# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83d161e7-7aa4-5a84-87cd-f165554a530d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2022 E-6438/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6438-2019_2022-10-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6438/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Lorenz Noli (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer,  

Richter William Waeber;    

Gerichtsschreiber Kevin Schori. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flüchtlingseigenschaft und Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 29. Oktober 2019 / N (…). 

 

 

 

E-6438/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 22. November 2016 in der Schweiz um 

Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 8. Dezember 

2016 und der Anhörung vom 27. Juni 2018 machte er im Wesentlichen Fol-

gendes geltend: 

Er sei kurdischer Ethnie und stamme aus dem Dorf B._______ im Gouver-

nement C._______, wo er mit seinen Eltern und den insgesamt (…) Ge-

schwistern gelebt habe. Nach Abschluss des (…) Schuljahres habe er die 

Schule abgebrochen, da er daran keine Freude gehabt habe. Stattdessen 

habe er in einem (…) in Damaskus ein Jahr lang als (…) und (…) gearbeitet 

und sei danach wieder in sein Heimatdorf zurückgekehrt. Im Alter von 17 

Jahren habe er sich bei der YPG (Yekîneyên Parastina Gel, dt: kurdische 

Volksverteidigungseinheiten) gemeldet, welche ihn der «Koalition» (inter-

nationale, westliche Koalitionstruppen) vermittelt habe. In der Folge sei er 

trainiert worden und als Wachmann für die Koalition tätig gewesen. Im (…) 

2016 seien er und seine Mitfahrer auf der Rückfahrt nach einer Mission für 

die amerikanischen Kräfte in D._______ an einer Strassensperre von Mit-

gliedern der Dare Furat (resp. Dar’e Furat resp. Dare Fuat) verhaftet wor-

den. Man habe ihn zunächst in ein Lager der Dare Furat in E._______ ge-

bracht, wo er etwa eine Woche lang regelmässig geschlagen worden sei. 

Man habe ihm gedroht, ihn ans Regime zu liefern, wenn er nicht mit ihnen 

käme. Danach sei er am (…) 2022 in die Türkei in ein Militärquartier ge-

bracht worden. Dort sei er zwei Monate respektive einen Monat lang ein-

gesperrt gewesen und gefoltert worden; man habe von ihm wissen wollen, 

was die Amerikaner machten. Zudem hätten sie gewollt, dass er sich ihnen 

anschliesse. Als er sich schliesslich einverstanden erklärt habe, sei er be-

waffnet und trainiert worden. Er habe die Dare Furat während eines Monats 

bei ihren «Missionen» – welche im Wesentlichen aus Plünderungen be-

standen hätten – begleitet. Dabei seien sie auch mehrmals (drei oder vier 

Mal) bei einem kurdischen Ladenbesitzer gewesen, dessen Laden die 

Dare Furat jeweils zerstört und geplündert hätten. Der Ladenbesitzer sei 

dabei auch geschlagen worden. Beim letzten Besuch sei er mit dem La-

denbesitzer in Kontakt getreten und habe ihn gebeten, ihm zur Flucht zu 

verhelfen. Der Ladenbesitzer habe dann gesagt, dies sei kein Problem und 

dafür gesorgt, dass das Fenster in der Toilette offen sei. Anschliessend 

habe ihn der Ladenbesitzer zu sich nach Hause gebracht und dort ver-

steckt. Nachdem er ihm seine Geschichte erzählt habe, habe sich der La-

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Seite 3 

denbesitzer bereit erklärt, ihm weiter zu helfen. Er habe seine Familie an-

rufen können und der Vater habe sodann gleich die Ausreise organisiert, 

das Haus verkauft und ihm Geld geschickt. Der Ladenbesitzer habe ihn zur 

Busstation gebracht und ihm ein Ticket gelöst, mit welchem er nach Istan-

bul zu einem Verwandten gefahren sei, welcher ihn und seine Schwester 

(N […]) – welche Syrien zwischenzeitlich ebenfalls verlassen habe – bis zu 

ihrer Weiterreise beherbergt habe. Im (…) 2016 seien sie gemeinsam mit 

der Hilfe eines Schleppers per LKW durch unbekannte Länder in die 

Schweiz gereist. 

Bei einer Rückkehr nach Syrien befürchte er, von den Dare Furat geköpft 

und in den syrischen Militärdienst eingezogen zu werden. 

Der Beschwerdeführer reichte seine syrische Identitätskarte (im Original) 

sowie Kopien von Fotos, welche ihn angeblich in Militärausrüstung zeigen, 

ein.  

B.  

Mit Verfügung vom 29. Oktober 2019 – eröffnet am 5. November 2019 – 

verneinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-

rers und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte sie seine Weg-

weisung aus der Schweiz, deren Vollzug sie wegen Unzumutbarkeit zu-

gunsten einer vorläufigen Aufnahme jedoch aufschob. 

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 4. Dezember 2019 erhob der Be-

schwerdeführer gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht und beantragte Einsicht in die vorinstanzliche Akte A7/2, 

eventualiter die Gewährung des rechtlichen Gehörs zu dieser Akte sowie 

das Ansetzen einer angemessenen Frist zur Einreichung einer Beschwer-

deergänzung. Weiter beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständi-

gen und richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts und zur Neubeurteilung, eventualiter die Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung 

der Flüchtlingseigenschaft. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Be-

freiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten inklusive Kostenvor-

schussverzicht, eventualiter sei ihm eine angemessene Frist zur Bezah-

lung des Kostenvorschusses anzusetzen. 

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Seite 4 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. Dezember 2019 wies der Instruktionsrich-

ter die Vorinstanz an, dem Beschwerdeführer Akteneinsicht zu gewähren, 

und gab ihm die Möglichkeit zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung. 

Gleichzeitig wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung gutgeheissen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

verzichtet. 

E.  

Am 14. Januar 2020 reichte der Beschwerdeführer eine Beschwerdeer-

gänzung ein, nachdem ihm die Vorinstanz Akteneinsicht gewährt hatte. 

F.  

Mit Verfügung vom 23. Januar 2020 leitete der Instruktionsrichter den 

Schriftenwechsel ein. 

F.a In ihrer Vernehmlassung vom 14. Februar 2020 äusserte sich die Vor-

instanz zur Beschwerdeschrift und hielt an ihren bisherigen Erwägungen 

vollumfänglich fest.  

F.b Mit Eingabe vom 4. März 2020 machte der Beschwerdeführer von dem 

ihm (mit Instruktionsverfügung vom 18. Februar 2020) eingeräumten Recht 

zur Replik Gebrauch, wobei er an den gestellten Beschwerdeanträgen voll-

umfänglich festhielt. 

G.  

Mit Eingabe vom 9. September 2022 gelangte der Beschwerdeführer an 

das Gericht und berichtete über angebliche Drohungen, welche der Cousin 

ausgestossen habe.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft 

getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige 

Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG 

vom 25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

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Seite 5 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-

che vorab zu beurteilen sind, zumal sie eine Kassation der angefochtenen 

Verfügung bewirken könnten. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs respektive des Akteneinsichtsrechts sowie der Be-

gründungs- und der Abklärungspflicht. 

3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der 

Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in 

ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. 

BGE 143 III 65 E. 5.2). Aus der Begründungspflicht als Teilgehalt des recht-

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Seite 6 

lichen Gehörs ergibt sich, dass die Abfassung der Begründung dem Be-

troffenen ermöglichen soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten, was 

nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmitte-

linstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können (vgl. 

BVGE 2011/37 E. 5.4.1; BVGE 2008/47 E. 3.2). Der Untersuchungsgrund-

satz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen des Asylverfahrens (vgl. 

Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Dabei muss die Behörde die für das 

Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die rechtlich 

relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis füh-

ren. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung 

ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zu-

grunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn die Behörde trotz Unter-

suchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt oder 

nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sachumstände berücksichtigt 

hat (vgl. dazu CHRISTOPH AUER/ANJA MARTINA BINDER, in: Kommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, 

Art. 12 N 16). Der Untersuchungsgrundsatz gilt nicht uneingeschränkt, zu-

mal er sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden findet 

(Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG; vgl. a.a.O. Art. 12 N 8; BVGE 2012/21 

E. 5.1).  

Der verfahrensrechtliche Anspruch auf Akteneinsicht bildet ebenfalls Teil-

gehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Grundsätzlich müssen sämt-

liche beweiserheblichen Akten den Beteiligten zur Einsicht gegeben wer-

den, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf abgestellt 

wird (BGE 132 V 387 E. 3.1 f.). Die Wahrnehmung des Akteneinsichts- und 

Beweisführungsrechts durch die von einer Verfügung betroffenen Person 

setzt die Einhaltung der Aktenführungspflicht der Verwaltung voraus, ge-

mäss welcher die Behörden alles in den Akten festzuhalten haben, was zur 

Sache gehört und entscheidwesentlich sein kann (BGE 130 II 473 E. 4.1 

m.w.H.). 

3.3 Eine Verletzung der Begründungspflicht respektive der Abklärungs-

pflicht besteht nach Ansicht des Beschwerdeführers insbesondere darin, 

dass die Vorinstanz den Umstand, dass die Schwester des Beschwerde-

führers in der Schweiz Asyl erhalten habe und ihm deswegen allenfalls eine 

Reflexverfolgung drohe, nicht gewürdigt habe, obschon er in den Befra-

gungen auf die Probleme der Schwester hingewiesen habe. Aus der Ver-

fügung gehe auch nicht hervor, ob das SEM die Akten der Schwester über-

haupt beigezogen habe. Mit den oberflächlichen Bemerkungen der Vor-

instanz in ihrer Vernehmlassung könne dieser Rechtsfehler nicht geheilt 

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werden. Das SEM habe ihm die Einsicht in die Akte A7/2 zu Unrecht ver-

wehrt, zumal es sich um das Einzige Dokument handle, welches auf seine 

Schwester Bezug nehme. Bei der erst nachträglich erstellten und ihm zu-

gestellten Akte A39/2 handle es sich lediglich um eine Zusammenfassung 

der Akte A7/2, womit das SEM seiner Pflicht zur vollständigen Gewährung 

der Akteneinsicht weiterhin nicht nachgekommen sei.  

3.3.1 Wenn eine asylsuchende Person ausdrücklich und glaubhaft einen 

Zusammenhang zwischen der eigenen und der Verfolgung von als Flücht-

linge anerkannten Familienangehörigen geltend gemacht hat – oder aus 

anderen objektiven Gründen – kann sich der Beizug der entsprechenden 

Dossiers aufdrängen; ein solcher Beizug wäre – wie der Beschwerdeführer 

korrekterweise anmerkt – im Asylentscheid auszuweisen (vgl. statt vieler 

Urteil des BVGer E-4122/2016 vom 16. August 2016 E. 6.2.4). Es ist dem 

Beschwerdeführer zwar eingangs zuzustimmen, dass die Vorinstanz – wel-

che ungeachtet der erwähnten Kriterien gemäss der Akte 7 die Akten der 

Schwester offensichtlich konsultiert hat – diesen Aktenbeizug und die Be-

gründung des Beizugsergebnisses im Asylentscheid hätte ausweisen müs-

sen (vgl. hierzu statt vieler Urteil des BVGer E-4122/2016 vom 16. August 

2016 E. 6.2.4). Entgegen seiner Ansicht geht aber aus den Erläuterungen 

des SEM in seiner Vernehmlassung hervor, dass der Schwester offensicht-

lich aufgrund frauenspezifischer Fluchtgründe Asyl gewährt wurde, wes-

halb er keine asylrelevante Reflexverfolgung daraus ableiten kann. Das 

SEM hat dem Beschwerdeführer damit im Rahmen des Schriftenwechsels 

das Abklärungsergebnis mitgeteilt und demnach zu Recht auf eine weiter-

gehende materielle Prüfung dieses Aspekts verzichtet. Im Übrigen machte 

der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen keine eigene (dro-

hende) Reflexverfolgung durch den Cousin geltend, sondern erwähnte in 

diesem Zusammenhang lediglich, dass dieser seine Schwester sowie die 

Eltern bedroht habe, weshalb schliesslich auch diese ausgereist seien. 

Dass sich hieraus im Resultat eine Reflexverfolgung des Beschwerdefüh-

rers ergibt, ist keineswegs naheliegend, weshalb ein Aktenbeizug der Vor-

instanz auch nicht zwingend erforderlich gewesen wäre. Dieses als gering-

fügig einzuschätzende formelle Versäumnis ist daher auf Vernehmlas-

sungsstufe als geheilt zu betrachten. 

3.3.2 Hinsichtlich der gerügten Verletzung des Akteneinsichtsrechts ist 

festzustellen, dass dem Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches 

Gehör mit der nachträglich gewährten Einsicht in die Akte A39 – welche, 

wie das SEM in der Vernehmlassung zutreffend anführt, bis auf ein Detail 

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Seite 8 

vollständig den Inhalt der Akte A7 wiedergibt – genüge getan wurde. In sei-

ner Replik verzichtete der Beschwerdeführer denn auch auf weitere Aus-

führungen hierzu. 

3.4 Weiter habe das SEM auch neuere Entwicklungen in Syrien – insbe-

sondere den Angriff auf kurdische Gebiete durch türkische Streitkräfte – 

nicht gewürdigt.  

Aus der Begründung geht indes nicht hervor, inwiefern dem Beschwerde-

führer deshalb eine – wie geltend gemacht – «gezielte Verfolgung» droht. 

Ob die Lageeinschätzung des SEM zutreffend ist, beschlägt nicht das 

rechtliche Gehör oder die Erstellung des Sachverhalts, sondern ist eine 

materielle Frage der rechtlichen Würdigung der Sache, welche die materi-

elle Entscheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Nachdem 

das SEM die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen – mithin die Verfolgung 

durch islamistische und dschihadistische Gruppen – verneinte, brauchte es 

die asylrechtliche Relevanz der von ihm geschilderten Ereignisse konse-

quenterweise nicht weiter zu prüfen. Der allgemein schwierigen Lage in 

Syrien hat das SEM – wie in der Vernehmlassung angemerkt – mit der 

Gewährung der vorläufigen Aufnahme Rechnung getragen, weshalb es auf 

einzelne Entwicklungen nicht gesondert einzugehen brauchte.  

3.5 Sodann sei die Notiz der Hilfswerksvertretung (HWV) nicht berücksich-

tigt worden. Das SEM habe es unterlassen, diese Bemerkungen (vgl. A30 

S.18: «Dem GS ging es offensichtlich psychisch schlecht, wie auch im Pro-

tokoll festgehalten wurde. Da der GS nicht in der Lage war, über seine psy-

chischen Probleme zu sprechen, ist es schwierig einzuschätzen, ob der 

Sachverhalt vollständig erhoben werden konnte.») zu erwähnen und zu 

würdigen. Zudem wiege schwer, dass die HWV offensichtlich Zweifel daran 

habe, dass der rechtserhebliche Sachverhalt vollständig abgeklärt worden 

sei.  

Der Beschwerdeführer führt hierzu aber weder aus, wie diese Notiz vom 

SEM seiner Ansicht nach hätte gewürdigt und in der Verfügung berücksich-

tigt werden sollen, noch inwiefern der Sachverhalt konkret nicht vollständig 

erhoben wurde. Im Übrigen gab ihm das SEM einen frankierten Umschlag 

mit und machte ihn darauf aufmerksam, dass er oder der rubrizierte 

Rechtsvertreter ein Arztzeugnis einreichen könnten. Ein formeller Fehler 

seitens des SEM ist nicht ersichtlich. Im Übrigen ist hinsichtlich seiner psy-

chischen Beschwerden auf die Erwägungen 3.7 und 6.2.2 (in materieller 

Hinsicht) zu verweisen. 

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3.6 Das SEM habe den Anspruch auf rechtliches Gehör weiter dadurch 

verletzt, indem es nicht erwähnt und gewürdigt habe, dass der Beschwer-

deführer gefoltert worden sei. Hinsichtlich der Prüfung der Glaubhaftigkeit 

seiner Vorbringen habe das SEM zudem Realkennzeichen nicht gewürdigt. 

Weiter sei die Begründung des Asylentscheids nicht nachvollziehbar.  

Die verfügende Behörde muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständ-

lichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, 

sondern darf sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. 

BGE 126 I 97 E. 2b). Das SEM legte in nachvollziehbarer Weise dar, auf-

grund welcher Überlegungen die geltend gemachten Ausreisegründe als 

nicht asylrelevant respektive als unglaubhaft zu erachten seien. Es er-

wähnte zwar nicht explizit, dass der Beschwerdeführer von den Dare Furat 

wie vorgebracht gefoltert worden sei, es hielt aber fest, dass er zwei Mo-

nate lang festgehalten worden sei (vgl. a.a.O. Ziff. II/1). Es hat demnach 

die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers zu dieser Zeit 

nicht einfach ignoriert, sondern in die Würdigung einbezogen. Der Um-

stand, dass die Vorinstanz nicht sämtliche Asylvorbringen bei der Begrün-

dung des Entscheids ausdrücklich erwähnt respektive die geltend gemach-

ten Asylgründe in einer gesamtheitlichen Würdigung anders gewichtet hat 

als der Beschwerdeführer, ist nicht als Verletzung des rechtlichen Gehörs 

zu werten. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie nach einer gesamt-

heitlichen Würdigung der Parteivorbringen inklusive der eingereichten Be-

weismittel zu einem anderen Schluss als der Beschwerdeführer gelangte.  

Insofern der Beschwerdeführer sodann rügt, die eigentliche Begründung 

des SEM bestehe aus lediglich zwei «offensichtlich absurden» Argumenten 

und sei nicht nachvollziehbar, beschlägt dies ebenfalls die Frage nach der 

materiellen Richtigkeit dieser Argumente, welche nachfolgend zu beurtei-

len sein wird. In formeller Hinsicht erscheint die Begründung des SEM zwar 

durchaus knapp – dennoch ist vorliegend hinreichend nachvollziehbar, von 

welchen Überlegungen es sich leiten liess, sodass eine differenzierte in-

haltliche Anfechtung der Verfügung möglich war. Was die Rüge hinsichtlich 

der Nichtwürdigung von Realkennzeichen betrifft ist diese zwar grundsätz-

lich zutreffend. Wie nachfolgend ausgeführt, schilderte er den relevanten 

Sachverhalt jedoch in wesentlichen Punkten als reine Geschehensabläufe 

eben gerade ohne diese speziellen Realkennzeichen und mit wenig per-

sönlichem Bezug (vgl. E. 6.2).  

Eine Verletzung der Begründungspflicht seitens der Vorinstanz ist zu ver-

neinen. 

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Seite 10 

3.7 Weiter moniert der Beschwerdeführer, das SEM hätte zwingend abklä-

ren müssen, ob die psychischen Probleme im Zusammenhang mit den 

Asylgründen stünden, zumal er bei der Schilderung der erlittenen Folter 

äusserst stark reagiert habe. Es hätten an der Anhörung zudem mehr Pau-

sen gemacht werden müssen. 

Der Beschwerdeführer leidet gemäss den aktenkundigen Arztberichten un-

ter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS; ICD [International 

Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems]-10 

F43.1) und unter einer rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig mit-

telgradige Episode (ICD-10 F33.1). Er befinde sich seit dem (…) 2017 in 

engmaschiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (vgl. Arzt-

schreiben vom (…) Juli 2018 sowie Arztzeugnis vom (…) September 2018 

[recte: 2017], A27 und A32; aktuellere Arztberichte liegen bis dato nicht 

vor). Das Bundesverwaltungsgericht hielt jedoch bereits in BVGE 2015/11 

– unter Hinweis auf medizinische Fachliteratur – fest, dass entsprechende 

psychische Probleme für sich allein keinen Beweis für eine behauptete 

Misshandlung darstellten (vgl. a.a.O. E. 7.2.1 f. m.w.H.). Es ist daher nicht 

möglich, von den Symptomen des Beschwerdeführers auf die Richtigkeit 

der von ihm vorgebrachten Asylgründe zu schliessen, weshalb sich ent-

sprechende Abklärungen erübrigen. Seinen psychischen Problemen ist al-

lerdings bei der Würdigung der Glaubhaftigkeit der Asylgründe Rechnung 

zu tragen (vgl. nachfolgend E. 6.2.2). 

Aus dem Anhörungsprotokoll geht sodann hervor, dass am Anfang des Ge-

sprächs kurz über das psychische Befinden des Beschwerdeführers ge-

sprochen und darauf hingewiesen wurde, dass man bei Bedarf jederzeit 

eine Pause einlegen könne (vgl. A30 F4-10). Im Rahmen der mit drei Stun-

den und 55 Minuten (reine Befragungszeit inkl. Rückübersetzung) keines-

wegs zu lange dauernden Anhörung wurden zwei Pausen à insgesamt 30 

Minuten eingelegt, wobei der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt das 

Bedürfnis für eine zusätzliche Pause bekundete. Das SEM hielt hierzu in 

der Vernehmlassung daher zu Recht fest, dass seinem psychischen Zu-

stand während der Anhörung Rechnung getragen worden sei.  

3.8 Schliesslich sei die Behauptung des SEM aktenwidrig, dass er den kur-

dischen Ladenbesitzer selber geschlagen und ausgeraubt hätte. 

Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer selber nie aussagte, den La-

denbesitzer persönlich geschlagen zu haben. In der Verfügung schreibt 

das SEM, es widerspreche jeglicher Logik und der allgemeinen Erfahrung, 

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Seite 11 

dass der Ladenbesitzer ihm geholfen habe, «obwohl er mindestens vier 

Mal [vom Beschwerdeführer und] den Dare Furat Leuten geschlagen und 

ausgeraubt worden» sei. Bei der gewählten Formulierung des SEM handelt 

es sich allenfalls um eine Ungenauigkeit, das eigentliche Argument wird 

dadurch aber nicht geschmälert, zumal der Beschwerdeführer für Aussen-

stehende wohl ohne weiteres als Mitglied der Dare Furat wahrgenommen 

wurde, auch wenn er sich nicht selbst aktiv an den schädigenden Handlun-

gen beteiligt habe. Es liegt daher in dieser Hinsicht weder eine unrichtige 

noch eine unvollständige Sachverhaltserstellung seitens der Vorinstanz 

vor. 

3.9 Die formellen Rügen erweisen sich demnach insgesamt als unbegrün-

det, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus diesen Gründen 

aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Das Hauptbegehren des Beschwerdeführers ist somit abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder 

Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht 

haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhaltung 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). 

Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die wegen 

ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Ausdruck 

noch Fortsetzung einer bereits im Heimat- oder Herkunftsstaat bestehen-

den Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 

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Seite 12 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Nach Ansicht der Vorinstanz vermochten die Vorbringen des Be-

schwerdeführers weder den Anforderungen von Art. 7 AsylG an das Glaub-

haftmachen (Entführung durch die Dare Furat) noch denjenigen von Art. 3 

AsylG an die Flüchtlingseigenschaft (Furcht vor zukünftiger Rekrutierung 

in den Militärdienst) zu genügen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die 

Dare Furat-Mitglieder – welche gemäss seinen Angaben gegen die YPG 

gekämpft hatten – bei seiner Verhaftung in F._______ kurdische Kleider 

hätten tragen sollen. Weiter habe er angegeben, bei Aktionen mit den Dare 

Furat-Leuten unter deren Beobachtung gestanden zu sein. Es widerspre-

che dabei jeglicher Logik und der allgemeinen Erfahrung, wie er während 

dieser Aktionen den Kontakt zum Ladenbesitzer hergestellt haben wolle 

und weshalb dieser ihm, obwohl er mindestens vier Mal von ihm und den 

Dare Furat Leuten geschlagen und ausgeraubt worden sei, zur Flucht ver-

holfen haben solle. Die eingereichten Beweismittel könnten die Zweifel an 

den Vorbringen nicht beseitigen. Sodann habe er hinsichtlich des Militär-

dienstes angegeben, für diesen weder gemustert noch offiziell vorgeladen 

noch gesucht worden zu sein. Er habe kein Militärbüchlein erhalten und 

Angst davor, in den Militärdienst eingezogen zu werden. Für die Annahme 

einer begründeten Furcht vor einer zukünftigen Rekrutierung reiche es 

nicht aus, dass eine Person im dienstfähigen Alter sei und befürchte, ir-

gendwann ausgehoben zu werden. Angesichts seines Alters könne nicht 

ausgeschlossen werden, dass er bei einem Verbleib in Syrien militärisch 

ausgehoben worden wäre. Er habe Syrien jedoch am (…) 2016 verlassen 

und sich damit der Erfassung durch die Militärbehörden entzogen. Folglich 

seien die syrischen Behörden bis zu seiner Ausreise nicht mit ihm in Kon-

takt getreten, um ihn zum Militärdienst einzuberufen. Demnach sei seine 

Furcht vor einer zukünftigen Rekrutierung als nicht begründet einzustufen.  

5.2 Der Beschwerdeführer machte im Asylpunkt im Wesentlichen geltend, 

ihm drohe nebst seinen eigenen Asylgründen aufgrund seiner Schwester, 

welcher in der Schweiz Asyl gewährt worden sei, in Syrien eine Reflexver-

E-6438/2019 

Seite 13 

folgung. An der Anhörung habe er die Verfolgung seiner Familie ausdrück-

lich als Fluchtgrund genannt. Er sei zeitlich vor seiner Schwester aus Sy-

rien geflohen, weshalb er aufgrund «objektiver Nachfluchtgründe» die 

Flüchtlingseigenschaft erfülle. Seine Aussagen seien substanziiert und ent-

hielten zahlreiche Realkennzeichen. Die Argumente des SEM, wonach es 

unlogisch sei, dass die Dare Furat Leute kurdische Kleider getragen hätten 

und er trotz Beobachtung Kontakt mit dem Ladenbesitzer habe herstellen 

können, seien nicht nachvollziehbar. Es handle sich dabei um ein unlogi-

sches Verhalten Dritter, welches ihm nicht angelastet werden könne. Die 

Behauptung des SEM, wonach er selber den Ladenbesitzer geschlagen 

und ausgeraubt haben soll, sei aktenwidrig. Unter den gegebenen Umstän-

den sei es sodann eher unlogisch, wenn jemand nicht geholfen hätte. Die 

Invasion der türkischen Armee und der dschihadistischen Milizen sei so-

dann ebenfalls asylrelevant. Für den Fall, dass Vorfluchtgründe verneint 

würden, wäre zwingend die Flüchtlingseigenschaft im heutigen Zeitpunkt 

festzustellen: Er habe die Schwelle der Exponiertheit und der asylrelevan-

ten Gefährdung längst überschritten, weshalb bei einer Rückführung nach 

Syrien von einer asylrelevanten Gefährdung ausgegangen werden müsse. 

5.3 In der Vernehmlassung hielt die Vorinstanz in materieller Hinsicht fest, 

dass der Schwester des Beschwerdeführers aufgrund ihrer «Zugehörigkeit 

zu einer bestimmten sozialen Gruppe (Ehrenmord)» Asyl gewährt worden 

sei. Es sei nicht davon auszugehen, dass er das Land aus denselben Grün-

den wie seine Schwester verlassen habe, weshalb keine Reflexverfolgung 

vorliege. Die geltend gemachte Invasion der türkischen Armee sowie der 

dschihadistischen Milizen im Rojava-Gebiet sei bereits unter dem Aspekt 

der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs berücksichtigt worden. So-

dann sei merkwürdig, dass es auf der Rückfahrt von D._______ plötzlich 

eine von den Dare Furat kontrollierte Strassensperre gegeben haben solle, 

nachdem es diese am Vortag noch nicht gegeben habe. Entgegen der Be-

schwerdeausführungen habe er sodann davon gesprochen, dass er nach 

dem vierten Mal, als «sie» – gemeint sei die ganze Gruppe inklusive den 

Beschwerdeführer – zum Ladenbesitzer gegangen seien, er diesen um 

Hilfe gebeten habe. Schliesslich gehe aus der Beschwerde nicht hervor, 

weshalb und wie er die Schwelle der Exponiertheit und der asylrelevanten 

Gefährdung überschritten haben solle.  

5.4 In seiner Replik monierte der Beschwerdeführer, dass sich die Vor-

instanz in der Vernehmlassung auf die zeilenlange Wiedergabe seiner Aus-

führungen beschränke und es unterlassen habe, eine konkrete Argumen-

tation zu entwickeln. Seiner Schwester sei Asyl gewährt worden. Es gehe 

E-6438/2019 

Seite 14 

daher nicht an, dass das SEM in der Vernehmlassung den Eindruck erwe-

cken wolle, sie sei gar nicht asylrelevant verfolgt gewesen. Zusätzlich zu 

seinen eigenen Asylgründen drohe ihm eine asylrelevante Reflexverfol-

gung, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei. Die Verfolgung durch den Cousin 

und dessen Familie habe sich nach der Ausreise massiv zugespitzt. Hin-

sichtlich der Strassensperre begehe das SEM erneut den Fehler, das an-

geblich unlogische Verhalten Dritter dem Beschwerdeführer anzulasten – 

dies sei willkürlich. Solche Strassensperren müssten eben gerade flexibel 

sein, um das Überraschungsmoment auszunutzen. Es sei schlicht absurd 

zu behaupten, es sei zu erwarten, dass eine feste Barrikade hätte errichtet 

werden sollen. Hinsichtlich des Überfalls auf den Ladenbesitzer unterlasse 

es das SEM, konkrete Aktenstellen anzugeben, und verweise lediglich auf 

eine ganze Seite. Tatsache sei, dass er an der Anhörung gar nicht gesagt 

habe, er habe den Ladenbesitzer selber überfallen. Er habe dies an der 

Anhörung so formuliert, dass offensichtlich nur die Dare Furat Leute am 

Überfall auf den Ladenbesitzer beteiligt gewesen seien. Es sei absurd, 

dass das SEM an der aktenwidrigen Argumentation festhalte.  

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt durch-

aus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen. Entschei-

dend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sach-

verhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Bei der Beurteilung 

der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente 

(Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substanzi-

iertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die 

für oder gegen den Gesuchsteller beziehungsweise die Gesuchstellerin 

sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven 

Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht 

aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung 

der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen 

die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

6.2 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Ansicht, wonach die Vorbringen des Be-

schwerdeführers unglaubhaft seien, zu bestätigen ist.  

6.2.1 Wie von der Vorinstanz zunächst angeführt, bestehen Unstimmigkei-

ten hinsichtlich der angeblichen Verhaftung durch die Dare Furat und der 

E-6438/2019 

Seite 15 

Flucht des Beschwerdeführers mit der Hilfe eines kurdischen Ladenbesit-

zers. Die entsprechenden Entgegnungen des Beschwerdeführers vermö-

gen im Resultat nicht zu überzeugen und führen insbesondere unter Be-

rücksichtigung der nachfolgend aufgezeigten Aspekte, welche ebenfalls 

gegen die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sprechen, nicht zu einer an-

deren Einschätzung.  

Seiner Erzählung mangelt es an der zu erwartenden Substanz, sie bleibt 

grösstenteils oberflächlich und ist mit der allgemeinen Logik des Handelns 

an mehreren Stellen nicht vereinbar beziehungsweise nicht nachvollzieh-

bar. So schilderte der Beschwerdeführer die Verhaftung durch die Dare Fu-

rat ohne Details oder die Wiedergabe von Emotionen. Sie hätten einfach 

aussteigen müssen, seien dann geschlagen worden und er habe dann 

nichts mehr mitbekommen, da ihm die Augen verbunden worden seien 

(vgl. A30 F82; vgl. auch F94: «Ich wurde geschlagen. Später, als ich wach 

war, machte mir hier [GS zeigt auf seinen Nacken] weh. Deshalb weiss ich, 

dass ich hier an dieser Stelle geschlagen wurde. Ich konnte nichts se-

hen.»). Dabei wäre jedoch auch zu erwarten gewesen, dass der Beschwer-

deführer beispielsweise Gesprächsinhalte, sonstige Sinneseindrücke oder 

Gedanken hinsichtlich dieses bedeutenden Erlebnisses schildert, zumal er 

auf Nachfrage angab, die Sprache der Dare Furat (Arabisch) zu verstehen, 

und ihren Akzent gar präzise einer Ortschaft (Hasaka) zuordnen konnte 

(vgl. A30 F89-92). Nach einer Beschreibung der Dare Furat gefragt, ant-

wortete er im Wesentlichen lediglich, dass diese alle einen langen Bart ge-

habt hätten (vgl. A34 F88). Auch den Aussagen zur anschliessenden Haft, 

Befragung und Misshandlung – zunächst in E._______, dann in einem an-

deren Lager der Dare Furat in der Türkei – fehlt es an Realkennzeichen. 

Die Schilderungen sind stereotyp und beschränken sich im Resultat – trotz 

wiederholter Nachfrage – auf die Aussage, täglich geschlagen worden zu 

sein (vgl. A30 F82, F99-107). Dabei gelang es dem Beschwerdeführer 

nicht, den Inhalt der Verhöre zu substanziieren. Stattdessen wiederholte er 

lediglich in allgemeiner Weise, sie hätten ihn immerzu nach den Amerika-

nern gefragt respektive hätten gesagt, er solle mit ihnen kommen 

(vgl. a.a.O.). Es ist schliesslich in keiner Weise nachvollziehbar, dass man 

den Beschwerdeführer – nachdem man ihn wochenlang misshandelt habe 

– ohne Weiteres freigelassen und ihn dann sogar noch trainiert und ihm 

eine Waffe gegeben habe (vgl. A30 F82, F100, F102, F108-111). Es ist 

weder ein konkreter Grund für die unvermittelte Freilassung ersichtlich, 

noch konnte er das anschliessende Training auch nur annähernd substan-

ziiert beschreiben (vgl. a.a.O.). Sodann vermochte er weder seine Rolle 

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Seite 16 

anlässlich der Begleitung der «Missionen» der Dare Furat noch das Gelin-

gen seiner Flucht nachvollziehbar zu schildern. Es ist dem Beschwerde-

führer zwar dahingehend zuzustimmen, dass er an der Anhörung nicht ex-

plizit ausführte, den Ladenbesitzer persönlich geschlagen zu haben. Als 

bewaffneter Begleiter der Dare Furat ist jedoch anzunehmen, dass er für 

Aussenstehende – wie den kurdischen Ladenbesitzer – auch als Mitglied 

der Gruppierung wahrgenommen werden musste, zumal er die Gruppe be-

reits mehrere Male bei Plünderungen begleitet habe. Vor diesem Hinter-

grund ist die sofortige und scheinbar bedenkenlose Bereitschaft des La-

denbesitzers, dem Beschwerdeführer zur Flucht zu verhelfen, nicht nach-

vollziehbar. Weiter erstaunt, dass es im Rahmen seiner Flucht scheinbar 

zu keinerlei Komplikationen gekommen ist – der Ladenbesitzer habe ein-

fach das Fenster im WC geöffnet und ihn danach zu sich nach Hause ge-

fahren. Hierbei bleibt unklar, wie sich der Beschwerdeführer konkret von 

den Dare Furat habe entfernen und schliesslich zusammen mit dem La-

denbesitzer scheinbar gänzlich unbemerkt habe fliehen können, zumal er 

eigenen Aussagen zufolge immer unter ihrer Beobachtung gestanden sei 

(vgl. A30 F82, F100, F111). Er sagte zudem aus, er könne sich die Telefon-

nummer seiner Familie nicht merken, er habe die Nummer aber bei sich 

gehabt und so nach der Flucht seine Familie kontaktieren können (vgl. A30 

F82). Es erscheint lebensfremd, dass er die ganze Zeit über – während der 

Entführung und den Folterungen und Misshandlungen an mehreren Stand-

orten unter ständiger Beobachtung der Dare Furat – stets einen Zettel oder 

Ähnliches mit der Telefonnummer seiner Familie mit sich geführt habe und 

erfolgreich vor den Dare Furat habe verstecken können. 

Schliesslich spricht auch ein in seinen Ausführungen erkennbarer Struktur-

bruch gegen die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Verglichen mit seinen 

übrigen Aussagen vermochte der Beschwerdeführer in seiner Antwort auf 

die Frage 82 seine gesamte Fluchtgeschichte über eine Seite lang und ver-

einzelt mit Realkennzeichen (direkte Rede, eingestehen von Wissenslü-

cken) darzulegen. Doch auch hier ist festzustellen, dass sich seine Schil-

derungen im Wesentlichen auf die Aneinanderreihung von einfachen 

Handlungsabfolgen beschränken und dabei eine zu erwartende persönli-

che Sichtweise und jegliche Reflexion des Erlebten vermissen lassen. Es 

liegt damit der Schluss nahe, dass der Beschwerdeführer eine (ganz oder 

teilweise) konstruierte Fluchtgeschichte wiedergab. 

6.2.2 Hinsichtlich der als mögliche Erklärung für die substanzlosen Ausfüh-

rungen auf Beschwerdeebene angeführten psychischen Probleme ist das 

Folgende anzumerken: Es ist anerkannt, dass sich gewisse psychische 

E-6438/2019 

Seite 17 

Beschwerden (wie bspw. eine Traumatisierung) negativ auf das Aussage-

verhalten auswirken können (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.2.3. 

S. 191 f.; 2003 Nr. 17 E. 4b S. 105 ff. m.w.H.). Der Beschwerdeführer leidet 

gemäss den aktenkundigen Arztberichten unter einer PTBS und unter einer 

rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 

(vgl. vorstehend E. 3.7). Er befinde sich seit dem (…) 2017 in engmaschi-

ger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (vgl. Arztschreiben 

vom (…) Juli 2018 sowie Arztzeugnis vom (…) September 2018 [recte: 

2017], A27 und A32; aktuellere Arztberichte liegen bis dato nicht vor). Dies 

kann vorliegend jedoch nicht als Erklärung für die allgemein substanzar-

men Ausführungen dienen, zumal er – wie aus seiner Antwort zur Frage 82 

hervorgeht – durchaus in der Lage war, ausführlich zu erzählen. Es sind 

auch keine Hinweise darauf ersichtlich, dass er sich – abgesehen von den 

erwähnten psychischen Beeinträchtigungen – an den Anhörungen nicht hat 

frei und uneingeschränkt äussern können. Es kann angesichts der beste-

henden Diagnosen zwar nicht ausgeschlossen werden, dass er in der Ver-

gangenheit allenfalls eine traumatische Erfahrung gemacht hat. Diese Di-

agnosen sind jedoch per se nicht geeignet, die konkreten Umstände des 

traumabegründenden Erlebnisses zu belegen (vgl. hierzu BVGE 2015/11 

E. 7.2.1 f.). 

6.3 Im Weiteren ist auch der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zu fol-

gen, wonach ihm aufgrund der Asylgründe seiner Schwester in Syrien eine 

Reflexverfolgung drohe. In seiner Vernehmlassung führte das SEM aus, 

dass der Schwester aufgrund ihrer «Zugehörigkeit zu einer bestimmten 

Gruppe (Ehrenmord)» – und demzufolge aus frauenspezifischen Flucht-

gründen, was sich auch aus den Beizugsakten ergibt – Asyl gewährt 

wurde. Damit kann der Beschwerdeführer aus der Asylgewährung seiner 

Schwester nichts zu seinen Gunsten ableiten. Es ist nicht ersichtlich und 

wird in der Beschwerde auch nicht ausgeführt, inwiefern er – als junger 

Mann – im Falle einer hypothetischen Rückkehr nach Syrien befürchten 

müsste, aufgrund der Ereignisse um die Heirat seiner Schwester vom On-

kel in asylrelevanter Weise – ohne Schutzmöglichkeiten – verfolgt zu wer-

den. 

6.4 Soweit auf die erheblich veränderte Lage, insbesondere seit dem Ein-

marsch der türkischen Sicherheitskräfte und der verbündeten islamisti-

schen Milizen in Nordsyrien, verwiesen wird, ist festzustellen, dass nicht 

davon auszugehen ist, sämtliche in Syrien und insbesondere in Nordsyrien 

verbliebenen Kurdinnen und Kurden hätten derzeit eine objektive Furcht 

E-6438/2019 

Seite 18 

vor einer Verfolgung (vgl. Urteil des BVGer D-6431/2019 vom 16. März 

2020 E. 5.2.3; E-937/2017 vom 16. Januar 2020 E. 6.3; D‑5367/2019 vom 

2. Dezember 2019 E. 6.4). Der allgemeinen, bürgerkriegsbedingten Ge-

fährdungslage und der fortbestehenden Volatilität und Dynamik der Ent-

wicklung in Syrien wurde von der Vorinstanz im Rahmen des Wegwei-

sungsvollzugs respektive der in diesem Zusammenhang angeordneten 

vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers Rechnung getragen. Nach-

dem seine Vorfluchtgründe als unglaubhaft befunden wurden ist auch nicht 

ersichtlich, inwiefern er aufgrund dieser Ereignisse gezielt Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte.  

6.5 Schliesslich führt weder eine illegale Ausreise aus Syrien noch das 

Stellen eines Asylgesuchs im Ausland zur Annahme, dass einer syrischen 

Person bei einer Rückkehr in ihr Heimatland mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung droht. Zwar ist auf-

grund der illegalen Ausreise und der längeren Landesabwesenheit davon 

auszugehen, dass bei einer hypothetischen Wiedereinreise nach Syrien 

eine Befragung durch die heimatlichen Behörden stattfindet. Da der Be-

schwerdeführer – wie vorstehend ausgeführt – aber keine Vorverfolgung 

erlitten hat und nicht davon auszugehen ist, dass er vor dem Verlassen 

Syriens als regimefeindliche Person ins Blickfeld der syrischen Behörden 

geraten ist, kann mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen 

werden, dass er als staatsgefährdend eingestuft würde. Ferner ist auch 

nicht aktenkundig, dass er sich seit seiner Ausreise exilpolitisch betätigt 

hätte. Somit ist nicht davon auszugehen, er könnte nach einer (hypotheti-

schen) Rückkehr als regimefeindliche Person ins Blickfeld der syrischen 

Behörden geraten (vgl. Urteil des BVGer D‑3839/2013 vom 28. Oktober 

2015 E. 6.4.3 [als Referenzurteil publiziert]; bestätigt beispielsweise im Ur-

teil des BVGer E‑2791/2019 vom 22. Juni 2020 E. 6.5). 

6.6 Nach dem Ausgeführten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

eine asylrelevante Verfolgung in Syrien darzutun. Das SEM hat demnach 

seine Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und das Asylgesuch folge-

richtig abgelehnt.  

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

E-6438/2019 

Seite 19 

Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch 

mit Zwischenverfügung vom 17. Dezember 2019 das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen wurde, sind keine 

Verfahrenskosten zu erheben.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Kevin Schori 

 

 

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