# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 484dd613-30aa-5680-92ff-e7865452ace7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 26.02.2013 LB120099
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB120099_2013-02-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LB120099-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

P. Diggelmann und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. V. Seiler. 

Urteil vom 26. Februar 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____  

 

betreffend Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil der 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 
11. September 2012; Proz. CG110037 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
Fr. 49'917.60 plus Zinsen von 5% seit 19. September 2008 zu bezah-
len. 
 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklag-
ten. 

 

Urteil der 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 11. September 2012 
(act. 40, S. 31 f.): 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin den Betrag von Fr. 49'917.60 
nebst Zins zu 5% seit 19. September 2008 zu bezahlen. 

 
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'550.-- (Pauschalgebühr).  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 
 
3. Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt. 
 
4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Rechtsvertreterin der klagenden Partei ei-

ne Prozessentschädigung von Fr. 9'090.-- zu bezahlen. 
 
5./6. Mitteilungen, Rechtsmittel 
 

Berufungsanträge: 

der Beklagten (act. 45): 
 

1. Die Klage sei in Aufhebung des Entscheids des Bezirksgerichtes  
Zürich vom 7. September 2012 abzuweisen. 

 
2. Das Verfahren sei bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids 

bezüglich des vertraglichen Anspruchs der Berufungsbeklagten gegen-
über der Freizügigkeitsstiftung der C._____ zu sistieren. 

 
3.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zuzüglich 

Mehrwertsteuer, zu Lasten der Berufungsbeklagten. 
 
 

- 3 - 

der Klägerin: 
 
-- 

Erwägungen: 

 1. Die Klägerin ist … Staatsangehörige [des Staates D._____], lebt aber 

schon seit Längerem in der Schweiz. Bis 1995 arbeitete sie als Damenschneide-

rin, von da an bezog sie eine IV-Rente. Seit März 2007 ist sie geschieden. Es be-

stand für sie ein Freizügigkeitsguthaben aus der so genannten Zweiten Säule bei 

der Freizügigkeitsstiftung der C._____ (im Folgenden nicht ganz präzis, aber der 

Einfachheit halber nur "C._____"). Die Beklagte (eigentlich als Verein männlich; 

im Folgenden weiblich wie in allen Unterlagen des Prozesses) ist ein nicht ge-

winnstrebiger Verein schweizerischen Rechts mit dem Zweck, … Arbeitnehmer 

[des Staates D._____] und ihre Familien in der Schweiz beim Ausüben ihrer 

Rechte im Bereich der Sozialversicherung und der Ansprüche aus der Erwerbstä-

tigkeit zu betreuen und (auch vor Gericht) zu vertreten. Sie wurde unter den Na-

men A1._____ mit Sitz an der E._____-Strasse ... in F._____ gegründet und än-

derte später den Namen in A._____ (Hervorhebungen beigefügt). Seit dem 

tt.mm.2010 ist sie im Handelsregister eingetragen. Sie wird vom G._____ (= 

A2._____) mit Sitz in H._____ gefördert, welches auch in den Statuten bei der 

Aufzählung, woher der Verein seine finanziellen Mittel bezieht, an erster Stelle 

steht. 

 Die Klägerin und ihr geschiedener Mann hatten schon mehrmals die Bera-

tung durch die Beklagte in Anspruch genommen. Im Herbst 2008 suchte die mitt-

lerweile 63-jährige Klägerin das Büro der Beklagten erneut auf, um sich hinsicht-

lich des Bezugs des Vorsorgegeldes, namentlich zur Frage "Kapital oder Rente"  

beraten zu lassen. Der bei der Beklagten tätige I._____ liess sie am 16. Septem-

ber 2008 eine Vollmacht unterschreiben: danach beauftragte sie das "A1._____ 

…", sie zu vertreten "in Sachen FZ-Stiftung C._____", und beim Betreff heisst es: 

"Auflösung FZ-Kto. … und Überweisung per 19.9.08 Guthaben an …, BC-Nr. ..., 

Kto. ..., lautend auf A3._____ F._____ …" (act. 4/7, Hervorhebung beigefügt). 

Ferner unterzeichnete sie einen "Zahlungsauftrag zu Lasten Freizügigkeitskonto 

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Nr. …" mit den nämlichen Angaben wie auf der Vollmacht, auf dem in der Rubrik 

"Auszahlungsgründe" die Zeile "Erreichen des Pensionsalters" angekreuzt und 

unterstrichen ist (4/9). Die beiden Dokumente, das letztere zusätzlich vom … Ge-

neralkonsulat [des Staates D._____] beglaubigt, sandte I._____ noch am selben 

Tag mit einem Begleitbrief der C._____ (act. 4/6). Diese zahlte das Guthaben auf 

das angegebene Konto aus (act. 4/8). Am 12. November 2008 teilte I._____ auf 

Briefpapier der Beklagten der Klägerin mit, dass sie eine Rente von Fr. 545.-- er-

halten werde. Die Steuerrechnung vom 3. Dezember 2008 für die Auszahlung des 

Kapitals (act. 4/12) leitete die Klägerin an die Beklagte weiter; sie hörte in der Fol-

ge nicht mehr davon. Anfangs 2009 erkundigte sie sich bei I._____, wann sie mit 

den versprochenen Zahlungen rechnen könne, worauf sie im April und im Mai 

2009 auch Fr. 545.-- auf ihr Konto gutgeschrieben erhielt. Die Parteien stimmen 

darin überein, dass das angegebene Konto ein privates I._____s war, und dass 

die C._____ das Alterskapital auf dieses Konto überwiesen hatte. Nach Mai 2009 

blieben die Überweisungen an die Klägerin aus; es ist davon auszugehen, dass 

I._____ das ihm ausbezahlte Kapital veruntreut hat. 

 2. Am 11. September 2012 fällte das Bezirksgericht den eingangs im Dis-

positiv wiedergegebenen Entscheid und hiess die Klage gut. Die Zustellung an die 

Beklagte erfolgte am 17. September 2012 (act. 43). 

 Gegen das Urteil vom 11. September 2012 führt die Beklagte mit Schriftsatz 

vom 17. Oktober 2012, zur Post gegeben am selben Tag, rechtzeitig Berufung.  

 Die Beklagte leistete den ihr auferlegten Kostenvorschuss. Weitere pro-

zessuale Anordnungen wurden nicht getroffen. 

 3. Das Verfahren der Berufung untersteht der neuen schweizerischen Zi-

vilprozessordnung (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Die wesentlichsten Neuerungen sind 

zum einen die weit gehende Überbindung des Kostenrisikos auf den Berufungs-

kläger (Art. 98 ZPO), die Einschränkung des Novenrechts (Art. 317 ZPO) und die 

strenge Rügeobliegenheit (BGE 138 III 374 E. 4.3.: il incombe… au recourant de 

motiver son appel (art. 311 al. 1 CPC), c'est-à-dire de démontrer le caractère er-

roné de la motivation attaquée. Pour satisfaire à cette exigence, il ne lui suffit ce-

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pendant pas de renvoyer aux moyens soulevés en première instance, ni de se li-

vrer à des critiques toutes générales de la décision attaquée. Sa motivation doit 

être suffisamment explicite pour que l'instance d'appel puisse la comprendre ai-

sément, ce qui suppose une désignation précise des passages de la décision que 

le recourant attaque et des pièces du dossier sur lesquelles repose sa critique"). 

Zum anderen sind wesentlich neu die weit gehende Freiheit des Gerichts in der 

Gestaltung und im Umfang des Berufungsverfahrens (Art. 322 und 324 ZPO), fer-

ner der Verzicht auf eine zwingende mündliche und auf eine öffentliche Beratung 

(Art. 54 ZPO und § 134 GOG). 

 4.1 Das Bezirksgericht prüft, ob I._____ gegenüber der Klägerin im Namen 

der Beklagten auftrat und bejaht das. Es geht davon aus, dass die Beklagte ihren 

leitenden Angestellten I._____ nicht ermächtigt hatte, in ihrem Namen Freizügig-

keitsleistungen entgegen zu nehmen und Rentenzahlungen zu versprechen, dass 

die Klägerin auf eine solche Bevollmächtigung aber in guten Treuen schliessen 

durfte und sich die Beklagte das entgegen halten lassen muss (Urteil S. 9 - 30). 

 Die Beklagte lässt das nicht gelten. Sie argumentiert, wenn I._____ das Vor-

sorgekapital der Klägerin auszahlen liess, habe er es alleine als Privatperson ge-

tan und gehe das sie ─ die Beklagte ─ nichts an. Sie biete kostenlose Beratung 

an, aber schon für das Ausfüllen einer Steuererklärung lasse sie sich bezahlen; 

niemand könne daher in guten Treuen annehmen, die Beklagte wolle Renten ver-

sprechen oder auch nur Vermögen verwalten oder verwahren. Unter Bezugnah-

me auf einen jüngsten Entscheid des Bundesgerichtes bestreitet sie, dass der 

Klägerin überhaupt ein Schaden entstanden sei (im Einzelnen act. 45). 

 4.2 a)  Welche interne Stellung I._____ bei der Beklagten hatte, ist im 

Einzelnen nicht bekannt. Seine unbestrittene Anstellung als Geschäftsführer deu-

tet auf eine Organeigenschaft im Sinne von Art. 55 ZGB hin. Allerdings heisst es, 

er sei Geschäftsführer (nur?) des Büros F._____ gewesen. Auch die Struktur der 

Beklagten ist nicht bekannt, ob sie allenfalls weitere Büros führte, und wer im 

Rahmen des Ganzen welche Entscheidungen traf. Das kann allerdings offen blei-

ben. Juristische Personen können nicht nur durch ihre formellen Organe handeln, 

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sondern wie alle Personen durch eigens bestellte Vertreter oder durch Angestell-

te. Es gelten die obligationenrechtlichen Regeln über die Stellvertretung. Diese 

kennen insbesondere die Figur der so genannten Anscheinsvollmacht: die juristi-

sche Person muss es sich nach dem Vertrauensprinzip (Art. 2 ZGB) anrechnen 

lassen, wenn sie den (wenn auch objektiv unrichtigen) Eindruck erweckt oder tole-

riert, jemand handle für sie mit ihrer Billigung (Tuor/Schnyder/Schmid, ZGB  

13. Aufl. 2009 S. 149; BGer 4C.307/2001 vom 14. März 2002 und 4A_54/2008 

vom 29. April 2008). 

 Entscheidend ist der Unterschied zwischen der tatsächlichen, objektiven 

Ermächtigung und einem allfälligen aus der subjektiven Sicht der Klägerin beste-

henden weiter gehenden Rechtsschein, zusammen mit einem Handeln oder Dul-

den der Beklagten, bei welchem sie behaftet werden kann. Zu Recht bestreitet die 

Beklagte vorweg nicht, dass I._____ als ihr Vertreter auftrat: die unterzeichnete 

Vollmacht lautet auf "A2._____" trägt unten den Stempel "A3._____ E._____-

Strasse ...…" (act. 4/7). Die Beklagte hat ausdrücklich zum Zweck, … Landsleute 

[des Staates D._____] im Verkehr mit (Sozial-)Versicherungen zu beraten und ─ 

selbst vor Gericht ─ zu vertreten. I._____ war wie soeben ausgeführt nicht nur bei 

ihr angestellt, sondern er war der Geschäftsführer jedenfalls ihres Büros in 

F._____, an welches sich die Klägerin wandte. Die Beklagte hat also, selbst wenn 

sie das nicht wollte, den Anschein geschaffen und bestehen lassen, dass I._____ 

für sie handeln könne. Der konkrete Umfang dieser Handlungen bleibt zu diskutie-

ren. 

 Die Klägerin arbeitete nur bis 1995 als Schneiderin, also in einem handwerk-

lichen Beruf, und die bescheidene Höhe des Alterskapitals deutet auf einen be-

scheidenen Lohn und die Stellung als einfache Arbeiterin. Dass sie irgend welche 

Kenntnisse allgemein administrativer Art und im Bereich der Sozialversicherungen 

hatte, ist nicht behauptet und nicht anzunehmen, erst recht nicht für das Gebiet 

der Finanztransaktionen und Versicherungen. Gegenteils suchte sie das Büro der 

Beklagten auf, um sich in administrativen Dingen beraten zu lassen, namentlich 

zu erfahren, wie sie das Freizügigkeitskapital erhältlich machen könne, was schon 

wenig bewanderte Personen selber tun. Die Beklagte bot und bietet die Beratung 

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ihrer Landsleute im Bereich der Sozialversicherung und des Arbeitsverhältnisses 

an. Damit dürfte ihre Clientèle weit gehend aus administrativ und geschäftlich un-

erfahrenen Personen wie der Klägerin bestehen ─ oder jedenfalls muss sie damit 

rechnen, dass sich solche unerfahrenen Personen an sie wenden. An die Mög-

lichkeiten der Klägerin, einer Unkorrektheit oder gar einem Betrug auf die Spur zu 

kommen, ist daher zu Lasten der Beklagten kein strenger Massstab anzulegen. 

 b) Willenserklärungen sind nach dem Vertrauensprinzip auszulegen, also 

danach, wie sie ein vernünftiger und korrekter Adressat unter den gegebenen 

Umständen nach Treu und Glauben verstehen durfte und musste (Art. 2 ZGB). 

Nach Treu und Glauben hat die Klägerin mit dem "Zahlungsauftrag" den Auftrag 

zum Auszahlen des Kapitals auf das angegebene Konto erteilt. Dieses Konto war 

mit einer Nummer und dem Zusatz "A5._____" versehen. Damit wurde zum Aus-

druck gebracht, es sei ein Konto der Beklagten ─ auch wenn das in Wahrheit 

nicht zutraf. Keine Partei macht geltend, es habe weiterer formeller Vorausset-

zungen bedurft als im von der Beklagten eingeführten Urteil des Bundesgerichts, 

wo die Auszahlung gültig durch gewöhnliche Schriftlichkeit verlangt werden konn-

te, und die geschiedene Klägerin musste ohnehin keine Zustimmung eines Ehe-

gatten beibringen (BGer 9C_137/2012 vom 5. April 2012 E 4.1) 

 Die Beklagte macht geltend, es gehöre nicht zu ihrem Tätigkeitsbereich, 

Geld zu verwahren. Das dürfte zutreffen. Aus der Laien-Sicht einer einfachen Ar-

beiterin musste es aber nicht auffällig sein, dass I._____ namens der Beklagten 

das Geld auf ein (vermeintlich) dieser gehörendes Konto anweisen liess. Gerade 

weil sie sich mit ihrer Beratungstätigkeit an einfache und geschäftlich nicht ver-

sierte Personen wendete, muss sich das die Beklagte anrechnen lassen. Sie 

machte es I._____ auch insofern einfach, als sie ihn mit Einzelunterschrift gegen-

über Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen auftreten liess. Sie weist 

richtig darauf hin, dass der fatale Auszahlungsauftrag ja nicht von I._____, son-

dern von der Klägerin selber unterzeichnet wurde. Die übrige Korrespondenz hat-

te I._____ allerdings wie auch in anderen Fällen alleine geführt, und das trug dazu 

bei, dass ihm der ganze Betrug letztlich gelingen konnte. 

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 Die Klägerin darf sich immerhin auf ihre unrichtige Vorstellung, I._____ 

handle für die Beklagte, nur dann berufen, wenn sie nach den Umständen und 

nach ihren persönlichen Möglichkeiten nicht erkennen konnte und musste, dass 

das nicht der Fall war (Art. 3 Abs. 2 ZGB). Dazu ergibt sich Folgendes: Aus der 

laienhaften Sicht der Klägerin bestand darum kein Grund zum Misstrauen, weil 

I._____ bei der Angabe des Kontos listig und tückisch seinen Namen unterdrückt 

und der Nummer wie erwähnt den Zusatz "A5._____" beigesetzt hatte (act. 4/10). 

Die Klägerin hätte misstrauisch werden können und sollen, wenn sie erkannt hätte 

oder hätte erkennen können, dass die Auszahlung ihres Guthabens tatsächlich an 

I._____ persönlich ging. Das wusste dieser aber erfolgreich zu verhindern, wie 

aus verschiedenen anderen Prozessen bekannt und damit gerichtsnotorisch ist: 

die schweizerische Post kam bemerkenswerterweise seinem Ansinnen nach, für 

die Betrogenen bestimmte Sendungen eine zeitlang ihm ─ I._____ ─ zuzustellen. 

So konnte er Sendungen der C._____, welche bei der Klägerin hätten Argwohn 

wecken können, abfangen und der Adressatin vorenthalten; diese merkte von der 

Umleitung ihrer Post nichts, da I._____ ihr die übrige Post täglich in den Briefkas-

ten legte. Die Klägerin hat unbestrittenermassen die Steuerrechnung für die Kapi-

talauszahlung an die Beklagte gesandt. Offenbar hat sich I._____ dieses Briefes 

bemächtigt ─ schon am Schalter beim Abholen der täglichen Post der Beklagten 

oder aber dann in deren Büro-Räumlichkeiten ─ und die Rechnung beglichen; 

umso weniger musste die Klägerin argwöhnen, es sei etwas nicht in Ordnung. Ei-

ne mit administrativen Dingen auch nur wenig Vertraute hätte sich gewundert ─ 

und wundern müssen ─, dass der blosse Auftrag an die Freizügigkeitsstiftung, 

das Kapital auf ein bestimmtes Konto zu zahlen, in der Folge eine Rente auslöste. 

Darauf beruhte aber wohl gerade der "Erfolg" I._____s, dass er sich als Opfer un-

beholfene Landsleute aussuchte, die ihm und dem guten Namen der Beklagten 

vertrauten. Und wenn sich die Klägerin noch konkret Gedanken hätte machen sol-

len, ob es denn nicht noch einer ausdrücklichen Abmachung bedürfe, wie die Be-

klagte ihr Kapital weiter verwenden werde: ab April 2009 wurde ihr wie dargestellt 

eine fiktive "Rente" gutgeschrieben, die dem betrügerischen Anschein nach von 

der Beklagten ausbezahlt wurde, aber in Wahrheit von I._____ kam (aus anderen 

Prozessen ist bekannt, dass I._____ auch bei diesen Zahlungen, die er selber aus 

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eigenem (oder richtiger: von Anderen ertrogenem) Geld leistete, wiederum schlau 

und tückisch beim Einzahler das Kürzel A2._____ der Beklagten angab, zudem 

als Text etwas wie "rendita mensile del 2. pilastro". Gegen so viel Schlechtigkeit 

kommt eine einfache Arbeiterin oder Angestellte in einem fremden Land nicht an, 

die sich von einer offiziösen, von Landsleuten geführten Stelle beraten und be-

treut meint. Eine relevante Unsorgfalt kann der Klägerin nicht vorgeworfen wer-

den. 

 Damit muss sich die Beklagte dabei behaften lassen, dass I._____ vermeint-

lich in ihrem Namen übernommen hatte, das Freizügigkeitsguthaben der Klägerin 

jedenfalls vorübergehend auf ein auf sie (die Beklagte) lautendes Konto anweisen 

zu lassen und damit zur Verfügung zu halten. Rechtlich war das ein Hinterle-

gungsvertrag (Art. 472 OR). Die Klägerin konnte und kann jederzeit die Heraus-

gabe des Geldes verlangen (Art. 475 OR). 

 Die Klägerin sagt, sie habe mit I._____ besprochen, dass sie eine Rente er-

halten wolle, und nicht das Kapital. Worauf das abzustützen wäre und wie die Hö-

he einer solchen Rente bestimmt werden könnte, ist nach den tatsächlichen Vor-

bringen der Parteien nicht leicht zu sehen. Sei dem aber wie ihm wolle: ein Ren-

tenvertrag müsste schriftlich abgefasst worden sein (Art. 517 OR). Auch wenn 

man sagen könnte, nach Treu und Glauben habe sich die Klägerin darauf verlas-

sen dürfen, die Beklagte verspreche ihr eine Rente, war das nichtig (Art. 11 Abs. 

2 OR) und braucht darum nicht weiter verfolgt zu werden.  

 d) Das Verhältnis der Klägerin zur C._____ spielt unter diesen Umstän-

den keine Rolle, da sie gegenüber der Beklagten aus rechtlicher Sicht (Art. 57 

ZPO) einen vertraglichen Anspruch, und nicht einen Schaden, geltend machen 

kann. Dieser Anspruch bestünde auch, wenn die C._____ durch die Auszahlung 

nicht befreiend geleistet hätte und demnach der Klägerin nach wie vor das Kapital 

schuldete. Dabei wird das vorstehend erwähnte Urteil BGer 9C_137/2012 vom 5. 

April 2012 keineswegs in Frage gestellt. Dort ging es vorweg um einen gefälsch-

ten Auftrag zum Auszahlen des Kapitals, und eingeklagt war direkt die Vorsorge-

einrichtung, sodass das Bundesgericht keinen Anlass hatte, sich zum Verhältnis 

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der Ansprüche gegen die Vorsorgeeinrichtung und gegen die Beklagte zu äus-

sern.  

 Immerhin wäre in Analogie zu den Bestimmungen über die Solidarität und 

nach Treu und Glauben der Anspruch der Klägerin gegen die Beklagte in dem 

Umfang zu reduzieren, als die erstere von der Vorsorgeeinrichtung tatsächlich ei-

ne Zahlung erhalten hätte: die Klägerin begründet ihre Klage ja ausdrücklich da-

mit, dass ihr das ausbezahlte Kapital zu ersetzen sei. Die Beklagte behauptet 

aber nicht, dass ein solcher Geldfluss bereits erfolgt sei. In dieser Situation ist die 

Entscheidung des Bezirksgerichts jedenfalls im Ergebnis richtig: weder sind Wei-

terungen im Verfahren noch ist eine Sistierung angezeigt. Die denkbare Ausei-

nandersetzung der Beklagten mit der C._____ wird erst aktuell, wenn die Beklag-

te selber etwas bezahlt hat, und sie geht die Klägerin nichts an. 

 e) Zum Quantitativen der Forderung (von der C._____ ausbezahltes Kapi-

tal, abzüglich die Steuern und die bezahlten "Renten") äusserte sich die Beklagte 

vor Bezirksgericht nicht, und sie bestätigt das ausdrücklich in der Berufung (act. 

45 Rz. 16). Dem ist daher nicht weiter nachzugehen (BGE 138 III 374, E. 4.3.1). 

 5. Die unterliegende Beklagte trägt die Kosten des Verfahrens. Für das 

Verfahren der Berufung, in dessen Verlauf die Klägerin nicht begrüsst wurde, ist 

keine Parteientschädigung geschuldet. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 49'917.60 nebst Zins zu 5% 

ab 19. September 2008 zu bezahlen. 

2. Die Regelung der Kostenfolgen für das erstinstanzliche Verfahren (Ziffern  

2 - 4 im Dispositiv des angefochtenen Urteils) wird bestätigt. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'750.-- festgesetzt  und 

der Beklagten auferlegt. 

4. Für das Berufungsverfahren wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

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5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage des 

Doppels von act. 45, sowie an das Bezirksgericht Zürich, je gegen Emp-

fangsschein,  und an die Obergerichtskasse. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 49'917.60. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
 Die Vorsitzende: 

 
 
 

 lic. iur. A. Katzenstein 

  Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

  lic. iur. V. Seiler 
  

 

versandt am: 

	Urteil vom 26. Februar 2013
	Rechtsbegehren:
	Urteil der 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 11. September 2012 (act. 40, S. 31 f.):
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 49'917.60 nebst Zins zu 5% ab 19. September 2008 zu bezahlen.
	2. Die Regelung der Kostenfolgen für das erstinstanzliche Verfahren (Ziffern  2 - 4 im Dispositiv des angefochtenen Urteils) wird bestätigt.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'750.-- festgesetzt  und der Beklagten auferlegt.
	4. Für das Berufungsverfahren wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage des Doppels von act. 45, sowie an das Bezirksgericht Zürich, je gegen Empfangsschein,  und an die Obergerichtskasse.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...
	versandt am: