# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02038c7f-c9ab-50d8-8ece-392f8f845096
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.10.2011 E-5395/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5395-2011_2011-10-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5395/2011

U r t e i l   v om   1 3 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Markus König,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiber Urs David.

Parteien A._______, geboren am 7. Juni 1993,
Pakistan, 
(…), 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 25. August 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
am  7.  November  2010  verliess  und  am  25.  April  2011  in  die  Schweiz 
gelangte, wo er am folgenden Tag um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  16. Mai  2011  im Empfangs­ 
und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Basel  sowie  der  Anhörung  vom  19.  Juli 
2011 zu den Asylgründen im Wesentlichen Folgendes geltend machte,

dass  er  pakistanischer  Staatsangehöriger  paschtunischer  Ethnie  und 
sunnitischen  Glaubens  sei,  väterlicherseits  afghanische  Wurzeln  habe, 
am (…) in B._______ (Pakistan) geboren sei und mit seiner Familie stets 
dort  gelebt,  die  Mittelschule  abgeschlossen  und  später  in  der 
familieneigenen Landwirtschaft und als Händler auf dem Basar gearbeitet 
habe, 

dass  es  in  der  Region  seit  2007  zu  Auseinandersetzungen  zwischen 
Sunniten und Schiiten gekommen sei und er, da er sich nicht immer habe 
freikaufen  können,  sich  ab  und  zu  (waffenlos)  ebenfalls  "in  den 
Schützengraben begeben" habe,

dass  er  Anfang  November  2010  von  Dorfvertretern  zur  aktiven 
Beteiligung an diesen Kämpfen gedrängt worden sei,

dass er sich diesem Druck jedoch widersetzt und Beschimpfungen gegen 
die Taliban, insbesondere deren Führer, ausgesprochen habe, 

dass diese Reaktion Drohungen der Taliban gegen  ihn ausgelöst  habe, 
welche ihn zwangsweise zum Kampf in ihren Reihen an der Front hätten 
bewegen wollen,

dass  die  örtlichen Behörden  und  vorab  die  Polizei  einer  Involvierung  in 
diese Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen würden und daher ein 
Schutzersuchen bei diesen unnütz sei,

dass er deshalb seinen Heimatort aus Angst vor weiteren Problemen mit 
den  Taliban  noch  in  der  gleichen  Nacht  beziehungsweise  drei  Tage 
später  in Richtung C._______ verlassen und dort einige Tage bei einem 
Freund verbracht habe, um in der Folge auszureisen und via Iran, Türkei, 
Griechenland und Italien in die Schweiz zu gelangen,

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dass  er  sich  der  Bedrohungslage  in  keiner  anderen  Landesregion 
entziehen könne, da die Taliban im ganzen Land an der Macht seien,

dass  im  Übrigen  sein  2004  verstorbener  Vater  früher  Feinde  in 
Afghanistan  gehabt  habe  und  diese  womöglich  dereinst  auf  der  Suche 
nach ihm nach Pakistan kommen könnten,

dass  der  Beschwerdeführer  als  Beweismittel  ein  "Domicile  Certificate" 
seiner  Heimatgemeinde,  jedoch  trotz  Aufforderungen  keine 
Identitätsdokumente  zu  den  Akten  gab  und  hierzu  erklärte,  nie  einen 
Reisepass oder eine Identitätskarte besessen oder beantragt und seinen 
Schulausweis auf der Reise verloren zu haben,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom  25.  August  2011  –  eröffnet  am  30.  August  2011  –  ablehnte  und 
dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesamt  seinen  ablehnenden  Asylentscheid  damit 
begründete,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  den 
Anforderungen  von  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR  142.31)  an  die  flüchtlingsrechtliche  Beachtlichkeit  nicht  genügen 
würden, und er mithin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle,

dass  es  sich  bei  den  Bedrohungen  und  Pressionen  durch Dorfvertreter 
und  Taliban  um  Übergriffe  Dritter  handle,  die  den  pakistanischen 
Behörden  nicht  angelastet  werden  könnten  und  bei  denen  der 
Beschwerdeführer  somit  um  Schutz  hätte  nachsuchen  können,  was  er 
indessen unterlassen habe,

dass zudem die geltend gemachten Benachteiligungen beziehungsweise 
Befürchtungen  lokal  oder  regional  beschränkt  seien  und  er  sich  diesen 
durch  Wegzug  in  eine  andere  Provinz  entziehen  könne,  wo  er  keine 
Sanktionen wegen seiner Weigerung, am Kampf zwischen Sunniten und 
Schiiten teilzunehmen, zu befürchten habe und nicht mit Beschimpfungen 
der Taliban rechnen müsse,

dass  er  aufgrund  des  Subsidiaritätsprinzips  daher  nicht  auf  den Schutz 
der Schweiz angewiesen sei,

dass  es  sich  somit  erübrige,  auf  bestehende  Unglaubhaftigkeitsindizen 
einzugehen,

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dass die Wegweisung die Regelfolge eines ablehnenden Asylentscheides 
darstelle  und  keine  zureichenden  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf 
Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines 
Wegweisungsvollzugs schliessen lassen würden,

dass  mangels  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Grundsatz  der 
Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde 
und keine Anhaltspunkte für eine dem Beschwerdeführer mit beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  drohende,  durch  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Bestrafung  oder 
Behandlung ersichtlich seien,

dass  ferner  weder  die  politische  Situation  im  Heimatstaat  noch  andere 
Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sprächen, 
zumal  der  Beschwerdeführer  jung  und  gesund  sei  und  an  seinem 
Herkunftsort über ein – insbesondere familiäres – Beziehungsnetz (Mutter 
und (…) Geschwister) verfüge,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. September 2011 gegen 
diese  Verfügung  vom  25.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhob  und  darin  die  Aufhebung  des  angefochtenen 
Entscheids,  die Gewährung  von Asyl,  eventualiter  die Rückweisung  der 
Sache  an  die  Vorinstanz  zur  Neubeurteilung,  subeventualiter  die 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  unter  Feststellung  der 
Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  sowie  in 
prozessualer  Hinsicht  die  unentgeltliche  Prozessführung  für  die 
Verfahrenskosten  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses beantragt, 

dass  er  in  der Begründung  rügt,  das BFM verkenne die  seit  dem Urteil 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  18  geltende  Schutztheorie, 
wonach auch nichtstaatliche Verfolgung flüchtlingsrelevant sei, wenn der 
Heimatstaat  oder  allenfalls  ein  Quasistaat  nicht  in  der  Lage  oder  nicht 
willens sei, adäquat Schutz vor Verfolgung zu bieten,

dass der pakistanische Staat vorliegend weder willens noch fähig sei, ihn 
vor  den  terroristischen  Taliban  zu  schützen,  weshalb  er  auch  auf  eine 
Anzeigeerhebung bei den Behörden verzichtet habe,

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dass  diesbezüglich  die  Situation  vor  Ort  von  Amtes  wegen  vertieft 
abzuklären sei,

dass  er  auf  keinen  Fall  über  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative 
verfüge, da er ausserhalb der Provinz kein familiäres Netz habe und eine 
Rückkehr nach Pakistan daher nicht zumutbar sei,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
30. September  2011  den  einstweilen  legalen  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers  während  des  Beschwerdeverfahrens  feststellte  und 
ein  Rückkommen  auf  die  Beschwerde  nach  Eingang  und  Prüfung  der 
Akten in Aussicht stellte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

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dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass  die  vorliegenden  Akten  zahlreiche  augenfällige  Ungereimtheiten 
(u.a.  chronologische,  inhaltliche  und  identitätsbezogene 
Aussagewidersprüche,  Substanzarmut,  Unlogik)  enthalten,  welche 
erhebliche  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers aufkommen lassen, 

dass  sich  eine  vertiefte  Erörterung  dieser  Ungereimtheiten  vorliegend 
jedoch  erübrigt,  weil  die  Vorinstanz  gemäss  den  nachfolgenden 
Erwägungen gesetzes­ und praxiskonform erkannt hat, dass die geltend 
gemachten  Benachteiligungen  und  Befürchtungen  den  Anforderungen 
von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit ohnehin nicht 
genügen,

dass zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die Erwägungen in 
der  angefochtenen  Verfügung  sowie  die  obenstehende 
zusammenfassende Darstellung verwiesen werden kann,

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dass  die  Beschwerdeschrift  offensichtlich  keine  zureichenden 
Anhaltspunkte  für  eine  von  den  vorinstanzlichen  Erkenntnissen 
abweichende Betrachtungsweise enthält, 

dass sie sich  im Wesentlichen auf eine Bekräftigung der Asylvorbringen 
und das Aufstellen blosser Gegenbehauptungen beschränkt, 

dass  die  Rüge  einer  Missachtung  der  seit  dem  Jahre  2006  geltenden 
Schutztheorie (Praxisänderung mittels Grundsatzentscheid EMARK 2006 
Nr. 18) nicht begründet ist,

dass  das  BFM  zwar  eine  angebliche  Verfolgung  durch Dritte  (statt  den 
Staat)  erkannt  hat,  in  der  unmittelbaren  Folge  und  in  korrekter 
Anwendung dieser Praxis (vgl. a.a.O. E. 10.1.) aber festgestellt hat, dass 
der Beschwerdeführer bei den pakistanischen Behörden um Schutz hätte 
nachsuchen  können,  wodurch  es  die  potenzielle  flüchtlingsrechtliche 
Relevanz nichtstaatlicher Verfolgung durchaus anerkennt,

dass  der  Einwand, wonach  der  pakistanische Staat weder willens  noch 
fähig  sei,  seine  Bürger  vor  Benachteiligungen  und  Bedrohungen  durch 
terroristische  Taliban  zu  schützen,  in  dieser  pauschalen  und 
unsubstanziierten  Form  selbst  unter  Berücksichtigung  einer  verstärkten 
Einflussnahme  terroristischer  Gruppierungen  in  Teilen  Pakistans 
offensichtlich nicht verfängt, 

dass  angesichts  der  Substanzarmut  dieser  Rüge  kein  Anlass  besteht, 
diesbezüglich die "Situation vor Ort" von Amtes wegen vertieft abzuklären 
und  die  angefochtene  Verfügung  aus  diesem  Grund  zu  kassieren 
(Eventualantrag des Beschwerdeführers),

dass  unbesehen  dessen  das  Bestehen  innerstaatlicher 
Ausweichmöglichkeiten zu bestätigen ist, 

dass die Behauptung einer  landesweiten Machtausübung der Taliban  in 
Pakistan nicht den Tatsachen entspricht, 

dass  auch  die  erklärte  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  möglichen 
künftigen Übergriffen durch frühere Feinde seines Vaters in keiner Weise 
konkretisiert, substanziiert und in einen zeitlichen Verwirklichungshorizont 
gestellt wird und daher gänzlich unbegründet erscheint,

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dass  der  vom  Beschwerdeführer  erhobene  Einwand  fehlender 
persönlicher  Beziehungen  in  anderen  Landesteilen  nicht  das  Bestehen 
einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  per  se  und  mithin  die 
Flüchtlingseigenschaft  beschlägt,  sondern  im  Rahmen  der  Prüfung  des 
Wegweisungsvollzuges  zu  erörtern  ist  (vgl.  den  Grundsatzentscheid 
EMARK 1996 Nr. 1 [E. 5 c und d] und die seitherige Praxis, z.B. das Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts E­7433/2008 vom 24. Mai 2011 [E. 6.3]),

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105)  und der Praxis  zu Art. 3 EMRK ersichtlich  sind,  die  im 
Heimat­ oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, 

dass  auch  diesbezüglich  vollumfänglich  auf  die  vorinstanzlichen 
Erwägungen  verwiesen  werden  kann  und  zudem  auf  die  für  den 
Beschwerdeführer  begünstigenden  Zumutbarkeitselemente  insoweit 
hinzuweisen  ist,  als  er  überdurchschnittlich  gut  gebildet  ist  sowie  über 
berufliche Erfahrungen in der Landwirtschaft und im (…)handel verfügt, 

dass angesichts dieser Umstände selbst unter hypothetischer Annahme, 
er  wäre  auf  die  Inanspruchnahme  einer  innerstaatlichen 
Ausweichmöglichkeit  ausserhalb  seiner  Herkunftsregion  angewiesen, 
deren Zumutbarkeit zu bejahen wäre,

dass der Vollzug der Wegweisung somit vorliegend zumutbar ist,

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer nach wie 
vor  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger Reisepapiere mitzuwirken  (vgl. 
Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513­515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der (bisher bloss behaupteten) 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  abzuweisen  ist,  da  die 
Beschwerdebegehren  nach  dem  Gesagten  als  aussichtslos  zu 
bezeichnen sind,

dass  mit  dem  instruktionslosen  Direktentscheid  in  der  Hauptsache  das 
Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig 
geworden ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 
Migrationsbehörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Urs David

Versand: