# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 092a472c-fd7e-5653-9ced-c71537987f40
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-02-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.02.2014 C-1156/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1156-2012_2014-02-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-1156/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  F e b r u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,  

Richter Andreas Trommer,    

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 

 
X._______,    

vertreten durch  

Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung 

(Rentnerbewilligung). 

 

 

C-1156/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin (eine 1948 geborene srilankische Staatsangehö-

rige) reiste am 4. Mai 2011 mit einem Touristen-/Besuchervisum zwecks 

Besuchs ihrer Kinder in die Schweiz ein. Mit Schreiben vom 20. Juli 2011 

ersuchten der anwaltlich vertretene Sohn sowie der Schwiegersohn der 

Beschwerdeführerin beim Migrationsdienst des Kantons Bern um die Zu-

lassung ihrer Mutter bzw. Schwiegermutter zum  Aufenthalt in der 

Schweiz gestützt auf Art. 28 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 

2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20). 

B.  

Nachdem die kantonale Migrationsbehörde den Aufenthalt der Beschwer-

deführerin in der Schweiz während des Verfahrens mit Schreiben vom  

29. Juli 2011 bewilligt hatte, überwies sie dem BFM mit Brief vom 30. Au-

gust 2011 ihre Stellungnahme mit dem Antrag auf Zustimmung zur Ertei-

lung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 28 AuG (Rentnerbewilli-

gung).  

C.  

Das BFM teilte der Beschwerdeführerin in der Folge am 14. November 

2011 unter Erläuterung der Gründe mit, es werde erwogen, die Zustim-

mung zur Erteilung der genannten Bewilligung zu verweigern. Die Gele-

genheit zur schriftlichen Stellungnahme nahm die Beschwerdeführerin 

fristgerecht mit Eingabe vom 14. Dezember 2011 wahr.   

D.  

Mit Verfügung vom 25. Januar 2012 verweigerte das BFM die Zustim-

mung zum Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung und wies die 

Beschwerdeführerin aus der Schweiz weg. Zur Begründung führt es aus, 

bei Art. 28 AuG handle es sich um eine Kann-Bestimmung. Ausländerin-

nen und Ausländer hätten somit keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung. In casu erfülle die Beschwerdeführerin 

grundsätzlich die Voraussetzungen für die Zulassung als Rentnerin (vgl. 

Art. 28 AuG i.V.m. Art. 25 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zu-

lassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Allerdings 

gelte es zu beachten, dass gemäss Art. 3 Abs. 3 AuG bei der Zulassung 

von Ausländerinnen und Ausländern der demographischen, sozialen und 

gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung getragen werden müsse. Bei 

der Ermessensausübung von Gesetzes wegen müsse das Kriterium der 

Demographie als öffentliches Interesse berücksichtigt werden. Vor dem 

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Hintergrund der zunehmenden Belastung der Sozialwerke und Kranken-

kassen sei der Zuzug wirtschaftlich nicht aktiver Personen, welche nie in 

der Beitragspflicht gestanden hätten, restriktiv zu regeln. Zudem sei die 

Betreuung der Enkelkinder kein triftiger Grund für die Anwesenheit der 

Beschwerdeführerin in der Schweiz. Es liege auch kein schwerwiegender 

persönlicher Härtefall nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG vor. Des Weiteren 

sei angesichts der in Sri Lanka herrschenden Tradition, den Eltern Ehr-

furcht zu erweisen und sich im Alter um sie zu kümmern, wenig glaubhaft, 

dass sie zu keinem ihrer dort lebenden Kindern Kontakt pflege und von 

diesen nicht unterstützt werde. Auch wenn die Beschwerdeführerin weder 

über Einkommen noch über Vermögen verfüge, so könne sie doch von ih-

ren in der Schweiz lebenden Kinder unterstützt werden. Der blosse Um-

stand, dass sie verwitwet sei und jetzt alleine lebe, begründe keinen Här-

tefall. Sie könne zudem ihre Angehörigen aus der Schweiz zu Besuch 

empfangen und es sei ihr unbenommen, erneut ein Visum zu Besuchs-

zwecken in der Schweiz zu beantragen. Eine Rückkehr an ihren Her-

kunftsort sowie der Vollzug der Wegweisung seien zulässig, zumutbar 

und möglich.  

E.  

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Rechtsmitteleingabe vom  

29. Februar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie be-

antragt darin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rück-

weisung der Sache an das BFM zur Feststellung des vollständigen und 

richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung. Even-

tualiter sei die Verfügung des BFM aufzuheben und der Beschwerdefüh-

rerin sei eine "Rentnerbewilligung" zu erteilen; eventuell sei die Verfügung 

des BFM dahingehend aufzuheben, als dass die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs festzustellen und das BFM anzuweisen sei, die 

Beschwerdeführerin in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. Im Wesentli-

chen wird zur Sache ausgeführt, die wirtschaftliche Situation der hier in 

der Schweiz lebenden Kinder der Beschwerdeführerin hätten bei den in 

Sri Lanka lebenden Geschwistern zu viel Neid und Spannungen geführt. 

Nach dem Tod des Ehemannes der Beschwerdeführerin hätten sich die 

Geschwister in Sri Lanka nur unter der Bedingung bereit erklärt, für die 

Mutter zu sorgen, wenn die in der Schweiz lebenden Kinder nicht nur das 

Leben der Mutter, sondern auch ihr eigenes Leben finanzieren würden. 

Die dabei gestellten finanziellen Forderungen seien so hoch gewesen, 

dass diese unmöglich hätten erfüllt werden können. Dies habe zu einem 

Bruch innerhalb der Familie geführt. Des Weiteren sei die Argumentation 

des BFM in Bezug auf die demografische Struktur der Schweiz und der 

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Belastung der Krankenkassen und Sozialwerke durch Betagte rechtlich, 

ethisch und auch moralisch äusserst problematisch. Schliesslich werde 

sich auch die Frage stellen, ob die angefochtene Verfügung Teilaspekte 

von Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-

schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verletze. 

F.  

Mit Beschwerdeergänzung vom 16. April 2012 macht die Beschwerdefüh-

rerin überdies geltend, das BFM habe mit dem fehlenden Beizug von län-

derspezifischen Informationen den rechtserheblichen Sachverhalt weder 

vollständig noch richtig abgeklärt. Es habe damit Art. 28 AuG verletzt. 

Durch ihre zahlreichen Besuche in der Schweiz habe die Beschwerdefüh-

rerin zu ihren Enkelkindern wie auch ihren eigenen Kindern eine tiefe Be-

ziehung aufgebaut. Dieser generationenübergreifende Kontakt unterstehe 

dem Schutz von Art. 8 EMRK. Zumindest sei von der Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs auszugehen. 

G.   

In ihrer Vernehmlassung vom 22. Mai 2012 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. Zum beschwerdeweise getätigten Vorbrin-

gen der überrissenen finanziellen Forderungen, welche die vier in Sri 

Lanka lebenden Kinder der Beschwerdeführerin stellen würden, wird gel-

tend gemacht, diese seien in der Beschwerde nicht beziffert worden. 

Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass die durchschnittlichen Le-

benshaltungskosten in Sri Lanka deutlich tiefer seien als in der Schweiz. 

Die Beschwerdeführerin, welche in ihrem Heimatland weder einsam wäre 

noch geltend mache, sie leide an gesundheitlichen Schwierigkeiten, kön-

ne in Sri Lanka mit einer Unterstützung durch ihre in der Schweiz leben-

den Angehörigen günstiger leben als hier.  

H.  

Mit Replik vom 28. Juni 2012 hält die Beschwerdeführerin an der Gut-

heissung ihrer Rechtsmitteleingabe fest und macht ergänzend geltend, 

die eigentliche Grundproblematik sei nicht die Sicherstellung ihres Le-

bensunterhaltes, sondern ihre Betreuung im fortschreitenden Alter. In die-

sem Zusammenhang ersuchte die Beschwerdeführerin um Ansetzung ei-

ner Frist zur Einreichung entsprechender Beweismittel.  

I.  

In der Folge setzte das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerdeführe-

rin mit Zwischenverfügung vom 7. August 2012 eine Frist an, um die ent-

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sprechenden Beweismittel einzureichen. Mit schriftlicher Eingabe vom  

7. September 2012 wurde daraufhin mitgeteilt, die in Sri Lanka lebenden 

Kinder würden von ihren hier lebenden Geschwistern monatlich rund  

Fr. 2'000.- für ihre Lebenshaltungskosten fordern. Diese Forderungen hät-

ten sie jedoch nur telefonisch und nie schriftlich geltend gemacht. Die ef-

fektiven monatlichen Lebenshaltungskosten in Sri Lanka seien jedoch 

wesentlich tiefer. Die in Sri Lanka lebenden Geschwister würden hinge-

gen lediglich profitieren wollen. Es bestehe auch die Befürchtung, dass 

die im Ausland lebenden Kinder noch weit höhere Forderungen für die 

Betreuung ihrer Mutter stellen würden. Dies verbunden mit der Drohung 

einer Schlechterbehandlung ihrer Mutter, was einer Erpressung gleich-

käme. Die korrekte und würdige Betreuung der Beschwerdeführerin in Sri 

Lanka sei somit nicht sichergestellt. Das private Interesse an ihrem 

Verbleib in der Schweiz sei höher zu gewichten als das öffentliche demo-

graphische Interesse.  

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2013 ersuchte das Bundes-

verwaltungsgericht – unter Hinweis auf seine aktuelle Rechtsprechung – 

die Beschwerdeführerin, den Sachverhalt zu aktualisieren und abschlies-

sende Bemerkungen anzubringen. 

K.  

Die Beschwerdeführerin nahm in der Folge mit Schreiben vom 6. Januar 

2014 abschliessend Stellung.   

L.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwä-

gungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht, unter Vorbe-

halt der in Art. 32 genannten Ausnahmen, Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer der in Art. 33 

aufgeführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen Verfügungen 

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des BFM, welche sowohl die Zustimmung zur Erteilung bzw. Verlänge-

rung einer Aufenthaltsbewilligung als auch die Wegweisung betreffen. 

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig, soweit nicht die 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-

gericht offen steht (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und 4 des Bundesgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. 

1.3 Als Adressatin der Verfügung ist die Beschwerdeführerin zu deren An-

fechtung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerechte 

Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts und – soweit nicht eine kantonale Behörde als 

Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG).  

3.  

Im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht gilt der Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen. Die Rechtsmittelinstanz ist damit 

weder an die Begründung der Begehren noch an die Begründung der vor-

instanzlichen Vernehmlassung gebunden. Erweist sich eine angefochtene 

Verfügung im Ergebnis als richtig, aber falsch begründet, weist das Ge-

richt die Beschwerde ab und bestätigt den vorinstanzlichen Entscheid mit 

anderer, korrekter Begründung (sog. Motivsubstitution; vgl. Art. 62  

Art. 4 VwVG, ANDRÉ MOSER / MICHAEL BEUSCH / LORENZ KNEUBÜHLER, 

Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., Basel 2013, 

Rz. 3.197). Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt 

seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1).  

4.  

Das BFM trägt der demografischen, der sozialen und der gesellschaftli-

chen Entwicklung in der Schweiz Rechnung (vgl. Art. 3 Abs. 3 AuG). Die 

zuständigen Behörden berücksichtigen bei der Ermessensausübung die 

öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad 

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der Integration der Ausländerinnen und Ausländer (vgl. Art. 96 Abs. 1 

AuG).  

5.   

5.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen für einen Aufenthalt ohne 

Erwerbstätigkeit bis zu drei Monaten keine Bewilligung; enthält das Visum 

eine kürzere Aufenthaltsdauer, so gilt diese (Art. 10 Abs. 1 AuG). Wird ein 

längerer Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so ist dafür eine 

Bewilligung erforderlich (Art. 10 Abs. 2 1. Satz AuG).  

5.2 Es besteht damit grundsätzlich kein Anspruch auf Erteilung einer Auf-

enthaltsbewilligung, es sei denn, der Ausländer oder seine in der Schweiz 

lebenden Angehörigen könnten sich auf eine Sondernorm des Bundes-

rechts (einschliesslich Bundesverfassungsrecht) oder eines Staatsvertra-

ges berufen (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.1. mit Hinweisen). 

6.   

6.1 Gemäss Art. 99 AuG i.V.m. Art. 40 Abs. 1 AuG legt der Bundesrat fest, 

in welchen Fällen Kurzaufenthalts-, Aufenthalts- und Niederlassungsbe-

willigungen, sowie kantonale arbeitsmarktrechtliche Vorentscheide dem 

BFM zur Zustimmung zu unterbreiten sind. Die Notwendigkeit der Zu-

stimmung durch das BFM ergibt sich im Falle der Beschwerdeführerin 

aus Art. 85 Abs. 1 Bst. a und b VZAE i.V.m. Ziffer 1.3.1.1 und 1.3.2.2  

Bst. c der Weisungen des BFM im Ausländerbereich in der Fassung vom 

25. Oktober 2013 (online abrufbar unter: www.bfm.admin.ch > Dokumen-

tation > Rechtliche Grundlagen > Weisungen und Kreisschreiben >  

Ausländerbereich > 1 Verfahren und Zuständigkeiten; vgl. zum Ganzen 

auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2578/2012 vom 6. Januar 

2014 E. 6 - 10).   

6.2  Das BFM kann die Zustimmung verweigern, den kantonalen Ent-

scheid einschränken oder mit Bedingungen verbinden (Art. 99 AuG,  

Art. 86 Abs. 1 VZAE). Es verweigert seine Zustimmung unter anderem 

dann, wenn die Zulassungsvoraussetzungen nicht oder nicht mehr erfüllt 

sind (Art. 86 Abs. 2 Bst. a und Bst. c Ziff. 2 VZAE). Die Vorinstanz ist da-

bei nicht an eine kantonale Beurteilung gebunden (vgl. grundlegend BGE 

127 II 49 E. 3 S. 51 ff; ferner neuerdings und unmissverständlich 

2C_505/2013 vom 4. Oktober 2013 E.3 mit Hinweisen).  

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7.  

In casu gilt es vorerst zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin eine Aufent-

haltsbewilligung nach Art. 28 AuG erteilt werden kann.  

7.1 Die Art. 27 bis 29 AuG regeln die Voraussetzungen zur Zulassung von 

Ausländern ohne Erwerbstätigkeit. Es wird zwischen drei Kategorien un-

terschieden: Zulassung zwecks Aus- und Weiterbildung (Art. 27 AuG), Zu-

lassung für Rentnerinnen und Rentner (Art. 28 AuG) sowie Zulassung zur 

medizinischen Behandlung (Art. 29 AuG), wobei die genannten Bestim-

mungen dabei als ermessensleitende Bestimmungen konzipiert sind. 

Folglich entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der gesetzlichen 

Zulassungsvoraussetzungen nach Ermessen, ob die entsprechende Be-

willigung erteilt werden kann.  

7.2 Gemäss Art. 28 AuG können Ausländerinnen und Ausländer, die nicht 

mehr erwerbstätig sind, zugelassen werden, wenn sie ein vom Bundesrat 

festgelegtes Mindestalter erreicht haben (Bst. a), besondere persönliche 

Beziehungen zur Schweiz besitzen (Bst. b) und über die notwendigen fi-

nanziellen Mittel verfügen (Bst. c).  

7.3  Die obgenannten Voraussetzungen werden in Art. 25 VZAE konkreti-

siert. So sieht Abs. 1 des genannten Artikels vor, das Mindestalter für die 

Zulassung von Rentnerinnen und Rentner betrage 55 Jahre. Gemäss  

Art. 25 Abs. 2 VZAE liegen besondere persönliche Beziehungen in der 

Schweiz insbesondere dann vor, wenn längere frühere Aufenthalte in der 

Schweiz, namentlich Ferien, Ausbildung oder Erwerbstätigkeit, nachge-

wiesen werden (Bst. a) oder enge Beziehungen zu nahen Verwandten in 

der Schweiz bestehen (Eltern, Kinder, Enkelkinder oder Geschwister, vgl. 

Bst. b). Zudem darf im In- oder Ausland mit Ausnahme der Verwaltung 

des eigenen Vermögens keine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden (vgl. 

Art. 25 Abs. 3 VZAE).  

7.4 Das BFM stellt sich vorliegend auf den Standpunkt, die Vorausset-

zungen für die Zulassung als Rentnerin seien in casu grundsätzlich erfüllt. 

Gemäss Art. 3 Abs. 3 AuG müsse hingegen bei der Zulassung von Aus-

ländern der demografischen, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung 

Rechnung getragen werden. Das Kriterium der Demographie müsse als 

öffentliches Interesse berücksichtigt werden. Vor dem Hintergrund der 

zunehmenden Belastung der Sozialwerke und Krankenkassen sei der 

Zuzug wirtschaftlich nicht aktiver Personen, die nie Beiträge daran ge-

zahlt hätten, restriktiv zu regeln. Hinzu komme, dass kein triftiger Grund 

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für die Anwesenheit der Beschwerdeführerin in der Schweiz bestehe. Die 

geltend gemachte Betreuung der Enkelkinder sei keine Ratio legis von 

Art. 28 AuG. Es liege auch kein schwer wiegender persönlicher Härtefall 

vor, der für eine subsidiäre Anwendung von Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG 

spräche (vgl. Verfügung vom 25. Januar 2012).  

7.5 Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend, die Argumenta-

tion des BFM, welches das Gesuch mit dem vagen Hinweis auf die de-

mografische Struktur der Schweiz und die Belastung der Krankenkassen 

und Sozialwerke durch Betagte abgelehnt habe, sei problematisch, da 

diese die Möglichkeit einer Rentnerbewilligung für die Zukunft komplett 

ausschliesse und damit die Bestimmung von Art. 28 AuG faktisch ausheb-

le (vgl. Beschwerde vom 29. Februar 2012, Replik vom 28. Juni 2012). 

Ergänzend hielt sie mit Schreiben vom 6. Januar 2014 fest, dass sich das 

BFM überhaupt auf eine solche Argumentation berufen könne, setze vor-

aus, dass eine ausreichende gesetzliche Grundlage dafür existiere (Lega-

litätsprinzip). Diese wäre allenfalls in Art. 3 Abs. 3 AuG zu finden, aller-

dings trete Art. 28 AuG als lex specialis an die Stelle dieser generellen 

Klausel. So könne das demographische Argument gerade bei Rentner-

bewilligungen nicht angeführt werden, da eine solche Bewilligung immer 

eine Verschiebung der demographischen Struktur zur Folge habe, wenn 

auch nur im Mikrobereich.    

7.6  Die Beschwerdeführerin verkennt hingegen, dass Art. 28 AuG als 

"kann-Bestimmung" formuliert ist. Dies bedeutet, dass Ausländerinnen 

und Ausländer selbst dann keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung geltend machen können, wenn sie die in Art. 28 

AuG und Art. 25 VZAE genannten Voraussetzungen erfüllen. Ein Rechts-

anspruch auf die Bewilligungserteilung besteht somit gerade nicht. Viel-

mehr haben die zuständigen Behörden einen Ermessensspielraum, bei 

dem es nach Art. 96 AuG die öffentlichen Interessen, die persönlichen 

Verhältnisse und den Grad der Integration der Ausländerinnen und Aus-

länder zu berücksichtigen gilt (vgl. MARTINA CARONI / LISA OTT in Caro-

ni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesge-

setz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 28 N. 6). Ei-

ne Konkretisierung des Begriffs "öffentliche Interessen" findet sich dabei 

in Art. 3 Abs. 1 und 3 AuG, wonach als "öffentliche Interessen" die "de-

mografische, soziale und gesellschaftliche Entwicklung der Schweiz" auf-

geführt wird (vgl. Art. 3 Abs. 3 AuG). Damit ist – entgegen den Ausführun-

gen der Beschwerdeführerin (vgl. Schreiben vom 6. Januar 2014) –  

Art. 28 AuG nicht als lex specialis von Art. 3 Abs. 3 AuG konzipiert. Letzt-

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Seite 10 

genannte Gesetzesbestimmung soll vielmehr den Begriff "öffentliche Inte-

ressen" konkretisieren (vgl. weitere öffentliche Interessen in BENJAMIN 

SCHINDLER in Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Art. 96 N 6 und  

N 12) und muss von Gesetzes wegen bei der Ermessensausübung be-

rücksichtigt werden.  

7.7 Im Hinblick auf die zunehmende Überalterung der Gesellschaft und 

die damit verbundenen finanziellen Lasten für die aktive Bevölkerung 

rechtfertigt es sich denn auch ohne Weiteres, diese Umstände bei der 

Entscheidfindung zu berücksichtigen (vgl. dazu Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts C-6349/2010 vom 14. Januar 2013 E. 9.4). Die Vorinstanz 

macht in ihrer Verfügung vom 25. Januar 2012 geltend, die demographi-

sche Entwicklung habe die Altersstruktur der Schweizerischen Bevölke-

rung nachhaltig verändert; diese Änderung betreffe nicht nur den Ar-

beitsmarkt, sondern auch die Sozialwerke und die Krankenkassen. Damit 

sei der Zuzug wirtschaftlich nicht aktiver Personen, die nie Beiträge an 

entsprechende Institutionen geleistet hätten, restriktiv zu regeln. Des Wei-

teren setzte sich das BFM in seiner Verfügung mit den persönlichen Ver-

hältnissen der Beschwerdeführerin auseinander und führte diesbezüglich 

aus, es gäbe weder einen triftigen Grund für die Anwesenheit der Be-

schwerdeführerin in der Schweiz (Betreuung der Enkelkinder) noch würde 

ein persönlicher Härtefall vorliegen. Diese Interessenabwägung wurde 

dabei im Rahmen des in Art. 28 AuG eingeräumten Ermessens ausgeübt, 

womit das Vorbringen der Beschwerdeführerin, für die Argumentation des 

BFM sei keine ausreichende gesetzliche Grundlage gegeben, ins Leere 

läuft.  

Wie nachfolgend aufgezeigt wird, erübrigen sich diesbezüglich an dieser 

Stelle weitere Ausführungen, ist doch das Bundesverwaltungsgericht – 

entgegen der Meinung des BFM – ohnehin der Ansicht, es fehle an einer 

der kumulativen Voraussetzungen von Art. 28 AuG. Wie bereits oben er-

wähnt, ist das Gericht nicht an die Begründung der Vorinstanz gebunden 

(vgl. dazu E. 3). Unabhängig von der Bejahung durch die Vorinstanz prüft 

das Gericht sämtliche in Art. 28 AuG statuierten Erfordernisse erneut von 

Amtes wegen. Mit Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2013 wurde 

die Beschwerdeführerin dabei auf die aktuelle Rechtsprechung des Bun-

desverwaltungsgerichts verwiesen und zu einer Stellungnahme eingela-

den. Ihr rechtliches Gehör bleibt damit gewahrt, wenn die angefochtene 

Verfügung in den nachfolgenden Erwägungen aufgrund einer Motivsubsti-

tution geschützt wird, indem es den Begriff "besondere persönliche Be-

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Seite 11 

ziehungen zur Schweiz" (Art. 28 Abs. b AuG) anders auslegt als die Vor-

instanz (vgl. dazu BGE 136 III 247 E. 4).  

8.  

In casu kann zweifellos bejaht werden, dass die inzwischen fast 66-

jährige Beschwerdeführerin das vom Bundesrat festgelegte Mindestalter 

erreicht hat (vgl. Art. 28 Bst. a AuG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 VZAE). Demge-

genüber kann nicht ohne weiteres angenommen werden, aufgrund diver-

ser Besuche der Beschwerdeführerin in der Schweiz sei auch eine be-

sondere persönliche Beziehung zur Schweiz im Sinne von Art. 28 Bst. b 

AuG gegeben. Vielmehr rechtfertigt sich mit Blick auf die aktuelle bun-

desverwaltungsgerichtliche Praxis eine vertiefte Überprüfung dieses Kri-

teriums.  

9.  

9.1 Das in Art. 28 Bst. b AuG statuierte Erfordernis der "besonderen per-

sönlichen Beziehung zur Schweiz" wird in Art. 25 Abs. 2 VZAE konkreti-

siert. Gemäss Bst. a des genannten Artikels liegen derartige Beziehungen 

vor, wenn längere frühere Aufenthalte in der Schweiz (z.B. zwecks Ferien, 

Ausbildung oder Erwerbstätigkeit) nachgewiesen sind oder enge Bezie-

hungen zu nahen Verwandten in der Schweiz bestehen (Bst. b). Die in 

Art. 25 Abs. 2 VZAE genannten Kriterien sind dabei beispielhaft und nicht 

abschliessend zu verstehen. Auch wird dadurch das freie Ermessen der 

Behörden nicht eingeschränkt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

C-6349/2010 vom 14. Januar 2013 E. 9.1 mit Hinweis).  

9.2 Die enge Beziehung zu nahen Verwandten in der Schweiz, wie es  

Art. 25 Abs. 2 Bst. b VZAE vorsieht, ist dabei nicht dem Erfordernis der 

besonderen persönlichen Beziehung zur Schweiz gemäss Art. 28 Bst. b 

AuG gleichzusetzen. Vielmehr führt – wie nachfolgend aufgezeigt wird – 

eine enge Beziehung zu Verwandten in der Schweiz nicht bereits zur An-

nahme, dass eine besondere persönliche Beziehung zur Schweiz ge-

mäss Art. 28 Bst. b AuG vorliege.  

10.   

10.1 Nachdem zuvor diverse Verordnungen des Eidgenössischen Justiz- 

und Polizeidepartements zur Begrenzung der Zahl der Ausländer (Ver-

ordnungen des EJPD vom 20. Oktober 1976 über die Begrenzung der 

Zahl der Ausländer [AS 1976 2183], 23. Oktober 1978 [AS 1978 1660] 

und 17. Oktober 1979 [AS 1979 1378]) ab den 1970er Jahren sowohl den 

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Seite 12 

Familiennachzug in aufsteigender Linie wie auch die Zulassung von 

Rentnern regelten (wobei in diesem Fall noch keine enge Beziehung zur 

Schweiz verlangt wurde), sah die Verordnung des EJPD vom 26. Oktober 

1983 zur Begrenzung der Zahl der Ausländer (AS 1983 1438) wiederum 

den Familiennachzug in aufsteigender Linie (aus humanitären Gründen) 

sowie die Zulassung von Rentnern vor, wobei nun neu enge persönliche 

Beziehungen zur Schweiz verlangt wurden. Mit dem Übergang zur Ver-

ordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Auslän-

der (BVO, AS 1986 1791) wurde der Familiennachzug in aufsteigender 

Linie nicht mehr explizit sondern im Rahmen der allgemeinen Härtefallbe-

stimmungen geregelt (vgl. Art. 36 BVO). Dieser Regelung folgt grundsätz-

lich auch das heute geltende AuG. Dieses sieht den Familiennachzug in 

aufsteigender Linie nur für Schweizer Staatsangehörige nach Massgabe 

von Art. 42 Abs. 2 AuG vor, weitergehend findet die Härtefallbestimmung 

von Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG Anwendung (vgl. Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts C-797/2011 vom 14. September 2012 E. 9.1.5 – 9.1.6 und 

C-6349/2010 vom 14. Januar 2013 E. 9.2.1).  

10.2 Damit umfasst das Anwendungsgebiet von Art. 28 AuG ausschliess-

lich Rentner, d.h. nicht mehr erwerbstätige Personen, die besondere per-

sönliche Beziehungen zur Schweiz besitzen. Würde die Zulassung von 

Rentnern alleine unter der Voraussetzung bestehen, dass eine enge Be-

ziehung zu nahen Verwandten in der Schweiz vorhanden ist, führte dies 

zu einem vereinfachten Familiennachzug in aufsteigender Linie, was hin-

gegen vom Gesetzgeber nicht gewollt sein kann. Verlangt wird daher zu-

sätzlich und in Übereinstimmung mit dem Wortlaut von Art. 28 Bst. b AuG, 

dass besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz bestehen müs-

sen. Das Vorhandensein einer engen Beziehung zu in der Schweiz le-

benden Verwandten genügt dabei, wie bereits erwähnt, nicht. Vielmehr 

sollen eigenständige, von den Angehörigen unabhängige Beziehungen 

soziokultureller oder persönlicher Art vorhanden sein, wie beispielsweise 

Verbindungen zum örtlichen Gemeinwesen, Teilnahme an kulturellen 

Veranstaltungen oder direkte Kontakte mit der einheimischen Bevölke-

rung. Ansonsten bestünde die Gefahr der Abhängigkeit oder der sozialen 

Isolierung. Diese Umstände gilt es hingegen zu vermeiden, laufen sie 

doch einer zu erwartenden Integration zuwider (vgl. Urteile des Bundes-

verwaltungsgerichts C-797/2011 vom 14. September 2012 E. 9.1.7 und 

C-6349/2010 vom 14. Januar 2013 E. 9.2.3).   

 

C-1156/2012 

Seite 13 

11.   

11.1 Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend, sie habe 

durch zahlreiche Besuche in der Schweiz eine tiefe Beziehung zu ihren 

Enkelkindern aufgebaut; eine solche führe sie auch mit ihren hier leben-

den Kindern (vgl. Beschwerdeergänzung vom 16. April 2012). Mit Verfü-

gung vom 12. Dezember 2013 wies das Bundesverwaltungsgericht die 

Beschwerdeführerin auf die aktuelle Rechtsprechung hin (Urteile  

C-797/2011 vom 14. September 2012, C-6349/2010 vom 14. Januar 2013 

sowie C-5126/2011 vom 24. Januar 2013) und gab ihr Gelegenheit, sich 

dazu zu äussern.  

11.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin in den letz-

ten Jahren vier Mal anlässlich eines mehrmonatigen Besuchsaufenthalts 

in der Schweiz gewesen ist und sie sich nun seit 4. Mai 2011 in der 

Schweiz aufhält, da ihr die zuständige kantonale Behörde den Aufenthalt 

in der Schweiz während des laufenden Verfahrens gestattet hat (vgl. dazu 

Art. 17 Abs. 2 AuG sowie Schreiben der kantonalen Migrationsbehörde 

vom 29. Juli 2011). Der Zweck des Aufenthaltes war jedesmal einzig und 

allein der Besuch ihrer Kinder und derer Familien. Bereits im Gesuch um 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung vom 20. Juli 2011 wurde darauf 

verwiesen, dass die besonderen persönlichen Beziehungen zur Schweiz 

aus dem emotionellen Bezug der Beschwerdeführerin zu ihren beiden 

hier lebenden Kindern und deren Familien bestehen. Sie habe zudem in 

Sri Lanka niemanden, der im Alter zu ihr schaue. Auch im Beschwerde-

verfahren wird auf die zahlreichen Besuche der Beschwerdeführerin ver-

wiesen, anlässlich dieser sie eine tiefe Beziehung zu ihren Enkelkindern 

aufgebaut habe; eine solche Verbindung pflege sie auch zu ihren hier le-

benden Kindern (vgl. Beschwerdeergänzung vom 16. April 2012).  

Die Aufenthalte erfolgten damit nie aus Gründen der Verbundenheit mit 

der Schweiz selbst. Mit diesen Ausführungen ist sogar anzunehmen, dass 

sich die Beschwerdeführerin wohl – würden ihre Kinder nicht in der 

Schweiz leben – gar nie in die Schweiz begeben hätte. Dass die Be-

schwerdeführerin eigene, von der familiären Konstellation unabhängige 

Beziehungen (z.B. Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen, Verbindun-

gen zum örtlichen Gemeinwesen, direkte Kontakte mit der einheimischen 

Bevölkerung) aufgebaut hat, wurde hingegen nicht geltend gemacht. 

Diesbezügliche Angaben und Hinweise ergeben sich auch nicht aus den 

Akten. Mit Schreiben vom 6. Januar 2014 führt die Beschwerdeführerin 

lediglich sehr pauschal aus, sie habe ihre Beziehung zur Schweiz nun 

C-1156/2012 

Seite 14 

auch zwangsläufig vertieft. Wie sich diese Vertiefung ausgestaltet, wurde 

hingegen offen gelassen, womit nicht davon ausgegangen werden kann, 

innerhalb dieser Zeit habe die Beschwerdeführerin eine Beziehung zur 

Schweiz im Sinne obgenannter Rechtsprechung aufgebaut.  

11.3 Aufgrund dieser Ausführungen zu verneinen, dass die Beschwerde-

führerin besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz im Sinne von 

Art. 28 Bst. b AuG besitzt. Die Zulassung der Beschwerdeführerin zu ei-

nem Aufenthalt als Rentnerin scheitert somit bereits daran, dass es an ei-

nem kumulativen Kriterium zur Erfüllung der Voraussetzungen nach  

Art. 28 AuG mangelt.   

11.4 Die weitere Überprüfung der dritten Voraussetzung (Vorhandensein 

von notwendigen finanziellen Mitteln nach Art. 28 Bst. c AuG) erübrigt 

sich damit. Nicht eingegangen werden muss an dieser Stelle zudem auch 

auf die beschwerdeweise geschilderten familiären Verhältnisse und inner-

familiären Konflikte, welche es hingegen bei der Frage der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs zu berücksichtigen gilt (vgl. dazu E. 14.1 – 

14.4).  

12.  

12.1 Die Beschwerdeführerin macht des Weiteren geltend, der Kontakt 

zwischen ihr und ihren Kindern sowie Enkelkindern sei von erheblicher 

Bedeutung und stelle einen Teilaspekt des Schutzes der Familie gemäss  

Art. 8 EMRK dar.  

12.2 Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; 

zum Verhältnis der beiden Normen zueinander vgl. BGE 126 II 377 E. 7 

S. 394) garantiert den Schutz des Familienlebens. Zwar vermittelt die 

EMRK nicht unmittelbar ein Recht auf Einreise und Aufenthalt. Hat ein 

Ausländer jedoch nahe Verwandte mit gefestigtem Anwesenheitsrecht in 

der Schweiz (d.h. Schweizer Bürgerrecht, Niederlassungsbewilligung 

oder eine Aufenthaltsbewilligung, auf die ein Rechtsanspruch besteht; vgl. 

dazu BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.), ist die familiäre Beziehung intakt 

und wird sie tatsächlich gelebt, kann es gleichwohl Art. 8 EMRK verlet-

zen, wenn ihm selbst der Aufenthalt in der Schweiz verweigert wird. Unter 

den Schutz von Art. 8 EMRK fällt im vorliegenden ausländerrechtlichen 

Bewilligungskontext in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft 

der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 

C-1156/2012 

Seite 15 

S. 146; BGE 127 II 60 E. 1d/aa S. 64 f.). Geht es um Personen, die nicht 

der eigentlichen Kernfamilie zuzurechnen sind, setzt eine schützenswerte 

familiäre Beziehung voraus, dass die um eine ausländerrechtliche Bewil-

ligung ersuchende ausländische Person vom hier Anwesenheitsberech-

tigten abhängig ist. Die Abhängigkeit eines Menschen von einem andern 

kann sich unabhängig vom Alter ergeben, namentlich aus besonderen 

Betreuungs- oder Pflegebedürfnissen wie bei körperlichen oder geistigen 

Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten (BGE 120 Ib 257 E. 

1/d-e S. 260 ff. oder BVGE 2007/45 E. 5.3, je mit Hinweisen).  

12.3 Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Beschwerde-

führerin und ihren in der Schweiz lebenden Kindern und Enkelkindern ist 

nicht ersichtlich. Zwar wird geltend gemacht, die Beschwerdeführerin sei 

betagt (vgl. Beschwerdeergänzung vom 16. April 2012) und im Schreiben 

vom 6. Januar 2014 wird darauf hingewiesen, sie sei älter geworden, was 

sich in nachvollziehbarer Weise im Sinne einer zusätzlichen Betreuungs-

notwendigkeit äussere, allerdings werden diese Vorbringen zu keiner Zeit 

näher ausgeführt. Immerhin kann nicht davon ausgegangen werden, die 

Beschwerdeführerin sei nicht im Stande, ein selbständiges Leben zu füh-

ren, wird sie selbst doch von ihren Kindern in der Schweiz zur Betreuung 

ihrer Enkelkinder eingesetzt. Wie aus einem Schreiben der Beschwerde-

führerin vom 14. Dezember 2011 hervorgeht, arbeite ihre Schwiegertoch-

ter ab Januar 2012 wieder zu 100% und sei deshalb bei der Kinder-

betreuung (2 Kinder, Jg. 2007 und 2010, vgl. Schreiben vom 20. Juli 

2011) und im Haushalt dringend auf ihre Hilfe angewiesen. Zudem ist den 

Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in Sri Lanka allein in 

einer kleinen Mietwohnung gelebt hat (vgl. Schreiben der Beschwerde-

führerin vom 20. Juli 2011), womit davon ausgegangen werden kann, sie 

könne für sich selber sorgen. Nicht relevant sind die Ausführungen be-

züglich  der zukünftigen Betreuung der Beschwerdeführerin im Alter, stüt-

zen sich diese doch lediglich auf Annahmen und Hypothesen. Der Kon-

takt zwischen der Beschwerdeführerin und ihren in der Schweiz lebenden 

Kindern und Enkelkindern kann ohne weiteres – wie bis anhin – durch 

gegenseitige Besuche, Telefone, Skype usw. sichergestellt werden. Auch 

steht der Familie die Möglichkeit offen, ihre Mutter weiterhin von der 

Schweiz aus finanziell zu unterstützen. Wenn nötig, können zudem gege-

benenfalls geeignete Personen vor Ort beauftragt werden, der Beschwer-

deführerin mit konkreten Dienstleistungen bei der Bewältigung des Alltags 

zur Hand zu gehen. Aufgrund dieser Ausführungen kann nicht davon 

ausgegangen werden, es bestehe eine Abhängigkeit im Sinne der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung.  

C-1156/2012 

Seite 16 

Ein Anspruch aus Art. 8 EMRK auf Erteilung der beantragten Bewilligung 

ist somit vorliegend zu verneinen.   

13.  

13.1 Ferner wird – unter Hinweis auf Art. 83 Abs. 4 AuG – ausgeführt,  es 

sei von der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen (vgl. 

Beschwerdeergänzung vom 16. April 2012).  

13.2 Der Wegweisungsvollzug kann für die betroffene Person unzumutbar 

sein, wenn sie in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat Situationen wie 

Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage 

ausgesetzt wäre. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen die an-

sässige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, wie Wohnungsnot oder 

ein schwieriger Arbeitsmarkt, vermögen jedoch keine konkrete Gefähr-

dung zu begründen. Dagegen ist der Vollzug der Wegweisung nicht zu-

mutbar, wenn dieser für die ausländische Person höchstwahrscheinlich 

zu einer existenziellen Bedrohung führen würde, beispielsweise dann, 

wenn sie sich nach ihrer Rückkehr mit völliger Armut, Hunger, Invalidität 

oder Tod konfrontiert wäre (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts    

C-4625/2009 vom 31. März 2011 E. 10.2 mit Hinweis). 

13.3 Vorliegend wird geltend gemacht, die Beschwerdeführerin hätte in 

Sri Lanka keine Möglichkeit, ein ihrem Alter entsprechendes würdevolles 

Leben zu führen. Bei ihrer Rückkehr nach Sri Lanka würden ihr Verwahr-

losung und der faktische Ausschluss aus dem Familienband drohen. Die 

in Sri Lanka lebenden Geschwister würden sich weigern, zur Beschwer-

deführerin zu schauen, es sei denn, die in der Schweiz lebenden Kinder 

der Beschwerdeführerin würden auf gewisse finanzielle Forderungen ein-

gehen. Diese Forderungen seien jedoch dermassen überrissen, dass es 

unmöglich sei, diese zu erfüllen. Immerhin würden die Geschwister einen 

Betrag von monatlich Fr. 2'000.- fordern. In Anbetracht, dass die Be-

schwerdeführerin für ihren Lebensunterhalt in Sri Lanka monatlich ca. 

300 US Dollar benötige, sei ersichtlich, dass die Geschwister von den in 

der Schweiz lebenden Kindern der Beschwerdeführerin finanziell profitie-

ren wollten und es ihnen in erster Linie um ihre eigene finanzielle Besser-

stellung und nicht um die Betreuung der Beschwerdeführerin gehe (vgl. 

Schreiben der Beschwerdeführerin vom 7. September 2012).    

Die Beschwerdeführerin stammt gemäss den Akten aus Colombo, womit 

ein Wegweisungsvollzug grundsätzlich als zumutbar gilt (vgl. dazu BVGE 

C-1156/2012 

Seite 17 

2011/24 E. 13.3). Durch nichts belegt sind im Übrigen die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin, der Vollzug der Wegweisung würde sie in eine exis-

tenzbedrohende Lage geraten lassen. Weder aus den Akten noch aus ih-

ren Ausführungen ergibt sich, dass sie zur Zeit zwingend auf die Betreu-

ung ihrer Familienmitglieder angewiesen wäre. Vielmehr kann davon 

ausgegangen werden, sie könne ohne Weiteres für sich selbst sorgen. 

Den Akten ist denn auch zu entnehmen, dass ihr Ehemann im Jahr 2006 

verstorben ist und sie in einer – von ihren Kindern finanzierten – Miet-

wohnung in Sri Lanka gelebt hat (vgl. Schreiben der Beschwerdeführerin  

vom 2. Juli 2011). Hinzuweisen gilt es ebenfalls auf den Umstand, dass 

an der ehemaligen Wohnadresse der Beschwerdeführerin auch ein Sohn 

zu wohnen scheint (vgl. "Certificate of Death" des Ehemannes der Be-

schwerdeführerin [Pkt. 8, Informant's Full name, Residence and capacity 

for giving information]). Doch selbst wenn sie in ihrem Heimatland allein 

gelebt hat, so war sie immerhin – bis zu ihrer Einreise in die Schweiz am 

4. Mai 2011 – im Stande, für sich selber zu sorgen. Es kann auch davon 

ausgegangen werden, dass die ihr ganzes Leben in Sri Lanka lebende 

Beschwerdeführerin, nebst ihren vier in Sri Lanka lebenden Kindern, zu-

mindest über einen gewissen Bekanntenkreis an ihrem Wohnort verfügt. 

Ihre Einreise in die Schweiz am 4. Mai 2011 erfolgte zudem in keinerlei 

Zusammenhang mit dem bis Mai 2009 andauernden Bürgerkrieg in Sri 

Lanka. Einer Risikogruppe ist die Beschwerdeführerin nicht angehörig, 

womit auch diesbezüglich eine konkrete Gefährdung verneint werden 

muss (vgl. dazu BVGE 2011/24 E.8.4.3 und 8.5). Die Beschwerdeführerin 

ist weder gesundheitlich gefährdet noch sonst von einer ernsthaften 

Krankheit betroffen, deren medizinische Behandlung im Heimatland nicht 

gewährleistet wäre. Dass sie in Sri Lanka andere Lebensverhältnisse als 

in der Schweiz antreffen wird, ist im vorliegenden Zusammenhang uner-

heblich. Mit diesen Ausführungen kann dem BFM nicht vorgeworfen wer-

den, es habe keine länderspezifischen Informationen beigezogen (siehe 

Beschwerdeergänzung vom 16. April 2012 S. 3).  

Vor diesem Hintergrund ist auch nicht anzunehmen, es lägen Gründe für 

die Annahme eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles nach  

Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG vor.   

13.4 Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung als 

rechtmässig zu bestätigen ist (Art. 49 VwVG). Der rechtserhebliche 

Sachverhalt wurde im Ergebnis richtig und vollständig festgestellt und die 

Vorinstanz hat auch ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt (vgl. Art. 49 

VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

C-1156/2012 

Seite 18 

14.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin 

die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

C-1156/2012 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss verrechnet. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) 

– den Migrationsdienst des Kantons Bern  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer 

 

 

 

 

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