# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5baa1d3-7607-5a03-acf0-0192f7391d88
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-30
**Language:** de
**Title:** Polydisziplinäres Gutachten
**Docket/Reference:** IV.2012.00545
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00545.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00545
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil
vom
30. September 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Martin Hablützel
schadenanwaelte.ch
Alderstrasse
40, Postfach 517, 8034 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1973,
reiste am 19. Februar 2008 von
Y.___
in die Schweiz ein und
arbeitete seit
dem
2
2.
Februar 2008 als Koch
/Küchenchef
im
Rist
orante
Z.___
(
A.___
AG)
in
B.___
(
Urk.
8/13/1-3 und
Urk.
8/20/2). A
m 29. April 2008
wurde er
von einem Auto angefahren
und erlitt diverse Verletzungen (Unfallmeldung vom 5. Mai 2008, Urk. 8/1/1). Im erstbehandelnden
C.___
wurden die Diagnosen einer
Radius
schaftfraktur
links, einer Schulterkontusion rechts sowie eine
r
Riss-/Quetsch
wunde im linken Mittelgesicht gestellt (Medizinische Beurteilung der
D.___
B.___
,
D.___
, vom 24. März 2010, Urk. 8/70/22). Die für Leistungen nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) zuständige National Versicherung trat auf den Schaden
ein und gewährte Heil
behandlung
und Taggeld.
Am 16. September 2008 meldete sich der Versicher
te wegen Beschwerden infolge
der
dislozierten
Radiusschaftfraktur
links, die er sich bei diesem Unfall zugezogen hatte, bei der IV-Stelle des Kantons
E.___
zur Früherfassung (
Urk.
8/2).
A
m 18. Mai 2009
meldete sich
X.___
– nachdem er
mit seiner Familie
nach
F.___
umgezogen war -
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/13). Die IV-Stelle liess einen Auszug aus de
m individuellen Konto
(
IK-Auszug vom 27. Mai 2009,
Urk.
8/17)
erstellen
und
holte den
Arbeitgeber
bericht
der
A.___
AG
vom 9. Juni 2009 (
Urk.
8/20)
ein. Mit Kündigungsschreiben vom 13. Juni 2009 löste die Arbeitgeberin das Arbeits
verhältnis per 31. Juli 2009 auf (Urk. 8/22/4). Die IV-Stelle zog
die Akten der National Versicherung
(
Urk.
8/22)
,
den Bericht von
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 7. Juli 2009 (
Urk.
8/26/6-7)
und
den Bericht
der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
C.___
vom 16. Dezember 2009 (
Urk.
8/37/1
5)
bei und nahm die
Bericht
e
von
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH,
vom 11. Februar 2010 (
Urk.
8/39/5
), der
I.___
vom 10. Mai 2010 (
Urk.
8/55/1-3)
und
des
J.___
vom 4. Juni 2010
(Eingangs
datum,
Urk.
8/57/1-5), die Bescheinig
ung über die Beitragsjahre des Versicher
ten
in
Y.___
vom
24. August 2010
und den IK-Ausz
ug vom 4. Juni 2010 (
Urk.
8/61
)
zu den Akten
. Am 7. September 2010
beantragte
X.___
eine
Umschulung (
Urk.
8/63).
In der Folge
gab
die IV-Stelle bei der MEDAS
K.___
(nachfolgend:
K.___
)
,
L.___
, ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 14. Mä
rz 2011
erstattet wurde
(
Urk.
8/76
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 25. Januar 201
1 [richtig: 2012]
,
Urk.
8/91, und Einwand vom 21. Februar 2012,
Urk.
8/95) wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren
des Versicherten
mit Verfügung vom 5. April 2012
mit der Begründung ab, dass
dieser
nach dem am 29. Apri
l 2008 erlittenen Unfall
bereits
ab dem 1. August 2008
als Koch
wieder
zu 90
%
arbeitsfähig gewesen
und das Wartejahr damit nicht erfüllt sei (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Hablützel, am 15. Mai 2012 Beschwerde mit
folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1
):
„1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin sei aufzuheben.
%1.
Es sei eine Rente für einen beschränkten Zeitraum zuzusprechen und es sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, Eingliederungsmassnahmen (
Art.
8 ff.
IVG) o
der Massnahmen beruflicher Art
(
Art.
15 ff. IVG) durchzuführen.
%1.
Zugleich sei eine gerichtlich angewiesene unabhängige
p
olydisziplinäre
Be
gutachtung in den Fachdisziplinen
Neurologie, Neuropsychologie/
Psychia
trie/
Anästhesiologie vorzunehmen
.
Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MwSt. von 8
%
zulasten der Beschwerdegegnerin.“
In prozessualer Hinsicht
ersuchte der Beschwerdeführer um Bewilligung der un
entgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (
Urk.
1). Mit
Beschwerde
antwort
vom 19. Juni 2012 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 21. Juni 2012 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes
über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss
Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu er
halten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen er
füllt sind (
Abs.
1).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (
Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (
Abs.
2). Nach Massgabe von Artikel 16 Absatz 2 Buchstabe c besteht der Anspruch auf Leistungen unabhän
gig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (
Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in (
Abs.
3):
medizinischen Massnahmen (
lit
. a);
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliede
rung (
lit
.
a
bis
);
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Aus
bildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe,
lit
. b);
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Um
schulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Dr.
G.___
diagnostizierte in seinem Bericht vom 7. Juli 2009 einen Status nach Plattenosteosynthese einer dislozierten
Radiusschaftfraktur
links vom
2.
Mai 2008 mit/bei peripherem neuropathischem Schmerzsyndrom im Bereich der distalen oberen Extremität unklarer Ätiologie. In der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
sei der Beschwerdeführer seit dem 16. März 2009 bis zur
Metallent
fernung
, die im Herbst 2009 vorgesehen sei, zu 100
%
arbeitsunfähig. Vorgän
gig hätten mehrere Phasen von Teilarbeitsfähigkeit bestanden, wobei diese zu prompten Exazerbationen der Beschwerden geführt hätten.
Um eine Prognose bezüglich der weiteren Belastbarkeit stellen zu können, müsse das Resultat des operativen Eingriffs abgewartet werden (
Urk.
8/26/6-7).
2.2
Med.
pract
.
M.___
von der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
C.___
berichtete am
16. Dezember 2009
, dass am 21.
Okto
ber 2009 die
Osteosynthese
m
aterialentfernung
vorgenommen worden sei.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Koch sei der Beschwerdeführer vom 30. April 2008 bis Februar 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig. Behinderungsangepasste Tätig
keiten, bei denen vor allem die rechte Hand benutzt werde, sollten ohne Ein
schränkung durchgeführt werden können (
Urk.
8/37/3-4).
2.3
Dr.
H.___
stellte in sei
nem Bericht vom 11. Februar 2010
folgende Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/39/5):
Multiple chronische Beschwerden seit
Verkehrsunfall vom 29. April 2008
-
ein
persis
tie
rendes Vorderarm- und Armschmerzsyndrom bei Status nach kompli
zierter
Radiu
sschaftfraktur
,
Osteosynthe
sem
ateri
alentfernung
am 21. Oktober 2009
-
ein
Verdacht auf
ein
peripheres neuropathisches Schmerzsyndrom Vordera
rm links mit diffusen
Hypä
st
h
esien
und Kraftverlust
-
chronische
,
links
frontale
Kopfschmerzen und Spannungskopfschmerzen
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Adipo
sitas (Body Mass Index 36). Seit dem Unfall vom 29. April 2008 sei der Beschwer
deführer
-
mit kurzzeitigen Unterbrüchen von 50%iger Arbeitsun
fähigkeit
-
zu 100
%
arbeitsunfähig. Es sei unklar, wie lange die aktuelle 100%ige A
rbeitsunfähigkeit bestehen werde
(
Urk.
8/39/5).
2.4
Die behandelnden Ärztinnen
der
I.___
hielten
in ihrem Bericht vom 10. Mai 2010
im Wesentlichen die gleichen Diagnosen wie
Dr.
H.___
fest (vgl. E. 2.3)
und erklärten,
dass der Beschwerdefüh
rer zwischen dem 8. Februar
und
d
em 8. März 2010 bei ihnen in stationärer Behandlung/Kur gewesen sei.
In der
zu
letzt ausgeübten Tätigkeit als Koch sei der Beschwerdeführer während der stationären Behandlung z
u 100
%
arbeitsunfähig gewesen
(
Urk.
8/
55/1-3).
2.5
Dr.
med.
N.___
vom
J.___
führte
in seinem Bericht vom 4. Juni 2010 (Eingangsdatum) als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein posttraumatisches Kopfweh, Klassifikation als Migräne ohne Aura, seit 20
08, und (2) einen Verdacht auf einen
Medika
mentenübergebrauchs-Kopfschmerz
, seit 2009
,
an
.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien (1) eine Adipositas und (2) eine
rezidivierende Epistaxis
. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Koch bestehe seit 2008 bis auf
Weiteres
eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit (richtig wohl: Arbeitsfähigkeit). Eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit sei gegebenenfalls noch während zwei bis drei Stun
den pro Tag möglich (
Urk.
8/57/2-4).
2.6
Die
K.___
-Gutachter
nannten in ihrer polydisz
i
plinären Expertise vom 14
. März 2011 folgende
Diagnose
n
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/76/21):
Chronische Weichteilschmerzen am linken Vorderarm
-
Status nach Plattenosteosynthese am Radius links (3,5 DCP 9-Loch-Platte) am
2.
Mai 2008 wegen dislozierter Radiusfraktur links
-
Status nach
Osteosynthese
m
aterialentfernung
am 20. Oktober 2009
O
hne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
diagnostizierten
sie
(
Urk.
8/76/21):
(1)
eine
Hypä
st
h
esie des I, IV und V Fing
ers der linken
Hand nach Radiusfraktur unkla
rer
Ätiologie
(2)
posttraumatische chronische Kopfschmerzen, nicht näher zu klassifizieren
(3)
ein
en
Status nach
Claviculafraktur
links 2002
(4)
ein
en
Status nach Sinusitis
frontalis
rechts 2010
(5)
eine Adipositas
(6)
ein
en
Status nach Tonsillektomie
Die
K.___
-
Gutachter gaben an
, dass die Einschränkungen des Beschwerdeführers rheumatologisc
her Natur seien. D
ie neurologische Pathologie
und die
Psyche
würde
n
k
eine Leistungsmind
erung rechtfertigen
.
Aus rheumatologischer Sicht könne
er als Koch seit dem 1. August 2008 ganztags mit einer 10%igen
Leis
tu
ngseinbusse
tätig sein
. Zuvor sei er in der Periode vom 29. April bis 31. Juli 2008 zu 0
%
arbeit
sfähig gewesen. In einer angepassten
Tätigkeit
habe die Arbeitsfähigkeit ab dem 1. August 2008
100
%
betragen
(
Urk.
8/76/24-26).
2.7
Dr.
med.
O.___
, Facharzt für Neurochirurgie
FMH, von der Schmerzklinik des
P.___
hielt in seinem ans
J.___
gerichteten Bericht vom 31. August 2011 die Diagnose eines oberen und unteren
Cervicalsyndroms
mit migräneartigen Kopfschmerzattacken ohne Aura nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule im Rahmen eines Un
fall
s
am 29. April 2008 fest.
Falls
der Beschwerdeführer von den
empfohlenen
Infiltrationsbehandlungen
nicht ausreichend profitiere,
sei als Nächstes der
Versuch einer Neurostimulation
durch
zu
führen
(
Urk.
8/85/2).
2.8
Dr.
med.
Q.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diag
nostizierte in seinem Bericht vom 17. Februar 2012 zuhanden des Beschwerde
führers eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Er denke, dass ein Teil der
chronifizierten
Schmerzen bleiben und somit auch die Ar
beitsfähigkeit teilweise negativ beeinfluss
en werde. Genauere Angaben könn
e man nach einem dreimonatigen Arbeitstraining erhalten (
Urk.
3/4).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der ange
fochtenen Verfügung vom 5. April 2012 davon aus, dass der Beschwerdeführer
in seiner
angesta
mmten Tätigkeit als Koch
ab dem 1. August 2008 wieder zu 90
%
arbeitsfähig gewesen sei.
Sie stütz
t
e
sich dabei
im Wesentlichen
auf
das polydisziplinäre
Gutachten des
K.___
vom 14. März 2011 (
Urk.
2).
3.2
Die Expertise
des
K.___
vom 14. März 2011 basiert auf allseitigen Untersuchun
gen (internistisch, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch) und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
verfasst. Die Gut
achter haben die geklagten Beschwerden berücksichtigt sich mit dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt (
Urk.
8/76).
3.3
In ihrer rheumatologischen Beurteilung erklärten die
K.___
-Gutachter, dass der Beschwerdeführer am 29. April 2008 angefahren worden und sich neben einer Gesichtskontusion eine dislozierte Ra
diusfraktur zugezogen habe. A
m
2.
Mai 2008
sei diese
oste
osynthetisch versorgt worden
. Sämtliche radiologischen Kontrollen
(vgl. auch
den
Kommentar zu den
vom
K.___
veranlassten
Rönt
gen
bildern
des Handgelenks links
,
Urk.
8/76/20)
hätten einen guten
Heilungsver
lauf
gezeigt. Wegen der persistierenden Schmerzen und der neuropathischen Symptomatik sei
der Beschwerdeführer
mehrmals neurologisch beurteilt wor
den. Es habe aber keine eindeut
ige Nervenläsion diagnostiziert
werden können
. Im Mai 2009 sei bei Schwellung im Narbenbereich eine
Ultraschallunter
suchung
des Handgelenkes durchgeführt
worden.
Dabei hätten e
ine minimale Flüssigkeitsansammlung im Bereic
h der Strecksehne sowie Vernarb
unge
n in Umgebung des Plattenendes
dargestellt werden könne
n
. Am 20. Ok
tober 2009 sei das
Osteosynthesem
aterial
entfern
t worden. Wegen einer kombinierten
Kopf- und Handschm
erzsymptomatik sei der Beschwerdeführer zuerst im Sp
ital
R.___
zum Absetzen der Analgetika und in der Folge für vier Wochen in der
I.___
hospitalisiert gewesen. Die Symptomatik in der Region der Hand und des Handgelenkes habe nicht beeinflusst werden können.
Ihr Spezialist
Dr.
med.
S.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie FMH
,
habe
im Rahmen seiner
klinischen Untersuchung
im Handgelenk links
seitig
eine minim
eingeschränkte
Ulnar
- und
Medialabduktion
fest
gestellt
.
Der Beschwerdeführer gebe b
ei der Bewegu
ng des Handgelenks Schmerzen an,
und es sei ein intraartikuläres Geräusch vo
rhanden. Die
Narbe
sei
reizfrei
.
Weiter legten die
K.___
-Gutachter dar, dass
am Untersuchungstag bei
Dr.
S.___
– im Gegensatz zu ihrer Untersuchung -
keine Schwellung vor
handen gewesen
sei
. Die Weichteile seien subkutan im Nervenbereich derb und es bestehe eine diffu
se
Druckdolenz
(
Urk.
8/76/22)
.
Die
K.___
-Gutachter kamen dementsprechend zum Schluss, dass der Beschwer
deführer
aus rheumatologischer Sicht
nach einer dreimonatigen
Rehabilitati
onsphase
und 100%igen Arbeitsunfähigkeit
nach
der Plattenosteosynthese
seit dem 1. August 2008
ganztags mit einer 10%igen Leistungseinbusse
als Koch
tätig sein könne.
Eingeschränkt ist der
Beschwerdeführer
gemäss den
K.___
-Gutachtern
insbesondere, weil er nur manchmal Gewichte zwischen
10-25 kg bis zur Höhe der Hüfte
und nie üb
er 25 kg bis zur Höhe der Hüfte
aufheben oder tragen könne. Weiter könne er nur manchmal Gewichte über 5 kg über Brusthöhe heben, nur manchmal schwere Geräte und nur selten sehr schwere Geräte handhaben. Zudem sei die Handrotation l
inksseitig nur manchmal mög
lich
(
Urk.
8/76/
24-
25). Diese Einschätzung der
K.___
-Gutachter ist angesich
ts
der genannten Befunde und ihrer
Erläuterungen dazu
ohne
Weiteres
nachvoll
ziehbar.
3.4
3.4.1
In der neurologischen Beurteilung legten die
K.___
-Gutach
t
er dar, dass der Beschwerdeführer nach der
Osteosyntheseversorgung
vom 8. Mai 2008
(richtig:
2.
Mai 2008)
unter Sensibilitätsstörungen gelitten habe, die am 9. Juli 2008 erstmalig neurologisch untersucht worden seien.
Da keine eindeutige
Nerven
läsion
durch den Neurostatus, die
Elektromyographie
und die sensible
Neur
o
graphie
habe gefunden werde
n können, sei ein
peripheres
, neuropathisches Schmerzsyn
d
rom im Bereich des Unterarmes links mi
t diffusen Sensibilitäts
störungen diagnostiziert worden.
Eine Therapie mit
Miacalcic
und Vitamin C bei Verdacht auf
Algodystrophie
habe die Situation nicht positiv beeinflussen können. In der Kontrolle vom August und Dezember 2008 habe eine Verbesse
rung der Gefühlsstörungen dokumentiert werden können.
Die Symptomatik sei bestehen geblieben und im März 2009 habe der Neurologe an seiner Beurtei
lung festgehalten; er sei von einer Schmerzproblematik im Handgelenk ausge
gangen. Der Beschwerdeführer sei in neurologischer Behandlung bei
Dr.
med.
T.___
, Fachärztin für Neurologie FMH,
gewesen, die im August 2008 (richtig: 2009) ein MRI des Schädels veranlasst und keine pathologischen Befunde habe erheben können.
Vonseiten des
J.___
sei ein posttraumatischer Kopfschmerz diagnostiziert worden. W
egen erhöhtem
Analgetikakonsum
sei
in der Folge
eine stationäre Therapie empfohlen worden. Auch der Schmerzspezialist und Anästhesist
Dr.
med.
U.___
vom
Sp
ital
R.___
habe sich dieser Meinung angeschlossen
. Der Beschwerde
führer sei
dann
zum
Analgetikaentzug
unter
Anafranilschutz
eingetreten
und
anschliessend zur Rehabilitation in
I.___
gewesen. Die Ärzte hätten anläss
lich der vierwöchigen Rehabilitation ein gutes Resultat hinsichtlich der Kopf
schmerzen, aber keine Verbess
erung in Bezug auf die Schmerze
n im linken Handgelenk beschrieben.
Der Beschwerdeführer
habe
dagegen ein Wiederauf
treten der Kopfschmerzen bereits während der Rehabilitation
geschildert
. Eine
Topamax
-Therapie
habe später leichte Besserung
der Symptomatik gebracht.
Der
vom
K.___
beauftragte
Neurologe
Dr.
med.
V.___
, Facharzt für Neurologie FMH, habe im Neurostatus eine diskrete Sensibilitätsverminderung
periokulär
l
inksseitig gefunden. Im Bereich
des linken Unterarmes bestehe eine diffuse Verminderung der Berührungs- und Schmerzsensibil
i
tät der Finger I, IV und
V volar
und
auch dorsalseitig. Weiter
liege eine
Druckdolenz
des
Vorder
arms
dor
s
alseitig vor
(
Urk.
8/76/23).
In seinem neurologischen Teilgutachten vom 31
. Januar 2011 führte
Dr.
V.___
zudem
aus
,
dass die Kopfschmerzen den Beschw
erdeführer offenbar nicht in seinen Tätigkeiten beeinträchtigen würden, obwohl
diese
täglich au
ftreten
würden
.
Dafür sprec
he auch, dass er
(nach dem Unfall vom 29. April 2008)
noch drei Monate z
u 50
%
gearbeitet habe und
die Arbeit
in der Folge
n
icht wegen der Kopfschmerzen, sondern we
g
en der Beschwerden mit der linken Hand aufgegeben habe (
Urk.
8/74/
3).
Die
K.___
-Gutachter
kamen
zum Schluss, dass die neurologische Pathologie eine Leistungsverminderung nicht rechtfertige.
In
sämtlichen neurologischen Kon
trollen
habe
kein Korrelat für den Schmerz
(
im Bereich der linken Hand
)
gefun
den werden können. Die Kopfschmerzen seien erst im August 2
009 akten
kundig geworden, also eineinhalb
Jahre nach dem Unfall.
Zudem bestehe e
ine Neigung zu
m Medikamentenüberkonsum
. Der Beschwerdeführer habe
Schmerz
protokolle
mi
tgebracht, die durchgängig ein hohes
Score gezeigt hätten. Wäh
rend der Untersuchung habe
er sich
aber in einem
guten Allgemeinzustand präsentiert
, obwohl er starke Schmerzen angegeben habe.
D
ie dreistündige Anamnese und Untersuchung
habe er
ohne Unterbrechungen oder wahrnehm
bare Probleme im Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsbereich durchstehen können. Wegen
Exazerbartion
konsumiere er c
a. einmal i
n der Woche
Tramal
. Das klinische Bild sei so gestaltet, dass die subjektiv wahrgenommenen Kopf
schmerzen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden (
Urk.
8/76/
24-
25).
Auch diese Beurteilung
der
K.___
-Gutachter ist
unter Einbe
zug der dazugehörigen Erklärungen, die in den
aktenkundigen medizinischen Unterlagen ihre Stütze
finden, einleuchtend
.
3.4.2
Hinsichtlich des Berichts von
Dr.
N.___
vom
J.___
vom 4. Juni 2010 ist darauf hinzuweisen, dass dieser die Angaben des Beschwerdeführers offensich
tlich übernommen hat, ohne sie
kritisch zu hinter
fragen. Anders lässt sich nicht erklären, dass
Dr.
N.___
dem Beschwerdefüh
rer seit 2008 allein
wegen der Kopfschmerzen eine lediglich 25%ige Arbeitsfä
higkeit in der angestammten Tätigkeit als Koch attestiert hat, obwohl in keinem der vorliegenden Arztberichte vor August 2009 von Kopfschmerzen die Rede war (
Urk.
8/57/
2-
3). Auf
Dr.
N.___
s Einschätzun
g kann unter diesen Umstän
den
nicht abgestellt werden.
Aus dem Bericht des
Neurochirurgen
Dr.
O.___
vom
P.___
vom 31. August 2011, der im Wesentlichen lediglich erklärte, dass allenfalls der Versuch einer Neurostimulation durchzu
führen sei, falls der Beschwerdeführer von den Infiltrationsbehandlungen nicht ausreichend profitiere (
Urk.
8/85/2), kann der Beschwerdeführer ebenfalls nicht
s
zu seinen Gunsten ableiten.
Schliesslich fällt auf, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des vorliegenden Verfahrens am 8. März 2010
(
Urk.
8/41)
und am
7.
September 2010 (
Urk.
8/63)
je
ein Umschulungsgesuch gestellt hat
. Nament
lich das am 8. März 2010,
also
am Tag des Austr
itts aus der
I.___
ge
stellte Gesuch
lässt seine im Widerspruch zu den Angaben der behandelnden Ärzte der
I.___
stehende Aussage, wonach seine
Kopfschmerzen
während des A
ufenthalts in
I.___
nicht abgenommen hätten
(
Urk.
8/55/5 und
Urk.
8/76/23)
, als wenig glaubhaft erscheinen. Denn
derartige
Kopfschmerzen
hätten
ihn
auch in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit nach einer Um
sch
ulung erheblich beeinträchtigt.
3.5
3.5.1
In der psych
iatrischen Beurteilung führten
die
K.___
-Gutachter
aus
, dass ihr Spezialist
Dr.
med.
W.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine diskrete Angstsymptomatik festgestellt habe. Der Beschwerdeführer tendiere dazu, sich sozial zurückzuziehen und klage über S
chlafstörungen. Es gebe einige F
lashbacks bezüglich des Unfalls. Eine psychiatrische Diagnose
habe
Dr.
W.___
nicht stellen können
(
Urk.
8/76/24).
Die
K.___
-Gutachter erklärte
n daher
, dass der Beschwerdeführer
auch
a
us psychi
atrischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig
sei (
Urk.
8/76
/24), was angesichts
der genannten Befunde plausibel erscheint.
3.5.2
Die von
Dr.
Q.___
im
Bericht vom 17. Februar 2012 gestellte Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (Kopfschmerzen) lässt sich a
uf
grund der wenigen Angaben
Dr.
Q.___s
zu den erhobenen Befunden nicht nachvollziehen.
Der
Beschwerdeführer
war
–
Dr.
Q.___
s eigenen Angaben zu
folge -
nach drei Konsultationen im Jahr 2010 im ganzen Jahr 2011 nicht mehr
bei ihm, was offensichtlich für ein geringes Bedürfnis nach psychiatrischer Be
handlung spricht
.
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat sich
Dr.
Q.___
nur sehr vage geäussert.
Im
Wesentlichen
empfahl er
nur
die Durchführung eines dreimonatigen Arbeitstrainings.
Unter diesen
Umständen sind keine Anhaltspunkte
ersichtlich, die
weitere psychia
trische
A
bklärungen rechtfertigen würden (
Urk
3/4
).
3.6
3.6.1
Die
Arbeitsfähigkeits-
Beurteilung
der
K.___
-Gutachter
deckt sich im Wesentli
chen mit derjenigen von
Dr.
Xa
.___
, Facharzt für Chirurgie FMH, von der
D.___
, der am 24. März 2010 im Auftrag der National
Versicherung
ein Gutachten erstellt hat und zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Koch überhaupt nicht einge
schränkt sei (
Urk.
8/70/
21-
28). Die Hausärzte
Dr.
G.___
und
Dr.
H.___
sowie der behandelnde Arzt
M.___
waren der Auffassung, dass auch nach August 2008 eine
höhergradige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (50
%
bis 100
%
) vorgelegen habe (
Urk.
8/26/7 und
Urk.
8/39/5 und
Urk.
8/37/3). In Anbetracht der weitgehend
unauffälligen objektiven Befunde
, die von den
K.___
-Gutachtern erhoben werden konnten,
ist dies allerdings nicht nachvollziehbar.
Die im Bericht der
I.___
vom 10. Mai 2010 attestierte Arbeitsunfähigkeit bezog sich
sodann
lediglich auf die Dauer des Rehabilitationsaufenthaltes (
Urk.
8/55/3).
3.6.2
Unter dem Titel „Jetzige Leiden“ haben die
K.___
-Gutachter die
eigenen
Anga
ben des Beschwerdeführers wiedergegeben, nicht – wie dies der Beschwe
rde
führer insinuiert (
Urk.
1
Rz
. 31 f.) - die objektiven Befunde oder i
hre Beurtei
lung (
Urk.
8/7
6
/17-18
). Die Arbeit in einer Küche ist ohne Zweifel hektisch. Selbstverständlich müssen auch Töpfe, Pfannen, Teller etc. herumgetragen wer
den. Von körperlich schwerer Arbeit kann je
doch nicht die Rede sein. D
as Her
umtragen von bis zu 90 kg schweren Kochtöpfen dürfte sicherlich die
ganz grosse Ausnahme sein (
Urk.
1
Rz
. 37 f.). So geht aus dem Arbeitgeberbericht der
A.___
AG vom 9. Juni 2009 selbst hervor, dass zu den Aufgaben des Beschwerdeführers lediglich das Heb
en oder Tragen von Ge
wich
ten bis
maximal 10 kg gehörte (
Urk.
9/20/7). Dem Umstand, dass der Be
schwer
deführer keine
sehr schweren Gegenstände
mehr heben oder tragen kann und seine Handrotation links eingeschränkt ist, wurde von den
K.___
-Gutach
tern mit der 10%igen Leistungseinschränkung Rechnung getragen. Sie wiesen auch da
rauf hin, dass er als Rechtshänder die linke Hand als Hilfshand einset
zen könne (
Urk.
8/76/25).
Anhaltspunkte, welche
die
K.___
-Gutachter als befan
gen er
schei
nen lassen, liegen keine vor (
Urk.
1
Rz
. 20 ff.).
Da der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers umfassend abgeklärt wurde, kann auf de
n
Beizug
der von ihm offerierten
neuen Arztberichte verzichtet werden (
Urk.
1
Rz
. 36).
3.7
Zusammenfassend ist somit festzuhalten,
dass auf die im
K.___
-Gutachten vom 14. März 2011
geäusserte Einschätzun
g, wonach der Beschwerdeführer seit dem 1. August 2008 als Koch ganztags mit einer 10%igen Leistungseinbusse tät
ig sein kann
und ihm eine behinderung
s
angepasste Tätigkeit seit jenem Zeitpunkt zu 100
%
zumutbar ist,
abgestellt werden
kann
.
D
ie im Zus
ammenhang mit der
Osteosynthese
m
aterialentfernung
vom 21. Oktober 2009
(
Urk.
8/37/7)
sowie der Kur in der
I.___
zwischen dem 8. Februar und dem 8. März 2010
(
Urk.
8/55/1)
entstandene vorübergehende Arbeitsunfähigkeit
ist
invalidenver
sicherungsrechtlic
h nicht relevant.
Die von der Beschwerdeführerin
in d
er angefochtenen Verfügung vom 5
. April 2012
angeführte Begründung, wonach das sogenannte Wartejahr nicht erfüllt ist
und
ein Anspruch auf eine Invalidenrente
bereits deshalb
ausser Betracht fällt
, erweist sich daher
als korrekt (
Urk.
2).
4.
Nebst der
Zusprache
einer Ren
te hat der Beschwerdeführer
beantragt, es sei seien Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (
Urk.
1 S. 2). Dabei hat er
namentlich
geltend gemacht, dass die Voraussetzungen für eine Umschulung im Sinne von
Art.
17 IVG erfüllt seien (
Urk.
1
Rz
. 44 ff.)
.
Der Anspruch auf Umschulung
(vgl. auch E. 1.3)
setzt voraus, dass die versi
cherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbs
einbusse
von etwa 20 Prozent erleidet, wobei es sich
da
bei
um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 f. E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 f. E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S.
62 E. 1 je mit Hinweisen).
4.2
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen (vgl. E. 1.5).
Da dem Beschwerdeführer
die
angestammte Tätigkeit als Koch auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens ganztags mit einer 10%igen
Leis
tungseinbusse
zumutbar ist, kann ein sogenannter Prozentvergleich vorge
nommen werden
(BGE 114 V 313
E. 3a
mit Hinweisen
;
Urteile des Bundes
gerichts I 850/05 vom 2
1.
August 2006 E. 4.2 und
I 375/05 vom
2.
Dezember 2005 E. 3.2
)
.
Das
ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen
ist demnach
mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf
90
%
zu
veranschlagen ist. Aus der
Prozentdiffer
enz ergibt sich demzufolge
ein Invaliditätsgrad
bzw. eine Erwerbseinbusse
von 10
%
.
Angesichts dessen, dass der
Beschwerdeführer
seine
angestammte Tätigkeit
als Koch nach wie vor
aus
üben kann und sich Teilzeitarbeit bei Männern mit einem Beschäftigungsgrad von über 89
%
nicht lohnmindernd auswirkt (
vgl. Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2.
Auflage,
Zürich/Basel/Genf 2010, S. 317), kann kein sogenannter Leidensabzug gewährt werden (vgl. zum Ganzen BGE
126 V
75).
Da der Beschwerdeführer
somit
keine Erwerbseinbusse von
etwa
20
%
er
leidet,
ist bereits diese Voraussetzung für eine
Umschulung gemäss
Art.
17 IVG nicht erfüllt.
A
ndere Eingliederungsmassnahmen kommen
ebenfalls
nicht in Betracht.
Auch d
iesbezüglich
erweist sich
die angefochtene Verfügung vom
5.
April 2012
als korrekt.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Des Weiteren ist der Be
schwerdeführer bedürftig (
Urk.
3/3
).
Antrags
gemäss
(
Urk.
1
S. 3
) ist ihm deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu be
willigen. Die dem Beschwerdeführer auferlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Da die anwaltliche Vertretung des Beschwerdeführers geboten war, ist ihm Rechtsanwalt
Martin Hablützel
als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. Rechtsanwalt
Hablützel
machte mit seiner Honora
rnote vom 2
3.
September 2013 (
Urk.
11) einen Aufwand von 13,1
Stund
en und Barauslagen von
Fr.
98.25
geltend. Bei einem gerichtsüb
lichen Stundenansatz von
Fr.
200.--
re
sultiert so eine Entschädigun
g von
Fr.
2‘
935
.
70
(inkl. Barauslagen und
MWSt
).
5.3
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichten (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
,
GSVGer
).
Das Gericht
beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuch
e
s vom 1
5.
Mai 2012 wird dem Beschwerdeführer Rechts
anwalt Martin Hablützel, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorlie
gende Verfahren bestellt, und es wird ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Der Beschwerdeführer wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Martin Hablützel, wird mit
Fr.
2‘
935
.
70
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Martin Hablützel
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl
RH/TK/MTversandt