# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6abdb4b7-45b1-5d8d-b4b4-db252f457eb4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2010 E-6384/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6384-2008_2010-12-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6384/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Martin Zoller, 
Richterin Emilia Antonioni; 
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______, und ihre Kinder B._______, C._______, 
D._______, Kolumbien,
p.A. Schweizerische Botschaft Bogotà, Kolumbien,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 7. Juli 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6384/2008

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  suchte  am  12.  Dezember  2007  bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Bogotà für sich und ihre minderjährigen 
Kinder um Asyl in der Schweiz nach. Mit Schreiben vom 20. Dezember 
2007 forderte die Botschaft die Beschwerdeführerin auf, vier konkrete 
Fragen zu beantworten und einen Fragebogen auszufüllen. Ihre Ant-
wort ging am 3. Januar 2008 bei der Botschaft ein. 

In  ihren  Eingaben  machte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen 
geltend,  sie  stamme aus  E._______  im  Department  F._______. Sie 
habe als Beamtin in einem Spital  gearbeitet und sei aktives Mitglied 
der  Gewerkschaft  der  Krankenhausbediensteten  ANTHOC gewesen. 
Sie  sei  Zeugin  der  Ermordung  eines  Polizisten  geworden  und  habe 
daher  eine  Anzeige  bei  der  Staatsanwaltschaft  eingereicht.  In  der 
Folge sei sie den Behörden als Informantin zur Verfügung gestanden. 
Deshalb sei sie von Mitgliedern der Revolutionären Streitkräfte Kolum-
biens (FARC) mit dem Tod bedroht worden. Ihr Ehemann sei von der 
FARC  entführt  und  ihre  Tochter  vergewaltigt  worden.  Ferner  seien 
auch ihre Eltern sowie weitere Verwandte von der FARC bedroht wor-
den. Sie habe sich deshalb an die Behörden gewandt, welche eine Ri -
sikoanalyse durchgeführt hätten. Diese habe ihr Risikoprofil als ausser-
ordentlich hoch ("extraordinario") eingestuft, weshalb sie ins Zeugen-
schutzprogramm  der  Staatsanwaltschaft  aufgenommen  worden  sei. 
Schliesslich  leide  ihr  jüngster  Sohn  an  verschiedenen  gesundheit -
lichen Problemen (u.a. Epilepsie), deren Behandlung sehr teuer sei. 

Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin mehrere Dokumente 
– jeweils  in  Kopie  – zu  den  Akten,  auf  welche  in  den  Erwägungen 
soweit wesentlich eingegangen wird.

B.
Mit Schreiben vom 16. Januar 2008 überwies die Botschaft das Dos-
sier  dem BFM zur weiteren Bearbeitung und zum Entscheid. Im Be-
gleitschreiben  führte  die  Botschaft  aus,  bei  der  Beschwerdeführerin 
handle  es  sich  nicht  um  eine  national  bekannte  Persönlichkeit.  Sie 
habe den Wohnort  gewechselt,  werde aber auch am neuen Ort  ver-
folgt.  Sie  habe  keine  Beziehungen  zur  Schweiz  und  spreche  keine 
schweizerische Landessprache.

Seite 2

E-6384/2008

C.
Am 19. Mai 2008 ersuchte das BFM die Schweizerische Botschaft in 
Bogotà um Abklärung offener Fragen. Mit Schreiben vom 13. Juni 2008 
antwortete die Schweizer Vertretung.

D.
Mit Verfügung vom 7. Juli 2008  – von der Botschaft am 21. Juli 2008 
versandt  – verweigerte  das  BFM der  Beschwerdeführerin  und  ihren 
Kindern die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. 

E.
Mit  Eingabe  vom  29.  September  2008  an  die  Botschaft  (Eingang: 
30. September 2008) erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde und 
beantragte  sinngemäss  die  Aufhebung  der  BFM-Verfügung. Die  Be-
schwerde ging am 8. Oktober 2008 beim Bundesverwaltungsgericht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). 
Das BFM gehört  zu  den  Behörden nach  Art. 33  VGG und ist  daher 
eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet 
betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden  Beschwerde.  Das  Gericht  entscheidet  auf  dem Gebiet 
des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 In der Rechtsmitteleingabe führt die Beschwerdeführerin aus, sie 
habe  die  Empfangsbestätigung  nicht  unterzeichnet.  Dazu  ist  festzu-
stellen, dass sich keine – auch nicht eine nicht unterzeichnete – Emp-
fangsbestätigung bei den Akten befindet. Der Zeitpunkt der Eröffnung 
der von der Botschaft am 21. Juli 2008 an die Beschwerdeführerin wei-
tergeleiteten Verfügung vom 7. Juli 2008 steht somit nicht fest. Da die 
Beweislast  für die Zustellung an die Partei  der eröffnenden Behörde 
obliegt (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessie-

Seite 3

E-6384/2008

ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.150, S. 166 f.), 
ist  – trotz  des prozessualen Fehlverhaltens der  Beschwerdeführerin, 
als welches das absichtliche Nichtunterzeichnen der Empfangsbestäti -
gung zu gelten hat – zugunsten der Beschwerdeführerin davon auszu-
gehen, dass die am 30. September 2008 bei der Botschaft in Bogotà 
und  am 8.  Oktober  2008  beim Bundesverwaltungsgericht  eingegan-
gene Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist.

1.3 Die Beschwerde ist  nicht in einer Amtssprache des Bundes (vgl. 
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 33a VwVG und Art. 70 Abs. 1 der Bundes-
verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April 
1999 [BV, SR 101]) abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Be-
schwerdeverbesserung  im Sinne  von Art.  52  VwVG kann  vorliegend 
aus prozessökonomischen Gründen verzichtet werden. Nach erfolgter 
amtlicher Übersetzung (act. 3) sind die Rechtsbegehren bekannt und 
hinreichend begründet. 

1.4  Die Beschwerdeführerin ersucht in ihrer Eingabe um Abfassung 
des vorliegenden Urteils in spanischer Sprache. Gemäss Art. 33a Abs. 1 
VwVG i.V.m. Art. 37 VGG wird das Verfahren beim Bundesverwaltungs-
gericht  in einer der vier Amtssprachen (Deutsch,  Französisch,  Italie-
nisch und, unter gewissen Voraussetzungen, Romanisch) geführt. Spa-
nisch ist keine Amtssprache der Schweiz, weshalb dieser Antrag abzu-
weisen und das vorliegende Verfahren in deutscher Sprache zu führen 
ist (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG).

1.5 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist  daher zur Einreichung der Beschwerde legi-
timiert.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist 
somit einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. 37 VGG 
und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss Art. 19 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei einer  
schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Be-

Seite 4

E-6384/2008

richt an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schwei-
zerische Vertretung führt  mit der asylsuchenden Person in der Regel 
eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht 
möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  auf -
gefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 
1).

3.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Be-
stimmungen im Urteil  BVGE 2007/30 erkannt,  dass sich die Unmög-
lichkeit  einer  Befragung  aus  organisatorischen  oder  kapazitäts-
mässigen  Gründen  bei  der  jeweiligen  Vertretung,  aus  faktischen 
Hindernissen im betreffenden Land oder aus bei  der asylsuchenden 
Person  liegenden  persönlichen  Gründen  ergeben  kann  (vgl.  BVGE, 
a.a.O., E. 5.2 f.). Da die Anhörung der Sachverhaltserstellung und der 
Gewährung des rechtlichen Gehörs dient (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.5), 
ist  die  asylsuchende Person bei  gegebener  Unmöglichkeit  einer  An-
hörung  unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem 
individualisierten  Schreiben  mittels  konkreter  Fragen  aufzufordern, 
ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten;  wobei  ein  standardisiertes 
Schreiben diesen Anforderungen in der Regel nicht zu genügen ver-
mag (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.4). Allerdings kann sich eine Befragung 
beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen, 
wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs 
als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber 
diesfalls immerhin im Sinn des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu 
geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 
schriftlich zu äussern (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.7). Schliesslich ist das 
Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung 
in  der  Verfügung  über  das  Asylgesuch  zu  begründen  (vgl.  BVGE, 
a.a.O., E. 5.6 sowie 5.7).

3.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Schweizerische Botschaft 
in Bogotà die Beschwerdeführerin weder zu ihren Asylgründen befragt 
hat, noch ihr einen individuellen Fragekatalog unterbreitet hat. Einzig 
hat sie die Beschwerdeführerin mittels eines standardisierten Schrei -
bens vom 20. Dezember 2007 sowie eines Formulares aufgefordert,  
Angaben  zu  den  Fluchtgründen  zu  machen  und  entsprechende  Be-
weismittel zu bezeichnen beziehungsweise einzureichen. Diese Unter-
lagen  genügen  gemäss  Rechtsprechung  den  Anforderung  an  eine 
schriftliche Sachverhaltserklärung betreffend die Asylgründe nament-

Seite 5

E-6384/2008

lich  deshalb  nicht,  weil  das  Schreiben  keine  individuell-konkreten 
Fragen beinhaltet und der Fragebogen nur Fragen zu persönlichen Le-
bensdaten,  Sprachkenntnissen,  Auslandaufenthalten  und  ver-
wandtschaftlichen Beziehungen ausserhalb von Kolumbien enthält. 

Das Antwortschreiben,  den ausgefüllten  Fragekatalog sowie  die  von 
der  Beschwerdeführerin  eingereichten  Beweismittel  reichte  die  Bot-
schaft in der Folge an das BFM weiter. Aufgrund dieser Unterlagen er -
achtete das BFM den Sachverhalt als nicht hinreichend abgeklärt und 
veranlasste eine Botschaftsabklärung vor Ort. Nach Vorliegen des Ab-
klärungsergebnisses  gelangte  die  Vorinstanz  zum Schluss,  das  Ver-
fahren sei nun spruchreif und verzichtete auf eine Befragung der Be-
schwerdeführerin  beziehungsweise  eine  schriftliche  Aufforderung  zu 
weiteren Konkretisierungen. 

Mit  dieser  Vorgehensweise hat  das  BFM nach Ansicht  des  Gerichts 
den Anforderungen an die Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts Genüge getan, zumal die Gesamtheit der in den Akten liegen-
den Unterlagen den Sachverhalt ausführlich darzustellen vermögen. 

3.4
3.4.1 Gemäss BVGE 2007/30 ist das BFM bei der vorliegenden Sach-
lage in einem weiteren Schritt gehalten, der Beschwerdeführerin Ge-
legenheit  zu  geben,  zum  sich  abzeichnenden  negativen  Entscheid 
Stellung zu nehmen. Weiter hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung den 
Verzicht auf eine Befragung zu begründen. Die Nichtbeachtung dieser 
Grundsätze stellt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, welche 
angesichts  dessen  formeller  Natur  grundsätzlich  zur  Aufhebung  der 
angefochtenen  Verfügung  führen  (vgl.  BVGE 2008/14  E.  4.1,  BVGE 
2007/30 E. 8.2 m.w.H., BVGE 2007/27 E. 10.1).

3.4.2 Bis  zum  Entscheid  BVGE  2007/30  vom  27.  November  2007, 
publiziert  Anfang  2008,  war  der  Verzicht  auf  eine  Anhörung  be-
ziehungsweise auf  eine schriftliche Aufforderung zur  Konkretisierung 
der Asylgründe generell zulässig. Ebensowenig musste vor Erlass der 
Verfügung das rechtliche Gehör gewährt und der Verzicht auf eine Be-
fragung  in  der  vorinstanzlichen  Verfügung  begründet  werden.  Vor 
diesen Hintergrund erscheint eine Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung nicht als zwingend. Vielmehr kann es angezeigt sein, den vor 
Bekanntwerden der neuen Praxis begangenen Verfahrensmangel aus-
nahmsweise  zu  heilen  – dies  namentlich  dann,  wenn  aufgrund  der 
Akten davon auszugehen ist, dass der asylsuchenden Person in mate-

Seite 6

E-6384/2008

rieller Hinsicht kein Nachteil  erwachsen ist. Eine solche Konstellation 
ist insbesondere dann gegeben, wenn der entscheidwesentliche Sach-
verhalt aufgrund der schriftlichen Begründung des Asylgesuches und 
allfälliger Beweismittel als hinreichend erstellt zu erachten ist und der 
asylsuchenden Person zumindest auf Beschwerdeebene die Möglich-
keit offengestanden hat, sich nochmals zu ihren Asylgründen zu äus-
sern (vgl. dazu Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1999 Nr. 3 E. 3c).

3.4.3 Der vorinstanzliche Entscheid ist am 7. Juli 2008, somit nach der 
durch BVGE 2007/30 veranlassten Praxisänderung ergangen. Insoweit 
hat das BFM in der angefochtenen Verfügung korrekterweise den Ver-
zicht  auf  eine  Befragung  mit  dem  Hinweis  auf  die  weiteren  Ab-
klärungen im Rahmen der Botschaftsanfrage und deren Ergebnis be-
gründet.  Indes  hat  es  die  Vorinstanz  unterlassen,  der  Beschwerde-
führerin vor Erlass der Verfügung das rechtliche Gehör zum sich ab-
zeichnenden  negativen  Entscheid  zu  gewähren.  Damit  hat  es  ihren 
Anspruch auf rechtliches Gehörs verletzt. 

3.4.4 Eine  Verletzung  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  führt  in 
der Regel  zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die Rechts-
mittelinstanz kann jedoch die Gehörsverletzung heilen, wenn ihr, wie 
dies im Asylprozess der  Fall  ist,  eine umfassende Kognition zusteht 
(Art. 106 Abs. 1 AsylG) und dem Beschwerdeführer aus der Heilung 
kein Nachteil erwächst (BGE 126 I 72 E. 2, 125 I 209 E. 9). 

Aus  prozessökonomischen  Gründen  hat  der  Gesetzgeber  die  Ver-
waltungsbeschwerde  und  damit  auch  die  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  grundsätzlich  reformatorisch  ausgestaltet 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; gemäss Art. 61 Abs. 1 
VwVG darf  eine Rückweisung an die Vorinstanz nur ausnahmsweise 
erfolgen, so etwa, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müssen 
und ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist. Eine sach-
gerechte  Lösung  im  Sinne  einer  Heilung  oder  einer  Kassation  wird 
sich  entscheidend  an  der  Schwere  der  Verletzung  einer  Verfahrens-
vorschrift (vgl. EMARK 2004 Nr. 38 E. 7.1) orientieren.

Der  rechtserhebliche  Sachverhalt  ist,  nicht  zuletzt  dank  des  Ergeb-
nisses  der  Botschaftsanfrage,  hinreichend  erstellt  (vgl.  vorstehend). 
Sodann hatte  die  Beschwerdeführerin  im Rahmen des Rechtsmittel-
verfahrens  hinreichend  Gelegenheit,  ihre  Asylvorbringen  erneut  dar-
zutun  und  zu  belegen,  was  sie  auch  getan  hat.  Aufgrund  der  be-

Seite 7

E-6384/2008

sonderen  Konstellation,  namentlich  auch  der  erfolgten  Botschafts-
anfrage, ist deshalb von einer Kassation der angefochtenen Verfügung 
abzusehen. 

Demnach ist  im Folgenden in materieller  Hinsicht  zu prüfen,  ob das 
BFM der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz 
verwehrt und sein Asylgesuch abgewiesen hat.

4.  
4.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Ab-
klärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, 
im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes 
Land auszureisen.

4.2 Bei  diesem  Entscheid  gelten  für  die  Erteilung  einer  Einreise-
bewilligung  restriktive  Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein 
weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Ge-
fährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die 
Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung 
durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, 
die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  ander-
weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und 
Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  EMARK 1997 
Nr.  15  E. 2e-g;  die  dort  akzentuierte  Praxis  hat  nach  bloss 
redaktionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asyl-
gesetzes nach wie vor Gültigkeit).

5.  
5.1 Das BFM verweigerte der Beschwerdeführerin und ihren minder-
jährigen  Kindern  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  das  Asyl -
gesuch ab.

Zur  Begründung  führte  die  Vorinstanz  aus,  die  Beschwerdeführerin 
mache geltend, sie werde von der Guerillagruppierung FARC bedroht. 
Dazu sei  festzustellen,  dass  der  kolumbianische Staat  grundsätzlich 
über  eine  funktionierende  und  effiziente  Schutzinfrastruktur  verfüge, 
insbesondere über  einen funktionierenden Polizeiapparat  sowie über 

Seite 8

E-6384/2008

ein Rechts- und Justizsystem. Da der kolumbianische Staat die Guerilla 
im Rahmen des Möglichen bekämpfe,  könne die Schutzwilligkeit  als 
gegeben erachtet werden. Die Beschwerdeführerin habe sich aufgrund 
der Übergriffe an die Behörden gewendet, welche entsprechend rea-
giert hätten, indem sie ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wor-
den sei. Es gelinge keinem Staat, die absolute Sicherheit aller Bürger 
jederzeit  und  überall  zu  garantieren.  Zudem sei  nicht  davon  auszu-
gehen, dass die Verfolger die Beschwerdeführerin ohne Weiteres an 
einem  beliebigen  Ort  in  Kolumbien  ausfindig  machen  könnten.  Ihr 
stehe demnach eine innerstaatliche Fluchtalternative offen, das heisst, 
sie könne sich in einer anderen Region innerhalb von Kolumbien den 
Übergriffen  seitens  der  Guerilla  entziehen.  Demzufolge  sei  die  Be-
schwerdeführerin  keiner  unmittelbaren  Gefahr  im  Sinne  des  Asyl-
gesetzes ausgesetzt und bedürfe nicht des Schutzes der Schweiz. 

Weiter führte das BFM aus, die Beschwerdeführerin mache keine be-
sonders nahen Beziehungen zur Schweiz geltend, weshalb es ihr zu-
zumuten sei,  in  einem anderen Land um Schutz nachzusuchen,  na-
mentlich in einem der Nachbarstaaten Kolumbiens, welche die Flücht -
lingskonvention und das entsprechende Zusatzprotokoll ratifiziert hät-
ten und sich  grundsätzlich  an das flüchtlingsrechtliche Non-Refoule-
ment-Gebot  halten  würden.  Insbesondere  Argentinien  und  Brasilien 
würden über  ein  im Allgemeinen formelles  und gesichertes  Asylver-
fahren verfügen. Zudem sei es relativ einfach, einen sonstigen Aufent-
haltstitel in diesen beiden Ländern zu erhalten, selbst wenn keine An-
erkennung als  Flüchtling  erfolge. Für  die  praktische Möglichkeit  und 
die Zumutbarkeit der anderweitigen Schutzsuche spreche die Möglich-
keit  der  visumsfreien  Einreise  in  sämtliche umliegenden  Länder  Ko-
lumbiens sowie der  Umstand,  dass jährlich  mehrere tausend kolum-
bianische Staatsangehörige in  den Nachbarländern  – viele  davon in 
Ecuador – um Asyl nachsuchen und dort zu einem beträchtlichen Teil 
auch  als  Flüchtlinge  anerkannt  würden. Diese  umliegenden  Staaten 
würden überdies in geografischer, sprachlicher und kultureller Hinsicht 
offensichtlich näher liegen. Überdies sei  das UNHCR in diesen Län-
dern vor Ort und gewähre während der ersten Monate wirtschaftliche 
Unterstützung an Asylsuchende und Flüchtlinge. Die Länder des Cono 
Sur (Chile,  Uruguay und vorallem Argentinien und Brasilien) würden 
auch über staatliche Programme für Berufsbildung und wirtschaftliches 
Auskommen  verfügen,  die  auch  von  Flüchtlingen  in  Anspruch  ge-
nommen  werden  könnten.  Das  Gesundheitssystem  sei  in  diesen 
Staaten  kostenlos  und  die  obligatorische  Schulbildung  unentgeltlich. 

Seite 9

E-6384/2008

Schliesslich stehe der Beschwerdeführerin die Möglichkeit offen, sich 
an  die  Pastoral  Social  zu  wenden  und  sich  um  die  Aufnahme  ins 
Programm "Salida temporal" zu bemühen. Dieses Programm verhelfe 
gefährdeten  Personen  zur  Möglichkeit,  Kolumbien  für  ein  Jahr  zu 
verlassen.  Während  dieser  Zeit  werde  für  Unterkunft  und 
Lebensunterhalt gesorgt.

5.2 In der Rechtsmitteleingabe bringt die Beschwerdeführerin vor, ihre 
Lebenssituation sei kritisch. Die FARC habe ihr Leben zerstört, sie sei 
Opfer einer schrecklichen Verfolgung. Als alleinstehende Frau mit drei 
Kindern – wobei das jüngste an verschiedenen Krankheiten leide – sei 
das Leben sehr schwer. Sie könne keiner Arbeit nachgehen und habe 
keine finanziellen Mittel. Vor kurzem habe sie in die Landeshauptstadt 
reisen müssen. Dort sei sie von einigen Wiedereingegliederten, die sie 
hätten kidnappen wollen,  beinahe getötet  worden. Deshalb  halte sie 
sich  gegenwärtig  wieder  in  G._______  auf,  indes  sei  die  dortige 
Sicherheitslage  nicht  gut.  Schliesslich  bittet  die  Beschwerdeführerin 
um die Adresse der Pastoral Social.

5.3 Vorweg ist festzuhalten, dass sowohl das BFM als auch das Bun-
desverwaltungsgericht nicht in Abrede stellen, dass die Beschwerde-
führerin selber und auch ihre Kinder, namentlich ihre Tochter, in  der 
Vergangenheit  Schweres  erlebt  hat.  Ihre  Darstellung  der  ver-
schiedenen Vorfälle wird ohne jegliche Einschränkung anerkannt. Auch 
wird die Gefährdung der Beschwerdeführerin und ihrer  Kinder durch 
die FARC in ihrem Heimatland nicht bezweifelt. Ebenso wird nicht in 
Frage  gestellt,  dass  die  aktuelle  (Lebens-)Situation  für  die  Be-
schwerdeführerin als alleinerziehende Mutter schwierig und belastend 
ist.

Indes  gelangt  das  Gericht  zum  Schluss,  dass  das  BFM  zutreffend 
festgestellt  hat,  die Beschwerdeführerin habe in ihrem Gesuch keine 
besonders  nahen  Beziehungen  zur  Schweiz  geltend  gemacht.  Auch 
auf Beschwerdestufe legt die Beschwerdeführerin keinen persönlichen 
Bezug zur Schweiz dar. Demnach ist mit dem BFM zu schliessen, dass 
es  ihr  zuzumuten  ist,  in  einem  anderen  Land  als  der  Schweiz  um 
Asylgewährung nachzusuchen (vgl. Art. 52 Abs. 2 AsylG). 

Dazu stehen den Beschwerdeführenden auch konkrete Möglichkeiten 
offen. Beispielsweise ist die Übersiedlung der Familie in die Nachbar -
staaten  Kolumbiens  Brasilien,  Ecuador,  Panama  und  Peru  möglich, 
welche Vertragsparteien des Abkommens über die Rechtsstellung der 

Seite 10

E-6384/2008

Flüchtlinge vom 28. Juli  1951 (FK,  SR 0.142.30)  und des Protokolls 
über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  vom  31. Januar  1967  (SR 
0.142.301) sind. Venezuela seinerseits hat zwar das Abkommen selbst 
nicht  ratifiziert,  wohl  aber  das  Protokoll.  Diese  Länder  verfügen  mit 
Ausnahme Venezuelas über ein eigenes, gesetzlich geregeltes Verfah-
ren zur Anerkennung von Flüchtlingen. Sie orientieren sich auch alle 
an  der  regionalen  Cartagena-Erklärung  von  19.-22. November  1984 
(Declaración de Cartagena sobre los refugiados), deren weite Flücht-
lingsdefinition sie ins Landesrecht überführt haben. Zudem halten sie 
sich gemäss Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts grundsätzlich 
an das Gebot des Non-Refoulement von Art. 33 FK,  auch wenn als 
Einschränkung  festgestellt  werden  muss,  dass  es  in  den  Grenzge-
bieten – insbesondere denjenigen zu Panama und Venezuela – in den 
letzten Jahren zu unkontrollierten Rückschiebungen nach Kolumbien 
durch die Grenzbehörden gekommen ist. Für die praktische Möglich-
keit  und die Zumutbarkeit  der anderweitigen Schutzsuche spricht  im 
Weiteren  die  Möglichkeit  der  visumsfreien  Einreise  nach  Brasilien, 
Ecuador  und  Peru  sowie  der  Umstand,  dass  jedes  Jahr  mehrere 
tausend kolumbianische Staatsangehörige in den Nachbarländern, na-
mentlich in Ecuador, um Asyl nachsuchen und viele von ihnen dort als  
Flüchtlinge anerkannt werden. Auch ausserhalb von formellen Asylver-
fahren ist im süd- und zentralamerikanischen Raum die Möglichkeit zu 
einer  Einreise  weitgehend  vorhanden,  und  für  kolumbianische Immi-
granten sind die Chancen auf ein dauerhaftes Bleiberecht in diversen 
Ländern  intakt.  Insoweit  vermag  die  Beschwerdeführerin  weder  aus 
dem Einwand der mangelnden finanziellen Mittel  noch der Tatsache, 
dass eines ihrer Kinder krank ist, etwas zu ihren Gunsten abzuleiten. 

Wie bereits das BFM in der angefochtenen Verfügung dargelegt hat, 
hat die Beschwerdeführerin insbesondere die Möglichkeit, sich an die 
Pastoral Social zu wenden und sich um die Aufnahme ins Programm 
"Salida temporal" zu bemühen. Namentlich in den Ländern des Cono 
Sur  steht  der  Beschwerdeführer  ein kostenloses Gesundheitssystem 
zur  Behandlung  ihres  kranken  Sohnes  zur  Verfügung.  Um  weitere 
Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die zutreffenden Erwägungen 
in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden.  Soweit  die  Be-
schwerdeführerin  in  der  Rechtsmitteleingabe  schliesslich  darum  er-
sucht,  es sei ihr die entsprechende Adresse anzugeben, ist  die Bot -
schaft anzuweisen, diese der Beschwerdeführerin zusammen mit dem 
vorliegenden Urteil  bekanntzugeben und sie  gegebenenfalls  einläss-

Seite 11

E-6384/2008

licher über das entsprechende Ausreise-auf-Zeit-Programm zu orien-
tieren. 

Insgesamt ergeben sich somit keine Anhaltspunkte, die darauf schlies-
sen liessen, es sei der Beschwerdeführerin praktisch unmöglich oder 
objektiv unzumutbar, sich in einen anderen Staat, insbesondere einen 
der Nachbarstaaten Kolumbiens, zu begeben (vgl. EMARK 2004 Nr. 20 
sowie  1997  Nr. 15  E. 2f).  Diese  Schlussfolgerung  drängt  sich  umso 
mehr auf, als es sich bei der Beschwerdeführerin nicht um landesweit  
bekannte  Persönlichkeit  handelt,  die  aufgrund  ihrer  besonders  ex-
ponierten Stellung auch bei  einer  Flucht  ins nahe Ausland allenfalls 
befürchten müsste, weiterhin verfolgt zu werden. 

5.4 Bei  dieser  Sachlage  kann  letztlich  offen  bleiben,  ob  die  Be-
drohungen der Beschwerdeführerin und ihrer Familie auch heute, drei  
Jahre nach der Einreichung des Asylgesuch, und angesichts der er-
heblichen  Verbesserung  der  Sicherheitslage  in  Kolumbien  in  diesen 
vergangenen Jahre noch aktuell  sind und ob sie sich ihnen allenfalls 
durch  eine  innerstaatliche  Wohnsitzverlegung  dauerhaft  entziehen 
könnte.

6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin über 
keine konkrete Beziehungsnähe zur Schweiz verfügt, und es ihr mög-
lich und zumutbar ist, in einem Nachbarstaat Kolumbiens um Schutz 
nachzusuchen.  Unter  diesen  Umständen  hat  das  BFM  den  Be-
schwerdeführenden  zu  Recht  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung 
verweigert und ihr Asylgesuch abgewiesen.

7.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen. 

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

Seite 12

E-6384/2008

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 13

E-6384/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Bogotà.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Stöckli Barbara Balmelli

Versand: 

Seite 14

E-6384/2008

Zustellung an:   

- die Beschwerdeführerin durch Vermittlung der Schweizerischen Bot-
schaft in Bogotá (per EDA-Kurier)

- die  Schweizerische  Vertretung  in  Bogotá,  mit  der  Bitte,  der  Be-
schwerdeführerin  das  beiliegende Urteil  durch  Aushändigung  oder 
Postzustellung  des  Originals  (gegen  Empfangsbestätigung)  zu  er-
öffnen,  nötigenfalls  in  einer  ihr  verständlichen Sprache zu erläutern 
und uns die unterschriebene Empfangsbestätigung zu übermitteln (per 
EDA-Kurier; in Kopie). Ferner wird die Botschaft angewiesen, der Be-
schwerdeführerin die Adresse des Pastoral Social mitzuteilen und sie 
gegebenenfalls über das Programm "Salida temporal" einlässlicher zu 
orientieren; vgl. E. 5.3

- das BFM, mit den Akten N______ (in Kopie)

Seite 15