# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14e0478a-b18e-5f26-bc57-cef9403adc8e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.06.2010 D-1347/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1347-2010_2010-06-10.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1347/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Hans Schürch (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.

A._______, geboren (...), 
und ihre Kinder 
B._______, geboren (...),
C._______, geboren (...),
D._______, geboren (...),
E._______, geboren (...),
F._______, geboren (...),
Sri Lanka,
c/o (...), Sri Lanka,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asyl; 
Verfügung des BFM vom 21. Januar 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1347/2010

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  reichte  am  3.  Dezember  2008  bei  der 
Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  (Eingang  am  9.  Dezember 
2008) für sich und ihre Kinder ein Asylgesuch ein. 

B.
In ihrer Eingabe vom 3. Dezember 2008 in englischer Sprache machte 
die Beschwerdeführerin geltend, ihr Ehemann habe vor ihrem Haus in 
G._______, H._______, Jaffna,  einen Lebensmittelladen geführt. Am 
10. September 2006 sei er vor ihrem Haus von unbekannten Männern 
erschossen worden, die in einem "white van" vorgefahren seien. Nach 
etwa einem Monat  habe  sie  Drohungen erhalten,  dass  sie  und  ihre 
Kinder  auf  die gleiche Art  getötet  werden würden. Ausserdem seien 
Armeeangehörige und Männer  in  Zivil  mitten  in  der  Nacht  zu  ihrem 
Haus  gekommen  und  hätten  sie  gesucht.  Deshalb  seien  sie  ge-
zwungen  gewesen,  sich  an  verschiedenen  Orten  in  Jaffna  zu  ver-
stecken. Nachdem die Drohungen zugenommen hätten, habe sie be-
schlossen,  nach  Colombo  zu  flüchten.  Sie  hätten  eine  Ausreise-
bewilligung erhalten und  seien  nach I._______  gegangen. Nachdem 
es  für  sie  auch  dort  gefährlich  worden  sei,  seien  sie  weiter  nach 
Colombo gereist, wo sie zur Zeit lebten. Doch sogar in Colombo hätten 
sie  erfahren,  dass  sie  in  Jaffna  gesucht  würden  und  nicht  dorthin 
zurückkehren könnten. Deshalb ersuche sie um Schutz für sich selbst 
und  ihre  Kinder  C._______,  D._______,  E._______  und  F._______. 
Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin mehrere 
Beweismittel ein.

C.
Am 22. Dezember 2008 forderte die Schweizer Vertretung in Colombo 
die  Beschwerdeführerin  auf,  bis  am  2.  Februar  2009  genauere  An-
gaben zu ihren Asylgründen und zu einer möglichen innerstaatlichen 
Aufenthaltsalternative zu machen sowie Kopien von Identitätspapieren 
und Beweismittel einzureichen. 

D.
Dieser Aufforderung leistete die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 
13. Januar 2009 Folge. Dabei brachte sie vor, sie seien von Bekannten 
in Jaffna informiert  worden, dass sie dort  weiterhin gesucht würden. 
Vor zwei Wochen seien einige Männer bei ihrem Haus gewesen und 

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hätten  die  Person  belästigt,  die  dort  lebe.  Weiter  führte  die  Be-
schwerdeführerin aus, dass ihre Tochter E._______ die Mörder ihres 
Vaters gesehen habe und diese somit  identifizieren könnte, weshalb 
sie in extremer Gefahr sei. Von Jaffna aus seien sie nach I._______ 
gegangen,  wo es  für  sie aber  auch gefährlich  worden sei,  weil  sich 
unbekannte Personen nach ihnen erkundigt hätten. Nun lebten sie in 
Colombo,  doch  auch  hier  werde  ihr  Haus  schon  seit  Wochen  be-
obachtet.  Sie  hätten  extrem  Angst  davor,  gefunden  und  getötet  zu 
werden. Es sei ihnen nicht möglich, überhaupt irgendwo in Sri Lanka 
zu leben. Sogar in Colombo beständen Sicherheitsprobleme.

E.
Mit  Schreiben  vom 29.  Januar  2009  forderte  die  Botschaft  die  Be-
schwerdeführerin auf, bis am 28. Februar 2009 Angaben zu ihrer Aus-
reise aus Jaffna sowie zu ihrer Familie zu machen. 

F.
Die  entsprechende  Ergänzung  zu  ihrem  Asylgesuch  reichte  die 
Beschwerdeführerin am 24. Februar 2009 ein. Sie gab noch einmal an, 
I._______  verlassen  zu  haben,  weil  sie  dort  von  unbekannten 
Personen respektive den Mördern ihres Mannes gesucht worden und 
deshalb in Gefahr gewesen seien. Sie erklärte, sie hätten Jaffna am 
21. Mai 2007 verlassen und I._______ am 22. Mai 2008 erreicht. Die 
Genehmigung  zur  Ausreise  hätten  sie  erhalten,  weil  Bekannte 
attestiert hätten, sie wollten einer Hochzeit beiwohnen. Weiter gab die 
Beschwerdeführerin  an,  in  Colombo  bei  Bekannten  zu  wohnen.  So 
könnten  sie  aber  nicht  weiter  leben.  Ausserdem  seien  sie  auch  in  
Colombo schon gesucht worden.

G.
Ebenfalls am 24. Februar 2009 reichten die drei  volljährigen Töchter 
C._______, D._______ und E._______ ein eigenes Asylgesuch bei der 
Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  (Eingang  2. März  2009)  ein. 
Sie machten die gleichen Asylgründe wie ihre Mutter geltend.

H.
Am 16. April 2009 führte die Schweizerische Botschaft in Colombo mit 
der  Beschwerdeführerin  A._______  eine  Anhörung  zu  ihren 
Asylgründen  durch.  Dabei  machte  sie  geltend,  sie  sei  hinduistische 
Tamilin  und  in  J._______/Jaffna  aufgewachsen.  1993  habe  sie 
geheiratet.  Ihre  Eltern  und  Brüder  seien  1995  ins  Vanny  geflüchtet. 
Dort  sei  ihr  Vater  noch  im  gleichen  Jahr  an  einem  Herzinfarkt  ge-

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storben. Mit  ihrer  Mutter  und  einem Bruder  habe  sie  seither  keinen 
Kontakt mehr. Der andere Bruder lebe mit seiner Frau und den Kindern 
in I._______, wo er einen Videoshop betreibe. Ihr Ehemann sei am 10. 
September  2006  vor  den  Augen  ihrer  Tochter  E._______  von  un-
bekannten Männern ohne Vorwarnung erschossen worden. Sie denke, 
dass  es  sich  um Mitglieder  der  Armee  oder  der  EPDP  handle.  Ab 
November  2006  seien  die  Mörder  ihres  Ehemannes  (unbekannte 
Männer) dreimal nachts zu ihnen nach Hause gekommen. Sie hätten 
an der Tür geklopft und verlangt, dass die Zeugin heraus komme. Sie 
hätten  die  Tür  jedoch  nie  geöffnet.  Einige  Wochen später  seien  sie 
nach K._______ gezogen. Im April 2008 seien sie aber auch dort be-
droht worden, und ausserdem habe sie Drohanrufe erhalten. Danach 
hätten sie unter dem Vorwand, eine Hochzeit zu besuchen, eine Aus-
reisebewilligung  erhalten.  Sie  seien  mit  dem Schiff  nach  L._______ 
und von dort aus nach I._______ gegangen, wo sie vom 19. Mai 2008 
bis am 22. September 2008 bei ihrem Bruder gelebt hätten. Dort seien 
sie  zweimal  von  der  Polizei  befragt  worden,  weshalb  sie  sich  in 
I._______ aufhielten. Deshalb hätten sie beschlossen, nach Colombo 
zu gehen. Ihr Vermieter habe sie bei der Polizei in Colombo registriert, 
dabei  habe  es  keine  Probleme  gegeben.  Von  September  2008  bis 
März  2009  sei  ihnen  in  Colombo  nichts  passiert.  Dann  sei  im 
Nachbarhaus  aber  nach ihnen  gefragt  worden. Der  letzte  Drohanruf 
sei  im  Januar  2009  erfolgt.  Die  Beschwerdeführerin  gab  ausserdem 
an,  es  habe  bezüglich  des  Mordfalls  an  ihrem  Ehemann  ein 
Gerichtsverfahren  gegeben.  Ihre  Tochter  habe  dabei  als  Zeugin 
ausgesagt. Die Täter seien aber nicht gefunden worden, da es keine 
Beweise gegeben habe. Das Verfahren sei abgeschlossen. Weder ihr 
Ehemann noch sie selber oder sonst jemand aus der Familie hätten 
ein politisches Profil gehabt. 

I.
Am 16. April 2009 überwies die Schweizerische Botschaft in Colombo 
dem BFM das Asylgesuch mit den entsprechenden Akten.

J.
Am  14.  Juli  2009  übermittelte  die  Schweizer  Botschaft  in  Colombo 
dem BFM zwei weitere Eingaben der Beschwerdeführerin vom 15. Mai 
2009 und vom 8. Juli 2009. Darin erklärte sie, sie seien an ihrer bis-
herigen Adresse in Colombo von Armeeangehörigen aufgesucht und 
befragt  worden,  und  ein  singhalesischer  Nachbar  habe  ihrem  Ver-
mieter gedroht,  die Behörden zu informieren, dass sie Mitglieder der 

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LTTE seien. Deshalb habe er sie gebeten, die Wohnung zu verlassen. 
Sie seien nun umgezogen, könnten aber auch an der neuen Adresse 
nicht bleiben, da ihnen die Leute mit Argwohn und Hass begegneten. 

K.
Mit Verfügung vom 21. Januar 2010 verweigerte das BFM die Einreise 
der Beschwerdeführenden in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch 
ab.  Auf  die  Begründung  wird,  falls  entscheidwesentlich,  in  den  Er -
wägungen eingegangen.

L.
Mit Eingabe vom 22. Februar 2010 (Eingang bei der Schweizerischen 
Botschaft  in  Colombo)  erhob  die  Beschwerdeführerin  Beschwerde 
gegen die Verfügung des BFM vom 21. Januar 2010. Diese Eingabe 
wurde  dem  Bundesverwaltungsgericht  am  23.  Februar  2010  zu-
ständigkeitshalber überwiesen (Eingang am 5. März 2010). Darin be-
antragte die Beschwerdeführerin für sich und ihre Kinder sinngemäss, 
es sei ihnen die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und es sei ihnen 
Asyl zu gewähren.

M.
Am 16. März 2010 stellte das Bundesverwaltungsgericht dem BFM die 
Akten  zur  Vernehmlassung  zu.  Ihre  Stellungnahme  reichte  die  Vor-
instanz am 29. März 2010 ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  in 
diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG,  SR 173.110]).  Gemäss 

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ständiger  Praxis  erstreckt  sich  sodann  die  Zuständigkeit  der  Be-
schwerdeinstanz  aufgrund  des  engen  sachlichen  Zusammenhangs 
auch  auf  die  Verweigerung  der  Einreisebewilligung  im  Sinne  von 
Art. 20  Abs.  2  AsylG  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 12).

1.2 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Über-
schreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

1.3 Im vorinstanzlichen Aktendossier liegt keine Empfangsbestätigung 
bezüglich der Verfügung vom 21. Januar 2010 vor. Der genaue Zeit -
punkt  der  Eröffnung  der  angefochtenen  Verfügung  steht  somit  nicht 
fest.  Indessen  liegt  ein  Begleitschreiben  der  Schweizerischen  Bot-
schaft  vom 2. Februar  2010  bei  den  Akten,  mit  dem diese  die  Ver-
fügung des BFM an die Beschwerdeführerin zustellte. Demnach ist mit 
der vom 17. Februar 2010 datierenden und am 22. Februar 2010 bei 
der Botschaft eingegangenen Beschwerde die 30-tägige Beschwerde-
frist eingehalten. 

1.4 Die Beschwerde ist in englischer Sprache und somit nicht in einer 
Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur 
Beschwerdeverbesserung  kann  indessen  aus  prozessökonomischen 
Gründen  verzichtet  werden,  da  der  Eingabe  genügend  klare,  sinn-
gemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind 
und ohne weiteres darüber befunden werden kann.

1.5 Die Beschwerde ist somit als frist- und formgerecht eingereicht zu 
erachten (Art. 108 Abs. 1  AsylG sowie  Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Die Beschwerdeführerin hat 
auch für ihre volljährigen Töchter Beschwerde erhoben. Es kann davon 
ausgegangen  werden,  dass  sie  von  ihren  Töchtern  für  die  Be-
schwerdeführung  mutmasslich  bevollmächtigt  wurde;  diesen  er-
wachsen  durch  diese  Annahme  jedenfalls  keine  Nachteile.  Die  Be-
schwerdeführenden sind durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung; sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2.
In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss Art. 19 
Abs. 1  AsylG ein  Asylgesuch  im Ausland bei  einer  schweizerischen 
Vertretung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das 
Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische Ver-
tretung  führt  mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine  Be-
fragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Ist  dies  nicht 
möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  auf-
gefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10  Abs. 2 
AsylV 1).  Die  schweizerische  Vertretung  überweist  dem  Bundesamt 
das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylgesuch sowie weite-
re zweckdienliche Unterlagen und einen ergänzenden Bericht, der ihre 
Beurteilung des Asylgesuchs enthält (Art. 10 Abs. 3 AsylV 1). Im vor -
liegenden Fall  wurden diesen gesetzlichen Bestimmungen durch die 
Befragung der Beschwerdeführerin vom 16. April  2009 sowie den er-
gänzenden Bericht der schweizerischen Vertretung vom gleichen Tag 
Genüge  getan.  Es  bestand  keine  Notwendigkeit,  die  volljährigen 
Töchter der Beschwerdeführerin zusätzlich anzuhören, da sich bereits 
aus  ihren  schriftlichen  Asylgesuchen  ergab,  dass  sie  weitgehend 
identische Asylgründe wie ihre Mutter geltend machten. Der Sachver -
halt ist damit genügend erstellt.

3.  
3.1  Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art.  20 
Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Ab-
klärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, 
im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes 
Land auszureisen.

3.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutz-
gewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu 
anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbar-
keit  zur  anderweitigen Schutzsuche sowie die  voraussichtlichen Ein-

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gliederungs-  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen 
(vgl. die weiterhin massgebende Praxis der ARK in EMARK 1997 Nr. 
15,  insbesondere  S. 131  ff.,  welcher  angesichts  bloss  redaktioneller 
Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 
vor  Gültigkeit  hat).  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreise-
bewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen 
(vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, 
ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 
und  ob  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachver-
haltsabklärung zugemutet werden kann.

4.  
4.1 Zur Begründung ihres Entscheides führte die Vorinstanz aus, an-
gesichts der  in  den vergangenen Jahren zahlreichen tragischen Ge-
waltereignisse,  von denen im September  2006 auch die  Familie  der 
Beschwerdeführenden  betroffen  worden  sei,  habe  sie  Verständnis 
dafür,  dass  sie  Angst  vor  weiteren  Verfolgungsmassnahmen  hätten 
und in die Schweiz ausreisen wollten. Dennoch könne ihrem Gesuch 
um Einreise in  die  Schweiz  nicht  entsprochen werden,  da das BFM 
zum Schluss gelange, die Beschwerdeführenden seien nicht akut ge-
fährdet.  Einerseits  habe  sich  mit  der  Beendigung  des  Krieges 
zwischen der srilankischen Regierung und der separatistischen LTTE 
im  Mai  2009  die  allgemeine  Situation  etwas  verbessert.  Zwar 
präsentiere sich die Sicherheits- und Menschenrechtslage noch nicht 
befriedigend.  Man  könne  jedoch  feststellen,  dass  insbesondere  die 
Anzahl von Gewaltereignissen wie Entführungen und "Killings" erheb-
lich zurückgegangen sei.

4.2 Ferner  sei  den  Akten  zu  entnehmen,  dass  die  Ermittlungen  im 
Tötungsfall  ihres  Ehemannes  abgeschlossen  seien.  Angesichts 
dessen sei nicht zu erwarten,  dass die Täterschaft  ihre Familie des-
wegen – weil ihre Tochter Augenzeugin des Verbrechens gewesen sei 
– heute bedrohe.

4.3 Die  Vorinstanz  führte  weiter  aus,  die  Beschwerdeführerin  habe 
geltend gemacht, die Bedrohungen hätten auch in jüngster Zeit statt -
gefunden. Diesbezüglich habe sie aber ungereimte Angaben gemacht. 
So habe sie anlässlich ihrer Anhörung bei der Schweizer Botschaft in 
Colombo zuerst ausgesagt, nach April 2008 sei sie nicht mehr bedroht 
worden.  Im  späteren  Verlauf  der  Anhörung  habe  sie  allerdings  be-
richtet, sie sei im Mai 2008 nach I._______ gezogen, wo sie zweimal 

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telefonisch bedroht worden seien. Weiter  habe sie bei  der Anhörung 
am 16. April  2009  zuerst  zu  Protokoll  gegeben,  im Vormonat  –  und 
somit angeblich im März 2009 – hätten sich Unbekannte bei Nachbarn 
nach ihnen erkundigt. Dies sei die erste Bedrohung gewesen, seit sie 
im September 2008 nach Colombo gezogen seien. Im späteren Verlauf 
habe sie dann allerdings behauptet, im Januar 2009 seien sie erneut 
telefonisch  bedroht  worden.  Angesichts  dieser  widersprüchlichen 
Aussagen  könne  den  Beschwerdeführenden  nicht  geglaubt  werden, 
dass  ihre  Familie  seit  dem  Abschluss  des  Verfahrens  im 
Zusammenhang  mit  der  Ermordung  des  Ehemannes  der 
Beschwerdeführerin  noch  bedroht  worden  sei.  Den  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden seien insgesamt keine glaubhaften Hinweise zu 
entnehmen,  welche  erwarten  liessen,  dass  ihre  Familie  heute  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  von 
einreiserelevanter  Verfolgung  betroffen  werde  und  daher  auf  den 
Schutz  der  Schweiz  nicht  angewiesen  sei.  An  diesen  Erwägungen 
vermöchten auch die eingereichten Dokumente nichts zu ändern.

4.4 Schliesslich führte das BFM bezüglich der von der Beschwerde-
führenden  geltend  gemachten  Kontrollen  seitens  der  Armee  in 
I._______  und  in  Colombo  aus,  diese  seien  nicht  einreiserelevant. 
Behördliche Kontrollmassnahmen dieser  Art,  welche als  im Rahmen 
der Terrorismusbekämpfung legitim einzustufen seien, stellten gemäss 
gefestigter Praxis der schweizerischen Asylbehörden – angesichts der 
geringen Eingriffsintensität – keine ernsthaften Nachteile im Sinne von 
Art. 3 AsylG dar.

4.5 In  der  Beschwerde  wurde  demgegenüber  ausgeführt,  das  BFM 
habe  ihr  Asylgesuch  abgewiesen,  ohne  die  Ernsthaftigkeit  ihrer  Be-
drohung nach der  brutalen Ermordung ihres Ehemannes zu berück-
sichtigen.  Nach  dessen  Tötung  sei  ihre  ganze  Familie  von  un-
bekannten Männern gesucht worden, die sie alle hätten töten wollen. 
Ihre  Tochter,  die  Augenzeugin  des  Verbrechens  gewesen  sei,  sei  in 
grosser Gefahr. Deshalb hätten sie keine andere Möglichkeit gehabt, 
als  Jaffna zu verlassen. Kehrten sie dorthin zurück,  würden sie  von 
den Mördern ihres Ehemannes sofort getötet werden. 

5.
5.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst  zum Schluss,  dass  das  BFM den rechtserheblichen Sach-
verhalt in ausreichender Weise abgeklärt hat, um einen Entscheid über 

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die  Frage  einer  Gefährdung  der  Beschwerdeführenden  fällen  zu 
können. 

5.2 Angesichts der Angaben der Beschwerdeführerin und der von ihr 
zu  den  Akten  gereichten  Beweismittel  besteht  für  das  Bundesver-
waltungsgericht  sodann  kein  Anlass,  daran  zu  zweifeln,  dass  der 
Ehemann  der  Beschwerdeführerin  am 10.  September  2006  von  un-
bekannten Tätern vor seinem Haus in H._______ erschossen wurde. 
In Übereinstimmung mit den Erwägungen des BFM ist jedoch festzu-
stellen,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin,  sie  und  ihre 
Kinder  würden  seither  von  den  Mördern  ihres  Mannes  verfolgt  und 
bedroht, wenig glaubhaft sind. 

5.3 Zum einen ist das Gerichtsverfahren bezüglich der Ermordung des 
Ehemannes  der  Beschwerdeführerin  abgeschlossen.  Gemäss 
eigenen  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  sagte  ihre  Tochter  als 
Augenzeugin der Ermordung ihres Vaters vor Gericht aus; da es keine 
Beweise gab, konnten die Täter allerdings nicht gefunden werden (vgl. 
A6/16, S. 9). Daher erscheint es realitätsfremd und unwahrscheinlich, 
dass diese die Augenzeugin sowie deren ganze Familie – nachdem sie 
von den Tätern  nicht  (mehr)  belastet  werden können –  noch immer 
gezielt suchen sollten. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, weshalb die 
Mörder  des  Ehemannes  der  Beschwerdeführerin  heute  noch  ein 
Interesse daran haben sollten, sie und ihre Familie zu finden und zu 
töten, zumal  sie ihre Herkunftsregion bereits vor über drei Jahren ver -
lassen  haben.  Ebenfalls  realitätsfremd  erscheint  es,  dass  die  un-
bekannten Männer im Herbst 2006 mehrmals mitten in der Nacht bei  
ihnen  an  der  Tür  geklopft  haben  sollen  und  dann  wieder  gegangen 
seien  (vgl.  A6/16,  S.  8).  Nach  der  Beschreibung  der  Beschwerde-
führerin, wie skrupellos diese Männer ihren Ehemann getötet hätten, 
kann dies kaum geglaubt werden. Es wäre eher davon auszugehen – 
wären  die  Männer  tatsächlich  auf  der  Suche  nach  der  Familie  ge-
wesen,  um diese  zu  töten  –  dass  sie  mit  Gewalt  in  das  Haus  ein-
gedrungen wären. Aus diesen Gründen bestehen erhebliche Zweifel, 
dass die Beschwerdeführenden in ihrem Heimatstaat einer erheblichen 
Gefährdung ausgesetzt sein sollen.

5.4 Darüber hinaus sind die vom BFM in der angefochtenen Verfügung 
festgestellten Widersprüche bezüglich dieser Vorbringen zu bestätigen. 
Für die Begründung kann auf die vorinstanzliche Verfügung verwiesen 
werden.  Schliesslich  ist  festzustellen,  dass  die  Vorbringen  der  Be-

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schwerdeführerin  bezüglich  der  Verfolgung  durch  Unbekannte  sehr 
vage  ausgefallen  sind  und  Realkennzeichen  vermissen  lassen,  was 
die bereits bestehenden Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen 
weiter  verstärkt.  Auch  die  eingereichten  Beweismittel  sind  nicht  ge-
eignet, eine asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu machen.

5.5 Die  Beschwerdeführerin  gab  überdies  an,  sie  und  ihre  Kinder 
seien in  I._______ zwei Mal und in Colombo ein Mal von der Polizei 
bzw.  Armee  kontrolliert  und  bezüglich  ihres  Aufenthalts  befragt 
worden.  Diese  Vorfälle  stellen  jedoch  nur  geringe  Eingriffe  in  die 
physische Bewegungsfreiheit  der Beschwerdeführenden, mithin keine 
aktuelle Gefährdung dar.

6.
6.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend 
festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführenden keine aktuelle  und un-
mittelbare  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  darzulegen  ver-
mochten. 

6.2 Das  BFM  hat  demnach  der  Beschwerdeführerin  sowie  deren 
Kindern die Einreise in die Schweiz zu Recht verweigert beziehungs-
weise  das  Asylgesuch  abgelehnt.  Zwar  erkennt  das  Bundesver-
waltungsgericht, dass die Situation der Beschwerdeführerin und ihrer 
Familie  aufgrund  der  derzeitigen  Lage  in  Sri  Lanka  generell  als 
schwierig  und  belastend  zu  bezeichnen  ist.  Dieser  Umstand  betrifft  
indessen  letztlich  die  Mehrheit  der  Zivilbevölkerung  in  Sri  Lanka, 
weshalb  die vorinstanzliche Verfügung angesichts  der  Praxis  im Be-
reich der  Auslandverfahren,  bei  denen sich  die Frage von allfälligen 
Wegweisungsvollzugshindernissen  gerade  nicht  stellt,  zu  bestätigen 
ist.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  Schutzbedürftigkeit 
der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 20 i.V.m. Art.  3 AsylG als 
nicht gegeben zu qualifizieren ist und auch keine anderen Gründe die 
Erteilung einer Einreisebewilligung indizieren würden.

6.3 Aus diesen Erwägungen ergibt  sich,  dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). 
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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D-1347/2010

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich  den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art.  63  Abs. 1 VwVG). 
Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von 
Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  je-
doch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden (durch Vermittlung der  schweizerischen 
Vertretung in Colombo, verbunden mit der Bitte um Eröffnung des 
Urteils  an  die  Beschwerdeführenden  sowie  um  Zustellung  der 
Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Corinne Krüger

Versand:

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