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**Case Identifier:** e468d327-7779-5e69-ac4a-8f389c745ddd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 08.06.2020 IV 2018/207
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-207_2020-06-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/207

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.09.2020

Entscheiddatum: 08.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 08.06.2020
Art. 7, 7b, 28 und 29 IVG; Art. 7, 8, 21 und 61 ATSG. Beweiswert eines 
Gutachtens. Rechtsprechung bei Abhängigkeitssyndromen. Vorliegend ist 
der Beschwerdeführer auch unter Berücksichtigung seiner Polytoxikomanie 
gesundheitlich nicht so schwer beeinträchtigt, dass seine Arbeitsfähigkeit 
relevant eingeschränkt wäre. Damit ist der Rentenanspruch zu verneinen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juni 
2020, IV 2018/207).

Entscheid vom 8. Juni 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Karin Huber-

Studerus und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Felicia Sterre

Geschäftsnr.

IV 2018/207

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, St. Gallerstrasse 29, 

9032 Engelburg,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich erstmals am 2. September 2008 zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Im August bzw. September 2008 hielt RAD-

Arzt Dr. B.___ unter Bezugnahme auf die Angaben des Hausarztes des Versicherten 

folgende Diagnosen fest: Abhängigkeitssyndrom (Methadon, Heroin, Alkohol), 

rezidivierende Gastritis und Hepatitis C. Würde der Versicherte den Substanzgebrauch 

meiden, wäre er zu 100% arbeitsfähig. Ein Entzug sei ihm zumutbar (IV-act. 8 f.). Mit 

Verfügung vom 20. November 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch ab (IV-

act. 16).

A.a. 

Am 12. Juni 2015 meldete der Versicherte sich erneut zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 17). Mit Stellungnahme vom 18. März 2016 führte 

RAD-Ärztin C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, unter anderem 

aus, beim Versicherten liege nebst der verordneten Methadoneinnahme ein relevanter 

Konsum von Cannabis und Alkohol vor, durch den mit hoher Wahrscheinlichkeit ein 

Teil der Symptomatik verursacht werde (IV-act. 55).

A.b. 

Mit Strategieprotokoll vom 21. Juni 2016 hielt die IV-Stelle fest, es müsse eine 

Abstinenz vorliegen, bevor die Arbeitsfähigkeit mittels Begutachtung beurteilt werden 

könne (IV-act. 63). Am 7. Juli 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zurzeit 

seien bei ihm keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 66).

A.c. 

Im Besprechungsprotokoll vom 20. Oktober 2016 hielt die IV-Stelle fest, aufgrund 

des langjährigen erheblichen Drogen- und Alkoholkonsums, der Arbeitsmarktabsenz 

und fehlender Ressourcen stelle sich grundsätzlich die Frage nach der 

A.d. 

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Verhältnismässigkeit einer medizinischen Massnahme (Entzugsbehandlung mit 

Abstinenznachweis), welche bei der gegebenen Sachlage wenig erfolgsversprechend 

scheine. Es könne auch ohne Auflage eine fundierte medizinische Einschätzung 

gemacht werden (IV-act. 72). Am 7. Februar 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass sie eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung veranlassen werde (IV-

act. 75).

Mit Gutachten vom 8. September 2017 diagnostizierten die Gutachter der PMEDA 

Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen, Zürich-Wollishofen, (nachfolgend: PMEDA) 

eine chronische Hepatitis C, grenzwertiges Untergewicht (BMI 19), Polytoxikomanie 

(ICD-10: F19.2) mit fortgesetztem Konsum (Cannabis, Benzodiazepin, Methadon, 

Alkohol), eine arterielle Hypertonie sowie ein Refluxleiden (IV-act. 98-43). Die 

Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten sei nicht als 

suchtmittel-unabhängig limitiert anzusehen (IV-act. 98-45 f.).

A.e. 

Mit Vorbescheid vom 14. November 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht. Zudem wies sie ihn darauf hin, dass die 

Weiterführung des Suchtmittelkonsums gegen die Selbsteingliederungspflicht 

verstosse. Eine Entgiftung und Entwöhnung sei ihm zumutbar und in seinem 

Gesundheitsinteresse (IV-act. 103).

A.f. 

Mit E-Mail vom 14. Dezember 2017 informierte die Hausärztin die IV-Stelle, dass 

ungeklärte medizinische Probleme bestehen würden, z.B. eine massiv herabgesetzte 

körperliche Leistungsfähigkeit bei Untergewicht und Verdacht auf Herzprobleme (IV-

act. 107). Mit Schreiben vom 29. Januar 2018 teilte sie der IV-Stelle mit, die Abklärung 

habe eine leichte Mitralklappeninsuffizienz sowie einen Verdacht auf arterielle 

Hypertonie ergeben. Vorerst werde der Bluthochdruck behandelt (IV-act. 114-2).

A.g. 

Mit Stellungnahme vom 9. April 2018 hielt RAD-Ärztin Dr. med. D.___, Allgemeine 

Innere Medizin FMH, fest, die Hausärztin habe keine neuen objektivierbaren Befunde 

beschrieben, welche eine vom Gutachten abweichende Beurteilung nötig machen 

würden. Insbesondere sei bereits im Gutachten die allgemeine Körperschwäche 

berücksichtigt worden (IV-act. 117).

A.h. 

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B.  

Mit Vorbescheid vom 12. April 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten erneut 

die Abweisung seines Antrags auf Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 118). Mit als 

„Stellungnahme“ bezeichnetem Schreiben vom 2. Mai 2018 teilte der Versicherte der 

IV-Stelle mit, er erhalte ein neues Medikament zur Blutdrucksenkung und einen 

Magensäureblocker. Er wolle nochmals darauf hinweisen, dass er das Methadon als 

Schmerzmedikation verordnet bekommen habe (IV-act. 119).

A.i. 

Mit Verfügung vom 16. Mai 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. In 

einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte voll arbeitsfähig. Aus seinem Einwand 

und den ergänzenden medizinischen Abklärungen habe sich kein neuer medizinischer 

Sachverhalt ergeben, welcher es erlauben würde, von der gutachterlichen 

Einschätzung abzuweichen (IV-act. 120).

A.j. 

Gegen diese Verfügung erhebt A.___, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Speck, 

am 18. Juni 2018 Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung vom 16. Mai 2018 sei 

aufzuheben und ihm sei eine Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei ihm die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründung führt er aus, er konsumiere 

schon seit langer Zeit weder Cannabis noch Alkohol. Er gebe seiner Ärztin regelmässig 

Blut- und Urinproben ab. Methadon nehme er zur Schmerzbehandlung. Ein Knie 

schwelle aufgrund einer früheren Operation immer wieder an. Zudem habe er 

Rückenbeschwerden unklarer Herkunft. Im Ergebnis sei das PMEDA-Gutachten falsch, 

soweit darin ausgeführt werde, er sei 100% leistungsfähig. Tatsache sei, dass der 

Beschwerdeführer aktuell in einem Sozialprojekt Reinigungsarbeiten ausführe und nach 

zwei Stunden nicht mehr weiter arbeiten könne. Nur weil die Knie- und 

Rückenbeschwerden nicht untersucht worden seien, heisse das nicht, dass keine 

objektivierbare Ursache gegeben sei. Die Beschwerdegegnerin habe ihre 

Abklärungspflicht verletzt (act. G1).

B.a. 

Mit Beschwerdeergänzung vom 20. August 2018 führt der Beschwerdeführer 

weiter aus, die Knie- und Rückenschmerzen, Schlafstörung, Leberzirrhose und 

Depression seien seitens der PMEDA nicht weiter abgeklärt und auf die 

Polytoxikomanie geschoben worden. Dass der Beschwerdeführer Cannabis rauche, 

habe nur unwesentliche Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit. Das Methadon ebenso wie 

B.b. 

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das Benzodiazepin seien ärztlich verordnet, sodass kein Medikamentenmissbrauch 

vorliege. Hinsichtlich des Alkohols sei er aufgrund seiner Magenbeschwerden 

abstinent. Die PMEDA habe in ihrem Gutachten ausgeführt, dass sich erst nach einer 

Entgiftung sagen lasse, welche Beschwerden aufgrund eines aktuellen 

Substanzgebrauchs bestehen und welche irreversibel seien. Dennoch würden die 

Gutachter die Meinung vertreten, die Arbeitsfähigkeit sei suchtmittelkonsum-abhängig 

begrenzt. Das Gutachten überzeuge nicht. Namentlich sei der Beschwerdeführer zu 

einer Entwöhnung und Entgiftung aufzubieten und anschliessend im Rahmen einer 

Oberexpertise zu begutachten, was ausdrücklich beantragt werde. Eine 

Suchterkrankung sei eine Krankheit, deren Behandlung länger dauere. Dies werfe die 

Frage auf, ob von einer langandauernden Krankheit auszugehen sei (act. G3).

Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei bei 

der PMEDA umfassend untersucht worden. Es sei rechtens, dass die PMEDA nur die 

aus ihrer Sicht wesentlichen medizinischen Berichte zitiere und im Übrigen darauf 

verweist, dass sie im Besitz der IV-Akten gewesen sei. Es gebe keine Hinweise, dass 

die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Leiden von der PMEDA nicht 

umfassend und kompetent beurteilt worden seien. In der klinischen Untersuchung 

hätten sich keine wesentlichen Befunde im Rücken- oder Kniebereich ergeben und 

entsprechende operative Eingriffe seien keine aktenkundig. Der Beschwerdeführer sei 

demnach auch in dieser Hinsicht genügend durch die PMEDA untersucht worden. 

Weshalb die Leberwerte des Beschwerdeführers erhöht gewesen seien, sei irrelevant. 

Massgebend sei einzig, inwiefern daraus entsprechende Funktionsausfälle mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit resultierten. Dem Beschwerdeführer gelinge es 

nicht, aufzuzeigen, inwiefern die PMEDA seine Arbeitsfähigkeit rechtsfehlerhaft beurteilt 

haben sollte. Dessen chronische Hepatitis C und das Untergewicht habe sie 

berücksichtigt, indem sie ihm einzig noch in einer körperlich leichten bis 

mittelschweren Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert habe. Beim 

Beschwerdeführer liege eine primäre Drogensucht vor, die bis jetzt noch zu keiner 

quantitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit geführt 

habe und für sich alleine keine Invalidität begründe. Sein Einwand bezüglich Auflage 

B.c. 

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Erwägungen

1.

Berufliche Massnahmen wurden mit Mitteilung vom 7. Juli 2016 beendet (IV-act. 66). 

Vorliegend angefochten ist die ablehnende Rentenverfügung, weswegen 

ausschliesslich der Rentenanspruch Thema des vorliegenden Entscheides ist.

2.  

eines Drogenentzugs laufe ins Leere, weil mangels eines IV-rechtlichen Schadens eine 

solche Massnahme nicht durchsetzbar sei (act. G5).

Am 15. Oktober 2018 heisst das Versicherungsgericht den Antrag des 

Beschwerdeführers auf unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten 

und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) gut (act. G6).

B.d. 

Nachdem der Beschwerdeführer innert Frist keine Replik einreicht, wird der 

Schriftenwechsel am 7. Januar 2019 abgeschlossen (act. G7 und G8).

B.e. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 

(Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.1. 

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3.  

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit 

Hinweisen).

2.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

2.4. 

Dass es sich bei einer Suchterkrankung um ein krankheitswertes Geschehen 

handelt, ist in der Praxis anerkannt (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1). Nach der früheren, zum 

Zeitpunkt des Schriftenwechsels noch geltenden konstanten Rechtsprechung des 

3.1. 

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Bundesgerichts führte eine Suchterkrankung wie Alkoholismus, 

Medikamentenabhängigkeit oder Toxikomanie als solche indes nicht zu einer Invalidität 

im Sinne des Gesetzes. Das Bundesgericht sprach in diesem Zusammenhang von 

einem primären Abhängigkeitssyndrom. Nur wenn die Suchterkrankung selbst Folge 

eines krankheitswerten Gesundheitsschadens war oder eine (weitere) Krankheit oder 

einen Unfall verursacht hatte, welche einen die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden 

Gesundheitsschaden zur Folge hatte (sog. sekundäres Abhängigkeitssyndrom), galt 

eine Suchterkrankung als invalidisierend (vgl. statt vieler BGE 124 V 265 E. 3c; Urteil 

des Bundesgerichts vom 11. Februar 2019, 8C_608/2018, E. 3.2.1).

Mit BGE 145 V 215 änderte das Bundesgericht am 11. Juli 2019 seine 

Rechtsprechung. In der final konzipierten Invalidenversicherung bestehe keine 

Grundlage dafür, das Herbeiführen einer Suchterkrankung durch den willentlichen 

Konsum von Suchtmitteln zum Anlass zu nehmen, einen versicherten 

Gesundheitsschaden von vornherein zu verneinen und mit der Begründung eines 

Selbstverschuldens der versicherten Person auf jegliche weitere Prüfung der 

funktionellen Einschränkungen zu verzichten. Neu sind auch primäre 

Abhängigkeitssyndrome – wie alle psychischen Erkrankungen – grundsätzlich einem 

strukturierten Beweisverfahren (Indikatorenprüfung) nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen.

3.2. 

Die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) kommt auch bei Vorliegen eines 

Abhängigkeitssyndroms zur Anwendung, sodass von der versicherten Person etwa die 

aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden kann. 

Kommt sie der Schadenminderungspflicht nicht nach, sondern erhält willentlich den 

krankhaften Zustand aufrecht, ist nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG 

eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich. Die willentliche Natur des 

fortgesetzten Substanzmittelkonsums kann indes bei Vorliegen eines 

Abhängigkeitssyndroms gerade nicht in jedem Fall vorbehaltlos bejaht werden. Es 

drängt sich hier keine andere Sichtweise auf als bei anderen psychischen Störungen, 

wo die Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit das Resultat der einem objektiven Massstab 

folgenden Beurteilung ist, ob die versicherte Person trotz des ärztlich diagnostizierten 

Leidens einer angepassten Arbeit zumutbarerweise ganz oder teilweise nachgehen 

kann (BGE 145 V 215 E. 5.3).

3.3. 

Die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem 

Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren ist nicht statthaft, würde damit 

doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als 

zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden 

3.4. 

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4.  

vorweggenommen. Wie es sich damit verhält, ist im Abklärungsverfahren gerade erst 

zu untersuchen. Demgegenüber darf eine Entzugsbehandlung als 

Behandlungsmassnahme – sofern im konkreten Fall zumutbar – jederzeit zur 

Schadenminderung angeordnet werden. Eine Verletzung der 

Schadenminderungspflicht berechtigt die Verwaltung, wie bereits ausgeführt, allenfalls 

zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen (Art. 7b IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG; 

Urteil des Bundegerichts vom 7. November 2019, 9C_309/2019, E. 4.2.2).

Zu beachten ist, dass auch bei Abhängigkeitssyndromen kein direkter 

Zusammenhang zwischen Diagnose und Arbeitsfähigkeit bzw. Invalidität besteht. 

Vielmehr sind die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die funktionelle 

Leistungsfähigkeit im Einzelfall für die Rechtsanwendenden nachvollziehbar ärztlich 

festzustellen. Dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall ist Rechnung 

zu tragen (BGE 145 V 215 E. 6). Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann jedoch 

dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig 

oder geeignet ist. Es bleibt etwa dann entbehrlich, wenn für eine Arbeitsunfähigkeit 

nach bestehender Aktenlage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen 

beweiswertiger fachärztlicher Berichte nachvollziehbar verneint wird und allfälligen 

gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen 

Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 145 V 215 E. 7).

3.5. 

Grundsätzlich ist eine neue Rechtsprechung sofort und überall anzuwenden. Sie 

gilt nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen 

Fälle (BGE 142 V 551 E. 4.1).

3.6. 

Gutachten, welche gemäss altem Verfahrensstand eingeholt wurden, verlieren 

nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die 

beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – 

gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige 

Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (strukturiertes 

Beweisverfahren). Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen 

eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).

3.7. 

Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass beim Beschwerdeführer eine 

primäre Suchterkrankung vorliege, aus welcher keine weiteren Krankheiten 

hervorgegangen sind, welche die Arbeitsfähigkeit in rentenrelevantem Ausmass 

einschränken würden. Deshalb hat sie den Rentenanspruch gestützt auf die damalige 

4.1. 

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5.  

bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. statt vieler BGE 124 V 265 E. 3c; Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Februar 2019, 8C_608/2018, E. 3.2.1) verneint.

Nach der neuen höchstrichterlichen Rechtsprechung, welche wie erwähnt sofort 

anzuwenden ist, ist indes nicht mehr relevant, ob ein primäres oder sekundäres 

Abhängigkeitssyndrom vorliegt. Zu klären ist vielmehr, ob die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers insgesamt wesentlich reduziert ist. Das PMEDA-Gutachten wird 

dabei nicht von vornherein hinfällig. In diesem Zusammenhang muss jedoch geprüft 

werden, ob anhand dieses Gutachtens ein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt 

werden kann (Indikatorenprüfung).

4.2. 

Das PMEDA-Gutachten erfüllt grundsätzlich die versicherungsmedizinischen 

Anforderungen hinsichtlich Beweiswert. Insbesondere beruht es auf allseitigen 

Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der 

Vorakten abgegeben. Nicht zu beanstanden ist, dass vor der Begutachtung keine 

Entzugsbehandlung stattfand. Dies wäre nach der neuen Rechtsprechung nicht 

zulässig gewesen, war doch die Zumutbarkeit der Entzugsbehandlung gerade auch 

von den Gutachtern zu klären (vgl. Urteil des Bundegerichts vom 7. November 2019, 

9C_309/2019, E. 4.2.2). Das PMEDA-Gutachten ist sodann in seinen 

Schlussfolgerungen begründet und nachvollziehbar. Auch der RAD, E.___, Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, hielt das Gutachten in der Stellungnahme vom 3. November 

2017 für nachvollziehbar und beweistauglich (IV-act. 100). Nachfolgend ist zu prüfen, 

ob die vom Beschwerdeführer daran geäusserten Kritikpunkte den Beweiswert des 

Gutachtens zu erschüttern vermögen.

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, das Gutachten erwähne nicht die 

Entzugsbehandlungen (2009 und 2016) sowie den vom Sozialamt veranlassten 

gescheiterten Arbeitsversuch. Beide Tatsachen ergeben sich indes aus den Vorakten, 

welche den Gutachtern bekannt waren (IV-act. 98-1). Zudem erwähnte der 

Beschwerdeführer diese auch selbst gegenüber den Gutachtern (siehe etwa IV-

act. 98-20). Sie sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit jedoch lediglich von 

untergeordneter Bedeutung, zumal sich aus den Akten keine Hinweise darauf ergeben, 

dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers während den 

Entzugsbehandlungen bzw. des Arbeitsversuchs länger andauernd wesentlich besser 

oder schlechter war als zum Zeitpunkt der Begutachtung. Zudem kann aus den 

gescheiterten Entzugsbehandlungen und Arbeitsversuchen nicht ohne Weiteres 

gefolgert werden, eine Entgiftung und Entwöhnung, bzw. eine Aufnahme einer 

5.2. 

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Erwerbstätigkeit sei unzumutbar. Aus diesem Vorbringen kann der Beschwerdeführer 

demnach nichts zu seinen Gunsten ableiten.

Der Beschwerdeführer betont, er verrichte keine Teilzeitarbeit, sondern sei lediglich 

in einem Beschäftigungsprogramm tätig. Dies war den Gutachtern bewusst. Sie 

erwähnten denn auch, dass die Tätigkeit in einem geschützten Rahmen bzw. in einer 

sozialen Einrichtung ausgeübt werde (vgl. etwa IV-act. 98-10 f., 98-15 und 98-22). 

Zudem stützten sie ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht etwa sinngemäss darauf ab, 

der Beschwerdeführer sei bereits arbeitstätig. Auch dieses Vorbringen des 

Beschwerdeführers erweckt somit keinen Zweifel am Beweiswert des Gutachtens.

5.3. 

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Gutachter hätten seine Knie- und 

Rückenbeschwerden, Schlafstörungen, die Leberzirrhose sowie Depression nicht 

berücksichtigt.

5.4. 

Die Ein- und Durschlafstörungen wie auch die Rücken- und Knieschmerzen hat 

der Beschwerdeführer gegenüber allen Gutachtern ausführlich dargelegt (vgl. etwa IV-

act. 98-9 f., 98-14, 98-19, 98-21 und 98-26). Da er wach und allseitig orientiert erschien 

sowie im Verlauf der Begutachtungen nicht ermüdete und grundsätzlich konzentriert 

blieb (siehe hierzu E. 5.6 nachstehend), leuchtet es ein, dass die Gutachter den 

behaupteten Ein- und Durchschlafstörungen keine invalidisierende Wirkung beimassen.

5.4.1. 

Der Beschwerdeführer wohnt sodann in einer Wohnung im dritten Stock ohne 

Lift. Er verlässt die Wohnung regelmässig, um das Methadon von der Apotheke 

abzuholen, Spaziergänge oder Besuche zu machen sowie am 

Beschäftigungsprogramm teilzunehmen (IV-act. 98-10 f., 98-15 und 98-22). Es ist ihm 

demnach offenkundig möglich, mehrmals täglich drei Stockwerke Treppen zu steigen. 

Sein Gangbild erschien den Gutachtern unauffällig, ja sogar rasch und flüssig (IV-

act. 98-11 bzw. 98-15). Auch konnte der Beschwerdeführer sich flüssig und ohne 

Anstrengungszeichen im Untersuchungsraum bewegen, insbesondere zügig und 

geschickt an- und auskleiden (IV-act. 98-11 und 98-15). Er erschien anlässlich der 

gutachterlichen Untersuchungen nicht schmerzgequält oder anderweitig namhaft 

beeinträchtigt, nahm keine Schonhaltung ein und zeigte keine vegetativen Reaktionen 

(vgl. beispielhaft IV-act. 98-16, 98-23 und 98-25). Gegenüber dem psychiatrischen 

Gutachter gab er sogar an, die Lumbalgien würden nicht ausstrahlen und seien mit 

Methadon effektiv behandelt. Nur bei ungünstigen Bewegungen käme es zu 

einschiessenden Schmerzspitzen (IV-act. 98-19). Im Bereich der Wirbelsäule zeigten 

sich denn auch keine groben Deformitäten und eine eutrophe (d.h. normal kräftige) 

Muskulatur ohne Hinweis auf Paresen (IV-act. 98-12). Der psychiatrische Gutachter 

5.4.2. 

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schloss zudem eine somatoforme Schmerzstörung aus und begründete dies 

ausführlich (IV-act. 98-25 f.). Anderweitige Arztberichte oder medizinische Unterlagen, 

welche eine wesentliche Funktionseinschränkung des linken Knies oder des Rückens 

ausweisen würden, liegen nicht im Recht. Der Beschwerdeführer befand sich wegen 

dieser Schmerzen demnach nicht in fachärztlicher Behandlung. Entsprechende 

Therapien oder operative Eingriffe standen offenbar nicht zur Diskussion. Die 

Beschwerdegegnerin hat unter diesen Umständen ihre Abklärungspflicht nicht verletzt, 

indem sie keine weiteren Abklärungen zu den Knie- und Rückenschmerzen tätigte. 

Auch ist nicht zu beanstanden, dass die Gutachter keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit im Zusammenhang mit den geklagten Knie- und Rückenschmerzen 

attestiert haben.

Betreffend Leberzirrhose war den Gutachtern bekannt, dass die Leberparameter 

erhöht waren (wobei die Leber palpatorisch und perkutorisch nicht vergrössert war). 

Insbesondere deshalb erachteten sie den fortgesetzten schädlichen Alkoholkonsum als 

in erheblichem Masse gesundheitsgefährdend und empfahlen eine vollständige 

Abstinenz von allen Suchtmitteln (IV-act. 98-12 ff.). Invalidenversicherungsrechtlich 

kommt es grundsätzlich nicht auf die Diagnose an, sondern einzig darauf, welche 

Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Massgebend ist in erster 

Linie der lege artis erhobene Befund und der Schweregrad der Symptomatik sowie die 

damit verbundenen Funktionseinschränkungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

28. Juni 2018, 9C_273/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). Dass die Gutachter die 

Leberzirrhose nicht ausdrücklich diagnostiziert haben, beeinträchtigt folglich ihre 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht.

5.4.3. 

Der psychiatrische Gutachter setzte sich sodann mit der früher gestellten 

Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung auseinander und begründete 

ausführlich, weshalb er eine solche ebenso wie eine somatoforme Schmerzstörung und 

eine organische Persönlichkeitsstörung ausschloss (IV-act. 98-25 f.). Insbesondere 

würden sich die Achsenkriterien einer depressiven Episode nicht finden, zumal die 

erhaltene Alltagsaktivität (Tagesstrukturierung, Freizeitgestaltung, soziale Aktivität), die 

Selbsteinschätzung und die Verhaltensbeobachtung gegen das Vorliegen einer 

depressiven Störung sprechen würden (IV-act. 98-25).

5.4.4. 

Nach dem Gesagten haben die PMEDA-Gutachter die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Knie- und Rückenbeschwerden, Schlafstörungen, Leberzirrhose 

sowie Depression rechtsgenüglich berücksichtigt. Sofern der Beschwerdeführer 

geltend macht, er konsumiere keinen Alkohol und kein Cannabis mehr (act. G1), ist ihm 

entgegenzuhalten, dass er zum Zeitpunkt der Begutachtung einen erheblichen Konsum 

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

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angab („regelmässig unregelmässig“ bis zu drei Liter Bier pro Tag sowie täglich drei bis 

sechs Joints, IV-act. 98-9, 98-14, 98-20 und 98-26). Diese Angaben sind mit Blick auf 

die Vorakten plausibel und stimmen mit den Beobachtungen der Gutachter überein 

(vgl. beispielhaft Feststellung eines Foetor alcoholicus, IV-act. 98-22), sodass das 

Gutachten in diesem Punkt nicht mangelhaft ist.

Der Beschwerdeführer bringt in der Beschwerde vor, der kognitive Abbau sei zu 

wenig abgeklärt worden (act. G1). Es fand jedoch eine ausführliche 

neuropsychologische Testung statt und alle Gutachter äusserten sich allgemein zu 

dieser Thematik. Sie hielten namentlich fest, der Beschwerdeführer sei während der 

persönlichen Untersuchungen wach, bewusstseinsklar und im Verlauf nicht ermüdend 

erschienen. Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis seien unauffällig bzw. 

höchstens leichtgradig reduziert gewesen (wobei der Beschwerdeführer merklich 

alkoholisiert zur psychiatrischen Begutachtung erschien, vgl. IV-act. 98-22), 

Denkstörungen hätten keine bestanden. Die neuropsychologischen Funktionen 

(Sprache, Rechnen, Schreiben, Handlungsplanung und Ausführung, Orientierung und 

Wahrnehmung von Reizen) waren nicht bzw. höchstens leichtgradig gestört (IV-act. 

98-11, 98-17 f., 98-23 sowie 98-27 f.). Die zerebrale Bildgebung zeigte keine 

krankheitswerten Veränderungen (IV-act. 98-19). Die neuropsychologische Testung 

ergab keinen ausreichenden Anhalt für eine invalidisierende kognitive Störung. Die 

wenigen festgestellten Defizite waren leichtgradig (vgl. IV-act. 98-37 f.). Somit wurden 

die kognitiven Fähigkeiten des Beschwerdeführers hinreichend abgeklärt.

5.6. 

Der Beschwerdeführer rügt, ihm sei das rechtliche Gehör mit Bezug auf die 

Auswahl der Gutachter ungenügend gewährt worden. Er wurde indes mit Mitteilung 

vom 7. Februar 2017 darüber informiert, dass die Beschwerdegegnerin eine 

umfassende medizinische Untersuchung in Auftrag geben würde, wobei auch die 

Fachdisziplinen genannt wurden. Gleichzeitig wurde er darüber in Kenntnis gesetzt, 

dass die Vergabe des Gutachtens nach dem Zufallsprinzip erfolgen würde (IV-act. 75). 

In der Folge wurde der Gutachtensauftrag korrekt vergeben (vgl. IV-act. 79). Zudem 

wurde der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. März und 25. April 2017 sowohl 

über die Begutachtungsstelle (PMEDA) als auch über die Personen der Gutachter und 

deren entsprechende medizinischen Fachdisziplinen informiert (IV-act. 84 und 92). Die 

Vergabe des Gutachtenauftrags ist demnach nicht zu beanstanden. Dass der Beizug 

weiterer Fachdisziplinen für die Begutachtung erforderlich gewesen wäre, wird weder 

substantiiert geltend gemacht noch ergibt sich dies aus den Akten.

5.7. 

Soweit die PMEDA-Gutachter von den früheren Akteneinschätzungen abweichen, 

begründen sie ihre Beurteilung nachvollziehbar (siehe etwa IV-act. 98-39 f.). Aus den 

5.8. 

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6.  

seit der Begutachtung eingereichten medizinischen Berichten ergeben sich keine 

neuen medizinischen Tatsachen, welche Zweifel an der Beurteilung der PMEDA-

Gutachter zu wecken vermöchten oder eine wesentliche Veränderung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zwischen der Begutachtung und der 

angefochtenen Verfügung glaubhaft machen. So hielt RAD-Ärztin D.___, Allgemeine 

Innere Medizin FMH, mit Stellungnahme vom 9. April 2018 fest, an der Beurteilung 

gemäss Gutachten könne festgehalten werden. Die allgemeine Körperschwäche bei 

Untergewicht und Muskelatrophie sei berücksichtigt worden. Die kardiologische 

Abklärung habe einen normalen Ventrikel ohne Hinweis für ein Infarktgeschehen und 

eine normale Pumpfunktion gezeigt. Die Hausärztin nehme eine andere Beurteilung des 

gleichen medizinischen Sachverhaltes vor und beschreibe keine neuen medizinischen 

Tatsachen. Somit könne an der Beurteilung gemäss Gutachten festgehalten werden 

(IV-act. 117). Im Übrigen war den Gutachtern bekannt, dass beim Beschwerdeführer 

eine Hypertonie vorlag. Eine Auswirkung des dem Beschwerdeführer neu 

verschriebenen Magensäureblockers auf die Arbeitsfähigkeit erscheint 

unwahrscheinlich und wird auch nicht behauptet.

Den Gutachtern war sodann bekannt, dass der Beschwerdeführer das Methadon 

als Schmerzmedikation (nicht als Suchtmittelsubstitution) erhält. Sie erachteten diese 

Therapieführung jedoch bei fortgesetztem Alkohol- und Cannabis- sowie 

Benzodiazepinkonsum und hepatischer Schädigung (Hepatitis) als erheblich 

gesundheitsgefährdend und kontraindiziert (IV-act. 98-39).

5.9. 

Zusammenfassend vermögen weder die Vorbringen des Beschwerdeführers noch 

die neu eingereichten medizinischen Unterlagen erhebliche Zweifel am PMEDA-

Gutachten zu erwecken. Das Gutachten ist folglich beweiskräftig, sodass darauf 

abzustellen ist.

5.10. 

Nach der früheren Rechtsprechung war die Arbeitsunfähigkeit, welche von einer 

primären Toxikomanie herrührte, invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich. 

Nachdem im PMEDA-Gutachten festgehalten wurde, dass die festgestellten 

Einschränkungen überwiegend wahrscheinlich auf die Polytoxikomanie zurückzuführen 

seien, lehnte die Beschwerdegegnerin bereits aus diesem Grund Leistungen der 

Invalidenversicherung ab. Vorliegend ist deshalb zu prüfen, ob sich aus den mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Suchtmittelkonsum zurückzuführenden 

Einschränkungen eine relevante Arbeitsunfähigkeit ergibt.

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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Vorab ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass die chronische Hepatitis C, 

das grenzwertige Untergewicht, die arterielle Hypertonie (soweit sie nicht ohnehin 

medikamentös gebessert werden kann) sowie das Refluxleiden des Beschwerdeführers 

keine Arbeitsunfähigkeit begründen, jedoch bei den Kriterien einer adaptierten 

Arbeitstätigkeit insofern berücksichtigt werden, als dem Beschwerdeführer nur noch 

leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind. Dieses Anforderungsprofil kommt 

auch den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Rücken- und Kniebeschwerden 

entgegen, wobei diesbezüglich keine arbeitsfähigkeitsrelevanten Diagnosen gestellt 

wurden.

6.2. 

Dass nebst den erwähnten Diagnosen und der Suchtmittelerkrankung weitere 

Störungen oder Erkrankungen vorliegen, welche die Arbeitsfähigkeit relevant 

einschränken würden, ist nicht überwiegend wahrscheinlich (vgl. insbesondere IV-

act. 98-19, 98-25 f. und 98-39 f. sowie die vorstehenden Ausführungen unter E. 5). 

Unabhängig davon, dass die Gutachter die negativen Effekte als durch eine zumutbare 

Entzugstherapie reversibel erachten, bestanden sogar unter der zum 

Gutachtenszeitpunkt vorliegenden Polytoxikomanie bloss leichte Einschränkungen 

beim Beschwerdeführer. Insbesondere war sein Allgemeinzustand gut (IV-act. 98-11). 

Er zeigte keine (neuropsychologische Untersuchung, IV-act. 98-27) bzw. lediglich eine 

leichtgradige Ataxie (neurologische Untersuchung, IV-act. 98-19). Sein Aktivitätsniveau 

(Tagesstrukturierung, Freizeitgestaltung, soziale Aktivität) war erhalten, wobei 

abgesehen von der Polytoxikomanie keine psychiatrischen Diagnosen gestellt werden 

konnten (IV-act. 98-24 f.). Auch die neuropsychologischen Tests ergaben lediglich 

leichtgradige Defizite und keinen Anhalt auf eine invalidisierende kognitive Störung (IV-

act. 98-37 f.).

6.3. 

Demnach liegt selbst bei Berücksichtigung der negativen Effekte der 

Polytoxikomanie keine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit vor. Folglich hat 

das vorliegende Abhängigkeitssyndrom keine invalidisierende Wirkung, sodass auch 

unter der neuen Rechtsprechung von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit auszugehen ist. Somit hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Invalidenrente und die Beschwerdegegnerin hat seinen Antrag zu Recht abgelehnt.

6.4. 

Unter diesen Umständen ist auch der Antrag des Beschwerdeführers auf 

neuerliche Begutachtung nach einer angeordneten Entzugsbehandlung (act. G3) ohne 

Weiteres abzuweisen.

6.5. 

Es bleibt dem Beschwerdeführer unbenommen, sich für die Durchführung von 

beruflichen Massnahmen erneut bei der Beschwerdegegnerin zu melden. Aufgrund der 

6.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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7.  

Entscheid

langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie der gesundheitlichen Einschränkungen 

des Beschwerdeführers dürfte Unterstützung bei der Wiedereingliederung zu prüfen 

sein, zumal er gegenüber einem gesunden Arbeitnehmer eine erhebliche Lohneinbusse 

wird in Kauf nehmen müssen. In Nachachtung seiner Selbsteingliederungs- sowie 

Schadenminderungspflicht wird der Beschwerdeführer allenfalls anzuordnende 

Auflagen zu erfüllen haben und muss auch subjektiv eingliederungsfähig sein.

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten vollumfänglich abzuweisen.7.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegenden Angelegenheit angemessen. Da der Beschwerdeführer 

vollumfänglich unterliegt, ist die Gerichtsgebühr grundsätzlich ihm aufzuerlegen (Art. 95 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Zufolge 

unentgeltlicher Rechtspflege ist der Beschwerdeführer von der Bezahlung zu befreien.

7.2. 

bis 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt 

und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 

der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; 

sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung und dem 

Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Diese ist um einen 

Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der 

Staat den Rechtsvertreter pauschal mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

7.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP).

7.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 

600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 08.06.2020
	Art. 7, 7b, 28 und 29 IVG; Art. 7, 8, 21 und 61 ATSG. Beweiswert eines Gutachtens. Rechtsprechung bei Abhängigkeitssyndromen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer auch unter Berücksichtigung seiner Polytoxikomanie gesundheitlich nicht so schwer beeinträchtigt, dass seine Arbeitsfähigkeit relevant eingeschränkt wäre. Damit ist der Rentenanspruch zu verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juni 2020, IV 2018/207).

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		2024-05-27T00:03:01+0200
	"9001 St.Gallen"
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