# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24209a7c-bcfe-5fec-91f7-c8c5cd337d15
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.01.2012 D-4925/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4925-2009_2012-01-04.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4925/2009/sed

U r t e i l   v om   4 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz),
Richterin Contessina Theis, 
Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Juli 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  muslimischer  Sri  Lanka­Maure  aus  dem 
Distrikt  B._______  (Zentralprovinz),  verliess  seinen  Heimatstaat  nach 
eigenen Angaben am 2. Mai  2009 und gelangte  auf  dem Luftweg nach 
Italien.  Von  dort  aus  reiste  er  am  5.  Mai  2009  mit  dem  Auto  in  die 
Schweiz  ein  und  stellte  noch  am  gleichen  Tag  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ ein Asylgesuch. Dort wurde er am 
7.  Mai  2009  summarisch  zu  seinen  Personalien,  zu  seinen 
Ausreisegründen  sowie  zu  seinem  Reiseweg  befragt.  Am  2.  Juni  2009 
führte das BFM mit dem Beschwerdeführer eine einlässliche Anhörung zu 
seinen Asylgründen durch.

B. 
Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer 
geltend, von 1999 bis 2001 für die   People's Alliance (PA) gearbeitet zu 
haben.  Er  habe  Geld  gespendet,  Plakate  geklebt  und  Essen  für  die 
Kundgebungen organisiert. Nachdem die PA  im Jahre 2001 die Wahlen 
verloren habe, sei sein Haus niedergebrannt worden. Deshalb sei er nach 
D._______  gegangen,  wo  er  seit  Dezember  2001  bei  einem  Cousin 
gelebt habe. Für den ihr entstandenen Schaden aufgrund der Zerstörung 
ihres  Hauses  habe  seine  Familie  beim  Staat  Schadenersatz  gefordert. 
Sie seien  jedoch nur  teilweise entschädigt worden. Deshalb habe er die 
Partei  in  der  Folge  nicht  mehr  unterstützt  und  bei  den  letzten  Wahlen 
2009 einen Kandidaten der United Nations Party (UNP) gewählt. Im Jahr 
2006 sei er  in sein Heimatdorf E._______  / F._______ zurückgegangen 
und habe das Tabakgeschäft seines Vaters übernommen. Dabei handle 
es  sich  um  einen  Familienbetrieb,  in  dem  auch  sein  Bruder  und  seine 
Cousins  tätig  seien.  Er  sei  regelmässig  zwischen  D._______  und 
F._______ gependelt, d.h. er sei jeweils ein oder zwei Tage in F._______ 
gewesen  und  dann  wieder  in  D._______.  Er  habe  im  Geschäft  zwei 
Bekannte  aus  G._______  angestellt,  die  zwei  Jahre  für  ihn  gearbeitet 
hätten.  In  E._______  werde  viel  Tabak  angepflanzt  und  es  lebten  dort 
viele  Leute  aus  Jaffna,  die  in  den  vielen  Tabakläden  arbeiteten.  Am  2. 
Februar 2008 sei  in H._______, einem Ort,  der etwa zehn Minuten von 
E._______ entfernt liege, in einem Bus eine Bombe explodiert. Etwa zehn 
Tage  vor  diesem  Vorfall  seien  seine  beiden  Arbeiter  in  die  Ferien 
gegangen. Sie hätten  ihre Verwandtschaft  in  I._______, D._______ und 
B._______ besuchen wollen und seien danach nicht mehr  ins Geschäft 
zurückgekommen. Aus Angst, Schwierigkeiten zu bekommen, habe er bei 

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der Polizei nicht gemeldet, dass die beiden Mitarbeiter tamilischer Ethnie 
nach  den  Ferien  nicht  zurückgekehrt  seien.  Am  20.  März  2009  sei  er 
nach D._______ gegangen. Am 27. März 2009  seien die CID  (Criminal 
Investigation Division) und die Polizei zu ihm nach Hause gegangen und 
hätten seinen Schwager befragt und ihn gesucht. Sie hätten gesagt, dass 
seine beiden Arbeiter die Bombe im Bus gelegt bzw. damit etwas zu tun 
gehabt  hätten.  Ihm  werde  vorgeworfen,  diese  Leute  untergebracht  und 
unterstützt zu haben. Deshalb sei er in Sri Lanka nicht mehr sicher; wenn 
er festgenommen würde, könnte er getötet werden. Am 28. März 2009 sei 
er  nach  J._______  gegangen  und  am  2. Mai  2009  habe  er  seinen 
Heimatstaat  verlassen.  Ausserdem  hätten  er  und  seine  ganze  Familie 
sich  geweigert,  der  PA  für  die Wahlen  2009 Geld  zu  spenden, weil  sie 
damals für das zerstörte Haus zu wenig entschädigt worden seien. Es sei 
möglich, dass er auch deshalb Schwierigkeiten bekommen würde.

C. 
Anlässlich  der  einlässlichen  Anhörung  durch  das  BFM  reichte  der 
Beschwerdeführer am 2.  Juni 2009 mehrere  fremdsprachige Unterlagen 
bezüglich  die  Zerstörung  des  Hauses  im  Jahr  2001  und  ein 
Befragungsprotokoll des Schwagers vom 27. März 2009 als Beweismittel 
zu den Akten. 

D. 
Mit  Verfügung  vom  2.  Juli  2009  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte sein 
Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 
und ordnete deren Vollzug an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung 
im Wesentlichen damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zum 
einen  Teil  nicht  asylrelevant  seien  und   zum  anderen  Teil  den 
Anforderungen  an  die  Glaubwürdigkeit  nicht  standhielten,  so  dass  ihre 
Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Den Vollzug der Wegweisung 
nach  Sri  Lanka  erachtete  die  Vorinstanz  für  zulässig,  zumutbar  und 
möglich.

E. 
Mit  Eingabe  vom  3.  August  2009  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen 
diesen  Entscheid  Beschwerde  und  beantragte,  die  angefochtene 
Verfügung  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihm  die  Flüchtlingseigenschaft 
zuzuerkennen  sowie  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  ihm  infolge 
Unzumutbarkeit  oder  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  eine 
vorläufige  Aufnahme  zu  erteilen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht 

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beantragte  er  zudem,  die  Vollzugsbehörden  seien  im  Sinne  einer 
vorsorglichen  Massnahme  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  dem 
Heimatstaat sowie jegliche Weitergabe von Daten an denselben bis zum 
Entscheid  über  die  Beschwerde  zu  sistieren;  vor  einer  allfälligen 
Ablehnung  der  Beschwerde  sei  eine  eventuell  bereits  erfolgte 
Datenweitergabe  offenzulegen  und  ihm  dazu  das  rechtliche  Gehör  im 
Hinblick auf subjektive Nachfluchtgründe zu gewähren. Weiter beantragte 
er,  seien  ihm  die  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  sowie  die  eines 
Kostenvorschusses zu erlassen. Zusammen mit der Beschwerde reichte 
der  Beschwerdeführer  eine  deutsche  Übersetzung  des 
Befragungsprotokolls vom 27. März 2009 zu den Akten.

F. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  11.  August  2009  bestätigte  der 
Instruktionsrichter  das  dem  Beschwerdeführer  von  Gesetzes  wegen 
zustehende Recht auf Aufenthalt  in der Schweiz bis zum Abschluss des 
Verfahrens. Gleichzeitig wies er den Antrag, die Vollzugsbehörden seien 
anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  seinem  Heimatstaat  sowie  jede 
Weitergabe  von  Daten  an  denselben  bis  zum  Entscheid  über  die 
Beschwerde  zu  sistieren  ab  und  wies  das  BFM  an,  dem 
Beschwerdeführer  eventuell  der  zuständigen  ausländischen  Behörde 
bereits weiter gegebene Personendaten offen zu legen. Die Gesuche um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses wurden gutgeheissen. 

G. 
Am 14. August 2009 liess sich das BFM schriftlich zur Beschwerde vom 
3. August 2009 vernehmen und beantragte deren Abweisung. Es erklärte, 
dass eine Weitergabe von Personendaten des Beschwerdeführers an die 
zuständige  ausländische  Behörde  bisher  nicht  erfolgt  sei.  Die 
Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 20. August 2009 zur 
Kenntnisnahme zugestellt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 

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gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

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3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
4.1. Der Beschwerdeführer  gab  im Wesentlichen  an,  er  habe  von  1999 
bis 2001 für die PA gearbeitet, indem er Geld gespendet, Plakate geklebt 
und Essen  für die Kundgebungen organisiert habe. Nachdem die PA  im 
Jahr  2001  die  Wahlen  verloren  habe,  sei  sein  Haus  niedergebrannt 
worden. Für den ihm und seiner Familie entstandenen Schaden seien sie 
nur teilweise entschädigt worden. Deshalb habe er die Partei in der Folge 
nicht  mehr  unterstützt,  sondern  bei  den  letzten  Wahlen  2009  einen 
Kandidaten  der  UNP  gewählt.  Seit  2006  kümmere  er  sich  um  das 
Tabakgeschäft  seines  Vaters,  einen  Familienbetrieb,  in  dem  auch  sein 
Bruder  und  seine  Cousins  tätig  seien. Weil  zwei  seiner Mitarbeiter,  die 
tamilischer Ethnie seien, verdächtigt würden, am 2. Februar 2008 einen 
Bombenanschlag  auf  einen  Bus  ausgeübt  zu  haben,  werde  er  nun 
gesucht.  Ihm  werde  vorgeworfen,  diese  Leute  untergebracht  und 
unterstützt zu haben.

4.2. 
4.2.1.  Das  BFM  ging  in  seiner  Verfügung  davon  aus,  dass  der 
Beschwerdeführer  im  Jahre  2001  tatsächlich  durch  einen  Brandfall 
materiellen  Schaden  erlitten  hat.  Es  hielt  fest,  dass  dieser  Vorfall  im 
Zeitpunkt  seiner  Ausreise  mehrere  Jahre  und  damit  zu  weit 
zurückgelegen  habe,  um  noch  als  Anlass  für  diese  angesehen  zu 
werden. Ausserdem ergäben  sich  keine  konkreten Anhaltspunkte  dafür, 
dass  dem  Beschwerdeführer  in  diesem  Zusammenhang  weitere 
Nachteile  erwachsen  wären.  Wie  den  eingereichten  Dokumenten 
entnommen  werden  könne,  sei  diese  Angelegenheit  gerichtlich 
untersucht  worden  und  der  Beschwerdeführer  sei  im  Jahre  2006 
entschädigt worden. Aus der Tatsache allein, dass diese Entschädigung 
nicht den Erwartungen oder dem tatsächlichen Verlust entsprochen habe, 
könne  der  Beschwerdeführer  für  seine  Person  keine  Asylrelevanz 
herleiten.

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4.2.2.  Das  BFM  erklärte  weiter,  dass  es  nicht  zum  vorneherein 
ausschliesse,  dass  der  Beschwerdeführer  respektive  sein  Geschäft 
Gegen­stand  von Ermittlungen  der  srilankischen Behörden  sei,  da  zwei 
ehemalige  Mitarbeiter  als  Attentäter  verdächtigt  würden.  Dass  dem 
Beschwerdeführer  jedoch  in diesem Zusammenhang bei einer Rückkehr 
nach Sri Lanka asylrelevante Nachteile drohen sollten, sei indessen nicht 
glaubhaft.  Seine  diesbezüglichen  Aussagen  seien  realitätsfremd  und 
unsubstanziiert  ausgefallen.  So  sei  nicht  nachvollziehbar,  weswegen 
allein der Beschwerdeführer verdächtigt werden solle, wo doch auch sein 
Bruder  und  alle  Cousins  väterlicherseits  in  den  Tabakhandel  involviert 
seien. Zudem hätten sich die Sicherheitskräfte kaum damit begnügt, sich 
lediglich  ein  Mal  nach  dem  Aufenthaltsort  des  Beschwerdeführers  zu 
erkundigen,  wenn  er  persönlich  tatsächlich  verdächtigt  worden wäre,  in 
ein  Bombenattentat  verwickelt  zu  sein.  Dazu  passe,  dass  der 
Beschwerdeführer  beispielsweise  nicht  geltend  mache,  dass  es  zu 
eingehenden Befragungen von Familienangehörigen oder Mitarbeitenden 
gekommen  sei.  Die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  –  insbesondere 
über  die  Ereignisse  unmittelbar  vor  seiner  Ausreise  –  seien  überdies 
äusserst  vage und unsubstanziiert geblieben. Seine Schilderungen über 
die  angebliche  Suche  nach  ihm  seien  sehr  allgemein  ausgefallen  und 
erschöpften sich  in wenigen,  kurzen,  stereotypen Sätzen. Seine einfach 
und allgemein gehaltenen Schilderungen liessen eine subjektiv geprägte 
Wahrnehmung  vermissen,  so  dass  seine Darlegungen  als  offensichtlich 
unglaubhaft  zu  taxieren  seien.  Seine  diesbezüglichen  Darlegungen 
entbehrten jeglicher Realitätsmerkmale, wie sie von einer Person erwartet 
werden dürften, welche selbst Erlebtes wiedergebe. Es handle sich dabei 
ausschliesslich  um  Informationen,  welche  ihm  durch  Drittpersonen 
zugetragen  worden  seien.  Befremdend  sei  in  diesem  Zusammenhang 
auch  die  Tatsache,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  bis 
zum  heutigen  Tag  nicht  um  die  Klärung  der  Sachlage  bemüht  und 
entsprechende Nachforschungen  getätigt,  bzw.  sich Gewissheit  darüber 
verschafft habe, was  ihm konkret zur Last gelegt werden solle. Es wäre 
ihm  nämlich  möglich  und  zumutbar  gewesen,  allenfalls  mit  Hilfe  eines 
Anwaltes seine Parteirechte wahrzunehmen und abzuklären, was genau 
gegen  ihn vorliege. Die  in diesem Bereich offensichtliche Unbeteiligtheit 
des  Beschwerdeführers  sei  aber  erfahrungsgemäss  mit  der  Situation 
einer  tatsächlich  gefährdeten  Person  nicht  in  Einklang  zu  bringen  und 
lasse  vermuten,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  nie  in  der  von  ihm 
geschilderten Lage befunden habe. 

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4.2.3. Das BFM hielt zusammenfassend fest, in Würdigung der gesamten 
Umstände  seiner  Asylbegründung  könne  dem  Beschwerdeführer  die 
geltend gemachte Verfolgungssituation nicht geglaubt werden. An dieser 
Einschätzung  vermöchten  auch  die  von  ihm  hinterlegten  Unterlagen 
nichts zu ändern, da sich diese auf Sachverhalte bezögen, die vom BFM 
nicht  grundsätzlich  bestritten  würden,  für  sich  alleine  aber  keine 
Asylrelevanz  zu  begründen  vermöchten.  Der  Vollständigkeit  halber  sei 
darauf  hinzuweisen,  dass  sich  aus  den  Akten  auch  keine  glaubhaft 
dargelegten  Anhaltspunkte  dafür  ergäben,  dass  dem  Beschwerdeführer 
aus der angeblichen Verweigerung, die PA zu unterstützen, asylrelevante 
Nachteile drohten. Es handle sich hierbei um eine nicht näher begründete 
Vermutung des Beschwerdeführers.

4.2.4.  Das  BFM  stellte  fest,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG 
nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse.

4.3. 
4.3.1. Auf Beschwerdeebene hält der Beschwerdeführer den Erwägungen 
der  Vorinstanz  entgegen,  bei  einer  allfälligen  Rückkehr  nach  Sri  Lanka 
würden  ihm  sehr  wohl  asylrelevante  Nachteile  drohen.  Entgegen  der 
Auffassung des BFM seien seine Vorbringen glaubhaft und asylrelevant. 
Unter  Hinweis  auf  die  entsprechenden  Stellen  in  den 
Anhörungsprotokollen  erklärt  er,  dass  für  eine  persönliche  Gefährdung 
seiner  Person  spreche,  dass  er  die  beiden  verdächtigten  Tamilen 
eingestellt habe, weshalb er dafür zu haften habe. Des Weiteren hätten 
die  Beamten  ausdrücklich  nach  ihm  gefragt  und  ihm  vorgeworfen,  die 
beiden  Tamilen  untergebracht  und  somit  beim  Anschlag  unterstützt  zu 
haben.  Dem  Polizeiprotokoll  zufolge  habe  der  Schwager  ausserdem 
ausgesagt,  die  beiden  hätten  zwei  Jahre  lang  unter  ihm  (dem 
Beschwerdeführer)  gearbeitet,  womit  der  persönliche  Bezug  zwischen 
dem  Beschwerdeführer  und  den  Attentätern  den  Beamten  von  dritter 
Seite her bestätigt worden sei. Die Befragung des Schwagers durch die 
Polizei zeige zudem, dass die Nachforschungen nach dem Verbleib des 
Beschwerdeführers  durchaus  ausführlich  gewesen  seien.  Auch  sei 
sowohl  dem  Bruder  als  auch  dem  Schwager  des  Beschwerdeführers 
gedroht  worden,  sie würden Schwierigkeiten  bekommen,  sollten  sie  ihn 
nicht  ausliefern.  Darin  zeige  sich,  das  es  den  Beamten  durchaus  ernst 
gewesen  sei  bei  ihren  Nachforschungen.  Das  Protokoll  untermauere 
seine  Aussagen,  jedoch  sei  dieses  vom  BFM  nicht  entsprechend 
gewürdigt worden. Darüber hinaus zeige sich die exponierte Stellung des 

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Beschwerdeführers  auch  darin,  dass  er  persönlich  mit  den  Parteien  in 
direktem Kontakt gestanden habe. Dadurch sei er weiter in den Fokus der 
Parteien  und  Behörden  gerückt.  Somit  sei  festzustellen,  dass  die 
Behörden  eine  Verbindung  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  den 
tamilischen  Attentätern  vermuten  würden  und  diesbezüglich  auch 
ernsthafte Nachforschungen angestellt hätten.

4.3.2.  Den  Erwägungen  der  Vorinstanz,  seine  Angaben  zu  den 
Ereignissen  unmittelbar  vor  der  Flucht,  also  zur Suche  nach  ihm,  seien 
unsubstanziiert  und  deshalb  als  unglaubhaft  zu  taxieren,  hält  der 
Beschwerdeführer  entgegen,  er  habe  sich  zum  Zeitpunkt  des  Besuchs 
der  Beamten  nicht  im  Haus  seiner  Familie  in  F._______  sondern  in 
D._______ aufgehalten. Wäre er  in F._______ gewesen,  hätte man  ihn 
sogleich  verhaftet.  Er  kenne  die  genauen  Umstände  des 
Beamtenbesuches somit nur vom Bericht seines Schwagers, weshalb er 
auch keine genaueren Angaben dazu machen könne. Nachdem ihm der 
Schwager  von  den  Geschehnissen  erzählt  habe,  habe  er  sich  bis  zu 
seiner  Ausreise  in  J._______  versteckt.  Aus  begründeter  Furcht,  sich 
oder  seine  Familie  in  Gefahr  zu  bringen,  habe  er  auf  weitere 
Nachforschungen  bei  der  Polizei  verzichtet.  Dass  die  Beamten  zudem 
weder einen Haftbefehl noch eine Vorladung vorgewiesen hätten, sei laut 
Bericht des UK Home Office  zu Sri  Lanka von 2008 aufgrund der 2005 
wieder  eingesetzten  Notstandsverordnung  nicht  ungewöhnlich.  Deshalb 
sei es ihm nicht möglich, einen Nachweis seiner Verfolgung und der ihm 
drohenden  Verhaftung  zu  erbringen.  Unter  den  gegebenen  Umständen 
müssten die Aussagen des Beschwerdeführers deshalb als ausreichend 
substanziiert angesehen werden, um das Kriterium der Glaubhaftigkeit zu 
erfüllen,  weshalb  eine  Prüfung  der  Asylrelevanz  der  Vorbringen 
vorgenommen  werden  müsse.  Darüber  hinaus  sei  er  durch  seinen 
politischen  Meinungswechsel  anlässlich  der  Provinzwahlen  zu  Beginn 
des  Jahres 2009 weiter  ins Blickfeld  der Machthaber  gerückt  und  seine 
Handlung  könne  von  diesen  durchaus  als  regierungskritische  Aktivität 
eingestuft  werden.  Seine  Weigerung,  die  PA  weiterhin  mit 
Spendengeldern  zu  unterstützen  und  diese  stattdessen  einem 
Kandidaten der Oppositionspartei zur Verfügung zu stellen, dürfte bei den 
Behörden  deshalb  nicht  nur  auf  Gutheissung  gestossen  sein  und 
aufgrund  des  in  Sri  Lanka  eingesetzten  Notstandsrechts  die 
Verdachtsmomente gegen ihn verstärkt haben. 

4.3.3.  Schliesslich  forderte  der  Beschwerdeführer  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe,  müsse  aufgrund  der  Glaubhaftigkeit  seiner 

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Vorbringen  deren  Asylrelevanz  geprüft  werden.  Dazu  erklärte  er, 
aufgrund  der  Notstandsverordnungen  von  2009  würden  bereits  kleinste 
Verdachtsmomente  ausreichen,  damit  die  Sicherheitskräfte  willkürliche 
Verhaftungen  vornehmen  könnten.  Nicht  nur  Mitglieder  der  Liberation 
Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  sondern  auch  als  Sympathisanten 
verdächtige Nicht­Tamilen müssten dabei mit einer Festnahme rechnen, 
wie der bereits erwähnte Bericht des UK Home Office bestätige. Solche 
Verhaftungen seien deshalb speziell kritisch, weil den Festgenommenen 
oftmals  der  Rechtsweg  verschlossen  bleibe  und  sie  mit  schlimmsten 
Konsequenzen  bis  zum  sogenannten  "Verschwindenlassen"  zu  rechnen 
hätten.  Der  Beschwerdeführer  sei  diesbezüglich  besonders  gefährdet, 
weil  er  auch  vom CID  gesucht  werde,  welches  in  vielen  Fällen  für  das 
Verschwindenlassen  von  Personen  verantwortlich  gemacht  werde. 
Obwohl  der  Bürgerkrieg  im  Mai  2009  mit  dem  Sieg  der 
Regierungstruppen  (vorerst)  für  als  offiziell  beendet  erklärt  worden  sei, 
blieben  die  Notstandsverordnungen,  welche  den  Sicherheitskräften  die 
oben  genannten  Freiheiten  erlaubten  und  aufgrund  derer  sich  der 
Beschwerdeführer  in einer stark gefährdeten Situation befinde, weiter  in 
Kraft gesetzt. 

4.4. 
4.4.1. Das Bundesverwaltungsgericht geht mit der Vorinstanz einig, dass 
der  Beschwerdeführer  durch  die  Zerstörung  seines  Hauses  vor  zehn 
Jahren und der dafür seiner Meinung nach zu tiefen Entschädigung keine 
Asylrelevanz herleiten kann. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 
auf  die  diesbezüglichen  Erwägungen  in  der  vorinstanzlichen  Verfügung 
verwiesen werden. 

4.4.2.  Im  Weiteren  erachtet  es  auch  das  Bundesverwaltungsgericht 
durchaus  als  möglich,  dass  die  srilankischen  Behörden  im 
Zusammenhang  mit  dem  Bombenanschlag  vom  2.  Februar  2008  das 
Tabakgeschäft  des  Beschwerdeführers  in  ihre  Ermittlungen  einbezogen 
und  dessen  Mitarbeiter  dazu  befragten.  Grundsätzlich  stellen  solche 
staatlichen  Untersuchungsmassnahmen  im  Zusammenhang  mit  einem 
Verbrechen  keine  Verfolgungshandlung  dar  sondern  dienen  der 
Aufklärung desselben und somit rechtsstaatlich legitimen Zwecken.

4.4.3.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  ihm  würden  im 
Zusammenhang  mit  diesen  Untersuchungsmassnahmen  bei  einer 
Rückkehr asylrelevante Nachteile drohen, ist indessen – wie vom BFM zu 
Recht  dargelegt  –  nicht  glaubhaft.  Die  vom  BFM  in  der  angefochtenen 

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Verfügung  aufgelisteten  Unglaubhaftigkeitselemente  werden  auch  als 
überzeu­gend  erachtet.  So  sind  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
bezüglich seiner beiden tamilischen Mitarbeiter und ihrer möglichen Rolle 
beim Attentat vom 2. Februar 2008 sowie die angebliche Vermutung der 
Behörden,  er  sei  in  diesen  Vorfall  ebenfalls  verwickelt,  sehr  vage 
gehalten. Zudem erscheint es – wie die Vorinstanz zu Recht ausführte – 
unverständlich, weshalb der Beschwerdeführer allein verdächtigt werden 
soll,  etwas  mit  dem  Anschlag  zu  tun  zu  haben,  nachdem  auch  sein 
Bruder und alle seine Cousins väterlicherseits im Tabakgeschäft arbeiten 
würden. Seine Erklärung, dies sei so, weil er derjenige gewesen sei, der 
die  beiden  verdächtigten  Mitarbeiter  eingestellt  habe,  erscheint  nicht 
überzeugend.  Merkwürdig  erscheint  ausserdem,  dass  die  Ermittler  erst 
über ein Jahr nach dem Bombenanschlag  in seinem Geschäft gewesen 
und  ihn  gesucht  haben  sollen.  Es  erscheint  realitätsfremd,  dass  sie – 
hätten  sie  ihn  tatsächlich  verdächtigt,  in  einen  Bombenanschlag 
verwickelt  zu  sein  –  nur  einmal  nach  ihm  gefragt  bzw.  gesucht  haben 
sollen.  Aus  diesen  Gründen  liegt  die  Vermutung  nahe,  die  Behörden 
hätten  ihn – wenn überhaupt –  lediglich zum Zweck der Aufklärung des 
Attentats  befragen  wollen.  Seine  Vermutung,  sie  wollten  ihm  etwas 
vorwerfen,  kann  er  auch  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  nicht 
belegen.  Wie  das  BFM  zu  Recht  ausführte,  erscheint  es  zudem 
befremdend,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  bis  heute  nicht  darum 
bemüht hat, herauszufinden, was ihm konkret zur Last gelegt werden soll.

4.4.4. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, möglicherweise Probleme 
zu  bekommen,  weil  er  nun  eine  andere  Partei  als  die  PA  unterstütze, 
stellt lediglich eine von ihm nicht näher begründete Vermutung dar. Dass 
er  in der Partei eine exponierte Stellung  inne gehabt habe,  ist ebenfalls 
eine reine Behauptung, die der Beschwerdeführer nicht belegen konnte.

4.4.5.  Bereits  während  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  reichte  der 
Beschwerdeführer  als  Beweismittel  für  seine  Vorbringen  unter  anderem 
ein Befragungsprotokoll der Polizei bzw. der CID vom 27. März 2009 mit 
seinem Schwager zu den Akten. Zusammen mit seiner Beschwerde vom 
3. August 2009 reichte der Beschwerdeführer eine deutsche Übersetzung 
dieses Protokolls ein. Daraus ist jedoch nicht ersichtlich, ob und was dem 
Beschwerdeführer  persönlich  vorgeworfen  werden  soll  oder  ob  er 
lediglich  bezüglich  seiner  Mitarbeiter  befragt  werden  sollte.  Darüber 
hinaus bestehen Zweifel an der Echtheit des Dokumentes, da dieses  im 
Original  eingereicht  wurde  ohne  Erklärung,  wie  der  Beschwerdeführer 
bzw. sein Schwager zu diesem gekommen ist. Üblicherweise bleiben die 

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Originale  von  Befragungsprotokollen  etc.  jedoch  bei  den  Akten  der 
Behörden.  Somit  vermag  dieses  Dokument  eine  mögliche  Gefährdung 
des Beschwerdeführers im Heimatstaat nicht zu belegen.

4.4.6.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  es  dem 
Beschwerdeführer auch auf Beschwerdeebene nicht gelungen ist, die von 
ihm  geltend  gemachte  Verfolgung  durch  die  srilankischen  Behörden 
glaubhaft  zu  machen.  Die  Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt.

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 S. 733).

6. 
6.1. 
6.1.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

6.1.2. Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

6.2. 

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6.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

6.2.2. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

6.2.3. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.2.4. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerde­
führers nach Sri Lanka  ist demnach unter dem Aspekt  von Art. 5 AsylG 
rechtmässig.

6.2.5.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 
den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 

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vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit 
weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri 
Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise 
nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

6.3.  
6.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

6.3.2. Das Bundesverwaltungsgericht  nahm  im publizierten Urteil  BVGE 
2008/2  vom  14.  Februar  2008  zur  Frage  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  abgewiesener  Asylsuchender  tamilischer  Ethnie 
eine Lageanalyse vor. Gemäss der diesbezüglich festgelegten Praxis galt 
der Vollzug der Wegweisung in die Nordprovinz und in die Ostprovinz als 
unzumutbar  (a.a.O.  E.  6).  Eine  innerstaatliche  Aufenthaltsalternative  im 
Süden des Landes  konnte  für  srilankische Staatsangehörige  tamilischer 
Ethnie  indes  als  zumutbar  erachtet  werden,  wenn  besonders 
begünstigende Faktoren – wie ein  tragfähiges Beziehungsnetz und eine 
konkrete Unterkunftsmöglichkeit  –  vorlagen, wobei mitzuberücksichtigen 
war,  dass  je  kürzer  die  vorangegangene  Aufenthaltsdauer  in  Colombo 
und je länger der Auslandaufenthalt was, desto höhere Anforderungen an 
das  Vorliegen  der  obgenannten  Kriterien  galten  (a.a.O.  E.  7.6.1  und 
E.7.6.2). Wie  in diesem Urteil  festgehalten, waren die Muslime  (die sich 
selbst  als  eigenständige   Ethnie  definieren)  von  den 
Auseinandersetzungen  im  Norden  und  Osten  der  Insel  nicht  weniger 
stark betroffen als die tamilische Bevölkerung.

6.3.3.  Mit  dem  zur  Publikation  vorgesehenen  Grundsatzurteil 
E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  aktualisierte  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  letztmals  mit  erwähntem  BVGE  2008/2 
definierte Lageanalyse Sri Lankas und passte die Wegweisungspraxis an. 
Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs hält das Gericht  fest, dass dieser 
in das gesamte Gebiet der Ostprovinz grundsätzlich zumutbar ist (a.a. O. 
E.  13.1).   Auch  der  Wegweisungsvollzug  in  die  Nordprovinz  –  mit 
Ausnahme  des  Vanni­Gebiets  –  ist  grundsätzlich  zumutbar,  wobei  sich 

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eine  zurückhaltende Beurteilung  der  individuellen  Zumutbarkeitskriterien 
sowie eine Berücksichtigung des  zeitlichen Elementes aufdrängt  (a.a.O. 
E.  13.2.1).  Weiterhin  als  unzumutbar  muss  der  Wegweisungsvollzug, 
übereinstimmend mit dem BFM, für das Vanni­Gebiet gelten, welches zu 
Beginn  des  Jahres  2008  noch  von  den  LTTE  kontrolliert  wurde  und  in 
welchem sich  in der Folge bis zum endgültigen Sieg über die LTTE die 
Kriegshandlungen abgespielt haben (a.a.O. E. 13.2.2). Für Personen, die 
aus  dem  übrigen  Staatsgebiet  von  Sri  Lanka  (d.h.  die  Provinzen  North 
Central,  North  Western,  Central,  Western  [namentlich  der  Grossraum 
Colombo], Southern, Sabarugamuwa und die Uva­Provinz) stammen und 
dorthin  zurückkehren,  ist  der  Wegweisungsvollzug  grundsätzlich 
zumutbar (a.a.O. E.13.3).

6.3.4.  Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  dem  Ort  E._______  / 
F._______ im Distrikt B._______ (Zentralprovinz). Eine Rückkehr dorthin 
ist sowohl nach bisheriger Rechtsprechung (vgl. E. 6.3.2) als auch nach 
neuer Rechtsprechung  unverändert  als  zumutbar  zu  betrachten  (vgl.  E. 
6.3.3). Nachdem das Haus seiner Familie nach den Wahlen 2001 zerstört 
wurde,  zog  der  Beschwerdeführer  zu  einem  Cousin  nach  D._______. 
2006  übernahm  er  das  Tabakgeschäft  seines  Vaters  in  F._______  und 
zog wieder  in seinen Heimatort. Beim Beschwerdeführer handelt es sich 
um  einen  jungen,  gesunden  Mann,  der  über  mehrere  Jahre 
Berufserfahrung  im  Tabakhandel  verfügt  und  neben  singhalesisch  auch 
tamilisch  spricht.  Zudem  leben  seine  Mutter  im  Haus  des 
Beschwerdeführers  in  E._______  und  auch  mehrere  Geschwister  in 
B._______ (A 1/8 S. 3, A8/16, S. 6). Der Beschwerdeführer besitzt ausser 
dem Tabakladen  noch  einen Kokoshain  und  ein Reisfeld  (A8/16,  S.  5). 
Daher  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  über  ein 
tragfähiges  Beziehungsnetz  und  die  notwendigen  Voraussetzungen 
verfügt,  die  ihm  eine  soziale  und  berufliche  Wiedereingliederung  in 
seinem  Heimatstaat  und  die  damit  einhergehende  Existenzsicherung 
ermöglichen. 

6.3.5.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung 
demnach auch als zumutbar.

6.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 

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der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

6.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8. 
Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens wären  dem Beschwerdeführer  die 
Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1  VwVG).  Da  ihm  mit 
Zwischenverfügung  vom  11.  August  2009  jedoch  die  unentgeltliche 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und aufgrund 
der vorliegenden Aktenlage von einer aktuellen Bedürftigkeit auszugehen 
ist, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Corinne Krüger

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