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**Case Identifier:** 9b226fe1-c552-54bc-a02f-fa04d6d4378e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.08.2023 200 2023 281
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-281_2023-08-14.pdf

## Full Text

200 23 281 IV
SCP/ISD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. August 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. März 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2023, IV/23/281, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
Staatsangehörige von … und seit 1992 in der Schweiz wohnhaft, Mutter 
von vier Kindern (geb. 1987, 1989, 1992, 1999) und zuletzt als ungelernte 
… in einem Teilzeitpensum tätig, meldete sich im November 2014 unter 
Hinweis auf eine chronische Nierenerkrankung bei der Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 2). Mit Verfügung vom 11. August 
2016 (AB 37) verneinte die IVB einen Rentenanspruch. Die Verfügung blieb 
unangefochten.

Im Juni 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an 
und machte eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aufgrund 
rezidivierender Gelenksbeschwerden im Zusammenhang mit einem Mor-
bus Behçet geltend (vgl. AB 43). Gestützt auf ein polydisziplinäres Gutach-
ten vom 15. Juni 2018 (AB 70.1) und den Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 13. Dezember 2018 (AB 74) sprach die IVB der Versicher-
ten mit Verfügung vom 28. Mai 2019 (AB 86) für den Zeitraum vom 1. De-
zember 2017 bis 30. April 2018 eine befristete ganze Rente zu und ver-
neinte einen darüber hinausgehenden Rentenanspruch. Die Verfügung 
blieb unangefochten.

Im Februar 2021 meldete sich die Versicherte abermals zum Leistungsbe-
zug an (AB 92). Die IVB holte in der Folge insbesondere ein vom 10. Mai 
2022 datierendes polydisziplinäres Gutachten ein (AB 142.1 [Konsensbeur-
teilung]) und stellte mit Vorbescheid vom 18. Mai 2022 (AB 144) die Abwei-
sung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Hierzu nahm die behandelnde 
Ärztin der Beschwerdeführerin am 11. Juli 2022 Stellung (vgl. AB 152, sie-
he zudem AB 158/3) und die Versicherte erhob mit Eingabe vom 14. Juli 
2022 (AB 155/1 f.) Einwände. Die IVB holte eine ergänzende gutachterliche 
Stellungnahme vom 29. November 2022 (AB 166) ein und verneinte – nach 
erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. AB 167, 173, 176) – mit 
Verfügung vom 1. März 2023 (AB 177) einen Rentenanspruch.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2023, IV/23/281, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 17. April 2023 Beschwerde. Sie beantragt, 
es seien die Verfügung vom 1. März 2023 aufzuheben und ihr nach weite-
ren Abklärungen die gesetzlichen Leistungen nach IVG zuzusprechen. 
Weiter stellt sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt B.________ als amtlichen Anwalt. 

Mit Eingabe vom 3. Mai 2023 machte die Beschwerdeführerin – in 
Nachachtung der prozessleitenden Verfügung vom 20. April 2023 – weitere 
Ausführungen zu ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und reich-
te diesbezüglich ergänzende Unterlagen ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2023 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 31. Mai 2023 hielt der Instruktionsrich-
ter unter anderem fest, dass gestützt auf die Angaben und Unterlagen der 
Beschwerdeführerin die finanziellen Voraussetzungen zur Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt seien; hinsichtlich der weiteren An-
spruchsvoraussetzungen verwies er auf den Endentscheid.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 1. März 2023 (AB 177). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und in diesem Zusammen-
hang insbesondere, ob seit der Verfügung vom 28. Mai 2019 (AB 86; vgl. 
hinten E. 3.1) ein medizinischer oder erwerblicher Revisionsgrund eingetre-
ten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Die angefochtene Verfügung (vom 1. März 
2023 [AB 177]) datiert zwar nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 
19. Juni 2020. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung eines Rentenanspruchs mit Blick auf die hier zu beurteilende 
Neuanmeldung von Februar 2021 (AB 92/1) vor dem 1. Januar 2022 (vgl. 
Art. 29 Abs. 1 ATSG; vgl. hinten E. 2.4), während ein Revisionsgrund ab 
Januar 2022 nicht besteht (vgl. hinten E. 3.7). Folglich sind die Bestimmun-
gen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 

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Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 
gültigen Fassung (aArt.) massgebend (vgl. auch Bundesamt für Sozialver-
sicherungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invali-
denversicherung [KSIR] Rz. 9100 f.; zur Bedeutung von Verwaltungswei-
sungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begrün-
den, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikato-
rischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 
S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 

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Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Personen, die nur 
zum Teil erwerbstätig sind, richtet sich nach aArt. 28a Abs. 3 IVG (sog. 
gemischte Methode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23). 
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente wegen 
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine 
Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch 
auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die 
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV 
Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2023, IV/23/281, Seite 7

Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV 
Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann 
eine revisionsrechtlich relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine 
weggefallene Diagnose eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn 
diese veränderten Umstände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 
E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3). Unerheblich unter revisions-
rechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 
147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

2.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). Erfolgte nach einer 
ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend 
gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Ein-
kommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerbli-
chen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig ver-
neint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vor-
behältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2023, IV/23/281, Seite 8

Revision – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegen halten lassen (BGE 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung von Februar 
2021 (AB 92) eingetreten und hat in der angefochtenen Verfügung vom 
1. März 2023 (AB 177) materiell über den Rentenanspruch befunden, wes-
halb die Eintretensfrage (vgl. vorne E. 2.5.1 f.) gerichtlich nicht zu prüfen ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leis-
tungsanspruch potentiell relevante Veränderung der tatsächlichen Verhält-
nisse mit Auswirkung auf den Invaliditätsgrad eingetreten ist. Hierfür ist der 
Sachverhalt im Zeitpunkt der letzten materiellen Prüfung des Rentenan-
spruchs mit Verfügung vom 28. Mai 2019 (AB 86) mit demjenigen, wie er 
sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. März 2023 
(AB 177) entwickelt hat, zu vergleichen (vgl. E. 2.5.4 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 28. Mai 2019 (AB 86) basierte in medizinischer 
Hinsicht auf dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS C.________ vom 
15. Juni 2018 (AB 70.1). Darin wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
leichte Episode (ICD-10 F33.0), und ein Status nach Nierentransplantation 
in die linke Fossa iliaca am 6. Juli 2017 (ICD-10 Z94.0; Grunderkrankung: 
membrano-proliferative Glomerulonephritis, Nierenbiopsie vom 11. April 
2021; Status nach chronischer Hämodialyse vom 19. Februar 2015 bis 
6. Juli 2017; Status nach asymptomatischer CMV-Reaktivierung, Behand-
lung vom 31. Januar bis 31. März 2018; Status nach Transplantat Pyelone-
phritis am 2. März 2018; renale Folgeerkrankung: renale Hypertonie [ICD-
10 I12.9]; stabile Transplantatfunktion, mittelschwere Niereninsuffizienz 
Stadium G3aA1 [ICD-10 N18.3]) festgehalten. Als Diagnosen ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine Schmerzverarbei-
tungsstörung (ICD-10 F54.), anamnestisch einen Morbus Behçet (Erstdia-
gnose September 2016; ICD-10 N35.2), eine geringe Sehschärfenminde-
rung beidseits, eine Psoriasis vulgaris (L 40.0), ein obstruktives Schlafap-
noesyndrom (Erstdiagnose 30. Juni 2015; ICD-10 G47.3), anamnestisch 

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ein Restless-Legs-Syndrom (Erstdiagnose 30. Juni 2015; ICD-10 G25.8), 
anamnestisch einen Reizhusten (ICD-10 R.05) und eine leichte residuelle 
periphere Fazialisparese rechts (ICD-10 G.51; AB 70.1/28 f. Ziff. 5.2). 

Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, es bestehe für körperlich 
leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten eine Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 80 %. Die Einschränkungen aus psychiatrischer und 
nephrologischer Sicht ergänzten sich, beträfen teilweise die gleiche Sym-
ptomatik und seien somit nicht additiv. Das Pensum könne vollschichtig 
umgesetzt werden mit leicht erhöhtem Pausenbedarf und leicht reduzier-
tem Rendement. Im zeitlichen Verlauf sei davon auszugehen, dass ab dem 
19. Februar 2014 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in jeglicher 
Tätigkeit von 50 % bestanden habe. Ab der Nierentransplantation am 6. Ju-
li 2017 bis längstens Ende Januar 2018 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit 
in jeglicher Tätigkeit bestanden. Seit Februar 2018 könne von einer 
80%igen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere adaptierte 
Tätigkeiten ausgegangen werden (AB 70.1/31).

3.3

3.3.1 Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung zum Leistungsbezug 
von Februar 2021 (AB 92) veranlasste die Beschwerdegegnerin eine er-
neute versicherungsexterne polydisziplinäre Begutachtung der Beschwer-
deführerin durch die MEDAS D.________ (AB 142.1 [Konsensbeurteilung], 
AB 142.2-142.7 [Teilgutachten, Aktenzusammenzug]). Im Gutachten vom 
10. Mai 2022 (AB 142.1) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy-
chischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine chronische Niereninsuffizienz des 
allogenen Nierentransplantats G3a A1T (ICD-10 N18.3) und ein Status 
nach Leichennierentransplantation in die linke Fossa iliaca am 6. Juli 2017 
(…) festgehalten. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
nannten die Gutachter im Wesentlichen den Verdacht auf Diabetes melli-
tus, Typ II, Erstdiagnose 2022 (ICD-10 E11.90), eine arterielle Hypertonie 
(ICD-10 I10.90), eine Dyslipidämie (ICD-10 E78.9), eine Adipositas, WHO 
Grad I, BMI 31.6 kg/m2 (ICD-10 E66.00), und ein obstruktives Schlafapnoe-
Syndrom (ICD-10 G47.31; AB 142.1/10 Ziff. 4.2).

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Aufgrund der gestellten Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
könne eine reduzierte psychische und körperliche Belastbarkeit der Be-
schwerdeführerin nachvollzogen werden, einhergehend mit häufigeren 
bzw. längeren Erholungspausen (AB 142.1/10 Ziff. 4.3). Die Gutachter ver-
neinten auf den Gebieten Allgemeine Innere Medizin und Orthopä-
die/Rheumatologie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dagegen at-
testierten sie sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … als auch für 
eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % aus nephrolo-
gischer Sicht respektive von 20 % aus psychiatrischer Sicht. Interdisziplinär 
sei damit von einer 25%igen Arbeitsunfähigkeit für jedwede Tätigkeit aus-
zugehen, wobei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … bereits als optimal 
angepasst anzusehen sei. Diese Arbeitsunfähigkeit könne ab Anfang 2018 
angenommen werden, während zuvor nach der Transplantation im Juli 
2017 bis Ende 2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe 
(AB 142.1/12 f. Ziff. 4.7). Unter Verweis auf die Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit im retrospektiven Verlauf verneinten die Gutachter, dass sich der 
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur Situation im 
Zeitpunkt der Verfügung vom 28. Mai 2019 (AB 86) massgeblich verändert 
habe, es liege eine Arbeitsfähigkeit von 75 % seit Anfang 2018 vor 
(AB 142.1/13 Ziff. 4.11).

3.3.2 In der ergänzenden Stellungnahme vom 29. November 2022 
(AB 166) hielt der ärztliche Leiter der MEDAS D.________, Prof. Dr. med. 
E.________, Facharzt für Neurologie, unter Bezugnahme auf die ärztliche 
Stellungnahme der behandelnden Ärztin, med. pract. F.________, Prakti-
sche Ärztin, vom 11. Juli 2022 (vgl. dazu AB 152) im Wesentlichen fest, 
inwieweit sich möglicherweise das Zustandsbild der Beschwerdeführerin 
nach der Erstellung des Gutachtens verändert habe, könne nicht beurteilt 
werden. Im Rahmen des psychiatrischen Teilgutachtens vom 14. April 2022 
(AB 142.5) habe sich keine floride depressive Symptomatik feststellen las-
sen und eine solche habe sich auch im Psychostatus nicht niedergeschla-
gen. Auch hätten sich keine Veränderung in der Persönlichkeit und auch 
insgesamt keine psychotischen Symptome feststellen lassen. Sollte mitt-
lerweile tatsächlich eine Veränderung in der Erlebniswelt eingetreten re-
spektive eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen 
eingetreten sein, wäre doch an eine Spitalbehandlung zu denken, eventuell 

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mit vorgängiger Konsultation eines psychiatrischen Fachkollegen. Bei der 
psychiatrischen Exploration habe sich keine akut produktiv psychotische 
Symptomatik feststellen lassen und die von der Beschwerdeführerin ange-
führten Trugwahrnehmungen seien – so sie bestanden haben sollten – 
kaum von diagnostischem Wert und daher diagnostisch nicht wegweisend. 
Auch hätten sich im psychiatrischen Gutachten deutliche Inkonsistenzen 
ergeben. Somit müsse an der Beurteilung festgehalten werden. 

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.5

3.5.1 Das Gutachten der MEDAS D.________ vom 10. Mai 2022 
(AB 142.1) einschliesslich der Teilgutachten (AB 142.2-142.5) und die er-
gänzende Stellungnahme der MEDAS D.________ vom 29. November 
2022 (AB 166) erfüllen die vorerwähnten Anforderungen der Rechtspre-
chung an eine beweiskräftige versicherungsexterne medizinische Expertise 
und erbringen vollen Beweis (vgl. E. 3.4 hiervor). Die gutachterlichen Fest-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2023, IV/23/281, Seite 12

stellungen und Ausführungen beruhen auf umfassenden fachärztlichen 
Abklärungen und sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie der 
geklagten Einschränkungen getroffen worden. Gestützt darauf sowie die 
durchgeführte Zusatzdiagnostik (vgl. dazu AB 142.3/16, 142.4/13 f., 
142.5/38 f., 142.7) legten die Gutachter die medizinischen Zusammenhän-
ge einleuchtend dar und begründeten die daraus gezogenen Schlussfolge-
rungen zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-theoretisch zumut-
baren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Es finden sich, abgesehen von den 
abweichenden Berichten der behandelnden Ärztin (vgl. dazu E. 3.5.2 hier-
nach), in den medizinischen Akten keine den gutachterlichen Beurteilungen 
entgegenstehende Anhaltspunkte. Die Gutachter nahmen zudem zur Frage 
nach der revisionsbegründenden Veränderung des Gesundheitszustandes 
respektive der Arbeitsfähigkeit Stellung (vgl. SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 
4.2 und 4.2.1) und verneinten eine solche unter Verweis auf die Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit im retrospektiven Verlauf (vgl. AB 142.1/13 Ziff. 4.11). 
Sodann fanden die Ergebnisse der einzelnen fachärztlichen Untersuchun-
gen Eingang in die umfassende interdisziplinäre Konsensbeurteilung (vgl. 
BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; 137 V 210 E. 1.2.4 S. 224). Das Gutachten 
ist im Übrigen in sich widerspruchsfrei, schlüssig sowie überzeugend. Was 
die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag dessen Beweiswert 
nicht zu schmälern. 

3.5.2 Die übrigen medizinischen Akten, insbesondere die verschiedenen 
Berichte bzw. Stellungnahmen von med. pract. F.________ (AB 57 bzw. 
104/14 ff., 95/3 f. bzw. 104/2 f., 116/2 f., 152), sind nicht geeignet, Zweifel 
an der Vollständigkeit und Schlüssigkeit des MEDAS D.________-
Gutachtens zu wecken. Denn in diesen Berichten wurden keine erkennba-
ren wichtigen neuen Aspekte benannt, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Soweit daher med. pract. 
F.________ (vgl. zur beweisrechtlichen Bedeutung der auftragsrechtlichen 
Vertrauensstellung von Hausärzten und behandelnden Spezialärzten BGE 
125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3) gestützt 
auf denselben medizinischen Sachverhalt zu einer abweichenden Beurtei-
lung der funktionellen Leistungsfähigkeit gelangte, vermag dies rechtspre-
chungsgemäss das Medas-Gutachten nicht in Frage zu stellen (vgl. SVR 
2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). Wenn das ME-

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DAS D.________-Gutachten dabei – wie auch schon das Vorgutachten 
(vgl. dazu AB 70.1/32) – zu einer von der Beschwerdeführerin respektive 
deren behandelnden Ärztin abweichenden Beurteilung des Gesundheitszu-
standes bzw. der funktionellen Leistungsfähigkeit gelangte, ist dies – ent-
gegen der haltlosen Kritik der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 6 ff. 
Ziff. VII/2 und 4.3) – offensichtlich nicht mit einer willkürlichen bzw. einseiti-
gen Würdigung der medizinischen Faktenlagen begründet, sondern viel-
mehr das Ergebnis einer pflichtgemässen eigenständigen und kritischen 
gutachterlichen Beurteilung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

Auch inhaltlich vermögen die Berichte von med. pract. F.________ keine 
Zweifel an den fachärztlichen (psychiatrisch)-gutachterlichen Schlussfolge-
rungen zu wecken. So beschrieb sie im Bericht vom 17. Januar 2021 
(AB 95/3 f.), dass sich bei der Beschwerdeführerin nach der Nierentrans-
plantation im Juli 2017 eine depressive Symptomatik entwickelt habe, wel-
che durch Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit, innerliche Leere, Apathie, Myal-
gie, Schlafstörungen, reduzierte Konzentration und sozialen Rückzug ge-
kennzeichnet sei. Psychotische Symptome und Selbstmordgedanken ver-
neinte sie demgegenüber ausdrücklich. Damit übereinstimmend beschrieb 
med. pract. F.________ bereits im früheren Bericht vom 11. Dezember 
2017 (AB 57/2) im Wesentlichen dieselbe psychopathologische Symptoma-
tik und führte namentlich aus, die Beschwerdeführerin habe Mühe, die Nie-
re einer anderen Person zu akzeptieren, könne nachts nicht mehr schlafen, 
fühle sich unwohl in ihrem Körper und sei kraft- sowie antriebslos. Damit ist 
eine massgebliche Veränderung der Befundlage nicht festzustellen. Hierzu 
wie auch zur bereits damals weder fachärztlich (vgl. Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 16. Oktober 2018, 8C_450/2018, E. 5.1) noch den 
Anforderungen des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 
genügend (vgl. dazu vorne E. 2.3) diagnostizierten mittelgradigen depressi-
ven Störung nahm bereits der psychiatrische Vorgutachter der MEDAS 
C.________ Stellung und widerlegte dies (vgl. AB 70.1/12 f.). Auch im ak-
tuellen psychiatrischen Teilgutachten wurde eine höhergradige Einschrän-
kung der funktionellen Leistungsfähigkeit aus psychischen Gründen ver-
neint (vgl. AB 142.5/44) und bei lediglich angepasster Diagnostik eine im 
Wesentlichen gleich gebliebene Einschränkung beschrieben (AB 142.5/46). 
Diese neue diagnostische Einordnung desselben medizinischen Sachver-

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halts vermittelt ebenfalls keinen Revisionsgrund (vgl. Entscheid des BGer 
vom 7. April 2021, 8C_719/2020, E. 5.2). Die demgegenüber von med. 
pract. F.________ als gravierend und seit Jahren vollständig invalidisierend 
beschriebene gesundheitliche Situation fusst allein und unmittelbar auf den 
unkritisch übernommenen subjektiven Schmerzangaben, den diffus ge-
schilderten Beeinträchtigungen im Alltag und der festen subjektiven Über-
zeugung der Beschwerdeführerin, dauerhaft vollständig arbeitsunfähig zu 
sein (vgl. etwa AB 142.2/12 Ziff. 3.2.15, 142.3/14 Ziff. 3.2.15, 142.5/143 f.). 
Insoweit nahm sie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer 
Sicht an, ohne dass sie die Schmerzangaben und Selbsteinschätzung der 
Beschwerdeführerin in irgendeiner Form zu plausibilisieren versucht hätte 
(vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.1 S. 296). Dies vermag insbesondere auch 
deshalb nicht zu überzeugen, da sowohl im Vorgutachten (vgl. AB 70.1/16 
und 23) als auch im hier zu beurteilenden MEDAS D.________-Gutachten 
(vgl. AB 142.1/11 Ziff. 4.6) verschiedene erhebliche Inkonsistenzen (vgl. 
AB 142.2/16 Ziff. 6.2.1, 142.3/14 Ziff. 4.1), ein mindestens teilweise be-
wusst aggravatorisches Verhalten (vgl. AB 142.5/43 f.) und ein nicht uner-
heblicher primärer sowie sekundärer Krankheitsgewinn beschrieben wur-
den.

Die von med. pract. F.________ nachträglich im Bericht vom 11. Juli 2022 
(AB 152) erwähnten psychotischen Symptome, welche sie im vorangegan-
genen Bericht vom 17. Januar 2021 (AB 95/3 f.) noch ausdrücklich vernein-
te, wurden im Rahmen der teilstationären Behandlung vom 8. März bis 
26. Juni 2021 durch die Psychiatrischen Dienste G.________ nicht be-
schrieben, sondern vielmehr im Psychostatus verneint (vgl. AB 110/3). 
Ebenso verneinte der psychiatrische Gutachter der MEDAS D.________ in 
Kenntnis der von der Beschwerdeführerin geschilderten Trugwahrnehmun-
gen (vgl. AB 142.5/29 f.) das Vorliegen von psychotischen oder ähnlichen 
Störungen; den Symptomen sprach er nur geringen diagnostischen Wert 
zu. Vielmehr habe es den Anschein erweckt, dass die Beschwerdeführerin 
die Erzählungen über die Trugwahrnehmungen dazu nutze, um ihre Er-
krankung zu aggravieren, zu verdeutlichen und Aufmerksamkeit zu erhalten 
(vgl. AB 142.5/43). So führte die Beschwerdeführerin gegenüber dem 
psychiatrischen Gutachter denn auch aus, die Stimme höre sie bereits seit 
zehn oder fünfzehn Jahren (AB 145.5/29), womit – sollten diese Aussagen 

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nicht im Rahmen der gutachterlich festgestellten Verdeutlichungstendenzen 
erfolgt sein – der dadurch geltend gemachten Zustandsverschlechterung 
die Grundlage entzogen ist. Die von med. pract. F.________ aufgeworfe-
nen psychotischen Symptome wurden demnach entgegen der haltlosen 
Kritik in der Stellungnahme der behandelnden Ärztin vom 11. Juli 2022 
(AB 152/2) diagnostisch gewürdigt und mit überzeugender Begründung 
verworfen. Schliesslich fällt auf, dass med. pract. F.________ im Bericht 
vom 13. Oktober 2021 trotz der im Rahmen der teilstationären Behandlung 
erzielten leichten Verbesserung des psychischen Zustandes (vgl. 
AB 110/4), unverändert von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit 2016 
ausging. Unbesehen des Umstandes, dass diese Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit weder aktuell noch im zeitlichen Verlauf überzeugt, wäre gestützt 
auf diese Angaben der behandelnden Ärztin eine anspruchsrelevante Ver-
änderung auf dem psychiatrischen Fachgebiet von vornherein auszusch-
liessen. 

Im psychiatrischen Teilgutachten begründete med. pract. H.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die gestellten Diagnosen und 
deren Auswirkungen auf die funktionelle Leistungsfähigkeit im zeitlichen 
Verlauf gestützt auf eine umfassende klinische Untersuchung der Be-
schwerdeführerin und unter Berücksichtigung der geklagten Einschränkun-
gen (vgl. (vgl. AB 142.5/28 ff.; vgl. dazu Entscheid des BGer vom 18. No-
vember 2021, 8C_534/2021, E. 4.1). Angesichts der Befunde und der 
schlüssigen Erörterung des psychischen Gesundheitszustandes war so-
dann – anders als von der Beschwerdeführerin vertreten (vgl. Beschwerde 
S. 10) – weder im Rahmen des psychiatrischen Teilgutachtens bzw. in der 
Konsensbeurteilung noch anlässlich der ergänzenden Stellungnahme der 
MEDAS D.________ vom 29. November 2022 (AB 166) eine noch weiter-
gehende Auseinandersetzung mit diesen ohnehin nicht fachärztlichen Be-
richten (vgl. Entscheid des BGer vom 15. November 2021, 9C_458/2021, 
E. 3.3 mit Hinweisen) der behandelnden Ärztin erforderlich (vgl. Entscheid 
des BGer vom 16. Dezember 2020, 8C_642/2020, E. 5.2).

3.6 Dem Voranstehenden zufolge bilden das MEDAS D.________-
Gutachten vom 10. Mai 2022 (AB 142.1) und die ergänzende Stellungnah-
me vom 29. November 2022 (AB 166) eine hinreichende Grundlage für die 

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Beurteilung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhaltes. Von 
weiteren medizinischen Abklärungen sind keine entscheidwesentlichen 
neuen Erkenntnisse zu erwarten, sodass darauf zu verzichten ist (antizi-
pierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 
94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.7 Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der MEDAS D.________ 
vom 10. Mai 2022 (AB 142.1/13) liegt im hier zu beurteilenden Vergleichs-
zeitraum (vgl. vorne E. 3.1) unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten 
keine massgebliche Veränderung der medizinischen Verhältnisse vor, die 
geeignet wäre, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be-
einflussen (vgl. vorne E. 2.5.3). Insbesondere kommt der nephrologisch-
gutachterlich nunmehr um 5 % höher bezifferten Arbeitsunfähigkeit keine 
anspruchsrelevante Bedeutung zu. Denn sie wurde rückblickend bereits für 
einen vor dem hier zu beurteilenden Vergleichszeitraum (vgl. vorne E. 3.1) 
respektive mit dem Vorgutachten der MEDAS C.________ überschneidend 
(vgl. AB 70.1/32) festgelegt (AB 142.1/13). Damit stellt sie letztlich eine 
unterschiedliche Würdigung desselben medizinischen Sachverhaltes dar 
(vgl. vorne E. 2.5.3). Eine Veränderung des Gesundheitszustandes im 
Nachgang zum MEDAS D.________-Gutachten ist gestützt auf die weite-
ren medizinischen Akten nicht erstellt. Ebenso ist in erwerblicher oder 
sonstiger Hinsicht eine revisionsrechtlich relevante Veränderung der 
tatsächlichen Verhältnisse weder ersichtlich noch wird eine solche geltend 
gemacht. Da insgesamt kein Revisionsgrund (vgl. vorne E. 2.5.3) besteht, 
ist von vornherein keine Indikatorenprüfung nach BGE 141 V 281 vorzu-
nehmen (Entscheid des BGer vom 10. Mai 2022, 8C_103/2022, E. 2.3 mit 
Hinweisen). 

Schliesslich ist nicht weiter auf die Ausführungen in der angefochtenen 
Verfügung vom 1. März 2023 (AB 177) zum Invaliditätsgrad einzugehen. 
Denn eine dahingehende umfassende Prüfung und Neuermittlung des In-
validitätsgrades wäre nur bei Vorliegen eines Revisionsgrundes vorzuneh-
men. Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts demge-
genüber – wie hier – nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, 
erübrigt sich dies.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2023, IV/23/281, Seite 17

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 1. März 2023 
(AB 177) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen.

5.

5.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als 
amtlichen Anwalt (Beschwerde S. 2, Rechtsbegehren Ziff. 3 und S. 3 f.; vgl. 
auch Eingabe der Beschwerdeführerin vom 3. Mai 2023 samt Beilagen).

5.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.3 Die prozessuale Bedürftigkeit ist – wie bereits mit prozessleitender 
Verfügung vom 31. Mai 2023 festgehalten – aufgrund der gemachten An-
gaben sowie der eingereichten Unterlagen erstellt. Die Beschwerde ist so-
dann nicht als von vornherein aussichtslos zu qualifizieren und für das Ver-
fahren erscheint der Beizug einer anwaltlichen Vertretung angezeigt. Dem-
nach ist für das vorliegende Verfahren antragsgemäss die unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtli-
chen Anwalt zu bewilligen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2023, IV/23/281, Seite 18

kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-
zahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
(vgl. E. 5.3 hiervor) wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) 
– jedoch von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

6.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

6.3 Es bleibt das amtliche Honorar für Rechtsanwalt B.________ fest-
zusetzen:

6.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

6.3.2 Der mit Kostennote vom 2. Juni 2023 (in den Gerichtsakten) geltend 
gemachte Zeitaufwand von 10 Stunden und 50 Minuten ist angemessen 
und die Kostennote im Übrigen grundsätzlich nicht zu beanstanden. Im-
merhin ist darauf hinzuweisen, dass ausgehend von einem Aufwand von 
10 Stunden und 50 Minuten (bzw. rund 10.8333 Stunden) nicht ein Honorar 
von Fr. 2'625.--, sondern ein solches von Fr. 2'708.35 (Fr. 250.-- x 10.8333) 
resultiert. Dieses offensichtliche Versehen ist zu korrigieren. Folglich ist der 
tarifmässige Parteikostenersatz auf Fr. 3’004.40 (Fr. 250.-- x 10.8333 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2023, IV/23/281, Seite 19

x 1.03 [Auslagen, Kleinspesenpauschale; Fr. 81.25] x 1.077 [MWST; 
Fr. 214.80]) festzulegen. Das amtliche Honorar ist dementsprechend inklu-
sive Auslagen und MWST auf Fr. 2'403.50 (Fr. 200 x 10.8333 x 1.03 [Aus-
lagen, Kleinspesenpauschale; Fr. 65.--] x 1.077 [MWST; Fr. 171.85]) fest-
zusetzen und Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft die-
ses Urteils aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VR-
PG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen und 
Rechtsanwalt B.________ wird der Beschwerdeführerin als amtlicher 
Anwalt beigeordnet.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3’004.40 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'403.50 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

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6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Kostennote vom 2. Juni 2023)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.