# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 788f35fa-7692-5d4a-8815-1ed4d7579387
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.05.2021 C-4427/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4427-2020_2021-05-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 17.12.2021 (9C_370/2021) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-4427/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  M a i  2 0 2 1   

Besetzung 
 Richter Michael Peterli (Vorsitz), 

Richterin Viktoria Helfenstein,  

Richterin Caroline Bissegger,    

Gerichtsschreiber Lukas Schobinger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, Israel,  

per Zustelladresse,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Alters- und Hinterlassenenversicherung,  

Beitritt zur freiwilligen Versicherung,  

Einspracheentscheid vom 6. August 2020. 

 

 

 

C-4427/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin oder Versicherte) 

wurde (…) 1986 geboren und ist schweizerische Staatsangehörige. Sie ist 

verheiratet und lebt seit 31. Januar 2009 / 6. September 2011 in Israel  

(vorinstanzliche Akten [nachfolgend: act.] 1, 12). Sie unterzeichnete am 

25. Oktober 2009 erstmals eine Beitrittserklärung zur freiwilligen Alters-, 

Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Die Schweizerische 

Ausgleichskasse SAK (nachfolgend: Vorinstanz) bestätigte mit Schreiben 

vom 16. November 2009 ihre Aufnahme in die freiwillige Versicherung ab 

1. Februar 2009 (act. 2).  

A.b Nachdem die Versicherte mit Schreiben vom 2. März 2010 zur Beibrin-

gung der Einkommens- und Vermögenserklärung für 2009 ermahnt worden 

war, teilte sie der Vorinstanz mit, dass sie nun wieder bei der obligatori-

schen Versicherung versichert sei. Daher melde sie sich bei der freiwilligen 

Versicherung ab (act. 4, 5, 6). Sie führte mit Schreiben vom 9. Mai 2010 

unter Verweis auf ein Schreiben der SVA B._______ vom 30. März 2010 

weiter aus, sie sei bei deren Ausgleichskasse ab 1. Januar 2008 (als Nicht-

erwerbstätige zum Minimalbeitrag) angeschlossen. Die SVA B._______ 

habe ihr mitgeteilt, dass sie bei der obligatorischen Versicherung bleiben 

könne, da sie sich zwecks Studium im Ausland aufhalte. Sie gehe davon 

aus, dass sie der Vorinstanz die gewünschte Studiumsbestätigung für 2009 

nicht mehr einreichen müsse (act. 7, 8).  

A.c In der Folge zahlte die Versicherte bis 2018 jeweils den Minimalbeitrag 

für Nichterwerbstätige ein. Die betreffenden Rechnungen der 

SVA B._______ waren an eine Adresse in C._______ adressiert (act. 24).  

B.  

B.a Neun Jahre später teilte die SVA B._______ der Versicherten mit 

Schreiben vom 3. Juni 2019 mit, sie sei seit 1. Januar 2008 bei ihrer  

Ausgleichskasse als Nichterwerbstätige im Register. Es sei festgestellt 

worden, dass sie den zivilrechtlichen Wohnsitz seit 6. September 2011 in 

Israel habe. Personen, die den zivilrechtlichen Wohnsitz nicht mehr in der 

Schweiz hätten, könnten hier keine AHV/IV-Beiträge mehr einbezahlen. 

Daher sei das Abrechnungskonto (rückwirkend) per 30. September 2011 

aufgehoben worden. Damit das Guthaben überwiesen werden könne, 

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Seite 3 

werde um Mitteilung der Bankverbindung gebeten (act. 21, Seite 4; vgl. 

auch act. 26).  

B.b Die Versicherte teilte der Vorinstanz mit einem undatierten E-Mail ver-

mutlich im Juni 2019 mit, sie sei nun schon länger bei der freiwilligen Ver-

sicherung angemeldet. Sie habe vor Kurzem eine Mitteilung erhalten, wo-

nach ihr Abrechnungskonto bei der freiwilligen Versicherung aufgrund des 

Auslandaufenthalts geschlossen würde (vgl. act. 21, Seite 4). Sie sei schon 

seit Jahren bei der AHV/IV angemeldet und habe immer fristgerecht einbe-

zahlt. Sie beantrage, das Abrechnungskonto weiterhin bestehen zu lassen 

(act. 9).  

C.  

C.a Ein weiteres Jahr später teilte die Versicherte der Vorinstanz mit einem 

undatierten E-Mail vermutlich im Mai 2020 mit, sie habe ihr vor ein paar 

Tagen eine Beitrittserklärung zur AHV/IV zugesendet (act. 11). Im betref-

fenden Formular gab sie an, sie sei erwerbstätig und wohne seit 6. Sep-

tember 2011 in Israel. Sie sei der AHV/IV bis 3. Juni 2019 angeschlossen 

gewesen (act. 12).  

C.b Die Vorinstanz wies das Beitrittsgesuch mit Verfügung vom 3. Juni 

2020 ab (act. 19). Sie führte aus, gemäss Art. 8 der Verordnung über die 

freiwillige Versicherung sei der Beitritt zur freiwilligen Versicherung innert 

Jahresfrist seit dem Wegfall der Voraussetzungen für die obligatorische 

Versicherung einzureichen. Im Fall der Versicherten sei diese Frist über-

schritten worden.  

C.c Die Versicherte erhob Einsprache (act. 25). Die Vorinstanz wies die 

Einsprache mit Einspracheentscheid vom 6. August 2020 ab (act. 27). Sie 

führte wiederum aus, die Anmeldung vom 1. Mai 2020 sei nicht innert der 

gesetzlichen Jahresfrist erfolgt.  

D.  

D.a Die Versicherte erhob am 2. September 2020 Beschwerde. Sie bean-

tragte den Beitritt zur freiwilligen AHV/IV (BVGer act. 1). Sie führte im We-

sentlichen aus, sie habe ihre (inzwischen zurückerstatteten) Beiträge an 

die obligatorische AHV/IV bis 2018 lückenlos einbezahlt. Bis zum Erhalt 

des Schreibens der SVA B._______ vom 3. Juni 2019 habe sie in gutem 

Glauben darauf vertraut, dass alles in bester Ordnung sei und die Dinge 

ihren geregelten Verlauf nehmen würden. Auf ihre Erkundigung hin sei ihr 

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Seite 4 

von der Organisation der Auslandschweizer und der Vorinstanz mitgeteilt 

worden, dass sie nach dem Ausscheiden aus der obligatorischen Versiche-

rung am 3. Juni 2019 ein Jahr Zeit habe, um sich bei der freiwilligen Versi-

cherung anzumelden. Mit der Anmeldung vom 1. Mai 2020 habe sie diese 

Frist gewahrt.   

D.b Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 10. November 

2020 die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefoch-

tenen Einspracheentscheids (BVGer act. 5). Sie führte im Wesentlichen 

aus, die Versicherte sei der obligatorischen Versicherung nur bis zum 

30. September 2011 unterstellt gewesen. Mithin sei das Beitrittsgesuch 

vom 1. Mai 2020 nicht rechtzeitig eingereicht worden. Von Oktober 2011 

bis April 2020 bestehe eine Versicherungslücke, womit es an der vorbeste-

henden Versicherungsdauer von fünf Jahren, wie sie von Art. 2 Abs. 1 

AHVG vorausgesetzt werde, fehle.  

D.c Die Versicherte verzichtete auf eine Replik, sodass der Instruktions-

richter mit Verfügung vom 20. Januar 2021 den Schriftenwechsel ab-

schloss (BVGer act. 6, 7). Auf die weiteren Ausführungen der Parteien so-

wie die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die Entscheidfindung 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 85bis Abs. 1 AHVG [SR 831.10] sowie Art. 31, 32 

und 33 Bst. d VGG). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin durch den 

angefochtenen Einspracheentscheid besonders berührt und hat an dessen 

Aufhebung bzw. Abänderung ein schutzwürdiges Interesse, weshalb sie 

beschwerdelegitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG 

[SR 830.1]). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist da-

her einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60 

ATSG). 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

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die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-

anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2). 

2.3 Nach ständiger Rechtsprechung beschränkt sich die Prüfung des So-

zialversicherungsgerichts auf die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass 

der angefochtenen Verwaltungsverfügung entwickelt haben (vgl. Urteil des 

BGer 8C_489/2016 vom 29. November 2016 E. 5.2 m.H. auf BGE 132 V 

215 E. 3.1.1; 130 V 138 E. 2.1; 121 V 362 E. 1b). Tatsachen, die jenen 

Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand ei-

ner neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

2.4 Die Beschwerdeführerin ist schweizerische Staatsangehörige und in  

Israel wohnhaft. Das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft und dem Staat Israel über Soziale Sicherheit  

(SR 0.831.109.449.1) sieht für den Beitritt zur freiwilligen Versicherung 

keine Regelung vor. Demnach ist für das vorliegende Verfahren in materi-

ell- und verfahrensrechtlicher Hinsicht schweizerisches Recht anwendbar.  

2.5 In materieller Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

gebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung hatten (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Daher ist vorliegend auf die im 

Zeitpunkt des Beitrittsgesuchs (1. Mai 2020) geltende Rechtslage abzustel-

len (vgl. Urteil des BVGer C-7025/2015 vom 16. August 2017 E. 3 mit Hin-

weisen). 

3.  

Zum Beitritt zur freiwillige Versicherung und zum Vertrauensschutz ist Fol-

gendes festzuhalten:  

3.1 Art. 2 Abs. 1 AHVG bestimmt, dass Schweizer Staatsangehörige und 

Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft  

oder der europäischen Freihandelsassoziation, die nicht in einem Mitglied-

staat der Europäischen Gemeinschaft oder der europäischen Freihandels-

assoziation leben, der freiwilligen Versicherung beitreten können, falls sie 

unmittelbar vorher während mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren 

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Seite 6 

obligatorisch versichert waren. Der Bundesrat erlässt ergänzende Vor-

schriften über die freiwillige Versicherung; er bestimmt insbesondere die 

Frist und die Modalitäten des Beitritts, des Rücktritts und des Ausschlus-

ses. Ferner regelt er die Festsetzung und Erhebung der Beiträge sowie die 

Gewährung von Leistungen (Art. 2 Abs. 6 Satz 1 und 2 AHVG).  

3.2 Gemäss Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über die freiwillige Alters-, Hin-

terlassenen- und Invalidenversicherung (VFV, SR 831.111) können der frei-

willigen Versicherung die Personen beitreten, welche die Versicherungs-

voraussetzungen nach Art. 2 Abs. 1 AHVG erfüllen, einschliesslich jener, 

die für einen Teil ihres Einkommens der obligatorischen Versicherung un-

terstellt sind. Die Beitrittserklärung muss schriftlich bei der Ausgleichs-

kasse oder subsidiär bei der zuständigen Auslandsvertretung innerhalb ei-

nes Jahres ab dem Zeitpunkt des Ausscheidens aus der obligatorischen 

Versicherung eingereicht werden. Nach Ablauf dieser Frist ist ein Beitritt 

zur freiwilligen Versicherung nicht mehr möglich (Art. 8 Abs. 1 VFV). Die 

Versicherung beginnt mit dem Ausscheiden aus der obligatorischen Versi-

cherung (Art. 8 Abs. 2 VFV). 

3.3 Für den Beitritt zur freiwilligen AHV/IV sind somit folgende vier Voraus-

setzungen kumulativ zu erfüllen: (1) die versicherte Person muss Schwei-

zer oder Staatsangehöriger eines EU/EFTA-Mitgliedstaats sein, (2) der 

Wohnort der versicherten Person muss ausserhalb der Schweiz, der EU 

oder der EFTA liegen, (3) es muss eine Versicherungsunterstellung von 

mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren unmittelbar vor dem Aus-

scheiden aus der obligatorischen Versicherung bestanden haben, wobei 

praxisgemäss nicht nur die Jahre in der obligatorischen Versicherung, son-

dern auch die Jahre der Unterstellung unter die freiwillige AHV/IV berück-

sichtigt werden (vgl. AHI-Praxis 1/2001 S. 23) und (4) die Beitrittserklärung 

muss innert Jahresfrist nach dem Ausscheiden aus der obligatorischen 

Versicherung bei einer zuständigen Stelle eingereicht worden sein (vgl. Ur-

teil des BVGer C-1708/2017 vom 28. Februar 2019 E. 4.2).  

3.4 Der Grundsatz von Treu und Glauben schützt den Bürger in seinem 

berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten und bedeutet unter an-

derem, dass falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimm-

ten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende Behand-

lung des Rechtsuchenden gebieten. Gemäss Rechtsprechung und Doktrin 

ist eine falsche Auskunft bindend, 1. wenn die Behörde in einer konkreten 

Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für 

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Seite 7 

die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn der Bür-

ger die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten 

durfte; 3. wenn der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weite-

res erkennen konnte; 4. wenn er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Aus-

kunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig ge-

macht werden können; 5. wenn die gesetzliche Ordnung seit der Aus-

kunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 121 V 65 2.a mit Hin-

weisen). 

4.  

Streitig und zu prüfen ist der Beitritt der Versicherten zur freiwillige Versi-

cherung.  

4.1 Vorab ist festzuhalten, dass sich die Versicherte 2010 selber wieder bei 

der freiwilligen Versicherung abmeldete, weil es ihr seinerzeit möglich war, 

die obligatorische Versicherung (als Nichterwerbstätige zum Minimalbei-

trag) weiterzuführen, da sie sich zwecks Studium im Ausland aufhielt 

(act. 6, 7, 8; vgl. Art. 1a Abs. 3 lit. b AHVG; vgl. aber auch act. 1, wo als 

gegenwärtiger Beruf Hausfrau angegeben wurde). Wie lange das Studium 

dauerte und ob die Versicherte zwischenzeitlich 2010 / 2011 in die Schweiz 

zurückkehrte, ist aufgrund der Aktenlage nicht bekannt. Wie die SVA 

B._______ mit Schreiben vom 3. Juni 2019 feststellte, hatte die Versicherte 

ihren zivilrechtlichen Wohnsitz seit 6. September 2011 (ununterbrochen) in 

Israel (act. 21, Seite 4). Dies ergibt sich auch aus der Anmeldung vom 

1. Mai 2020 (act. 12). Mindestens ab 2015 war die Versicherte in Israel 

erwerbstätig.  

4.2 Die obligatorische Versicherung setzt nach Art. 1a AHVG Wohnsitz  

oder Erwerbstätigkeit in der Schweiz voraus. Diese alternative Vorausset-

zung erfüllte die Versicherte ab 6. September 2011 nicht mehr, weshalb sie 

(per Ende September 2011) aus dem Kreis der obligatorisch versicherten 

Personen ausschied. Ein Studium, das eine Weiterführung der obligatori-

schen Versicherung über dieses Datum hinaus erlauben würde, ist nicht 

dokumentiert. Klarzustellen ist, dass die obligatorische Versicherung nicht 

erst am 3. Juni 2019 endete, als die SVA B._______ der Versicherten die 

rückwirkende Aufhebung ihres Abrechnungskontos mitteilte (act. 21, Seite 

4). Sie endete schon mit dem Wegfall der Versicherteneigenschaft nach 

Art. 1a AHVG. Dies scheint die Versicherte zu verkennen. Wie die Vor- 

instanz zu Recht feststellte, erfolgte die Anmeldung vom 1. Mai 2020 nicht 

fristgerecht innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt des Ausscheidens 

aus der obligatorischen Versicherung (vgl. Art. 8 Abs. 1 VFV).  

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Seite 8 

4.3 Die Versicherte beruft sich zudem auf ihren guten Glauben. Aus den 

Akten geht hervor, dass der Versicherten (zumindest) 2010 (noch) bewusst 

war, dass die Weiterführung der obligatorischen Versicherung in einem Zu-

sammenhang mit ihrem damaligen Studium stand bzw. von diesem abhän-

gig war (act. 8). Eine behördliche Auskunft, wonach die obligatorische Ver-

sicherung trotz zivilrechtlichem Wohnsitz in Israel auch nach beendetem 

Studium unbegrenzt weitergeführt werden könne, ist nicht aktenkundig und 

wird auch nicht behauptet. Weiter ist erstellt, dass die Versicherte bis 2018 

jeweils den Minimalbeitrag für Nichterwerbstätige einbezahlte und die be-

treffenden Rechnungen der SVA B._______ (soweit ersichtlich) an eine Ad-

resse in C._______ adressiert waren, was insofern fehlerhaft war, als die 

Versicherte mindestens ab 2015 erwerbstätig war und seit 2009 / 2011 in 

Israel wohnte (act. 24, 26). Ungeachtet dieser Umstände ist gleichwohl da-

von auszugehen, dass die Versicherte ihre Zahlungen gutgläubig vornahm 

in der Annahme, «dass alles in bester Ordnung sei und die Dinge ihren 

geregelten Verlauf nehmen» würden (BVGer act. 1; vgl. auch die gesetzli-

che Vermutung in Art. 3 Abs. 1 ZGB). Die Fehlerhaftigkeit der Rechnungen, 

die (soweit ersichtlich) ohne eine eigentliche Erläuterung versandt wurden, 

war für die Versicherte nicht ohne Weiteres erkennbar. Als juristischer Laiin 

kann ihr auf jeden Fall kein Detailwissen zur schweizerischen AHV/IV ent-

gegengehalten werden. Eigentliche Nachforschungen über die Richtigkeit 

behördlichen Handelns werden von Privaten nicht erwartet, sondern sie 

dürfen sich grundsätzlich darauf verlassen. Anlass zur Überprüfung, etwa 

durch eine Rückfrage bei der Behörde, besteht einzig dort, wo die Fehler-

haftigkeit der Vertrauensgrundlage leicht erkennbar ist. Vorliegend war dies 

nicht Fall (vgl. HÄFELIN / MÜLLER / UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-

recht, 6. Auflage, Randziffer 658).  

4.4 Die Tatsache, dass die Versicherte die Rechnungen der 

SVA B._______ bis 2018 in gutem Glauben beglich, wirkt der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zufolge im Ergebnis wie eine rechtzeitige Bei-

trittserklärung zur freiwilligen Versicherung. In diesem Zusammenhang ist 

insbesondere auf das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

H 12/05 vom 19. Mai 2006 E. 4.2 (mit Hinweisen) hinzuweisen. Da sie auch 

die weiteren Beitrittsvoraussetzungen erfüllt, kann die Versicherte mit Wir-

kung ab 1. Oktober 2011 antragsgemäss der freiwilligen Versicherung an-

geschlossen werden (vgl. auch act. 2).  

 

C-4427/2020 

Seite 9 

5.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde gutgeheissen 

wird. Der angefochtene Einspracheentscheid wird aufgehoben. Die Versi-

cherte wird mit Wirkung ab 1. Oktober 2011 der freiwilligen Versicherung 

angeschlossen.  

6.  

Die Versicherte hat hinsichtlich der Versicherungslücke ab 1. Oktober 2011 

nachträglich Beiträge an die AHV/IV zu leisten. Mindestens ab 2015 ist eine 

Erwerbstätigkeit zu berücksichtigten (act. 12). Die Vorinstanz hat entspre-

chende Abklärungen an die Hand zu nehmen, wobei die Versicherte zur 

Mitwirkung verpflichtet ist (Art. 5 VFV). Werden die erforderlichen Belege 

nicht vorgelegt oder die geschuldeten Beiträge nicht geleistet, richtet sich 

der Versicherungsausschluss nach Art. 13 VFV.  

7.  

7.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), 

weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 

7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr  

erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). Da die obsiegende Beschwerdefüh-

rerin nicht anwaltlich vertreten ist und ihr aufgrund der Aktenlage keine  

notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, wird ihr 

keine Parteientschädigung zugesprochen. Als Bundesbehörde hat die Vor- 

instanz ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 

Abs. 1 VwVG e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

 

 

  

C-4427/2020 

Seite 10 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Einspracheent-

scheid wird aufgehoben. Die Versicherte wird mit Wirkung ab 1. Oktober 

2011 der freiwilligen Versicherung angeschlossen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Michael Peterli Lukas Schobinger 

 

  

C-4427/2020 

Seite 11 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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