# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d667af3-6fc3-5db2-8a61-c7a276570304
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240539-O1
**Docket/Reference:** SB240539-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240539-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240539-O/U/hb-sm

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castrovilli 

und Oberrichter lic. iur. Amsler sowie Gerichtsschreiberin M.A. HSG 

Eichenberger

Urteil vom 23. September 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend versuchten Diebstahl etc.  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht in 

Strafsachen, vom 22. Oktober 2024 (GG240034)

- 2 -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom  26. Au-

gust 2024 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 16).

Urteil der Vorinstanz:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig





des versuchten Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB;

des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.

2.

Vom Vorwurf der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthalts 

wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.00, wovon bis und mit heute 2 Tage als durch Haft geleistet gelten.

4.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

5.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes 

verwiesen.

6.

Von der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system wird abgesehen.

7.

Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides werden die folgenden, mit 

Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 14. August 

2024 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservate-Triage, an den Beschuldigten freigegeben:

 1 Taschenlampe "Ledlenser P2R Core" (Asservat Nr. A018'036'232);

 1 Paar Schuhe, Marke Levis, braun (Asservat Nr. A018'036'254).

- 3 -

Dem Beschuldigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst 

(oder durch eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Urteils und 

eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der vor-

genannten Lagerbehörde abzuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, 

werden sie vernichtet bzw. der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwen-

dung überlassen. Die Lagerbehörde wird angewiesen, diese Anordnung in-

nert 30 Tagen zu vollziehen und zu dokumentieren.

8.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

1'200.00   Gebühr für das Vorverfahren

9.

Rechtsanwalt MLaw X2._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 8'487.00 (inkl. 

Barauslagen und MwSt. sowie Aufwendung im Beschwerdeverfahren vor 

Obergericht) entschädigt.

10. Die Kosten, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden 

dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Berufungsanträge:

a)

Der amtlichen Verteidigung:

(Urk. 50 S. 2)

1.

Das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 22. Oktober 2024 

(GG240034-M/U) sei hinsichtlich der Dispositivziffern 1 (erster Spiegel-

strich), 3, 4, 5, 8 und 10 aufzuheben.

- 4 -

2.

Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des versuchten Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB freizuspre-

3.

4.

chen.

Es sei von einer Landesverweisung abzusehen.

Die Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Verfahren seien hälftig 

und für das zweitinstanzliche Verfahren gänzlich auf die Staatskasse 

zu nehmen.

5.

Die amtliche Verteidigerin sei für ihre Aufwendungen und Auslagen im 

Berufungsverfahren im Umfang der eingereichten Honorarnoten zuzüg-

lich der Aufwendungen für die vorliegende Berufungsverhandlung 

(zzgl. MWST) zu entschädigen. 

b)

Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:

(Urk. 42, schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

––––––––––––––––––––––––––––––––

Erwägungen:

I.  Verfahrensgang

1.

Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, 

Einzelgericht in Strafsachen, vom 22. Oktober 2024 liess der Beschuldigte recht-

zeitig die Berufung anmelden und hernach erklären (Urk. 29; Urk. 38). Innert der 

mit  Präsidialverfügung  vom  11. Dezember  2024  angesetzten  Frist  zur  Erklärung 

einer Anschlussberufung oder Stellung eines Antrags auf Nichteintretens (Urk. 40) 

ersuchte  die  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  um  Bestätigung  des  vorin-

stanzlichen Urteils (Urk. 42). 

2.

In der Folge wurde auf den 23. September 2025 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen,  wobei  der  Staatsanwaltschaft  die  Teilnahme  freigestellt  wurde 

- 5 -

(Urk. 44). Zur Verhandlung ist der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Ver-

teidigerin erschienen (Prot. II S. 3).

3.

Hinsichtlich der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener In-

formationssystem wurde ein Minderheitsantrag gestellt (Urk. 55; Prot. II S. 27), wel-

cher den Parteien zusammen mit diesem Urteil zugestellt wird (vgl. § 124 GOG).

II.  Prozessuales

1.

Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend  gehemmt.  Das  Berufungsgericht  überprüft  somit  das  erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind.

2.

Der Beschuldigte beantragt mit seiner Berufung die Aufhebung der Dispo-

sitivziffern 1  teilweise  (Lemma 1,  Schuldspruch  wegen  versuchten  Diebstahls), 

3 (Strafe), 4 (Vollzug), 5 (Landesverweisung), 8 (Kostenfestsetzung) und 10 (Kos-

tenauflage), wobei Dispositivziffer 6 (Absehen von der Ausschreibung der Landes-

verweisung im Schengener Informationssystem) als mitangefochten zu gelten hat. 

Dementsprechend  ist  das  Urteil  des  Bezirksgerichtes  Dietikon,  Einzelgericht  in 

Strafsachen,  vom  22. Oktober  2024  bezüglich  der  Dispositivziffern 1  teilweise 

(Lemma 2, Schuldspruch wegen Hausfriedensbruchs), 2 (Freispruch von den Vor-

würfen  der  rechtswidrigen  Einreise  und  des  rechtswidrigen  Aufenthalts),  7 (Be-

schlagnahme) und 9 (Bemessung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung) 

in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist. In den üb-

rigen  Punkten  ist  das  vorinstanzliche  Urteil  –  unter  Berücksichtigung  des  Ver-

schlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO – gestützt auf Art. 398 

Abs. 2 StPO umfassend zu prüfen.

3.

Die Parteien haben im Rahmen des Berufungsverfahrens weder Vorfragen 

aufgeworfen  noch  die  Abnahme  weiterer  Beweise  beantragt  (Urk. 49;  Urk. 52; 

- 6 -

Prot. II S. 23). Es drängen sich im Berufungsprozess – abgesehen von der Befra-

gung des Beschuldigten – auch von Amtes wegen keine ergänzenden Beweiser-

hebungen auf. Demgemäss erweist sich die Sache als spruchreif, wobei bereits an 

dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr kann sich das Berufungsgericht auf die für 

seinen  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  (BGE  149  V  156 

E. 6.1; 147 IV 409 E. 5.3.4; 146 IV 297 E. 2.2.7; 141 IV 249 E. 1.3.1 m.w.H.; Urteile 

des Bundesgerichtes 7B_363/2025 vom 21. Mai 2025 E. 2.2.2; 7B_611/2024 vom 

13. November 2024 E. 4.2.2).

III.  Sachverhalt

1.

Hinsichtlich des noch berufungsgegenständlichen Teils der Anklageschrift 

vom 8. August 2024 wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, dass er 

am 23. November 2023 spätabends über ein unverschlossenes Fenster in die im 

Umbau befindliche Liegenschaft in B._____ gestiegen sei und diese – in der Ab-

sicht, möglichst viele Vermögenswerte an sich zu nehmen – durchsucht habe. Als 

der Beschuldigte die Videoüberwachung bemerkt habe, habe er von seinem Vor-

haben abgelassen und die Liegenschaft ohne Deliktsgut verlassen (Urk. 16 S. 2 f.). 

2.

Seitens des Beschuldigten wurde in der Untersuchung und vor Vorinstanz 

nicht in Abrede gestellt, dass er sich in der fraglichen Liegenschaft aufgehalten hat. 

Er stellte sich indes auf den Standpunkt, er habe die Liegenschaft auf der Suche 

nach einer Toilette und ohne Diebstahlsabsichten betreten (Urk. 3/1 S. 3 F/A 18 ff., 

S. 6 F/A 6; Urk. 3/2 S. 3 F/A 9, S. 6 f. F/A 45 ff.; Prot. I S. 6 ff.). Im Berufungsver-

fahren blieb der Beschuldigte bei dieser Sachdarstellung (Prot. II S. 14 ff.). 

3.

Nach Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner 

aus  dem  gesamten  Verfahren  gewonnenen  Überzeugung.  Gemäss  Art. 10 

Abs. 3 StPO  geht  das  Gericht  von  der  für  die  beschuldigte  Person  günstigeren 

Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass die tatsächli-

chen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese Bestimmung opera-

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tionalisiert  den  verfassungsmässigen  Grundsatz  der  Unschuldsvermutung  ("in 

dubio pro reo"; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Sie verbietet es, bei der 

rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem belastenden Sachverhalt 

auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise ernsthafte 

Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn 

eine für die beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht aus-

geschlossen werden kann (BGE 144 IV 345 E. 2.2).

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter 

Beweis  zulässig.  Beim  Indizienbeweis  wird  aus  bestimmten  Tatsachen,  die  nicht 

unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, 

unmittelbar  rechtserhebliche  Tatsache  geschlossen.  Eine  Mehrzahl  von  Indizien, 

welche für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine 

bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, 

können  in  ihrer  Gesamtheit  ein  Bild  erzeugen,  das  den  Schluss  auf  den  vollen 

rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_398/2024  vom  22. Juli  2025  E. 3.3.2:  6B_1349/2022  vom  24. Januar 2025 

E. 6.3.2;  6B_546/2023  vom  13.  November  2023  E.  1.3.2;  6B_1149/2020  vom 

17. April  2023  E.  2.3.2.2;  6B_926/2020  vom  20.  Dezember  2022  E.  1.4.3; 

6B_691/2022 vom 17. Oktober 2022 E. 3.2.2; je mit Hinweisen). 

Im Übrigen verlangt auch der "in dubio pro reo"-Grundsatz nicht, dass unbesehen 

auf  den  für  die  beschuldigte  Person  günstigeren  Beweis  abzustellen  ist.  Die  er-

wähnte Entscheidregel kommt vielmehr nur und erst dann zur Anwendung, wenn 

nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzes relevante Zweifel am Vorhandensein 

oder Nichtvorhandensein eines Lebenssachverhalts oder ernsthaft in Betracht fal-

lende Sachverhaltsalternativen verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile des 

Bundesgerichtes  6B_1019/2021  vom  8. Dezember  2021  E. 1.3.3;  6B_1302/2020 

vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 m.w.H.). 

4.

Mit der Vorinstanz ist festzustellen (Urk. 37 S. 5 f.), dass der Beschuldigte 

von Beginn an konstant vorbrachte, er habe die Liegenschaft auf der Suche nach 

einer Toilette betreten. Die auf dem Gelände der Liegenschaft befindliche Toi-Toi-

Toilette habe er aufgrund einer erheblichen Verschmutzung nicht benutzen können 

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und  auch  die  initial  angesteuerte  Toilette  der  nahegelegenen  Tankstelle  sei  ihm 

nicht  ohne  weiteres  zur  Verfügung  gestanden  (Urk. 3/1  S.  3  ff.;  Urk. 3/2  S. 5  ff.; 

Prot. I S. 6 ff.; Prot. II S. 15 ff.). Es fällt jedoch auf, dass der Beschuldigte äusserst 

vage  Aussagen  zu  den  Geschehnissen  vor  dem  Eindringen  in  die  Liegenschaft 

machte. So soll er in Begleitung seines Freundes C._____ in die Schweiz eingereist 

sein, weil dieser einen Verwandten habe besuchen wollen, ohne dass es dem Be-

schuldigten  möglich  war,  konkrete  Angaben  zu  diesem  Besuch  zu  machen  (vgl. 

Urk. 3/1 S. 2 f.; Urk. 3/2 S. 4; Prot. I S. 10; Prot. II S. 15 f.). Ebenfalls erscheinen 

seine Depositionen, dass er aufgrund des von ihm geltend gemachten dringenden 

Bedürfnisses  nach  einer  Toilette  in  ein  Gebäude  eingestiegen  sein  soll,  welches 

augenscheinlich eine Baustelle war und vom Beschuldigten als "zerstört" und "nicht 

bewohnbar"  (Urk. 3/2  S. 6)  bzw.  "komplett  leer"  und  "völlig  im  Rohbau"  (Prot. II 

S. 21)  beschrieben  wurde,  nicht  nachvollziehbar.  Ebenso  wenig  erschliesst  sich, 

weshalb der Beschuldigte bei der zuvor von ihm angeblich aufgesuchten Tankstelle 

nicht  die  Toilette  nutzte,  wobei  der  von  ihm  behauptete  (antizipierte)  Konsumati-

onszwang, der ihn – trotz dringendem Bedürfnis nach einem Gang zur Toilette – 

davon abgehalten haben soll (Urk. 3/2 S. 6 f.; Prot. II S. 17), nicht zu überzeugen 

vermag. Selbiges gilt auch für die vor der Liegenschaft befindliche mobile Toi-Toi-

Toilette, welche dem Beschuldigten (selbst bei einer Verschmutzung) bei der von 

ihm angeführten Not offenstand. Mit der Vorinstanz (Urk. 37 S. 6 f.) ist sodann zu 

konstatieren,  dass  sich  die  Aussagen  des  Beschuldigten  nicht  mit  dem  weiteren 

Beweisergebnis  in  Einklang  bringen  lassen.  Einerseits  konnte  der  Beschuldigte 

keine  plausible  Erklärung  beibringen,  weshalb  er  auf  seiner  angeblichen  Suche 

nach  einer  Toilette  –  wie  auf  der  Videoaufnahme  der  Überwachungskamera  er-

sichtlich – Handschuhe trug (vgl. Urk. 6; Prot. I S. 8 f.; Prot. II S. 18). Für diesen 

Umstand  sprechen  der  bereits  von  der  Vorinstanz  festgestellte  Helligkeitsunter-

schied  zwischen  Gesicht  und  Händen  des  Beschuldigten  (vgl.  Urk. 37  S. 6),  die 

Form der Hände, welche nicht natürlich wirkt, und auch die offensichtlich unschar-

fen  Konturen  der  Hände,  die  auf  das  Tragen  von  Handschuhen  hindeuten,  was 

entgegen der Auffassung der Verteidigung nicht mit technischen Gründen wie der 

Einstellung der Belichtung erklärt werden kann (vgl. Urk. 50 S. 5). Andererseits er-

scheint das von der Überwachungskamera aufgezeichnete Verhalten des Beschul-

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digten verräterisch, da er bei Erblicken der Überwachungskamera abrupt umkehrt 

und die Liegenschaft offenbar umgehend wieder verlassen hat (Urk. 6). Ebenfalls 

ist auffällig, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt seiner Arretierung kein Mobiltelefon 

auf sich trug, ohne dass der von ihm hierfür angeführte Grund nachvollziehbar er-

scheint (Urk. 3/1 S. 5 F/A 38; Prot. II S. 18). Es ist sodann notorisch, dass sich auf 

Baustellen  durchaus  Wertgegenstände  wie  hochwertige  Gerätschaften,  wertvolle 

Baumaterialien wie Kupferkabel oder noch nicht verbaute Elektrogeräte finden las-

sen, weshalb der Einwand der Verteidigung (Urk. 50 S. 7), wonach sich in der Lie-

genschaft nichts befunden habe bzw. sie leer gewesen sei, nicht verfängt. Wie be-

reits  die  Vorinstanz  zutreffend  feststellte  (Urk. 37  S. 6  f.),  lässt  sich  anhand  der 

Videoaufnahmen und des weiteren Beweisergebnisses zwar nicht erstellen, dass 

der Beschuldigte die Liegenschaft gleich nach dem Betreten nach Vermögenswer-

ten durchsuchte. Vielmehr ist als erstellt zu erachten, dass er nach dem Eindringen 

in das Gebäue relativ zügig das Untergeschoss aufsuchte und nach dem dortigen 

Entdecken der Videoüberwachung die Liegenschaft umgehend wieder verliess (vgl. 

auch Prot. II S. 18). Dessen ungeachtet kann bei gesamter Beurteilung der Beweis-

lage – einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 37 S. 6) – einzig der Schluss gezogen 

werden, dass der Beschuldigte in der Absicht zur Begehung eines Diebstahls in die 

Räumlichkeiten der fraglichen Liegenschaft eindrang. Zusammenfassend ist dem-

nach  der  äussere  Ablauf  der  Geschehnisse  und  der  innere  Anklagesachverhalt 

– mit der erwähnten Präzisierung – rechtsgenügend erstellt.

IV.  Rechtliche Würdigung

1.

Die Vorinstanz hat die rechtstheoretischen Grundlagen zum Diebstahl im 

Sinne  von  Art. 139  Ziff. 1  StGB  sowie  zum  Versuch  im  Sinne  von  Art. 22 

Abs. 1 StGB zutreffend dargelegt (Urk. 37 S. 9 f.), sodass darauf zu verweisen ist. 

Weiter kann den vorinstanzlichen Erwägungen vollumfänglich gefolgt werden, wo-

nach der Beschuldigte die Schwelle zum Versuch mit dem Eindringen in die Lie-

genschaft überschritten hat und er dabei entschlossen war, einen Diebstahl zu be-

gehen, mithin direktvorsätzlich handelte, ohne dass von einem Rücktritt im Sinne 

von Art. 23 Abs. 1 StGB auszugehen ist (Urk. 37 S. 9 ff.). 

- 10 -

2.

Demgemäss  hat  sich  der  Beschuldigte  –  mangels  Rechtfertigungs-  und 

Schuldausschlussgründen – zusätzlich zum unangefochten gebliebenen Hausfrie-

densbruch auch des versuchten Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

V.  Strafe

1.

Grundlagen der Strafzumessung / Strafrahmen

1.1.

Die allgemeinen Regeln der Strafzumessung und zur Wahl der Strafart hat 

die Vorinstanz zutreffend dargelegt. Darauf (vgl. Urk. 37 S. 12 ff.) und auf die aktu-

elle Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum Thema (BGE 144 IV 313; 136 IV 

55 E. 5.4 ff.; 135 IV 130 E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; Urteile des Bundesgerichtes 

6B_1239/2023  vom  22. Januar  2024  E.  1.1;  6B_619/2019  vom  11. März  2020 

E. 3.3; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden. 

1.2.

Der  ordentliche  Strafrahmen  für  den  Diebstahl  beläuft  sich  auf  Freiheits-

strafe  bis  zu  5 Jahren  oder  Geldstrafe  (Art. 139  Ziff. 1  StGB).  Derjenige  für  den 

Hausfriedensbruch  (Art. 186  StGB)  erstreckt  sich  auf  eine  Freiheitsstrafe  bis  zu 

3 Jahren oder Geldstrafe.

1.3. Was die konkrete Strafzumessung anbelangt, so stellt der versuchte Dieb-

stahl  gemäss  Art. 139  Ziff. 1  StGB  vorliegend  das  abstrakt  schwerste  Delikt  dar, 

sodass für diese Tat die Einsatzstrafe festzulegen ist, welche hernach mit der Strafe 

für den Hausfriedensbruch asperiert wird. Im Übrigen sind keine aussergewöhnli-

chen Umstände ersichtlich, welche es rechtfertigen würden, den ordentlichen Straf-

rahmen zu verlassen.

2.

Strafart

Nachdem  aus  den  aktenkundigen  Strafregisterauszügen  keine  Vorstrafe  hervor-

geht (Urk. 15/2 und 3; Urk. 48), sich eine Geldstrafe verschuldensangemessen er-

weist und eine genügende Warnwirkung auf den Beschuldigten haben dürfte, ist für 

den versuchten Diebstahl und den Hausfriedensbruch jeweils eine Geldstrafe aus-

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zufällen. Hinzu kommt, dass das Verschlechterungsverbot im Sinne von Art. 391 

Abs. 2 StPO einer Freiheitsstrafe ohnehin entgegensteht. 

3.

Konkrete Strafzumessung

3.1.

Tatkomponente

3.1.1.  Versuchter Diebstahl

3.1.1.1. In objektiver Hinsicht ist vorderhand zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte  spontan  zur  Tat  geschritten  ist,  liess  sich  doch  bei  seiner  Festnahme  kein 

einschlägiges  Werkzeug  finden,  was  für  fehlende  Planung  und  Vorbereitung 

spricht. Der Beschuldigte drang sodann nicht in eine (bewohnte) Privatwohnung, 

bei der das Sicherheitsgefühl der betroffenen Bewohner notorischerweise stark tan-

giert wird, sondern in ein leerstehendes, im Umbau befindliches Gebäude ein. Das 

objektive Verschulden ist demzufolge insgesamt als noch leicht zu werten, wofür 

sich eine Einsatzstrafe im Bereich von 90 Tagessätzen Geldstrafe als angemessen 

erweist.

3.1.1.2. In  subjektiver  Hinsicht  ist  mit  der  Vorinstanz  festzuhalten,  dass  der  Be-

schuldigte direktvorsätzlich aus rein finanziellen Interessen zur Selbstbereicherung 

handelte, ohne dass eine Notsituation bestand (vgl. Urk. 37 S. 15), sodass die ob-

jektive Verschuldenskomponente durch die subjektive in keiner Weise gemindert 

wird.

3.1.1.3. Dass  es  bei  der  versuchten  Tatbegehung  blieb,  ist  einzig  dem  Umstand 

geschuldet, dass der Beschuldigte aufgrund der installierten Videoüberwachungs-

anlage von seinem Vorhaben abliess. Der vollendete Versuch ist daher nur leicht 

strafmindernd zu berücksichtigen, wobei unklar bleibt, welche Diebesbeute der Be-

schuldigte  im  Erfolgsfall  hätte  machen  können.  Nach  dem  Gesagten  rechtfertigt 

sich eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen.

3.1.2.  Hausfriedensbruch

3.1.2.1. In objektiver Hinsicht ist bezüglich des Hausfriedensbruchs zu beachten, 

dass der Beschuldigte sich nur wenige Minuten in der Liegenschaft aufhielt. Wie 

erwähnt handelte es sich um ein leerstehendes, im Umbau befindliches Gebäude. 

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Der Beschuldigte wendete zudem keine Gewalt auf, sondern gelangte über ein un-

verschlossenes Fenster im Erdgeschoss in das Gebäude. Insgesamt erscheint das 

Verschulden des Beschuldigten aufgrund des reinen Begleitcharakters des Delikts 

aber als leicht, sodass eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen als angemessen er-

scheint.

3.1.2.2. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich, sodass 

das subjektive Tatverschulden das objektive nicht zu reduzieren vermag. Bei iso-

lierter Betrachtung rechtfertigt sich demgemäss eine Geldstrafe von 60 Tagessät-

zen.

3.1.2.3. In Asperation zur bereits gewürdigten Strafe erweist sich aufgrund des zeit-

lichen und sachlichen engen Zusammenhangs eine Erhöhung der Geldstrafe um 

30 Tagessätze auf 90 Tagessätze als angemessen.

3.2.

Täterkomponente

3.2.1.  Die  Vorinstanz  hat  das  Vorleben  und  die  persönlichen  Verhältnisse  des 

Beschuldigten  anhand  seiner  Angaben  korrekt  zusammengefasst,  sodass  auf 

diese  verwiesen  werden  kann  (Urk. 37  S. 16).  Anlässlich  der  Berufungsverhand-

lung ergänzte der Beschuldigte, dass er aufgrund gesundheitlicher Einschränkun-

gen und des täglichen Besuchs eines Deutschkurses sein Arbeitspensum auf 50 % 

reduziert habe und monatlich ein Einkommen von EUR 1'100.– erziele. Er verfüge 

in  Deutschland  über  eine  5-jährige  Aufenthaltsbewilligung,  die  bis  ins  Jahr  2027 

gültig sei. In Albanien habe er die Grund- und Mittelschule absolviert und ansch-

liessend die Berufsschule als Bautechniker besucht sowie eine Ausbildung als Zim-

mermann  abgeschlossen,  wobei  seine  Diplome  in  Deutschland  nicht  anerkannt 

seien (Prot. II S. 5 ff.). Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten erweisen 

sich als strafzumessungsneutral.

3.2.2.  Der Beschuldigte weist gemäss den aktenkundigen Strafregisterauszügen 

keine Vorstrafen auf (Urk. 39; Urk. 48; Urk. 15/2 f.), was sich ebenfalls strafzumes-

sungsneutral auswirkt.

3.2.3. 

In Bezug auf das Nachtatverhalten ergibt sich, dass der Beschuldigte zwar 

bezüglich des Vorwurfs des Hausfriedensbruchs von Beginn weg geständig war, 

- 13 -

was indes der erdrückenden Beweislage geschuldet war. Der Beschuldigte zeigte 

sodann weder Einsicht noch Reue, weshalb sich sein Nachtatverhalten nicht straf-

mindernd auswirkt.

4.

Zwischenfazit

Nach Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es mithin angemes-

sen, den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu bestrafen.

5.

Tagessatzhöhe

5.1.

Der  Tagessatz  beträgt  in  der  Regel  mindestens  Fr.  30.–  und  höchstens 

Fr.3'000.–.  Das  Gericht  bestimmt  dessen  Höhe  nach  den  persönlichen  und  wirt-

schaftlichen  Verhältnissen  des  Täters  im  Zeitpunkt  des  Urteils,  namentlich  nach 

Einkommen  und  Vermögen,  Lebensaufwand,  allfälligen  Familien-  und  Unterstüt-

zungspflichten sowie dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB).

5.2.

Die Höhe des Tagessatzes ist angesichts der weiterhin ungünstigen finan-

ziellen Verhältnisse des Beschuldigten, wonach er aktuell ein monatliches Netto-

einkommen von EUR 1'100.– erzielt, von seiner Ehefrau und den Kindern im Alter 

von 14 und 19 Jahren getrennt lebt, Wohnkosten von EUR 700.– im Monat hat so-

wie  Schulden  in  unbekannter  Höhe  aufweist  und  über  kein  Vermögen  verfügt 

(Urk. 3/1 S. 8 f.; Prot. I S. 11 ff.; Prot. II S. 5 ff.), bei Fr. 30.– zu belassen.

6.

Fazit

6.1.

Der Beschuldigte ist demzufolge auch in zweiter Instanz mit einer Gelds-

trafe in der Höhe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen. Die Frage nach der 

Ausfällung einer Verbindungsbusse, wie von der Staatsanwaltschaft vor Vorinstanz 

beantragt (Urk. 16 S. 4), erübrigt sich aufgrund des vorliegend zu beachtenden Ver-

schlechterungsverbots.

6.2.

Das Gericht rechnet die Untersuchungshaft, die der Täter während dieses 

bzw. eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, an die Strafe an (Art. 51 StGB). 

Ein Tag Haft entspricht dabei einem Tagessatz der Geldstrafe. Dementsprechend 

ist die ausgestandene Haft von 2 Tagen dem Beschuldigten an die Geldstrafe an-

zurechnen.

- 14 -

7.

Vollzug

Der  Vollzug  der  Geldstrafe  kann  unter  Ansetzung  einer  Probezeit  von  2 Jahren 

ohne weiteres aufgeschoben werden, da der Beschuldigte gemäss den aktenkun-

digen Strafregisterauszügen keine Vorstrafen aufweist. Der Schuldspruch und die 

Aussicht auf den Vollzug der Geldstrafe im Falle einer erneuten Tatbegehung wäh-

rend  der  Probezeit  dürften  jedenfalls  eine  genügende  Warnwirkung  auf  den  Be-

schuldigten haben, um ihn von weiterer Delinquenz abzuhalten (vgl. Art. 42 Abs. 1 

StGB). Schliesslich würde eine strengere Beurteilung der Vollzugsregelung ohne-

hin am Prinzip des in Art. 391 Abs. 2 StPO verankerten Verbots der reformatio in 

peius scheitern. 

1.

Ausgangslage

VI.  Landesverweisung

1.1.

Die Vorinstanz belegte den Beschuldigten mit einer Landesverweisung von 

5 Jahren (Urk. 37 S. 20). 

1.2.

Im Berufungsverfahren beantragte der Beschuldigte ein Absehen von der 

Landesverweisung, das er im Wesentlichen mit dem von ihm begehrten Freispruch 

begründete  (Urk. 50  S. 9).  Die  Staatsanwaltschaft  ersuchte  um  Bestätigung  des 

vorinstanzlichen Urteils (Urk. 42). 

2.

Beurteilung

2.1.

Betreffend die Grundvoraussetzungen für die Anordnung einer Landesver-

weisung kann auf die Erwägungen im erstinstanzlichen Urteil verwiesen werden, 

worin  sich  die  Vorinstanz  korrekt  zum  Vorliegen  einer  Katalogtat  im  Sinne  von 

Art. 66  Abs. 1  lit. d  StGB  geäussert  hat  (vgl.  Urk. 37  S. 19).  Der  Beschuldigte  ist 

sodann  Staatsangehöriger  von  Albanien  (Urk. 3/2  S. 3  F/A 12  f.;  Urk. 15/5; 

Urk. 39), weshalb die Voraussetzungen für die Anordnung einer Landesverweisung 

im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB grundsätzlich gegeben sind, sofern kein 

das öffentliche Interesse an der Wegweisung überwiegender schwerer persönlicher 

Härtefall vorliegt (vgl. Art. 66a Abs. 2 StGB).

- 15 -

2.2.

Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  die  Härtefallklausel  re-

striktiv anzuwenden (vgl. statt vieler BGE 144 IV 332 E. 3.3.1 ff.). Von der Anord-

nung der Landesverweisung kann demzufolge nur ausnahmsweise unter den ku-

mulativen  Voraussetzungen  abgesehen  werden,  dass  der  Landesverweis  einen 

schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und die öffentlichen Interessen an 

der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Ver-

bleib  in  der  Schweiz  nicht  überwiegen  (Art. 66a  Abs. 2  Satz 1  StGB).  Zu 

berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) 

Integration,  zu  der  die  Beachtung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung,  die 

Respektierung  der  Werte  der  Bundesverfassung,  die  Sprachkompetenzen,  die 

Teilnahme  am  Wirtschaftsleben  oder  am  Erwerb  von  Bildung  und  die  familiären 

Bindungen  des  Ausländers  in  der  Schweiz  bzw.  in  der  Heimat  zählen,  der 

Gesundheitszustand und die Resozialisierungschancen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 

144 IV 332 E. 3.3.2; Urteile des Bundesgerichtes 6B_192/2025 vom 22. Mai 2025 

E. 2.2; 6B_502/2024 vom 7. Februar 2025 E. 3.2; 6B_1069/2023 vom 21. Januar 

2025  E. 2.2.2;  6B_926/2023  vom  13. Januar  2025  E. 5.4.1).  Bei  der 

Härtefallprüfung  ist  nicht  schematisch  ab  einer  gewissen  Aufenthaltsdauer  eine 

Verwurzelung in der Schweiz anzunehmen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). Erforderlich 

sind  besonders  intensive,  über  eine  normale  Integration  hinausgehende  private 

Beziehungen  beruflicher  oder  gesellschaftlicher  Natur  (vgl. BGE  144  II  1  E.  6.1; 

Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_502/2024  vom  7. Februar  2025  E.  3.4.1; 

6B_926/2023  vom  13. Januar  2025  E. 5.4.3;  6B_549/2024  vom  26. November 

2024 E. 3.5.1). 

2.3.

Der Beschuldigte lebt in Deutschland, verfügt über einen dortigen Aufent-

haltstitel  und  pflegt  weder  berufliche  noch  private  Beziehungen  in  der  Schweiz 

(Urk. 3/1 S. 5 ff.; Prot. I S. 14; Prot. II S. 19 f.). Den einzigen Bezug zur Schweiz, 

den der Beschuldigte anführt, ist der Transit nach D._____ [europäischer Staat] zu 

seiner dort in Grenznähe lebenden Schwester oder nach Albanien (Urk. 3/1 S. 5 

F/A 39: "Die Schweiz ist für mich der kürzeste Weg [, um] nach D._____ zu gelan-

gen zu meiner Schwester"; s. auch Prot. II S. 20). Die vom Beschuldigten erstmals 

vor Schranken des Berufungsgerichtes vorgebrachten gesundheitlichen Einschrän-

kungen  und  die  damit  einhergehende  (notwendige)  medizinische  Behandlung  in 

- 16 -

E._____ [Kanton in der Schweiz] (Prot. II S. 20 f.) erfolgten unsubstantiiert und er-

scheinen  nicht  glaubhaft,  zumal  der  Beschuldigte  auch  entsprechende  Behand-

lungsmöglichkeiten in F._____ [Stadt] (Deutschland) anführte (vgl. Prot. II S. 20). 

Auch daraus folgt kein intensiver Bezug zur Schweiz. Vor diesem Hintergrund ergibt 

sich ohne weiteres, dass kein schwerer persönlicher Härtefall vorliegt, weshalb sich 

die Frage nach der Interessenabwägung erübrigt. Der Beschuldigte ist somit in An-

wendung  von  Art. 66a  Abs. 1  lit. d  StGB  obligatorisch  des  Landes  zu  verweisen, 

wobei  die  von  der  Vorinstanz  festgesetzte  Dauer  von  5 Jahren  als  angemessen 

erscheint. Im Übrigen kommt eine Verlängerung der Fernhaltedauer schon infolge 

des Verschlechterungsverbotes nicht in Frage. 

VII.  Ausschreibung im Schengener Informationssystem

Die Vorinstanz sah von der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener 

Informationssystem ab (Urk. 37 S. 20 ff.). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung (BGE 146 IV 172 E. 3.2.2) kommt das Verschlechterungsverbot auf die Aus-

schreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem zumindest 

dann nicht zur Anwendung, wenn die Frage im erstinstanzlichen Verfahren unbe-

handelt blieb. Diese Konstellation liegt im vorliegenden Fall jedoch nicht vor. Auf-

grund  des  weitreichenden  Charakters  und  der  damit  einhergehenden 

Konsequenzen für die betroffene Person im Falle einer Ausschreibung im Schen-

gener Informationssystem rechtfertigt es sich, das Verschlechterungsverbot, wel-

ches eine härtere Bestrafung im Berufungsverfahren verhindern soll, auch in Bezug 

auf die Frage der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem anzuwenden (vgl. auch Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, 

I. Strafkammer,  SB240032-O,  Ziff. IV.8.).  Entsprechend  hat  es  beim  Verzicht  auf 

die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem, wie 

dies von der Vorinstanz ausdrücklich beschlossen worden ist, sein Bewenden.

VIII.  Kostenfolgen

1.

Der Berufungsprozess brachte im Schuldpunkt keine Änderung des Urteils 

der Vorinstanz. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziffern 8 und 10 des erstin-

- 17 -

stanzlichen  Urteilsdispositivs) 

ist  demzufolge  vollumfänglich  zu  bestätigen 

(vgl. Art. 426 StPO), zumal der Beschuldigte für den Fall der Abweisung seiner Be-

rufung  im  Schuldpunkt  keine  begründeten  Einwände  gegen  die  vorinstanzliche 

Kostenregelung erhob (vgl. Urk. 50).

2.

2.1.

Die  Kosten  des  zweitinstanzlichen  Verfahrens  haben  die  Parteien  nach 

Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In-

wiefern eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt ins-

besondere davon ab, in welchem Ausmass ihre mit der Berufungserklärung gestell-

ten Anträge gutgeheissen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_1344/2019 

vom 11. März 2020 E. 2.2). Ausnahmen von der allgemeinen Kostenregelung von 

Art. 428 Abs. 1 StPO sieht Art. 428 Abs. 2 StPO für die Fälle vor, dass die Voraus-

setzung für das Obsiegen erst im Rechtsmittelverfahren geschaffen oder der ange-

fochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wurde.

2.2.

Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu ver-

anschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. a GebV OG).

2.3.

Der  Beschuldigte  vermag  sich  in  zweiter  Instanz  mit  seinem  Antrag  auf 

Freispruch vom Vorwurf des versuchten Diebstahls nicht durchzusetzen und das 

erstinstanzliche Urteil ist auch im Übrigen zu bestätigen. Ausgangsgemäss sind die 

Kosten des Berufungsverfahrens – mit Ausnahme jener der amtlichen Verteidigung 

– somit ebenfalls vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

2.4.

Die amtliche Verteidigerin, Rechtsanwältin MLaw X1._____, macht vor Be-

rufungsgericht  ein  Honorar  von  Fr. 6'991.90  (inkl.  MWST)  geltend  (Urk. 51).  Der 

Aufwand ist ausgewiesen und das geltend gemachte Honorar steht im Einklang mit 

den  Ansätzen  der  kantonalen  Anwaltsgebührenverordnung.  Unter  Berücksichti-

gung der (von der Verteidigung im Wesentlichen bereits inkludierten) Aufwendun-

gen  für  die  heutige  Berufungsverhandlung  erscheint  es  mithin  angemessen,  die 

amtliche Verteidigerin pauschal mit insgesamt Fr. 7'000.– (inkl. MWST) aus der Ge-

richtskasse zu entschädigen.

- 18 -

2.5.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu neh-

men,  wobei  die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  gemäss  Art. 135 

Abs. 4 StPO vorzubehalten ist.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelge-

richt in Strafsachen, vom 22. Oktober 2024 bezüglich der Dispositivziffern 1 

teilweise (Lemma 2, Schuldspruch wegen Hausfriedensbruchs), 2 (Frei-

spruch vom Vorwurf der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Auf-

enthalts), 7 (Beschlagnahme) und 9 (Bemessung der Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig des versuchten Diebstahls im 

Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind. 

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB für 5 Jahre 

des Landes verwiesen.

5.

Von der Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthalts-

verweigerung) im Schengener Informationssystem wird abgesehen.

6.

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 8 und 10) wird bestätigt.

- 19 -

7.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

7'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MWST).

8.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

das Migrationsamt des Kantons Zürich

sowie in vollständiger Ausfertigung – zusammen mit der Minderheitsmei-

nung gemäss § 124 GOG betreffend Dispositivziffer 5 – an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz (zusammen mit der Minderheitsmeinung gemäss § 124 
GOG)

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

- 20 -

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 23. September 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Wenker

M.A. HSG Eichenberger

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.

- 21 -

Minderheitsantrag zum Urteil vom 23. September 2025

Antrag

"Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system SIS anzuordnen."

Kurzbegründung

1. Gemäss BGE 146 IV 172, E. 3.3.3 ff., ist das strafprozessuale Verschlechte-

rungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO) bezüglich der Anordnung der Ausschreibung 

einer Landesverweisung im SIS nicht anwendbar, da diese vollzugs- bzw. polizei-

rechtlicher Natur ist und – anders als die Landesverweisung selbst – keine straf-

rechtliche Sanktion darstellt. Daran ändert nichts, dass im damaligen Fall konkret 

die Konstellation zu beurteilen war, dass das erstinstanzliche Gericht die Frage 

der Ausschreibung der Landesverweisung im SIS (fälschlicherweise) unbeantwor-

tet bzw. unbehandelt gelassen hatte und diese erst vom Obergericht von Amtes 

wegen angeordnet wurde, obwohl einzig der Beschuldigte Berufung gegen das 

erstinstanzliche Urteil erhoben hatte. Denn es ist nicht einzusehen, wieso dies an-

ders zu beurteilen sein soll, wenn die erste Instanz – wie vorliegend – explizit von 

einer Ausschreibung im SIS abgesehen hat, vermag dieser Umstand doch nichts 

an deren vollzugs- bzw. polizeirechtlichem Charakter zu ändern. Über die Anord-

nung der Ausschreibung der Landesverweisung im SIS ist somit auch hier von 

Amtes wegen und ungeachtet des in den übrigen angefochtenen Punkten gelten-

den Verschlechterungsverbots zu entscheiden.

2.1 Eine Ausschreibung im SIS soll erfolgen, wenn der zur Anordnung einer 

Landesverweisung führende Straftatbestand eine Freiheitsstrafe im Höchstmass 

von einem Jahr oder mehr vorsieht. Indes ist im Sinne einer kumulativen Voraus-

setzung stets zu prüfen, ob von der betroffenen Person eine Gefahr für die öffent-

liche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. An die Annahme einer solchen Gefahr 

sind jedoch keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Dass bei der Legalpro-

gnose eine konkrete Rückfallgefahr verneint und die Strafe bedingt ausgespro-

chen wurde, steht einer Ausschreibung der Landesverweisung im SIS nicht entge-

gen. Ebenso wenig setzt Art. 24 Abs. 2 SIS-II-Verordnung die Verurteilung zu ei-

- 22 -

ner "schweren" Straftat voraus, sondern es genügen eine oder mehrere Strafta-

ten, die einzeln betrachtet oder in ihrer Gesamtheit von einer "gewissen" Schwere 

sind, unter Ausschluss von blossen Bagatelldelikten. Entscheidend ist zudem 

nicht das Strafmass, sondern in erster Linie die Art und Häufigkeit der Straftaten, 

die konkreten Tatumstände sowie das übrige Verhalten der betroffenen Person 

(vgl. dazu BGE 146 IV 172, E. 3.2.2, und BGE 147 IV 340, E.4.8; je m.w.H.).

2.2 Der Beschuldigte ist albanischer Staatsangehöriger und hält sich erst seit 

kurzem in Deutschland auf, nachdem er sich dort offenbar im Rahmen eines Fa-

miliennachzugs zu seiner Ehefrau niederlassen konnte, von der er aber mittler-

weile (innerhalb von Deutschland) getrennt lebt. Er verfügt mithin von vornherein 

über einen prekären, wenig gefestigten Bezug zum Schengenraum. Vorliegend 

beging er anlässlich eines Besuchs in der Schweiz einen versuchten Einbruch-

diebstahl, mithin ein an sich bereits relativ gravierendes, die öffentliche Sicherheit 

gefährdendes Delikt. Er ist daher – entgegen der Vorinstanz – durchaus als "Kri-

minaltourist" zu bezeichnen. Gemäss eigenen Angaben verbüsste er zudem be-

reits vor einigen Jahren in Frankreich wegen Drogenbesitzes eine Freiheitsstrafe 

von 10 Monaten. Damit sind die Voraussetzungen für eine Ausschreibung der 

Landesverweisung im SIS – ungeachtet der heute ausgefällten relativ tiefen, be-

dingten Geldstrafe – ohne Weiteres erfüllt.