# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d4dd7a6-24b6-5ba3-8f61-9579bafdf361
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.10.2018 200 2018 318
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-318_2018-10-09.pdf

## Full Text

200 18 318 IV
FUE/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Oktober 2018

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. März 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1981 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer), der über keine Berufsbildung verfügt und zuletzt vom 
1. Dezember 2014 bis zum 30. September 2015 als ... bei der B.________ 
AG angestellt war, meldete sich im September 2015 bei der IV-Stelle ... 
(nachfolgend IVBL) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin; act. II] 1, 11 S. 2 und 13). Am 
4. April 2016 (act. II 35) leitete die IVBL die Akten des Versicherten zufolge 
dessen Umzugs in den Kanton Bern der IVB weiter. Diese tätigte in der 
Folge berufliche und medizinische Abklärungen. Insbesondere holte sie ein 
zu Handen des zuständigen Krankentaggeldversicherers erstelltes Gutach-
ten des Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, vom 6. Juni 2016 (act. II 40.2) ein und liess den Versicherten – nach 
Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 60 S. 3 ff.) 
– durch die Dres. med. D.________, Facharzt für Physikalische Medizin 
und Rehabilitation sowie Rheumatologie, und E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, bidisziplinär untersuchen (vgl. Teilgutach-
ten vom 21. Juni und 10. Oktober 2017 sowie interdisziplinäre Beurteilung 
vom 10. Oktober 2017 [act. II 72.1/2, 78.1, 78.2]). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (act. II 79 ff.) und Einholen einer RAD-
Stellungnahme vom 16. Januar 2018 (Akten der IVB [act. IIA] 89) zu den 
einwandweise eingereichten Unterlagen verneinte die IVB mit Verfügung 
vom 8. März 2018 (act. IIA 91) mangels eines langandauernden Gesund-
heitsschadens im invalidenversicherungsrechtlichen Sinn den Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung.

B.

Mit Eingabe vom 24. April 2018 führt der Versicherte hiergegen Beschwer-
de mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
seien ihm berufliche Massnahmen zuzusprechen. Zudem beantragt er die 
unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Kostenbefreiung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 3

Der Instruktionsrichter stellte mit prozessleitender Verfügung vom 25. April 
2018 fest, dass die Beschwerde den Formvorschriften nach Art. 32 Abs. 2 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege (VRPG; BSG 155.21) nicht entspreche (fehlende Unterschrift), wies 
die Originalbeschwerde zur Behebung des Formmangels an den Be-
schwerdeführer zurück, beschränkte das Verfahren vorerst auf die Prüfung 
der Rechtzeitigkeit der Beschwerde und forderte die Beschwerdegegnerin 
auf, dem Gericht hierzu sachliche Akten und Unterlagen zuzustellen sowie 
zur Frage der Rechtzeitigkeit Stellung zu nehmen.

Am 27. April 2018 reichte die Beschwerdegegnerin dem Verwaltungsge-
richt die angeforderten Unterlagen ein und beantragte, auf die Beschwerde 
einzutreten.

Aufforderungsgemäss ging am 14. Mai 2018 beim Verwaltungsgericht die 
vom Beschwerdeführer unterschriebene Beschwerde vom 24. April 2018 
ein.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 
2018 auf Abweisung der Beschwerde.

Am 9. Juli 2018 überwies die Beschwerdegegnerin dem Verwaltungsgericht 
eine ihr von Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medi-
zin sowie Psychiatrie und Psychotherapie, eingereichte Eingabe vom 29. 
Juni 2018 inkl. Beilagen (Akten der Beschwerdegegnerin [act. IIB]). 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 4

(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) und die Bestimmungen über die 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) sind einge-
halten. Gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin im Beschwerdever-
fahren eingereichten Unterlagen (in den Gerichtsakten) ist auch die Einhal-
tung der Beschwerdefrist (Art. 60 ATSG) erstellt, womit auf die Beschwerde 
einzutreten ist.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. März 2018 (act. IIA 
91). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invaliden-
versicherung, namentlich auf berufliche Massnahmen (vgl. u.a. Beschwer-
de S. 2).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 5

2.2 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität (Art. 
8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 
soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu 
erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliederungs-
massnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in 
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil-
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) im Sinne von Art. 15 ff. 
IVG.

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-
len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung er-
folgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines struk-
turierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 
281 E. 4.1 S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali-
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me-
dizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 6

lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Was den Gesundheitszustand betrifft, ist den Akten im Wesentli-
chen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Dr. med. C.________ stellte im Gutachten vom 6. Juni 2016 (act. II 
40.2) keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11 Ziff. 
3.2.1). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine emotional in-
stabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ (ICD-10 F60.31), psychische 
und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide vom 12. bis zum 25. Le-
bensjahr, zweimonatige stationäre Entgiftung und Entwöhnung, nach eige-
nen Angaben aktuell abstinent, nicht überprüft, (ICD-10 F12.20), psychi-
sche und Verhaltensstörungen durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom, stän-
diger Substanzgebrauch (ICD-10 F17.25) sowie ein Bericht über einen se-
xuellen Übergriff durch den Klassenlehrer (ICD-10 Z61.5; Ziff. 3.2.2). Aktu-
ell hätten sich Hinweise auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung 
bei Angaben von 13 Jahre dauernder Cannabisabhängigkeit bis zum 25. 
Lebensjahr gefunden. Trotz Persönlichkeitsstörung und Zustand nach 
Cannabismissbrauch habe der Versicherte zwar unregelmässig aber zur 
Erwirtschaftung seines Lebensunterhaltes erfolgreich gearbeitet. Wieso 
nach einem weiteren (von vielen) Konflikt mit dem Vorgesetzten nun auf-
grund der Persönlichkeitsstörung eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, sei nicht 
nachvollziehbar. Die berichteten Ängste und Panikattacken hätten im Rah-
men der aktuellen Untersuchung nicht beobachtet werden können. Der 
Konsum von 40 Zigaretten täglich würde mit Angst und Panikattacken ein-
hergehende vegetative Symptome verstärken. Eine medikamentöse Be-
handlung erfolge nicht. Selbstverletzungsimpulse und Selbstverletzungs-
handlungen seien für die emotional instabile Persönlichkeitsstörung ty-
pisch. Anhaltspunkte für eine klinisch relevante depressive Symptomatik 
mit gedrückter Stimmung, Verminderung des Antriebs, erhöhter Ermüdbar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 7

keit, verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit hätten sich im Rah-
men der aktuellen Untersuchung nicht gefunden; ebenso keine Hinweise 
für eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis oder eine affektive 
Psychose (S. 12 Ziff. 5). Psychiatrischerseits sei der Versicherte in der be-
ruflichen Tätigkeit als ungelernter ... unter Berücksichtigung des bisherigen 
Arbeitspensums von 100% nicht eingeschränkt (S. 13 Ziff. 7). 

3.1.2 Im Bericht der psychiatrischen Dienste G.________ vom 19. Juli 
2016 (act. II 46) wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär-
tig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), eine 
Panikstörung (ICD-10 F41.0), eine narzisstische Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F60.8) sowie Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit 
(ICD-10 Z61.5) diagnostiziert. Was die rezidivierende depressive Episode 
betreffe, habe sich der psychische Zustand mittlerweile verschlechtert mit 
einer Zunahme der depressiven Symptomatik und der Suizidalität. Auch die 
Einführung einer antidepressiven Medikation Anfang Juni habe nicht zur 
erwarteten Verbesserung geführt. Die psychische Belastung sei derart 
ausgeprägt, dass eine Hospitalisierung notwendig sei. Die depressive 
Symptomatik schliesse depressive Stimmung, Interessenverlust, Antriebs-
armut, Gedächtnisstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstver-
trauen, Schuldgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit, pessimistische Zu-
kunftsperspektiven, Suizidgedanken und erfolgte Selbstverletzungen, 
Schlafstörungen, verminderten Appetit und sozialen Rückzug ein. Der Tag-
Nacht-Rhythmus sei momentan völlig umgekehrt. Ein Gefühl der Gefühllo-
sigkeit werde ebenfalls berichtet (S. 1). In Bezug auf die Panikstörung habe 
sich diese verschlechtert mit immer häufigeren und stärkeren Panikatta-
cken. Diese würden vor allem zu Hause und ohne identifizierbare Auslöser 
auftreten. Seit fast zwei Jahren bestünden schwere Nervenzusammen-
brüche mit Krämpfen, Hyperventilation und Atemstockungen. Was die nar-
zisstische Persönlichkeitsstörung betreffe, würden die häufigen Konflikte 
mit den verschiedenen Vorgesetzten, die Kündigungen und die zahlreichen 
Beziehungsabbrüche auf eine Persönlichkeitsstörung hinweisen. Der Versi-
cherte versuche zwar immer wieder beruflich einzusteigen, sei aber öfters 
mit Misserfolgen konfrontiert gewesen. Er sei alleine nicht in der Lage, sich 
langfristig in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Auch in den privaten 
Beziehungen seien immer wieder Schwierigkeiten aufgetreten. Momentan 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 8

sei sein soziales Netz sehr eingeschränkt und bestehe vor allem aus sei-
nen zwei Mitbewohnerinnen. Der Versicherte habe regelmässig Suizidge-
danken und -pläne geäussert, habe sich von deren Umsetzung aber distan-
zieren können. Momentan bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit, dies 
in erster Linie aufgrund der depressiven Symptomatik. Es bestünden per-
sönlichkeitsbedingte Schwierigkeiten, eine Stelle langfristig zu behalten. 
Um diese zu bewältigen seien berufliche Massnahmen nach der Stabilisie-
rung der psychischen Verfassung sehr indiziert (S. 2).

3.1.3 Vom 5. September bis zum 27. Oktober 2016 befand sich der Versi-
cherte in der Klinik H.________ in stationärer Behandlung. In deren Bericht 
vom 21. Dezember 2016 (act. II 57/1) wurden eine emotional instabile Per-
sönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10 F60.30), eine posttrau-
matische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie eine nicht näher be-
zeichnete dissoziative Störung (Konversionsstörung; ICD-10 F44.9) dia-
gnostiziert. Der Stationäre Aufenthalt sei erfolgt, weil sich der depressive 
Zu-stand verschlechtert habe und er unter suizidalen Gedanken leide (S. 
1). Während des Aufenthalts hätten sich die Stimmung und der Antrieb 
gebessert. Die Tagestruktur und der Nachtschlaf seien gefestigt. Die Kon-
zentration falle leichter und das Gefühl der Gefühllosigkeit sei einer spürba-
ren Verletztheit und leichten Erregbarkeit gewichen. Die dissoziative Sym-
ptomatik habe während des Aufenthaltes zugenommen. Insbesondere sei 
der Mutis-mus zu nennen, der im letzten Drittel des Klinikaufenthaltes auf-
getreten sei (S. 4).

Vom 15. Februar bis zum 19. März 2017 erfolgte eine weitere stationäre 
Behandlung in der Klinik H.________ (vgl. Bericht vom 18. April 2017 [act. 
II 78.4]). Der Versicherte leide nach wie vor unter Dissoziationen, fehlen-
dem Antrieb und kreisenden negativen Gedanken, die auch den Schlaf 
beeinträchtigten. Ziel für den stationären Aufenthalt sei es, Traumainhalte 
zu verarbeiten und durch weniger häufige Dissoziationen, regelmässiges 
Aufstehen und einen strukturierten Tagesablauf mehr Stabilität zu gewin-
nen (S. 1). Er habe als Schüler Übergriffe mit Todesangst, grosser Ohn-
macht und Hilflosigkeit erlebt. Diese traumatischen Erfahrungen würden 
aktuell zu dissoziativen Symptomen, Ängsten und Widerständen führen, 
insbesondere wenn die Belastung hoch sei und an die Traumasituation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 9

erinnernde Reize präsent seien (S. 2). Am 19. März 2017 habe der Versi-
cherte die Klinik auf eigenen Wunsch vorzeitig verlassen (S. 3). 

3.1.4 Die behandelnde Dr. med. F.________ diagnostizierte im Bericht 
vom 12. September 2017 (act. II 76/2) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung mit dissoziativen 
Episoden (ICD-10 F43.1) sowie differentialdiagnostisch zusätzlich eine dis-
soziative Störung nicht näher bezeichnet (ICD-10 F44.9) und eine emotio-
nal instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ (ICD-10 F60.30; S. 2 
Ziff. 1.1). Aus psychiatrischer Sicht bestünden ein Hyperarousal mit 
Schlafstörungen und Störungen des Tagesrhythmus. Es würden häufige 
Intrusionen in Form von Alpträumen und Flashbacks (Bilder, Geräusche, 
Gerüche, Körperwahrnehmungen) sowie wiederholte Dissoziationen über 
zum Teil mehrere Stunden auftreten, während denen auch Selbstverlet-
zungen oder Zerstörungen von Gegenständen vorkämen. Im Extremfall 
käme es zu mutistischen Phasen. Gelegentlich träten plötzlich einschies-
sende Wutausbrüche auf. Weiter bestünden eine chronische Suizidalität, 
eine allgemeine Erschöpfung und ein Energiemangel als Folge der jahre-
langen psychischen und arbeitsmässigen Überlastung (S. 4 Ziff. 1.7). Das 
Konzentrations- und das Auffassungsvermögen seien leicht, die Anpas-
sungsfähigkeit und die Belastbarkeit massiv eingeschränkt. Es bestehe 
keine Fahrtauglichkeit (S. 6 Ziff. 1.13). Der Versicherte müsse dauernd 
sehr viel psychische Energie mobilisieren, um sich nur einigermassen stabil 
zu halten. Diese Stabilität sei auf einem sehr tiefen Niveau und er dekom-
pensiere mehrmals täglich. Er sei völlig unfähig, vernünftige Arbeitsbezie-
hungen aufzubauen und zu unterhalten, Arbeitsaufträge anzunehmen oder 
auszuführen. Die bisherige Tätigkeit sei ihm aus medizinischer Sicht nicht 
mehr zumutbar (S. 4 Ziff. 1.7). Die Einschränkungen würden sich durch 
medizinische Massnahmen (intensive Psychotherapie) vermindern lassen. 
Langfristig könnte damit eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erreicht 
werden. Dies werde aber sicher mehrere Jahre dauern (S. 4 f. Ziff. 1.8).

3.1.5 Dr. med. D.________ stellte im rheumatologischen Teilgutachten 
vom 21. Juni 2017 (act. II 72.1/2) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit (S. 18 Ziff. 6.1) fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit bestehe ein chronifiziertes rechtsseitiges lumbospondylogenes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 10

Schmerzsyndrom mit/bei einer Diskopathie L5/S1, einem indirekten „Wir-
belsäulentrauma“ vom 10. März 2015, einer mutmasslich ungenügenden 
Therapie zufolge Antriebsarmut sowie einen Verdacht auf eine Schmerz-
verarbeitungsstörung (S. 18 Ziff. 6.2). Der Stellenwert der Kreuz-
Gefässschmerzen sei nicht sehr klar. Der Versicherte habe drei bis vier Mal 
pro Monat diese Schmerzen, lasse sich aber nicht behandeln und habe 
aktuell auch keinen Hausarzt. Die Eigenleistung gegen die Schmerzen sei 
mit zwei Mal 30 Minuten Rückengymnastik pro Woche eher dürftig. Auch 
die objektiv feststellbare Pathologie halte sich in Grenzen. Die Rückenmus-
kulatur sei nicht verspannt, die LWS allseits frei beweglich und werde auch 
spontan frei bewegt. Hinweise auf ein radikuläres Syndrom fänden sich 
weder klinisch noch neuroradiologisch. Was bleibe, seien die Schmerzan-
gaben über den Iliosakralgelenken (ISG), der distalen LWS und über dem 
rechten Musculus piriformis. Hinweise für eine organische Pathologie der 
ISG bestünden weder anamnestisch noch klinisch, die ISG seien frei be-
weglich. Insgesamt sei bei der Untersuchung der Eindruck einer Schmerz-
verarbeitungsstörung entstanden, zumindest sei die Diskrepanz zwischen 
den subjektiven Schmerzangaben und den objektiven Befunden nicht zu 
übersehen gewesen. Die Sensibilitätsstörungen am rechten Bein und der 
rechten Hand liessen sich keinem neurologischen Muster zuordnen (S. 18 
Ziff. 7). Die Diskrepanz zwischen den dürftigen objektiven Befunden und 
dem Ausmass des subjektiven Krankseins spreche für eine Aggravation 
(S. 22 Ziff. 1.4). Therapeutisch wäre nebst der Gabe von ausreichend An-
algetika und/oder Antirheumatika eine konsequente medizinische Trai-
ningstherapie angezeigt, allenfalls eine Hydrotherapie und erst bei Misser-
folg eine Infiltrationsbehandlung. Voraussetzung für eine erfolgreiche medi-
zinische Trainingstherapie sei allerdings die Verbesserung der psychischen 
Situation, denn mit der aktuellen Antriebsarmut lasse sich eine erfolgreiche 
aktive Behandlung nicht durchführen. Angesichts der geringen krankhaften 
Befunde sei die Prognose günstig, wobei der Umstand, dass der Versicher-
te eine Berufsausbildung durch die Invalidenversicherung erwarte, hinder-
lich sein könnte (S. 18 Ziff. 7). Zumindest nach der Durchführung einer 
adäquaten Behandlung sei er in der bisherigen Tätigkeit arbeitsfähig (S. 19 
Ziff. 8.1). Bezüglich einer leidensangepassten Verweistätigkeit sei er bis auf 
eine Arbeit im ..-hauptgewerbe arbeitsfähig (S. 19 Ziff. 8.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 11

Dr. med. E.________ stellte im psychiatrischen Teilgutachten vom 10. Ok-
tober 2017 (act. II 78.1) keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine de-
pressive Reaktion von April 2015 bis April 2017 (ICD-10 F43.21), Probleme 
bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit (ICD-10 Z61.5), eine leichtgradi-
ge depressive Episode seit Mai 2017 (ICD-10 F32.0), finanzielle Probleme 
(ICD-10 Z59), Arbeitsplatzprobleme (ICD-10 Z56), ein Verdacht auf eine 
dissoziative Störung (ICD-10 F44.9) sowie akzentuierte Persönlichkeitszü-
ge (ICD-10 Z73.0; S. 9). Die ICD-10-Kriterien betreffend eine posttraumati-
sche Belastungsstörung würden vorliegend nicht spezifisch erfüllt. Zwar 
scheine ein Trauma geschehen zu sein, als der Versicherte 11-jährig ge-
wesen sei. Es habe dann eine Latenz von ca. 25 Jahren bestanden, bis 
von ihm diesbezüglich Beschwerden geäusserten worden seien. Gemäss 
der ICD-10 sei es nicht möglich, dass nach mehr als sechs Monaten eine 
posttraumatische Störung noch entstehen könne. Dieses Hauptkriterium 
der ICD-10 werde also nicht erfüllt. Es sei anzunehmen, dass der Versi-
cherte sich angesichts der gravierenden Lebensprobleme in starkem Aus-
mass auf das seinerzeitige Geschehen konzentriere und dies als Agens 
brauche, um sein Versagen zu erklären. Tatsächlich scheine er teilweise 
psychisch angeschlagen zu sein. Es fänden sich aber keine eindeutigen 
Diagnosekriterien in Bezug auf eine posttraumatische Belastungsstörung. 
So solle es seit Herbst keine Flashbacks mehr geben. Die persönlichen 
Schuldgefühle würden keine psychiatrische Störung darstellen. Es falle auf, 
dass in den Arztberichten beinahe die ganze Psychopathologie angeführt 
werde (S. 10). Dies zeige, dass der Versicherte psychiatrisch schwer zu 
erfassen sei. Es könne als gesichert gelten, dass er sich von 2012 bis Ende 
April 2015 in einer relativ guten psychischen Verfassung befunden habe. 
Die lange Phase mit funktionierenden Fähigkeiten im Beziehungs- und Ar-
beitsleben lasse den Schluss ziehen, dass zumindest damals keine rele-
vante psychische Störung vorhanden gewesen sei. Durch den Verlust der 
Arbeitsstelle und dem Auseinandergehen der Beziehung sei er ab Ende 
April 2015 in eine Negativspirale geraten, indem er nicht mehr gearbeitet 
und Schulden angehäuft habe. Es sei in der Folge eine Anpassungsstörung 
und später eine depressive Reaktion entstanden. Zudem sei die Tagesge-
staltung unstetig geworden und sogar eine Gefängnisstrafe wäre ange-
standen. Dies alles seien krankheitsfremde Faktoren, welche einen negati-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 12

ven Einfluss auf den Versicherten hätten. Eine Persönlichkeitsstörung lasse 
sich nicht eindeutig nachweisen, da er die Kriterien bzw. die typische Sym-
ptomatik der ICD-10 einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung bzw. 
einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung nicht aufweise bzw. diese 
kaum vorhanden seien. Insbesondere zeige er keine narzisstischen Per-
sönlichkeitsanteile, allenfalls sei er manchmal impulsiv und habe Mühe im 
Umgang mit den Vorgesetzten. Diese Problematik könne im Zusammen-
hang mit der Beziehung zum Vater oder dem früheren Trauma stehen. Al-
lenfalls könnten akzentuierte Persönlichkeitszüge postuliert werden. Als 
möglich könne eine dissoziative Störung gelten, jedoch genüge der Um-
stand, dass jemand gelegentlich blockiert sei und nichts sage, nicht, um 
eine dissoziative Störung diagnostizieren zu können. Ähnliches könne über 
die angeblichen Blockierungszustände ausgesagt werden. Der Versicherte 
sei nur phasenweise verstimmt. Es dürfte bis April 2017 eine depressive 
Reaktion vorgelegen haben. Aktuell sei allenfalls seit Mai 2017 eine leicht-
gradige depressive Episode vorhanden. Die Schmerzproblematik stehe 
eher im Hintergrund, da er nicht arbeite. Er zeige kaum Symptome, welche 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung entsprächen. Er sei auf 
die Schmerzen etwas fixiert. Diese seien jedoch nicht ständig quälend. Zu-
dem bestünden keine hypochondrische Befürchtungen. Als krankheits-
fremder Faktor könne gezählt werden, dass der Versicherte auf seine 
Traumatherapie fixiert sei und vor Beendigung derselben nicht mehr arbei-
ten wolle. Er habe bei der Untersuchung am 19. September 2017 mehr-
mals den Wunsch geäussert, durch eine Rente abgesichert zu sein und 
habe sich darüber beklagt, dass in den Berichten der Klinik H.________ 
eine relevante Besserung erwähnt worden sei, was seine Chance auf eine 
Rente reduzieren könne (S. 11-12). Zur bisherigen Therapie führte der Ex-
perte aus, der Versicherte lasse sich intensiv traumatherapeutisch-
psychologisch behandeln. Aus prophylaktischen Gründen sollte er sich 
zusätzlich antidepressiv-medikamentös behandeln lassen. Der Versicherte 
sei in Bezug auf die medikamentöse Therapie nicht kooperativ. Eine 
adäquate Einnahme von Quetiapin sei zumutbar und zielführend (S. 18). In 
der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit sei er für die Zeit 
der Klinikaufenthalte in deutlichem Mass eingeschränkt gewesen. Sonst sei 
dies nie der Fall gewesen (S. 20).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 13

In der interdisziplinären Beurteilung vom 10. Oktober 2017 (act. II 78.2) 
kamen die Dres. med. E.________ und D.________ zum Schluss, während 
den Hospitalisationen hätten relevante Einschränkungen vorgelegen. Sonst 
sei dies nie anhaltend der Fall gewesen (S. 2).

3.1.6 Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie leitende Ärztin der Klinik H.________, nahm mit Schreiben vom 15. 
November 2017 (act. II 83) Stellung zum psychiatrischen Gutachten von 
Dr. med. E.________. Sie führte aus, bezüglich einer posttraumatischen 
Belastungsstörung würden heute diverse Studien existieren, welche beleg-
ten, dass bei etwa 30% der Patienten mit einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung ein später Beginn festgestellt werde. Typisch sei auch, dass 
viele traumatisierte Menschen viele verschiedene Diagnosen erhielten, 
bevor eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werde. Dass 
der Versicherte bei der psychiatrischen Begutachtung nicht dissoziert habe, 
sei wenig aussagekräftig, da das Gespräch lediglich 80 Minuten gedauert 
habe. Während des Klinikaufenthaltes in der Klinik H.________ seien wie-
derholt dissoziative Zustände festgestellt worden, in denen er sich z.B. in 
seine Jugend zurückgeworfen gefühlt habe, gezittert, geweint, niemanden 
erkannt und später eine Amnesie für diese Zeitspanne aufgewiesen habe. 
Mehrmals habe er sich auch in sein Zimmer zurückgezogen und sei nicht 
im Stande gewesen, Kontakt zum Pflegeteam aufzunehmen. Beide Bei-
spiele erfüllten die Kriterien für eine dissoziative Störung (S. 1). Die Belast-
barkeit sei nach wie vor reduziert. Ein Belastbarkeitstraining und eine Un-
terstützung beim Wiedereinstieg ins Berufsleben durch die Invalidenversi-
cherung würden die Chance eines beruflichen Wiedereinstieges deutlich 
vergrössern. Von einem Rentenanspruch distanziere sich der Versicherte 
(S. 2).

3.1.7 Vom 28. September bis zum 14. November 2017 befand sich der 
Versicherte erneut stationär in der Klinik H.________. Gemäss deren Aus-
trittsbericht vom 20. November 2017 (act. IIA 86/47) sei der Aufenthalt we-
gen den täglich erlittenen Dissoziationen und Intrusionen erfolgt (S. 47). Er 
erinnere sich an wiederholte sexuelle Missbräuche durch einen Schulleh-
rer. Sein Leben sei seither durch hohe Anspannung, Abbrüche und Under-
achievement geprägt. Er vermeide den Kontakt zu männlichen Autoritäts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 14

personen, mit denen es leicht zu Konflikten komme. Unter der Belastung 
durch Lebensereignisse seien seit 2014 Dissoziationen, intrusive Erin-
nerungen und Albträume so belastend, dass ein normaler Arbeitsalltag 
nicht mehr möglich sei. Der Versicherte kämpfe auch mit depressiven 
Symptomen, Suizidgedanken und Ängsten. Die diagnostischen Kriterien ei-
ner komplexen posttraumatischen Belastungsstörung seien klar erfüllt. Er 
sei in der Gestaltung seiner Beziehungen durch eine Neigung zu ärgerli-
chen Ausbrüchen, leichter Kränkbarkeit und Misstrauen beeinträchtigt. Die-
se Problematik sei durch die Diagnose einer emotional instabilen Persön-
lichkeitsstörung vom impulsiven Typ erfasst. Seit er sich an die sym-
ptomauslösenden Übergriffe wieder erinnere und sich damit auseinander-
setze, hätten die dissoziativen Phänomene zugenommen. Mehrmals sei es 
während des stationären Aufenthaltes zu Lähmungserscheinungen der 
Arme, zu Stürzen und zu einem Unvermögen gekommen, sich stimmlich zu 
äussern. Oft habe er sich von seiner Umgebung getrennt erlebt und habe 
die zeitliche, örtliche und situative Orientierung verloren. Die Diagnose ei-
ner dissoziativen Störung sei hier angemessen. Insgesamt sei der Versi-
cherte durch die Traumafolgesymptome stark belastet und schwer krank. 
Seine Motivation und sein Engagement, mit der er an der Besserung der 
Situation arbeite, sei beeindruckend (S. 49). Zum Ende des Klinikaufenthal-
tes habe er deutlich ruhiger und präsenter gewirkt (S. 50).

3.1.8 In der Beurteilung vom 16. Januar 2018 (act. IIA 89) führte RAD-
Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
aus, in den anlässlich des Vorbescheidverfahrens eingereichten Berichten 
bzw. Stellungnahmen der Klinik H.________ sowie des Versicherten wür-
den keine ausreichenden medizinischen Argumente vorgebracht, welche 
eine Änderung der gutachterlichen Beurteilungen begründen könnten, zu-
mal es unter Heranziehen des Austrittsberichtes der Klinik H.________ 
vom 20. November 2017 (act. IIA 86/47) im Rahmen der stationären Be-
handlung zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen 
sei und eine feste Verordnung von Medikamenten, einschliesslich Quetia-
pin, nicht mehr erforderlich gewesen sei. Zusammenfassend könne somit 
auf die Ausführungen und Schlussfolgerungen der Dres. med. D.________ 
und E.________ (act. II 72.1/2, 78.1 und 78.2) weiterhin abgestellt werden 
(S. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 15

3.1.9 Dr. med. F.________ führte im Schreiben vom 29. Juni 2018 (act. 
IIB 1) an die Beschwerdegegnerin aus, zwar sei die Argumentation, dass 
eine posttraumatische Störung höchstens sechs Monate nach dem Trauma 
auftreten müsse, formal juristisch korrekt, psychiatrisch-fachlich jedoch 
veraltet und obsolet. Sämtlichen psychotraumatologisch geschulten Fach-
leuten sei bewusst, dass die Klassifizierung der Trauma-Folgestörungen in 
der ICD-10 überholt und insbesondere das Zeitkriterium obsolet sei. Dieses 
Zeitkriterium falle denn auch in den ICD-11 weg. Es sei sogar typisch, dass 
posttraumatische Störungen erst später ausbrechen würden, im Zusam-
menhang mit zusätzlichem Stress wie z.B. dem Verlust eines Kindes oder 
einer Scheidung. Der zusätzliche Stress sei dabei nicht die Ursache, son-
dern nur der Auslöser der Trauma-Folgestörung. Die Aussage der Be-
schwerdegegnerin, dass auffälligerweise massive psychosoziale Belas-
tungsfaktoren und emotionale Konflikte die geklagten Beschwerden be-
gründen und unterhalten hätten, zeuge von fehlender Sachkenntnis in psy-
chotraumatologischer Hinsicht. Dass der Versicherte bis 2015 vollständig 
arbeitsfähig gewesen sei, spreche überhaupt nicht gegen eine posttraumti-
sche Störung und sei sogar sehr typisch für Störungen nach sequenziellen 
Traumata. Sehr viele Patienten würden auf traumatische Ereignisse vorerst 
mit Verdrängung, insbesondere durch Überengagement bei der Arbeit, wo 
sie sich wertgeschätzt fühlen würden, reagieren. Der Zusammenbruch und 
damit der Ausbruch der Trauma-Folgestörung komme dann, wenn entwe-
der ein zusätzlicher Stress auftrete oder wenn die Kräfte nachlassen wür-
den (S. 1). Bezüglich Medikamenteneinnahme sei anzumerken, dass es 
genügend Studien gebe, welche zeigen würden, dass Psychopharmaka im 
Falle von posttraumatischen Störungen leider sehr wenig helfen würden, 
weshalb ein zurückhaltender Einsatz durchaus gerechtfertigt sei. Zusätzlich 
sei festzuhalten, dass der Versicherte in den letzten Monaten wegen einer 
Verschlechterung des psychischen Zustandes deutlich mehr Medikamente 
eingenommen habe. Er werde seit Jahren ambulant und stationär von aus-
gewiesenen Fachleuten mit vertiefter psychotraumatologischer Ausbildung 
behandelt, welche alle zum selben Schluss kämen, dass eine schwere in-
validisierende Störung vorliege. Die beiden psychiatrischen Gutachter hät-
ten offenbar keine zusätzliche Ausbildung in Psychotraumatologie. Dies 
scheine zumindest fragwürdig (S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 16

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). 

3.3

3.3.1 Die interdisziplinäre Beurteilung vom 10. Oktober 2017 (act. II 78.2) 
basierend auf dem rheumatologischen Gutachten von Dr. med. 
D.________ vom 21. Juni 2017 (act. II 72.1/2) und auf dem psychiatrischen 
Gutachten von Dr. med. E.________ vom 10. Oktober 2017 (act. II 78.1) 
erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.2 hiervor). Die 
darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen spezialärztlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 17

Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichti-
gung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in 
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen 
Belange umfassend, und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend begründet. Die 
fachärztlich-psychiatrische Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähig-
keit ist nach den Vorgaben von BGE 141 V 281 abgegeben worden (act. II 
78.1 S. 13 ff.) und ist schlüssig und widerspruchsfrei. Insbesondere hat der 
Gutachter gestützt auf den Psychostatus (S. 8) einleuchtend dargelegt, 
dass im Rahmen der Begutachtung keine massgebenden psychopathologi-
schen Befunde erhoben werden konnten (S. 15 Ziff. 1) und sich vor allem 
krankheitsfremde Faktoren negativ auswirken (S. 16 Ziff. 2). In diesem Zu-
sammenhang wies der psychiatrische Experte auf die erheblichen psycho-
sozialen Umstände im Sinne einer nach dem Verlust der Arbeitsstelle und 
dem Ende der Beziehung aufgetretenen Negativspirale hin, die u.a. in 
Schulden und einer unsteten Tagesstruktur mündeten (S. 11). Ebenfalls zu 
den krankheitsfremden Faktoren zählte der Experte die Fixierung auf die 
Traumatherapie, vor deren Beendigung der Beschwerdeführer nicht mehr 
arbeiten wolle, sowie den Wunsch, durch eine Rente abgesichert zu sein 
(S. 12). Bezug nehmend zu abweichenden vorgängigen Einschätzungen 
legte Dr. med. E.________ überzeugend dar, dass der Beschwerdeführer, 
bei welchem in den Arztberichten „beinahe die ganze Psychopathologie 
aufgeführt“ worden sei (rezidivierende depressive Störung, Persönlich-
keitsstörung narzisstisch oder impulsiv, Panikstörung, dissoziative Störung, 
komplexe posttraumatische Belastungsstörung), psychiatrisch schwer zu 
erfassen sei (S. 10). Die Erkenntnisse der beiden Experten flossen sodann 
in die überzeugende interdisziplinäre Beurteilung vom 10. Oktober 2017 
(act. II 78.2) ein, wonach die Arbeitsfähigkeit – abgesehen von den 
Zeiträumen, in denen der Beschwerdeführer stationär behandelt wurde – 
weder aus rheumatologischer noch aus psychiatrischer Sicht in relevantem 
Ausmass eingeschränkt war bzw. ist (S. 2). Diese interdisziplinäre Ein-
schätzung ist nach dem Ausgeführten beweiskräftig, weshalb darauf abge-
stellt werden kann. Im Übrigen steht die Einschätzung des Dr. med. 
E.________ weitestgehend im Einklang mit derjenigen des Vorgutachters 
Dr. med. C.________ (Expertise vom 8. Juni 2016 [act. II 40.2]), welcher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 18

eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ebenfalls ausge-
schlossen hatte. 

3.3.2 Soweit der Beschwerdeführer bzw. die behandelnde Dr. med. 
F.________ im nachgereichten Bericht vom 29. Juni 2018 (act. IIB 1) die 
gutachterliche Diagnosestellung bzw. die Verneinung der Diagnose einer 
posttraumatischen Belastungsstörung bemängeln, vermag dies den Be-
weiswert des interdisziplinären Gutachtens, namentlich des psychiatrischen 
Teilgutachtens, nicht in Zweifel zu ziehen: 

Vorab ist bei diesem Krankheitsbild in Erinnerung zu rufen, dass bereits die 
Herleitung und Begründung der Diagnose besonderes Augenmerk bedür-
fen (BGE 142 V 342 E. 5.2.2 S. 347). Die diagnostischen Darlegungen von 
Dr. med. E.________ sind lege artis anhand der klassifikatorischen Vorga-
ben erfolgt und können vom Rechtsanwender ohne Weiteres nachvollzo-
gen werden. Insbesondere überzeugt seine Beurteilung, dass die diagnos-
tischen Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung angesichts 
des geschilderten Traumas im 11. Lebensjahr (sexueller Missbrauch durch 
einen Lehrer) und der Latenz von ca. 25 Jahren bis zum Auftreten der Be-
schwerden nicht erfüllt sind (act. II 78.1 S. 10). Denn gemäss den klinisch-
diagnostischen Leitlinien der ICD-10 soll eine posttraumatische Belas-
tungsstörung nur dann diagnostiziert werden, wenn sie innerhalb von sechs 
Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von aussergewöhnlicher 
Schwere aufgetreten ist (DILLING/MOMBOUR/ SCHMIDT [HRSG.], Internationa-
le Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch dia-
gnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 207 ff.). Am beschwerdeweise kriti-
sierten Kriterium der Latenz hat das Bundesgericht bislang – und in explizi-
ter Berücksichtigung der von der ICD-10 teilweise abweichenden Fachlite-
ratur mit einer weniger einschränkenden Formulierung der zeitlichen Latenz 
mit Beachtung von einem erst lange nach den traumatischen Ereignissen 
beginnenden Krankheitsverlauf – grundsätzlich festgehalten (vgl. u.a. SVR 
2014 IV Nr. 1 S. 2 E. 4.1.2). Soll ganz ausnahmsweise aus bestimmten 
Gründen ein späterer Beginn berücksichtigt werden, bedarf dies einer be-
sonderen Begründung (BGE 142 V 342 E. 5.2.2. S. 347). Eine Ausnahme 
von dieser Latenz von höchstens sechs Monaten hat das Bundesgericht 
namentlich dann in Betracht gezogen, sofern die klinischen Merkmale ty-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 19

pisch seien und keine andere Diagnose gestellt werden könne (vgl. Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 17. August 2007, 8C_103/2007 E. 
3.3). Dr. med. E.________ führte diesbezüglich überzeugend und nachvoll-
ziehbar aus, dass keine eindeutigen Diagnosekriterien in Bezug auf eine 
posttraumatische Belastungsstörung zu finden seien (S. 10), womit hier 
keine Ausnahme im dargelegten Sinne vorliegt. Überdies ist der Fall von 
SVR 2014 IV Nr. 1 weitgehend vergleichbar mit der hier zu beurteilenden 
Situation, vergingen doch hier wie dort bis zum Auftreten der Beschwerden 
über 20 Jahre (vgl. u.a. S. 5 ff.), während welchen der Beschwerdeführer 
die meiste Zeit (jedenfalls seit der Einreise in die Schweiz am 1. Januar 
2009 [act. II 1/7]) einer Erwerbstätigkeit nachging (act. II 12) – dies jeden-
falls bei der … recht erfolgreich, konnte er sich doch vom nebenberuflichen 
…-mitarbeiter zum Schichtleiter und schliesslich zum Gruppenchef hochar-
beiten (vgl. act. IIA 87/7) – und auch über Jahre stabile Beziehungen führte 
und sich verlobte (act. II 78.1 S. 11). Auch der Einwand, Dr. med. 
E.________ verfüge über keine zusätzliche Ausbildung in Psychotraumato-
logie, ändert nichts am Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens. Zum 
einen statuiert die bundesgerichtliche Rechtsprechung in Bezug auf die 
Gutachtertätigkeit – abgesehen vom Erfordernis eines Facharzttitels – kei-
ne Notwendigkeit von (zusätzlichen) Spezialisierungen. Zum anderen sind 
in den Vorakten die Schilderungen des Beschwerdeführers betreffend den 
erlittenen sexuellen Missbrauch hinreichend dokumentiert und es deutet 
nichts darauf hin, dass der psychiatrische Experte die Relevanz dieser Er-
lebnisse nicht ausreichend hätte erfassen bzw. einordnen können. 

Was die nach Erstellung des psychiatrischen Teilgutachtens datierenden 
Berichte von Dr. med. I.________ (act. II 83) und der Klinik H.________ 
(IIA 86/47) betrifft, enthalten die Berichte nichts, was im Gutachten unge-
würdigt oder unerkannt geblieben wäre (SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 
2008 IV Nr. 15 S. 44 Ziff. 2.2.1). In diesem Sinne hat auch der RAD-
Psychiater Dr. med. J.________ (act. IIA 89) ausgeführt, dass damit keine 
ausreichenden medizinischen Argumente vorgebracht würden, welche eine 
Änderung der Schlussfolgerungen von Dr. med. E.________ bedingten. 
Schliesslich ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärz-
te mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Parteien aussagen (BGE 125 V 351 E. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 20

3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3), was auch für den be-
handelnden Spezialarzt gilt (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgericht [EVG; heute BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.3.3 Weil Dr. med. E.________ keine Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit stellte und eine massgebende Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit nachvollziehbar verneinte sowie gegenteiligen Einschätzungen 
kein Beweiswert zugemessen werden kann, ist die Durchführung eines 
strukturieren Beweisverfahrens entbehrlich (BGE 143 V 409 E. 4.5.3 S. 
417). 

In somatischer Hinsicht bestehen keine vom rheumatologischen Gutachten 
abweichenden fachärztlichen Einschätzungen und auch der Beschwerde-
führer machte weder einwandweise noch im Rahmen des vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens geltend, somatischerseits sei er erheblich einge-
schränkt. 

Weitere medizinische Abklärungen sind folglich nicht angezeigt (antizipierte 
Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 

3.4 Aufgrund des Dargelegten ergibt sich, dass kein invalidisierender 
Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. Daher besteht kein Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung. Somit ist die angefochtene Verfü-
gung vom 8. März 2018 (act. IIA 91) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG).

Weil die gestellten Rechtsbegehren nicht als aussichtslos zu betrachten 
sind und die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers durch die Akten erstellt 
ist (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 1 ff.), sind die Voraussetzungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 21

für die Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege vorliegend erfüllt; das 
Gesuch ist gutzuheissen.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Verfah-
renskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 
VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird er – un-
ter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 Abs. 1 VRPG i.V.m. 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird dem Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2018, IV/18/318, Seite 22

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.