# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c74b3a54-b081-54e3-9d55-fc0cdff33a27
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.02.2018 F-751/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-751-2018_2018-02-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-751/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  F e b r u a r  2 0 1 8   

Besetzung 
 Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richter François Badoud;     

Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa-Haake. 

   

Parteien 

 
A._______,   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 22. Januar 2018. 

 

 

 

F-751/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der aus dem Irak stammende Beschwerdeführer am 29. November 

2017 von Italien aus in die Schweiz einreiste und gleichentags um Asyl 

ersuchte, 

dass das SEM am 7. Dezember 2017 seine Befragung zur Person (BzP) 

durchführte und ihm abschliessend die Gelegenheit gab, sich zur mut-

masslichen asylverfahrensrechtlichen Zuständigkeit Italiens zu äussern, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des insoweit gewährten rechtli-

chen Gehörs erklärte, er wolle nicht nach Italien zurück, sondern bevor-

zuge die Schweiz,  

dass das SEM am 12. Dezember 2017 an die italienischen Behörden ein 

Übernahmeersuchen richtete, dies gestützt auf die Verordnung (EU) 

Nr. 604/ 2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen o-

der Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-

nalen Schutz zuständig ist (Abl. L 180/31 vom 29. Juni 2013; nachfolgend: 

Dublin-III-VO), 

dass die italienischen Behörden diesem Übernahmeersuchen am 19. Ja-

nuar 2018 explizit zustimmten,   

dass das SEM mit Verfügung vom 22. Januar 2018 auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht eintrat, seine Wegweisung nach Italien anordnete 

und ihn aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Be-

schwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig die Aushändigung der editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis verfügte und feststellte, einer allfälligen Beschwer-

de komme keine aufschiebende Wirkung zu,  

dass die Verfügung dem Beschwerdeführer am 29. Januar 2018 eröffnet 

wurde,  

dass dieser sich mit Eingabe vom 31. Januar 2018 an das SEM wandte 

und erklärte, er wolle Rekurs einlegen, 

F-751/2018 

Seite 3 

dass die Vorinstanz diese Eingabe als Beschwerde entgegennahm und am 

5. Februar 2018 zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht 

weiterleitete (vgl. Art. 8 Abs. 1 VwVG), 

dass auf den Inhalt der Beschwerde – soweit entscheiderheblich – in den 

nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass der Instruktionsrichter, gestützt auf Art. 56 VwVG, den Vollzug der 

Überstellung mit superprovisorischer Massnahme vom 6. Februar 2018 per 

sofort aussetzte, 

 

dass die vorinstanzlichen Akten am 7. Februar 2018 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asylrechts – in 

der Regel und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ‒ 33 VGG 

und Art. 5 VwVG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VGG, dem VwVG und dem AsylG richtet 

(Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat und daher zur Einrei-

chung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 108 

Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Beschwerde gegen einen Nichteintretensentscheid im Sinne 

von Art. 31a Abs. 1 AsylG richtet und deshalb lediglich zu prüfen ist, ob die 

Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 

2012/4 E. 2.2 m.H.), 

dass die Beschwerde allerdings offensichtlich unbegründet ist, weshalb 

über sie in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters bzw. einer zweiten Richterin – und nur mit summarischer Begrün-

dung – zu entscheiden ist (vgl. Art. 111 Bst. e und Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

F-751/2018 

Seite 4 

dass der Beschwerdeführer das Hoheitsgebiet der Dublin-Mitgliedstaaten  

erstmals in Italien betrat und dort am 3. November 2017 daktyloskopisch 

erfasst wurde,     

dass demzufolge Italien für die Durchführung seines Asylverfahrens zu-

ständig ist (vgl. Art. 3 Abs. 1 und Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO),  

dass die bisherige Rechtsprechung – auch die des EGMR – dortige syste-

mische Schwachstellen im Asylverfahren und in den Aufnahmebedingun-

gen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO verneint hat (vgl. BVGE 

2015/4 E. 4.1 mit Hinweis auf den Entscheid des EGMR Tarakhel gegen 

die Schweiz vom 4. November 2014, Grosse Kammer, Nr. 2917/12), 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

dass nichts darauf hindeutet, dass Italien den Grundsatz des Non-Refou-

lement missachten und den Beschwerdeführer zwingen würde, in ein Land 

auszureisen, in welchem er einer Gefahr im Sinne von Art. 3 Abs. 1 oder 2 

AsylG ausgesetzt wäre, oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise 

in ein solches Land gezwungen zu werden, 

dass angesichts der von Italien eingehaltenen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen auch zu erwarten ist, dass das Land die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Fluchtgründe materiell überprüft, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe den Wunsch 

äussert, sein Asylgesuch solle in der Schweiz geprüft werden,  

dass er dazu lediglich ausführt, er wolle in der Nähe seines in Zürich le-

benden Onkels bleiben und wäre im Falle der Rückkehr nach Italien „un-

glücklich und unzufrieden“,  

dass die Dublin-III-Verordnung den Schutzsuchenden allerdings kein 

Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selbst auszuwählen,   

F-751/2018 

Seite 5 

dass dem Beschwerdeführer mit der klaren Zuständigkeitsregelung von 

Art. 3 Abs. 1 und Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO daher die Möglichkeit zur hie-

sigen Behandlung seines Asylgesuchs versagt wird,  

dass in seinem Fall auch keine Gründe ersichtlich sind, welche die Vor-

instanz zu einem Selbsteintritt gemäss Art. 17 Dublin-III-VO bzw. gemäss 

Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 (AsylV 1; SR 142.311) hätten ver-

pflichten können,   

dass die Vorinstanz angesichts der vorstehenden Erwägungen zu Recht 

und ohne Ermessensfehler auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

nicht eingetreten ist und seine Wegweisung verfügt hat (vgl. Art. 31a Abs. 1 

Bst. b und Art. 44 AsylG), 

dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, 

dass mit dem vorliegenden Urteil der am 6. Februar 2018 gemäss 

Art. 56 VwVG angeordnete Vollzugsstopp dahinfällt und die Vorinstanz 

dem Beschwerdeführer eine neue Frist zur Ausreise anzusetzen hat,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–  

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. 

Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

Dispositiv nächste Seite 

 

  

F-751/2018 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innerhalb von 30 Tagen ab Versand des Urteils zu-

gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Barbara Giemsa-Haake 

 

 

Versand: