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**Case Identifier:** 30ba8050-231f-5468-af74-90058dd35278
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.12.2023 200 2023 458
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-458_2023-12-08.pdf

## Full Text

200 23 458 IV
LOU/SVE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Dezember 2023

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. Mai 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1987 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), … 
Staatsangehörige, meldete sich erstmals im August 2013 bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV), IV-Stelle des Kantons Thurgau 
(IVTG), unter Hinweis auf Ängste, Depressionen, Müdigkeit und Schmer-
zen am ganzen Körper zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 2, 10.229). Die IVTG 
tätigte daraufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen. Im Mai 2014 
wurde bei der Versicherten Brustkrebs diagnostiziert (vgl. AB 10.208, 
10.195, 10.196), woraufhin die IVTG ihr Hilfsmittel zusprach (Brustprothese 
[AB 10.188], Perücke [AB 10.186]). Ferner liess sie die Versicherte polydis-
ziplinär durch die MEDAS C.________ begutachten (MEDAS C.________-
Gutachten vom 9. November 2016 [AB 10.138]). Da die IVTG das Gutach-
ten weder in somatischer noch in psychiatrischer Hinsicht als überzeugend 
erachtete (vgl. AB 10.126 S. 6 [Eintrag vom 12. Dezember 2016], 
AB 10.125, AB 10.104), erfolgte eine Oberbegutachtung durch die MEDAS 
D.________ (MEDAS D.________-Gutachten vom 5. Dezember 2017 
[nicht chronologisch geordnet in AB 10.90 f.] samt Stellungnahme vom 
9. Februar 2018 [AB 10.83]). Zudem wurde eine Abklärung an Ort und Stel-
le durchgeführt (Abklärungsbericht Haushalt vom 27. Juni 2018 
[AB 10.73]). Mit Verfügungen vom 20. November 2018 verneinte die IVTG 
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (AB 10.58) sowie auch – bei 
einem Status von 100 % Haushalt – einen Rentenanspruch (AB 10.59 
S. 2). Mit Entscheid VV.2019.3 vom 24. April 2019 (AB 10.45 f.) hiess das 
Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau die gegen die Rente betreffende 
Verfügung vom 20. November 2018 (AB 10.59 S. 2) erhobene Beschwerde 
(AB 10.52 S. 27) insoweit gut, als die Verfügung dahingehend abgeändert 
wurde, als dass der Beschwerdeführerin vom 1. Mai 2015 bis zum 31. Juli 
2016 eine befristete halbe Invalidenrente zugesprochen wurde; im Übrigen 
wurde die Beschwerde abgewiesen, was mit Entscheid des Bundesgerichts 
vom 8. November 2019, 8C_440/2019 (AB 10.25), bestätigt wurde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 3

B.

Im März 2022 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf schwere De-
pressionen, eine Angst- und Panikstörung sowie einen Status nach Brust-
krebs (bestehend seit 2007) bei der nunmehr infolge Wohnsitzwechsel zu-
ständigen IVB erneut zum Leistungsbezug an (AB 1). Die IVB führte in der 
Folge erwerbliche und medizinische Erhebungen durch und veranlasste 
insbesondere eine polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS 
E.________ (MEDAS-Gutachten vom 16. November 2022 [AB 44.1]). Mit 
Vorbescheid vom 16. Februar 2023 (AB 48) stellte die IVB der Versicherten 
in Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen. Nach dagegen erhobe-
nem Einwand (AB 52, 55) verfügte die IVB am 19. Mai 2023 dem Vorbe-
scheid entsprechend (AB 56).

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 15. Juni 2023 Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 19. Mai 2023 sei aufzuheben 
und die Sache zur rechtsgenüglichen Feststellung des Sachverhalts und hiernach 
Neubeurteilung des Anspruchs auf eine Rente an die Vorinstanz zurückzuweisen;

2. Eventualiter zu Ziff. 1 sei die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 
19. Mai 2023 aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei eine ganze Rente zu-
zusprechen;

3. Der Beschwerdeführerin/Gesuchstellerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt;

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. 7.7 % MWST

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2023 
auf Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. Mai 2023 (AB 56). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 

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in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 
148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Mit Blick auf die 
Neuanmeldung vom März 2022 (AB 1) liegt der frühestmögliche Zeitpunkt 
der potentiellen Entstehung eines Rentenanspruchs nach dem 1. Januar 
2022 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb die diesbezüglichen Bestimmungen 
des IVG, des ATSG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der ab dem 1. Januar 2022 
gültigen Fassung Anwendung finden (Rz. 9100 des Kreisschreibens über 
Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung 
von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 
E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3

2.3.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-

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trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu 
arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.3.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.3.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 257 E. 4.2.1).

2.3.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 
einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – 
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 
294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte 

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Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die 
Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ 
einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 
5 S. 304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades 
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch 
festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand 
der Stan-dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte 
Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG).

2.5

2.5.1 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG richtet sich die Bemessung des Invali-
ditätsgrades von erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG. Der 
Bundesrat umschreibt die zur Bemessung des Invaliditätsgrades massge-
benden Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren. Für 
die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das 
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.5.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 8

Ehegattin mitarbeiten, der Invaliditätsgrad für diesen Teil nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 
wird der Invaliditätsgrad für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG 
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der 
unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und 
der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen. Als Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG der im Haushalt tätigen Versicherten gilt die übliche 
Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege und Betreuung von Angehörigen 
(Art. 27 Abs. 1 IVV).

2.5.3 Gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG wird bei nicht erwerbstätigen 
Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme 
einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, für die Bemessung 
des Invaliditätsgrades in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, 
in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; vgl. auch BGE 142 V 290 E. 4 
S. 293). 

Der gesamte Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten 
entspricht in jedem Fall einem Wert von 100 %. Die Gewichtung der 
einzelnen Teilbereiche der Haushaltführung hat sodann nach Massgabe 
der Verwaltungsweisungen zu erfolgen. Hernach ist die gesundheitlich 
bedingte Einschränkung in den einzelnen Teilbereichen festzustellen, 
woraus sich schliesslich der Invaliditätsgrad ermitteln lässt (AHI 1997 S. 
291 E. 4a).

2.6 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine 
Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine 
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt 
ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.6.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 

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nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich 
relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose 
eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Um-
stände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 
2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3).

2.6.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.6.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom März 2022 (AB 1) 
eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu prüfen ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich des Sach-
verhalts im Zeitpunkt der Verfügung vom 20. November 2018 (AB 10.59 
S. 2) – als letztmals eine allseitige Überprüfung der Leistungsvorausset-
zungen erfolgte – mit demjenigen bei Erlass der nunmehr angefochtenen 
Verfügung vom 19. Mai 2023 (AB 56) zu prüfen, ob in den tatsächlichen 
Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist, die geeignet ist 
den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. 
E. 2.6.2 f. hiervor). Weil in erwerblicher Hinsicht – wie unter E. 5 hiernach 
aufzuzeigen sein wird – ein Revisionsgrund zu bejahen ist, ist der Renten-
anspruch allseitig frei zu prüfen.

3.2 Die Beschwerdegegnerin stütze sich bei Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 19. Mai 2023 (AB 56) auf das MEDAS-Gutachten vom 
16. November 2022 (AB 44.1). Darin stellten die Gutachter in der Konsens-
beurteilung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen 
(S. 6 Ziff. 4.3):

1. Depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F32.1);

2. Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4);

3. Panikstörung (ICD-10 F41.0);

4. Persistierende Fatigue-Symptomatik (ICD-10 G93.3) bei Status nach multizen-
trischem invasiven duktalem Mammakarzinom rechts G3, Erstdiagnose 2014, 
aktuell in Remission (ICD-10 Z85.3) mit Status nach chirurgischer, Chemo-, 
Radio-, monoklonaler Antikörper- und Hormontherapie.

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter folgende 
Diagnosen auf:

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5. Posttraumatische Symptomatik, Kriterien einer posttraumatischen Belastungs-
störung entsprechend ICD-10 nicht vollständig erfüllt;

6. Verdacht auf Reizblase
7. Weitere: Status nach laparoskopischer Cholezystektomie, Ovarialzysten-

Fenestration und Zystenbalg-Exstirpation rechts am 10. April 2019; Status nach 
laparoskopischer Ovarialzystenentfernung links, Hydatidenentfernung Tubae 
links am 5. September 2018, histologische keine Malignität.

In Bezug auf die Gesamtarbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, eine 
angestammte Tätigkeit liege nicht vor (S. 7 Ziff. 4.6). Aufgrund der be-
schriebenen psychiatrisch-psychosomatischen Pathologien, durch die die 
Beschwerdeführerin bereits in alltäglichen Verrichtungen abhängig von und 
angewiesen auf ein grosses Helfernetz sei, sei keine angepasste Tätigkeit 
vorstellbar, in welcher die Beschwerdeführerin eine geldwerte Leistung 
erzielen könnte, d.h. es bestehe auch in einer angepassten Tätigkeit eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 %, dies zumindest seit dem Zeitpunkt der An-
meldung (S. 7 f. Ziff. 4.7). 

Gemäss psychiatrischen Teilgutachten (AB 44.3) sei entsprechend dem 
Gutachten der MEDAS D.________ von 2017 als Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit von einer leichten depressiven Episode (ICD-F32.0) 
auszugehen. Das Ausmass sei jedoch gegenwärtig mindestens als mittel-
gradig zu beschreiben. Vom Verlauf her dürfte – wie vom Behandler ange-
geben – durchaus eine Chronifizierungstendenz zu beschreiben sein. Ge-
gen das Vorliegen der von ihm angenommenen schweren Ausprägung 
sprächen die komplexe Fähigkeit zur Gestaltung oder zumindest Nutzung 
eines Helfernetzes, nach wie vor die Funktion als alleinerziehende Mutter, 
das Nichtaufsuchen einer vollstationären Behandlung, das Fehlen von 
Komplikationen wie Suchtentwicklung oder Suizidversuchen. Darüber hin-
aus sei darauf hinzuweisen, dass das Krankheitsbild auch von komorbiden 
Störungen überlagert sei. Im Gutachten der MEDAS D.________ von 2017 
würde weiter eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 
F45.4) beschrieben. Tatsächlich sei auch von einer wirklich somatoformen 
Symptomatik auszugehen, denn die Schmerzbeschwerden dominierten, 
Diagnostik und Therapie würden eingefordert, die Beschwerdeführerin er-
scheine über das Depressive hinaus klar psychisch gestört und die beklag-
ten Schmerzen würden qualvoll erlebt, wobei in typischer Weise das 
Schmerzverhalten von der Erwartungshaltung des Beobachters abweiche 
und mit organischen Befunden nicht plausibilisierbar sei. Eine Verbindung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 12

mit emotionalen Konflikten und psychosozialen Belastungen könne ohne 
Mühe hergestellt werden (S. 17 Ziff. 6.3.1). Seitens der Beschwerdeführerin 
würden auch wiederkehrende schwere Angstattacken, unvorhersehbar, 
verbunden mit Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühl, Entfrem-
dungsgefühl und Aufsuchen des Notfalls beschrieben. Bestätigt werde die-
se Entwicklung auch durch die ambulante psychiatrische Spitex in der 
Fremdanamnese. Somit sei von einer Panikstörung auszugehen, allerdings 
nicht als Hauptdiagnose, denn dazu solle eine solche nicht verwendet wer-
den, wenn die Betroffenen bei Beginn der Panikattacken bereits an einer 
depressiven Störung litten. Entsprechend ICD-10 könne unter diesen Um-
ständen angenommen werden, dass die Panikattacken sekundär Folgen 
der Depression seien bzw. Ausdruck eines speziellen Stresserlebens bei 
bekannter depressiver Störung. Zu codieren sei dennoch eine Panikstörung 
(ICD-10 F41.0) in Komorbidität mit der oben genannten depressiven 
Störung (S. 18). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, auch 
durch Anpassung einer Tätigkeit gelinge es nicht, ein Profil zu erstellen, mit 
dem eine geldwerte Leistung erzielbar wäre (S. 29 Ziff. 8.3.1). Die bisherige 
Therapie sei nicht lege artis im Sinne der Leitlinien der Fachgesellschaften, 
wobei zu beachten sei, dass die Leitlinien nicht für komorbide Komplexe 
wie den vorliegenden Gültigkeit hätten. Insgesamt erschienen die medizini-
schen Massnahmen weitgehend angemessen und konsequent in der Zeit-
achse. Die therapeutischen Optionen seien dennoch nicht vollständig er-
schöpft. Es sei nicht plausibel begründet, warum nicht eine stationäre the-
rapeutische Massnahme aufgegleist werden solle und auch das pharmako-
logische Konzept erscheine nicht überzeugend (S. 29 Ziff. 8.4.1). Den vor-
genannten medizinischen Massnahmen müsse die Möglichkeit zugeordnet 
werden, die gesundheitliche Situation zu verbessern, eine Aussage mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit könne hier jedoch nicht getroffen wer-
den aufgrund des langjährigen frustranen Verlaufs (Ziff. 8.4.2).

Im internistischen Teilgutachten (AB 44.4) wurde unter anderem ausge-
führt, die Beschwerdeführerin befinde sich weiterhin in Remission vonsei-
ten des Mammakarzinoms. Müdigkeit und leichte neurokognitive Ein-
schränkungen könnten im Rahmen einer anhaltenden Fatigue-
Symptomatik nach Chemotherapie fortbestehen. Diese Symptomatik könne 
mit einer Depression überlappen. Wie schon im MEDAS D.________-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 13

Gutachten von 2017 festgehalten, sei eine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit in der angestammten Tätigkeit (Hilfstätigkeit im Haushaltsbereich oder 
ähnliche Tätigkeit) um 20 % (Rendement von 80 %) im Rahmen der Fa-
tigue-Symptomatik nach Mammakarzinom medizinisch auch aktuell nach-
vollziehbar (vgl. S. 18 Ziff. 7.1; S. 20 Ziff. 8). In einer angepassten Tätigkeit, 
wie die Tätigkeit im Haushalt, könne die Beschwerdeführerin Pausen ma-
chen und die Tätigkeit einteilen. Dabei sei aus rein internistischer Sicht 
keine Einschränkung zu begründen (S. 21 Ziff. 8).

In rheumatologischer Hinsicht (AB 44.5) wurde festgehalten, die aktuelle 
Untersuchung zeige als Hauptbefund ein multilokuläres Schmerzsyndrom 
ohne entsprechendes adäquates organisch strukturelles Korrelat am Be-
wegungsapparat. Es zeige sich lediglich eine leichte Fehlhaltung mit Kopf-
protraktion. Auffallend sei eine leicht ausgeprägte Haltungsinsuffizienz so-
wie eine muskuläre Dysbalance und Dekonditionierung. Klinisch und im 
Labor fänden sich keine Hinweise aus dem rheumatischen Formenkreis. 
Ebenfalls fänden sich keine Hinweise für ein radikuläres Reiz- oder Aus-
fallsyndrom oder eine wesentliche degenerative Problematik im Bereich der 
Wirbelsäule, ebenso fehlten Hinweise für eine Hypermotilität. In Anwen-
dung des Diagnostic-Score chronischer Schmerzen seien die Kriterien für 
ein chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom ohne entsprechendes 
organisches Korrelat am Bewegungsapparat vollumfänglich erfüllt. Hierfür 
typisch sei die halbseitige Sensibilitätsstörung rechts (S. 9 f. Ziff. 6.1). Von 
rheumatologischer Seite her bestünde kein Hemmnis für eine körperlich 
leicht bis mittelschwer belastende Tätigkeit, auch für die Tätigkeit im Haus-
halt bestünden keine Einschränkungen. Eine körperlich schwer belastende 
Tätigkeit in ergonomisch ungünstiger Position sei aufgrund der Dekonditio-
nierung nicht zumutbar (S. 11 Ziff. 7.2). In einer angepassten körperlich 
leicht belastenden Tätigkeit an einem ergonomisch angepassten Arbeits-
platz mit Möglichkeit zum Sitzen und Stehen ohne Arbeiten in gebückter 
Haltung, ohne Überkopfarbeiten, ohne Zwangshaltungen oder Arbeiten in 
lärmiger sowie kühler Umgebung bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % 
(S. 12 Ziff. 8).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 14

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.4 Das MEDAS-Gutachten vom 16. November 2022 (AB 44.1) erfüllt 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung gestellten Anforderungen 
an den Beweiswert einer Expertise (vgl. E. 3.3 hiervor), weshalb grundsätz-
lich darauf abzustellen ist. Die Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen, sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der 
Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 15

umfassend und einlässlich begründet. Weiter erfolgte die Beurteilung des 
Gesundheitszustandes unter Einbezug sämtlicher hier relevanten medizini-
schen Fachdisziplinen. Die gutachterliche Einschätzung ist zwischen den 
Parteien denn auch unbestritten. Bei der gutachterlichen Beurteilung han-
delt es sich um eine im Rahmen der freien Prüfung zulässige und zu be-
achtende anderslautende Einschätzung eines im Wesentlichen gleich ge-
bliebenen Sachverhalts, stellten die Gutachter im Vergleich zum MEDAS 
D.________-Gutachten vom 5. Dezember 2017 (AB 10.90 f.) samt Stel-
lungnahme vom 9. Februar 2018 (AB 10.83) doch keine revisionsrechtlich 
relevante Veränderung fest (AB 44.1 S. 8 f. Ziff. 4.9), gingen allerdings von 
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus (S. 7 Ziff. 4.6 f.), wohingegen im 
MEDAS D.________-Gutachten noch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit 
ausgegangen wurde (AB 10.90 S. 26 Ziff. 6.3). 

In somatischer Hinsicht ist gestützt auf die gutachterliche Einschätzung 
eine persistierende Fatigue-Symptomatik (ICD-10 G93.3) bei Status nach 
multizentrischem invasivem duktalem Mammakarzinom rechts G3, Erstdia-
gnose 2014, aktuell in Remission (ICD-10 Z85.3) mit Status nach chirurgi-
scher, Chemo-, Radio, monoklonaler Antikörper- und Hormontherapie bei 
Status nach herceptininduzierter leichter Kardiopathie, reversibel, ausge-
wiesen. Weiter ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich 
leicht belastenden Tätigkeit an einem ergonomisch angepassten Arbeits-
platz mit Möglichkeit zum Sitzen und Stehen, ohne Arbeiten in gebückter 
Haltung, Überkopfarbeiten, keine Zwangshaltungen oder Arbeiten in lärmi-
ger sowie kühler Umgebung, zu 80 % arbeitsfähig ist (AB 44.4 S. 20 Ziff. 8, 
44.5 S. 12 Ziff. 8).

In psychiatrischer Hinsicht liegen gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-
Gutachten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episo-
de, mindestens mittelgradig (ICD-10 F32.1), eine somatoforme Schmerz-
störung (ICD-10 F45.4) sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0; AB 44.3 
S. 19 Ziff. 6.3.1) vor. Psychiatrischerseits wurde eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit attestiert (AB 44.1 S. 7 f. Ziff. 4.6 f., 44.3 S. 29 Ziff. 8.3.1 f.).

Damit ist der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Weitere 
Sachverhaltserhebungen erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdigung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 16

(vgl. hierzu BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 
E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.

4.1 Zu prüfen bleibt, ob anhand des strukturierten Beweisverfahrens 
nach BGE 141 V 281 der psychiatrisch attestierten Arbeitsunfähigkeit von 
100 % in einer angepassten Tätigkeit zumindest seit dem Zeitpunkt der 
Anmeldung (AB 44.1 S. 7 f. Ziff. 4.6 f.) auch aus rechtlicher Sicht gefolgt 
werden kann (vgl. E. 2.3.1 ff. hiervor), wobei die versicherte Person die 
materielle Beweislast trägt (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416). 

4.2 Was die Prüfung der ersten Ebene betrifft (vgl. E. 2.3.2 f. hiervor), 
sind die klassifikatorischen Vorgaben (depressive Episode, mittelgradig 
[ICD-10 F32.1], somatoforme Schmerzstörung [ICD-10 F45.4], Pa-
nikstörung [ICD-10 F41.0]; vgl. AB 44.3 S. 16 ff. Ziff. 6.3.1 sowie E. 2.3.3 
hiervor) eingehalten. Zwar hielt der psychiatrische Experte Hinweise auf 
eine Verdeutlichungstendenz fest. Allerdings verneinte er das Vorliegen 
von Simulation und Aggravation explizit (S. 15 Ziff. 6.2). Die Prüfung der 
ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden Gesundheitsschaden 
nicht aus, womit auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren 
die ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren 
Leistungsvermögens zu erfolgen hat (vgl. E. 2.3.4 hiervor).

4.3 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.3.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sym-
ptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgeschehens an-
hand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätiologie und 
Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 ff.). Im 
Rahmen der Untersuchung konstatierte der psychiatrische Gutachter – 
nebst unauffälligen Befunden – insbesondere, dass die Beschwerdeführe-
rin leicht ratlos wirke und eher dysphorisch, ängstlich und klagsam sei, 
ausgeprägte Störungen der Vitalgefühle vorlägen, die Beschwerdeführerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 17

deprimiert, teilweise hoffnungslos, nicht euphorisch und innerlich unruhig 
sowie der Antrieb gehemmt sei (AB 44.3 S. 11 Ziff. 4.3.2.1). Die Hamilton 
Depressionsskala (HAMD) ergab 28 Punkte, was den klinischen Eindruck 
des psychiatrischen Gutachters eines mindestens mittelgradig depressiven 
Syndroms bestätigte (S. 13 Ziff. 4.3.3.2). Weiter führte er betreffend die 
Psychopathologie als Kriterium für die Schweregradeinschätzung aus, dass 
die Beschwerdeführerin von Schmerz, Angst und Depressivität geprägt sei, 
was sich auf Güte und Tempo einer zu leistenden Arbeit auswirkte, mit 
Minderleistung im Bereich Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration. 
Diese Merkmale dürften grundsätzlich eingeschränkt sein, im zeitlichen 
Verlauf sich weiter ausprägen (vorzeitige Ermüdung). Ebenso sei die Emo-
tionalität schwer gestört. Depressive Affekte dominierten neben angstbe-
setzten Affekten. Die emotionale Belastbarkeit sei eingeschränkt, die Frus-
trationstoleranz ebenso. Die Beschwerdeführerin sei niedergedrückt, teil-
weise emotional leer, wirke teilweise feindselig gegen sich selbst. Ebenso 
präge eine emotionale Labilität die Untersuchung. Der Antrieb sei gehemmt 
und das Aktivitätsniveau begrenzt. Die Beschwerdeführerin habe sich stark 
von ihrem Helfernetz abhängig gemacht. Sie sei im Konfliktverhalten ein-
geschränkt, komme im Wesentlichen dennoch mit ihren vertrauten Perso-
nen und mit ihrem Helfernetz zurecht. Das Ausmass bzw. die Schwere der 
psychischen Erkrankung (gemäss Definition mit der Global Assessment of 
functioning GAF) spreche für eine klare Beeinträchtigung der sozialen, be-
ruflichen Leistungsfähigkeit (AB 44.3 S. 21 f. Ziff. 6.3.2.2).

Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenzen als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad 
einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Betreffend die bisherige 
Behandlung führte der Sachverständige einerseits aus, die durchgeführte 
Therapie sei nicht lege artis erfolgt im Sinne der Leitlinien der Fachgesell-
schaften, wobei zu beachten sei, dass die Leitlinien nicht für komorbide 
Komplexe wie den vorliegenden Gültigkeit hätten. Andererseits erscheine 
sie weitgehend angemessen und konsequent in der Zeitachse. Die thera-
peutischen Optionen seien dennoch nicht vollständig erschöpft. Es sei nicht 
plausibel begründet, warum nicht eine stationäre therapeutische Mass-
nahme aufgegleist werden sollte und auch das pharmakologische Konzept 
erscheine nicht überzeugend (AB 44.3 S. 29 Ziff. 8.4.1). Weiter werfe der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 18

Medikamentenspiegel Fragen auf. So sei das Medikament unter der Nach-
weisgrenze (vgl. hierzu AB 44.6 S. 2), was auch mit der E-Mailnachricht der 
Psychiatrie-Spitex wenige Stunden nach erfolgter Begutachtung, wonach 
die Beschwerdeführerin stets zuverlässig ihre Medikamente eingenommen 
habe, nicht plausibel eingeordnet werden könne (AB 44.3 S. 13 
Ziff. 4.3.3.1, S. 14 Ziff. 6.2). Gesamthaft dürfe jedoch davon ausgegangen 
werden, dass es über längere Abschnitte in den letzten 15 Jahren durchaus 
zu konsequenter Medikamenteneinnahme gekommen, diese jedoch ge-
genwärtig nicht gewährleistet sei, die Medikation sich aber auch nur als 
begrenzt wirksames Instrument erwiesen habe (S. 15 Ziff. 6.2). Kurz- und 
mittelfristig könnten keine Therapien benannt werden, die eine relevante 
Arbeitsfähigkeit wiederherstellen würden (S. 30 Ziff. 8.4.3). Es sei davon 
auszugehen, dass die geklagten Funktionsbeeinträchtigungen in wesentli-
chen Teilen bestünden und willentlich und durch Therapie kurz- und mittel-
fristig nicht überwunden werden könnten (AB 44.3 S. 16 Ziff. 6.2).

Was den Indikator Komorbiditäten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.) 
anbelangt, ging der psychiatrische Sachverständige von einem komorbiden 
Komplex aus (AB 44.3 S. 29 Ziff. 8.4.1). Ebenso wurde im internistischen 
Teilgutachten eine Überlappung der Fatigue-Symptomatik (Müdigkeit und 
leichte neurokognitive Einschränkungen) nach Chemotherapie mit der de-
pressiven Symptomatik als möglich erachtet (AB 44.4 S. 18 Ziff. 7.1). Auch 
von rheumatologischer Seite her wurde ausgeführt, dass das Schmerzerle-
ben und die Schmerzverarbeitung wahrscheinlich massgeblich durch die 
psychiatrische Erkrankung ungünstig beeinflusst würde, was eine häufige 
und gut bekannte Komorbidität sei (AB 44.5 S. 10 Ziff. 6.1). 

4.3.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) stellte der Psychiater keine Persönlichkeitsstörung fest (AB 44.3 
S. 25 Ziff. 7.2.2.3). Infolge der mittel- bis schwergradigen funktionellen Ein-
schränkungen wurden in überwiegend allen für eine Arbeitsfähigkeit rele-
vanten Teilbereichen interdisziplinär keine persönlichen Ressourcen oder 
deren Verwertbarkeit erkannt (AB 44.1 S. 7 Ziff. 4.4). Damit erscheint die 
bislang fehlende Bereitschaft zur Teilnahme am Arbeitsleben bei hohem 
Leidensdruck (vgl. E. 4.4.2 hiernach) nachvollziehbar.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 19

4.3.3 In Bezug auf den Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 
E. 4.3.2 S. 302) führte der Sachverständige aus, dieser sei als nicht 
grundsätzlich gestört zu beschreiben (AB 44.3 S. 27 Ziff. 8.1.2). Dies über-
zeugt insbesondere mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin mit ihren 
beiden (13- und 16-jährigen) Kindern zusammenlebt. Die Beschwerdefüh-
rerin gibt zudem selbst an, ein Helfernetz, privater und professioneller Her-
kunft, bestehend aus elf Personen zu haben, die sie unterstützten. Es wür-
den ihr viele Personen helfen, egal, ob beim Einkaufen oder bei den Mahl-
zeiten (S. 9 Ziff. 3.2.7). Entsprechend konstatierte der psychiatrische Sach-
verständige bloss wenig Ressourcen in der alltäglichen Lebensführung 
(S. 21 Ziff. 6.3.2.4). Weiter hielt der Gutachter fest, dass die zugrundelie-
gende Persönlichkeitsstruktur aufgrund früherer Einschnitte (Flucht mit 15 
Jahren, Ehe mit 16 Jahren) wenig Ressourcen aufweisen dürfte 
(Ziff. 6.3.2.3). Ebenso seien keine arbeitsplatzbezogenen Ressourcen vor-
handen sowie die intellektuellen und die Ressourcen der Persönlichkeit 
eingeschränkt (S. 25 Ziff. 7.2.2.6). Schliesslich hielt der psychiatrische 
Sachverständige fest, konkrete Resilienzfaktoren wie z.B. positive Emotio-
nen ergäben sich lediglich in Bezug auf die eigenen Kinder, ansonsten sei-
en wenig Optimismus, Hardiness, Selbstwertgefühl oder kognitive Flexibi-
lität vorhanden (S. 26 Ziff. 7.2.5). Mithin verfügt die Beschwerdeführerin 
einzig über geringe persönliche, familiäre und soziale Ressourcen.

4.4 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303).

4.4.1 Betreffend den Indikator der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 
281 E. 4.4.1 S. 303 f.) ist mit Blick auf den geschilderten Tagesablauf 
(AB 44.3 S. 9 Ziff. 3.2.9) erstellt, dass die Beschwerdeführerin keine Akti-
vitäten unternimmt bzw. in den Akten keine Hinweise auf solche ersichtlich 
sind. Die Beschwerdeführerin gab an, keine Hobbys zu haben und auch 
nicht spazieren zu gehen. Sie stehe um sieben Uhr auf, das Frühstück 
werde von den Kindern zubereitet. Sie bleibe wegen den Schmerzen zu 
Hause. Manchmal würde sie die Stube aufräumen, müsse nach fünf Minu-
ten aber wieder sitzen wegen der Schmerzen und Medikamente nehmen 
und könne allenfalls leichte Tätigkeiten ausführen. Viermal pro Woche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 20

komme eine Haushaltshilfe für zwei Stunden, welche putze und alle groben 
Hausarbeiten erledige. Kolleginnen würden etwas vorkochen, was sie dann 
jeweils für sich und die jüngere Tochter aufwärme, die ältere Tochter esse 
in der Schule. Nachmittags käme dann z.B. Frau F.________ von der 
Psychiatrie-Spitex (vgl. AB 44.3 S. 9 Ziff. 3.2.9) und würde sie zu einem 
Termin begleiten, wobei sie immer im Privat-PKW gefahren werde und we-
der mit dem ÖV noch zu Fuss gehe. Die Kolleginnen würden mit der Toch-
ter einkaufen gehen, eine Kollegin käme sicher dreimal pro Woche und 
würde bei ihr mit ihren eigenen Kindern essen. Gelegentlich würde sie im 
nahen … ein Brot einkaufen. Ins Bett gehe sie um 21.00 Uhr (AB 44.4 
S. 11 Ziff. 3.2). Mit Blick auf den geschilderten Tagesablauf steht die attes-
tierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht im Widerspruch zum Aktivitätenni-
veau der Beschwerdeführerin.

4.4.2 Was den Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) anbe-
langt, mögen zwar die Behandlungsmöglichkeiten insbesondere hinsichtlich 
einer stationären Therapie nicht vollumfänglich ausgeschöpft und die kon-
sequente Einnahme der Medikation zur Zeit fraglich sein. Allerdings ist ein 
Leidensdruck mit Blick auf die seit vielen Jahren bestehende enge Patien-
tenbeziehung zu Hausarzt, Psychiater und ambulanter Spitex und das auf-
gebaute Helfersystem sowie die seit Jahren andauernden medizinischen 
Behandlungen ohne eingetretene massgebliche verbesserte gesundheitli-
che Situation offensichtlich ausgewiesen.

4.5 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigung 
anhand der Standardindikatoren überwiegend wahrscheinlich erstellt, wes-
halb das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu beja-
hen ist. Die Rechtsprechung von BGE 148 V 49 steht dieser Schlussfolge-
rung nicht entgegen, liegen hier doch nebst der gegenwärtig mittelgradigen 
depressiven Episode durchaus nennenswerte Interferenzen durch psychia-
trische Komorbiditäten vor (vgl. E. 4.3.1 hiervor). Damit besteht gestützt auf 
die gutachterliche Einschätzung seit zumindest der Neuanmeldung vom 
März 2022 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (AB 44.1 S. 7 Ziff. 4.6 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 21

5.

5.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des 
Rentenanspruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter 
dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt. Dieser 
bestimmt sich nach Art. 24septies Abs. 1 IVV nach den erwerblichen 
Verhältnissen, in denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn 
sie nicht gesundheitlich beeinträchtigt wäre. Gemäss Art. 24septies Abs. 2 
IVV gilt eine versicherte Person als erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 1 IVG, 
wenn sie im Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die 
einem Beschäftigungsgrad von 100 % oder mehr entspricht (lit. a). Die 
versicherte Person gilt als nicht erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 2 IVG, 
wenn sie im Gesundheitsfall keine Erwerbstätigkeit ausüben würde (lit. b) 
respektive als teilerwerbstätig nach Art. 28a Abs. 3 IVG, wenn sie im 
Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem 
Beschäftigungsgrad von weniger als 100 % entspricht (lit. c). 

Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der 
versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern 
in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 
E. 2.3 S. 30; 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1). 

Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen ent-
scheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war 
oder nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb-
lichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf-
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück-
sichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi-
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu wür-
digen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV 
Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

5.2 Bei Erlass der Verfügung vom 20. November 2018 (AB 10.59 S. 2) 
setzte die IVTG den Status gestützt auf den Abklärungsbericht Haushalt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 22

vom 27. Juni 2018 (AB 10.73) auf 100 % Haushalt fest und begründete 
dies mit dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin weder in der Schweiz 
noch im … je gearbeitet und seit der Einreise in die Schweiz im Jahr 2005 
vom Sozialamt gelebt hätte. Die Beschwerdeführerin selbst gab demge-
genüber anlässlich dieser Abklärung an, aufgrund der Sprachbarriere und 
ihrer Aufenthaltsbewilligung keine Arbeitsstelle gefunden zu haben. Ohne 
Gesundheitsschaden würde sie ein 60%-Pensum ausführen. Bei Eintritt 
des Gesundheitsschadens seien ihre Kinder jedoch erst fünf und acht Jah-
re alt und damit betreuungspflichtig gewesen (S. 7). Diese Umstände wur-
den von der IVTG gänzlich ausser Acht gelassen. Im vorinstanzlichen Ver-
fahren prüfte die Beschwerdegegnerin den Status nicht erneut. Vielmehr 
übernahm sie ohne Abklärung und Begründung den durch die IVTG in der 
referenziellen Verfügung festgesetzten Status (vgl. AB 59 S. 2). Zwar wur-
de der Status sowohl im VGE VV.2019.3 (AB 10.45 f.) als auch im BGer 
8C_440/2019 (AB 10.25) explizit bestätigt, dies betraf aber einzig den Zeit-
punkt im Mai 2015. Es trifft zwar zu, dass die Beschwerdeführerin bis anhin 
nie erwerbstätig war (AB 10.225, 11). Mit Blick darauf, dass ihre 2006 und 
2009 geborenen Kinder jedoch mittlerweile 17 und 14 Jahre alt sind (vgl. 
AB 3 S. 3 Ziff. 3), ist revisionsrechtlich allerdings eine relevante Änderung 
zu bejahen, ist es der Beschwerdeführerin (spätestens mit der Neuanmel-
dung) doch nicht nur möglich, sondern ist sie angesichts ihrer prekären 
finanziellen Lage und infolge ihrer Sozialhilfeabhängigkeit sogar gehalten, 
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. Art. 28 Abs. 2 lit. c des Gesetzes 
vom 11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe [Sozialhilfegesetz, SHG; 
BSG 860.1]). Entgegen der Beschwerdegegnerin steht auch der Aufent-
haltsstatus (vgl. AB 2) einer Erwerbstätigkeit nicht entgegen (vgl. Be-
schwerdeantwort S. 3 Ziff. 7), können doch auch vorläufig aufgenommene 
Ausländer und Ausländerinnen einer Erwerbstätigkeit nachgehen (Art. 65 
Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt 
und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Diese gesamten Aspekte liess 
die IVB gänzlich unberücksichtigt, der Sachverhalt ist insofern nicht genü-
gend abgeklärt, weshalb die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt in er-
werblicher Hinsicht durch eine vertiefte Abklärung an Ort und Stelle zu er-
gänzen und gestützt auf die resultierenden Ergebnisse den Status neu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 23

festzusetzen haben. Dabei wird sie auch die laut dem MEDAS-Gutachten 
vom 16. November 2022 (AB 44.1) bestehenden Einschränkungen in der 
Haushalttätigkeit zu berücksichtigen haben. 

Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen den Status neu festsetze und den Rentenanspruch neu verfüge. 

6.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 19. Mai 2023 
(AB 56) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch der Be-
schwerdeführerin neu verfüge.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

7.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 25. Juli 2023 wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 1'945.90 festgesetzt (Aufwand von 7.08 h Stunden à Fr. 250.-- 
[Fr. 1'770.-- statt Fr. 1'825.--] zuzüglich Auslagen von Fr. 36.80 sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2023, IV/23/458, Seite 24

Mehrwertsteuer von 7.7 % im Betrag von Fr. 139.10). Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen. 

7.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Interesse an der Beur-
teilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt dahingefallen. Entspre-
chend ist das Verfahren um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege als 
gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (MI-
CHEL DAUM, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die 
Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, Art. 39 N. 1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 19. Mai 2023 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Par-
teikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'945.90 (inkl. Auslagen und 
MWST), zu ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

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5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.