# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f52deee8-cdbe-527e-92c1-3136075177c7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 29.09.2016 PQ160053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ160053_2016-09-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PQ160053-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. M. Stammbach und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister sowie 

Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Würsch 

Urteil vom 29. September 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Beschwerdegegner 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____  

betreffend Kosten für Besuchsbegleitung 
 

 

- 2 - 

Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Horgen vom 24. Juni 2016 i.S. 

C._____, geb. tt.mm.2005; VO.2016.4 (Kindes- und Erwachsenenschutzbe-

hörde Horgen) 

 

Erwägungen: 

I. 

1. Der am tt.mm.2005 geborene C._____ ist das Kind der mittlerweile geschie-

denen Eltern A._____ und B._____. C._____ lebt bei seiner Mutter (Beschwerde-

führerin). Die Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegner wurden mit Urteil 

des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, vom 15. Dezember 2014 geschieden 

(act. 4/3). Dem Urteil lag eine Vereinbarung der Parteien zugrunde, wonach der 

Sohn unter die elterliche Sorge der Beschwerdeführerin gestellt wurde (Disposi-

tivziffer 1. des Urteils, act. 4/3 S. 2) und ein begleitetes Besuchsrecht stattfinden 

sollte, für dessen Kosten der Kindsvater (Beschwerdegegner) aufzukommen hatte 

(Dispositivziffer 3./3. des Urteils, act. 4/3 S. 2 unten f.). Weiter heisst es in Dispo-

sitivziffer 3./3. Abs. 2 des Urteils vom 15. Dezember 2014 (act. 4/3):  

"Die Gesuchstellenden arbeiten auf das Ziel hin, dass, wenn die Besuche gut ver-

laufen und C._____ sich wohlfühlt, man sich gemeinsam bis Ende 2014 (unter 

Beizug von Frau D._____) auf eine unbegleitete Besuchsrechtsregelung einigt. 

Sie sprechen sich diesbezüglich im Dezember 2014 ab. Sollten sie sich nicht eini-

gen können, wird die Beiständin beigezogen."  

Die mit Verfügung vom 26. Juli 2012 errichtete Beistandschaft nach Art. 308 

Abs. 2 ZGB wurde aufrechterhalten (act. 9/6).  

2. Es blieb unbestritten, dass Hintergrund dieser Regelung das strafrechtliche 

Verhalten des Beschwerdegegners war. Der Beschwerdegegner wurde mit Urteil 

des Bezirksgerichtes Horgen vom 13. Januar 2010 der mehrfachen Vergewalti-

gung, der mehrfachen sexuellen Nötigung, der mehrfachen Pornografie sowie der 

mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 

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schuldig gesprochen und zu 4 1/2 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt (act. 4/4). Un-

bestritten blieb, dass Hauptopfer die Beschwerdeführerin, seine damalige Ehe-

frau, war und es über 30 weitere Geschädigte gab (vgl. auch act. 4/4 S. 3 ff., 

S. 11 unten, S. 30). Es blieb weiter unbestritten, dass die Beschwerdeführerin 

durch Zufall bei ihrer Arbeit am Computer auf die Filme stiess, in welchen sie sich 

als bewusstlose Hauptperson wiederfand. Sie war zum damaligen Zeitpunkt mit 

dem zweiten Kind schwanger und musste sich in der Folge einer Abtreibung un-

terziehen. Die Beschwerdeführerin erklärt, sie sei immer noch erheblich traumati-

siert durch diese schweren Verbrechen, begangen durch ihren damaligen Ehe-

mann (act. 2 S. 3). Der Beschwerdegegner hält mit dem Bezirksrat dafür, dass je-

der Nachweis fehle, dass die Beschwerdeführerin noch ─ im medizinischen Sinn 

─ traumatisiert sei, die betreffenden Ereignisse würden rund acht Jahre zurücklie-

gen, womit ein gewisser Verarbeitungsprozess hätte einsetzen müssen (act. 12 

S. 8 unten). 

3. Nachdem keine Einigung über unbegleitete Besuche zustande gekommen 

war, und die bisherige private Begleitperson (Frau E._____) die Aufgabe nicht 

mehr übernehmen wollte bzw. konnte, beauftragte die KESB Horgen mit Be-

schluss vom 12. Oktober 2015 die Beiständin F._____, G._____ [Betreuungs-

fachstelle], mit den zusätzlichen Aufgaben, eine professionelle Besuchsbegleitung 

zur Umsetzung des Besuchsrechts gemäss Scheidungsurteil zu organisieren und 

um deren Finanzierung besorgt zu sein, die Besuche beim Kindsvater zu beglei-

ten und Empfehlungen hinsichtlich der weiteren Umsetzung des Besuchsrechts 

zu formulieren und dies halbjährlich zu überprüfen (act. 9/55 S. 3 unten, act. 

9/56).  

4.1. Am 30. November 2015 entschied die KESB Horgen unter Hinweis auf 

Art. 276 Abs. 1 ZGB und ohne weitere Begründung, die Kosten der professionel-

len Besuchsbegleitung den Eltern je zur Hälfte aufzuerlegen (act. 9/58 S. 2 unten, 

Dispositivziffer 1 = act. 4/5). Die gegen diesen Entscheid von der Beschwerdefüh-

rerin eingereichte Beschwerde wies der Bezirksrat Horgen (Vorinstanz) mit Urteil 

vom 24. Juni 2016 unter Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin 

ab (act. 7 = act. 8/29). Verfahrenskosten wurden der Beschwerdeführerin unter 

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Hinweis auf Verfahrensfehler bei der KESB (Gehörsverletzung in Sachen Auferle-

gung der Entscheidgebühr) keine auferlegt (act. 7 S. 13). Das Dispositiv lautet in 

deren Ziffern I. bis III. im Volltext wie folgt (act. 7 S. 14 unten):  

"I. Die Beschwerde wird im Hauptpunkt, das heisst bezüglich des Antrags, wonach 

Dispositiv-Ziffer 1 aufzuheben sei und wonach die Kosten der Besuchsbegleitung 

dem Beschwerdegegner aufzuerlegen seien, abgewiesen. Der Antrag, wonach 

Dispositiv-Ziffer 2 aufzuheben sei, wird insoweit gutgeheissen, als die Beschwerde-

führerin in dieser Dispositiv-Ziffer mit Gebühren belastet wird.  

II. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

III.  Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner eine Partei-

entschädigung von Fr. 500.-- zu leisten." 

4.2. Der Entscheid des Bezirksrates wurde der Beschwerdeführerin am 29. Juni 

2016 zugestellt (act. 8/33/1). Mit Datum vom 28. Juli 2016 (am gleichen Tag zur 

Post gegeben) führt die Beschwerdeführerin gegen das Urteil des Bezirksrates 

rechtzeitig Beschwerde an das Obergericht (act. 2). Sie beantragt die Aufhebung 

von Ziff. I. 1. Satz und Ziff. III des angefochtenen Urteils und die Auferlegung der 

Kosten für die professionelle Besuchsbegleitung dem Beschwerdegegner, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners (act. 2 S. 2 

und S. 11). Es wurden die Akten von Bezirksrat und der Kindes- und Erwachse-

nenschutzbehörde beigezogen (§§ 66 ff. EG KESR, act. 8/1-33 act. 9/1-73). Der 

Beschwerdegegner liess mit Eingabe vom 12. September 2016 die Beschwerde-

antwort einreichen und beantragt die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerin (act. 12). Der Pro-

zess ist spruchreif.  

II. 

1.1. Streitgegenstand ist allein, wer von den Eltern die Kosten für die professio-

nelle Begleitung der Besuche von C._____ bei seinem Vater bezahlt. Es ist daher 

von vornherein nicht notwendig, Erwägungen zu (pauschal gehaltenen) Ausfüh-

rungen des anwaltlich vertretenen Beschwerdegegners zu machen, wonach die 

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Beschwerdeführerin einen eigentlichen Kreuzzug gegen ihn, den Beschwerde-

gegner, führe, und es heute kein begleitetes Besuchsrecht mehr gäbe, hätte sich 

die Beschwerdeführerin zumindest an die Scheidungskonvention von 2014 gehal-

ten (act. 12 S. 7 f.). 

1.2. Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB (i.V.m. § 19 EG KESR) haben die Eltern für 

den Unterhalt der Kinder aufzukommen, inbegriffen die Kosten von Erziehung, 

Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen.  

Die finanziellen Verhältnisse sind entgegen der Darstellung des Beschwerdegeg-

ners ein Kriterium für die Aufteilung der Kosten (act. 12 S. 9). §§ 38 i.V.m. 36 

Abs. 1 lit. d - g KJHG sehen explizit vor, dass die wirtschaftliche Leistungsfähig-

keit der Eltern zu berücksichtigen ist. Immer gilt es im Auge zu behalten, dass die 

Kosten von Kindesschutzmassnahmen (vor allem von ambulanten) grundsätzlich 

zulasten der Eltern gehen sollen - und nicht zulasten der öffentlichen Hand. Bei 

unterschiedlicher Leistungsfähigkeit der Eltern kann deshalb entgegen des Be-

schwerdegegners von vornherein ein anderer Verteilschlüssel als hälftige Teilung 

angezeigt sein.  

Hinzu kommt vorliegend die allgemeine und konstante Praxis, dass die mit der 

Ausübung des Besuchsrechts verbundenen Kosten in der Regel vom betreffen-

den Elternteil zu tragen sind (anstatt vieler und mit weiteren Hinweisen: Büchler/ 

Wirz, in: Ingeborg Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Bern 2011, N. 25 zu 

Art. 273 ZGB). Wurden besondere Anordnungen betreffend die Ausübung der 

Besuche getroffen, wie z.B. die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts, so 

können die Kosten der Besuche einen üblichen Umfang überschreiten. Es ist 

dann zu prüfen, welcher Elternteil für diese Mehrkosten aufzukommen hat, das 

heisst, es ist zu prüfen, welcher Elternteil die Anordnung zu vertreten hat.  

Bei einer hälftigen Kostenteilung wird davon ausgegangen, dass Kindesschutz-

massnahmen, wie sie begleitete Besuche darstellen, zum Wohle des (gemeinsa-

men) Kindes angeordnet und die einhergehenden Kosten somit im Interesse des 

Kindes aufgewendet werden. Hintergrund der hälftigen Kostenaufteilung ist die 

Erfahrung, dass die Gründe für das Nichtfunktionieren der elterlichen Beziehung 

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in Kinderbelangen vielschichtig sind, und im konkreten Fall nicht eine einzige, be-

stimmte Verhaltensweise eines Elternteils Grund für die Anordnung einer Kindes-

schutzmassnahme ist. Wurde aber eine Kindesschutzmassnahme angeordnet, 

weil das Kindeswohl gefährdende Verhalten einem Elternteil zugeordnet werden 

muss, so hat dieser die Mehrkosten alleine zu tragen.  

2.1. Der vorliegende Fall sprengt den Rahmen der - nicht immer leichtwiegenden 

- Sachverhalte, die üblicherweise der Kammer vorgelegt werden zur Prüfung der 

Frage von Kindesschutzmassnahmen bzw. deren Modalitäten und Kostenvertei-

lung. Über einen Zeitraum von sechs Jahren hinweg während der noch jungen 

Ehe der Parteien verübte der Beschwerdegegner an über 30 Geschädigten rohe 

sexuelle Gewalt (act. 4/4 S. 11). Die schlimmsten Taten beging der Beschwerde-

gegner an denjenigen Menschen, die ihm am nahesten standen (act. 4/4 S. 12 

oben). Der Beschwerdegegner misshandelte (auch) seine (damalige) Ehefrau und 

Mutter des gemeinsamen, damals gerade geborenen bzw. sehr kleinen Kindes 

C._____ während Jahren körperlich, emotional und sexuell auf schwerste Weise. 

Solche Erlebnisse werfen einen langen Schatten, und es ist nicht ausserhalb je-

der Lebenserfahrung, dass erst nach vielen Jahren überhaupt begonnen werden 

kann, solche traumatische Erlebnisse einzuordnen. Der im Strafverfahren beige-

zogene Gutachter diagnostizierte beim Beschwerdegegner die sexuellen Devian-

zen des sexuellen Sadismus und des Voyeurismus. Das Tatbestandsmerkmal 

des psychisch gestörten Täters sei erfüllt (act. 4/4 S. 21 unten). Insbesondere er-

weise sich der sexuelle Sadismus als prognostisch ungünstig. Der Gutachter be-

zeichnet die Rückfallgefahr für gleichgelagerte sexuelle Handlungen an Frauen 

auch langfristig noch als moderat-erheblich. Eine deliktpräventive psychothera-

peutische Behandlung würde eine intakte Aussicht beinhalten, diese Rückfallge-

fahr zu senken (act. 4/4 S. 21 unten). Der Beschwerdegegner macht heute keine 

Angaben zu dieser Einschätzung, zu Therapien, zu Behandlungserfolgen etc.. 

Der Beschwerdegegner konnte am 4. November 2011 eigener Darstellung zufol-

ge die Strafanstalt Pöschwies verlassen (act. 9/5), und der Strafvollzug sei im 

Sommer 2013 beendet worden und damit auch die Therapie (act. 9/17 S. 1). Im 

Rechenschaftsbericht für die Zeit vom 26. Juli 2012 bis 31. Juli 2014 ist die Rede 

davon, dass der Beschwerdegegner gemäss eigenen Angaben im Jahr 2008 in 

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Untersuchungshaft gekommen und im März 2012 [aus dem Strafvollzug] entlas-

sen worden sei (act. 9/31 S. 3 oben).  

2.2. Vor diesem Hintergrund sah die Scheidungskonvention im Dezember 2014 

aus sofort einsehbaren Gründen begleitete Besuche von C._____ mit seinem Va-

ter vor, deren Kosten zu Lasten des Vaters gehen sollen. Im Scheidungsurteil 

wurden beim Bedarf des Vaters von insgesamt Fr. 4'232.-- ausdrücklich die Kos-

ten der begleiteten Besuche miteingeschlossen (act. 2 S. 9, act. 4/3 S. 4 oben, 

Dispositivziffer 3./6.). Dass eine - kostspielige - Begleitung auf längere Zeit not-

wendig sein kann, ergibt sich schon daraus, dass eine Bedarfsposition "Kosten 

der begleiteten Besuche" in einem Betrag von monatlich Fr. 515.-- aufgenommen 

wurde, obwohl im damaligen Zeitraum und bereits seit Jahren gemäss unbestrit-

ten gebliebener Sachdarstellung Frau E._____ die Besuche unentgeltlich beglei-

tete (act. 2 S. 9, act. 4/10 S. 4).  

Wenn die Kosten der Besuchsbegleitung heute höher sein sollten als die im Be-

darf berücksichtigten von Fr. 515.-- im Monat, kann der Beschwerdegegner da-

raus nichts für sich ableiten. Die Scheidungskonvention ging nämlich noch von ei-

nem Einkommen des Beschwerdegegners von Fr. 2'317.-- im Monat aus, bei ei-

nem Vermögen von Fr. 913'465.--. Heute ist unbestritten, dass der Beschwerde-

gegner wieder voll erwerbstätig ist und als "Strategic and Financial Officer" eine 

Arbeit und zwei Verwaltungsratsmandate inne hat, erneut verheiratet ist, mit einer 

diplomierten Sozialpädagogin, die als Kinderkrippenleitern arbeitet, und die neue 

Familie B._____ mindestens [ein Jahreseinkommen] von Fr. 180'000.-- und ein 

Vermögen von rund 1 Mio hat (act. 2 S. 10).  

2.3. Die Verhaltensweise des Beschwerdegegners ist auch heute noch im Sinne 

des vorstehend wiedergegebenen Konventionstextes und auch in Anlehnung an 

die Rechtsprechung ursächlich für die begleiteten Besuche: Die mit C._____ be-

fassten Fachpersonen, wie der Kindsvertreter im Scheidungsverfahren, die The-

rapeutin von C._____, Frau D._____, aber auch die mit C._____ über Jahre im 

Vertrauen stehende Person, Frau E._____, können sich unbegleitete Besuche als 

(mittelfristiges) Ziel vorstellen. Gleichzeitig betonen aber alle die latente Überfor-

derung von C._____ durch seinen Vater (act. 4/9 S. 2 unten, act. 4/10 insbeson-

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dere S. 3, S. 4). Sie reden unbegleiteten Besuchen nicht das Wort. Thematisiert 

wird in diesem Zusammenhang auch, ob überhaupt und wann die ganze Wahrheit 

C._____ zumutbar ist und die sich so oder anders ("grosses Geheimnis" versus 

einem Kind nur schwer zu vermittelnde Verbrechen des Vaters zu Lasten seiner 

Mutter) daraus ergebenden Belastungen für das Kind (act. 4/9 S. 3; vgl. auch act. 

4/10 S. 2). Die Therapeutin D._____ hält im Mai 2015 fest, dass es bspw. für 

C._____ nur möglich gewesen sei, in ihrem Beisein dem Vater mitzuteilen, dass 

er sich noch immer eine Besuchsbegleitung wünsche. Der Kindsvater könne auf 

solche Wünsche dann jeweils nicht richtig reagieren, und es sei schwierig für ihn, 

sich in C._____ hineinzuversetzen. Die Arbeit mit dem Kindsvater sei aber gut 

und sie sei nicht der Auffassung, er zeige keine compliance. Es sei nicht ab-

schätzbar, wie C._____ reagiere, wenn er erfahre, was der Kindsvater der Mutter 

angetan habe. Es könne sein, dass C._____ dann gar keinen Kontakt mehr mit 

dem Vater wolle. Einen fixen Zeitrahmen für unbegleitete Besuche sehe sie für 

heikel an (act. 4/10 S. 3 unten). Die Therapeutin betont den Aspekt der Entwick-

lung von C._____, aber auch des Kindsvaters.  

Die jahrelang als Besuchsbegleitung fungierende Vertrauensperson von C._____, 

Frau E._____, hält fest, dass sich C._____ auf die Besuche beim Vater freue, 

während den Besuchen jedoch etwas gehetzt sei (act. 4/10 S. 4). Es sei kein na-

türlicher Umgang, irgendwie künstlich, entspannt sei es nur beim gemeinsamen 

Sportmachen. Am Anfang sei das nicht so gewesen. Der Vater müsse C._____ 

ernster nehmen und keine heile, gekünstelte Welt aufbauen. Der Vater würde 

C._____ zuweilen überfordern und überrumpeln mit seinen Ansprüchen und er-

warte teilweise auch Gegenleistungen. Die Gesprächsführung sei nicht gut, 

obschon der Vater versuche, einen guten Kontakt zu C._____ zu haben. Es 

schwebe ein grosses Geheimnis über C._____ und er nehme eine Abwehrhaltung 

ein; er, C._____, fühle sich teilweise auch schuldig. Sie, Frau E._____, habe das 

Gefühl, die Familie (des Vaters) habe ein schlechtes Gewissen wegen der Straftat 

ihres Sohnes und tabuisiere das Geschehene. Sie würden C._____ total mit Rei-

zen überhäufen und ihm keinerlei Grenzen setzen. C._____ werde im Resultat 

sehr fordernd und verhalte sich unangenehm. Sie, Frau E._____, fühle sich mit 

C._____ stark verbunden. Es sei ihr schon zu viel geworden, insbesondere durch 

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die Involvierung der Grosseltern väterlicherseits, zu Beginn seien es ja nur die 

Besuche im Gefängnis gewesen. Sie habe mit C._____ darüber gesprochen, 

dass für sie die Besuche nicht mehr so ablaufen können, das sei für C._____ 

schwierig gewesen. Die künftigen Besuche müssen nach Auffassung von Frau 

E._____ ohne die Familie (väterlicherseits) stattfinden. C._____ wünsche weiter-

hin ein begleitetes Besuchsrecht im bisherigen Rahmen (einmal pro Monat; act. 

4/10 S. 4 f.).  

C._____ selbst wünscht sich weiterhin die Anwesenheit von Frau E._____, sie 

hätten es gut miteinander, konnte sich aber schliesslich mit einer professionellen 

Besuchsbegleitung einverstanden erklären (act. 9/53).  

2.4. Auch die vom Beschwerdegegner ins Recht gelegten Unterlagen vermögen 

am Ergebnis, dass die Kindesschutzmassnahmen immer noch überwiegend kau-

sal vom Beschwerdegegner zu verantworten sind, nichts zu ändern. Im Gegenteil, 

die von ihm als act. 14/3 eingereichten, im Scheidungsverfahren der Parteien 

produzierten Plädoyernotizen des Kindesvertreters H._____ von August 2013 

zeigen nuanciert und ausgewogen auf, wie die Kindsmutter bemüht ist, C._____ 

einen Umgang mit seinem Vater zu ermöglichen. Der Kindesvertreter geht explizit 

nicht von einer Instrumentalisierung von C._____ durch die Mutter aus (vgl. zum 

Ganzen act. 14/3), und weist vielmehr darauf hin, dass die Genesung der Seele 

bekanntlich eigene Gesetze habe (act. 14/3 S. 5); es für ihn […] nachvollziehbar 

sei, dass eine Frau aufgrund der bekannten Vorgeschichte so traumatisiert ist, 

dass sie eine längere Zeit lang nicht in der Lage ist, dem anderen Elternteil "ver-

nünftig" zu begegnen (act. 14/3 S. 5). Die Beschwerdeführerin war aber immer 

souverän genug, den Kontakt von C._____ zu seinem Vater zu erhalten (act. 

14/3).  

Der Umstand, dass nach der Haftentlassung im März 2012 zunächst keine Eini-

gung über die Besuche des damals siebenjährigen C._____ bei seinem Vater er-

zielt werden konnte (act. 12 S. 5 f., act. 9/31 S. 5 [Rechenschaftsbericht vom 15. 

Oktober 2014]), kann der Beschwerdeführerin nicht im Sinne eines konkurrieren-

den kausalen Verhaltens hinsichtlich der Bezahlung der begleiteten Besuche an-

gelastet werden. Dass die Beschwerdeführerin Zeit brauchte, um sich dem The-

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ma Besuchsrecht widmen zu können, ist allein schon unter Hinweis auf das - vom 

Beschwerdegegner nicht kommentierte - psychiatrische Gutachten von Dr. med. 

I._____ von Februar 2009 verständlich (zitiert nach act. 4/4 S. 21). Mit der Be-

schwerdeführerin und in Anlehnung an die höchstrichterliche Rechtsprechung ist 

festzuhalten, dass der persönliche Verkehr regelmässig zu verweigern bzw. zu 

entziehen ist, wenn ein Elternteil eine Freiheitsstrafe wegen Gewaltdelikten zum 

Nachteil des Kindes oder des anderen Elternteils zu gewärtigen hat. Die Vertrau-

ensperson E._____ war sodann von Oktober 2012 für ein halbes Jahr landesab-

wesend, was dem Gelingen der Besuche auch nicht zuträglich war.  

2.5. Seit Oktober 2013 (act. 12 S. 6 unten) funktionieren die Besuche.  

3. Zusammenfassend sind in Gutheissung der Beschwerde das Urteil des Be-

zirksrats Horgen vom 24. Juni 2016 und der Entscheid der KESB Horgen vom 

30. November 2015 aufzuheben, und es ist festzuhalten, dass die Kosten der be-

gleiteten Besuche vollumfänglich dem Beschwerdegegner aufzuerlegen sind. Der 

vom Beschwerdegegner geltend gemacht Einfluss der Mutter, wonach sie die un-

begleiteten Besuche verzögere, tritt, falls dieser Vorwurf überhaupt zutreffen wür-

de, angesichts der aufgezeigten, auf der Seite des Kindsvaters lastenden Vorge-

schichte, in den Hintergrund. Der Beschwerdegegner hat seine Vaterrolle ernst-

haft und in Selbstbescheidung wahrzunehmen. Massvolle Haltung gegenüber 

C._____ ist angebracht.  

III. 

Ausgangsgemäss wird der Beschwerdegegner kosten- und entschädigungspflich-

tig. Die Entscheidgebühr ist auf Fr. 1'800.-- anzusetzen (§§ 5 Abs. 1 i.V. m. 12 

Abs. 1 GebV). Der Bezirksrat sah davon ab, für sein Verfahren Kosten zu erhe-

ben. Unter Hinweis auf seine Begründung (act. 7 S.13 unten), werden dem Be-

schwerdegegner die Kosten für das bezirksrätliche Verfahren auch heute nicht 

auferlegt.  

Der Beschwerdegegner ist sodann zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen Be-

schwerdeführerin für das Verfahren vor Bezirksrat und vor Obergericht eine Par-

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teientschädigung von insgesamt Fr. 5'400.-- zuzüglich Mehrwertsteuer von 8 % zu 

bezahlen (§§ 4 und 5 Abs. 1 i.V.m. 13 AnwGebV; act. 2 S. 11, act. 12 S. 10).  

Es wird erkannt:  

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, und es werden Dispositiv-Ziff. I. 1. Satz 

und Dispositiv-Ziff. 3 des Urteils des Bezirksrats Horgen vom 24. Juni 2016 

aufgehoben.  

Dispositiv-Ziff. 1 des Beschlusses der KESB Horgen vom 30. November 

2015 (Beschluss Nr. 2015-A2-447) lautet neu wie folgt: "Die Kosten für die 

professionelle Besuchsbegleitung werden dem Kindsvater auferlegt." 

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'800.-- festgesetzt und dem Beschwerde-

gegner auferlegt. 

3. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin für das 

Verfahren vor Bezirksrat und vor Obergericht eine Parteientschädigung von 

Fr. 5'400.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zu bezahlen.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beschwerdeführerin unter Bei-

lage von act. 12 und act. 14/2-3, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehör-

de Bezirk Horgen, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt 

des Kantons Zürich) sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten – 

an den Bezirksrat Horgen, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich in der Hauptsache um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

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Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Würsch 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 29. September 2016
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, und es werden Dispositiv-Ziff. I. 1. Satz und Dispositiv-Ziff. 3 des Urteils des Bezirksrats Horgen vom 24. Juni 2016 aufgehoben.
	Dispositiv-Ziff. 1 des Beschlusses der KESB Horgen vom 30. November 2015 (Beschluss Nr. 2015-A2-447) lautet neu wie folgt: "Die Kosten für die professionelle Besuchsbegleitung werden dem Kindsvater auferlegt."
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'800.-- festgesetzt und dem Beschwerdegegner auferlegt.
	3. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor Bezirksrat und vor Obergericht eine Parteientschädigung von Fr. 5'400.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beschwerdeführerin unter Beilage von act. 12 und act. 14/2-3, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Horgen, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie – u...
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...