# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e11ea4a6-ebfe-56ae-afa0-446661fdc2dd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.09.2014 S 2014 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-37_2014-09-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 37

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, 

Verwaltungsrichterin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, 

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL
vom 2. September 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente (Rückerstattung)

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1. A._____ leidet seit August 2001 an einem fibromyalgieformen Beschwer-

debild unklarer Genese. Bis Ende 2003 war er bei der B._____ AG als 

Grundbaupolier angestellt. Ab dem 1. Januar 2004 bezog er eine Dreivier-

telsrente der Invalidenversicherung, ab dem 1. März 2004 eine ganze In-

validenrente. 

2. Im August 2006 gründete die Ehefrau von A._____ die C._____ AG. Der 

Firmensitz befand sich an der Wohnadresse der Ehegatten und die Ehe-

frau war die einzige Verwaltungsrätin. Dies weckte bei der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (im Folgenden: IV-Stelle) den Verdacht, dass 

A._____ unter Verletzung der Meldepflicht einer Arbeitstätigkeit in der 

Firma seiner Frau nachgehen könnte. Die IV-Stelle liess A._____ deshalb 

am 13./19./25. und 26. Januar 2009 sowie am 2. und 3. Februar 2009 ob-

servieren und lud ihn am 27. August 2009 zu einem Evaluationsgespräch 

vor. Bei diesem Gespräch wurde A._____ zu seinem aktuellen Gesund-

heitszustand und bezüglich allfälliger Arbeitstätigkeiten befragt. Im Auftrag 

der D._____ wurde A._____ am 28. und 29. September sowie am 1. Ok-

tober 2009 observiert. Mit Bericht vom 3. Dezember 2009 nahm pract. 

med. E._____ vom Regionalen Ärztlichen Dienst Stellung zu den Ergeb-

nissen der beiden Observationen. Er kam zum Schluss, als Bohrmeister 

und in einer leidensadaptierten Tätigkeit sei A._____ seit mindestens Fe-

bruar 2008 zu 100 % arbeitsfähig. 

3. Am 4. Dezember 2009 erhob die IV-Stelle Strafanzeige gegen A._____ 

wegen Versicherungsbetrugs sowie widerrechtlichem Erwirken von IV-

Leistungen. 

4. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2010 stellte die IV-Stelle die Invalidenrente 

von A._____ vorsorglich rückwirkend per 31. Mai 2010 ein. Am 11. Januar 

2012 verfügte die IV-Stelle die definitive Einstellung des Rentenanspruchs 

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rückwirkend per 31. Dezember 2008. Diese Verfügung wurde vom Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil vom 2. Mai 2013 

(Verfahren S 12 31) und vom Bundesgericht mit Urteil vom 24. Juli 2013 

geschützt (Verfahren 8C_421/2013).

5. Mit Urteil vom 9. Januar 2014 sprach das Bezirksgericht F._____ A._____ 

vom Vorwurf des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB frei. Gegen die-

ses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft am 15. Januar 2014 Berufung 

an.

6. Mit Verfügung vom 20. Februar 2014 forderte die IV-Stelle von A._____ 

den Betrag von Fr. 85'272.-- zurück. Es handelte sich um die Invaliden-

rente samt drei Kinderrenten im Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 31. 

Mai 2010 (17 Monate à Fr. 5'016.--). Die IV-Stelle wies A._____ darauf 

hin, dass er ein Erlassgesuch stellen könne. Allerdings sei ihrer Ansicht 

nach ein Erlass nicht möglich, da die unrechtmässig bezogenen Leistun-

gen nicht in gutem Glauben empfangen worden seien.

7. Gegen diese Verfügung erhob A._____ am 19. März 2014 Beschwerde 

an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Auf Aufforderung 

des Instruktionsrichters reichte er am 3. April 2014 eine verbesserte Ein-

gabe nach. Darin beantragte er erstens die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und zweitens die Feststellung, dass es sich nicht um unrecht-

mässig bezogene, rückerstattungspflichtige Leistungen handle. Eventuali-

ter beantragte er, die Rückforderung sei abzuweisen, da er die Leistun-

gen in gutem Glauben empfangen habe und zudem eine grosse Härte 

vorliege. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, die rück-

wirkende Aufhebung der Rente per 31. Dezember 2008 durch das Bun-

desgericht beweise nicht, dass die ab dem 1. Januar 2009 bezogenen 

Leistungen unrechtmässig gewesen seien. Das Bezirksgericht F._____ 

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habe ihn von der Anklage des Betrugs vollumfänglich freigesprochen und 

festgehalten, es sei keineswegs bewiesen, dass er falsche Angaben ge-

genüber der IV-Stelle gemacht habe, um ihm nicht zustehende Leistun-

gen zu erlangen. Er habe seinen gesundheitlichen Möglichkeiten entspre-

chend Arbeiten für die C._____ AG gemacht und dafür rund Fr. 900.-- pro 

Monat verdient. Dies habe er gegenüber der IV-Stelle auch so erklärt. Mit 

separatem Schreiben vom 3. April 2014 beantragte A._____ die unent-

geltliche Rechtspflege und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung.

8. Mit Schreiben vom 22. April 2014 informierte A._____ das Verwaltungs-

gericht darüber, dass das Strafurteil des Bezirksgerichts F._____ in 

Rechtskraft erwachsen sei, nachdem die Staatsanwaltschaft die Berufung 

zurückgezogen habe. Als Beweis reichte er die Abschreibungsverfügung 

des Kantonsgerichts vom 14. April 2014 ein. 

9. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 9. Mai 2014, auf 

die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. Es 

liege eine res iudicata vor. Der Rentenanspruch und die Rückerstattungs-

pflicht seien bereits rechtskräftig beurteilt worden. Das Urteil des Bezirks-

gerichts F._____ als Strafgericht ändere hieran nichts. 

10. In der Replik vom 16. Juni 2014 vertiefte A._____ seinen Standpunkt. Die 

IV-Stelle verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie in der ange-

fochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

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1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubün-

den vom 20. Februar 2014. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die 

im Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Mai 2010 ausbezahlten 

Renten im Betrag von Fr. 85'272.-- zu Recht vom Beschwerdeführer 

zurückgefordert hat.

2. Gemäss Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sind unrechtmässig be-

zogene Leistungen zurückzuerstatten. Im vorliegenden Fall hat die IV-

Stelle die Invalidenrente des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 11. 

Januar 2012 rückwirkend per 31. Dezember 2008 eingestellt. Diese Ver-

fügung ist in Rechtskraft erwachsen, nachdem sie sowohl vom Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden (Urteil S 12 31 vom 2. Mai 2013) 

als auch vom Bundesgericht (Urteil 8C_421/2013 vom 24. Juli 2013) als 

rechtmässig geschützt worden war. Die IV-Stelle hat deshalb den Ren-

tenbezug nach dem 1. Januar 2009 zu Recht als unrechtmässig qualifi-

ziert. Entsprechend musste sie die nach dem 1. Januar 2009 ausbezahl-

ten Renten vom Beschwerdeführer zurückfordern.

3. a) Der Beschwerdeführer wurde vom Bezirksgericht F._____ mit Urteil vom 

9. Januar 2014 vom Vorwurf des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 des 

Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) freigesprochen. 

Dieses Urteil ist unterdessen in Rechtskraft erwachsen. Der Beschwerde-

führer ist der Ansicht, dieser Freispruch führe dazu, dass der Rentenbe-

zug ab dem 1. Januar 2009 nicht als unrechtmässig zu qualifizieren sei. 

Dem kann, aus den nachstehend dargelegten Gründen, nicht gefolgt wer-

den.

b) Art. 88bis Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 

SR 830.201) sieht vor, dass die Herabsetzung oder Aufhebung der Ren-

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ten ausnahmsweise nicht nur für die Zukunft sondern rückwirkend vom 

Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung erfolgt, wenn die un-

richtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der 

Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm zumutbaren Melde-

pflicht nicht nachgekommen ist. Die Meldepflicht besteht gemäss Art. 77 

IVV darin, dass der Rentenberechtigte jede für den Leistungsanspruch 

wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustan-

des und der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, unverzüglich der IV-Stelle an-

zuzeigen hat. Im vorliegenden Fall liegt der rückwirkenden Rentenaufhe-

bung eine Meldepflichtverletzung des Beschwerdeführers in Bezug auf 

seinen Gesundheitszustand und seine Arbeitsfähigkeit zu Grunde. Eine 

solche Meldepflichtverletzung ist – entgegen der Ansicht des Beschwer-

deführers – nicht mit einem strafrechtlich relevanten Betrug gleichzuset-

zen. Ein Betrug liegt gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB vor, wenn eine Person 

in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, je-

manden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig 

irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu 

einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen ande-

ren am Vermögen schädigt. Während eine Meldepflichtverletzung also 

bereits dann vorliegt, wenn eine rentenberechtigte Person - sei es mit Ab-

sicht oder nur aus Nachlässigkeit – die IV-Stelle nicht über wesentliche 

Änderungen informiert, ist der Tatbestand des Betrugs erst bei aktivem 

und arglistigem Irreführen erfüllt. Nicht jede Meldepflichtverletzung stellt 

deshalb auch einen strafbaren Betrug dar. Umgekehrt lässt sich aus ei-

nem Freispruch vom Vorwurf des Betrugs nicht ableiten, dass keine Mel-

depflichtverletzung vorliegt.

c) Ein weiterer Grund dafür, dass ein Strafurteil keine unmittelbare Wirkung 

auf sozialversicherungsrechlticher Ebene haben kann, liegt in den unter-

schiedlichen Beweisanforderungen. Im Sozialversicherungsrecht haben 

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Verwaltungsorgane und Gerichte ihre Entscheide nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Es ist jener Sachver-

haltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen 

als die wahrscheinlichste zu würdigen ist (BGE 138 V 218 E.6). Im Straf-

recht gelten strengere Beweisregeln. Nach der in Art. 32 Abs. 1 der Bun-

desverfassung (BV; SR 101) und in Art. 10 Abs. 1 der Schweizerischen 

Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) verankerten Unschuldsvermutung 
und dem davon abgeleiteten Grundsatz "in dubio pro reo" ist bis zum 

Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren 

Handlung Angeklagte unschuldig ist (BGE 138 V 74 E.7). Bestehen unü-

berwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen 

der angeklagten Tat, so muss das Gericht von der für die beschuldigte 

Person günstigeren Sachlage ausgehen (Art. 10 Abs. 3 StPO). 

4. Es hat sich gezeigt, dass die IV-Stelle die unrechtmässig bezogenen Ren-

ten im Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Mai 2010 zu Recht 

zurückgefordert hat. Die Höhe der Rückforderung wird vom Beschwerde-

führer nicht beanstandet, und es ist nichts ersichtlich, was den Betrag von 

Fr. 85'272.-- als unrichtig erscheinen liesse. Sodann hat die IV-Stelle den 

Rückforderungsanspruch rechtzeitig geltend gemacht. Gemäss Art. 25 

Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines 

Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten 

hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung 

der einzelnen Leistung. Vorliegend datiert die Rückforderungsverfügung 

vom 20. Februar 2014. Die zurückgeforderten Leistungen wurden im Zeit-

raum vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Mai 2010 ausbezahlt, so dass die 

fünfjährige Frist gewahrt ist. Auch die einjährige Frist ist gewahrt, denn die 

IV-Stelle erhielt durch das Urteil des Bundesgerichts am 24. Juli 2013 

Kenntnis davon, dass die rückwirkende Rentenaufhebung rechtmässig 

war und der Beschwerdeführer somit unrechtmässige Leistungen bezo-

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gen hatte. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtmäs-

sig und die Beschwerde ist abzuweisen, insoweit die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung beantragt wird.

5. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei festzustellen, dass es sich nicht 

um unrechtmässig bezogene Leistungen handle, und diese somit nicht 

zurückzuerstatten seien. Auf diesen Antrag kann nicht eingetreten wer-

den. Die Rechtmässigkeit der rückwirkenden Rentenaufhebung per 31. 

Dezember 2008 wurde vom Bundesgericht mit dem Urteil 8C_421/2013 

bestätigt. Angesichts dieses Entscheides sind die ab dem 1. Januar 2009 

bezogenen Leistungen zwingend als unrechtmässig bezogene Leistungen 

zu qualifizieren. Der Antrag des Beschwerdeführers bezieht sich deshalb 

auf eine rechtskräftig beurteilte Frage, eine „res iudicata“ (BGE 136 V 369 

E.3.1.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_709/2012 vom 13. Dezember 2012 

E.2).

6. Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter, die Rückforderung sei ab-

zuweisen, da er die Leistungen in gutem Glauben empfangen habe und 

eine grosse Härte vorliege. Auf diesen Antrag kann ebenfalls nicht einge-

treten werden. Die Frage, ob die Rückforderung zu erlassen sei, ist nicht 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Wird eine Rente rückwirkend 

aufgehoben, so kommt ein mehrstufiges Verfahren zur Anwendung. In ei-

nem ersten Schritt wird die Rente rückwirkend auf einen gewissen Zeit-

punkt eingestellt, wie dies die IV-Stelle im vorliegenden Fall mit der Ver-

fügung vom 11. Januar 2012 getan hat. Ist die Einstellungsverfügung in 

Rechtskraft erwachsen, so wird eine zweite Verfügung über den Umfang 

der Rückforderung erlassen (Art. 3 der Verordnung über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]). Die vorliegend 

angefochtene Verfügung ist diesem zweiten Verfahrensstadium zuzuord-

nen. Für die Prüfung der Frage, ob die Rückerstattung zu erlassen ist, 

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sieht die ATSV einen weiteren Verfahrensschritt vor. Spätestens 30 Tage 

nach Eintritt der Rechtskraft der Rückforderungsverfügung kann nämlich 

ein begründetes, mit den nötigen Belegen versehenes Erlassgesuch ein-

gereicht werden (Art. 4 Abs. 4 ATSV). Massgebend für die Beurteilung 

der Frage, ob eine grosse Härte vorliegt, ist dabei der Zeitpunkt, in wel-

chem über die Rückforderung rechtskräftig entschieden ist (Art. 4 Abs. 2 

ATSV). Über den Erlass wird schliesslich separat verfügt (Art. 4 Abs. 5 

ATSV). Vorliegend hat die IV-Stelle den Beschwerdeführer in der ange-

fochtenen Verfügung in korrekter Weise über diesen Verfahrensablauf in-

formiert.

7. Somit ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf sie 

eingetreten werden kann.

8. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversche-

rung (IVG; SR 831.20) ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kanto-

nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 

bis 1000 Franken festgelegt. Vorliegend hat der unterliegende Beschwer-

deführer Kosten in der Höhe von Fr. 500.-- zu übernehmen.

9. Der Beschwerdeführer stellt für das vorliegende Beschwerdeverfahren ein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Nach 

Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel 

verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbe-

gehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte 

notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen 

Rechtsbeistand (vgl. auch Art. 61 lit. f ATSG und Art. 76 des kantonalen 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Aus-

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sichtslos ist ein Prozess, wenn die Gewinnchancen beträchtlich geringer 

sind als die Verlustgefahren, so dass die Gewinnchancen kaum als ernst-

haft bezeichnet werden können. Hingegen darf nicht von Aussichtslosig-

keit ausgegangen werden, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustge-

fahr ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als die-

se. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, 

sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. 

Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr 

nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts 

kostet (BGE 138 III 217 E.2.2.4). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaus-

sichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summari-

schen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeit-

punkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind (BGE 138 III 

217 E.2.2.4). Vor dem Hintergrund dieser Rechtslage sind die Rechtsbe-

gehren des Beschwerdeführers als aussichtslos zu qualifizieren. Ange-

sichts der rechtskräftigen, höchstrichterlich bestätigen rückwirkenden 

Rentenaufhebung wäre unschwer zu erkennen gewesen, dass über die 

Unrechtmässigkeit des Rentenbezugs ab dem 1. Januar 2009 definitv 

entschieden war, so dass der Antrag auf Aufhebung der Rückforderungs-

verfügung keine Chance auf Erfolg haben konnte. Ebenfalls unschwer er-

kennbar wäre gewesen, dass ein allfälliger Erlass nicht Gegenstand der 

angefochtenen Verfügung war, hatte die IV-Stelle den Beschwerdführer 

doch explizit darauf hingewiesen, dass er ein Erlassgesuch stellen könne. 

Die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung kann somit 

nicht gewährt werden.

Demnach erkennt das Gericht:

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1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 

kann.

2. Das Gesuch von A._____ um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsver-

beiständung wird abgewiesen.

3. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen. 

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