# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58b72579-d3d5-5097-85eb-2d67b14e1f3e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.03.2015 UE140162
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE140162_2015-03-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE140162-O/U/HEI 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

F. Schorta, Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer und Gerichts-

schreiber Dr. A. Brüschweiler 

 

 
Beschluss vom 27. März 2015 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

substituiert durch MLaw X2._____ 

 

gegen 

 
1. B._____,  

2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  

Beschwerdegegner 

 

betreffend Nichtanhandnahme  
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 
2. Juni 2014, F-1/2014/3160 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

Nachdem der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. Mai 2014 bei der Staats-

anwaltschaft Zürich-Sihl Strafanzeige gegen den Beschwerdegegner 1 wegen Be-

truges und Veruntreuung hatte erstatten lassen (Urk. 12/1), nahm diese eine Un-

tersuchung mit Verfügung vom 2. Juni 2014 nicht an Hand (Urk. 7). Gegen diese 

Nichtanhandnahmeverfügung liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

16. Juni 2014 innert Frist Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen 

(Urk. 2 S. 2): 

"1. Die Beschwerde sei gutzuheissen und die Nichtanhandnahmeverfü-

gung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 2. Juni 2014 sei aufzuhe-

ben. 

2.  Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl sei anzuhalten, die Strafuntersu-

chung gegen den Beschuldigten ohne Verzug anhand zu nehmen. 

3.  Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl sei anzuhalten, Konten und 

Schliessfächer sowie weitere Vermögenswerte des Beschuldigten bis 

zum Betrage von CHF 194'302.60 sowie EUR 9'800.- jeweils zzgl. Zin-

ses zu 5% seit 16.12.2013 zur Sicherung der Rechte des Geschädig-

ten bzw. Beschwerdeführers resp. zum Einzug als Deliktserlös zu sper-

ren." 

Mit Präsidialverfügung vom 23. Juni 2014 wurde dem Beschwerdeführer aufge-

geben, eine Prozesskaution von Fr. 2'500.- zu leisten (Urk. 8), worauf dieser am 

1. Juli 2014 eine solche leistete (Urk. 11). Nachdem die Beschwerdeschrift dem 

Beschwerdegegner 1 und der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl mit Präsidialverfü-

gung vom 3. Juli 2014 zur Stellungnahme übermittelt worden war (Urk. 10), ver-

zichtete die Staatsanwaltschaft am 8. Juli 2014 auf eine Vernehmlassung 

(Urk. 14). Der Beschwerdegegner 1 beantragte in seiner Stellungnahme vom 

21. Juli 2014 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 15 S. 2). Nachdem die Replik 

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des Beschwerdeführers vom 11. August 2014 dem Beschwerdegegner 1 und der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl mit Präsidialverfügung vom 23. September 2014 

zur freigestellten Äusserung übermittelt worden war (Urk. 21), verzichtete die 

Staatsanwaltschaft am 26. September 2014 auf eine Vernehmlassung (Urk. 23). 

Die Duplik des Beschwerdegegners 1, welche dem Beschwerdeführer mit Schrei-

ben vom 5. November 2014 zugestellt wurde (Urk. 26), datiert vom 1. Oktober 

2014 und ging am 15. Oktober 2014 bei der hiesigen Kammer ein (Urk. 24). Mit 

Eingaben vom 17. November 2014 und 13. Januar 2015 liess der Beschwerde-

führer eine Triplik sowie eine Ergänzung einreichen (Urk. 27 und 30).  

 

II.  Materielle Beurteilung 

1. Begründung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zur Nichtanhandnahmever-
fügung 

Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Nichtanhandnahmeverfügung im Wesent-

lichen damit, dem Beschwerdegegner 1 werde vorgeworfen, er habe vom Be-

schwerdeführer die folgenden Darlehen erhalten, die er nicht - wie vereinbart - 

fristgerecht zurückgezahlt habe: 

- am 30. April 2010 Fr. 60'000.- zwecks Gründung einer Investmentfirma  

- am 23. Juli 2011 Fr. 98'000.- zwecks Gründung einer Investmentfirma 

- am 8. August EUR 9'800.- zur Finanzierung der Lebensführung 

Ein betrügerisches Verhalten des Beschwerdegegners 1 im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 StGB sei nicht zu erkennen, da ein solches nur bei Vorliegen von Arglist zu 

bejahen wäre. Nach der Darstellung des Beschwerdeführers habe der Beschwer-

degegner 1 angegeben, ein Meister des Investment-Bankings und der Vermö-

gensverwaltung zu sein sowie über Investorengelder in ein- bis zweistelliger Milli-

onenhöhe zu verfügen. Bei diesen Angaben handle es sich um mehrere einfache 

Lügen, welche den Tatbestand des Betruges nicht zu erfüllen vermöchten. Der 

Beschwerdeführer müsse sich entgegenhalten lassen, dass er die ersten beiden 

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Darlehen vom 30. April 2010 und vom 23. Juli 2011 für eine in der Zukunft liegen-

de Gründung einer Investmentfirma in Zürich übergeben habe und somit nicht ha-

be sicher sein können, dass diese noch zu gründende Firma erfolgreich werde 

wirtschaften können. Hinzu komme, dass er das dritte Darlehen vom 8. August 

2013 zum Zweck der Finanzierung des Lebensunterhaltes des Beschwerdegeg-

ners 1 gewährt habe und somit mehr als nur erhebliche Zweifel an dessen Liquidi-

tät hätte haben müssen. Aus diesen Gründen sei der Betrugstatbestand nicht er-

füllt.  

Die Frage, ob eine Veruntreuung von Darlehen möglich sei, sei nicht über den 

Begriff des "Anvertrauens", sondern über denjenigen der "Fremdheit" der Vermö-

genswerte zu beantworten. Darlehen würden meistens nicht von Art. 138 StGB 

erfasst, weil üblicherweise gerade keine Verpflichtung des Darlehensnehmers be-

stehe, die empfangenen Vermögenswerte ständig zur Verfügung des Darlehens-

gebers zu halten. Entsprechend seien die übertragenen Vermögenswerte für den 

Borger üblicherweise nicht fremd. Aufgrund des Umstandes, dass im vorliegen-

den Fall eine Kündigungsfrist vereinbart worden sei, habe der Beschwerdegeg-

ner 1 nicht ständig in der Lage sein müssen, die Gelder dem Beschwerdeführer 

herausgeben zu können. Dies gelte insbesondere für das letzte Darlehen, das ja 

auch für die Lebensführung des Beschwerdegegners 1 gedacht gewesen sei 

(Urk. 7 S. 1 ff.). 

 

2. Begründung der Beschwerde 

Zur Begründung seiner Beschwerde liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

vorbringen, er habe den Beschwerdegegner 1 im Rahmen einer geschäftlichen 

Beziehung kennengelernt, als dieser in seiner Funktion als Kundenberater der 

C._____ für sein Kundendossier verantwortlich gezeichnet habe. Am 30. April 

2010 habe er dem Beschwerdegegner 1 ein Privatdarlehen in der Höhe von 

Fr. 60'000.- zum Zweck der Gründung einer Investmentfirma mit Sitz in Zürich 

gewährt, welches den an den Finanzmärkten erwirtschafteten Erfolgen entspre-

chend variabel, nicht jedoch unter zehn Prozent verzinst werden sollte. Am 

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23. Juli 2011 habe er ihm ein weiteres Darlehen in der Höhe von Fr. 98'000.- ge-

währt, das wiederum variabel gemäss den an den Finanzmärkten erwirtschafteten 

Erfolgen hätte verzinst werden und das ebenfalls der Gründung der Investment-

firma hätte dienen sollen. Am 8. August 2013 hätten sie einen dritten Vertrag über 

ein unverzinsliches Darlehen im Betrag von EUR 9'800.- zum Zweck der Finanzie-

rung des Lebensunterhalts des Beschwerdegegners 1 sowie seiner Investment-

firma geschlossen. Alle drei Darlehensverträge hätten vom Beschwerdeführer un-

ter Einhaltung einer dreimonatigen Frist jederzeit gekündigt werden können. Von 

diesem Recht habe er am 10. September 2013 Gebrauch gemacht, als er alle drei 

Darlehensverträge per 15. Dezember 2013 gekündigt habe. Seither sei weder ein 

Rückfluss der Geldmittel erfolgt noch seitens des Beschwerdegegners 1 Hand für 

eine konkrete Lösung gereicht worden.  

Der Beschwerdegegner 1 habe der D._____ SA (seiner letzten Arbeitgeberin) ei-

nen Schaden von ungefähr Fr. 700'000.- verursacht, indem er Provisionen für den 

Kauf von strukturierten Papieren einbehalten habe, anstatt sie an die D._____ SA 

weiterzureichen. Ein staatsanwaltschaftliches Untersuchungsverfahren, welches 

gegen den Beschwerdegegner 1 im Zusammenhang mit den Handlungen zum 

Nachteil der D._____ SA geführt worden sei, habe mittels einer Vergleichszah-

lung an die D._____ SA und einer von dieser abgegebenen Desinteresseerklä-

rung beendet werden können. Ungeachtet dieser Vergleichszahlung sei der Be-

schwerdegegner 1 bereits faktisch insolvent gewesen. So lasse sich einem aktu-

ellen Betreibungsregisterauszug entnehmen, dass gegen ihn offene Forderungen 

in der Höhe von ca. Fr. 84'000.- zuzüglich Verzugszinsen bestünden und auf der 

Gegenseite (gemäss dem Steuerausweis des Jahren 2011) lediglich ein satzbe-

stimmendes Einkommen von Fr. 80'000.- und keinerlei Vermögenswerte entge-

genstünden.  

Entgegen der Darstellung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl habe das dritte Dar-

lehen nicht nur der Finanzierung des Lebensunterhaltes des Beschwerdegeg-

ners 1, sondern auch dem Wiederaufbau seiner Investmentfirma gedient, sei also 

mit den beiden vorangehenden Darlehen verknüpft gewesen. Die Beurteilung der 

Staatsanwaltschaft (wonach der Beschwerdeführer aufgrund des vereinbarten 

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Vertragszweckes dieses dritten Darlehens mehr als nur erhebliche Zweifel an der 

Liquidität des Beschwerdegegners 1 hätte haben müssen) gehe fehl, denn selbst 

wenn diese Beurteilung für das dritte Darlehen zuträfe, so hätte diese Erkenntnis 

des Beschwerdeführers keine Auswirkungen auf die Ausrichtung der ersten bei-

den Darlehen gehabt. Insofern liege eine unzulässige ex post - Betrachtung der 

Staatsanwaltschaft vor. Wesentlich sei, dass der Beschwerdegegner 1 allem An-

schein nach die gewährten Darlehen nicht für den Aufbau einer Investmentfirma 

verwendet habe. Neben der Tatsache, dass sich der Beschwerdegegner 1 im 

Rahmen seiner letzten Anstellung bei der D._____ SA in erheblichem Umfang 

Gelder zu deren Nachteil angeeignet habe, sprächen dem Beschwerdeführer be-

kannte Umstände dafür, dass dieser einen Lebensstil gepflegt habe und noch 

pflege, den er nicht selber zu finanzieren imstande sei. Damit bestünden erhebli-

che Anzeichen dafür, dass er von Anfang an nicht beabsichtigt habe, die Gelder 

in die Investmentfirma einzubringen, sondern diese für seine ausschweifende und 

aufwändige Lebenshaltung zu verwenden. Nachdem bereits Untersuchungen we-

gen seiner Handlungen zum Nachteil der D._____ SA gegen ihn im Gange gewe-

sen seien, habe er zwei weitere Darlehen vom Beschwerdeführer aufgenommen, 

ohne auch nur anzudeuten, dass sich in Bezug auf seine Bonität wesentliche 

Veränderungen ergeben hätten. Es bestehe der Verdacht, dass er dringend auf 

Geldmittel zur Finanzierung des Vergleiches mit der D._____ SA angewiesen ge-

wesen sei, weshalb eine Täuschung bezüglich der Verwendung der Gelder sowie 

seiner Rückzahlungsfähigkeit und -willigkeit vorliege. Entgegen seiner Verspre-

chungen habe es der Beschwerdegegner 1 unterlassen, dem Beschwerdeführer 

auf mehrfache Nachfrage hin Belege über seine beruflichen Tätigkeiten und die 

wirtschaftliche Entwicklung seiner Investmentfirma auszuhändigen. Im Weiteren 

sei der von ihm vorgetäuschte Abschluss einer Todesfallversicherung beachtlich: 

Er habe dem Beschwerdeführer einen ausgefüllten (jedoch der E._____ [Versi-

cherung] nie eingereichten) Versicherungsantrag als Sicherheit für die Darlehen 

präsentiert. Dieses Verhalten zeige auf, dass der Beschwerdegegner 1 über er-

hebliche kriminelle Energie verfüge und schwer durchschaubare Machenschaften 

angewendet habe.  

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Zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner 1 habe aufgrund 

der vorbestehenden Bankkundenbeziehung ein erhebliches Vertrauensverhältnis 

bestanden. So habe der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner 1 über seine 

irreversible Gesundheitsschädigung berichtet.  

Im vorliegenden Fall habe den Beschwerdegegner 1 im Zusammenhang mit den 

gewährten Darlehenssummen eine Werterhaltungspflicht getroffen. Bis zur ver-

tragskonformen Einsetzung der Gelder sei er verpflichtet gewesen, diese treu-

händerisch zu verwalten. Die Vereinbarung des Darlehenszweckes habe auch Si-

cherheitsaspekten bzw. der Begrenzung des Verlustrisikos gedient und einen we-

sentlichen Vertragsbestandteil gebildet. Es bestehe der dringende Verdacht, dass 

er die Darlehen teilweise privat und teilweise zur Finanzierung des Vergleiches 

mit der D._____ SA (und somit zweckfremd) verwendet habe (Urk. 2 S. 3 ff.).  

 

3. Stellungnahme des Beschwerdegegners 1 

Im Rahmen seiner Stellungnahme führte der Beschwerdegegner 1 im Wesentli-

chen aus, er habe den Beschwerdeführer im Jahr 2008 in seiner Funktion als 

Kundenberater der C._____ kennengelernt. Im damaligen Team habe er für die 

C._____ korrekt versteuerte Kundenvermögen und steuerneutrale Kundenvermö-

gen betreut. Der Beschwerdeführer habe zu den Kunden der zweiten Kategorie 

gezählt und sich am Telefon immer mit seinem Codewort "F._____" gemeldet. Sie 

hätten sich von Anfang an gut verstanden, was nicht selbstverständlich gewesen 

sei, da der Beschwerdeführer teamintern als schwieriger Kunde bekannt gewesen 

sei. Im Verlaufe der darauffolgenden Monate hätten sie eine Freundschaft aufge-

baut. Sie hätten sich oft besucht und er habe ihn an Kundenevents der C._____ 

eingeladen. Als er im Sommer 2009 die C._____ verlassen habe, um beim Effek-

tenhändler D._____ SA in Zürich den Handel zu leiten, habe der Beschwerdefüh-

rer unbedingt weiterhin von ihm betreut werden wollen und veranlasst, dass sein 

Vermögen von der C._____ zur D._____ SA transferiert worden sei. Im Herbst 

2011 habe er seine Stelle bei der D._____ SA gekündigt, um seine eigene Ver-

mögensverwaltungsfirma G._____ aufzubauen. Auf dem Papier habe die Firma 

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schon etwas länger bestanden, sei jedoch nicht operativ tätig gewesen. Der Be-

schwerdeführer habe ihm bereits zur Gründung der Firma ein Darlehen von Fr. 

60'000.- gewährt. Überdies habe er [der Beschwerdegegner 1] einen Kleinkredit 

aufgenommen, um genügend Startkapital generieren zu können. Auf ausdrückli-

chen Wunsch des Beschwerdeführers hin habe er im Juli 2011 ein weiteres Dar-

lehen über Fr. 98'000.- entgegengenommen, um den Start seiner Firma erfolg-

reich in die Wege zu leiten. Der Beschwerdeführer habe gemeint, in Deutschland 

müsste er das Geld versteuern, und dann würde er die Hälfte davon verlieren; bei 

ihm sei es sicher, und er erhoffe sich laufende Erträge.  

Leider habe die D._____ SA im Dezember 2011 Strafanzeige gegen ihn erstattet, 

weil sie der Meinung gewesen sei, dass die von ihm generierten Retrozessionen 

ihr gehören würden. Es sei eine monatelange Auseinandersetzung und die Sperre 

seiner Konten erfolgt. Im Laufe des Jahres 2013 habe er sich mit der D._____ AG 

aussergerichtlich darüber geeinigt, eine Zahlung von Fr. 200'000.- (gegen eine 

Desinteresseerklärung) zu leisten. Diese Zahlung habe sein Vater geleistet, und 

er müsse ihm den Betrag innerhalb von zehn Jahren zurückzahlen. Diese Schuld 

sei im Schuldenverzeichnis seiner Steuererklärung vermerkt.  

Den Vorwurf des Beschwerdeführers, er habe ihn betrogen und seine Darlehen 

veruntreut, weise er in aller Form zurück. Er habe die Geldmittel vertragsgemäss 

für den Aufbau seiner Firma verwendet, um die laufenden Kosten zu finanzieren. 

Neben der Miete seien insbesondere die Abonnementskosten des Finanzinforma-

tionssystems Bloomberg sowie Kosten für Werbung und Akquisition angefallen. 

Leider sei seine Firma unterkapitalisiert gewesen, so dass er nach der Kündigung 

der Darlehen durch den Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sei, inner-

halb von drei Monaten das Geld zurückzuzahlen, was er sehr bedauere. Derzeit 

arbeite er an einer genügenden Kapitalisierung der Firma. Sobald er über genü-

gend Mittel verfüge, werde er dem Beschwerdeführer die Darlehen zurückzahlen. 

Dieser sei sich offensichtlich nicht bewusst gewesen, dass er sich bei der Gewäh-

rung der Darlehen einem Geschäftsrisiko ausgesetzt habe. Der Vorwurf, er sei 

von ihm [dem Beschwerdegegner 1] getäuscht worden, sei völlig aus der Luft ge-

griffen (Urk. 15 S. 1 f.). 

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4. Replik des Beschwerdeführers 

Replicando liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbringen, bei seinen 

bei der C._____ eingebrachten Mittel habe es sich um versteuerte Gelder gehan-

delt. Anlässlich seiner Telefongespräche mit der C._____ habe er sich nie mit ei-

nem Codewort, sondern mit seinem Familiennamen gemeldet.  

Der Beschwerdegegner 1 habe den Beschwerdeführer bedrängt, sein Geld in 

dessen Firma als Einlage zu investieren, um angeblich weitere Investoren damit 

anlocken zu können und damit für seine Firma einen Investorenstamm zu gene-

rieren. Im Fall, dass seine Einlagen kurzfristig benötigt werden sollten, habe der 

Beschwerdegegner 1 zudem zugesichert, dass diese Einlagen in unproblemati-

scher Weise umgehend gesichert seien, da in jedem Fall eine ausreichende De-

ckung der Beträge in voller Höhe durch die angeblich vorhandenen weiteren In-

vestoreneinlagen bestünde. Hätte der Beschwerdeführer im Zeitraum, in welchem 

die Gelder dem Beschwerdegegner 1 übergeben worden seien, bereits Kenntnis 

von dessen tatsächlicher wirtschaftlicher Situation und den nicht vorhandenen In-

vestoren gehabt, so hätte er die Darlehen keinesfalls gewährt.  

Zum Zweck der Zinsgenerierung sei vereinbart worden, dass der Beschwerde-

gegner 1 die Darlehen mittels Kauf von Wertpapieren gewinnbringend anlege und 

nicht für die Finanzierung von anfallenden Bürounterhaltskosten (wie Miete etc.) 

verwende. In diesem Zusammenhang werde auf die beiden Darlehensverträge 

vom 30. April 2010 und vom 23. Juli 2011 hingewiesen, in welchen festgehalten 

sei, dass die Darlehen zweckgebunden zu investieren seien (Urk. 19 S. 1 ff.).  

 

5. Duplik des Beschwerdegegners 1 

Duplicando machte der Beschwerdegegner 1 im Wesentlichen geltend, der Be-

schwerdeführer vermische bewusst seine zivilrechtliche Geldforderung mit dem 

eingestellten strafrechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit der Strafanzeige 

der D._____ SA, was nicht korrekt sei, weil die Geldforderung des Beschwerde-

führers mit dem abgeschlossenen Strafverfahren nichts zu tun habe. Der Be-

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schwerdeführer habe ihm bewusst sein steuerneutrales Geld zum Aufbau seiner 

Firma zu einem Zeitpunkt anvertraut, in welchem er die D._____ SA verlassen 

habe und gegen ihn noch kein Strafverfahren im Gang gewesen sei. Er sei sich 

offensichtlich nicht bewusst gewesen, was es heisse, Risikokapitalgeber zu sein. 

Er sei im Zeitpunkt der Geldannahme im guten Glauben gewesen, in der Vergan-

genheit nichts strafrechtlich Relevantes begangen zu haben.  

Die Unterstellung, er würde in Saus und Braus leben, sei völlig an den Haaren 

herbeigezogen. Nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus der D._____ SA sei er 

vom Herbst 2011 bis zum Sommer 2014 Student an der H._____ gewesen und 

habe keinen Rappen verdient. Er habe versucht, mit den Mitteln des Beschwerde-

führers vertragsgemäss seine Vermögensverwaltungsfirma aufzubauen. Leider 

hätten sich in der Zeit nur Kosten und keine Erträge angehäuft, so dass die Firma 

nie selbsttragend geworden sei. Alleine das Finanzinformationssystem Bloomberg 

sowie das Erstellen des Marktauftrittes hätten Tausende Franken pro Monat ge-

kostet. Alle Versuche, Kunden zu akquirieren, hätten leider fehlgeschlagen. Der 

Beschwerdeführer könne bei einem Start-Up-Projekt (was der Aufbau seiner Fir-

ma zweifelsohne sei) nicht erwarten, dass er zu jedem Zeitpunkt die Mittel liquide 

verfügbar haben müsse (Urk. 24 S. 1 ff.).  

 

6. Triplik des Beschwerdeführers 

Im Rahmen seiner Triplik und deren Ergänzung liess der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen ausführen, unter Ziffer I des am 30. April 2010 geschlossenen Dar-

lehensvertrages sei vereinbart worden, dass das Darlehen an den Finanzmärkten 

mit dem Ziel der Verzinsung zu investieren sei. Die Zweckgebundenheit der über-

lassenen Gelder sei vom Beschwerdegegner 1 vertragswidrig nicht eingehalten 

worden, sondern für Unterhalts- und nicht Aufbaukosten seiner Firma, in erster 

Linie aber für persönliche oder private Zwecke verwendet worden. Diese Vorge-

hensweise stehe im Widerspruch zum E-Mail des Beschwerdeführers an den Be-

schwerdegegner 1 vom 31. August 2011, in welcher er klar zum Ausdruck ge-

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bracht habe, dass die Darlehenssummen unbedingt unangetastet bleiben müss-

ten, indem er Folgendes geschrieben habe (Urk. 28 S. 2): 

"Du sagtest mir, dass es sein kann, dass ich durchaus die Hälfte meines in 

die Firma einzubringenden Geldes verlieren könnte. Dies wäre eine Kata-

strophe für mich. Bei diesem Kapital handelt es sich um meine letzte eiserne 

Reserve, die in ihrem Volumen unangetastet bleiben muss. […] Womöglich 

bin ich über kurz oder lang auf diese 160.000 Franken bitter notwendig an-

gewiesen." 

Auf dieses E-Mail habe der Beschwerdegegner in beschwichtigender Weise wie 

folgt geantwortet (Urk. 28 S. 1):  

"Keine Angst. Ich hab schon bemerkt, dass du mir dein Geld höchstens als 

Darlehen zum Aufbau der Firma überlassen kannst. Als Teilhaber wärst du 

Eigenkapitalgeber und da ist das Risiko eines Verlustes eindeutig zu hoch. 

Ich werde deine Mittel anständig verzinsen und dir, falls ich Gewinn schrei-

ben würde, auch quasi eine Sonderdividende vergüten, weil du mein Freund 

bist und an mich glaubst." 

Aus dieser Korrespondenz gehe in eindeutiger Weise hervor, dass der Beschwer-

degegner 1 in umfassender Weise Kenntnis von der finanziellen und gesundheitli-

chen Lebenssituation des Beschwerdeführers gehabt und gewusst habe, dass 

diese Mittel als Altersversorgung des Beschwerdeführers zu betrachten seien und 

in keiner Weise für andere Zwecke Verwendung finden dürften. Der Beschwerde-

führer räume selbst ein, die Darlehen zum Firmenaufbau verwendet zu haben. Mit 

einer solchen Verwendung der Mittel habe er der vertraglichen Vereinbarung vom 

30. April 2010 zuwider gehandelt (Urk. 27 und 30).  

 

7. Rechtliches und Folgerungen 

 a) Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröff-

nung einer Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der 

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Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinrei-

chender Tatverdacht ergibt, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet sowie wenn 

sie von der Polizei über schwere Straftaten oder andere schwer wiegende Ereig-

nisse informiert wurde. Gelangt sie hingegen zum Schluss, dass die fraglichen 

Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, 

Verfahrenshindernisse bestehen oder gemäss Art. 8 StPO aus Opportunitäts-

gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist, verfügt sie die Nichtanhand-

nahme (Art. 310 Abs. 1 StPO). Der Zweck der Untersuchung besteht nach 

Art. 308 Abs. 1 StPO darin, den Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass das Vor-

verfahren entweder mit einem Strafbefehl, einer Anklage oder einer Einstellung 

abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht der Staats-

anwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Dies bedeutet unter anderem, 

dass die Staatsanwaltschaft nicht jeglicher Spur und jedem Hinweis nachzugehen 

hat, auch wenn sich eine beschuldigte Person oder ein Geschädigter solches vor-

stellt. Die Staatsanwaltschaft darf dann die Untersuchung - z.B. aufgrund einer 

Anzeige - nicht an Hand nehmen, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Be-

urteilung vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder wenn mit 

anderen Worten eine Anzeige von vornherein aussichtslos ist, weil offensichtlich 

keine Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Ebenso ist kei-

ne Untersuchung an Hand zu nehmen, wenn Prozesshindernisse wie z.B. Verjäh-

rung gegeben sind. Eine Nichtanhandnahmeverfügung darf jedoch nicht ergehen, 

wenn es bloss zweifelhaft ist, ob ein Straftatbestand vorliegt (vgl. zum Ganzen: 

Niklaus Schmid, Handbuch des schweiz. Strafprozessrechts, 2. Auflage, Zürich/ 

St. Gallen 2013, N 1231; Niklaus Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage, Zü-

rich/St. Gallen 2013, Art. 309 N 3 f., Art. 310 N 1 ff.;  Nathan Landshut, in: Do-

natsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, Zürich 2010, Art. 309 N 11-14, 

N 19-23, Art. 310 N 2 ff.; sowie auch Niklaus Schmid, in: Donatsch/Schmid, 

Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 1999, N 4 ff. zu 

§ 38 alt StPO/ZH). 

b) Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmäs-

sig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsa-

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chen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irren-

den zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern 

am Vermögen schädigt.  

Das täuschende Verhalten muss objektiv als arglistige Irreführung zu qualifizieren 

sein. Das Bundesgericht hat dieses Tatbestandselement in seiner Praxis wie folgt 

konkretisiert (BGE 119 IV 35, 120 IV 132 f., 122 IV 204 f., 248, 128 IV 20): Die Ir-

reführung ist einerseits arglistig, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errich-

tet. Damit ist der Fall angesprochen, dass verschiedene Falschangaben des Tä-

ters ein sinnvolles Ganzes ergeben, was seine "Story" als glaubwürdig erscheinen 

lässt. Ein Lügengebäude und damit Arglist kann im Falle der Summierung mehre-

rer Lügen nicht ohne Weiteres angenommen werden. Es ist erst gegeben, wenn 

die Lügen von besonderer Hinterhältigkeit zeugen und derart raffiniert aufeinander 

abgestimmt sind, dass sich auch das kritische Opfer täuschen lässt. Ist das nicht 

der Fall, scheidet Arglist jedenfalls dann aus, wenn sowohl das vom Täter ge-

zeichnete Bild insgesamt wie auch die falschen Angaben für sich allein angesichts 

der konkreten Umstände und persönlichen Verhältnisse in zumutbarer Weise 

überprüfbar gewesen wären und schon die Aufdeckung einer einzigen Lüge zur 

Aufdeckung des ganzen Schwindels geführt hätte. Arglist scheidet danach aus, 

wenn das Opfer die angesichts der Umstände und seiner persönlichen Verhält-

nisse grundlegendsten Vorsichtsmassregeln nicht beachtet.  

Arglist kann im Weiteren vorliegen, wenn sich der Täter täuschender Machen-

schaften bedient, d.h. seine Behauptungen durch Belege oder Handlungen stützt, 

die sie als glaubwürdig erscheinen lassen. Als täuschende Machenschaften gel-

ten "Erfindungen und Vorkehrungen sowie das Ausnützen von Begebenheiten, 

die allein oder gestützt durch Lügen oder Kniffe geeignet sind, das Opfer irrezu-

führen oder es in seinem Irrtum zu bestärken. Sie kennzeichnen sich durch inten-

sive planmässige und systematische Vorkehren, nicht aber notwendigerweise 

durch eine besondere tatsächliche oder intellektuelle Komplexität" (BGE 122 IV 

205 f.). Arglist wird typischerweise zu bejahen sein, wenn die Täterschaft ihre An-

gaben mit unverdächtigen, aber im Sinne von Art. 251 StGB gefälschten Urkun-

den stützt. Kann ein vorgelegter Beleg nicht als solcher qualifiziert werden, 

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schliesst dies umgekehrt die Annahme eines Betruges nicht ohne Weiteres aus. 

Wie beim Lügengebäude ist jedoch der Grundgedanke des Einbezugs des Opfers 

(Opfermitverantwortung) auch bei der Prüfung von Machenschaften mit zu be-

rücksichtigen. Arglist scheidet auch in diesem Zusammenhang aus, wenn das Op-

fer die angesichts der Umstände und seiner persönlichen Verhältnisse grundle-

gendsten Vorsichtsmassregeln nicht beachtet. 

Einfache Lügen, d.h. falsche Vorgaben, welche nicht als ein ganzes Lügengebäu-

de oder als täuschende Machenschaften zu qualifizieren sind, erfüllen das Merk-

mal der Arglist nur, wenn mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt 

ist: Die Angaben können nicht oder nur mit besonderer Mühe auf ihre Richtigkeit 

hin überprüft werden; der Täter hält den Getäuschten absichtlich von der Überprü-

fung seiner Angaben ab; dem Getäuschten ist eine Überprüfung nicht zumutbar; 

der Täter sieht aufgrund bestimmter Umstände voraus, dass der Getäuschte eine 

Überprüfung unterlassen werde. Nicht überprüfbar sind namentlich innere Tatsa-

chen, so betreffend Angaben zum Erfüllungswillen des Kontrahenten. Dennoch 

kann die umschriebene Art der Täuschung nach der Praxis des Bundesgerichts 

(BGE 118 IV 361, 125 IV 128) nicht als arglistig gelten, wenn ohne Weiteres 

überprüfbare Tatsachen erkennen lassen, dass die zugesagte Leistung nicht er-

bracht werden kann (Andreas Donatsch, Strafrecht III, zehnte Auflage, Zürich 

2013, § 18 1.111). 

c) Der Beschwerdeführer liess vorbringen, er habe mit dem Beschwerde-

gegner 1 zum Zweck der Zinsgenerierung vereinbart, dass dieser die Darlehen 

mittels Kauf von Wertpapieren gewinnbringend anlege und nicht für die Finanzie-

rung von anfallenden Bürounterhaltskosten (wie Miete etc.) verwende. Damit liess 

der Beschwerdeführer implizit geltend machen, er sei vom Beschwerdegegner 1 

über den Verwendungszweck der Darlehen getäuscht worden.  

In dem zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner 1 am 

30. April 2010 abgeschlossenen Darlehensvertrag wird bezüglich des Verwen-

dungszwecks der Darlehenssumme von Fr. 60'000.- Folgendes festgehalten 

(Urk. 16/1): 

- 15 - 

"Der Darlehensgeber gewährt dem Darlehensnehmer zur Gründung einer 

Investmentfirma in Zürich ab dem 23. Juli 2011 ein Darlehen in Höhe von 

CHF 60'000.-- (in Worten: Sechzigtausend Schweizer Franken). Vorgenann-

ter Darlehensbetrag wurde dem Darlehensnehmer am 30. April 2010 bar 

ausgehändigt. Das Darlehen ist zweckgebunden und wird an den Finanz-

märkten investiert." 

Im Darlehensvertrag vom 23. Juli 2011 wird als Verwendungszweck der Darle-

henssumme von Fr. 98'000.- ausschliesslich die Gründung der Investmentfirma 

des Beschwerdegegners 1 genannt und nicht mehr festgehalten, dass das Darle-

hen zweckgebunden sei und an den Finanzmärkten investiert werde. Indes wird 

vermerkt, dass sich die Höhe der Verzinsung nach den erwirtschafteten Erfolgen 

an den Finanzmärkten richtet (Urk. 16/2): 

"Der Darlehensgeber gewährt dem Darlehensnehmer zur Gründung einer 

Investmentfirma in Zürich ab dem 23. Juli 2011 ein Darlehen in Höhe von 

CHF 98'000.-- (in Worten: Achtundneunzigtausend Schweizer Franken).  […] 

Das Darlehen ist jährlich zu verzinsen. Die Höhe der Verzinsung richtet sich 

nach den erwirtschafteten Erfolgen an den Finanzmärkten." 

Es besteht ein bedeutender Unterschied, ob ein Darlehen mit dem ausschliessli-

chen Zweck der Investition an den Finanzmärkten oder aber zur Gründung einer 

Investmentfirma gewährt wird. Während es die Parteien unterlassen haben, im 

Darlehensvertrag vom 30. April 2010 zu regeln, wie sich die beiden genannten 

Zwecke der Unternehmensgründung und der Investition an den Finanzmärkten 

zueinander verhalten (d.h. bis zu welchem Maximalbetrag der Beschwerdegeg-

ner 1 die gewährte Darlehenssumme für die Kosten der Unternehmensgründung 

verwenden darf und welche Mindestsumme er an den Finanzmärkten investieren 

muss), verzichteten die Parteien im Darlehensvertrag vom 23. Juli 2011 gänzlich 

darauf, als Zweck des Darlehens die Investition an den Finanzmärkten zu nen-

nen. Bei dieser Sachlage lässt sich aus den Vertragstexten nicht ableiten, dass 

sich der Beschwerdegegner 1 verpflichtet hatte, die beiden Darlehen ausschliess-

lich für Investitionen an den Finanzmärkten zu verwenden. Vielmehr besteht im 

- 16 - 

ersten schriftlichen Darlehensvertrag insofern eine Vertragslücke, als nicht explizit 

geregelt wurde, in welchem Mindestumfang der Beschwerdegegner 1 die erste 

Darlehenssumme in der Höhe von Fr. 60'000.-- in Finanzprodukte zu investieren 

hat. Es ist daher die Frage zu klären, ob neben den schriftlichen Vertragstexten 

zusätzliche mündliche Abmachungen bestanden haben. 

Im vorliegenden Fall ist bedeutsam, dass der Beschwerdeführer in seinem E-Mail 

vom 31. August 2011 ausführte, der Beschwerdegegner 1 habe ihm gesagt, es 

könne sein, dass er durchaus die Hälfte seines in die Firma einzubringenden Gel-

des verlieren könnte (Urk. 28 S. 2). Aus der Formulierung "die Hälfte meines in 

die Firma einzubringenden Geldes" kann abgeleitet werden, dass der Beschwer-

degegner 1 den Beschwerdeführer vor der Aushändigung der zweiten Darlehens-

summe auf das Verlustrisiko aufmerksam gemacht hatte, denn andernfalls hätte 

der Beschwerdeführer in seinem E-Mail vom 31. August 2011 die Formulierung 

"die Hälfte meines in die Firma eingebrachten Geldes" verwendet. Angesichts der 

Sachlage, dass die Parteien in ihrem Darlehensvertrag vom 23. Juli 2011 als 

Verwendungszweck der Darlehenssumme von Fr. 98'000.- ausschliesslich die 

Gründung der Investmentfirma nannten und der Beschwerdegegner 1 den Be-

schwerdeführer vor der Aushändigung des zweiten Darlehens auf ein hohes Ver-

lustrisiko hinwies, ist davon auszugehen, dass es dem Beschwerdeführer auf-

grund der vertraglichen Bestimmungen gestattet war, diese Darlehenssumme zur 

Finanzierung seines Start-Up-Projekts zu verwenden. Dass dem Beschwerde-

gegner 1 auch im Rahmen des ersten Darlehensvertrages vom 30. April 2010 

nicht untersagt war, die Darlehenssumme in der Höhe von Fr. 60'000.- zur Finan-

zierung der Gründung seiner Investmentfirma einzusetzen, ergibt sich aus der 

Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers. So liess er ausführen, der Be-

schwerdegegner 1 habe für den Fall, dass die Einlagen des Beschwerdeführers 

kurzfristig benötigt werden sollten, zugesichert, dass diese in unproblematischer 

Weise umgehend gesichert seien, da in jedem Fall eine ausreichende Deckung 

der Beträge in voller Höhe durch die angeblich vorhandenen weiteren Investoren-

einlagen bestünde. Eine solche Zusicherung macht nur Sinn, wenn es dem Be-

schwerdegegner 1 nach dem Vertragsinhalt erlaubt war, die Darlehenssumme für 

die Gründungskosten seiner Investmentfirma einzusetzen. Bei dieser Sachlage ist 

- 17 - 

davon auszugehen, dass beide Darlehen der Finanzierung des Start-Up-Projekts 

des Beschwerdegegners 1 dienten.  

Werden Darlehen zur Finanzierung eines Start-Up-Projektes gewährt, so ist der 

Darlehensnehmer (mangels anderslautender Vereinbarungen) berechtigt, diese 

Geldmittel für sämtliche Kosten zu verwenden, die im Zusammenhang mit dem 

Firmenaufbau anfallen. Insbesondere bleibt es ihm unbenommen, Bürounter-

haltskosten (wie Mietzinse, Gebühren für ein Finanzinformationssystem sowie 

Lohnkosten) mittels des Darlehens zu finanzieren. Entgegen der Darstellung des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers lässt sich aus den vorliegenden Verträ-

gen und den eingereichten E-Mails nicht entnehmen, dass es dem Beschwerde-

gegner 1 untersagt war, die Darlehen für die Finanzierung von anfallenden Büro-

unterhaltskosten zu verwenden. Unter diesen Umständen ist keine Werterhal-

tungspflicht des Beschwerdegegners 1 anzunehmen (vielmehr wies er den Be-

schwerdeführer ausdrücklich auf das hohe Verlustrisiko hin).  

 d) Nach der Darstellung des Beschwerdeführers soll seine Irreführung im 

vorliegenden Fall auch darin bestanden haben, dass er über die Rückzahlungsfä-

higkeit und Rückzahlungswilligkeit des Beschwerdegegners 1 getäuscht wurde; 

einerseits soll der Beschwerdegegner 1 bezüglich der ersten Darlehenssumme 

von Anfang an beabsichtigt haben, die Gelder nicht in die Investmentfirma einzu-

bringen, sondern diese für seine ausschweifende und aufwändige Lebenshaltung 

zu verwenden. Andererseits habe er vom Beschwerdeführer zwei weitere Darle-

hen aufgenommen (nachdem bereits Untersuchungen wegen seiner Handlungen 

zum Nachteil der D._____ SA gegen ihn im Gange gewesen seien), ohne auch 

nur anzudeuten, dass sich in Bezug auf seine Bonität wesentliche Veränderungen 

ergeben hätten. Es bestehe der Verdacht, dass er dringend auf Geldmittel zur Fi-

nanzierung des Vergleiches mit der D._____ SA angewiesen gewesen sei. 

Aufgrund der unbestrittenen Tatsache, dass im Schuldenverzeichnis der Steuer-

erklärung des Beschwerdegegners 1 die Summe von Fr. 200'000.- (welche im 

Rahmen eines aussergerichtlichen Vergleiches an die D._____ AG gezahlt wur-

de) als Schuld gegenüber dem Vater des Beschwerdegegners 1 aufgeführt ist, ist 

nicht davon auszugehen, dass dieser das zweite und dritte Darlehen für die Fi-

- 18 - 

nanzierung des Vergleiches mit der D._____ SA benötigte und von Anfang an ei-

ne solche Verwendung der Darlehen beabsichtigte. Bezüglich des zweiten Darle-

hensvertrages vom 23. Juli 2011 ist eine solche Absicht nur schon deswegen 

ausgeschlossen, weil die D._____ SA nach der unbestritten gebliebenen Sach-

verhaltsdarstellung des Beschwerdegegners 1 erst im Dezember 2011 gegen ihn 

Strafanzeige erstattete.  

Aus der Tatsache, dass dem Start-Up-Projekt des Beschwerdegegners 1 nicht die 

erhofften finanziellen Erfolge beschieden waren, kann nicht der rechtsgenügende 

Nachweis einer vorsätzlichen Irreführung bezüglich seiner Rückzahlungswilligkeit 

abgeleitet werden.  

Im Zusammenhang mit der behaupteten Irreführung bezüglich der Rückzahlungs-

fähigkeit liess der Beschwerdeführer geltend machen, der Beschwerdegegner 1 

habe ihm einen ausgefüllten (jedoch der E._____ nie eingereichten) Versiche-

rungsantrag als Sicherheit für die Darlehen präsentiert; dieses Verhalten zeige 

auf, dass der Beschwerdegegner 1 über erhebliche kriminelle Energie verfüge 

und schwer durchschaubare Machenschaften angewendet habe. Wie oben - in 

Kapitel 7 a) - ausgeführt,  ist der Grundgedanke des Einbezugs des Opfers (Op-

fermitverantwortung) auch bei der Prüfung von Machenschaften mit zu berück-

sichtigen. Arglist scheidet auch in diesem Zusammenhang aus, wenn das Opfer 

die angesichts der Umstände und seiner persönlichen Verhältnisse grundlegends-

ten Vorsichtsmassregeln nicht beachtet. Ein ausgefüllter Versicherungsantrag 

vermag a priori nicht den Nachweis einer bestehenden Lebensversicherung zu 

erbringen, die als Sicherheit für ein Darlehen dienen könnte. Fordert der Ver-

tragspartner in einem solchen Fall nicht den Nachweis der Existenz einer Versi-

cherungspolice, so beachtet er die grundlegendsten Vorsichtsmassregeln nicht.  

 e) Im Weiteren liess der Beschwerdeführer geltend machen, er hätte dem 

Beschwerdegegner 1 die Darlehen keinesfalls gewährt, wenn er im Zeitraum, in 

welchem die Gelder dem Beschwerdegegner 1 übergeben worden seien, bereits 

Kenntnis von dessen tatsächlicher wirtschaftlicher Situation und den nicht vor-

handenen Investoren gehabt hätte. Der Beschwerdegegner 1 habe ihm für den 

Fall, dass seine Einlagen kurzfristig benötigt werden sollten, zugesichert, dass 

- 19 - 

diese Einlagen in unproblematischer Weise umgehend gesichert seien, da in je-

dem Fall eine ausreichende Deckung der Beträge in voller Höhe durch die angeb-

lich vorhandenen weiteren Investoreneinlagen bestünde.  

Ebenfalls nach der Darstellung des Beschwerdeführers soll ihn der Beschwerde-

gegner 1 bedrängt haben, sein Geld in dessen Firma als Einlage zu investieren, 

um weitere Investoren damit anlocken zu können und damit für seine Firma einen 

Investorenstamm zu generieren. 

Diese beiden Sachverhaltsdarstellungen des Beschwerdeführers sind - unter logi-

schen Gesichtspunkten - miteinander unvereinbar, denn entweder sind die Einla-

gen des Beschwerdeführers durch vorhandene Investoreneinlagen gesichert,   

oder es muss erst ein Investorenstamm generiert werden (und damit entfällt vor 

einer solchen Generierung auch eine entsprechende Sicherung der Einlage des 

Beschwerdeführers). Sollte der Beschwerdegegner 1 tatsächlich diese beiden 

(sich widersprechenden) Erklärungen abgegeben haben, so steht für einen Ver-

tragspartner, welcher die grundlegendsten Vorsichtsmassregeln beachtet, auf-

grund ihrer Widersprüchlichkeit fest, dass diese Angaben nicht richtig sein können 

oder zumindest fragwürdig sind und nach entsprechenden Abklärungen rufen, 

weshalb das Tatbestandsmerkmal der Arglist nicht erfüllt ist.  

Bei dieser Sachlage besteht bezüglich des Tatbestands des Betruges kein hinrei-

chender Tatverdacht. Ein solcher ist auch nicht bezüglich des Tatbestands der 

Veruntreuung gegeben, denn wie oben - in Kapitel 7 c) - dargelegt, ist im Zusam-

menhang mit den gewährten drei Darlehen nicht von einer Werterhaltungspflicht 

des Beschwerdegegners 1 auszugehen.  

Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.  

 

- 20 - 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Ausgangsgemäss sind die Kosten für das Beschwerdeverfahren dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Dem Beschwerdegegner 1 ist 

mangels erheblicher Umtriebe keine Prozessentschädigung zuzusprechen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird festgesetzt auf 

Fr. 1'500.– und dem Beschwerdeführer auferlegt; sie wird von der von ihm 

geleisteten Kaution in der Höhe von Fr. 2'500.- bezogen. Im Mehrbetrag ist 

die Kaution - anderweitige Verbindlichkeiten vorbehalten - an den Be-

schwerdeführer zurückzuerstatten. 

3. Dem Beschwerdegegner 1 wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, in zweifacher Ausfertigung, für sich 
und zuhanden des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde) 

− den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (gegen Empfangsbestätigung) unter 
gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 12] (gegen 
Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

- 21 - 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Zürich, 27. März 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. A. Brüschweiler 
 
 
 

	Beschluss vom 27. März 2015
	
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte

	1. Begründung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zur Nichtanhandnahmeverfügung
	2. Begründung der Beschwerde
	3. Stellungnahme des Beschwerdegegners 1
	4. Replik des Beschwerdeführers
	5. Duplik des Beschwerdegegners 1
	6. Triplik des Beschwerdeführers
	7. Rechtliches und Folgerungen
	III.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird festgesetzt auf Fr. 1'500.– und dem Beschwerdeführer auferlegt; sie wird von der von ihm geleisteten Kaution in der Höhe von Fr. 2'500.- bezogen. Im Mehrbetrag ist die Kaution - anderweitige Verbi...
	3. Dem Beschwerdegegner 1 wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
	 Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, in zweifacher Ausfertigung, für sich und zuhanden des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (gegen Empfangsbestätigung) unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 12] (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)