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**Case Identifier:** 4821b97c-e540-56dc-9138-6fff03e96600
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.09.2009 UV 2008/111
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-111_2009-09-23.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/111

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.04.2020

Entscheiddatum: 23.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2009
Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 42 ATSG: Heilung einer schwerwiegenden Verletzung 
des rechtlichen Gehörs Art. 4 ATSG, Art. 6 und Art. 9 UVG: 
Innenohrschwerhörigkeit mit Tinnitus: Unfallereignis bzw. Verursachung der 
gesundheitlichen Störung durch die Lärmeinwirkung einer Lautsprecherbox 
nicht glaubhaft gemacht. Unfallähnliche Körperschädigung verneint. 
Berufsbedingte bzw. durch Arbeiten im Lärm verursachte Schädigung des 
Gehörs ebenfalls verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 23. September 2009, UV 2008/111).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei ; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 23. September 2009

in Sachen

T.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Paul Rechsteiner, Oberer Graben 44, 

9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

Der 1958 geborene T.___ war bei der A.___ als Aufstecker und Anodiseur tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 

von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 5. September 2007 liess er der 

Suva einen Unfall vom 31. Juli 2007 melden, wonach er bei einer Hochzeitsfeier in 

seiner Heimat plötzlich nichts mehr gehört hatte (Suva-act. 1, 38). Nach einer 

Erstbehandlung in seinem Heimatland hatte der Versicherte am 22. August 2007 Dr. 

med. B.___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten, konsultiert. Dieser 

diagnostizierte im Arztzeugnis vom 19. September 2007 nach einer gleichentags 

durchgeführten Gehörprüfung eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit links mit 

einem Hörverlust von 60 dB sowie eine pancochleäre Hörstörung rechts mit einem 

Hörverlust von 80 dB und einem invalidisierenden Tinnitus. Die Gesundheitsstörung 

rechts bezeichnete er als Status nach Knalltrauma. Am linken Ohr litt der Versicherte 

gemäss Tonaudiogramm einer von Dr. B.___ am 17. April 2007 durchgeführten 

Gehörprüfung bereits vor dem gemeldeten Ereignis vom 31. Juli 2007 unter einer 

Innenohrschwerhörigkeit (Suva-act. 5, 11, 12). Am 14. Januar 2008 fand eine 

Besprechung zwischen dem Suva-Aussendienstmitarbeiter und dem Versicherten statt, 

wobei letzterer das Ereignis vom 31. Juli 2007 beschrieb (Suva-act. 15). Am 1. Februar 

2008 gab Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- 

und Gesichtschirurgie und Arbeitsmedizin, Abteilung Arbeitsmedizin der Suva, eine 

ärztliche Beurteilung betreffend Ursache der beim Versicherten auf dem rechten Ohr 

erhobenen Gehörsabnahme ab. Er hielt fest, dass weder Unfallfolgen im Sinne eines 

akuten akustischen Traumas noch Folgen einer chronischen Lärmbelastung 

entsprechend einer berufsbedingten Hörschädigung vorlägen. Vielmehr sei von einer 

endogenen Innenohrerkrankung auszugehen (Suva-act. 18). Gestützt auf diese 

Beurteilung wies die Suva mit Verfügung vom 8. Februar 2008 einen Anspruch des 

Versicherten aus der obligatorischen Unfallversicherung ab (Suva-act. 23).

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B.       

B.a   Gegen die Verfügung vom 8. Februar 2008 liess T.___ durch Rechtsanwalt lic. iur. 

P. Rechtsteiner, St. Gallen, am 10. März 2008 Einsprache mit dem Antrag erheben, es 

seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und insbesondere eine vertiefte 

medizinische Abklärung im Hinblick auf die Hörschädigungen links und rechts 

durchzuführen. In der Begründung verwies der Rechtsvertreter des Versicherten 

insbesondere auf eine beigelegte Stellungnahme von Dr. B.___ vom 5. März 2008 

(Suva-act. 30, 31).

B.b   Am 15. Juli 2008 liess die Suva durch ihre Abteilung Arbeitssicherheit, Bereich 

Physik, die Lärmbelastung des Beschwerdeführers im Beruf im Zeitraum von 1985 bis 

2008 sowie anlässlich des geltend gemachten Ereignisses vom 31. Juli 2007 beurteilen 

(Suva-act. 39). Gestützt auf die dort errechneten Lärmbelastungswerte gab Dr. C.___ 

am 20. August 2008 erneut eine Kausalitätsbeurteilung betreffend die Hörschädigung 

rechts ab (Suva-act. 40).

B.c   Mit Einspracheentscheid vom 12. September 2008 wies die Suva die Einsprache 

des Versicherten ab (Suva-act. 41).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen 

Rechtsvertreter mit Eingabe vom 13. Oktober 2008 Beschwerde erheben mit den 

Anträgen, der Einspracheentscheid vom 12. September 2008 sei aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen nach UVG zu erbringen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter im Wesentlichen aus, 

die Beschwerdegegnerin habe nach Erhebung der Einsprache erhebliche weitere 

Abklärungen vorgenommen, welche dem Beschwerdeführer vor Erlass des 

angefochtenen Einspracheentscheids nicht zur Kenntnis gebracht und zur 

Stellungnahme unterbreitet worden seien. Die Beschwerdegegnerin habe damit seinen 

Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, womit der Einspracheentscheid ohne weiteres 

aufzuheben und zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und zum neuen Entscheid an 

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die Vorinstanz zurückzuweisen sei. Materiell sei festzuhalten, dass die 

Beschwerdegegnerin in der Frage eines Knalltraumas bzw. einer unfallbedingten 

Verursachung des Hörverlusts rechts teilweise von einem falschen Sachverhalt 

ausgehe. Der Beschwerdeführer sei zum fraglichen Zeitpunkt durchaus einer sehr 

lauten Musik aus dem Lautsprecher ausgesetzt gewesen, als er zu nahe an die 

Lautsprecherbox geraten sei. Zutreffend sei, dass keine Explosion des Lautsprechers 

erfolgt sei. Der massgebende Sachverhalt sei somit in erster Linie aufgrund der 

medizinischen Befunde zu ermitteln. Müsse aufgrund des mit der Beschwerde 

eingereichten Berichts von Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Otorhinolaryngologie, 

Hals- und Gesichtschirurgie, vom 7. Oktober 2008 davon ausgegangen werden, dass 

es sich um eine unfallbedingte Hörschädigung handle, so habe die 

Beschwerdegegnerin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Folge man nicht ohne 

weiteres der Beurteilung von Dr. D.___, sei wenigstens eine umfassende und neutrale 

medizinische Abklärung durch einen unabhängigen Gutachter vorzunehmen. 

Anzufügen bleibe, dass der Beschwerdeführer sowohl bei der F.___, (1990 - 1997), wie 

auch später in seiner Tätigkeit als Bauschreiner und an seiner letzten Arbeitsstelle an 

sehr lärmigen Orten gearbeitet habe. Die ohne seine Mitwirkung ermittelte 

mutmassliche Lärmbelastung gemäss Bericht der Suva-Abteilung Arbeitssicherheit 

vom 15. Juli 2008 gehe offenbar von zu tiefen Werten aus.

C.b   In der Folge legte die Beschwerdegegnerin den Bericht von Dr. D.___ Dr. C.___ 

zur Stellungnahme vor. Am 6. November 2008 gab dieser seine ärztliche Beurteilung ab 

(Suva-act. 43).

C.c   In ihrer Beschwerdeantwort 12. November 2008 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.d   Am 6. Januar 2009 replizierte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers. Die 

Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

C.e   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen 

in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

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1.        

1.1    Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers rügt vorab in formeller Hinsicht eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer die technische Beurteilung der Suva-Abteilung Arbeitssicherheit 

vom 15. Juli 2008 (Suva-act. 39) sowie die ärztliche Beurteilung von Dr. C.___ vom 20. 

August 2008

(Suva-act. 40) vor Erlass des Einspracheentscheids vom 12. September 2008 nicht zur 

Kenntnis gebracht bzw. ihm vorab nicht die Gelegenheit geboten habe, sich dazu zu 

äussern.

1.2    Das Recht angehört zu werden, ist in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; 

SR 101) und Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) statuiert. Es umfasst unter anderem das 

Akteneinsichtsrecht, in dessen Erfüllung den Beteiligten sämtliche beweiserheblichen 

Akten gezeigt werden müssen, und das Recht, sich zum Beweisergebnis zu äussern, 

wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 370 E. 3.1). Der 

Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, weshalb dessen Verletzung 

ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung bzw. des angefochtenen Einspracheentscheids führt 

(BGE 132 V 390 E. 5.1, 120 V 362 E. 2a; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 26. September 2006 i/S A. [K 61/06] E. 2.3). Vorbehalten bleiben 

praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung des Akteneinsichtsrechts nicht besonders 

schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör 

verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die 

Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (BGE 115 V 305 E. 2h; RKUV 1992 Nr. U 152 

S. 199 E. 2e). Die Heilung eines - allfälligen - Mangels soll aber auch hier die Ausnahme 

bleiben (BGE 126 V 132 E. 2b, 124 V 392 E. 5a, je mit Hinweisen). Der Partei steht es 

grundsätzlich frei, auf der vollumfänglichen Wahrnehmung des Gehörsanspruchs zu 

beharren, wenn ihr daran mehr liegt als an der beförderlichen Erledigung des 

Verfahrens (U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Bern 2009, N 9 zu Art. 42 mit Verweis 

auf BGE 124 V 392). Insofern hat nicht der Versicherungsträger die Entscheidbefugnis 

darüber, ob das Gebot des raschen Verfahrens oder dasjenige der zutreffenden 

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Gehörsgewährung vorgeht (U. Kieser, a.a.O., N 9 zu Art. 42). Gemäss 

höchstrichterlicher Rechtsprechung kann von einer Rückweisung der Sache zur 

Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung jedoch abgesehen werden, 

wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu 

unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) 

Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 

vereinbaren wären (BGE 132 V 390 E. 5.1 mit Hinweis).

1.3    Unbestrittenermassen konnte sich der Beschwerdeführer vor Erlass des 

angefochtenen Einspracheentscheids nicht zur entscheidwesentlichen technischen 

Beurteilung der Lärmbelastung im Beruf sowie anlässlich des geltend gemachten 

Ereignisses vom 31. Juli 2007 und zur daraufhin abgegebenen ärztlichen Beurteilung 

von Dr. C.___ äussern. Dies stellt nach Auffassung des Gerichts eine schwerwiegende 

Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

macht zudem sowohl in der Beschwerdebegründung als auch in der Replik deutlich, 

dass er grundsätzlich auf der vollumfänglichen Wahrnehmung des Gehörsanspruchs 

beharrt bzw. die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragt. Dennoch rechtfertigt es sich 

insgesamt betrachtet, von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des 

rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz abzusehen. Die obgenannten Akten wurden im 

Einspracheentscheid vom 12. September 2008 genauestens wiedergegeben, womit 

sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingehend dazu 

äussern konnte. Im Übrigen bestand im Rahmen der Beschwerdeerhebung ein 

Anspruch auf Einsicht in die vorhandenen Akten. Dem Versicherungsgericht steht 

ausserdem die uneingeschränkte Kognition in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht zu. 

Zu beachten ist im Weiteren, dass hinsichtlich der Lärmbelastung anlässlich des 

Ereignisses vom 31. Juli 2007 von Seiten der Beschwerdegegnerin bzw. ihrer Abteilung 

Arbeitssicherheit bereits vor Erlass der ablehnenden Verfügung vom 8. Februar 2008 

ein Maximalwert (L ,max ≈ 125 dB) angegeben wurde (Suva-act. 6). Zumindest von 

diesem - gegenüber demjenigen in der technischen Beurteilung vom 15. Juli 2007 

sogar höheren Wert - hatte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor Erlass des 

angefochtenen Einspracheentscheids Kenntnis, nahm dazu jedoch nie konkret 

Stellung. Eine allfällige berufliche Lärmbelastung wurde sowohl von den Ärzten als 

auch vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor allem als hinzuzuziehende 

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Ursache der Hörstörung rechts angeführt (Suva-act. 18, 30, 31). Als vorrangige 

Ursache wurde regelmässig eine unfallbedingte Verursachung genannt. Aufgrund des 

Schreibens der Beschwerdegegnerin vom 23. Mai 2008 wusste der Beschwerdeführer 

ausserdem zumindest, dass hinsichtlich der beruflichen Lärmexposition Abklärungen 

getätigt werden sollten (Suva-act. 38). Die berufliche Lärmexposition wurde sodann 

mittels allgemeiner Lärmdaten und nicht mit Schallimmissionsmessungen vor Ort, bei 

denen die Anwesenheit des Beschwerdeführers zu diskutieren gewesen wäre, ermittelt. 

Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin auch bei nachträglicher 

Gewährung des rechtlichen Gehörs auf diese Daten abstellen würde. Die Frage, 

inwiefern diese materiellrechtlich genügen, ist im Rahmen der nachfolgenden 

materiellrechtlichen Erwägungen zu prüfen. Insgesamt ist mithin festzuhalten, dass eine 

Rückweisung an die Beschwerdegegnerin allein wegen der Gehörsverletzung 

betreffend der technischen Beurteilung der verschiedenen Lärmbelastungen auch für 

den Beschwerdeführer sinn- und zwecklos wäre bzw. mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu einem formalistischen Leerlauf führen würde. Dr. C.___ gibt 

schliesslich in seiner ärztlichen Beurteilung einzig den Inhalt sowie die 

Schlussfolgerungen der technischen Beurteilung wieder. Ansonsten enthält der Bericht 

gegenüber seinen früheren ärztlichen Beurteilungen keine neuen, massgebenden 

medizinischen Äusserungen. Angesichts der obigen Darlegungen kann damit 

zusammenfassend festgehalten werden, dass die geltend gemachte Gehörsverletzung 

trotz ihrer Schwere als im Rechtsmittelverfahren geheilt betrachtet werden kann.

1.4    Am 6. November 2008 führte die Beschwerdegegnerin auch noch im Rahmen des 

Beschwerdeverfahrens eine Beweiserhebung durch bzw. holte bei Dr. C.___ eine 

weitere ärztliche Beurteilung ein (Suva-act. 43). Ein Anspruch des Beschwerdeführers 

auf rechtliches Gehör bestand hier gegenüber der Beschwerdegegnerin nicht mehr. 

Der Beschwerdeführer konnte zum genannten Beweismittel im Rahmen der Replik 

Stellung nehmen.

2.        

2.1     Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

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bestimmt. Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die 

den Folgen eines Unfall ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser 

Kompetenz hat er in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; 

SR 832.202) Gebrauch gemacht.

2.2    Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer beidseitig unter 

einer Innenohrschwerhörigkeit, rechts mit Tinnitus, leidet. Gemäss Tonaudiogramm 

vom 17. April 2007 ist die Innenohrschwerhörigkeit links vorbestehend, diejenige rechts 

- abgesehen von der ebenfalls vorbestehenden Hochtonsenke - indessen neu (Suva-

act. 5, 12). Hauptstreitpunkt des vorliegenden Verfahrens bildet nun die Frage, was als 

Ursache der Gesundheitsstörung am rechten Ohr anzunehmen ist. Dabei gilt es zu 

prüfen, ob diese als unfallbedingt bzw. als unfallähnliche Körperschädigung zu 

qualifizieren oder ob deren Entstehung als Berufskrankheit zu betrachten ist.

3.        

3.1    Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, er habe am 31. Juli 2007 einen 

Unfall erlitten, bei dem er sich am rechten Ohr eine Hörschädigung zugezogen habe. 

Als Unfall gemäss Art. 4 ATSG gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 

eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur 

Folge hat. Damit ein Ereignis als Unfall angesehen werden kann, müssen 

notwendigerweise alle Merkmale der Definition dieses Unfallbegriffs vorliegen. Zu 

prüfen sind vorliegend insbesondere die in enger Beziehung stehenden 

Begriffsmerkmale des ungewöhnlichen äusseren Faktors und der Plötzlichkeit. 

Entscheidend für die Annahme eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ist nicht die 

Wirkung des Faktors, sondern die Ungewöhnlichkeit des Faktors an sich. Ohne Belang 

für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls 

schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Ein äusserer Faktor ist 

ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder 

Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich 

nur objektive Umstände in Betracht fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit 

Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen).

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3.2    Laut Unfallmeldung vom 5. September 2007 hörte der Beschwerdeführer bei 

einer Hochzeitsfeier vom 31. Juli 2007 in G.___ plötzlich nichts mehr (Suva-act. 1). 

Dr. B.___ hielt im Arztzeugnis vom 19. September 2007 fest, am 31. Juli 2007 sei neben 

dem rechten Ohr des Beschwerdeführers ein Lautsprecher detoniert. Seither leide er 

an einem hochgradigen Hörverlust (80 dB) mit Tinnitus. Er diagnostizierte einen Status 

nach Knalltrauma rechts mit pancochleärer Innenohrschwerhörigkeit sowie 

invalidisierendem Tinnitus (Suva-act. 5). Anlässlich der Befragung durch die 

Beschwerdegegnerin vom 14. Januar 2008 gab der Beschwerdeführer an, bei der 

Hochzeitsfeier habe eine regionale Volksmusikband (zwischen drei und fünf Personen) 

live gespielt und ihre Musik über eine Lautsprecheranlage im ganzen Saal hörbar 

gemacht. Die Musik sei nicht überdurchschnittlich, zumindest nicht auffällig laut 

gewesen. Er habe seine Frau zum Tanz aufgefordert und sie seien dabei in ca. zwei bis 

drei Meter Entfernung an einer der Lautsprecherboxen - diese habe ca. 50 x 50 cm 

gemessen und sei in Kopfhöhe montiert gewesen - vorbeigetanzt, als er plötzlich im 

rechten Ohr einen Schmerz verspürt habe, anschliessend nicht mehr habe hören 

können und sein ganzer Körper gezittert habe. In den Beinen habe er keine Kraft mehr 

gehabt und es sei ihm schwindlig geworden. An der Lautsprecherbox selber sei jedoch 

- abgesehen davon, dass die Musik aus der Entfernung von ca. zwei bis drei Metern 

natürlich lauter wahrzunehmen gewesen sei - nichts Aussergewöhnliches passiert. Es 

habe sich nicht - wie von Dr. B.___ geschildert - eine Explosion der Musikbox ereignet. 

Auch sei kein plötzliches Rauschen und kein plötzlicher Lärmaustritt erfolgt. Die Musik 

habe vielmehr völlig normal gespielt, wie sie dies auch in all den Minuten zuvor getan 

habe. Folglich habe lediglich das Vorbeitanzen an der Lautsprecherbox zu den akuten 

Hörproblemen am rechten Ohr geführt. Der Band oder der Anlage könne somit 

überhaupt kein Vorwurf gemacht werden (Suva-act. 15).

3.3    Explosionen, Knalle oder Schläge mit Schalldruckspitzen über 140 dB(C) 

gefährden das Gehör, wenn der über eine Stunde aufsummierte Schallexpositionspegel 

SEL 125 dB(A) übersteigt. Der schädigende Schall wirkt hier nur sehr kurz auf das Ohr 

ein (1 bis 3 ms) (vgl. dazu auch Suva-act. 40; Akustische Grenz- und Richtwerte der 

Abteilung Arbeitssicherheit der Suva, Stand Februar 2009). Erfolgen solche 

gehörgefährdenden Schalle zudem unerwartet bzw. ist man nicht darauf gefasst, gelten 

die Unfallbegriffsmerkmale der Ungewöhnlichkeit und Plötzlichkeit als erfüllt. Beispiele 

hierzu sind Pistolen- oder Gewehrschüsse, Schreckschusswaffen, Knallkörper, Airbag, 

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Sprengungen, Schlag auf das Ohr, zufallende Türen, platzende Reifen (RKUV 2006 Nr. 

U 578 S. 172; vgl. dazu auch Wikipedia - Knalltrauma, Abfrage vom 25. Juni 2009). - 

Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung lässt in keiner Weise 

erkennen, dass sich in Bezug auf die Hochzeitsmusik etwas Ungewöhnliches, 

insbesondere eine Explosion der Lautsprecherbox oder ein Knall daraus, ereignet 

hätte. Eine Explosion oder ein Knall mit obgenanntem gehörgefährdendem Wert wären 

wohl jedoch vom Beschwerdeführer als solche wahrgenommen bzw. beschrieben 

worden, zumal es sich dabei - wie erwähnt - um äusserst kurz auftretende und damit 

augenfällige, isoliert wahrzunehmende Lärmbelastungen handelt. Bei 

Musikdarbietungen bei einem Rockkonzert, in einer Diskothek oder eben an einer 

Hochzeit (Tanzmusik) kommt es im Regelfall nicht zu Schallbelastungen im 

obgenannten, explosionsartigen Ausmass. Der zu- und abnehmende Schall wirkt hier 

deutlich länger auf das Gehör ein als beim Explosions- oder Knalltrauma (Minuten bis 

Stunden): Im Überlastungsfall spricht man hier von einem akuten Lärmtrauma (vgl. 

dazu Wikipedia - Schalltrauma, Abfrage vom 30. Juni 2009). Der Besuch eines 

Rockkonzerts, einer Diskothek oder eben einer Hochzeit mit Tanzmusik geschehen 

zudem im Allgemeinen bewusst bzw. gewollt. Bei vorgenannten Tatbeständen sind die 

Elemente der Ungewöhnlichkeit und Plötzlichkeit daher generell nicht erfüllt. So kann 

auch hinsichtlich der vom Beschwerdeführer am 31. Juli 2007 auf der Tanzfläche 

angetroffenen Schallbelastung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit von einer ungewöhnlichen und plötzlichen Situation ausgegangen 

werden. Es ist als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, dass die Musik auch in 

zwei bis drei Metern Distanz von der Lautsprecherbox keinen gehörgefährdenden Wert 

erreicht haben kann. Dies schon deshalb, weil der Beschwerdeführer selber die Musik 

nicht als überdurchschnittlich bzw. auffällig - eben ungewöhnlich - laut empfand. In der 

technischen Beurteilung vom 15. Juli 2008 wird zudem schlüssig dargelegt, dass die 

Lautstärke durch die Grösse der Lautsprecher - diese waren mit 50 x 50 cm eher klein 

- begrenzt war und damit auch in deren Nähe nicht von einer gehörgefährdenden 

Lautstärke ausgegangen werden muss. Die Abteilung Arbeitssicherheit der 

Beschwerdegegnerin setzte die kurzzeitige Lärmbelastung während einiger Sekunden 

im Bereich der Lautsprecher mit L  ≈ 110 dB(A) an und wies darauf hin, dass sich 

die Musik aus dem Balkan durch einen relativ engen Frequenzbereich bei mittleren 

Frequenzen auszeichne (Suva-act. 39). Bei diesem Wert handelt es sich nicht um einen 

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konkret erhobenen bzw. gemessenen Wert, sondern um einen Erfahrungswert, 

festgelegt anhand der subjektiven Sachverhaltsschilderung des Beschwerdeführers. 

Insofern stellt sich überhaupt die Frage, ob darauf abgestellt werden kann. Die 

Schilderung allein, die Musik sei laut gewesen, lässt grundsätzlich noch nicht den 

überwiegend wahrscheinlichen Schluss zu, dass diese effektiv auch im Bereich der 

Gehörgefährdung gelegen hat. Selbst wenn man auf den geschätzten Wert von L  ≈ 

110 dB(A) abstellt, kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer dieser Lärmbelastung 

offenbar nur kurze Zeit ausgesetzt war. Die Expositionsdauer bildet ein wesentliches 

Element der Gefahr einer Hörschädigung und spricht im Falle des Beschwerdeführers 

massgeblich gegen eine unfallbedingte Hörschädigung. Dr. C.___ legt zudem in seiner 

ärztlichen Beurteilung vom 20. August 2008 dar, dass die Grenzwerte für die 

Gehörgefährdung im konkreten Fall um rund 10 dB unterschritten worden seien. 

Konkret heisse dies, dass es pro 3 dB Unterschreitung zu einer Halbierung der 

Lärmdosis komme und damit auch zu einer Halbierung der 

Schädigungswahrscheinlichkeit. Die Grenzwerte für die Gehörgefährdung würden 

sodann bereits die Tatsache berücksichtigen, dass verschiedene Menschen 

verschieden empfindlich auf Gehörschädigung sein könnten und berücksichtigten die 

empfindlichsten Individuen. Somit könne also aus otologisch-arbeitsmedizinischer 

Sicht klar festgehalten werden, dass eine relevante Gehörschädigung durch das hier 

zur Diskussion stehende Ereignis als unwahrscheinlich zu bezeichnen sei (Suva-act. 

40).

3.4    Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nach dem Gesagten nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen gelten kann, dass 

der Beschwerdeführer anlässlich der Hochzeit vom 31. Juli 2007 in G.___ einen Unfall 

im Sinn von Art. 4 ATSG erlitten hat. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

unter diesem Titel ist daher zu verneinen.

4.        

4.1    Der mangelnde Nachweis eines die Merkmale des Unfalls erfüllenden Ereignisses 

lässt sich nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diesen kommt im 

Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vorliegen eines unfallmässigen 

Geschehens in der Regel nur die Bedeutung von Indizien zu (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 

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E. 2). Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit 

dem Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis schliesst zwar eine pathologische 

Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigentlichen Unfall im Rechtssinne auch 

Ereignisse, denen der Charakter der Ungewöhnlichkeit und/oder der Plötzlichkeit 

abgeht (Urteile des EVG vom 3. Januar 2000 i/S S. [U 236/98] E. 2d, und vom 18. 

Dezember 2002 i/S K. [U 6/02] E. 2.3; Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989, S. 175 f.).

4.2    Der Beschwerdeführer leidet am rechten Ohr unbestrittenermassen an einer 

pancochleären Innenohrschwerhörigkeit mit Tinnitus (Suva-act. 5, 11). Aufgrund der 

medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass eine solche Gesundheitsstörung 

sowohl auf einer Krankheit beruhen (beispielsweise Haarzellschaden, 

Innenohrentzündung, Infektionskrankheiten, Intoxikation bei Mittelohrentzündung, 

Tumore, Durchblutungsstörungen) als auch traumatisch bedingt (Knall- oder 

Explosionstrauma, akutes Lärmtrauma) sein kann (vgl. dazu Roche, Lexikon Medizin, 5. 

Aufl., S. 928; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., S. 915; Wikipedia - 

Schwerhörigkeit, Abfrage 30. Juni 2009). Während Dr. C.___ die Auffassung vertritt, bei 

der Innenohrschwerhörigkeit des Beschwerdeführers handle es sich nicht um eine 

Unfallfolge im Sinne eines akustischen Traumas, gehen Dr. B.___ und Dr. D.___ von 

einem unfallkausalen Innenohrhörverlust aus.

4.3    In seiner ärztlichen Beurteilung vom 1. Februar 2008 bezeichnet Dr. C.___ eine 

akzidentelle akustische Hörschädigung als sehr unwahrscheinlich, weil er eine akute 

übermässige Schallbelastung aufgrund der Beschreibung des Ereignisses vom 31. Juli 

2007 und aufgrund der technischen Gegebenheiten mit praktischer Sicherheit als 

ausgeschlossen erachtet. Vielmehr handle es sich bei der rechtsseitigen, rasch 

progredienten Gehörsabnahme des Beschwerdeführers wahrscheinlich um eine 

endogene Innenohrerkrankung, die ihren Ursprung vermutlich in der gleichen Ursache 

habe, wie die Gehörsabnahme auf der linken Seite. Die inzwischen eingetretene 

praktische Taubheit in pancochleärer Ausprägung auf der rechten Seite sei im Übrigen 

für ein akustisches Trauma als absolut atypisch zu bezeichnen (Suva-act. 18). Die 

endogene Gehörsschädigung bedürfe sodann durchaus noch einer weiteren 

ausgedehnten Abklärung (Suva-act. 40). - Das zentrale Kriterium der 

Kausalitätsbeurteilung von Dr. C.___ bildet mithin der Umstand, dass ein Unfallereignis 

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im konkreten Fall nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als belegt gelten kann. 

Die Innenohrschwerhörigkeit ist in der Medizin zudem eine bekannte Krankheit, 

weshalb die Schlussfolgerung von Dr. C.___ nur logisch und damit überzeugend 

erscheint. Das Vorliegen von Vorzuständen - bei zweiseitigen Körperteilen auch am 

gegenüberliegenden Körperteil - bildet im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung 

gleichfalls eine entscheidende Grundlage. Ein Vorzustand am linken Ohr des 

Beschwerdeführers - desgleichen in Form einer Innenohrschwerhörigkeit (Suva-act. 5, 

11) - lässt zwar eine Unfallkausalität gegenüber einer krankheitsbedingten Kausalität 

immer noch möglich, jedoch nicht - wie im Sozialversicherungsrecht gefordert - 

überwiegend wahrscheinlich erscheinen (vgl. dazu Th. Locher, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 451 f.). Gegenteilige ärztliche 

Beurteilungen müssen mit Blick auf den Umstand des nicht nachgewiesenen Unfalls 

und die an sich einleuchtende Beurteilung von Dr. C.___ mit überzeugenden 

medizinischen Überlegungen die überwiegend wahrscheinliche Unrichtigkeit der 

Feststellungen von Dr. C.___ deutlich machen. Eine bloss unterschiedliche Beurteilung 

der gesundheitlichen Situation genügt nicht, um den mangelnden Nachweis eines 

Unfalls durch medizinische Feststellungen zu ersetzen. Wie die nachfolgenden 

Erwägungen zeigen, muss der Bericht von Dr. D.___ als solch unterschiedliche 

Beurteilung betrachtet werden. Hinzu kommt, dass diese auch für sich betrachtet nicht 

ohne weiteres schlüssig erscheint.

4.4    Der Bericht von Dr. D.___ vom 7. Oktober 2008 (act. G 1.2) enthält die Diagnosen 

einer vorbestehenden Hochtonsenke im Rahmen der Lärmschwerhörigkeit bzw. 

Sozioakusis und einer posttraumatischen Labyrinthopathie rechts im Rahmen des 

akustischen Traumas vom 31. Juli 2007 mit hochgradiger pantonaler sensori-neuraler 

Schwerhörigkeit rechts, Tinnitus aurium rechts cochleo-motorischen Ursprungs und 

peripher-vestibulärer Funktionsstörung rechts mit sekundärer zentral-vestibulärer 

Komponente und visuo-oculomotorischer Funktionsstörung. Dr. D.___ hält Dr. C.___ 

entgegen, dass der Beschwerdeführer bereits im Jahr 1995 bei ihm gewesen und 

audiometrisch untersucht worden sei. Damals habe er eine beidseitige 

Hochtonschwerhörigkeit (C-5-Senke) festgestellt, die nach anamnestisch-

audiometrischen Kriterien schon zu jenem Zeitpunkt für eine Lärmschädigung 

gesprochen habe, welche durch lärm-prophylaktische Massnahmen keinen weiteren 

Schaden genommen habe. Dr. C.___ habe also - wie bei einem Aktengutachten 

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gefordert - kein vollständiges Bild über die Anamnese sowie den Verlauf und keinen 

lückenlosen Untersuchungsbefund für die Beurteilung des Falls gehabt. Trotzdem 

behaupte er, dass die auditative Symptomatik mit hochgradiger Schwerhörigkeit rechts 

und die erhobenen Befunde gegen eine Berufskrankheit (Lärmschädigung) und gegen 

eine Unfallkausalität sprechen würden. Er werfe in die differentialdiagnostische Schale 

wahllos eine endogene Gehörschädigung, ohne die Kriterien für eine solche Diagnose 

zu kennen und ohne Untersuchungen zu veranlassen, die eine solche Diagnose hätten 

ausschliessen können. Dr. C.___ solle nun erklären, wie es plötzlich am 31. Juli 2007, 

dreieinhalb Monate nach dem Verlaufs-audiogramm vom 17. April 2007, aus heiterem 

Himmel zu einer endogenen Gehörschädigung nur auf einer Seite gekommen sei. Die 

Beschwerdegegnerin habe willkürlich die Lärmbelastung im Bereich der Lautsprecher 

auf 110 dB(A) festgesetzt, einen Wert, den sie niemals beweisen könne und der ohne 

weiteres um einiges höher hätte liegen können. Anhand des Audiogramm-Vergleichs 

vom 22. August 2007 und 29. September 2008 sei der Verlauf der Hörschwelle rechts 

praktisch unverändert, was objektiv gegen eine massive Progredienz der 

Schwerhörigkeit im Verlauf von 13 Monaten und auch gegen eine endogene 

Gehörschädigung spreche. Es bestehe nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, 

evidenzbasierenden Kriterien und den zugrunde liegenden pathophysiologischen 

Mechanismen kein Zweifel daran, dass die akute akustische Belastung des rechten 

Ohrs (akustisches Trauma und Barotrauma) genügende Relevanz gehabt habe, eine 

labyrinthäre, vor allem eine cochleäre Schädigung zu verursachen. Die erhobenen 

Läsionen im Bereich der Cochlea, des Vorhofs und des Bogengangsystems seien 

einerseits im Rahmen des Unfalls durch eine Schalldruckwelle und andererseits durch 

akustische Belastung ausgelöst worden. Bei einem solchen Mechanismus sei eine 

posttraumatische perilymphatische Fistel nicht selten zu erwarten. Sowohl die 

Relevanz des Unfallereignisses mit sofort ausgelöster labyrinthärer Symptomatik, vor 

allem mit akutem hochgradigen Hörverlust, als auch jetzt erhobene audio-neuro-

otometrische und aequilibriometrische Befunde würden mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit dafür sprechen, dass der hochgradige Hörverlust rechts mit 

dekompensiertem Tinnitus und episodischen Schwindelbeschwerden im direkten, 

natürlich kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 31. Juli 2008 stünden. 

Das Befundmonitoring mit Verlaufsaudiogrammen vom Februar 1995 bis September 

2008, die Art des Entstehens und der Pathomechanismus, der Frequenzgang und die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

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Asymmetrie der Hörschwelle rechts-links spreche nach heutigem Wissensstand gegen 

eine familiäre und/oder endogene progrediente Innenohrschwerhörigkeit, da es sich 

nicht nur um eine Cochleopathie, sondern um eine objektivierbare Labyrinthopathie 

handle.

4.5    In seiner ärztlichen Beurteilung vom 6. November 2008 nimmt Dr. C.___ zum 

Bericht von Dr. D.___ Stellung (Suva-act. 43). Er hält im Wesentlichen fest, dass im 

Jahr 1995 wahrscheinlich ein annähernd seitengleiches Gehör mit einer Hochtonsenke 

bestanden habe. Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer beruflich noch in 

keiner Art und Weise gehörgefährdend lärmexponiert gewesen. Es habe damit keine 

lärmbedingte Hörschädigung, sondern eine Gehörsabnahme ohne näher bekannten 

Grund vorgelegen. Aus den Tonaudiogrammen vom 17. April und 22. August 2007 sei 

ersichtlich, dass am 17. April 2007 für die linke Seite in etwa die gleiche Hörstörung wie 

am 22. August 2007, auf der rechten Seite jedoch noch ein deutlich besseres Gehör 

vorgelegen habe. Aber auch das rechtsseitige Gehör sei bereits mehr geschädigt 

gewesen als im Tonaudiogramm von 1995 bei Dr. D.___. Es sei also auch hier zu einer 

gewissen Progression gekommen. Gerade auch die Tatsache, dass es beim 

Beschwerdeführer nicht nur zu einer cochleären Schädigung, also zu einer Schädigung 

des Hörorgans durch die akustische Belastung, sondern auch zu einer eigentlichen 

labyrinthären Schädigung, also auch zur Schädigung des Gleichgewichtsorgans, 

gekommen sein solle, spreche eindeutig gegen das Vorliegen eines akustischen 

Traumas. Eine akute vestibuläre Mitbeteiligung komme nur bei extrem hohen 

akustischen Traumatisierungen im Rahmen eines Explosionstraumas im Sinne eines 

Tullio-Phänomens vor. Die Behauptung, dass durch die Schalldruckwelle im Sinne 

eines Barotraumas eine Schädigung erfolgt sei, sei aufgrund der technischen Situation 

absolut unmöglich. Durch einen einzelnen Lautsprecher könnten niemals Schallwellen 

erzeugt werden, die zu einem eigentlichen Barotrauma führen würden.

4.6    Gestützt auf die eben dargelegten Ausführungen von Dr. C.___ bilden die von 

Dr. D.___ festgehaltenen medizinischen Ausführungen keinen überzeugenden Beweis 

für eine auf eine ungewöhnliche äussere Einwirkung zurückzuführende Hörschädigung, 

also für ein Unfallereignis. Dr. D.___ weist einerseits auf eine vorbestandene beidseitige 

Hochtonschwerhörigkeit hin, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon für eine 

damals - im Februar 1995 - bestandene Lärmschädigung spreche und damit auf ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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vulnerables Innenohr hindeute. Andererseits bestand vor dem geltend gemachten 

Ereignis am linken Ohr im Vergleich zum rechten Ohr eine massgebende 

Schwerhörigkeit. Angesichts dessen, dass von einer beruflichen Lärmbelastung im 

Regelfall wohl beide Ohren in etwa gleich betroffen werden (vgl. auch Suva-act. 18), 

bleibt bei der Argumentation von Dr. D.___ die Frage offen, welches die Ursache für die 

vorbestandene Innenohrschädigung links bildete. Übrig bleibt eigentlich nur die 

endogene Ursache. Wie von Dr. C.___ vertreten, ist dieselbe Ätiologie damit auch in 

Bezug auf das rechte Ohr nachvollziehbar bzw. die Argumentation von Dr. D.___ 

erscheint zumindest nicht wahrscheinlicher. Dessen Begründung basiert im Übrigen 

wesentlich auf der Annahme, der Beschwerdeführer habe vor dem geltend gemachten 

Ereignis vom 30. Juli 2007 unter einer berufsbedingten Hörschädigung gelitten. Wie die 

nachfolgenden Erwägungen zeigen (Erwägung 6), ist indessen auch ein solcher 

Zustand nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Unklar bleibt auch die 

Aussage von Dr. D.___, weshalb der praktisch unveränderte Verlauf der Hörschwelle 

rechts im Verlauf von 13 Monaten (August 2007 bis September 2008) objektiv gegen 

eine endogene Hörschädigung spricht. Die von ihm angeführte wissenschaftliche 

Erkenntnis betreffend akustisches Trauma und Barotrauma vermag sodann zwar 

zuzutreffen, gesundheitliche Schäden lassen sich jedoch daraus eben nur dann 

ableiten, wenn die Belastung genügend gross war. Dr. D.___ geht ohne Weiteres von 

einer starken akustischen Belastung mit Schreckreaktion aus, was eine reine 

Mutmassung ist. Dass die Schallbelastung übermässig und damit schädigend gewesen 

wäre, ist - wie in Erwägung 3.3 dargelegt - nicht überwiegend wahrscheinlich 

nachgewiesen. Die Beweislast dafür, dass die Lärmbelastung am 31. Juli 2007 deutlich 

über 110 dB lag, liegt nicht bei der Beschwerdegegnerin, sondern beim 

Beschwerdeführer. Bei der von Dr. D.___ erhobenen Diagnose einer Labyrinthopathie 

handelt es sich schliesslich um eine sehr umfassende und damit auch hinsichtlich 

Ursächlichkeit wenig aussagekräftige Diagnose. Beschrieben wird damit lediglich 

allgemein eine Erkrankung des Labyrinths bzw. des Innenohrs (vgl. dazu Roche, 

Lexikon Medizin, 5. Aufl., S. S. 1063, S. 1419). Nachdem eine Labyrinthopathie im 

Regelfall krankheitsbedingt ist, überzeugt damit auch die Feststellung, eine endogene 

Innenohrschwerhörigkeit sei vorliegend ausgeschlossen, da es sich nicht nur um eine 

Cochleopathie, sondern um eine objektivierbare Labyrinthopathie handle, nicht 

(Pschyrembel, a.a.O., S. 1053; vgl. dazu MSD Manual, 6. Aufl., München/Jena 2000, S. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

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824 ff.). Die alleinige Taxierung als posttraumatisch vermag sodann ebenfalls nichts 

über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen (Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205; 

BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb in fine), sondern drückt nur aus, dass eine gewisse 

Gesundheitsstörung erst nach einem Unfall aufgetreten ist. Nachdem vorliegend eine 

unfallbedingte Hörschädigung auszuschliessen ist, war es schliesslich nicht die 

Aufgabe von Dr. C.___, der tatsächlichen Ursache der fraglichen 

Innenohrschwerhörigkeit auf den Grund zu gehen.

4.7    Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die medizinischen Feststellungen von 

Dr. D.___ den mangelnden Nachweis eines Unfallereignisses nicht zu ersetzen 

vermögen bzw. nicht als überzeugende Indizien für das Vorliegen eines Unfalls dienen. 

An dieser Beurteilung vermögen auch die Berichte von Dr. B.___ (Suva-act. 5, 10, 22, 

30) nichts zu ändern, da er von einem falschen Sachverhalt (Detonation eines 

Lautsprechers, Knalltrauma) ausgeht.

5.        

Im vorliegenden Fall entfällt sodann auch eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV. Laut 

Bericht von Dr. D.___ bildete sich beim Beschwerdeführer aufgrund des Ereignisses 

vom 31. Juli 2007 mit grosser Wahrscheinlichkeit eine perilymphatische Fistel, welche 

auch den pantonalen Hörverlust und die begleitende Schwindelsymptomatik erkläre. 

Eine solche stelle eine noch schwerwiegendere Verletzung dar als eine 

Trommelfellverletzung gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. h UVV. - Die Aufzählung der 

Körperschädigungen in der Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV ist abschliessend. Deshalb sind 

weder die Versicherer noch die Gerichte befugt, sie durch Analogieschlüsse zu 

erweitern. Die Gerichte sind lediglich befugt, durch Auslegung zu ermitteln, was unter 

den in der Liste aufgeführten Körperschädigungen zu verstehen ist, sofern diese nicht 

eindeutig umschrieben sind (BGE 116 V 140 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, 

a.a.O., S. 202). Bei der von Dr. D.___ angeführten Gesundheitsschädigung handelt es 

sich um ein Loch in der Membran, die das runde Fenster als Bestandteil des Innenohrs 

umschliesst und dieses vom Mittelohr trennt. Durch das Loch entrinnt 

Innenohrflüssigkeit. Das Trommelfell ist demgegenüber ein eindeutig abgrenzbarer Teil 

des Mittelohrs und trennt die Aussenwelt vom Körperinnern ab (vgl. Suva-act. 43; vgl. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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auch Roche, a.a.O., S. 251, S. 1063 f.; Wikipedia - Ohr, Abfrage vom 21. Juli 2009). 

Eine perilymphatische Fistel lässt sich damit nicht unter den abschliessenden 

Verletzungskatalog von Art. 9 Abs. 2 UVV bzw. unter dessen lit. h subsumieren. Der 

Umstand, dass eine perilymphatische Fistel laut Dr. D.___ eine schwerwiegendere 

Verletzung darstelle als eine Trommelfellverletzung, ist kein massgebendes Kriterium. 

Massgebendes Kriterium der in die Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV aufgenommenen 

Körperschädigungen bildet vielmehr der Umstand, dass diese den Folgen eines Unfalls 

ähnlich sind (vgl. Art. 6 Abs. 2 UVG).

6.        

6.1    Als Anspruchsgrundlage zu prüfen ist weiter das Vorliegen einer Berufskrankheit 

gemäss Art. 9 UVG. Als Berufskrankheit gelten nach Art. 9 Abs. 1 Satz 1 UVG 

Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch 

schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Laut dem vom 

Bundesrat gestützt auf die ihm in Art. 9 Abs. 1 Satz 2 UVG und Art. 14 UVV 

eingeräumte Befugnis erlassenen Anhang 1 zur UVV gelten als berufsbedingte 

Erkrankungen im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG u.a. erhebliche Schädigungen des 

Gehörs, die durch Arbeiten im Lärm verursacht wurden (Ziff. 2 lit. a Anhang 1 zur UVV).

6.2    Eine Belastung von Leq (energieäquivalenter Dauerschallpegel) 88 dB (A) und 

mehr gilt als gehörgefährdend, während 85 - 87 dB im Grenzbereich der 

Gehörgefährdung liegen (vgl. RKUV 2006 Nr. U 578 S. 174 E. 3.3; Akustische Grenz- 

und Richtwerte des Bereichs Physik der Abteilung Arbeitssicherheit der Suva, Stand 

Februar 2009). Laut technischer Beurteilung vom 15. Juli 2008 betreffend berufliche 

Lärmbelastung im Zeitraum von 1985 bis 2008 sei der Beschwerdeführer während zwei 

Jahren einer beruflichen Lärmbelastung von Leq 86 dB (A) im Grenzbereich der 

Gehörgefährdung ausgesetzt gewesen (Suva-act. 39). Gemäss Dr. C.___ kann eine 

Exposition im Grenzbereich der Gehörgefährdung bei besonders empfindlichen 

Personen nach langjähriger Belastung zu einer relevanten Hörschädigung führen. Eine 

lediglich zweijährige Exposition im Grenzbereich der Gehörgefährdung - wie im 

vorliegenden Fall - sei indes niemals geeignet, eine relevante Hörschädigung zu 

verursachen (Suva-act. 40). Im konkreten Fall basiert die technische Beurteilung der 

Lärmbelastung zunächst auf einer persönlich angegebenen Berufsanamnese des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

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Beschwerdeführers sowie auf den Werten der Lärmquellendatenbank der 

Beschwerdegegnerin, den allgemeinen Lärmtabellen für die Oberflächenveredlung und 

Wärmebehandlung von Metallen und die Holzindustrie sowie der individuellen 

Lärmtabelle der E.___ wo der Beschwerdeführer in den Jahren 1990 bis 1997 

gearbeitet hat (Suva-act. 38). Gestützt auf diese allgemeinen Lärmdaten aus einer 

Vielzahl von Messungen in den entsprechenden Bereichen - im Falle der Tätigkeit bei 

der E.___ sogar gestützt auf konkrete Lärmdaten - lassen sich die verschiedenen 

Lärmbelastungen ohne weiteres zuverlässig ermitteln. Konkrete Gründe für das 

Erfordernis zusätzlicher Lärmmessungen vor Ort, d.h. an den jeweiligen Arbeitsplätzen 

des Beschwerdeführers, liegen keine vor. So wird vom Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers einzig allgemein eingebracht, der Beschwerdeführer habe sowohl 

bei der E.___ wie auch bei den nachfolgenden Arbeitgebern an sehr lärmigen Orten 

gearbeitet. Der Arbeitshygieniker der Beschwerdegegnerin sei offenbar von zu tiefen 

Werten ausgegangen. Konkrete Indizien, welche die Richtigkeit des obgenannten 

fachlichen Berichts anzweifeln liessen, liegen damit jedoch keine vor. Der 

Beschwerdeführer war - obwohl offenbar auch hier anders empfunden - während 

seiner mehrjährigen Tätigkeit bei der E.___ keiner gehörgefährdenden Lärmbelastung 

ausgesetzt. Es ist jedoch keineswegs abwegig, dass beispielsweise auch ein 

Lärmexpositionspegel von Leq 83 dB (A) subjektiv als laut wahrgenommen bzw. 

beschrieben wird. Wesentlich ist im Weiteren, dass der Beschwerdeführer in den 

Jahren 2001 bis 2008 eine Tätigkeit mit einem Lärmexpositionspegel weit unter dem 

Grenzbereich der Gehörgefährdung ausübte, ausgerechnet im Jahr 2007 jedoch der 

schwere Hörverlust am rechten Ohr auftrat. Nicht gegeben ist im vorliegenden Fall 

auch die durch eine berufliche Belastung im Regelfall auf beiden Ohren gleichzeitig 

auftretende Hörschädigung. Zusammenfassend kann nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Hörstörung am rechten Ohr 

des Beschwerdeführers ausschliesslich oder vorwiegend durch die berufliche Arbeit 

verursacht wurde. An dieser Stelle ist im Übrigen anzuführen, dass offensichtlich auch 

der Beschwerdeführer nicht eigentlich von einer berufsbedingten, sondern von einer 

unfallbedingten Gehörschädigung ausgeht. Somit ergibt sich auch unter dem Titel der 

Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 UVG keine Leistungspflicht der Unfallversicherung.

7.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

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7.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. September 2008 abzuweisen.

7.2 Das Bundesgericht hat entschieden, bei einer Verletzung des rechtlichen Gehörs 

durch die Verwaltung mit anschliessender Heilung im gerichtlichen Verfahren 

rechtfertige es sich, der Gehörsverletzung durch Zusprache einer reduzierten 

Parteientschädigung und teilweiser Auferlegung der Gerichtskosten Rechnung zu 

tragen (Urteil vom 4. August 2008 i/S H. [9C_234/2008] E. 5.1 mit Hinweisen). 

Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben, womit eine 

diesbezügliche Auferlegung ausser Betracht fällt. Infolge der Gehörsverletzung 

rechtfertigt es sich jedoch, trotz Unterliegens des Beschwerdeführers in der Sache 

selbst, die Beschwerdegegnerin zur Zahlung einer Parteientschädigung zu verpflichten. 

Formellrechtlich wäre nämlich grundsätzlich auch eine Rückweisung an die 

Beschwerdegegnerin in Betracht zu ziehen. Der Rechtsvertreter musste sich zudem in 

der Beschwerde zur Gehörsverletzung äussern und hat dies auch ausführlich getan, 

wodurch ein zusätzlicher Aufwand entstanden ist. Ausgehend von einer Entschädigung 

bei vollem Obsiegen von Fr. 3'500.-- erscheint die Zusprache einer 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) konkret angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 2'000.-- zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2009
	Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 42 ATSG: Heilung einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs Art. 4 ATSG, Art. 6 und Art. 9 UVG: Innenohrschwerhörigkeit mit Tinnitus: Unfallereignis bzw. Verursachung der gesundheitlichen Störung durch die Lärmeinwirkung einer Lautsprecherbox nicht glaubhaft gemacht. Unfallähnliche Körperschädigung verneint. Berufsbedingte bzw. durch Arbeiten im Lärm verursachte Schädigung des Gehörs ebenfalls verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. September 2009, UV 2008/111).

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