# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1fe3fbfa-8c55-5724-ab23-b8ef75c9b0a6
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-28
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 28.12.2021 26507
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_26507_2021-12-28.pdf

## Full Text

GERICHTE  VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

SV 20 30 

P 20 7 

 

 

Entscheid vom 14. Juni 2021 

Sozialversicherungsabteilung 

 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Verwaltungsrichterin Dr. med. Carole Bodenmüller, 

 Verwaltungsrichter Stephan Zimmerli, 

Gerichtsschreiberin Carmen Meier. 

 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__,  

Z.__, 

vertreten durch Advokatin Andrea Mengis, procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten, 

Beschwerdeführer, 

 

 

 

gegen 

 

 

 

IV-Stelle Nidwalden, 

Stansstaderstrasse 88, Postfach, 6371 Stans, 

Beschwerdegegnerin. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegenstand Leistungen IVG 

 

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle Nidwalden 

vom 29. September 2020. 

2│26 

Sachverhalt: 

A.  

Der 1974 geborene A.__ («Beschwerdeführer»/«Versicherter») meldete sich erstmals anfangs 

September 1997 wegen einer Rückenproblematik bei der IV-Stelle Nidwalden zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle holte diverse medizinische und berufliche 

Unterlagen ein und veranlasste die Prüfung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen (IV-

act. 3 ff.). Sodann wurde eine orthopädische Begutachtung veranlasst, die eine volle 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Maschinenmechaniker und  

jeglicher anderer Tätigkeit (ohne Heben und Tragen schwerer Lasten) ergab. Ab März 1998 

war der Versicherte in einer entsprechenden Position bei der B.__ AG tätig. Am 13. April 1998 

erlitt er einen Verkehrsunfall, bei dem er ein HWS-Schleudertrauma erlitt. In der Folge 

veranlasste die SUVA als zuständiger Unfallversicherer vom 14. September 1998 bis 

4. November 1998 eine stationäre Rehabilitation, in deren Verlauf sich eine psychische  

Problematik ergab, die zu einer tagesklinischen Betreuung in der Psychiatrie C.__ führte. Die 

Arbeitsfähigkeit konnte nicht gesteigert werden. Die berufliche Eingliederung wurde zufolge 

Aussichtslosigkeit beendet und die Rentenprüfung in die Wege geleitet. Mit Verfügung vom 7. 

Oktober 1999 wurde dem Versicherten eine ganze Rente bei einem IV-Grad von 100% mit 

Wirkung ab 1. April 1999 zugesprochen. 

Die von Amtes wegen eingeleiteten Revisionen vom 3. August 2000 und 4. September 2002 

ergaben keine Änderungen des Invaliditätsgrades. Am 15. November 2005 wurde das dritte 

Revisionsverfahren eingeleitet. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2006 wurden die 

Rentenzahlungen zufolge fehlender Mitwirkungspflicht eingestellt. Am 26. Oktober 2007 

meldete sich der Beschwerdeführer erneut zum Rentenbezug an. Mit Verfügung vom 2. Juli 

2008 wurde ihm wiederum eine ganze Rente ausgerichtet. Die Rentenrevision vom 7. März 

2012 führte zu einer Bestätigung des Invaliditätsgrades. 

Die am 2. Mai 2017 eingeleitete Revision führte zufolge Verletzung der Mitwirkungspflichten 

zur sofortigen Rentensistierung vom 18. Oktober 2017. Aufgrund der mit Eingabe vom 

30. Oktober 2017 übermittelten Unterlagen ergaben sich erhebliche Zweifel an den vorge-

tragenen Beeinträchtigungen, sodass die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung 

anordnete. Nach Vorlage des polydisziplinären Gutachtens der D.__ AG vom 6. November 

2018 (IV-act. 157) wurde die Rentensistierung mit Mitteilung vom 18. April 2019 aufgehoben 

(IV-act. 164) und eine eingliederungsorientierte Rentenrevision angekündigt, die jedoch 

wegen eines Auslandaufenthalts des Versicherten aufgeschoben wurde (IV-act. 165). Der 

3│26 

Einladung der Eingliederungsverantwortlichen vom 3. Juni 2019 blieb der Beschwerdeführer 

fern (falsche Adresse; IV-act. 169 ff.). Am 23. August 2019 erklärte sich der Beschwerdeführer 

mit den Eingliederungsmassnahmen (Belastbarkeits- und Aufbautraining bei der E.__ vom 3. 

September bis 30. November 2019; IV-act. 174) einverstanden. Diese wurden in der Folge 

mangels Zielerreichung (hohe Absenzen) bis 29. Februar 2020 verlängert (IV-act. 184 ff.). 

Trotz Entgegenkommen hinsichtlich Arbeitszeiten und Arbeitseinsätzen konnte keine 

Steigerung des Arbeitspensums erreicht werden. Der daraufhin vorgesehene Arbeitsversuch 

bei der F.__ AG lehnte der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen ab, was zum Abschluss 

der Eingliederungsmassnahmen und zur Rentenprüfung führte (IV-act. 206). Mit Vorbescheid 

vom 17. Juli 2020 stellte die IV-Stelle die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 

211). Nach durchgeführtem Einwandverfahren bestätigte die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. 

September 2020 ihren Vorbescheid. 

 

B.  

Dagegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Oktober 2020 Beschwerde mit 

folgenden Anträgen erheben: 

«1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 29.09.2020 sei aufzuheben. 

  2. Dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. 

  3. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. 

  4. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten für die fachmedizinische 

Stellungnahme von Frau Dr. med. G.__ vom 28.10.2020 zu übernehmen. 

  5. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und er sei 

von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu befreien. Zudem sei ihm die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den Unterzeichnenden zu gewähren. 

  6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer) 

zulasten der Beschwerdegegnerin.» 

 

C.  

Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 3. Dezember 2020 auf kostenfällige Abweisung 

der Beschwerde. Gleichzeitig überwies sie das Versichertendossier (IV-act. 1-236). 

 

4│26 

D.  

Mit Verfügung vom 14. Dezember 2020 (P 20 5) wurde das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung mangels Mittellosigkeit abgewiesen. Der Beschwerdeführer 

wurde jedoch von der Leistung eines Kostenvorschusses befreit.  

 

E.  

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Januar 2021 wurde dem Beschwerdeführer die  

ersuchte Replikfrist angesetzt. Er replizierte am 3. Februar 2021 und stellte die Einreichung 

eines Gutachtens in Aussicht. Mit Verfügung vom 15. Februar 2021 wurde dem 

Beschwerdeführer Frist bis zum 12. März 2021 zur Einreichung des angekündigten 

Gutachtens gesetzt. Am 8. März 2021 wurde das Gutachten samt Stellungnahme eingereicht. 

Die IV-Stelle duplizierte am 15. April 2021. Beide Parteien hielten an ihren ursprünglich 

gestellten Anträgen fest. Der Beschwerdeführer gab am 26. April 2021 seine Kostennote zu 

Protokoll. 

 

F.  

Die Sozialversicherungsabteilung des Verwaltungsgerichts Nidwalden hat die vorliegende 

Beschwerdesache anlässlich ihrer Sitzung vom 14. Juni 2021 abschliessend beraten und 

beurteilt. Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie die eingereichten Unterlagen 

wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

Erwägungen: 

1.  

Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem 

Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Die Beschwerde richtet sich 

gegen die Verfügung der IV-Stelle Nidwalden vom 29. September 2020, womit die  

örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts Nidwalden gegeben ist. Die sachliche 

Zuständigkeit obliegt der Sozialversicherungsabteilung (Art. 57 ATSG [SR 830.1] in 

Verbindung mit Art. 39 GerG [NG 261.1]), welche in Dreierbesetzung entscheidet (Art. 33 Ziff. 

2 GerG). Der Beschwerdeführer hat als Adressat der angefochtenen Verfügung ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 

ATSG). Nachdem auch Frist und Form (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) eingehalten sind, ist 

5│26 

auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

2.  

2.1  

Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im  

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird 

auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. 

Als Invalidität gemäss Art. 8 ATSG gilt die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 

nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

 

2.2  

Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit 

oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, während 

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf des Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid 

sind (dortige lit. a bis c). Die Rente wird nach dem Grad der Invalidität abgestuft (Art. 28 Abs. 2 

IVG).  

 

2.3  

Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung 

setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 

anerkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und 

E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden  

belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert  

6│26 

zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung 

mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- 

und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang 

die ärztlichen Feststellungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche 

psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. 

 

2.4  

Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der 

versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu  

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 

eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren 

Hinweisen). 

 

2.5 

Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess 

gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 

Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 

entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden 

medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu 

würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt.  

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die  

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

7│26 

sind. Die Frage des Beweiswertes stellt sich auch bei den anzuwendenden medizinisch-

diagnostischen Methoden. Diese müssen wissenschaftlich anerkannt sein, damit der mit ihnen 

erhobene Befund eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage zu bieten vermag. Als  

wissenschaftlich anerkannt gilt eine Untersuchungsart, wenn sie von Forschern und Praktikern 

der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist (so in BGE 134 V 231 E. 5.1 

S. 323 f.; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche 

Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. 

dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 

bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 

 

2.6 

Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bilden die im Zeitpunkt des Abschlusses des 

Verwaltungsverfahrens (vorliegend die Verfügung vom 29. September 2020) massgeblichen 

tatsächlichen Verhältnisse (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Später eingetretene Tatsachen sind 

soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang 

stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses des 

Einspracheentscheides zu beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 

2008 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Soweit sich während des Verfahrens ein- bzw. nachgereichte 

Arztberichte zum Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses äussern oder 

bereits bei den Akten liegende Berichte erläutern und ergänzen, sind auch diese Berichte in 

die Beurteilung einzubeziehen (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweisen). 

8│26 

3. 

3.1 

Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung, die medizinische Begutachtung habe 

eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes ergeben. Damit sei ein medizinischer 

Revisionsgrund gegeben und eine Neubeurteilung vorzunehmen. Der Beschwerdeführer sei 

in einer angepassten Tätigkeit zu 65% arbeitsfähig. Aus dem Einkommensvergleich resultiere 

ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 36%. Die durchgeführten 

Eingliederungsmassenahmen seien beendet worden, da sich der Beschwerdeführer subjektiv 

als nicht arbeits- und eingliederungsfähig erachtet habe.  

 

3.2 

Der Beschwerdeführer macht zusammengefasst geltend, es liege kein Revisionsgrund vor; 

das Gutachten der D.__ AG sei lediglich eine abweichende medizinische Beurteilung der 

Wirkungen derselben Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit. Der Gesundheitszustand habe sich 

nicht effektiv verändert, womit kein Raum für eine materielle Revision bleibe. 

 

3.3 

Zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die ganze Rente zurecht revisionsweise aufgehoben hat. 

 

4. 

4.1 

Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von  

Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche  

Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Anspruchs  

(Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) auswirkt (vgl. 

BGE 134 131 E. 3). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den 

persönlichen Verhältnissen der versicherten Person, wozu namentlich der 

Gesundheitszustand gehört. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie 

der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen 

Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer 

Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung 

geschlossen werden. Umgekehrt ist – bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand – 

9│26 

eine Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der  

Arbeitsfähigkeit führt, revisionsrechtlich von Bedeutung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_170/2017 vom 13. Oktober 2017 E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). 

 

4.2 

Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt wesentlich davon 

ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts 

– bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen 

medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der 

Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich 

erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche 

Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des 

Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es 

evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_196/2020 vom 8. Juli 2020 E. 6.1. m.w.H.). Dabei ist zu berücksichtigen, 

dass weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte 

Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend 

gemachten Leidens genügt, um auf einen verbesserten Gesundheitszustand zu schliessen; 

notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2020 

vom 2. Dezember 2020 E. 2.6.2 mit weiteren Hinweisen). Dabei bedarf es aber nicht per se 

eines «Revisionsgutachtens», sondern der für die Beurteilung des Vorliegens eines 

Revisionsgrundes massgebliche Sachverhalt kann sich auch aus einer Mehrheit von ärztlichen 

Berichten ergeben, sofern diese ein schlüssiges und in sich stimmiges Bild des 

Gesundheitszustandes zulassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2019 vom 20. August 

2019 E. 6.2.1). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung 

an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).  

 

4.3 

Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte 

rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs beruht. Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit 

Verfügung vom 7. Oktober 1999 eine ganze Invalidenrente zu. Der Rentenanspruch wurde in 

10│26 

der Folge wiederholt revisionsweise überprüft und bestätigt, wobei keine einlässlichen 

materiellen Abklärungen erfolgten. Im Rahmen der aktuellen Rentenrevision hob die IV-Stelle 

nach Vornahme einer umfassenden medizinischen und erwerblichen Abklärung die laufende  

Invalidenrente mit Verfügung vom 29. September 2020 auf. Demnach beurteilt sich die  

Frage, ob eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist, durch Vergleich des 

Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung vom 7. Oktober 1999 bestanden hat, mit 

demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 29. September 2020. 

 

5.  

5.1 

5.1.1 

Grundlage für die Verfügung vom 7. Oktober 1999 (IV-act. 33/173) bildete der Arztbericht von 

H.__ vom 1. Oktober 1997 (IV-act. 4/29), das orthopädische Gutachten von Dr. med. I.__ vom 

22. Dezember 1997 (IV-act. 12/51), der Bericht des SUVA-Kreisarztes vom 16. Juni 1998 (IV-

act. 15/65) sowie ein Bericht der Psychiatrie C.__ vom 22. Juni 1999 (IV-act. 27; zum Ganzen: 

IV-act. 30).  

 

5.1.2 

Der praktische Arzt H.__ hielt in seinem IV-Arztbericht vom 1. Oktober 1997 die Diagnose 

«Chronisch rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom auf Grund von Funktions-störungen am 

lumbosakralen Übergang» fest und attestierte dem Versicherten eine seit 8. Juli 1997 mit 

kurzzeitigen Unterbrüchen bestehende vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit. 

 

5.1.3 

In seinem orthopädischen Gutachten vom 22. Dezember 1997 stellte Dr. med. I.__, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie, die Diagnosen (IV-act. 12/51): 

− Lumbosacralvariante  

− V.a. Spondylolyse L5 

− Mediane Bogenschlussstörung L5 

− Diskrete Segmentdegeneration L3-S1 

Es liege eine lumbosakrale Formationsstörung vor, welche bereits zu einer kettenmässigen 

Degeneration der kranial angrenzenden Segmente geführt habe. Man könne die Behandlung 

vollständig abbrechen, ohne dass es dem Patienten schlechter gehe. Im gelernten Beruf als 

Maschinenmechaniker sei der Patient abhängig vom Umfeld und Arbeitsplatz weitgehend 

11│26 

arbeitsunfähig für Heben und Tragen von Lasten, Arbeiten ausserhalb der Körperachse und 

repetitive Position im Hohlkreuz. Für wechselnd stehend-gehend-sitzende Tätigkeiten ohne 

Tragen und Heben von Lasten sei er rasch voll einsetzbar. 

 

5.1.4 

Der Kreisarzt Dr. med. J.__ notierte in seinem Untersuchungsbericht vom 16. Juni 1998 (IV-

act. 15/65) keine Diagnose. Unter dem Titel Beurteilung hielt er im Wesentlichen fest, der 

Patient sei am 19. April 1998 als Velofahrer angefahren worden. Dabei sei es zu einer 

Commotio cerebri mit entsprechender Amnesie gekommen. Zusätzlich sei die HWS  

distorsioniert und die LWS geprellt worden. Vorbestehend seien bekannte LWS-Beschwerden 

seit der RS im Jahre 1995. Diese hätten sich in der Zwischenzeit etwas akzentuiert. Im 

Vordergrund stünden aktuell die Kopfschmerzen und Verspannungen. Der Patient wirke in der 

Tat verspannt, zum Teil auch etwas verängstigt über einen möglichen Stellenverlust. Die 

Untersuchung zeige keine neurologischen Ausfälle, hingegen Muskelverspannungen und 

leichte Bewegungseinschränkungen in der LWS und HWS. Die Bewegungseinschränkungen 

in der LWS seien anamnestisch vorbestehend. Die Kopfschmerzen unterschiedlich, 

wahrscheinlich von cervikal ausgehend. Aktuelle Röntgenbilder lägen nicht vor; offensichtlich 

habe es keine Anzeigen für eine ossäre Läsion gegeben. Dies decke sich mit dem heutigen 

Befund. Der Patient arbeite wieder etwa 50%. Er fühle sich am Abend noch stark müde und 

klage über vermehrtes Schlafbedürfnis, was nach einer Commotio nicht  

selten sei. Der Patient erreiche aktuell eine 25%ige Arbeitsfähigkeit (2-2.5 Stunden pro Tag). 

Dies könne beim gutem Verlauf in den nächsten 2-3 Wochen gesteigert werden. Langfristig 

sei mit einem guten Resultat zu rechnen. 

 

5.1.5 

Der Austrittbericht der Psychiatrie C.__ vom 1. Juni 1998 (IV-act. 27 S. 4 ff./151) hält als 

Diagnosen fest: 

1. Schwere depressive Episode ohne psychotisches Symptome nach Unfall (ICD-10: F32.2) 

2. Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.3) 

Zur Arbeitsfähigkeit äussert sich der Bericht nicht. Im IV-Arztbericht vom 17. Juni 1998 wurde 

dem Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-

act. 27 S. 1 f./149).  

 

12│26 

5.2 

Aktenkundig sind sodann folgenden Berichte. 

 

5.2.1 

Die Rehaklinik K.__ hielt in ihrem Austrittsbericht vom 9. November 1998 fest (IV-act. 23 S. 13 

ff.): 

Organische Schädigung und funktionelle Störungen 

Bei dem Unfall am 13. April 1998 wurde der Versicherte mit dem Velo von einem Auto in langsamen Tempo 

umgestossen, es kam mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer milden traumatischen Hirnschädigung und einer 

HWS-Distorsion und LWS-Kontusion. In der Folge bestehen weiterhin starke subjektive Beschwerden mit 

einem schmerzbetonten, fibromyalgie-ähnlichen Bild, ohne dass in radiologischen und klinischen 

Untersuchungen schwerwiegendere Verletzungen objektiviert werden konnten. Im Vordergrund steht eine 

massive psychische Überlagerung, wobei aufgrund der anamnestischen Angaben eine vorbestehende 

Komponente durchaus anzunehmen ist. Durch den Unfall hat sich jedoch eine richtungsgebende 

Verschlechterung des psychischen Beschwerdebildes mit einer Exazerbation von Schmerzen ergeben, wobei 

eine erhebliche psychosomatische Komponente anzunehmen ist. Die deutlich eingeschränkte 

Leistungsfähigkeit, welche sich auch in der mittelschweren Störung bei der neuropsychologischen Abklärung 

sowie in der Berufsabklärung zeigte, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zum grössten Teil durch diese 

psychoreaktive Überlagerung bedingt. 

Behinderung/Fähigkeitsstörung 

Diese bestehen in der psychischen Problematik und der Selbstlimitierung. 

Berufliche und soziale Auswirkungen 

Der Beruf als CNC-Monteur kann momentan nicht aufgenommen werden, zumutbar wäre eine 

wechselbelastende leichte Arbeit ohne Arbeiten über Kopfhöhe in der Dauer von 4 Std./Tag mit Pausen.  

Die Einschränkungen sind nur zum Teil auf die Unfallfolgen zurückzuführen, es bestehen deutliche 

unfallfremde Faktoren, welche zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine berufliche Wiedereingliederung mit Hilfe der 

IV verunmöglichen. 

Die Arbeitsfähigkeit betrage weiterhin 50% aus unfallkausaler Sicht, insgesamt sei jedoch aus 

vorwiegend psychischen Gründen eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit gegeben.  

Diesem Austrittsbericht beigelegt ist ein Abklärungsbericht der Neuropsychologin lic. phil. L.__ 

vom 6. Oktober 1998 (IV-act. 23 S. 22 f.). Diese diagnostiziert eine mittelschwere Störung 

multikausaler Ursache, St. n. einer milden traumatischen Hirnverletzung und HWS-Distorsion 

vom 13. April 1998. Die Leistungen seien durch deutliche Verlangsamung in den meisten 

Bereichen deutlich eingeschränkt. Die allgemeine intellektuelle Fähigkeit liege im 

Normbereich. Als Ursache für die Störung komme ein Vorzustand, eine milde traumatische 

13│26 

Hirnverletzung, eine schmerzbedingte oder psychoreaktive Leistungseinschränkung in Be-

tracht. Schmerz- und psychoreaktive Problematik seien mit hoher Wahrscheinlichkeit ein wich-

tiger Faktor im heutigen Beschwerdebild. 

 

5.2.2 

Der Kreisarzt J.__ stellte auch in seinem Abschlussbericht vom 16. Dezember 1998 (IV-

act. 23) keine Diagnosen. In der Beurteilung hielt er im Wesentlichen fest, es hätten heute 

Lenden- und Nackenbeschwerden sowie Kopfschmerzen im Vordergrund gestanden. Bei der 

Untersuchung sei die Neurologie unauffällig gewesen, die Schädelkalotte ebenfalls. Die  

Haltung sei insgesamt gut, bei der Untersuchung der Wirbelsäule seien noch 

druckschmerzhafte Punkte auslösbar, die Beweglichkeit sei insgesamt sehr gut, insbesondere 

in der LWS. Die Muskulatur sei in ordentlichem Zustand, sicher noch verbesserungswürdig. 

Im Vordergrund stünden heute depressive Verstimmungsbilder, weswegen der Patient auch 

in Behandlung sei. Anhand der heutigen Befunde sei kein sicherer bleibender Nachteil 

vorhanden, welcher auf den Unfall zurückzuführen sei. Dem Patienten seien von Seiten der 

Unfallfolgen die gleichen Tätigkeiten wie vor dem Unfall zumutbar. 

 

5.2.3 

Die Psychiatrische Klinik M.__ diagnostizierte mit ärztlichem Bericht vom 15. Juni 1999 (IV-

act. 27/155) eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome mit 

Suizidtendenzen (ICD F32.2), differentialdiagnostisch eine organische Persönlichkeitsstörung. 

 

6. 

6.1 

Im Rahmen der aktuellen Rentenrevision liess die IV-Stelle den Beschwerdeführer durch die 

D.__ AG polydisziplinär begutachten. Das Gutachten vom 12. November 2018 (IV-act. 157) 

basiert auf den Untersuchungen des Internisten Dr. med. N.__, des Neurologen Dr. med. O.__, 

der Neuropsychologin dipl. psych. P.__, der Orthopädin Dr. med. Q.__ und des Psychiaters 

Dr. med. R.__ (IV-act. 150/906, 157/925). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit halten die Gutachter fest: 

− Cervico-lumbovertebrales Schmerzsyndrom, radiologisch unauffälliger HWS Befund, an der LWS lumbo-

sacrale Übergangsstörung (ICD-10: M54.5, M53.9) 

− Neurasthenie (ICD-10 F48.0) 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien: 

14│26 

− Wellenförmige Beschwerde am Nacken und an der LWS mit Verspannungen. Temporäre 

Beweglichkeitseinschränkungen in wechselndem Ausmass. Leichte bis mittelschwere neuropsychologische 

Störung (13.04.1998 Velounfall) 7.12.2001 im Bericht Ärztliche Abschlussuntersuchung, SUVA Zentralschweiz 

− Commotio cerebri. Kontusion der LWS. Distorsion der HWS (13.04.1998 Velounfall) 

− Anamnestische Hepatitis B (ED 2007 und 2008) 

− Chronische Müdigkeit bei gestörter Tag-/Nachtstruktur ohne organische Korrelat 

− Kopfschmerzen vom Spannungstyp 

− HWS-Distorsionstrauma nach Unfall April 1998 

− Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert 

− Akzentuierte Persönlichkeitszüge (emotional instabile, impulsive und unreife Züge) 

Laut Gutachten bestehen vorab Beeinträchtigungen seitens des Bewegungsapparates. 

Aufgrund der Minderbelastbarkeit der Wirbelsäule sei der Versicherte für körperliche schwere 

Tätigkeiten nicht geeignet. Wegen des neurasthenischen Krankheitsbildes bestehe eine 

leichte Reduktion der Funktionsfähigkeit infolge emotionaler Instabilität und allgemeiner 

Stressanfälligkeit. Seine Fähigkeit, sich an Regeln und Routinen anzupassen sowie Aufgaben 

zu planen und zu strukturieren sei leicht beeinträchtigt. Flexibilität und Umstellungsfähigkeit 

seien infolge der subjektiv empfundenen Beeinträchtigungen leichtgradig reduziert. Die 

Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenz als Maschinenmechaniker sei aus  

psychiatrischer Sicht an und für sich nicht beeinträchtigt. Entscheidungs- und Urteilskraft seien 

höchstens leicht reduziert. Die Durchhaltefähigkeit sei infolge der Neurasthenie mit den 

subjektiven Empfindungen von Erschöpfbarkeit und reduzierter Belastbarkeit mässig 

beeinträchtigt. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei nicht wesentlich beeinträchtigt. Die 

Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppenfähigkeit sei infolge Reizbarkeit leicht reduziert. Die 

Mobilität sei erhalten. Der Versicherte habe nach einer beschwerten Kindheit und Jugendzeit 

im Alter von 24 Jahren einen Unfall erlitten. Vor dem Hintergrund seiner unreifen und instabilen 

Persönlichkeitsstruktur habe sich ein neurasthenisches Krankheitsbild entwickelt. 

Der bereits über zwanzigjährige Rentenbezug mit bisher gescheiterten 

Wiedereingliederungsversuchen und nun langjähriger Arbeitsunfähigkeit lasse daran zweifeln, 

ob Wiedereingliederungsversuche erfolgreich wären. Die letzten Jahre habe sich scheinbar 

eine gewisse Stabilisierung ergeben, bei Fähigkeiten des Versicherten für längere Reisen 

sowie diversen aktiv ausgeübten Hobbys, wenn auch mit (laut Versichertem) eingeschränkter 

Belastbarkeit. Im Verlauf der Jahre sei der Versicherte mehrmals psychiatrisch untersucht und 

beurteilt worden. Zum Vorschein seien unterschiedliche Sichtweisen und Einschätzungen 

gekommen. Es sei jedoch nicht plausibel, dass die beschriebenen Kindheits- und 

Jugendereignisse zu einer schweren Persönlichkeitsstörung geführt habe. Ebensowenig sei 

plausibel, dass infolge des Unfalls im April 1998 schwere Hirnschäden mit anhaltenden 

15│26 

kognitiven Folgedefiziten aufgetreten seien. Aus orthopädischer Sicht seien bei muskulären 

Verspannungen im Bereich der HWS-Muskulatur und gelegentlichen Beschwerden der LWS 

bei bekannter Übergangsstörung lumbosakral, gelegentlich belastungsabhängige 

Beschwerden plausibel. Warum eine berufliche Tätigkeit nicht realisiert worden sei, lasse sich 

retrospektiv nicht erklären. Es seien keine Funktionseinschränkungen feststellbar, welche 

gegen leichte und mittelschwere Tätigkeiten sprächen. Körperlich schwere Tätigkeiten sollten 

vermieden werden. 

Die zuletzt durchgeführte Tätigkeit als CNC-Operateur sei wie jede andere körperlich schwere 

Tätigkeit nicht zumutbar. Diesbezüglich bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Beginn 

1997, Gutachten Dr. I.__). Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, unter Berücksichtigung 

des negativen Leistungsbildes, habe von 1998 bis 2002 eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit 

bestanden, wobei nach der HWS-Distorsion vom 13. April 1998 einige Monate eine 

Arbeitsunfähigkeit anzunehmen sei. Ab 2002 betrage die Arbeitsfähigkeit 65% (5 Std. 

Präsenz). Anhand der vorhandenen Akten sei es schwierig retrospektiv den Zeitpunkt 

festzustellen, an dem die Arbeitsunfähigkeit bzw. die Arbeitsfähigkeit begonnen hat. Im 

Vordergrund stünden die orthopädischen und psychiatrischen Diagnosen; die 

Arbeitsunfähigkeiten würden sich nicht addieren. 

 

6.2 

Der Beschwerdeführer legte im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eine zu seinen Händen 

verfasste Stellungnahme von der behandelnden Psychiaterin Dr. med. G.__ vom 28. Oktober 

2020 ins Recht (BF-Bel. 3). Die Psychiaterin berichtet, der Versicherte sei seit dem 

29. Februar 2020 bei ihr in Behandlung und sie stellt folgende Diagnosen: 

(Psychiatrisch) St. n. Schädel-Hirn-Trauma mit V.a. organisches Psychosyndrom, F 07.2, rezidivierende 

depressive Störung, derzeit zumindest mittelgradige depressive Episode, F 33.1, diverse traumatische 

Erfahrungen in der Kindheit- und Jugend, akzentuierte Persönlichkeitszüge, Z 73.1 somatisch: chronifiziertes  

cervico-lumables Schmerzsyndrom 

Derzeit bestehe in der angestammten Tätigkeit als CNC-Operateur eine Arbeitsunfähigkeit von 

100% auf Dauer. Ebenso liege keine verwertbare Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vor. 

Aus ihrer Sicht sei dem Versicherten weiterhin keine regelmässige, erwerbsmässig dienende 

Tätigkeit zumutbar. Die Komplexität der Erkrankung begründe hierbei die volle 

Arbeitsunfähigkeit. Das organische Psychosyndrom nehme hierbei den grössten Anteil ein. 

Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könne nicht erreicht werden. Der Gesundheitszustand 

habe sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert.  

16│26 

 

6.3 

Das im vorliegenden Verfahren aufgelegte, von Dr. med. S.__, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, verfasste Privatgutachten vom 23. Februar 2021 nennt als Diagnosen: 

− Kombinierte Persönlichkeitsstörung bestehend seit der Adoleszenz, dem jungen Erwachsenenalter ICD-10: F 

61.0 

− Wahrscheinlich leichter Velounfall 1998 (milde traumatische Hirnschädigung nach den Akten 

− Aktenanamnestisch Rückenschmerzen und weitgehend remittierte depressive Episode 

In seiner Beurteilung hält der Psychiater stark zusammengefasst fest, dass die nach dem 

Unfall gescheiterten Rehabilitationsbemühungen nur vor dem Hintergrund einer 

vorbestehenden Persönlichkeitsstörung verstanden werden können. Die beschriebenen 

Beeinträchtigungen seien nur bei einer schweren Hirnschädigung möglich. Bei einer 

Hirnerschütterung ohne weitere Dimensionen sei eine solche Einschränkung ausgeschlossen, 

in Verbindung mit der vorbestehenden Persönlichkeitsstörung allerdings nachvollziehbar. Der 

Patient habe seit dem Unfall auf verschiedenen Ebenen Einschränkungen geltend gemacht, 

die sich keiner einheitlichen Diagnose unterordnen liessen, ausser wenn eine 

Persönlichkeitsstörung festgelegt werde. Die depressiven Episoden seien nach 

übereinstimmenden Angaben in verschiedenen Unterlagen abgeklungen und mögen die 

Fehlentwicklung akzentuiert haben. 

Unter dem Titel Konsistenzen und Plausibilität, Würdigung von Fähigkeiten und Ressourcen 

schreibt der Psychiater, dass auch in den Akten auf die sich in der ganzen Anamnese 

ergebenden Inkonsistenzen hingewiesen werden; eine Objektivierung der Anamnese sei 

schwierig. Dies gelte auch für die Ressourcen. Eine gewisse handwerkliche Begabung sei 

anzunehmen und es gebe keine Hinweise auf organische Beeinträchtigungen, die ihm nicht 

erlaubten wieder handwerklich tätig zu sein. 

Der Psychiater hält bezüglich der «aktuellen Arbeitsfähigkeit im Rahmen jeder möglichen 

Tätigkeit» fest, der Versicherte sei seit dem Unfall vor 20 Jahren nicht mehr im Arbeitsprozess 

und die vollständige Berentung lange Zeit unbestritten geblieben. Die Gutachter hätten bei 

ihrer Einschätzung die Vorgeschichte vor dem Unfall und die Chronifizierung unberücksichtigt 

gelassen. Im Rahmen einer Würdigung der Gesamtsituation mit allen neuen Aspekten gehe 

er davon aus, dass nur eine Teilarbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft nach einer längeren 

Vorbereitungszeit möglich sei. 

Der Versicherte habe noch rund 20 Lebensjahre im erwerbsfähigen Alter vor sich, was 

intensive Bemühungen zur beruflichen Reintegration mit einer Mitwirkungspflicht rechtfertige. 

17│26 

Bei einer adäquaten Tätigkeit und einer Steigerung der Belastung nach einigen Monaten, 

höchstens einem Jahr zumutbar. Damit habe der Explorand noch einige Monate Anspruch auf 

eine ganze Berentung und später, ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit, auf eine 

halbe Rente. Die mehrmonatigen Reisen nach Vietnam seien zwar nicht mehr möglich, solche 

seien aber auch nicht durch Versicherungsleistungen zu begünstigen. Durch ein solches 

Vorgehen lasse sich die komplexe Problematik, die sich über Jahrzehnte entwickelt habe, am 

sinnvollsten korrigieren. 

 

7. 

7.1 

In somatischer Hinsicht erfüllt das polydisziplinäre Gutachten der D.__ AG vom 12. November 

2018 die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische 

Beurteilungsgrundlage (vgl. E. 4.2 hiervor). Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel 

auf, ist umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten 

abgegeben worden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. 

der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sodann weist das Gutachten keine 

Widersprüche von entscheidrelevanter Bedeutung auf und setzt sich auch hinlänglich mit den 

bei den Akten liegenden Berichten auseinander. Die entsprechenden, vorstehenden 

Darlegungen im Gutachten (vgl. E. 6.1 hiervor) vermögen zu überzeugen, sodass darauf 

verwiesen werden kann. Was in der Beschwerde dagegen vorgebracht wird erweist sich, wie 

sich nachfolgend zeigen wird, als unbegründet. 

 

7.2 

7.2.1 

Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, es dürfe mit Fug bezweifelt werden, dass sich 

der Gesundheitszustand nach einem Rentenbezug von 21.5 Jahren plötzlich 

rentenausschliessend verbessert habe, zumal er in all den Jahren Anspruch auf eine ganze 

IV-Rente gehabt habe. Auch das Belastbarkeitstraining bei der E.__ habe keine verwertbare 

Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu Tage gebracht. Hier bestehe ein Widerspruch zu 

den Schlussfolgerungen der Gutachter der D.__ AG, welche eine (teilweise) Arbeitsfähigkeit 

bejaht hätten.  

 

 

 

18│26 

7.2.2 

Massgebend ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers revisionsrelevant 

verändert hat bzw. inwieweit der Beschwerdeführer aufgrund der Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit in seiner Erwerbsmöglichkeit auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt eingeschränkt ist (vgl. Art. 7 f. ATSG). Die 

Bestimmung der Arbeitsfähigkeit ist eine primär ärztliche Aufgabe, wobei anhand der 

objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die 

Leistungsfähigkeit zu bestimmen sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_1010/2014 vom 3. April 

E. 5.1). Hingegen ist unwesentlich – was der Beschwerdeführer mit seinen Einwänden 

verkennt –, ob, wie lange bzw. in welcher Höhe in der Vergangenheit eine Invalidenrente 

bezogen wurde und wie ein von der IV-Stelle organisiertes Belastbarkeitstraining verlief.  

 

7.3 

7.3.1 

Weiter moniert der Beschwerdeführer, die Gutachter hätten sich zu Unrecht auf die 

psychiatrische Beurteilung der Unfallversicherung vom 21. Oktober 2002 abgestützt. Dort sei 

es um die Frage eines allfällig zusätzlichen Integritätsschadens aufgrund seiner psychischen 

Einschränkungen gegangen. Vom Integritätsschaden könne nicht einfach auf die 

Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Die Teilarbeitsfähigkeit sei denn auch im Teilgutachten 

Psychiatrie nicht hinreichend begründet. 

 

7.3.2 

Der psychiatrische Gutachter Dr. med. R.__ (IV-act. 157 S. 45 ff.) stellte einerseits die 

Diagnosen Neurasthenie (ICD-10 F48.0), die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke und 

andererseits die sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnosen rezidivierende  

depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) und akzentuierte 

Persönlichkeitszüge (emotional instabile, impulsive und unreife Züge [ICD-10 Z73.1]). Die der 

Diagnosestellung zugrundeliegenden Überlegungen wurden unter dem Titel «Herleitung» 

festgehalten (IV-act. 157 S. 53). Er erkannte eine leicht ausgeprägte (quantitativ) 

Funktionsbeeinträchtigung (IV-act. 157 S. 55 Ziff. 7.4), weshalb die Arbeitsfähigkeit um 35% 

quantitativ reduziert sei. Dem Exploranden sei eine Anwesenheitszeit von 5 Stunden täglich 

zumutbar, wobei aus psychiatrischer Sicht nicht mit zusätzlichen relevanten qualitativen 

Beeinträchtigungen zu rechnen sei (IV-act. 157 S. 56 Ziff. 8.1). Die entsprechenden 

Überlegungen des Psychiaters fanden sodann Eingang in die Konsensbeurteilung (IV-act. 157 

19│26 

S. 10 ff.). Damit erweist die Kritik des Beschwerdeführers, wonach die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht ohne Begründung erfolgt, bloss auf psychiatrische 

Beurteilung der Unfallversicherung vom 21. Oktober 2002 abgestellt und die 

Arbeitsunfähigkeit in analoger Übernahme der dort festgelegten Integritätsentschädigung auf 

35% festgesetzt worden sei, schlicht als sach- und aktenwidrig. Dass der Gutachter bei der 

Festlegung des bisherigen Verlaufs der Arbeitsfähigkeit – unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, 

dass eine retrospektive Festlegung des Zeitpunkts des Beginns der hier festgestellten 

Arbeitsfähigkeit nur schwierig möglich sei – sich u.a. auf die von der Psychiaterin Dr. med. 

T.__ im Oktober 2002 festgestellte Integritätsentschädigung von 35% bezog, vermag seine 

überzeugenden Ausführungen nicht zu schmälern. 

 

7.4 

7.4.1 

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, bei der ursprünglichen Rentenzusprache im Jahr 

1999 seien nicht die depressiven Episoden Grund für die Arbeitsunfähigkeit gewesen, sondern 

ein organisches Psychosyndrom. Der angebliche Wegfall der depressiven Episoden lasse 

folglich nicht auf eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes schliessen. 

 

7.4.2 

Grundlage für die ursprüngliche Rentenzusprache bildeten u.a. der Austrittsbericht der 

Psychiatrie C.__ vom 1. Juni 1998 bzw. deren IV-Arztbericht vom 17. Juni 1998, die eine 

schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) festhielten. 

Insofern erweist sich die Behauptung, wonach ein organisches Psychosyndrom Grundlage für 

die Rentenzusprache gewesen sei, nachweislich als unzutreffend. 

 

7.5 

7.5.1 

Sodann moniert der Beschwerdeführer, die neuropsychologischen Defizite seien 

fälschlicherweise bei den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt.  

 

7.5.2 

Für eine Rentenzusprache ist nicht die medizinische Diagnose entscheidend, sondern deren 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ein und dieselbe medizinische Diagnose kann 

20│26 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben oder auch nicht (Urteil des Bundesgerichts 

8C_275/2011 vom 7. Juni 2011 E. 3.4). Die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit ist eine primär 

ärztliche Aufgabe, wobei anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden 

Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zu bestimmen sind (Urteil des Bundesgerichts 

8C_1010/2014 vom 3. April E. 5.1). Die Gutachter hielten in der Konsensbeurteilung 

ausdrücklich fest, dass die testpsychologischen Zusatzuntersuchungen keine 

neuropsychologischen Defizite hätten objektivieren können. Das klinische Krankheitsbild 

entspreche am ehesten einer Neurasthenie, nämlich anhaltendes Klagen über gesteigerte 

Ermüdbarkeit und Erschöpfung, Klagen über Muskelschmerzen und Schwindelgefühle, 

Unfähigkeit sich zu entspannen, Reizbarkeit und leichtere depressive Symptome (IV-act. 157 

S. 11 Ziff. 4.1). Sodann teilten die Gutachter alle Diagnosen in solche mit und solche ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein (IV-act. 157 S. 12 f. Ziffn. 4.2.1 und 4.2.2 sowie 

vorstehende E. 6.1) und erläuterten die funktionellen Auswirkungen der Befunde sowie die 

Teilarbeitsfähigkeit (IV-act. 157 S. 13 f. Ziffn. 4.3-4.8 sowie vorstehende E. 6.1). Es ist nicht 

ersichtlich, inwiefern damit im Gutachten fälschlicherweise neuropsychologische Defizite bei 

den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt worden wären. 

 

7.6 

7.6.1 

Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass das psychiatrische Teilgutachten 

bloss ein vom Vorgutachter abweichendes Krankheitsverständnis festhalte. Die bloss 

abweichende Ausübung des medizinischen Ermessens sei aber nicht mit einer effektiven 

Veränderung des Gesundheitszustandes zu verwechseln.  

 

7.6.2 

Aus psychiatrischer Sicht basiert die Rentenzusprache auf einer arbeitsfähigkeitsrelevanten 

schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome nach Unfall (ICD-10: F32.2) 

sowie einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.3). Aktuell wird hingegen 

bloss die diagnostizierte Neurasthenie als die Arbeitsfähigkeit beeinflussend festgehalten. Die 

rezidivierende depressive Störung ist gegenwärtig remittiert, was im Übrigen auch der 

Psychiater S.__ in seinem Privatgutachten vom 23. Februar 2021 bestätigte, und deshalb ohne 

Einfluss. Bei der ebenfalls diagnostizierten akzentuierte Persönlichkeitszüge (emotional 

instabile, impulsive und unreife Züge; ICD-10 Z73.1) handelt es sich um eine Z-Kodierung. 

Dabei handelt es sich gemäss Rechtsprechung um «Probleme», die den Gesundheitszustand 

21│26 

beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen, aber nicht unter den 

Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens fallen (u.a. Urteil des Bundesgerichts 

8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit weiteren Hinweisen). Damit liegt 

offensichtlich eine Veränderung des Gesundheitszustandes vor. 

 

7.7 

7.7.1 

Der Beschwerdeführer legt zur Untermauerung seines Standpunkts die Stellungnahme der 

Psychiaterin Dr. med. G.__ (BF-Bel. 3; vorstehende E. 6.2) und das Privatgutachten des 

Psychiaters Dr. med. S.__ (BF-Bel. 1 zur Eingabe vom 8. März 2021; vorstehende E. 6.3) ins 

Recht.  

 

7.7.2 

7.7.2.1 

Er macht zunächst geltend, die behandelnde Psychiaterin bejahe aufgrund eines 

chronifizierten, therapieresistenten posttraumatischen organischen Psychosyndroms (ICD-10 

F07.2) weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit. Sie habe dabei die Erkenntnisse aus den 

beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen berücksichtigt. 

 

7.7.2.2 

Die Psychiaterin hält unter anderem den Verdacht auf ein organisches Psychosyndrom bei 

Status nach Schädel-Hirn-Trauma fest. Abgesehen davon, dass kein Schädel-Hirn-Trauma 

aktenkundig ist (sondern «bloss» ein HWS-Schleudertrauma), äussert die Psychiaterin bloss 

eine Verdachtsdiagnose, mithin ein beweismässig nicht gesichertes Leiden, das keine 

rechtsgenügliche Grundlage bilden kann, um eine mögliche Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit nachzuweisen (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2019 vom 11. November 

2019 E. 3.3.2). Auch lässt die Psychiaterin offen weshalb ihres Erachtens, anders als die D.__ 

Gutachter und der Privatgutachter S.__, keine remittierte rezidivierende depressive Störung 

vorliegt. Insgesamt gelangt die behandelnde Psychiaterin zu einer anderen Einschätzung als 

die Gutachter, benennt aber keine wichtigen Aspekte, die im Rahmen der  

polydisziplinären Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. Die neu 

berücksichtigten «Erkenntnisse aus den beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen» sind 

entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine wichtigen (medizinischen) 

Erkenntnissen, die Zweifel am Gutachten der D.__ AG begründen oder eine Neu- oder 

22│26 

Ergänzungsbegutachtung des Beschwerdeführers erforderlich machen würden. Vielmehr ist 

mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass die anderslautende Einschätzung primär darauf 

beruht, dass sich die Psychiaterin wesentlich von den subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers leiten liess. Auch vermag die Psychiaterin nicht nachvollziehbar 

darzulegen, weshalb sie, insbesondere angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer 

ab 2016 nicht mehr in psychiatrischer Behandlung war, von einem chronifizierten 

therapieresistenten posttraumatischen organischen Psychosyndrom ausgeht. Es ist an dieser 

Stelle auch daran zu erinnern, dass Hausärzte und behandelnde Fachärzte erfahrungsgemäss 

aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifelsfall mitunter eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts 8C_143/2019 vom 21. August 2019 

E. 4.4.1 m.w.H.).  

 

7.7.3 

7.7.3.1 

Im Weiteren argumentiert der Beschwerdeführer mit dem von Dr. med. S.__, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, erstellten Privatgutachten vom 23. Februar 2021 (vgl. 

vorstehende E. 6.3). Dieser habe eine kombinierte Persönlichkeitsstörung seit der Adoleszenz 

sowie weitgehend remittierte depressive Episoden diagnostiziert. Die Diagnose der 

Persönlichkeitsstörung fehle in der versicherungsmedizinischen Beurteilung, weil die 

Vorgeschichte vor dem Unfall nicht einbezogen worden sei. Die diesbezügliche Anamnese 

und Aktenlage sei unvollständig. Die Gutachter hätten zu stark auf die auf den Unfall 

fokussierenden Berichte der Suva abgestellt. Dazu komme, dass die jahrzehntelange 

Abwesenheit des Beschwerdeführers im Arbeitsprozess zu einer chronifizierten psychischen 

Störung und immer schlechter werdenden Prognosen geführt hätten. Eine Teilarbeitsfähigkeit 

sei aber nur noch mit grossem Aufwand und nach längerer Vorbereitungszeit möglich. 

 

7.7.3.2 

Anders als die Gutachter beschränkt sich der Privatgutachter darauf den Krankheitsverlauf zu 

beschreiben, wobei er seine Erkenntnisse grossmehrheitlich auf Vermutungen – namentlich 

betreffend die Kindheit – stützt. Er moniert, die Vorgeschichte vor dem Unfall sei nur 

ungenügend anamnestisch erhoben worden und die damaligen medizinischen Abklärungen 

zu sehr auf das Unfallgeschehen fokussiert gewesen. Damit verkennt er aber, dass im jetzigen 

Verfahren in tatsächlicher Hinsicht der aktuelle Gesundheitszustand und die konkret 

bestehenden Funktionseinschränkungen von Relevanz sind. Diesbezüglich geht der 

23│26 

Psychiater zwar von einer Teilarbeitsunfähigkeit aus, begründet dies im Wesentlichen aber mit 

der langjährigen Berentung, welcher aber als IV-fremder Faktor keine Bedeutung zukommt. 

Im Übrigen bejaht er die weitgehende Remission der Depression sowie eine 

Teilarbeitsfähigkeit (und damit den Revisionsgrund). 

 

7.7.4 

Abschliessend ist zu bemerken, dass selbst die behandelnde Psychiaterin und der 

Privatgutachter unterschiedliche Diagnosen (einerseits ein chronifiziertes, therapieresistentes 

posttraumatisches organisches Psychosyndrom [Dr. med. G.__], andererseits eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung seit der Adoleszenz sowie aktenanamnestisch 

Rückenschmerzen und weitgehend remittierte depressive Episoden [Dr. med. S.__]) stellen. 

Noch augenscheinlicher wird die Diskrepanz hinsichtlich der Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit: Während die Psychiaterin G.__ diskussionslos von einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit ausgeht, stellt der Psychiater S.__ die Möglichkeit einer Teilarbeitsfähigkeit 

zu 50% nach einigen Monaten in Aussicht. Die nach seiner Auffassung (noch) bestehende 

Teilarbeitsunfähigkeit begründet er indes im Wesentlichen mit einem IV-fremden Faktor 

(langjährige Berentung). Selbst wenn das Krankheitsbild des Beschwerdeführers diagnostisch 

näher oder anders bestimmt bzw. kategorisiert werden könnte, wäre nicht per se eine 

niedrigere Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Zwischen ärztlicher Diagnose und Arbeitsunfähigkeit 

besteht nämlich – sowohl bei somatisch als auch bei psychisch dominierten Leiden – 

grundsätzlich keine Korrelation (BGE 140 V 193 E. 3.1). Vielmehr ergibt sich die 

Arbeitsunfähigkeit aus den vorhandenen – objektivierten oder plausibilisierten – 

Funktionseinschränkungen (BGE 140 V 290 E. 3.3.1). Im Ergebnis vermögen auch die beiden 

(voneinander abweichenden) ins Recht gelegten Beurteilungen der Psychiater Dres. med. 

G.__ und S.__ keinerlei Zweifel an der polydisziplinären Begutachtung durch die 

unabhängigen Gutachter zu bewirken.  

 

8. 

8.1 

Im Zeitpunkt der Rentenzusprache 1999 lagen beim Beschwerdeführer in orthopädischer 

Hinsicht ein chronisches lumbo- und zervikospondylogenes Syndrom bei degenerativen 

Wirbelsäulenveränderungen und eine undifferenzierte seronegative Spondylarthropathie 

(vorstehende E. 5.1.1 f.) sowie in psychiatrischer Hinsicht eine schwere depressive Episode 

ohne psychotische Symptome nach Unfall sowie eine emotional instabile 

24│26 

Persönlichkeitsstörung (vorstehende E. 5.1.5 und 5.2.3) vor. Die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers wurde in körperlicher Hinsicht als eingeschränkt (leichte Tätigkeit nicht 

über 10 kg mit zusätzlichen Pausen von täglich 1.5 Stunden) und aus psychischen Gründen 

als gänzlich aufgehoben erachtet. Neuropsychologische Aspekte bildeten indes – soweit 

ersichtlich – nicht Grundlage für die Rentenzusprache. 

 

8.2 

Demgegenüber war die depressive Störung im Revisionszeitpunkt remittiert, während sich in 

psychiatrischer Hinsicht ein Krankheitsbild entwickelt hat, das am ehesten einer Neurasthenie 

entspricht (vorstehende E. 6.1; IV-act. 157 S. 11), bei akzentuierten Persönlichkeitszügen 

(emotional instabile, impulsive und unreife Züge [IV-act. 157 S. 54]). Die ursprünglich 

geäusserte Verdachtsdiagnose einer undifferenzierten HLA-B27-positiven 

Spondylarthropathie (Wirbelgelenkserkrankung) konnte zu keinem Zeitpunkt objektiviert 

werden (IV-act. 157 S. 11). Neu klagte der Beschwerdeführer über eine progrediente 

Beschwerdesymptomatik in der linken Schulter (IV-act. 157 S. 29), während sich die 

lumbospondylogene Beschwerdesymptomatik (lumbosacrale Formationsstörung mit 

kettenmässiger Degeneration der kranial angrenzenden Segmente) seit 2009 unverändert 

präsentierte (IV-act. 157 S. 11 und 31). Die in der Voruntersuchung vom November 1998 noch 

erhobenen mittelgradigen neuropsychologischen Defizite haben sich ebenfalls nicht mehr 

objektivieren lassen (IV-act. 157 S. 91 ff., insb. 95). Die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers wurde aus orthopädischer Sicht für leichte und mittelschwere Tätigkeiten 

als nicht eingeschränkt, aus psychiatrischer Sicht durch die Neurasthenie bloss noch teilweise 

(um 35%) eingeschränkt betrachtet. 

 

8.3 

Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle von einer 

relevanten Verbesserung des Gesundheitszustandes ausging. Damit ist ein Revisionsgrund 

im Sinne von Art. 17 ATSG erstellt und die vollumfängliche Überprüfung des Rentenanspruchs 

begründet.  

 

9. 

Damit erübrigt sich auch die beantragte Übernahme der Kosten für die fachmedizinische 

Stellungnahme von Dr. med. G.__ vom 28.10.2020 (Antrags-Ziffer 4). Gemäss Art. 78 Abs. 3 

IVV (SR 831.201) werden die Kosten von Abklärungsmassnahmen dann von der Versicherung 

25│26 

getragen, wenn die Massnahmen durch die IV-Stelle angeordnet wurden oder, falls es an einer 

solchen Anordnung fehlt, soweit sie für die Zusprechung von Leistungen unerlässlich waren. 

Weder hat die IV-Stelle die Einholung einer fachmedizinischen Stellungnahme bei Dr. med. 

G.__ angeordnet, noch war sie ‒ angesichts der veranlassten polydisziplinären Begutachtung 

– notwendig. 

 

10. 

Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Valideneinkommen von Fr. 66'364.– und 

Invalideneinkommen von Fr. 44'043.– sowie der errechnete IV-Grad von gerundet 36% 

blieben unbestritten und die Aktenlage gibt keine Veranlassung zur weiteren Prüfung. Die IV-

Stelle hat die Invalidenrente infolge eines IV-Grades unter 40% zu Recht eingestellt (Art. 28 

IVG e contrario in Verbindung mit den Art. 86ter ff. IVV). 

 

11. 

Zusammenfasend ergibt sich, dass die Aufhebung der Invalidenrente gerechtfertigt und die 

angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene 

Beschwerde ist unbegründet und vollumfänglich abzuweisen. 

 

12. 

12.1 

Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.‒ bis Fr. 1'000.‒ 

festgelegt. 

Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden auf Fr. 800.– festgesetzt und 

ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer auferlegt. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, 

den Betrag innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils mit beiliegendem 

Einzahlungsschein an die Gerichtskasse Nidwalden zu bezahlen. 

 

12.2 

Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 61 

lit. g ATSG e contrario). 

26│26 

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden auf Fr. 800.– festgesetzt und 

ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer auferlegt. Er wird verpflichtet, Fr. 800.‒ innert 

30 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein an die 

Gerichtskasse Nidwalden zu bezahlen. 

 

3. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen. 

 

4. Zustellung dieses Entscheids an: 

− Advokatin Andrea Mengis (2-fach; GU) 

− IV-Stelle Nidwalden (Empfangsbescheinigung) 

− Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

− Gerichtskasse (Dispositiv) 

 

 

Stans, 14. Juni 2021 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Sozialversicherungsabteilung 

Die Vizepräsidentin 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Die Gerichtsschreiberin 

 

 

MLaw Carmen Meier 

i.V. MLaw Silvan Zwyssig Versand:     

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht 

werden (Art. 82 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG). Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit 

Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu 

enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind 

beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gilt Art. 44 ff. BGG.