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**Case Identifier:** 83f7d7a1-21a1-5add-9b16-83d6df091794
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.10.2011 UV 2010/94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-94_2011-10-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/94

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2020

Entscheiddatum: 20.10.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2011
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden sieben Jahre 
nach Auffahrunfall. Schleudertrauma (Urteil des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 20. Oktober 2011, UV 2010/94). Bestätigt durch Urteil 
des Bundesgerichts 8C_928/2011

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 20. Oktober 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

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A.     

A.a   A.___ war bei der B.___ tätig und dadurch bei der "Zürich" Versicherungs-

Gesellschaft (nachfolgend: "Zürich") unfallversichert, als am 8. Mai 2003 ein 

Personenwagen auf das von ihr gelenkte Auto auffuhr (act. G 5.3/Z1). Dr. med. C.___ 

bestätigte am 9. Mai 2003 eine Distorsion der HWS (act. G 5.4/ZM1). Dr. med. D.___, 

prakt. Ärztin, bescheinigte am 26. Mai 2003 die Erstbehandlung der 

Beschwerdeführerin am Unfalltag sowie die Diagnose eines kraniozervikalen 

Beschleunigungstraumas (act. G 5.4/ZM2). Die "Zürich" anerkannte ihre 

Leistungspflicht. Nach Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen 

eröffnete sie der Versicherten mit Verfügung vom 26. Februar 2004, der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch bestehenden Beschwerden 

sei nicht mehr gegeben. Die Leistungen würden daher rückwirkend auf den 31. 

Oktober 2003 eingestellt (act. G 5.3/Z37). Die vom damaligen Rechtsvertreter der 

Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die "Zürich", nachdem 

sie weitere Abklärungen vorgenommen hatte, mit Entscheid vom 7. März 2006 ab. Die 

gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 14. März 2007 (UV 2006/52) ab. Das 

Bundesgericht hob den Entscheid in Gutheissung einer hiergegen erhobenen 

Beschwerde mit Urteil vom 4. September 2008 auf und stellte fest, dass die Versicherte 

auch nach dem 31. Oktober 2003 Anspruch auf Versicherungsleistungen habe (Urteil 

8C_232/2007). 

A.b   Die "Zürich" richtete in der Folge weitere Versicherungsleistungen aus. Nach 

weiteren Abklärungen und Durchführung einer Begutachtung in der RehaClinic Baden 

(Gutachten vom 28. August 2009; act. G 5.4/ZM22) stellte sie die Leistungen mit 

Verfügung vom 15. Juli 2010 auf den 30. Juni 2010 ein mit dem Hinweis, dass der 

medizinische Endzustand erreicht und der adäquate Kausalzusammenhang zu 

verneinen sei (act. G 5.2/177). Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwältin lic. iur. 

R. Schmid, LL.M, St. Gallen, für die Versicherte erhobene Einsprache (act. G 5.2/183) 

wies die "Zürich" mit Einspracheentscheid vom 2. November 2010 ab. Der 

Krankenversicherer der Versicherten hatte eine vorsorglich erhobene Einsprache 

wieder zurückgezogen und seine Leistungspflicht ab 1. Juli 2010 ausdrücklich 

anerkannt (act. G 5.2/181, 185).

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B.       

B.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 2. November 2010 erhob Rechtsanwältin 

Schmid für die Versicherte mit Eingabe vom 6. Dezember 2010 Beschwerde mit den 

Anträgen, der Entscheid und die Verfügung vom 15. Juli 2010 seien aufzuheben; der 

Beschwerdeführerin seien ab 1. Juli 2010 weiterhin Leistungen der Unfallversicherung 

auszurichten, und es sei ihr eine Integritätsentschädigung von mindestens 10% 

zuzusprechen. Eventuell sei die Angelegenheit zur Vornahme von weiteren 

medizinischen Abklärungen und zur Festlegung der Integritätsentschädigung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin 

unter anderem aus, die RehaClinic Baden habe die unfallbedingte Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin im Gutachten vom 28. August 2009 auf 60% (75% des 80%igen 

Arbeitspensums) geschätzt. Beim Ereignis vom 8. Mai 2003 habe es sich um einen 

mittelschweren Unfall gehandelt, bei welchem es zu einem Drehmechanismus 

gekommen sei. Die Adäquanzkriterien einer fortgesetzt spezifischen, belastenden 

ärztlichen Behandlung, der erheblichen Arbeitsunfähigkeit, eines schwierigen 

Heilungsverlaufs und der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung seien 

erfüllt. Gemäss Gutachten der neurologischen Klinik des Kantonsspitals Aarau bestehe 

aus neurologischer Sicht eine Integritätseinbusse von 10%. Damals habe gemäss dem 

bundesgerichtlichen Entscheid auf jeden Fall noch ein adäquater 

Kausalzusammenhang bestanden. Es sei deshalb schon aus neurologischer Sicht von 

einem Integritätsschaden von 10% auszugehen, wobei zusätzlich noch 

neuropsychologische und rheumatologische Aspekte zu berücksichtigen seien.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2011 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die 

Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, die 

Leistungseinstellung sei korrekt erfolgt. Nach Lage der medizinischen Akten sei der 

Endzustand bereits seit langem erreicht gewesen. Es habe höchstens ein mittlerer 

Unfall an der Grenze zu den leichten Ereignissen vorgelegen. Für die Bejahung der 

Adäquanz seien nicht genügend Kriterien erfüllt. Eine Integritätsentschädigung sei 

mangels adäquaten Kausalzusammenhangs nicht geschuldet.

B.c   Mit Replik vom 24. Februar 2011 (act. G 7) und Duplik vom 7. März 2011 (act. G 9) 

bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

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Erwägungen:

1.      

Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an 

das Unfallereignis vom 8. Mai 2003 ausgerichtet wurden, auf den 30. Juni 2010 

eingestellt werden durften oder nicht. Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts 

(bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) kann ein nach 

einem versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet 

werden, wenn und soweit es zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall 

herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die 

blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V 

289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, 

die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). 

Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich 

klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb 

mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist 

eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

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115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).

2.        

2.1    Nach Lage der medizinischen Akten (vgl. act. 5.4/ZM3, ZM4, ZM6, ZM18, ZM19) 

ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten, dass die bei der 

Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 8. Mai 2003 aufgetretenen Beschwerden 

sich nicht auf eine objektivierbare organische Schädigung bzw. strukturelle 

Veränderung an der HWS zurückführen lassen, die mit dem Unfall vom 8. Mai 2003 in 

Zusammenhang gebracht werden kann. Hingegen ist - bei vorbestehenden 

(unfallunabhängigen) Degenerationen im HWS-Bereich (vgl. unter anderen act. G 5.4/

ZM19 S. 10 und ZM22 S. 14) - ärztlich bestätigt, dass die Beschwerdeführerin bei 

diesem Unfall eine HWS-Distorsion erlitt (act. G 5.4/ZM1, ZM18, ZM19). Gemäss ihren 

eigenen Angaben vom 4. September 2003 traten nach dem Unfallereignis Kopf- und 

Nackenschmerzen auf, welche in die Hand strahlten (act. G 5.3/Z14). Am 9. Mai 2003 

schilderte Dr. C.___ die Heckkollision vom 8. Mai 2003 im Dokumentationsbogen für 

Erstkonsultation nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma im Wesentlichen 

dahingehend, dass die Beschwerdeführerin nicht auf die Kollision gefasst gewesen sei 

und den Fuss auf der Bremse gehabt habe. Es habe eine Schreckreaktion 

stattgefunden. Eine Bewusstlosigkeit, eine Gedächtnislücke oder eine andere 

Bewusstseinsstörung habe nicht vorgelegen. Die Patientin sei sehr nervös gewesen. 

Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Hinterkopf seien sofort aufgetreten. 

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder andere Symptome wurden 

demgegenüber verneint. Äussere Verletzungen oder Anhaltspunkte für 

posttraumatische ossäre Läsionen hätten sich nicht ergeben. Die Patientin habe den 

Kopf an der Kopfstütze angeschlagen (act. G 5.4/ZM1). Eine durch E.___, Dipl. Ing. FH, 

erstellte Unfallanalyse ergab gemäss Bericht vom 4. Mai 2005 eine kollisionsbedingte 

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Geschwindigkeitsänderung von 4-9 km/h (unterer und oberer Grenzwert). Die 

Kollisionskräfte hätten von hinten nach vorne auf den Personenwagen der 

Beschwerdeführerin gewirkt. Die Bewegungsrichtung der Beschwerdeführerin sei, 

relativ zum Fahrzeug, annähernd gerade nach hinten gewesen (act. G 5.5).

2.2    Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) 

Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen 

Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie 

diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, 

Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, 

Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch 

BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild 

mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner umfassenden 

Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. 

Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder 

an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, 

und vom 15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e). Im Weiteren 

muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 

2005 i/S K., U 312/05) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer 

Unfallkausalität ausgehen zu können.

Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hielt im die Beschwerdeführerin 

betreffenden Entscheid vom 14. März 2007 (UV 2006/52) fest, von einem für HWS-

Verletzungen typischen Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden könne 

nach Lage der Akten im Nachgang zum Unfall und auch später nicht gesprochen 

werden. Insbesondere mit Blick auf die erwähnten Angaben im Dokumentationsbogen 

(act. G 5.4/ZM1) sowie den Bericht der erstbehandelnden Ärztin Dr. D.___ (act. G 5.4/

ZM2), welche als Befund ausschliesslich "Schmerzen HWS" vermerkte, könne eine 

Häufung von Beschwerden im Nachgang zum Unfall nicht als ausgewiesen gelten. Das 

im Bericht von Dr. med. F.___, Spezialarzt FMH für Neurologie, vom 16. September 

2003 angeführte "Krüseln im Daumen" und "Verschlafen in den radialen Fingern", 

welches nach Schütteln der Hand zurückgegangen und als mögliche Folge eines 

(krankheitsbedingten) Carpaltunnelsyndroms gedeutet worden sei (act. G 5.4/ZM3, 

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ZM9), dürfte nicht zum typischen Beschwerdebild gehören (vgl. dazu Liste in Schmidt 

H., Senn J. Hrsg., Schleudertrauma - neuster Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und 

Case Management, 1. A., Zürich 2004, S. 14f). Wenn Dr. C.___ im Bericht vom 31. 

August 2004 ein Unwohlsein in Räumen mit mehreren Schallquellen erwähnt (act. G 

5.4/ZM10) und die Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern des Kantonsspitals 

Aarau am 9. März 2005 eine abnehmende Konzentrationsfähigkeit angeführt habe (act. 

G 5.4/ZM18 S. 3), so könnten diese Beschwerden schon wegen der grossen Latenzzeit 

nicht als kausale Unfallfolge angesehen werden. Bei einem krankheitsbedingten 

Vorzustand im HWS-Bereich (vgl. act. G 5.4/ZM4) seien zwar im neurologischen und 

rheumatologischen Gutachten die klinischen Befunde (muskulärer Hartspann im 

Nacken-Schultergürtel-Bereich und eingeschränkte Beweglichkeit insbesondere der 

oberen HWS-Segmente) mit dem Beschleunigungstrauma in Verbindung gebracht und 

als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal bezeichnet worden (vgl. act. G 5.4/ZM18, 

19). An der wegen fehlendem typischem Beschwerdebild bzw. fehlender 

Beschwerdehäufung nicht gegebenen Unfallkausalität im Sinn der Rechtsprechung 

vermöge dies jedoch nichts zu ändern. Demgegenüber sei das Bestehen der 

natürlichen (medizinischen) Unfallkausalität als solche auch von Seiten der 

Beschwerdegegnerin unbestritten geblieben (Entscheid, a.a.O., S. 8).

2.3    Das Bundesgericht bejahte, ohne auf die Frage der fehlenden 

Beschwerdehäufung weiter einzugehen, im Urteil vom 4. September 2008 

(8C_232/2007, Erw. 3.2) mit Hinweis auf das Gutachten des Kantonsspitals Aarau vom 

4. Juli 2005 (act. G 5.4/ZM18) und das rheumatologische Gutachten der RehaClinic 

Baden vom 29. September 2005 (act. G 5.4/ZM19) den natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 8. Mai 2003 und den über den 31. 

Oktober 2003 hinaus fortbestehenden belastungsabhängigen Beschwerden im 

Schulter- und Nackenbereich. Das Gericht kam - mit Hinweis auf den im Nachgang 

zum kantonalen Entscheid ergangenen BGE 134 V 109 Erw. 4.1 - zum Schluss, dass 

im Zeitpunkt der Begutachtungen im Kantonsspital Baden (Untersuchung vom 9. März 

2005) und in der RehaClinic Baden (Untersuchung vom 5. September 2005) von einer 

weiteren ärztlichen Behandlung der Unfallfolgen noch eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen sei. Der Moment für den Fallabschluss sei 

somit am 31. Oktober 2003 noch nicht erreicht gewesen (Urteil, a.a.O., Erw. 3.4).

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2.4    Eine Begutachtung der Beschwerdeführerin im ZMB hatte gemäss Bericht vom 

6. Mai 2008 zuhanden der IV-Stelle die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

eines chronischen cervicospondylogenen Syndroms (bei degenerativen HWS-

Veränderungen und Status nach Autounfall vom 8. Mai 2003) sowie ein residuelles 

sensibles Reiz- und Ausfallsyndrom des distalen Nervus ulnaris links ergeben. Seit dem 

Unfall von 2003 liege das Ausmass der ausgeübten Tätigkeit bei 50%, ausgehend von 

einem 80%igen Pensum vor diesem Ereignis. Nach dem Unfall sei die 

Beschwerdeführerin nicht bewusstlos gewesen und es habe auch keine 

Gedächtnislücke bestanden. Praktisch sofort seien Nackenschmerzen aufgetreten. 

Solche würden bis heute persistieren, belastungsabhängig verstärkt und begleitet von 

einer eingeschränkten Beweglichkeit. Wegen der Schmerzen mache die 

Beschwerdeführerin auch Probleme mit der Konzentration geltend. Der klinisch 

objektivierbare Befund im Bereich des Nackens nehme sich bescheiden aus. Er erkläre 

nicht zwanglos die Schmerzen und deren Auswirkungen im Alltag und bei der 

Arbeitsfähigkeit. Sie (die Gutachter) hätten für diese Diskrepanz keine Erklärung (keine 

Anhaltspunkte für Aggravation, psychogene Überlagerung der Beschwerden oder für 

eine psychosoziale Belastungssituation). In der angestammten und bis heute 

ausgeübten Tätigkeit als Zivilstandsbeamtin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70% 

(ausgehend von einem 100%-Pensum). Die Einschränkung ergebe sich durch die 

Befunde im Bereich des Nackens (häufiges Einhalten der gleichen Position) bzw. der 

linken Hand (Arbeit am PC). Das Ausmass der aktuellen Arbeitsfähigkeit gelte seit Juni 

2003. Bezüglich des Nackens empfehle sich die Aufnahme einer aktiven 

Physiotherapie. Mit dieser Massnahme sollte zumindest die Anfälligkeit für 

Beschwerden vermindert werden können. Weitere Massnahmen könnten aus 

medizinischer Sicht nicht genannt werden; bei den Befunden im Bereich der linken 

Hand handle es sich um residuelle. Die Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im 

Gutachten der neurologischen Klinik des Kantonsspitals Aarau vom 4. Juli 2005 

erscheine unter Berücksichtigung der objektivierbaren Befunde zu tief. Im 

rheumatologischen Gutachten vom 29. September 2005 sei davon ausgegangen 

worden, dass die damals bestehende 50%ige Arbeitsfähigkeit im Zeitraum von einigen 

Monaten auf 75% gesteigert werden könne, was sich in etwa mit ihrer (der Gutachter) 

Beurteilung decke. Die aktuelle Tätigkeit sei als gut angepasst zu beurteilen. Bezüglich 

der Belastbarkeit des Nackens sollte (durch aktive Physiotherapie) noch eine 

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Besserung zu erreichen sein (act. G 5.1/132). Dr. med. G.___, Prakt. Arzt FMH, 

bescheinigte am 1. Dezember 2008 eine "eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 30%". 

Ein medizinischer Endzustand erscheine erreicht. Bei diesbezüglichen Zweifeln sei 

gegebenenfalls ein neurologisch-orthopädisches Fachgutachten zu veranlassen (act. G 

5.4/ZM20). Am 18. Dezember 2008 korrigierte der Arzt seine Ausführungen 

dahingehend, dass nach wie vor eine Arbeitsfähigkeit von 50% vorliege (act. G 5.1/

M149; act. G 5.4/ZM21).

Im rheumatologischen Gutachten der RehaClinic Baden vom 28. August 2009 wurden 

unter anderen die Diagnosen eines chronischen Zervikovertebral-Syndroms und einer 

Adipositas bestätigt. Anhaltspunkte für eine relevante psychische Überlagerung der 

Beschwerden fänden sich nicht. Die geltend gemachten Beschwerden seien weiterhin 

überwiegend wahrscheinlich auf das Beschleunigungstrauma der HWS vom 8. Mai 

2003 zurückzuführen, auch wenn die radiologischen Verlaufskontrollen eine leichte 

Zunahme der degenerativen Veränderungen im Sinn der Spondylose C3/C4 und C4/C5 

zeigen würden. Die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit betrage 25% des 80%igen 

Arbeitspensums. Die Arbeitsunfähigkeit rückwirkend seit September 2005 sei nicht 

sicher beurteilbar. Allenfalls sei im Sinn der (früheren) Beurteilung von Dr. H.___ 

spätestens ab Beginn 2006 von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf das 

ursprüngliche 80%ige Pensum auszugehen. Tätigkeiten, die mit einem langen 

Verharren in einer Position verbunden seien, z.B. sitzende Arbeit vor dem Bildschirm 

über mehrere Stunden, Stehen ohne Positionswechsel, mehrstündiges Arbeiten am 

PC, seien ungünstig. Diese Beeinträchtigungen seien mit 25% bezogen auf das 

80%ige Arbeitspensum vor dem Unfall zu gewichten. Die Frage nach dem 

Integritätsschaden könne erst dann beantwortet werden, wenn durch eine ärztliche 

respektive physiotherapeutische Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands mehr erreicht werden könne. Diese Feststellung könne zum 

heutigen Zeitpunkt nicht getroffen werden, da weiterhin von einer 75%igen 

Arbeitsfähigkeit mit der Möglichkeit, diese bezogen auf ein 80%-Pensum auch zu 

erreichen, auszugehen sei. Die Beschwerdeführerin habe am 10. März 2009 

angegeben, dass sie ihre Arbeitstätigkeit ab dem 1. Januar 2009 auf 60% von 80% 

gesteigert habe, und dies wohl ohne konsequente Umsetzung der von den 

Vorgutachtern empfohlenen Massnahmen (Physiotherapie, stationärer 

Rehabilitationsaufenthalt). Zusammen mit einer Umsetzung der bereits 2005 und 2008 

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beschriebenen Empfehlungen werde eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 75% der 

früheren 80%igen Tätigkeit in den nächsten 6-9 Monaten für nicht unrealistisch 

gehalten. Daher könne noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass ein 

medizinischer Endzustand erreicht sei. Wenn unter konsequenter Physiotherapie 

(eventuell auch im Rahmen einer stationären Rehabilitation) innert der nächsten 6-9 

Monate keine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sei, müsse dann von 

einem medizinischen Endzustand ausgegangen werden (act. G 5.4/ZM22).

Am 22. Februar 2010 berichtete Dr. G.___ unter anderem, es bestünden nach wie vor 

häufige Cephalgien, Nacken/Schulter-Schmerzen und muskuläre Verspannungen des 

gesamten Schultergürtels. Die Arbeitsfähigkeit betrage nach wie vor 50% (act. G 5.4/

ZM23). Eine weitere Beurteilung der RehaClinic Baden ergab gemäss Bericht vom 29. 

April 2010 unter anderem, dass der Zustand der Beschwerdeführerin trotz 

physiotherapeutischer aktiver Massnahmen praktisch nicht habe verändert werden 

können. Es sei davon auszugehen, dass keine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

mehr möglich und von einem medizinischen Endzustand auszugehen sei. Ziel einer 

weiteren, notwendigen physiotherapeutischen Behandlung sei die Erhaltung der 

aktuellen Arbeitsfähigkeit (act. G 5.4/ZM24).

3.        

3.1    Die vorliegend zu prüfende Adäquanz beurteilt sich grundsätzlich nach Massgabe 

der in BGE 117 V 359 Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten 

Kriterien. Dabei ist auf eine Differenzierung zwischen psychischen und physischen 

Komponenten zu verzichten, fehlt es doch nach Lage der Akten an einer Dominanz 

psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a). Nachdem es jedoch in jedem 

Zeitpunkt nach dem Unfall an einem HWS-Trauma-typischen Beschwerdebild fehlte 

und auch eine rein somatisch/organisch-strukturell begründete 

Gesundheitsbeeinträchtigung wie erwähnt nicht vorliegt, wäre die Adäquanz an sich 

analog nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu 

beurteilen, auch wenn solche aktenmässig nicht ausgewiesen sind. Wie nachstehend 

zu zeigen sein wird, ist die Adäquanz indessen, auch wenn zwischen den 

verschiedenen Beschwerdeursachen nicht unterschieden und dementsprechend die für 

die Beschwerdeführerin günstigere Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu SVR 2010 UV 

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Nr. 3 S. 11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009 i/S G., 8C_283/2009) 

angewendet wird, zu verneinen.

3.2    Was den für die Adäquanzprüfung vorausgesetzten Behandlungsabschluss (im 

Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 Erw. 4) betrifft, ergibt sich aus dem in 

Erw. 2.4 geschilderten Verlauf - insbesondere aus dem Bericht der RehaClinic Baden 

vom 29. April 2010 - klar, dass ab dem Zeitpunkt dieses Berichts, spätestens jedoch 

Ende Juni 2010 von einer weiteren Behandlung eine tatsächliche Verbesserung des 

Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit nicht zu erwarten und diese lediglich 

noch zur Erhaltung des erreichten Zustands empfohlen worden war. Im Weiteren 

zeigen die medizinischen Berichte auf, dass der gesundheitliche Zustand der 

Beschwerdeführerin seit 2005 trotz Behandlungen praktisch unverändert blieb. Es lässt 

sich somit nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Adäquanzprüfung auf 

den 30. Juni 2010 vornahm.

4.        

4.1    Im bereits erwähnten Entscheid vom 14. März 2007 (UV 2006/52) war das Ver­

sicherungsgericht nach Prüfung der damals vorgebrachten Einwände der 

Beschwerdeführerin betreffend die von der Beschwerdegegnerin erstellte Unfallanalyse 

zum Schluss gelangt, die Erstellung eines ausführlichen biomechanischen Gutachtens 

könne insofern unterbleiben, als ein solches nicht geeignet wäre, eine von der 

Unfallanalyse erheblich abweichende Beurteilung der Unfallschwere zu begründen 

sowie die Adäquanz der gesundheitlichen Beschwerden zu belegen. Denn selbst wenn 

von einer höheren kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung - in der Unfallanalyse 

war ein Wert von zwischen 4 und 9 km/h festgestellt worden - auszugehen wäre, läge 

immer noch ein mittelschwerer Unfall (im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen) 

vor. Angesichts der Schadenkalkulation des Haftpflichtversicherers und der Unfallfotos 

des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin (vgl. act. G 5.3/Z67) würden die Ausführungen 

in der Unfallanalyse zum Schaden und zur kollisionsbedingten 

Geschwindigkeitsänderung durchwegs nachvollziehbar erscheinen. Der am 

unfallverursachenden Auto (Peugeot) entstandene Schaden brauche insofern nicht im 

Detail abgeklärt zu werden, als sich aus dem Polizeibericht ergebe, dass Stossstange, 

Lichteinheit und Kotflügel eingedrückt gewesen und der Schaden auf Fr. 4'000.-- 

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geschätzt worden sei (act. G 5.5/Za5). Aus der beim unfallverursachenden Fahrzeug 

gemessenen Bremsblockierspur von immerhin rund 13 (rechts) bzw. 12 Metern (links) 

werde zudem ersichtlich, dass der Unfallverursacher vor dem Aufprall relativ viel 

Geschwindigkeit - das Ausgangs-Tempo vor Einleitung der Bremsung sei im 

Polizeibericht gestützt auf Angaben des Lenkers mit 60 km/h angegeben worden - 

"heruntergebremst" haben musste. Auf dieser Basis erscheine auch die 

Kollisionsgeschwindigkeit von 9.5 - 18 km/h (Unfallanalyse S. 4) erklärbar. Jedenfalls 

fehle es an einem konkreten Anhaltspunkt für fehlerhafte Annahmen in der 

Unfallanalyse. Zur polizeilichen Schadenschätzung sei im Übrigen festzuhalten, dass 

sich diese als nicht zutreffend herausgestellt habe (vgl. Unfallanalyse S. 4 oben; act. G 

5.5). Den vorhandenen Unwägbarkeiten hinsichtlich der Höhe des Sachschadens und 

der Ausgangsgeschwindigkeit des Unfallverursachers habe die Unfallanalyse mit der 

Ermittlung eines Minimal- und eines Maximalwertes zureichend Rechnung getragen 

(Entscheid, a.a.O., Erw. 3e, 3f).

Diese Darlegungen haben nach wie vor Gültigkeit. Bei der in Frage stehenden 

Auffahrkollision ist dementsprechend von einem mittelschweren Ereignis im 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Aus 

dem nicht näher ausgeführten Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass es durch den 

Aufprall zu einem Drehmechanismus gekommen sei (act. G 1 S. 4), lassen sich in 

diesem Zusammenhang keine zusätzliche Krafteinwirkung auf den Körper der 

Beschwerdeführerin oder anderweitig erschwerende Verhältnisse ableiten. Die 

Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen, wenn ein einzelnes der in 

die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt 

oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben 

sind (BGE 117 V 359 Erw. 6b).

4.2

4.2.1      Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls kann offensichtlich nicht gesprochen werden. Sodann 

vermag die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas die Schwere oder besondere Art 

der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen 

Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer 

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Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können 

beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den dadurch 

bewirkten Komplikationen bestehen. Solche Umstände sind hier insofern nicht 

gegeben, als im entsprechenden Dokumentationsbogen unter anderem eine gerade 

Kopfstellung beim Aufprall festgehalten wurde (act. G 5.4/ZM1). Es liegt auch keine 

besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor (vgl. 

BGE 134 V 109 Erw. 10.2.2 mit Hinweisen). Das Beschleunigungstrauma traf konkret 

jedoch eine vorgeschädigte Wirbelsäule (vgl. unter anderem act. G 5.4/ZM 19 S. 12); es 

ist somit als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Das Kriterium ist damit - wenn 

auch nicht in besonders ausgeprägtem Masse - als erfüllt anzusehen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Juni 2008 [8C_785/2007] Erw. 4.4).

4.2.2      Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin seit dem Unfall in Behandlung stand, ohne dass damit eine 

vollständige Besserung ihrer Beschwerden eingetreten wäre. Dabei handelte es sich 

vorab um medikamentöse und physiotherapeutische Massnahmen. In Anbetracht 

dieser Gegebenheiten erscheint das Vorliegen einer fortgesetzt spezifischen, die 

Beschwerdeführerin belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Zeitpunkt der 

Adäquanzprüfung nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, zumal Physio- 

sowie eine medikamentöse Schmerztherapie das Kriterium für sich allein nicht zu 

erfüllen vermögen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2008 i/S H.B. 

[8C_181/2007] Erw. 3.2, vom 5. September 2008 i/S S.I. [8C_52/2008] Erw. 8.2, und 

vom 18. Dezember 2008 [8C_724/2008] Erw. 4.4.2). Zudem sind 

Abklärungsmassnahmen bzw. Begutachtungen sowie ärztliche Kontrollen bei der 

Prüfung dieses Kriteriums nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. 

Mai 2008 [8C_57/2008], Erw. 9.3.3).

4.2.3.         Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und 

dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften 

Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 

Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Die 

Beschwerdeführerin bestätigte gegenüber den Gutachtern des Kantonsspitals Aarau 

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und der RehaClinic Baden in den Jahren 2005, 2009 und 2010 beschwerdefreie 

Phasen sowie die Belastungsabhängigkeit der Beschwerden (act. G 5.4/ZM18 S. 2, 

ZM19 S. 7, ZM22 S. 12, ZM24). Bei dieser Aktenlage können im Zeitraum bis Juni 2010 

dauerhafte und erhebliche (unfallbedingte) Beschwerden nicht überwiegend 

wahrscheinlich angenommen werden. Dabei ist zusätzlich zu beachten, dass die 

Beschwerdeführerin vor dem streitigen Unfall bereits im Jahr 2001 wegen 

Nackenbeschwerden behandelt worden war (act. G 5.4/ZM19 S. 12) und sie trotz der 

Beschwerden während Jahren in einem Teilzeitpensum arbeiten konnte (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 2. Dezember 2008 i/S S. [8C_209/2008]). Damit lässt sich dieses 

Kriterium nicht bejahen. Für das Vorliegen eines schwierigen Heilverlaufs und von 

erheblichen Komplikationen lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte entnehmen. 

Solche Umstände können nicht schon dann angenommen werden, wenn eine Vielzahl 

von verschiedenen Therapien zu keinem Heilungserfolg führt. Auch von einer die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmernden ärztlichen Fehlbehandlung kann nicht 

ausgegangen werden.

4.2.4      Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 

134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer 

oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt 

aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher 

massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden 

die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille 

erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den 

Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen können sich insbesondere in 

ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten 

manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen 

Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in 

der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse 

arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium 

erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Für die Zeit ab 8. Mai 2003 ist - bezogen auf 

das vor dem Unfall ausgeübte Pensum von 80% - eine volle Arbeitsunfähigkeit, ab 

26. Mai 2003 eine solche von 75% und ab 10. Juni 2003 von 50% ärztlich bestätigt 

(act. G 5.3/Z16, Z24, Z28). Die RehaClinic Baden bescheinigte im Gutachten vom 29. 

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September 2005 ebenfalls eine auf das ursprüngliche 80%-Pensum bezogene 50%ige 

Arbeitsfähigkeit (act. G 5.4/ZM 19 S: 13). Im Gutachten des ZMB vom 6. Mai 2008 

wurde die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit mit 70% (ausgehend von einem 

100%-Pensum) angegeben (act. G 5.1/132). Im Gutachten der RehaClinic Baden vom 

28. August 2009 wurde sodann eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von 25% eines 

80%igen Arbeitspensums bescheinigt (act. G 5.4/ZM22) und am 11. Juni 2010 von 

derselben Stelle bestätigt (act. G 5.4/ZM25). Für die Zeit bis 30. Juni 2010 liesse sich 

mit Blick auf diese Einschätzungen das Adäquanzkriterium der erheblichen 

Arbeitsunfähigkeit - wenn überhaupt - höchstens in geringem Umfang bejahen (vgl. 

dazu Urteil des Bundesgerichts i/S G. vom 30. Oktober 2009 [8C_488/2009] Erw. 

5.2.2), und nur dann, wenn überdies Anstrengungen im erwähnten Sinn aufgrund der 

von der Beschwerdeführerin rasch nach dem Unfall wieder teilweise aufgenommenen 

bisherigen Tätigkeit bejaht würden.

4.3. Damit sind insgesamt höchstens zwei der in BGE 134 V 109 angeführten 

Adäquanzkriterien (eher geringgradig) gegeben, was bedeutet, dass die Adäquanz der 

nach wie vor geklagten Beschwerden mit dem versicherten Unfall zu verneinen ist, da 

nach der Rechtsprechung bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn die Erfüllung 

von mindestens drei Adäquanzkriterien und bei solchen im Grenzbereich zu den 

leichten Unfällen mindestens vier Kriterien verlangt sind (SVR 2010 UV Nr. 25, 100 mit 

Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 2. Oktober 2009 [8C_421/2009]; Urteile des 

Bundesgerichts vom 31. Juli 2009 i/S X. [8C_172/2009] und vom 29. Januar 2010 i/S 

S. [8C_897/2009] Erw. 4.5). Damit kann dem Unfall vom 8. Mai 2003 keine 

adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 30. Juni 2010 hinaus 

andauernden Beschwerden zukommen. Eine Einstellung der Leistungen auf dieses 

Datum erscheint demgemäss ausgewiesen. Im Umstand, dass die Leistungseinstellung 

am 15. Juli 2010 auf Ende Juni 2010 verfügt und die Verfügung der Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführerin nach ihren Darlegungen erst am 9. September 2010 zuging, ist 

keine unzulässige Rückwirkung (vgl. act. G 1 S. 4 oben) zu erblicken, zumal der Wegfall 

der Leistungspflicht wie ausgeführt als nachgewiesen zu gelten hat.

5.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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Bei fehlendem bzw. mit dem Erreichen des medizinischen Endzustands weggefallenem 

adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist auch ein Anspruch auf 

Integritätsentschädigung nicht weiter zu prüfen. Hieran vermag auch der Umstand 

nichts zu ändern, dass im neurologischen Gutachten vom 4. Juli 2005 die 

Integritätseinbusse mit 10% angegeben (act. G 5.4/ZM18 S. 12) und im 

rheumatologischen Gutachten vom 28. August 2009 die Prüfung des 

Integritätsschadens vom Erreichen des medizinischen Endzustands abhängig gemacht 

worden war (act. G 5.4/ZM22 S. 18). Im Urteil des Bundesgerichts vom 4. September 

2008 (8C_232/2007) wurde im Wesentlichen die Frage des Behandlungsabschlusses 

(als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung) geklärt und verneint. Die Zusprechung 

einer Integritätsentschädigung konnte in jenem Zeitpunkt und damit erst recht im 

Zeitpunkt des Gutachtens vom 4. Juli 2005 schon mangels Vorliegens eines 

medizinischen Endzustands nicht zur Diskussion stehen.

6.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 2. November 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2011
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden sieben Jahre nach Auffahrunfall. Schleudertrauma (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Oktober 2011, UV 2010/94). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_928/2011

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