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**Case Identifier:** c0c1692d-4fdd-514e-b993-6ec909e56ba6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.11.2017 UV 2016/53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2016-53_2017-11-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2016/53

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2019

Entscheiddatum: 29.11.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2017
Art. 18 UVG, Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV, Art. 4 ATSG. 
Rentenanspruch. Verneinung eines Unfallereignisses und eines 
unfallähnlichen Ereignisses (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 29. November 2017, UV 2016/53).

Entscheid vom 29. November 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Michaela Machleidt Lehmann und a.o. Versicherungsrichterin

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2016/53           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29, 

8887 Mels,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Invalidenrente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Geschäftsführer und Monteur bei der 

B.___ AG, deren Betriebsinhaber er war, angestellt und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert, als er sich laut Schadenmeldung UVG vom 24. Juni 2013 am 22. Juni 2013 

beim Aufstellen eines Partyzelts durch Anhebung eines Beschwerungssteins die 

"rechte" (richtig: linke) Schulter "verriss" (Suva-act. 4, vgl. auch Suva-act. 6, 76, 84). 

Der Versicherte hatte sich gleichentags auf der Notfallstation des Spitals C.___ 

vorgestellt, wo eine Schulterdistorsion links diagnostiziert worden und insbesondere 

eine Behandlung mittels Ruhigstellung in einem Orthogilet erfolgt war (Suva-act. 3). 

Dem Versicherten war ab 22. Juni 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 

worden (Suva-act. 18). Mit Fragebogen vom 28. Juni 2013 bat die Suva den 

Versicherten in Ergänzung zur Schadenmeldung einige Fragen zu beantworten und 

insbesondere das Gewicht des Steins anzugeben (Suva-act. 1). Der Versicherte 

beantwortete  diese am 9. Juli 2013 und schätzte den Stein auf ca. 25 kg (Suva-act. 6). 

Mit Schreiben vom 19. Juli 2013 bestätigte die Suva dem Versicherten für die Folgen 

eines Nichtberufsunfalls die Ausrichtung von Taggeldern sowie die Vergütung der 

Heilbehandlungskosten (Suva-act. 8, vgl. auch Suva-act. 9 ff.).

A.b  Am 9. Juli 2013 wurde der Versicherte durch Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates untersucht, der 

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ihn zuvor einer MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks in der Radiologie E.___ 

(Suva-act. 15) zugewiesen hatte. Anlässlich der kernspintomo-graphischen 

Untersuchung hatte der Versicherte beim Anheben des linken Arms ein 

Schmerzereignis verspürt. Dr. D.___ diagnostizierte im Untersuchungsbericht vom 17. 

Juli 2013 eine Pulley-Läsion mit Beteiligung von Supraspinatus und kranialer 

Subscapularissehne mit sekundärer, spontaner Bizepssehnenruptur Schulter links am 

5. Juli 2013 und attestierte dem Versicherten weiterhin eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte wurde konservativ mit Physiotherapie behandelt 

(Suva-act. 14).

A.c  Nach einem anfänglich deutlichen Rückgang der Beschwerden und einer 

Arbeitsfähigkeit von 50% ab dem 8. August 2013 bis am 24. September 2013 (am 25. 

September 2013 wurde der Versicherte wegen eines Vorzustandes [Status nach 

zweimaliger Schulteroperation] an der rechten Schulter operiert; vgl. Suva-act. 19 f.) 

nahmen die Schmerzen an der linken Schulter wieder stark zu (vgl. Suva-act. 26), 

worauf beim Versicherten auf Zuweisung von Dr. D.___ am 11. Juli 2014 eine weitere 

MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks in der Radiologie F.___, 

Diagnosezentrum G.___, durchgeführt wurde (Suva-act. 32). Gestützt auf das 

radiologische Untersuchungsergebnis mit Nachweis einer ca. 2 x 1.5 cm messenden 

Supraspinatussehnenläsion und Partialläsion der Subscapu¬laris diagnostizierte Dr. 

D.___ anlässlich seiner Untersuchung vom 21. Juli 2014 eine 

Supraspinatussehnenruptur Schulter links sowie eine Pulley-Läsion Schulter links bei 

Zustand nach spontaner Bizepssehnenruptur links und besprach mit dem Versicherten 

die Möglichkeit eines operativen Vorgehens. Mit der rechten operierten Schulterseite 

sei der Versicherte sehr zufrieden (Suva-act. 26).

A.d  Am 22. Juli 2014 meldete der Versicherte bezüglich seiner linken Schulter einen 

Rückfall zum Ereignis vom 22. Juni 2013 an (Suva-act. 27).

A.e  Auf Nachfrage der Suva bejahte deren Kreisarzt Dr. med. H.___, Facharzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, bei erlittener 

Supraspinatussehnen-Läsion und wesentlichem degenerativen Vorzustand einen 

überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang der an der linken Schulter 

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geltend gemachten Beschwerden (inklusive der vorgesehenen Operation) und dem 

Ereignis vom 22. Juni 2013 (Suva-act. 31).

A.f  Am 15. Oktober 2014 unterzog sich der Versicherte einem von Dr. D.___ 

durchgeführten arthroskopischen Eingriff an der linken Schulter mit subakromialer 

Dekompression und Supraspinatussehnennaht (SpeedBridge; Suva-act. 41 f.). Wegen 

eines postoperativen Wundinfekts war der Versicherte vom 31. Oktober bis 12. 

November 2014 in der Klinik I.___ hospitalisiert, wobei am 1. November 2014 eine 

Spülung des Schultergelenks, eine Wundrevision, die Entfernung des Nahtmaterials 

und eine Jet-Lavage durchgeführt wurden. Nachfolgend wurde der Versicherte mit 

Antibiotika und Physiotherapie behandelt (Suva-act. 45, 48, 50 f., 54 f.).

A.g  Anlässlich einer Besprechung mit der Suva am 28. Januar 2015 klagte der 

Versicherte über

andauernde Beschwerden im Bereich der linken Schulter in Form von Schmerzen und 

einer Bewegungseinschränkung (Suva-act. 55). Der Versicherte war durch Dr. D.___ 

seit dem 14. Oktober 2014 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben (Suva-act. 83) und 

wünschte die Einholung einer Zweitmeinung (Suva-act. 55). Diese wurde durch Dr. 

med. J.___, Chefarzt Departement Schulterorthopädie, Kantonsspital K.___, am 23. 

März 2015 abgegeben, der nach einer persönlichen Untersuchung des Versicherten im 

gleichentags erstellten Bericht die Durchführung einer Standortbestimmung mittels MRI 

empfahl. Bei der Anamnese des Versicherten mit Status nach 

Rotatorenmanschettennaht sowie relativ kurzfristiger postoperativer Entfernung des 

Nahtmaterials sei nicht davon auszugehen, dass ein Einheilen der rupturierten Sehne 

erfolgt sei, was die Beschwerden grundsätzlich erklären könnte. Zusätzlich sei zum 

aktuellen Zeitpunkt nicht klar, ob sich das Ausmass der schon vorliegenden Ruptur 

vergrössert habe. Im Anschluss an die MRI-Untersuchung könne die Beurteilung der 

Grösse der zu erwartenden Rotatorenmanschettenläsion sowie der Sehnen- und 

Muskelqualität erfolgen (Suva-act. 67, vgl. auch Suva-act. 59). Die MRI-Untersuchung 

wurde am 13. April 2015 in der Radiologie F.___ durchgeführt, wobei sich im Vergleich 

zum MRI vom 11. Juni 2014 nach nun zwischenzeitlicher Supraspinatussehnennaht 

eine Reruptur der Supraspinatussehne ab Ansatz mit grösserer Lücke gegenüber der 

Voruntersuchung mit einer maximalen Länge von ca. 2.6 cm und weiterhin die 

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degenerativen Veränderungen der Subscapularissehne nachweisen liessen (Suva-act. 

72, vgl. Suva-act. 59). Gestützt auf dieses radiologische Untersuchungsergebnis 

erachtete Dr. I.___ mit Bericht vom 23. April 2015 zur operativen Sanierung nur mehr 

eine inverse Schulterprothese geeignet, da eine Refixation des Sehnenstumpfes 

aufgrund der progredienten Retraktion und Degeneration nicht erfolgversprechend sei 

(Suva-act. 74, vgl. auch Bericht von Dr. D.___ vom 12. Mai 2015 [Suva-act. 79]). 

Anlässlich eines Telefongesprächs mit der Suva vom 13. Mai 2015 teilte der Versicherte 

mit, dass er sich keiner Operation mehr stellen bzw. von einer solchen absehen wolle 

(Suva-act. 77), worauf Dr. D.___ eine kreisärztliche Beurteilung empfahl (Suva-act. 79).

A.h  Am 22. Juni 2015 wurde der Versicherte durch Kreisarzt Dr. H.___ untersucht, der 

im Untersuchungsbericht vom 24. Juni 2015 als dauernde und erhebliche Unfallfolgen 

die verschiedenen Status sowie eine persistierende Periarthrosis humeroscapularis 

links mässigen Grades mit Bewegungseinschränkung, Kraftminderung und Status nach 

Ruptur der langen Bicepssehne und Reruptur der Supraspinatussehne festhielt und 

erklärte, dass sich aktuell keine Behandlungsmassnahmen mehr anbieten würden, die 

den jetzigen Zustand anhaltend und wesentlich verbessern würden. Insbesondere 

durch die Implantation einer inversen Schulterprothese sei keine wesentliche 

funktionelle Verbesserung zu erwarten. Somit sei der Endzustand erreicht. Die frühere 

Tätigkeit als Geschäftsführer/Monteur sei dem Versicherten nur noch in einem kleinen 

Rahmen zumutbar. Montagetätigkeiten könnten nicht mehr durchgeführt werden. Bei 

20%igem Aufwand für die Geschäftsführung bleibe eine Arbeitsunfähigkeit von 80%. 

Für eine andere berufliche Tätigkeit gelte folgendes Zumutbarkeitsprofil: Dem 

Versicherten sei eine leichte Arbeit ganztags zumutbar (Gewichtslimite 5 - 10 kg), ohne 

Einsatz der linken Hand über Brusthöhe, ohne Schläge oder Vibrationen, die auf die 

linke Schulter fortgeleitet würden, und ohne wiederholte Arbeiten auf Leitern oder 

Gerüsten (Suva-act. 87). Ebenfalls am 22./24. Juni 2015 beurteilte Dr. H.___ den 

Integritätsschaden und schätzte diesen auf 10% (Suva-act. 86).

A.i   Gestützt auf die kreisärztliche Feststellung des Endzustandes der Unfallfolgen 

teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 13. Juli 2015 die Einstellung der 

Heilkosten- und Taggeldleistungen per 30. Juni 2015, die Prüfung einer allfälligen 

Invalidenrente sowie seinen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung mit (Suva-act. 

90).

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A.j   Mit Verfügung vom 5. August 2015 lehnte die Suva gestützt auf die kreisärztliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw. das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil und bei 

Durchführung eines Einkommensvergleichs zur Bestimmung des Invaliditätsgrades 

einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente ab, sprach ihm hingegen eine 

Integritätsentschädigung von Fr. 18'900.-- basierend auf einer Integritätseinbusse von 

10% zu (Suva-act. 92).

B.   

Die gegen diese Verfügung vom Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. R. 

Braun, Mels, am 27. August 2015 vorsorglich erhobene (Suva-act. 96) und am 24. 

September 2015 ergänzte Einsprache (Suva-act. 100) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 15. Juni 2016 ab (Suva-act. 104).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) durch Rechtsanwalt Braun am 11. August 2016 Beschwerde 

erheben und beantragen, der Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) vom 15. Juni 2016 sowie deren Verfügung vom 5. August 2015 

betreffend Invalidenrente seien aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei ab 1. Juli 

2015 eine Invalidenrente zuzusprechen, unter Entschädigungsfolgen (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2016 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 15. Juni 2016 (act. G 3). Nachdem sie zuvor, d.h. auch im 

angefochtenen Einspracheentscheid sowie in der Verfügung vom 5. August 2015, das 

Vorliegen eines Unfallereignisses immer anerkannt hatte, stellte sie nun das Bestehen 

eines solchen in Frage.

C.c Mit Replik vom 24. Oktober 2016 (act. G 7) und Duplik vom 25. November 2016 

(act. G 10) hielten die Verfahrensparteien an ihren jeweiligen Rechtsbegehren fest.

C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren 

Ausführungen in den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Erwägungen

1.   

Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid 

vom 15. Juni 2016 (Suva-act. 104), dem die Verfügung vom 5. August 2015 (Suva-act. 

92) zu Grunde liegt. In der Verfügung nahm die Beschwerdegegnerin zunächst Bezug 

auf ihr Schreiben vom 13. Juli 2015, worin sie dem Beschwerdeführer die Einstellung 

der bisher erbrachten Versicherungsleistungen (Heilkostenleistungen und Taggelder) 

bzw. die Annahme des Erreichens des medizinischen Endzustandes per 30. Juni 2015 

mitgeteilt und die Prüfung eines allfälligen Rentenanspruchs sowie die Ausrichtung 

einer Integritätsentschädigung angekündigt hatte (Suva-act. 90). Anschliessend 

bestätigte sie die Verneinung einer Erwerbsunfähigkeit infolge der verbleibenden 

Restfolgen des Ereignisses vom 22. Juni 2013 an der linken Schulter und damit einen 

Rentenanspruch und sprach dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung 

basierend auf einer Integritätseinbusse von 10% zu. Letztere blieb bereits im 

Einspracheverfahren unangefochten, so dass sie nicht Gegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens bildet. Streitig und zu prüfen ist allein der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung, wobei die Vornahme 

des Fallabschlusses bzw. der Rentenprüfung per 30. Juni 2015 - ebenfalls bereits im 

Einspracheverfahren - unbestritten geblieben ist und vom Beschwerdeführer nicht 

beanstandet wurde.

2.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden, 

nachdem ein Ereignis von 2013 streitig ist, die bis 31. Dezember 2016 gültigen 

Bestimmungen Anwendung.

3.   

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Die Beschwerdegegnerin hat ursprünglich ihre Leistungspflicht bezüglich des 

Ereignisses vom 22. Juni 2013 für die vorübergehenden Leistungen anerkannt und 

während der medizinisch instabilen Schadensphase die vorübergehenden 

Heilkostenleistungen und Taggelder erbracht (vgl. dazu BGE 135 V 290 E. 4.2). Im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren ist hingegen, wie bereits erwähnt, erstmals zu 

prüfen, ob ein Dauerschaden (Invalidität) vorliegt, der einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente begründet. Der Anspruch auf eine Invalidenrente unterliegt seinen 

eigenen, im UVG festgelegten Anspruchsvoraussetzungen, welche für einen 

Rentenanspruch gesamthaft erfüllt sein müssen. Die Ausrichtung von - unter 

Umständen auch jahrelang ausgerichteten - vorübergehenden Leistungen bildet keine 

Vertrauensgrundlage für einen Rentenanspruch (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. 

Oktober 2016, 8C_430/2016, E. 4). Der Versicherungsträger kann mithin bei der 

erstmaligen Zusprache von Dauerleistungen seine Leistungspflicht - trotz 

Übereinstimmung einzelner Anspruchsvoraussetzungen mit denjenigen der 

vorübergehenden Versicherungsleistungen - neu überprüfen, ohne dass der Entscheid 

durch die faktische Erbringung vorübergehender Leistungen präjudiziert wird (Urteile 

des Bundesgerichtes [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, 

EVG] vom 22. Februar 2016, 8C_1/2016, E. 4.5.3 und 5. März 2013, 8C_666/2012, E. 

4.1, nicht publ. in: BGE 139 V 161).

4.   

4.1  Die Zusprechung einer Invalidenrente ist laut Art. 18 Abs. 1 UVG möglich, wenn 

der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist (Art. 8 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]). Gemäss Wortlaut dieser Gesetzesbestimmung setzt ein Rentenanspruch 

zunächst - wie alle Unfallversicherungsleistungen - das Vorliegen eines Unfalls voraus 

(vgl. dazu vor allem auch Art. 6 Abs. 1 UVG, wonach Versicherungsleistungen bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt werden, soweit das 

Gesetz nichts anderes bestimmt). In der Beschwerdeantwort vom 9. September 2016 

(act. G 3) stellt die Beschwerdegegnerin das Bestehen eines solchen erstmals in Frage. 

Art. 4 ATSG umschreibt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Der 

äussere Faktor ist gegeben, wenn äussere, vom menschlichen Körper unabhängige 

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Kräfte auf diesen einwirken. Es wird sich in aller Regel um eine mechanische 

Einwirkung handeln; infrage kommen aber auch etwa elektrische Krafteinwirkungen. 

Nicht als Unfallereignis anerkannt werden somit Ereignisse, die ihre Ursache 

ausschliesslich im Körperinnern haben. Der äussere Faktor kann indessen nicht 

deshalb als fehlend angenommen werden, weil keine äusserlich wahrnehmbare 

Körperschädigung vorliegt (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/

Genf 2015, Art. 4 N 60). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich 

sodann nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. 

Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor 

allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ein äusserer 

Faktor ist aussergewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich 

Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, 

wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 2000 Nr. U 

368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, BGE 121 V 38 E. 1a, je mit 

Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten 

Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und RKUV Nr. U 345 S. 

422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 

1989, S. 176 f.; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 40). Weiter bejaht die 

Rechtsprechung das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn 

beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand 

erfolgt und zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt. 

Es muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf 

Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person 

ausserordentlich war (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2). Bei 

unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in 

der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung 

gleichsam „programmwidrig“ beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn 

die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder 

wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt 

oder auszuführen versucht (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1). Dass es tatsächlich zu 

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einem Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Immerhin ist festzuhalten, dass 

der Nachweis eines Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere 

beschränken, insofern strengen Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache 

der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn 

ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren 

Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein 

krankheitsbedingter Ursachen besteht (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d).

4.2  Der Bundesrat kann sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls 

ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 2 lit. a - 

h UVV hat er von dieser Kompetenz in einer abschliessenden Aufzählung (vgl. dazu 

BGE 114 V 302 E. 3d; RKUV 1990 Nr. U 112 S. 374 E. 2b) Gebrauch gemacht. Als so 

genannte unfallähnliche Körperschädigungen gelten Knochenbrüche, Verrenkungen 

von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen und 

Trommelfellverletzungen. Bei unfallähnlichen Körperschädigungen müssen jedoch zur 

Begründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der 

Ungewöhnlichkeit die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt sein. Eine 

unfallähnliche Körperschädigung liegt also nur dann vor, wenn ein äusseres Ereignis im 

Sinne eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, 

eben unfallähnlichen Vorfalls schädigend auf den Körper eingewirkt hat. Nicht erfüllt ist 

das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors, wenn das Geschehen einer 

blossen, alltäglichen Lebensverrichtung gleichkommt. Gemäss Rechtsprechung ist ein 

Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. 

Dies ist der Fall, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als 

physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, 

insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt (vgl. BGE 139 V 327, 129 V 469 ff. E. 

4.2 f.; Urteile des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3 f., und 10. 

Januar 2011, 8C_665/2011, E. 3.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 80 f.).

4.3 

4.3.1      Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im 

Sozialversicherungsrecht, der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im 

Streitfall das Gericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen 

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ist die leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie 

muss die Umstände des Unfalls bzw. des unfallähnlichen Ereignisses glaubhaft 

machen. Kommt sie dieser Aufforderung nicht nach, indem sie unvollständige, 

ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines 

unfallmässigen bzw. unfallähnlichen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, 

besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 122 V 158 E. 1a, 114 V 305 

f. E. 5b). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast 

insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. RUMO-

JUNGO/ HOLZER, a.a.O., S. 4 f., 29; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 

RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Wird also auf dem Wege der 

Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses bzw. eines unfallähnlichen 

Ereignisses nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht (vgl. THOMAS 

LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 

2014, § 70 N. 58 f.) - so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der 

den Anspruch erhebenden Person auswirkt.

4.3.2      Die detaillierte Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse durch den 

Unfallversicherer erfolgt oft mittels Frageblättern. Im Vordergrund stehen entsprechend 

Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden 

Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen 

Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er dem 

Untersuchungsgrundsatz bzw. seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich 

nachgekommen und es überzeugt rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte 

Person einen bestimmten bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als 

Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung 

erwähnt bzw. bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist 

nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur 

weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens aufzufordern (Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 8C_215/2013, E. 4).

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4.3.3      Mit Schadenmeldung UVG vom 24. Juni 2013 meldete der Beschwerdeführer, 

es habe ihm beim Aufstellen eines Partyzelts durch Anheben eines 

Beschwerungssteins die Schulter "verrissen" (Suva-act. 4). Nach Eingang der 

Schadenmeldung bzw. am 28. Juni 2013 hat die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt 

mit verschiedenen Fragen zum Geschehen vom 22. Juni 2013 detailliert erhoben (Suva-

act. 1). Der Beschwerdeführer antwortete am 9. Juli 2013 der Schadenmeldung 

entsprechend, die gemeldeten Schulterbeschwerden links seien beim Aufstellen eines 

Partyzelts durch Anheben eines schweren Beschwerungssteins aufgetreten. Dessen 

Gewicht schätzte er auf ca. 25 kg. Die Frage, ob sich etwas Besonderes (Ausgleiten, 

Sturz, usw.) ereignet habe, verneinte er (Suva-act. 6). Der Hergang des Ereignisses 

vom 22. Juni 2013 an sich, wie es im Fragebogen und in der Schadenmeldung UVG 

geschildert wurde, ist unbestritten und hat als überwiegend wahrscheinlich 

nachgewiesen zu gelten.

4.4  Wie die Beschwerdegegnerin allerdings in der Beschwerdeantwort zutreffend 

darlegt, erfüllt der Sachverhalt in Erwägung 4.3.3 weder die Tatbestandsmerkmale des 

Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG - was auch von beschwerdeführender Seite 

unbestritten ist (vgl. act. G 7, Ziff. 3) - noch die an ein unfallähnliches Ereignis gestellten 

Voraussetzungen. Die Antworten des Beschwerdeführers im Fragebogen vom 9. Juli 

2013 (Suva-act. 6) enthalten keinen Hinweis darauf, dass beim Ereignis vom 22. Juni 

2013 ein sinnfälliger und zugleich ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den 

Beschwerdeführer eingewirkt hätte, welcher den Rahmen des im vorliegenden 

Lebensbereich (Aufstellen eines Partyzelts) Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. 

Das An- und Aufheben eines Gegenstandes stellt eine, wenn auch möglicherweise 

anstrengende, so doch normale körpereigene Bewegung bzw. alltägliche 

Lebensverrichtung dar. Ebenso ist als alltäglich zu bezeichnen, dass das An- oder 

Aufheben eines Gegenstands je nach seiner Beschaffenheit, insbesondere seines 

Gewichts und seiner Form bewegungsmässig mit einem entsprechenden Ruck - 

dessen Folge vom Beschwerdeführer offenbar subjektiv als "verrissen" 

wahrgenommen wurde - verbunden ist. Anhand dieser Formulierung lässt sich 

jedenfalls kein bestimmbarer ungewöhnlicher äusserer Faktor und auch kein 

unfallähnliches Ereignis im Sinne einer physiologisch und psychologisch nicht 

beherrschten Bewegung des Körpers, insbesondere des Arms bzw. der Schulter 

ableiten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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4.5  Dass es beim Hebevorgang eines ca. 25 kg schweren Steins naturgemäss zu einer 

Krafteinwirkung auf den Arm bzw. die Schulter mit ihren Sehnen, Bändern, Muskeln 

und Gelenken kommt, steht ausser Frage.

4.5.1      Eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung im Sinne eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors wurde von der Rechtsprechung allerdings nur bei 

Lasten von mehr als 100 kg bejaht (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 

8C_319/2009, E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02). 

In Fällen, in welchen eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung im Sinne eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint wurde, waren die zu hebenden Lasten 

zwischen 50 und 100 kg schwer (Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4 

mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 

8C_1029/2009, E. 2.1, und 25. August 2011, 8C_246/2011, E. 4.4). Angesichts dieser 

Kasuistik fällt bei einem Gewicht von ca. 25 kg ein Unfall bzw. ein ungewöhnlicher 

äusserer Faktor ohne weiteres ausser Betracht.

4.5.2      Im Urteil U 148/04 vom 2. Dezember 2004 E. 2.3 hatte das frühere EVG 

sodann das Anheben und anschliessende Abdrehen einer ca. 20 kg schweren Waage 

durch einen Mann zu beurteilen; es hat erkannt, dass von einer im Rahmen der 

üblichen Arbeit und unter normalen Bedingungen erfolgten Bewegung auszugehen sei, 

sodass der äussere Faktor infolge eines fehlenden gesteigerten Schädigungspotenzials 

und somit ein unfallähnliches Ereignis zu verneinen seien. Im Urteil 8C_656/2008 vom 

13. Februar 2009 hat das Bundesgericht entschieden, beim Heben eines bepackten ca. 

20 kg schweren Koffers durch eine Frau sei ein äusserer Faktor 

rechtsprechungsgemäss zu verneinen; es fehle an einem gesteigerten 

Schädigungspotenzial. Zum selben Schluss kam das Bundesgericht auch im Urteil 

8C_696/2009 vom 12. November E. 6.2, als es zu entscheiden hatte, ob ein beim 

Ausziehen eines 25 bis 30 kg schweren Rucksackes erlittener Sehnenriss als 

unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren sei. Gleich entschied das 

Bundesgericht bei einer Frau, welche bei Umzugsarbeiten eine etwa 15 kg schwere 

Bücherkiste mit etwas Schwung anhob und dabei starke Schulterschmerzen verspürte 

(Urteil des Bundesgerichts vom 17. März 2010, 8C_867/2009, E. 3.3). Wie der 

Überblick über die bundesgerichtliche Rechtsprechung zeigt, stellt das Anheben eines 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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Steins von ca. 25 kg gleichfalls keine Überanstrengung im Sinne eines unfallähnlichen 

Ereignisses dar, d.h. ist ohne besonderes Gefährdungspotenzial für den Körper.

4.5.3      Dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin im konkreten Fall das Vorliegen 

einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne der abschliessenden Aufzählung von 

Art. 9 Abs. 2 UVV (vgl. Erwägung 4.2; BGE 114 V 306 E. 5c), konkret eines 

Sehnenrisses gemäss lit. f, verneint, kommt damit für die Beurteilung ihrer 

Leistungspflicht keine rechtliche Relevanz mehr zu. Wie in Erwägung 4.3.1 ausgeführt, 

muss die unfallähnliche Körperschädigung zudem auf ein unfallähnliches Ereignis 

zurückgeführt werden können. Die Frage, ob eine unfallähnliche Körperschädigung 

vorliegt, kann mithin offen gelassen werden.

4.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich bei vorliegendem Sachverhalt weder 

ein Unfall gemäss Art. 4 ATSG noch ein unfallähnliches Ereignis bejahen lässt und 

damit bereits eine der für einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG zu erfüllenden Voraussetzungen nicht 

gegeben ist. Vor diesem Hintergrund kann die Frage, ob im Falle des 

Beschwerdeführers die weiteren Voraussetzungen für einen Rentenanspruch 

(Kausalzusammenhang zwischen Unfall und dem eingetretenen Gesundheitsschaden, 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 10%) erfüllt sind, offen gelassen 

werden.

5.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 15. Juni 2016 (Suva-act. 104) abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2017
	Art. 18 UVG, Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV, Art. 4 ATSG. Rentenanspruch. Verneinung eines Unfallereignisses und eines unfallähnlichen Ereignisses (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2017, UV 2016/53).

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