# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d4519ae-151d-5815-ac93-4981eae78134
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.11.2021 C-1313/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1313-2019_2021-11-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1313/2019, C-2654/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Daniel Stufetti,    

Gerichtsschreiberin Tanja Jaenke. 
 

 
 

Parteien 
 Lindenhofgruppe AG,  

vertreten durch Dr. iur. Thomas Eichenberger, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über 

die hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan),  

vertreten durch lic. iur. Andrea Gysin, Advokatin,  

gysin rechtsanwälte,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 HSM, Zuteilung der Leistungsaufträge  

(Oesophagusresektion bei Erwachsenen);  

Beschluss des HSM-Beschlussorgans vom 31. Januar 2019 

bzw. Verfügung des HSM-Beschlussorgans vom  

2. Mai 2019. 

 

 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Im Bereich der hochspezialisierten Medizin (nachfolgend HSM) haben 

die Kantone zur gemeinsamen Planung die Interkantonale Vereinbarung 

über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM) vom 14. März 2008 abge-

schlossen. 

A.b Mit Beschluss vom 4. Juli 2013, publiziert im Bundesblatt am 10. Sep-

tember 2013 (BBl 2013 6792), hat das Beschlussorgan der IVHSM (nach-

folgend HSM-Beschlussorgan oder Vorinstanz) diversen Leistungserbrin-

gern definitive vierjährige und provisorische zweijährige Leistungsaufträge 

für den Bereich der Oesophagusresektion erteilt. Der Lindenhofgruppe AG 

(vormals Lindenhof AG [vgl. Akten im Beschwerdeverfahren C-1313/2019 

{B-act.} 21 Beilage 29]; nachfolgend Lindenhofgruppe oder Beschwerde-

führerin) wurde kein Leistungsauftrag für die Oesophagusresektion erteilt 

(e contrario; vgl. Vorakten zur Zuordnung [GDK1-act.] 3.01). Gegen diesen 

Beschluss hat die Lindenhofgruppe am 8. Oktober 2013 Beschwerde er-

hoben (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] C-5676/2013 

vom 20. Februar 2014). 

A.c Mit Grundsatzurteil C-6539/2011 vom 26. November 2013 (publiziert 

als BVGE 2013/45) betreffend die Behandlung von schweren Verbrennun-

gen bei Kindern hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass ein 

zweistufig ausgestaltetes Verfahren erforderlich sei, das heisst, dass in ei-

nem ersten Schritt der HSM-Bereich definiert werden müsse (sog. Zuord-

nung), damit dieser Bereich anschliessend geplant werden könne (sog. Zu-

teilung). In der Folge hat das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde 

der Lindenhofgruppe mit Urteil vom 20. Februar 2014 insoweit gutgeheis-

sen, als der angefochtene Beschluss aufgehoben wurde, soweit er die 

Nichtzuteilung eines Leistungsauftrags im Bereich Oesophagusresektion 

an die Lindenhofgruppe betraf. Die Sache wurde in diesem Umfang zur 

Durchführung einer bundesrechtskonformen Versorgungsplanung und 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen (Urteil C-5676/2013). 

Der Kanton Bern hat diversen Leistungserbringern ab 1. Mai 2014 einen 

(subsidiären) kantonalen IVHSM-Leistungsauftrag im Bereich «Oesopha-

guschirurgie» bzw. «Oesophagusresektion» erteilt. Die Lindenhofgruppe 

verfügt ebenfalls über einen solchen subsidiären kantonalen Leistungsauf-

trag in diesem Bereich (vgl. Spitalliste Akutsomatik 2019 des Kantons Bern 

– Übersicht der laufenden Anpassungen [Stand 1.7.2021], abrufbar unter 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 3 

https://www.gef.be.ch/gef/de/index/gesundheit/gesundheit/spitalversor-

gung/spitaeler/spitalliste.assetref/dam/documents/GEF/SPA/de/Spitalliste/ 

SL%20Akutsomatik%202019-laufende%20%C3%84nderungen%20%28 

Stand%201.7.2021%29_de.pdf). 

A.d In der Sitzung vom 21. Januar 2016 hat das HSM-Beschlussorgan be-

schlossen, dass die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie der 

hochspezialisierten Medizin zugeordnet werde und dass diese die Berei-

che Oesophagusresektion, Pankreasresektion, Leberresektion, tiefe Rekt-

umresektion sowie komplexe bariatrische Chirurgie umfasse (Beschluss 

publiziert im Bundesblatt am 9. Februar 2016, BBl 2016 813; vgl. auch 

Vorakten zur Zuordnung [GDK1-act.] 1.146 ≙ B-act. 1 Beilage 4). 

A.e Mit Mitteilung vom 25. Oktober 2016 im Bundesblatt (BBl 2016 8021; 

vgl. auch Vorakten zur Zuteilung [GDK2-act.] 1.001) und Ankündigungs-

schreiben gleichen Datums (GDK2-act. 1.002) eröffnete das Fachorgan 

der IVHSM (nachfolgend HSM-Fachorgan) für die Leistungserbringer die 

Bewerbungsfrist betreffend die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirur-

gie. Die Lindenhofgruppe bewarb sich in der Folge am 20. Dezember 2016 

insbesondere um einen Leistungsauftrag für den Bereich der Oesophagus-

resektion (GDK2-act. 1.006). 

A.f Das HSM-Fachorgan gewährte den betroffenen Spitälern und interes-

sierten Kreisen mit Mitteilung vom 12. Dezember 2017 im Bundesblatt (BBl 

2017 7862; vgl. auch GDK2-act. 4.001) und Schreiben gleichen Datums 

(GDK2-act. 4.002) das rechtliche Gehör in Bezug auf die vorgesehene 

Leistungszuteilung im Bereich der Oesophagusresektion. Im erläuternden 

Bericht vom 19. Oktober 2017 für die Leistungszuteilung in der komplexen 

hochspezialisierten Viszeralchirurgie wurde sodann vorgeschlagen, die 

Lindenhofgruppe insbesondere bei der Zuteilung eines Leistungsauftrags 

für die Oesophagusresektion nicht zu berücksichtigen (GDK2-act. 4.003 

S. 86 f. ≙ B-act. 1 Beilage 5 S. 86 f.). Die Lindenhofgruppe reichte mit  

E-Mail vom 31. Januar 2018 eine Stellungnahme datiert vom 29. Januar 

2018 mit diversen Beilagen ein und beantragte weiterhin die Zuteilung ei-

nes Leistungsauftrags im Bereich der Oesophagusresektion (GDK2-

act. 4.005; B-act. 1 Beilage 6). Sie stellte sich insbesondere auf den Stand-

punkt, dass die notwendige Anzahl durchgeführter Eingriffe/hochkomplexe 

Verfahren mit den Endoskopiezahlen (Zeitraum 2014-2016: 23 durchge-

führte ESD- und 5 EMR- sowie vereinzelte BarrX-Verfahren) erreicht seien. 

Auf die ergänzende Anfrage vom 27. August 2018 (GDK2-act. 4.006 ≙ B-

act. 1 Beilage 7) hin reichte die Lindenhofgruppe am 11. September 2018 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 4 

eine weitere Stellungnahme mit Beilagen ein (GDK2-act. 4.007 ≙ B-act. 1 

Beilage 8). Darin beantragte sie weiterhin insbesondere die Erteilung eines 

Leistungsauftrags im Bereich der Oesophagusresektion. 

A.g In seiner Sitzung vom 31. Januar 2019 hat das HSM-Beschlussorgan 

über die Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der komplexen hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei Erwachsenen 

entschieden (Beschluss publiziert im Bundesblatt am 19. Februar 2019, 

BBl 2019 1496; vgl. auch GDK2-act. 4.014 ≙ B-act. 1 Beilage 1) und der 

Lindenhofgruppe keinen Leistungsauftrag erteilt (e contrario). Für die Be-

gründung wurde auf den Schlussbericht «Komplexe hochspezialisierte Vis-

zeralchirurgie» – Erläuternder Bericht für die Leistungszuteilung vom 

31. Januar 2019 (vgl. GDK2-act. 4.016 ≙ B-act. 1 Beilage 3; nachfolgend 

Schlussbericht) verwiesen. Den nicht berücksichtigten Leistungserbringern 

– unter anderen der Lindenhofgruppe – wurden zusätzlich separate indivi-

duelle Verfügungen mit der Möglichkeit zur Anfechtung beim Bundesver-

waltungsgericht in Aussicht gestellt. 

B.  

B.a Am 15. März 2019 reichte die Lindenhofgruppe, nunmehr vertreten 

durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Eichenberger, Beschwerde gegen den 

Zuteilungsbeschluss vom 31. Januar 2019 betreffend die komplexe hoch-

spezialisierte Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei Erwachsenen 

(nachfolgend Beschluss vom 31. Januar 2019) beim Bundesverwaltungs-

gericht ein (Verfahren C-1313/2019; vgl. B-act. 1). Sie beantragte insbe-

sondere, das Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis der Beschwerde-

führerin die Individualverfügung betreffend die Nichtzuteilung eines Leis-

tungsauftrags im Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchi-

rurgie – Oesophagusresektion bei Erwachsenen eröffnet werde. 

B.b Das Bundesverwaltungsgericht ersuchte die Vorinstanz am 20. März 

2019 um Stellungnahme zum Sistierungsgesuch der Beschwerdeführerin 

(B-act. 2). Am 3. April 2019 stimmte die zwischenzeitlich durch Rechtsan-

wältin Andrea Gysin vertretene Vorinstanz der beantragten Sistierung zu 

(B-act. 3), woraufhin das Bundesverwaltungsgericht das Verfahren am 

11. April 2019 sistierte (B-act. 4). 

B.c Das HSM-Beschlussorgan erliess am 2. Mai 2019 die in Aussicht ge-

stellte abweisende Verfügung betreffend das Gesuch der Lindenhofgruppe 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 5 

um Erteilung eines Leistungsauftrags im Bereich der komplexen hochspe-

zialisierten Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei Erwachsenen 

(GDK2-act. 4.018 ≙ B-act. 6 Beilage ≙ B-act. 10 Beilage 27). Die Abwei-

sung des Gesuchs wurde insbesondere damit begründet, dass die Be-

schwerdeführerin die vom HSM-Fachorgan sowie weiteren Fachexpertin-

nen und -experten entwickelten Anforderungen und Kriterien der Mindest-

fallzahlen sowie der Lehre und Forschung nicht erfülle. 

B.d Am 10. Mai 2019 hob das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der 

zwischenzeitlich ergangenen individuellen Verfügung vom 2. Mai 2019 die 

Sistierung des Verfahrens C-1313/2019 auf und bot der Beschwerdeführe-

rin die Möglichkeit, eine Beschwerdeergänzung einzureichen (B-act. 7). 

B.e Der mit Zwischenverfügung vom 10. Mai 2019 bei der Beschwerdefüh-

rerin eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5’000.- (B-act. 8) 

wurde am 15. Mai 2019 geleistet (B-act. 9). 

B.f Die Beschwerdeführerin reichte am 29. Mai 2019 eine Beschwerdeer-

gänzung ein (B-act. 10) und stellte im Verfahren C-1313/2019 die folgen-

den Anträge: 

Zur Sache: 

1. Der Beschluss vom 31. Januar 2019 (Publikation im Bundesblatt am 19. Feb-

ruar 2019) des HSM-Schlussorgans betreffend die Nichtzuteilung eines Leis-

tungsauftrags an die Beschwerdeführerin im Bereich hochspezialisierte Me-

dizin (HSM) für komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie – Oesophagus-

resektion bei Erwachsenen sei aufzuheben. 

2. Die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Eventualiter zu 2: Der Beschwerdeführerin sei ein befristeter Leistungsauftrag 

im Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Oesopha-

gusresektion bei Erwachsenen bis zum 31. Juli 2025 zu erteilen. 

Verfahrensanträge: 

4. Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei mit dem Beschwerdeverfahren be-

treffend die Verfügung der Vorinstanz vom 2. Mai 2019 über die Zuteilung der 

Leistungsaufträge im Bereich der hochspezialisierten Medizin (HSM): Kom-

plexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei Er-

wachsenen zu vereinigen. 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 6 

5. Das Beschwerdeverfahren sei auf die Frage der Verletzung des rechtlichen 

Gehörs der Beschwerdeführerin zu beschränken. 

– unter Kosten und Entschädigungsfolge – 

B.g Gleichentags reichte die Lindenhofgruppe die in der Beschwerde-

ergänzung erwähnte Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Mai 2019 

ein (Verfahren C-2654/2019; Akten im Beschwerdeverfahren C-2654/2019 

[B2-act.] 1). Inhaltlich stellte sie die identischen Anträge wie in der 

Beschwerdeergänzung. 

B.h Mit Zwischenverfügung vom 7. Juni 2019 vereinigte das Bundesver-

waltungsgericht die beiden Beschwerden mit den Geschäftsnummern  

C-1313/2019 und C-2654/2019 mit der Begründung, dass den beiden Be-

schwerdeverfahren derselbe Sachverhalt zu Grunde liege, sich die glei-

chen Rechtsfragen stellten und die Beschwerden faktisch denselben vo-

rinstanzlichen Entscheid, der Beschwerdeführerin keinen Leistungsauftrag 

zu erteilen, betreffen würden (B-act. 11 ≙ B2-act. 2). 

B.i Die Vorinstanz stellte mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2019 den Antrag, 

die Beschwerde gegen den Beschluss des HSM-Beschlussorgans vom 

31. Januar 2019 beziehungsweise gegen die Verfügung des HSM-Be-

schlussorgans vom 2. Mai 2019 sei unter Kostenfolge vollumfänglich ab-

zuweisen (B-act. 15). Hinsichtlich des Antrags auf Verfahrensbeschrän-

kung beantragte die Vorinstanz ebenfalls die Abweisung. 

B.j Das Bundesverwaltungsgericht wies mit Zwischenverfügung vom 

12. Juli 2019 den Antrag der Beschwerdeführerin auf Beschränkung des 

Beschwerdeverfahrens auf die Frage der Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs ab und ersuchte gleichzeitig das Bundesamt für Gesundheit (nachfol-

gend BAG) als Fachbehörde um Stellungnahme (B-act. 16). 

B.k Mit Stellungnahme vom 14. August 2019 äusserte sich das BAG da-

hingehend, dass die Beschwerde abzuweisen sei (B-act. 17). 

B.l Am 19. September 2019 reichte die Beschwerdeführerin ihre Schluss-

bemerkungen zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz und des BAG ein 

(B-act. 21). Die Vorinstanz reichte datiert vom 23. September 2019 eben-

falls Schlussbemerkungen zur Stellungnahme des BAG ein (B-act. 22). 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 7 

B.m Mit Instruktionsverfügung vom 26. September 2019 wurden den Par-

teien die eingereichten Schlussbemerkungen zur Kenntnis gebracht und 

der Schriftenwechsel abgeschlossen (B-act. 23). 

C.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich-

ten Akten wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Die vorliegenden Beschwerden vom 15. März 2019 und 29. Mai 2019 ge-

gen den Beschluss vom 31. Januar 2019 und die Verfügung vom 2. Mai 

2019 (vgl. oben Bst. B.a/B.g) richten sich gegen einen Entscheid des HSM-

Beschlussorgans zur Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden, wobei 

insbesondere Instanzen des Bundes aufgeführt werden. Verfügungen kan-

tonaler Instanzen sind gemäss Art. 33 Bst. i VGG nur dann beim Bundes-

verwaltungsgericht anfechtbar, wenn dies in einem Bundesgesetz vorge-

sehen ist. 

1.2 Art. 90a Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Kran-

kenversicherung (KVG, SR 832.10) sieht vor, dass das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen 

nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtba-

ren Beschlüssen der Kantonsregierungen gehören namentlich die Spital- 

oder Pflegeheimlisten im Sinne von Art. 39 KVG (vgl. Urteil des BVGer  

C-5733/2007 vom 7. September 2009 E. 1.1, teilweise publiziert in BVGE 

2009/48 sowie Urteil des BVGer C-6062/2007 vom 20. April 2010 E. 1.1, 

teilweise publiziert in BVGE 2010/15). Mit Grundsatzurteil C-5301/2010 

vom 2. April 2012 (publiziert als BVGE 2012/9) hat das Bundesverwal-

tungsgericht die Frage, ob auch ein Entscheid des HSM-Beschlussorgans 

beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden kann, bejaht (E. 1). 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 8 

Damit ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig, die vorliegende Be-

schwerde vom 15. März 2019 gegen den Beschluss des HSM-Beschluss-

organs vom 31. Januar 2019 beziehungsweise die Beschwerde vom 

29. Mai 2019 gegen die Verfügung vom 2. Mai 2019 betreffend Zuteilung 

der Leistungsaufträge im Bereich der komplexen hochspezialisierten Vis-

zeralchirurgie – Oesophagusresektion bei Erwachsenen zu beurteilen. 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach den Vor-

schriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG 

und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. 

1.4 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist als Adressatin durch den angefochtenen Beschluss beziehungs-

weise die Verfügung des HSM-Beschlussorgans besonders berührt und 

hat insoweit an deren Aufhebung beziehungsweise Abänderung ein 

schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie ist daher zur Be-

schwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht erhobenen Beschwer-

den ist, nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde 

(vgl. B-act. 9), einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 

VwVG). 

2.  

2.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Ver-

fügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf Grund der Be-

schwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. 

Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und 

Streitgegenstand identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten 

wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen Teil des 

durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht 

beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten Rechtsver-

hältnisses zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand 

(BGE 125 V 413 E. 1b). Solche Teilaspekte hat das angerufene Gericht nur 

zu überprüfen, wenn sie in einem engen Sachzusammenhang mit dem 

Streitgegenstand stehen; im Übrigen gilt der Dispositionsgrundsatz (ZI-

BUNG/HOFSTETTER, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 

2. Aufl. 2016, Rz. 51 zu Art. 49 VwVG). 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 9 

2.2 Nach der Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Spitalplanung 

der Kantone ist die Spitalliste als Rechtsinstitut sui generis und in erster 

Linie als Bündel von Individualverfügungen zu qualifizieren. Zudem enthal-

ten Spitallisten nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG eine allgemein gültige Re-

gelung, indem sie für alle Versicherten anzeigen, in welchen Spitälern sie 

sich zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung behandeln lassen 

können. Anfechtungsgegenstand im Beschwerdeverfahren betreffend Spi-

tallisten bildet nur die Verfügung, welche das die Beschwerdeführerin be-

treffende Rechtsverhältnis regelt. Die nicht angefochtenen Verfügungen 

der Spitalliste erwachsen in Rechtskraft (BVGE 2012/9 E. 3.3; Urteil des 

BVGer C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 2.2.1).  

 

Spitallistenentscheide des HSM-Beschlussorgans unterscheiden sich von 

Spitallistenentscheiden kantonaler Behörden. Soweit das HSM-Beschlus-

sorgan jedoch einzelnen Spitälern Leistungsaufträge zuteilt und spezifiziert 

(Zuteilungsentscheid), entspricht der Beschluss der vorgängig beschriebe-

nen Rechtsnatur und es handelt sich um Individualverfügungen (BVGE 

2013/45 E. 1.1.2). Dies ist im vorliegenden Verfahren der Fall. Zusätzlich 

hat das HSM-Beschlussorgan mit der Verfügung vom 2. Mai 2019 gegen-

über der Beschwerdeführerin eine individuelle Verfügung erlassen. 

2.3 Die Beschwerdeführerin hat die sie betreffende Verfügung des vo-

rinstanzlichen Beschlusses beziehungsweise die individuell an sie gerich-

tete Verfügung insgesamt angefochten, indem sie die Aufhebung des an-

gefochtenen Beschlusses und die Rückweisung an die Vorinstanz verlangt. 

Prozessthema bildet damit die Nichterteilung des Leistungsauftrags im Be-

reich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Oesophagus-

resektion bei Erwachsenen an die Beschwerdeführerin. 

3.  

3.1 Mit Beschwerde gegen einen Beschluss des HSM-Beschlussorgans im 

Sinne von Art. 39 Abs. 2bis KVG kann die Verletzung von Bundesrecht unter 

Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens so-

wie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts gerügt werden. Nicht zulässig ist hingegen die Rüge der Un-

angemessenheit (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. auch 

Urteil des BVGer C-5305/2010 vom 16. Mai 2013 E. 3; BVGE 2012/9 E. 2). 

Dem HSM-Beschlussorgan steht – wie den zum Erlass der kantonalen Spi-

tallisten zuständigen Organen – ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. 

BVGE 2013/45 E. 5.4 m.H.).  

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 10 

Des Weiteren stellt die unrichtige Anwendung von kantonalem oder inter-

kantonalem Recht keinen Beschwerdegrund nach Art. 49 VwVG dar. Mit 

Beschwerde gegen einen Zuteilungsbeschluss kann eine Verletzung der 

IVHSM daher nur gerügt werden, wenn gleichzeitig eine Verletzung von 

Bundesrecht, namentlich des KVG und seinen Ausführungsverordnungen 

oder des Willkürverbotes (Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) vorliegt (vgl. 

BVGE 2010/51 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_399/2012 vom 

8. Juni 2012 E. 2.7; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 366 Rz. 1034; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, 2. Aufl. 2013, S. 99 Rz. 2.172). Zwar verlangt die Rechtsweggarantie 

von Art. 29a BV grundsätzlich, dass eine Streitigkeit von einem Gericht mit 

freier Rechts- und Sachverhaltsprüfung beurteilt wird (vgl. BERNHARD 

WALDMANN, in: Basler Kommentar, Bundesverfassung, 2015, Art. 29a 

Rz. 14; ANDREAS KLEY, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Gal-

ler Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 29a Rz. 15 f.). Wie das Bundesgericht in 

seinem Urteil 2C_399/2012 (E. 2.7) erwogen hat, handelt es sich bei der 

auch hier anwendbaren Kognitionsregelung um eine bundesgesetzliche 

Ausnahme von der Rechtsweggarantie, wie sie in Art. 29a BV ausdrücklich 

vorbehalten ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2016/14 E. 1.6.2 zweiter Absatz). 

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nach dem Grundsatz der Rechtsan-

wendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRIZ GYGI, Bundesverwaltungs-

rechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 212; THOMAS HÄBERLI, in: Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 48 zu Art. 62 VwVG). 

3.3 Mit Blick auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG, wonach echte tatsächliche No-

ven unzulässig sind, hat das Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung 

der Rechtmässigkeit eines Spitallistenbeschlusses in der Regel auf den bis 

zum Beschlusszeitpunkt eingetretenen Sachverhalt abzustellen (zum Ver-

hältnis von Novenverbot und Untersuchungsgrundsatz vgl. BVGE 2014/3 

E. 1.5.3 f.; 2014/36 E. 1.5.2). Dieser Grundsatz gilt allgemein in der Sozial- 

versicherungsrechtspflege (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 138), nicht 

aber für übrige Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 117 Rz. 2.204 ff.; SEETHA-

LER/PORTMANN, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 11 

2. Aufl. 2016, Rz. 78 zu Art. 52 VwVG). In Beschwerdeverfahren nach 

Art. 53 Abs. 1 KVG soll das Bundesverwaltungsgericht nicht mit neuen Tat-

sachen oder Beweismitteln konfrontiert werden, welche der vorinstanzli-

chen Beurteilung nicht zugrunde lagen; ein Ausnahmefall im Sinne von 

Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG liegt vor, wenn erst der angefochtene Beschluss 

dazu Anlass gibt (vgl. BVGE 2014/36 E. 1.5.2; Urteil des BVGer C-

195/2012 vom 24. September 2012 E. 5.1.2). 

3.4 Das Gericht kann zudem ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs auf 

die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abge-

nommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür an-

nehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebun-

gen nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3 m.H.; sogenannte antizipierte 

oder vorweggenommene Beweiswürdigung). 

4.  

Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Beschwerdeergänzung (B-act. 10) 

und der Beschwerde (B2-act. 1) vom 29. Mai 2019 eine gravierende Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs.  

4.1 Der aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleitete Anspruch auf rechtliches Gehör 

dient einerseits der Sachverhaltsaufklärung und stellt andererseits zugleich 

ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien dar. Der An-

spruch umfasst insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre 

Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche 

Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 

Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be-

weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 

äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 

132 V 368 E. 3.1 m.H.). Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ver-

langt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt auch die Verpflichtung der Be-

hörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 134 I 83 E. 4.1 m.H.). Dabei ist 

es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Be-

troffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in 

voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In die-

sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 12 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (BGE 136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1; 126 I 97 E. 2b).  

 

Die im Einzelfall erforderliche Begründungsdichte richtet sich unter ande-

rem nach der Komplexität der zu beurteilenden Fragen, dem Ermessens-

spielraum der entscheidenden Behörde und der Dichte der Parteivorbrin-

gen (vgl. BVGE 2013/46 E. 6.2.5; BGE 142 II 324 E. 3.6 m.H.). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind umso strengere Anforderungen 

an die Begründung zu stellen, je grösser der der Behörde eingeräumte Er-

messensspielraum ist und je vielfältiger die tatsächlichen Voraussetzungen 

sind, die bei der Betätigung des Ermessens zu berücksichtigen sind (BGE 

112 Ia 107 E. 2b; 129 I 232 E. 3.3; BVGE 2012/24 E. 3.2.2). Das Bundes-

verwaltungsgericht hat im Entscheid C-4156/2011 vom 16. Dezember 

2013 festgehalten, dass folgende Umstände für erhöhte Anforderungen an 

die Begründungsdichte bei HSM-Zuteilungsbeschlüssen sprechen: Es 

müsse sich einerseits transparent und nachvollziehbar eine Praxis im Rah-

men der interkantonalen HSM-Koordination und -Konzentration entwickeln 

und andererseits stelle der Ausschluss von der Erbringung gewisser OKP-

Leistungen bei vorgenommenen erheblichen Investitionen einen bedeuten-

den Eingriff in die Interessen der Leistungserbringer dar. Weiter verfüge 

das HSM-Beschlussorgan über ein erhebliches Ermessen (vgl. E. 5.5). 

4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller beziehungsweise 

selbständiger Natur, womit seine Verletzung ungeachtet der materiellen 

Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt (BGE 137 I 195 E. 2.2; 135 

I 187 E. 2.2 m.H.). Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders 

schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als 

geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 

Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa; 115 V 297 

E. 2h). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen 

Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst 

bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann 

abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 

Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 

Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 182 E. 3d; zum Ganzen 

ausführlich Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] 

I 193/04 vom 14. Juli 2006). Von dieser Möglichkeit ist jedoch 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 13 

insbesondere in Fällen, in denen – wie vorliegend – kein doppelter 

Instanzenzug besteht, nur zurückhaltend Gebrauch zu machen. 

4.3 Art. 12 Abs. 2 IVHSM bestimmt, dass auf Beschlüsse betreffend die 

Festsetzung der gemeinsamen Spitalliste nach Art. 3 Abs. 3 und 4 [der Ver-

einbarung] die bundesrechtlichen Vorschriften über das Verwaltungsver-

fahren sinngemäss Anwendung finden. Demzufolge ist zu prüfen, ob das 

Zuteilungsverfahren verfassungs- und VwVG-konform ausgestaltet bezie-

hungsweise durchgeführt wurde (vgl. auch Urteil C-4156/2011 E. 5.3). 

4.4 Aus den Akten ergibt sich insbesondere, dass das HSM-Beschlussor-

gan vorliegend – im Gegensatz zur Spitalplanung in verschiedenen Kanto-

nen – neben dem Beschluss vom 31. Januar 2019 als Bündel von Indivi-

dualverfügungen für die Beschwerdeführerin als nicht berücksichtigte Leis-

tungserbringerin am 2. Mai 2019 eine zusätzliche individuelle abweisende 

Verfügung erlassen hat, nachdem dies zuvor im Beschluss vom 31. Januar 

2019 entsprechend angekündigt worden war (vgl. auch oben E. 2.2). 

4.5  

4.5.1 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde vom 15. März 

2019 vor, der Beschluss vom 31. Januar 2019 selbst enthalte keine Be-

gründung, sondern verweise auf den Schlussbericht «Komplexe hochspe-

zialisierte Viszeralchirurgie » - Erläuternder Bericht für die Leistungszutei-

lung vom 31. Januar 2019. Dieser Schlussbericht setze sich nur oberfläch-

lich mit den Argumenten der Bewerber und namentlich jenen der Be-

schwerdeführerin auseinander. Für den Fall, dass die noch zu eröffnende 

Individualverfügung keine eingehendere Auseinandersetzung mit den Ar-

gumenten der Beschwerdeführerin enthalte, werde geltend gemacht, der 

angefochtene Beschluss verletze das rechtliche Gehör der Beschwerde-

führerin (vgl. B-act. 1 Rz. 39-40). 

4.5.2 In ihren Eingaben vom 29. Mai 2019, welche aufgrund der Eröffnung 

der individuellen Verfügung vom 2. Mai 2019 erfolgten, macht die Be-

schwerdeführerin sodann im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz stelle 

pauschal auf die tatsächliche und rechtliche Situation zum Zeitpunkt der 

Einreichung der Bewerbungsgesuche der Leistungserbringer oder der Re-

daktion des Erläuternden Berichts für die Leistungszuteilung (Entwurf für 

die Gewährung des rechtlichen Gehörs) ab. Hinzu komme, dass sie auch 

die eingereichten Beweismittel und gestellten Beweisanträge unberück-

sichtigt lasse. Die Vorinstanz habe sich eine abgeschlossene Meinung ge-

bildet, die sie nicht mehr geändert habe. Ferner stelle die Vorinstanz in 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 14 

Bezug auf die Mindestfallzahlen einzig auf die Zahlen des SGVC/AQC-Kli-

nikregisters ab und habe in Bezug auf die als Beweismittel eingereichte 

«Plausibilisierung der Fallzahlen» (vgl. B-act. 1 Beilage 9) der Beschwer-

deführerin unbegründet festgehalten, diese könne nicht als Grundlage für 

die Ermittlung der Fallzahlen dienen. Weiter habe die Beschwerdeführerin 

ein Parteiverhör verlangt, was jedoch mit der Begründung abgelehnt wor-

den sei, dies sei nicht vorgesehen. Auch hierin liege eine schwere Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs, sehe doch Art. 12 Bst. b VwVG das Partei-

verhör explizit vor. Die Vorinstanz habe auch die weiteren gestellten Be-

weisanträge und anerbotenen Beweismittel in rechtswidriger Weise abge-

lehnt. Eine eigentliche Gewährung des rechtlichen Gehörs oder eine Be-

rücksichtigung der seitens der Leistungserbringer vorgebrachten Erläute-

rungen und eine Abnahme von angebotenen, zulässigen und tauglichen 

Beweismitteln habe durch die Vorinstanz gar nicht und nur pro forma statt-

gefunden (vgl. B-act. 10 Rz. 41-42; B2-act. 1 Rz. 50-51). 

4.5.3 Diesbezüglich führt die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 

8. Juli 2019 aus, das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin sei gewahrt 

worden. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe 

pauschal auf die tatsächliche und rechtliche Situation zum Zeitpunkt der 

Einreichung der Bewerbungsunterlagen abgestellt und sich nicht mit den 

Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt, werde bestritten. 

Die Beschwerdeführerin habe von ihrem Recht zur Stellungnahme am 29. 

Januar 2019 Gebrauch gemacht und ihre Vorbringen seien sorgfältig ge-

prüft und gewürdigt worden. Im Anschluss daran sei die Beschlussfassung 

durch das HSM-Beschlussorgan erfolgt und die Nicht-zuteilung in Bezug 

auf die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. Mai 2019 begründet wor-

den. In Bezug auf das Kriterium der Lehre und Forschung zeige sich in der 

einlässlich begründeten Verfügung vom 2. Mai 2019, dass sämtliche von 

der Beschwerdeführerin beigebrachten Argumente und Dokumente be-

rücksichtigt worden seien. Hinsichtlich der nicht berücksichtigten «Plausi-

bilisierung der Fallzahlen» sei nicht ersichtlich, was die Beschwerdeführe-

rin damit zu beweisen versuche, weise sie darin doch selbst einen unge-

nügenden Durchschnitt an Fallzahlen auf. Die Ablehnung eines Beweismit-

tels in freier antizipierter Beweiswürdigung sei nicht zu beanstanden. In-

wieweit eine persönliche Befragung den Sachverhalt weiter hätte abklären 

können, sei ebenfalls nicht ersichtlich, weshalb im Verzicht auf die Partei-

befragung keine Gehörsverletzung erblickt werden könne. In Bezug auf die 

Beweisabnahme hinsichtlich Lehre und Forschung sei festzuhalten, dass 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 15 

eine Beweisabnahme am Ergebnis, dass der Beschwerdeführerin auf-

grund anderer, nicht erfüllter Anforderungen kein Leistungsauftrag erteilt 

werde, nichts geändert hätte (vgl. B-act. 15 Rz. 34-38; 42-44). 

4.5.4 In der Stellungnahme vom 14. August 2019 führt das BAG aus, die 

Vorinstanz habe eine der im Urteil C-4156/2011 vorgeschlagenen Metho-

den zur Beschlussfassung verwendet und neben dem Schlussbericht auch 

individuelle Begründungen an die nicht berücksichtigten Leistungserbrin-

ger verfasst. Die Beschwerdeführerin gehe mit der individuellen Verfügung 

vom 2. Mai 2019 auf die Einwände der Beschwerdeführerin ein und be-

gründe darin – wie auch im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 – ausführ-

lich den Grund für die Nichterteilung des Leistungsauftrags. Daher liege 

keine Verletzung der Begründungspflicht vor und die Gewährung des 

rechtlichen Gehörs habe stattgefunden. Es bleibe jedoch festzuhalten, 

dass die Vorinstanz ihre Beschlussabfassung insbesondere aus verfah-

rensökonomischen Gründen ändern und die individuellen Verfügungen 

gleichzeitig mit dem Schlussbericht eröffnen sollte (vgl. B-act. 17 Rz. 1.3). 

4.5.5 Die Beschwerdeführerin ergänzt in ihren Schlussbemerkungen vom 

19. September 2019 insbesondere, die Vorinstanz habe kein Vorgehen ge-

mäss dem Urteil C-4156/2011 gewählt. Zwar werde die Möglichkeit eines 

separaten (zusätzlichen) Beschlusses mit einzelfallspezifischer Begrün-

dung und eigener Rechtsmittelbelehrung für nicht berücksichtigte Leis-

tungserbringer erwähnt, hingegen könne es sich nur um die gleichzeitige 

Eröffnung des allgemeinen und des individuellen Beschlusses handeln. Die 

von der Vorinstanz gewählte Vorgehensweise sei unzulässig. Die be-

schwerdeführenden Parteien seien faktisch gezwungen, den ersten Be-

schluss mit einer Beschwerde «ins Blaue» anzufechten. Der Beschluss 

vom 31. Januar 2019 selbst enthalte keine Begründung, sondern verweise 

auf den Schlussbericht «Komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie» – 

Erläuternder Bericht für die Leistungszuteilung vom 31. Januar 2019. Die-

ser Schlussbericht setze sich, in Form von tabellarischen Darstellungen, 

nur oberflächlich mit den Argumenten der Bewerber und namentlich jenen 

der Beschwerdeführerin auseinander. Die Gründe der Nichtzuteilung be-

ziehungsweise konkrete Angaben zu den nicht erfüllten Kriterien würden 

nicht genannt. Eine sachgerechte Anfechtung sei deshalb nicht möglich 

gewesen. Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin und namentlich 

die Begründungspflicht seien dadurch verletzt worden. Unzutreffend sei zu-

dem, der Beschwerdeführerin sei durch dieses Vorgehen kein Nachteil ent-

standen. Ihr sei mit der Anfechtung des Beschlusses und der individuellen 

Verfügung vielmehr ein erheblicher zeitlicher und finanzieller Mehraufwand 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 16 

entstanden. Überdies habe die Vorinstanz durch die Beschwerde Kenntnis 

von den Rügen der Beschwerdeführerin erhalten und habe gestützt auf 

dieses Wissen die individuelle Verfügung erlassen und begründen können. 

Auch darin sei ein relevanter Nachteil zu sehen (vgl. B-act. 21 Rz. 8-11). 

4.6 Soweit die Beschwerdeführerin in ihren Schlussbemerkungen geltend 

macht, das von der Vorinstanz gewählte Vorgehen sei unzulässig und 

verstosse gegen die Begründungspflicht, kann ihr nicht gefolgt werden. 

 

Es ist nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin eine eingehen-

dere Auseinandersetzung mit ihren Anträgen bereits im Beschluss vom 

31. Januar 2019 beziehungsweise die zeitgleiche oder zumindest zeitnahe 

Eröffnung der individuellen Verfügung gewünscht hätte. Das von der Vorin-

stanz gewählte Verfahren ist sodann aus prozessökonomischen Gründen 

sicherlich nicht optimal, aber nicht per se unzulässig, da im Beschluss vom 

31. Januar 2019 der Erlass einer individuellen anfechtbaren Verfügung mit 

eingehenderer Begründung für nicht berücksichtigte Leistungserbringer 

ausdrücklich angekündigt wurde. Es ist an dieser Stelle festzuhalten, dass 

keine diesbezüglichen gesetzlichen Vorgaben bestehen und überdies 

keine Mutwilligkeit erkennbar ist. Das Vorgehen der Vorinstanz hat jedoch 

nicht zu Unrecht erhobene Rügen der Beschwerdeführerin provoziert. 

Dass die Beschwerdeführerin bereits den Beschluss vom 31. Januar 2019 

sicherheitshalber angefochten hat, ist im Übrigen nachvollziehbar, auch 

wenn andere Leistungserbringer teilweise die ausdrücklich als anfechtbar 

angekündigte individuelle Verfügung abgewartet und erst diese angefoch-

ten haben.  

 

Die Verfügung vom 2. Mai 2019 und der Beschluss vom 31. Januar 2019 – 

soweit dieser als Individualverfügung die Verweigerung des Leistungsauf-

trags an die Beschwerdeführerin betrifft – sind damit einer gemeinsamen 

Gesamtbetrachtung zu unterziehen. Die Vorinstanz ist ihrer Begründungs-

pflicht, welcher im Beschluss vom 31. Januar 2019 noch nicht genüge ge-

tan worden sein dürfte, spätestens mit Erlass der vorangekündigten indivi-

duellen Verfügung vom 2. Mai 2019 nachgekommen. 

4.7 Die weiteren Rügen das rechtliche Gehör betreffend, wonach die Vo-

rinstanz ihrem Entscheid pauschal die tatsächliche und rechtliche Situation 

zum Zeitpunkt der Einreichung der Bewerbung beziehungsweise der Re-

daktion des Erläuternden Berichts (für die Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs) zugrunde gelegt, sich eine bereits abgeschlossene Meinung gebildet 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 17 

und die Beweismittel und Beweisanträge der Beschwerdeführerin nicht be-

rücksichtigt haben soll, sind ebenfalls unbegründet:  

 

Die Vorinstanz hat sich in der vorab angekündigten individuellen Verfügung 

vom 2. Mai 2019 mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin und den ein-

gereichten Beweismitteln auseinandergesetzt. Die Tatsache, dass die Vor-

instanz der Argumentation der Beschwerdeführerin nicht gefolgt ist und 

keine weiteren Beweise (Gutachten, Parteiverhör) abgenommen hat, be-

deutet nicht automatisch, dass das rechtliche Gehör der Beschwerdefüh-

rerin verletzt wurde. Wie nachfolgend festzustellen sein wird, ist es nicht 

unhaltbar, dass die Vorinstanz auf die Fallzahlen der Jahre 2014 - 2016 

abgestellt hat (vgl. nachfolgend E. 7.1.6). Entsprechend kann darin, dass 

die Vorinstanz hinsichtlich der Fallzahlen auf die Situation im Zeitpunkt der 

Bewerbung abgestellt hat, auch keine Gehörsverletzung erkannt werden. 

Da die Mindestfallzahlen im relevanten Zeitraum (2014 – 2016) auch ge-

mäss der von der Beschwerdeführerin eingereichten «Plausibilisierung der 

Fallzahlen» nicht erreicht wurden (vgl. nachfolgend E. 7.3.7), liegt auch im 

Umstand, dass die Vorinstanz die eingereichte Plausibilisierung nicht wei-

ter berücksichtigt, kein Gutachten betreffend Fallzahlen in der Lindenhof-

gruppe angeordnet und kein Parteiverhör durchgeführt hat, keine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs begründet. Diese Beweismittel hätten näm-

lich bei dieser Ausgangslage am Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin 

die Fallzahlen im relevanten Zeitraum nicht erfüllt, nichts mehr ändern kön-

nen (antizipierte oder vorweg genommene Beweiswürdigung; vgl. oben 

E. 3.4). Dasselbe gilt für die beantragten Beweismittel im Zusammenhang 

mit der Lehre und Forschung. Da die Vorinstanz das Kriterium der Mindest-

fallzahlen – wie sich zeigen wird zu Recht (vgl. nachfolgend E. 7.4.6) – als 

Ausschlusskriterium verwendet hat, konnte das beantragte Gutachten zur 

Frage, ob und inwieweit sich Forschung, namentlich die Teilnahme an kli-

nischen Studien und Publikationstätigkeit, positiv auf die Versorgungssi-

cherheit und die Qualität im Bereich Viszeralchirurgie beziehungsweise im 

HSM-Bereich Oesophagusresektion auswirke, am Ergebnis ebenfalls 

nichts mehr ändern.  

 

Soweit die Beschwerdeführerin unter dem Titel des rechtlichen Gehörs zu-

dem moniert, erst in der Verfügung werde anerkannt, dass sie eine aner-

kannte Weiterbildungsstätte für Viszeralchirurgie sei, und dies sei aus-

schliesslich der Beschwerde geschuldet, ist darauf hinzuweisen, dass be-

reits im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 festgehalten wurde «Die Lin-

denhof AG hat ein Gesuch eingereicht; dieses wurde am 27. März 2018 

gutgeheissen, und zwar für die Kategorie V2 (2 Jahre)» (vgl. GDK2-

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 18 

act. 4.016 S. 75). Entsprechend dürfte es sich um ein Versehen gehandelt 

haben, dass das Kriterium im Schlussbericht noch als «nicht erfüllt» aufge-

führt worden ist. Hierin ist jedenfalls keine Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs zu erkennen. 

4.8 Zusammenfassend ist aufgrund der obigen Ausführungen festzuhalten, 

dass der Vorinstanz im vorliegenden Verfahren keine Verletzung des recht-

lichen Gehörs vorzuwerfen ist. 

5.  

Im Folgenden werden die für die Streitsache wesentlichen Bestimmungen 

und von der Rechtsprechung dazu entwickelten Grundsätze dargestellt. 

5.1 Spitalplanung ist grundsätzlich Aufgabe der Kantone (vgl. Art. 39 

Abs. 1 Bst. e KVG; BVGE 2009/48 E. 12.1). Gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG 

(in der seit 1. Januar 2009 gültigen Fassung) koordinieren die Kantone ihre 

Planung. Im HSM-Bereich beschliessen die Kantone nach Art. 39 Abs. 2bis 

KVG (in Kraft seit 1. Januar 2009) gemeinsam eine gesamtschweizerische 

Planung. Kommen sie dieser Aufgabe nicht zeitgerecht nach (vgl. auch 

Abs. 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG [Spitalfinan-

zierung] vom 21. Dezember 2007 [AS 2008 2056]), so legt der Bundesrat 

fest, welche Spitäler für welche Leistungen auf den kantonalen Spitallisten 

aufzuführen sind. 

5.2 Um die gesamtschweizerische Planung zu gewährleisten, haben die 

Kantone am 14. März 2008 die IVHSM beschlossen, die – nachdem alle 

Kantone beigetreten sind – am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist. 

Art. 3 IVHSM regelt Zusammensetzung, Wahl und Aufgaben des HSM-Be-

schlussorgans. Das Beschlussorgan bestimmt gemäss Art. 3 Abs. 3 

IVHSM die Bereiche der hochspezialisierten Medizin, die einer schweiz-

weiten Konzentration bedürfen, und trifft die Planungs- und Zuteilungsent-

scheide. Hierzu erstellt es eine Liste der Bereiche der hochspezialisierten 

Medizin und der mit der Erbringung der definierten Leistungen beauftrag-

ten Zentren. Die Liste wird periodisch überprüft. Sie gilt als gemeinsame 

Spitalliste der Vereinbarungskantone gemäss Art. 39 KVG. Die Zuteilungs-

entscheide werden befristet (Art. 3 Abs. 4 IVHSM). Art. 9 Abs. 1 IVHSM 

hält zudem fest, dass die Vereinbarungskantone ihre Zuständigkeit ge-

mäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spitalliste für den Bereich 

der hochspezialisierten Medizin dem HSM-Beschlussorgan übertragen. 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 19 

5.3 Das Bundesrecht schreibt den Kantonen nicht vor, in welcher Form sie 

über die gemeinsame gesamtschweizerische Planung Beschluss zu fas-

sen haben. Dass sie dafür ein durch interkantonale Vereinbarung (Konkor-

dat) geschaffenes interkantonales Organ, das mit entsprechenden Ent-

scheidungskompetenzen ausgestattet ist, vorgesehen haben, ist zulässig 

(BVGE 2012/9 E. 1.2.3.4; vgl. Art. 48 BV). 

5.4 Wie bei den übrigen Spitalplanungen entscheidet auch über die HSM-

Listen ein politisches Organ: Das HSM-Beschlussorgan setzt sich aus Mit-

gliedern der GDK-Plenarversammlung zusammen, wobei den fünf Kanto-

nen mit Universitätsspital je ein Sitz (mit Stimmrecht) zusteht und die wei-

teren fünf Sitze (mit Stimmrecht) auf die übrigen Kantone verteilt werden 

(vgl. Art. 3 Abs. 1 IVHSM). Das HSM-Beschlussorgan hat die gesetzlichen 

Bestimmungen (einschliesslich die Planungskriterien gemäss Art. 58a ff. 

der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung [KVV, 

SR 832.102]; vgl. nachfolgend E. 5.8) und die IVHSM (vgl. nachfolgend 

E. 5.7) zu beachten; im Übrigen steht ihm jedoch ein weiter Ermessens-

spielraum zu (vgl. auch oben E. 3.1). 

5.5 Art. 4 Abs. 4 IVHSM definiert die Kriterien, welche das HSM-Be- 

schlussorgan bei der Zuordnung zum Bereich der HSM und bei der Zutei-

lung der Leistungsaufträge zu berücksichtigen hat. Die Kriterien für den im 

vorliegenden Verfahren interessierenden Zuteilungsentscheid sind die 

Qualität, die Verfügbarkeit hochqualifizierten Personals und Teambildung, 

die Verfügbarkeit der unterstützenden Disziplinen, die Wirtschaftlichkeit so-

wie das Weiterentwicklungspotenzial. Weiter sind die Relevanz des Be-

zugs zu Forschung und Lehre sowie die internationale Konkurrenzfähigkeit 

zu berücksichtigen. 

5.6 Die Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

setzt den Leistungsauftrag aufgrund einer kantonalen oder interkantonalen 

Spitalliste voraus (Art. 35 i.V.m. Art. 39 Abs. 1 Bst. d und e sowie Abs. 2bis 

KVG). Ab dem Zeitpunkt der Bestimmung eines Bereiches der hochspezi-

alisierten Medizin und seiner (rechtskräftigen) Zuteilung an HSM-Zentren 

gelten abweichende Spitallistenzulassungen der Kantone im entsprechen-

den Umfang als aufgehoben (Art. 9 Abs. 2 IVHSM). 

5.7 Die IVHSM enthält spezifische Planungsgrundsätze für die HSM. Dem-

nach sollen die hochspezialisierten Leistungen zur Gewinnung von Syner-

gien auf wenige universitäre oder multidisziplinäre Zentren konzentriert 

werden (Art. 7 Abs. 1). Die Planung der HSM soll mit jener im Bereich der 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 20 

Forschung abgestimmt werden, Forschungsanreize sollen gesetzt und ko-

ordiniert werden (Art. 7 Abs. 2). Die Interdependenzen zwischen verschie-

denen hochspezialisierten medizinischen Bereichen sind bei der Planung 

zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 3), wobei die Planung jene Leistungen um-

fasst, die durch schweizerische Sozialversicherungen mitfinanziert werden 

(Art. 7 Abs. 4). Die Zugänglichkeit für Notfälle ist bei der Planung zu be-

rücksichtigen (Art. 7 Abs. 5), ebenso wie die vom schweizerischen Ge-

sundheitswesen erbrachten Leistungen für das Ausland; Kooperations-

möglichkeiten mit dem nahen Ausland können genutzt werden (Art. 7 

Abs. 6 und 7). Die Planung kann in Stufen erfolgen (Art. 7 Abs. 8). Gemäss 

Art. 8 IVHSM sind bei der Zuordnung der Kapazitäten folgende Vorgaben 

zu beachten: Die gesamten in der Schweiz verfügbaren Kapazitäten sind 

so zu bemessen, dass die Zahl der Behandlungen, die sich unter umfas-

sender kritischer Würdigung erwarten lassen, nicht überschritten werden 

kann (Bst. a). Die resultierende Anzahl der Behandlungsfälle der einzelnen 

Einrichtung pro Zeitperiode darf die kritische Masse unter den Gesichts-

punkten der medizinischen Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit nicht un-

terschreiten (Bst. b). Den Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Zentren 

im Ausland kann Rechnung getragen werden (Bst. c). 

5.8 Im Übrigen sind bei der Erstellung einer interkantonalen Spitalliste 

grundsätzlich dieselben Anforderungen gemäss den Vorschriften des KVG 

sowie der Ausführungsverordnungen wie bei der Erstellung einer kantona-

len Spitalliste zu beachten (BVGE 2013/46 E. 6.4.1; vgl. auch RÜT-

SCHE/PICECCHI, in: Basler Kommentar zum Krankenversicherungsgesetz 

und zum Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, 2020, Rz. 95 zu Art. 39). 

Die zugelassenen Spitäler haben somit die Anforderungen von Art. 39 

Abs. 1 KVG zu erfüllen und das interkantonale Beschlussorgan hat die Pla-

nungskriterien nach Art. 58a ff. KVV zu beachten. Das Beschlussorgan er-

mittelt den Bedarf in nachvollziehbaren Schritten und stützt sich auf statis-

tisch ausgewiesene Daten und Vergleiche (Art. 58b Abs. 1 KVV). Es ermit-

telt das Angebot, das in Einrichtungen beansprucht wird, die nicht auf der 

von ihr erlassenen Liste aufgeführt sind (Abs. 2). Es bestimmt das Ange-

bot, das durch die Aufführung der Spitäler auf der Spitalliste zu sichern ist, 

damit die Versorgung gewährleistet ist. Dieses Angebot entspricht dem 

nach Art. 58b Abs. 1 KVV festgestellten Versorgungsbedarf abzüglich des 

nach Art. 58b Abs. 2 KVV ermittelten Angebots (Abs. 3). Bei der Beurtei-

lung und Auswahl des auf der Liste zu sichernden Angebotes berücksich-

tigen die Kantone insbesondere die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leis-

tungserbringung, den Zugang der Patientinnen und Patienten zur Behand-

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 21 

lung innert nützlicher Frist sowie die Bereitschaft und Fähigkeit der Einrich-

tung zur Erfüllung des Leistungsauftrages (Abs. 4). Bei der Prüfung der 

Wirtschaftlichkeit und Qualität beachtet das Beschlussorgan insbesondere 

die Effizienz der Leistungserbringung, den Nachweis der notwendigen 

Qualität, die Mindestfallzahlen (im Spitalbereich) und die Nutzung von Sy-

nergien (Abs. 5). Die Planung erfolgt für die Versorgung der versicherten 

Personen in Spitälern zur Behandlung von akutsomatischen Krankheiten 

leistungsorientiert (Art. 58c Bst. a KVV).   

 

Entsprechend ist im HSM-Bereich auch die diesbezügliche Rechtspre-

chung zur kantonalen Spitalplanung zu berücksichtigen. 

5.9 Im Rahmen der Verpflichtung zur interkantonalen Koordination der Pla-

nungen nach Art. 39 Abs. 2 KVG müssen die Kantone insbesondere die 

nötigen Informationen über die Patientenströme auswerten und diese mit 

den betroffenen Kantonen austauschen (Art. 58d Bst. a KVV) und die Pla-

nungsmassnahmen mit den davon in ihrer Versorgungssituation betroffe-

nen Kantonen koordinieren (Bst. b). Während die Auswertung der nötigen 

Informationen über die Patientenströme auch bei der interkantonalen Pla-

nung der HSM von Bedeutung ist, dürften die übrigen in Bst. a und b ge-

nannten Anforderungen durch die Einsetzung des interkantonalen Be-

schlussorgans nach Art. 3 IVHSM abgedeckt sein. 

6.  

Bei der HSM-Spitalplanung lassen sich im Rahmen des Zuteilungsverfah-

rens – wie bei der kantonalen Spitalplanung auch – zwei Etappen unter-

scheiden: die Bedarfsermittlung und die Bedarfsdeckung. Zuerst ist der Be-

darf der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz an stationärer Be-

handlung im entsprechenden HSM-Bereich zu ermitteln. Nach der Bedarfs-

ermittlung erfolgt die Phase der Bedarfsdeckung mit der Auswahl der Leis-

tungserbringer (vgl. Urteil des BVGer C-6266/2013 vom 29. September 

2015 E. 4.3.2. m.H.). 

6.1 Im vorliegenden Fall ist die erste Stufe der HSM-Spitalplanung, das 

heisst die Bedarfsermittlung, nicht umstritten.  

 

Die im Streit liegende Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der kom-

plexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei 

Erwachsenen basiert auf dem prognostizierten Leistungsbedarf bis ins 

Jahr 2025. Bei dieser Bedarfsprognose wurden basierend auf dem Nach-

fragejahr 2014 Einflussfaktoren wie die demografische, medizintechnische, 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 22 

epidemiologische, ökonomische und sonstige Entwicklung berücksichtigt 

(vgl. Bedarfsprognose HSM: Teilbericht Methodik Version 3.1 vom 23. Mai 

2017 S. 4 f. [GDK2-act. 2.001]). Unter Berücksichtigung der Auswirkungen 

der Einflussfaktoren rechnet die Vorinstanz mit einer starken Zunahme der 

Fallzahlen um 51 % bis 2025 im Bereich der Oesophagusresektionen und 

damit mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4.2 % (vgl. Bedarfsprognose 

HSM: Leistungsbereich Oesophagusresektion VIS1.3 Version 1.0 vom 

1. Februar 2017 S. 12 f. [GDK2-act. 2.008]; Schlussbericht vom 31. Januar 

2019 S. 65 [GDK2-act. 4.016]). 

6.2 Strittig ist vorliegend vielmehr die Auswahl der Leistungserbringer, die 

den ermittelten Bedarf decken sollen, namentlich die Nichterteilung des 

Leistungsauftrags im Bereich der Oesophagusresektion an die Beschwer-

deführerin. 

6.2.1 Für den Bereich der Oesophagusresektion sind bei der Eröffnung des 

Bewerbungsverfahrens Ende 2016 – neben den generellen Anforderungen 

an die Leistungserbringer gemäss IVHSM und KVV sowie den Qualitäts-

anforderungen für alle fünf Bereiche der «Komplexen hochspezialisierten 

Viszeralchirurgie» – die folgenden spezifischen Qualitätsanforderungen 

vom HSM-Fachorgan festgelegt worden (vgl. Erläuternde Notiz zur Bewer-

bung für den HSM-Leistungsauftrag im Bereich «Komplexe hochspeziali-

sierte Viszeralchirurgie» vom 25. Oktober 2016 [GDK2-act. 1.004 S. 8]): 

- Strukturqualität:  

- Verantwortlicher Chirurg mit Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie  

oder äquivalenter Qualifikation 

- Personelle und strukturelle Voraussetzungen um postoperative 

Komplikationen selbständig und ohne Spitalverlegung zu behan-

deln (24/7 Verfügbarkeit einer diagnostischen und interventionel-

len Radiologie [oder Äquivalent]; 24/7 Verfügbarkeit eines qualifi-

zierten Chirurgen-Teams [Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie oder 

äquivalente Qualifikation] mit der Möglichkeit einer chirurgischen 

[Re-]Intervention innerhalb eines indizierten Zeitintervalls [1h]; Mi-

nimalanforderung: 2 Ärzte mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie oder 

äquivalenter Ausbildung) 

- Durch SGI anerkannte Intensivstation im Haus 

- 24/7 Verfügbarkeit einer interventionellen Endoskopie 

- Onkologie im Haus 

- Mindestfallzahlen: pro Standort muss eine Mindestfallzahl von 12 Ein-

griffen / Jahr im Durchschnitt über die letzten drei Jahre erreicht werden 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 23 

- Prozessqualität: jeder Fall wird im interdisziplinären Tumorboard vor-

gestellt (zusammengesetzt gemäss Vorgaben der IVHSM-Organe) 

- Weiterbildung, Lehre und Forschung: aktive Teilnahme an klinischen 

Forschungsstudien oder anderen klinischen Forschungsprojekten 

6.2.2 Im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 (GDK2-act. 4.016 ≙ B-act. 1 

Beilage 3), welcher integraler Bestandteil des Beschlusses vom 31. Januar 

2019 (GDK2-act. 4.014 ≙ B-act. 1 Beilage 1) bildet, legt die Vorinstanz dar, 

dass die Empfehlung für die Zuteilung eines HSM-Leistungsauftrags nach 

einem Evaluationsschema erarbeitet worden sei. In einem ersten Schritt 

sei geprüft worden, ob die generellen und bereichsspezifischen Anforde-

rungen pro Leistungserbringer erfüllt seien. Seien die Anforderungen nicht 

erfüllt, erfolge bereits hier keine Empfehlung für einen HSM-Leistungsauf-

trag. Ansonsten werde in einem zweiten Schritt geprüft, ob in der Versor-

gungsregion Bedarf für eine (zusätzliche) Leistungserbringung bestehe. 

Sofern der Bedarf bestehe, werde die Empfehlung für einen HSM-Leis-

tungsauftrag abgegeben, andernfalls nicht. Bei der Beurteilung des Be-

darfs in einer Versorgungsregion würden nebst den Fallzahlen und den Pa-

tientenströmen zudem weitere Kriterien (Vorhandensein eines HSM-Leis-

tungserbringers in der Versorgungsregion; Bedarf für Leistungserbringung 

aufgrund der sprachlichen Region oder geographischen Lage) berücksich-

tigt (GDK2-act. 4.016 S. 90). 

6.2.3 In Bezug auf die Mindestfallzahlen hält die Vorinstanz fest, diese 

seien anhand der im Register eingetragenen Fälle überprüft worden, dabei 

sei der Zeitraum vom 21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 

massgeblich gewesen. Über diese drei Jahre sei der Jahresdurchschnitt 

errechnet worden. Bei dieser Überprüfung hätten acht Bewerber die nöti-

gen Minimalfallzahlen erreicht, die anderen zwölf nicht. Bei den Kliniken, 

die bei der Selbstdeklaration angegeben hätten, die Zahlen zu erreichen, 

seien die entsprechenden Operationsberichte einverlangt worden, um sie 

durch Experten daraufhin zu überprüfen, ob es sich um HSM-Fälle nach 

Zuordnungsdefinition handle (GDK2-act. 4.016 S. 74 f.).  

6.2.4 Weiter führt die Vorinstanz aus, die Wirtschaftlichkeitsprüfung erfolge 

durch Betriebsvergleiche. Dafür seien zwei verschiedene Herangehens-

weisen gewählt worden – ein Vergleich auf Basis der schweregradberei-

nigten Fallkosten und die Analyse der durchschnittlichen Fallkosten der 

Spitäler in den fünf definierten HSM-Leistungsbereichen der Viszeralchi-

rurgie (GDK2-act. 4.016 S. 33). Weiter würden die Analysen auf Verglei-

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 24 

chen der Casemix-bereinigten, spitalindividuellen mittleren Fallkosten (Ba-

siswerte) des Jahres 2015 beruhen. Neben der Beurteilung auf Stufe Ge-

samtspital werde auch die Wirtschaftlichkeit der HSM-Leistungserbringung 

betrachtet. Es würden also zwei unterschiedliche Herangehensweisen an-

gewendet. Bei der Auswertung von Kostendaten ITAR_K® würden die an-

rechenbaren Kosten der Spitäler für die Kalkulation der Casemix-bereinig-

ten Basiswerte in Anlehnung an die von der GDK formulierten «Empfeh-

lungen zur Wirtschaftlichkeitsprüfung» ermittelt. Als Referenzwerte würden 

die die Spitalkategorie berücksichtigenden Mediane der sich bewerbenden 

Spitäler berücksichtigt (Universitätsspitäler: Fr. 11'058.-, übrige Akutspitä-

ler: Fr. 9'851.-). Bei der Auswertung nach SwissDRG würden die kalkulato-

rischen Casemix-bereinigten Basiswerte der Spitäler, bezogen auf die be-

treffenden Fälle des spezifischen HSM-Spektrums, berechnet. Als Refe-

renzwerte würden einerseits die die Spitalkategorie berücksichtigenden 

Mediane der sich bewerbenden Spitäler (Universitätsspitäler: Fr. 13'354.-, 

übrige Akutspitäler: Fr. 12'133.-) und andererseits die die Spitalkategorie 

berücksichtigenden Fallzahl-gewichteten Mediane der sich bewerbenden 

Spitäler berücksichtigt (Universitätsspitäler: Fr. 13'657.-, übrige Akutspitä-

ler: Fr. 11'811.-). Weder bei Verwendung der Kostenausweise nach 

ITAR_K® noch bei den Daten von SwissDRG würden für die Beurteilung 

der Wirtschaftlichkeit Kostenunterschiede berücksichtigt, welche regiona-

ler Natur seien. Zum Beispiel würden örtlich unterschiedliche Lohnkosten 

mangels breit akzeptierter Methodik nicht neutralisiert. Zudem sei bei nied-

rigen Fallzahlen mit der Auswertung nach SwissDRG keine statistisch ge-

sicherte Aussage möglich. Die Aussagen zur Wirtschaftlichkeit seien daher 

zu relativieren. Entsprechend habe das HSM-Fachorgan diesbezüglich 

festgehalten, dass bei der Vergabe der Leistungszuteilungen fachliche und 

infrastrukturelle Bedingungen, die Minimalfallzahlen als Qualitätsmerkmal 

sowie die Abdeckung des Bedarfs, um einen gerechten Zugang zu ermög-

lichen, weiterhin prioritär gewichtet werden sollten. Soweit danach noch 

Spielraum bestehe, werde die Wirtschaftlichkeit für den Zuteilungsent-

scheid herangezogen (vgl. GDK2-act. 4.016 S. 75 ff.). 

7.  

Die Beschwerdeführerin rügt betreffend den nicht erteilten HSM-Leistungs-

auftrag im Bereich der Oesophagusresektion diverse Aspekte im Zusam-

menhang mit den Mindestfallzahlen. 

7.1 Insbesondere bringt sie vor, die aktuelle positive Entwicklung ihrer Min-

destfallzahlen sei zu Unrecht nicht berücksichtigt worden. 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 25 

7.1.1 In ihrer Beschwerde vom 15. März 2019 bringt die Beschwerdeführe-

rin vor, sie wehre sich grundsätzlich nicht dagegen, wenn das HSM-Fach-

organ aus Qualitätsgründen auf minimale Fallzahlen abstelle, und in die-

sem Zusammenhang die Kontinuität über drei Jahre berücksichtige. Dar-

aus erhelle aber auch, dass eindeutige Perspektiven ebenfalls zu berück-

sichtigen seien. Die Lindenhofgruppe sei sich bewusst, dass die Mindest-

fallzahlen bei der Oesophagusresektion in den Jahren 2014 (3), 2015 (5) 

und 2016 (10) nicht erreicht worden seien. Dies habe wesentlich auch da-

mit zu tun, dass mit den endoskopischen Verfahren (Endoskopische Sub-

mucosadissektion ESD, endoskopische Mucosaresektion EMR sowie en-

doskopische Radiofrequenz-Ablation BarrX) am Lindenhofspital eine Alter-

native zur resektiven Oesophaguschirurgie bestehe. Es zeige sich auch bei 

der resektiven Oesophaguschirurgie nach IVHSM bezüglich Fallzahlenent-

wicklung ein stark positiver Trend. Folglich sei es unzulässig und verletze 

den verfassungsmässigen Grundsatz der Verhältnismässigkeit, wenn der 

Beschwerdeführerin der Zuteilungsentscheid für den Bereich Oesophagus-

resektion mit der Begründung verweigert werde, die Fallzahlen seien (in 

den Jahren bis 2016 noch) nicht erreicht worden. Das HSM-Beschlussor-

gan müsse sich in diesem Fall auch eine überspitzt formalistische Hand-

habung des Kriteriums von Fallzahlen vorwerfen lassen. Denn es gehe bei 

der Regulierung der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie da-

rum, die Eingriffe an wenigen multidisziplinären Spitalzentren mit hohem 

Innovationspotential zu konzentrieren, welche diese Eingriffe nicht gestern, 

sondern heute und vor allem in Zukunft regelmässig in der aus Qualitätssi-

cherungsgründen notwendigen Anzahl durchführen und die dafür erforder-

lichen hohen technischen und personellen Anforderungen erfüllen würden 

(vgl. B-act. 1 Rz. 41-43). In der Beschwerdeergänzung vom 29. Mai 2019 

beziehungsweise der Beschwerde gleichen Datums wiederholt die Be-

schwerdeführerin diese Vorbringen (vgl. B-act. 10 Rz. 49-51; B2-act. 1 

Rz. 58-60). 

7.1.2 Die Vorinstanz nimmt in ihrer Vernehmlassung diesbezüglich insbe-

sondere dahingehend Stellung, es sei festzuhalten, dass sich bei der Be-

schwerdeführerin erwiesenermassen kein stark positiver Trend bei den re-

sektiven Oesophagusresektionen abzeichne. Nur der Vollständigkeit hal-

ber sei nochmals angemerkt, dass ein allfälliges Zukunftspotential nicht be-

rücksichtigt werden könne. Eine KVG-konforme Spitalplanung bedürfe ei-

ner verlässlichen Grundlage, die sich auf Daten aller betroffenen Spitäler 

beziehen müsse. Die Evaluation des Angebots eines Leistungserbringers 

könne systembedingt nur retrospektiv erfolgen. Um eine gesetzeskon-

forme Spitalplanung sicherzustellen, sei die Vorinstanz somit gar gehalten 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 26 

gewesen, auf die Fallzahlen im Bewertungszeitraum abzustellen. Zum 

Zeitpunkt der Gewährung des rechtlichen Gehörs seien diejenigen Zahlen 

verwendet worden, welche die aktuellsten darstellten (bezogen auf einen 

dreijährigen Zeitraum, 2014 - 2016). Die Fallzahlen aus dem Jahr 2017 

hätten noch gar nicht vorgelegen. Inwiefern die Nichterteilung eines Leis-

tungsauftrages aufgrund des Nichterreichens der Fallzahlen unzulässig o-

der unverhältnismässig sein solle, sei somit nicht ersichtlich. Das Gesetz 

schreibe das Abstellen auf Mindestfallzahlen gerade im Spitalbereich vor. 

Zudem erfüllte die Beschwerdeführerin das Kriterium der Mindestfallzahl 

auch nicht, wenn die Fälle aus dem Jahr 2017 berücksichtigt würden. Bei-

zupflichten sei ihr aber, wenn sie ausführe, dass mit Regulierung der kom-

plexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie eine Konzentration auf wenige 

Spitalzentren angestrebt werden solle, wie es der Gesetzgeber vorsehe. 

Gerade bei den Oesophagusresektionen handle es sich um die heikelste 

Domäne der fünf Teilbereiche in der komplexen hochspezialisierten Vis-

zeralchirurgie. Es sollten deshalb gerade diejenigen Einrichtungen, die 

diese Eingriffe vermehrt vornehmen würden und daher ein geübtes und 

eingespieltes Behandlungsteam hätten, ihre Kapazitäten steigern (vgl. B-

act. 15 Rz. 56). 

7.1.3 Zu den Mindestfallzahlen führt das BAG aus, diese würden für aus-

gewählte medizinische Eingriffe der Sicherstellung und Erhöhung der Pati-

entensicherheit und der Behandlungsqualität dienen. Es solle erreicht wer-

den, dass nur diejenigen Spitäler einen Leistungsauftrag erhielten, die 

heute schon genügend Fallzahlen pro Jahr vorweisen und demnach heute 

schon ein erfahrenes Behandlungsteam stellen würden, wofür sich vergan-

genheitsbezogene Fallzahlen besser eigneten. So würden einige berück-

sichtigte Leistungserbringer bereits jetzt mehr als 30 Behandlungen durch-

schnittlich pro Jahr durchführen. Es müsse jedoch festgehalten werden, 

dass bei zukünftigen Zuteilungsentscheiden für Neubewerber das Krite-

rium in dieser Ausgestaltung nicht gelten dürfe, um diese nicht im Vorhinein 

auszuschliessen. In Anbetracht dessen, dass in der betrachteten Periode 

alle Bewerber für einen Leistungsauftrag bereits Oesophagusresektionen 

vorgenommen hätten, könne das Abstellen auf Fallzahlen aus der Vergan-

genheit aus Sicht der Qualitätssicherung nicht als sachwidrig angesehen 

werden. Auf der kompletten und aktuellsten Datengrundlage seien der zu-

künftige Bedarf zu ermitteln und die Leistungserbringer zu bestimmen, die 

diesen Bedarf decken könnten. Dazu werde auch bei den Bewerbern die 

zukünftig mögliche Kapazität erfragt. Diese Zahlen seien auch zur Auswahl 

der Leistungserbringer für die zukünftige Bedarfsdeckung verwendet wor-

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 27 

den. Dass die zukünftige Entwicklung der verschiedenen Bewerber gänz-

lich ausgeklammert worden sei, könne somit nicht bestätigt werden (vgl. B-

act. 17 Rz. 3.3 erster Abschnitt).  

 

Die Beschwerdeführerin habe laut Schlussbericht vom 31. Januar 2019 im 

Schnitt 7 Oesophagusresektionen durchgeführt. Das seien ungefähr 2.5 % 

der durchschnittlich gesamthaft in der Schweiz durchgeführten Oesopha-

gusresektionen (285). Im HSM-Bereich solle vor allem eine Konzentration 

der Leistungen erreicht werden. Daher sei es gerechtfertigt, bei der Zutei-

lung von Leistungsaufträgen hinsichtlich Versorgungsrelevanz auf Fallzah-

len abzustellen, da Bewerber, welche über eine geringe Fallzahl verfügen, 

meist nicht versorgungsrelevant seien. Ob die Fallzahlen bei der Be-

schwerdeführerin im betrachteten Zeitraum effektiv gestiegen seien, sei 

vorliegend irrelevant, da geprüft werden müsse, ob sie versorgungsrele-

vant sei, was im vorliegenden Fall verneint werden könne. Bezüglich des 

zukünftigen Potentials gebe die Beschwerdeführerin an, dass sie in Zu-

kunft eine Kapazitätssteigerung von mehr als 20 Eingriffen jedes Jahr er-

reichen könne. Somit würde ihr durchaus eine Relevanz zukommen, je-

doch gebe es in derselben Region Spitäler, die den erwarteten Bedarf ab-

decken könnten und die Mindestfallzahlen jetzt schon erfüllen würden. Zur 

Leistungserbringung zu Lasten der OKP seien nur so viele Spitäler zuzu-

lassen, wie zur Deckung des Bedarfs nötig seien. Ein Leistungsauftrag 

könne demnach auch verweigert werden, selbst wenn alle Kriterien erfüllt 

seien (vgl. B-act. 17 Rz. 3.3 zweiter Abschnitt). 

7.1.4 Die Evaluation des Angebots der Leistungserbringer kann systembe-

dingt nur retrospektiv erfolgen, wobei in der Regel auf die aktuellsten offi-

ziellen Zahlen abzustellen ist. Es ist denkbar, dass nach Abschluss eines 

Spitalplanungsverfahrens die der Spitalplanung zugrundeliegenden Zah-

len bereits überholt sind, zumal die Durchführung eines solchen Verfahrens 

erfahrungsgemäss oft länger als ein Jahr dauern kann. In Fällen, bei denen 

die Spitalplanung aufgrund von zwischenzeitlich eingetretenen erheblichen 

Änderungen innert kurzer Zeit nach deren Erlass revidiert werden müsste, 

erscheint es aus verfahrensökonomischen Gründen an sich sinnvoll, diese 

Änderungen in die laufende Planung einzubeziehen beziehungsweise die 

Spitalplanung entsprechend zu überarbeiten (Urteile des BVGer  

C-2887/2019 vom 26. Januar 2021 E. 8.4; C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 

E. 10.4.1; C-2907/2008 vom 26. Mai 2011 E. 8.3.5.1; jeweils zur kantona-

len Spitalplanung). Von eingetretenen erheblichen Änderungen, welche zur 

zeitnahen erneuten Revision der HSM-Planung führen würden und daher 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 28 

in die laufende Planung einzubeziehen gewesen wären, ist vorliegend je-

doch nicht auszugehen, beziehungsweise sind solche von der Beschwer-

deführerin nicht geltend gemacht worden.  

7.1.5 Durch die Behandlung einer Mindestzahl von Fällen erhält ein Spital 

beziehungsweise das Behandlungsteam Routine und Erfahrung, wodurch 

die Behandlungsqualität sichergestellt werden soll (vgl. Urteil C-3413/2014 

E. 11.7.4). Die Anzahl behandelter Fälle respektive durchgeführter ausge-

wählter Eingriffe gilt somit als ein allgemeiner Indikator für die bestehende 

Expertise in einem Spital. Dementsprechend ist es nachvollziehbar, dass 

die Vorinstanz gestützt auf die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen 

prüft, ob ein Leistungserbringer die massgebenden Mindestfallzahlen er-

reicht (vgl. auch totalrevidierte GDK-Empfehlungen zur Spitalplanung, 

2018, Empfehlung 7, S. 15). Mit der retrospektiven Beurteilung der Fallzah-

len kann entsprechend sichergestellt werden, dass ein Spital beziehungs-

weise deren Behandlungsteam über ausreichende Erfahrung in einem 

Leistungsbereich verfügt, weshalb sich das Vorgehen nicht bloss als sys-

tembedingt, sondern auch als sachgerecht erweist (vgl. Urteil C-2887/2019 

E. 8.5).  

7.1.6 Soweit die Beschwerdeführerin implizit vorbringt, die Vorinstanz hätte 

beim Zuteilungsentscheid am 31. Januar 2019 auf die neusten vorliegen-

den Fallzahlen abstellen müssen, verkennt sie zusätzlich zu dem in 

E. 7.1.4 Gesagten Folgendes: Bei der Planung der HSM-Spitalliste handelt 

es sich um keine einfache Planung, da diese die ganze Schweiz betrifft und 

somit eine grosse Anzahl von Beteiligten miteinbezogen werden muss. 

Konkret wurden im Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchi-

rurgie die 26 Kantone, 52 Spitäler, fünf Versicherer(verbände), die Deka-

nate der medizinischen Fakultäten der fünf Universitäten mit Universitäts-

spital, 23 Fachverbände, Fachorganisationen und andere interessierte Or-

ganisationen einbezogen (vgl. GDK2-act. 4.016 S. 13). Die im Rahmen der 

Verfahrensgarantie des rechtlichen Gehörs vorgebrachten Argumente der 

Beteiligten zum gestützt auf die eingereichten Bewerbungen erarbeiteten 

Zuteilungsvorschlag sind zudem gemeinsam mit den Konzentrationsbe-

strebungen im HSM-Bereich in einer Gesamtsicht zu würdigen. Entspre-

chend ist vorliegend nicht zu beanstanden, dass die neuesten Fallzahlen 

nicht explizit mitberücksichtigt worden sind. Wie bereits erwähnt (vgl. oben 

E. 7.1.4) dauert bereits die Durchführung eines kantonalen Spitalplanungs-

verfahrens bis zum Erlass der kantonalen Spitalliste erfahrungsgemäss oft 

länger als ein Jahr. Hätte die Vorinstanz zusätzlich die neueren Fallzahlen 

des Jahres 2017 berücksichtigen müssen, hätte der hiervor beschriebene 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 29 

Prozess (Erarbeitung eines Zuteilungsvorschlags, Einbezug der Parteien, 

Würdigung der Argumente und der Konzentrationsbestrebungen im Hin-

blick auf die gesamte Planung) erneut durchgeführt werden müssen, was 

unweigerlich zu einer relevanten Verzögerung geführt hätte, in welcher im 

Falle einer nicht zeitgerechten Umsetzung vom Bundesrat subsidiär eine 

Planung vorzunehmen gewesen wäre (Art. 39 Abs. 2bis KVG; vgl. auch 

«Planung der hochspezialisierten Medizin: Umsetzung durch die Kantone 

und subsidiäre Kompetenz des Bundesrates», Bericht des Bundesrates in 

Erfüllung des Postulates 13.4012, Kommission für soziale Sicherheit und 

Gesundheit des Nationalrates, 8. November 2013, vom 25. Mai 2016; ab-

rufbar unter https://www.gdk-cds.ch/fileadmin/docs/public/gdk/themen/ 

hsm/HSM-Bereiche/Aktualisierung_des_Berichts_des_Bundesrates_vom 

_25._Mai_2016_in_Erfuellung_des_Postulates_13.4012.pdf.4012-1.pdf). 

Möglicherweise hätten in diesem Fall bei Abschluss des Planungsverfah-

rens zudem bereits die Fallzahlen des Jahres 2018 vorgelegen, was 

schliesslich zu weiteren Verzögerungen geführt hätte. Dass die Vorinstanz 

vorliegend auf die Beurteilungsperiode vom 21. Dezember 2013 bis 

20. Dezember 2016 abgestellt hat, erweist sich somit nicht als unhaltbar. 

Im Übrigen ist dem BAG zuzustimmen, dass die künftige Entwicklung mit 

der Abfrage der möglichen Kapazitäten im Hinblick auf die erforderliche 

Bedarfsdeckung nicht komplett ausgeklammert wurde.  

 

Die Beschwerdeführerin kann auch aus dem Einwand, es gehe bei der Re-

gulierung der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie darum, die 

Eingriffe an wenigen multidisziplinären Spitalzentren mit hohem Innovati-

onspotential zu konzentrieren, welche diese Eingriffe nicht gestern, son-

dern heute und vor allem in Zukunft regelmässig in der aus Qualitätssiche-

rungsgründen notwendigen Anzahl durchführen und die dafür erforderli-

chen hohen technischen und personellen Anforderungen erfüllen würden, 

nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es liegen keine Anzeichen dafür vor, dass 

die – im Gegensatz zur Beschwerdeführerin – berücksichtigten Leistungs-

erbringer, welche bereits 2014 – 2016 durchschnittlich mindestens 12, teil-

weise jedoch über 30 Oesophagusresektionen pro Jahr vorgenommen ha-

ben, zwischenzeitlich weniger als 12 Eingriffe pro Jahr vornehmen. Es ist 

vielmehr davon auszugehen, dass diese Leistungserbringer mit dem ein-

tretenden Konzentrationseffekt die Fallzahlen weiter ausbauen können, 

was mithin dem Ziel der HSM-Planung entspricht. 

7.2 Überdies macht die Beschwerdeführerin geltend, die von ihr durchge-

führten endoskopischen Verfahren bei Oesophaguskarzinomen seien zu 

Unrecht nicht berücksichtigt worden. 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 30 

7.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Beschwerde vom 15. März 

2019, beim Zuteilungsverfahren nach IVHSM bleibe unberücksichtigt, dass 

endoskopische Verfahren einen Teil der resektiven Eingriffe bei Oesopha-

gus- und Rektumkarzinomen substituieren würden. Namentlich handle es 

sich hierbei um endoskopische Verfahren zur Resektion von tiefsitzenden 

Rektumkarzinomen (Frühkarzinome und deren Vorstufe) sowie beim  

Oesophaguskarzinom vor allem um die endoskopische Submucosadissek-

tion (ESD), aber auch die endoskopische Mucosaresektion (EMR) sowie 

die endoskopische Radiofrequenz-Ablation (BarrX). Alle diese Verfahren 

würden seit 2007 durch die Gastroenterologen am Lindenhofspital ange-

boten und bei zahlreichen Patientinnen und Patienten durchgeführt. Diese 

Resektionen seien bisher zu Unrecht nicht in die Evaluation zur hochspe-

zialisierten Viszeralchirurgie aufgenommen worden, obwohl die endosko-

pischen Verfahren mittels endoskopischer Submucosa-Dissektion eben-

falls hochspezialisiert und aufwändig seien. Neuere Studien der letzten 

Jahre würden eindrücklich zeigen, dass eine endoskopische Resektion des 

Frühkarzinoms (Tl) und dessen Vorstufen mit high-grade Dysplasien län-

gerfristig bezüglich Überleben genauso sicher seien wie die chirurgischen 

Oesophagusresektionen. Für den Patienten seien die endoskopischen 

Verfahren mit viel weniger Morbidität und Mortalität sowie praktisch keiner 

Einbusse der Lebensqualität verbunden. In vielen Ländern, insbesondere 

in Japan sowie in Teilen von Westeuropa und den USA, seien diese Teilre-

sektionsverfahren, vor allem die endoskopische Submucosadissektion 

(ESD) und die endoskopische Mucosaresektion sowie endoskopische Ra-

diofrequenzablation (BarrX), zum Standard bei Frühkarzinomen und high-

grade Dysplasien (Karzinomvorstufen) geworden. So würden die neuen 

Deutschen Richtlinien für Oesophagus-Karzinom-Behandlung beim Oeso-

phagusfrühkarzinom ein endoskopisches Resektionsverfahren als erste 

Massnahme empfehlen. In Zentren, in denen diese Technik zur Behand-

lung von Frühkarzinomen angewandt werde, nehme logischerweise die 

chirurgische Resektion ab. Auch am Lindenhofspital hätten dadurch die 

Fallzahlen bei operativen Oesophagus- und Rektumresektionen reduziert 

werden können. Bei der Leistungszuteilung müssten beide Verfahren (en-

doskopisch und operativ) für die Bestimmung der Fallzahlen berücksichtigt 

werden. Die ESD-Technik erspare den Patienten aufwändigere Operatio-

nen mit häufig erheblicherer Einschränkung der Lebensqualität, vermin-

dere die Kosten und habe deutlich weniger Komplikationen als die her-

kömmlichen Methoden. Diese Verfahren (insbesondere die ESD) und ins-

besondere auch die entsprechenden Fallzahlen müssten per Analogie-

schluss der Oesophagusresektion zugerechnet werden, da sie die gleichen 

Diagnosen betreffen würden, ebenfalls sehr aufwändig seien und deshalb 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 31 

durchaus mit den chirurgischen Eingriffen verglichen werden könnten, wel-

che sie ersetzen würden, und zwar betreffend Aufwand, Ausbildung und 

Komplexität. Sie würden deshalb nur in speziellen Zentren wie dem Lin-

denhofspital angeboten. Die Zurechnung der Fallzahlen im Bereich des  

Oesophaguskarzinoms führe dazu, dass die Lindenhof AG die Mindestfall-

zahlen auch im Bereich der Oesophagusresektion erreiche (B-act. 1 

Rz. 44-47). In der Beschwerdeergänzung vom 29. Mai 2019 und der Be-

schwerde gleichen Datums wiederholte die Beschwerdeführerin die bereits 

vorgebrachten Ausführungen (vgl. B-act. 10 Rz. 52-55; B2-act. 1 Rz. 61-

64). 

7.2.2 Diesbezüglich führt die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung aus, bei 

der Ermittlung der relevanten Fallzahlen könne die geltend gemachte 

Durchführung von endoskopischen Verfahren (endoskopische Submu-

cosadissektion ESD, endoskopische Mucosaresektion EMR sowie endo-

skopische Radiofrequenz-Ablation BarrX) keine Berücksichtigung finden. 

Ob ein Eingriff hochspezialisiert im Sinne von Art. 1 Abs. 1 IVHSM sei, be-

treffe den Zuordnungsbeschluss. Dieser sei in Rechtskraft erwachsen. Es 

gebe daher keinen Grund auf diesen zurückzukommen. Der Beschwerde-

führerin sei im Übrigen auch vor dem Zuordnungsbeschluss Gelegenheit 

zur Stellungnahme gegeben worden, wobei sie sich betreffend Aufnahme 

von endoskopischen Verfahren zur hochspezialisierten Viszeralchirurgie 

nicht habe vernehmen lassen. Gegenstand sei nur, was unter die entspre-

chende HSM-Zuordnung falle. Der Zugangsweg sei in keinem viszeralchi-

rurgischen HSM-Bereich Zuordnungskriterium. Endoskopische Verfahren 

könnten somit nicht zu den Fallzahlen gerechnet werden. Der rechtskräftig 

definierte HSM-Bereich werde in der schweizerischen Operationsklassifi-

kation (CHOP) und der ICD-Klassifikation entsprechend abgebildet. Die 

Kodierung der Diagnosen und Behandlungen unterliege präzisen Richtli-

nien. Der Bereich Medizinische Kodierung und Klassifikation des Bundes-

amtes für Statistik überprüfe und redigiere die entsprechenden Klassifika-

tionen jährlich. Diese würden danach für alle Akteure, auch für die Organe 

der IVHSM gelten. Eine Abweichung von den entsprechenden Kodierun-

gen sei somit nicht möglich, auch wenn es beachtenswert erscheine, dass 

die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2007 Verfahren der endoskopischen 

Resektion des Frühkarzinoms, insbesondere die endoskopische Submu-

cosadissektion (ESD), durchführe und dadurch operative Oesophagusre-

sektionen habe reduzieren können. Behandlungen, die nicht der hochspe-

zialisierten Medizin zugewiesen worden seien, könnten zudem gestützt auf 

einen vorhandenen kantonalen Leistungsauftrag weiterhin zulasten der 

OKP abgerechnet werden. Auswirkungen auf die relevanten Fallzahlen im 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 32 

HSM-Bereich hätten diese Eingriffe beziehungsweise Behandlungen je-

doch nicht. Im Übrigen müsste die Höhe der Fallzahlen neu festgelegt wer-

den, wenn noch weitere Fälle wie die ESD zur hochspezialisierten Medizin 

hinzugezählt werden würden. Somit könne selbst unter Hinzurechnung der 

endoskopischen Verfahren nicht gesagt werden, dass die Beschwerdefüh-

rerin die Fallzahlen erreiche (vgl. B-act. 15 Rz. 26-27). Die Abnahme der 

operativen Oesophagusresektion aufgrund vermehrter Durchführung von 

endoskopischen Verfahren spreche im Übrigen nur für die Zentralisierung 

der Oesophaguschirurgie, da immer weniger Leistungserbringer diese 

durchführen werden. Behandlungen, die nicht der hochspezialisierten Me-

dizin zugewiesen seien, könnten gestützt auf einen kantonalen Leistungs-

auftrag zulasten der OKP abgerechnet werden. Somit könne die Beschwer-

deführerin diese Eingriffe gestützt auf einen kantonalen Leistungsauftrag 

auch ohne Leistungszuteilung im Teilbereich Oesophagusresektion vor-

nehmen. Endoskopische Verfahren kämen im Übrigen hauptsächlich für 

Frühformen eines Oesophaguskarzinoms in Frage, die sich auf die 

Schleimhaut beschränken würden. Tumore, die durch die ganze Wand der 

Speiseröhre gewachsen seien und allenfalls auch regionäre Lymphknoten 

befallen hätten, könnten mit dieser Technik nicht behandelt werden. Genau 

um solche Eingriffe gehe es aber bei der hochspezialisierten Medizin. En-

doskopische Verfahren stellten dementsprechend nicht per se eine Alter-

native zu Oesophagusresektionen dar. Zudem würden sie nicht unter die 

HSM-Zuordnung fallen, weshalb sie vorliegend nicht Gegenstand des Ver-

fahrens seien (vgl. B-act. 15 Rz. 58-59). 

7.2.3 Das BAG weist diesbezüglich darauf hin, dass die Konzentration der 

Leistungserbringung eine wichtige Voraussetzung für die Patientensicher-

heit und die Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit und der Qualität im 

Sinne des KVG im HSM-Bereich sei. Mit der Vorgabe der einheitlichen ge-

samtschweizerischen Planung der HSM habe der Gesetzgeber gerade in 

den sehr spezialisierten Bereichen eine solche Konzentration der Leis-

tungserbringung angestrebt. Es sei die Rolle der HSM-Organe zu entschei-

den, welche Bereiche der HSM zuzuordnen seien, was sie für die Oeso-

phagusresektion gemacht hätten. Aus diesem Grund sei das Beschlussor-

gan nur dazu bemächtigt Leistungsaufträge in der Oesophagusresektion 

zu erteilen und könne konsequenterweise alternative Operationsmethoden 

mit gleicher oder ähnlicher Diagnose nicht dazuzählen. Falls man dies tun 

würde, wäre es theoretisch möglich, die Fallzahlen zu erreichen, ohne dass 

man eine einzige Oesophagusresektion durchgeführt hätte. Dies sei si-

cherlich nicht im Sinne der Qualitätssicherung durch Mindestfallzahlen. 

Dass Spitalstandorte Leistungsaufträge im HSM-Bereich verlieren würden, 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 33 

sei die Konsequenz der Konzentration der HSM, was auch die Strukturan-

passungen in anderen Bereichen beschleunigen könne. So könnte die Be-

schwerdeführerin sich eben auf diese alternativen Behandlungen speziali-

sieren, vorbehältlich eines kantonalen Leistungsauftrags (vgl. B-act. 17 

Rz. 4.3). 

7.2.4 Mit Grundsatzurteil C-6539/2011 vom 26. November 2013 (publiziert 

als BVGE 2013/45) hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass 

ein zweistufig ausgestaltetes Verfahren erforderlich sei. In einem ersten 

Schritt hat die Zuordnung zum HSM-Bereich zu erfolgen und in einem zwei-

ten Schritt die Zuteilung der Leistungsaufträge an die Leistungserbringer 

(vgl. auch oben Bst. A.c). Im weiteren Grundsatzurteil C-2251/2015 vom 

9. Juni 2016 (publiziert als BVGE 2016/15) ist das Bundesverwaltungsge-

richt auf die Beschwerde eines Leistungserbringers gegen den Zuord-

nungsentscheid im Bereich der komplexen Behandlung von Hirnschlägen 

nicht eingetreten. Das Gericht hat diesbezüglich ausgeführt, dass es zwar 

grundsätzlich zuständig sei (E. 2.5), jedoch eine selbständige Anfechtung 

des Zuordnungsbeschlusses beim Bundesverwaltungsgericht ausge-

schlossen sei (E. 5.3). Allerdings sei ein Zuordnungsentscheid als generell-

abstrakter Erlass beziehungsweise «texte normatif» aufgrund einer sich 

darauf stützenden Verfügung im Einzelfall grundsätzlich gerichtlich über-

prüfbar (vgl. BVGE 2016/15 E. 5.1.1 mit Hinweis auf BGE 139 II 384 

E. 2.3). Diese Rechtsprechung wurde im Grundsatzurteil C-1465/2016 

vom 26. September 2016 (publiziert als BVGE 2016/14) bestätigt (vgl. 

E. 1 ff.). 

7.2.5 Die Zuordnung der Oesophagusresektionen gemäss dem Schweize-

rischen Operationskatalogs (CHOP) und des internationalen Diagnosever-

zeichnisses (ICD) in den HSM-Bereich erfolgte mit Beschluss der Vo-

rinstanz vom 21. Januar 2016, welcher rechtsprechungsgemäss nicht selb-

ständig anfechtbar war (vgl. oben E. 7.2.4). Mit dem Beschluss vom 31. Ja-

nuar 2019 beziehungsweise der individuellen Verfügung vom 2. Mai 2019 

liegen nun jedoch Verfügungen vor, die sich auf den Zuordnungsbeschluss 

vom 21. Januar 2016 abstützen. Indem die Beschwerdeführerin in ihrer Be-

schwerde gegen den Beschluss vom 31. Januar 2019 beziehungsweise 

die individuelle Verfügung vom 2. Mai 2019 verlangt, die endoskopische 

Submucosadissektion ESD, die endoskopische Mucosaresektion EMR so-

wie die endoskopische Radiofrequenz-Ablation BarrX seien bei den zu er-

reichenden Mindestfallzahlen im Bereich der Oesophagusresektion zu be-

rücksichtigen, macht sie implizit geltend, die Eingriffe, welche der hochspe-

zialisierten Medizin im Bereich der Oesophagusresektion gemäss CHOP 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 34 

und ICD zugeordnet werden, seien unvollständig. Allerdings zeigt sie vor-

liegend nicht auf, inwiefern die Zuordnung gemäss Beschluss vom 21. Ja-

nuar 2016 gegen übergeordnete Normen wie beispielsweise das KVG 

verstossen haben soll.   

 

Die von der Vorinstanz vorgenommene Unterscheidung zwischen den von 

der Beschwerdeführerin angeführten endoskopischen Eingriffen, welche 

hauptsächlich für Frühformen eines auf die Schleimhaut beschränkten  

Oesophaguskarzinoms in Frage kommen (vgl. https://www.pschyrem-

bel.de/Submukosadissektion%2C%20endoskopische/K0PS1/doc/; https:// 

www.pschyrembel.de/endoskopische%20Mukosaresektion/K0QA1/doc/; 

https://www.medtronic.com/de-de/patienten/produkte-therapien/refluxer-

krankungen/barrett/radiofrequenzablation.html; https://gastrozentrum.ch/ 

info-fuer-aerzte/diagnostik-und-therapie/spezielle-interventionen/radiofre-

quenzablation-bei-barrettoesophagus/; alle abgerufen am 2. September 

2021), und der Oesophagusresektion im HSM-Bereich, welche beispiels-

weise bei durch die ganze Wand der Speiseröhre gewachsenen Tumoren 

angezeigt ist (vgl. https://www.pschyrembel.de/%C3%96sophagusresek-

tion/A06BU/doc/; abgerufen am 2. September 2021) erscheint zudem 

sachgerecht. Entsprechend ist vorliegend auch keine Ermessensüber-

schreitung oder Willkür der Vorinstanz ersichtlich.  

 

Im Übrigen ist dem BAG beizupflichten, dass es nicht im Sinne der Quali-

tätssicherung durch Mindestfallzahlen sein kann, wenn es theoretisch 

möglich wäre, die Fallzahlen zu erreichen, ohne dass eine einzige Oeso-

phagusresektion im zweitgenannten Sinne, die gemäss Zuordnungsent-

scheid vom 21. Januar 2016 als zum HSM-Bereich zugehörig zu qualifizie-

ren ist, durchgeführt worden wäre. 

7.2.6 Da die von der Beschwerdeführerin angeführten endoskopischen 

Verfahren nicht unter die Oesophagusresektion gemäss Zuordnungsent-

scheid vom 21. Januar 2016 fallen und die Beschwerdeführerin nicht auf-

gezeigt hat, inwiefern der erwähnte Zuordnungsentscheid gegen überge-

ordnete Normen verstossen haben soll, können die endoskopisch durch-

geführten Operationen zur Erreichung der Mindestfallzahlen nicht berück-

sichtigt werden.  

7.3 Die Beschwerdeführerin rügt weiter eine willkürliche und ungleiche 

Handhabung des Kriteriums der Fallzahlen, indem einzig auf das 

SGVC/AQC-Klinikregister, welches zudem fehlerhaft sei, abgestellt worden 

sei. 

https://www.pschyrembel.de/Submukosadissektion%2C%20endoskopische/K0PS1/doc/
https://www.pschyrembel.de/Submukosadissektion%2C%20endoskopische/K0PS1/doc/
https://www.medtronic.com/de-de/patienten/produkte-therapien/refluxerkrankungen/barrett/radiofrequenzablation.html
https://www.medtronic.com/de-de/patienten/produkte-therapien/refluxerkrankungen/barrett/radiofrequenzablation.html
https://www.pschyrembel.de/%C3%96sophagusresektion/A06BU/doc/
https://www.pschyrembel.de/%C3%96sophagusresektion/A06BU/doc/

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 35 

7.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz scheine generell 

von einer absoluten Beweiskraft dieser HSM-Registerdaten auszugehen. 

Hierfür fehle aber die erforderliche gesetzliche Grundlage. Nach der Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei für die Evaluation der Leis-

tungserbringer auf die aktuellsten offiziellen Zahlen abzustellen. Es ver-

stehe sich von selbst, dass diese Zahlen aus einer zuverlässigen, korrek-

ten Datenquelle stammen und richtig sein müssten. Die Zahlen des 

SGVC/AQC-Klinikregisters seien im Fall der Beschwerdeführerin fehlerhaft 

und würden von den im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs 

eingereichten Fallzahlen abweichen. Die eingereichten Zahlen der Be-

schwerdeführerin würden auf der Codierung gemäss der Schweizerischen 

Operationsklassifikation (nachfolgend CHOP), welche auch die Grundlage 

für die medizinische Statistik des Bundesamtes für Statistik (nachfolgend 

BFS) darstelle, basieren. Auch weitere Bewerber hätten im Rahmen der 

Gewährung des rechtlichen Gehörs darauf hingewiesen, dass die Fallzah-

len im SGVC/AQC-Klinikregister fehlerhaft seien. Die Vorinstanz sei sich 

dieser Fehlerhaftigkeit der Fallzahlen des SGVC/AQC-Klinikregisters 

ebenfalls bewusst gewesen. So werde im Schlussbericht festgehalten, 

dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2015 (gemäss medizinischer Statis-

tik) 7 Oesophagusfälle behandelt habe, in der Verfügung vom 2. Mai 2019 

werde dann aber wiederum von 5 Fällen für das Jahr 2015 (gemäss 

SGVC/AQC-Klinikregister) ausgegangen. Dass für den Nachweis der Fall-

zahlen nicht einzig auf die Daten aus dem SGVC/AQC-Klinikregister abge-

stellt werden könne, belege schliesslich auch der Umstand, dass die Vor-

instanz in Zweifelsfällen Operationsberichte der Bewerber daraufhin über-

prüft habe, ob die gezählten Fälle auch tatsächlich HSM-Fälle gewesen 

seien. Im Fall der Beschwerdeführerin werde aber einzig auf die Zahlen 

aus dem SGVC/AQC-Klinikregister abgestellt, ohne die Fallzahlen (bspw. 

durch einen Vergleich mit der medizinischen Statistik des BFS oder mittels 

Überprüfung anhand der Operationsberichte) zu hinterfragen, obwohl dazu 

auch aus Sicht der Vorinstanz Anlass bestanden hätte. Die Vorinstanz 

müsse sich entsprechend eine willkürliche und ungleiche Handhabung des 

Kriteriums der Fallzahlen vorwerfen lassen (vgl. B-act. 10 Rz. 45-48; B2-

act. 1 Rz. 54-57). 

7.3.2 Die Vorinstanz führt diesbezüglich insbesondere aus, die Beschwer-

deführerin habe bereits in ihrer Bewerbung vom 20. Dezember 2016 de-

klariert, dass sie die geforderten Mindestfallzahlen im Bereich der hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie, Teilbereich Oesophagusresektion, im Be-

wertungszeitraum nicht erreiche. Gestützt auf die von ihr beigebrachten 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 36 

und ins SGVC/AQC-Klinikregister eingetragenen Fallzahlen sei eine durch-

schnittliche Fallzahl von 7 Fällen pro Jahr (2014: 7, 2015: 5, 2016: 9) er-

mittelt worden, womit das Kriterium von durchschnittlich 12 Eingriffen pro 

Jahr klar nicht erfüllt worden sei. Die Beschwerdeführerin selbst habe ge-

mäss Kodierung durch ihren Arzt Dr. C._______ am 13. Dezember 2017 

eine durchschnittliche Fallzahl von lediglich 6 Fällen pro Jahr im entspre-

chenden Bewertungszeitraum (2014: 3, 2015: 5, 2016: 10) und im Jahr 

2017 wiederum nur 6 Fälle ermittelt. Weiter mache die Beschwerdeführerin 

geltend, die Auswertung der HSM-Fälle im Adjumed ergäbe einen Durch-

schnitt von 8 Fällen pro Jahr (2014: 7, 2015: 5, 2016: 1 [recte: 10]) im ent-

sprechenden Bewertungszeitraum. Mit Beschwerdeergänzung vom 

29. Mai 2019 und gleichzeitig eingereichter Beschwerde gegen die Verfü-

gung vom 2. Mai 2019 habe die Beschwerdeführerin eine durch 

Dr. C._______ am 17. Mai 2019 vorgenommene Auswertung ihrer Fallzah-

len in den Jahren 2014, 2015, 2016 und 2017 eingereicht. Danach soll die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2017 gar nur 5 Fälle aufweisen und somit im 

Durchschnitt über die vorgenannten vier Jahre nur 6 Fälle (2014: 3, 2015: 

5, 2016: 10, 2017: 5). Damit erreiche die Beschwerdeführerin auch nach 

eigenen Angaben und eigenen Berechnungen die geforderten Mindestfall-

zahlen von durchschnittlich 12 pro Jahr nicht; auch nicht unter Berücksich-

tigung der Fallzahlen aus dem Jahr 2017 (vgl. B-act. 15 Rz. 24-25). Es sei 

nicht korrekt, dass spätestens auch seit 2017 die operativen Fallzahlen 

ausreichend gewesen seien. Wie zuvor dargelegt, ergebe sich selbst nach 

eigenen Angaben der Beschwerdeführerin, und sogar unter Berücksichti-

gung der nicht näher belegten Zahlen aus dem Jahr 2017, ein deutlich nicht 

erreichter Durchschnitt der geforderten Mindestfallzahl, einmal davon ab-

gesehen, dass auch die Erreichung der Mindestfallzahl keinen Anspruch 

auf Erteilung eines Leistungsauftrags gebe. Die Beschwerdeführerin errei-

che dementsprechend die geforderten Mindestfallzahlen nicht. An dieser 

Feststellung würde auch das von der Beschwerdeführerin beantragte ge-

richtliche Gutachten betreffend ihre Fallzahlen an Oesophagusresektionen 

(inkl. Endoskopische Verfahren) nichts ändern (vgl. B-act. 15 Rz. 28-29). 

 

Weiter erwähne die Beschwerdeführerin im Titel zu Ziffer 2.2.1 Willkür und 

ungleiche Handhabung des Kriteriums Fallzahlen. Sinngemäss wolle sie 

damit wohl geltend machen, dass die Vorinstanz gegen das Willkürverbot 

(Art. 9 BV) und das Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV) verstossen haben 

solle. In ihren dazugehörigen Ausführungen gehe sie aber nicht näher da-

rauf ein. Damit komme sie ihrer Substantiierungspflicht nicht nach. Sie 

führe einzig aus, dass zur Ermittlung der Fallzahlen nicht auf das 

SGVC/AQC-Klinikregister hätte abgestellt werden dürfen und dass bei ihr 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 37 

– im Gegensatz zu anderen Bewerbern – die ermittelten Fallzahlen nicht 

anhand von Operationsberichten überprüft worden seien. Die Beschwer-

deführerin habe bereits im für die Bewerbung auszufüllenden Fragebogen 

deklariert, dass sie die Fallzahlen nicht erfülle. Auch das Register habe das 

gleiche Bild gezeigt. Es habe daher kein Grund bestanden, die einzelnen 

Operationsberichte der wenigen und nicht genügenden Fälle der Be-

schwerdeführerin zur Prüfung einzuholen. Es sei bei allen Bewerbern auf 

die gleiche Datenquelle zurückgegriffen worden. Mit der verbindlichen Do-

kumentation im Register und der Auditierung der Datenqualität sei der 

Grundstein für ein Qualitätsmonitoring gelegt worden. Für die Sicherstel-

lung der im Register erfassten Daten würden Audits durchgeführt. Bei Auf-

fälligkeiten beziehungsweise Unstimmigkeiten würden die Operationsbe-

richte zur Prüfung beigezogen. Die Datenqualität sei somit gegeben. Die 

Spitäler hätten zudem die Möglichkeit, Korrekturen zu melden. Es gebe 

daher keinen Grund, an der Richtigkeit der ermittelten Fallzahlen zu zwei-

feln. Nicht korrekt sei deshalb die Behauptung, dass sich die Vorinstanz 

selbst bewusst sei, dass die Fallzahlen des SGVC/AQC-Klinikregisters feh-

lerhaft seien. Richtig sei, dass zur Bedarfsermittlung auf die Fallzahlen 

2015 gemäss medizinischer Statistik abgestellt worden sei. Im Übrigen sei 

darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin auch unter Beizug der 

Fallzahlen der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser im Bewertungs-

zeitraum nur durchschnittlich 5 Oesophagusresektionen aufweisen könne 

(2014: 2, 2015: 6, 2016: 7). Somit erreiche sie die relevanten Mindestfall-

zahlen auch gemäss der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser nicht. 

Dass sie die Fallzahlen nicht erreiche, sei von ihr selbst von Anfang an 

deklariert und auch nie bestritten worden (vgl. B-act. 15 Rz. 49-53). 

7.3.3 Das BAG führt hinsichtlich der gerügten willkürlichen und ungleichen 

Handhabung des Kriteriums der Fallzahlen aus, die medizinische Statistik 

des BFS sei die statistische Grundlage, die für die Ermittlung des Bedarfs 

der Wohnbevölkerung in einem bestimmten HSM-Teilbereich zweckmässig 

sei, da es sich um die aktuellsten und vollständigen Zahlen handle. Die 

Daten des SGVC/AQC-Register könnten dafür nicht verwendet werden, da 

sie unvollständig seien und somit die Bedarfsanalyse verzerren könnten. 

Aufgrund der spezifischeren Erfassung der Oesophagusresektion im 

SGVC/AQC-Register erscheine es jedoch angezeigt, dass für die Beurtei-

lung der Mindestfallzahlen diese Datengrundlage verwendet werde. Die 

Zweifel an der Vollständigkeit seien dabei berücksichtig worden, indem 

Auffälligkeiten und/oder Diskrepanzen zur medizinischen Statistik unter-

sucht worden seien und indem die Bewerber die Gelegenheit zur Korrektur 

C-1313/2019, C-2654/2019 

Seite 38 

gehabt hätten. Es könne somit davon ausgegangen werden, dass die er-

mittelten Fallzahlen der Oesophagusresektion korrekt seien. Im vorliegen-

den Fall habe die Beschwerdeführerin weder in Selbstdeklaration noch mit 

dem SGVC/AQC-Register die geforderten Fallzahlen erreicht. Insofern sei 

auch nicht zu beanstanden, dass das Beschlussorgan diese Zahlen nicht 

weiter geprüft habe. Die oben beschriebene Methodik sei darüber hinaus 

bei allen Bewerbern angewendet worden, wodurch man dem Beschlussor-

gan keine willkürliche oder ungleiche Handhabung der Fallzahlen vorwer-

fen könne (vgl. B-act. 17 Rz. 2.3). 

7.3.4 Die Vorinstanz führt in ihren Schlussbemerkungen in Präzisierung 

der Stellungnahme des BAG aus, für die Bedarfsermittlung sei auf die me-

dizinische Statistik des BFS abgestellt worden. Dies, wie es auch das BAG 

festhalte, im Sinne der Rechtsprechung. Für die Ermittlung der Fallzahlen 

der einzelnen Einrichtungen sei auf das SGVC/AQC-Register abgestellt 

worden. Dies aufgrund der spezifischeren Erfassung der betreffenden Re-

sektionen im massgebenden Zeitpunkt. Zudem seien bei allfälligen Unstim-

migkeiten oder Auffälligkeiten (z.B. wenn die Spitäler mitgeteilt hätten, die 

Fallzahlen zu erfüllen, gemäss dem SGVC/AQC-Klinikregister aber zu we-

nig Fälle erfasst gewesen seien, oder bei grossen Schwankungen etc.), 

jeweils die Operationsberichte (anonymisiert) einverlangt und überprüft 

und damit sichergestellt worden, dass die Fallzahlen korrekt ermittelt wür-

den (vgl. B-act. 22 Rz. 1). 

7.3.5 Der HSM-Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirur-

gie wird gemäss der schweizerischen Operationsklassifikation (CHOP) und 

des internationalen Diagnoseverzeichnisses (ICD) abgebildet (vgl. GDK1-

act. 1.145 S. 35). Das SGVC/AQC-Klinikregister ist das offizielle Register 

für viszeral-chirurgische Fälle innerhalb der hochspezialisierten Medizin 

(vgl. https://adjumed.com/kunden/vishsm/; abgerufen am 26. August 

2021). 

7.3.6 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin für den Be-

reich der Oesophagusresektion in ihrer Bewerbung angegeben hat, die 

Mindestfallzahlen von 12