# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60b0034a-710e-5831-b164-56cd50786e64
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-31
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 31.08.2023 720 23 2 / 189 (720 2023 2 / 189)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-2---189_2023-08-31.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 31. August 2023 (720 23 2 / 189) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Rückwirkende Zusprache einer Invalidenrente: Vorliegend sind bei der Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit keine Gründe ersichtlich, die für ein Absehen von der «Karenzfrist» ge-
mäss Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV sprechen.  
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Natalie Matiaska, Advo-
katin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1974 geborene A.____ arbeitete vom 1. November 2016 bis 1. November 2020 bei 
der B.____ GmbH in C.____ als kaufmännische Sachbearbeiterin / Chefsekretärin. Am 8. Feb-
ruar 2020 meldete sie sich unter Hinweis auf ein Gewaltdelikt mit schwerer Körperverletzung und 
einem Trauma bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die 
zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen, er-
werblichen und haushalterischen Verhältnisse ab. Mit Verfügung vom 25. November 2022 sprach 

 

 
 
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die IV-Stelle A.____ gestützt auf einen nach der allgemeinen Methode des Einkommensver-
gleichs ermittelten Invaliditätsgrad von 100% (vom 26. Juni 2019 bis 25. November 2020) bzw. 
75% (vom 26. November 2020 bis 31. Dezember 2021) für die Zeit vom 1. August 2020 bis 
31. Dezember 2021 eine befristete ganze Rente der Invalidenversicherung zu. Für die Zeit ab 
1. Januar 2022 betrage der IV-Grad 39%, weshalb kein Anspruch auf eine Rente bestehe.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Natalie Matiaska, am 
30. Dezember 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung dahingehend abzuändern, als 
dass ihr ab 1. August 2020 eine ganze Invalidenrente und ab 1. April 2022 eine Rente basierend 
auf einem Invaliditätsgrad von 43% zuzusprechen sei; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung 
führte sie im Wesentlichen aus, dass das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Valideneinkom-
men unterdurchschnittlich sei, weshalb eine Parallelisierung vorzunehmen sei. Damit resultiere 
ab 1. Januar 2022 ein Invaliditätsgrad von 43%. Überdies sei die Verbesserung der Erwerbsfä-
higkeit erst nach einer Karenzfrist von drei Monaten – somit per 1. April 2022 – zu berücksichti-
gen, da die 50%ige Arbeitsfähigkeit ab 1. Januar 2022 durch die behandelnde Psychiaterin bloss 
im Sinne eines Arbeitsversuchs attestiert worden sei und über der gutachterlich festgestellten 
Arbeitsfähigkeit von 30% liege.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 30. Januar 2023 die 
teilweise Gutheissung der Beschwerde. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Paralleli-
sierung des Valideneinkommens seien nachvollziehbar. Dabei sei ein anderer Zentralwert zur 
Ermittlung heranzuziehen, wodurch ein Invaliditätsgrad von 42% ab 1. Januar 2022 resultiere. 
Indessen sei die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit aufgrund des stabilen Arbeitsverhältnisses, 
welches über ein Jahr angedauert habe und nicht aus krankheitsbedingten Gründen beendet 
worden sei, ab dem Datum der Arbeitsaufnahme am 1. Januar 2022 zu berücksichtigen.  
 
D. In ihrer Stellungnahme vom 6. März 2023 erhob die Beschwerdeführerin gegen die von 
der Beschwerdegegnerin vorgenommene Parallelisierung keine Einwände, hielt jedoch an ihren 
Ausführungen betreffend die zeitliche Anpassung der Rente aufgrund der Aufnahme einer Er-
werbstätigkeit fest.  
 
E. Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits mit Stellungnahme vom 3. April 2023 an ihrem 
Standpunkt und ihren Ausführungen fest.  
 
F. Mit Verfügung vom 4. April 2023 wurde der vorliegende Fall dem Präsidium zur Beurtei-
lung überwiesen.  
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-

 

 
 
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gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 30. Dezember 2022 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung die teilweise Gutheissung 
der Beschwerde. Sie anerkannte die Vorbringen der Beschwerdeführerin zur vorzunehmenden 
Parallelisierung der Einkommen und bejahte damit ihren grundsätzlichen Anspruch auf eine Vier-
telsrente. Unter den Parteien umstritten ist damit im aktuellen Verfahrensstadium lediglich noch 
die Frage, auf welchen Zeitpunkt die Anpassung der ganzen Rente auf eine Viertelsrente statt-
zufinden hat. Während die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, dass die Reduktion per 1. Ja-
nuar 2022 Gültigkeit habe, konstatiert die Beschwerdeführerin, dass die Anpassung der Rente 
auf den 1. April 2022 vorzunehmen sei und sie bis zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine ganze 
Rente habe. Zwar wird mit der rückwirkenden Zusprechung einer befristeten Invalidenrente ein 
einziges Rechtsverhältnis im anfechtungs- und streitgegenständlichen Sinne geregelt und die 
richterliche Überprüfungsbefugnis wird bei der blossen Anfechtung der Leistungsbefristung oder 
einzelner Bezugszeiten nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Bezugs-
zeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben (BGE 125 V 413). Dennoch ist vorliegend auf-
grund der (teilweise) übereinstimmenden Parteianträge davon auszugehen, dass sich der Streit-
gegenstand im vorliegenden Verfahren auf die Frage beschränkt, ob und in welchem Umfang die 
Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis 1. April 2022 Anspruch auf eine Rente 
der Invalidenversicherung hat. Dies umso mehr, als sich weder aus den Akten noch aus den 
Parteivorbringen Anhaltspunkte ergeben, wonach sich die für die Zeiträume vom 1. August 2020 
bis 31. Dezember 2021 und ab 1. April 2022 erfolgten Rentenzusprachen als unzutreffend erwei-
sen könnten.  
 
1.3 Beim Vorliegen übereinstimmender Parteianträge entscheidet die präsidierende Person 
des Kantonsgericht durch Präsidialentscheid (§ 1 Abs. 1 lit. c VPO). Gemäss § 55 Abs. 1 VPO 
entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsge-
richts ausserdem Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.--. Streitig und zu prüfen 
ist nach dem soeben unter Erwägung 1.2 Ausgeführten der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin während drei Monaten vom 1. Januar 2022 bis 1. April 2022. Da die Streitwertgrenze von 
Fr. 20'000.-- bei einer monatlichen Rente in der Höhe von knapp Fr. 3'000.-- in keinem Fall er-
reicht wird, ist der vorliegende Fall präsidial zu entscheiden.  
 
1.4 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die vor dem 1. 
Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der 

 

 
 
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bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und Rente 
in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Erfolgt eine abgestufte 
bzw. befristete erstmalige Rentenzusprache, ist danach zu unterscheiden, wann die massge-
bende Änderung der Verhältnisse eingetreten ist. Liegt die massgebende Änderung – wie vorlie-
gend – nach dem 31. Dezember 2021, sind für den Rentenanspruch nach dieser Zeit die Bestim-
mungen des IVG und diejenigen der IVV sowie des ATSG in der ab 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung anwendbar (KSIR Rz. 9102). Anzumerken ist, dass der Rentenanspruch auch nach dem 
neuen Recht insbesondere einen Invaliditätsgrad von mindestens 40% voraussetzt (vgl. Art. 28 
Abs. 1 lit. c und Art. 28b IVG). 
 
2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län-
gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invaliden-
versicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter 
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende 
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge-
meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens der 
Erwerbsunfähigkeit sind nach dem mit der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.2 Nach Art. 28b IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer 
ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50-69% entspricht der prozentuale Anteil 
dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei einem Invaliditätsgrad ab 70% besteht Anspruch auf eine ganze 
Rente (Abs. 3). Bei einem IV-Grad unter 50% gelten unter anderem die folgenden prozentualen 
Anteile einer ganzen Rente: ein Invaliditätsgrad von 43% entspricht einem Anteil von 32.5% einer 
ganzen Rente; ein Invaliditätsgrad von 42% entspricht einem Anteil von 30% einer ganzen Rente 
(Abs. 4). 
 
2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie-
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens-
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein-
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus 
der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 
 

 

 
 
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2.4 Gemäss früherer Rechtsprechung wurde dem Umstand, dass eine versicherte Person 
aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, 
mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen Saisonnierstatus) 
ein deutlich unterdurchschnittliches Valideneinkommen bezogen hat, bei der Invaliditätsbemes-
sung nach Art. 16 ATSG Rechnung getragen, indem entweder auf Seiten des Valideneinkom-
mens eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohnes (oder durch Abstellen auf 
statistische Werte) oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren Verdienstes eine ent-
sprechende Herabsetzung des statistischen Wertes vorgenommen wurde. Seit 1. Januar 2022 
ist diese Rechtsprechung überholt und die Parallelisierung ist in Art. 26 Abs. 2 IVV auf Verord-
nungsstufe geregelt: Liegt das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen fünf Prozent oder mehr 
unterhalb des branchenüblichen Zentralwertes der LSE nach Art. 25 Abs. 3 IVV, so entspricht 
das Einkommen ohne Invalidität 95% dieses Zentralwertes. Nach revidierter Rechtslage soll die 
Parallelisierung automatisch erfolgen, wenn das vor Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich 
erzielte Erwerbseinkommen fünf Prozent oder mehr unter dem branchenüblichen Zentralwert ge-
mäss LSE liegt. Dabei ist nicht (mehr) massgeblich, ob sich die versicherte Person nicht allenfalls 
mit einem derart bescheidenen Einkommen begnügt hätte (vgl. Erläuternder Bericht des BSV 
vom 3. November 2021 zu den Ausführungsbestimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes 
über die Invalidenversicherung [Weiterentwicklung der IV], S. 49 f.) 
 
3. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes durch die Beschwerdegegnerin in den vor-
liegend strittigen Zeiträumen wird von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht beanstandet. 
In den Akten finden sich keine Anhaltspunkte, die für eine abweichende Beurteilung oder die 
Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit sprächen. Es ist folglich vor-
liegend darauf abzustellen. Ferner besteht unter den Parteien Einigkeit, dass das von der Be-
schwerdeführerin nach Aufnahme der Erwerbstätigkeit erzielte Valideneinkommen im Vergleich 
zum branchenüblichen Zentralwert (LSE 2020, Tabelle T17, allgemeine Büro- und Sekretariats-
kräfte, Spalte Frauen, Total) unterdurchschnittlich gewesen ist und deshalb im Rahmen des Ein-
kommensvergleichs eine Parallelisierung gemäss Art. 26 Abs. 2 IVV vorzunehmen ist. Bei dem 
so vorzunehmenden Einkommensvergleich resultiert unbestrittenermassen für die Zeit nach der 
Erwerbsaufnahme ein Invaliditätsgrad von 42%. Dieses Vorgehen erweist sich als korrekt und es 
ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nach Aufnahme der Erwerbstätigkeit Anspruch auf 
einen 30%igen Anteil einer ganzen Rente (Art. 28b Abs. 4 IVG) hat. 
 
4. Strittig und zu prüfen bleibt damit einzig, auf welchen Zeitpunkt die Anpassung der Inva-
lidenrente zu erfolgen hat.  
 
4.1 Nach der Rechtsprechung ist bei rückwirkender Zusprache einer abgestuften oder be-
fristeten Invalidenrente nebst der Revisionsbestimmung des Art. 17 Abs. 1 ATSG die Regelung 
in Art. 88a Abs. 1 IVV über die Änderung des Leistungsanspruchs bei einer Verbesserung der 
Erwerbsfähigkeit analog anzuwenden, wenn noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine 
anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist. Nach Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV ist nament-
lich eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung 
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraus-
sichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne 

 

 
 
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wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern 
wird (Satz 2). Im Regelfall ist für die Zukunft (pro futuro) abzuklären, ob eine Verbesserung der 
Erwerbsfähigkeit voraussichtlich längere Zeit Bestand haben wird (Urteile des Bundesgerichts 
vom 15. September 2020, 8C_285/2020, E. 5.1 und vom 30. April 2019, 8C_36/2019, E. 5 mit 
Hinweis). 
 
4.2 Das Bundesgericht wendet in der Regel den zweiten Satz dieser Vorschrift an und ge-
währt oder bestätigt die bisherige höhere Rente drei Monate über die Veränderung des Gesund-
heitszustandes hinaus (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2019, 8C_36/2019, E. 5 mit zahl-
reichen Hinweisen auf die Rechtsprechung). Auf die Einräumung einer Wartedauer bis zur Auf-
hebung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur in Ausnahmefällen zu verzichten. 
Die "sofortige" Aufhebung rechtfertigt sich etwa, weil eine Verbesserung bereits seit geraumer 
Zeit anzunehmen, der Zeitpunkt dieser Änderung der Arbeitsfähigkeit aber nirgends dokumentiert 
war (Urteil 9C_603/2010 vom 6. Oktober 2011 E. 4.2), oder weil sich der Verlauf der Arbeitsfä-
higkeit nicht annähernd genau bestimmen und erst gestützt auf das Gutachten verbindlich und 
abweichend von der echtzeitlichen Aktenlage einschätzen liess (Urteile des Bundesgerichts vom 
15. September 2020, 8C_285/2020, E. 5.1 und vom 30. April 2019, 8C_36/2019, E. 5 mit Hin-
weis). 
 
4.3 Grund für die vorliegende Rentenanpassung ist die Aufnahme einer 50%igen Erwerbs-
tätigkeit durch die Beschwerdeführerin per 1. Januar 2022 bei der Stiftung D.____. Die Beschwer-
degegnerin bringt vor, dass bei dieser Anstellung stabile Verhältnisse vorgelegen hätten, weshalb 
bereits im Zeitpunkt des Stellenantritts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe angenommen 
werden können, dass die Verbesserung voraussichtlich längere Zeit dauern werde. Dafür spreche 
auch, dass die Beschwerdeführerin die Stelle während über einem Jahr innehatte und die Kündi-
gung nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt wer-
den. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht ausführt, war das angetretene 50%ige Pensum höher 
als die gutachterlich am 27. Dezember 2021 aus psychiatrischen Gründen attestierte Arbeitsfä-
higkeit von maximal 25 bis 30% (polydisziplinäres Gutachten der asim vom 27. Dezember 2021, 
IV-Dok. Nr. 96, S. 6 f.). Die behandelnden Psychiater stellten ferner mit Zeugnis vom 17. Dezem-
ber 2021 ausdrücklich fest, dass die Aufnahme der Erwerbstätigkeit ab Januar 2022 im Rahmen 
eines Arbeitsversuchs im Pensum von 50% stattfinde, und attestierten weiterhin eine Arbeitsun-
fähigkeit von 80%. Festzuhalten ist überdies, dass es sich bei der angetretenen Stelle nicht um 
eine Tätigkeit in einem geschützten Rahmen handelte. Entgegen der Auffassung der Beschwer-
degegnerin konnte somit zum Zeitpunkt der Aufnahme der Erwerbstätigkeit weder aus gesund-
heitlicher noch aus arbeitsspezifischer Sicht von einer stabilen Situation ausgegangen werden. 
Die Dauerhaftigkeit der Verbesserung war nicht voraussehbar. Ebenso wenig liegt einer der Aus-
nahmetatbestände, wie sie vom Bundesgericht beispielhaft angeführt werden (vgl. E. 4.2 hiervor), 
vor. Dass die Beschwerdeführerin anschliessend in der Lage war, das angetretene Pensum wäh-
rend längerer Zeit aufrecht zu erhalten, ändert daran nichts, zumal die mögliche Verbesserung 
der Erwerbstätigkeit pro futuro zu beurteilen ist.  
 

 

 
 
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4.4 Nach dem Ausgeführten sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche ein Absehen von der 
Wartedauer rechtfertigen würden. Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass die Beschwer-
deführerin in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV vom 1. August 2020 bis 31. März 2022 
Anspruch auf eine ganze Rente und – aufgrund der vorzunehmenden Parallelisierung gemäss 
Art. 26 Abs. 2 IVV – ab 1. April 2022 Anspruch auf eine Rente in der Höhe eines 30%igen Anteils 
einer ganzen Rente hat. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen.  
 

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Präsidialentscheiden wie dem vorliegen-
den, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, werden die Verfahrens-
kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens praxisgemäss auf Fr. 400.-- 
festgesetzt. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden 
Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterlie-
gende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist 
der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückzuerstatten.  
 
5.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 5. April 2023 für das vorliegende Verfahren einen 
Zeitaufwand von 12 Stunden und 25 Minuten sowie Auslagen von Fr. 32.90 geltend gemacht. 
Dieser Aufwand ist in Anbetracht des zweifachen Schriftenwechsels sowie der sich stellenden 
Rechtsfragen nicht zu beanstanden und ist zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisge-
mäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Be-
schwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'379.50 (12.42 Stun-
den à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 32.90 zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und es wird festgestellt, dass die Be-
schwerdeführerin vom 1. August 2020 bis 31. März 2022 Anspruch auf 
eine ganze und ab 1. April 2022 Anspruch auf einen 30%igen Anteil einer 
ganzen Rente hat.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe 
von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3'379.50 (inklusive Auslagen und 7,7% 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

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