# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff7a1f79-f87f-54df-8c02-9ecc47951ec0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 11.06.2024 RT240052
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT240052_2024-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: RT240052-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. S. Janssen  und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke

Urteil vom 11. Juni 2024

in Sachen

A._____,
Gesuchsgegner und Beschwerdeführer

gegen

Kanton Zürich, 
Gesuchsteller und Beschwerdegegner

vertreten durch Kantonales Steueramt Zürich

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen 
Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 19. April 2024 (EB230539-K)

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Erwägungen:

1. a) Mit (unbegründetem) Urteil vom 7. März 2024 erteilte das Bezirks-

gericht Winterthur (Vorinstanz) dem Gesuchsteller in der Betreibung Nr. 1 des Be-

treibungsamts Winterthur-Stadt (Zahlungsbefehl vom 7. Februar 2023) – für die di-

rekte Bundessteuer 2016, Steuerstrafen (vgl. Vi-Urk. 1) – definitive Rechtsöffnung 

für Fr. 11'990.-- nebst Zinsen und Parteientschädigung (Vi-Urk. 16; dem Gesuchs-

gegner zugestellt am 18. März 2024, Vi-Urk. 17). Am 15. April 2024 reichte der Ge-

suchsgegner bei der Vorinstanz eine Eingabe ein (Vi-Urk. 20). Diese wurde von der 

Vorinstanz als sinngemässes Gesuch um Fristwiederherstellung bzw. um Urteils-

begründung erachtet. Mit Verfügung vom 19. April 2024 wies die Vorinstanz das 

Gesuch um Fristwiederherstellung ab und trat auf das Gesuch um Begründung des 

Urteils vom 7. März 2024 nicht ein (Vi-Urk. 22 = Urk. 2).

b) Hiergegen erhob der Gesuchsgegner am 9. Mai 2024 fristgerecht (vgl. 

Vi-Urk. 23: Zustellung am 29. April 2024) Beschwerde und stellte die folgenden 

Beschwerdeanträge (Urk. 1 S. 2):

"– Prozess in Wiedererwägung zu setzen
 – Verfügung vom 19. April 2024 sei zu verneinen und aufzuheben.
 – Rechtsvorschlag sei in Kraft zu treten.
 – Nachsteuer und Bussen sei zu verweisen.
 – Steuer Regress für alle Jahre zu eröffnen und Gutzuheissen.
 – nach Deklarierte Steuererklärungen 2016/ 2017, nach Effektive Einnah-

men und Deklarationen sind zu rechtfertigen sowie zu Verfügen."

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Vi-Urk. 1-23). Da sich 

die Beschwerde sogleich als offensichtlich unbegründet bzw. unzulässig erweist, 

kann auf weitere Prozesshandlungen verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO).

2. Die Rechtsmässigkeit der betriebenen Steuerforderung ist nicht Thema 

der angefochtenen Verfügung und damit auch nicht des vorliegenden Beschwer-

deverfahrens. Die Rechtsmässigkeit einer betriebenen Forderung kann ohnehin 

nicht im Rechtsöffnungsverfahren geprüft werden, sondern wurde bereits rechts-

kräftig im Entscheid beurteilt, welcher nunmehr zu vollstrecken ist. Soweit sich die 

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(vorstehend aufgeführten) Beschwerdeanträge auf die betriebene Steuerforderung 

beziehen, kann daher nicht darauf eingetreten werden.

3. a) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und of-

fensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Dabei bedeutet Geltendmachung, dass in der Beschwerde darge-

legt werden muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig sein soll. Das 

Beschwerdeverfahren ist nicht einfach eine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-

fahrens, sondern es dient der Überprüfung des angefochtenen Entscheids anhand 

von konkret dagegen vorgebrachten Beanstandungen. Die Beschwerde muss sich 

daher mit den entsprechenden Entscheidgründen der Vorinstanz konkret und im 

Einzelnen auseinandersetzen; eine blosse Darstellung der Sach- und/oder Rechts-

lage aus eigener Sicht genügt nicht. Was nicht rechtsgenügend beanstandet wird, 

braucht vom Obergericht nicht überprüft zu werden und hat insofern grundsätzlich 

Bestand. Sodann sind im Beschwerdeverfahren neue Anträge, neue Tatsachenbe-

hauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO); was im 

erstinstanzlichen Verfahren nicht vorgetragen wurde, kann im Beschwerdeverfah-

ren grundsätzlich nicht mehr geltend gemacht bzw. nachgeholt werden.

b) Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, der Gesuchsgegner mache gel-

tend, dass er krankgeschrieben sei und an einer Depression leide, weshalb er nicht 

fähig sei, die Unterlagen in der Kürze der Zeit zu arrangieren, sondern dafür mehr 

Zeit benötige. Ob sich dieses sinngemässe Wiederherstellungsgesuch auf die Frist 

zur Stellungnahme zum Rechtsöffnungsgesuch oder auf diejenige zum Verlangen 

einer Begründung beziehe, sei unklar, könne aber offen bleiben. Die Wiederher-

stellung einer Frist setze voraus, dass die Partei durch die Krankheit effektiv davon 

abgehalten werde, selber innert Frist zu handeln oder eine Drittperson mit der Vor-

nahme der Prozesshandlung zu betrauen. Der Gesuchsgegner habe Arbeitsunfä-

higkeitszeugnisse für die Zeit vom 9. März 2024 bis 5. April 2024 und ein ärztliches 

Zuweisungsgesuch vom 22. März 2024 mit der Diagnose "F32.1" eingereicht. We-

der damit noch mit den früher eingereichten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen sei 

glaubhaft gemacht, dass der Gesuchsgegner nicht in der Lage sei, selber im Ver-

fahren zu handeln oder einen Rechtsvertreter zu beauftragen. Eine Arbeitsunfähig-

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keit bedeute nicht auch die Unfähigkeit, in einem gerichtlichen Verfahren rechtzeitig 

Eingaben zu machen oder einen Rechtsvertreter hierfür zu beauftragen. Damit sei 

kein Wiederherstellungsgrund im Sinne von Art. 148 ZPO glaubhaft gemacht und 

das Fristwiederherstellungsgesuch vom 15. April 2024 sei entsprechend abzuwei-

sen (Urk. 2 Erwägungen 2 und 3.1.). Sodann betrage die Frist für ein Gesuch um 

Begründung eines Entscheids 10 Tage. Das Urteil sei dem Gesuchsgegner am 

18. März 2024 zugestellt worden, womit die Frist selbst unter Berücksichtigung der 

Betreibungsferien gemäss Art. 63 SchKG am 10. April 2024 abgelaufen sei. Das 

Gesuch vom 15. April 2024 erweise sich damit als verspätet, weshalb darauf nicht 

einzutreten sei (Urk. 2 Erwägung 3.2.).

c) Der Gesuchsgegner macht in seiner Beschwerde, soweit verständlich, 

im Wesentlichen geltend, dass er seit Dezember 2023 krankgeschrieben sei, dass 

er wegen der Verfügungen noch depressiver geworden sei, dass ihn diese in den 

Ruin führen würden, dass er für die Jahre 2016 und 2017 die Steuern bezahlt habe 

(sogar zu viel bezahlt, weshalb er Regress geltend macht) und überhaupt nichts 

schulde, dass fünf Verfügungen gleichzeitig mit Fristen von 10 Tagen für die Stel-

lungnahme für ihn ein Desaster gewesen seien und nicht mal ein Anwalt zur Über-

nahme dieser Fälle bereit sei, dass solche Bussen und Gebühren abartig seien für 

seine Einkommensverhältnisse und dass er, wenn dieses Urteil zu seinen Lasten 

falle, gezwungen sei, einen internationalen Anwalt zu nehmen und nach internatio-

nalem Recht vorzugehen (Urk. 1 S. 2-3).

d) Mit diesen Vorbringen legt der Gesuchsgegner lediglich seine Sicht der 

Sach- und Rechtslage dar. Die dargelegten vorinstanzlichen Erwägungen (oben 

Erwägung 3.b) werden in der Beschwerde dagegen mit keinem Wort beanstandet. 

Insbesondere nicht beanstandet wird die Erwägung, dass eine Arbeitsunfähigkeit 

nicht auch die Unfähigkeit bedeute, in einem gerichtlichen Verfahren selber zu han-

deln. Im Übrigen wurde dem Gesuchsgegner von der Vorinstanz bereits in der Ver-

fügung vom 22. Februar 2024 dargelegt, dass ein blosses Arbeitsunfähigkeitszeug-

nis nicht genüge (Vi-Urk. 14 Erwägung 4). Mangels Beanstandungen bleibt es bei 

den dargelegten vorinstanzlichen Erwägungen und dem auf diese gestützten Ent-

scheid.

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e) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich un-

begründet. Sie ist demgemäss abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist (oben 

Erwägung 2).

3. a) Das Beschwerdeverfahren beschlägt eine Rechtsöffnung mit ei-

nem Streitwert von Fr. 11'990.--. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in An-

wendung von Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 200.-- festzusetzen. 

b) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss 

dem Gesuchsgegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

c) Der Gesuchsgegner hat zwar sinngemäss geltend gemacht, kein Geld 

zu haben, hat jedoch kein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das 

Beschwerdeverfahren gestellt (Urk. 1). Ein solches wäre allerdings ohnehin abzu-

weisen gewesen, denn der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege setzt neben 

der Mittellosigkeit auch voraus, dass die Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-

scheinen (Art. 117 lit. b ZPO); die Beschwerde ist jedoch als aussichtslos anzuse-

hen (vgl. vorstehende Erwägungen).

d) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen, dem Gesuchsgegner zufolge seines Unterliegens, dem Gesuchsteller 

mangels relevanter Aufwendungen (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 200.-- festgesetzt.

3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Gesuchsgegner 

auferlegt.

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.

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5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsteller unter Beilage ei-

ner Kopie von Urk. 1, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.

Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittel-

frist an die Vorinstanz zurück.

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 11'990.--.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 11. Juni 2024

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am:
jo