# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 376ea2cc-a578-5873-af78-560af591a54f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.08.2023 IV 2022/144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2022-144_2023-08-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/144

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.09.2023

Entscheiddatum: 23.08.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 23.08.2023
Art. 28 Abs. 1 und 28a IVG. Rentenanspruch. Gemischte Methode. Gestützt 
auf das beweiskräftige Gutachten, das eine Arbeitsfähigkeit von 70% im 
Erwerb und eine Einschränkung im Haushalt von 20% festlegt, resultiert 
auch unter Vornahme eines Prozentvergleichs im Erwerbsbereich kein 
rentenbegründender IV-Grad (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 23. August 2023, IV 2022/144).

Entscheid vom 23. August 2023

Besetzung

Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), 

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati-Schneider und Corinne Schambeck; 

Gerichtsschreiberin Jeannine Wiessner-Bodmer

Geschäftsnr.

IV 2022/144

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Margot Benz, Jacober Bialas & Partner, 

Oberer Graben 44, Postfach 1047, 9001 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 21. März 2018 bei der IV-Stelle 

wegen Sehnenentzündungen an beiden Füssen zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Dr. 

med. B.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, attestierte ihr für ihre Tätigkeit als Reinigungsangestellte des 

C.___ (nachfolgend: Arbeitgeberin) ab 12. Juni 2017 eine volle und ab 17. Januar 2018 

Arbeitsunfähigkeiten von 70 % bzw. 50 % infolge eines Status nach Resektion des 

dorsalen Fersenspornes und der Haglund-Exostose sowie einer Refixation der 

Achillessehne links mittels Anker bei aktuell leichter Peritendinitis der Peronealsehnen. 

Sitzende Tätigkeiten seien uneingeschränkt durchführbar (Bericht vom 1. Mai 2018, IV-

act. 8-3f.).

A.a. 

Durch Mitteilung vom 8. Mai 2018 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen und Rentenleistungen, da die ungelernte Reinigungskraft in 

einer ihren Leiden angepassten, sitzenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (IV-act. 

14f.). Am 4. Juni 2018 widerrief sie die Mitteilung vom 8. Mai 2018 aufgrund eines 

Gesprächs zwischen der Eingliederungsberaterin und der Arbeitgeberin der 

Versicherten (IV-act. 19).

A.b. 

Mit Mitteilung vom 5. Oktober 2018 sprach die IV-Stelle der Versicherten einen 

Hilfsmittel-Anspruch für einen orthopädischen Serienschuh zu (IV-act. 39). Am 30. 

Oktober 2018 verneinte sie erneut einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und 

Rentenleistungen (IV-act. 42).

A.c. 

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Mit Formular vom 22. Mai 2019 meldete sich die Versicherte erneut zum 

Leistungsbezug an. Sie machte geltend, sie sei zum zweiten Mal an der gleichen Stelle 

an der Achillessehne operiert worden. Bei der ersten Operation seien Heilung und 

Schmerzbehebung nicht erfolgreich gewesen. Seit einiger Zeit leide sie zudem unter 

Herzrhythmusstörungen (IV-act. 45). Ihre Hausärztin, Dr. med. D.___, Fachärztin für 

Allgemeine Innere Medizin, hatte am 14. Mai 2019 berichtet, es sei im Rahmen der 

zweiten Fussoperation zu einer Wundheilungsstörung gekommen. Die Wunde sei 

aktuell noch nicht sauber verschlossen (IV-act. 46).

A.d. 

Im IV-Arztbericht vom 17. September 2019 befand Dr. B.___, der Versicherten sei 

ein Pensum von 40 % in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte 

zumutbar, wobei sitzende Tätigkeiten in höherem Ausmass durchführbar wären (IV-act. 

74). In der Mitteilung vom 21. November 2019 wies die IV-Stelle einen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen bei gegebener subjektiver Arbeitsunfähigkeit ab (IV-act. 81).

A.e. 

Dr. med. E.___, Facharzt für Rheumatologie, Physikalische Medizin und 

Rehabilitation, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

diagnostizierte im Bericht vom 14. Februar 2020 eine schmerzhafte 

Bewegungseinschränkung der linken Lenden-Becken-Hüftregion bei MR 

morphologischen Auffälligkeiten bei axialer und peripherer Spondyloarthritis (IV-act. 

93-21f.). Im Bericht vom 15. Mai 2020 schätzte er die Arbeitsfähigkeit der Versicherten 

auf maximal 20 % ein (IV-act. 107). Dr. med. F.___, Facharzt für Neurochirurgie, befand 

die Versicherte aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht als Raumpflegerin für nicht mehr 

arbeitsfähig, in angepasster Tätigkeit bestehe jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % 

(Bericht vom 18. Mai 2020, IV-act. 109-8f.).

A.f. 

Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die 

Versicherte am 29. Juni 2020 an, im Gesundheitsfall würde sie in einem Ausmass von 

80 - 100 % arbeiten. Seit der ersten Operation würden fast alle Haushaltstätigkeiten 

durch fremde Hilfe erledigt (IV-act. 113).

A.g. 

Am 26. April 2021 wurde die Versicherte durch das ABI, Basel, interdisziplinär 

(allgemeininternistisch, psychiatrisch und rheumatologisch) begutachtet. Im Gutachten 

vom 20. Mai 2021 kamen die Gutachter zum Schluss, dass in der bisherigen Tätigkeit 

A.h. 

https://www.hirslanden.ch/de/corporate/fachgebiete/rheumatologie.html
https://www.hirslanden.ch/de/corporate/fachgebiete/physikalische-medizinundrehabilitation.html
https://www.hirslanden.ch/de/corporate/fachgebiete/physikalische-medizinundrehabilitation.html
https://www.hirslanden.ch/de/corporate/fachgebiete/orthopaedische-chirurgieundtraumatologiedesbewegungsapparates.html

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als Reinigungsangestellte seit April 2019 keine Arbeitsfähigkeit mehr bestanden habe 

und in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % gegeben sei. die 

Einschränkung im Haushalt betrage 20 % (IV-act. 130-10f.).

Durch Vorbescheid vom 10. Juni 2021 stellte die IV-Stelle in Aussicht, den 

Rentenantrag der Versicherten gestützt auf einen Gesamt-IV-Grad von 25 % - bei Teil-

IV-Graden von 19 % im Erwerb und 6 % im Haushalt - abzuweisen (IV-act. 135).

A.i. 

Gegen diesen Entscheid liess die Versicherte durch die procap mit Eingabe vom 

13. August 2021 Einwand erheben und beantragen, es sei eine allfällige 

gesundheitliche Verschlechterung zu prüfen (IV-act. 140). Mit Ergänzung vom 24. 

August 2021 machte sie geltend, seit der Abklärung im ABI habe sich ihre 

Fussproblematik weiter verschlechtert. Zudem habe sich eine Hauterkrankung 

eingestellt, weshalb sie sowohl bei einer Dermatologin in Behandlung als auch für 

weitere Abklärungen im Venenzentrum angemeldet worden sei (IV-act. 144).

A.j. 

Im Verlaufsbericht vom 5. November 2021 informierte die Hausärztin, bei der 

Versicherten sei im Juni 2021 im Bereich des linken Fusses/Übergangs zum ventralen 

Unterschenkel eine stark juckende, schmerzhafte rötliche Hautveränderung 

aufgetreten. Eine dermatologische Abklärung habe die Diagnose einer 

leukozytoklastischen Vaskulitis ergeben, was wiederum der Rheumatologe in 

Zusammenhang mit der Grunderkrankung sehe. Da im Verlauf des Sommers zudem 

ausgeprägte Mundaphten aufgetreten seien, habe sie ab Anfang Oktober eine Pause 

mit der Basistherapie eingelegt und leide daher wieder vermehrt unter Schmerzen (IV-

act. 148-1f.). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) empfahl die Einholung weiterer 

Verlaufsberichte (IV-act. 149) und kam gestützt auf diese mit Stellungnahme vom 30. 

März 2022 zum Schluss, dass basierend auf den nachträglich eingereichten 

medizinischen Unterlagen weiterhin auf die Ergebnisse des Gutachtens vom 20. Mai 

2021 abgestützt werden könne (IV-act. 178). Im Rahmen einer zweiten Anhörung teilte 

die IV-Stelle der Versicherten am 6. April 2022 mit, sie halte am bisherigen Entscheid, 

wonach kein Rentenanspruch bestehe, fest. Die Versicherte habe Gelegenheit, bis zum 

20. April 2022 zu den medizinischen Berichten Stellung zu nehmen (IV-act. 179).

A.k. 

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B.  

Mit Bericht vom 19. April 2022 informierte Dr. E.___, bei der Versicherten sei 

insbesondere seit Mai 2021 eine deutliche klinische Verschlechterung des 

Allgemeinzustandes festzustellen. Es seien weitere Untersuchungen durch den 

Herzspezialisten und die Nierenpraxis G.___ notwendig. Aus diesem Grund sei eine 

sozialmedizinische Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit erst nach 

Vorliegen der entsprechenden Befunde möglich (IV-act. 181). Gestützt auf diesen 

Arztbericht ersuchte die Versicherte die IV-Stelle, bis zum Abschluss der 

Untersuchungen mit einem Rentenentscheid zu warten (IV-act. 182).

A.l. 

RAD-Arzt Dr. med. H.___, Facharzt für Innere Medizin, befand mit Stellungnahme 

vom 21. Juli 2022, auch basierend auf dem neuesten Bericht des behandelnden 

Rheumatologen Dr. E.___ müsse weiterhin am Gutachten vom 20. Mai 2021 

festgehalten werden (IV-act. 185).

A.m. 

Mit Verfügung vom 30. Juli 2022 lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch 

gestützt auf eine Gesamtinvalidität von 25 % im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act. 

187)

A.n. 

Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde von 

Rechtsanwältin MLaw M. Benz für die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

vom 14. September 2022 mit dem Antrag auf deren Aufhebung und auf Durchführung 

eines Gerichtsgutachtens in den Disziplinen Rheumatologie, Orthopädie und 

Allgemeine Medizin. Zudem sei die Eignung der Beschwerdeführerin zu feinmanuellen 

Arbeiten bei einer geeigneten Einrichtung abzuklären. Eventualiter sei die Sache 

zwecks Einholung eines Obergutachtens, einer Abklärung der Fähigkeit zu 

feinmanuellen Arbeiten sowie einer Haushaltabklärung vor Ort an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Verfügung aufzuheben sowie der 

Beschwerdeführerin mindestens eine 45 %-Rente ab 1. April 2019 zuzusprechen und 

es seien berufliche Massnahmen durchzuführen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Zur Begründung macht die Rechtsvertreterin im Wesentlichen 

geltend, das polydisziplinäre Gutachten sei zwingend mit einem orthopädischen 

Gutachten zu ergänzen, da die Fussschmerzen am Anfang der Arbeitsunfähigkeit 

stehen und weiterhin einen wesentlichen Teil des schlechten Gesundheitszustands 

B.a. 

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Erwägungen

1.  

ausmachen würden. Zudem sei ein rheumatologisches Obergutachten einzuholen, weil 

der rheumatologische Gutachter verschiedene Widersprüche aufgeführt habe, welche 

Zweifel an seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung aufkommen liessen. Auch müsse die 

Eignung der Beschwerdeführerin für feinmanuelle Arbeiten abgeklärt werden, nachdem 

gemäss rheumatologischer Diagnose in den Händen chronische Arthralgien 

(Gelenkschmerzen) im Bereich Ellbogen, Hand und peripheren Fingergelenken 

beidseits bestünden, die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Schliesslich sei die 

Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige zu behandeln, es sei beim 

Einkommensvergleich auch beim Invalideneinkommen vom selben tieferen Lohn wie 

beim Valideneinkommen auszugehen und der Beschwerdeführerin ein Leidensabzug 

von 25 % zu gewähren (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2022 beantragt die 

Beschwerdegegnerin unter Bezugnahme auf sämtliche Argumente der 

Beschwerdeführerin und mit Verweis auf die Stellungnahme ihres Fachbereichs vom 6. 

Oktober 2022 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 4, 

4.1).

B.b. 

In der Replik vom 3. Januar 2023 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest und reicht weitere Arztberichte ein (act. G 6, 6.1-6.3).

B.c. 

Mit Eingabe vom 13. Januar 2023 hält die Beschwerdegegnerin unter Verzicht auf 

eine Duplik ebenfalls an ihrem Antrag fest (act. G 8).

B.d. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der dazugehörigen Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sowie des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 

Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 210 

E. 4.3.1). Vorliegend meldete sich die Beschwerdeführerin erneut im Mai 2019 zum 

1.1. 

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2.  

Rentenbezug an (IV-act. 45), weshalb frühestens ab November 2019 ein 

Rentenanspruch in Betracht fällt (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Soweit die angefochtene 

Verfügung einen noch unter Geltung des alten Rechts entstehenden Rentenanspruch 

zum Gegenstand hat, sind die Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 gültigen 

Fassung anwendbar (vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101). Sie werden nachfolgend in dieser Fassung 

zitiert.

Nach ständiger Rechtsprechung ist der Zeitraum bis zum Abschluss des 

Verwaltungsverfahrens Bezugsgrösse für den entscheidungsrelevanten Sachverhalt 

(hier: 30. Juli 2022, BGE 143 V 409 E. 2.1 S. 411 mit Hinweisen). Die mit der Replik vom 

3. Januar 2023 eingereichten Arztberichte von Dr. med. I.___ vom 11. November 2022 

und Dr. E.___ vom 12. Dezember 2022 (act. G 6.1 und 6.2) sowie die Bilder der 

Verletzungen infolge Verbrühens der Hand der Beschwerdeführerin im Dezember 2022 

(act. G 6.3) betreffen hingegen den gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin 

nach diesem Zeitpunkt, weshalb sie im vorliegenden Verfahren nicht zu 

berücksichtigen sind (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 5. November 

2019, 9C_114/2019, E. 2 mit Hinweis auf BGE 121 V 362 E. 1b in fine S. 366).

1.2. 

Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich lediglich 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige 

Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung 

genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise 

weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem 

Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und 

insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1). Was den subeventualiter 

geltend gemachten Antrag auf berufliche Massnahmen anbelangt, so wurde dieser 

durch Mitteilung vom 21. November 2019 abgewiesen (IV-act. 81) und war nicht 

Gegenstand der Verfügung vom 30. Juli 2022 (IV-act. 187). Im Hinblick darauf, dass die 

angefochtene Verfügung von einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad 

ausgeht, ist die Frage betreffend berufliche Massnahmen auch nicht notwendigerweise 

deren Gegenstand. Unter diesen Umständen ist der Anspruch auf berufliche 

Massnahmen sowie andere Eingliederungsmassnahmen nicht Anfechtungsgegenstand 

des vorliegenden Verfahrens, weshalb auf den entsprechenden Beschwerdeantrag 

nicht einzutreten ist.

1.3. 

Zwischen den Parteien streitig und zu prüfen ist der Antrag der 

Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen.

2.1. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_361%2F2020&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-V-409%3Ade&number_of_ranks=0#page409
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Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG; 

SR 830.1 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2. 

Die Bemessung des Invaliditätsgrades von (teil-)erwerbstätigen Versicherten richtet 

sich nach Art. 16 ATSG (Art. 28a Abs. 1 und Abs. 3 IVG), wonach (für den erwerblichen 

Anteil) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Bei teilerwerbstätigen Versicherten, die daneben auch im 

Aufgabenbereich tätig sind, wird für die Bemessung des Invaliditätsgrades für den 

Aufgabenbereich darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

2.3. 

Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente.

2.4. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

2.5. 

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3.  

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 

1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3). Ebenfalls 

ist bei der Würdigung der medizinischen Aktenlage der Erfahrungstatsache Rechnung 

zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. 

Dies gilt für Hausärzte wie auch für spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen (vgl. 

statt vieler: Entscheide des Bundesgerichts vom 3. Mai 2021, 8C_164/2021, E. 3.2.1, 

und vom 17. Februar 2021, 8C_783/2020, E. 5.2, je mit Hinweisen).

Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin durch das ABI Basel begutachtet. In 

ihrer Gesamtbeurteilung diagnostizierten die ABI-Gutachter mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine axiale und periphere Spondylarthropathie 

(ICD-10 M45), eine chronische Ansatztendinopathie der Achillessehnen beidseits 

linksbetont (ICD-10 M76), ein chronisches subacromiales Impingement rechts (ICD-10 

M75.9) sowie eine Adipositas per magna, WHO Kat. III (ICD-10 E66). Ohne Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit seien eine arterielle Hypertonie (ICD-10 I10), eine substituierte 

Hypothyreose bei Autoimmunthyreopathie Hashimoto (ICD-10 E03.9), ein 

paraxysmales tachykardes Vorhofflimmern (ICD-10 I48), ein sekundärer 

Hyperparathyreoidismus bei Vit. D-Mangel gemäss Unterlagen (ICD-10 E21.1) sowie 

eine chronisch venöse Insuffizienz (ICD-10 I83.9; IV-act. 130-9). Sowohl der 

allgemeininternistische als auch der psychiatrische Gutachter konnten betreffend ihre 

Disziplinen keine Arbeitsunfähigkeit feststellen. Der Psychiater führte aus, trotz den die 

Beschwerdeführerin deutlich einschränkenden somatischen Beschwerden bestehe eine 

ausreichende psychische Grundstabilität mit guten persönlichen Ressourcen, diesen 

3.1. 

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Schwierigkeiten angemessen begegnen zu können. Es sei aktuell keine psychische 

Erkrankung, respektive Depressionserkrankung feststellbar (IV-act. 130-36).

Der rheumatologische Gutachter führte in seinem Teilgutachten aus, es präsentiere 

sich eine __-jährige Explorandin in einem schmerzbedingt leicht reduzierten und 

deutlich adipösen Ernährungszustand mit einem BMI von aktuell 39kg/m  (WHO Klasse 

II; IV-act. 130-46, bzw. Kat. III, IV-act. 130-45). In diesem Kontext bestehe eine 

deutliche allgemeine muskuläre sowie kardiovaskuläre Dekonditionierung. Die 

Bewegungsprüfung des Lendenwirbelbereichs ergebe eine deutliche 

Bewegungseinschränkung, durchaus kompatibel mit den gemäss Aktenlage bereits im 

2019 dokumentierten lumbalen Spondylarthrosen. Die ebenfalls weitergehende 

deutliche Bewegungseinschränkung von BWS und HWS könne vor allem reaktiv 

myogelotisch erklärt werden. Am Schultergürtel bestehe rechts ein chronisches 

subakromiales Impingement. Inwiefern dieses degenerativ haltungsbedingt oder 

assoziiert mit der entzündlich-rheumatischen Grunderkrankung vorliege, sei 

abschliessend nicht zu bestimmen. Im Status an den oberen Extremitäten würden 

ausgedehnte Arthralgien bestehen, vor allem im Bereich der Hände, wobei rein passiv 

assistiert eine weitgehend normale Bewegungsfähigkeit vorliege und eindeutige 

Arthritiden rein klinisch nicht abgegrenzt hätten werden können. An den unteren 

Extremitäten bestehe im Rahmen der Adipositas eine adäquate Bewegungsfähigkeit 

der Hüft- und Kniegelenke. Ausgeprägte Beschwerden fänden sich vor allem im 

Bereich der distalen Unterschenkel links mehr als rechts sowie im Bereich der zweimal 

operativ behandelten linken Achillessehne. Im Gesamtkontext der Aktenlage könne 

durchaus die vom Rheumatologen postulierte Diagnose einer axialen und peripheren 

Spondylarthropathie weiter aufrechterhalten werden. Eine relevante Besserung der 

Schmerzsymptomatik unter dem Biologikum Etarnecept seit 02/20 liege nicht vor. 

Ungünstig beeinflusst seien die Beschwerden durch die ausgeprägte Adipositas, die 

Dekonditionierung, die degenerativen Veränderungen am Lendenbereich sowie die 

postoperativen Residuen von Seiten der linken Achillessehne. Die ausgedehnten 

Weichteilbeschwerden im gesamten Körper könnten differentialdiagnostisch einerseits 

reaktiv myogelotisch erklärt werden, eine gewisse Schmerzgeneralisierungstendenz 

könne trotzdem nicht ausser Acht gelassen werden (IV-act. 130-46). Der Rheumatologe 

attestierte der Beschwerdeführerin ab April 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte. Eine angepasste Tätigkeit sei 

aus rheumatologisch-theoretischer Sicht vor allem eine eher sitzende adaptierte 

Tätigkeit unter folgenden spezifischen Arbeitsplatzbedingungen: In 

Schulterneutralstellung bestünden keine Einbussen für feinmanuell verarbeitende 

Tätigkeiten an einem ergonomisch gut eingestellten Arbeitsplatz. 

3.2. 

2

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Überkopfbewegungen seien dabei zu vermeiden. Ebenfalls solle der 

Beschwerdeführerin die Möglichkeit geboten werden, ihre Arbeitsposition regelmässig 

nach eigenem Gutdünken wechseln zu können. Ungünstig seien Arbeiten verbunden 

mit stereotypen Rotationsbewegungen des Achsenskelettes, Arbeiten in anhaltender 

Oberkörpervorneige- und Rückhalteposition. Im Kontext der chronischen residuellen 

Achillessehnenbeschwerden seien stehende und gehende Tätigkeiten nicht möglich. 

Dabei schätzte der Gutachter, es sei ab April 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % für 

eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende, adaptiert durchgeführte Tätigkeit im freien 

Arbeitsmarkt möglich (IV-act. 130-47f.). Beim Ausführen von Haushaltstätigkeiten 

bestünden vor allem Einschränkungen für repetitive Überkopfbewegungen mit dem 

rechten Arm, z.B. beim Aufhängen von Wäsche, und monotone Bewegungen beim 

Staubsaugen/Reinigen sowie für das Tragen von Einkäufen (IV-act. 130-49). In der 

Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, da weder aus allgemeininternistischer 

noch aus psychiatrischer Sicht Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten 

festgestellt werden können, sei mit dem Rheumatologen von einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und einer Arbeitsfähigkeit von 70 % 

in körperlich leichten, adaptierten Verweistätigkeiten auszugehen (IV-act. 130-10). Für 

Haushaltstätigkeiten bestünden vor allem Einschränkungen für repetitive 

Überkopfbewegungen mit dem rechten Arm (z.B. beim Aufhängen von Wäsche etc., 

siehe oben). Die weiteren üblichen Haushaltsarbeiten könnten in eigener Zeiteinteilung 

mit den erwähnten Einschränkungen durchgeführt werden. Die Einschränkung im 

Haushalt betrage 20 % (IV-act. 130-11).

Die Beschwerdeführerin bringt gegen das Gutachten vor, die Beschwerdegegnerin 

habe es unterlassen, im Rahmen der Begutachtung auch eine orthopädische 

Untersuchung anzuordnen. Dies erstaune angesichts des Umstandes, dass die 

Fussschmerzen/-probleme am Anfang der Arbeitsunfähigkeit gestanden hätten und 

weiterhin einen wesentlichen Teil des schlechten Gesundheitszustands ausmachten. 

So klage die Beschwerdeführerin, dass sich die Fussproblematik infolge einer 

Hauterkrankung weiter verschlechtert habe. Zudem könnten gemäss Hausärztin auch 

eine Covid-19-Erkrankung im November 2020 und/oder die Booster-Impfung vom 27. 

April 2021 (nach der Begutachtung erfolgt) Grund der Verschlechterung sein. Die 

Orthopädie ist ein Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Entstehung, Erkennung, 

Verhütung und Behandlung angeborener oder erworbener Störungen und Anomalien in 

Form oder Funktion des Stütz- und Bewegungsapparats befasst, wogegen unter 

Rheumatologie die Lehre von der Entstehung, Behandlung und Verhütung von 

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises zusammengefasst wird (Pschyrembel, 

Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 1314 und 1561). Beide Bereiche 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

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haben etliche Überschneidungen, weshalb auch die jeweiligen Spezialisten Fachwissen 

in der jeweils anderen Disziplin mitbringen müssen und damit in der Lage sein sollten, 

funktionelle Einschränkungen aufgrund körperlicher Beschwerden beurteilen zu können 

(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 4. Oktober 2017, 9C_474/2017, E. 4.2 mit 

Hinweis). Der Argumentation der Beschwerdeführerin kann daher entgegengehalten 

werden, dass RAD-Arzt Dr. H.___ sich gestützt auf die vorhandenen Arztberichte und 

Diagnosen in seinem Gutachtensauftrag vom 28. Dezember 2020 für die 

Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Rheumatologie entschied 

(IV-act. 121-2) und auch das ABI keine weitere Gutachtensdisziplin für notwendig 

erachtete. Gemäss dem Kreisschreiben über das Verfahren in der 

Invalidenversicherung (KSVI, Rz 3101) prüft die Gutachterstelle im Rahmen von 

polydisziplinären Gutachten eigenständig, ob die Liste der medizinischen 

Fachdisziplinen angepasst werden muss. Zudem hatte bereits Dr. F.___, Spezialist im 

Bereich Wirbelsäulenchirurgie, im Bericht vom 18. Mai 2020 festgehalten, er gehe 

aufgrund seiner Untersuchung (letztmals im Dezember 2019) davon aus, dass die 

Beschwerdeführerin vor allem unter einer Erkrankung aus dem rheumatologischen 

Formenkreis sowie unter einer Spondylarthrose im Bereich LW4-SW1 leide. Dabei 

stehe jedoch die Rheumatologie im Vordergrund (vgl. IV-act. 109-8). Nachdem 

schliesslich im Rahmen des Gutachtens keine Fragen offenblieben, welche einzig 

durch eine Fachperson der Orthopädie hätten beantwortet werden können, kann 

vorliegend auf eine Begutachtung durch eine Orthopädin bzw. einen Orthopäden 

verzichtet werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 4. Oktober 2017, 

9C_474/2017, E. 4.2 mit Hinweis).

Weiter beantragt die Beschwerdeführerin, es sei eine Abklärung zu einem 

allfälligen Zusammenhang zwischen den gesundheitlichen Beschwerden und der 

Covid-Erkrankung/Impfung vorzunehmen. Sie führt allerdings nicht weiter aus, durch 

wen diese Abklärung vorzunehmen sei und was von einer solchen zu erwarten wäre. 

Immerhin ist die Beschwerdeführerin in regelmässiger Behandlung bei ihrer Hausärztin 

und es finden sich keine Anhaltspunkte auf einen solchen Zusammenhang. Eine 

weitergehende Abklärung über einen möglichen Zusammenhang mit einer Covid-

Erkrankung bzw. deren Impfung erscheint sodann auch hinsichtlich der Frage der Höhe 

der Arbeitsfähigkeit nicht weiter zielführend, nachdem die limitierenden Diagnosen von 

den Fachärzten grundsätzlich unstrittig feststehen und einzig die Beurteilungen der 

damit einhergehenden Arbeitsunfähigkeit zwischen Behandlern und Gutachtern 

voneinander abweichen.

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/19

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Sodann rügt die Beschwerdeführerin am Gutachten, es sei fehlerhaft. Dass das 

Gutachten im Abschnitt über die "Information der Auftraggeber (reine Zitate des 

Auftraggebers)" die frühere, aber im Zeitpunkt der Begutachtung nicht mehr aktuelle 

Information eines weiterhin bestehenden Arbeitsverhältnisses aufführte, kann nicht als 

Fehler im Gutachten betrachtet werden. Ausserdem trägt diese Sachverhaltsangabe 

einen lediglich informativen Zweck, der weder mit der Beurteilung der medizinischen 

Diagnosen noch der Höhe der Arbeitsfähigkeit in Beziehung steht. Dass das Gutachten 

unsorgfältig erarbeitet worden wäre, geht somit fehl, handelt es sich doch, wie 

festgehalten, lediglich um ein Zitat aus den Akten. Schliesslich ist zwar korrekt, dass 

der rheumatologische Gutachter im Rahmen der Diagnosestellung von einem Verdacht 

auf eine axiale und periphere Spondylarthropathie ausgeht, diesen Verdacht 

demgegenüber bei seinen weiteren Ausführungen weglässt bzw. die reine Diagnose 

später sogar bestätigt (IV-act. 130-9, 130-11, 130-46). Obgleich diese Angabe erstaunt, 

vermag sie die grundsätzliche diagnostische Einschätzung nicht in Zweifel zu ziehen 

und ihre Herleitung und Begründung bleibt nachvollziehbar und in sich schlüssig.

3.5. 

Was den Beginn der dauernden Arbeitsunfähigkeit betrifft, hielt der Rheumatologe 

im Gutachten fest, in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe seit April 

2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 130-47). Demgegenüber wurde im Rahmen 

der Konsensprüfung ausgeführt, die in der bisherigen Tätigkeit aufgehobene 

Arbeitsfähigkeit könne ab April 2019 angenommen werden (IV-act. 130-10). Ob sich an 

erster oder zweiter Stelle ein Fehler einschlich, nachdem die Arbeitsfähigkeit in 

angepasster Tätigkeit ebenfalls ab April 2019 terminiert worden war (vgl. IV-act. 130-11 

und 130-48), bleibt tatsächlich unklar. Denn wie die Beschwerdeführerin korrekt 

festhielt, sind die Fussbeschwerden mindestens seit der Operation vom 12. Juni 2017 

belegt bzw. dürfte aufgrund der Kündigung durch die Arbeitgeberin nach Ablauf von 24 

Monaten per 16. April 2019 (vgl. IV-act. 71-9) sogar bereits etwas vor Juni 2017 eine 

Arbeitsunfähigkeit infolge dieser Beschwerden eingetreten sein (gemäss Absenzenblatt 

war die Beschwerdeführerin im März 2017 erstmals während einer Dauer von 13 Tagen 

arbeitsunfähig (IV-act. 71-11 und 71-14). Nachdem sich die Relevanz des exakten 

Arbeitsunfähigkeitsbeginns in der angestammten Tätigkeit jedoch erst bei Erreichen 

eines rentenbegründenden IV-Grades auswirkt, können Weiterungen dazu vorerst 

unterbleiben.

3.6. 

Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin, der Rheumatologe habe sich nicht 

genügend differenziert mit den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte 

auseinandergesetzt. Jener führte demgegenüber in seinem Teil-Gutachten aus, die in 

den Akten attestierten Arbeitsunfähigkeiten könnten im Ausmass durch ihn nicht 

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

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4.  

bestätigt werden, wobei eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit auch für eine körperlich 

leichte, adaptierte berufliche Tätigkeit aus seiner Sicht nicht bestätigt werden könne, 

wie dies der behandelnde Rheumatologe im November 2020 gegenüber der 

Beschwerdegegnerin postuliert habe (IV-act. 130-47). Der rheumatologische Gutachter 

definierte nachvollziehbar, dass er für die Beschwerdeführerin aus rheumatologisch-

theoretischer Sichtweise grundsätzlich vor allem eine eher sitzende adaptierte Tätigkeit 

als möglich erachte unter spezifischen Arbeitsbedingungen (vgl. dazu Erwägung 3.2). 

Eine solche Tätigkeit sei in einer Arbeitszeit von täglich zweimal drei Stunden 

auszuführen, wobei diese Arbeitszeit über den Tag zu verteilen sei, um regelmässige 

Pausen zu gewinnen. Die Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit im freien 

Arbeitsmarkt, bezogen auf ein 100 %-Pensum, betrage insgesamt 70 % (IV-act. 

130-48). Nachdem lediglich Dr. E.___ eine nicht weiter begründete 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 80 % angegeben (vgl. IV-act. 116-3) und die 

Hausärztin auf eine Einschätzung verzichtet hatte (vgl. IV-act. 117-3), erscheint die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des begutachtenden Rheumatologen, welche insbesondere 

dem definierten Zumutbarkeitsprofil der Schmerz- bzw. Beschwerdeproblematik der 

Beschwerdeführerin umfassend Rechnung trägt, aber auch eine quantitative 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einräumt, genügend begründet und abgestützt.

Schliesslich ist insgesamt mit RAD-Arzt Dr. H.___ festzuhalten, dass das 

polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 20. Mai 2021 als grundsätzlich widerspruchsfrei 

und umfassend bezeichnet werden kann (IV-act. 132). Es wurde eine Beurteilung der 

Konsistenz und Plausibilität aus rheumatologischer Sicht durchgeführt (IV-act. 130-47) 

und die Konsensbeurteilung durch die drei Gutachter erscheint schlüssig. Nachdem 

das ABI-Gutachten somit den versicherungsmedizinischen Anforderungen genügt, 

kann darauf abgestellt werden.

3.8. 

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, es sei abzuklären, ob sie überhaupt 

in der Lage sei, feinmanuelle Arbeiten wie sie das Gutachten als adaptiert festhält, zu 

verrichten. Hierzu ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass es sich bei 

feinmanuellen bzw. feinmotorischen Arbeiten nicht nur um Präzisionsarbeiten handelt, 

sondern allgemein Tätigkeiten der Kleingerätemontage oder andere serielle 

Industriearbeiten sowie das Verpacken und Kontrollieren von Kleinteilen darunterfällt. 

Eine Einschränkung bei solchen Tätigkeiten ist gemäss Aktenlage nicht ersichtlich, 

weshalb auf weitere Abklärungen zu verzichten ist. Zudem bietet der theoretische 

ausgeglichene Arbeitsmarkt selbst für Personen mit eingeschränkter Feinmotorik 

ausreichende realistische Beschäftigungsmöglichkeiten wie die Bedienung und 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

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Überwachung von automatischen Maschinen und Produktionseinheiten (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 24. März 2022, 9C_39/2022, E. 4.2).

Schliesslich bleibt die Frage, ob die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % bei der im 

Zeitpunkt der Begutachtung 58-jährigen Beschwerdeführerin noch verwertbar ist, 

ebenfalls prüfenswert. Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 

Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (im Einzelnen 

dazu Urteil vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 5.1, in: SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203). Das 

fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der 

Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen 

und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person 

verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch 

gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer 

wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet 

(Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2017, 9C_253/2017, E. 2.2.2 u.a. mit Hinweis auf 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 21. August 2006, I 831/05, E. 

4.1.1 mit Hinweisen). Mit ihren __ Jahren liegt die Beschwerdeführerin in Anbetracht 

der nachfolgend noch zu prüfenden Umstände jedenfalls noch deutlich unter einem 

Alter, für welches gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bereits deswegen 

eine Unverwertbarkeit anzunehmen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. 

November 2021, 8C_535/2021, E. 5.6 mit weiteren Hinweisen).

4.2. 

Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf 

dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten 

Umständen des Einzelfalls ab. Relevant sind rechtsprechungsgemäss die Art und 

Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare 

Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand sowie in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine 

theoretische Grösse, sodass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene 

Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, 

also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Menschen mit Behinderung mit einem 

sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unverwertbarkeit der 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

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5.  

Restarbeitsfähigkeit ist namentlich dann anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in 

nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 

Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile des Bundesgerichts 

vom 16. September 2022, 9C_464/2021, E. 4.3.1, und vom 15. Juni 2022, 9C_21/2022, 

E. 2.3.1 mit Hinweisen).

Zwar ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin übliche 

Reinigungstätigkeiten, wie sie sie bis anhin verrichtet hat, nicht mehr zumutbar sind. 

Die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt ist gleichwohl zu bejahen. So erachteten die ABI-Gutachter eine 

Arbeitsfähigkeit von 70 % für eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende, adaptiert 

durchgeführte Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt als möglich und zumutbar (IV-act. 

130-47f.) und es ist nicht ersichtlich, inwiefern übermässige, aussergewöhnliche 

Adaptionskriterien vorhanden sein sollten, die das Finden einer Stelle ausschlössen. Es 

ist der Beschwerdeführerin zumutbar, eine adaptierte Tätigkeit in diesem Umfang 

auszuführen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Mai 2023, 9C_42/2023, E. 4.3).

4.4. 

Vorliegend gab die Beschwerdeführerin zwar im Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt an, sie würde im Gesundheitsfall ein 

Arbeitspensum von 80 - 100 % ausüben (IV-act. 113-1). Da sie jedoch für ihre 

Arbeitgeberin seit Jahren in einem Pensum von 70 % tätig gewesen war 

(Arbeitgeberbericht vom 24. Juni 2019, IV-act. 71, IK-Auszug, IV-act. 5), dieses auch 

nicht zuvor bereits aus gesundheitlichen Gründen reduziert hatte und nicht ersichtlich 

ist, weshalb ein höheres Pensum nicht möglich gewesen wäre, erscheint ein 

Vollpensum für den Fall, dass sie nicht krank geworden wäre, wenig glaubhaft. Zudem 

hat die Beschwerdeführerin erwachsene Kinder, lebt in stabilen Familienverhältnissen 

und ohne finanzielle Not, ein Vollpensum auszuführen. Daher ist überwiegend 

wahrscheinlich davon auszugehen, dass sie auch im Gesundheitsfall weiterhin ein 

70 %-Pensum ausgeübt hätte. Davon ist in der Folge auszugehen.

5.1. 

Für die Einschränkungen im Aufgabenbereich verlangt die Beschwerdeführerin, es 

sei eine Abklärung vor Ort vorzunehmen. Eine Haushaltsabklärung vor Ort erweist sich 

jedoch als nicht notwendig. Wie das Gutachten ausführt, bestünden für 

Haushaltstätigkeiten vor allem Einschränkungen für repetitive Überkopfbewegungen 

mit dem rechten Arm, für das Tragen von Einkäufen und monotone Bewegungen beim 

5.2. 

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6.  

Staubsaugen/Reinigen (IV-act. 130-49). Die Einschränkung im Haushalt schätzte der 

Rheumatologe auf 20 % (IV-act. 130-11, vgl. auch Erwägung 3.2), was unter 

Berücksichtigung der körperlichen Einschränkungen, der Möglichkeiten einer eigenen 

zeitlichen Einteilung sowie der nach der Rechtsprechung geltenden 

Schadenminderungspflicht der Familienmitglieder (vgl. BGE 133 V 509 E. 4.2) 

nachvollziehbar erscheint. Somit ist darauf abzustellen.

In erwerblicher Hinsicht nahm die Beschwerdegegnerin aufgrund des 

unterdurchschnittlichen Jahreslohns der Beschwerdeführerin eine Parallelisierung vor 

und stützte sich beim Invalideneinkommen auf die schweizerischen Durchschnittslöhne 

ab (vgl. IV-act. 133). Diesem Vorgehen kann jedoch nicht gefolgt werden, nachdem die 

Beschwerdeführerin für einen der grössten Arbeitgeber der Ostschweiz tätig war und 

der im Vergleich zur Gesamtschweiz tiefere Lohn klar zeigt, dass es sich offensichtlich 

um einen regionalen Unterschied handeln muss. Daher hätte sie auch in jeder anderen 

Hilfsarbeitertätigkeit - sie verfügt über keine Ausbildung - in der Region kein höheres 

Lohnniveau erreichen können bzw. könnte sie dies ebenso wenig in einer adaptierten 

Tätigkeit. Zudem kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass sie sich freiwillig 

mit einem tieferen Lohn begnügt hat. Aus diesem Grund ist ein Prozentvergleich 

vorzunehmen. Dieser bietet sich namentlich an, wenn die ohne und mit Invalidität 

hypothetisch erzielbaren Erwerbseinkommen, mithin das Validen- und das 

Invalideneinkommen, ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen sind. 

Diesfalls erübrigt sich deren genaue Ermittlung: Der Invaliditätsgrad entspricht dem 

Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom 

Tabellenlohn (Urteile des Bundesgerichts vom 11. November 2021, 9C_478/2021, E. 

5.2.1 und vom 25. November 2020, 8C_296/2020, E. 6.1; jeweils mit Hinweisen).

6.1. 

Die Beschwerdeführerin beantragt, einen leidensbedingten Abzug von 25 % 

vorzunehmen mit der Begründung, sie sei auch bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 

wegen ihrer Beschwerden sehr eingeschränkt. Dazu kämen das Alter, die fehlenden 

Sprachkenntnisse, die fehlende Bildung und der Ausländerstatus (act. G 1, S. 10).

6.2. 

Mit dem Abzug vom Tabellenlohn soll der Tatsache Rechnung getragen werden, 

dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, 

Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach 

Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf 

einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2; 126 V 75 E. 5b/aa i.f.). Der Abzug soll 

aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht 

übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2; 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die 

Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem 

Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich 

leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Allfällige 

bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 

Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 

Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 

führen (BGE 148 V 174 E. 6.3; 146 V 16 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).

Soweit sich die diagnostizierten Gesundheitsschäden auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirken, fand dies in der gutachterlich attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit und im 

Zumutbarkeitsprofil der ABI-Ärzte bereits Beachtung und kann im Rahmen eines 

leidensbedingten Abzugs nicht erneut berücksichtigt werden. Dabei ist zu ergänzen, 

dass die mit 2 x 3 Stunden täglich angegebene Arbeitszeit rein rechnerisch bei einer 

durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche in Prozent 

faktisch etwas weniger als 70 % entspricht, was sich aber - wie sich nachfolgend 

zeigen wird - auf das Ergebnis nicht auswirkt (zur Berechnung des 

Arbeitsfähigkeitsgrads vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2016, 

9C_391/2015, E. 5.5). Schliesslich lässt sich bei möglichen Hilfsarbeiten aufgrund des 

Ausländerstatus, vorliegend mit Niederlassungsbewilligung C nach der Kasuistik und 

ohnehin bei der Vornahme eines Prozentvergleichs ebenfalls kein Abzug begründen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2011, 8C_594/2011, E. 5.1). Dass das 

Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss sodann als 

invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts vom 20. 

Juli 2011, 8C_361/2011, E. 6.5). Ebenso lässt sich im Hinblick auf die der 

Beschwerdeführerin zumutbare Erwerbstätigkeit infolge sprachlicher Schwierigkeiten 

kein (zusätzlicher) Abzug herleiten (Urteil des Bundesgerichts vom 21. April 2011, 

8C_17/2011, E. 6.2). Aufgrund der Notwendigkeit eines allenfalls etwas grösseren 

Entgegenkommens durch den Arbeitgeber aufgrund der speziellen Anforderungen an 

einen ergonomisch gut eingestellten Arbeitsplatz kann ihr kein Abzug gewährt werden 

(vgl. zum Ausmass des nötigen Entgegenkommens für eine Berücksichtigung, Urteil 

des Bundesgerichts vom 25. November 2020, 8C_390/2020, E. 4.5.2, 2. Abs.).

6.4. 

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7.  

8.  

Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Gerichtskosten von Fr. 600.-- erscheinen in 

der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die unterliegende 

Beschwerdeführerin hat die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu tragen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet. Bei diesem 

Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung auszurichten 

(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihr 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

Unter Berücksichtigung der im Erwerbsbereich attestierten Arbeitsfähigkeit in 

leidensadaptierten Tätigkeiten von 70 % ergibt sich im Rahmen eines 

Prozentvergleichs im Erwerb eine Einschränkung von 30 % (100 % - 70 %). Bezogen 

auf das frühere Arbeitspensum von 70 % resultiert im Erwerb ein Teil-IV-Grad von 

aufgerundet 21 % (70 x 30 %).

7.1. 

Nachdem die Beschwerdeführerin den Haushalt in einem Teilzeitpensum von 30 % 

erfüllt hatte, ergibt sich bei einer attestierten Einschränkung von 20 % ein Teil-IV-Grad 

von 6 % (30 x 20 %). Aus der Summe beider IV-Grade resultiert somit ein Gesamt-IV-

Grad von 27 % (21 % + 6 %). Damit besteht kein Anspruch auf Rente.

7.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.08.2023
	Art. 28 Abs. 1 und 28a IVG. Rentenanspruch. Gemischte Methode. Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten, das eine Arbeitsfähigkeit von 70% im Erwerb und eine Einschränkung im Haushalt von 20% festlegt, resultiert auch unter Vornahme eines Prozentvergleichs im Erwerbsbereich kein rentenbegründender IV-Grad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. August 2023, IV 2022/144).

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		2025-07-19T00:49:41+0200
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