# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96732946-4731-58e4-9e01-22cc33ebc30b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 23.10.2008 3-RV.2007.275
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2007-275_2008-10-23.pdf

## Full Text

334 Steuerrekursgericht 2008 

2007 B 23.9 Nr. 9 = AGVE 2006 S. 106) verwiesen werden, wonach 
die Fortführung der Buchwerte nicht Selbstzweck sei, und nicht zu 
erkennen sei, auf welcher Rechtsgrundlage der Erwerber gehindert 
werden könnte, den Vermögenswert - im Rahmen der obligationen-
rechtlichen Vorschriften - zu einem tieferen als dem Buchwert des 
Rechtsvorgängers einzubuchen. 

3.6. 
Das Steuerrekursgericht ist sich bewusst, dass trotz der Aner-

kennung des geltend gemachten Verlustes bei der Einkommenssteuer 
ein beim späteren Verkauf durch den Sohn allenfalls erzielter (Wert-
zuwachs-)Gewinn bei ihm mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst 
wird. Dies ist indes systembedingt hinzunehmen (vgl. auch BGE 
2A.116/2007 in Sachen A. + J.H.). Zudem kann die Steuerbelastung 
beim Erwerber durchaus höher sein als die Steuerreduktion beim 
Veräusserer, wenn die Liegenschaften, aus welchem Grund auch 
immer, nur kurz im Besitz des Erwerbers sind. 

4. 
Der Rekurs ist somit insoweit gutzuheissen, als der Verlust aus 

der Übertragung des Hofes durch die Erbengemeinschaft an den 
Sohn der Rekurrentin zum Abzug zuzulassen ist. Damit ist jedoch 
noch nicht geklärt, durch wen der Verlust geltend zu machen ist, 
allein durch die Rekurrentin oder anteilsmässig durch die Mitglieder 
der Erbengemeinschaft, und wie hoch der abzugsfähige Verlust ist. 
Die Angelegenheit ist daher zur Neubeurteilung an die Steuer-
kommission M. zurückzuweisen. 

65 Abzüge vom Reineinkommen; Kosten des Liegenschaftsunterhalts (§ 39 
Abs. 2 StG). 
- Die Kosten für die Verglasung eines beheizbaren Balkons sind nicht 

abziehbar. 

23. Oktober 2008 in Sachen F. + M.J., 3-RV.2007.275 

2008 Kantonale Steuern 335 

Aus den Erwägungen 

2. 
2.1. 
Die Rekurrenten haben an ihrer Liegenschaft im Jahr 2005 den 

im Schrägdach rückversetzt eingebauten Balkon verglast. Sie bean-
tragen, es seien die dadurch entstandenen Kosten vollumfänglich als 
Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen. (…) 

3. 
3.1. 
Bei Liegenschaften im Privatvermögen können u.a. die Unter-

haltskosten abgezogen werden (§ 39 Abs. 2 Satz 1 StG). Als Kosten 
für den Unterhalt von Liegenschaften gelten bloss die werterhalten-
den Aufwendungen (§ 24 Abs. 1 StGV). Den Unterhaltskosten sind 
Investitionen gleichgestellt, die dem Energiesparen und dem Um-
weltschutz dienen, soweit sie bei der direkten Bundessteuer abzieh-
bar sind (§ 39 Abs. 2 Satz 2 StG). 

3.2. 
Das aargauische Verwaltungsgericht hat im Entscheid vom 

18. Juni 2002 in Sachen H.R. + A.K.R. (= StE 2003 B 25.7 Nr. 2) 
betreffend Einglasung eines Balkons zwecks energetischer Sanierung 
des Obergeschosses einer Liegenschaft folgendes ausgeführt (Zitate 
weggelassen): 

„4.c) § 19 Abs. 3 StGV wurde am 19. Oktober 1994, mit Wirkung ab 
der Steuerperiode 1995/96, geändert. Seither sind den Unterhaltskosten 
Investitionen gleichgestellt, ‚die dem Energiesparen und dem Umweltschutz 
dienen, soweit sie bei der direkten Bundessteuer abziehbar sind.’ Mass-
gebend wurden damit die in Ausführung von Art. 32 Abs. 2 des Bundesge-
setzes über die direkte Bundessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 erlas-
senen Verordnungen des Bundesrats über den Abzug der Kosten von Lie-
genschaften des Privatvermögens bei der direkten Bundessteuer (VAKLP) 
vom 24. August 1992 und des Eidgenössischen Finanzdepartements über 
die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung er-
neuerbarer Energien (VMRE) vom 24. August 1992. Als Investitionen, die 
dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, gelten nach Art. 5 
VAKLP Aufwendungen für Massnahmen, welche zur rationellen Energie-

336 Steuerrekursgericht 2008 

verwendung oder zur Nutzung erneuerbarer Energien beitragen. Diese sind 
in Art. 1 VMRE näher umschrieben. Es geht insbesondere um Massnahmen 
zur Verminderung der Energieverluste der Gebäudehülle (lit. a) und Mass-
nahmen zur rationellen Energienutzung bei haustechnischen Anlagen 
(lit. b). Die Auflistung der Massnahmen in Art. 1 lit. a und b VMRE ist 
nicht abschliessend, womit an sich Raum bleibt für die steuerliche Berück-
sichtigung weiterer Massnahmen. 

Somit sind Investitionen jetzt schon abzugsfähig, wenn sie zur ratio-
nellen Energieverwendung (oder zur Nutzung erneuerbarer Energien) bei-
tragen (Art. 5 VAKLP), und zwar ab dem sechsten Jahr nach der Anschaf-
fung der Liegenschaft zu 100 % (Art. 8 VAKLP). Massnahmen zur Wärme-
dämmung von Böden, Wänden, Dächern und Decken gegen Aussenklima 
werden ohne Einschränkung als abzugsfähige Massnahmen zur rationellen 
Energieverwendung bezeichnet (Art. 1 lit. a Ziff. 1 VMRE); auch die üb-
rigen Beispiele in Art. 1 lit. a VMRE lassen kaum Einschränkungen erken-
nen. So wird beispielsweise der Ersatz von Jalousieläden oder Rollläden 
unbeschränkt zugelassen (Ziff. 5). Angesichts dieser (allerdings sehr weit 
gehenden) Regelung im Bundesrecht, die kraft Verweises auch auf kantona-
ler Ebene gilt, lassen sich die zum früheren Recht entwickelten Einschrän-
kungen der Abzugsfähigkeit nicht aufrecht erhalten. Eine nachweisbare 
Wirkung auf das Gesamtgebäude ist nicht mehr vorausgesetzt; die etappen-
weise Sanierung schadet der Abzugsfähigkeit nicht (vgl. Art. 5 VAKLP). 
Auch eine Aufteilung nach wertvermehrenden und nach energiesparenden 
Anteilen ist aufgrund der hundertprozentigen Abzugsmöglichkeit (Art. 8 
VAKLP) nicht mehr zulässig. Insbesondere aber sind Vorkehren, welche 
wahrscheinlich auch unabhängig von Energiesparüberlegungen getätigt 
wurden, nicht mehr ausgeschlossen (…). Vielmehr ist heute jede Massnah-
me, welche in der VMRE aufgelistet oder deren energiesparende Wirkung 
erwiesen ist, vollumfänglich abzugsfähig. 

5.a) Die Einglasung eines Balkons ist in Art. 1 lit. a und b VMRE 
nicht ausdrücklich als Massnahme zur rationellen Energieverwendung oder 
-nutzung aufgeführt. Immerhin besteht einige Ähnlichkeit zu einem Wind-
fang im Sinne von Art. 1 lit. a Ziff. 4 VMRE. Als solcher wird ein kleiner 
Vorraum bezeichnet, der verhindert, dass beim Öffnen der Eingangstür kalte 
Luft eindringt. Es ist daher näher zu prüfen, ob diese Massnahme als 
Energiesparmassnahme anerkannt werden kann. (…) 

2008 Kantonale Steuern 337 

Die Balkoneinglasung stellt somit eine taugliche Energiesparmassnah-
me dar. (…) 

b) Auch wenn die vorliegend gewählte Einglasung des Balkons vergli-
chen mit anderen möglichen Massnahmen teuer erscheinen mag, ist nicht zu 
prüfen, ob eine kostengünstigere Variante möglich gewesen wäre. Die Steu-
erpflichtigen sind nicht verpflichtet, die kostengünstigste Massnahme zu 
wählen. Auszuscheiden wären allerdings bauliche Massnahmen, die nur 
gleichzeitig mit energiesparenden Massnahmen, aber ohne Sachzusammen-
hang und ohne eine Eignung zum Energiesparen getroffen werden. Solche 
Vorkehren sind hier indessen nicht ersichtlich. 

c) aa) Da der Einglasung des Balkons ein spürbarer Energiespareffekt 
zuzuschreiben ist, sind die Kosten nach Ansicht der Gerichtsmehrheit voll-
umfänglich abzugsfähig.“ 

3.3. 
3.3.1. 
Gestützt auf diese verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung hat 

das Steuerrekursgericht die Kosten für die erstmalige Verglasung und 
Überdachung eines nicht beheizbaren Balkons vollumfänglich zum 
Abzug zugelassen (RGE vom 21. Juni 2007 in Sachen P. + E.F.). 
Aufgrund dieser Rechtsprechung wurde das Merkblatt "Liegen-
schaftsunterhalt" des Kantonalen Steueramtes, gültig ab 2001, geän-
dert. Gemäss der Version vom 28. Februar 2007 waren die Kosten 
für das „Erstellen von Sitzplatzverglasungen und Balkonverglasun-
gen“ (noch) nicht abziehbar (S. 26). Neuerdings sind die Kosten für 
das erstmalige Erstellen von Sitzplatz- und Balkonverglasungen bei 
einer Besitzdauer über 5 Jahren vollumfänglich abzugsfähig (Version 
vom 31. Januar 2008, S. 30, welche auch auf den vorliegenden Fall 
anwendbar ist). 

3.3.2. 
Im bereits erwähnten RGE vom 21. Juni 2007 in Sachen P. + 

E.F. wurde ausdrücklich offen gelassen, wie es sich verhalten würde, 
wenn die Balkonverglasung zu einer Erweiterung des beheizbaren 
Gebäudevolumens geführt hätte, denn im beurteilten Fall war der 
Balkonboden nicht isoliert und der Balkon nicht beheizbar.  

Vorliegend wurde der Balkon nicht nur verglast, sondern auch 
mit einer Elektro-Fussbodenheizung versehen (vgl. auch Rechnung 

338 Steuerrekursgericht 2008 

K. AG vom 15. September 2005). Weil gemäss den Ausführungen 
des aargauischen Verwaltungsgerichts zwischen der Einglasung eines 
Balkons und einem Windfang "einige Ähnlichkeit" besteht, muss aus 
dem Umstand, dass gemäss Art. 1 lit. a Ziff. 4 VMRE nur die Kosten 
für das "Einrichten von unbeheizten Windfängen" abzugsfähig sind, 
der Schluss gezogen werden, dass auch die Kosten für die Vergla-
sung nur bei einem unbeheizten Balkon (je nach Besitzdauer teil-
weise) abziehbar sind. Die Kosten für die Verglasung sind daher im 
vorliegenden Fall, weil der Balkon mit einer Fussbodenheizung aus-
gestattet wurde und die Verglasung im Unterschied zur Errichtung 
eines unbeheizten Windfanges trotz bestehen gebliebener Balkontür 
und "Aussenwand" zu einer Wohnraumerweiterung führte, nicht ab-
ziehbar (vgl. dazu auch ZStP 2008 Nr. 13 betreffend einen [unbeheiz-
ten] Wintergarten, der nur teilweise die Funktion eines Windfangs 
erfüllte). Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Fussboden-
heizung nur eingesetzt wird, "wenn der Wintergarten als Sitzplatz 
genutzt wird" und die Balkonverglasung behauptungsweise "aus-
schliesslich aus dem Gesichtspunkt der energetischen Sanierung der 
Wohnstube sowie der Fassade ausgeführt" wurde. 

66 Abzüge vom Reineinkommen; Kosten des Liegenschaftsunterhalts; 
anschaffungsnahe Aufwendungen/Dumont-Praxis (§ 39 Abs. 2 StG). 
- Vorgehensweise bei Unterhaltskosten innerhalb der ersten 5 Jahre 

nach Erwerb einer Liegenschaft. 

24. Juli 2008 in Sachen U.R., 3-RV.2007.145 

Aus den Erwägungen 

3. 
3.1. 
Bei Liegenschaften im Privatvermögen können die Unterhalts-

kosten, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung 
durch Dritte abgezogen werden (§ 39 Abs. 2 Satz 1 StG). Als Kosten 
für den Unterhalt von Liegenschaften gelten bloss die werterhal-