# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a4d955c-0b53-534d-ac80-168adce943aa
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 1. Abteilung O1Z-17-4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_001_O1Z-17-4_nodate.pdf

## Full Text

Berufungskläger 

Beklagter  

N___  

 

vertreten durch: RA lic. iur. TA___ und RA lic. iur. BG___  

 

 

Berufungsbeklagte  

Klägerin 

C___ 

  

 

vertreten durch: RA Dr. iur. SP___, substituiert durch: RA Dr. iur. 

MG___ 

 

 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
1. Abteilung 

 

Entscheid vom 2. April 2019 

 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 

Oberrichterin S. Rohner 

Oberrichter B. Oberholzer, H. P. Blaser, H. Zingg  

Obergerichtsschreiberin B. Widmer 

 

 

Verfahren Nr. O1Z 17 4 

 

 

Sitzungsort Trogen 

Gegenstand Rechnungslegung, Feststellung und Forderung 

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Aus-

serrhoden K3Z 14 31 vom 21. November 2016 

 

Seite 2 

Inhaltsverzeichnis 

 

Rechtsbegehren der Klägerin und Berufungsbeklagten .............................................................. 3 

Rechtsbegehren des Beklagten und Berufungsklägers ............................................................... 5 

Sachverhalt ................................................................................................................................. 6 

Erwägungen ............................................................................................................................. 11 
1.  Prozessuales .............................................................................................................. 11 
1.1 Prozessvoraussetzungen / Zuständigkeit / anwendbares Recht ................................. 11 
1.2 Gegenstand des Berufungsverfahrens / Rechtskraft und Vollstreckbarkeit ................. 11 
1.3 Rückzug von Rechtsbegehren vor der Vorinstanz ...................................................... 12 
1.4 Streitwerte .................................................................................................................. 13 
1.4.1 Rechtsmittelstreitwert nach Art. 308 Abs. 2 ZPO ..................................................... 13 
1.4.2 Streitwert des Berufungsverfahrens und für den Weiterzug an das Bundesgericht .. 15 
1.5 Noven ......................................................................................................................... 16 
2. Materielles ...................................................................................................................... 17 
2.1 Liegt eine einfache Gesellschaft vor (im Zusammenhang mit den 3 Verträgen)? ........ 17 
2.2 Rechnungslegung ....................................................................................................... 24 
2.2.1 Qualifikation des Treuhänder-Vertrages .................................................................. 24 
2.2.2 Urteilsunfähigkeit des Berufungsklägers (Treuhänder-Vertrag) ............................... 26 
2.2.3 Willensmängel (Treuhänder-Vertrag) ...................................................................... 31 
2.2.3.1 Irrtum ................................................................................................................... 31 
2.2.3.2 Täuschung ........................................................................................................... 33 
2.2.3.3 Fazit .................................................................................................................... 34 
2.2.4 Informations- und Abrechnungspflicht ..................................................................... 34 
2.3 Forderung über CHF 47‘600.00 (Darlehensverträge vom 29.11.09 und 29.05.13) ...... 38 
2.3.1 Qualifikation der Darlehensverträge ........................................................................ 38 
2.3.2 Fehlender Rechtsgrund („Darlehensverträge“) ........................................................ 41 
2.3.2.1 Zum „Darlehensvertrag“ über CHF 120‘000.00 .................................................... 44 
2.3.2.2 Zum „Darlehensvertrag“ über CHF 42‘000.00 ...................................................... 48 
2.3.2.3 Fazit .................................................................................................................... 48 
2.3.3 Urteilsunfähigkeit („Darlehensverträge“) .................................................................. 49 
2.3.4 Willensmängel („Darlehensverträge“) ...................................................................... 50 
2.3.4.1 Übervorteilung ..................................................................................................... 50 
2.3.4.2 Irrtum und Täuschung .......................................................................................... 52 
2.3.4.3 Fazit .................................................................................................................... 53 
2.3.5 Höhe der noch offenen Darlehensforderung ............................................................ 53 
2.3.6 Verrechnungspositionen des Berufungsklägers....................................................... 54 
2.3.6.1 Allgemeines ......................................................................................................... 54 
2.3.6.2 Nettomiete (CHF 114‘400.00) .............................................................................. 54 
2.3.6.3 Mietnebenkosten (CHF 20‘114.50) ...................................................................... 54 
2.3.6.4 Darlehen B___ (CHF 110‘000.00) ........................................................................ 57 
2.3.6.5 Stammkapital der A___ GmbH (CHF 20‘000.00) ................................................. 58 
2.3.6.6 Auslagen des Berufungsklägers für GA___ (CHF 117‘944.27) ............................ 60 
2.3.6.7 Bezug Silber (CHF 55‘902.00) ............................................................................. 63 
2.3.7 Schlussrechnung ..................................................................................................... 65 
2.3.8 Verzugszins ............................................................................................................ 66 
2.3.9 Ergebnis .................................................................................................................. 67 
3. Prozesskosten ................................................................................................................ 68 
3.1 Erstinstanzliche Gerichtskosten und Parteientschädigungen ...................................... 68 
3.2 Gerichtskosten im Berufungsverfahren ....................................................................... 70 
3.3 Parteientschädigungen im Berufungsverfahren .......................................................... 70 
  

 

 

 

 

 

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Rechtsbegehren der Klägerin und Berufungsbeklagten 

 
a) im erstinstanzlichen Verfahren: 
  
 aa) vor Vermittler: 
 

1.  Es sei der Beklagte unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB im 
Unterlassungsfall zu verpflichten, innert einer kurzen gerichtlich anzusetzen-
den Frist über seine Geschäftsführung gemäss Treuhandvertrag vom 3. März 
2009 bis zu dessen Beendigung am 5. November 2013 vollständige Rechen-
schaft abzulegen und der Klägerin alle im Zusammenhang mit der Ge-
schäftsführung stehenden Unterlagen herauszugeben. 

 
 2. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB im 

Unterlassungsfall zu verpflichten, innert einer kurzen gerichtlich anzusetzen-
den Frist der Klägerin lückenlose Kontoauszüge der beiden Treuhandkonti bei 
der Zürcher Kantonalbank (des ZKB Privatkontos IBAN CH31 0070 0110 0020 
3569 5 und des damit assoziierten Metallkontos 2600-406.481) herauszuge-
ben. 

 
 3. Es sei festzustellen, dass der aus dem Beweisverfahren resultierende Saldo 

des auf den Beklagten lautenden Privatkontos bei der Zürcher Kantonalbank, 
Geschäftsstelle Zürich, IBAN CH31 0070 0110 0020 3569 5, der Klägerin zu-
steht und es sei die Zürcher Kantonalbank anzuweisen, diesen Betrag auf das 
auf den Namen der Klägerin lautende Privatkonto bei der Zürcher Kantonal-
bank IBAN CH93 0070 01 10 0047 4660 2 zu übertragen. 

 
 4. Es sei festzustellen, dass der Wert des auf den Namen des Beklagten lauten-

den Metallkontos bei der Zürcher Kantonalbank, Geschäftsstelle Zürich, in 
Form von Silber der Klägerin zusteht und es sei die Zürcher Kantonalbank an-
zuweisen, diesen in Form von Silber auf das auf den Namen der Klägerin 
lautende Metallkonto bei der Zürcher Kantonalbank IBAN CH25 0070 0260 
0004 1895 1 zu übertragen.  

 
 5. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 

CHF 49‘800.00 nebst 5% Zins seit 15. Mai 2014 zu bezahlen. 
 
 6. Von einem Nachklagerecht der Klägerin sei Vermerk zu nehmen. 
 
 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

  
  bb) in der Klageschrift:  
     

1. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB im 
Unterlassungsfall zu verpflichten, innert einer kurzen gerichtlich anzusetzen-
den Frist über seine Geschäftsführung gemäss Treuhandvertrag vom 3. März 
2009 bis zu dessen Beendigung am 5. November 2013 vollständige Rechen-
schaft abzulegen und der Klägerin alle im Zusammenhang mit der Ge-
schäftsführung stehenden Unterlagen, also auch über die Vorgängerkonten, 
auf die überlassene Gelder eingezahlt wurden (UBS, PeBe, PcAg), herauszu-
geben. 

 
 2. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB im 

Unterlassungsfall zu verpflichten, innert einer kurzen gerichtlich anzusetzen-
den Frist der Klägerin lückenlose Kontoauszüge der beiden Treuhandkonti bei 

 

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der Zürcher Kantonalbank (des ZKB Privatkontos IBAN CH31 0070 0110 0020 
3569 5 und des damit assoziierten Metallkontos) herauszugeben. 

 
 3. Es sei festzustellen, dass der aus dem Beweisverfahren resultierende Saldo 

des auf den Beklagten lautenden Privatkontos bei der Zürcher Kantonalbank, 
Geschäftsstelle Zürich, IBAN CH31 0070 0110 0020 3569 5, der Klägerin zu-
steht und es sei die Zürcher Kantonalbank anzuweisen, diesen Betrag auf das 
auf den Namen der Klägerin lautende Privatkonto bei der Zürcher Kantonal-
bank IBAN CH93 0070 01 10 0047 4660 2 zu übertragen. 

 
 4. Es sei festzustellen, dass der Wert des auf den Namen des Beklagten lauten-

den Metallkontos bei der Zürcher Kantonalbank, Geschäftsstelle Zürich, in 
Form von Silber der Klägerin zusteht und es sei die Zürcher Kantonalbank an-
zuweisen, diesen in Form von Silber auf das auf den Namen der Klägerin 
lautende Metallkonto bei der Zürcher Kantonalbank IBAN CH25 0070 0260 
0004 1895 1 zu übertragen.  

 
 5. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 

CHF 49‘800.00 nebst 5% Zins seit 15. Mai 2014 zu bezahlen. 
 
 6. Von einem Nachklagerecht der Klägerin sei Vermerk zu nehmen. 
 
 7. Es sei die Zürcher Kantonalbank anzuweisen, das auf den Beklagten lautende 

Privatkonto bei der Zürcher Kantonalbank, Geschäftsstelle Zürich, IBAN CH 
31 0070 0110 0020 3569 5, zu sperren und es erst auf gerichtliche Anordnung 
und Weisung wieder freizugeben. 

 
 8. Es sei die Zürcher Kantonalbank anzuweisen, das auf den Beklagten lautende 

Metallkonto (zurzeit geäuffnet mit ca. 300 kg Silber) bei der Zürcher Kantonal-
bank, Geschäftsstelle Zürich, zu sperren und es erst auf gerichtliche Anord-
nung und Weisung wieder freizugeben. 

 
 Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 
 

  cc) in der Replik:  
    

1. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB im 
Unterlassungsfall zu verpflichten, innert einer kurzen gerichtlich anzusetzen-
den Frist über seine Geschäftsführung gemäss Treuhandvertrag vom 3. März 
2009 bis zu dessen Beendigung am 5. November 2013 vollständige Rechen-
schaft abzulegen und der Klägerin alle im Zusammenhang mit der 
Geschäftsführung stehenden Unterlagen herauszugeben. 

 
 2. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB im 

Unterlassungsfall zu verpflichten, innert einer kurzen gerichtlich anzusetzen-
den Frist der Klägerin lückenlose Kontoauszüge der beiden Treuhandkonti bei 
der Zürcher Kantonalbank (des ZKB Privatkontos IBAN CH31 0070 0110 0020 
3569 5 und des damit assoziierten Metallkontos 2600-406.481) herauszuge-
ben. 

 
 3. Es sei festzustellen, dass der aus dem Beweisverfahren resultierende Saldo 

des auf den Beklagten lautenden Privatkontos bei der Zürcher Kantonalbank, 
Geschäftsstelle Zürich, IBAN CH31 0070 0110 0020 3569 5, der Klägerin zu-
steht und es sei die Zürcher Kantonalbank anzuweisen, diesen Betrag auf das 
auf den Namen der Klägerin lautende Privatkonto bei der Raiffeisenbank Hei-
den IBAN CH42 8101 2000 0035 8299 8 zu übertragen. Eventualiter sei der 
Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den aus dem Beweisverfahren resultie-

 

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renden Saldo des auf den Beklagten lautenden Privatkontos bei der Zürcher 
Kantonalbank, Geschäftsstelle Zürich, IBAN CH31 0070 0110 0020 3569 5, zu 
bezahlen. 

 
 4. Es sei festzustellen, dass der Wert des auf den Namen des Beklagten lauten-

den Metallkontos 2600-406.481 bei der Zürcher Kantonalbank, Geschäfts-
stelle Zürich, in Form von Silber der Klägerin zusteht und es sei die Zürcher 
Kantonalbank anzuweisen, diesen in Form von Silber auf das auf den Namen 
der Klägerin lautende Metallkonto bei der Raiffeisenbank Heiden IBAN CH19 
8101 2000 0035 8292 7 zu übertragen. Eventualiter sei der Beklagte zu ver-
pflichten, das auf den Namen des Beklagten lautende Metallkonto 2600-
406.481 bei der Zürcher Kantonalbank, Geschäftsstelle Zürich, in Form von 
Silber auf die Klägerin zu übertragen.  

 
 5. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 

CHF 47‘600.00 nebst 5% Zins seit 15. Mai 2014 zu bezahlen. 
 
 6. Von einem Nachklagerecht der Klägerin sei Vermerk zu nehmen. 
 
 Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 
 

 b) im Berufungsverfahren: 
 

 Die Berufung sei unter Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils abzuweisen. 
 
  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren.  
 
 

Rechtsbegehren des Beklagten und Berufungsklägers 

 
 a) im erstinstanzlichen Verfahren: 
 

 aa) vor Vermittler: 
 

1.  Die klägerischen Rechtsbegehren seien abzuweisen. 
 

2.  Eventualiter wird verrechnungsweise eine Forderungssumme von mindestens 
CHF 320‘000.00 geltend gemacht. 

 
3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin. 

 
 bb) vor Kantonsgericht: 
 

1.  Die Klage sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.  
 

2.  Die mit Verfügung des Einzelrichters des Kantonsgerichts Appenzell 
Ausserrhoden vom 3. Juli 2014 verhängten Kontosperren seien aufzuheben.  

 
3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin. 

 
 b) im Berufungsverfahren: 

 
1. Es seien die Ziff. 1, 2, 3 und 6 des Urteils des Kantonsgerichts Appenzell Aus-

serrhoden vom 21. November 2016 (Verfahrensnummer K3Z 14 31) aufzuhe-
ben und die Klage sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

 

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 2. Eventualiter ist die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz 

zurückzugeben.  
 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten.  

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

 C___ betrieb in M___ eine Atemschule (act. B 4/1, S. 4, B 4/16, S. 10). 1988 wurde für die 

Schule ein Trägerverein gegründet (act. B 4/1, S. 4, B 4/16, S. 10). Mit Anstellungsvertrag 

vom 15. Februar 1991 wurde C___ vom Verein „Selbsthilfe V___“ als Organisatorin für die 

Öffentlichkeitsarbeit des Vereins angestellt (act. B 4/26/27). Im Oktober 2002 nahm N___ 

mit C___ Kontakt auf und suchte sie in deren Institut in M___ (_) auf (act. B 4/35/22). Sie 

schlossen am 3. März 2009 im Hinblick auf einen Umzug in die Schweiz einen 

„Treuhänder-Vertrag“ ab, worin N___ als Vermögensverwalter resp. Treuhänder von 

C___ in der Schweiz eingesetzt wurde. Weiter wurde darin vereinbart, die diversen 

Beträge aus der Auflösung der Vermögensanlagen in Deutschland auf Konti von N___ 

gutzuschreiben und als AC Vermögen zu kennzeichnen sowie das in der Schweiz ankom-

mende Vermögen in einem TRUST Fonds zu verwalten (act. B 4/3/5). Am 9. April 2009 

folgte der erste Zahlungseingang auf dem Privatkonto von N___ bei der Zürcher 

Kantonalbank (act. B 4/3/6). Am 29. November 2009 schlossen C___ und N___ einen 

Darlehensvertrag ab, demzufolge N___ als Darlehensnehmer der Darlehensgeberin C___ 

CHF 120‘000.00 schuldet (act. B 4/3/18). N___ erwarb 2010 eine Liegenschaft in O___ 

zum Preis von CHF 720‘000.00 (act. B 4/36/70). Er schloss mit C___ am 15. Januar 2010 

einen Mietvertrag für das 6 ½-Zimmer-Haus an der Z___ in O___ ab. Mietbeginn war der 

1. Februar 2010, der monatliche Mietzins betrug CHF 2‘200.00, zuzüglich Nebenkosten 

(act. B 4/3/19). Das erste Umbaugesuch von N___ für die Liegenschaft in O___ wurde am 

30. April 2010 eingereicht (act. B 4/35/56). Am 21. Mai 2010 wurde im Handelsregister 

des Kantons Appenzell Ausserrhoden die A___ GmbH eingetragen, als deren Gesell-

schafterin und Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift C___ fungierte. Auch das 

Stammkapital von CHF 20‘000.00 befand sich vollständig im Besitz von C___ (act. B 

4/17/6, B 4/26/33). Der Trägerverein wurde 2012 aufgelöst (act. B 4/1, S. 4, B 4/16, S. 

10). N___ schloss mit der X___ GmbH einen ab 1. August 2012 gültigen Ge-

neralunternehmervertrag für die „Erweiterung EFH Z___, O___“ ab (act. B 4/35/54). Am 

26. Mai 2013 schlossen die Parteien eine Trennungsvereinbarung (act. B 4/3/2) und am 

29. Mai 2013 einen weiteren Darlehensvertrag ab, worin N___ erklärte, C___ CHF 

 

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42‘000.00 schuldig zu sein (act. B 4/3/20). Am 5. November 2013 kündigte C___ den 

Treuhänder-Vertrag vom 3. März 2009 (act B 4/3/3). Laut einem Arztzeugnis von Dr. 

J___, Spécialiste FMH Psychiatrie-Psychothérapie, Genève, vom 14. November 2013 ist 

N___ seit 1995 in dessen neuropsychiatrischer Behandlung; er kann Alltagsgeschäfte 

einschätzen, nicht aber komplexere Geschäfte (act. B 4/17/1). Am 22. November 2013 

kündigte N___ das Mietverhältnis mit C___ auf den 28. Februar 2014; in der Folge ei-

nigten sich die Parteien auf eine Auflösung per 31. Mai 2014 (act. B 4/1, S. 12, B 4/3/21, 

B 4/26/30, B 4/ 3/23, B 4/16, S. 9). Im Schreiben von RA T___, damaliger Rechtsvertreter 

von N___, vom 27. November 2013 an C___ berief sich dieser auf Urteilsunfähigkeit, ev. 

Übervorteilung, Irrtum und absichtliche Täuschung (act. B 4/3/4). Am 6. März 2014 wurde 

die A___ GmbH von C___ auf B___ übertragen, verbunden mit einer Sitzverlegung und 

einer Zweckänderung (act. B 4/17/8). C___ gab die Liegenschaft am 5. Mai 2014 ab (act. 

B 4/1, S. 12, B 4/3/22). Mit Schreiben von RA Dr. SP___ vom 2. April 2014 kündigte C___ 

die beiden Darlehensverträge mit N___ per 15. Mai 2014 (act. B 4/1, S. 12, B 4/3/23).  

 

 

 

B. Prozessgeschichte 

 C___ liess am 14. April 2014 beim Vermittleramt Appenzeller Vorderland das Ver-

mittlungsbegehren stellen. Die Vermittlung fand am 28. Mai 2014 statt und endete ohne 

Einigung der Parteien, weshalb der Klägerin gleichentags die Klagebewilligung ausgestellt 

wurde (act. B 4/2). Am 1. Juli 2014 liess die Klägerin beim Kantonsgericht Appenzell 

Ausserrhoden ein Gesuch um Erlass von vorsorglichen Massnahmen einreichen (act. B 

4/5/1). Mit Verfügung des Einzelrichters des Kantonsgerichts vom 3. Juli 2014 (ER3 14 

148) wurde die Zürcher Kantonalbank im Sinne einer superprovisorischen Massnahme 

angewiesen, das Privat- sowie das Metallkonto von N___ zu sperren (act. B 4/5/4; B 

4/3/14). Die Klägerin liess am 9. September 2014 beim Kantonsgericht Appenzell Aus-

serrhoden Klage einreichen (act. B 4/1). Der Einzelrichter des Kantonsgerichts bestätigte 

mit Entscheid vom 24. September 2014 die superprovisorische Verfügung vom 3. Juli 

2014 und wies die Zürcher Kantonalbank im Sinne einer vorsorglichen Massnahme an, 

die beiden Konti des Beklagten weiterhin zu sperren (act. B 4/9). Mit Gesuch vom 

11. Dezember 2014 liess der Beklagte ein Gesuch um Sicherstellung der Parteientschädi-

gung einreichen (act. B 4/42/1), welches der Einzelrichter des Kantonsgerichts mit Ent-

scheid vom 9. Februar 2015 (ER3 14 298) abwies (act. B 4/42/6). Am 19. März 2015 liess 

der Beklagte die Klageantwort einreichen (act. B 4/16). Die Replik datiert vom 23. Juni 

2015 (act. B 4/25). Mit Eingabe von RA Dr. iur. SP___ vom 7. September 2015 wurden 

die klägerischen Rechtsbegehren aktualisiert (act. B 4/29). Die Duplik wurde am 

21. Oktober 2015 eingereicht (act. B 4/33). Die Hauptverhandlung fand am 25. April 2016 

 

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statt. An der Verhandlung wurden Einigungsgespräche durchgeführt und vereinbart, dass 

die Parteien zum Vergleichsvorschlag eine Rückmeldung einreichen würden (act. B 4/43). 

Eine Einigung scheiterte (act. B 4/52). Das Kantonsgericht führte am 21. November 2016 

die Urteilsberatung durch und fällte seinen Entscheid (act. B 4/56). Das Urteilsdispositiv 

wurde am 24. November 2016 an die Parteien versandt und vom Beklagten am 25. No-

vember 2016 (act. B 4/57) und von der Klägerin am 28. November 2016 (act. B 4/58) in 

Empfang genommen. Mit Schreiben vom 29. November 2016 verlangte die Klägerin (act. 

B 4/59A) und mit Schreiben vom 1. Dezember 2016 der Beklagte fristgerecht die Ent-

scheidbegründung (act. B 4/61A). 

 

 

C. Erstinstanzliches Urteil 

 Mit Urteil des Kantonsgerichtes, 3. Abteilung, vom 21. November 2016 (K3Z 14 31) wurde 

erkannt was folgt:  

 

 „1. Der Beklagte wird unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB verpflichtet, der Klägerin innert 90 Tagen 
nach Vollstreckbarkeit des vorliegenden Entscheids über seine Geschäftsführung gemäss Treuhand-
vertrag vom 3. März 2009 bis zu dessen Beendigung am 5. November 2013 vollständige Rechenschaft 
abzulegen und der Klägerin alle im Zusammenhang mit der Geschäftsführung stehenden Unterlagen 
herauszugeben.  

 
 Der Beklagte wird auf Art. 292 StGB hingewiesen. Dieser lautet wie folgt: Wer der von einer zuständi-

gen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an 
ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft. 

 
 

2. Der Beklagte wird unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB verpflichtet, der Klägerin innert 90 Tagen 
nach Vollstreckbarkeit des vorliegenden Entscheids lückenlose Kontoauszüge der beiden Treuhand-
konti bei der Zürcher Kantonalbank (des ZKB Privatkontos IBAN CH31 0070 0110 0020 3569 5 und 
des damit assoziierten Metallkontos Nr. 2600-406.481) herauszugeben. 

 
 Der Beklagte wird auf Art. 292 StGB hingewiesen. Dieser lautet wie folgt: Wer der von einer zuständi-

gen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an 
ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft. 

 
 

3. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin einen Betrag von CHF 27‘750.05, nebst Zins zu 5% auf 
dem Betrag von CHF 12‘150.05 seit 2. Juli 2015 und auf dem Betrag von CHF 15‘600.00 seit 2. Juli 
2016, zu bezahlen. 

 
 

4. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 
 
 

5. Die Zürcher Kantonalbank wird nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des vorliegenden Entscheids 
angewiesen, die mit Entscheid vom 24. September 2014 (Verfahren-Nr.: ER3 14 148) verfügte Sper-
rung des auf den Beklagten lautenden Privatkontos bei der Zürcher Kantonalbank, Geschäftsstelle Zü-
rich, IBAN CH31 0070 0110 0020 3569 5, sowie des auf den Beklagten lautenden Metallkontos bei der 
Zürcher Kantonalbank, Geschäftsstelle Zürich, Nr. 2600-406.481, aufzuheben. 

 
 

6. Die Gerichtskosten, bestehend aus 
 

 CHF      200.00  Kosten des Schlichtungsverfahrens 
 CHF 19‘500.00  Entscheidgebühr 

 CHF 19‘700.00  insgesamt, 

 

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 werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, unter Anrechnung der von der Klägerin geleisteten 

Kostenvorschüsse von CHF 10‘200.00. Dafür wird der Klägerin für den Betrag von CHF 350.00 das 
Rückgriffsrecht auf den Beklagten eingeräumt.“ 

 

 
 Auf die Begründung des Urteils kann verwiesen werden. Soweit erforderlich, wird darauf 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

 

D. Schriftenwechsel und Urteil im Berufungsverfahren 

 a) Der Beklagte liess gegen das Urteil des Kantonsgerichts, dessen Zustellung in 

begründeter Ausfertigung am 24. März 2017 erfolgt war (act. B 4/67), mit Eingabe 

seiner Rechtsvertreter RA lic. iur. TA___ und RA lic. iur. BG___ vom 8. Mai 2017 

(act. B 1) rechtzeitig die Berufung erklären.  

 

 b) Die Berufungsantwort des klägerischen Rechtsvertreters RA Dr. iur. SP___ datiert 

vom 7. August 2017 (act. B 9). 

 

 c) Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 9. August 2017 wurde den Parteien mitge-

teilt, dass kein zweiter Schriftenwechsel und keine mündliche Verhandlung ange-

ordnet werde (act. B 10). 

 

 d) Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 6. September 2017 wurde den Parteien 

angezeigt, dass der vorliegende Prozess spruchreif und in die Phase der Urteilsfin-

dung übergegangen sei (act. B 11).  

 

 e) Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 2. März 2018 (act. B 15) wurde dem Beru-

fungskläger der Hauptbeweis für seine Behauptung auferlegt, dass er in Deutsch-

land in den Jahren 2007 bis 2009 jeweils bar für die Aufenthalte bei C___ bezahlt 

hat (Ziff. 1) und als Beweismittel die Buchhaltung der Atemschule für die Jahre 2007 

bis 2009 zugelassen und abgenommen (Ziff. 2). Die Buchhaltungsunterlagen (act. B 

20; B 21/1-4 [4 Ordner]) wurden dem Obergericht am 25. April 2018 durch L___ 

eingereicht (act. B 16).  

 

 f) RA Dr. iur. SP___ nahm mit Eingabe vom 23. August 2018 (act. B 29) und RA lic. 

iur. TA___ mit solcher vom 14. September 2018 (act. B 30) zum Beweisergebnis 

Stellung. RA Dr. iur. SP___ liess sich am 26. September 2018 schriftlich zur 

Eingabe von RA lic. iur. TA___ vernehmen (act. B 33).  

 

Seite 10 

 

 g) Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 15. November 2018 wurde den Parteien 

erneut angezeigt, dass der vorliegende Prozess spruchreif und in die Phase der 

Urteilsfindung übergegangen sei (act. B 35). 

 

 h) Die von RA Dr. iur. SP___ substituierte RA Dr. iur. MG___ stellte mit Eingabe vom 

18. März 2019 Anträge betreffend die Vollstreckbarkeit von Ziff. 5 des 

vorinstanzlichen Urteilsdispositivs (act. B 39).  

  

i) Am 2. April 2019 wurde die Streitsache ohne mündliche Verhandlung beraten.  

 

 Auf die Ausführungen in den Schriftstücken gemäss den vorerwähnten lit. a bis i wird, 

soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Seite 11 

 

Erwägungen 

 

1.  Prozessuales 

1.1 Prozessvoraussetzungen / Zuständigkeit / anwendbares Recht 

 Die vom Gericht von Amtes wegen zu prüfenden Prozessvoraussetzungen (Art. 60 

ZPO), aufgeführt in Art. 59 Abs. 2 ZPO, sind vorliegend erfüllt. Insbesondere bezüg-

lich der örtlichen und sachlichen Zuständigkeit des Kantonsgerichts (Art. 59 Abs. 2 

lit. b ZPO), welche bejaht werden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz in ihrer Erwägung 1.1 verwiesen werden. Anzufügen ist, dass 

die Vorinstanz zu Recht ihre örtliche Zuständigkeit aufgrund des Wohnsitzes des 

Berufungsklägers in O___ sowie dessen Einlassung auf das Verfahren vor Kan-

tonsgericht bejaht hat. Die sachliche und funktionelle Zuständigkeit der 1. Abteilung 

des Obergerichts ergibt sich aus Art. 24 Abs. 1 lit. b Justizgesetz (JG, bGS 145.31). 

Somit sind die Prozessvoraussetzungen gegeben und auf die Berufung ist einzu-

treten (Art. 59 Abs. 1 ZPO).  

 

 Die Parteien haben einen Treuhänder-Vertrag und zwei Darlehensverträge 

abgeschlossen. Darauf gründet die von der Berufungsbeklagten beim Kantonsge-

richt eingereichte Forderungsklage. Gemäss Art. 116 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über das Internationale Privatrecht (IPRG, SR 291) untersteht der Vertrag dem von 

den Parteien gewählten Recht. Die Rechtswahl muss ausdrücklich sein oder sich 

eindeutig aus dem Vertrag oder aus den Umständen ergeben (Art. 116 Abs. 2 

IPRG) und kann jederzeit getroffen oder geändert werden (Art. 116 Abs. 3 IPRG). 

Die Parteien haben sich in den im Recht liegenden Verträgen nicht zum anwendba-

ren Recht geäussert, jedoch stützt die Berufungsbeklagte ihre Forderungsklage auf 

schweizerisches Recht ab und der Berufungskläger hat seine Begehren ebenfalls 

nach schweizerischem Recht begründet. Daraus kann ohne weiteres geschlossen 

werden, dass die Parteien übereinstimmend schweizerisches Recht gewählt haben. 

Zum selben Schluss ist die Vorinstanz in ihren Erwägungen 2.1.2 (Treuhänder-Ver-

trag) bzw. 2.4.2 (Darlehensverträge) gekommen.  

 

 

1.2 Gegenstand des Berufungsverfahrens / Rechtskraft und Vollstreckbarkeit 

 Nicht Gegenstand der Berufung von N___ sind die Dispositiv Ziffern 4 (Abweisung 

der Restklage, Nichteintreten) und 5 (Aufhebung Sperrung Privatkonto IBAN CH31 

0070 0110 0020 3569 5 sowie Metallkonto Nr. 2600-406.481, beide lautend auf 

N___, bei der Zürcher Kantonalbank). Das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell 

 

Seite 12 

Ausserrhoden, 3. Abteilung, vom 21. November 2016 (K3Z 14 31) ist in diesen 

beiden Punkten in Rechtskraft erwachsen und vollstreckbar.  

 

 Die Nichtanfechtung von Urteilsdispositiv Ziff. 4 hat zur Folge, dass das Nichteintre-

ten auf die Hauptanträge in den klägerischen Rechtsbegehren Ziff. 3 und 4 (vgl. vor-

instanzliche Erwägung 1.3) und die Abweisung der in diesen beiden Ziffern eben-

falls enthaltenen Eventualbegehren (vgl. vorinstanzliche Erwägung 2.3, S. 23-28) 

vor zweiter Instanz nicht mehr Streitgegenstand ist.  

 

 Bezüglich Dispositiv Ziff. 5 ist das im Berufungsverfahren von RA Dr. iur. MG___ 

gestellte Gesuch um Klarstellung, dass die Bescheinigung der Rechtskraft und 

damit der Vollstreckbarkeit des vorliegenden Entscheides erst nach Ablauf der 

Rechtsmittelfrist oder mit dem Verzicht der Parteien auf eine schriftliche Urteilsbe-

gründung erteilt wird (act. B 39, S. 2), abzuweisen. Gemäss Art. 315 Abs. 1 ZPO 

hemmt die Berufung die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochtenen 

Entscheids im Umfang der Anträge. Seitens des Berufungsklägers ist Urteilsdisposi-

tiv Ziff. 5 nicht angefochten, die Berufungsbeklagte hat weder eine Anschlussberu-

fung noch eine selbständige Berufung eingereicht. Demzufolge ist Dispositiv Ziff. 5 

in Rechtskraft erwachsen und vollstreckbar.  

 

 

1.3 Rückzug von Rechtsbegehren vor der Vorinstanz 

 Der Berufungskläger lässt vor Obergericht vorbringen, die Berufungsbeklagte 

habe in der Klageschrift vom 9. September 2014 mit Ziffer 7 und 8 ihrer Rechtsbe-

gehren die Sperrung des Privat- und Metallkontos des Berufungsklägers bei der 

Zürcher Kantonalbank verlangt. In der Replik habe sie diese beiden Begehren fallen 

gelassen. Das Kantonsgericht habe sich im Entscheid vom 21. November 2016 

dazu nicht mehr geäussert und den Rückzug der Begehren nicht behandelt. In for-

meller Hinsicht sei aber darüber zu entscheiden. Da es wegen der bereits vom Ein-

zelrichter verfügten Sperre an einem Rechtsschutzinteresse fehle, sei auf die beiden 

Begehren nicht einzutreten. 

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht ausführen, bei den Begehren Ziff. 7 

und 8 in der Klageschrift handle es sich um ein offensichtliches Versehen. Die Vor-

instanz habe dies erkannt und keine Veranlassung gehabt, diese abzuhandeln.  

 

 Zunächst ist festzustellen, dass die Begehren Ziffer 7 und 8 in der Klageschrift vom 

9. September 2014 (act. B 4/1) vor Vermittler nicht gestellt worden sind (act. B 4/2) 

und insofern neu waren. Dies stellt eine Klageänderung dar. Nach Art. 227 Abs. 1 lit. 

 

Seite 13 

a ZPO ist eine Klageänderung dann zulässig, wenn der geänderte oder neue An-

spruch nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und mit dem bisherigen 

Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht. Bei den in der Klageschrift 

neu aufgeführten Begehren Ziffer 7 und 8 handelt es sich somit um eine zulässige 

Klageänderung. Sodann ist eine Beschränkung der Klage jederzeit zulässig (Art. 

227 Abs. 3 ZPO). Eine Beschränkung liegt etwa vor, wenn einzelne von mehreren 

Rechtsbegehren (seien es Haupt- oder Eventualbegehren) fallen gelassen werden. 

Es handelt sich diesfalls um einen teilweisen Klagerückzug (ERIC PAHUD, in: Brun-

ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2016, 

N. 19 zu Art. 227 ZPO; NAEGELI/MAYHALL, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 

ZPO, 2. Aufl. 2014, N. 35 zu Art. 227 ZPO). In Beachtung von Art. 241 Abs. 3 ZPO 

hätte das Kantonsgericht die klägerischen Begehren Ziff. 7 und 8 abschreiben müs-

sen. Das Obergericht holt dieses Versäumnis nach und schreibt die Ziffern 7 und 8 

zufolge Rückzugs als erledigt am Protokoll ab.  

 

 Zurückzuweisen ist das Argument des Berufungsklägers, das Rechtsschutzinte-

resse fehle, weil der Einzelrichter des Kantonsgerichts in seinem Entscheid vom 

24. September 2014 (act. B 4/9) über die beiden Anträge bereits entschieden habe. 

Der Einzelrichter hat über vorsorgliche Massnahmen entschieden, welche nur bis 

zur Rechtskraft eines Entscheids in der Hauptsache gültig sind. Hingegen hatten die 

im ordentlichen Verfahren gestellten klägerischen Begehren Ziff. 7 und 8 eine 

andere Gültigkeitsdauer, indem sie über den Entscheid in der Hauptsache hinaus 

gewirkt hätten. In diesem Zusammenhang ohne Belang ist, ob der im 

Hauptverfahren gestellte Anspruch hätte gutgeheissen werden können. 

Entscheidend ist einzig, dass mit den von der Berufungsbeklagten im vorliegenden 

Verfahren gestellten Anträgen Ziff. 7 und 8 etwas anderes verlangt wurde als im 

Massnahmeverfahren.  

 

 

1.4 Streitwerte 

 1.4.1 Rechtsmittelstreitwert nach Art. 308 Abs. 2 ZPO  

 Der Berufungskläger lässt vor Obergericht geltend machen, vorliegend handle es 

sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Vertreter der Berufungsbe-

klagten habe den Streitwert in der Klageschrift mit ca. CHF 400‘000.00 beziffert. Die 

Vorinstanz habe keine Angaben zum Streitwert gemacht. Die Berufungsbeklagte sei 

von übertragenen Vermögenswerten von CHF 339‘618.50 ausgegangen und von 

einem zusätzlichen Anspruch aus Darlehen von CHF 162‘000.00 abzüglich der in 

der Klageschrift zuerst zugestandenen Mietzinse von CHF 112‘200.00. Dem würden 

 

Seite 14 

vom Berufungskläger zugestandene übertragene Vermögenswerte von knapp 

CHF 150‘000.00 (ohne Darlehen) gegenüberstehen. 

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht vorbringen, die Hauptstossrichtung 

der Klage ziele darauf ab, den Berufungskläger zur Rechnungslegung zu verpflich-

ten. Die Berufungsbeklagte könne erst nach Offenlegung der Bücher ihre Ansprüche 

und damit den Streitwert beziffern. Beim Antrag um Rechnungslegung handle es 

sich nicht um einen vermögensrechtlichen Streit, der beziffert werden könnte.  

 

 In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der 

Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 10’000 Fran-

ken beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Massgeblich ist bei Art. 308 Abs. 2 ZPO mithin 

der Betrag, der im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils noch streitig war. Die Be-

rechnung ist dagegen vollkommen unabhängig davon, wie die Vorinstanz entschie-

den hat, ob sie also z. B. den streitigen Betrag in bestimmtem Umfang zugespro-

chen hat. Diese Regelung erfolgte bewusst entsprechend derjenigen im BGG (URS 

HOFFMANN-NOWOTNY, in: Kunz/Hoffmann-Nowotny/Stauber [Hrsg.], ZPO-Rechts-

mittel Berufung und Beschwerde, 2013, N. 53 zu Art. 308 ZPO). Die Berufungsbe-

klagte verlangt vom Berufungskläger vor Kantonsgericht Rechenschaft und Aus-

kunft, die Übertragung eines aus dem Beweisverfahren resultierenden Saldos eines 

Privatkontos sowie des Wertes des Metallkontos sowie den Betrag von 

CHF 47‘600.00, letzterer beantragt vollumfängliche Klageabweisung.  

 

 Zunächst ist zu klären, ob es sich bei Begehren um Rechnungslegung und Aus-

kunftserteilung um eine vermögensrechtliche Streitigkeit handelt. Das Bundesgericht 

hat in seinem Urteil 5A_695/2013 vom 15. Juli 2014 E. 1.1 ausgeführt, dass ein 

Streit um ein Auskunftsbegehren eine vermögensrechtliche Streitigkeit darstelle, in 

welcher von einer exakten Bezifferung des Streitwertes abgesehen werden könne 

und die gesetzliche Streitwertgrenze von CHF 30‘000.00 in Anbetracht des Umfangs 

des Auskunftsgesuchs erreicht sei. In einem anderen Fall bezeichnete das Bundes-

gericht die Auskunftspflicht unter Erben in der Teilung als vermögensrechtliche An-

gelegenheit, deren Streitwert nicht genau beziffert werden könne und müsse, mit 

Rücksicht auf die behaupteten Ausgleichungs- und Herabsetzungsansprüche aber 

den gesetzlichen Mindestbetrag von CHF 30‘000.00 übersteige (Urteil des Bundes-

gerichts 5A_994/2014 vom 11. Januar 2016 E. 1.1). Daraus folgt, dass die klägeri-

schen Rechtsbegehren Ziff. 1 und 2 vermögensrechtlicher Natur sind.  

 

 Vor Kantonsgericht sind beide Parteien in ihren Kostennoten von einem Streitwert 

von CHF 400‘000.00 ausgegangen (act. B 4/54B, B 4/55B). Die Vorinstanz hat sich 

 

Seite 15 

in ihren Erwägungen nicht zur Höhe des Streitwertes geäussert. Allein schon der 

von der Berufungsbeklagten im Rechtsbegehren Ziff. 5 geltend gemachte Forde-

rungsbetrag von CHF 47‘600.00 liegt über der Streitwertgrenze von Art. 308 Abs. 2 

ZPO, so dass vorliegend die Berufung zulässig ist. 

 

 1.4.2 Streitwert des Berufungsverfahrens und für den Weiterzug an das 
Bundesgericht 

 Der Berufungskläger lässt vor Kantonsgericht vorbringen, er nehme zur Kenntnis, 

dass der Streitwert ca. CHF 400‘000.00 betrage. Die Berufungsbeklagte habe dem 

Berufungskläger vom 9. April 2009 bis 23. März 2010 insgesamt CHF 270‘635.75 

überwiesen oder bar übergeben; darin enthalten seien die CHF 120‘000.00 gemäss 

Darlehensvertrag vom 29. November 2009.  

 Der Berufungskläger lässt vor Obergericht ergänzen, er habe zugestanden, von 

der Berufungsbeklagten Vermögenswerte von CHF 270‘635.75 (inkl. Darlehen über 

CHF 120‘000.00) erhalten zu haben. Die Berufungsbeklagte gehe dagegen von ei-

nem Betrag von CHF 339‘618.50, zuzüglich einem zusätzlichen Anspruch aus Dar-

lehen von CHF 162‘000.00, abzüglich der zugestandenen Mietzinse von 

CHF 112‘200.00 aus.  

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Kantonsgericht geltend machen, der Streitwert 

belaufe sich auf ca. CHF 400‘000.00. Der Berufungskläger gebe zu, von der Beru-

fungsbeklagten neun Zahlungen von insgesamt CHF 150‘635.75 erhalten zu haben. 

Dabei handle es sich noch nicht um alle Zahlungen. Der Berufungskläger habe vom 

Trustkonto der Berufungsbeklagten CHF 339‘618.50 für eigene Zwecke abgeführt. 

Der Streitwert richte sich nicht nur nach dem Wert des anbegehrten Vermögens; 

vielmehr beinhalte er auch das Begehren um Rechnungslegung.  

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht ergänzen, es treffe zu, dass sie den 

Streitwert im Rahmen der Klageschrift mit rund CHF 400‘000.00 angegeben habe. 

Die Berufungsbeklagte könne erst nach Offenlegung der Bücher ihre Ansprüche und 

damit den Streitwert beziffern. Zudem hänge der Wert des Metallkontos massge-

blich vom Kurs des Silbers ab, welcher schwanke.  

  

 Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG (SR 173.110) bestimmt sich der Streitwert bei 

Beschwerden gegen Endentscheide nach den Begehren, die vor der Vorinstanz 

streitig geblieben sind. Das Berufungsverfahren hat einen eigenen, unter Umstän-

den vom erstinstanzlichen Verfahren abweichenden Streitwert. Dies ist insbeson-

dere für die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens und für die Zulässigkeit der 

Beschwerde in Zivilsachen wichtig (SAMUEL RICKLI, Der Streitwert im 

schweizerischen Zivilprozessrecht, 2014, Rz. 439+429). Der Streitwert ist im 

 

Seite 16 

Berufungsprozess gleich wie im erstinstanzlichen Verfahren zu berechnen, die Art. 

91-94 ZPO behalten ihre Geltung (derselbe, a.a.O., S. 217 Rz. 440; BENEDIKT 

SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, S. 269 Rz. 648). Der Streitwert des 

Berufungsverfahrens bemisst sich anhand der in der Berufungsbegründung bzw. 

der Berufungsantwort gestellten Begehren unter Einschluss einer allfälligen 

Anschlussberufung (SAMUEL RICKLI, a.a.O., S. 217 ff. Rz. 440). Der Streitwert des 

Berufungsverfahrens kann sich gegenüber dem erstinstanzlichen Verfahren nur 

durch Veränderungen des Streitgegenstandes, wie beispielsweise durch nicht mehr 

strittige bzw. nicht angefochtene Punkte verändern (derselbe, a.a.O., S. 218 Rz. 

440). Allgemein bemisst sich der Kostenstreitwert in jeder Instanz nach denjenigen 

Begehren, welche der betreffenden Instanz jeweils zum Entscheid vorgelegt 

werden. Das sind für das erstinstanzliche Gericht die Begehren der Klage, für das 

obere kantonale Gericht die Begehren der Rechtsmittelschriften unter Einschluss 

einer allfälligen Anschlussberufung (derselbe, a.a.O., S. 210 ff. Rz. 429). Der 

Berufungskläger verlangt vor Obergericht die Aufhebung und Abweisung von Ziff. 1, 

2, 3 und 6 des vorinstanzlichen Urteils, was die Verpflichtung zur Rechnungslegung, 

zur Herausgabe von Kontoauszügen, zur Bezahlung von CHF 27‘750.05 und zur 

hälftigen Tragung der Gerichtskosten umfasst. Demgegenüber beantragt die 

Berufungsbeklagte die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils und hat keine An-

schlussberufung nach Art. 313 ZPO erhoben. Das Obergericht gelangt gestützt auf 

die Angaben der Parteien sowie des Umstandes, dass auch vor Obergericht beide 

Rechtsvertreter ihr Honorar auf der Basis eines Streitwertes von ca. 

CHF 400‘000.00 berechnet haben (act. B 37 und B 38), zur Ansicht, dass, unge-

achtet der vor Obergericht nicht mehr strittigen Begehren auch im Berufungsverfah-

ren von einem Kostenstreitwert in dieser Höhe auszugehen ist. Mithin kann betref-

fend dieser Summe von einer Einigung der Parteien im Sinne von Art. 91 Abs. 2 

ZPO ausgegangen werden. Damit wird auch die Streitwertgrenze für die Be-

schwerde in Zivilsachen von CHF 30‘000.00 nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG auf jeden 

Fall erreicht. 

 

 

1.5 Noven 

 Im Berufungsverfahren ist die Zulässigkeit von Noven in Art. 317 ZPO geregelt. 

Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Beweismittel nur noch 

berücksichtigt, wenn sie: a. ohne Verzug vorgebracht werden; und b. trotz zumutba-

rer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Ob in den 

Rechtsschriften neue Tatsachenbehauptungen aufgeführt wurden und ob diese 

unter den Gesichtspunkten von Art. 317 ZPO zulässig sind, wird, sofern überhaupt 

 

Seite 17 

von Relevanz, in der nachfolgenden materiellen Beurteilung bei den jeweiligen 

Positionen zu prüfen sein.  

 

 

 

2. Materielles  

2.1 Liegt eine einfache Gesellschaft vor (im Zusammenhang mit den 3 Verträgen)? 

  Der Berufungskläger lässt vor Kantonsgericht ausführen, zwischen den Parteien 

habe sich eine private Beziehung entwickelt. Die Parteien hätten gemeinsam den 

Umzug von C___ in die Schweiz beschlossen, um sich in O___ eine neue Existenz 

aufzubauen. N___ habe sich der finanziellen und administrativen Belange 

angenommen, die Berufungsbeklagte dem Aufbau der Atemschule und der 

Vermittlung und Ausbildung in der GA___ Atemtechnik. Dazu sei die Gesellschaft 

A___ GmbH gegründet worden. Die Parteien hätten eine einfache Gesellschaft 

gegründet mit dem Zweck, eine Atemschule zu betreiben. Dieser Zweck könne nicht 

mehr erreicht werden, weshalb die Gesellschaft aufzulösen und zu liquidieren sei. 

Die von der Berufungsbeklagten dem Berufungskläger überwiesenen Gelder seien 

nicht Trust- oder Treuhandvermögen gewesen, sondern Kapitaleinlagen in die 

einfache Gesellschaft. Der Berufungskläger sei für die Atemschule tätig gewesen 

und sei für einen Teil seiner Aufwendungen von der Berufungsbeklagten 

entschädigt worden, auch noch nach dem Umzug nach O___. Die Be-

rufungsbeklagte habe sich an der Auswahl der Liegenschaft beteiligt. Die Liegen-

schaft in O___ sei einzig zum Zweck erworben worden, um dort eine Atemschule zu 

betreiben. Die Berufungsbeklagte habe einen Teil ihres Vermögens als Eigenmittel 

für den Erwerb der Liegenschaft beigesteuert und der Berufungskläger habe 

zusätzlich die Umbaukosten getragen. Erforderlich für die Entstehung einer 

einfachen Gesellschaft sei einzig die Einigung in Bezug auf die gemeinsame 

Zweckverfolgung und die Tatsache der Beitragspflicht. Beide Parteien hätten ge-

meinsam in der Ostschweiz eine Atemschule aufbauen wollen und hätten gemein-

sam ihre Mittel (Finanzen und Arbeit) in dieses Unterfangen eingebracht. Die Beru-

fungsbeklagte habe vom 9. April 2009 bis 23. März 2010 verschiedene Geldbeträge 

an den Berufungskläger überwiesen, also noch vor der Gründung der GmbH. Es sei 

nicht um den Betrieb der Schule gegangen, sondern um das Schaffen der Rahmen-

bedingungen für die späteren Tätigkeiten innerhalb der A___ GmbH. Das Guthaben 

des Berufungsklägers auf dem Konto bei der ZKB von CHF 160‘000.00, inkl. 

Guthaben der Berufungsbeklagten von CHF 90‘120.75, sei auf das Konto des Be-

rufungsklägers bei der Vadian Bank AG übertragen worden. Dieses Geld habe als 

Eigenmittel für den Erwerb der Liegenschaft in O___ gedient. Die Berufungs-

 

Seite 18 

beklagte habe die Gebühren des Metallkontos getragen, auch wenn kein Treuhand-

verhältnis vorgelegen habe. Für die Vorbereitung der Markteinführung von GA___ 

und GS___ sei die Firma  D___ beauftragt worden. Der Berufungskläger habe 

grosse Vorbereitungs- und Unterstützungsarbeiten geleistet. Im E-Mail des Beru-

fungsklägers vom 30. Juni 2010 an RA RW___ spreche der Berufungskläger davon, 

er wolle feststellen, wer wo wann wieviel in das Unternehmen „Umzug in die 

Schweiz und Aufbau einer Atemschule“ beigesteuert habe. Mit „Unternehmen“ habe 

der Berufungskläger nichts anderes als eine einfache Gesellschaft umschrieben. 

Wenn der Berufungskläger die Mietnebenkosten bisher nicht geltend gemacht habe, 

so sei dies aus seiner Sicht ein Beitrag in die einfache Gesellschaft gewesen. Die 

Berufungsbeklagte habe keinen realen Franken an die Mietkosten bezahlt. Auch in 

einem Konkubinat, welches wie eine einfache Gesellschaft angesehen werde, 

werde nicht jährlich abgerechnet. Die Geschichte mit der Liegenschaft zeige, dass 

dem ganzen Vorhaben ein gemeinsamer Plan zugrunde gelegen habe. 

  Der Berufungskläger lässt vor Obergericht anfügen, die Vorinstanz habe die 

Vorgeschichte und die Begleitumstände, die zum „Treuhänder-Vertrag“ und auch 

den übrigen Verträgen geführt hätten, nicht gewürdigt und stattdessen eine 

„abstrakte Würdigung“ der einzelnen Verträge vorgenommen. Die 

Berufungsbeklagte habe ihre Rolle um die Atemschule, den Trägerverein und den 

Umbau bewusst bagatellisiert oder verschwiegen. Mit ihren Vorbringen habe sie 

erreichen wollen, dass die Verträge aus dem Zusammenhang gerissen und damit 

lediglich einer abstrakten Würdigung unterzogen würden. Der Wortlaut der Verträge 

sei nicht klar. Die Berufungsbeklagte habe die Verträge erstellt, weshalb sie nach 

dem Grundsatz in dubio contra stipulatorem zugunsten des Berufungsklägers 

auszulegen seien. Völlig untypisch für einen Treuhandvertrag sei, dass eingehende 

Geldbeträge auf Konti des Berufungsklägers gutgeschrieben würden. Es wäre zu 

erwarten gewesen, dass diese Guthaben auf ein einziges Konto geflossen wären. 

AC-Vermögen könnte nicht nur für „C___“, sondern auch für „Atemschule C___“ 

stehen. Die einfache Gesellschaft sei nicht für den Betrieb einer Atemschule 

gegründet worden, sondern alleine für die Vorbereitungshandlungen für den 

späteren Betrieb. In Ziff. 5 des Vertrages sei auch die Verwendung der Mittel 

angesprochen. Bezüglich der Abschlüsse 2011 und 2012 habe der Berufungskläger 

versucht, verschiedene Themen in einer einzigen Tabelle abzubilden und sei 

gescheitert. Die Vermischung von verschiedenen Lebensbereichen spreche gegen 

eine Vermögensverwaltung, welche eine klare Trennung und entsprechende 

Aufstellung der Gelder hätte erwarten lassen. Bei einer reinen 

Vermögensverwaltung wäre zu erwarten gewesen, dass die Berufungsbeklagte ihre 

Vorsorgegelder nach dem Umzug in die Schweiz wieder auf eigene Konti 

 

Seite 19 

transferiert hätte, anstelle diese beim Berufungskläger zu belassen. Sie habe dies 

nicht getan, was zeige, dass die Gelder zum Aufbau der Atemschule gedient hätten. 

Der Betrieb wäre allein Sache der Berufungsbeklagten gewesen, weshalb ein 

Mietvertrag abgeschlossen worden sei und der Handelsregistereintrag alleine auf 

sie gelautet habe. Die von der Vorinstanz genannten Entschädigungen hätten 

frühere Aufwendungen während der Zeit in Deutschland und nicht die Zeit der 

Neuorientierung in der Schweiz betroffen. Falls der Treuhänder-Vertrag ein 

Vermögensverwaltungsauftrag wäre, so hätte die Berufungsbeklagte das finanzielle 

Risiko für den Aufbau der Atemschule, welches ihr Kind gewesen sei, einseitig auf 

den Berufungskläger abgeschoben. Der am 22. März 2010 auf sein Konto bei der 

UBS AG angewiesene Betrag von CHF 120‘000.00 sei ein weiterer Betrag in die 

einfache Gesellschaft gewesen.  

  Die Berufungsbeklagte lässt vor Kantonsgericht geltend machen, sie habe die 

Pensionierung in der Schweiz verbringen wollen, da sie das Rentenalter im Jahr 

2010 erreicht habe. Die Berufungsbeklagte habe dem Berufungskläger von 2006 bis 

2010 sukzessive Gelder zur Anlage überlassen. Gemäss Art. 400 OR sei der Be-

auftragte verpflichtet, jederzeit auf Verlangen über seine Geschäftsführung Rechen-

schaft abzulegen. Die Parteien hätten einen Treuhandvertrag in Form eines Auftra-

ges abgeschlossen. Der Berufungskläger habe über die überlassenen Gelder jähr-

lich Abrechnungen erstellt, mit denen die Höhe des Treuhandvermögens ausgewie-

sen worden sei. Diese Abrechnungen seien mit „TRUST Fonds“ und „AC Vermö-

gen“ bezeichnet worden. Die Berufungsbeklagte habe diese Gelder in ihrer Steuer-

erklärung deklariert, der Berufungskläger demgegenüber nicht. Die Gebühren für die 

Führung der Treuhandkonti habe der Berufungskläger der Berufungsbeklagten be-

lastet. Eine einfache Gesellschaft werde bestritten. Die Parteien hätten in Bezug auf 

die Atemschule weder einen gemeinsamen Plan noch gemeinsame Kräfte oder 

Mittel in die Schule eingebracht. Die Atemschule sei alleiniges Kind der Berufungs-

beklagten gewesen, basierend auf ihrem geistigen Eigentum. Die Berufungsbe-

klagte habe zum Betrieb der Atemschule eine GmbH gegründet, womit die Anwen-

dung der Bestimmungen über die einfache Gesellschaft ausgeschlossen sei. Die 

Berufungsbeklagte sei in der GmbH einzelzeichnungsberechtigt gewesen, während 

der Berufungskläger weder Gesellschafter noch einzelzeichnungsberechtigt gewe-

sen sei. Den Betrag von CHF 360‘000.00 solle der Berufungskläger aus dem Woh-

nungsverkauf auf das Treuhandkonto angewiesen haben; dieser entspreche ziem-

lich genau der Summe, die der Berufungskläger treuwidrig vom Treuhandkonto 

abgezogen habe. Dass die Berufungsbeklagte vom Berufungskläger beraten wor-

den sei, lasse ihn noch nicht zum Gesellschafter werden. Die Berufungsbeklagte 

hätte keine Miete bezahlt für eine Liegenschaft, die sie aufgrund der Behauptung 

 

Seite 20 

des Berufungsklägers selber finanziert habe. Die Berufungsbeklagte habe die Lie-

genschaft in O___ nicht mitfinanziert.  

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht ergänzen, im Vorfeld des Prozesses 

sei noch keine Rede von einer einfachen Gesellschaft gewesen. Der Berufungsklä-

ger sei im Gegenteil davon ausgegangen, er sei an sämtlichen Vermögenswerten 

allein berechtigt. Bezüglich der Atemschule hätten die Parteien weder einen 

gemeinsamen Plan gehabt noch gemeinsame Kräfte und Mittel in die Schule einge-

bracht. Es sei dem Berufungskläger nicht gelungen, die von ihm behauptete Vorge-

schichte zu beweisen. Die Begleitumstände für den Treuhandvertrag würden im 

Vertrag selbst genannt. Dass die Verträge allein von der Berufungsbeklagten redi-

giert worden wären, stelle eine neue Behauptung dar. Untypische Formulierungen 

würden nicht bedeuten, dass der Vertrag unklar sei. Ebenfalls neu sei die Behaup-

tung, „AC“ stehe für „Atemschule C___“. In kläg. act. 8 und 9 habe der Beru-

fungskläger das Geld als Vermögen der Berufungsbeklagten bezeichnet. Die Beru-

fungsbeklagte habe jeweils Ende Jahr eine Abrechnung mit der Bezeichnung „AC 

Trust – Vermögen von C___ – treuhänderisch verwaltet durch N___“ erhalten. Der 

Mietvertrag spreche gegen eine einfache Gesellschaft. Der Mietvertrag habe nicht 

auf die damals bereits bestehende A___ GmbH gelautet. Der Berufungskläger sei 

für seine Aufwendungen für die Atemschule zumindest teilweise entschädigt 

worden, wie er dies selbst darlege.  

 

  Die Vorinstanz führt in ihrem Entscheid unter anderem aus, gegen das Vorliegen ei-

ner einfachen Gesellschaft zwischen N___ und C___ würden die zwischen den 

Parteien abgeschlossenen Verträge sprechen. So widerspreche die Behauptung 

des Beklagten, dass es sich bei den von der Klägerin übergebenen Geldbeträgen 

um eigentliche Gesellschaftseinlagen handle, dem klaren Wortlaut des 

Treuhandvertrages vom 3. März 2009. Zudem wäre vor dem Hintergrund des 

behaupteten Gesellschaftsverhältnisses bezüglich einer Atemschule in der Liegen-

schaft O___ der Abschluss eines Mietvertrages unerklärlich, weil dies einer 

Zweckverfolgung mit gemeinsamen Kräften und Mitteln widersprechen würde. Der 

zwischen den Parteien abgeschlossene „Treuhänder-Vertrag“ vom 3. März 2009 sei 

demzufolge nicht als Teil eines Gesellschaftsverhältnisses, sondern als ein Treu-

handvertrag zu qualifizieren (E. 2.1.1 S. 11 ff.). 

 

  Gesellschaft ist die vertragsmässige Verbindung von zwei oder mehreren Personen 

zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln 

(Art. 530 Abs. 1 OR). Die einfache Gesellschaft ist eine vertragliche Verbindung, die 

formfrei eingegangen werden kann, auch durch konkludentes Verhalten der Betei-

 

Seite 21 

ligten (LUKAS HANDSCHIN, in: Basler Kommentar, Obliationenrecht, 5. Aufl. 2016, N. 

2 zu Art. 530 OR). Gegenstand der Einigung ist ausschliesslich die gemeinsame 

Zweckverfolgung und die Tatsache der Beitragspflicht (derselbe, a.a.O., N. 2 zu Art. 

530 OR). Jeder Gesellschafter hat einen Beitrag zu leisten, sei es in Geld, Sachen, 

Forderungen oder Arbeit (Art. 531 Abs. 1 OR). Leistungen der Gesellschafter, die 

aufgrund so genannter „Drittgeschäfte“ erbracht werden, hängen weder unmittelbar 

mit der Förderungspflicht des Art. 530 Abs. 1 OR noch mit der Beitragspflicht nach 

Art. 531 Abs. 1 OR zusammen. Als Drittgeschäfte fallen etwa Kaufverträge, Miet-

verträge, Arbeitsverträge, Werkverträge oder Aufträge zwischen der Gesellschaft 

und einem einzelnen Gesellschafter in Betracht (FELLMANN/MÜLLER, Berner Kom-

mentar, 2006, N. 22 zu Art. 531 OR). Es handelt sich dabei um „rein individualrecht-

liche, nicht im Gesellschaftsverhältnis begründete“, mithin vom Gesellschaftsver-

hältnis unabhängige Rechtsgeschäfte (dieselben, a.a.O, N. 23 zu Art. 531 OR). Ob 

eine Leistung eines Gesellschafters ein Beitrag an die Gesellschaft ist, ist durch 

Auslegung zu ermitteln (LUKAS HANDSCHIN, a.a.O., N. 9 zu Art. 531 OR).   

 

  Festzuhalten ist, dass es betreffend einfacher Gesellschaft aufgrund der Angaben 

des Berufungsklägers in der Duplik und an Schranken (act. B 4/33, S. 21, B 4/46, S. 

13; jedoch in Widerspruch zur Klageantwort act. B 4/16, S. 9) sowie vor Obergericht 

(act. B 1, S. 8, 9 24) um ein beschränktes Zeitfenster geht, nämlich um die Zeit des 

Umzugs der Berufungsbeklagten in die Schweiz und den Aufbau einer Atemschule 

in O___. Laut Berufungskläger sei Zweck der von ihm und C___ gegründeten 

einfachen Gesellschaft das Schaffen von Rahmenbedingungen für die spätere 

Tätigkeit der Atemschule gewesen. Hingegen sei der Betrieb der Atemschule nicht 

mehr von der Zweckbestimmung der einfachen Gesellschaft umfasst, sondern 

alleinige Sache der Berufungsbeklagten gewesen. Anzufügen ist, dass der Betrieb 

der Atemschule nie aufgenommen wurde.  

 

  Zunächst sind die zwischen den Parteien geschlossenen Verträge in Beachtung der 

vorerwähnten Rechtsprechung darauf zu prüfen, ob es sich dabei um von der be-

haupteten einfachen Gesellschaft unabhängige Drittgeschäfte handelt oder ob darin 

ein Beitrag an die Gesellschaft - und damit ein Beweis für ein Gesellschaftsverhält-

nis - erblickt werden kann.   

 

  Die zwischen den Parteien am 3. März 2009 geschlossene und als „Treuhänder-

Vertrag“ bezeichnete Vereinbarung (act. B 4/3/5), worin N___ von C___ als 

Vermögensverwalter resp. Treuhänder eingesetzt wurde, hält in Ziffer 1 fest: „Da die 

Absicht besteht, mit Eintritt ins Rentenalter im Jahr 2010 in die Schweiz 

 

Seite 22 

umzuziehen, wird Dr. C___ allmählich alle Vermögensanlagen in Deutschland 

auflösen.“ Folglich besteht mit dem erwähnten Umzug der Berufungsbeklagten in 

die Schweiz ein Berührungspunkt zur behaupteten einfachen Gesellschaft zwecks 

Aufbaus einer Atemschule in der Schweiz. Wie die Vorinstanz in Erwägung 2.1.1 

zutreffend ausgeführt hat, wurde der Treuhänder-Vertrag in der Realität auch 

vollzogen. So wurden - in Nachachtung von Ziff. 3 und 4 des Vertrages, wonach die 

eingehenden Beträge vom Berufungskläger als „AC Vermögen“ zu kennzeichnen 

und in einem „TRUST Fond“ zu verwalten seien - die vom Berufungsbeklagten 

erstellten Abschlüsse per 31. Dezember 2011 und per 31. Dezember 2012 von ihm 

mit „AC Trust – Vermögen von C___, treuhänderisch verwaltet durch N___“ betitelt 

(act. B 4/3/7+8). Nicht zu hören ist in diesem Zusammenhang die vom 

Berufungskläger erstmals im Berufungsverfahren vorgebrachte Behauptung, AC-

Vermögen könnte auch für „Atemschule C___“ stehen. Diese Tatsachenbehauptung 

hätte der Berufungskläger ohne weiteres vor erster Instanz vorbringen können, 

weshalb diese gestützt auf Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht zu hören ist. Zu bemerken ist 

immerhin soviel, dass die vom Berufungskläger in den erwähnten Abschlüssen 2011 

und 2012 selbst verwendete Formulierung keinen Raum für Interpretationen offen 

lässt. Ein weiteres Indiz für ein Treuhandverhältnis und gegen eine einfache 

Gesellschaft ist etwa das E-Mail von N___ vom 2. Mai 2012 an U___, Treuhänder 

der Berufungsbeklagten (act. B 4/3/17), worin dieser ausführt: „Das Silber, das ich 

verwalte, ist bei der ZKB und entspricht dem Trust-Vermögen von Frau C___.“ Oder 

die Formulierung in der Trennungsvereinbarung vom 26. Mai 2013 (act. B 4/3/2): 

„N___ ermöglicht C___ ab sofort den Zugang zu ihrem – von ihm treuhänderisch 

verwalteten – Vermögen.“ Folglich kann mit dem Treuhändervertrag nicht 

ansatzweise der Nachweis für eine einfache Gesellschaft und dafür, dass die von 

der Berufungsbeklagten von 9. April 2009 bis 23. März 2010 getätigten 

Überweisungen Kapitaleinlagen in eine einfache Gesellschaft sind, erbracht werden. 

Im Übrigen ist nicht nachvollziehbar, weshalb bei einem Treuhandverhältnis die 

Verwaltung von fremden Vermögenswerten statt auf einem auf mehreren Konti 

untypisch sein sollte und noch viel weniger, weshalb dies ein Indiz für das Vorliegen 

einer einfachen Gesellschaft darstellen könnte.   

 

  Was ergibt sich bezüglich einer einfachen Gesellschaft aus den beiden 

Darlehensverträgen vom 29. November 2009 und vom 29. Mai 2013? Bei beiden 

Verträgen ergeben sich aus dem jeweiligen Vertragsinhalt keinerlei Hinweise auf ei-

nen Zusammenhang mit dem Aufbau einer Atemschule. Somit fehlt es auch hier an 

Indizien, welche auf eine Verbindung zur behaupteten einfachen Gesellschaft 

schliessen lassen könnten. Daran ändert nichts, dass es sich bei beiden Darlehens-

 

Seite 23 

verträgen, entgegen deren Bezeichnung um Schuldanerkennungen handelt (siehe 

Erwägung 2.3.1).  

 

  Sodann haben die Parteien am 15. Januar 2010 einen Mietvertrag für die Liegen-

schaft des Berufungsklägers in O___ abgeschlossen (act. B 4/3/19). Der Be-

rufungskläger weist diesbezüglich daraufhin, diese Liegenschaft sei einzig zum 

Zweck erworben worden, um dort eine Atemschule zu betreiben und der Betrieb 

wäre alleinige Sache der Berufungsbeklagten gewesen, weshalb ein Mietvertrag 

abgeschlossen worden sei. Folglich fällt der Mietvertrag bereits aus diesem Grund 

nicht mehr unter die Zweckverfolgung der behaupteten einfachen Gesellschaft, son-

dern bereits unter „Betrieb“. Zum gleichen Schluss kommt man auch deshalb, weil 

im Mietvertrag die Pflichten des Vermieters nicht über die Gebrauchsüberlassung 

hinausgehen und der Mieterin keine Mitsprache- oder Kontrollrechte eingeräumt 

wurden, so dass sich aus diesem Vertrag nichts zugunsten eines Gesellschaftsver-

hältnisses ableiten lässt (vgl. FELLMANN/MÜLLER, a.a.O., N. 97 zu Art. 530 OR). 

Vielmehr handelt es sich um einen allgemein üblichen Mietvertrag ohne erkennba-

ren Bezug zu einer einfachen Gesellschaft. Unzutreffend ist das Vorbringen der Be-

rufungsbeklagten, der Mietvertrag laute nicht auf die damals bereits bestehende 

A___ GmbH, was gegen eine einfache Gesellschaft spreche. Die A___ GmbH 

wurde erst rund vier Monate nach Abschluss des Mietvertrages im Handelsregister 

eingetragen (act. B 4/17/6). Auch die Behauptung des Berufungsklägers, die 

Liegenschaft in O___ sei einzig für den Betrieb einer Atemschule erworben worden, 

ist nicht zutreffend, da die Parteien dort zusammen gewohnt haben und es sich in 

erster Linie um ein Wohnhaus handelte. Beide Vorbringen vermögen jedoch, wie 

aufgezeigt, am Ergebnis nichts zu ändern.  

 

  Bezüglich der zwischen den Parteien geschlossenen drei Verträge kann festgehal-

ten werden, dass es sich dabei um Drittgeschäfte handelt, welche unabhängig von 

einem allfälligen Gesellschaftsverhältnis Bestand haben.  

 

  Gibt es andere, schlüssige Indizien, die für eine einfache Gesellschaft sprechen 

könnten? Das „Nutzungskonzept – Atemschule GA___“ zum Baugesuch von 2010 

weist nach Meinung des Obergerichts nicht eindeutig auf eine einfache Gesellschaft 

hin. Im genannten Konzept werden die Person und die bisherige Tätigkeit von C___ 

kurz beschrieben und N___ als freier Mitarbeiter und Käufer einer passenden 

Liegenschaft für Frau C___ in der Schweiz bezeichnet (act B 4/35/55). Ebenfalls 

nichts Klärendes lässt sich aus der erfolgten Beratung beider Parteien in der Zeit 

von Dezember 2008 bis März 2009 für die Markteinführung von GS___ bei H___ 

 

Seite 24 

von der  D___-Unternehmensberatung ableiten (act. B 4/35/61-63). Dasselbe gilt für 

den vom Berufungskläger am 22. Februar/1. März 2010 geführten E-Mail-Verkehr 

mit Treuhänder U___ zur Gründung einer GmbH für die Atemschule und zu einem 

Businessplan. Unter anderem spricht der Berufungskläger von „ihrer“ 

„Geschäftstätigkeit“, gemeint ist damit C___ (act. B 4/33/64). Eher auf ein 

Gesellschaftsverhältnis deutet das E-Mail des Berufungsklägers vom 30. Juni 2010 

an RA RW___ (act. B 4/33/65), worin dieser schreibt: „Ich bin daran, die finanziellen 

Geldströme buchhalterisch nachzuvollziehen, um genau feststellen zu können, wer 

wo wann wieviel in das Unternehmen „Umzug in die Schweiz und Aufbau einer 

Atemschule“ beigesteuert hat.“ Dagegen spricht wiederum, dass die 

Berufungsbeklagte den Berufungskläger am 23. November 2011 unter dem Titel 

„Auszahlung AG und Aufwandentschädigung“ mit CHF 34‘500.00 entschädigt hat 

(act. B 4/33/45).  

 

  Im Sinne einer Gesamtwürdigung ist nach Ansicht des Obergerichts das Vorliegen 

einer einfachen Gesellschaft zwischen N___ und C___ im Zusammenhang mit den 

drei fraglichen Verträgen nicht erstellt. Diese Frage ist jedoch für die vorliegende 

Beurteilung nicht von Bedeutung, da die die Berufungsbeklagte ihre Forderungen 

auf den Treuhandvertrag sowie die Darlehensverträge abstützt und diese Verträge, 

wie bereits erwähnt, unabhängig von einem Gesellschaftsverhältnis gültig sind 

(siehe nachfolgende Erwägungen 2.2.3.3 und 2.3.4.3).  

  

 

2.2 Rechnungslegung 

 2.2.1 Qualifikation des Treuhänder-Vertrages  

  Der Berufungskläger lässt vor Kantonsgericht ausführen, die von der 

Berufungsbeklagten überwiesenen Gelder seien nicht Trust- oder Treuhandvermö-

gen gewesen, sondern Kapitaleinlagen in die einfache Gesellschaft. Es sei nicht um 

den Betrieb der Schule gegangen, sondern Zweck der einfachen Gesellschaft sei 

das Schaffen der Rahmenbedingungen für die spätere Tätigkeit der Atemschule 

gewesen.  

  Der Berufungskläger lässt vor Obergericht ergänzen, die Vorinstanz habe die 

Vorgeschichte und die Begleitumstände, die zum Treuhänder-Vertrag und auch zu 

den übrigen Verträgen geführt hätten, nicht gewürdigt und stattdessen eine 

„abstrakte Würdigung“ der einzelnen Verträge vorgenommen. Mit ihren Vorbringen 

habe die Berufungsbeklagte erreichen wollen, dass die Verträge aus dem 

Zusammenhang gerissen und damit lediglich einer abstrakten Würdigung 

unterzogen würden. Der Wortlaut der Verträge sei nicht klar. Die Berufungsbeklagte 

 

Seite 25 

habe die Verträge erstellt, weshalb sie nach dem Grundsatz in dubio contra 

stipulatorem zugunsten des Berufungsklägers auszulegen seien. Völlig untypisch für 

einen Treuhandvertrag sei, dass eingehende Geldbeträge auf Konti des 

Berufungsklägers gutgeschrieben würden. Es wäre zu erwarten gewesen, dass 

diese Guthaben auf ein einziges Konto geflossen wären. AC-Vermögen könnte nicht 

nur für „C___“, sondern auch für „Atemschule C___“ stehen. In Ziff. 5 des Vertrages 

sei auch die Verwendung der Mittel angesprochen. Bezüglich der Abschlüsse 2011 

und 2012 habe der Berufungskläger versucht, verschiedene Themen in einer 

einzigen Tabelle abzubilden und sei gescheitert. Bei einer reinen 

Vermögensverwaltung wäre zu erwarten gewesen, dass die Berufungsbeklagte ihre 

Vorsorgegelder nach dem Umzug in die Schweiz wieder auf eigene Konti 

transferiert hätte, anstatt diese beim Berufungskläger zu belassen. Sie habe dies 

nicht getan, was zeige, dass die Gelder zum Aufbau der Atemschule gedient hätten. 

Der Betrieb wäre allein Sache der Berufungsbeklagten gewesen, weshalb ein 

Mietvertrag abgeschlossen worden sei und der Handelsregistereintrag alleine auf 

sie gelautet habe. Falls der Treuhänder-Vertrag ein Vermögensverwaltungsauftrag 

wäre, so hätte die Berufungsbeklagte das finanzielle Risiko für den Aufbau der 

Atemschule, welches ihr Kind gewesen sei, einseitig auf den Berufungskläger 

abgeschoben. Die Einseitigkeit des Vertrags bestünde auch in der vereinbarten 

Unentgeltlichkeit der Dienstleistungen des Berufungsklägers.  

  Die Berufungsbeklagte lässt vor Kantonsgericht geltend machen, die Parteien 

hätten einen Treuhandvertrag in Form eines Auftrages abgeschlossen. Der Beru-

fungskläger habe über die überlassenen Gelder jährlich Abrechnungen erstellt, mit 

denen die Höhe des Treuhandvermögens ausgewiesen worden sei. Diese Abrech-

nungen seien mit TRUST Fonds“ und „AC Vermögen“ bezeichnet worden. Eine 

einfache Gesellschaft werde bestritten. 

  Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht ergänzen, dass die Verträge allein 

von ihr redigiert worden wären, stelle eine neue Behauptung dar. Untypische For-

mulierungen würden nicht bedeuten, dass der Vertrag unklar sei. Ebenfalls neu sei 

die Behauptung, „AC“ stehe für „Atemschule C___“. In kläg. act. 8 und 9 habe der 

Berufungskläger das Geld als Vermögen der Berufungsbeklagten bezeichnet. Die 

Berufungsbeklagte habe jeweils Ende Jahr eine Abrechnung mit der Bezeichnung 

„AC Trust – Vermögen von C___ – treuhänderisch verwaltet durch N___“ erhalten.  

 

  Die Vorinstanz weist darauf hin, dass auf den Treuhandvertrag mangels anderweiti-

ger einschlägiger gesetzlicher Bestimmungen grundsätzlich die Vorschriften zum 

einfachen Auftrag (Art. 394 ff. OR) zur Anwendung kommen würden (Art. 394 Abs. 2 

OR; Erwägung 2.2.3 S. 20). 

 

Seite 26 

 

  Das Obergericht hat in vorstehender Erwägung 2.1 aufgezeigt, dass der von den 

Parteien am 3. März 2009 geschlossene Treuhändervertrag unabhängig davon, ob 

zwischen den Parteien für den Aufbau einer Atemschule eine einfache Gesellschaft 

bestanden hat oder nicht, grundsätzlich gültig geschlossen ist. Im Ergebnis stimmt 

in diesem Punkt die Beurteilung der Vorinstanz (Erwägung 2.1.1) mit derjenigen des 

Obergerichts überein.  

 

  Im Weiteren ist festzustellen, dass der Berufungskläger nicht vorgebracht hat, es 

bestehe eine einfache Gesellschaft bezüglich der Verwaltung des Vermögens der 

Berufungsbeklagten. Ein Gesellschaftsverhältnis wurde von ihm einzig bezüglich 

des Aufbaus der Atemschule geltend gemacht. Folglich ist der Treuhändervertrag 

für sich alleine zu prüfen. Auf diese Vereinbarung sind, wie die Vorinstanz in Erwä-

gung 2.2.3 zutreffend ausgeführt hat, gestützt auf Art. 394 Abs. 2 OR die Vorschrif-

ten für den einfachen Auftrag gemäss Art. 394 ff. OR anwendbar. Zu bemerken ist, 

dass der Berufungskläger für den Fall, dass der Treuhänder-Vertrag ein Vermö-

gensverwaltungsauftrag ist, keine Kritik am Beizug der auftragsrechtlichen Bestim-

mungen geäussert hat.   

 

 2.2.2 Urteilsunfähigkeit des Berufungsklägers (Treuhänder-Vertrag)  

  Der Berufungskläger lässt vor Kantonsgericht ausführen, die mit der 

Berufungsbeklagten geschlossenen Verträge seien nichtig, weil er im Zeitpunkt der 

Unterzeichnung jeweils nicht urteilsfähig gewesen sei. Die Vereinbarung vom 

26. Mai 2013 zeige eindrücklich die Einseitigkeit der Verträge. Nach ersten Kon-

takten habe sich der Berufungskläger entschlossen, die Berufungsbeklagte und 

deren Trägerverein mit seinem Wissen fachlich und auch finanziell grosszügig zu 

unterstützen. Der Berufungskläger habe sich beim Umzug in die Schweiz und dem 

Aufbau einer neuen Existenz in O___ der finanziellen und administrativen Belange 

angenommen. Spendenfreudigkeit gegenüber dem Trägerverein und der Beru-

fungsbeklagten (von 2003 bis 2007 Spenden von CHF 97‘177.83) sei typisch für die 

Erkrankung des Berufungsklägers. Aufgrund seiner Erkrankung habe der Beru-

fungskläger den Inhalt des Treuhändervertrages vom 3. März 2009 nicht abschät-

zen können. Der Berufungskläger sei für die Berufungsbeklagte in den Bereichen IT, 

PR und Marketing tätig gewesen. Das E-Mail vom 2. Mai 2012 habe gezeigt, wie der 

Berufungskläger versucht habe, finanziell komplexe Sachverhalte zu bewältigen, 

aber aufgrund seiner Krankheit vor lauter Detailgenauigkeit schliesslich die Über-

sicht verloren und teilweise falsche Rückschlüsse oder Zuordnungen gezogen habe. 

Der Berufungskläger habe ohne Begleitung komplexe Rechtsgeschäfte (mit Aus-

 

Seite 27 

nahme der Alltagsgeschäfte) nicht richtig einschätzen können. Dies führe nicht zu 

einer generellen Handlungsunfähigkeit, sondern zu einer Schwäche für ihn ausnüt-

zende komplexe Rechtsgeschäfte. Die ausnützenden und auch übervorteilenden 

Elemente würden sich teilweise nicht direkt aus dem Wortlaut der einzelnen Ver-

träge ergeben, würden aber vor dem Hintergrund der ganzen Geschichte ein ande-

res Gewicht bekommen. Gemeinsam – die Berufungsbeklagte mit ihrem jahrelang 

erworbenen Fachwissen und der Berufungskläger mit seinen betriebswirtschaftli-

chen Fähigkeiten und Finanzen – hätten sie versucht, den „Turnaround“ der Atem-

schule zu schaffen. Mit den drei Verträgen sei es der Berufungsbeklagten gelungen, 

das finanzielle Risiko allein auf den Berufungskläger abzuwälzen. Bei der X___ 

GmbH sei der Berufungskläger nicht zeichnungsberechtigt gewesen. Bezüglich der 

Ernsthaftigkeit der Behauptung, dass der Berufungskläger zusammen mit der 

Vadian Bank AG, St. Gallen, an einem Grossprojekt beteiligt gewesen sei, sei ein 

Blick auf den Flyer zu werfen. Die Berufungsbeklagte sei über die beim Beru-

fungskläger festgestellte Erkrankung an Schizophrenie aufgrund der mit der behan-

delnden Ärztin Dr. med. E___ geführten Korrespondenz informiert gewesen. Die 

Berufungsbeklagte sei von einer Spaltung zwischen der Gefühlsebene und der Ver-

standesebene ausgegangen. Da ihr diese Erkrankung bekannt gewesen sei, sei es 

unglaubwürdig, dass die Berufungsbeklagte dem Berufungskläger ihre gesamte Al-

tersvorsorge anvertraut habe. Das medizinische Attest vom 14. November 2013 

gebe explizit die Erkrankung des Berufungsklägers und die daraus folgenden Ein-

schränkungen wieder. Der Berufungskläger leide seit dem Jahr 2000 an seiner Er-

krankung und beziehe deswegen eine volle IV-Rente. Der Berufungskläger leide an 

einer schizoiden Persönlichkeitsstruktur und stehe seit 1995 in ständiger Behand-

lung bei Dr. J___, Genf.  

  Der Berufungskläger lässt vor Obergericht anfügen, aufgrund seiner Krankheit 

habe er die Tragweite eines Vermögensverwaltungsauftrages nicht abschätzen 

können. Die Erkrankung des Berufungsklägers habe nicht zu einer generellen 

Handlungsunfähigkeit geführt, sondern nur bezüglich der Fähigkeit, ihn ausnützende 

komplexe Rechtsgeschäfte zu erkennen. Von Dr. J___ sei eine schriftliche Auskunft 

einzuholen oder er sei als Zeuge zu befragen. Die schizoide Persönlichkeitsstruktur 

des Berufungsklägers sei auch von Dr. med. E___ belegt worden. Die Vorinstanz 

wäre verpflichtet gewesen, weitere Beweismittel abzunehmen. Aufgrund des 

eingereichten Arztzeugnisses habe der Berufungskläger ein starkes Indiz dafür 

geliefert, dass bei ihm eine Schwäche vorliege. Weil die Vorinstanz die Beweise 

nicht abgenommen habe, habe sie es dem Berufungskläger verunmöglicht, seine 

fehlende Urteilsunfähigkeit im konkreten Fall nachzuweisen.  

 

Seite 28 

  Die Berufungsbeklagte lässt vor Kantonsgericht geltend machen, ihren Anträgen 

würden drei klare und unmissverständliche Verträge zugrunde liegen. Das ärztliche 

Attest reiche für den Nachweis der Urteils- und Handlungsunfähigkeit nicht aus. Der 

Mietvertrag vom 15. Januar 2010 solle aber gültig sein. Offenbar habe der Beru-

fungskläger an jenem Tag einen Anflug von Klarheit gehabt, sei aber vorher und 

nachher wieder urteilsunfähig gewesen. Alle drei Verträge seien relativ einfach, bei 

denen Leistungen und Gegenleistungen definiert seien und sich der Inhalt ohne 

weiteres darstelle. Der Berufungskläger habe diverse Verträge abgeschlossen, die 

zum Teil komplexer gewesen seien: Liegenschaftenschätzungsauftrag, Kaufver-

träge für Liegenschaften, Hypothekenvertrag, Baukreditvertrag, Werkvertrag. Bei ei-

nigen Verträgen sei eine öffentliche Beurkundung vorgeschrieben, in deren Rahmen 

bestätigt werde, dass die Parteien urteilsfähig seien. Der Berufungskläger sei bei 

X___ GmbH in  K___ als Finanz- und Controllingmanager tätig gewesen. Im 

Zeitpunkt der angeblichen Urteilsunfähigkeit sei er Verwaltungsrat bei einer Stiftung 

gewesen und er habe ein Grossprojekt in Genf im Zusammenhang mit dem World 

Trade Center Cointrin (WTC) in Genf lanciert. Für das vorliegende Verfahren habe 

er Geldflüsse rekonstruieren können. Beim medizinischen Attest falle auf, dass es 

keine Diagnose nach ICD-10 enthalte, weshalb es völlig unqualifiziert sei. Der Arzt-

bericht sei sehr oberflächlich und allgemein gehalten. Dieser sei im November 2013 

ausgestellt worden, als die Situation eskaliert sei. Der Berufungskläger habe den 

Arzt in Genf wahlweise wegen Burnout, Seelennot oder Ermüdung aufgesucht. Der 

Nachweis der Urteilsunfähigkeit müsse mittels eines Gutachtens erbracht werden. 

Der Berufungskläger habe aber keinen Antrag auf ein Gutachten gestellt. Der Be-

rufungskläger hätte seine IV-Akten einreichen können, was er aber nicht gemacht 

habe. Die Befragung des Hausarztes als Zeuge könne unterbleiben, weil dieser be-

fangen sei, da er im Dienste des Berufungsklägers stehe. Das bekl. act. 60 sei un-

brauchbar, weil es von einem Juristen, und nicht von einem Mediziner stamme und 

nur die erste Seite eingereicht worden sei. Wäre der Berufungskläger handlungs-

unfähig, würde er nach Art. 19b Abs. 2 ZGB schadenersatzpflichtig werden.  

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht ergänzen, zur Urteilsunfähigkeit 

müsste ein unabhängiges Gutachten eingeholt werden. Zeugen und schriftliche 

Auskünfte seien nicht zielführend. Der Berufungskläger habe keinen Antrag auf ge-

richtliche Begutachtung gestellt. Die IV-Akten seien dem Gericht nicht zugänglich 

gemacht worden. Der Berufungskläger sei vor einem Gutachten zu seinem langjäh-

rigen Hausarzt geflüchtet.  

 

  Die Vorinstanz führt im Wesentlichen aus, vorliegend treffe den Beklagten die 

Beweislast für die behauptete Urteilsunfähigkeit. Der Beklagte habe zum Nachweis 

 

Seite 29 

der behaupteten Urteilsunfähigkeit ein Arztzeugnis von Dr. J___ vom 

14. November 2013 eingereicht. In diesem Zeugnis würden sich zum vorliegenden 

Treuhandvertrag aber keine konkreten Ausführungen finden, weshalb daraus keine 

direkten Schlüsse hinsichtlich der Urteilsfähigkeit des Beschuldigten in Bezug auf 

dieses Rechtsgeschäft gezogen werden könnten. Die Urteilsfähigkeit wäre im Rah-

men eines gerichtlichen Gutachtens zu prüfen. Im Sinne einer antizipierten Beweis-

würdigung stehe somit fest, dass der Nachweis der behaupteten Urteilsunfähigkeit 

bezüglich des vorliegenden Treuhandvertrages nicht gelungen sei (Erwägung 2.1.3 

S. 14 ff.).  

 

  Urteilsfähig ist jede Person, der nicht wegen ihres Kindesalters, infolge geistiger 

Behinderung, psychischer Störung, Rausch oder ähnlicher Zustände die Fähigkeit 

mangelt, vernunftgemäss zu handeln (Art. 16 ZGB). Die Urteilsfähigkeit beurteilt 

sich nach ständiger Rechtsprechung nie abstrakt, auch nie ein für alle Mal bezüglich 

einer bestimmten Person (ROLAND FANKHAUSER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetz-

buch, 6. Aufl. 2018, N. 34 zu Art. 16 ZGB). Urteilsfähigkeit muss bezogen auf die 

konkrete Person, einen konkreten Rechtsakt und im Zeitpunkt der Vornahme gege-

ben sein (derselbe, a.a.O., N. 34 zu Art. 16 ZGB). Je nach Schwierigkeit und Trag-

weite der Handlung sind unterschiedliche Anforderungen an Vernunft, Bewusstsein 

und Entschlusskraft zu stellen (derselbe, a.a.O., N. 35 zu Art. 16 ZGB). Die Urteils-

fähigkeit ist die Regel und nach der allgemeinen Lebenserfahrung zu vermuten 

(SANDRA HOTZ, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, 2. Aufl. 2017, N. 12 

zu Art. 16 ZGB). Wer die Urteilsunfähigkeit einer Person behauptet, hat diese nach 

Art. 8 ZGB zu beweisen (dieselbe, a.a.O., N. 12 zu Art. 16 ZGB). Die Vorinstanz hat 

zu Recht ausgeführt, dass der Berufungskläger beweispflichtig für die behauptete 

Urteilsunfähigkeit bei Unterzeichnung des Treuhänder-Vertrages ist. Ebenfalls 

zutreffend ist, dass die Urteilsunfähigkeit nie abstrakt, sondern bezüglich eines kon-

kreten Rechtsgeschäfts zu prüfen ist (vorinstanzliche Erwägung 2.1.3 S. 14). Das 

vom Berufungskläger als Nachweis seiner Urteilsunfähigkeit eingereichte Arztzeug-

nis von Dr. J___, Genf, vom 14. November 2013 erwähnt eine neuropsychiatrische 

Erkrankung seit 1995 und hält fest, dass N___ nicht in der Lage sei, komplexere 

Geschäfte richtig einzuschätzen (act. B 4/17/1). Konkret zum Treuhänder-Vertrag 

äussert sich Dr. Dubuis nicht. Bei diesem Arztbericht handelt es sich um ein 

Privatgutachten und somit um eine blosse Parteibehauptung (BGE 141 III 433 E. 

2.5). Die Berufungsbeklagte hat den fraglichen Arztbericht substantiiert bestritten 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_291/2018 vom 10. Januar 2019 E. 4.3.1; siehe 

auch: MARIA LONDIS, Das (Partei-)Gutachten im Sozial- und Privatversiche-

rungsrecht, Jahrbuch Sozialversicherungsrecht 2017, 2017, S. 232). Dies mit dem 

 

Seite 30 

Einwand, der Bericht enthalte keine Diagnose nach ICD-10 und sei sehr oberfläch-

lich und allgemein gehalten (act. B 4/25, S. 27). Es stellt sich die Frage, ob, wie vom 

Berufungskläger beantragt, Dr. Dubuis als Zeuge einzuvernehmen ist. Davon - wie 

auch von einer schriftlichen Auskunft - ist jedoch, unter Verweis auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz (Erwägung 2.1.3 S. 15), abzusehen: „Vor dem Hinter-

grund der Vorbefassung und der fehlenden Unabhängigkeit und der Eigeninteres-

sen des Psychiaters des Beklagten, Dr. Jaques Dubuis, sind auch die beantragte 

Befragung und die beantragte schriftliche Auskunft des Vorgenannten nicht geeig-

net, den Nachweis einer Urteilsunfähigkeit zu erbringen.“ Hinzuweisen ist ebenfalls 

auf BGE 125 V 351 E. 3 b cc: „In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll 

der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen.“  

 

 Weiter ist zu fragen, ob ein Gutachten zur Urteilsfähigkeit des Berufungsklägers 

einzuholen ist. Einen entsprechenden Antrag hat dieser nicht gestellt. Zwar kann 

aufgrund des Wortlautes von Art. 183 Abs. 1 ZPO ein Gutachten auch von Amtes 

wegen eingeholt werden. Das Bundesgericht wies jedoch in seinem Urteil 

4A_432/2015 vom 8. Februar 2016 E. 4.2 - in jenem Fall galt die soziale Untersu-

chungsmaxime - darauf hin, dass bei einer anwaltlich vertretenen Partei das Gericht 

nicht von sich aus ein Gutachten einholen müsse. In diese Richtung geht auch 

HANS SCHMID, wonach mit Art. 183 Abs. 1 ZPO wohl kein generellen Anspruch auf 

Anordnung eines Gutachtens ohne Parteiantrag gemeint sei (in: Oberham-

mer/Domej/Haas [Hrsg.], ZPO, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 183 ZPO; gl. M.: HEINRICH 

ANDREAS MÜLLER, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilpro-

zessordnung, 2. Aufl. 2016, N. 3 ff. zu Art. 183 ZPO). Hinzu kommt, dass vorliegend 

der Gutachter für einen Zeitraum, der bereits rund 10 Jahre zurückliegt, eine klare 

Aussage machen müsste, was grundsätzlich schwierig bis unmöglich sein dürfte. 

Dazu kommt, dass der Gutachter einzig auf die Ausführungen des Berufungsklägers 

abstellen könnte, denn Unterlagen aus der Zeit des Vertragsschlusses im März 

2009 sind in den Akten nicht vorhanden. Das Schreiben von Dr. med. E___, 

ärztliche Leiterin a.i. der Sozialpsychiatrischen Dienste des Psychiatriezentrums 

Münsingen vom 27. Juli 2000 an den Berufungskläger, worin diese die Wichtigkeit 

betont, Ordnung in dessen Akten bezüglich Versicherungen, Krankenkasse, Rech-

nungen etc. zu bringen und die Hilfe eines Beistandes oder Sozialarbeiters an-

spricht (act. B 4/35/23), vermag ebenfalls nichts zu einer Klärung eines neun Jahr 

später abgeschlossenen Vertrages beizutragen. Zudem hat der Berufungskläger, 

der nach seinen Aussagen eine IV-Rente bezieht, im vorliegenden Verfahren die 

 

Seite 31 

Akten der Invalidenversicherung nicht eingereicht. Ein Gutachten zur Urteilsfähigkeit 

einzig gestützt auf die Aussagen des Berufungsklägers vermag aber keinen rechts-

genüglichen Beweis zu erbringen. Hinzu kommt, dass insbesondere zwei Schreiben 

bei den Akten sind, welche, zumindest für das Jahr 2010, auf das Vorhandensein 

der Urteilsfähigkeit des Berufungsklägers schliessen lassen. So stellte der Beru-

fungskläger dem Treuhänder U___ mit E-Mail vom 22. Februar 2010 über 

eineinhalb Seiten hinweg Detailfragen, u.a. handelsregister- und sozialversi-

cherungsrechtlicher Natur, zur Gründung einer GmbH für die Atemschule und zu 

einem Businessplan (act. B 4/33/64). Im E-Mail des Berufungsklägers vom 30. Juni 

2010 an RA RW___ (act. B 4/33/65) schreibt er: „Ich bin daran, die finanziellen 

Geldströme buchhalterisch nachzuvollziehen, um genau feststellen zu können, wer 

wo wann wieviel in das Unternehmen „Umzug in die Schweiz und Aufbau einer 

Atemschule“ beigesteuert hat.“ Weiter führte er in diesem E-Mail verschiedene 

Bereiche auf, die er im Fall eines Unfalls, Unglücks oder Todesfalls geregelt haben 

wolle (act. B 4/33/65). Widersprüchlich ist ebenfalls, dass es sich der Be-

rufungskläger trotz einer behaupteten teilweisen Urteilsunfähigkeit ohne weiteres 

zutraute, die Berufungsbeklagte in deren geschäftlichem Umfeld mit seinem fachli-

chen Wissen zu unterstützen. Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch seine Tätigkeit 

für die X___ GmbH in den Bereichen Finanzen und Controlling (act. B 4/26/24). 

Zudem mutet es für das Obergericht seltsam an, dass der Berufungskläger 

zahlreiche Verträge,wie den Kaufvertrag für die Liegenschaft und den Mietvertrag 

mit der Berufungsbeklagten, geschlossen hat, jedoch einzig diejenigen Verträge 

zufolge Urteilsunfähigkeit ungültig sein sollen, auf welche die Berufungsbeklagte 

ihre Klage stützt. Im Sinne einer Gesamtwürdigung kommt das Obergericht zum 

Schluss, dass die behauptete Urteilsunfähigkeit des Berufungsklägers bei 

Abschluss des Treuhändervertrages am 3. März 2009 nicht nachgewiesen ist.  

   

 2.2.3 Willensmängel (Treuhänder-Vertrag)  

 2.2.3.1 Irrtum  

  Der Berufungskläger lässt vor Kantonsgericht vorbringen, die Verträge seien 

bereits mit Schreiben von RA T___ vom 27. November 2013 zusätzlich wegen 

Übervorteilung gemäss Art. 21 OR sowie der Tatbestände gemäss Art. 23 ff. OR 

(inkl. Art. 28 OR; absichtliche Täuschung) angefochten und als unverbindlich erklärt 

worden. Der Berufungskläger sei in gutem Glauben davon ausgegangen, dass er 

als Zahlstelle in der Schweiz fungieren sollte. Vorliegend sei dessen Schwäche, ihn 

ausnützende komplexe Rechtsgeschäfte nicht zu erkennen, von Relevanz. In dieser 

Hinsicht würden denn auch Parallelen zum Tatbestand der Übervorteilung beste-

hen, weshalb der Berufungskläger die drei Verträge gestützt auf Art. 23 ff. OR an-

 

Seite 32 

fechte. Alle drei Verträge, der Treuhänder-Vertrag und die beiden Darlehensver-

träge, würden derartige Elemente enthalten. Die ausnützenden und auch übervor-

teilenden Elemente würden sich teilweise nicht direkt aus dem Wortlaut der einzel-

nen Verträge ergeben, würden aber vor dem Hintergrund der ganzen Geschichte 

ein ganz anderes Gewicht erhalten. Der Berufungskläger berufe sich zusätzlich in 

Bezug auf diese drei Verträge auch auf Übervorteilung, Grundlagenirrtum und Täu-

schung. Er sei stets der Überzeugung gewesen, dass die Umsetzung ihres gemein-

samen Projekts in der Schweiz aus gemeinsamen finanziellen Mitteln finanziert 

werde. Indem die Berufungsbeklagte dem Berufungskläger die Verträge im Be-

wusstsein um seine Erkrankung zur Unterzeichnung vorgelegt habe, habe sie ver-

sucht, sich finanziell schadlos zu halten. Erst als der Berufungskläger sich rechtlich 

habe beraten lassen, sei ihm das ganze Ungleichgewicht und damit die Übervortei-

lung, sein Irrtum und auch die absichtliche Täuschung bewusst geworden. Die 

Anfechtung sei denn auch postwendend mit Schreiben von RA T___ vom 

27. November 2013 erfolgt.  

  Der Berufungskläger lässt vor Obergericht anfügen, er sei bei Unterzeichnung 

des Vertrages davon ausgegangen, dass die Gelder für den Wiederaufbau der 

Schule gedacht gewesen seien und als Beteiligung von C___ in eine einfache 

Gesellschaft gedient hätten. Damit habe ein wesentlicher Irrtum über den Zweck 

des Vertrages bestanden. Der Berufungskläger sei der Ansicht gewesen, dass er 

einen anderen Vertrag abschliesse, als denjenigen, für den er mit seiner Unterschrift 

seine Zustimmung gegeben habe (vgl. Art. 24 Abs. 1 OR). Die Jahresfrist gemäss 

Art. 31 Abs. 1 OR sei nach Kenntnisnahme auf der Bank anfangs November 2013 

und Anfechtung mit Schreiben vom 27. November 2013 eingehalten.  

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Kantonsgericht darauf hinweisen, mit dem Hin-

weis auf das Schreiben von RA Tschan würde sie die Begründung vermissen, worin 

die Übervorteilung bzw. absichtliche Täuschung liegen solle. 

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht ergänzen, der Text des Treuhänder-

Vertrages sei klar. Darin werde keinerlei Bezug zu einer einfachen Gesellschaft oder 

zur Atemschule genommen. Die Vorinstanz habe das Vorliegen eines Willensman-

gels bzw. einer Täuschung mangels hinreichender Substantiierung verneint. Dieses 

Versäumnis könne im Berufungsverfahren nicht korrigiert werden (Noven).  

 

 Die Vorinstanz führt aus, worin der behauptete Irrtum des Beklagten konkret bestan-

den haben solle, sei von ihm nicht hinreichend substantiiert worden (Erwägung 2.1.5 

S. 18). 

 

 

Seite 33 

 Der Vertrag ist für denjenigen unverbindlich, der sich beim Abschluss in einem 

wesentlichen Irrtum befunden hat (Art. 23 OR). Als wesentlich gilt ein Irrtum na-

mentlich, wenn er einen bestimmten Sachverhalt betraf, der vom Irrenden nach Treu 

und Glauben im Geschäftsverkehr als eine notwendige Grundlage des Vertrages 

betrachtet wurde (Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR). Laut Bundesgericht kann die Berufung 

auf Grundlagenirrtum nur erfolgreich sein, wenn der Anfechtende sich über einen 

bestimmten Sachverhalt geirrt hat, der für ihn notwendige Vertragsgrundlage bildete 

und der nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr als gegeben vorausgesetzt 

werden durfte. Objektiv wesentlich ist danach eine falsche Vorstellung, die notwen-

digerweise beiden Parteien bewusst oder unbewusst gemeinsam und bei objektiver 

Betrachtung eine unerlässliche Voraussetzung für den Abschluss des Vertrages 

gewesen ist (Urteil 4C.194/2006 vom 5. September 2006 E.1.3). 

 

 Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht zu Recht bemängeln, der 

Berufungskläger könne den geltend gemachten Irrtum bei Abschluss des Treuhän-

der-Vertrages nicht erst im Berufungsverfahren begründen. Die vom Berufungsklä-

ger vor Obergericht zum Irrtum neu vorgebrachten Ausführungen hätten ohne weite-

res vor Kantonsgericht vorgebracht werden können, so dass es sich gestützt auf Art. 

317 Abs. 1 ZPO um unzulässige und damit unbeachtliche Noven handelt. Die Vor-

instanz hat in Erwägung 2.1.5 zu Recht auf die mangelnde Substantiierung des be-

haupteten Irrtums hingewiesen. Beim Argument des Berufungsklägers vor Kantons-

gericht, er sei in gutem Glauben davon ausgegangen, dass er als Zahlstelle in der 

Schweiz fungieren sollte, handelt es sich um keinen objektiv wesentlichen Vertrags-

punkt, weshalb er daraus nichts ableiten kann. Ferner hat sich der Berufungskläger 

vor Kantonsgericht damit begnügt, die Hintergründe des Vertragsschlusses aus sei-

ner Sicht aufzuzeigen, ohne jedoch konkrete Angaben zum behaupteten Irrtum zu 

machen. Auch im Schreiben von RA T___ vom 27. November 2013, worin dieser 

den Treuhänder- sowie die beiden Darlehensverträge anfechtet, findet sich keine 

Begründung des angeblichen Irrtums (act. B 4/3/4, S. 3). Somit ist festzuhalten, 

dass dem Berufungskläger der Nachweis eines Irrtums bei Vertragsschluss im 

Sinne von Art. 23 ff. OR nicht gelungen ist.  

   

 2.2.3.2 Täuschung 

  Bezüglich der Parteivorbringen vor Kantonsgericht kann auf Erwägung 2.2.3.1 

eingangs verwiesen werden. 

  Der Berufungskläger lässt vor Obergericht anfügen, auch absichtliche Täuschung 

sei gegeben, weil die Berufungsbeklagte den Berufungskläger unter Vorgabe des 

gemeinsamen Planes zum Vertragsabschluss verleitet habe. Die Jahresfrist gemäss 

 

Seite 34 

Art. 31 Abs. 1 OR sei nach Kenntnisnahme auf der Bank anfangs November 2013 

und Anfechtung mit Schreiben vom 27. November 2013 eingehalten.  

  Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht einwenden, der Text des Treuhän-

der-Vertrages sei klar. Darin werde keinerlei Bezug zu einer einfachen Gesellschaft 

oder zur Atemschule genommen. Die Vorinstanz habe das Vorliegen eines Wil-

lensmangels bzw. einer Täuschung mangels hinreichender Substantiierung ver-

neint. Dieses Versäumnis könne im Berufungsverfahren nicht korrigiert werden 

(Noven). Auch die Behauptungen des Berufungsklägers zur Täuschungsabsicht s in 

der Berufung seien noch immer unsubstantiiert.  

  

  Die Vorinstanz führt aus, auch eine absichtliche Täuschung seitens der Klägerin, 

namentlich ein Vorspiegeln falscher Tatsachen oder Unterdrücken von relevanten 

Tatsachen, sei vom Beklagten nicht hinreichend substantiiert worden (Erwägung 

2.1.5 S. 18). 

 

 Ist ein Vertragschliessender durch absichtliche Täuschung seitens des andern zum 

Vertragsabschlusse verleitet worden, so ist der Vertrag für ihn auch dann nicht ver-

bindlich, wenn der erregte Irrtum kein wesentlicher war (Art. 28 Abs. 1 OR). Das 

Obergericht geht mit der Vorinstanz einig (vgl. Erwägung 2.1.5), dass es auch dem 

Vorbringen des Berufungsklägers, die Berufungsbeklagte habe ihn absichtlich ge-

täuscht und dadurch zum Vertragsschluss verleitet, an der erforderlichen Substan-

tiierung fehlt. Die im Berufungsverfahren zur absichtlichen Täuschung gemachten 

neuen Vorbringen sind unzulässige Noven und nicht zu hören. Diesbezüglich kann 

auf die Begründung in vorstehender Erwägung 2.2.3.1 verwiesen werden. Auch das 

Schreiben von RA T___ vom 27. November 2013 trägt nichts zur Klärung der Frage 

bei, worin denn die absichtliche Täuschung der Berufungsbeklagten bestanden ha-

ben soll. Somit ist festzuhalten, dass der Berufungskläger eine Täuschung seitens 

der Berufungsbeklagten, wodurch er zum Abschluss des Treuhänder-Vertrages 

verleitet worden wäre, nicht nachgewiesen hat.  

   

 2.2.3.3 Fazit  

  Der von den Parteien am 3. März 2009 geschlossene Treuhänder-Vertrag ist gültig 

geschlossen und folglich beachtlich.  

   

 2.2.4 Informations- und Abrechnungspflicht  

  Der Berufungskläger lässt vor Kantonsgericht vorbringen, selbstverständlich sei 

er bereit, die Zahlungen der Berufungsbeklagten bei der Liquidation der Gesell-

schaft zu berücksichtigen. Die Berufungsbeklagte habe dem Berufungskläger vom 

 

Seite 35 

April 2009 bis März 2010 insgesamt CHF 270‘635.75 überwiesen. Die Überweisung 

der Geldbeträge habe im Zusammenhang mit der Eröffnung der Atemschule ge-

standen. Die Gelder der Berufungsbeklagten hätten einer Kapitaleinlage in die ein-

fache Gesellschaft entsprochen, überwiesen auf das Konto des Berufungsklägers. 

Es habe eine Vermischung mit den Guthaben des Berufungsklägers stattgefunden. 

Da kein Treuhandgeschäft vorliege - der Treuhänder-Vertrag sei ungültig -, bestehe 

auch keine Pflicht zur Rechnungslegung. Die Berufungsbeklagte habe keine Ein-

zahlungen auf das Privatkonto des Berufungsklägers bei der Zürcher Kantonalbank 

nachgewiesen. Die Gelder hätten nicht auf einem separaten, speziell einzurichten-

den Trust-Konto bei der Zürcher Kantonalbank angelegt werden müssen, sondern 

auf Konti des Berufungsklägers. Weshalb die Parteien das Wort „Trust Fonds“ ver-

wendet hätten, sei unklar. Vermutlich, weil es sich gut angehört habe. Die Beru-

fungsbeklage sei beweispflichtig für die Höhe des anvertrauten Vermögens. Sie 

habe keinen Anspruch auf das ganze Konto. Die Zahlungsübersicht sei nicht bruch-

stückhaft, sondern zeige vollumfänglich die Zahlungseingänge der Berufungsbe-

klagten sowie den Zahlungsfluss ihrer Gelder. Das AC-Vermögen sei verstanden 

worden als Saldoguthaben der Gelder bzw. Beiträge der Berufungsbeklagten, wel-

che noch zur Verfügung gestanden hätten.  

  Der Berufungskläger lässt vor Obergericht anfügen, eine Pflicht zur 

Rechenschaftsablegung bestehe nur, wenn ein Auftragsverhältnis bejaht würde. Die 

Berufungsbeklagte sei gehalten zu substantiieren, welche Vermögenswerte sie dem 

Berufungskläger zur Vermögensverwaltung übergeben habe. Die Vorinstanz habe 

nicht angegeben, ausgehend von welchen Vermögenswerten der Berufungskläger 

Rechenschaft abzulegen habe. Der Berufungskläger habe zugestanden, von der 

Berufungsbeklagten Vermögenswerte von CHF 270‘635.75 (inkl. Darlehen über 

CHF 120‘000.00) erhalten zu haben. Die Berufungsbeklagte hingegen gehe von 

CHF 339‘618.50 aus, plus zusätzlich die beiden Darlehen von total CHF 162‘000.00. 

Ziehe man von den CHF 270‘000.00 die Darlehensschuld von CHF 120‘000.00 ab, 

würden in etwa CHF 150‘000.00 verbleiben, was gerade etwa dem Betrag der 

Spenden des Berufungsklägers an den Trägerverein entspreche. Die Berufungsbe-

klagte habe den Nachweis über die Höhe ihrer Altersvorsorge und damit auch den 

Nachweis über die Höhe der übergebenen Vermögenswerte nicht erbracht. Es fehle 

der Berufungsbeklagten das Rechtsschutzinteresse an einer weitergehenden 

Rechenschaftsablage, habe doch der Berufungskläger in der Duplik auf S. 25 ff. 

exakt den Geldfluss aufgezeigt. Die Berufungsbeklagte habe von den Geldflüssen 

Kenntnis gehabt, sonst hätte sie keine eigene Geldflussrechnung mit Angabe der 

Konten des Berufungsklägers aufstellen können. 

 

Seite 36 

  Die Berufungsbeklagte lässt vor Kantonsgericht geltend machen, gemäss Art. 

400 OR sei der Beauftragte verpflichtet, jederzeit auf  Verlangen über seine 

Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen. Die Berufungsbeklagte trage nur die 

Beweislast für den Bestand des Vermögensverwaltungsvertrags und für das Anver-

trauen von Geldern auf dieses Konto. Die Berufungsbeklagte habe dem Berufungs-

kläger Gelder zur Anlage anvertraut. Der Berufungskläger habe zum Zweck der 

treuhänderischen Verwaltung ein auf ihn lautendes Privatkonto sowie ein auf ihn 

lautendes Metallkonto bei der Zürcher Kantonalbank eröffnet und die Geldbeträge 

der Berufungsbeklagten dorthin überwiesen. Der Berufungskläger müsse nach Art. 

400 OR Rechenschaft über seine Geschäftsführung ablegen. Die Berufungsbe-

klagte könne ihre Forderung nicht genau beziffern; erst aus der Abrechnung des 

Berufungsklägers werde sich der ihr zustehende Saldo ergeben.  

  Die Berufungsbeklagte lässt vor Obergericht vorbringen, sie habe unumstösslich - 

und im Umfang von CHF 270‘635.75 auch anerkanntermassen - nachgewiesen, 

dass sie dem Berufungskläger namhafte Gelder überlassen habe. Nun liege der Ball 

beim Berufungskläger. Es gehe den Berufungskläger nichts an, woher die Treu-

handgelder der Berufungsbeklagten stammten und wofür sie gedacht seien. Die 

Gelder würden auch aus dem Erbe von ihrem Vater stammen. Der Berufungskläger 

habe seine Pflicht noch nicht erfüllt: Er habe eine Abrechnungsurkunde unter Bei-

lage sämtlicher Kontoauszüge und Belege abzuliefern, was er noch nicht getan 

habe.  

 

  Die Vorinstanz führt unter anderem aus, der Beauftragte sei verpflichtet, dem 

Auftraggeber jederzeit auf sein Verlangen über seine Geschäftsführung Rechen-

schaft abzulegen (Art. 400 Abs. 1 OR). Die Rechenschaftspflicht beinhalte sowohl 

eine Informationspflicht wie auch eine Abrechnungspflicht. Die Rechenschaftsable-

gung müsse dabei einen einlässlichen Bericht über alle wesentlichen Vorgänge des 

konkreten Auftrags und die Erläuterung ihrer Bedeutung umfassen. Sie beinhalte 

mehr als die blosse Auskunftserteilung. Der Beauftragte müsse den Auftraggeber 

nicht nur über den jeweiligen Stand der Geschäftsausführung informieren oder ein-

zelne Fragen beantworten, sondern er habe ihm vielmehr über den gesamten Ab-

lauf und die Ergebnisse seiner Tätigkeit einen Überblick zu verschaffen. Die Ab-

rechnung müsse für den Auftraggeber eine sachgerechte Kontrolle der Geschäftstä-

tigkeit des Beauftragten ermöglichen (Zusammenstellung der Einnahmen und Aus-

gaben). Im Rahmen der Rechenschaftsablegung seien auch die entsprechenden 

Belege vorzulegen. Der Beweis für die vollständige und richtige Abrechnung obliege 

dem Beauftragten. Der Auftraggeber dürfe daher von ihm verlangen, nachzuweisen, 

dass er vollständig abgerechnet habe. Die bereits im Besitz der Klägerin befindli-

 

Seite 37 

chen Abschlüsse per 31. Dezember 2011 und per 31. Dezember 2012, die Buch-

haltungsauszüge vom 29. Oktober 2012 und vom 3. Oktober 2013, der Kontoaus-

zug des Privatkontos des Beklagten vom 23. Juli 2013 sowie die Zahlungsübersicht 

des Beklagten würden vor dem Hintergrund der obenstehenden Ausführungen einer 

vollständigen und überprüfbaren Rechenschaftsablegung nicht gerecht. Die Belege, 

Übersichten und Auszüge seien bruchstückhaft und unvollständig. Aus der Zah-

lungsübersicht des Beklagten und seinen eigenen Erläuterungen hierzu gehe her-

vor, dass dieser die Geldbeträge der Klägerin nicht wie im Treuhandvertrag vorge-

sehen, getrennt von seinem übrigen Vermögen unter Bezeichnung mit „AC Vermö-

gen“ verwaltet habe, sondern zwischen seinen diversen Privatko