# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5fb95b3f-e28d-5205-a9d0-7e08956a44ff
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.05.2021 SB200453
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200453_2021-05-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

 Geschäfts-Nr.: SB200453-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und Ersatz-

oberrichterin lic. iur. M. Sigrist-Tanner sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. M. Keller 

Urteil vom 12. Mai 2021 

 
in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Zbinden, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Veruntreuung etc. und Widerruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 3. Juni 2020 
(DG190038) 
  

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 30. September 

2019 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/18). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 35 S. 46 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB; 

− der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 1); 

− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB; 

− des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder 

Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in 

Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG; 

− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2 

SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG; 

− der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern im 

Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG. 

2. Vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 6, zum Nachteil des 

Privatklägers 1) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 8. Oktober 

2014 (Geschäfts-Nr. GG140036-M) ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten (abzüglich 

2 Tage erstandener Haft) wird widerrufen. 

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 20 Monaten 

Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon bis und mit heute insgesamt 4 Tage durch Haft 

erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.00. 

5. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen. 

6. Die Privatkläger 1 und 2 werden mit ihren Schadenersatz- respektive Genugtuungsbe-

gehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen. 

- 3 - 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren; 

Fr. 1'550.00   Auslagen Forensisches Institut; 

Fr. 40.00   Auslagen inner- und ausserkantonale Verfahrenskosten  Polizei. 

8. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des 

Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 12'587.60 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) 

entschädigt. 

9. Die Kosten der Untersuchung werden dem Beschuldigten zu 9/10 und diejenigen des 

gerichtlichen Verfahrens vollständig auferlegt, ausgenommen diejenigen der amtlichen 

Verteidigung. Die übrigen Untersuchungskosten (im Umfang von 1/10) werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbe-

halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

11. (Mitteilungen.) 

12. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 36 S. 2 und Urk. 49 S. 1 f. sinngemäss) 

1. Das vorinstanzliche Urteil sei hinsichtlich des Schuldspruchs der Sachent-

ziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 1) aufzuheben und der 

Beschuldigte sei diesbezüglich freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen 

− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB; 
− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB;  
− des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, 

Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von 
Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG; 

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− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 
Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG; 

− der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontroll-
schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG. 

3. Der Freispruch vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 

StGB (Dossier 6) sei zu bestätigen. 

4. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon 

vom 8. Oktober 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten sei zu 

widerrufen. 

5. Der Beschuldigte sei unter Einbezug der widerrufenen Strafe mit 

13 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, unter Anrechnung von 

4 Tagen erstandener Haft, sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen 

zu Fr. 10.– zu bestrafen. 

6. Die Freiheitsstrafe sei teilbedingt auszusprechen, wobei der unbedingte 

Anteil der Strafe 6 ½ Monate betragen soll. Die Geldstrafe sei zu vollziehen. 

7. Es sei zu bestätigen, dass die Privatkläger 1 und 2 mit ihren Schadenersatz- 

bzw. Genugtuungsbegehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses 

verwiesen werden. 

8. Die Honorarnote des amtlichen Verteidigers gemäss der Rechnung vom 

6. Mai 2021 sei zu bestätigen unter Berücksichtigung der effektiven Dauer 

der Berufungsverhandlung. 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen die Kosten der 

amtlichen Verteidigung, seien zu 75% auf die Staatskasse zu nehmen. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung seien unter dem üblichen Vorbehalt auf 

die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

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Erwägungen: 

I. Einleitung, Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Einleitung 

Hintergrund der vorliegenden Anklage bildet die frühere Tätigkeit des Beschuldig-

ten als Motorradmechaniker. Es wird ihm vorgeworfen, im Rahmen dieser Arbeits-

tätigkeit verschiedene ihm übergebene Motorräder oder Fahrzeugteile nicht – wie 

mit den jeweiligen Kunden vereinbart – repariert, überholt oder montiert, sondern 

diese zum eigenen Gebrauch zweckentfremdet respektive in einem Fall gar 

weiterverkauft zu haben. Sodann habe der Beschuldigte bei der Polizei ein Motor-

rad als gestohlen gemeldet, obwohl er genau gewusst habe, dass er selber für 

den Verlust des Fahrzeuges verantwortlich gewesen sei. Die weiteren Vorwürfe 

betreffen das Strassenverkehrsrecht. So soll der Beschuldigte insbesondere 

verschiedene Fahrzeuge gelenkt haben, obwohl ihm zuvor der Führerausweis auf 

unbestimmte Zeit entzogen worden war (Urk. D1/18). 

2. Verfahrensgang 

2.1. Für den Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Entscheid kann auf die 

entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 35 S. 4). 

Während die Vorinstanz den Beschuldigten mit vorstehend wiedergegebenem 

Urteil vom 3. Juni 2020 vom Vorwurf der Sachentziehung (Dossier 6) freisprach, 

erkannte sie ihn im Übrigen anklagegemäss für schuldig. Den Anklagesachverhalt 

gemäss Dossier 1 würdigten die Vorderrichter im Sinne der Eventualanklage als 

Sachentziehung und nicht als Veruntreuung. Der mit Urteil des Bezirksgerichts 

Dietikon vom 8. Oktober 2014 gewährte bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe von 

10 Monaten wurde widerrufen und unter Einbezug dieser Vorstrafe eine Gesamt-

strafe von 20 Monaten Freiheitsstrafe ausgefällt. Zusätzlich sanktionierte die 

Vorinstanz das Vergehen gegen Art. 96 Abs. 2 SVG mit einer Geldstrafe von 

10 Tagessätzen zu Fr. 10.–, und ordnete sowohl für die Freiheits- als auch für die 

Geldstrafe den Vollzug an. Die beiden Privatkläger wurden mit ihren Zivil-

ansprüchen auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen (Urk. 35 

S. 46 ff.). 

- 6 - 

2.2. Mit Eingabe vom 4. Juni 2020 meldete der Beschuldigte rechtzeitig 

Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil an und reichte nach Zustellung des 

begründeten Entscheids mit Eingabe vom 3. November 2020 fristgerecht die 

Berufungserklärung ein (Urk. 30 = Urk. 38/1; Urk. 34/1, Urk. 36 und Urk. 38/3). Mit 

Präsidialverfügung vom 9. November 2020 wurde den beiden Privatklägern und 

der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder 

um Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 39). Während die Staats-

anwaltschaft innert Frist Verzicht auf Anschlussberufung erklärte (Urk. 41), liessen 

sich die beiden Privatkläger nicht vernehmen. Obwohl dem Beschuldigten mit 

vorgenannter Präsidialverfügung sodann Frist angesetzt wurde, seine finanziellen 

Verhältnisse zu belegen, gingen seitens des Beschuldigten keine Unterlagen am 

Gericht ein. 

2.3. Am 10. März 2021 wurde zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen, 

zu welcher der Beschuldigte und sein amtlicher Verteidiger erschienen sind 

(Prot. II S. 4). Dabei wurden weder Vorfragen aufgeworfen noch Beweisanträge 

gestellt (Prot. II S. 6 f.). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

3. Berufungsumfang und Hinweis 

3.1. Bezüglich des Schuldpunktes liess der Beschuldigte in seiner Berufungs-

erklärung die Schuldigsprechung wegen Sachentziehung gemäss Dossier 1 sowie 

die Vorwürfe im Zusammenhang mit Dossier 2 anfechten (Führen eines Motor-

fahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen 

Ausweises, Irreführung der Rechtspflege, Fahren ohne Haftpflichtversicherung 

und missbräuchlicher Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern; 

Dispositivziffer 1 Spiegelstriche 2, 3, 4 [nur betr. Dossier 2], 5 und 6). Dies 

bestätigte der Verteidiger auch sinngemäss zu Beginn der heutigen Verhandlung 

(vgl. Urk. 36; Prot. II S. 6). Im weiteren Verlauf der Verhandlung anerkannte 

jedoch sowohl der Beschuldigte in seiner Befragung als auch der Verteidiger 

anlässlich des Parteivortrags die Anklagevorwürfe gemäss Dossier 2 (vgl. Urk. 48 

S. 13 ff.; Urk. 49 S. 1 f.).  

- 7 - 

Im Weiteren ficht der Beschuldigte die ausgesprochene Sanktion an und bean-

tragt die Herabsetzung der von der Vorinstanz ausgefällten Gesamtstrafe sowie 

deren teilbedingten Vollzug (Dispositivziffern 3-5). Entsprechend den Anträgen 

des Beschuldigten hat sodann auch die Kostenauflage von 9/10 zu Lasten des 

Beschuldigten als angefochten zu gelten (Dispositivziffer 9; vgl. Urk. 36 und 

Urk. 49 S. 1 f.). 

3.2. Nicht angefochten wird das vorinstanzliche Urteil somit hinsichtlich des 

Schuldspruchs der Veruntreuung (Dispositivziffer 1 Spiegelstrich 1) und des 

mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Verweigerung, Entzug oder 

Aberkennung des erforderlichen Ausweises gemäss Dossier 5 und 8 (Dispositiv-

ziffer 1 Spiegelstrich 4 [teilweise]). Als unangefochten gilt weiter der Freispruch 

vom Vorwurf der Sachentziehung betreffend Dossier 6 (Dispositivziffer 2), die 

Verweisung der Privatkläger auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses (Dispo-

sitivziffer 6), die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 7) sowie die Entschädigung 

des amtlichen Verteidigers für die Untersuchung und das vorinstanzliche Verfah-

ren (Dispositivziffer 8). Es ist deshalb vorab festzustellen, dass das Urteil vom 

3. Juni 2020 diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist. Da grundsätzlich die 

Berufungserklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 und Abs. 4 StPO für die Feststellung 

der Rechtskraft massgebend ist und der Beschuldigte diese anlässlich der 

Berufungsverhandlung nicht weiter einschränken liess (vgl. Prot. II S. 6), hat 

hinsichtlich der nunmehr ebenfalls anerkannten Anklagevorwürfe kein Feststel-

lungsbeschluss betreffend Rechtskraft zu ergehen (s.a. nachfolgend Erw. II.2.).  

3.3. Im Übrigen kann an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass sich die 

urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-

setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Beru-

fungsgericht kann sich daher auf die für seinen Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil 1B_242/2020 vom 2. September 

2020 E. 2.2.).  

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II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Anklagevorwurf gemäss Dossier 1 

1.1. Bestrittener Sachverhalt  

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe vom Geschädigten B._____ an-

fangs Juni 2018 dessen Motorrad, eine Harley-Davidson, zur Reparatur über-

nommen. Dabei sei dem Beschuldigten auch ein handgefertigter Leder-Sozius-

sattel übergeben worden, um diesen anstelle des Gepäckträgers an das Motorrad 

zu montieren. Am 21. Juni 2018 habe der Beschuldigte dem Geschädigten das 

Motorrad sowohl ohne Gepäckträger als auch ohne montierten Soziussattel 

zurückgegeben. Selbst auf mehrfaches Verlangen hin habe der Beschuldigte dem 

Geschädigten weder den Sattel noch den Gepäckträger ausgehändigt, sondern 

habe über diese wie ein Eigentümer verfügt. In subjektiver Hinsicht habe er 

gewusst, dass ihm die Motorradteile zwecks Demontage bzw. Montage über-

geben worden seien und durch den Entzug dieser Teile dem Geschädigten ein 

wesentlicher Nachteil zugefügt werde. Trotzdem habe er dies durch sein Vor-

gehen zumindest in Kauf genommen (Urk. D1/18 S. 2 f.; Eventualvariante Sach-

entziehung).  

Der Beschuldigte bestreitet grundsätzlich nicht, dass er vom Geschädigten 

B._____ nebst dessen Harley-Davidson auch einen handgefertigten Sattel über-

geben erhalten hat, um diesen anstelle des Gepäckträgers zu montieren, und er 

dem Geschädigten hernach die Harley-Davidson ohne Sattel und Gepäckträger 

wieder auslieferte. Der Beschuldigte führt hierzu jedoch aus, ein Kollege 

bzw. Mechaniker, der mit dem Motorrad eine Probefahrt gemacht habe, habe den 

Sattel unbeabsichtigt verloren, da dieser nur mit einem Saugnapf befestigt 

gewesen sei (Urk. D1/4/1 S. 2; Prot. I S. 7; Urk. 48 S. 10-12). Auch anlässlich der 

heutigen Berufungsverhandlung stellte er sich grundsätzlich auf diesen Stand-

punkt (Urk. 48 S. 11 f.).  

Die Verteidigung macht geltend, allein aus der Tatsache, dass der Sattel und der 

Gepäckträger nicht zurückgegeben worden seien, könne nicht auf ein strafrecht-

lich relevantes Handeln des Beschuldigten geschlossen werden. Dieser habe die 

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Gegenstände verloren und faktisch gar nicht mehr herausgeben können, weshalb 

es am nötigen Vorsatz des Vorenthaltens mangle (Urk. 49 S. 3 f.). 

1.2. Grundlagen der Beweiswürdigung und Beweismittel 

1.2.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung, ins-

besondere auch zum Indizienbeweis und zur Aussagewürdigung, ausführlich und 

zutreffend dargestellt, worauf – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – 

vollumfänglich zu verweisen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 35 S. 6-8). Weiter ist 

auch betreffend die allgemeine Glaubwürdigkeit der Beteiligten vollumfänglich auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 35 S. 8 f.). 

1.2.2. Als Beweismittel liegen das Protokoll der polizeilichen Einvernahme des 

Geschädigten B._____ (Urk. D1/5), das WhatsApp-Chatprotokoll von Nachrich-

ten, die zwischen dem Beschuldigten und B._____ ausgetauscht wurden 

(Urk. D1/2/2) sowie die Aussagen des Beschuldigten bei den Akten (Urk. D1/4/1 

S. 2 f.; Urk. D1/4/2 S. 7; Prot. I S. 7-10; Urk. 48). 

Mit Bezug auf die polizeiliche Einvernahme von B._____ als Auskunftsperson ist 

die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass diese Aussagen 

nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertet werden dürfen, da im Nachgang zum 

polizeilichen Ermittlungsverfahren keine formelle Beweisabnahme durch die 

Staatsanwaltschaft unter Gewährung der Teilnahme- und Konfrontationsrechte 

des Beschuldigten erfolgte. Der Geschädigte machte aber ohnehin nur Aussagen 

zum unbestrittenen Sachverhalt, so dass keine den Beschuldigten belastenden 

Aussagen vorliegen, welche nicht berücksichtigt werden dürften. Die übrigen Be-

weismittel sind ohne Weiteres verwertbar. 

1.3. Würdigung  

1.3.1. Mit der Vorinstanz steht ausser Frage, dass der Beschuldigte sowohl den 

Soziussattel als auch den abmontierten Gepäckträger nicht wieder dem Geschä-

digten aushändigte (Urk. 35 S. 12 und 14). 

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1.3.2. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass das bei den Akten 

liegende WhatsApp-Chatprotokoll belegt, wie der Beschuldigte den Geschädigten 

mit immer neuen Ausreden ab dem 22. Juni 2018 bis zum 7. Juli 2018, mithin 

länger als zwei Wochen, hingehalten hat, obwohl der Geschädigte wiederholt und 

deutlich zum Ausdruck brachte, dass er die Gegenstände (Sattel und Gepäck-

träger) zurückhaben wolle bzw. den Sattel dringend brauche, weil er mit seiner 

Frau ausfahren wolle (Urk. D1/2/2). Wie die Vorderrichter zudem richtigerweise 

festgehalten haben, fällt auch die Darstellung des Beschuldigten zur Frage, ob er 

den Geschädigten über den Verlust des Sattels informiert habe, widersprüchlich 

aus: Während er bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 18. Oktober 

2018 noch ausführte, er habe dem Geschädigten nicht sagen wollen, dass der 

Sattel verloren gegangen sei, er habe sich nicht getraut, ihm dies zu sagen, auch 

weil der Sattel für diesen einen hohen emotionalen Wert gehabt habe (Urk. D1/4/1 

S. 2), stellte er sich anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf den 

Standpunkt, er habe dem Geschädigten gesagt, dass der Sattel bei der Probe-

fahrt abhandengekommen sein müsse und könne sich nicht erklären, weshalb 

dies vom Geschädigten im Chat nicht erwähnt werde (Prot. I S. 9 f.). In der heuti-

gen Befragung gab der Beschuldigte wiederum sinngemäss zu Protokoll, er habe 

den Geschädigten nicht über den Verlust des Sattels informiert und alles hinaus-

geschoben, bis es zu viel geworden sei (Urk. 48 S. 12). Insgesamt erscheint 

daher klar, dass der Beschuldigte dem Geschädigten nichts vom angeblichen 

Verlust erzählte. Wäre dies der Fall gewesen, hätte der Geschädigte wohl nicht 

wiederholt die sofortige Herausgabe der Gegenstände verlangt oder wäre eher 

auf den Vorschlag des Beschuldigten eingegangen, sich auf dessen Kosten einen 

neuen Sattel zu kaufen (s.a. Urk. D1/2/2 S. 7 und 9). Dennoch kann mit der 

Verteidigung aus diesen Umständen nicht telquel abgeleitet werden, dass sich der 

Sattel und Gepäckträger zum damaligen Zeitpunkt noch im Herrschaftsbereich 

des Beschuldigten befunden hätten (Urk. 49 S. 4). Der Beschuldigte beteuerte 

denn auch mehrfach, er habe zu dieser Zeit erhebliche (private und geschäftliche) 

Probleme gehabt, sich zu wenig um die Sache gekümmert, alles hinausgescho-

ben und diese letztlich "verlaueret". Er habe dem Geschädigten die Gegenstände 

aber nie "böswillig" wegnehmen wollen und trotz allem die Hoffnung gehabt, diese 

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wieder zu finden (Urk. 48 S. 11 f.). Er habe damals alles liegen lassen und sich 

nicht darum gekümmert (Urk. 48 S. 13).  

1.3.3. Zwar ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb der Soziussattel bei 

der Probefahrt einfach so hätte abfallen sollen, resultiert die Haltewirkung eines 

ordnungsgemäss angebrachten Saugnapfes doch primär aus dem beim An-

drücken entstehenden Unterdruck. Dass der Saugnapf des fraglichen Sattels 

derart schwach gewesen sein sollte, dass dieser ohne zusätzliches Gewicht nicht 

am Motorrad gehalten haben soll, wie dies der Beschuldigte geltend macht, er-

scheint daher nicht als sehr wahrscheinlich. Mit der Vorinstanz ist der tatsächliche 

Verbleib des Sattels und des Gepäckträgers letztlich aber gänzlich unklar ge-

blieben (vgl. Urk. 35 S. 13 f.). Ein Verlust dieser Zubehörteile ohne Zutun des 

Beschuldigten kann ihm daher nicht rechtsgenügend widerlegt werden, zumal der 

Beschuldigte dem Geschädigten immerhin wiederholt angeboten hat, für einen 

Ersatzsattel aufzukommen. Heute erklärte der Beschuldigte weiter, der Gepäck-

träger sei in der Werkstatt irgendwann wieder aufgetaucht (Urk. D1/2/2 S. 7 und 

S. 9; Urk. 48 S. 12). Ob dies den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht, muss 

offenbleiben. Es erscheint jedoch zumindest unklar, weshalb der Beschuldigte 

dem Geschädigten die Gegenstände ohne Aneignungsabsicht hätte vorenthalten 

sollen. Bei einer Würdigung der Gesamtumstände muss deshalb zu Gunsten des 

Beschuldigten davon auszugegangen werden, dass er schlicht nicht mehr wusste, 

wo sich die Gegenstände im fraglichen Zeitpunkt tatsächlich befanden.  

1.3.4. Gesamthaft kann in Abweichung zu den vorinstanzlichen Erwägungen 

daher bei vorliegender Sachlage nicht davon ausgegangen werden, beim geltend 

gemachten Verlust des Sattels handle es sich um eine blosse Schutzbehauptung 

bzw. sei ein bewusstes Vorenthalten der Gegenstände erfolgt (vgl. Urk. 35 S. 11, 

S. 13 und S. 15). Kann dem Beschuldigten der für die Erfüllung des Tatbestandes 

nötige Wille, den Geschädigten von der Möglichkeit zur Ausübung der diesem 

zustehenden Herrschaft über die Gegenstände auszuschliessen, nicht nach-

gewiesen werden, hat ein Freispruch zu erfolgen. Denn es fehlt regelmässig am 

nötigen Tatvorsatz, wenn jemand aufgrund seines organisatorischen Unver-

mögens Gegenstände des Berechtigten nicht in angemessener Zeit auffinden und 

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zurückgeben kann (vgl. dazu DONATSCH, Strafrecht III, 11. Aufl. 2018, S. 189; 

BSK StGB II-WEISSENBERGER, 4. Aufl. 2019, Art. 141 N 23). Da dem Beschuldig-

ten ein vorsätzliches Vorenthalten nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden 

kann, ist er vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB gemäss 

Dossier 1 freizusprechen. 

2. Anklagevorwürfe gemäss Dossier 2 

2.1. Wie bereits erwähnt, hat der Beschuldigte die Anklagevorwürfe gemäss 

Dossier 2 anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung vollumfänglich einge-

standen (Urk. D1/18 S. 3 f.; Urk. 48 S. 13; Urk. 49 S. 1 f.). Das Geständnis stimmt 

mit dem übrigen Untersuchungsergebnis überein, weshalb der Anklagesach-

verhalt als erstellt erachtet werden kann. Da sich die rechtliche Würdigung der 

Vorinstanz in allen Teilen als zutreffend erweist und seitens der Verteidigung zu 

Recht nicht beanstandet wird, ist der Beschuldigte hinsichtlich der Vorwürfe 

gemäss Dossier 2 anklagegemäss schuldig zu sprechen.  

2.2. Im ausgehändigten Dispositiv wurde daraufhin festgehalten, der Beschul-

digte habe sich nebst der Irreführung der Rechtspflege, des Fahrens ohne Haft-

pflichtversicherung und der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen 

und/oder Kontrollschildern gemäss Dossier 2 zudem auch des mehrfachen 

Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des 

erforderlichen Ausweises schuldig gemacht. Dabei handelt es sich um einen 

offensichtlichen Verschrieb, wird dem Beschuldigten betreffend Dossier 2 doch 

gar keine mehrfache Tatbegehung zur Last gelegt und blieb der Schuldspruch 

bezüglich mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzug 

(Dossiers 5 und 8) unangefochten. Zudem ist im Zusammenhang mit dem 

Vorwurf des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung ein offensichtlich unzutreffen-

der Gesetzesartikel zitiert worden (Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2 SVG in Ver-

bindung mit Art. 63 StGB anstatt Art. 63 SVG). Diese beiden Verschriebe gilt es 

mit der nunmehr begründeten Ausfertigung des Urteils zu korrigieren, erwachsen 

dem Beschuldigten daraus doch keinerlei Nachteile.  

 

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2.3. Zusammenfassend ist der Beschuldigte somit zudem schuldig zu sprechen  

− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB; 

− des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder 

Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 

Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (Dossier 2); 

− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 

Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG; 

− der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontroll-

schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG. 

III. Strafzumessung 

1. Ausgangslage / Anwendbares Recht / Grundsätze der Strafzumessung 

1.1. Während die Vorinstanz den Beschuldigten – unter Widerruf des bedingten 

Vollzugs der mit Urteil vom 8. Oktober 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von 

10 Monaten – mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 20 Monaten sowie einer 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.– sanktionierte, erachtet die Vertei-

digung eine Gesamtstrafe von 13 Monaten Freiheitsstrafe sowie eine Geldstrafe 

von 10 Tagessätzen als schuldangemessen (Urk. 35 S. 47; Urk. 49 S. 1 f. und 

S. 6 ff.). 

1.2. Die Vorinstanz hat die Problematik, dass im vorliegenden Fall die Ver-

untreuung gemäss Dossier 7 während der Dauer vom 8. Februar 2017 (Übergabe 

des Motorrads für Service) und dem 2. Juli 2018 (Verkauf des Motorrads an 

Drittperson) begangen wurde, per 1. Januar 2018 jedoch das Sanktionenrecht 

geändert hat, zutreffend erkannt (Urk. 35 S. 28). Mit Verweis auf die bundes-

gerichtliche Rechtsprechung, insbesondere zu den Dauerdelikten, kam sie zum 

Schluss, dass es vorliegend gerechtfertigt sei, das gesamte Handeln des 

Beschuldigten als Tateinheit zu betrachten und entsprechend auf die Tat das 

neue Sanktionenrecht anzuwenden. Dies ist zutreffend, da es sich im vorliegen-

den Fall um ein unter altem Recht begonnenes und unter neuem Recht fort-

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gesetztes strafbares Verhalten handelt, die Tathandlungen jedoch insgesamt 

als Einheit zu betrachten sind, weshalb auf die Tat als gesamtes das neue 

Sanktionenrecht zur Anwendung gelangt (Urteil 6B_196/2012 vom 24. Januar 

2013 E. 1.3; GRAF, in: StGB Annotierter Kommentar, Bern 2020, Art. 2 N 8). 

1.3. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 

berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die 

Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das 

Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des be-

troffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen 

und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inne-

ren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung 

zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die Zumessung der Strafe ist zwischen 

der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden. Bei der Tatkomponente ist 

als Ausgangspunkt die objektive Schwere des Delikts festzulegen und zu bewer-

ten. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie auf Grund der Art und 

Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das strafrechtlich geschützte 

Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Ebenfalls von Bedeutung sind die kriminelle 

Energie, der Tatbeitrag bei Tatausführung durch mehrere Täter sowie ein 

allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven Verschuldens sind insbesondere 

das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung sowie das Mass an Ent-

scheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die Täterkomponente umfasst die 

persönlichen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder 

Wohlverhalten, und das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbe-

sondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis (BSK StGB 

I-WIPRÄCHTIGER/KELLER, 4. Aufl. 2019, Art. 47 N 90 ff.). 

1.4. Die Vorinstanz hat sodann die allgemeinen Grundlagen hinsichtlich der 

Bildung einer Gesamtstrafe und der Anwendung des Asperationsprinzips zu-

treffend dargelegt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 35 S. 29). 

- 15 - 

2. Wahl der Sanktionsart 

2.1. Der Beschuldigte hat sich durch sein Verhalten der Veruntreuung, der 

Sachentziehung, der Irreführung der Rechtspflege sowie diverser Delikte des 

Strassenverkehrsrechts schuldig gemacht. Alle Delikte sehen als Sanktion jeweils 

Freiheitstrafe oder Geldstrafe vor, wobei für den Tatbestand des Fahrens ohne 

Haftpflichtversicherung die Besonderheit besteht, dass eine ausgesprochene 

Freiheitsstrafe zwingend mit einer Geldstrafe zu verbinden ist (Art. 96 Abs. 2 

SVG). 

2.2. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zur Wahl der Sanktionsart 

korrekt dargelegt (Urk. 35 S. 29 f.). Hervorzuheben ist erneut, dass bei der Wahl 

der Sanktionsart nebst dem Verhältnismässigkeitsprinzip die Zweckmässigkeit der 

Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die 

präventive Effizienz zu berücksichtigen sind (BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 138 

IV 120 E. 5.2). Eine Freiheitsstrafe ist jeweils dann auszufällen, wenn eine solche 

geboten erscheint, um den Täter vor weiteren Verbrechen oder Vergehen ab-

zuhalten oder wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann 

(Art. 41 Abs. 1 lit. a und b StGB). Das Gericht hat die Wahl der Freiheitsstrafe 

näher zu begründen (Art. 41 Abs. 2 StGB). 

2.3. Bei der Wahl der Sanktionsart ist mit der Vorinstanz auf die vier – teils ein-

schlägigen – Vorstrafen zu verweisen (Urk. 47). Aus dem Strafregisterauszug 

geht hervor, dass der Beschuldigte am 15. März 2012 mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Zürich-Limmat wegen Hehlerei zu einer bedingten Geldstrafe 

und Busse und am 27. August 2014 mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs 

ebenfalls zu einer bedingten Geldstrafe und Busse verurteilt wurde. Unter dem 

8. Oktober 2014 erfolgte das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, mit welchem 

eine bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten sowie ein Busse ausgefällt wurde. 

Schliesslich erging am 26. März 2018 der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland, mit welchem eine unbedingte Geldstrafe ausgesprochen, 

die bedingt ausgefällte Geldstrafe vom 27. August 2014 widerrufen sowie die 

Probezeit der erwirkten (bedingten) Freiheitsstrafe (Urteil vom 8. Oktober 2014) 

- 16 - 

um zwei Jahre verlängert wurde. Der Beschuldigte hat sich durch diese Vor-

strafen offensichtlich nicht warnen und beeindrucken lassen: Er delinquierte trotz 

dem Vollzug der Geldstrafen sowie während laufender und verlängerter Probezeit 

der Freiheitsstrafe weiter. Unter diesen Umständen ist mit der Vorinstanz davon 

auszugehen, dass bei dieser Vorgeschichte die Ausfällung einer Geldstrafe in 

spezialpräventiver Hinsicht ungenügend wäre und damit für sämtliche zu beurtei-

lenden Delikte als Sanktionsart die Freiheitsstrafe zu wählen ist. Dies anerkennt 

auch die Verteidigung (Urk. 49 S. 1 f. und S. 6 f.). Wie bereits erwähnt, ist beim 

Tatbestand des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung zusätzlich zur Freiheits-

strafe zwingend auch eine Geldstrafe auszufällen. 

3. Teilweise retrospektive Konkurrenz? 

3.1. In zeitlicher Hinsicht stellt sich mit Blick auf Dossier 7 die Frage der teil-

weisen retrospektiven Konkurrenz, wurde die Veruntreuung doch im Zeitraum 

vom 8. Februar 2017 (Übernahme des Motorrads für Service) bis zum 2. Juli 2018 

(Verkauf des Motorrads an eine Drittperson) begangen, und der Beschuldigte 

zwischenzeitlich am 26. März 2018 zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen 

à Fr. 40.– verurteilt. Diese Verurteilung betraf das Führen eines Motorfahrzeuges 

trotz Ausweisentzugs, begangen am 19. August 2017. Beim gefahrenen Motor-

fahrzeug handelte es sich sodann um dasjenige Motorrad, welches auch Gegen-

stand des Anklagevorwurfs betreffend Veruntreuung bildet (vgl. Urk. 38A; Urk. 47 

und Urk. D1/18 S. 5). 

3.2. Das Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid die in BGE 145 IV 1 

vorgenommene Praxisänderung hinsichtlich der teilweisen retrospektiven Kon-

kurrenz bestätigt und die Grundlagen dazu ausführlich dargelegt (vgl. Urteil 

6B_192/2020 vom 19 August 2020 E. 2.4). Es hielt dabei fest, dass bei mehreren 

Delikten, welche vor und nach einer früheren Verurteilung begangen wurden, die 

jeweiligen Deliktskomplexe je separat zu beurteilen sind. Für die Taten, welche 

vor dem Ersturteil begangen wurden, ist – je nachdem, ob von der Sanktionsart 

her Gleichartigkeit vorliegt oder nicht – eine Zusatzstrafe zum Ersturteil oder eine 

zu kumulierende Strafe auszufällen, während für die nach dem Ersturteil be-

gangene(n) Tat(en) eine unabhängige Strafe festgesetzt werden muss, allenfalls 

- 17 - 

unter Anwendung des Asperationsprinzips. Als letzter Schritt sind die beiden fest-

gelegten Strafen zu addieren. 

3.3. Im vorliegenden Fall besteht die Besonderheit, dass die Tathandlungen, 

welche insgesamt als Veruntreuung zu würdigen sind, über einen längeren Zeit-

raum begangen wurden (vgl. vorstehend E. III.1.). Auch mit Bezug auf die Frage 

der teilweisen retrospektiven Konkurrenz liegen keine eigenständigen Taten vor 

dem Ersturteil vor, welche separat als Veruntreuung zu ahnden wären. Vielmehr 

haben sich die Tathandlungen fortgesetzt, bis die Tatbestandsverwirklichung im 

Verkauf des Motorrads an eine Drittperson erfolgte, womit auch die beabsichtigte 

Bereicherung des Beschuldigten eintrat. Mangels eines separaten Delikts liegt 

keine eigentliche teilweise retrospektive Konkurrenz vor, weshalb alle vorliegen-

den Taten als nach dem Ersturteil begangen zu gelten haben und entsprechend 

den vorinstanzlichen Erwägungen eine Gesamtstrafe zu bilden ist. 

4. Einsatzstrafe 

4.1. Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, im vor-

liegenden Fall die Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB, welche mit 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird. Da vorliegend 

aus spezialpräventiven Gründen eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist, erstreckt 

sich der Strafrahmen somit von drei Tagen bis fünf Jahren Freiheitsstrafe (Art. 40 

Abs. 1 StGB). In diesem Strafrahmen ist für die Veruntreuung eine Einsatzstrafe 

festzusetzen. Da keine Gründe vorliegen, welche das Verlassen des ordentlichen 

Strafrahmens rechtfertigen würden, sind die Strafschärfungsgründe der Delikts-

mehrheit und teilweisen mehrfachen Tatbegehung innerhalb des Strafrahmens 

straferhöhend und Strafmilderungsgründe strafmindernd zu berücksichtigen. 

4.2. In objektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschul-

digte durch die begangene Veruntreuung, mithin die Entgegennahme der An-

zahlung des Geschädigten über Fr. 1‘000.– für die zu leistenden Servicearbeiten 

und den mittels Verkauf des Motorrads erzielten Erlös von Fr. 1‘500.– eine 

unrechtmässige Bereicherung von Fr. 2‘500.– erzielen konnte. Dieser Delikts-

betrag erweist sich zwar als nicht allzu hoch, ist aber auch nicht zu bagatellisie-

- 18 - 

ren. Der Wert der zwischenzeitlichen Nutzung, als der Beschuldigte das Motorrad 

auf seine von ihm getrenntlebende Ehefrau eingelöst hatte und für persönliche 

Fahrten nutzte, ist nicht bekannt und kann deshalb nicht beziffert werden. In 

subjektiver Hinsicht fällt die direktvorsätzliche Tatbegehung ins Gewicht: Der 

Beschuldigte wusste, dass ihm das Motorrad für die Ausführung von Service-

arbeiten übergeben worden war, nutzte es und verfügte darüber aber trotzdem 

wissentlich und willentlich wie ein Eigentümer. Zu berücksichtigen ist allerdings, 

dass sich die Firma des Beschuldigten, die "C._____ GmbH", damals in einer 

schwierigen finanziellen Lage befand und mit Urteil des Handelsgerichtes vom 

15. März 2018 aufgelöst sowie deren Liquidation angeordnet worden war, wobei 

das Urteil am 13. September 2018 wieder aufgehoben wurde; gemäss aktuellem 

Handelsregisterauszug wurde die Gesellschaft am 28. November 2019 von Amtes 

wegen gelöscht. Im Tatzeitpunkt hatte der Beschuldigte somit in finanzieller 

Hinsicht erhebliche Schwierigkeiten, befand sich jedoch nicht in einer eigentlichen 

Notlage. In dieser Situation versuchte er offensichtlich, auch auf deliktische Art 

und Weise zu Geld zu kommen, was sein Verhalten aber weder zu rechtfertigen 

vermag noch gemäss Ansicht der Verteidigung zu einem besonders leichten 

Verschulden führen kann (Urk. 49 S. 7). 

4.3. Insgesamt ist mit der Vorinstanz von einem noch leichten Verschulden 

auszugehen. Die vorinstanzlich festgesetzte Einsatzstrafe von vier Monaten 

erscheint entsprechend angemessen. 

5. Asperation aufgrund der weiteren Delikte 

5.1. Mehrfaches Führen eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzug 

In objektiver Hinsicht fällt die mehrfache Tatbegehung über einen längeren Zeit-

raum ins Gewicht: So konnten dem Beschuldigten die Fahrten am 25. Juli 2018 

(kurz nach Mitternacht), am 12. November 2018 (um die Mittagszeit) sowie am 

1. Februar 2019 (am Morgen) nachgewiesen werden. Über einen längeren Zeit-

raum von mehreren Monaten setzte sich der Beschuldigte somit wiederholt über 

den Entzug des Führerausweises hinweg und benützte bei verschiedenen 

Gelegenheiten diverse Motorfahrzeuge. Beim Vorfall gemäss Dossier 8 kommt 

- 19 - 

erschwerend hinzu, dass der Beschuldigte das gefahrene Auto gar gekauft hatte, 

obwohl er wusste, dass ihm der Führerausweis entzogen worden war und er 

keine Motorfahrzeuge hätte lenken dürfen. Bezeichnet die Verteidigung die Fahr-

ten des Beschuldigten bei dieser Ausgangslage als "unschön aber undramatisch", 

erweist sich dies als beschönigend (Urk. 49 S. 8), zeugt das Vorgehen des 

Beschuldigten doch von bedenklicher Gleichgültigkeit gegenüber behördlichem 

Handeln und dem Gesetz. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte 

jeweils mit direktem Vorsatz, zumal er genau wusste, dass ihm der Führerausweis 

auf unbestimmte Zeit entzogen worden war. Um das Bedürfnis nach Mobilität 

abzudecken, stehen durchaus auch andere Möglichkeiten als der motorisierte 

Individualverkehr zur Verfügung, weshalb es dem Beschuldigten ohne Weiteres 

möglich gewesen wäre, das kriminelle Verhalten zu vermeiden. Insgesamt 

erscheint das Verschulden mit Bezug auf die Tatkomponente gerade noch leicht. 

Die seitens der Verteidigung geltend gemachte Asperation im Umfang von 

gesamthaft zwei Monaten ist daher deutlich zu tief (Urk. 49 S. 8). Unter Berück-

sichtigung des Asperationsprinzips erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 

fünf Monate als angemessen. 

5.2. Straferhöhung wegen Fahrens ohne Haftpflichtversicherung 

In objektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte am 25. Juli 2018 

einmalig ein nicht eingelöstes Motorrad auf einer öffentlichen Strasse lenkte. Dies 

tat er allerdings direktvorsätzlich. Auch bei diesem Vorfall wird die Geringschät-

zung des Beschuldigten gegenüber den geltenden Regeln und Gesetzen deutlich. 

Dennoch ist das Verschulden im untersten Bereich des Strafrahmens festzu-

setzen und als leicht zu bezeichnen, weshalb insgesamt eine Strafe von 20 bis 

30 Tageseinheiten als dem Gesamtverschulden angemessen erschiene. In Über-

einstimmung mit der Vorinstanz und dem Antrag der Verteidigung rechtfertigt es 

sich, davon 10 Tageseinheiten bzw. Tagessätze als zwingend auszufällende 

Geldstrafe festzusetzen und die hypothetische Einsatzstrafe um rund 10 Tage 

Freiheitsstrafe zu asperieren. 

- 20 - 

5.3. Straferhöhung wegen missbräuchlicher Verwendung von Kontrollschildern 

Bei der Fahrt vom 25. Juli 2018 verwendete der Beschuldigte sodann das 

Kontrollschild AG …, welches für ein anderes Motorrad bestimmt war. In 

objektiver Hinsicht ist wiederum zu beachten, dass es sich um eine einmalige 

Fahrt handelte. Subjektiv handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz. Er 

wusste, dass das Kennzeichen nicht zum verwendeten Motorrad gehörte. Wieder 

wird deutlich, dass sich der Beschuldigte ohne Skrupel über die gesetzlichen 

Bestimmungen hinwegsetzte. Das Verschulden wiegt aber auch diesbezüglich 

noch sehr leicht, weshalb die Einsatzstrafe um 10 Tage Freiheitsstrafe zu 

erhöhen ist. 

5.4. Straferhöhung wegen Irreführung der Rechtspflege 

In objektiver Hinsicht ist mit Bezug auf diese Tat zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte durch sein Vorgehen offensichtlich seine Fahrt mit dem Motorrad 

und damit die von ihm begangenen Verkehrsregelverletzungen verschleiern 

wollte. Wenn die Vorinstanz festhält, ein solches Vorgehen zeuge von krimineller 

Energie, ist dies entgegen der Ansicht der Verteidigung keineswegs zu beanstan-

den (Urk. 35 S. 34; Urk. 49 S. 8). Wer in einer solchen Situation von sich aus die 

Polizei kontaktiert, um eine falsche Fährte zu legen, handelt jedenfalls nicht bloss 

aus purer Verzweiflung, wie dies die Verteidigung geltend machen will. In subjek-

tiver Hinsicht handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz. Seine schwierige 

berufliche Situation dürfte allerdings auch bei diesem Delikt eine Ursache gespielt 

haben. Er erhoffte sich wohl, durch diese Verschleierung nicht noch tiefer in den 

Schlamassel zu rutschen. Die Tat erscheint auch nicht gross geplant, sondern 

eher spontan erfolgt zu sein. Weiter ist der Umstand relativierend zu berücksich-

tigen, dass der Beschuldigte den angeblichen Diebstahl zwar bei der Einsatz-

zentrale der Kantonspolizei Zürich meldete, hernach an die zuständige Polizei-

stelle in Unterengstringen verwiesen wurde und dort in der Folge aber keine 

Strafanzeige deponierte. Deshalb liegt das Verschulden gesamthaft auch noch im 

unteren Bereich und ist als leicht zu qualifizieren. Die Einsatzstrafe ist in Anwen-

dung des Asperationsprinzips um zwei Monate zu erhöhen. 

- 21 - 

5.5. Zwischenfazit Tatkomponente 

Aufgrund der Tatkomponente ist die (hypothetische) Gesamtstrafe auf 11 Monate 

und 20 Tage Freiheitsstrafe sowie 10 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen. 

6. Täterkomponenten 

6.1. Biografie und persönliche Verhältnisse 

Zu seinen persönlichen Verhältnissen machte der Beschuldigte folgende Angaben 

(Urk. D14/1 S. 9 f.; Urk. D1/4/3 S. 6 f.; Prot. I S. 17 ff.; Urk. 48 S. 1 ff.): Der 

Beschuldigte habe nach der Schule den Beruf des Motorradmechanikers erlernt 

und, nachdem er als Personalberater tätig gewesen sei, sich mit der "C._____ 

GmbH" selbständig gemacht. Nach 12 Jahren als Inhaber und Geschäftsführer 

habe er das Geschäft aus finanziellen Gründen aufgeben müssen. Anschliessend 

sei er arbeitslos gewesen und habe Sozialhilfe bezogen. Am 1. Mai 2020 habe er 

eine unbefristete Arbeitsstelle als Hauswart bei der "D.______ AG" antreten kön-

nen und arbeite auch heute noch dort. Er verdiene dabei monatlich rund 

Fr. 4'400.–. Zukünftig plane er jedoch, bei der Firma seines Bruders einzusteigen. 

Der Beschuldigte habe kein Vermögen, aber Schulden in der Höhe von ca. Fr. 

70'000.–. Von seiner Ehefrau lebe er getrennt, die Scheidung sei jedoch noch 

nicht anhängig gemacht worden. Den gemeinsamen siebenjährigen Sohn betreue 

er jedes Wochenende; dieser übernachte drei Mal pro Woche (freitags bis sonn-

tags) bei ihm. Es komme aber auch mehrmals vor, dass der Sohn unter der Wo-

che beim Beschuldigten übernachte, da sie nach der Schule oftmals Zeit zusam-

men verbringen würden. Der Sohn habe aufgrund eines leichten Autismus bis an-

hin eine besondere Betreuung und Beschulung benötigt, er könne jedoch zu Be-

ginn des neuen Schuljahres nun in E.______ die Regelschule besuchen. Der Be-

schuldigte habe nebst den Betreuungsaufgaben Unterhaltsbeiträge von ins-

gesamt monatlich Fr. 1'680.– zu bezahlen. Die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten haben keinen Einfluss auf die Strafzumessung und sind als neutral 

zu werten. 

 

- 22 - 

6.2. Vorleben und Nachtatverhalten 

6.2.1. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz fallen die zahlreichen und zum Teil 

einschlägigen Vorstrafen signifikant straferhöhend ins Gewicht (Urk. 47; Urk. 35 

S. 35), hat sich der Beschuldigte dadurch doch nicht warnen lassen. Trotz 

Widerruf der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe und explizitem Hinweis, dass 

ausnahmsweise und im Sinne einer allerletzten Chance auf den Widerruf des 

bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe verzichtet werde, delinquierte er während 

laufender Probezeit und auch während laufender Strafuntersuchung weiterhin und 

teilweise sogar einschlägig.  

6.2.2. Unter dem Titel des Nachtatverhaltens ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte zunächst die Delikte gemäss Dossier 5, 7 und 8 eingestanden und 

anlässlich der Berufungsverhandlung letztlich auch die Vorwürfe gemäss 

Dossier 2 anerkannt hat. Diese Geständnisse erfolgten jedoch zögerlich und erst 

nachdem sich der Sachverhalt aufgrund der Untersuchungen bereits klar präsen-

tierte (insbesondere betreffend Dossier 2 und 7). Jedoch zeigte der Beschuldigte 

damit immerhin eine gewisse Einsicht und Reue. Mit Bezug auf Dossier 7 ist dem 

Beschuldigten überdies zu Gute zu halten, dass er dem Privatkläger 2 den durch 

die Veruntreuung entstandenen Schaden von Fr. 4'000.– ersetzte (Urk. 28/2), was 

im Sinne von tätiger Reue gemäss Art. 48 lit. d StGB ebenfalls strafmindernd zu 

berücksichtigen ist. Entgegen dem Vorbringen der Verteidigung vermögen diese 

Umstände die gewichtige Straferhöhung aufgrund der wiederholten und einschlä-

gigen Delinquenz jedoch nicht aufzuwiegen (Urk. 49 S. 9). Unter Berücksichtigung 

des Vorlebens sowie des Nachtatverhaltens ist die seitens der Vorinstanz vorge-

nommene Straferhöhung um zwei Monate nicht zu beanstanden (Urk. 35 S. 36). 

6.3. Besondere Strafempfindlichkeit 

6.3.1. Weiter führte die Verteidigung ins Feld, es liege ein klarer Fall einer beson-

deren Strafempfindlichkeit vor, nehme der Beschuldigte doch die Betreuung des 

Sohnes, welcher an Autismus und einer leichten geistigen Behinderung leide, 

regelmässig wahr; der Sohn sei auf eine enge Betreuung durch den Vater 

dringend angewiesen. Falls der Beschuldigte seinen Sohn aufgrund der aus-

- 23 - 

zusprechenden Sanktion nicht mehr betreuen könne, würde sich dies sehr 

schädlich auf dessen Entwicklung auswirken (Urk. 49 S. 9 f.; Prot. I S. 21 ff.).  

6.3.2. Mit den Vorderrichtern ist vorliegend keine (strafmindernd) zu berücksich-

tigende besondere Strafempfindlichkeit auszumachen. Die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung hat wiederholt betont, dass eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur 

bei aussergewöhnlichen Umständen bejaht werden kann, da die Verbüssung 

einer Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebette-

te Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteil 6B_748/2015 vom 

29. Oktober 2015 E. 1.3.). Zwar würde ein allfälliger Strafvollzug für den Beschul-

digten und seinen Sohn eine Belastung darstellen. Dies ist jedoch eine un-

vermeidbare Konsequenz der freiheitsentziehenden Sanktion, welche sich der 

Beschuldigte bereits im Zeitpunkt seiner Tathandlungen vor Augen führen 

musste. Der Beschuldigte ist insbesondere daran zu erinnern, dass ihm mit Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. März 2018 aufgrund 

seiner geltend gemachten Verantwortung für seinen Sohn und dem damit verbun-

denen Willen, inskünftig deliktsfrei zu leben, eine Chance gewährt und die bedingt 

ausgesprochene Freiheitsstrafe nicht widerrufen wurde (Urk. D1/10/7 S. 4). Diese 

Chance nahm der Beschuldigte trotz seinen Beteuerungen nicht wahr. Ihm muss-

ten nach der expliziten Warnung die drohenden Konsequenzen einer erneuten 

Delinquenz deutlich bewusst gewesen sein. Selbst wenn nunmehr aufgrund der 

drohenden Sanktion eine Fremdbetreuung in Anspruch genommen werden müss-

te, stellt dies keine besondere Strafempfindlichkeit dar (s.a. Urteil 6B_540/2010 

vom 21. Oktober 2010 E. 1.4.2.). Unter diesem Titel hat somit keine (weitere) 

Strafreduktion zu erfolgen. 

7. Ergebnis der Strafzumessung und Tagessatzhöhe  

7.1. Nach Berücksichtigung der Täterkomponente resultiert eine Freiheitsstrafe 

von 13 Monaten und 20 Tagen. Daran anzurechnen sind zwei Tage erstandene 

Untersuchungshaft (Art. 51 StGB; vgl. Urk. D1/8/1). Die Geldstrafe ist bei 

10 Tagessätzen zu belassen. 

- 24 - 

7.2. Die Höhe eines Tagessatzes beträgt in der Regel mindestens Fr. 30.– und 

höchstens Fr. 3'000.–. Ausnahmsweise kann der Tagessatz bis auf Fr. 10.– 

gesenkt werden (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Festlegung 

der Höhe des Tagessatzes ist das Einkommen, welches dem Beschuldigten 

durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Davon abzuziehen ist, was gesetzlich 

geschuldet ist oder dem Beschuldigten nicht zufliesst, insbesondere die notwen-

digen Berufsauslagen, die laufenden Steuern und die Krankenkassenprämien. 

Nicht bezahlbare Geldstrafen soll es generell nicht geben (HEIMGARTNER, in: OFK-

Kommentar StGB, 20. Aufl. 2018, Art. 34 N 26 ff.).  

7.3. Die Vorinstanz setzte unter Berücksichtigung der Gesamtsituation 

(Geschäftsaufgabe, Sozialhilfe, Unterhaltspflichten) und den hohen Schulden trotz 

des regelmässig erzielten Einkommens den Tagessatz auf Fr. 10.– fest. Unter 

Berücksichtigung der voraussichtlich noch länger andauernden Unterhaltspflicht 

sowie den nach wie vor prekären finanziellen Verhältnissen ist dies nicht zu bean-

standen. Die Tagessatzhöhe ist deshalb bei Fr. 10.– zu belassen. 

8. Widerruf und Bildung einer Gesamtstrafe 

8.1. Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Grundlagen für den Widerruf einer 

bedingt ausgesprochenen Strafe bei Nichtbewährung zutreffend dargelegt, worauf 

verwiesen werden kann. Ebenfalls hat sie die Voraussetzungen und das Vor-

gehen bei der Bildung einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB 

korrekt aufgezeigt (Urk. 35 S. 41 f.).  

8.2. Wie bereits ausgeführt, wurde der Beschuldigte mit Urteil des Bezirks-

gerichts Dietikon vom 8. Oktober 2014 unter anderem zu einer bedingt auf-

geschobenen Freiheitsstrafe von 10 Monaten bei einer Probezeit von 4 Jahren 

verurteilt. Mit Strafbefehl vom 26. März 2018 verlängerte die Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland diese Probezeit im Sinne einer letzten Chance um 2 Jahre 

(Urk. 47 S. 2). Dennoch beging der Beschuldigte alle vorliegend zu beurteilenden 

Delikte in der damals laufenden bzw. verlängerten Probezeit der genannten 

Strafe. Die Vorderrichter haben daher zutreffend erkannt, dass er die ihm ein-

geräumte Möglichkeit des bedingten Vollzugs offensichtlich nicht genutzt hat 

- 25 - 

(Urk. 35 S. 41 f.). Im Lichte des zu prüfenden Widerrufs kann dem Beschuldigten 

insgesamt keine günstige Legalprognose gestellt werden, auch wenn er beruflich 

und privat wieder Tritt gefasst zu haben scheint. Selbst die Verteidigung sieht 

einen Widerruf des gewährten bedingten Vollzugs der Vorstrafe als unumgänglich 

an (Urk. 49 S. 12). Mit der Vorinstanz ist zudem darauf hinzuweisen, dass eine 

Verlängerung der Probezeit gar nicht mehr in Frage käme, da sie bereits um die 

Hälfte verlängert wurde (vgl. Art. 46 Abs. 2 Satz 2 StGB). Der gemäss Urteil des 

Bezirksgerichts Dietikon vom 8. Oktober 2014 bedingt gewährte Vollzug der 

Freiheitsstrafe von 10 Monaten ist deshalb zu widerrufen. 

8.3. Sind – wie vorliegend – die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, 

so bildet das Gericht in sinngemässer Anwendung von Art. 49 eine Gesamtstrafe 

(Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB). Dabei bildet die neue Strafe die Einsatzstrafe, 

welche durch die widerrufene Strafe entsprechend zu erhöhen ist. In Anwendung 

des Asperationsprinzips und unter Berücksichtigung, dass sowohl für die heutige 

"Einsatzstrafe" als auch die Vorstrafe jeweils Gesamtstrafen ausgesprochen 

wurden, rechtfertigt es sich, die heute festgelegte Strafe (13 Monate und 20 Tage 

Freiheitsstrafe) mit der widerrufenen Vorstrafe (10 Monate Freiheitsstrafe) auf 

eine Gesamtstrafe von 18 Monaten Freiheitsstrafe zu asperieren. Zusätzlich ist 

eine Geldstrafe von 10 Tages-sätzen zu Fr. 10.– auszusprechen. Da sich der 

Beschuldigte in vorliegendem Verfahren für 2 Tage in Haft befand und auch auf 

die nunmehr widerrufene Strafe 2 Tage Haft angerechnet wurden, sind auf die 

auszusprechende (Gesamt-)Freiheitsstrafe insgesamt 4 Tage erstandene Haft 

anzurechnen. 

IV. Vollzug 

1. Ausgangslage 

1.1. Da der Beschuldigte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Verübung der 

aktuell zu beurteilenden Taten zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt 

wurde, greift die Vermutung einer günstigen Prognose nicht und es ist von einer 

eigentlichen Schlechtprognose auszugehen (vgl. Art. 42 Abs. 1 und Abs. 2 StGB).  

- 26 - 

1.2. Die Vorinstanz erwog vor diesem Hintergrund sinngemäss, der Beschuldig-

te habe trotz der erwirkten Vorstrafen sowohl während laufender Probezeit als 

auch laufender Strafuntersuchung teilweise einschlägig delinquiert. Er habe erst 

kürzlich seine neue Arbeitsstelle angetreten, scheine dort aber nicht besonders 

involviert zu sein und befinde sich noch in der Probezeit. Diese berufliche Ver-

änderung sowie der Rückzug aus der Motorradszene würden deshalb nicht 

genügen, um eine besonders positive Veränderung der Lebensumstände zu 

belegen. Auch die Beziehung zu seinem Sohn habe den Beschuldigten in der 

Vergangenheit nicht davon abgehalten, wiederholt zu delinquieren. Dem Beschul-

digten könne daher, insbesondere aufgrund der mehrjährigen Deliktskarriere, 

keine günstige Prognose gestellt werden, weshalb die Strafe vollumfänglich zu 

vollziehen sei (Urk. 35 S. 40 f.). 

1.3. Demgegenüber beantragt die Verteidigung einen teilbedingten Vollzug der 

Freiheitsstrafe und bringt vor, es lägen besonders günstige Umstände vor, die 

einen teilweisen Aufschub der Strafe rechtfertigen würden. So habe sich der 

Beschuldigte beruflich umorientiert und das ihm Zumutbare unternommen, um 

den angerichteten Schaden zu beheben. Ebenfalls kümmere er sich nunmehr 

ausserordentlich und geradezu beispielhaft um seinen Sohn und pflege zudem 

einen anderen Freundes- und Bekanntenkreis. Der teilweise Vollzug der Strafe 

werde den Beschuldigten genügend von der Begehung weiterer Delikte abhalten 

(Urk. 49 S. 13 ff.) 

2. Würdigung 

2.1. Während das Bundesgericht die Möglichkeit einer teilbedingten Freiheits-

strafe im Anwendungsbereich von Art. 42 Abs. 2 StGB zunächst grundsätzlich 

ausschloss, da die Strafe bei Vorliegen von besonders günstigen Umständen 

vollständig aufzuschieben bzw. andernfalls in voller Länge zu vollziehen sei 

(vgl. Urteil 6B_492/2008 vom 19. Mai 2009; Urteil 6B_1032/2014 vom 8. Januar 

2015), hat es diese Rechtsprechung mittlerweile relativiert. In BGE 144 IV 277 hat 

das Bundesgericht dazu festgehalten, die teilbedingte Strafe stelle innerhalb des 

gesetzlichen Stufensystems eine Mittellösung zwischen dem vollständigen 

Aufschub (bedingt) und dem Vollzug (unbedingt) der Strafe dar. Sie komme im 

- 27 - 

sogenannten Schnittstellenbereich von einem bis zwei Jahren Freiheitsstrafe zur 

Anwendung, wenn eine vollbedingte Strafe aus spezialpräventiver Sicht nicht 

ausreichend sei und der Aufschub wenigstens eines Teils der Strafe erfordere, 

dass der andere Teil vollzogen werde. Ergeben sich – insbesondere aufgrund 

früherer Verurteilungen – ganz erhebliche Bedenken an der Legalbewährung des 

Täters, ermögliche ein Teilvollzug für die Zukunft eine bessere Prognose 

(BGE 144 IV 277 E. 3.1.; s.a. Urteil 6B_49/2019 vom 2. August 2019 E. 6.3.2.). 

Die Gewährung des teilbedingten Strafvollzuges ist mithin möglich, wenn eine 

Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss zulässt, dass trotz 

der Vortat eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Erst wenn keinerlei 

Aussicht besteht, dass sich der Täter in irgendeiner Weise durch den ganz oder 

teilweise gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen wird, muss die Strafe in 

voller Länge vollzogen werden (Urteil 6B_1005/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4.2.1. 

m.H.).  

2.2. Die Vorinstanz erwog zu Recht, dass die mehrjährige deliktische Tätigkeit 

des Beschuldigten im Rahmen der Legalprognose isoliert betrachtet klar als nega-

tiv zu werten ist, zeugt die wiederholte und einschlägige Delinquenz doch von 

einer erheblichen Uneinsichtigkeit in Bezug auf das verübte Unrecht. Die alleinige 

Tatsache, dass sich der Beschuldigte der Strafwürdigkeit seiner Handlungen im 

damaligen Zeitpunkt nicht bewusst geworden war, indiziert jedoch noch nicht 

zwingend eine ungünstige Prognose (BSK StGB I-SCHNEIDER/GARRÉ, 4. Aufl. 

2019, Art. 42 N 47). In einer Gesamtschau ist ebenfalls zu berücksichtigen, dass 

sich der Beschuldigte im Gerichtsverfahren – wie bereits dargelegt – mehrheitlich 

einsichtig und reuig zeigte. Sodann befindet er sich nunmehr beruflich in gefestig-

ten Verhältnissen, was urkundlich belegt ist (Urk. 50/2). Auch wenn sich der 

Beschuldigte trotz seiner familiären Verpflichtungen bis anhin nicht davon ab-

halten liess, straffällig zu werden, scheint diesbezüglich ebenfalls eine weitere 

Festigung und positive Veränderung in der Beziehung zu seinem Kind stattge-

funden zu haben, nimmt er doch heute eine massgebliche Betreuungsverant-

wortung für seinen Sohn wahr (Urk. 48 S. 2 ff.; Urk. 49 S. 14 f.). Weiter fällt ins 

Gewicht, dass der Beschuldigte vor den heute zu beurteilenden Taten noch nie 

einen längeren Freiheitsentzug erdulden musste. Er befand sich lediglich zwei-

- 28 - 

malig für zwei Tage in Haft (Urk. 47). Zwar hat ihn dies sowie die bedingt auf-

geschobene Freiheitsstrafe nicht nachhaltig beeindruckt. Müsste der Beschuldigte 

aber heute eine doch empfindliche Freiheitsstrafe zwischen 6 und 9 Monaten ver-

büssen (vgl. Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB), wäre davon unter den geschilderten 

Gesamtumständen durchaus eine nachhaltige Wirkung zu erwarten. Dies hat ins-

besondere auch vor dem Hintergrund zu gelten, dass dem Beschuldigten im Falle 

eines Rückfalls nochmals ein Freiheitsentzug in dieser Grössenordnung drohen 

würde.  

2.3. Unter Berücksichtigung der konkreten Warnwirkung eines solchen teil-

weisen Vollzugs der Freiheitsstrafe und angesichts der durchaus positiven Verän-

derungen in den Lebensumständen des Beschuldigten rechtfertigt es sich daher, 

dem Beschuldigten nunmehr im Sinne einer allerletzten Chance keine eigentliche 

Schlechtprognose zu stellen und ihm für die Freiheitsstrafe den teilbedingten 

Vollzug zu gewähren. Hierfür erscheint es angemessen, den vollziehbaren Teil 

der Strafe auf die Hälfte (9 Monate) festzusetzen. Allerdings ist dabei den tatsäch-

lich vorhandenen Bedenken mit der Ansetzung der gesetzlich maximalen Probe-

zeit von fünf Jahren Rechnung zu tragen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

2.4. Ein teilbedingter Vollzug von Geldstrafen ist gesetzlich nicht vorgesehen 

(vgl. Art. 43 StGB). Im Lichte der vorstehenden Erwägungen ist die Geldstrafe  

– wie von der Verteidigung beantragt – zu vollziehen (Urk. 49 S. 2).  

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren 

Der beschuldigten Person können die gesamten Kosten der Untersuchung und 

des erstinstanzlichen Verfahrens auferlegt werden, wenn die ihr zur Last gelegten 

Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle Unter-

suchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts notwendig waren (Urteil 

6B_115/2019 vom 15. Mai 2019 Erw. 4.3 mit Hinweisen). Der Vorwurf der Sach-

entziehung gemäss Dossier 1 hat das Ausmass der Strafuntersuchung nicht in 

derart relevanter Weise tangiert, dass von der vorinstanzlichen Kostenregelung 

- 29 - 

abzuweichen wäre. Auch die Verteidigung hat hierzu keine konkreten Anträge 

gestellt. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 9) daher 

zu bestätigen. 

2. Berufungsverfahren 

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu 

veranschlagen. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine 

Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutge-

heissen wurden (BSK StPO II-DOMEISEN, 2. Aufl. 2014, Art. 428 N 6). 

2.2. Da für die Kostenregelung primär die Berufungsanträge gemäss 

Berufungserklärung massgebend sind, hat der Beschuldigte lediglich in Bezug auf 

den Teilfreispruch wegen Sachentziehung und hinsichtlich der Vollzugsfrage als 

obsiegend zu gelten. Im Übrigen gilt der Beschuldigte mit seinen Berufungsan-

trägen als unterliegend. Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten deshalb die 

Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Vertei-

digung, zu 3/4 aufzuerlegen und zu 1/4 auf die Gerichtskasse zu nehmen 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungs-

verfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei eine allfällige Rücker-

stattungspflicht im Umfang von 3/4 vorbehalten bleibt (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

2.3. Die amtliche Verteidigung macht im Berufungsverfahren einen Aufwand 

von Fr. 5'908.45 (inkl. MwSt.) geltend, was ausgewiesen ist und angemessen 

erscheint (Urk. 46). Da die Aufwendungen im Zusammenhang mit der heutigen 

Berufungsverhandlung samt Weg und Nachbesprechung bereits nahezu voll-

ständig im geltend gemachten Honorar berücksichtigt wurden, rechtfertigt es sich, 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren 

sogleich pauschal und gesamthaft mit Fr. 6'000.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zu 

entschädigen. 

- 30 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 3. Juni 

2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB; 

− (…) 

− (…) 

− des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug 

oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 

lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (Dossier 5 und Dossier 8); 

− (…) 

− (…) 

2. Vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 6, zum 

Nachteil des Privatklägers 1) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3.-5. (…) 

6. Die Privatkläger 1 und 2 werden mit ihren Schadenersatz- respektive Genugtuungs-

begehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen. 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren; 

Fr. 1'550.00   Auslagen Forensisches Institut; 

Fr. 40.00   Auslagen inner- und ausserkantonale Verfahrenskosten Polizei. 

8. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 12'587.60 (inkl. Barauslagen und 

7.7 % MwSt.) entschädigt. 

9. (…) 

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

- 31 - 

11. (Mitteilungen.) 

12. (Rechtsmittel.) 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig 

− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB; 

− des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder 

Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 

Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (Dossier 2); 

− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 

Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG; 

− der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontroll-

schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG. 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Sachentziehung im 

Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 1). 

3. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 

8. Oktober 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten (abzüglich 

2 Tage erstandene Haft) wird widerrufen. 

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe gemäss 

Ziff. 3 bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten als Gesamtstrafe, 

wovon 4 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.–. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 9 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 5 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate) 

wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

- 32 - 

6. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

7. Die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 9) wird bestätigt.  

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.–  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'000.–   amtliche Verteidigung. 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu ¾ auferlegt und zu 

¼ definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung werden zu ¼ definitiv und zu ¾ einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Umfang 

von ¾ bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (versandt) 
− die Vertretung des Privatklägers F.______,   

RA Dr. iur. Y.______, im Doppel für sich und die Privatklägerschaft 
(versandt) 

− den Privatkläger G.______ (im Auszug betr. Vorabbeschluss; versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− die Vertretung des Privatklägers F.______,   

RA Dr. iur. Y.______, im Doppel für sich und die Privatklägerschaft  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, 

Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste  

- 33 - 

− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativ-
massnahmen, 8090 Zürich (PIN-Nr. …) 

− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B 
− die Kantonspolizei Zürich, Kriminalpolizeiliches Datenmanagement, 

Zentrale Daten, Postfach, 8021 Zürich, mit separatem Schreiben gem. 
§ 54 a PolG 

− das Bezirksgericht Dietikon, in die Akten Geschäfts-Nr. GG140036-M. 

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 12. Mai 2021 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Keller 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht bezahlt werden. 

Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen 

(Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 

StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 12. Mai 2021
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 35 S. 46 ff.)
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB;
	 der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 1);
	 der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB;
	 des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG;
	 des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG;
	 der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG.

	2. Vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 6, zum Nachteil des Privatklägers 1) wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 8. Oktober 2014 (Geschäfts-Nr. GG140036-M) ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten (abzüglich 2 Tage erstandener Haft) wird widerrufen.
	4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon bis und mit heute insgesamt 4 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.00.
	5. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.
	6. Die Privatkläger 1 und 2 werden mit ihren Schadenersatz- respektive Genugtuungsbegehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 12'587.60 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt.
	9. Die Kosten der Untersuchung werden dem Beschuldigten zu 9/10 und diejenigen des gerichtlichen Verfahrens vollständig auferlegt, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung. Die übrigen Untersuchungskosten (im Umfang von 1/10) werden auf die G...
	10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	11. (Mitteilungen.)
	12. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 4 f.)
	1. Das vorinstanzliche Urteil sei hinsichtlich des Schuldspruchs der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 1) aufzuheben und der Beschuldigte sei diesbezüglich freizusprechen.
	2. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen
	 der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB;
	 der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB;
	 des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG;
	 des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG;
	 der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG.

	3. Der Freispruch vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 6) sei zu bestätigen.
	4. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 8. Oktober 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten sei zu widerrufen.
	5. Der Beschuldigte sei unter Einbezug der widerrufenen Strafe mit 13 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, unter Anrechnung von 4 Tagen erstandener Haft, sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.– zu bestrafen.
	6. Die Freiheitsstrafe sei teilbedingt auszusprechen, wobei der unbedingte Anteil der Strafe 6 ½ Monate betragen soll. Die Geldstrafe sei zu vollziehen.
	7. Es sei zu bestätigen, dass die Privatkläger 1 und 2 mit ihren Schadenersatz- bzw. Genugtuungsbegehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen werden.
	8. Die Honorarnote des amtlichen Verteidigers gemäss der Rechnung vom 6. Mai 2021 sei zu bestätigen unter Berücksichtigung der effektiven Dauer der Berufungsverhandlung.
	9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung, seien zu 75% auf die Staatskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien unter dem üblichen Vorbehalt auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I.  Einleitung, Verfahrensgang und Umfang der Berufung

	1. Einleitung
	Hintergrund der vorliegenden Anklage bildet die frühere Tätigkeit des Beschuldigten als Motorradmechaniker. Es wird ihm vorgeworfen, im Rahmen dieser Arbeitstätigkeit verschiedene ihm übergebene Motorräder oder Fahrzeugteile nicht – wie mit den jeweil...

	2. Verfahrensgang
	2.1. Für den Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Entscheid kann auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 35 S. 4). Während die Vorinstanz den Beschuldigten mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 3. Juni 2020 vo...
	2.2. Mit Eingabe vom 4. Juni 2020 meldete der Beschuldigte rechtzeitig Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil an und reichte nach Zustellung des begründeten Entscheids mit Eingabe vom 3. November 2020 fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 3...
	2.3. Am 10. März 2021 wurde zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen, zu welcher der Beschuldigte und sein amtlicher Verteidiger erschienen sind (Prot. II S. 4). Dabei wurden weder Vorfragen aufgeworfen noch Beweisanträge gestellt (Prot. II S. 6 f...

	3. Berufungsumfang und Hinweis
	3.1. Bezüglich des Schuldpunktes liess der Beschuldigte in seiner Berufungserklärung die Schuldigsprechung wegen Sachentziehung gemäss Dossier 1 sowie die Vorwürfe im Zusammenhang mit Dossier 2 anfechten (Führen eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerun...
	Im Weiteren ficht der Beschuldigte die ausgesprochene Sanktion an und beantragt die Herabsetzung der von der Vorinstanz ausgefällten Gesamtstrafe sowie deren teilbedingten Vollzug (Dispositivziffern 3-5). Entsprechend den Anträgen des Beschuldigten ha...
	3.2. Nicht angefochten wird das vorinstanzliche Urteil somit hinsichtlich des Schuldspruchs der Veruntreuung (Dispositivziffer 1 Spiegelstrich 1) und des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforder...
	3.3. Im Übrigen kann an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Berufungsgericht kann s...
	II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

	1. Anklagevorwurf gemäss Dossier 1
	1.1. Bestrittener Sachverhalt
	Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe vom Geschädigten B._____ anfangs Juni 2018 dessen Motorrad, eine Harley-Davidson, zur Reparatur übernommen. Dabei sei dem Beschuldigten auch ein handgefertigter Leder-Soziussattel übergeben worden, um diese...
	Der Beschuldigte bestreitet grundsätzlich nicht, dass er vom Geschädigten B._____ nebst dessen Harley-Davidson auch einen handgefertigten Sattel übergeben erhalten hat, um diesen anstelle des Gepäckträgers zu montieren, und er dem Geschädigten hernac...
	Die Verteidigung macht geltend, allein aus der Tatsache, dass der Sattel und der Gepäckträger nicht zurückgegeben worden seien, könne nicht auf ein strafrechtlich relevantes Handeln des Beschuldigten geschlossen werden. Dieser habe die Gegenstände ver...
	1.2. Grundlagen der Beweiswürdigung und Beweismittel
	1.2.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung, insbesondere auch zum Indizienbeweis und zur Aussagewürdigung, ausführlich und zutreffend dargestellt, worauf – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – vollumfänglich zu verwe...
	1.2.2. Als Beweismittel liegen das Protokoll der polizeilichen Einvernahme des Geschädigten B._____ (Urk. D1/5), das WhatsApp-Chatprotokoll von Nachrichten, die zwischen dem Beschuldigten und B._____ ausgetauscht wurden (Urk. D1/2/2) sowie die Aussage...
	Mit Bezug auf die polizeiliche Einvernahme von B._____ als Auskunftsperson ist die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass diese Aussagen nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertet werden dürfen, da im Nachgang zum polizeilichen Ermi...
	1.3. Würdigung
	1.3.1. Mit der Vorinstanz steht ausser Frage, dass der Beschuldigte sowohl den Soziussattel als auch den abmontierten Gepäckträger nicht wieder dem Geschädigten aushändigte (Urk. 35 S. 12 und 14).
	1.3.2. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass das bei den Akten liegende WhatsApp-Chatprotokoll belegt, wie der Beschuldigte den Geschädigten mit immer neuen Ausreden ab dem 22. Juni 2018 bis zum 7. Juli 2018, mithin länger als zwei Wo...
	1.3.3. Zwar ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb der Soziussattel bei der Probefahrt einfach so hätte abfallen sollen, resultiert die Haltewirkung eines ordnungsgemäss angebrachten Saugnapfes doch primär aus dem beim Andrücken entstehende...
	1.3.4. Gesamthaft kann in Abweichung zu den vorinstanzlichen Erwägungen daher bei vorliegender Sachlage nicht davon ausgegangen werden, beim geltend gemachten Verlust des Sattels handle es sich um eine blosse Schutzbehauptung bzw. sei ein bewusstes Vo...

	2. Anklagevorwürfe gemäss Dossier 2
	2.1. Wie bereits erwähnt, hat der Beschuldigte die Anklagevorwürfe gemäss Dossier 2 anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung vollumfänglich eingestanden (Urk. D1/18 S. 3 f.; Urk. 48 S. 13; Urk. 49 S. 1 f.). Das Geständnis stimmt mit dem übrigen Un...
	2.2. Im ausgehändigten Dispositiv wurde daraufhin festgehalten, der Beschuldigte habe sich nebst der Irreführung der Rechtspflege, des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung und der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern ge...
	2.3. Zusammenfassend ist der Beschuldigte somit zudem schuldig zu sprechen
	 der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB;
	 des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (Dossier 2);
	 des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG;
	 der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG.

	III.  Strafzumessung

	1. Ausgangslage / Anwendbares Recht / Grundsätze der Strafzumessung
	1.1. Während die Vorinstanz den Beschuldigten – unter Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Urteil vom 8. Oktober 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten – mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 20 Monaten sowie einer Geldstrafe von 10 Tagessä...
	1.2. Die Vorinstanz hat die Problematik, dass im vorliegenden Fall die Veruntreuung gemäss Dossier 7 während der Dauer vom 8. Februar 2017 (Übergabe des Motorrads für Service) und dem 2. Juli 2018 (Verkauf des Motorrads an Drittperson) begangen wurde...
	1.3. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Sch...
	1.4. Die Vorinstanz hat sodann die allgemeinen Grundlagen hinsichtlich der Bildung einer Gesamtstrafe und der Anwendung des Asperationsprinzips zutreffend dargelegt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 35 S. 29).

	2. Wahl der Sanktionsart
	2.1. Der Beschuldigte hat sich durch sein Verhalten der Veruntreuung, der Sachentziehung, der Irreführung der Rechtspflege sowie diverser Delikte des Strassenverkehrsrechts schuldig gemacht. Alle Delikte sehen als Sanktion jeweils Freiheitstrafe oder ...
	2.2. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zur Wahl der Sanktionsart korrekt dargelegt (Urk. 35 S. 29 f.). Hervorzuheben ist erneut, dass bei der Wahl der Sanktionsart nebst dem Verhältnismässigkeitsprinzip die Zweckmässigkeit der Sanktion, ...
	2.3. Bei der Wahl der Sanktionsart ist mit der Vorinstanz auf die vier – teils einschlägigen – Vorstrafen zu verweisen (Urk. 47). Aus dem Strafregisterauszug geht hervor, dass der Beschuldigte am 15. März 2012 mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zü...

	3. Teilweise retrospektive Konkurrenz?
	3.1. In zeitlicher Hinsicht stellt sich mit Blick auf Dossier 7 die Frage der teilweisen retrospektiven Konkurrenz, wurde die Veruntreuung doch im Zeitraum vom 8. Februar 2017 (Übernahme des Motorrads für Service) bis zum 2. Juli 2018 (Verkauf des Mo...
	3.2. Das Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid die in BGE 145 IV 1 vorgenommene Praxisänderung hinsichtlich der teilweisen retrospektiven Konkurrenz bestätigt und die Grundlagen dazu ausführlich dargelegt (vgl. Urteil 6B_192/2020 vom 19 August...
	3.3. Im vorliegenden Fall besteht die Besonderheit, dass die Tathandlungen, welche insgesamt als Veruntreuung zu würdigen sind, über einen längeren Zeitraum begangen wurden (vgl. vorstehend E. III.1.). Auch mit Bezug auf die Frage der teilweisen retro...

	4. Einsatzstrafe
	4.1. Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, im vorliegenden Fall die Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB, welche mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird. Da vorliegend aus spezialpr...
	4.2. In objektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschuldigte durch die begangene Veruntreuung, mithin die Entgegennahme der Anzahlung des Geschädigten über Fr. 1‘000.– für die zu leistenden Servicearbeiten und den mittels Ve...
	4.3. Insgesamt ist mit der Vorinstanz von einem noch leichten Verschulden auszugehen. Die vorinstanzlich festgesetzte Einsatzstrafe von vier Monaten erscheint entsprechend angemessen.

	5. Asperation aufgrund der weiteren Delikte
	5.1. Mehrfaches Führen eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzug
	In objektiver Hinsicht fällt die mehrfache Tatbegehung über einen längeren Zeitraum ins Gewicht: So konnten dem Beschuldigten die Fahrten am 25. Juli 2018 (kurz nach Mitternacht), am 12. November 2018 (um die Mittagszeit) sowie am 1. Februar 2019 (am ...
	5.2. Straferhöhung wegen Fahrens ohne Haftpflichtversicherung
	In objektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte am 25. Juli 2018 einmalig ein nicht eingelöstes Motorrad auf einer öffentlichen Strasse lenkte. Dies tat er allerdings direktvorsätzlich. Auch bei diesem Vorfall wird die Geringschätzung d...
	5.3. Straferhöhung wegen missbräuchlicher Verwendung von Kontrollschildern
	Bei der Fahrt vom 25. Juli 2018 verwendete der Beschuldigte sodann das Kontrollschild AG …, welches für ein anderes Motorrad bestimmt war. In objektiver Hinsicht ist wiederum zu beachten, dass es sich um eine einmalige Fahrt handelte. Subjektiv handel...
	5.4. Straferhöhung wegen Irreführung der Rechtspflege
	In objektiver Hinsicht ist mit Bezug auf diese Tat zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte durch sein Vorgehen offensichtlich seine Fahrt mit dem Motorrad und damit die von ihm begangenen Verkehrsregelverletzungen verschleiern wollte. Wenn die Vorin...
	5.5. Zwischenfazit Tatkomponente
	Aufgrund der Tatkomponente ist die (hypothetische) Gesamtstrafe auf 11 Monate und 20 Tage Freiheitsstrafe sowie 10 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen.

	6. Täterkomponenten
	6.1. Biografie und persönliche Verhältnisse
	Zu seinen persönlichen Verhältnissen machte der Beschuldigte folgende Angaben (Urk. D14/1 S. 9 f.; Urk. D1/4/3 S. 6 f.; Prot. I S. 17 ff.; Urk. 48 S. 1 ff.): Der Beschuldigte habe nach der Schule den Beruf des Motorradmechanikers erlernt und, nachdem ...
	6.2. Vorleben und Nachtatverhalten
	6.2.1. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz fallen die zahlreichen und zum Teil einschlägigen Vorstrafen signifikant straferhöhend ins Gewicht (Urk. 47; Urk. 35 S. 35), hat sich der Beschuldigte dadurch doch nicht warnen lassen. Trotz Widerruf der be...
	6.2.2. Unter dem Titel des Nachtatverhaltens ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte zunächst die Delikte gemäss Dossier 5, 7 und 8 eingestanden und anlässlich der Berufungsverhandlung letztlich auch die Vorwürfe gemäss Dossier 2 anerkannt hat. ...
	6.3. Besondere Strafempfindlichkeit
	6.3.1. Weiter führte die Verteidigung ins Feld, es liege ein klarer Fall einer besonderen Strafempfindlichkeit vor, nehme der Beschuldigte doch die Betreuung des Sohnes, welcher an Autismus und einer leichten geistigen Behinderung leide, regelmässig w...
	6.3.2. Mit den Vorderrichtern ist vorliegend keine (strafmindernd) zu berücksichtigende besondere Strafempfindlichkeit auszumachen. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat wiederholt betont, dass eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei aussergewö...

	7. Ergebnis der Strafzumessung und Tagessatzhöhe
	7.1. Nach Berücksichtigung der Täterkomponente resultiert eine Freiheitsstrafe von 13 Monaten und 20 Tagen. Daran anzurechnen sind zwei Tage erstandene Untersuchungshaft (Art. 51 StGB; vgl. Urk. D1/8/1). Die Geldstrafe ist bei 10 Tagessätzen zu belassen.
	7.2. Die Höhe eines Tagessatzes beträgt in der Regel mindestens Fr. 30.– und höchstens Fr. 3'000.–. Ausnahmsweise kann der Tagessatz bis auf Fr. 10.– gesenkt werden (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Festlegung der Höhe des Tagessatzes ist d...
	7.3. Die Vorinstanz setzte unter Berücksichtigung der Gesamtsituation (Geschäftsaufgabe, Sozialhilfe, Unterhaltspflichten) und den hohen Schulden trotz des regelmässig erzielten Einkommens den Tagessatz auf Fr. 10.– fest. Unter Berücksichtigung der vo...

	8. Widerruf und Bildung einer Gesamtstrafe
	8.1. Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Grundlagen für den Widerruf einer bedingt ausgesprochenen Strafe bei Nichtbewährung zutreffend dargelegt, worauf verwiesen werden kann. Ebenfalls hat sie die Voraussetzungen und das Vorgehen bei der Bildung ei...
	8.2. Wie bereits ausgeführt, wurde der Beschuldigte mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 8. Oktober 2014 unter anderem zu einer bedingt aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 10 Monaten bei einer Probezeit von 4 Jahren verurteilt. Mit Strafbefehl...
	8.3. Sind – wie vorliegend – die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, so bildet das Gericht in sinngemässer Anwendung von Art. 49 eine Gesamtstrafe (Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB). Dabei bildet die neue Strafe die Einsatzstrafe, welche durch die...
	IV.  Vollzug

	1. Ausgangslage
	1.1. Da der Beschuldigte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Verübung der aktuell zu beurteilenden Taten zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt wurde, greift die Vermutung einer günstigen Prognose nicht und es ist von einer eigentlich...
	1.2. Die Vorinstanz erwog vor diesem Hintergrund sinngemäss, der Beschuldigte habe trotz der erwirkten Vorstrafen sowohl während laufender Probezeit als auch laufender Strafuntersuchung teilweise einschlägig delinquiert. Er habe erst kürzlich seine ne...
	1.3. Demgegenüber beantragt die Verteidigung einen teilbedingten Vollzug der Freiheitsstrafe und bringt vor, es lägen besonders günstige Umstände vor, die einen teilweisen Aufschub der Strafe rechtfertigen würden. So habe sich der Beschuldigte berufli...

	2. Würdigung
	2.1. Während das Bundesgericht die Möglichkeit einer teilbedingten Freiheitsstrafe im Anwendungsbereich von Art. 42 Abs. 2 StGB zunächst grundsätzlich ausschloss, da die Strafe bei Vorliegen von besonders günstigen Umständen vollständig aufzuschieben ...
	2.2. Die Vorinstanz erwog zu Recht, dass die mehrjährige deliktische Tätigkeit des Beschuldigten im Rahmen der Legalprognose isoliert betrachtet klar als negativ zu werten ist, zeugt die wiederholte und einschlägige Delinquenz doch von einer erheblich...
	2.3. Unter Berücksichtigung der konkreten Warnwirkung eines solchen teilweisen Vollzugs der Freiheitsstrafe und angesichts der durchaus positiven Veränderungen in den Lebensumständen des Beschuldigten rechtfertigt es sich daher, dem Beschuldigten nun...
	2.4. Ein teilbedingter Vollzug von Geldstrafen ist gesetzlich nicht vorgesehen (vgl. Art. 43 StGB). Im Lichte der vorstehenden Erwägungen ist die Geldstrafe  – wie von der Verteidigung beantragt – zu vollziehen (Urk. 49 S. 2).
	V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren
	Der beschuldigten Person können die gesamten Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens auferlegt werden, wenn die ihr zur Last gelegten Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle Untersuchungshandlungen hins...

	2. Berufungsverfahren
	2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu veranschlagen. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmittelverf...
	2.2. Da für die Kostenregelung primär die Berufungsanträge gemäss Berufungserklärung massgebend sind, hat der Beschuldigte lediglich in Bezug auf den Teilfreispruch wegen Sachentziehung und hinsichtlich der Vollzugsfrage als obsiegend zu gelten. Im Üb...
	2.3. Die amtliche Verteidigung macht im Berufungsverfahren einen Aufwand von Fr. 5'908.45 (inkl. MwSt.) geltend, was ausgewiesen ist und angemessen erscheint (Urk. 46). Da die Aufwendungen im Zusammenhang mit der heutigen Berufungsverhandlung samt Weg...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon  vom 3. Juni 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB;
	 (…)
	 (…)
	 des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (Dossier 5 und Dossier 8);
	 (…)
	 (…)

	2. Vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 6, zum Nachteil des Privatklägers 1) wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3.-5. (…)

	6. Die Privatkläger 1 und 2 werden mit ihren Schadenersatz- respektive Genugtuungsbegehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 12'587.60 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt.
	9. (…)
	10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	11. (Mitteilungen.)
	12. (Rechtsmittel.)
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig
	 der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB;
	 des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (Dossier 2);
	 des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG;
	 der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG.

	2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 1).
	3. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 8. Oktober 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten (abzüglich 2 Tage erstandene Haft) wird widerrufen.
	4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe gemäss Ziff. 3 bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten als Gesamtstrafe, wovon 4 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr...
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 9 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 5 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	6. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	7. Die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 9) wird bestätigt.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu ¾ auferlegt und zu ¼ definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu ¼ definitiv und zu ¾...
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (versandt)
	 die Vertretung des Privatklägers F.______,   RA Dr. iur. Y.______, im Doppel für sich und die Privatklägerschaft (versandt)
	 den Privatkläger G.______ (im Auszug betr. Vorabbeschluss; versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vertretung des Privatklägers F.______,   RA Dr. iur. Y.______, im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativmassnahmen, 8090 Zürich (PIN-Nr. …)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B
	 die Kantonspolizei Zürich, Kriminalpolizeiliches Datenmanagement, Zentrale Daten, Postfach, 8021 Zürich, mit separatem Schreiben gem. § 54 a PolG
	 das Bezirksgericht Dietikon, in die Akten Geschäfts-Nr. GG140036-M.

	11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen W...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.