# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9731c8c1-e94b-5667-9876-c1397180b1f5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.09.2017 SB170269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170269_2017-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170269-O/U/ag 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Burger, Präsident, lic. iur. Stiefel und Ersatz-

oberrichter lic. iur. Amacker sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. 

Leuthard 

 

Urteil vom 15. September 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. R. Jäger,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 
betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG   

 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 
11. April 2017 (DG160103) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 16. Dezem-

ber 2016 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 30). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

336 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 15. Au-

gust 2016 beschlagnahmten Gegenstände 

− A009'282'057: Mobiltelefon Nokia Typ 106.1, 

− A009'282'079: Mobiltelefon iPhone 5, 
− A009'282'080: Mobiltelefon iPhone 6, 
− A009'282'331: SIM-Karte Lebara, 

− A009'282'342: SIM-Karte Lyca, 
− A009'282'353: SIM-Karte Lyca, 
− A009'282'364: SIM-Karte Lyca, 

− A009'282'375: SIM-Karte telenor, 
− A009'282'386: SIM-Karte Mobilnik, 

− A009'282'397: SIM-Karte YU, 
− A009'282'400: SIM-Karte unbekannter Netzbetreiber, 
− A009'282'411: SIM-Karte unbekannter Netzbetreiber 

werden der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen. 

- 3 - 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 15. Au-

gust 2016 beschlagnahmten Reiseunterlagen (Reisebeschreibung, Boar-

dingpässse) (A009'282'091) werden eingezogen und verbleiben bei den Ak-

ten. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 17. Mai 

2016 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der 

Lagernummer B02053-2016 aufbewahrten ca. 8.6 Kilogramm Heroinge-

misch inkl. Reisetasche und darin befindliche Kleider werden eingezogen 

und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei 

Zürich zu vernichten. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 17. Mai 

2016 beschlagnahmte Barschaft von € 700.– (entsprechend Fr. 757.75) wird 

zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 3'100.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 1'650.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 16'845.95   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MWST) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der 

amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

 

- 4 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 62 S. 1) 

 1. Es sei der Beschuldigte im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. 

 2. Es sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten zu 

bestrafen, unter Anrechnung der bis zum heutigen Tag erstandenen 

Polizei- und Untersuchungshaft und vorzeitigem Strafvollzug. 

 3. Die Freiheitsstrafe sei im Umfang von 20 Monaten aufzuschieben, dies 

unter Festsetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

 4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens inklusive der Gebühr für das 

Vorverfahren wie auch die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf 

die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(schriftlich, Urk. 57) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

- 5 - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

1. Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz mit Urteil vom 11. April 2017 der 

qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig 

gesprochen. Dafür wurde er mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 336 Tage als 

durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden galten, bestraft (Urk. 52).  

2. Mit Eingabe vom 11. April 2017 liess der Beschuldigte Berufung anmelden 

(Urk. 46). Das vollständig begründete Urteil wurde vom amtlichen Verteidiger am 

9. Juni 2017 entgegengenommen (Urk. 51). Mit Eingabe vom 23. Juni 2017 reich-

te dieser fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 54). 

3.1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung umfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 402 N 1).  

3.2. Der Beschuldigte liess die Sanktion sowie die Kosten- und Entschädigungs-

folgen anfechten (Urk. 54 S. 2). Damit ist das Urteil hinsichtlich der Ziffern 1 

(Schuldpunkt) sowie 4 - 7 (Einziehungen) rechtskräftig geworden, wovon Vormerk 

zu nehmen ist.  

4. Mit Präsidialverfügung vom 19. Juli 2017 wurde der Staatsanwaltschaft eine 

Frist von 20 Tagen angesetzt, um zu erklären, ob sie Anschlussberufung erheben 

oder einen Antrag auf Nichteintreten beantragen werde (Urk. 55).  

5. Innert Frist beantragte die Staatsanwaltschaft die Bestätigung des  

vorinstanzlichen Urteils sowie die Dispensation von der Verhandlung. Letztere 

wurde von der Verfahrensleitung im Einverständnis der Verteidigung bewilligt 

(Urk. 57 und Urk. 59).  

- 6 - 

6. In der Folge wurde zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 60). An die-

ser nahmen der Beschuldigte sowie sein amtlicher Verteidiger teil (Prot. II S. 3 f.).  

Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhandlung keine zu entscheiden, und 

– abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten – mussten keine weiteren 

Beweise erhoben werden (Prot. II S. 4 ff.). Das vorliegende Urteil erging im An-

schluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 15 ff.). 

II. Strafzumessung und Vollzug 

1. Strafrahmen, allgemeine Strafzumessungskriterien 

Die Vorinstanz hat den Strafrahmen und die allgemeinen Strafzumessungsgründe 

umfassend und zutreffend dargestellt (Urk. 52 S. 5 ff.). Insbesondere hat sie in zu-

treffender Weise festgehalten, dass weder Strafschärfungs- noch Strafmilde-

rungsgründe vorliegen. Es kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, 

vollumfänglich auf die entsprechenden vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen 

werden.  

Der Strafrahmen für die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz reicht von einem Jahr bis zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe; damit kann 

eine Geldstrafe verbunden werden (Art. 19 Abs. 2 BetmG; Art. 40 StGB). 

Innerhalb des festgelegten Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters. Es berücksichtigt das Vorleben und die per-

sönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzu-

messung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. 

Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des 

- 7 - 

deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berück-

sichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters.  

2. Tatkomponenten 

2.1. Der Drogenmenge und der daraus resultierenden Gefährdung darf bei der 

Bemessung der Strafe für ein Betäubungsmitteldelikt zwar keine vorrangige Be-

deutung zukommen (vgl. etwa BGE 118 IV 342; 121 IV 206). Dies weil es verfehlt 

wäre, im Sinne eines "Tarifs" überwiegend oder gar allein auf dieses Kriterium 

abzustellen. Verfehlt wäre aber auch die Annahme, diesem Strafzumessungsele-

ment komme eine völlig untergeordnete oder gar keine Bedeutung zu, zumal es 

nicht nebensächlich sein kann, ob mit einer sehr geringen oder sehr hohen Men-

ge einer gefährlichen Droge delinquiert wird. Insofern ist das Ausmass der ge-

sundheitlichen Gefährdung für Dritte durch die mitgeführte Menge zu berücksich-

tigen. 

2.2. Der Beschuldigte hat 8,390 Kilogramm Heroingemisch mit einem Reinheits-

gehalt von 38%, mithin 3,188 Kilogramm reines Heroinchlorid, transportiert. Dafür 

hätte er 1'200'000.00 Pakistanische Rupien erhalten, was Fr. 11'000.00 ent-

spricht. Mit dieser Betäubungsmittelmenge, welche bei Weitem über dem kriti-

schen Grenzwert für die Begründung des schweren Falls liegt – bei Heroin sind 

es 12 Gramm (BGE 109 IV 143) – schuf der Beschuldigte ein erhebliches Gefähr-

dungspotential für die Gesundheit vieler Menschen. Für eine andere Annahme, 

etwa dass die gesamte Drogenmenge für den Eigenkonsum einer einzelnen Per-

son vorgesehen war, gibt es keine Hinweise.  

Der vom Beschuldigten vorgenommenen Tathandlung selbst kommt innerhalb ei-

ner Drogenorganisation zwar nicht eine besonders herausragende Bedeutung zu 

und er dürfte, wenn auch nicht auf der untersten Hierarchiestufe eines Gassen-

dealers, so doch im untersten Drittel der Hierarchie im Drogenhandel gestanden 

haben. Denn die Einfuhr, genauer genommen das Passieren von Grenzkontrollen 

ist der kritischste Abschnitt im Drogenhandel, da dort, etwa im Gegensatz zum 

Aufbewahren in einer Wohnung oder dem Transport von kleinen Mengen im Lan-

- 8 - 

desinnern, ein vergleichsweise hohes Entdeckungsrisiko besteht. Anderseits sind 

Drogentransporte als unabdingbare Aufgabe innerhalb des Verteilungsnetzes der 

Drogenorganisation, welche einen lukrativen Handel überhaupt erst ermöglichen, 

keineswegs zu bagatellisieren.  

Leicht verschuldensrelativierend ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die 

grosse Drogenmenge in einem singulären Transport und nicht in mehreren 

Transporten in die Schweiz verbrachte, wiegen doch mehrere Transporte einer 

kleinen Menge, die insgesamt eine qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz ausmachen, schwerer, als ein einzelner Transport einer gros-

sen Menge (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_107/2013 vom 15. Mai 2013). 

Der Beschuldigte ist Pakistani, verfügte zum Tatzeitpunkt über eine spanische 

Aufenthaltsbewilligung (Urk. 7) und wirkte auch auf Grund seines Alters und sei-

nes Äusseren unauffällig (Urk. 12/1), womit das Kontroll- und Entdeckungsrisiko 

gesenkt werden konnte. Das Tatverschulden des Beschuldigten ist im Rahmen 

des schweren Falls im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG und im Vergleich zu 

anderen in dieser Kategorie möglichen Straftaten in objektiver Hinsicht in Über-

einstimmung mit der Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 52 S. 7) als keineswegs 

mehr leicht zu qualifizieren.  

2.3. Was das subjektive Tatverschulden anbelangt, ist mit der Vorinstanz davon 

auszugehen, dass der Beschuldigte in Bezug auf den Transport von Drogen di-

rektvorsätzlich handelte (Urk. 52 S. 8). So bestätigte er denn auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung, gewusst zu haben, etwas "drogenmässiges" zu transpor-

tieren (Prot. II S. 12). Weiter ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte auf-

grund der Höhe der versprochenen Belohnung wusste, dass es sich um eine 

grosse Menge Drogen handelte und er auch nicht lediglich "weiche" Drogen 

transportieren würde. Seine gegenteiligen Ausführungen, er habe gedacht, er 

transportiere etwas, das man in eine Zigarette tun und rauchen könne (Prot. II 

S. 12) ist vor diesem Hintergrund als Schutzbehauptung zu qualifizieren, auch 

wenn dem Beschuldigten zuzugestehen ist, dass er die Art und das genaue Ge-

wicht der mitgeführten Drogen nicht kannte. Entgegen den Ausführungen der Vor-

instanz (Urk. 52 S. 8) ist direktvorsätzliches Handeln nicht verschuldenserhöhend 

- 9 - 

zu werten. Auf der anderen Seite wirkt sich aber auch der Eventualvorsatz in Hin-

blick auf die Drogenart- und Drogenmenge kaum verschuldensmindernd aus, hat 

sich der Beschuldigte doch einfach nicht dafür interessiert. Dass ihm keine Zeit 

verblieben sei, sich nach der Art der Drogen zu erkundigen, wie er es anlässlich 

der Berufungsverhandlung vorbrachte (Prot. II S. 13), ist unglaubhaft, zumal der 

Beschuldigte noch vor Vorinstanz angab, er sei nicht sofort mit dem Drogentrans-

port einverstanden gewesen sondern habe ca. zwei Monate lang mit seinem Auf-

traggeber "hin- und hergesprochen" (Prot. I S. 10). 

Der Beschuldigte hat den Drogentransport, wie die Vorinstanz zutreffend ausführt 

(Urk. 52 S. 7), aus finanziellen Gründen durchgeführt, wobei keine eigentliche fi-

nanzielle Notlage vorlag. Der Beschuldigte gab als eigentlichen Grund für die 

Durchführung des Transportes an, dass er viele Schulden gehabt habe. Diese 

hätten namentlich aus einem Bankkredit her gerührt, welchen er in der Vergan-

genheit aufgenommen habe, um seiner Mutter eine Herzoperation zu finanzieren. 

Dieser habe zurück bezahlt werden müssen, ansonsten die von seiner Familie da-

für hinterlegten Wertgegenstände zur Schuldentilgung verwendet worden wären 

(Prot. I S. 10).  

Die Aussagen des Beschuldigten, dass er für die Herzoperation seiner Mutter ei-

nen Bankkredit habe aufnehmen müssen, lassen sich ihm nicht wiederlegen. Al-

lerdings fand die Operation gemäss den Angaben des Beschuldigten Ende 2014 

statt (Prot. II S. 10), und befand er sich somit im Tatzeitpunkt nicht in einer exis-

tenziellen Notlage, in welcher er das Geld für die Operation erst noch hätte be-

schaffen müssen. Zwar befand er sich aufgrund der Aufnahme des Kredites und 

dessen Sicherstellung durch Schmuck, den er von der Verwandtschaft ausgelie-

henen hatte, in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Diese wirkt sich jedoch 

kaum spürbar verschuldensmindernd aus, zumal zu berücksichtigen ist, dass der 

Beschuldigte seit 2005 über eine Aufenthaltsbewilligung in Spanien verfügt und 

dort zeitweise mit dem Verkauf von SIM-Karten zwischen 800.– und 1'200.– Euro 

pro Monat verdient hat, was ausreichend war, um seine Lebenskosten in Spanien 

zu decken und daneben noch seine Familie zu unterstützen (vgl. Prot. II S. 8 f.). 

Darüber hinaus brachte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung 

- 10 - 

vor, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, er habe in der Zeit, in 

welcher er einen Kredit für die Operation seiner Mutter habe aufnehmen müssen, 

Geld für diverse Reisen ausgegeben. Bei den verschiedenen Destinationen habe 

es sich teilweise nur um Zwischenstopps gehandelt und zudem seien die Reisen 

teilweise von seinem Cousin bezahlt worden. Dieser bzw. die Familie mütterli-

cherseits, die in Uganda lebe, habe sehr viel Geld und würde dort ein Haus besit-

zen (Prot. II S. 10). Dass dieser Cousin bzw. dessen Familie dem Beschuldigten 

Reisen bezahlt haben sollen, der Beschuldigte für die im selben Zeitraum anste-

hende Herzoperation seiner Mutter aber einen Bankkredit aufnehmen musste, für 

welchen er eine Sicherstellung aus geliehenem Schmuck leisten musste, mutet 

vor diesem Hintergrund zumindest seltsam an. 

Es ist der Vorinstanz somit darin zuzustimmen, dass der Beschuldigte aus finan-

ziellen Gründen gehandelt hat und keine eigentliche finanziellen Notlage vorlag.  

2.4. Auch den vorinstanzlichen Ausführungen zum verbrecherischen Willen des 

Beschuldigten ist ohne Weiteres zu folgen. Insbesondere der Umstand, dass ihm 

als Entgelt ein Betrag, welcher einem Jahresverdienst entspricht, in Aussicht ge-

stellt wurde zeigt, dass sein Beitrag von grosser Wichtigkeit für den Drogenhandel 

war und er sich dessen auch bewusst sein musste. Dass er trotzdem, oder eben 

gerade deshalb handelte, zeugt von einer erheblichen kriminellen Energie. Daran 

ändern auch die behaupteten Gewissensbisse, welche ihn beim Transitstopp in 

Abu Dhabi ergriffen hätten, nichts: Er hat mit der Ausführung des Transports be-

reits begonnen und in Abu Dhabi die Reise fortgesetzt. Weder ein schlechtes 

Gewissen bei der Tatausführung noch blosse Zweifel an der Sinnhaftigkeit des 

eigenen Tuns wirken sich zu seinen Gunsten aus.  

2.5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich die subjektive Tatkompo-

nente nur leicht verschuldensmindernd auswirkt, weshalb das Verschulden insge-

samt als nicht mehr leicht zu qualifizieren ist. Die von der Vorinstanz festgesetzte 

Einsatzstrafe von 60 Monaten Freiheitsstrafe erweist sich somit als angemessen.  

- 11 - 

3. Täterkomponente 

3.1. Was das Vorleben des Beschuldigten und insbesondere dessen Biographie 

anbelangt, ist auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil zu verweisen (Urk. 52 

S. 9 f.). Der Beschuldigte machte anlässlich der Berufungsverhandlung zwar teil-

weise leicht abweichende Angaben zu seiner Person (Prot. II S. 5 ff.). Allerdings 

lassen sich auch den neuen Schilderungen keine strafzumessungsrelevanten 

Umstände entnehmen. Auch die Vorstrafenlosigkeit ist strafzumessungsneutral zu 

veranschlagen. 

3.2. Die Vorinstanz gewährte dem Beschuldigten eine erhebliche Reduktion der 

Strafe, weil er nach anfänglichem Leugnen ein Geständnis abgelegt und stets be-

tont hat, wie er die Tat bereue (Urk. 52 S. 10). Darin ist ihr zwar grundsätzlich zu 

folgen. Es gilt aber doch zu berücksichtigen, dass die Beweislage vorliegend er-

drückend und somit jedes Leugnen zwecklos war. Ein unter solchen Umständen 

abgelegtes Zeugnis hat nicht die gleiche Qualität wie dasjenige eines Täters, wel-

cher sich bei dürftiger Beweislage bei den Behörden stellt. Und ob die geäusser-

ten Reuebekundungen ehrlich gemeint waren oder es sich dabei um blosse Lip-

penbekenntnisse handelte, muss ebenfalls offen bleiben. Die von der Vorinstanz 

aus diesem Grund gewährte Reduktion von 18 Monaten erweist sich somit als 

eher wohlwollend.  

3.3. Insgesamt erscheint somit eine Freiheitsstrafe von 42 Monaten dem Ver-

schulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. 

Der Ausfällung einer höheren Strafe stünde denn auch das Verbot der reformatio 

in peius entgegen. An die Strafe sind dem Beschuldigten die durch Untersu-

chungshaft und vorzeitigen Strafantritt erstandene Haft anzurechnen, welche sich 

bis heute auf 493 Tage beläuft.  

3.4 Wie die Vorinstanz festgehalten hat, kommt bei diesem Strafmass ein beding-

ter oder teilbedingter Vollzug nicht in Betracht.  

- 12 - 

III. Kostenfolgen 

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kostendisposi-

tiv (Ziff. 8 und 9) zu bestätigen (Art. 428 Abs. 3 StPO).  

2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahren sind nach Massgabe des Obsiegens 

oder Unterliegens zu verlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

mit seinen Anträgen auf Reduktion der Strafe und wird daher kostenpflichtig. Da-

von auszunehmen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung, welche auf die 

Gerichtskasse zu nehmen sind (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 StPO), wobei eine Rück-

zahlungspflicht im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren mit 

Fr. 4'300.– (inklusive Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen 

(Urk. 61/1-3, aufgrund der längeren Dauer der Berufungsverhandlung pauschal 

aufgerundet).  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abtei-

lung, vom 11. April 2017 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch) 

sowie 4 - 7 (Einziehungen) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von 493 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug bis 

und mit heute erstanden sind. 

2. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 8 und 9) wird bestätigt. 

- 13 - 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'300.00   amtliche Verteidigung 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten. 

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

− das Bundesamt für Polizei  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz [mit dem Ersuchen um Vornahme der notwendigen Mit-
teilungen an die (Lager-)Behörden] 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

6. Rechtsmittel: 
Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

- 14 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 15. September 2017 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Burger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Leuthard 
 

 

	Urteil vom 15. September 2017
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 336 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 15. August 2016 beschlagnahmten Gegenstände
	 A009'282'057: Mobiltelefon Nokia Typ 106.1,
	 A009'282'079: Mobiltelefon iPhone 5,
	 A009'282'080: Mobiltelefon iPhone 6,
	 A009'282'331: SIM-Karte Lebara,
	 A009'282'342: SIM-Karte Lyca,
	 A009'282'353: SIM-Karte Lyca,
	 A009'282'364: SIM-Karte Lyca,
	 A009'282'375: SIM-Karte telenor,
	 A009'282'386: SIM-Karte Mobilnik,
	 A009'282'397: SIM-Karte YU,
	 A009'282'400: SIM-Karte unbekannter Netzbetreiber,
	 A009'282'411: SIM-Karte unbekannter Netzbetreiber

	werden der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen.
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 15. August 2016 beschlagnahmten Reiseunterlagen (Reisebeschreibung, Boardingpässse) (A009'282'091) werden eingezogen und verbleiben bei den Akten.
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 17. Mai 2016 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer B02053-2016 aufbewahrten ca. 8.6 Kilogramm Heroingemisch inkl. Reisetasche und darin befindliche ...
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 17. Mai 2016 beschlagnahmte Barschaft von € 700.– (entsprechend Fr. 757.75) wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
	8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse...
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte und Prozessuales
	II. Strafzumessung und Vollzug
	III. Kostenfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 11. April 2017 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch) sowie 4 - 7 (Einziehungen) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 493 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug bis und mit heute erstanden sind.
	2. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 8 und 9) wird bestätigt.
	3.  Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten.
	5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 das Bundesamt für Polizei
	 die Vorinstanz [mit dem Ersuchen um Vornahme der notwendigen Mitteilungen an die (Lager-)Behörden]
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.