# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a02f82e-c45b-5c17-af91-90ef1e032337
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.01.2014 IV 2012/285
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-285_2014-01-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/285

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 23.01.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 23.01.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung medizinisches Gutachten. 
Tabellenabzug. Anspruch auf Viertelsrente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Januar 2014, IV 
2012/285).

Entscheid Versicherungsgericht, 23.01.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 23. Januar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, c/o Graf Hochreutener 

Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  Das Versicherungsgericht hiess im Entscheid vom 2. August 2011, IV 2009/366, 

die Beschwerde von A.___, geboren 19__, vom 12. Oktober 2009 (act. G 4.82-2 ff.) 

gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 9. September 2009, worin dessen am 20. Juli 

2007 angemeldetes Leistungsbegehren (act. G 4.1) abgewiesen wurde (act. G 4.76), 

teilweise gut. Es wies die Sache zur Anordnung eines externen Gutachtens an die IV-

Stelle zurück (hierzu und zum bis Abschluss des Schriftenwechsels eingetretenen 

Sachverhalt siehe act. G 4.97).

A.b  Am 2. August 2011 wurde der Versicherte im Auftrag des behandelnden Dr. med. 

B.___, FMH für Innere Medizin und Pneumologie, von Prof. Dr. med. C.___, Direktor der 

Klinik Pneumologie des Universitätsspitals Zürich, untersucht. Im Bericht vom 

10. August 2011 (welcher der IV-Stelle am 15. August 2011 zur Kenntnis gebracht 

wurde) diagnostizierte dieser eine schwere chronisch obstruktive Ventilationsstörung 

im Rahmen von kryptogenen sakkulären Bronchiektasen beider Lungenunterlappen 

und COPD im Rahmen einer Obstruktion der kleinen Atemwege (Bronchiolitis) der 

Restlunge - rezidivierende broncho-pulmonale Infekte; eine saisonale Pollinosis bei 

nachgewiesener Sensibilisierung auf Gräser- und Baumpollen sowie eine arterielle 

Hypertonie. Der Versicherte arbeite vormittags in einem Reisebüro in D.___ auf 

Stundenlohnbasis. Eine Tätigkeit von mehr als 50% könne ihm nicht zugemutet werden 

(act. G 4.99).

A.c  Der RAD empfahl, den Versicherten in Nachachtung des Urteils des 

Versicherungsgerichts vom 2. August 2011, IV 2009/366, pulmonologisch durch 

Prof. C.___ begutachten zu lassen (Stellungnahme vom 20. Oktober 2011, act. 

G 4.100). Am 9. Dezember 2011 untersuchte Prof. C.___ den Versicherten (erneut). Mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte der Experte im Gutachten vom 

20. Dezember 2011 eine COPD mit sehr schwerer obstruktiver Ventilationsstörung bei/

mit kryptogenen Bronchiektasen beider Lungenunterlappen und kryptogener 

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Bronchiolitis. Für schwere und mittelschwere körperliche Arbeiten sei der Versicherte 

100% "invalid". Leichte Arbeiten, wie eine sitzende Tätigkeit in einem Büro, seien je 

nach Arbeitsweg und Häufigkeit von Exazerbationen mit den damit notwendigen 

medizinischen Behandlungen nur in einem zeitlich reduzierten Ausmass zumutbar. Für 

den derzeitigen Arbeitsweg benötige der Versicherte je rund zwei Stunden. Unter den 

derzeitigen Umständen könne der Versicherte eine leichte körperliche Arbeit nur 

halbtags bewältigen. Falls sich der Arbeitsplatz zuhause oder gut zugänglich an seinem 

Wohnort befände, "könnte diese Tätigkeit nach oben angepasst werden (z.B. 70%)". 

Wie lange der Versicherte noch an seinem aktuellen Arbeitsplatz arbeiten könne, bleibe 

offen. Es liege in der Natur von schweren strukturellen Lungenkrankheiten, dass sich 

die resultierende Funktionseinbusse langsam progredient verschlechtere (act. G 4.115). 

Der RAD folgte der gutachterlichen Beurteilung (Stellungnahme vom 13. Januar 2012, 

act. G 4.116).

A.d  Die IV-Stelle stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 9. März 2012 in 

Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen. Für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge 

der Versicherte über eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 

30% ergebe. Der ungewöhnlich lange Arbeitsweg könne als IV-fremder Faktor keine 

Berücksichtigung finden (act. G 4.120). Dagegen erhob der Versicherte am 15. März 

2012 Einwand (act. G 4.124), den er mit Eingabe vom 1. Mai 2012 begründen liess. 

Darin beantragte er ergänzende Abklärungen beim Experten. Eventualiter seien ihm die 

gesetzlichen Leistungen, d.h. mindestens eine halbe Invalidenrente ab 1. Oktober 

2006, zu gewähren. In der Expertise seien die Fragen, inwiefern sich die medizinischen 

Behandlungsmassnahmen und die Exazerbationen der Atemwegserkrankungen auf die 

Restarbeitsfähigkeit auswirkten, nicht beantwortet worden. Nicht verlässlich geklärt 

worden sei die Frage, seit wann eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 

20% oder mehr bestehe (act. G 4.126).

A.e  Am 26. Juni 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens 

(act. G 4.127).

B.    

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B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. August 

2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

deren Aufhebung und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, insbesondere einer 

halben IV-Rente ab 1. Oktober 2006. Eventualiter sei die Streitsache zur Durchführung 

weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der Beschwerde 

legt der Beschwerdeführer die von ihm eingeholten Stellungnahmen von Prof. C.___ 

vom 26. Juli 2012 (act. G 1.4) und von Dr. B.___ vom 30. Juli 2012 (act. G 1.5) bei. Er 

bringt im Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin sei im Rahmen der getätigten 

Abklärungen nicht den Weisungen des Versicherungsgerichts nachgekommen. So 

fehle eine gutachterliche Beurteilung des Einflusses der medizinischen 

Behandlungsmassnahmen und der Exazerbationen der Atemwegserkrankungen auf die 

Restarbeitsfähigkeit. Prof. C.___ habe in seiner Stellungnahme vom 26. Juli 2012 

explizit bestätigt, dass die Abwesenheit während der Infektphasen, die mit 

entsprechender 100%iger Arbeitsunfähigkeit einhergehen würden, bei seiner 

Beurteilung des zumutbaren Pensums von 70% für angepasste Tätigkeiten noch nicht 

berücksichtigt sei. Der Einfluss der Abwesenheiten durch medizinische Behandlungen 

und der 100%igen Arbeitsunfähigkeit bei Infektphasen könne von Prof. C.___ offenbar 

nicht verlässlich beurteilt werden. Unter diesen Umständen erscheine es sachgerecht, 

wenn diesbezüglich auf die Beurteilung des behandelnden Dr. B.___, der unter 

Berücksichtigung der medizinischen Behandlungen und der Infektphasen auch für 

leidensangepasste Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinige, abgestellt 

werde. Die von ihm (dem Beschwerdeführer) eingeholten ärztlichen Stellungnahmen 

seien für die Beurteilung des Leistungsanspruchs notwendig gewesen und die von den 

Ärzten in Rechnung gestellten Kosten (Fr. 250.-- und Fr. 130.70) von der 

Beschwerdegegnerin zu tragen. Bei der Bestimmung des Invaliditätsgrads könne ein 

Prozentvergleich vorgenommen werden, aus dem sich unter Berücksichtigung eines 

10%igen Abzugs ein Invaliditätsgrad von 55% ergebe (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 

2012 die Abweisung der Beschwerde. Prof. C.___ habe die medizinisch notwendigen 

Behandlungsmassnahmen und die vorübergehenden Phasen einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit umschrieben und bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. 

Es sei gestützt auf dessen Beurteilung von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen. Bei einem Prozentvergleich bleibe eine 

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30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und ein Rentenanspruch sei daher zu 

Recht verneint worden (act. G 4).

B.c  Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 20. November 2012 unverändert an 

der Beschwerde fest und führt aus, Prof. C.___ habe in der Stellungnahme vom 26. Juli 

2012 explizit bestätigt, dass die Abwesenheiten während der Infektphasen, die mit 

entsprechender 100%iger Arbeitsunfähigkeit einhergehen würden, nicht berücksichtigt 

worden seien. Die Beschwerdegegnerin begründe nicht, weshalb mit Blick auf die 

teilweise längeren Phasen mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit und den erhöhten 

Pausenbedarf kein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt sein soll (act. G 6).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hat am 20. Dezember 2012 auf eine Duplik verzichtet 

(act. G 8).

B.e  Mit Schreiben vom 17. Dezember 2013 orientiert die neue Rechtsvertreterin über 

den kanzleiintern stattgefundenen Mandatswechsel (act. G 10).

B.f   Am 13. Januar 2014 reicht der Beschwerdeführer die Belege für die geltend 

gemachten Auslagen nach (act. G 13).

Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers umstritten. 

Hinsichtlich der hierfür anwendbaren Rechtsgrundlagen kann auf den Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 2. August 2011, IV 2009/366, E. 1.1 ff. (act. G 4.97-4 f.), 

verwiesen werden.

2.     

Vorab zu prüfen ist die Frage, ob das pneumologische Gutachten von Prof. C.___ vom 

20. Dezember 2011 (act. G 4.115) eine beweiskräftige medizinische 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung enthält.

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2.1   Prof. C.___ gelangte gestützt auf umfassende pneumologische Untersuchungen 

zum Schluss, der Beschwerdeführer leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an 

einer COPD mit sehr schwerer obstruktiver Ventilationsstörung (act. G 4.115-5). Leichte 

Arbeiten, wie eine sitzende Tätigkeit in einem Büro, seien je nach Arbeitsweg und 

Häufigkeit von Exazerbationen (Verschlimmerungen) mit den damit notwendigen 

medizinischen Behandlungen nur in einem zeitlich reduzierten Ausmass zumutbar (act. 

G 4.115-6). Der Beschwerdeführer könne eine leichte körperliche Arbeit nur halbtags 

bewältigen. Falls sich der Arbeitsplatz zuhause oder gut zugänglich am Wohnort 

befände, könnte die Arbeitsfähigkeit nach oben "(z.B. 70%)" angepasst werden (act. 

G 4.115-7). Aus dem Gutachten geht allerdings nicht hervor, inwiefern sich allfällige 

Exazerbationen der Atemwegserkrankung auf die Restarbeitsfähigkeit auswirken 

könnten (vgl. zur Abklärungsbedürftigkeit dieses Gesichtspunkts den Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 2. August 2011, IV 2009/366, E. 3; act. G 4.97-8). Ein 

weiterer Abklärungsbedarf ist indessen zu verneinen, da sich Prof. C.___ in der vom 

Beschwerdeführer eingeholten (zum Schreiben des Beschwerdeführers vom 17. Juli 

2012 siehe act. G 1.2) Stellungnahme vom 26. Juli 2012 zum Aspekt der 

Exazerbationen der Atemwegserkrankungen äusserte. Bei der bescheinigten 70%igen 

Restarbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit am Wohnort des 

Beschwerdeführers seien die Episoden mit gesundheitlichen Verschlechterungen (in 

der Regel durch Infekte) verbunden mit längeren 100%igen Arbeitsausfällen nicht 

berücksichtigt worden. Da er nicht prognostizieren könne, wie häufig und wie lange der 

Beschwerdeführer in Zukunft wegen solcher Verschlechterungen vollständig 

arbeitsunfähig sein werde, sei eine Schätzung (von deren Einflüssen auf die 

Arbeitsfähigkeit) nicht möglich (act. G 1.4, S. 2). Aus diesen Ausführungen ergibt sich 

nachvollziehbar, dass aufgrund der von Prof. C.___ genannten Unsicherheiten 

hinsichtlich der Exazerbationen und deren Auswirkungen aus seiner Sicht keine 

überwiegend wahrscheinliche (zusätzliche, längerfristige) Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit bestimmt werden kann. Dabei entspricht es sorgfältiger ärztlicher 

Beurteilung, wenn ein Experte im Bereich unklarer und demzufolge einen 

Interpretationsspielraum eröffnenden Auswirkungen Zweifel kenntlich macht. Bei der 

Würdigung der Beurteilung von Prof. C.___ darf nicht ausser Acht gelassen werden, 

dass ihm der Beschwerdeführer und dessen Gesundheitszustand bereits vor der 

Begutachtung vertraut waren, hatte er sich doch bereits in den Berichten vom 

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2. August 2011 (act. G 4.99) und vom 6. Dezember 2006 (act. G 4.14-8 ff.) eingehend 

mit dem Lungenleiden auseinandergesetzt.

2.2   Daran ändert nichts, dass Dr. B.___, der für leidensangepasste Tätigkeiten 

grundsätzlich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt, im vom Beschwerdeführer 

angeforderten (act. G 1.3) Schreiben vom 30. Juli 2012 die Auffassung vertrat, dass 

aufgrund der über die Dauer eines Jahres mitberücksichtigten ständigen Infekte (und 

der dabei jeweils 100%igen Arbeitsunfähigkeit) die Restarbeitsfähigkeit maximal 40% 

betrage (act. G 1.5, S. 2). Zweifel an der von Dr. B.___ bescheinigten 

Restarbeitsfähigkeit weckt vorab der Umstand, dass er im Bericht vom 20. Januar 2010 

- nach einer Kritik an der "versicherungstechnischen" Nichtberücksichtigung der 

Exazerbationsthematik - die Auswirkungen der Exazerbationen bei der Bemessung der 

Restarbeitsfähigkeit schon berücksichtigte ("gesamthaft" sowie "unter 

Berücksichtigung aller Aspekte"), aber eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte (act. G 4.92-3). Des Weiteren ist mangels 

näherer Begründung auch die Eindeutigkeit und Zweifellosigkeit der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. B.___ im Bericht vom 30. Juli 2012 angesichts der 

mit den Exazerbationen verbundenen Unsicherheiten (Dr. B.___ äusserte im Bericht 

vom 20. Januar 2010 nach einer in der Mitte Dezember 2009 aufgetretenen 

Exazerbation [vgl. hierzu act. G 4.91] etwa die Hoffnung, dass es gelinge, den 

Beschwerdeführer wieder zu stabilisieren, "so dass er möglichst über längere Zeit 

infektfrei über die Runden kommt"; act. G 4.92-3) und der Beurteilung durch 

Prof. C.___ (vgl. vorstehende E. 2.1) nicht überzeugend.

2.3   Da aus medizinischer Sicht die Auswirkungen der Exazerbationen auf die 

Arbeitsfähigkeit gemäss Prof. C.___ vorliegend nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit quantifiziert werden können, besteht kein Anlass 

von der gutachterlichen Beurteilung abzuweichen. Es erscheint vielmehr der Sache 

angemessen, den von Prof. C.___ grundsätzlich nicht in Frage gestellten 

Exazerbationen im Rahmen der Bestimmung der Resterwerbsmöglichkeiten 

(Tabellenlohnabzug) Rechnung zu tragen (vgl. hierzu nachstehende E. 3.4).

2.4   Der Beschwerdeführer bemängelt an der gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung weiter, der Einfluss der Abwesenheiten aufgrund 

medizinischer Behandlungen sei nicht berücksichtigt worden (act. G 1, S. 10).

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2.4.1         Für die ausgeübte Tätigkeit in D.___ hat der in E.___ wohnhafte 

Beschwerdeführer gemäss unbestrittener Aktenlage einen Arbeitsweg von täglich rund 

vier Stunden zu bewältigen (zu den detaillierten zeitlichen Angaben siehe act. 

G 4.115-2 und -7). Prof. C.___ mass diesem langen Arbeitsweg einen negativen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu. Bei einer Tätigkeit am 

Wohnort betrage die Arbeitsfähigkeit 70% (act. G 1.4, S. 2; vgl. auch act. G 4.115-6 f.). 

Bereits in der früheren Beurteilung vom 6. Dezember 2006 wies Prof. C.___ darauf hin, 

der Beschwerdeführer sei "durch seinen langen Arbeitsweg sehr belastet", und er 

empfahl ("absolut vorteilhaft") eine leichte Tätigkeit in der Nähe des Wohnorts (act. 

G 4.14-9). Diese Sichtweise wird durch die Wahrnehmung des Beschwerdeführers 

bestätigt ("normaler Mensch wird nicht 2 x 2 Stunden Arbeitsweg machen…", act. 

G 4.47-4; Bericht von Dr. B.___ vom 4. August 2008: "Für ihn ist diese Anstellung 

problematisch wegen des langen Arbeitsweges", act. G 4.21-23; vgl. auch den Bericht 

von Dr. med. C.___, Innere Medizin FMH, vom 31. Oktober 2005: "über Müdigkeit klagt, 

was im Zusammenhang mit dem langen Arbeitsweg stehen könnte", act. G 4.21-13). 

Im Licht dieser Umstände erscheint es entgegen der nicht weiter begründeten 

anderslautenden Auffassung von Dr. B.___ (act. G 1.5, S. 2) nachvollziehbar und 

überwiegend wahrscheinlich, dass eine optimal leidensangepasste Tätigkeit einen 

Arbeitsplatz in der Nähe des Wohnorts voraussetzt. Bei einer Tätigkeit am Wohnort 

würde eine zeitliche Einsparung für den Arbeitsweg von mindestens drei Stunden 

resultieren.

2.4.2         Eine zeitliche Ersparnis von täglich drei Stunden ermöglichte es dem 

Beschwerdeführer, ausserhalb der Arbeitszeiten an medizinischen Behandlungen wie 

etwa an dem von Dr. B.___ genannten ambulanten pulmonalen 

Rehabilitationsprogramm (3 x 2 h/Woche für 12 Wochen, act. G 1.5, S. 2) 

teilzunehmen. Es ist weder ersichtlich noch geltend gemacht worden, der 

Beschwerdeführer müsse regelmässig an stationären oder anderen medizinischen 

Massnahmen teilnehmen, die zwingend während seiner Arbeitszeit durchzuführen 

wären.

2.4.3         Angesichts dieser Ausführungen bestehen keine Zweifel an der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Prof. C.___, der in Kenntnis der ambulanten 

Rehabilitation des Beschwerdeführers (act. G 4.115-7 und -9) und "unter den 

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derzeitigen Umständen" für eine leidensangepasste Tätigkeit am Wohnort eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit bescheinigte.

2.5   Zusammenfassend ist gestützt auf das Gutachten vom 20. Dezember 2011 (act. 

G 4.115) und die ergänzende Stellungnahme vom 26. Juli 2012 (act. G 1.4) von 

Prof. C.___ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer für eine leidensangepasste Tätigkeit in der Nähe seines Wohnorts 

über eine 70%ige Restarbeitsfähigkeit verfügt.

3.     

Ausgehend von einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

in der Nähe seines Wohnorts ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

3.1   Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des (allfälligen) Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde hätte verdienen können. Dabei wird - 

primär aus Beweisgründen - in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der 

realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2009, 

8C_143/2009, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens 

ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte 

Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der 

versicherten Person angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie 

intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die 

Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1).

3.2   Die vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit in einem Reisebüro entspricht 

grundsätzlich einer leidensangepassten Tätigkeit (act. G 4.115-7 ff.). Damit sind die 

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beiden Vergleichseinkommen somit auf derselben Grundlage zu berechnen und es 

kann ein Prozentvergleich vorgenommen werden. Auf das tatsächlich noch erzielte 

Einkommen ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens nicht abzustellen, da diese 

Arbeit mit Blick auf den langen Arbeitsweg ungünstig ist (act. G 4.115-7) und der 

Beschwerdeführer die medizinisch bescheinigte 70%ige Restarbeitsfähigkeit nicht voll 

verwerten kann. Zu klären ist damit lediglich noch die Frage der Höhe des 

Tabellenabzugs bei der Bestimmung des Invalideneinkommens.

3.3   Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte

Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu 

voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen 

lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen 

rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere 

persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 

E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).

3.4   Vorweg ist den im Rahmen der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung noch 

nicht berücksichtigten Infektphasen und den damit verbundenen Arbeitsabwesenheiten 

Rechnung zu tragen (act. G 1.4, S. 2, G 4.115-6 f. und G 4.99-1 f.; Urteile des 

Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 9C_68/2009, E. 3.3 und vom 25. November 

2008, 9C_650/2008, E. 5.4; vgl. auch bezüglich nicht vorhersehbarer 

Beschwerdeschübe und Behandlungen etwa Urteil des Bundesgerichts vom 

21. September 2010, 9C_728/2009, E. 4.3.1). Mit Blick auf die starke Ausprägung der 

krankheitsbedingten Ausfälle (act. G 1.4, S. 2, und act. G 4.92-3) erscheint allein aus 

diesem Grund ein 15%iger Abzug angemessen. Hinzu kommt, dass der 

Beschwerdeführer lediglich noch teilzeitlich erwerbstätig sein kann ("zeitlich etwas 

mehr als 50%", act. G 4.115-10; "zeitlich reduzierter Rahmen", act. G 4.115-8) und 

Anspruch auf einen Teilzeitabzug hat, weshalb diese Umstände jedenfalls einen Abzug 

von insgesamt 20% rechtfertigen. Des Weiteren kann der Beschwerdeführer eine 

70%ige Restarbeitsfähigkeit bloss noch in der Nähe seines Wohnorts (E.___) realisieren 

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(act. G 1.4, S. 2). Da die Löhne der Grossregion Ostschweiz im Vergleich zu den 

gesamtschweizerischen LSE-Löhnen unterdurchschnittlich sind (Schweizerische 

Lohnstrukturerhebung 2006, Wichtigste Resultate in Kürze, Tabelle "Monatlicher 

Bruttolohn (Zentralwert) nach Grossregionen", S. 4; <http://www.bfs.admin.ch/bfs/

portal/de/index/themen/03/22/publ.html?publicationID=3300>, abgerufen am 6. Januar 

2014), hat der Beschwerdeführer bei der Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit am 

Wohnort weitere Lohnnachteile zu erwarten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

16. Mai 2007, I 962/06, E. 3.4.2, worin dieses implizit ein Abstellen auf die 

"Grossregionen" bzw. die Kompensation des damit einhergehenden Nachteils als 

zulässig erachtete, wenn die versicherte Person ihre Resterwerbsfähigkeit bloss noch 

in einer bestimmten Region zu verwerten vermag). Letztlich kann indessen offen 

bleiben, ob dieser Gesichtspunkt sowie der vom Beschwerdeführer geltend gemachte 

Aspekt des erhöhten Pausenbedarfs (act. G 1, Rz 24) zusätzlich abzugserhöhend zu 

berücksichtigen sind. Denn selbst wenn diesen Umständen eine erhebliche 

lohnwirksame Benachteiligung zugebilligt würde, bliebe ein 25%iger Tabellenabzug 

ohne Rentenrelevanz (vgl. nachstehende E. 3.5).

3.5   Unter Berücksichtigung eines 20%igen bzw. 25%igen Tabellenabzugs resultieren 

Invaliditätsgrade von 44% (30% + [70% x 0.20]) bzw. gerundet 48% (30% + [70% 

x 0.25]). Der Beschwerdeführer hat damit Anspruch auf eine Viertelsrente.

4.     

4.1   Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung 

vom 26. Juni 2012 aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung des Rentenbeginns und der Rentenhöhe ist die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des 

bis

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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, 

E. 5.2 f.). Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm 

zurückzuerstatten.

4.3   Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 2013, IV 2012/36, E. 5.3 mit 

Hinweis) eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen.

4.4   Der Beschwerdeführer beantragt unter Hinweis auf Art. 45 Abs. 1 ATSG, die 

Kosten für die ergänzenden Stellungnahmen von Prof. C.___ (Fr. 250.--) und Dr. B.___ 

(Fr. 130.70) seien von der Beschwerdegegnerin zu entschädigen (act. G 1, Rz 23, 

G 13.1 und G 13.2).

4.4.1         Einer Partei werden im Gerichtsverfahren die Kosten eines von ihr 

eingereichten Gutachtens dann ersetzt, wenn sich der Rechtsmittelentscheid darauf 

abstützt (BGE 115 V 62 E. 5a ff.). Nichts anderes kann für weitere Stellungnahmen von 

Sachverständigen gelten. Die Grundlage für eine Entschädigung der Partei für die 

notwendigen Expertenkosten im Beschwerdeverfahren bildet Art. 61 lit. g ATSG.

4.4.2         Die ergänzende Stellungnahme von Prof. C.___ vom 26. Juli 2012 (act. 

G 1.4) zu dessen Gutachten vom 20. Dezember 2011 war vorliegend geeignet und 

erforderlich, um die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bestimmen zu können 

(vgl. vorstehende E. 2.1). Sie war damit massgebend für die Beurteilung der 

vorliegenden Streitfrage, weshalb die entsprechenden, angemessen erscheinenden 

Auslagen von Fr. 250.-von der Beschwerdegegnerin zu tragen sind (vgl. zum Ganzen 

Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 113 zu Art. 61).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.4.3         Demgegenüber blieb das Schreiben von Dr. B.___ vom 30. Juli 2012 ohne 

Bedeutung für den Verfahrensausgang. Eine Entschädigung durch die 

Beschwerdegegnerin fällt deshalb ausser Betracht.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 26. Juni 2012 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente zugesprochen. Zur 

Festsetzung des Rentenbeginns und der Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) und zusätzlich die 

ergänzenden Gutachterkosten von Fr. 250.-- zu bezahlen. Das Gesuch um 

Entschädigung der Kosten für das Schreiben von Dr. B.___ vom 30. Juli 2012 wird 

abgewiesen.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 23.01.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung medizinisches Gutachten. Tabellenabzug. Anspruch auf Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Januar 2014, IV 2012/285).

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