# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93454f79-f779-5b08-aea7-68567f8cc658
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.04.2024 725 22 245 / 83 (725 2022 245 / 83)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-22-245---83_2024-04-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. April 2024 (725 22 245 / 83) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Würdigung des Gerichtsgutachtens; Endzustand 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Jan Herrmann, Rechtsan-
walt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A.a Der 1972 geborene A.____ hatte seit dem 1. Juli 2017 Anspruch auf Arbeitslosenent-
schädigung und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obliga-
torisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 12. Oktober 2017 im Strassenverkehr 
verunfallte. A.____ bog mit seinem Auto nach links ab, wobei zeitgleich ein anderer Fahrer die 
Fahrzeugkolonne auf der linken Fahrspur mit der Absicht, ebenfalls nach links abzubiegen, über-
holte. In der Folge prallte das überholende Fahrzeug mit seiner rechten Frontpartie auf die hintere 
linke Seite des Autos des Versicherten, wodurch dieses um 90 Grad gedreht wurde. Am 2. 

 

 
 
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November 2018 erlitt A.____ einen zweiten Verkehrsunfall, als er im Stau stand und das Fahr-
zeug hinter ihm durch ein Tram nach vorne geschleudert wurde und in sein Auto fuhr. Anlässlich 
der beiden Unfälle erlitt er jeweils ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) und unter 
anderem Verletzungen an der linken Schulter. Die Suva anerkannte für beide Ereignisse ihre 
Leistungspflicht. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2019 schloss die Suva die Verfahren betreffend 
die beiden Unfälle vom 12. Oktober 2017 und 2. November 2018 per 31. Dezember 2019 ab und 
stellte die Versicherungsleistungen auf diesen Zeitpunkt ein. Zur Begründung wurde ausgeführt, 
dass aufgrund der Abklärungen keine strukturellen Unfallfolgen in Bezug auf das Schleuder-
trauma der HWS gegeben seien. Die nicht organisch begründeten Beschwerden seien aufgrund 
der Rechtsprechung nicht adäquat kausal auf die Unfallereignisse zurückzuführen. Was die 
Schulterbeschwerden links betreffe, so sei aufgrund der kreisärztlichen Beurteilung der Zustand, 
wie er ohne die Unfälle vorliegen würde, eingetreten (status quo sine). Eine gegen diese Verfü-
gung erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 4. August 2020 ab.  
 
A.b Nachdem A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Jan Herrmann, Beschwerde beim Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), erhoben 
hatte, hob das Kantonsgericht mit Urteil vom 4. März 2021 den angefochtenen Einspracheent-
scheid auf und wies die Angelegenheit zur weiteren Abklärung bzw. zur versicherungsexternen 
Begutachtung an die Suva zurück.  
 
A.c  Gestützt auf das von der Suva eingeholte Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Ortho-
pädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 24. November 2021 bestätigte die Suva 
mit Verfügung vom 16. März 2022 die Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Dezember 
2019. Sie hielt fest, es würden über diesen Zeitpunkt hinaus keine strukturellen Unfallfolgen mehr 
vorliegen, auf welche die beklagten Beschwerden zurückzuführen seien. Zudem hielt sie fest, 
dass die nicht organisch nachweisbaren Beschwerden nicht adäquat kausal auf die Unfälle zu-
rückzuführen seien. Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Ent-
scheid vom 19. Juli 2022 ab. 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Jan 
Herrmann, Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte, der angefochtene Entscheid sei auf-
zuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen zurück-
gehend auf die Unfallereignisse vom 12. Oktober 2017 und vom 2. November 2018 zuzuspre-
chen und auszurichten. Es seien ihm über das Einstellungsdatum per 31. Dezember 2019 hinaus 
bis auf Weiteres die kurzfristigen Leistungen in Form von Taggeldern und der Übernahme von 
Heilungskosten zuzusprechen und auszurichten. Es sei ihm zu gegebener Zeit nach Erreichen 
des medizinischen Endzustands, eine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Basis eines Invaliditätsgra-
des von mindestens 10 % zuzusprechen und auszurichten. Es sei ihm zu gegebener Zeit nach 
Erreichen des medizinischen Endzustands, eine Integritätsentschädigung auf Basis eines Integ-
ritätsschadens von mindestens 5 % zuzusprechen und auszurichten. Eventualiter sei eine ge-
richtliche medizinische Expertise einzuholen und im Anschluss daran, neu über seinen Anspruch 
zu entscheiden. Des Weiteren sei ihm die unentgeltliche Verbeiständung zu bewilligen.  
 

 

 
 
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C. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2022 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerde-
führer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Jan Herr-
mann als Rechtsvertreter. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 28. November 2022 beantragte die Suva die Abweisung 
der Beschwerde. 
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 4. Mai 2023 gelangte das Kantonsgericht zur Auffas-
sung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die medizinische Ak-
tenlage nicht möglich sei. Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und ein orthopädisches 
Gerichtsgutachten bei Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, Academy of Swiss Insurance Medicine (asim), einzuholen. Gleichzeitig 
unterbreitete das Gericht den Parteien den Entwurf des Auftrages an die asim sowie den vorge-
sehenen Fragenkatalog.  
 
F. Das von Dr. C.____ erstellte Gerichtsgutachten datiert vom 8. November 2023. In der 
Folge wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, sich zum Gutachten sowie zu den Auswirkun-
gen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch zu äussern. Der Beschwerdefüh-
rer nahm mit Schreiben vom 21. November 2023 zum Gutachten Stellung und beantragte, die 
Beschwerde sei gutzuheissen. Mit Schreiben vom 1. Februar 2024 führte die Beschwerdegegne-
rin aus, sie halte am Antrag, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, fest.  
 
G. Mit Eingabe vom 14. Februar 2024 führt der Beschwerdeführer aus, dass die Einschät-
zung der Suva teilweise schwer verständlich sei. Fakt sei, dass das Gerichtsgutachten bestätige, 
dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Parkettleger voll arbeits- und 
berufsunfähig sei. Es sei deshalb erstaunlich, dass die Beschwerdegegnerin nach wie vor keine 
unfallkausale Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anerkenne. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss 
Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache-
entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Be-
schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni-
gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 
hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kan-
tonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ver-
fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und 

 

 
 
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formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 12. September 2022 ist demnach 
einzutreten. 
 
2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen für die 
Unfallereignisse vom 12. Oktober 2017 und vom 2. November 2018 zu Recht per 31. Dezember 
2019 eingestellt hat. 
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit-
ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, 
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG ge-
währt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles 
zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche 
Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG An-
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente fest-
gesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung 
gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
2.2 Die vorübergehenden Leistungen, wie Taggelder und Heilbehandlung, hat der Unfallver-
sicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 
sind – nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine 
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu 
und ist ein Endzustand eingetreten, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen 
mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruches auf eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsent-
schädigung abzuschliessen (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Einstellung der vorübergehenden Leistun-
gen und der Fallabschluss mit der Prüfung der Rentenfrage und der Integritätsentschädigung 
hängen derart eng zusammen, dass von einem einheitlichen Streitgegenstand auszugehen ist 
(vgl. BGE 144 V 354 E. 4.2). 
 
2.3 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 
dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva-
lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs 
nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö-
rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis im Sinne einer Teilursache zusammen mit 

 

 
 
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anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträch-
tigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die 
eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 337 E. 1 mit 
weiteren Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö-
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwen-
dende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden 
Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt 
für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Es 
ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläu-
fen als die wahrscheinlichste gewürdigt wird (vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a und 208 
E. 6b). 
 
2.4.1 Für eine Bejahung der Leistungspflicht des Unfallversicherers muss zwischen dem Un-
fallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein adäquater 
Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate 
Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er-
scheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 
123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges 
zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch 
der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechts-
frage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist 
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2010, 8C_626/2010, E. 5; BGE 112 V 30 E. 1b).  
 
2.4.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als recht-
liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Anders verhält es sich bei natürlich 
unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Be-
urteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf des geltend gemachten Unfaller-
eignisses auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. 
Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Aus-
schluss psychischer Aspekte geprüft (sogenannte Psycho-Praxis; BGE 115 V 133), während 
nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirn-
traumen anwendbaren sogenannten Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen 
physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 
mit Hinweisen).  
 
2.5 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

 

 
 
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Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, 
wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestan-
den hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-
gen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 
(Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich 
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine an-
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei 
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl 
im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mas-
sgebend (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 2015, 8C_294/2015, E. 3.2 mit Hinweisen). 
 
3.1 Der Sozialversicherungsprozess wird vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 61 
lit. c ATSG). Das Sozialversicherungsgericht hat danach von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt nicht 
uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien (vgl. BGE 122 V 
158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c je mit Hinweisen). Im Übrigen schliesst der Untersuchungsgrundsatz 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungs-
prozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Be-
weislosigkeit der Entscheid zuungunsten der Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebe-
nen Sachverhalt Rechte ableiten will (ULRICH MEYER-BLASER, Die Rechtspflege in der Sozialver-
sicherung, in: Basler Juristische Mitteilungen [BJM] 1989, S. 32). Diese Beweisregel greift Platz, 
wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf dem Weg 
der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr-
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b; MEYER-
BLASER, a.a.O., S. 32). 
 
3.2 Für die Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheits-
zustandes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im 
Bereich der Medizin – ist die Verwaltung bzw. das Gericht regelmässig auf Unterlagen angewie-
sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne 
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies be-
deutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stam-
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zu-
verlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei ei-
nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-
samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 
auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 
demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

 

 
 
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Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak-
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 
160 E. 1c). 
 

3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  

 
3.3.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende 
Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise 
widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender 
Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner ge-
rechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht 
als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, 
dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 
Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht 
(BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
3.3.2 Im Weiteren ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten ex-
terner Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
4. Die Suva stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentli-
chen auf das orthopädische Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 
24. November 2021. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 
4. Mai 2023 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass dem orthopädischen Gutachten 
von Dr. B.____ keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Das Kantonsgericht führte im 
Wesentlichen aus, dass – entgegen der Auffassung der Gutachterin – eine allgemeine Erfah-
rungsregel für sich allein nicht geeignet sei, den erforderlichen Nachweis für das Dahinfallen jeder 
kausalen Bedeutung des Unfalls zu erbringen. Die Geltung einer solchen abstrakten Vermutung 
im konkreten Fall müsse anhand der einzelnen Umstände nachvollziehbar dargetan werden. 
Wenn die Gutachterin einerseits einen Schulterhochstand als heutige einzige Ursache der Funk-
tionseinschränkungen und der Schmerzen anerkenne, bedürfe es für die Annahme des Wegfalls 
der Unfallkausalität und insbesondere auch des Wegfalls einer Teilursache einer nachvollziehba-
ren Begründung. Eine solche sei vorliegend nicht gegeben. Auch berücksichtige die Gutachterin 

 

 
 
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in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit weder die funktionellen Einschränkungen noch die Schmerzsi-
tuation. Zudem beziehe Dr. B.____ zu den Berichten der behandelnden Ärzte nicht Stellung. Zu-
sätzlich ergebe sich, dass der Gutachterin offenbar nicht alle Vorakten vorgelegen hätten. Die 
Argumentation der Gutachterin bzw. der Suva laufe letztlich darauf hinaus, dass der Schulter-
hochstand nicht erklärt werden könne, weshalb er auch nicht kausal zum Unfall sein könne. Nach-
dem aber – wie bereits ausgeführt – die Gutachterin die Funktionseinschränkungen und Schmer-
zen als objektivierbar und plausibel bzw. glaubwürdig anerkenne, sei dieser Schluss nicht nach-
vollziehbar (vgl. die ausführliche Begründung im Beschluss vom 4. Mai 2023).  
 
Das Kantonsgericht erachtete das Gutachten von Dr. B.____ folglich als nicht beweiskräftig. und 
gab mit Schreiben vom 27. Juni 2023 ein Gerichtsgutachten bei der asim in Auftrag.  
 
5.1 Am 8. November 2023 ergeht das orthopädische Gerichtsgutachten der asim bzw. von 
Dr. C.____. Der Gerichtsgutachter hält mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagno-
sen fest: 

 Status nach Sternoklavikulargelenk(SC)-Subluxation links beim Ereignis vom 12. Okto-
 ber 2017 
 - mit Gelenksspalterweiterung von 7mm (ICD 10:S43.2) 
 - fokale Knorpelläsion Grad II-IV an der zentralen klavikulären Gelenkfläche des linken  
  SC-Gelenks mit subchontraler Knochenzyste und Knochenmarködem. 
 
Im Wesentlichen führt Dr. C.____ aus, der Unfallmechanismus vom 12. Oktober 2017 und die 
damit verbundenen Kräfte seien ausreichend gewesen, um eine SC-Gelenksverletzung zu verur-
sachen. Die Gelenksspalterweiterung sei erstmalig durch Dr. H.____ am 31. August 2018 gestellt 
worden, der ein CT und ein MRT veranlasst habe, welche die Erweiterung des linken Gelenk-
spalts objektiviert hätten (MRT vom 24. September 2018). Die darauffolgenden radiologischen 
Untersuchungen hätten diese strukturell obbjektivierbare Veränderung wiederholt bestätigt (MRT 
vom 15. Juni 2023). Die Einschätzung der Versicherungsmedizin Suva, dass im Bereich des SC-
Gelenks keine strukturelle Läsion bestehe, sei somit nicht nachvollziehbar. Auch die Einschät-
zung der Vorgutachterin Dr. B.____ sei nicht nachvollziehbar, da diese einerseits eine Kapsel-
Bandverletzung diagnostiziere, was eine strukturelle Schädigung darstelle, andererseits aber 
festhalte, dass ein strukturelles Korrelat fehle. Dass der Beschwerdeführer mit dieser Verletzung 
am SC-Gelenk seine angestammte Tätigkeit als Parkettleger nicht mehr ausführen könne, sei 
nachvollziehbar. Die SC-Gelenksproblematik sei überwiegend wahrscheinlich ausschliesslich un-
fallkausal. 
 
Schädigungen an der Rotatorenmanchette selbst, also an der linken Schulter, im Sinne eines 
objektivierbaren strukturellen Schadens hätten zwar nicht erhoben werden können, die Schulter-
bewegungen würden aber zu einer Mitbewegung des SC-Gelenks führen, was wiederum eine 
muskuläre Aktivierung von Schmerzen verursache. Der Gerichtsgutachter verweist diesbezüglich 
auf Dres. med D.____ und E.____ wie auch auf Dres. med. F.____ und G.____, die diese Ein-
schätzung teilen würden. 
 

 

 
 
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Es würden keine Beschwerden im Bereich der HWS, der Hüfte links und des Ellenbogens rechts 
mehr bestehen. Der Gutachter geht davon aus, dass diesbezüglich durch die Unfälle eine vo-
rübergehende Verschlimmerung erfolgt, diese aber nach sechs Monaten vollständig abgeheilt 
sei.  
 
5.2 Aus dem Gutachten ergibt sich, dass mit der Verletzung des SC-Gelenks eine richtungs-
weisende Verschlimmerung eingetreten ist, was der Gutachter bei den Antworten unter Ziff. 3.2 
so hätte festhalten müssen. Stattdessen führt er an dieser Stelle lediglich aus, dass eine vorüber-
gehende Verschlimmerung bezüglich HWS und linkem Hüftgelenk vorliege. Gestützt auf die Aus-
führungen des Gerichtsgutachters ist davon auszugehen, dass dieser die vorhergehende Argu-
mentation bezüglich des SC-Gelenks als dermassen offensichtlich erachtete, dass er darauf ver-
zichtet hat, bei der Beantwortung der Fragen darauf zurückzukommen. Würde man davon aus-
gehen, dass der Gutachter in Bezug auf das SC-Gelenk keine richtungsweisende Verschlimme-
rung als gegeben erachtete, würde seine Feststellung, dass durch die SC-Gelenksveränderung 
die angestammte Tätigkeit als Parkettleger gar nicht mehr möglich sei, keinen Sinn ergeben. Eine 
deutliche Klarstellung wäre aber unter Ziff. 3.2 wünschenswert gewesen. Aus dem Zusammen-
hang des Gutachtens ist jedoch klar, dass bezüglich der SC-Gelenksverletzung eine richtungs-
weisende Verschlimmerung vorliegt. Somit erübrigt sich auch eine Nachfrage beim Gerichtsgut-
achter. Des Weiteren hält der Gerichtsgutachter fest, der Endzustand sei per 22. Juli 2020 er-
reicht. Er verweist dabei auf Dr. G.____, welcher mit Bericht vom 22. Juli 2020 festhält, dass 
therapeutisch keine Besserung mehr erreicht werden könne. In den vorherigen Berichten war Dr. 
G.____ jeweils noch davon ausgegangen, dass eine Besserung möglich sei.  
 
6.1 Was die Suva gegen das Gutachten vorbringt überzeugt nicht. Zur Begründung führt die 
Suva im Wesentlichen aus, der Gerichtsgutachter komme zum Schluss, dass die Beschwerden 
an der HWS, der linken Hüfte und dem rechten Ellenbogen nicht (mehr) unfallkausal seien und 
zudem keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeigen würden. In Bezug auf die linke Schul-
ter bestehe gemäss Gutachten ein Status nach SC-Subluxation links mit Gelenkspalterweiterung 
und fokaler Knorpelläsion, wobei diese Befunde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers hätten. Im Untersuchungszeitpunkt habe sich eine eingeschränkte Beweglich-
keit der linken Schulter gezeigt sowie ein Schulterhochstand. Diese funktionelle Bewegungsein-
schränkung habe sich nicht hinreichend mit den objektivierbaren strukturellen Veränderungen im 
Bereich der Schulter erklären lassen, sie sei vielmehr auf ein Schmerzvermeidungsverhalten des 
Beschwerdeführers zurückzuführen. Dieses Schmerzvermeidungsverhalten sei gemäss Gutach-
ten grundsätzlich überwindbar. Somit könne fachorthopädisch eine funktionelle Bewegungsein-
schränkung angenommen werden, welche überwiegend wahrscheinlich durch die linksseitige 
SC-Gelenkssymptomatik unterhalten werde, ohne dass sie auf eine objektivierbare strukturelle 
Schädigung der linken Schulter als solche zurückgeführt oder mit einer solchen erklärt werden 
könne. Damit sei der Schluss zu ziehen, dass zwar eine unfallkausale strukturelle Schädigung 
der Schulter vorliege, diese jedoch nicht zu einer dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
führe. Dass der Gutachter die Schulterverletzung als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä-
higkeit aufführe, sei deshalb nicht nachvollziehbar. Die Suva sehe deshalb keinen Grund, vom 
Fallabschluss per 31. Dezember 2019 abzuweichen.  
 

 

 
 
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6.2 Wie unter Ziff. 5.2 dargelegt, ergibt sich aus dem Zusammenhang des Gutachtens, dass 
bezüglich der SC-Gelenksverletzung eine richtungsweisende Verschlimmerung stattgefunden 
hat. Der Gutachter hält fest, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Versicherungsmedizin Suva 
beurteilt habe, dass im Bereich des SC-Gelenks keine strukturellen Läsionen bestehen würden. 
Aus dem Gutachten geht zweifelsfrei hervor, dass im SC-Gelenk strukturelle Läsionen vorliegen, 
die auch mehrfach dokumentiert und festgehalten worden sind, so auch durch Dr. G.____ und 
die Vorgutachterin Dr. B.____. Diese strukturellen Veränderungen sind gemäss Gutachter mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 12. Oktober 2017 zurückzuführen. In 
Bezug auf die linke Schulter hält der Gutachter fest, dass die beobachtete muskuläre Dysbalance 
funktionell erklärt werden kann. Die Schulterbewegungen führen zu einer Mitbewegung des SC-
Gelenks, was eine Symptomatik/Schmerzen im linksseitigen SC-Gelenk auslöst, was wiederum 
zu einer muskulären Aktivierung mit Schmerzen führt. Diese Beurteilung wird im Übrigen auch 
von diversen weiteren Ärzten geteilt. Der Beschwerdegegnerin ist zwar insofern zuzustimmen, 
dass die festgestellte funktionelle Bewegungseinschränkung grundsätzlich überwindbar wäre. 
Der Gutachter legt aber überzeugend dar, dass die Bewegungseinschränkung vorliegend eben 
doch nicht überwindbar ist, weil sie durch die linksseitige SC-Gelenksymptomatik, welche durch 
die objektivierbar strukturelle Schädigung des SC-Gelenks verursacht wird und ausschliesslich 
auf das Unfallereignis zurückzuführen ist, unterstützt wird. Damit wird nachvollziehbar dargelegt, 
weshalb die funktionelle Bewegungseinschränkung und das Schmerzvermeidungsverhalten nicht 
überwindbar sind und folglich die Diagnose zu Recht als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
aufgeführt wurde.  
 
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin erweist sich das Gerichtsgutachten als um-
fassend, nachvollziehbar und überzeugend, weshalb darauf abzustellen ist.  
 
7. Zusammenfassend ergibt sich aus den obigen Erwägungen, dass sowohl die SC-
Gelenksymptomatik als auch die Bewegungseinschränkung der linken Schulter unfallbedingt 
sind. Nachdem sich die Beweglichkeit und die Schmerzsituation durch die medizinischen Thera-
pien in den ersten Jahren verbessert hat, konnte ab 22. Juli 2020 keine Verbesserung der Situa-
tion mehr erzielt werden, weshalb der medizinische Endzustand zu diesem Zeitpunkt erreicht war. 
Auch wenn die diesbezügliche Begründung durch den Gerichtsgutachter knapp ausgefallen ist, 
besteht entgegen der Auffassung der Suva kein Grund, von dieser Einschätzung abzuweichen. 
Der Fallabschluss ist somit auf diesen Zeitpunkt zu terminieren. Demzufolge hat die Suva die 
Taggeldleistungen und Heilbehandlungskosten bis zum 22. Juli 2020 zu übernehmen. Insofern 
ist die Beschwerde gutzuheissen.  
 
8. Mit dem Fallabschluss per 22. Juli 2020 ist gemäss Art. 19 UVG über den Anspruch einer 
Rente und gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG über eine allfällige Integritätsentschädigung zu befinden. 
Da sich aus dem Gerichtsgutachten lediglich ergibt, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner 
SC-Gelenksverletzung die angestammte Tätigkeit als Parkettleger nicht mehr zumutbar ist, an-
sonsten aber keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit vorliegen, kann zum jetzigen Zeitpunkt weder 
über den Rentenanspruch noch über die Integritätsentschädigung entschieden werden. 
 

 

 
 
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9. Gestützt auf die obigen Erwägungen ergibt sich, dass der Einspracheentscheid vom 
19. Juli 2022 aufzuheben und die Angelegenheit an die Suva zur weiteren Abklärung und zum 
Entscheid über die Frage der Invalidenrente und der Integritätsentschädigung zurückzuweisen 
ist. Dabei wird die Suva davon auszugehen haben, dass die Sternoklavikulargelenkverletzung 
unfallkausal, die angestammte Tätigkeit als Parkettleger dem Beschwerdeführer nicht mehr zu-
mutbar und der Endzustand per 22. Juli 2020 zu terminieren ist.  
 
10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. 
 
10.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 4. Mai 2023 ausführlich dargelegt, lag dem 
angefochtenen Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 19. Juli 2022 ein in medizini-
scher Hinsicht ungenügend abgeklärter Sachverhalt zugrunde. Demzufolge sind die Kosten für 
das Gerichtsgutachten in der Höhe von insgesamt Fr. 5'642.50 gemäss den beiden Rechnungen 
vom 30. November 2023 (Fr. 5'500.--) und vom 31. Dezember 2023 (Fr. 142.50 Dolmetscherkos-
ten) der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 502 E. 4.4). 
 
10.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Nachdem die Beschwerde gutzuheissen ist, hat die Beschwerdegegnerin dem Be-
schwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. In seiner Honorarnote hat der Rechts-
vertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von insgesamt 18 Stunden (16,25 Stunden für 
den Zeitraum 2022/23 und 1,75 Stunden für das Jahr 2024) geltend gemacht, was angesichts 
der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Die Bemühungen 
sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur An-
wendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden 
sind ferner die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 301.80 im Zeitraum 
2022/2023 und von Fr. 16.-- im Jahr 2024. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 
demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5'190.60 (16,25 Stunden à Fr. 250.-- + 
Auslagen von Fr. 301.80 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer sowie 1,75 Stunden à Fr. 250.-- + Fr. 
16.-- zuzüglich 8,1 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 
 
11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 

 

 
 
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es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2).  
 
11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor-aus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einsprache-
entscheid der Suva vom 19. Juli 2022 aufgehoben und die Angelegen-
heit zur Festsetzung der Leistungen im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die Suva zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

Die Kosten für das Gerichtsgutachten der asim vom 8. November 2023 
in der Höhe von insgesamt Fr. 5'642.50 werden der Beschwerdegegne-
rin auferlegt.  

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 5'190.60 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer auf 
den Betrag von Fr. 4'364.30 bzw. 8,1 % Mehrwertsteuer auf den Betrag 
von Fr. 453.50) zu bezahlen. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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