# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cf14c53-302f-51d2-95f6-fa2debeb5350
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.07.2014 D-1885/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1885-2014_2014-07-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1885/2014/was 

 

 

  U r t e i l  v o m  4 .  J u l i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richterin Christa Luterbacher, 

Richter Gérard Scherrer,    

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), sowie deren Kind  

B._______, geboren (…), 

beide Eritrea,  

c/o Schweizerische Botschaft in C._______ 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des BFM vom 19. Juli 2013 / N (…). 

 

 

D-1885/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin teilte mit Schreiben vom 20. Februar 2011 an die 

schweizerische Botschaft in C._______ (Eingangsstempel: 20. Feb-

ruar 2011) mit, dass ihr Ehemann das Heimatland verlassen habe, weil er 

das dort herrschende System nicht akzeptiere, während sie selber zwi-

schen 2000 und 2010 im D._______ tätig gewesen sei. Aufgrund des für 

sie bestehenden Risikos habe auch sie sich zur Flucht entschlossen. 

B.  

Mit Schreiben vom 8. August 2011 stellte das BFM fest, die Beschwerde-

führerin habe mit ihrer Eingabe vom 20. Februar 2011 ein Asyl- und Ein-

reisegesuch für die Schweiz eingereicht. Anlässlich dieses Gesuchs sei 

eine Person anzuhören, wobei eine Anhörung unterbleiben könne, wenn 

die Voraussetzungen für die Einreise in die Schweiz aufgrund des schrift-

lich eingereichten Asylgesuchs erfüllt seien, wenn aufgrund der Akten der 

Sachverhalt genügend erstellt sei oder wenn aus organisatorischen 

Gründen – mangels vorhandener Kapazitäten – keine Anhörung durchge-

führt werden könne. In diesem Fall müsse die betroffene Person einige 

konkrete Fragen schriftlich beantworten und den Behörden zu erkennen 

geben, dass sie kollaboriere, indem sie ihre Asylgründe schriftlich darle-

ge. Mit Schreiben vom 23. März 2009, das beigelegt werde, habe die 

schweizerische Vertretung in C._______ mitgeteilt, dass die Arbeitslast 

seit dem Sommer 2009 als Folge der vielen Asylgesuche stark zuge-

nommen habe, während das Personal beschränkt geblieben sei und we-

der die nötigen Sicherheitsmassnahmen noch die für eine Anhörung be-

nötigten Lokalitäten sichergestellt würden. Dies habe zur Folge, dass zur 

Zeit keine Anhörungen durchgeführt würden, auch nicht im Fall der Be-

schwerdeführerin. Indessen könne der Sachverhalt mittels Beantwortung 

verschiedener Fragen betreffend Aufenthalt in Eritrea, Familie und Ange-

hörige in Drittstaaten sowie der Situation im Sudan ergänzt werden. Der 

Beschwerdeführerin wurde Gelegenheit gewährt, innert Frist die gestell-

ten Fragen zu beantworten und eine Stellungnahme zu einem allfällig ne-

gativen Entscheid des BFM abzugeben. Im Unterlassungsfall werde das 

Asylgesuch abgeschrieben.  

C.  

Mit Eingabe vom 25. September 2011 beantwortete die Beschwerdefüh-

rerin die ihr gestellten Fragen und reichte Kopien einer ärztlichen Be-

scheinigung und von Identitätsausweisen zu den Akten. Aus ihren Anga-

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ben ergibt sich folgender Sachverhalt: Sie sei verheiratet, habe ein Kind 

und gehöre dem christlich-orthodoxen Glauben an. Sie habe zwischen 

2000 und 2010 im D._______ Nationaldienst geleistet und Jugendliche 

unterrichtet, um deren Bewusstsein über HIV und soziale Arbeit zu för-

dern. Ihr Ehemann sei als politisch Gefangener inhaftiert gewesen. Nach-

dem ihm die Flucht aus dem Gefängnis gelungen sei, hätten die Behör-

den angefangen, sie wegen der Flucht des Ehemannes zu terrorisieren. 

Sie habe realisiert, dass die Behörden von ihr zur Strafe Geld verlangen 

würden, welches sie nicht besitze, weshalb sie die eigene Inhaftierung, 

Folter und den Tod befürchtet habe. Unter diesen Umständen habe sie 

sich ebenfalls zur Flucht aus ihrem geliebten Heimatland entschlossen. 

Dabei habe sie sich von ihrer Einheit, welche sich nahe bei der sudanesi-

schen Grenze befunden habe, entfernt und sei über kleine Dörfer innert 

zwei Tagen in den Sudan gelangt. Im Flüchtlingscamp des UNHCR nahe 

der Grenze habe sie sich aus Angst vor eritreischen Spionen, welche dort 

die Leute terrorisierten und deportierten, nicht aufhalten können, weshalb 

sie nach C._______ gereist sei, wo sich auch ihr Ehemann aufhalte. In 

dieser Stadt müsse sie unter miserablen Umständen um ihr Überleben 

kämpfen, da sie als Flüchtling keiner geregelten Arbeit nachgehen und 

nicht frei herumreisen dürfe. Zudem werde sie als Christin von den Suda-

nesen aufgefordert, zum muslimischen Glauben überzutreten und einen 

muslimischen Namen anzunehmen. Die Polizei jage nach den Flüchtlin-

gen, stecke sie in Gefängnisse, verlange Geld und begehe sexuelle Be-

lästigungen. Auch ihr Ehemann könne sich nicht frei bewegen, weil er in 

Eritrea gesucht werde und Angst vor dem eritreischen Geheimdienst ha-

be. Er lebe deshalb getrennt von ihr, weshalb sie auf sich allein gestellt 

sei. Da ihr Kind ferner an gesundheitlichen Problemen leide, habe es eine 

Behandlung im Spital benötigt, die dank der Unterstützung von Freunden 

möglich geworden sei. Indessen sei sie nicht in der Lage, die vom Arzt 

verordnete medizinische Behandlung weiterzuführen. In der Beilage be-

finde sich die Kopie einer ärztlichen Bescheinigung vom 28. Juli 2011 hin-

sichtlich des Sohnes. Auch wegen des Kindes könne sie keiner Arbeit 

nachgehen. Sie ersuche deshalb die schweizerischen Behörden um Fort-

setzung ihres Asylgesuches. Der Eingabe lagen ferner zwei Kopien von 

Ausweisen bei. 

D.  

Mit undatierter Eingabe, welche am 20. Juni 2012 bei der schweizeri-

schen Vertretung in C._______ und am 2. Juli 2012 beim BFM einging, 

teilte die Beschwerdeführerin ihre neue Telefonnummer mit und ersuchte 

sinngemäss um Mitteilung über den Verfahrensstand. 

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Seite 4 

E.  

Mit undatierter Eingabe, welche am 15. August 2012 bei der schweizeri-

schen Vertretung im C._______ einging, erkundigte sich die Beschwerde-

führerin erneut nach dem Verfahrensstand. Sie habe sehr lange nichts 

mehr gehört, was vielleicht auf den Verlust ihres Telefons zurückzuführen 

sei. Sie bitte um Wiederherstellung des Kontakts. 

F.  

Mit Verfügung vom 19. Juli 2013 – eröffnet am 23. Oktober 2013 – ver-

weigerte das BFM der Beschwerdeführerin und ihrem Kind die Einreise in 

die Schweiz und lehnte die Asylgesuche ab. Zur Begründung wurde im 

Wesentlichen ausgeführt, die Abklärung des rechtserheblichen Sachver-

halts erfordere die Anwesenheit der Beschwerdeführerin in der Schweiz 

nicht. Gestützt auf den vollständig erstellten Sachverhalt sei davon aus-

zugehen, dass trotz ernstzunehmender Schwierigkeiten mit den heimatli-

chen Behörden und der nicht einfachen Situation für Personen wie die 

Beschwerdeführerin im Sudan keine konkreten Anhaltspunkte zur An-

nahme bestünden, ein weiterer Verbleib der Beschwerdeführerin und ih-

res Kindes im Sudan sei nicht zumutbar oder möglich. Laut Berichten des 

UNHCR würden sich zahlreiche eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber 

im Sudan aufhalten. Vom UNHCR registrierte Flüchtlinge würden einem 

Flüchtlingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und wo sie die 

nötige Versorgung erhielten. Ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze 

Land bestehe für sie nicht. Es sei der Beschwerdeführerin daher zuzumu-

ten, beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, sollte ihre Situation tatsäch-

lich kritisch sein. Gestützt auf eine Auskunft des UNHCR und der Com-

mission for Refugees (COR) vom August 2010 an die schweizerische 

Vertretung in C._______ würden die beiden erwähnten Organisationen in 

den Flüchtlingslagern die medizinische Versorgung sicherstellen. Sämtli-

che Flüchtlinge hätten Zugang zu unentgeltlichen medizinischen Leistun-

gen, während Flüchtlinge, welche ein Einkommen hätten und sich nicht 

im Lager befänden, für die medizinischen Leistungen selber aufkommen 

müssten. Erwerbslose Flüchtlinge ausserhalb des Lagers würden vom 

UNHCR auf Anfrage ein Überweisungsschreiben für eine unentgeltliche 

Behandlung erhalten. Der Beschwerdeführerin sei es folglich zuzumuten, 

sich mit dem UNHCR in Verbindung zu setzen, damit ihr Kind die nötige 

medizinische Betreuung erhalte. Ihre Furcht, nach Eritrea ausgeschafft zu 

werden, sei unbegründet, weil das Risiko einer Deportation oder Ver-

schleppung von UNHCR-Flüchtlingen aus Eritrea gering sei. In jüngster 

Zeit seien keine Rückführungen von Flüchtlingen nach Eritrea mehr be-

kannt geworden. Vorliegend seien zudem keine Anhaltspunkte erkennbar, 

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gestützt auf welche eine Rückführung der Beschwerdeführerin und ihres 

Kindes nach Eritrea zu befürchten sei. Insbesondere verfüge sie nicht 

über ein Risikoprofil, das eine Verschleppung nach Eritrea objektiv be-

gründen könne. Ausserdem habe sie nicht glaubhaft darlegen können, 

persönlich faktisch und unmittelbar bedroht zu sein und unter Verletzung 

des Non-Refoulement-Prinzipes nach Eritrea zurückgeschafft zu werden. 

Der Beschwerdeführerin sei es zuzumuten, sich bei einer Vertretung des 

UNHCR zu melden, um den Flüchtlingsstatus zu erlangen. Gewisse im 

Zusammenhang mit der Ausübung der Religion bestehende Schwierigkei-

ten seien zwar nicht auszuschliessen. So würden bekanntermassen 

Christen im Nordsudan Opfer von Diskriminierungen, da sich die Mehrheit 

der im Sudan lebenden Menschen zum Islam sunnitischer Richtung be-

kenne. Dennoch herrsche im Sudan keine allgemeine und staatliche Un-

terdrückung der Christen, zumal die Übergangsverfassung die Religions-

freiheit garantiere, die christlichen Gemeinschaften grundsätzlich aner-

kannt seien, Weihnachten und Ostern staatlich anerkannte Feiertage dar-

stellten und sich christliche Kirchen bei Seelsorge, Ausbildung, Schulen, 

Kindergärten und sozialen Einrichtungen frei betätigen könnten. Seit der 

Schaffung der Regierung der Nationalen Einheit im Juli 2005 gehöre der 

Vizepräsident des Sudans dem Christentum an, und unter den Mitglie-

dern der Regierung würden sich mehrere Christen befinden. Schliesslich 

gehe aus den Angaben der Beschwerdeführerin hervor, dass sie keine 

nahen Verwandten oder Bezugspersonen in der Schweiz habe. Aus den 

Akten würden sich auch keine anderen Anknüpfungspunkte zur Schweiz 

ergeben. Folglich sei keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz er-

sichtlich, welche die vorangehenden Feststellungen umzustossen ver-

möchten. Insgesamt benötigten die Beschwerdeführerin und ihr Kind den 

subsidiären Schutz der Schweiz nach Art. 52 Abs. 2 AsylG (SR 142.31) 

nicht, weshalb es ihnen zuzumuten sei, im Sudan zu verbleiben. 

G.  

Am 3. September 2013 ging bei der schweizerischen Vertretung in 

C._______ ein weiteres undatiertes Schreiben der Beschwerdeführerin 

ein, welches am 18. September 2013 dem Bundesverwaltungsgericht 

weitergeleitet wurde. Die Beschwerdeführerin machte geltend, ihrem Kind 

gehe es gesundheitlich schlecht, weil es nicht die erforderliche medizini-

sche Betreuung erhalte. Es benötige dringend medizinische Hilfe. Ihr 

Ehemann sei im Jahr 2012 in die Schweiz gereist. In C._______ würden 

eritreische Flüchtlinge aufgespürt, um von ihnen Geld zu verlangen und 

sie möglicherweise nach Eritrea zu deportieren. Dies sei auch ihrem 

Ehemann passiert. Leute der eritreischen Botschaft in C._______ hätten 

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sie an ihrem Wohnort aufgesucht und sie nach ihrem Ehemann gefragt. 

Sie habe vor zwei Jahren und acht Monaten um Schutz nachgesucht. 

Sinngemäss ersuchte sie erneut um Beschleunigung ihres Asylverfah-

rens. Der Eingabe lag erneut das Arztzeugnis des Sohnes vom 28. Juli 

2011 bei. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. September 2013 wurde das BFM aufge-

fordert, den Nachweis der Eröffnung seiner Verfügung vom 19. Juli 2013 

zu erbringen. Für den Fall, dass dies nicht möglich wäre, wurde das BFM 

aufgefordert, einen neuen Zustellversuch zu unternehmen. 

I.  

Aus der in den Akten liegenden Empfangsbestätigung (vgl. Akte A12/3) 

ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin die Verfügung des BFM vom 

19. Juli 2013 am 23. Oktober 2013 in Empfang nahm.  

J.  

Mit Schreiben vom 24. Oktober 2013 teilte das BFM dem Bundesverwal-

tungsgericht mit, die Verfügung vom 19. Juli 2013 sei der Beschwerdefüh-

rerin noch nicht eröffnet worden. 

K.  

Mit Schreiben vom 8. November 2013 teilte der zuständige Instruktions-

richter dem BFM mit, das am 17. September 2013 beim Bundesverwal-

tungsgericht eingegangene und undatierte Schreiben der Beschwerde-

führerin sei unter diesen Umständen nicht als Beschwerde zu qualifizie-

ren, weshalb es dem BFM zur weiteren Behandlung retourniert werde. 

L.  

Mit Eingabe vom 11. November 2013 – am 13. November 2013 bei der 

schweizerischen Vertretung in C._______ eingegangen – reichte die Be-

schwerdeführerin Beschwerde gegen die Verfügung des BFM vom 

19. Juli 2003 (rechte: 2013) ein. Sie machte sinngemäss geltend, sie lebe 

allein mit ihrem Kind in C._______, wo ihr Leben, ihre Freiheit und ihre 

körperliche Unversehrtheit in Gefahr seien. Als Flüchtling hätte sie sich 

ins Flüchtlingslager E._______ begeben müssen, wo die Situation hart 

und das Leben gefährlich sei. Nebst dem Fehlen von Wasser und Essen 

würden verschiedene kriminelle Gruppen Leute kidnappen und Men-

schenhandel betreiben. Die sudanesischen Behörden könnten die Opfer 

nicht beschützen. Aus diesem Grund würden die meisten Flüchtlinge 

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nach C._______ weiterziehen oder sich direkt nach ihrer Einreise dort 

niederlassen. Sie selber habe sich noch nicht beim UNHCR registrieren 

lassen. Die Ausstellung einer Identitätskarte durch das UNHCR sei je-

doch im Gang. Auch wenn die Sicherheitssituation in C._______ für 

Flüchtlinge besser sei, mangle es auch dort an allem. Da sie keine Auf-

enthaltsbewilligung für C._______ habe, könne sie dort nicht arbeiten. 

Hingegen verrichte sie Gelegenheitsarbeiten. Die Argumentation in der 

angefochtenen Verfügung, wonach im Flüchtlingslager medizinische Ver-

sorgung erhältlich sei, müsse überprüft werden, weil sie nicht der Realität 

entspreche. Viele Flüchtlinge, welche an chronischen Beschwerden litten, 

seien aus dem Flüchtlingslager geflohen und nach C._______ gekom-

men, um dort nach medizinischer Hilfe zu suchen. Da sie die dazu nöti-

gen finanziellen Mittel nicht hätten, würden sie sterben. Wegen der herr-

schenden Korruption sei vielen Kranken der Zugang zu medizinischen 

Leistungen verwehrt. Sie widerspreche deshalb der Darstellung des BFM, 

wonach das UNHCR und das COR unentgeltliche medizinische Betreu-

ung gewährten. Sie bitte darum, ihrem Kind in der Schweiz die nötige 

medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Auch wenn es im Sudan keine 

staatliche Verfolgung von Christen gebe, würden diese von extremistisch 

eingestellten Individuen verfolgt. Diese würden sie als Christin hassen, 

nur weil sie nicht zu deren Glaubensgemeinschaft gehöre. Aus diesen 

Gründen ersuche sie um Gutheissung ihres Asylgesuchs und um Einreise 

in die Schweiz.  

M.  

Mit Zwischenverfügung vom 15. April 2014 wurde das BFM aufgefordert, 

den Nachweis der  Eröffnung seiner Verfügung vom 19. Juli 2013 oder ei-

ne diese Verfügung ersetzenden Verfügung zu erbringen oder einen neu-

en Zustellversuch zu unternehmen. 

N.  

Mit Eingabe vom 22. April 2014 verwies das BFM hinsichtlich der Eröffung 

seiner Verfügung auf seine Akte A12. 

O.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. April 2014 wurde das BFM aufgefordert, 

Stellung zu nehmen zur Tatsache, dass gemäss seinem Schreiben vom 

24. Oktober 2013 die Verfügung vom 19. Juli 2013 nicht eröffnet worden 

sei, während sich aus der Akte A12 ergebe, die Beschwerdeführerin habe 

die Verfügung vom 19. Juli 2013 am 23. Oktober 2013 in Empfang ge-

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nommen. Diese beiden Informationen würden sich nicht miteinander in 

Einklang bringen lassen.  

P.  

Mit Schreiben vom 28. April 2014 erklärte das BFM, die Verfügung vom 

19. Juli 2013 sei der Beschwerdeführerin am 23. Oktober 2013 eröffnet 

worden, was aus Akte A12 ersichtlich sei. Parallel, nämlich am 24. Okto-

ber 2013, habe das BFM dem Bundesverwaltungsgericht mitgeteilt, diese 

Verfügung sei noch nicht zugestellt worden. Folglich sei die undatierte 

Eingabe der Beschwerdeführerin, welche am 3. September 2013 bei der 

schweizerischen Vertretung in C._______ eingegangen sei, richtigerwei-

se nicht als Beschwerde klassiert worden, weil die Beschwerdeführerin zu 

diesem Zeitpunkt noch keine Kenntnis über die Verfügung vom 19. Juli 

2013 gehabt habe. Aus der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 

17. November 2013 ergebe sich zudem, dass die Verfügung vom 19. Juli 

2013 eröffnet worden sei, weil sie – wenn auch aufgrund eines Tippfeh-

lers mit falschem Jahr – auf diese Verfügung Bezug nehme. Die Be-

schwerde sei folglich fristgerecht erfolgt und die Zustellung der Verfügung 

vom 19. Juli 2013 nachgewiesen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

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1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. 

Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann indes-

sen praxisgemäss verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Be-

schwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und 

deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber be-

funden werden kann. 

1.4 Aus den Akten ergibt sich trotz Mitteilung des BFM vom 24. Oktober 

2013, wonach die Verfügung vom 19. Juli 2013 der Beschwerdeführerin 

noch nicht zugestellt worden sei, dass diese am 23. Oktober 2013 eröff-

net worden ist.  

1.5 Die Beschwerde ist – mit Ausnahme der verwendeten Sprache (vgl. 

Ziff. 1.3) – frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden 

haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die an-

gefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie sind da-

her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

1.6 Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vor-

liegende Entscheid in deutscher Sprache. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung 

mit drei Richtern oder drei Richterinnen. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet werden. 

4.  

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

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Seite 10 

28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel 

(Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen 

Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 

5.  

5.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 

die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder 

ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3 und 

Art. 7 AsylG sowie alt Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss alt Art. 20 Abs. 2 

AsylG bewilligt das BFM einer asylsuchenden Person die Einreise zur 

Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im 

Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land aus-

zureisen. Gestützt auf alt Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische 

Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen er-

mächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft ma-

chen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Frei-

heit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

 

5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das BFM überweist (alt Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens 

bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht alt Art. 10 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 

142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine 

Befragung durchführt (alt Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so 

wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich 

festzuhalten (alt Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise 

eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der 

Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als ent-

scheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls 

im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei-

nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern 

(vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 

5.2.1 Die Beschwerdeführerin wurde nicht zu ihrem Asylgesuch befragt. 

Sie legte ihre Vorbringen jedoch einerseits im Asylgesuch vom 20. Febru-

ar 2011 und andererseits in ihrer Eingabe vom 25. September 2011 

schriftlich dar, nachdem sie mit Schreiben des BFM vom 8. August 2011 

unter Beilage eines explizit aufgelisteten Fragekatalogs gebeten wurde, 

für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts die 

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entsprechenden Fragen vollständig und präzise zu beantworten. Der ent-

scheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schriftlichen Dar-

legung der Asylgründe soweit erstellt, dass die entscheidrelevanten Ele-

mente vorliegen.  

5.2.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, die Beschwer-

deführerin vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Ver-

tretung zusätzlich persönlich befragen zu lassen. Das BFM hat den ver-

fahrensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 

5.2.3 Weil das am 3. September 2013 bei der schweizerischen Vertretung 

in C._______ und am 18. September 2013 beim Bundesverwaltungsge-

richt eingegangene undatierte Schreiben der Beschwerdeführerin vor Er-

öffnung der angefochtenen Verfügung vom 19. Juli 2013 zuhanden der 

schweizerischen Behörden eingereicht wurde, kann es nicht Bestandteil 

der vorliegenden Beschwerde sein. Vielmehr ist es als Aktenstück zu be-

trachten, das vor der Eröffnung der angefochtenen Verfügung entstanden 

ist und somit zu den vorinstanzlichen Akten gehört. Aus der angefochte-

nen Verfügung ergibt sich nicht, dass die Vorinstanz dieses Aktenstück in 

ihre Begründung mit einbezogen hat. Da die erwähnte Eingabe keine 

entscheidwesentlichen neuen Informationen enthält, und das Arztzeugnis 

vom 28. Juli 2011 schon früher eingereicht wurde, das vorliegende Urteil 

folglich nicht zu beeinflussen vermag und der Beschwerdeführerin und ih-

rem Kind damit aus der fehlenden Beachtung dieser Eingabe im erstin-

stanzlichen Verfahren kein Rechtsnachteil entsteht, erscheint es vorlie-

gend nicht angebracht, das Verfahren allein aus diesem formellen Grund 

an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese eine neue anfechtbare 

Verfügung erlässt. Unter diesen Umständen liegt keine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs vor, wenn die Eingabe erst im Beschwerdeverfahren 

berücksichtigt wird. 

5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlag-

gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbe-

dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob ei-

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Seite 12 

ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob 

der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung 

zugemutet werden kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfälli-

gen Schutzbedürftigkeit zu verweigern, wenn Asylausschlussgründe vor-

liegen (vgl. BVGE 2011/10). 

6.  

6.1 Hält sich die asylsuchende Person – wie im vorliegenden Fall – in ei-

nem Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ihr auch 

zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem solchen 

Fall ist aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffen-

de Person habe in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz ge-

funden, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuches und der Ver-

weigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien 

zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar 

erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe 

zur Schweiz abzuwägen (vgl. BVGE 2011/10). 

 

6.2 Es ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde mehrheitlich auf eine 

Wiederholung der bisherigen Vorbringen beschränkt und mithin keine 

neuen wesentlichen Sachverhaltselemente geltend gemacht werden. Die 

Überprüfung der Akten ergibt sodann, dass sich die diesbezüglichen Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen. Das 

Bundesverwaltungsgericht gelangt in Übereinstimmung mit dem BFM 

zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit den heimatlichen Behör-

den ernstzunehmende Schwierigkeiten hatte. Ob sie im Fall einer Rück-

kehr nach Eritrea einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung ausge-

setzt sein könnte, kann vorliegend dennoch offengelassen werden, da sie 

den Schutz der Schweiz gemäss alt Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht benötigt, 

weil es ihr – wie im Nachfolgenden aufzuzeigen sein wird – trotz der zu-

gestandenermassen nicht einfachen Bedingungen für eritreische Flücht-

linge im Sudan zuzumuten ist, im Zufluchtsland unter dem Schutz des 

UNHCR zu verbleiben.  

6.3 Die Beschwerdeführerin befindet sich gestützt auf ihre Aussagen seit 

dem 24. Januar 2010 – mithin seit mehr als vier Jahren – mit ihrem Kind 

im Sudan. Gemäss ihren Angaben soll die Registrierung beim UNHCR in 

Kürze erfolgen (vgl. Beschwerde S. 2). 

6.3.1 Die vom UNHCR registrierten Flüchtlinge sind grundsätzlich gehal-

ten, sich in einem UNHCR-Flüchtlingslager aufzuhalten und verfügen im 

D-1885/2014 

Seite 13 

Sudan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht. Auch die Ausübung einer 

Arbeit ist in aller Regel nur mittels entsprechender Bewilligung zugänglich 

(vgl. US Department of State, Country Reports on Human Rights Practi-

ces for 2013: Sudan, Section 2. Respect for Civil Liberties, Including: d. 

Freedom of Movement, Internally Displaced Persons, Protection of Refu-

gees, and Stateless Persons, aufgesucht am 29. April 2014). Viele Flücht-

linge, so auch die Beschwerdeführerin, halten sich nicht in Flüchtlingsla-

gern, sondern illegal in C._______ auf, wo sie versuchen, einer Arbeit 

nachzugehen. In der Vergangenheit kam es dort in vereinzelten Fällen zu 

Entführungen von Flüchtlingen beziehungsweise zu deren Deportation ins 

Heimatland. Gemäss gesicherten Erkenntnissen ist indessen das Risiko 

einer Deportation oder Verschleppung für Flüchtlinge, die im Sudan vom 

UNHCR anerkannt sind, gering (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsge-

richts D-6478/2013 vom 24. Dezember 2013 E. 5.3; E-1452/2012 vom 

15. Juni 2012 m.w.H.; vgl. United Nations Office for the Coordination of 

Humanitarian Affairs, Sudan: Combating human trafficking in the east, 

19. Dezember 2013, gefunden auf http://www.unocha.org/top-stories/all-

stories/sudan-combating-human-trafficking-east, aufgesucht am 8. Mai 

2014). Im vorliegenden Fall bestehen keine konkreten Hinweise auf eine 

drohende Deportation der Beschwerdeführerin und ihres Kindes in ihr 

Heimatland, da sich aus ihren Angaben nicht ergibt, sie habe regimekriti-

sche Tätigkeiten ausgeübt oder weise ein erhöhtes Risikoprofil auf. Die 

Beschwerdeführerin bringt denn auch keine konkreten Vorfälle zur Spra-

che, gestützt auf welche von einer konkreten und drohenden Gefährdung 

ihrer Person auszugehen wäre. Sie macht geltend, sie lebe mit ihrem 

Kind allein in C._______. Auch wenn sich die Situation für sie als allein-

stehende Frau christlichen Glaubens in C._______ als schwierig erwei-

sen mag, lässt sich aus ihren Angaben schliessen, dass sie dort bisher 

keinen konkreten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt war, obwohl sie 

solche befürchte, weil man sie aufgrund der Zugehörigkeit zum christli-

chen Glauben hasse. Indessen genügt allein eine nicht näher konkreti-

sierte potentiell mögliche Verfolgungshandlung – insbesondere ange-

sichts der bisher bereits mehr als vier Jahre dauernden verfolgungsfreien 

Zeit im Sudan – nicht, um von gezielten und unmittelbar bevorstehenden 

Nachteilen im Sinne des Gesetzes ausgehen zu können. 

6.3.2 Wie dem Sachverhalt auch entnommen werden kann, wurde die 

Beschwerdeführerin von Freunden unterstützt, womit davon ausgegan-

gen werden darf, dass sie im Sudan offensichtlich über ein Beziehungs-

netz verfügt und auch weiterhin mit Unterstützungsleistungen seitens ih-

rer Freunde rechnen darf, so dass ihre Existenzsicherung als gegeben 

http://www.unocha.org/top-stories/all-stories/sudan-combating-human-trafficking-east
http://www.unocha.org/top-stories/all-stories/sudan-combating-human-trafficking-east

D-1885/2014 

Seite 14 

gelten kann. Ihre diesbezüglichen Angaben lassen sich denn auch ver-

einbaren mit der allgemeinen Erkenntnis, dass im Sudan – insbesondere 

in C._______ – eine grosse eritreische Diaspora lebt, die sich gegenseitig 

hilft. Zudem steht es ihr offen, wie das BFM zutreffend feststellte, sich 

beim UNHCR um einen Platz in einem Flüchtlingslager zu bemühen, wo 

ihr der existenzielle Grundbedarf zuteil kommt. Einer allfälligen Versor-

gungsnotlage in C._______ könnte sie mit diesem Schritt entgehen. Folg-

lich kann im Fall der Beschwerdeführerin nicht von einer existenziellen 

und lebensbedrohlichen Notlage ausgegangen werden. 

6.3.3 An dieser Einschätzung vermag auch ihr christlicher Glaube nichts 

zu ändern. Gemäss den Kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts ist 

im Sudan die Religionsfreiheit in der Verfassung verankert, und es wird 

keine Gruppenverfolgung der Christen betrieben. Wie das BFM ebenfalls 

zutreffend feststellte, sind die christlichen Gemeinschaften im Sudan 

grundsätzlich anerkannt und dürfen sich in verschiedenen Bereichen wie 

Seelsorge, Ausbildung, Schule und anderen sozialen Einrichtungen frei 

betätigen. Auch wenn vereinzelte Diskriminierungen von Christen im Su-

dan nicht auszuschliessen sind, kann vorliegend nicht von einer unmittel-

bar drohenden Gefahr für die Beschwerdeführerin und ihr Kind ausge-

gangen werden. Mit ihrem Argument, es sei für sie als Frau und Christin 

im Sudan schwierig, macht sie denn auch keine solche geltend. Aus den 

Akten ergibt sich zudem nicht, dass sie konkrete und ihre Person betref-

fende Verfolgungsmassnahmen darlegt. Im Übrigen kann sie sich auch 

allfälligen Diskriminierungen aufgrund ihres Glaubens durch den Aufent-

halt in einem Lager entziehen oder sich an die christlich-orthodoxe Kirche 

(welcher sie gemäss eigenen Angaben angehört) in C._______ wenden, 

um in den Genuss von Unterstützungsleistungen zu gelangen und ihren 

Glauben ausüben zu können (vgl. dazu Swedish Migration Board, Marri-

age for the Eritrean and Ethiopian Diaspora in Khartoum, 08.07.2010, 

http://lifos.migrationsverket.se/dokument?documentAttachmentId=35113, 

abgerufen am 8. Mai. 2014). 

6.3.4 Hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitlichen Schwierigkei-

ten ihres Kindes ist, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, auf die 

zutreffenden Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung zu verwei-

sen. Die Beschwerdeführerin wandte zwar ein, entgegen der in der ange-

fochtenen Verfügung vertretenen Argumentation sei die Lage für Leute 

mit gesundheitlichen Schwierigkeiten im Lager nicht zufriedenstellend, 

sondern lebensgefährlich. Indessen sind ihre diesbezüglichen Einwände 

wenig konkret und detailliert geblieben, weshalb sie nicht tauglich sind, 

D-1885/2014 

Seite 15 

die Erwägungen der Vorinstanz umzustossen. Da sie sich gemäss ihren 

Aussagen zudem bisher nicht in einem Lager aufgehalten haben will, 

dürften ihre Ausführungen auf unbestätigten Angaben von Drittpersonen 

beruhen und nicht auf eigenen Erfahrungen. Sie vermögen auch aus die-

sem Grund nicht zu überzeugen. Der Beschwerdeführerin ist es folglich 

zuzumuten, sich im Sudan um eine Registrierung beim UNHCR zu be-

mühen, was ihr ermöglichen wird, in den Genuss einer unentgeltlichen 

medizinischen Behandlung ihres Kindes zu gelangen, wie das BFM zu-

treffend feststellte.  

6.4 Gestützt auf die Aktenlage weist die Beschwerdeführerin ferner keine 

(enge) Bindung zur Schweiz auf. Sie macht geltend, dass in der Schweiz 

keine Verwandten leben. Ihrem Vorbringen, in der Schweiz lebe ihr Ehe-

mann, kann angesichts der fehlenden konkreten diesbezüglichen Anga-

ben kein Glaube geschenkt werden. Insbesondere ergibt sich aus den Ak-

ten nicht, unter welchem Status dieser in der Schweiz leben soll. Die Be-

schwerdeführerin gab auch keine Heiratsurkunde zu den Akten, so dass 

diese Angabe unbelegt geblieben ist und keine Klarheit herrscht über die 

Personalien ihres angeblichen Ehemannes. Damit bestehen in ihrem Fall 

keine Anknüpfungspunkte zur Schweiz, weshalb eine Beziehungsnähe 

zur Schweiz zu verneinen ist.  

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin 

seit mehreren Jahren im Sudan aufhält und die Möglichkeit hat, sich vom 

UNHCR registrieren zu lassen und so weitgehend Schutz vor einer Ab-

schiebung in ihr Heimatland sowie vor Verfolgung geniesst. Mit der offi-

ziellen Registrierung durch das UNHCR kann sie sich somit im Sudan 

rechtmässig aufhalten. Sie hat die Möglichkeit, sich beim UNHCR um ei-

nen Platz in einem Flüchtlingslager zu bemühen, um unentgeltlich in den 

Genuss der existenzsichernden Unterstützung und der medizinischen 

Behandlung ihres Kindes zu gelangen, sofern sie den weiteren Aufenthalt 

in C._______ nicht mehr in Betracht zieht. Der Verbleib im Sudan ist als 

zumutbar zu betrachten. An dieser Einschätzung vermögen die Einwände 

der Beschwerdeführerin nichts zu ändern, zumal sie nicht stichhaltig sind. 

Demgegenüber bestehen keine Anknüpfungspunkte zur Schweiz, wes-

halb die Beziehungsnähe zu diesem Land zu verneinen ist. Die Be-

schwerdeführerin und ihr Kind benötigen folglich insgesamt den subsidiä-

ren Schutz der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 alt AsylG nicht. Das BFM 

hat ihnen zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und ihre Asyl-

gesuche abgelehnt. 

D-1885/2014 

Seite 16 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

tig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

nach dem Gesagten abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten zu verzichten. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

  

D-1885/2014 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die zu-

ständige schweizerische Vertretung. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

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