# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 679ea229-c817-5d73-b3d7-1fbd6eb6b9da
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.03.2014 IV 2012/71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-71_2014-03-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/71

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 17.03.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 17.03.2014
Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Beweiswürdigung von zwei ABI-Verlaufsgutachten; 
erhebliche Aggravation seitens des Beschwerdeführers ist zu bejahen. 
Einkommensvergleich; Die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur 
ist trotz medizinischer Zumutbarkeit als ungeeignet zu qualifizieren, da 
aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers, welcher eine ausgeprägte 
subjektive Krankheitsüberzeugung zeigt, eine Fremdgefährdung 
angenommen werden muss. Kein Rentenanspruch (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. März 2014, IV 
2012/71).

Entscheid Versicherungsgericht, 17.03.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 17. März 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 

9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente / berufliche Massnahmen

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___, geboren 19__, meldete sich am 14. September 2001 erstmals zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 10). Aufgrund der im Rahmen der 

medizinischen Abklärungen festgestellten Hörbehinderung sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten die Kostenübernahme für Hörgeräte zu (IV-act. 9). Am 16. Januar 2006 

meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 14). Seit einem 

Arbeitsunfall am 11. November 2004, wobei ihm beim Öffnen einer Blache ein Stück 

Holz ins Gesicht geflogen ist (vgl. Unfallmeldung an die SUVA, Fremdakten G 4.2), 

klagte er über diverse gesundheitliche Beschwerden. Insbesondere gab er an, an einer 

Sehstörung mit Gesichtsfeldeinschränkung sowie an multilokulären Schmerzen (Kopf, 

Rücken, Schultern, Handgelenke beidseits, Sprungelenk rechts) zu leiden. Gemäss 

einem ABI-Gutachten vom 12. März 2007 konnten anlässlich der polydisziplinären 

Begutachtung des Versicherten keine objektiven Befunde erhoben werden, welche die 

Arbeitsfähigkeit als Lastwagenchauffeur oder für eine andere Tätigkeit eingeschränkt 

hätten (IV-act. 63). Mit einer Verfügung vom 10. September 2007 wies die IV-Stelle 

einen Rentenanspruch des Versicherten ab, wogegen der Versicherte Beschwerde 

erheben liess. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wies das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit einem Entscheid vom 12. Januar 2009 

die Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurück. Es 

wurde festgehalten, dass bezüglich der Sehstörung ärztliche Stellungnahmen vorlägen, 

aufgrund welcher an der Einschätzung der ABI-Gutachter gezweifelt werden müsse. 

Die diesbezügliche medizinische Aktenlage genüge nicht, um die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers überwiegend wahrscheinlich festzulegen (IV-act. 107).

A.b  Nach Rücksprache mit dem ABI veranlasste der Regionale Ärztliche Dienst der IV-

Stelle (RAD) eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung. Am 1. September 2009 wurde 

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der Versicherte im ABI untersucht. Gemäss dem entsprechenden Gutachten vom 

2. Februar 2010 nannte der psychiatrische Gutachter als Diagnosen eine leichte 

depressive Episode sowie eine Somatisierungsstörung. Er hielt fest, gegenüber dem 

Vorgutachten von 2007 bestünden aktuell deutliche psychosoziale und emotionale 

Belastungsfaktoren, welche mit den somatisch nicht hinreichend objektivierbaren Be­

schwerden die Diagnose einer Somatisierungsstörung begründeten. Zudem bestünden 

depressive Symptome (mit depressiven Verstimmungen, Konzentrationsstörungen, 

erhöhter Ermüdbarkeit mit Antriebsstörung und Schlafstörungen), die genügend 

ausgeprägt seien für die Diagnose einer zusätzlichen leichten depressiven Episode. 

Damals habe lediglich eine Symptomausweitung (Schmerzverarbeitungsstörung) 

diagnostiziert werden können. Die psychosozialen und emotionalen Belastungen 

führten zu einer Verstärkung der psychischen Störungen, seien aber als solche 

krankheitsfremd, was bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt werden 

müsse. Der Versicherte befinde sich in psychotherapeutischer Behandlung und erhalte 

antidepressive Medikation. Durch die leichte depressive Episode und die 

Somatisierungsstörung bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%. Eine 

schwere psychische Störung liege nicht vor. Der Versicherte sei nicht suizidal und leide 

nicht unter schweren Konzentrationsstörungen. Hinweise auf einen therapeutisch nicht 

mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlauf seien nicht vorhanden. Die komplexen 

Ich-Funktionen seien nicht schwer gestört und es bestünden keine auffälligen 

Persönlichkeitszüge für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Daher könne es 

dem Versicherten trotz der geklagten Beschwerden aus psychiatrischer Sicht 

zugemutet werden, in einer körperlich leidensangepassten Tätigkeit 80% zu arbeiten. 

In neurologischer Sicht konnten entsprechend dem Vorgutachten auch aktuell keine 

wesentlichen objektivierbaren Befunde, welche die vom Versicherten angegebenen 

Beschwerden erklären würden, gefunden werden. Der neurologische Gutachter hielt 

fest, es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den berichteten 

Einschränkungen im alltäglichen Leben und den in der Untersuchungssituation 

nachvollziehbaren funktionellen Einschränkungen. Der Versicherte sei aus 

neurologischer Sicht für leichte, mittelschwere und intermittierend auch schwere 

körperlich belastende Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig. Die angestammte Tätigkeit 

als Lastwagenchauffeur sei eine Tätigkeit mit einem Gefahrenbereich, so dass er diese 

nicht ausführen sollte, wenn er sich dazu nicht fähig fühle. Der ophthalmologische Gut­

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achter hielt in seiner Beurteilung fest, dass die vom Versicherten angegebene hoch­

gradige, konzentrische Gesichtsfeldeinschränkung nicht plausibel sei. Der Versicherte 

habe sich frei und sicher im abgedunkelten Raum bewegt, er habe zielsicher nach an­

gebotenen Gegenständen gegriffen und er habe zügig einen Text in Zeitschriftengrösse 

gelesen. Aufgrund der intakten Befunde der gesamten Netzhaut und des 

Sehnervenkopfs sowie der Pupillenmotorik müsse beim Versicherten von einem 

intakten Gesichtsfeld ausgegangen werden. Ähnliches gelte für die Augenmotilität. 

Damit habe sich im Vergleich zum Vorgutachten keine Befundänderung ergeben. Aus 

ophthalmologischer Sicht hätten keine Diagnosen erhoben werden können, die eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verursachten. In der Gesamtbeurteilung hielten die 

Gutachter fest, dass weder aus neurologischer noch aus ophthalmologischer oder 

allgemeininternistischer Sicht Befunde oder Diagnosen vorlägen, welche die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer körperlich leichten und mittelschweren, 

intermittierend auch schweren Tätigkeit einschränkten. In psychiatrischer Sicht habe 

sich der Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich zum Vorgutachten 

leichtgradig verschlechtert. Die leichte depressive Episode und die 

Somatisierungsstörung wirkten sich leichtgradig auf die Leistungsfähigkeit des 

Versicherten aus. Bezogen auf eine ganztägige Erwerbstätigkeit resultiere hierdurch 

eine Leistungseinbusse von 20%. Betreffend die Selbsteinschätzung des Versicherten, 

welcher sich aufgrund der angegebenen Visusstörung zu 100% arbeitsunfähig sah, 

verwiesen die Gutachter auf zahlreiche, teilweise erhebliche Diskrepanzen und 

Inkonsistenzen. Sie beurteilten das Verhalten des Versicherten und die von ihm 

anlässlich der aktuellen Untersuchung gemachten Angaben als erhebliche Aggravation 

(vgl. IV-act. 132).

A.c  Mit einer Verfügung vom 17. September 2010 wies die IV-Stelle einen Anspruch 

auf berufliche Massnahmen ab. Zur Begründung führte sie an, die medizinische 

Abklärung habe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ergeben. Da sich der Versicherte jedoch 

nicht entsprechend arbeitsfähig und in den Arbeitsmarkt integrierbar fühle, seien 

weitere Massnahmen in Form von Arbeitsvermittlung nicht erfolgsversprechend (IV-act. 

149).

A.d  Der Versicherte reichte der IV-Stelle diverse medizinische Berichte des Neuro­

logischen Zentrums B.___ zu Handen des Hausarztes ein. Im jüngsten Bericht vom 28. 

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Juni 2010 hatte die behandelnde Neurologin, Dr. med. C.___, Spezialärztin Neurologie 

FMH, betreffend die vom Beschwerdeführer geklagten Hand-, Schulter- und 

Beinbeschwerden berichtet, dass sich die elektrophysiologischen Befunde gegenüber 

der Voruntersuchung nochmals reproduzieren liessen. Es bestünden weiterhin die 

Diskrepanzen der motorischen Neurographien. Eine präganglionäre sensible 

Schädigung oder eine Schädigung im Rückenmark habe sich  kernspintomografisch 

nicht nachweisen lassen. Rein von der Klinik her sei diese Lokalisation am 

wahrscheinlichsten. Wegen der Verdeutlichungsneigung des Versicherten sei eine 

genauere klinische Beurteilung jedoch schwierig. Objektiv fände sich ein gesteigerter 

Achillessehnenreflex links sowie vermutlich auch rechts, welcher sich nicht durch 

Verdeutlichung erklären lasse. Die Neurologin ging trotz einer negativen Bildgebung 

von einem zentralbedingten neuropathischen Schmerzsyndrom bei einer 

kernspintomografisch nicht fassbaren Myelon-Schädigung leichteren Ausmasses aus 

(IV-act. 143, 144). Weiter reichte der Versicherte einen Bericht von Dr. med. D.___, 

Innere Medizin und Rheumatologie FMH, vom 28. April 2010 ein. Diese hatte 

festgehalten, dass sie keine entzündlich-rheumatische Erkrankung oder 

richtungsverschlechternde degenerative Erkrankung habe feststellen können. Weder 

bestünden Arthritiden oder Sehnenscheidenentzündungen im Bereich der Hände noch 

fänden sich Hinweise auf ein Karpaltunnelsyndrom. Auch liege keine 

zervikospondylogene oder zervikoradikuläre Symptomatik vor. Ein mässiges 

Lumbovertebralsyndrom (verminderte Dorsalextension mit Schmerzangabe) könne gut 

durch eine muskuläre Dysbalance bei allgemeiner erheblicher Anspannung 

mitverursacht sein. Aus den medizinischen Vorberichten sei beim Versicherten eine 

depressive Störung mit Somatisierung bekannt. Das Steifigkeitsgefühl der Hände 

könne mit der psychiatrischen Situation zusammenhängen (IV-act. 145). Der RAD hielt 

am 17. September 2010 fest, dass sich aus den seit der letzten Begutachtung 

eingereichten Berichten keine wesentliche Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes des Versicherten ergebe. Es werde lediglich klar, dass der 

Versicherte weiter versuche, bei den Ärzten seine subjektiven Beschwerden zu 

verdeutlichen bzw. zu aggravieren (IV-act. 150).

A.e  Mit einem Vorbescheid vom 28. September 2010 stellte die IV-Stelle dem Ver­

sicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Zur Begründung erklärte sie, 

die gestützt auf das Urteil des Versicherungsgerichts angeordnete Verlaufsbegut­

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achtung habe ergeben, dass der Versicherte bis auf schwere Tätigkeiten nach wie vor 

uneingeschränkt arbeitsfähig sei und dabei eine Leistungsminderung von höchstens 

20% in Kauf nehmen müsse. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 20%, womit kein Rentenanspruch bestehe (IV-act. 153).

A.f   Am 3. November 2010 teilte der Rechtsvertreter des Versicherten mit, dass die 

gesamte Situation den Versicherten derart mitgenommen habe, dass er notfallmässig 

und stationär in die Psychiatrische Klinik E.___ habe eingewiesen werden müssen. Dort 

sei vor Verfügungserlass ein Bericht einzuholen (IV-act. 156). Der Rechtsvertreter 

reichte der IV-Stelle den Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik E.___ vom 

24. Februar 2011 ein. Demnach war der Versicherte vom 2. November 2010 bis 

18. Februar 2011 hospitalisiert gewesen. Es waren eine mittelgradige depressive 

Episode mit somatischem Syndrom und eine Somatisierungsstörung diagnostiziert 

worden. Die behandelnden Ärzte hielten fest, dass ihnen der Versicherte wegen 

zunehmender psychosozialer Dekompensation bei Ablehnung der IV-Leistungen und 

bei fraglicher Suizidalität zugewiesen worden sei. Der psychopathologische Status 

habe sich beim Eintritt folgendermassen präsentiert: Wach, allseits orientiert, 

Konzentration leicht reduziert, Auffassung unauffällig, im formalen Gedankengang 

starkes Grübeln, eingeengt auf Existenzängste und starke Zukunftsängste. Es seien 

keine Zwänge, Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Ich-Störungen eruierbar. 

Affektiv wirke der Versicherte mittelgradig deprimiert, hoffnungslos, ängstlich und 

gereizt. Es bestehe eine leichte innere Unruhe und eine starke Klagsamkeit. Der 

Versicherte weise mittelstarke Insuffizienz- und Verarmungsgefühle auf und sei im 

Antrieb stark gehemmt. Weiter zeige sich ein starker Rückzug. Es sei eine mittelgradige 

verbale Aggressivität gegen Gegenstände eruierbar. Eine akute Selbst- oder 

Fremdgefährdung bestehe aber nicht. Im Verlauf der Therapie habe sich der 

Versicherte im schützenden Rahmen der Station deutlich entspannt. Er habe Kontakt 

mit den Mitpatienten und den Behandelnden aufgenommen und habe immer weniger 

von seinen Beschwerden berichtet. Auf die anfangs geplante zusätzliche 

antidepressive Medikation sei daher verzichtet worden. Einen Arbeitsversuch in der 

geschützten Werkstätte habe der Versicherte abgebrochen, weil er durch den 

Lärmpegel massiv in Stress geraten sei. Ein weiterer Versuch in der Gartengruppe sei 

ebenfalls erfolglos gewesen. Der Versicherte habe angegeben, keine Kraft in den 

Händen zu haben. Zudem habe er Angst, sich aufgrund seiner Sehstörung zu verletzen. 

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Auf die Beschäftigungstherapie im Keramikatelier habe sich der Versicherte gut 

einlassen können. Er habe die depressiven und körperlichen Symptome als reduziert 

wahrgenommen. Da er eine regelmässige Beschäftigung als besonders wichtig 

erachtet habe, habe sich der Versicherte für eine Weiterbehandlung in der Tagesklinik 

F.___ entschieden. Beim Austritt habe folgender Psychostatus vorgelegen: Wach und 

allseits orientiert, unter Stress leichte Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, im 

formalen Gedankengang leichtes Grübeln über Vergangenheit und Zukunft, keine 

Befürchtungen und Zwänge, kein Wahn, keine Sinnestäuschungen, keine Ich-

Störungen, im Affekt leicht ängstlich, mittelstarke Insuffizienzgefühle, keine Störungen 

des Antriebs, keine akute Suizidalität oder Fremdgefährdung. Im Zeitpunkt des 

Austritts attestierten die behandelnden Ärzte eine Arbeitsfähigkeit von 0% (IV-act. 

158-9).

A.g  Der Rechtsvertreter liess der IV-Stelle auch einen neuro-otologischen Verlaufs­

bericht von Dr. med. G.___, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und 

Gesichtschirurgie, vom 30. September 2010 zukommen. Dr. G.___ hatte folgende 

Diagnosen gestellt: Status nach Arbeitsunfall vom 11. November 2004 und Treppen­

sturz vom 2. Februar 2006 mit Contusio capitis, milder traumatischer Hirnverletzung 

und HWS-Abknicktrauma, ein postcommotionelles Syndrom "posttrauma vision"-

Syndrom s. Padula und ein zervikoenzephales Syndrom mit zentral-vestibulärer 

Funktionsstörung, visuo-oculomotorischer Funktionsstörung und progredienter 

zerviko-proprio-nociceptiver Funktionsstörung (mit mittelgradig reduzierter 

neuromuskluärer Leistung der unteren Extremitäten und "drop-attacks"-Gefahr) sowie 

eine progrediente hochgradige, pantonale sensori-neurale Schwerhörigkeit beidseits. In 

seiner Beurteilung führte Dr. G.___ aus, dass sich im Vergleich zu seinem Vorbericht 

vom 27. Dezember 2007 stationäre, teilweise progrediente objektive Befunde gezeigt 

hätten. Es müsse daher definitiv von objektivierbaren posttraumatischen Beschwerden 

des Versicherten ausgegangen werden. Eine Aggravation und/oder Simulation könne 

mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, da der 

Versicherten nicht in der Lage sei, die Registrierung dieser Befunde zu beeinflussen. 

Die Befunde drückten objektiv den genauen funktionellen Zustand entlang des jeweils 

untersuchten Reflexbogens aus (IV-act. 158-2).

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A.h  Am 7. März 2011 erstattete die Psychiatrische Klinik E.___ der IV-Stelle einen 

Bericht betreffend die stationäre Behandlung vom 2. November 2010 bis 18. Februar 

2011. Es wurde festgehalten, dass trotz der verbesserten Befunde zum Ende der 

Therapie weiterhin von einer anhaltenden Störung (mittelgradige depressive Episode 

mit somatischem Syndrom und Somatisierungsstörung) auszugehen sei. Die bisherige 

Tätigkeit als Lastwagenchauffeur sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine 

andere Tätigkeit könne der Versicherte grundsätzlich ausüben. Beim Abschluss der 

Behandlung sei zwar noch keine andere Tätigkeit möglich gewesen, jedoch sei es dem 

Versicherten gelungen, über mehrere Wochen regelmässig am 

Beschäftigungsprogramm teilzunehmen. Dies habe einen ruhigen Arbeitsplatz mit 

leichter manueller Tätigkeit, klarem Arbeitsauftrag, niedrigem Leistungsniveau und mit 

entgegengebrachtem Verständnis für die Leiden des Versicherten bedeutet. Die 

Beobachtung habe nur im geschützten Rahmen für vier Stunden pro Tag 

stattgefunden. Eine Arbeitstätigkeit im engeren Sinn könne noch nicht abgeschätzt 

werden (IV-act. 162).

A.i   Gemäss einem Bericht von Dr. H.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, vom 12. Mai 2011 befand sich der Versicherte seit dem 24. April 

2011 bei ihr in ambulanter Behandlung. Sie hielt fest, der Versicherte leide an einer 

mittelgradigen depressiven Episode und einer Somatisierungsstörung. Im Vergleich zur 

Untersuchung durch das ABI (September 2009) habe es keine wesentliche 

Veränderung der Befunde gegeben. Aktuell sei das depressive Zustandsbild 

mittelgradig ausgeprägt. Der Versicherte benötige entsprechende antidepressive 

Medikation, um Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu vermindern. Aktuell sei er 

nicht arbeitsfähig (IV-act. 168).

A.j   Der RAD stellte am  30. Mai 2011 fest, dass die Angaben von Dr. H.___ wider­

sprüchlich seien. Obwohl sie im Vergleich zur ABI-Begutachtung vom gleichen 

Gesundheitszustand ausgegangen sei, habe sie dennoch eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Zur Abklärung einer Veränderung des psychiatrischen 

Gesundheitszustandes seit dem ABI-Gutachten vom Februar 2010 veranlasste der 

RAD eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung beim ABI (IV-act. 173).

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A.k  Am 26. September 2011 wurde der Versicherte im ABI psychiatrisch untersucht. 

Im Gutachten vom 3. November 2011 führte der psychiatrische Sachverständige als 

Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, und 

eine Somatisierungsstörung auf. Bei der Befunderhebung gab er an, der Versicherte 

habe seine zahlreichen Beschwerden und die damit zusammenhängenden 

Einschränkungen dramatisch und ausführlich geschildert. Er habe einen guten 

affektiven Kontakt zum Untersucher und zur Dolmetscherin aufgenommen. Die 

Stimmung sei herabgesetzt und leicht depressiv gewesen. Die Psychomotorik sei 

lebhaft gewesen. Er habe einen Lebensverleider beklagt, habe sich aber klar von 

Suizidgedanken und -impulsen distanziert. Der Versicherte habe sich bewusstseinsklar 

und allseits orientiert präsentiert. Die Auffassungsgabe und die Konzentrationsfähigkeit 

seien nicht eingeschränkt gewesen. Hinweise für Merkfähigkeitsstörungen und 

Gedächtnisstörungen hätten sich nicht gefunden. Das Denken sei formal unauffällig 

gewesen, inhaltlich hätten die Klagen im Vordergrund gestanden. Es seien keine 

Zwänge, wahnhafte Störungen, Sinnestäuschungen, Halluzinationen oder Ich-

Störungen vorhanden gewesen. Es hätten sich keine circadianen Besonderheiten 

gefunden. Hinweise für einen ausgeprägten sozialen Rückzug, Aggressivität oder 

Selbstschädigung hätten sich nicht gezeigt. Die Realitätsprüfung und Urteilsbildung 

seien ungestört gewesen. Hinweise für mangelnde Affektsteuerung und fehlende 

Impulskontrolle hätten sich nicht gefunden. Das Selbstwertgefühl sei ausgeglichen 

gewesen. Zeichen für eine gestörte Intentionalität oder einen gestörten Antrieb hätten 

nicht vorgelegen. In seiner Beurteilung hielt der Gutachter fest, dass die zahlreichen 

körperlichen Beschwerden, aufgrund derer sich der Versicherte nicht arbeitsfähig fühle, 

durch die verschiedenen somatischen Untersuchungen nicht hinreichend hätten 

objektiviert werden können, womit von einer psychischen Überlagerung ausgegangen 

werden müsse. Die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung habe zu 

erheblichen finanziellen Schwierigkeiten geführt. Der Versicherte klage über immer 

neue somatische Symptome, um seine subjektive Krankheitsüberzeugung nach aussen 

hin demonstrieren zu können. Neben der Somatisierungsstörung könne auch eine 

rezidivierende depressive Störung diagnostiziert werden, die zurzeit leichtgradig 

ausgeprägt sei. Das Zustandsbild habe sich seit der letzten psychiatrischen 

Begutachtung im ABI vom 1. September 2009 nicht verändert. Es könne nach wie vor 

eine Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert werden. Der Verlauf depressiver Störungen 

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sei naturgemäss schwankend. Es fänden sich aber keine Hinweise auf eine schwere, 

therapieresistente, chronisch verlaufende depressive Störung. Die ausgeprägte sub­

jektive Krankheitsüberzeugung lasse sich durch die psychiatrischen Befunde nicht 

hinreichend objektivieren. Der Versicherte sei durchaus zu Alltagsaktivitäten in der Lage 

und der Bericht der Psychiatrischen Klinik E.___ habe gezeigt, dass die depressive 

Störung behandelbar sei. Somit sei aus psychiatrischer Sicht nur eine geringgradige 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren (IV-act. 186). Am 15. November 2011 

qualifizierte der RAD das psychiatrische Gutachten als umfassend, konsistent, 

nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei (IV-act. 186).

A.l    Mit einem neuen Vorbescheid vom 2. Dezember 2011 stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Sie erklärte, die 

neuerlichen medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass sich der 

Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich zum Vorgutachten vom Februar 

2010 nicht wesentlich verändert habe. Der Versicherte sei in sämtlichen Tätigkeiten zu 

80% arbeitsfähig. Damit sei er in der Lage ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen (IV-act. 189). Dagegen wendete der Rechtsvertreter des Versicherten am 

19. Dezember 2011 ein, dass nicht auf das ABI-Gutachten vom November 2011 

abgestellt werden könne, da der Gutachter voreingenommen gewesen sei. Die echte 

Problematik des Versicherten, nämlich die Sehstörung und der Hörverlust, sei zu wenig 

gewichtet worden. Weiter sei das Gutachten widersprüchlich, beruhe auf falschen 

Tatsachen und weiche von den Einschätzungen der Psychiatrischen Klinik E.___, von 

Dr. I.___ und des Externen Psychiatrischen Dienstes F.___ ab, welche übereinstimmend 

von einer mittelgradigen depressiven Episode ausgegangen seien. Es sei vorliegend ein 

objektives und polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben, bevor verfügt werde 

(IV-act. 191). Mit einer Verfügung vom 25. Januar 2012 wies die IV-Stelle einen 

Rentenanspruch des Versicherten ab. Zu den Einwänden des Rechtsvertreters hielt sie 

fest, das ABI-Gutachten vom 3. November 2011 sei durch den RAD auf seine Qualität 

hin geprüft worden. Es sei dabei inhaltlich wie auch in den Schlussfolgerungen als 

stimmig und widerspruchsfrei beurteilt worden, weshalb keine Veranlassung bestehe, 

nicht darauf abzustellen. Die von den behandelnden Ärzten höher eingeschätzte 

Arbeitsunfähigkeit sei nicht objektivierbar, ebenso wenig wie die subjektive 

Krankheitsüberzeugung des Versicherten (IV-act. 192).

B.    

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B.a  Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch 

Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, am 9. Februar 2012 Beschwerde. Er beantragte, 

die Verfügung vom 25. Januar 2012 sei aufzuheben und ihm sei rückwirkend 

mindestens eine halbe Rente zu gewähren. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu 

verpflichten, eine polydisziplinäre Abklärung durchführen zu lassen. Schliesslich sei die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm geeignete berufliche Massnahmen – 

insbesondere eine Arbeitsvermittlung – zu gewähren. Zur Begründung führte der 

Rechtsvertreter im Wesentlichen aus, dass auf das ABI-Gutachten nicht abgestellt 

werden könne. Das ABI spreche programmmässig alle Versicherten zu 20% 

arbeitsunfähig. Die behandelnden Psychiater (Dr. I.___, Externer psychiatrischer Dienst 

in F.___) sowie die Psychiatrische Klinik E.___ gingen von einer mittelgradigen 

depressiven Episode und einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Der Bericht der 

Psychiatrischen Klinik basiere auf einer dreimonatigen Hospitalisierung, währenddem 

der Beschwerdeführer im ABI nur kurzfristig beobachtet worden sei. Weiter habe sich 

das ABI nicht ernsthaft mit der in der Psychiatrischen Klinik E.___ gestellten Diagnose 

einer Somatisierungsstörung auseinandergesetzt. Es bestehe eine Komorbidität 

hinsichtlich der Augenproblematik, der Rückenproblematik und der Sensomotorik. Eine 

radiologische Untersuchung des Rückens am 24. Januar 2012 habe eine rechtsseitig 

betonte Spondylarthrose mit mässiger Einengung des Neuroforamens L5/S1 mit 

allenfalls hier möglicher bewegungsabhängiger geringer Irritation der austretenden 

Nervenwurzel L5 rechts gezeigt. Aufgrund der polymorbiden Problematik wäre eine alle 

Aspekte umfassende polydisziplinäre Begutachtung statt nur einer Abklärung der 

psychiatrischen Situation angezeigt gewesen. Dabei wäre vor allem zu prüfen gewesen, 

ob dem Beschwerdeführer der Wille zur Überwindbarkeit seiner Beschwerden 

zumutbar sei. Bezüglich des Einkommensvergleichs sei beim Valideneinkommen die 

Nominallohnerhöhung seit der Verfügung vom 10. September 2007 zu berücksichtigen 

gewesen. Die Höhe des Invalideneinkommens werde durch die vorliegende 

Polymorbidität negativ beeinflusst. Sollte dem Versicherten der Wille zur Überwindung 

seiner medizinischen Problematik als zumutbar erachtet werden, so müssten berufliche 

Massnahmen – insbesondere eine Arbeitsvermittlung – durchgeführt werden (act. G 1).

B.b  Am 10. Mai 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be­

schwerde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass der Beschwerdeführer aus dem 

Bericht der Psychiatrischen Klinik E.___ nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Sein 

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depressives Zustandsbild habe sich während des Klinikaufenthalts rasch und 

eingehend gebessert. Die ABI-Beurteilung stimme mit dem Bericht aus E.___ überein, 

womit auf die beiden ABI-Gutachten abzustellen sei. Dem Beschwerdeführer sei es 

zumutbar, in sämtlichen Tätigkeiten eine Leistung von 80% zu erzielen. Der 

Invaliditätsgrad liege somit bei 20% und könne keinen Rentenanspruch begründen 

(act. G 4).

B.c  Mit einer Replik vom 12. Juli 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be­

schwerdeanträgen fest. Sein Rechtsvertreter brachte vor, dass sich das ABI auf falsche 

Fakten und Tatsachen gestützt habe. Namentlich sei der Beschwerdeführer nie durch 

Dr. J.___ behandelt worden. Weiter sei die Annahme falsch, dass der 

Beschwerdeführer ständig die Ärzte wechsle, um neue Beurteilungen zu erhalten. Dies 

zeige, dass das Gutachten oberflächlich erstellt worden sei. Materielle Widersprüche 

seien dahingehend zu sehen, dass die Gutachter dem Beschwerdeführer einerseits 

Simulanz vorhielten, aber andererseits entsprechend den Angaben der Psychiatrischen 

Klinik E.___ einen Arbeitswillen des Beschwerdeführers bestätigten. Der Arbeitswille 

des Beschwerdeführers sei offensichtlich vorhanden, sobald er die notwendigen 

Entfaltungsmöglichkeiten erhalte. Hier könnte eine effiziente Berufsberatung und 

Wiedereingliederung einsetzen. In diesem Sinne brauche es ein neues Gutachten, 

welches das Potenzial des Beschwerdeführers zunächst sauber und konkret abkläre 

(act. G 8).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. 10).

Erwägungen:

1.    

Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, da nur dieser Gegenstand der angefochtenen Ver­

fügung bildet. Betreffend berufliche Massnahmen hat die Beschwerdegegnerin einen 

Anspruch des Beschwerdeführers mit der Verfügung vom 17. September 2010 abge­

lehnt (vgl. IV-act. 149). Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

Damit ist auf das Beschwerdebegehren um berufliche Massnahmen im vorliegenden 

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Verfahren nicht einzutreten. Ergäbe sich allerdings, dass ein Rentenanspruch in Frage 

stünde, so gehörte zum vorliegenden Streitgegenstand notwendigerweise auch die 

Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und 

entsprechende Massnahmen geprüft habe.

2.     

2.1   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf 

eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Bemessung des Invaliditätsgrades 

das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach 

der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2.2   Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalidenein­

kommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der Grad der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den ersten 

Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet. Um den Grad der 

Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität bemessen zu können, 

sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/24

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Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.     

3.1   Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. 

Die Beschwerdegegnerin hat sich auf die beiden ABI-Verlaufsgutachten vom 2. Februar 

2010 und vom 3. November 2011 gestützt und ist von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers in sämtlichen Tätigkeiten ausgegangen.

3.2   Der Rechtsvertreter hat zunächst geltend gemacht, dass die Gutachten des ABI 

nicht neutral seien und dass Versicherten programmmässig eine 20%ige Arbeitsun­

fähigkeit attestiert werde. Zu diesem Vorwurf hat sich das Versicherungsgericht bereits 

im Entscheid vom 12. Januar 2009 dahingehend geäussert, dass das ABI seitens des 

Gerichts als objektives und neutrales Gutachtensinstitut anerkannt werde (vgl. 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Januar 2009, 

IV 2007/376, E. 1). Die diesbezüglichen pauschalen Vorwürfe sind nicht geeignet, die 

Glaubwürdigkeit der vorliegenden ABI-Gutachten zu beeinträchtigen.

3.3   Auch das Vorbringen, dass das ABI von einer einmal getroffenen Einschätzung 

nicht mehr abweiche bzw. die Gutachter voreingenommen seien, vermag an den Ver­

laufsgutachten keine Zweifel zu begründen. Im Gegenteil erscheint es grundsätzlich 

sinnvoll, die bereits mit dem Beschwerdeführer befasste Gutachterstelle zur 

Entwicklung des Beschwerdebilds und der Arbeitsfähigkeit zu befragen (vgl. BGE 132 

V 93 ff. E. 7.2.2). Die medizinischen Beurteilungen in den Verlaufsgutachten basieren 

auf einer jeweils aktuellen Befunderhebung und beziehen sämtliche Vorakten mit ein. 

Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche auf eine Voreingenommenheit der 

Gutachter deuten würden.

3.4 

3.4.1         Das Versicherungsgericht hat mit seinem Entscheid vom 12. Januar 2009 

eine weitergehende medizinische Abklärung betreffend die Sehstörung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/24

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Beschwerdeführers angeordnet. Gemäss dem polydisziplinären ABI-Gutachten vom 

2. Februar 2010 haben die Gutachter aus internistischer, neurologischer und 

ophthalmologischer Sicht keine Änderung der Befunde gegenüber der Begutachtung 

vom Februar 2007 erheben können. Sie sind daher weiterhin von ihrer Einschätzung 

entsprechend dem Vorgutachten ausgegangen, wonach keine Diagnosen vorlägen, 

welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verursachten (vgl. IV-act. 132-26). Zu 

den abweichenden Aussagen der nichtärztlichen Orthoptistin, L.___, vom 17. April 2008 

(vgl. IV-act. 106) haben die Gutachter ausgeführt, dass diese aus medizinischer Sicht 

nicht nachvollzogen werden könnten. Da die Orthoptistin die subjektiven Limitierungen 

und das aggravatorische Verhalten des Beschwerdeführers nicht erkannt habe, handle 

es sich um eine Fehlinterpretation der Untersuchungsergebnisse (vgl. IV-act. 132-30). 

Tatsächlich ergeben sich aus den vorliegenden Akten zahlreiche Widersprüche und 

Hinweise auf eine Aggravation betreffend die vom Beschwerdeführer geklagte 

Visusstörung. Obwohl der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben an einer stark 

ausgeprägten beidseitigen Gesichtsfeldeinschränkung sowie am Auftreten von 

Doppelbildern leidet, hat er sich im Rahmen der ophthalmologischen Untersuchung in 

einem abgedunkelten Raum frei und sicher bewegt, angebotene Gegenstände 

zielsicher ergriffen und einen Text in Zeitschriftengrösse zügig gelesen. Bei der 

klinischen Untersuchung sind in beiden Augen die gesamte Netzhaut sowie die 

Pupillenmotorik intakt gewesen, womit laut dem Gutachter von einem intakten 

Gesichtsfeld ausgegangen werden muss (vgl. IV-act. 132-28). Anlässlich der 

neurologischen Untersuchung hat der Beschwerdeführer behauptet, er könne aufgrund 

des eingeschränkten Gesichtsfeldes nur das Gesicht des ihm gegenübersitzenden 

Untersuchers erkennen. Der neurologische Gutachter hat jedoch festgestellt, dass der 

Beschwerdeführer bei unauffälliger Beobachtung keinerlei Einschränkungen gezeigt 

habe. Es sei ihm möglich gewesen, neben ihm liegende Gegenstände problemlos zu 

ergreifen, ohne dass sorgfältige Blick- und Kopfeinstellungsbewegungen erkennbar 

gewesen wären. Auch beim Gehen und Manipulieren mit dem Gepäck hätten sich 

keine Einschränkungen gezeigt. Dies sei bei einer Person mit einem derart einge­

schränkten Gesichtsfeld (gemeint: wie vom Beschwerdeführer behauptet) nicht nach­

vollziehbar. Weiter sei es in der Untersuchung möglich gewesen, normal konfigurierte 

visuell evozierte Potenziale abzuleiten, wobei die Latenzen im Normalbereich gewesen 

seien. Schliesslich seien auch die MR-spectroskopischen Veränderungen, welche im 

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Rahmen der MRI-Untersuchung vom 19. Dezember 2008 beschrieben worden seien, 

nicht als pathologisch zu interpretieren (IV-act. 132-21). Wenn der Beschwerdeführer 

entsprechend seinen Angaben tatsächlich in einem erheblichem Ausmass beim Sehen 

beeinträchtigt wäre, so ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb er bei der 

Anamneseerhebung im Rahmen der Begutachtung dieses Gesundheitsproblem nicht 

vorrangig genannt hat. Aus dem Gutachten vom 2. Februar 2010 geht hervor, dass der 

Beschwerdeführer erst auf direktes Nachfragen hin bejaht hat, unter einer Visusstörung 

zu leiden (vgl. IV-act. 132-11, 132-29). Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung 

vom 26. September 2011 hat der Beschwerdeführer angegeben, er könne seit 6 Jahren 

kaum fernsehen, die Bilder seien verschwommen. Auf einem Auge sei er blind (vgl. IV-

act. 185-13). Damit hat er nochmals eine Verschlechterung seiner Sehfähigkeit geltend 

gemacht. Seine Aussagen sind mit den Ergebnissen der gutachterlichen 

Untersuchungen jedoch nicht zu vereinbaren. Die Gutachter haben weder eine 

Gesichtsfeldeinschränkung, geschweige denn eine Erblindung, objektiv nachweisen 

können. Auffallend ist auch, dass für den Beschwerdeführer die Visusstörung nach 

Vorliegen des ABI-Gutachtens vom 2. Februar 2010 offenbar in den Hintergrund 

getreten ist und er vermehrt multilokuläre Schmerzen beklagt hat. Aufgrund der 

fehlenden objektiven Nachweise für die angegebene Sehstörung und der zahlreichen 

Inkonsistenzen muss davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei 

seinen Angaben erheblich aggraviert, wenn nicht sogar simuliert hat. In diesem Sinn ist 

auch die abweichende Einschätzung von L.___ vom 17. April 2008 zu erklären. Die 

neurologischen und ophthalmologischen Ausführungen im ABI-Gutachten bezüglich 

der Visusstörung sind nachvollziehbar und schlüssig.

3.4.2         Dr. G.___ hat in seinem Verlaufsbericht vom 30. September 2010 erklärt, 

dass sich im Vergleich zu seinem Vorbericht vom 27. Dezember 2007 stationäre, teil­

weise sogar progrediente objektive Befunde gezeigt hätten. Es müsse daher definitiv 

von objektivierbaren posttraumatischen Beschwerden des Versicherten ausgegangen 

werden (IV-act. 158-2). Seiner Beurteilung hat er die gleichen Diagnosen und An­

nahmen wie im Vorbericht zu Grunde gelegt. Diesbezüglich hat das Versicherungs­

gericht bereits im Entscheid vom 12. Januar 2009 festgehalten, dass die Ausführungen 

von Dr. G.___, insbesondere betreffend Unfallhergang- und folgen, nicht 

nachvollziehbar seien und sich daher grosse Zweifel an der Richtigkeit des Ergebnisses 

der von ihm vorgenommenen Untersuchung ergäben (vgl. Entscheid des 

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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Januar 2009, IV 2007/376, E. 2). 

Das Gleiche gilt auch für den vorliegenden Verlaufsbericht vom 30. September 2010, 

mit welchem Dr. G.___ an seiner bisherigen Einschätzung festgehalten hat. Zudem hat 

der neurologische ABI-Gutachter zum Bericht von Dr. G.___ ausführlich Stellung 

genommen und hat weitere nachvollziehbare Gründe genannt, die den Beweiswert des 

Berichts noch zusätzlich schmälern (vgl. IV-act. 132-22 f.). Die abweichende 

Einschätzung von Dr. G.___ vermag demnach die Glaubwürdigkeit des ABI-Gutachtens 

vom 2. Februar 2010 nicht zu erschüttern.

3.4.3         Betreffend die vom Beschwerdeführer geltend gemachten multilokulären 

Schmerzen, insbesondere in den Bereichen des Kopfs, des Rückens, der Schultern 

und der Hände, haben gemäss dem ABI-Gutachten vom 2. Februar 2010 keine 

wesentlichen objektiven Befunde erhoben werden können. Vielmehr haben sich auch 

diesbezüglich zahlreiche Inkonsistenzen gezeigt. Der neurologische Gutachter hat 

festgestellt, dass sich bei der Untersuchung der HWS eine deutliche Diskrepanz 

zwischen der eingeschränkten Kopfbeweglichkeit im Rahmen der fokussierten 

Untersuchung und der unter Ablenkung freien Kopfbeweglichkeit ergeben habe. Weiter 

sei der Lasègue im Liegen nur eingeschränkt und mit der Angabe starker Schmerzen 

möglich gewesen, währenddem der Lasègue im Sitzen unbehindert und ohne 

Schmerzangabe erfolgt sei. Zudem habe der Beschwerdeführer auf der 

Untersuchungsliege direkt und unbehindert die Rückenlage einnehmen können. Er 

habe während der Untersuchung spontan den Kopf angehoben und sei wenig später 

flink und unbehindert aus der Rückenlage aufgesessen. Weitere auffallende 

Diskrepanzen hätten sich in den Angaben des Beschwerdeführers zum Tagesverlauf 

und in der Beschreibung der Schmerzen gezeigt (vgl. IV-act. 132-29). Aufgrund dieser 

Feststellungen sind die ABI-Gutachter betreffend die vom Beschwerdeführer geklagten 

Schmerzen ebenfalls von erheblicher Aggravation ausgegangen. Auch aus den im 

Anschluss an die ABI-Begutachtung vorgenommenen somatischen Untersuchungen 

haben sich keine objektiven Befunde ergeben, welche eine relevante Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers begründen könnten. Die Rheumatologin 

D.___ hat im Bericht vom 28. April 2010 erklärt, dass sie keine entzündlich-

rheumatologische Erkrankung oder richtungsverschlechternde degenerative 

Erkrankung habe feststellen können. Sie hat einen Zusammenhang der geklagten 

somatischen Beschwerden mit der psychiatrischen Situation des Beschwerdeführers 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/24

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angenommen (vgl. IV-act. 145-3). Im Neurologischen Zentrum B.___ sind zahlreiche 

Testungen durchgeführt worden. Gemäss dem Bericht vom 28. Juni 2010 haben bis 

auf einen gesteigerten Achillessehnenreflex keine objektiven Befunde erhoben werden 

können. Trotz negativer Bildgebung sind die behandelnden Neurologen von einer 

kernspintomografisch nicht fassbaren Myelon-Schädigung leichteren Ausmasses 

ausgegangen. Dies ist nicht nachvollziehbar, zumal die Neurologen bei den Testungen 

auch Diskrepanzen und eine Verdeutlichungsneigung seitens des Beschwerdeführers 

beobachtet haben. Selbst wenn eine leichte, nicht darstellbare Myelon-Schädigung 

vorläge, ist angesichts der vom neurologischen ABI-Gutachter beobachteten 

Rückenbeweglichkeit ohne Schmerzangabe nicht davon auszugehen, dass sich diese 

in einem relevanten Ausmass einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers auswirken würde. In diesem Licht ist auch das Ergebnis der MRI-

Untersuchung der LWS vom 24. Januar 2012 zu sehen, wonach die festgestellten 

Befunde eine mässige Einengung des Neuroforamens L 5/S1 rechts mit allenfalls dort 

möglicher bewegungsabhängiger geringer Irritation der austretenden Nervenwurzel L5 

rechts ergeben haben. Wenn überhaupt eine Irritation der Nervenwurzel vorliegt, so 

ist diese aufgrund der klinischen Untersuchungsergebnisse als derart gering 

einzuschätzen, dass sie keine relevante Arbeitsfähigkeitseinschränkung für die 

gutachterlich befürworteten leichten, mittelschweren und intermittierend auch 

schweren Tätigkeiten bewirken kann.

3.4.4         Zusammengefasst kann in somatischer Hinsicht auf das ABI-

Verlaufsgutachten vom 2. Februar 2010 abgestellt und eine volle Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers angenommen werden.

3.5    

3.5.1         In psychiatrischer Hinsicht ist anlässlich der ABI-Verlaufsbegutachtung vom 

September 2009 eine leichtgradige Verschlechterung des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers gegenüber der Erstbegutachtung im Januar 2007 festgestellt 

worden. Der psychiatrische Gutachter hat die Verschlechterung insbesondere mit den 

im Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung bestehenden deutlichen psychosozialen und 

emotionalen Belastungsfaktoren erklärt. Er hat ausgeführt, dass diese zusammen mit 

den somatisch nicht hinreichend objektivierbaren Beschwerden die Diagnose einer 

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Somatisierungsstörung begründeten. Zusätzlich bestünden depressive Symptome, die 

genügend ausgeprägt seien, um die Diagnose einer leichten depressiven Episode zu 

stellen. Unter expliziter Ausserachtlassung der psychosozialen Faktoren hat er eine 

leichtgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 20% 

attestiert (vgl. IV-act. 132-16). Die psychiatrische Beurteilung basiert auf einer 

ausführlichen Befunderhebung und ist in Kenntnis sämtlicher Vorakten erfolgt. Zu 

abweichenden früheren ärztlichen Einschätzungen hat der Gutachter Stellung 

genommen. Seine Ausführungen und Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und 

schlüssig. 

3.5.2         Nach Erhalt des Vorbescheids vom 28. September 2010, mit dem eine Ab­

weisung des Rentengesuchs in Aussicht gestellt worden ist, hat der Rechtsvertreter am 

3. November 2010 eine Verschlechterung der psychischen Situation des 

Beschwerdeführers geltend gemacht und mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer 

notfallmässig und stationär in die Psychiatrische Klinik El habe eingewiesen werden 

müssen (vgl. IV-act. 156). Aus dem Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik E.___ 

vom 24. Februar 2011 geht hervor, dass der Beschwerdeführer vom behandelnden 

Psychiater wegen zunehmender psychosozialer Dekompensation bei fraglicher 

Suizidalität zugewiesen worden ist. Eine akute Selbst- und Fremdgefährdung hat 

jedoch bereits im Rahmen der Erhebung des Psychostatus beim Eintritt in die Klinik 

verneint werden können. Hingegen haben die behandelnden Ärzte insbesondere 

folgende Befunde erhoben: starke Zukunfts- und Existenzängste, starkes Grübeln, im 

Affekt mittelgradig deprimiert, hoffnungslos, ängstlich und gereizt, stark klagsam, 

mittelstarke Insuffizienz- und Verarmungsgefühle, starker Rückzug sowie eine 

mittelgradige verbale Aggressivität (vgl. IV-act. 158-11). Im Verlauf der stationären 

Behandlung ist es laut den behandelnden Ärzten zu einer deutlichen Entspannung 

seitens des Beschwerdeführers gekommen. Sie haben festgehalten, dass der 

Beschwerdeführer Kontakt zu den Mitpatienten und Behandelnden aufgenommen und 

immer weniger von seinen Beschwerden berichtet habe. Es sei ihm gelungen, besser 

mit seinen Schmerzen umzugehen. Die psychotherapeutischen Gespräche habe er als 

stabilisierend erlebt. In der Patientengruppe sei er kommunikativer geworden, habe 

Spässe gemacht und oft gelächelt. Beim Austritt habe sich der psychopathologische 

Status verbessert präsentiert. Der Beschwerdeführer habe noch leicht über 

Vergangenheit und Zukunft gegrübelt, sei im Affekt leicht ängstlich gewesen und habe 

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mittelstarke Insuffizienzgefühle gezeigt (IV-act. 158-12). Die von der Psychiatrischen 

Klinik E.___ gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode kann 

angesichts der Befunde beim Klinikaustritt nicht mehr nachvollzogen werden. Offenbar 

ist es beim Beschwerdeführer durch die in Aussicht gestellte Ablehnung von IV-

Leistungen zu einer Zunahme der psychosozialen Belastungssituation und damit zu 

einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes gekommen. Diese 

Verschlechterung ist jedoch nur vorübergehender Natur gewesen. Nach der stationären 

Behandlung in der Psychiatrischen Klinik E.___ ist das depressive Zustandsbild des 

Beschwerdeführers wieder vergleichbar mit jenem im Zeitpunkt der psychiatrischen 

Begutachtung durch das ABI im September 2009 gewesen. Somit ist davon 

auszugehen, dass entsprechend der Begutachtungssituation im September 2009 auch 

im Zeitpunkt des Klinikaustritts lediglich eine leichtgradige depressive Episode 

vorgelegen hat.

3.5.3         Aufgrund der unterschiedlichen psychiatrischen Einschätzungen hat der 

RAD nochmals eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung beim ABI veranlasst. Nach 

der Untersuchung im September 2011 hat der psychiatrische Gutachter eine 

redizivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, und eine 

Somatisierungsstörung diagnostiziert. Er hat festgestellt, dass sich das psychiatrische 

Zustandsbild seit der letzten psychiatrischen Untersuchung im ABI im September 2009 

nicht verändert habe und nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit von 20% vorliege (vgl. 

IV-act. 185-16). Die vom Beschwerdeführer subjektiv empfundene volle 

Arbeitsunfähigkeit hat der Gutachter auf dessen ausgeprägte subjektive 

Krankheitsüberzeugung zurückgeführt, welche er aber anhand der psychiatrischen 

Befunde nicht hinreichend hat objektivieren können. Er hat festgehalten, dass sich bei 

einem zwar naturgemäss schwankenden Verlauf keine Hinweise für eine länger 

dauernde mittelgradige oder schwere, therapieresistente depressive Störung gefunden 

hätten. Der Beschwerdeführer sei durchaus zu Alltagsaktivitäten in der Lage und der 

Bericht der Psychiatrischen Klinik E.___ habe gezeigt, dass die depressive Störung 

behandelbar sei. Es könne dem Beschwerdeführer zugemutet werden, trotz der 

geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um zu 80% einer 

beruflichen Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 185-16). Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung 

erscheint angesichts der erhobenen psychiatrischen Befunde als nachvollziehbar. Die 

von der Psychiatrischen Klinik E.___ und Dr. H.___ attestierte vollständige 

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Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ist hingegen nicht objektivierbar. Aus dem 

Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik E.___ vom 24. Februar 2011 geht hervor, 

dass der Beschwerdeführer zwei Arbeitsversuche u.a. mit Verweis auf seine 

Handbeschwerden und auf die Visusstörung abgebrochen hatte (vgl. IV-act. 158-12). 

Dieses Verhalten ist als Ausdruck der ausgeprägten subjektiven 

Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers zu sehen und kann daher nicht als 

Basis für eine Arbeitsfähigkeitsschätzung herangezogen werden. Die objektive 

Befundlage spricht – abgesehen vom Zeitpunkt des Eintritts in die Psychiatrische Klinik 

E.___ – für das Vorliegen einer leichtgradigen depressiven Störung, welche zusammen 

mit der diagnostizierten Somatisierungsstörung nur eine leichte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit begründen kann.

3.5.4         In psychiatrischer Hinsicht kann somit auf die ABI-Verlaufsgutachten vom

2. Februar 2010 und vom 3. November 2011 abgestellt werden. Vom Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers ist vorgebracht worden, dass die psychiatrischen Gutachter 

von falschen Tatsachen ausgegangen seien, namentlich dass der Beschwerdeführer 

durch Dr. J.___ behandelt worden sei und dass die häufigen Arztwechsel durch den 

Beschwerdeführer selbst bedingt gewesen seien. Diese Ungenauigkeiten im 

Sachverhalt beeinträchtigen den Beweiswert der Gutachten als Ganzes aber nicht. Es 

ist daher gestützt auf die gutachterlichen Einschätzungen überwiegend wahrscheinlich 

erstellt, dass der Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch zu 80% arbeitsfähig ist.

4.     

4.1   Im Folgenden ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers mittels eines Ein­

kommensvergleichs zu berechnen. Betreffend die Bestimmung des 

Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten Einkommen angeknüpft, da 

davon auszugehen ist, dass die versicherte Person ohne den Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit die bisherige Tätigkeit weitergeführt hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1). 

Gemäss dem Arbeitgeberbericht der M.___ AG vom 6. April 2006 ist der 

Beschwerdeführer bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens als Lastwagenchauffeur 

tätig gewesen und hat seit dem 1. Januar 2005 ein Einkommen von Fr. 58'500.-- 

erzielt. Im Jahr 2006 hätte der Beschwerdeführer laut Angaben des Arbeitgebers Fr. 

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58'800.-- verdient (vgl. IV-act. 27). In der angefochtenen Verfügung hat die 

Beschwerdegegnerin die Zahlen für das Jahr 2009 herangezogen und ist von einem 

Valideneinkommen in Höhe von Fr. 59'950.-- ausgegangen (vgl. IV-act. 188-2). Der 

Rechtsvertreter hat vorgebracht, dass aktuell ein Valideneinkommen von Fr. 64'000.--/

65'000.-- zu Grunde gelegt werden müsse, da der Beschwerdeführer, hätte er seinen 

Beruf weiter ausgeübt, heute mindestens diesen Lohn verdienen würde. Massgebend 

für die Bestimmung der Vergleichseinkommen ist grundsätzlich das Lohnniveau jenes 

Jahres, in dem der Rentenanspruch theoretisch frühestens entstehen würde. Da sich 

jedoch vorliegend das Validen- und Invalideneinkommen gleichlaufend entwickelt 

haben, kann die Frage, welche Jahreseinkommen heranzuziehen sind, offen bleiben. Im 

Folgenden werden die Vergleichseinkommen beispielhaft gestützt auf das Lohnniveau 

des Jahres 2012 bestimmt. Ausgehend vom Jahreslohn für 2006 gemäss dem 

Arbeitgeberbericht in Höhe von Fr. 58'800.-- und unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung von 2006 bis 2012 (vgl. Lohnentwicklung 2012, Bundesamtes 

für Statistik, Tabelle 39 "Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und 

der Reallöhne", Veränderung gegenüber dem Vorjahr: 2007: 1,6%, 2008: 2,2%, 2009: 

2,1%, 2010: 0,7%, 2011: 1% und 2012: 0,8%) beträgt das Valideneinkommen im Jahr 

2012 rund Fr. 63'908.--.

4.2   Beim Invalideneinkommen ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer ge­

mäss den beiden ABI-Gutachten zwar für sämtliche und damit auch für die bisherige 

Tätigkeit als Lastwagenchauffeur zu 80% arbeitsfähig eingeschätzt worden ist. Jedoch 

haben die Gutachter auch festgehalten, dass die angestammte Tätigkeit als 

Lastwagenchauffeur aufgrund der möglichen Fremdgefährdung, die der 

Beschwerdeführer durch sein subjektives Verhalten provoziere, ungeeignet sei (vgl. IV-

act. 132-30). Somit kann der Beschwerdeführer die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur 

nicht mehr ausüben, obwohl sie ihm in medizinischer Hinsicht zumutbar wäre. Für die 

Bestimmung des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin daher zu Recht 

auf den statistischen Durchschnittsverdienst von Arbeitnehmern gemäss der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zugegriffen. Im Jahr 2010 

haben Männer in Hilfstätigkeiten ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 

Fr. 61'414.-- erzielt (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der Informationsstelle 

AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012). Unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung bis 2012 (2011: 1%, 2012: 0,8% = Fr. 62'524.--) und 

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ausgehend von der 80%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich ein 

Invalideneinkommen von Fr. 50'019.-- (Fr. 62'524.-- x 0,8). Beim Beschwerdeführer 

sind keine praxisgemäss zu berücksichtigenden Gründe (vgl. BGE 126 V 75) ersichtlich, 

welche zu lohnmässigen Nachteilen gegenüber gesunden Arbeitnehmern führen 

könnten. Ein Abzug vom statistischen Tabellenlohn ist daher nicht vorzunehmen.

4.3   Stellt man die beiden Vergleichseinkommen einander gegenüber, so resultiert eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 13'889.-- (Fr. 63'908.-- - Fr. 50'019.--). Diese entspricht 

einem Invaliditätsgrad von rund 22%. Mit einem unter 40% liegenden Invaliditätsgrad 

kann kein Rentenanspruch begründet werden (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Die 

Beschwerdegegnerin hat das Rentengesuch des Beschwerdeführers folglich zu Recht 

abgewiesen.

5.     

5.1   Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, 

soweit darauf eingetreten werden kann.

5.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver­

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er­

scheint bei dem vorliegenden durchschnittlichen Beurteilungsaufwand angemessen. 

Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/

sGS 951.1]). Mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- sind die Ge­

richtskosten beglichen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

bis

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2.      Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss beglichen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.03.2014
	Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Beweiswürdigung von zwei ABI-Verlaufsgutachten; erhebliche Aggravation seitens des Beschwerdeführers ist zu bejahen. Einkommensvergleich; Die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur ist trotz medizinischer Zumutbarkeit als ungeeignet zu qualifizieren, da aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers, welcher eine ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung zeigt, eine Fremdgefährdung angenommen werden muss. Kein Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. März 2014, IV 2012/71).

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		2025-07-19T10:02:09+0200
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