# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43320840-c9ed-5f4f-821d-95faa50b10c4
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-06
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 06.12.2023 501 2023 82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2023-82_2023-12-06.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2023 82

Urteil vom 6. Dezember 2023

Strafappellationshof

Besetzung Präsident: Michel Favre
Richter: Markus Ducret
Ersatzrichter: Mathias Boschung
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Daniel Zbinden, Wahlverteidiger

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Berufungsgegnerin

Gegenstand Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG)

Berufung vom 7. Juni 2023 gegen das Urteil des Polizeirichters des 
Seebezirks vom 28. April 2023

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. Mit Strafbefehl des Oberamtmannes des Seebezirks vom 12. Dezember 2022 wurde 
A.________ der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 34 
Abs. 4 SVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 12 Abs. 1 VRV) schuldig gesprochen und zur Bezahlung 
einer Busse von CHF 600.- verurteilt. Der Strafbefehl stützte sich auf den Rapport der Kantonspolizei 
vom 4. November 2022, wonach A.________ am Donnerstag, 6. Oktober 2022 gegen 18.45 Uhr in 
Murten, A1, Ausfahrt, mit dem Personenwagen Land Rover FR bbb wegen Unaufmerksamkeit und 
ungenügenden Abstands zum voranfahrenden Fahrzeug einen Verkehrsunfall mitverursacht habe. 
In der gleichen Sache wurde mit Strafbefehl des Oberamtmannes des Seebezirks vom 
12. Dezember 2022 auch C.________ der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln 
(Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und Art. 37 Abs. 1 SVG sowie Art. 12 Abs. 2 VRV) schuldig 
gesprochen und zur Bezahlung einer Busse von CHF 700.00 verurteilt. Der Strafbefehl stützte sich 
auf den Rapport der Kantonspolizei vom 4. November 2022, wonach C.________ am Donnerstag, 
6. Oktober 2022 gegen 18.45 Uhr in Murten, A1, Ausfahrt, mit dem Personenwagen BMW BE ddd 
wegen Nichtbeherrschen des Fahrzeugs und unnötigen brüsken Bremsens trotz nachfolgenden 
Fahrzeugs einen Verkehrsunfall mitverursacht habe.

Gegen die Strafbefehle vom 12. Dezember 2022 erhoben A.________ und C.________ am 
21. Dezember 2022 bzw. 20. Dezember 2022 Einsprache.

B. An der Sitzung des Polizeirichters des Seebezirks vom 21. April 2023 wurden A.________ und 
C.________ zur Sache befragt. Mit Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 28. April 2023 
wurde A.________ der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV, Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV sowie Art. 35 
Abs. 2, 3 und 4 SVG) schuldig gesprochen und zur Bezahlung einer Busse von CHF 800.00 
verurteilt. Mit Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 28. April 2023 wurde auch C.________ 
der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG, 
Art. 3 Abs. 1 VRV, Art. 37 Abs. 1 SVG und Art. 12 Abs. 2 VRV) schuldig gesprochen und zur Bezah-
lung einer Busse von CHF 800.00 verurteilt. Die Kosten des Verfahrens wurden A.________ und 
C.________ je zur Hälfte auferlegt.

In seinem Urteil ging der Polizeirichter von folgendem Sachverhalt aus (vgl. angefochtenes Urteil 
S. 9, act 15):

Vorliegend gelangt das Gericht zur Überzeugung, dass es am 6. Oktober 2022 gegen 18:45 Uhr, 
auf der Autobahn A1, zwischen Avenches und Murten, bereits vor dem Unfall zu gegenseitigen 
Provokationen zwischen C.________ und A.________ gekommen ist. Das Gericht hält es für erstellt, 
dass A.________ kurze Zeit nach C.________ in die Autobahnausfahrt in Murten gefahren ist, wobei 
es unwahrscheinlich ist, dass zu Beginn der Autobahnausfahrt der Abstand zwischen C.________ 
und A.________ lediglich 30 bis 40 Meter betrug, hat doch A.________ bestätigt, dass sich auf der 
Autobahn vor der Ausfahrt noch ein weiteres Fahrzeug zwischen ihnen befunden hat. Es ist 
demnach glaubhaft, dass A.________ schnell und nur mit knappem Abstand auf C.________ 
aufgefahren ist. C.________ bremste in der Folge stark ab, wobei dieser glaubhaft darlegte, dass 
es sich dabei nicht um eine Vollbremsung gehandelt hat. Andererseits geht das Gericht davon aus, 
dass es sich hier um eine provokative und unnötig starke Bremsung von C.________ gehandelt hat. 
Da A.________ C.________ (zu) stark aufgefahren war, musste dieser rechts auf den 
Pannenstreifen ausweichen, um eine Kollision verhindern zu können. Im Anschluss versuchte 

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A.________, auf dem Pannenstreifen rechts an C.________ vorbeizufahren. Das Gericht folgt der 
Ansicht der Kantonspolizei Freiburg, wonach C.________ nach rechts lenkte und ausschweifte, um 
das Vorbeifahren von A.________ zu verhindern. Dabei kollidierte C.________ mit dem Fahrzeug 
von A.________. Dieser gab jedoch sogleich Gegensteuer, wodurch das Fahrzeug von C.________ 
nach links auf die Wiese gedrängt wurde. Schliesslich hielten beide Fahrzeuge am Kreisel unterhalb 
der Autobahnausfahrt an.

C. Mit Schreiben vom 4. Mai 2023 meldete A.________, vertreten von Rechtsanwalt 
Daniel Zbinden, beim Polizeirichter des Seebezirks Berufung an. Mit Schreiben vom 7. Juni 2023 
reichte er beim Strafappellationshof die Berufungserklärung ein. Das gegen C.________ ergangene 
Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 28. April 2023 wurde nicht angefochten und ist in 
Rechtskraft erwachsen.

D. Mit Schreiben vom 20. Juni 2023 beantragte der Oberamtmann des Seebezirks, auf die 
Beschwerde sei nicht einzutreten, ohne in der Sache Stellung zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft 
erklärte in ihrem Schreiben vom 21. Juni 2023, weder Nichteintreten zu beantragen noch Anschluss-
berufung zu erklären.

E. Mit Schreiben vom 28. Juni 2023 forderte der Präsident des Strafappellationshofs den Rechts-
vertreter des Berufungsführers auf, die Berufung bis am 25. Juli 2023 schriftlich zu begründen. 
Dieser reichte mit Eingabe vom 8. August 2023 innert erstreckter Frist die schriftliche Begründung 
ein. Der Oberamtmann des Seebezirks und die Staatsanwaltschaft verzichteten in ihren Schreiben 
vom 11. August 2023 und 18. August 2023 auf eine Stellungnahme.

F. Mit Schreiben vom 25. August 2023 reichte der Rechtsvertreter des Berufungsführers dem 
Präsidenten des Strafappellationshofs aufforderungsgemäss die detaillierte Kostenliste ein.

Erwägungen

1.

1.1. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 
ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 StPO). Der Berufungsführer hat als 
beschuldigte Person ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des 
Entscheids i.S.v. Art. 382 Abs. 1 StPO. Er ist somit zur Berufung legitimiert.

1.2. Die Berufung ist dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils 
schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden (Art. 399 Abs. 1 StPO). Die Partei, die Berufung 
angemeldet hat, reicht dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten 
Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein und hat dabei anzugeben, ob sie das Urteil vollum-
fänglich oder nur in Teilen anficht, welche Änderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt und 
welche Beweisanträge sie stellt (Art. 399 Abs. 3 StPO). Berufungsanmeldung und Berufungserklä-
rung erfolgten fristgerecht. Das Urteil wird vollumfänglich angefochten und Beweisanträge werden 
keine gestellt. Die Berufung erfüllt damit die Anforderungen gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO.

1.3. Bildeten ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, 
so kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Fest-

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stellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue 
Behauptungen und Beweise können nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO). Die Rüge der 
offensichtlich unrichtigen oder auf Rechtsverletzungen beruhenden Feststellungen des Sachver-
halts entspricht Art. 97 Abs. 1 BGG. Es gilt demnach auch im kantonalen Verfahren eine qualifizierte 
Rügepflicht (vgl. Urteil BGer 6B_967/2023 vom 11. Oktober 2023 E. 1.2.1). Dabei handelt es sich 
um eine Ausnahme von der vollen Kognitionsbefugnis der zweitinstanzlichen Behörde, weshalb 
dieses Rechtsmittel auch als "eingeschränkte" Berufung bezeichnet wird (Urteil BGer 1B_768/2012 
vom 15. Januar 2013 E. 2.1). Rechtsfragen sind mit freier Kognition zu prüfen (Urteil KG FR 501 
2000 69 vom 21. September 2022 E. 1.1).

Soweit die Beweiswürdigung bzw. die Feststellung des rechtmässig erhobenen Sachverhalts gerügt 
wird, beschränkt sich die Überprüfung auf offensichtliche Unrichtigkeit, also auf Willkür. Relevant 
sind dabei klare Versehen bei der Sachverhaltsermittlung wie namentlich Irrtümer oder offensichtli-
che Diskrepanzen zwischen der sich aus den Akten sowie der Hauptverhandlung ergebenden Akten- 
sowie Beweislage und der Urteilsbegründung. Weiter in Betracht kommen insbesondere Fälle, in 
denen die gerügte Sachverhaltsfeststellung auf einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie 
von Verfahrensvorschriften der StPO selbst, beruht. Gesamthaft gesehen sind regelmässig Konstel-
lationen relevant, die als willkürliche Sachverhaltsfeststellungen zu qualifizieren sind (vgl. 
SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 398 
N. 13; EUGSTER, in Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 398 
N. 3a; Urteil KG FR 501 2014 146 vom 18. März 2015 E. 1b). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt 
namentlich vor, wenn der angefochtene Entscheid schlechterdings unhaltbar ist, d.h. wenn die 
Behörde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem 
Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen. Dass eine andere Lösung eben-
falls möglich oder gar zutreffender erscheint, genügt für die Annahme von Willkür nicht (BGE 146 IV 
88 E. 1.3.1; 145 IV 154 E. 1.1; je mit Hinweisen).

1.4. Da nur Übertretungen zu beurteilen sind, wird das Verfahren in Anwendung von Art. 406 
Abs. 1 lit. c StPO schriftlich durchgeführt.

2.

Der Berufungsführer macht geltend, der Polizeirichter habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt.

2.1. Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 
Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsäch-
lichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte 
Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Unschuldsvermutung sowie als ihre 
direkte Folge der Grundsatz «in dubio pro reo» betreffen sowohl die Beweislast als auch die Beweis-
würdigung im weiten Sinne. Als Beweislastregel bedeutet sie im Urteilsstadium, dass die Beweislast 
der Anklage obliegt und dass vom Zweifel der Beschuldigte profitieren muss. Als Beweiswürdigungs-
regel bedeutet die Unschuldsvermutung, dass der Richter sich nicht von einem für den Beschuldig-
ten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären kann, wenn aus einem objektiven Blickwinkel in 
Bezug auf das Bestehen dieses Sachverhalts Zweifel bestehen. Nicht entscheidend ist, dass bloss 
abstrakte und theoretische Zweifel bestehen, die jederzeit möglich sind, da eine absolute Sicherheit 
nicht verlangt werden kann. Es muss sich um ernsthafte und unüberwindbare Zweifel handeln, das 
heisst Zweifel, die sich aufgrund der objektiven Sachlage aufzwingen (vgl. BGE 144 IV 345 
E. 2.2.3.1).

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2.2. Der Berufungsführer bestreitet, zum Fahrzeug von C.________ keinen genügenden Abstand 
eingehalten zu haben. Die Annahme des angefochtenen Urteils, es sei vor dem Unfall zwischen den 
Beteiligten zu gegenseitigen Provokationen gekommen, werde mit keinem Wort begründet. Die 
Schlussfolgerung des Polizeirichters, der Berufungsführer sei aufgrund der vorgängigen 
gegenseitigen Provokationen schnell und nur mit knappem Abstand auf das Fahrzeug von 
C.________ aufgefahren, sei willkürlich. Auch die getroffene Annahme, dass der Abstand zwischen 
den beiden Fahrzeugen zu Beginn der Autobahnausfahrt grösser gewesen sei als 30 bis 40 Meter, 
lasse nicht die Schlussfolgerung zu, dass der Berufungsführer vor der Kollision dem Fahrzeug von 
C.________ zu nahe aufgefahren sei, zumal die Kollision sich nicht zu Beginn der Autobahnaus-
fahrt, sondern erst vor der Linkskurve ereignet habe. Selbst wenn der Berufungsführer zu Beginn 
der Autobahnausfahrt etwas schneller als 50 km/h gefahren wäre, um zum Fahrzeug von 
C.________ aufzuschliessen, würde dies noch keinen ungenügenden Abstand im Zeitpunkt der 
Kollision beweisen. Der Polizeirichter habe nicht abgeklärt, in welchem Abstand und mit welcher 
Geschwindigkeit der Berufungsführer dem Fahrzeug von C.________ unmittelbar vor der Kollision 
gefolgt sei. Unter diesen Umständen sei die Feststellung, der Berufungsführer habe infolge zu 
starken Auffahrens auf den Pannenstreifen ausweichen müssen, um eine Kollision zu verhindern, 
willkürlich.

2.2.1. C.________ gab am 29. Oktober 2022 vor der Polizei zu Protokoll, der Berufungsführer habe 
mindestens zwei Mal versucht, ihn rechts zu überholen, nachdem er dessen Land Rover vor dem 
Tunnel «des Vignes» auf der linken Spur überholt habe. Nachdem er in die Autobahnausfahrt Murten 
eingebogen und mit 50 km/h die Ausfahrt hinuntergefahren sei, habe er vor der Linkskurve leicht 
abgebremst. Da sei der Land Rover mit einer hohen Geschwindigkeit gekommen, bis er rechts von 
ihm auf dem Pannenstreifen auf gleicher Höhe gewesen sei, habe nach links gelenkt und sei mit der 
linken Front in die rechte Fahrzeugseite des BMW kollidiert (act. 9 Dossier 50 2022 99). Vor dem 
Polizeirichter sagte er aus, A.________ habe sich wahrscheinlich darüber aufgeregt, dass er ihn im 
Tunnel wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht rechts habe überholen können, also habe er 
es auf dem Pannenstreifen versucht. C.________ habe A.________ nicht kommen sehen und sei 
erschrocken. Er habe ihn erst gesehen, als er mit ihm kollidiert sei (act. 01007 Dossier 50 2022 99).

2.2.2. Der Berufungsführer gab am 4. November 2022 vor der Polizei zu Protokoll, während eines 
Überholmanövers sei auf einmal der BMW von C.________ hinter ihm auf der linken Fahrspur 
erschienen, sei ihm sehr nahe aufgefahren und habe ihm Lichthupen gegeben. Dabei habe er immer 
zwischen der linken und rechten Spur gewechselt. Nachdem der Berufungsführer das Überholma-
növer beendet und wieder auf die rechte Fahrbahn gewechselt habe, sei C.________ links von ihm 
auf gleicher Höhe gefahren, habe mit der Hand gewedelt und geflucht. Nach diesen Gesten habe 
C.________ ihn überholt und sei weitergefahren (act. 13 Dossier 50 2022 9). Er sei den anderen 
Fahrzeugen dann ebenfalls nahe aufgefahren und habe ihnen Lichthupen gegeben. Nach dem 
Tunnel Combette sei der BMW nach einem Überholmanöver wieder rechts eingebogen und habe 
die Ausfahrt in Murten genommen. Der Berufungsführer habe ebenfalls diese Ausfahrt genommen 
und sich direkt hinter dem BMW befunden. In der Folge habe dieser eine starke Bremsung getätigt, 
worauf im Fahrzeug des Berufungsführers alle Warnlampen angegangen seien und er als Reflex 
nach rechts ausgewichen sei, um eine Kollision zu vermeiden. Als er versucht habe, am BMW 
vorbeizufahren, habe dieser ihm den Weg abgeschnitten und ihn nach rechts abgedrängt. Dabei sei 
es zwischen den Fahrzeugen zu einer seitlichen Kollision gekommen (act. 14 Dossier 50 2022 9). 
Vor dem Polizeirichter bestritt der Berufungsführer, dass er C.________ rechts habe überholen 
wollen. Es habe beidseitig Kolonnenverkehr geherrscht und er habe in Murten die Autobahn verlas-
sen müssen, weshalb er C.________ weder überholen konnte noch wollte. Ebenfalls bestritt der 

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Berufungsführer, auf der Autobahnausfahrt mit einer hohen Geschwindigkeit auf C.________ 
aufgefahren zu sein. Er habe aus Reflex nicht hinter C.________ angehalten und sei stattdessen – 
so wie er es in den zwei Mal pro Jahr stattfindenden Fahrtests und Schleuderkursen mit der Firma 
gelernt habe – auf den Pannenstreifen ausgewichen (act. 01009 Dossier 50 2022 99). Obwohl es 
ihm möglich gewesen sei, hinter ihm zu bremsen, sei er zwischen 20 und 30 km/h am BMW 
vorbeigefahren. Als er auf gleicher Höhe gewesen sei, habe der BWM nach rechts ausgeschwenkt, 
um ihn abzudrängen, woraufhin der Berufungsführer aus Reflex Gegensteuer gegeben habe (act. 
01010 Dossier 50 2022 99).

2.2.3. In ihrem Rapport vom 4. November 2022 kam die Kantonspolizei zum Schluss, dass sich der 
Unfall in Anbetracht der Schäden gemäss Aussage des Berufungsführers zugetragen habe, wonach 
es infolge eines Lenkmanövers nach rechts von Seiten C.________ zu einer Kollision zwischen 
beiden Fahrzeugen gekommen sei (act. 3 Dossier 50 2022 99). Auch der Polizeirichter hält im 
angefochtenen Urteil fest, er folge der Ansicht der Kantonspolizei, wonach C.________ nach rechts 
lenkte und ausschweifte, um das Vorbeifahren des Berufungsführers zu verhindern (act. 1'041 
Dossier 50 2022 99). Gleichzeitig hält er es für glaubhaft, dass der Berufungsführer schnell und nur 
mit knappem Abstand auf C.________ aufgefahren ist und rechts auf den Pannenstreifen 
ausweichen musste, um eine Kollision zu verhindern. Vor dem Polizeirichter gab C.________ zu 
Protokoll, er habe den Berufungsführer nicht kommen sehen bzw. habe ihn erst gesehen, als er mit 
ihm kollidiert sei (vgl. oben E. 2.1.1. in fine). Der offensichtliche Widerspruch dieser Aussage zu 
seiner Aussage vor der Polizei, wonach der Berufungsführer «mit einer hohen Geschwindigkeit 
gekommen» sei, wird im angefochtenen Urteil nicht thematisiert. Dieser Widerspruch begründet 
jedoch für sich allein bereits ernsthafte und unüberwindbare Zweifel daran, dass der Berufungsführer 
tatsächlich schnell und nur mit knappem Abstand auf C.________ aufgefahren ist. Ob es dabei – 
wie vom Polizeirichter angenommen – vorher gegenseitige Provokationen zwischen den Parteien 
gegeben hat, ist für diese Frage ohne Belang und kann daher offen bleiben. 

Nach dem Gesagten ist «in dubio pro reo» davon auszugehen, dass der Berufungsführer entgegen 
den Feststellungen der Vorinstanz beim Hintereinanderfahren auf der Autobahnausfahrt ausreichen-
den Abstand zum Fahrzeug von C.________ gewahrt hat und es ihm möglich gewesen wäre, ohne 
Ausweichmanöver auf den Pannenstreifen hinter diesem abzubremsen.

3.

Der Berufungsführer rügt eine Verletzung des Rechts, namentlich von Art. 34 Abs. 4 SVG (ausrei-
chender Abstand), Art. 35 Abs. 4 SVG (Überholen) und Art. 31 SVG (Beherrschen des Fahrzeugs).

3.1. Gegenüber allen Strassenbenützern ist ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim 
Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren (Art. 34 Abs. 4 SVG). Als 
Abstand gilt die seitliche Distanz zu anderen Verkehrsteilnehmern (beim Überholen, Kreuzen, 
Nebeneinanderfahren und Vorbeifahren) und die Distanz zum vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer 
(WEISSENBERGER, Kommentar SVG und OBG, 2. Auflage 2014, Art. 34 SVG N. 42). Absatz 4 der 
Norm wird durch Art. 12 Abs. 1 VRV konkretisiert. Danach hat der Fahrzeugführer beim Hinterein-
anderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, so dass er auch bei überraschendem Brem-
sen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann. Was unter einem „ausreichenden 
Abstand“ im Sinne der genannten Bestimmung zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umstän-
den ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die 
Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge (WEISSENBERGER, Art. 34 SVG N. 56). 

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Die Vorinstanz wirft dem Berufungsführer vor, am 6. Oktober 2022 auf der Autobahnausfahrt dem 
Fahrzeug von C.________ vorsätzlich zu nah aufgefahren zu sein und nur durch ein Ausweichma-
növer auf den Pannenstreifen eine Kollision verhindert zu haben, womit er Art. 34 Abs. 4 SVG sowie 
Art. 12 Abs. 1 VRV verletzt habe. In Bezug auf das Hintereinanderfahren geht der Strafappellations-
hof «in dubio pro reo» davon aus, dass der Berufungsführer ausreichenden Abstand zum Fahrzeug 
von C.________ gewahrt hat und es ihm möglich gewesen wäre, ohne Ausweichmanöver auf den 
Pannenstreifen hinter diesem abzubremsen (vgl. oben E. 2.2.3. in fine). Soweit das vorinstanzliche 
Urteil den Berufungsführer diesbezüglich der Widerhandlung gegen Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 
Abs. 1 VRV schuldig spricht, verletzt es Bundesrecht und ist aufzuheben.

3.2. Die Vorinstanz wirft dem Berufungsführer weiter vor, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG verletzt zu 
haben, indem er auf dem Pannenstreifen einer Autobahnausfahrt und in einer folgenden Linkskurve 
versucht habe, vorsätzlich rechts an C.________ vorbeizufahren, obschon er hinten oder zumindest 
seitlich hinten hätte anhalten können, und dabei weder über den für das Überholmanöver nötigen 
übersichtlichen Raum noch über genügend Abstand zu C.________ verfügt habe. Lediglich weil 
vorliegend die Geschwindigkeit beider Fahrzeuge infolge des abrupten Bremsmanövers von 
C.________ tief und die Strassenbedingungen optimal gewesen seien (trockene Fahrbahn, gute 
Sicht), sei gerade noch auf eine einfache Verkehrsregelverletzung zu erkennen.

Der Begründung im angefochtenen Urteil lässt sich nicht entnehmen, welche Abstandsvorschriften 
zum Zeitpunkt des Überholmanövers verletzt worden wären. Weder aus dem Urteil noch aus den 
Akten ist ersichtlich, dass sich das Fahrzeug des Berufungsführers beim Überholen seitlich zu nahe 
am Fahrzeug von C.________ befunden hätte. Vielmehr geht der Strafappellationshof mit dem 
angefochtenen Urteil davon aus, dass C.________ nach rechts lenkte und ausschweifte, um das 
Vorbeifahren des Berufungsführers zu verhindern, sodass eine allfällige Verletzung von Abstands-
vorschriften beim Überholen nicht dem Berufungsführer angelastet werden kann. Entgegen den 
Feststellungen im angefochtenen Urteil ist auch nicht erstellt, dass der zum Überholen nötige Raum 
nicht übersichtlich und nicht frei gewesen wäre (vgl. Art. 35 Abs. 2 SVG). Das Überholmanöver 
erfolgte gemäss Unfallskizze (act. 5 Dossier 50 2022 9) ein gutes Stück vor der Linkskurve und an 
der fraglichen Stelle bestand keine Sichtbehinderung. Folglich liegt auch kein Überholen in einer 
unübersichtlichen Kurve gemäss Art. 35 Abs. 4 SVG vor. Soweit das vorinstanzliche Urteil den Beru-
fungsführer in diesem Zusammenhang der Widerhandlung(en) gegen Art. 35 SVG schuldig spricht, 
verletzt es Bundesrecht und ist aufzuheben.

Der diesbezüglich vorgebrachte Einwand des Berufungsführers, es fehle dem angefochtenen Urteil 
an einer Sachverhaltsfeststellung, wonach die Linkskurve bei der Autobahnausfahrt unübersichtlich 
sei, womit das rechtliche Gehör verletzt sei, ist demnach gegenstandslos und im Übrigen unbegrün-
det, zumal der Kartenausschnitt auf der Unfallskizze (act. 5 Dossier 50 2022 99) ausreichend 
Aufschluss darüber gibt, dass die Sicht in dieser Linkskurve – wenn auch auf einer Autobahnausfahrt 
im Normalfall kein Gegenverkehr zu erwarten ist – eingeschränkt ist.

3.3. Der Fahrzeugführer muss das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichts-
pflichten nachkommen kann (Art. 31 Abs. 1 SVG). «Beherrschen» bedeutet, jederzeit in der Lage 
sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne 
Zeitverlust genügend schnell und zweckmässig reagieren zu können (WEISSENBERGER, Art. 31 SVG 
N. 1; BGE 120 IV 63 E. 2a). Der Fahrzeugführer muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem 
Verkehr zuwenden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 VRV). Das Mass der Aufmerksamkeit, das vom Fahrzeug-
führer zu verlangen ist, richtet sich nach den gesamten konkreten Umständen, namentlich der 

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Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Tageszeit, der Sicht und den voraussehbaren 
Gefahrenquellen (WEISSENBERGER, Art. 31 SVG N. 7; BGE 127 II 302 E. 3c). 

Allerdings ist das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs nur strafbar, wenn es auf einem Fahrfehler oder 
einer zurechenbaren Fehlreaktion des Lenkers beruht, mithin schuldhaft ist. Von diesem wird eine 
richtige, situationsadäquate Reaktion verlangt, ohne aber überhöhte Anforderungen zu stellen (Urteil 
BGer 6B_1157/2016 vom 28. März 2017 E. 4.4 mit Hinweisen). Der Fahrzeuglenker kann im Stras-
senverkehr überraschend in eine kritische Situation kommen, in der Fehlentscheide möglich und 
verständlich sind (ROTH, in Basler Kommentar SVG, 2014, Art. 31 N. 54). Unvermutet auftretende 
Gefahren stellen oft hohe und höchste Ansprüche an die Reaktionsfähigkeit der Betroffenen, 
weshalb dem Fahrzeugführer nicht zum Vorwurf gemacht werden kann, wenn sich seine Reaktion 
im Nachhinein, nach ruhigem Überlegen und Abwägen, allenfalls nach Durchführung einer techni-
schen Expertise, als nicht die beste aller denkbaren Reaktionsweisen erweist, jedenfalls so lange 
nicht, als die getroffene Reaktion verständlich und nicht als abwegig oder gar kopflos erscheint. 
Massgebend und wegleitend sind das Vertrauensprinzip und die in der konkreten Situation gegebe-
nen Verhältnisse. Völlig unerwartetes Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer ist dem Fahrzeuglen-
ker nicht anzulasten (vgl. ROTH, Art. 31 N. 55, 59). Das suboptimale Verhalten belastet den Fahr-
zeuglenker umso weniger, je überraschender eine Gefahr in Erscheinung tritt, je dringlicher eine 
Reaktion ist und je grösser sich die Anzahl möglicher Entscheidungsalternativen darbietet (Urteil KG 
FR 501 2022 109 vom 13. Januar 2023 E. 3.2). Für den «Durchschnittsfahrer», der unvermittelt mit 
einer Gefahrensituation konfrontiert ist, stellt das Bremsen die naheliegendste Reaktion dar (Urteil 
BGer 6B_1157/2016 vom 28. März 2017 E. 4.4 mit Hinweisen). Eine ungeschickte Reaktion in über-
raschenden Situationen bleibt in der Regel straflos (Urteil KG FR 501 2017 138 E. 4.2.1 mit Hinwei-
sen). Keinen Vorwurf trifft etwa, wer während eines Überholvorgangs auszuweichen versucht und 
ins Schleudern gerät, weil der Überholte plötzlich einen Schwenker macht (ROTH, Art. 31 N. 58).

3.3.1. Der Polizeirichter wirft dem Berufungsführer vor, nach dem abrupten Bremsmanöver von 
C.________ nicht angehalten, sondern diesen auf dem Pannenstreifen überholt zu haben. Bei 
einem solchen Manöver komme ein Fahrzeugführer seinen Vorsichtspflichten nicht nach und wende 
seine Aufmerksamkeit nicht im nötigen Masse dem Verkehr und der Strasse zu. Zudem habe der 
Berufungsführer anlässlich der Kollision mit dem Fahrzeug von C.________ schuldhaft Gegensteuer 
gegeben, was als ein Fahrfehler und daher als ein Nichtbeherrschen des Fahrzeugs zu qualifizieren 
sei. Indem der Berufungsführer nicht adäquat auf das Bremsmanöver von C.________ reagiert und 
anlässlich der Kollision mit dessen Fahrzeug vorsätzlich Gegensteuer gegeben habe, habe er Art. 31 
Abs. 1 SVG sowie Art. 3 Abs. 1 VRV verletzt.

3.3.2. Der Strafappellationshof geht davon aus, dass es dem Berufungsführer – wie dieser selbst 
vorbringt – möglich gewesen wäre, hinter C.________ zu bremsen (vgl. oben E. 2.2.3 in fine). Zudem 
war mit Blick auf das zuvor beobachtete Fahrverhalten von C.________ (vgl. oben E. 2.2.2) dessen 
plötzliches Abbremsen auf der Autobahnauffahrt kein völlig unerwartetes Verhalten, mit dem der 
Berufungsführer schlechthin nicht hätte rechnen müssen. Nach den vorangegangenen Gesten von 
C.________ war der Berufungsführer vielmehr zu erhöhter Aufmerksamkeit gehalten, was das 
Fahrverhalten von C.________ betrifft. Die naheliegendste Reaktion auf das abrupte Bremsen von 
C.________ wäre gewesen, vor ihm anzuhalten, was dem Berufungsführer gemäss eigenen Anga-
ben objektiv möglich gewesen wäre. Der Pannenstreifen darf nur für Nothalte benutzt werden 
(Art. 36 Abs. 3 Satz 1 VRV) und das Rechtsüberholen auf dem Pannenstreifen ist unter Umständen 
als grobe Verletzung von Verkehrsregeln zu qualifizieren (vgl. Urteil BGer 6B_199/2017 vom 
20. Dezember 2017 E. 1.3 und 1.4 mit Hinweisen). Das Ausweichen auf den Pannenstreifen zum 
Überholen ist daher als Fahrfehler und schuldhafte Fehlreaktion des Berufungsführers zu qualifizie-

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ren. Dass ihm dies – wie er geltend macht – in einem Fahrkurs allenfalls so vermittelt wurde, ist für 
den objektiven Tatbestand unbehelflich. 

Nach dem Gesagten ist betreffend das Ausweichen auf den Pannenstreifen die Verurteilung des 
Berufungsführers wegen Nichtbeherrschen des Fahrzeugs nicht zu beanstanden und somit zu 
bestätigen.

3.3.3. Zusätzlich als Nichtbeherrschen des Fahrzeugs rechnet der Polizeirichter dem Berufungs-
führer an, dass er Gegensteuer gegeben hat, als C.________ nach rechts ausschwenkte, um das 
Vorbeifahren des Berufungsführers zu verhindern. Dem kann nicht gefolgt werden. Auch wenn der 
Berufungsführer in Bezug auf das Fahrverhalten von C.________ zu erhöhter Aufmerksamkeit 
angehalten war, musste er doch nicht damit rechnen, dass dieser versucht, ihn beim Überholen von 
der Fahrbahn zu drängen. Obwohl jederzeit die Möglichkeit besteht, dass andere Verkehrsteilneh-
mer sich fahrlässig oder sogar grobfahrlässig verhalten, muss ein Fahrzeugführer in der Regel davon 
ausgehen dürfen, dass andere sich nicht vorsätzlich verkehrswidrig verhalten. Das absichtliche und 
hochgefährliche Manöver von C.________ kam für den Berufungsführer völlig unerwartet. Dass er 
in diesem Schockmoment nicht abgebremst, sondern reflexartig Gegensteuer gegeben hat, um nicht 
von der Fahrbahn abzukommen, ist ihm unter dem Blickwinkel der oben angeführten Praxis (E. 3.3) 
nicht anzulasten.

Soweit das vorinstanzliche Urteil den Berufungsführer diesbezüglich des Nichtbeherrschens des 
Fahrzeugs gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 Satz 1 VRV schuldig spricht, verletzt es 
Bundesrecht und ist aufzuheben.

4.

Da der Berufungsführer infolge seines teilweisen Obsiegens nicht mehr der mehrfachen (einfachen) 
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen wird, ist die erstin-
stanzlich ausgesprochene Busse von CHF 800.00 in Anwendung von Art. 106 Abs. 3 StGB ange-
messen zu reduzieren und auf CHF 400.00 festzusetzen. Die Ersatzfreiheitsstrafe wird entspre-
chend auf 4 Tage reduziert. Im Übrigen ist auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu 
verweisen, welche sich der Strafappellationshof zu eigen macht (Art. 82 Abs. 4 StPO).

5.

5.1. Nach Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie 
verurteilt wird. Bei vorliegendem Verfahrensausgang ist somit von einer neuen Verlegung der erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten abzusehen.

Für das Berufungsverfahren gilt, dass die Parteien die Verfahrenskosten nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens zu tragen haben (Art. 428 StPO). Die Verfahrenskosten umfassen die 
Gerichtsgebühren und die Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 StPO i.V.m. Art. 33 ff. des Justiz-
reglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]). Gestützt darauf werden die Gerichtskosten 
auf CHF 1'100.- festgesetzt (Gebühr: CHF 1'000.-; Auslagen: CHF 100.-).

Der Berufungsführer ist im Berufungsverfahren in Bezug auf den Strafpunkt teilweise durchgedrun-
gen. Es rechtfertigt sich daher, die Kosten des Berufungsverfahrens zur Hälfte dem Berufungsführer 
und zur Hälfte dem Staat Freiburg aufzuerlegen (Art. 426 und 428 StPO).

5.2. Erfolgt weder ein vollständiger oder teilweiser Freispruch noch eine Einstellung des Verfah-
rens, obsiegt die beschuldigte Person aber in andern Punkten, so hat sie Anspruch auf eine ange-

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messene Entschädigung für ihre Aufwendungen (Art. 436 Abs. 2 StPO). Die Entschädigung folgt 
den gleichen Regeln wie der Kostenentscheid. Vorliegend wurden die Verfahrenskosten zur Hälfte 
dem Berufungsführer und zur Hälfte dem Staat Freiburg auferlegt.

Gemäss Art. 75a JR werden die als Parteientschädigung geschuldeten Anwaltshonorare und 
Anwaltsauslagen nach einem Stundentarif von CHF 250.- festgesetzt. 

Rechtsanwalt Zbinden veranschlagt für das Berufungsverfahren ein Honorar von CHF 4'479.-, mithin 
einen Arbeitsaufwand von insgesamt rund 17 Stunden, sowie Auslagen von CHF 83.-. Unter Berück-
sichtigung sämtlicher Umstände gibt die eingereichte Kostenliste zu keinen Beanstandungen 
Anlass, der geltend gemachte Aufwand erscheint als angemessen. Die dem Berufungsführer zuge-
sprochene Entschädigung von insgesamt CHF 4'913.25 (inkl. MwSt. von CHF 351.25) wird ange-
sichts seines nur teilweisen Obsiegens auf die Hälfte dieses Betrages, also auf CHF 2'456.55 (inkl. 
MwSt. von CHF 189.15) festgesetzt.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen.

Das Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 28. April 2023 gegen A.________ wird in 
Ziff. II. Unterziffern 2.1, 2.2 und 2.3 abgeändert und hat neu folgenden Wortlaut:

I. […]

II. A.________

2.1 A.________ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln, begangen in Murten am 
6. Oktober 2022, gegen 18:45 Uhr (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und 
Art. 3 Abs. 1 VRV).

2.2 A.________ wird in Anwendung von Art. 106 StGB zu einer Busse von CHF 400.- 
verurteilt.

2.3 A.________ wird eine Zahlungsfrist von 3 Monaten gewährt, um die Busse von 
CHF 400.- zu bezahlen. Wird die Busse nicht fristgerecht bezahlt und ist sie auch auf 
dem Betreibungsweg uneinbringlich, tritt an ihre Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
4 Tagen (Art. 106 Abs. 2 und 3 StGB).

2.4. Auf schriftliche Anfrage innerhalb von 30 Tagen an den Polizeirichter kann A.________ 
beantragen, die Bezahlung der Busse in Form von gemeinnütziger Arbeit zu leisten. 
Die Vollzugsmodalitäten werden zu einem späteren Zeitpunkt vom Amt für Strafvollzug 
und Bewährungshilfe festgelegt. Die Verfahrenskosten können nicht durch das Leisten 
von gemeinnütziger Arbeit bezahlt werden.

III. Kosten

2.1 Die Kosten des Verfahrens werden C.________ und A.________ je zur Hälfte auferlegt 
(Art. 426 StPO). Die Gerichtsgebühr beträgt CHF 1'200.- und die Auslagen CHF 400.-
.

2.2 Es werden keine Entschädigungen ausgerichtet und keine Genugtuungen 
zugesprochen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 1'100.- festgesetzt (Gerichtsgebühr: 
CHF 1'000.-; Auslagen: CHF 100.-). Sie werden A.________ zur Hälfte auferlegt. Der Saldo 
geht zu Lasten des Staates Freiburg.

III. A.________ wird eine angemessene Entschädigung von CHF 2'456.55 (inkl. MwSt. von 
CHF 189.15) für die Ausübung seiner Verfahrensrechte ausgerichtet.

IV. Zustellung.

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Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 6. Dezember 2023/mbo

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin