# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd72acbc-b234-50b3-abf6-c29581238c30
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2021 E-5076/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5076-2018_2021-09-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5076/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter David R. Wenger (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, 

Richterin Constance Leisinger, 

Gerichtsschreiber Matthias Neumann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Christian Wyss, Advokaturbüro,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 7. August 2018 / N (…). 

 

 

 

E-5076/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 5. September 2017 in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 8. September 2017 fand die Personalienaufnahme statt und 

am 18. September 2017 führte das SEM mit ihm das Dublin-Gespräch 

durch. Am 18. Januar 2018 fand die erste Anhörung und am 2. Mai 2018 

die ergänzende Anhörung statt.  

Hierbei machte er im Wesentlichen geltend, er sei ethnischer Tamile und in 

B._______, Distrikt C._______, geboren, wo er mit sieben Geschwistern 

aufgewachsen und die Schule bis zur elften Klasse besucht habe. Im Juni 

2007 habe er seine heutige Frau geheiratet. Die LTTE (Liberation Tigers of 

Tamil Eelam) habe zu dieser Zeit Zwangsrekrutierungen durchgeführt und 

er habe durch die Heirat mit seiner Frau einer Zwangsrekrutierung entkom-

men wollen. Nach kurzer Zeit hätten die LTTE sie aber entdeckt und ihn 

und seine Frau mitgenommen. Ihn habe man nach zwei Tagen wieder frei-

gelassen, da er gegenüber den LTTE glaubhaft habe darlegen können, 

dass er an einer (…) leide und bereits sein älterer Bruder für diese tätig sei. 

Seine Frau habe er danach aber nicht mehr gesehen und habe auch keine 

Kenntnis über ihren Aufenthaltsort und Zustand gehabt. Am Ende des Bür-

gerkriegs, im Mai 2009, sei er von Regierungssoldaten angeschossen und 

festgenommen worden. Er habe sich in einem Rehabilitationscamp für ehe-

malige LTTE-Mitglieder registrieren lassen müssen. Im Oktober 2011 sei er 

als Rehabilitierter – mit der Auflage, das Land nicht zu verlassen – freige-

lassen worden. In der Zeit im Rehabilitationscamp sei er mehrmals an ver-

schiedene Orte verlegt und von Regierungssoldaten geschlagen und ge-

foltert worden, wobei er noch heute unter den erlittenen Verletzungen leide. 

Nach der Freilassung sei er kurze Zeit bei seinen Eltern geblieben und 

habe danach zu seiner Frau zurückgefunden, welche bereits im Jahr 2010 

aus einem Flüchtlingscamp zurückgesiedelt worden sei. Fortan habe er mit 

seiner Frau in deren Haus in D._______, Distrikt E._______, zusammen-

gelebt und sie hätten ihre damalige Eheschliessung offiziell registrieren las-

sen. Er sei in den nächsten Jahren als Maler beschäftigt gewesen und 

seine Frau habe in den Jahren 2012 und 2016 zwei gemeinsame Kinder 

geboren. Nach seiner Haftentlassung hätten ihn regelmässig Beamte des 

CID (Criminal Investigation Departement), zu Beginn einmal wöchentlich, 

danach einmal im Monat, zuhause aufgesucht, um sicherzugehen, dass er 

das Land nicht verlasse. Im Mai 2017 sei ein Polizeifahrzeug in F._______ 

durch eine Bombe explodiert. Er habe sich zu dieser Zeit in C._______ 

aufgehalten, um Malerarbeiten auszuführen. Man habe im Zusammenhang 

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Seite 3 

mit diesem Vorfall mehrere Personen, darunter einen Freund von ihm, ver-

haftet, befragt und dessen Mobiltelefon beschlagnahmt. Nachdem dieser 

Freund nach drei Tagen wieder freigelassen worden sei, habe dieser ihn 

telefonisch kontaktiert und ihm mitgeteilt, die Polizei kenne nun seine Tele-

fonnummer und könne ihn jederzeit orten; er solle sich in Acht nehmen und 

sein Telefon auswechseln. Er habe daraufhin umgehend sein Telefon aus-

geschaltet und sei nicht nach Hause gegangen, sondern habe sich bei sei-

ner Cousine versteckt. Seine Frau habe ihn währenddessen darüber infor-

miert, dass Beamte des CID nach dem Vorfall zuhause nach ihm gesucht 

hätten. Aus Furcht, die Sicherheitsbehörden würden ihn wieder foltern oder 

gar töten, sollten sie seiner habhaft werden, habe er sich zur Ausreise aus 

dem Land entschieden. Nach einem kurzen Aufenthalt in Colombo sei er 

schliesslich Mitte Juni 2017 mit seinem Reisepass unter Mithilfe eines 

Schleppers über den Flughafen von Colombo über Indien und Mali nach 

Frankreich geflogen und von dort in die Schweiz gelangt. 

B.  

Mit Verfügung vom 7. August 2018 stellte das SEM fest, der Beschwerde-

führer erfüllte die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, 

verfügte die Wegweisung und deren Vollzug aus der Schweiz, setzte eine 

Frist zur Ausreise an und beauftragte den Kanton mit dem Vollzug der Weg-

weisung. 

C.  

Mit Eingabe vom 6. September 2018 reichte der Beschwerdeführer gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und be-

antragte, die Verfügung sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren; 

eventualiter sei er vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht bean-

tragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einschliesslich 

Verzicht auf Kostenvorschusserhebung, die Bestellung des rubrizierten 

Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand sowie die Einräumung ei-

ner Nachfrist zur Einreichung weiterer Beweismittel. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. September 2018 stellte der Instruktions-

richter fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens 

einstweilen in der Schweiz abwarten, hiess die Gesuche um unentgeltliche 

Prozessführung und Rechtsverbeiständung sowie Verzicht auf Kostenvor-

schusserhebung gut und bestellte dem Beschwerdeführer in der Person 

von Fürsprecher Christian Wyss einen amtlichen Rechtsbeistand und 

räumte ihm eine Nachfrist zur Nachreichung weiterer Beweismittel ein. 

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Seite 4 

E.  

Mit Eingabe vom 9. Oktober 2018 reichte der Beschwerdeführer weitere 

Beweismittel ein (Originale diverser bereits eingereichter Schreiben von 

Familienmitgliedern und Arbeitskollegen, Fotografien der Verletzungen, 

Auszüge aus Zeitungsartikeln in Kopie). 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2018 lud der Instruktionsrichter 

das SEM zur Vernehmlassung ein. Der Beschwerdeführer reichte mit Ein-

gabe vom 15. Oktober 2018 und 18. März 2019 weitere Beweismittel ein 

(unter anderem Übersetzung eines bereits eingereichten Zeitungsberichts, 

Fotografien von Verletzungen der Ehefrau). Mit Eingabe vom 26. Okto-

ber 2018 kam das SEM der Aufforderung zur Vernehmlassung nach. Der 

Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 15. November 2018. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende 

Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmun-

gen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

2.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

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Seite 5 

4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien weder glaubhaft noch er-

füllten sie die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft. Es werde zwar 

nicht in Zweifel gezogen, dass er zwischen (…) und (…) in Rehabilitations-

haft gewesen und dort gefoltert worden sei, doch würde das Asylrecht nicht 

dem Ausgleich von erlittenem Unrecht dienen und im Zeitpunkt der Aus-

reise bereits abgeschlossene Verfolgungsmassnahmen seien asyl- und 

flüchtlingsrechtlich grundsätzlich irrelevant. Der behauptete Bombenan-

schlag auf ein Polizeifahrzeug im (…) habe gemäss Quellenlage nicht in 

F._______, sondern in C._______ stattgefunden und es habe sich dabei 

um einen Gewehrbeschuss und nicht einen Bombenanschlag gehandelt. 

Seine diesbezügliche Stellungnahme, wonach ihn ein Freund darüber in-

formiert und er die Angaben aufgrund der gefährlichen Lage nicht habe 

verifizieren können, sei als Schutzbehauptung zu qualifizieren. Ausserdem 

hätte er – so das SEM weiter – an der ersten Anhörung ein Schreiben er-

wähnt, welches bestätige, dass sein Bruder Mitglied bei den Sea Tigers 

gewesen sei und ihn 2007 vor der Zwangsrekrutierung durch die LTTE 

hätte schützen sollen. In der ergänzenden Anhörung habe er dies nicht 

mehr erwähnt, sondern nur noch ein Haftentlassungsschreiben des Bru-

ders aus dem Jahr 2013, welches seine Mitgliedschaft bei den Sea Tigers 

bestätige. Seine diesbezüglichen Erklärungsversuche würden nicht über-

zeugen. Schliesslich sei auch nicht glaubhaft, dass in Sri Lanka nach wie 

vor eine Ausreisesperre gegen ihn bestehe, zumal diese nach seinen An-

gaben nur mündlich verhängt worden sei, nach Beendigung der Rehabili-

tationshaft grundsätzlich sämtliche Reiserestriktionen aufgehoben würden 

und er sich 2014 oder 2015 von den sri-lankischen Behörden legal einen 

Reisepass habe ausstellen lassen können. Zur Flüchtlingseigenschaft 

führte die Vorinstanz im Wesentlich aus, der Beschwerdeführer habe keine 

asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen glaubhaft machen können. Allfäl-

lige mit der Entlassung aus der Rehabilitationshaft zusammenhängende 

Beeinträchtigungen seitens der Behörden würden – mit Verweis auf die 

Rechtsprechung – in der Regel kein asylrelevantes Ausmass erreichen, 

was auch vorliegend der Fall sei, weshalb im Zeitpunkt der Ausreise wie 

auch danach von keinem Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Behör-

den an der Person des Beschwerdeführers auszugehen sei. 

4.2 Hiergegen wendet der Beschwerdeführer in der Beschwerde im We-

sentlichen Folgendes ein: Die Tatsache, dass er bis zum Jahr 2011 in Re-

habilitationshaft gefoltert worden sei, begründe eine höhere Sensibilität vor 

erneuten staatlichen Eingriffe, was zu berücksichtigen sei. Die von der  

Vorinstanz angeführten Urteile des Bundesverwaltungsgerichts seien in 

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Seite 6 

diesem Fall nicht anwendbar, da diese Botschaftsverfahren betroffen hät-

ten, aber keine Folter geltend gemacht worden sei. Hinsichtlich des ge-

schilderten Bombenanschlags liege seitens der Vorinstanz ein Irrtum vor, 

welcher der Beschwerdeführer im Asylverfahren leider nicht habe auflösen 

können. An diesem Tag hätte es verschiedene Anschläge gegeben, unter 

anderem auch eine Schiesserei in C._______, der Bombenanschlag habe 

sich jedoch wie vom Beschwerdeführer vorgebracht in F._______ ereignet, 

was auch aus dem mit der Beschwerde eingereichten Schreiben seines 

Freundes hervorgehe. Bei den in der angefochtenen Verfügung vorgehal-

tenen Widersprüchen zum Schreiben des Bruders sei es lediglich um die 

Thematik der damaligen Rekrutierung des Beschwerdeführers durch die 

LTTE gegangen. Dieses Schreiben sei für die Beurteilung der Asylgründe 

irrelevant, da er nicht deshalb, sondern wie dargelegt aufgrund seiner (…) 

von den LTTE nicht definitiv rekrutiert worden sei. Weiter treffe es zwar zu, 

dass ihm die sri-lankischen Behörden im Jahr 2015 legal einen Reisepass 

ausgestellt hätten, jedoch schliesse dies eine mündlich vom CID ausge-

sprochene Ausreisesperre nicht aus. Sodann würden die auf Beschwerde-

ebene eingereichten Schreiben des Arbeitskollegen und der Familienmit-

glieder seine vorgebrachten Sachverhalte und Fluchtgründe bestätigen 

und zeigen, dass ihm im Falle eines Verbleibs erneut Festnahme und Folter 

gedroht hätten. Die geltend gemachten Vorbingen würden schliesslich 

auch die erforderliche Unmittelbarkeit und Intensität im Sinne von Art. 3 

AslyG erreichen. Dass er nach der telefonischen Warnung seines Kollegen 

schnell reagiert und gleich geflüchtet sei, sei vor dem Hintergrund der jah-

relangen Überwachung und Folter durch die Behörden verständlich und 

unterstreiche die damalige Unmittelbarkeit der Gefährdung. Sein Kollege 

sei im Zuge des Bombenanschlags denn auch befragt und gefoltert wor-

den, wie aus dessen Schreiben hervorgehe. Da sich die Verfolgung gezielt 

gegen Rehabilitierte und Personen mit einer Vergangenheit bei den LTTE 

gerichtet habe, sei sie auch politisch und ethnisch motiviert gewesen.  

4.3 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, es gebe auch Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts mit vergleichbaren Sachverhalten wie im 

vorliegenden Fall – mit durchlaufenem Rehabilitationsprogramm und gel-

tend gemachter Folter –, bei denen die Beschwerde abgewiesen worden 

sei; insofern treffe eine entsprechende Kritik der fehlenden Vergleichbar-

keit nicht zu. Die auf Beschwerdeebene eingereichten Schreiben des Ar-

beitskollegen und von Verwandten seien aufgrund teilweiser inhaltlicher 

Unstimmigkeiten untereinander und zwischen den Aussagen des Be-

schwerdeführers als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren, weshalb ihnen 

kein Beweiswert zukomme.  

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Seite 7 

4.4 Hiergegen wendet der Beschwerdeführer in seiner Replik im Wesentli-

chen ein, er habe die Festnahme seines Freundes entgegen dem Vorhalt 

der Vorinstanz richtig wiedergegeben. Sein Freund sei unmittelbar nach 

dem Bombenanschlag von den Behörden befragt, über Nacht festgehalten 

und am nächsten Tag wieder freigelassen worden. Anschliessend habe 

dieser ihn gleich angerufen, um ihn zu warnen, woraufhin er sofort unter-

getaucht sei. Dass sein Freund danach, am Abend des gleichen Tages, 

definitiv festgenommen und für 14 Tage in Haft geblieben und dabei gefol-

tert worden sei, habe er somit nicht wissen können. Dass sich die in den 

eingereichten Schreiben getätigten Aussagen der jeweiligen Personen 

nicht in sämtlichen Details decken würden, spreche entgegen der Auffas-

sung der Vorinstanz gerade für deren Glaubhaftigkeit. Es seien insgesamt 

keine eklatanten Widersprüche auszumachen. Schliesslich sei unter Hin-

weis auf verschiedene Länderberichte auf die vermehrt unsichere Situation 

in Sri-Lanka hinzuweisen, namentlich die Verschlechterung der Sicher-

heitslage gefährdeter Tamilen, weshalb die Lage in Sri Lanka neu zu über-

prüfen und die Praxis den aktualisierten Gegebenheiten anzupassen sei.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG). 

 

5.2 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft 

machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die 

Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbeson-

dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 

sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge-

blich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 

(Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dar-

gelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 

 

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Seite 8 

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz festzustellen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers 

weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG noch an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG standzu-

halten vermögen. Es kann vorab auf die im Ergebnis zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz verwiesen werden. 

 

Der Auslöser für die Flucht des Beschwerdeführers soll der behauptete 

Bombenanschlag auf ein Polizeifahrzeug in F._______ gewesen sein, zu 

dem er keinen Bezug hatte und in dessen Nachgang zahlreiche Personen 

verhaftet worden seien, so auch sein Freund, welcher ihn telefonisch vor 

einer drohenden Verfolgung gewarnt haben will. Ob sich der fragliche Vor-

fall tatsächlich in F._______ abgespielt hat oder doch in C._______, wie 

die Vorinstanz vorbringt, sowie die Umstände der angeblichen telefoni-

schen Warnung, können an dieser Stelle offengelassen werden. Vielmehr 

ist vorliegend entscheidend, ob gestützt auf diese Information und die kon-

kreten Umstände zum damaligen Zeitpunkt Anlass zur begründeten Furcht 

vor einer Verfolgung bestanden hat. Dies ist nach Ansicht des Gerichts un-

ter Berücksichtigung der Akten und der Vorbringen zu verneinen. Die Aus-

führungen des Beschwerdeführers hierzu sind weitgehend unsubstantiiert 

und insgesamt nicht nachvollziehbar. Er vermag namentlich nicht plausibel 

darzulegen, inwiefern die Behörden unmittelbar nach dem besagten Bom-

benanschlag gerade ihn in Verbindung mit diesem Ereignis hätten bringen 

sollen. Alleine die Tatsache, dass seine Telefonnummer – wie wohl auch 

die Nummern vieler anderer Personen – auf dem Mobiltelefon seines 

Freundes, eines angeblich Verdächtigen, gespeichert war, und hierdurch 

den Behörden zur Kenntnis gelangt sein soll (vgl. SEM-Akten, A32/9-15, 

F60; […]-53/18, F49), genügt jedenfalls nicht für einen möglichen Verdacht. 

Zunächst ist festzuhalten, dass die Begründetheit der Verfolgungsfurcht 

nicht ohne weiteres aufgrund der erlittenen Haft und Rehabilitation in den 

Jahren 2009 bis 2011 – welche dokumentiert und mit der Vorinstanz als 

glaubhaft erachtet wird –  anzunehmen ist, zumal diese Vorverfolgung im 

Zeitpunkt der Ausreise bereits rund sechs Jahre zurücklag. Selbst wenn 

die subjektive Furcht nicht verkannt wird, bestehen keine konkreten objek-

tiven Anhaltspunkte dafür. Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfü-

gung zutreffend ausführte, erreichen die mit dem Abschluss der Rehabili-

tationshaft regelmässig einhergehenden Überwachungsmassnahmen in-

des in der Regel kein asylrelevantes Ausmass, so auch vorliegend. Der 

Beschwerdeführer konnte nach seiner Entlassung zu seiner Frau zurück-

kehren und in den darauffolgenden Jahren dem Beruf als Maler nachgehen 

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(vgl. SEM-Akten, A32/9-15, F60). Nach eigenen Angaben sei er zunächst 

zirka dreimal und später jeweils einmal monatlich von den Sicherheitsbe-

hörden zuhause aufgesucht worden, ohne jedoch konkret befragt zu wer-

den und auch nie mitgenommen worden zu sein (vgl. SEM-Akten, A32/9-

15, F60; […]-53/18, F49). Es ist sodann auch nicht ersichtlich und er hat 

auch nicht geltend gemacht, nach der Rehabilitation Opfer von besonderen 

Verfolgungsmassnahmen asylrelevanten Ausmasses geworden zu sein. 

Bereits gestützt darauf ist es objektiv nicht nachvollziehbar, alleine auf-

grund eines telefonischen Hinweises eines Dritten über einen Bombenan-

schlag – ohne jeglichen Bezug zu seiner Person – und darauffolgende Ver-

haftungen von Personen, von einer Verfolgungsgefahr auszugehen. Im Üb-

rigen bestehen auch keine Anhaltspunkte und wird vom Beschwerdeführer 

auch nicht vorgebracht, dass er im Nachgang des fraglichen Anschlags von 

den Behörden konkret einer Teilnahme oder Gehilfenschaft am Anschlag 

verdächtigt worden wäre. Dies wäre denn auch nicht nachvollziehbar, zu-

mal der Anschlag sich nach seinen Aussagen in F._______ ereignet habe 

und er zur gleichen Zeit in C._______, rund 30 Kilometer entfernt gemein-

sam mit dem Bruder und einem weiteren Arbeitskollegen einem Malerauf-

trag nachging und somit über ein Alibi verfügte (vgl. SEM-Akten, A32/9-15, 

F60).   

Die Befürchtung einer drohenden Verhaftung lässt sich weiter auch nicht 

aus seiner Vergangenheit als Rehabilitierter ableiten. Zu diesem Zeitpunkt 

waren bereits rund sechs Jahre vergangen, seit er aus der Rehabilitations-

haft entlassen worden war, und er war letztlich auch nie für die LTTE aktiv, 

weshalb davon auszugehen ist, dass er seither nicht besonders im Visier 

der (Sicherheits-)Behörden gestanden hat, andernfalls ihm die Behörden 

im Jahr 2015 wohl nicht legal einen Reisepass ausgestellt hätten. Mit die-

sem ist er denn auch legal über den Flughafen Colombo ausgereist, selbst 

wenn dies unter Umständen mit Hilfe eines Schleppers erfolgt sein sollte. 

Vor diesem Hintergrund erscheint es in Übereinstimmung mit der Vo-

rinstanz zweifelhaft, dass die (Sicherheits-)Behörden eine im Zeitpunkt der 

Ausreise noch aktuelle Ausreisesperre gegen ihn verfügt haben, zumal 

diese nach seinen Aussagen lediglich mündlich erfolgt sein soll (vgl. SEM-

Akten, […]-53/18, F23–F26). Aus diesen Gründen musste der Beschwer-

deführer lebensnah nicht annehmen, dass die Behörden ihn nach dem 

fraglichen Anschlag verdächtigen und sofort aufsuchen werden. Wäre dies 

der Fall gewesen, so hätten die Behörden seinen Namen etwa unverzüg-

lich auf eine Stop-List gesetzt oder eine andere Massnahme ergriffen, wel-

che es ihm verunmöglicht hätte, rund zwei Wochen nach dem fraglichen 

Bombenanschlag über den nationalen Flughafen – trotz angeblicher Be-

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Seite 10 

stechung durch den Schlepper – aus Sri Lanka auszureisen. An dieser Auf-

fassung vermögen schliesslich auch die mit der Beschwerde eingereichten 

Schreiben von Familienmitgliedern und einem Arbeitskollegen nichts zu 

ändern. Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass diesen Gefälligkeitscha-

rakter und somit ein geringer Beweiswert zukommt, weshalb entgegen der 

Ansicht in der Beschwerde kein Anlass besteht, im Rahmen der gerichtli-

chen Beweisführung mit bestimmten Verfassern der eingereichten Schrei-

ben Kontakt aufzunehmen und diese zu befragen. Der dahingehende An-

trag in der Beschwerde ist abzuweisen. Die entsprechenden Ausführungen 

des Beschwerdeführers in der Replik vermögen nicht zu überzeugen. Dem-

gemäss ist das Vorliegen einer objektiven Furcht vor künftiger asylrelevan-

ter Verfolgung im Zeitpunkt der Ausreise zu verneinen. 

 

6.2 Nach dem Gesagten erfüllte der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner 

Ausreise die Flüchtlingseigenschaft nicht. Es bleibt zu prüfen, ob ihm – wie 

auf Beschwerdeebene geltend gemacht – im heutigen Zeitpunkt bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen.  

 

Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesverwal-

tungsgericht eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive der 

Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. a.a.O. E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Ri-

sikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung 

und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei handelt es 

sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintlichen, aktu-

ellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um Teilnahme an exil-

politischen regimekritischen Handlungen und um Vorliegen früherer Ver-

haftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam-

menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE 

(sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O. E. 8.4.1 – 8.4.3). Einem 

gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen 

ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach 

Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben (sog. 

schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O. E. 8.4.4 und 8.4.5). Das 

Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Risiko-

faktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Person 

ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkehrer 

eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

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Seite 11 

Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zuge-

schrieben wird, dass sie bestrebt seien, den tamilischen Separatismus wie-

deraufleben zu lassen (vgl. a.a.O. E. 8.5.1). 

 

An dieser Einschätzung vermag die aktuelle – zwar als volatil zu bezeich-

nende – Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Das Bundesverwaltungsge-

richt ist sich der Veränderungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die Ent-

wicklungen aufmerksam und berücksichtigt diese bei seiner Entscheidfin-

dung. Es gibt zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass 

seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv 

einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären.  

 

6.3 Der Beschwerdeführer hat nach seiner ordentlichen Entlassung aus 

der Haft und der anschliessenden Rehabilitation im Jahr 2011 bis Mai 2017 

rund sechs Jahre in Sri Lanka gewohnt, in dieser Zeit seine Frau offiziell 

geheiratet und mit dieser eine Familie mit zwei Kindern gegründet, ohne 

dabei in asylrelevanter Weise behelligt worden zu sein. Ausserdem haben 

ihm die Behörden im Jahr 2015 ohne Komplikationen einen Reisepass aus-

gestellt, mit welchem er schliesslich aus Sri Lanka ausreisen konnte. Dass 

er nunmehr bei einer Wiedereinreise eine Verfolgung seitens der Behörden 

zu befürchten hätte, selbst wenn er nach einer längeren Landesabwesen-

heit bei der Einreise befragt werden sollte, ist nicht ersichtlich. Auf Be-

schwerdeebene reichte er zwei Schreiben seiner Ehefrau ein, in welchen 

sie schildert, die Sicherheitsbehörden würden immer noch nach ihm su-

chen und sie zu diesem Zweck regelmässig zuhause besuchen und in be-

drohlicher Weise befragen, letztmals am (…). Wie vorstehend festgestellt, 

kommt den diversen eingereichten Schreiben Gefälligkeitscharakter und 

damit ein geringer Beweiswert zu. Ausserdem erscheint es, wie oben auf-

gezeigt, nicht glaubhaft und nachvollziehbar, dass die Behörden gerade 

den Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem fraglichen Bombenan-

schlag verdächtigt haben sollten. Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass 

die Familie im Nachgang an das Ereignis und seiner Ausreise von den (Si-

cherheits-)Behörden mehrmals zuhause aufgesucht und nach dem Aufent-

haltsort des Beschwerdeführers befragt worden ist. Dabei dürfte es sich 

jedoch um Überwachungsmassnahmen handeln, die nach Angaben des 

Beschwerdeführers bereits vor dem Bombenanschlag stattgefunden hät-

ten und wie gezeigt praxisgemäss nicht ein asylrelevantes Ausmass errei-

chen. Aus den Akten sowie insbesondere den Schreiben der Ehefrau ist im 

Übrigen nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, dass die 

Besuche beziehungsweise behaupteten Befragungen im Haus der Familie 

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spezifisch im Zusammenhang mit einer konkreten Verdächtigung des Be-

schwerdeführers gestanden hätten. Ausserdem sind die behauptete Ver-

dächtigung und die angeblich konkreten Suchbemühungen seitens der Be-

hörden auch in keiner Weise dokumentiert, etwa durch einen Hafttitel, eine 

Vorladung oder eine Anklageschrift, was angesichts des zeitlichen Faktors 

– der Bombenanschlag liegt nunmehr über vier Jahre zurück – zumindest 

zu erwarten gewesen wäre, sofern der Beschwerdeführer in seiner Heimat 

wie behauptet tatsächlich irgendeiner Straftat beschuldigt sein sollte. Vor 

diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, dass ihn die Behörden in 

einem asylrelevanten Mass besonders im Visier hätten und ihn bei einer 

Rückkehr im Zusammenhang mit dem besagten Bombenanschlag zur Re-

chenschaft ziehen würden. Schliesslich ist der Vollständigkeit halber fest-

zuhalten, dass der Beschwerdeführer sich in der Schweiz auch nie exilpo-

litisch oder regimekritisch betätigt hat und seine Person deshalb auch aus 

diesem Grund nicht ein besonderes Interesse der sri-lankischen Behörden 

auf sich gezogen haben dürfte. 

 

Das Gesagte gilt sodann auch unter Berücksichtigung der schwach risiko-

begründenden Faktoren, indem der Beschwerdeführer längere Zeit in der 

Schweiz geweilt hat, aus diesem Land zurückgeschafft würde und teilweise 

über sichtbare Narben verfügt (Hand, Hinterkopf). Auch die politischen Ver-

änderungen seit November 2019 vermögen im vorliegenden Verfahren zu 

keiner anderen Beurteilung zu führen. Dass seit dem Machtwechsel in Sri 

Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr aus-

gesetzt wären, lässt sich – wie oben ausgeführt – nicht bestätigen.  

 

6.4 Im Lichte der vorstehenden Erwägungen ist nicht davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einem er-

höhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt wäre und ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu befürchten hätte. Die Vorinstanz hat dem-

gemäss zu Recht festgestellt, dass er die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

füllt, und das Asylgesuch abgelehnt.  

 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es nicht darauf ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

E-5076/2018 

Seite 13 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender 

Begründung ausgeführt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der 

Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine 

Anwendung finde und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin-

dernisse erkennbar seien. Da es dem Beschwerdeführer wie gesehen nicht 

gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder 

glaubhaft zu machen, findet der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der 

E-5076/2018 

Seite 14 

Nichtrückschiebung hier keine Anwendung. Eine Rückkehr des Beschwer-

deführers nach Sri Lanka ist demgemäss unter dem Aspekt von 

Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Nachdem der Beschwerdeführer nicht darlegen konnte, bei einer Rückkehr 

ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem 

flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch 

keine Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die 

über einen sogenannten «Background Check» (Befragung und Überprü-

fung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass 

er persönlich gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig.  

8.2.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AlG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat-, oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den 

LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka we-

der Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt, dies auch unter Berück-

sichtigung der aktuellen Ereignisse und Entwicklungen, welche das Bun-

desverwaltungsgericht aufmerksam verfolgt. Gestützt auf eine eingehende 

Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka hat das Gericht fest-

gehalten, dass der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz zumutbar ist, 

wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (namentlich 

das Bestehen eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnet-

zes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsitua-

tion) bejaht werden kann (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 E. 13.3.3). An dieser Einschätzung hat sich bis zum heutigen Zeit-

punkt nichts geändert (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-4546/2017 vom 

18. Mai 2021 E. 10.4.2). Daran ändern auch die auf Beschwerdeebene 

eingereichten Berichte über die allgemeine (Sicherheits-)Lage in Sri Lanka 

nichts. 

Es liegen auch keine individuellen Wegweisungsvollzugshindernisse vor. 

Der Beschwerdeführer verfügt über Schulbildung und Arbeitserfahrung vor 

Ort. Ausserdem leben seine Eltern und Geschwister sowie die Ehefrau und 

die beiden Kinder weiterhin in Sri Lanka, weshalb er auf ein tragfähiges 

Beziehungsnetz zurückgreifen kann. Er ist in Sri Lanka geboren, hat sein 

ganzes Leben dort verbracht und ist erst mit (…) Jahren ausgereist. Wenn 

E-5076/2018 

Seite 15 

er nunmehr eine längere Zeit im Ausland verbracht hat, ist aufgrund der 

Umstände davon auszugehen, dass ihm die soziale und wirtschaftliche 

Reintegration im Heimatland gelingen wird.  

In Bezug auf seine gesundheitliche Situation kann zwecks Vermeidung von 

Wiederholungen zunächst auf die zutreffenden Ausführungen in der ange-

fochtenen Verfügung verwiesen werden. Die medizinische Situation des 

Beschwerdeführers wurde in der Schweiz mehrmals vertieft untersucht. 

Nach Ansicht des Gerichts ist der medizinische Sachverhalt aufgrund der 

Aktenlage hinreichend erstellt. Gemäss dem ärztlichen Bericht vom 

16. Februar 2018 wurde ihm eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert, jedoch 

leide er unter einer mittelschweren depressiven Episode, welche eine psy-

chiatrische Begleitung und die Einnahme eines entsprechenden Medika-

ments notwendig macht. Ein (…) ([…]) wurde bereits vor Jahren in Sri 

Lanka ärztlich operiert und fachgemäss verschlossen. Die Vorinstanz ist 

zum zutreffenden Ergebnis gelangt, dass die Behandlung seiner psychi-

schen Leiden auch in Sri Lanka angemessen erfolgen kann. Sri Lanka ver-

fügt über ein relativ gut funktionierendes Gesundheitssystem und die be-

nötigten Medikamente zur Behandlung psychischer Probleme sind verfüg-

bar. Im Distrikt E._______ bestehen mehrere staatliche Institutionen, wel-

che grundsätzlich vom Staat bezahlte, ambulante psychiatrische Gesund-

heitsversorgung anbieten (Ministry of Health, Nutrition and Indigenous Me-

dicine Sri Lanka, Annual Health Bulletin 2014, published in 2016, 

<http://www.health.gov.lk/moh_final/english/public/elfinder/files/publica-

tions/AHB/AHB2014.pdf >, abgerufen am 07.09.2021; vgl. ausführlich zum 

Ganzen Urteil des BVGer E-7137/2018 vom 23. Januar 2019, E. 12.3 

m.w.H.). Die psychischen Probleme des Beschwerdeführers stellen keine 

Wegweisungsvollzugshindernisse dar und seine gesundheitliche Situation 

insgesamt ist nicht als medizinische Notlage einzustufen. Es ist nicht davon 

auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka zu einer raschen 

und lebensgefährdeten Beeinträchtigung seines Gesundheitszustands 

führen würden. Auf Beschwerdeebene wird denn auch nicht substantiiert 

geltend gemacht, dass die gesundheitliche Situation des Beschwerdefüh-

rers eine Rückführung nicht erlauben oder dass es an geeigneten Behand-

lungsmöglichkeiten in Sri Lanka fehlen würde. Soweit er in der Beschwerde 

in Frage stellt, ob er einer Rückführung psychisch gewachsen wäre, ist da-

rauf hinzuweisen, dass ihm die Möglichkeit einer medizinischen Rückkehr-

hilfe offensteht, um damit in einer ersten Phase die Behandlungskosten in 

der Heimat zu bezahlen. Nach dem Gesagten erachtet es das Gericht nicht 

als erforderlich, einen aktuellen Bericht des behandelnden Psychiaters ein-

zuholen, wie in der Beschwerde beantragt, zumal der Beschwerdeführer 

E-5076/2018 

Seite 16 

seit Beschwerdeeingang auch nichts mehr zu seinem psychischen Zu-

stand und eine allfällige Verschlechterung desselben ausführt. Der ent-

sprechende Antrag ist abzuweisen. 

Der Vollzug der Wegweisung erweist sich nach dem Gesagten demnach 

sowohl in genereller wie auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 

8.2.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung weiterhin auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.2.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs.1 VwVG). Nachdem jedoch das 

mit Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung mit 

Zwischenverfügung vom 13. September 2018 gutgeheissen worden ist, 

und den Akten nicht zu entnehmen ist, dass sich seine finanzielle Lage 

seither entscheidwesentlich geändert hätte, werden keine Verfahrenskos-

ten erhoben. 

10.2 Mit derselben Zwischenverfügung hiess der Instruktionsrichter auch 

das Gesuch um amtliche Verbeiständung gut und bestellte den rubrizierten 

Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand. Die Festsetzung des amtli-

chen Honorars erfolgt in Anwendung der Art. 8–11 sowie Art. 12 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). Mit letztmaliger 

Eingabe vom 18. März 2019 reichte der amtliche Rechtsbeistand eine als 

provisorisch bezeichnete Kostennote ein. Da seither keine weiteren Einga-

ben erfolgten und auch keine sonstigen Aufwendungen ersichtlich sind, 

wird diese Kostennote als Grundlage für die Berechnung des Honorars 

E-5076/2018 

Seite 17 

herangezogen. Darin wird ein Aufwand von 11.5 Stunden (insbesondere 

für das Verfassen der Beschwerde und Replik sowie Instruktionsgesprä-

che) sowie Auslagen von Fr. 234.20 ausgewiesen, was angemessen er-

scheint. Der Stundenansatz bewegt sich im Rahmen der vom Gericht fest-

gelegten Praxis bei amtlicher Vertretung. Dem amtlichen Rechtsbeistand 

ist demgemäss zu Lasten des Bundesverwaltungsgerichts ein Honorar von 

insgesamt 2'715.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) zuzuspre-

chen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5076/2018 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand, Fürsprecher Christian Wyss, wird zulasten 

der Gerichtskasse ein amtliches Honorar in der Höhe von Fr. 2'715.–  

zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Matthias Neumann 

 

 

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