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**Case Identifier:** 8521e199-4040-5fdd-b93e-f349d7e24990
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.10.2023 200 2023 442
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-442_2023-10-27.pdf

## Full Text

200 23 442 IV
LOU/SHE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Mai 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1983 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer) meldete sich 2009 unter Verweis auf „Innerliche 
Schweissdrüsenabszesse im Achsel- und Leistenbereich“ bei der IV-Stelle 
Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug 
(Rente) an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Nach beruflichen und 
medizinischen Abklärungen verneinte die IVB mit Verfügung vom 15. März 
2011 (AB 26) einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der 
Invalidenversicherung, da kein stabiler Defektzustand mit insgesamt 
erheblichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Verfügung 
blieb unangefochten.

B.

Im Dezember 2018 (AB 31) meldete sich der Versicherte unter Verweis auf 
eine Akne inversa sowie eine Depression erneut bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. Gestützt auf die Aktenbeurteilung des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 15. Mai 2019 (AB 41) trat die IVB mit 
Verfügung vom 2. Juli 2019 (AB 43) und der Begründung, mit dem neuen 
Leistungsgesuch habe der Versicherte nicht glaubhaft dargelegt, dass sich 
die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich 
verändert hätten, auf das Leistungsbegehren nicht ein. Die Verfügung blieb 
unangefochten.

C.

Im März 2021 (AB 44) meldete sich der Versicherte unter Verweis auf „Abs-
zesse, Krebs, Depressionen, Lungenschaden“ erneut bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. Abermals tätigte die IVB berufliche und medizinische 
Abklärungen. Am 27. Juli 2021 (AB 76) teilte sie dem Versicherten mit, 
zurzeit könnten keine Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 3

durchgeführt werden und stellte gleichzeitig die Prüfung eines 
Rentenanspruchs in Aussicht. Nach Einholen einer Aktenbeurteilung beim 
RAD vom 22. September 2021 (AB 84) forderte die IVB den Versicherten 
mit Schreiben vom 23. September 2021 (AB 85) zur Schadenminderung 
(Abstinenz von Alkohol und jeglichen nicht ärztlich verschriebenen 
Substanzen) auf und wies ihn auf die Folgen bei Nichterfüllung hin. 
Gestützt auf die erneute RAD-Aktenbeurteilung vom 15. Dezember 2021 
(AB 103) teilte die IVB dem Versicherten mit, vorerst auf weitere 
Laboruntersuchungen zu verzichten und nicht länger an der Aufforderung 
zur Abstinenz festzuhalten (AB 104). In der Folge holte die IVB bei Dr. 
med. C.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten vom 23. Mai 2022 (AB 
128.1) ein. Mit Vorbescheid vom 31. Mai 2022 (AB 131) stellte sie in 
Aussicht, bei einem Invaliditätsgrad von 34% einen Rentenanspruch zu 
verneinen. Am 20. Juni 2022 (AB 134) wies sich Rechtsanwalt B.________ 
als Rechtsvertreter des Versicherten aus und erhob am 30. Juni 2022 (AB 
136) Einwand gegen den Vorbescheid. Die IVB annullierte in der Folge den 
Vorbescheid und kündigte weitere Abklärungen an (vgl. Schreiben vom 3. 
August 2022 [AB 138]). Auf Empfehlung des RAD (vgl. Beurteilungen vom 
9. August 2022 [AB 139 f.]) beauftragte die IVB die D.________ 
(nachfolgend D.________ oder MEDAS) mit der Begutachtung des 
Versicherten (AB 144). Gestützt auf das interdisziplinäre MEDAS-
Gutachten vom 13. Januar 2023 (AB 159.1 ff.) erliess die IVB am 19. 
Januar 2023 (AB 161) einen neuen Vorbescheid und stellte bei einem 
Invaliditätsgrad von 40% ab dem 1. September 2021 den Anspruch auf ei-
ne Viertelsrente in Aussicht. Am 8. Mai 2023 (AB 166/2) verfügte die IVB 
dem Vorbescheid vom 19. Januar 2023 entsprechend. 

D.

Mit Eingabe vom 7. Juni 2023 erhob der Versicherte, weiterhin vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, dagegen Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

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1. Es sei die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 8. Mai 2023 aufzuheben 
und dem Beschwerdeführer ab 1. September 2019 eine 
Dreiviertelsrente, eventualiter eine halbe Rente, zuzusprechen.

2. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege sowie 
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung unter Beiordnung des 
Unterzeichnenden zu gewähren.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MWST) zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2023 schloss die IVB auf Abweisung 
der Beschwerde.

Am 28. September 2023 leitete die Beschwerdegegnerin dem 
Verwaltungsgericht eine bei ihr eingegangene Stellungnahme des Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 27. September 
2023 weiter (in den Gerichtsakten). 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 

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Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 8. Mai 2023 (AB 
166/2). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei 
insbesondere, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere als die 
ihm zugesprochene Viertelsrente hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Der Beschwerdeführer hat Wohnsitz im Kanton ... . Gemäss Zentraler 
Personenverwaltung (ZPV; vgl. dazu Ziff. 5.2 des Anhangs 2 zu Art. 10 der 
kantonalen Verordnung vom 20. Januar 2021 über die Zentrale 
Personenverwaltung [ZBV V]; BSG 152.052) war er jedoch vom 1. Oktober 
2005 bis zum 31. August 2021 in …, Kanton Bern, gemeldet, womit die 
Beschwerdegegnerin zuständig war, das mit der im März 2021 
eingereichten Neuanmeldung anhängig gemachte Verfahren 
durchzuführen. Die einmal begründete Zuständigkeit änderte sich mit dem 
Wegzug aus dem Kanton Bern in den Kanton ... nicht und die 
Beschwerdegegnerin war zuständig für den Erlass der hier angefochtenen 
Verfügung (Art. 55 Abs. 1 IVG i.V.m Art. 40 Abs. 3 der Verordnung vom 17. 
Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). 

3.

3.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher 

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Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen 
– grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Die angefochtene Verfügung erging zwar nach Inkrafttreten der IVG-Ände-
rung vom 19. Juni 2020. Der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung eines Rentenanspruchs liegt mit Blick auf das 
Leistungsbegehren vom März 2021 (AB 44) und Art. 29 Abs. 1 IVG, 
wonach der Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach 
Geltendmachung des Leistungsanspruchs entstehen kann, jedoch im 
September 2021 (vgl. auch E. 5.4 hiernach), weshalb insoweit die 
Bestimmungen des IVG und der IVV in der bis 31. Dezember 2021 gültigen 
Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind. Dies gilt auch für die Zeit ab 1. 
Januar 2022, zumal keine Hinweise vorliegen, dass sich seither der 
Gesundheitszustand wesentlich verändert hätte (vgl. auch Rz. 9201 des 
Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über 
Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR] Umkehrschluss; 
zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 
82).

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 7

Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der 
Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 
70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid 
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf 
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 
solcher auf eine Viertelsrente.

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.5

3.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine 
Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, verweigert, so wird eine 
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt 
ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

3.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das 
Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte 
Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt 
sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 8

Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte 
Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. 
anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu 
beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle 
Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 
IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Be-
messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den 
Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im 
Neuanmeldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.5.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an 
frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 9

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom März 2021 
(AB 44) eingetreten. Folglich ist die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu 
prüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Vorliegend ist durch einen Vergleich 
des Sachverhalts im Zeitpunkt der Verfügung vom 15. März 2011 (AB 26), 
als letztmals eine allseitige Überprüfung der Leistungsvoraussetzungen er-
folgte und ein Leistungsanspruch generell verneint wurde, und der hier 
angefochtenen Verfügung vom 8. Mai 2023 (AB 166/2) zu prüfen, ob in den 
tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eintrat, die 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu 
beeinflussen (vgl. E. 3.5.3 hiervor). Die unangefochten gebliebene 
Verfügung vom 2. Juli 2019 (AB 43), mit welcher eine Glaubhaftmachung 
einer Veränderung seit der Verfügung vom 15. März 2011 verneint und auf 
die Neuanmeldung nicht eingetreten wurde, stellt keine Vergleichsbasis 
dar, erfolgte doch keine umfassende Überprüfung des Leistungsanspruchs 
mit rechtskonformer medizinischer Sachverhaltsabklärung, 
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (BGE 
133 V 108 E. 5.4 S. 114). 

4.2 Anders als im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. C.________ 
vom 23. Mai 2022 offenbar vertreten (vgl. AB 128.1/28 Ziff. 8.4.1), stellt die 
mittlerweile geänderte Rechtsprechung zu den primären 
Abhängigkeitssyndromen (BGE 145 V 215), wonach auch bei 
Suchterkrankung die Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 zu prüfen sind, 
keinen Neuanmeldungs- bzw. Revisionsgrund dar. Seit der 
leistungsverweigernden Verfügung vom 15. März 2011 (AB 26) liegt jedoch 
mit der im MEDAS-Gutachten festgestellten erheblichen Verschlechterung 
der chronifizierten Suchterkrankung und der Symptomatik der seit vielen 
Jahren bekannten Akne inversa seit dem Jahre 2020, der Veränderung aus 
otorhinolaryngologischer (ORL) Sicht sowie den neuen 
allgemeininternistischen Diagnosen offensichtlich ein medizinischer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 10

Revisionsgrund vor, so dass eine freie Prüfung des Rentenanspruchs zu 
erfolgen hat (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11).

4.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der hier angefochtenen 
Verfügung vom 8. Mai 2023 (AB 166/2) im Wesentlichen auf das 
interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 13. Januar 2023 (AB 159.1). Darin 
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 
(S. 9 Ziff. 4.3 lit. b):

1. Abhängigkeit von Cannabinoiden (ICD-10 F12.2)

2. Abhängigkeit von Ketamin (ICD-10 F16.2)

3. Hidradenitis suppurativa/Acne inversa (ICD-10 L73.2) Hurley Score III; 
Erstdiagnose 1997

4. Gut differenziertes, gering verhornendes Plattenepithelkarzinom in der 
Nasenhaupthöhle rechts, Erstdiagnose 8. Mai 2020 (ICD-10 C30.0)

5. Schwergradiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (Erstdiagnose 
März 2021; ICD-10 G47.31)

6. Beginnendes Lungenemphysem nach langjährigem inhalativem 
Substanzmissbrauch (ICD-10 J43)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden folgende Leiden (S. 9 
f. Ziff. 4.3 lit. c):

1. Vitamin-D-Mangel (ICD-10 E50)

2. Gemischte Dyslipidämie (ICD-10 E78.2)

3. Adipositas (BMI 31 kg/m2; ICD-10 E66.0)

4. Chronischer Nikotinabusus (ICD-10 F17.1)

5. Status nach traumatischer vorderer Kreuzbandruptur nach Distorsion 
vom 25. September 2014 (ICD-10 S83)

6. Anamnestisch Status nach Traumatisierung Metacarpale V rechts bei 
Sturz 2019 (ICD-10 M25.5)

7. Funktionelle Bewegungseinschränkung beider Schultergelenke im 
Rahmen der axillär betonten chronischen Hidradenitis suppurativa 
(ICD-10 M25.5)

8. Verdacht auf nummuläres Ekzem rechter Unterschenkel (ICD-10 L30.0)

9. Tinnitus beidseits (ICD-10 H93.1)

Aus allgemeininternistischer Sicht zeige sich ein fachärztlich 
pneumologisch verifiziertes schwergradiges Schlafapnoe-Syndrom, 
welches bis anhin nicht optimal habe behandelt werden können mit 

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dementsprechender Tagesmüdigkeit. Ebenfalls gemäss pneumologischer 
Aktenlage sei ein beginnendes Lungenemphysem nach langjährigem 
inhalativem Substanzmissbrauch festgestellt worden, wobei die aktuelle 
Lungenfunktionsprüfung ohne jegliche inhalative Therapie formal 
unauffällig gewesen sei. Die weiteren aus allgemeininternistischer Sicht 
festgestellten Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit. Es ergebe sich daher aus rein internistischer Sicht eine 
normale Arbeits- und Leistungsfähigkeit für eine körperlich leichte bis selten 
mittelschwere adaptierte berufliche Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt ohne 
Selbst- und Fremdgefährdung.

In Bezug auf den Bewegungsapparat habe die rheumatologische 
Untersuchung keinerlei Diagnosen ergeben, welche die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit negativ beeinflussten. 

Aus fachärztlich dermatologischer Sicht könne die seit 25 Jahren bekannte 
Diagnose einer Hidradenitis suppurativa/Akne inversa (Hurley Score III) mit 
mehrfachen operativen Behandlungen seit dem Jahre 2006 bestätigt 
werden. Es bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%. Die um 
20% reduzierte Leistungsfähigkeit ergebe sich aufgrund der Notwendigkeit 
von regelmässigen kurzen Pausen und allenfalls Verbandswechseln 
betreffend eine körperlich leichte bis selten mittelschwere 
wechselbelastende berufliche Tätigkeit. 

Aus ORL-Sicht habe die aktenmässig bekannte Diagnose eines gut 
differenzierten, gering verhornenden Plattenepithelkarzinoms in der 
Nasenhaupthöhle rechts mit Diagnose im Mai 2020 und den nachfolgenden 
operativen Interventionen bestätigt werden können. Tätigkeiten, welche 
einen intakten Geruchssinn voraussetzten, oder Tätigkeiten unter erhöhten 
Emissionsbelastungen wie z.B. Staub seien für den Versicherten nicht 
geeignet. In Anbetracht des intermittierenden neuropathischen 
Schmerzsyndroms bestehe eine Leistungseinbusse von 10%.

Aus fachärztlicher psychiatrischer Sicht liege seit Jahrzehnten eine 
Abhängigkeit von Ketamin vor. Für eine angepasste berufliche Tätigkeit mit 
einer gewissen Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung bestehe eine 70%-
ige Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der Chronifizierung des seit nunmehr rund 30 

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Jahren existierenden Störungsbildes sei nicht von einer Verbesserung, 
auch nicht durch suchtspezifische Behandlungsmassnahmen, zu rechnen 
(S. 8 Ziff. 4.3 lit. a). 

Die Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeiten des 
Versicherten seien multifaktoriell, jedoch wegweisend aus psychiatrischer 
Sicht bedingt. Die Beeinträchtigungen aus psychiatrischer und aus 
somatischer Sicht ergänzten sich überwiegend. Es könnten weitgehend die 
gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen vermehrter Pausen verwendet 
werden. Im Rahmen der Polymorbidität aus verschiedenen Fachbereichen 
mit dadurch sich reduzierender Ressourcensituation und den 
gelegentlichen Ausfällen aus dermatologischer Sicht ergebe sich ein 
geringer additiver Effekt (S. 10 Ziff. 4.5). Eine eigentliche angestammte 
berufliche Tätigkeit bestehe beim Versicherten, welcher seit dem Jahr 2008 
durchgehend bis heute durch das Sozialamt unterstützt werde, nicht (S. 10 
Ziff. 4.6.1). Grundsätzlich könne er nur körperlich leichte bis selten 
mittelschwere adaptierte berufliche Tätigkeiten ausführen unter 
Vermeidung von Expositionen gegenüber inhalativen Noxen. Die Arbeit 
solle in wechselnder Position durchgeführt werden sowie ohne Selbst- und 
Fremdgefährdung und hinsichtlich kognitiver Anforderungen einfach 
strukturiert sein (S. 11 Ziff. 4.7.1). Eine solche Tätigkeit könne der 
Versicherte fünf bis sechs Stunden pro Tag ausführen (Ziff. 4.7.2). Dabei 
bestehe eine reduzierte Leistungsfähigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf und 
reduziertem Rendement (Ziff. 4.7.3). Gesamthaft liege in einer 
angepassten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt bezogen auf ein 100%-
Pensum eine Arbeitsfähigkeit von 60% vor (Ziff. 4.7.4). Nach vorangehend 
nicht dauerhaft höhergradig eingeschränkter Arbeitsfähigkeit könne die 
aktuelle Arbeitsfähigkeit seit mindestens der erneuten Leistungsanmeldung 
im Februar (recte: März [vgl. AB 44/11]) 2021 angenommen werden (Ziff. 
4.7.5). 

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-

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dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

4.5 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 13. Januar 2023 inkl. 
interdisziplinärer Gesamtbeurteilung und Teilgutachten (AB 159.1 ff.) erfüllt 
die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 4.4 
hiervor) und überzeugt. Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf 
eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten 
sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen 
worden. Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen 
Zusammenhänge sind für die streitigen Belange umfassend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit werden für den Rechtsanwender nachvollziehbar 
und einleuchtend begründet. Danach besteht seit mindestens der erneuten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 14

Anmeldung bei der Invalidenversicherung im Februar (recte März [AB 
44/11]) 2021 in einer leidensangepassten Tätigkeit (körperlich leichte bis 
selten mittelschwere adaptierte berufliche Tätigkeiten unter Vermeidung 
von Expositionen gegenüber inhalativen Noxen, in wechselnder Position, 
ohne Selbst- und Fremdgefährdung, einfach strukturiert hinsichtlich 
kognitiver Anforderungen) bezogen auf ein Vollzeitpensum und unter 
Berücksichtigung einer reduzierten Leistungsfähigkeit bei erhöhtem 
Pausenbedarf und reduziertem Rendement eine Gesamtarbeitsfähigkeit 
von 60% (AB 159.1/11 Ziff. 4.7). Dem MEDAS-Gutachten inkl. 
Gesamtbeurteilung und Teilgutachten kommt damit voller Beweis zu und es 
ist darauf abzustellen. Die Einwände des Beschwerdeführers und die 
übrigen medizinischen Berichte schmälern 
– wie nachfolgend dargelegt – die Beweiskraft des Gutachtens nicht. 

Soweit der Beschwerdeführer Ausführungen zum monodisziplinären 
psychiatrischen Gutachten von Dr. med. C.________ vom 23. Mai 2022 
(AB 128.1) macht (Beschwerde S. 4 Ziff. 2.1.1), ist darauf nicht weiter 
einzugehen, zumal die Beschwerdegegnerin nicht auf diese Expertise 
abstellte, sondern auf das von ihr veranlasste neue interdisziplinäre 
Gutachten. Im Übrigen hat sich der psychiatrische MEDAS-Gutachter mit 
dem monodisziplinären Gutachten des Dr. med. C.________ umfassend 
auseinandergesetzt (AB 159.4/6 Ziff. 6.2.3), sich nachvollziehbar und 
kritisch mit dessen Diagnosestellung und Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit beschäftigt und dargelegt, warum der Beschwerdeführer 
– wie auch von Dr. med. C.________ postuliert – aus psychiatrischer Sicht 
in einer leidensangepassten Tätigkeit bezogen auf ein Vollzeitpensum zu 
70% arbeitsfähig zu betrachten ist. Aber selbst, wenn auf das 
Zumutbarkeitsprofil des Dr. med. C.________ inklusive „supported 
employment“ abgestellt würde, hätte dies nicht zur Folge, dass der 
Beschwerdeführer als nur noch im geschützten Rahmen, d.h. im zweiten 
Arbeitsmarkt arbeitsfähig gesehen werden könnte (vgl. sinngemäss 
Beschwerde S. 4 Ziff. 2.1.1). Es existieren auf dem ausgeglichenen ersten 
Arbeitsmarkt genügend Stellen, welche selbst dem von Dr. med. 
C.________ erstellten Zumutbarkeitsprofil entsprechen. Zudem handelt es 
sich beim „Supported Employment“ um eine berufliche Massnahme, im 
konkreten eine Massnahme der Arbeitsvermittlung (vgl. diesbezüglich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 15

Kreisschreiben des BSV über die beruflichen Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung [KSBEM] Ziff. 0616, 0629, 0802, 1809) und ist 
für die Beantwortung, ob der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit 
auf dem ausgeglichenen ersten Arbeitsmarkt verwerten kann, nicht 
relevant.

Wie beschwerdeweise zu Recht vorgebracht wird (vgl. Beschwerde S. 5 f. 
Ziff. 3), besteht in Bezug auf eine leidensangepasste Tätigkeit bezogen auf 
ein Vollzeitpensum aus ORL-Sicht eine Einschränkung von 10% (erhöhter 
Pausenbedarf zwecks Erholung; AB 159.7/6 Ziff. 8.2.3), aus 
dermatologischer Sicht von 20% (regelmässige notwendige kurze Pausen, 
gegebenenfalls Verbandwechsel sowie intermittierende Krankheitsausfälle 
durch erneute Abszesse; AB 159.6/7 Ziff. 8.2.3) sowie aus psychiatrischer 
Sicht von 30% (nicht möglich, sich über einen längeren Zeitraum 
ausreichend zu konzentrieren, Notwendigkeit einer gewissen Flexibilität bei 
der Arbeitszeitgestaltung; AB 159.4/8 f. Ziff. 8.1.2 i.V.m. 8.2.1 i.V.m. 8.2.3). 
Allerdings kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er 
angibt, die aus dermatologischer Sicht notwendigen zusätzlichen Pausen 
seien mit dem psychiatrisch attestierten reduzierten Rendement nicht 
abgegolten (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 3.2). Vielmehr führt gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung (vgl. Entscheid des BGer vom 29. April 
2015, 9C_204/2015, E. 6) eine Kombination mehrerer Funktionsstörungen 
nicht notwendigerweise zu einer Addition der in verschiedenen 
Fachdisziplinen attestierten Arbeitsunfähigkeiten. Denn bei ihrem 
Zusammentreffen überschneiden sich die erwerblichen Auswirkungen in 
der Regel und der Grad der Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich in einer 
Gesamtbeurteilung zu bestimmen. Dies ist vorliegend seitens der MEDAS-
Gutachter erfolgt. Diese haben in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung 
überzeugend dargelegt, dass die Einschränkungen der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit multifaktoriell, jedoch wegweisend aus psychiatrischer 
Sicht bedingt sind. Die somatischen wie auch psychischen 
Einschränkungen ergänzen sich im Wesentlichen und es können 
weitgehend die gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen vermehrter Pausen 
verwendet werden. Die Gutachter postulieren im Rahmen der 
Polymorbidität aus verschiedenen Fachbereichen mit dadurch 
reduzierender Ressourcensituation und den gelegentlichen Ausfällen aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 16

dermatologischer Sicht einen geringen additiven Effekt (AB 159.1/10 Ziff. 
4.5), berücksichtigten gesamthaft jedoch die reduzierte Leistungsfähigkeit 
bei erhöhtem Pausenbedarf und reduziertem Rendement und legten 
bezogen auf ein Vollzeitpensum die Arbeitsfähigkeit auf 60% fest (AB 
159.1/11 Ziff. 4.7.4 f.). Die Feststellungen der MEDAS-Gutachter 
überzeugen. Der Beschwerdeführer bringt dagegen keine 
nachvollziehbaren Argumente vor (vgl. Beschwerde S. 5 f. Ziff. 3.2 f.). Auch 
liegen keine fachärztlichen Beurteilungen vor, die begründete Zweifel an 
den gutachterlichen Feststellungen zu rechtfertigen vermöchten. Soweit Dr. 
med. E.________ am 27. September 2023 (in den Gerichtsakten) der 
Beschwerdegegnerin mitteilte, die Aussagen des Beschwerdeführers, 
wonach er seit Mitte August 2023 zu 40% arbeite, mit diesem Pensum an 
seine Grenzen stosse und ein Pensum von 60% nicht realistisch sei, 
wirkten glaubwürdig, ändert dies nichts: Bei den Ausführungen von Dr. 
med. E.________ handelt es sich weder um eine fachärztliche 
Stellungnahme noch sind dem Schreiben irgendwelche Befunde zu 
entnehmen, sondern wiedergeben sie bloss die Meinung des 
Beschwerdeführers. Zudem ist für die Beurteilung des Rentenanspruches 
die Entwicklung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nur bis 
zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. Mai 2023 (AB 166/2) 
massgebend (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243). Auf die von Dr. med. 
E.________ abgegebene Beurteilung vom 27. September 2023 ist 
vorliegend nicht abzustellen. 

4.6 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in 
einer leidensangepassten Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
bezogen auf ein Vollzeitpensum zu 60% arbeitsfähig ist. 

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-
beitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 17

men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat so 
konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung 
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Fak-
toren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 22 
S. 71 E. 4.2).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 
296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. Da-
bei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 
anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei übli-
cherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt 
wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss 
Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszuge-
hen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu be-
rücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei 
leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 18

tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh-
ne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Ab-
zug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 
S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 
46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung 
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän-
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs 
einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts-
punkts führen dürfen (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.4 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Sechsmonatsfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und der Neuanmeldung vom März 
2021 (AB 44) September 2021 (Art. 29 Abs. 3 IVG). Zu diesem Zeitpunkt 
war das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG abgelaufen. Der 
Einkommensvergleich ist auf das Jahr 2021 hin durchzuführen.

5.5 Da der Beschwerdeführer keine Ausbildung absolvierte (AB 44/5 
Ziff. 5.3) und seit November 2001 bis zum Verfügungserlass keine beitrags-
pflichtige Tätigkeit ausgewiesen ist (AB 54), kann keine angestammte 
Tätigkeit bestimmt werden. Das Valideneinkommen ist daher gestützt auf 
Tabellenlöhne zu berechnen. Das Gleiche gilt bezüglich 
Invalideneinkommen, da der Beschwerdeführer zumindest bis zum 
Verfügungserlass keiner Erwerbstätigkeit nachging. Damit sind sowohl 
Validen- wie auch Invalideneinkommen gestützt auf Tabellenlöhne der vom 
BFS herausgegebenen LSE zu bestimmen und zwar beide vom gleichen 
Tabellenlohn (LSE 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Männer, 
Kompetenzniveau 1, Total). Daher entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad 
der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 19

vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021 
[zur Publikation vorgesehen], E. 6.2). Da beide Vergleichseinkommen auf 
statistischen Grössen beruhen, wären invaliditätsfremde Gründe (Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) bei 
beiden Einkommen zu berücksichtigen und wirkten sich auf den Invali-
ditätsgrad nicht aus (Entscheid des BGer vom 16. Mai 2023, 8C_608/2022, 
E. 5.2.2). Damit erübrigt sich eine Stellungnahme zu den Ausführungen des 
Beschwerdeführers betreffend die diesbezüglich möglichen Abzugsgründe 
(Beschwerde S. 6 f. Ziff. 4.1). Ferner wurden sämtliche gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen, insbesondere die reduzierte Leistungsfähigkeit wie 
auch der erhöhte Pausenbedarf, bereits mit dem gutachterlichen Zumut-
barkeitsprofil genügend berücksichtigt und dürfen gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung nicht mit einem Tabellenlohnabzug doppelt berück-
sichtigt werden (vgl. E. 5.3 in fine hiervor sowie statt vieler Entscheid des 
BGer vom 8. Juni 2018, 9C_280/2018, E. 6.4.2). Damit beträgt die Er-
werbsunfähigkeit 40% und der Beschwerdeführer hat ab 1. September 
2021 Anspruch auf eine Viertelsrente.

5.6 Aufgrund des Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 8. 
Mai 2023 (AB 166/2) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und – un-
ter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 6.3 hiernach) – dem 
unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 20

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG 
[Umkehrschluss]).

6.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

6.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

6.3.2 Im vorliegenden Fall ist das Verfahren nicht als von vornherein 
aussichtslos zu bezeichnen. Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist 
infolge seiner sozialhilferechtlichen Unterstützung (vgl. Beschwerde S. 7 f. 
Ziff. 5 und Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 4 f.) 
ausgewiesen. Weiter ist die anwaltliche Verbeiständung geboten, so dass 
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren ist 
unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt.

6.4 Dementsprechend ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 
272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien.

6.5 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Verbeiständung bleibt das 
amtliche Honorar für Rechtsanwalt B.________ festzusetzen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 21

Mehrwertsteuer (MWST) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die 
Aufwendungen für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege sind nach den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). 
Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 
2010 über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte 
(EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Die Kostennote vom 12. Juli 2023, in welcher Rechtsanwalt B.________ 
einen Aufwand von 7.74 Stunden à Fr. 220.-- und Auslagen von Fr. 30.30 
geltend macht, ist nicht zu beanstanden. Somit ist der tarifmässige 
Parteikostenersatz auf Fr. 1‘868.90 (inkl. Auslagen und MWST) 
festzulegen. Entsprechend ist das amtliche Honorar auf Fr. 1‘702.-- (Fr. 
1‘550.-- [7.75 Stunden à Fr. 200.--] zuzüglich Auslagen von Fr. 30.30 und 
MWST von Fr. 121.70 [7.7% von Fr. 1‘580.30]) festzusetzen und 
Rechtsanwalt B.________ aus der Gerichtskasse zu vergüten. Der 
Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern diese Kosten nach den 
Voraussetzungen von Art. 123 ZPO – d.h. sobald er innert zehn Jahren 
nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in der Lage ist – 
nachzubezahlen (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der 
Zahlungspflicht befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 22

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in 
diesem Verfahren auf Fr. 1‘868.90 (inkl. Auslagen und MWST) 
festgesetzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘702.-- 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2023, IV/23/442, Seite 23

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt 

Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 28. September 2023)
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.