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**Case Identifier:** af7f4cec-4c04-5a64-912a-fe665a7d7d17
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-04-25
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013
**Docket/Reference:** DB.2016.149
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2016.149--2-st.2016.176-1588772894.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2016.149 
2 ST.2016.176 

Entscheid 

 25. April 2019 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Micheline Roth und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

1.  A,    
2.  B,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  In  ihrer  Steuererklärung  2013  deklarierten  A und B  (nachfolgend der bzw. 

die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) ein steuerbares Einkommen von Fr. 133'215.- 

für die direkte Bundessteuer bzw. von Fr. 127'915.- für die Staats- und Gemeindesteu-

ern und ein steuerbares Vermögen von Fr. 85'532.-. Dabei machten die Pflichtigen ei-

nen  Verlust  aus  dem  selbstständigem  Nebenerwerb  des  Pflichtigen  in  Höhe  von 

Fr. 52'855.-  geltend.  Dieser  stammte  aus  dem  im  Handelsregister  eingetragenen  Ein-

zelunternehmen des Pflichtigen, dessen Zweck die "Produktion von C-Artikeln  im Ver-

sandhandel" ist. 

Das kantonale Steueramt rechnete im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsent-

scheid vom 14. September 2015 u.a. den geltend gemachten Verlust auf, mit der Be-

gründung, dass die geltend gemachte Tätigkeit seit mehreren Jahren Verlust ausweise 

und  daher  aus  steuerlicher  Sicht  keine  selbstständige  (Neben-)Erwerbstätigkeit,  son-

dern Liebhaberei anzunehmen sei. 

B.  In  der  Einsprache  vom  20. Oktober  2015  beantragten  die  Pflichtigen,  den 

deklarierten  Verlust  von  Fr. 52'855.-  zu  berücksichtigen  und  das  steuerbare  Einkom-

men für die direkte Bundessteuer 2013 mit Fr. 143'400.- bzw. für die Staats- und Ge-

meindesteuer  2013  mit  Fr. 138'100.-  festzusetzen.  Es  seien  alle  Kriterien  der  selbst-

ständigen  Erwerbstätigkeit  erfüllt  gewesen.  Bereits  seit  Mitte  der  2000er  Jahre  werde 

versucht,  einen Webshop zu entwickeln,  mit  welchem  die Verkäufe  der  einschlägigen 

Artikel  wieder  ansteige.  Der  Fokus  liege  auf  einer  langfristigen  und  nachhaltigen  Ge-

winnerzielung. 

Mit Auflage vom 10. März 2016 ersuchte das kantonale Steueramt um Einrei-

chung folgender Unterlagen zum selbstständigem Nebenerwerb des Pflichtigen: 

"Substanziierte,  detaillierte  und  plausible  Sachdarstellung  mit  entspre-
chenden  Nachweisen  über  die  Gewinnstrebigkeit  der  Einzelunterneh-
mung D (z.B. mittels Businessplan, Marktanalyse, Aktionsplan bzw. Al-
ternativpläne  bei  Scheitern  der  Erwartungen,  Liquiditäts-  und  Investiti-
onspläne, Umsatzanalysen usw.)." 

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Dazu nahm der Pflichtige mit Eingabe vom 24. April 2016 Stellung. 

Mit  Entscheiden  vom  15. Juni  2016  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Ein-

sprachen  ab  und  gewährte  abermals  keinen  Abzug  des  geltend  gemachten  Verlusts. 

Begründet wurde dies unter anderem damit, dass die Firma seit neun aufeinanderfol-

genden Jahren (2004 - 2012) Verluste erwirtschaftet habe. Ein Versandhandel der an-

gebotenen Artikel wende sich nur an einen beschränkten Markt von Liebhabern und es 

sei  zweifelhaft,  ob  allein  ein  neu  gestalteter Webshop  die  Firma  aus  der  Verlustzone 

führen könne. Es sei davon auszugehen, dass andere als betriebswirtschaftliche Moti-

ve für die Handelstätigkeit des Pflichtigen massgebend seien, da die Pflichtigen ihren 

Lebensunterhalt aus dem Lohneinkommen des Pflichtigen bestreiten könnten und nicht 

von einem positiven Geschäftsergebnis des  Artikel-Verkaufs abhängig seien. Dies sei 

ein gewichtiges Indiz dafür, dass der Artikel-Handel nicht zum Zweck der Gewinnerzie-

lung, sondern aus Liebhaberei betrieben werde. 

C. In  ihrer  Beschwerde und ihrem  Rekurs  beantragten  die  Pflichtigen  erneut, 

den  Verlust  von  Fr. 52'855.-  zum  Abzug  zuzulassen.  Ferner  sei  ihnen  eine  Parteient-

schädigung zuzusprechen. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  18. August  2016  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom  14. Dezember  1990  (DBG)  bzw.  § 18  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom 

8. Juni 1997 (StG) sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- 

und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbst-

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ständigen  Erwerbstätigkeit  steuerbar.  Von  diesen  Einkünften  werden  gemäss  Art. 27 

Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kos-

ten  abgezogen.  Verluste  aus  einer  solchen  Tätigkeit  können  mit  übrigen  Einkünften 

verrechnet werden.  

Hingegen  können  Verluste  aus  Liebhaberei  nicht  mit  den  übrigen  Einkünften 

verrechnet werden (Reich/Hunziker, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer,  3. A.,  2017,  Art. 25  N 15  DBG).  Somit 

erfordert  der  Abzug  eines  Verlusts,  dass  die  Tätigkeit,  welcher  der  betreffende  Auf-

wand  zuzurechnen  ist,  überhaupt  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  im  Sinn  von 

Art. 18 DBG bzw. § 18 StG darstellt (StRK I, 18. März 1993 = ZStP 1993, 108).  

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ist  auf-

grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert 

(BGE 125  II  113  E. 5).  Allgemein  wird  darunter  jede  Tätigkeit  verstanden,  bei  der  ein 

Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer frei ge-

wählten Organisation und mit der Absicht der Gewinnerzielung am Wirtschaftsverkehr 

teilnimmt  (vgl.  BGE 121  I  259  E. 3c;  Reich/von  Ah,  in:  Kommentar  zum  Schweizeri-

schen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer,  3. A.,  2017,  Art. 18 

N 14  DBG,  mit  weiteren  Hinweisen;  Blumenstein/Locher,  System  des  Steuerrechts, 

7. A., 2016, S. 212; Cagianut/Höhn, Unternehmenssteuerrecht, 3. A., 1993, § 1 N 17 ff. 

und 34 ff.).  

c) Eine selbstständige Erwerbstätigkeit kann haupt- oder nebenberuflich, dau-

ernd oder temporär ausgeübt werden. Ob eine solche Tätigkeit vorliegt, ist stets nach 

den  gesamten  Umständen  des  Einzelfalls  zu  beurteilen  (vgl.  BGE 112  Ib  79  E. 2a; 

BGE 122  II  446  E. 3b);  die  einzelnen  Merkmale  des  Begriffs  der  selbstständigen  Er-

werbstätigkeit dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unterschiedli-

cher Intensität  auftreten (Reich/von  Ah,  Art. 18  N 15  DBG).  Auch  wenn  der  Begriff  im 

Normalfall  die  oben  genannten  Elemente  umfasst,  so  bedeutet  dies  nicht,  dass  eine 

Tätigkeit, bei der einzelne dieser Elemente fehlen, automatisch nicht mehr selbststän-

dig wäre. Umgekehrt kann eine Tätigkeit unter Umständen selbst bei Vorliegen mehre-

rer dieser Faktoren nicht als Erwerbstätigkeit gelten.  

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d) Dies ist etwa dann der Fall, wenn eine Tätigkeit im Sinn einer Liebhaberei 

bzw. eines Hobbys ausgeübt wird (BGr, 11. Juli 2001 = NStP 2001, 76 - 83, E. 4 h/cc, 

auch zum Folgenden). Die steuerrechtliche Qualifikation einer Tätigkeit als selbststän-

diger Erwerb oder als Liebhaberei hängt grundsätzlich davon ab, ob sie ausschliesslich 

oder  vorwiegend  im  Hinblick  auf  die  Erzielung  eines  Erwerbseinkommens  ausgeübt 

wird  (BGr,  2. Oktober 1992  =  NStP  1993,  7,  E. 2b;  Markus  Reich,  Steuerrecht,  2. A., 

2012,  369  f.;  Raoul  Oberson,  Les  pertes  commerciales  fiscalement  déductibles, 

ASA 48, 113). Unterscheidungskriterium ist also der Beweggrund für die Ausübung der 

Tätigkeit. Es handelt sich dabei um eine subjektive Voraussetzung, auf deren Vorhan-

densein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstände) geschlossen werden kann 

(StRK IV, 8. April 1998 = StE 1999 B 23.1 Nr. 42).  

Zur Erwerbs- oder Geschäftstätigkeit gehört, dass tatsächlich ein Einkommen 

erzielt wird: Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf die Dauer nichts einbringt oder dau-

ernd einen finanziellen Aufwandüberschuss erfordert, betreibt diese nicht als Erwerbs-

tätigkeit,  sondern  als  Liebhaberei  oder  aus  einem  andern  nicht kommerziellen  Grund. 

Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der 

Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosigkeit 

seines  Unterfangens  überzeugen  lassen  und  die  betreffende  Tätigkeit  aufgeben  (Ro-

man Blöchliger, Steuerliche Probleme des Abzuges geschäftlicher Verluste, StR 1981, 

236).  Allerdings  muss  nicht  jedes  einzelne  mit  einem  Verlust  abgeschlossene  Jahr 

oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verlust erzielt worden ist, zum 

Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei. Ob sich nämlich eine Tätigkeit 

lohnt, lässt sich methodisch richtig nur nach Betrachtung des Gewinns aus der gesam-

ten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu ihrer Beendigung beurteilen (sog. To-

talgewinn, vgl. Manuel René Theisen, Die Liebhaberei – ein Problem des Steuerrechts 

und der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre, Steuer und Wirtschaft [StuW], 1999, 259; 

StRK II, 17. Februar 2000, 2 ST.1999.419, E. 6a). Der Entscheid über den steuerlichen 

Charakter einer Tätigkeit hängt deshalb von einer Prognose über den zu erwartenden 

Totalgewinn ab. Ergibt die Prognose ein positives Gesamtergebnis, ist dies ein gewich-

tiges  Indiz  für  die  Gewinnstrebigkeit.  Anderseits  liegt  bei  negativer  Prognose  die 

Schlussfolgerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich um die Erzielung 

eines Erwerbseinkommens gegangen wäre, sich wegen des in Aussicht stehenden fi-

nanziellen  Misserfolgs  von  der  Weiterführung  des  Betriebs  abbringen  lassen  würde. 

Die steuerrechtliche Qualifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grundsätzlich für jede 

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Veranlagungsperiode neu überprüft werden kann, wobei unter Umständen die Verhält-

nisse in den Vorjahren bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden Jahren gewisse An-

haltspunkte liefern können (BGr, 31. August 2005, 2A.46/2005, E. 2.2.2, mit Hinweisen 

zum Ganzen; VGr, 25. Mai 2011, SB.2011.00011, E. 2.3.1, mit weiteren Hinweisen).  

e)  Wie  lange  die  wirtschaftliche  Betätigung,  die  typischerweise  zur  Einkom-

menserzielung geeignet ist, verlustreich sein darf, bis eine natürliche Vermutung dafür-

spricht, dass der finanzielle Erfolg auf Dauer ausbleiben wird, kann nicht allgemein ge-

sagt  werden.  Im  Sinn  einer  Faustregel  wird  in  der  Literatur  die  Auffassung  vertreten, 

der Umstand, dass innerhalb von fünf bis zehn Jahren kein nennenswerter Gewinn er-

zielt  werde,  bilde  ein  gewichtiges  Indiz  für  das  Fehlen  der  Gewinnstrebigkeit.  Dem 

Steuerpflichtigen  steht  aber  der  Gegenbeweis  offen,  dass  auch  in  diesem  Fall  eine 

Gewinnstrebigkeit vorliegt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 

3. A., 2016, Art. 18 N 48 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, 

§ 18  N 38  StG).  Im  Einzelfall  kommt  es  namentlich  auf  die  Art  der  Tätigkeit  und  die 

konkreten  Verhältnisse  an  (RB 2000  Nr. 118;  VGr  BE,  5. November  2008  =  StE 2009  

B 23.1 Nr. 63; VGr BS, 26. März 1999 = StE 2001 B 23.1 Nr. 47).  

Ein  weiteres  wichtiges  Indiz  für  das  Fehlen  der  Gewinnstrebigkeit  stellt  der 

Umstand  dar,  dass  ein  Steuerpflichtiger  wegen  generell  guten  Einkommens-  oder 

Vermögensverhältnissen  nicht  auf  Einkünfte  aus  der  fraglichen  Tätigkeit  angewiesen 

ist (VGr, 31. Mai 2005 = StE 2006 B 23.1 Nr. 61). 

f)  Nach  Art. 123  DBG  bzw.  § 132  Abs. 1  StG  stellen  die  Steuerbehörden  zu-

sammen  mit  dem  Steuerpflichtigen  die  für  eine  vollständige  und richtige  Besteuerung 

massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Dabei gilt die allgemei-

ne  Regel  der  Beweislastverteilung,  dass  die  Steuerbehörde  die  steuerbegründenden 

oder  -erhöhenden  Tatsachen  nachzuweisen  hat,  der  Steuerpflichtige  dagegen  jene 

Umstände,  welche  die  Steuerschuld  mindern  oder  aufheben  (Blumenstein/Locher, 

S. 519). Dementsprechend obliegt der Nachweis, dass eine selbstständige Erwerbstä-

tigkeit vorliegt, grundsätzlich der Steuerbehörde. Ist dagegen streitig, ob eine bestimm-

te  verlustbringende  Betätigung  (überhaupt)  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  dar-

stellt  (oder  ob  nicht  z.B.  eine  Liebhaberei  vorliegt),  ist  hierfür  der  Steuerpflichtige  be-

weispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993 = StE 1995 B 23.1 Nr. 30). Denn er leitet hie-

raus die steuermindernde Verrechnung dieses Verlusts mit übrigen Einkünften ab. Zur 

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Beweisleistung gehört in erster Linie und in jedem Fall, dass eine substanziierte Sach-

darstellung  gegeben  wird,  die  ohne  weitere  Untersuchung,  aber  unter  dem  Vorbehalt 

der  Beweiserhebung,  die  Beurteilung  der  massgebenden  Qualifikationsfrage  ermög-

licht. Für die von ihm verfochtene, hinreichend substanziierte Sachdarstellung hat der 

Steuerpflichtige beweiskräftige Unterlagen einzureichen oder zumindest unter genauer 

Bezeichnung Beweise anzubieten. 

2. a)  Die  Tätigkeit  des  Pflichtigen  im  Einzelunternehmen  "D"  erfüllt  gewisse 

Begriffsmerkmale der selbstständigen Erwerbstätigkeit. Namentlich beruht sie auf dem 

Einsatz von Arbeit und Kapital und wird in frei gewählter Organisation und auf eigenes 

Risiko des  Pflichtigen  betrieben.  Schon  in  den 1990er  Jahren  verkaufte  der  Pflichtige 

die einschlägigen Artikel. Nach seinen Ausführungen verlief der Handel damit anfangs 

so,  dass  Bestelllisten  und  elektronische  Newsletter  versandt  wurden,  aufgrund  derer 

dann Bestellungen vorgenommen werden konnten. Seit dem Jahr 2000 gab es bereits 

eine Website mit einer Datenbank, über welche entsprechende Artikel gesucht werden 

konnten, jedoch  ohne  Fotos  und ohne  die  Möglichkeit,  direkt  etwas bestellen  zu kön-

nen.  Nunmehr  wird  der  Artikel-Verkauf  über  einen  Webshop  betrieben.  Damit  nimmt 

der Pflichtige nach aussen erkennbar am betreffenden Markt teil. Entscheidend ist je-

doch, ob aufgrund der Gesamtumstände eine Gewinnstrebigkeit des Pflichtigen bejaht 

werden kann. 

b)  aa)  Das  kantonale  Steueramt  vertritt  die  Auffassung,  dass  aufgrund  der 

langjährigen  Verluste  der  Einzelunternehmung  seit  dem  Jahr  2004  eine  nachhaltige 

Gewinnerzielung  zu  verneinen  sei.  Diese  Verluste,  die  unbestritten  sind,  sehen  wie 

folgt aus: 

Jahr 

2004 
2005 
2006 
2007 
2008 
2009 
2010 
2011 
2012 

Verlust 

Fr. 
7'788.- 
23'244.- 
14'655.- 
18'049.- 
24'487.- 
35'318.- 
36'265.- 
45'279.- 
45'988.- 

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2013 

Total: 

52'855.- (vorliegend das streitbetroffene Jahr) 

303'928.- 

Wie  dieser  Aufstellung  entnommen  werden  kann,  ist  allein  zwischen  dem 

Jahr 2004 und 2005 ein leichter Rückgang des Verlustes zu verzeichnen, hingegen ist 

in  allen  darauffolgenden  Jahren  ein  immer  grösserer  Verlust  eingetreten.  Dies  zeigt 

auf, dass die Erzielung eines Gewinns aus dem Verkauf der einschlägigen Artikel doch 

eher  fraglich  ist.  Sollte  dennoch  zukünftig  ein  solcher  eintreten,  wird  dieser  sodann 

wohl kaum nachhaltig von substanzieller Höhe sein, um damit die allein schon bis zum 

Ende  des  Jahres  2013  erlittenen  Verluste  von  immerhin  Fr. 303'928.-  ausgleichen  zu 

können. Daraus folgt, dass keine Gewinnstrebigkeit zu erkennen ist. 

bb)  Mit  Beweisauflage  vom  10.  März  2016  ersuchte  der  Steuerkommissär 

die  Pflichtigen  eine  substanziierte,  detaillierte  und  plausible  Sachdarstellung  mit  ent-

sprechenden Nachweisen über die Gewinnstrebigkeit der Einzelunternehmung "D" ein-

zureichen.  Dies  z.B.  mittels  Businessplan,  Marktanalyse,  Aktionsplan  bzw.  Alternativ-

pläne bei Scheitern der Erwartungen, Liquiditäts- und Investitionspläne, Umsatzanaly-

sen usw..  

Mit  Schreiben  vom  24.  April  2016  reichten  die  Pflichtigen  zwei  Projektionen 

von  Erfolgsrechnungen  für  die  Jahre  2015  bis  2019  ("Szenario  A  -  realistisch"  und 

"Szenario B - pessimistisch") sowie eine als "Action Plan/Pendenzenliste" bezeichnete 

Aufstellung  ein.  Offensichtlich  ist,  dass  diese  Unterlagen  in  keiner  Weise  einem  vom 

kantonalen  Steueramt  erwarteten  Businessplan  entsprechen.  Um  beurteilen  zu  kön-

nen,  ob  der  Pflichtige  mit  dem  Onlineshop  in  Zukunft  einen  Gewinn  erzielen  könnte, 

fehlen  die  für  eine  Beurteilung  wesentlichen  Aussagen.  Es  hätte  ein  Business-

/Geschäftsplan  vorgelegt  werden  müssen,  aus  dem  Angaben  über  die  Finanzierung, 

d.h. den Kapitalbedarf und die -verwendung, die Kapitalherkunft, die erwartete Rendite, 

eine Planbilanz und eine Planerfolgsrechnung, ein Liquiditäts- und Investitionsplan so-

wie erwartete Einnahmen mit Angabe der dafür getroffenen Annahmen ersichtlich sind 

(vgl. zum Businessplan: Max Lüscher-Marty, Das Kreditgeschäft der Banken, Band 2, 

Firmenkundenkredite, Kreditrisikomanagement und Kredite an Firmenkunden, 2003, 3. 

Kapitel, 5 Businessplan). Selbst bei grossem Entgegenkommen ergeben sich die dafür 

notwendigen Ausführungen nicht aus den vom Pflichtigen vorgelegten Unterlagen. Aus 

den  Ausführungen  des  Pflichtigen  und  auch  aus  den  einzelnen  Punkten  des  einge-

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reichten  Action  Plans  ergibt  sich  allein,  dass  mit  der  Unternehmung  "D"  nur  dann  ein 

Gewinn  erzielt  werden kann,  wenn genügend  Kunden angesprochen  werden können, 

die  dann  auch  tatsächlich  die  entsprechenden  Artikel  kaufen.  Aus  diesem  Grund  be-

zieht  sich  wohl  ein  grosser  Teil  der  vom  Pflichtigen  aufgeführten  Aktivitäten  zur  Ge-

winnsteigerung  allein  auf Werbung.  Gleichzeitig  ist  den  Ausführungen  des  Pflichtigen 

aber  auch  zu entnehmen,  dass  die rasche  Entwicklung  des  Internets  und auch  durch 

die Möglichkeiten des Internets, weltweit Bilder hochzuladen und online zu stellen, da-

zu geführt  hat,  dass  das  Interesse  an  den vom Pflichtigen  angebotenen  Artikeln  eher 

abgenommen  hat.  Dieses  sinkende  Sammlerinteresse  zeigt  sich im  Übrigen  auch  bei 

weiteren früher prominenten Sammlertätigkeiten, wie Briefmarken und Münzen. Es hät-

te daher an dem Pflichtigen gelegen, detailliert aufzuzeigen, mit welchen Massnahmen 

–  ausser  Werbung  für  die  bis  anhin  angebotenen  Artikel  –  von  ihm  ergriffen  werden 

müssten,  um  den  Onlineshop  in  ein  gewinnbringendes  Unternehmen  zu  führen.  Da 

diese  Gesichtspunkte  vom  Pflichtigen  überhaupt  nicht  angesprochen  oder  gar  darge-

legt wurden, ist davon auszugehen, dass der Pflichtige auch weiterhin bereit ist, allfällig 

anfallende Verluste zu tragen, was die fehlende Gewinnstrebigkeit untermauert. Hinzu 

kommt, dass aufgrund der guten Einkommens- und Vermögensverhältnisse die Pflich-

tigen zur Bestreitung des Lebensunterhalts nicht auf allfällige Einkünfte aus dem  Arti-

kel-Verkauf  angewiesen  sind  und  allfällige  jährliche  Verluste  auch  getragen  werden 

können (Bruttolohn des Pflichtigen Fr. 184'800.-). Es kann daher nicht ausgeschlossen 

werden, dass der Pflichtige den Artikel-Versand allein als Liebhaberei/Hobby betreibt. 

c)  Unter  Würdigung  der  gesamten  Umstände  ist  es  den  Pflichtigen  nicht  ge-

lungen, den ihnen obliegenden Nachweis zu erbringen, dass die Tätigkeit des Pflichti-

gen eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn des Steuerrechts darstellt. Insbeson-

dere  fehlt  es  beim  Pflichtigen  an  der  erforderlichen  erkennbaren  Gewinnstrebigkeit. 

Das  Vorliegen  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  muss  deshalb  verneint  werden. 

Der geltend gemachte Verlust 2013 kann somit nicht zum Abzug zugelassen werden.  

3.  Aus  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerde  und  der 

Rekurs abzuweisen sind. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG) und steht ihnen keine Par-

teientschädigung  zu  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1 - 3  des  Bundesgeset-

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zes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  bzw.  § 152  StG  i.V.m. 

§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959).

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Rekurs wird abgewiesen.

[…] 

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