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**Case Identifier:** bcf31e96-fb5e-50e7-85cb-e6c3e95e3ee8
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 06.05.2021 720 20 397/122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-397-122_2021-05-06.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 6. Mai 2021 (720 20 397 / 122)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

IV-Rente / Rückweisung zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dieter von Blarer, Advo-
kat, Anton von Blarerweg 2, Postfach 629, 4147 Aesch BL 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A.a Der 1966 geborene A.____ meldete sich erstmals mit Gesuch vom 19. Oktober 2010 
(Eingang) unter Hinweis auf ein Krebsleiden sowie Verlust des linken Auges bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 8. Februar 2013 
sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) für die Zeit vom 1. April 2011 bis 31. März 
2012 eine befristete Dreiviertelrente zu.  
 

 

 
 
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A.b Am 8. März 2018 meldete sich A.____ erneut zum Bezug von Leistungen der IV an, 
wobei er auf Schmerzen im Mund- und Halsbereich, Schwierigkeiten beim Sprechen, psychische 
Belastung, Schlafstörungen und eine allgemeine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit hin-
wies. Mit Verfügung vom 29. Juni 2018 trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren nicht ein. 
 
A.c Nachdem sich der Versicherte am 17. September 2018 erneut bei der IV angemeldet 
hatte, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. September 2020 einen Leistungsanspruch 
wegen Nichterfüllung des Wartejahres.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Dieter von Blarer, Advo-
kat, mit Eingabe vom 15. Oktober 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die ange-
fochtene Verfügung vom 14. September 2020 sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen 
Leistungen zuzusprechen; mindestens eine halbe Rente ab 1. März 2019. Eventualiter sei die 
Angelegenheit zur Abklärung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, mit 
der Weisung, ein unabhängiges medizinisches Gutachten einzuholen, welches die Disziplinen 
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Neurologie sowie Onkologie enthalte; allenfalls mit der Weisung 
ein psychiatrisches Gutachten einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht beantragte er die unentgeltliche Prozessführung mit Advokat von Blarer als unentgeltlichem 
Rechtsbeistand. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass das psychiatrische Gut-
achten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, auf welches sich die Verfü-
gung der IV-Stelle stütze, in verschiedener Hinsicht nicht über den erforderlichen Beweiswert 
verfügen würde. Alsdann bestünden bei ihm auch in somatischer Hinsicht zahlreiche Beschwer-
den. Die Beschwerdegegnerin habe es in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht unterlassen, 
diesbezüglich genügende Abklärungen zu tätigen.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. 
 
D. In einer weiteren Eingabe vom 5. November 2020 reichte der Beschwerdeführer einen 
Bericht von Dr. med. C.____, FMH Oto-Rhino-Laryngologie, vom 24. Oktober 2020 ins Recht. 
Die IV-Stelle machte von der ihr eingeräumten Möglichkeit zur fakultativen Stellungnahme Ge-
brauch und hielt im Wesentlichen fest, dass die darin geltend gemachten gesundheitlichen Be-
schwerden dem Gutachter bereits bekannt gewesen seien.  
 
E. Mit prozessleitender Verfügung vom 13. November 2020 bewilligte der instruierende 
Präsident dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Ver-
beiständung mit Advokat von Blarer als Rechtsvertreter.  
 
F. Mit seiner Replik vom 22. Januar 2021 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von 
Dr. med. D.____, FMH Medizinische Onkologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 20. Dezem-
ber 2020 ein. Im Übrigen hielt er an seinen Anträgen und wesentlichen Begründungen fest. Mit 
Duplik vom 3. Februar 2021 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem Abweisungsantrag fest.  
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.  
 
2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 
 
3.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne 
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
(lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invalidi-
tätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf 
eine Dreiviertelrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente 
(Art. 28 Abs. 2 IVG). 
 
3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, 
dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren 
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen 
definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden 
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander-
seits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 
E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einord-
nung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht-
lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die 

 

 
 
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materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 
E. 3.7.2). 
 
4.1 Gemäss Art. 17 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzuset-
zen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise 
ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält-
nissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu 
denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes der 
versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerbli-
chen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine abweichende medizinische oder rechtliche 
Einschätzung von im Wesentlichen unveränderten tatsächlichen Verhältnissen alleine führt nicht 
zu einer materiellen Revision. Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich 
unerhebliche Differenzen sind von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen deshalb 
abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der 
beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche 
Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen 
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 
Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditäts-
grades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf 
einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Be-
weiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Än-
derung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 
E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 E. 3.2.3).  
 
4.2 Bei der hier vorliegenden Neuanmeldung zum Leistungsbezug handelt es sich nicht um 
eine Rentenrevision nach Art. 17 ATSG. Gleichwohl zielt auch eine Neuanmeldung auf eine er-
neute Prüfung des Leistungsanspruchs aufgrund veränderter Verhältnisse ab. Im Falle eines Ein-
tretens auf eine Neuanmeldung ist nach Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invaliden-
versicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG analog zu einer Rentenrevi-
sion zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit dem Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (SVR 2011 IV Nr. 2 E. 
3.2; BGE 117 V 198 E. 4b). Vorliegend ist somit die Frage zu beantworten, ob sich in der Zeit 
zwischen der Rentenverfügung vom 8. Februar 2013 und der vorliegend angefochtenen Verfü-
gung vom 14. September 2020 eine erhebliche Sachverhaltsveränderung ergeben hat, und ob 
bejahendenfalls die festgestellte Veränderung genügt, um eine rentenrelevante Invalidität zu be-
gründen (vgl. SVR 2008 IV Nr. 35 E. 2.1; BGE 117 V 198 E. 3a). 
 
5.1  Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das 
Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

 

 
 
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ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wich-
tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-
tet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande-
ren Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer- den berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 
E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So ist eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -
ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht 
in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete In-
dizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren 
Hinweisen).  
 
5.4 Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt wesentlich 
davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema − erhebliche Änderung(en) des Sach-
verhalts − bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssi-
gen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenbe-
rechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweis-
wert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend 
darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefun-
den hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Ver-
hältnisse sich verändert haben (Urteile des Bundesgerichts vom 4. März 2021, 8C_703/2020, E. 
5.2.1.1 und vom 8. Juli 2020, 8C_196/2020, je mit zahlreichen Hinweisen).  
 

 

 
 
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6.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stehen zahlreiche medizinische Ak-
ten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wurden. Im Zeitpunkt der am 8. Feb-
ruar 2013 verfügten befristeten Rentenzusprache sind im Wesentlichen die folgenden Berichte 
von Relevanz:  
 
6.1.1 Zu Beginn des Jahres 2010 wurde beim Versicherten ein Zungenrandkarzinom diagnos-
tiziert, worauf eine Resektion des Primärtumors erfolgte (vgl. Operationsbericht vom 9. März 2010 
und Austrittsbericht Spital E.____ vom 22. März 2010, IV-act. 6, S. 12 ff.). Infolgedessen durchlief 
der Versicherte in der Zeit vom 6. April 2010 bis 12. Mai 2010 eine kombinierte Radiochemothe-
rapie und musste über einen langen Zeitraum hinweg durch eine PEG-Sonde künstlich ernährt 
werden (vgl. Austrittsbericht Spital E.____ vom 11. Juni 2010, IV-act. 6, S. 7 ff.). In der Folge 
wurden u.a. eine Dysarthrie (organisch bedingte Sprachstörung), eine Ermüdbarkeit beim Spre-
chen sowie eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.00) diagnostiziert (vgl. Bericht von Dr. 
med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 2. Oktober 2010, IV-act. 26, und von Dr. med. 
G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. November 2011, IV-act. 27). 
 
6.1.2 Nachdem Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher 
Dienst beider Basel (RAD), zur abschliessenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die Notwendig-
keit einer neutralen Beurteilung sah, holte die IV-Stelle bei Dr. B.____ ein psychiatrisches Gut-
achten ein, welches am 5. März 2012 erstattet wurde. Der Gutachter stellte darin die Diagnose 
einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32), Differenzialdiagnose (DD): Anpassungsstörung 
remittiert. Zusammenfassend gelangte er zur Auffassung, dass der Versicherte unter einer 
schwerwiegenden Erkrankung (Zungenkarzinom 2010) gelitten habe, die hintergründige Ängste 
und eine Verunsicherung ausgelöst habe. Es sei anzunehmen, dass er schon prämorbid eine 
eher etwas labile Persönlichkeitskonstellation aufgewiesen habe, immerhin sei er in der Vergan-
genheit schon einmal wegen einer sozialen Phobie behandelt worden. Differentialdiagnostisch 
müsse aufgrund seiner Aussagen auch eine agoraphobische Tendenz in Betracht gezogen wer-
den. Die Störung sei allerdings remittiert. Objektiv fänden sich heute keine pathologischen Be-
funde, und auch aufgrund seiner subjektiven Angaben könne keine depressive Störung ange-
nommen werden. Es würden sich auch keine Hinweise auf eine relevante Anpassungsstörung 
finden. Es sei nachvollziehbar, dass die gesamte Situation für den Exploranden belastend sei, 
insbesondere wegen der Ungewissheit der Erkrankung und der ungewissen Zukunftsperspekti-
ven im beruflichen Bereich. Die angegebene Müdigkeit sei sicher zum Grossteil eine Folge der 
durchgeführten medizinischen Massnahmen. Ferner dürfte auch eine gewisse psychische Kom-
ponente eine Rolle spielen, doch sicher nicht in ausschlaggebendem Ausmass. Es sei anzuneh-
men, dass der Explorand allgemein vermindert belastbar sei. Er sei auch gehemmt im zwischen-
menschlichen Bereich durch die Artikulationsprobleme. Seinen Angaben zufolge könnten diese 
Artikulationsschwierigkeiten stark schwanken und teilweise eine Unterhaltung praktisch verun-
möglichen. Es sollte dem Exploranden aber möglich sein, einer körperlich adaptierten Tätigkeit 
nachzugehen.  
 
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielt er fest, dass aufgrund des noch etwas labilen psychischen 
Zustands eine geringfügige Leistungsminderung bestehe, die allerdings höchstens 20% bezogen 
auf eine ganztägige Arbeit betragen würde. Es sei eher anzunehmen, dass die vom Exploranden 

 

 
 
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angegebene Ermüdbarkeit auch eine Folge der bisherigen medizinischen Massnahmen sei. Aus 
diesem Grund sei dem Exploranden die bisherige wie auch jegliche alternative, körperlich adap-
tierte Tätigkeit in einem Umfang von mindestens 80% möglich. Einschränkungen in der Arbeits-
fähigkeit würden durch die Einäugigkeit und die dadurch bedingte erhöhte Ermüdbarkeit beim 
Arbeiten bestehen, wo ein stereotaktisches Sehen gefordert sei. Weiterhin dürfte er Mühe haben 
bei Tätigkeiten, wo er viel sprechen müsste, dies aufgrund der Restfolgen der durchgeführten 
Operation und der Behandlungsmassnahmen.  
 
6.2.1  Im Zusammenhang mit der vorliegenden Neuanmeldung legte der Versicherte einen Be-
richt seines behandelnden Psychiaters, Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 29. November 2018 ins Recht. Dieser führte darin aus, dass der Versicherte zu Beginn der 
Behandlung eher misstrauisch und scheu gewesen sei. Er habe versucht, einen strukturierten 
Eindruck zu hinterlassen. Er habe eine Fassade gezeigt, hinter die zu schauen primär unmöglich 
war. Im Laufe der Behandlung habe sich diese Fassade allmählich aufgelöst. Dahinter habe sich 
eine stark depressive, ängstliche, resignierte Seite gezeigt. Er stemme sich mit aller Kraft gegen 
diese Befindlichkeit. Er sei durch die vielen erfolglosen Arbeitsbemühungen und durch die Folgen 
seiner körperlichen Probleme (Visuseinschränkung, Sprachstörung, trockener Mund) geknickt, 
verzweifelt und in höchstem Masse gekränkt. Diese Kränkung versuche er zu zügeln, indem er 
politische, scharfsinnige Überlegungen anstelle und so sein Einzelschicksal in einen grösseren 
Kontext zu stellen versuche. Je länger die Behandlung dauere, desto mehr bessere sich die 
Sprachstörung, auch wenn diese keineswegs verschwinde. Der primäre Eindruck, den der Versi-
cherte hinterlasse, täusche. Die strukturierte Seite sei eine Strategie, nicht in die tiefe Depression 
und die grosse Ängstlichkeit, die dahinter lauere, zu verfallen. Es sei zu befürchten, dass ihm die 
Kraft für diese Strategie zunehmend verloren gehe. Früher habe man in diesem Kontext von einer 
larvierten Depression gesprochen. Diese werde erst im Laufe einer Behandlung erkennbar und 
führe in kurzen Gutachtensituationen immer wieder zu Fehleinschätzungen. Der Versicherte leide 
unter einer mindestens mittelgradigen Depression (ICD-10 F33.1) und unter einer generalisierten 
Angststörung (ICD-10 F41.1). Die Prognose sei unsicher.  
 
6.2.2  In einem weiteren Bericht vom 11. April 2019 attestierte Dr. I.____ in Bezug auf die Di-
agnosen der mittelgradigen Depression (ICD-10 F33.1) sowie der generalisierten Angststörung 
(ICD-10 F41.1) eine Arbeitsunfähigkeit von 50%.  
 
6.2.3  Die IV-Stelle veranlasste sodann ein Verlaufsgutachten bei Dr. B.____, welches am 
11. Februar 2020 erstattet wurde. Darin stellte er als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine depressive Störung leichtgradigen Ausmasses (ICD-10 F33). Der Explorand sei 
bereits im März 2012 beurteilt worden, wo aufgrund einer remittierten leichten depressiven Epi-
sode kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe attestiert werden können. Bezüglich einer de-
pressiven Störung bedürfe es einer dauerhaft gedrückten Stimmung mit Interessenverlust, Freud-
losigkeit und Verminderung des Antriebes sowie erhöhter Ermüdbarkeit. Betrachte man die Stim-
mung des Exploranden, so könne sie tatsächlich wechseln. Teilweise sei sie gedrückt, doch nicht 
längerdauernd. Es sei auch eine bessere Stimmung möglich. Ein Interessenverlust könne nicht 
ausgemacht werden, der Explorand informiere sich vielfältig und mache immer noch Musik. Es 
könne dadurch keine ausgesprochene Freudlosigkeit begründet werden. Subjektiv beklage er 

 

 
 
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sich über eine erhöhte Ermüdbarkeit, die in der Untersuchung allerdings nicht objektiviert werden 
könne, wobei dies angesichts der Untersuchungsdauer auch relativiert werden müsse. Er gebe 
eine Ermüdbarkeit nach einem halben Tag Arbeit an, wobei er sich tagsüber offensichtlich nicht 
längerfristig ausruhe oder schlafe. Er versuche sich tagsüber zu beschäftigen und zu aktivieren. 
In diesem Sinne könne die angegebene Ermüdbarkeit nicht ohne Weiteres nachvollzogen wer-
den. Er gebe subjektive Konzentrationsschwierigkeiten an, es finde sich auch eine negativistische 
Haltung. Es könne daher aufgrund seiner Angaben und der Befunde eine allenfalls leichte de-
pressive Störung angenommen werden. Bezüglich einer Angststörung bedürfe es einer genera-
lisierten und anhaltenden Angst, die nicht auf bestimmte Situationen in der Umgebung beschränkt 
sei, oder darin besonders betont werde und frei flottierend sei. Es bestehe eine ständige Nervo-
sität mit Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen etc. Es bestünden 
auch Befürchtungen. Beim Exploranden könne eruiert werden, dass Ängste in bestimmten Situ-
ationen auftreten, insbesondere unter vielen Menschen und beengenden Situationen. Es könne 
daher allenfalls eine Agoraphobie oder spezifische Phobie angenommen werden. Es bestehe 
allerdings kein Meideverhalten, der Explorand würde sich diesen Situationen durchaus ausset-
zen, weswegen die Kriterien für eine Phobie nicht erfüllt seien. Die durch den behandelnden Psy-
chiater angegebene Angststörung lasse sich demnach nicht bestätigen.  
 
Der Explorand sei als vermindert belastbar einzustufen. Es sei mit einer erhöhten Ermüdbarkeit 
durch die depressive Störung und einer Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit zu rechnen, 
weswegen er durch einen erhöhten Pausenbedarf verlangsamt sein dürfte. Er sei nicht in der 
Lage, Verantwortung zu übernehmen oder unter Zeitdruck zu arbeiten. Eine klar vorgeschriebene 
Arbeit sollte er aber durchführen können mit allenfalls 20%-iger Leistungseinschränkung. Es 
könne keine angepasste Tätigkeit genannt werden, wo eine höhere Leistung zu erwarten wäre, 
da sich die Störung auf jede Tätigkeit auswirke.  
 
6.2.4  Im Rahmen des Einwandverfahrens gegen den Vorbescheid gab der Versicherte einen 
weiteren Bericht von Dr. I.____ vom 20. März/29. Juni 2020 zu den Akten. Darin bekräftigte der 
Behandler erneut, dass der Versicherte erst mit der Zeit Einblick in sein Inneres gewähren würde. 
Ferner wies er darauf hin, dass ein Kurzeinsatz bei J.____ sowie ein Arbeitsversuch zu 50% in 
einer geschützten Werkstatt gezeigt hätten, dass der Versicherte mit einer Arbeitsbelastung von 
50% an das Limit seiner Möglichkeiten gerate.  
 
6.3.1  Anlässlich des vorliegenden Beschwerdeverfahrens legte der Beschwerdeführer einen 
weiteren Bericht von Dr. I.____ vom 9. Oktober 2020 ins Recht. Darin führt er aus, dass der 
Versicherte gegenüber früher zu einem verschlossenen Menschen geworden sei und sich die 
tiefe depressive Verstimmung durch alle Therapiegespräche wie ein roter Faden ziehe. Es sei 
nicht erstaunlich, dass sich Dr. B.____ in nur 55 Minuten kein gültiges Bild über die Depression 
habe machen können. Ein lnteressenverlust habe beim Versicherten insofern stattgefunden, als 
das aktive Musizieren einen grossen Teil seiner Freizeit besetzt habe. Er hätte unzählige öffent-
liche Auftritte gehabt. Diese habe er nach der Krebserkrankung völlig sistiert, am Musizieren habe 
er sein Interesse und den Spass verloren. Früher habe er einen grossen Bekanntenkreis gepflegt. 
Seit der Krebserkrankung lebe er sehr zurückgezogen. Es fehle ihm das Interesse sich mit ande-
ren Leuten auszutauschen, es sei ihm zu anstrengend. Zudem ängstige er sich grundsätzlich vor 

 

 
 
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jeder Begegnung mit anderen Menschen. Zusammenfassend könne gesagt werden, dass der 
Patient dauernd in einer depressiven Grundstimmung sei.  
 
6.3.2  Am 22. Oktober 2020 nahm der RAD-Arzt Dr. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, ausführlich zu den Vorbringen in der Beschwerde Stellung. Dabei gelangte er im 
Wesentlichen zum Ergebnis, dass die Ausführungen des behandelnden Psychiaters die gut-
achterlichen Feststellungen nicht zu entkräften vermöchten. Es werde weder das Vorhandensein 
einer Depression oder einer Ängstlichkeit noch das Vorliegen von Sprachschwierigkeiten und 
körperlichen Beschwerden bestritten. Der Gutachter habe jedoch ausführlich dargelegt, dass 
keine IV-relevante Einschränkung des Funktionsniveaus und damit der Arbeitsfähigkeit bestehe. 
 
6.3.3  Mit Eingabe vom 5. November 2020 bzw. Replik vom 22. Januar 2021 legte der Be-
schwerdeführer weitere Berichte vor. Darin stellte u.a. Dr. D.____ in seinem Bericht vom 20. De-
zember 2020 die Diagnose eines chronischen Erschöpfungssyndroms (Chronic Fatigue Syn-
drome, CFS). Der Versicherte würde die entsprechenden Diagnosekriterien erfüllen. Er klage 
über eine anhaltende Müdigkeit und Schwäche in Ruhe und nur nach geringer körperlicher An-
strengung, chronische Muskelschmerzen, Spannungskopfweh, Schlafstörungen und die Unfähig-
keit zu entspannen. Der direkte Nachweis als Folge der Radio-Chemotherapie sei schwierig, aber 
nicht auszuschliessen. 
 
6.3.4  Am 2. Februar 2021 nahm Dr. K.____ u.a. zum vorgenannten Bericht Stellung. Er wies 
darauf hin, dass darin über die bekannten Beschwerden berichtet werde. Angesichts fehlender 
wegweisender Befunde sowie der bescheinigten Depression mit überlappenden Symptomen zum 
CFS fünf Jahre nach Abschluss der Tumorbehandlung und zehn Jahre nach der Chemotherapie, 
erscheine die Annahme eines CFS auch aus nicht onkologischer Sicht sehr weit hergeholt. Als-
dann seien die bestehenden Beschwerden bereits gutachterlich bewertet worden.  
 
7.1  Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 14. Septem-
ber 2020 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit im 
Wesentlichen auf das unter Erwägung 6.2.3 hiervor zitierte Gutachten von Dr. B.____ vom 
11. Februar 2020. Demzufolge ging sie davon aus, dass sowohl hinsichtlich der angestammten 
Tätigkeit als auch einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Leistungseinschränkung von 20% be-
stehe, weshalb die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Invalidenrente nicht erfüllt seien. Wie 
nachfolgend darzulegen sein wird, kommt diesem Gutachten – entgegen der Auffassung der Be-
schwerdegegnerin – keine ausschlaggebende Beweiskraft zu, so dass nicht darauf abgestellt 
werden kann.  
 
7.2.1  Dabei fällt insbesondere ins Gewicht, dass sich das Gutachten nicht hinreichend mit der 
gesundheitlichen Entwicklung seit der früheren ärztlichen Einschätzung im Referenzzeitpunkt 
auseinandersetzt (vgl. E. 5.4 hiervor). Hinsichtlich der Herleitung der Diagnose der depressiven 
Störung führte der Gutachter aus, dass die Stimmung des Exploranden gedrückt gewesen sei, 
wenn auch nicht länger dauernd. Die Stimmung könne auch wechseln, es sei auch eine bessere 
Stimmung möglich. Ein Interesseverlust könne nicht ausgemacht werden, der Explorand interes-
siere sich vielfältig und mache immer noch Musik. Es könne dadurch keine ausgesprochene 

 

 
 
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Freudlosigkeit begründet werden. Die subjektiv beklagte Ermüdbarkeit habe nicht objektiviert 
werden können. Den gutachterlichen Ausführungen zufolge wirkt sich die depressive Störung 
insofern auf die Arbeitsfähigkeit aus, als der Explorand durch die depressive Störung vermindert 
belastbar einzustufen und mit einer erhöhten Ermüdbarkeit zu rechnen sei. Er sei nicht in der 
Lage, Verantwortung zu übernehmen oder unter Zeitdruck zu arbeiten. Gestützt auf diese Aus-
führungen schliesst der Gutachter auf eine Leistungseinschränkung von 20%, wobei er festhält, 
dass diese Leistungseinschränkung schon seit mehreren Jahren bestehe, bereits 2012 sei eine 
entsprechende Einschränkung angenommen worden.  
 
Im direkten Vergleich der erhobenen Befunde in den Gutachten vom März 2012 und vom Februar 
2020 lässt sich indessen ein nicht unerheblich anderes Beschwerdebild feststellen. Der Versi-
cherte hatte 2012 noch vorwiegend unter den Folgen der Operation bzw. der Bestrahlung gelitten. 
Dabei hatte er geschildert, dass das Ganze ziemlich belastend gewesen sei, er aber einen Um-
gang damit finden und damit leben müsse. Sein Zustand sei wechselhaft, teilweise habe er viel 
Energie, dann wieder weniger. Demgegenüber berichtete er anlässlich der aktuellen Begutach-
tung, dass er sich nach einem halben Tag Arbeit erschöpft fühle und Konzentrationsprobleme 
habe. Ferner differieren auch die Aussagen hinsichtlich der Ängste und des Schlafs. Während er 
2012 eigentliche Ängste verneint und den Schlaf als "einigermassen gut" bezeichnet hatte, be-
richtete er im Rahmen der aktuellen Exploration, dass er sich niedergeschlagen fühle und manch-
mal Katastrophengedanken habe. Er fühle sich unter Druck und habe unter Stress Schwindelan-
fälle. Ferner habe er Angstgefühle und beginne zu schwitzen. Er habe Schlafstörungen und nur 
einen oberflächlichen Schlaf, weshalb er sich müde fühle.  
 
7.2.2 Damit sind die gutachterlichen Schlussfolgerungen, wonach (nach wie vor) von einer 
Arbeitsunfähigkeit von 20% auszugehen sei, beweismässig nicht hinreichend abgestützt und er-
heblich in Zweifel zu ziehen, zumal diese lediglich auf einer Untersuchungsdauer von 55 Minuten 
gründen. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt es zwar nicht auf die 
Dauer der Untersuchung an, sondern in erster Linie massgebend ist, ob die Expertise inhaltlich 
vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts vom 20. De-
zember 2018, 8C_354/2018, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend aber nicht der 
Fall. Die Zweifel an der Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen sind umso gewichtiger, 
als der Gutachter seine Aussage, wonach die subjektiv beklagte erhöhte Ermüdbarkeit nicht ob-
jektiviert werden könne, selbst durch den Zusatz ergänzt, dass diese Aussage angesichts der 
Untersuchungsdauer relativiert werden müsse (vgl. Gutachten, S. 6). Mit Blick auf die Ausführun-
gen von Dr. I.____ (vgl. E. 6.2.1 hiervor) vermag in diesem Kontext genauso wenig die Aussage 
zu überzeugen, wonach die angegebene Ermüdbarkeit nicht nachvollzogen werden könne, weil 
der Explorand die Müdigkeit nach einem halben Tag Arbeit angebe und sich gleichwohl tagsüber 
zu beschäftigen und zu aktivieren versuche. Unklar bleibt dabei auch, ob dem Gutachter die Tat-
sache bewusst war, dass sich das vom Versicherten zu 50% ausgeübte Pensum stets auf einen 
Arbeitsversuch bzw. eine geschützte Arbeitsstelle bezog. Sodann hält der Gutachter im Wider-
spruch zu seinen Ausführungen im Rahmen der Befunderhebung fest, dass er während der Un-
tersuchungsdauer keine Aufhellung der Stimmung beim Exploranden habe ausmachen können 
(vgl. Gutachten, S. 5). Weitere Zweifel ergeben sich vorliegend aus den Feststellungen von Dr. 
I.____ in seinem Bericht vom 29. November 2018 (vgl. E. 6.2.1 hiervor). Der Gutachter begnügt 

 

 
 
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sich diesbezüglich lediglich mit dem Hinweis, wonach die Berichte von Dr. I.____ etwas knapp-
gehalten seien und die darin gestellten Diagnosen nicht begründet würden. Indessen setzt er sich 
mit den darin geschilderten Einschätzungen des Behandlers, namentlich mit der Feststellung, 
wonach sich der tatsächliche psychische Zustand erst ergebe, nachdem es gelinge hinter die 
Fassade des Versicherten zu blicken, in keiner Weise auseinander. Damit vermag er die Ausfüh-
rungen des Behandlers nicht zu entkräften, wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht. 
Dies umso weniger, als der Gutachter selbst darauf hinweist, dass die Persönlichkeit des Versi-
cherten schwer zu eruieren sei und dieser in seinen Angaben eher etwas knapp und verschlossen 
sowie teilweise undifferenziert wirke, ohne in dieser Hinsicht aber weitere Abklärungen zu tätigen.  
 
7.3 Zusammenfassend ist das Gutachten von Dr. B.____ als nicht beweiskräftig zu bezeich-
nen. Die depressive Problematik an sich bzw. deren Ausmass bleibt unklar. Auch das Vorliegen 
einer generalisierten Angststörung vermag der Gutachter nicht schlüssig und nachvollziehbar 
auszuschliessen. In formeller Hinsicht lässt zusätzlich Ziffer 3.1 (Spontane Angaben der versi-
cherten Person im Rahmen eines offenen Interviews), die mit dem Hinweis "keine Angaben" ver-
sehen worden ist, an der Qualität des Gutachtens zweifeln. Die ohne jegliche weitere Begründung 
versehene Bemerkung lässt viel Interpretationsspielraum zu, wobei unklar bleibt, ob sich der Ver-
sicherte hierzu nicht äussern wollte oder konnte. Insgesamt erweist sich der psychische Gesund-
heitszustand des Versicherten und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als nicht rechts-
genüglich abgeklärt. 
 
8. Dessen ungeachtet finden sich in den vorliegenden Akten – darin ist dem Beschwerde-
führer ebenfalls beizupflichten – verschiedentlich Hinweise, wonach die wiederholt erhobene 
Müdigkeit des Versicherten (zusätzlich) auf einer somatischen Ursache gründen könnte (vgl. z.B. 
Bericht von Dr. F.____ vom 11. August 2019, IV-act. 106). So weist auch Dr. B.____ hinsichtlich 
der Körperbeschwerden darauf hin, dass diesbezüglich vorwiegend eine somatische Beurteilung 
notwendig wäre. Nach Auffassung des Gutachters würden sich die Beschwerden im Mundbereich 
durch die Behandlungen im Zusammenhang mit dem Karzinom erklären lassen. Dies stelle je-
doch keine Erklärung für die Gliederschmerzen des Exploranden dar. Ferner hält Dr. I.____ in 
seinem Bericht vom 9. Oktober 2020 fest, dass hinsichtlich der persistierenden körperlichen Be-
schwerden an den Extremitäten und den Gelenken eine neurologische Abklärung angezeigt 
wäre, da dieselben aus psychiatrischer Sicht nicht beurteilt werden könnten. Die Zweifel an einer 
somatischen Beteiligung werden auch nicht dadurch ausgeräumt, dass Dr. B.____ mangels ent-
sprechender Berichte eine gewisse somatoforme Überlagerung annimmt, zumal es den gut-
achterlichen Schlussfolgerungen ohnehin an der erforderlichen Beweiskraft fehlt. In diesem Sinne 
vermögen denn auch die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdegegnerin bzw. ihres 
RAD nicht zu überzeugen, denen zufolge die bestehenden Beschwerden bereits gutachterlich 
bewertet worden seien und keine IV-relevante Einschränkung des Funktionsniveaus habe aus-
gemacht werden können (vgl. E. 6.3.2 und 6.3.4 hiervor). Alsdann steht angesichts der erfolgten 
Radio-Chemotherapie mit Blick auf die Müdigkeitsproblematik durchaus die Möglichkeit eines 
CFS im Raum (vgl. 6.3.3 hiervor). Wenngleich der vorliegenden medizinischen Aktenlage zufolge 
der Einäugigkeit und den Artikulationsschwierigkeiten lediglich in qualitativer Hinsicht in Form 
eines eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt 
werden, so gilt es doch zu berücksichtigen, dass die Ressourcen des Beschwerdeführers 

 

 
 
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dadurch bereits erheblich geschmälert werden. Auch dieser Aspekt hat im Sinne einer – die psy-
chischen und somatischen Beeinträchtigungen umfassenden – Gesamtbeurteilung vorliegend zu 
wenig Würdigung erfahren. 
 
9.  Nach dem Gesagten erlauben die vorliegenden Akten weder eine zuverlässige Beurtei-
lung des medizinischen Sachverhalts noch eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit. Es ist im Hinblick auf eine abschliessende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit eine die psy-
chischen und somatischen Beeinträchtigungen umfassende Gesamtbeurteilung erforderlich. 
Nachdem die Beschwerdegegnerin eine solche unterlassen hat, ist sie ihrer – aus dem Untersu-
chungsgrundsatz resultierenden – Pflicht nicht nachgekommen, die Abklärungen umfassend und 
unter Berücksichtigung aller gesundheitlichen Beschwerden vorzunehmen. Die Abklärungser-
gebnisse aus dem Verwaltungsverfahren sind nicht ausreichend beweiskräftig, der relevante me-
dizinische Sachverhalt bedarf vielmehr weiterer Abklärung. Die Angelegenheit ist daher an die 
IV-Stelle zurückzuweisen, welche den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versi-
cherten durch ein polydisziplinäres Gutachten, welches – mindestens – die Fachbereiche Psy-
chiatrie, Neurologie und Onkologie umfasst, abklären zu lassen hat. Über die Frage, ob aus me-
dizinischer Sicht allenfalls noch weitere Abklärungen in anderen Fachrichtungen erforderlich sind, 
werden die beauftragten Gutachter zu befinden haben.  
 
10.  Im Ergebnis ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtene Ver-
fügung vom 14. September 2020 aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im 
Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft 
zurückzuweisen ist.  
 
11.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene 
Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht 
die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende 
Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
11.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsge-
richt kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, 
in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem 
Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende 
Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- sind der 
IV-Stelle aufzuerlegen.  
 

 

 
 
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11.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf 
Ersatz ihrer Parteikosten. Dem obsiegenden Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschä-
digung zulasten der IV-Stelle zuzusprechen. In der Honorarnote vom 22. Januar 2021 hat der 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von insgesamt 20 Stunden und 25 Minu-
ten geltend gemacht. Dieser Aufwand ist in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und 
Rechtsfragen zu hoch. Dabei erweisen sich die von ihm geltend gemachten Bemühungen für das 
Ausarbeiten der Beschwerde (inkl. Aktenstudium) im Umfang von über 14 Stunden im Vergleich 
zu gleichgelagerten Fällen als deutlich überzogen. Diese sind deshalb um fünf Stunden zu kür-
zen. Ferner finden sich in der der Honorarnote beigelegten Deservitenkarte auch kleinere Bemü-
hungen, welche auf den Kontakt des Rechtsvertreters mit der Rechtsschutzversicherung zurück-
zuführen sind. Dieser Aufwand würde im Falle einer nicht Rechtsschutz versicherten Person nicht 
anfallen und kann daher nicht berücksichtigt werden. Aus diesem Grund sind die Bemühungen 
im Zusammenhang mit der Rechtsschutzversicherung im Umfang von insgesamt 15 Minuten 
ebenfalls in Abzug zu bringen. Damit ergibt sich ein zu berücksichtigender Aufwand von insge-
samt 15 Stunden und 10 Minuten. Die Bemühungen sind zu dem vom Rechtsvertreter geltend 
gemachten Stundenansatz von Fr. 240.-- zu entschädigen. Die Beschwerdegegnerin hat dem 
Beschwerdeführer demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4’023.10 (15,16 Stun-
den à Fr. 240.-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 95.50 sowie 7.7% Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen.  
 
12. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) –  nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfecht-
bar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen 
zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittel-
belehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 14. September 2020 auf-
gehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle 
Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'023.10 (inkl. Auslagen und 7.7% 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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