# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 045fce94-9bbf-5617-a063-acf71127345b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.01.2014 E-254/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-254-2014_2014-01-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-254/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richterin Sylvie Cossy;   

Gerichtsschreiberin Simona Risi. 

   Parteien 
 

A._______, 

Nigeria,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des BFM vom 6. Januar 2014 / N (…). 

 

 

E-254/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 8. Dezember 2013 mit dem Zug von Ös-

terreich herkommend illegal in die Schweiz einreiste und gleichentags im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum Altstätten um Asyl nachsuchte, 

dass er anlässlich der Befragung zur Person vom 17. Dezember 2013 

insbesondere ausführte, er habe seinen Heimatstaat im Januar 2012 ver-

lassen und am 12. März 2012 in Griechenland ein Asylgesuch gestellt, 

woraufhin er eine Pink Card erhalten und seinen Lebensunterhalt mit dem 

Sammeln von Altglas und Alteisen bestritten habe, 

dass er im Sommer 2013 bei der illegalen Einreise nach Ungarn kontrol-

liert worden sei und zur Durchführung eines Asylverfahrens für drei Mona-

te eine temporäre Aufenthaltsbewilligung erhalten habe, 

dass sein Asylgesuch nach Durchführung einer Befragung abgelehnt 

worden sei, wogegen er eine Beschwerde eingereicht habe, 

dass er auf dem Weg in die Schweiz in Österreich kontrolliert worden sei, 

wobei er dort kein Asylgesuch habe stellen wollen, jedoch dazu gezwun-

gen worden sei, 

dass dem Beschwerdeführer im Rahmen der Kurzbefragung das rechtli-

che Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid aufgrund der 

mutmasslichen Verfahrenszuständigkeit Griechenlands, Ungarns oder 

Österreichs gemäss der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 

18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zustän-

dig ist (Dublin-II-Verordnung), sowie zur Überstellung in jene Staaten ge-

währt wurde, 

dass er diesbezüglich ausführte, er werde nie nach Griechenland zurück-

kehren, da es sich um ein rassistisches Land handle, in welchem es kei-

ne Arbeit gebe und die Menschenrechte nicht eingehalten würden, 

dass Ungarn ein schönes Land sei, in welchem es jedoch keine Arbeit 

gebe, 

dass in Österreich Rassismus herrsche und man mit dem Asylausweis 

nicht arbeiten dürfe, 

E-254/2014 

Seite 3 

dass das BFM am 23. Dezember 2013 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c 

Dublin-II-Verordnung die ungarischen Behörden um Rückübernahme des 

Beschwerdeführers ersuchte, welche das Gesuch nach ergangenem 

Asylentscheid gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-Verordnung am 

6. Januar 2014 guthiessen, 

dass das BFM mit Verfügung vom 6. Januar 2014 in Anwendung von 

Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Ungarn sowie den Vollzug anordnete und den Beschwer-

deführer unter Androhung der zwangsweisen Überstellung aufforderte, 

die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-

lassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen die 

Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den 

Beschwerdeführer verfügte, 

dass das BFM zur Begründung des Nichteintretensentscheides festhielt, 

gestützt auf die einschlägigen staatsvertraglichen Bestimmungen sei Un-

garn für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens des 

Beschwerdeführers zuständig, da sich aus einem Abgleich der Finger-

abdrücke mit der Zentraleinheit Eurodac ergebe, dass er am 25. Oktober 

2013 (bzw. gemäss den ungarischen Behörden am 30. Juli 2013, vgl. die 

vorinstanzliche Akte A15/1) ein Asylgesuch bei den ungarischen Behör-

den eingereicht habe, und diese seiner Rückübernahme zugestimmt hät-

ten, 

dass die Überstellung nach Ungarn sodann zulässig, zumutbar und mög-

lich sei und – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlänge-

rung – bis spätestens am 6. Juli 2014 zu erfolgen habe, 

dass die Vorinstanz zur Zumutbarkeit der Überstellung insbesondere aus-

führte, weder die in Ungarn herrschende Situation noch andere Gründe 

sprächen gegen eine Überstellung, zumal der Beschwerdeführer (einzig) 

geltend gemacht habe, in Ungarn gebe es keine Arbeit, 

dass in keinem der Dublin-Staaten eine Garantie auf eine bezahlte Ar-

beitsstelle beziehungsweise auf eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung 

existiere, 

E-254/2014 

Seite 4 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Januar 2014 beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid des BFM erhob 

und beantragte, dieser sei aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, 

sein Recht auf Selbsteintritt auszuüben und sich für sein Asylgesuch für 

zuständig zu erachten, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um vorsorgliche Aussetzung des 

Vollzugs und um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde ersuchte, 

dass er ferner die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 

Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-

zember 1968 (VwVG, SR 172.021) und Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses beantragte (vgl. Antragsziff. 3 und Ziff. II/2 S. 5), 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 17. Januar 2014 

den Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 56 VwVG vorsorglich aus-

setzte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 20. Januar 2014 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

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Seite 5 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Staat ausreisen können, welcher für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass sich die staatsvertragliche Zuständigkeit zur Durchführung eines 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens für vor dem 31. Dezember 2013 ge-

stellte Asylgesuche – wie das vorliegende – aus der Dublin-II-Verordnung 

ergibt (vgl. Art. 49 2. Abschnitt der Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Eu-

ropäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung 

der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für 

die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in 

einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zustän-

dig ist [Dublin-III-Verordnung]), 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald ein Asylantrag erstmals in einem Mitgliedstaat ge-

stellt wurde (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-Verordnung),  

dass dabei – im Falle eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: 

take charge) – die Kriterien der in Kapitel III der Dublin-II-Verordnung ge-

nannten Rangfolge anzuwenden sind (vgl. Art. 5–14 Dublin-II-Verord-

nung) und von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der Asylbewerber 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, auszugehen ist (Art. 5 

Abs. 1 und 2 Dublin-II-Verordnung),  

E-254/2014 

Seite 6 

dass – wie vorliegend – im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens 

(engl.: take back) demgegenüber keine – neuerliche – Zuständigkeitsprü-

fung nach Kapitel III Dublin-II-Verordnung stattfindet, sondern ein solches 

insbesondere auf den materiellen Zuständigkeitsbestimmungen von 

Art. 16 Abs. 1 Bst. c, d und e Dublin-II-Verordnung gründet (vgl. CHRISTI-

AN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin II-Verordnung: Das Europäische 

Asylzuständigkeitssystem, 3. Aufl., Wien-Graz 2012, Art. 16 K5 S. 129),  

dass in Abweichung von den erwähnten Zuständigkeitskriterien respekti-

ve Zuständigkeitsbestimmungen nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung 

die Schweiz ein Asylgesuch materiell prüfen kann, auch wenn nach den 

in der Verordnung vorgesehenen Kriterien ein anderer Staat zuständig ist 

(sog. Selbsteintrittsrecht), wobei diese Bestimmung nicht direkt anwend-

bar ist, sondern nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen 

oder internationalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 

E. 5 S. 635 f.),  

dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts, 

wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach 

Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), Art. 3 und 8 der Konvention vom 

4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten (EMRK, SR 0.101), oder Art. 3 des Übereinkommen vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder 

erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), ein einklagbarer 

Anspruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht (vgl. BVGE 

2010/45 E. 7.2 S. 636 f.; FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., Art. 3 K8 K11 

S. 74),  

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben in Ungarn um Asyl 

nachsuchte und entsprechend in der EURODAC-Datenbank erfasst wur-

de, 

dass das BFM daher unter Anrufung von Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-

VO (Wiederaufnahme gestützt auf ein laufendes Asylverfahren) die unga-

rischen Behörden zu Recht um dessen Wiederaufnahme ersuchte (vgl. 

A12/5), 

dass diese mit Schreiben vom 6. Januar 2014 ausführten, sie hätten das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 30. Juli 2013 am 23. November 

2013 abgelehnt, und würden (daher) gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e 

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AsylG (Wiederaufnahme gestützt auf ein abgeschlossenes Asylverfahren) 

ihre Zustimmung zur Wiederaufnahme erteilen (vgl. A15/1), 

dass die Zustimmung zur Wiederaufnahme gestützt auf Art. 16 Abs. 1 

Bst. e anstelle jener nach Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung für 

die Feststellung der Zuständigkeit unerheblich ist, 

dass somit grundsätzlich Ungarn zur Durch- respektive Weiterführung 

und Abschliessung des Asylverfahrens des Beschwerdeführers zuständig 

ist,  

dass der Beschwerdeführer diese Zuständigkeit nicht bestreitet, jedoch 

das Bestehen von Überstellungshindernissen geltend macht, 

dass er im Wesentlichen vorbringt, er leide an einem (…) und habe Prob-

leme mit (…), 

dass sein (…)leiden in Ungarn erst nach wochenlangem Warten unter-

sucht und ihm gesagt worden sei, er brauche eine Operation, 

dass er jedoch nur Medikamente gegen seinen chronischen Husten be-

kommen habe, 

dass er nach einigen weiteren Wochen beschlossen habe, Ungarn zu ver-

lassen, um sich in der Schweiz medizinisch behandeln zu lassen, 

dass er in Ungarn zudem nur sehr wenig Geld zum Kauf von Nahrungs-

mitteln erhalten habe und die schlechte Ernährung sein Problem beim 

Stuhlgang weiter verschärft habe, bis er die Schmerzen nicht mehr habe 

ertragen können, 

dass überdies die Aufnahmebedingungen in Ungarn bekanntermassen 

sehr schlecht seien, 

dass das BFM seinen Nichteintretensentscheid zwar knapp, aber im Er-

gebnis rechtskonform begründet hat und der Inhalt der Beschwerde zu 

keiner anderen Einschätzung führt,  

dass Ungarn als Signatarstaat der FK, der EMRK und der FoK und als 

nach Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-Verordnung zuständiger Staat gehalten ist, die 

Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

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Seite 8 

kennung des internationalen Schutzes (sogenannte Verfahrensrichtlinie, 

vormals: 2003/9/EG vom 27. Januar 2003) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Perso-

nen, die internationalen Schutz beantragen (sogenannte Aufnahmerichtli-

nie, vormals: 2005/85/EG vom 1. Dezember 2005) anzuwenden und um-

zusetzen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in einer Analyse der Situation von 

Asylsuchenden in Ungarn und des dortigen Asylverfahrens unter Einbe-

zug der aktuellen Entwicklungen im Urteil E-2093/2012 vom 9. Oktober 

2013 Mängel festgestellt hat, jedoch zum Schluss gelangt ist, dass die 

Überstellung von Asylsuchenden nach Ungarn im Rahmen des Dublin-

Regelwerks nicht generell die Gefahr einer unmenschlichen oder ernied-

rigenden Behandlung oder einer Verletzung des Prinzips des Non-

Refoulement mit sich bringt und daher nicht generell unzulässig ist (vgl. 

dort E. 9),  

dass indes die Vermutung, Ungarn beachte die den betroffenen asylsu-

chenden Personen im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem zuste-

henden Grundrechte in angemessener Weise, nicht uneingeschränkt auf-

rechterhalten werden kann (analog zu Überstellungen nach Malta, vgl. 

BVGE 2012/27), und daher die Asylbehörden im Einzelfall zu prüfen ha-

ben, ob die betroffene Person bei einer Überstellung in diesen Staat Ge-

fahr laufen würde, wegen der dortigen Mängel des Asylverfahrens 

und/oder der Aufnahmebedingungen eine Verletzung ihrer Grundrechte 

zu erleiden (vgl. Urteil E-2093/2012 vom 9. Oktober 2013 E. (vgl. E. 4.1-

4.3 und 9.2),  

dass eine solche Gefahr betreffend den Beschwerdeführer nicht ersicht-

lich ist, zumal er weder anlässlich der Befragung zur Person vom 18. De-

zember 2013 noch auf Beschwerdeebene Befürchtungen im Hinblick dar-

auf äusserte, Ungarn würde in seinem konkreten Fall seinen Verpflich-

tungen nicht nachkommen und seine Grundrechte verletzen, sondern 

einzig in unsubstanziierter Weise vorbrachte, die Aufnahmebedingungen 

in Ungarn seien sehr schlecht, 

dass dem Beschwerdeführer zuzumuten ist, gegebenenfalls bei den un-

garischen Behörden vorzusprechen, um allfällige Schwierigkeiten vorzu-

bringen und eine angemessene Unterkunft zu erhalten,  

E-254/2014 

Seite 9 

dass es sich bei den Ausführungen des Beschwerdeführers hinsichtlich 

seines angeblich beeinträchtigen Gesundheitszustands um nicht näher 

begründete und unbelegte Behauptungen handelt,  

dass sodann nicht nachvollziehbar ist, dass er sein (…)leiden – welches 

der Grund der Weiterreise in die Schweiz gewesen sein soll – erstmals 

auf Beschwerdeebene erwähnte, während er bei der Befragung zur Per-

son und insbesondere im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs zur Überstellung nach Ungarn keinerlei gesundheitliche Einschrän-

ken geltend machte, 

dass nach dem Gesagten keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich 

sind, dass er im Falle einer Rückkehr nach Ungarn aufgrund der dort vor-

handenen Aufnahmebedingungen für Asylbewerber in eine existenzbe-

drohende Notlage geraten würde, 

dass demzufolge weder völkerrechtliche noch humanitäre Gründe vorlie-

gen, die einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-

Verordnung nahelegen würden,  

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu 

Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist 

und, da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht in Anwendung von 

Art. 44 Abs. 1 AsylG die Überstellung nach Ungarn angeordnet hat, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen ist darzutun, inwie-

fern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheb-

lichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unange-

messen sei (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 

ist,  

dass sich mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache die Gesuche um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Gewährung 

der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos erweisen, 

dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab-

zuweisen sind, da – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – 

die gestellten Begehren als aussichtlos zu bezeichnen sind, womit eine 

der Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 

2 VwVG nicht erfüllt ist, 

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Seite 10 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-254/2014 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 

VwVG werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Simona Risi 

 

 

Versand: