# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cc393cd-433f-5ee6-ad18-c496ba5ec770
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.07.2020 730 19 57 / 185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_730-19-57---185_2020-07-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. Juli 2020 (730 19 57 / 185) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Krankenversicherung 

 

 

Keine Kostenübernahme der zahnärztlichen Behandlung gestützt auf Art. 31 KVG in Ver-

bindung mit Art. 17 KLV. Eine bimaxilläre Umstellungsosteotomie stellt keine wirksame 

Behandlung einer Diskusluxation im krankenversicherungsrechtlichen Sinne dar. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Daniela Buser 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Pascal Riedo, Advokat, 
Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz 

  
 
gegen 
 
 

 Progrès Versicherungen AG, Recht & Compliance, Postfach, 
8081 Zürich, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. Die 1992 geborene A.____ ist bei der Progrès Versicherungen AG (Progrès) obligato-
risch krankenpflegeversichert. Sie litt an einem zirkulär offenen Biss mit daraus resultierenden 
Kiefergelenksproblemen. Nach einer kieferorthopädischen Vorbehandlung war eine bimaxilläre 
Umstellungsosteotomie indiziert, weshalb der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. dent. B.____, 
FMH Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, mit Gesuch vom 2. März 2018 bei der Progrès um 

 
 
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Kostenübernahme dieser Behandlung ersuchte. Im Rahmen der medizinischen Abklärungen un-
terbreitete die Progrès das Dossier dem Vertrauensarzt Dr. med. C.____, FMH Mund,- Kiefer- 
und Gesichtschirurgie. Mit Verfügung vom 22. August 2018 lehnte die Progrès die Kostenüber-
nahme für die Behandlung ab. Daran hielt sie nach durchgeführtem Einspracheverfahren mit Ent-
scheid vom 17. Januar 2019 fest. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, es handle sich 
vorliegend um eine zahnärztliche Behandlung, welche primär der Korrektur der Kieferfehlstellung 
und der damit zusammenhängenden Verbesserung der Kaufähigkeit diene. Die Voraussetzun-
gen zur Kostenübernahme aufgrund der bestehenden Dysgnathie seien nicht gegeben, da dar-
aus keine schwere Störung des Schluckens resultiere. Zwar würde mit der Diskusluxation eine 
leistungsbegründende Erkrankung des Kausystems vorliegen, jedoch erweise sich die geplante 
Behandlung als nicht wirksam im krankenversicherungsrechtlichen Sinne. Demzufolge bestehe 
keine Leistungspflicht. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Pascal Riedo, 
am 20. Februar 2019 Beschwerde am Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte in Aufhebung des angefochtenen 
Entscheids die Kostenübernahme für die geplante kieferorthopädische/-chirurgische Behand-
lung. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme von weiteren Abklärungen und entspre-
chender Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ihre Anträge begründete sie damit, 
dass es sich beim geplanten Eingriff um eine ärztliche Behandlung handle, zumal die therapeuti-
sche Zielsetzung in der Entlastung der Kiefergelenke und der Kiefermuskulatur und der organi-
sche Ansatzpunkt am Kiefer und nicht an den Zähnen oder am Zahnhalteapparat liege. Damit sei 
eine Leistungspflicht der Progrès ausgewiesen. Sollte hingegen von einer zahnärztlichen Be-
handlung ausgegangen werden, sei die Leistungspflicht ebenfalls zu bejahen. Diesbezüglich wür-
den die Voraussetzungen einer Kostenübernahme aufgrund einer Dysgnathie mit schweren 
Schluckstörungen, einer Diskusluxation sowie einer Kiefergelenksarthrose vorliegen. Die Progrès 
sei ihrer Leistungspflicht folglich zu Unrecht nicht nachgekommen. 
 
C. Am 26. März 2019 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer kieferchirurgischen Um-
stellungsosteotomie. 
 
D. Die Progrès schloss mit Vernehmlassung vom 8. Mai 2019 auf Abweisung der Be-
schwerde. Sie hielt dabei im Wesentlichen an der Begründung im Einspracheentscheid vom 
17. Januar 2019 fest. In Ergänzung dazu führte sie an, dass die geplante Behandlung nicht im 
Zusammenhang mit der Kiefergelenksarthrose stehe, weshalb auch aufgrund dieser Erkrankung 
keine Leistungspflicht bestehe. 
 
E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. Mai 2019 erwog die instruierende Präsidentin 
des Kantonsgerichts, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die 
vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich und deshalb ein gerichtliches Gutachten bei 
Dr. med. dent. D.____, FMH Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, in Auftrag zu geben sei. Die-
ses erging am 12. Oktober 2019.  
 

 
 
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F. Mit Stellungnahme vom 21. November 2019 hielt die Progrès an ihrem Antrag auf Abwei-
sung der Beschwerde fest. Sie führte aus, dem Gutachten komme kein Beweiswert zu, weshalb 
auf dieses nicht abgestellt werden könne. Die Beschwerdeführerin hielt ihrerseits mit Stellung-
nahme vom 23. Dezember 2019 fest, dass der Gutachter Dr. D.____ die durch den behandelnden 
Arzt Prof. Dr. B.____ erhobenen Diagnosen nicht nur bestätigt, sondern darüber hinaus auch eine 
eingeschränkte Kaufunktion und eine Schluckstörung festgestellt habe. Die stabile Okklusion des 
Bisses würde ausserdem die notwendige Basis für eine planbare Behandlung des Kiefers dar-
stellen, womit die Notwendigkeit, Zweckmässigkeit und Wirksamkeit der Behandlung ausgewie-
sen sei.  
 
G. Die Progrès hielt mit Eingabe vom 17. Januar 2020 vollumfänglich an ihrem Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde fest. Ergänzend brachte sie vor, dass keine wissenschaftliche Evi-
denz bestehe, wonach die kieferorthopädische Behandlung des offenen Bisses eine wirksame 
Behandlung der Diskusluxation oder der Kiefergelenksbeschwerden darstellen würden. Die Be-
schwerdeführerin hielt mit Stellungnahme vom 3. Februar 2020 dagegen, auf das Gutachten von 
Dr. D.____ vom 12. Oktober 2019 könne abgestellt werden, zumal die Wirksamkeit der Behand-
lung ausgewiesen sei. 
 
H. Mit Schreiben vom 25. Februar 2020 erwog das Kantonsgericht, dass nach wie vor strittig 
sei, ob die kieferorthopädische Behandlung der Versicherten als notwendig, zweckmässig und 
wirksam anzusehen sei. Auch sei unklar, ob eine schwere Störung des Schluckens im Sinne von 
Art. 17 lit. f. Ziff. 2 KLV vorliege oder nicht. Da sich das Gericht ohne weitere fachmedizinische 
Einschätzung nicht in der Lage sah, die erwähnten Fragen zu klären, unterbreitete es diese dem 
Gutachter Dr. D.____. Die ergänzende Stellungnahme zum medizinischen Gutachten von 
Dr. D.____ erging am 22. März 2020. 
 
I. Die Beschwerdeführerin bekräftigte mit Eingabe vom 30. April 2020 wiederum, dass die 
Wirksamkeit der orthognathen Chirurgie mit Blick auf die ergänzende Stellungnahme von 
Dr. D.____ vom 22. März 2020 ausgewiesen sei, schliesslich hätten sich die beklagten Be-
schwerden durch den Eingriff verbessert. Damit bestehe Anspruch auf Kostenübernahme durch 
den obligatorischen Krankenpflegeversicherer. Demgegenüber wendete die Progrès in ihrer Stel-
lungnahme vom 29. April 2020 ein, die Wirksamkeit von kieferchirurgischen Korrekturen des of-
fenen Bisses in Bezug auf Kiefergelenksprobleme sei äusserst umstritten, wobei die bimaxilläre 
Umstellungsosteotomie nicht die standardmässige Behandlung einer Diskusluxation darstelle. 
Eine wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit dieser Behandlung sei demzufolge nicht aus-
gewiesen. 
 
Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen. 
 
 
  

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.  Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) 
vom 18. März 1994 auf die Krankenversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Krankenversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons-
gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche-
rungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden aus dem Bereich der 
Krankenversicherung. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde 
zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten 
vom 20. Februar 2019 ist demnach einzutreten.  
 
2. Strittig ist vorliegend, ob die Progrès die Kostenübernahme für eine kieferorthopädische 
Vorbehandlung mit anschliessender bimaxillärer Umstellungsosteotomie im Rahmen der obliga-
torischen Krankenversicherung zu Recht abgelehnt hat. 
 
2.1 Gemäss Art. 25 ff. KVG gelten die Kosten für Leistungen, die der Diagnose oder Be-
handlung einer Krankheit und deren Folgen dienen, als Pflichtleistung der obligatorischen Kran-
kenpflegeversicherung. Die Kosten von zahnärztlichen Behandlungen werden von der obligatori-
schen Krankenpflegeversicherung dagegen nur übernommen, wenn diese – alternativ – durch 
eine schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG), durch 
eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen bedingt (Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG) oder zur 
Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig sind (Art. 31 
Abs. 1 lit. c KVG).  
 
2.2 In Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG wurde der Bundesrat beauftragt, unter anderem die Leis-
tungen nach Art. 31 Abs. 1 lit. a - c KVG für zahnärztliche Behandlungen näher zu bezeichnen 
oder diese Aufgabe dem Departement oder dem Bundesamt zu übertragen. Der Bundesrat 
machte von dieser Befugnis zur Übertragung der Aufgabe Gebrauch und gab dem Departement 
des Innern (EDI) den Auftrag, die zahnärztlichen Behandlungen gemäss Art. 31 Abs.1 KVG nach 
Anhören der zuständigen Kommission zu bezeichnen (Art. 33 lit. d der Verordnung über die Kran-
kenversicherung [KVV] vom 27. Juni 1995). 
 
2.3 Das EDI listet in der von ihm erlassenen Verordnung über Leistungen der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung (KLV) vom 29. September 1995 die fraglichen zahnärztlichen Be-
handlungen in den Art. 17-19 auf. Art. 17 KLV bezeichnet die schweren, nicht vermeidbaren Er-
krankungen des Kausystems, deren zahnärztliche Behandlungen von der obligatorischen Kran-
kenpflegeversicherung zu übernehmen sind. Art. 18 KLV listet die schweren Allgemeinerkrankun-
gen und ihre Folgen auf, die zu zahnärztlichen Behandlungen führen können und deren Kosten 

 
 
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von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu tragen sind. Art. 19 KLV nennt schliesslich 
jene schweren Allgemeinerkrankungen, bei denen die zahnärztliche Massnahme einen notwen-
digen Bestandteil der ärztlichen Behandlung darstellt. Die in der KLV enthaltene Liste der Erkran-
kungen, welche zu einer Pflichtleistung der Krankenkasse führen, ist gemäss der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung abschliessend konzipiert (BGE 130 V 464 E. 2.3, 127 V 328 E. 3a, 
127 V 339 E. 3b und 124 V 185 E. 4). Diese Praxis hat zur Folge, dass zahnärztliche Behandlun-
gen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung nicht übernommen werden, wenn die 
Krankheit, welche den Anlass zur zahnärztlichen Behandlung gibt, in den Art. 17-19 KLV nicht 
erwähnt ist (BGE 128 V 59 E. 2c). Da zahnärztliche Behandlungen grundsätzlich keine Pflicht-
leistungen nach KVG auslösen, stellen die Bestimmungen der Art. 17-19 KLV somit Ausnahmere-
gelungen dar (GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung [Krankenversicherung], in: Soziale Si-
cherheit, Ulrich Meyer [Hrsg.], 3. Aufl., Basel 2016 S. 552 ff.; BRIGITTE PFIFFNER RAUBER, Das 
Recht auf Krankheitsbehandlung und Pflege, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 117).  
 
2.4 Eine weitere Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist die Wirksamkeit, Zweckmäs-
sigkeit und Wirtschaftlichkeit der Behandlung, wobei die Wirksamkeit anhand von wissenschaft-
lichen Methoden nachgewiesen sein muss (Art. 32 Abs. 1 KVG). Eine Leistung gilt als wirksam, 
wenn sie objektiv geeignet ist, auf den angestrebten medizinischen Nutzen hinzuwirken bzw. 
wenn sie den Verlauf einer Krankheit günstig beeinflusst (BGE 133 V 115 E. 3.1). Massgebend 
ist dabei, ob eine therapeutische oder diagnostische Massnahme von Forschern und Praktikern 
der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis als geeignet erachtet wird, das angestrebte 
therapeutische oder diagnostische Ziel zu erreichen (Urteil des Bundesgerichts vom 12. März 
2008, I 601/06, E. 5.1). Der Nachweis der Wirksamkeit, dem eine objektivierbare Sicht zugrunde 
zu liegen hat, ist am ehesten mit Hilfe von statistischen Vergleichswerten zu belegen, welche mit 
entsprechenden Studien zu dokumentieren sind (BGE 123 V 53 E. 4c). Es reicht nicht aus, die 
Wirksamkeit einer Behandlungsmethode einzelfallbezogen und retrospektiv aufgrund der jeweili-
gen konkreten Behandlungsergebnisse zu beurteilen (BGE 133 V 115 E. 3.2.1). 
 
3.1 Die Abklärung des für die Beurteilung von Ansprüchen versicherter Personen notwendi-
gen Sachverhalts hat gemäss dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsgrund-
satz die verfügende wie auch die eine Verfügung überprüfende Behörde bzw. das Gericht von 
Amtes wegen vorzunehmen. Sowohl die Krankenkasse wie auch das Sozialversicherungsgericht 
haben demnach von sich aus, ohne Bindung an die Parteibegehren, für die richtige und vollstän-
dige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren 
Vorliegen es abhängt, in welcher Art über die Rechte und Pflichten einer versicherten Person zu 
entscheiden ist. Dabei sind gerade in Fällen wie dem vorliegenden, in denen medizinische Sach-
verhalte zu klären sind, sowohl die Verwaltung als auch die Justiz zur Beurteilung der sich stel-
lenden Rechtsfragen auf Unterlagen angewiesen, die eine Ärztin bzw. ein Arzt und gegebenen-
falls andere Fachpersonen zur Verfügung zu stellen haben (THOMAS LOCHER, Grundriss des So-
zialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, § 70, N 2 f. und 8 f. mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Solche ärztlichen Stellungnahmen sind, wie alle Beweise im Sozialversicherungspro-
zess, von der rechtsanwendenden Behörde frei sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

 
 
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Dabei ist für den Beweiswert grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-
zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gut-
achten, sondern dessen Inhalt ausschlaggebend. Gerade die Krankenversicherungen oder ihre 
Verbände sind gemäss Art. 57 Abs. 1 KVG sogar verpflichtet, nach Rücksprache mit den kanto-
nalen Ärztegesellschaften Vertrauensärzte bzw. Vertrauensärztinnen zu bestellen. Diese wiede-
rum haben die Krankenversicherungen gemäss Art. 57 Abs. 4 und 5 KVG in medizinischen Fach-
fragen zu beraten und insbesondere die Voraussetzungen der Leistungspflichten zu überprüfen. 
Sie sind in ihrem Urteil unabhängig, und weder die Krankenversicherung noch die Leistungser-
bringer können ihnen Weisungen erteilen. Die Berichte und Gutachten ständiger Vertrauensärzte 
haben in beweisrechtlicher Hinsicht grundsätzlich den gleichen Stellenwert wie die verwaltungs-
internen Arztberichte und Gutachten der UVG-Versicherer (GEBHARD EUGSTER, Krankenversi-
cherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 2. Aufl., Basel 2006, Rz. 209 ff.). 
Diesen Berichten kommt deshalb nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 
44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten 
zu. Sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer 
Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). Demgegenüber ist einem Gutachten ex-
terner Spezialärzte volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit Hinweisen). Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist letztendlich aber entscheidend, ob er für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob 
die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a und 122 V 157 
E. 1c mit weiteren Hinweisen; ALFRED BÜHLER, Versicherungsinterne Gutachten und Privatgut-
achten in: Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 
1997, S. 179 ff.). 
 
3.3 Das Sozialversicherungsgericht darf eine rechtserhebliche Tatsache erst dann als be-
wiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen überzeugt ist. Dabei hat es seinen Entscheid, 
sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol-
gen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (LOCHER, 
a.a.O., § 74 Rz. 25 mit Verweis auf § 68 Rz. 37 ff.; BGE 121 V 45 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 
2c). 
 
3.4 Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast 
nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, 
die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel 
greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs-
grundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hin-
weisen). 
 

 
 
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4. Zur Beurteilung der strittigen Leistungspflicht sind im Wesentlichen die folgenden Be-
richte und Gutachten zu berücksichtigen: 
 
4.1 PD Dr. med. E.____, FMH Radiologie/Neuroradiologie, erhob im Bericht vom 17. Januar 
2018 (Beilage Nr. 1 zur Vernehmlassung) anlässlich einer bildgebenden Untersuchung der Kie-
fergelenke beidseits eine leichte Kiefergelenksarthrose links mit am ehesten degenerativer, deut-
licher Diskopathie und anteriorer Diskusluxation. Linksseitig sei der Diskus articularis deformiert, 
und es habe sich eine Dislokation nach anterior (Level 3) und lateral (Level 2) gezeigt. Bei Mund-
öffnung finde keine Reposition statt. Beidseits bestehe eine übermässige Anteriortranslation des 
Kieferköpfchens bei Mundöffnung bis hinter die Eminentia articularis. Weiter erhob PD Dr. E.____ 
eine zervikale Lymphadenopathie sowie eine unauffällige Abbildung der Nasennebenhöhlen.  
 
4.2 Im Kostengutsprachegesuch vom 2. März 2018 (Beilage Nr. 1 zur Vernehmlassung) er-
hob Prof. Dr. B.____ bestehende Kiefergelenksbeschwerden aufgrund eines zirkulär offenen Bis-
ses. Die Patientin habe über ein starkes Knackgeräusch im linken Kiefergelenk berichtet, welches 
sich in der letzten Zeit vermindert habe. Während der Untersuchung habe ein unregelmässig 
auftretendes Klicken im Kiefergelenk links bei Subluxation beider Kiefergelenke und bei maxima-
ler Mundöffnung imponiert. Die bildgebende Untersuchung der Kiefergelenke habe neben begin-
nenden arthrotischen Veränderungen in beiden Gelenkköpfen eine anteriore Diskusluxation ohne 
Reposition linksseitig gezeigt. Das weitere Procedere sehe nun nach einer kieferorthopädischen 
Vorbehandlung eine bimaxilläre Umstellungsosteotomie (Le Fort I, sagittale Spaltung beidseits) 
zur Okklusionseinstellung vor. Durch diese Massnahme sollten die Kiefergelenke, welche bereits 
strukturelle Veränderungen aufweisen würden, markant entlastet werden und das Fortschreiten 
der bereits ausgeprägten Zahnschäden (substantielle Attritionen der in Kontakt stehenden 
Zähne) im Bereich der dorsalen Stützzone im Ober- und Unterkiefer unterbunden werden. Es 
bestehe eine Dysgnathie mit markant negativem Einfluss auf die Sprache, das Schlucken und die 
Kaufunktion sowie eine strukturelle Schädigung der Kiefergelenke im Sinne von Art. 17 lit. d Ziff. 3 
KLV, weshalb die obligatorische Krankenkasse leistungspflichtig sei. 
 
4.3 Der behandelnde Arzt Prof. Dr. B.____ führte im Wiedererwägungsgesuch vom 23. April 
2018 (Beilage Nr. 3 zur Vernehmlassung) aus, die Patientin leide unter einer ausgeprägten 
Malokklusion (zirkulär offener Biss) mit Kiefergelenksproblemen, wobei bildgebend bereits struk-
turelle pathologische Veränderungen erkennbar seien (anteriore Diskusluxation ohne Reposition 
linksseitig). Bei einer derart insuffizienten Verzahnung, bei welcher der Antagonistenkontakt nur 
im Bereich der dorsalsten Anteile der Stützzonen beidseits, also dem letzten Zahn jedes Quad-
ranten, bestehe, und bei welcher es bereits zu unphysiologischem Zahnsubstanzverlust in den 
Kontaktzonen gekommen sei, könne nicht argumentiert werden, die Korrektur der Malokklusion 
würde das weitere Fortschreiten der Krankheit (Diskusluxation) nicht verhindern. Dies gelte umso 
mehr, als dass die Diskusluxation eine Erkrankung des Kausystems darstelle, bei welcher eine 
Kostenübernahmepflicht der Krankenkasse im Sinne einer Pflichtleistung bestehe und die 
Malokklusion als Ursache dieser Krankheit anzusehen sei. Damit sei erwiesen, dass die medizi-
nische Leistung objektiv dazu geeignet sei, einen therapeutischen Nutzen zu bewirken. Bei der 
Patientin liege zudem ein glaubhafter Leidensdruck in Form von chronischen Schmerzen und 
zunehmenden Problemen bei der Nahrungsaufnahme sowie beim Sprechen (Sigmatismus) vor. 

 
 
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Es bestehe eine orofaziale Funktionsstörung, aufgrund welcher eine Leistungspflicht des Kran-
kenversicherers induziert sei. 
 
4.4 Gemäss den Ausführungen des Vertrauensarztes der Progrès Dr. C.____ im Bericht 
vom 13. Juni 2018 (Beilage Nr. 4 zur Vernehmlassung) liege bei der Versicherten ein offener Biss 
mit Okklusion lediglich im Bereich der Molaren vor. Es handle sich dabei um eine behandlungs-
bedürftige Dysgnathie, welche die Kaufunktion beeinträchtige, hingegen nicht von einer Leis-
tungspflicht des obligatorischen Krankenversicherers erfasst werde. Weiter bestehe eine Diskus-
dislokation links, welche jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit dem offenen Biss stehe, 
sondern eine eigenständige Erkrankung des Kiefergelenks darstelle. Ausserdem habe eine Kie-
fergelenksarthrose links imponiert, die indessen nicht sehr ausgeprägt sei. Mit der anstehenden 
kieferorthopädischen/-chirurgischen Behandlung könne eindeutig eine Verbesserung der 
Kaufunktion erreicht werden, weshalb es sich um eine zahnärztliche Behandlung handle. Es be-
stehe keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass die operative Korrektur des offenen Bisses 
eine wirksame Behandlung der Kiefergelenkspathologie darstelle. Die Kriterien für eine Pflicht-
leistung der Krankenkasse seien folglich nicht erfüllt. 
 
4.5 Mit erneutem Wiedererwägungsgesuch vom 18. Juli 2018 (Beilage Nr. 7 zur Vernehm-
lassung) brachte der behandelnde Arzt Prof. Dr. B.____ vor, dass die eingeschränkte Kaufunk-
tion entgegen der Auffassung des Vertrauensarztes der Progrès im direkten Zusammenhang mit 
dem offenen Biss stehe. Es sei unbestritten, dass ein offener Biss mit lediglich Kontakten im 
Bereich der hintersten Molaren die Gelenke in unnatürlicher Weise biomechanisch fehl- und 
schliesslich auch überbelaste, was in Abhängigkeit der Dauer dieser Fehlbelastung zu strukturel-
len Veränderungen im Gelenk führen könne. Zusätzlich bestehe eine deutlich abnorme, substan-
tielle Abrasion der beschriebenen Molarenantagonisten, wobei auch hier mit einer späteren De-
kompensation zu rechnen sei. Die geplante Korrektur des offenen Bisses stelle somit eine wirk-
same Behandlung der Diskusverlagerung dar, da die Gelenksbelastung durch die Einstellung 
einer normalen Okklusion selbstverständlich optimiert werde. Ob der Diskus unter dieser Mass-
nahme reponiert werden könne, bleibe offen, da sich ein dystoper Discus articularis mit fortschrei-
tender Dyskusfunktion auch strukturell degenerativ verändere. Die Ursache für die Diskusschä-
digung liege damit auf der Hand, weshalb das therapeutische Vorgehen in Form einer entlasten-
den Okklusionseinstellung korrekt sei. Bei einer Patientin mit einer derart schweren Dysgnathie, 
die die Kau- und Schluckfunktion stark einschränke, bestehe ein Anspruch auf Kostenübernahme 
durch die Krankenkasse.  
 
4.6 Der behandelnde Arzt Prof. Dr. B.____ brachte im Bericht zur Vorlage bei der Kranken-
versicherung vom 19. September 2018 (Beilage Nr. 13 zur Vernehmlassung) sodann vor, in An-
betracht der eigenen Erfahrungen wie auch entsprechenden Ausführungen in der Fachliteratur 
sei belegt, dass durch eine Korrektur der Kieferfehlstellung (offener Biss) die Belastung im Ge-
lenkbereich günstig beeinflusst und der weitere strukturelle Zerstörungsprozess der Gelenksana-
tomie aufgehalten werden könne. Auch sei die Diskusverlagerung entgegen der Auffassung der 
Progrès ätiologisch nicht unabhängig vom offenen Biss entstanden, was eine Pflichtleistung der 
Krankenkasse impliziere. Es gebe zwar tatsächlich Fälle, in denen durch eine eigenständige Er-
krankung des Kiefergelenks ein Höhenverlust im Bereich des Unterkiefers eintrete, der aufgrund 

 
 
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einer Zerstörung von Knochenstubstanz im Bereich des Kieferköpfchens zu einem offenen Biss 
führe. Diese Art von Substanzverlust sei bei der Versicherten aber nicht festzustellen, weshalb 
das Kiefergelenk für den offenen Biss nicht als relevant ursächlich anzusehen sei. Im Umkehr-
schluss stelle eine Verbesserung der Verzahnungsverhältnisse und damit einhergehend eine 
Druckverminderung auf das Kiefergelenk somit eine wirksame Behandlung für die vorliegende 
Kiefergelenkspathologie dar. Zusammenfassend liege also eine durch die Dysgnathie (offener 
Biss) verursachte Traumatisierung des Kiefergelenks vor, welche den Diskusapparat bereits 
strukturell geschädigt habe. Es handle sich dabei um ein fortschreitendes Problem, welches bei 
Belassen der aktuellen Malokklusion zu einer weiteren Zerstörung der Kiefergelenksstrukturen 
führen würde. Die vorliegenden orofazialen Funktionsstörungen bei der Nahrungsaufnahme 
(Kauen und Schlucken) sowie beim Sprechen würden Pflichtleistungscharakter besitzen und 
müssten einer ärztlichen und nicht einer zahnärztlichen Behandlung zugeführt werden. Damit sei 
eine Leistungspflicht des obligatorischen Krankenversicherers ausgewiesen.  
 
4.7 Dr. med. F.____, FMH Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, erhob im Bericht vom 
15. Januar 2019 (Beschwerdebeilage Nr. 5) die Diagnose einer schweren Dysgnathie im Sinne 
einer Retrognathia inferior mit zirkulär frontoffenem Biss und progredienten Kiefergelenksbe-
schwerden. Ein kieferorthopädisches/-chirurgisches Vorgehen sei mit der Patientin besprochen, 
und die chirurgische Korrektur der Dysgnathie sei dringend empfohlen worden. Bei Belassen der 
Situation sei mit zunehmenden Kiefergelenksbeschwerden zu rechnen.  
 
4.8 Im Gerichtsgutachten vom 12. Oktober 2019 erhob Dr. D.____ die Diagnose einer 
Klasse-II-Relation der Kieferbasen mit offenem Biss vorne (Dysgnathie), eine leichte Osteoarth-
rose und eine anteriore Diskusluxation ohne Reposition des linken Kiefergelenkes. Anlässlich der 
klinischen Untersuchung habe eine Bewegungseinschränkung in den Kiefergelenken beidseits 
mit einer auf 36 Millimeter limitierten Mundöffnung erhoben werden können. Dieser Befund kor-
respondiere mit einer nach einer längeren Fixation sich bessernden anterioren Diskusluxation. 
Nach der erfolgten Umstellungsosteotomie könne anhand der klinischen Untersuchung jedoch 
kein objektives Bild des Vorzustandes mehr erhoben werden. Aktenanamnestisch seien ein zir-
kulär offener Biss mit signifikanten Schmerzen und ein leichtes Knacken im linken Kiefergelenk 
erhoben worden. Bildgebend hätten sich eine anteriore Diskusluxation sowie eine leichte Arthrose 
im linken Kiefergelenk gezeigt. Ausserdem seien Sprachprobleme im Sinne eines Sigmatismus 
(Lispeln), Probleme bei der Nahrungsaufnahme in Form einer eingeschränkten Kaufunktion auf-
grund eines verminderten zirkulären Kontakts und einer isolierten Kaufähigkeit im Bereich der 
rechten Molaren und Schluckbeschwerden, qualifiziert als viszerales Schluckmuster, festgestellt 
worden. Die Versicherte habe im Rahmen der Untersuchung geschildert, dass eine Schluckstö-
rung nicht das zentrale Problem gewesen, aber als Interposition der Zunge zwischen die Zahn-
reihen bemerkt worden sei. Die in den Akten beschriebenen abgeschliffenen Molaren hätten im-
mer noch als solche erkannt werden können. Betreffend den möglichen pathophysiologischen 
Kausalzusammenhang zwischen der Diskusluxation und der Dysgnathie führte Dr. D.____ aus, 
dass die anteriore Diskusluxation sowohl Ursache als auch Folge eines offenen Bisses sein 
könne. Die durchgeführte kieferorthopädische/-chirurgische Behandlung habe aber der korrekten 
Einstellung des Bisses im Sinne einer Stabilisierung der Okklusion gedient. Diese Okklusionsver-
besserung könne auch zu einer Verringerung der Kiefergelenksbeschwerden führen. Betreffend 

 
 
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die Wirksamkeit von orthognather Chirurgie, insbesondere Umstellungsosteotomien, und deren 
Vor- und Nachteile im Zusammenhang mit Kiefergelenksbeschwerden, zeichne die Literatur ein 
kontroverses Bild. Für die wissenschaftliche Evidenz, dass mittels orthognather Chirurgie (Um-
stellungsosteotomie) Kiefergelenksbeschwerden wirksam behandelt würden, gebe es aber gute 
Literatur, welche dem Gutachten beiliege. Die bimaxilläre Umstellungsosteotomie stelle indessen 
nicht die standardmässige Behandlung einer Diskusluxation dar. Im vorliegenden Fall erscheine 
die therapeutische Abfolge logisch, indem zuerst die Okklusion bzw. der Biss eingestellt würden, 
bevor die Behandlung des Kiefergelenks angegangen werde. Die klassische Behandlungsstrate-
gie bei einer fixierten anterioren Diskusluxation sei eine konservative mit Physiotherapie und/oder 
dem Anbringen einer Positionsschiene. Da die Kieferbasen bei der Versicherten jedoch nicht kor-
rekt zueinanderstehen würden, sei aufgrund des anterior offenen Bisses mit nur begrenztem Kon-
takt der Molaren der Erfolg durch einen Eingriff am Kiefergelenk äusserst ungewiss. Insofern biete 
sich die Korrektur des Bissverhältnisses vor einer im Verlauf allenfalls notwendigen Behandlung 
des Kiefergelenks an. Nach der durchgeführten orthognathen Chirurgie habe die Versicherte gute 
Chancen, mit konservativer Therapie die Diskusluxation behandeln zu können.  
 
4.9 In der Stellungnahme zum Gerichtsgutachten vom 8. November 2019 (Beilage zur Stel-
lungnahme der Progrès vom 21. November 2019) führte Dr. C.____ zur Frage der Wirksamkeit 
der Zahnstellungskorrektur aus, dass die Korrektur des offenen Bisses durch eine bimaxilläre 
Osteotomie die Zahnfehlstellung und damit auch die Kaufunktion markant verbessern werde und 
so möglicherweise auch eine weitere Abrasion der Molaren verhindere. Insofern werde auch die 
Nahrungsaufnahme verbessert. Im Kostengutsprachegesuch seien Schluckbeschwerden nicht 
erwähnt worden, sondern lediglich eine Beeinträchtigung der Sprechfunktion (Sigmatismus). Ob 
mit der kieferorthopädischen Korrektur diesbezüglich eine Verbesserung erreicht werde, sei un-
gewiss. Die Mundöffnungseinschränkung sei wohl die Folge einer Myotendinose der Kaumusku-
latur und der Diskusverlagerung im linken Kiefer. Es bestehe allerdings keine wissenschaftliche 
Evidenz, wonach eine kombinierte kieferorthopädische/-chirurgische Korrektur des offenen Bis-
ses eine wirksame Behandlung dieser Beschwerden sei. Die Diskusverlagerung mit einer allfälli-
gen Blockade der Translation oder Rotation der Kiefergelenke werde durch diese Behandlung 
wohl kaum geheilt. Auch sei die Wirksamkeit dieser Behandlung zur Therapie der Kiefergelenks-
beschwerden wissenschaftlich nicht ausgewiesen, was durch die angeführte Literatur ausrei-
chend belegt werde. Im Übrigen erweise sich die vom Gutachter Dr. D.____ zitierte Literatur sinn-
gemäss als nicht aussagekräftig genug, um die Wirksamkeit einer Behandlung zu belegen, da 
namentlich nur zehn Patienten untersucht worden seien, kein Vergleichskollektiv bestanden habe 
und nicht ersichtlich sei, an welcher Form einer kraniomandibularen Dysfunktion die Patienten 
gelitten hätten. Weiter entsprächen die Ausführungen des Gutachters, wonach die therapeutische 
Abfolge logisch erscheine, gemäss welcher zuerst die Okklusion eingestellt und erst danach die 
Behandlung des Kiefergelenks angegangen werde, seiner subjektiven Meinung, die wiederum 
nicht belegt sei. Ausserdem stütze diese Aussage die These, dass die Korrektur der Okklusion 
durch eine Kieferosteotomie in Bezug auf die Kiefergelenkspathologie nicht wirksam sei und erst 
im Anschluss an die Kieferkorrektur angegangen werden könne. Dass die klassische Behand-
lungsstrategie einer fixierten anterioren Diskusluxation eine konservative Physiotherapie sei, ent-
spreche dem allgemeinen Konsens. Hingegen seien die Ausführungen zum ungewissen Erfolg 

 
 
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von Eingriffen am Kiefer, sofern die Kieferbasen bei anterior offenem Biss nicht korrekt zueinan-
der stehen würden, wissenschaftlich nicht ausgewiesen. Auch entspreche das erwähnte viszerale 
Schluckmuster keiner schweren Schluckstörung im Sinne von Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV.  
 
4.10 Dr. D.____ führte in der ergänzenden Stellungnahme zum medizinischen Gutachten 
vom 22. März 2020 betreffend die Frage nach dem Vorliegen einer schweren Schluckstörung 
aus, dass der postoperative Zustand der Versicherten nur die Beurteilung anhand der Akten er-
laube, in welchen ein infantiles Schluckmuster beschrieben worden sei. Die Ausprägung dieser 
Schluckstörung lasse sich nicht mehr verifizieren. Eine schwere Schluckstörung im Sinne von 
Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV müsse jedoch verneint werden, da das viszerale oder infantile Schluck-
muster davon ausgeschlossen sei. Die Sprachproblematik gelte als behandelt. Betreffend die 
Wirksamkeit der Behandlung sei anzuführen, dass es durchaus Literatur gebe, welche einen po-
sitiven Effekt von orthognather Chirurgie auf präoperativ vorhandene Kiefergelenksbeschwerden 
aufzeigen würde. Von den vom Vertrauensarzt Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 8. No-
vember 2019 zitierten 34 Publikationen würden 13 einen günstigen Verlauf von Patienten mit 
Kiefergelenksbeschwerden nach einer Umstellungsosteotomie ausweisen, 14 Artikel seien nicht 
aussagekräftig und 7 sprächen sich für ein mehrheitlich negatives Ergebnis aus. Die wissen-
schaftliche Interpretation dieser Auslegung zeige, dass die Literatur kontrovers sei, jedoch mit 
einer Tendenz zu einer Besserung der Kiefergelenksproblematik im postoperativen Verlauf. 
 
4.11 Der Vertrauensarzt Dr. C.____ äusserte sich in der Stellungnahme zur Ergänzung des 
Gerichtsgutachtens vom 18. April 2020 (Beilage zur Stellungnahme der Progrès vom 29. April 
2020) dahingehend, dass er betreffend eine allfällige Leistungspflicht des obligatorischen Kran-
kenversicherers nach wie vor der Ansicht sei, dass es sich klar um eine zahnärztliche Behandlung 
handle, da das Therapieziel in erster Linie die Korrektur des offenen Bisses und damit einherge-
hend eine Verbesserung der Kaufunktion sei. Der Gutachter habe nunmehr bestätigt, dass keine 
schwere Schluckstörung im Sinne von Art. 17 lit. f. Ziff. 2 KLV vorliege, womit unter diesem 
Rechtstitel keine Leistungspflicht des Krankenversicherers begründet werden könne. Die Wirk-
samkeit der Behandlung in Bezug auf die Kiefergelenksbeschwerden (Diskusluxation, Myotendi-
nose der Kaumuskulatur und Kiefergelenksarthrose) sei umstritten bzw. wissenschaftlich nicht 
nachgewiesen, was auch durch den Gutachter Dr. D.____ bestätigt werde, indem dieser einge-
räumt habe, dass die wissenschaftliche Literatur kontrovers sei. Daran vermöge auch die durch 
den Gutachter angeführte Literatur, welche postoperativ eine Verbesserung der Kiefergelenks-
beschwerden ausweise, nichts zu ändern. Letztlich bestehe mit Blick auf diese Literatur keine 
Voraussagbarkeit der Wirksamkeit von orthognather Chirurgie in Bezug auf Kiefergelenkserkran-
kungen, weshalb diese auch nicht als primäre Behandlung durchgeführt werden solle. Bereits 
Dr. D.____ habe erkannt, dass die bimaxilläre Umstellungsosteotomie nicht die standardmässige 
Behandlung einer Diskusluxation darstelle. Auch könne aufgrund der Untersuchungsbefunde der 
Versicherten sechs Monate nach der Korrektur des offenen Bisses nicht auf die Wirksamkeit der 
Behandlung in Bezug auf die Kiefergelenksbeschwerden geschlossen werden, obwohl dies nicht 
ausgeschlossen sei. Bei diesem Beschwerdebild sei insbesondere eine spontane Besserung 
möglich und auch häufig. 
 

 
 
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5. Nachdem die Präsidentin des Kantonsgerichts mit verfahrensleitender Verfügung vom 
16. Mai 2019 unter Berücksichtigung der in BGE 137 V 210 dargelegten Rechtsprechung zur Klä-
rung der medizinischen Sachlage ein Gerichtsgutachten angeordnet hatte, stehen bezüglich der 
zahnmedizinischen Verhältnisse das gerichtliche Gutachten von Dr. D.____ vom 12. Oktober 
2019 sowie dessen ergänzende Stellungnahme zum Gutachten vom 22. März 2020 im Zentrum 
der medizinischen Aktenlage. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach ent-
scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge einleuchtet und die Schlussfolgerungen begründet sind (vgl. Erwägung 3.2 hier-
vor). In Würdigung der medizinischen Aktenlage ergibt sich, dass dem medizinischen Gutachten 
von Dr. D.____ vom 12. Oktober 2019 sowie der ergänzenden Stellungnahme zum Gutachten 
vom 22. März 2020 voller Beweiswert zukommt. Beide erfüllen sowohl in formeller Hinsicht als 
auch inhaltlich die bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweistaugliches Gutachten. Demnach 
ist auf diese Begutachtung abzustellen. 
 
6. Zu prüfen ist zunächst, ob es sich bei der geplanten Behandlung um eine ärztliche oder 
eine zahnärztliche Behandlung handelt. Die Beschwerdeführerin vertritt die Ansicht, dass es sich 
bei der kieferorthopädischen Vorbehandlung mit anschliessender bimaxillärer Umstellungsoste-
otomie um eine ärztliche Behandlung im Sinne von Art. 25 KVG handle. Dieser Auffassung kann 
indessen nicht gefolgt werden, wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt. 
 
6.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt - wie bereits in Erwägung 2.3 
hiervor ausgeführt – die Kosten für diejenigen Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung 
einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG). Diese Leistungen umfassen insbe-
sondere Untersuchungen und Behandlungen, die ambulant oder stationär von Ärzten und Ärztin-
nen durchgeführt werden (Art. 25 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 KVG). Die Kosten für zahnärztliche Behand-
lungen werden hingegen nur dann übernommen, wenn diese durch eine schwere, nicht vermeid-
bare Erkrankung des Kausystems, durch eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen 
bedingt, oder zur Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig 
sind (Art. 31 Abs. 1 lit. a-c KVG in Verbindung mit Art. 17 ff. KLV). Zur Abgrenzung einer ärztli-
chen von einer zahnärztlichen Behandlung stehen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
die Kriterien des Ansatzpunktes und der therapeutischen Zielsetzung der Behandlung im Vorder-
grund. Wird zunächst auf den Ansatzpunkt abgestellt, so sind zahnärztliche Behandlungen grund-
sätzlich therapeutische Vorkehren am Kausystem. Darunter fallen die Behandlung der Zähne und 
des Zahnhalteapparates sowie die Behandlung an den Organbereichen, die ein künstliches Ge-
biss aufzunehmen haben. Die therapeutische Zielsetzung wird danach bestimmt, welcher Kör-
perteil oder welche Funktion unmittelbar therapiert oder verbessert werden soll. Ist die Zuordnung 
nicht eindeutig, ist der therapeutischen Zielsetzung das grössere Gewicht beizumessen. Eine 
zahnärztliche Behandlung liegt folglich nur dann vor, wenn die Behandlung die Zähne als solche 
oder ihre vordringliche Funktion zur Zerkleinerung der Nahrung (Verbesserung der Bissverhält-
nisse) betrifft. Daran ändert auch nichts, wenn der Ansatzpunkt der Behandlung im Kieferbereich 
ausserhalb des Zahnapparates und des Paradonts liegt. Die therapeutische Zielsetzung, die auf 
eine Verbesserung der Kaufunktion gerichtet ist, gibt den Ausschlag und macht diese Behandlung 

 
 
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zu einer zahnärztlichen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2013, 9C_655/2010, 
E. 2.3; BGE 128 V 143 E. 4b). 
 
6.2 Wie sich den Akten entnehmen lässt, leidet die Versicherte an einem zirkulär offenen 
Biss (Dysgnathie), einer leichten Kiefergelenksarthrose und einer Diskusluxation. Der behan-
delnde Arzt Prof. Dr. B.____ erachtete daher eine kieferorthopädische Vorbehandlung mit an-
schliessender bimaxillärer Umstellungsosteotomie (Le Fort-I, sagittale Spaltung beidseits) als in-
diziert. Dabei werden beide Kieferknochen vom Schädelknochen getrennt und anschliessend neu 
positioniert. Der Ansatzpunkt der Behandlung liegt damit offensichtlich am Kiefer, während das 
therapeutische Ziel – entsprechend den Ausführungen von Dr. D.____ im medizinischen Gutach-
ten vom 12. Oktober 2019 – die Behandlung des offenen Bisses (Dysgnathie) und demzufolge 
eine korrekte Okklusionseinstellung ist. Wie Dr. C.____ in der Stellungnahme vom 8. November 
2018 ausserdem ausführte, werde durch eine korrekte Einstellung des Bisses die bislang einge-
schränkte Kaufunktion erheblich verbessert und möglicherweise eine weitere Abrasion der Mola-
ren verhindert. Diese Einschätzung erscheint insofern schlüssig, als dass die Versicherte im Rah-
men der Begutachtung bei Dr. D.____ vordergründig Probleme beim Zerkleinern der Nahrung 
schilderte, die präoperativ bestanden und sich postoperativ nunmehr deutlich verbessert hätten. 
Dr. D.____ konnte postoperativ auch keine eingeschränkte Kaufunktion mehr feststellen. Obwohl 
der Ansatzpunkt vorliegend nicht an den Zähnen oder am Zahnhalteapparat liegt, handelt es sich 
dennoch um eine zahnärztliche Behandlung. Entscheidend ist dabei die therapeutische Zielset-
zung, welche auf eine Behandlung der Dysgnathie und damit einhergehend auf eine Verbesse-
rung der Kaufunktion gerichtet ist. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die therapeuti-
sche Zielsetzung umfasse die Entlastung der Kiefergelenke und der Kiefermuskeln, kann ihr nicht 
gefolgt werden. Schliesslich führte bereits Prof. Dr. B.____ im Kostengutsprachegesuch vom 
2. März 2018 diesbezüglich aus, die Behandlungsbedürftigkeit bestehe aufgrund einer markanten 
Malokklusion, und die geplante Behandlung diene der Einstellung des Bisses. Eine allfällige Kos-
tenübernahme dieser zahnärztlichen Behandlung durch den obligatorischen Krankenversicherer 
richtet sich folglich nach Art. 31 KVG in Verbindung mit Art. 17 ff. KLV. 
 
7. Damit ist zu prüfen, ob die kieferorthopädische/-chirurgische Behandlung durch eine 
schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems gemäss Art. 17 KLV bedingt ist. 
 
7.1.1  Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang eine Leistungspflicht des 
Krankenversicherers aufgrund einer bestehenden Kiefergelenksarthrose geltend. Eine Kosten-
übernahme der Versicherung gemäss Art. 17 lit. d Ziff. 1 KLV setzt eine Erkrankung des Kiefer-
gelenks und des Bewegungsapparates in Form einer Kiefergelenksarthrose voraus, deren Krank-
heitswert die zahnärztliche Behandlung notwendig macht. Unter dem Begriff des «Krankheits-
werts» wird eine gewisse Schwere einer Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Ge-
sundheit (Krankheit) verstanden. Üblichen und erträglichen Abweichungen von Ideal- oder Norm-
vorstellungen kommt dabei kein Krankheitswert zu (BGE 137 V 295 E. 4.2.2). 
 
7.1.2 Aus den Akten ergibt sich, dass bei der Versicherten am 17. Januar 2018 bildgebend 
zwar eine leichte Kiefergelenksarthrose festgestellt, diese jedoch im Kostengutsprachegesuch 

 
 
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vom 2. März 2018 von Prof. Dr. B.____ nicht als Indikationsgrund für den operativen Eingriff er-
wähnt worden ist. Vielmehr wurde die Arthrose erstmals in der Beschwerde vom 20. Februar 
2019 als Grund für die zahnärztliche Behandlung und damit zur Leistungsbegründung herange-
zogen. Auch beschrieb Prof. Dr. B.____ lediglich beginnende arthrotische Veränderungen in bei-
den Gelenkköpfen, weshalb insbesondere ein Krankheitswert derselben fraglich erscheint. Dies 
gilt umso mehr, als dass Dr. C.____ bereits anlässlich der ersten Vorlage des Falles eine nicht 
sehr ausgeprägte Kiefergelenksarthrose erkannt hatte. Darüber hinaus führte Dr. D.____ im me-
dizinischen Gutachten vom 12. Oktober 2019 aus, dass die Behandlung der korrekten Einstellung 
des Bisses einer Stabilisierung der Okklusion diente. Eine stabile Okklusion stelle die Basis für 
eine anschliessende planbare Behandlung des Kiefergelenks dar. Die klassische Behandlung 
einer Osteoarthrose sei die Entlastung des Gelenks und eine allfällige medikamentöse Abschwel-
lung. Da es sich bei der Osteoarthrose um eine schubförmig verlaufende Erkrankung handle, 
könne diese durch die geplante operative Massnahme positiv beeinflusst werden. Eine Behand-
lung der Kiefergelenksarthrose stand damit aber nicht im Vordergrund. Im Urteil des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) vom 
9. April 2002, K 62/99, E. 6b erkannte dieses, dass der obligatorische Krankenversicherer – so-
fern dieser die Kostenübernahme ablehnen wolle – vorgängig weiter abzuklären habe, ob bei der 
Beschwerdeführerin eine Kiefergelenksarthrose vorliege oder mit hoher Wahrscheinlichkeit un-
mittelbar bevorstehe. Im Anschluss daran habe er gegebenenfalls eine Leistungspflicht zu prüfen. 
Soweit die Beschwerdeführerin aus dieser Erwägung eine Leistungspflicht bei einer mit hoher 
Wahrscheinlichkeit unmittelbar bevorstehenden Kiefergelenksarthrose ableitet, geht sie fehl. Mit 
Blick auf die vorstehenden Ausführungen und in Anlehnung an die bundesgerichtliche Rechtspre-
chung im Urteil vom 23. November 2011, 9C_357/2011, E. 6, entfällt im hier vorliegenden Fall 
eine Leistungspflicht der Progrès gestützt auf Art. 17 lit. d Ziff. 1 KLV, da der Krankheitswert der 
Kiefergelenksarthrose nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, die Behand-
lung des betroffenen Gelenks nicht im Vordergrund stand und die Indikation zur Vornahme des 
operativen Eingriffs nicht aufgrund der Kiefergelenksarthrose erfolgte. 
 
7.2 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die Progrès treffe eine Leistungspflicht auf-
grund der bestehenden Diskusluxation. Nach Art. 17 lit. d. Ziff. 3 KLV besteht eine Kostenüber-
nahmepflicht für Erkrankungen des Kiefergelenks und des Bewegungsapparates in Form einer 
Kondylus- und Diskusluxation, soweit deren Krankheitswert die Behandlung des Leidens notwen-
dig macht. Anlässlich der bildgebenden Untersuchung vom 17. Januar 2018 imponierte 
PD Dr. E.____ eine Diskusluxation im linken Kiefergelenk. Der Diskus articularis sei deformiert 
und es bestehe eine Dislokation nach anterior und lateral. Eine Reposition des Diskus bei Mund-
öffnung finde nicht statt. Diese Befunde wurden durch Prof. Dr. B.____ im Kostengutsprachege-
such vom 2. März 2018 bestätigt. Im Rahmen der klinischen Untersuchung imponierte zudem ein 
unregelmässiges Klicken jeweils bei Subluxation beider Kiefergelenke und bei maximaler Mund-
öffnung. Auch sei bei der Versicherten ein glaubhafter Leidensdruck aufgrund von chronischen 
Schmerzen und orofaszialen Funktionsstörungen vorhanden (vgl. Wiedererwägungsgesuch von 
Prof. Dr. B.____ vom 23. April 2018). Obwohl Dr. D.____ im Rahmen der medizinischen Begut-
achtung kein objektives Bild des präoperativen Zustandes mehr erheben konnte, bestätigte er die 
Diagnose einer anterioren Diskusluxation gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten. Mit 
Blick auf die vorstehenden Ausführungen geht das Gericht mit den Parteien einig, dass vorliegend 

 
 
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eine anteriore Diskusluxation mit Krankheitswert im Sinne von Art. 17 lit. d Ziff. 3 KLV ausgewie-
sen ist. 
 
7.3 Im Übrigen spricht sich die Beschwerdeführerin für eine Kostenübernahme gestützt auf 
Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV aus. Danach übernimmt der obligatorische Krankenversicherer die Kosten 
der zahnärztlichen Behandlung einer Dysgnathie, welche zu einer schweren Störung des Schlu-
ckens führt. Wie vorstehend ausgeführt (vgl. Erwägung 5.2 hiervor) leidet die Versicherte unbe-
stritten an einer Dysgnathie in Form eines zirkulär offenen Bisses. Dr. D.____ führte in der ergän-
zenden Stellungnahme zum medizinischen Gutachten vom 22. März 2020 aus, dass sich die 
Ausprägung der Schluckstörung aufgrund des postoperativen Zustands zwar nicht mehr verifizie-
ren lasse, in den Akten indessen ein infantiles Schluckmuster beschrieben worden sei. Eine 
schwere Schluckstörung müsse aber verneint werden, da das viszerale oder infantile Schluck-
muster davon explizit auszuschliessen sei. Damit bestätigte er die Beurteilung von Dr. C.____ in 
dessen Stellungnahme zum Gerichtsgutachten vom 8. November 2019. Mit Blick auf die Ausfüh-
rungen des behandelnden Arztes Prof. Dr. B.____, welcher im Kostengutsprachegesuch vom 
2. März 2018 zwar einen negativen Einfluss der Dysgnathie auf das Schlucken beschreibt, aller-
dings auf die Schwere der Störung nicht weiter eingeht, erscheint die medizinische Beurteilung 
von Dr. D.____ schlüssig. Ohnehin schilderte die Versicherte im Rahmen der klinischen Untersu-
chung bei Dr. D.____, dass das Schlucken im Alltag kaum je ein Problem gewesen und lediglich 
als Interposition der Zunge zwischen die Zahnreihen bemerkt worden sei. Daraus folgt, dass unter 
dem Rechtstitel von Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV keine Leistungspflicht der Progrès begründet werden 
kann.  
 
8. Aus den vorstehenden Ausführungen resultiert, dass eine Leistungspflicht des obligato-
rischen Krankenversicherers nur gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG in Verbindung mit Art. 17 
lit. d Ziff. 3 KLV begründet werden kann. Als weitere Voraussetzung einer Kostenübernahme ist 
damit zu prüfen, ob es sich bei der kieferorthopädischen Vorbehandlung mit anschliessender bi-
maxillärer Umstellungsosteotomie um eine wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche Behand-
lung einer Diskusluxation im krankenversicherungsrechtlichen Sinne handelt. 
 
8.1 Betreffend die Wirksamkeit der kieferorthopädischen Vorbehandlung mit anschliessen-
der bimaxillärer Umstellungsosteotomie in Bezug auf Kiefergelenksbeschwerden vertritt die Be-
schwerdeführerin den Standpunkt, dass diese gestützt auf die medizinischen Beurteilungen von 
Prof. Dr. B.____ und Dr. F.____ ausgewiesen sei. Schliesslich könne durch die Korrektur der 
Fehlstellung des Kiefers (offener Biss) die Belastung im Gelenkbereich günstig beeinflusst und 
der weitere strukturelle Zerstörungsprozess der Gelenksanatomie aufgehalten werden. Demge-
genüber vertritt die Beschwerdegegnerin den Standpunkt, dass die vorstehend erwähnte Be-
handlung nicht wirksam sei. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die medizinische Ein-
schätzung des Vertrauensarztes Dr. C.____, wonach keine wissenschaftliche Evidenz bestehe, 
dass die kieferorthopädische/-chirurgische Korrektur des offenen Bisses eine wirksame Behand-
lung der Kiefergelenkspathologie darstelle. 
 

 
 
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8.2.1 Wie vorstehend in Erwägung 2.4 ausgeführt, muss die Wirksamkeit einer Behandlung 
anhand von wissenschaftlichen Methoden nachwiesen sein. Wirksam im krankenversicherungs-
rechtlichen Sinne ist eine Leistung nur dann, wenn sie objektiv geeignet ist, auf den angestrebten 
medizinischen Nutzen hinzuwirken bzw. den Verlauf einer Krankheit günstig zu beeinflussen. 
Diesbezüglich führte Dr. D.____ in seinem medizinischen Gutachten vom 12. Oktober 2019 aus, 
dass sich in der Literatur ein kontroverses Bild betreffend die Wirksamkeit von orthognather Chi-
rurgie, also Umstellungsosteotomien des Ober- und Unterkiefers, in Bezug auf Kiefergelenksbe-
schwerden zeige. Die klassische Behandlungsstrategie einer fixierten anterioren Diskusluxation 
sei eine konservative Physiotherapie und/oder die Verwendung einer Positionsschiene, was letzt-
lich auch durch Dr. C.____ bestätigt wurde. Im Weiteren führte Dr. D.____ aus, dass ihm die 
Abfolge der Behandlung logisch erscheine, indem zuerst die Okklusion korrigiert und erst an-
schliessend die Behandlung des Kiefergelenks angegangen werde. Ohne vorgängige Korrektur 
des Bissverhältnisses sei der Erfolg eines operativen Eingriffs am Kiefergelenk äusserst unge-
wiss, da die Kieferbasen aufgrund des anterior offenen Bisses und dem begrenzten Kontakt der 
Molaren nicht korrekt zueinander stünden. Betreffend den wissenschaftlichen Nachweis einer 
wirksamen Behandlung führte Dr. D.____ aus, dass es gute Literatur gebe, welche eine Verbes-
serung der Kiefergelenksbeschwerden nach einer Umstellungsosteotomie aufzeigen würde, und 
verwies in diesem Zusammenhang auf den Artikel von PRUITT J. W. ET. AL., Treatment of Painful 
Temporomandibular Joint Dysfunction With the Sagittal Split Ramus Osteotomy (2002). 
Dr. C.____ erachtete diesen Artikel hingegen als nicht aussagekräftig genug, um allein gestützt 
darauf die Wirksamkeit der Behandlung nachzuweisen, da es sich namentlich um eine lediglich 
retrospektive Untersuchung von zehn Patienten nach sagittaler Spaltung handle, kein Vergleichs-
kollektiv bestehe und nicht bekannt sei, an welcher Form der kraniomandibularen Dysfunktion die 
Patienten gelitten hätten. Er legte seinerseits eine Literaturliste mit diversen Publikationen ins 
Recht. Von diesen 34 Publikationen würden 13 auf mögliche günstige Effekte der orthognathen 
Chirurgie in Bezug auf vorbestehende Kiefergelenkserkrankungen hinweisen, in 14 Publikationen 
sei diesbezüglich keine eindeutige Aussage möglich und in 7 Publikationen hätten sich vorwie-
gend ungünstige Effekte oder gar schwerwiegende Komplikationen gezeigt. Aufgrund der Hete-
rogenität dieser Studien und der Uneinheitlichkeit der Studienkriterien könne keine evidenzba-
sierte Aussage gemacht werden, ob eine kombinierte kieferorthopädische/-chirurgische Behand-
lung wirksam im krankenversicherungsrechtlichen Sinne sei. Exemplarisch dafür zeige sich im 
Artikel von LIU A. ET AL., The effect of orthognathic surgery on temporomandibular joint function 
(2000), dass die Auswirkungen von orthognather Chirurgie in Bezug auf Kiefergelenksbeschwer-
den unvorhersehbar seien und demzufolge ein grosses Problem darstellen würden. Dr. D.____ 
interpretierte die gelistete Literatur dahingehend, als dass die Wirksamkeit der orthognathen Chi-
rurgie umstritten sei, hingegen eine Tendenz zum positiven Verlauf bestehe. So könnten etwa 
Patienten, welche sich einer orthognathen Chirurgie unterziehen und Kiefergelenksbeschwerden 
haben, gemäss der Publikation von KALHA A., Orthognathic treatment and temporomandibular 
disorders (2010), postoperativ eher eine Verbesserung ihrer Probleme erwarten als eine Ver-
schlechterung, wohingegen sich entsprechend den Ausführungen von DOLWICK ET AL., Orthog-
nathic Surgery as a Treatment for Temporomandibular Disorders (2018), lediglich keine Ver-
schlechterung von Kiefergelenksbeschwerden gezeigt habe. Dr. C.____ bringt in diesem Zusam-
menhang vor, dass die Autoren im zuletzt erwähnten Artikel zur Erkenntnis gelangt seien, dass 
orthognathe Chirurgie nicht der primären Behandlung von Kiefergelenkserkrankungen dienen 

 
 
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soll. Diese Erkenntnis korrespondiert darüber hinaus mit der eingangs erwähnten klassischen 
Behandlungsstrategie einer Diskusluxation, welche eine konservative Physiotherapie und/oder 
die Verwendung einer Positionsschiene umfasse. 
 
8.2.2 Die vorstehenden Ausführungen zeigen, dass die Wirksamkeit der kieferorthopädi-
schen/-chirurgischen Behandlung in Bezug auf die bestehende Diskusluxation nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist. Soweit Dr. D.____ ausführt, ihm erscheine die von 
Prof. Dr. B.____ gewählte Abfolge der Behandlung logisch, handelt es sich um eine persönliche 
Einschätzung, welche die Wirksamkeit der Behandlung alleine nicht auszuweisen vermag. Die 
durch den Gutachter zitierte Literatur, welche seinen Standpunkt untermauert, kann an diesem 
Umstand ebenso wenig ändern wie die Ausführungen von Prof. Dr. B.____, wonach durch die 
Verbesserung der Verzahnungsverhältnisse eine Druckverminderung auf das Kiefergelenk er-
reicht werde und deshalb von einer wirksamen Behandlung der vorliegenden Kiefergelenkspa-
thologie auszugehen sei. Die bestehende Kontroverse wird insofern deutlich, als dass Dr. C.____ 
der Ansicht ist, die Wirksamkeit der Behandlung sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen und für 
seine Auffassung ebenfalls Literatur ins Recht legen kann. Ein Konsens in Bezug auf eine breit 
abgestützte, wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit der Behandlung ist bei dieser Sach-
lage folglich nicht auszumachen. Es handelt sich dabei vielmehr um eine kontrovers diskutierte 
Thematik, was durch Dr. D.____ bereits zu Beginn seiner Ausführungen in der ergänzenden Stel-
lungnahme zum medizinischen Gutachten vom 22. März 2020 auch entsprechend festgehalten 
wurde. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Bericht von Dr. F.____ vom 15. Januar 2019 
beruft, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten, zumal sich dieser nicht zur Wirksamkeit der 
Behandlung äussert. 
 
8.3 Im Übrigen macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sich ihr Gesundheitszustand 
durch die bimaxilläre Umstellungsosteotomie deutlich verbessert habe, weshalb von der Wirk-
samkeit der Behandlung auszugehen sei. Sie verkennt dabei jedoch, dass nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung bei der Beurteilung, ob eine Behandlung nunmehr wirksam im kran-
kenversicherungsrechtlichen Sinne ist, der individuellen Betrachtungsweise kein massgebendes 
Gewicht zukommt. Insofern darf nicht gestützt auf das Ergebnis einer Erfolgskontrolle, welche im 
Anschluss an die Behandlung stattfindet, darüber entschieden werden, ob die jeweilige medizini-
sche Massnahme im konkreten Fall als wirksam zu betrachten ist oder nicht. Entscheidend ist 
vielmehr, ob eine Behandlung von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf 
breiter Basis als geeignet erachtet wird, um das angestrebte therapeutische oder diagnostische 
Ziel zu erreichen (BGE 133 V 115 E. 3.2.1 f. mit Hinweisen). Dies ist aber mit Blick auf die hier 
vorstehenden Ausführungen zu verneinen. 
 
8.4 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 24. Januar 
2018, E. 6.2 (730 17 291) beruft, ist ihr insofern zuzustimmen, als dass aufgrund der angeführten 
Literatur die Wirksamkeit von kieferorthopädischen Behandlungen in diesem konkreten Fall nicht 
ausgeschlossen werden konnte und demzufolge weitere Abklärungen notwendig waren. Daraus 
kann sie jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten. 
 

 
 
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8.5 Insgesamt resultiert, dass es sich bei der kieferorthopädischen Vorbehandlung mit an-
schliessender bimaxillärer Umstellungsosteotomie nicht um eine wirksame Behandlung einer Dis-
kusluxation im Sinne von Art. 32 Abs. 1 KVG handelt. Demzufolge erübrigen sich weitergehende 
Ausführungen zur Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der betreffenden Behandlung. Die Vo-
raussetzungen einer Kostenübernahme gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG in Verbindung mit 
Art. 17 lit. d Ziff. 3 KLV sind damit nicht erfüllt. 
 
9. Ausserdem ist anzuführen, dass sich den Akten keine Hinweise für ein bestehendes 
Geburtsgebrechen entnehmen lassen. Insofern ist eine Prüfung der Kostenübernahme gestützt 
auf Art. 19a KLV, wie sie sinngemäss von Dr. D.____ am Ende seiner ergänzenden Stellung-
nahme vom 22. März 2020 zur Diskussion gestellt wurde, nicht angezeigt.  
 
10. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es sich bei der kieferorthopädischen Vorbe-
handlung mit anschliessender bimaxillärer Umstellungsosteotomie um eine zahnärztliche Be-
handlung handelt, für welche keine Leistungspflicht gestützt auf Art. 31 KVG in Verbindung mit 
Art. 17 lit. d Ziff. 1 KLV (Kiefergelenksarthrose) respektive Art. 17 lit. f. Ziff. 2 KLV (schwere 
Schluckstörung) besteht. Soweit die Beschwerdeführerin eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 31 
KVG in Verbindung mit Art. 17 lit. d Ziff. 3 KLV (Diskusluxation) geltend macht, ist die Wirksamkeit 
der Behandlung nicht rechtsgenügend ausgewiesen. Daraus folgt, dass die Progrès ihre Leis-
tungspflicht mit Einspracheentscheid vom 17. Januar 2019 zu Recht abgelehnt hat. In diesem 
Sinne ist die Beschwerde abzuweisen. 
 
11.1 Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Das Verfahren ist für die Parteien 
gemäss Art. 61 lit. a ATSG kostenlos, sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.  
 
11.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 
ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten einer 
Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnah-
men angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für 
die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener 
Leistungen bilden. Dem Wortlaut dieser Bestimmung folgend hat grundsätzlich diejenige Behörde 
die Kosten zu tragen, welche die entsprechenden Abklärungen hätte vornehmen müssen. Vo-
raussetzung einer Überbindung der Kosten an einen Versicherungsträger ist demnach, dass des-
sen Abklärungen lückenhaft oder ungenügend waren und ein gerichtliches Gutachten die erkann-
ten Mängel beheben kann (BGE 137 V 210 E. 4.4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2016, 
8C_349/2016, E. 2.2). Dabei wird indessen nicht verlangt, dass mit der Massnahme neue, von 
den bisherigen Resultaten abweichende Ergebnisse gewonnen werden. Es reicht vielmehr aus, 
wenn die so gewonnenen Ergebnisse für die Abklärung „verwendbar“ sind. Auch wird für eine 
Kostenübernahme nicht vorausgesetzt, dass in der Folge eine Leistungszusprache erfolgte 
(KIESER UELI, a.a.O., zu Art. 45, Rz. 20 und 27 ff.). Vorliegend gelangte die Instruktionsrichterin 
mit Verfügung vom 16. Mai 2019 zum Schluss, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals 
vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete der Umstand, dass zwischen den 
beteiligten Ärzten ein Meinungsstreit bestanden hat, ob es sich bei der kieferorthopädischen Vor-
behandlung mit anschliessender bimaxillärer Umstellungsosteotomie nunmehr um eine ärztliche 

 
 
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oder um eine zahnärztliche Behandlung gehandelt, und ob – sofern von einer zahnärztlichen 
Behandlung ausgegangen würde – eine Erkrankung des Kausystems im Sinne von Art. 17 KLV 
vorgelegen hat. Mit Blick auf diese Unklarheiten erwies sich deshalb ein gerichtliches Gutachten 
in der Disziplin Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgie als unerlässlich. Nach durchgeführtem 
Schriftenwechsel im Anschluss an die Erstattung des Gerichtsgutachtens gelangte das Kantons-
gericht mit Schreiben vom 25. Februar 2020 zum Ergebnis, dass nach wie vor strittig sei, ob die 
Behandlung der Versicherten als notwendig, zweckmässig und wirksam anzusehen sei, und ob 
eine schwere Schluckstörung im Sinne von Art. 17 lit. f Ziff. 2 KLV vorliege. Das Gericht ersuchte 
den Gutachter in der Folge um Stellungnahme zu den entsprechenden Fragestellungen, zumal 
es sich ohne ergänzende Einschätzung weiterhin nicht in der Lage sah, den medizinischen Sach-
verhalt zu klären. Im Lichte der vorstehend geschilderten Rechtslage sind die aufgrund der ge-
richtlichen Begutachtung entstandenen Kosten, welche sich insgesamt auf Fr. 8'460.-- belaufen 
(Rechnungen von Dr. D.____ vom 12. Oktober 2019 und 22. März 2020), der Beschwerdegeg-
nerin aufzuerlegen. 
 
11.3 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist keine Parteientschädigung auszurich-
ten. 
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von insgesamt 
Fr. 8'460.-- werden der Progrès Versicherungen AG auferlegt. 

 4. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.  
 
Gegen dieses Urteil wurde am 23. Oktober 2020 Beschwerde an das Bundesgericht erhoben 
(vgl. nach Vorliegen des bundesgerichtlichen Urteils 9C_666/2020).