# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bec586b-672e-5dbc-b0e5-e78a6c91e40d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.08.2009 IV 2009/23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-23_2009-08-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/23

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.07.2020

Entscheiddatum: 26.08.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2009
Art. 17 ATSG. Der Versicherten wurde mit rechtskräftigem Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (IV 2007/142) eine 
Umschulung zur Planerin Marketingkommunikation mit eidg. Fachausweis 
zugesprochen. Aus mehreren Gründen entscheidet sie sich jedoch 
stattdessen für eine ihren Bedürfnissen unterdessen besser angepasste, 
günstigere Umschulung in Form von Computerkursen im grafischen Bereich. 
Diese sind anstelle der bewilligten Umschulung von der IV zu übernehmen, 
da die Eingliederungswirksamkeit als gegeben erscheint und das neue 
Berufsziel den gesundheitlichen Einschränkungen nicht schlechter 
Rechnung trägt als das alte (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 26. August 2009, IV 2009/23).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 26. August 2009

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, Gäuggelistrasse 16/

Brunnenhof, Postfach 545, 7002 Chur,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

berufliche Massnahmen

Sachverhalt:

A.   

A.a S.___, Jahrgang 1976, ist seit einem Autounfall im Jahr 2002 in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Mit Verfügungen vom 8. April 2004, 24. September 

2004 und 25. April 2005 bewilligte ihr die IV-Stelle Umschulungen zur Technischen 

Kauffrau und zur Planerin Marketingkommunikation mit eidgenössischem Fachausweis. 

Wegen mangelnder Werbepraxis wurde die Versicherte schliesslich nicht zur 

eidgenössischen Berufsprüfung zugelassen. Die IV-Stelle bezeichnete die Umschulung 

mit Verfügung vom 27. Februar 2007 auch ohne eidgenössischen Fachausweis für 

erfolgreich abgeschlossen, wogegen sich die Versicherte mit Beschwerde vom 

29. März 2007 beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wehrte. Dieses hiess 

die Beschwerde mit Urteil vom 29. Januar 2008 gut und wies die Sache zur 

Weiterführung der beruflichen Eingliederung bis zum eidgenössischen Fachabschluss 

an die IV-Stelle zurück. Betreffend die Einzelheiten des Sachverhalts sei auf den 

Entscheid EL 2007/142 vom 29. Januar 2008 verwiesen.

A.b Am 11. April 2008 erkundigte sich die Versicherte bei der IV-Stelle nach dem 

weiteren Vorgehen. Sie arbeite weiterhin bei der A.___ AG im Bereich Administration/

Grafik. Statt die Weiterführung der Ausbildung zur Planerin Marketingkommunikation 

würde sie lieber konkrete Kurse im grafischen Bereich absolvieren, da sie hiervon den 

grösseren Nutzen hätte. Die Kosten wären zudem tiefer als diejenigen der Fortsetzung 

der ursprünglich geplanten Ausbildung (IV-act. 216). Mit E-Mail vom 29. Juli 2008 

sandte die Versicherte dem zuständigen IV-Berufsberater einen Zeitplan mit von ihr 

gewünschten 17 Grafikkursen am gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum 

St. Gallen inkl. Kostenzusammenstellung (gesamthaft Fr. 8'925.-; IV-act. 224; 228-2). 

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Im Zwischenbericht vom 12. August 2008 hielt der IV-Berufsberater fest, nach der 

Weiterbildung in der Anwendung der Grafikprogramme werde die Versicherte weiterhin 

etwa 90% ihrer Arbeitszeit am Bildschirm verbringen. Demgegenüber gebe es als 

Kauffrau resp. Planerin Marketingkommunikation Arbeitsstellen mit bedeutend weniger 

Arbeitszeit vor dem Bildschirm. Der Anteil an Besprechungen und Beratungen könne 

bis zu 50% betragen. Aus berufsberaterischer Sicht könne mit einer sechsmonatigen 

Einarbeitung als Kauffrau resp. Planerin Marketingkommunikation auch ohne eidg. 

Fachausweis ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erwirtschaftet werden 

(IV-act. 231-1). Der zuständige Arzt des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes 

(RAD) Dr. med. B.___ wies in seiner Stellungnahme vom 3. September 2009 darauf hin, 

dass aus neuropsychologischer Sicht von Tätigkeiten mit einem hohen Anteil an 

Bildschirmtätigkeit abgeraten werden müsse. Medizinisch sei nachvollziehbar, dass die 

Versicherte in einer solchen nicht angepassten Tätigkeit nicht mehr als 50% arbeiten 

könne. Aufgrund der neuropsychologischen Befunde sei bei der Tätigkeit als Planerin 

Marketingkommunikation von einer Arbeitsfähigkeit von 60% auszugehen. Die am 

besten geeignete Tätigkeit mit einer Arbeitsfähigkeit von 70% sei jene als 

kaufmännische Angestellte (IV-act. 235-2).

A.c Mit Vorbescheid vom 13. Oktober 2008 kündigte die IV-Stelle die Verneinung eines 

Leistungsanspruchs für die beantragten beruflichen Massnahmen im grafischen 

Bereich an (IV-act. 241). Im Einwand vom 7. November 2008 beteuerte Rechtsanwalt 

lic. iur. Martin Suenderhauf in Vertretung der Versicherten, diese werde sich beim 

Schweizerischen Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation 

(SAWI), Dübendorf, betreffend Fortsetzung der Umschulung zur Planerin 

Marketingkommunikation erkundigen. Auf ihre Bedürfnisse besser zugeschnitten wäre 

aber die Zusprache der beantragten Grafikkurse (IV-act. 243-2 f.). Mit Schreiben vom 

20. November 2008 informierte der Rechtsvertreter die IV-Stelle darüber, dass sich die 

Ausbildung zur Planerin Marketingkommunikation, neu Kommunikationsplanerin, 

massgeblich verändert habe. Um überhaupt zur eidg. Prüfung zugelassen zu werden, 

müsste die Versicherte vorerst eine sog. Markom-Ausbildung absolvieren, die mit 

einem eidg. Diplom abgeschlossen werden müsste. Danach müsste die Ausbildung 

Kommunikationsplaner fortgesetzt werden (IV-act. 244).

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A.d Mit Verfügung vom 11. Dezember 2008 verweigerte die IV-Stelle die 

Kostengutsprache für die beantragten beruflichen Massnahmen im grafischen Bereich. 

Die grafische Tätigkeit könne aufgrund der hohen visuellen Dauerbelastung aus 

medizinischer Sicht nicht unterstützt werden (act. G 1.1).

B.   

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters der 

Versicherten vom 23. Januar 2009. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung. Anstelle 

der Umschulung Planerin Marketingkommunikation seien der Beschwerdeführerin 

berufliche Massnahmen im grafischen Bereich (17 Kurse für insgesamt Fr. 8'875.-) 

unter gleichzeitiger Zusprache der gesetzlichen Taggelder zu bewilligen. Eventualiter 

sei die Sache zur weiteren Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die 

Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin habe neue berufliche Einsatzmöglichkeiten mit 

Schwerpunkt im grafischen Bereich erschlossen. Seit 2007 arbeite die 

Beschwerdeführerin zusehends mehr im grafischen Bereich und habe festgestellt, dass 

ihr diese Tätigkeit erheblich mehr zugesagt habe als das eigentliche Berufsfeld der 

Planerin Marketingkommunikation. Die Bildschirmarbeit bei der Tätigkeit als 

Desktoperin belaufe sich auf ca. 80%. Aufgrund des vielschichtigen 

Anforderungsprofils seien immer wieder Unterbrechungen von der Bildschirmarbeit 

möglich. In diesem Sinn bestehe keine visuelle Dauerbelastung. Die 

Beschwerdeführerin sei vom IV-Berufsberater ermuntert worden, mit den Kursen zu 

beginnen. Diese würden sich innert anderthalb Jahren bewältigen lassen. 

Einschränkungen in der beruflichen Tätigkeit würden sich voraussichtlich nur minimal 

ergeben. Die Beschwerdegegnerin habe längst Kenntnis davon gehabt, dass die 

Beschwerdeführerin bei der aktuellen Arbeitgeberin zu einem erheblichen Teil 

Bildschirmarbeit leisten müsse. Der Umfang der Bildschirmarbeit im Berufsfeld der 

Planerin Marketingkommunikation sei mindestens mit der aktuellen Belastung der 

Versicherten vergleichbar, allerdings mit der Einschränkung, dass mutmasslich kaum 

derart viele Arbeitsunterbrüche möglich wären, wie dies bei der aktuellen Arbeitgeberin 

gewährleistet sei. Es dürfte gerichtsnotorisch sein, dass selbst im kaufmännischen 

Sektor die Arbeit am Bildschirm mit Mehrfachbelastungen in der Regel mehr als 80% 

der Arbeitszeit ausmachen dürfte. Mit den beantragten Kursen lasse sich der Lohn der 

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Versicherten um 18.18% verbessern. Damit sei die Eingliederungswirksamkeit der 

modifizierten Umschulungsmassnahme offensichtlich gegeben. Mit einer Umschulung 

solle der Arbeitsplatz wenn möglich erhalten bzw. eine bestehende 

Arbeitsplatzsituation verbessert werden. Die beantragten beruflichen Massnahmen im 

grafischen Bereich würden dieser Forderung optimal entsprechen, was sich aus der 

Arbeitgeberbestätigung vom 8. August 2008 einwandfrei ergebe. Entgegen der Ansicht 

der Beschwerdegegnerin liege im Übrigen keine Restarbeitsfähigkeit von 70% vor; die 

Unzulänglichkeiten im asim-Gutachten vom 29. Dezember 2006, auf das die 

Beschwerdegegnerin abstelle, seien im gerichtshängigen UV-Verfahren (UV 2008/31) 

detailliert aufgezeigt worden. Selbst wenn die Auffassung der Beschwerdegegnerin 

betreffend Arbeitsfähigkeit zutreffen würde, könnte die Beschwerdegegnerin doch nur 

Teilzeit arbeiten. Stellenangebote im Bereich Kommunikationsplanung mit reduziertem 

Beschäftigungsumfang gebe es praktisch nicht. Auch im grafischen Bereich sei es 

extrem schwierig, Teilzeitanstellungen zu finden. Umso wichtiger sei der Erhalt der 

aktuellen Stelle. Die Fortsetzung der begonnenen Umschulung zur 

Kommunikationsplanerin erscheine aufgrund der in der Zwischenzeit veränderten 

rechtlichen Rahmenbedingungen nicht sachgerecht. Die Fortsetzung dieser Ausbildung 

beim SAWI koste insgesamt Fr. 16'240.-, würde von April 2009 bis Frühjahr 2011 

dauern und eine weit intensivere Prüfungsvorbereitung umfassen. Die Tätigkeit einer 

Kommunikationsplanerin entspreche heute im Übrigen nicht mehr den Vorstellungen 

der Beschwerdeführerin, sodass sie sich für eine derartige Weiterbildung nur noch 

schwer motivieren könnte. Sie habe auch nachvollziehbare Bedenken, eine derart 

anspruchsvolle berufsbegleitende Ausbildung bewältigen zu können, zumal die aktuelle 

Anstellung sie bereits an die Grenzen dessen bringe, was sie unter medizinischen 

Gesichtspunkten zu leisten in der Lage sei (act. G 1). Am 28. Januar 2009, 2. Februar 

2009 und 19. Februar 2009 reichte der Rechtsvertreter weitere Unterlagen zu den in 

Frage kommenden Umschulungsmassnahmen ein (act. G 3; 4 und 6).

B.b In der Beschwerdeantwort vom 30. März 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Dass der Berufsberater Kostengutsprache für die 

grafischen Kurse zunächst mündlich zugesichert haben solle, sei nicht aktenkundig. 

Aus dem Mailverkehr sei im Gegenteil ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin vor 

dem Besuch der ersten Kurse im August 2008 gewusst habe, dass die IV-Stelle noch 

nicht entschieden habe. Sie habe nämlich am 29. Juli 2008 den Berufsberater gebeten, 

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die Machbarkeit ihres Vorschlags zu prüfen. Zu diesem Zeitpunkt habe sie sich 

offenbar für gewisse Kurse aus eigener Initiative bereits angemeldet. Im Übrigen hätte 

die Beschwerdeführerin nach dem Besuch der grafischen Kurse keinen offiziellen 

Abschluss. Während der eidg. Abschluss Planerin Marketingkommunikation der 

Tertiärstufe zugeordnet sei, was sich in einem bedeutend höheren Lohn auswirken 

würde, sei der Beruf Desktoperin (Grafikerin) wie eine Anlehre/Lehre der Sekundarstufe 

II zugeordnet. Auch aus diesem Grund wäre die beantragte Umschulung nicht 

eingliederungswirksam (act. G 8).

B.c Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 1. Mai 2009 an ihren Anträgen 

festhalten. Bereits der vormalige Berufsberater habe sich im April 2008 dahingehend 

geäussert, dass nichts gegen die von der Beschwerdeführerin beabsichtigte Änderung 

der Umschulung sprechen würde. Anfangs August 2008 habe sich die 

Beschwerdeführerin erneut beim unterdessen zuständigen Berufsberater erkundigt, ob 

sie sich für die ersten, im August 2008 beginnenden Kurse einschreiben könne, was 

dieser explizit bestätigt habe. Die Beschwerdeführerin habe den Berufsberater gefragt, 

ob es nicht ein Risiko für sie darstelle, vor Vorliegen eines definitiven Entscheids der IV 

die Kurse zu besuchen, was dieser verneint und die Beschwerdeführerin gebeten habe, 

die Rechnungsstellung für die ersten Kurse an die SVA St. Gallen zu veranlassen. Nach 

wie vor sei unklar, in welcher Tätigkeit die Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 

70% sollte erreichen können (act. G 11).

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 19. Mai 2009 auf eine weitere 

Stellungnahme (act. G 13).

B.e Auf weitere Vorbringen der Parteien wird – sofern entscheidwesentlich – im 

Rahmen der Erwägungen eingegangen.

C.   

Am 22. April 2009 erhob der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zudem 

Beschwerde gegen eine Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11. März 2009, mit 

der diese den Anspruch auf Wartezeittaggeld seit 9. April 2006 abgewiesen hatte 

(Verfahren IV 2009/139; act. G 1; G 1.1.1).

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Erwägungen:

1.  

Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen in Form einer Umschulung mittels 17 

Computerkursen im Bereich Grafikprogramme. Nicht zum Anfechtungsgegenstand 

zählt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Taggelder. Die Frage des Anspruchs 

auf Wartezeittaggeld ab April 2006 bzw. auf Taggeld während der Umschulung zur 

Planerin Marketingkommunikation wird im Verfahren IV 2009/139 zu klären sein; das 

Verfahren wurde am 20. Juli 2009 formlos sistiert bis zum Vorliegen eines 

rechtskräftigen Entscheids im ebenfalls gerichtshängigen Verfahren UV 2008/31. Über 

einen allfälligen Taggeldanspruch während der beantragten, vorliegend zu 

beurteilenden Umschulung zur Desktoperin hat die Beschwerdegegnerin bisher nicht 

verfügt, weshalb auf den Antrag der Beschwerdeführerin, darüber im vorliegenden 

Verfahren mitzuentscheiden, mangels Anfechtungsgegenstands nicht eingetreten 

werden kann.

2.  

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. In 

zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 

Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 

Erw. 3.1.1; Urteil 8C_589/2007 vom 14. April 2008, Erw. 3). Die ursprüngliche 

Umschulung, jene zur Planerin Marketingkommunikation mit eidg. Fähigkeitsausweis, 

wurde unter der Rechtslage vor Inkrafttreten der 5. IVG-Revision verfügt. Die neu 

gewünschte Umschulung wurde nach deren Inkrafttreten 2008 beantragt, weshalb der 

entsprechende Anspruch grundsätzlich nach den geänderten Bestimmungen zu prüfen 

ist. In materieller Hinsicht haben sich die massgebenden Bestimmungen jedoch 

ohnehin nicht geändert.

3.  

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3.1  In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist vorab zu beachten, dass die Gutheissung im 

Gerichtsentscheid vom 29. Januar 2008 auf verfahrensrechtlichen Grundlagen beruhte: 

Der Beschwerdeführerin war rechtskräftig eine Umschulung zur Planerin 

Marketingkommunikation mit eidg. Fähigkeitsausweis zugesprochen worden. Aus 

verfahrensrechtlicher Perspektive war kein Rückkommenstitel gegeben. Mangels 

massgeblicher Veränderung des relevanten Sachverhalts konnte keine Anpassung 

erfolgen (Art. 17 Abs. 2 ATSG), mangels neuer Tatsachen und Beweismittel keine 

prozessuale Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) und mangels zweifelloser Unrichtigkeit der 

ursprünglichen Umschulungszusprache keine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG). 

Für eine eigentliche materielle Überprüfung des Anspruchs auf Umschulung zur 

Planerin Marketingkommunikation mit eidg. Fachausweis blieb entsprechend im 

Verfahren IV 2007/142 kein Raum.

3.2  Anstelle der Umsetzung der gerichtlich zugesprochenen Umschulung beantragt die 

Beschwerdeführerin nun eine neue Umschulung; sie möchte sich im Grafikbereich 

weiterbilden. Dieser Antrag stellt ein neues Leistungsgesuch dar, das umfassend 

materiell zu überprüfen ist.

 

4.  

4.1  Die Anspruchsvoraussetzungen für die Gewährung beruflicher Massnahmen, 

insbesondere einer Umschulung, wurden bereits im Entscheid IV 2007/142 dargelegt 

(insbesondere Erw. 3.1). Darauf wird verwiesen.

4.2  Zu prüfen ist in einem ersten Schritt die Eingliederungswirksamkeit der 

beantragten Grafikkurse. Der Berufsberater ging im Zwischenbericht vom 12. August 

2008 davon aus, dass die Arbeit als Grafikerin zu 90% am Bildschirm zu erfolgen habe. 

Demgegenüber gebe es als Kauffrau bzw. Planerin Marketingkommunikation 

Arbeitsstellen mit bedeutend weniger Arbeitszeit vor dem Bildschirm. Der Anteil an 

Besprechungen und Beratungen könne bis zu 50% betragen (IV-act. 231-1). 

Demgegenüber hielt die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin am 6. November 2008 

fest, sowohl bei der Arbeit als Desktoperin als auch bei jener als 

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Kommunikationsfachfrau belaufe sich die Computerarbeit auf 80%. Bei der 

Zweitgenannten sei die Doppelbelastung grösser. Die Kundenbetreuung sei als Junior 

Beraterin mit einem Pensum von 50% schwierig; in der Tätigkeit als Desktoperin 

bestünden mehr Einsatzmöglichkeiten für Teilzeittätigkeiten. Aus Sicht der 

Arbeitgeberin mache eine Beschäftigung der Beschwerdeführerin als Desktoperin mehr 

Sinn, vor allem, weil sie auch in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich als 

Desktoperin in der Agentur eingesetzt worden sei (IV-act. 243-5). Bereits am 22. Januar 

2007 hatte die Arbeitgeberin festgehalten, man habe die Beschwerdeführerin im 

Bereich Desktop anstellen können und habe bereits eine Schulung für das Programm 

QuarkXpress organisiert. Weitere Ausbildungen/Kurse wie Adobe In Design, Adobe 

Photoshop 1+2 sowie Adobe Illustrator wären aber noch nötig (IV-act. 260-18). Zur 

langfristigen Erhaltung des Arbeitsplatzes erscheinen die von der Beschwerdeführerin 

angestrebten bzw. offenbar unterdessen teilweise bereits selbst finanzierten 

Computerkurse folglich als angezeigt. Die grundsätzliche Eingliederungswirksamkeit 

der Kurse ist zu bejahen, zumal davon auszugehen ist, dass nicht nur bei der aktuellen 

Arbeitgeberin, sondern auch bei anderen Werbeagenturen fundierte Kenntnisse der 

gängigen Grafikprogramme notwendig sind.

4.3   

4.3.1 Die beantragte Massnahme muss im Weiteren für die Beschwerdeführerin 

geeignet sein. Gemäss asim-Gutachten vom 29. Dezember 2006 sind der 

Beschwerdeführerin sowohl Bürotätigkeit als auch andere leicht bis mittelschwer 

belastende Tätigkeiten zu 70% zumutbar (IV-act. 127-21). Bei der Tätigkeit als 

technische Kauffrau bzw. Planerin Marketingkommunikation müsse man unter 

Umständen von einer zusätzlichen Einbusse der Arbeitsfähigkeit von 10% ausgehen. 

Der Grund liege in der Notwendigkeit, im neuropsychologischen Fachgebiet eine 

erhöhte Dauerleistung erbringen zu müssen, worin die Beschwerdeführerin 

eingeschränkt sei (IV-act. 127-24). Im neuropsychologischen Teilgutachten war auf 

objektivierbare Funktionseinbussen in der Aufmerksamkeit, im Arbeitsgedächtnis und 

in der exekutiven Steuerung hingewiesen worden. Auch die beklagten 

Beeinträchtigungen visueller Basisleistungen wie optische Ermüdbarkeit und Störung 

der Hell-/Dunkeladaption wären mit der erlittenen milden traumatischen 

Hirnschädigung vereinbar. Aufgrund der neuropsychologischen Beeinträchtigungen sei 

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die Beschwerdeführerin in der mentalen Belastbarkeit leicht- bis mittelgradig 

eingeschränkt. Insbesondere gelinge es ihr nicht, die Qualität ihrer Arbeit über einen 

längeren Zeitraum konstant aufrecht zu erhalten. Selbst Bildschirmtätigkeiten mit 

Standardsoftware würden hohe Ansprüche an die visuelle Dauerbelastbarkeit, 

räumliche Verteilung der Aufmerksamkeit und räumliche Koordination von 

Wahrnehmung und motorischen Aktionen stellen, Funktionen also, die bei der 

Beschwerdeführerin Einschränkungen unterlägen. Dabei könnten schon geringfügige 

visuelle und räumliche Störungen erhebliche Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit 

bedeuten und eine ständige Kompensation solcher Störungen die zeitliche 

Belastbarkeit herabsetzen. Unter der Voraussetzung, dass Tätigkeiten unter Zeitdruck, 

Parallelbeanspruchungen und zeitlich ausgedehnte visuelle Beanspruchung 

weitestgehend vermieden werden sowie regelmässig Pausen eingelegt werden 

könnten, schätze man die Arbeitsfähigkeit auf 60-70% (IV-act. 127-17).

4.3.2 Im vorliegenden Verfahren kann offen bleiben, ob unter Idealbedingungen eine 

Tätigkeit im Ausmass von 10-20% über der effektiv ausgeübten 50%-Tätigkeit möglich 

ist. Die Beschwerdeführerin rügt zu Recht, dass eine solche ideale Tätigkeit von Seiten 

der Beschwerdegegnerin nie genau definiert wurde; entsprechend fehlen auch 

Angaben zum mutmasslich in einer solchen Tätigkeit erzielbaren Einkommen. 

Naheliegenderweise ist primär an einfache und repetitive Tätigkeiten zu denken, bei 

denen den erkannten Einschränkungen optimal Rechnung getragen werden könnte. Im 

tiefsten Anforderungsniveau verdienten Frauen im Jahr 2006 gemäss der vom 

Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 

demgegenüber Fr. 50'278.- bei Vollzeitbeschäftigung, was angepasst an die 

Nominallohnentwicklung im Jahr 2008 gut Fr. 51'000.- ergibt; dies entspräche beim 

maximal möglichen Pensum von 70% einem Jahreseinkommen von Fr. 35'700.-. In der 

Tätigkeit als Technische Kauffrau hätte die Beschwerdeführerin voraussichtlich 

ebenfalls überwiegend Bildschirmarbeit zu leisten. Zudem wäre sie aufgrund der 

genannten neuropsychologischen Einschränkungen gegenüber einer gesunden 

Konkurrentin deutlich benachteiligt, was sich zweifellos in ihren Lohnerwartungen 

niederschlagen würde. Orientiert man sich an den Salärempfehlungen des 

Kaufmännischen Verbands, könnte die Beschwerdeführerin realistischerweise ein 

Einkommen im unteren Bereich der Funktionsstufe B erreichen, bleibt doch ihre 

Ausbildung hinter einer eigentlichen zweijährigen Bürolehre zurück und sind ihre 

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Kapazitäten insbesondere in Bezug auf ihre Belastbarkeit eingeschränkt. Im Jahr 2007 

wäre die Lohnerwartung gemäss den Empfehlungen des KV Schweiz folglich bei 

Fr. 51'017.- bzw. bei einem möglichen Pensum von 70% bei Fr. 35'712.- gelegen. 

Demgegenüber könnte die Beschwerdeführerin nach Absolvierung der beantragten 

Grafikkurse gemäss Angaben der Arbeitgeberin beim Pensum von 50% ein 

Jahreseinkommen von Fr. 42'250.- erzielen (IV-act. 228-1). Auch wenn die aktuelle 

Tätigkeit der Beschwerdeführerin zu 80% aus Bildschirmarbeit besteht, was aus 

medizinischer Sicht wohl nicht ganz ideal ist, so ist doch nicht ersichtlich, mit welcher 

der gesundheitlichen Situation besser angepassten Alternative sie ihrer 

Schadenminderungspflicht in grösserem Ausmass sollte nachkommen können. 

Zumindest das Pensum von 50% kann die Versicherte auch bei der aktuellen Tätigkeit 

mit Schwerpunkt Bildschirmarbeit erfüllen. Sie dazu zu zwingen, diese Tätigkeit 

aufzugeben, um irgendeine andere, dem Leiden möglicherweise minimal besser 

angepasste Umschulung zu absolvieren, erscheint insgesamt weder als zielführend 

noch als verhältnismässig.

4.3.3 Die Beschwerdeführerin hat abgeklärt, unter welchen Voraussetzungen sie die 

Ausbildung zur Planerin Marketingkommunikation mit eidg. Fachausweis abschliessen 

könnte. Dabei musste sie feststellen, dass das Bundesamt für Berufsbildung und 

Technologie seit 2008 zu den bereits bestehenden Anforderungen für die Zulassung 

zur eidg. Prüfung das vorgängige Absolvieren einer sog. Markom-Ausbildung 

vorschreibt. Dieser Basiskurs ist auch mit eidg. Diplom abzuschliessen. Der 

Bereichsleiter Kommunikation, Sponsoring & Events des SAWI zeigte ihr am 

13. November 2008 auf, dass sie bis zum eigentlichen eidg. Abschluss zur 

Kommunikationsplanerin noch eine etwa zweijährige Ausbildung durchschreiten 

müsste (IV-act. 260-95). Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführerin 

unterdessen ohnehin die Grafikarbeit besser gefällt und sie von ihrer Arbeitgeberin 

auch in diesem Bereich eingesetzt wird, erscheint es als nachvollziehbar, dass bei ihr 

die Motivation für die Ausbildung zur Kommunikationsplanerin mit eidg. Fachausweis 

nicht mehr vorhanden ist. Von der medizinischen Seite her wäre diese Ausbildung 

aufgrund der höheren Anforderungen und sicherlich grösseren Belastungen denn auch 

eher schlechter geeignet als jene zur Desktoperin. Auch betreffend Quantität der 

Bildschirmarbeit ergäben sich wohl keine Vorteile. Die Geeignetheit der Grafikkurse, die 

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berufliche Eingliederung der Versicherten zu gewährleisten und langfristig zu sichern, 

ist folglich zu bejahen.

4.4  Im Übrigen muss sich die Beschwerdeführerin nicht entgegenhalten lassen, die 

beantragte Weiterbildung sei deutlich höherwertig als die angestammten 

Berufstätigkeiten als Tierpflegerin oder technische Kauffrau. Zwar ist eine gewisse 

Höherwertigkeit nicht ganz von der Hand zu weisen, zumal die Verdienstmöglichkeiten 

der Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Desktoperin besser zu sein scheinen. 

Andererseits ist zu beachten, dass die tendenziell anspruchsvollere Tätigkeit der 

Desktoperin zu einer besseren Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit führt (vgl. etwa 

Entscheid I 766/05 des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 22. November 

2006, Erw. 3.3; ZAK 1988 467).

4.5  Insgesamt ist die Übernahme der Grafikkurse durch die Beschwerdegegnerin 

sowohl verhältnismässig als auch sonst angemessen, zumal die 

Eingliederungswirksamkeit als gegeben betrachtet werden kann. Der 

Beschwerdeführerin ist folglich für die beantragten 17 Kurse Kostengutsprache zu 

erteilen.

5.  

5.1  Die Beschwerde ist gemäss den vorstehenden Erwägungen unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 11. Dezember 2008 gutzuheissen, soweit darauf 

einzutreten ist. Die Beschwerdeführerin hat im Sinn der Erwägungen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen durch Bewilligung der 17 beantragten Computerkurse. Auf das 

Gesuch, über den Taggeldanspruch während dieser Umschulung mitzuentscheiden, ist 

mangels Anfechtungsgegenstands nicht einzutreten.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt, sodass ihr als nicht von der 

Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher 

bis

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Anstalt die ganze Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist. Der Beschwerdeführerin ist der von 

ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückzuerstatten.

5.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird 

(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint 

eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 

11. Dezember 2008 gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die 

Beschwerdeführerin hat Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinn der beantragten 

Computerkurse.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss in derselben Höhe wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2009
	Art. 17 ATSG. Der Versicherten wurde mit rechtskräftigem Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (IV 2007/142) eine Umschulung zur Planerin Marketingkommunikation mit eidg. Fachausweis zugesprochen. Aus mehreren Gründen entscheidet sie sich jedoch stattdessen für eine ihren Bedürfnissen unterdessen besser angepasste, günstigere Umschulung in Form von Computerkursen im grafischen Bereich. Diese sind anstelle der bewilligten Umschulung von der IV zu übernehmen, da die Eingliederungswirksamkeit als gegeben erscheint und das neue Berufsziel den gesundheitlichen Einschränkungen nicht schlechter Rechnung trägt als das alte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. August 2009, IV 2009/23).

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		2025-07-19T14:32:55+0200
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