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**Case Identifier:** bdd5e524-d2ea-57d3-9053-31ae1d59923c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.12.2021 720 20 275/330
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-275-330_2021-12-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. Dezember 2021 (720 20 275 / 330) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1959 geborene A.____ war seit 25. Mai 2005 als Betriebsmitarbeiter bei der 
B.____ GmbH angestellt. Am 11. April 2017 meldete er sich unter Hinweis auf einen am 
28. September 2016 erlittenen Hirnschlag bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft klärte die gesundheitlichen und 
die erwerblichen Verhältnisse ab, wobei sie einen Invaliditätsgrad des Versicherten von 56 % 
ermittelte. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie A.____ nach durchgeführtem Vorbescheid-
verfahren mit Verfügung vom 23. Juni 2020 rückwirkend ab 1. Oktober 2017 eine halbe Rente 
zu. In Bezug auf den Rentenbeginn wies die IV-Stelle den Versicherten darauf hin, dass der 

 

 
 
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Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs ent-
stehe. Seine Anmeldung sei am 12. April 2017 eingegangen, weshalb die halbe Rente erst ab 
1. Oktober 2017 ausgerichtet werden könne. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 15. Juli 2020 "Einsprache" bei der IV-Stelle. 
Diese leitete die Eingabe am 17. Juli 2020 zuständigkeitshalber zur Behandlung als Beschwer-
de an das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), weiter. Da das 
Schreiben des Versicherten vom 15. Juli 2020 den gesetzlichen Anforderungen an eine Be-
schwerdeschrift nicht genügte, räumte das Kantonsgericht A.____ eine unerstreckbare Nach-
frist zur Beschwerdeverbesserung ein. In der Folge reichte der Versicherte am 8. September 
2020 fristgerecht eine verbesserte Beschwerde ein. Darin beantragte er, es sei die angefochte-
ne Verfügung aufzuheben und es sei ihm "mindestens eine Dreiviertelsrente seit Gesuchsein-
reichung auszurichten." Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen 
mit der Massgabe, ein neuropsychologisches Gutachten erstellen zu lassen und gestützt auf 
dieses Gutachten neu zu verfügen. Im Weiteren sei ihm für das vorliegende Beschwerdeverfah-
ren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfol-
gen.  
 
C. Gestützt auf die eingereichten Unterlagen bewilligte das Kantonsgericht dem Be-
schwerdeführer mit Verfügung vom 7. Oktober 2020 für das vorliegende Verfahren die unent-
geltliche Prozessführung. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Oktober 2020 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde.  
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 28. Januar 2021 stellte das Kantonsgericht fest, 
dass die IV-Stelle dem Versicherten laut dem eingereichten IV-Dossier praktisch im selben Zeit-
raum, in welchem die vorliegend strittige Rentenverfügung ergangen war, als Hilfsmittel der IV 
einen Rollator abgegeben hatte. Dieser Umstand werfe Fragen auf, die im vorliegenden, den 
Rentenanspruch betreffenden Beschwerdeverfahren bis anhin nicht thematisiert worden seien. 
So sei nicht klar, ob die gutachterlich attestierte Zumutbarkeitsbeurteilung vor dem geschilder-
ten Hintergrund noch aktuell sei. Ebenso stelle sich die Frage, ob der offenbar auf einen Rolla-
tor angewiesene Beschwerdeführer überhaupt noch in der Lage sei, seine Resterwerbsfähigkeit 
wirtschaftlich zu verwerten, wenn man zusätzlich sein vorgerücktes Alter mitberücksichtige. Das 
Kantonsgericht entschied deshalb, vor einer abschliessenden Beurteilung der Angelegenheit 
eine ergänzende Stellungnahme der Beschwerdegegnerin zu diesen Fragen einzuholen. 
 
F. Am 12. April 2021 und - auf eine weitere Nachfrage des Kantonsgerichts vom 29. April 
2021 hin - mit zusätzlichen Ausführungen vom 14. Juni 2021 liess die IV-Stelle dem Kantonsge-
richt ihre Antworten zukommen. Nachdem sich der Beschwerdeführer am 22. Juni 2021 hierzu 
geäussert hatte, wurde die Angelegenheit mit Verfügung vom 6. Juli 2021 erneut dem Gericht 
zur Beurteilung überwiesen.  
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekte des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Sodann hat der Versicherte am 8. Septem-
ber 2020 und somit innert der vom Kantonsgericht angesetzten Nachfrist eine verbesserte Be-
schwerde eingereicht, die - im Gegensatz zur ursprünglichen Eingabe vom 15. Juli 2020 - nun-
mehr ein klares Rechtsbegehren sowie eine ausführliche und sachbezogene Begründung ent-
hält. Schliesslich erleidet der Versicherte auch keinen Nachteil aus dem Umstand, dass er die 
ursprüngliche, als "Einsprache" betitelte Beschwerde vom 15. Juli 2020 bei der IV-Stelle ein-
reichte. Diese leitete die Eingabe gestützt auf Art. 58 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den All-
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ohne Verzug zu-
ständigkeitshalber zur Behandlung als Beschwerde an das Kantonsgericht weiter. Zu ergänzen 
ist in diesem Zusammenhang, dass mit der rechtzeitigen Einreichung der Beschwerde bei der 
unzuständigen Behörde die Beschwerdefrist gewahrt wird (Art. 60 Abs. 2 ATSG in Verbindung 
mit Art. 39 Abs. 2 ATSG). Auf die Beschwerde des Versicherten gegen die Verfügung der IV-
Stelle vom 23. Juni 2020 kann somit eingetreten werden.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  

 

 
 
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2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, ob und gegebe-
nenfalls in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beein-
trächtigungen arbeitsunfähig ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

 

 
 
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Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 
vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 3.2.2).  
 
5.1 Vorliegend gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen Gesundheitszustands und der 
Arbeitsfähigkeit des Versicherten bei den Dres. med. C.____, Neurologie FMH, und D.____, 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein bidisziplinäres (neurologisches/psychiatrisches) Gut-
achten in Auftrag.  
 
5.2.1 Im neurologischen Teilgutachten erhob Dr. C.____ als Diagnosen mit Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit (1) einen Zustand nach cerebrovasculärem Ereignis lenticulo-striatal 
rechts am 29. September 2016 mit initial Sprechstörung und Hemisymptomatik links sowie  
(2) ein intermittierendes Lumbovertebralsyndrom rechts bei Discusprotrusionen und Facetten-
gelengsarthrosen L4/L5 sowie Discushernie rechts L5/S1 mit möglicher intermittierender Radi-
kulopathie S1 rechts. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gab er eine Symp-
tomausweitung sowie eine Verdeutlichungstendenz und Aggravation im Rahmen der verhal-
tensneurologischen/psychometrischen Untersuchung an. In seiner Beurteilung der Arbeitsfähig-

 

 
 
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keit gelangte Dr. C.____ zum Schluss, dass der Explorand seit dem Schlaganfall, also seit dem 
29. September 2016, in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Diese Ein-
schätzung beruhe auf den Annahmen, dass der Versicherte die angestammte Tätigkeit in aus-
schliesslich stehender Haltung habe verrichten müssen, und dass die Tätigkeit zum Teil körper-
lich belastend gewesen sei. Was die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit angehe, so 
müsse es sich um eine solche mit frei wählbarer Körperhaltung (sitzend/stehend/gehend) han-
deln, wobei die Körperachse nicht mehr als leicht bis höchstens mässig belastet werden dürfe. 
In einer entsprechenden Tätigkeit sei dem Exploranden eine maximale Präsenz von 6 Stunden 
zumutbar. Zudem bestehe während dieser Präsenzzeit eine zusätzliche Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit, da der Explorand vermehrt Pausen benötige und einen erhöhten Erholungs-
bedarf habe. Insgesamt sei somit in einer angepassten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt - bezo-
gen auf ein 100 %-Pensum - von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. In zeitlicher Hin-
sicht dürfte bis April 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten bestanden 
haben. Ab diesem Zeitpunkt gelte dann die erwähnte 50 %-ige Arbeitsfähigkeit in angepasster 
Tätigkeit.  
 
5.2.2 Im psychiatrischen Teilgutachten gelangte Dr. D.____ zur Auffassung, dass sich beim 
Exploranden weder eine psychiatrische Diagnose gemäss ICD-10 mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit noch eine solche ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erheben lasse. Ange-
sichts dieses Umstands sei davon auszugehen, dass der Explorand aus rein psychiatrischer 
Sicht medizinisch-theoretisch als zu 100 % arbeitsfähig beurteilt werden müsse. Dabei sei klar, 
dass die somatischen Elemente die Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit an Sicherheit grenzen-
der Wahrscheinlichkeit erheblich beeinträchtigen würden.  
 
5.2.3 Im Rahmen ihrer interdisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Dres. C.____ und 
D.____ zum Schluss, dass die neurologische Beurteilung hinsichtlich der Einschätzung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit massgebend sei. 
 
5.3 Aufgrund der Vorbringen des damaligen Rechtsvertreters des Versicherten im Vorbe-
scheidverfahren holte die IV-Stelle beim neurologischen Gutachter Dr. C.____ eine ergänzende 
Stellungnahme zum Schweregrad der neurologischen Erkrankung des Beschwerdeführers ein. 
Der Experte führte dazu in seinem Antwortschreiben vom 9. November 2019 aus, er sei sowohl 
im Rahmen der klinisch-neurologischen als auch der verhaltensneurologischen psychometri-
schen Untersuchung mit einer ausgeprägten Verdeutlichungstendenz (Verzerrung des Antwort-
verhaltens und Präsentation der Symptome) des Exploranden konfrontiert gewesen. Diese sei 
derart ausgeprägt gewesen, dass aufgrund der erhobenen Befunde eine selbständige Lebens-
führung und auch die Fähigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen, in keiner Weise mehr gegeben 
wäre. Auch im Bereich der unteren Extremitäten habe sich im Rahmen der klinisch-
neurologischen Untersuchung eine Aggravation bei Fehlinnervation mit Giving way finden las-
sen. Zudem sei der Gang ausgesprochen unterschiedlich gewesen, zum Teil hinkend mit Nach-
ziehen des rechten Beins, zum Teil vollkommen unauffällig mit guten Mitbewegungen. Er neh-
me an, dass dieses Phänomen beim Exploranden "kulturell und bildungsbedingt" sei. Ansons-
ten müsste von einer gezielten Aggravation ausgegangen werden, was auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit stärker mit zu berücksichtigen wäre.  

 

 
 
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6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 23. Juni 2020 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die Ergeb-
nisse, zu denen die Gutachter Dres. C.____ und D.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 
4. März 2019 gelangten. Sie ging davon aus, dass dem Versicherten nach Ablauf des Wartejah-
res (September 2017) die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 50 % zumut-
bar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt 
(vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten ex-
terner Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-
nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche 
Indizien liegen hier keine vor. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 
4. März 2019 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesge-
richt verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf all-
seitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der 
Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 
bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhande-
nen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerun-
gen überzeugend.  
 

6.2 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Be-
weiskraft des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ vom 4. März 2019 in Frage zu stellen.  
 
6.2.1 Der Versicherte beanstandet, dass im Rahmen des psychiatrischen Gutachtens kein 
strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt worden sei. Mit diesem Einwand kann er vorlie-
gend jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der psychiatrische Experte begründet schlüs-
sig, dass beim Versicherten keine Befundlage für eine psychiatrische Diagnose bestehe, die 
eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnte. Die neuropsychologischen Defizite hätten sich nicht 
derart auf die Psyche ausgewirkt, dass eine begleitende Psychopathologie festzustellen sei. 
Der Gutachter verweist sodann auch auf die aktenkundig feststellbaren, vorhandenen und aus 
psychiatrischer Sicht wenig beeinträchtigten Ressourcen des Versicherten. Zudem würden sich 
auch im Längsschnittverlauf keine Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung finden, der Ex-
plorand sei denn auch weder früher noch aktuell in psychiatrischer Behandlung gewesen und 
auch nicht psychopharmakologisch behandelt worden. Angesichts dieser eindeutigen Sachlage 
bestand aber für den psychiatrischen Experten - entgegen der heutigen Auffassung des Be-
schwerdeführers - keinerlei Anlass für die Vornahme eines vertieften strukturierten Beweisver-
fahrens.  
 
6.2.2 Der Beschwerdeführer moniert sodann, dass die Gutachter seiner durch die Erkran-
kung sehr stark eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit zu wenig Rechnung getragen hätten. 
Dieser Einwand erweist sich ebenfalls als unbegründet. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der 
Versicherte anlässlich der Begutachtung zwar über Müdigkeit und Vergesslichkeit berichtete, 
aber weder in der neurologischen noch in der psychiatrischen Untersuchung über Konzentrati-

 

 
 
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onsschwierigkeiten klagte. Auch fielen im Rahmen der Begutachtung keine Konzentrations-
schwierigkeiten auf. Der neurologische Facharzt wies einzig darauf hin, dass sich im Laufe der 
Untersuchung die Ablenkbarkeit leicht vermehrt habe. Er stellte darüber hinaus zwar auch fest, 
dass der Versicherte bei der Testung der einfachen Aufmerksamkeit einen sehr schlechten 
Wert erreicht habe, nach Einschätzung des Experten kann dieser Wert aber nicht erklärt wer-
den. Die demonstrierte mnestische Beeinträchtigung sowie die Befunde seien derartig, dass 
dem Beschwerdeführer das nachweislich von ihm geführte selbständige Leben nicht mehr mög-
lich wäre, wenn eine entsprechende Kompromittierung tatsächlich vorliegen würde. Zudem 
verweist der Gutachter darauf, dass in den vorangehenden Untersuchungen beim behandeln-
den Neurologen Dr. med. E.____, Neurologie FMH, nur geringe kognitive Defizite aufgefallen 
seien. Diese dürften denn auch, so das Fazit des Gutachters, das effektive Leistungspotential 
des Beschwerdeführers widerspiegeln. Dieser Einschätzung des neurologischen Experten ist 
beizupflichten und es ist ihr nichts mehr hinzuzufügen.  
 
6.2.3 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, er könne sich lediglich mit einem 
Rollator fortbewegen und sei deshalb in seiner Mobilität stark eingeschränkt. Aus diesem Grund 
müsse bei ihm von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Auch mit die-
sem Einwand kann der Beschwerdeführer vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das 
Kantonsgericht hatte zwar anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 28. Januar 2021 fest-
gestellt, dass die IV-Stelle dem Versicherten laut dem eingereichten IV-Dossier im Sommer 
2020 und somit praktisch im selben Zeitraum, in welchem die vorliegend strittige Rentenverfü-
gung ergangen war, als Hilfsmittel der IV einen Rollator zugesprochen hatte. Vor diesem Hin-
tergrund war für das Kantonsgericht nicht klar, ob die gutachterlich attestierte Zumutbarkeitsbe-
urteilung noch aktuell sei. Es entschied deshalb, vor einer abschliessenden Beurteilung der An-
gelegenheit eine ergänzende Stellungnahme der Beschwerdegegnerin zu dieser Frage einzu-
holen. Deren Antwortschreiben vom 14. Juni 2021 brachte diesbezüglich nun aber die ge-
wünschte Klarheit. Die IV-Stelle gab darin an, sie habe damals in der Tat nicht ausreichend 
überprüft, ob der Versicherte effektiv Anspruch auf einen Rollator habe. Hingegen habe sie mit 
Verfügung vom 5. Januar 2021 das weitere Gesuch des Versicherten um Abgabe eines Roll-
stuhls abgelehnt, weil man seine Schilderung, er könne sich nicht mehr ohne entsprechende 
Hilfsmittel fortbewegen, mangels aktueller klinisch-neurologischer Befunde nicht habe objekti-
vieren können. Diese Verfügung sei unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Diese Ausfüh-
rungen der Beschwerdegegnerin machen deutlich, dass keine fachärztlichen Berichte vorliegen, 
welche die Darstellung des Versicherten, zur Fortbewegung auf einen Rollator angewiesen zu 
sein, objektiv hinreichend stützen würden. An dieser Einschätzung ändern auch die Vorbringen 
des Beschwerdeführers in seiner abschliessenden Stellungnahme vom 22. Juni 2021 nichts. 
Darin beschränkt er sich auf den Hinweis, sein Hausarzt Dr. med. F.____, Allgemeine Innere 
Medizin FMH, könne bestätigen, dass er an Gleichgewichtsproblemen leide und vermehrt ge-
stürzt sei. Diese nicht weiter belegte Schilderung des Beschwerdeführers vermag einen aktuel-
len Bericht - mit entsprechender Befunderhebung - eines neurologischen Facharztes klarer-
weise nicht zu ersetzten. Für die Beurteilung der Frage, ob und inwieweit der Beschwerdeführer 
in seiner Mobilität eingeschränkt ist, ist daher weiterhin auf die betreffenden überzeugenden 
Einschätzungen von Dr. C.____ in der Expertise vom 4. März 2019 abzustellen. Dies wiederum 
hat zur Folge, dass auch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten nach wie vor 

 

 
 
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die im genannten Gutachten erfolgte, schlüssig begründete Zumutbarkeitsbeurteilung massge-
bend bleibt.  
 
7.1 In seinem Beschluss vom 28. Januar 2021, in welchem es den Fall ausgestellt hatte, 
warf das Kantonsgericht zusätzlich die Frage auf, ob der offenbar auf einen Rollator angewie-
sene Beschwerdeführer überhaupt noch in der Lage sei, seine Resterwerbsfähigkeit wirtschaft-
lich zu verwerten, wenn man zusätzlich sein vorgerücktes Alter mitberücksichtige. Es entschied, 
vor einem Entscheid in der Angelegenheit, die Beschwerdegegnerin auch hierzu Stellung neh-
men zu lassen. In ihren Ausführungen vom 12. April 2021 legte die Beschwerdegegnerin dar, 
dass die betreffende Frage ihres Erachtens zu bejahen sei. Dieser Auffassung ist, wie im Fol-
genden zu zeigen sein wird, beizupflichten.  
 
7.2 Das Bundesgericht anerkennt in ständiger Rechtsprechung, dass das (vorgerückte) 
Alter zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 
dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird. Massgebend sind die Umstände 
des konkreten Falles, etwa die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner 
Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang 
auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher 
Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich (Urteil 
des Bundesgerichts vom 9. Juni 2021, 8C_55/2021, E. 5.1). Für den Zeitpunkt, in welchem die 
Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet 
wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzu-
stellen (BGE 146 V 16 E. 7.1, 145 V 2 E. 5.3.1, 138 V 457 E. 3, je mit Hinweisen).   
 
7.3 Im hier zu beurteilenden Fall stand die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Er-
werbstätigkeit mit der Erstattung des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ am 4. März 
2019 fest. Im massgebenden Zeitpunkt war der Beschwerdeführer 59 Jahre und zehneinhalb 
Monate alt. Bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters verblieb ihm somit eine Aktivitätsdauer 
von etwas mehr als fünf Jahren.  
 
7.5 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.2.3 hiervor) ist die vom Beschwerdeführer geltend 
gemachte Notwendigkeit, zur Fortbewegung auf einen Rollator angewiesen zu sein, aus medi-
zinischer Sicht nicht belegt. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten bleibt da-
her die schlüssig begründete Zumutbarkeitsbeurteilung der Dres. C.____ und D.____ gemäss 
deren Gutachten vom 4. März 2019 massgebend. Darin hatten diese das Profil einer angepass-
ten Tätigkeit wie folgt umschrieben: Es müsse sich um eine solche mit frei wählbarer Körperhal-
tung (sitzend/stehend/gehend) handeln, wobei die Körperachse nicht mehr als leicht bis höchs-
tens mässig belastet werden dürfe. In einer entsprechenden Tätigkeit sei dem Versicherten eine 
maximale Präsenz von 6 Stunden zumutbar. Zudem bestehe während dieser Präsenzzeit eine 
zusätzliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit, da der Versicherte vermehrt Pausen benöti-
ge und einen erhöhten Erholungsbedarf habe. Insgesamt sei somit in einer angepassten Tätig-
keit im freien Arbeitsmarkt - bezogen auf ein 100 %-Pensum - von einer Arbeitsfähigkeit von 
50 % auszugehen. Hält man sich diese gutachterliche Zumutbarkeitsbeurteilung vor Augen, so 

 

 
 
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kann nicht gesagt werden, eine entsprechende Tätigkeit sei nur in so eingeschränkter Form 
möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennen würde oder nur unter 
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre, und 
dass das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen er-
scheinen würde. 
 
7.6 Bei einer verbleibenden Aktivitätsdauer von etwas mehr als fünf Jahren, der nach wie 
vor bestehenden 50 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und im Lichte der 
relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Annahme der Unverwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen errichtet hat, kann - mit der IV-Stelle - im Fall des Be-
schwerdeführers nicht von einer praktischen Unverwertbarkeit der gutachterlich attestierten 
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgegangen werden.  
 
8.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen 
Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. In der angefochtenen Ver-
fügung vom 23. Juni 2020 nahm die IV-Stelle den erforderlichen Einkommensvergleich vor. Da 
der Beschwerdeführer seit Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen keiner oder jeden-
falls keiner zumutbaren Erwerbstätigkeit mehr nachging, setzte die IV-Stelle das Invalidenein-
kommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 
(LSE) des Bundesamtes für Statistik fest (vgl. dazu BGE 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen und 
124 V 321 E. 3b/aa). Auf diese Weise errechnete sie ab 29. September 2017 (Ablauf des War-
tejahres) auf der Basis der gutachterlich attestierten 50 %-igen Arbeitsfähigkeit und unter Ge-
währung eines Abzugs von 5 % vom ermittelten Tabellenlohn ein zumutbares Invalidenein-
kommen in der Höhe von Fr. 31'859.--. Diesen Betrag stellte sie dem gestützt auf die Angaben 
der letzten Arbeitgeberin ermittelten Valideneinkommen von Fr. 72'036.-- gegenüber und ge-
langte so zu einem Invaliditätsgrad von 56 %.  
 
8.2 Der Beschwerdeführer beanstandet im Zusammenhang mit den genannten Berech-
nungen einzig, dass ihm die IV-Stelle bei der Bemessung des Invalideneinkommens einen un-
zureichenden Abzug vom Tabellenlohn gewährt habe. 
 
8.2.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti-
schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen 
werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, 
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Aus-
wirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person 
deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. 
dazu BG 134 V 64 E. 4.2.1) nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten 
kann. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im 
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über-
steigen. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein-
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätig-
keit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in 

 

 
 
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der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit zahl-
reichen Hinweisen). 
 
8.2.2 Vorliegend nahm die IV-Stelle bei der Berechnung des Invalideneinkommens einen 
Abzug vom Tabellenlohn von 5 % vor. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, 
dass ihm ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 20 % zu gewähren sei. 
Entgegen der Auffassung des Versicherten lässt sich in seinem Fall ein Abzug im geforderten 
Umfang nicht rechtfertigen. In diesem Zusammenhang ist vorab darauf hinzuweisen, dass der 
gesamthaft vorzunehmende Abzug vom Tabellenlohn grundsätzlich eine Schätzung darstellt. 
Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behör-
de ihr Ermessen an die Stelle des Sozialversicherers setzt (BGE 126 V 75 E. 6). Das kantonale 
Versicherungsgericht greift daher in das Ermessen des Sozialversicherers nur bei triftigen 
Gründen ein. Dabei muss sich das kantonale Gericht auf Gegebenheiten abstützen können, die 
eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 
E. 2). Vorliegend sind keine solche triftigen Gründe ersichtlich, aufgrund derer sich ein Abwei-
chen von der vorinstanzlichen Ermessensausübung aufdrängen würde. Es ist vielmehr festzu-
halten, dass die gesundheitlichen Einschränkungen des Versicherten bereits in der gutachterli-
chen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wonach von einer maximal noch zumutbaren Präsenzzeit 
von sechs Stunden täglich und zusätzlich einer 20 %-igen Beeinträchtigung der Leistungsfähig-
keit auszugehen ist, ausreichend berücksichtigt wurden. Die Gewährung des vom Beschwerde-
führer als angemessen erachteten leidensbedingten Abzugs würde deshalb ein Stück weit zu 
einer unzulässigen doppelten Berücksichtigung dieser Einschränkungen führen. Weitere Krite-
rien, die eine Erhöhung des Abzugs vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind ebenfalls nicht 
ersichtlich. So nehmen sowohl die Bedeutung des Alters als auch diejenige der Dienstjahre der 
Versicherten ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb diese Faktoren bei Tätigkeiten, 
die dem Kompetenzniveau 1 der Tätigkeit gemäss LSE (“einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art“) entsprechen, in der Regel keinen Anlass zu einem (weiteren) Abzug vom 
Tabellenlohn geben (vgl. BGE 126 V 75 E. 5a/cc). Unter Würdigung der gegebenen Umstände 
und in Berücksichtigung der in Betracht fallenden Merkmale lässt sich deshalb die vom Be-
schwerdeführer in seinem Fall verlangte Gewährung eines Tabellenlohnabzugs von mindestens 
20 % nicht begründen. 
 
8.3 Die vorinstanzliche Bemessung des massgebenden Validen- und des zumutbaren In-
valideneinkommens erweist sich (auch) in den übrigen Punkten als korrekt. Die von der IV-
Stelle ermittelten Zahlen sind denn auch - abgesehen vom vorstehend erörterten Einwand - in 
der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden. Unter diesen Umständen kann hier 
von weiteren Ausführungen zum Einkommensvergleich abgesehen und stattdessen vollumfäng-
lich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 23. Juni 2020 
verwiesen werden.  
 
9. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die IV-Stelle dem Versicherten in der 
angefochtenen Verfügung vom 23. Juni 2020 auf der Basis des ermittelten Invaliditätsgrades 

 

 
 
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von 56 % zu Recht mit Wirkung ab 1. Oktober 2017 eine halbe Rente zugesprochen hat. Die 
gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie ab-
gewiesen werden muss. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun 
allerdings mit Verfügung vom 7. Oktober 2020 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wor-
den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genom-
men.  
 
10.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.  

 

 

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