# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e884e5c9-983a-5ad8-9d5a-9a247d1e73a6
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 4. Abteilung O4V-23-10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_004_O4V-23-10_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A. 

 

vertreten durch: RA AA. 

 

 

Vorinstanz Departement Inneres und Sicherheit, Schützenstrasse 1, 

9102 Herisau 

 

 

Verfügende Behörde   Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden, Schützenstrasse 1, 

9100 Herisau 

 

 

Gegenstand Definitive Ablehnung Waffenerwerb  

Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Departements  

Inneres und Sicherheit vom 11. Mai 2023 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
4. Abteilung 

 

Urteil vom 2. November 2023 
 

 

 

Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler 

Oberrichterinnen D. Cadosch Autolitano, M.  Gasser Aebischer  

Oberrichter E. Graf, P. Louis 

Obergerichtsschreiber D. Hofmann 

 

 

Verfahren Nr. O4V 23 10 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 1. Der angefochtene Rekursentscheid vom 11. Mai 2023 sei aufzuheben und die Kantons-

polizei des Kantons Appenzell Ausserrhoden sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer 

folgende Waffenerwerbsgesuche zu bewilligen: 

  - Eine Ausnahmebewilligung für einen 40mm Granatwerfer und ein Maschinengewehr; 

  - Zwei Ausnahmebewilligungen für eine Handfeuerwaffe, die mit einer Ladevorrichtung 

mit hoher Kapazität (mehr als zehn Schuss) ausgerüstet ist; 

  - Zwei Waffenerwerbsscheine; 

  - Eine Ausnahmebewilligung für ein Sturmgewehr SIG 553, drei Maschinengewehre und 

einen 40mm Granatwerfer; 

  - Zwei Waffenerwerbsscheine; 

  - Eine Ausnahmebewilligung für eine - zu einer halbautomatischen Feuerwaffe - umge-

baute Ordonnanz-Seriefeuerwaffe (Stgw 90) 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, eine allfällige Entschädigung sei an RA AA. 

direkt auszuzahlen. 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

c) der verfügenden Behörde: 

 Die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen.  

 
 
 
 

Sachverhalt 

 

A. A., wohnhaft in B., ist Inhaber der C. mit Sitz in D. Mit Gesuchen vom 4. Mai 2021, 

30. September 2021 und 1. Oktober 2021 (act. 2.21-29) beantragte er bei der Kantonspolizei 

von Appenzell Ausserrhoden um Ausnahmebewilligungen für einen 40mm Granatwerfer und 

ein Maschinengewehr, eine Handfeuerwaffe mit hoher Kapazität, ein Sturmgewehr SIG 553, 

drei Maschinengewehre und einen 40mm Granatwerfer, eine umgebaute Ordonnanz-

Seriefeuerwaffe (Stgw 90) sowie vier Waffenerwerbsscheine. Aufgrund von zwei hängigen 

Verfahren, welche zu einem Strafregistereintrag führen könnten, teilte die Kantonspolizei A. 

mit Verfügung vom 8. November 2021 (act. 2.30) mit, dass die Gesuche weiterverfolgt 

würden, sobald eines der bekannten Verfahren abgeschlossen worden sei und dieses zu 

 

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keinem Eintrag führe. Dabei verwies sie auf Art. 8 Abs. 2 lit. d des Bundesgesetzes über 

Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffengesetz, WG, SR 514.54).  

 

B. Mit Verfügung vom 16. Juni 2022 (act. 8.1.2) lehnte die Kantonspolizei die Gesuche ab. 

Begründet wurde die Verfügung damit, dass bei A. von einer latenten gemeingefährlichen 

Gesinnung im Sinne von Art. 8 Abs. 2 lit. d WG auszugehen sei.  

 

C. Dagegen liess A., vertreten durch RA AA., mit Eingabe vom 7. Juli 2022 (act. 8.1) beim 

Departement Inneres und Sicherheit Rekurs erheben u.a. mit dem Antrag, den Entscheid 

aufzuheben, sofern nicht dessen Nichtigkeit festgestellt werde. 

 

D. Mit Entscheid vom 11. Mai 2023 (act. 2.2) wies das Departement Inneres und Sicherheit den 

Rekurs ab.  

 

E. Gegen diesen Rekursentscheid liess A. (im Folgenden: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 

9. Juni 2023 (act. 1) mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren beim Obergericht Beschwerde 

erheben. 

 

F. Mit Schreiben vom 6. Juli 2023 (act. 6) und 18. Juli 2023 (act. 7) liessen sich das Departe-

ment Inneres und Sicherheit (im Folgenden: Vorinstanz) und die Kantonspolizei (im Folgen-

den: Verfügende Behörde) mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren zur Beschwerde 

vernehmen.  

 

G. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt, 

dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRPG, bGS 143.1) zur Behandlung der Beschwerde gegen den Rekursentscheid der 

Vorinstanz zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Rekursentscheids formell beschwert. 

Durch die Verweigerung der Bewilligungen für den Erwerb mehrerer Waffen ist er in schutz-

würdigen eigenen tatsächlichen und rechtlichen Interessen besonders berührt und daher zur 

 

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Beschwerde legitimiert (Art. 59 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

 

2. Beim Obergericht können mit Beschwerde in Verwaltungssachen grundsätzlich nur Rechts-

verletzungen (inbegriffen Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung und -unter-

schreitung) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 56 VRPG). Das Obergericht hat darüber hinaus volle Überprüfungsbefugnis, 

soweit dies im Gesetz vorgesehen ist oder wenn ein Entscheid an eine Bundesinstanz mit 

unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen werden kann. Ein Weiterzug an eine 

Bundesinstanz mit voller Kognition, welche auch die Ermessenskontrolle umfasst, ist vorlie-

gend nicht gegeben. Da eine volle Überprüfung auch nicht anderweitig gesetzlich vorgese-

hen ist, bleibt die Kognition des Obergerichts vorliegend auf die Rechts- und Sachverhalts-

kontrolle beschränkt. Hingegen kann der angefochtene Entscheid nicht auf Angemessenheit 

überprüft werden. 

 

3. Gemäss Art. 8 Abs. 1 WG benötigt einen Waffenerwerbschein, wer eine Waffe oder einen 

wesentlichen Waffenbestandteil erwerben will. Keinen Waffenerwerbsschein erhalten nach 

Art. 8 Abs. 2 WG Personen, die: a) das 18. Altersjahr noch nicht vollendet haben; b) unter 

umfassender Beistandschaft stehen oder durch eine vorsorgebeauftragte Person vertreten 

werden; c) zur Annahme Anlass geben, dass sie sich selbst oder Dritte mit der Waffe 

gefährden; d) wegen einer Handlung, die eine gewalttätige oder gemeingefährliche 

Gesinnung bekundet, oder wegen wiederholt begangener Verbrechen oder Vergehen im 

Privatauszug nach Art. 41 des Strafregistergesetzes vom 17. Juni 2016 erscheinen.  

 

3.1 Die verfügende Behörde begründete die Verweigerung der Gesuche damit, dass beim 

Beschwerdeführer von einer latenten gemeingefährlichen Gesinnung im Sinne von Art. 8 

Abs. 2 lit. d WG auszugehen sei (vgl. dazu auch die Vernehmlassung im Rekursverfahren 

vom 12. August 2022, act. 8.10). Die Vorinstanz stützt sich im angefochtenen Rekursent-

scheid ebenfalls primär auf den Hinderungsgrund von Art. 8 Abs. 2 lit. d WG. Es sei erstellt, 

dass der Beschwerdeführer im August 2021 wegen mehrfacher Übertretung des Waffenge-

setzes zu einer Busse verurteilt worden sei. Das weitere Strafverfahren betreffend Wider-

handlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG sei rechtskräftig einge-

stellt worden, da der Beschwerdeführer die Waffe nicht selbst verkauft habe. Das Strafver-

fahren wegen Drohung und übler Nachrede sei zufolge Rückzugs des Strafantrags ebenfalls 

rechtskräftig eingestellt worden. Dabei gelte es jedoch zu berücksichtigen, dass der 

Beschwerdeführer die genannten Handlungen und Aussagen im Grundsatz nicht bestreite. 

Auch das Untersuchungsamt E. habe ihn mit der Einstellungsverfügung auf die 

Verantwortung als Inhaber der Waffenhandelsbewilligung und Inhaber der C. hingewiesen. 

 

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Mit Blick auf die besondere Gefährlichkeit der vom Waffengesetz erfassten Gegenstände 

erscheine es ausserdem sachgerecht zu verlangen, dass Personen, die derartige 

Gegenstände besitzen wollten, sich als besonders zuverlässig erwiesen. Es sei der 

verfügenden Behörde darin zuzustimmen, dass die Handlungen, welche eine gewalttätige 

oder gemeingefährliche Gesinnung bekunden sollten, nach dem Willen des Gesetzgebers 

nicht zwingend Straftatbestände erfüllen müssten. Der Beschwerdeführer habe gemäss 

Aktenlage Drohungen ausgesprochen und hierbei unter anderem körperliche Gewalt 

angedroht, was von ihm nicht bestritten werde. Sodann habe er die Bestimmungen der 

Waffengesetzgebung nicht eingehalten bzw. seine Verantwortung als Inhaber eines entspre-

chenden Waffengeschäfts nicht wahrgenommen, indem eine Waffe an eine Person ohne 

Waffenerwerbsschein verkauft worden sei. Obschon diese Handlungen zu keiner strafrecht-

lichen Verurteilung geführt hätten, seien sie für die Bewilligung der diversen Waffenerwerbs-

gesuche zu berücksichtigen. In einer Gesamtbetrachtung und unter Berücksichtigung der 

Gesetzgebung (Art. 8 Abs. 2 WG), deren präventiven Charakter, der Lehre sowie der zitierten 

Rechtsprechung könne infolge des Verhaltens des Beschwerdeführers im Hinblick auf den 

Waffenerwerb von Waffen mit einem erhöhten Gefährdungspotential ein Hinderungsgrund 

nicht mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Damit habe die 

verfügende Behörde zurecht die Waffenerwerbsgesuche des Beschwerdeführers abgelehnt. 

 

3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er weder wegen einer Handlung, die eine 

gewalttätige oder gemeingefährliche Gesinnung bekunde, noch wegen wiederholt 

begangener Verbrechen oder Vergehen im Strafregister verzeichnet sei. Er habe die 

Drohungen zudem nicht eingestanden. Strafrechtlich gesehen gelte die Unschuldsver-

mutung. Jene Drohungen im Jahr 2020 hätten dann zu einer strafrechtlichen Verurteilung 

geführt, wenn er den Strafbefehl vom 9. Februar 2020 akzeptiert hätte. Zum Zeitpunkt des 

vorinstanzlichen Entscheids (11. Mai 2023) wäre der Beschwerdeführer selbst dann nicht 

mehr im Strafregister verzeichnet gewesen, wenn er den Strafbefehl akzeptiert hätte, weil er 

sich bewährt hätte. Wegen einer angeblichen Drohung vor nunmehr drei Jahren könne kein 

Hinderungsgrund i.S.v. Art. 8 Abs. 2 lit. c angenommen werden. Jene Übertretungsbusse im 

Strafbefehl vom 23. August 2021 sei zustande gekommen, weil der Beschwerdeführer es 

fahrlässig unterlassen habe, fristgerecht eine neue Bewilligung zu beantragen, sodass er 

sich im Zeitraum vom 21. Januar 2021 bis zum 16. Februar 2021 strafbar gemacht habe. Die 

Kasuistik zu Art. 8 Abs. 2 lit. c WG erstrecke sich auf Fälle, bei welchen es schon zu 

Drohungen mit Waffen gekommen sei, bei Geisteskranken, Suizidgefährdeten, Alkohol bzw. 

Drogensüchtigen etc., nicht aber bei einem Waffenhändler, welcher während gut drei 

Wochen aufgrund eines Fristversäumnisses nicht über die notwendigen Bewilligungen zum 

Besitz verfügt habe. Zur Einstellungsverfügung vom 2. August 2022: Der Ratschlag des UA 

E., seine Verantwortung als Inhaber der Waffenhandelsbewilligung und Inhaber der C. 

 

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bewusst wahrzunehmen, habe bisher im Kanton F. noch zu keinem Entzug der 

Waffenhandelsbewilligung geführt. Deshalb frage es sich, weshalb man diesen ausserkan-

tonalen behördlichen Ratschlag nun dem Beschwerdeführer als Waffenbesitzer im Kanton 

Appenzell Ausserrhoden als Selbst- und Fremdgefährdung i.S.v. Art. 8 Abs. 2 lit. c WG  

anlasten wolle.  

 

3.3 Soweit die Vorinstanzen, die Verweigerung der Bewilligungen mit dem Hinderungsgrund von 

Art. 8 Abs. 2 lit. d WG begründen, kann ihnen nicht gefolgt werden: Diese Norm enthält  

gemäss klarem Wortlaut zwei Hinderungsgründe: Zum einen die Eintragung im Strafregister 

wegen einer Handlung, die eine gewalttätige oder gemeingefährliche Gesinnung bekundet: 

Zum anderen die Eintragung im Strafregister wegen wiederholt begangener Verbrechen und 

Vergehen. Es bedarf damit klarerweise des Eintrags ins Strafregister (vgl. dazu auch den 

französischen und italienischen Wortlaut der Bestimmung: qui figurent sur l’extrait destiné 

aux particuliers selon l’art. 41 de la loi du 17 juin 2016 sur le casier judiciaire pour un acte 

dénotant un caractère violent ou dangereux ou pour la commission répétée de crimes ou de 

délit; in ragione di una condanna per reati che denotano carattere violento o pericoloso o per 

crimini o delitti commessi ripetutamente, figurano nell’estratto per privati secondo l’articolo 41 

della legge del 17 giugno 2016 sul casellario giudiziale). Die Voraussetzung des Straf-

registereintrags gemäss Art. 8 Abs. 2 lit. d WG wurde in der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung mehrfach bestätigt (Urteile des Bundesgerichts 2C_158/2011 vom 29. September 

2011 E. 3; 2C_125/2009 vom 4. August 2009 E. 3.3; 2C_797/2008 vom 30. April 2009 

E. 3.2.2; 2C_93/2007 vom 3. September 2007 E. 5.1). Damit trifft es nach Auffassung des 

Obergerichts entgegen der anderslautenden Ansicht von MICHAEL BOPP (in: Facincani/Sutter 

[Hrsg.], Kommentar Waffengesetz, 2017, N. 29 zu Art. 8 WG) nicht zu, dass Handlungen 

nach Art. 8 Abs. 2 lit. d WG, welche eine gewalttätige oder gemeingefährliche Gesinnung 

bekunden, nicht zwingend Straftatbestände erfüllen müssten. Zu einer anderen Auslegung 

gegen den Wortlaut lassen auch die Erläuterungen im Bundesblatt zu Art. 31 WG keine 

Rückschlüsse zu (BBl 1996 I 1072). Da das Strafregister keinen Eintrag zulasten des 

Beschwerdeführers enthält, kommt der Hinderungsgrund von Art. 8 Abs. 2 lit. d WG demzu-

folge vorliegend nicht zur Anwendung.  

 

4. 

4.1 Sowohl die Vorinstanz als auch die verfügende Behörde gelangten zum Schluss, dass beim 

Beschwerdeführer (auch) der Hinderungsgrund einer Selbst- oder Drittgefährdung gemäss 

Art. 8 Abs. 2 lit. c WG vorliegt. Diese Bestimmung ist im Lichte von Art. 1 Abs. 1 WG auszu-

legen. Demnach hat das Waffengesetz entsprechend Art. 107 Abs. 1 BV zum Zweck, die 

missbräuchliche Verwendung von Waffen zu bekämpfen (Urteile des Bundesgerichts 

2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.1; 2C_158/2011 vom 29. September 2011 E. 3.1; 

 

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2C_469/2010 vom 11. Oktober 2010 E. 3.6). Personen, die Waffen besitzen wollen, müssen 

mit Blick auf die erhöhten Gefahren, die von diesen Gegenständen ausgehen, besonders 

zuverlässig sein (Urteile des Bundesgerichts 2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.1; 

2C_1271/2012 vom 6. Mai 2013 E. 3.2; 2C_158/2011 vom 29. September 2011 E. 3.5). Das 

ist namentlich nicht der Fall bei Personen, die an einer psychischen oder geistigen Erkran-

kung leiden, alkoholabhängig sind oder suizidale Tendenzen aufweisen (Urteile des Bundes-

gerichts 2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.1; 2C_1163/2014 vom 18. Mai 2015 

E. 3.3; 2C_469/2010 vom 11. Oktober 2010 E. 3.6). Ob Anlass zur Annahme einer Selbst- 

oder Drittgefährdung im Sinne von Art. 8 Abs. 2 lit. c WG besteht, ist entscheidend nach dem 

Verhalten der betroffenen Person insgesamt und unter Würdigung aller relevanten Umstände 

zu beurteilen (Urteile des Bundesgerichts 2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.1; 

2C_1163/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.3; 2C_469/2010 vom 11. Oktober 2010 E. 3.6). Dabei 

hat die zuständige Behörde wie bei der Beschlagnahmung und Einziehung gemäss Art. 31 

Abs. 1 lit. b und Abs. 3 WG eine Prognose zum Risiko einer missbräuchlichen Verwendung 

der Waffe zu treffen (Urteile des Bundesgerichts 2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 

E. 3.2.1; 2C_1163/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.3; 2C_469/2010 vom 11. Oktober 2010 

E. 3.6). Weil die Verweigerung eines Waffenerwerbscheins gestützt auf Art. 8 Abs. 2 lit. c 

WG präventiven Charakter hat, sind an die von der ersuchenden Person ausgehenden 

Gefahren keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Gestützt auf konkrete Gegebenheiten 

muss jedoch eine sachlich begründbare, überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine Selbst- 

oder Drittgefährdung unter Verwendung einer Waffe vorliegen (Urteile des Bundesgerichts 

2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.1; 2C_93/2007 vom 3. September 2007 E. 5.2; 

MICHAEL BOPP, a.a.O, N. 16 zu Art. 8 WG). Die mit dem Entscheid über den Waffenerwerbs-

schein betraute Stelle ist dabei nicht an die Einschätzung von Strafverfolgungsbehörden  

gebunden. Namentlich darf ein strengerer Massstab angelegt werden, wenn es im Rahmen 

eines verwaltungsrechtlichen Verfahrens darum geht zu beurteilen, ob eine massgebliche 

Gefahr für eine missbräuchliche Verwendung der Waffe besteht (Urteile des Bundesgerichts 

2C_444/2017 vom 19. Februar 2018 E. 3.2.1; 2C_469/2010 vom 11. Oktober 2010 E. 3.6). 

 

4.2 Aus dem angefochtenen Entscheid geht nicht hervor, gestützt auf welche Sachverhaltsele-

mente die Vorinstanz (auch) von einem Hinderungsrund gemäss Art. 8 Abs. 2 lit. c WG 

ausgegangen ist. Wie der Beschwerdeführer zutreffend argumentiert, können selbstredend  

weder die Übertretungsbusse im Strafbefehl vom 23. August 2021 (act. 2.15) noch die 

Einstellungsverfügung vom 2. August 2022 (act. 2.34) solche Gründe bilden. Aus den Akten 

ergibt sich auch nicht, dass der Beschwerdeführer die Neigung besitzt, von ihm erworbene 

Waffen illegal bzw. unter Umgehung der Schranken von Art. 8 Abs. 2 WG an andere 

Personen weiterzugeben, welche ihrerseits damit Dritte gefährden, womit allenfalls der 

Hinderungsgrund von Art. 8 Abs. 2 lit. c WG vorliegen würde (Urteil des Bundesgerichts 

 

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2A.546/2004 vom 4. Februar 2005 3.3.1). Damit bleibt einzig die im Strafbefehl vom 

9. Februar 2021 vorgeworfene Drohung (act. 2.12 und 2.14). Der Vorfall führte jedoch nicht 

zu einer Verurteilung, da der entsprechende Strafantrag vom Adressat der Drohung 

zurückgezogen und das Strafverfahren vom Kantonsgericht mit Verfügung vom 

22. Dezember 2021 eingestellt wurde (act. 2.31 und 2.32). Die mutmassliche Drohung stand 

zudem offenkundig im Zusammenhang mit der ausgesprochenen Kündigung, woraus dem 

Beschwerdeführer nicht ohne weiteres ein erhebliches Aggressionspotential mit periodischen 

Wutausbrüchen attestiert werden kann. In den Akten gibt es keine Anhaltspunkte, dass der 

Beschwerdeführer bisher konkret Personen oder sich selbst mit Waffen bedroht oder verletzt 

hat oder dass er seine Waffen in einer Weise einsetzen wird, die für ihn selbst oder für andere 

gefährlich ist. Auch für eine Beeinträchtigung des psychischen Zustands oder eine 

Suchterkrankung des Beschwerdeführers lassen sich weder den Akten noch den 

vorinstanzlichen Entscheiden Hinweise entnehmen (vgl. dazu auch Art. 52 Abs. 1 lit. c der 

Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition, Waffenverordnung, WV, 

SR 514.541). Die Vorinstanz scheint zudem zu verkennen, dass es für das Vorliegen eines 

Hinderungsgrunds im Sinne von Art. 8 Abs. 2 lit. c WG nicht genügt, dass ein solcher nicht 

mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann; sondern es muss 

gestützt auf konkrete Gegebenheiten eine sachlich begründbare, überwiegende Wahrschein-

lichkeit für eine Selbst- oder Drittgefährdung unter Verwendung einer Waffe vorliegen. Wäre 

im vorliegenden Fall tatsächlich eine solche Wahrscheinlichkeit einer Selbst- und 

Drittgefährdung zu bejahen, hätten die Vorinstanzen konsequenterweise auch eine 

Beschlagnahmung allfälliger Waffen im Besitz des Beschwerdeführers zu prüfen (vgl. dazu 

Art. 31 Abs. 1 lit. b WG) und beim Kanton F. einen Entzug der Betriebsbewilligung 

beantragen müssen. Die Betriebsbewilligung wurde jedoch offensichtlich von der 

Kantonspolizei G. am 1. Februar 2023 vorbehaltlos verlängert, wobei von dieser keine 

Hinderungsgründe festgestellt wurden (act. 2.35). In Anbetracht dieser Umstände besteht 

seitens der Vorinstanzen nicht mehr als ein vager, nicht substantiierter Verdacht der 

Drittgefährdung. Die im Jahr 2021 mutmasslich ausgesprochene Drohung vermag für sich 

allein noch keine erhebliche bzw. überwiegende Wahrscheinlichkeit einer Selbst- oder 

Drittgefährdung und damit die Verweigerung der ersuchten Bewilligungen zu begründen. 

Damit ist auch der Hinderungsgrund von Art. 8 Abs. 2 lit. c WG zu verneinen. 

 

5. Demzufolge kommt das Obergericht zum Schluss, dass die Vorinstanzen beim 

Beschwerdeführer zu Unrecht von einem Hinderungsgrund im Sinne von Art. 8 Abs. 2 WG 

ausgegangen sind. In Gutheissung der Beschwerde ist der vorinstanzliche Rekursentscheid 

vom 11. Mai 2023 damit aufzuheben und die Kantonspolizei anzuweisen, die Gesuche vom 

4. Mai 2021, 30. September 2021 und 1. Oktober 2021 weiter zu behandeln bzw. bei der 

Erfüllung der Voraussetzungen die entsprechenden Bewilligungen zu erteilen.   

 

Seite 9 

6. Nach Art. 19 Abs. 3 i.V.m. Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor Obergericht 

gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf dessen Rechtsmit-

tel nicht eingetreten wird. Für dieses Verfahren wird eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- 

erhoben, welche ausgangsgemäss der Vorinstanz auferlegt wird, wobei in Anwendung von 

Art. 22 Abs. 1 VRPG auf die Erhebung zu verzichten ist. Die Gerichtskasse ist anzuweisen, 

dem Beschwerdeführer den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zurückzuvergüten. 

 

7. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine 

Entschädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Die Parteientschädigung geht 

zulasten der unterliegenden Partei. Aus Billigkeitsgründen kann sie auch der Staats- oder 

Gemeindekasse auferlegt werden (Art. 59 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 VRPG). Ausgangsgemäss ist 

dem Entschädigungsbegehren des Beschwerdeführers, zu entsprechen. Die Entschädigung 

setzt sich zusammen aus einem Honorar und den Barauslagen; die Mehrwertsteuer wird als 

Zuschlag in Rechnung gestellt (Art. 3 der Verordnung über den Anwaltstarif, AT, 

bGS 145.53). In Verfahren vor dem Obergericht in Verwaltungssachen wird das Honorar 

pauschal festgelegt (Art. 13 Abs. 1 lit. c AT) und beträgt Fr. 1'000.-- bis Fr. 10'000.-- (Art. 16 

Abs. 1 AT). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens richtet sich das Honorar 

nach den besonderen Umständen des Falles. In Betracht fallen namentlich Art und Umfang 

der Bemühungen, die Schwierigkeiten des Falles sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der 

Beteiligten (Art. 17 AT). Grundsätzlich kann die mögliche Bandbreite der Honorare unterteilt 

werden in  

 

a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von  

Fr. 1‘000.-- bis zu Fr. 4‘000.-- zu sprechen ist;  

b) mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder Sachverhaltsfragen 

betreffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten, in denen ein Honorar in 

der Grössenordnung von Fr. 4‘000.-- bis Fr. 7‘000.-- angemessen erscheint; und  

c) schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in denen 

überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und umfangreiche  

Akten zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7‘000.-- bis Fr. 10‘000.--, bzw. in 

aussergewöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15‘000.-- rechtfertigt. 

 

 Vorliegend ist die Entschädigung innerhalb des für die erste Fallgruppe - mit einfachen 

Rechtsfragen und unterdurchschnittlichem Aufwand - geltenden Rahmens von bis zu 

Fr. 4'000.-- festzulegen. Dem Aufwand und den Anforderungen angemessen erscheint ein 

Honorar in der Höhe von Fr. 2'000.--. Hinzu kommen die Barauslagen von pauschal 4% und 

 

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die Mehrwertsteuer von 7.7%, was insgesamt zu einer Entschädigung von Fr. 2'240.15 zu-

gunsten des Beschwerdeführers führt. Diese ist ausgangsgemäss der Vorinstanz aufzuerle-

gen.  

 

8. Aufgrund der Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids obsiegt der Beschwerdeführer 

nachträglich im Rekursverfahren. Die Sache ist infolgedessen in Bezug auf die Neuverlegung 

der Kosten und Entschädigungen des Rekursverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

  

 

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Das Obergericht erkennt: 
 
 
1. In Gutheissung der Beschwerde von A. wird der Rekursentscheid des Departements Inneres 

und Sicherheit vom 11. Mai 2023 aufgehoben und die Kantonspolizei von Appenzell 
Ausserrhoden angewiesen, die Gesuche des Beschwerdeführers vom 4. Mai 2021, 
30. September 2021 und 1. Oktober 2021 weiter zu behandeln.  

 
 
2. Für das Beschwerdeverfahren wird eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- festgesetzt, wel-

che auf die Staatskasse genommen wird.  
 
 
3. Die Gerichtskasse wird angewiesen, dem Beschwerdeführer den Kostenvorschuss von 

Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten. 
 
 
4. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschä-

digung von Fr. 2'240.15 (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen. 
 
 
5. Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und Parteientschädigung des Rekursverfah-

rens an die Vorinstanz zurückgewiesen. 
 
 
6. Rechtsmittel: 
 Gegen diesen Zwischenentscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden, wenn er einen nicht wieder 
gutzumachenden Nachteil bewirken könnte oder wenn die Gutheissung der Beschwerde 
sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit und 
Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 82 ff. Bundesgerichts-
gesetz, BGG, SR 173.110, Art. 93 BGG). Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungs-
beschwerde gegeben (Art. 113 ff. BGG). In beiden Fällen ist die Beschwerde beim 
Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, 
schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid 
sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 
42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 

7. Mitteilung an: 

- RA AA., mit Gerichtsurkunde 

- Departement Inneres und Sicherheit, mit Gerichtsurkunde 

- Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden, mit Gerichtsurkunde 

 
nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist an: 

- Gerichtskasse (im Dispositiv), interne Post 

 
 
  

 

Seite 12 

Im Namen der 4. Abteilung des Obergerichts 
 
 

Der Obergerichtspräsident:  

 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Gerichtsschreiber:   

 

 

 

lic. iur. Daniel Hofmann 

 
 
 
 
versandt am: 6. November 2023