# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 972ab6b5-4a37-5b73-a238-dbe0e75c9bf8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.06.2020 F-2789/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2789-2020_2020-06-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2789/2020, F-2788/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J u n i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter Andreas Trommer, 

mit Zustimmung von Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;   

Gerichtsschreiber Julius Longauer. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geb. (…) 1972,  

seine Ehefrau  

2. B._______, geb. (…) 1980, 

die minderjährigen Kinder 

3. C._______, geb. (…) 2004, 

4. D._______, geb. (…) 2007, 

5. E._______, geb. (…) 2014, 

6. F._______, geb. (…) 2018, 

und der volljährige Sohn  

7. H._______, geb. (…) 2000, 

alle Staatsangehörige Angolas, 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 19. Mai 2020, 

Verfügung des SEM vom 20. Mai 2020. 

 

 

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden 1 bis 7 am 16. Januar 2020 in der Schweiz 

um Asyl nachsuchten (elektronische Akten des SEM […] / N […] [SEM-act.] 

25 bis 31), 

dass das SEM mit Verfügungen vom 19. Mai 2020 (Beschwerdeführende 

1 bis 6) und 20. Mai 2020 (Beschwerdeführer 7) – beide eröffnet am 22. Mai 

2020 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die 

Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Portugal 

anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz spätes-

tens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (SEM-act. 72 

und 75), 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwer-

deführenden verfügte, 

dass die Beschwerdeführenden 1 bis 6 (Ref. F-2789/2020) und der Be-

schwerdeführer 7 (Ref. F-2788/2020) mit zwei separaten Eingaben vom 

28. Mai 2020 gegen diese Entscheide Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht erhoben (Akten des BVGer F-2789/2020 [Rek1-act.] 1 und 

F-2788/2020 [Rek2-act.] 1), 

dass sie in der Sache die Aufhebung der angefochtenen Entscheide und 

das Eintreten auf die Asylgesuche, eventualiter die Rückweisung der An-

gelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung beantragten, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege mit Verbeiständung, um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung und um Gewährung der Möglichkeit ersuchten, die Beschwer-

debegründung zu ergänzen, 

dass der Instruktionsrichter mit superprovisorischer Massnahme vom 

29. Mai 2020 den Vollzug der Überstellung der Beschwerdeführenden 

einstweilen aussetzte (Rek1-act. 2, Rek2-act. 2), 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 2. Juni 

2020 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

 

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass sich aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt, die inhaltlich 

eng zusammenhängenden, Mitglieder derselben Familie betreffenden Ver-

fahren F-2789/2020 und F-2788/2020 zu vereinigen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die beiden frist- und formgerecht eingereichten Beschwer-

den einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um solche handelt, weshalb das Urteil 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 4 

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO, ABl. L 180/31 vom 29.6.2013) zur Anwendung 

kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens nach Art. 21 und 22 

Dublin-III-VO (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) 

genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierar-

chie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwen-

den sind, und dabei von der Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen 

ist, in dem der Asylsuchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat 

gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), 

dass die Beschwerdeführenden gemäss einem Abgleich ihrer Fingerabdrü-

cke im zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) am 4. November 2019 

von der portugiesischen Vertretung in Angola Schengen-Visa mit einer Gül-

tigkeitsdauer von 6. Dezember 2019 bis 19. Januar 2020 bzw. 2. Juni 2020 

erhalten hatten (SEM-act. 15 – 18), 

dass die Beschwerdeführenden im Rahmen der persönlichen Gespräche 

nach Art. 5 Dublin-III-VO vorbrachten, sie seien mit den portugiesischen 

Schengen-Visa am 10. Januar 2020 nach Portugal geflogen und anschlies-

send mit dem Auto über Spanien und Frankreich in die Schweiz eingereist, 

wo sie am 16. Januar 2020 um Asyl ersucht haben (SEM-act. 35 – 38), 

dass jedoch gemäss Art 12 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 7 Abs 1 und 2 

Dublin-III-VO der Besitz eines zum Zeitpunkt des Asylgesuchs gütigen Vi-

sums eines Mitgliedstaates – hier Portugals – die Zuständigkeit dieses Mit-

gliedstaates zur Behandlung des Asylgesuchs begründet, wenn – wie  

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 5 

es vorliegend der Fall ist – kein übergeordnetes Zuständigkeitskriterium 

des Kapitels III auf einen anderen Mitgliedstaat verweist, 

dass die Vorinstanz somit zu Recht die portugiesischen Behörden gestützt 

auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO um Aufnahme der Beschwerdeführenden 

ersucht hat (SEM-act. 43, 45, 68) und die letzteren am 24. März 2020 bzw. 

14. Mai 2020 ebenso zu Recht den Aufnahmegesuchen der Vorinstanz zu-

gestimmt haben (SEM-act. 57, 59, 71), 

dass die Zuständigkeit Portugals zur Behandlung der Asylgesuche der Be-

schwerdeführenden daher gegeben ist, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (nachfolgend: EU-Grundrechtecharta, ABl. 

C 364/1 vom 18.12.2000) mit sich bringen, und nach den Regeln der Dub-

lin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden kann, 

dass sich die Beschwerdeführenden auf diese Bestimmung berufen, indem 

sie unter Berufung auf die AIDA Country Reports Portugal der Jahre 2018 

und 2019 auf die praktisch 100-prozentige Abweisungsquote bei Asylsu-

chenden aus Angola hinweisen, die befürchten liesse, dass in Portugal 

Asylsuchende aus Angola grundsätzlich kein Asyl oder subsidiären Schutz 

erhielten, sie mithin nicht mit einer angemessenen und umfassenden Prü-

fung ihrer Gesuche rechnen könnten, 

dass Portugal Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 6 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/60 vom 

29.6.2013) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Nor-

men für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantra-

gen (sog. Aufnahmerichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29.6.2013) ergeben, 

dass die angerufenen Asylstatistiken, selbst wenn sie zutreffend sein soll-

ten, keinen Rückschluss auf die Qualität der entsprechenden Verfahren 

zulassen und daher keinen wesentlichen Grund für die Annahme darstel-

len, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragstellende 

in Portugal würden systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Ge-

fahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des 

Artikels 4 der EU–Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass unter diesen Umständen und gestützt auf den gegenwärtigen Kennt-

nisstand die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO gegenüber 

Portugal nicht gerechtfertigt ist (vgl. statt vieler Urteile des BVGer 

D-1116/2020 vom 3.3.2020, E-3513/2018 vom 29.7.2019 E. 3.3, 

E 2466/2019 vom 28.5.2019 E. 4.3 und F-721/2019 vom 4.4.2019 E. 7), 

dass ferner jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO 

beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht), 

dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich konkretisiert und es 

ins pflichtgemässe Ermessen des SEM legt, ein Gesuch aus humanitären 

Gründen auch dann zu behandeln, wenn die Prüfung ergeben hat, dass 

ein anderer Staat dafür zuständig ist, 

dass indessen auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts ein einklagbarer 

Anspruch besteht, wenn die Überstellung des Antragstellers in den an sich 

zuständigen Mitgliedstaat übergeordnetes Recht, namentlich eine Norm 

des Völkerrechts verletzen würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil 

des BVGer F-3457/2019 vom 11.7.2019 E. 4.4, je m.H), 

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 7 

dass die Beschwerdeführenden mit ihrem bereits weiter oben im Kontext 

der systemischen Mängel behandelten Hinweis auf die hohe Ablehnungs-

quote bei angolanischen Asylsuchenden kein konkretes und ernsthaftes 

Risiko dargetan haben, die portugiesischen Behörden würden sich weigern 

sie aufzunehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhal-

tung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, 

dass diesen Vorbringen auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen 

lassen, Portugal werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr 

Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefähr-

det ist oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches 

Land gezwungen zu werden, 

dass die Beschwerdeführenden unter dem Gesichtspunkt des Selbstein-

tritts ihre Befürchtung ins Verfahren einbringen, sie könnten in Portugal an-

gesichts der dort herrschenden prekären Unterbringungssituation keine 

angemessene Unterkunft für die gesamte Familie erhalten, 

dass die Beschwerdeführenden damit jedoch keine konkreten Hinweise für 

die Annahme dargetan haben, Portugal würde ihnen dauerhaft die ihnen 

gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen 

vorenthalten, namentlich bei der Zuweisung einer Unterkunft den Grund-

satz der Familieneinheit nicht wahren (vgl. Art. 12 Aufnahmerichtlinie), 

dass sich die Beschwerdeführenden im Falle einer vorübergehenden Ein-

schränkung im Übrigen nötigenfalls an die portugiesischen Behörden wen-

den und die ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechts-

weg einfordern könnten (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass sich die Beschwerdeführenden sodann darauf berufen, die Be-

schwerdeführerin 2 sei in der 16. Woche schwanger (errechneter Geburts-

termin: 3. November 2020), wobei Gefahr von Komplikationen bestehe, die 

eine medizinische Behandlung der Mutter und des neugeborenen Kindes 

erfordern könnten, 

dass die derzeitige Situation die Beschwerdeführerin 2 sehr belaste, sie 

seit der Kenntnisnahme vom Nichteintretensentscheid unter allgemeiner 

Schwäche, Schwindel, Schwächegefühl in den Beinen, Schlafstörungen, 

starken Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit leide, 

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 8 

dass Portugal jedoch unbestreitbar über eine ausreichende medizinische 

Infrastruktur verfügt, 

dass die Mitgliedstaaten den Antragstellenden die erforderliche medizini-

sche Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt er-

forderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-

rungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahme-

richtlinie), 

dass die Mitgliedstaaten ferner Antragstellenden mit besonderen Bedürf-

nissen die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich 

erforderlichenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu ge-

währen haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),  

dass kein Grund zur Annahme besteht, die portugiesischen Behörden 

könnten den Beschwerdeführenden in Verletzung der Aufnahmerichtlinie 

die notwendige medizinische Versorgung versagen, 

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten 

Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-

mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-

den Rechnung tragen und die portugiesischen Behörden vorgängig in ge-

eigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren 

werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),  

dass andere Gründe, die die Schweiz verpflichten oder bei pflichtgemässer 

Ermessensausübung veranlassen könnten, von ihrem Selbsteintrittsrecht 

nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO bzw. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ge-

brauch zu machen, weder geltend gemacht werden noch ersichtlich sind, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist 

und die Überstellung nach Portugal angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die beiden Beschwerden aus diesen Gründen abzuweisen sind und 

die Verfügung des SEM zu bestätigen ist,  

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 9 

dass das vereinigte Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abge-

schlossen ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung als gegenstandslos erweist, 

dass das mit den Beschwerden gestellte Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich 

aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen 

waren, womit wiederum die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-2789/2020, F-2788/2020 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren F-2789/2020 und F-2788/2020 werden 

vereinigt. 

2.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

3.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden 

abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 750.- werden den Beschwerde-

führenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Ur-

teils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Andreas Trommer Julius Longauer 

 

 

 

 

Versand: