# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 230e362c-f2f6-50e4-b71d-2bcc4119c481
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-01-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 08.01.2003 SB 2002 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2002-40_2003-01-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: C., 08. Januar 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 02 40 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Jegen und Schäfer, Aktuarin Mosca.

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In der strafrechtlichen Berufung

d e r  S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 C., 
Berufungsklägerin,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 29. Mai 2002, mit-
geteilt am 23. Oktober 2002, in Sachen gegen M. X., Berufungsbeklagter, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Caviezel, Quaderstrasse 16, 7000 C., 

betreffend Jagdkontravention,

hat sich ergeben:

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A. M. X. wurde am 25. Mai 1969 in S. geboren und wuchs in F. bei seinen 
Eltern in geordneten Verhältnissen auf. Nach dem Besuch der Primarschule in F. 
und der Sekundarschule in R., begann er 1984 mit der Lehre als Elektriker bei der 
Firma B. in R.. Vier Jahre später absolvierte er die Lehrabschlussprüfung mit Erfolg 
und wechselte sodann die Arbeitsstelle zur Firma T. in R., wo er zehn Jahre lang 
tätig war. Danach war er für ein Jahr bei der Firma K. in C. als Servicemonteur für 
Registrierkassen angestellt. Seit dem Jahre 2000 arbeitet er in der Elektrofertigung 
bei den V. in O..

Im Jahre 1994 heiratete M. X. P.. Das Ehepaar hat keine Kinder.  

Das monatliche Einkommen von M. X. beträgt rund Fr. 4'900.--. Sein Vermö-
gen beläuft sich auf rund Fr. 70'000.--. Schulden hat er keine.

Im Register des Jagd- und Fischereiinspektorats Graubünden ist M. X. mit 
drei Eintragungen verzeichnet (vgl. act. 4).

B. Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Urteil des Bezirksgerichts-
ausschusses Prättigau/Davos vom 29. Mai 2002 sinngemäss folgender Sachverhalt 
zugrunde:

Am Sonntag, 9. Dezember 2001, übte M. X. im Gebiet der W., Ge-
meinde F., in Begleitung von C. X. und A. X. die Sonderjagd auf 
Hirschwild aus. Nachdem M. X. bereits um ca. 07.40 Uhr ein Hirsch-
kalb erlegen konnte, begaben sich M. X. und C. X. um 09.08 Uhr zu 
diesem Hirschkalb. Um 09.11 Uhr machte sich C. X. auf den Weg, um 
in der ausserhalb liegenden W. zu treiben. Währenddessen bezog M. 
X. ca. 50 m ausserhalb des Hirschkalbes, unterhalb einer Fichte, sei-
nen Posten. Zu dieser Zeit befand sich A. X. weiter hinten, etwa 250 
m unterhalb des Weges.
Um 09.22 Uhr erlegte der Treiber C. X. aus einer kleinen Kahlwild-
gruppe ein Hirschkalb. Er gab nur einen Schuss ab. In der Folge flüch-
tete eine Hirschkuh mit Kalb einwärts. Diese Tiere näherten sich M. X. 
bis auf ca. 40 - 50 m. Um 09.25 Uhr schoss M. X. auf das Hirschkalb. 
Das Hirschkalb war schwer getroffen, es flüchtete ca. 100 m abwärts, 
wo es zusammenbrach und starb. Wiederum wurde nur ein einziger 
Schuss abgegeben.
M. X. wartete auf seinem Posten, bis der Treiber C. X. um 10.00 Uhr 
unterhalb der Y. erschien. Dort traf C. X. mit A. X. zusammen. Die 
beiden Jäger machten sich auf den Weg zu M. X., der sich seinerseits 
durch Winken bemerkbar machte. Alle drei Jäger trafen sich beim 
Hirschkalb, welches von M. G. als zweites Tier an diesem Tag erlegt 
wurde. Um 10.15 Uhr trug C. X. das von M. X. erlegte Hirschkalb in 
seine Abschussliste ein.

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Anschliessend wurden die zwei von M. X. erlegten Hirschkälber durch 
M. X. und A. X. aufgebrochen und an den Weg getragen. Um 11.10 
Uhr erschien C. X. mit seinem Hirschkalb auf dem Rücken und trug es 
ebenfalls bis zum Weg hinauf. Gemeinsam trafen die drei Jäger um 
13.30 Uhr beim Wildhüter G. in S. ein, wo sie ihre Hirsche vorschrifts-
gemäss vorwiesen.
Nachdem Wildhüter G. die Jagdbeute untersucht und ausgemessen 
hatte, verlangte er die amtliche Abschussliste von C. X. und M. X., um 
diese zu visieren. Dabei stellte Wildhüter G. fest, dass C. X. an diesem 
Tag zwei Tiere in die Abschussliste eingetragen hatte, obwohl er nur 
eines erlegt hatte. M. X. hatte hingegen am 09.12.2002 nur ein Tier in 
seine Abschussliste eingetragen (obwohl er zwei Tiere erlegt hatte). 
Die Jäger gestanden den von Wildhüter G. beobachteten Sachverhalt. 
Sie bestätigten, dass C. X. an diesem Vormittag nur ein Hirschkalb 
erlegt hatte.

C. Mit Strafmandat vom 19. Januar 2002, mitgeteilt am 21. Januar 2002, er-
kannte der Kreispräsident Seewis:

„1. M. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 1 ABz-
KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.

2. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 450.-- bestraft.

3. Der Verurteilte bezahlt die Kosten des Verfahrens, bestehend aus
- Barauslagen Fr. 0.00
- Wertersatz für Wild Fr. 0.00
- Gebühr des Kreisamtes Fr. 180.00
sowie die Busse Fr. 450.00
Total Fr. 630.00

Dieser Betrag ist innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungs-
schein an die Kreiskasse Seewis zu bezahlen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)“

D. Dagegen erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden am 30. Januar 2002 
Einsprache beim Kreispräsidenten Seewis. Sie beantragte die Ausfällung einer an-
gemessenen Nebenstrafe (beziehungsweise Massnahme) gemäss Art. 48 Abs. 1 
lit. d KJG. Nach erfolgter Ergänzung der Untersuchung erliess das Bezirksgerichts-
präsidium Prättigau/Davos am 11. März 2002 die Schlussverfügung.

E. Mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Prättigau/Davos vom 26. 
März 2002 wurde M. X. wegen Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 1 ABzKJG in 
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG in Anklagezustand versetzt. Der Fall wurde ge-
stützt auf Art. 346 StGB und Art. 48 StPO dem Bezirksgerichtsausschuss Prätti-

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gau/Davos zur Beurteilung überwiesen. Schliesslich wurde als privater Verteidiger 
Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Caviezel, Quaderstrasse 16, 7000 C., bestellt.

F. Der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos erkannte mit Urteil vom 29. 
Mai 2002, mitgeteilt am 23. Oktober 2002:

„1. M. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 1 ABz-
KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.

2. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 450.-- bestraft.

3. Die Gebühr des Kreisamtes Seewis in Höhe von Fr. 180.-- geht 
zulasten des M. X..

4. Die Kosten des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos in 
Höhe von Fr. 500.-- gehen zulasten der Bezirksgerichtskasse.

5. Der Bezirk Prättigau/Davos hat M. X. ausseramtlich mit Fr. 1'200.-
- zu entschädigen.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)“

G. Dagegen erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden am 12. November 
2002 Berufung an den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden. Sie beantragt:

„1. Die Ziffern 4 und 5 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben.

2. Das Urteil sei dahingehend zu ergänzen, dass M. X. gestützt auf 
Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG die Jagdberechtigung für die Dauer von 
einem Jahr entzogen werde.

3. Die Kosten des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos in 
Höhe von Fr. 500.-- seien dem Verurteilten zu überbinden.

4. Kostenfolge des Berufungsverfahrens sei die gesetzliche.“

M. X. liess mit Vernehmlassung vom 3. Dezember 2002 die kostenfällige Ab-
weisung der Berufung beantragen. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 
18. November 2002 auf eine Stellungnahme.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den Rechts-
schriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse 
ist gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO die Berufung an den Kantonsgerichtsausschuss 
gegeben. Diese ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des ange-
fochtenen Entscheides beim Kantonsgerichtsausschuss einzureichen. Sie ist zu be-
gründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt 
werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 
142 Abs. 1 StPO). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Berufung der Staats-
anwaltschaft Graubünden ist einzutreten.

2. a)  Vorliegend ist unbestritten, dass M. X. am 9. Dezember 2001 nur ein 
Hirschkalb in seine Abschussliste eingetragen hat, obwohl er deren zwei erlegt hat, 
während sein Bruder C. X. zwei Eintragungen vorgenommen hat, obwohl er am 
nämlichen Tag nur ein Hirschkalb erlegt hat. Gemäss den Bestimmungen der Jagd-
betriebsvorschriften 2001 IV. (Sonderjagden zur Regulation des Hirsch- und Reh-
bestandes, B. Hirschwild, 3. Jagdbares Hirschwild Abs. 2) dürfen Jäger erst nach 
Abschuss zweier Hirschkälber einen Hirschstier erlegen. M. X. wäre zum fraglichen 
Zeitpunkt zum Abschuss eines Hirschstieres berechtigt gewesen, während C. X. nur 
ein Hirschkalb erlegt hatte und erst mit dem unrechtmässigen Eintrag die formellen 
Voraussetzungen zum Abschuss eines Hirschstieres erfüllte. Dass M. X. mit dem 
Nichteintrag eines erfolgten Abschusses gegen Art. 23 Abs. 1 ABzKJG in Verbin-
dung mit Art. 47 Abs. 1 KJG verstossen hat, steht ausser Frage. 

b) Im Berufungsverfahren ist ausschliesslich zu prüfen, ob es sich beim Nicht-
eintrag eines erfolgten Abschusses um eine schwere vorsätzliche Jagdrechtsüber-
tretung im Sinne von Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG handelt und dafür ein Ausschluss von 
der Jagdberechtigung auszusprechen ist. Dem Wortlaut der besagten Bestimmung 
kann nicht klar entnommen werden, welche vorsätzlich begangenen Jagdrechtsü-
bertretungen als „schwer“ zu qualifizieren sind. Der Kantonsgerichtsausschuss hat 
in PKG 1991 Nr. 37 in Auslegung von Art. 48 Abs. 1 lit. d drei verschiedene Fall-
gruppen umschrieben, welche einen Patententzug rechtfertigen. Es handelt sich da-
bei um tierquälerische Handlungen, sodann um Handlungen, mit denen sich ein Jä-
ger nach einem Fehlabschuss der Strafverfolgung entziehen will und schliesslich 
um Handlungen, die den Kanton als Regalinhaber in seinem Vermögen schädigen. 
In einem weiteren Urteil vom 26. Juli 1995 (SB 51/95 in Sachen N.B.) hat der Kan-
tonsgerichtsausschuss sodann entschieden, dass auch andere Fälle unter lit. d der 
besagten Bestimmung subsumiert werden können. So sei als schwere Jagdrechtsü-

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bertretung im Sinne des Gesetzes auch der Nichteintrag in die amtliche Abschuss-
liste zu qualifizieren, der zwecks Umgehung der Kontrolle kontingentierter Wildarten 
in der Absicht erfolge, eine widerrechtliche Überschreitung des einem Jäger zuste-
henden Kontingents zu erwirken.

Bei der Qualifikation einer schwer vorsätzlichen Jagdrechtsübertretung ist 
sowohl auf die subjektiven als auch auf die objektiven Umstände des Einzelfalles 
abzustellen. Diese sind denn auch massgebend für die Dauer des Patententzuges 
(PKG 1991 Nr. 37, S. 130).

c) Die Vorinstanz hielt in ihrem Urteil fest, im vorliegenden Fall seien die Vor-
aussetzungen zur Erfüllung des objektiven Tatbestandes des Art. 48 Abs. 1 lit. d 
KJG nicht erfüllt. Der Abschuss des Hirschkalbes ohne Eintrag in die persönliche 
Abschussliste lasse sich weder als Handlung mit tierquälerischem Hintergrund noch 
als Fehlabschuss qualifizieren, im Anschluss daran sich der Angeklagte der Straf-
verfolgung habe entziehen wollen, noch sei eine Schädigung oder auch bloss eine 
Beeinträchtigung des kantonalen Jagdregals auszumachen. Überdies würde es 
dem Rechtsempfinden der Richter zuwiderlaufen, wenn M. X. von der Jagdberech-
tigung ausgeschlossen würde.  Wie sich auch aus seinen Einvernahmen ergeben 
würde, sei er nicht mit krimineller Energie am Werke gewesen. Ausserdem sei M. 
X. zur Teilnahme an der Sonderjagd überredet worden.

d) Der Berufungsbeklagte liess in seiner Vernehmlassung ausführen, es 
könne keine Rede davon sein, dass er mit krimineller Energie zu Werke gegangen 
sei. Vielmehr habe er die irrige Auffassung vertreten, es spiele auf der Sonderjagd 
kaum eine Rolle, wer ein Tier erlege. Massgebend sei lediglich, dass die Jagd so 
rücksichtsvoll wie möglich und effizient ausgeführt werde. Er habe Art. 23 Abs. 1 
ABzKJG auf der Sonderjagd als reine Ordnungsvorschrift betrachtet. Die Abschuss-
liste diene auf der Sonderjagd nicht der Kontrolle durch die Behörden, weil jedes 
erlegte Tier dem Wildhüter gezeigt werden müsse. Bei der Sonderjagd stehe die 
gezielte und weidgerechte Wildregulierung im Vordergrund. Alle anderen Gesichts-
punkte würden dabei in den Hintergrund treten. So werde beispielsweise auf der 
Sonderjagd jeder Abschuss bezahlt und die Benützung des Autos weitgehend zu-
gelassen. Zudem sei zu beachten, dass es der Wildhüter selber gewesen sei, der 
ihn zur Teilnahme an der von ihm verschmähten Sonderjagd überredet habe.

e) Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Wie die Staatsanwalt-
schaft zu Recht in ihrer Berufung ausführt, dient die Abschussliste den Jägern nicht 

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nur als persönliche Abschussstatistik, sondern auch der Kontrolle durch die Behör-
den, damit die Ziele der Jagdplanung eingehalten werden können. Das Instrument 
der Jagdplanung ist nicht nur bei der ordentlichen Jagd von grosser Bedeutung, 
sondern auch bei der Sonderjagd. Nicht ohne Grund wurde in den Jagdbetriebsvor-
schriften 2001 IV. (Sonderjagden zur Regulation des Hirsch- und Rehbestandes, B. 
Hirschwild, 3. Jagdbares Hirschwild Abs. 2) denn auch festgelegt, dass der Jäger 
erst nach Abschuss zweier Hirschkälber einen Hirschstier erlegen darf. Zudem gilt 
es zu beachten, dass die für die Sonderjagd aufgestellten Regelungen keinesfalls 
minder verbindlich sind, als diejenigen der ordentlichen Jagd.  M. X. hat im vorlie-
genden Fall seinem Bruder C. X. einen unrechtmässigen Vorteil verschaffen wollen, 
indem beide übereinkamen, dass C. X. den durch M. X. erfolgten Abschuss eines 
Hirschkalbes in seine persönliche Abschussliste eintragen dürfe. Erst mit diesem 
Eintrag hätte C. X. nämlich einen Hirschstier erlegen dürfen. Der von M. X. nicht 
vollzogene Eintrag in die Abschussliste ist unter diesen Umständen in objektiver 
Hinsicht zweifelsohne als schwere Jagdrechtsübertretung im Sinne von Art. 48 Abs. 
1 lit. d KJG zu werten. Nicht zu überzeugen vermag der von M. X. erhobene Ein-
wand, wonach bei der Sonderjagd einzig die gezielte und weidgerechte Wildregu-
lierung im Vordergrund stehe und die anderen Gesichtspunkte in den Hintergrund 
treten würden. Wie bereits ausgeführt, sind die für die Sonderjagd geltenden Be-
stimmungen ebenso verbindlich wie die für die ordentliche Jagd aufgestellten Re-
gelungen, weshalb sein Verhalten nicht bagatellisiert werden kann, zumal das Ziel, 
das er verfolgte, den elementarsten Jagdrechtsregeln widerspricht. Ebenfalls unbe-
gründet ist der Hinweis von M. X., wonach er vom Wildhüter G. geradezu überredet 
worden sei, an der Sonderjagd teilzunehmen. Mag er tatsächlich zur Teilnahme an 
der Sonderjagd überredet worden sein, berechtigt ihn dies keinesfalls, einen Ab-
schuss nicht in die Abschussliste einzutragen. Über die Sonderjagd als solche hat 
sich das Gericht nicht zu äussern; es hat sich vielmehr an die erlassenen Vorschrif-
ten zu halten.

Schliesslich handelte M. X. auch in subjektiver Hinsicht vorsätzlich. Dass 
beide Jäger beabsichtigt hatten, C. X. einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaf-
fen, kann den Aussagen von C. X. und M. X. entnommen werden, welche sie an-
lässlich der Befragung durch den Wildhüter G. am 15. Dezember 2001 zu Protokoll 
gegeben haben (vgl. Anzeigerapport des Wildhüters G.). Beide gestanden wenige 
Tage nach dem Geschehnis, dass die Absicht bestand, mit dem falschen Eintrag C. 
X. den Abschuss eines Hirschstieres zu ermöglichen. Die beiden Brüder handelten 
demnach gemeinsam und planmässig und nicht etwa zufällig. Als Zeugen befragt, 
sagten beide aus, im gemeinsamen Gespräch übereingekommen zu sein, dass C. 

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X. den unberechtigten Eintrag vornehme (vgl. Zeugenaussage vom 18. Januar 
2002). Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ist somit davon auszugehen, 
dass sie alles unternommen haben, um C. X. den unrechtmässigen Vorteil zu ver-
schaffen.

f) Muss nach dem Gesagten im vorliegenden Fall der Nichteintrag eines er-
folgten Abschusses als schwere vorsätzliche Jagdrechtsübertretung im Sinne von 
Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG qualifiziert werden, so ist ein Ausschluss von der Jagdbe-
rechtigung für die Dauer von einem bis zehn Jahren auszusprechen. Wie bereits 
ausgeführt, wiegen sowohl die objektiven als auch die subjektiven Umstände des 
Falles nicht leicht. Mit dem Nichteintrag in die Abschussliste beabsichtigte M. X. 
seinem Bruder den Abschuss eines Hirschstieres zu ermöglichen. Unter Berück-
sichtigung aller Umstände erscheint der Entzug der Jagdberechtigung für die Dauer 
von einem Jahr als dem Verschulden von M. X. und der Schwere der Jagdrechtsü-
bertretung angemessen. Die Berufung der Staatsanwaltschaft Graubünden ist somit 
gutzuheissen und das angefochtene Urteil ist dahingehend zu ergänzen, dass M. 
X. gestützt auf Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG die Jagdberechtigung für die Dauer von 
einem Jahr zu entziehen ist.

g) Da der Entzug der Jagdberechtigung nach Praxis des Kantonsgerichtes 
eine administrative Massnahme und nicht eine Nebenstrafe darstellt, ist nicht zu 
prüfen, ob der Entzug gestützt auf Art. 41 StGB bedingt vollzogen werden kann (vgl.  
PKG 1991 Nr. 38; Urteil des Kantonsgerichtsausschuss vom 9. Mai 2000 i.S. R.V., 
SB 99/89).

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Vorinstanz inso-
fern neu zu verteilen, als es sich rechtfertigt, M. X. die Kosten des Bezirksgerichts-
ausschusses Prättigau/Davos in der Höhe von Fr. 500.-- zu überbinden (vgl. Art. 
158 StPO). Dementsprechend kann ihm für dieses Verfahren auch keine ausser-
amtliche Entschädigung zugesprochen werden. Die Ziffern 4 und 5 des vorinstanz-
lichen Urteils sind somit aufzuheben.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden aus Billigkeit auf die Staats-
kasse genommen, da es M. X. nicht zu verantworten hat, dass sich auch noch der 
Kantonsgerichtsausschuss mit der Angelegenheit befassen musste (vgl. Art. 160 
Abs. 3 StPO).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird gutgeheissen und die Ziffern 4 und 5 des angefochtenen 
Urteils werden aufgehoben.

2. M. X. wird die Jagdberechtigung in Anwendung von Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG 
für die Dauer von einem Jahr entzogen.

3. Die Kosten des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos von Fr. 500.-- 
gehen zu Lasten von M. X..

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'200.-- gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden. 

5. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

6. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: