# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43ae2423-2ed6-5d11-8a84-748d4ef0fcf2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-31
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 31.08.2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_Empfehlung-vom-31--A_2023-08-31.pdf

## Full Text

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Eidgenössischer Datenschutz- und 
Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB 

 
 

 

 

Bern, 31. August 2023 

Empfehlung 
nach Art. 14 des Öffentlichkeitsgesetzes 

im Schlichtungsverfahren zwischen 

X. __ 
(Antragsteller) 

und 

Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL 

I Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 

1. Der Antragsteller (Journalist) hat am 31. März 2023 gestützt auf das Bundesgesetz über das Öf-
fentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ; SR 152.3) beim Bundesamt für 
wirtschaftliche Landesversorgung BWL um Zugang ersucht zum "[…] Entwurf der Verordnung 
über Beschränkungen und Verbote der Verwendung elektrischer Energie (inkl. Anhänge), in der 
ersten Version, die den Teilnehmern des Sounding Boards abgegeben wurde […]".  

2. Am 17. April 2023 nahm das BWL Stellung und verweigerte den Zugang vollständig. Das BWL 
brachte vor, der verlangte Verordnungsentwurf sei nicht fertig gestellt und überdies ein zum per-
sönlichen Gebrauch bestimmtes Dokument und stelle somit kein amtliches Dokument i.S. des 
Öffentlichkeitsgesetzes dar.  

3. Am 8. Mai 2023 reichte der Antragsteller einen Schlichtungsantrag beim Eidgenössischen Daten-
schutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) ein. 

4. Mit Schreiben vom 9. Mai 2023 bestätigte der Beauftragte gegenüber dem Antragsteller den Ein-
gang des Schlichtungsantrages und forderte gleichentags das BWL dazu auf, die betroffenen Do-
kumente sowie bei Bedarf eine ergänzende Stellungnahme einzureichen. 

5. Am 31. Mai 2023 reichte das BWL die betroffenen Dokumente ein. Auf eine ergänzende Stellung-
nahme verzichtete das BWL. 

6. Am 29. Juni 2023 fand eine Schlichtungsverhandlung statt, in welcher sich die Parteien nicht ei-
nigen konnten. Aufgrund der Vorbringen des BWL im Rahmen der Schlichtungssitzung wurde 

 
 

 

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dieses zwecks Ergänzung des Sachverhalts mit E-Mail ebenfalls vom 29. Juni 2023 aufgefordert, 
bis am 12. Juli 2023 ergänzende Angaben zu machen und weitere Dokumente einzureichen. Kon-
kret verlangte der Beauftragte vom BWL Folgendes:  
− Ergänzende Angaben:  

• zur Natur und Funktionsweise des vom BWL im Schreiben vom 17. April 2023 an den 
Antragsteller erwähnten Sounding Boards, insbesondere auch Rechte und Pflichten 
(Mandate) der Mitglieder sowie Auswahl und Zusammensetzung (Auflistung der Mitglie-
der);  

• dazu, welchen Personen und Organisationen bzw. Behörden der vorliegend strittige 
Verordnungsentwurf vom 7. Oktober 2022 konkret zur Kenntnis gebracht wurde, und 
zwar unabhängig von der Form (Abgabe in Papierform, digital, im Rahmen einer Power-
Point-Präsentation etc.) und inklusive der Personen ausserhalb des Sounding Boards. 

− Zustellung folgender Dokumente:  
• ungeschwärzte Version sämtlicher dem Antragsteller gemäss Schreiben des BWL vom 

13. März 2023 zugänglich gemachter Dokumente;  
• die von den Mitgliedern des Sounding Boards unterschriebenen «Vertraulichkeitsabre-

den». 

7. Am 12. Juli 2023 liess das BWL dem Beauftragten die verlangten Angaben zukommen und über-
mittelte die ungeschwärzte Version sämtlicher dem Antragsteller gemäss Schreiben des BWL vom 
13. März 2023 zugänglich gemachter Dokumente (vgl. Ziffer 6). Hingegen führte das BWL aus, 
explizite Vertraulichkeitsabreden existierten nicht. Die Teilnehmenden des Sounding Board wür-
den der Geheimhaltungspflicht gemäss Art. 63 des Bundesgesetzes über die wirtschaftliche Lan-
desversorgung (Landesversorgungsgesetz, LVG; SR 531) unterstehen und hätten gegen persön-
liche Unterschrift ihre ausgedruckten, mit Wasserzeichen versehenen Exemplare des 
Verordnungsentwurfs erhalten.  

8. Auf die weiteren Ausführungen des Antragstellers und des BWL sowie auf die eingereichten Un-
terlagen wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen. 

II Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

9. Der Antragsteller reichte ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ beim BWL ein. Dieses verweigerte 
den Zugang zu den verlangten Dokumenten. Der Antragsteller ist als Teilnehmer an einem voran-
gegangenen Gesuchsverfahren zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt (Art. 13 
Abs. 1 Bst. a BGÖ). Der Schlichtungsantrag wurde formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und frist-
gerecht (innert 20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten ein-
gereicht (Art. 13 Abs. 2 BGÖ). 

10. Das Schlichtungsverfahren findet auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten statt, der das Verfahren im Detail festlegt.1 
Kommt keine Einigung zustande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche Lösung, 
ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der Angelegenheit 
eine Empfehlung abzugeben.  

B. Materielle Erwägungen 

11. Der Beauftragte prüft nach Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der Ver-
waltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ; SR 152.31) die Rechtmässigkeit und die Angemes-
senheit der Beurteilung des Zugangsgesuches durch die Behörde.2  

 
1 Botschaft zum Bundesgesetz über die Öffentlichkeit der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ) vom 12. Februar 2003, BBl 2003 1963 

(zitiert BBl 2003), BBl 2003 2024. 
2  GUY-ECABERT, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Bern 2008 (zit. Handkommentar BGÖ), Art. 13, Rz 8. 

 
 

 

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12. Gegenstand des vorliegenden Schlichtungsverfahrens ist der Zugang zu Dokumenten gemäss 
Zugangsgesuche (vgl. Ziffer 1). Die vom BWL eingereichte Beilage 4a (Bezeichnung: Entwurf der 
Verordnung über Verbote und Beschränkungen der Verwendung elektrischer Energie vom 7. Ok-
tober 2022 (clean)) ist nach Ansicht des Beauftragten vom Zugangsgesuch erfasst.  

13. Aufgrund des in Art. 6 BGÖ verankerten Öffentlichkeitsprinzips besteht eine widerlegbare gesetz-
liche Vermutung zugunsten des freien Zugangs zu amtlichen Dokumenten.3 Die betroffene Be-
hörde hat amtliche Dokumente zugänglich zu machen oder die verlangte Auskunft über den Inhalt 
amtlicher Dokumente zu erteilen, es sei denn, sie kann nachweisen, dass ein Ausnahmetatbe-
stand nach Art. 7 Abs. 1 BGÖ erfüllt ist, ein besonderer Fall von Art. 8 BGÖ vorliegt oder die 
Privatsphäre resp. Personendaten (Art. 7 Abs. 2 BGÖ i.V.m. Art. 9 BGÖ) zu schützen sind. Die 
objektive Beweislast zur Widerlegung der Vermutung des freien Zugangs zu amtlichen Dokumen-
ten obliegt der zuständigen Behörde bzw. der (angehörten) Drittperson.4 Misslingt ihr der Beweis, 
ist der Zugang grundsätzlich zu gewähren.5  

14. Das Öffentlichkeitsprinzip erstreckt sich nur auf amtliche Dokumente (Art. 5 BGÖ).6 Gemäss Art. 5 
Abs. 1 BGÖ gilt als amtliches Dokument jede Information, die auf einem beliebigen Informations-
träger aufgezeichnet ist (Bst. a), sich im Besitz einer Behörde befindet, von der sie stammt oder 
der sie mitgeteilt worden ist (Bst. b), und die Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe betrifft (Bst. c). 
Das Öffentlichkeitsgesetz gilt umfassend für alle amtlichen Dokumente.7 Deshalb spielt der Doku-
mentenbegriff beim Recht auf Zugang zu Informationen nach dem Öffentlichkeitsgesetz eine zent-
rale Rolle.8  

15. Das BWL macht in seiner Stellungnahme vom 17. April 2023 geltend, der verlangte Verordnungs-
entwurf sei nicht fertig gestellt und stelle ein zum persönlichen Gebrauch bestimmtes Dokument 
dar, weshalb es sich gemäss Art. 5 Abs. 3 Bst. b und c BGÖ nicht um ein amtliches Dokument 
handle und das Öffentlichkeitsgesetz keine Anwendung finde. Zu beurteilen ist demnach, ob der 
vom Antragsteller verlangte Verordnungsentwurf ein amtliches Dokument im Sinne des Öffentlich-
keitsgesetzes darstellt.  

16. Der Antragsteller macht in seinem Zugangsgesuch geltend, der verlangte Verordnungsentwurf sei 
ein fertig gestelltes und damit amtliches Dokument und verweist auf zwei Urteile des Bundesver-
waltungsgerichts, in welchem es zum einen eine Auflistung von in eine Arbeitsgruppe einge-
brachte Vorschläge als fertig gestelltes Dokument qualifizierte.9 Im andern Fall habe das Gericht 
festgehalten, dass Dokumente, welche einer Airline, dem Flughafen und einem Kanton übergeben 
worden seien, amtliche Dokumente darstellten.10 Im Schlichtungsantrag ergänzt der Antragsteller, 
im vorliegenden Fall habe das BWL die Entwürfe nicht nur einer kleinen, eng begrenzten Gruppe, 
sondern der Konferenz Kantonaler Energiedirektoren EnDK, und damit zuhanden aller Kantone, 
und den 10 wichtigsten Wirtschaftsverbänden, somit praktisch der ganzen Wirtschaft der Schweiz 
übergeben. Dies ergebe sich aus Dokumenten, die das BWL im Rahmen eines früheren Zugangs-
gesuchs teilweise zugänglich gemacht habe. Aus diesen Gründen seien die Entwürfe, die im Rah-
men des Sounding Boards übergeben wurden, als amtliche Dokumente zu beurteilen.  

17. Das BWL führt in seiner Stellungnahme an den Antragsteller vom 17. April 2023 aus, der Entwurf 
der Verordnung über Beschränkungen und Verbote der Verwendung elektrischer Energie (Stand 
der Arbeiten per Anfang Oktober 2022) sei den Teilnehmern im Rahmen des Sounding Board als 
Arbeitspapier für ihre Überlegungen in Papierform abgegeben worden. Der im Rahmen des 
Sounding Board diskutierte Verordnungsentwurf sei weder unterzeichnet noch auf andere Weise 
als finalisiert gekennzeichnet worden. Zudem sei der Entwurf vom Ersteller den Adressaten 

 
3  BGE 142 II 340 E. 2.2. 
4  Urteil des BVGer A-199/2018 vom 18. April 2019 E. 3.2.2. 
5  Urteil des BVGer A-6003/2019 vom 18. November 2020 E. 2.1 m.H. 
6  BBl 2003 1190; ROBERT BÜHLER, in: Maurer-Lambrou/Blechta [Hrsg.], Basler Kommentar zum Öffentlichkeitsgesetz, 3. Aufl., Basel 2014 

(zit.: BSK BGÖ), Art. 5 BGÖ Rz. 4 und 6; NUSPLIGER, in: Handkommentar BGÖ, Art. 5 Rz. 5. 
7  BVGE 2011/52 E. 3. 
8  NUSPLIGER, in: Handkommentar BGÖ, Art. 5 Rz 5. 
9  Vgl. Urteil des BVGer A-1135/2011 vom 7. Dezember 2011.  
10  Vgl. Urteil des BVGer A-6291/2013 vom 28. Oktober 2014.  

 
 

 

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auch nicht definitiv übergeben worden. Insgesamt erfülle der Entwurf keine der Voraussetzungen 
für fertig gestellte und damit amtliche Dokumente. Auch aus den vom Antragsteller zitierten Urtei-
len des Bundesverwaltungsgerichts lasse sich für den vorliegenden Fall nichts ableiten. So handle 
es sich beim Sounding Board nicht um eine offiziell eingesetzte Arbeitsgruppe mit dem Auftrag, 
zuhanden des Gesetzgebers konkrete Vorschläge zu erarbeiten. Das Sounding Board habe viel-
mehr dazu gedient, die Umsetzung der Massnahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung im 
Falle einer Strommangellage in Verordnungsrecht in einem frühen Entwurfsstadium auf ihre Pra-
xistauglichkeit zu spiegeln.  

18. Gemäss Art. 5 Abs. 3 Bst. b BGÖ gelten Dokumente, die nicht fertig gestellt sind, nicht als amtliche 
Dokumente. Bei der Bezeichnung "nicht fertig gestelltes Dokument" handelt es sich um einen un-
bestimmten Gesetzesbegriff, welcher unter anderem durch Art. 1 Abs. 2 VBGÖ weiter konkretisiert 
worden ist.11 Gemäss Art. 1 Abs. 2 VBGÖ gilt ein Dokument dann als fertig gestellt, wenn es von 
der Behörde, die es erstellt hat, unterzeichnet ist (Bst. a) oder von der erstellenden Person dem 
Adressaten definitiv übergeben wurde, namentlich zur Kenntnis- oder Stellungnahme oder als 
Entscheidgrundlage (Bst. b). "Definitiv" ist die Übergabe dann, wenn es danach weitestgehend an 
der Empfängerin oder am Empfänger liegt, wie sie mit dem Dokument weiter verfahren will. Hin-
gegen gilt der Austausch eines Dokuments innerhalb eines Teams oder zwischen Mitarbeitenden 
und Vorgesetzten zwecks Korrektur, Ergänzung oder Finalisierung somit nicht als Übergabe an 
eine Adressatin oder einen Adressaten im Sinne der vorliegenden Bestimmung.12 Weitere gewich-
tige Indizien für die Fertigstellung eines Dokumentes sind seine Unterzeichnung oder Genehmi-
gung, die Registrierung in einem Klassifikations-, Organisations- oder Informationssystem der 
Verwaltung sowie seine Bedeutung.13 Entscheidend ist jedoch vor allem, ob Anhaltspunkte für die 
Fertigstellung des Dokuments bestehen.14 Wesentliches Kriterium ist demnach, ob ein Dokument 
in seiner Endfassung vorliegt, d.h. definitiven Charakter aufweist. Entscheidend für die Qualifika-
tion als fertig gestelltes Dokument ist nicht seine inhaltliche Vollständigkeit, sondern ob es sich 
um ein in sich selber abgeschlossenes und nicht mehr in Bearbeitung stehendes Dokument han-
delt.15  

19. Als Beispiele nicht fertig gestellter Dokumente erwähnt die Botschaft zum Öffentlichkeitsgesetz 
namentlich: Ein handschriftlich oder elektronisch aufgezeichneter Text mit Streichungen oder An-
merkungen vor seiner Schlusskorrektur, eine zusammenfassende Übersicht in Bearbeitung, eine 
provisorische Fassung eines Berichts, eine Projektskizze, Notizen aus einer Sitzung, informelle 
Arbeitsnotizen, der Vorentwurf eines Textes, zusammenfassende Notizen für eine Versammlung, 
Notizen, die bei der Durchführung von internen Revisionen angefertigt werden und welche die 
Grundlage für einen Revisionsbericht darstellen usw.16  

20. Schliesslich können auch vorbereitende Dokumente fertig gestellt sein, wenn sie einen definitiven 
Charakter aufweisen.17 So sind beispielsweise "[…] die verschiedenen Entwürfe eines Natio-
nalstrassenplans, die Vorentwürfe bezüglich eines Eisenbahntrassees, die Teil- oder Vorentwürfe 
eines Dokuments – soweit sie in sich selber abgeschlossen sind – […] keine nicht fertig gestellten 
Dokumente, die ohne weiteres vom vorliegenden Gesetz ausgeschlossen wären."18  

21. Der Grund für den Ausschluss von Dokumenten mit provisorischem Charakter gemäss Art. 5 Abs. 
3 Bst. b BGÖ liegt darin, dass die Verwaltung ihren Handlungsspielraum bewahren und ihre Pro-
jekte mit der nötigen Freiheit entwickeln können muss, um sich möglichst ungestört und ohne 
Druckversuche von aussen eine Meinung zu bilden. Kann die freie Meinungs- und Willensbildung 

 
11  NUSPLIGER, in: Handkommentar BGÖ, Art. 5 Rz. 32 f. 
12  Erläuterungen des Bundesamtes für Justiz [BJ] vom 24. Mai 2006 zur Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung [nachfol-

gend: Erläuterungen zur VBGÖ], S. 2). 
13  Urteil des BVGer A-6291/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 6.4.1 
14  BBl 2003 1998; BVGE 2011/53 E. 8.3.2. 
15  BVGE 2011/52 E. 5.1.2. 
16  BBl 2003 1997 ff.; vgl. auch BVGE 2011/25 E. 5.1.1 ff. und BVGE 2011/53 E. 8.3.2. 
17  Urteil des BVGer A-6291/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 6.4.1. 
18  BBl 2003 1999 f.; so auch Urteil des BVGer A-6291/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 6.4.1. 

 
 

 

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durch eine Publikation eines Dokumentes nicht oder nicht mehr beeinflusst werden, so spricht 
dies umgekehrt für die Annahme eines fertig gestellten Dokuments.19  

22. Das BWL hat den Verordnungsentwurf gemäss eigenen Angaben den Teilnehmenden im Rahmen 
des Sounding Board als Arbeitspapier für ihre Überlegungen in Papierform abgegeben. Das 
Sounding Board bestehe aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaftsdachverbände, wobei 
sich die betreffenden Personen in unterschiedlicher Zusammensetzung getroffen hätten. Hinzu 
kämen Vertretende der Kantone. Der Zweck dieses Gremiums sei gemäss Einladungsschreiben 
der Einbezug der Bedürfnisse der Wirtschaft und der Kantone in die Bewirtschaftungsmassnah-
men im Falle einer schweren Strommangellage. Die Teilnehmenden des Sounding Boards reprä-
sentierten unterschiedliche Branchen und ihre Gruppe sei der wirtschaftlichen Landesversorgung 
(WL) angegliedert. Die Teilnehmenden hätten gegen persönliche Unterschrift ihre ausgedruckten, 
mit Wasserzeichen versehenen Exemplare in Empfang genommen. Weiter lässt sich den Ausfüh-
rungen des BLW entnehmen, dass der strittige Verordnungsentwurf weiteren Personen inner- 
(z.B. der Task Force Energie des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und For-
schung WBF) und ausserhalb der Verwaltung zur Kenntnis gebracht worden ist. Damit hat das 
BWL den Verordnungsentwurf (resp. in einigen Fällen nur auszugsweise) sowohl dem Sounding 
Board, anderen Dienststellen und Verwaltungsbehörden wie auch verwaltungsexternen Dritten 
zur Kenntnis gebracht bzw. übermittelt.  

23. Gemäss Art. 1 Abs. 2 Bst. b VBGÖ ist ein Dokument als fertig gestellt zu betrachten, das einer 
bestimmten Person, Stelle oder Behörde definitiv übergeben wurde. Dies ist namentlich dann der 
Fall, wenn die Zustellung des Dokuments zur Kenntnis- oder Stellungnahme, als Entscheidgrund-
lage oder im Hinblick auf eine sonstige weitere Verwendung erfolgte.20 Die Übergabe bzw. Zu-
gänglichmachung an andere Verwaltungsbehörden wie auch verwaltungsexterne Dritte (vgl. Zif-
fer 22) ist gemäss Botschaft zum Öffentlichkeitsgesetz und Rechtsprechung als gewichtigen 
Hinweis dafür zu betrachten ist, dass es sich um ein fertig gestelltes Dokument handelt.21 Die Art 
der Übermittlung – Übergabe in Papierform, Präsentation im Rahmen einer Videokonferenz oder 
Zurverfügungstellung auf einem Sharepoint-Server – kann dabei keine Rolle spielen.  

24. Vorliegend hat das BWL gegenüber dem Antragsteller weiter ausgeführt, den Verordnungsentwurf 
den Teilnehmenden im Rahmen des Sounding Board als Arbeitspapier für ihre Überlegungen ab-
gegeben zu haben. Das Sounding Board habe insbesondere dazu gedient, die Umsetzung der 
Massnahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung im Falle einer Strommangellage im Verord-
nungsrecht in einem frühen Entwurfsstadium auf ihre Praxistauglichkeit zu spiegeln. Der Verord-
nungsentwurf wurde den Mitgliedern des Sounding Boards demnach nicht etwa zu dessen Über-
arbeitung übergeben,22 sondern diente ihnen als Grundlage für die Überprüfung auf deren 
Praxistauglichkeit. Auch ist der Austausch auch nicht zwecks Korrektur, Ergänzungen und Finali-
sierung erfolgt.23 Die Übergabe diente folglich zumindest der Kenntnisnahme. Allerdings geht aus 
dem Beauftragten vorliegenden Dokumenten hervor, dass die Teilnehmenden des Sounding 
Boards im Rahmen der Sitzung eingeladen worden sind, zum Verordnungsentwurf Stellung zu 
nehmen. In Anbetracht dessen ist davon auszugehen, dass die Übergabe des Verordnungsent-
wurfs mitunter auch zum Zweck der Stellungnahme erfolgt ist. Ausserdem ist aus den ergänzen-
den Angaben des BWL vom 12. Juli 2023 ersichtlich, dass der Verordnungsentwurf in virtuellen 
Sitzungen präsentiert und im Rahmen der Diskussion in der Abteilung Elektrizität (AEL) des Fach-
bereichs Energie der Wirtschaftlichen Landesversorgung diversen Personen zur Kenntnis ge-
bracht worden ist. Die vorliegende Konstellation entspricht demnach exemplarisch den Fällen ei-
ner definitiven Übergabe, wie er in den Erläuterungen zur Öffentlichkeitsverordnung aufgeführt ist.  

25. Die Übergabe ist dann definitiv, wenn es danach weitestgehend an der Empfängerin liegt, wie sie 
mit dem Dokument weiter verfahren will.24 Vorliegend wurde der Verordnungsentwurf dem 

 
19  BBl 2003 1997; BVGE 2011/52 E. 5.1.3. 
20  Erläuterungen zur VBGÖ, Ziffer 2 S. 2. 
21  BBl 2003 1998; BVGE 2011/53 E. 8.3.2.  
22  Vgl. Urteil des BVGer A-1135/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 5.1.2. 
23  Vgl. BVGE 2011/53 E. 8.3.2. 
24  Erläuterungen zur VBGÖ, Ziffer 2 S. 2. 

 
 

 

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Sounding Board übergeben, um diesen bzw. die darin vorgesehenen Massnahme auf ihre Pra-
xistauglichkeit zu spiegeln. In dieser Konstellation handelt es sich um den in diesem Zeitpunkt 
definitiven Entwurf, welcher in dieser Form überprüft werden soll. Den Mitgliedern des Sounding 
Board stand es offen, sich zum Verordnungsentwurf in diesem Entwurfsstadium zu äussern oder 
nicht. Aus welchen Gründen sämtliche anderen Personen, welchen der Verordnungsentwurf zur 
Kenntnis gebracht wurde, in der Entscheidung, wie sie mit dem Dokument weiter verfahren wollen, 
eingeschränkt sind, wird vom BWL nicht dargetan. Das BWL beschränkt sich auf den allgemeinen 
Hinweis, dass der im Rahmen des Sounding Board diskutierte Verordnungsentwurf die Voraus-
setzung der definitiven Übergabe nicht erfülle. Eine weitergehende Begründung wird nicht vorge-
bracht. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der vorliegende Sachverhalt (insb. in Anbetracht 
der weitreichenden Offenlegung innerhalb verschiedener Verwaltungseinheiten, externer Dritter 
und ggü. dem Sounding Board) offensichtlich nicht mit dem Austausch eines Dokuments innerhalb 
eines Teams oder zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten zwecks Korrektur, Ergänzung oder 
Finalisierung gilt somit verglichen werden kann, worin keine (definitive) Übergabe i.S.v. Art. 1 
Abs. 2 Bst. b VBGÖ zu sehen wäre.25 Dass der Verordnungsentwurf sowohl dem Sounding 
Board, anderen Dienststellen und Verwaltungsbehörden wie auch verwaltungsexternen Dritten 
zur Kenntnis gebracht bzw. übergeben wurde, weist nach Ansicht des Beauftragten vielmehr da-
rauf hin, dass das Dokument definitiven Charakter aufweist und es sich um ein in sich selber 
abgeschlossenes Dokument handelt, zumal inhaltliche Vollständigkeit gerade nicht entscheidend 
ist (vgl. Ziffer 18). 

26. Hinzu treten weitere Anhaltspunkte, welche für die Fertigstellung des Verordnungsentwurfs spre-
chen. So ist vorab die Datierung der Entwurfsversion zu nennen, welche darauf hinweist, dass es 
sich um ein zu diesem Zeitpunkt in sich selber abgeschlossenes Dokument handelt, dass in genau 
dieser Form anderen Verwaltungseinheiten, verwaltungsexternen Dritten und dem Sounding 
Board zugänglich gemacht werden soll. Zudem erlaubt die Datierung im Rahmen von Diskussio-
nen und Stellungnahmen eine Identifizierung und eine Referenzierung auf genau diese Version.  

27. Abschliessend ist klarzustellen, dass allein die Tatsache, dass der Verordnungsentwurf als Ent-
wurf bezeichnet wird, nicht bedeutet, dass das Dokument nicht fertig gestellt ist. Gemäss Botschaft 
zum Öffentlichkeitsgesetz sind nicht fertig gestellte Dokumente nicht mit vorbereitenden Doku-
menten zu verwechseln: "Die verschiedenen Entwürfe eines Nationalstrassenplans, die Vorent-
würfe bezüglich eines Eisenbahntrassees, die Teil- oder Vorentwürfe eines Dokuments – soweit 
sie in sich selber abgeschlossen sind – […] sind beispielsweise keine nicht fertig gestellten Doku-
mente, die ohne weiteres vom vorliegenden Gesetz ausgeschlossen wären."26  

28. Zusammengefasst gelangt der Beauftragte damit zu folgendem Zwischenergebnis: Aufgrund des 
hiervor Aufgeführten ist davon auszugehen, dass es sich beim verlangten Verordnungsentwurf 
um ein in sich selber abgeschlossenes Dokument handelt, welches infolgedessen die Qualität 
eines fertig gestellten Entwurfes erreicht. Gegenteiliges wird vom BWL im Schlichtungsverfahren 
auch nicht in plausibler Weise dargelegt. Der Entwurf der Verordnung über Beschränkungen und 
Verbote der Verwendung elektrischer Energie (inkl. Anhänge), in der ersten Version, die den Teil-
nehmern des Sounding Boards abgegeben wurde, ist nach Ansicht des Beauftragten als fertigge-
stelltes Dokument im Sinne von Art. 1 Abs. 2 Bst. b VBGÖ zu qualifizieren.  

29. In seiner Stellungnahme an den Antragsteller macht das BWL weiter geltend, alle Verordnungs-
entwürfe seien ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch abgegeben worden. In den unter-
schiedlichen Stadien, welche ein Verordnungsentwurf durchlaufe, bis er nach Einschätzung der 
zuständigen Behörde als ein für die Ämterkonsultation bereiter Vorentwurf gelten könne, sei er als 
Arbeitshilfsmittel zu bewerten und falle nicht unter den Begriff des amtlichen Dokuments.  

30. Als ein zum persönlichen Gebrauch bestimmtes Dokument gilt nach Art. 1 Abs. 3 VBGÖ jede 
Information, die dienstlichen Zwecken dient, deren Benutzung aber ausschliesslich der Autorin, 
dem Autor oder einem eng begrenzten Personenkreis als Arbeitshilfsmittel vorbehalten ist, wie 
Notizen oder Arbeitskopien von Dokumenten. Gemäss den Erläuterungen zur Öffentlichkeitsver-
ordnung vom 24. Mai 2006 ist das Kriterium des eng begrenzten Personenkreises gegeben, 

 
25  Vgl. NUSPLIGER, in: Handkommentar BGÖ, Art. 5 Rz. 34. 
26  BBl 2003 1999 f.; so auch Urteil des BVGer A-6291/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 6.4.1 

 
 

 

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wenn die Dokumente, die als Arbeitsgrundlage oder Arbeitshilfsmittel dienen (bspw. Dispositio-
nen, handschriftliche Notizen, Arbeitskopien von Dokumenten, Korrekturvorschläge, Gedanken-
stützen oder Begleitnotizen), innerhalb eines Teams oder zwischen Mitarbeiterinnen oder Mitar-
beitern und Vorgesetzten ausgetauscht werden27, wobei dieser Austausch auf analogem wie auch 
elektronischem Weg stattfinden kann. Zu der in den 1990er Jahren in der Bundesverwaltung ein-
geführten E-Mail sind inzwischen weitere elektronische Übertragungskanäle wie z.B. das in der 
Bundesverwaltung verwendete Threema Work hinzugekommen. Die Botschaft zum Öffentlich-
keitsgesetz vom 12. Februar 2003 nennt als weitere Beispiele für Arbeitshilfsmittel Dispositionen, 
Kurzzusammenfassungen, mit Anmerkungen versehene Textentwürfe oder persönliche hand-
schriftliche oder elektronische Aufzeichnungen auf einem amtlichen Dokument,28 wobei anzumer-
ken ist, dass die Natur der Aufzeichnung als Arbeitshilfsmittel nicht davon abhängen kann, ob es 
anlog oder elektronisch übertragen und hernach aufgezeichnet wird.  

31. Den Gesetzesmaterialien lässt sich nicht entnehmen, ab wie vielen Personen das Kriterium des 
eng begrenzten Personenkreises überschritten ist. Die vom BWL angerufene Norm ist gemäss 
Rechtsprechung restriktiv anzuwenden. So erachtete das Bundesverwaltungsgericht den persön-
lichen Gebrauch bei einem Kreis von rund zwanzig Personen als nicht mehr gegeben,29 wobei 
das Gericht in konkreten Fall nebst dem Personenkreis auch die objektive Wirkung des Termin-
kalenders des Rüstungschefs in seiner Gesamtheit auf den aussenstehenden Betrachter in Erwä-
gung zog, was zeigt, dass das Kriterium des eng begrenzten Personenkreises für sich allein be-
trachtet noch nicht ausschlaggebend sein kann, um einen persönlichen Gebrauch i.S.v. Art. 5 Abs. 
3 Bst. c BGÖ zu begründen. Wesentlich sind nebst dem Adressatenkreis auch der Charakter und 
die Qualität des Dokumentes, die sich auch daraus ableiten lassen, weshalb bzw. zu welchem 
Zweck ein solches erstellt und ausgetauscht wurde.30  

32. Nach Angaben des BWL wurde der Verordnungsentwurf unter anderem der Abteilung Elektrizität 
(AEL) des Fachbereichs Energie der Wirtschaftlichen Landesversorgung, der Task Force Energie 
des WBF, den Teilnehmenden des Sound Board sowie verwaltungsexternen Dritten und damit 
über 40 Personen übergeben resp. zur Kenntnis gebracht. Aufgrund dieser weitreichenden Offen-
legung ist vorliegend nach Ansicht des Beauftragten bereits die Voraussetzung des eng begrenz-
ten Personenkreises nicht erfüllt. Schliesslich handelt es sich beim Verordnungsentwurf auch nicht 
lediglich um handschriftliche Notizen, Gedankenstützen oder Begleitnotizen. Zudem wäre es an 
der den Zugang bestreitenden Verwaltung gewesen, für den Verordnungsentwurf anhand dessen 
Eigenarten begründet darzulegen, weshalb er als blosses Arbeitshilfsmittel im Sinne der Recht-
sprechung zu qualifizieren ist.31 Angesichts des gedanklich weit entwickelten und strukturierten 
Charakters des dem Beauftragten vorliegenden Verordnungsentwurfs ist zumindest nicht offen-
sichtlich, weshalb es sich bei diesem um blosse Arbeitshilfsmittel handeln soll.32 Das BWL hat 
somit vorliegend nicht rechtsgenüglich dargetan, aus welchen Gründen der Verordnungsentwurf 
zum persönlichen Gebrauch i.S.v. Art. 5 Abs. 3 Bst. c BGÖ bestimmt sein soll. Nach Ansicht des 
Beauftragten ist damit weder das Kriterium des eng begrenzten Personenkreises noch dasjenige 
des Arbeitshilfsmittels gegeben und er kommt zum Ergebnis, dass es sich beim Verordnungsent-
wurf nicht um ein zum persönlichen Gebrauch bestimmtes Dokument i.S.v. Art. 5 Abs. 3 
Bst. c BGÖ handelt.  

33. Im Ergebnis stellt der Entwurf der Verordnung über Beschränkungen und Verbote der Verwen-
dung elektrischer Energie (inkl. Anhänge), in der ersten Version, die den Teilnehmenden des 
Sounding Boards abgegeben wurde, nach Ansicht des Beauftragten ein amtliches Dokument im 
Sinne des Öffentlichkeitsgesetzes dar, für welches die gesetzliche Vermutung des Zugangs mit 
Beweislastumkehr gilt (Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 1 BGÖ).  

 
27  Bundesamt für Justiz, Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung – Erläuterungen, 24. Mai 2006, Ziff. 2, S. 3. 
28  BBl 2003 1999 f. 
29  Vgl. Urteil des BVGer A-7405/2014 vom 23. November 2015 E. 5.2.2.2 unter Verweis auf BVGE 2011/52 E. 5.2.2. 
30  Empfehlung EDÖB vom 20. August 2015: EDA / Protokoll einer Sitzung in der Schweizer Botschaft in Bangkok, Ziff. 19. 
31  Urteil des BGer 1C_14/2016 vom 23. Juni 2016 E. 2.5.2; Urteile des BVGer A-7405/2014 vom 23. November 2015 E. 5.2.2.2 und A-

6291/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 6.5.1; BVGE 2011/52 E. 5.2.2. 
32  vgl. dazu Empfehlung EDÖB vom 23. Januar 2023: EDA / Dokumente Steuerstreit und mobile Kommunikation. 

 
 

 

8/9 

34. In Bezug auf den Hinweis des BWL auf die Geheimhaltungsbestimmung von Art. 63 LVG weist 
der Beauftragte auf Folgendes hin: Art. 63 LVG besagt, dass wer beim Vollzug des Gesetzes 
mitwirkt, zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, und bringt lediglich das Amtsgeheimnis in abge-
wandelter Form zum Ausdruck,33 welches in Art. 22 des Bundespersonalgesetz (BPG; 
SR 172.220.1) festgehalten ist. Das Amtsgeheimnis gemäss Art. 22 BPG stellt keine Spezialbe-
stimmung i.S.v. Art. 4 BGÖ dar.34 Mit der Einführung des Öffentlichkeitsgesetzes beschränkt sich 
der Anwendungsbereich des Amtsgeheimnisses des Bundespersonals auf diejenigen Informatio-
nen, die nach dem Öffentlichkeitsgesetz nicht zugänglich sind.35 Die Tragweite von Art. 22 BPG 
wurde somit durch die Einführung des Öffentlichkeitsgesetzes indirekt neu definiert.36 Gleiches – 
nämlich, dass sie keine Spezialbestimmung i.S.v. Art. 4 BGÖ darstellen – gilt für sämtliche spezi-
algesetzlichen Bestimmungen anderer Bundesgesetze, die das Amtsgeheimnis lediglich in abge-
wandelter Form zum Ausdruck bringen.37 In der Folge vermag Art. 63 LVG im Zusammenhang 
mit dem Zugang zu amtlichen Dokumenten keine Wirkung zu entfalten, welche über die Bestim-
mungen des Öffentlichkeitsgesetzes hinausgeht. Abgesehen von den hiervor beurteilten Bestim-
mungen zu den Voraussetzungen des amtlichen Dokuments macht das BWL keine Ausnahme-
bestimmungen oder besonderen Fälle geltend. Solche sind für den Beauftragten denn auch nicht 
ersichtlich.  

35. Zusammengefasst gelangt der Beauftragte damit zu folgendem Ergebnis: Beim Entwurf der Ver-
ordnung über Beschränkungen und Verbote der Verwendung elektrischer Energie (inkl. Anhänge), 
in der ersten Version, die den Teilnehmern des Sounding Boards abgegeben wurde, handelt es 
sich um ein amtliches Dokument i.S.v. Art. 5 Abs. 1 BGÖ, für welche die grundsätzliche gesetzli-
che Vermutung des freien Zugangs gilt (Art. 6 BGÖ). Andere Ausnahmebestimmungen wurden 
vom BWL im Schlichtungsverfahren nicht geltend gemacht und sind für den Beauftragten auch 
nicht ersichtlich. Nach Ansicht des Beauftragten ist diesbezüglich die gesetzliche Vermutung des 
freien Zugangs zum erwähnten Verordnungsentwurf somit nicht widergelegt. Folglich empfiehlt 
der Beauftragte dem BWL, den vollständigen Zugang zum Verordnungsentwurf zu gewähren.  

  

 
33  Vgl. Botschaft vom 3. September 2014 zur Totalrevision des Landesversorgungsgesetzes, BBl 2014 7119, BBl 2014 7168 f. 
34  BBl 2003 1978; COTTIER, in: Handkommentar BGÖ, Art. 4 Rz. 9. 
35  BBl 2003 1990. 
36  STAMM-PFISTER, in: BSK BGÖ, Art. 4 Rz. 8. 
37  COTTIER, in: Handkommentar BGÖ, Art. 4 Rz. 10. 

 
 

 

9/9 

III Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlich-
keitsbeauftragte:  

36. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung gewährt vollständigen Zugang zum Entwurf 
der Verordnung über Beschränkungen und Verbote der Verwendung elektrischer Energie (inkl. 
Anhänge), in der ersten Version, die (u.a.) den Teilnehmenden des Sounding Boards abgegeben 
wurde (Beilage 4a, vgl. Ziffer 12).  

37. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung beim Bundesamt 
für wirtschaftliche Landesversorgung den Erlass einer Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes 
über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) verlangen, 
wenn sie mit der Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs.1 BGÖ). 

38. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung erlässt eine Verfügung, wenn es mit der 
Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs. 2 BGÖ). 

39. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung erlässt die Verfügung innert 20 Tagen nach 
Empfang dieser Empfehlung oder nach Eingang eines Gesuches um Erlass einer Verfügung 
(Art. 15 Abs. 3 BGÖ). 

40. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am Schlichtungsver-
fahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers anonymisiert (Art. 13 Abs. 3 VBGÖ). 

41. Die Empfehlung wird eröffnet: 

- Einschreiben mit Rückschein (R)  
X. __ (Antragsteller)  

- Einschreiben mit Rückschein (R)  
Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL 
Bernastrasse 28 
3003 Bern 

 
 

  

Adrian Lobsiger 
Eidgenössischer Datenschutz- und 
Öffentlichkeitsbeauftragter 

André Winkler 
Jurist Direktionsbereich 
Öffentlichkeitsprinzip 

 

 

 

 

	I Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
	II Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung:
	A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ
	B. Materielle Erwägungen

	III Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte:
	41. Die Empfehlung wird eröffnet:
	- Einschreiben mit Rückschein (R)  X. __ (Antragsteller)
	- Einschreiben mit Rückschein (R)  Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL