# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60388f80-4450-5265-9e06-5d3c14a17301
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-12-13
**Language:** de
**Title:** Gestaltungsplanung sowie wasserrechtliche Konzession für Seilbahn über das Zürcher Seebecken (ZüriBahn der ZKB).
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0172-0175/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nrn._0172_bis_0175-2019_vom_13._dezember_2019.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE I Nr. 

R1S.2019.05056, R1S.2019.05071, R1S.2019.05072 und R1S.2019.05073 
0172/2019, 0173/2019, 0174/2019 und 0175/2019 

Entscheid vom 13. Dezember 2019  

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Walter  Linsi,  Baurichter  Claude  Reinhardt,  Ersatzrich-
terin Marlen Patt, Gerichtsschreiber Alain Thiébaud     

in Sachen 

Rekurrierende 

R1S.2019.05056 
V. S., […]  

vertreten durch […]  

diese wiederum vertreten durch […] 

R1S.2019.05071 
S., […] 

R1S.2019.05072 
1.  V. S., […] 
2.  V. Z., […] 

beide vertreten durch […] 

R1S.2019.05073 
1.  M. S., […] 
2.  P. B., […] 
3.  D. K., […] 
4.  W. W. und A. W., […] 
5.  M. T., […] 
6.  U. M.-W., […] 
7.  K. und S. T., […] 
8.  D. H., […] 
9.  J. Z., […] 
10.  D. W. H., […] 
11.  R. M., […] 
12.  D. A. M., […] 
13.  R. S., […] 
14.  B. P.-S., […] 
15.  S. L. […] 
16.  B. B., […] 
17.  C. C., […] 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
18.  Stiftung H., […] 

alle vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerinnen 

R1S.2019.05056, R1S.2019.05071, R1S.2019.05072, R1S.2019.05073 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

R1S.2019.05056 
2.  ZüriBahn AG, c/o Zürcher Kantonalbank, Rolf Rufer, VMC, Postfach, 

8010 Zürich  

Nr. 2 vertreten durch […] 

Mitbeteiligte 

R1S.2019.05056 
3.  Stadtrat von Zürich, Stadthausquai 17, 8022 Zürich  

R1S.2019.05071, R1S.2019.05072, R1S.2019.05073 
2.  Stadtrat von Zürich, Stadthausquai 17, 8022 Zürich  

vertreten durch Hochbaudepartement der Stadt Zürich,  
Rechtsabteilung, Lindenhofstrasse 19, Postfach, 8021 Zürich  

3.  ZüriBahn AG, c/o Zürcher Kantonalbank, Rolf Rufer, VMC, Postfach, 

8010 Zürich  

vertreten durch […] 

betreffend 

R1S.2019.05056 
Verfügung  des  Amtes  für  Abfall,  Wasser,  Energie  und  Luft  (AWEL)  vom 
24. April  2019;  wasserrechtliche  Konzession  für  zwei  Seilbahnstützen  und 
Umplatzierung  von  Bojenplätzen  und  Flossanlage,  Kat.-Nrn.  EN2567  und 
RI5126, Zürich 2 und 8 - Zürichsee 

R1S.2019.05071, R1S.2019.05072, R1S.2019.05073 
Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich vom 26. April 2019; Festsetzung 
des  kantonalen  Gestaltungsplans  "Seilbahn  Mythenquai-Zürihorn"  (Zü-
ribahn), Kat.-Nrn. RI4672, RI4671, RI4449, EN2569, WO5560, EN2567 und 
RI5126, Zürich 
_______________________________________________________ 

R1S.2019.05056 

Seite 2 

 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Verfügung vom 24. April 2019 erteilte das Amt für Abfall, Wasser, Ener-

gie und Luft (AWEL) der ZüriBahn AG die wasserrechtliche Konzession für 

die Beanspruchung des Seegebiets durch zwei Seilbahnstützen mit Funda-

tionen sowie für die Umplatzierung von Bojenplätzen und einer Flossanlage 

im  Bereich  der  Parzellen  Kat.-Nrn.  EN2567  und  RI5126,  Zürich  2  und  8  - 

Zürichsee. 

Mit Verfügung vom 26. April 2019 setzte sodann die Baudirektion den kan-

tonalen  Gestaltungsplan  Seilbahn  Mythenquai-Zürihorn  (ZüriBahn)  tangie-

rend  die  Parzellen  Kat.-Nrn.  RI4672,  RI4671,  RI4449,  EN2569,  WO5560, 

EN2567  und RI5126  (Zürich)  und  bestehend aus den  Gestaltungsplanvor-

schriften,  dem  Situationsplan  und  Längenprofil,  dem  Detailplan,  dem 

Raumplanungsbericht  im  Sinne  von  Art. 47  der  Raumplanungsverordnung 

(RPV) sowie dem Bericht zu den nicht berücksichtigten Einwendungen, alle 

datierend vom 25. März 2019, fest. 

B. 

Gegen die Verfügung des AWEL vom 24. April 2019 gelangte der V. S. […] 

mit  fristgerechter  Eingabe vom  29. Mai 2019 an  das  Baurekursgericht  des 

Kantons Zürich und beantragte was folgt: 

" 1. Die Verfügung des AWEL vom 24. April 2019 betreffend wasserrecht-
liche Konzession sei in Gutheissung des Rekurses aufzuheben. 

  2. Die  Sache  sei  zur  Vornahme  der  erforderlichen  Interessenabwägun-

gen und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

  3. Eventualiter sei über das Konzessionsgesuch direkt neu zu entschei-

den. 

  4. Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Rekursgegne-

rin." 

Dieses  Verfahren  wurde  vom  Baurekursgericht  unter  der  G.-Nr. 
R1S.2019.05056 anhand genommen. 

R1S.2019.05056 

Seite 3 

 
 
C. 

Gegen die Verfügung der Baudirektion vom 26. April 2019 erhob zunächst 

die  S.  mit  Rekursschrift  vom  19. Juni  2019  Rekurs  an  das  Baurekursge-

richt, mit folgenden Anträgen: 

" 1. Die  Baudirektionsverfügung  vom  26. April  2019  betreffend  Festset-
zung  des  kantonalen  Gestaltungsplans  "Seilbahn  Mythenquai  –  Züri-
horn" (ZüriBahn) sei aufzuheben. 

  2. Es sei die umfassende raumplanerische Interessenabwägung auf Stu-
fe des PGV durchzuführen und daher das Verfahren zur Festsetzung 
des  kantonalen  Gestaltungsplanes  eventualiter  solange  zu  sistieren, 
bis ein rechtskräftiger Entscheid zum PGV-Gesuch vorliegt. 

  3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

Sodann  wurde  die  Verfügung  der  Baudirektion  vom  26. April  2019  vom  V. 

S. und der V. Z. ([…], zusammen: Rekurrierende V.) angefochten; dies mit 

gemeinsamer Rekurseingabe vom 21. Juni 2019 und folgenden Begehren: 

" 1. Die  Verfügung  der  Baudirektion  vom  26. April  2019  betreffend  Fest-
setzung des Kantonalen Gestaltungsplans "Seilbahn Mythenquai-Züri-
horn" (ZüriBahn) sei aufzuheben. 

  2. Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Rekursgegne-

rin. 

  3. Das  Verfahren  sei  zu  sistieren,  bis  über  das  Verfahren 
R1S.2019.05056  (Verfügung  des  AWEL  über  die  wasserrechtliche 
Konzession  für  zwei  Seilbahnstützen  und  die  Umplatzierung  von  Bo-
jenplätzen und Flossanlage) rechtskräftig entscheiden ist und, im Fal-
le  einer  Gutheissung,  eine  neue,  begründete  Verfügung  des  AWEL 
vorliegt. 

  4. Das Verfahren sei zu sistieren, bis das im seilbahnrechtlichen Plange-
nehmigungsverfahren  beantragte  Gutachten  der  ENHK  oder  EDK 
vorhanden ist, andernfalls sei ein solches Gutachten im vorliegenden 
Verfahren einzuholen." 

Des  Weiteren  erhoben  mit  gemeinsamer  Rekursschrift  vom  21. Juni  2019 

[…] (im Folgenden Rekurrierende 1-17) sowie die Stiftung H. (im Folgenden 

Rekurrentin 18;  die  Rekurrierenden 1-18  werden  gemeinsam  als  Rekurrie-

rende  S.  et  al.  bezeichnet)  Rekurs  gegen  die  Verfügung  der  Baudirektion 

vom 26. April 2019 und beantragten Folgendes: 

R1S.2019.05056 

Seite 4 

 
 
" 1. Verfahrensmässig: 

1.1.  Das Rekursverfahren sei zu sistieren, bis ein künftiger begrün-
deter Entscheid des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft 
des  Kantons  Zürich  (AWEL)  über  die  Erteilung  einer  wasser-
rechtlichen Konzession für die im Zürichsee vorgesehenen An-
lageteile  der  Seilbahn  Mythenquai-Zürihorn  erstens  getroffen 
worden  und  zweitens  entweder  unangefochten  geblieben  oder 
mit Rekurs an das Baurekursgericht angefochten worden ist. Im 
zweiten  Fall  (Rekurs  gegen  einen  künftigen  begründeten  Kon-
zessionsentscheid des AWEL) seien die beiden Rekursverfah-
ren (jenes betreffend die Konzession und jenes betreffend den 
kantonalen  Gestaltungsplan)  koordiniert  zu  führen  und  abzu-
schliessen. 

1.2.  Es sei ein Augenschein durchzuführen. 

1.3.  Es seien die vorinstanzlichen Akten beizuziehen, insbesondere 
die  Gestaltungsplanvorschriften,  die  beiden  zum  Gestaltungs-
plan  gehörenden  Pläne,  der  Planungsbericht,  der  Einwen-
dungsbericht sowie alle Unterlagen im Zusammenhang mit der 
Umweltverträglichkeitsprüfung und dem an das Bundesamt für 
Verkehr eingereichten Plangenehmigungsgesuch. 

  2. Materiell: 

2.1.  Die Baudirektionsverfügung Nr. 0456/19 vom 26. April 2019 be-
treffend  Festsetzung  des  kantonalen  Gestaltungsplans  "Seil-
bahn Mythenquai – Zürihorn" (ZüriBahn) sei aufzuheben. 

2.2.  Eventuell:  In  der  Präambel  sowie  in  Art. 1  und 16  der  Gestal-
tungsplanvorschriften sei jeweils der Passus "fünf Jahre" durch 
"sechs Monate", eventuell durch "zwölf Monate" zu ersetzen. 

  3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekurs-

gegnerin." 

Die  genannten,  gegen  die  Verfügung  der  Baudirektion  vom  26. April  2019 

gerichteten  Rekurse  wurden  unter  den  G.-Nrn.  R1S.2019.05071, 

R1S.2019.05072 und R1S.2019.05073 anhand genommen. 

D. 

Mit Präsidialverfügung vom 31. Mai 2019 wurde das Vernehmlassungsver-

fahren  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05056  eröffnet.  Mit  Eingabe  vom 

26. Juni 2019 verzichtete der Stadtrat von Zürich auf Vernehmlassung. Die 

Baudirektion  schloss  per  27. Juni  2019  auf  Abweisung  des  Rekurses.  Die 

ZüriBahn  AG  beantragte  mit  Rekursantwort  vom  8. Juli  2019,  auf  den  Re-

kurs  sei  nicht  einzutreten,  eventualiter  sei  der  Rekurs  abzuweisen;  unter 

R1S.2019.05056 

Seite 5 

 
 
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuerzuschlag zulas-

ten des Rekurrenten. 

E. 

In  den  Verfahren  G.-Nrn.  R1S.2019.05071,  R1S.2019.05072  und 

R1S.2019.05073  wurden  die  Vernehmlassungsverfahren  mit  Präsidialver-

fügungen vom 20. Juni 2019 sowie je vom 26. Juni 2019 eröffnet. 

Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05071  beantragte  der  Stadtrat  von  Zürich 

mit  Eingabe  vom  10. Juli  2019  die  vollumfängliche  Abweisung  des  Rekur-

ses; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrentin. Die 

Baudirektion  schloss  per  19. Juli  2019  auf  Abweisung  des  Rekurses.  Die 

ZüriBahn AG beantragte mit Vernehmlassung vom 24. Juli 2019 die vollum-

fängliche  Abweisung  des  Rekurses,  soweit  darauf  einzutreten  sei;  unter 

Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zuzüglich  Mehrwertsteuerzuschlag  zu-

lasten der Rekurrentin. 

Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05072  beantragte  der  Stadtrat  von  Zürich 

mit  Rekursantwort  vom  10. Juli  2019  die  vollumfängliche  Abweisung  des 

Rekurses; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrie-

renden V. Die Baudirektion beantragte per 19. Juli 2019 die Abweisung des 

Rekurses. Mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2019 schloss die ZüriBahn AG 

auf  vollumfängliche  Abweisung  des  Rekurses,  soweit  darauf  einzutreten 

sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuerzu-

schlag zulasten der Rekurrenten. 

Der  Stadtrat  von  Zürich  schloss  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05073  mit 

Eingabe  vom  10. Juli  2019  auf  vollumfängliche  Abweisung  des  Rekurses; 
unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen zulasten  der  Rekurrierenden. Mit 

Vernehmlassung vom 19. Juli 2019 stellte die Baudirektion Antrag auf Ab-

weisung  des  Rekurses.  Die  ZüriBahn AG  beantragte  gemäss  Rekursant-

wort vom 29. Juli 2019, auf die Rekurse der Rekurrierenden 1-17 sei nicht 

einzutreten, eventualiter seien die Rekurse der Rekurrierenden 1-17 abzu-

weisen; sodann sei der Rekurs der Rekurrentin 18 vollumfänglich abzuwei-

sen, soweit darauf eingetreten werden könne; unter Kosten- und Entschä-

digungsfolgen  zuzüglich  Mehrwertsteuerzuschlag  zulasten  der  Rekurrie-

renden. 

R1S.2019.05056 

Seite 6 

 
 
F. 

Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05056 hielt der V. S. mit Replik vom 7. Au-

gust 2019 vollumfänglich am Rekurs fest.  

G. 

Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05071 hielt die S. mit Replik vom 21. August 

2019 am Rekurs fest. 

Mit  Replik  vom  30. August  2019  hielten  sodann  die  Rekurrierenden  V.  im 

Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05072 am Rekurs vollumfänglich fest. 

Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05073  hielten  die  Rekurrierenden  S.  et  al. 

replicando per 29. August 2019 an den Rügen gemäss Rekursschrift fest. 

H. 

Am  18. September 2019  wurde  in  allen  Verfahren  und  an  beiden  Zürich-

seeufern ein Abteilungsaugenschein durchgeführt. 

I. 

Mit  Eingabe  vom  17. September  2019  verzichtete  der  Stadtrat  von  Zürich 

im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05056 duplicando unter Hinweis auf den be-

reits  zuvor  erklärten  Verzicht  auf  Vernehmlassung  auf  eine  weitere  Stel-

lungnahme.  Die  Baudirektion  hielt  per  19. September  2019  vollumfänglich 

an  den  gestellten  Anträgen  fest.  Die  ZüriBahn AG  duplizierte  per  24. Sep-

tember 2019 mit ebenfalls unveränderten Anträgen.  

J. 

Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05071  hielt  die  Baudirektion  in  ihrer  Duplik 

vom  20. September  2019  an  den  gestellten  Anträgen  vollumfänglich  fest. 

Die  ZüriBahn AG  duplizierte  per  24. September  2019  mit  ebenfalls  unver-

änderten Anträgen. 

Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05072  duplizierte  die  Baudirektion  per 

20. September 2019 mit ebenfalls unveränderten Anträgen. Auch die Duplik 

R1S.2019.05056 

Seite 7 

 
 
der  ZüriBahn AG  vom  24. September  2019  erfolgte  unter  Festhaltung  an 

den gestellten Begehren. 

Die  Baudirektion  duplizierte  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05073  mit  Ein-

gabe  vom  20. September  2019  unter  vollumfänglicher  Festhaltung  an  den 

gestellten Anträgen. Die Duplik der ZüriBahn AG vom 24. September 2019 

enthielt ebenfalls keine neuen Begehren. 

K. 

Mit Triplik vom 16. Oktober 2019 liessen sich die Rekurrierenden V. im Ver-

fahren  G.-Nr.  R1S.2019.05072  –  unter  Festhaltung  an  den  Anträgen  –  er-

gänzend vernehmen. 

Eine Triplik vom 15. Oktober 2019 ging auch seitens der Rekurrierenden S. 

et  al.  im  Verfahren  G.-Nr. R1S.2019.05073  ein;  unter  vollumfänglicher 

Festhaltung an den tatbestandlichen und rechtlichen Ausführungen. 

L. 

Mit  Eingabe  vom  26. November  2019  beantragte  die  ZüriBahn AG  für  alle 

Rekursverfahren  eine  Berichtigung  der  Protokollierung  des  Abteilungsau-

genscheins vom 18. September 2019. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die  Rekursverfahren  G.-Nrn.  R1S.2019.005056,  R1S.2019.05071, 

R1S.2019.05072  und  R1S.2019.05073  sind  aufgrund  des  offenkundig  en-

gen  Sachzusammenhangs  (Projektierung  bzw.  Realisierung  der  ZüriBahn) 

zu vereinigen. 

R1S.2019.05056 

Seite 8 

 
 
2.1.1. 

Der  Rekurrent  V.  S.  stützt  seine Legitimation zur  Rekurserhebung  im  Ver-

fahren  G.-Nr.  R1S.2019.05056  gegen  die  vom  AWEL  mit  Verfügung  vom 

24. April 2019 erteilte wasserrechtliche Konzession auf Art. 55 des Umwelt-

schutzgesetzes (USG) in Verbindung mit Ziff. […] des Anhangs der Verord-

nung über die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des 

Natur-  und  Heimatschutzes  beschwerdeberechtigten  Organisationen 

(VBO). 

2.1.2. 

Die ZüriBahn AG bestreitet die Legitimation des  V. S. im Verfahren G.-Nr. 

R1S.2019.05056 mit dem Hinweis, es sei anerkannt, dass das Plangeneh-

migungsverfahren  (PGV)  gemäss  Art. 9  des  Seilbahngesetzes  (SebG)  – 

nebst  der  Erteilung  der  erforderlichen  kantonalen  Bewilligungen  –  nicht 

auch die Einräumung von kommunalen oder kantonalen Konzessionsrech-

ten  umfasse,  weshalb  über  deren  Erteilung  nicht  im  PGV  zu  befinden  sei. 

Art. 11 Abs. 1 lit. e der Verordnung über Seilbahnen zur Personenbeförde-

rung  (SebV)  behalte  den  Rechtserwerb  und  damit  die  Frage  der  Son-

dernutzung  des  öffentlichen  Grundes  ausdrücklich  vor.  Ausserdem  seien 

gemäss  dem  angefochtenen  Entscheid  umweltrechtliche  Belange  aus-

drücklich  im  PGV  vorzubringen.  Da  im  PGV  auch  geprüft  werde,  ob  der 

Plangenehmigung  insbesondere  keine  wesentlichen  öffentlichen  Interes-

sen,  namentlich  der  Raumplanung,  des  Natur-  und  Heimatschutzes  oder 

des Umweltschutzes, entgegenstehen (vgl. Art. 9 Abs. 3 lit. b SebG), seien 

diese  Belange  ausschliesslich  im  PGV  und  damit  im  seilbahnrechtlichen 

Verfahren  zu  behandeln,  was  der  materiellen  Verfahrenskoordination 

(Art. 25a  des  Raumplanungsgesetzes  [RPG])  diene.  Da  im  vorliegenden 

(konzessionsrechtlichen)  Verfahren  die  umweltrechtlichen  Rügen  nicht  zu 

prüfen  seien  bzw.  die  durchzuführende  Umweltverträglichkeitsprüfung 
(UVP)  keine  Rolle  spiele,  könne  die  Grundlage  gemäss  Art. 55  USG  nicht 

zur Rechtsmittelerhebung betreffend die Konzessionierung berechtigen. 

2.1.3. 

Hinsichtlich des Umfangs der Rechtsmittellegitimation gemäss Art. 55 USG 

bestehen  zwischen  Lehre  und  Rechtsprechung  nicht  unerhebliche  Diver-

genzen.  Zunächst  ist  klar,  dass  das  an  die  Durchführung  einer  UVP  ge-

knüpfte Beschwerderecht ganz grundsätzlich im Dienste der Respektierung 

der bundesrechtlichen Vorschriften über den Schutz der Umwelt steht. Da-

R1S.2019.05056 

Seite 9 

 
 
zu gehören gemäss der nicht abschliessenden Nennung der einschlägigen 

Erlasse  in  Art. 3  der  Verordnung  über  die  Umweltverträglichkeitsprüfung 

(UVPV)  neben  dem  Umweltschutzgesetz  die  ausdrücklich  genannten  Vor-

schriften,  die  den  Natur-  und  Heimatschutz,  den  Landschaftsschutz  und 

den Gewässerschutz betreffen (BGE 118 Ib 1, E. 1a). Während in der Leh-

re gestützt darauf praktisch einhellig die Auffassung vertreten wird, Art. 55 

USG  berechtige  die  Organisationen  zur  Erhebung  sämtlicher  Rügen,  die 

auch von Beschwerdeführenden in Anwendung der allgemeinen Legitimati-

onsgrundsätze erhoben werden könnten, gesteht das Bundesgericht in sei-

ner Rechtsprechung den Organisationen nur das Recht zu, die Verletzung 

von  Umweltrecht  zu  rügen,  geht  dabei  aber  von  einem  weiten  Begriff  des 

Umweltrechts  aus.  Die  Organisationen  können  mithin  auch  die  Verletzung 

verwandter  Erlasse  wie  –  beispielsweise  –  des  Gewässerschutzgesetzes 

(GschG), das Waldgesetz (WaG) sowie des Wasserrechtsgesetzes (WRG) 

rügen.  Die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  tendiert  im  Wesentlichen 

dazu,  im  Rahmen  der  materiellrechtlichen  Erwägungen  zu  prüfen,  ob  auf 

die  aufgeworfenen  Fragen  einzutreten  sei  (zum  Ganzen  Theo  Loretan,  in: 

Kommentar  USG,  Zürich/Basel/Genf 2002,  Art. 55  Rz. 26 f.,  mit  Hinwei-

sen).  Gegenstand  der  Rügen  können  nicht  zuletzt  auch  kantonale  Vor-

schriften  wie  beispielsweise  solche  der  Jagd-  und  Fischereigesetzgebung 

sein. Zudem hat, so das Bundesgericht ausdrücklich, die vom Bundesrecht 

vorgeschriebene  Gesamtbetrachtung  vor  allem  auch  die  Anliegen  der 

Raumplanung mit einzuschliessen (BGE 118 Ib 301, E. 1c, mit Hinweisen). 

2.1.4. 

Daraus ist für den vorliegenden Fall noch nicht viel gewonnen. Klar ist ein-

zig, dass der V. S. unter dem Titel von Art. 55 USG zur Rüge der Bestim-

mungen des kantonalen Wasserwirtschaftsgesetzes (WWG) und der dazu-

gehörigen Verordnung (KonzV WWG) im Zusammenhang mit einem UVP-
pflichtigen Vorhaben wie dem vorliegenden im Grundsatz legitimiert ist, so-

weit  diese  Bestimmungen  im  weiteren  Sinne  den  Anliegen  des  Umwelt-

schutzes (und ggf. auch der Raumplanung) dienen. So hat das Bundesge-

richt  Natur-  und  Landschaftsschutzorganisationen  ohne  weiteres  als  zur 

Anfechtung  einer  Wassernutzungskonzession  (Kraftwerkskonzession)  legi-

timiert  erachtet  (BGE 126 II 283,  E. 4b).  Zu  unterscheiden  hiervon  ist  aber 

die Frage, in welchem Verfahren die entsprechenden Bestimmungen mate-

riell  zu  rügen  bzw.  letztlich  von  den  Instanzen  anzuwenden  sind.  Die 

Grundidee  des  am  1. Januar 2000  in  Kraft  getretenen  Bundesgesetzes 

R1S.2019.05056 

Seite 10 

 
 
über  die  Koordination  und  Vereinfachung  von  Entscheidverfahren  (Sam-

melerlass)  bestand  darin,  für  Vorhaben  wie  Bauten  und  Anlagen  die  Kon-

zentration  von  Entscheiden  bei  einer  einzigen  Behörde  (Leitbehörde)  vor-

zusehen, welche alsdann vor ihrem Entscheid die Stellungnahmen der be-

troffenen Fachbehörden einzuholen hat (vgl. den entsprechend neu gefass-

ten  Inhalt  von  Art. 62a  des  Regierungs-  und  Verwaltungsorganisationsge-

setzes  [RVOG]).  Diese  Konzeption  liegt  auch  dem  am  1. Januar 2007  in 

Kraft getretenen SebG zugrunde (Art. 14 SebG). Für die parallel zum kon-

zentrierten bundesrechtlichen Verfahren erforderlichen raumplanungsrecht-

lichen  Vorkehren  sowie  für  den  Erwerb  der  für  Bau  und  Betrieb  erforderli-

chen Rechte sehen Art. 11 Abs. 1 lit. d und e SebV vor, dass den Bundes-

behörden  diesbezüglich  ein  Bericht  über  die  erfolgte  Abstimmung  (Raum-

planung)  sowie  entsprechende  Nachweise  (Rechte)  einzureichen  sind. 

Damit wird klar, dass die erforderlichen, vom kantonalen Recht geregelten 

raumplanerischen  Verfahren  sowie,  wie  vorliegend,  das  Verfahren  betref-

fend  die  Erteilung  einer  wasserrechtlichen  Konzession  zwar  mit  dem  seil-

bahnrechtlichen Verfahren abzustimmen ist, der Grundsatz der Koordinati-

on in dieser Konstellation aber keinesfalls zur materiellen Obsoleszenz der 

Vor- oder Parallelverfahren auf kantonaler Stufe führt. Dahin geht auch die 

Rechtsprechung. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich verweist zu-

nächst darauf, dass dem Koordinationsgebot und den Vorschriften über die 

UVP  in  den  unterschiedlichen  Verfahren  betreffend  Nutzungsplanung  ei-

nerseits  und  nach  dem  SebG  andererseits  Rechnung  getragen  werden 

müsse, sofern die Errichtung oder Änderung einer Baute oder Anlage Ver-

fügungen  mehrerer  Behörden  (auch  kantonaler  Behörden)  erfordert.  Die 

projektbezogene  Nutzungsplanung  und  das  Bewilligungsverfahren  sind, 

auch  wenn  sie  zeitlich  gestaffelt  durchgeführt  werden,  aufeinander  abzu-

stimmen.  Möglich  ist  auch  ein  Vorbehalt,  welcher  –  zum  Beispiel  –  die 

Rechtskraft  der  Nutzungsplanung  bedingt  (oder  umgekehrt).  Allerdings 
schliesst  das  anwendbare  Recht  faktisch  eine  umfassende  Koordination 

aus, zumal der Rechtsweg betreffend die verschiedenen Anordnungen oh-

nehin  nicht  koordiniert  werden  kann. Die  nutzungsplanerischen Festlegun-

gen  sind vor  den  kantonalen  Behörden anzufechten,  während die Plange-

nehmigung  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  unterliegt. 

Die  von  Art. 25a  RPG  avisierte  gleichzeitige  oder  gar  gemeinsame  Eröff-

nung  der  Entscheide  kann  folglich  ihren  Zweck,  nämlich  die  gesamthafte 

Beurteilung aller Aspekte in einem einheitlichen Rechtsmittelverfahren, oh-

nehin nicht erfüllen. Die Frage, worüber – beispielsweise – im Gestaltungs-

R1S.2019.05056 

Seite 11 

 
 
planverfahren  zu  entscheiden  ist,  kann  ohne  Konsultation  der  konkreten 

Plangenehmigung beantwortet werden. Das Wissen darum, welche Punkte 

von  welcher  Behörde  geprüft  wurden,  würde  sodann  nichts  daran  ändern, 

dass unter Umständen dieselben Fragen mit beiden gegebenen Rechtsmit-

teln vorgebracht werden müssten (VB.2013.00722 vom 4. September 2014, 

E. 5).  

Damit erfährt der Grundsatz der Koordination in kantonalen Parallelverfah-

ren doch wesentliche Einschränkungen. Was das Bundesgericht mit Bezug 

auf  das bundesrechtlich  besonders  geregelte  Verfahren zur  Konzessionie-

rung  eines  Flugplatzes  entschieden  hat,  kann  für  zum  Verfahren  nach 

SebG parallele kantonale Verfahren nicht massgeblich sein, zumal – wie in 

dem betreffenden Entscheid erwähnt – sämtliche umweltrelevanten Aspek-

te des Flugbetriebs bzw. der Organisation des Flugplatzes im Betriebsreg-

lement festgelegt werden. Da die Konzession wiederum von der Genehmi-

gung des Betriebsreglements abhängig ist, genügt es folgerichtig, Verbän-

den  die  Beschwerde  (einzig)  mit  Bezug  auf  die  Festsetzung  des Betriebs-

reglements  einzuräumen  (BGE 129 II 331,  E. 2.1 f.).  Während  der  Koordi-

nationsgrundsatz im kantonalen Parallelverfahren jedenfalls erfordert, dass 

den  Entscheiden  dieselben  Unterlagen  bzw.  Pläne  und  Berichte  zugrunde 

liegen,  wäre  eine  materielle  Einschränkung  der  Entscheidbefugnisse  der 

Rechtsmittelinstanzen 

in  den  unterschiedlichen  Rechtsmittelverfahren 

‒ und damit auch der Behörden im vorgelagerten verwaltungsinternen Ver-

fahren – systemwidrig. Das PGV vermag daher die durchzuführenden kan-

tonalen Verfahren weder ganz noch teilweise zu ersetzen. 

2.1.5. 

Im  vorliegend  betroffenen  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05056  betreffend 

wasserrechtliche  Konzession  kann  nichts  Anderes  gelten.  Zwar  sind  we-
sentliche  Beurteilungsgegenstände  denjenigen  des  PGV  ähnlich  oder  gar 

identisch.  Eine gesonderte  Beurteilung  ist  aber  letztlich unumgänglich,  zu-

mal es dem Kanton Zürich kraft seiner Hoheit über die Gewässer – theore-

tisch  –  freistünde,  im  WWG  bzw.  der  KonzV  WWG  selbstständige,  für  die 

Erteilung  einer  Konzession  zur  Beanspruchung  des  Gewässerraums  über 

die  im  nutzungsplanerischen  Verfahren  und  im  PGV  geltenden  Kriterien 

hinausgehende umweltrechtlich relevante Anforderungen zu definieren. Da-

raus  sowie  aus  den  vorstehenden  Ausführungen  zur  Tragweite  der 

Rechtsmittellegitimation  gemäss  Art. 55  USG  folgt,  dass  der  V.  S.  im  Ver-

R1S.2019.05056 

Seite 12 

 
 
fahren G.-Nr. R1S.2019.05056 betreffend wasserrechtliche Konzession zur 

Rekurserhebung legitimiert ist. 

2.1.6. 

Da  die  Bestimmungen  des  angerufenen  § 43  Abs. 1  WWG  sowie  von 

§ 25 f. KonzV WWG offen formuliert sind ("öffentliches Interesse") und zahl-

reiche  Aspekte,  so  auch  –  beispielsweise  –  die  Gefahr  des  Abrutschens 

von Ufern beinhalten, kann davon ausgegangen werden, dass die Konzes-

sionierung durchaus umweltrechtlich relevante Aspekte beschlägt. Die Rü-

ge der Verfahrensgarantien ist adhärent zu behandeln. Der V. S. ist im Ver-

fahren  G.-Nr.  R1S.2019.05056  mithin  zur  Rekurserhebung  legitimiert.  Da 

auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs 

des V. S. in jenem Verfahren einzutreten. 

2.2.1. 

Die  Rekurrentin  S.  stützt 

ihren  Rekurs 

im  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2019.05071  (sinngemäss)  ebenfalls  auf  die  Bestimmungen  zur  Ver-

bandsbeschwerde kraft Bundesrechts.  

2.2.2. 

Die Baudirektion sowie die ZüriBahn AG beantragen, auf den Rekurs der S. 

teilweise nicht einzutreten, zumal wesentliche Aspekte bzw. Rügen im PGV 

zu behandeln seien. 

2.2.3. 

Die Befugnis der S. zur Ergreifung von Rechtsmitteln erstreckt sich gemäss 

Anhang 1 der VBO sowohl auf Rechtsmittel gemäss Art. 55 USG als auch 

auf Rechtsmittel nach Massgabe von Art. 12 des Natur- und Heimatschutz-

gesetzes (NHG). 

2.2.4. 

Wie bereits erläutert, ist eine strikte sachliche Beschränkung bzw. Konzen-

tration der Entscheidbefugnisse auf das von Bundesbehörden durchzufüh-

rende PGV nicht möglich und mithin auch nicht zulässig. Auf die raumpla-

nerischen,  landschaftsschutzrechtlichen,  umweltrechtlichen  sowie  natur- 

und heimatschutzrechtlichen Rügen der S. ist daher bereits deshalb einzu-

gehen – und damit, da in einer einzelnen Rekursschrift untrennbar verbun-

den, einzutreten –, weil diese Aspekte in der gemäss Art. 3 RPG und Art. 3 

R1S.2019.05056 

Seite 13 

 
 
RPV  vorzunehmenden  raum-  bzw.  nutzungsplanerischen  Interessenabwä-

gung Berücksichtigung finden müssen. Dies konzediert auch die Baudirek-

tion.  Ein  Verweis  auf  das  PGV  wäre  nur  insofern  statthaft,  als  aus  diesen 

Aspekten  Modifikationen  des  Projekts  gefordert  würden,  welche  im  Rah-

men der Gestaltungsplanung gar nicht verfahrensgegenständlich sind bzw. 

sein  können.  Nicht  einzutreten  ist  hingegen  auf  den  Rekurs,  soweit  die  S. 

ausdrücklich eine Verletzung der Bestimmungen des SebG bzw. der SebV 

rügt.  Die  Frage  der  Erfüllung  der  diesbezüglichen  Anforderungen  ist  dem 

vom Bundesamt für Verkehr (BAV) durchzuführenden PGV vorzubehalten. 

2.2.5. 

Die S. ist mithin zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die weiteren Pro-

zessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  auf  den  Rekurs  im  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2019.05071  einzutreten,  soweit  sich  die  Rügen  nicht  auf  eine  Verlet-

zung der Bestimmungen des SebG und der SebV beziehen. 

2.3.1. 

Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05072  rekurrieren  der  V.  S.  und  der  V.  Z. 

gemeinsam  gegen  die  Festsetzung  des  kantonalen  Gestaltungsplans.  Sie 

stützen ihre Rekurslegitimation einerseits auf Art. 55 USG (V. S.) und ande-

rerseits auf § 338b Abs. 1 lit. c des kantonalen Planungs- und Baugesetzes 

(PBG). 

2.3.2. 

Die Baudirektion und die ZüriBahn AG beantragen wiederum ein teilweises 

Nichteintreten,  sowohl  mit  Hinweis  auf  das  PGV  als  auch  namentlich  mit 

Bezug  auf  die  Rügen  betreffend  Eingriff  in  das  heimatliche  Landschafts- 

und Ortsbild bzw. den Ortsbild- und Landschaftsschutz. 

2.3.3. 

Wie  erwähnt,  beschlägt  die  Beschwerdeberechtigung  nach  Massgabe  von 

Art. 55  USG  bei  UVP-pflichtigen  Vorhaben  neben  den  Bestimmungen  des 

USG  auch  die  ausdrücklich  genannten  Vorschriften  über  den  Natur-  und 

Heimatschutz,  den  Landschaftsschutz,  den  Gewässerschutz,  die  Walder-

haltung  sowie  die  Jagd  und  Fischerei  (Art. 3  UVPV;  BGE 118 Ib 301, 

E. 1c).  Eine  Nichtberücksichtigung  der  Rügen  des  V.  S.  betreffend  den 

Landschafts-  und  Ortsbildschutz  wäre  daher  nicht  statthaft.  Die  Rekurs- 

und Beschwerdeberechtigung gemäss § 338b PBG beschränkt sich hinge-

R1S.2019.05056 

Seite 14 

 
 
gen sachlich strikt auf den Gegenstand der in § 338b Abs. 1 lit. a-c enume-

rierten Interessen (§ 338b Abs. 2 PBG; BRGE I Nr. 0184/2014 in BEZ 2015 

Nr. 8,  E. 2.2.3).  Da  es  vorliegend,  wie  nachfolgend  zu  erläutern  sein  wird, 

um eine Gestaltungsplanung von überkommunaler Bedeutung bzw. um ei-

ne  Gestaltungsplanung  für  eine  Anlage  ausserhalb  der  Bauzonen  geht 

(§ 338b Abs. 1 lit. b und c PBG), ist die Rekurslegitimation des V. Z. in der 

Sache ebenfalls zu bejahen. Diese betrifft, wie in § 338b Abs. 2 PBG aus-

drücklich  festgehalten,  ohne  weiteres  die  Interessen  des  Natur-  und  Hei-

matschutzes.  Eine  darüber  hinausgehende  statutarische  Definition  der  zu-

lässigen  Rügen  bzw.  zusätzliche  diesbezügliche  Einschränkungen  werden 

für  das  zürcherische  Recht  abgelehnt  (VB 89/0158  in  BEZ 1990  Nr. 3  = 

RB 1990 Nr. 12). 

2.3.4. 

In der Sache haben sich die Rügen des V. S. und des V. Z., wie vorstehend 

abgehandelt,  im  Rahmen  des  –  angesichts  der  gemäss  Art. 3  RPG  und 

Art. 3  RPV  vorgeschriebenen  Interessenabwägung  weitreichenden  –  Ver-

fahrensgegenstands zu halten. Dies ist ohne weiteres der Fall. In die Inte-

ressenabwägung  haben  auch  –  falls  erforderlich  –  die  Rügen  betreffend 

Verkehrserschliessung  oder  betreffend  die  Beeinträchtigung  von  Lebewe-

sen (Vögel, Wasservögel) einzufliessen. Detaillierte zusätzliche Vorkehren, 

wie sie Gegenstand des PGV wären, werden nicht gefordert. 

2.3.5. 

Im Ergebnis ist auf die Rekurse des V. S. und des V. Z., da auch die weite-

ren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, vollumfänglich einzutreten. 

2.4.1. 

Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05073 rekurrieren die Stiftung H. als Rekur-
rentin 18 sowie als Rekurrierende 1-17 diverse Privatpersonen. 

2.4.2. 

Die  Rekurrentin 18  verweist  betreffend  Legitimation  im  Wesentlichen  auf 

Art. 55 USG und Art. 12 NHG.  

2.4.3. 

Die Baudirektion und die ZüriBahn AG beantragen ein teilweises Nichtein-

treten einerseits mit Hinweis auf das PGV, andererseits mit Verweis auf die 

R1S.2019.05056 

Seite 15 

 
 
mangelnde  Darlegung  der  Legitimation  der  Rekurrentin 18  zu  einzelnen 

Rügen mit Bezug auf den statutarischen Zweck. 

2.4.4. 

Gemäss Anhang 1 der VBO ist die Rekurrentin 18 in beiden Sachbereichen 

(USG und NHG) rechtsmittellegitimiert. Auch im Fall der Rekurrentin 18 ist 

die Rekurslegitimation betreffend die von der projektierten Seilbahn ausge-

henden Beeinträchtigungen im Sinne von Art. 3 RPG i.V.m. Art. 3 RPV weit 

zu fassen; die diesbezüglich wesentlichen Aspekte sind in der Rekursschrift 

im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05073 entsprechend ausgewiesen. Eine be-

sondere Darlegung der Legitimation zu einzelnen Rügen käme angesichts 

der grundsätzlichen Legitimation der Rekurrentin 18 zu allen Rügen im Be-

reich  des  Natur-  und  Heimatschutzes  einem  überspitzten  Formalismus 

gleich, zumal die Rekurrentin 18, wie die ZüriBahn AG konzediert, über ei-

ne entsprechende statutarische Bestimmung verfügt. 

2.4.5. 

Zusammenfassend  ist  auf  den  Rekurs  der  Rekurrentin 18  einzutreten.  Die 

Prozessvoraussetzungen sind erfüllt.  

2.4.6. 

Die  Rekurrierenden 1-17  leiten  ihre  Legitimation  zur  Rekurserhebung  aus 

der allgemeinen Bestimmung von § 338a PBG her. Sie begründen ihre be-

sondere Betroffenheit zunächst mit der Distanz zum Wohnort: Bei den Re-

kurrierenden 1,  2,  3,  9,  10  und  16  betrage  diese  jeweils  rund  180 m,  bei 

den  Rekurrierenden 4,  8,  9,  14  und  17  250 m,  bei  den  Rekurrierenden 11 

und 12 rund 400 m und bei den Rekurrierenden 5 rund 600 m. Sodann, so 

die  Rekurrierenden,  wären  sie  vom  zu  erwartenden  Parkplatzsuchverkehr 

und dem befürchteten unerlaubten Parkieren auf öffentlichem und privatem 
Grund  betroffen.  Die  Rekurrierenden 7,  8,  11,  12  und  14,  die  nahe  der 

Tramhaltestellen  F.  bzw.  B.  wohnten,  würden  zudem  von  den  negativen 

Auswirkungen an diesen Haltestellen bzw. im Umfeld derselben (Besucher-

ströme, Lärm und Abfall) tangiert. Die Rekurrierenden 1, 2, 4, 7, 8, 10, 14, 

16 und 17 hätten aus ihrer Wohnung bzw. ihrem Haus direkte Sicht auf die 

jeweilige  Seilbahnstation  bzw.  die  jeweils  nähere  Stütze  oder  gar  beide 

Stützen. Sie wären zudem am stärksten vom Baulärm während der insge-

samt zwei Jahre dauernden Bau- und Rückbauphase beeinträchtigt. 

R1S.2019.05056 

Seite 16 

 
 
Ferner seien die Rekurrierenden 5, 12 und 13 als Mitglieder im [Verein] Z. 

und Nutzerinnen von Booten im Hafen […] besonders betroffen. Insbeson-

dere  während  der  Bau-  und  Rückbauphase  werde  der  Segelbetrieb  rund 

um  die  Baustelle  für  die  östliche  Stütze  behindert.  Sodann  sei  das  Club-

haus […] während mithin sieben Jahren in ausserordentlichem Mass beein-

trächtigt.  Die  Rekurrierenden 6  und  15  seien  seit  langem  Dauergäste  des 

Strandbads Mythenquai mit einem entsprechenden Dauerabonnement und 

zudem Mieter einer Saisonkabine. Beim Rekurrenten 17 handle es sich um 

den  einzigen  hauptberuflichen  […]trainer  […]  mit  Domizil  und  Bootshaus 

am […]. Die Seilbahnstützen kämen mitten in die […]trainingsrouten zu lie-

gen bzw. würden direkte Kollisionsrisiken darstellen. Das […]training werde 

während  mindestens  sieben Jahren  massiv  erschwert,  da  sich  jeglicher 

Bootsverkehr  auf  die  Mittelachse  des  Seebeckens  konzentrieren  würde, 

wodurch das Risiko von Kollisionen mit anderen Booten und Schiffen mar-

kant erhöht würde. Für alle Rekurrierenden werde zudem die Nutzung des 

sehr häufig genutzten Naherholungsgebiets am See beeinträchtigt. Diverse 

Rekurrierende  würden  die  wohnungsnahen  Grünanlagen  des  Zürichhorns 

bzw.  der  Landiwiese  regelmässig  nutzen.  Auch  Lichtimmissionen  wie  die 

Flughindernisbefeuerung  sowie  nachts  beleuchtete  Kabinen  vermöchten 

eine besondere Betroffenheit zu begründen. 

2.4.7. 

Die Baudirektion machte zur Legitimation der Rekurrierenden 1-17 im Ver-

fahren  G.-Nr.  R1S.2019.05073  keine  besonderen  Ausführungen.  Die  Zü-

riBahn AG  verweist  bezüglich  der  legitimationsbegründenden  Distanz  zu 

den Wohnungen der Rekurrierenden auf die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung.  Die  Anlage führe  gemäss  dem  Umweltverträglichkeitsbericht  zu ei-

nem  Mehrverkehr  von  360 Fahrten  pro  Tag  im  Umfeld  der  beiden  Statio-

nen,  was  einer  Mehrbelastung  der  hauptbetroffenen  Strassen  Bellerive-
strasse  und  Mythenquai  von  ca.  0,5 %  entspreche.  Die  Problematik  des 

Parkplatzsuchverkehrs  sei  angesichts  der  geringen  Verkehrszunahme  oh-

nehin  gering;  Sodann  würden  gemäss  dem  Verkehrskonzept  besondere 

Massnahmen  ergriffen  und  umgesetzt.  Die  Parkzeitbeschränkung  in  der 

blauen Zone genüge nicht für eine Hin-und Rückfahrt mit der ZüriBahn; fer-

ner  seien  diese  Parkplätze  an  Wochenenden  stärker  durch  Anwohner  be-

setzt.  Überbelastungen  des  ÖV  seien  nicht  zu  erwarten  bzw.  einzig  in 

Kombination mit der jeweils zweiwöchigen Durchführung des Theater Spek-

takels  (auf  der  Landiwiese).  Ein  zusätzlicher  Lärm  an  den  Tramhaltstellen 

R1S.2019.05056 

Seite 17 

 
 
sei von den Besuchern der ZüriBahn nicht zu erwarten, zumal diese Halte-

stellen allesamt an vom MIV befahrenen Strassen lägen. Mit einem Abfall-

konzept  werde  verhindert,  dass  es  ausserhalb  der  Bereiche  der  Seilbahn-

stationen zu einem Abfallproblem komme. Die Ausführungen zur Sichtver-

bindung  zur  Seilbahn  seien  durch  das  Gericht  jedenfalls  näher  zu  prüfen. 

Eine besondere Beziehungsnähe ergebe sich nicht von vornherein aus je-

der  baulichen  Veränderung  im  Blickfeld  oder  in  der  Umgebung  eines 

Grundstücks.  Diesbezüglich  sei  auf  Lehre  und  Praxis  zur  Legitimation  be-

treffend  Beeinträchtigung  des  Orts-  und  Landschaftsbildes  zu  verweisen. 

Zum  Teil  seien  auch  nur  sehr  kleine  Teile  der  Seilbahnstützen  zu  sehen. 

Zwischen  den  Grundstücken  der  Rekurrierenden  auf  der  Ostseite  des  Zü-

richsees  und  der  projektierten  Seilbahnstation  Zürichhorn  liege  zudem  die 

Bellerivestrasse. Zwischen den Rekurrierenden an der Seestrasse und der 

Station  Mythenquai  lägen  die  ebenfalls  vielbefahrene  Seestrasse,  die 

mehrspurigen  SBB-Linien  Zürich-Chur  und  Zürich-Luzern  sowie  weitere 

Gebäudekomplexe. Selbst wenn eine direkte Sichtverbindung zu den Seil-

bahnstützen  erwiesen  wäre,  könnte  mithin  keine  besonders  nahe  Bezie-

hung  zur  Streitsache  begründet  werden.  Temporäre  Lärmimmissionen 

könnten nach der Rechtsprechung nur bei Distanzen von ca. 25-40 m legi-

timationsbegründend  wirken.  Die  weiteren  Ausführungen  betreffend  Mit-

gliedschaften  im  [Verein]  Z.,  betreffend  Dauergäste  des  Strandbads  My-

thenquai,  Beruf  als  […]trainer  sowie  Nutzung  der  Naherholungsgebiete 

vermöchten im Ergebnis keine spezifische Beziehungsnähe zu begründen. 

2.4.8. 

Mit ihrer Duplik machte die ZüriBahn AG Fotos aktenkundig, welche anläss-

lich  eines  vom  BAV  durchgeführten  Augenscheins  aufgenommen  wurden, 

und  führte  aus,  von  den  Wohnungen  einzelner  Rekurrierender  werde  die 

ZüriBahn aufgrund des Ergebnisses dieses Augenscheins gar nicht zu se-
hen sein (Rekurrierende 1, 2, 4 und 10). Die Rekurrierenden 1-17 machen 

in ihrer Triplik geltend, sie seien keinesfalls als blosse "Streithelfer" der Re-

kurrentin 18  zu  betrachten.  Es  werde  daran  festgehalten,  dass  die  Sicht-

verbindung  für  die  Rekurrierenden 1,  4,  7,  8,  10,  14,  16  und  17  bestehe, 

und zwar auch bei Dunkelheit. 

2.4.9. 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  sind  Nachbarn  zur  Be-

schwerdeführung  gegen  ein  Bauvorhaben  legitimiert,  wenn  sie  mit  Sicher-

R1S.2019.05056 

Seite 18 

 
 
heit  oder  zumindest  grosser  Wahrscheinlichkeit  durch  Immissionen  (Lärm, 

Staub, Erschütterungen, Licht oder andere Einwirkungen) betroffen werden, 

die der Bau oder Betrieb der fraglichen Anlage hervorruft. Bei weiträumigen 

Einwirkungen kann ein grosser Kreis von Personen zur Beschwerdeführung 

legitimiert  sein,  etwa  beim  Betrieb  eines  Flughafens  oder  einer  Schiess-

anlage. 

Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Betroffenheit dient in der Praxis 

die  räumliche  Distanz  zum  Bauvorhaben  bzw.  zur  Anlage.  Die  Rechtspre-

chung  bejaht  in  der  Regel  die  Legitimation  von  Nachbarn,  deren  Liegen-

schaften sich in einem Umkreis von bis zu rund 100 m befinden. Bei grös-

seren  Entfernungen  muss  eine  Beeinträchtigung  aufgrund  der  konkreten 

Gegebenheiten  glaubhaft  gemacht  werden.  So  ergibt  sich  –  beispielswei-

se –  bei  Schiessanlagen  (Lärm)  ein  erheblich  weiterer  Radius  von  ca. 

800-1000 m,  oder  wurde  im  Falle eines  Windparks  eine Legitimation noch 
in 1,2 km Entfernung bejaht. 

In  der  Rechtsprechung  wurde  auch  stets  betont,  dass  nicht  schematisch 

auf einzelne Kriterien (insbesondere Distanzwerte) abgestellt werden dürfe, 

sondern  eine  Gesamtwürdigung  anhand  der  konkreten  Verhältnisse  erfor-

derlich sei (zum Ganzen BGE 140 II 214, E. 2.3; BGE 136 II 281, E. 2.3.2; 

BGE 133 II 181, E. 3.2.2; BGr 1C_33/2011 vom 12. Juli 2011, E. 2). 

2.4.10. 

Für  die  Beurteilung  im  vorliegenden  Fall  ist  zunächst  massgeblich,  dass 

sämtliche  Rekurrierenden 1-17  mehr  als  das  Doppelte  als  die  von  der 

Rechtsprechung definierten 100 m von den Stationen der ZüriBahn entfernt 

wohnen;  einige  sogar  in  erheblich  grösserer  Entfernung  von  400 m  bzw. 

600 m.  Die  Rekurslegitimation  ergibt  sich  damit  aufgrund  der  räumlichen 
Nähe  nicht  ohne  weiteres.  Die  Rekurrierenden 1-17  machen  denn  auch 

nicht  geltend,  von  Lärmimmissionen  der  projektierten  Anlage  daselbst  be-

troffen zu sein. 

Aufgrund  der  blossen  Einsehbarkeit  der  Stützen  oder  Stationen  aus  den 

Wohnräumen der Rekurrierenden eine Legitimation anzunehmen, ginge im 

vorliegenden Fall fehl. Bei Projekten in grossen Städten und Agglomeratio-

nen wie Zürich ist bei vernachlässigbaren Immissionen mehr als eine blos-

se Sichtverbindung zu fordern, ansonsten die Rekurs- und Beschwerdelegi-

R1S.2019.05056 

Seite 19 

 
 
timation popularisiert würde. Dies gilt beispielsweise dann, wenn Rekurrie-

rende – wie vorliegend – ein geringfügig höheres Verkehrsaufkommen an-

führen, zumal dieses nicht zu deutlich wahrnehmbaren zusätzlichen Lärm-

immissionen  an  bereits 

vorbelasteten  Strassenabschnitten 

führt 

(BGr 1C_405/2008  vom  18. März  2009,  E. 2.5).  Alle  Rekurrierenden  –  mit 

Ausnahme  der  über  600 m  entfernten  Rekurrentin 5  –  sind  von  der  Seil-

bahn und den Stationen durch die vielbefahrene See- oder Bellerivestrasse 

getrennt. Vorliegend ist die Prognose, dass der Betrieb der Seilbahn nicht 

zu  erheblichem  zusätzlichem  Motorfahrzeugverkehr  führen  werde,  ohne 

weiteres plausibel. So ist namentlich die Rekurrentin 5, obwohl sie in einer 

Liegenschaft  direkt  an  der  Bellerivestrasse  wohnt,  nicht  als  legitimiert  zu 

betrachten.  Hierzu  adhärent  verhält  sich  die  Frage  der  Legitimation  auf-

grund des Parkplatzsuchverkehrs.  Im  Quartier  Seefeld bzw. zwischen den 

Strassenzügen  der  Mühlebachstrasse  und  der  Bellerivestrasse  ist  der 

Suchverkehr bereits heute relativ erheblich, sodass nicht mit einer erhebli-

chen  Intensivierung  zu  rechnen  ist.  Die  Rekurrierenden  auf  der  Seite  der 

Station  Mythenquai  sind  von  der  Seestrasse  durch  die  Bahnanlagen  ge-

trennt,  sodass  im  Bereich  der  Bellaria-  und  der  Mutschellenstrasse  kaum 

mit Suchverkehr zu rechnen ist. Die Benützung in der Nähe der Wohnorte 

der Rekurrierenden gelegener Tramstationen durch die Passagiere der Zü-

riBahn  führt  von  vornherein  nicht  zu  ins  Gewicht  fallenden  zusätzlichen 

Immissionen;  mehr  als  eine  in  der  Stadt  Zürich  ohnehin  alltägliche  Benüt-

zungsintensität ist diesbezüglich nicht zu erwarten. Die Benützung der Seil-

bahn ist ferner nicht abfallintensiv. Was allfällige Lichtimmissionen der Sta-

tionen  angeht,  so  vermögen  die  Rekurrierenden  nicht  darzutun,  inwiefern 

sie  durch  diese  gestört  werden  könnten.  Gemäss  Art. 15  der  Vorschriften 

des Gestaltungsplans (GPV) sind unnötige Lichtimmissionen zu vermeiden. 

Die Innenbeleuchtung der Kabinen sowie die Flughindernisbefeuerung wei-

sen keine besondere  Intensität  auf,  welche sich auf  dem Gebiet der  Stadt 
Zürich  von  anderweitigen,  weithin  üblichen  Lichtimmissionen  absetzen 

würde. Die Rekurrierenden 1-17 befinden sich von der ZüriBahn auch alle-

samt  in  einer  grösseren  Distanz,  als  dass  beispielsweise  Lichtentzug  be-

fürchtet  werden  müsste.  Als  betreffend  die  Aussichtsqualität  geringfügig 

tangiert können immerhin die Rekurrierenden 7, 8, 14 und 16 gelten. Dies-

bezüglich fällt freilich die Befristung von Planung und Betrieb der Seilbahn 

ins  Gewicht.  Eine  –  teilweise  –  beeinträchtigte  Aussicht  durch  temporäre 

Bauten  und  Anlagen  ist  in  der  Stadt  Zürich  ohne  weiteres  hinzunehmen; 

insbesondere  brauchen  die  erwähnten  Rekurrierenden  keine  Wertminde-

R1S.2019.05056 

Seite 20 

 
 
rung der fraglichen Liegenschaften zu befürchten, da die Beeinträchtigung 

der Aussicht ("Seesicht") nach dem Abbau der Seilbahn ohne weiteres ent-

fällt.  Die  Durchführung  besonderer  Augenscheine  in  den  Wohnungen  der 

Rekurrierenden wäre trotz entsprechender Anträge unverhältnismässig, da 

zufolge der Befristung von Bau und Betrieb keine Detailbetrachtung vorzu-

nehmen ist. In diesem Zusammenhang ist sodann erheblich, dass grössere 

Bau- oder Planungsvorhaben, hielte man entsprechende Abklärungen stets 

im Einzelnen für erforderlich, durch Massenrekurse mit zahlreichen Rekur-

rierenden  auf  unbestimmte  Zeit  verzögert  und  damit  faktisch  verhindert 

werden könnten. Ein Augenschein war daher, wie auch erforderlich, einzig 

betreffend die Standorte  der  Stationen  an  beiden Zürichseeufern  durchzu-

führen. 

Auch  aus  den  ergänzenden  Ausführungen  der  Rekurrierenden  ergibt  sich 

keine  Rechtsmittellegitimation.  Die  Mitgliedschaft  im  [Verein]  Z.  und  die 

Nutzung von Booten im Hafen Riesbach führt nicht zur besonderen Betrof-

fenheit,  ansonsten  stets  sämtliche  Mitglieder  eines  –  möglicherweise  tat-

sächlich betroffenen und damit in eigener Sache legitimierten – Vereins an 

dessen Stelle auftreten könnten. Auch die regelmässige Nutzung bestimm-

ter  öffentlicher  Sachen,  Flächen  oder  Einrichtungen  kann  noch  nicht  zum 

Rekurs berechtigen. Ein Recht, – beispielsweise – einen See an beliebiger 

Stelle  mit  Booten  befahren  zu  können,  besteht  nach  Massgabe  der  bun-

desgerichtlichen  Rechtsprechung  nicht.  Aus  diesem  Grund  kann  auch  der 

hauptberuflich als […]trainer beschäftigte Rekurrent 17 nicht beanspruchen, 

stets die gesamte Fläche des Zürichsees zu seiner freien Verfügung zu ha-

ben. Eine Gefährdung durch die Stützen ist nicht hinreichend substantiiert, 

zumal  sich  eine  solche  grundsätzlich  aus  jedem  Hindernis  in  Gewässern 

ergeben kann. Auch haben selbstredend Benützerinnen und Benützer städ-

tischer Badeanlagen keinen Anspruch darauf, gegen Bautätigkeiten in oder 
an diesen Anlagen Rekurse zu erheben. Die bei den Akten liegenden Sai-

son-Sportabos des Zürcher Sportamtes berechtigen zur Benützung sämtli-

cher  öffentlichen  Frei-  und  Hallenbäder  auf  dem  Gebiet  der  Stadt  Zürich. 

Vom Charakter eines Popularrekurses wäre eine Legitimation aufgrund sol-

cher Tatbestände nicht zu unterscheiden; dasselbe gilt für die Behauptung 

der  regelmässigen  Benützung  der  seeseitigen  Parkanlagen  bzw.  Grünflä-

chen zu Erholungszwecken. Selbst wenn – wobei auf die Qualifikation des 

Rechtsverhältnisses nicht besonders einzugehen ist – die Rekurrierenden 6 

und 15  kraft  eines  privatrechtlichen  Mietverhältnisses  an  Kabinen  im 

R1S.2019.05056 

Seite 21 

 
 
Strandbad Mythenquai berechtigt wären, ist die Benützung derselben doch 

erheblich von der Benützung einer Wohnung oder Geschäftsliegenschaft zu 

unterscheiden.  Eine  Rekursberechtigung  vermag  auch  dieser  Umstand 

nicht zu verschaffen. 

2.4.11. 

Im  Ergebnis  ist  auf  den  Rekurs  der  Rekurrierenden 1-17  im  Verfahren  G.-

Nr. R1S.2019.05073 nicht einzutreten. 

3.1.1. 

Die  Rekurrentin  S.  und  die  Rekurrierenden  V.  beantragen,  die  Verfahren 

betreffend die Gestaltungsplanung so lange zu sistieren, bis ein rechtskräf-

tiger  Entscheid  im  PGV  vorliege.  Die  Rekurrierenden  V.  beantragen  über-

dies,  die  Verfahren  betreffend  die  Gestaltungsplanung  bis  zum  Entscheid 

im  Verfahren 

über 

die  wasserrechtliche  Konzession 

(G.-Nr. 

R1S.2019.05056) zu sistieren. 

3.1.2. 

Nach Massgabe der – vorstehend bereits erwähnten – verwaltungsgericht-

lichen  Rechtsprechung  vermag  der  Koordinationsgrundsatz  im  Falle  des 

Zusammenspiels der einerseits von Bundesrecht und andererseits von kan-

tonalem Recht geregelten Verfahren (PGV bzw. nutzungsplanerisches Ver-

fahren) keine umfassende Geltung zu entfalten, zumal die entsprechenden 

Rechtsmittelverfahren  aufgrund  der  abweichenden  Zuständigkeiten  ohne-

hin  nicht  vollumfänglich  koordiniert  werden  könnten.  Eine  gleichzeitige  Er-

öffnung der Entscheide vermöchte somit den Zweck, eine gesamthafte Be-

urteilung  aller  Aspekte  in  einem  einheitlichen  Rechtsmittelverfahren  zu  er-

möglichen, von vornherein nicht zu erfüllen. Mithin ist sowohl eine bedingte 
Erteilung  der  Plangenehmigung  als  auch  ein  bedingter  Erlass  der  nut-

zungsplanerischen Vorschriften denkbar (zum Ganzen VB.2013.00722 vom 

4. September 2014, E. 5.6). 

3.1.3. 

Der mit dem angefochtenen Entscheid festgesetzte Gestaltungsplan wurde 

von  der  Baudirektion  zwar  nicht  ausdrücklich  unter  der  Bedingung  einer 

rechtskräftigen Plangenehmigung erteilt. Angesichts der Art des Vorhabens 

bzw.  der  bundesrechtlichen  Erfordernisse  der  Seilbahngesetzgebung 

R1S.2019.05056 

Seite 22 

 
 
(SebG/SebV) ist aber ohnehin offenkundig, dass das Projekt ZüriBahn mit 

dem Entscheid im PGV steht oder fällt. Die nutzungsplanerischen Vorkeh-

ren  wären  ohne  seilbahnrechtliche  Konzessionierung  obsolet.  Vor  diesem 

Hintergrund sowie vor dem Hintergrund der – wie erwähnt – separaten Ver-

fahren (PGV bzw. nutzungsplanerisches Verfahren) ist eine Verfahrenssis-

tierung  mit  Blick  auf  den  Koordinationsgrundsatz  nicht  angezeigt.  Ein  Ab-

warten  des  Ergebnisses  im  PGV  (oder,  umgekehrt,  des  nutzungsplaneri-

schen Verfahrens durch das BAV) aus prozessökonomischen Gründen hät-

te  angesichts  des  Verfahrensumfangs  erhebliche  Verzögerungen  bzw. 

möglicherweise  sogar  einen  Verfahrensstillstand  zur  Folge,  was  mit  dem 

prozessualen  Beschleunigungsgebot  nicht  mehr  vereinbar  wäre.  Eine  Sis-

tierung ist aus diesen Gründen nicht zulässig. Das Verfahren betreffend die 

wasserrechtliche  Konzession  wird  zufolge  der  –  wie  erwähnt  –  vorzuneh-

menden Vereinigung  mit  den  Rekursgeschäften  über den  Gestaltungsplan 

hinreichend koordiniert. Eine rein prozessökonomisch motivierte Sistierung 

der Verfahren betreffend die Gestaltungsplanung fällt, analog zu den Aus-

führungen betreffend das Abwarten des Entscheids im PGV, aufgrund des 

Beschleunigungsgebots ausser Betracht. 

3.2.1.  

Die  Rekurrierenden  V.  beantragen  sodann,  die  Verfahren  betreffend  die 

Gestaltungsplanung  zu  sistieren,  bis  das  im  seilbahnrechtlichen  Plange-

nehmigungsverfahren  beantragte  Gutachten  der  ENHK  oder  EDK  vorhan-

den  ist,  andernfalls  ein  solches  Gutachten  im  vorliegenden  Verfahren  ein-

zuholen sei. 

3.2.2. 

Nach Art. 7 Abs. 2 NHG verfasst die zuständige Kommission zuhanden der 

Entscheidbehörde ein Gutachten, wenn bei der Erfüllung der Bundesaufga-
be  ein  Objekt,  das  in  einem  Inventar  des Bundes  nach  Art. 5  NHG  aufge-

führt ist, erheblich beeinträchtigt werden kann oder sich in diesem Zusam-

menhang grundsätzliche Fragen stellen. Die Kommission gibt darin an, ob 

das Objekt ungeschmälert zu erhalten oder wie es zu schonen ist. Ob ein 

Gutachten  erforderlich  ist,  beurteilt  im  Zuständigkeitsbereich  der  Kantone 

die  kantonale  Fachstelle  (Art. 7  Abs. 1  NHG).  Mit  der  Revision  von  Art. 7 

NHG  vom 18. Juni  1999 wurde  die Pflicht  zur  Begutachtung,  die nach  der 

alten Fassung stets vorzunehmen war, wenn ein Schutzobjekt "beeinträch-

tigt werden könnte", eingeschränkt und der Entscheid über die Anordnung 

R1S.2019.05056 

Seite 23 

 
 
eines  Gutachtens  den  kantonalen  Fachstellen  übertragen.  Eine  Begutach-

tung ist danach nur noch vorzunehmen, wenn eine erhebliche Beeinträchti-

gung des Schutzobjekts zu befürchten ist oder sich grundsätzliche Fragen 

stellen.  Mit  dieser  Änderung  wollte  der  Gesetzgeber  die  ENHK  entlasten 

und  die  Verfahren  beschleunigen  (vgl.  die  Botschaft  des  Bundesrats, 

BBl 1998  S. 2608 f.;  zum  Ganzen  VB.2008.00381  vom  26. August 2009, 

E. 4.6).  

3.2.3. 

Die  Stadt  Zürich  bzw.  die  Quai-  und  Seeanlagen  sind  im  Bundesinventar 

der  schützenswerten  Ortsbilder  von  nationaler  Bedeutung  der  Schweiz 

(ISOS) verzeichnet. Bei der Erstellung der ZüriBahn handelt es sich um ei-

ne Bundesaufgabe im Sinne von Art. 2 Abs. 2 lit. b NHG. Bei den Akten lie-

gen zwei Stellungnahmen des Bundesamtes für Kultur im Sinne von Art. 7 

Abs. 1  NHG  vom  18. Februar 2019  und  vom  31. Januar 2019.  Diese  ver-

weisen  namentlich  unter  Hinweis  auf  die  Befristung  von  Bau  und  Betrieb 

der  ZüriBahn  darauf,  dass  keine  erhebliche  Beeinträchtigung  des  Schutz-

objekts  zu  befürchten  sei.  Diese  Einschätzung  erweist  sich  unter  der  Ziel-

setzung  des  ISOS  ohne  weiteres  als  zutreffend,  weshalb  im  vorliegenden 

Verfahren  von  der  Einholung  eines  Gutachtens  der  ENHK  abzusehen  ist. 

Daran  ändern  die  Ausführungen  der  Rekurrierenden  V.  nichts;  die  Gestalt 

der Beeinträchtigung ist denn auch im Wesentlichen offenkundig. Eine irre-

versible  Beeinträchtigung  des  Ortsbildschutzes  ist  von  vornherein  nicht  zu 

befürchten. Die Rekurrierenden tun ferner nicht dar, weshalb – zusätzlich – 

ein Gutachten der EDK eingeholt werden müsste. In denkmalpflegerischer 

Hinsicht  ist  keine  Beeinträchtigung  von  Schutzobjekten  in  einem  Inventar 

des Bundes ersichtlich. 

3.2.4. 
Aus den genannten Gründen ist auch eine Sistierung der Rekursverfahren 

betreffend Gestaltungsplan zwecks Abwartens eines allfällig vom BAV ein-

zuholenden Gutachtens nicht angezeigt. Aus der Optik des Koordinations-

gebots  ergäben  sich  daraus  keinerlei  Vorteile,  zumal  die  Beurteilung  der 

Beeinträchtigung des Landschaftsbildes im Rahmen der raumplanerischen 

Interessenabwägung  (Art. 3  RPG,  Art. 3  RPV)  zu  den  Kernaufgaben  des 

gerichtlichen Spruchkörpers gehört. Eine gutachterliche "Klärung" der rele-

vanten  Fragen  käme  einer  Delegation  der  richterlichen  Entscheidkompe-

tenzen gleich. 

R1S.2019.05056 

Seite 24 

 
 
3.2.5. 

Nach  dem  Gesagten  ist  weder  die  Einholung  von  Gutachten  der  ENHK 

noch der EDK noch eine Verfahrenssistierung zwecks Abwartens einer all-

fälligen Begutachtung dieser Aspekte im PGV angezeigt. 

3.3.1. 

Die Rekurrentin 18 beantragt ferner – nebst dem Beizug der ohne weiteres 

verfügbaren Pläne, des Planungs- und des Einwendungsberichts sowie des 

Umweltverträglichkeitsberichts  –  den  Beizug  aller  Unterlagen  im  Zusam-

menhang mit der Umweltverträglichkeitsprüfung und dem an das BAV ein-

gereichten Plangenehmigungsgesuch. 

3.3.2. 

Die  Untersuchungspflicht  gemäss  § 7  des  Verwaltungsrechtspflegegeset-

zes  (VRG)  besteht  nur  bezüglich  des  rechtserheblichen  Sachverhalts.  Be-

weisanträgen  betreffend  unerheblicher  Fragen 

ist  nicht  stattzugeben 

(VB.2018.00385  vom  27. Juni 2019,  E. 4).  Die  für  die  Beurteilung  des  mit 

dem  angefochtenen  Entscheid  festgesetzten  Gestaltungsplans  erforderli-

chen Unterlagen liegen, wie erwähnt, bei den Akten. Die Rekurrentin 18 tut 

nicht  dar,  weshalb  bzw.  inwiefern  aus  zusätzlichen  Unterlagen  im  Zusam-

menhang  mit  der  Umweltverträglichkeitsprüfung  ergänzende  Erkenntnisse 

gewonnen  werden  könnten.  Eine  entsprechende  "fishing  expedition"  ist 

nicht vorzunehmen. Dasselbe gilt für den Beizug sämtlicher Akten des vom 

BAV geführten PGV. Diesbezüglich ist zusätzlich darauf zu verweisen, dass 

sich  die  Rekurrierenden 1-18,  wie  die  mit  Duplik  aktenkundig  gewordenen 

Ausführungen und Fotos der ZüriBahn AG belegen, am PGV ebenfalls be-

teiligen, was von den Rekurrierenden 1-18 im Folgenden auch nicht bestrit-

ten  wurde.  Die  entsprechenden  Unterlagen  sind,  soweit  sie  allenfalls  zu-

sätzlich relevant wären, für die Rekurrentin 18 ohne weiteres verfügbar. 

3.3.3. 

Zusammenfassend  ist  ein  zusätzlicher  Aktenbeizug  vorliegend  nicht  erfor-

derlich. 

3.4.1. 

Die ZüriBahn AG beantragt eine Berichtigung der Protokollierung des Abtei-

lungsaugenscheins vom 18. September 2019. Im Einzelnen seien zwei Pro-

tokollstellen zu berichtigen, und zwar: 

R1S.2019.05056 

Seite 25 

 
 
(Ausführungen […]): 

Bestehend:  "Die  Station  Zürichhorn  sei  präzise  inmitten  des  Grünraums 
vorgesehen." 

Modifiziert: "Die Station Zürichhorn sei inmitten des Grünraums eingebettet 
worden." 

(Ausführungen […]): 

Bestehend: "Der Gestaltungsplan sei vom AWEL bewilligt worden." 

Modifiziert: "Der Gestaltungsplan sei von der Baudirektion festgesetzt wor-
den." 

3.4.2. 

Die Organisationsverordnung des Baurekursgerichts (OV BRG) schreibt in 

§ 20  vor,  dass  die  Gerichtsschreiberin  oder  der  Gerichtsschreiber  in  der 

Regel  das  Protokoll  führt.  Im  Protokoll  werden  in  chronologischer  Reihen-

folge  und  unter  Angabe  von  Besetzung,  Zeitpunkt  und  Ort  die  Prozess-

handlungen  festgehalten.  Auf  den  Inhalt  der  Entscheide  kann  verwiesen 

werden.  Von  mündlich  durchgeführten  Untersuchungshandlungen  werden 

der  wesentliche  Inhalt  (auch  als  Zeichnung,  fotografische  Aufnahme  und 

dergleichen) und von Referentenaudienzen das Ergebnis aufgenommen. 

Die Verordnung verlangt somit lediglich, es sei der Sinngehalt der Ausfüh-

rungen richtig wiederzugeben, nicht aber, dass sämtliche Äusserungen der 

Parteien  und  Vertreter  wortgetreu  wiederzugeben  seien.  Es  genügt,  den 

entscheidrelevanten Inhalt der Untersuchungshandlungen zu fixieren. Dem 

Gericht kommt dabei ein erheblicher Ermessensspielraum zu. 

3.4.3. 

Bei der Bezeichnung des bezüglich der Gestaltungsplanung angefochtenen 

Entscheids auf S. 23 der Protokolle handelt es sich um ein offensichtliches 

Versehen  des  Gerichtsschreibers,  welches  in  den  Protokollen  ohne  weite-

res  zu  korrigieren  ist.  Der  rekursgegenständliche  Gestaltungsplan  wurde, 

wie  als  Wortlaut  beantragt,  von  der  Baudirektion  festgesetzt.  Das  Gesuch 

ist diesbezüglich gutzuheissen und der Wortlaut der Protokollierung zu be-

richtigen. 

R1S.2019.05056 

Seite 26 

 
 
3.4.4. 

Die Ausführungen hinsichtlich der Lokalisierung der Station Zürichhorn auf 

S. 12  der  Protokolle  betreffen  zunächst  einen  Umstand,  der  sich  faktisch 

ohne weiteres aus den Akten bzw. Plänen ergibt. Der genaue Standort der 

projektierten Station ist im Verfahren nicht umstritten. Soweit sich die fragli-

chen Ausführungen auf den Einordnungsaspekt beziehen, ist die beantrag-

te Modifikation semantischer Natur. Die Einordnung der Station Zürichhorn 

konnte vom Gericht auf Lokal ohne weiteres beurteilt werden. Ein materiel-

ler Nachteil kann der ZüriBahn AG aufgrund der besagten Protokollstelle im 

vorliegenden  Verfahren  damit  von  vornherein  nicht  entstehen.  Die  Einord-

nung  der  Station  Zürichhorn  ist,  wie  nachfolgend  zu  zeigen  sein  wird,  für 

den  vorliegenden  Entscheid  in  rechtlicher  Hinsicht  sodann  nicht  von  Be-

lang.  An  der  Protokollierung  ist  aus  diesen  Gründen  –  unter  Hinweis  auf 

das gerichtliche Ermessen – festzuhalten. 

3.4.5. 

Im  Ergebnis  ist  dem  Protokollberichtigungsbegehren  in  dem  sich  aus  den 

vorstehenden Erwägungen ergebenden Umfang teilweise zu entsprechen. 

4.1. 

Die  Rekurrentin  S.  rügt  unter  anderem,  es  bestehe  für  das  Projekt  "Zü-

riBahn"  kein  rechtskräftiger  Eintrag  im  kantonalen  Richtplan,  überdies  be-

stehe kein entsprechend adaptierter Nutzungsplan. Damit sei die erforderli-

che  planerische  Konformität  nicht  gegeben.  Sodann  sehe  die  kommunale 

Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich (BZO) für beide Stationsstandorte 

Freihaltezonen  vor,  in  welchen  ein  solches  Werk  nicht  zonenkonform  sei. 

Eine Seilbahn könne zudem nicht als Anlage mit einem "engen Bezug zum 

See" im Sinne des regionalen Richtplans der Stadt Zürich gelten.  

Auch die Rekurrierenden V. verweisen darauf, dass die Seilbahn im kanto-

nalen  Richtplan  nicht  eingetragen,  sondern  nur  im  regionalen  Richtplan 

vorgesehen sei. Die zeitliche Befristung des Projekts auf etwa sieben Jahre 

(mit  Auf-  und  Abbau)  sei  kein  massgebliches  Kriterium  dafür,  das  Projekt 

nicht  in  den  kantonalen  Richtplan  aufnehmen  zu  müssen.  Die  Frage  des 

betroffenen  Hoheitsgebiets  sei  sekundär.  Gemäss  Art. 8  Abs. 2  RPG  be-

dürften Vorhaben mit gewichtigen Auswirkungen auf Raum und Umwelt ei-

ner Grundlage im Richtplan (gemeint: Richtplan des Kantons). Das Vorha-

R1S.2019.05056 

Seite 27 

 
 
ben sei daher stufengerecht zu planen; die Befristung könne an der plane-

rischen Stufenordnung nichts ändern. Zudem habe das weitherum sichtba-

re  Werk, welches schon im  ersten  Jahr  zwei  Millionen  Besucher anziehen 

soll, wesentliche Auswirkungen auf das Ortsbild und damit gewichtige und 

überregionale  Auswirkungen  auf  Raum  und  Umwelt.  Das  blosse  Vorhan-

densein  eines  (regionalen)  Richtplaneintrags  allein  vermöge  kein  öffentli-

ches Interesse zu begründen. Im Zusammenhang mit der projektierten rei-

nen  "Event-Anlage"  sei  darauf  hinzuweisen,  dass  der  (regionale)  Richt-

planeintrag einzig im Kapitel "öffentlicher Verkehr" fungiere, nicht aber un-

ter dem Kapitel "Erholung". 

Auch die Rekurrentin 18 moniert, Vorhaben mit gewichtigen Auswirkungen 

auf Raum und Umwelt bedürften einer Grundlage im kantonalen Richtplan. 

Solche  Vorhaben  seien  unter  anderem  anzunehmen,  wenn  sie  (alternativ) 

ausgedehnte  Flächen  beanspruchen,  erheblichen  Verkehr  erzeugen  oder 

hohe  Umwelt-,  Natur-  oder  Landschaftsbelastungen  verursachen.  Unter 

diesen  Gesichtspunkten  habe  die  projektierte  Seilbahn  gewichtige  Auswir-

kungen auf Raum und Umwelt, weshalb auch das PBG vorsehe, dass (un-

ter  anderem)  Luftseilbahnen  einer  Grundlage  im  kantonalen  Verkehrsplan 

bedürften.  Diese  zwingend  erforderliche  Grundlage  fehle  im  vorliegenden 

Fall. Letztlich widerspreche die Festlegung betreffend die Seilbahn im regi-

onalen Richtplan den Vorgaben bzw. diversen Festlegungen des kantona-

len Richtplans und sei bereits aus diesem Grund unverbindlich. 

4.2. 

Die  Baudirektion  hält  dem  entgegen,  der  Eintrag  der  Seilbahn  bzw.  Gon-

delbahn  sei  anlässlich  eines  durch  den  Gemeinderat  der  Stadt  Zürich  an-

gestrengten Beschwerdeverfahrens gegen die Festsetzung des regionalen 

Richtplans  nicht  angefochten  worden,  was  das  Verwaltungsgericht  des 
Kantons  Zürich  im  Entscheid  VB.2017.00562  vom  7. März 2019  explizit 

festgehalten  habe.  Letzterer  Entscheid  sei  bezüglich  der  unangefochten 

gebliebenen Teile des regionalen Richtplans rechtskräftig. Im Ergebnis lie-

ge der ZüriBahn ein hinreichender und rechtskräftiger Eintrag im regionalen 

Richtplan zugrunde.  

In  den  kantonalen  Richtplan  aufzunehmen  seien  vorab  Vorhaben  mit  ein-

schneidenden  oder  weitreichenden  Auswirkungen  auf  die  räumliche  Ent-

wicklung.  Aus  organisatorischen  Gründen  sei  ein  Richtplaneintrag  im  kan-

R1S.2019.05056 

Seite 28 

 
 
tonalen Richtplan erforderlich, wenn eine Standortfestlegung Schnittstellen 

zu anderen raumwirksamen Tätigkeiten aufweise. Dem Kanton komme hin-

sichtlich  des  notwendigen  Richtplaninhalts  ein  erheblicher,  auch  von  den 

Rekursinstanzen zu beachtender Ermessensspielraum zu. Die Erforderlich-

keit eines kantonalen Richtplaneintrags sei deshalb zu Recht verneint wor-

den, weil der Eintrag lediglich eine auf fünf Jahre befristete Seilbahnverbin-

dung  zulasse,  weshalb  es  an  einer  längerfristigen  Festlegung  fehle.  Der 

Eingriff  in  das  Seebecken  als  Bestandteil  eines  Erholungs-,  Natur-  und 

Landschaftsraums  von  übergeordneter  Bedeutung  falle  damit  nicht  derart 

ins Gewicht, dass eine Abstimmung auf dieser Stufe erforderlich wäre. Der 

(kantonale)  Richtplan  weise  einen  Planungshorizont  von  mindestens 

25 Jahren  auf.  Der  regionale  Richtplan  umfasse  gemäss  den  Vorgaben  in 

§ 30 Abs. 2 PBG die gleichen Bestandteile und ordne sinngemäss die näm-

lichen  Sachbereiche  wie  der  kantonale  Richtplan.  Das  Projekt  sei  auf  das 

Stadtgebiet von Zürich begrenzt, welches zusätzlich eine eigene Planungs-

region  im  Sinne  von  § 12  PBG  bilde.  Die  Aufnahme  der  Seilbahn  bleibe 

damit  ein  raumwirksames  Vorhaben  innerhalb  dieser  Planungsregion;  ein 

weitergehender  Abstimmungsbedarf  bestehe  nicht,  zumal  die  Seilbahn 

auch kein  über das Gebiet der Stadt Zürich hinausgehendes Verkehrsauf-

kommen bewirke.  

Der  kantonale  Richtplan  weise  das  Gebiet  rund  um  das  Seebecken  der 

Stadt Zürich dem Erholungsgebiet zu. Ein entsprechender Richtplaneintrag 

in einem Erholungsgebiet von kantonaler Bedeutung sei bei der Erstellung 

von Bauten und Anlagen für die Erholungsnutzung ein wichtiges Argument 

für deren Standortgebundenheit. Sodann würden die regionalen Richtpläne 

die im  kantonalen Richtplan  bezeichneten  Erholungsgebiete  lokal differen-

zieren und kleinräumige Nutzungsentflechtungen vornehmen. Dies sei auch 

vorliegend gemäss regionalem Richtplan der Stadt Zürich der Fall, welcher 
das  Seebecken  dem  besonderen  Erholungsgebiet  zuweise  und  dessen 

Funktion  näher  definiere.  Gemäss  § 32  Abs. 1  der  kantonalen  Natur-  und 

Heimatschutzverordnung  (KNHV)  diene  das  besondere  Erholungsgebiet 

der Intensiverholung. Dies widerspreche den Festlegungen des kantonalen 

Richtplans nicht. Letzterer gehe davon aus, dass innerhalb des Erholungs-

gebiets Bauten und Anlagen für die Erholung und insbesondere die Erleb-

barkeit der Landschaft erstellt würden. Dabei verlange der kantonale Richt-

plan auch nicht deren Zonenkonformität, sondern halte vielmehr selber fest, 

R1S.2019.05056 

Seite 29 

 
 
dass  der  Eintrag  solcher  Anlagen  im  Richtplan  für  deren  Standortgebun-

denheit (im Sinne von Art. 24 RPG) spreche. 

Sodann  bestehe  kein  Widerspruch  zur  kantonalen  Freihaltezone;  die  Seil-

bahnanlagen würden sich, soweit sie nicht über dem Wasser gelegen sei-

en,  vollumfänglich  im  Bereich  einer  kantonalen  Freihaltezone  befinden. 

Letztere würden vor allem für diejenigen Gebiete ausgeschieden, die nach 

den  entsprechenden  Richtplänen  überwiegend  der  Erholung  der  Bevölke-

rung dienten (§ 39 Abs. 1 PBG). Die Seilbahnanlage diene ausschliesslich 

Erholungszwecken  und  bereichere  das  am  Seebecken  bestehende  Erho-

lungsangebot.  Das  Bundesamt  für  Raumentwicklung (ARE)  habe  mit  Stel-

lungnahme  vom  28. Februar 2019  bestätigt,  dass  kein  Widerspruch  zur 

Grundordnung  vorliege.  Der  angefochtene  kantonale  Gestaltungsplan  ste-

he mit der übergeordneten kantonalen und regionalen Richtplanung in Ein-

klang und beruhe – wie in Art. 3 RPV vorgesehen – auf einer umfassenden 

Interessenabwägung.  Dabei  seien  alle  für  den  nutzungsplanerischen  Ent-

scheid wesentlichen Auswirkungen des Projekts auf die Umwelt in der not-

wendigen Tiefe ermittelt worden, so namentlich im Rahmen des vollständig 

vorliegenden  Umweltverträglichkeitsberichts  und  des  Verkehrskonzepts. 

Gerade  der  Umstand,  dass  einige  der  Rekurrierenden  von  einer  starken 

(publikumsmässigen)  Belastung  der  Seequaianlagen  ausgingen,  belege 

den  (möglichen)  Zuspruch  der  Seilbahn  und  damit  das  öffentliche  Interes-

se.  Letzteres  bestehe  denn  auch  nicht  einzig  im  Rahmen  des  Jubiläums 

der Zürcher Kantonalbank (ZKB). 

4.3. 

Die  ZüriBahn  AG  verweist  auf  die  Stellungnahme  des  Amts  für  Raument-

wicklung der Baudirektion (ARE ZH) vom 31. Januar 2019, welches die Zu-

lässigkeit der Sondernutzungsplanung im Sinne des Gestaltungsplanes und 
des  regionalen  Richtplanes  sowohl  mit  Blick  auf  die  planungsrechtliche 

Grundordnung in der Nutzungsplanung (kantonale Freihaltezone) als auch 

hinsichtlich des kantonalen Richtplans bejaht habe. Der Stadtrat Zürich ha-

be  im  Schreiben  vom  27. Februar  2019  zuhanden  des  BAV  (im  durchge-

führten  PGV)  ausgeführt,  dass  er  keinen  Widerspruch  (der  Seilbahn)  zum 

städtischen  Leitbild  sehe,  weil  das  Leitbild  neben  dem  hochwertigen  Frei- 

und  Naherholungsraum  auch  eine  hohe  Erlebnisvielfalt  und  Angebote  für 

alle  Bevölkerungsschichten  erwähne.  Der  Regierungsrat  des  Kantons  Zü-

rich habe das öffentliche Interesse an der ZüriBahn im entsprechenden Be-

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Seite 30 

 
 
schluss  betreffend  den  regionalen  Richtplan  (RRB  Nr. 576/2017)  deutlich 

festgehalten. Letztere sei Ausdruck eines lebendigen und zukunftsorientier-

ten  Lebens-  und  Wirtschaftsraumes  und  auch  eine verkehrstechnische  Vi-

sion im urbanen Umfeld, um den zukünftigen Herausforderungen im öffent-

lichen  Verkehr  zu  begegnen.  Die  Seilbahn  mache  die  einzigartige  Land-

schaft  und  den  Siedlungsraum  der  Grossagglomeration  Zürich  besser  er-

lebbar. 

Regionale  Richtpläne  könnten  den  kantonalen  Richtplan  nach  der  Vor-

schrift  von  § 30  Abs. 2  PBG  auch  erweitern.  Die  Aufzählung  in  § 24  PBG 

zum kantonalen Verkehrsplan sei gerade auch im systematischen Zusam-

menhang  mit  § 30  Abs. 4  PBG  zum  regionalen  Verkehrsplan  nicht  als  ab-

schliessend zu verstehen. Der Eintrag der projektierten Seilbahn vom Zoo 

Zürich  nach  Stettbach  befinde  sich  deshalb  im  kantonalen  Richtplan,  weil 

diese Seilbahn auch das Gebiet der Stadt Dübendorf betreffe. Die Seilbahn 

am Zürichsee ziehe keine Auswirkungen nach sich, welche die Festlegung 

im kantonalen Richtplan rechtfertigen würden. Der (regionale) Richtplanein-

trag sei rechtskräftig geworden. Eine über das Stadtgebiet hinausreichende 

Abstimmung für den Verkehr, die Bodennutzung oder die Umwelt sei nicht 

erforderlich.  Sogar  grundsätzlich  unbefristete  Seilbahnprojekte  auf  dem 

Gebiet der Stadt Zürich seien einzig im regionalen Richtplan enthalten; mit 

der  Befristung werde  zudem  vermieden,  dass eine gewichtige Auswirkung 

auf Raum und Umwelt im Sinn von Art. 8 Abs. 2 RPG bejaht werden müss-

te. Nutzungsplanerisch stehe dem Projekt in der kantonalen Freihaltezone 

kein  Hindernis  entgegen;  weil  diese  Zonierung  solche  Projekte  –  unter 

Wahrung  der  Erfordernisse  bzw.  der  einzuhaltenden  Planungspflicht  –  zu-

lasse. Der Gestaltungsplan sei deshalb notwendig, weil von der Regelbau-

weise  gemäss  § 40  PBG  abgewichen  werde.  Nach  Vornahme  eines  diffe-

renzierten Variantenvergleichs könne zudem die Standortgebundenheit be-
jaht werden. Zu verweisen sei sodann auf den erheblichen Spielraum, wel-

cher der Planungsinstanz bei der Wahl der Planungsstufe zukomme, zumal 

das  RPG  keine  Vorschriften  über  die  Planungsstufe  enthalte.  Dieser  Er-

messensspielraum sei zu respektieren. Die Seilbahn stehe im Einklang mit 

der  vielfältigen  Funktion  des  Erholungsgebiets  gemäss  kantonalem  Richt-

plan sowie  mit  der  ausdifferenzierteren Beschreibung  im  regionalen  Richt-

plan.  Gemäss  Eintrag  Nr. 30  im  regionalen  Richtplan  handle  es  sich  beim 

Seebecken  um  ein  besonderes  Erholungsgebiet,  welches  wiederum 

schwerpunktmässig  der  intensiven,  anlagebezogenen  Erholungsnutzung 

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Seite 31 

 
 
diene.  Für  die  landschaftsbezogene  Erholung  und  Naturförderung  genüge 

es,  wenn  dafür  ein  angemessener  Flächenanteil  freigehalten  werde.  So-

wohl  aus  den  Vorgaben  des  kantonalen  Richtplans  als  auch  den  Festle-

gungen  des  Leitbilds  Seebecken  der  Stadt  Zürich  ergebe  sich  ein  erhebli-

ches  Interesse  an  der  Seilbahn.  Die  Frage  der  Notwendigkeit  der  Anlage 

hingegen  gehöre  von  vornherein  nicht  in  ein  Verfahren  um  Erlass  eines 

Gestaltungsplanes,  sondern  in  das  Baubewilligungsverfahren  (bzw.  das 

PGV). Das Seebecken soll als Naherholungs- und Veranstaltungsort öffent-

lich zugänglich bleiben und gut erreichbar sein; sodann sollen die Erlebnis-

vielfalt und der Erlebniswert sichergestellt werden. Nicht die Natur stehe im 

Vordergrund,  sondern  vielfältige  Freizeitaktivitäten.  Die  Seilbahn  diene 

ebenso der Freihaltung des Seeufers, indem der See überquert werde und 

die  Seilbahnstationen  derart  weit  vom  Ufer  entfernt  lägen,  dass  sie  den 

Gewässerraum nicht tangierten. Eine Umfrage des Forschungsinstituts GfS 

von November/Dezember 2018 habe zudem ergeben, dass drei Viertel der 

Bevölkerung im Kanton Zürich der ZüriBahn neutral bis sehr positiv gegen-

überstehen würden; in den Kreisen 2 und 8 werde die Bahn von zwei Drit-

teln der Bevölkerung neutral bis sehr positiv bewertet. Die Seilbahn sei so-

dann Ausdruck des kulturellen Erbes des Zürcher Seebeckens, welches an 

historisch bedeutsame Ereignisse wie die Landesausstellung von 1939 und 

die Gartenbauausstellung von 1959 anknüpfe. 

4.4. 

Der Stadtrat von Zürich führt an, er habe dem rekursgegenständlichen Pro-

jekt und dem geplanten Vorgehen im Grundsatz mit Zuschrift vom 13. De-

zember 2017 (an die ZKB) zugestimmt. Für den Stadtrat habe die quartier-

verträgliche  Umsetzung  betreffend  die  städtischen  Grundstücke  im  Eigen-

tum der Stadt Zürich (Strandbad Mythenquai, Landiwiese, Blatterwiese/Zü-

richhorn) im Vordergrund gestanden. Zudem habe die ZKB im Rahmen ei-
ner  separaten  Vereinbarung  rund  Fr. 670'000.–  für  konzeptionell  noch  zu 

entwickelnde  Aufwertungsmassnahmen  auf  Platz  der  Seilbahnstationen 

zugesichert.  Aus  langfristiger  Sicht  werde  nach  Abschluss  des  zeitlich  be-

fristeten Projekts ein verbesserter Seeuferschutz resultieren. 

Angesichts  der  verfahrensrechtlichen  Zuständigkeiten  sei  der  kommunale 

öffentliche  Meinungsbildungsprozess  eingeschränkt.  Der  Gemeinderat  der 

Stadt Zürich habe dem regionalen Richtplan im Jahr 2016 zugestimmt; sich 

hingegen im Jahr 2019 in einer rechtlich nicht bindenden Resolution für ei-

R1S.2019.05056 

Seite 32 

 
 
nen Verzicht auf das Seilbahnprojekt der ZKB ausgesprochen. Der Stadtrat 

sehe neben dem öffentlichen Interesse an der Freihaltung des öffentlichen 

Seeufers  auch  das  Interesse  der  Bevölkerung  an  der  Bereicherung  des 

Stadtlebens  durch  öffentliche  Veranstaltungen  und  Attraktionen.  Dies 

komme  denn  auch  im  Leitbild  Seebecken  zum  Ausdruck,  in  welchem  von 

einem "hochwertigen Frei- und Naherholungsraum" als auch von einer "ho-

hen  Erlebnisvielfalt"  und  von  "Angeboten  für  alle  Bevölkerungsschichten" 

die Rede sei. Der Stadtrat glaube, dass die Seilbahn der Stadtbevölkerung 

sowie den  Besuchenden eine Attraktion bieten könne.  Es handle  sich mit-

hin  um  ein  Projekt  zu  Erlebnis-  und  Vergnügungszwecken,  wie  dies  auch 

auf  andere  private  Grossveranstaltungen  wie  beispielsweise  das  Züri-

Fäscht oder die Street Parade zutreffe.  

5.1. 

Art. 8 Abs. 1 RPG enthält die Verpflichtung der Kantone, einen Richtplan zu 

erstellen, welcher mindestens festlegt, (lit. a) wie sich der Kanton räumlich 

entwickeln  soll,  (lit. b)  wie  die  raumwirksamen  Tätigkeiten  im  Hinblick  auf 

die anzustrebende Entwicklung aufeinander abgestimmt werden und (lit. c) 

in welcher zeitlichen Folge und mit welchen Mitteln vorgesehen ist, die Auf-

gaben  zu  erfüllen.  Sodann  enthält  Art. 8a  RPG  besondere  Anforderungen 

an den Richtplaninhalt im Bereich Siedlung. 

Auf kantonaler Ebene sieht das PBG – in Erfüllung dieses Gesetzgebungs-

auftrags – ein dreistufiges Konzept aus kantonalem, regionalem und kom-

munalem Richtplan vor. Der kantonale Richtplan besteht aus vier Teilricht-

plänen:  Dem  Siedlungs-  und  Landschaftsplan,  dem  Verkehrsplan,  dem 

Versorgungsplan  und  dem  Plan  der  öffentlichen  Bauten  und  Anlagen;  bei 

Bedarf  können  weitere  Teilrichtpläne  festgesetzt  werden  (§ 20  PBG).  Die 
einzelnen Festlegungen des kantonalen Richtplans werden in den §§ 20 ff. 

PBG  weiter  ausdifferenziert.  Der  regionale  Richtplan  umfasst  die  gleichen 

Bestandteile  und  ordnet  sinngemäss  die  nämlichen  Sachbereiche  wie  der 

kantonale  Richtplan;  er  kann  jedoch  die  räumlichen  und  sachlichen  Ziele 

enger  umschreiben  oder  bei  Bedarf  weitergehende  Angaben  enthalten 

(§ 30 PBG). Sodann kann sich der kommunale Richtplan auf einzelne Teil-

richtpläne beschränken; auf den Verkehrsplan mit den kommunalen Stras-

sen für die Groberschliessung und den Wegen von kommunaler Bedeutung 

darf dabei nicht verzichtet werden (§ 31 PBG). 

R1S.2019.05056 

Seite 33 

 
 
Die  Festsetzung  des  kantonalen  Richtplans  erfolgt  durch  den  Kantonsrat; 

wohingegen  der  Regierungsrat  die  regionalen  Richtpläne  festsetzt.  Der 

kommunale Richtplan wird im von der jeweiligen Gemeindeordnung vorge-

sehenen  Verfahren  festgesetzt  und  bedarf  der  (kantonalen)  Genehmigung 

(§ 32 PBG). 

5.2. 

Nach  diesem  gesetzlichen  Auftrag  (Planungspflicht  gemäss  § 8  PBG)  ha-

ben der Kanton, die Regionen und die Gemeinden Richtpläne aufzustellen. 

Dabei dürfen diese Planungsträger räumlich und sachlich nur so weit Fest-

legungen  treffen,  als  dies  ihre  Aufgaben  erfordern  (Art. 2  Abs. 3 RPG;  § 9 

PBG).  Die Planungen  der  unteren  Stufe  haben  jenen der  oberen  Stufe  zu 

entsprechen  (§ 16  PBG).  Gemäss  § 20  PBG  ordnet  der  kantonale  Richt-

plan die Nutzung des Bodens in ihren Grundzügen. Er überlässt den nach-

geordneten  Planungsträgern  die  Verfeinerung  und  Verdeutlichung,  sodass 

namentlich  den  Gemeinden  als  nachgeordnete  Planungsträger  –  ange-

sichts  der  Unschärfe  der  kantonalen  Richtplanung  –  bei  der  kommunalen 

Nutzungsplanung  ein  Planungsspielraum  zukommt,  den  diese  nach  eige-

nem  Ermessen  ausfüllen  können.  Der  regionale  Richtplan  im  Sinne  von 

§ 30 PBG ergänzt und verfeinert die Festlegungen im kantonalen Richtplan 

nach den Verhältnissen und Bedürfnissen der Region. 

Abweichungen vom Grundsatz der Planhierarchie (§ 16 PBG) sind nur zu-

lässig, sofern der Richtplan einen Anordnungsspielraum zulässt und es sich 

um  eine  sachlich  gerechtfertigte  Abweichung  untergeordneter  Natur  (§ 16 

Abs. 2 PBG) oder um eine zulässige Durchstossung der Richtplanung han-

delt  (zum  Ganzen  Christoph  Fritzsche/Peter  Bösch/Thomas  Wipf/Daniel 

Kunz, Zürcher Planungs- und Baurecht, Wädenswil 2019, Bd. 1, S. 132 ff., 

mit Hinweisen). 

5.3. 

Die  Frage,  ob  die  vorliegende  –  befristete  –  Projektierung  einer  Seilbahn-

verbindung vom Mythenquai zum Zürihorn einen Richtplaneintrag auf kan-

tonaler  Stufe  erfordere,  lässt  sich  aufgrund  des  ausdrücklichen  Wortlauts 

der  gesetzlichen  Bestimmungen  allein  nicht  abschliessend  beantworten. 

Dass § 24 PBG für Luftseilbahnen eine Grundlage im kantonalen Richtplan 

vorsieht, ist freilich ein klarer Hinweis dafür, dass eine Grundlage im kanto-

nalen  Richtplan  im  Allgemeinen  als  erforderlich  zu  erachten  ist.  § 24  PBG 

R1S.2019.05056 

Seite 34 

 
 
enthält die meisten raumwirksamen Vorhaben, welche bereits aufgrund ih-

rer  Bedeutung  oder  der  räumlichen  Ausdehnung  daselbst  (Nationalstras-

sen, Staatsstrassen von kantonaler Bedeutung, Luftverkehr samt Luftstras-

sen  im  Nahbereich  und  Flugsicherungseinrichtungen,  schiffbare  Wasser-

wege und regelmässig bediente Schifffahrtslinien) einer koordinierten, kan-

tonalen Festsetzung unter Wahrung der demokratischen Mitwirkungsrechte 

(insbesondere  des  Kantonsrats)  erfordern.  Dass  vom  Wortlaut  von  § 24 

PBG Luftseilbahnen (analog Skiliften und weiteren ähnlichen Vorhaben) er-

fasst  sind,  spricht  für  die  Anforderung  einer  Grundlage  auf  kantonaler 

Richtplanstufe.  Demgegenüber  wird  der  Inhalt  des  regionalen  Verkehrs-

plans  im  Gesetz  mit  (namentlich)  den  Strassen-  und  Parkierungsanlagen 

von  regionaler  Bedeutung,  den  Tram-  und  Buslinien  mit  den  zugehörigen 

Anlagen, den Bahnlinien sowie Anschlussgleisen und Anlagen für den Gü-

terumschlag sowie den Rad-, Fuss-, Reit- und Wanderwegen unter Einbe-

zug historischer Verkehrswege umrissen (§ 30 Abs. 4 PBG). Dass der regi-

onale  Richtplan  darüber  hinaus  –  sachlogisch  –  auch  bereits  in  der  Richt-

planung  auf  kantonaler  Stufe  festgesetzte  Vorhaben  bzw.  Festlegungen 

enthält  (vgl.  § 30  Abs. 2  PBG),  ist  angesichts  der  planerischen  Stufenord-

nung nicht von Bedeutung. 

5.4. 

Die geltende Regelung der in den §§ 20 ff. PBG, § 30 PBG und § 31 PBG 

festgeschriebenen  Stufenordnung  der  Richtplanung  im  Kanton  Zürich  be-

steht  in  ihrem  wesentlichen  Gehalt  bereits  seit  dem  Inkrafttreten  des  PBG 

vom  7. September  1975  (entsprechende  §§ 18 ff.  des  am  1. April  1976  in 

Kraft getretenen Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Bau-

recht  [Planungs-  und  Baugesetz]).  Das  Regelungskonzept  verfolgte  na-

mentlich  mit  Bezug  auf  die  Festsetzung  der  Raumordnung  und  die  darauf 

fussende  Richtplanung  die  Zielsetzung  einer  demokratischen  und  rechts-
staatlichen  Planung,  welche  sich  von  einer  verwaltungsinternen  Entschei-

dungshilfe  immer  mehr  zum  übergeordneten  Steuerungsinstrument  der 

einzelnen  kommunalen  Planungen  hin  zu  einer  gemeinsamen  kantonalen 

Ordnung  entwickelte.  Im  vor  dem  Erlass  des  PBG  geltenden  Baugesetz 

(Baugesetz  für  Ortschaften  mit  städtischen  Verhältnissen  vom  23. April 

1893 mit seitherigen Änderungen; BauG) waren die wichtigen planerischen 

Entscheide praktisch keiner gesetzlichen Regelung unterworfen. Das BauG 

enthielt in § 8b einzig einen Kompetenzartikel, nach dem der Regierungsrat 

für befugt erklärt wurde, als Richtlinie für die Ortsplanung, wo ein Bedürfnis 

R1S.2019.05056 

Seite 35 

 
 
nach  zusammenhängender  Planung  bestand,  über  das  Gebiet  mehrerer 

Gemeinden  unter  Fühlungnahme  mit  deren  Behörden  einen  Gesamtplan 

aufzustellen.  Die  Bestimmung  enthielt  nur  eine  nicht  abschliessende  Auf-

zählung von Sachverhalten, welche ein Gesamtplan ordnen sollte. Sachlich 

sprachen daher einige Gründe dafür, die Kompetenz für die (Gesamt-)Pla-

nung  allein  dem  Regierungsrat  zuzuweisen.  Angesichts  dessen,  dass  die 

Richtplanung  aber  politische  Entscheidungen  von grosser  Tragweite erfor-

dert, verfolgte die Gesetzgebung das Konzept einer Erweiterung der demo-

kratischen  Legitimation  des  Gesamtplanes.  In  Abänderung  der  geltenden 

Zuständigkeitsordnung wurde daher der Gesamtplan der Genehmigung des 

Kantonsrats  unterstellt  (zum  Ganzen:  Weisung  des  Regierungsrats  zum 

Antrag zu einem Gesetz über die Neuordnung des Planungs- und Baurech-

tes vom 5. Dezember 1973, S. 131 ff.). Am Beispiel der Revision des PBG 

von 1991, anlässlich welcher die bis dahin im Gesetz verstreuten Regelun-

gen über die Festsetzung und Genehmigung der Richtpläne zusammenge-

fasst  (§ 32  PBG)  und  redaktionell  überarbeitet  wurden,  wird  zudem  deut-

lich, dass der Inhalt des kantonalen Verkehrsplans gemäss § 24 PBG (bzw. 

die  vorgeschlagenen  Änderungen)  im  Zeichen  der  Klarheit  bei  der  Unter-

scheidung von kantonalen und regionalen bzw. kommunalen Festlegungen 

zu verstehen ist. Neu wurden – aus diesem Grund – namentlich die Anla-

gen  für  den  Güterumschlag  (von  kantonaler  und  regionaler  Bedeutung)  in 

die entsprechenden Bestimmungen (§ 24 lit. b bzw. § 30 Abs. 4 lit. c PBG) 

aufgenommen.  Ferner  war  anlässlich  der  Revision  von  1991  überhaupt 

umstritten,  ob  die  regionalen  Richtpläne  als  Planungsinstrument  beibehal-

ten werden sollten (zum Ganzen Antrag des Regierungsrats vom 11. Okto-

ber 1989 zur Änderung des Planungs- und Baugesetzes, S. 34 ff.). Aus den 

Beratungen  in  der  entsprechenden  Kommission  geht  hervor,  dass  die 

Kompetenzen  der  Regionen  durchaus  umstritten  waren  und  Konflikte  zwi-

schen  dem  Kanton  einerseits  und  den  Regionen  bzw.  Gemeinden  ange-
mahnt  wurden  (Protokoll  der  7. Kommissionssitzung  vom  6. April 1990, 

S. 124 ff.  [Voten  Keller,  Niederhauser  und  Regierungsrat  Honegger]).  Die 

Meinung ging – etwa im Zusammenhang mit der Festlegung der baulichen 

Dichte  –  dahin,  dass  der  Sinn  der  regionalen  Richtplanung  darin  bestehe, 

überkommunale Dinge zu regeln, nicht aber um den Gemeinden dreinzure-

den (Protokoll Kommission, S. 136 [Votum Hegetschweiler]). 

Die  historische  Auslegung  der  Kompetenzregelung  gemäss  den  Bestim-

mungen  von  § 20 ff.  PBG  und  § 30-32  PBG  ergibt  insgesamt,  dass  vom 

R1S.2019.05056 

Seite 36 

 
 
Gesetzgeber stufengerechte Einträge raumwirksamer Vorhaben ohne wei-

teres als konstitutiv betrachtet werden müssen und dass – insbesondere – 

die in § 24 PBG für eine Festlegung im kantonalen Verkehrsplan vorgese-

henen  Verkehrsanlagen  auch  effektiv  einer  hinreichenden  demokratischen 

Legitimation  durch  Mitwirkung  des  Kantonsrats  bedürfen.  Der  regionale 

Richtplan erweist sich aus historischer Sicht demgegenüber vordringlich als 

Koordinationsinstrument über die Gemeindegrenzen hinaus. 

5.5. 

Die  Rechtsprechung  beurteilt  das  System  der  §§ 20 ff.  sowie  von  § 30-32 

PBG  in  Anwendung der  Regel  von § 16 PBG  für Planungen  bzw.  die Pla-

nungsautonomie der unteren Planungsebene ebenfalls als konstitutiv. Das 

Verwaltungsgericht hat mit Urteil vom 3. April 2014 im Fall der Park + Ride-

Anlagen an den Bahnhöfen Dübendorf und Stettbach entschieden, dass es 

den Gemeinden im Grundsatz – bzw. mit Ausnahme von § 16 Abs. 2 PBG 

sowie zulässiger Durchstossungen – verwehrt bleibe, richt- oder nutzungs-

planerische  Massnahmen  oder  Entscheide  zu  treffen,  die  den  Vorgaben 

des  übergeordneten  Richtplans  entgegenstehen.  Dabei  ging  es  um  die 

Frage der Erstellung bzw. Planung von Parkierungsanlagen von regionaler 

Bedeutung, welche gemäss § 30 Abs. 3 lit. a PBG – so das Verwaltungsge-

richt  –  zwingend  im  regionalen  Verkehrsrichtplan  enthalten  sein  müssen. 

Den Gemeinden bleibt die Planung solcher Anlagen – mangels regionalem 

Richtplaneintrag – also verwehrt, und sie sind daher, etwa im Rahmen der 

Festsetzung  des  kommunalen  Verkehrsplans,  auch  nicht  autonom.  Die 

Qualifikation  der  fraglichen  Parkierungsanlagen  als  Parkierungsanlagen 

von  regionaler  Bedeutung  war 

im  besagten  Verfahren  unumstritten 

(VB.2012.00713  vom  3. April 2014,  E. 3).  Im  Fall  der  Bewilligung  einer  im 

regionalen Richtplan verzeichneten Hafenanlage am Zürichsee bejahte das 

Verwaltungsgericht  jüngst  die  Massgeblichkeit  des  kantonalen  Richt-
planeintrags  betreffend  die  Zulassung  neuer  Bootsliegeplätze  (Regelung 

beschränkt  auf  Ausnahmefälle,  speziell  bei  Umnutzungen  von  bisher  in-

dustriell genutzten Liegenschaften am Seeufer kombiniert mit Massnahmen 

zur  Konzentration  von  Bootsliegeplätzen  an  ökologisch  wenig  empfindli-

chen Stellen unter Abbau bestehender Bojenfelder [Ziff. 4.8.3 des kantona-

len  Richtplans];  VB.2018.00061  vom  9. Mai 2019,  E. 5.5).  Die  planerische 

Stufenordnung  der  Richtplanung  wird  von  der  Rechtsprechung  mithin 

durchwegs als verbindlich eingestuft. 

R1S.2019.05056 

Seite 37 

 
 
5.6. 

Nach dem Gesagten genügt der Eintrag der ZüriBahn im regionalen Richt-

plan  (Nr. 61,  Seilbahn/Gondelbahn/Bereich  Landiwiese/Belvoirpark  bis  Zü-

richhorn,  Seilbahntangentiale,  auf  maximal  5 Jahre  befristete  Seilbahnver-

bindung vom Bereich Landiwiese/Belvoirpark bis Zürichhorn über den See, 

kurzfristig)  den  gesetzlichen  Anforderungen  des  PBG  nicht  und  ist  mit  der 

planerischen Stufenordnung unvereinbar (§ 16 Abs. 1 PBG). Ein Eintrag im 

kantonalen  Verkehrsplan  gemäss  § 24  PBG,  unter  der  erforderlichen  legi-

timierenden Mitwirkung des Kantonsrates als übergeordnetem Planungsor-

gan auf kantonaler Stufe, ist für die Realisierung einer Luftseilbahn im Kan-

ton Zürich unverzichtbar. Die Frage nach der Richtplanstufe kann nicht ei-

ner Einzelfallbetrachtung überlassen werden, zumal – anders als im zitier-

ten  VB.2012.00713  vom  3. April 2014  bzw.  bei  Parkierungsanlagen  –  das 

Gesetz  für  Seilbahnen  im  regionalen  und  kommunalen  Richtplan  keine 

selbstständigen,  nach  der  Bedeutung  im  Einzelnen  gestaffelten  Einträge 

vorsieht. Eine Zustimmung der nachgeordneten Planungsträger, insbeson-

dere  der  Stadt  Zürich,  lässt  sich  zufolge  des  vom  Regierungsrat  stark  ab-

geänderten  Zwecks  des  fraglichen  Richtplaneintrags  nicht  ohne  Weiteres 

annehmen  (vgl.  Auszug  aus  dem  Protokoll  des  Regierungsrates  des  Kan-

tons Zürich vom 21. Juni 2017, S. 12 [RRB Nr. 576/2017]). Dass der Regie-

rungsrat  mit  demselben  Festsetzungsbeschluss  gleichzeitig  eine  weitere 

Seilbahnstrecke (Nr. 60, Seilbahn-Tangente Bahnhof Tiefenbrunnen/Gebiet 

Lengg/Balgrist) in den regionalen Richtplan aufgenommen hat, vermag kei-

ne  anderweitige  Praxis  zu  begründen.  Das  Bundesgericht  hat  jüngst  die 

‒ mit  demselben  Regierungsratsbeschluss  vorgenommene –  Streichung 

der  Einträge  für  eine  Verlängerung  der  Standseilbahn  Rigiblick,  eine  Seil-

bahn Altstetten-ETH Hönggerberg sowie eine Seilbahn Hönggerberg-Affol-

tern  (damalige  Einträge  Nrn. 61-63)  als  nicht  willkürlich  beurteilt,  sich  im 

Entscheid  aber  mangels  entsprechender  Rügen  weder  zur  Stufengerech-
tigkeit der regionalen Richtplaneinträge noch zur Rechtmässigkeit der Fest-

setzung des Eintrags Nr. 61 (ZüriBahn; damaliger Eintrag Nr. 65) geäussert 

(BGr 1C_216/2019  vom  21. November 2019,  E. 6).  Die  weitere  aktuell  in 

Planung  befindliche  Seilbahn  von  Stettbach  zum  Zoo  Zürich  figuriert  im 

kantonalen  Richtplan.  Für  das  Konzept  einer  sachlogischen  und  kohären-

ten Richtplanung ist die Ranghöhe der Einträge im regionalen bzw. im kan-

tonalen  Richtplan  unverzichtbar,  zumal  das  Gegenteil  bedeuten  würde, 

dass  sich  die  übergeordnete  an  der  untergeordneten  Planungsebene  zu 

orientieren hätte (VB.2012.00713 vom 4. April 2014, E. 3.5). Daran vermag 

R1S.2019.05056 

Seite 38 

 
 
auch  der  Umstand  nichts  zu  ändern,  dass  der  kantonale  Richtplan  für  die 

Bezeichnung des Siedlungsgebiets einen Planungshorizont von 20-25 Jah-

ren  vorsieht  (§ 21  Abs. 2  PBG).  Richtpläne  sind  nach  bundesrechtlicher 

Vorschrift in der Regel alle zehn Jahre gesamthaft zu überprüfen und nöti-

genfalls zu überarbeiten (Art. 9 Abs. 3 RPG). Dass der Prozess der Richt-

planung  langwierig  ist,  vermag  auch  bei  der  Befristung  von  Vorhaben  von 

raumplanerischer  Bedeutung  von  der  Pflicht  zur  stufengerechten  Richtpla-

nung  nicht  zu  dispensieren.  Eine  besondere  bzw.  ausschliesslich  auf  die 

Stufe der Richtplanung bezogene Ausnahme oder Reduktion der Anforde-

rungen bei befristeten Vorhaben fällt angesichts der historischen Zweckset-

zung  der  Vorschriften des  PBG  zur  Richtplanung  auf  kantonaler  Stufe,  für 

welche – wie erläutert – die politische Mitwirkung des Parlamentes bei der 

Planung von zentraler Bedeutung ist, ausser Betracht. Auf die Frage einer 

– zufolge Befristung des Vorhabens – möglichen Ausnahme vom gesamten 

richt-  und  nutzungsplanerischen  Konzept  des  PBG  ist  nachfolgend  Bezug 

zu nehmen. 

5.7. 

Von  vornherein  nicht  als  einschlägig  erweist  sich  eine  Betrachtung  unter 

dem Gesichtswinkel von Art. 8 Abs. 2 RPG. Das Bundesrecht bzw. das als 

Rahmengesetz  konzipierte  RPG  enthält  nur  wenige  Vorgaben  an  die  von 

den  Kantonen  festzusetzende  Richtplanung;  die  Kantone  sind  namentlich 

bei  der  Ordnung  von  Zuständigkeiten  und  Verfahren  autonom  (Art. 10 

Abs. 1  RPG).  Die  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zu  Art. 8  Abs. 2 

RPG,  wonach  den  Kantonen  im  Lichte  des  RPG  bei  der  Bestimmung  der 

Richtplaninhalte  ein  grosser  Spielraum  zugestanden  wird,  bezieht  sich  in 

diesem  Zusammenhang  einzig  auf  die  Frage  der  Vereinbarkeit  der  kanto-

nalen  Richtplanung  mit  den  Minimalanforderungen  der  bundesrechtlichen 

Rahmenordnung.  Letztere  gebietet  im  Wesentlichen,  dass  ein  Projekt  von 
einer gewissen räumlichen, organisatorischen und politischen Bedeutung in 

den (kantonalen) Richtplan aufzunehmen ist (vgl. BGE 140 II 262, E. 2.3.2; 

vgl.  BGE 137 II 254,  E. 3).  Für  die  vorliegend  massgebliche  Anwendung 

der  Vorschriften  des  PBG  zur  Erforderlichkeit  eines  Richtplaneintrags  auf 

kantonaler  –  statt  regionaler  –  Stufe  enthält  das  RPG  offenkundig  keine 

Vorgaben,  sodass  –  wie  erläutert  –  auf  das  Ergebnis  der  Auslegung  der 

Kompetenzregelung  gemäss  den  Bestimmungen  von  § 20 ff.  PBG  und 

§ 30-32 PBG abzustellen ist. 

R1S.2019.05056 

Seite 39 

 
 
5.8. 

Unerheblich ist ferner, dass – wie die Rekursgegnerschaft an sich zu Recht 

anführt  –  der  Eintrag  der  ZüriBahn  im  regionalen  Richtplan  in  Rechtskraft 

erwachsen ist. Zunächst ändert dieser Umstand nichts an der Geltung der 

planerischen Stufenordnung bzw. des erläuterten Vorrangs der kantonalen 

Richtplanung (§ 16 Abs. 1 PBG). Die Richtplanung hat sodann rein behör-

denverbindlichen  Charakter,  was  eine  abstrakte  Anfechtung  durch  Private 

ausschliesst  (Art. 9  Abs. 1  RPG;  Bernhard  Waldmann/Peter Hänni,  Kom-

mentar  zum  RPG,  Bern 2006,  Art. 9  Rz. 10 f.).  Dass  der  Gemeinderat  der 

Stadt  Zürich  auf  die  Anfechtung  des  Richtplaneintrags  der  ZüriBahn  ver-

zichtete, vermag dessen akzessorische Überprüfung – auf Rüge der priva-

ten Rekurrierenden und im vorliegenden nutzungsplanerischen Verfahren – 

von vornherein nicht zu hindern oder auszuschliessen. 

5.9. 

Auf die Frage der Vereinbarkeit der ZüriBahn mit den die Nutzung des Zür-

cher  Seebeckens  betreffenden  Festlegungen  des  kantonalen  Richtplans 

und des regionalen Richtplans ist nachfolgend einzugehen. 

5.10. 

Nach  Massgabe  der  vorstehenden  Erwägungen  sind  die  Rekurse  bereits 

zufolge Fehlens eines Richtplaneintrags auf kantonaler Stufe begründet. 

6.1. 

Bezug zu nehmen ist vorliegend indes weiter auf die Frage einer – derjeni-

gen nach der richtplanerischen Grundlage nachgeordneten – Vereinbarkeit 

der ZüriBahn mit der nutzungsplanerischen Grundordnung  im und um das 

Zürcher  Seebecken  sowie  die  Konformität  der  vorliegenden  Gestaltungs-
planung  mit  den  Planungsgrundsätzen  (Art. 3  RPG)  sowie  der  in  dieser 

Hinsicht erforderlichen Interessenabwägung (Art. 3 RPV). 

6.2. 

Bund, Kantone und Gemeinden erarbeiten die für ihre raumwirksamen Auf-

gaben  nötigen  Planungen  und  stimmen  sie  aufeinander  ab  (Art. 2  RPG). 

Dabei haben die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden die Planungs-

grundsätze  gemäss  Art. 3  RPG  zu  beachten.  Namentlich  ist  bei  der  Pla-

nung die Landschaft zu schonen, wobei zu beachten ist, dass sich Siedlun-

R1S.2019.05056 

Seite 40 

 
 
gen, Bauten und Anlagen in die Landschaft einordnen, See- und Flussufer 

freigehalten  und  öffentlicher  Zugang  und  Begehung  erleichtert  werden  so-

wie  naturnahe  Landschaften  und  Erholungsräume  erhalten  bleiben  (Art. 3 

Abs. 2 lit. b, c und d RPG). Die Siedlungen sind nach den Bedürfnissen der 

Bevölkerung  zu  gestalten  und  in  ihrer  Ausdehnung  zu  begrenzen  (Art. 3 

Abs. 3  RPG).  Für  die  öffentlichen  oder  im  öffentliche  Interesse  liegenden 

Bauten  und  Anlagen  sind  sachgerechte  Standorte  zu  bestimmen.  Insbe-

sondere  sollen  dabei  regionale  Bedürfnisse  berücksichtigt  und  störende 

Ungleichheiten abgebaut werden, Einrichtungen wie Schulen, Freizeitanla-

gen oder öffentliche Dienste für die Bevölkerung gut erreichbar sein sowie 

nachteilige Auswirkungen auf die natürlichen Lebensgrundlagen, die Bevöl-

kerung und die Wirtschaft vermieden oder gesamthaft gering gehalten wer-

den (Art. 3 Abs. 4 RPG). 

6.3. 

Für  bestimmte  Gebiete  sieht  das  Bundesrecht  sodann  den  Erlass  von 

Schutzzonen  vor.  Schutzzonen  umfassen  gemäss  Art. 17  Abs. 1  RPG  na-

mentlich (lit. a) Bäche, Flüsse, Seen und ihre Ufer, (lit. b) besonders schö-

ne  sowie  naturkundlich  oder  kulturgeschichtlich  wertvolle  Landschaften, 

(lit. c) bedeutende Ortsbilder, geschichtliche Stätten sowie Natur- und Kul-

turdenkmäler sowie (lit. d) Lebensräume für schutzwürdige Tiere und Pflan-

zen. Statt Schutzzonen festzulegen, kann das kantonale Recht andere ge-

eignete Massnahmen vorsehen (Art. 17 Abs. 2 RPG). Das RPG verlangt in 

dieser  Hinsicht  Schutzmassnahmen  selbstverständlich  nicht  für  alle,  son-

dern nur für im eigentlichen Sinne schutzwürdige Gewässer und ihre Ufer. 

Art. 17  Abs. 1  lit. a  RPG  hat  –  beispielsweise  –  nicht  zur  Folge,  dass  von 

Bundesrechts  wegen  sämtliche  Flussufer  einem  Bauverbot  unterliegen 

würden.  Welche  Flussufer  geschützt  sind  und  was  dieser  Schutz  konkret 

bedeutet,  richtet  sich  nach  dem  kantonalen  Recht.  Die  Beurteilung  der 
Schutzwürdigkeit  einerseits  und  die  Anordnung  der  erforderlichen  Schutz-

massnahmen  andererseits  erfolgen  letztlich  in  einem  Abwägungsprozess 

mit entgegenstehenden privaten und öffentlichen Interessen. Dabei bleiben 

die  kommunalen  Planungsträger  –  unter  Ausnahme  allfälliger  richtplaneri-

scher  oder  gesetzlicher  kantonaler  Vorgaben  –  weitgehend  autonom.  Aus 

dem  Bundesrecht  lassen  sich  für  die  Begründung  von  planerischen 

Schutzanordnungen  –  mit  der  Ausnahme  eines  Planungsgrundsatzes  – 

kaum verbindliche Vorgaben ableiten (Waldmann/Hänni, Art. 17 Rz. 14).  

R1S.2019.05056 

Seite 41 

 
 
Der  Schutz  eines  Gewässers  –  wie  vorliegend  am  Beispiel  des  Zürich-

sees – kann unter dem Blickwinkel von Art. 17 RPG nicht nur gemäss des-

sen Abs. 1 lit. a (Bäche, Flüsse, Seen und ihre Ufer), sondern in verschie-

dener Hinsicht geboten sein. Ebenso ist ein Schutz unter dem Gesichtswin-

kel des Landschaftsschutzes, ein Schutz aufgrund des Erholungswerts am 

Rande  von  Agglomerationen  oder  als  Lebensraum  schutzwürdiger  Tiere 

oder Pflanzen möglich bzw. denkbar (Waldmann/Hänni, Art. 6 Rz. 23 sowie 

Art. 17 Rz. 16 f.). Nicht massgeblich ist, ob sich der Schutzgedanke in for-

mellen – mithin auch als solche bezeichneten – Schutzverordnungen oder 

Schutzzonen niederschlägt, oder ob der Schutz über die Zuweisung zu an-

derweitigen,  zur  Erreichung  des  Schutzziels  gleichermassen  geeigneten 

Nutzungszonen (Landwirtschaftszonen, Freihaltezonen, "Erhaltungszonen") 

gewährleistet wird. Bei grossräumigen Objekten kann auch der Kanton die 

grundeigentümerverbindliche  Ausscheidung  entsprechender  (Schutz-)Zo-

nen  vornehmen.  Die  entsprechenden  Überlegungen  sind  auch  der  Richt-

planung zugrunde zu legen. Indes genügt die Erwähnung eines schutzwür-

digen Gebiets im Richtplan, da dieser keine grundeigentümerverbindlichen 

Anordnungen enthält, den Anforderungen von Art. 17 RPG nicht (zum Gan-

zen Waldmann/Hänni, Art. 17 Rz. 30 ff.). 

6.4. 

Die Festsetzung einer Zone für öffentliche Bauten – und damit auch eines 

Gestaltungsplans  für  Anlagen  –  ausserhalb  des  Siedlungsgebietes  (vgl. 

§ 47 PBG), so auch im Bereich eines Teilgebietes des Zürichsees, ist bun-

desrechtlich nicht  von  vornherein  unzulässig.  So  kann  es die Bestimmung 

sachgerechter Standorte (vgl. Art. 3 Abs. 4 RPG) gebieten, bestimmte An-

lagen (wie z.B. Friedhöfe, Badeanstalten, usw.) ausserhalb des Baugebie-

tes anzulegen. Unter bestimmten Voraussetzungen können so – beispiels-

weise  –  innerhalb  des  Landwirtschaftsgebiets  in  zulässiger  Art  und  Weise 
eine  Freihaltezone,  eine  Erholungszone  oder  auch  eine  Bauzone  ausge-

schieden werden (sog. "Durchstossung"; vgl. Ziff. 3.2.2 des Richtplantexts). 

Bei  der  Genehmigung  diesbezüglicher  Planungsmassnahmen  sind  jedoch 

hohe  Anforderungen  an  die  sachgerechte  Interessenabwägung  zu  stellen. 

Insbesondere ist darzulegen, weshalb die betreffende Nutzung nicht inner-

halb des Siedlungsgebiets untergebracht werden kann (vgl. Ziff. 3.2.3 lit. a 

des  Richtplantexts).  Ob  die  für  Landwirtschaftsgebiete  vorgesehene  Mög-

lichkeit der Durchstossung auch mit Bezug auf Gewässer gegeben ist, lässt 

R1S.2019.05056 

Seite 42 

 
 
der kantonale Richtplan offen. Dies ist nicht a priori ausgeschlossen, selbst 

wenn  es  sich  beim  Seegebiet  grundsätzlich  um  eine  –  wie  vorstehend  er-

läutert, nicht zwingend auch als solche bezeichnete – Schutzzone gemäss 

Art. 17  RPG  handelt.  In  dieser  Hinsicht  kann  nach  Massgabe  der  verwal-

tungsgerichtlichen Rechtsprechung  – bemerkungsweise erwähnt  – keines-

falls  die  Rede  davon  sein,  das  Raumplanungsgesetz  habe  "die  Gewässer 

von vornherein von der Raumplanung ausgeklammert". Vielmehr werden in 

Art. 14 Abs. 2 RPG als Nutzungszone ausdrücklich die Schutzzonen aufge-

führt; allenfalls handelt es sich – so eben in nutzungsplanerischer Hinsicht 

noch  keine  Ausscheidung  vorgenommen  wurde  –  um  sog.  übriges  Gebiet 

im Sinne von Art. 18 Abs. 2 RPG, welches freilich ohne weiteres als Nicht-

baugebiet  zu  gelten  hat.  Das  Bundesgericht  hatte  sich  in  ähnlichem  Zu-

sammenhang mit der Einzonung einer Seefläche für die Planung einer Ha-

fenmole  auseinanderzusetzen,  wobei  es  in  der  Freigabe  des  fraglichen 

Seegebiets für einen Bootshafen keine Umgehung von Art. 24 RPG erblick-

te  und  die  projektbedingte  Zonenplanänderung  nicht  als  raumplanerisch 

verpönte  Kleinstbauzone  einstufte.  Gleich  zu  befinden  war  im  Fall  des  Er-

satzes  der  Wache  der  Wasserschutzpolizei  am  Mythenquai  durch  einen 

Neubau, in welchem die strittige Zone offenkundig keine zusätzliche Streu-

bauweise,  sondern  einzig  eine  geringfügige  Erweiterung  der  bereits  durch 

das bestehende Gebäude überstellten Seefläche ermöglichte. Da die Was-

serschutzpolizei  aus  betrieblichen  und  organisatorischen  Gründen  auf  ei-

nen Standort teils auf dem Festland und teils im Zürichsee angewiesen ist, 

kann die betreffende Nutzung nicht zweckmässig innerhalb des Siedlungs-

gebiets untergebracht werden, weshalb an der Realisierung eines den heu-

tigen  Aufgaben  und  Ansprüchen  genügenden  Ersatzbaus  ein  erhebliches 

öffentliches Interesse zu bejahen war (zum Ganzen BRGE I Nr. 0067/2016 

in BEZ 2016 Nr. 29, E. 6.3; einzelne Hinweise auf VB 123 und 128/1985 in 

BEZ 1986  Nr. 34  =  RB 1986  Nr. 34  =  URP 1986  Nr. 2,  E. 7d, 
BGr 1A.244/2000 vom 8. November 2001, E. 4).  

6.5. 

Dass  ein  allgemein  grosses  öffentliches  Interesse  an  der  Freihaltung  der 

Seeufer  besteht,  ergibt  sich  bereits  aus  den  Planungsgrundsätzen  des 

RPG (Art. 3 Abs. 2 lit. c RPG). See- und Flussufer geniessen einen beson-

deren  Schutz.  Im  Fall  der  Ausscheidung  einer  Seeuferwohnzone  östlich 

des  Campingplatzes  Guldifuss  (Gemeinde  Mammern)  nahm  der  Regie-

rungsrat des Kantons Thurgau diese von der Genehmigung aus, wogegen 

R1S.2019.05056 

Seite 43 

 
 
die  Gemeinde  Beschwerde  wegen  Verletzung  der  Gemeindeautonomie 

führte.  Das  Bundesgericht  führte  aus,  dass  Kantone  und  Gemeinden  zur 

Nachachtung der  Uferlandschaft  gleichsam  verpflichtet  seien.  Die streitge-

genständliche  Reduktion  der  Bauzonen,  zumal  sie  hauptsächlich  zum 

Schutz  der  Uferlandschaft  des  Untersees  erfolgte,  sei  in  Anwendung  der 

nach  dem  RPG  (und  des  kantonalen  Baugesetzes)  verbindlichen  Pla-

nungsgrundsätze  bzw.  Verhaltensnormen  angeordnet  worden.  Trotz  der 

dem  Regierungsrat  obliegenden  Zurückhaltung  bei  der  Rechts-  und 

Zweckmässigkeitskontrolle  der  Nutzungsplanung  könne  in  einem  solchen 

Entscheid  keine  Überschreitung  der  Prüfbefugnis  erblickt  werden  (BGr  v. 

4. März 1985 in ZBl 1986, S. 43 ff.). 

Mit dem Gebot, See- und Flussufer freizuhalten sowie den öffentlichen Zu-

gang und die Begehung zu erleichtern, verweist Art. 3 Abs. 2 lit. d RPG in-

haltlich  auf  die  doppelte  Funktion  dieser  Flächen  als  landschaftsprägende 

Elemente sowie als Erholungsräume. Art. 3 Abs. 2 lit. c RPG steht der Aus-

scheidung neuer Bauzonen und der Errichtung neuer Bauten und Anlagen 

in  aller  Regel  entgegen.  In  der  Lehre  wird  sogar  vertreten,  dass  dieser 

Grundsatz angesichts der Bedeutung der See- und Flussufer für den Land-

schaftsschutz nicht nur für private, sondern grundsätzlich auch für öffentli-

che Bauten gelten müsse (Waldmann/Hänni, Art. 3 Rz. 28). Die bundesge-

richtliche  Rechtsprechung  setzt  für  Bauten  und  Anlagen  im  Gewässerbe-

reich,  soweit  diese  nicht  als  zonenkonform  einzustufen  sind,  eine  Son-

dernutzungsplanung  (etwa  für  wichtige  nautische  Anlagen)  oder  aber  eine 

Ausnahmebewilligung  in  analoger  Anwendung  von  Art. 24  RPG  voraus. 

Ausserhalb  der  Bauzone  ist  in  dieser  Hinsicht  generell  ein  Bedürfnisnach-

weis  vorauszusetzen.  Die  Baute  oder  Anlage  muss  objektiven  Interessen 

des Grundeigentümers bzw. des Betreibers dienen. Diese Bedürfnisklausel 

ergibt sich für die Landwirtschaftszone explizit aus Art. 16a Abs. 1 RPG und 
ist analog auf Bauten in Gebieten anzuwenden, für welche Art. 17 RPG die 

Anordnung von Schutzzonen vorsieht. Die Bedürfnisklausel gilt mithin auch 

dann, wenn die fragliche Baute oder Anlage in einem Gebiet errichtet wer-

den soll, welches nutzungsplanerisch noch nicht erfasst wurde bzw. keiner 

Schutzzone zugeteilt ist (BGE 132 II 10, E. 2.4 und E. 2.5). Nach ständiger 

Rechtsprechung ist für die Beanspruchung von Seeflächen eine umfassen-

de  Interessenabwägung  vorauszusetzen.  Seeflächen  sind  mithin  grund-

sätzlich  freizuhalten  und  Bedenken  gegen  die  Überstellung  von  Seefläche 

ernst zu nehmen. Erholungs- und Freizeitanlagen gehören zum Siedlungs-

R1S.2019.05056 

Seite 44 

 
 
gebiet  und  müssen  landseitig  angelegt  werden.  Es  ist  grundsätzlich  unzu-

lässig,  zur  Vermeidung  von  Nutzungskonflikten  und  Entschädigungsan-

sprüchen  an  bereits  intensiv  genutzten  und  überbauten  Seeufern  auf  die 

Seefläche  auszuweichen.  Nur  im  Einzelfall  sind  Ausnahmen  von  diesem 

Grundsatz  möglich;  beispielsweise  im  Falle  eines  unter  Verweis  auf  das 

Postulat von Art. 3 Abs. 2 lit. c RPG zur Zugänglichmachung des Seeufers 

zu  errichtenden  Seestegs,  der  lediglich  einen  kurzen  Abschnitt  in  einem 

ansonsten durchwegs am Ufer verlaufenden Weg darstellt, bescheiden di-

mensioniert ist und aufgrund seiner Gestaltung die Seefläche auch optisch 

nur geringfügig beansprucht (BGr 1C_634/2013 vom 10. März 2014, E. 5.1 

und E. 5.4). Im Kanton Zürich wird der Planungspflicht nach den Vorgaben 

von  Art. 3  Abs. 2  lit. c  RPG  zusätzlich  durch  die  Vorschriften  von  §§ 8 ff. 

PBG,  den  mit  Art. 3  Abs. 2  lit. c  RPG  wortgleichen  § 18  Abs. 2  lit. i  PBG 

sowie § 203 Abs. 1 lit. a PBG Nachachtung verschafft. Die Planungspflicht 

der  Kantone  erstreckt  sich  auf  ihr  gesamtes  Territorium.  Die  Mittel  der 

Raumplanung  sowie  des  Natur-  und  Heimatschutzes  erlauben  es  mithin, 

den  Seeuferschutz  in  umfassender  Weise  bzw.  aus  der  vom  Bundesrecht 

verlangten gesamtheitlichen Sicht anzugehen (BGE 139 II 470, E. 3.2). 

6.6. 

Die  rekursgegenständliche  Gestaltungsplanung  betrifft  die  Parzellen  Kat.-

Nrn. RI4672, RI4671, RI4449, EN2569, WO5560, EN2567 und RI5126. Bei 

den  Parzellen  Kat.-Nrn. RI4671,  RI4672  und  RI4449  (Seite  Zürichhorn) 

handelt  es  sich  um  Grundstücke  in  der  kantonalen  Freihaltezone  (FK)  so-

wie teilweise in der kommunalen Freihaltezone (FP; nördlicher Teil der Par-

zelle  Kat.-Nr. RI4449),  welche  zusätzlich  im  kommunalen  Landschafts-

schutzinventar  als  Teil  des  Landschaftsschutzobjekts  Zürichsee  (KSO-32) 

verzeichnet sind. Auf der Seeseite am Mythenquai befinden sich die Parzel-

len  des  Strandbads  Mythenquai  (Kat.-Nr. EN2569)  und  der  Landiwiese 
(Kat.-Nr. WO5560)  ebenfalls  in  der  kantonalen  Freihaltezone  (FK).  Auch 

diese  Grundstücke  sind  Teil  des  Landschaftsschutzobjekts  Zürichsee 

(KSO-32).  Die  dazwischen  gelegenen  Parzellen  Kat.-Nrn. RI5126  und 

EN2567 umfassen den zwischen Zürichhorn und Mythenquai von der Lini-

enführung  der  Seilbahn  beanspruchten  Gewässerraum.  Diese  Parzellen 

sind nutzungsplanerisch nicht erfasst: Den Gemeinden (bzw. hier der Stadt 

Zürich)  kommt  im  Gewässerraum  keine  nutzungsplanerische  Hoheit  zu. 

Der Kanton Zürich hat anlässlich der letztmaligen Festsetzung der kantona-

len  und  regionalen  Nutzungszonen  auf  dem  Gebiet  der  Stadt  Zürich  mit 

R1S.2019.05056 

Seite 45 

 
 
Verfügung  des  Amtes  für  Raumentwicklung  (ARE)  vom  15. Januar 2018 

wohl die Seeuferbereiche im Bereich des Strandbads Mythenquai und der 

Landiwiese sowie im Bereich Zürichhorn als Teil der kantonalen Freihalte-

zone  nach  den  §§ 39 ff.  PBG  ausgewiesen,  für  den  dazwischenliegenden 

Gewässerraum bzw. die Parzellen Kat.-Nrn. RI5126 und EN2567 hingegen 

keine Nutzungszone (Schutzzone im Sinne der Art. 14 bzw. 17 RPG) fest-

gesetzt.  Immerhin  ist  die  Fläche  des  Zürichsees  gemäss  dem  zur  Verfü-

gung gehörenden Planausschnitt  (Blatt  XIII) als  Gewässer  bezeichnet und 

damit  punkto  Dimensionierung  rechtskräftig  ausgeschieden.  Angesichts 

fehlender  weiterer  Festlegungen  hat  die  Fläche  des  Zürichsees  nutzungs-

planerisch  hingegen  nach  wie  vor  den  Charakter  eines  übrigen  Gebiets 

(Art. 18  Abs. 2  RPG;  § 23  Abs. 1  lit. g  PBG).  Die  Parzellen  Kat.-Nrn. 

RI5126  und  EN2567  sind  freilich  auch  Teil  des  Landschaftsschutzobjekts 

Zürichsee (KSO-32). 

6.7. 

Die 

fehlende  nutzungsplanerische  Zuordnung  der  Parzellen  Kat.-

Nrn. RI5126 und EN2567 (Zürcher Seebecken) ist vorliegend nicht von ent-

scheidender  Bedeutung.  Wie  erläutert,  ist  die  Beanspruchung  des  Seege-

biets trotz – oder gerade wegen – der fehlenden nutzungsplanerischen Zu-

ordnung  als  Beanspruchung  von  Nichtbaugebiet  zu  qualifizieren.  Da  die 

projektierte Seilbahn, wie erläutert, nicht einzig in den der kantonalen Frei-

haltezone (FK) zugeordneten Ufer- bzw. Landgrundstücken, sondern über-

dies  über  das  Seebecken  führt  bzw.  auf  den  Parzellen  Kat.-Nrn. RI5126 

und  EN2567  über  Stützen  verfügt,  kann  sie  offensichtlich  nicht  als  nut-

zungsplankonform  gelten.  Die  Rechtsprechung,  wonach  für  Sportanlagen 

ausserhalb der Bauzonen (bzw. in kantonalen Freihaltezonen) gewisse Er-

leichterungen gelten, kann nicht auf Gewässer ausgedehnt werden, zumal 

– wie  erwähnt  –  Erholungs-  und  Freizeitanlagen  zum  Siedlungsgebiet  ge-
hören  und  landseitig  angelegt  werden  müssen  (BGr 1C_634/2013  vom 

10. März  2014,  E. 5.1  und  E. 5.4;  vgl.  BRKE I  Nr. 0272/2008  in  BEZ 2009 

Nr. 34;  vgl.  BGE 108 Ia 295,  E. 3  und  E. 4).  Die  Seeparzellen  können  nur 

nach  Massgabe  der  Ausnahmebestimmung  von  Art. 24  RPG  (für  weniger 

bedeutsame  Vorhaben)  oder  dann,  wie  vorliegend  im  angefochtenen  Ent-

scheid angedacht, einer Sondernutzungsplanung beansprucht werden. Da-

bei ist zufolge der in Art. 3 Abs. 2 lit. c RPG und Art. 17 RPG verankerten, 

vom  Gehalt  her  hochrangigen  Schutzinteressen  eine  umfassende  Interes-

senabwägung vorauszusetzen. Die – vorliegend fehlende – explizite Zuwei-

R1S.2019.05056 

Seite 46 

 
 
sung zu einer Schutzzone im Sinne von Art. 17 RPG ist, wie mehrfach er-

wähnt, nicht von entscheidender Bedeutung. Aus dem Gesagten folgt, dass 

im Folgenden eine umfassende, an den Planungsgrundsätzen (Art. 3 RPG) 

orientierte  Interessenabwägung  (Art. 3  RPV)  unter  hinreichender  Berück-

sichtigung der Schutzinteressen vorzunehmen ist. Im Rahmen der Überprü-

fung der Sondernutzungsplanung ist dabei – wie erläutert – der Baudirekti-

on ein gewisser  Ermessensspielraum  zuzubilligen,  welcher  freilich  anhand 

der  bundesrechtlich  für  die  Interessenabwägung  vorgegebenen  Kriterien 

der  gerichtlichen  Überprüfung unterliegt.  Nicht  zu folgen  ist  vorliegend der 

Lehrmeinung, wonach der Schutzauftrag in Hinblick auf die Bedeutung der 

See-  und  Flussufer  für  den  Landschaftsschutz  nicht  nur  private,  sondern 

auch  öffentliche  Bauten  und  Anlagen  im  Seegebiet  bereits  grundsätzlich 

ausschliesse.  Freilich  ist  festzuhalten,  dass  Art. 3  Abs. 2  lit. c  RPG  der 

Ausscheidung neuer Bauzonen und der Errichtung neuer Bauten und Anla-

gen jedenfalls im Grundsatz entgegensteht, sodass diese von einem strikt 

zu handhabenden Bedürfnisnachweis abhängig zu machen sind. 

6.8. 

Der  Baudirektion  und  der  ZüriBahn AG  ist  in  der  Abwägung  zunächst  zu 

konzedieren,  dass  Freizeitanlagen  jedenfalls  im  Bereich  der  am  Seeufer 

gelegenen,  aber  nicht  zum  eigentlichen  Gewässer  gehörenden  Freihalte-

zonen als mit dem Zonenzweck vereinbar angesehen werden können. Ent-

sprechende  Freizeitnutzungen,  auch  in  Form  von  Bauten  und  Anlagen  für 

die  Erholungsnutzung,  sieht  sowohl  der  kantonale  (Ziff. 3.4  des  Richtplan-

texts  [Zugänglichkeit  für  Erholungssuchende];  Ziffer 3.5.1  des  Richtplan-

texts [Ermöglichung von Bauten und Anlagen für die Erholungsnutzung an 

geeigneten  Standorten])  als  auch  der  regionale  Richtplan  im  Bereich  des 

Gebiets  Zürich-City  vor  (Ziff. 2.2.2  des  Richtplantexts  [Karteneintrag  Nr. 1: 

Freiflächen  erhalten/Limmat,  Sihl  und  See  mit  ihren  Uferbereichen  als  Er-
holungsräume stärken]; Ziff. 3.1.1 lit. b des Richtplantexts [attraktive Land-

schaftsräume  am  Siedlungsrand  und  Erholungsräume  am  Wasser]; 

Ziff. 3.3.1  lit. b  des  Richtplantexts  (Karteneinträge),  Ziff. 3.9.1  lit. a  des 

Richtplantexts,  Ziff. 3.9.2.  [Karteneintrag  Nr. A3:  Zürichsee/Enge:  Schaf-

fung attraktiver öffentlicher Seeanlagen]). Ebenso klar ist freilich, dass die-

selben  Richtpläne  nebst  der  Erholungsnutzung  die  Schonung  der  Land-

schaft  und  der  Gewässer  als  mindestens  gleichwertiges  Interesse  anfüh-

ren,  so  der  kantonale  Richtplan  (Ziff. 1.1  des  Richtplantexts  [Erhaltung 

überwiegend freier Landschaften]; Ziff. 2.2.1 [sorgfältige Weiterentwicklung 

R1S.2019.05056 

Seite 47 

 
 
der  Bebauung  am  Zürichseeufer,  Orientierung  am  Bestand];  Ziff. 2.4.1 f.: 

Seefront mit Quaianlagen als Objekt des Ortsbildschutzes; Verweis auf den 

entsprechenden  ISOS-Eintrag];  Ziff. 3.5.1  [Freihaltung  und  öffentliche  Zu-

gänglichkeit von See- und Flussufern]; Ziff. 3.5.2 [Karteneintrag Nr. 1: Auf-

wertung  des  Zürichseeufers  als  Erholungs-,  Natur-  und  Landschaftsraum] 

als  auch  der  regionale  Richtplan  (Ziff. 3.3.1  lit. b  des  Richtplantexts  [Ge-

währleistung der Offenheit und Zugänglichkeit des Zürichseeufers und der 

Flussräume;  Stärkung  und  Aufrechterhaltung  von  deren  Erlebbarkeit  und 

Durchgrünung];  Ziff. 3.3.1  lit. e  des  Richtplantexts  [Gewährleistung  der 

Aussicht  von  den  Freiraumbändern  zwischen  der  Siedlung  und  den  Wäl-

dern der Hügelzüge und von exponierten Punkten auf Stadt, See und Alpen 

sowie ins Limmat-, Glatt- und Furttal] Ziff. 3.3.2 [Karteneintrag Nr. 30: Frei-

en Zugang zum See gewährleisten {Ausnahme Badeanlagen während Ba-

desaison}, Sicht auf See freihalten, dauerhafte Bauten und Anlagen nur zu-

lässig  für  Erholungsnutzung  mit  engem  Bezug  zum  See  {Standortgebun-

denheit}]). Insgesamt  kann aus dem  Gehalt  der  Richtplaneinträge  und  de-

ren systematischem Zusammenhang – freilich in ausdifferenzierter Form – 

nichts Anderes gefolgert werden, als sich für Nutzung und Schutz von See- 

und Flussufern aufgrund von Art. 3 Abs. 2 lit. c RPG ohnehin gebietet. Die-

se  sind  freizuhalten;  gleichzeitig  ist  der  öffentliche  Zugang  und  die  Bege-

hung zu erleichtern (und damit die Erholungsnutzung zu stärken). Eine kla-

re  Priorisierung  einerseits  der  Schutz-  und  andererseits  der  Nutzungsinte-

ressen  lässt  sich,  jedenfalls  für  den  Standort  der  vorliegend  projektierten 

Seilbahn mitten im Zürcher Seebecken, nicht ableiten. Auch kann eine der-

artige  Anlage,  soweit  sie  befristet  erstellt  werden  soll,  aufgrund  der  Richt-

planung  nicht  von  vornherein  als  mit  überwiegenden  Landschafts-  und 

Ortsbildschutzinteressen unvereinbar gelten. 

6.9. 
Nach Massgabe des Gesagten ist die Realisierung der ZüriBahn einer strikt 

zu  handhabenden  Bedürfnisprüfung  –  unter  der  sich  aus  der  Rahmenge-

setzgebung  und  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  ergebenden 

grundsätzlichen  Priorisierung  der  Schutzinteressen  –  zu  unterziehen.  Aus 

der  Richtplanung  ergibt  sich,  wie  erwähnt,  keine  Priorität  für  das  Projekt, 

zumal es – wie erörtert – an der demokratischen Legitimation des regiona-

len Richtplaneintrags bzw. einem Eintrag im kantonalen Richtplan fehlt. Für 

die  Interessenabwägung  zusätzlich  beachtlich  ist  der  Gehalt  des  Eintrags 

des  Zürcher  Seebeckens  im  Inventar  der  kommunalen  Natur-  und  Land-

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Seite 48 

 
 
schaftsschutzobjekte  (KSO-32.00).  Das  Zürcher  Seebecken  wird  gemäss 

Inventareintrag  als  sehr  wertvoll  eingestuft;  Das  Objekt  umfasst  den  See 

mit  Ufermauern,  Promenaden  und  Quaianlagen  sowie  (insbesondere)  die 

der einstigen Verlandungszone vorgelagerte Flachwasserzone (vor allem in 

Wollishofen  und  Enge)  als  vielfältigen,  artenreichen  Lebensraum  für  Was-

serpflanzen und Wassertiere. Das Objekt hat damit sowohl eine Bedeutung 

als Lebensraum für Wasserpflanzen und Wassertiere als auch als attrakti-

ves Naherholungsgebiet. Ziel des Schutzes ist insbesondere die Erhaltung 

der Flachwasserzone und die Neuschaffung naturnaher Uferabschnitte mit 

Verlandungszone. Festzuhalten ist, dass die projektierte Seilbahn den Be-

reich des im Inventar der kommunalen Natur- und Landschaftsschutzobjek-

te zusätzlich bezeichneten Naturschutzobjekts Flachwasserzone, Ufermau-

ern Zürichsee (KSO-45.16), wenngleich knapp, nicht tangiert. 

Den  genannten  gewichtigen  Interessen  hält  die  Begründung  für  die  Reali-

sierung  der  ZüriBahn,  das  Jubiläum  zum  150-jährigen  Bestehen  der  ZKB 

und  der  Wunsch,  der  Bevölkerung  ein  Erlebnis  zu  bieten,  nicht  stand. 

Wenngleich Betrieb und Bauzeit der Seilbahn auf fünf (bzw. insgesamt sie-

ben) Jahre befristet sind und damit der Eingriff in die Schutzinteressen als 

weniger  gravierend  erscheint  als  bei  der  Erstellung  einer  dauerhaft  betrie-

benen  Verkehrsanlage,  handelt  es  sich  doch  um  einen  Eingriff  in  die  von 

Bundesrechts wegen freizuhaltende und schutzwürdige Seefläche, welcher 

einer  hohen  Legitimation  bedürfte.  Um  eine  bloss  sehr  kurzfristige  Bean-

spruchung, welche allenfalls – wie nachfolgend zu erläutern – aus triftigen 

Gründen  und  unter  Verzicht  auf  gewisse  raum-  und  nutzungsplanerische 

Voraussetzungen realisiert werden könnte, handelt es sich beim Projekt Zü-

riBahn  offenkundig  nicht.  Planung,  Organisation  und  Eingriffswirkung  der 

ZüriBahn sind für die Dauer des Betriebs mit derjenigen einer dauerhaften 

Verkehrseinrichtung  vergleichbar.  Die  ZKB  kann  als  für  den  Kanton  und 
dessen wirtschaftliche Entwicklung wichtige Institution bei der Durchführung 

eines  Jubiläumsanlasses  durchaus  ein  gewisses  öffentliches  Interesse  für 

sich in Anspruch nehmen. Angesichts der zeitlichen, raumplanerischen, or-

ganisatorischen  und  finanziellen  Dimension  der  ZüriBahn  sprengt  das  re-

kursgegenständliche Projekt den in dieser Hinsicht gegebenen Rahmen in-

des bei Weitem. Gemäss den Zweckbestimmungen des Gesetzes über die 

Zürcher  Kantonalbank  (ZKBG)  hat  die  ZKB  die  Aufgabe,  zur  Lösung  der 

volkswirtschaftlichen und sozialen Aufgaben im Kanton beizutragen und ei-

ne umweltverträgliche Entwicklung im Kanton zu fördern. Sie befriedigt die 

R1S.2019.05056 

Seite 49 

 
 
Anlage-  und  Finanzierungsbedürfnisse  durch  eine  auf  Kontinuität  ausge-

richtete  Geschäftspolitik  und  berücksichtigt  dabei  insbesondere  die  Anlie-

gen  der  kleinen  und  mittleren  Unternehmungen,  der  Arbeitnehmerinnen 

und  der  Arbeitnehmer,  der  Landwirtschaft  und  der  öffentlich-rechtlichen 

Körperschaften.  Sie  fördert  das  Wohneigentum  und  den  preisgünstigen 

Wohnungsbau  (§ 2  ZKBG).  Die  Bank  ist  nach  kaufmännischen  Grundsät-

zen  zu  führen  und  hat  einen  angemessenen  Gewinn  anzustreben  (§ 3 

ZKBG).  Der  Geschäftskreis  der ZKB  wird  definiert  als derjenige einer  Uni-

versalbank;  welche  keine  Eigengeschäfte  abschliesst,  bei  welchen  unver-

hältnismässige Risiken eingegangen werden (§ 7 Abs. 1 und 2 ZKBG). Die 

Bank kann sich an öffentlichen und gemischtwirtschaftlichen Unternehmen 

beteiligen (§ 9 Abs. 2 ZKBG); die Beteiligung an privaten Unternehmungen 

ist zulässig, wenn sie dem volkswirtschaftlichen Interesse des Kantons oder 

sozialen  Zwecken  dient  oder  im  berechtigten  Interesse  der  Bank  liegt;  die 

Bank  kann  zudem  im  In-  und  Ausland  Tochtergesellschaften  gründen  und 

Stiftungen errichten (§ 9 Abs. 3 und Abs. 4 ZKBG). Ob diese vom Gesetz-

geber  vorgezeichnete  Zwecksetzung  den  –  mehr  als  vorübergehenden 

bzw.  im  Jubiläumsjahr  organisierten  –  Bau  und  Betrieb  einer  Seilbahn  mit 

umfasst,  ist  vorliegend  nicht  im  Einzelnen  zu  beurteilen.  Dass  sich  eine 

derartige  Aufgabe  aber  –  und  damit  ein  entsprechendes  öffentliches  Inte-

resse – nicht nachgerade aus dem gesetzlichen Aufgabenbereich der ZKB 

ergibt, ist offenkundig. Die ZKB kann an der ZüriBahn kein über den reinen 

Jubiläumsbetrieb  hinausgehendes  öffentliches  (oder  privates)  Interesse 

namhaft  machen.  Die  Gründung  einer  Tochtergesellschaft  (bzw.  der  Zü-

riBahn AG)  mit  entsprechender  Zweckbestimmung  vermag  an  diesem  Be-

fund  nichts  zu  ändern.  Trotz  der  weit  gefassten  operationellen  Befugnisse 

der  ZKB,  welche  die  Gründung  von  Tochtergesellschaften  oder  Stiftungen 

im In- und Ausland umfasst, ist vorauszusetzen, dass diese Kompetenzen 

im  angedachten  Zweckbereich  ausgeübt  werden  bzw.  der  Erreichung  der 
sonstigen  Ziele,  insbesondere  der  Geschäftstätigkeit  als  Universalbank, 

dienen (§ 2, § 7 ZKBG). Dies ist beim vorgesehenen Tätigkeitsbereich der 

ZüriBahn AG nicht ohne weiteres der Fall. 

Angesichts  des  bereits  grundsätzlichen  Mangels  genügend  definierter  und 

gleichzeitig  triftiger  Interessen  ist  nicht  von  Belang,  dass  der  gewählte 

Standort  der  Seilbahn  Ergebnis  einer  sorgfältigen  Evaluation  bzw.  eines 

Variantenvergleichs zur Linienführung ist. Selbst eine sehr sorgfältige Pro-

jektierung  vermag  kein  (positives)  öffentliches  oder  privates  Interesse  an 

R1S.2019.05056 

Seite 50 

 
 
einer  Baute  oder  Anlage  zu  begründen.  In  der  Abwägung  überwiegen  die 

gewichtigen öffentlichen Interessen an Schutz und Erhalt des Zürcher See-

beckens  das  für  sich  allein  weder  besonders  triftige  noch  besonders  sub-

stantiierte  Interesse  der  ZKB  am  Betrieb  der  ZüriBahn  klar.  Die  Rekurse 

sind auch insofern begründet. 

Daran vermag nichts zu ändern, dass eine im Zeitraum vom 16. November 

2018  bis  zum  5. Dezember  2018  im  Auftrag  der  ZüriBahn AG  vom  For-

schungsinstitut GfS durchgeführte, repräsentativ ausgestaltete Umfrage er-

geben  hat,  dass  der  ZüriBahn  drei  Viertel  der  Bevölkerung  im  gesamten 

Kanton  Zürich  sowie  zwei  Drittel  der  Bevölkerung  in  den  unmittelbar  an-

grenzenden Stadtkreisen Zürich 2 und 8 neutral bis sehr positiv gegenüber-

stünden. Ein Umfrageergebnis (an einer Zahl von insgesamt 1'013 Einwoh-

nerinnen  und  Einwohnern)  vermag  für  sich  allein  kein  rechtlich  relevantes 

öffentliches  Interesse  zu  begründen.  Eine  befristet  betriebene  Seilbahn 

über das Zürcher Seebecken, so auch die klare Ansicht des Gerichts, sollte 

– ohne  die  in  jedem  Fall  erforderliche  Einzelfallbeurteilung  vorwegzuneh-
men – möglich sein bzw. bei ausgewiesenem Bedarf auch realisiert werden 
können. Zu fordern ist für ein solches Projekt indes – wie erwähnt – ein Ein-

trag  im  kantonalen  Richtplan  sowie,  in  Nachachtung  der  demokratischen 

Rechte der Bevölkerung, allenfalls gar eine Grundlage in Form eines kan-

tonalen (oder gar eidgenössischen) Gesetzes, welches Art und Umfang des 

öffentlichen Interesses klar definiert. Bei anderen Grossprojekten wie etwa 

der  Errichtung  eines  schweizerischen  Innovationsparks  hat  sich  dieses 

Vorgehen als Standard etabliert (vgl. bspw. Art. 32 ff. des Forschungs- und 

Innovationsförderungsgesetzes  [FIFG]).  Ob  eine  Seilbahnverbindung  über 

das Zürcher Seebecken zusätzlich einen weiter gefassten Kontext voraus-

setze, wie beispielsweise die Durchführung einer NEXPO (gemäss Initiative 

der  zehn  grössten  Schweizer  Städte  für  die  kommende  Landesausstel-
lung),  ist  sodann  Gegenstand  des  weiteren  –  politischen  –  Meinungsbil-

dungsprozesses. 

7. 

Bemerkungsweise ist auf die – von Vornherein eingeschränkten – Möglich-

keiten  zur  Realisierung  von  Provisorien  unter  materiellem  Verzicht  auf  die 

Erfüllung  raum-  und  nutzungsplanerischer  Voraussetzungen  einzugehen. 

Einer  temporären  Zulassung  rechtswidriger  Bauvorhaben  sind  in  mehrfa-

R1S.2019.05056 

Seite 51 

 
 
cher Hinsicht enge Grenzen gesetzt. Das öffentliche oder private Interesse 

an  der  Erstellung  einer  Baute  und  Anlage  muss  bereits  grundsätzlich  ein 

sehr hohes Gewicht haben.  

Ferner  dürfen  solche  befristeten  Projekte  nur  bewilligt  werden,  wenn  der 

Nachweis  erbracht  ist,  dass  eine  vorschriftsgemässe  Ausführung  oder  ein 

rechtskonformer Standort nicht möglich sind. Das Provisorium darf alsdann 

nur  so  lange  bewilligt  werden,  als  die  Realisierung  eines  gesetzeskonfor-

men  Projekts  entweder  unmöglich  oder  für  die  Bauherrschaft  unzumutbar 

ist  (Verfügung  des  Präsidenten  der  Baurekurskommission I  vom  30. April 

2004  in  BEZ 2004  Nr. 43).  In  jenem  zitierten  Fall  (Provisorium  für  den 

Spielbetrieb der  ZSC  Lions während des Umbaus  des  Hallenstadions)  lag 

die Besonderheit der verfahrensmässigen Situation darin, dass selbst unter 

Zugrundelegung einer extrem kurzen Verfahrensdauer bei einem allfälligen 

Weiterzug  des  Rekursentscheids  das  Bauvorhaben  nicht  mehr  rechtzeitig, 

d.h. auf Saisonbeginn hin, hätte realisiert werden können und somit bei re-

gulärer  Prüfung  –  unter  Belassung  der  aufschiebenden  Wirkung  der 

Rechtsmittel – selbst ein für die Bauherrschaft positiver Endentscheid nutz-

los gewesen wäre.  

Es ist mithin zu fordern, dass zugleich dringliche als auch gewichtige öffent-

liche  (oder  allenfalls  private)  Interessen  die  Erstellung  des  Provisoriums 

gleichsam  bedingen  bzw.  dass  das  Projekt,  wenngleich  materiell  möglich-

erweise nicht rechtskonform, der Abwendung schlimmeren Schadens dient. 

Ein  finanzieller  Schaden,  welcher  aufgrund  der  blossen  Unterbrechung   

oder  Verzögerung  von  Bauarbeiten  entsteht,  stellt  in  diesem  Lichte  noch 

keinen  zwingenden  oder  qualifizierten  Grund  dar,  zumal  solche  Nachteile 

mit der regulären Beurteilung von Bauvorhaben in einem Rechtmittelverfah-

ren  regelmässig  verbunden  sind  (Verfügung  des  Präsidenten  der  Baure-
kurskommission II vom 21. Juli 2004 in BEZ 2004 Nr. 58). 

Für  die  Realisierung  eines  Luftseilbahn-Provisoriums  fehlt  es  nach  Mass-

gabe des Gesagten sowohl an der erforderlichen Dringlichkeit als auch an 

triftigen  Gründen  (Schadensabwehr).  Selbst  bei  Vorliegen  solcher  Gründe 

wäre ein Betrieb zeitlich nur so lange zu gewähren, als dies zur Erreichung 

der Ziele unmittelbar erforderlich ist.  

R1S.2019.05056 

Seite 52 

 
 
8. 

Angesichts  dessen,  dass  sich  bereits  die  Rekurse  betreffend  die  Gestal-

tungsplanung als begründet erweisen, ist der Rekurs betreffend die wasser-

rechtliche  Konzession  nicht  weiter  zu  prüfen.  Weil  der  Gestaltungsplan 

Seilbahn Mythenquai-Zürihorn  (ZüriBahn)  als  Ganzes aufzuheben ist,  wird 

die Konzessionserteilung (einstweilen) obsolet. Das diesbezügliche Verfah-

ren ist als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

9. 

Zusammenfassend  sind  die  Rekursverfahren  G.-Nrn.  R1S.2019.05056, 

R1S.2019.05071,  R1S.2019.05072  und  R1S.2019.05073  zu  vereinigen. 

Dem Protokollberichtigungsbegehren der ZüriBahn AG ist teilweise zu ent-

sprechen. 

Der Rekurs des V. S. im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05056 hinsichtlich der 

Verfügung des AWEL vom 24. April 2019 betreffend wasserrechtliche Kon-

zession ist als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

Der  Rekurs  der  S.  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05071  hinsichtlich  der 

Verfügung  der  Baudirektion  vom  26. April  2019  betreffend  den  Gestal-

tungsplan  Seilbahn  Mythenquai-Zürihorn  (ZüriBahn)  ist  gutzuheissen,  so-

weit – nach Massgabe der vorstehenden Erwägungen – darauf einzutreten 

ist. 

Der  Rekurs  der  Rekurrierenden  V.  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05072 

hinsichtlich  der  Verfügung  der  Baudirektion  vom  26. April  2019  betreffend 

den  Gestaltungsplan  Seilbahn  Mythenquai-Zürihorn  (ZüriBahn)  ist  gutzu-

heissen. 

Auf  den  Rekurs  der  Rekurrierenden 1-17 

im  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2019.05073 hinsichtlich der Verfügung der Baudirektion vom 26. April 

2019  betreffend  den  Gestaltungsplan  Seilbahn  Mythenquai-Zürihorn  (Zü-

riBahn) ist nicht einzutreten. Der Rekurs der Rekurrentin 18 (Stiftung H.) in 

demselben Verfahren ist gutzuheissen. 

R1S.2019.05056 

Seite 53 

 
 
Dementsprechend  ist  die  Verfügung  der  Baudirektion  vom  26. April  2019 

betreffend  die  Festsetzung  des  Gestaltungsplans  Seilbahn  Mythenquai-

Zürihorn (ZüriBahn) aufzuheben. 

10.1. 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.– bis Fr. 50'000.– (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2  GebV  VGr).  In  besonders  aufwendigen  Verfahren  kann  die  Ge-

richtsgebühr  bis  auf  das  Doppelte  erhöht  werden  (§  4  Abs. 1  GebV  VGr). 

Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein grosser 

Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  zum  Verwaltungs-

rechtspflegegesetz 

(VRG), 

3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014, 

§ 13 

Rz. 25 ff.). Im Lichte der Anzahl vereinigter Rekursverfahren und des hohen 

tatsächlichen  Streitinteresses,  des  Umfangs  der  Akten  und  des  vorliegen-

den  Entscheids  sowie  des  umfangreichen  Augenscheins  rechtfertigt  es 

sich,  die  Gerichtsgebühr  auf  Fr. 28'000.–  festzusetzen  (BGr 1C_566/2015 

vom  18. Februar  2016,  E. 2;  BGr 1C_244/2013  vom  4. Juli  2013,  E. 4; 

BRGE II  Nrn. 0162  und  0163/2012  vom  23. Oktober 2012,  E. 16,  in 

BEZ 2014  Nr. 36;  Entscheid  bestätigt  mit  VB.2012.00774  vom  22. August 

2013, dieser bestätigt mit BGr 1C_810/2013 vom 14. Juli 2014). Ausgangs-

gemäss  (§ 13  VRG)  sind  die  Verfahrenskosten  zu  9/10  der  Baudirektion 

und  unter  solidarischer  Haftung  für  1/10  zu  je  1/170  den  Rekurrieren-

den 1-17 aufzuerlegen.  

10.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

R1S.2019.05056 

Seite 54 

 
 
Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1). Demnach ist vorliegend dem V. S. im Verfahren 

G.-Nr. R1S.2019.05056,  dem  V.  S.  und  dem  V.  Z.  im  Verfahren  G.-

Nr. R1S.2019.05072  sowie  der  Rekurrentin 18  (Stiftung  H.)  im  Verfahren 

G.-Nr. R1S.2019.05073, allen zulasten der Baudirektion, eine Umtriebsent-

schädigung  zuzusprechen.  Angemessen  erscheint  in  den  Verfahren  G.-

Nrn. R1S.2019.05072  und  R1S.2019.05073  betreffend  den  Gestaltungs-

plan  ein  Betrag 

von 

jeweils  Fr. 4'000.– 

(im  Verfahren  G.-

Nr. R1S.2019.05072 

Fr. 2'000.-- 

pro  Rekurrent); 

im  Verfahren 

G.-Nr. R1S.2019.05056  betreffend  wasserrechtliche  Konzession  ein  sol-

cher  von  Fr. 2'000.–.  Da  die  Umtriebsentschädigung  pauschal  festgelegt 

wird,  entfällt  die  Zusprechung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von  vornhe-

rein (BRKE II Nrn. 0247 und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56). 

Einer – wie vorliegend die S. – nicht durch einen Rechtsbeistand vertrete-

nen  Partei  entstehen  im  Allgemeinen  keine  Rechtsverfolgungskosten,  die 

zu  entschädigen  wären.  Eine  Umtriebsentschädigung  ist  ihr  demnach  nur 

dann  zuzusprechen,  wenn  die  Grenzen  des  im  Verwaltungsrechtspflege-

verfahren  Üblichen  und  Zumutbaren  anderweitig  deutlich  überschritten 

wurden.  Angesichts  des  Verfahrensaufwands  und  des  Aktenumfangs  ist 

das  vorliegende  Verfahren  klar  aussergewöhnlich.  Es  rechtfertigt  sich  da-

her, der S. zulasten der Baudirektion im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05071 

eine Umtriebsentschädigung von Fr. 1'000.– zuzuerkennen. 

Die  Zusprechung  einer  Umtriebsentschädigung  an  die  ZüriBahn AG  und 

den  Stadtrat  von  Zürich  fällt  angesichts  des  Verfahrensausgangs  ausser 

Betracht.  

[…] 

R1S.2019.05056 

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