# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b4cf0c0-33a9-56b3-a531-3128052219de
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.10.2022 UV 2021/75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-75_2022-10-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/75

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 19.01.2023

Entscheiddatum: 26.10.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 26.10.2022
Art. 18 UVG. Invalidenrente der Unfallversicherung (Prozentvergleich und 
Tabellenlohnabzug bei einem Hilfsarbeiter) (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Oktober 2022, UV 
2021/75). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2022.

Entscheid vom 26. Oktober 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz) und Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin 

Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

UV 2021/75

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Istituto Nazionale Confederale di Assistenza in Convenzione con 

Associazione UPSS, Piazza Giuseppe Buffi, 6A, 6500 Bellinzona,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente

Sachverhalt

A.  

A.___ war als „Bauarbeiter“ (spezifischer: als Bauhilfsarbeiter und Eisenleger; vgl. 

Suva-act. 37) bei der B.___ AG angestellt und dadurch bei der Suva gegen Unfälle 

versichert. Am 10. Juli 2019 verunfallte er während der Arbeit auf der Baustelle, wobei 

er sich gemäss der Unfallmeldung vom 18. Juli 2019 einen Bruch am Rücken und eine 

Beschädigung der Zahnprothese zuzog (Suva-act. 2). Die Suva teilte dem Versicherten 

am 22. Juli 2019 mit (Suva-act. 4), dass sie die Versicherungsleistungen im 

Zusammenhang mit den Rückenbeschwerden erbringen werde; bezüglich der 

Zahnbehandlung werde der Versicherte zu einem späteren Zeitpunkt eine separate 

Stellungnahme erhalten. Sie werde der Arbeitgeberin für die Zeit frühestens ab dem 13. 

Juli 2019 ein Taggeld von 129.55 Franken pro Kalendertag ausrichten. Das 

Kantonsspital C.___ hatte am 19. Juli 2019 berichtet (Suva-act. 10), der Versicherte 

habe sich am 10. Juli 2019 eine craniale Keilfraktur mit einer Kyphosierung L1 und 

einer cranialen, inkompletten Berstungsfraktur L4 sowie einen Zahnprothesenbruch 

zugezogen. Zudem leide er an einer Osteochondrose L5/S1. Am 12. Juli 2019 seien 

eine percutane, transpediculäre Ballonkyphoplastie L1 und L4, eine dorsale 

Spondylodese L3–L5 sowie eine Beckenkammspogiosaentnahme dorsal rechts 

durchgeführt worden. Der intra- und postoperative Verlauf habe sich komplikationslos 

gestaltet. Am 19. Juli 2019 sei der Versicherte aus der stationären Behandlung 

entlassen worden. Für die Zeit bis zum 25. August 2019 sei eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Am 13. August 2019 beantwortete der Versicherte 

verschiedene Fragen der Suva (Suva-act. 13). Er gab an, er sei am 10. Juli 2019 

A.a. 

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zwischen 16.00 und 16.30 Uhr damit beschäftigt gewesen, alleine von Hand (nicht 

näher bezeichnetes) Material zu bewegen. Dabei sei er mit Brettern auf der Schulter 

gestolpert und rückwärts mit seinem gesamten Eigengewicht auf den Rücken gefallen, 

wobei er auf einer etwa 50 cm hohen Betonbrüstung (vgl. Suva-act. 37) gelandet sei.

Das Spital D.___ berichtete am 26. August 2019 (Suva-act. 19), der Versicherte 

habe über einen erfreulichen postoperativen Verlauf berichtet, aber angegeben, dass 

bei längerem Sitzen nach wie vor tieflumbale Schmerzen aufträten. Sensomotorische 

Defizite hätten nicht objektiviert werden können. Die Wunden seien reizlos und der 

Versicherte benötige keine Schmerzmittel mehr. Der radiologische Befund sei 

unauffällig. Das Osteosynthesematerial sitze fest in Position; neue Frakturen seien nicht 

aufgetreten. Bis zur nächsten Kontrolluntersuchung am 21. Oktober 2019 sei der 

Versicherte weiterhin zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Ab dem 1. Oktober 2019 überwies 

die Suva das Taggeld direkt an den in E.___ wohnhaften Versicherten (vgl. Suva-act. 

28). Am 21. Oktober 2019 berichtete das Spital D.___ (Suva-act. 38), drei Monate nach 

dem Unfall sei der Zustand zufriedenstellend. Nun könne eine Physiotherapie in die 

Wege geleitet werden. Der Versicherte sei nach wie vor vollständig arbeitsunfähig, aber 

es sei zu erwarten, dass die Physiotherapie die Schmerzsituation wesentlich 

verbessern und damit die Arbeitsfähigkeit wiederherstellen werde. In einem weiteren 

Bericht vom 14. Januar 2020 hielten die Ärzte des Spital D.___ fest (Suva-act. 60), die 

Physiotherapie habe die tieflumbalen Schmerzen bislang noch nicht wesentlich 

beeinflussen können. Die Behandlung sollte weitergeführt werden. Vor allem sollte ein 

Muskelaufbau am Rücken angestrebt werden. Momentan sei der Versicherte weiterhin 

vollständig arbeitsunfähig. Sollte der abschliessende Physiotherapiezyklus die 

tieflumbalen Schmerzen nicht positiv beeinflussen, werde eine erneute Operation zur 

Entfernung des Osteosynthesematerials in Erwägung zu ziehen sein. Am 10. 

September 2020 wurde das Osteosynthesematerial operativ entfernt (Suva-act. 132 

und 135). Am 16. November 2020 teilte der Versicherte telefonisch mit (Suva-act. 142), 

die Schmerzsituation habe sich durch die Entfernung des Osteosynthesematerials nicht 

wesentlich verändert. Aktuell könne er wegen den COVID-19-Massnahmen keine 

Physiotherapie durchführen. In der Folge gelang es dem Versicherten offenbar doch 

noch, einen Physiotherapeuten zu finden, der ihn behandelte (vgl. Suva-act. 145 und 

150).

A.b. 

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Am 24. Februar 2021 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch den Spezialarzt 

für orthopädische Chirurgie und Traumatologie Dr. med. F.___ statt. Der Suva-Kreisarzt 

berichtete (Suva-act. 165), der Versicherte habe hauptsächlich über dauernd 

vorhandene, allerdings nicht allzu intensive Schmerzen im unteren Rückenbereich 

geklagt, die sich verstärkten, wenn er mehr als 20 Minuten sitze ohne sich zu bewegen. 

Die Physiotherapie sei Ende Januar 2021 beendet worden. Der Versicherte habe sich 

mit einer minimalen Unsicherheit, aber ohne Hinken, bewegt. Die Fortbewegung sei in 

Neutralstellung uneingeschränkt gewesen. Beim Zehen- und Fersengang habe der 

Versicherte über Schmerzen in der Lumbalregion geklagt. Der Zehenstand sei mit 

minimalen Schmerzen, der Fersenstand nur teilweise möglich gewesen. Die lumbale 

Lordose sei verflacht gewesen. Bei der klinischen Prüfung sei insbesondere ein 

gewisses Beweglichkeitsdefizit aufgefallen. Die paravertebrale Muskulatur sei auf der 

linken Seite minimal verspannt gewesen. Der Versicherte habe eine gewisse 

Druckdolenz angegeben. Ansonsten sei der (im Bericht ausführlich beschriebene) 

objektive klinische Befund weitgehend unauffällig gewesen. Diagnostisch leide der 

Versicherte an einem Status nach einer Kontusion der lumbalen Wirbelsäule mit einer 

vertebralen Fraktur L1 und L4. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. 

Tätigkeiten, bei denen der Versicherte nur selten mehr als 15 kg und nur gelegentlich 

mehr als 10 kg bewegen müsse, die vorwiegend leicht und nur manchmal mittelschwer 

seien, die nur selten Rotationen und nur gelegentlich eine sitzende, vornüber geneigte 

Position oder eine stehende, vornüber geneigte Position erforderten, die nur manchmal 

zu längerem Sitzen oder Stehen zwängen, vorwiegend wechselbelastend ausgeübt 

werden könnten, nur selten ein Gehen auf unebenem Boden, nur gelegentlich das 

Besteigen von Treppen und nie das Besteigen von Leitern erforderten, seien dagegen 

uneingeschränkt zumutbar. Aus medizinischer Sicht seien eine Fortsetzung der 

Physiotherapie sowie die Wiederaufnahme einer Analgetikatherapie zur Verbesserung 

der Schmerzsituation zu empfehlen. Der Integritätsschaden sei ausgehend von der 

Suva-Tabelle 7.2 unter Berücksichtigung des schmerzbedingten Rotationsdefizites, der 

Abflachung der Lendenwirbelsäule und der Spondylodese auf zehn Prozent 

festzusetzen (Suva-act. 164).

A.c. 

Die Suva teilte dem Versicherten am 15. März 2021 telefonisch (Suva-act. 168) 

und schriftlich (Suva-act. 172) mit, dass sie die Taggeldzahlungen per 1. Mai 2021 

A.d. 

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B.  

einstellen werde. Der Versicherte habe einen Anspruch auf zwei weitere Serien 

Physiotherapie im Jahr 2021. Sie werde den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf 

eine Integritätsentschädigung prüfen. Bezüglich der Integritätsentschädigung werde sie 

von einem Integritätsschaden von zehn Prozent ausgehen. Für die 

Invaliditätsbemessung sei ausschlaggebend, dass dem Versicherten die angestammte 

Tätigkeit nicht mehr, eine leidensadaptierte Tätigkeit dagegen uneingeschränkt 

zumutbar sei. Rechtsprechungsgemäss sei der Versicherte verpflichtet, seine 

Resterwerbsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu verwerten. Ein 

Sachbearbeiter der Suva verglich den zuletzt erzielten Lohn (der Versicherte war nur 

wenige Tage eingesetzt worden; vgl. Suva-act. 181) von 26.35 Franken pro Stunde, 

hochgerechnet auf einen Jahreslohn von 60’289 Franken (= 26.35 × 176 × 13), mit dem 

statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne (2018: 67’767 Franken; unter 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 2018–2021: 69’475 Franken), was unter 

Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von zehn Prozent einen Invaliditätsgrad 

von gerundet minus vier Prozent ergab (Suva-act. 184). Mit einer Verfügung vom 28. 

Mai 2021 sprach die Suva dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 14’820 

Franken zu, welcher sie wie angekündigt einen Integritätsschaden von zehn Prozent 

zugrundelegte; das Rentenbegehren wies sie ab (Suva-act. 189). Zur Begründung 

führte sie an, der Versicherte könne in einer leidensadaptierten Tätigkeit ein höheres als 

das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen generieren, weshalb er nicht rentenbegründend 

invalid sei.

Am 24. Juni 2021 liess der Versicherte eine vorsorgliche Einsprache gegen die 

Verfügung vom 28. Mai 2021 erheben (Suva-act. 194). Am 14. September 2021 liess er 

geltend machen (Suva-act. 203), der Chirurg Dr. med. G.___ habe ein Privatgutachten 

erstellt, das belege, dass der Versicherte in einem höheren Ausmass invalid sei, als die 

Suva angenommen habe. Der Versicherte beantrage daher die Zusprache einer 

Invalidenrente und die Zusprache einer dem realen Integritätsschaden entsprechenden 

(höheren) Integritätsentschädigung. In seinem undatierten Privatgutachten hatte Dr. 

G.___ festgehalten (Suva-act. 204), der Versicherte habe über dauernde Schmerzen, 

Schlafstörungen und Symptome geklagt, die auf eine reaktive Depression hindeuteten. 

Der Gang sei unsicher, instabil und phasenweise hinkend gewesen. Wiederholt habe 

B.a. 

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der Versicherte das Gleichgewicht verloren, wobei er wie erstarrt sei und eine 

Fallneigung präsentiert habe, was gesamthaft an das Parkinson’sche Syndrom erinnert 

habe. Bei der klinischen Untersuchung habe sich eine erhebliche 

Druckschmerzhaftigkeit gezeigt. Die Lordose sei verflacht gewesen. Die Flexion und die 

Extension sowie die Rotation des Rumpfes seien um etwa einen Drittel eingeschränkt 

und schmerzhaft gewesen. Die paravertebrale Muskulatur habe eine erhebliche 

Verspannung und Hypotonie aufgewiesen. Die Berührungssensibilität sei vermindert 

gewesen. Die Kraft in den unteren Extremitäten sei erheblich vermindert gewesen. Die 

bleibende Invalidität betrage 21–22 Prozent. Sie begründe sich durch die schwere 

Schädigung der Wirbelsäule, die komplexen chirurgischen Eingriffe, die deutlich 

sichtbare und unästhetische Narbe, die Beschädigung im Kieferbereich mit dem Verlust 

von Zähnen und der Notwendigkeit einer prothetischen Versorgung, das reaktive 

ängstlich-depressive Syndrom sowie die Verschlimmerung eines vorbestehenden 

Diabetes. Dem Versicherten sei sowohl die bisherige als auch jede andere körperlich 

belastende Tätigkeit bleibend nicht mehr zumutbar. Unter Berücksichtigung sämtlicher 

Einschränkungen müsse leider selbst für minimal belastende manuelle Tätigkeiten eine 

Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.

Mit einem Entscheid vom 21. September 2021 wies die Suva die Einsprache ab 

(Suva-act. 206). Zur Begründung führte sie an, die Beurteilung von Dr. G.___ sei nicht 

aussagekräftig, weil dieser sich offenkundig auf E.___ische Tabellenwerte gestützt 

habe. Zudem sei der Invaliditätsgrad im schweizerischen Sozialversicherungsrecht vom 

Rechtsanwender respektive im Beschwerdefall vom Richter und nicht vom Mediziner 

festzusetzen. Schliesslich seien Berichte von ausländischen Ärzten mit Vorbehalt zu 

würdigen, da die versicherungsmedizinische Beurteilung rechtsprechungsgemäss eine 

gewisse Vertrautheit mit dem schweizerischen Sozialversicherungsrecht voraussetze. 

Die Beurteilung von Dr. G.___ wecke jedenfalls keinen Zweifel an der 

Überzeugungskraft der kreisärztlichen Beurteilung durch Dr. F.___, weshalb mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehe, dass dem 

Versicherten leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar seien. Die 

Integritätsschadensbemessung durch Dr. F.___ sei ebenfalls überzeugend, denn dieser 

habe sich an den Suva-Tabellen orientiert, die auf dem Erfahrungswissen spezialisierter 

Fachärzte beruhten und folglich eine hohe Überzeugungskraft aufwiesen. Der 

B.b. 

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C.  

entsprechende Tabellenwert betrage fünf bis zehn Prozent. Dr. F.___ habe 

überzeugend dargelegt, dass sich insbesondere unter Berücksichtigung des 

Rotationsdefizites die Anwendung des oberen Grenzwertes von zehn Prozent 

rechtfertige. Das angebliche ängstlich-depressive Syndrom sowie die angebliche 

Verschlimmerung des Diabetes seien weder fachärztlich ausgewiesen noch als 

unfallkausal zu qualifizieren.

Am 22. Oktober 2021 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 21. September 2021 erheben 

(act. G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheides, eine unabhängige medizinische Begutachtung im Auftrag des 

Versicherungsgerichtes sowie die Zusprache einer angemessenen Invalidenrente. Zur 

Begründung führte sie aus, der Beschwerdeführer habe zwischenzeitlich – nur dank 

persönlicher Kontakte – in E.___ eine leichte Hilfsarbeit aufnehmen können. Sein 

Gesundheitszustand erlaube es ihm allerdings nicht, mehr als sechs Stunden pro Tag 

zu arbeiten. Die Beurteilung von Dr. G.___ sei objektiv und berücksichtige die 

massgebenden Tatsachen. Sie könne nicht einfach ignoriert werden, nur weil sie von 

einem ausländischen Facharzt erstellt worden sei. Zur Beseitigung der Widersprüche 

zwischen der kreisärztlichen Beurteilung von Dr. F.___ und jener von Dr. G.___ sei ein 

Gerichtsgutachten einzuholen.

C.a. 

Die Suva (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte in der 

Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2022 die Abweisung der Beschwerde (act. G 8). 

Zur Begründung führte sie an, die Beurteilung von Dr. G.___ sei nicht geeignet, Zweifel 

an der Überzeugungskraft des kreisärztlichen Berichtes von Dr. F.___ zu wecken. Aus 

dem Privatgutachten gehe nicht hervor, welche Akten Dr. G.___ überhaupt zur 

Verfügung gestanden hätten. Zudem verfüge Dr. G.___ über keine Kenntnisse 

bezüglich des schweizerischen Sozialversicherungssystems. Schliesslich habe er bei 

seiner Beurteilung auch die zwar unfallkausalen, für die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

aber irrelevanten Zahnschäden sowie den unfallfremden Diabetes und die nicht 

belegten respektive nicht adäquat kausal verursachten psychischen Beschwerden 

berücksichtigt.

C.b. 

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Erwägungen

1. Den Anfechtungsgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 21. September 2021, mit dem die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von 14’280 Franken zugesprochen 

und das Rentenbegehren abgewiesen hat. Der Einspracheentscheid ist betreffend die 

Integritätsentschädigung unangefochten geblieben. Zwischen den Parteien streitig und 

zu prüfen ist der Rentenanspruch.

2.  

Der Beschwerdeführer liess in der Replik vom 7. Juni 2022 an seinen Anträgen 

festhalten (act. G 15). Der Eingabe lag ein Gutachten des Orthopäden Dr. H.___ vom 

27. Mai 2022 bei (act. G 15.1). Dieser hatte festgehalten, die Flexion und die Extension 

der Lendenwirbelsäule seien eingeschränkt gewesen und hätten schmerzhaft 

imponiert. Der Versicherte habe Druckschmerzen angegeben. Die paravertebrale 

Muskulatur sei, mehrheitlich auf der linken Seite, diffus verspannt gewesen. Die 

Rotation und die Seitwärtsbewegungen seien minimal eingeschränkt und schmerzhaft 

gewesen (Flexion bis 30°, Extension bis 20°). Der Lasègue-Test sei positiv gewesen. 

Die Gehfähigkeit habe bis auf ein leichtes Hinken, das sich bei Richtungsänderungen 

oder beim Treppengehen stärker gezeigt habe, normal gewirkt. Die Positionswechsel 

seien möglich, aber schmerzhaft gewesen. Das Sitzen und die Rückenlage habe der 

Versicherte schmerzbedingt nur für kurze Zeit toleriert. Trotz des guten Heilverlaufs mit 

einer erfreulichen Erholung des funktionellen Leistungsniveaus schränkten die 

anatomischen Veränderungen die Fähigkeit zur Ausübung von Tätigkeiten mit einem 

mittleren oder hohen funktionellen Anforderungsniveau, also namentlich von 

Tätigkeiten, die eine wiederholte Belastung oder Überlastung durch eine Kompression 

der Wirbelsäule durch das Heben von Gewichten erforderten, deutlich ein. Mit Blick auf 

die anerkannten Tabellenwerte sei ein bleibender biologischer Schaden von 20 Prozent 

anzuerkennen.

C.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine „umfassende“ Duplik (act. G 17).C.d. 

Ist eine versicherte Person infolge eines versicherten Unfalls zu mindestens zehn 

Prozent invalid, hat sie gemäss dem Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Für die 

2.1. 

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Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und 

nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage durch eine ihr 

zumutbare Erwerbstätigkeit erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum jenem 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.

Der Beschwerdeführer hat seinen eigenen Angaben zufolge eine Berufsausbildung 

im Herkunftsland absolviert, deren Abschluss allerdings in der Schweiz nicht anerkannt 

beziehungsweise mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis vergleichbar ist, 

weshalb der Beschwerdeführer nach seiner Einreise in die Schweiz verschiedene 

Hilfsarbeiten verrichtet hat. Offenbar hatte er sich bereits davor in seinem 

Herkunftsland darauf spezialisiert, als Eisenleger zu arbeiten. In der Zeit, in der er den 

hier zur Diskussion stehenden Unfall erlitten hat, ist er zwar nicht als Eisenleger 

angestellt gewesen, aber angeblich soll geplant gewesen sein, dass er nach dem 

Ablauf der Probezeit vorwiegend als Eisenleger hätte arbeiten können. Auch wenn der 

Beschwerdeführer über eine gewisse Berufserfahrung in jenem Bereich verfügt hat, 

kann er nicht als gelernter Eisenleger qualifiziert werden, denn dafür fehlt es an der 

entsprechenden schulischen Ausbildung und an einem entsprechenden (anerkannten) 

Abschluss. Zudem hatte der Beschwerdeführer vor dem Unfall nicht so lange als 

Eisenleger gearbeitet, dass seine Fertigkeiten mit jenem eines erfahrenen, gelernten 

Eisenlegers hätten verglichen werden können. Dementsprechend hat der 

Beschwerdeführer auch keinen Lohn erzielt, der jenem eines gelernten Eisenlegers 

entsprochen hätte. Der zuletzt erzielte Lohn hat unter dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterlöhne gelegen. Da in den Akten nichts darauf hindeutet, dass der 

Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter nur unterdurchschnittlich leistungsfähig gewesen 

wäre, rechtfertigt es sich nicht, für die Bemessung des Valideneinkommens von einem 

unterdurchschnittlichen Lohn auszugehen. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer 

zuletzt nur einen unterdurchschnittlichen Lohn erzielt hat, ist auf für die Bemessung der 

Invalidität irrelevante Zwänge des tatsächlichen Arbeitsmarktes zurückzuführen, denn 

der Beschwerdeführer hat glaubhaft dargelegt, dass er Schwierigkeiten bei der 

Arbeitssuche gehabt und sich deshalb von einem Personalverleiher für einen 

Temporäreinsatz hat einstellen lassen. Hätte sich dem Beschwerdeführer die 

Möglichkeit geboten, eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeitsstelle anzunehmen, 

hätte er davon überwiegend wahrscheinlich Gebrauch gemacht. Das auf dem hier 

massgebenden allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielbare 

Valideneinkommen entspricht folglich dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterlöhne.

2.2. 

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Die Sachverständigen Dres. F.___, G.___ und H.___ haben übereinstimmend und 

überzeugend begründet aufgezeigt, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner 

unfallbedingten Rückenbeschwerden mittelschwere und schwere Tätigkeiten bleibend 

nicht mehr zumutbar sind. Der Privatsachverständige Dr. G.___ hat sich auf den 

Standpunkt gestellt, dass der Beschwerdeführer selbst für leichte Tätigkeiten nicht 

mehr arbeitsfähig sei. Diese Behauptung hat er nicht mit objektiven klinischen 

Befunden, sondern nur gestützt auf die gestellten Diagnosen begründet, was nicht 

überzeugt und zudem auch der Tatsache widerspricht, dass der Beschwerdeführer 

anschliessend wieder eine in einem gewissen Umfang durchaus auch körperlich 

belastende Erwerbstätigkeit aufgenommen und während sechs Stunden pro Tag 

ausgeübt hat. Sodann beziffert auch Dr. G.___ selbst den bleibenden Schaden auf 

lediglich 21 bis 22 Prozent, was nicht für eine vollständige Arbeitsunfähigkeit spricht. 

Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass der Beschwerdeführer gegenüber Dr. F.___ 

offenbar ein grotesk anmutendes, stark übertriebenes Beschwerdebild präsentiert hat, 

das weder die behandelnden Ärzte noch die Sachverständigen Dres. F.___ und H.___ je 

haben beobachten können. Die offensichtliche Beschwerdeverdeutlichung dürfte die 

Beurteilung von Dr. G.___ verfälschend beeinflusst haben, zumal aus seinem 

Gutachten nicht hervorgeht, ob und welche Vorakten ihm überhaupt bekannt gewesen 

sind. Der Privatsachverständige Dr. H.___ hat sich nicht zur Arbeitsfähigkeit für leichte 

Tätigkeiten geäussert, was den Schluss zulässt, dass er solche als zumutbar qualifiziert 

hat. Entscheidend ist aber, dass der Kreisarzt Dr. F.___ nach einer eingehenden 

Würdigung der medizinischen Akten und einer umfassenden persönlichen 

Untersuchung des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der relevanten 

objektiven klinischen Befunde leidensadaptierte, körperlich leichte Tätigkeiten mit einer 

überzeugenden Begründung als uneingeschränkt zumutbar qualifiziert hat. Aus dem 

sorgfältig erarbeiteten kreisärztlichen Bericht geht hervor, dass Dr. F.___ sämtlichen 

relevanten medizinischen Tatsachen gebührend Rechnung getragen und sich bei 

seiner Beurteilung von den massgebenden klinischen Befunden hat leiten lassen. 

Widersprüche innerhalb des Berichtes sind nicht auszumachen. Das Privatgutachten 

von Dr. H.___ enthält bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung keine Hinweise, die 

Zweifel an der Beurteilung von Dr. F.___ wecken würden. Die abweichende Beurteilung 

durch Dr. G.___ überzeugt aus den oben dargelegten Gründen nicht und weckt 

deshalb ebenfalls keinen Zweifel an der Überzeugungskraft der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F.___. Damit steht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer 

eine leidensadaptierte Tätigkeit ohne quantitative Einschränkungen ausüben könnte. 

Da auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt zahlreiche Hilfsarbeitsstellen 

existieren, die dem von Dr. F.___ definierten Anforderungsprofil gerecht werden, und 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

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3. Gerichtskosten sind mangels einer im UVG enthaltenen Ausnahme vom Grundsatz 

des Art. 61 lit. f  ATSG nicht zu erheben. Der obsiegende und durch eine 

gemeinnützige Organisation im Sinne des Art. 12 Abs. 1 lit. b des St. Galler 

Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) vertretene Beschwerdeführer hat einen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Da seine Vertreterin keine Rechtsanwältin ist, ist die 

Entschädigung auf einen Viertel des praxisgemäss üblichen Ansatzes von 4’000 

Franken, also auf 1’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer), 

festzusetzen.

Entscheid

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 

dem 1. Mai 2021 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von zehn Prozent 

zugesprochen; die Sache wird zur Festsetzung der Rentenbeträge an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

da es keinen statistischen Nachweis dafür gibt, dass körperlich leichte Hilfsarbeiten 

generell schlechter als körperlich schwere Hilfsarbeiten entlöhnt würden, entspricht der 

Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem 

statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne und damit dem Valideneinkommen. Der 

Betrag der beiden Vergleichswerte kann folglich bei der Berechnung des 

Invaliditätsgrades mathematisch keine Rolle spielen, weshalb die Invalidität anhand 

eines sogenannten Prozentvergleichs bemessen werden kann. Sie entspricht also dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen sogenannten Tabellenlohnabzug. Die 

Beschwerdegegnerin hat einen Tabellenlohnabzug von zehn Prozent berücksichtigt. 

Insbesondere unter Berücksichtigung des einschränkenden Zumutbarkeitsprofils 

gemäss Dr. F.___ erscheint ein Abzug in dieser Höhe als angemessen. Ein 

Ermessensmissbrauch ist nicht auszumachen, weshalb sich eine Korrektur des von der 

Beschwerdegegnerin zur Anwendung gebrachten Tabellenlohnabzuges nicht 

rechtfertigen liesse. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 100 Prozent und einem 

Tabellenlohnabzug von zehn Prozent resultiert im Prozentvergleich ein Invaliditätsgrad 

von zehn Prozent, weshalb der Beschwerdeführer gemäss dem Art. 18 Abs. 1 UVG 

einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat, deren Betrag nach Art. 20 Abs. 1 UVG zehn 

Prozent von 80 Prozent des versicherten Verdienstes beträgt. Der Beginn des 

Rentenanspruchs ist nach dem von der Beschwerdegegnerin festgesetzten und nicht 

zu beanstandenden Zeitpunkt des Endes des Taggeldanspruchs (vgl. Art. 19 Abs. 1 

UVG) auf den 1. Mai 2021 festzusetzen. Die Sache ist zur Festsetzung des 

Rentenbetrages an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

bis

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2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 1’000 Franken zu 

entschädigen.

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		2025-07-19T01:23:45+0200
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