# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6896623e-1289-50d6-9bfa-25dd1419b302
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240431-O1
**Docket/Reference:** SB240431-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240431-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240431-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. M. Knüsel, Präsidentin, Oberrichterin lic. iur. 

S. Fuchs und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Nabholz sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Maurer

Urteil vom 10. April 2025

A._____,

Beschuldigter und Berufungskläger

in Sachen

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache üble Nachrede 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht, 

vom 1. Juli 2024 (GG240007)

-   2   -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  vom  23. Februar  2024 

(Urk. 33) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 87 S. 36 ff.) 

Das Einzelgericht erkennt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von 

Art. 173 Ziff. 1 StGB.

2.

Der  Beschuldigte  wird  bestraft  mit  einer  Geldstrafe  von  70  Tagessätzen  zu  je  CHF 500.– 

(entsprechend CHF 35'000.–). Die Geldstrafe wird vollzogen.

3.

Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin wird auf den Weg des Zivilprozesses ver-

wiesen.

4.

5.

Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin wird abgewiesen.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

2'400.–

  die weiteren Kosten betragen:

2'000.–

  Gebühr für das Vorverfahren;

4'400.–

  Kosten total.

6.

Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt.

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Prozessentschädigung von 

CHF 9'414.59 (inkl. 7.7 % bzw. 8.1 % MWST) zu bezahlen.

8.

9.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)

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Berufungsanträge:
(Prot. II S. 4 f.)

a)

Des Beschuldigten:

(Urk. 111 S. 91; Urk. 120 S. 22)

"1. Dr. A._____ ist nicht schuldig, und nicht strafbar.

 2. Geldstrafe von CHF 35'000 ist abzulehnen (BG Meilen Entscheidung Punkt 2)

 3. Gerichtgebühren von CHF 4'000 zu Lasten Gegenpartei (BG Meilen Entschei-

dung Punkt 5 und Punkt 6)

 4. Parteientschädigung von CHF 9'414.59 ist abzulehnen (BG Meilen Entschei-

dung Punkt 7)

 5. Prozessgebühren zu Lasten Gegenpartei

 6. Rückerstattung  von  Anwaltskosten  von  Dr.  A._____  auf  BG  Meilen  Level 

CHF 4'864.5

 7. Rückerstattung  Geldbusse  für  Strafanzeige  von  Dr.  A._____  sowie  Verfah-

renskosten CHF 3'400

 8.

Frau B._____ sollte Parteientschädigung an Dr. A._____ bezahlen, nicht um-

gekehrt (wie BG Meilen Entscheidung Punkt 7). Eine Parteientschädigung für 

Dr. A._____ ist beantragt."

b)

Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 100)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Einleitung und Verfahrensgang 

1.

Einleitung

1.1. Die  Geschädigte  B._____  (fortan:  Privatklägerin;  vgl.  zur  Konstituierung: 

Urk. 24/3) erstattete am 11. Juli 2022 Anzeige gegen A._____ (fortan: Beschuldig-

ter)  wegen  übler  Nachrede  und  Verleumdung  (Urk. 1).  Die  Anzeige  steht  im  Zu-

sammenhang  mit  einer  seit  länger  bestehenden  Auseinandersetzung  zwischen 

dem Beschuldigten und der Privatklägerin. Der Beschuldigte (und dessen Ehefrau) 

sowie  die  Privatklägerin  bilden  bzw.  bildeten  (die  Privatklägerin  wohnt  seit  Ende 

2024 nicht mehr in der Liegenschaft am C._____ [Strasse] … in D._____ [Urk. 111 

S. 15])  eine  Stockwerkeigentümergemeinschaft  an  der  Liegenschaft  C._____ 

[Strasse] …  in  D._____  (Urk. 119  S. 11).  Zudem  besteht  eine  Miteigentümerge-

meinschaft mit weiteren Nachbarn u.a. bezüglich der Garagenplätze der Überbau-

ung.  Seit  einigen  Jahren  gibt  es  Streit  über  die  Jahresschlussrechnungen  der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft.  Der  Beschuldigte  ist  der  Meinung,  die  Buch-

haltung sei fehlerhaft und müsse korrigiert werden. Die Buchhaltung wurde in den 

Jahren 2014 bis 2019 durch die Liegenschaftsverwaltung E._____ Immobilien AG 

erstellt,  welche  das  Mandat  schliesslich  niederlegte.  Nachdem  die  Privatklägerin 

und der Beschuldigte sich anschliessend nicht auf eine Verwaltung hatten einigen 

können, verlangte die Privatklägerin die gerichtliche Einsetzung einer Verwaltung, 

worauf die F._____ Immobilien GmbH eingesetzt wurde. Auch im Zusammenhang 

mit  der  Miteigentümergemeinschaft  bezüglich  der  Garagenplätze  kam  es  zu  ge-

richtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Beschuldigten und der Privatklä-

gerin bzw. den anderen Miteigentümern. Schliesslich wurde der Beschuldigte mit 

Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 15. September 2023 wegen 

mehrfacher übler Nachrede zum Nachteil der Privatklägerin rechtskräftig verurteilt 

(Urk. 116;  Urk. 113/87;  Urk. 21/1  S. 4  ff.  F/A 20  ff.;  Urk. 21/3  S. 6  F/A 24,  S. 8 

F/A 36 ff. und S. 11 f. F/A 52 ff.). 

1.2.

Ferner  erstattete  der  Beschuldigte  am  4. Dezember  2023  Strafanzeige 

gegen  die  Privatklägerin  wegen  Betrugs  und  Urkundenfälschung  (Urk. 25/1). 

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Dieses Verfahren wurde mit Verfügung vom 9. April 2024 rechtskräftig eingestellt, 

nachdem eine dagegen erhobene Beschwerde von der III. Strafkammer des Ober-

gerichts  Zürich  mit  Beschluss  vom  21. Juni  2024  abgewiesen  wurde  (Urk. 1-B 

[gemäss  Aktenverzeichnis  der  Vorinstanz];  vom  Beschuldigten  heute  bestätigt: 

Urk. 119 S. 13 f.). 

2.

Prozessgeschichte

2.1.

Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil wird auf die Erwägun-

gen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen (Urk. 87 S. 5 f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Zu ergänzen ist, dass die Staatsanwaltschaft am 22. November 2023 

zunächst  einen  Strafbefehl  gegen  den  Beschuldigten  erlassen  hatte  (Urk. 16), 

gegen  welchen  er  mit  Schreiben  vom  29. November  2023  Einsprache  erhob 

(Urk. 19). Nach Durchführung je einer Einvernahme mit dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin (Urk. 21/1 und Urk. 21/3) klagte die Staatsanwaltschaft den Beschul-

digten am 23. Februar 2024 an (Urk. 33).

2.2. Gegen  das  vorstehend  wiedergegebene  und  gleichentags  mündlich  eröff-

nete  Urteil  des  Bezirksgerichts  Meilen,  Einzelgericht  (fortan:  Vorinstanz),  vom 

1. Juli 2024 (Prot. I S. 45 ff.) meldete der Beschuldigte vor Schranken – und damit 

fristgerecht  (Art. 399  Abs. 1  StPO)  –  Berufung  an  (Prot. I  S. 47).  Das  schriftlich 

begründete  Urteil  wurde  dem  Beschuldigten  am  30. August  2024  zugestellt 

(Urk. 86/3). Dieser teilte dem Berufungsgericht nach entsprechender Aufforderung 

(Urk. 92) mit Zuschrift vom 8. Oktober 2024 mit, dass seine Eingabe an die Vor-

instanz  vom  30. August  2024  (Urk. 90  =  Urk. 94/1)  als  Berufungserklärung  gelte 

(Urk. 93). Diese erfolgte damit rechtzeitig (Art. 399 Abs. 3 StPO). Mit Präsidialver-

fügung vom 9. Oktober 2024 wurde die Berufungserklärung des Beschuldigten in 

Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Staatsanwaltschaft und der Privat-

klägerin  zugestellt,  um  gegebenenfalls  Anschlussberufung  zu  erheben  oder  ein 

Nichteintreten  auf  die  Berufung  zu  beantragen  (Urk. 95).  Die  Staatsanwaltschaft 

verzichtete mit Zuschrift vom 25. Oktober 2024 auf Anschlussberufung und bean-

tragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 100). Ebenso verzichtete 

die  Privatklägerin  mit  Schreiben  vom  29. Oktober  2024  auf  Anschlussberufung 

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(Urk. 103). Am 6. Februar 2025 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf 

den 10. April 2025 vorgeladen (Urk. 105).

2.3.

Zur  heutigen  Berufungsverhandlung  erschien  einzig  der  Beschuldigte 

(Prot. II  S. 4).  Vorfragen  waren  keine  zu  entscheiden  (Prot. II  S. 5)  und  –  abge-

sehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 119) – auch keine Beweise 

abzunehmen (Prot. II S. 6). Das Urteil wurde im Anschluss an die Berufungsver-

handlung gefällt und schriftlich eröffnet (Prot. II S. 8 ff.).

II. Prozessuales

1.

Umfang der Berufung

1.1. Der Beschuldigte ficht das Urteil der Vorinstanz vollumfänglich an (Urk. 90; 

Urk. 111 S. 91; Prot. II S. 5 f.). Damit ist kein Punkt des vorinstanzlichen Urteils in 

Rechtskraft  erwachsen.  Es  ist  allerdings  zu  berücksichtigen,  dass  das  Genugtu-

ungsbegehren  der  Privatklägerin  gemäss  Dispositiv-Ziffer 4  abgewiesen  wurde. 

Mangels Beschwer ist diesbezüglich auf die Berufung des Beschuldigten nicht ein-

zutreten. 

1.2. Nachdem keine selbständigen Berufungen und/oder Anschlussberufungen 

der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin vorliegen (vgl. oben Ziff. 2.2), ist das 

Berufungsgericht  an  das  Verschlechterungsverbot  gebunden  (Art. 391  Abs. 2 

StPO). 

2.

Strafanträge

Der  Tatbestand  der  üblen  Nachrede  im  Sinne  von  Art. 173  Ziff. 1  StGB  ist  ein 

Antragsdelikt. Die Vorinstanz hat das Nötige dazu ausgeführt und kam zurecht zum 

Schluss,  dass  die  erforderlichen  Strafanträge  vorliegen  (Urk. 87  S. 7;  Urk. 2;  D2 

Urk. 1). 

3.

Verweise und Parteivorbringen

3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

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in  Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit 

Erwähnung findet.

3.2.

Ferner  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  Entscheidbegründung  kurz  die 

wesentlichen Überlegungen nennen muss, von denen sich das Gericht leiten liess 

und auf die es seinen Entscheid stützt. Es muss sich aber nicht mit jedem Partei-

vorbringen  einlässlich  auseinandersetzen  (BGE  146  IV  297  E. 2.2.7).  Die  Beru-

fungsinstanz  kann  sich  demgemäss  auf  die  für  ihren  Entscheid  wesentlichen 

Punkte beschränken.

III. Sachverhalt

1.

Tatvorwurf und Standpunkt des Beschuldigten

1.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am 13. Juni 2022 

zwei  (Dossier 1)  und  am  5./6. Dezember  2023  vier  (Dossier 2)  E-Mails  mit  den 

Betreffen "Betrug von Frau B._____" und "Strafanzeige gegen Frau B._____: Fäl-

schung & Betrug (Versuch)" an die Arbeitgeberin der Privatklägerin, an Nachbarn 

der Privatklägerin sowie an die Privatklägerin selbst mit ehrverletzendem Inhalt ge-

schickt zu haben (Urk. 33 S. 2-6). 

1.2. Der Beschuldigte bestritt in der ganzen Untersuchung und auch vor Vorin-

stanz nicht, die anklagegegenständlichen E-Mails geschrieben und verschickt zu 

haben (Prot. I S. 15 ff.; Urk. 4 S. 1 F/A 4 und S. 3 F/A 18; Urk. 21/3 S. 3 F/A 8 und 

S. 6  f.  F/A 28).  Dies  änderte  sich  auch  im  Berufungsverfahren  nicht  (Urk. 111; 

Urk. 119 S. 10). Er führt indes sinngemäss aus, die Wahrheit gesagt zu haben, und 

beruft sich auf den Wahrheitsbeweis, welchen er mittels Beweisunterlagen erbrin-

gen könne (Urk. 111 und Urk. 120; vgl. auch Urk. 90; Urk. 97). 

1.3. Der  Beschuldigte  machte  in  seiner  "Verteidigungsschrift"  vom  21. Februar 

2025 und auch in seinen heute eingereichten Plädoyernotizen viele Ausführungen 

zu Umständen, die mit dem vorliegenden Strafverfahren bzw. dem zu beurteilenden 

Anklagevorwurf nichts zu tun haben. Beispielsweise reichte er dem Gericht heute 

eine E-Mail respektive E-Mail-Korrespondenz als Beilage zu seinem Plädoyer ein, 

welche  vom  1.  und  2. April  2025  datiert  und  sich  auf  die  Jahresrechnung  2024 

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bezieht (Urk. 121), um zu zeigen, was eine Beschimpfung ist und dass es in seiner 

Nachbarschaft ab und zu dazu kommt (Urk. 120 S. 3 ff.). Dies mag zwar zutreffen, 

tut aber nichts zur (vorliegenden Straf-)Sache. Wenn der Beschuldigte sodann das 

Gefühl  hat,  dass  Privatrechnungen  der  Privatklägerin  in  die  Jahresrechnung  der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft  aufgenommen  worden  seien  (z.B.  Urk. 120 

S. 8 ff.), hat auch dieser Umstand mit dem vorliegenden Anklagevorwurf nichts zu 

tun.  Im  Rahmen  des  vorliegenden  Strafverfahrens  sind  bloss  die  anklagegegen-

ständlichen E-Mails vom 13. Juni 2022 und 5./6. Dezember 2023 zu beurteilen und 

nichts Anderes. Ferner ist auch darauf hinzuweisen, dass der "Zivilstreit" nichts mit 

dem vorliegenden Strafverfahren zu tun hat, selbst wenn der Beschuldigte jeweils 

ausführt,  die  anklagegegenständlichen  E-Mails  seien  bloss  eine  Zusammenfas-

sung  des  Zivilstreits  (z.B.  Urk. 119  S. 10  und  S. 11;  Urk. 120  S. 19).  Thema  des 

Zivilstreits sind – soweit ersichtlich – die Jahresrechnungen der Stockwerkeigen-

tümergemeinschaft. Diese sind aber in keiner Form Gegenstand des vorliegenden 

(Straf-)Verfahrens. Dasselbe gilt für die Lohnpfändungen gegenüber der Ehefrau 

des  Beschuldigten;  diesbezügliche  Betreibungen  und  deren  erschwertes  beruf-

liches  Fortkommen,  was  der  Beschuldigte  immer  wieder  vorbringt  (z.B.  Urk. 111 

S. 40  und  S. 60;  Urk. 119  S. 12).  Den  Ausführungen  des  Beschuldigten  kann 

sodann  entnommen  werden,  dass  er  vom  vorliegenden  Verfahren  eine  Art  vor-

frageweise Überprüfung des Verhaltens der Privatklägerin erwartet. Nachdem das 

diesbezügliche  Strafverfahren  gegen  die  Privatklägerin  rechtskräftig  eingestellt 

wurde (vgl. oben Ziff. I.1.2), bleibt kein Raum für eine solche Überprüfung und es 

hat mit der rechtskräftigen Verfahrenseinstellung sein Bewenden. 

1.4.

Insofern der Beschuldigte insinuiert, dass seitens der Privatklägerin im Zivil-

verfahren (weitere) strafbare Handlungen begangen worden sein könnten (Urk. 119 

S. 14),  wäre  (erneut)  Strafanzeige  zu  erstatten  oder  hätte  er  sich  zivilrechtlicher 

Rechtsbehelfe zu bedienen. Jedenfalls legitimiert dies den Beschuldigten nicht, die 

Privatklägerin gegenüber Dritten eines strafbaren Verhaltens zu bezichtigen. 

2.

Beweismittel und deren Würdigung

Die  fraglichen  sechs  E-Mails  sind  aktenkundig  (Urk. 3/2;  Urk. 3/3;  D2  Urk. 2/1). 

Zusammen  mit  dem  Geständnis  des  Beschuldigten,  diese  E-Mails  verfasst  und 

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versendet zu haben, ist der Sachverhalt diesbezüglich anklagegemäss erstellt. Auf 

die  Frage  der  Ehrenrührigkeit  der  E-Mails  sowie  die  vom  Beschuldigten  vorge-

brachten Einwendungen ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

IV. Rechtliche Würdigung

1. Grundlagen

1.1. Der Beschuldigte spricht immer wieder von "Beschimpfung" (z.B. Urk. 120 

und  Urk. 121;  Urk. 111  S. 49  f.  und  S. 90  f.).  Daher  ist  vorab  klarzustellen,  dass 

dem  Beschuldigten  mit  der  vorliegend  zu  beurteilenden  Anklage  mehrfache  üble 

Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB und keine Beschimpfung im Sinne von 

Art. 177 StGB vorgeworfen wird. 

1.2. Die  Vorinstanz  hat  die  rechtlichen  Grundlagen  zum  Tatbestand  der  üblen 

Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB sowie zum Wahrheits- und Gutglau-

bensbeweis  (Art. 173  Ziff. 2  und  3)  sorgfältig  und  ausführlich  dargetan,  so  dass 

vorab  darauf  zu  verweisen  ist  (Urk. 87  S. 8-11).  Rekapitulierend  und  teilweise 

ergänzend ist Folgendes festzuhalten: 

1.3. Den Straftatbestand der üblen Nachrede erfüllt, wer jemanden bei einem an-

dern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, 

seinen  Ruf  zu  schädigen,  beschuldigt  oder  verdächtigt,  oder  wer  eine  solche 

Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet (Art. 173 Ziff. 1 StGB). Beweist 

der Beschuldigte, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusserung 

der Wahrheit entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen 

für wahr zu halten, so ist er nicht strafbar (Art. 173 Ziff. 2 StGB). Der Beschuldigte 

wird  zum  Beweis  nicht  zugelassen  und  ist  strafbar  für  Äusserungen,  die  ohne 

Wahrung  öffentlicher  Interessen  oder  sonst  wie  ohne  begründete  Veranlassung, 

vorwiegend  in  der  Absicht  vorgebracht  oder  verbreitet  werden,  jemandem  Übles 

vorzuwerfen, insbesondere, wenn sich die Äusserungen auf das Privat- oder Fami-

lienleben beziehen (Art. 173 Ziff. 3 StGB). In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 173 

Ziff. 1 StGB Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt (Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). 

Dieser muss sich auf den ehrverletzenden Charakter der Mitteilung, die Eignung 

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zur Rufschädigung und die Kenntnisnahme der Äusserung durch eine Drittperson, 

nicht  aber  auf  die  Unwahrheit  beziehen.  Eine  besondere  Beleidigungsabsicht  ist 

nicht  erforderlich  (Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_328/2021  vom  13. April  2022 

E. 2.2.2; 6B_1131/2021 vom 12. Januar 2022 E. 5.1.2; je mit Hinweis; zum Gan-

zen: Urteil des Bundesgerichtes 6B_1028/2023 vom 21. Oktober 2024 E. 3.3.1).

1.4. Die  Ehrverletzungstatbestände  gemäss  Art. 173  ff.  StGB  schützen  nach 

ständiger Rechtsprechung den Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so zu 

benehmen,  wie  nach  allgemeiner  Anschauung  ein  charakterlich  anständiger 

Mensch sich zu verhalten pflegt. Äusserungen, die sich lediglich eignen, jemanden 

in anderer Hinsicht, zum Beispiel als Geschäfts- oder Berufsmann, als Politiker oder 

Künstler in der gesellschaftlichen Geltung herabzusetzen, sind nicht ehrverletzend 

im  Sinne  von  Art. 173  ff.  StGB.  Voraussetzung  ist  aber,  dass  die  Kritik  an  den 

strafrechtlich nicht geschützten Seiten des Ansehens nicht zugleich die Geltung der 

Person  als  ehrbarer  Mensch  trifft  (vgl.  BGE  148  IV  409  E. 2.3;  BGE  145  IV  462 

E. 4.2.2; BGE 137 IV 313 E. 2.1.1 und E. 2.1.4).

1.5. Die zu Art. 173 ff. StGB ergangene Rechtsprechung unterscheidet zwischen 

Tatsachenbehauptungen sowie reinen und gemischten Werturteilen. Wesentlich für 

die Einstufung als  Tatsachenbehauptung ist  danach,  ob  die  ehrverletzende Aus-

sage durch Beweis auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden kann (BGE 118 

IV 41 E. 3; BGE 74 IV 98 E. 1). Ein reines Werturteil bzw. eine Formal- oder Ver-

balinjurie ist ein blosser Ausdruck der Missachtung, ohne dass sich die Aussage 

erkennbar  auf  bestimmte,  dem  Beweis  zugängliche  Tatsachen  stützt.  Ehrverlet-

zende Werturteile über den Verletzten können, auch soweit sie an Dritte gerichtet 

sind, lediglich den Tatbestand der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB erfül-

len. Bei einem sog. gemischten Werturteil hat eine Wertung demgegenüber einen 

erkennbaren Bezug zu Tatsachen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_440/2019 vom 

18. November  2020  E. 2.2.1,  nicht  publ.  in:  BGE  147  IV  65;  6B_1270/2017  vom 

24. April 2018 E. 2.1; je mit Hinweisen). Der Übergang zwischen reinem Werturteil 

zu gemischtem Werturteil ist fliessend. Ob ein reines oder ein gemischtes Werturteil 

vorliegt,  muss  aus  dem  ganzen  Zusammenhang  der  Äusserung  erschlossen 

werden  (BGE  74  IV  98  E. 1;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_69/2019  vom 

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4. November 2019 E. 1.1; 6B_1270/2017 vom 24. April 2018 E. 2.1 mit Hinweisen), 

wobei  bestimmte  Ausdrücke  wie  Dirne,  Schwein  oder  Verräter  das  eine  wie  das 

andere bedeuten können (BSK StGB II-RIKLIN, 4. Aufl. 2019, N 5 zu Art. 177 StGB; 

SCHWANDER, Das Schweizerische Strafgesetzbuch unter besonderer Berücksich-

tigung  der  bundesgerichtlichen  Praxis,  2. Aufl.  1964,  N 604).  Beim  gemischten 

Werturteil  finden  die  Bestimmungen  von  Art. 173  Ziff.  2  und  3  StGB  analoge 

Anwendung,  d.h.  der  Täter  ist  unter  den  dort  genannten  Voraussetzungen  zum 

Wahrheitsbeweis und zum Beweis, dass er ernsthafte Gründe hatte, seine Äusse-

rung in guten Treuen für wahr zu halten, grundsätzlich zuzulassen (BGE 132 IV 112 

E. 3.1;  BGE  93  IV  20  E. 3;  Urteil  des  Bundesgerichtes  6B_440/2019  vom 

18. November 2020 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 65). Nur bei reinen Wertur-

teilen entfällt die Möglichkeit des Entlastungsbeweises. Art. 173 Ziff. 3 StGB setzt 

sodann einerseits das Fehlen einer begründeten Veranlassung für die Äusserung 

und andererseits die überwiegende Absicht, jemandem Übles vorzuwerfen, voraus 

(BGE  132  IV  112  E. 3.1;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_440/2019  vom 

18. November  2020  E. 4.1,  nicht  publ.  in:  BGE  147  IV  65;  6B_1270/2017  vom 

24. April 2018 E. 2.2 mit Hinweisen). Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob diese 

Voraussetzungen erfüllt sind. Es liegt indessen am Beschuldigten zu entscheiden, 

ob er den Entlastungsbeweis erbringen will (BGE 137 IV 313 E. 2.4.2 mit Hinwei-

sen; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichtes 7B_140/2023 vom 25. September 

2024 E. 2.3).

1.6. Der Vorwurf strafbaren Verhaltens ist ehrverletzend (vgl. BGE 145 IV 462 

E. 4.2.2;  BGE  132  IV  112  E. 2;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_1046/2021  vom 

2. August 2022 E. 3.3.2; 6B_328/2021 vom 13. April 2022 E. 2.2.3; 6B_318/2016 

vom 13. Oktober 2016 E. 3.8.2; je mit Hinweisen). Es ist Sache der beschuldigten 

Person, zu beweisen, dass die Äusserung wahr ist oder dass sie diese in guten 

Treuen  für  wahr  halten  durfte,  falls  sie  zum  Entlastungsbeweis  zugelassen  wird. 

Der Wahrheitsbeweis eines strafbaren Verhaltens kann grundsätzlich nur mit einem 

rechtskräftigen  Strafurteil  erbracht  werden  (BGE  132  IV  112  E. 4.2;  Urteile  des 

Bundesgerichtes  6B_328/2021  vom  13. April  2022  E. 2.2.3;  6B_1131/2021  vom 

12. Januar 2022 E. 5.1.2; 6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 3.8.2). Der Gut-

glaubensbeweis ist erbracht, wenn der Täter nachweist, dass er die ihm nach den 

-   12   -

Umständen und seinen persönlichen Verhältnissen zumutbaren Schritte unternom-

men hat, um die Richtigkeit seiner Äusserung zu überprüfen und sie für gegeben 

zu erachten (BGE 124 IV 149 E. 3b; BGE 116 IV 205 E. 3; BGE 105 IV 118 E. 2a; 

Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_328/2021  vom  13. April  2022  E. 2.2.3; 

6B_1131/2021  vom  12. Januar  2022  E. 5.1.2;  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundes-

gerichtes 6B_1028/2023 vom 21. Oktober 2024 E. 3.3.4). 

1.7. Beweist die beschuldigte Person, dass die von ihr vorgebrachte oder weiter-

verbreitete Äusserung der Wahrheit entspricht (sog. Wahrheitsbeweis), oder dass 

sie  ernsthafte  Gründe  hatte,  sie  in  guten  Treuen  für  wahr  zu  halten  (sog.  Gut-

glaubensbeweis), so ist sie nicht strafbar (Art. 173 Ziff. 2 StGB). In Bezug auf den 

Gutglaubensbeweis  muss  die  Täterschaft  zur  Erfüllung  ihrer  Informations-  und 

Sorgfaltspflicht  sämtliche  ihr  zumutbaren  Schritte  unternommen  haben,  um  die 

Richtigkeit ihrer Äusserungen zu überprüfen (BGE 124 IV 149 E. 3b; Urteile des 

Bundesgerichtes 6B_777/2022 vom 16. März 2023 E. 3.2, nicht publ. in: BGE 149 

IV 170; 6B_735/2022 vom 2. Februar 2023 E. 3.1; je mit Hinweisen). Sie darf nicht 

blind  auf  die  Aussagen  einer  Drittperson  vertrauen  (Urteile  des  Bundesgerichtes 

6B_1461/2021 vom 29. August 2022 E. 2.1.4; 6B_1114/2018 vom 29. Januar 2020 

E. 2.1.2, nicht publ. in: BGE 146 IV 23; je mit Hinweisen). Massgebend sind letztlich 

die Umstände des Einzelfalls. Je schwerer ein Ehreingriff ist, desto höhere Sorg-

faltspflichten bestehen hinsichtlich der Abklärung des wahren Sachverhalts, wobei 

die Schwere vom Vorwurf und vom Verbreitungsgrad abhängt (Urteil des Bundes-

gerichtes 6B_735/2022 vom 2. Februar 2023 E. 3.1 mit Hinweisen). In der Regel 

ist der Entlastungsbeweis zuzulassen (BGE 132 IV 112 E. 3.1; Urteile des Bundes-

gerichtes  6B_1114/2018  vom  29. Januar  2020  E. 2.1.2;  6B_722/2017  vom 

28. August 2017 E. 1.1). Ein Ausschluss ist nach Art. 173 Ziff. 3 StGB nur vorge-

sehen, wenn die Äusserung ohne Wahrung öffentlicher Interessen oder sonst wie 

ohne  begründete  Veranlassung  und  kumulativ  vorwiegend  in  der  Absicht  vorge-

bracht oder verbreitet wird, jemandem Übles vorzuwerfen, insbesondere wenn sich 

die  Äusserung  auf  das  Privat-  oder  Familienleben  bezieht  (vgl.  BGE  132  IV  112 

E. 3.1;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_777/2022  vom  16. März  2023  E. 3.2; 

6B_735/2022 vom 2. Februar 2023 E. 3.1; je mit Hinweisen). Eine begründete Ver-

anlassung  im  genannten  Sinn  kann  sich  auf  öffentliche  oder  private  Interessen 

-   13   -

beziehen. Sie muss objektiv bestanden haben und Beweggrund für die Äusserung 

gewesen sein. Für die Zulassung zum Entlastungsbeweis genügt, dass die Äus-

serung  auch  nur  zum  kleineren  Teil  aus  begründeter  Veranlassung  getan  wurde 

(Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_722/2017  vom  28. August  2017  E. 1.1; 

6B_584/2016 vom 6. Februar 2017 E. 3.1.4; je mit Hinweis; zum Ganzen: Urteil des 

Bundesgerichtes 7B_269/2022 vom 11. Juni 2024 E. 2.2.1 f.).

2.

E-Mail vom 13. Juni 2022, 14.55 Uhr (Dossier 1)

2.1. Am 13. Juni 2022 um 14.55 Uhr versandte der Beschuldigte an die Arbeit-

geberin  der  Privatklägerin  (...@G1._____.com,  Kopie  an  ...'@G1._____.com) 

– und mithin eine Dritte – eine E-Mail mit dem Betreff "Betrug von Frau B._____". 

In jener E-Mail führte der Beschuldigte unter anderem aus (Urk. 3/2):

"Die Mitarbeiterin, Frau B._____, von G2._____ ist wegen Betrug durch Rechtspro-

zess behandelt..."

"Frau B._____ macht Betrug, um bei Nachbarn Gelder zu verdienen..."

Wir sind gezwungen, die Methode der Lohnpfände zu benutzen, wenn Frau B._____ 

weiter sich weigern, den betrogenen Betrag zurückzubezahlen."

"Der Betrug von Frau B._____ ist auch strafrechtlich behandelt."

"Frau  B._____  manipuliert  den  Beleg  (sie  ersetzt  originalen  Beleg  durch  anderen 

Beleg, sie benutzt einen Beleg zweimal). Manipulation des Belegs ist in Finanz als 

Betrug betrachtet (Tatsache)"

"...Straftat  kommt  dann  ins  Strafregister.  Geben  Sie  mir  bitte  die  richtige  Kontakt-

adresse für Compliance, was strafregister-Eintrag relevant für Compliance ist...".

2.2. Der  Beschuldigte  bezichtigt  die  Privatklägerin  mit  diesen  Äusserungen 

mehrfach  des  Betruges.  Nach  konstanter  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung 

tangiert der Vorwurf, jemand habe vorsätzlich eine strafbare Handlung begangen, 

die sittliche Ehre. Demnach sind die obenstehenden Äusserungen – gerade auch 

in Kombination mit dem Betreff ("Betrug von Frau B._____") – ohne Weiteres als 

ehrenrührig einzustufen. Zu keinem anderen Ergebnis kommt die Vorinstanz. Unter 

Verweis auf deren diesbezügliche Ausführungen (Urk. 87 S. 12 f.) ist der objektive 

-   14   -

Tatbestand der üblen Nachrede erfüllt, zumal es sich nicht um ein reines Werturteil 

handelt, welches (nur) vom Tatbestand der Beschimpfung (Art. 177 StGB) erfasst 

würde. Dem Vorbringen des Beschuldigten, wonach das schweizerische Strafrecht 

kein  Verbot  des  Wortes  Betrug  kennt  (Urk. 97  v.a.  S. 1  und  S. 11)  bzw.  es  kein 

Gesetz gibt, dass das Wort "Betrug" verbietet (z.B. Urk. 111 S. 12, S. 27, S. 35), ist 

in diesem – vom Kontext losgelösten – Sinne grundsätzlich beizupflichten. Vorlie-

gend behauptet der Beschuldigte aber, die Privatklägerin habe sich des Betruges 

schuldig gemacht, was sich nicht nur am Betreff "Betrug von Frau B._____" in op-

tima forma zeigt, sondern auch durch die mehrfache klare Bezugnahme zum Straf-

recht durch Formulierungen wie "durch Rechtsprozess behandelt", "strafrechtlich 

behandelt", "Straftat" und "Strafregister". Die Verwendung des Wortes "Betrug" in 

diesem Zusammenhang ist ehrverletzend, zumal es sich beim Begriff Betrug um 

einen rechtlichen Terminus technicus handelt, der in allen Bereichen – und auch 

im Rechnungswesen – gleich verstanden wird. Die Vorbringen des Beschuldigten, 

wonach das Verhalten der Privatklägerin im Rechnungswesen ein Betrug sei re-

spektive der Umstand, dass die Privatklägerin mit gefälschten Belegen zum Zivil-

richter gehe und von ihm (dem Beschuldigten) einen erhöhten Betrag verlange, sei 

im  Rechnungswesen  ein  Betrug  (z.B.  Urk. 119  S. 14;  Urk. 120  S. 8  f.;  Urk. 111 

S. 88), sind daher nicht zu hören. Im Rechnungswesen gibt es kein anderes Ver-

ständnis des Betruges.

2.3. Ebenso  ist  der  subjektive  Tatbestand  erfüllt.  Es  ist  unbestritten,  dass  der 

Beschuldigte diese E-Mail mit Wissen und Willen verfasste und an die Arbeitgeberin 

der Privatklägerin versandte. Er musste, gerade auch angesichts der – jedenfalls 

erstinstanzlichen – Verurteilung  durch  das  Bezirksgericht Meilen vom 17. Januar 

2022  (Urk. 11  S. 2  f.),  zumindest  damit  rechnen  und  entsprechend  sensibilisiert 

sein, dass diese Äusserungen ehrverletzend sein könnten. 

2.4. Der Beschuldigte berief sich in der Untersuchung und vor Vorinstanz sowohl 

auf den Wahrheits- als auch den Gutglaubensbeweis (Urk. 4 S. 4 F/A 22; Urk. 21/3 

S. 3-6 F/A 9 ff. und S. 9 F/A 40 f.; Urk. 54 S. 3-7; Prot. I S. 16 f. und S. 40 f.). Auch 

seinen Eingaben im Berufungsverfahren und den Ausführungen anlässlich der heu-

tigen Berufungsverhandlung ist zu entnehmen, dass er die Ansicht vertritt, seine 

-   15   -

Ausführungen  entsprächen  der  Wahrheit  (der  Betrug  sei  "beweisbar"  bzw.  die 

Vorinstanz habe die "Beweisunterlagen völlig ignoriert"; vgl. z.B. Urk. 97 S. 3, S. 5, 

S. 6, S. 9 und S. 10; Urk. 111 S. 48 ff.; Urk. 120). Die Vorinstanz liess den Beschul-

digten in Anwendung von Art. 173 Ziff. 3 StGB nicht zum Wahrheits- und Gutglau-

bensbeweis  zu,  da  keine  öffentlichen  Interessen  oder  eine  sonstwie  begründete 

Veranlassung ersichtlich seien, die inkriminierte E-Mail an die Arbeitgeberin der Be-

schuldigten  (recte:  Privatklägerin)  zu  senden,  vielmehr  sei  im  Verhalten  des 

Beschuldigten die Absicht zu erblicken, der Privatklägerin gegenüber ihrer Arbeit-

geberin Übles vorzuwerfen und diese dort zu schmähen bzw. zu Fall zu bringen, 

selbst  wenn  der  Beschuldigte  auf  die  Einleitung  einer  Lohnpfändung  abgezielt 

habe, was umso mehr gelte, als der Arbeitsplatz ohne sachlichen oder persönlichen 

Zusammenhang zum Nachbarschaftsstreit stehe (Urk. 87 S. 14). Diesen Erwägun-

gen  der  Vorinstanz  ist  beizupflichten.  Die  Arbeitgeberin  der  Privatklägerin  ist  in 

keiner  Art  und  Weise  in  die  Auseinandersetzungen  im  Zusammenhang  mit  der 

Liegenschaft C._____ [Strasse] … in D._____ zwischen der Privatklägerin und dem 

Beschuldigten involviert. Wenn der Beschuldigte der Arbeitgeberin der Privatkläge-

rin einfach diese "Information" hat zukommen lassen wollen, wie er es selber aus-

drückt (Urk. 21/3 S. 3 f. F/A 9 ff.; vgl. auch Urk. 4 S. 2 f. F/A 12 f.), so gab es hierfür 

– mangels  einer  Verbindung  zur  Arbeitgeberin  –  keinen  auch  nur  ansatzweise 

ersichtlichen  Grund.  Auf  die  Frage,  ob  er  sich  eine  Reaktion  der  Arbeitgeberin 

erhofft habe, antwortete der Beschuldigten denn auch mit "nein, nein" (Urk. 21/3 

S. 4 F/A 14). Heute bestätigte der Beschuldigte dies, indem er zu Protokoll gab, es 

sei eine Reaktion auf das "Theater wegen einer Lohnpfändung" der Privatklägerin 

gewesen  (Urk. 119  S. 12).  Dies  zeigt  in  aller  Deutlichkeit,  dass  der  Beschuldigte 

keine öffentlichen Interessen wahren wollte, keine Veranlassung für das Versenden 

der E-Mail bestand und er diese nur in der Absicht, der Privatklägerin Übles vorzu-

werfen, verfasste und verschickte, zumal aufgrund der Ausführungen des Beschul-

digten in der Eingabe vom 21. Februar 2025 der Eindruck entsteht, dass er sich 

einfach  an  der  Privatklägerin  rächen  wollte,  da  diese  eine  Lohnpfändung  seiner 

Ehefrau initiierte. Denn er wirft der Privatklägerin vor, eine Betreibung bzw. Lohn-

pfändung eingeleitet zu haben, um absichtlich den Ruf seiner Ehefrau zu schädigen 

und ihren Job bei der H._____ zu gefährden, welcher Fall nun vor Bundesgericht 

-   16   -

sei. Gegen eine solche "böse Absicht & Angriff" verteidige er sich (Urk. 111 S. 60). 

Es kommt hinzu, dass sich diverse Vorbringen des Beschuldigten, weshalb er zum 

Entlastungsbeweis  zuzulassen  sei,  erst  nach  dem  Verfassen  der  anklagegegen-

ständlichen  E-Mail  ereigneten  (z.B.  Urk. 121),  was  von  Vornherein  nicht  zur 

Zulassung  zum  Entlastungsbeweis  führen  kann.  Der  Beschuldigte  ist  nicht  zum 

Entlastungsbeweis zuzulassen. 

2.5. Der  Beschuldigte  führt  ferner  stets  an,  die  Vorinstanz  habe  Beweisunter-

lagen "vernichtet" bzw. "eliminiert" (Urk. 111; Urk. 119 S. 11). Was er damit konkret 

meint, erschliesst sich nicht. Die vom Beschuldigten eingereichten Eingaben und 

Beilagen fanden Eingang in die Akten, auf seine Argumente wurde im angefochte-

nen  Entscheid  eingegangen.  Im  Übrigen  ist  auf  die  Erwägungen  unter  II.3.2  zu 

verweisen. Da die Vorinstanz den Beschuldigten – zurecht – nicht zum Entlastungs-

beweis  zuliess,  war  sie  nicht  gehalten,  allfällige  Beweisunterlagen  zu  würdigen. 

Auch mit diesem Vorbringen ist der Beschuldigte daher nicht zu hören. 

2.6.

In einer Eventualbegründung erwägt die Vorinstanz schliesslich, dass dem 

Beschuldigten der Entlastungsbeweis auch nicht gelänge (Urk. 87 S. 14-16). Dem 

ist zuzustimmen. Der Wahrheitsbeweis für die Behauptung oder Verdächtigung, es 

habe  jemand  ein  Delikt  begangen,  ist  grundsätzlich  durch  eine  entsprechende 

Verurteilung  zu  erbringen  (BGE  106  IV  115  E. 2).  Nachdem  das  diesbezügliche 

Verfahren  gegen  die  Privatklägerin  (Untersuchungs-Nr. A-8/2023/10047313  der 

Staatsanwaltschaft  See/Oberland)  rechtskräftig  eingestellt  wurde  (Urk. 74/2 

[Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 21. Juni 2024]) und 

der Beschuldigte auch sonst über keine Verurteilung der Privatklägerin zu berichten 

wusste  (Urk. 119  S. 15),  gelingt  dem  Beschuldigten  der  Wahrheitsbeweis  nicht. 

Hinsichtlich  des  Gutglaubensbeweises  verweist  die  Vorinstanz  zurecht  auf  den 

Umstand, dass die Strafanzeige des Beschuldigten gegen die Privatklägerin vom 

4. Dezember 2023 datiert (Urk. 25/1) und diese mithin erst ca. 1 ½ Jahre nach der 

inkriminierten  E-Mail  erstattet  wurde.  Hätte  der  Beschuldigte  ernsthafte  Gründe 

gehabt,  dass  die  Privatklägerin  sich  eines  Betruges  schuldig  gemacht  hätte,  so 

hätte er sich wohl veranlasst gesehen, die Strafanzeige zeitnaher zu erstatten. 

-   17   -

2.7. Der Beschuldigte hat in Bezug auf die E-Mail vom 13. Juni 2022, 14.55 Uhr, 

den Tatbestand der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB erfüllt. 

3.

E-Mail vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr (Dossier 1)

3.1. Am  13. Juni  2022  um  15.21  Uhr  versandte  der  Beschuldigte  an  I._____, 

J._____, K._____, L._____, M._____, N._____ und die Privatklägerin eine E-Mail 

unter Beilage einer von ihm kurz zuvor, um 14.33 Uhr, der Privatklägerin versand-

ten E-Mail, wobei beide E-Mails den Betreff "Betrug von Frau B._____" trugen. In 

diesen E-Mails schrieb der Beschuldigte unter anderem Folgendes: 

"Wenn du bis Ende Juni den betrogenen Betrag zurückzahlen wirst, dann werden 

wir darauf verzichten, dich zu klagen."

"Frau B._____ benutzt einen Beleg zweimal, um bei Nachbarn Geld zu verdienen. 

...Manipulation  des  Belegs  (einen  Beleg  zweimal  zu  benutzen)  ist  in  Finanz  als 

Betrug betrachtet"

"Frau B._____ ersetzt originalen Beleg durch anderen Beleg, um falsche Aussagen 

im Gericht zu machen ..."

"Bei der Liegenschaft ist die Kostenverteilung gleich .... sie sorgt dafür, dass sie (als 

Revisor) weniger bezahlen (muss) .. . sie bestätigt die absichtlich falsche Kostenver-

teilung durch ihre eigene Unterschrift, dass die falsche Kostenverteilung korrekt ist... 

Mit anderem Wort benutzt Frau B._____ Betrug als Mittel, um bei Nachbarn Geld zu 

verdienen".

3.2.

Insofern sich die obgenannte E-Mail an die Privatklägerin selbst richtet, fällt 

eine Verurteilung des Beschuldigten wegen übler Nachrede gemäss Art. 173 StGB 

ausser  Betracht.  Ehrenrührige  Tatsachenbehauptungen  und  Werturteile  gegen-

über dem Verletzten selbst fallen unter den Tatbestand der Beschimpfung im Sinne 

von Art. 177 StGB. Eine Anklageerhebung respektive erstinstanzliche Verurteilung 

des Beschuldigten wegen Beschimpfung erfolgte nicht. Zufolge des Verschlechte-

rungsverbots ist eine solche zusätzliche Verurteilung im Berufungsverfahren daher 

nicht möglich. 

3.3. Wiederum  ist  nur  schon  wegen  des  Betreffs  der  E-Mail  "Betrug  von  Frau 

B._____"  von  Ehrenrührigkeit  auszugehen.  Aber  auch  die  übrigen  angeklagten 

-   18   -

Textpassagen werfen der Privatklägerin – zumindest teilweise – weiteres strafbares 

Verhalten vor. Die Vorinstanz wies zurecht darauf hin, dass der Passus, wonach 

die  Privatklägerin  absichtlich  eine  falsche  Kostenverteilung  durch  ihre  eigene 

Unterschrift bestätigt habe, als weiteres strafbares Verhalten interpretiert werden 

muss (Urkundendelikte [Art. 251 ff. StGB]). Ebenso implizieren falsche Aussagen 

vor  Gericht  weitere  strafbare  Verhaltensweisen  (Rechtspflegedelikte  [Art. 303  ff. 

StGB]). Dass die Bezichtigung einer Person, vorsätzlich eine strafbare Handlung 

begangen  zu  haben,  bereits  ehrverletzend  ist,  wurde  zuvor  schon  erwogen 

(vgl. oben  Ziff. 1.6).  Die  E-Mail  von  15.21  Uhr  richtete  sich  ferner  unbestritten-

ermassen  (vgl.  z.B.  Urk. 4  S. 3  F/A 20)  an  Nachbarn  der  Privatklägerin  und  des 

Beschuldigten  und  damit  an  Dritte.  Der  objektive  Tatbestand  von  Art. 173  Ziff. 1 

StGB ist erfüllt. 

3.4. Der subjektive Tatbestand ist ebenfalls erfüllt. Es kann auf die vorstehenden 

Ausführungen verwiesen werden (vorne Ziff. 2.3). 

3.5.

Zu  den  Beweggründen  für  den  Versand  der  E-Mails  erklärte  der  Beschul-

digte in der Untersuchung, er habe an die Nachbarn appellieren wollen, die Sache 

zivilisiert zu regeln (Urk. 4 S. 3 F/A 20), und, er sei in einen Nachbarkrieg geraten 

wegen  falschen  Informationen  der  Privatklägerin  (Urk. 21/3  S. 7  F/A 29).  Es 

bestünden öffentliche Interessen, da die Privatklägerin früher Revisorin gewesen 

sei.  Die  Nachbarn  hätten  die  Privatklägerin  abgewählt  (a.a.O.  F/A 30).  Die 

Anschlussfrage nach dem Zeitpunkt der Abwahl der Privatklägerin als Revisorin, 

ob  dies  nach  Versand  der  inkriminierten  E-Mails  gewesen  ist,  beantwortete  der 

Beschuldigte in der Folge nicht; er machte – trotz der deutlichen Frage – andere 

Depositionen  (a.a.O.  F/A 31).  Auch  im  Berufungsverfahren  betonte  er  immer 

wieder, dass alle Nachbarn seit fünf Jahren bzw. seit 2019 in einen Rechtsstreit 

involviert seien (z.B. Urk. 111 S. 2, S. 3, S. 9, S. 11, S. 16; Urk. 120 S. 1) und die 

Information, da die Privatklägerin Revisorin sei, von öffentlichem Interesse für alle 

Nachbarn  sei  (z.B.  Urk. 111  S. 38,  S. 68,  S. 71  f.).  Aus  den  Ausführungen  des 

Beschuldigten in der anklagegegenständlichen E-Mail geht indes hervor, dass die 

Privatklägerin von 2014 bis 2018 als Revisorin der Liegenschaft tätig gewesen war 

(Urk. 3/3; die Privatklägerin gab demgegenüber an, [erst] im Jahr 2018 für ein Jahr 

-   19   -

als Revisorin tätig gewesen zu sein [Urk. 21/1 S. 8 F/A 46]). Demzufolge war die 

Privatklägerin  im  Juni  2022  –  im  Zeitpunkt  des  Versands  der  E-Mails  –  schon 

längere  Zeit  nicht  mehr  Revisorin.  Eine  mögliche  Abwahl  der  Privatklägerin  als 

Revisorin stand am 13. Juni 2022 beim Versand des bzw. der E-Mails damit nicht 

mehr zur Debatte. Ein öffentliches Interesse oder eine begründete Veranlassung 

können nicht erkannt werden. Vielmehr bestätigen die Aussagen des Beschuldig-

ten, der von einem "Nachbarkrieg" spricht, dass er gerade die Absicht hatte, der 

Privatklägerin Übles vorzuwerfen und es ihm vor allem darum ging, die Nachbarn 

in diesem "Krieg" auf seine Seite zu ziehen. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten 

auch in Bezug auf diese E-Mail zurecht nicht zum Entlastungsbeweis zugelassen. 

Im Übrigen gelänge dieser auch nicht. Es kann auf die diesbezüglichen Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 87 S. 18 f.). 

3.6. Die E-Mail vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr, einschliesslich Weiterleitung der 

E-Mail  von  14.33  Uhr,  erfüllt  den  Tatbestand  der  üblen  Nachrede  im  Sinne  von 

Art. 173 Ziff. 1 StGB.

4.

E-Mail vom 5. Dezember 2023, 14.06 Uhr (Dossier 2)

4.1. Die E-Mail vom 5. Dezember 2023 versandte der Beschuldigte wiederum an 

die Privatklägerin und an zwölf weitere Personen – unter anderem diverse Nach-

barn,  die  Arbeitgeberin  der  Privatklägerin  und  die  F._____  Immobilien  GmbH 

(Liegenschaftsverwaltung;  vgl.  Urk. 21/3  S. 9  F/A 43).  Die  E-Mail  hat  den  Betreff 

"FYI Strafanzeige gegen Frau B._____: Fälschung & Betrug (Versuch)" und sie hat 

unter anderem folgenden, anklagegegenständlichen Inhalt (D2 Urk. 2/1 S. 7 f.): 

die Privatklägerin sorge dafür, dass sich die Nachbarn seit mehr als 5 Jahren in 

Kriegszustand befänden,

die Privatklägerin habe Jahresrechnungen mittels Manipulation von Belegen 

gefälscht, um Gelder beim Nachbarn Dr. A._____ zu verdienen,

die Kosten in der Bilanz seien infolge Betrug um 744 % erhöht,

die Privatklägerin habe den Zivilprozess wegen Fälschung und Betrug verloren,

-   20   -

die Privatklägerin habe im Gerichtsverfahren eine gefälschte Jahresrechnung 

eingereicht,

die Privatklägerin sei davon besessen, sich auf Kosten der Nachbarn zu berei-

chern, indem sie Jahresrechnungen fälsche, Belege manipuliere damit Fälschung 

und Betrug begehe.

4.2. Wiederum  ist  nur  schon  wegen  des  Betreffs  der  E-Mail  "FYI  Strafanzeige 

gegen Frau B._____: Fälschung & Betrug (Versuch)" von Ehrenrührigkeit auszu-

gehen. Die Vorinstanz hielt dazu zurecht fest, auch der Vorwurf eines strafbaren 

Betrugsversuchs sei ehrenrührig (Urk. 87 S. 20). Aber auch die übrigen angeklag-

ten Textpassagen werfen der Privatklägerin – zumindest teilweise – weiteres straf-

bares Verhalten vor. Erneut spricht er – zumindest sinngemäss – von Urkunden-

fälschungen und weiteren Betrugshandlungen (u.a. auch in einem Gerichtsverfah-

ren). Der objektive Tatbestand von Art.  173 Ziff. 1 StGB ist erfüllt. 

4.3. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands ist auf die vorstehenden Ausfüh-

rungen zu verweisen (vorne Ziff. 2.3). 

4.4. Wiederum liess die Vorinstanz den Beschuldigten nicht zum Entlastungsbe-

weis zu (Urk. 87 S. 20). Der Beschuldigte führte zu seiner Motivation, diese E-Mail 

verfasst  und  verschickt  zu  haben,  aus,  es  sei  um  die  Information  gegangen  und 

dass die Adressaten den Konflikt kennen würden, da die Privatklägerin eine Allianz 

habe und Mobbing gegen ihn mache (Urk. 21/3 S. 9 f. F/A 42 ff.). Dem Beschuldig-

ten  ging  es  damit  offensichtlich  nicht  um  die  Wahrung  irgendwelcher  öffentlicher 

Interessen und er hatte keinerlei Veranlassung für den Versand dieser E-Mail, aus-

ser dass er der Privatklägerin dadurch Übles vorwerfen und sie bei ihren Nachbarn, 

ihrer Arbeitgeberin und der Liegenschaftsverwaltung in Verruf bringen wollte, zumal 

er demgegenüber nicht aufhört zu betonen, dass die Nachbarn seit fünf Jahren in 

einem  Rechtsstreit  stehen  (Urk. 111;  Urk. 120  S. 1).  Zumindest  die  Nachbarn 

mussten  den  Konflikt  demgemäss  bereits  kennen  und  der  Beschuldigte  hatte 

keinerlei Grund, diese über den Konflikt zu informieren.

4.5. Mangels  entsprechender  Verurteilung  der  Privatklägerin  würde  der 

Wahrheitsbeweis  scheitern.  Auch  dem  Gutglaubensbeweis  wäre  kein  Erfolg 

-   21   -

beschieden. Zwar erstattete der Beschuldigte unmittelbar vor dem Versand der in-

kriminierten  E-Mail  am  4. Dezember  2023  Strafanzeige  gegen  die  Beschuldigte 

(vgl. Urk. 25/1) und er führte aus, der E-Mailinhalt sei eine Kopie des Inhalts der 

Strafanzeige  (Urk. 111  S. 77  f.).  Seinen  Aussagen  zum  Hintergrund  der  Straf-

anzeige kann indes entnommen werden, dass er diese erhob, weil auch die Privat-

klägerin gegen ihn Strafanzeige erstattet hatte (Urk. 21/3 S. 9 F/A 42) respektive, 

es sei eine Reaktion auf die Lohnpfändung bei seiner Frau respektive die Betrei-

bungen durch die Privatklägerin gewesen (Urk. 119 S. 12 ["Kraft erzeugt Gegen-

kraft"];  vgl.  dazu  auch  vorne  Ziff. 2.4).  Der  Beschuldigte  hatte  keine  ernsthaften 

Anhaltspunkte  für  seine  Verdächtigungen.  So  bringt  er  beispielsweise  nicht  vor, 

dass die Liegenschaftsverwaltung die Arbeit der Privatklägerin als Revisorin bean-

standete oder dergleichen, vielmehr erwähnt er den seit fünf Jahren bestehenden 

(Geld-)Streit zwischen ihm und der Privatklägerin (a.a.O. S. 12 F/A 54 f.) und in der 

inkriminierten E-Mail sowie in der Eingabe vom 21. Februar 2025 spricht er sogar 

von einem fünf Jahre dauernden "Kriegszustand" (D2 Urk. 2/1 S. 7; Urk. 111 S. 9, 

S. 15, S. 71). 

4.6. Die  E-Mail  vom  5. Dezember  2023,  14.06  Uhr,  erfüllt  den  Tatbestand  der 

üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB.

5.

E-Mails vom 6. Dezember 2023, 15.06 Uhr, 15.51 Uhr und 20.47 Uhr

5.1. Am 6. Dezember 2023 versandte der Beschuldigte drei weitere E-Mails und 

zwar  um  15.06  Uhr,  um  15.51  Uhr  und  um  20.47  Uhr,  wobei  sie  –  erneut  –  die 

Betreffe  "WG:  FYI  Strafanzeige  gegen  Frau  B._____:  Fälschung  &  Betrug  (Ver-

such)" bzw. "AW: FYI Strafanzeige gegen Frau B._____: Fälschung & Betrug (Ver-

such)" aufwiesen. Die E-Mails gingen an diverse Nachbarn, wiederum die Arbeit-

geberin der Privatklägerin sowie die Liegenschaftsverwaltung F._____ Immobilien 

GmbH (D2 Urk. 2/1 S. 5 f.) – und damit an Dritte. Bereits angesichts des Betreffs in 

Zusammenhang  mit  der  zeitlichen  Nähe  zur  E-Mail  vom  5. Dezember  2023  liegt 

Ehrenrührigkeit  vor,  zumal  der  Beschuldigte  wiederum  davon  spricht,  dass  die 

Privatklägerin  vor  Gericht  etwas  gefälscht  und  betrogen  habe.  Hinsichtlich  des 

subjektiven  Tatbestandes  und  der  Zulassung  zum  Entlastungsbeweis  kann  auf 

vorstehende Ausführungen verwiesen werden (vorne Ziff. 2.3 und Ziff. 4.4 f.). Die 

-   22   -

E-Mail vom 6. Dezember 2023, 15.06 Uhr, erfüllt den Tatbestand der üblen Nach-

rede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB. 

5.2. Die  Vorinstanz  erwägt  hinsichtlich  der  beiden  E-Mails  vom  6. Dezember 

2023, 15.51 Uhr und 20.47 Uhr, dass der Beschuldigte die E-Mail von 15.06 Uhr 

nochmals weitergeleitet habe, jedoch ohne inhaltlich neue strafrechtlich relevante 

Vorwürfe zu erheben, weshalb der Unrechtsgehalt mit der strafrechtlichen Behand-

lung der E-Mail von 15.06 Uhr bereits abgedeckt sei (Urk. 87 S. 22). Eine andere 

Beurteilung  respektive  weitere  Schuldsprüche  bezüglich  dieser  beiden  E-Mails 

erübrigen sich bereits aufgrund des Verbots der reformatio in peius. Dennoch ist 

anzumerken, dass der Beschuldigte zwei weitere E-Mails mit nur schon ehrverlet-

zenden Betreffen versendet hat. Dadurch sahen die Adressaten den Betreff erneut 

in ihren E-Mail-Posteingängen, weshalb ihnen die E-Mail des Beschuldigten, die er 

am  selben  Tag  versandt  hatte,  zumindest  wieder  in  Erinnerung  gerufen  wurde. 

Insofern ist der Unrechtsgehalt durch die Beurteilung der E-Mail vom 6. Dezember, 

15.06 Uhr, nicht komplett abgedeckt, was auf den Schuldspruch jedoch, wie bereits 

dargelegt, keinen Einfluss haben kann. 

6.

Fazit

Der  Beschuldigte  ist,  nachdem  weder  Rechtfertigungs-  noch  Schuldausschluss-

gründe zu erkennen sind, der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 

Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

V. Sanktion

1.

Strafrahmen / Gesamtstrafe / Strafzumessungsregeln

1.1. Der  Beschuldigte  hat  sich  der  mehrfachen  üblen  Nachrede  im  Sinne  von 

Art. 173 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht. Diese Bestimmung sieht einen Strafrahmen 

von  drei  bis  180  Tagessätzen  Geldstrafe  vor  (Art. 173  Ziff. 1  StGB  i.V.m.  Art. 34 

Abs. 1 StGB). 

1.2. Der  Beschuldigte  hat  den  Tatbestand  von  Art. 173  Ziff. 1  StGB  mehrfach 

erfüllt, weshalb eine Gesamtstrafe zu bilden sein wird. Deren Grundlagen hat die 

-   23   -

Vorinstanz  korrekt  wiedergegeben  (Urk. 87  S. 24).  Ergänzt  werden  können  jene 

Erwägungen mit dem Hinweis, dass eine Gesamtstrafe in mehreren Schritten unter 

Berücksichtigung  der  Strafrahmen  der  in  die  Strafzumessung  einfliessenden 

einzelnen Tatbestände zu ermitteln ist. Vorab ist der Strafrahmen der schwersten 

Tat zu bestimmen, die die Einsatzstrafe bildet. Die Einsatzstrafe ist innerhalb ihres 

ordentlichen Strafrahmens festzusetzen und anschliessend unter Einbezug gleich-

artiger  Strafen  der  anderen  Straftaten  in  Anwendung  des  Asperationsprinzips 

angemessen  zu  erhöhen  (BGE  144  IV  217  E. 3.5.1).  Das  Gericht  hat  damit 

zunächst gedanklich die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt sowie die (hypothe-

tischen) Einzelstrafen der weiteren Delikte festzulegen, indem es alle diesbezüg-

lichen straferhöhenden und strafmindernden Umstände berücksichtigt. Alsdann hat 

es die Einsatzstrafe unter Berücksichtigung der gleichartigen (weiteren) Einzelstra-

fen zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren (BGE 144 IV 217 E. 3.5.3, 

E. 4.1, E. 4.3).

1.3.

Zu  Recht  hat  die  Vorinstanz  ferner  darauf  hingewiesen,  dass  trotz  Vorlie-

gens einer Tatmehrheit der oben zitierte Strafrahmen vorliegend nicht zu verlassen 

ist, da keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen, welche ein Verlassen ange-

zeigt erscheinen lassen würden (Urk. 87 S. 24). 

1.4. Hinsichtlich  der  Strafzumessung  innerhalb  des  Strafrahmens  misst  das 

Gericht gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB die Strafe nach dem Verschulden des Täters 

zu  (Tatkomponente),  wobei  es  auch  das  Vorleben  und  die  persönlichen  Verhält-

nisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt (Täter-

komponente). Im Einzelnen (zum Ganzen OFK/StGB-HEIMGARTNER, Art. 47 N 5 ff. 

m.w.H.; vgl. auch BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; BGE 134 IV 60 E. 5.3; BGE 117 IV 112 

E. 1):

1.4.1. Die Tatkomponente, das objektive und subjektive Verschulden, wird nach der 

Schwere der  Verletzung  oder Gefährdung  des  betroffenen  Rechtsguts,  nach der 

Verwerflichkeit  des  Handelns,  den  Beweggründen  und  Zielen  des  Täters  sowie 

danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen 

in  der  Lage  war,  die  Gefährdung  oder  Verletzung  zu  vermeiden  (Art. 47  Abs. 2 

StGB).

-   24   -

1.4.2. Als Ausgangspunkt ist die objektive Schwere des Delikts festzulegen und zu 

bewerten. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie auf Grund der Art 

und  Weise  des  Vorgehens  zu  beurteilen,  wie  stark  das  strafrechtlich  geschützte 

Rechtsgut  beeinträchtigt  worden  ist  (Deliktsbetrag,  Gefährdung/Risiko,  Zahl  der 

Verletzten, körperliche und psychische Schäden beim Opfer, Sachschaden etc.). 

Ebenfalls  von  Bedeutung  sind  die  kriminelle  Energie,  der  Tatbeitrag  bei  Tataus-

führung durch mehrere Täter sowie ein allfälliger Versuch.

1.4.3. Hinsichtlich des subjektiven Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die 

Beweggründe,  die  Willensrichtung,  das  Mass  an  Entscheidungsfreiheit  und  die 

Intensität des deliktischen Willens des Täters zu beurteilen: Je leichter es für den 

Täter gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entschei-

dung gegen sie.

1.4.4. Die  so  ermittelte  Strafe  kann  dann  gegebenenfalls  aufgrund  wesentlicher 

Täterkomponenten verändert werden. Die Täterkomponente umfasst die persön-

lichen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhal-

ten, und das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbesondere gezeigte 

Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis. Auch kann die Wirkung der 

Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt werden.

2.

Zusatzstrafe

2.1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Obergerichts Zürich vom 15. Septem-

ber  2023  wegen  mehrfacher  übler  Nachrede  mit  einer  Busse  von  Fr. 3'000.– 

bestraft  (Urk. 116;  Urk. 113/87).  Dieses  Urteil  basierte  auf  der  erstinstanzlichen 

Verurteilung  des  Bezirksgerichts  Meilen  vom  17. Januar  2022  (Urk. 113/62). 

Gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesgerichtes  stellt  die  Rechtsprechung  für  die 

Frage,  ob  das  Gericht  eine  Zusatzstrafe  aussprechen  muss,  auf  das  Datum  der 

ersten  Verurteilung  im  ersten  Verfahren  ab  (sog.  Ersturteil),  wohingegen  für  die 

Bemessung bzw. die Höhe der Zusatzstrafe das rechtskräftige Urteil im ersten Ver-

fahren  massgebend  ist,  weshalb  sich  das  Gericht  in  einem  ersten  Schritt  fragen 

muss, ob die neue Tat vor der ersten Verurteilung im ersten Verfahren begangen 

wurde  (Urteil  des  Bundesgerichtes  6B_572/2019  vom  8. April  2020  E. 2.3.1  mit 

-   25   -

Verweis  auf  BGE  138  IV  113  E. 3.4.2  und  BGE  129  IV  113  E. 1.3).  Die  Delikte 

gemäss  der  vorliegend  zu  beurteilenden  Anklageschrift  beging  der  Beschuldigte 

am  13. Juni  2022  sowie  am  5./6. Dezember  2023  und  damit  nach  der  ersten 

Verurteilung im ersten Verfahren (17. Januar 2022). Die Vorinstanz erkannte damit 

zurecht, dass keine Zusatzstrafe auszufällen ist. 

2.2. Es kommt hinzu, dass selbst wenn eine Zusatzstrafe auszusprechen wäre, 

am 15. September 2023 eine Busse ausgefällt wurde. Heute ist der Beschuldigte 

mit  einer  Geldstrafe  zu  bestrafen  (Art. 173  Ziff. 1  Abs. 3  StGB;  nachfolgende 

Ziff. 3.4).  Da  keine  gleichartigen  Sanktionen  vorliegen,  würde  eine  Zusatzstrafe 

auch aus diesem Grund ausser Betracht fallen (BGE 142 IV 265 E. 2.3.2). 

3.

Tatkomponente und hypothetische Einsatzstrafe für die E-Mail vom 13. Juni 
2022, 14.55 Uhr

3.1. Die  Vorinstanz  setzte  die  Einsatzstrafe  für  die  E-Mail  vom  13. Juni  2022, 

14.55  Uhr,  fest,  welche  sie  als  die  schwerwiegendste  E-Mail  betrachtete,  da  der 

Beschuldigte  die  Privatklägerin  darin  allgemein  des  Betrugs  bezichtigte  und  sich 

konkret zu einem vermeintlichen modus operandi äusserte sowie die E-Mail an die 

Arbeitgeberin der Privatklägerin gerichtet war (Urk. 87 S. 25). Dies ist zu überneh-

men. 

3.2.

In  den  anklagerelevanten  Passagen  der  E-Mail  vom  13. Juni  2022,  14.55 

Uhr, bezichtigt der Beschuldigte die Privatklägerin gegenüber ihrer Arbeitgeberin 

mehrfach des Betruges. Indem er in diesem Zusammenhang (also mit dem Vorwurf 

des  Betruges)  auch  die  Wörter  "Rechtsprozess"  und  "strafrechtlich  behandelt" 

verwendet, suggeriert er, dass gegen die Privatklägerin ein Strafverfahren wegen 

Betruges läuft oder gar bereits abgeschlossen ist, da er ferner schreibt, dass die 

Straftat  dann  ins  Strafregister  komme.  Diese  Äusserungen  sind  massiv  ehrver-

letzend  und  stellen  die  Privatklägerin  im  wichtigen  beruflichen  Umfeld  bloss.  Sie 

stehen zudem in keinem Verhältnis zu den seiner Ansicht nach sich sachlich stel-

lenden Problemen. Die Vorinstanz hat zurecht darauf hingewiesen, dass die E-Mail 

im  Zusammenhang  mit  einem  seit  lange  dauernden  Konflikt  zwischen  dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin als Stockwerkeigentümer derselben Liegen-

-   26   -

schaft  verfasst  wurde  und  Uneinigkeiten  unter  Stockwerkeigentümern,  hitzige 

Diskussionen  oder  sogar  zivilrechtliche  Gerichtsverfahren  grundsätzlich  nichts 

Aussergewöhnliches sind. Indem der Beschuldigte die inkriminierte E-Mail an die 

Arbeitgeberin der Privatklägerin sandte, involvierte er diese als bisher vom Konflikt 

nicht betroffene Dritte aber ohne sachlichen Grund und sorgte für eine zusätzliche 

Eskalation. Es sind deutlich schwerere Fälle von übler Nachrede denkbar und die 

E-Mail  hatte  keine  beruflichen  Konsequenzen  für  die  Privatklägerin.  Wenn  der 

Beschuldigte sinngemäss anführt, die Sanktion sei in Relation zum (angeblichen) 

von  der  Privatklägerin  begangenen  Betrug  bzw.  dessen  Deliktssumme  von 

Fr. 13'000.–  festzusetzen  (Urk. 111  S. 22,  S. 23,  S. 47),  trifft  dies  nicht  zu.  Der 

angebliche Betrug ist kein Strafzumessungskriterium für die Beurteilung der objek-

tiven  Tatschwere  der  vom  Beschuldigten  begangenen  Ehrverletzung.  Insgesamt 

wiegt das Verschulden in objektiver Hinsicht nicht leicht. 

3.3. Beim  Beschuldigten  sind  keine  Hinweise  einer  eingeschränkten  Schuld-

fähigkeit auszumachen. Er handelte betreffend das Verfassen und Versenden der 

E-Mail mit Wissen und Willen und damit direktvorsätzlich. Hinsichtlich des ehrver-

letzenden Inhalts ist jedoch von Eventualvorsatz auszugehen, was die Tatschwere 

leicht  mindert.  Der  Beschuldigte  hätte  die  Tat  ohne  Weiteres  vermeiden  können 

und es wäre ihm zumutbar gewesen, für diese Streitigkeiten einen Rechtsvertreter 

zu  mandatieren.  Da  der  Beschuldigte  nicht  geständig  ist,  kann  seine  Motivation 

nicht genau eruiert werden. Angesichts seiner Ausführungen zum "Pfändungsthe-

ater" gegenüber seiner Ehefrau (Urk. 111 S. 60, vgl. auch a.a.O. S. 40; Urk. 119 

S. 12),  seiner  "Gegenanzeige"  (Urk. 111  S. 12)  respektive  seiner  Aussage  in 

diesem Zusammenhang, wonach Kraft Gegenkraft erzeuge (Urk. 119 S. 12), kann 

ein Rachemotiv nicht ausgeschlossen werden. Das Motiv vermag das Tatverschul-

den jedenfalls nicht zu relativieren. Zufolge des Eventualvorsatzes vermindert sich 

die  objektive  Tatschwere  jedoch  leicht.  Das  Tatverschulden  ist  insgesamt  als 

gerade noch leicht zu bezeichnen. 

3.4. Bei einem gerade noch leichten Tatverschulden ist eine Strafe im mittleren 

Bereich  des  untersten  Drittels  des  Strafrahmens  festzusetzen.  Angesichts  des 

-   27   -

Strafrahmens, welcher bis zu 180 Tagessätzen reicht, erscheint eine Einsatzstrafe 

von 40 Tagessätzen angemessen. 

4.

Tatkomponente für die E-Mails vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr, und vom 
5./6. Dezember 2023, 14.06 und 15.06 Uhr

4.1. Die  E-Mail  vom  13. Juni  2022,  15.21  Uhr,  richtete  sich  im  Vergleich  zur 

26 Minuten früher verschickten E-Mail nicht nur an eine Person, sondern an sechs 

Personen aus der Nachbarschaft des Beschuldigten und der Privatklägerin. Da die 

Nachbarn vom Konflikt zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin Kennt-

nis hatten, wiegt diese Ehrverletzung weniger schwer als diejenige durch die E-Mail 

vom 13. Juni 2022, 14.55 Uhr. Im Übrigen kann auf obenstehende Ausführungen 

verwiesen werden (vgl. vorne Ziff. 3.2). Die objektive Tatschwere wiegt noch leicht. 

Ebenso kann auf vorstehende Erwägungen zur subjektiven Tatschwere verwiesen 

werden  (vgl.  vorne  Ziff. 3.3).  Zufolge  des  Eventualvorsatzes  relativiert  sich  die 

Tatschwere, welche nunmehr bloss noch als leicht anzusehen ist. Die Strafe für die 

E-Mail vom 13. Juni 2022, 15.21 Uhr, wäre isoliert auf 30 Tagessätze anzusetzen. 

Asperiert ist die Einsatzstrafe um 10 Tagessätze zu erhöhen. Das Asperationsprin-

zip wirkt sich angesichts des gleichen geschützten Rechtsguts und desselben Tat-

vorgehens relativ stark aus. 

4.2. Auch  hinsichtlich  der  E-Mail  vom  5. Dezember  2023,  14.06  Uhr,  kann  zur 

objektiven  Tatschwere  grundsätzlich  auf  die  vorstehenden  Ausführungen  unter 

Ziff. 3.2 verwiesen werden. Zu betonen ist, dass auch diese E-Mail wieder – unter 

anderem – an die Arbeitgeberin der Privatklägerin ging. Wiederum verwendete der 

Beschuldigte mehrfach das Wort Betrug und im Betreff sprach er ausdrücklich von 

Fälschung und Betrugsversuch. Diese E-Mail versandte der Beschuldigte fast ei-

neinhalb Jahre nach den inkriminierten E-Mails von Juni 2022, was das Verschul-

den leicht erhöht, da dadurch den E-Mailadressaten die vom Beschuldigten gegen-

über der Privatklägerin erhobenen Anschuldigungen gleichsam wieder in Erinne-

rung  gerufen  wurden.  Dennoch  wiegt  die  objektive  Tatschwere  noch  leicht.  Hin-

sichtlich der subjektiven Tatschwere kann auf obenstehende Ausführungen verwie-

sen werden (vgl. vorne Ziff. 3.3). Die Strafe für diese E-Mail wäre auf isoliert 20-

-   28   -

30 Tagessätze anzusetzen. Asperiert ist die Einsatzstrafe aufgrund der E-Mail vom 

5. Dezember 2023, 14.06 Uhr, um 10 Tagessätze zu erhöhen.

4.3.

In Bezug auf die E-Mail vom 6. Dezember 2023, 15.06 Uhr kann betreffend 

die  objektive  und  subjektive  Tatschwere  auf  die  Ausführungen  zur  E-Mail  vom 

vorangegangenen Tag verwiesen werden (vgl. gerade oben Ziff. 4.2). Die Einsatz-

strafe ist um asperiert 10 Tagessätze zu erhöhen. 

5.

Einsatzstrafe nach den Tatkomponenten

Die Einsatzstrafe nach den Tatkomponenten beträgt – unter Berücksichtigung des 

Asperationsprinzips – 70 Tagessätze. 

6.

Täterkomponenten

6.1. Den Untersuchungsakten (Urk. 4; Urk. 11; Urk. 21/3), dem vorinstanzlichen 

Urteil (Urk. 87 S. 26), dem vorinstanzlichen Protokoll (Prot. I S. 11 ff.), dem Date-

nerfassungsblatt (Urk. 99) sowie der Befragung des Beschuldigten anlässlich der 

heutigen Berufungsverhandlung (Urk. 119 S. 1-9) kann entnommen werden, dass 

der  knapp  57-jährige  Beschuldigte  in  O._____  geboren  wurde.  Er  kam  vor  rund 

30 Jahren in die Schweiz und hat an der HSG in St. Gallen Wirtschaftswissenschaf-

ten studiert. Er lebt mit seiner Ehefrau und seiner 16-jährigen Tochter seit mehreren 

Jahren in D._____. Er erklärte, ein Hedgefonds-Unternehmen (P._____) besessen 

zu haben, welches mathematische Modelle zur Risikominimierung entwickelt habe, 

über welches jedoch im Jahr 2022 der Konkurs eröffnet worden sei. Zurzeit arbeite 

er an der Verbesserung seiner Modelle und einem Upgrade. Seine Ehefrau habe 

nach der Übernahme der H._____ durch die Q._____– vor ungefähr zwei Jahren – 

ihre Anstellung verloren und sich mittlerweile mit einem eigenen Unternehmen (ei-

ner Aktiengesellschaft im Bereich des Private Banking) selbständig gemacht. 

6.2. Nachdem  der  Beschuldigte  sich  in  der  gesamten  Untersuchung  nicht  zu 

seinen  finanziellen  Verhältnissen  (Einkommen,  Vermögen,  Schulden)  äusserte, 

hielt  er  im  Datenerfassungsblatt  fest,  kein  Einkommen  zu  erzielen,  eine  Liegen-

schaft mit einem Steuerwert von Fr. 1.2 Mio. zu besitzen und Hypothekarschulden 

von Fr. 10'800.– zu haben. Zu einem allfälligen Vermögen (ohne Liegenschaften) 

-   29   -

äusserte er sich nicht bzw. er liess das entsprechende Feld frei. Heute bestätigte 

der Beschuldigte, kein Einkommen zu erzielen. Da seine Frau zurzeit Geld inves-

tiere und keine Arbeitslosengelder beziehe, würden sie momentan (als Familie) von 

den  Ersparnissen  leben.  Seine  Reserven  bestünden  aus  Bargeld  von  rund 

Fr. 5'000.– sowie einem halben Kilo Gold und einem Auto, welche Vermögenswerte 

er verkaufen könne. Seine Frau habe höhere Ersparnisse als er, es befinde sich 

jedoch hauptsächlich in der Pensionskasse; sie habe keine grossen Reserven. Zur 

Liegenschaft gab er heute an, diese für Fr. 2.6 Mio. gekauft zu haben. Sie sei mit 

einer Hypothek von Fr. 1.6 Mio. belastet.

6.3. Die persönlichen Verhältnisse und die Biographie des Beschuldigten wirken 

strafzumessungsneutral. 

6.4. Der  Beschuldigte  zeigte  sich  im  Hinblick  auf  das  Verfassen  und  das  Ver-

senden der E-Mails geständig. Da die fraglichen E-Mails sich indes in den Akten 

befinden und der Beschuldigte ansonsten Reue und Einsicht vermissen lässt, wirkt 

sich das Geständnis nicht strafmindernd aus.

6.5. Der Beschuldigte ist einschlägig vorbestraft. Er wurde, wie bereits festgehal-

ten, mit Urteil des Obergerichts Zürich vom 15. September 2023 der mehrfachen 

üblen Nachrede schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 3'000.– belegt 

(Urk. 116).  Jene  Verurteilung  erfolgte  im  selben  Kontext  wie  die  vorliegende, 

weshalb eine starke Straferhöhung angezeigt ist. Es ist indes zu beachten, dass 

der Beschuldigte hinsichtlich der E-Mails gemäss Dossier 1, denjenigen von Juni 

2022, nicht vorbestraft ist, da er jene vor der Verurteilung durch das Obergericht 

Zürich versandte. Diesbezüglich rechtfertigt sich indes eine Straferhöhung zufolge 

Delinquenz während laufender Strafuntersuchung. 

6.6. Weitere für die Beurteilung der Täterkomponente relevante Elemente (Zeit-

ablauf und Wohlverhalten, mediale Vorverurteilung, Delinquenz während laufender 

Probezeit) sind nicht ersichtlich.

6.7. Aufgrund  der  Täterkomponenten,  konkret  der  einschlägigen  Vorstrafe 

respektive  der  Delinquenz  während  laufender  Strafuntersuchung,  ist  respektive 

-   30   -

wäre die nach den Tatkomponenten festgesetzte Einsatzstrafe von 70 Tagessät-

zen deutlich zu erhöhen. Nachdem eine höhere Sanktion als die von der Vorinstanz 

ausgefällte  Geldstrafe  von  70 Tagessätzen  aufgrund  des  Verschlechterungs-

verbots aber ausser Betracht fällt, hat es bei dieser Sanktion sein Bewenden. Der 

Beschuldigte  ist  somit  –  in  Bestätigung  der  von  der  Vorinstanz  festgesetzten 

Strafe – mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu bestrafen. 

7.

Höhe des Tagessatzes

7.1. Die  Tagessatzhöhe  wird  nach  dem  Nettoeinkommensprinzip  berechnet. 

Ausgangspunkt für die Bemessung der Tagessatzhöhe bildet das Einkommen, das 

dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Was gesetzlich geschuldet ist 

oder  dem  Täter  wirtschaftlich  nicht  zufliesst,  ist  abzuziehen,  so  die  laufenden 

Steuern, die Beiträge an die obligatorische Kranken- und Unfallversicherung sowie 

die notwendigen Berufsauslagen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). Weiter nennt das Gesetz 

das  Vermögen  als  Bemessungskriterium.  Gemeint  ist  die  Substanz  des  Ver-

mögens,  da  dessen  Ertrag  bereits  Einkommen  darstellt.  Die  Frage,  ob  und  in 

welchem  Ausmass  das  Vermögen  zur  Bestimmung  des  Tagessatzes  heranzu-

ziehen  ist,  beantwortet  sich  nach  Sinn  und  Zweck  der  Geldstrafe.  Wer  seinen 

Lebensunterhalt aus laufenden Einkommen bestreitet, soll die Geldstrafe daraus 

bezahlen  und  sich  in  seiner  gewohnten  Lebensführung  einschränken  müssen, 

gleichviel, ob es sich um Arbeits-, Vermögens- oder Rentenertrag handelt. Fehlen-

des  Vermögen  stellt  insoweit  keinen  Grund  dar,  die  Höhe  des  Tagessatzes  zu 

senken, ebenso wenig wie vorhandenes Vermögen zu einer Erhöhung führen soll. 

Denn die Geldstrafe will den Täter in erster Linie in seinem Einkommen treffen und 

nicht in den Quellen, aus denen es fliesst. Auch ist nicht einzusehen, weshalb ein 

Täter,  der  durch  eigene  Leistung  oder  vergangenen  Konsumverzicht  Vermögen 

äufnete, schlechter gestellt werden sollte, als jener, der es in der Vergangenheit 

ausgegeben hat. Es kann nicht der Sinn der Geldstrafe sein, Vermögen ganz oder 

teilweise zu konfiszieren. Das Vermögen ist bei der Bemessung des Tagessatzes 

daher nur (subsidiär) zu berücksichtigen, wenn besondere Vermögensverhältnisse 

einem  vergleichsweise  geringen  Einkommen  gegenüberstehen.  Mit  anderen 

Worten bleibt es von Bedeutung, wenn der Täter ohnehin von der Substanz des 

-   31   -

Vermögens lebt, und es bildet Bemessungsgrundlage in dem Ausmass, in dem er 

selbst es für seinen Alltag anzehrt (BGE 134 IV 60 E. 6.2).

7.2. Die  Vorinstanz  ging  –  ausgehend  vom  beigezogenen  Auszug  aus  dem 

Steuerregister vom 23. November 2023 (Urk. 14/3) – für die Jahre 2021 und 2022 

von  einem  Einkommen  von  provisorisch  Fr. 370'000.–  aus  und  schloss  auf  eine 

Tagessatzhöhe von Fr. 500.– (Urk. 87 S. 29). 

7.3. Betrachtet  man  die  finanzielle  Situation  des  Beschuldigten,  so  ist  festzu-

stellen, dass der Beschuldigte seit rund zwei Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr 

nachgeht, die zu einem Einkommen führt. Seine Ehefrau machte sich selbständig, 

gründete eine Aktiengesellschaft und erzielt auch kein Einkommen. Der laufende 

Unterhalt für die Familie, einschliesslich Schulgeld für die Privatschule der Tochter 

von  mehreren  zehntausend  Franken  pro  Jahr  (Urk. 119  S. 5),  wird  aus  dem 

Vermögen bestritten und es scheint keine (finanzielle) Notwendigkeit zu bestehen, 

dass  die  Ehefrau  des  Beschuldigten  Arbeitslosengelder  bezieht.  Sodann  ist  der 

Beschuldigte  hälftiger  Miteigentümer  an  einer  Liegenschaft,  welche  ca.  2014  für 

Fr. 2.6 Mio. gekauft wurde (und angesichts der aktuellen Liegenschaftspreise in der 

Region Zürich mittlerweile einen deutlich höheren Wert aufweisen dürfte) und mit 

einer Hypothek von bloss Fr. 1.6 Mio. belastet ist. Der Beschuldigte gab auch zu 

Protokoll, nicht angeben zu können, wie hoch die monatlichen Ausgaben für den 

Lebensunterhalt der Familie seien, da seine Frau alle Finanzsachen erledige und 

er sie nie danach frage, sie sei der CFO zuhause (Urk. 119 S. 8 f.). Aus all diesen 

Umständen muss geschlossen werden, dass kein (grosser) finanzieller Druck vor-

handen ist. Dem Beschuldigten und seiner Ehefrau scheint es angesichts der vor-

handenen finanziellen Mittel und Reserven möglich zu sein, sich in aller Ruhe eine 

neue berufliche Existenz aufzubauen, und es besteht offensichtlich keine (finanzi-

elle) Notwendigkeit, möglichst schnell wieder ein Erwerbseinkommen zu erzielen. 

Daher  ist  zur  Bemessung  der  Tagessatzhöhe  auf  das  Vermögen  abzustellen. 

Angesichts  des  Vermögens  des  Beschuldigten  erscheint  ein  Tagessatz  von 

Fr. 250.– angemessen. 

-   32   -

8.

Fazit

Gesamthaft  ist  der  Beschuldigte  mit  einer  Geldstrafe  von  70 Tagessätzen  zu 

Fr. 250.– zu bestrafen. 

VI. Vollzug

1.

Allgemeine Grundsätze

1.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit 

oder  einer  Freiheitsstrafe  von  mindestens  sechs  Monaten  und  höchstens  zwei 

Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, 

um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten 

(Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat 

zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Mona-

ten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der 

Aufschub  nur  zulässig,  wenn  besonders  günstige  Umstände  vorliegen  (Art. 42 

Abs. 2  StGB).  Das  Gericht  kann  sodann  den  Vollzug  einer  Geldstrafe,  von 

gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und 

höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem 

Verschulden  des  Täters  genügend  Rechnung  zu  tragen  (Art. 43  Abs. 1  StGB). 

Dabei darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen 

und es muss sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindes-

tens sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB).

1.2. Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs setzt nicht die positive Erwar-

tung voraus, der Täter werde sich bewähren, sondern es genügt die Abwesenheit 

der  Befürchtung,  dass  er  es  nicht  tun  werde.  Der  Strafaufschub  ist  deshalb  die 

Regel,  von  der  grundsätzlich  nur  bei  ungünstiger  Prognose  abgewichen  werden 

darf  (BGE  134  IV  1  E. 4.2.2;  vgl.  auch  BGE  135  IV  180  E. 2.1;  BGE  134  IV  97 

E. 7.3; Urteile des Bundesgerichtes 6B_265/2024 vom 21. Oktober 2024 E. 1.1.2; 

6B_30/2024  vom  5. August  2024  E. 2.3.3;  6B_244/2021,  6B_254/2021  vom 

17. April 2023 E. 5.3.4 mit Hinweisen). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des 

Täters  ist  anhand  einer  Gesamtwürdigung  aller  wesentlichen  Umstände  vorzu-

nehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen das 

-   33   -

Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf 

den  Charakter  des  Täters  und  die  Aussichten  seiner  Bewährung  zulassen.  Ein 

relevantes  Prognosekriterium  ist  insbesondere  die  strafrechtliche  Vorbelastung. 

Einschlägige Vorstrafen sind bei der Prognosestellung erheblich zu gewichten; sie 

schliessen den bedingten Vollzug aber nicht notwendig aus (vgl. BGE 135 IV 180 

E. 2.1;  BGE  134  IV  1  E. 4.2.1;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_1153/2021  vom 

29. März  2023  E. 2.3.4;  6B_617/2021  vom  8. Oktober  2021  E. 1.3.1; 

6B_1005/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4.1.1; je mit Hinweisen). Bei der Prüfung der 

Prognose  des  künftigen  Legalverhaltens  steht  dem  Sachgericht  ein  erheblicher 

Ermessensspielraum  zu  (zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesgerichtes  6B_80/2024 

vom 9. Januar 2025 E. 3.1).

2.

Anwendung auf den vorliegenden Fall

2.1.

In  objektiver  Hinsicht  können  alle  Geldstrafen  –  unabhängig  von  deren 

Höhe –  aufgeschoben  werden  (Art. 42  Abs. 1  StGB).  Der  Beschuldigte  wurde 

innerhalb  der  letzten  fünf  Jahre  vor  der  Tat  nicht  zu  einer  bedingten  oder  unbe-

dingten  Freiheitsstrafe  von  mindestens  sechs  Monaten  oder  zu  einer  Geldstrafe 

von  mindestens  180 Tagessätzen  verurteilt  (Urk. 91;  Urk. 116).  Die  günstige 

Prognose ist deshalb zu vermuten und ein Abweichen vom Strafaufschub ist nur 

bei ungünstiger Prognose möglich.

2.2. Die Vorinstanz kam gestützt auf das Verhalten des Beschuldigten noch kurz 

vor der Hauptverhandlung (Versand weiterer E-Mails mit vergleichbarem Inhalt am 

1. Juli  2024;  Urk. 74/1)  und  an  der  Hauptverhandlung  (wiederholte  Bezichtigung 

der  Privatklägerin  des  Betruges,  Bezeichnung  der  Privatklägerin  als  "abnormale 

Frau"; Prot. I S. 16, S. 19, S. 24, S. 31, S. 39 ff.; Urk. 75) zum Schluss, der Beschul-

digte lasse jegliche Einsicht in das Unrecht der von ihm getätigten Äusserungen 

gegenüber  der  Privatklägerin  missen  und  er  sei  unfähig,  seinen  Standpunkt  in 

Frage zu stellen. Er zeige auf, dass er auch in jenem Zeitpunkt der Auffassung sei, 

die  Privatklägerin  als  Betrügerin  bezeichnen  zu  dürfen,  weshalb  der  Vollzug  der 

Geldstrafe unabdingbar sei, den Beschuldigten von der Begehung weiterer Straf-

taten abzuhalten (Urk. 87 S. 30).

-   34   -

2.3. Diesen  Erwägungen  der  Vorinstanz  ist  beizupflichten,  zumal  aus  der 

Eingabe  des  Beschuldigten  vom  21. Februar  2025  erneut  hervorgeht,  dass  er 

keineswegs einsichtig ist. So bezeichnete er die Privatklägerin weiterhin unzählige 

Male als Betrügerin (Urk. 111). Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte mittlerweile 

– zumindest hinsichtlich der E-Mails von Dezember 2023 – einschlägig vorbestraft 

ist (vgl. vorne Ziff. V.6.5), was als erheblich ungünstiges Element gewichtet werden 

muss (Urteil des Bundesgerichtes 6B_80/2024 vom 9. Januar 2025 E. 3.2.1). So-

dann liess der Beschuldigte auch an der heutigen Berufungsverhandlung jegliche 

Einsicht in das Unrecht seiner Taten vermissen und er bezichtigte die Privatklägerin 

wiederum des Betruges (Urk. 119 S. 14 f.). Dem Beschuldigten ist daher eine un-

günstige Prognose zu stellen. Ein Strafaufschub ist nicht möglich und die Geldstrafe 

ist zu vollziehen. 

VII. Zivilforderung

1. Grundzüge des Adhäsionsverfahrens

1.1. Die  geschädigte  Person  kann  zivilrechtliche  Ansprüche,  welche  mit  der 

Straftat konnex sind, entweder selbständig auf dem Weg des Zivilprozesses oder 

adhäsionsweise  durch  schriftliches  oder  mündliches  Begehren  an  das  für  den 

Entscheid  über  die  Anklage  zuständige  Strafgericht  geltend  machen  (Art. 119  in 

Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 StPO). Durch die adhäsionsweise Geltendmachung 

der  Zivilansprüche  wird  die  geschädigte  Person  zur  Privatklägerschaft  (Art. 119 

Abs. 2 lit. b StPO). Die in der Zivilklage geltend gemachten Forderungen sind zu 

beziffern  und  –  unter  Angabe  der  angerufenen  Beweismittel  –  kurz  schriftlich  zu 

begründen (Art. 123 Abs. 1 StPO). Zufolge der im Zivilprozess geltenden Disposi-

tions-  und  Verhandlungsmaxime  ist  das  Gericht  auch  im  Adhäsionsverfahren 

sowohl  an  die  Parteianträge  als  auch  an  die  entsprechenden  Begründungen 

gebunden (BSK StPO-DOLGE, Art. 122 N 22 ff.).

1.2. Adhäsionsfähig sind nur zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat (Art. 122 

Abs. 1 StPO). Hierunter fallen vorab solche, welche sich auf deliktische Anspruchs-

grundlagen stützen (Art. 41 ff. OR). Vertragliche Ansprüche und solche aus unge-

rechtfertigter Bereicherung fallen demgegenüber nicht unter Art. 122 Abs. 1 StPO, 

-   35   -

weil sie sich nicht aus einer Straftat ableiten (BSK StPO-DOLGE, Art. 122, N 66 und 

N 70). Es muss ein Kausalzusammenhang (Konnexität) zwischen der Straftat, die 

Gegenstand des Strafverfahrens bzw. der Verurteilung bildet, und dem Schaden 

(bzw. immaterieller Unbill) bestehen, welcher der adhäsionsweise geltend gemach-

ten  Forderung  zugrunde liegt  (Konnexität).  Dies  bedeutet,  dass  der  Sachverhalt, 

auf dem die Zivilklage beruht, derselbe sein muss, der Anlass zur Strafverfolgung 

gab. Dabei genügt, dass die zivilrechtlichen Ansprüche eine unmittelbare Folge des 

Täterverhaltens  darstellen,  ohne  selbst  Gegenstand  der  Anklage  zu  bilden  oder 

überhaupt  einen  Straftatbestand  zu  erfüllen  (Zürcher  Kommentar  StPO-LIEBER, 

Art. 122 N 5 mit Verweis u.a. auf BGE 123 IV 78 E. 2a, BGE 126 IV 147 E. 2, Urteile 

des Bundesgerichtes 6B_1117/2013 E. 3.5, 6B_486/2015 E. 5.1, BGE 126 IV 38 

E. 3a).

1.3. Das mit der Strafsache befasste Gericht beurteilt den Zivilanspruch unge-

achtet  des  Streitwerts  (Art. 124  Abs. 1  StPO).  Das  Gericht  entscheidet  über  die 

anhängig  gemachte  Zivilklage,  wenn  es  die  beschuldigte  Person:  a)  schuldig 

spricht oder b) freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 StPO). 

Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen, wenn: a) das Strafverfahren einge-

stellt  oder  im  Strafbefehlsverfahren  erledigt  wird;  b)  die  Privatklägerschaft  ihre 

Klage nicht hinreichend begründet oder beziffert hat; c) die Privatklägerschaft die 

Sicherheit für die Ansprüche der beschuldigten Person nicht leistet; d) die beschul-

digte Person freigesprochen wird, der Sachverhalt aber nicht spruchreif ist (Art. 126 

Abs. 2 StPO). Wäre die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnis-

mässig  aufwendig,  so  kann  das  Gericht  die  Zivilklage  nur  dem  Grundsatz  nach 

entscheiden  und  sie  im  Übrigen  auf  den  Zivilweg  verweisen.  Ansprüche  von 

geringer Höhe beurteilt das Gericht nach Möglichkeit selbst (Art. 126 Abs. 3 StPO).

2.

Ansprüche der Privatklägerin

2.1. Die Privatklägerin verlangte vor Vorinstanz gestützt auf Art. 122 StPO Scha-

denersatz von Fr. 16'543.35 zuzüglich des Aufwandes für die Hauptverhandlung, 

wobei  die  noch  nicht  ausgerichteten  Entschädigungen  im  Verfahren  gegen  die 

Privatklägerin von diesem Betrag abzuziehen seien. Eventualiter beantragte sie, es 

sei  ihr  gestützt  auf  Art. 433  StPO  für  die  mit  der  Wahrnehmung  ihrer  Rechte  im 

-   36   -

Strafverfahren verbundenen Aufwendungen in der Höhe von Fr. 16'543.35 zuzüg-

lich des Aufwandes für die Hauptverhandlung zuzusprechen, wobei die noch nicht 

ausgerichteten  Entschädigungen  im  Verfahren  gegen  die  Privatklägerin  von 

diesem Betrag abzuziehen seien (Urk. 73 S. 2; Urk. 87 S. 3). 

2.2. Die Privatklägerin macht als Schadenersatzforderung – sie verweist ausdrü-

cklich auf Art. 122 StPO – ihre Aufwendungen und Auslagen im vorliegenden Straf-

verfahren und im vom Beschuldigten angestrengten Verfahren gegen sie als Be-

schuldigte geltend. Diese Ansprüche sind nicht konnex mit den Straftaten, die in 

der  Anklage  umschrieben  sind  und  Gegenstand  der  vorliegenden  Verurteilung 

bilden.  Zwar  sind  die  Zivilansprüche  der  Privatklägerin  in  dem  Sinne  kausal,  als 

dass sie nicht entstanden wären, wenn es nicht zu den vom Beschuldigten verübten 

Straftaten gekommen wäre (conditio sine que non). Aber bei den von der Privat-

klägerin geltend gemachten Ansprüchen handelt es sich um verfahrensrechtliche 

Entschädigungsansprüche,  die  der  Gesetzgeber  in  den  Art. 429  ff.  StPO  und  für 

die Privatklägerschaft ausdrücklich – und exklusiv (JOSITSCH/SCHMID, StPO Praxis-

kommentar, 4. Aufl., Vor Art. 416-436 N 1) – in Art. 433 StPO geregelt hat (worauf 

die  Privatklägerin  –  zumindest  eventualiter  –  ihre  Ansprüche  ja  auch  stützt).  Auf 

das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin ist mangels Konnexität daher nicht 

einzutreten. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Untersuchungs- und Gerichtskosten

1.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426  Abs. 1  StPO).  Das  vorinstanzliche  Urteil  wird  praktisch  vollumfänglich 

bestätigt. Damit bleibt es bei der dort vorgesehenen Kostenauflage an den Beschul-

digten  hinsichtlich  der  Kosten  der  Untersuchung  und  des  erstinstanzlichen 

(Gerichts-)Verfahrens.  Dass  der  Tagessatz  im  Berufungsverfahren  reduziert  und 

auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin nicht eingetreten wird (anstelle 

Verweis  auf  Zivilweg),  rechtfertigt  keine  andere  Kostenverteilung,  zumal  der 

Beschuldigte hinsichtlich der erstinstanzlichen Kostenverlegung nichts vorbrachte 

(Urk. 111 und Urk. 120). 

-   37   -

1.2. Die  zweitinstanzliche  Gerichtsgebühr  ist  in  Anwendung  von  § 16  Abs. 1 

i.V.m. § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG auf Fr. 3'600.– festzusetzen. 

1.3. Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  sind  den  Parteien  nach  Massgabe 

ihres  Obsiegens  und  Unterliegens  aufzuerlegen  (Art. 428  Abs. 1  StPO).  Ob  eine 

Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  vor  Beschwerdeinstanz  bzw.  Berufungsgericht 

gestellten  Anträge  gutgeheissen  wurden  (BSK  StPO-DOMEISEN,  3. Aufl.  2023, 

Art. 428 N 6) Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung praktisch vollständig. 

Er obsiegt – wie bereits erwogen – lediglich insofern, als dass die Tagessatzhöhe 

reduziert wird und auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin nicht einge-

treten  wird.  Der  Beschuldigte  beantragte  im  Berufungsverfahren  demgegenüber 

einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 111 S. 91; Urk. 120 S. 22). Im Hauptstand-

punkt unterliegt er damit. Die Sanktion (mit Ausnahme der Höhe des Tagessatzes) 

und der Vollzug der Geldstrafe werden bestätigt. Bei der Reduktion der Höhe des 

Tagessatzes handelt es sich um einen Ermessensentscheid und der angefochtene 

Entscheid wird nur unwesentlich abgeändert, so dass sich keine andere Kosten-

verteilung rechtfertigt (vgl. Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO; BSK StPO-DOMEISEN, 3. Aufl. 

2023,  Art. 428  N 21).  Auf  das  Schadenersatzbegehren  der  Privatklägerin  wird 

sodann aus prozessualen Gründen nicht eingetreten, was ebenfalls kein Obsiegen 

des Beschuldigten darstellt. Dem Beschuldigten sind daher die gesamten Kosten 

des Berufungsverfahrens aufzuerlegen.

2.

Prozess- bzw. Umtriebsentschädigung für den Beschuldigten

2.1. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens verbleibt kein Raum für eine 

Prozess- oder Umtriebsentschädigung für den Beschuldigten. Der entsprechende 

Antrag des Beschuldigten ist abzuweisen. 

2.2. Nachdem die Strafanzeige des Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin 

nicht  Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  ist,  kann  mit  vorliegendem  Urteil 

nicht über allfällige Rückforderungen von Bussen und Verfahrenskosten entschie-

den werden (vgl. Urk. 111 S. 91; Urk. 120 S. 22).

-   38   -

3.

Prozessentschädigung für die Privatklägerin

3.1. Gemäss  Art. 433  Abs. 1  StPO  (i.V.m.  Art. 436  Abs. 1  StPO  für  das  Beru-

fungsverfahren)  hat  die  Privatklägerschaft  gegenüber  der  beschuldigten  Person 

Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Ver-

fahren, wenn sie obsiegt. Die Privatklägerschaft hat ihre Entschädigungsforderung 

bei der Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern und zu belegen. Kommt sie dieser 

Pflicht nicht nach, so tritt die Strafbehörde auf den Antrag nicht ein (Art. 433 Abs. 2 

StPO i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO).

3.2. Angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte seit Januar 2024 verteidigt 

war  (Anzeige  des  Verteidigungsverhältnisses  durch  Rechtsanwalt  X1._____  am 

29. Januar 2024; Urk. 28/1) und er nach dessen Mandatsniederlegung (Urk. 38) bis 

30. Mai 2024 durch Rechtsanwältin X2._____ verteidigt wurde (Urk. 39; Urk. 63), 

erweist sich eine anwaltliche Vertretung (auch) der Privatklägerin gerade noch als 

notwendig,  zumal  Rechtsanwalt  Y._____  die  Privatklägerin  auch  im  mit  Strafan-

zeige des Beschuldigten vom 4. Dezember 2023 angehobenen Strafverfahren ge-

gen sie als Beschuldigte (A-8/2023/10047313) verteidigte (vgl. Urk. 21/1 S. 1). 

3.3. Die Vorinstanz reduzierte den Stundenansatz des Vertreters der Privatklä-

gerin von Fr. 300.– auf Fr. 220.– und erwog, die Aufwendungen im Zusammenhang 

mit der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme der Privatklägerin als Beschuldigte 

im  Rahmen  der  Gegenanzeige  des  Beschuldigten  könnten  nicht  gestützt  auf 

Art. 433 Abs. 1 StPO ersetzt werden. Die Vorinstanz errechnete unter Zugrundele-

gung eines Stundenansatzes von Fr. 220.– ein Honorar für das Vorverfahren von 

insgesamt  Fr. 5'535.74  (Urk. 87  S. 35).  Für  das  Hauptverfahren  erwog  sie,  dass 

das vorliegende Verfahren aufwandmässig in der unteren Hälfte anzusiedeln sei. 

Angesichts des sehr überschaubaren Aktenumfangs und der fehlenden Schwierig-

keit  des  Falles  erscheine  eine  pauschale  Entschädigung  für  das  erstinstanzliche 

Gerichtsverfahren gemäss § 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV von Fr. 3'500.– angemes-

sen.  Hierzu  addierte  die  Vorinstanz  Auslagen  des  Geschädigtenvertreters  von 

Fr. 95.35 und die Mehrwertsteuer, so dass sie letztlich auf eine Entschädigung für 

die  Privatklägerin  von  insgesamt  Fr. 9'414.59  (inkl.  Barauslagen  und  MwSt.) 

erkannte (Urk. 87 S. 35 f.). 

-   39   -

3.4. Diese für das Vorverfahren und das erstinstanzliche Hauptverfahren errech-

nete Prozessentschädigung für die Privatklägerin erscheint angemessen und ist zu 

bestätigen. 

3.5.

Für  das  vorliegende  Berufungsverfahren  verlangt  die  Privatklägerin  keine 

Prozessentschädigung (vgl. Urk. 103; Urk. 115).

Es wird beschlossen:

1.

Auf die Berufung des Beschuldigten hinsichtlich Dispositivziffer 4 des vorin-

stanzlichen Urteils (Abweisung Genugtuungsbegehren der Privatklägerin) 

wird nicht eingetreten. 

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

3. Gegen diesen Beschluss kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

-   40   -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im 

Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 

Fr. 250.–. 

Die Geldstrafe wird vollzogen.

Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird nicht ein-

getreten.

3.

4.

5.

Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Dispositiv-

ziffern 5, 6 und 7) wird bestätigt.

6.

7.

8.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Der Antrag des Beschuldigten auf Leistung einer Parteientschädigung an ihn 

durch die Privatklägerin B._____ wird abgewiesen. 

9.

Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







den Beschuldigten (unter Beilage einer Kopie von Urk. 116; versandt)

die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







den Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an



die Vorinstanz

-   41   -



die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 10. April 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Knüsel

lic. iur. S. Maurer