# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63151d27-d80f-5d43-8bde-f0285f0ddfb2
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1994-06-16
**Language:** de
**Title:** Kniestock. Ausgangspunkt der Messung.
**Docket/Reference:** BRKE IV Nr. 0087/1994
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_IV_87_1994_181.pdf

## Full Text

BRKE IV Nr. 87/1994 vom 16. Juni 1994 in BEZ 1994 Nr. 21

5.a) Gebäude in der Einfamilienhauszone E1 der Gemeinde X. dürfen über ein 
Vollgeschoss,  ein  Dachgeschoss  und  ein  anrechenbares  Untergeschoss  verfügen. 
Das zu beurteilende Bauvorhaben darf daher neben dem Erdgeschoss kein weiteres 
Vollgeschoss mehr aufweisen. Eine Definition des Dachgeschosses findet sich in § 
275  Abs.  2  PBG.  Danach  gelten  Gebäudeabschnitte  mit  einer  Kniestockhöhe  von 
maximal 0,9 m (gemessen 0,4 m hinter der Fassade) als Dachgeschosse. Wird die-
ses  Mass  überschritten,  so  liegt  ein  Vollgeschoss  vor.  Die  Höhe  des  Kniestockes 
wird  zwischen  den Schnittpunkten  Oberkant  Fertigmass  Unterlagsboden  Dachge-
schoss  /  Fassade (- 0,4  m)  und  Unterkant  Fertigmass  Dachverkleidung  /  Fassade 
(- 0,4  m)  gemessen  (vgl.  die  Skizze  im  Anhang  zur  ABV  über  die  Messweise  des 
Kniestocks). Zwar stellt § 275 Abs. 2 PBG grundsätzlich auf das Innenmass ab. Dies 
darf aber nicht dazu führen, dass konstruktiv eher untergeordnete Dachteile (wie et-
wa  reine  Deckenverkleidungen)  für  die  Bestimmung  der  Kniestockhöhe  entschei-
dend sind. Vielmehr sind die konstruktiv wesentlichen Dachteile entscheidend.

b) Das  Satteldach  des  geplanten  Einfamilienhauses  weist  im  oberen  Teil  eine
Neigung von 45° alter Teilung (a.T.) auf. Im unteren Drittel wird das Dach durch ei-
nen  Aufschiebling  um  10°  a.T.  angehoben,  so  dass  sich  die  Dachneigung  dort  auf 
35° a.T. reduziert. Die Baugesuchsunterlagen zeigen, dass dieser Dachknick optisch 
lediglich nach aussen in Erscheinung tritt. Das im Innern sichtbare Dach (Holztäfer) 
wird nicht auf 35° a.T. abgeknickt, sondern im 45°-Winkel a.T. bis zur Aussenmauer 
weitergeführt. Die im 45°-Winkel a.T. vorgesehene Sparrenlage übernimmt dabei die 
statische  Funktion  auch  für  den  Aufschiebling  und  die  wesentlichen  Konstruktions-
elemente.  Dort  sind  auch  die  Wärmeisolation  und  die  Dachschalung  angebracht. 
Dem  Aufschiebling,  der  sich  vollständig  auf  die  untere  Sparrenlage  (45°  a.T.)  ab-
stützt, kommt einzig gestalterische Bedeutung zu.

Das führt dazu, dass vorliegend zwischen den Schnittpunkten Oberkant Fertig-
mass Unterlagsboden Dachgeschoss / Fassade (- 0,4 m) und Unterkant Fertigmass 
Deckenverkleidung der Sparrenauflage 45° a.T. / Fassade (- 0,4 m) zu messen ist, 
was eine Kniestockhöhe von 0,9 m ergibt. Die Vorinstanz hat daher das streitbetrof-
fene  Dachgeschoss  zu  Unrecht  als  in  der  Einfamilienhauszone E1 nicht zulässiges 
zweites Vollgeschoss qualifiziert.