# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1013d631-7f35-567d-9e5d-064d007975ec
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 14.12.2022 ZK1 2022 194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2022-194_2022-12-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 14. Dezember 2022

(Mit Urteil 5A_74/2023 vom 31. Januar 2023 ist das Bundesgericht auf eine gegen 
diesen Entscheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.)

Referenz ZK1 22 194

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Gabriel, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. ärztliche Einweisung vom 03.12.2022 

Mitteilung 20. Dezember 2022

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1987, wurde von Dr. med. B._____ mit Verfü-
gung vom 3. Dezember 2022 für eine Dauer von sechs Wochen in die Klinik 
D._____ zur Behandlung fürsorgerisch untergebracht. Begründet wurde die ärztli-
che Einweisung mit dem Vorliegen eines psychotischen Erregungszustandes.

B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung vom 3. Dezember 2022 erhob 
A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 5. Dezember 2022 
Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden.

C. Am 6. Dezember 2022 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts die Klinik D._____ unter Fristansetzung bis am Folgetag um ei-
nen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, zur Art der 
Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher Sicht gegeben seien. Ferner wurden 
die wesentlichen Klinikakten über den Beschwerdeführer angefordert. Mit glei-
chentags ergangenem Schreiben wurde der Beschwerdeführer zudem über die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens belehrt.

D. Den angeforderten Bericht mitsamt den einschlägigen Akten reichte die Kli-
nik D._____ am 7. Dezember 2022 dem Kantonsgericht ein. Mit der gleichentags 
ergangenen Verfügung wurde Dr. med. C._____, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, entsprechend Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung 
des Beschwerdeführers beauftragt.

E. Das vom 11. Dezember 2022 datierende psychiatrische Kurgutachten wur-
de dem Kantonsgericht am 12. Dezember 2022 überbracht. Der Beschwerdefüh-
rer wurde mit gleichentags ergangener Verfügung zu der für den 14. Dezember 
2022 anberaumten Hauptverhandlung vorgeladen.

F. Die mündliche Hauptverhandlung fand am 14. Dezember 2022 vor der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts statt. Der Beschwerdeführer nahm an der 
Hauptverhandlung persönlich teil und wurde befragt.

G. Nach durchgeführter Urteilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispo-
sitiv dem Beschwerdeführer sowie der Psychiatrischen Klinik D._____ noch am 
14. Dezember 2022 zugestellt.

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Erwägungen

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung (Art. 426 ff. ZGB). Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 
EGzZGB [BR 210.100]), womit es auch zur Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig ist. Die Frist zur Anrufung des Gerichts beträgt zehn Tage seit 
Mitteilung des Entscheids (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB sowie Art. 450b Abs. 2 
ZGB). Mit der unterzeichneten Eingabe vom 5. Dezember 2022 wurde besagte 
Frist gewahrt (act. 01). Auf die frist- und formgerecht anhängig gemachte Be-
schwerde ist demnach einzutreten.

2.1. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz finden bei einer 
fürsorgerischen Unterbringung gemäss Art. 439 Abs. 3 ZGB die Art. 450 ff. ZGB 
sinngemäss Anwendung. Ebenfalls zu beachten sind die in den Art. 443 ff. ZGB 
statuierten allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens, 
die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, 
soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften auf-
stellt (Lorenz Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilge-
setzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 13 zu Art. 450 ZGB m.w.H.). Dies gilt nament-
lich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offi-
zialmaxime (Abs. 1 und 3) und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen (Abs. 4). Diese Verfahrensgrundsätze sind 
auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, wo-
bei es im kantonalen Rechtsmittelverfahren zu punktuellen Einschränkungen 
kommt. So kommt etwa die Offizialmaxime nur im Rahmen des Anfechtungsobjek-
tes zum Tragen (BGer 5A_532/2020 v. 22.7.2020 E. 2; Luca Maranta, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 1 f. sowie N 40 ff. zu Art. 446 ZGB). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich 
schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessen-
heit frei überprüft.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden. Es muss in dem Sinne aktuell sein, dass 
es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert 
(BGE 148 III 1 E. 2.3.1; 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Ba-

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sel 2022, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu 
Art. 450e ZGB).

Vorliegend wurde ein psychiatrisches Gutachten angeordnet. Das Kurzgutachten 
wurde von Dr. med. C._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
am 12. Dezember 2022 erstattet. Dr. med. C._____ hat den Beschwerdeführer am 
8. Dezember 2022 persönlich untersucht (act. 06). Dem Erfordernis eines Sach-
verständigengutachtens ist hiermit Genüge getan.

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (Christoph 
Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Das Gericht hat sich durch eigene Wahrnehmung davon zu überzeugen, dass die 
Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gegeben sind (Geiser, 
a.a.O., N 22 zu Art. 450e ZGB). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptver-
handlung am 14. Dezember 2022 wurde diese Vorgabe umgesetzt.

3.1. Neben der gemäss Art. 428 Abs. 1 ZGB für die Anordnung der Unterbrin-
gung grundsätzlich zuständigen Erwachsenenschutzbehörde können die Kantone 
gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB Ärztinnen und Ärzte bezeichnen, welche eine fürsor-
gerische Unterbringung anordnen dürfen. Die Höchstdauer von sechs Wochen 
darf dabei nicht überschritten werden. Der einweisende Arzt hat die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören und ihr anschliessend den Unter-
bringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen 
(Art. 430 ZGB). Dies bedeutet, dass die Untersuchung dem Einweisungsentscheid 
unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu 
Art. 429/430 ZGB). Der einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische 
Untersuchung und soweit möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen Per-
son eine Meinung bilden (vgl. Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKomm 
Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB).

3.2. Zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung für eine Höchstdauer 
von sechs Wochen ist jeder im Kanton zur selbständigen Berufsausübung zuge-
lassene Arzt der Grundversorgung befugt (Art. 429 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 51 
Abs. 1 lit. a Ziff. 1 EGzZGB). Als Ärzte der Grundversorgung gelten solche mit 
dem Facharzt beziehungsweise Weiterbildungstitel Allgemeine Innere Medizin 
(Art. 22 Abs. 1 lit. a KESV [BR 215.010]). Gemäss dem Medizinalberuferegister 
verfügt Dr. med. B._____ über besagten Titel, womit er zur Anordnung der fürsor-

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gerischen Unterbringung befugt war. Überdies enthält die Verfügung alle gemäss 
Art. 430 Abs 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Bestätigt wurde damit 
gleichsam die Durchführung der vorgängig zur Anordnung der Einweisung zu er-
folgenden ärztlichen Untersuchung des Beschwerdeführers. Unter formellen Ge-
sichtspunkten erfolgte die fürsorgerische Unterbringung demnach rechtmässig.

4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder schwer verwahr-
lost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige 
Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der 
Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betrof-
fene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht 
mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine 
Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 6 zu Art. 426 – 439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem 
Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (BGE 140 III 101 E. 6.2.3; 
vgl. dazu auch Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
[Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, 
BBl 2006 7001, S 7062 [zit.: Botschaft]). Für die Anordnung einer fürsorgerischen 
Unterbringung allein wegen Fremdgefährdung bildet Art. 426 ZGB keine genügen-
de gesetzliche Grundlage. Mit anderen Worten darf eine Fremdgefährdung für sich 
alleine nie ausschlaggebend für eine fürsorgerische Unterbringung sein 
(BGE 145 III 441 E. 8.3 f. m.w.H.).

Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist eine der 
drei abschliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige 
Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus 
dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung oder Betreu-
ung. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Person die nötige Behandlung oder Be-
treuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_288/2016 v. 11.7.2016 
E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur 
in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine 
fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen 
mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen ei-
ner solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskon-
form, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme er-
reicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den 

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angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu 
Art. 426 ZGB).

4.2.1. In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer an einem der 
in Art. 426 Abs. 1 ZGB genannten Schwächezustände leidet, welcher überdies 
eine Betreuung und Behandlung notwendig werden lässt. Die psychische Störung 
umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie, das heisst Psychosen 
oder Psychopathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht (vgl. Botschaft, 
a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des Rechts, der sich auf die 
medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist aus der modernen Medizin ent-
nommen und entspricht der Klassifikation der WHO (ICD [International Classifica-
tion of Disturbances]; vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB).

4.2.2. Der Beschwerdeführer wurde am 3. Dezember 2022 mit der Ambulanz in 
die Notaufnahme der Klinik D._____ gebracht, nachdem er gemäss Angaben der 
Sanitäter lautstark gefeiert und sich Mietern des Wohnblocks gegenüber unange-
messen verhalten habe (act. 04.2). Die Sanitäter erklärten, sie hätten den Be-
schwerdeführer bei ihrem Eintreffen psychotisch und verwirrt vorgefunden; er ha-
be Zwangsimpulse gezeigt (ibid). Seit 2008 wurden beim Beschwerdeführer meh-
rere Diagnosen gestellt, wie dem Bericht der PDGR zu entnehmen ist. Es sind 
dies im Einzelnen die folgenden (dazu act. 04): Schizotype Störung (ICD-10: F21), 
vorwiegend Zwangshandlungen (Zwangsrituale; ICD-10: F42.1), leichte Intelli-
genzminderung: Keine oder geringfügige Verhaltensstörung (ICD-10: F70.0), 
Sprechstörungen (Tonisches Initialstottern, ICD-10: R47.8). Vermerkt ist ebenfalls, 
dass der Beschwerdeführer im November 2019 eine epidurale Blutung erlitten hat 
und dann eine Kraniotomie vorgenommen wurde (neurochirurgische Eröffnung 
des knöchernen Schädels) (ICD-10: S06.4). Aus den Akten der PDGR ergeht wei-
ter, dass sich der Beschwerdeführer bereits im November 2019 für acht Tage frei-
willig in stationäre Behandlung begeben hat. Dies um die selbständig abgesetzte 
Medikation bei vorbekannter schizotyper Störung wieder einzustellen (act. 04.5). 
Anfang Dezember 2019 wurde der Beschwerdeführer wegen Verdachts auf psy-
chotische Symptome fürsorgerisch untergebracht (act. 04.4). Mitte Mai 2020 mel-
dete sich der Beschwerdeführer wiederum freiwillig bei den PDGR – zur statio-
nären Behandlung aufgrund akuter Suizidalität während zweier Wochen. 

Die Gutachterin Dr. med. C._____ bestätigte die Diagnose einer schizotypen 
Störung und fügte an, es handle sich aktuell um eine akute schizophreniforme 
psychotische Störung (ICD-10: F23.2; act. 06, Frage 1). Demzufolge ist gutachter-
lich bestätigt, dass der Beschwerdeführer an einer psychischen Störung bzw. an 
einem Schwächezustand im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB leidet.

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4.3.1. Der soeben dargelegte Schwächezustand des Beschwerdeführers vermag 
eine fürsorgerische Unterbringung nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung 
oder Betreuung in einer Einrichtung notwendig macht. Die Unterbringung in einer 
Einrichtung muss geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu 
erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde 
(vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbrin-
gung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur 
als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als mildere Massnahmen 
kommt den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung nach kantonalem 
Recht sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bezie-
hungsweise nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten 
Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So 
hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- 
beziehungsweise Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr 
für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu 
rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit be-
ziehungsweise die Betreuung unterbleibe (BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 
E. 2.4).

4.3.2. Laut den behandelnden Ärzten des Beschwerdeführers habe man in Erfah-
rung bringen können, dass die Medikation vom Beschwerdeführer ungefähr drei 
Wochen vor der fürsorgerischen Unterbringung abgesetzt worden sei. Weiter kann 
dem Bericht vom 7. Dezember 2022 entnommen werden, der Beschwerdeführer 
präsentiere sich psychotisch mit Vergiftungsideen und fremdaggressiv, so dass 
eine Notfallbehandlung habe durchgeführt werden müssen. Er zeige sich nach wie 
vor angetrieben, bedrohlich und beleidigend. Er laufe etwa splitternackt über die 
Station. Zwar nehme er grösstenteils freiwillig die ihm angebotene Medikation von 
Risperdal und Depakine Chrono ein, so dass bisher noch keine Verordnung einer 
Behandlung ohne Zustimmung erforderlich geworden sei. Ungeachtet dessen, sei 
keine Krankheitseinsicht vorhanden. Zusammenfassend befinde sich der Be-
schwerdeführer weiterhin in einem psychotischen Zustand, der dringlich einer sta-
tionären Behandlung und der Reetablierung der Medikation bedürfe. Weniger ein-
schneidende Massnahmen seien aktuell keine ersichtlich, erklären die behandeln-
den Ärzte abschliessend (act. 04).

4.3.3. Zu beachten ist die Vorgabe von Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e 
Abs. 3 ZGB, wonach sich der Beschwerdeentscheid bei psychischen Störungen 

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auf ein Sachverständigengutachten abzustützen hat. Einleitend stellte 
Dr. med. C._____ in ihrem Gutachten fest, dass der Beschwerdeführer infolge Ab-
setzens der psychopharmakologischen Medikation ein angetrieben psychotisches 
Zustandsbild entwickelt habe. Damit einhergehend habe er sich sozial unange-
messen verhalten (nächtliche Ruhestörung, Distanzlosigkeit, Entblössung, verbale 
Bedrohung), wodurch Dritte deutlich beeinträchtigt worden seien. Bei der Aufnah-
me in die Klinik D._____ habe der Beschwerdeführer ausserdem davon gespro-
chen, dass alles mit Bakterien verseucht sei. Er habe deshalb das Essen, Trinken 
und Sitzen verweigert. Aufgrund seines Erregungszustandes seien eine Isolation, 
Fixierung und Zwangsmedikation notwendig gewesen. Wohl habe der Beschwer-
deführer sich im Rahmen der stationären Behandlung teilweise kooperativ gezeigt, 
sei allerdings weiterhin angetrieben mit unangemessenem, impulsivem und di-
stanzlosem Verhalten. So sei er etwa nackt durch die Station gelaufen und habe 
seinen eigenen Urin und Ejakulat getrunken (act. 06).

Bei der persönlichen Untersuchung am 8. Dezember 2022 habe sich der Be-
schwerdeführer rasch erregt gezeigt, mithin ohne jede Krankheits- und Behand-
lungseinsicht, schildert Dr. med. C._____. Er nehme die angebotene Medikation 
zeitweise freiwillig ein, zeitweise verweigere er die Einnahme. Grundsätzlich sei er 
also zur Kooperation mit der Behandlung fähig, benötige aber aktuell noch eine 
intensive Betreuung auf der geschlossenen Station. Das akut psychotische und 
angetriebene Zustandsbild bedarf dem Gutachten zufolge ausserdem unbedingt 
der Behandlung mit einer adäquaten antipsychotischen und stimmungsstabilisie-
renden Medikation. Es habe sich in der Vergangenheit nämlich bereits gezeigt, 
dass eine adäquate medikamentöse Behandlung die gesamte psychotische Sym-
ptomatik zur Remission bringe und dem Beschwerdeführer ein selbständiges Le-
ben erlaube (act. 06, insb. Frage 2).

Die Gutachterin hält dafür, dass ein Unterbleiben der Behandlung des Beschwer-
deführers vor dem Hintergrund des teilweise vorhanden gewesenen Vergiftungs-
wahns sein eigenes Leben gefährden würde. Denkbar sei etwa, dass der Be-
schwerdeführer infolge der psychotischen Störung das Essen und Trinken gänz-
lich unterlasse oder stattdessen ungeeignete Nahrung aufnehme und sich damit 
selbst schädige. Ebenfalls erblickt die Gutachterin die Möglichkeit der Selbstge-
fährdung darin begründet, dass der Beschwerdeführer durch seinen psychoti-
schen Zustand Situationen verkenne. Das distanzlose, zeitweise laute und auch 
fremdaggressiv-bedrohliche Verhalten stelle ausserdem eine Belastung und unter 
Umständen auch eine Gefährdung für Mitmenschen in seiner näheren Umgebung 
dar. Wie sich im Rahmen der aktuellen stationären Behandlung gezeigt habe, sei 

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das Risiko, dass ein derartiges Verhalten tatsächlich auch gezeigt werde, sehr 
hoch. Auch während der psychiatrischen Untersuchung habe sich der Beschwer-
deführer kurzfristig bedrohlich gezeigt (act. 06, insb. Frage 3).

4.3.4. Bei der Entscheidfindung hat die Beschwerdeinstanz auf den Zustand des 
Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung am 14. Dezember 2022 
abzustellen. Unmittelbar nach Eröffnung der Verhandlung (und auch wiederholt 
während der Verhandlung) forderte der Beschwerdeführer eindringlich, man möge 
ihn nach Hause lassen, da er Angst habe in der Klinik D._____. In der Folge be-
antwortete er die Fragen des Gerichts, wobei ihm das Sprechen schwer fiel. Ver-
einzelt wechselte der Beschwerdeführer das Thema, ohne dabei den Kontext zu 
erläutern, wobei seine Ausführungen ab und an auch etwas wirr waren. Zwar for-
derte er mehrmals mit Nachdruck eine Aufhebung der fürsorgerischen Unterbrin-
gung und schilderte, dass er Angst habe. Auch sein Vater habe sich aus Angst vor 
der Klinik D._____ umgebracht. Der Beschwerdeführer wurde während der Ver-
handlung weder wütend noch laut und verhielt sich insgesamt angemessen. Er 
räumte auf Nachfrage des Vorsitzenden ein, auch weiterhin Angst davor zu haben, 
vergiftet zu werden, und aufgrund dieser Angst nichts zu essen – es sei ihm des-
wegen schlecht. Immerhin nimmt er gemäss seinen Angaben Kaffee, Wasser und 
Milch zu sich (act. 10).

Krankheits- und Behandlungseinsicht ist nach Auffassung des Kantonsgerichts 
beim Beschwerdeführer nach Auffassung des Gerichts auch weiterhin keine vor-
handen. Gleichwohl erklärte er, die Medikamente, welche er derzeit einnehme (ak-
tuell seien dies Depakine, Risperidon und Psychopax), auch nach einem Austritt 
weiterhin zu nehmen. Dabei ist freilich unklar, ob er dies nur deshalb zusicherte, 
um eine Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung zu erwirken. Gleichzeitig 
zeigte sich der Beschwerdeführer nämlich davon überzeugt, dass die Medikamen-
te ursächlich für seine jahrelangen Rückenschmerzen seien. Die Schmerzen seien 
nach Absetzen der Medikamente nämlich verschwunden. Für das Gericht unge-
wiss ist, ob der Beschwerdeführer über ein soziales Umfeld verfügt, welches ihn 
bei der Einnahme der Medikamente unterstützen könnte. Etliche Male erwähnte er 
seine Freundin E._____, welche ihn verlassen habe und nun wieder bei ihm woh-
ne. Gemäss Angaben des Klinikpersonals hat ihn die Freundin aber nicht in der 
Klinik besucht (act. 06 [Angaben des zuständigen Pflegers F._____]). Zu seiner 
Mutter habe er keinen Kontakt und die Schwester sei nach G._____ ausgewan-
dert, erklärte der Beschwerdeführer dem Gericht. Mit den Nachbarn scheint er ein 
zwiespältiges Verhältnis zu haben: Zunächst erklärte er, die neun Nachbarn wür-

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den ihm sicherlich helfen, bevor er gleich danach feststellte, dass er in einem Ir-
renhaus wohne (act. 10). 

Zusammenfassend verfügt der Beschwerdeführer demnach weder über Krank-
heits- und Behandlungseinsicht noch ist ein stabiles Umfeld vorhanden, welches 
ihn bei der Genesung unterstützen und eine angemessene Nachbetreuung sicher-
stellen könnte. Die Ausführungen der Gutachterin, wonach die medikamentöse 
Behandlung die psychotischen Symptome zur Remission bringe, sind für das Kan-
tonsgericht nachvollziehbar, zumal sich der Beschwerdeführer an der Hauptver-
handlung – nahezu eine Woche nach der Begutachtung – manchmal zwar leicht 
agitiert, aber grundsätzlich sozial angemessen verhielt.

4.3.5. Die medikamentöse Behandlung der psychischen Störung sowie eine in-
tensive Betreuung des Beschwerdeführers im Rahmen einer stationären Therapie 
auf der geschlossenen Station der PDGR halten sowohl die behandelnden Ärzte 
(oben E. 4.3.2) als auch die klinikunabhängige Gutachterin (oben E. 4.3.3) für 
notwendig. Die konkrete Selbstgefährdung des Beschwerdeführers bei Unterblei-
ben der Behandlung und Betreuung ergibt sich unter anderem aus dem psychoti-
schen Verkennen von Situationen und auch aus dem Vergiftungswahn. Wie gese-
hen, könnte letzteres dazu führen, dass sich der Beschwerdeführer entweder Nah-
rung und Flüssigkeit gar nicht zuführt oder im Gegenteil gar schädliche Substan-
zen zu sich nimmt. Neben dieser akuten (unter Umständen lebensbedrohlichen) 
Selbstgefährdung geht vom Beschwerdeführer laut dem Sachverständigengutach-
ten auch eine Fremdgefährdung aus. Zwar dient eine fürsorgerische Unterbrin-
gung immer in erster Linie dem Schutz der betroffenen Person. Indem der Be-
schwerdeführer bedrohliches und fremdaggressives Verhalten an den Tag legt, ist 
eine Gefährdung seiner selbst in den damit möglicherweise provozierten Notwehr-
handlungen zu erblicken. 

Bezweckt wird mit der fürsorgerischen Unterbringung die Herstellung einer Com-
pliance mit der psychiatrischen Behandlung und damit einhergehend eine Remis-
sion der psychotischen Symptome. Dadurch soll ein selbständiges Leben für den 
Beschwerdeführer bei angemessener ambulanter psychiatrischer Behandlung er-
möglicht werden (act. 06, Frage 7). Dass sich die fürsorgerische Unterbringung als 
Massnahme für die Erreichung dieses Ziels eignet, ist gutachterlich ausgewiesen. 
Es sind gemäss Gutachten ausserdem keine milderen und gleichermassen wirk-
samen Mittel ersichtlich (act. 06, Frage 2 und 5). 

4.4. Die Klinik D._____ ist für die konkret notwendige Behandlung und Betreu-
ung des Beschwerdeführers eine geeignete Einrichtung (BGE 114 II 213 E. 7; 112 

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II 486 E. 4c; act. 06, Frage 6). Mit Blick auf die Verhältnismässigkeit der Mass-
nahme ist im vorliegenden Kontext darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdefüh-
rer durch die fürsorgerische Unterbringung nicht zuletzt auch vor einem sich selbst 
entwürdigenden Verhalten im psychotischem Zustand – etwa durch ein Entblös-
sen oder durch anderweitig distanzloses Verhalten gegenüber Dritten – geschützt 
werden kann. Die fürsorgerische Unterbringung vermag als Erwachsenenschutz-
massnahme nicht zuletzt also auch die Würde des Beschwerdeführers zu wahren. 
Unter diesen Umständen erweist sich die Massnahme insgesamt auch materiell 
als rechtskonform.

5. Im Ergebnis entspricht die fürsorgerische Unterbringung vom 3. Dezember 
2022 den gesetzlichen Vorgaben und die dagegen erhobene Beschwerde erweist 
sich als unbegründet. Sie ist folglich abzuweisen.

6. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens belaufen sich auf insgesamt 
CHF 2'562.00. Sie setzen sich zusammen aus einer Gerichtsgebühr von 
CHF 1'500.00 (Art. 8 ff. VGZ [BR 320.210]) und CHF 1'062.00 Gutachterkosten 
(act. 06.1). Die Erhebung der Verfahrenskosten richtet sich nach dem Prinzip des 
Obsiegens und Unterliegens (Art. 63 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art.  106 Abs. 1 ZPO). 
Da der Beschwerde gegen die fürsorgerische Unterbringung vorliegend kein Erfolg 
beschieden war, gehen die Kosten grundsätzlich zu Lasten des Beschwerdefüh-
rers. Ein Abrücken von diesem Grundsatz ist bei Vorliegen besonderer Umstände 
möglich (Art. 63 Abs. 3 ZGB). Bei Erwachsenenschutzmassnahmen liegen beson-
dere Umstände gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. d KESV (BR 215.010) vor, sofern durch 
die Erhebung von Verfahrenskosten die in den Ausführungsbestimmungen zum 
Unterstützungsgesetz enthaltenen Vermögensfreigrenzen unterschritten würden. 
Bei Einzelpersonen beläuft sich diese Vermögensfreigrenze auf CHF 4'000.00 
(Art. 5 Abs. 1 lit. a ABzUG [BR 546.270]). Das Einkommen des Beschwerdefüh-
rers setzt sich gemäss seinen Angaben aus einer Invalidenrente und Ergänzungs-
leistungen zusammen. Er verfügt zudem über kein Vermögen (act. 10). Aufgrund 
dieser Umstände gehen die Kosten trotz des Verfahrensausgangs zu Lasten des 
Kantons Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'562.00 (Gerichtsgebühr 
von CHF 1'500.00 und Gutachterkosten von CHF 1'062.00) gehen zu Las-
ten des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 
Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: