# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef0eba9a-bbe6-5217-b200-e39607cfdf78
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2023 D-5165/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5165-2023_2023-12-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5165/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder,  

Gerichtsschreiberin Irina Wyss.  

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) und Einreisebewilligung 

zugunsten von B._______ und C._______, beide geboren 

am (…),  

Verfügung des SEM vom 24. August 2023 / N (…). 

 

 

 

D-5165/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Dem Beschwerdeführer wurde am 15. Juni 2018 in der Schweiz als Flücht-

ling anerkannt und Asyl gewährt.  

B.  

Mit Eingabe vom 8. Juni 2023 stellte der Beschwerdeführer beim SEM ein 

Gesuch um Familiennachzug zugunsten seiner beiden Söhne B._______ 

und C._______. Dem Gesuch legte er Kopien der Geburtsurkunden und 

Schulausweise seiner Söhne, eine Einverständniserklärung der Kindsmut-

ter betreffend die Übertragung des Sorgerechts für die Söhne auf den Be-

schwerdeführer sowie eine Kopie deren eritreischen Identitätsnachweises 

bei.  

C.  

Am 26. Juni 2023 forderte das SEM den Beschwerdeführer auf, verschie-

dene Fragen betreffend die Lebensumstände seine Kinder sowie deren 

Mutter zu beantworten sowie Auskunft zu geben, weshalb er mit dem Ge-

such um Familiennachzug so lange abgewartet habe.  

D.  

Mit Eingabe vom 6. Juli 2023 beantwortete der Beschwerdeführer diese 

Fragen.  

E.  

Mit Verfügung vom 24. August 2023 (eröffnet am 26. August 2023) lehnte 

das SEM das Gesuch um Familiennachzug ab und verweigerte B._______ 

und C._______ die Einreise in die Schweiz.  

F.  

Mit Eingabe vom 25. September 2023 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, die Verfügung sei aufzuheben, B._______ und C._______ seien in 

seine Flüchtlingseigenschaft miteinzubeziehen, es sei ihnen eine Einreise-

bewilligung zu erteilen, eventualiter sei die Sache zu weiteren Sachver-

haltsabklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

G.  

Das Gericht bestätigte am 26. September 2023 den Eingang der Be-

schwerde.  

D-5165/2023 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet.  

4.  

Der in der Beschwerde gestellte Rückweisungsantrag (Beschwerdeantrag 

Ziff. 4) wurde vom Beschwerdeführer nicht begründet. Auch sind den Akten 

keine Hinweise dafür zu entnehmen, dass und inwiefern das SEM mit dem 

Erlass der Verfügung verfahrensrechtliche Bestimmungen verletzt haben 

könnte. Der Rückweisungsantrag ist demnach mangels Hinweise auf eine 

formelle Rechtsverletzung abzuweisen.  

D-5165/2023 

Seite 4 

5.  

5.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und 

ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, 

wenn keine besonderen Umstände dagegensprechen (Familienasyl). Wur-

den die anspruchsberechtigten Personen durch die Flucht getrennt und be-

finden sie sich im Ausland, ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen 

(Art. 51 Abs. 4 AsylG).  

5.2 Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG setzt 

gemäss gefestigter Rechtsprechung eine zum Zeitpunkt der Flucht vorbe-

standene Familiengemeinschaft, die unfreiwillige Trennung der Familie 

aufgrund der Fluchtumstände sowie die feste Absicht der Familienvereini-

gung in der Schweiz voraus (vgl. BVGE 2012/32 E. 5).  

Zentrale Bedingung für die Erteilung einer Einreisebewilligung zum Zwecke 

der Familienzusammenführung im Sinne von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist, dass 

bereits vor der Flucht aus dem Verfolgerstaat eine Familiengemeinschaft 

zwischen der gesuchstellenden und der anspruchsberechtigten Person be-

standen hat und diese Familienbeziehung auch nach der Flucht im Rah-

men des Möglichen aufrechterhalten wird und vom Willen der Wiederver-

einigung der Familie getragen ist. Insbesondere dient die Familienzusam-

menführung nicht der Wiederaufnahme von zwischenzeitlich abgebroche-

nen Beziehungen (vgl. BVGE 2017 VI/4 E. 3.1 m.w.H.; BVGE 2012/32 

E. 5.1 m.w.H.). Letzteres wurde in der bisherigen Praxis etwa angenom-

men, wenn zwar im Zeitpunkt der Ausreise eine Familiengemeinschaft be-

stand, diese aber während einer längeren Zeit nicht mehr gelebt bezie-

hungsweise nach der Flucht aufgegeben wurde (vgl. BVGE 2015/29 E. 3.2; 

2012/32 E. 5.1).  

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer begründete sein Gesuch um Familiennachzug 

damit, dass er Eritrea verlassen habe, als seine beiden Söhne sieben be-

ziehungsweise vier Jahre alt gewesen seien. Er habe die Mutter seiner 

Söhne im Jahr 2007 kennengelernt, als er im Militärdienst gewesen sei. 

Sie hätten eine Beziehung geführt, jedoch weder geheiratet noch zusam-

mengelebt. Die Kinder würden seit jeher bei ihrer Mutter leben. Seit seiner 

Ausreise im Jahr 2012 aus Eritrea habe er sie nicht mehr gesehen. Eine 

Kontaktaufnahme sei über lange Zeit nicht möglich gewesen, da seine 

Söhne an einem Ort leben würden, wo er niemanden kenne. Sie hätten 

auch kein Telefon gehabt. Seine Söhne hätten in den letzten Jahren immer 

mehr nach ihm gefragt und ihn kennenlernen wollen. Der Kontakt zu ihnen 

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Seite 5 

bestehe erst seit Mai 2023. Dies sei auch der Grund, weshalb er so lange 

mit der Einreichung des Familiennachzugsgesuchs gewartet habe. Nun 

würden sie jede Woche miteinander telefonieren. Die Kindsmutter habe 

wieder geheiratet und weitere Kinder bekommen, ihr fehle die Kraft und die 

finanziellen Mittel, sich weiter um die beiden Söhne zu kümmern.  

6.2 Das SEM begründete seine Verfügung damit, dass ein Familiennach-

zug nur möglich sei, wenn vor der Flucht aus dem Heimatstaat eine Fami-

liengemeinschaft bestanden habe und diese durch Flucht aufgelöst worden 

sei. Diese Kriterien seien vorliegend nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer 

habe in seinem Antwortschreiben vom 6. Juli 2023 ausgeführt, dass er nie 

mit der Kindesmutter verheiratet und mit ihr und seinen beiden Söhnen zu-

sammengelebt habe. Er habe zu ihnen über viele Jahre auch keinen Kon-

takt gepflegt, und ein solcher bestehe zu seinen Söhnen erst seit einigen 

Monaten. Es habe demnach nie eine Familiengemeinschaft bestanden, 

und er und seine Söhne seien nicht durch Flucht getrennt worden. Es 

scheine so, dass das Gesuch um Familiennachzug zur Wiederaufnahme 

eines über Jahre abgebrochenen Kontaktes dienen solle. Aus diesem 

Gründen sei das Gesuch um Familiennachzug abzulehnen.  

6.3 In der Beschwerde brachte der Beschwerdeführer vor, er unterstütze 

seine Kinder und deren Mutter finanziell, seitdem er in der Schweiz arbeite. 

Somit komme er seinen Pflichten als Vater nach. Es treffe zwar zu, dass 

sie zuvor nie zusammengelebt hätten, jedoch bedeute dies nicht, dass gar 

kein Kontakt bestanden habe. Er habe lange nach der Adresse der Familie 

suchen müssen, und seitdem er sie habe ausfindig machen können, hätten 

sie viel mehr Kontakt.  

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten stellt das Bundesverwaltungsgericht in Über-

einstimmung mit dem SEM fest, dass die Voraussetzungen für die asyl-

rechtliche Familienzusammenführung gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG 

zum heutigen Zeitpunkt nicht erfüllt sind. Die Ausführungen in der Be-

schwerdeschrift sind nicht geeignet, ein von der angefochtenen Verfügung 

abweichendes Ergebnis herbeizuführen. 

7.2 Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu Recht festhielt, 

bestand zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Söhnen nie eine Fa-

miliengemeinschaft im Sinne von Art. 51 AsylG. So hat der Beschwerde-

führer – wie er selbst sowohl gegenüber dem SEM als auch auf Beschwer-

deebene ausführte – nie mit seiner Familie zusammengelebt, sondern 

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lediglich "eine Beziehung" mit der Kindsmutter geführt (vgl. SEM-Akte A3 

S.1; Beschwerde S. 1). Wie genau diese Beziehung gelebt wurde und ob 

und inwiefern der Kontakt zu seinen Kindern in jener Zeit gepflegt wurde, 

gibt er nicht an. Gründe, weshalb ein Zusammenleben nicht möglich gewe-

sen sein sollte, bringt er ebenfalls nicht vor. Selbst wenn das tatsächliche 

Leben dieser Beziehung in jenem Zeitpunkt dadurch verhindert worden 

sein sollte, dass sich der Beschwerdeführer im Jahr des Kennenlernens 

der Kindsmutter (2007) im Militärdienst befunden hatte, steht dennoch fest, 

dass die Beziehung über viele Jahre nicht mehr gepflegt wurde und (spä-

testens im Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers aus Eritrea im 

Jahr 2012) offensichtlich beendet worden ist. Hierbei bleibt auch unklar, 

wie alt seine Söhne gewesen waren, als der Beschwerdeführer Eritrea ver-

lassen hatte, der Beschwerdeführer lieferte diesbezüglich unterschiedliche 

Angaben (vgl. E. 6.1, SEM-Akten A1 S. 1 und A3 Antwort 5).  

An der Einschätzung, es handle sich vorliegend nicht um eine vorbestan-

dene Familienbeziehung, ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer 

gemäss eigenen Angaben seit einigen Monaten regelmässigen Kontakt zu 

seinen Söhnen pflegt und die Familie finanziell unterstützt, zumal eine Fa-

milienzusammenführung – wie oben ausgeführt – nicht der Wiederauf-

nahme von zwischenzeitlich abgebrochenen Beziehungen dient (siehe 

oben E. 5.2).  

7.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen von 

Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt sind, weshalb das SEM das Gesuch 

um Bewilligung der Einreise von B._______ und C._______ in die Schweiz 

und um Familienzusammenführung mit dem Beschwerdeführer zu Recht 

abgelehnt hat.  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen.  

9.  

Die Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

  

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Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Irina Wyss