nachdem 

den Beschwerdeführern im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfah-

rens umfassende Akteneinsicht gewährt wurde und sie in Kenntnis sämtli-

cher Akten eine Stellungnahme hätten einreichen können (RR.2018.168, 

http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-14
http://links.weblaw.ch/BGE-126-II-258
http://links.weblaw.ch/BGE-126-II-258
http://links.weblaw.ch/BGE-126-II-258
http://links.weblaw.ch/1A.228/2006
http://links.weblaw.ch/BGE-132-II-485
http://links.weblaw.ch/2C_143/2014
http://links.weblaw.ch/BGE-115-V-297
http://links.weblaw.ch/BGE-115-V-297

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act. 13; RR.2018.169, act. 10), ist die Gehörsverletzung als geheilt zu erach-

ten. Die den Beschwerdeführern zugestellten Verfahrensakten waren von 

geringem Umfang und weisen keine besondere Schwierigkeit auf, weshalb 

die beantragte Ansetzung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung abzu-

weisen ist (vgl. Art. 53 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 lit. b StBOG).  

 

4.4 Weiter rügen die Beschwerdeführer, dass die angefochtene Verfügung in 

deutscher Sprache verfasst wurde und sie dieser nicht mächtig sind. Die Be-

schwerdeführer sind anwaltlich vertreten und ihre Rechtsvertreter beherr-

schen die deutsche Sprache. Damit war es den Beschwerdeführern ohne 

Weiteres möglich, die Schussverfügung anzufechten. Dass ihnen dadurch 

ein Nachteil erwachsen wäre, ist nicht ersichtlich.  

 

4.5 Angesichts der Heilung der Gehörsverletzung ist von der Aufhebung der Ver-

fügung und Rückweisung zum erneuten Entscheid an die Beschwerdegeg-

nerin abzusehen. Der Gehörsverletzung ist jedoch bei der Festsetzung der 

Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (TPF 2008 172 E. 6 und 7). 

 

 

5.  

5.1 In materieller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung des Ver-

hältnismässigkeitsgrundsatzes und bringen vor, zwischen den herauszuge-

benden Unterlagen und dem in Frankreich geführten Strafverfahren fehle ein 

sachlicher Zusammenhang. Zudem erachten sie den Zeitraum, für welchen 

die Kontoauszüge herausgegeben werden sollen, als unverhältnismässig 

lang. Die strafbaren Handlungen, für welche die Rechtshilfe beantragt wor-

den sei, hätten frühestens im August 2017 stattgefunden. Es sei daher frag-

lich, inwieweit die Kontoauszüge vor August 2017 für das ausländische Ver-

fahren erheblich seien (RR.2018.168, act. 1, S. 10 ff.; RR.2018.169, act. 1, 

S. 7 ff.). 

 

5.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (siehe statt vieler den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2017.125 vom 30. Oktober 2017 E. 3.2). Die internationale Zusammen-

arbeit kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der 

verfolgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich un-

geeignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur 

als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung ("fishing expedition") 

erscheint (BGE 139 II 404 E. 7.2.2 S. 424; 136 IV 82 E. 4.1 S. 85; 134 II 318 

E. 6.4). Ob die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden 

Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätz-

lich dem Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Da der 

http://links.weblaw.ch/TPF_2008_172
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2017.125

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ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es ihm erlau-

ben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise im auslän-

dischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der 

Untersuchung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und 

ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu über-

mitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt be-

ziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das 

ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. poten-

tielle Erheblichkeit; BGE 128 II 407 E. 6.3.1 S. 423; 122 II 367 E. 2c; 

TPF 2009 161 E. 5.1 S. 163 m.w.H.). Hierbei ist auch zu beachten, dass für 

das ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch entlas-

tende Beweismittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden Ver-

dacht allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.). 

 

Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen 

gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 

E. 4.1 S. 85 f.). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern 

präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der an-

gestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Vorausset-

zungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann 

eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermie-

den werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 86; vgl. zum Ganzen auch 

TPF 2009 161 E. 5.1 S. 164). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermitt-

lung ab, auf welchem Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft 

verschoben worden sind, so sind die Behörden des ersuchenden Staates 

grundsätzlich über alle Transaktionen zu informieren, die von Gesellschaften 

und über Konten getätigt worden sind, welche in die Angelegenheit verwi-

ckelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 468; TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.).  

 

5.3 Gemäss dem französischen Ersuchen hätte eine unbekannte Täterschaft im 

August und September 2017 mittels Täuschung bewirkt, dass Zahlungen an-

statt an die einzelnen Spieler von sieben Fussballklubs auf ein anderes 

Bankkonto überwiesen worden seien. Zwei dieser Zahlungen seien auf ein 

Konto bei der Bank E., lautend auf die Unternehmung F., überwiesen wor-

den. Es handle sich um eine Domizilgesellschaft deren Geschäftsführer seit 

27. Juni 2017 G. sei. Ermittlungen hätten ergeben, dass G. der Geschäfts-

führer der H. sei, die am 30. Juni 2017 registriert worden sei. Zudem habe 

ermittelt werden können, dass G. zu weiteren mutmasslichen Tätern in Kon-

takt gestanden habe, die in Betrugsfälle im Zusammenhang mit Diamantver-

käufen und Bitcoins verwickelt sein könnten. Insbesondere hätten unbe-

kannte Täter unter dem Namen verschiedener Gesellschaften diversen Per-

http://links.weblaw.ch/BGE-128-II-407
http://links.weblaw.ch/BGE-122-II-367
http://links.weblaw.ch/TPF_2009_161
http://links.weblaw.ch/TPF_2011_97
http://links.weblaw.ch/TPF_2009_161
http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-462
http://links.weblaw.ch/TPF_2011_97

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sonen Geldanlagen in Diamanten angeboten. Nach Empfang der vereinbar-

ten Geldbeträge hätten die Personen von den Tätern nichts mehr gehört. 

Unter anderem hätten zwölf Personen der Gesellschaft I. SARL einen Betrag 

von total EUR 249‘300.-- überwiesen. Von ihnen hätten drei Personen auf 

Werbeanzeigen unter dem Namen I. reagiert und einen Betrag von Total 

EUR 12‘906.-- auf das Schweizer Konto 1 bei der Bank C. überwiesen (Ver-

fahrensakten, pag. 2 ff.). 

 

5.4 Das Ersuchen der französischen Behörden bezieht sich unter anderem auf 

die Herausgabe von Unterlagen zum Konto 1 und auf Übermittlung von In-

formationen zu allfälligen weiteren Konten von Personen, die am vorgenann-

ten Konto berechtigt sind. Die Beschwerdegegnerin forderte von der Bank 

C. die entsprechenden Informationen. In der Folge verfügte die Beschwer-

degegnerin die Herausgabe des Schreibens der Bank C. vom 16. April 2018, 

der Eröffnungsunterlagen und Kontoauszüge des auf die Beschwerdeführe-

rin 1 lautenden Kontos 1 (ab 14. August 2015 bis 9. April 2018) sowie der 

Übersicht zu den Konten bei der Bank C., an welchen der Beschwerdefüh-

rer 2 als Inhaber verzeichnet ist. Hinsichtlich der übrigen Unterlagen verfügte 

die Beschwerdegegnerin die Rückgabe an die Bank C.. Die von der Heraus-

gabe an die ausländischen Behörde betroffenen Kontounterlagen könnten 

dazu dienen, weitere Beteiligte des Täternetzwerkes zu identifizieren sowie 

den Geldfluss zu ermitteln. Es kann diesbezüglich auf die Ausführungen in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Der sachliche Zusammen-

hang zwischen den herauszugebenden Unterlagen und dem in Frankreich 

geführten Strafverfahren ist gegeben. Die Rüge geht fehl. 

 

Gestützt auf die vorgängig dargelegten Grundsätze der höchstgerichtlichen 

Rechtsprechung ist auch nicht zu bemängeln, dass die Beschwerdegegnerin 

Kontounterlagen für den Zeitraum vor August 2017 herauszugeben beab-

sichtigt. Wie oben erwähnt (E. 5.2 hiervor), sind die ersuchenden Behörden 

in Fällen wie dem vorliegenden grundsätzlich über alle Transaktionen zu in-

formieren. Die Eventualanträge sind deshalb abzuweisen.  

 

5.5 Angemerkt sei, dass die Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen der 

Rechtshilfe in der angefochtenen Verfügung darlegte und ausführte, weshalb 

diese vorliegend gegeben seien. Aus diesem Grund ist die Rüge, wonach 

die Begründung der Verfügung diesbezüglich unzureichend sei, unbegrün-

det.  

 

 

6. Die Beschwerden erweisen sich nach dem Gesagten in all ihren Punkten als 

unbegründet. Andere Hindernisse, welche der zu gewährenden Rechtshilfe 

- 10 - 

 

 

entgegenstehen würden, werden weder geltend gemacht noch sind solche 

ersichtlich. Die Beschwerden sind daher vollumfänglich abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten ist.  

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den Beschwer-

deführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist unter 

der Berücksichtigung der in E. 4.5 festgestellten Gehörsverletzung auf ins-

gesamt Fr. 4'000.-- festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG 

sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). Daran anzurechnen ist der 

entsprechende Betrag aus dem von den Beschwerdeführern geleisteten 

Kostenvorschuss von je Fr. 2‘500.--. Die Bundesstrafgerichtskasse ist anzu-

weisen, den Beschwerdeführern den Kostenvorschuss in Höhe von je 

Fr. 500.-- zurückzuerstatten. 

- 11 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Verfahren RR.2018.168 und RR.2018.169 werden vereinigt.  

 

2. Der Anträge auf Ansetzung einer Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerden 

werden abgewiesen. 

 

3. Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

 

4. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4‘000.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt, 

unter Anrechnung des entsprechenden Betrages aus dem von ihnen geleiste-

ten Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 5‘000.--. Die Bundesstrafgerichts-

kasse wird angewiesen, den Beschwerdeführern den Kostenvorschuss in 

Höhe von je Fr. 500.-- zurückzuerstatten.  

 
 

Bellinzona, 27. Juli 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Thierry Braunschweig 

- Rechtsanwalt Simon Bigler 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 
 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge-
reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Ge-
genständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbe-
reich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein 
besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 
elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere 
Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).