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**Case Identifier:** b603e5ec-8750-5438-b74f-2ee2245ca993
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 05.11.2008 B 2008/13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2008-13_2008-11-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2008/13

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 05.11.2008

Entscheiddatum: 05.11.2008

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 5. November 2008
Bau- und Planungsrecht, Art. 24c RPG (SR 700), Art. 42 RPV (SR 700.1), Art. 2 
Abs. 1 Ziff. 1 GNG (sGS 751.1), Art. 59 Abs. 1 BauG (sGS 731.1). Die 
Erweiterung einer Baute oder Anlage, auf die Art. 24c RPG anwendbar ist 
und die den Gewässerabstand verletzt, ist mit den wichtigen Anliegen der 
Raumplanung nicht vereinbar (Verwaltungsgericht, B 2008/13).

Anwesend: Vizepräsidentin Dr. E. Oesch-Frischkopf; Verwaltungsrichter 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Ersatzrichter lic. iur. Jürg Diggelmann; 

Gerichtsschreiberin lic. iur. R. Haltinner-Schillig

_______________

                                                                                     In Sachen

 

E.A.,

H.A.,

Beschwerdeführer,

beide vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. L.,  

gegen

 

Regierung des Kantons St. Gallen,Regierungsgebäude, 9001 St. Gallen,

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Vorinstanz,

und

 

Politische Gemeinde M.,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Baugesuch (Gartenhaus, Balkonerweiterung)

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ E. und H. A., W., sind Eigentümer des 499 m  grossen Grundstücks Nr. 1777, 

Grundbuch M.. Gemäss Zonenplan der Politischen Gemeinde M. vom 27. Januar 1993 

liegt die Parzelle in der Landwirtschaftszone. Sie ist mit dem seit dem Jahr 1969 

nichtlandwirtschaftlich geschätzten Ferienhaus (Assek.-Nr. 2168) überbaut.

Das Grundstück Nr. 1777 fällt nach Norden - zum Walensee hin - steilab und grenzt auf 

seiner Südseite an die B-strasse. Entlang der westlichen Grundstücksgrenze verläuft 

der T.-Bach. Das Ufergehölz entlang des Fliessgewässers ist durch die kommunale 

Schutzverordnung vom 7. Juli 1997 geschützt. Das aufgeschüttete Grundstück wird 

sowohl entlang der nördlichen als auch der westlichen Seite mit Stützmauern aus 

Eisenbahnschwellen vom übrigen Gelände abgegrenzt.

Am 15. August 2006 ordnete der Gemeinderat M. die sofortige Einstellung der 

Bauarbeiten an der Terrasse des Ferienhauses an und forderte E. und H. A. auf, für die 

Terrassenerweiterung und das bereits erstellte Gartenhaus nachträglich ein Baugesuch 

einzureichen.

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Am 19. August 2006 wurde ein Baugesuch eingereicht. Danach wurde die Holzterrasse 

durch eine Betonplatte ersetzt und auf der Ost-, West- und Nordseite erweitert. Die 

Erweiterung auf der Westseite (zum T.-Bach hin) weist eine Länge von rund 8,6 m und 

eine durchschnittliche Breite von 1,5 m auf. Dieser Bereich der Erweiterung wird durch 

eine neu erstellte, rechtwinklig zur Gebäudefassade verlaufende Stützmauer getragen 

und durch einen Treppenaufgang ergänzt. Auf der Nordseite des Ferienhauses wurde 

die Terrasse um rund 3 m auf rund 7,5 m verlängert und um rund 0,3 m verbreitert. Auf 

der Ostseite wurde sie ebenfalls mit einem Treppenaufgang ergänzt. Im Rahmen der 

Balkonerweiterung wurde die unter dem Balkon liegende Fläche eingekiest und die 

Gestaltung des angrenzenden Gartens wurde geringfügig angepasst. Das freistehende 

Gartenhaus, das sich südwestlich des Ferienhauses befindet und ebenfalls 

Gegenstand des Baugesuches ist, weist eine Breite von 2,2 m und eine Länge von 

2,5 m auf. Sodann verfügt es über eine knapp 4 m  grosse Terrasse. Das Baugesuch 

lag in der Zeit vom 11. bis 24. September 2006 öffentlich auf. Es wurden keine 

Einsprachen erhoben.

Am 19. Dezember 2006 verweigerte das Amt für Raumentwicklung (ARE; heute Amt für 

Raumentwicklung und Geoinformation, AREG) die Zustimmung zur nachträglichen 

Baubewilligung und hielt fest, es seien keine Gründe ersichtlich, die den Teilabbruch 

der Terrasse und das Versetzen des Gartenhauses ausschliessen würden.

Am 18. Januar 2007 fasste der Gemeinderat M. folgenden Beschluss:

"1. Die Baubewilligung für das Baugesuch Nr. 45/2006 wird verweigert.

2. Die Verfügung des Amtes für Raumentwicklung vom 19. Dezember 2007 (richtig: 

2006) bildet integrierenden Bestandteil dieser Verfügung.

3. Gestützt auf Art. 130 BauG verfügt der Gemeinderat im Sinne der Erwägungen den 

Teilabbruch der bereits ausgeführten westlichen Terrassenerweiterung auf der Flucht 

der alten Terrasse. Hierfür wird dem Gesuchsteller eine Frist bis 31. Mai 2007 

eingeräumt.

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4. Gestützt auf Art. 130 BauG verfügt der Gemeinderat die Entfernung des 

Gartenhauses aus dem Gewässerabstandsbereich. Hierfür wird dem Gesuchsteller 

eine Frist bis 31. Mai 2007 eingeräumt.

5. Für die Wiederherstellungsarbeiten ist dem Gemeinderat bis spätestens 28. Februar 

2007 ein Baugesuch einzureichen.

6. (Hinweis auf Art. 292 des Strafgesetzbuches)

7. (Gebühr)

8. (Rechtsmittel)"

B./ Am 8. Februar 2007 erhoben E. und H. A. gegen den Beschluss des Gemeinderates 

M. vom 18. Januar 2007 und gegen die Verfügung des ARE vom 19. Dezember 2006 

Rekurs bei der Regierung. Sie beantragten, beide Entscheide seien aufzuheben und 

dem Baugesuch vom 19. August 2006 sei zu entsprechen, eventualiter sei die 

Angelegenheit zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das ARE 

nahm am 28. März 2007 Stellung und beantragte, der Rekurs sei abzuweisen. Am 

Augenschein, den das für die Regierung handelnde Baudepartement am 16. Mai 2007 

durchführte, nahmen auch Vertreter des ARE und des kantonalen Tiefbauamtes teil. 

Am 18. Dezember 2007 wies die Regierung den Rekurs von E. und H.A. ab (Ziff. 1). Zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands wurde ihnen eine Frist von drei 

Monaten ab Rechtskraft des Entscheids eingeräumt (Ziff. 4).

C./ Am 16. Januar 2008 erhoben E. und H. A. Beschwerde beim Verwaltungsgericht. 

Sie stellten die Rechtsbegehren, der Entscheid der Regierung vom 18. Dezember 2007 

sei aufzuheben (Ziff. 1), und die Streitsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen (Ziff. 2). Die Regierung nahm am 6. Februar 2008 Stellung und 

beantragte, der Beschwerde sei keine Folge zu geben. Am 21. Februar 2008 

verzichtete der Gemeinderat M. darauf, sich vernehmen zu lassen. E. und H. A. 

machten von der Möglichkeit, sich zu neuen tatsächlichen und rechtlichen Argumenten 

zu äussern, keinen Gebrauch.

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Das Verwaltungsgericht hat einen Augenschein an Ort und Stelle durchgeführt. Die 

Verfahrensbeteiligten und ein Vertreter des kantonalen Tiefbauamtes (Gewässer) 

wurden dazu eingeladen und erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache befugt (Art. 59bis Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann 

haben E. und H.A. ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Weiter 

wurde die Beschwerde vom 16. Januar 2008 innert Frist eingereicht, und sie entspricht 

formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. Die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, das 

freistehende Gartenhaus und die westseitige Terrassenerweiterung seien nicht 

bewilligungsfähig. Unbestritten ist, dass einzig eine Ausnahmebewilligung nach Art. 

24c des Raumplanungsgesetzes (SR 700, abgekürzt RPG) zur Diskussion steht. Beim 

Ferienhaus, das heute in der Landwirtschaftszone liegt, handelt es sich nach 

übereinstimmender Auffassung der Beschwerdeführer und der Vorinstanz um eine 

"altrechtliche Baute" bzw. um eine seinerzeit in Übereinstimmung mit dem materiellen 

Recht erstellte Baute, die durch nachträgliche Änderung von Er-lassen oder Plänen 

rechtswidrig geworden ist (vgl. auch Art. 41 der Raumplanungsverordnung, SR 700.1, 

abgekürzt RPV, BGE 129 II 396 E. 4.2.1 S. 398 und VerwGE vom 30. April 2008 i.S. 

R.H., in: www.gerichte.sg.ch neues Fenster je mit Hinweisen).

2.1. Nach Art. 24c RPG sind bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen 

ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand 

grundsätzlich geschützt (Abs. 1). Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung 

der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder 

wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind. In 

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jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung 

vorbehalten (Abs. 2).

Das Bundesgericht hat mehrfach festgehalten, dass Art. 24c RPG inhaltlich im 

Wesentlichen Art. 24 Abs. 2 aRPG entspricht, weshalb die bisherige Rechtsprechung 

zum zu-lässigen Mass der Änderung bzw. Erweiterung weiter anwendbar sei (BGE 127 

II 215 E. 3b S. 219; Urteil 1A.186/2004 vom 12. Mai 2005 E. 6.3.2 und Urteil 161/2004 

vom 1. Februar 2005 E. 3.1). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 24 Abs. 2 

aRPG kannte keine starre quantitative Begrenzung, sondern stellte darauf ab, ob die 

Änderung bei einer Gesamtbetrachtung von untergeordneter Bedeutung sei; 

hinsichtlich Umfang, äusserer Erscheinung sowie Zweckbestimmung musste die 

Wesensgleichheit der Baute gewahrt werden und durften keine wesentlichen neuen 

Auswirkungen auf die Nutzungsordnung, Erschliessung und Umwelt geschaffen 

werden (BGE 127 II 215 E. 3a S. 218 f. mit Hinweisen). Massgebend waren demnach 

nicht einzelne Merkmale, sondern alle raumwirksamen Elemente im Zusammenwirken 

(Urteil 1A.186/2004 vom 12. Mai 2005).

2.2. Änderungen an Bauten und Anlagen, auf die Art. 24c RPG anwendbar ist, sind 

nach Art. 42 Abs. 1 RPV zulässig, wenn die Identität der Baute oder Anlage 

einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt. 

Verbesserungen gestalterischer Art sind zulässig. Massgeblicher Vergleichszustand für 

die Beurteilung der Identität ist nach Art. 42 Abs. 2 RPV der Zustand, in dem sich die 

Baute oder Anlage im Zeitpunkt der Erlass- oder Planänderung befand. Ob die Identität 

der Baute oder Anlage im Wesentlichen gewahrt bleibt, ist unter Würdigung der 

gesamten Umstände zu beurteilen (Art. 42 Abs. 3 RPV). In jedem Fall gelten folgende 

Regeln: Innerhalb des bisherigen Gebäudevolumens darf die anrechenbare 

Bruttogeschossfläche nicht um mehr als 60 Prozent erweitert werden (lit. a). Ist eine 

Erweiterung innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens nicht möglich oder nicht 

zumutbar, so kann sie ausserhalb erfolgen; die gesamte Erweiterung darf in diesem Fall 

weder 30 Prozent der zonenwidrig genutzten Fläche noch 100 m  überschreiten; die 

Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens werden nur halb 

angerechnet (lit. b).

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2.3. Änderungen an Bauten und Anlagen, auf die Art. 24c RPG anwendbar ist, müssen 

zudem, wie ausgeführt, mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar sein. 

Diese Formel verweist auf die Ziele und Grundsätze der Raumplanung (Art. 1 und 3 

RPG), mit denen das Bauvorhaben im Einklang stehen muss (Waldmann/Hänni, 

Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 24c RPG N 22). Nach Art. 1 Abs. 1 RPG sorgen 

Bund, Kantone und Gemeinden dafür, dass der Boden haushälterisch genutzt wird. Sie 

stimmen ihre raumwirksamen Tätigkeiten aufeinander ab und verwirklichen eine auf die 

erwünschte Entwicklung des Landes ausgerichtete Ordnung der Besiedlung. Sie 

achten dabei auf die natürlichen Gegebenheiten sowie auf die Bedürfnisse von 

Bevölkerung und Wirtschaft. Nach Art. 1 Abs. 2 RPG unterstützen sie mit Massnahmen 

der Raumplanung insbesondere auch die Bestrebungen, die natürlichen 

Lebensgrundlagen wie Boden, Luft, Wasser, Wald und die Landschaft zu schützen 

(lit. a). Die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden achten nach Art. 3 Abs. 1 und 

Abs. 2 RPG auf den Grundsatz, wonach die Landschaft zu schonen ist. See- und 

Flussufer sollen freigehalten und öffentlicher Zugang und Begehung erleichtert werden 

(Art. 3 Abs. 2 lit. c RPG).

3. Die Beschwerdeführer und die Vorinstanz sind sich einig, dass sowohl die Fläche 

des Gartenhauses als auch diejenige der Terrassenvergrösserung im nach Art. 24c 

Abs. 2 RPG und Art. 42 RPV zulässigen Rahmen liegen.

4. Die Beschwerdeführer machen bezüglich des Gartenhauses, welches sie 

südwestlich ihres Ferienhauses erstellt haben, geltend, das ARE habe freistehende 

Nebenbauten in seiner Stellungnahme vom 28. März 2007 als zu-lässig bezeichnet, 

wenn eine Erweiterung des Hauptbaus auf Grund der örtlichen Verhältnisse nicht 

möglich sei. Entgegen der Annahme im angefochtenen Entscheid treffe dies zu. Die 

Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, es sei auf Grund der tatsächlichen 

Gegebenheiten möglich, das Ferienhaus zu diesem Zweck auf der Nordseite mit einem 

Anbau zu erweitern. Die Beschwerdeführer begründen dies damit, sowohl die 

vorbestandene wie auch die erweiterte Terrasse auf der Nordseite des Hauses seien 

mit einem Zu- und Abgang versehen (gewesen), welcher über einen befestigten Weg 

entlang der Hausfassade gegen Osten führe. Ein Anbau auf der Nordseite des 

Ferienhauses würde diese Erschliessung der Liegenschaft verstellen. Sodann würde 

der Lichteinfall durch die dort vorhandenen Fenster beeinträchtigt. Hinzu kommt ihrer 

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Ansicht nach, dass ein Anbau in dieser Form die Identität des Ferienhauses erheblich 

mehr beeinträchtigen würde, als dies aufgrund des freistehenden Gartenhauses der 

Fall ist.

4.1. Nebenbauten sind freistehende, mit dem Hauptgebäude nicht verbundene 

untergeordnete Bauten (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, 

Rz. 689). Neu erstellte Nebenbauten gelten in der Regel als Neubauten, die nicht unter 

Art. 24c RPG fallen (VerwGE vom 12. Februar 2008 i.S. M. und E.D, zur Zeit abrufbar 

unter www.gerichte.sg.ch neues Fenster mit Hinweis auf Bundesamt für 

Raumentwicklung (Hrsg.), Bewilligungen nach Art. 24c RPG; Änderungen an 

zonenwidrig gewordenen Bauten und Anlagen, in: Erläuterungen zur RPV und 

Empfehlungen für den Vollzug 2000/2001, S. 8 ff., zur Zeit abrufbar unter 

www.are.admin.ch). Dementsprechend können Nebenbauten nach der Praxis des ARE 

unter dem Gesichtspunkt von Art. 24c RPG nur ausnahmsweise bewilligt werden, wenn 

verschiedene Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Dazu gehört, dass ein Anbau an 

das Hauptgebäude auf Grund der örtlichen Verhältnisse (z.B. Topographie, Hauptbau 

ist Schutzobjekt, am Hauptbau kann aus objektiven Gründen nicht angebaut werden) 

nicht möglich ist.

4.2. Entsprechend seiner Praxis hat das ARE in seiner Stellungnahme vom 28. März 

2007 ausgeführt, wenn auf Grund der örtlichen Verhältnisse kein Anbau möglich sei, 

könne gegebenenfalls eine Nebenbaute bewilligt werden. Das ARE hat indessen 

festgehalten, im konkreten Fall komme dies nicht in Frage, weil ein Anbau am 

Ferienhaus (ausserhalb des Gewässerabstands) ohne weiteres möglich sei. Anlässlich 

des Augenscheins des Verwaltungsgerichts hat sich diese Feststellung bestätigt. Das 

Ferienhaus kann auf der nördlichen Seite ohne Verletzung des Gewässerabstands mit 

einem Anbau versehen werden, der genügend gross ist, um die fürdie Bewirtschaftung 

des Grundstücks benötigten Gartengeräteunterzubringen. Somit besteht keine 

objektive Notwendigkeitfür eine freistehende Baute. Ohne Belang ist in diesem 

Zusammenhang, dass die heutige Gestaltung der Liegenschaft und der ihr im Norden 

vorgelagerten Fläche - Oberlicht des Kellergeschosses, Treppenaufgang zur Terrasse, 

befestigter Gartenweg - zu diesem Zweck verändert werden müssten, zumal die 

Verbindung zwischen Terrasse und Garten nicht zwingend erforderlich ist. Massgebend 

ist nicht, was aus Sicht der Beschwerdeführer wünschenswert ist bzw. was sie 

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subjektiv anstreben, sondern was auf Grund der Gegebenheiten vor Ort objektiv 

möglich ist. Anlässlich des Augenscheins des Verwaltungsgerichts hat sich sodann 

gezeigt, dass die Behauptung der Beschwerdeführer, das Gartenhaus füge sich ohne 

weiteres in die Umgebung ein bzw. es wahre die Identität ihres Ferienhauses und 

seines ländlichen Umfelds, nicht zutrifft. Die fensterlose Holzkonstruktion, die auf 

derkleinen Fläche zwischen Wohnhaus und T.-Bach erstellt worden ist, wird als 

störender Fremdkörper wahrgenommen.

4.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde in dieser Hinsicht 

abzuweisen ist. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe den 

Sachverhalt bezüglich der tatsächlichen Verhältnisse auf ihrem Grundstück unrichtig 

abgeklärt, erweist sich somit als unbegründet. Weil die Erweiterung des Ferienhauses 

durch einen Anbau möglich ist, ergibt sich sodann, dass das freistehende Gartenhaus 

gestützt auf Art. 24c RPG in Verbindung mit Art. 42 RPV nicht bewilligungsfähig ist. 

Sodann wahrt es die Identität des Ferienhauses und seiner Umgebung nicht. Hinzu 

kommt, dass das Gartenhaus den Gewässerabstand zum T.-Bach unterschreitet, 

weshalb eine Bewilligung auchwegenUnvereinbarkeit der Baute mit den wichtigen 

Anliegen der Raumplanung nicht erteilt werden könnte (vgl. dazu Ziff. 5 hienach).

5. Was die westseitige Erweiterung der Terrasse anbetrifft, bringen die 

Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, diese sei mit den 

wichtigen Anliegen der Raumplanung nicht vereinbar und deshalb nicht 

bewilligungsfähig, weil sie sich im Gewässerabstand zum T.-Bach befinde. Sodann 

beruhe der angefochtene Entscheid in dieser Hinsicht auf einem unrichtig bzw. 

unvollständig festgestellten Sachverhalt. Sie begründen dies damit, beim T.-Bach 

handle es sich nicht um ein öffentliches Gewässer im Sinn des Gesetzes über die 

Gewässernutzung (sGS 751.1, abgekürzt GNG) und somit auch nicht um einen Bach im 

Sinn von Art. 59 des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG), weshalb kein 

Gewässerabstand einzuhalten sei. Der T.-Bach führe die meiste Zeit über kein Wasser 

und diene höchstens der Ableitung von Regen- oder Schneewasser. Die Vorinstanz 

habe es unterlassen, die Ausführungen des Mitarbeiters des kantonalen Tiefbauamtes 

anlässlich des Augenscheins zu überprüfen. Sie wäre gehalten gewesen, Angaben zur 

Häufigkeit und Menge des abfliessenden Wassers zu erheben und den genauen Verlauf 

des T.-Bachs bzw. den genauen Abstand zur fraglichen Baute festzulegen. Sodann 

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hätte sie exakte Angaben bezüglich des durch die Schwellenverbauung bestehenden 

Höhenunterschieds zwischen Bach und Liegenschaft machen müssen.

5.1. Nach Art. 1 GNG steht dem Staate im Rahmen des Bundesrechtes die Hoheit über 

die öffentlichen Gewässer zu. Öffentliche Gewässer sind u.a. Seen, Flüsse und Bäche 

(Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG; vgl. auch BG über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte, 

SR 721.80), und das zuständige Departement (Baudepartement, vgl. Art. 18 Abs. 1 der 

Vollzugsverordnung zum GNG, sGS 751.11) entscheidet, ob ein öffentliches Gewässer 

vorliegt (Art. 2 Abs. 2 GNG). Das Gesetz umschreibt den Begriff des öffentlichen Bachs 

nicht. Was unter einem öffentlichen Bach im Sinn von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG zu 

verstehen ist, ist daher durch Auslegung zu ermitteln. Massgebend sind Funktion, 

Bedeutung und Ausdehnung des Gewässers (GVP 1978 Nr. 62, GVP 1987 Nr. 88). Das 

Baudepartement hat entschieden, öffentliche Bäche im Sinn des GNG hätten keine 

mittlere Ergiebigkeit von 600 Minutenlitern aufzuweisen. Umgekehrt könne unter 

Berücksichtigung von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 2 und 3 GNG auch nicht jedes Rinnsal als 

öffentlicher Bach gelten. Der Wasserlauf müsse eine gewisse mittlere Ergiebigkeit 

aufweisen, damit er zu den öffentlichen Gewässern zähle. Dabei seien Funktion, 

Bedeutung und Ausdehnung eines Baches die massgebenden Gesichtspunkte. Dies 

schliesse indessen nicht aus, dass ein Bach auch dann zu den öffentlichen Gewässern 

gehöre, wenn das Gerinne nicht während 365 Tagen im Jahr Wasser führe, weil die 

Wasserführung von der Jahreszeit bzw. von den Niederschlägen abhänge. Ein 

öffentliches Gewässer liege jedenfalls dann nicht vor, wenn ein Gerinne oder ein Kanal 

nur eine sehr geringe mittlere Ergiebigkeit aufweise (GVP 1987 Nr. 88).

5.2. Der Gewässerabstand ist eine bedeutende Vorschrift des BauG, die aus 

wasserbaupolizeilichen Gründen und aus Gründen des Naturschutzes - Bäche, Flüsse 

und Seen und ihre Ufer sind Schutzgegenstände nach Art. 98 Abs. 1 lit. a BauG - 

erlassen wurde. Die Gewässer sind einerseits die Lebensadern, die unsere Landschaft 

durchziehen, andererseits geht von ihnen eine oft unterschätzte Hochwassergefahr aus 

(Heer, a.a.O., Rz. 641 mit Hinweis). Das Baudepartement hat mit Recht entschieden, an 

der Einhaltung des Gewässerabstands bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse 

(GVP 2000 Nr. 75). Die Erweiterung einer Baute oder Anlage, auf die Art. 24c RPG 

anwendbar ist und die den Gewässerabstand verletzt, ist mit den wichtigen Anliegen 

der Raumplanung nicht vereinbar und deshalb nicht bewilligungsfähig.

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5.3. Nach Art. 59 Abs. 1 BauG gilt für Bauten und Anlagen gegenüber Bächen ein 

Mindestabstand von 10 Meter und innerhalb der Bauzonen gegenüber Bächen mit 

einem mittleren Gerinnequerschnitt unter 0,2 m  von 4 Meter. Im Baureglement, in 

Zonen-, Überbauungs- oder Gestaltungsplänen können andere Mindestabstände 

festgelegt werden, wenn es die örtlichen Verhältnisse rechtfertigen (Art. 59 Abs. 5 

BauG). Von dieser Möglichkeit hat die Beschwerdegegnerin keinen Gebrauch gemacht. 

Es ist davon auszugehen, dass sich die Frage des Gewässerabstands von 10 Meter nur 

stellt, wenn es sich beim "Bach" um ein oberirdisch fliessendes Gewässer handelt, das 

öffentlichen Charakter im Sinn des GNG hat und nicht zu den Flüssen zählt (Heer, 

a.a.O., Rz. 644). Eine andere Frage ist, ob diese Voraussetzung auch bei "kleinen 

Bächen" erfüllt sein muss, für die gemäss Art. 59 Abs. 1 BauG ein wesentlich 

geringerer Gewässerabstand von 4 Meter einzuhalten ist. Sie braucht indessen nicht 

beantwortet zu werden, zumal diese Sonderregelung nur innerhalb der Bauzonen gilt 

(vgl. auch Heer, a.a.O., Rz. 645). Daraus ergibt sich, dass in einem Fall wie dem 

vorliegenden, wo es um die Erweiterung einer bestimmungsgemäss nutzbaren aber 

nicht mehr zonenkonformen Baute in der Landwirtschaftszone geht, ein 

Gewässerabstand von 10 Meter einzuhalten ist, vorausgesetzt beim Bach handle es 

sich um ein öffentliches Gewässer im Sinn des GNG.

5.4. Nach Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr beauftragte 

Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch 

Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und ZE., durch Beizug von Urkunden, 

Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere Weise. 

Sind zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine besondern Erhebungen nötig, sind 

nach Art. 12 Abs. 2 VRP nur die von den Beteiligten angebotenen und die leicht 

zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen aufzunehmen.

Die Behörde kann sich zur Ermittlung des Sachverhalts auf die Fachkunde der 

Verwaltung stützen und muss keine auswärtigen Sachverständigen beiziehen (GVP 

1986 Nr. 43). Der Amtsbericht ist die Auskunft einer Behörde oder Amtsstelle über 

bestimmte Tatsachen oder Verhältnisse, über welche diese auf Grund ihrer Tätigkeit 

besondere Sachkunde besitzt. In der Regel wird Schriftlichkeit gefordert (Cavelti/

Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 974 mit 

Hinweisen). Sodann ist es möglich, sachkundige Mitarbeiter der Verwaltung zur 

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Abklärung des Sachverhalts zu befragen. Von Amtsgutachten und sachkundigen 

Auskünften wird nur abgewichen, wenn dafür stichhaltige Gründe bestehen. Dies ist 

etwa der Fall bei offensichtlichen Mängeln und Widersprüchen (Kölz/Häner, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 

Rz.  282; Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des 

Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, § 7 N 78). Der Beweischarakter der 

Meinungsäusserung wird sodann gemildert, wenn sie kaum fachspezifische Aussagen 

enthält und inhaltlich einem Stimmungsbild gleichkommt (GVP 2001 Nr. 12 mit Hinweis 

auf GVP 1997 Nr.16).

5.5. Die Vorinstanz geht in den Erwägungen zum angefochtenen Entscheid davon aus, 

beim T.-Bach handle es sich zweifellos um ein öffentliches Gewässer im Sinn des GNG 

und somit um einen Bach im Sinn des BauG. Ein Entscheid derjenigen Behörde, die 

von Gesetzes wegen zuständig ist, über diese Frage zu befinden, liegt zwar nicht vor. 

Der mit der Rekursinstruktion betraute Mitarbeiter der Rechtsabteilung des 

Baudepartements hat indessen einen Mitarbeiter des kantonalen Tiefbauamtes 

eingeladen, amRekursaugenschein vom 16. Mai 2007 teilzunehmen, um festzustellen, 

ob es sich beim T.-Bach um einen Bach im Sinn des BauG handle. Die Fachperson der 

kantonalen Verwaltung hat anhandverschiedener Kriterien (Einzugsgebiet, Karten, 

Pläne) vorOrt erläutert, warum aus ihrer Sicht im Zusammenhang mitdem T.-Bach von 

einem öffentlichen Gewässer gesprochen werden müsse. Sodann war anlässlich des 

Rekursaugenscheins in diesem Zusammenhang festgestellt worden, dass zwar kein 

Wasser floss, dass das Bachbett aber nicht überwuchert war, was auf einen 

regelmässigen Wasserlauf hinweist. Hinzu kommt, dass weitere Indizien dafür 

sprechen, dass es sich beim T.-Bach um ein öffentliches Fliessgewässer handelt. Dazu 

gehört, dass sich im Zonenplan der Beschwerdegegnerin ein "Hinweis Gewässer" 

findet und dass "W.-T." (Uferbestockung entlang Fliessgewässer) im Verzeichnis der 

"Naturobjekte, Hecken, Feld- und Ufergehölze, Trockenmauern" der kommunalen 

Schutzverordnung aufgeführt ist. Die Frage, ob es sich beim T.-Bach um ein 

öffentliches Gewässer handle, ist im Rekursverfahren somit hinreichend geklärt 

worden, und die Beschwerde erweist sich in dieser Hinsicht als unbegründet. 

Anlässlich seines Augenscheins konntedas Verwaltungsgericht zudem feststellen, dass 

in der Geländemulde etwas Wasser floss und dass der Durchlass unter der 

Murgtalstrasse auf den Abfluss beträchtlicherWassermengen ausgerichtet ist. Sodann 

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hat der vor Ort anwesende Mitarbeiter des kantonalen Tiefbauamtes erläutert, der T.-

Bach führe über mehrere Grundstücke und diene der Entwässerung eines 

Einzugsgebiets von rund27 ha. Das Gerinne sei sichtbar(Sohle mit Steinen). 

Weiterführte die Fachperson aus, die Abflussmenge könne im Fall eines Hochwassers 

bis zu 4 m /sec betragen. Sie hat zudemdarauf hingewiesen, der T.-Bach sei auf der 

TopographischenKarte, auf alten Plänen und Karten (u.a. Siegfriedkarte) und auf der 

Gewässernetzkarte als Gewässer verzeichnet. Im Gegensatz zur Auffassung der 

Beschwerdeführerhandelt es sich beim T.-Bach somitum einen Bach im Sinn von Art. 

59 Abs. 1 BauG. Demzufolge habenBauten und Anlagen einen Gewässerabstandvon 

10 m einzuhalten. Unbestritten ist, dass sich die Terrassenvergrösserung zum 

überwiegenden Teil und das Gartenhaus vollumfänglich innerhalb dieses Abstands 

befinden. Die auf diese Weise erfolgte Erweiterung des Ferienhauses ist somit mit den 

wichtigen Anliegen der Raumplanung nicht vereinbar.

6. Für den Fall, dass das Verwaltungsgericht zur Auffassung gelangen sollte, der T.-

Bach sei ein öffentliches Gewässer, gegenüber dem ein Gewässerabstand nach Art. 59 

Abs. 1 BauG einzuhalten sei, machen die Beschwerdeführer bezüglich der 

Balkonerweiterung geltend, es sei zu prüfen, ob die Voraussetzungen betreffend 

Bestandes- und Erweiterungsgarantie nach Art. 77bis BauG erfüllt seien. Ihrer Meinung 

nach wäre es in diesem Fall zulässig, den Gewässerabstand zu unterschreiten.

6.1. Nach Art. 77bis Abs. 1 Satz 1 BauG sind Bestand und Erneuerung rechtmässig 

erstellter Bauten und Anlagen, die den geltenden Vorschriften oder Plänen 

widersprechen, gewährleistet. Umbauten, Zweckänderungen und Erweiterungen sind 

nach Art. 77bis Abs. 2 BauGzulässig, soweit dadurch die Rechtswidrigkeit weder 

vermehrt noch wesentlich verstärkt wird. Eine Vermehrung der Rechtswidrigkeit liegt 

vor, wenn die Änderung zu einer Verletzung zusätzlicher Vorschriften führt, z.B. neben 

der bestehenden Verletzung des Grenzabstandes auch noch zu einer Verletzung der 

Ausnützungsziffer. Von einer Verstärkung der Rechtswidrigkeit spricht man, wenn eine 

bereits verletzte Vorschrift in noch stärkerem Ausmass verletzt wird, z.B. indem ein 

bereits unterschrittener Grenzabstand noch weiter unterschritten oder - wenn auch im 

Mass der Unterschreitung gleichbleibend - durch zusätzliche Bauteile unterschritten 

wird (Heer, a.a.O., Rz. 750 mit Hinweis). Die Frage, ob die Verstärkung der 

Rechtswidrigkeit wesentlich ist, beurteilt sich anhand von zwei Kriterien. Zum einen 

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nach der Schwere der Verletzung des Schutzzwecks der Norm und zum anderen nach 

dem Ausmass, in dem ein bestehender rechtswidriger Gebäude- oder Anlageteil 

erweitert werden soll. Unwesentlich ist eine Verstärkung der Rechtswidrigkeit nur, 

wenn weder der Schutzzweck der Norm erheblich beeinträchtigt, noch die Erweiterung 

des bestehenden rechtswidrigen Teils für sich allein oder zusammen mit dem weiteren 

Gebäude als bedeutsam bezeichnet werden muss (Heer, a.a.O., Rz. 752 mit Hinweis 

auf GVP 2001 Nr. 95).

6.2. Im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdeführer steht eine wesentliche 

Verstärkung der Rechtswidrigkeit im Sinn von Art. 77bis Abs. 2 BauG zur 

Diskussion.Unbestritten geblieben sind die Feststellungen im angefochtenen 

Entscheid, wonach der Gewässerabstand durch die Hälfte der ursprüngliche 

Terrassenfläche von rund 6 m  verletzt wurde und wonach diese innerhalb des 

Gewässerabstands auf rund 17 m  erweitert worden ist. Der Gewässerabstand wird 

damit mit einer zusätzlichen Fläche von 11 m  verletzt und gleichzeitig wurde eine rund 

2,5 m lange Stützmauer innerhalb des Gewässerabstands erstellt.

6.3. Es ergibt sich somit, dass die im Bereich des Gewässerabstands liegende 

Balkonerweiterung gestützt auf Art. 77bis Abs. 2 BauG nicht bewilligt werden kann. 

Hinzu kommt, dass sie, wie dargelegt, mit den wichtigen Anliegender Raumplanung 

nicht vereinbar ist (vgl. Ziff. 5.2. hievor).

7. Die Beschwerdeführer berufen sich weiter auf Art. 77 Abs. 1 lit. a BauG und machen 

geltend, die Durchsetzung des Gewässerabstands bedeute für sie eine offensichtliche 

Härte. Sie begründen dies damit, es sei ihnen nicht bewusst gewesen, dass gegenüber 

dem T.-Bach ein Gewässerabstand einzuhalten sei und es sei unbillig, Art. 59 Abs. 1 

BauG zur Anwendung zu bringen, weil der Schutzzweck des Gewässerabstands durch 

die Terrassenerweiterung nicht verletzt werde.

7.1.Art. 77 BauG ist die gesetzliche Grundlage für die Abweichung von den 

Vorschriften des Baugesetzes, des Baureglementes sowie von Zonen-, Überbauungs- 

und Gestaltungsplänen. Die einzelnen Fälle sind in Art. 77 Abs. 1 lit. a-d BauG 

abschliessend aufgezählt. Eine Ausnahmebewilligung ist u.a. möglich, wenn die 

Anwendung der Vorschriften für den Bauherrn zu einer offensichtlichen Härte führt (Art. 

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77 Abs. 1 lit. a BauG). Mit Hilfe der Ausnahmebewilligung kann in wirklichen 

Sonderfällen von den Vorschriften abgewichen werden, wobei es sich um einen Fall 

handeln muss, in dem die Anwendung der Vorschriften hart und unbillig wäre. Die 

Härte muss in einem objektiven Nachteil bestehen, den der Bauherr im Verhältnis zu 

Mitbürgern in gleicher oder ähnlicher Situation durch die strikte Anwendung der 

Baunormen erleiden würde (GVP 2001 Nr. 94). Rein finanzielle Erwägungen oder rein 

persönliche Gründe genügen für die Annahme einer Ausnahmesituation nicht (Heer, 

a.a.O., Rz. 736 mit Hinweis).

7.2. Im vorliegenden Fall sind keine Gründe ersichtlich, die für die Annahme eines 

Härtefalls sprechen und die es demzufolge rechtfertigen würden, eine 

Ausnahmebewilligung zu erteilen. Das Verwaltungsgericht konnte anlässlich seines 

Augenscheins feststellen, dass die Terrassenfläche ohne Verletzung des 

Gewässerabstandes erweitert werden könnte. Eine Vergrösserung der Terrasse nach 

Osten wäre auf Grund der tatsächlichen Verhältnisse möglich. Der Umstand, dass die 

Terrassenerweiterung, wie sie verwirklicht worden ist, nicht bewilligt werden kann, 

bedeutet für die Beschwerdeführer demzufolge keine offensichtliche Härte. Sodann 

kann den Beschwerdeführern nicht gefolgt werden, wenn sie behaupten, die 

Abstandsvorschrift von Art. 59 Abs. 1 BauG könne im konkreten Fall ihren Zweck nicht 

erfüllen, weil der Schwellenbau, mit welchem die Parzelle aufgeschüttet worden sei, 

eine Gefährdung des Grundstücks durch Hochwasser ausschliesse. Abgesehen davon, 

dass die Beschwerdeführer anlässlich des Augenscheins des Verwaltungsgerichts 

ausgeführt haben, die Schwellenverbauung sei beschädigt, liegt die Einhaltung des 

Gewässerabstands nicht nur aus wasserbaupolizeilichen, sondern auch aus Gründen 

des Naturschutzes im öffentlichen Interesse (vgl. Ziff. 5.2. hievor). Die wuchtige 

Verbauung in un-mittelbarer Nähe eines Fliessgewässers mit einem Ufergehölz, das 

durch die kommunale Schutzverordnung in seiner Substanz, seiner Erscheinungsform, 

seiner Artenvielfalt und seiner flächenmässigen Ausdehnung geschützt ist (vgl. Art. 11 

der Schutzverordnung der Beschwerdegegnerin), widerspricht diesen Interessen 

erheblich, zumal alle Massnahmen in der unmittelbaren Umgebung von 

Schutzgegenständen, welche diese beeinträchtigen, gemäss Art. 4 der 

Schutzverordnung untersagt sind. Sodann hätte den Beschwerdeführern bei 

zumutbarer Sorgfalt bewusst sein müssen, dass der Abbruch und der Wiederaufbau 

der Terrasse ihres Ferienhauses mit doppelter Fläche in unmittelbarer Nähe des T.-

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Bachs und des Ufergehölzes und in der Landwirtschaftszone bewilligungspflichtig und 

nicht ohne weiteres bewilligungsfähig sind.

7.3. Abgesehen davon, dass kein Härtefall im Sinn von Art. 77 Abs. 1 lit. a BauG 

vorliegt, ist die Terrassenerweiterung im Bereich des Gewässerabstands sodann mit 

den wichtigen Anliegen der Raumplanung nicht vereinbar.

8. Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdeführer zu Recht verpflichtet worden sind, den 

rechtmässigen Zustand wiederherzustellen.

8.1. Nach Art. 130 Abs. 2 BauG kann der Gemeinderat die Entfernung oder die 

Abänderung rechtswidrig ausgeführter Bauten und Anlagen sowie die 

Wiederherstellung des früheren Zustands verfügen. Können Bauten und Anlagen 

aufgrund materieller Rechtswidrigkeit auch nachträglich nicht bewilligt werden, folgt 

daraus somit nicht notwendigerweise, dass sie abgebrochen werden müssen. Vielmehr 

sind in jedem Fall die allgemeinen verfassungsrechtlichen Grundsätze, insbesondere 

das öffentliche Interesse und die Verhältnismässigkeit, welche in Art. 5 Abs. 2 der 

Bundesverfassung (SR 101) ausdrücklich verankert sind, zu berücksichtigen (BGE 132 

II 25 mit Hinweis; Heer, a.a.O., Rz. 1210 mit Hinweis; Chr. Mäder, Das 

Baubewilligungsverfahren, Diss. Zürich 1991, Rz. 660 ff. und VerwGE vom 24. April 

2003 i.S. T. und A. B.).

Vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit hält ein Grundrechtseingriff stand, wenn 

er zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und erforderlich ist und das verfolgte 

Ziel in einem vernünftigen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln, d.h. den zu seiner 

Verwirklichung notwendigen Freiheitsbeschränkungen, steht. Ist eine Abweichung vom 

Gesetz jedoch gering und vermögen die berührten allgemeinen Interessen den 

Schaden, der dem Eigentümer durch den Abbruch entstünde, nicht zu rechtfertigen, ist 

ein Beseitigungsbefehl unverhältnismässig (Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 

2007 i.S. O. und Chr. G., 1P.708/710/2006 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 123 II 248 E. 

4 und Heer, a.a.O., Rz. 1211 mit Hinweisen). Auf den Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit kann sich auch der bösgläubige Bauherr berufen. Er muss aber in 

Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, namentlich zum 

Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der 

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Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beimessen und die 

dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Mass 

berücksichtigen (BGE 132 II 40 und VerwGE vom 27. Februar 2007 i.S. S. H. mit 

Hinweis auf VerwGE vom 14. September 2006 i.S. O. N. und S. AG mit weiteren 

Hinweisen).

8.2. Die Beschwerdeführer bestreiten, bösgläubig gehandelt zu haben. Sodann halten 

sie dafür, das öffentliche Interesse am Abbruch des Gartenhauses und am Rückbau 

der Terrasse sei gering und zudem mit Kosten von rund 10'000.-- verbunden.

Wie ausgeführt (Ziff. 7 hievor), durften die Beschwerdeführer unter dem Gesichtspunkt 

des Vertrauensschutzes nicht davon ausgehen, es sei ohne weiteres zu-lässig, neben 

ihrem in der Landwirtschaftszone und in unmittelbarer Nähe eines Baches mit 

Ufergehölz liegenden Ferienhaus ein freistehendes Gartenhaus zu erstellen und die 

Terrasse abzubrechen, um sie im Anschluss daran mit einer doppelt so grossen Fläche 

wiederaufzubauen. Sie haben das Risiko in Kauf genommen, die Bauten wieder 

beseitigen zu müssen. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass sie ein ortsansässiges 

Bauplanungsbüro mit der Ausführung des Vorhabens betraut haben. Sodann ist das 

öffentliche Interesse an der Beseitigung der Nebenbaute und der Terrassenerweiterung 

nicht zuletzt aus präjudiziellen Gründen erheblich, zumal von einer geringfügigen 

Abweichung vom Erlaubten nicht gesprochen werden kann. Hinzu kommt, dass die 

finanziellen Interessen der Beschwerdeführer bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit 

nicht entscheidend ins Gesicht fallen. Abgesehen davon, dass bösgläubige Bauherren 

damit rechnen müssen, dass ihre finanziellen Interessen nicht oder nur in geringem 

Mass berücksichtigt werden, sind die Fr. 10'000.--, die nach ihrer Schätzung für den 

Abbruch des Gartenhauses und den Rückbau der Terrasse erforderlich sind, zumutbar.

8.3. Somit ist die Beschwerde auch in dieser Hinsicht abzuweisen. Das öffentliche 

Interesse am Abbruch des Gartenhauses und am Rückbau der Terrasse auf die von 

derBeschwerdegegnerin verfügte Dimension überwiegt gegenüber dem privaten 

Interesse der Beschwerdeführer an dem von ihnen geschaffenen rechtswidrigen 

Zustand.

9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.

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Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs, 

sGS 941.12). Sie wird mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 98bis VRP).

                                                          Demnach hat das Verwaltungsgericht

 

                                                                               zu Recht erkannt:

1./    Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./    Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 3'000.-- bezahlen die 

Beschwerdeführer unter Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe.

3./    Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

                                                                                     V. R. W.

 

Die Vizepräsidentin:                                                                                                Die 

Gerichtsschreiberin:

 

 

Versand dieses Entscheides an:

-       die Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. L.)

-       die Vorinstanz

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-       die Beschwerdegegnerin

-       das Bundesamt für Raumentwicklung, 3003 Bern

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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	Urteil des Verwaltungsgerichts vom 5. November 2008
	Bau- und Planungsrecht, Art. 24c RPG (SR 700), Art. 42 RPV (SR 700.1), Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG (sGS 751.1), Art. 59 Abs. 1 BauG (sGS 731.1). Die Erweiterung einer Baute oder Anlage, auf die Art. 24c RPG anwendbar ist und die den Gewässerabstand verletzt, ist mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung nicht vereinbar (Verwaltungsgericht, B 2008/13).

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	                                                                               zu Recht erkannt:
	                                                                                     V. R. W.

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		2025-07-19T15:17:21+0200
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