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**Case Identifier:** 7d2e8d87-e163-5caf-bf58-2943e0db3917
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.05.2017 200 2015 828
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-828_2017-05-03.pdf

## Full Text

200 15 828 IV
FUR/SCM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Mai 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Juli 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/15/828, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 14. November 2006 unter Angabe chronischer Rücken-
schmerzen, einer Diskushernie auf Höhe L5/S1, Knie-, Ellenbogen- und 
Handgelenksschmerzen sowie Schmerzen im Unterleib bei der Eidgenös-
sischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, 
Antwortbeilagen [AB] 1). Nach Vornahme erwerblicher und medizinischer 
Abklärungen, in deren Rahmen insbesondere ein interdisziplinäres Gutach-
ten der MEDAS vom 11. April 2010 (AB 100.1) eingeholt wurde, lehnte die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung vom 21. Juni 
2010 (AB 107) einen Rentenanspruch mangels länger dauernder medizini-
scher Arbeitsunfähigkeit ab. Auf dagegen erhobene Beschwerde hin 
(AB 110) bestätigte das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Leis-
tungsablehnung mit Urteil vom 10. Februar 2011 (VGE IV/2010/765 
[AB 116]).

B.

Am 17. August 2011 (AB 123) ersuchte die Versicherte erneut um Leistun-
gen der IV. Nach mehrfachen operativen Eingriffen (vgl. AB 159) und 
kreisärztlichen Untersuchungen durch die Suva (vgl. AB 145.1 S. 2 ff., 
145.2 S. 44 ff., 160.2), nahm die MEDAS am 11. Februar 2015 eine bidis-
ziplinäre Nachbegutachtung vor (Gutachten vom 10. März 2015 
[AB 180.1]). Gestützt darauf sowie nach Durchführung des Vorbescheidver-
fahrens (AB 182, 189, 192) verfügte die IVB am 28. Juli 2015 bei einem 
Invaliditätsgrad von 5 % die Abweisung des Rentenbegehrens (AB 193).

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C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, am 14. Sep-
tember 2015 Beschwerde. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben und die Sache sei zu neuer Abklärung im Sinne eines polydis-
ziplinären Gutachtens an die IVB zurückzuweisen. Eventualiter sei der Be-
schwerdeführerin eine Teilrente zuzusprechen. Weiter sei beschränkt auf 
die Verfahrenskosten das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege zu ge-
währen. Schliesslich sei ihr zur Beschwerdeergänzung oder zu deren 
Rückzug eine Frist von zehn Tagen einzuräumen. 

Mit Eingaben vom 15. bzw. 28. September 2015 bestätigte die Beschwer-
deführerin ihre Anträge und reichte am 29. September 2015 weitere Unter-
lagen zu den Akten.

In der Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2015 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Die Beschwerdeführerin reichte am 30. November und 7. Dezember 2015 
neuerliche medizinische Unterlagen ein. 

Im Rahmen der Stellungnahme vom 4. Januar 2016 hielt die Beschwerde-
gegnerin – unter Verweis auf den Bericht des Regionalen Ärztlichen Diens-
tes (RAD) vom 15. Dezember 2015 (im Gerichtsdossier) – an den gestell-
ten Anträgen fest. Die Beschwerdeführerin machte ihrerseits mit Eingabe 
vom 26. Januar 2016 von der Möglichkeit zur Einreichung von Schlussbe-
merkungen Gebrauch. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 28. Juli 2015 (AB 193). Streitig 
und zu prüfen ist der Rentenanspruch und in diesem Zusammenhang ins-
besondere, ob der rechtserhebliche Sachverhalt genügend abgeklärt ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-

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werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 
objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Mit dieser Re-
gelung sind die bisher ungeschriebenen Rechtsgrundsätze und insbeson-
dere die Rechtsprechung zur Ausscheidung der invaliditätsfremden Fakto-
ren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu ausdrücklich im Gesetz festgehalten 
(BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 
5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). 

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-

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gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
vom 17. August 2011 (AB 123) eingetreten ist, womit die Eintretensfrage 
vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prü-
fen ist, ob seit der Verneinung des Leistungsanspruchs mit Verfügung vom 
21. Juni 2010 (AB 107) – bestätigt durch VGE IV/2010/765 (AB 116) – bis 
zum Erlass der hier angefochtenen Verfügung vom 28. Juli 2015 (AB 193) 
eine Änderung in den für den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen einge-
treten ist (vgl. E. 2.4 hiervor).

3.2 Im Vorfeld der gerichtlich bestätigten Verfügung vom 21. Juni 2010 
(AB 107, 116) wurde die Beschwerdeführerin interdisziplinär exploriert. In 
der entsprechenden MEDAS-Expertise nannten die Dres. med. 
C.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Physikalische Me-
dizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, und E.________, Fachärztin für Allgemei-
ne Innere Medizin, am 11. April 2010 in der Konsensbeurteilung die folgen-
den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 100.1 S. 20 f. 
Ziff. 5.1):

o Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
o Belastungsabhängige Gonalgien links (ICD-10 M25.56)
o Belastungsdefizit linker Ellenbogen (ICD-10 S59.9, M77.1)

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o Belastungsdefizit linkes Handgelenk (ICD-10 M25.53)
o Hypermobilitätssyndrom (ICD-10 M35.7)

Passagere Spannungszustände, am ehesten vereinbar mit einer Neuras-
thenie (ICD-10 F48.0), ein beginnendes metabolisches Syndrom, ein Sta-
tus nach Tonsillektomie und Nasenscheidenwand-OP 09/08 sowie ein Sta-
tus nach laparoskopischer Adhäsiolyse bei Verwachsungen im Unterbauch 
01/09 wurden als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
bewertet (S. 21 Ziff. 5.2). 

Seit dem 6. November 2009 sei die Tätigkeit der … wie auch das Austra-
gen von … aufgrund der Kniegelenksymptomatik links nicht mehr zumut-
bar. Vom 6. November 2009 bis zum Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung 
(10. Februar 2010) habe auch für die Tätigkeit als … eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit bestanden. Bei aktuell nur mässigem Kniegelenkserguss 
links sei ihr diese Tätigkeit wiederum vollschichtig zumutbar (S. 20 
Ziff. 4.2.6). Aufgrund der objektivierbaren rheumatologischen Befunde sei-
en der Beschwerdeführerin schwere und mittelschwere Tätigkeiten nicht 
mehr zumutbar. Für leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Mög-
lichkeit, gelegentlich aufzustehen und herumzugehen, ohne wirbelsäulen-
belastende Zwangshaltungen, ohne Tätigkeiten in kniender oder hockender 
Haltung und ohne besondere Belastungen für den linken Ellenbogen, d.h. 
ohne Arbeiten mit häufigem kraftvollen Zupacken der Hände, ohne mono-
tone, häufig wiederkehrende Bewegungsabläufe und ohne diadochokineti-
sche Bewegungsmuster bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 22 
Ziff. 6.2). Bei der psychiatrischen Untersuchung habe kein pathologischer 
Befund erhoben werden können. Die passageren Spannungszustände, am 
ehesten vereinbar mit einer Neurasthenie seien unregelmässig und leicht-
gradig und führten nicht zu einer Einschränkung der Arbeits- oder Leis-
tungsfähigkeit (S. 22 Ziff. 6.2, vgl. S. 11 - 14 Ziff. 4).

In VGE IV/2010/765 gelangte das Gericht nach Würdigung der medizini-
schen Akten zum Schluss, dass keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit be-
standen habe und die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, 
überwiegend sitzenden Tätigkeit wie der angestammten Tätigkeit als … zu 
100 % arbeitsfähig sei (AB 116 S. 13 E. 3.3).

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3.3 Die vorliegend angefochtene Verfügung vom 28. Juli 2015 (AB 193) 
stützte sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten 
der MEDAS vom 10. März 2015 (AB 180.1). Anlässlich der neuerlichen 
Exploration vom 11. Februar 2015 führten die Dres. med. C.________ und 
D.________ in Konsens der beiden Facharztdisziplinen die folgenden Dia-
gnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 28 f. Ziff. 5.1):

o Selbstschädigende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7)
o Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
o Funktions- und Belastungsdefizit linkes Kniegelenk (ICD-10 M25.56)
o Belastungsdefizit linker Ellenbogen (ICD-10 S59.9, M77.1)
o Belastungsdefizit linkes Handgelenk (ICD-10 M25.53)
o Hypermobilitätssyndrom (ICD-10 M35.7)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Dysthymie (ICD-10 
F34.1) sowie ein zunehmendes generalisiertes Schmerzsyndrom (ICD-10 
R52.9; S. 29 Ziff. 5.2).

Die Beschwerden am Bewegungsapparat seien in der rheumatologischen 
Untersuchung ausführlich validiert worden (vgl. S. 16 - 23). Diagnostisch 
sei das chronische lumbospondylogene Schmerzsyndrom festzustellen, 
dies ohne radikuläre Symptomatik, bei Status nach Voreingriffen und leich-
ten bis mässiggradigen degenerativen bildgebenden Befunden. Es bestehe 
zudem ein Funktions- und Belastungsdefizit des linken Kniegelenks und ein 
Belastungsdefizit des linken Ellenbogens sowie auch des linken Handge-
lenks, wobei sich das Ganze vor dem Hintergrund eines Hypermobilitäts-
syndroms aufbaue. Darüber hinausgehend bestünden multiple Schmerzen 
im Sinne eines multilokulären Schmerzsyndroms, für welche sich nur zum 
Teil ein entsprechendes morphologisches Korrelat finde. Dies könne eine 
Arbeitsunfähigkeit für schwere, mittelschwere und nicht adaptierte Tätigkei-
ten begründen bei multiplen, leichten bis mässiggradigen Einschränkungen 
des Achsenskeletts und der Extremitäten. Für körperlich leichte, überwie-
gend sitzende Tätigkeiten, mit der Möglichkeit, gelegentlich aufzustehen 
und herumzugehen, ohne Einnahme von Zwangshaltungen, ohne Arbeiten 
in kniender oder hockender Haltung und ohne besondere Belastung für den 
linken Arm bestehe aus Sicht des Bewegungsapparates eine uneinge-
schränkte Arbeitsfähigkeit. Nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten in der …, 

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welche überwiegend stehend durchzuführen seien, oder das Verteilen von 
… (S. 29 f. Ziff. 6). 

Aus psychiatrischer Sicht habe sich seit der letzten Untersuchung (10. Fe-
bruar 2010 [AB 100.1]) eine leichte Verschlechterung eingestellt. Damals 
noch nicht offenkundig könne nun eine selbstschädigende Persönlich-
keitsstörung beschrieben werden. Auf affektiver Ebene bestehe eine leichte 
Auslenkung im Sinne einer Dysthymie, also einer depressiven Störung, 
welche nicht das Ausmass einer leichten depressiven Episode erreiche. 
Die Belastungsfähigkeit der Explorandin sei leicht vermindert, dies im Sinne 
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % (AB 180.1 S. 30 Ziff. 6).

Aus bidisziplinärer Sicht sei eine bleibende Arbeitsunfähigkeit für schwere, 
mittelschwere und nicht adaptierte Tätigkeiten somatisch zu bestätigen 
(vgl. AB 100.1 S. 22 Ziff. 6.2). Weiterhin bestehe somatisch für leichte, ad-
aptierte Tätigkeiten eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit. 
Spätestens ab Februar 2015 könne aus psychiatrischer Sicht eine leichte 
Leistungseinbusse von 20 % bestätigt werden. Das Pensum für leichte, 
adaptierte Tätigkeiten könne weiterhin vollschichtig umgesetzt werden, 
versehen mit einem verminderten Rendement (AB 180.1 S. 30 Ziff. 6).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

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gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei Erlass der hier angefochtenen 
Verfügung (AB 193) grundsätzlich auf das bidisziplinäre MEDAS-Gutachten 
vom 10. März 2015 (AB 180.1) gestützt. Dieses ist umfassend, beruht auf 
einlässlichen anamnestischen Erhebungen und eigenen Untersuchungen, 
berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vor-
akten erstellt. Demnach erfüllt die Expertise grundsätzlich die Anforderun-
gen der Rechtsprechung (vgl. E. 3.4 hiervor), womit ihr voller Beweiswert 
zuzuerkennen ist und darauf abgestellt werden kann. Soweit die Be-
schwerdeführerin dagegen zunächst vorbringt, es wäre ein polydiszi-
plinäres Gutachten einzuholen (gewesen [Beschwerde S. 1]), so ist unter 
Berücksichtigung der beklagten somatischen Beschwerden (Schmerzen im 
ganzen Körper, insbesondere linke Hand, linker Arm, linkes Kniegelenk 
[vgl. AB 180.1 S. 17 f.]) darauf hinzuweisen, dass die Rheumatologie – als 
Teildisziplin der Inneren Medizin – eben gerade (chronische) Schmerzen 
des Bewegungsapparates zum Gegenstand hat (vgl. Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 16. Februar 2017, 9C_688/2016, E. 3.5), welche 
vorliegend zu beurteilen sind. Weshalb die Rheumatologie nicht in der Lage 
gewesen sein soll, die hier fraglichen Beschwerden kompetent abzuhan-
deln, ist nicht ersichtlich. Die rheumatologische Beurteilung wurde denn 
auch unter Berücksichtigung der Einschätzung des Suva-Kreisarztes Dr. 
med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, vom 12. März 2014 (AB 160.2) abgegeben. Das 
in der ergänzten Beschwerdeschrift (S. 5) ebenfalls erwähnte Teilgebiet der 
Psychiatrie wurde beigezogen. Für eine Untersuchung in einer weiteren 
fachärztlichen Disziplin besteht kein Anlass, denn die medizinische Situati-
on lässt sich aufgrund der vorliegenden Akten schlüssig beurteilen. 

Der Vergleich des Gesundheitszustandes präsentiert sich wie folgt:

3.5.1 In somatischer Hinsicht wurden anlässlich der MEDAS-
Begutachtungen in den Jahren 2010 und 2015 im Wesentlichen die glei-

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chen Diagnosen gestellt (AB 100.1 S. 18 Ziff. 4.2.3, 180.1 S. 20 f. Ziff. 3.3). 
Die Schmerzen im linken Knie, Ellenbogen und Handgelenk werden in den 
medizinischen Unterlagen denn auch seit einem Velounfall im Januar 2006 
(vgl. AB 11) dokumentiert (vgl. kreisärztliche Untersuchungen der Suva im 
Oktober 2008, September 2009, November 2010, Juli 2011, Mai 2012 und 
März 2014 [AB 65, 89, 120.15 S. 8 ff., 145.1 S. 2 ff., 145.2 S. 44 ff., 160.2]). 
Insbesondere im Zusammenhang mit dem Knie sowie der Hand erfolgten 
mehrfache Operationen (vgl. AB 21 S. 9, 100.2 S. 3, 120.12, 120.15 
S. 14 f., 120.17, 142 S. 7, 145.2 S. 80). Gegenüber der rheumatologischen 
Gutachterin führte die Beschwerdeführerin am 11. Februar 2015 aus, die 
Schmerzen im linken Kniegelenk seien am schlimmsten und hätten sich 
durch die zahlreichen operativen Eingriffe jeweils nicht verbessert 
(AB 180.1 S. 17 f.). Diese Knieschmerzen wurden von der Gutachterin be-
reits anlässlich der Expertise vom 10. Februar 2010 berücksichtigt (vgl. 
AB 100.1 S. 16). Zu der von der Beschwerdeführerin im Februar 2015 an-
gegebenen Ausweitung der Beschwerdesymptomatik mit mittlerweile 
Schmerzen am ganzen Körper (AB 180.1 S. 18) führte die rheumatologi-
sche Gutachterin aus, dass diese zwar einem generalisierten multilokulären 
Schmerzsyndrom mit Ganzkörperschmerzen und vegetativer Begleitsym-
ptomatik zugeordnet werden könnten, für diese sowie die dadurch geltend 
gemachten Funktionseinschränkungen jedoch nur zum Teil ein entspre-
chendes morphologisches Korrelat gefunden werden könne (AB 180.1 
S. 22 f.). Insbesondere riet die MEDAS-Gutachterin dringend von einem 
erneuten operativen Eingriff ab, da keiner der bisherigen Eingriffe zu einer 
Besserung der Beschwerdesymptomatik geführt habe (AB 180.1 S. 23 
Ziff. 3.8; vgl. hierzu auch die Kreisarztberichte der Suva: AB 89 S. 7, 
120.15 S. 15, 145.2 S. 59). Bereits anlässlich der Exploration vom Februar 
2010 berichtete die Beschwerdeführerin über verschiedenartigste Schmer-
zen, so unter anderem Schmerzen im Lumbalbereich mit gelegentlicher 
Ausstrahlung in das linke Bein und Schmerzen im Bereich des linken El-
lenbogens, dem linken Unterarm und dem linken Handgelenk (AB 100.1 
S. 16) sowie seit Kindheit bestehende Rückenschmerzen (AB 100.1 S. 14 
Ziff. 4.2.1, vgl. auch AB 25 S. 1). Ein entsprechendes morphologisches 
Korrelat fand die rheumatologische Gutachterin dabei auch im Februar 
2010 nur für einen Teil der beklagten Schmerzen und Funktionseinschrän-
kungen (AB 100.1 S. 19 Ziff. 4.2.4). Zusammenfassend gelangte die rheu-

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matologische Expertin unter Hinweis auf die Einschätzung von Dr. med. 
F.________ vom 12. März 2014 (AB 160.2 S. 17 f.) sowie unter Würdigung 
der vorhandenen Beschwerden erneut zum Schluss, dass für leichte, 
überwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, gelegentlich aufste-
hen und herumgehen zu können, ohne wirbelsäulenbelastende Zwangshal-
tungen, ohne Tätigkeiten in kniender oder hockender Haltung und ohne 
besondere Belastungen für den linken Arm, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 
bestehe (AB 180.1 S. 23 Ziff. 3.5). Daran vermag der zwischenzeitlich am 
29. Januar 2011 aufgetretene Sturz von einem Hocker mit Fraktur der lin-
ken Hand (AB 118.2, 118.6) nichts zu ändern, war diese Beeinträchtigung 
doch lediglich vorübergehend und wurde die Verletzung entsprechend be-
handelt (vgl. AB 120.17). Insbesondere führen auch die abdominellen Be-
schwerden und die damit einhergehenden operativen Eingriffe seit Jahren 
jeweils nur vorübergehend zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. 
AB 7 S. 16, 80 S. 2, 120.15 S. 15, 141, Akten der Beschwerdeführerin [BB] 
5 und 12 sowie RAD-Bericht vom 15. Dezember 2015 [im Gerichtsdossi-
er]), womit sie keine Invalidität zu begründen vermögen.

Nach dem Dargelegten ist im hier massgeblichen Vergleichszeitraum (vgl. 
E. 3.1 hiervor) in rein körperlicher Hinsicht keine wesentliche Veränderung 
eingetreten (vgl. auch RAD-Bericht vom 16. Juli 2014 [AB 169 S. 4]). Dabei 
ist insbesondere zu beachten, dass die geänderte Rechtsprechung zu den 
somatoformen Schmerzstörungen bzw. äquivalenten Beschwerdebildern 
nach BGE 141 V 281 für sich allein keinen Neuanmeldungs- bzw. Revisi-
onsgrund darstellt (BGE 141 V 585 E. 5.3 S. 588; vgl. ergänzte Beschwer-
de S. 6).

3.5.2 In psychiatrischer Hinsicht hat der MEDAS-Gutachter Dr. med. 
D.________ anlässlich seiner Beurteilung vom 11. Februar 2015 eine leich-
te Verschlechterung gegenüber der Untersuchung vom Februar 2010 fest-
gehalten (AB 180.1 S. 30 Ziff. 6). Nachdem im ersten Gutachten mit Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit noch keine psychiatrische Diagnose 
festgehalten worden war bzw. die passageren Spannungszustände, am 
ehesten vereinbar mit einer Neurasthenie (ICD-10 F48.0), als ohne Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit bewertet worden waren (AB 100.1 S. 13 Ziff. 4.1.3), 
wurde im Jahr 2015 nunmehr eine selbstschädigende Persönlichkeitss-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/15/828, Seite 13

törung (ICD-10 F60.7; mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) sowie eine Dys-
thymie (ICD-10 F34.1; ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) aufgeführt 
(AB 180.1 S. 26 Ziff. 4.3). Während im Rahmen der ersten Begutachtung 
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (AB 100.1 
S. 13 Ziff. 4.1.5), hielt Dr. med. D.________ im Gutachten vom 10. März 
2015 fest, die Persönlichkeitsstörung führe in Komorbidität mit der Dysthy-
mie zu einer Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 20 % (AB 180.1 S. 27 
Ziff. 4.5). 

Diese neu gestellten Diagnosen sowie die damit einhergehende geänderte 
gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit allein vermögen jedoch noch 
nicht zu einer anspruchsbegründenden Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen zu führen. Sofern nunmehr die Diagnose 
einer Dysthymie – ohnehin als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bewer-
tet – aufgeführt wird (AB 180.1 S. 26 und 29), ist eine solche allein nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung regelmässig nicht invalidisierend, 
es sei denn, sie tritt zusammen mit anderen Befunden, wie etwa einer 
ernsthaften Persönlichkeitsstörung, auf (vgl. Entscheid des BGer vom 
23. Januar 2013, 9C_605/2012, E. 3.3). Der psychiatrische MEDAS-
Gutachter attestierte der Beschwerdeführerin aufgrund der Persönlich-
keitsstörung in Komorbidität mit der Dysthymie eine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit (AB 180.1 S. 27 Ziff. 4.5). Aufgrund dieser lediglich leicht-
gradigen Arbeitsfähigkeitseinschränkung im Sinne einer Leistungseinbusse 
von 20 % ist ein Schweregrad der neu diagnostizierten Persönlichkeitss-
törung entsprechend der obengenannten Rechtsprechung, welche in Ko-
morbidität mit der Dysthymie eine invalidisierende Wirkung zur Folge hätte, 
zu verneinen. Der psychiatrische MEDAS-Gutachter führte im März 2015 
denn auch zu Recht aus, die Beschwerdeführerin sei während ca. 20 Jah-
ren berufstätig gewesen (AB 180.1 S. 27 Ziff. 4.5). Schliesslich lagen die 
passageren Spannungszustände, durch welche die Beschwerdeführerin 
abgelenkt und dadurch in der Arbeitsfähigkeit behindert sei (AB 180.1 S. 27 
Ziff. 4.5), bereits im Jahr  2010 vor, wurden damals vom Gutachter aber als 
zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führend bewertet (AB 100.1 
S. 13 Ziff. 4.1.5). Schliesslich lässt die seit 2007 vorliegende Entwöhnung 
und Dekonditionierung von der beruflichen Tätigkeit und die Empfehlung 
des psychiatrischen Gutachters, die Beschwerdeführerin schrittweise an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/15/828, Seite 14

eine Belastbarkeit heranzuführen (AB 180.1 S. 27 Ziff. 4.7), nach wie vor 
den Schluss auf eine grundsätzliche Arbeitsfähigkeit zu (vgl. auch RAD-
Bericht vom 21. Juli 2015 [AB 192 S. 2]). Soweit die gutachterlichen 
Schlussfolgerungen mit denjenigen des behandelnden Dr. med. 
G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diskrepant sind 
(vgl. Bericht vom 15. Oktober 2015 [BB 13]), ist zudem auf die unterschied-
liche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-
)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fach-
medizinischen Experten anderseits hinzuweisen, die es nicht zulässt, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Weiter führt die Beschwerdeführerin aus, Dr. med. 
G.________ habe eine leichte Minderintelligenz diagnostiziert (ergänzte 
Beschwerde S. 5). Dieser Befund wurde vom psychiatrischen MEDAS-
Gutachter denn auch im Februar 2015 erhoben, verbunden mit dem Hin-
weis, dass die Beschwerdeführerin von sehr einfacher Persönlichkeit sei. 
Da das Bewusstsein klar, die Beschwerdeführerin zeitlich, örtlich und auto-
psychisch voll orientiert sowie der Gedankengang formal geordnet und 
kohärent und inhaltlich unauffällig war und auch sonst jegliche Störungen 
oder Beeinträchtigungen verneint wurden (AB 180.1 S. 25 f. Ziff. 4.2), ist 
die Nichtaufführung dieses Befundes bei den Diagnosen (vgl. AB 180.1 
S. 26 Ziff. 4.3 und S. 28 f. Ziff. 5) nicht zu beanstanden. Aus diesem Um-
stand ist zuletzt ebenfalls keine massgebliche Veränderung zu begründen, 
führte Dr. med. D.________ doch bereits im Rahmen der Exploration vom 
Februar 2010 aus, die Fragen müssten eher einfach formuliert werden, um 
die Beschwerdeführerin nicht zu überfordern (AB 100.1 S. 12 f. Ziff. 4.1.2).

Insofern ist davon auszugehen, dass im hier relevanten Überprüfungszeit-
raum lediglich eine unterschiedliche diagnostische Zuordnung eines im 
Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachverhalts vorliegt bzw. 
auch in psychiatrischer Hinsicht keine massgebende Veränderung einge-
treten ist.

3.5.3 Nach dem Dargelegten ist im Vergleichszeitraum weder in somati-
scher noch in psychiatrischer Hinsicht eine massgebende Änderung in den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/15/828, Seite 15

für den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten (vgl. E. 3.1 hier-
vor), womit sich vorliegend grundsätzlich sowohl ein detaillierter Einkom-
mensvergleich (vgl. jedoch E. 4 hiernach) als auch Ausführungen zu der 
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Frühinvalidität (vgl. er-
gänzte Beschwerde S. 6) erübrigen. 

4.

Selbst wenn im massgebenden Vergleichszeitraum eine Veränderung zu 
bejahen und die von den MEDAS-Gutachtern bei einem vollschichtigen 
Pensum aus psychiatrischer Sicht attestierte Leistungseinbusse von 20 % 
für körperlich leichte Tätigkeiten (überwiegend sitzend, mit der Möglichkeit, 
gelegentlich aufzustehen und herumzugehen, ohne Einnahme von 
Zwangshaltungen, ohne Arbeiten in kniender oder hockender Haltung und 
ohne besondere Belastung für den linken Arm) berücksichtigt würde (vgl. 
AB 180.1 S. 29 f. Ziff. 6 bzw. E. 3.3 hiervor), wäre ein Rentenanspruch zu 
verneinen:

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 
517/02, E. 1.2).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/15/828, Seite 16

Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 
E. 2.2).

4.3 Die Beschwerdeführerin hat die bis im Jahr 2007 zuletzt innegehab-
te Anstellung, welche gemäss der medizinischen Einschätzung nicht mehr 
zumutbar ist (AB 100.1 S. 20 Ziff. 4.2.6, 180.1 S. 30 Ziff. 6), aus gesund-
heitlichen Gründen verloren und seither keine neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen (vgl. AB 9 S. 2, 15 S. 1, 30 S. 1, 180.1 S. 27 Ziff. 4.7). Damit sind 
die beiden Vergleichseinkommen aufgrund statistischer Zahlen der LSE zu 
bestimmen (vgl. E. 4.1 f. hiervor). Sind Validen- und Invalideneinkommen 
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren 
genaue Ermittlung; diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn 
(Entscheid des BGer vom 16. Juni 2016, 8C_108/2016, E. 5.1.1). Bei einer 
Leistungseinbusse von 20 % sowie unter Heranziehung des von der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/15/828, Seite 17

schwerdegegnerin ermessensweise – und als wohlwollend erscheinend – 
auf 5 % festgelegten Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. AB 193 S. 2), resul-
tierte ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 24 % (vgl. E. 2.3 
hiervor). 

5.

Nach dem Ausgeführten ist es im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch mit der angefochtenen Verfü-
gung vom 28. Juli 2015 (AB 193) verneint hat, womit die dagegen erhobe-
ne Beschwerde abzuweisen ist.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin grundsätzlich die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

6.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG). 

Die Prozessarmut der Beschwerdeführerin ist erstellt, da sie vom Sozial-
dienst der … unterstützt wird (BB 4). Da weiter das Beschwerdeverfahren 
nicht als von vornherein aussichtslos zu betrachten ist, ist das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht 
gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin ist damit – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweize-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/15/828, Seite 18

rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR272), d.h. 
sobald sie innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nach-
zahlung in der Lage ist – vorläufig von der Bezahlung der Verfahrenskosten 
zu befreien. 

6.3 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird hinsichtlich der Ver-
fahrenskosten gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/15/828, Seite 19

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.