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**Case Identifier:** c6da6dc3-3192-5c00-866f-c5761f8e843f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.01.2015 IV 2012/423
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-423_2015-01-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/423

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 26.01.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 26.01.2015
Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG, Art. 28a IVG, Art. 29 IVG. Mittelgradige Depression: 
trotz zumutbarer Willensanstrengung ist nur eine Arbeitsfähigkeit von 60% 
gegeben. Wartejahr: Bei einer Hilfsarbeiterin, die aufgrund einer 
körperlichen Beeinträchtigung am angestammten Arbeitsplatz zu mehr als 
20% bzw. 40% arbeitsunfähig ist, beginnt das Wartejahr noch nicht zu 
laufen, weil der Wechsel an einen adaptierten Arbeitsplatz, an dem die 
somatische Beeinträchtigung keine Arbeitsunfähigkeit bewirken würde, 
jederzeit möglich und zumutbar ist. Das Wartejahr beginnt deshalb 
vorliegend erst mit dem Eintritt einer psychisch begründeten 
Arbeitsunfähigkeit von 40% (für jede Art von Arbeitsplatz) zu laufen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. 
Januar 2015, IV 2012/423).

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Karin Huber-Studerus; a.o. Gerichtsschreiber Silvan Bötschi

Entscheid vom 26. Januar 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 28. Mai 2010 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie machte 

geltend, Leiden an den Knien und an den Armen zu haben. Im Weiteren gab sie an, als 

Mitarbeiterin bei der B.___ AG tätig zu sein (IV-act. 1). Im Fragebogen für 

Arbeitgebende wurde am 15. Juni 2010 angegeben, dass die Versicherte als 

Betriebsmitarbeiterin im Bereich der Grobzerlegerei mit dem Dressieren von 

Fleischstücken und dem Abschneiden von Fett beschäftigt sei, dass für sie keine 

Umplatzierungsmöglichkeit im Betrieb bestehe und dass sie bei dieser Tätigkeit 

praktisch den ganzen Tag stehen und nur selten laufen müsse. Die Versicherte arbeite 

nach der bereits vorgenommenen Operation am linken Knie wieder zu 100%. Gemäss 

Aussage der Versicherten stehe eine weitere Operation am rechten Knie bevor. Sie 

leide auch an Schmerzen in der rechten Schulter (IV-act. 12). Dr. med. C.___, Facharzt 

für orthopädische Chirurgie, hatte mit Schreiben vom 28. Oktober 2009 gegenüber 

dem Hausarzt der Versicherten, Dr. med. D.___, allgemeine Medizin FMH, notiert, bei 

der Versicherten sei vor drei Jahren im Kantonsspital St. Gallen eine Arthroskopie des 

linken Kniegelenkes vorgenommen worden. Sie habe Schmerzen in den Kniegelenken, 

links mehr als rechts. Mitte August habe die Versicherte beim Hantieren mit einem 

schweren Brocken Fleisch einen einschiessenden Schmerz verspürt und daraufhin den 

Arm nicht mehr heben können. Die Schultersonographie bei Dr. E.___ habe eine 

Supraspinatusruptur aufgezeigt. Er empfehle auf Grund der massiven beidseitigen 

Gonarthrose eine Kniearthroplastik (IV-act. 22-11). Dr. D.___ notierte im Arztbericht 

vom 29. August 2010, die Versicherte leide seit 2006 an einer beidseitigen Varus- und 

Femoropatellararthrose, seit dem 4. Februar 2010 an einem Status nach Knie TEP links 

und seit dem Herbst 2009 an einem Zervikalsyndrom. Zudem bestünden seit 1997 eine 

rezidivierende depressive Verstimmung und seit 2002 eine arterielle Hypertonie. Am 

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8. Januar 2006 habe die Versicherte einen Sturz erlebt, welcher eine Distorsion des 

linken Knies zur Folge gehabt habe. In der Folge habe sich eine Arthrose aktiviert, die 

dann zunehmend Beschwerden verursacht habe. Diverse konservative Massnahmen, 

beispielsweise Physiotherapie, hätten nur eine vorübergehende Erleichterung gebracht. 

Schliesslich habe im Februar 2010 das linke Kniegelenk partiell ersetzt werden müssen. 

Je nach Schulterbelastung werde bald auch eine operative Sanierung der 

Rotatorenmanschette notwendig sein. Die Versicherte sei durch Medikamente 

kreislaufmässig gut eingestellt. Vom 3. Februar 2010 bis 3. Mai 2010 habe eine 100%-

ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab 4. Mai 2010 bis 30. Mai 2010 sei eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit vorhanden gewesen. Das Heben und Tragen schwerer Fleischstücke 

sollte in Zukunft vermieden werden. Auch seien grössere Gehstrecken und das 

Treppensteigen zu vermeiden. Im Rahmen von acht Stunden sei die bisherige Tätigkeit 

aus medizinischer Sicht noch zumutbar. Falls schwerere Stücke gemieden werden 

könnten, sei die Versicherte voll arbeitsfähig. Nach einer erfolgreichen operativen 

Revision der Rotatorenmanschette der rechten Schulter und einer TEP am linken Knie 

sei die volle Leistungsfähigkeit der Versicherten gesichert (IV-act. 22-1). Dem 

Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 19. September 2010 war zu entnehmen, dass sich 

die Versicherte bald auch einer Operation am rechten Knie werde unterziehen müsse. 

Gemäss eigener Aussage arbeite die Versicherte im Moment Vollzeit, wobei jeweils ab 

Mittwoch die Schmerzen wieder zunähmen. Sie werde von ihrer Arbeitgeberin 

geschätzt, trotzdem sei ihr Arbeitsplatz gefährdet. Sie arbeite den ganzen Tag stehend 

am Förderband, zerlege und dressiere Fleischstücke und lege diese anschliessend 

wieder zurück. Das Gewicht der Fleischstücke betrage zwischen 2 und 10 Kg. Der 

Umzug der Unternehmung von F.___ nach G.___ löse bei der Versicherten grosse 

Ängste aus, obwohl die Tätigkeiten in G.___ in Zukunft leichter sein würden. Man könne 

die Versicherte dort nämlich in der Verpackerei einsetzen. Dies sei aktuell in F.___ nicht 

möglich. Die Versicherte fühle sich nach eigenen Angaben nicht zu 100% arbeitsfähig. 

Sie habe Bedenken hinsichtlich der zweiten Operation geäussert. Sie könne nicht 

garantieren, dass sie nach der zweiten Operation wieder voll werde arbeiten können. 

Die Versicherte arbeite seit dem 1. Juni 2010 zu 100% angestammt, doch handle es 

sich um eine rein stehende Tätigkeit, was in Anbetracht des Gesundheitszustandes 

nicht optimal sei. Adaptiert sei eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bei einer 

wechselbelastenden, körperlich leichten bis selten mittelschweren Tätigkeit zu 

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erreichen. Die Anspruchsvoraussetzungen für berufliche Eingliederungsmassnahmen 

seien erfüllt. Auch in G.___ sei keine sitzende Tätigkeit verfügbar. Ein Arbeitsplatzerhalt 

sei dringend angezeigt (IV-act. 24). Dem Assessmentprotokoll der IV-Stelle vom 

9. November 2010 war zu entnehmen, dass die Versicherte auch nach der Operation 

immer noch Schmerzen in der Kniekehle beim Treppensteigen verspürte. Sie habe 

keinen erlernten Beruf. Ihr Ehemann sei nicht arbeitstätig. Die Versicherte werde am 

15. November 2010 am rechten Knie operiert werden. Der Erhalt des Arbeitsplatzes 

werde nach Ablauf der Heilungsphase noch einmal geprüft werden (IV-act. 25).

A.b  Am 5. Januar 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass Massnahmen zum 

Arbeitsplatzerhalt zur Zeit nicht möglich seien. Am 15. November 2010 sei die 

Versicherte am rechten Knie operiert worden. Der Heilungsprozess dauere einige 

Monate. Nach Ablauf der Heilungsphase werde der Erhalt des Arbeitsplatzes noch 

einmal überprüft. Die Arbeitsvermittlung werde daher vorübergehend abgeschlossen 

(IV-act. 28). Mit Schreiben vom 11. März 2011 notierte Dr. C.___ gegenüber Dr. H.___, 

nach der Knieoperation rechts bestehe ein klinisch günstiger Verlauf; subjektiv sei das 

Knie aber nicht voll belastbar. Eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit in reduzierter 

Form sei in ca. 7 - 10 Tagen geplant. Der stellvertretende Schichtleiter habe 

angegeben, aus der Sicht der Arbeitgeberin sei eine 50%-ige Arbeitstätigkeit das 

Mindesterfordernis (IV-act. 33-5). Am 13. April 2011 berichtete Dr. C.___ gegenüber 

Dr. H.___, die Patentien habe die Arbeit jetzt wieder aufgenommen. Die 

Schmerzmedikation sei etwas knapp bemessen bei gleichzeitigem Belastungsaufbau. 

Nach telefonischer Absprache mit Dr. H.___ sei vorerst keine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit ratsam, da die Versicherte auch andere Diagnosen habe, welche die 

volle Wiederaufnahme der Arbeit erschwert (IV-act. 33-7). Gemäss dem Bericht von Dr. 

H.___ vom 29. April 2011 war die bisherige Tätigkeit im Umfang von 50%, adaptierte 

Tätigkeiten aber ganztags zumutbar. Zur Zeit sei die Versicherte in Absprache mit Dr. 

C.___ zu 50% arbeitsfähig. Eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit sollte in Zukunft 

möglich sein (IV-act. 33-3). Im Bericht vom 29. April 2011 gab Dr. H.___ an, seit Januar 

seien eine Abnahme der Knieschmerzen sowie ein zunehmend normaler Gang ohne 

Krücken zu beobachten (IV-act. 33-1). Gemäss dem Triage-Protokoll der IV-Stelle von 

1. Juni 2011 war der Gesundheitszustand der Versicherten nach der 

Kniegelenksprothese Mitte Dezember 2010 immer noch nicht ganz stabil. Die 

angestammte Tätigkeit sei in Bezug auf den Gesundheitszustand nicht adaptiert (IV-

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act. 38-1). Gemäss Verlaufsprotokoll vom 16. Januar 2012 hatte die Versicherte in der 

Zwischenzeit zuerst am neuen Standort G.___ gearbeitet. Weil es dort Probleme mit 

der Maschine gegeben hatte, war sie wieder nach F.___ unplatziert worden. Per 31. 

Dezember 2011 wurde der Versicherten gekündigt (IV-act. 42). Am 23. Januar 2012 

teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen 

bestehe, da sie über das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) derzeit im 

Rahmen eines 50% Pensums in einem Einsatzprogramm teilnehme und bei der 

Stellensuche optimal durch das RAV betreut werde (IV-act. 48).

A.c  Am 31. Januar 2012 berichtete Dr. H.___, die bisherige Tätigkeit sei der Ver­

sicherten immer noch zumutbar. Eine andere Tätigkeit ohne längeres Stehen und 

Heben von schweren Lasten sei der Versicherten im Rahmen eines 50% Pensums 

zumutbar. Eine Teilzeitarbeit mit voller Leistung sei bis Ende Dezember möglich 

gewesen, daher sollte sie auch in Zukunft weiter möglich sein (IV-act. 49-5). Im 

Verlaufsbericht vom 31. Januar 2012 notierte Dr. H.___, die Diagnosen Depression, 

Panvertrebralsyndrom, Gonarthrose beidseitig und Rotorenmanschettenläsion links 

hätten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Auf Grund der zunehmenden 

depressiven Entwicklung erfolge seit Oktober 2011 eine Therapie bei Dr. med. J.___, 

Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, die am 5. März 2012 berichtete, 

die Versicherte leide an einer anhaltenden depressiven Störung mit gegenwärtig 

mittelgradiger Ausprägung mit somatischem Syndrom auf dem Hintergrund eines 

chronischen Schmerzsyndroms. Bis auf Weiteres bestehe aus psychischen Gründen 

eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit. Aktuell sei der Versicherten eine behinderungsan­

gepasste leichte körperliche Tätigkeit zu maximal 50% bei um schätzungsweise 50% 

herabgesetzter Leistung möglich (IV-act. 49-2 und 56).

A.d  In der Folge ordnete die IV-Stelle eine orthopädisch-psychiatrische Begutachtung 

der Versicherten an (IV-act. 59). Im bidisziplinären Gutachten vom 16. Mai 2012 gaben 

Dr. med. K.___ und Dr. med. L.___ an, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten werde 

durch eine mässige Spondylose C5/6, eine Osteochondrose, eine Spondylose und 

Spondylarthrose im Bereich L4/5, einen Status nach beidseitiger Knietotalprothese 

(links 2/2010 und rechts 11/2010), eine Adipositas (IV-act. 63-21) und eine 

mittelgradige depressive Störung (IV-act. 63-17 und 34) beeinträchtigt. Aus 

psychiatrischer Sicht sei in einer leidensangepassten Tätigkeit seit Mai 2011 eine 60%-

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ige Arbeitsfähigkeit (40%-ige Arbeitsunfähigkeit) anzunehmen, wobei es sich um 

Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche 

geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln sollte. 

Anlässlich der gemeinsamen orthopädisch-psychiatrischen Beurteilung am 

11. Mai 2012 sei die Arbeitsfähigkeit als Produktionsmitarbeiterin in einer Fleischfabrik 

gesamthaft bei voller Stundenpräsenz eines normalen Pensums ab Mai 2011 auf 50% 

(50% Arbeitsunfähigkeit) festgelegt worden, da bei mittelgradiger depressiver Störung 

die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, die Motivation, die Interessen und 

die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt seien (IV-act. 63-22). Aus rein psychiatrischer 

Sicht könne ohne Berücksichtigung der körperlich begründeten Leiden in der 

angestammten Tätigkeit eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum 

(Arbeitsunfähigkeit von 50%) seit ungefähr November 2010 angenommen werden. Bei 

einer angepassten (adaptierten) Tätigkeit könne aus psychiatrischer Sicht eine 60%-ige 

Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum (Arbeitsunfähigkeit von 40%) seit dem 

gleichen Zeitpunkt angenommen werden (IV-act. 63-18 und 36). Der psychiatrische 

Gutachter Dr. L.___ stimmte der diagnostischen Einschätzung von Dr. J.___ betreffend 

das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Störung zu. Die attestierten 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (100%-ige Arbeitsunfähigkeit) von November 

2010 bis Februar 2011 waren für ihn jedoch nicht nachvollziehbar, da auch bei 

mittelgradiger depressiver Störung eine Restarbeitsfähigkeit bestehe. Einer 50%-igen 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit könne zugestimmt werden. Da Dr. J.___ 

bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert habe, sei 

nicht nachvollziehbar, warum auch bei behinderungsangepasster Tätigkeit nur eine 

maximal 50%-ige Arbeitsfähigkeit mit 50% herabgesetzter Leistung möglich sein sollte. 

Bei einer angepassten Tätigkeit sei aus psychiatrischer Sicht durchaus eine erhöhte 

Arbeitsleistung zumutbar (IV-act. 63-22 und 37). Nachdem sich trotz der vorliegenden 

mittelgradigen depressiven Störung Ressourcen und Restaktivitäten erheben liessen, 

erschienen berufliche Massnahmen oder Integrationsmassnahmen zum jetzigen 

Zeitpunkt zumindest theoretisch als aussichtsreich. Die Arbeitsfähigkeit sei durch ein 

psychisches und durch ein somatisches Leiden mit Krankheitswert eingeschränkt. Ein 

Überwiegen von psychosozialen Faktoren sei nicht anzunehmen, obwohl neben 

mangelnden Deutschkenntnissen die Arbeitslosigkeit und die finanziellen Belastungen 

zu erheben seien. Für das Vorliegen einer Suchterkrankung fänden sich keine Hinweise 

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(IV-act. 63-23). Unter Fortsetzung der therapeutischen Massnahmen sei eine weitere 

Besserung des psychischen Zustandsbildes mit Leistungssteigerung und 70%iger 

Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres zu erwarten (IV-act. 63-18 und 37). Gemäss der 

Stellungnahme des RAD vom 12. Juni 2012 konnte auf das orthopädisch-

psychiatrische Gutachten abgestellt werden. Es sei ausführlich, schlüssig und 

nachvollziehbar. Es bestünden Einschränkungen der Versicherten in Hinblick auf 

körperlich schwere, rückenbelastende und psychisch belastende Tätigkeiten. Der 

Gesundheitszustand der Versicherten sei stabil. Der psychiatrische Gutachterrechne 

bei Fortführung der bisherigen psychiatrischen Therapie mit einer Besserung der 

Depression und einer leichten Steigerung der Arbeitsfähigkeit. Daher werde eine 

Revision in einem Jahr vorgeschlagen (IV-act. 64).

A.e  Nach der Vornahme eines Einkommensvergleiches (IV-act. 66) kündigte die IV-

Stelle der Versicherten mit einem Vorbescheid vom 4. Juli 2012 die Abweisung des 

Rentenbegehrens an (IV-act. 69). Am 10. September 2012 liess die Versicherte den 

Antrag stellen, ihr sei eine halbe IV-Rente zuzusprechen (IV-act. 74). Ihr Rechtsvertreter 

brachte vor, die Versicherte habe, nachdem sie aufgrund einer ersten Knieoperation 

(künstliches Kniegelenk) während mehrerer Monate vollumfänglich arbeitsunfähig 

gewesen sei, lediglich zu einem Pensum von 50% in die bisherige Tätigkeit 

zurückkehren können. Invalidisierend kämen eine Spondylose mit Diskushernie sowie 

eine Osteochondrose, eine Spondylose und Spondylarthrose L4/5 und eine reaktive, 

mittelgradige depressive Störung hinzu. Die Versicherte sei gemäss den Gutachtern im 

bisherigen Tätigkeitsbereich noch zu 50%, in einer angepassten Tätigkeit noch zu 60% 

arbeitsfähig. Hinsichtlich des Valideneinkommens sei zweifellos die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit heranzuziehen, in der die Versicherte ein Einkommen von Fr. 50'570.-- erzielt 

habe. Mangels tatsächlichem Einkommen sei gemäss der Rechtsprechung für das 

Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne abzustellen. Dieses Einkommen liege 

gemäss TA1-2010 bei Anforderungsniveau 4 und nach Anpassung auf die gemäss 

Statistik im Jahre 2010 übliche Arbeitszeit bei Fr. 52'728.--. In Anbetracht der Art und 

Weise der Arbeit der Versicherten, insbesondere auch aufgrund der Schichtführung, sei 

davon auszugehen, dass ein Ausgleich im Sinne einer Parallelisierung auch dann 

gerechtfertigt sei, wenn die Differenz der beiden Einkommen unter 5% liege. Auch sei 

die Vornahme eines Leidensabzuges vorliegend zwingend, da die Versicherte seit der 

Einreise in die Schweiz während 16 Jahren ausschliesslich und mit einem Vollpensum 

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am Fliessband stehend mit einem Messer Tiere zerlegt habe, was sinnbildlich für die 

harte, schwere Arbeit sei, welche die Versicherte verrichtet habe. Die Versicherte 

müsse heute eine Tätigkeit finden, die den oben aufgeführten zahlreichen 

Anforderungen bzw. Einschränkungen entspreche. Zweifellos müsse sie dafür ein im 

Vergleich zum Tabellenlohn um 15% reduziertes Einkommen in Kauf nehmen. Dies 

müsse umso mehr gelten, als nicht davon auszugehen sei, dass die Versicherte in der 

körperlich und psychisch sehr anstrengenden Tätigkeit während Jahren freiwillig auf 

Einkommen verzichtet habe. Sie sei mit Sicherheit nicht freiwillig unter dem 

Tabellenlohn von Niveau 4 tätig gewesen. Zudem seien die aktenkundigen schlechten 

Deutschkenntnisse der Versicherten, ihr fortgeschrittenes Alter und die Tatsache, dass 

sie in der Schweiz bisher ausschliesslich bei einem einzigen Arbeitgeber tätig gewesen 

sei, zu berücksichtigen. Gesamthaft erscheine ein Leidensabzug von 20 bis 25%, je 

nachdem ob eine Parallelisierung der Einkommen stattfinde, gerechtfertigt. Unter 

Berücksichtigung der erwähnten Einschränkungen verbleibe eine Jahreseinkommen 

von Fr. 23'728.--, weshalb aufgrund der Erwerbseinbusse von 26'972.-- ein 

Invaliditätsgrad von 51.2% bestehe

A.f Mit einer Verfügung vom 3. Oktober 2012 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der 

Versicherten auf eine Invalidenrente. Zur Begründung führte sie aus, die Tätigkeit als 

Betriebsmitarbeiterin sei der Versicherten noch zu 50% zumutbar. In dieser Tätigkeit 

habe sie ein Jahreseinkommen von Fr. 50'570.-- erzielt. In einer leidensadaptierten 

Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60%. Gemäss Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik könne die Versicherte somit ein Jahreseinkommen von 

Fr. 31'637.-- verdienen. Aufgrund des Einkommensvergleiches resultiere ein IV-Grad 

von 37%, da der IV-Grad unter 40% liege, werde das Rentenbegehren abgewiesen. 

Die geltend gemachten Einschränkungen müssten medizinisch begründet sein und 

könnten nicht berücksichtigt werden, da sie bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

mitberücksichtigt seien. Eine Angleichung des Minderverdienstes komme nur in Frage, 

wenn der Minderverdienst grösser als 5% sei (IV-act. 75).

B.

B.a  Mit einer Beschwerde vom 8. November 2012 und mit einer 

Beschwerdeergänzung vom 6. Dezember 2012 beantragte die Versicherte sinngemäss 

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- unter Kosten- und Entschädigungsfolge - die Zusprache einer halben Invalidenrente. 

Ihr Rechtsvertreter führte zur Begründung aus, bei einer angepassten Tätigkeit, welche 

den im Gutachten vorgesehenen Anforderungen entspreche, liege die Arbeitsfähigkeit 

bei 60%. Die Auffassung, dass die angestammte Tätigkeit zu 50% zumutbar sei, 

müsse in Zweifel gezogen werden, da gemäss der interdisziplinären Einschätzung 

ausschliesslich körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar seien, die 

emotional nicht belastend seien und keine Dauerbelastung beinhalteten. Diese 

Anforderungen seien bei der angestammten Tätigkeit nicht erfüllt, da die Arbeitgeberin 

selbst die Anforderungen an das Durchhaltevermögen als hoch einstufe. Es sei daher 

offenkundig, dass den Gutachtern nicht bewusst gewesen sei, welch belastende 

Tätigkeit die Beschwerdeführerin ausgeübt habe. Die fehlende Erwähnung und 

Beschreibung der bisher ausgeübten Tätigkeit weise auf eine mangelhafte 

Auseinandersetzung mit wesentlichen Sachverhaltsaspekten hin. Es erscheine fraglich, 

ob die Gutachter im konkreten Wissen um die von der Beschwerdeführerin ausgeübte 

Tätigkeit überhaupt zum Schluss gekommen wären, dass ihr die bisherige Tätigkeit 

weiterhin zugemutet werden könne. Obschon davon ausgegangen werden könne, dass 

der Erwerbsunfähigkeitsgrad im angestammten Tätigkeitsbereich über 50% liege, so 

liege der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin in der Annahme der Fortsetzung der 

bisherigen Tätigkeit im angeblich zumutbaren Rahmen bei mindestens 50%, womit 

mindestens ein Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung bestehe. Ein 

Leidensabzug von 20 bis 25% je nachdem, ob eine Parallelisierung der Einkommen 

stattfinde, sei gerechtfertigt. Zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin zum 

Einwand vom 10. September 2012 sei anzumerken, dass sie verkenne, was die 

Beschwerdeführerin für eine in Bezug auf die körperliche Leistungsfähigkeit 

anforderungsreiche Tätigkeit ausgeübt habe. Allein schon die Tatsache, dass die 

Beschwerdeführerin für die bisherige angeblich leichte Tätigkeit nur noch zu 50% 

arbeitsfähig sein solle, belege dies. Die zahlreichen Anforderungen an eine 

Verweistätigkeit seien in der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter mit Sicherheit 

nicht berücksichtigt. Falsch sei zudem, dass Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad invaliditätsfremd seien und 

sich bereits beim Valideneinkommen auswirkten. Die Beschwerdeführerin müsse in 

einer neuen Tätigkeit, bei der sie nicht auf den Goodwill eines langjährigen 

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Arbeitgebers zählen könne, einen Lohnnachteil in Kauf nehmen. Dies sei bei der 

Festlegung des Tabellenlohns rechtsprechungsgemäss zu berücksichtigen (G 1 und 4).

B.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2013 machte die 

Beschwerdegegnerin sinngemäss geltend, dem orthopädischen Gutachten sei zu 

entnehmen, dass aus den Kniegelenkbeschwerden der Beschwerdeführerin keine 

zusätzliche Arbeitsunfähigkeit resultiere. Jedoch seien körperlich schwere Arbeiten 

möglichst zu vermeiden, damit ein vorzeitiger Verschleiss der Implantate mit Lockerung 

derselben vermieden werden könne. Gemäss dem orthopädischen Gutachten resultiere 

bei der Beschwerdeführerin aus rein orthopädischer Sicht nachvollziehbar nebst 

qualitativen Einschränkungen auch eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

von 10% in einer Verweistätigkeit. Der psychiatrischen Begutachtung sei zu 

entnehmen, dass trotz den vorliegenden Symptomen einer mittelgradigen depressiven 

Störung bei der Versicherten eine zumutbare Willensanstrengung zur Wiederaufnahme 

einer beruflichen Tätigkeit anzunehmen sei. Bei einer angepassten Tätigkeit könne aus 

psychiatrischer Sicht eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum seit 

etwa November 2010 angenommen werden. Ob ein diagnostiziertes Leiden den 

Rechtsbegriff der invalidisierenden Krankheit im Sinne des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung erfülle, sei eine Rechtsfrage. Leichte bis höchstens 

mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur seien im Prinzip als 

therapeutisch angehbar zu beurteilen. Der psychiatrische Gutachter habe eine 

Fortsetzung der seit 6. September 2011 durchgeführten psychiatrisch-

psychotherapeutischen Therapie mit antidepressiver Medikation empfohlen und er 

habe ausserdem eine weitere Besserung des psychischen Zustandsbildes mit 

Leistungssteigerung und 70%iger Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres 

prognostiziert. Fest stehe jedenfalls, dass die therapeutischen Mittel bei der 

Beschwerdeführerin nicht ausgeschöpft seien. Die diagnostizierte depressive Störung, 

gegenwärtig in einer mittelgradigen Episode, sei therapeutisch angehbar. Unter diesen 

Umständen stelle die psychische Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin keinen 

invalidisierenden Gesundheitsschaden dar. Daher sei eine rechtlich relevante psychisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. Das bidisziplinäre Gutachten sei in Bezug auf 

den medizinischen Sachverhalt beweiskräftig. Da das psychische Leiden der 

Beschwerdeführerin in rechtlicher Hinsicht nicht invalidisierend sei, müsse sich die 

Invaliditätsbemessung nach den organisch bedingten Beeinträchtigungen richten. Für 

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die Ermittlung des Einkommens, welches eine versicherte Person ohne Invalidität 

erzielen könnte (Valideneinkommen), werde in der Regel am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspreche, dass die bisherige Tätigkeit 

ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Rechtsprechungsgemäss dürfe 

das Valideneinkommen dann nicht aufgrund des zuletzt verdienten Lohnes bestimmt 

werden, wenn dieser unterdurchschnittlich sei, d.h. deutlich unter dem Tabellenlohn 

gemäss der vom Bundesrat für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung liege. 

Dies sei der Fall, wenn die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitswert von 5% 

übersteige, wobei nur in dem Umfang zu parallelisieren sei, in welchem die prozentuale 

Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% übersteige. Der Bruttojahreslohn der 

Beschwerdeführerin im Jahr 2010 inder Höhe von Fr. 50'750.-- habe nur rund 3,86% 

unter dem für die Bestimmung des Invalideneinkommens heranzuziehenden 

Tabellenlohn für Frauen im privaten Sektorin einfachen und repetitiven Arbeiten 

(Anforderungsniveau 4) des Jahres 2010 von Fr. 52'790.-- gelegen. Zudem sei kein 

Abzug vom Tabellenlohn angezeigt, da den relevanten somatischen 

Beeinträchtigungen mit der im Gutachten attestierten 10%igen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bereits hinreichend Rechnung getragen sei. Das Alter lasse keinen 

Abzug vom Tabellenlohn zu. Die Bedeutung der Dienstjahre nehme im privaten Sektor 

ab, je niedriger das Anforderungsprofil der Arbeit sei, weshalb dieser Aspekt keinen 

Abzug rechtfertige. Die schlechten Deutschkenntnisse hätten bei Hilfsarbeiten im 

Anforderungsniveau 4 ebenfalls keine lohnmindernde Wirkung. Der 

Einkommensvergleich ergebe bei einem Valideneinkommen von Fr. 50'750.-- und 

einem Invalideneinkommen von Fr. 47'511.-- einen rentenausschliessenden 

Invaliditätsgrad von abgerundet 6%, daher sei die angefochtene Verfügung im 

Ergebnis nicht zu beanstanden (G 7).

B.c  In ihrer Replik vom 22. April 2013 liess die Beschwerdeführerin sinngemäss 

geltend machen, die Auffassung der Gutachter über den bisherigen Tätigkeitsbereich 

bilde durchaus einen Massstab hinsichtlich der angewandten Sorgfalt bei der 

Vornahme der durch sie getätigten Abklärungen. Dass die Beschwerdeführerin 

während rund 16 Jahren einer schweren, belastenden Tätigkeit nachgegangen sei, 

stelle zudem eine Erklärung für die heute bestehenden somatischen Leiden dar. Die 

Einschätzung der Gutachter habe sich nachweislich als zu optimistisch und falsch 

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erwiesen. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit habe nie mehr über 50% 

gehoben werden können. Die Beschwerdeführerin habe ihre Stelle gesundheitsbedingt 

verloren. Betreffend der Invalidisierung durch die festgestellte psychische Krankheit 

habe eine Beurteilung nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgen, 

welcher untersuche, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die 

Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen 

stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozialpraktisch zumutbar und für die 

Gesellschaft tragbar sei. Die Beschwerdegegnerin könne nichts aus der Tatsache einer 

allfälligen Behandelbarkeit resp. Therapierbarkeit hinsichtlich des invalidisierenden 

Charakters ableiten. Beim Leidensabzug sei der Einfluss aller Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Die Beschwerdeführerin habe 

jahrelang davon gelebt, ihren Körper mit grossem Einsatz gewinnbringend einzusetzen. 

Dies sei ihr heute nicht mehr möglich. Es bestünden hohe Anforderungen an eine 

Verweistätigkeit. Mangels Erfahrungen ausserhalb von Metzgereigrossbetrieben und 

aufgrund der schlechten Deutschkenntnissen sei davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin mit weiteren Lohnminderungen rechnen müsse (G 9).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (G 11).

Erwägungen:

1.  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver­

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte und nach der zumutbaren Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Bei 

Versicherten, die erwerbstätig gewesen sind (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG), wird für die 

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Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das sie nach dem Eintritt 

der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihnen zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnten, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnten, wenn sie nicht invalid geworden wären (Art. 16 ATSG).

2.  In Bezug auf die medizinische Eingliederung besteht zwar eine gute Chance auf eine 

arbeitsfähigkeitsrelevante Verbesserung. Allerdings kann sich diese Verbesserung 

gemäss den Angaben des psychiatrischen Gutachters frühestens nach einem Jahr 

einstellen, so dass die entsprechende Veränderung nicht in die aktuelle 

Invaliditätsbemessung einbezogen werden kann. Andernfalls würde sich die 

Invaliditätsbemessung nämlich nicht auf den mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehenden aktuellen Sachverhalt, sondern auf eine - unsichere - 

Prognose betreffend einen zukünftigen Sachverhalt abstützen, was weder mit dem 

Untersuchungsgrundsatz noch mit dem materiellen Leistungsrecht in Übereinstimmung 

zu bringen wäre. Die erhoffte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit als Folge der 

medizinischen Eingliederung wird deshalb allenfalls Gegenstand eines späteren 

Revisionsverfahrens (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bilden müssen. Die Erwerbsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin kann durch berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht mehr 

beeinflusst werden. Angesichts der hohen Arbeitsunfähigkeit auch in einer 

leidensadaptierten Erwerbstätigkeit (vgl. dazu E. 3) wäre nämlich nur eine sogenannt 

höherwertige Umschulung zu einer qualifizierten Arbeitskraft geeignet, die durch die 

Arbeitsunfähigkeit bedingte Erwerbseinbusse in einem rentenrelevanten Ausmass zu 

kompensieren, weil damit das Lohnniveau ansteigen würde. Dadurch könnte die 

Beschwerdeführerin trotz eines unveränderten Restarbeitsfähigkeitsgrades im Idealfall 

ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Es ist aber davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführerin nicht die notwendigen Voraussetzungen (insbesondere 

betreffend Schulbildung, Deutschkenntnisse, intellektuelle Fähigkeiten, 

Leistungsfähigkeit) für eine Umschulung zu einer qualifizierten Arbeitskraft mitbringt. 

Zudem wäre eine solche Umschulung mit Blick auf das Alter bzw. auf die 

Resterwerbsdauer nicht verhältnismässig und angesichts des psychischen Leidens 

wohl auch nicht erfolgversprechend.

3. 

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3.1 Die Beschwerdeführerin leidet nachweislich an diversen orthopädischen 

Beeinträchtigungen und an einer psychischen Krankheit, die ihre Arbeitsfähigkeit 

herabsetzen. Die Gutachter haben in ihrem orthopädisch-psychiatrischen Gutachten 

vom 27. April 2012, auf das die Beschwerdegegnerin hauptsächlich abgestellt hat, 

ausgeführt, aufgrund der orthopädischen Einschränkungen sei als eine ideal angepasst 

eine leichte Tätigkeit anzusehen, welche in temperierten Räumen und 

abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könne, ohne dass dabei 

häufig gelaufen werden müsse, und die nicht mit einer häufig inklinierten, reklinierten 

oder rotierten Körperhaltung, nicht mit knienden Positionen und nicht mit einem 

häufigen Heben und Tragen von Lasten über 5 Kilogramm verbunden sei. In einer 

solchen ideal angepassten Tätigkeit besteht nach der Auffassung der Gutachter aus 

orthopädischer Sicht eine 90% Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 63-9). Aus psychiatrischer 

Sicht soll eine ideal adaptierte Tätigkeit, zusätzlich zu den bereits erwähnten 

Anforderungen, keine erhöhte emotionale Belastung, keine Stressbelastung (Zeitdruck), 

keine geistige Flexibilität und keine Dauerbelastung beinhalten. In einer Tätigkeit, die all 

diese Merkmale erfüllt, ist die Beschwerdeführerin gesamthaft bei voller 

Stundenpräsenz aus psychiatrischer Sicht zu 60% arbeitsfähig (vgl. IV-act. 63-22). 

Aufgrund der anhaltenden mittelgradigen depressiven Störung sind die emotionale 

Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, die Motivation, die Interessen und die 

Dauerbelastbarkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtigt (IV-act. 63-35). Trotz der 

vorliegenden Symptome ist der Beschwerdeführerin eine Willensanstrengung zur 

Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit im Ausmass von 60% zumutbar (vgl. IV-

act. 63-36). Die Einschätzung der Gutachter des Medizinischen Gutachtenzentrums der 

Region St. Gallen, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei aus orthopädischen 

und psychischen Gründen um 40% eingeschränkt, überzeugt. Der psychiatrische 

Sachverständige hat explizit ausgeführt, die mittelgradige depressive Störung der 

Beschwerdeführerin zeichne sich durch eine niedergeschlagene Stimmungslage mit 

Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, Affektstörungen mit wiederholter Affektlabilität und 

weinerlichem Verhalten, Unruhezuständen sowie Angstgefühlen aus. Zudem fühle sich 

die Beschwerdeführerin hilflos und leide unter Schlafstörungen mit Ein- und 

Durchschlafstörungen, die sich unter Medikation bereits gebessert hätten (vgl. IV-

act. 63-17). Bei der depressiven Störung der Beschwerdeführerin, die retrospektiv seit 

November 2010 als mittelgradig ausgeprägt qualifiziert worden ist, handelt es sich 

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gemäss den nachvollziehbaren und überzeugenden Ausführungen des psychiatrischen 

Sachverständigen um ein eigenständiges psychisches Leiden. Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die für somatoforme Schmerzstörungen 

bestehende Vermutung, dass die Behinderung oder deren Folge mit zumutbarer 

Willensanstrengung überwindbar sei, bei von psychogenen Schmerzstörungen 

losgelösten depressiven Leiden nicht anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 8. 

April 2013, 8C_651/2012, E. 5.3). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin 

muss bei eigenständigen depressiven Leiden das Gleiche auch für das Argument der 

Therapierbarkeit gelten: Die Therapierbarkeit eines Leidens steht dem Eintritt einer 

rentenbegründenden Invalidität grundsätzlich nicht im Wege (Ulrich Meyer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl., Zürich Basel Genf 2010, S. 275f.). Das 

Bundesgericht hat im Entscheid BGE 127 V 294 explizit festgehalten, die Quanti­

fizierung der Therapierbarkeit einer psychischen Störung als Ausschlussgrund für die 

Entstehung des Rentenanspruches widerspreche dem Sinn und Zweck der 

Leistungsart der Invalidenversicherung. Zudem hat es festgestellt, die Therapierbarkeit 

sage nichts über den invalidisierenden Charakter einer Krankheit aus. Für die 

Entstehung eines Anspruches auf eine Invalidenrente sei immer und einzig 

vorausgesetzt, dass währendeines Jahres (ohne wesentliche Unterbrüche) eine 

mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe und dass weiterhin eine 

anspruchsbegründende Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes bestehe. Das 

depressive Leiden der Beschwerdeführerin ist im genannten Zeitraum genügend stark 

ausgeprägt gewesen, um eine (sogenannt „invalidisierende“) Arbeitsunfähigkeit im vom 

Sachverständigen genannten Ausmass zu begründen. Entscheidend ist, dass es sich 

dabei um eine eigenständige Krankheit von erheblicher Schwere, Ausprägung und 

Dauer gehandelt hat, die geeignet gewesen ist und immer noch ist, die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin relevant zu beeinträchtigen. Folglich ist ausgehend vom 

Gutachten  vom 16. Mai 2012 von einer Arbeitsunfähigkeit von 40 Prozent ab 

November 2010 auszugehen (IV-act. 63-18).

3.2 Da die Beschwerdeführerin vor dem Entstehen der medizinischen Einschränkungen 

vollzeitig erwerbstätig gewesen ist, hat die Bemessung des Invaliditätsgrades anhand 

der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen. Die 

Beschwerdeführerin ist in einem fleischverarbeitenden Betrieb als Hilfsarbeiterin tätig 

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gewesen. Sie hat einen Lohn erzielt, der um weniger als 5% unter dem 

schweizerischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne gelegen hat. Die Wahl dieses 

Arbeitsplatzes ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf arbeitsmarktliche, 

familiäre, persönliche (z.B. einkurzer Arbeitsweg) oder ähnliche äussere Zwänge 

zurückzuführen gewesen, denn nichts deutet darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 

aufgrund einer unterdurchschnittlichen validen Leistungsfähigkeit unterdurchschnittlich 

entlöhnt worden wäre. Hätte sie einen besser bezahlten, geeigneten Arbeitsplatz 

gefunden, hätte sie - im fiktiven Gesundheitsfall - ihren Arbeitsplatz gewechselt. Der 

am letzten Arbeitsplatz erzielte Lohn entspricht also nicht der erwerblichen validen 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführer. Vielmehr bemisst sich diese 

Leistungsfähigkeit nach dem schweizerischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne. 

Da zur Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens praxisgemäss ebenfalls von 

diesem Wert auszugehen ist, kann sich der Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) auf 

einen sogenannten Prozentvergleich beschränken. Der Invaliditätsgrad entspricht also 

dem Arbeitsunfähigkeitsgrad unter zusätzlicher Berücksichtigung eines allfälligen 

Abzugs vom Tabellenlohn.

3.3 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten können (vgl. BGE 126 V 75 

E. 5a; vgl. auch Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, Die Bereinigung der

LSE-Tabellenlöhne zur Ermittlung des Invalideneinkommens, in: Ueli Kieser/Miriam

lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, Zürich/St. Gallen 2012, 

S. 140ff.). Bei der Bemessung des Abzugs vom Tabellenlohn ist dem Umstand 

Rechnung zu tragen, dass in ihrer Gesundheit beeinträchtigte Arbeitnehmerinnen, 

selbst wenn sie im Umfang der verbliebenen Arbeitsfähigkeit eine volle Leistung 

erbringen, aus der Sicht eines potentiellen Arbeitsgebers gegenüber einer gesunden 

Arbeitnehmerin, die mit einem entsprechenden Beschäftigungsgrad tätig wäre, 

erhebliche indirekte Kostennachteile aufweisen. Es droht nämlich eine 

überdurchschnittliche Zahl an krankheitsbedingten Arbeitsabsenzen, bei psychisch 

beeinträchtigten Arbeitnehmerinnen kann die Leistung - in Qualität und Umfang - stark 

schwanken, was die Einsatzplanung erschwert, es besteht ein Bedarf nach erhöhter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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Rücksichtnahme seitens der Arbeitskolleginnen und der Vorgesetzten usw. All diese 

Nachteile sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht als zusätzliche Lohnkosten zu 

berücksichtigen, d.h. in ihrer Gesundheit beeinträchtigte Arbeitnehmerinnen müssen 

ihre Arbeitskraft zu einem um diese zusätzlichen Kosten tieferen Preis anbieten, um mit 

gesunden Arbeitnehmerinnen konkurrieren zu können. Diesem Konkurrenznachteil 

muss mit dem Tabellenlohnabzug Rechnung getragen werden (vgl. Philipp Geertsen, 

a.a.O., S. 150). Hingegen sind vorliegend die langjährige Tätigkeit für einen einzigen 

Arbeitgeber und die mangelnden Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin nicht zu 

berücksichtigen, denn diese Umstände wirken sich nicht wesentlich auf die 

Lohnaussichten als Hilfsarbeiterin aus. Für Hilfsarbeiten sind nämlich weder gute 

Deutschkenntnisse noch Arbeitserfahrungen an verschiedenen Arbeitsstellen 

notwendig. Die Absenz vom Arbeitsmarkt spielt keine wesentliche Rolle, weil 

Hilfsarbeiten definitionsgemäss auch von älteren Arbeitnehmern in kurzer Zeit „on the 

job“ erlernt werden können und keine Berufserfahrung oder aktuellen Berufskenntnisse 

voraussetzen. Die zu erwartenden höheren Sozialabgaben im Alter wirken sich 

hingegen lohnmindernd aus, was mit einem Abzug vom Tabellenlohn zu 

berücksichtigen ist. Insbesondere aufgrund der Art und der Stärke der psychischen 

Erkrankung der Beschwerdeführerin erscheint vorliegend praxisgemäss ein Abzug von 

15% als angemessen. Unter Berücksichtigung dieses Abzuges resultiert in Anwendung 

eines Prozentvergleichs ein Invaliditätsgrad von 49 % (40% + [60% x 0.15]).

3.4 Da die Anmeldung zum Rentenbezug im Mai 2010 erfolgt ist, kann die 

Beschwerdeführerin gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab 1. November 2010 einen 

Anspruch auf eine Invalidenrente begründen. Zu prüfen bleibt, wann die 

Beschwerdeführerin das sogenannte Wartejahr erfüllt hat (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), 

denn erst damit entsteht der Rentenanspruch. Die Beschwerdeführerin ist zwar bereits 

früher aufgrund ihrer somatischen Beschwerden an einem diesbezüglich nicht 

adaptierten Arbeitsplatz arbeitsunfähig gewesen. Sie hätte diese Arbeitsunfähigkeit 

aber ohne weiteres durch einen Wechsel an einen (somatisch) adaptierten (Hilfs-) 

Arbeitsplatz beseitigen können. Die arbeitsplatzspezifische Arbeitsunfähigkeit einer 

Hilfsarbeiterin erfüllt den Tatbestand des Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht, denn der 

Wechsel an einen adaptierten Arbeitsplatz erfordert keine Umschulung und ist ohne 

weiteres zumutbar. Das Wartejahr kann also erst zu laufen begonnen haben, als die 

Beschwerdeführerin auch an einem fiktiven (somatisch) adaptierten (Hilfs-) Arbeitsplatz 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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im erforderlichen Ausmass arbeitsunfähig geworden ist. Die Gutachter haben der 

Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht ab November 2010 eine 40%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Das sogenannte Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) ist 

somit erst am 31. Oktober 2011 abgelaufen, so dass der Anspruch auf eine 

Viertelsrente am 1. November 2011 entstanden ist.

4. 

4.1 Demnach ist der Beschwerdeführerin in Gutheissung der Beschwerde mit Wirkung 

ab 1. November 2011 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung des 

Rentenbetrages ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit praxisgemäss als 

angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist zurückzuerstatten.

4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- 

bis Fr. 12'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare 

Fälle (vgl. etwa das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 

15. Juni 2012, IV 2010/158) eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

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1.  In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 3. Oktober 2012 aufge­

hoben und der Beschwerdeführerin wird mit Wirkung ab 1. November 2011 eine 

Viertelsrente zugesprochen; zur Festsetzung des Rentenbetrages wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurück­

erstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.01.2015
	Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG, Art. 28a IVG, Art. 29 IVG. Mittelgradige Depression: trotz zumutbarer Willensanstrengung ist nur eine Arbeitsfähigkeit von 60% gegeben. Wartejahr: Bei einer Hilfsarbeiterin, die aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung am angestammten Arbeitsplatz zu mehr als 20% bzw. 40% arbeitsunfähig ist, beginnt das Wartejahr noch nicht zu laufen, weil der Wechsel an einen adaptierten Arbeitsplatz, an dem die somatische Beeinträchtigung keine Arbeitsunfähigkeit bewirken würde, jederzeit möglich und zumutbar ist. Das Wartejahr beginnt deshalb vorliegend erst mit dem Eintritt einer psychisch begründeten Arbeitsunfähigkeit von 40% (für jede Art von Arbeitsplatz) zu laufen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Januar 2015, IV 2012/423).

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