# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e28cb5c-7336-5c38-9b9a-c2adc8803a61
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.08.2014 B-3564/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3564-2013_2014-08-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-3564/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  7 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), 

Richter Marc Steiner,  

Richter Ronald Flury,    

Gerichtsschreiberin Lorena Studer. 
 

 
 

Parteien 

 
X._______,  

vertreten durch Rechtsanwalt Urs Wendling,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Staatssekretariat für Bildung,  

Forschung und Innovation SBFI,  

Vorinstanz,  

 

Bureau de la Formation AMS, Watch Sales Academy,  

vertreten durch Maître Dominique Brandt,  

Erstinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Berufsprüfung Kundenberaterin im Uhrenverkauf 2006. 

B-3564/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) absolvierte am 17. und 

18. Oktober 2006 die Prüfung zum Erwerb des Eidgenössischen Fach-

ausweises als Berater(in) für Uhrenprodukte. Am 9. November 2006 teilte 

ihr der verantwortliche Ausbildungsleiter der Association des fournisseurs 

d'horlogerie, marché suisse (AMS) mit, dass sie die Prüfung aufgrund der 

Anzahl ungenügender Teilnoten nicht bestanden habe. Dagegen erhob 

die Beschwerdeführerin am 2. Dezember 2006 Beschwerde bei der Prü-

fungskommission des Bureau de la Formation AMS (nachfolgend: Erstin-

stanz), welche am 2. Juni 2008 abgewiesen wurde. Die Beschwerdefüh-

rerin erzielte, unter Berücksichtigung des erstinstanzlichen Beschwerde-

verfahrens, in drei Prüfungsfächern eine ungenügende Note ("Wirt-

schaftsrecht" 3.1, "Geschichte der Uhrenindustrie, grosse Uhrenerfinder, 

wesentliche technische Entwicklungen" 3.7, "Schmuck und Steine" 3.7) 

sowie die Gesamtnote 4.5. 

Das Neuenburger Erziehungs-, Kultur- und Sportdepartement (nachfol-

gend: Departement), an welches die Beschwerdeführerin gemäss der 

Rechtsmittelbelehrung am 4. Juli 2008 gelangte, wies die entsprechende 

Beschwerde am 23. Juli 2009 ebenfalls ab. Diesen Entscheid zog die Be-

schwerdeführerin an das Neuenburger Verwaltungsgericht weiter, wel-

ches die Beschwerde am 22. Dezember 2009 guthiess und an Stelle des 

kantonalen Departements das Bundesamt für Berufsbildung und Techno-

logie (BBT, seit dem 1. Januar 2013: Staatssekretariat für Bildung, For-

schung und Innovation SBFI; nachfolgend: Vorinstanz) für zuständig er-

klärte.  

Die Vorinstanz trat mit Verfügung vom 16. November 2010 mangels zu-

lässigen Anfechtungsobjekts nicht auf die Beschwerde ein. Gegen diese 

Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 17. Dezember 2010 Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Das Bundesverwaltungsge-

richt hiess die Beschwerde mit Urteil vom 14. Juni 2011 gut, hob den 

Nichteintretensentscheid der Vorinstanz auf und wies die Sache zur ma-

teriellen Beurteilung zurück.  

B.  

Am 21. Mai 2013 wies die Vorinstanz die Beschwerde ab und auferlegte 

der Beschwerdeführerin Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 860.–. 

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Seite 3 

Die Vorinstanz hielt fest, dass die Prüfungskommission die Prüfungsses-

sion 2006 fehlerhaft durchgeführt habe, indem sie bereits nach der Prü-

fungsordnung 2007 prüfte. Der Verfahrensmangel habe jedoch keinen 

Einfluss auf den Prüfungsentscheid und die Beschwerdeführerin sei da-

her nicht subjektiv belastet, weshalb der Verfahrensmangel keine Gut-

heissung der Beschwerde rechtfertige. Zu den geltend gemachten Unter-

bewertungen hielt die Vorinstanz fest, dass die durch die Erstinstanz vor-

genommene Bewertung insgesamt nicht zu beanstanden sei.  

C.  

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 20. Juni 2013 Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt, der Beschwerdeentscheid 

der Vorinstanz vom 21. Mai 2013 sowie der Entscheid der Erstinstanz 

vom 9. November 2006 seien aufzuheben und die Prüfung der Be-

schwerdeführerin als bestanden zu erklären, unter Kosten- und Entschä-

digungsfolgen.  

Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin aus, dass in rechtlicher 

Hinsicht die Prüfungsgrundlagen gefehlt und für die Vorbereitung im Un-

terricht, die Prüfung sowie deren Auswertung nur unreife Übersetzungen 

und keine tragenden Strukturen mit Quellenangaben bestanden hätten, 

was sich auch in der hohen Durchfallquote zeige. Schliesslich macht die 

Beschwerdeführerin in mehreren Prüfungsaufgaben Unterbewertungen 

geltend. 

D.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 2. September 

2013 die Abweisung der Beschwerde. Die von der Beschwerdeführerin 

vorgebrachte hohe Durchfallquote lasse für sich alleine noch nicht den 

Schluss zu, dass die Prüfung rechtswidrig gewesen sei. Im Übrigen ver-

wies die Vorinstanz auf den angefochtenen Entscheid. 

Die Erstinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 10. September 2013 

ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. 

E.  

Mit Verfügung vom 17. September 2013 erhielt die Beschwerdeführerin 

Gelegenheit zur Replik und die Verfahrensparteien wurden aufgefordert, 

sich zu einer allfälligen Vergleichsverhandlung zu äussern. Sowohl die 

Erstinstanz mit Eingabe vom 10. Oktober 2013, als auch die Vorinstanz 

mit Eingabe vom 21. Oktober 2013 äusserten sich gegen eine Ver-

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Seite 4 

gleichsverhandlung. Die Beschwerdeführerin formulierte in ihrer Replik 

vom 21. Oktober 2013 einen Vergleichsvorschlag und hielt im Übrigen an 

ihren Anträgen fest.  

F.  

Die Erstinstanz reichte am 11. November 2013 eine Duplik ein und hielt 

im Wesentlichen an ihren Ausführungen in der Vernehmlassung fest. 

G.  

Mit Eingabe vom 19. November 2013 reichte die Beschwerdeführerin ei-

ne Stellungnahme zur Duplik der Erstinstanz ein und stellte den Beweis-

antrag, die Prüfungsergebnisse der durchgeführten Berufsprüfungen 

Kundenberaterin im Uhrenverkauf der vergangenen acht Jahre bei der 

Erstinstanz zu edieren. Die Erstinstanz äusserte sich mit Stellungnahme 

vom 28. November 2013 gegen den Beweisantrag, woraufhin die Be-

schwerdeführerin mit Eingabe vom 16. Dezember 2013 am Beweisantrag 

festhielt und einen neu formulierten Vergleichsvorschlag einreichte. 

H.  

Mit Verfügung vom 18. Dezember 2013 wurde die Erstinstanz aufgefor-

dert, sich zum Vergleichsvorschlag zu äussern sowie im Sinne des Be-

weisantrages eine Statistik über die Prüfungsergebnisse der in den ver-

gangenen acht Jahren durchgeführten Berufsprüfung Kundenberaterin im 

Uhrenverkauf zu erstellen, aus welcher das Verhältnis Erfolg/Misserfolg 

bei den einzelnen Prüfungsterminen sowie die Anzahl der jeweils Teil-

nehmenden (inkl. der Angabe in welcher Sprache die Prüfung durchge-

führt wurde) ersichtlich ist. Die Erstinstanz reichte die Statistik am 

10. Januar 2014 ein und lehnte den Vergleichsvorschlag der Beschwer-

deführerin vom 16. Dezember 2013 ab. Die Beschwerdeführerin nahm 

am 3. Februar 2014 und die Erstinstanz am 3. März 2014 erneut Stellung 

zur Prüfungsstatistik. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitsache zuständig (Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 

13. Dezember 2002 [BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. d 

des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.3] 

und Art. 5 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 

1968 [VwVG, SR 172.021]). 

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Seite 5 

Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde an das Bundesverwal-

tungsgericht legitimiert, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenom-

men hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die an-

gefochtene Verfügung berührt ist und an deren Aufhebung oder Änderung 

ein schutzwürdiges Interesse hat. Die Beschwerdeführerin war Partei des 

vorinstanzlichen Verfahrens, ist als Adressatin der angefochtenen Verfü-

gung durch diese berührt und hat an ihrer Aufhebung oder Änderung ein 

schutzwürdiges Interesse. 

Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der Be-

schwerdeschrift sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kosten-

vorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die 

Beschwerde ist somit einzutreten.  

2.  

2.1 Anfechtungsobjekt bildet vorliegend einzig der Entscheid der Vorin-

stanz. Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten, soweit die Beschwerde-

führerin auch die Aufhebung des erstinstanzlichen Entscheides vom 

9. November 2006 beantragt (HANSJÖRG SEILER, in: Bernhard Wald-

mann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2009, 

Art. 54 N 17). 

2.2 Nach Art. 49 VwVG kann mit der Verwaltungsbeschwerde die Verlet-

zung von Bundesrecht, einschliesslich die Überschreitung oder der Miss-

brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit der 

angefochtenen Verfügung gerügt werden.  

Ähnlich wie das Bundesgericht (BGE 131 I 467 E. 3.1 mit Hinweisen) und 

der Bundesrat (VPB 62.62 E. 3, VPB 56.16 E. 2.1) auferlegt sich auch 

das Bundesverwaltungsgericht bei der Überprüfung von Prüfungsleistun-

gen eine gewisse Zurückhaltung, indem es in Fragen, die seitens der 

Verwaltungsbehörde naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne 

Not von der Beurteilung der erstinstanzlichen Prüfungsorgane und Exper-

ten abweicht. Dies erfolgt, weil der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle 

massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt sind und es ihr in der 

Regel nicht möglich ist, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit 

der Leistungen des Beschwerdeführers in der Prüfung und der Leistun-

gen der übrigen Kandidaten zu machen. Überdies haben Prüfungen häu-

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Seite 6 

fig Spezialgebiete zum Gegenstand, in denen die Rechtsmittelbehörde 

über keine eigenen Fachkenntnisse verfügt. Eine freie und umfassende 

Überprüfung der Examensbewertung würde zudem die Gefahr von Unge-

rechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich 

bergen. Das Bundesverwaltungsgericht weicht daher nicht von der Beur-

teilung durch die Prüfungsexperten ab, solange keine konkreten Hinweise 

auf deren Befangenheit vorliegen und die Prüfungsexperten im Rahmen 

der Vernehmlassung der Prüfungskommission die substantiierten Rügen 

des Beschwerdeführers beantwortet haben und ihre Auffassung, insbe-

sondere soweit sie von derjenigen des Beschwerdeführers abweicht, 

nachvollziehbar und einleuchtend ist (BVGE 2010/10 E. 4.1, BVGE 

2008/14 E. 3.1, BVGE 2007/6 E. 3; kritisch dazu PATRICIA EGLI, Gerichtli-

cher Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in: 

Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht 10/2011, 

S. 555 ff.). 

Die dargelegte Zurückhaltung gilt jedoch nur für die materielle Bewertung 

der Prüfungsleistungen. Sind demgegenüber Auslegung und Anwendung 

von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmängel im Prü-

fungsablauf gerügt, hat die Rechtsmittelbehörde die erhobenen Einwände 

umfassend selber zu prüfen (BVGE 2010/10 E. 4.1 und 2010/11 E. 4.1, je 

mit Hinweisen). Mängel im Prüfungsablauf stellen grundsätzlich nur dann 

einen rechtserheblichen Verfahrensmangel dar, wenn sie das Prüfungs-

ergebnis eines Kandidaten in kausaler Weise entscheidend beeinflussen 

können oder beeinflusst haben (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

B-6256/2009 vom 14. Juni 2010 E. 5.1). 

3.  

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Prüfung habe auf einer feh-

lenden rechtlichen Grundlage beruht. 

3.1 Gemäss Berufsbildungsgesetz kann die höhere Berufsbildung durch 

eine eidgenössische Berufsprüfung, eine eidgenössische höhere Fach-

prüfung oder durch eine eidgenössisch anerkannte Bildung an einer hö-

heren Fachschule erworben werden (Art. 27 Bst. a und b BBG). Die eid-

genössischen Berufsprüfungen und die höheren Fachprüfungen setzen 

eine einschlägige berufliche Praxis und einschlägiges Fachwissen voraus 

(Art. 28 Abs. 1 BBG). Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt 

(nach Art. 1 Abs. 1 BBG) regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, 

Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel. Sie berücksichtigen dabei 

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anschliessende Bildungsgänge. Die Vorschriften unterliegen der Geneh-

migung durch das Bundesamt (Art. 28 Abs. 2 BBG). 

Die von der zuständigen Organisation der Arbeitswelt erlassenen Normen 

beruhen nicht auf einer formellen gesetzlichen Delegation öffentlich-

rechtlicher Rechtssetzungskompetenzen. Mit der Genehmigung des Bun-

desamtes werden sie im Beschwerdeverfahren dem öffentlichen Recht 

des Bundes aber gleichgestellt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgericht 

B-7895/2007 vom 23. Oktober 2009 E. 2). 

Unklar ist, ob das Erfordernis der Genehmigung durch das Bundesamt 

(Art. 28 Abs. 2 BBG) eine blosse Ordnungsvorschrift ist oder ein Gültig-

keitserfordernis darstellt. Wie im ersten Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts in der gleichen Sache (Urteil B-8675/2010 vom 14. Juni 2011 

E. 2.2) angedeutet wurde, macht hier nur die zweitgenannte Lösung Sinn. 

Damit ist jedoch noch nichts über die Rechtsfolge einer fehlenden Ge-

nehmigung durch das zuständige Bundesamt ausgesagt. Ob Nichtigkeit, 

Ungültigkeit oder gar Gültigkeit der ohne Genehmigung des Bundesam-

tes erfolgten Handlungen der betreffenden Organisation der Arbeitswelt 

anzunehmen ist, beurteilt sich nicht abstrakt, sondern nach den Umstän-

den des jeweiligen Falles. 

3.2 Für die Prüfung vom 17. und 18. Oktober 2006 war grundsätzlich das 

Reglement für den Erwerb des eidgenössischen Fachausweises Bera-

ter(in) im Uhrenverkauf vom 21. November 2005 (nachfolgend: Regle-

ment 2005) massgebend. Das Reglement 2005 wurde gestützt auf Art. 28 

Abs. 2 BBG von der Association des fournisseurs d'horlogerie, marché 

suisse (AMS) und dem Verband Schweizerischer Goldschmiede und Uh-

renfachgeschäfte (VSGU) erlassen. Beide Verbände verstehen sich als 

Organisationen der Arbeitswelt im Sinne von Art. 1 Abs. 1 BBG (Art. 1 

Abs. 2 BBV). Das Reglement 2005 setzt für sein Inkrafttreten ausdrück-

lich die Genehmigung durch die Vorinstanz voraus (Ziff. 10.1 Reglement 

2005). Es wurde der Vorinstanz jedoch nie zur Genehmigung vorgelegt, 

womit es formell nicht in Kraft getreten ist (so bereits Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts B-8675/2010 vom 14. Juni 2011 E. 2.2). Erst die Prü-

fungsordnung über die Berufsprüfung für Kundenberaterin oder –berater 

im Uhrenverkauf (nachfolgend: Prüfungsordnung 2007) wurde mit Datum 

vom 1. Oktober 2007 von der Vorinstanz genehmigt.  

Wie nachfolgend noch zu zeigen ist (vgl. E. 3.4) und durch das Bundes-

verwaltungsgericht bereits festgestellt wurde (Urteil des Bundesverwal-

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Seite 8 

tungsgerichts B-8675/2010 vom 14. Juni 2011 E. 3.1), verfolgen das Reg-

lement 2005 und die Prüfungsordnung 2007 denselben Zweck, sind fast 

identisch aufgebaut und stimmen im Wesentlich inhaltlich überein. Der 

Umstand, dass das Reglement 2005 nicht wesentlich von der durch die 

Vorinstanz genehmigten Prüfungsordnung 2007 abweicht, spricht dafür, 

dass das Reglement 2005 ebenfalls genehmigt worden wäre. Das Ver-

säumnis der Erstinstanz, das Reglement 2005 der Vorinstanz zur Ge-

nehmigung vorzulegen, wiegt unter diesem Gesichtspunkt zwar nicht 

leicht, jedoch auch nicht besonders schwer. Es kann jedenfalls nicht dazu 

führen, dass sämtliche absolvierten Prüfungen innerhalb des Zeitraums 

des nicht genehmigten Reglements 2005 aufgehoben werden müssten. 

Deshalb ist die Nichtigkeit der gestützt auf das Reglement 2005 durchge-

führten Prüfungen auszuschliessen. Gleiches gilt in Bezug auf die Frage 

der Gültigkeit des gesamten Prüfungsergebnisses der Beschwerdeführe-

rin. Um eine gänzliche Ungültigkeit zu rechtfertigen, erweist sich der 

Mangel als zu wenig schwer. Die Beschwerdeführerin stellt im Übrigen 

auch keinen Antrag, selbst im Eventualantrag nicht, auf die Durchführung 

einer erneuten Prüfung. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Ablauf 

der von der Beschwerdeführerin absolvierten Prüfung und ihre Resultate 

nach der von der Vorinstanz genehmigten Prüfungsordnung 2007 zu be-

urteilen sind, zumal diese keine für die Prüfungskandidaten strengeren 

Anforderungen aufstellt. 

3.3 Die Prüfung umfasst nach Ziff. 5.1 des Reglements 2005 zehn Prü-

fungsteile, wobei die Prüfung bestanden ist, wenn die Gesamtnote min-

destens 4.0 beträgt, nicht mehr als zwei Fachnoten unter 4.0 liegen und 

keine Fachnote unter 3.0 ist (Ziff. 7.1. Reglement 2005). Die Leistungen 

der Kandidaten werden mit Noten und Positionsnoten zwischen 6 (Maxi-

mum) und 1 (Minimum) bewertet, wobei Noten und Positionsnoten gleich 

oder höher als 4.0 genügende Leistungen und Noten unter 4.0 ungenü-

gende Leistungen bezeichnen (Ziff. 6.2 Reglement 2005). Die Fachnote 

ist die Note oder das Mittel aller Positionsnoten und die Gesamtnote das 

Mittel aus den Fachnoten; beide werden auf eine Dezimalstelle gerundet 

(Ziff. 6.1 Reglement 2005). 

Die Prüfung der Beschwerdeführerin bestand, entgegen dem Reglement 

2005, aus neun Prüfungsteilen. Sie richtete sich bereits 2006 nach der 

Prüfungsordnung 2007, welche in Ziff. 5.11 neun Prüfungsteile vorsieht. 

Auch nach der Prüfungsordnung 2007 gilt die Prüfung als bestanden, 

wenn die Gesamtnote mindestens 4.0 beträgt, nicht mehr als zwei Prü-

fungsteilnoten unter 4.0 sind und keine Prüfungsteilnote unter 3.0 liegt 

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Seite 9 

(Ziff. 7.11). Die Prüfungskommission hat folglich bei der Durchführung der 

Prüfung im Jahr 2006 gegen das Reglement 2005 verstossen, welches 

noch zehn Prüfungsfächer vorsah. 

3.4 Gemäss Reglement 2005 umfasst die Prüfung unter anderem die 

beiden Prüfungsfächer "Kundendienst (Grundkenntnisse)" und "Handha-

bung der Uhren", welche je 15 Minuten mündlich geprüft werden 

(Ziff. 5.1). Die Prüfungsordnung 2007 hingegen fasst diese zwei Prü-

fungsteile zusammen und der Prüfungsteil "Kundendienst (Grundkennt-

nisse) und Handhabung der Uhren" wird während 30 Minuten mündlich 

geprüft (Ziff. 5.1 Prüfungsordnung 2007). Der Prüfungsstoff bzw. die Prü-

fung der Beschwerdeführerin entsprach somit materiell sowohl dem Reg-

lement 2005 als auch jener der Prüfungsordnung 2007. Die Beschwerde-

führerin erreichte im Prüfungsteil "Kundendienst (Grundkenntnisse) und 

Handhabung der Uhren" die Note 5.7 und die Prüfung wurde insgesamt 

als "nicht bestanden" gewertet, weil sie in drei anderen Prüfungsteilen ei-

ne ungenügende Note erzielte. Es ist daher nicht ersichtlich, welchen 

Nachteil die Beschwerdeführerin aus dem Verfahrensmangel erlitten ha-

ben soll, dass sie statt in den zwei Fächern einzeln je 15 Minuten, zu-

sammengefasst in einem Fach während 30 Minuten geprüft wurde. Die 

Erstinstanz informierte die Prüfungskandidaten zudem über den Prü-

fungsablauf und die Beschwerdeführerin macht denn auch nicht geltend, 

zu spät oder nicht über den Prüfungsablauf der betreffenden beiden Fä-

cher informiert worden zu sein. Die Beschwerdeführerin vermag mit ihrer 

Rüge daher nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Schliesslich verlangt die 

Beschwerdeführerin denn auch nicht die Aufhebung und gebührenfreie 

Neudurchführung der Prüfung. Verfahrensfehler im Prüfungsablauf kön-

nen jedoch nur dazu führen, dass ein Beschwerdeführer den betroffenen 

Prüfungsteil gebührenfrei wiederholen darf, nicht aber zur Erteilung des 

Prüfungsausweises (BVGE 2010/21 E. 8.1). 

4.  

Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass einzelne Prüfungsunterlagen 

verloren gegangen seien. Sie macht jedoch insoweit keine Verletzung 

verfassungsmässiger Rechte geltend, sondern leitet davon sinngemäss 

ab, dass das Bundesverwaltungsgericht seine Kognition bei der Überprü-

fung des Entscheids der Vorinstanz nicht oder jedenfalls nicht im üblichen 

Masse einschränken dürfe. 

Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens konnte die Erstinstanz die Bewer-

tungsbegründung der Experten und die Musterlösung im Fach "Wirt-

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Seite 10 

schaftsrecht" nicht edieren. Die Note im Fach Wirtschaftsrecht hat die 

Beschwerdeführerin vor Bundesverwaltungsgericht jedoch nicht (mehr) 

angefochten, folglich haben die verlorenen Prüfungsunterlagen auch kei-

nen Einfluss (mehr) auf den vorliegenden Streitgegenstand. Abgesehen 

davon weist die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 2. September 

2013 zutreffend darauf hin, dass das Akteneinsichtsrecht der Beschwer-

deführerin nicht verletzt wurde, weil dieses nur die Aufgabenstellung, die 

eigenen Lösung, ein Bewertungsraster und die Notenskala umfasst (Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts B-5547/2013 vom 24. April 2014 E. 3.1 ff. 

mit weiteren Hinweisen).  

Soweit auf die Rüge der Beschwerdeführerin einzutreten ist, erweist sie 

sich als unbegründet. Es liegen keine Gründe vor, die eine Ausweitung 

der Kognition des Bundesverwaltungsgerichts begründen würden. 

5.  

Die Beschwerdeführerin bringt mehrere Rügen vor, welche sie auf die 

Tatsache stützt, dass die Prüfung zum Erwerb des Eidgenössischen 

Fachausweises als Berater(in) für Uhrenprodukte 2006 erstmals auf 

Deutsch durchgeführt wurde. 

5.1 Soweit die Beschwerdeführerin allgemein vorbringt, dass die Vorbe-

reitungskurse ungenügend gewesen seien – die übersetzten Vorberei-

tungstexte seien nicht rechtzeitig verfügbar gewesen und die Ausbil-

dungs- und Übungsunterlagen hätten "mit den Quellen für die schriftliche 

Arbeit" nicht übereingestimmt, so dass sich "keine klaren Zuordnungen 

mit eindeutigen Antworten" ergeben hätten –, ist sie nicht zu hören. Nach 

ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und seiner 

Vorgängerorganisationen besteht bei Berufs- und höheren Fachprüfun-

gen kein rechtlicher Zusammenhang zwischen allfälligen Vorbereitungs-

kursen und der Prüfung selbst. Aus allfälligen Qualitätsmängeln oder Un-

terschieden der jeweiligen Vorbereitungskursen kann ein Kandidat daher 

grundsätzlich keine Rechtsansprüche in Bezug auf die Beurteilung der 

Prüfung ableiten (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-241/2013 vom 

22. April 2013 E. 4.6 mit weiteren Hinweisen). Wie die Vorinstanz zutref-

fend darlegt, sind Berufsprüfungen eigenständig zu prüfen, das heisst, 

unabhängig von den Vorbereitungskursen. 

5.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet sodann generell die Formulie-

rung der Prüfungsfragen, die ihrer Ansicht nach aufgrund einer mangel-

haften Übersetzung ungenügend gewesen sei.  

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Seite 11 

Die Beschwerdeführerin bleibt in ihrer Rüge jedoch pauschal und stellt 

keinen Bezug zu den beanstandeten Noten her. Sie macht denn auch 

nicht geltend, dass und inwiefern sie die Formulierung von Prüfungsfra-

gen vor Schwierigkeiten gestellt hätte und solche sind auch nicht ersicht-

lich. Soweit auf die Rüge einzugehen ist, erweist sie sich als unbegrün-

det. Die Prüfungsfragen sind für sich genommen verständlich und die von 

der Erstinstanz dargelegten Standardantworten erscheinen auch für ei-

nen Laien als naheliegend und nachvollziehbar (vgl. E. 6).  

5.3 Ebenso wenig vermag die Beschwerdeführerin Wesentliches zu ihren 

Gunsten aus dem Vergleich der Verhältnisse Erfolg/Misserfolg franzö-

sischsprachiger und deutschsprachiger Prüfungskandidaten der in den 

vergangenen acht Jahren durchgeführten Berufsprüfungen Kundenbera-

terin im Uhrenverkauf abzuleiten.  

Wohl fällt auf, dass im fraglichen Prüfungsjahr prozentual einerseits deut-

lich mehr deutschsprachige als französischsprachige Kandidaten und an-

dererseits als in den Folgejahren scheiterten (Erfolgsrate Kandidaten von 

Juni 2006 – Juni 2007: französischsprachig: 85.7%, deutschsprachig: 

53.5%; Erfolgsrate deutschsprachiger Kandidaten September 2012 - Sep-

tember 2013: 71.42%). Allerdings vermag dies für sich nicht, einen Ver-

fahrensfehler hinreichend plausibel zu machen. Grössere Schwankungen 

der Erfolgsquote können verschiedene Ursachen haben. So gibt es na-

turgemäss stärkere und schwächere Jahrgänge von Absolventen und die 

Erfolgsquote variiert allein schon deshalb (Entscheid der Eidgenössi-

schen Rekurskommission EVD HB/2002-40 vom 4. Dezember 2003 

E. 4.5). Zudem ist nicht auszuschliessen, dass der Umstand, dass die 

Prüfung neu auch auf Deutsch durchgeführt wurde, einen Einfluss auf die 

Resultate der Kandidaten gehabt haben könnte. So konnten die Prü-

fungsexperten auf keine Erfahrungen in der Prüfungssprache und die 

Kandidaten auf keine Informationen aus den Vorjahren, insbesondere von 

früheren Kandidaten, zurückgreifen. Zudem sehen weder das Reglement 

2005 noch die Prüfungsordnung 2007 Anpassungen der Bewertungen in 

Fällen vor, in denen überdurchschnittlich viele Kandidaten die Prüfung 

nicht bestanden haben. Schliesslich ist auch nicht zu erkennen, dass die 

Prüfung einen zu grossen Schwierigkeitsgrad aufgewiesen hätte oder die 

Experten eine zu strenge bzw. willkürliche oder auch nur unangemessene 

Bewertung vorgenommen hätten. 

6.  

Die Beschwerdeführerin rügt weiter, ihre Antworten in den Aufgaben 5, 13 

B-3564/2013 

Seite 12 

und 15 im Prüfungsfach "Geschichte der Uhrenindustrie, grosse Uhrener-

finder, wesentliche technische Entwicklungen" sowie in den Aufgaben 1, 

3, 4A und 4B im Prüfungsfach "Schmuck und Steine" seien unterbewertet 

worden. Hingegen rügt die Beschwerdeführerin anders als vor der Vorin-

stanz nicht mehr, dass im Fach "Wirtschaftsrecht" Antworten unterbewer-

tet worden seien. 

6.1 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist 

es im Rahmen der reduzierten Prüfungsdichte (vgl. oben E. 2.2) nicht 

Aufgabe der Beschwerdeinstanz, die Bewertung der Prüfungsleistung 

gewissermassen zu wiederholen. Auf Rügen bezüglich der Bewertung 

von Prüfungsleistungen hat die Rechtsmittelinstanz daher nur dann de-

tailliert einzugehen, wenn der Beschwerdeführer selbst substantiierte und 

überzeugende Anhaltspunkte dafür liefert, dass das Ergebnis materiell 

nicht vertretbar ist bzw. die Prüfungsleistung offensichtlich unterbewertet 

worden ist. Die entsprechenden Rügen müssen von objektiven Argumen-

ten und Beweismitteln getragen sein. Der Beschwerdeführer wird den An-

forderungen an eine genügende Substantiierung seiner Rügen insbeson-

dere dann nicht gerecht, wenn er sich einfach darauf beschränkt zu be-

haupten, seine Lösung sei vollständig und korrekt, ohne diese Behaup-

tung näher zu begründen oder zu belegen. Solange die Bewertung nicht 

als fehlerhaft oder offensichtlich unangemessen erscheint bzw. keine An-

haltspunkte dafür vorliegen, dass sich die Examinierenden von sachfrem-

den Kriterien haben leiten lassen, ist auf die Meinung der Experten abzu-

stellen und es besteht kein Anlass, von der vorgenommenen Beurteilung 

abzuweichen. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich lediglich davon zu 

überzeugen, dass die Korrekturen bzw. Bewertungen insgesamt nach-

vollziehbar und schlüssig sind (BVGE 2010/21 E. 5.1, BVGE 2010/11 

E. 4.3, BVGE 2010/10 E. 4.1). 

6.2 Im Fach "Geschichte der Uhrenindustrie, grosse Uhrenerfinder, we-

sentliche technische Entwicklungen" beantragt die Beschwerdeführerin 

gestützt auf folgende Begründungen die Erteilung zusätzlicher Punkte:  

6.2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe Frage 5 richtig be-

antwortet und schliesslich bei der Prüfungskommission in einer Verhand-

lung im Zuge des Rechtsmittels in erster Instanz einen zusätzlichen Punkt 

erstritten. Im angefochtenen Entscheid der Vorinstanz werde dieser Punkt 

und der damit verbundene korrigierende Erfolg jedoch nicht erwähnt.  

B-3564/2013 

Seite 13 

Die Erstinstanz sprach der Beschwerdeführerin im Entscheid vom 2. Juni 

2008 für ihre Antwort auf die Frage "In welcher Epoche kamen Dekoratio-

nen auf dem Email in Mode" für ihre Antwort "Ampir" einen von zwei 

Punkten zu und korrigierte die Note aufgrund der damit erreichten 27 

Punkte der möglichen 50 Punkte von 3.6 auf 3.7. Ohne auf diese Noten-

anhebung durch die Erstinstanz konkret einzugehen, ging die Vorinstanz 

in ihrer Verfügung vom 23. März 2013 richtigerweise von 27 Punkten und 

der Note 3.7 im Fach "Geschichte der Uhrenindustrie, grosse Uhrenerfin-

der, wesentliche technische Entwicklungen" aus. Die Rüge der Be-

schwerdeführerin ist damit unbegründet. 

6.2.2 Bei Aufgabe 13 lautete die Fragestellung: "Warum waren Repetiti-

onsschlagwerke wichtig?" Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Be-

schwerde eine positive Wertung mit zwei Punkten für ihre Antwort "Dass 

die Leute zu dieser Zeit, die Zeit akustisch hören konnten".  

Die Erstinstanz führt in ihrem Entscheid vom 2. Juni 2008 dazu aus, dass 

die Beschwerdeführerin zwar richtig erkannt habe, dass Repetitions-

schlagwerke akustische Zeitanzeigen seien, damit die Frage jedoch noch 

nicht beantwortet sei. Repetitionsschlagwerke seien zu jener Zeit wichtig 

gewesen, weil es noch keine Elektrizität gab und es somit umständlich 

war, nachts Licht zu machen, um die Zeit auf einer Uhr ablesen zu kön-

nen. Die Antwort auf eine Frage mit "Warum" müsse eine Begründung 

enthalten; da eine Begründung fehle, sei die Frage mit null Punkten be-

wertet worden. 

Die Entscheidung der Erstinstanz, für die Antwort der Beschwerdeführerin 

keinen der zwei möglichen Punkte zu geben, erscheint zwar als streng, 

liegt aber innerhalb ihres pflichtgemässen Ermessens (vgl. E. 6.1), zumal 

die Fragestellung klar formuliert war. Das "Warum" der Frage ist mit der 

Erläuterung, was Repetitionsschlagwerke sind, offensichtlich nicht beant-

wortet. 

6.2.3 Eine weitere Unterbewertung findet sich gemäss Beschwerdeführe-

rin in Frage 15: "Setzen Sie in der untenstehenden Grafik die passenden 

Erfindungen (Buchstabe) ein". Die Beschwerdeführerin gab bezüglich 

"Buchstabe d, Erfindung des Tourbillons" "zwischen 1750-1800" an bzw. 

setzte den Buchstaben "d" neben den Strich für 1750, da der Erfinder des 

Tourbillons, Abraham Louis Breguet, von 1747-1823 gelebt habe. Die von 

den Experten erwartete Antwort "1800" entspreche der Patentierung des 

Tourbillons, die Fragestellung sei jedoch auf den Zeitpunkt der Erfindung 

B-3564/2013 

Seite 14 

des Tourbillons gerichtet gewesen. Da eine Erfindung in der Regel vor der 

Patentierung entstehe, dürften die Anfänge des Tourbillons sehr wohl im 

von der der Beschwerdeführerin angegebenen Zeitraum gelegen haben.  

Gemäss Erstinstanz wäre "um 1800" die korrekte Lösung gewesen, da 

der Erfinder das Patent 1801 anmeldete. Sie gab der Beschwerdeführerin 

für ihre Antwort keine der möglichen zwei Punkte, mit der Begründung, 

dass nach der Erfindung des Tourbillons und nicht nach den Jahreszahlen 

des Erfinders Breguet gefragt worden sei. Die Angabe des Jahres 1800 

sei zudem aus den Kursunterlagen ersichtlich.  

In den Kursunterlagen, welche die Beschwerdeführerin einreichte, wird 

dem Jahr 1800 die Erfindung des Tourbillons durch Abraham Louis Bre-

guet zugeordnet. Die von den Experten erwartete Antwort "um 1800" ist 

aufgrund der Patentanmeldung 1801 nachvollziehbar und berücksichtigt 

sodann, dass die Erfindung eine gewisse Zeit vor der Patentanmeldung 

erfolgte. Wenn die Erstinstanz angesichts der Lebensdaten des Erfinders 

Breguet den Zeitraum von 1750-1800 als zu weit gefasst und deshalb 

falsch bewertete, lag das innerhalb ihres Ermessens. Abraham Louis 

Breguet konnte die Erfindung nicht schon als Kleinkind gemacht haben. 

Die Fragestellung erweist sich zudem nicht als irreführend. 

6.2.4 Die Rügen der Beschwerdeführerin bezüglich der Bewertung der 

Aufgaben 5, 13 und 15 im Fach "Geschichte der Uhrenindustrie, grosse 

Uhrenerfinder, wesentliche technische Entwicklungen" erweisen sich so-

mit als unbegründet. 

6.3 Im Prüfungsfach "Schmuck und Steine" bringt die Beschwerdeführerin 

Rügen zu den Fragen 1, 3, 4A und 4B vor. 

6.3.1 Die Aufgabenstellung in Frage 1 lautete: "Nachstehend finden Sie 

das Qualitätszertifikat für Diamanten, die auf einer Uhr gefasst sind. Die 

Formulierung ist falsch. Korrigieren Sie mindestens 2 Fehler und geben 

Sie an, warum die Formulierung falsch ist (1 Punkt): Mit diesem Zertifikat 

bestätigen wir, dass Ihre Uhr mit 41 Diamanten der Farbe Top Wesselton 

vs – Brillant-Schliff – 0.236 Karat besetzt ist".  

Die Beschwerdeführerin antwortete auf diese Frage mit "(Alte Form) Top 

Wesselton ist die Farbe Feinesweiss F/G 41 Brillanten. VS ist die Qualität 

des Steins. VS = Sehr kleiner Einschluss mit 10 facher Lupe" und erhielt 

dafür keinen Punkt. Gemäss Lösung der Erstinstanz war zwingend zu 

erwähnen, dass einerseits die Reinheit nicht von der Farbe abhängig ist. 

B-3564/2013 

Seite 15 

Wenn das Zertifikat die "Farbe" mit "Top Wesselton vs" bezeichne, müsse 

erwähnt werden, dass sich "vs" auf die Angabe der Reinheit beziehe. Und 

andererseits, dass 41 Diamanten ein Gesamtgewicht von 0.236 ct haben. 

Ohne diese Präzisierung könne man die Angabe auch so verstehen, dass 

jeder der 41 Diamanten ein Gewicht von 0.236 ct aufweise. Die Erstin-

stanz lehnte die Vergabe eines Punktes folglich deshalb ab, weil die Be-

schwerdeführerin das Gesamtgewicht nicht erwähnte und "vs" fälschli-

cherweise als Qualität statt als Reinheit definierte. 

Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, der Experte habe eine 

Korrektur bezüglich der Gewichtsangabe erwartet, worauf sie jedoch nicht 

sensibilisiert und in der Vorbereitung dieser Thematik nicht befasst gewe-

sen sei. An ihrem Arbeitsplatz habe die Beschwerdeführerin sodann re-

gelmässig mit einer "Grösse von 0.236ct/41 mit einem Gewicht von 

0.0057ct mit einem Durchmesser von 1 mm" zu tun gehabt und deshalb 

das angegebene Gewicht nicht als Fehler erkennen müssen.  

Die Darstellung der Experten, wonach die Beschwerdeführerin das Ge-

samtgewicht nicht erwähne – und damit per se das Problem der allenfalls 

doppeldeutigen Gewichtsangabe nicht erkannte – und "vs" fälschlicher-

weise als Qualität statt als Reinheit definierte, erscheint als schlüssig und 

nachvollziehbar. Die Bewertung bei Frage 1 ist somit nicht zu beanstan-

den. 

6.3.2 Frage 3 lautete "Nennen Sie mindestens 4 Qualitätskriterien und die 

Begründung des Preises für dieses mit Rubinen besetzte Uhrengehäuse 

der Jaeger-LeCoultre "Reverso" (2 Punkte)", wobei die Aufgabenstellung 

eine entsprechende Abbildung des Uhrengehäuses enthielt. Als mögliche 

Antworten enthält die Musterlösung der Experten: "Es ist sehr schwierig, 

ein Uhrengehäuse, das gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet ist, mit 

einer nicht sichtbaren Fassung zu versehen"; "Der Deckel des Gehäuses 

muss solide sein, um den Manipulationen (oder: der Bedienung/Hand-

habung) standzuhalten"; "Die Grösse der Diamanten muss mit Laser 

ausgemessen werden, um sie nebeneinander fassen zu können"; "Ho-

mogene (oder: Einheitliche) Farbe der Rubine und Diamanten"; "Die 

Transparenz der Rubine muss homogen (oder: einheitlich) sein"; "Die 

Symmetrie der Rubine und Diamanten muss einheitlich sein"; "Die Pro-

portionen müssen einheitlich sein, um sicherzustellen, dass die Oberflä-

che des Gehäuses überall gleich hoch ist". 

B-3564/2013 

Seite 16 

Die Beschwerdeführerin beantwortete die Frage mit den Ausführungen: 

"Es ist eine Golduhr"; "Mit Diamanten Baguetten einzeln geschliffen"; 

"Und Rubine einzeln geschliffen"; "Und darf keine Farbabweichungen ha-

ben". Gemäss Beschwerdeführerin seien bei der Korrektur nur die drei 

letzteren Qualitätskriterien gewertet worden, obwohl sie vier Begründun-

gen abgegeben habe. Unter Berücksichtigung der vom Experten zuer-

kannten drei Qualitätskriterien hätten mindestens 1.5 Punkte für die Be-

notung angerechnet werden müssen, da vier Begründungen 2 Punkte 

abgegeben hätten.  

Die Erstinstanz begründete die Vergabe eines Punktes damit, dass die 

Beschwerdeführerin nur zwei von vier Qualitätskriterien mit Begründung 

geliefert und deshalb einen von zwei maximal möglichen Punkten erhal-

ten habe. Die Antwort "Mit Diamant Baguetten einzeln geschliffen" und 

"darf keine Farbabweichungen haben" enthalte nicht zwei Qualitätskrite-

rien mit jeweiliger Begründung. Diese Argumentation der Erstinstanz er-

gibt sich auch aus der Musterlösung. Der Umstand, dass die Steine keine 

Farbabweichung habe dürfen, bildet für sich genommen ein Qualitätskri-

terium und bestimmt offensichtlich den Preis. In Bezug auf das Erforder-

nis, die Diamanten und Rubine zu schleifen, ergibt sich in der Lösung der 

Beschwerdeführerin jedoch keine Begründung in Bezug auf die Höhe des 

Preises der Uhr. Der Schliff ist ein Grunderfordernis für die Verarbeitung 

auf einer Uhr. Wesentlich ist gemäss Musterlösung vielmehr die Art des 

Schliffs, um auf der Uhr eingearbeitet zu werden (Laserschliff) und zudem 

eine homogene Symmetrie der Steine sicherzustellen. Wenn die Erstin-

stanz in Bezug auf den Schliff keinen (halben) Punkt gab, ist dies nach-

vollziehbar und lag in ihrem Ermessen. 

6.3.3 Die von der Beschwerdeführerin beanstandete Frage 4 gliederte 

sich in zwei Teilaufgaben. 

6.3.3.1 Frage 4A lautete: "Welches ist der Unterschied zwischen einem 

Diamanten mit Brillant-Schliff und einem mit 8/8-Schliff?". Die Beschwer-

deführerin gab zur Antwort, dass der Brillant-Schliff 24/32 habe, mit 57 

Facetten, mit Kalette 58 und erhielt dafür einen halben Punkt. 

Die Musterlösung der Experten führt als Antwort auf, dass ein Diamant 

mit Brillant-Schliff 57 oder 58 Facetten und ein Diamant mit 8/8-Schliff  

17 Facetten habe. Die Beschwerdeführerin hat mit ihrer Antwort folglich 

nur eine Hälfte der Frage beantworte. Es fehlt eine Antwort zum 8/8-

B-3564/2013 

Seite 17 

Schliff. Der erteilte halbe Punkt (statt eines Ganzen) ist deshalb nicht zu 

beanstanden. 

6.3.3.2 Frage 4B lautete: "Der 8/8-Schliff wird in der Regel für die Dia-

manten auf dem Zifferblatt verwendet. Warum?" Die Beschwerdeführerin 

antworte, da die Diamanten auf dem Zifferblatt sehr klein seien und auch 

unter dem Glas ein Vollschliff nicht notwendig sei und erhielt dafür keinen 

Punkt.  

Gemäss Musterlösung der Experten wäre es für den Erhalt eines Punktes 

notwendig gewesen zu erwähnen, dass für das Fassen von Diamanten 

auf Ziffernblätter der 8/8-Schliff bevorzugt wird, weil damit die Edelsteine 

kleiner und vor allem weniger hoch seien. Dies ermögliche es den Zei-

gern, mühelos darüber zu gleiten. Mit ihren Ausführungen gab die Be-

schwerdeführerin auf die gestellte Frage keine Antwort. Dass bei der Be-

schwerdeführerin dafür kein Punkt berücksichtigt wurde, ist deshalb nicht 

zu beanstanden. 

6.3.4 Die Rügen der Beschwerdeführerin bezüglich der Bewertung der 

Aufgaben 1, 3, 4A und 4B im Fach "Schmuck und Steine" erweisen sich 

somit ebenfalls als unbegründet. 

7.  

Die Beschwerde erweist sich, soweit darauf einzutreten ist, insgesamt als 

unbegründet und ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie werden auf 

Fr. 1'400.– festgesetzt und der am 25. Juli 2013 geleistete Kostenvor-

schuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten ver-

wendet. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

9.  

Gemäss Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(BGG, SR 173.110) können Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen 

nicht mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden. Der vor-

liegende Entscheid ist damit endgültig. 

  

B-3564/2013 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'400.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Ver-

fahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. [...]; Einschreiben; Vorakten zurück) 

– die Erstinstanz (Einschreiben; Vorakten zurück) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Philippe Weissenberger Lorena Studer 

 

 

 

Versand: 26. August 2014