# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60c405e7-01fd-5e95-852f-623029e7d872
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-29
**Language:** de
**Title:** Berechnung des Valideneinkommens einer Selbständigerwerbenden mit geringfügigem Einkommen
**Docket/Reference:** IV.2014.01184
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.01184.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.01184
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Brügger
Urteil
vom
29. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube
Anwaltskanzlei
Kieser
Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1956, absolvierte nach der obligatorischen Schulzeit eine
Anlehre
im Speiseservice und arbeitete zwischen 1973 und 2005 an diver
sen Stellen im Service und im Detailhandel (
Urk.
7/2/1-2). Von März 2005 bis Oktober 2009 betrieb sie als
Selbstständigerwerbende
ein Bistro/Take
away
. Diesen Betrieb gab die Versicherte infolge eines am
6.
Juli 2009 erlittenen
Unfalles (Sturz beim Treppensteigen)
auf. Am 2
3.
August 2010 (Posteingang) meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, da ihr linkes Bein durch den Unfall derart beeinträchtigt sei, dass es nicht mehr gross belastet werden könne (
Urk.
7/1,
Urk.
7/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Arztberichte von
Dr.
med.
Y.___
, All
gemeine Medizin FMH, vom 3
1.
August 2010 (
Urk.
7/8/1-4; unter Beilage diverser weiterer Arztbericht
e
;
Urk.
7/8/5-27), und von
Dr.
med. Z.___
, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 2. September 2010 (
Urk.
7/10/1-5) ein. Die Versicherte reichte sodann die Ertragsrechnungen und Bilanzen ihres Betriebes der Jahre 2005 bis 2009 ein (
Urk.
7/16/1-12,
Urk.
7/17)
,
und die
IV-Stelle zog die Akten der Helvetia Schweizerische Lebensversicherungs
gesell
schaft AG bei (
Urk.
7/18/1-162).
Am
8.
Februar 2011 teilte die IV-Stelle
X.___
mit, sie übernehme die Kosten für Word- und Outlook-Kurse im Betrag von total
Fr.
1‘880.--
als Frühinterventionsmassnahmen (
Urk.
7/23). Ebenso übernahm die IV-Stelle die Kosten einer Potenzialabklärung, was sie der Versi
cherten am 1
1.
Februar 2011 mitteilte (
Urk.
7/26). Am 1
6.
März 2011 erstattete die
A.___
den Schlussbericht über diese Potenzialabklärung (
Urk.
7/32,
Urk.
7/34/1-7). In der Folge gewährte die IV-Stelle der Versicherten weitere Computer-Kurse (vgl. Mitteilung vom 1
7.
Juni 2011,
Urk.
7/40). Am 12.
Oktober 2011 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung
ab,
mit der Feststellung, dass die Integration von
X.___
in den Arbeitsmarkt trotz entsprechender Bemühungen und Unterstützung sei
t
dem 1
5.
Februar 2011 nicht gelungen sei
(
Urk.
7/45).
In der Folge holte die IV-Stelle die weiteren Arztberichte von
Dr.
Y.___
vom 25. Oktober 2
011 (
Urk.
7/48/6) sowie von Dr.
Z.___
vom 2
3.
Dezember 2011 (
Urk.
7/49, unter Beilage weiterer Berichte,
Urk.
7/50/1-5) ein.
Ausserdem zog sie die zusätzlichen
Akten der Helvetia bei (
Urk.
7/52/1-55).
Dr.
Z.___
verw
ies am 2
5.
April 2012 (Urk.
7/54) auf seinen bereits erstellten Beri
cht vom 2
3.
Dezember 2011 (Urk.
7/55). Die Versicher
te reichte am
4.
Mai 2012 (Urk.
7/56) den Arztbericht von
Dr.
med.
B.___
,
FMH Allgemeinmedizi
n,
Delegierte Psycho
therapie FMPP,
vom 2.
März 2012 (Urk.
7/57) ein, worauf die IV
-Stelle von diesem den
Bericht vom 2
9.
Juli 2012 (
Urk.
7/58) einholte. Am 2
4.
Juli 2013 zog die IV-Stelle die Akten der Schwei
zerischen
Unfallversicherungs
anstalt
(SUVA) bei (Urk. 7/68/1-24). Die Versi
cherte
arbeitete ab dem 2
9.
Mai 2012 in einem Teilzeitpensum als Verkäuferin bei der
C.___
, von welcher die IV-Stelle den Arbeitgeberbericht vom 2
2.
November 2013 einholte (Urk. 7/72). Die IV-Stelle nahm im Weiteren Abklärungen über die selbständige Erwerbstätigkeit der Versicherten vor (vgl. Abklärungsbericht vom 2
5.
Februar
2014,
Urk.
7/74).
Mit Vorbescheid vom 2
5.
Februar 2014 teilte die IV-Stelle
X.___
mit, sie erleide keine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse, weshalb sie keinen An
spruch auf eine Invalidenrente habe (
Urk.
7/77).
Dagegen liess die Versicherte durch Rechtsan
walt Thomas Laube am 2
8.
Februar 2014
(
Urk.
7/79),
4.
März 2014 (
Urk.
7/80)
bzw.
2.
April 2014 (Urk. 7/83)
Einwand erheben.
Die IV-Stelle hielt jedoch daran fest, dass die Versicherte keine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse erleide
,
und wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
6.
September 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X.___
durch Rechtsanwalt Laube am 7. November 2014 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.
2.
Der Beschwerdeführerin sei ab August 2011 eine IV-Rente zu gewähren, gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
.
3.
Es sei Frau
D.___
als Zeugin einzuvernehmen und es sei eine Parteibefragung durchzuführen.
4.
Es sei uns Gelegenheit zur Replik zu bieten.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2014 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Die Beschwerdeführerin liess mit Replik vom
5.
Januar 2015 an ihren Anträgen festhalten (
Urk.
10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
9.
Januar 2015 (
Urk.
14) auf Duplik, was der Beschwerdeführerin am 2
0.
Januar 2015 (
Urk.
15) mitgeteilt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemes
sen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die
leidens
bedingte
Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschrän
kung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252
E.
2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
2.
2.1
2.1.1
Laut dem Arztbericht von
Dr.
Y.___
vom 3
1.
August 2010 (
Urk.
7/8/1-3) beste
hen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
exacerbiert
im Juli 2009, sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine arterielle Hypertonie und eine Adipo
sitas (BMI 37,8 kg/m
2
). Die Beschwerdeführerin sei vom
6.
Oktober 2008 bis zum 3
1.
Mai 2009 zu 50
%
und vom
6.
Juli 2009 bis zu
m
1
1.
September 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig. Die weitere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei durch
Dr.
Z.___
erfolgt.
2.1.2
Am 2
5.
Oktober 2011 (
Urk.
7/48/6) führte
Dr.
Y.___
aus, er habe die Beschwerde
führerin am 1
6.
Juni 2010 zum letzten Mal in seiner Praxis gesehen und betreue sie seither nicht mehr.
2.2
2.2.1
Dr.
Z.___
hielt im Arztbericht vom
9.
Juni 2010 (
Urk.
7/10/1-5) fest, es bestünden gemäss Beurteilung der
E.___
bei der Beschwerdeführerin ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
Fazettenarthrosen
L5/S1 beid
seits und Status nach
Fazetteninfiltration
L5/S1
links am 2
7.
Januar 2010, ein Status nach Partialruptur der
Quadricepssehne
links mit
ossärem
Ausriss am
Patellaoberpol
am
6.
Juli 2009 (konservative Behan
dlung), eine Adipositas (BMI 37,
8) sowie eine arterielle Hypertonie, 3-fach medikamentös behandelt. Die Beschwerdeführerin sei seit dem
1.
August 2010 zu 50
%
arbeitsunfähig. Sie sei in der Gehfähigkeit eingeschränkt, weshalb insbesondere im Service keine volle Leistung zu erwarten sei. Die Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit liege bei 50
%
. Die Reduktion sei vor allem auf die Kniefunktion links zurück
zufüh
ren. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit könne die Beschwerde
führerin wegen des
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms ebenfalls nicht mehr als ein Halbtagespensum leisten.
2.2.2
Am
1.
November 2011 (
Urk.
7/50/1) führte
Dr.
Z.___
aus, die Be
schwer
deführerin sei für sämtliche Tätigkeiten, die sie aufgrund ihrer Aus
bildung aus
führen könne, zu 50
%
eingeschränkt. Für eine reine, vorwiegend sitzende Tätigkeit wie zum Beispiel als Büroangestellte wäre mit den nötigen, vermehr
ten Pausen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit realistisch. Eine solche könne die Beschwerdeführerin aber aufgrund ihrer Ausbildung nicht wahrnehmen. Für sämtliche anderen mit Gehen und Heben verbundenen Tätigkeiten sei und bleibe die Beschwerdeführerin weiterhin zu 50
%
arbeitsunfähig.
2.2.3
Am
9.
April 2013 (
Urk.
7/68/9
und
Urk.
7/68/11
) führte
Dr.
Z.___
zu Händen der SUVA aus, die Diagnose sei unverändert. Der bisherige Verlauf sei durchzogen, die Prognose gut. Es gebe keine Umstände, welche den
Heilungs
verlauf
negativ beeinflussen würden. Die Beschwerdeführerin werde weiterhin mit Analgetika und Physiotherapie behandelt. Es habe eine Wiederaufnahme der Arbeit zu 50 % stattgefunden. Die Beschwerdeführerin sei beim Gebrauch des linken Beines dauerhaft eingeschränkt.
2.2.4
Am 3
1.
Mai 2013 (
Urk.
7/68/4) gab
Dr.
Z.___
zu Händen der Arbeitgebe
rin der Beschwerdeführerin an, er möchte festhalten, dass die Beschwerdeführerin Knieprobleme habe und es wenig sinnvoll sei, sie in Sch
ichten von 8 bis 9 Stunden
arbeiten zu lassen.
Die Beschwerdeführerin arbeite nur 50
%
und ertrage Schichten von 4 bis 5 Stunden viel besser. Es werde darum gebeten, diesem Umstand bei der Einsatzplanung Rechnung zu tragen.
2.3
Laut dem vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in Auftrag gegebenen Gutachten von
Dr.
med. F.___
, Facharzt FMH für Rheumatologie, vom 2. Februar 2011 (
Urk.
7/52/11-20) bestehen bei der Beschwerdeführerin
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links mit/bei
Schmerz
ausweitung
über die ganze Wirbelsäule,
leichtgradigen
degenerativen Ver
änderungen der gesamten Lendenwirbelsäule,
Spondylarthrose
beidseits bei L5/S1,
Ileosakralgelenksarthrose
beidseits, mus
kulären Haltungsinsuffizienzen und Adipositas sowie eine Partialruptur der
Quadrizepssehne
links mit
ossärem
Ausriss am
Patellaoberpol
nach
Treppen
sturz
am
6.
Juli 200
9.
Ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei ausser
dem eine arterielle Hypertonie vorhanden.
Die Folgen des Treppensturzes
am linken Knie
seien (fast vollständig) in den Hintergrund getreten. Im Vorder
grund stünden Schmerzen ausgehend von der Lendenwirbelsäule mit Schmer
z-
ausstrahlung einerseits in den linken Ober
schenkel, anderseits aufsteigend ent
lang der gesamten Wirbelsäule. Jedoch stehe die von der Beschwerdeführerin angegebene Schmerzintensität zurzeit in keinem Verhältnis zu den objektivier
baren Veränderungen der
Lendenwirbel
säule
sowie des Beckens. Die geltend gemachten Beschwerden könnten durch die objektivierbaren Befunde in keiner Art und Weise erklärt werden.
Inwieweit die Psyche die Schmerzen beeinflusse, könne aus rheumatologischer Sicht nicht beurteilt werden, weshalb eine psychi
atrische Begutachtung absolut notwendig sei. Aus rein rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin leicht bis höchstens mittelgradig behindert. Für kör
perlich geeignete leichte bis mittel
schwere Arbeiten mit der Möglichkeit häufi
ger Positionswechsel sei die Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch zu 100
%
arbeitsfähig. Für körperlich schwere Arbeiten wie der zuletzt ausgeübte
Beruf als Köchin/Wirtin im eigenen Betrieb sei die Beschwerdeführerin höchs
tens zu 50
%
arbeitsfähig.
2.
4
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
B.___
vom 2
9.
Juli 2012 (
Urk.
7/58) bestehen bei der Beschwerdeführerin eine Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22), eine mittelgradige rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.10), ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
Fazet
tenarthrosen
L5/S1, Knieschmerzen links bei
peripatellärem
Schmerz
syndrom
nach
Quadrizepssehnenruptur
II links im Juli 2009, konservative Behandlung (
E.___
).
Die Beschwerdeführerin habe von 1981 bis 2005 durchgehend bei der
G.___
gearbeitet, zuletzt sei sie dort Rayonchefin gewesen. Ab 2005 bis zum Unfall am
6.
Juli 2009 habe sie selbständig ein Bistro in der Zürcher Innenstadt gefüh
rt. Der Unfall habe sich nachts
ereignet, die Beschwerdeführerin
sei beim Gang auf die Toilette auf der Treppe
ihrer
Maisonette-Wohnung zu Fall gekommen. Die rezidivierende depressive Entwicklung habe im Herbst 2009 begonnen, als die Beschwerdeführerin habe erkennen müssen, dass die Unfall
folgen eine Weiterführung ihrer selbständigen Tätigkeit verunmöglichten. Wegen ihrer Schmerzen sei sie gezwungen gewesen, das Bistro im Oktober 2009 zu verkaufen. Dieser Verlust ihrer Lebensgrundlage sei für sie, welche
sich
mit der selbständigen Führung eines Restaurationsbetriebes einen Traum verwirk
licht habe, ein kapitaler Schock gewesen. Im Mai 2010 sei die Beschwerdefüh
rerin wegen des
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms für drei Wochen stati
onär in der
E.___
behandelt worden. Gemäss Austrittsbericht sei sie weitgehend beschwerdefrei und in gutem
Allgemein
zustand
entlassen worden. In der Folge habe die Invalidenversicherung Ein
gliederungsmassnahmen durch
geführt. Einen Arbeitsversuch bei
H.___
ver
mutlich im Herbst 2011 habe die Beschwerdeführerin nach einem Tag ab
brechen müssen.
Am 1
0.
Juli 201
2
sei die Beschwerdeführerin auf das rechte Knie gestürzt. Sie sei in die Leere getre
ten und habe einen kleinen Absatz verfehlt, bei Unsicherheit im linken Knie. Der Sturz habe eine Kontusion am Ellbogen rechts und
der
Hand
T
henar
und
p
almar
links zur Folge gehabt.
Anlässlich der
Untersuchung am rechten Knie vom 11. Juli 2012 habe ein
Punktat
30 ml gelbe
n
klaren Erguss ergeben. Die Bänder seien stabil gewesen. Die Beschwerdeführerin habe ausserdem eine
Knö
chelschwellung
rechts aufge
wiesen.
Wegen
aggravierender
Adipositas sei sie
im Mai 2011 auf Zuweisung von
Dr.
Z.___
zu ihm -
Dr.
B.___
-
in Behandlung gekommen.
Sie habe berichtet, dass die Schmerzen bald nach dem Austritt bei der
E.___
wieder zugenommen hätten. Es sei eine stark zunehmende, rezidivierende depressive Symptomatik festgestellt worden, wes
halb im November 2011 mit einer antidepressiven Behandlung (medikamentös und Psychotherapie) begonnen worden sei. Im Juni 2012 habe die Beschwerde
führerin einen Arbeitsversuch als Kioskmitarbeiterin zu einem Pensum von 50
%
begonnen. Nach sechs Wochen bestehe die gesicherte Erkenntnis, dass sie in der Lage sei, diese Tätigkeit auszuüben, sie aber mit der 50%igen Arbeit an die Grenze ihrer derzeitigen Möglichkeiten komme.
Die Prognose sei somatisch eher schlecht, aufgrund der kombinierten seelischen und somatischen Beein
trächtigungen sei eine dauernde Invalidität von 50
%
zu erwarten.
Die Beschwerdeführerin sei körperlich aufgrund ihrer chronischen Schmerzen im Rücken und in beiden Knien bei und nach langem Stehen eingeschränkt. Psy
chisch sei ihr aufgrund eingeschränkter Konzentrations
fähigkeit und schneller Ermüdbarkeit sowie aufgrund ihrer
Stimmungs
schwankungen
eine Tätigkeit im bisherigen Beruf nicht mehr mög
lich.
2.
5
2.
5
.1
Dr.
med. I.___
, Facharzt Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin führte am 1
6.
November 2011 (Urk. 7/76/3-4) aus, die Beschwerdeführerin sei durch die Unfallfolgen
berufs
relevant
beeinträchtigt. Die Einschränkungen würden eine verminderte
Geh
stre
cke
und mehr als leichte Lastenhandhabungen im Stehen oder Gehen betreffen. Diese Vorgaben seien mit der bisherigen Tätigkeit im Betreiben eines Take-
Away
nicht mehr vereinbar. Zudem müsse gegenwärtig noch ein erhöhter Erholungsbedarf von 50
%
eines Arbeitstages angenommen werden.
Ver
siche
rungsmedizinisch
liege seit dem
6.
Juli 2009 (Datum des Unfalls) eine Ar
beits
unfähigkeit von 100
%
in der bisherigen Tätigkeit vor. In einer angepassten Tätigkeit bestehe ab dem 1
4.
Juni 2010 (Austritt aus der
E.___
) eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Es handle sich aber nicht um einen weitgehend sta
bilisierten Gesundheitszustand. Deshalb werde eine Neubeurteilung durch den RAD in 12 Monaten empfohlen, wenn bis dahin nicht eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit erreicht worden sein sollte.
2.
5
.2
Am 2
8.
Januar 2012 (
Urk.
7/76/5) hielt
Dr.
I.___
fest, gemäss dem
Verlaufsbe
richt
von
Dr.
Z.___
(vgl. E. 2.2.2)
sei die Beschwerdeführerin in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit mit der Möglichkeit vermehrter Pausen zu 80 % arbeitsfähig. Es lägen aber keine Angaben zu den Befunden vor, welche auf die attestierte Arbeitsfähigkeit schliessen liessen.
2.
5
.3
Am
1.
Juni 2012 (
Urk.
7/76/6) gelangte
Dr.
I.___
zum Ergebnis, da zwischen
zeitlich ein Arztwechsel stattgefunden habe und zusätzlich eine schwere psy
chische Erkrankung geltend gemacht werde, sei die Einholung ent
sprechender Arztberichte erforderlich.
2.
5
.4
Am 1
5.
September 2012 (
Urk.
7/76/7) gab
Dr.
I.___
an,
aufgrund des Berichtes von
Dr.
B.___
vom 2
9.
Juli 2012
sei davon auszugehen, dass aufgrund des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eine längere Präsenzzeit auch in einer angepassten Tätigkeit nicht mehr ausgewiesen sei. Die in der Stellung
nahme vom 1
6.
November 2011 aufgeführten Daten blieben damit definitiv.
2.
5
.5
RAD-Arzt
Dr.
med.
J.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, bestätigte am 2
1.
Au
gust 2013 (
Urk.
7/76/7) die Einschätzung von
Dr.
I.___
vom 1
5.
September 2012, wonach der Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit eine längere Präsenzzeit als 50
%
bzw. 4-5 Stun
den pro Tag nicht mehr zumutbar sei.
Anlass für eine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht.
2.6
Gemäss dem Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 2
5.
Februar 2014 (
Urk.
7/74) h
at
die Beschwerdeführerin
laut ihren Angaben
nach dem Unfall im Juni 2009 ihr Bistro im Oktober 2009 aufgeben müssen. Anschlies
send sei sie 3 Jahre
a
rbeitslos gewesen, was ihr auch psychisch stark zugesetzt habe. Nach drei Jahren habe sie die Anstellung als Kioskmitarbeiterin bei der
C.___
bekommen, wo sie im Stundenlohn zwischen 13 und 20 Stunden wöchentlich arbeite. Nach der Arbeit müsse sie sich zu Hause ausruhen, einer
seits weil sie wegen des frühen Aufstehens um 3 Uhr müde sei, andererseits müsse sie ihr Bein und ihren Rücken durch Liegen entlasten. Seit sie arbeiten könne, gehe es ihr psychisch wieder viel besser. Sie habe etwas zu tun und werde gebraucht. Es vergehe jedoch trotz regelmässiger Einnahme von Schmerzmitteln kein Tag ohne Schmerzen.
Dr.
B.___
besuche sie einmal monatlich, bei sehr starken Schmerzen auch jede
2.
Woche,
Dr.
Z.___
sehe sie jeden bis jeden
2.
Monat.
Ihr Bistro
habe sich
in einer umgeb
auten
ehemaligen Garage befunden. Es sei ein offenes Lokal
, in welchem es eine Bar mit 3 Sitzplätzen und 4 Tische mit je 4 Sitzplätzen sowie eine offene Küche gegeben habe. Man habe jeweils von Montag bis Freitag zwischen 7 Uhr und ca. 20 Uhr geöffnet gehabt.
Das Bistro sei vom ehemaligen Inhaber abgekauft worden. Zumal die Geräte nicht mehr in Ordnung gewesen seien, habe man dafür
viel
zu viel bezahlt. Das Bistro habe einen schlechten Ruf gehabt, da der ehemalige Inhaber von den Gästen Geld geliehen und dieses nie zurückbezahlt habe.
Mit der Zeit habe man sich aber einen guten Ruf erarbeiten können und dank einem Elektrobetrieb gegenüber habe man rasch Stammkunden bekom
men.
Den Traum
eines eigenen Bistros habe sie schon lange gehabt. Gemeinsam mit ihrer ehemaligen Stellvertreterin bei der
G.___
habe sie sich selbständig gemacht. Die Beschwerdeführerin habe sich als Startkapital ihr
Pensionskassen
geld
auszahlen lassen. Sie sei für die Küche zuständig gewesen
,
und die Kolle
gin habe sich um den Service gekümmert. Pro Woche habe sie ca. 75 Stunden im Bistro verbracht. Kochen sei ihre Leidenschaft, sie habe täglich ein frisches Menu zubereitet und frische Sandwichs gemacht. Ausserdem habe sie Fleisch- und Käseplatten für Partys hergerichtet. Die Reinigungsarbeiten habe man sich geteilt, für die Zahlungen sei sie zuständig gewesen. Für zusätzliches Personal seien weder genügend Arbeit noch finanzielle Mittel vorhanden gewesen. Selber hätten sie sich keinen Monatslohn ausbezahlt, sondern nach Zahlung aller Rechnungen den Gewinn und das Trinkgeld geteilt. Sie hätten mit dem Bistro tatsächlich viel weniger verdient als bei der
G.___
. Dies sei ihr in dieser Zeit jedoch nicht wichtig gewesen, da mit dem Bistro ein Traum in Erfüllung gegan
gen sei, welchen sie nicht missen möchte.
Den Betrieb hätten sie im Oktober 2009 verkauft. Sie habe wegen ihrer Erkrankung nicht mehr arbeiten können
,
und die Partnerin habe den Betrieb mangels entsprechender Kochkünste nicht ohne sie weiterführen können. Der Erlös sei geteilt worden. Ob sie den Betrieb bei guter Gesundheit noch führen würde, sei schwer zu sagen, da der Gewinn jährlich gestiegen sei, gehe sie aber davon aus, dass dies der Fall gewesen wäre. Die Abklärungsperson führte im Weiteren aus, aufgrund der Geschäftszahlen wäre eine Aufgabe des Betriebes aus wirtschaftlichen Gründen sicher sinnvoll gewesen. Allerdings habe die Beschwerdeführerin während des Gesprächs mehrfach angegeben, dass sie das Bistro gemeinsam mit ihrer Partnerin nicht aus finanziellen Gründen übe
rnommen habe. Es sei ihr Traum
und ihr Hobby
gewesen
. Die finanzielle Einbusse habe sie deshalb hinge
nommen.
Es sei im Gespräch nie die Rede davon gewesen, dass sie bei guter Gesundheit das Bistro aufgegeben und zu 100
%
in einem Kiosk gear
beitet hätte.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 26. September 2014 davon aus, dass es der Beschwerdeführerin aus somatischer und psychischer Sicht möglich gewesen sei, jederzeit einer angepassten Tätig
keit in einem 50%-Pensum nachzugehen. Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 16‘388.40 und einem Invalideneinkommen von
Fr.
27‘206.-- resultiere keine Erwerbseinbusse resp. ein Invaliditätsgrad von 0
%
(
Urk.
2).
3.
2
Die Beschwerdeführerin lässt zur Begründung ihrer Beschwerde vorbringen, die Beschwerdegegnerin habe für die Ermittlung des
Valideneinkommens
zu
Unrecht auf das im Jahr 2009 erzielte Einkommen abgestellt und damit die Regel verletzt, wonach das Einkommen im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns - vorliegend März 2011 - massgebend sei. Es sei unwahr
schein
lich, dass sie im Gesundheitsfall das Bistro weitergeführt hätte. Die Partnerin s
ei
wegen des schlechten Verdienstes ausgestiegen und habe ein Nail-Studio eröff
net. Alleine hätte die Beschwerdeführerin das Bistro aber nicht weiterführen können, auch wenn sie gesund geblieben wäre. Ausserdem habe sich auch auf
grund der bevorstehenden Rauchergesetzgebung abgezeichnet, dass sich das Bistro nicht mehr halten lasse, da dessen Grösse kein Raucher
abteil erlaubt hätte. Das von der Beschwerdegegnerin veranschlagte
Validen
einkommen
von gut
Fr.
16‘000.-- pro Jahr ergebe ausserdem einen Monatslohn von lediglich
Fr.
1‘366.-- pro Monat.
Davon könne die Be
schwerdeführerin nicht leben.
Aus
serdem sei es wohl kaum ihr Traum gewesen, pro Woche ca. 75 Stunden zu arbeiten und damit ein wesentlich geringfügigeres Einkommen zu erzielen als zuvor bei der
G.___
. Die Stelle als Kioskverkäuferin habe sie deutlich vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung angetreten, womit diese Änderung in der Einkommensverhältnissen zu berücksichtigen sei (
Urk.
1).
3.
3
In der Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2014
machte die Beschwerde
-
gegne
rin
geltend, nach erneuter Prüfung der Unterlagen könne sie an der medizinischen Annahme einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit nicht fest
halten. Vielmehr sei aufgrund der vorhandenen medizinischen Ein
schätzungen, insbesondere des Gutachtens von
Dr.
F.___
,
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aus somatisch
er Sicht voll arbeitsfähig sei. Psychiatrisch lägen zudem ausschliesslich Diagnosen vor, welche aus
invalidenversiche
rungsrechtlicher
Sicht nicht relevant seien. Die Beschwerdeführerin verfüge über genügend Ressourcen, um ihr Leiden zu überwinden und wieder vollum
fänglich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Beschwerdeführerin sei somit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig und habe damit keinen Rentenanspruch, selbst wenn von dem von ihr geltend gemachten
Valideneinkommen
ausgegangen würde
(Urk.
6)
.
3.
4
Replicando
liess die Beschwerdeführerin ausführen, es sei stossend, dass die Beschwerdegegnerin
im vorliegenden Verfahren erstmals vorbringe, es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit, nachdem sie in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Stellungnahmen des RAD lediglich von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen sei.
Ausserdem stütze sich die Beschwerdegegnerin auf ein Gutachten aus dem Jahre 2011, welches den Unfall aus dem Jahre 2012 (Sturz auf das Knie) nicht berücksichtige.
Eben
so sei es nicht zulässig, ausschliesslich auf ein rheumatologisches Gutachten
abzustellen, obwohl die Beschwerdeführerin auch unter ortho
pädischen und psychiatrischen Beeinträchtigungen des Gesundheits
zustandes leide (
Urk.
10).
4.
4.1
Das
Valideneinkommen
ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG
;
Art.
28a
Abs.
1 IVG). Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist
rechtsprechungs
ge
mäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmögli
chen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; Urteil 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E. 6.4). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfah
rungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein
(BGE 135 V 5
8
E. 3.1)
.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung schliesst nicht aus, dass auch bei Erwerbs
tätigen unter Umständen nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt wird. Das trifft bei selbständig Erwerbenden dann zu, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbstständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
an
dere Tätigkeit angenommen hätte
, oder dann, wenn die vor der
Gesundheits
beeinträchtigung
ausgeübte selbstständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestim
mung des
Valideneinkommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Auf
nahme der selbstständigen Er
werbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen etc.)
die
Betriebsge
winne
gering sind
. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeits
fähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten bestanden
hätten
. Das gilt auch dann, wenn beim Invalideneinkommen dem Versicherten aufgrund der
Schadenmin
derungspflicht
zugemutet wird, in eine einträglichere unselbstständige Tätigkeit zu wechseln (
BGE 135 V
58
E. 3.4.6 mit diversen Hinweisen
).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger
Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
4.2
Die Beschwerdeführerin hat sich im Rahmen des
Gesprächs mit der
Abklärungs
person
der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
Oktober 2013 (
Urk.
7/74) dahingehend geäussert, dass sie das Bistro ohne Eintritt des Gesundheitsschadens
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
weiter ge
führt hätte. Sie gab an, das Bistro sei ihr Traum und ihr Hobby gewesen
,
und sie habe aus diesem Grund finanzielle Ein
bussen hingenommen. Sie
führte aus
, dass sie
und ihr
e
Partnerin
die sich bei der Übernahme
des Bistros
wegen des schlechten Rufes und der zu hohen
Über
nahmekosten
verursachten Schwierig
keiten hätten überwinden können.
Von sich abzeichnenden
Problemen
wegen de
r
damals bevorstehenden Einführung des
Rauchverbots in
Gastwirtschafts
betrieben
erwähnte sie dagegen nichts.
Ebenso ergibt sich aus dem Bericht von
Dr.
B.___
vom 2
9.
Juli 2012 (
Urk.
7/58/6), dass die Beschwerdeführerin das Bistro aus gesundheitlichen Gründen und nicht aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben hat. Sie habe mit dem Bistro ihre Lebensgrundlage verloren, was für sie ein Schock gewesen sei. Die selbständige Führung eines Restaurations
betriebes sei die Erfüllung eines Traumes gewesen.
Die Beschwerdeführerin hat mithin in ihren früheren Aussa
gen - welchen wie erwähnt höheres Gewicht bei
zumessen ist -
eindeutig
ange
geben, dass sie das Bistro ohne Eintritt des
Gesund
heitsschadens
weitergeführt hätte. Wenn sie nunmehr geltend macht, in der Realität habe die Führung des Bistros nicht ihrem Traum entsprochen, widerspricht sie damit diametral ihren bisherigen Aussagen, weshalb dies nicht als glaubhaft erscheint.
Es lässt sich auch nicht feststellen
, dass die Beschwerde
führerin durch das Rauchverbot
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ge
zwungen worden wäre, das Bistro aufzu
geben, existieren doch trotz Rauch
verbot nach wie vor zahlreiche Betriebe mit
gleichem oder ähnlichem Konzept. Insbesondere verfügte der Betrieb auch über Take
away
-Kunden und über einen Aussenbereich, in welchem weiterhin geraucht werden kann.
Bezüglich der Partnerin hat die Beschwerdeführerin gegenüber der
Abklärungs
person
der Beschwerdegegnerin am 2
4.
Oktober 2013 (
Urk.
7/74/2) noch ausgeführt, die Partnerin habe das Bistro nicht weitergeführt, da sie nicht kochen könne, während sie jetzt geltend macht, die Partnerin habe ohnehin aus dem Projekt aussteigen wollen. Selbst wenn dies zutreffen sollte, lässt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin beim Ausstieg der Partnerin den Betrieb hätte aufgeben müssen, aber nicht eindeutig beantworten.
Jedenfalls
erscheint es
angesichts des hohen Stellenwertes, welchen sie dem Führen des Bistros beimass,
als ebenso wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin eine
neue Partnerin ge
sucht
hätte, welche mit ihr das Bistro weitergeführt hätte.
So oder so
erscheint
aufgrund ihrer „Aussagen der ersten Stunde“
insgesamt als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt de
s Gesundheitsschadens weiterhin
als Betreiberin ihre
s
Bistros
selbständig erwerbstätig gewesen wäre.
Von der beantragten Zeugen- und Parteibefragung (
Urk.
1 S. 4 und 5) sind daher keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesge
richtes 8C_283/2009 vom 18. September 2009 E. 2.2.2).
4.3
Die Beschwerdegegnerin hat anhand der von der Beschwerdeführerin eingereich
ten Buchhaltungsunterlagen (
Urk.
7/16) und den Abklärungen bei der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/76) ein vor Eintritt des Gesundheitsschadens erziel
tes Erwerbseinkommen von
Fr.
16‘388.40 berechnet. Sie ist zu diesem Ergebnis gelangt, indem sie das Durchschnittseinkommen der Jahre 2007 bis 2009 berechnet, diesen durch zwei geteilt (je 50
%
für die Beschwerdeführerin und ihre Geschäftspartnerin)
und
für das Jahr 2010 dem Index angepasst hat (
Urk.
7/74/7).
Die Berechnung wird von der Beschwerdeführerin nicht bean
standet.
Sie fiel angesichts der im Individuellen Konto der Beschwerdeführerin in den Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens (Juli 2009) eingetragenen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit (
Urk.
7/66; vgl. zur Bedeutung der Einträge im Individuellen Konto bei der Berechnung des
Valideneinkom
mens
von
Selbständigerwerbenden
statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 9C_683/2010 vom 1
0.
Dezember 2010 E. 4.3 mit Hinweisen) jedenfalls nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus.
4.4
Die Beschwerdeführerin hat am 2
9.
Mai 2012 eine Tätigkeit als Verkäuferin bei der
C.___
aufgenommen (
Urk.
7/72). Mit dieser Tätigkeit erzielt sie einen Stundenlohn von
Fr.
21.56
(
inkl.
Krankheitszulage und 1
3.
Monatslohn
,
zuzügl
. Ferienentschädigung
).
Bei einer Arbeitszeit von 43 Stunden pro Woche beträgt das Jahreseinkommen
Fr.
48‘208.15 (
Fr.
21.56 x 43 x 52) bzw. bei einem der Beschwerdeführerin unstrittig noch zumutbaren Pensum von 50
%
Fr. 24‘105.0
5.
Die Beschwerdeführerin erleidet damit keine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Renten
an
spruch verneint hat.
4.5
Ob – wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort neu geltend machte (vgl. E. 3.4) – die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit tatsächlich zu 100
%
arbeitsfähig wäre, kann unter diesen Umständen offen bleiben. Es ist jedoch anzumerken,
dass der Beschwerdeführerin von
Dr.
F.___
im Bericht vom 2. Februar 2011 (
Urk.
7/52/11-20) eine 100%ige Arbeitsfähig
keit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit bescheinigt wurde und auch
Dr.
Z.___
im Bericht vom
1.
November 2011 (
Urk.
7/50/1) festgehalten hat, für reine, vorwiegend sitzende Tätigkeiten sei mit den vermehrten Pausen eine Arbeitsfähigkeit von 80% realistisch. Es
besteht
mithin
Grund zur Annahme
, dass die Beschwerdeführerin
aus somatischer Sicht
in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit, welche insbesondere eine
n
geringeren Anteil ste
hender Tätigkeiten enthält als jene
als
Verkäuferin in einem Kiosk, in einem grösseren Umfang arbeitsfähig ist als lediglich zu 50
%
, wobei es hierzu aber an einer aktuellen
und umfassenden
ärztlichen
Einschätzung fehlt.
Aus psychischer Sicht werden der Beschwerdeführerin von
Dr.
B.___
zwar gewisse Einschrän
kungen in der Arbeitsfähigkeit
bescheinigt (vgl. E. 2.4). Es gilt jedoch zu beachten, dass gemäss bundesgerichtlicher Praxis leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1 mit Hinweisen). Vorliegend ist zwar aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin im November 2011 mit einer antidepressiven Behandlung (Psychopharmaka, Psychotherapie) begonnen hat (vgl. E. 2.4; vgl. auch Bericht von Dr.
B.___
an die Helvetia Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft vom 2. März 2012, Urk. 7/57). Ob sie die zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten der depressiven Symptomatik in der Folge bis zum Erlass der - rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden (BGE 130 V 446 E. 1.2 mit Hinweisen) - Verfügung vom 26. September 2014 (Urk. 2) voll ausgeschöpft hat, kann aufgrund der vorliegenden Akten aber nicht beurteilt werden.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint hat, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
600
.-- fes
tzulegen und ausgangsgemäss von der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Thomas Laube
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstBrügger