# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92bad220-a252-5cd6-9920-05fbbf52e2eb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 15.04.2021 SK1 2018 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2018-19_2021-04-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 15. April 2021

Referenz SK1 18 19

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Berufungskläger

und

B._____
Berufungsklägerin
beide vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Europa Hunger
Buchli Just, Postfach 414, Masanserstrasse 35, 7001 Chur 

gegen

C._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg
Reichsgasse 65, 7000 Chur 

Staatsanwaltschaft Graubünden
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

Gegenstand einfache Körperverletzung etc.

Anfechtungsobj. Urteil des Regionalgerichts Landquart vom 14.03.2018, mitgeteilt 
am 16.05.2018 (Proz. Nr. 515-2018-5)

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Mitteilung 27. Juli 2021

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I. Sachverhalt

A. Am 10. Juli 2016 stellte B._____ Strafantrag gegen C._____ und erklärte, 
sich im Strafverfahren gegen C._____ als Straf- und Zivilklägerin zu beteiligen. 

B. Am 12. Juli 2016 stellte A._____ Strafantrag gegen C._____ und erklärte, 
sich als Strafkläger zu beteiligen. 

C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend Staatsanwaltschaft) 
eröffnete mit Verfügung vom 10. Oktober 2016 eine Strafuntersuchung gegen 
C._____ wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB und 
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG.

D. Die Staatsanwaltschaft erhob am 23. Januar 2018 Anklage gegen C._____ 
wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB und grober Ver-
letzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 
Abs. 2 SVG. In der Anklageschrift wird C._____ zusammengefasst vorgeworfen, 
sie habe B._____ am 10. Juli 2016 aus ihrem Fahrzeug heraus am Kleid gefasst, 
zu sich herangezogen und sodann während des Beschleunigens des Fahrzeuges 
wieder weggestossen. B._____ habe sich dabei am Fahrzeug gestossen, sei ge-
stürzt und habe sich verletzt (Anklagesachverhalt Ziff. 1a). Kurze Zeit später sei 
C._____ mit erheblicher Geschwindigkeit (ca. 20km/h) ungebremst auf A._____ 
zu- und in sehr geringem Abstand (20 bis 50 cm) an diesem vorbeigefahren (An-
klagesachverhalt Ziff. 1b).

E. Mit Urteil vom 14. März 2018 sprach das Regionalgericht Landquart 
C._____ in allen Punkten frei und wies die Zivilforderung von B._____ ab. Dage-
gen erhoben B._____ (nachfolgend Berufungsklägerin) und A._____ (nachfolgend 
Berufungskläger) form- und fristgerecht Berufung an das Kantonsgericht von 
Graubünden.

F. Mit Berufungsrückzug vom 6. Juli 2018 von A._____ wurde die Berufung in 
personeller und materieller Hinsicht auf den durch die Berufungsklägerin zur An-
zeige gebrachten Sachverhalt beschränkt (Anklagesachverhalt Ziff. 1a). 

G. Nach Durchführung des schriftlichen Verfahrens wurde seitens des Vorsit-
zenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden die Durch-
führung des mündlichen Verfahrens angeordnet. Die Hauptverhandlung vor der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden fand am 14. April 2021 statt. 
An der Verhandlung nahmen die Berufungsklägerin sowie C._____ (nachfolgend 
Berufungsbeklagte) jeweils im Beisein ihres/r Rechtsvertreter/in teil. Die Staats-

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anwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 1. Februar 2021 auf ihre Teilnahme. 
Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte die Berufungsklägerin, die Beru-
fungsbeklagte im Sinne der Anklage (Ziff. 1a) wegen einfacher Körperverletzung 
gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen und ihre Zivilforderung gutzu-
heissen. Die Berufungsbeklagte beantragte die kostenfällige Abweisung der Beru-
fung. 

H. Nach der Urteilsberatung (14. und 15. April 2021) wurde das Urteil am 15. 
April 2021 der anwesenden Berufungsklägerin sowie der Berufungsbeklagten 
mündlich eröffnet. Den Abwesenden wurde das Dispositiv am 16. April 2021 pos-
talisch zugestellt.  

II. Erwägungen

1. Die formellen Voraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 
die Berufung ist einzutreten. 

2. Mit Teilrückzug vom 6. Juli 2018 trat der Berufungskläger aus dem Beru-
fungsverfahren aus (act. A.3). Der Berufungsgegenstand beschränkt sich dem-
nach personell sowie materiell auf den von der Berufungsklägerin angefochtenen 
Freispruch der Berufungsbeklagten vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung 
nach Art. 123 Ziff. 1 StGB (Anklagesachverhalt Ziff. 1a). Die Berufung ist damit 
hinsichtlich der Person des Berufungsklägers sowie des angefochtenen Freispru-
ches vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 34 Abs. 4 
SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG teilweise abzuschreiben (Anklagesachverhalt 
Ziff. 1b). 

3.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 14. April 2021 stellte die Beru-
fungsbeklagte diverse Beweisanträge (vgl. act. A. 11). Diesen wurde insoweit ent-
sprochen, als ein Strafbefehl vom 21. Februar 2020 gegen die Berufungsklägerin 
wegen mehrfacher übler Nachrede (VV.2016.3190), ein Entscheid betreffend vor-
sorgliche Massnahmen vom 15. Juni 2020 (Proz. Nr. 135-2020-151) sowie ein 
Strafbefehl vom 23. März 2021 gegen die Berufungsklägerin wegen Beschimpfung 
und groben Unfugs samt Protokoll der diesem Verfahren entspringenden Konfron-
teinvernahme vom 20. Februar 2019 (VV.2019.108) zu den Akten genommen 
wurden. Abgewiesen wurden demgegenüber die beantragte Zeugenbefragung von 
D._____, die Sicherstellung und kriminaltechnische Untersuchung des zum Tat-
zeitpunktes von der Berufungsklägerin getragenen Kleides sowie die Durch-
führung eines Augenscheins samt Rekonstruktion des Tatherganges vor Ort (act. 
act. A.11 und C.2 bis C.5). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde die Begrün-

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dung des Entscheides über die Beweisanträge im Rahmen des Hauptentscheides 
in Aussicht gestellt (act. H.1, S. 2). 

3.2.1. Die beantragte Einvernahme von D._____ ist nicht erforderlich. Selbst wenn 
sie bestätigen würde, dass sie die Berufungsklägerin am 10. Juli 2016 mit der Füt-
terung ihrer Hühner beauftragt hatte, liesse dies keinen Schluss auf das strittige 
Kerngeschehen zu. Eine entsprechende Bestätigung würde nicht einmal belegen, 
dass die Berufungsbeklagte in ihrem Fahrzeug unterwegs gewesen war, um die 
Hühner von D._____ zu füttern. D._____ soll weiter bestätigen können, dass die 
Berufungsbeklagte am 11. Juli 2016 frische Verletzungen im Gesicht aufgewiesen 
habe. Die mutmasslich zum Tatzeitpunkt entstandenen Verletzungen wurden noch 
am 10. bzw. 14. Juli 2016 (vgl. StA act. 4.8) fotografisch dokumentiert. D._____ 
könnte lediglich bestätigen, dass Verletzungen vorhanden waren, nicht aber wie 
diese entstanden. D._____ war zum Tatzeitpunkt nicht anwesend und kann zum 
eigentlichen Tatgeschehen keine Angaben machen. Entgegen der Meinung der 
Berufungsbeklagten ist damit nicht ersichtlich, dass durch die Befragung von 
D._____ ein weiterer sachrelevanter Erkenntnisgewinn zu erwarten wäre. Der An-
trag ist abzuweisen.

3.2.2. Dem Antrag auf Sicherstellung und kriminaltechnische Untersuchung des 
von der Berufungsklägerin zum Tatzeitpunkt getragenen und zerrissenen Kleides 
kann nicht mehr entsprochen werden, da das Kleid entsorgt wurde (vgl. act. H.1, 
S. 2). 

3.2.3. Wie noch zu zeigen sein wird, schildern die Parteien zwei komplett unter-
schiedliche Geschehensabläufe. Auch die Frage, an welcher Stelle genau die Par-
teien aufeinandertrafen, lässt sich – insbesondere mit Blick auf offensichtlich be-
stehenden Differenzen – nicht genau eruieren. Angesichts der vielen Variablen 
müsste eine Tatrekonstruktion in Varianten erfolgen, was keine neuen Erkenntnis-
se erwarten lässt. Darüber hinaus verfügt die Berufungsinstanz über genügend 
Vorstellungsvermögen, um die unterschiedlichen Geschehensabläufe aufgrund 
der im Recht liegenden Akten einordnen zu können (vgl. insbesondere die fotogra-
fische Übersichtsdokumentation StA act. 4.2). 

4. Gestützt auf Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: 
Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermes-
sens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder 
unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), 
wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend 
überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO).

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5.1. Die Berufungsklägerin moniert, die Vorinstanz habe ihr keine Gelegenheit 
zum Parteivortrag gegeben. Damit sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt 
worden, weshalb der angefochtene Entscheid aufzuheben und an die Vorinstanz 
zurückzuweisen sei (vgl. act. H.5, S. 2, Ziff. II.). 

5.2. Die Vorinstanz weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass die Beru-
fungsklägerin auf ihren Parteivortrag verzichtet habe (vgl. act. A.6). Ähnliches hält 
die Berufungsbeklagte fest und macht geltend, die Berufungsklägerin hätte über-
dies anlässlich der Verhandlung ihr Äusserungsrecht geltend machen können (vgl. 
act. H.5, S. 1 ff.).

5.3. Es kann offenbleiben, ob der Berufungsklägerin anlässlich der vorinstanzli-
chen Hauptverhandlung das Recht zum Parteivortrag eingeräumt worden war. Die 
Berufungsklägerin stellt keinen entsprechenden Antrag auf Rückweisung, sodass 
bereits aus diesem Grund nicht weiter darauf einzugehen wäre. Unabhängig da-
von ist der Einwand unbegründet. Zwar stellte die Nichtgewährung des Parteivor-
trages gemäss Art. 346 Abs. 1 StPO eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar 
(Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO; BGer 1B_407/2011 v. 21.11.2011 E. 
2.3), was grundsätzlich ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmit-
tels zur Gutheissung der Berufung und zur Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheides führen würde (BGE 135 I 187 E. 2.2. m.w.H.). Indessen ist selbst bei 
schwerwiegenden Verletzungen des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung 
der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn die betroffene Person die Möglich-
keit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sach-
verhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann und wenn die Rückweisung 
zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 
würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interessen der betroffenen 
Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2). Diese Voraussetzungen liegen vor. Die Berufung stellt 
ein vollkommenes Rechtsmittel dar (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Die Beru-
fungsklägerin konnte sich im Rahmen ihres Parteivortrages anlässlich der mündli-
chen Berufungsverhandlung eingehend zum Sachverhalt äussern. Wie noch zu 
zeigen sein wird, hat ihr Vorbringen kein von der Vorinstanz abweichendes 
Entscheidergebnis zur Folge (vgl. E. 9.2.). Eine Rückweisung der Sache an die 
Vorinstanz zu neuer Beurteilung würde zu einem blossen formalistischen Leerlauf 
führen. Davon ist abzusehen. Es besteht kein diesbezügliches Rechtsschutzinter-
esse der Berufungsklägerin.

6.1. Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 

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zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Aussagen von Zeugen, Aus-
kunftspersonen und Beschuldigten stellen auch bei direkter Beteiligung am Ver-
fahren vollgültige Beweismittel dar und sind entsprechend richterlich auf ihre mate-
rielle Richtigkeit hin zu würdigen (Andreas Donatsch, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, 3. Auflage, Zürich 2020, N 13 zu Art. 162 StPO).

6.2. Bei der Abklärung des Wahrheitsgehaltes von Aussagen hat sich die so 
genannte Aussageanalyse weitgehend durchgesetzt. Der Glaubwürdigkeit einer 
Person kommt dabei nur untergeordnete Bedeutung zu, da sie keine Rückschlüs-
se auf die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen erlaubt (vgl. BGE 128 I 81 E. 2 
(BGer 6B_655/2012 vom 15.2.2013 E. 2.4; Martin Hussels, Von Wahrheiten und 
Lügen – Eine Darstellung der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtspre-
chung, in: forumpoenale 2012, S. 368 und 374).

7. Wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise an Körper oder Gesund-
heit schädigt, wird auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstra-
fe bestraft. In leichten Fällen kann der Richter die Strafe mildern (Art. 123 Ziff. 1 
StGB). "In anderer Weise" schädigt der Täter jemanden an Körper und Gesund-
heit, wenn die Verletzung weder die Voraussetzungen von Art. 122 StGB noch 
diejenigen von Art. 126 StGB erfüllt (Andreas Donatsch, in: Donatsch et. al. 
[Hrsg.], StGB/JStGB, OFK-Kommentar, 20. Auflage, Zürich 2018, N 1 zu Art. 122 
StGB).

8.1. Folgender Geschehensablauf ist unter den Parteien unbestritten: Die Beru-
fungsklägerin traf am Abend des 10. Juli 2016 mit ihrem Fahrzeug auf die auf der 
linken Seite der G._____strasse (E._____) gehende Berufungsklägerin. Etwa auf 
Höhe der Berufungsklägerin hielt sie ihr Fahrzeug an. Es kam zu einem kurzen 
Wortwechsel. Der weitere Geschehensablauf ist umstritten.

8.2. Die Vorinstanz gibt die Depositionen der Parteien anlässlich deren Einver-
nahmen durch die Polizei, die Staatsanwaltschaftlich sowie anlässlich der Haupt-
verhandlung zutreffend wieder. Diese Wiedergaben werden nicht beanstandet, 
sodass in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die entsprechenden Erwägun-
gen verwiesen werden kann (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.1 ff.).

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8.3. Anlässlich ihrer Einvernahme vor der Berufungsinstanz schilderte die Beru-
fungsklägerin das Kerngeschehen vom 10. Juli 2016 im Wesentlichen in Überein-
stimmung mit ihren früheren Aussagen. Die Berufungsbeklagte habe mit ihrem 
Fahrzeug direkt neben ihr angehalten. Nach einem kurzen Wortwechsel habe sie 
sich zur Berufungsbeklagten gebeugt. Diese habe sie gepackt und ans Auto ge-
zogen. Sie habe sich dann am Auto gestossen, woraufhin die Berufungsbeklagte 
wieder angefahren sei, und sie, die Berufungsklägerin, auf die Strasse gestürzt 
sei. Die Berufungsbeklagte habe sie auf die Strasse gestossen. Sie habe die Be-
rufungsbeklagte nicht im Gesicht gekratzt (vgl. act. H.2). 

8.4. Die Berufungsbeklagte schilderte ihre Sicht des Vorfalles dergestalt, dass 
die Berufungsklägerin nach einem kurzen Wortwechsel nach ihr gegriffen habe. 
Sie habe die Nägel gespürt und sei erschrocken, weshalb sie reflexartig aufs Gas 
gelangt sei. Sie habe sich der Situation entziehen wollen. Auf Vorhalt des Vorsit-
zenden präzisierte sie, dass sie den Angriff reflexartig habe abwehren wollen. 
Beim Angriff gegen sie habe es sich um ein Kratzen gehandelt. Sie sei nicht ge-
schlagen worden. Nach der Berufungsklägerin habe sie nicht gegriffen und sie 
habe im Nachgang nicht mehr zurückgeschaut. Sie könne nicht sagen, ob die Be-
rufungsklägerin gestürzt sei (vgl. act. H.3).

9.1. Weder die Berufungsklägerin noch die Berufungsbeklagte haben sich hin-
sichtlich ihrer Aussagen zum Kerngeschehen in massgebende Widersprüche ver-
strickt. Beide schildern sodann jeweils nachvollziehbar und lebensnah ihr subjekti-
ves Empfinden im Zusammenhang mit dem angeblich Erlebten. Ihre Aussagen 
enthalten keine Übertreibungen. Soweit die Berufungsklägerin auf mutmassliche 
Übertreibungen des Berufungsklägers bzw. des Zeugen F._____ hinweist, ist dies 
für die Beurteilung der Aussagen der Berufungsklägerin irrelevant. Beide Parteien 
können sodann gewisse Vorhalte ohne zu zögern plausibel erklären. Wissenslü-
cken gestehen sie ein. Die Parteien bleiben stets bei ihren schon von Beginn an 
dargelegten Versionen des Kerngeschehens. Auch dem Verhalten der Parteien 
anlässlich der Berufungsverhandlung konnten keine Anhaltspunkte entnommen 
werden, welche eine Qualifikation einzelner Aussagen als wahr oder unwahr er-
möglicht hätten. 

Wenn die Berufungsklägerin vorbringt, die Berufungsbeklagte habe die Gescheh-
nisse stereotyp wiedergegeben, sodass auf eine auswendig gelernte Geschichte 
geschlossen werden könne, übersieht sie, dass die Berufungsbeklagte das Kern-
geschehen zwar gleich, aber abwechslungsreich schildert oder aber erst auf ent-
sprechenden Vorhalt näher erläutert (vgl. etwa die Ausführungen zum Abwehren 
des mutmasslichen Angriffes durch die Berufungsklägerin [act. H.3, S. 3, Ziff. 2]). 

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Dass die Berufungsbeklagte am mutmasslichen Tatabend der Polizei nicht die Tür 
geöffnet hatte und später keine Anzeige erstattete, kann nicht zu Ungunsten der 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen gewürdigt werden (vgl. act. H.4, S. 11, Ziff. 5). Ab-
gesehen davon, dass dieses Verhalten keinen Bezug zum eigentlichen Tatge-
schehen aufweist, konnte die Berufungsklägerin plausibel darlegen, dass sie sich 
zur fraglichen Zeit im Stall aufgehalten und die Polizei nicht gehört habe (vgl. act. 
H. 3, S. 5, Ziff. 23). Die Berufungsklägerin stellt die Glaubhaftigkeit der Aussagen 
der Berufungsbeklagten mit dem Hinweis auf das bei dieser dokumentierten Ver-
letzungsbild in Frage. Das Verletzungsbild könne nicht vom behaupteten Kratzan-
griff herrühren (vgl. act. H. 4, S. 9. Ziff. 5). Zwar irritiert die breitflächige Rötung auf 
der linken Wange der Berufungsbeklagten, lässt diese doch auf eine grossflächige 
Einwirkung schliessen und passt diese nicht so recht zu dem von ihr behaupteten 
Kratzen. Gleichwohl sind feine, schmale, parallel zueinander laufende und linien-
förmige Hautschürfungen auf der linken Wange der Berufungsklägerin feststellbar 
(vgl. StA act. 8.4). Eine abschliessende Würdigung der Frage, ob die von der Be-
rufungsklägerin getragenen falschen Fingernägel ein gravierenderes Verletzungs-
bild hätten hinterlassen müssen, ist nicht möglich. Selbst die Berufungsklägerin 
war nicht in der Lage, hierzu nähere Ausführungen zu machen (vgl. act. H.2, S. 2, 
Ziff. 5). Das Vorbringen lässt folglich keinen Schluss auf die Glaubhaftigkeit der 
Schilderung eines Kratzangriffes zu. Die Berufungsklägerin versucht weiter durch 
das bei ihr am 10. Juli 2016 fotografisch und am 11. Juli 2016 ärztlich dokumen-
tierte Verletzungsbild die von ihr geschilderte Version des Geschehensablaufes zu 
beweisen (vgl. StA act. 4.7 sowie 4.10 und 4.11). Die Verletzungen sind zweifels-
frei dokumentiert und damit ausgewiesen. Dadurch wird indessen nicht die vorlie-
gend strittige Frage geklärt, welches Ereignis kausale Ursache für die Verletzun-
gen gewesen war. Auch die dokumentierte Beschädigung ihres Kleides stützt die 
berufungsklägerische Version nicht hinreichend. Jedenfalls erscheint fraglich, ob 
das von ihr geschilderte Heranziehen durch die Berufungsbeklagte ein derartiges 
Loch/Riss verursachen kann, zumal es sich gemäss Angabe der Berufungskläge-
rin um einen Baumwollstoff handelte ("wie ein T-Shirt"; vgl. act. H.2, S. 3, Ziff. 19). 
Letztlich konnte selbst die Berufungsklägerin nie eindeutig sagen, wann, bzw. wie 
die Beschädigung im Stoff genau entstanden sein soll. Die Vorinstanz wie auch 
die Berufungsbeklagte weisen darauf hin, dass die Glaubwürdigkeit der Beru-
fungsklägerin eingetrübt sei (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4.3; act. H.5, S. 10 ff.). 
Massgebend ist weniger die Glaubwürdigkeit einer Person als die Glaubhaftigkeit 
ihrer Aussagen (vgl. E. 6.2.). Wie erläutert, sind keine Merkmale im Aussagever-
halten der Berufungsklägerin erkennbar, welche ihre Schilderungen als unglaub-
haft erscheinen liessen. Kommt hinzu, dass im von der Vorinstanz berücksichtigen 
Strafbefehlsverfahren VV.2017.2152 (RG act. 14/o), in welchem die Berufungsklä-

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gerin falsche Angaben gemacht haben soll, sie selbst beschuldigte Person war. 
Als solche muss sie sich nicht selbst belasten (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO) und 
kann – zumindest innerhalb des strafrechtlich Zulässigen – ohne strafrechtliche 
oder strafprozessuale Sanktionsfolge lügen (vgl. Viktor Lieber, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], in: Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 2020, N 29 f. zu Art. 113 StPO; Marc 
Thommen, Darf der Beschuldigte im Strafverfahren lügen?, in: sui-generis 2018, 
S. 322 f. [URL: <sui-generis.ch/76>]). Soweit die Berufungsbeklagte die Glaub-
würdigkeit der Berufungsklägerin mit Hinweis auf angebliche Falschaussagen im 
vorsorglichen Massnahmeverfahren Proz. Nr. 135-2020-151 in Zweifel ziehen 
möchte, geht sie fehl. Dem Entscheid ist lediglich zu entnehmen, dass die Be-
hauptungen der Berufungsklägerin (die Berufungsbeklagte würde sie verfolgen 
und filmen) nicht genügend substantiiert werden konnten (vgl. act. C.3, E. 5.1). 
Eine qualifizierte Lüge ist nicht erstellt.

9.2. Vor dem Hintergrund des Gesagten bestehen zwei unterschiedliche, aber 
gleich glaubhafte Versionen des Vorfalles. Der genaue Geschehensablauf ist da-
mit unklar. Die Schilderungen der Parteien lassen hierzu ebenso wenig einen kla-
ren Schluss zu wie auch die weiteren im Recht liegenden mutmasslichen Indizien. 
Damit kann nicht gesagt werden, wie sich der Vorfall vom 10. April 2016 genau 
abgespielt hat. Angesichts der bestehenden unüberwindbaren Zweifel ist in An-
wendung des Grundsatzes in dubio pro reo zugunsten der Berufungsbeklagten 
davon auszugehen, dass sich der Sachverhalt nicht wie in der Anklageschrift (Zif-
fer 1a) zugetragen hat. Damit bestehen unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung 
der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat. Die Berufungsbeklagte 
ist folglich vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 
StGB freizusprechen. 

10. Die Berufungsklägerin beantragt ferner die Gutheissung ihrer Zivilforderung 
(vgl. act. H.4, S. 2, Begehren Ziff. 2). Nachdem die Berufungsbeklagte vom Vor-
wurf der einfachen Körperverletzung freizusprechen ist und die Berufungsklägerin 
ihre Zivilforderung einzig mit einer verurteilenden Erkenntnis begründet, die dies-
bezüglichen Erwägungen der Vorinstanz aber weder in sachverhaltlicher noch 
rechtlicher Hinsicht moniert, kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die 
zutreffende Erwägung der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtenes Ur-
teil, E. 7). Die Zivilforderung ist abzuweisen. 

11.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 
darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). 

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11.2. Mit dem vorliegenden Erkenntnis bleibt es beim vollumfänglichen Frei-
spruch der Berufungsbeklagten. Die Voraussetzungen von Art. 426 Abs. 2 StPO 
sind nicht erfüllt, sodass die vorinstanzlichen Verfahrenskosten auf die Staatskas-
se genommen werden (Art. 423 StPO). 

11.3. Die Berufungsbeklagte ist überdies angemessen zu entschädigen (Art. 429 
Abs. 1 lit. a StPO). Die von Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg eingereichte Honorar-
note ist abgesehen von den Kosten für das zweimalige Kopieren der Strafakten 
nicht zu beanstanden. Die Berufungsbeklagte ist mit CHF 12'373.90 (inkl. Spesen 
und MwSt.) zu entschädigen. 

12.1. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Berufungsverfah-
rens, welche in Anwendung von Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren 
in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) auf CHF 4'000.00 festgesetzt werden, zulas-
ten der unterliegenden Berufungsklägerin (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die bis zum 
frühen Teilrückzug des Berufungsklägers angefallenen Kosten sind vernachläs-
sigbar, weshalb er sich – trotz grundsätzlicher Kostenpflicht (vgl. Art. 428 Abs. 1 
StPO) – an den Kosten nicht zu beteiligen hat. 

12.2. Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage, sodass die Be-
rufungsklägerin zu verpflichten ist, die Berufungsbeklagte zu entschädigen (vgl. 
BGer 6B_115/2019 v. 15.5.2019 E. 5.2). Die als Privatklägerin auftretende Beru-
fungsklägerin unterliegt sodann bei einem Antragsdelikt (Art. 123 Ziff. 1 StGB), 
sodass sie darüber hinaus gestützt auf Art. 432 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 436 Abs. 1 
StPO gegenüber der Berufungsbeklagten entschädigungspflichtig ist. Aufgrund 
des frühen Berufungsrückzuges durch den Berufungskläger dürften durch seine 
Anträge aufseiten der Berufungsbeklagten keine nennenswerten und damit ent-
schädigungspflichtigen Aufwendungen angefallen sein. Die von Rechtsanwalt lic. 
iur. Reto Nigg beantragte Entschädigung in Höhe von CHF 6'748.30 ist nicht zu 
beanstanden. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Landquart vom 
14. März 2018 (Proz. Nr. 515-2018-5) infolge teilweisen Berufungsrückzu-
ges wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

1. C._____ […] wird vom Vorwurf der groben Verletzung von Verkehrsre-
geln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG freigespro-
chen.

[…]

2. C._____ wird vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 
Ziff. 1 StGB freigesprochen.

3. Die Zivilklage von B._____ wird abgewiesen. 

4. Die Untersuchungskosten von CHF 2'628.40 (CHF 2'250.00 Untersu-
chungskosten und CHF 378.40 Barauslagen) gehen zulasten des Kantons 
Graubünden (Staatsanwaltschaft).

5. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 5'500.00 gehen zu-
lasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Landquart).

6. C._____ wird für das erstinstanzliche Verfahren zulasten des Kantons 
Graubünden (Regionalgericht Landquart) mit CHF 12'373.90 (inkl. Spesen 
und MwSt.) entschädigt. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 gehen zulasten von 
B._____. 

8. B._____ hat C._____ für das Berufungsverfahren mit CHF 6'748.30 (inkl. 
Spesen und MwSt.) zu entschädigen. 

9. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

10. Mitteilung an: