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**Case Identifier:** fa1cf8d0-e76e-5030-80a3-d7d13bb57dc0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.03.2025 720 2024 25 (720 24 25)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2024-25_2025-03-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 20. März 2025 (720 24 25) 
____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung des medizinischen 

Sachverhalts und zur Klärung der Frage, ob der Versicherte eine allfällig wiedergewon-

nene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt aufgrund seines fortge-

schrittenen Alters überhaupt noch selbst verwerten kann 

 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Roman Felix, Advokat, 
Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A.1 A.____, geboren 1961, erlitt im Jahr 2009 einen Arbeitsunfall, wobei er sich am Kopf und 
an der HWS verletzte. In der Folge richtete die Suva als obligatorischer Unfallversicherer die 
Versicherungsleistungen aus. Am 18. August 2010 meldete sich der Versicherte zum Bezug von 

 

 
 
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Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) liess ihn 
in der Folge von Dr. med. B.____, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie von Dr. 
med. C.____, Facharzt FMH Innere Medizin und Rheumatologie, begutachten (Gutachten vom 
16. Juli 2012). Gestützt darauf sprach sie A.____ mit Verfügung vom 5. März 2013 eine vom 1. 
August 2011 bis 30. September 2012 befristete ganze Invalidenrente zu. In der Folge konnte der 
Versicherte seine Arbeitstätigkeit wiederaufnehmen. 
 
A.2 Am 12. Mai 2017 erlitt A.____ einen weiteren Arbeitsunfall und verletzte sich am linken 
Daumengrundgelenk. Im Zeitpunkt dieses Unfalles war er ebenfalls bei der Suva obligatorisch 
unfallversichert. Entsprechend übernahm sie die Versicherungsleistungen. Im September 2017 
wurde er von Dr. med. D.____, Facharzt für Handchirurgie FMH, operiert, und im Oktober 2018 
führte Dr. D.____ eine Arthrodese durch. Da der Versicherte weiterhin Beschwerden am Daumen 
beklagte und diesen nicht aktiv bewegen konnte, erfolgte am 15. Februar 2021 in der Klinik 
E.____ die operative Entfernung der Schrauben. 
 
A.3 Mit Gesuch vom 5. Oktober 2017 meldete sich A.____ aufgrund des vorgenannten Un-
fallereignisses und der damit zusammenhängenden Arbeitsunfähigkeit erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an. In der Folge veranlasste die IV-Stelle die polydisziplinäre Begutachtung des Ver-
sicherten durch die estimed AG, MEDAS Zug (vgl. MEDAS-Gutachten vom 24. August 2020). Dr. 
med. F.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Regionaler ärztlicher 
Dienst beider Basel (RAD), äusserte sich anschliessend mehrmals zum medizinischen Sachver-
halt. In der Folge entschied der RAD, die medizinischen Sachverhaltsabklärungen durch die Suva 
abzuwarten. Diese holte beim Spital G.____ ein handchirurgisches Gutachten zur Frage der Kau-
salität zwischen dem Unfallereignis vom 12. Mai 2017 und den Beschwerden im linken Daumen 
ein (vgl. Gutachten vom 25. März 2022). Nach Erhalt dieses Gutachtens sowie nach Durchfüh-
rung des Vorbescheidverfahrens sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 14. 
Dezember 2023 befristet vom 1. Mai 2018 bis 30. Juni 2019 eine ganze Invalidenrente zu. Die 
IV-Stelle ging ab 1. April 2019 von einer Verbesserung des Gesundheitszustands und einer 80 %-
igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und somit von keinem rentenbegründenden 
Invaliditätsgrad mehr aus. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Roman Felix, mit Eingabe vom 30. Ja-
nuar 2024 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht), und beantragte unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung der Verfügung vom 
14. Dezember 2023 sowie die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, ihm die gesetzlichen Leis-
tungen zu erbringen. Zusammenfassend wurde die ungenügende Sachverhaltsabklärung durch 
die Beschwerdegegnerin gerügt, wobei die Beweistauglichkeit des MEDAS-Gutachtens und der 
Ausführungen von Dr. F.____ sowie die Feststellung der IV-Stelle, dass per 1. April 2019 eine 
gesundheitliche Verbesserung eingetreten sei, bestritten wurden. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 18. März 2024 beantragte die Beschwerdegegnerin unter Hin-
weis auf eine weitere Stellungnahme von Dr. F.____ vom 5. Februar 2024 die Abweisung der 
Beschwerde. 
 

 

 
 
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D. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin vom 27. März 2024 wurde die Angelegen-
heit der Dreierkammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
E. Der Beschwerdeführer liess mit Replik vom 10. April 2024 die Verfügung der Beschwer-
degegnerin vom 5. April 2024 einreichen und teilte mit, dass er gegen diese Verfügung ebenfalls 
Beschwerde erhebe. Sie sei deckungsgleich mit der bereits von ihm angefochtenen Verfügung. 
Darüber hinaus hielt an seiner bisherigen Auffassung fest. 
 
F. Die Beschwerdegegnerin teilte mit Schreiben vom 19. April 2024 mit, dass sie auf eine 
weitere Stellungnahme verzichte. 
 
G. Mit Verfügung vom 26. April 2024 überwies die instruierende Präsidentin die Angelegen-
heit erneut der Dreierkammer zur Beurteilung. 
 
H. Im Rahmen der Urteilsberatung vom 20. Juni 2024 gelangte das Kantonsgericht zum 
Schluss, dass der Fall auszustellen und dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Stellungnahme 
und zum allfälligen Beschwerderückzug einzuräumen sei. Es hielt in Erwägung 9 des Beschlus-
ses fest, dass es beabsichtige, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, um weitere medizinische Abklärungen zu treffen 
und anschliessend neu zu verfügen. Damit wären Bestand und Umfang des Rentenanspruchs 
des Beschwerdeführers wieder offen und es könnte auch die Möglichkeit einer Verschlechterung 
der Rechtsposition im Raum stehen, da die angefochtene Verfügung als Ganzes aufgehoben 
würde und damit auch die bereits für den Zeitraum vom 1. Mai 2018 bis 30. Juni 2019 zugespro-
chene ganze Invalidenrente (vgl. Beschluss vom 20. Juni 2024). 
 
I. Mit Eingabe vom 10. April (recte 8. Juli) 2024 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass 
er an der Beschwerde festhalte.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Die Beschwerde richtete sich gegen die Verfügung vom 14. Dezember 2023, die offen-
sichtlich irrtümlich mit dem Deckblatt der IV-Stelle des Kantons X.____ erlassen wurde. Im Ver-
lauf des vorliegenden Beschwerdeverfahrens erliess die Beschwerdegegnerin am 5. April 2024 
eine neue Verfügung mit richtigem Deckblatt und gleichem Inhalt, die vom Beschwerdeführer der 
Vollständigkeit halber ebenfalls angefochten wurde. Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts ist demgemäss gegeben. Auf die im Weiteren form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde vom 30. Januar 2024 ist einzutreten.  
 
2. Am 1. Januar 2022 traten im Zuge der Weiterentwicklung der IV revidierte Bestimmun-
gen im Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 sowie im Bundes-
gesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 
samt entsprechendem Verordnungsrecht in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung 
vom 19. Juni 2020). Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden 

 

 
 
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grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Verordnung über die Invalidenversicherung 
(IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des ATSG in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung 
Anwendung (vgl. Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], 
gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Vorliegend erging die angefochtene Verfügung zwar nach 
dem 1. Januar 2022. Im Streit liegt jedoch eine vom 1. Mai 2018 bis 30. Juni 2019 befristet zuge-
sprochene ganze Invalidenrente, weshalb die Angelegenheit in Anwendung der bis zum 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassungen des IVG, der IVV und des ATSG beurteilt wird (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 13. November 2023, 8C_309/2023, E. 2.1 mit Hinweis). Die be-
treffenden Bestimmungen werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert 
und angewendet. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die ihre 
Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumut-
bare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-
unfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. 
c).  
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 
2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 
1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Satz 2). Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). 
 
3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 
 
3.4 Eine rückwirkende Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abge-
stufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren 
Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe im Sinne von Art. 17 
Abs. 1 ATSG vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe 
des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

 

 
 
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17. Dezember 2008, 8C_534/2008, E. 2.3 mit Hinweisen). Ob eine für den Rentenanspruch er-
hebliche Änderung des Invaliditätsgrads eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu-
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts 
im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Auf-
hebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). 
 
4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht 
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind. Im Sozialversicherungsrecht haben sie den Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab-
weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Viel-
mehr ist jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste gewürdigt wird (vgl. BGE 138 V 218 E. 6). 
 
4.2 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich bildet die Frage, 
in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
arbeitsunfähig ist. Für die Beurteilung der Frage des Gesundheitszustands bzw. des Ausmasses 
der (Rest-)Arbeitsfähigkeit der versicherten Personen ist die rechtsanwendende Behörde regel-
mässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu 
stellen sind. Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden 
können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

 

 
 
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ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c). 
 
5.1 Der relevante medizinische Sachverhalt stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar: 
 
5.2 Nachdem der Beschwerdeführer während der Arbeit am 12. Mai 2017 seinen linken Dau-
men verletzt hatte, führte Dr. D.____ am 26. September 2017 eine Refixierung der Extensor pol-
licis brevis Sehne und des radialen Seitenbands am linken Daumengrundgelenk durch. Darüber 
hinaus erlitt der Beschwerdeführer am 24. September 2018 einen Auffahrunfall, bei dem er sich 
gemäss Austrittsbericht des Spitals H.____ vom 24. September 2018 eine HWS Distorsion Grad 
II und eine LWS Kontusion zugezogen hatte. Nachdem die Daumenbeschwerden trotz des ope-
rativen Eingriffs weiterhin persistierten, erfolgte am 16. Oktober 2018 durch Dr. D.____ die Arth-
rodese des Daumengrundgelenks links. Im Rahmen der Verlaufskontrolle vom 12. April 2019 
stellte Dr. D.____ fest, dass der Patient über eine sehr gut gebesserte Situation im Bereich des 
linken Daumens berichte. Er habe nur noch leichte Beschwerden auf der Streckseite des Grund-
gelenks im Bereich der Weichteile. Ansonsten habe er kaum Beschwerden. Aus handchirurgi-
scher Sicht sei der Patient für eine Tätigkeit, die die funktionelle Einschränkung des linken Dau-
mens durch die Arthrodese des Grundgelenks berücksichtige, wieder vollschichtig arbeitsfähig 
(vgl. Bericht vom 21. April 2019). Im Rahmen der Sprechstunde vom 17. September 2019 hielt 
Dr. D.____ fest, der Patient berichte, dass er den Daumen aktiv nicht bewegen könne. Klinisch 
zeige sich ein äusserlich unveränderter linker Daumen. Im Gegensatz zur Kontrolle im April de-
monstriere der Patient heute einen aktiv völlig unbeweglichen Daumen, dies im End-, Grund- und 
Sattelgelenk. Bei der Überprüfung der passiven Beweglichkeit würden sich Sattel- und Endgelenk 
durch Spannungen des Patienten nicht sicher beurteilbar zeigen. Es würden sich keine trophi-
schen Auffälligkeiten zeigen. Zu seiner Verwunderung liege die Beweglichkeit, die am 12. April 
2019 dokumentiert worden sei, in keiner nachvollziehbaren Weise mehr vor. Der Status sei quasi 
wie vor dem 12. April 2019. Aus diesem Grund schliesse er auf eine massive Fehlintegration des 
linken Daumens oder eine bewusste Steuerung des Patienten. Es sei dringlich, dass der Patient 
begutachtet werde. Neben der bekannten posttraumatischen Arthrodese würden eine erhebliche 
Problematik der Verarbeitung sowie wahrscheinlich eine sogenannte Fehlinnervation vorliegen.  
 
5.3 Im Rahmen des MEDAS-Gutachtens vom 24. August 2020 wurde der Beschwerdeführer 
von Dr. med. I.____, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, von Dr. med. J.____, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin FMH, von Dr. med. K.____, Facharzt FMH für Neurologie, von Dr. 
med. L.____, Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie, von MSc M.____, Neuropsychologin 
SVNP/FSP und Psychologin MSc, und von med. pract. N.____, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, untersucht. Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung diagnostizierten 
die Gutachter mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 
 

• Schmerzhafte Funktionseinschränkung der Greiffunktion der linken Hand mit/bei 

o Status nach Ruptur der Extensor pollicis brevis Sehne im Ansatzbereich, 

radialer Seitenbandläsion Daumengrundgelenk linke Hand mit/bei 

o Refixierung Extensor pollicis brevis Sehne, des radialen Seitenbands 

Daumengrundgelenk links am 26. September 2017 

 

 
 
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o Arthrodese linkes Daumengrundgelenk am 16. Oktober 2018 

• Chronisches zervikales und lumbales Schmerzsyndrom mit/bei 

o Bildgebend (MRI HWS, MRI LWS) Nachweis von deutlich degenerativen 

Veränderungen ohne schwere Affektion nervaler Strukturen 

o Klinisch-neurologisch kein Nachweis harter pathologischer Befunde 

o Elektrophysiologie (evozierte Potentiale) nicht toleriert 

• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode 

• Nicht näher bezeichnete Verhaltensauffälligkeiten bei körperlichen  

Störungen und Faktoren (Schmerzproblematik) 

 
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden Diagnosen gestellt: 
 

• Arterielle Hypertonie ED 2018, behandelt 

• Adipositas WHO Grad I 

• Degenerative Veränderungen im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule 

ohne radikuläre Symptomatik 

• Chronische Cephalgien mit/bei 

o wahrscheinlich Kombination aus Spannungstypkopfschmerzen, 

schmerzmittelinduziert 

 
Die Funktionalität, mit beiden Händen zu arbeiten, sei aus handchirurgischer Sicht in der ange-
stammten Tätigkeit als Maschinenführer nicht mehr gegeben. Die Funktionalität bestehe nur mit 
der rechten Hand. Die linke Hand weise aufgrund der Erkrankung eine schwerwiegende relevante 
Funktionsstörung auf. Der Versicherte sei nicht in der Lage, eine relevante Kraft beim Zugreifen 
aufzubringen. Die grobe Kraft der linken Hand fehle. Eine Reaktionsschnelligkeit sei beim Zugrei-
fen nicht möglich. Selbst leichte Gegenstände könnten nicht mehr gehalten werden. Eine rele-
vante Gewichtslast könne nicht mehr bewegt oder angehoben werden. Auch in einer angepass-
ten Tätigkeit sei der Versicherte deutlich in seiner Leistungsfähigkeit und Funktionalität der linken 
Hand eingeschränkt. Aus neurologischer Sicht wurde festgehalten, dass der Versicherte aufgrund 
der Erkrankung im Bereich der HWS und der LWS deutlich in seiner stehenden und gehenden 
Tätigkeit relevant schwerwiegend eingeschränkt sei. Dabei stehe die Schmerzproblematik im 
Vordergrund. Der Versicherte sei nicht in der Lage, in seiner angestammten Tätigkeit, die über-
wiegend stehend sei, den Berufsanforderungen gerecht zu werden. Deshalb finde sich beim Ver-
sicherten keine verwertbare Arbeitsleistung mehr. 
 
In Bezug auf die Persönlichkeitsaspekte hielten die Gutachter fest, dass bei der Untersuchung 
und der Exploration keine wesentliche Persönlichkeitsakzentuierung oder gar eine Persönlich-
keitsstörung aufgefallen sei. Als Belastungsfaktoren würden Migration und fehlende Berufsaus-
bildung vorliegen. Bezüglich Ressourcen gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass diese 
deutlich eingeschränkt seien. Hinsichtlich Diskrepanzen und Inkonsistenzen sei aus neuropsy-
chologischer Sicht festzustellen, dass die Antworten in zwei von drei verschiedenen Verfahren 
zur Beschwerdevalidierung unterhalb des cut-off Wertes liegen würden. Zusammen mit der in-
tegrativen Bewertung durch die Slick Kriterien und unter Berücksichtigung der Vorbefunde aus 
der neuropsychologischen Untersuchung von 2010 sowie der auch aus neurologischer Sicht nicht 

 

 
 
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erklärbaren Leistungsverminderung würden erhebliche Zweifel an der Mitwirkung des Versicher-
ten vorliegen, sodass die Gültigkeit des erhaltenen Testprofils als eingeschränkt zu beurteilen 
sei. Frühere fachliche Einschätzungen seien mit den heutigen Befunden korrespondierend. In 
den Fachgebieten Handchirurgie und Neurologie hätten keine Inkonsistenzen festgestellt werden 
können. Aus psychiatrischer Sicht habe anfänglich mindestens eine Verdeutlichungstendenz fest-
gestellt werden können. Ebenso habe aus orthopädischer Sicht eine Verdeutlichungstendenz 
festgestellt werden können. Aus allgemein-internistischer, neurologischer und handchirurgischer 
Sicht hätten keine Hinweise auf eine Aggravation oder Simulation festgestellt werden können. 
Weiter wurden die folgenden Arbeitsunfähigkeiten aufgeführt: 
 

Fachgebiet Bisherige Tätigkeit (Maschinenführer) Verweistätigkeit 

Handchirurgie  100 % 40 % 

Allgemeine Innere Medizin 0 % 0 % 

Neurologie 100 % 20 % 

Rheumatologie 0 % 0 % 

Neuropsychologie - - 

Psychiatrie 20 % 20 % 

 
Die Gutachter gelangten aus interdisziplinärer Sicht zum Schluss, dass in der angestammten 
Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und in einer Verweistätigkeit von 40 % vorliege. Da-
bei gelte das seitens des handchirurgischen und des neurologischen Teilgutachtens festgelegte 
Fähigkeitsprofil. 
 
5.4 Im Rahmen der Prüfung der Beweistauglichkeit und Vollständigkeit des MEDAS-
Gutachtens hielt Dr. F.____ mit Stellungnahme vom 2. Oktober 2020 fest, dass dieses aufgrund 
der nicht aussagekräftigen handchirurgischen Hauptbegutachtung versicherungsmedizinisch 
nicht brauchbar sei, so dass darauf nicht abgestellt werden könne. Einerseits sei im Konsensteil 
zwar auf Inkonsistenzen hingewiesen worden, dennoch sei gesamtmedizinisch letztlich auf die 
handchirurgische Beurteilung abgestellt worden, wonach die letzte Tätigkeit als Maschinenführer 
nicht mehr möglich sei und in einer Verweistätigkeit eine 60 %-ige Arbeitsfähigkeit bestehe, ohne 
diese Einschätzung gesamtmedizinisch plausibel zu begründen. Ausserdem sei das handchirur-
gische Gutachten ungenügend. So enthalte es Widersprüche und es würden eine Auseinander-
setzung mit anderslautenden klinischen Befunden und Einschätzungen in den Vorakten (insbe-
sondere bezüglich Dr. D.____) sowie eine Würdigung des neurologischen Teilgutachtens, das 
eine neurologische Ursache für den demonstrierten Funktionsverlust des linken Daumens habe 
ausschliessen können, fehlen. Im neurologischen Teil werde nicht begründet, wieso die zumut-
bare Arbeitsfähigkeit erst ab dem 1. Januar 2019 und nicht bereits früher gelten solle, zumal die 
neurologisch attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit den seit Jahren vorbestehenden 

 

 
 
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degenerativen Veränderungen der HWS und LWS begründet worden sei und nicht mit einer neu-
rogenen Ursache. Eine solche habe ohnehin nicht objektiviert werden können. Im orthopädisch-
rheumatologischen Gutachten sei festgestellt worden, dass beim Greifen keine Ausweichbewe-
gungen der Hände habe beobachtet werden können. Auf diese Diskrepanz werde im handchirur-
gischen Gutachten nicht eingegangen. Zudem seien die auffallenden Ergebnisse in den Be-
schwerdevalidierungsverfahren im handchirurgischen und neurologischen Gutachten nicht kom-
mentiert worden. Auch im psychiatrischen Gutachten seien mehrfach Inkonsistenzen aufgezeigt 
worden, die in der somatischen Beurteilung nicht gewürdigt worden seien. Da nicht auf das Gut-
achten abgestellt werden könne, sei zunächst die Aktualisierung der Suva-Akten abzuwarten und 
danach das weitere Vorgehen festzulegen. 
 
5.5 Aufgrund der weiterhin persistierenden Beschwerden liess der Beschwerdeführer von 
Dr. med. O.____, FMH Handchirurgie und Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie FMH, 
Klinik E.____, am 15. Februar 2021 eine Revision des Daumengrundgelenks mit Entfernung der 
Arthrodeseschrauben und Resektion des radialen Sesambeines Daumengrundgelenk links 
durchführen. Im Rahmen der Sprechstunde vom 1. April 2021 berichtete Dr. O.____ von rückläu-
figen Schmerzen beim Patienten. Es bestehe aktuell noch eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. 
 
5.6 Dr. F.____ hielt mit Stellungnahme vom 14. Juli 2021 fest, dass die Suva ein handchi-
rurgisches Gutachten veranlassen werde. Allerdings werde dieses Gutachten für die Belange der 
IV nicht sehr hilfreich sein, da es nur um die unfallkausalen Einschränkungen der Hand gehe. Da 
das MEDAS-Gutachten nicht brauchbar sei, schlage sie eine Sitzung mit dem Rechtsdienst vor, 
um gemeinsam das weitere Vorgehen zu besprechen. In der Folge wurde an der interdisziplinä-
ren Besprechung vom 3. August 2021 beschlossen zu prüfen, ob sich die IV an der handchirur-
gischen Abklärung der Suva beteiligen solle. 
 
5.7 Im Rahmen der Verlaufskontrolle vom 29. Juli 2021 diagnostizierte Dr. O.____ neu den 
Verdacht auf ein Carpaltunnelsyndrom/Sulcus ulnaris-Syndrom links, DD Thoracic outlet-Syn-
drom. Die Schmerzen im Daumengrundgelenk seien deutlich rückläufig. Es liege noch eine 
100 %-ige Arbeitsunfähigkeit vor. Mit Sprechstundenbericht vom 12. Oktober 2021 bestätigte Dr. 
O.____ das Vorliegen eines sensiblen Carpaltunnelsyndroms links sowie eines schweren, 
asymptomatischen Carpaltunnelsyndroms rechts. In Bezug auf den linken Daumen habe der Pa-
tient berichtet, dass die Schmerzen im Daumengrundgelenk seit der Metallentfernung deutlich 
rückläufig seien, er aber immer noch Mühe habe, den Daumen zu opponieren bzw. das Daumen-
endgelenk zu flektieren. Es bestehe immer noch eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. 
 
5.8 Dr. F.____ hielt in der Aktennotiz vom 15. November 2021 fest, dass eine Beteiligung 
der IV am von der Suva geplanten Gutachten keinen Sinn mache, da dieses Gutachten lediglich 
die Unfallkausalität klären werde. Sie empfehle daher, das Gutachten abzuwarten, um dann die 
nächsten Abklärungsschritte festzulegen.  
 
5.9 Infolge des Urteils des Kantonsgerichts vom 13. August 2020 beauftragte die Suva 
Dr. med. P.____, Facharzt Handchirurgie FMH und Facharzt Orthopädie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, Chefarzt Handchirurgie des Spitals G.____, mit der Begutachtung 

 

 
 
Seite 10    

des Beschwerdeführers und der Beurteilung der Frage des kausalen Zusammenhangs zwischen 
dem Unfallereignis vom 12. Mai 2017 und den Band- und Sehnenläsionen. Dr. P.____ diagnos-
tizierte gestützt auf die Akten und die neurologische Stellungnahme von Dr. med. Q.____, Fach-
arzt Neurologie FMH und Leitender Arzt Neurologie des Spitals G.____, vom 2. Februar 2022, in 
seinem Gutachten vom 25. März 2022 eine distale Ruptur radiales Seitenband MCP-I-Gelenk 
links mit konsekutiver radialer Gelenkinstabilität mit/bei Rekonstruktion radiales Seitenband mit 
ipsilateralem Palmaris longus Transplantat, 26. September 2017; MCP-I-Arthrodese bei sympto-
matischer Rezidiv-Instabilität, 16. Oktober 2018; Schraubenentfernung, Resektion radiales Se-
sambein und Denervation ehem. MCP-I-Gelenk bei störendem Osteosynthesematerial und Se-
sambeinarthrose, 15. Februar 2021; Weitgehende Funktionslosigkeit des Daumens bei Bewe-
gungseinschränkung IP-Gelenk und CMC-I-Gelenk unklarer Ätiologie. In seiner Beurteilung hielt 
Dr. P.____ fest, dass die beklagte Hypästhesie des Daumens neuro-anatomisch nicht einer peri-
pheren Nervenläsion zugeordnet werden könne (DD: Symptomausweitung). Auch die Angabe 
einer verminderten Daumenbeweglichkeit lasse sich bei diesbezüglich unauffälliger Muskulatur 
sowie unauffälligen motorischen Antworten in der motorischen Neurografie neurologisch nicht 
erklären. Ab der ersten postoperativen Verlaufskontrolle nach Seitenbandrekonstruktion seien 
eine eingeschränkte und schmerzhafte Beweglichkeit des Daumensattel- und Endgelenkes in 
den Untersuchungsberichten erwähnt worden, ohne dass je eine klare Ursache hierfür habe ge-
funden werden können. Nach einer Seitenbandrekonstruktion könne eine gewisse Bewegungs-
einschränkung im Sinne einer verminderten Flexion im Daumengrundgelenk auftreten, deutlich 
unwahrscheinlicher sei eine solche aber im IP-Gelenk. Gar nicht zu erwarten sei sie im Sattelge-
lenk. Die anlässlich der Grundgelenk-Arthrodese eingebrachte und palmar 5 mm überstehende 
Schraube könnte für eine Irritation der langen Daumenbeugesehne mit bewegungsabhängigen 
Schmerzen und Einschränkung der aktiven Flexion im IP-Gelenk gesorgt haben. So werde denn 
auch vor der Metallentfernung eine normale passive Beweglichkeit des IP-Gelenkes bei deutlich 
eingeschränkter aktiver Flexion beschrieben. Allerdings seien nie explizit Schmerzen im Bereich 
der überstehenden Schrauben erwähnt worden. Anlässlich der postoperativen Kontrollen nach 
Schraubenentfernung bei Dr. O.____ habe sich auch anfänglich eine deutlich bessere aktive Fle-
xion als präoperativ gezeigt. Im Verlauf sei diese Verbesserung aber ohne klar ersichtlichen 
Grund wieder verloren gegangen, so dass die aktive Beweglichkeit bei der Abschlusskontrolle 
wieder deutlich reduziert gewesen sei. Eine Ursache für die deutliche Bewegungseinschränkung 
im Daumensattelgelenk mit stark verminderter Opposition des Daumens lasse sich weder bildge-
bend finden noch könne diese durch den Unfall oder die Eingriffe erklärt werden. Weder die Be-
wegungseinschränkung des IP-Gelenkes noch des CMC-I-Gelenkes seien zu erwartende Folgen 
einer Versteifung des Daumengrundgelenkes. Es stelle sich deshalb hier die Frage der Symp-
tomausweitung. 
 
5.10 Nachdem die Beschwerdegegnerin von der Suva eine Kopie des Gutachtens von 
Dr. P.____ zugestellt erhalten hatte, hielt Dr. F.____ im Rahmen der Stellungnahme vom 23. 
August 2022 fest, dass sich aus neurologischer Sicht die gutachterliche medizinische Einschät-
zung von Dr. Q.____ mit der früheren gutachterlichen neurologischen Befundung von Dr. K.____ 
vom 14. Juli 2020 decke, der ebenfalls keine klinisch-neurologisch pathologischen Befunde ob-
jektiviert habe. Die demonstrierte Funktionseinschränkung des gesamten Daumens sei organisch 
als nicht plausibel eingestuft worden. Das Suva-Gutachten habe zur Zumutbarkeit keine Stellung 

 

 
 
Seite 11    

genommen, dennoch könne aus Sicht der RAD-Leitung auf das Suva-Gutachten abgestellt wer-
den, da objektive klinische Befunde gutachterlich erhoben worden seien. Auch im Suva-Gutach-
ten bestätige sich die Aggravation, die sich schon im MEDASGutachten vom 24. August 2020 
gezeigt habe, auch wenn auf Letzteres aufgrund formaler Mängel (nicht brauchbares handchirur-
gisches Teil-Gutachten bei ansonsten schlüssigen Beurteilungen in den anderen beteiligten Dis-
ziplinen) nicht abgestellt werden könne. 
 
Dr. F.____ diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aggravation mit Schmer-
zausweitung in den gesamten linken Arm sowie demonstrierter Funktionslosigkeit des linken Dau-
mens unklarer Ursache bei Status nach radialer Seitenbandläsion Daumengrundgelenk linke 
Hand am 12. Mai 2017 mit/bei Refixierung des radialen Seitenbandes Daumengrundgelenk links 
am 26. September 2017, Arthrodese linkes Daumengrundgelenk am 16. Oktober 2018 und 
Schraubenentfernung am Daumengrundgelenk links und Resektion des radialen Sesambein-
chens am 15. Februar 2021 sowie eine vorbestehende rezidivierende depressive Störung, ge-
genwärtig leichte Episode. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeich-
nete Dr. F.____ die arterielle Hypertonie ED 2018, behandelt, die Adipositas WHO Grad 1, das 
zervikale und lumbale Schmerzsyndrom mit/bei bildgebend Nachweis von deutlich degenerativen 
Veränderungen ohne schwerer Affektion nervaler Strukturen, klinisch-neurologisch kein Nach-
weis pathologischer Befunde und chronische Cephalgien mit/bei wahrscheinlich Kombination aus 
Spannungstypkopfschmerzen, schmerzmittelinduziert. Dr. F.____ bejahte das Vorliegen von 
Ausschlusskriterien. Es liege eine Aggravation vor, die erstmals von Dr. D.____ beschrieben und 
später im MEDAS-Gutachten und im Gutachten von Dr. P.____ bestätigt worden sei. In der an-
gestammten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter liege seit dem 12. Mai 2017 keine zumutbare 
Arbeitsfähigkeit mehr vor. In einer leidensangepassten Verweistätigkeit, die einer nicht körperli-
chen bzw. nicht manuellen Tätigkeit entspreche, bei welcher der Versicherte die linke Hand und 
den linken Arm nicht einzusetzen brauche (z.B. in einer Aufsichts-/Kontrolltätigkeit oder ähnli-
chem), liege keine Leistungseinschränkung vor. Es bestehe aber eine 20 %-ige Leistungsminde-
rung wegen der aktenkundig schon vorbestehenden psychiatrischen Diagnosen. Vom 12. Mai 
2017 bis 31. März 2019 habe keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen, ab 1. April 2019 bis auf weiteres 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Abschliessend führte Dr. F.____ aus, in Anbetracht der 
vom Versicherten seit dem Unfall vom 12. Mai 2017 demonstrierten Funktionslosigkeit des linken 
Daumens trotz medizinischer Massnahmen bei auch weiterhin hierfür fehlender objektivierbarer 
pathomorphologischer (sowohl muskuloskelettaler als auch nervaler) Ursache mit fehlenden kli-
nisch objektiven Schonungszeichen (keine Daumenballenatrophie), wie von Dr. P.____ erneut 
bestätigt, müsse auf eine Aggravation geschlossen werden, die auch schon früher im Rahmen 
der Erstanmeldung 2010 nach im Jahr 2009 erlittenen HWS-Distorsion aufgefallen sei. Auf die 
Befundlage im Dossier könne abgestellt werden, weitere Abklärungen seien nicht angezeigt und 
auch nicht zielführend, da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien. 
 
5.11 Im Rahmen des Einwandverfahrens reichte der Beschwerdeführer die ergänzenden 
Ausführungen von Dr. P.____ vom 21. Dezember 2022 ein. Dr. P.____ hielt darin fest, dass auf-
grund der Schilderungen von Dr. D.____ im Sprechstundenbericht vom 15. März 2019 davon 
ausgegangen werden müsse, dass zu jenem Zeitpunkt die passive Beweglichkeit im Daumen-
sattelgelenk und IP-Gelenk unauffällig gewesen sei, eine aktive Ansteuerung aber nicht möglich 

 

 
 
Seite 12    

gewesen oder bewusst nicht demonstriert worden sei. Dies, obwohl vorgängig ein bis zweimal 
wöchentlich Ergotherapie durchgeführt worden sei und der Patient ein Heimprogramm gehabt 
habe. Aus diesem Grund erscheine bereits ab dem 15. März 2019 eine Verbesserung der Situa-
tion im Bereich des Daumensattelgelenks und IP-Gelenks nicht mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit möglich. Dies sei von Dr. D.____ anlässlich der Konsultation vom 17. September 2019 
offensichtlich ähnlich beurteilt worden. Weiter hielt Dr. P.____ fest, dass die angegebenen diffu-
sen Sensibilitätsstörungen im Bereich des Daumens und die ausgeprägte Bewegungseinschrän-
kung im Daumensattelgelenk sowie im Interphalangealgelenk des Daumens nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen seien. Für die nach durchgeführter 
Arthrodese noch liegenden Schrauben und allfällig damit verbundene Beschwerden sehe es an-
ders aus. Eingebrachtes Material könne zu Weichteilirritationen führen oder könne bei Berührung 
störend sein, wenn das Material über das Knochenniveau herausstehe. Im Konsultationsbericht 
von Dr. O.____ vom 15. Dezember 2020 werde erwähnt, dass ein heftiger Druckschmerz über 
dem dorsopalmaren und radioulnaren Grundgelenk bestehe. In der CT-Untersuchung vom 12. 
Januar 2021 habe sich ein vollständiger ossärer Durchbau im MCP I-Gelenk gezeigt. Eine der 
Schrauben habe die palmare Kortikalis der proximalen Grundphalanx um 0.5 cm überragt. Die 
Schraubenspitze sei damit in unmittelbare Nähe respektive in direkten Kontakt mit der Daumen-
beugesehne (Flexor pollicis longus) gekommen. Dies könne zumindest Druckschmerzen palmar 
über dem ehemaligen Grundgelenk erklären und könne auch der Grund dafür sein, dass die Be-
schwerden nach der Metallentfernung etwas besserten. Neben der Druckdolenz könne die 
Schraubenspitze auch zu einer Irritation und damit Schmerzen im Bereich der Beugesehne füh-
ren, welche sich typischerweise bei Bewegung des Interphalangealgelenks bemerkbar machen 
würden. Letztlich könne eine solche Situation auch zu einer Ruptur der Sehne führen. Die eben-
falls beschriebene, radiale Sesambeinarthrose, welche im besagten CT festgestellt worden sei, 
könne auch Schmerzen palmar über dem ehemaligen Daumengrundgelenk verursacht haben. 
Wie gross der Anteil dieser beiden Befunde an den Gesamtschmerzen gewesen sei, könne auf-
grund der vorliegenden Akten und auch der Anamnese nicht definiert werden. Eine Irritation der 
Beugesehne durch die Schraubenspitze sei als Folge der Operation anzusehen, welche nötig 
geworden sei, um die MCP l-lnstabilität, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das 
Unfallereignis verursacht worden sei, zu beseitigen. 
 
5.12 In der Stellungnahme vom 5. Februar 2024 führte Dr. F.____ aus, dass auf das MEDAS-
Gutachten betreffend Handchirurgie nicht abgestellt werden könne und eine erneute Begutach-
tung vorgenommen worden wäre, hätte nicht die Suva eine Begutachtung veranlasst. Wie bereits 
in der Stellungnahme vom 2. Oktober 2020 ausgeführt, stehe das handchirurgische Gutachten 
isoliert da und widerspreche den anderen Gutachten. Von einem interdisziplinären Gutachten 
könne folglich nicht gesprochen werden. Das handchirurgische Gutachten blende völlig aus, dass 
neurologisch keine Befunde objektiviert werden könnten, die die demonstrierte Funktionslosigkeit 
des linken Daumens begründen könnten. Die fehlenden Atrophiezeichen als Zeichen langanhal-
tender Schonung des linken Daumens und des linken Armes und auch die neuropsychologisch 
auffallenden Beschwerdevalidierungstests und die Inkonsistenzen in der psychiatrischen Begut-
achtung würden im handchirurgischen Gutachten völlig ausgeblendet. 
 

 

 
 
Seite 13    

6.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass die ge-
sundheitlichen Einschränkungen seit dem 12. Mai 2017 bestehen würden und legte den Beginn 
der einjährigen Wartezeit auf dieses Datum fest. Weiter ging sie davon aus, dass dem Beschwer-
deführer aus versicherungsmedizinischer Sicht bis zum 31. März 2019 keine relevante Erwerbs-
tätigkeit habe zugemutet werden können. Ab 1. April 2019 hingegen erachtete sie die Ausübung 
einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 80 % als zumutbar. Sie stützte sich dabei auf die 
Einschätzung von Dr. F.____ vom 23. August 2022 (vgl. Erwägung 5.10 hiervor). 
 
6.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass Dr. F.____ zu Unrecht vom Ausschlusskriterium 
der Aggravation ausgehe. Das Gutachten von Dr. P.____ äussere sich nicht zur Arbeitsfähigkeit, 
sondern beschränke sich auf die Beurteilung der Unfallkausalität im Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 12. Mai 2017. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. P.____ habe die Suva basierend 
auf einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit bis 28. Februar 2021 Taggeldleistungen erbracht. Das 
MEDAS-Gutachten bestätige in verschiedenen Disziplinen eingeschränkte Arbeitsfähigkeiten 
auch in Verweistätigkeiten. Aus handchirurgischer Sicht sei eine 40 %-ige, aus neurologischer 
Sicht eine 20 %-ige und aus psychiatrischer Sicht ebenfalls eine 20 %-ige Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit bestätigt worden. Aus interdisziplinärer Sicht sei dem Beschwerdeführer eine 
40 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Obwohl Dr. F.____ das MEDAS-
Gutachten als unbrauchbar bezeichnet habe, habe sie weder eine neue Begutachtung angeord-
net noch Rückfragen an die MEDAS-Gutachter veranlasst. Stattdessen habe sie eine eigene Ein-
schätzung vorgenommen, die aber nicht umfassend sei. Es gehe nicht an, eine nicht genehme 
einzelne Disziplin als unbrauchbar darzustellen und durch eine eigene Einschätzung zu ersetzen. 
Für die psychiatrische Einschätzung beziehe sich Dr. F.____ auf das Gutachten aus dem Jahr 
2012, ohne die aktuell attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht zu beurteilen. Sie 
übergehe den Unfall vom September 2018, der gerade mit Blick auf die psychiatrische Beurtei-
lung wegweisend gewesen sei. Mit ihrem Vorgehen übersehe Dr. F.____ die Einschätzung des 
psychiatrischen MEDAS-Gutachters, der die depressive Störung in erster Linie als Folge des Un-
fallereignisses vom 24. September 2018 beurteilt habe. Dieser Gutachter habe auch eine ausge-
prägtere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine längere Zeit als bis März 2019 als möglich 
erachtet, zumindest so lange, bis die Störung der Behandlung in der Klinik R.____ zugeführt wor-
den sei. Damit sei die Einschätzung von Dr. F.____, wonach ab Ende März 2019 ein verbesserter 
Gesundheitszustand festzustellen sei, klar falsch. Auch vor diesem Hintergrund erweise sich die 
Abklärung der Beschwerdegegnerin insgesamt als ungenügend. 
 
7.1 Zu prüfen ist somit, ob der medizinische Sachverhalt von der Beschwerdegegnerin ge-
nügend abgeklärt wurde. Diesbezüglich ist in Ergänzung der in Erwägung 4.3 hiervor dargelegten 
Grundsätzen darauf hinzuweisen, dass den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen ist, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-
chen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Berichten versicherungsinterner Fachpersonen – so auch 
Berichten von Ärztinnen und Ärzten des RAD – kommt nicht derselbe Beweiswert zu, wie einem 

 

 
 
Seite 14    

im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen. An die Beweis-
würdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall gestützt 
darauf entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun-
gen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 
8C_879/2014, E. 5.3). 
 
7.2 Zunächst ist festzuhalten, dass die Auffassung von Dr. F.____, wonach das MEDAS-
Gutachten die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Einschätzung nicht erfülle, 
volle Zustimmung verdient. Das MEDAS-Gutachten ist in mehreren Punkten nicht schlüssig und 
nachvollziehbar begründet, weshalb gestützt darauf nicht rechtsgenüglich beantwortet werden 
kann, ob der Beschwerdeführer auch ab 1. Juli 2019 weiterhin Anspruch auf eine Rente hat. 
Insbesondere erscheint fraglich, weshalb im Konsensteil gestützt auf die Teilgutachten zwar un-
terschiedliche Feststellungen betreffend Konsistenz und Aggravation/Verdeutlichungsten- 
denz festgehalten wurden, diese verschiedenen Wahrnehmungen in der Folge aber nicht in ei-
nem konsensualen Sinne erklärt, besprochen und ausgewertet wurden. Stattdessen wurden die 
einzelnen Beobachtungen lediglich wiederholt. Insbesondere erstaunt, dass sich Dr. I.____ weder 
mit den in den anderen Teilgutachten genannten Hinweisen auf gewisse Verdeutlichungstenden-
zen noch mit den Feststellungen von Dr. D.____, der sich die Unbeweglichkeit des Daumens 
ohne entsprechende objektive neurologische oder muskuläre Befunde nicht hatte erklären kön-
nen, konkret auseinandersetzte. Weiter mangelt es dem Konsensteil an einer schlüssigen und 
nachvollziehbaren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Diesbezüglich wird nach Darstellung der 
Arbeitsunfähigkeiten lediglich erklärt, dass sich aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % in der angestammten und von 40 % in einer Verweistätigkeit ergebe und das seitens 
des handchirurgischen und neurologischen Teilgutachtens geäusserte Tätigkeitsprofil gelte (vgl. 
MEDAS-Gutachten, Konsensteil, Seite 18 f.). Schliesslich vermag der Konsensteil des MEDAS-
Gutachtens auch bezüglich der retrospektiven Festlegung der Arbeitsunfähigkeit aus polydiszip-
linärer Sicht nicht zu überzeugen, obwohl es sich hier ebenfalls um eine der Kernaufgaben des 
Gutachtensauftrags handelte. Auch hier wurden im Konsensteil lediglich die Beurteilungen der 
Teilgutachten wiedergeben, ohne dass eine differenzierte Auseinandersetzung mit den von den 
einzelnen Experten festgelegten unterschiedlichen Zeitpunkten stattgefunden hätte (vgl. MEDAS-
Gutachten, Konsensteil, Seite 20 f.). Teilweise wurde in den Einzelgutachten gar in pauschaler 
Art und Weise bewusst auf eine Auseinandersetzung mit den Vorakten und dem Verlauf der Ar-
beitsunfähigkeiten verzichtet. Insgesamt hinterlässt das Gutachten den Eindruck, als hätte gar 
kein Austausch zwischen den Gutachtern und der Gutachterin stattgefunden. Für die vorliegende 
Rentenfrage ist ihm deshalb die Beweiskraft abzusprechen. 
 
7.3 Zur Beurteilung der Rentenfrage kann aber auch nicht das handchirurgische Gutachten 
von Dr. P.____ und die entsprechende Ergänzung herangezogen werden. Die Suva beauftragte 
Dr. P.____ mit der gutachterlichen Abklärung des Vorzustands und der Unfallkausalität betreffend 
das Ereignis vom 12. Mai 2017 aus handchirurgischer Sicht und lediglich bezogen auf den ver-
letzten Daumen (vgl. Auftrag der Suva an Dr. P.____ vom 3. November 2021). Dr. P.____ kam 
aber nicht die Aufgabe zu, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus handchirurgischer 

 

 
 
Seite 15    

Optik zu beurteilen, schon gar nicht, eine gesamtheitliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ab-
zugeben. Selbst wenn das Gutachten inhaltlich aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht zu über-
zeugen vermag, kann es das Gutachten von Dr. I.____ nicht tel quel ersetzen und an dessen 
Stelle in die Konsensbeurteilung des MEDAS-Gutachtens "eintreten". Gerade beim Beschwerde-
bild des Beschwerdeführers muss zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung die gutachterli-
che Abklärung eine gesamtheitliche Betrachtung umfassen, ansonsten sie den Untersuchungs-
grundsatz von Art. 43 ATSG verletzt. 
 
7.4.1 Schliesslich kann aber auch nicht auf die Beurteilung von Dr. F.____ vom 23. August 
2022 (vgl. Erwägung 5.10 hiervor) abgestellt werden. Sie beurteilte in dieser auf den Akten ba-
sierenden Stellungnahme den medizinischen Sachverhalt selbst, wobei sie sich auf einzelne 
Feststellungen der MEDAS-Gutachter abstützte, zudem auf die Einschätzungen von Dr. P.____ 
verwies und in gewissen Punkten selbst eine Einschätzung vornahm. Diese Vorgehensweise ver-
mag in der vorliegenden Konstellation nicht zu überzeugen, da in den medizinischen Unterlagen 
zu viele Unklarheiten vorhanden sind, die zunächst gutachterlich abzuklären sind, bevor die Ar-
beitsfähigkeit und deren Verlauf basierend auf einer konsensualen Diskussion aller involvierten 
Fachrichtungen zuverlässig beurteilt werden kann. 
 
7.4.2 Dr. F.____ ging von einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 80 % 
per 1. April 2019 aus. Aufgrund von anderen Beurteilungen werden an dieser Einschätzung ge-
wisse Zweifel geweckt. So ist zunächst festzustellen, dass Dr. F.____ die Folgen des Autounfalles 
vom 24. September 2018, bei dem sich der Beschwerdeführer eine HWS Distorsion Grad II und 
eine LWS Kontusion zugezogen hatte, nicht in ihre Beurteilung miteinbezog. Hierzu ist dem Teil-
gutachten von med. pract. N.____ immerhin zu entnehmen, dass sich ab diesem Unfallereignis 
eine depressive Störung sukzessive ausgebildet habe, die zunächst eine Teilarbeitsunfähigkeit, 
möglicherweise vorübergehend bis zur Behandlung der Störung in der Klinik R.____ per 11. Sep-
tember 2019 auch zu einer ausgeprägteren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt haben 
könnte. Die depressive Symptomatik habe durch die Behandlung eine Besserung erfahren und 
es sei anzunehmen, dass auch diese, wie für depressive Störungen üblich, im weiteren Verlauf 
noch eine weitere Besserung erfahren dürfte, sodass eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
durch eine depressive Symptomatik allenfalls noch für sechs bis 12 Monate anzunehmen wäre 
(Seite 25 des Teilgutachtens). Hinzu kommt, dass die Suva das Taggeld aufgrund des Gutach-
tens von Dr. P.____ schliesslich bis 28. Februar 2021 erbrachte und bis zu diesem Zeitpunkt 
aufgrund der Daumenproblematik von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausging. Gestützt auf die 
nachvollziehbaren Ausführungen von Dr. P.____ ist davon auszugehen, dass bis nach der Mate-
rialentfernung eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorlag. Unklar ist aber, wie hoch 
die Einschränkung war und wie lange sie nach dem operativen Eingriff von Dr. O.____ andauerte.  
 
7.4.3 Im Weiteren ging Dr. F.____ von einer Aggravation und damit von einem eigentlichen 
Leistungsausschluss aus. Sie bezog sich hier insbesondere auf die angebliche Unbeweglichkeit 
des Daumens ohne entsprechende objektive neurologische oder muskuläre Befunde. Das Vor-
liegen von Aggravation führt rechtsprechungsgemäss nicht automatisch zur Verneinung jeglicher 
versicherten Gesundheitsschädigung, sondern nur insoweit, als die Leistungseinschränkung auf 
der Aggravation beruht (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1 mit Hinweis) oder als deren Folge nicht mit 

 

 
 
Seite 16    

ausreichender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
20. September 2018, 9C_659/2017 E. 4.4 mit Hinweis u.a. auf BGE 138 V 218 E. 6). In BGE 143 
V 418 E. 7.1 wird betont, dass Hinweise auf Inkonsistenzen, Aggravation oder Simulation nicht in 
jedem Fall einen Ausschlussgrund bilden, aber jedenfalls nach einer vertiefenden Prüfung des 
funktionellen Schweregrades (des ärztlich festgestellten psychischen Leidens) rufen. 
 
Die MEDAS-Gutachter machten folgende Feststellungen zum Thema Aggravation: Dr. I.____ 
hielt auf Seite 15 seines handchirurgischen Teilgutachtens fest, dass er beim Versicherten wäh-
rend des ganzen Explorationszeitraums kein aggravierendes Verhalten oder eine Betonung von 
Krankheitssymptomen habe beobachten können. Der Versicherte wirke glaubhaft. Auch Dr. 
J.____ hielt in seinem internistischen Teilgutachten auf Seite 13 fest, dass sich kein konkreter 
Anhalt für Aggravation oder Simulation ergeben habe. Dr. K.____ seinerseits gelangte im neuro-
logischen Teilgutachten auf Seite 27 zum Schluss, dass die Beschwerden auf jeden Fall konsis-
tent erscheinen würden, da der Versicherte im Alltag massiv eingeschränkt sei, einen sehr engen 
Lebensraum habe und ein sozialer Rückzug bestehe. Das Schmerzsyndrom zervikal/lumbal 
lasse sich zumindest bildgebend teilweise erklären, die gesamte Schwere und das Ausmass der 
Einschränkung sei allerdings von neurologischer Seite alleine nicht fassbar. In der neurologi-
schen Untersuchung hätten sich keine sicheren Hinweise für eine deutliche Aggravation oder gar 
Simulation ergeben. Dr. L.____ hielt in seinem rheumatologischen Teilgutachten auf Seite 20 
fest, dass eine gewisse Verdeutlichungstendenz während der gesamten körperlichen Untersu-
chung erkennbar gewesen sei. Weiter stellte Dr. L.____ auf Seite 24 fest, dass bei den einzelnen 
Untersuchungs- beziehungsweise Übungsschritten eine Verdeutlichungstendenz zu erkennen 
gewesen sei. Dies habe sich aber im Laufe der Untersuchung gebessert, da er den Versicherten 
direkt auf sein Verhalten angesprochen und erklärt habe, dass diese Art und Weise des Gegen-
spannens und Wackelns im Stehen kein glaubhaftes Muster sei. MSc M.____ hielt auf Seite 19 
ihres neuropsychologischen Teilgutachtens fest, dass die Untersuchung ein deutlich überlagertes 
Bild ergeben habe. Die formalen Leistungen des Versicherten seien schwankend, nicht nachvoll-
ziehbar und stünden in keinem Verhältnis zu den Beobachtungen, den Angaben aus der Anam-
nese und den Akten sowie dem klinischen Eindruck im Gespräch. Auf Seite 21 hielt sie zusam-
menfassend fest, dass auf der Grundlage der eigenen Befunderhebung keine positive Aussage 
gemacht werden könne, ob eine krankheitsbezogene Funktionsstörung vorliege. Einige der gel-
tend gemachten Beschwerden würden sich auf der Befundlage wiederholt widerlegen lassen. 
Aus den aktuell erhaltenen Befunden positiv belegbar und überwiegend wahrscheinlich nach-
weisbar seien negative Antwortverzerrungen des Versicherten, sodass kein gültiges Testprofil 
erhalten werden könne. Es sei möglich wahrscheinlich, dass eine krankheitswertige Symptomatik 
vorhanden sei, aber aufgrund der nachweisbaren Übertreibungstendenzen des Versicherten sei 
das Ausmass des tatsächlichen Ausfallsmusters nicht abzuschätzen. Ob eine kognitive Störung 
dennoch vorhanden sei, entziehe sich aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung des Versicherten 
den Erkenntnismöglichkeiten der Untersucherin. Auf Seite 26 ff. führte sie schliesslich aus, dass 
Verdeutlichungstendenzen zweifellos vorliegen würden. Inwiefern diese möglich wahrscheinlich 
bewusstseinsnah oder lediglich als Ausdruck eines "cry for help" seien, sei dem psychiatrischen 
Gutachten zu entnehmen. Med. pract. N.____ gelangte auf Seite 26 zum Schluss, dass Inkonsis-
tenzen insbesondere in Bezug auf das Chauffieren eines Autos, die Reise des Versicherten, die 

 

 
 
Seite 17    

neuropsychologische Untersuchung, die angegebene Appetitminderung versus das Körperge-
wicht sowie die Laboruntersuchungen auszumachen seien. Weiter führte er auf Seite 29 aus, 
dass sich anfänglich doch mindestens eine Verdeutlichungstendenz gezeigt habe. 
 
Aus dem MEDAS-Gutachten lässt sich somit entgegen der Auffassung von Dr. F.____ keine ein-
deutige Aggravation entnehmen. Auch in früheren Berichten (so z.B. im Bericht der Klinik S.____ 
vom 10. Mai 2010) wurde bei der Symptomvalidierung diskutiert, ob eine bewusstseinsferne Ver-
deutlichung der Beschwerde oder doch eher eine Aggravation vorliege, wobei eher von einer 
Verdeutlichungstendenz ausgegangen wurde. Hinzu kommt, dass nach Erstellung des MEDAS-
Gutachtens, aber noch vor Verfügungserlass die Materialentfernung durch Dr. O.____ erfolgte, 
die zu einer Verbesserung führte. Dr. P.____ und Dr. O.____ nannten als mögliche Ursache für 
die Beschwerden das Herausragen der Schraube. Soweit Dr. F.____ diesbezüglich von einer 
Aggravation ausging und eine Arbeitsunfähigkeit ab Durchbau des Knochens nach der Arthro-
dese als nicht mehr begründbar erachtete, da der Fortbestand der Beschwerden morphologisch 
nicht mehr nachvollziehbar gewesen sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Es gibt in den Akten zwar 
einige Hinweise auf eine Verdeutlichungstendenz, aber hinsichtlich der Daumenbeschwerden ist 
dies nicht eindeutig gegeben. Eine eindeutige und klare Aggravation ist damit nicht erstellt, wes-
halb gestützt darauf der Leistungsanspruch nicht abgewiesen werden kann. 
 
7.5 Damit zeigt sich, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer nach Erhalt des 
MEDAS-Gutachtens, das sie zu Recht als nicht beweistauglich erachtete, nochmals selbst im 
Rahmen von Art. 44 ATSG polydisziplinär gutachterlich hätte abklären lassen müssen. In dem 
sie darauf verzichtete und gestützt auf eine widersprüchliche und in mehreren Punkten ungeklärte 
medizinische Aktenlage die Arbeitsunfähigkeit beurteilte, liegt eine Verletzung von Art. 43 ATSG 
vor. In Anbetracht dieser Umstände ist ausnahmsweise davon abzusehen, ein Gerichtsgutachten 
in Auftrag zu geben. Stattdessen ist die Angelegenheit zur Vornahme neuer medizinischer Ab-
klärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 
8.1 Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, 
sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückge-
legt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, 
bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial 
mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der dies-
falls grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliede-
rung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditäts-
fremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im 
gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und 
Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulas-
sen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen 
Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder 
in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Re-
gel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene 
Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (vgl. BGE 145 

 

 
 
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V 209 E. 5.1 mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung findet auch dann Anwendung, wenn zeit-
gleich mit der Rentenzusprache über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird (vgl. 
BGE 145 V 209 E. 5.4).  
 
8.2 Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. Mai 2018 bis 
30. Juni 2019 eine ganze Invalidenrente zu. Im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 14. De-
zember 2023 war der Beschwerdeführer bereits älter als 62 Jahre. Die medizinische Zumutbarkeit 
ist derzeit noch unklar. Im Zeitpunkt der von der Beschwerdegegnerin festgesetzten Verbesse-
rung der Arbeitsfähigkeit per April 2019 war der Beschwerdeführer bereits über 55 Jahre alt. Die 
dargelegte Rechtsprechung kommt somit ohne weiteres zur Anwendung (vgl. BGE 145 V 209 E. 
5.4). 
 
8.3 Neben der Zulässigkeit aus medizinischer Sicht ist die Rentenabstufung somit im Falle 
des Beschwerdeführers an die weitere Voraussetzung geknüpft, dass die Zumutbarkeit der 
Selbsteingliederung gegeben ist. Die Beschwerdegegnerin trägt die Beweislast dafür, dass es 
dem Beschwerdeführer zumutbar gewesen wäre, ein allfällig wieder ausgewiesenes höheres 
Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten. Sobald der 
medizinische Sachverhalt feststeht, wird die Beschwerdegegnerin deshalb weitere Abklärungen 
zur Frage zu treffen haben, ob der Beschwerdeführer eine allfällig wiedergewonnene Restarbeits-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt verwerten kann, wofür unter anderem 
Eingliederungsmassnahmen in die Wege zu leiten sind. Erst danach kann über den Rentenan-
spruch des Beschwerdeführers bzw. eine allfällig befristete Rentenzusprache rechtsgenüglich 
entschieden werden. 
 
9. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beurteilung von Dr. F.____ keine ausreichende 
Grundlage für die abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers bil-
det und sich weitere sorgfältige medizinische Abklärungen aufdrängen. Die Angelegenheit ist 
deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie mittels Beizugs eines externen 
polydisziplinären Gutachtens gemäss Art. 44 ATSG und unter Wahrung der Rechte des Be-
schwerdeführers den medizinischen Sachverhalt umfassend abklären lässt. Danach wird sie kon-
kret zu prüfen haben, ob der Beschwerdeführer eine allfällig wiedergewonnene Restarbeitsfähig-
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt aufgrund seines fortgeschrittenen Alters überhaupt 
noch selbst verwerten kann. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen und die angefoch-
tene Verfügung vom 14. Dezember 2023 wird aufgehoben. 
 
10.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden. Beim Ent-
scheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro-
zessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf 
und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass 
einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde 
führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (vgl. BGE 
137 V 57 E. 2.1 und 2.2). 
 

 

 
 
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10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-
- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Kantonsgericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundes-
rechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über 
die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die 
Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. 
Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr 
zu auferlegen sind. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 
800.-- ist ihm zurückzuerstatten. 
 
10.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers machte in seiner Honorarnote vom 8. Juli 2024 einen Zeitaufwand von 10.55 
Stunden geltend. Dieser Aufwand erweist sich umfangmässig und in Anbetracht der vorgebrach-
ten Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen und ist mit dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten. Unter Berücksichtigung der geltend 
gemachten Auslagen vom Fr. 67.20 und von 8,1 % Mehrwertsteuer ist dem Beschwerdeführer 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'923.80 zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu-
zusprechen. 
 
11. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (vgl. BGE 133 V 477 E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsent-
scheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen 
ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter 
den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entschei-
det das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrück-
lichen Vorbehalt. 
 
 

 

 
 
Seite 20    

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung vom 14. Dezember 2023 bzw. vom 5. April 2024 aufgehoben 
und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägun-
gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt. 

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'923.80 (inkl. Auslagen und 
8,1 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 4. Die Beschwerdegegnerin erhält eine Kopie der Eingabe des Beschwer-
deführers vom 10. April (recte 8. Juli) 2024 zur Kenntnisnahme zuge-
stellt.