# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9907f5e0-22c6-5a84-bfe9-ab5ccbfb5a51
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.11.2010 E-5327/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5327-2010_2010-11-02.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5327/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 . N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Markus König, 
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

A._______,
Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, 
Bertastrasse 8, Postfach 8036, 8036 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 22. Juni 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5327/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 10. Januar 
2009 verlassen hat, nach B._______ geflogen ist und von dort aus am 
13. Januar 2009 illegal in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags im 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  um  Asyl 
nachsuchte,

dass er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im EVZ vom 2. Februar  2009 
sowie der Anhörung zu den Asylgründen vom 2. November 2009 im 
Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  im  Jahre  _______, 
_______jährig,  den  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE) 
beigetreten  und  sei  als  deren  Angehöriger  im  Laufe  der  Jahre  in 
verschiedenen und teilweise wichtigen Funktionen tätig gewesen,

dass er indessen seit dem Jahre _______, insbesondere nach seiner 
Heirat,  nach  einer  Möglichkeit  gesucht  habe,  diese  Organisation  zu 
verlassen,

dass sich ihm am _______ endlich die Möglichkeit eröffnet habe, sein 
Vorhaben in die Tat umzusetzen, indem er sich bei D._______ durch 
den Urwald in die "Cleared Area" habe absetzen können, von wo aus 
er Colombo und schliesslich das Ausland erreicht habe,

dass  er  für  den  Fall  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  wegen  seiner 
Position bei den LTTE – unter anderem sei er auch Leibwächter des 
ehemaligen  LTTE-Führers  gewesen  –  ernsthafte  Verfolgungsmass-
nahmen seitens der srilankischen Sicherheitsbehörden sowie der ab-
trünnigen Karuna-Leute befürchte,

dass das BFM mit Verfügung vom 22. Juni 2010 – eröffnet am 25. Juni 
2010 – in Anwendung von Art. 53 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG,  SR  142.31)  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  wegen 
Asylunwürdigkeit  abgelehnt,  ihn  jedoch  als  Flüchtling  vorläufig  auf-
genommen hat,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen festgehalten hat, der 
Beschwerdeführer erfülle  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft,  sei  in-
dessen  von  der  Asylgewährung  auszuschliessen,  weil  er  als  asyl-
unwürdig zu qualifizieren sei,

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dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Juli 2010 gegen die-
sen  Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde  erhoben 
und dabei inhaltlich die Aufhebung des Asylentscheids des BFM und 
die Asylgewährung beantragt hat,

dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  um  die  Gewährung  der  unentgelt -
lichen Rechtspflege im Sinn von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021)  und  die  Befreiung  von  der  Kostenvorschusspflicht  (vgl. 
Art. 63 Abs. 4 VwVG) ersucht hat,

dass  der  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  16.  August 
2010  die  Gesuche  um unentgeltliche  Rechtspflege  sowie  Befreiung 
von der Vorschusspflicht abgewiesen hat,

dass  der  eingeforderte  Kostenvorschuss  am  30.  August  2010  vom 
Beschwerdeführer fristgerecht geleistet worden ist,

und das Bundesverwaltungsgericht erwägt,

dass  es  im  Asylbereich  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Ver-
fügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet  (Art. 105 AsylG i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR  173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  an-
erkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass  die  Flüchtlingseigenschaft  nachgewiesen  oder  zumindest 
glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass das BFM bereits die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft  durch 
den Beschwerdeführer festgestellt  hat  und sich vorliegend einzig die 
Frage stellt, ob zu Recht wegen Asylunwürdigkeit die Asylgewährung 
verweigert worden ist,

dass  Flüchtlingen  kein  Asyl  gewährt  wird,  wenn sie  wegen  verwerf -
licher  Handlungen  dessen  unwürdig  sind  oder  wenn  sie  die  innere 
oder  äussere  Sicherheit  der  Schweiz  verletzt  haben oder  gefährden 
(Art. 53 AsylG),

dass als  "verwerflich"  im Sinn von Art. 53  AsylG in  erster  Linie alle  
vom Flüchtling  begangenen  Delikte  zu  qualifizieren  sind,  deren  Be-
gehung durch das Schweizerische Strafgesetzbuch vom 21. Dezember 
1937 (StGB, SR 311.0) mit  einer "Zuchthausstrafe" gemäss dem bis 
31.Dezember  2006  geltenden  allgemeinen  Teil  des  StGB  bedroht 
wurde  und  die  daher  als  "Verbrechen"  galten  (vgl.  Botschaft  1995, 
a.a.O.  S. 72;  zur  aktuellen  Definition  der  Begriffe  "Verbrechen"  und 

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"Vergehen" siehe Art. 10 Abs. 2 StGB in der Fassung gemäss Ziff. I 
des Gesetzes vom 13. Dezember 2002, in Kraft seit 1. Januar 2007), 
Asylunwürdigkeit  indessen  unter  bestimmten  Voraussetzungen  auch 
bei  Handlungen  angenommen  werden  kann,  die  als  "Vergehen"  zu 
qualifizieren  waren  respektive  sind  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1998 Nr. 28 S. 235 ff.),

dass die dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegenden ausführ-
lichen und differenzierten Erwägungen des BFM nach Prüfung der Ak-
ten als überzeugend und praxiskonform zu bezeichnen sind, und dar-
auf  zwecks  Vermeidung  unnötiger  Wiederholungen  vorab  verwiesen 
werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  im  Jahr 
_______ den LTTE beigetreten ist und nach längerer Ausbildungszeit 
selbst an Kampfhandlungen teilgenommen hat,

dass er auch ein Spezialtraining für Bewachungsaufgaben zugunsten 
der  LTTE-Leitung  erhalten  hat  und  ab  _______  als  Bodyguard  von 
Prabhakaran und später als Leiter einer Gruppe von zehn Beschützern 
des LTTE-Chefs eingesetzt wurde,

dass er sich nach einer schweren Verletzung durch einen Luftangriff im 
Jahr _______ als  Fahrer für  das LTTE-Kader und dessen Bewacher 
engagierte,

dass er nach seiner Heirat im Jahr _______ im politischen Flügel der 
LTTE eingesetzt wurde und bei einer günstigen Gelegenheit die Tigers 
Ende _______ verlassen respektive von diesen desertiert hat,

dass angesichts des – unbestrittenen – _______-jährigen intensiven 
Engagements  des  Beschwerdeführers  für  die  LTTE  und  deren 
oberstes  Kader  mit  hinreichender  Sicherheit  von  der  Begehung 
verwerflicher  Handlungen  durch  den  Beschwerdeführer  im  Sinn  von 
Art. 53 AsylG auszugehen ist,

dass sich  die persönliche Situation  des Beschwerdeführers  auch in-
soweit offensichtlich nicht mit der im Verfahren D-3417/2009 (vgl. Be-
schwerde  S. 3)  zu  beurteilenden  vergleichen  lässt  (Unterstützer  der 
Kurdischen  Arbeiterpartei  PKK  durch  Lieferung  von  Lebensmitteln, 

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Ausrüstungsgegenständen  und  Truppeninformationen,  Weiterleitung 
eines Geldbetrags aus dem Ausland an die PKK),

dass  die  Vorinstanz  auch  die  Verhältnismässigkeit  des  Asylaus-
schlusses in der angefochtenen Verfügung mit  überzeugenden Argu-
menten bejaht hat (vgl. dort S. 5 f.),

dass die Vorbringen in der Beschwerde (vgl. insbesondere S. 4 f.) an 
diesen Feststellungen offensichtlich nichts zu ändern vermögen,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers damit zu Recht 
in  Anwendung von Art. 53  AsylG wegen Asylunwürdigkeit  abgelehnt 
hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass vorliegend das BFM den die Flüchtlingseigenschaft  erfüllenden 
Beschwerdeführer  wegen  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
vorläufig aufgenommen hat, weshalb es sich weitere Ausführungen zur 
Durchführbarkeit des Vollzugs erübrigen,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder  unangemessen  sei  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

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Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG),

dass die Verfahrenskosten durch den am 30. August 2010 geleisteten 
Kostenvorschuss beglichen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss beglichen.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kanto-
nale Migrationsbehörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

Versand:

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