# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b28a090c-c1b5-5d45-bbcf-49b844f43348
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 22.09.2016 725 16 99/243
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-16-99-243_2016-09-22.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 22. September 2016 (725 16 99 / 243) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Eine physiologische Altersgebrechlichkeit von wesentlicher Bedeutung ist nicht erstellt. 

Folglich sind die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 UVV nicht 

gegeben. 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrichter 

Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 SUVA, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 
106, 4053 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Der 1952 geborene A.____ war seit 1996 bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung per 
31. Dezember 2013 bei der B____AG als Sicherheitsangestellter tätig und durch die Arbeitge-
berin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Fol-
gen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 21. April 2010 meldete A.____ der 

 

 
 
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SUVA eine Hörschädigung. Nachdem die SUVA die erforderlichen Abklärungen durchgeführt 
hatte, anerkannte sie ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am 
20. Februar 2013 meldete A.____ der SUVA eine weitere Verschlechterung des Hörvermögens, 
wofür die SUVA ihre Leistungspflicht zunächst mit Verfügung vom 11. Dezember 2013 ablehn-
te. Auf Einsprache hin führte die SUVA weitere Abklärungen durch und bejahte dann mit Verfü-
gung vom 17. Juli 2014 einen Anspruch von A.____ auf eine Integritätsentschädigung aufgrund 
einer Integritätseinbusse von 7,5%. Am 16. November 2014 liess A.____ der SUVA mitteilen, 
dass sein Arbeitsverhältnis zufolge vorzeitiger Pensionierung per 31. Dezember 2013 aufgelöst 
worden sei. Gleichzeitig beantragte er die Prüfung des Rentenanspruchs. Mit Verfügung vom 
31. März 2015 verneinte die SUVA einen Rentenanspruch mit der Begründung, dass keine Be-
einträchtigung der Erwerbsfähigkeit vorliege. Daran hielt sie auch auf Einsprache hin mit Ent-
scheid vom 16. Februar 2016 fest. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 21. März 
2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Er beantragte, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 16. Februar 2016 sei ihm eine 
Rente auf der Basis eines IV-Grads von 45% zuzusprechen; unter o/e- Kostenfolge. Zur Be-
gründung führte er im Wesentlichen an, dass er seine Arbeit aufgrund einer unfallbedingten 
Schädigung des Gehörs nicht mehr habe ausüben können. Aus diesem Grund sei er per 
31. Dezember 2013 vorzeitig pensioniert worden. Für die Bemessung des Valideneinkommens 
sei daher nicht gemäss Art. 28 Abs. 4 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 
20. Dezember 1982 das Einkommen einer Person mittleren Alters massgebend, sondern das 
zuletzt erzielte Erwerbseinkommen. Bei der Bemessung der Invalideneinkommen sei zu be-
rücksichtigen, dass er aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden nur noch einfachere Ar-
beiten ausüben könne. Ausserdem sei ein Abzug vom Tabellenlohn von 25% vorzunehmen. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 26. April 2016 schloss die SUVA, vertreten durch Advokat 
Andrea Tarnutzer-Münch, auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 
 
D. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 11. Juli 2016 / Duplik vom 
2. August 2016) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde vom 21. März 2015 ist einzutreten. 
 
2. Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10% invalid (Art. 8 des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Ok-
tober 2000), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
über die Unfallversicherung [UVG] vom 20. März 1981). Invalidität ist die voraussichtlich blei-
bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 
Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das Er-

 

 
 
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werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 
sind für den Einkommensvergleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des 
Rentenanspruchs massgebend (BGE 129 V 222, 128 V 174). 
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person unfallbedingt resp. zufolge einer Berufskrankheit arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die 
Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Darüber 
hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte 
Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren 
persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet 
werden können (vgl. ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät-
zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, 
St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
3.2 Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 
vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 
die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in 
BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). 
So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärz-
tinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 
Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 353 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung ist es auch ohne 
weiteres zulässig, dass Verwaltung und Gerichte ihren Entscheid in erster Linie auf versiche-
rungsinterne Entscheidungsgrundlagen abstützen (vgl. BGE 123 V 334 E. 1c). Ein Gutachten ist 
nach der Rechtsprechung nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein vollständiges Bild über 
Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Fer-
ner ist erforderlich, dass der Untersuchungsbefund vollständig vorliegt und der Sachverständige 
sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen kann (vgl. 
RKUV 1988, Nr. 56 S. 370 f. E. 5b mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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3.3 Die SUVA ging in ihrem Einspracheentscheid vom 16. Februar 2016 gestützt auf die 
Beurteilung der SUVA-Ärztin Dr. med. C.____, FMH Oto-Rhino-Laryngologie und Arbeitsmedi-
zin, vom 5. Februar 2015 davon aus, dass der Versicherte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu 100% arbeitsfähig sei. Aufgrund der erheblichen Hörstörung seien aber Arbeiten, die beson-
dere Anforderungen an das Gehör stellen würden, wegen des erhöhten Unfallrisikos nicht mehr 
zumutbar. Auch bei Tätigkeiten auf Baustellen sei von einer erhöhten Unfallgefahr bei Nichter-
kennen von akustischen Signalen auszugehen. Daher seien auch Arbeiten im Aktionsradius 
von Baumaschinen nicht mehr zumutbar. Dieser – vom Beschwerdeführer zu Recht nicht be-
mängelte – Bericht erfüllt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige 
ärztliche Stellungnahme (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm voller Beweiswert zuzuerkennen ist. 
 
4.1 Wie bereits erwähnt (vgl. E. 2 hiervor), hat die Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen 
Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu erfolgen. Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG 
beginnt der Rentenanspruch, wenn keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes 
mehr zu erwarten ist und allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind. Da 
beim vorliegenden Beschwerdebild keine namhafte Veränderung des Gesundheitszustandes zu 
erwarten ist und der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig per 31. Dezember 
2013 pensioniert wurde, ist der frühestmögliche Rentenbeginn und demnach für den strittigen 
Einkommensvergleich massgebender Zeitpunkt der 1. Januar 2014. 
 
4.2.1 Nach Art. 18 Abs. 3 UVG kann der Bundesrat ergänzende Vorschriften über die Be-
stimmung des Invaliditätsgrads erlassen. Von dieser Befugnis hat er mit dem Erlass von Art. 28 
UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV sind für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei 
einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, wenn sie nach dem Unfall die 
Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder wenn sich das vorgerückte 
Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). 
Nach der Rechtsprechung ist die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV ab einem Alter der versi-
cherten Person von rund 60 Jahren grundsätzlich in Betracht zu ziehen, was aber nicht be-
deutet, dass bei der Invaliditätsbemessung ab jenem Alter stets nach Art. 28 Abs. 4 UVV zu 
verfahren wäre. Auch bei Versicherten im vorgerückten Alter ist die Anwendung dieser Bestim-
mung erst dann zu erwägen und durch entsprechende Abklärungen zu ergründen, wenn An-
haltspunkte dafür bestehen, dass der physiologischen Altersgebrechlichkeit verglichen mit den 
anderen Ursachen der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine wesentliche Bedeutung zu-
kommt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2016, 8C_205/2016, E. 3.4 mit Hinweisen). 
 
4.2.2 Während die SUVA in Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV bei der Bemessung des Vali-
deneinkommens den hypothetischen Lohn eines Versicherten mittleren Alters beizog, welcher 
sich nach den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin auf Fr. 71'500.-- (13 x Fr. 5‘500.--) be-
misst, erachtet der Beschwerdeführer diese Sonderbestimmung als nicht anwendbar, da er sei-
ne Arbeit als Sicherheitsangestellter infolge seiner Gehörschädigung nicht mehr habe ausüben 
können. Das Alter spiele keine Rolle. Auch eine jüngere Person mit einer Gehörsschädigung 
hätte seine Arbeit nicht mehr ausüben können. Für die Bemessung des Valideneinkommens sei 
daher der zuletzt erzielte Verdienst massgebend. 

 

 
 
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4.2.3 Der Beschwerdegegnerin ist zwar insofern beizupflichten, als der Beschwerdeführer im 
Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns im Januar 2014 das 60. Altersjahr überschritten hatte 
und damit zweifellos im vorgerückten Alter im Sinne von Art. 28 Abs. 4 UVV ist. Indes sind auf-
grund der vorliegenden medizinischen Unterlagen keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass der 
Beschwerdeführer neben der Gehörsschädigung auch eine bedeutende physiologische Alters-
gebrechlichkeit aufweist. Dafür spricht auch die Tatsache, dass er auch im fortgeschrittenen 
Alter von 61 Jahren bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 31.  Dezember 2013 in ei-
nem Vollzeitpensum tätig war und die Untauglichkeit als Sicherheitswärter nicht dem Alter zu-
zuschreiben war, sondern ausschliesslich mit der Hörstörung begründet wurde. Demnach kann 
bei dieser Aktenlage – entgegen der nicht weiter begründeten Feststellung der Beschwerde-
gegnerin, wonach sich das vorgerückte Alter auf die Erwerbsfähigkeit auswirke – nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine physiologische Altersgebrechlichkeit von wesentlicher 
Bedeutung angenommen werden. Folglich sind die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit von 
Art. 28 Abs. 4 UVV nicht gegeben. Für die Bemessung des Valideneinkommens ist daher am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst anzuknüpfen, da es einer empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige 
Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Vorliegend ist unbestritten, dass 
der Beschwerdeführer ohne den Hörschaden weiterhin bei der früheren Arbeitgeberin als Si-
cherheitswärter tätig gewesen wäre. Nach dem Lohnausweis 2013 erzielte er im Jahr 2013 ein 
Jahreseinkommen von Fr. 85‘033.--. Davon ist auszugehen. Unter Berücksichtigung der Nomi-
nallohnentwicklung im Baugewerbe von +0,5% für das Jahr 2014 (vgl. Bundesamt für Statistik, 
Die Lohnentwicklung 2014, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex Männer 2012-2014, Sektor F 
“Baugewerbe/Bau“) resultiert ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 85‘458.15. 
 
4.3.1 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisier-
baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation 
auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Kann bei der Invaliditätsbemes-
sung nicht auf einen von der versicherten Person tatsächlich erzielten Verdienst abgestellt wer-
den, ist dem Einkommensvergleich ein hypothetisches Invalideneinkommen zu Grunde zu le-
gen. Um dieses zu ermitteln, können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne ge-
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) oder die sogenannten DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 129 V 4 75 E. 4.2.1 mit 
Hinweisen). 
 
4.3.2 Im vorliegenden Fall hat die SUVA das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE 2012 
ermittelt, was zu Recht unbestritten ist. Streitig ist aber das Kompetenzniveau. Die SUVA stütz-
te sich auf den Tabellenlohn von Fr. 5‘633.-- gemäss TA1, privater Sektor, Total, Kompetenzni-
veau 2, Spalte Männer. Diesen rechnete sie nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung 
von 0,8% (2013) und 0,7% (2014; vgl. Bundesamt für Statistik, T 39; Entwicklung der Nominal-
löhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015) auf die betriebsübliche wöchent-
liche Arbeitszeit von 41,7 Stunden um. Daraus resultiert ein Invalideneinkommen von 
Fr. 71‘529.80 (Fr. 5‘633.-- x 12 : 40 x 41,7 x 100,8% x 100,7%). Demgegenüber stellt sich der 
Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass nicht das Kompetenzniveau 2, sondern vielmehr 

 

 
 
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das Kompetenzniveau 1 anzuwenden sei, da er aufgrund des Gehörschadens keine für ihn 
grundsätzlich in Frage kommenden Tätigkeiten mehr ausüben könne. 
 
4.3.3 Dem Einwand des Beschwerdeführers ist beizupflichten. Zunächst umfasst das Kompe-
tenzniveau 2 vorwiegend Tätigkeiten (Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung und Administration), 
die der Beschwerdeführer nie ausübte und für die er aufgrund seiner Ausbildung auch nicht 
qualifiziert wäre. In den weiteren im Kompetenzniveau 2 aufgeführten Tätigkeiten (Bedienen 
von Geräten und Maschinen, Sicherheitsdienst und Fahrdienst) war der Beschwerdeführer zwar 
beschäftigt. Diese Berufe fallen aber aufgrund der Gehörschädigung ausser Betracht, zumal im 
Verkehr resp. beim Bedienen von Maschinen und im Sicherheitsbereich das Erkennen von 
akustischen Signalen erforderlich ist. Fallen aber diese vom Beschwerdeführer aufgrund seiner 
Arbeitsbiographie grundsätzlich passenden Stellen ausser Betracht, wird das Spektrum der er-
werblichen Tätigkeiten, welche realistischerweise noch in Frage kommen würden, so eng, dass 
nicht mehr von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten aus-
gegangen werden kann. Es ist deshalb sachgerecht, bei der Ermittlung des Invalideneinkom-
mens des Beschwerdeführers nicht vom Kompetenzniveau 2, sondern vom Kompetenzniveau 1 
(einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) auszugehen. Gemäss LSE 2012 
TA1, privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Männer, belief sich der Zentralwert auf 
Fr. 5‘210.--. Nach Umrechnung auf die wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und Anpas-
sung an die Nominallohnentwicklung resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 66‘158.40 
(Fr. 5‘210.-- x 12 : 40 x 41,7 x 100,8% x 100,7%). 
 
4.3.4 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten 
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der 
Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und 
Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). 
Ein Abzug hat jedoch nicht automatisch, sondern nur dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall An-
haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser 
Merkmale die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 80 E. 5b/aa in fine). 
Besteht Anlass für einen Abzug, so ist dieser unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er darf 25% nicht übersteigen 
(BGE 135 V 301 E. 5.2, 126 V 80 E. 5b/bb-cc). Die Einschätzung des leidensbedingten Abzugs 
ist ein Ermessensentscheid. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass das Kan-
tonsgericht als kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz 
setzt. Es geht vielmehr um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach 
dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem 
konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings 
darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle des-
jenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, wel-
che seine abweichende Ermessensausübung als naheliegend erscheinen lassen (vgl. 
BGE 126 V  81 E. 6 mit Hinweis). 
 

 

 
 
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4.3.5 Vorliegend hat die Vorinstanz keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Der Be-
schwerdeführer macht geltend, dass aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen, des 
Alters und der fehlenden Dienstjahre ein maximaler Abzug vom Tabellenlohn von 25% ange-
zeigt sei. Dieser Auffassung ist nicht beizupflichten. So wird der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung mit der Berücksichtigung des tieferen Lohnes aus dem Kompetenzniveau 1 ausreichend 
Rechnung getragen. Da der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit weiterhin voll-
ständig arbeitsfähig ist, besteht keine Grundlage für einen Abzug wegen leidensbedingter Ein-
schränkung. Weitere Kriterien, die einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind 
nicht ersichtlich. So nehmen sowohl die Bedeutung des Alters als auch diejenige der Dienstjah-
re der Versicherten ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb diese Faktoren bei ein-
fachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, die dem Kompetenzniveau 1 der LSE 
entsprechen, in der Regel keinen Anlass zu einem Abzug vom Tabellenlohn geben (vgl. 
BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Vor diesem Hintergrund gibt es keinen Anlass, in das Ermessen der 
Vorinstanz einzugreifen und einen leidensbedingten Abzug zu gewähren. 
 
4.4 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalideneinkommen von Fr. 66‘158.40 dem 
Valideneinkommen von Fr. 85‘458.15 gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse 
von Fr. 19‘299.75, was einen IV-Grad von rund 23% ergibt (zur Rundungspraxis des Bundesge-
richts vgl. BGE 130 V 121 ff.). Demnach ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheis-
sen, als der angefochtene Einspracheentscheid der SUVA vom 16. Februar 2016 aufzuheben 
und festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 2014 Anspruch auf 
eine Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von 23% hat. 
 
5.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. 
 
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Nachdem der Beschwerdeführer im Grundsatz obsiegt hat, hat er Anspruch auf Ersatz 
seiner Parteikosten. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 
22. August 2016 einen Zeitaufwand von 8,58 Stunden geltend gemacht, was umfangmässig in 
Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Die 
zeitlichen Bemühungen sind zu dem seit dem 1. Januar 2004 in Sozialversicherungsprozessen 
für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu ent-
schädigen. Hinzu kommen die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 85.--. So-
mit ist dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 2'408.40 (8,58 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 85.-- zu-
züglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als der 
Einspracheentscheid der SUVA vom 16. Februar 2016 aufgehoben 
und festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer ab 1. Januar 2014 
Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von 
23% hat. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2‘408.40 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen. 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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