# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a371d866-ce6e-56b9-8c7c-45a40943f05c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2011 E-7571/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7571-2008_2011-11-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­7571/2008

U r t e i l   v om   7 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz),
Richter Gérard Scherrer, Richter Kurt Gysi,   
Gerichtsschreiberin Anna Poschung.

Parteien A._______,
Staatsangehörigkeit unbekannt (angeblich Bhutan),
vertreten durch lic. iur. (…), Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 24. Oktober 2008 / N (…),

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Sachverhalt:

A. 
Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer seinen  letzten 
Wohnsitz  in  B._______  (Westbengalen,  Indien)  am  28.  Juli  1999 
beziehungsweise 1. August 1999 und reiste von New Delhi aus auf dem 
Luftweg  mit  einem  indischen  Reisepass  nach  Rom,  von  wo  er  am 
19. August 1999 illegal in die Schweiz gelangte. Gleichentags ersuchte er 
in der Empfangsstelle C._______ um Asyl. Anlässlich der Kurzbefragung 
vom  20.  August  1999  und  der  einlässlichen  Anhörung  vom  13. 
September  1999  zu  den Asylgründen machte  der Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen Folgendes geltend:

B. 
Er  sei  bhutanischer  Staatsangehörigkeit,  ethnischer  Arier  und 
nepalesischer  Muttersprache  und  in  D._______  (Distrikt  Gelephug, 
Bhutan) geboren, wo er bis am (…) 1992 gelebt habe. Er sei nie  in der 
Schule gewesen und habe keinen Beruf erlernt. Im Jahr 1985 hätten die 
Bhutani  eine  neue  Regel  in  Kraft  gesetzt,  welche  den  Nepali 
vorgeschrieben  habe,  nepalesische  Kleider  zu  tragen  und  die  Sprache 
Dzongkha zu lernen, während der Gebrauch der nepalesischen Sprache 
in der Schule eingeschränkt und ihre Papiere eingezogen worden seien. 
Am 16. Dezember 1989 habe er an einer Demonstration  für die Rechte 
der  Nepali  teilgenommen  und  im  selben  Jahr  sei  er  der  BPP  (Bhutan 
Peoples'  Party)  beigetreten.  Die  bhutanischen  Behörden  hätten  Leute, 
welche  im  Verdacht  gestanden  hätten,  der  BPP  nahe  zu  stehen,  des 
Landes  verwiesen.  Am  (…)  1992  seien  auch  er  und  seine  Familie 
zusammen mit  anderen  Leuten  von  der  bhutanischen Polizei  zu Hause 
abgeholt  und  in  einem  Auto  bis  an  die  indische  Grenze  gebracht  und 
somit  gezwungen  worden,  Bhutan  zu  verlassen.  Sein  Haus  sei 
niedergebrannt worden. Er sei nach B._______ gegangen und habe dort 
vom  Handel  mit  Gemüse  gelebt.  Jedoch  habe  er  finanzielle 
Schwierigkeiten gehabt und sei oft von seiner Familie getrennt gewesen. 
Zudem habe es zwischen Indien und Pakistan Krieg gegeben, weshalb er 
sich und seine Familie in Gefahr gewähnt habe.

C. 
Am 5. Juni 2000 gelangte der von der Vorinstanz mit der Erstellung einer 
Herkunftsanalyse  beauftragte  Lingua­Experte  aufgrund  eines  mit  dem 
Beschwerdeführer  am  11.  Mai  2000  geführten  Telefongesprächs  zum 

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Schluss, dass dessen Hauptsozialisation eindeutig  in  Indien und nicht  in 
Bhutan erfolgt sei.

Mit  Schreiben  vom  12.  Juli  2000  gewährte  die  Vorinstanz  dem 
Beschwerdeführer unter Fristansetzung das  rechtliche Gehör zu diesem 
Ergebnis sowie zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug nach Indien. 

Am  21.  Juli  und  26.  Juli  2000  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Stellungnahme  sowie  als  Beweismittel  eine  Bestätigung  der  BPP  und 
einen Steuerbeleg (beides in Kopie) ein.

D. 
Mit Verfügung vom 29. August 2000 – eröffnet am 31. August 2000 – trat 
das damalige Bundesamt  für Flüchtlinge  (BFF; ab 2005: Bundesamt  für 
Migration [BFM]) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers gestützt auf 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  b  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 
142.31)  nicht  ein  und  ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
sowie den Vollzug an. Gleichzeitig entzog es einer allfälligen Beschwerde 
die  aufschiebende Wirkung. Zur Begründung  führte  es  im Wesentlichen 
an,  der  Beschwerdeführer  habe  die  Behörden  im  Rahmen  des 
Asylverfahrens  über  seine  Identität  getäuscht.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich.

E. 
Mit Eingabe durch seinen vormaligen Rechtsvertreter vom 13. September 
2000  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung  Beschwerde 
bei  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK), 
welche  diese  mit  Urteil  vom  8.  Dezember  2006  guthiess,  die 
angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz  zurückwies.  Zur  Begründung  führte  die  ARK  unter  anderem 
an, es bestünden gewisse Zweifel an der Objektivität der Lingua­Expertin, 
weshalb  sich  eine  einlässlichere  Würdigung  der  eingereichten 
Beweismittel  aufgedrängt  hätte  und  die  Vorinstanz  insoweit  den 
entscheidwesentlichen Sachverhalt nicht umfassend dargestellt habe.

F. 
Mit Eingabe vom 25. Juni 2007 zeigte der rubrizierte Rechtsvertreter die 
Mandatsübernahme an.

G. 
Am  21.  Januar  2008  wurde  das  mit  dem  Beschwerdeführer  geführte 
Telefongespräch  vom  11.  Mai  2000  erneut  einer  Lingua­Analyse  durch 

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eine  zweite  Expertenperson  unterzogen,  welche  zum Schluss  gelangte, 
die Hauptsozialisation des Beschwerdeführers sei eindeutig in Nepal und 
nicht in Bhutan erfolgt.

Mit  Schreiben  vom  3.  März  2008  gewährte  die  Vorinstanz  dem 
Beschwerdeführer unter Ansetzung einer Frist zu diesem Ergebnis sowie 
zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid  gestützt  auf Art.  32 Abs.  2 
Bst. b AsylG das rechtliche Gehör. 

Am 19. Mai 2008 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme und 
die  Originale  des  in  Kopie  eingereichten  Schreibens  der  BPP  und  des 
Steuerbelegs  sowie  eine Übersetzung  desselben  in  englischer  Sprache 
ein. 

Mit  Schreiben  vom  26.  August  2008  teilte  die  Vorinstanz  dem 
Beschwerdeführer  mit,  sie  erachte  den  eingereichten  Steuerbeleg  als 
verfälscht und gewährte ihm Frist zur Stellungnahme.

Am  5.  September  2008  nahm  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich 
Stellung, hielt an der Echtheit des Dokuments fest und reichte zum Beleg 
seiner Ausführungen Unterlagen aus Wikipedia ein.

H. 
Mit Verfügung vom 24. Oktober 2008 – eröffnet am 27. Oktober 2008 – 
stellte  das  BFM  fest,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  genügten 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht, 
weshalb  er  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  und  lehnte  das 
Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  und  ordnete  den 
Wegweisungsvollzug  an.  Der  als  gefälscht  erkannte  bhutanische 
Steuerbescheid  wurde  eingezogen.  Auf  den  detaillierten  Inhalt  wird, 
soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

I. 
Mit  Beschwerdeeingabe  vom  26.  November  2008  beantragt  der 
Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die 
Gewährung  von Asyl  sowie  eventualiter  die Gewährung  der  vorläufigen 
Aufnahme.  In  prozessualer  Hinsicht  sei  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  zu  verzichten,  die  unentgeltliche  Rechtspflege  und 
Rechtsverbeiständung  zu  gewähren,  mit  dem  Beschwerdeführer  eine 
Befragung  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  vorzunehmen  sowie 
unter  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeergänzung  Einsicht  in  die 

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noch nicht zugestellten Akten zu gewähren. Als Beweismittel wurden zwei 
Geburtsurkunden in englischer Sprache (im Original) eingereicht. Auf die 
Begründung  der  Beschwerde  und  die  eingereichten  Beweismittel  wird, 
soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

J. 
Mit  Zwischenverfügung  der  vormaligen  Instruktionsrichterin  vom  9. 
Dezember  2008  wurde  der  rechtmässige  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers während des Beschwerdeverfahrens festgestellt. Das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde unter der 
Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung sowie unter 
Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Lage des Beschwerdeführers 
gutgeheissen (Dispositiv Ziffer 2). Weiter wurde er unter Androhung des 
Nichteintretens  aufgefordert,  innert  Frist  eine  Fürsorgebestätigung 
einzureichen  oder  den  Kostenvorschuss  zu  leisten  (Dispositiv  Ziffer  3). 
Gleichzeitig wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 
vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) abgewiesen. Ferner wurde 
dem  Beschwerdeführer  eine  Kopie  des  Aktenverzeichnisses  zugestellt 
und der Vorinstanz Frist gesetzt zur Vernehmlassung.

K. 
Mit Eingabe vom 17. Dezember 2008 ersuchte der Beschwerdeführer um 
Aufhebung  der  Ziffern  2  und  3  des  Dispositivs  der  Zwischenverfügung 
vom 9. Dezember 2008.

Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  Januar  2009  hob  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Ziffern  2  und  3  der  Zwischenverfügung 
vom  9.  Dezember  2008  auf,  hiess  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und 
verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

L. 
Mit  Vernehmlassung  vom  29.  Dezember  2008,  welche  dem 
Beschwerdeführer  am  27.  Januar  2009  zur  Kenntnis  gebracht  wurde, 
beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde.

M. 
Am  18.  Januar  2011  reichte  der  rubrizierte  Rechtsvertreter  eine 
Kostennote zu den Akten.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108  AsylG  und  Art. 105  AsylG  i.V.  mit  Art.  37  VGG  und  Art. 48 
Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen 
0ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen 

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ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die 
Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 

4.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihrer  Verfügung  vom  24. 
Oktober  2008  im  Wesentlichen  aus,  das  zweite  Lingua­Gutachten 
schliesse  in  Übereinstimmung  mit  dem  ersten  aus,  dass  die 
Hauptsozialisation  des  Beschwerdeführers  –  wie  von  diesem  geltend 
gemacht – in Bhutan erfolgt sei. Weiter argumentierte sie, es mangle ihm 
an  zahlreichen  Kenntnissen,  die  von  einer  Person,  welche  über  drei 
Jahrzehnte  in  Bhutan  gelebt  habe,  zu  erwarten  wären.  Zudem  habe  er 
nicht die Aussprache, den Akzent und den Wortschatz eines ethnischen 
Nepalesen aus Bhutan und auch seine Kenntnisse des Dzongkha seien 
mangelhaft.  Überdies  sei  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichte 
Steuerbescheid  vom  BFM  einer  internen  Analyse  unterzogen  worden, 
welche ergeben habe, dass es sich um eine Fälschung handle. Auf dem 
Dokument  fehlten  amtliche  Einträge,  die  auf  bhutanischen Dokumenten 
dieser  Art  angebracht  seien.  Dzongkha  und  Englisch,  in  welchen 
Sprachen  der  Beleg  gedruckt  worden  sei,  seien  in  Bhutan  die 
Amtssprachen,  die  Einträge  seien  aber  in  Nepalesisch  vorgenommen 
worden.  Ebenso  sei  zu  erwarten,  dass  die  zu  entrichtende  Taxe  in  der 
Landeswährung  Bhutans  und  nicht  in  einer  Fremdwährung  erhoben 
würde.  Daran  ändere  auch  der  Einwand  des  Beschwerdeführers,  in 
Bhutan  sei  die  Rupie  ebenfalls  Zahlungsmittel,  nichts,  zumal  offizielle 
Dokumente der vorliegenden Art nicht in der Fremdwährung, sondern der 
nationalen Währung von Bhutan ausgestellt würden. Zum durch die BPP 
bezüglich  den  Beschwerdeführer  ausgestellten  Dokument  führte  die 
Vorinstanz  an,  seine  Identität  stehe  nicht  fest.  Er  habe  im  Verlauf  des 
Asylverfahrens  nie  ein  Dokument  zum  Nachweis  seiner  Identität 

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eingereicht, obwohl die Abgabe eines solchen zu erwarten wäre, zumal er 
mit einem gefälschten indischen Pass von Delhi nach Rom geflogen sein 
wolle,  Passagiere  auf  Interkontinentalflügen  aber  über  relevante 
Ausweispapiere verfügen müssten und diese  in der Regel mehrfach auf 
ihre Echtheit überprüft würden. Die Aussage des Beschwerdeführers, er 
habe  den  Pass  nie  in  den  Händen  gehabt,  sei  als  realitätsfremd  zu 
bezeichnen. Weiter habe er vorgebracht, mit seiner Familie von 1992 bis 
1999  in  Indien  gelebt  und  dort  im Gemüsehandel  gearbeitet  zu  haben, 
weshalb angesichts dieses langjährigen Aufenthaltes in Indien und seiner 
dortigen  beruflichen  und  familiären  Situation  die  Einreichung  eines 
entsprechenden  Identitätsausweises  ebenfalls  zu  erwarten  wäre. 
Schliesslich handle es sich beim Schreiben der BPP um ein Dokument, 
dem grundsätzlich kein Beweiswert zukomme, da der Vorinstanz bekannt 
sei, dass derartige Dokumente auf dem  indischen Subkontinent  käuflich 
erhältlich  seien.  Zusammenfassend  hielt  die  Vorinstanz  fest,  der 
Sozialisationsraum,  welcher  den  Beschwerdeführer  am  nachhaltigsten 
geprägt habe, sei eindeutig nicht Bhutan, womit  feststehe, dass er nicht 
von  dort  stamme,  und  die  geltend  gemachten  Asylvorbringen  nicht  den 
Tatsachen entsprechen könnten. Den Vollzug der Wegweisung erachtete 
das  BFM  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich.  Insbesondere  sprächen 
keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des Vollzuges, da der 
Beschwerdeführer offensichtlich nicht bereit sei, an der Feststellung des 
Sachverhaltes  mitzuwirken,  weshalb  davon  auszugehen  sei,  dass  eine 
Rückkehr  in  seinen  tatsächlichen Herkunftsstaat grundsätzlich zumutbar 
sei und er  in seiner Herkunftsregion über ein entsprechendes  familiäres 
und soziales Beziehungsnetz verfüge.

4.2.  Der  Beschwerdeführer  macht  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  vorab 
geltend, der Umfang der Akteneinsicht sei strittig. Die Vorinstanz habe es 
unterlassen,  ihm  eine  Kopie  des  Aktenverzeichnisses  zuzustellen, 
weshalb  nicht  überprüft  werden  könne,  ob  er  alle  Akten  erhalten  habe. 
Deswegen  sei  ihm  das  Aktenverzeichnis  zuzustellen  und  allenfalls 
Gelegenheit zu geben, zu präzisieren, welche Akten noch fehlen würden. 
Dem  Vorhalt  der  Vorinstanz,  seine  Identität  stehe  nicht  fest,  hält  er 
entgegen,  er  habe  inzwischen  von  seiner  Ehefrau  Geburtsscheine  für 
seine  beiden Kinder  erhalten, womit  seine  Identität  erstellt  sei.  Er  habe 
aber in Indien keinen offiziellen Status innegehabt, weshalb er über keine 
Identitätsausweise  betreffend  den  Aufenthalt  in  Indien  verfüge. 
Hinsichtlich  der  Reiseumstände  macht  er  geltend,  es  gelinge 
Asylsuchenden  immer wieder, mit einem gefälschten Pass zu  reisen.  In 
Bezug auf die von der Vorinstanz festgestellten fehlenden Kenntnisse des 

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Beschwerdeführers  über  Bhutan  wird  gerügt,  die  Vorinstanz  habe  es 
unterlassen,  auf  die  im  Rahmen  der  Ausübung  des  rechtlichen Gehörs 
eingereichten Stellungnahmen des Beschwerdeführers einzugehen, was 
eine Verletzung des Anspruchs auf  rechtliches Gehör darstelle. Er habe 
ausdrücklich  beantragt,  weitere  Angaben  zur  Qualifikation  und  zur 
Herkunft der zweiten Lingua­Expertenperson offenzulegen, womit sich die 
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid jedoch nicht auseinandergesetzt 
habe.  Die  zweite  Expertenperson  sei  deshalb  gar  nicht  qualifiziert  zu 
beurteilen,  ob  er  aus  Bhutan  stamme.  Zudem  sei  nicht  ersichtlich, 
weshalb  die  Analyse  nicht  offen­gelegt  werde,  zumal  kein  öffentliches 
Interesse  an  der  Geheimhaltung  bestehe.  Weiter  gehöre  der 
Beschwerdeführer  der  im  Süden  Bhutans  ansässigen,  Nepali 
sprechenden  Minderheit  an,  weshalb  er  die  Gewohnheiten  des 
Mehrheitsvolkes  im Norden und deren Nationalgericht nicht kenne. Dem 
Vorhalt  der  Vorinstanz,  der  Beschwerdeführer  habe  falsche  Angaben 
bezüglich  alltäglicher  Sachverhalte  gemacht,  wird  entgegnet,  er  sei 
einerseits  ungebildet  und  andererseits  kenne  er  den  Norden  nicht, 
weshalb er über die Gesellschaft in Bhutan, insbesondere betreffend das 
Mehrheitsvolk  und  das  Schulwesen,  vieles  nicht  wisse.  Hinsichtlich  des 
Fälschungsvorwurfes wird  gerügt,  die  von  der  Vorinstanz  durchgeführte 
Dokumentenanalyse  des  eingereichten  Steuerbelegs  sei  offenzulegen. 
Zudem seien  im Zeitpunkt der Ausstellung des Steuerbelegs  im Februar 
1991  −  vor  der  Mitte  1991  einsetzenden  Einschüchterungs­  und 
Vertreibungskampagne  −  solche  Quittungen  noch  auf  Nepalesisch 
ausgestellt  worden.  Weiter  sei  die  indische  Rupie  in  Bhutan  keine 
Fremdwährung,  sondern  ebenfalls  gesetzliches  Zahlungsmittel.  Das 
Schreiben  der  BPP  schliesslich  sei  nicht  gekauft,  sondern  echt. 
Betreffend  Vollzugshindernisse  wird  angeführt,  er  stamme  aus  Bhutan, 
wo  ihm  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung drohe. Ein Wegweisungsvollzug nach Nepal oder  Indien sei 
ebenfalls  nicht  zulässig.  Im  Weiteren  erweise  sich  ein  Vollzug  auch 
aufgrund seines langen Aufenthaltes in der Schweiz als unzumutbar.

5. 

5.1.  Glaubhaft  sind  die  Vorbringen  eines  Asylsuchenden  grundsätzlich 
dann,  wenn  sie  genügend  substanziiert,  in  sich  schlüssig  und  plausibel 
sind.  Sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in 
wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich  sein oder der  inneren Logik 

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entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung 
widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  die  gesuchstellende  Person 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall 
ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel 
abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 
bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen 
auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes 
Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung  verweigert. 
Glaubhaftmachung bedeutet  ferner –  im Gegensatz zum strikten Beweis 
– ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse 
Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  des  Gesuchstellers. 
Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die 
für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Asylsuchenden 
sprechen,  überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte 
Sichtweise abzustellen  (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

5.2.  Vorab  ist  hinsichtlich  des  Antrags  auf  eine  zusätzliche  Befragung 
durch das Bundesverwaltungsgericht  festzustellen, dass der Sachverhalt 
rechtsgenüglich  erstellt  ist  und  sich  aufgrund  der  Aktenlage  keine 
weiteren  Abklärungen  aufdrängen,  zumal  der  Beschwerdeführer  an  der 
Anhörung  zu  den  Asylgründen  vom  13.  September  1999  nach  der 
Rückübersetzung mit  seiner Unterschrift  bestätigt  hat,  seine  Vorbringen 
seien abschliessend festgehalten worden und er habe diesen nichts mehr 
beizufügen (vgl. vorinstanzliche Akten A4/22 S. 16).  Im Weiteren hat die 
an  der  Anhörung  anwesende  Hilfswerkvertreterin  die  Befragung  als 
korrekt  und  freundlich  beschrieben  (vgl.  A5/2  S.  2).  Der 
Beschwerdebegründung  lassen  sich  denn  auch  keine  weitergehenden 
Ausführungen zum Antrag entnehmen, weshalb dieser abzuweisen ist.

5.3. Die Vorinstanz  kam  in  der  angefochtenen Verfügung  zum Schluss, 
die  geltend  gemachte  bhutanische  Staatsangehörigkeit  des 
Beschwerdeführers  und  mithin  seine  Asylvorbringen  seien  als 
unglaubhaft  zu  bewerten,  wobei  sie  sich  im  Wesentlichen  auf  das 
Ergebnis  der  Lingua­Analyse  sowie  die Beurteilung  der  beiden  von  ihm 
eingereichten Beweismittel – den als gefälscht erkannten Steuerbescheid 
der bhutanischen Behörde sowie das Schreiben der BPP – gestützt hat. 
Diese  Auffassung  ist  wie  nachfolgend  dargelegt  zu  bestätigen.  Zwecks 
Vermeidung  von  Wiederholungen  ist  vorab  auf  die  ausführlichen  und 

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zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 
(vgl. E.4.1.).

Übereinstimmend  mit  der  Vorinstanz  ist  festzustellen,  dass  der 
Beschwerdeführer  mit  den  Gegebenheiten  in  seinem  angeblichen 
Heimatstaat Bhutan nicht hinreichend vertraut ist, obwohl er den grössten 
Teil seines Lebens dort verbracht haben will. Die von der Vorinstanz mit 
der Erstellung der zweiten Herkunftsanalyse beauftragte Expertenperson 
ist in ihrem Lingua­Gutachten vom 21. Januar 2008 übereinstimmend mit 
der  ersten  Expertenperson  zum  Schluss  gelangt,  dass  die 
Hauptsozialisation  des  Beschwerdeführers  eindeutig  nicht  in  Bhutan 
erfolgt sei. Für das Gericht besteht kein Anlass, an der Einschätzung der 
zweiten Expertenperson zu zweifeln.  Ihr Gutachten  ist  schlüssig,  in sich 
widerspruchsfrei  und  nachvollziehbar  begründet.  Der  Einwand  des 
Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe es trotz seines diesbezüglichen 
Antrags unterlassen, weitere Angaben zur Qualifikation und zur Herkunft 
der  Expertenperson  zu machen,  kann  nicht  gehört  werden,  da  ihm  die 
beruflichen  Eckdaten  der  sachverständigen  Person  rechtsgenüglich 
offengelegt wurden  (vgl. EMARK 1998 Nr. 34 E. 9. b. S. 290;  vgl.  dazu 
Werdegang  und  Qualifikation  der  sachverständigen  Person,  A  34/1). 
Überdies  ist  festzuhalten,  dass  dem  Beschwerdeführer  der  wesentliche 
Inhalt  der  Lingua­Analyse  ebenfalls  rechts­  und  praxiskonform  zur 
Kenntnis  gebracht  wurde  (a.a.O.;  vgl.  dazu  A  35/5),  womit  entgegen 
seiner  Rüge  keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  vorliegt.  Ferner 
kann der Einwand in der Rechtsmitteleingabe, der Beschwerdeführer sei 
ungebildet  und  wisse  deshalb  vieles  über  die  bhutanische  Gesellschaft 
nicht,  nicht  gehört  werden,  zumal  er  offensichtlich  kein  Analphabet  ist 
(vgl. beispielsweise A4/22 S. 7).

Hinsichtlich  des  im  erstinstanzlichen  Verfahrens  eingereichten 
Steuerbescheids  rügt  der  Beschwerdeführer,  die  diesbezügliche 
Dokumentenanalyse  der  Vorinstanz  sei  offenzulegen,  zumal  kein 
öffentliches Interesse dagegen spreche. Mit Schreiben des BFM vom 26. 
August  2008  wurde  dem  Beschwerdeführer  der  wesentliche  Inhalt  des 
amtsinternen  Dokumentenüberprüfung  zur  Kenntnis  gebracht  und 
Möglichkeit  zur  Stellungnahme  gewährt.  Entgegen  der  Auffassung  des 
Beschwerdeführers  war  die  Vorinstanz  nicht  gehalten,  die 
Fälschungsmerkmale  des  eingereichten  Steuerbescheids  vollständig 
offen zu legen, da bei einer vollständigen Offenlegung eines Prüfberichts 
mit  sämtlichen  behördlichen  Fälschungserkenntnissen  bezüglich 
gewisser Dokumente die Gefahr der missbräuchlichen Weiterverwendung 

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besteht;  dies  stellt  einen  genügenden  Verweigerungsgrund  dar  (vgl. 
EMARK  1994  Nr.  1  E.  4c  S.  12,  1994  Nr.  26  E.  2dd  S.  194).  Weiter 
erblickt  der  Beschwerdeführer  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs 
darin,  dass  sich  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  nicht  mit 
sämtlichen  Ausführungen  in  seiner  Stellungnahme  vom  5.  September 
2008 zum Fälschungsvorwurf auseinandergesetzt habe. Diesbezüglich ist 
festzuhalten,  dass  sich  eine  verfügende Behörde  nicht  ausdrücklich mit 
jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand 
auseinandersetzen muss (vgl. BGE 126 I 97 S. 102 f. E. 2.b.), womit sich 
diese Rüge als unbegründet erweist.  Im Weiteren hat die Vorinstanz  im 
angefochtenen  Entscheid  ausführlich  erwogen,  weshalb  es  sich  beim 
fraglichen  Beweismittel  um  eine  Fälschung  handeln  müsse.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  teilt  die  Zweifel  an  der  Echtheit  des 
eingereichten  Steuerbescheids,  verzichtet  jedoch  auf  weitergehende 
Ausführungen  hierzu,  da  der  Beschwerdeführer  seine  Identität  nicht 
rechtsgenüglich  belegt  hat  (vgl.  auch  untenstehend  E.  5.7.),  ihm  das 
Beweismittel mithin nicht zugeordnet werden kann und folglich ohnehin – 
selbst  wenn  von  der  Echtheit  ausgegangen  würde  –  keinen 
rechtserheblichen Beweiswert zu entfalten vermöchte.

5.4. In Ergänzung der vorinstanzlichen Ausführungen, welche – wie oben 
dargelegt  –  zu  schützen  sind,  ist  nachstehend  auf  weitere 
Unglaubhaftigkeitselemente einzugehen. 

Auffallend  ist  die  Unsubstanziiertheit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers.  So  sind  beispielsweise  seine Ausführungen  zu  den 
angeblichen Tätigkeiten für die BPP vage und stereotyp ausgefallen (vgl. 
A4/22 S. 11). Auch die Frage, was er über die BPP wisse, hat er äusserst 
knapp  beantwortet  und  selbst  auf  Nachfrage  hin  konnte  er  keine 
detaillierteren  Angaben  machen.  Ob  die  Partei  legal  oder  illegal  sei, 
konnte  er  gar  nicht  beantworten  (vgl.  a.a.O.).  Seinen  Schilderungen 
fehlen  weiter  Realkennzeichen  wie  Detailreichtum  und  persönlich 
gefärbte  Eindrücke.  Insbesondere  die  Beschreibung  der  angeblichen 
Vertreibung  aus  Bhutan  –  das  hauptsächliche  Asylvorbringen  –  lässt 
keinerlei persönliche Betroffenheit des Beschwerdeführers erkennen (vgl. 
A4/22  S.  12).  Sein  Aussageverhalten  ist  zudem  durch  ausweichende 
Antworten geprägt  (vgl. beispielhaft a.a.O.:  "Beschreiben Sie mir genau, 
wie Sie weggebracht worden sind."  "Eigentlich, wäre  ich so glücklich,  in 
mein  Land  zu  gehen  und  ein  neues  Leben  anzufangen,  doch  es  geht 
nicht  und  ich  kam  in  die  Schweiz  um  um  Hilfe  zu  fragen.").  Seine 
Vorbringen  lassen  in  ihrer  Gesamtheit  den  Eindruck  von  tatsächlich 

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Erlebtem vermissen, weshalb davon auszugehen ist, dass es sich bei den 
vorgebrachten  Asylgründen  um  ein  blosses  Sachverhaltskonstrukt 
handelt.  Diese  Einschätzung  wird  dadurch  bekräftigt,  dass  auch  die 
persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers beeinträchtigt ist. Er 
hat  es  bis  heute  unterlassen,  den  Asylbehörden  rechtsgenügliche 
Identitätspapiere  einzureichen,  obwohl  dies,  wie  von  der  Vorinstanz  zu 
Recht  erwogen,  aufgrund  seiner  Ausführungen  zum  Reiseweg  zu 
erwarten  wäre.  Angesichts  dessen,  dass  er  gemäss  eigenen  Angaben 
von Delhi aus auf dem Luftweg nach Rom gelangt sein will,  ist vielmehr 
davon  auszugehen,  er  habe  Indien  auf  legalem Weg  verlassen  können 
und enthalte – in Verletzung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht (Art. 8 
Abs. 1 Bst. b AsylG) – den schweizerischen Behörden die  für die Reise 
verwendeten Reisepapiere. Daran vermag auch der Einwand, es gelinge 
Asylsuchenden  immer  wieder,  mit  einem  gefälschten  Pass  zu  reisen, 
nichts zu ändern. Schliesslich vermögen auch die auf Beschwerdeebene 
als  Beweismittel  eingereichten  Geburtsurkunden  der  Söhne  des 
Beschwerdeführers seine Identität nicht zu belegen, zumal aufgrund von 
handschriftlichen Überschreibungen Zweifel  an deren Echtheit  bestehen 
und  lediglich  behauptet  nicht  aber  belegt  ist,  dass  es  sich  bei  den 
erwähnten Personen um die Söhne des Beschwerdeführers handelt.

5.5.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  betreffend  seine  bhutanische  Staatsangehörigkeit 
und  somit  auch  die  Asylvorbringen  an  sich  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  zu  genügen  vermögen.  Die 
Vorinstanz  hat  demnach  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers  verneint  und  dessen  Asylgesuch  abgelehnt.  Es 
erübrigt  sich, auf die weiteren Ausführungen  in der Beschwerdeeingabe 
und  die  eingereichten Beweismittel  näher  einzugehen,  da  sie  an  dieser 
Würdigung nichts zu ändern vermögen.

6. 

6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 

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solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

7. 

7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

7.2. Grundsätzlich  ist  von  Amtes  wegen  zu  prüfen,  ob  der  Vollzug  der 
Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich  im Sinne 
von Art. 83 Abs. 2­4 AuG ist. Allerdings findet diese Untersuchungspflicht 
nach  Treu  und  Glauben  ihre  Grenze  an  der  Mitwirkungspflicht  der 
asylsuchenden  Person  (vgl.  Art.  8  AsylG),  welche  im Übrigen  auch  die 
Substanziierungslast  trägt  (vgl.  Art.  7  AsylG).  Gemäss  Rechtsprechung 
sind  die  Behörden  deshalb  beispielsweise  bei  fehlenden  oder  falschen 
Angaben  zur  Herkunft  nicht  gehalten,  nach  allfälligen 
Wegweisungshindernissen  in möglichen Heimatstaaten zu  forschen (vgl. 
dazu EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 5 f.). 

7.3.  Im  vorliegenden Fall macht  der Beschwerdeführer  zwar  geltend,  er 
sei bhutanischer Staatsangehörigkeit. Wie vorangehend ausgeführt, ist es 
ihm  hingegen  nicht  gelungen,  diese  behauptete  Herkunft  glaubhaft  zu 
machen  und  er  hat  es  unterlassen,  seine  Herkunft  mit  tauglichen 
Beweismitteln,  namentlich  rechtsgenüglichen  Identitätsdokumenten  zu 
belegen.  Der  Beschwerdeführer  hat  bei  dieser  Sachlage  –  wie  von  der 
Vorinstanz  zu  Recht  erwogen  –  die  Folgen  seiner  mangelhaften 
Mitwirkung  respektive  Verschleierung  seiner  tatsächlichen  Identität  und 
Herkunft  zu  tragen,  indem  vermutungsweise  davon  auszugehen  ist,  es 
würden einem Vollzug der Wegweisung in den tatsächlichen Heimatstaat 
keine  landes­  oder  völkerrechtlichen  Vollzugshindernisse  im  Sinne  von 
Art.  44 Abs.  2 AsylG  i.V.m. Art.  83 Abs.  2­4 AuG entgegenstehen. Der 
Vollzug der Wegweisung ist folglich zulässig, zumutbar und möglich.

7.4. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

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8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen.

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  vom 
Beschwerdeführer  zu  tragen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG).  Da  ihm mit 
Zwischenverfügung vom 27. Januar 2009 die unentgeltliche Rechtspflege 
gemäss  Art. 65  Abs.  1  VwVG  gewährt  wurde,  sind  ihm  jedoch  keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Regula Schenker Senn Anna Poschung

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