# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdca57a8-911d-5875-9674-429e55c05d0a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.02.2021 S 2019 131
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-131_2021-02-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 131

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser, Pedretti

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 16. Februar 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti,

Beschwerdeführerin

gegen

B._____ AG,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____ war zuletzt als Skilehrerin bei der C._____ D._____ AG tätig. In 

dieser Eigenschaft war sie bei der B._____ AG (nachfolgend: B._____) 

gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 22. 

Februar 2019 stand A._____ als Skilehrerin mit ihrem sechsjährigen 

Skischüler am Skilift, als dieser von einem etwa zwölfjährigen Jungen um-

gefahren wurde. Daraufhin stürzte der Skischüler auf A._____, wobei auch 

sie zu Fall kam und sich beide Knie verdrehte. Bereits am Folgetag wurde 

in der Klinik E._____ in D._____ eine MRI-Untersuchung des rechten 

Kniegelenks durchgeführt, wobei eine (Teil-)Ruptur des vorderen Kreuz-

bandes festgestellt wurde. Am 27. Februar 2019 erfolgte in der Klinik 

E._____ in D._____ eine MRI-Abklärung des linken Kniegelenks, bei wel-

chem ein Vorzustand bereits bekannt war. Die B._____ gewährte die ge-

setzlichen Leistungen (Taggelder, Heilkosten). 

2. Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse lehnte die B._____ mit 

Verfügung vom 24. Juni 2019 einen Anspruch von A._____ auf Versiche-

rungsleistungen ab dem 10. März 2019 ab. Zur Begründung führte sie an, 

dass sich gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes ergebe, 

dass mit der Teilnahme am Engadiner Skimarathon vom 10. März 2019 

der Status quo ante erreicht worden sei. Die gegen diese Verfügung erho-

bene Einsprache wies die B._____ mit Einspracheentscheid vom 9. Okto-

ber 2019 ab. 

3. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführe-

rin) am 11. November 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Darin beantragte sie die Aufhebung des angefoch-

tenen Einspracheentscheids sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leis-

tungen über den 10. März 2019 hinaus. Eventualiter sei die Frage der Un-

fallkausalität der Beschwerden im rechten Knie (Instabilität etc.) sowie die 

Frage der Erreichung des Status quo ante am rechten Kniegelenk gestützt 

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auf Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 44 ATSG von einem unabhängigen Sach-

verständigen klären zu lassen. Zur Begründung wurde hauptsächlich vor-

gebracht, die B._____ habe die beschwerdeführerische Einsprache ge-

stützt auf das Aktengutachten von Dr. med. F._____ sinngemäss unter 

anderem mit der Begründung abgelehnt, in beiden Kniegelenken sei ein 

erheblicher Vorzustand vorhanden gewesen und aufgrund der kontinuität-

serhaltenden Fasersträngen erkläre sich auch, weshalb die Beschwerde-

führerin bereits wenige Tage nach dem Skisturz den Engadiner Skimara-

thon habe absolvieren können. Es habe keine relevante Instabilität bestan-

den, wie dies bei einer Totalruptur des vorderen Kreuzbandes zu erwarten 

gewesen wäre. Diese Ausführungen würden den im Recht liegenden Arzt-

berichten widersprechen. Denn die Dres. med. G._____ und H._____, 

welche die Beschwerdeführerin selber untersucht und mithin nicht einfach 

einen Aktenentscheid getroffen hätten, hätten ausdrücklich festgehalten, 

dass sich eine vordere Kreuzbandruptur rechts gezeigt habe, dass diese 

Ruptur frisch gewesen sei und dass zusätzlich auch noch ein Gelenkser-

guss habe festgestellt werden können; aufgrund dieser frischen Verletzun-

gen seien weiterhin eine vordere Instabilität und weitere Beschwerden vor-

handen. Es möge zwar zutreffen, dass Dr. med. I._____ in seinem Bericht 

vom 23. Februar 2019 (recte: 25. Februar 2019) verschiedene kleinere 

Vorzustände am rechten Kniegelenk aufgeführt habe, was jedoch nichts 

an der Tatsache ändere, dass das vordere Kreuzband infolge des Skiun-

falls gerissen gewesen und die Instabilität auf diese Kreuzbandverletzung 

zurückzuführen sei. Die Dres. med. G._____ und H._____ würden die Be-

schwerdeführerin seit unzähligen Jahren kennen und hätten Kenntnis da-

von, dass das rechte Kniegelenk noch nie offensichtlich verletzt gewesen 

sei. Ihre Ausführungen seien absolut nachvollziehbar, zumal die Argumen-

tation der B._____ im Zusammenhang mit der Absolvierung des Engadi-

ner Skimarathons nicht stichhaltig sei. Es sei sehr wohl möglich, auch mit 

einem gerissenen sowie instabilen Kreuzband Sport zu treiben und das 

Knie somit einem Belastungstest zu unterziehen. Wenn sich die B._____ 

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nun auf den Standpunkt stelle, dass die Beschwerden ab dem 10. März 

2019 nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammen-

hang mit dem Skiunfall stehen würden, bedeute dies in der Konsequenz, 

die Beschwerden wegen des Kreuzbandrisses (inkl. Instabilität) sowie der 

Knochenprellung am Fibulaköpfchen seien schon nach 16 Tagen ausge-

heilt gewesen. Dies könne wohl nicht ernsthaft behauptet werden, zumal 

die behandelnden Ärzte im damaligen Zeitpunkt eben auch die operative 

Behandlung diskutiert hätten, weil sie gewusst hätten, dass die Instabilität 

so oder anders noch über Monate andauern könne bzw. werde. Wenn die 

B._____ im Übrigen behaupte, der Status quo sine vel ante und somit der 

krankhafte Vorzustand sei ab dem 10. März 2019 wieder erreicht gewe-

sen, so gelte es diesbezüglich klarzustellen, dass die Beschwerdeführerin 

am rechten Kniegelenk noch nie eine Verletzung erlitten und vor dem Ski-

unfall nachweislich überhaupt keine Beschwerden verspürt habe. Soweit 

die B._____ den ablehnenden Einspracheentscheid sodann damit be-

gründe, dass infolge der Absolvierung des Engadiner Skimarathons der 

Nachweis erbracht sei, dass die Kniedistorsion zu keinen erheblichen Ver-

letzungen geführt habe und somit auch keine vollumfängliche Arbeitsun-

fähigkeit begründet werden könne, übersehe sie, dass die Beschwerde-

führerin als Skilehrerin tätig gewesen sei und sie diese Tätigkeit wegen 

des Kreuzbandrisses unmöglich habe ausüben können. Es könne wohl 

nicht ernsthaft behauptet werden, man könne bereits 16 Tage nach erfolg-

tem Kreuzbandriss wieder als Skilehrerin tätig sein. Ausserdem wäre die 

Aufnahme dieser Tätigkeit selbst- sowie fremdgefährdend gewesen. Die 

B._____ lehne weitere Leistungen ab dem 10. März 2019 grundsätzlich 

nur mit der Begründung ab, mit Absolvierung des Skimarathons sei der 

Status quo sine vel ante terminiert worden. Es handle sich bei der Be-

schwerdeführerin um eine äusserst aktive und sportliche Person, weshalb 

sie das Kreuzband nicht einfach operativ habe behandeln lassen wollen, 

sondern zuerst habe ausloten wollen, ob eine Operation umgangen wer-

den könne. Der Belastungstest habe denn auch gezeigt, dass die von den 

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Dres. med. G._____ und H._____ nachgewiesene Knieinstabilität durch-

aus kompensiert und somit eine konservative Behandlung verantwortet 

werden könne. Dies heisse aber noch lange nicht, dass nach diesem Test 

überhaupt keine Knieinstabilität mehr vorhanden gewesen wäre und das 

rechte Kniegelenk wieder den "krankhaften Vorzustand" – die Beschwer-

deführerin sei komplett beschwerdefrei gewesen –  erreicht hätte. Es sei 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass die In-

stabilität im rechten Kniegelenk und die weiteren mit einem Kreuzbandriss 

einhergehenden Beschwerden nicht auf den Unfall vom 22. Februar 2019 

zurückzuführen seien. Im Gegenteil, ein Kreuzbandriss, bei welchem die 

operative Behandlung im Raum gestanden habe, könne nicht innert 16 

Tagen derart abgeklungen sein, dass dieser Riss zu keinerlei Instabilität 

mehr führe. 

4. In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2020 beantragte die B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass es entgegen der be-

schwerdeführerischen Darstellung nicht zu einer Totalruptur des vorderen 

Kreuzbandes gekommen sei, denn der Radiologe Dr. med. I._____ habe 

am 23. Februar 2019 folgendes festgestellt: "T2 hyperintense Signalalte-

rationen im VKB mit überwiegend kontinuitätserhaltenden Fasersträngen." 

Gemäss Aktengutachten des Versicherungsmediziners Dr. med. F._____ 

vom 8. Januar 2020 sei die Unfallkausalität der Kniebeschwerden rechts 

unbestritten. Die nachgewiesene Zerrung/Partialruptur des vorderen 

Kreuzbandes habe aber zu keiner relevanten Knieinstabilität geführt, da 

die Kontinuität der Faserstränge im vorderen Kreuzband überwiegend er-

halten geblieben sei (Hinweis auf den von Dr. med. I._____ am 23. Fe-

bruar 2019 festgestellten Befund). Bestritten werde nicht die Unfallkausa-

lität für das rechte Kniegelenk, sondern eine weiterhin bestehende unfall-

bedingte Arbeitsunfähigkeit sowie eine ereignisbedingt fortdauernde Be-

handlungsbedürftigkeit. Das Bone bruise sei im vorliegenden Fall überwie-

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gend wahrscheinlich eine frische Verletzung gewesen. Solche Verände-

rungen im Gelenk könnten aber auch im Rahmen einer Arthrose oder einer 

chronischen Überlastung auftreten. Diese hätten allerdings per Definition 

keine bleibenden Folgen (Hinweis auf wissenschaftliche Literatur betref-

fend Bone bruise). Am rechten Knie der Beschwerdeführerin habe keine 

vollständige Kreuzbandruptur vorgelegen, sondern es sei zu einer Parti-

alläsion des vorderen Kreuzbandes gekommen. Im betroffenen Kniege-

lenk habe zu jenem Zeitpunkt ein erheblicher, unfallfremder Vorzustand 

bestanden im Sinne einer Arthrose, degenerativer Veränderungen im me-

dialen Meniskus sowie von Baker- und Geröllzysten. Das Ereignis vom 

22. Februar 2019 habe überwiegend wahrscheinlich zu keiner relevanten 

Instabilität im rechten Kniegelenk geführt. Ab dem 10. März 2019 (Absol-

vierung Engadiner Skimarathon) hätten somit keine Gründe mehr für eine 

weitere Arbeitsunfähigkeit resp. Behandlung bestanden. Hinsichtlich des 

linken Knies wurde hauptsächlich ausgeführt, dass am 27. Februar 2019 

eine MRI-Abklärung stattgefunden habe und ebenfalls eine Konsultation 

bei Dr. med. J._____. Dieser habe in seinem Bericht vom 28. Februar 2019 

festgehalten, dass sich im MRT-Befund ein Bone bruise im medialen Ti-

biaplateau zeige und die Menisken medial und lateral adäquat ohne fri-

sches Trauma aussehen würden. Dr. med. G._____ habe die MRI-Auf-

nahmen des linken Knies am 1. März 2019 wie folgt kommentiert: "Fortge-

schrittene, posttraumatische Gonarthrose bei noch etwas bestehendem 

vorderen Kreuzbandtransplantat. Dieses ist aber deutlich gelockert. Es 

scheint mir eine Verkalkung intertrochantär vorzuliegen, die das Kreuz-

band etwas umlenkt. Multiple Granulome im Bereiche des proximalen wie 

distalen Transplantatkanals. Steiler Sitz des Kreuzbandes proximal. Frisch 

traumatisch kann ich keine weitere Läsion feststellen. Beide Menisken 

sind degenerativ verändert. Die mediale Gonarthrose ist fortgeschrittener 

als lateral. […] Am linken Kniegelenk ist sicherlich vorderhand keine wei-

tere Therapie ausser Physiotherapie und Schmerztherapie notwendig." 

Laut Dr. med. F._____ habe im linken Kniegelenk ein erheblicher Vorzu-

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stand mit einer Gonarthrose bei Zustand nach zweimaliger Kreuzbander-

satzplastik bestanden. Frische relevante Verletzungsfolgen hätten am 27. 

Februar 2019 bildgebend nicht nachgewiesen werden können. Dr. med. 

F._____ weise in seinem Aktengutachten vom 8. Januar 2020 darauf hin, 

dass im Rahmen der Untersuchung vom 12. März 2019 betreffend das 

linke Knie keine Beschwerden erwähnt worden seien. Somit habe zu je-

nem Zeitpunkt ebenfalls kein Grund mehr für eine unfallbedingte Arbeits-

unfähigkeit resp. Behandlungsbedürftigkeit bestanden. Von den anbe-

gehrten weiteren Abklärungen seien keine entscheidrelevanten Erkennt-

nisse zu erwarten, so dass darauf verzichtet werden könne. 

5. Mit Replik vom 27. Januar 2020 führte die Beschwerdeführerin bei unver-

änderten Rechtsbegehren aus, es sei aktenkundig, dass sie sich bei ei-

nem Skiunfall das vordere rechte Kreuzband (an-)gerissen habe. Diese 

Verletzung, welche sicherlich auch bei einer allfälligen Erhaltung der Fa-

serstränge mit einer Instabilität im rechten Kniegelenk einhergegangen 

sei, könne nicht dazu führen, dass jemand schon 16 Tage nach dieser 

Partialläsion in der angestammten Tätigkeit als Skilehrerin wieder voll ar-

beitsfähig gewesen sein solle. 

6. Am 29. Januar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin bei unveränder-

ten Rechtsbegehren auf das Einreichen einer Duplik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien sowie die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 9. Oktober 2019. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen ei-

nen Einspracheentscheid Beschwerde an das Versicherungsgericht des-

jenigen Kantons erhoben werden, in welchem die versicherte Person im 

Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerde-

führerin wohnt im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin davon überdies berührt 

und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf 

(Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist 

somit einzutreten.

2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf weitere Leistungen der obli-

gatorischen Unfallversicherung aus dem Skiunfall vom 22. Februar 2019 

ab dem 10. März 2019 verneinte. 

3.1. Gemäss Art. 4 ATSG ist ein Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schä-

digende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-

gen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Nach Art. 6 

Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-

cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungs-

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leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person An-

spruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-

lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise 

arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein 

Taggeld. Die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggel-

der und Hilflosenentschädigungen werden nicht gekürzt, wenn die Ge-

sundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist (Art. 36 Abs. 1 

UVG).

3.2. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Scha-

den ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne 

des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer-

den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 

alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 

genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingun-

gen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt 

hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen 

einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob-

liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli-

chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. 

Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 142 V 435 E.1, 129 V 177 E.3.1, 

119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit weiteren Hinweisen). 

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3.3. Hat ein Unfallversicherer die Unfallkausalität bejaht und Leistungen er-

bracht, entfällt seine Leistungspflicht erst, wenn der gesundheitliche Scha-

den nur noch ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft 

dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er un-

mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber der-

jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 

krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt 

hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. BGE 146 V 51 E.5.1 und 8.5). 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 

muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ur-

sachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 

allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 

handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungs-

begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei 

der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dabei muss 

nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Ent-

scheidend ist, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens 

ihre kausale Bedeutung verloren haben, ob diese also dahingefallen sind. 

Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Be-

weis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die 

versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (vgl. Urteile des Bundes-

gerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2, 8C_840/2019 vom 14. Fe-

bruar 2020 E.3.2, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 

15/04 vom 7. Juli 2004 E.2.2, je mit weiteren Hinweisen). 

3.4. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Be-

weislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings 

erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersu-

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chungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt 

zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirk-

lichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 138 V 218 E.6; Urteil des Bundesge-

richts 8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2; je mit weiteren Hinweisen).

3.5. Der Versicherungsträger und das im Streitfall angerufene Gericht haben 

den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären (vgl. 

Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Die Untersuchungspflicht dauert so 

lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderli-

chen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben jedoch erhebliche 

Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen 

Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätz-

lichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu 

erwarten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 25. Juni 

2018 E.3.2.1, 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1, je mit weiteren 

Hinweisen).

3.6. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte sind Sozialversicherungsträger 

und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewiesen, die ihnen 

vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat die medi-

zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gülti-

gen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie 

alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweis-

regeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, 

dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-

chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum 

es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hin-

sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, 

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ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 

157 E.1c). Gemäss Rechtsprechung ist auch ein reines Aktengutachten 

beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Ver-

lauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; 

der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Berichter-

statter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein 

vollständiges Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3 mit weiteren Hinweisen). Dabei 

geht es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an 

sich feststehenden medizinischen Sachverhalts, mithin rückt die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund (vgl. 

SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, 8C_239/2008 vom 17. Dezember 2009 E.7.2; 

SZS 2008 S. 393, I 1094/06 vom 14. November 2007 E.3.1.1 in fine; Urteil 

U 10/87 vom 29. April 1988 E.5b, nicht publ. in: BGE 114 V 109, aber in: 

RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2016 vom 

24. März 2017 E.6.1). Den Berichten eines Versicherungsmediziners 

kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh-

bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien ge-

gen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 

der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner Feststellungen, so sind wei-

tere Abklärungen notwendig (vgl. BGE 135 V 465 E.4.6 f., 125 V 351 

E.3b/ee). 

4.1. Vorliegend ist der Unfallhergang zwischen den Parteien unbestritten. Am 

22. Februar 2019 stand die Beschwerdeführerin als Skilehrerin mit ihrem 

sechsjährigen Skischüler am Skilift, als dieser von einem etwa zwölfjähri-

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gen Jungen umgefahren wurde. In der Folge stürzte der Skischüler auf die 

Beschwerdeführerin, wobei auch sie zu Fall kam. Dabei verdrehte sich die 

Beschwerdeführerin beide Knie und musste sich in ärztliche Behandlung 

begeben (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 2 S. 2 und S. 13, 8 

und 12 S. 1 sowie beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 2 S. 1 und 

S. 4 ff.). Es liegen Arbeitsunfähigkeitszeugnisse zu 100 % ab dem 22. Fe-

bruar 2019 bis zum 31. März 2019 vor (vgl. Bg-act. 2 S. 2). 

4.2.1. Bezüglich des Beschwerde- und Behandlungsverlaufs des rechten Knies 

der Beschwerdeführerin sind folgende medizinischen Unterlagen von Re-

levanz:

4.2.2. In seinem Bericht vom 25. Februar 2019 über die MRI-Untersuchung vom 

23. Februar 2019 hielt Dr. med. I._____, Facharzt für Radiologie FMH, 

Klinik E._____, D._____, betreffend Befund im zentralen Kompartiment 

Folgendes fest: "T2 hyperintense Signalalterationen des VKB mit überwie-

gend kontinuitätserhaltenden Fasersträngen. Normales HKB." In seiner 

Beurteilung führte er folgendes aus: "Zerrung/Partialruptur des VKB. Bone 

bruise im Fibulaköpfchen. Degeneration des Innenmeniskus ohne Einriss. 

Grosser Gelenkerguss. Partiell rupturierte Bakerzyste. Zerrung des M. 

popliteus. Chondropathie Grad 4 am medialen Femurkondylus" (vgl. Bf-

act. 3). 

4.2.3. Dr. med. G._____, Chefarzt Orthopädische Chirurgie, Klinik E._____, 

D._____, hielt in seinem Bericht vom 1. März 2019 über die am 28. Fe-

bruar 2019 erfolgte Untersuchung in befundlicher Hinsicht Folgendes fest: 

"Leichter Kniegelenkserguss rechts. Flexion/Extension 120-0-0. Vordere 

Schublade in Aussenrotation/Neutralstellung ++, in Innenrotation +. Lach-

man ++. Pivot-shift nicht geprüft. Seitliche Aufklappbarkeit negativ. Menis-

kuszeichen negativ. E._____ aufgebaute Muskulatur." Bezüglich der MRI-

Abklärung vom 23. Februar 2019 berichtete er, dass von ihm aus eine 

vollständige Ruptur des vorderen Kreuzbandes intraligamentär, vom pro-

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ximalen Ansatz deutlich entfernt, vorliege. Die Menisci, der Knorpel und 

das Seitenband seien intakt. Zudem führte Dr. med. G._____ betreffend 

Beurteilung und Procedere aus, dass im rechten Kniegelenk eine isolierte 

vordere Kreuzbandläsion vorhanden sei. Es seien keine Zusatzverletzun-

gen zu sehen. Die Beschwerdeführerin sei Skilehrerin und sehr sportlich. 

Sie habe nach den früheren Knieoperationen immer wieder Komplikatio-

nen gemacht. Er rate ihr zu einer primär konservativen Therapie, da sie 

vorderhand kein Giving-way habe und die Läsion intraligamentär sei. Auf-

grund der oben genannten Tatsachen stehe er einer Operation eher etwas 

skeptisch gegenüber (vgl. Bf-act. 5).

4.2.4. Die Dres. med. H._____ und K._____, Chefarzt Orthopädische Chirurgie 

bzw. Assistenzarzt, Klinik E._____, D._____, empfahlen in ihrem Bericht 

vom 4. März 2019 über die am 23. Februar 2019 erfolgte Untersuchung 

eine konservative Therapie mit Durchführung einer Physiotherapie für die 

nächsten sechs Wochen zur Erlangung einer ausreichenden Kniegelenks-

stabilität sowie eine orale Analgesie bei Bedarf mit Heimmedikation (vgl. 

Bf-act. 6).

4.2.5. In seinem Bericht vom 15. März 2019 über die Nachkontrolle vom 12. März 

2019 führte Dr. med. G._____ in befundlicher Hinsicht was folgt aus: "Flüs-

siges Gangbild. Kein Kniegelenkserguss. Flexion/Extension 135-0-0°. 

Lachman +. Vordere Schublade in Aussenrotation +, in Innenrotation und 

Neu-tralstellung negativ. Pivot-shift nicht geprüft. Seitliche Aufklappbarkeit 

negativ. E._____ aufgebaute Muskulatur." Betreffend Beurteilung und Pro-

cedere hielt er fest, dass die Beschwerdeführerin die Instabilität im rechten 

Knie offenbar sehr E._____ kompensieren könne. Damit sei auch die Dis-

kussion eines operativen Eingriffs vom Tisch. Die Beschwerdeführerin 

werde weiterhin die Kniegelenksbandage tragen. Offenbar sei der Arbeit-

geber nicht einverstanden, dass eine 50%ige Arbeitsfähigkeit geschrieben 

werde, da er sie so nicht gebrauchen könne. […] Von Seiten des Rheu-

matologen Dr. med. L._____ werde ein weiterer Kuraufenthalt in Sri 

- 15 -

Lanka, den die Beschwerdeführerin selbst bezahle, empfohlen. Er könne 

dem nichts entgegensetzen, da die Beschwerdeführerin so oder so bis im 

April arbeitsunfähig sei. Nach dem 6. April 2019 sei sie aber zu 100 % 

arbeitsfähig. Eine Nachkontrolle seinerseits sei nach dem Aufenthalt in Sri 

Lanka vorgesehen (vgl. Bf-act. 7). 

4.2.6. Am 31. Juli 2019 berichtete Dr. med. G._____ über die am 23. Juli 2019 

erfolgte Untersuchung dahingehend, dass er eine vordere Schublade und 

einen positiven Lachman-Test festgestellt habe. Das rechte Knie sei vor 

dem Unfall vom 22. Februar 2019 nie von einem Unfall betroffen und es 

sei vorher nie eine Verletzung vorhanden gewesen. Die Beschwerdefüh-

rerin habe zurzeit weiterhin eine vordere Instabilität. Ebenfalls seien Be-

schwerden vorhanden. Aus diesem Grund dürfte auch eine weitere Phy-

siotherapie zur Stabilisierung dieser verbleibenden Instabilität notwendig 

sein (vgl. Bf-act. 13). 

4.2.7. In seiner Stellungnahme vom 6. November 2019 verwies Dr. med. 

H._____ insbesondere auf seinen Bericht vom 4. März 2019 (vgl. Bf-act. 

6). Zudem beschrieb er degenerative Veränderungen (Anmerkung des 

Gerichts: im Kontext mutmasslich im rechten Knie) im Sinne einer teil-

weise bereits fortgeschrittenen Arthrose (vgl. Bf-act. 16). 

4.3.1. Der Beschwerde- und Behandlungsverlauf des linken Knies der Be-

schwerdeführerin präsentiert sich sodann wie folgt:

4.3.2. Aufgrund einer zweimaligen vorderen Kreuzbandplastik ist betreffend das 

linke Knie von einem erheblichen Vorzustand auszugehen (vgl. Bg-act. 3 

S. 12, S. 18 und S. 21 sowie Bf-act. 5, 6, 7 und 13). 

4.3.3. Dr. med. I._____ führte in seinem Bericht vom 27. Februar 2019 über die 

gleichentags erfolgte MRI-Untersuchung betreffend Beurteilung was folgt 

aus: "Im Vergleich zur Voruntersuchung von 2015 zunehmende Degene-

- 16 -

ration und neu Rissbildung des Innenmeniskushinterhorns. Ebenso neu 

aufgetretene Rissbildung am Unterrand des Aussenmeniskus. Zuneh-

mende Ausdünnung des noch in der Kontinuität erhaltenen vorderen VKB 

Grafts. Trikompartimentale, medial und lateral akzentuierte Gonarthrose 

bei im Verlauf zur Voruntersuchung von 2015 zunehmendem Knorpelver-

lust insbesondere am medialen Femurcondyl. Kleine subkortikale Kno-

chenmarkreaktion am Rand des medialen Tibiakopfes, möglich einem 

akuten Bone bruise entsprechend, DD im Rahmen der Gonarthrose. Vor-

bestehende fortgeschrittene Chondropathie posterolateral. Zunehmende 

Chondropathia patellae. Gelenkerguss. Intramuskuläres Ganglion im Mus-

culus popliteus" (vgl. Bf-act. 4). 

4.3.4. In ihrem Bericht vom 28. Februar 2019 über die am 27. Februar 2019 er-

folgte Konsultation stellten die Dres. med. J._____ und M._____, Leiten-

der Arzt Notfall Allgemeine Innere Medizin FMH bzw. Assistenzarzt, Klinik 

E._____, D._____, folgende Diagnose: Bone bruise anteromediales Tibia-

plateau Knie links bei Status nach Skidistorsionstrauma vom 23. Februar 

2019 (recte: 22. Februar 2019). In ihrer Beurteilung führten sie insbeson-

dere aus, im MRT-Befund zeige sich ein Bone bruise im anteriomedialen 

Tibiaplateau. Die Menisken würden medial und lateral adäquat ohne fri-

sches Trauma aussehen. Die Beschwerdeführerin werde sich am Folge-

tag zur erneuten Konsultation vorstellen (vgl. Bg-act. 3 S. 5). 

4.3.5. In seinem Bericht vom 1. März 2019 über die am 28. Februar 2019 durch-

geführte Untersuchung hielt Dr. med. G._____ in befundlicher Hinsicht 

Folgendes fest: "Druckdolenz medialer Gelenkspalt und mediales Seiten-

band, proximaler Ansatz. Lachman mit Anschlag, Weg +. Vordere Schub-

lade in Aussenrotation/Neutralstellung +, in Innenrotation negativ. Pivot-

shift negativ. Mediale Aufklappbarkeit negativ. Laterale Aufklappbarkeit 

negativ. Deutliches Patellareiben." Hinsichtlich der MRI-Abklärung vom 

27. Februar 2019 führte er was folgt aus: "Fortgeschrittene, posttraumati-

sche Gonarthrose bei noch etwas stehendem vorderen Kreuzbandtrans-

- 17 -

plantat. Dieses ist aber deutlich gelockert. Es scheint mir eine Verkalkung 

intertrochantär vorzuliegen, die das Kreuzband etwas umlenkt. Multiple 

Granulome im Bereiche des proximalen wie distalen Transplantatkanales. 

Steiler Sitz des Kreuzbandes proximal. Frisch traumatisch kann ich keine 

weitere Läsion feststellen. Beide Menisken sind degenerativ verändert. 

Die mediale Gonarthrose ist fortgeschrittener als lateral." Ausserdem hielt 

Dr. med. G._____ betreffend Beurteilung und Procedere fest, dass am lin-

ken Kniegelenk sicherlich vorderhand keine weitere Therapie ausser Phy-

siotherapie und Schmerztherapie notwendig sei (vgl. Bf-act. 5). 

4.3.6. Die Dres. med. H._____ und K._____ empfahlen der Beschwerdeführerin 

in ihrem Bericht vom 4. März 2019 über die am 23. Februar 2019 erfolgte 

Untersuchung bezüglich des linken Kniegelenks eine konservative Thera-

pie und ein Zuwarten. Bei Beschwerdepersistenz über die nächsten zwei 

Wochen empfahlen sie eine weitere Abklärung (vgl. Bf-act. 6). 

4.3.7. Am 31. Juli 2019 berichtete Dr. med. G._____ über die am 23. Juli 2019 

durchgeführte Untersuchung dahingehend, dass am rechten Knie kein 

krankhafter Vorzustand vorhanden gewesen sei und vorher nie eine Ver-

letzung vorgelegen habe. An der linken Seite leide die Beschwerdeführerin 

an einem gravierenden Vorzustand (vgl. Bf-act. 13). 

4.3.8. In seinem Bericht vom 6. November 2019 verwies Dr. med. H._____ auf 

seine Stellungnahme vom 4. März 2019 (vgl. Bf-act. 6) sowie auf die Be-

richte der Klinik E._____, D._____, vom Februar, März und Juli 2019, wel-

che er als schlüssig und aussagekräftig bezeichnete (vgl. Bf-act. 16). 

4.4.1. Der von der Beschwerdegegnerin beigezogene Dr. med. F._____, Fach-

arzt für Chirurgie und Unfallchirurgie FMH sowie zertifizierter medizini-

scher Gutachter SIM, gab zum vorliegenden Unfallereignis drei Stellung-

nahmen – allesamt reine Aktenbeurteilungen – ab:

- 18 -

4.4.2. Zunächst nahm Dr. med. F._____ im Rahmen einer Besprechung vom 13. 

Juni 2019 zum Fall Stellung. Dabei handelt es sich um eine äusserst 

knappe Stellungnahme. Sie beinhaltet bloss ein bejahendes Kreuzchen 

auf dem Formular der Beschwerdegegnerin zur Frage nach dem Erreichen 

des Status quo ante bzw. sine mit dem Hinweis, dass der Status quo ante 

per 10. März 2019 erreicht worden sei, da die Beschwerdeführerin an die-

sem Tag den Skimarathon absolviert habe (vgl. Bg-act. 3 S. 10; siehe auch 

Bg-act. 3 S. 25 und S. 29). 

4.4.3. Im Rahmen seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 28. Sep-

tember 2019 führte Dr. med. F._____ im Wesentlichen aus, dass zum Zeit-

punkt des Ereignisses vom 22. Februar 2019 in beiden Kniegelenken der 

Beschwerdeführerin ein erheblicher Vorzustand bestanden habe. Im rech-

ten Knie sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine frische Teilläsion 

im vorderen Kreuzband festgestellt worden. Die übrigen in den bildgeben-

den Untersuchungen festgestellten Veränderungen seien mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit vorbestehend (medial betonte Gonarthrose [Chon-

dropathie Grad 4], Degeneration des Innenmeniskus, Bakerzyste, Geröll-

zysten). Die vom Radiologen am 23. Februar 2019 festgestellten T2 hype-

rintensen Signalalterationen im vorderen Kreuzband mit überwiegend kon-

tinuitätserhaltenden Fasersträngen würden erklären, warum die Be-

schwerdeführerin schon wenige Tage nach dem Ereignis den Engadiner 

Skimarathon ohne Probleme habe absolvieren können. Es habe keine re-

levante Instabilität bestanden, wie sie bei einer vollständigen Ruptur des 

vorderen Kreuzbandes zu erwarten wäre. Bereits bei der ersten Untersu-

chung vom 23. Februar 2019 habe keine deutliche Instabilität bestanden. 

Die Beurteilung einer Knieinstabilität sei schwierig, insbesondere, wenn 

auf der Gegenseite ebenfalls eine Kreuzbandverletzung bestehe. Übli-

cherweise werde die Kniestabilität mit der Gegenseite verglichen. Ein Ver-

gleich lasse sich aber nur machen, wenn auf der Gegenseite ein gesundes 

Knie bestehe. Dies habe auch Dr. med. H._____ in seinem Bericht vom 4. 

- 19 -

März 2019 nach der Untersuchung vom 23. Februar 2019 erwähnt ("Im 

Seitenvergleich aufgrund Zustand nach VKB-Plastik auf der Gegenseite 

nicht beurteilbar"). Am 28. Februar 2019 habe Dr. med. G._____ eine vor-

dere Schublade ++ und einen Lachman-Test ++ festgestellt, am 12. März 

2019 nur noch eine vordere Schublade + und einen Lachman-Test +. In 

einigen Fällen lasse sich eine Kreuzbandruptur bei kräftiger Muskulatur 

weitgehend kompensieren. Dass die Beschwerdeführerin 16 Tage nach 

dem Unfall einen Skimarathon habe absolvieren können, spreche gegen 

eine relevante Knieinstabilität resp. Kreuzbandverletzung. Mit der Teil-

nahme am Skimarathon habe die Beschwerdeführerin bewiesen, dass es 

keine medizinischen Gründe mehr gegeben habe, die Arbeit nicht aufzu-

nehmen. Bestritten werde nicht die Unfallkausalität, sondern die Dauer der 

unfallbedingten, medizinisch notwendigen Behandlung sowie die Dauer 

der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit. Betreffend das linke Knie diagnos-

tizierte Dr. med. F._____ eine posttraumatische Gonarthrose nach zwei-

maliger Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes. Zusammenfassend 

und in Bezug auf die von der Beschwerdegegnerin gestellten Fragen 

brachte er vor, dass sich die sportlich sehr aktive Beschwerdeführerin bei 

einem Sturz am 22. Februar 2019 eine Distorsion im rechten Kniegelenk 

zugezogen habe. Dabei sei es zu einer partiellen Läsion im vorderen 

Kreuzband gekommen. Im betroffenen Kniegelenk habe zu jenem Zeit-

punkt ein erheblicher, unfallfremder Vorzustand im Sinne einer medialen 

Arthrose, degenerativer Veränderungen im medialen Meniskus, einer Ba-

kerzyste und von Geröllzysten bestanden. Das Ereignis habe mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit zu keiner relevanten Instabilität im rechten 

Kniegelenk geführt. Die ausserordentliche Herausforderung eines Skima-

rathons 16 Tage nach dem Ereignis wäre sonst nicht möglich gewesen. 

Die Indikation für eine weitere unfallbedingte medizinische Behandlung sei 

nicht mehr gegeben gewesen, nachdem bewiesen worden sei, dass keine 

Einschränkung bezüglich dem rechten Knie mehr bestanden habe. 

Ebenso habe es danach keinen Grund mehr für eine unfallbedingte Ar-

- 20 -

beitsunfähigkeit gegeben. Für eine Ayurveda-Kur mit Akupunktur und 

Massage auf Sri Lanka habe keine medizinische Indikation bestanden, 

umso mehr, als dort keine Behandlung des betroffenen Kniegelenks statt-

gefunden habe. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei spätestens 

nach der erfolgreichen Vollendung des Skimarathons am 10. März 2019 

der Status quo ante bzw. sine erreicht worden. Die unfallbedingte Arbeits-

unfähigkeit habe vom 22. Februar 2019 bis zum 9. März 2019 gedauert. 

Die Prognose der partiellen vorderen Kreuzbandläsion sei E._____. Es sei 

zu erwarten, dass die unfallfremde Arthrose im medialen Kniekomparti-

ment rechts weiter fortschreite, Beschwerden bereite und weitere medizi-

nische Massnahmen erfordere (vgl. Bg-act. 3 S. 18 ff.).

4.4.4. In seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 8. Januar 2020 

äusserte sich Dr. med. F._____ zum Bericht von Dr. med. H._____ vom 6. 

November 2019. Er hielt im Wesentlichen fest, dass die Unfallkausalität 

der Kniebeschwerden rechts unbestritten sei. Die Zerrung/Partialruptur 

des vorderen Kreuzbandes habe aber zu keiner relevanten Knieinstabilität 

geführt, da die Kontinuität der Faserstränge im vorderen Kreuzband über-

wiegend erhalten geblieben sei. Bestritten würden eine weiterhin beste-

hende unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit und eine unfallbedingte Behand-

lungsbedürftigkeit. Das Bone bruise (Knochenprellung) könne ein Hinweis 

auf eine frische Verletzung sein, was im Fall der Beschwerdeführerin mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auch zutreffe. Solche Veränderungen 

im Gelenk könnten aber auch im Rahmen einer Arthrose oder einer chro-

nischen Überlastung auftreten. Per Definition hätten frische traumatische 

Knochenprellungen (Bone bruise) keine bleibenden Folgen (Hinweis auf 

medizinische Fachliteratur). Bezüglich des linken Knies erwähnte Dr. med. 

F._____ die Berichte der Dres. med. J._____ und G._____ vom 28. Fe-

bruar 2019 bzw. 1. März 2019. Zudem führte er aus, dass anlässlich der 

Konsultation bei Dr. med. G._____ vom 12. März 2019, zwei Tage nach 

dem absolvierten Langlaufmarathon, hinsichtlich des linken Knies keine 

- 21 -

Beschwerden erwähnt worden seien. Somit habe zu jenem Zeitpunkt 

ebenfalls kein Grund mehr für eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit resp. 

Behandlungsbedürftigkeit bestanden. Zusammenfassend bestätigte Dr. 

med. F._____ die Aussagen in seinem Bericht vom 28. September 2019 

(vgl. Bg-act. 3 S. 27 ff.). 

5.1. Im vorliegenden Fall ist die Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 

22. Februar 2019 und der Gesundheitsschädigung am rechten Kniegelenk 

der Beschwerdeführerin im Sinne einer (Teil-)Ruptur des vorderen Kreuz-

bandes wie auch am linken Knie – wenn auch bei gravierendem Vorzu-

stand – nicht bestritten, weshalb die Beschwerdegegnerin bis am 9. März 

2019 die Heilbehandlungskosten übernahm und Taggeldleistungen er-

brachte (vgl. Bg-act. 1 S. 23). Umstritten ist demgegenüber das angebliche 

Erreichen des Status quo ante vel sine per 10. März 2019, dem Tag der 

Teilnahme am Engadiner Skimarathon. Das streitberufene Gericht darf 

keine eigenen medizinischen Überlegungen anstellen, da dies fachfremde 

Schlussfolgerungen wären. Es hat aber darzustellen, weshalb eine be-

stimmte ärztliche Stellungnahme überzeugender ist als eine andere und 

Feststellungen darüber zu treffen, ob es aufgrund dessen eine bestimmte 

Sachverhaltsdarstellung als überwiegend wahrscheinlich erachtet oder 

nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_861/2018 vom 14. Juni 2019 

E.5.2.2). 

5.2. Die (Teil-)Ruptur des vorderen Kreuzbandes stellt zumindest eine Teilur-

sache der beschwerdeführerischen Beschwerden dar (vgl. Art. 36 Abs. 1 

UVG). Anlässlich der Besprechung vom 13. Juni 2019 bejahte Dr. med. 

F._____ das Erreichen des Status quo ante per 10. März 2019 allein auf-

grund der Teilnahme und Zielerreichung der Beschwerdeführerin am En-

gadiner Skimarathon an jenem Tag. Ob – und wenn ja, welche – Akten 

und MRI-Bilder ihm damals vorlagen, ist nicht erstellt (vgl. Bg-act. 3 S. 10). 

Allein schon deshalb kann seine äusserst knappe Stellungnahme vom 

13. Juni 2019 nicht als beweiswertig bezeichnet werden. Auch hat er die 

- 22 -

Beschwerdeführerin unbestrittenermassen nie persönlich untersucht. Für 

die Erstattung seines Aktengutachtens vom 28. September 2019 lagen 

Dr. med. F._____ sowohl die Akten als auch eine CD mit den erstellten 

Bildern der MRI-Abklärungen vor (vgl. Bg-act. 3 S. 25). Dennoch über-

zeugt nicht, wie er bezüglich des rechten Knies auf den Status quo ante 

schliessen kann, zumal über "ante" gar keine Bildgebung vorhanden ist. 

Sofern er auf den Status quo sine schliessen will, bestehen angesichts der 

fachärztlichen radiologischen und orthopädischen Einschätzungen der 

Dres. med. I._____, G._____ und H._____ vom 25. Februar 2019, 1. März 

2019, 4. März 2019, 15. März 2019, 31. Juli 2019 sowie 6. November 2019 

(vgl. Bf-act. 3, 5, 6, 7, 13 und 16) zumindest geringe Zweifel an der Zuver-

lässigkeit und Schlüssigkeit seiner Einschätzung, zumal eine (Teil-)Ruptur 

des vorderen Kreuzbandes zu den schwersten Verletzungen des Knie-  

gelenks gehört. Die Einschätzung von Dr. med. G._____ vom 15. März 

2019 betreffend Nachkontrolle vom 12. März 2019, wonach die Beschwer-

deführerin die Instabilität im rechten Knie offenbar sehr E._____ kompen-

sieren könne, bezieht sich auf die Operationsindikation, nicht aber auf den 

Status quo sine (vgl. Bf-act. 7). Auch Dr. med. F._____ stellt sich nicht auf 

den Standpunkt, dass eine (Teil-)Ruptur des vorderen Kreuzbandes in 16 

Tagen abheilt, sondern er leitet aus der Teilnahme am Engadiner Skima-

rathon sowie dem Vorliegen einer damit einhergehenden nicht relevanten 

Knieinstabilität eine fehlende weitere unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit 

und Behandlungsbedürftigkeit ab (vgl. Bg-act. 3 S. 19 ff. und S. 27 ff.). Aus 

dem erwähnten Bericht von Dr. med. G._____ vom 15. März 2019 geht 

aber hervor, dass die Beschwerdeführerin die Kniegelenksbandage wei-

terhin tragen werde und bis im April 2019 arbeitsunfähig sei, wobei nicht 

ganz klar ist, ob zu 50 % oder zu 100 % (vgl. Bf-act. 7). Zudem berichten 

die Dres. med. H._____ und K._____ am 4. März 2019 bezüglich des rech-

ten Knies einerseits über die Notwendigkeit von Physiotherapie für die 

nächsten sechs Wochen zur Erlangung einer ausreichenden Kniegelenks-

stabilität und anderseits über orale Analgesie bei Bedarf mit Heimmedika-

- 23 -

tion. Ausserdem empfehlen sie hinsichtlich des linken Knies eine konser-

vative Therapie (vgl. Bf-act. 6). Angesichts der Aktenlage konnte somit per 

10. März 2019 erst festgestellt werden, dass bezüglich des rechten Knies 

eine Operation nicht notwendig war, wobei allerdings noch immer eine 

Kniegelenksbandage zu tragen war sowie Physiotherapie und orale Anal-

gesie bei Bedarf angezeigt waren, und dass betreffend das linke Knie Phy-

siotherapie und Schmerztherapie ausreichend waren, dies bei einer Ar-

beitsunfähigkeit (von zumindest 50 %) bis im April 2019. Mit Blick auf diese 

medizinische Grundlage kann rechtlich ein Status quo ante vel sine noch 

nicht festgestellt worden sein. Dies lässt sich denn auch nicht aus der Teil-

nahme mit Zieleinlauf der Beschwerdeführerin am Engadiner Skimara-

thon, auf welche sich die Beschwerdegegnerin argumentativ praktisch 

ausschliesslich stützt (vgl. Bf-act. 8, 10 und 12), herleiten. Der die Be-

schwerdegegnerin beratende Dr. med. F._____ selbst verweist auf den 

Bericht von Dr. med. G._____ vom 15. März 2019, gemäss welchem am 

12. März 2019 (Datum der Untersuchung) noch eine vordere Schublade 

(in Aussenrotation) + und ein Lachman-Test + festgestellt wurden (vgl. Bg-

act. 3 S. 20 und Bf-act. 7). Damit war die (Teil-)Kausalität der Gesund-

heitsschädigung am 12. März 2019 noch zu bejahen (vgl. Art. 36 Abs. 1 

UVG) und der Status quo sine vel ante nicht erreicht. Dies wird denn auch 

mit Blick auf den Bericht von Dr. med. G._____ vom 31. Juli 2019 bestätigt, 

in welchem Letzterer ausführt, dass er auch noch bei der Untersuchung 

vom 23. Juli 2019 eine vordere Schublade sowie einen positiven Lach-

man-Test festgestellt habe, dass die Beschwerdeführerin zurzeit weiterhin 

an einer vorderen Instabilität leide und dass ebenfalls Beschwerden vor-

handen seien (vgl. Bf-act. 13). Nach dem Gesagten bedarf es zur Beant-

wortung der Frage, ob – und wenn ja, per wann –  der Status quo sine 

insbesondere beim rechten, aber auch beim linken Knie erreicht ist, wei-

terer medizinischer Abklärungen durch einen unabhängigen Gutachter. 

- 24 -

6. In der Beschwerde verlangte die Beschwerdeführerin die Einholung eines 

Berichts bzw. einer Stellungnahme von Dr. med. G._____ zum Aktengut-

achten von Dr. med. F._____ vom 28. September 2019. Hierzu ist festzu-

halten, dass die Beschwerdeführerin selbst für die Einholung eines sol-

chen Berichts bzw. einer solchen Stellungnahme hätte besorgt sein kön-

nen (vgl. Art. 61 lit. c ATSG [Mitwirkungspflicht der Parteien]); so hat sie 

sich denn auch im Juni/Juli 2019 an Dr. med. G._____ gewandt und von 

ihm bezüglich der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 24. Juni 2019 

eine Stellungnahme verlangt (vgl. Bf-act. 13). In der Replik kam die Be-

schwerdeführerin jedenfalls auf den Beweisantrag nicht zurück, obschon 

die Beschwerdegegnerin mit der Beschwerdeantwort ein drittes Aktengut-

achten von Dr. med. F._____ eingereicht hatte. Es darf davon ausgegan-

gen werden, dass mit dem Bericht von Dr. med. H._____ vom 6. Novem-

ber 2019 (vgl. Bf-act. 16), welcher ebenso wie Dr. med. G._____ Chefarzt 

Orthopädische Chirurgie und behandelnder Arzt der Beschwerdeführerin 

ist, der diesbezüglichen Sachverhaltserstellung Genüge getan ist. Ange-

sichts des Verlaufs und des Ausgangs des Verfahrens kann auf die Ein-

holung eines Berichts bzw. einer Stellungnahme von Dr. med. G._____ in 

antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden, da davon keine ent-

scheidwesentlichen Erkenntnisse zu erwarten wären (vgl. BGE 144 V 361 

E.6.5, 136 I 229 E.5.3). 

7. Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhe-

bung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 9. Oktober 2019 gut-

zuheissen und die Sache zur Einholung eines unabhängigen orthopädi-

schen Gutachtens und zu neuem Entscheid über die auszurichtenden 

Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eine Rückwei-

sung ist vorliegend angebracht, zumal sie der Verfahrensfairness nicht 

entgegenläuft (vgl. BGE 139 V 225 E.4.3) und die Beschwerdeführerin 

nicht ein Gerichtsgutachten, sondern die Einholung eines Administrativ-

gutachtens verlangt hat.

- 25 -

8. Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a i.V.m. Art. 83 ATSG). 

Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu weiterer Abklärung und 

neuem Entscheid gilt praxisgemäss als volles Obsiegen der beschwerde-

führenden Partei (vgl. BGE 137 V 210 E.7.1, Urteile des Bundesgerichts 

8C_669/2019 vom 25. März 2020 E.7, 8C_604/2013 vom 28. Januar 2014 

E.6). Bei diesem Verfahrensausgang hat die obsiegende Beschwerdefüh-

rerin daher Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). 

Die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eingereichte Honorar-

note vom 27. Januar 2020 weist einen Betrag von total CHF 2'489.25 (be-

stehend aus einem Honorar von CHF 2'244.-- [9.35 Std. à CHF 240.--] zu-

züglich Barauslagen von 3 % [CHF 67.30] und 7.7 % Mehrwertsteuer 

[CHF 177.95]) aus, was nicht zu beanstanden ist. Folglich hat die Be-

schwerdegegnerin die obsiegende Beschwerdeführerin aussergerichtlich 

mit CHF 2'489.25 (inkl. Barauslagen und MWST) zu entschädigen.

- 26 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-

scheid der B._____ AG vom 9. Oktober 2019 aufgehoben und die Sache 

zur Einholung eines unabhängigen orthopädischen Gutachtens und zu 

neuem Entscheid über die auszurichtenden Leistungen an die B._____ 

AG zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die B._____ AG hat A._____ aussergerichtlich mit CHF 2'489.25 (inkl. 

Barauslagen und MWST) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]