# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48bc27cd-3e2d-553d-af14-3a691ba5ed3a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2025 F-1503/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1503-2023_2025-11-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1503/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 5    

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richter Sebastian Kempe,  

Richterin Aileen Truttmann,    

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 
 

 
 

Parteien 
 A.______, 

vertreten durch lic. iur. Simone Thöni,  

Rechtskraft Advokatur,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung;  

Verfügung des SEM vom 22. Februar 2023. 

 

 

 

F-1503/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die chinesische Staatsangehörige A._______ (geb. 1974) reiste im De-

zember 2011 von Deutschland herkommend in die Schweiz ein. Am 9. Ja-

nuar 2012 heiratete sie den Schweizer Staatsangehörigen B._______ 

(geb. 1963). Im April 2012 wurde der gemeinsame Sohn C._______ gebo-

ren. Die Familie lebte bis Ende Dezember 2015 in D._______ (Kanton 

E._______) und zog im Januar 2016 nach F._______. 

B.  

B.a Am 9. Januar 2017 ersuchte A._______ aufgrund der Ehe mit 

B._______ um erleichterte Einbürgerung. Die Ehegatten unterzeichneten 

am 9. Januar 2017 respektive am 20. Dezember 2018 eine Erklärung, mit 

welcher sie ihr Zusammenleben in einer tatsächlichen, ungetrennten und 

stabilen Ehegemeinschaft ohne Trennungs- oder Scheidungsabsichten be-

kräftigen. 

B.b Die Beschwerdeführerin wurde am 27. Dezember 2018 – rechtskräftig 

am 3. Februar 2019 – erleichtert eingebürgert.  

B.c Zwecks Überprüfung der Rechtsmässigkeit der Einbürgerung bat die 

Vorinstanz das Personenmeldeamt der Stadt F._______ am 29. Juni 2020 

um Auskunft, ob die Ehegatten nach wie vor an der gleichen Adresse ge-

meldet seien beziehungsweise ob die Ehe getrennt oder geschieden wor-

den sei. Das Personenmeldeamt teilte am 1. Juli 2020 mit, dass B._______ 

am 1. März 2020 von der gemeinsamen Adresse weggezogen sei. Am 24. 

Mai 2022 bat die Vorinstanz das Personenmeldeamt mitzuteilen, an wel-

cher Adresse die Ehegatten mittlerweile gemeldet seien oder ob die Ehe 

getrennt oder geschieden worden sei. Das Personenmeldeamt informierte 

die Vorinstanz am 25. Mai 2022 darüber, dass B._______ an der ehemals 

gemeinsamen Adresse gemeldet sei und dass A._______ mittlerweile an 

einer anderen Adresse wohne.  

B.d Am 8. Juni 2022 informierte die Vorinstanz A._______ über die Eröff-

nung eines Verfahrens um Nichtigerklärung ihrer erleichterten Einbürge-

rung. Sie nahm am 21. Juni 2022 zur beabsichtigten Nichtigerklärung Stel-

lung. B._______ beantwortete die Fragen der Vorinstanz betreffend Nich-

tigerklärung am 30. Dezember 2022, wozu A._______ ihrerseits am 31. 

Januar 2023 Stellung nahm. 

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Seite 3 

B.e Am 22. Februar 2023 erklärte die Vorinstanz die am 27. Dezember 

2018 erfolgte erleichterte Einbürgerung von A._______ für nichtig. 

C.  

C.a Gegen die Verfügung vom 22. Februar 2023 liess A._______ (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) am 15. März 2023 Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht erheben und deren vollumfängliche Aufhebung bean-

tragen. Das Schweizer Bürgerrecht sei ihr zu belassen. Eventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

C.b Mit Vernehmlassung vom 3. Mai 2023 schloss die Vorinstanz auf Ab-

weisung der Beschwerde. 

C.c Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 20. Juli 2023 an Begeh-

ren und Begründung fest. 

C.d Am 28. August 2023 leitete die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsge-

richt ein Schreiben von B._______ betreffend die Nichtigerklärung der er-

leichterten Einbürgerung der Beschwerdeführerin weiter, wozu die Be-

schwerdeführerin am 25. Oktober 2023 Stellung nahm und an ihren Be-

gehren und deren Begründung wiederum festhielt. Die Vorinstanz ihrer-

seits liess sich weder zum Schreiben noch zur Stellungnahme vernehmen. 

C.e Mit Eingabe vom 17. Januar 2024 reichte die Beschwerdeführerin ein 

neues Beweismittel zu den Akten, wozu die Vorinstanz am 21. Februar 

2024 Stellung nahm. Die Beschwerdeführerin äusserte sich am 

8. Mai 2024 zur Stellungnahme der Vorinstanz. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Mit dem Inkrafttreten des neuen Bundesgesetzes vom 20. Juni 2014 über 

das Schweizer Bürgerrecht (BüG; SR 141.0) am 1. Januar 2018 wurde das 

Bundesgesetz vom 29. September 1952 über Erwerb und Verlust des 

Schweizer Bürgerrechts (aBüG; AS 1952 1087) aufgehoben (vgl. Art. 49 

BüG i.V.m. Ziff. I seines Anhangs). Erwerb und Verlust des Schweizer Bür-

gerrechts richten sich nach dem Recht, das bei Eintritt des massgebenden 

Tatbestandes in Kraft steht bzw. stand (Art. 50 Abs. 1 BüG). Nach der 

Rechtsprechung ist demzufolge jenes Recht anwendbar, das zum 

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Seite 4 

Zeitpunkt der Unterzeichnung der Erklärung betreffend die eheliche Ge-

meinschaft beziehungsweise der Einbürgerung gilt respektive galt (vgl. Ur-

teil des BGer 1C_619/2024 vom 2. Mai 2025 E. 3.1). Vorliegend unterzeich-

neten die Ehegatten die Erklärung betreffend die eheliche Gemeinschaft 

am 20. Dezember 2018 und die Beschwerdeführerin wurde mit Verfügung 

vom 27. Dezember 2018, die am 3. Februar 2019 in Rechtskraft erwuchs, 

erleichtert eingebürgert. Damit sind hier grundsätzlich die Bestimmungen 

des BüG massgebend. Materiell entspricht Art. 36 Abs. 1 BüG in seiner 

heute gültigen Fassung Art. 41 Abs. 1 aBüG, weshalb diese Unterschei-

dung letztlich ohne Belang ist (vgl. statt vieler Urteile des BGer 

1C_619/2024 vom 2. Mai 2025 E. 3.1; 1C_30/2024 vom 6. Mai 2024 E. 3.1, 

6.3; 1C_168/2023 vom 30. Oktober 2023 E. 2; 1C_378/2021 vom 8. No-

vember 2021 E. 3.2).  

2.  

2.1 Verfügungen des SEM über die Nichtigerklärung einer erleichterten 

Einbürgerung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt (47 Abs. 1 BüG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

2.3 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfü-

gung zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren 

das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2020 VII/4 E. 2.2). 

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4.  

Insofern die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht rügt, die Vorinstanz 

habe durch mangelhafte Aktenführung ihren Anspruch auf rechtliches Ge-

hör verletzt, indem letztere die Akten des Eheschutz- beziehungsweise 

Ehescheidungsverfahrens, auf welche diese einen Grossteil ihrer Argu-

mentation stütze, ohne Kopien anzufertigen an das Bezirksgericht 

F._______ zurückgeschickt habe, ist Folgendes festzuhalten: Gemäss 

ständiger Rechtsprechung unterstehen grundsätzlich alle Dokumente, wel-

che zu einem Verfahren gehören respektive zu diesem Zweck erstellt oder 

beigezogen werden, dem Akteneinsichtsrecht. Somit werden auch Akten 

anderer Behörden nach Aufnahme in das Aktenverzeichnis zum Gegen-

stand des Verfahrens und unterliegen damit grundsätzlich der Einsicht (vgl. 

BGE 129 I 249 E. 4.2; Urteil des BVGer A-5275/2015, A-5278/2015 vom 4. 

November 2015 E. 8.8.2.1 m.w.H.). Vorliegend wurden die entsprechenden 

Akten von der Vorinstanz ins Verzeichnis aufgenommen und sind ab die-

sem Zeitpunkt zu Akten des SEM geworden. Sodann bezieht sich das Ak-

teneinsichtsrecht auf sämtliche verfahrensbezogene Akten, die geeignet 

sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Für die Beschwerdeführerin war 

aus dem Aktenverzeichnis auch in keiner Weise ersichtlich, warum die Ak-

ten des Bezirksgerichts ihr nicht zugestellt worden sind. Damit hat die Vo-

rinstanz das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt. Angesichts 

einer möglichen Heilung der begangenen Gehörsverletzung sowie des ma-

teriell auf Gutheissung lautenden Verfahrensausgangs erübrigen sich je-

doch an dieser Stelle Weiterungen zu den formellen Rügen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 aBüG kann eine ausländische Person nach der 

Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 

Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-

wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Ge-

meinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt. In allgemeiner, für alle For-

men der erleichterten Einbürgerung geltender Weise setzt Art. 26 Abs. 1 

aBüG voraus, dass die ausländische Person in der Schweiz integriert ist 

(Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die in-

nere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Sämtli-

che Einbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl bei Einreichung des 

Gesuchs als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt 

es im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemein-

schaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden 

(BGE 140 II 65 E. 2.1 m.H.; Urteil des BGer 1C_30/2024 vom 6. Mai 2024 

E. 3.2). 

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5.2 Die Einbürgerung kann gemäss Art. 36 Abs. 1 BüG vom SEM nichtig 

erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung er-

heblicher Tatsachen erschlichen worden ist. Das blosse Fehlen der Einbür-

gerungsvoraussetzungen genügt nicht. Die Nichtigerklärung der Einbürge-

rung setzt vielmehr voraus, dass diese "erschlichen", das heisst mit einem 

unlauteren und täuschenden Verhalten erwirkt worden ist. Arglist im Sinne 

des strafrechtlichen Betrugstatbestands ist nicht erforderlich. Immerhin ist 

notwendig, dass die betroffene Person bewusst falsche Angaben macht 

bzw. die Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den 

Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, diese über eine erhebliche 

Tatsache zu informieren (BGE 140 II 65 E. 2.2; Urteil des BGer 1C_30/2024 

vom 6. Mai 2024 E. 3.3, wonach unter neuem Recht auf die Rechtspre-

chung zu Art. 41 Abs. 1 aBüG verwiesen werden kann).  

5.3 Die Möglichkeit der Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung 

geht durch Zeitablauf unter (Art. 36 Abs. 2 BüG; vgl. Urteil des BGer 

1C_513/2023 vom 13. März 2024 E. 2.3). Die Vorinstanz ist am 2. Juli 2020 

über den Wegzug des Ehemannes aus der gemeinsamen Wohnung in 

Kenntnis gesetzt worden und hat am 8. Juni 2022 das Nichtigkeitsverfah-

ren eröffnet. Am 22. Februar 2023 wurde die erleichterte Einbürgerung der 

Beschwerdeführerin für nichtig erklärt. Dementsprechend sind sowohl die 

relative zweijährige wie auch die absolute achtjährige Verwirkungsfrist (vgl. 

Urteile des BGer 1C_156/2015 vom 15. Juni 2015 E. 2.5; 5A.18/2002 vom 

28. Oktober 2002; je m.w.H.) eingehalten. Die formellen Voraussetzungen 

für die Nichtigerklärung sind somit erfüllt. 

6.  

6.1 Im Verfahren betreffend Nichtigerklärung der erleichterten Einbürge-

rung hat die Behörde zu untersuchen (vgl. Art. 12 VwVG), ob die Ehe im 

massgeblichen Zeitpunkt der Gesuchseinreichung und der Einbürgerung 

intakt und auf die Zukunft gerichtet war, wobei die eingebürgerte Person 

bei der Sachverhaltsabklärung mitwirkungspflichtig ist. Da die Nichtigerklä-

rung in die Rechte der betroffenen Person eingreift, liegt die Beweislast bei 

der Behörde (vgl. Art. 8 ZGB). Allerdings geht es in der Regel um innere, 

dem Kern der Privatsphäre zugehörige Sachverhalte, die der Behörde 

nicht bekannt und einem direkten Beweis naturgemäss kaum zugänglich 

sind. Sie können regelmässig nur indirekt durch Indizien erschlossen wer-

den. Die Behörde kann sich darüber hinaus auch veranlasst sehen, von 

bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungs-

folge) zu schliessen (vgl. BGE 135 II 161 E. 3; 130 II 482 E. 3.2; Urteil des 

BGer 1C_30/2024 vom 6. Mai 2024 E. 3.4). 

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6.2 Die natürliche Vermutung gehört zur freien Beweiswürdigung (Art. 19 

VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]). Sie stellt eine Beweiserleichterung dar, 

indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter Schlüssigkeit mögli-

che Beweisführung unterstützt wird. Eine Umkehr der Beweislast hat sie 

nicht zur Folge. Wenn daher bestimmte Tatsachen – beispielsweise die 

Chronologie der Ereignisse – die natürliche Vermutung begründen, die Ehe 

sei zum massgebenden Zeitpunkt nicht mehr intakt gewesen, muss die be-

troffene Person nicht den Beweis für das Gegenteil erbringen. Sie bringt 

die natürliche Vermutung bereits mit dem Gegenbeweis zu Fall (HANS PE-

TER WALTER, Berner Kommentar, 2012, N. 476 zu Art. 8 ZGB). Hierfür ge-

nügt es, dass die betroffene Person einen Grund anführt, der es dem Ge-

richt plausibel erscheinen lässt, dass die Ehe im Zeitpunkt der Erklärung 

zur ehelichen Gemeinschaft noch intakt war und sie die Behörde demzu-

folge nicht getäuscht hat. Bei diesem Grund kann es sich um ein ausseror-

dentliches, nach der erleichterten Einbürgerung eingetretenes Ereignis 

handeln, das zum raschen Scheitern einer vormals intakten Ehe führte. 

Oder die betroffene Person kann plausibel darlegen, dass sie die Ernsthaf-

tigkeit ehelicher Probleme nicht erkannte und den wirklichen Willen hatte, 

mit dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in einer stabilen ehelichen 

Gemeinschaft zu leben (vgl. BGE 135 II 161 E. 3; Urteil des BGer 

1C_619/2024 vom 2. Mai 2025 E. 3.4; Urteile des BVGer F-3538/2023 vom 

8. November 2024 E. 7.2). 

7.  

7.1 Die Vorinstanz geht im Kern davon aus, die erwähnte natürliche Ver-

mutungsfolge greife und die Beschwerdeführerin habe den Nichtigkeits-

grund des Verheimlichens erheblicher Tatsachen im Sinne von Art. 36 BüG 

gesetzt:  

7.1.1 Zwar habe die Ehe zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem 

schweizerischen Ex-Ehemann ab dem Zeitpunkt der Eheschliessung, am 

9. Januar 2012, bis zur rechtskräftig erleichterten Einbürgerung am 3. Feb-

ruar 2019 während sieben Jahren und einem Monat bestanden. Sie sei 

aber bereits von Beginn an konfliktbehaftet gewesen, weswegen das Paar 

im Jahr 2013 eine Therapie begonnen habe. Nach der Einreichung des 

Einbürgerungsgesuchs am 9. Januar 2017 habe die Beschwerdeführerin 

einen Monat später, am 10. Februar 2017 das erste Eheschutzbegehren 

gestellt, worüber sie die Vorinstanz nicht in Kenntnis gesetzt habe. Die Re-

levanz dieser nachträglichen Änderung der Verhältnisse für das Einbürge-

rungsverfahren sowie die Pflicht, die Behörden darüber zu informieren, 

seien ihr bekannt gewesen. Aus den Scheidungsakten gehe hervor, dass 

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das Eheschutzbegehren am 13. März 2017 zurückgezogen worden sei. 

Erst nachdem die Beschwerdeführerin am 21. August 2017 ein zweites 

Eheschutzbegehren gestellt habe, habe sie die Vorinstanz beziehungs-

weise die kantonale Behörde am 27. September 2017 darüber informiert, 

dass sie das Einbürgerungsverfahren nicht fortsetzen wolle. Der von ihr 

geltend gemachte wiederhergestellte Ehewille nach Therapieaufnahme 

des Ehemannes im September 2017 könne nicht nachvollzogen werden. 

In der Folge habe sie am 4. Oktober 2017 um Weiterbehandlung des Ein-

bürgerungsgesuches gebeten, da nunmehr keine Trennungsabsichten 

mehr bestanden hätten und sich die Situation stabilisiert habe. Parallel 

dazu habe sie jedoch lediglich um Sistierung des Eheschutzverfahrens er-

sucht. Formell zurückgezogen habe sie das zweite Eheschutzbegehren 

erst am 25. November 2017, nachdem das Einbürgerungsverfahren bereits 

wieder aufgenommen worden sei. In Kenntnis der tatsächlichen Gegeben-

heiten wäre das Einbürgerungsverfahren jedoch frühestens nach Rückzug 

des zweiten Eheschutzbegehrens im November 2017 wiederaufgenom-

men worden. Das dritte Eheschutzbegehren sei schliesslich am 24. Mai 

2019 – und damit knapp vier Monate nach ihrer rechtskräftigen Einbürge-

rung – gestellt worden. Ein erster Auszug des Ex-Ehemannes aus der ge-

meinsamen Wohnung sei per 1. März 2020 erfolgt. Am 1. Juli 2020 hätten 

die Eheleute das Zusammenleben bis zum September 2021 wieder aufge-

nommen, woraufhin am 20. Dezember 2021 das gemeinsame Scheidungs-

begehren eingereicht worden sei und am 10. Mai 2022 die Scheidungsver-

handlung stattgefunden habe. Die Ex-Ehegatten hätten am 9. Januar 2017 

und am 20. Dezember 2018 eine Erklärung unterschrieben, wonach sie in 

einer tatsächlichen, ungetrennten und stabilen Ehegemeinschaft zusam-

menleben würden. Diese Erklärung sei vorbehaltlos unterzeichnet worden. 

Die Beschwerdeführerin habe damit gegenüber der Vorinstanz den Ein-

druck einer mehrjährigen und intakten ehelichen Gemeinschaft vermitteln 

wollen.  

7.1.2 Zwischen Februar 2017 und Mai 2019 seien jedoch drei Eheschutz-

begehren gestellt worden und aus den Akten gehe weiter hervor, dass be-

reits im Jahr 2013 ein Paartherapie aufgenommen worden sei und Hin-

weise auf erhebliche Eheprobleme seit dem Jahr 2015 bestanden hätten. 

Eine 2014 durchgeführte Abtreibung durch die Beschwerdeführerin habe 

gemäss Aussagen beider Ex-Ehegatten zu erheblichen Konflikten geführt. 

Gegen die Zukunftsgerichtetheit der Ehe im Zeitpunkt der Einbürgerung 

spreche auch, dass die Beschwerdeführerin gemäss E-Mails in den Ehe-

akten (Akten des Bezirksgerichts F._______ betreffend Ehescheidung) im 

Jahr 2017 und nach der Einbürgerung sämtliche Bemühungen ihres Ex-

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Seite 9 

Ehemannes, die Ehe mithilfe von Mediationsterminen zu retten, untergra-

ben habe. Dies, indem sie ihrerseits Termine teilweise kurzfristig abgesagt 

habe sowie aufgrund des Umstands, dass sie gemäss eigener Aussage 

kaum mit ihrem Ex-Ehemann über die Trennung bzw. Scheidung gespro-

chen habe und die diesbezügliche Kommunikation über die Rechtsvertre-

tung erfolgt sei. Es sei nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin ernst-

haft versucht habe an den Beziehungsproblemen zu arbeiten. Das Fehlen 

von Rettungsversuchen würde verdeutlichen, dass die Auflösungserschei-

nungen in der Ehe bereits vor der Einbürgerung ihren Lauf genommen hät-

ten. Dementsprechend sei davon auszugehen, dass die Ehe seit 2013, 

spätestens aber seit 2017 erheblich belastet gewesen sei, woraus die na-

türliche Vermutung abgeleitet werden dürfe, dass die eheliche Gemein-

schaft bereits im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung nicht mehr die 

vom Gesetz verlangte Stabilität, Intaktheit und Zukunftsgerichtetheit aufge-

wiesen habe.  

7.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet sowohl das Greifen der natürlichen 

Vermutungsfolge als auch den von der Vorinstanz ins Feld geführten Nich-

tigkeitsgrund: 

7.2.1 Zusammengefasst hätten sie und ihr Ex-Ehemann sich erstmals rund 

vier Monate nach ihrer Einbürgerung getrennt. Sie habe am 24. Mai 2019 

ein Eheschutzgesuch beim Bezirksgericht F._______ eingereicht und da-

nach ab dem 1. März 2020 von ihrem Ex-Ehemann getrennt gelebt. Nach-

dem sie sich wieder versöhnt hätten, hätten sie indes ab dem 1. Juli 2020 

erneut zusammengelebt, bevor sie im September 2021 ihren Ehewillen de-

finitiv aufgegeben hätten. Seither tobe ein «Rosenkrieg» vor dem Bezirks-

gericht F._______, was aus den Gerichtsakten ersichtlich werde und ein 

Grund dafür sei, dass die Aussagen des Ex-Ehemannes mit Vorsicht zu 

werten seien. Bis der Punkt erreicht sei, an welchem eine Ehe augenfällig 

als gescheitert betrachtet werden müsse, bedürfe es einer gewissen Zeit. 

Die natürliche Vermutung sei umso greifbarer, je kürzer die Zeitspanne zwi-

schen dem Einbürgerungszeitpunkt und der Trennung der Ehegatten be-

ziehungsweise der Einleitung der Scheidung ausfalle. Die aktuelle Recht-

sprechung gehe von einer hinreichend raschen chronologischen Verket-

tung der Ereignisse aus, wenn zwischen dem Einbürgerungszeitpunkt und 

der Trennung der Ehegatten beziehungsweise Einleitung der Scheidung 

bis zu 20 Monate vergingen, wobei der Schwerpunkt bei einigen wenigen 

Monaten liege. Als nicht mehr ausreichend seien 23 beziehungsweise 24 

Monate betrachtet worden. Vorliegend sei sie im Dezember 2018 einge-

bürgert worden, die definitive Trennung sei schliesslich Ende September 

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Seite 10 

2021 erfolgt. Somit liege eine Dauer von rund 21 Monaten zwischen Ein-

bürgerung und definitiver Trennung vor, was bereits nicht mehr im zeitli-

chen Rahmen für die natürliche Vermutung liege. Sie habe gegenüber der 

Vorinstanz vergeblich versucht klar zu machen, dass ihr Ex-Ehemann unter 

psychischen Problemen leide und dies bereits zum Zeitpunkt der Heirat der 

Fall gewesen sei. Der Grund dafür sei dessen schwere Kindheit. Deswe-

gen sei bereits 2013 eine Ehetherapie in Anspruch genommen worden. Die 

Ehe sei jedoch nicht stetig dadurch belastet gewesen. Auf schwierige Zei-

ten seien immer wieder sehr schöne und entspannte Monate, gar Jahre 

gefolgt. Die psychischen Probleme des Ehemannes hätten erstmals 2017 

in einem Mass zugenommen, welches eine dringende Intervention nötig 

gemacht habe. Im August respektive September 2017 habe der Ex-Ehe-

mann eine psychotherapeutische Behandlung begonnen. Daraufhin sei er 

plötzlich viel ruhiger und verständnisvoller gewesen und sie hätten sich 

wieder versöhnt, weshalb sie das damals hängige Eheschutzgesuch zu-

rückgezogen habe. Der Vorwurf der Vorinstanz, sie habe mitgeteilt, das 

Eheschutzgesuch sei zurückgezogen statt nur sistiert, sei im Übrigen auf 

ein Missverständnis zurückzuführen. Tatsächlich habe ihr die Rechtsver-

tretung im Eheschutzverfahren Bedenkzeit verschaffen wollen, was ihr da-

mals so nicht bewusst gewesen sei. Sie selber sei sich ihres Entscheides, 

es nochmals mit ihrem Ex-Ehemann zu versuchen, von Anfang an sicher 

gewesen. Ihre Ehe sei damit nicht spätestens «ab 2017 erheblich belastet» 

gewesen.  

7.2.2 Die durch die psychische Erkrankung des Ex-Ehemannes vorüber-

gehend hervorgerufene Belastung sei durch die endlich in die Wege gelei-

tete Behandlung gemindert worden, weshalb eine Weiterführung der Ehe 

möglich gewesen sei. Die Krankheit sei gut behandelbar gewesen, bis sich 

im Frühjahr 2019 beim Ex-Ehemann eine derart starke Depression entwi-

ckelt habe, die ihr keine andere Wahl gelassen habe, als ein Eheschutzge-

such zu stellen, da das Zusammenleben zum damaligen Zeitpunkt nicht 

mehr möglich gewesen sei. Dieses Mal habe sie die Trennung durchgezo-

gen, weshalb ihr Ex-Ehemann per 1. März 2020 aus der gemeinsamen Ei-

gentumswohnung ausgezogen sei. Einige Monate später habe sich ein er-

neuter Behandlungserfolg eingestellt, sodass sie bereit gewesen sei, sich 

als Paar und Familie eine neue Chance zu geben. In der Folge hätten sie 

von Juli 2020 bis September 2021 zusammengelebt, was vom Ex-Ehe-

mann selber «als die überhaupt beste Zeit zusammen» beschrieben 

werde. Auch die Rechtsvertretung des Ex-Ehemannes im Ehescheidungs-

verfahren habe sich denn auch dahingehend geäussert, dass das Zusam-

menleben für ungefähr zwei Jahre respektive das eheliche Leben 

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Seite 11 

vollumfänglich wieder aufgenommen worden sei. Während des erneuten 

Zusammenlebens hätten sie und ihr Ex-Ehemann effektiv eine schöne Zeit 

verbracht und die Zeit als Familie optimal genutzt. Angesichts des unstrittig 

nachgewiesenen Umstands, wonach das eheliche Zusammenleben von 

Oktober 2017 bis Mai 2019 und danach von Juli 2020 bis September 2021 

wiederaufgenommen worden sei, könne nicht ernsthaft behauptet werden, 

die Ehe sei schon 2017 und damit vor ihrer Einbürgerung zerrüttet gewe-

sen. Sie habe als Ehefrau ihrem Mann stets beigestanden. Dass ihr Ex-

Ehemann psychisch labil gewesen sei, sei den Eheleuten schon zu Beginn 

der Ehe bekannt gewesen. Dadurch sei es während der gesamten Dauer 

der Ehe immer wieder zu Höhen und Tiefen gekommen, auf welche die 

Eheleute sich jedoch eingestellt hätten und die ab 2017 mit entsprechender 

Behandlung auch wieder vorbeigegangen seien, sodass ein glückliches 

und zukunftsgerichtetes Zusammenleben trotz allem möglich gewesen sei. 

Erst anfangs Herbst 2021 sei zur psychischen Erkrankung des Ex-Ehe-

mannes hinzugekommen, dass dieser den Sohn für seine Zwecke instru-

mentalisiert und ihn in einen Loyalitätskonflikt gezogen habe. Sie hätten 

sich aber dennoch geliebt und eine Familie gründen wollen. Die Vorinstanz 

mache es sich sehr einfach, wenn sie implizit behaupte, ihre Ehe sei von 

Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Insofern greife die natürliche 

Vermutungsfolge nach dem Gesagten gar nicht erst Platz. 

7.3 Unstrittig fest steht, dass die Beschwerdeführerin nach fünfjähriger Ehe 

am 9. Januar 2017 ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellte und 

wurde am 27. Dezember 2018 erleichtert eingebürgert wurde. In diesem 

Zusammenhang gaben sie und ihr Ex-Ehemann am 9. Januar 2017 bezie-

hungsweise am 20. Dezember 2018 die gemeinsame Erklärung ab, in ei-

ner tatsächlichen und stabilen Ehe zu leben und keine Trennung oder 

Scheidungsabsichten zu haben. In der Folge resultierte ein am 24. Mai 

2019 eingereichtes Eheschutzbegehren zwar in einer Eheschutzvereinba-

rung, welche das Getrenntleben per 21. August 2019 feststellte. Nach dem 

Auszug des Ehemannes, welcher gemäss übereinstimmenden Angaben 

im Nichtigkeitsverfahren der erleichterten Einbürgerung respektive des 

Personenmeldeamtes am 1. März 2020 erfolgte, wurde jedoch bereits we-

nige Monate später, im Sommer beziehungsweise Juli 2020 das Zusam-

menleben erneut aufgenommen. Erst über ein Jahr später, im September 

2021, fand die endgültige Trennung statt, woraufhin im Dezember 2021 

das gemeinsame Scheidungsbegehren eingereicht wurde.  

7.4 Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob aufgrund der zeitlichen Abfolge 

der Ereignisse die natürliche Vermutungsfolge greift, wonach die Ehe im 

F-1503/2023 

Seite 12 

massgebenden Zeitpunkt der Unterzeichnung der Erklärung betreffend die 

eheliche Gemeinschaft nicht mehr intakt gewesen sein soll. Nachdem die 

Beschwerdeführerin und ihr Ex-Mann für über ein Jahr das Zusammenle-

ben wieder aufgenommen haben und unter Berücksichtigung der Ausfüh-

rungen des Ex-Manns gegenüber der Vorinstanz, er und die Beschwerde-

führerin hätten absolut alles miteinander unternommen und es sei die beste 

Zeit gewesen, die sie als Ehepaar je gehabt hätten, sowie angesichts der 

zahlreichen gemeinsamen Fotos, welche diesen glücklichen Zeitraum do-

kumentieren, kann nicht bloss von einem Versöhnungsversuch ausgegan-

gen werden, welcher das Abstellen auf einen früheren Trennungszeitpunkt 

rechtfertigen würde. Die Zeitspanne zwischen der Erklärung (9. Januar 

2017 resp. 20. Dezember 2018) beziehungsweise dem Einbürgerungsent-

scheid (27. Dezember 2018) und der Auflösung der ehelichen Gemein-

schaft (September 2021) betrug demnach deutlich mehr als zwei Jahre. 

Dementsprechend greift die vorgenannte tatsächliche Vermutung nicht, 

wonach bereits aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen der erfolgten 

Einbürgerung und der späteren Trennung angenommen werden kann, die 

Eheleute hätten im Zeitpunkt der Erklärung und der erleichterten Einbürge-

rung nicht mehr in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft gelebt. Dafür 

spricht schwergewichtig auch, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 

im Wissen um die labile psychische Gesundheit des Ehegatten und die 

damit verbundenen Schwierigkeiten eingebürgert hat.  

7.5 Infolgedessen ist die Vorinstanz gehalten, den vollen Nachweis zu er-

bringen, dass bereits im Einbürgerungszeitpunkt keine intakte Ehe mehr 

vorlag und die Beschwerdeführerin die Behörden über diesen Umstand ge-

täuscht hat. Dieser Beweis ist erbracht, wenn der betreffende Umstand mit 

Gewissheit feststeht und nicht bloss überwiegend wahrscheinlich ist (vgl. 

BGE 142 V 389 E. 2.2 m.H., Urteil des BGer 1C_451/2020 vom 12. Mai 

2021 E. 4.2). Dies gilt es nachfolgend zu prüfen: 

7.5.1 Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin zu Unrecht vor, sie habe 

nicht ernsthaft versucht, an den bestehenden Beziehungsproblemen zu ar-

beiten, und habe sämtliche Bemühungen abgelehnt, die Ehe mittels Medi-

ationsversuchen zu retten. Den Akten des Scheidungsverfahrens kann le-

diglich die Absage einer Mediation durch die Beschwerdeführerin entnom-

men werden. Diese betrifft einzig einen Termin im Oktober 2021 und somit 

einen Zeitpunkt nach der endgültigen Trennung. Die Behauptung, die Be-

schwerdeführerin habe insgesamt sechs Mediationsversuche abgelehnt, 

basiert allein auf Aussagen des Ex-Mannes im Scheidungsverfahren. Der 

Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihr zweites Eheschutzgesuch 

F-1503/2023 

Seite 13 

zurückgezogen hat, um wieder über ein ganzes Jahr lang mit ihrem Ex-

Mann zusammenzuleben, spricht viel eher dafür, dass beide Seiten ernst-

haft gewillt waren, an den in der Alltagsrealität auftretenden Herausforde-

rungen einer normalen Ehe zu arbeiten, und sie dazu regelmässig profes-

sionelle Hilfe in Anspruch nahmen. Entsprechendes geht auch aus den Ge-

sprächen hervor, welche die Stadtpolizei mit der Beschwerdeführerin und 

ihrem Ex-Mann im Einbürgerungsverfahren geführt hat. Der Ex-Mann 

führte dort selbst aus, man habe sich entschieden, die Ehe weiterzuführen 

und an der Beziehung zu arbeiten. Dazu nahmen sie die Hilfe von zwei 

Beratungsstellen in Anspruch. Auch die Beschwerdeführerin führte aus, sie 

habe sich intensiv mit der Situation auseinandergesetzt. Während der Ex-

Mann Termine bei einem Facharzt wahrgenommen habe, um seine psychi-

sche Situation zu stabilisieren, hätten sie zusätzlich gemeinsam eine The-

rapeutin in F._______ aufgesucht.  

7.5.2 Soweit die Vorinstanz der Beschwerdeführerin anlastet, sie habe 

nicht über das erste Eheschutzverfahren informiert beziehungsweise hin-

sichtlich des zweiten Eheschutzverfahrens wissentlich falsche Angaben 

gemacht, kann ihr das mit Blick auf die Frage, ob die erleichterte Einbür-

gerung durch falsche Angaben oder die Verheimlichung erheblicher Tatsa-

chen erschlichen worden ist, nicht vorgehalten werden. Zum Zeitpunkt des 

Einbürgerungsverfahrens war die Vorinstanz unbestrittenermassen über 

das zweite Eheschutzverfahren informiert gewesen, nachdem die Be-

schwerdeführerin die Einbürgerungsbehörden des Kantons E._______ mit 

E-Mails vom 27. September 2017 darüber informiert gehabt hatte und die 

Behörden diese Informationen erwiesenermassen an die Vorinstanz wei-

tergeleitet hatten. Die Vorinstanz nahm alsdann weitere Handlungen im 

Einbürgerungsverfahren erst zu einem Zeitpunkt vor, als das Eheschutz-

gesuch zurückgezogen beziehungsweise das entsprechende Verfahren 

vom Bezirksgericht als gegenstandslos abgeschrieben worden war. Auch 

ersuchte die Vorinstanz die Einbürgerungsbehörden des Kantons 

E._______ respektive das (.) des Kantons F._______ am 4. Dezember 

2017 um einen Erhebungsbericht und das (…) zusätzlich um die Durchfüh-

rung einer getrennten Befragung der Ehegatten, um die eheliche Gemein-

schaft zu durchleuchten. Gegenüber dem (…) brachte die Vorinstanz einen 

expliziten Hinweis betreffend das Eheschutzverfahren an. Im Wissen da-

rum hatten weder die (…), die mit der Beschwerdeführerin betreffend das 

Eheschutzverfahren direkt Kontakt gehabt hatten, noch die (…) Behörden 

gegenüber der Vorinstanz Vorbehalte im Hinblick auf das Bestehen einer 

ehelichen Gemeinschaft anzubringen. Die Vorinstanz tätigte – mutmasslich 

auch vor dem Hintergrund, dass die Stadtpolizei F._______ anlässlich ihrer 

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Seite 14 

Überprüfung der ehelichen Gemeinschaft und der Integrationskriterien zum 

Schluss kam, es bestehe eine stabile eheliche Gemeinschaft – keine wei-

teren Abklärungen hinsichtlich des Eheschutzverfahrens. Dies belegt, dass 

sie selbst dem ihr bekannten Umstand eines im Raum gestandenen Ehe-

schutzverfahrens im Hinblick auf das Bestehen einer stabilen ehelichen 

Gemeinschaft keine entscheiderhebliche Bedeutung zumass. In diesem 

Zusammenhang ist anzumerken, dass das Eheschutzbegehren mit der Be-

gründung zurückgezogen worden war, die Parteien würden seit mehreren 

Wochen wieder als Familie zusammenleben. Zwar trifft es sodann zu, dass 

die Beschwerdeführerin gegenüber der Vorinstanz das erste, am 10. Feb-

ruar 2017 eingeleitete Eheschutzverfahren verschwieg. Es ist jedoch 

höchst fraglich, ob die Kenntnis dieses Verfahrens, das knapp einen Monat 

lang rechtshängig war, die Vorinstanz in ihrer Entscheidung massgeblich 

beeinflusst hätte, hat sie doch – wie dargelegt – auch hinsichtlich des zwei-

ten Eheschutzverfahrens keinerlei Abklärungen getätigt und die Beschwer-

deführerin gestützt auf die erwähnten Abklärungsberichte dennoch erleich-

tert eingebürgert. Soweit die Vorinstanz eine Unkenntnis über das erste 

Eheschutzverfahren angesichts des Gesagten als massgebliche Wissens-

lücke darzustellen versucht, verhält sie sich in einer mit Treu und Glauben 

(Art. 9 BV) nur schwer zu vereinbarenden Weise widersprüchlich. 

7.6 Die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung setzt – wie ein-

gangs dargelegt (s. E. 5.2 hiervor) – voraus, dass letztere durch falsche 

Angaben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen worden 

ist (vgl. Art. 36 Abs. 1 BüG). Der Umstand, dass zwischen der Beschwer-

deführerin und ihrem Ex-Mann zum Zeitpunkt der Einbürgerung gewisse 

Probleme bestanden, war der Vorinstanz unbestrittenermassen bekannt. 

Die Vorinstanz musste folglich in voller Kenntnis darüber sein, dass ein 

Eheschutzverfahren geführt worden war und dass polizeiliche Abklärungen 

getätigt worden waren, die allesamt vom Bestehen einer stabilen ehelichen 

Gemeinschaft ausgingen. Die Beschwerdeführerin wie auch ihr Ex-Mann 

nahmen hierzu gegenüber der Stadtpolizei F._______ Stellung, wobei sie 

nicht in Abrede stellten, dass sie an der Ehe arbeiten würden respektive 

dass sie sich intensiv mit der teils schwierigen Situation auseinanderge-

setzt hätten und es noch weiterer Bemühungen auf Seiten beider Ehegat-

ten bedürfe.  

7.7 Vor diesem Hintergrund kann der Beschwerdeführerin weder eine ak-

tive Täuschungsabsicht noch ein rechtsmissbräuchliches Verhalten unter-

stellt werden. Die Annahme eines arglistigen Verschweigens von rechtsre-

levanten Tatsachen im Sinne von Art. 36 Abs. 1 BüG ist im vorliegenden 

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Seite 15 

Fall im Rahmen einer Gesamtwürdigung unzulässig. Im Ergebnis scheitert 

die Vorinstanz daran, den vollen Beweis für eine im Einbürgerungszeit-

punkt nicht mehr intakte und zukunftsgerichtete Ehe zu erbringen. Die dar-

gelegten rechtlichen Voraussetzungen für die Nichtigerklärung der erleich-

terten Einbürgerung sind vorliegend nicht gegeben. 

8.  

Folglich verletzt die angefochtene Verfügung Bundesrecht (Art. 49 Bst. a 

VwVG) und die Beschwerde ist gutzuheissen. 

9.  

9.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzu-

erlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der von der Beschwerdeführerin am 

4. April 2023 bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist ihr zurückzuer-

statten.  

9.2 Der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin ist für die ihr erwachse-

nen notwendigen Kosten zulasten der Vorinstanz eine angemessene Par-

teientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Rechts-

vertreterin hat keine Kostennote eingereicht, so dass die Entschädigung 

aufgrund der Akten festzulegen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE). In Berücksichti-

gung der Notwendigkeit der Eingaben sowie der Schwierigkeit der Streit-

sache in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht ist die Parteientschädigung 

auf total Fr. 4'200.– festzusetzen.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-1503/2023 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung auf-

gehoben. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 1'200.– wird der Beschwerdeführerin zurücker-

stattet. 

3.  

Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht mit Fr. 4'200.– zu entschädigen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das Generalsekretariat des 

Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements sowie die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Andrea Beeler 

 

  

F-1503/2023 

Seite 17 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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