# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8bd9cf8f-a2ac-5348-9a80-a54b468a5faa
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.07.2019 IV 2017/241
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-241_2019-07-02.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/241

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 26.02.2020

Entscheiddatum: 02.07.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2019
Würdigung der medizinischen Aktenlage einschliesslich eines 
polydisiplinären Gutachtens. Erforderlichkeit des Einbezugs weiterer 
Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 2. Juli 2019, IV 2017/241).

Entscheid vom 2. Juli 2019

Besetzung

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Versicherungsrichterin Monika 

Gehrer-Hug, Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2017/241

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 4./18. Januar 2016 (IV-act. 1) zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an. Er habe den Beruf des […] erlernt und sei seit 19__ 

geschieden. Er leide an Schulterbeschwerden, links stärker als rechts, und an 

Migräneattacken.

A.a. 

Dr. med. B.___, Praktischer Arzt FMH, gab im Arztbericht vom 3. Januar 2016 (IV-

act. 2) an, es lägen beim Versicherten eine "larvierte" Depression, akzentuierte 

(schizoide) Persönlichkeitszüge, eine Vereinsamungsproblematik, eine reaktive 

Polytoxikomanie, Alkoholproblematik; eine Arteriosklerose; chronische 

Spannungskopfschmerzen; eine Schulterarthrose links >> rechts; eine skoliotische 

WS-Fehlhaltung; eine Refluxoesophagitis und chronische Gastroduodenitis; ein St. 

nach Cholecystektomie, "Leberzellschaden"; ein lat. Hypertonus; multiple Allergien 

(Baumpollen, Hausstaub) und eine beg. Lungenfibrose vor. Er behandle den 

Versicherten seit November 2007. Es seien auch schon stationäre Behandlungen 

erfolgt, in den Kliniken C.___ 10/11/2006 wegen Alkoholabhängigkeit, ausserdem 

solche im Spital D.___, 10/2011 wegen Refluxoesophagitis, 12/2014 zu 

Dickdarmpolypektomien und danach wiederholt wegen Cephalgien und 

Erschöpfungszuständen. Seit ca. 2005 sei der Versicherte arbeitslos; er lebe allein. Es 

bestehe ein Verlust an Zukunftsperspektiven. Ein Entzug der missbräuchlich 

eingesetzten Medikamente sei nicht möglich. Seit 2005 sei der Versicherte zu 50 % 

arbeitsunfähig; die Arbeitsunfähigkeit sei seither kontinuierlich zunehmend. Es bestehe 

eine erheblich gestörte Konzentrations- und Merkfähigkeit, auch durch den gestörten 

Tag-/Nacht-Rhythmus und die Einnahme der Psychopharmaka. Die Belastbarkeit der 

Schulter und Arme sei erheblich eingeschränkt. Heben und Tragen von Lasten über 

10 kg seien dem Versicherten nicht zumutbar, ebenso wenig Arbeiten unter Zeitdruck, 

an gefährlichen Maschinen oder auf Gerüsten und Leitern sowie Arbeiten in 

körperlichen Zwangshaltungen. Einer regelmässigen, zeitlich geregelten Arbeit könne 

er nicht nachgehen. Nicht einmal eine tägliche regelmässige Arbeit an zwei Stunden sei 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ihm zumutbar. Mit einer Besserung sei aus arbeitsmedizinischer Sicht nicht zu rechnen; 

eine Berentung sei unausweichlich. Die Prognose sei angesichts der anamnestischen 

Entwicklung, der Chronizität der Erkrankungen, der zunehmenden Verschlechterung, 

der Progression der Arteriosklerose und der Unmöglichkeit, die Polytoxikomanie zu 

beheben, insgesamt infaust. - In einem Bericht zur Eingliederung vom 1. Februar 2016 

(IV-act. 6) gab der Arzt an, der Versicherte befinde sich zurzeit erneut in stationärer 

Therapie bei Schmerzexazerbation der linken Schulter, Verschlechterung des 

Allgemeinzustandes und unklarem Infektgeschehen. Physische und insbesondere 

psychische Gründe sprächen gegen einen Beginn der Wiedereingliederung. Nachdem 

der Versicherte schon seit vielen Jahren aus dem allgemeinen Arbeitsprozess 

ausgeschieden gewesen sei, sei er auch mental sicherlich nicht mehr in der Lage, sich 

darauf wieder einzustellen und komplexe Abläufe zu erlernen.

Dem IK-Auszug (IV-act. 4) war zu entnehmen, dass der Versicherte bis 2001 

Einkommen aus langjährigen Arbeitsverhältnissen gehabt hatte. Danach hat er 

Arbeitslosenentschädigung bezogen; dazwischen bzw. danach waren lediglich noch für 

kürzere Zeiten Einträge erfasst worden, letztmals für 2010.

A.c. 

Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung befürwortete am 

14. März 2016 (IV-act. 10) verschiedene Rückfragen an Dr. B.___ (unter anderem nach 

einem MRI zur Abklärung einer allfälligen hirnorganischen Ursache der kognitiven 

Defizite). Der von Dr. B.___ erwähnte Leberzellschaden, die Refluxoesophagitis und die 

chronische Gastroduodenitis würden auf bereits eingetretene somatische 

Folgeschäden der Alkoholabhängigkeit schliessen lassen. Noch nicht ersichtlich sei, 

inwieweit auch bereits hirnorganische Folgeschäden vorlägen.

A.d. 

Dr. B.___ antwortete am 28. März 2016 (IV-act. 24; vgl. Fragestellung IV-act. 13), 

gewisse Wesensveränderungen seien bei den zahlreichen Kontakten mit dem 

Versicherten seit 2006 unschwer zu erkennen. Beispielsweise nähmen die depressiven 

Episoden zu. Ein weiterer wichtiger Grund (bzw. Hinweis für eine hirnorganische 

Ursache) seien der jahrzehntelange Alkoholabusus und die seit vielen Jahren 

bestehende Polytoxikomanie. Ob ein MRI gemacht worden sei, müsse geprüft werden. 

Eine gewisse Hirnatrophie bzw. Encephalopathie sei klinisch aber sicherlich sehr 

wahrscheinlich. Allenfalls würde noch ein MRI veranlasst werden. - Einem Bericht des 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Spitals D.___ vom 2. Februar 2016 (IV-act. 23) waren als Diagnosen zu entnehmen 

(verkürzt wiedergegeben, erstens) ein hochgradiger Verdacht auf medikamentös 

getriggerte Gastritis und Duodenitis, (zweitens) ein Rotatorenmanschettensyndrom 

beidseits, (drittens) eine akute Niereninsuffizienz Stadium 1 (ED 27.01.2016), (viertens) 

eine rezidivierende mittelschwere Hyponatriämie unklarer Genese, (fünftens) eine 

Thrombozytose unklarer Genese, (sechstens) eine normochrome, normozytäre Anämie, 

(siebtens) ein St. n. chronischer alimentärer C2-Belastung, (achtens) ein 

Entzündungsprozess nicht sicherer Lokalisation, (neuntens) eine arterielle Hypertonie, 

(zehntens) ein St. n. leichter depressiver Symptomatik im Sinn einer Dysthymia 

06/2015, (elftens) eine Polyneuropathie (ED 01/16) und (zwölftens) eine chronische 

Bursitis olecrani links. Bei der Anamnese war ein Zolpidemabusus [Hypnotikum, Mittel 

gegen Schlafstörungen] 2014 erwähnt worden (IV-act. 23-5). Bei Austritt waren 20 mg 

Zolpidem zur Nacht, daneben Quetiapin [Atypisches Neuroleptikum, Mittel u.a. gegen 

manische und depressive Episoden bei bipolaren Störungen] und Remeron [Wirkstoff 

Mirtazapin, tetrazyklisches Antidepressivum, Mittel gegen unipolare depressive 

Episoden] verschrieben gewesen (IV-act. 23-4). - Die Klinik C.___ reichte vier Berichte 

aus der Zeit zwischen September 2004 und November 2006 ein. Dem ersten Bericht 

vom 29. September 2004 war zu entnehmen, dass der Versicherte angegeben hatte, 

seine Lebensgeschichte habe 198_ einen Knick erlitten, als seine Frau sich von ihm 

getrennt habe. Er habe aber weiterhin gearbeitet und Alkohol habe damals noch keine 

Rolle gespielt. Seit er nach der Arbeitslosigkeit (bei Ende der beruflichen Tätigkeit 2001) 

ausgesteuert worden sei und vom Sozialamt lebe, trinke er vermehrt Alkohol. 

Ausserdem habe er kaum auszuhaltende Kreuz- und Nackenschmerzen, gegen welche 

Schmerzmittel nicht mehr helfen würden; nur durch Alkohol vermöge er die Schmerzen 

einigermassen auszuhalten. Der Versicherte war wegen der Alkoholproblematik mit 

Verwahrlosung und Suizidankündigungen durch FFE eingewiesen worden (vgl. IV-

act. 21). Nach einjähriger Abstinenz war im November 2005 nach einer 

Belastungssituation mit akuter Belastungsreaktion eine notfallmässige Einweisung 

erfolgt. Der Arbeit im Rahmen eines Programms habe der Versicherte nicht mehr 

nachgehen können. Verschrieben worden war damals Stilnox [Wirkstoff Zolpidem] in 

Reserve (vgl. Bericht vom 18. November 2005, IV-act. 19). Nach Enttäuschungen […] 

und nach enttäuschter Hoffnung auf eine neue berufliche Aufgabe war gemäss Bericht 

vom 18. September 2006 erneut ein stationärer Aufenthalt erfolgt. Diagnostiziert 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

worden waren nebst dem Alkoholabhängigkeitssyndrom chronische 

Rückenschmerzen. Es wurde festgehalten, es bestehe beim Versicherten ein deutlicher 

Mangel an Krankheitsgefühl und an Krankheitseinsicht. Er sei bezüglich der 

Abhängigkeitsproblematik bagatellisierend geblieben. Als Schlaf-Reservemedikation 

war Dipiperon [Neuroleptikum] eingesetzt worden (vgl. IV-act. 17). Aufgrund eines 

Trinkrückfalls hatte gemäss Bericht vom 20. November 2006 (IV-act. 15) eine weitere 

Hospitalisation stattgefunden. 

Der RAD hielt am 11. Mai 2016 (IV-act. 28) dafür, aufgrund der beschriebenen 

Folgeschäden (Hirnschrumpfung, Fettleber, Polyneuropathie) könne eher nicht mehr 

mit dem Erreichen von Eingliederungsfähigkeit gerechnet werden. - Dem Versicherten 

wurde am 24. Mai 2016 (IV-act. 31) mitgeteilt, berufliche Massnahmen seien aufgrund 

des Gesundheitszustands nicht möglich.

A.f. 

Dr. B.___ gab in einem IV-Verlaufsbericht vom 10. Juni 2016 (IV-act. 33) an, trotz 

wiederholter stationärer Behandlungen innert der letzten fünfzehn Monate bestünden 

die chronischen internistischen Probleme des Versicherten (wie Gastritis, Cephalgien 

usw.) weiterhin. Die Dauermedikationen müssten fortgeführt werden. Die 

Polytoxikomanie habe nicht wesentlich verbessert werden können. Wiederholte 

fachärztlich orthopädische Behandlungen der Schulter (mit Infiltrationen) hätten weder 

eine nachhaltige Schmerzlinderung noch eine Besserung der Beweglichkeit/Funktion 

gebracht.

A.g. 

Einem Austrittsbericht des Spitals D.___ vom 19. Juli 2016 (IV-act. 42) über eine 

Hospitalisation des Versicherten vom 13. bis 19. Juli 2016 war zu entnehmen, dass 

neben Remeron, Zolpidem und Quetiapin [Wirkstoff des Präparats Seroquel] Tramadol 

retard Depotabs [Opioid-Analgetikum, Mittel gegen mittelstarke bis starke prolongierte 

Schmerzen; viermal 100 mg] und Sirdalud [Muskelrelaxans] verschrieben worden 

waren.

A.h. 

In der Folge wurde eine gutachterliche Abklärung veranlasst, wobei gemäss RAD 

danach gefragt wurde, welches die Arbeitsfähigkeit des Versicherten für eine adaptierte 

Tätigkeit unter Ausblendung der Sucht sei, und falls das (Ausblenden) nicht möglich 

sei, ob die Auferlegung einer Abstinenzauflage zumutbar sei (vgl. IV-act. 48-2, 47-2). - 

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Im polydisziplinären orthopädisch-psychiatrisch-internistischen Gutachten des 

Medizinischen Gutachtenzentrums Region St. Gallen (MGSG) vom 13. März 2017 (IV-

act. 53; Begutachtung im Januar 2017) war keine Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit erhoben worden. Ohne Auswirkung seien eine Ausdünnung der langen 

Bicepssehne und eine leichte Acromioclaviculargelenkarthrose links, eine vermehrte 

aktiv redressierbare Kyphose der Brustwirbelsäule, ein Zustand nach Störungen durch 

Alkohol, gegenwärtig abstinent, ein Zustand nach langdauernden depressiven 

Stimmungsschwankungen (Dysthymie), bestehend von etwa 2001 bis Ende 2014, eine 

arterielle Hypertonie, ein Nikotinabusus und eine äthylische Hepatopathie (mit erhöhter 

Gamma-GT, hyperchromer makrozytärer Anämie und Thrombozytose). Seit Januar 

2015 bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit des Versicherten als Sachbearbeiter, da sich 

keine psychischen Störungen mit Krankheitswert hätten erheben lassen und da seine 

emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die 

Motivation, die Kontaktfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit nicht beeinträchtigt seien. 

Seit dem Begutachtungszeitpunkt bestehe auch aus orthopädischer Sicht eine volle 

Arbeitsfähigkeit, da [bzw. wenn] es um eine körperlich leichte Tätigkeit in temperierten 

Räumen ohne Arbeiten über der Horizontale gehe. Eine rückblickende Beurteilung 

könne weder orthopädisch - die orthopädischen Diagnosen im MRI differierten von 

jenen im Jahr 2016 - noch (nach den anamnestischen Angaben und dem langjährigen 

Alkoholabhängigkeitssyndrom) psychiatrisch erfolgen. Einer sofortigen beruflichen 

Eingliederung stünden keine medizinischen Hinderungsgründe entgegen. Die 

Schmerzen in der linken Schulter liessen sich nur unvollständig erklären. Die 

depressiven Stimmungsschwankungen seien seit etwa Januar 2015 weitgehend 

abgeklungen und seit Mai 2014 werde eine Alkoholabstinenz angegeben. Die 

Schlafstörungen hätten sich unter einer antidepressiven neuroleptischen Medikation, 

kombiniert mit Zolpidem, gebessert. Es sollte angesichts des Suchtpotenzials dieses 

Mittels eine Reduktion des Zolpidem angestrebt werden, eventuell mit Erhöhung von 

Seroquel. Bei Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes sei eine 

psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung zu empfehlen; 

suchttherapeutische Massnahmen würden zurzeit nicht erforderlich erscheinen. Es 

liessen sich seit der Scheidung 198_ psychische Störungen durch Alkohol mit 

Abhängigkeitssyndrom und regelmässigem täglichem Konsum über Jahre hinweg 

erheben. Zum Untersuchungszeitpunkt hätten sich keine eindeutigen Hinweise für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 25. Juni 2017 (Poststempel: 

26. Juni 2017). Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer Leistung. Für seine eingeschränkte 

Leistungsfähigkeit lägen sehr wohl medizinische Gründe vor. Er werde eine ärztliche 

Begründung von Dr. B.___ nachreichen. - Am 15. August 2017 hat der 

Beschwerdeführer ein ärztliches Attest von Dr. B.___ vom 14. August 2017 eingereicht. 

Danach leide der Beschwerdeführer unter anderem an chronischen linksseitigen 

Kopfschmerzen, chronischen Ein- und Durchschlafstörungen, einer Depression, 

akzentuierten Persönlichkeitszügen (schizoid), chronischen Oberbauchschmerzen, 

einer Schultereckgelenkarthrose mit Sehnenverkalkungen, fortgeschrittenen 

degenerativen HWS-Veränderungen mit Facettengelenkarthrose C4-C6, einer 

Niereninsuffizienz Grad II, einer chronischen rezidivierenden Epicondylitis radialis 

humeri, einer Hepatopathie, einer Thrombozytose, einer Polyneuropathie an beiden 

Füssen bis zur Knöchelregion, einer Polytoxikomanie (!), Allergien (!) und einer 

Refluxoesophagitis Grad I (!). Als gelernter […] könne der Beschwerdeführer nicht mehr 

arbeiten, weil er seinerzeit die dortige Computerisierung nicht habe erlernen können. 

einen weiterhin bestehenden Alkoholkonsum gefunden, wobei der CDT-Wert im 

Normbereich gelegen habe, während der GGT-Wert auf eine Hepatopathie hinweise. 

Der langjährige Alkoholkonsum habe nicht zu fassbaren irreversiblen psychischen 

Folgeschäden geführt. Es hätten sich im Rahmen der psychiatrischen Exploration keine 

kognitiven Störungen wie Konzentrations- oder Auffassungsstörungen erheben lassen. 

Es handle sich am ehesten um eine primäre Sucht.

Der RAD gab am 31. März 2017 (IV-act. 54) an, abgesehen von den stationären 

Behandlungen im Januar und Juli 2016 habe seit Januar 2015 keine ununterbrochene 

Arbeitsunfähigkeit bestanden.

A.j. 

Mit Vorbescheid vom 4. April 2017 (IV-act. 57) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten in 

Aussicht, sein Gesuch vom Januar 2016 abzuweisen. Die Abklärungen hätten ergeben, 

dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in angestammter oder 

adaptierter Tätigkeit ausgewiesen seien. Eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit habe 

nicht bestanden, weshalb kein Rentenanspruch habe entstehen können. - Mit 

Verfügung vom 6. Juni 2017 (IV-act. 58) wies sie das Gesuch (entsprechend) ab.

A.k. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gravierendes, in den letzten Jahren verschlechtertes Hindernis sei auch die depressive 

Grundstimmung verbunden mit der Konzentrationsschwäche und den Störungen der 

Merkfähigkeit. Auch sein sehr gestörter Tag-/Nacht-Rhythmus und der seit Jahren 

bestehende Medikamentenmissbrauch spielten eine wichtige Rolle. Zahlreiche, auch 

stationäre Entzugsversuche seien bisher deutlich gescheitert. Wahrscheinlich sei 

dadurch auch der Leberschaden mitverursacht. Stark belasten würden den 

Beschwerdeführer auch die chronische Magenschleimhaut- und 

Dünndarmentzündung, verbunden mit dem anatomisch bedingten Reflux, der auch in 

der Speiseröhre zu einer chronischen Entzündung führe. Eingeschränkt sei der 

Beschwerdeführer auch durch die ausgeprägte Schultereckgelenkarthrose links, die 

auch schon zu deutlichen Degenerationen der Sehnen mehrerer Muskeln geführt habe 

und weiter fortschreiten werde. Die Belastbarkeit des linken Armes und der Schulter 

und deren Beweglichkeit seien in erheblichem Mass eingeschränkt. Auch die HWS 

zeige schon deutliche Degenerationen, die sicherlich im Zusammenhang mit den 

chronischen Kopfschmerzen stünden. Die multiplen Allergien würden ein Arbeiten 

ausserhalb klimatisierter Räume verbieten. Der Beschwerdeführer sei auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr wettbewerbsmässig einsetzbar.

C.  

In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. August 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei beim MGSG umfassend 

polydisziplinär untersucht worden. Das Gutachten sei ausführlich abgefasst und die 

Schlussfolgerungen und die Arbeitsfähigkeitsschätzung seien in jeder Hinsicht 

nachvollziehbar. Alle geltend gemachten Leiden seien umfassend abgeklärt worden. 

Der Bericht von Dr. B.___ enthalte keine neuen Erkenntnisse. Die andere Ansicht eines 

behandelnden Arztes könne eine Administrativexpertise aber nur in Frage stellen, wenn 

sie objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringe, die unerkannt geblieben und 

geeignet seien, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen. 

Erwägungen

1.  

Die Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung vom 6. Juni 2017, mit welcher 

die Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom 

4./18. Januar 2016, namentlich den Rentenanspruch, abwies.

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

Berufliche Massnahmen hatte die Beschwerdegegnerin gemäss Mitteilung vom 

24. Mai 2016 damals aufgrund des Gesundheitszustands für nicht möglich gehalten.

1.2. 

Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 

Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres 

zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Ein wesentlicher Unterbruch der 

Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 

30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; vgl. etwa 

Bundesgerichtsurteil vom 16. Februar 2018, 8C_633/2017 E. 3.4). Nach Art. 29 Abs. 1 

IVG (in der Fassung seit 1. Januar 2008) entsteht der Rentenanspruch frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 

Art. 29 Abs. 1 ATSG (hier somit frühestens ab Juli 2016).

2.1. 

ter

Nach Art. 4 Abs. 1 IVG gilt als Invalidität die durch einen körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden als Folge unter anderem von Krankheit verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Eine 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann entsprechend nur relevant sein, wenn sie 

Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist 

(vgl. Bundesgerichtsentscheid 9C_125/2015 E. 5.3, BGE 130 V 396). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165).

2.2. 

Medikamentenabhängigkeit (und -missbrauch) und Alkoholismus als solche 

begründen (wie Drogensucht) noch keine Invalidität im Sinn des Gesetzes (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 10. April 2013, 9C_701/2012). Denn die Diagnose einer 

solchen Sucht oder Abhängigkeit lässt nicht schon darauf schliessen, dass der 

versicherten Person eine Abstinenz nicht mehr möglich wäre; ebenso wenig ist 

Abhängigkeit notwendigerweise mit Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit verbunden (vgl. 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Der Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers wurden im 

Januar 2017 begutachtet. Es wurde festgehalten, die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers sei seit Januar 2015 aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt, 

ab dem Begutachtungszeitpunkt (11. Januar 2017, IV-act. 53-43) für eine adaptierte 

Tätigkeit auch orthopädisch nicht. Die Arbeitsfähigkeit im vorangegangenen Zeitraum 

könne orthopädisch gesehen wegen der differierenden Diagnosen im MRI nicht 

beurteilt werden und sie könne psychiatrisch gesehen nach den anamnestischen 

Angaben und dem langjährigen Alkoholabhängigkeitssyndrom nicht beurteilt werden 

(vgl. IV-act. 53-41).

AHI 2002 S. 28, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [nunmehr 

Bundesgerichts] vom 22. Juni 2001, I 454/99; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E. 4b). Hat die 

Sucht allerdings eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt, in deren Folge ein 

körperlicher oder geistiger Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber ist sie selber 

Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens, welchem 

Krankheitswert zukommt, so wird eine solche Sucht im Rahmen der 

Invalidenversicherung bedeutsam (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 12. Dezember 2017, 

8C_663/2017 E. 3.3, BGE 99 V 28 E. 2; AHI 2002 S. 28). Das bedeutet zwar nicht, dass 

die Auswirkungen einer Sucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden 

zurückgeht, per se invaliditätsbegründend wären. Wo nur Befunde vorliegen, die in der 

Sucht ihre hinreichende Erklärung finden, ist kein invalidisierender psychischer 

Gesundheitsschaden gegeben (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 10. April 2018, 

9C_620/2017 E. 2.2.1). Hingegen sind Suchtfolgen IV-rechtlich relevant, soweit sie in 

einem engen Zusammenhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden stehen 

(vgl. Bundesgerichtsurteile vom 10. April 2018, 9C_620/2017 E. 2.2.2, und vom 

11. Februar 2019 8C_608/2018 E. 3.2). Besteht zwischen Sucht und 

krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden ein Kausalzusammenhang, sind 

für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die 

suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen (vgl. 

Bundesgerichtsurteile vom 22. November 2013, 9C_370/2013 E. 4.2.1, vom 9. Januar 

2015, 9C_618/2014 E. 5.2, und vom 8. August 2006, I 169/06 E. 2.2). Einer allfälligen 

Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung 

ist Rechnung zu tragen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 22. November 2013, 

9C_370/2013 E. 4.2.1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Der Beschwerdeführer beklagte in somatischer Hinsicht zunehmende Schmerzen 

in der linken Schulter mit Fortsetzung in alle Finger links und dadurch beeinträchtigtem 

Schlaf (IV-act. 53-3). Er teilte bei der (psychiatrischen) Begutachtung mit, dass er seit 

zwei bis drei Jahren wegen der Schulterbeschwerden links keine Arbeit mehr habe 

verrichten können (IV-act. 53-60). Bei der orthopädischen Anamneseerhebung erklärte 

er, er glaube, künftig leichte Arbeiten in Teilzeit verrichten zu können. Mittlerweile 

könne er aber auch am PC nicht mehr arbeiten, weil er den linken Arm nicht heben 

könne (IV-act. 53-4).

4.1. 

Zur orthopädischen Krankheitsentwicklung wurde im Gutachten festgehalten, es 

manifestierten sich beim Beschwerdeführer seit drei Jahren zunehmende Schmerzen in 

der linken Schulter, die in sämtliche Finger links ausstrahlten und den Schlaf 

beeinträchtigten. Physiotherapie lindere die Beschwerden, während die 

Spritzenbehandlung nutzlos gewesen sei. Es würden konsequent Schmerzmittel 

verwendet (IV-act. 53-3).

4.2. 

Von den Vorakten wurde gemäss dem Gutachten (IV-act. 53-3) orthopädisch 

gesehen einzig der Bericht des Spitals D.___ vom 24. März 2016 (IV-act. 36) 

ausdrücklich erwähnt. - In der Folge war gemäss Bericht vom 8. April 2016 (IV-act. 38) 

jedoch noch eine Bursitis subacromialis links dazugetreten. Es bestanden eine starke 

Druckdolenz subacromial und eine starke Bewegungseinschränkung. Am 31. März 

2016 (IV-act. 40) hatte die daraufhin vorgesehene kombinierte AC-Gelenks- und 

subacromiale Infiltration stattgefunden. Auf den 21. Juli 2016 war gemäss dem 

Austrittsbericht des Spitals D.___ vom 19. Juli 2016 eine Vorstellung in der 

orthopädischen Sprechstunde vorgesehen (vgl. IV-act. 42-2). Ein entsprechender 

Bericht wurde soweit ersichtlich nicht eingeholt, was erforderlich gewesen wäre (weil 

auch die Retrospektive von Bedeutung ist).

4.2.1. 

Bei der orthopädischen Begutachtung im Januar 2017 war allerdings keine 

Bursitis mehr festgestellt worden. Es ergab sich bei der Befunderhebung, dass die linke 

Schulter bis 90° hatte eleviert werden können (rechts bis 180°) und dort weitere 

Einschränkungen und Dolenzen festzustellen waren. Die rohe Kraft der Oberarm-

Beuger und -Strecker war links um ein Drittel vermindert (IV-act. 53-5 f.).

4.2.2. 

Beurteilend hielt der Gutachter der Orthopädie fest, körperlich schwere 

Tätigkeiten in kalter und feuchter Umgebung mit häufigen Arbeiten über der 

Horizontalen könnten dem Beschwerdeführer wegen der Ausdünnung der langen 

4.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bicepssehne und der leichten Acromioclaviculargelenkarthrose links nicht mehr 

vollumfänglich zugemutet werden, andere Arbeiten dagegen vollumfänglich (IV-

act. 53-7 f.).

Er begründete, das Ausmass der Schmerzen in der linken Schulter und das 

Ausmass der subjektiven Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit und der 

präsentierten pathologischen objektiven Befunde der Schulter hätten mit dem relativ 

unauffälligen Befund im MRI kontrastiert, wo lediglich eine Ausdünnung der langen 

Bicepssehne und eine leichte Acromioclaviculargelenkarthrose sichtbar seien. Die von 

der orthopädischen Abteilung des Spitals D.___ 2016 erwähnte Tendinitis calcarea und 

die Partialruptur der Infraspinatussehne mit leichtem Impingement könnten im aktuellen 

MRI (sc. wohl vom 17. Januar 2017) nicht bestätigt werden (IV-act. 53-7). - Die 

gutachterliche Feststellung, dass die Bilder der Schulter (MRI) zu jenen von 2016 

differierten (IV-act. 53-8), lässt sich bei der gegebenen Aktenlage nicht ohne Weiteres 

erklären, weil eine (erforderliche) Begründung dafür (etwa Verheilung der Partialruptur 

oder ursprünglich zu weitreichende Diagnose oder anderes) bis anhin nicht abgegeben 

wurde und der Befundbericht über das Arthro-MRI der Klinik für Radiologie und 

Nuklearmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 17. Januar 2017 selbst nicht bei den 

Akten liegt. Die Differenz wurde als Grund dafür genannt, dass sich der zurückliegende 

orthopädische Sachverhalt (vor Januar 2017) nicht beurteilen lasse. Auf eine 

ergänzende Abklärung der Frage kann unter diesen Umständen nicht verzichtet 

werden, zumal für die Zeit ab 2005 nach der Beurteilung durch Dr. B.___ (vom 

3. Januar 2016) bei Berücksichtigung aller gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % und mehr besteht.

4.2.4. 

Der Gutachter der Orthopädie untersuchte klinisch auch die HWS des 

Beschwerdeführers, doch Aufnahmen davon standen ihm gemäss dem Gutachten 

nicht zur Verfügung. Der Beschwerdeführer hat wie erwähnt von sich in die Finger 

fortsetzenden Schmerzen der linken Schulter berichtet. Gefühlsstörungen oder 

Lähmungen hat er verneint. - Dr. B.___ seinerseits hat von vorliegenden 

fortgeschrittenen degenerativen HWS-Veränderungen mit Facettengelenkarthrose C4-

C6 berichtet. Dieser Bericht erging zwar erst nachträglich (selbst nach Erlass der 

Verfügung, nämlich am 14. August 2017), doch dürften die allfälligen - degenerativen - 

Schädigungen nicht erst zwischenzeitlich eingetreten sein. Es ist auch diesbezüglich 

ein ergänzender Abklärungsbedarf anzunehmen.

4.2.5. 

Die internistische Begutachtung ist gemäss dem Gutachten äusserst kurz 

ausgefallen. - Bezüglich des Zustands der Lunge wurde im internistischen Gutachten 

festgehalten, der Beschwerdeführer habe keinen chronischen Husten und keine 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Atemnot angegeben (IV-act. 53-48). Der Gutachter erhob den 

Lungenauskultationsbefund; dieser sei normal gewesen. Weitere Abklärungen wurden 

diesbezüglich nicht getroffen. Es habe keine Hinweise auf eine COPD oder eine PAVK 

(peripher arterielle Verschlusskrankheit) gegeben. Der Beschwerdeführer habe keine 

kreislaufrelevanten oder respiratorischen Beschwerden angegeben (IV-act. 53-48). 

Dr. B.___ seinerseits hatte allerdings eine beginnende Lungenfibrose diagnostiziert. Auf 

welche Grundlagen sich Dr. B.___ diesbezüglich stützte, ist (wie übrigens bei weiteren 

Leiden) nicht ersichtlich und nicht erhoben geworden. Der Gutachter der Inneren 

Medizin äusserte sich zu dieser abweichenden ärztlichen Beurteilung nicht und traf 

keine weiteren (etwa röntgenologischen) Abklärungen. Der Beschwerdeführer hat ihm 

allerdings auch angegeben, er fühle sich - aus internistischer Sicht - gesund und voll 

leistungsfähig (IV-act. 53-48). Der Gutachter hielt fest, das entspreche seiner 

internistischen gutachterlichen Einschätzung. - Bei der Anamnese wurde im 

internistischen Gutachten aus jüngerer Zeit die siebentägige Hospitalisation des 

Beschwerdeführers vom 13. bis 19. Juli 2016 wegen einer akuten Gastroenteritis mit 

passagerer praerenaler Niereninsuffizienz namentlich erwähnt (IV-act. 53-46). Der 

Gutachter der Inneren Medizin stellte beim Befund fest, die Leber des 

Beschwerdeführers sei palpatorisch nicht vergrössert gewesen (IV-act. 53-35). Gemäss 

dem Ultraschallbericht des Spitals D.___ vom 19. Juli 2016 (IV-act. 42-5) war sie bei 

jener Untersuchung (am 15. Juli 2016) normal gross gewesen (IV-act. 42-5). Zur Anämie 

hielt der Gutachter fest, diese sei leicht; sie und die Thrombozytose (vgl. 

Laborergebnisse, IV-act. 53-47) seien Folge der aethylischen Hepatopathie und nicht 

behandlungsbedürftig (IV-act. 53-36). Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mass er 

diesem Leiden (der Hepatopathie und den Folgen) nicht bei. - Die im Spital D.___ 

gemäss Bericht vom 19. Juli 2016 festgestellte (damals akute) Niereninsuffizienz 

bezeichnete der Gutachter der Inneren Medizin wie erwähnt als passager (sie war denn 

auch dort als konsolidiert bezeichnet worden, IV-act. 42-2). Mit der gemäss Bericht 

vom 19. Juli 2016 im Spital D.___ erhobenen Diagnose einer rezidivierenden 

mittelschweren Hyponatriämie unklarer Genese setzte sich der Gutachter nicht 

ausdrücklich auseinander. Nach Angaben von Dr. B.___ vom August 2017 bestanden 

beim Beschwerdeführer jedoch eine Niereninsuffizienz Grad II, chronische 

Oberbauchbeschwerden, eine Refluxoesophagitis Grad I sowie eine chronische 

Magenschleimhaut- und Dünndarmentzündung. Die Refluxoesophagitis und die 

Oberbauchbeschwerden fanden im internistischen Gutachten soweit ersichtlich keine 

Erwähnung. Der Beschwerdeführer erwähnte jedoch - bei der psychiatrischen 

Begutachtung - seine seit etwa fünfzehn Jahren bestehenden rezidivierenden Magen-/

Darm-Beschwerden (IV-act. 53-17). Das Spital D.___ äusserte am 2. Februar 2016 (IV-

act. 23) den hochgradigen Verdacht auf eine medikamentös getriggerte Gastritis und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Duodenitis. Der von Dr. B.___ angegebene Leberzellschaden, die Refluxoesophagitis 

und die chronische Gastroduodenitis hatten nach (nur, aber immerhin) anhand der 

Akten gebildeter Auffassung des RAD (vor der Begutachtung) darauf schliessen lassen, 

dass beim Beschwerdeführer bereits somatische Folgeschäden der 

Alkoholabhängigkeit eingetreten seien (vgl. IV-act. 10). Unter diesen Umständen wäre 

bei der Begutachtung insgesamt eine eingehendere Auseinandersetzung mit diesen 

gastroenterologischen Gegebenheiten vonnöten gewesen.

Auch unter dem Aspekt der neurologischen Diagnosen der Polyneuropathie (IV-

act. 42-2), der fortschreitenden Arteriosklerose (vgl. IV-act. 2) und der Cephalgien (IV-

act. 33) fand bei der Begutachtung soweit ersichtlich keine ausdrückliche 

Auseinandersetzung mit den Vorberichten statt. Die von ihm festgestellten chronischen 

Cephalgien brachte Dr. B.___ im Bericht vom 14. August 2017 in Verbindung mit den 

HWS-Degenerationen.

4.4. 

Zu berücksichtigen ist ausserdem (allenfalls im letztgenannten neurologischen 

Zusammenhang) der aktenkundige Medikamenteneinsatz des Beschwerdeführers.

4.5. 

Nach Auffassung von Dr. B.___ liegt bei diesem (im Ergebnis) seit vielen Jahren 

eine Polytoxikomanie vor (Bericht vom 28. März 2016, IV-act. 24). Der 

Beschwerdeführer gab bei der Begutachtung an, ein Medikamentenmissbrauch sei 

bisher nicht vorgekommen; er habe nur die ärztlich verordneten Medikamente 

eingenommen (IV-act. 53-19). Im Bericht des Spitals D.___ vom 2. Februar 2016 war 

bei der Anamnese - für das Jahr 2014 - zwar ein Zolpidemabusus erwähnt worden (IV-

act. 23-5; diagnostiziert war im Übrigen unter anderem ein hochgradiger Verdacht auf 

eine medikamentös getriggerte Gastritis und Duodenitis; auch Dr. B.___ erwähnte einen 

Medikamentenmissbrauch). Beim Austritt hat das Spital das betreffende Medikament 

(Zolpidem) aber weiterhin verschrieben, daneben auch weitere Arzneimittel wie 

Quetiapin und Remeron (IV-act. 23-4). - Zolpidem war für den Beschwerdeführer 

zudem schon vor vielen Jahren, im November 2005, in Reserve verschrieben gewesen 

(vgl. Bericht vom 18. November 2005, IV-act. 19). In den Berichten von 2006 wurde es 

nicht mehr erwähnt, indessen war damals als Schlafmittel schon Dipiperon in Reserve 

abgegeben worden. Die bei der Begutachtung erhobene Medikamentenliste (IV-

act. 53-63) ist zudem immer noch umfangreich. Der Gutachter der Psychiatrie empfahl 

wegen des Suchtpotenzials von Zolpidem eine Reduktion dieses Mittels, eventuell mit 

Erhöhung von Seroquel (IV-act. 53-32).

4.5.1. 

Bei der Begutachtung waren auch die Spiegel für die Wirkstoffe Mirtazapin 

(Remeron), Quetiapin und Zolpidem geprüft worden (IV-act. 53-23 und 53-79). Das 

4.5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

tetrazyklische Antidepressivum hatte dabei im therapeutischen Bereich gelegen, das 

atypische Neuroleptikum etwas darunter und das Hypnotikum erheblich darunter (vgl. 

IV-act. 53-23 und 53-79). Der Spiegel für das Opioid-Analgetikum war nicht gemessen 

worden. - Zur sich aufdrängenden Frage, ob sich ein jahrelanger und auch aktuell noch 

bestehender Medikamenteneinsatz als solcher allenfalls auf die Leistungsfähigkeit einer 

Person auswirken könnte, findet sich soweit ersichtlich keine gutachterliche 

Beurteilung. Dies wird nachzuholen sein.

Für ein aussagekräftiges gutachterliches Ergebnis fehlt demnach (abgesehen vom 

orthopädischen Abklärungsbedarf auch) eine genügende Auseinandersetzung mit den 

in den Vorberichten gestellten diversen gastroenterologischen (bzw. internistischen) 

und neurologischen Diagnosen. - Angemerkt werden kann, dass - bei der 

psychiatrischen Begutachtung - davon ausgegangen wurde, dass die körperlichen 

Beschwerden des Beschwerdeführers zumindest teilweise organisch erklärbar sein 

dürften (eine somatoforme Schmerzstörung bestehe nicht; IV-act. 53-26).

4.6. 

Bei der psychiatrischen Begutachtung wurden zunächst diverse Vorakten erfasst 

und es wurde die Anamnese unter verschiedenen Gesichtspunkten erhoben. - Der 

Beschwerdeführer berichtete unter anderem, er sei erstmals mit sechzehn Jahren in 

Kontakt mit Alkohol gekommen und habe gelegentlich an Wochenenden Bier 

getrunken, seit der Scheidung über Jahre hinweg vermehrt und regelmässig, seit etwa 

2006 bis etwa Mai 2014 statt wie bis dahin Bier dann Rotwein. Nach dem Verlust der 

Arbeitsstelle 2001 habe er sich Sorgen gemacht und es sei zu 

Stimmungsschwankungen gekommen. Er habe versucht, die Probleme mit Alkohol zu 

lösen. Inzwischen habe er sich mit der Situation abgefunden. Seit etwa zwei Jahren sei 

er in stabiler psychischer Verfassung. Seit etwa 20 Jahren leide er an Ein- und 

Durchschlafstörungen. Diese hätten sich unter Einnahme von Remeron, Seroquel und 

Zolpidem seit eineinhalb Jahren gebessert. Seit etwa drei Jahren habe er zunehmende 

Schulterbeschwerden (Schmerzen und Bewegungseinschränkung), seit etwa fünfzehn 

Jahren rezidivierende Magen-/Darm-Beschwerden (IV-act. 53-16 f.). Nach dem Verlust 

der letzten Stelle als Sachbearbeiter im Jahr 2001 habe er keine Stelle mehr gefunden. 

Er habe nur im Rahmen von "beruflichen Massnahmen" 2002 und 2005 bis 2006 in 

einer Institution gearbeitet (IV-act. 53-17 f.). Bis vor zwei bis drei Jahren hätte er 

arbeiten können, seither sei das wegen der Schulterbeschwerden nicht mehr möglich 

(IV-act. 53-18). - Der Beschwerdeführer gab weiter an, er befinde sich zurzeit (bei der 

Begutachtung) in relativ guter psychischer Verfassung. Er habe Freude und 

Unternehmungslust, sei recht ausgeglichen und habe ausreichend Motivation und 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Interessen. Es bestünden keine Antriebs-, Konzentrations- oder Auffassungsstörungen, 

keine Zukunfts- oder Existenzängste und unter Medikamenten keine Schlafstörungen 

(IV-act. 53-16).

Beurteilend hielt der Gutachter fest, es habe beim Beschwerdeführer eine unauf­

fällige Kindheits- und Persönlichkeitsentwicklung stattgefunden; es fänden sich 

demnach keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung (IV-act. 53-24 f.). Diese 

Feststellung ist namentlich angesichts der langjährigen beruflichen Tätigkeit plausibel. - 

Bei der Begutachtung wurde für die Zeit etwa seit Mai 2014 Alkoholabstinenz 

angenommen (IV-act. 53-42 f.). Auf einen weiterhin bestehenden Konsum hätten sich 

keine eindeutigen Hinweise gefunden (vgl. IV-act. 53-43). Der CDT-Wert habe im 

Normbereich gelegen. Der GGT-Wert weise auf eine Hepatopathie hin (IV-act. 53-42; 

vgl. auch IV-act. 53-23 und 53-79). Diesbezüglich war demnach eine gewisse 

Objektivierung möglich gewesen.

5.2. 

Der Gutachter der Psychiatrie erhob im Weiteren den psychischen Status des 

Beschwerdeführers und hielt dazu unter anderem - auch den Angaben des 

Beschwerdeführers entsprechend - fest, dieser habe in der Stimmung ausgeglichen, 

gut gelaunt, affektiv gut mitschwingend und psychomotorisch sowie im Antrieb 

unauffällig gewirkt. Auffassung, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit seien 

intakt erschienen und Hinweise für Gedächtnisstörungen habe es nicht gegeben (IV-

act. 53-22).

5.3. 

Als von einem fachärztlichen Experten aufgenommener Feststellung zum 

klinischen psychiatrischen Zustand kommt diesem Befund bei der Beweiswürdigung 

erhebliches Gewicht zu. Zu bedenken ist allerdings Folgendes.

5.4. 

Was die zurückliegende Zeit betrifft, schloss der Gutachter, der Beschwerdeführer 

habe von etwa 2001 bis Ende 2014 depressive Stimmungsschwankungen entwickelt, 

die einer Dysthymie entsprochen hätten. Es habe sich um leichte depressive 

Verstimmungen gehandelt, die nach Schweregrad und Dauer der einzelnen Episoden 

nicht die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige rezidivierende depressive Störung 

erfüllt hätten. In Abhängigkeit von psychosozialen Problemen sei es zu leichten 

depressiven Verstimmungen gekommen, die meist nur etwa einen Tag gedauert und 

mit kurzen, etwa einen Tag dauernden Stimmungsaufhellungen gewechselt hätten, 

wobei die depressiven Verstimmungen durch einen chronischen Alkoholkonsum 

überlagert worden seien (IV-act. 53-24). Diese Schlüsse zog der Gutachter der 

Psychiatrie anhand der anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers. Dieser hatte 

ihm erklärt, er habe über Jahre an Stimmungsschwankungen gelitten, indem er sich 

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einen Tag psychisch besser und einen Tag psychisch schlechter gefühlt habe (dann mit 

Bedrücktheit, Antriebslosigkeit sowie verminderter Lust, Freude, Motivation und 

vermindertem Interesse). Ab und zu sei er unruhig gewesen und habe sich Sorgen über 

seine Situation gemacht. Suizidgedanken seien bisher keine aufgetreten (IV-

act. 53-16 f.). - In der Aktenlage waren jedoch Hinweise auf eine schwerwiegendere 

psychiatrische Problematik zu finden. So war der Beschwerdeführer im Juni 2004 

wegen der Alkoholproblematik mit Verwahrlosung und Suizidankündigungen durch FFE 

in die psychiatrische Klinik eingewiesen worden und es hatten danach noch weitere 

psychiatrische Hospitalisationen - im November 2005 erneut wegen latenter Suizidalität 

- erfolgen müssen. Eine depressive Symptomatik war schon im November 2005 als 

Behandlungsgrund genannt worden (IV-act. 19-2). Es handelte sich somit um eine 

insgesamt langwierige depressive Entwicklung. Im Bericht des Spitals D.___ vom 

2. Februar 2016 war dann zwar lediglich für die Vergangenheit (Juni 2015; St. n.) eine 

leichte depressive Symptomatik im Sinn einer Dysthymia beschrieben worden. In 

jüngerer Zeit (am 28. März 2016) gab jedoch Dr. B.___ an, die depressiven Episoden 

hätten beim Beschwerdeführer (im Verlauf seit 2006) zugenommen (IV-act. 24).

Gemäss den früheren, echtzeitlichen Berichten war auch das Alkoholproblem 

ehemals gravierender gewesen als vom Beschwerdeführer Jahre später bei der 

psychiatrischen Begutachtung geschildert (vgl. IV-act. 53-19, IV-act. 21-2, 19-2, 17-2, 

IV-act. 15-1).

5.6. 

In diesem Zusammenhang fällt auf, dass schon bzw. noch in einem Bericht vom 

18. September 2006 von ärztlicher Seite festzustellen gewesen war, dass es dem 

Beschwerdeführer deutlich an Krankheitsgefühl und an Krankheitseinsicht fehle und er 

die Abhängigkeitsproblematik bagatellisiere.

5.7. 

Nach dem Dargelegten wäre vorliegend (nebst einer gutachterlichen 

Auseinandersetzung mit der aktenkundig langen und schwierigen Vorgeschichte) eine 

Befassung mit dieser Thematik (von Krankheitsgefühl und Krankheitseinsicht des 

Beschwerdeführers) erforderlich gewesen.

5.8. 

Des Weiteren waren nach Angaben des Beschwerdeführers weitere frühere 

Beschwerden bei der Begutachtung überwunden. So verneinte er anlässlich der 

psychiatrischen Begutachtung - unter Medikation - Schlafstörungen (IV-act. 53-22). 

Das Spital D.___ hatte indessen im Bericht vom 19. Juli 2016 (IV-act. 43-2) noch Ein- 

und Durchschlafstörungen erwähnt und Dr. B.___ bescheinigte noch am 14. August 

2017, dass chronisch solche Störungen bestünden. Auch bezüglich der Allergien fallen 

die Angaben der behandelnden Ärzte und jene des Beschwerdeführers bei der 

5.9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Begutachtung im Übrigen auseinander; Letzterer verneinte auch solche 

Beeinträchtigungen.

Ferner hat der Beschwerdeführer bei der psychiatrischen Begutachtung einen 

üblichen Tagesablauf beschrieben (vgl. IV-act. 53-19). Der Gutachter der Psychiatrie 

schloss entsprechend, es bestünden keine zirkadianen Störungen (IV-act. 53-22). 

Dr. B.___ hatte jedoch am 3. Januar 2016 und auch noch am 14. August 2017 von 

einem (sehr) gestörten Tag-/Nacht-Rhythmus des Beschwerdeführers berichtet.

5.10. 

Der Gutachter der Psychiatrie hat ausserdem beurteilend festgehalten, es hätten 

sich beim Beschwerdeführer keine Hinweise für irreversible psychische Folgeschäden 

durch den Alkoholkonsum gezeigt, insbesondere keine fassbaren kognitiven Störungen 

(IV-act. 53-24). - Nach der Einschätzung von Dr. B.___ dagegen sind der Umstand des 

gestörten Tag-/Nacht-Rhythmus und die Einnahme der Psychopharmaka Ursache 

einer erheblich gestörten Konzentrations- und Merkfähigkeit des Beschwerdeführers.

5.11. 

Auch wenn mit dem erhobenen klinischen Befund erklärbar sein mag, dass die 

neuropsychologischen Fähigkeiten des Beschwerdeführers bei der Begutachtung nicht 

weiter abgeklärt wurden, wären von einer entsprechenden Untersuchung bei den 

vorliegend zu berücksichtigenden Gegebenheiten, namentlich den Vorakten und den 

abweichenden ärztlichen Beurteilungen von Dr. B.___, doch wahrscheinlich zusätzliche 

Erkenntnisse zu erwarten gewesen. Immerhin sind die Befunde nach der Beschreibung 

des behandelnden Arztes so schwer (er hielt gar eine gewisse Hirnatrophie bzw. 

Encephalopathie für klinisch sehr wahrscheinlich, vgl. IV-act. 24), dass der RAD 

Dr. B.___ bezüglich einer allfälligen hirnorganischen Ursache nach dem Vorliegen eines 

MRI anfragen liess. Dass die Einnahme der verschiedenen Suchtmittel (namentlich 

auch der Medikamente) über einen langen Zeitraum hinweg stattfand, lässt 

Schädigungen ausserdem als nicht ganz unwahrscheinlich erscheinen. Bei der 

dargelegten konkreten Sachlage hätte des Weiteren allenfalls ein Einbezug 

fremdanamnestischer Angaben dienlich sein können. Allenfalls lässt sich zudem auch 

noch Ergänzendes zu der psychiatrischen Behandlung des Beschwerdeführers in E.___ 

(IV-act. 53-63) in Erfahrung bringen. Im Gutachten wurde im Übrigen darauf 

hingewiesen, dass bei einer Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes eine 

psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung zu empfehlen sei (vgl. IV-

act. 53-32).

5.12. 

Nach der vorhandenen Aktenlage erscheint zusammenfassend möglich, dass 

Alkoholabstinenz und die ärztlicherseits gefundene geeignete Medikation (gegen die 

Schlafstörungen) die psychischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des 

5.13. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Ergänzungen der Sachverhaltsabklärung in 

bisher nicht berücksichtigter Hinsicht erforderlich sind. Namentlich hat ein Einbezug 

entweder eines MRI (Kopf) oder einer neuropsychologischen Untersuchung des 

Beschwerdeführers oder beides zu erfolgen, je nach ärztlicher Einschätzung. 

Ausserdem scheinen gastroenterologische (bzw. ergänzende internistische) und 

neurologische Abklärungen erforderlich. In psychiatrischer Hinsicht sind allenfalls 

fremdanamnestische Angaben beizuziehen und es ist jedenfalls auf eine ausreichende 

Objektivierung zu achten. Unter orthopädischem Aspekt ist bei dieser Gelegenheit zu 

klären, inwiefern und aus welchen medizinischen Gründen die Bilder der Schulter (MRI) 

zu jenen von 2016 differierten. Ausserdem kann zur nachträglich detaillierter 

beschriebenen HWS-Problematik Stellung genommen werden. Die medizinischen 

Ergebnisse werden für eine gesamthafte Arbeitsfähigkeitsschätzung wiederum in eine 

Synthese gebracht werden müssen. Allenfalls lassen sich bei einer Ergänzung der 

Abklärung und der Aktenlage ausserdem doch auch noch Erkenntnisse für die 

ebenfalls relevante zurückliegende Zeit (vgl. bisher IV-act. 53-41, 53-43) erheben. Da 

somit verschiedene Aspekte bis anhin unbeachtet (Neurologie, MRI bzw. 

Neuropsychologie) bzw. ungenügend geklärt geblieben sind, rechtfertigt es sich 

vorliegend gemäss der Rechtsprechung (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 9. Februar 

2018, 8C_580/2017 E. 3.1; BGE 139 V 99 E. 1.1; BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), die Sache 

zur Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.  

Beschwerdeführers so weit zu beseitigen vermochten, dass der Beschwerdeführer für 

eine angepasste Arbeit diesbezüglich zum Begutachtungszeitpunkt (und schon seit 

2015) voll arbeitsfähig war, wie im Gutachten festgestellt wurde, aber auch möglich, 

dass die Schädigungen - über eine Momentaufnahme wie diejenige anlässlich der 

Begutachtung hinaus - schwerer sind. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit lässt sich 

bei gegebener Aktenlage nicht erreichen. Es ist daher eine ergänzende medizinische 

Abklärung erforderlich.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 6. Juni 2017 teilweise gutzuheissen und die Sache ist 

zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu 

entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 6. Juni 2017 

teilweise gutgeheissen und die Sache wird zu ergänzenden medizinischen Abklärungen 

im Sinn der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.

Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm 

zurückerstattet.

Eine solche Rückweisung stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht ein 

vollständiges Obsiegen (des Beschwerdeführers) dar (vgl. BGE 137 V 57). Es 

rechtfertigt sich daher, der Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten, die nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1

IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von 

Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

7.2. 

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2019
	Würdigung der medizinischen Aktenlage einschliesslich eines polydisiplinären Gutachtens. Erforderlichkeit des Einbezugs weiterer Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Juli 2019, IV 2017/241).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T04:53:37+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen