# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42a1b565-dd92-59c5-8503-cf43354cec24
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-14
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 14.05.2020 VG.2020.00020 (VG.2020.925)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2020-00020_2020-05-14.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 14. Mai 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2020.00020

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
    (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______, geboren am […], ist seit dem 14. Mai 1985
  im Vollzeitpensum bei der C.______AG als Kranführer arbeitstätig. Dabei ist
  er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
  von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 9. August 2018 erlitt er
  als Fahrzeugbeifahrer einen Verkehrsunfall. Dabei kollidierte das Unfallfahrzeug
  auf einer Autobahnausfahrt mit einer Leitplanke, überschlug sich und landete
  in der angrenzenden Böschung auf dem Dach. Alle vier Fahrzeuginsassen konnten
  sich selber aus dem Auto befreien. 

  
	
   

  
	
  1.2 Die Suva erbrachte die gesetzlichen
  Versicherungsleistungen für die Folgen dieses Berufsunfalls. Nach Vornahme
  verschiedener medizinischer Abklärungen teilte die Suva A.______ am
  29. August 2019 mit, die Heilkosten- und Taggeldleistungen per
  8. September 2019 einzustellen.

  
	
   

  
	
  1.3 Gleichentags erliess die Suva die
  leistungsabweisende Verfügung. Dagegen erhob die Krankenkasse von A.______ am
  5. September 2019 vorsorglich Einsprache, welche sie am
  30. September 2019 wieder zurückzog. Die am 17. September 2019 von
  A.______ erhobene Einsprache wies die Suva am 27. Januar 2020 ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mit Beschwerde vom 26.
  Februar 2020 gelangte A.______ ans Verwaltungsgericht und beantragte, den
  Einspracheentscheid vom 27. Januar 2020 aufzuheben und die Angelegenheit an
  die Suva zurückzuweisen. Überdies seien ihm die unentgeltliche Prozessführung
  und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten-
  und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva. Die Suva beantragte am
  9. März 2020 die Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 1 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG) i.V.m.
  Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
  Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 1
  des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Insoweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift
  die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels beantragt, ist er darauf
  hinzuweisen, dass aufgrund der gesetzlich vorgesehenen Raschheit des
  Verfahrens kein Anspruch auf einen solchen besteht. Vielmehr liegt die
  Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels im Ermessen des Gerichts. Die
  Parteien haben jedoch Anspruch darauf, von allen beim Gericht eingereichten
  Stellungnahmen Kenntnis zu erhalten und sich dazu zu äussern, weshalb das
  Gericht alle Eingaben den Parteien wenigstens zur Kenntnisnahme zustellen
  muss. Die Zustellung zur Kenntnisnahme ist insbesondere dann nicht zu
  beanstanden, wenn von den Parteien erwartet werden kann, dass sie
  unaufgefordert dazu Stellung nehmen, wovon bei rechtskundig vertretenen
  Personen ausgegangen werden darf (Susanne Bollinger, in Ghislaine
  Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne Leuzinger [Hrsg.], Basler Kommentar,
  Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, Art. 61 N. 7,
  mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeantwort der
  Beschwerdegegnerin wurde nach deren Erhalt umgehend dem rechtskundig
  vertretenen Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt. In der Folge hat
  dieser darauf verzichtet, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Ebenso wenig hat
  er um Ansetzung einer Frist zum Einreichen einer Stellungnahme ersucht.
  Folglich ist davon auszugehen, dass er sich im vorliegenden Verfahren in
  genügender Weise äussern konnte, weshalb kein zweiter Schriftenwechsel
  anzuordnen ist.

  
	
   

  
	
  1.3 Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist
  grundsätzlich schriftlich. Das Verwaltungsgericht kann auf Antrag der
  Parteien oder von Amtes wegen eine mündliche Verhandlung anordnen (Art. 96
  Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 [VRG]).
  Nach Art. 6 Ziff. 1 Satz 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte
  und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK) hat jedoch jede Person ein
  Recht darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen
  Ansprüche und Verpflichtungen oder über eine gegen sie erhobene
  strafrechtliche Anklage von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz
  beruhenden Gericht in einem fairen Verfahren, öffentlich und innerhalb
  angemessener Frist verhandelt wird. Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist auf
  sozialversicherungsrechtliche Streitigkeiten anwendbar
  (BGE 122 V 47 E  2a). Damit hat der Beschwerdeführer
  grundsätzlich Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung. 

  
	
   

  
	
  Der Grundsatz der
  Öffentlichkeit bezieht sich sowohl auf die Parteiöffentlichkeit als auch auf
  die Publikums- und Presseöffentlichkeit. Der Öffentlichkeitsgrundsatz
  beinhaltet hingegen keinen Anspruch darauf, dass bestimmte Beweismittel
  öffentlich und in Anwesenheit der Parteien abgenommen werden. Die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung setzt daher im
  Sozialversicherungsprozess einen Parteiantrag voraus, aus dem klar und
  unmissverständlich hervorgehen muss, dass eine konventionskonforme
  Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit durchgeführt werden soll.

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer beantragt ohne
  weiteren Kommentar eine mündliche Verhandlung. Daraus geht nicht hervor, dass
  er eine konventionskonforme Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit
  beantragt, weshalb auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung
  verzichtet werden kann.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Versicherte hat gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG
  Anspruch auf die zweckmässige Behandlung seiner Unfallfolgen. Ist er infolge
  des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er
  gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf ein
  Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der
  Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder
  mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
  gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
  dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
  Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände,
  ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder
  nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten
  gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung
  des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die
  alleinige und unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt,
  dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
  körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt
  hat, der Unfall mit anderen Worten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass
  auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele
  (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ob zwischen einem schädigenden
  Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
  Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung
  bzw. im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden
  Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit
  eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
  (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 359 E. 4a). Es ist
  daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht lediglich den von
  der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern
  medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben
  werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht
  (BGE 119 V 335 E. 2b f.). Entscheidend ist dabei die Würdigung der
  in den Akten liegenden medizinischen Berichte, wobei der
  Richter bei der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht ohne
  zwingenden Grund von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht
  (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  2.3 Die
  Leistungspflicht der Unfallversicherung setzt im Weiteren voraus, dass zwischen
  dem Unfall und der dadurch verursachten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit
  ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ein Ereignis hat dann als adäquate
  Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
  Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen
  Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses
  Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint
  (BGE 117 V 359 E. 5a). Die
  Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
  praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der
  natürlichen Kausalität deckt (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung
  des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
  Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. A., Zürich/Basel/Genf 2012,
  S. 58 f.). Als objektivierbar gelten
  Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden
  und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Nach ständiger bundesgerichtlicher
  Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst
  dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden
  Abklärungen bestätigt werden (vgl. etwa BGE 138 V 248
  E. 5.1). 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1
  Der Versicherungsträger prüft die
  Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die
  erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Im Rahmen der
  Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich
  Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu.
  Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage.
  Gestützt auf den Beweisgrad ist der Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass
  über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21.
  Oktober 2013 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  3.2
  Zur Abklärung medizinischer
  Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszustands sowie der
  Feststellung des natürlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der Medizin – ist
  die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr
  vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122
  V 157 E. 1b, mit Hinweisen). Nach dem für das gesamte Verwaltungs-
  und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
  umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet
  dies, dass der Richter alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
  stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
  gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
  Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu
  würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die
  andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
  Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
  Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
  Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben
  worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation
  des Patienten einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines
  Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
  (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.3 Weil die Beschwerdegegnerin in beweisrechtlicher
  Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist,
  kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert
  beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen,
  nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
  gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Funktion versicherungsinterner ärztlicher
  Feststellungen besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung
  für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge
  über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt
  zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen
  medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die
  eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung
  vorzunehmen sei (BGer-Urteil 9C_589/2010 vom 8. September 2010
  E. 2, 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 E. 4.4). Die Tatsache
  allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger
  steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit
  schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in
  die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen
  lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
  Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters
  allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel
  an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
  Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
  (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee,
  122 V 157 E. 1c). Auch reine
  Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund
  vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an
  sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte
  ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt.
  Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen
  versicherungsinterner Ärzte (BGer-Urteil 9C_462/2014 vom 16. September
  2014 E. 3.2.2, mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, seit dem
  Unfallereignis an den typischen Folgen eines Schleudertraumas zu leiden, wozu
  insbesondere psychische Beschwerden zählen würden. Die Vertrauensärzte der
  Beschwerdegegnerin seien der Meinung, dass er nach dem Unfallereignis
  bewusstlos gewesen sei, was zeige, dass er eine erhebliche Hirnschädigung und
  nicht nur eine leichte Gehirnerschütterung erlitten habe. Dies sei von
  Bedeutung, weil erhebliche Hirnschädigungen geeignet seien, die bei ihm
  vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erklären. Es sei dem
  erstuntersuchenden Spital anzulasten, dass es die damals vorhandenen gesundheitlichen
  Beeinträchtigungen nicht vollständig aufgeführt habe und ihn überdies nicht
  umfassend neurologisch abgeklärt habe. Zudem sei er anfänglich nicht adäquat
  medizinisch behandelt worden, weshalb sich seine Beschwerden chronifiziert
  hätten, was der Beschwerdegegnerin anzulasten sei. Weiter seien die
  behandelnden Ärzte allesamt der Auffassung, dass seine Beschwerden sowohl
  natürlich wie auch adäquat kausale Folgen des Unfallereignisses seien, zumal
  das Unfallereignis als schwer einzustufen sei, habe sich das Unfallfahrzeug
  doch spektakulär überschlagen. Es sei offensichtlich, dass erhebliche Kräfte
  auf ihn eingewirkt hätten, was durch ein unfallanalytisches und
  biomechanisches Gutachten festzustellen sei. Seine psychischen Beschwerden
  seien als Folge des beim Unfallereignis erlittenen Schleudertraumas zu
  werten, weshalb die Psycho-Praxis nicht anwendbar sei. Stattdessen hätte die
  Beschwerdegegnerin ein strukturiertes Beweisverfahren durchführen müssen,
  denn ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und
  seinen gesundheitlichen Beschwerden sei erstellt. Daher habe das
  Verwaltungsgericht eine medizinische Begutachtung einzuholen.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin weist hingegen darauf hin,
  dass die hinreichend objektivierten physischen Unfallfolgen problemlos
  ausgeheilt seien, was unbestritten sei. In Bezug auf die organisch nicht
  hinreichend nachweisbaren Beschwerden sei der adäquate Kausalzusammenhang zu
  prüfen. Nicht anwendbar sei die Schleudertrauma-Praxis, weil kein für ein
  Schleudertrauma typischer Unfallhergang vorliege, das typische Beschwerdebild
  eines Schleudertraumas mit einer Häufung von Beschwerden nicht vorliege und
  ärztlicherseits zu keinem Zeitpunkt ein Schleudertrauma diagnostiziert worden
  sei. Dagegen spreche zudem, dass die psychischen Leiden des Beschwerdeführers
  deutlich im Vordergrund stünden und überdies nicht zum typischen
  Beschwerdebild eines Schleudertraumas passen würden. Somit sei die
  Adäquanzprüfung mittels der Psycho-Praxis vorzunehmen, welcher nebst psychischen
  Störungen im eigentlichen Sinne auch organisch nicht nachweisbare Beschwerden
  wie Kopf-/Nackenschmerzen und Schwindel unterstünden. Bei der Beurteilung der
  Adäquanzkriterien seien einzig die organisch ausgewiesenen Beschwerden zu
  berücksichtigen. Diesbezüglich sei der medizinische Endzustand im Zeitpunkt
  des Fallabschlusses erreicht gewesen. Der vom Beschwerdeführer erlittene
  Unfall sei ein mittelschweres Ereignis im engeren Sinne, welchem eine
  besondere Eindrücklichkeit fehle. Auch die weiteren Adäquanzkriterien seien
  nicht erfüllt, weshalb ihr keine Leistungspflicht für die psychischen
  bzw. die organisch nicht ausgewiesenen Leiden wie Kopf- und
  Nackenbeschwerden sowie Schwindel obliege. Da die Adäquanz zu verneinen sei,
  erübrige sich auch das Einholen weiterer Gutachten. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Dr. med. D.______ und E.______
  diagnostizierten am 9. August 2018 eine Kontusion der HWS und der BWS,
  eine Fissur der rechten Rippe 5-6 sowie ein Hämatom am rechten
  Unterschenkel. Empfohlen werde eine ausgebaute analgetische Therapie sowie
  das Kühlen und Hochlagern des rechten Unterschenkels. Der Beschwerdeführer
  sei seit dem Unfalldatum bis mindestens am 17. August 2018 vollständig
  arbeitsunfähig. Dr. med. F.______ röntgte den Beschwerdeführer am
  10. August 2018, wobei kein Hinweis auf eine akute Pathologie im Thorax
  habe festgestellt werden können. In der HWS habe sich ebenfalls kein
  Frakturnachweis gezeigt, hingegen lägen degenerative Veränderungen und eine
  segmentale Fehlstellung der HWS vor. In der BWS, im Unterschenkel wie auch im
  OSG seien ebenfalls keine Frakturnachweise feststellbar. 

  
	
   

  
	
  5.2 Aus dem MRI des Schädels vom 4. Oktober 2018 ergibt
  sich gemäss Dr. F.______ kein Hinweis auf eine Raumforderung. Erkennbar
  seien zystische Veränderungen in der hinteren Schädelgrube, welche passend zu
  einer Arachnoidalzyste seien. Auch minime gliale Narben im subcortikalen
  Marklager supratentoriell rechts im Sinne einer beginnenden vaskulären
  Enzephalopathie seien vorhanden. Das MRI der HWS zeige eine segmentale
  Fehlstellung der HWS in den Segmenten C3-C7 im Sinne einer Kyphosierung.
  Insbesondere seien die Segmente C4/5 mit Osteochondrose und Verlagerung des
  Epidualraums ohne Stenose des Spinalkanals oder Neuroforamina betroffen. Im
  Segment C5/6 zeige sich eine Einengung der Neuroforamina mit möglicher
  Komprimierung des Radices C6 beidseitig. Spinale Engen seien insgesamt keine
  vorhanden.

  
	
   

  
	
  5.3 Am 5. Dezember 2018 untersuchte
  Dr. med. G.______, Fachärztin Neurologie, den Beschwerdeführer
  neurologisch. Es lägen mehrere posttraumatisch bedingte Probleme vor.
  Einerseits ein mittlerweile chronisches zervikozephales Syndrom, wogegen nur
  intensive Physiotherapie helfe. Andererseits posttraumatische chronische
  Spannungskopfschmerzen und eine deutliche Angst, welche als posttraumatische
  Belastungsstörung interpretiert werden müsse. Der Beschwerdeführer sei
  motiviert, aber offensichtlich verzweifelt und schwer belastet, weshalb eine
  stationäre Rehabilitation mit psychologischer/psychiatrischer Unterstützung
  indiziert sei. 

  
	
   

  
	
  5.4 Med. pract. H.______, Facharzt für
  Chirurgie, hielt am 19. Dezember 2018 fest, dass überwiegend
  wahrscheinlich keine unfallkausalen strukturellen Läsionen vorhanden seien.
  Sämtliche verbliebenen Veränderungen der HWS seien überwiegend wahrscheinlich
  durch Fehlstellung oder Verschleiss verursacht. Daher sei aus chirurgischer
  und orthopädischer Sicht keine Anhaltdiagnose vorhanden, welche eine
  stationäre Behandlung begründen würde. 

  
	
   

  
	
  5.5 Der Kreisarzt Dr. med. I.______, Facharzt
  für Psychiatrie und Psychotherapie, bejahte am 3. Januar 2019 aus
  versicherungspsychiatrischer Sicht einen natürlichen, teilkausalen
  Zusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis.
  Dies gründe darin, dass die erheblichen psychischen Beschwerden seit dem
  Unfallereignis vorliegen würden und keine Hinweise auf relevante unfallfremde
  Faktoren erkennbar seien. 

  
	
   

  
	
  5.6 Am 8. Januar 2019 fand in der Klinik J.______
  ein ambulantes Assessment des Beschwerdeführers statt.
  Dr. med. K.______, Assistenzärztin, und
  Dr. med. L.______, Facharzt für Physikalische Medizin und
  Rehabilitation, empfahlen aufgrund des sehr hohen Anteils der psychischen
  Beschwerden eine psychosomatische Rehabilitation zur Linderung der
  Angstzustände. Diese stünden in klarem Zusammenhang zur körperlich beschriebenen
  Symptomatik, da Schmerzattacken ohne körperliche Anstrengung lediglich in
  Bezug auf den Strassenverkehr oder Menschenansammlungen vorkämen. Sie
  empfahlen, zeitnah eine psychologische/psychiatrische Diagnostik zu
  veranlassen. Aus rein medizinisch-theoretischer und unfallkausaler Sicht
  stehe einer schrittweisen Wiederaufnahme der Arbeit grundsätzlich nichts im
  Wege, weshalb die Prognose aus rein unfallkausaler Sicht günstig sei.
  Angesichts des sehr ausgeprägten Schmerzvermeidungs- und Schonverhaltens müsse
  die Prognose im Hinblick auf eine baldige Rückkehr in den Arbeitsprozess
  jedoch eher als ungünstig eingestuft werden.

  
	
   

  
	
  5.7 Kreisärztin Dr. med. M.______, Fachärztin
  für Oto-Rhino-Laryngologie und Arbeitsmedizin, untersuchte den
  Beschwerdeführer am 14. Februar 2019. Sie wies daraufhin, dass der
  Beschwerdeführer anlässlich der otoneurologischen Untersuchung einen extremen
  Leidensdruck mit subjektiv unsystematischen Schwindelbeschwerden vermittelt
  habe. Organisch sei nicht plausibel, dass der vom Beschwerdeführer
  beschriebene Schwindel am Strassenrand beim Entgegenkommen von Fahrzeugen
  verstärkt wahrgenommen werde, was daher auf eine psychogene Komponente,
  nämlich eine Somatisierungstendenz mit phobischem Schwindel, hindeute. Da der
  Beschwerdeführer sich nicht in der Lage gefühlt habe, einerseits die Augen
  auf Aufforderung hin ruhig zu halten und Ziele zu fixieren und andererseits
  Ziele zu verfolgen, seien die Untersuchungsergebnisse nicht aussagekräftig.
  Eine überzeugende Motivation zur Rückkehr an den Arbeitsplatz in Form von
  bemühter Mitarbeit bei den Abklärungen habe nicht erkannt werden können. Als
  Ursache für die protrahierten Beschwerden würden überwiegend psychogene
  Ursachen vermutet, denn unter normalen Umständen wäre selbst ein initialer
  paroxysmaler Lagerungsschwindel durch aktive Mitarbeit und wiederholte
  Befreiungsmanöver kompensiert und nicht mehr nachweisbar. Aufgrund der
  derzeit bestehenden erheblichen Symptomausweitung schätze sie die Prognose
  bezüglich einer vollständigen Restitution als ausgesprochen schlecht ein.

  
	
   

  
	
  5.8 Vom 25. Februar 2019 bis zum 24. März 2019 befand
  sich der Beschwerdeführer zur stationären Behandlung im Rehazentrum N.______.
  Dr. med. O.______ und Dr. med. P.______ diagnostizierten
  im Austrittsbericht vom 25. März 2019 ein zervikozephales Syndrom sowie
  eine chronische Schmerzstörung. Aus rein rheumatologischer Sicht sei der
  Beschwerdeführer medizinisch theoretisch ab dem 25. März 2019 für eine
  leichte, wechselbelastete Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig. Aus psychiatrischer
  Sicht bestehe in einer ideal adaptierten Tätigkeit eine Einschränkung von ca.
  20 %. Zur Besserung der Gelenksbeweglichkeit und der Kraft werde eine
  ambulante Physiotherapie empfohlen. Anzustreben sei, dass der
  Beschwerdeführer seine Bewegungsängste überwinden und ein physiologisches
  Bewegungsmuster wieder erlernen könne. Im psychosomatischen Austrittsbericht
  vom 8. April 2019 diagnostizierte Dr. med. Q.______ eine
  Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10:
  F43.23), welche bereits in eine anhaltende Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
  übergehe. Als Nebendiagnose liege eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) vor. Eine
  Genesung des Beschwerdeführers sei theoretisch möglich, wobei er zwei bis
  drei Monate intensiv ambulant zu behandeln sei, vor allem im Sinne von
  Selbsttraining sowie einer Rückkehr zu einem normalen Alltagsbewegungsmuster.
  Der Weg zurück in ein normales (Berufs-)leben sei nur möglich, wenn sich der
  Beschwerdeführer nachhaltig und immer intensiver bewegen werde. Aus
  psychiatrischer Sicht bestehe lediglich eine marginale Einschränkung der
  Leistungsfähigkeit. Zusammenfassend sei zu befürchten, dass eine zunehmende
  somatopsychische Dekonditionierung dafür sorgen werde, dass der
  Beschwerdeführer in absehbarer Zeit eine kaum korrigierbare Krankenrolle
  einnehmen werde. 

  
	
   

  
	
  5.9 Dr. M.______ hielt am 11. Juni 2019 fest, es
  sei davon auszugehen, dass die ursprüngliche Gleichgewichtsstörung organisch
  komplett kompensiert sei und eine weitere Arbeitsunfähigkeit aus somatischer
  Sicht nicht mehr begründbar sei. Kreisarzt Dr. med. R.______,
  Facharzt für orthopädische Chirurgie, kam am 22. Juni 2019 zum Schluss,
  dass aus somatischer Sicht keine objektivierbaren Unfallfolgen mehr vorliegen
  würden. Daher könne aus somatischer Sicht von einer weiteren Behandlung keine
  namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden.

  
	
   

  
	
  5.10 Am 5. August 2019 wurde der Beschwerdeführer von
  Dr. I.______ untersucht. In seiner psychiatrischen Beurteilung vom 16.
  August 2019 diagnostizierte dieser eine posttraumatische Belastungsstörung
  mit starker Angst (ICD-10: F43.1), eine chronische Schmerzstörung mit
  somatischen und psychischen Faktoren sowie mit ausgeprägtem Schwindel
  (ICD-10: F45.41) sowie eine mittelgradige bis schwere depressive Episode
  (ICD-10: F32.1/2). Die psychiatrischen Störungen seien natürlich kausal durch
  den Verkehrsunfall verursacht worden, da der Beschwerdeführer zuvor sehr
  wahrscheinlich nie an einer solchen gelitten habe. Aufgrund der ausgeprägten
  somatischen (Schwindel, Schmerzen) und psychischen (Konzentrationsstörungen,
  erhöhte Erschöpfbarkeit, Panikattacken mit Flashbacks, innerliche Anspannung,
  verminderte emotionale Flexibilität) Einschränkungen bestehe bis auf Weiteres
  eine volle Arbeitsunfähigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt. Weil der Beschwerdeführer
  über grundsätzlich gute persönliche und soziale Ressourcen verfüge, sei bei
  einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen mit einer namhaften Besserung des
  Gesundheitszustands zu rechnen, wobei mit einer langen Behandlungsdauer von
  sechs bis zwölf Monaten zu rechnen sei. Der zurzeit ausgeübte Arbeitsversuch
  sei nicht sinnvoll, da der Beschwerdeführer dadurch erheblich psychisch
  belastet werde. Dies gründe darin, dass er sich jeweils massiv ärgere, wenn
  er zuschauen müsse, wie seine Arbeitskollegen ihre gewohnten Tätigkeiten
  ausübten, während er selber dazu nicht fähig sei. Darüber grüble er Zuhause
  häufig nach. Es sei davon auszugehen, dass die angestammte Tätigkeit als
  Kranführer dem Beschwerdeführer insbesondere aufgrund des Schwindels besonders
  lange nicht zumutbar sei. 

  
	
   

  
	
  5.11 S.______ behandelte den Beschwerdeführer
  physiotherapeutisch. Im Bericht vom 23. September 2019 führte er aus,
  aufgrund der beim Beschwerdeführer durchgeführten Bewegungstests sei davon
  auszugehen, dass eine Situation wie nach einem Beschleunigungstrauma
  vorliege. 

  
	
   

  
	
  5.12 Der behandelnde Psychiater,
  Dr. med. T.______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
  diagnostizierte am 15. Oktober 2019 eine mittelgradige bis schwere depressive
  Episode (ICD-10: F32.1), eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10:
  F43.1), ein zervikozephales Syndrom, eine chronische Schmerzstörung mit
  somatischen und psychischen Folgen (ICD-10: F45.41), einen persistierenden
  bewegungs- und belastungsabhängigen Schwindel (ICD-10: R42) und chronische
  posttraumatische Kopfschmerzen (ICD-10: G44.2). Die Kausalität zwischen dem
  Unfallereignis und den Leiden des Beschwerdeführers sei aus psychiatrischer
  Sicht zu bejahen, da der Beschwerdeführer bis zum Unfallereignis nie krank
  gewesen sei. Er sei aufgrund seiner psycho-physischen Beschwerden im freien
  Arbeitsmarkt kaum mehr integrierbar. Zwecks geregelter Tagesstruktur sei eine
  Tätigkeit in einer geschützten Werkstatt sinnvoll.

  
	
   

  
	
  5.13 Die Hausärztin, Dr. med. U.______,
  Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, stufte am 18. November 2019 die
  andauernden Nackenschmerzen und den heftigen Schwindel als Unfallfolgen ein.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer an
  Beschwerden leidet, welche in einem kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis
  vom 9. August 2018 stehen. 

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer
  erhebt zu Recht keine Einwendungen gegen die ärztlichen Einschätzungen,
  wonach vorbestehende degenerative Veränderungen in der Wirbelsäule vorhanden
  sind. Ebenso stellt er nicht in Frage, dass in den eingeholten Bildgebungen
  keine Traumafolgen und damit keine strukturellen Unfallfolgen haben
  festgestellt werden können. Folglich ist vom Vorliegen von organisch nicht
  (hinreichend) nachweisbaren Unfallschäden auszugehen, weshalb dem adäquaten
  Kausalzusammenhang hinsichtlich der Frage einer allfälligen Leistungspflicht
  des Unfallversicherers eine wesentliche Bedeutung zukommt (BGE 134 V 109
  E. 2.1; vgl. vorne E. II/2.3).

  
	
   

  
	
  6.2

  
	
  6.2.1 Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten,
  welcher die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, sind
  die durch BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien im Rahmen
  der Adäquanzprüfung massgebend. Die Anwendung dieser Schleudertrauma-Praxis
  setzt voraus, dass ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule oder eine
  äquivalente Verletzung diagnostiziert wurde. Als adäquanzrechtlich gleich wie
  ein Schleudertrauma zu behandelnde Diagnose gelten neben der HWS-Distorsion
  ähnliche Verletzungen der Halswirbelsäule, insbesondere auch
  Schädel-Hirn-Traumata, sofern diese zumindest den Schweregrad einer Contusio
  cerebri erreichen. Ist diese Schleudertrauma-Rechtsprechung mangels
  Vorliegens von einschlägigen Verletzungen nicht anwendbar, sind grundsätzlich
  die Adäquanzkriterien, welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem
  Unfall entwickelt wurden (sog. Psycho-Praxis), anzuwenden (Irene Hofer,
  in Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Basler
  Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, 2020, Art. 6 N. 83;
  Rumo-Jungo/Holzer, S. 59 f., mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  6.2.2 Um die Adäquanzprüfung nach der für den
  Beschwerdeführer günstigeren Schleudertrauma-Praxis vorzunehmen, wird
  insbesondere vorausgesetzt, dass ärztlicherseits ein Schleudertrauma oder
  eine diesem äquivalente Verletzung diagnostiziert worden ist. Die
  Beschwerdegegnerin weist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass keinem
  ärztlichen Bericht eine entsprechende Diagnose zu entnehmen ist. Die
  erstbehandelnden Ärzte am Spital V.______ halten stattdessen
  ausdrücklich fest, dass sich der Beschwerdeführer an einen Kopfanprall nicht
  erinnern könne, ebenso verneine er eine Bewusstlosigkeit. Entsprechend weist
  auch med. pract. H.______ daraufhin, dass anlässlich der
  Notaufnahme eine Bewusstlosigkeit und eine Amnesie verneint worden seien und
  überdies keine unfallkausalen strukturellen Läsionen haben festgestellt
  werden können. 

  
	
   

  
	
  Soweit der
  Beschwerdeführer aus den kreisärztlichen Berichten von Dr. I.______ eine
  attestierte Bewusstlosigkeit oder aber eine Hirnschädigung ableiten möchte,
  ist dies nicht nachvollziehbar. Denn Dr. I.______ äussert sich in seiner
  psychiatrischen Beurteilung vom 3. Januar 2019 mit keinem Wort im
  vorerwähnten Sinne, stattdessen weist er im Rahmen seiner Anamnese auf die
  vorhandenen ärztlichen Berichte hin, welche allesamt eine Bewusstlosigkeit
  verneinen. Auch in seiner psychiatrischen Beurteilung vom 16. August
  2019 äussert er sich nicht gegenteilig, sondern hält einzig fest, dass der
  Beschwerdeführer berichte, nach dem Unfallereignis halb bewusstlos gewesen zu
  sein und sich nicht mehr daran erinnern könne, wie er es geschafft habe, aus
  dem Auto zu steigen. Dies interpretiert er im Rahmen seiner psychiatrischen
  Beurteilung in nachvollziehbarer Weise als ein Benommen-Sein, nicht jedoch
  als Amnesie oder gar als Hirnschädigung. Dies ist im Kontext der übrigen
  ärztlichen Berichte auch verständlich, hat doch kein untersuchender oder
  behandelnder Arzt beim Beschwerdeführer das Vorliegen einer
  Gehirnerschütterung oder gar eines Schädelhirntraumas feststellen können. 

  
	
   

  
	
  Dies, obwohl der Beschwerdeführer
  von den erstbehandelnden Ärzten am Spital V.______ entgegen dessen
  gegenteiligen Ausführungen umfassend untersucht worden war. So wurden
  Röntgen- wie auch MRI-Aufnahmen des Schädels und der gesamten Wirbelsäule des
  Beschwerdeführers durchgeführt, worin allesamt keine Hinweise auf ein
  Schleudertrauma oder aber eine diesem äquivalente Verletzung haben
  festgestellt werden können. Überdies kann entgegen den Ausführungen des
  Beschwerdeführers einzig aus einer allenfalls vorgelegenen Bewusstlosigkeit
  nicht auf das Vorliegen einer schweren Hirnschädigung geschlossen werden, was
  sich abermals daraus zeigt, dass kein behandelnder Arzt eine solche
  feststellen konnte.

  
	
   

  
	
  Einzig im Bericht von
  Dr. G.______ wird eine Amnesie erwähnt. Dabei hält Dr. G.______ fest,
  dass sich der Beschwerdeführer nicht an das Unfallereignis erinnern könne und
  die erste Erinnerung jene sei, als er mit einem Kollegen am Strassenrand
  stehe. Allerdings finden sich im eben erwähnten Bericht dennoch detaillierte
  Ausführungen dazu, wie der Beschwerdeführer das Fahrzeug verlassen hat. So
  habe ein Kollege eine Scheibe eingeschlagen und er sei als letzter aus dem
  Fahrzeug gestiegen. Daraus kann einzig folgen, dass dem Beschwerdeführer
  zumindest einzelne Elemente des Unfallereignisses bekannt sind. Entsprechend
  ist nicht nachvollziehbar, aus welchem Grund dennoch eine Amnesie von
  mehreren Minuten attestiert wird, zumal Dr. G.______ ebenso darauf
  hinweist, dass der Beschwerdeführer keine Beule oder andere Verletzungen am
  Kopf erlitten hat, woraus folgen muss, dass kein Kopfanprall stattfand.
  Unabhängig davon kann von einer ärztlich attestierten Amnesie nicht auf das
  Vorliegen eines Schleudertraumas oder eines Schädelhirntraumas geschlossen
  werden. 

  
	
   

  
	
  Daraus folgt, dass kein
  Schleudertrauma oder eine diesem äquivalente Verletzung von den behandelnden
  Ärzten diagnostiziert worden ist, womit die Schleudertrauma-Praxis für die
  Adäquanzprüfung keine Anwendung findet. Anzuwenden sind hingegen die
  Adäquanzkriterien, welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall
  entwickelt wurden.

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei
  psychischen Fehlentwicklungen setzt grundsätzlich voraus, dass dem
  Unfallereignis für die Entstehung einer psychisch bedingten
  Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu,
  wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten
  ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das
  Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen
  Geschehensablauf – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im
  mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Bei leichten
  Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen
  Gesundheitsstörungen in der Regel ohne Weiteres verneint, bei schweren
  Unfällen hingegen bejaht werden. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt
  sich die Frage nicht auf Grund des Unfalls allein beantworten. Weitere,
  objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im
  Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon
  erscheinen, sind in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen.
  Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig
  davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt
  sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium
  oder müssen mehrere herangezogen werden. Als adäquanzrelevant gelten dabei
  folgende Kriterien: besonders dramatische Begleitumstände oder die besondere
  Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen
  (somatischen) Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung,
  psychische Fehlentwicklungen auszulösen; die ungewöhnlich lange Dauer der
  ärztlichen Behandlung; (körperliche) Dauerschmerzen; eine ärztliche
  Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein
  schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; sowie der Grad und
  die Dauer der (physisch) bedingten Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 115 V 133 E.
  6 f.).

  
	
   

  
	
  6.3.2 Die Beschwerdegegnerin stuft den vom
  Beschwerdeführer erlittenen Unfall als einen mittelschweren Unfall im engeren
  Sinn ein, während Letzterer der Ansicht ist, es handle sich um ein schweres
  Unfallereignis. Um das vorliegende Unfallereignis einzuordnen, ist ein Blick
  auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu werfen. So wurde den
  mittelschweren Unfällen im engeren Sinne ein Ereignis zugeteilt, bei welchem
  das Fahrzeug von der Strasse abkam und sich dabei überschlug (BGer-Urteil U
  213/06 vom 29. Oktober 2007 E. 7.2); ebenso ein Unfall, bei welchem das
  Auto auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug
  und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (BGer-Urteil U 258/06 vom 15.
  März 2007 E. 5.2); oder aber ein Vorfall, bei dem sich ein Personenwagen bei
  einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf einer Autobahn über die
  Mittelplanke hinweg überschlug – wobei die versicherte Person
  hinausgeschleudert wurde – und mit Totalschaden auf der Gegenfahrbahn auf dem
  Dach liegend zum Stehen kam (BGer-Urteil U 492/06 vom 16. Mai 2007
  E. 4.2). Ein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren
  Ereignissen wurde hingegen bejaht bei einer Kollision in einem Autobahntunnel
  zwischen einem Lastwagen und dem Automobil der versicherten Person, wobei
  dieses mehrmals mit der Tunnelwand kollidierte und die versicherte Person mit
  dem Kopf so stark gegen die Windschutzscheibe schlug, dass diese barst
  (BGer-Urteil 8C_257/2008 vom 4. September 2008 E. 3.2.2).
  Unfalltechnische oder biomechanische Analysen können gegebenenfalls
  gewichtige Anhaltspunkte zur Schwere des Unfallereignisses liefern.
  Allerdings ist die Einstufung des Unfalls nicht alleine aufgrund solcher
  Unterlagen vorzunehmen (BGer-Urteil 8C_489/2013 vom 16. August 2013 E. 3.2, 8C_138/2009
  vom 23. Juni 2009 E. 4.3.2). 

  
	
   

  
	
  Das vorliegend zu
  beurteilende Unfallereignis ist mit den vorstehend erwähnten mittelschweren
  Unfallereignissen im engeren Sinne vergleichbar, betreffen diese doch
  allesamt Verkehrsunfälle, bei welchen sich ein Überschlagen des
  Unfallfahrzeugs bei einer hohen Fahrgeschwindigkeit ereignete und dieses
  mehrheitlich auf dem Dach liegend zum Stillstand kam. Zudem konnten beim
  vorliegend zu beurteilenden Unfallereignis alle Fahrzeuginsassen das
  Unfallfahrzeug selbständig verlassen und erlitten überdies keine schweren
  somatischen Verletzungen. In diesem Zusammenhang hält auch die biomechanische
  Kurzbeurteilung fest, dass Hinweise auf einen Kopfanprall des
  Beschwerdeführers fehlen würden, im Übrigen keine quantitative Aussage zur
  Erklärbarkeit der Beschwerden möglich sei. Der Beschwerdeführer erhebt keine
  substantiierten Einwendungen gegen die vorerwähnte biomechanische
  Kurzbeurteilung, fordert aber dennoch das Einholen einer erneuten
  biomechanischen Analyse. Welche neuen Erkenntnisse aus einer solchen gewonnen
  werden könnten, erschliesst sich dem Gericht nicht, denn die bereits
  eingeholte biomechanische Kurzbeurteilung stellt nicht in Abrede, dass die
  Fahrzeuginsassen nicht unerheblichen Belastungen ausgesetzt waren. Sodann kann
  die Einstufung der Schwere des Unfallereignisses nicht alleine gestützt auf
  eine biomechanische Analyse erfolgen, womit auf das Einholen einer solchen
  verzichtet werden kann. Unter Einbezug des Unfallhergangs wie auch der
  erlittenen Verletzungen der Beteiligten hat die Beschwerdegegnerin das
  Unfallereignis zu Recht den mittelschweren Ereignissen im engeren Sinne
  zugeteilt. Somit kann die adäquate Kausalität nur bejaht werden, wenn die
  massgebenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind,
  wobei als Richtwert bei einem mittelschweren Unfall im engeren Sinn drei
  Kriterien erfüllt vorzuliegen haben (vgl. BGE 115 V 141 E. 6c/bb;
  BGer-Urteil 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5). 

  
	
   

  
	
  6.3.3 Eine gewisse Eindrücklichkeit des Unfalls ist vorliegend
  wohl zu bejahen, überschlug sich doch das Fahrzeug auf der Autobahnausfahrt
  und kam es in der angrenzenden Böschung auf dem Dach liegend zum Stillstand.
  Dabei ist jedoch zu beachten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall
  eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche aber – wie vorliegend – noch
  nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (BGer-Urteil 8C_39/2008
  vom 20. November 2008 E. 5.2). Ebenso fällt ins Gewicht, dass die
  Prüfung dieses Kriteriums objektiv zu erfolgen hat und nicht aufgrund des
  subjektiven Empfindens bzw. des Angstgefühls der versicherten Person zu
  beurteilen ist (RKUV 1991, S. 207). Besonders dramatische
  Begleitumstände sind sodann nicht ersichtlich, woran auch der am
  Unfallfahrzeug verursachte Totalschaden nichts ändert (vgl. VGer-Urteil
  VG.2018.00110 vom 14. März 2019 E. 6.3.4.1, nicht publiziert). Demnach
  ist das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit oder der besonders
  dramatischen Begleitumstände des Unfalls nicht erfüllt. 

  
	
   

  
	
  Bei der Prüfung der weiteren
  Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 133 sind die Folgen der
  organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung
  miteinzubeziehen (vgl.  BGE 140 V 356 E. 5.1),
  worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist. Entsprechend sind einzig die
  Kontusion der Brustwirbel- und der Halswirbelsäule, die Fissur der rechten
  Rippe 5-6 sowie das Hämatom am rechten Unterschenkel als organisch
  ausgewiesene Beschwerden im Rahmen der weiteren Adäquanzprüfung zu beachten.
  Dabei ist unbestritten, dass diese Unfallbeschwerden allesamt ausgeheilt
  sind. Da diese Verletzungen somit weder besonders schwer waren noch deren
  Ausheilung eine ungewöhnlich lange Dauer einer ärztlichen Behandlung
  erforderte, der Beschwerdeführer nicht über körperliche Dauerschmerzen
  aufgrund der somatischen Unfallverletzungen klagt, diesbezüglich keine
  Hinweise für eine ärztliche Fehlbehandlung oder einen schwierigen Heilverlauf
  mit erheblichen Komplikationen vorhanden sind sowie keine erhebliche und
  lange physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen war, sind diese
  Kriterien allesamt nicht erfüllt. Folglich ist der adäquate
  Kausalzusammenhang zwischen den vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden
  und dem Unfallereignis vom 9. August 2018 zu verneinen. 

  
	
   

  
	
  6.4 Steht somit fest, dass ein allenfalls gegebener
  natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat kausal ist, kann die
  Leistungspflicht ohne weitere Abklärungen zum Bestand des natürlichen
  Kausalzusammenhangs verneint werden (BGE 135 V 465 E. 5.1). Daher erübrigen sich vorliegend weitere
  Ausführungen zur natürlichen Kausalität. Der Vollständigkeit halber anzufügen
  bleibt einzig, dass es sich bei der Frage des Vorliegens der natürlichen
  Kausalität um eine Tatfrage handelt, deren Beantwortung massgeblich den
  behandelnden Ärzten obliegt (Irene Hofer, Art. 6 N. 65 f.). Dies im Gegensatz zur
  adäquaten Kausalität, deren Vorliegen eine Rechtsfrage darstellt
  (vgl. BGer-Urteil 8C_522/2007 vom 1. September 2008 E. 4.3.2) und
  deren Beantwortung einzig dem Gericht zusteht. Folglich ist auf die ärztlichen
  Ausführungen zur Kausalität nicht weiter einzugehen, da diese einzig für die
  Frage des Vorliegens des natürlichen Kausalzusammenhangs von Bedeutung sind. 

  
	
   

  
	
  6.5 Sodann ist ein strukturiertes Beweisverfahren
  durchzuführen, wenn sowohl der natürliche wie auch der adäquate
  Kausalzusammenhang gegeben sind (vgl. BGE 141 V 574
  E. 5.2; BGer-Urteil 8C_261/2019 vom 8. Juli 2019 E. 4.3.1). Da
  der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den
  psychischen Leiden des Beschwerdeführers vorliegend zu verneinen ist,
  erübrigt sich entgegen den gegenteiligen Ausführungen des Beschwerdeführers
  das Einholen einer medizinischen Begutachtung.

  
	
   

  
	
  6.6 

  
	
  6.6.1 Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die
  Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht per 8. September 2019 abschloss.

  
	
   

  
	
  Kann von der Fortsetzung der ärztlichen
  Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden
  und laufen keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung, hat der
  Versicherer den Fall unter Einstellung der vor-übergehenden Leistungen
  abzuschliessen und den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine
  Integritätsentschädigung zu prüfen (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 137 V 199
  E. 2.1). Bei der Anwendung der
  Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 133 (sog. Psycho-Praxis) hat der Behandlungsabschluss
  dann zu erfolgen, wenn von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden
  gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
  Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1, mit
  Hinweisen). Daraus folgt, dass die psychischen Beschwerden bei der Prüfung
  der Rechtzeitigkeit des Fallabschlusses abermals ausser Acht zu lassen sind.

  
	
   

  
	
  6.6.2 Zur Zeit des Fallabschlusses am 8. September 2019
  waren die somatischen Unfallfolgen des Beschwerdeführers ausgeheilt. Entsprechend
  konnte in diesem Zeitpunkt durch eine fortgeführte ärztliche Behandlung keine
  namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers mehr
  erreicht werden, weshalb der Fallabschuss nicht verfrüht erfolgte. Anzufügen
  bleibt, dass dem Beschwerdeführer mangels Vorliegens eines adäquaten
  Kausalzusammenhangs kein Anspruch auf eine Invalidenrente und eine
  Integritätsentschädigung zusteht.

  
	
   

  
	
  6.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass der adäquate
  Kausalzusammenhang zwischen den vom Beschwerdeführer beklagten psychischen
  Beschwerden und dem Unfallereignis vom 9. August 2018 nicht gegeben ist. Dies
  führt zur Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG
  i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). Da
  der Beschwerdeführer unterliegt, steht ihm keine Parteientschädigung zu (Art.
  1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
  Gemäss Art. 139 Abs. 1 VRG befreit die Behörde eine Partei, der die
  Mittel fehlen um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie die
  Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise von der
  Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos ist. Der
  Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden
  Partei.

  
	
   

  
	
  2.2 Da die Gerichtskosten auf die Staatskasse zu nehmen
  sind, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
  als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

  
	
   

  
	
  2.3 Die
  unentgeltliche Rechtsverbeiständung kann nur gewährt werden, wenn der
  Beschwerdeführer als mittellos zu bezeichnen ist.

  
	
   

  
	
  Eine Person ist
  mittellos, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Vertretungskosten
  aufzukommen, ohne dass sie die Mittel beanspruchen müsste, die zur Deckung
  des Grundbedarfs für sich und ihre Familie notwendig sind. Die Bedürftigkeit
  ist aufgrund der gesamten finanziellen Verhältnisse der betreffenden Person
  zu bestimmen, womit ihre Einkünfte und ihre Vermögenssituation zu beachten
  sind. Keine Mittellosigkeit liegt vor, wenn ein Einnahme- oder
  Vermögensüberschuss resultiert, der es der betroffenen Person ermöglicht, die
  anfallenden Kosten innert angemessener Frist zu tilgen – bei aufwändigen
  Prozessen innert zwei Jahren, bei weniger aufwändigen Prozessen innert einem
  Jahr (Kaspar Plüss, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
  Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A., Zürich/Basel/Genf
  2014, § 16 N. 18 ff.).

  
	
   

  
	
  Ausgangspunkt für die
  Bestimmung des beschwerdeführerischen Grundbedarfs bilden die Richtlinien für
  die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums der Konferenz der
  Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009. Der
  Grundbedarf eines Ehepaares beträgt monatlich Fr. 1'700.-, welcher
  vorliegend zu Gunsten des Beschwerdeführers unverändert angewendet wird, auch
  wenn dieser zusammen mit seinen beiden erwachsenen, über eine
  Erwerbstätigkeit verfügenden Kindern in einem Haushalt lebt. Dieser
  Grundbedarf ist praxisgemäss um 20 % zu erhöhen, womit ein erweiterter
  Grundbedarf von Fr. 2'040.- resultiert. Dazu sind als anerkannte
  Ausgaben die Mietkosten der ehelichen Wohnung in der Höhe von Fr. 1'000.-
  sowie angemessene monatlich Ausgaben für die nicht bereits mit der Miete
  bezahlten Nebenkosten von Fr. 100.- hinzuzurechnen. Sodann sind die
  Ausgaben für die Krankenkasse des Beschwerdeführers in der Höhe von
  Fr. 370.- sowie seiner Ehefrau von geschätzt Fr. 400.- abzüglich
  des monatlichen Anteils der Individuellen Prämienverbilligung von
  Fr. 47.- zu berücksichtigen. Daraus resultiert ein erweiterter
  Grundbedarf von Fr. 3'863.-. Das aktuelle durchschnittliche
  Nettoeinkommen des Beschwerdeführers beträgt Fr. 4'685.-, was den
  IV-Taggeldabrechnungen der Monate Dezember 2019 bis März 2020 zu entnehmen
  ist ([Fr. 4'767.55 + Fr. 4'759.90 + Fr. 4'452.80 + Fr.
  4'759.90] / 4). Dazu sind die monatlichen Einnahmen der Ehefrau in der Höhe
  von Fr. 250.- zu addieren, womit sich ein Gesamteinkommen von
  Fr. 4'935.- ergibt. Wird dieses dem erweiterten Grundbedarf des
  Beschwerdeführers gegenübergestellt, ergibt sich ein monatlicher Überschuss
  von Fr. 1'072.-. Damit ist der Beschwerdeführer in der Lage, die
  anfallenden Kosten der Rechtsvertretung im vorliegenden Verfahren innert
  nützlicher Frist zu begleichen, zumal er über ein angespartes Kontoguthaben
  von Fr. 62'466.90 verfügt. Somit ist der Beschwerdeführer nicht
  als mittellos zu bezeichnen, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
  abzuweisen ist.

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Das
    Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen
    Prozessführung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

    
	
    2.

    	
    Das
    Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen
    Rechtsverbeiständung wird abgewiesen.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse
    genommen. 

    
	
    3.

    	
    Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

    
	
    4.

    	
    Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]