# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04d853a1-667e-5c25-96f2-2ef92f1b6442
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 25.08.2020 SK2 2020 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2020-34_2020-08-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Beschluss vom 24. August 2020

Referenz SK2 20 34

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Hubert und Brunner
Kollegger, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

B._____
Beschwerdegegner

Gegenstand Fahrlässige Körperverletzung

Anfechtungsobj. Einstellungsverfügung Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
30.04.2020, mitgeteilt am 05.05.2020 (Proz. Nr. VV.2020.35)

Mitteilung 26. August 2020

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I. Sachverhalt

A. Am 19. April 2019 kam es im Skigebiet C._____/O.1_____, Gemeindege-
biet O.1_____, an der Verzweigung Crosspiste/Piste Nr. _____ zu einer Kollision 
zwischen B._____ und A._____, wobei sich beide Personen verletzten.

B. Am 18. September 2019 stellte A._____ Strafantrag gegen B._____ wegen 
(vorsätzlicher) Körperverletzung sowie fahrlässiger Körperverletzung. Gleichen-
tags konstituierte sie sich auch als Privatklägerin.

C. Am 1. April 2020 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfol-
gend: Staatsanwaltschaft) eine Strafuntersuchung gegen B._____ wegen fahrläs-
siger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB. 

D. Mit Verfügung vom 30. April 2020 stellte die Staatsanwaltschaft das gegen 
B._____ geführte Strafverfahren ein. Begründend führte sie aus, dass A._____ 
den Strafantrag vom 18. September 2019 verspätet gestellt habe. Da es sich bei 
den Verletzungen von A._____ in rechtlicher Hinsicht um einfache Körperverlet-
zungen handle, kämen nur Antragsdelikte als strafbare Handlungen in Frage, wo-
mit das Strafverfahren ohne rechtzeitigen Strafantrag einzustellen sei.

E. Gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 30. April 
2020 liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 13. Mai 2020 Be-
schwerde beim Kantonsgericht von Graubünden erheben, mit welcher sie das 
Folgende begehrte:

1. Die Einstellungsverfügung vom 30.04.2020 sei aufzuheben und die 
Strafuntersuchung gegen B._____ wegen fahrlässiger Körperverlet-
zung sei weiterzuführen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates zuzüg-
lich der gesetzlich geschuldeten Mehrwertsteuer.

Begründend wurde in der Beschwerde im Wesentlichen ausgeführt, dass die 
Strafantragsfrist mit Eingabe vom 18. September 2019 gewahrt worden sei. Unab-
hängig davon, hätte die Strafuntersuchung von Amtes wegen fortgeführt werden 
sollen, zumal es sich bei den von der Beschwerdeführerin erlittenen Verletzungen 
um eine schwere Körperverletzung handle.

F. In seiner Stellungnahme vom 19. Mai 2020 begehrte B._____ sinngemäss 
die Abweisung der Beschwerde, indem er – im Einklang mit der angefochtenen 
Einstellungsverfügung – die Strafantragsfrist als abgelaufen erachtete.

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G. Am 26. Mai 2020 nahm die Staatsanwaltschaft zur Beschwerde Stellung 
und beantragte die Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die Akten und 
die angefochtene Verfügung. 

H. Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf 
die Erwägungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung wird, soweit erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit 
Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwalt-
schaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die 
Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung 
[KGV; BR 173.110]). Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerde-
führende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. 
der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen ande-
ren Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie 
anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 
2 StPO sowohl Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als 
auch die un- vollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) 
gerügt werden. Ferner kann die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben wer-
den.

1.2. Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 
StPO nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach 
Art. 105 StPO, soweit sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung eines Entscheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsver-
fügung beschwert sind (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Geschädigte können die Ein-
stellungsverfügung – von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen – nur 
dann anfechten, wenn sie sich als Privatkläger im Strafpunkt konstituiert haben 
(Art. 118 Abs. 1 StPO; PKG 2013 Nr. 19; Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 
vom 27. August 2012 E. 2.1; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Niggli/Heer/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 
2. Aufl., Basel 2014, N 6 zu Art. 322 StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, 
in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

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zessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 9 zu Art. 322 StPO). Als geschädigte 
Person gilt, wer durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden 
ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, rechtswidrige 
und schuldhafte Straftat vorliegt, wird erst im Endentscheid festgestellt. Bis dahin 
bleibt sie eine blosse Hypothese (vgl. Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 20 zu Art. 115 StPO). 

1.3. Die Beschwerdeführerin stellte am 18. September 2019 Strafantrag gegen 
B._____ wegen (vorsätzlicher) Körperverletzung sowie fahrlässiger Körperverlet-
zung zu ihrem Nachteil (StA act. 3.5) und konstituierte sich gleichentags auch als 
Privatklägerin sowohl im Zivil- als auch im Strafpunkt (StA act. 3.7). Damit gilt sie 
als Partei im Sinne von Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO und ist demnach auch zur Be-
schwerdeerhebung legitimiert. Die am 13. Mai 2020 erhobene Beschwerde gegen 
die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 13. November 2019, mitge-
teilt am 5. Mai 2020 (KG act. B.0), erweist sich zudem als frist- und formgerecht. 
Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde 
einzutreten.

2.1. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren einzustellen, wenn 
der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet wer-
den konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt. Dies ist dann der Fall, wenn unter 
einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis 
des Gerichts gerechnet werden kann und auch keine konkret zu erhebenden Be-
weismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflus-
sen können (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 14 39 vom 
11. Februar 2015, E. 2). Im Weiteren hat nach Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO die Ein-
stellung des Verfahrens zu erfolgen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist, d.h. 
wenn das inkriminierte Verhalten – selbst wenn es nachgewiesen wäre – nicht 
einen objektiven oder subjektiven Tatbestand erfüllt. Eine Verfahrenseinstellung ist 
auch dann zu verfügen, wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unan-
wendbar machen (Art. 319 Abs. 1 lit. c StPO). Schliesslich wird ein Verfahren ein-
gestellt, wenn Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder 
Prozesshindernisse aufgetreten sind (Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO) und wenn nach 
gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann 
(Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO). Aus dem Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 
Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO) folgt, dass eine Ein-
stellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit 
beziehungsweise offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet 

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werden darf, wobei der Staatsanwaltschaft bei der Beurteilung dieser Frage ein 
gewisser Spielraum zusteht. Hingegen ist – in Anwendung des Grundsatzes "in 
dubio pro duriore" – Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher 
erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs 
oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in der Regel, insbe-
sondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 
138 IV 186 E. 4.1; Grädel/Heiniger, a.a.O., N 8 zu Art. 319 StPO; Landshut/Boss-
hard, a.a.O., N 15 und 19 f. zu Art. 319 StPO; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, 
Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 
2018, N 5 f. zu Art. 319 StPO).

2.2. Die Staatsanwaltschaft begründete die angefochtene Einstellungsverfügung 
damit, dass A._____ den Strafantrag vom 18. September 2019 ca. zwei Monate 
verspätet gestellt habe, da sie seit dem 19. April 2019 (Unfalltag) von der Tat und 
vom Täter Kenntnis gehabt habe, und ihr Strafantragsrecht deswegen nur bis zum 
20. Juli 2019 bestanden habe (KG act. B.0, S 2). Da es sich bei den Verletzungen 
von A._____ in rechtlicher Hinsicht um einfache Körperverletzungen handle, kä-
men nur Antragsdelikte als strafbare Handlungen in Frage (KG act. B.0, S. 2). 
Damit fehle es an einer wesentlichen Prozessvoraussetzung zur Weiterführung 
der Strafuntersuchung, weshalb das Verfahren gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. d 
StPO einzustellen sei (KG act. B.0, S 3). Die Beschwerdeführerin bestreitet 
zunächst, dass der Strafantrag vom 18. September 2019 verspätet erfolgt sei (KG 
act. A.1, S. 3 f.), des Weiteren stellt sie auch in Abrede, dass es sich bei den Un-
fallverletzungen nur um eine einfache Körperverletzung handle (KG act. A.1, S. 4 
ff.).

3.1. Gemäss Art. 31 StGB erlischt das Antragsrecht nach Ablauf von drei Mona-
ten. Die Frist beginnt mit dem Tag, an welchem der antragsberechtigten Person 
der Täter bekannt wird, was auch die Kenntnis der Straftat voraussetzt (BGE 126 
IV 131 E. 2a; Christof Riedo, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2018, N 6 zu Art. 31 StGB). Solange aufgrund der 
Sachlage unklar ist, ob überhaupt ein Delikt begangen wurde, beginnt die Frist 
mithin nicht zu laufen. Der Fristenlauf beginnt erst, wenn der antragsberechtigten 
Person neben den objektiven auch die subjektiven Tatbestandselemente bekannt 
sind (Urteile des Bundesgerichts 6B_1148/2013 vom 5. Dezember 2014, E. 2.2, 
und 6B_396/2008 vom 25. August 2008, E. 3.3.3; Riedo, a.a.O., N 17 zu Art. 31 
StGB). Bekannt im Sinne von Art. 31 StGB ist der Täter nicht schon, wenn der 
Verletzte gegen eine bestimmte Person einen Verdacht hegt. Erforderlich ist viel-
mehr eine sichere, zuverlässige Kenntnis, die ein Vorgehen gegen den Täter als 

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aussichtsreich erscheinen lässt und die antragsberechtigte Person gleichzeitig 
davor schützt, wegen falscher Anschuldigung oder übler Nachrede belangt zu 
werden (BGE 126 IV 131 E. 2a; zuletzt bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 
6B_1148/2013 vom 5. Dezember 2014, E. 2.2). Die berechtigte Person ist nicht 
verpflichtet, nach dem Täter zu forschen, und das blosse Kennenmüssen des 
Täters oder ein blosser Verdacht löst die Antragsfrist nicht aus (BGE 101 IV 113 
E. 1b; Riedo, a.a.O., N 26 zu Art. 31 StGB). Entsprechendes gilt in Bezug auf die 
Kenntnis der Tat.

3.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt im Zweifel die Frist als 
eingehalten, wenn keine ernsthaften Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass dem An-
tragsberechtigten Tat und Täter schon früher bekannt waren. Das Bundesgericht 
sah in der Auffassung, dass der Verletzte nicht nur zu beweisen habe, wann er 
vom eingeklagten Tatbestand Kenntnis erhalten habe, sondern überdies, dass er 
den Täter nicht schon früher gekannt habe, eine formelle Rechtsverweigerung und 
führte als Begründung aus, der Verletzte werde meist in der Lage sein, anzugeben 
und Beweise anzubieten, bei welcher Gelegenheit er Kenntnis von Tat und Täter 
erhalten hat. Dagegen werde ihm der Beweis, bis dahin keine Kenntnis erhalten 
zu haben, kaum je gelingen, sei doch der Beweis einer negativen Tatsache in der 
Regel unmöglich (BGE 97 I 769 E. 3; bestätigt in den Urteilen des Bundesgerichts 
6B_867/2009 vom 3. Dezember 2009, E. 2.5, und 6B_431/2010 vom 24. Septem-
ber 2010, E. 2.3.3; vgl. ferner Stefan Trechsel/Marc Jean-Richard, in: Trech-
sel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2018, N 14 zu Art. 31 StGB; krit. dagegen Riedo, a.a.O., N 39 ff. 
zu Art. 31 StGB). Im Zweifel gelte die Frist als eingehalten, wenn keine ernsthaften 
Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass dem Antragsberechtigten Tat und Täter schon 
früher bekannt gewesen seien (BGE 97 I 769 E. 3). Diese Praxis wurde mit Urteil 
6B_867/2009 vom 3. Dezember 2009 bestätigt (vgl. auch Urteil des Bundesge-
richts 6B_431/2010 vom 24. September 2010, E. 2.3.3).

3.3. Wie einleitend erwähnt, erwog die Staatsanwaltschaft, dass die Beschwer-
deführerin seit dem 19. April 2019 (Unfalltag) von der Tat und vom Täter Kenntnis 
gehabt habe, womit ihr Strafantragsrecht nur bis zum 20. Juli 2019 bestanden ha-
be und der Strafantrag vom 18. September 2019 daher ca. zwei Monate zu spät 
gestellt worden sei (vgl. KG act. B.0, S 2).

3.4. Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, aufgrund der medizinischen 
Unterlagen sei erstellt, dass sie an der Unfallstelle bewusstlos liegen geblieben 
sei. Sie habe intubiert und mittels Rettungshubschrauber nach O.2_____ verlegt 
werden müssen. Am 19. April 2019 habe sie offensichtlich keine Kenntnis vom 

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Verursacher der Tat gehabt, der vom Unfallort mit einem separaten Rettungshub-
schrauber nach O.3_____ geflogen worden sei. Das Strafantragsformular habe sie 
erst anlässlich der Einvernahme bei der Kantonspolizei in Herisau am 18. Sep-
tember 2019 erhalten. Auf der Vorladung vom 6. Mai 2019 zur Einvernahme sei 
der Name des Kollisionsgegners nicht angeführt gewesen. Aus den Akten würden 
sich keine Hinweise ergeben, dass ihr der Name und die Adresse des Täters vor 
dem 18. September 2019 bekannt gegeben worden seien. Der Name erscheine 
das erste Mal auf der Parteimitteilung vom 3. April 2020. Es sei deshalb davon 
auszugehen, dass die Strafantragsfrist mit Eingabe vom 18. September 2019 ge-
wahrt worden sei (KG act. A.1, S. 3 ff.).

3.5. Der Beschwerdegegner macht diesbezüglich geltend, er habe der Be-
schwerdeführerin direkt nach dem Unfall über die Opferhilfe angeboten, mit ihr in 
Kontakt zu treten. Nach etwas Bedenkzeit habe sie einem Kontakt zugestimmt 
und am 14. Juni 2019 hätten er und die Beschwerdeführerin ein langes Telefonat 
geführt und danach in unregelmässigen Abständen per Telefon oder WhatsApp 
einen freundschaftlichen Dialog geführt. Im Telefonat vom 14. Juni 2019 hätten sie 
sich über die Verletzungen und den Unfallhergang ausgetauscht. Spätestens seit 
dem 14. Juni 2019 habe die Beschwerdeführerin nicht nur Informationen zu seiner 
Person, sondern auch persönlichen Kontakt gehabt (KG act. A.2, S. 2).

3.6. Wie der vom Beschwerdegegner eingereichten E-Mail-Korrespondenz ent-
nommen werden kann, gelangte eine Mitarbeiterin der Opferhilfe Graubünden mit 
dem vom Beschwerdegegner geschilderten Kontaktwunsch an die Beschwerde-
führerin. Nach Angaben von G._____, Opferhilfe Graubünden, habe die Be-
schwerdeführerin den Kontaktwunsch mit ihrem Lebenspartner und ihrem Sohn 
besprochen, wobei sie zugestimmt habe, dass der Beschwerdegegner sich bei 
ihrem Sohn melde. Dies wiederum habe die Beschwerdeführerin einer Mitarbeite-
rin der Opferhilfe Graubünden am 20. Mai 2019 mitgeteilt (KG act. C.2). Bereits 
daraus ergibt sich, dass nicht nur ernsthafte Anhaltspunkte dagegen sprechen, 
dass die Beschwerdegegnerin erst am 18. September 2019 hinreichend Kenntnis 
von der Person der Beschwerdegegners hatte, sondern dass als gesichert ange-
sehen werden kann, dass die Beschwerdeführer bereits vor dem 20. Mai 2019 die 
für die Strafantragstellung erforderlichen Informationen über den Beschwerdegeg-
ner besass. Dies wird denn auch dadurch untermauert, dass der Beschwerdegeg-
ner G._____ von der Opferhilfe Graubünden mit E-Mail vom 14. Juni 2019 
bestätigte, er habe – wie in seiner Stellungnahme ausgeführt – am selbigen Tag 
ein langes Telefonat mit der Beschwerdeführerin geführt (KG act. C.1). Die dies-
bezüglichen Ausführungen des Beschwerdegegners blieben von der Beschwerde-

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führerin überdies unwidersprochen. Denn auch wenn nach Eingang der Stellung-
nahme des Beschwerdegegners zur Beschwerde kein weiterer Schriftenwechsel 
vorgesehen war [vgl. KG act. D.2], hätte es der Beschwerdeführerin im Rahmen 
ihres Replikrechts freigestanden, die Ausführungen des Beschwerdegegners zu 
bestreiten bzw. widerlegen (vgl. zum Replikrecht Urteil des Bundesgerichts 
6B_1094/2019 vom 25. Juni 2020, E. 1.3.2 m.w.H.).

3.7. Damit ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin spätestens am 20. Mai 
2019 Kenntnis von der Person des Beschwerdegegners im Sinne von Art. 31 
StGB hatte. Der Staatsanwaltschaft ist daher im Ergebnis beizupflichten, dass die 
Strafantragstellung durch die Beschwerdeführerin am 18. September 2019 ver-
spätet erfolgt war. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

4.1. Zur Schwere der von der Beschwerdeführerin beim Skiunfall vom 19. April 
2019 erlittenen Verletzungen führt die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen 
Einstellungsverfügung aus, dass die Pistenrettung O.1_____ der Einsatzleitzentra-
le der Kantonspolizei Graubünden telefonisch eine Kollision zwischen zwei Skifah-
rern gemeldet habe, bei der sich beide involvierten Personen "erhebliche Verlet-
zungen zugezogen" hätten; Die Beschwerdeführerin habe wie auch der Be-
schwerdegegner "unter anderem diverse Knochenbrüche" erlitten (KG act. B.0, E. 
1). Die Verletzungen, die sich die Beschwerdeführerin zugezogen habe, seien als 
einfache Körperverletzungen gemäss Art. 123 StGB zu qualifizieren. Nachdem 
eine schwere Schädigung in casu nicht vorliege, kämen als Tatbestände nur Art. 
123 Ziff. 1 StGB (einfache Körperverletzung) oder Art. 125 Abs. 1 StGB (einfache 
fahrlässige Körperverletzung) in Frage (KG act. B.0, E. 2).

4.2. Aus diesen Ausführungen ist nicht ersichtlich, von welchen Verletzungen 
die Staatsanwaltschaft bei der Beschwerdeführerin ausgeht, zumal diese nach 
Angaben der Staatsanwaltschaft "unter anderem" diverse Knochenbrüche erlitten 
haben soll. Welche weiteren Verletzungen sich die Beschwerdeführerin zugezo-
gen haben soll, wird jedoch mit keinem Wort erwähnt und es findet sich in der Ein-
stellungsverfügung auch kein Hinweis auf entsprechende medizinische Berichte. 
Sofern die Staatsanwaltschaft damit zum Ausdruck bringen wollte, dass es sich 
bei den Knochenbrüchen um die schwerwiegendsten Verletzungen gehandelt ha-
be (wofür freilich die Formulierung "vor allem" statt "unter anderem" zu verwenden 
gewesen wäre), käme dies nicht hinreichend eindeutig zum Ausdruck, was mit 
Blick auf eine sachgemässe Anfechtung ebenfalls zu beanstanden wäre. Somit ist 
letztlich auch nicht nachvollziehbar, warum keine schwere Schädigung i.S.v. Art. 
122 StGB vorliegen soll, hält doch die Staatsanwaltschaft kurzerhand – d.h. ohne 
jegliche Begründung – fest, dass dem so sei.

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4.3. Es ist zwar naturgemäss schwieriger, das Nichtbestehen eines bestimmten 
Schweregrades von Verletzungen zu begründen. Es hätte aber doch immerhin 
angegeben werden müssen, welche Verletzungen die Beschwerdeführerin beim 
fraglichen Skiunfall erlitten haben soll und warum diese unter keine der Fallgrup-
pen einer schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB fallen würden. Indem 
die Staatsanwaltschaft dies unterlassen hat, verletzte sie ihre Begründungspflicht 
(vgl. Art. 80 Abs. 2 StPO). Die Verletzung der Begründungspflicht stellt zugleich 
eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 3 
Abs. 1 lit. c StPO) und damit desjenigen auf ein faires Verfahren (Art. 6 Ziff. 1 
EMRK) dar (Daniela Brüschweiler, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kom-
mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 
2 zu Art. 80 StPO m.w.H.).

4.4.1. Der durch die unterlassene Begründung verletzte Anspruch auf rechtliches 
Gehör ist formeller Natur. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des 
rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die 
sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter die-
ser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – 
selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 
Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und 
soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 
Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Inter-
esse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 
vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 m.w.H.). Bei unterbliebener oder 
mangelhafter Begründung im Besonderen lässt das Bundesgericht eine Heilung 
zu, wenn der betroffenen Partei daraus kein Nachteil erwächst, d.h. wenn sie ihre 
Rechte im Rechtsmittelverfahren voll wahrnehmen kann (BGE 107 Ia 1 E. 1; vgl. 
auch Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 16 37 vom 2. Juni 
2017, E. 2b).

4.4.2. Mit Eingabe vom 26. Mai 2020 (KG act. A.3) hat die Staatsanwaltschaft 
Stellung genommen zur Schwere der von der Beschwerdeführerin erlittenen Ver-
letzungen und begründet, warum aus ihrer Sicht vorliegend nicht von einer schwe-
ren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB auszugehen sei. Damit liegt eine 
Heilung der Verletzung der Begründungspflicht vor, sodass eine inhaltliche Über-
prüfung dieser Frage vorgenommen werden kann. Dass die Beschwerdeführerin 
darauf nicht mehr reagiert hat, ändert daran nichts, hätte es der (anwaltlich vertre-

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tenen) Beschwerdeführerin doch trotz dieser Mitteilung freigestanden, sich im 
Rahmen ihres Replikrechts (vgl. oben Erwägung 3.6) dazu zu äussern.

4.5. Zu prüfen ist deshalb nachfolgend, ob vorliegend in Anwendung von Art. 
319 Abs. 1 lit. a und b StPO sowie des Grundsatzes "in dubio pro duriore" mit hin-
reichender Eindeutigkeit feststeht, dass eine schwere Körperverletzung im Sinne 
von Art. 122 StGB bzw. Art. 125 Abs. 2 StGB ausgeschlossen werden kann und 
nur eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB bzw. Art. 125 Abs. 
1 StGB vorliegt.

5.1. Eine schwere Körperverletzung liegt unter anderem dann vor, wenn ein 
Mensch lebensgefährlich verletzt wird (Art. 122 Abs. 1 StGB). Es muss dafür ein 
Zustand herbeigeführt worden sein, in dem sich die Möglichkeit des Todes der-
massen verdichtet, dass sie zur ernstlichen und dringlichen Wahrscheinlichkeit 
wurde, wobei die Lebensgefahr nicht notwendigerweise eine zeitlich unmittelbar 
akute sein muss, auch wenn es nicht genügt, dass die Möglichkeit des Todes nur 
in etwelche Nähe rückt (vgl. Andreas Roth/Anne Berkemeier, in: Niggli/Wipräch-
tiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl., Basel 2019, N 5 zu Art. 122 
StGB m.w.H.).

5.2. Die Beschwerdeführerin macht zur Schwere der von ihr erlittenen Verlet-
zungen zunächst geltend, das Verrechnungsprotokoll, welches den Ablauf und die 
Befunde am Unfallort zusammenfasse, schliesse eine akute Lebensgefahr beim 
Eintreffen der Rettungskräfte nicht aus. Sodann würden als Hauptdiagnosen am 
Unfallort eine intrakranielle Verletzung, eine Hirnverletzung, eine Verletzung des 
Kopfes, eine Fraktur eines Brustwirbels und Frakturen der Brustwirbelsäule dia-
gnostiziert. Der Verletzungsgrad werde als lebensbedrohlich bezeichnet. Somit sei 
bereits aus den Erstbefunden von lebensgefährlichen Verletzungen auszugehen 
(KG act. A.1, S. 4 ff.).

5.3. Die soeben genannten Diagnosen resultieren auf einer Ersteinschätzung 
vor Ort. Diese ist mit Blick darauf, dass ihr eine bloss rudimentäre Untersuchung 
der Beschwerdeführerin vorausgegangen sein dürfte, mit einer gewissen Zurück-
haltung zu würdigen. Dies legt denn auch bereits die im Verrechnungsprotokoll 
verwendete Formulierung nahe, wonach eine akute Lebensgefahr "nicht aussch-
liessbar" (KG act. B.7) sei. Damit wurde eine Lebensgefahr gerade nicht festge-
stellt, sondern im Sinne einer sorgfältigen Ersteinschätzung lediglich nicht von 
vornherein verneint.

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5.4. Die Staatsanwaltschaft macht geltend, gemäss Arztbericht des Kranken-
hauses D._____ in O.3_____ habe keine Lebensgefahr bestanden (KG act. A.3, 
S. 3).

5.5. Damit übersieht sie jedoch, dass sich dieser Bericht nicht über die Be-
schwerdeführerin, sondern über den Beschwerdegegner äussert (vgl. StA act. 
3.11). Die Beschwerdeführerin war unmittelbar nach dem Unfall denn auch nicht in 
O.3_____, sondern in O.2_____ hospitalisiert. Wie die Beschwerdeführerin zu 
Recht moniert (vgl. KG act. A.1, S. 2), fehlt in den Akten ein sie betreffendes Arzt-
zeugnis zur Frage der lebensgefährlichen Verletzungen. Warum die Staatsanwalt-
schaft bei der Beschwerdeführerin nicht – wie beim Beschwerdegegner (vgl. StA 
act. 3.11) – um entsprechende Auskunft ersucht hat, bleibt unerklärlich, zumal 
auch eine bloss kurzfristige Lebensgefährdung tatbestandsmässig sein kann (vgl. 
Roth/Berke-meier, a.a.O., N 6 zu Art. 122 StGB m.w.H.).

5.6. Aus dem Entlassungsbrief der E._____ kliniken vom 26. April 2019 (KG act. 
B.1) ergeben sich jedenfalls keine spezifischen Hinweise zur rechtlichen Frage der 
Lebensgefahr. Dennoch lässt sich daraus entnehmen, dass es sich bei den von 
der Beschwerdeführerin erlittenen Verletzungen nebst den von der Staatsanwalt-
schaft erwähnten Knochenbrüchen um eine Vielzahl von Verletzungen handelt. Im 
Einzelnen werden darin folgende Diagnosen erwähnt:

• Sphenobasale Fraktur links
• Felsenbeinfraktur rechts
• Densfraktur (Typ 3)
• BWK III et IV- Slice-Verletzung (Typ C)
• Haematothorax bds.
• Zwerchfellruptur links und Milzlazeration
• Rippenserienfraktur links II-IX
• Fazialisparese unklarer Genese

5.7. Die sich in den staatsanwaltschaftlichen Akten befindenden Operationsbe-
richte vom 19. April 2019 weisen Operationen betreffend die Stabilisierung der 
Verletzungen an der Wirbelsäule nach (StA act. 3.12, Operationsberichte Doz. Dr. 
Schmid und Dr. Hamberger). In einem weiteren Operationsbericht vom gleichen 
Tag kann gelesen werden, dass gleich mehrere abdominale Organe durch den 
traumatisch bedingten Zwerchfellriss nach intrathorakal herniert waren und daher 
operativ in den Bauchraum rückverlagert werden mussten, woraufhin der Zwerch-
felldefekt vernäht werden konnte. Zusätzlich mussten mehrere kleine Milzlazerati-
onen verklebt werden. Schon prähospital hat sich der Wert auf der Glasgow Coma 
Scale (GCS [Skala zur Abschätzung von Bewusstseins- und Hirnfunktionsstörun-
gen nach einem Schädel-Hirn-Trauma]) bei der Beschwerdeführerin von initial 9 

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auf 5 Punkte verschlechtert, wonach die Beschwerdeführerin zur Sicherung der 
Atemwege notfallintubiert wurde (vgl. StA act. 3.12, Schockraumprotokoll sowie 
Operationsbericht OÄ. Dr. Irmgard Kronberger).

5.8. Nebst der Tatsache, dass das erwähnte Verrechnungsprotokoll eine akute 
Lebensgefahr zumindest nicht ausschliesst, stufen diverse aktenkundige Patien-
tenberichte die Verletzungen der Beschwerdeführerin als ein sogenanntes Poly-
trauma ein (vgl. etwa Patientenbericht der traumatologischen Intensivstation, KG 
act. B.9). Dieses bringt aus medizinischer Sicht definitionsgemäss eine Lebensbe-
drohung mit sich (vgl. statt vieler L. Lauterjung, Klassifikation und therapeutische 
Priorität beim Polytrauma, in: F. W. Eigler et al. [Hrsg.], Stand und Gegenstand 
Chirurgischer Forschung, 1986 Berlin, S. 353).

5.9. Von daher sprechen jedenfalls ernstzunehmende Anhaltspunkte dafür, dass 
es sich bei den Verletzungen der Beschwerdeführerin um lebensgefährliche im 
Sinne von Art. 122 StGB gehandelt hat. Ohne (notfall-)medizinische Eingriffe – 
insbesondere die Notfallintubation und Operationen im Abdomen und an der Wir-
belsäule – ist durchwegs anzuzweifeln, dass die Beschwerdeführerin ihre Verlet-
zungen überlebt hätte. Da die ärztliche Behandlung bei der Beurteilung der Le-
bensgefahr aber nicht zur Herabsetzung ebendieser herangezogen werden darf 
(vgl. dazu BGE 109 IV 18 E. 2d), wäre gerade die ärztliche Einschätzung über den 
hypothetischen Zustandsverlauf der Beschwerdeführerin ohne die erfolgten medi-
zinischen Eingriffe relevant. Trotzdem hat die Staatsanwaltschaft es unterlassen, 
entsprechende Abklärungen, wie sie bezüglich der Verletzungen des Beschwer-
degegners existieren (StA act. 3.11), zu tätigen. Die Strafuntersuchung ist in die-
sem Punkt daher unvollständig.

6.1. Die Beschwerdeführerin bringt im Weiteren vor, auch die Voraussetzungen 
eines bleibenden Nachteils seien vorliegend gegeben. So habe der Unfall zu ei-
nem zusätzlichen Hörverlust rechts um 15% und links um 25% geführt, sodass 
nun ein Hörverlust von insgesamt 31% rechts und 51% links gegeben sei. Aus der 
Beurteilung der Suva Arbeitsmedizin ergebe sich sodann, dass der Unfall zu einer 
Geschmacksstörung geführt habe. Hinzu komme ein unfallbedingter peripher-
vestibulärer Schwindel. Aufgrund der Rippenserienfrakturen, der Dens- und der 
Brustwirbelfraktur sei mit weiteren bleibenden Nachteilen zu rechnen. So schreibe 
das Spital F._____ am 29. April 2019, dass eine Belastungssituation bei schwe-
rem Trauma mit fünftätigem Koma und lebensqualitätsveränderndem operativem 
Eingriff vorliege. Vorliegend führe somit auch die Kombination der erlittenen Kör-
perschädigungen zu einer schweren Körperverletzung (KG act. A.1, S. 6 ff.).

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6.2. Mit dieser Begründung verweist die Beschwerdeführerin auf die gesetzli-
chen Voraussetzungen, nach welchen eine schwere Körperverletzung nicht nur 
bei einer Lebensgefahr im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB, sondern auch dann 
vorliegen kann, wenn der Täter einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrech-
lich oder geisteskrank macht (Art. 122 Abs. 2 StGB). Verlangt ist dafür eine dau-
ernde und irreversible Beeinträchtigung der Gesundheit (Roth/Berkemeier, a.a.O., 
N 16 zu Art. 122 StGB). Von einer schweren Körperverletzung ist auch dann aus-
zugehen, wenn eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperli-
chen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht wird (Art. 122 Abs. 3 
StGB). Die Generalklausel gemäss Art. 122 Abs. 3 StGB bezieht sich auf Fälle 
schwerer Verletzungen, welche hinsichtlich Qualität und Auswirkungen mit denje-
nigen gemäss Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB vergleichbar sind (vgl. Roth/Berke-
meier, a.a.O., N 20 zu Art. 122 StGB m.w.H.).

6.3. Dass sie durch den Unfall dauernd arbeitsunfähig, gebrechlich oder geis-
teskrank geworden wäre, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Entspre-
chendes wäre denn auch nicht ersichtlich. Was den Hörverlust betrifft, so ist – un-
ter Berücksichtigung der bereits vorbestehenden Hörminderung – mit der Staats-
anwaltschaft darin einig zu gehen, dass der zusätzliche Hörverlust die in Art. 122 
Abs. 3 StGB verlangte Schwere nicht erreicht. Dies gilt auch für die geschilderte 
Geschmacksstörung, welche mit grösster Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang 
mit der Hörbeeinträchtigung steht (vgl. KG act. B.10). Gemäss Bericht der Suva 
Arbeitsmedizin vom 15. April 2020 (KG act. B.10) besteht sodann keine peripher-
vestibuläre Funktionsstörung mehr; die entsprechende Beeinträchtigung war da-
her nicht irreversibler, sondern bloss vorübergehender Natur. Im Weiteren ist die 
Beschwerdeführerin trotz der beschriebenen, zahlreichen Frakturen nunmehr wie-
der in der Lage, sich normal im Alltag zu bewegen, Sport auszuüben, viel zu lau-
fen und zu velofahren (vgl. KG act. B.10). Auch daraus lässt sich folglich keine 
schwere Beeinträchtigung i.S.v. Art. 122 Abs. 3 StGB ableiten. Was schliesslich 
das erwähnte Schreiben des Spitals F._____vom 29. April 2019 (KG act. B.11) 
betrifft, so ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den darin gemachten Aussagen 
(insbesondere was die Veränderung der Lebensqualität anbelangt) um eine Pro-
gnose handelt. Wie sich aber nun dem Bericht der Suva Arbeitsmedizin vom 15. 
April 2020 entnehmen lässt, ist die Rekonvaleszenz der Beschwerdeführerin 
grossmehrheitlich gut ausgefallen (vgl. auch KG act. B.10 ["Insgesamt war der 
Verlauf günstig…"]), sodass – wie bereits dargelegt – kaum mehr körperliche Ein-
schränkungen bestehen. Jedenfalls erreichen diese nicht die für Art. 122 Abs. 3 
StGB erforderliche Schwere.

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6.4. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass vorliegend keine körperlichen 
Beeinträchtigungen ersichtlich sind, die – einzeln oder in Kombination miteinander 
– den Tatbestand von Art. 122 Abs. 2 oder 3 StGB erfüllen würden. Die Be-
schwerde ist in diesem Punkt unbegründet.

7. Abschliessend steht nach dem Gesagten fest, dass die Staatsanwaltschaft 
zu Recht davon ausgehen durfte, dass die Beschwerdeführerin den Strafantrag 
vom 18. September 2019 verspätet stellte. Hingegen erweist sich die Strafunter-
suchung der Staatsanwaltschaft als unvollständig, da sie bei der gegebenen Sach-
lage noch nicht hätte ausschliessen dürfen, dass es sich bei den Verletzungen der 
Beschwerdeführerin um eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 
StGB handelt. In diesem Sinne kommt mit Art. 125 Abs. 2 StGB auch ein Delikt in 
Frage, welches unabhängig von einem Strafantrag zu verfolgen ist. Die Begrün-
dung der Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Einstellungsverfügung, es fehle 
im Vorliegenden an einer wesentlichen Prozessvoraussetzung zur Weiterführung 
der Strafuntersuchung, hält demnach vor der Beschwerdeinstanz nicht stand. Die 
Beschwerde ist entsprechend gutzuheissen.

8.1. Heisst das Gericht die Beschwerde gut, so fällt es einen neuen Entscheid 
oder hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist ihn zur neuen Entscheidung 
an die Vorinstanz zurück (Art. 397 Abs. 2 StPO). Heisst es die Beschwerde gegen 
eine Einstellungsverfügung gut, so kann es der Staatsanwaltschaft für den weite-
ren Gang des Verfahrens Weisungen erteilen (Art. 397 Abs. 3 StPO).

8.2. Da der Sachverhalt zu entscheidrelevanten Punkten nicht geklärt ist, ist die 
Sache nicht spruchreif und es kommt demnach vorliegend nur eine Aufhebung der 
angefochtenen Einstellung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks 
Fortsetzung des Verfahrens in Frage. Da sich das Kantonsgericht als Beschwer-
deinstanz im Falle der Aufhebung einer Verfahrenseinstellung praxisgemäss 
Zurückhaltung bei der Erteilung von Weisungen gestützt auf Art. 397 Abs. 3 StPO 
auferlegt (vgl. statt vieler Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 16 
16 vom 19. Juli 2016, E. 6a m.w.H.), wird von entsprechenden Anordnungen ab-
gesehen.

9.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat nach Art. 428 Abs. 4 StPO der 
Kanton Graubünden die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen. In Anwen-
dung von Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren 
(VGS; BR 350.201) werden die Kosten des Beschwerdeverfahrens vorliegend auf 
CHF 2'000.00 festgesetzt.

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9.2.1. Wird von der beschwerdeführenden Partei keine Honorarnote eingereicht 
oder ist diese nicht ausreichend detailliert, wird der anwaltliche Aufwand 
grundsätzlich nach pflichtgemässem Ermessen geschätzt. Vorliegend ist jedoch – 
im Sinne einer lex specialis – Art. 433 Abs. 2 StPO zu beachten, wonach die Pri-
vatklägerschaft ihre Entschädigungsforderung bei der Strafbehörde zu beantra-
gen, zu beziffern und zu belegen hat. Kommt sie dieser Pflicht nicht nach, so tritt 
die Strafbehörde auf den Antrag nicht ein. Diese Bestimmung gilt auch im 
Rechtsmittelverfahren (vgl. Art. 436 Abs. 1 StPO; Stefan Wehrenberg/Friedrich 
Frank, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 7 zu Art. 436 StPO; Beschluss des 
Kantonsgerichts von Graubünden SK2 19 11 vom 18. Juni 2020 E. 6.3; Beschluss 
des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 19 66 vom 23. April 2020 E. 6.2 
m.w.H.; ZR 2/2014 Nr. 12 E. 5.2). Die Privatklägerschaft muss dementsprechend 
von sich aus aktiv werden und zunächst überhaupt einen Antrag stellen und die-
sen sodann beziffern und belegen. Der Untersuchungsgrundsatz gilt hierbei nicht 
(Urteil des Bundesgerichts 1B_475/2011 vom 11. Januar 2012, E. 2.2; Wehren-
berg/Frank, a.a.O., N 22 zu Art. 433 StPO; Yvonna Griesser, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 4 zu Art. 433 StPO).

9.2.2. Die Beschwerdeführerin hat vorliegend zwar eine ausseramtliche Entschä-
digung beantragt, den entsprechenden Anspruch jedoch weder beziffert noch be-
legt. Praxisgemäss ist ihr deshalb keine ausseramtliche Entschädigung zuzuspre-
chen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Einstellungsverfü-
gung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 30. April 2020 (Proz. Nr. 
VV.2020.35) aufgehoben und die Sache zur Fortführung des Verfahrens im 
Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurückge-
wiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 2'000.00 ge-
hen zu Lasten des Kantons Graubünden.

3. Ausseramtliche Entschädigungen werden keine zugesprochen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG. 

5. Mitteilung an: