# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78743fbd-e5fd-5089-9640-42a457c3efab
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.02.2025 D-1262/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1262-2024_2025-02-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1262/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Regina Derrer, Richter Manuel Borla,    

Gerichtsschreiberin Linn Amanda Szemberg. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

alle Türkei,   

alle vertreten durch lic. iur. Fethiye Yalcin,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 26. Januar 2024. 

 

 

 

D-1262/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden (Vater, Mutter und zwei minderjährige Kinder) 

suchten am 29. November 2022 in der Schweiz um Asyl nach. 

B.  

Am 6. Dezember 2022 erfolgte die Aufnahmen der Personendaten und am 

17. Mai 2023 wurden die Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 29 AsylG 

vertieft zu ihren Asylgründen angehört. 

Dabei gaben sie an, türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie zu sein. 

Sie führten aus, dass es aufgrund politischer Aktivitäten von Familienange-

hörigen sowie Unterstützungstätigkeit des Beschwerdeführers für die Ar-

beiterpartei Kurdistans (PKK) beziehungsweise der vermuteten Mitglied-

schaft bei dieser immer wieder zu Festhaltungen und Hausdurchsuchun-

gen gekommen sei. Die Situation habe sich weiter zugespitzt als (… [eines 

der Kinder]) sich im Jahr (…) der PKK angeschlossen habe. Im Jahr (…) 

sei der Beschwerdeführer in der Nähe eines Bunkers der PKK, wohin er 

sich in der Hoffnung hinbegeben habe, (… [das Kind]) anzutreffen, von den 

Behörden angegriffen worden und ihm sei dabei mit einem Gewehr das 

Bein zertrümmert worden. 

Die Beschwerdeführenden hätten jahrelang keinen Kontakt mit (… [dem]) 

bei der PKK aktiven (… [Kind]) gehabt, bis (… es) 2022 mit (… [seinen]) 

Eltern telefonisch Kontakt aufgenommen habe. Diese Kontaktaufnahme 

habe der türkische Geheimdienst in Erfahrung gebracht und den Be-

schwerdeführer unter Druck gesetzt, (… [das Kind]) zurückzuholen. Im (…) 

2022 sei der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang angeschossen 

und lebensgefährlich verletzt worden. (… [Andere]) seien dabei ums Leben 

gekommen. In der Folge sei die Familie aus Furcht vor weiteren Übergriffen 

ausgereist. 

C.  

Zur Stützung der Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden unter an-

derem einen Auszug des Beschwerdeführers aus dem UYAP, Fotos (… 

[des Kindes]) bei der PKK, einen Zeitungsbericht über den geltend ge-

machten Angriff mit einer Schusswaffe sowie Fotos der Schussverletzun-

gen des Beschwerdeführers zu den Akten. Ausserdem wurden verschie-

dene Arztberichte zu den Akten genommen. 

D-1262/2024 

Seite 3 

D.  

Die Gesuche der Beschwerdeführenden wurden am 18. Mai 2023 dem er-

weiterten Verfahren zugewiesen. 

E.  

Mit Verfügung vom 26. Januar 2024 – eröffnet am 29. Januar 2024 – hat 

die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden ver-

neint, deren Asylgesuch vom 29. November 2022 abgelehnt sowie die 

Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug angeordnet. 

Zur Begründung ihres Entscheids führte sie dabei im Wesentlichen aus, 

die Bedrohungslage der Beschwerdeführenden im Zeitpunkt der Ausreise 

sei zu bezweifeln. So sei nicht nachvollziehbar, dass die Familie trotz der 

geltend gemachten Behelligungen mit der Ausreise zugewartet habe und 

diese erst stattfand, nachdem der Beschwerdeführer nachweislich ange-

schossen worden sei. Bei diesem Angriff sei es denn wohl auch nicht um 

(… [das Kind]) gegangen, sondern gemäss einem Internetartikel um Strei-

tigkeiten. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass die Behörden die Be-

schwerdeführenden über eine derart lange Zeit belästigt haben sollen und 

es sei auch fraglich, dass (… [das Kind]) die Beschwerdeführenden aus-

gerechnet einige Monate vor der Ausreise erstmals kontaktiert haben soll. 

Der entsprechende Kontakt sei denn auch wenig detailliert geschildert und 

nicht mit Beweismitteln untermauert worden. Hätten die Behörden etwas 

gegen den Beschwerdeführer in der Hand gehabt, wären diese sicherlich 

rechtlich gegen ihn vorgegangen.  

 

Zwar sei dem UYAP-Auszug zu entnehmen, dass insgesamt (… [eine 

ganze Reihe von]) Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer eingeleitet 

worden seien, (… [mehrere]) davon seien jedoch inzwischen abgeschlos-

sen. Bei den noch offenen Strafverfahren sei kein politisches Motiv zu er-

kennen.  

 

Selbst wenn die geltend gemachten Vorfluchtgründe als glaubhaft zu er-

achten wären, würden erlittene oder befürchtete Nachteile naher Angehö-

riger im Regelfall keine flüchtlingsrechtlich relevante Intensität erreichen. 

Dies sei nur unter besonderen Umständen der Fall, etwa dann, wenn die 

betreffende Person bereits diesbezüglich schwerwiegende Nachteile erlit-

ten habe, oder wenn die Behörden Anlass zur Vermutung hätten, dass 

diese mit dem Gesuchten in Kontakt stehe, oder beim Verdacht eigener 

Unterstützungshandlungen für eine illegale politische Organisation. Es be-

dürfe einer einzelfallspezifischen Prüfung. Das SEM komme vorliegend 

D-1262/2024 

Seite 4 

zum Schluss, dass keine der erwähnten Umstände gegeben seien, da (… 

[das Kind]) kein spezifisches Profil aufweise, sei (… [es]) doch gemäss ei-

genen Angaben (… [als Fachperson in einer PKK-Institut tätig!). Der Be-

schwerdeführer habe selber zwar Probleme gehabt, verfüge jedoch nicht 

über ein eigenes relevantes politisches Profil und sei nicht Mitglied der PKK 

oder der HDP. Eine Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne einer Re-

flexverfolgung sei deshalb nicht begründet. 

F.  

Mit Eingabe vom 27. Februar 2024 erhoben die Beschwerdeführerenden 

durch ihre mandatierte Rechtsvertretung gegen die Verfügung der Vor-

instanz Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. In materieller Hin-

sicht wurde dabei die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Fest-

stellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung, eventualiter 

die Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und die Er-

teilung der vorläufigen Aufnahme sowie subeventualiter die Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz begehrt. 

In formeller Hinsicht ersuchten die Beschwerdeführenden um Gewährung 

der vollständigen unentgeltlichen Prozessführung unter Verzicht auf Erhe-

bung eines Kostenvorschusses. 

Zur Begründung der Beschwerde führten die Beschwerdeführenden im 

Wesentlichen aus, die zahlreichen gegen den Beschwerdeführer eingelei-

teten und nachgewiesenen Strafverfahren würden belegen, dass dieser im 

Fokus der Behörden stehe. Ausserdem sei der Beschwerdeführer von ei-

nem Dorfschützer angeschossen worden, was schliesslich zur Ausreise 

geführt habe. Dabei habe es sich erwiesenermassen um eine Auseinan-

dersetzung mit politischen Dimensionen gehandelt. Das SEM habe die Ge-

samtsituation zu wenig berücksichtigt beziehungsweise einzelnen unwe-

sentlichen Ungereimtheiten zu viel Gewicht beigemessen, während we-

sentliche Beweismittel und Ereignisse unbeachtet geblieben seien. Aus 

verschiedenen Fotos gehe schliesslich hervor, dass (… [das Kind]) bezie-

hungsweise (… [Geschwister]) der Beschwerdeführenden offenbar bei der 

Guerilla in den Bergen gewesen sei.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. März 2024 hiess die zuständige Instrukti-

onsrichterin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und amtliche Verbeiständung gut und setzte der Vorinstanz Frist zur 

Vernehmlassung an. 

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Seite 5 

H.  

In ihrer Vernehmlassung vom 28. März 2024 führte die Vorinstanz im We-

sentlichen aus, dass der türkische Staat kein nachhaltiges Interesse am 

Beschwerdeführer habe, da die gegen ihn laufenden Strafverfahren immer 

wieder abgeschlossen worden seien, ohne dass er verhaftet worden wäre, 

und dass die eingereichten Fotos und Berichte durchaus berücksichtigt, 

jedoch anders gewichtet worden seien. 

I.  

Die Beschwerdeführenden verzichteten auf eine Replik, reichten jedoch 

mit Eingabe vom 14. Juni 2024 einen Arztbericht zu den Akten, wonach der 

Beschwerdeführer sich in ambulanter psychiatrischer Behandlung befinde 

und in Folge der Schiesserei bei ihm eine schwergradige depressive Epi-

sode sowie eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt worden 

sei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden ge-

gen Verfügungen des SEM (vgl. dazu Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 und 33 

VVG sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder 

AsylG nicht anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und Art. 105 ff. AsylG). 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

1.4 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teil-

genommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 

haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.5 Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist somit einzutreten 

(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

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Seite 6 

2.  

2.1 Die Beschwerdeführenden beantragen in ihrer Beschwerde subeven-

tualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. 

2.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-

hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen hat (vgl. BVGE 2015/10 

E. 3.2.). 

2.3 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich die Begründungs-

pflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG), wonach es den Behörden obliegt, alle erheb-

lichen Parteivorbringen zu prüfen und zu würdigen, wobei sich das Ergeb-

nis der Würdigung in der Entscheidbegründung niederzuschlagen hat (vgl. 

BVGE 2016/9 E. 5.1.). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden legen insbesondere dar, dass der Be-

schwerdeführer im (…) 2022 und somit kurz vor der Ausreise aus der Tür-

kei von einem Dorfschützer angeschossen wurde, wobei er hierbei zahlrei-

che und ernste Verletzungen erlitt, und reichten hierzu neben einem Zei-

tungsbericht, Fotos und medizinische Berichte zu den Akten. Dieser Angriff 

sei aus politischen Gründen erfolgt. 

3.2 Die Vorinstanz äusserst bezüglich der Ereignisse im Jahr 2022 zwar 

Zweifel, lässt die Frage der Glaubhaftigkeit jedoch schliesslich offen und 

führt aus, selbst wenn die Vorbringen den Tatsachen entsprechen würden, 

hätten die Beschwerdeführenden keine begründete Furcht vor zukünftigen 

ernsthaften Nachteilen. Dieser Schlussfolgerung kann das Gericht aller-

dings nicht folgen. Sollten die Vorbringen des Beschwerdeführers – er sei 

immer wieder ungerechtfertigt in Strafverfahren verwickelt worden, er sei 

regelmässig kontrolliert und festgehalten worden, sein Bein sei gezielt zer-

trümmert worden, als er auf der Suche nach (… [seinem Kind]) gewesen 

sei, und schliesslich sei er nach Kontaktaufnahme durch (… [das Kind]), 

(… [welches]) in (… [einem Nachbarstaat der Türkei]) Mitglied der PKK sei, 

unter Druck geraten und in diesem Zusammenhang sei auf ihn geschossen 

worden – den Tatsachen entsprechen, wäre wohl durchaus von asylrecht-

licher Relevanz dieser Übergriffe auszugehen.  

3.3 In diesem Zusammenhang fällt auf, dass es der Vorinstanz nicht gelun-

gen ist, den Sachverhalt rechtsgenüglich zu erstellen. Dies gilt bereits für 

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Seite 7 

die Ereignisse aus dem Jahr 2020, ganz besonders jedoch für die Um-

stände der Verletzungen im (…) 2022. Zwar trifft es zu, dass es der Be-

schwerdeführer unterlässt, von sich aus den Ablauf und die Zusammen-

hänge genau zu schildern. Nachdem das Ereignis aufgrund der eingereich-

ten Beweismittel und der offensichtlichen Verletzungen des Beschwerde-

führers jedoch nicht in Zweifel gezogen werden kann und durch die Invol-

vierung von Dorfschützern wohl auch eine politische Dimension zu erken-

nen ist, wäre die Vorinstanz verpflichtet gewesen, den Hintergrund dieser 

Tat durch Nachfragen und unter Umständen weitere Abklärungen zu klä-

ren. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Be-

schwerdeführer durch dieses Ereignis offensichtlich traumatisiert ist, was 

die wenigen Details in seinen Schilderungen erklären könnte. Die Vor-

instanz hat aber im Rahmen der Anhörung des Beschwerdeführers vom 

17. Mai 2023 zum Vorfall der Schiesserei im 2022 kaum Fragen gestellt; 

so bleibt vollkommen im Dunkeln wer, unter welchen Umständen und aus 

welchen Gründen auf den Beschwerdeführer geschossen hat. Auch in ihrer 

Verfügung vom 26. Januar 2024 ist die Vorinstanz nur äusserst knapp auf 

den genannten Vorfall eingegangen. 

3.4 Diesen Erwägungen gemäss hat die Vorinstanz im Zusammenhang mit 

den fluchtauslösenden Ereignissen seine Untersuchungspflicht verletzt 

und auch die Begründung der angefochtenen Verfügung muss als ungenü-

gend qualifiziert werden. Damit ist von einer Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör auszugehen. 

4.  

4.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 61 Abs. 1 

VwVG in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindli-

chen Weisungen an die Vorinstanz zurück. 

4.2 Eine Kassation oder Rückweisung an die Vorinstanz ist insbesondere 

dann angezeigt, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müssen und 

ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist. 

4.3 Vorliegend stellt das Bundesverwaltungsgericht dahingehend einen 

Mangel fest, als die Vorinstanz das rechtliche Gehör und die Untersu-

chungspflicht dadurch verletzt, dass im Rahmen der Anhörung wie auch in 

der angefochtenen Verfügung nicht genügend auf die kurz vor Ausreise der 

Beschwerdeführenden stattgefundene Schiesserei eingegangen wurde. 

Damit ist der Sachverhalt nicht genügend erstellt und die Begründungs-

pflicht verletzt.  

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Seite 8 

4.4 Es ist nicht am Bundesverwaltungsgericht, anstelle der Vorinstanz das 

rechtliche Gehör zu gewähren oder entsprechende Schlüsse aus dem 

Sachverhalt zu ziehen. Auch ist es nicht seine Aufgabe, Versäumnisse der 

Vorinstanz auf Beschwerdeebene zu beheben und damit die Vorinstanz 

gleichsam von einer sorgfältigen Verfahrensführung zu entbinden, zumal 

den Beschwerdeführenden durch ein solches Vorgehen eine Instanz ver-

loren ginge. 

4.5 Eine Heilung der festgestellten Mängel in der angefochtenen Verfü-

gung kommt somit nicht in Betracht (vgl. zum Ganzen BVGE 2009/53 

E. 7.3) und die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

5.  

Angesichts der Rückweisung der Sache an die Vorinstanz erübrigt sich 

eine Auseinandersetzung mit den in reformatorischer Hinsicht gestellten 

Rechtsbegehren. 

6.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung und die Neubeurteilung durch die Vor-

instanz beantragt worden ist. Somit ist die Verfügung des SEM vom 26. Ja-

nuar 2024 aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 

erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.2 Den vertretenen Beschwerdeführern ist angesichts des Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 VGKE eine Entschädigung für die 

ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. 

7.3 Seitens der Rechtsvertretung wurde keine Kostennote zu den Akten 

gereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten aufgrund der Akten zu be-

stimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu 

ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist den Beschwerdefüh-

renden zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1'000.– zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1262/2024 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz bean-

tragt wird. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache im Sinne der 

Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden eine Parteient-

schädigung von Fr. 1'000.– zu entrichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Linn Amanda Szemberg 

 

 

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