# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b04491e-c6e8-5377-a9e1-3aacfbfb187a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2011 D-4748/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4748-2011_2011-09-01.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4748/2011

U r t e i l   v om   1 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;  
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

Parteien A._______, geboren (…),
Tunesien, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 23. August 2011 / N (…).

D­4748/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  am  27. Oktober  2010  erstmals  in  der 
Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass  das  BFM  aufgrund  einer  Abfrage  der  EURODAC­Datenbank 
feststellte, dass der Beschwerdeführer am 13. November 2008 durch die 
italienischen Behörden daktyloskopisch erfasst worden ist, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  22. März  2011  gestützt  auf  Art. 34 
Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31) 
auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Italien 
anordnete,

dass der Beschwerdeführer am (…) 2011 nach Italien überstellt wurde,

dass er am 12. Juni 2011 erneut in die Schweiz einreiste und am 13. Juni 
2011 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ ein zweites 
Asylgesuch einreichte,

dass am 21. Juni  2011  im EVZ B._______ die  summarische Befragung 
des  Beschwerdeführers  stattfand,  wobei  er  angab,  er  habe  sich  nach 
seiner Rückkehr nach Italien am (…) 2011 in C._______ aufgehalten, wo 
er  die  erste  Nacht  bei  einem  Bekannten  und  die  restliche  Zeit  auf  der 
Strasse verbracht habe,

dass  ihm  anlässlich  der  Befragung  auch  das  rechtliche Gehör  zu  einer 
möglichen  Zuständigkeit  Italiens  für  das  Asylverfahren  sowie  zu  einer 
allfälligen erneuten Wegweisung dorthin gewährt wurde,

dass der Beschwerdeführer diesbezüglich ausführte, eine Rückkehr nach 
Italien  würde  seine  Hinrichtung  bedeuten,  weil  er  dort  keine  Unterkunft 
habe, kein Essen und keine Unterstützung,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  23. August  2011  –  eröffnet  am 
26. August 2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das 
Asylgesuch  erneut  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Italien 
anordnete, 

dass das Bundesamt den Beschwerdeführer gleichzeitig aufforderte, die 
Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu 
verlassen,  den  Kanton  D._______  mit  dem  Vollzug  der 

D­4748/2011

Seite 3

Wegweisungsverfügung  beauftragte,  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen 
diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  ihm  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, angesichts des 
im  ersten  Asylverfahren  festgestellten  EURODAC­Treffers  sei  der 
Beschwerdeführer am 13. November 2008 aus einem Drittstatt kommend 
illegal  nach  Italien  gelangt,  wo  er  sich  bis  am  27. Oktober  2010 
aufgehalten habe,

dass er auch nach seiner Überstellung von der Schweiz nach Italien bis 
zur Wiedereinreise in die Schweiz in Italien gelebt habe, 

dass  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR 0.142.392.68])  und  auf  das  Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft, 
der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, 
Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­Besitzstands  und  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags  Italien  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig 
sei,

dass  die  italienischen  Behörden  vom  BFM  am  12. Juli  2011  um 
Übernahme  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art. 16  Abs. 1  Bst. c 
der Verordnung [EG] Nr. 343/3003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur 
Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines Asylantrages zuständig ist, den 
ein  Staatsangehöriger  eines  Drittstaates  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt 
hat  (Dublin­II­Verordnung;  nachfolgend  Dublin­II­VO)  ersucht  worden 
seien,

dass  die  italienischen  Behörden  zum  Übernahmeersuchen  innert  Frist 
keine Stellung genommen hätten, womit die Zuständigkeit, das Asyl­ und 
Wegweisungsverfahren  durchzuführen,  am  13. August  2011  an  Italien 
übergegangen sei,

D­4748/2011

Seite 4

dass die Überstellung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am 13. Februar 2012 zu erfolgen habe,

dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Gewährung 
des rechtlichen Gehörs zu einer Wegweisung nach Italien kein Hindernis 
für eine Wegweisung dorthin darstellten,

dass somit auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, die Wegweisung aus 
der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und 
der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und möglich 
sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  29. August  2011  gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei  beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die 
Vorinstanz  sei  anzuweisen,  ihr  Recht  zum Selbsteintritt  auszuüben  und 
sich für vorliegendes Asylverfahren zuständig zu erklären,

dass im Sinne vorsorglicher Massnahmen die aufschiebende Wirkung zu 
erteilen  und  die  Vollzugsbehörden  anzuweisen  seien,  von  einer 
Überstellung nach  Italien abzusehen,  bis  das Bundesverwaltungsgericht 
über die vorliegende Beschwerde entschieden habe,

dass  auf  die Erhebung  eines Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  die 
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren sei,

dass auf die Begründung dieser Begehren – soweit entscheidwesentlich 
– in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  30. August  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 

D­4748/2011

Seite 5

Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  die  Beschwerdefrist  von  fünf  Arbeitstagen  vorliegend  am  2. 
September 2011 ablaufen würde, die Beschwerde vom 29. August 2011 
indessen  als  abschliessend  erscheint  und  der  Sachverhalt  vollständig 
festgestellt  ist, weshalb das Urteil  vor Ablauf der Beschwerdefrist gefällt 
werden  kann  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen] 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  3  und  1996 
Nr. 19),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

D­4748/2011

Seite 6

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben sowie dem damit 
übereinstimmenden Ergebnis der EURODAC­Anfrage im November 2008 
in Italien in den Dublin­Raum einreiste,

dass  er  sich  in  der  Folge  mit  Ausnahme  seines  Aufenthaltes  in  der 
Schweiz  während  des  ersten  Asylverfahrens  laut  seinen  eigenen 
Aussagen immer in Italien befand,

dass das BFM am 12. Juli 2011 ein  (zweites) Ersuchen um Übernahme 
des Beschwerdeführers an Italien gestellt hat,

dass  dieses  bis  zum  Ablauf  der  festgelegten  Frist  unbeantwortet 
geblieben  ist  und  demnach  die  Zuständigkeit  für  das  vorliegende 
Verfahren als durch Italien akzeptiert gilt,

dass  der  Beschwerdeführer  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat 
(vorliegend  Italien)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  seines 
Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist,

dass  die  grundsätzliche  Zuständigkeit  Italiens  in  der  Beschwerde  nicht 
bestritten,  vom Beschwerdeführer  hingegen  geltend  gemacht  wird,  eine 
Überstellung nach Italien sei aufgrund der dort herrschenden schwierigen 
Lebensbedingungen  –  eine  genügende Unterstützung  für  Asylsuchende 
wie für anerkannte Flüchtlinge sei nicht vorhanden – nicht zumutbar,

dass  hinsichtlich  dieses  Einwandes  festzuhalten  ist,  dass  Italien  unter 
anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30),  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  und  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche 
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

dass Italien als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin­II­VO zuständiger Staat zudem 
gehalten  ist,  unter  anderem  die  Richtlinie  2005/85/EG  des  Rates  vom 
1. Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den 
Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  (sog.  Verfahrensrichtlinie)  und  die  Richtlinie 
2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylbewerbern  in Mitgliedstaaten 
(sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen,

D­4748/2011

Seite 7

dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten 
Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  verbunden  mit  erhöhtem 
Zustrom  von  Asylsuchenden  zwar mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen 
konfrontiert sieht,

dass  Italien  aufgrund  seiner  stillschweigenden  Zustimmung  indes 
verpflichtet ist, über ein Asylgesuch des Beschwerdeführers zu befinden, 
und vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, der italienische 
Staat würde den Zugang zu einem  funktionierenden Asylverfahren nicht 
gewährleisten,

dass es jedoch dem Beschwerdeführer obliegt – da er dies offenbar noch 
nicht  getan  hat  –  bei  den  italienischen  Behörden  ein  Asylgesuch 
einzureichen,

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten 
ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene 
Kapazitätsprobleme in jüngster Zeit akzentuiert haben dürften,

dass  jedoch  auch  unter  Berücksichtigung  dieser Umstände  kein  Anlass 
zur  Annahme  besteht,  der  Beschwerdeführer  würde  nach  der 
Rückführung  in  Italien  in  eine  existenzielle  Notlage  geraten,  zumal  er 
aufgrund  seines  früheren  Aufenthaltes  mit  den  Verhältnissen  in  Italien 
bestens vertraut ist,

dass selbst wenn dem Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr nicht sofort 
eine  Unterkunft  zugeteilt  werden  könnte,  darin  per  se  noch  kein 
mittelbarer Verstoss gegen die Aufnahmerichtlinie respektive gegen Art. 3 
EMRK  zu  erblicken  wäre,  zumal  bis  dato  auch  nicht  angenommen 
werden kann, die  von  Italien bereitgestellten Geldleistungen würden zur 
Deckung des notwendigen Lebensunterhaltes eines Asylsuchenden nicht 
ausreichen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­7654/2010 vom 
20. April 2011 E. 5.8.1),

dass  dem  Beschwerdeführer  ausserdem  die  Möglichkeit  offen  stünde, 
sich  mit  Hilfe  einer  Rechtsberatungsstelle  einer  italienischen 
Hilfsorganisation  in  Italien  gegen  eine  allfällige  Nichteinhaltung  der 
gemäss Aufnahmerichtlinie geltenden Mindeststandards zu wehren,

D­4748/2011

Seite 8

dass  weder  den  vorinstanzlichen  Akten  noch  der  Beschwerdeschrift 
Hinweise  auf  eine  besondere  Verletzlichkeit  des  Beschwerdeführers 
entnommen werden können,

dass  somit  ohne weiteren Begründungsaufwand  davon  auszugehen  ist, 
das BFM habe keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt gehabt,

dass  das  vorliegende  Urteil  in  Übereinstimmung  mit  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts zum Wegweisungsvollzug nach Italien ergeht 
(vgl. BVGE 2010/45, Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E­3223/2011 
vom 14. Juni 2011 und E­2908/2011 vom 25. Mai 2011),

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des 
Dublin­Verfahrens  entspricht  und  nach  dem Nichteintretensentscheid  im 
Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83 
Abs. 1 AuG,

dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im 
Rahmen des Dublin­Verfahrens stattfinden muss (vgl. BVGE 2010/45 E. 
10.2),

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  für  die  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom 
Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu bestätigen 
ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

D­4748/2011

Seite 9

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen 
ist, weshalb sich die Anträge auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen, 
wie Erteilung der aufschiebenden Wirkung und Verzicht auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses, als gegenstandslos erweisen,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege  gemäss Art. 65  Abs.  1  VwVG  abzuweisen 
ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt 
– als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  weshalb  die  kumulativen 
Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

D­4748/2011

Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: