# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c89d600-feda-5ebd-8a14-384dabaa26c1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 24.01.2013 B 2012/106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-106_2013-01-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/106

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 24.01.2013

Entscheiddatum: 24.01.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 24.01.2013
Ausländerrecht, Widerruf Niederlassungsbewilligung, Art. 62 lit. b AuG.Die 
Verurteilung durch ein österreichisches Strafgericht zu einer 22-monatigen 
Freiheitsstrafe, davon 7 Monate vollziehbar, wegen eines Raubüberfalls stellt 
eine längerfristige Freiheitsstrafe dar. Der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung erweist sich als verhältnismässig, auch wenn der 
Beschwerdeführer, der Serbe ist, im Rheintal, zum Teil in Österreich und 
zum Teil in der Schweiz aufgewachsen und beruflich in der Schweiz 
integriert ist, seine Ehefrau und sein Sohn jedoch in Österreich leben 
(Verwaltungsgericht, B 2012/106).

Urteil vom 24. Januar 2013

Anwesend:  Präsident lic.iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. Th. 

Scherrer

_______________

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. A.B.,

gegen

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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y. ist serbischer Staatsangehöriger. Er wurde am 29. März 1989 als Sohn der K.P. 

und des O.D. in Bregenz/A geboren und wuchs bei seinem Vater und dessen Eltern in 

Lauterach/A auf. Am 18. September 2002 erteilte ihm die Fremdenpolizei (heute 

Migrationsamt) des Kantons St. Gallen im Rahmen des Familiennachzugs eine 

Aufenthaltsbewilligung, und X.Y. lebte fortan in Staad bei seiner Mutter und deren 

Ehemann E.G. In der Schweiz besuchte er während dreier Jahre die Realschule und 

absolvierte anschliessend eine Lehre als Detailhandelsfachmann. Wegen Delikten, die 

er im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Motorfahrrades beging, wurde X.Y. von 

der Jugendanwaltschaft Altstätten am 26. April 2005 mit Fr. 120.- und am 

15. Dezember 2005 mit Fr. 100.- gebüsst. Am 11. Dezember 2006 erhielt er die 

Niederlassungsbewilligung. Wegen des Führens eines nicht eingelösten 

Personenwagens und des missbräuchlichen Verwendens von Kontrollschildern wurde 

er vom Untersuchungsamt Altstätten am 14. Mai 2008 zu einer bedingt erlassenen 

Geldstrafe von drei Tagessätzen zu je Fr. 30.- und zu einer Busse von Fr. 300.- 

verurteilt.

B./ Anlässlich einer Personenkontrolle in Staad stellte die Kantonspolizei St. Gallen am 

5. Januar 2011 fest, dass X.Y. wegen einer strafrechtlichen Verurteilung durch das 

Landesgericht Vorarlberg mit einem ab 29. November 2010 gültigen Aufenthaltsverbot 

für Österreich belegt ist. Das Ausländeramt (heute Migrationsamt) des Kantons 

St. Gallen eröffnete daraufhin am 17. Januar 2011 ein Verfahren zur Überprüfung des 

Aufenthaltsverhältnisses. Aus dem Strafurteil vom 11. Oktober 2010 ergibt sich, dass 

X.Y. zusammen mit einem in Spreitenbach/AG wohnhaften Cousin am 18. Juli 2010 in 

Dornbirn/A einen Raubüberfall auf ein Wettbüro begangen hatte. Dabei hatte er sich 

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insbesondere vorgängig Informationen bei seiner im Lokal beschäftigten Cousine 

beschafft, sich an der Erkundung der Örtlichkeiten und des Fluchtweges beteiligt, den 

Überfall bei seiner Cousine angekündigt, sich am Tatabend als Fahrer zur Verfügung 

gestellt und seinem Cousin zur Durchführung des Überfalls eine schwarze Softair-

Pistole Colt MK IV überlassen. Sieben Monate der insgesamt 22-monatigen 

Freiheitsstrafe waren vollziehbar. Nach dem Vollzug von dreieinhalb Monaten war X.Y. 

am 14. Dezember 2010 entlassen worden. Am 1. Januar 2011 trat er eine Stelle als 

Roboter-Operateur bei der Q. AG in Widnau an.

Das Untersuchungsamt Altstätten verurteilte X.Y. mit Strafbefehl 18. Januar 2011 

wegen mehrfacher Vergehen gegen das Waffengesetz durch Missachtung des 

Waffenverbots für Staatsangehörige bestimmter Staaten sowie Mitführens und Ausfuhr 

einer verbotenen Softair-Pistole zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

je Fr. 30.- und einer Busse von Fr. 500.-.

Am 1. April 2011 heiratete X.Y. in Rorschach die serbische Staatsangehörige F.S., die 

zusammen mit dem gemeinsamen, am 22. April 2009 geborenen Sohn T. in Dornbirn/A 

wohnt.

C./ Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen widerrief am 15. September 2011 die 

Niederlassungsbewilligung. Am 1. März 2012 stellte die Kantonspolizei St. Gallen fest, 

dass X.Y. als Lenker eines Personenwagens die zulässige Höchstgeschwindigkeit 

ausserorts von 80 km/h um 43 km/h überschritt. Das Sicherheits- und 

Justizdepartement (nachfolgend Vorinstanz) wies am 1. Mai 2012 den gegen den 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung am 30. September 2011 erhobenen Rekurs ab.

D./ Gegen den Entscheid vom 1. Mai 2012 erhob X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) 

durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 16. Mai 2012 und Ergänzung vom 

15. Juli 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, der 

angefochtene Entscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben.

Mit Vernehmlassung vom 17. Juli 2012 beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde sei 

unter Kostenfolge abzuweisen. Der Beschwerdeführer nahm dazu am 3. August 2012 

Stellung.

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Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung, 

welche dem Beschwerdeführer am 11. Dezember 2006 erteilt wurde.

2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung unter 

anderem widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. b AuG erfüllt 

sind. Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG kann die zuständige Behörde 

Bewilligungen widerrufen, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe 

verurteilt wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese 

Voraussetzung erfüllt, wenn gegenüber dem Ausländer eine Freiheitsstrafe von mehr 

als einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.1). Ob die Strafe bedingt, 

teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle (vgl. BGer 

2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis). Von Bedeutung sind auch 

im Ausland verhängte Strafen (vgl. etwa BGer 2C_220/2012 vom 5. September 2012 

E. 2.1 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung; 2C_756/2011 vom 23. September 

2011 E. 2.2.1; ferner BGE 134 II 25 E. 4.3.1). Dabei ist zu verlangen, dass es sich bei 

den ausländischen Delikten um Verbrechen oder Vergehen im Sinne des 

schweizerischen Strafrechts handelt und der Schuldspruch in einem Staat erging, in 

welchem die Beachtung der grundlegenden rechtsstaatlichen Verfahrensgrundsätze 

und Verteidigungsrechte im Strafprozess als garantiert erscheint (vgl. BGer 

2C_136/2012 vom 17. April 2012 E. 3.4 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung). 

Dass das Urteil wegen der begangenen Straftat in der Schweiz möglicherweise milder 

ausgefallen wäre, ändert nichts (vgl. BGer 2C_427/2008 vom 23. Januar 2009 E. 3.1 

und 3.2; 2C_381/2008 vom 14. Januar 2009 E. 2.3).

§ 142 Abs. 1 des österreichischen Bundesgesetzes vom 23. Jänner 1974 über die mit 

gerichtlicher Strafe bedrohten Handlungen (nachfolgend StGB/A) verlangt für die 

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Erfüllung des Tatbestandes des Raubes die Wegnahme oder Abnötigung einer fremden 

beweglichen Sache in Bereicherungsabsicht unter Einsatz von Gewalt gegen eine 

Person oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben. Die 

Umschreibung deckt sich im Wesentlichen mit jener in Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 139 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, 

abgekürzt StGB). Der Beschwerdeführer wurde gestützt auf § 12 StGB/A als Täter 

bestraft. Nach dieser Bestimmung begeht die Tat nicht nur der unmittelbare Täter, 

sondern auch jeder, der einen anderen dazu bestimmt, sie auszuführen oder der sonst 

zu ihrer Ausführung beiträgt. Nach der schweizerischen Rechtsprechung wird als 

Mittäter – und nicht als Gehilfe im Sinn von Art. 25 StGB - bestraft, wer bei der 

Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in 

massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als 

Hauptbeteiligter dasteht; es wird danach gefragt, ob der Tatbeitrag nach den 

Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so 

wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (vgl. Trechsel/Jean-Richard, in: Trechsel 

et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2013, N 12 vor 

Art. 24 StGB mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Die 

Bestrafung des Beschwerdeführers in Österreich als (Mit-)Täter ist mithin auch mit den 

Regeln des schweizerischen Strafrechts zur Teilnahme vereinbar. Schliesslich ist der 

Strafrahmen nach beiden Strafrechtsordnungen - § 142 Abs. 1 StGB/A sieht eine 

Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren, Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eine solche 

bis zu zehn Jahren vor – vergleichbar.

Im Licht der dargestellten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Auslegung und 

Anwendung von Art. 62 Ingress und lit. b AuG und unter Berücksichtigung der 

Vergleichbarkeit der Strafrechtsordnungen Österreichs und der Schweiz sind die 

Vorbringen in der Beschwerde, bei der österreichischen Strafe handle es sich nicht um 

eine längerfristige Freiheitsstrafe, weil deren Dauer von 22 Monaten nach 

schweizerischem Strafrecht sowohl bedingt wie teilbedingt aufschiebbar sei, 15 

Monate bei einer Probezeit von drei Jahren erlassen worden seien und der 

Beschwerdeführer tatsächlich lediglich 3½ Monate verbüsst habe, unbehelflich. In der 

Beschwerde wird zudem zu Recht nicht geltend gemacht, das österreichische 

Strafverfahren genüge den grundlegenden Anforderungen an die Rechtsstaatlichkeit 

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nicht. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich dementsprechend 

grundsätzlich als rechtmässig.

2.2. Sowohl Art. 63 Abs. 1 als auch Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind als 

"Kann-"Bestimmung formuliert und räumen der zuständigen Behörde einen gewissen 

Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist dementsprechend die Verhältnismässigkeit der 

Massnahme.

2.2.1. Eine Interessenabwägung aufgrund des Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in 

jedem Fall, eine solche aufgrund des Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten; SR 0.101, 

abgekürzt EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene Person das Recht 

auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK 

beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2). Gemäss Art. 96 

Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der Ermessensausübung die 

öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der 

Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind namentlich die Schwere des 

Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem 

Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 

II 377 E. 4.3 mit Hinweisen).

An die Schwere des Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je 

länger der Betroffene in der Schweiz gelebt hat. Indessen schloss die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zum früheren Bundesgesetz über den Aufenthalt 

und die Niederlassung von Ausländern selbst bei einem Betroffenen, der in der 

Schweiz geboren und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hatte 

(Ausländer der "zweiten Generation") bei Gewalt-, Sexual- und 

Betäubungsmitteldelikten bzw. wiederholter Straffälligkeit eine Ausweisung nicht aus 

(vgl. BGE 122 II 433 E. 2c; 130 II 176 E. 4.4.2). Neben dem strafrechtlichen Verschulden 

sind insbesondere die Art und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat 

verletzten Rechtsgüter, die Art und Umstände der Tatbegehung (einfache oder 

mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten nach der Tat zu berücksichtigen. Dem 

strafrechtlichen Resozialisierungsgedanken ist zwar im Rahmen der umfassenden 

Interessenabwägung Rechnung zu tragen. Die Prognose über das Wohlverhalten ist 

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jedoch nicht ausschlaggebend, weil aus der Sicht der Ausländerbehörden das 

Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund steht. Aus 

ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen, je 

schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat. Im Zusammenhang 

mit Gewaltdelikten muss selbst ein geringes Restrisiko nicht in Kauf genommen 

werden (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer, Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 12 zu Art. 63 

AuG mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Was das Interesse an 

der Fernhaltung betrifft, darf bei ausländischen Personen, die nicht unter das 

Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits 

über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681) fallen, im Rahmen der Interessenabwägung 

auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer 

2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).

2.2.2. Das Verschulden des Beschwerdeführers bei der am 18. Juli 2010 begangenen 

Straftat wiegt in ausländerrechtlicher Hinsicht schwer. Entsprechend den 

Feststellungen im Strafurteil hat der Beschwerdeführer vor dem Raub bei seiner im 

überfallenen Wettbüro angestellten Cousine für den Zeitpunkt und die Durchführung 

der Tat bedeutsame Informationen beschafft sowie mit seinem Cousin den Abstellplatz 

für das Fluchtfahrzeug und den Fluchtweg ausgekundschaftet, das Lokal besichtigt 

und den konkreten Ablauf der Tat geplant. Er hat Gesichtsmasken besorgt und der 

Mittäterin aufgetragen, dafür zu sorgen, dass deren Mutter am Tatabend gegen 23.00 

Uhr im Wettlokal nicht aufräumte. Am Tatabend hat er seinen Cousin zum Tatort 

gefahren, ihm die illegal in seinem Besitz befindliche schwarze Softair-Pistole Colt MK 

IV (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. g und Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Waffen, 

Waffenzubehör und Munition [Waffengesetz, SR 514.54] in Verbindung mit Art. 12 

Abs. 1 der Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition [Waffenverordnung, 

SR 514.541]) zur Verfügung gestellt, nachgeschaut, ob sich noch Gäste im Lokal 

aufhielten, und in der Folge hinter dem Lokal gewartet. Anschliessend flüchtete er 

zusammen mit seinem Cousin in die Schweiz. Anlässlich der Hauptverhandlung vor 

dem Landesgericht Feldkirch gab der Beschwerdeführer zudem an, er sei es gewesen, 

der auf die Möglichkeit gekommen sei, "irgendwo Geld zu machen bzw. zu holen". Er 

habe seinem in Geldnöten steckenden Cousin erzählt, er kenne ein Wettlokal, wo eine 

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gemeinsame Cousine (vgl. act. 19/86) arbeite, von der man Informationen holen könne. 

Zudem erscheint die Begründung, das Delikt sei begangen worden, um Mittel zur 

Finanzierung teurer Medikamente für die kranke Mutter des Mittäters zu beschaffen, 

unglaubwürdig. Einerseits lebte die Mutter des Mittäters im Zeitpunkt der Tat offenbar 

in der Schweiz (vgl. act. 19/126 und 131), so dass davon ausgegangen werden kann, 

dass sie der obligatorischen Krankenversicherung unterstand. Anderseits wurde die – 

hinter den Erwartungen zurückliegende – Beute schliesslich geteilt und weder 

insgesamt noch überwiegend für den geltend gemachten Zweck eingesetzt 

(vgl. act. 19/124).

Der Beschwerdeführer hat sich trotz des laufenden Verfahrens zur Überprüfung seines 

Aufenthaltsrechts nicht an die schweizerische Rechtsordnung gehalten, sondern am 

1. März 2012 gemäss Lasermessung der Kantonspolizei St. Gallen mit dem 

Personenwagen seiner Mutter in Mörschwil um 15.55 Uhr die zulässige 

Höchstgeschwindigkeit ausserorts von 80 km/h um 43 km/h überschritten (vgl. act. 19/

Rekurs-act. 9). Das Ausmass der Geschwindigkeitsüberschreitung stellt eine grobe 

Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 

741.01, abgekürzt SVG) dar und rechtfertigte die Abnahme des Führerausweises auf 

der Stelle durch die Polizei. Der Beschwerdeführer hat der Polizei gegenüber 

angegeben, er habe seine Begleiterin ins Spital bringen müssen. Aus dem von ihm 

unterzeichneten Protokoll der polizeilichen Befragung sind dazu keine weiteren 

konkreten Umstände ersichtlich (vgl. act. 19/Rekurs-act. 9, Befragung S. 2).

Auch wenn der Beschwerdeführer die in Österreich begangene Straftat reumütig 

gestanden, wichtige Hinweise zu deren Aufklärung gegeben und eine teilweise 

Wiedergutmachung des Schadens geleistet hat, wiegt das öffentliche Interesse am 

Entzug seiner Niederlassungsbewilligung angesichts seines strafrechtlichen 

Verschuldens beim Raubüberfall vom 18. Juli 2010 und seines (weiterhin) mangelnden 

Bestrebens, die schweizerische und vergleichbare österreichische Rechtsordnung 

einzuhalten, schwer.

2.2.3. Den öffentlichen Interessen sind im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung 

die privaten Interessen des Beschwerdeführers an seinem Verbleib in der Schweiz 

gegenüberzustellen.

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Der Beschwerdeführer hat sein ganzes bisheriges Leben im Rheintal im Grenzgebiet 

zwischen Vorarlberg und St. Gallen am Bodensee verbracht und wurde in diesem 

Kulturraum sozialisiert. 1989 in Bregenz/A geboren, wuchs er bis zum Alter von 13 

Jahren bei seinem aus Serbien stammenden Vater und dessen Eltern in Lauterach/A, 

wo er Kindergarten sowie Volks- und Hauptschule besuchte, auf. Nach der Einreise in 

die Schweiz lebte er bei seiner Mutter und dessen Ehemann in Staad/SG in der 

Schweiz. Realschule und Berufsausbildung absolvierte er in Staad und in Heerbrugg. 

Am 1. Januar 2011 trat er eine Stelle als Roboter-Operateur bei einer in Widnau 

ansässigen Unternehmung, die ihm am 16. Mai 2011 ein gutes Arbeitszeugnis 

ausstellte, an. In beruflicher Hinsicht ist der Beschwerdeführer mithin in der Schweiz 

integriert.

Am 1. April 2011 hat der Beschwerdeführer eine Landsfrau geheiratet, die zusammen 

mit dem gemeinsamen, am 22. April 2009 geborenen Sohn in Dornbirn/A lebt. Im 

Vergleich zur Kernfamilie tritt die Beziehung des mündigen Beschwerdeführers zu 

seiner in der Schweiz lebenden Mutter deshalb in den Hintergrund. Der völkerrechtlich 

in Art. 8 EMRK geschützte Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens mit 

dem damit verbundenen Recht auf Familiennachzug kommt vorab seiner Ehefrau und 

dem gemeinsamen Sohn, welche in Österreich aufenthaltsberechtigt sind, zu 

(vgl. J. Meyer-Ladewig, EMRK Handkommentar, 3. Aufl. 2011, N 52 zu Art. 8 EMRK mit 

Hinweisen auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte). Ob die zuständigen österreichischen Behörden die Frage des 

Aufenthaltsrechts des Beschwerdeführers unter diesem Aspekt geprüft haben, ist den 

Akten nicht zu entnehmen. Jedenfalls aber kommt dem Beschwerdeführer und seiner 

Familie ein Anspruch auf eine solche Prüfung zu.

Soweit sich aus den Akten Anhaltspunkte zu seinen persönlichen Beziehungen 

ergeben, pflegt der Beschwerdeführer diese in erster Linie unter Landsleuten. Dies gilt 

sowohl in familiärer Hinsicht als auch für die Freizeit. Die Mittäter bei dem in Österreich 

am 18. Juli 2010 begangenen Raub sind mit ihm verwandt. Aus der Begründung der 

Beschwerde ergibt sich, dass der Beschwerdeführer – ebenso wie seine Ehefrau – der 

serbischen Sprache zumindest nicht völlig unkundig ist. Zudem erleichtern die 

abgeschlossene Berufsausbildung, sein Alter und die Gewohnheit, sich auch in der 

Schweiz und im angrenzenden Ausland im Umfeld von Landsleuten zu bewegen, eine 

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Integration des Beschwerdeführers in seiner Heimat. Erstmals in der Beschwerde wird 

geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe sich in psychologische Behandlung 

begeben. Er scheint diese - aktenmässig nicht belegte – Behandlung offenbar weniger 

unter dem Eindruck seines strafbaren Verhaltens als vielmehr wegen des drohenden 

Entzugs der Niederlassungsbewilligung aufgenommen zu haben. Soweit vom 

Beschwerdeführer als erforderlich erachtet, kann diese Therapie auch in seinem 

Heimatland weitergeführt werden.

2.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gewicht der privaten Interessen an der 

Beibehaltung der Niederlassungsbewilligung in der Schweiz durch den Umstand 

relativiert wird, dass die Ehefrau und das gemeinsame Kind des Beschwerdeführers, 

die einen völkerrechtlichen Anspruch auf Familiennachzug geltend machen können, in 

Österreich – und nicht in der Schweiz - aufenthaltsberechtigt sind. Das öffentliche 

Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung überwiegt damit das private 

Interesse des Beschwerdeführers an deren Beibehaltung.

3. (…).

4. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von Fr. 2'000.-- unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:     Der Gerichtsschreiber:

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Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. A.B.)

-   die Vorinstanz

am:

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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	Urteil Verwaltungsgericht, 24.01.2013
	Ausländerrecht, Widerruf Niederlassungsbewilligung, Art. 62 lit. b AuG.Die Verurteilung durch ein österreichisches Strafgericht zu einer 22-monatigen Freiheitsstrafe, davon 7 Monate vollziehbar, wegen eines Raubüberfalls stellt eine längerfristige Freiheitsstrafe dar. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich als verhältnismässig, auch wenn der Beschwerdeführer, der Serbe ist, im Rheintal, zum Teil in Österreich und zum Teil in der Schweiz aufgewachsen und beruflich in der Schweiz integriert ist, seine Ehefrau und sein Sohn jedoch in Österreich leben (Verwaltungsgericht, B 2012/106).

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