# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e92db7c-d210-57e6-92a8-8bab3c60cf16
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-03-31
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 31.03.2017 OG.2017.00006 (OGZ.2018.106)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2017-00006_2017-03-31.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  und Beschluss vom 31. März 2017

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2017.00006

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Gesuchstellerin und

  
	
  Berufungsklägerin

  
	
   

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch C.______

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  B.______

  
	
  Gesuchsgegner
  und

  
	
  Berufungsbeklagter

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch D.______ 

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
  Eheschutz

  
	
   

  
	
  Anträge
  der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (gemäss
  Berufungsschrift vom 9. Februar 2017 [act. 49 S. 2 f.]):

  
	
  	
     

    	
    Materiell:

    
	
    „1.

    	
    Es seien die Dispositivziffern
    1 bis 4 des Teilentscheids des Kantonsgerichtspräsidiums Glarus im
    Verfahren ZG.2016.00813 vom 26. Januar 2017 aufzuheben.

    
	
    2. 

    	
    Es seien die gemeinsamen Kinder
    […] für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige elterliche Obhut
    der Berufungsklägerin zu stellen.

    
	
    3.

    	
    Der Berufungsbeklagte sei
    berechtigt zu erklären, die gemeinsamen Kinder

    
	
    -

    	
    an jedem zweiten Wochenende
    jeweils ab Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr;

    
	
    -

    	
    an jedem Donnerstag von
    Schulschluss bis 19.00 Uhr;

    
	
    -

    	
    in den geraden Jahren an
    Pfingsten (von Samstag 09.00 Uhr bis Montag 18.00 Uhr) und an
    Silvester/Neujahr (31. Dezember 09.00 Uhr bis 1. Januar 18.00
    Uhr);

    
	
    -

    	
    während 3 Wochen Ferien pro
    Jahr;

    
	
     

    	
    zu sich oder mit sich auf
    Besuch zu nehmen.

    
	
    4.

    	
    Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
    und zusätzlich Mehrwertsteuerzusatz zulasten des Berufungsbeklagten.“

    

  

  
	
  	
     

    	
     

    	
    Prozessual:

    
	
    „

    	
    1.

    	
    Es sei dem Teilentscheid des
    Kantonsgerichtspräsidiums Glarus im Verfahren ZG.2016.00813 vom
    26. Januar 2017 die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

    
	
     

    	
    2.

    	
    Der Berufungsbeklagte sei dazu
    zu verpflichten, der Berufungsklägerin zur Bestreitung des vorliegenden
    Berufungsverfahrens einen Prozesskostenvorschuss in Höhe von vorerst
    CHF 4‘000.– zu bezahlen.

    
	
     

    	
    3.

    	
    Es sei der Berufungsklägerin
    die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines
    Kostenvorschusses zu verzichten.

    
	
     

    	
    4.

    	
    Alles unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen und zusätzlich Mehrwertsteuerzusatz zulasten des
    Berufungsbeklagten.“

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge
  des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten (gemäss Berufungsantwort vom
  23. Februar 2017 [act. 54 S. 2]):

  
	
  	
    „1.

    	
    Es sei die Berufung vom
    9. Februar 2017 vollumfänglich (inkl. den prozessualen Anträgen)
    abzuweisen und es sei die Verfügung des Kantonsgerichtspräsidenten vom
    26. Januar 2017 zu bestätigen.

    
	
    2.

    	
    Alles unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsklägerin.“

    

  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  (Prozessgeschichte)

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Parteien sind seit […]
    verheiratet und Eltern der drei Kinder […] (act. 1). Mit Eingabe vom
    7. November 2016 reichte die Gesuchstellerin beim
    Kantonsgerichtspräsidium ein Eheschutzbegehren ein (act. 2), mit
    welchem sie unter anderem die Bewilligung des Getrenntlebens und die
    Regelung der Kinderbelange sowie des Unterhalts beantragte. Zu diesem
    Eheschutzgesuch fällte der Kantonsgerichtspräsident am 26. Januar 2017
    nach zuvor am 19. Dezember 2016 abgehaltener Hauptverhandlung
    (act. 7, 12-20) und am 22. Dezember 2016 durchgeführten
    Kinderanhörungen (act. 27) einen Teilentscheid (act. 43). Darin
    stellte er die drei Kinder für die Dauer des Getrenntlebens unter die
    alternierende Obhut beider Parteien und setzte die Betreuungsanteile der
    Parteien fest.

    
	
    2.

    	
    Gegen diesen Eheschutzentscheid
    erhob die Ehefrau (nachfolgend: „Gesuchstellerin“) mit Eingabe vom
    9. Februar 2017 (act. 49) rechtzeitig (vgl. act. 45 i.V.m.
    act. 49) Berufung beim Obergericht mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen.
    Weiter reichte die Gesuchstellerin eine vom 22. Februar 2017
    datierende Noveneingabe ein (act. 53). Der Ehemann (nachfolgend:
    „Gesuchsgegner“) erstattete seine Berufungsantwort am 23. Februar 2017
    (act. 54) und stellte darin den ebenfalls eingangs aufgeführten Antrag
    auf vollumfängliche Abweisung der Berufung. In der Folge teilte das
    Obergericht mit Schreiben vom 24. Februar 2017 (act. 56-57) den
    Parteien mit, dass es voraussichtlich bereits demnächst über die Berufung
    entscheiden werde. Deshalb erübrige sich ein vorgängiger Entscheid zu den
    Anträgen der Gesuchstellerin betreffend Aufschub der Vollstreckbarkeit der
    angefochtenen Verfügung sowie Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses.
    Daraufhin reichte die Gesuchstellerin eine weitere Noveneingabe vom
    6. März 2017 ein (act. 58). Der Gesuchsgegner nahm zu den beiden
    Noveneingaben (act. 53 und act. 58) mit Schriftsätzen vom 7. bzw.
    14. März 2017 Stellung (act. 61 und act. 63). Diese Eingaben
    stellte das Obergericht der Gesuchstellerin mit Schreiben vom 8. bzw.
    14. März 2017 (act. 62 und act. 64) zur Kenntnisnahme zu.

     

    

  

  
	
  II.

  (Vorbemerkungen in prozessualer Hinsicht)

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    a) Abgesehen von
    offensichtlichen Mängeln beschränkt sich die Berufungsinstanz darauf,
    diejenigen Beanstandungen zu beurteilen, welche die Parteien in ihren
    schriftlichen Begründungen (Berufung und Berufungsantwort, Art. 311 Abs. 1
    und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das erstinstanzliche Urteil erheben (BGer
    4A_397/2016 vom 30. November 2016, E. 3.1.).

    
	
     

    	
    b) Die Vorinstanz fällte in
    Bezug auf die Frage der Obhutszuteilung einen Teilentscheid (vgl.
    act. 43 E. I. und Dispositiv Ziff. 5). Dieses Vorgehen wurde
    im Berufungsverfahren von keiner Partei beanstandet (vgl. act. 49 und 54)
    und erscheint im vorliegenden Fall auch sinnvoll. Im Übrigen stellt der
    Erlass eines solchen Teilentscheids jedenfalls keinen offensichtlichen
    Mangel dar. Es kann daher offen bleiben, ob der für das Scheidungsverfahren
    in Art. 283 Abs. 1 ZPO normierte Grundsatz der Einheit des
    Entscheids auch für Eheschutzverfahren gilt bzw. das vorinstanzliche
    Vorgehen der Fällung eines Teilentscheids diesem Grundsatz widerspricht.

    
	
    2.

    	
    a) Die Anordnung von
    Eheschutzmassnahmen (Art. 172 ff. ZGB) erfolgt im summarischen
    Verfahren (Art. 271 lit. a ZPO). Dieses ist zwecks Prozessbeschleunigung
    von einer Beweisstrengebeschränkung in dem Sinne geprägt, als dass bei
    bestrittenen Tatsachen kein strikter Beweis geführt werden muss, sondern
    blosses Glaubhaftmachen genügt. Eine Tatsache ist glaubhaft gemacht, wenn
    für deren Vorhandensein eine grössere Wahrscheinlichkeit spricht als für
    das Gegenteil (Sutter-Somm/Vontobel, ZK ZPO, Art. 271
    N 10 ff.). Die „Glaubhaftmachungslast“ liegt bei derjenigen
    Partei, welche aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet (Art. 8
    ZGB analog, BGer 5A_117/2010 vom 5. März 2010, E. 3.3).

    
	
     

    	
    b) Sind in einem
    Eheschutzverfahren – wie vorliegend – Kinderbelange zu beurteilen, so
    gelten die uneingeschränkte (strenge) Untersuchungsmaxime und die
    Offizialmaxime (Art. 284 Abs. 3 ZPO i.V.m. Art. 276
    Abs. 1 ZPO und Art. 296 ZPO). Das Gericht hat somit den
    Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen und entscheidet ohne Bindung an
    die Parteianträge. Auch im Rahmen der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime
    sind die Parteien indes nach Treu und Glauben zur Mitwirkung bei der
    Sachverhaltsabklärung verpflichtet. Das Gericht kann sodann (auch) bei
    Kinderbelangen auf ihm glaubhaft erscheinende Aussagen einer Partei abstellen,
    ohne weitere Beweismittel beizuziehen (BGer 5A_394/2008 vom 2. März
    2009, E. 2.2.; BGE 128 III 411, E. 3.2.1; OG ZH, LP100072 vom
    8. Oktober 2012, E. II.3 m.w.H.).

    
	
    3.

    	
    Gemäss der bundesgerichtlichen
    Rechtsprechung sind im Berufungsverfahren auch bei Geltung des
    Untersuchungsgrundsatzes neue Tatsachen und Beweismittel nur noch zu
    berücksichtigen, wenn sie (kumulativ) ohne Verzug vorgebracht werden und
    trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden
    konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO; BGE 138 III 625 = Pra 102 (2013)
    Nr. 26). In Verfahren mit uneingeschränkter Untersuchungsmaxime, wie dies
    bei den hier im Streit stehenden Kinderbelangen der Fall ist (vgl. soeben,
    E. II.2b; Art. 296 Abs. 1 ZPO), erscheint diese
    Rechtsprechung indes nicht als zweckmässig (vgl. z.B. OG SH, OGE 10/2012/25
    vom 23. April 2013, E. 2c; anders bei eingeschränkter Untersuchungsmaxime
    z.B. gemäss Art. 247 Abs. 2 ZPO). Das Obergericht lässt daher entgegen
    der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Berufungsverfahren mit uneingeschränkter
    Untersuchungsmaxime in Abweichung von Art. 317 Abs. 1 ZPO und in
    analoger Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO neue Tatsachen und
    Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu (so auch bspw. OG ZH, II. ZK,
    LC130019 vom 8. Mai 2013, E. 3.1 m.w.H.; a.M. wie das BGer bspw.
    OG ZH, I. ZK, LE140057 vom 20. Januar 2015, E. 4.4.).

    
	
    4.

    	
    Die Berufungsinstanz verfügt
    über umfassende Kognition (Art. 310 ZPO). Insoweit die Vorinstanz –
    wie von der Gesuchstellerin gerügt (act. 49 Rz. 30, 64) – den
    Anspruch der Gesuchstellerin auf rechtliches Gehör verletzt haben sollte,
    können diese allfälligen Gehörsverletzungen daher im vorliegenden
    Berufungsverfahren geheilt werden. Dies, zumal die Gesuchstellerin selber
    keinen Antrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz stellte (vgl.
    act. 49 S. 2 f.).

     

    

  

  
	
  III.

  (Obhutszuteilung)

  
	
   

  
	
  A.               Ausgangslage;
  Allgemeines zu den Kriterien der Obhutszuteilung

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Wie bereits erwähnt
    (E. I.1.) stellte die Vorinstanz die gemeinsamen Kinder der Parteien,
    […], für die Dauer des Getrenntlebens unter die alternierende Obhut der
    Parteien (act. 43 Dispositiv-Ziff. 1). Die Gesuchstellerin
    verlangt mit ihrer Berufung die Zuteilung der Obhut an sie (act. 49
    Rechtsbegehren 2).

    
	
    2.

    	
    a) Haben die Ehegatten
    minderjährige Kinder, so trifft das Eheschutzgericht nach den Bestimmungen
    über die Wirkungen des Kindesverhältnisses die nötigen Massnahmen
    (Art. 176 Abs. 3 ZGB). Was die elterliche Sorge anbelangt, so
    überträgt das Gericht im Eheschutzverfahren einem Elternteil nur dann die
    alleinige elterliche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist
    (Schwenzer/Cottier, BSK ZGB I, Art. 298 N 1 f.).

    
	
     

    	
    b) Vorliegend sind keine Gründe
    ersichtlich, welche einen Entzug der elterlichen Sorge und deren alleinige
    Zuteilung an einen Elternteil rechtfertigen würden. Solche werden auch von
    den Parteien nicht vorgebracht (vgl. nur deren eingangs wiedergegebene
    Anträge). Die elterliche Sorge bleibt somit auch für die Dauer des Getrenntlebens
    bei beiden Parteien. Die Parteien haben daher zum Vornherein über
    wesentliche, die Kinder betreffende Angelegenheiten weiterhin gemeinsam zu
    entscheiden. Insbesondere schliesst die elterliche Sorge heute das Recht
    ein, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen (Art. 301a Abs. 1
    ZGB), was bis vor Inkrafttreten der neuen Bestimmungen zur gemeinsamen
    elterlichen Sorge Teil des Obhutsrechts bildete (BGE 142 III 612,
    E. 4.1; BGer 5A_985_2014 vom 25. Juni 2015, E. 3.2.1.,
    Übersetzung bei Meier/Häberli, ZKE 2015, S. 459).

    
	
    3.

    	
    a) Wird die gemeinsame
    elterliche Sorge beiden Elternteilen belassen, so beschränkt sich das
    Eheschutzgericht auf eine Regelung der Obhut und des persönlichen Verkehrs
    (bei alleiniger Obhut eines Elternteils; massgeblich sind die
    Art. 273 ff. ZGB) oder der Betreuungsanteile (bei gemeinsamer
    Obhut; mangels Normierung der Betreuungsanteile sind für deren
    Ausgestaltung die Art. 273 ff. ZGB analog heranzuziehen) sowie
    allenfalls eine Anordnung begleitender Kindesschutzmassnahmen (vgl.
    Art. 298 Abs. 2 ZGB; Schwenzer/Cottier, BSK ZGB I, Art. 296
    N 6b, Art. 298 N 2, 10 m.w.H.).

    
	
     

    	
    b) Der Begriff der Obhut
    bezieht sich nach neuem Sorgerecht nunmehr auf die effektive, tägliche
    Betreuung des Kindes (entsprechend der „faktischen Obhut“ des früheren
    Rechts). Er beschränkt sich also auf die Befugnis, mit den minderjährigen
    Kindern in häuslicher Gemeinschaft zu leben und für deren laufende Pflege
    und Erziehung zu sorgen (BGE 142 III 612, E. 4.1; OG GL,
    OG.2015.00059/60 vom 24. Juni 2016, E. IV.5b m.w.H.).

    
	
     

    	
    c) Das Eheschutzgericht kann
    entweder einem Elternteil die alleinige Obhut zuteilen oder die gemeinsame
    Obhut (auch als alternierende oder geteilte Obhut bezeichnet, vgl. Geiser,
    AJP 2015, S. 1107) festlegen (Schwenzer/Cottier, BSK ZGB I,
    Art. 298 N 4). Unabhängig davon, ob sich die Eltern auf eine
    alternierende Obhut geeinigt haben, muss das mit dieser Frage befasste
    Gericht prüfen, ob dieses Betreuungsmodell möglich und mit dem Wohl des
    Kindes vereinbar ist. Denn nach der Rechtsprechung gilt das Kindeswohl als
    oberste Maxime des Kindesrechts. Es ist für die Regelung des
    Eltern-Kind-Verhältnisses demnach immer der entscheidende Faktor, während
    die Interessen und Wünsche der Eltern in den Hintergrund zu treten haben.
    Ob die alternierende Obhut überhaupt in Frage kommt und ob sie sich mit dem
    Kindeswohl verträgt, hängt demnach von den konkreten Umständen ab. Das bedeutet,
    dass der Richter gestützt auf festgestellte Tatsachen der Gegenwart und der
    Vergangenheit eine sachverhaltsbasierte Prognose darüber zu stellen hat, ob
    die alternierende Obhut als Betreuungslösung aller Voraussicht nach dem
    Wohl des Kindes entspricht (zum Ganzen: BGE 142 III 612, E. 4.2).

    
	
     

    	
    d) Bei dieser Beurteilung ist
    zunächst die Erziehungsfähigkeit der Eltern zu beleuchten. Die
    alternierende Obhut kommt nämlich grundsätzlich nur dann in Frage, wenn
    beide Eltern erziehungsfähig sind. Weiter erfordert die alternierende Obhut
    organisatorische Massnahmen und gegenseitige Informationen. Insofern setzt
    die praktische Umsetzung einer alternierenden Betreuung voraus, dass die
    Eltern fähig und bereit sind, in den Kinderbelangen miteinander zu
    kommunizieren und zu kooperieren. Allein aus dem Umstand, dass ein
    Elternteil sich einer alternierenden Betreuungsregelung widersetzt, kann
    indessen nicht ohne Weiteres auf eine fehlende Kooperationsfähigkeit der
    Eltern geschlossen werden, die einer alternierenden Obhut im Wege steht.
    Ein derartiger Schluss könnte nur dort in Betracht fallen, wo die Eltern
    aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch hinsichtlich
    anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können, mit der Folge, dass
    sie ihr Kind im Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden
    Elternkonflikt in einer Weise aussetzen würden, die seinen Interessen
    offensichtlich zuwiderläuft. Zu berücksichtigen ist ferner die geografische
    Situation, namentlich die Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern,
    und die Stabilität, welche die Weiterführung der bisherigen Regelung für
    das Kind gegebenenfalls mit sich bringt. In diesem Sinne fällt die alternierende
    Obhut eher in Betracht, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung
    abwechselnd betreuten. Weitere Gesichtspunkte sind die Möglichkeit der
    Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das Alter des Kindes, seine Beziehungen
    zu (Halb- oder Stief-)Geschwistern und seine Einbettung in das weitere
    soziale Umfeld. Auch dem Wunsch des Kindes ist Beachtung zu schenken,
    selbst wenn es bezüglich der Frage der Betreuungsregelung (noch) nicht
    urteilsfähig ist (zum Ganzen: BGE 142 III 612, E. 4.3; BGer 5A_72/2016
    vom 2. November 2016, E. 2.2., 3.3.2.).

    
	
     

    	
    e) Die Erziehungsfähigkeit
    beider Eltern ist in jedem Fall notwendige Voraussetzung einer
    alternierenden Obhut. Die weiteren genannten Beurteilungskriterien hängen
    oft voneinander ab und sind je nach den konkreten Umständen des Einzelfalls
    von unterschiedlicher Bedeutung. So spielen das Kriterium der Stabilität
    und dasjenige der Möglichkeit zur persönlichen Betreuung des Kindes bei
    Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle. Geht es hingegen um
    Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld grosse
    Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern wiederum verdient
    besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die Entfernung
    zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation erfordert. Bei
    der Beurteilung dieser Kriterien verfügt das Gericht über ein weites
    Ermessen (zum Ganzen: BGE 142 III 612 E. 4.3; BGer 5A_72/2016 vom
    2. November 2016, E. 2.2., 3.3.2.).

     

    

  

  
	
  B.               Erziehungsfähigkeit

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Vorinstanz erachtete die Erziehungsfähigkeit
    beider Parteien als gegeben und hielt fest, auch der Wille, die Betreuung
    der Kinder zu übernehmen, sei bei beiden Parteien vorhanden (act. 43
    E. II.3.1. f.).

    
	
    2.

    	
    Weder die Gesuchstellerin noch
    der Gesuchsgegner haben diese vorinstanzlichen Erwägungen im
    Berufungsverfahren beanstandet (vgl. act. 49, 53, 54, 58, 61, 63).
    Auch sonst sind keine Anzeichen vorhanden, welche Zweifel an der Erziehungsfähigkeit
    und am Betreuungswillen einer der Parteien erwecken könnten. Es kann somit
    festgehalten werden, dass bei beiden Parteien die Erziehungsfähigkeit
    gegeben und der Wille, die Betreuung der Kinder zu übernehmen, vorhanden
    ist.

     

    

  

  
	
  C.               Betreuungsverhältnisse
  bzw. -möglichkeiten

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Vorinstanz erwog, die
    Parteien hätten die Kinder schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreut.
    Die Gesuchstellerin habe zwar den grösseren Teil der Betreuungsarbeit
    geleistet, der Gesuchsgegner habe sich aber auch teilweise unter der Woche
    Zeit für die Kinder genommen, so z.B. jeweils am Donnerstagnachmittag, als
    die Gesuchstellerin gearbeitet habe. Sodann hätten sich die Betreuungsbedürfnisse
    der Kinder geändert und eine ganztägige Betreuung sei für die jetzt
    schulpflichtigen Kinder nicht länger nötig. Beide Elternteile seien als […]
    tätig. Es sei davon auszugehen, dass sie beide über eine gewisse
    Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeiteinteilung verfügen und so die
    Möglichkeit haben, die Kinder auch unter der Woche persönlich zu betreuen.
    Ausserordentliche Situationen würden allenfalls punktuell Fremdbetreuung notwendig
    machen, dies dürfte – so die Vorinstanz – dem Kindeswohl jedoch nicht
    abträglich sein (act. 43 E. II.3.3.).

    
	
    2.

    	
    a) Die Gesuchstellerin bringt
    in ihrer Berufungsschrift vor, die Vorinstanz habe sich weder mit der
    bisherigen Rollenverteilung noch mit der Arbeitssituation und der
    Betreuungskapazität der Parteien auseinandergesetzt. Ihre diesbezüglichen
    Ausführungen habe die Vorinstanz nicht beachtet. Damit habe die Vorinstanz
    den Sachverhalt unvollständig bzw. unrichtig festgestellt und ihren Anspruch
    auf rechtliches Gehör sowie den Untersuchungsgrundsatz verletzt
    (act. 49 Rz. 64).

    
	
     

    	
    b) Gemäss der Gesuchstellerin
    habe sie sich vor der Trennung über all die Jahre ausschliesslich und
    alleine um die Kinder sowie um den Haushalt gekümmert. So habe sie dem
    Gesuchsgegner den Rücken freigehalten und dieser sei seinen diversen […]
    Aktivitäten nachgegangen. Auch an den Wochenenden sei sie mit den Kindern
    meist alleine gewesen. Selbst mittags sei der Gesuchsgegner meist nicht
    nach Hause gekommen, […]. Manchmal habe der Gesuchsgegner am Montagmorgen
    die Kinder angezogen und zur Schule bzw. in den Kindergarten geschickt.
    Wenn er früher habe arbeiten müssen, habe dies manchmal aber auch die
    Nachbarin erledigt. Erst seit August 2016 habe der Gesuchsgegner teilweise
    die Kinder am Donnerstagnachmittag in sehr kleinem Umfang, nämlich nach
    Schulschluss (zirka 16.00 Uhr) bis um 19 Uhr, betreut. Daneben habe
    keine weitere Kinderbetreuung durch den Gesuchsgegner stattgefunden. Der
    Gesuchsgegner hätte in der Vergangenheit für eine Betreuung der Kinder auch
    gar keine Zeit gehabt. Dies, weil er neben seinen Tätigkeiten als […] und
    […] bis im Jahr 2016 auch noch eine zeitintensive Weiterbildung absolviert
    habe. Die Betreuungsanteile seien also nicht annähernd gleich gross und daher
    könne von einer abwechselnden Kinderbetreuung entgegen der Vorinstanz keine
    Rede sein. Vielmehr hätten sich die Parteien gemeinsam für eine klassische
    Rollenverteilung in der Familie entschieden, was sich auch in der
    Entwicklung der Arbeitspensen der Parteien vor und nach der Geburt der
    Kinder widerspiegle (act. 49 Rz. 32 ff.). 

    
	
     

    	
    c) Die Gesuchstellerin macht
    weiter geltend, die Annahme der Vorinstanz, beide Parteien verfügten […] bei
    der Einteilung der Arbeitszeit über Flexibilität im Hinblick auf die Kinderbetreuung,
    sei tatsachenwidrig und willkürlich. […] Der Gesuchsgegner sei aufgrund
    seiner haupt- und nebenberuflichen Situation zu weit mehr als
    100 Prozent ausgelastet. Er habe keine Kapazitäten, daneben noch die
    gemäss dem angefochtenen Entscheid vorgesehene Kinderbetreuung auszuüben
    (act. 49 Rz. 47 ff.).

    
	
     

    	
    d) Die Gesuchstellerin führt
    sodann aus, der angefochtene vorinstanzliche Entscheid stelle eine massive
    Ausweitung der bisher gelebten Betreuungsregelung dar und widerspreche dem
    massgeblichen Kriterium der Stabilität und Kontinuität der Verhältnisse.
    Sie bestreitet auch die vorinstanzliche Erwägung, wonach für die
    alternierende Obhut spreche, dass eine ganztägige Betreuung der Kinder
    nicht mehr nötig sei. Denn insbesondere besuche das jüngste Kind […] erst
    den Kindergarten (act. 49 Rz. 42, 44, 74ff.).

    
	
     

    	
    e) Schliesslich hält die
    Gesuchstellerin dafür, bereits beim ersten Mal Kinderbetreuung an einem
    Donnerstag durch den Gesuchsgegner nach Ergehen des angefochtenen
    vorinstanzlichen Entscheids habe sich gezeigt, dass dieser weder in der
    Lage noch gewillt sei, die persönliche Betreuung der Kinder zu den ihm
    zugeteilten Zeiten wahrzunehmen (act. 53). Auch verspreche der
    Gesuchsgegner den Kindern zwar vieles, halte aber wenig ein (z.B.
    Schulbesuche). Damit sei ebenfalls belegt, dass der Gesuchsgegner kein
    wahres Interesse an den Kindern zeige (act. 49 Rz. 59).

    
	
    3.

    	
    a) Der Gesuchsgegner erklärt
    demgegenüber, donnerstags von 15.40 Uhr bis 23.00 Uhr habe in den letzten
    fünf Jahren ausschliesslich er die Kinder betreut. Am Donnerstagabend
    müssten […] zum Hockeytraining nach Glarus und […] zum Schwimmunterricht
    nach Näfels gebracht werden. Die Gesuchstellerin habe am
    Donnerstagnachmittag um 16.00 Uhr jeweils […] besuchen müssen und habe sich
    am Donnerstagabend jeweils mit Freundinnen zum Basteln getroffen. Auch
    sonst habe sie unter der Woche verschiedene Tätigkeiten ausgeübt (z.B. […]).
    Zusätzlich zu den erwähnten Donnerstagabenden sei er (der Gesuchsgegner)
    seit August 2015 – bis auf ganz wenige Ausnahmen – jeden Montagmorgen bis
    zum Aufbrechen in die Schule bzw. in den Kindergarten für die Kinder
    verantwortlich gewesen. Ab August 2016 habe er auch am Freitagmorgen die
    ausschliessliche Betreuung der Kinder übernommen. Als sich die
    Gesuchstellerin dazu entschieden habe, ab Sommer 2016 ihr Arbeitspensum auf
    40 % zu erhöhen, habe er dafür gesorgt, jeweils am Montag- und
    Freitagmorgen sowie am Donnerstagnachmittag die Kinderbetreuung übernehmen
    zu können. Daneben habe er gemeinsam mit der Gesuchstellerin die Kinder an den
    übrigen Abenden sowie am Wochenende betreut. Im Gegensatz zur
    Gesuchstellerin übe er kein Hobby aus, welches regelmässige Abwesenheiten
    an Abenden mit sich gebracht habe bzw. bringe. Die Darstellung der
    Gesuchstellerin, dass sie sich die ganze Zeit alleine um die Kinder
    gekümmert habe, sei daher unzutreffend (act. 54 Rz. 22 ff.;
    act. 61 Rz. 6 f.).

    
	
     

    	
    b) Weiter führt der
    Gesuchsgegner aus (act. 54 Rz. 30 ff.), bei ihm ständen die
    arbeitsintensivsten Tage jeweils am Montag und am Dienstag an. An diesen Tagen
    habe er nach der Verrichtung seiner Arbeit jeweils gegen 19.00 Uhr […] von
    deren Hobbys abgeholt und mit ihnen das Abendessen eingenommen. Mittwochs
    sei er jeweils um 17.30 Uhr zu Hause gewesen, am Donnerstag um
    15.40 Uhr und am Freitag gegen 15.30 Uhr. Am Freitagmorgen habe er jeweils
    frei gehabt und für die ganze Familie gekocht, während die Gesuchstellerin
    in dieser Zeit gearbeitet habe. Das Abendritual mit den Kindern hätten die
    Parteien ausser donnerstags jeweils gemeinsam durchgeführt. Er sei somit in
    den letzten Jahren in den Randzeiten für die Kinder da gewesen und habe
    grosse Teile der Betreuung am Donnerstag und am Freitag übernommen. Es
    bedeute daher für die Kinder keine grosse Veränderung, wenn sich diese nun
    von Mittwochabend bis Freitagmittag bzw. Montagmorgen bei ihm aufhalten.
    Ausserdem liege es im Interesse der Kinder, wenn diese in längeren
    Zeitblöcken bei den Eltern sein können. Kurze Wechsel seien demgegenüber
    der Stabilität nicht dienlich.

    
	
     

    	
    c) Der Gesuchsgegner macht
    ferner geltend (act. 54 Rz. 38 ff.), er habe […] in den
    ersten beiden Jahren jeweils einen Tag pro Woche alleine betreut. Als […]
    zur Welt gekommen sei, habe er diese und […] für einen halben bis einen
    ganzen Tag pro Woche umsorgt. Aufgrund seiner damaligen Arbeitszeiten sei
    ihm dies möglich gewesen. In letzter Zeit habe sich das gelebte
    Familienmodell im Umbruch befunden. Die Gesuchstellerin habe den Wunsch
    geäussert, ab Sommer 2016 ihr Arbeitspensum auszudehnen. Für ihn sei klar
    gewesen, ihr dies zu ermöglichen. Sie habe das Arbeitspensum also nicht auf
    sein Drängen hin erhöht.

    
	
     

    	
    d) In Bezug auf die von ihm
    besuchte Weiterbildung erklärt der Gesuchsgegner, er habe im vierten
    Semester nur noch jeden zweiten Freitag nach Zürich […] reisen müssen, da
    ihm aufgrund seiner Vorbildung ein Drittel der benötigten ECTS-Punkte
    erlassen worden sei. Ausserdem habe er in den letzten Jahren seine
    Tätigkeit als […] stark reduziert. […]. Zu beachten sei auch, dass die
    Tätigkeit als […] nicht zusätzlich zu seinem 100 %-Pensum als […]
    anfallle, da […]. Ohnehin hätten die Kinder gegenüber seiner
    Nebenerwerbstätigkeit klar Vorrang. Überdies hätten ihm seine Eltern und
    die neue Frau seines Vaters zugesichert, sich nötigenfalls um die Kinder zu
    kümmern, sollte es ihm dennoch einmal nicht möglich sein, die Kinder
    persönlich zu betreuen (act. 54 Rz. 42 ff.; act. 61
    Rz. 5).

    
	
     

    	
    e) In seiner Eingabe vom
    7. März 2017 ergänzt der Gesuchsgegner, entgegen den Ausführungen der
    Gesuchstellerin in deren Noveneingabe vom 22. Februar 2017
    (act. 53) habe er die Kinderbetreuung gemäss der angefochtenen
    vorinstanzlichen Verfügung während seiner Betreuungszeiten vollumfänglich
    wahrgenommen. Die Kinder hätten sich während dieser Zeiten zwar für wenige
    Stunden bei der Gesuchstellerin aufgehalten. Dies sei aber nicht geschehen,
    weil er die Kinder nicht hätte betreuen können, sondern um dem
    individuellen Wunsch eines Kindes oder der Gesuchstellerin zu entsprechen.
    Weiter belegten die von der Gesuchstellerin in ihrer Noveneingabe vom
    22. Februar 2017 (act. 53) aufgeführten Beispiele deren
    Behauptung, er sei nicht in der Lage seine Betreuungszeiten wahrzunehmen,
    in keiner Weise (act. 61 Rz. 1 ff.).

    
	
    4.

    	
    a) Unstrittig (vgl. v.a. act.
    49 Rz. 36 und act. 54 Rz. 38-40) war die Gesuchstellerin bis
    zur Geburt von […] im September 2006 zu einem Pensum von 100 % ([…])
    arbeitstätig. Nach dem Mutterschaftsurlaub arbeitete sie ab Februar 2007 in
    einem 50 %-Pensum ([…]). Der Gesuchsgegner reduzierte nach der Geburt
    von […] sein Arbeitspensum auf 80 % und betreute […] in den ersten
    beiden Jahren gemäss eigenen Angaben jeweils einen Tag pro Woche alleine.
    Nach der Geburt von […] im Mai 2008 arbeitete die Gesuchstellerin zu einem
    Pensum von 23 % ([…]) und der Gesuchsgegner erhöhte sein Pensum von
    80 % auf 100 %. In dieser Zeit betreute er nach seiner
    Darstellung […] für einen halben bis einen ganzen Tag pro Woche. Als im
    Januar 2011 […] geboren wurde, gab die Gesuchstellerin ihre
    Arbeitstätigkeit während einiger Jahre auf. Der Gesuchsgegner arbeitete
    weiterhin zu einem 100 %-Pensum, wobei […]. Die Gesuchstellerin nahm
    ihre Arbeit als […] ab Herbst 2014 wieder auf, dies zunächst in einem
    Pensum von 10 % (bis Juni 2015), dann von 26.67 % (August 2015
    bis Juli 2016), von 38.33 % (August 2016 bis November 2016) und
    schliesslich 25 % (ab Dezember 2016). Der Gesuchsgegner seinerseits
    absolvierte in den Jahren 2014 bis 2016 zusätzlich zu seiner – in diesem
    Zeitraum […] reduzierten – Arbeitstätigkeit an der […] eine Weiterbildung
    an der […]. Weiter betätigt er sich seit Jahren nebenberuflich als […]. Diese
    unstrittige Darstellung der Arbeitssituation der Parteien seit Geburt der
    Kinder deckt sich weitgehend mit Angaben in den Akten (vgl. die
    Steuerveranlagungen 2013 bis 2015 [act. 3/4/1-3, Code 100-105] und die
    Lohnabrechnungen bzw. -blätter der Gesuchstellerin [act. 50/10] – […].).

    
	
     

    	
    b) Aus den vorstehenden Angaben
    ist zunächst einerseits zu schliessen, dass es die Gesuchstellerin ist,
    welche die drei Kinder der Parteien seit deren Geburt überwiegend betreute.
    Der Gesuchsgegner betreute in den ersten Jahren nach der Geburt von […]
    auch tagsüber, danach wirkte er aber vor allem abends, an den Wochenenden
    und während der Ferien bei der Kinderbetreuung mit. Andererseits ist das
    Vorbringen des Gesuchsgegners glaubhaft, dass in letzter Zeit bezüglich der
    Aufteilung der Kinderbetreuung gewisse Veränderungen eintraten.
    Insbesondere übernahm der Gesuchsgegner seit August 2016 unstrittig
    (act. 49 Rz. 36; act. 54 Rz. 24) an den Donnerstagen ab
    16 Uhr alleine die Kinderbetreuung. Zuvor bereits betreute er die Kinder jeweils
    am Donnerstagabend alleine. Auch ist zu berücksichtigen, dass das jüngste
    Kind […] gegenwärtig den grossen Kindergarten besucht und im Sommer in die
    Primarschule eintreten wird. Aus diesem Grund besteht heute in zeitlicher
    Hinsicht – insbesondere tagsüber – ein gegenüber früheren Jahren
    verminderter Bedarf an persönlicher Betreuung der Kinder.

    
	
    5.

    	
    Die Gesuchstellerin arbeitet
    aktuell wie erwähnt (E. III.C.4a) zu einem Pensum von 25 %. Auch
    in den letzten Jahren war sie nur zu eher geringen Arbeitspensen
    erwerbstätig. Es steht damit ausser Frage, dass bei ihr die Möglichkeiten,
    die Kinder persönlich zu betreuen, gegeben sind, zumal sie dies ja auch in
    den vergangenen Jahren überwiegend tat.

    
	
    6.

    	
    a) Der Gesuchsgegner arbeitet
    an der […] nicht nur als […], sondern hat dort auch […]. In letzterer
    Funktion hat er auch schon zeitintensive Projekte geleitet (vgl.
    act. 8). Weiter ist er im Nebenerwerb […]. Er führt aus (act. 54
    Rz. 43), er habe dieses Engagement in den letzten Jahren sehr stark
    reduziert. Blickt man auf die im Recht liegenden Steuerveranlagungen für
    die Jahre 2013 bis 2015, so erscheint dies indes als zweifelhaft (act.
    3/4/1-3). Denn für das Jahr 2015 findet sich darin ein nur unwesentlich
    tieferes Einkommen des Gesuchsgegners aus Nebenerwerbstätigkeit (vgl.
    act. 3/4/1 und 3/4/3, je Code 104). Was die Zukunft anbelangt,
    erklärte der Gesuchsgegner vor Vorinstanz, er habe dem […].

    
	
     

    	
    b) […].

    
	
     

    	
    c) Der Gesuchsgegner macht
    geltend (act. 54 Rz. 46), sein Arbeitspensum von 100 % setze
    sich aus dem […] und der Arbeitszeit als […] zusammen. Letztere Tätigkeit
    falle also nicht zusätzlich zu seinem 100 %-Pensum an der […] an. Denn
    […]. Die Gesuchstellerin hält demgegenüber dafür, […].

    
	
     

    	
    d) Wie es sich damit im
    Einzelnen wirklich verhält, kann im Rahmen der vorliegenden Beurteilung der
    Obhutsfrage offenbleiben. Denn so oder anders ist aufgrund des soeben
    Ausgeführten (E. III.C.6a-c) jedenfalls augenfällig, dass der
    Gesuchsgegner beruflich in hohem Masse engagiert war und ist. Offenkundig
    wäre es ihm daher derzeit nicht möglich, im Falle einer alternierenden
    Obhut die Kinder zu den auf ihn entfallenden Betreuungszeiten stets
    persönlich zu betreuen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er hierfür
    gegenwärtig auf Fremdbetreuung durch Grosseltern oder andere Personen
    angewiesen wäre. Die Situation wird sich diesbezüglich aber ab dem
    kommenden Sommer ändern, hat der Gesuchsgegner doch […]. Dies verschafft
    ihm einigen Raum für eine persönliche Kinderbetreuung. Zu berücksichtigen
    ist sodann, […].

    
	
     

    	
    e) Nicht gefolgt werden kann
    der Gesuchstellerin auch, wenn sie dafürhält, der Gesuchsgegner sei nicht
    gewillt, die persönliche Betreuung der Kinder zu den ihm zugeteilten Zeiten
    zu übernehmen. Der Wille des Gesuchsgegners, diese Kinderbetreuung zu
    übernehmen, manifestiert sich in der zwischen den Parteien geführten
    Korrespondenz (vgl. z.B. act. 55/2 S. 3 [18.02.17]) und nicht
    zuletzt auch darin, dass er im Hinblick auf eine vermehrte Kinderbetreuung […]
    sowie […] realisierte (act. 55/4-6). Weiter zeigt der Gesuchsgegner
    entgegen der Gesuchstellerin auch sonst viel Interesse an den Kindern (vgl.
    z.B. act. 55/1 [04.02.17, 10.02.2017]; act. 50/7[19.11.16];
    act. 17/1/1 [26.09.17]). Schliesslich verweist die Gesuchstellerin in
    ihrer Noveneingabe vom 22. Februar 2017 zur Untermauerung ihrer
    Auffassung, dass der Gesuchsgegner weder in der Lage noch gewillt sei, die
    persönliche Betreuung der Kinder zu übernehmen, auf einen angeblichen
    Vorfall vom 9. Februar 2017 (act. 53). Belege für die in dieser
    Noveneingabe geäusserten Behauptungen vermochte sie jedoch trotz entsprechender
    Mitwirkungspflicht (vgl. vorne, E. II.2b) keine beizubringen.

    
	
    7.

    	
    Festzuhalten ist ferner, dass […]

    
	
    8.

    	
    Schliesslich ist anzumerken,
    dass entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin aus den bei den Akten
    liegenden Vereinbarungen betreffend Betreuung und Unterhalt für […] vom
    15. Dezember 2006 bzw. 8. Januar 2007 (act. 31/28) und [...]
    vom 4.  bzw. 17. Juli 2008 (act. 16/26) für die hier vorzunehmende
    Obhutszuteilung nichts abgeleitet werden kann. Diese Vereinbarungen wurden
    abgeschlossen, als die Parteien noch nicht verheiratet waren (vgl.
    act. 1 S. 1 i.V.m. act. 16/26 und act. 31/28) und sind
    denn auch darauf zugeschnitten, die Rechte und Pflichten unverheirateter
    Eltern in Bezug auf ihre gemeinsamen Kinder zu regeln. In der Vereinbarung
    betreffend […] (act.31/28 S. 3) ist zudem ausdrücklich statuiert, was
    auch für die Vereinbarung betreffend […] (act. 16/26) gelten muss,
    nämlich dass diese Vereinbarungen bei einer allfälligen Eheschliessung der
    Kindeseltern erlöschen (vgl. Art. 278 Abs. 1 ZGB und
    Art. 297 f. ZGB in der bis 30. Juni 2014 geltenden Fassung).
    Ohnehin war zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarungen das Modell
    der alternierenden Obhut im Gegensatz zu heute noch in keiner Weise verbreitet.

    
	
    9.

    	
    Zusammenfassend zeigt der
    Gesuchsgegner gewiss seinen guten Willen, einen erheblichen Teil der
    Kinderbetreuung zu übernehmen. Insbesondere erklärt er, die Kinderbetreuung
    habe Vorrang vor seiner Tätigkeit als […] (act. 54 Rz. 47) und hat
    er sein Arbeitspensum […] per August 2017 auf 80 Prozent reduziert.
    Vor allem für die Zeit bis dahin verbleiben aber doch einige Bedenken, dass
    er bei all seinen Engagements ([…]) wirklich über die nötige Zeit verfügt,
    um den Kindern die erforderliche Betreuung zukommen zu lassen. Der Gesuchsgegner
    müsste hierfür jedenfalls bis […] teilweise auf Fremdbetreuung
    zurückgreifen. Dies ist – sofern es in einem begrenzten Rahmen bleibt – an
    sich nicht problematisch, zumal seine Eltern bereit zu sein scheinen,
    solche Fremdbetreuung zu leisten (vgl. act. 55/7-8). Erschwerend für
    die Umsetzung der alternierenden Obhut ist vorliegend aber vor allem, dass
    sich die Termine der Engagements des Gesuchsgegners als […] wie erwähnt
    (E. III.C.6b) kurzfristig ändern können. In Bezug auf den gerade bei
    diesem Betreuungsmodell wichtigen Aspekt der Planungssicherheit sind also
    im vorliegenden Fall derzeit Vorbehalte anzubringen, jedenfalls bis der
    Gesuchsgegner ab Juli 2017 zufolge Pensumsreduktion an terminlichem
    Spielraum gewinnen wird.

     

    

  

  
	
  D.               Kommunikations-
  und Kooperationsfähigkeit sowie -bereitschaft

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Zu diesem Aspekt erwog die
    Vorinstanz zusammengefasst, es sei davon auszugehen, dass das Verhältnis
    zwischen den Parteien einer alternierenden Obhut nicht massgeblich im Wege
    stehe und die Parteien die Kinderbelange miteinander werden regeln können.
    Die Gesuchstellerin weise zwar darauf hin, dass die Kommunikation zwischen
    den Parteien nicht bzw. nicht gut funktioniere, sie bekunde aber ein
    grosses Interesse, dass der Gesuchsgegner mit den Kindern einen guten
    Kontakt pflegen könne. Dies zeige eine bei ihr vorhandene
    Grundbereitschaft, mit dem Gesuchsgegner im Interesse der Kinder
    zusammenzuarbeiten. Auch für die Zeit nach der vorinstanzlichen
    Eheschutzverhandlung zeigten E-Mails, dass die Parteien konstruktiv
    miteinander kommunizieren können. Weiter sei die während der Kinderanhörung
    ersichtlich vertraute Beziehung zwischen den Eltern und den Kindern ein
    klarer Hinweis, dass die Kinder nicht bzw. nicht in einem sich übermässig
    negativ auf das Kindeswohl auswirkenden Masse in den Elternkonflikt
    hineingezogen werden (zum Ganzen: act. 43 E. II.3.2.).

    
	
    2.

    	
    a) Die Gesuchstellerin rügt in
    ihrer Berufung zunächst, die Vorinstanz habe eine Gehörsverletzung
    begangen, da sie in ihrem Entscheid auf die von ihr vorgebrachten Gründe
    für die Kommunikations- und Kooperationsunfähigkeit der Parteien nicht
    eingegangen sei. Weiter liege eine Rechtsverletzung durch die Vorinstanz
    vor, indem diese bei der Prüfung des Kriteriums der Fähigkeit und Bereitschaft
    zur Kommunikation und Kooperation darauf abgestellt habe, ob eine erhebliche
    Störung oder gar ein nicht zu überwindender Dauerkonflikt gegeben seien.
    Bei der Anwendung dieses Kriteriums im Rahmen der Obhutszuteilung müsse
    nämlich keine erhebliche solche Störung vorliegen, damit die alternierende
    Obhut nicht statthaft sei. Vielmehr genügten weitaus kleinere Konflikte und
    zerstrittene Verhältnisse, wie sie in casu vorlägen, damit die Obhut einem
    Elternteil alleine zugeteilt werden müsse. Insbesondere reiche hierfür auch
    eine sehr konfliktreiche elterliche Beziehung aus (act. 49
    Rz. 19 f., 30).

    
	
     

    	
    b) Weiter führt die
    Gesuchstellerin aus, der Umstand, dass sie sich ein gutes Verhältnis
    zwischen den Kindern und deren Vater wünsche, bedeute nicht, dass die
    Parteien zur Kommunikation und Kooperation fähig und bereit seien.
    Irrelevant bei der Beurteilung dieser Frage sei auch, dass die Tochter […]
    anlässlich der Kinderanhörung geäussert habe, es beständen keine Probleme
    mit ihren Eltern. Tatsache sei hingegen, dass die Beziehung der Parteien
    erheblich belastet sei. Die Parteien seien hoch zerstritten und hätten
    unterschiedliche Ansichten in Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder.
    Einvernehmliche Einigungen seien die Ausnahme. Die Parteien seien nicht in
    der Lage, sich zweimal wöchentlich über die Kinderbelange auszutauschen,
    wie dies bei Geltung des angefochtenen vorinstanzlichen Entscheides
    erforderlich sei. Die Kommunikation funktioniere nicht nur nach ihrer
    Ansicht nicht, auch der Gesuchsgegner sei derselben Auffassung. Bei den
    Übergaben der Kinder komme es ständig zu Auseinandersetzungen und
    Feindseligkeiten. Der Gesuchsgegner habe jegliches Vertrauen verspielt und
    sie (Gesuchstellerin) sei aktuell nicht in der Lage, ihm zu begegnen sowie
    sich mit ihm über Alltägliches auszutauschen, wie wenn nichts geschehen
    wäre. Nötig sei nun viel Zeit zur Aufarbeitung des Geschehenen. In dieser
    Zeit könne von den Parteien kein solch intensiver Kontakt abverlangt
    werden, wie dies bei einer alternierenden Obhut nötig sei (act. 49
    Rz. 21 ff.).

    
	
     

    	
    c) Zu beachten sei sodann – so
    die Gesuchstellerin weiter –, dass der Gesuchsgegner es nicht lassen könne,
    sie immer wieder unter Druck zu setzen bzw. alleine zu bestimmen, so
    hinsichtlich der ehelichen Liegenschaft, Versicherungsfragen oder
    Ferienregelungen. Die im Recht liegende Korrespondenz zwischen den Parteien
    lasse in keiner Weise den Schluss auf eine konstruktive Kommunikation
    untereinander zu. Insbesondere stamme der als act. 17/1 bei den Akten
    liegende Chat-Verkehr zu einem grossen Teil aus der Zeit des ehelichen
    Zusammenlebens, in der sie normal miteinander hätten kommunizieren können.
    Dies habe sich am 25. September 2016 schlagartig geändert. Der
    Chat-Verkehr aus der Zeit davor könne daher keinen Aufschluss über das
    Kommunikations- und Kooperationsvermögen in der aktuellen
    Trennungssituation geben. Ohnehin habe der Gesuchsgegner die zwischen den
    Parteien erfolgte Korrespondenz nicht vollständig eingereicht. In anderen
    Nachrichten sei der Ton unter den Parteien gereizt und angespannt und die
    Diskussionen seien von Uneinigkeit geprägt. Seit der Eheschutzverhandlung
    und nach Ergehen des angefochtenen Entscheids, mit welchem ohne Not von bisher
    Gelebtem und Bewährtem abgewichen worden sei, habe sich der Konflikt zwischen
    den Parteien nochmals verschärft (act. 49 Rz. 24 ff.).

    
	
     

    	
    d) In ihrer Eingabe vom
    6. März 2017 (act. 58 S. 2) hält die Gesuchstellerin unter
    Verweis auf ein von ihr verfasstes, an den Gesuchsgegner gerichtetes Schreiben
    abermals fest, das Verhältnis zwischen den Parteien sei „zutiefst gestört“
    und die Kommunikation sei „katastrophal“.

    
	
    3.

    	
    a) Der Gesuchsgegner bringt
    vor, die Kommunikation zwischen den Parteien habe seit der Trennung trotz
    gegensätzlicher Positionen in Grundsatzfragen (Obhut) funktioniert und die
    Bindungstoleranz sei bei beiden Parteien vorhanden. Obschon die Parteien
    seit der Trennung mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert worden
    seien, habe die bei den Akten liegende Kommunikation zwischen den Parteien
    stattgefunden. Darin zeige sich, dass die Parteien vor und nach den
    wöchentlichen Übergaben der Kinder miteinander kommunizierten. Insbesondere
    leiteten sich beide Elternteile Informationen hinsichtlich der Kinder
    weiter oder stellten dem anderen Elternteil Kleidung oder Sportmaterial zur
    Verfügung. Die Parteien hätten sich – auch nach Ergehen des angefochtenen
    vorinstanzlichen Entscheids – erstaunlich gut hinsichtlich der
    Kinderbelange arrangieren können. Weiter würden die Betreuungszeiten immer
    wieder abgetauscht und die Gesuchstellerin könne wiederholt während seiner
    Betreuungszeit Zeit mit [...] verbringen. Sodann hätten sich die Parteien
    über die Ferienbetreuung einigen können. Schliesslich zeigten sie sich
    dann, wenn es den Kindern nicht gut geht, besonders fürsorglich und bereit,
    das Kindeswohl über alles zu stellen. Dass die Parteien gravierende unterschiedliche
    Erziehungsansichten haben sollen und es bei jeder Übergabe zu Feindseligkeiten
    gekommen sei, sei weder substantiiert dargetan noch belegt. Tatsachenwidrig
    sei auch, dass die Gesuchstellerin nicht die Kraft aufbringe, ihm zu begegnen
    (act. 54 Rz. 6 ff., 12 ff., 16).

    
	
     

    	
    b) Der Gesuchsgegner führt
    weiter aus, die Darstellung der Gesuchstellerin, wonach die Ehe der
    Parteien Ende September 2016 von einem Moment auf den anderen „kollabiert“
    sei, sei nicht korrekt. Die Gesuchstellerin sei nach seiner Ankündigung im
    Mai 2016, dass er die Trennung wünsche, in eine Krise gefallen und die
    Parteien hätten bis Ende September 2016 in der ehelichen Liegenschaft
    faktisch getrennt gelebt. Trotz der geschehenen Tiefschläge und persönlichen
    Verletzungen hätten es die Parteien aber verstanden, konstruktiv Lösungen
    zu erarbeiten und zum Wohl der Kinder zu handeln. Bei der Gesuchstellerin
    liege ein Widerspruch vor zwischen ihren im Prozess geäusserten
    Behauptungen und ihren Handlungen bzw. ihrer tatsächlich vorhandenen
    Kooperationsbereitschaft. Sie wisse um die enge Beziehung zwischen den
    Kindern und ihm und habe auch im Berufungsverfahren bestätigt, dass sie
    möchte, dass diese Beziehungen aufrechterhalten bleiben. Selbst die
    Gesuchstellerin gehe mittel- bis langfristig von einer guten Prognose hinsichtlich
    der Kooperationsbereitschaft der Parteien aus. Sobald hinsichtlich der zwischen
    den Parteien strittigen Punkte ein rechtskräftiges Urteil vorliege, werde
    relativ rasch Ruhe einkehren (act. 54 Rz. 6, 9 f., 11).

    
	
     

    	
    c) Schliesslich bestreitet der
    Gesuchsgegner, dass er die Gesuchstellerin unter Druck gesetzt habe und
    dass sich der Konflikt der Parteien seit der vorinstanzlichen
    Eheschutzverhandlung verschärft habe. So habe es anlässlich der Kinderanhörungen
    für den Kantonsgerichtspräsidenten auch keine Signale gegeben, dass die
    Kinder in den elterlichen Konflikt hineingezogen worden wären. Auch zeigten
    Rückmeldungen aus Schule und Kindergarten, dass das Wohl der Kinder durch
    den elterlichen Konflikt nicht gefährdet sei (act. 54 Rz. 17, 20,
    54; act. 63 S. 2 f.).

    
	
    4.

    	
    a) Aufschluss über die
    Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie -bereitschaft der Parteien
    geben insbesondere Auszüge aus dem zwischen ihnen erfolgten
    Mobiltelefon-Chatverlauf (act. 17/1/1-4; act. 31/31;
    act. 31/33-34; act. 50/3-8; act. 55/1). Zu beachten ist
    diesbezüglich, dass die bei den Akten liegenden Chat-Auszüge weitgehend nur
    ausgewählte Konversationen umfassen und einzig für die Zeit vom
    19. Dezember 2016, 16.22 Uhr, bis 18. Februar 2017, 02.32 Uhr,
    der wohl vollständige Chat-Verlauf bei den Akten liegt. Weiter ist bei der
    Interpretation dieser Chat-Konversationen zu berücksichtigen, dass die
    Parteien daneben auch noch auf andere – jedoch nicht aktenkundige – Weise
    miteinander kommunizierten, so insbesondere per E-Mail (vgl. u.a.
    act. 50/6, act. 55/1 [18.01.17] sowie act. 58 f.) und
    telefonisch (vgl. act. 55/1 [05.02.17; 15.02.17]).

    
	
     

    	
    b) In den als
    act. 17/1/1-4 bei den Akten liegenden Chat-Auszügen datieren die meisten
    Nachrichten aus der Zeit vor der Trennung der Parteien vom
    25. September 2016. Für die Zeit danach finden sich hier nur
    ausgewählte Nachrichten (vgl. act. 17/1/1). Die Aussagekraft dieser
    vom Gesuchsgegner eingereichten Auszüge in Bezug auf die Kommunikations-
    und Koordinationsfähigkeit der Parteien in der nun bestehenden
    Trennungssituation ist daher gering. Immerhin kann aber festgehalten
    werden, dass sich in diesen Aufzeichnungen keine Auffälligkeiten bezüglich
    Kommunikation und Kooperation der Parteien in Kinderbelangen finden.
    Ersichtlich ist einzig, dass es am 17. November 2016 zwischen den
    Parteien eine Meinungsverschiedenheit bezüglich die Benützung des Autos gab
    (vgl. act. 17/1/1 S. 2).

    
	
     

    	
    c) Auch in den von der
    Gesuchstellerin eingereichten Chat-Auszügen act. 31/31, 31/33-34
    finden sich keine Hinweise dafür, dass die Fähigkeit und Bereitschaft der
    Parteien zur Kommunikation und Koordination in Kinderbelangen erheblich
    mangelhaft wäre. In act. 31/31 geht es im Wesentlichen um die
    Aufteilung von Hausrat u.ä. für Zeit der Trennung, nicht aber
    beispielsweise um die Koordination der Kinderbetreuung und dergleichen. In
    Bezug auf die Kommunikation und Kooperation der Parteien in Kinderbelangen
    kann daraus nichts abgeleitet werden. Im Übrigen wählt der Gesuchsgegner in
    seinen hier wiedergegebenen Nachrichten zwar deutliche, appellierende
    Worte, und insofern ist es verständlich, dass die Gesuchstellerin sich
    dadurch einem gewissen Druck ausgesetzt sieht (vgl. act. 30
    S. 2 f.). Die Nachrichten weisen aber nirgends eine unsachliche
    oder verletzende Tonalität auf. In act. 31/33 fällt zwar das Stichwort
    „Besuchsrecht“. Da es sich aber um einen sehr kurzen Chat-Auszug handelt,
    in welchem bis auf eine Nachricht der Gesuchstellerin alle Nachrichten vom
    Gesuchsgegner stammen, ist nicht eruierbar, um was es in dieser Konversation
    genau geht. Jedenfalls ist aber auch hier der Ton sachlich. In
    act. 31/34 geht es um diverse Themen (Versicherungen, Teilnahme an
    einem Elterngespräch und Regelung der Kinderbetreuung). Wiederum stammen
    die Nachrichten – von einer Ausnahme abgesehen – alle vom Gesuchsgegner und
    diese sind in einem normalen Ton gehalten. Entgegen der Auffassung der
    Gesuchstellerin (act. 30 S. 3) schüchtert der Gesuchsgegner sie
    mit diesen Nachrichten nicht ein und setzt sie auch nicht unter Druck. 

    
	
     

    	
    d) Die als act. 50/3-8 bei
    den Akten liegenden Chat-Auszüge, mit denen die Gesuchstellerin belegen
    will, dass der Ton zwischen den Parteien gereizt und angespannt sei sowie
    dass sie sich uneinig seien (act. 49 Rz. 27), zeigen ebenfalls
    keine wesentliche Zerstrittenheit der Parteien in Kinderbelangen. Thema der
    nüchternen Diskussion zwischen ihnen in act. 50/3 sind Vorschläge für
    die Gestaltung einer Woche mit den Kindern und die Frage nach deren
    Verbindlichkeit. In act. 50/4 schreibt der Gesuchsgegner der
    Gesuchstellerin, dass er nun entscheide, wie die Kinderbetreuung und die
    Übergaben in den nächsten Tagen ablaufen werden, nachdem sie ihm
    diesbezüglich auch nach dreimaligem Fragen keine Vorschläge gemacht habe.
    Obwohl er dabei gewisse Festlegungen trifft, gewährt er dennoch zugleich
    der Gesuchstellerin einen gewissen Entscheidungsspielraum, indem er es ihr
    überlässt, zu entscheiden, bei wem die Kinder ein Abendessen einnehmen und
    wohin sie einmal nach der Schule gehen sollen. Der Gesuchsgegner verhält
    sich also auch an dieser Stelle durchaus konstruktiv. Ausserdem ist es
    verständlich, dass der Gesuchsgegner bei der Gesuchstellerin nachhakt oder
    gewisse Sachen selber bestimmt, wenn er ihr zuvor Vorschläge gemacht und zu
    diesen keine Rückmeldungen erhalten hat. In act. 50/5 ist
    dokumentiert, dass einmal an einem Donnerstagabend beide Parteien je die
    Kinder zum Nachtessen erwarteten, woraus geschlossen werden kann, dass
    diesbezüglich die Absprache zwischen ihnen an jenem Tag nicht
    funktionierte. Act. 50/6 besteht im Wesentlichen aus zwei Nachrichten
    des Gesuchsgegners, welche erstens den Gebrauch des Autos und zweitens die
    Regelung der Kinderbetreuung an einem Donnerstagabend sowie an einem
    Wochenende zum Gegenstand hat. Darin trifft der Gesuchsgegner zum Teil
    einseitig gewisse Festlegungen, lenkt dann aber teilweise auch ein, indem
    er die Kinder für die Übernachtung am fraglichen Donnerstag schliesslich
    doch der Gesuchstellerin überlässt. Grundlegende Beeinträchtigungen in der
    Kommunikation und/oder Kooperation der Parteien sind auch aus diesem
    Aktenstück nicht ersichtlich. In act. 50/7 thematisiert der
    Gesuchsgegner die Ausgestaltung der Kinderbetreuung (Übernachtungen) an
    Donnerstagen und Sonntagen. Die Gesuchstellerin antwortet einzig, sie nehme
    hierzu nicht mehr Stellung und werde „am Sonntag nach 18 Uhr nicht
    mehr passiv bleiben“. Später schreibt der Gesuchsgegner ihr, nachdem sie
    den Kindern erzählt habe, sie würden am Sonntagabend bei ihr übernachten,
    überlasse er ihr der Ruhe zuliebe dann die Kinder. Diese Diskussion fand am
    19. November 2016 und somit zu einem Zeitpunkt statt, als noch keine
    gerichtliche Regelung betreffend die Kinderbetreuung vorlag. Diese Art von
    Konflikten scheint zwischen den Parteien nicht mehr aufgetreten zu sein,
    nachdem sie vom angefochtenen vorinstanzlichen Entscheid Kenntnis erhielten
    und betreffend Kinderbelange eine gerichtliche Regelung in Kraft trat (vgl.
    act. 55/1 i.V.m. act. 45 und 47). Act. 50/8 wiederum zeugt
    von einer Auseinandersetzung der Parteien am 30. November 2016 um das
    gemeinsame Auto.

    
	
     

    	
    e) Bei act. 55/1 handelt
    es sich um den wohl vollständigen Chat-Verlauf für die Zeit vom
    19. Dezember 2016, 16.22 Uhr, bis 18. Februar 2017, 02.32 Uhr.
    Aus diesem Dokument geht hervor, dass in dieser Zeit zwischen den Parteien
    einige Meinungsverschiedenheiten auftraten. Diese betrafen die
    Kinderregelung an besonderen Tagen wie Weihnachten, Silvester oder dem
    Geburtstag des Sohnes […] (vgl. act. 55/1 [19.12.16]), die Begleitung
    der Kinder zur vorinstanzlichen Kinderanhörung (act. 55/1
    [20./22.12.16; vgl. auch act. 27), die Zuteilung von Hausrat u.ä.
    (act. 55/1 [26.12.16] und act. 31/31, vgl. hierzu vorne,
    E. III.D.4c), die Regelung der Kinderbetreuung am 6. und
    7. Januar 2017 (act. 55/1 [05-06.01.17]), die Gestaltung von
    Ferien (act. 55/1 [15.02.17]), Finanzielles wie z.B. die Kündigung
    eines Zeitungsabonnements (u.a. act. 55/1 [17.02.17]) und die
    Koordination des Wegs von Sohn […] zum Kindergarten mit Kollegen
    (act. 55/1 [17.02.17]). Bei all den genannten Disputen handelt es sich
    indes um punktuelle Uneinigkeiten und es zeigt sich dabei kein Bild völlig
    zerstrittener Parteien. Daneben gingen bei den Parteien am 2. Februar
    2017 nach Erhalt des vorinstanzlichen Gerichtsurteils offenbar kurzzeitig die
    Emotionen hoch (act. 55/1 [02.02.17]), was nachvollziehbar und nicht ungewöhnlich
    ist. Ein grösserer Konflikt ist hingegen in Bezug auf die Benützung des
    gemeinsamen Autos auszumachen. Diesbezüglich sind in jüngster Vergangenheit
    immer wieder Streitigkeiten aufgetreten (vgl. u.a. act. 55/1
    [31.01.17, 02.02.17 und 15.02.17]; vgl. auch act. 17/1/1 S. 2 und
    act. 50/6 sowie act. 50/8). Indes ist hierzu bald Besserung zu
    erwarten, wenn dann auch in dieser Hinsicht ein Gerichtsurteil vorliegt,
    das die Thematik für beide Parteien verbindlich regelt.

    
	
    5.

    	
    Zusammenfassend trifft es
    gewiss zu, dass das Verhältnis der Parteien zueinander belastet ist. So
    erklärte beispielsweise die Gesuchstellerin deutlich, dass sie kein
    Vertrauen in den Gesuchsgegner habe (act. 12 S. 31; act. 49
    Rz. 22; act. 59/2). Weiter haben die Parteien seit der Trennung
    diverse Dispute ausgetragen, welche vor allem ihr Auto und die Zuteilung
    von Mobiliar, manchmal jedoch auch Kinderbelange betrafen. Dafür aber, dass
    die Parteien in einer Weise zerstritten wären, dass sie – insbesondere bei
    Vorliegen einer gerichtlichen Regelung zu den Kinderbelangen – nicht mehr
    fähig wären, sich in den die Kinder betreffenden Fragen zu verständigen und
    zu einigen, bestehen entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin keine
    Anhaltspunkte. In den Akten keine Stütze findet auch die Auffassung der
    Gesuchstellerin (act. 49 Rz. 23), dass es bei den Übergaben der
    Kinder zwischen den Parteien ständig zu Auseinandersetzungen und
    Feindseligkeiten komme. Auch kann – wie dargelegt (E. III.D.4c-d) –
    nicht gesagt werden, dass der Gesuchsgegner die Gesuchstellerin häufig in
    ungebührlichem Masse unter Druck setzt bzw. vieles alleine bestimmt
    respektive, dass einvernehmliche Einigungen zwischen den Parteien selten
    seien. Vielmehr ist nach Würdigung der relevanten Akten (vgl. zusätzlich zu
    den soeben gewürdigten Chat-Konversationen auch act. 55/2)
    festzuhalten, dass die Parteien in Anbetracht dessen, dass bis Ende Januar
    2017 keine gerichtliche Regelung des Kinderumgangs (Betreuungszeiten,
    Obhut) bestand, seit der Trennung Ende September 2016 insgesamt durchaus
    gut miteinander kommuniziert und die Kinderbelange gut koordiniert haben.
    Dies belegen auch die Umstände, dass sie gelegentlich auch kurzfristig
    Kinderbetreuungszeiten untereinander abgetauscht haben (vgl. u.a.
    act. 55/2, Abschnitt 2 und act. 55/1 [23.12.16,
    Mittagessen]) sowie die Weihnachtsferien zu organisieren vermochten, für
    die Sportferien eine Lösung fanden und auch bereits die Frühlingsferien
    regelten (vgl. act. 12 S. 14; act. 55/2, Abschnitt 3). Das
    Obergericht ist im Übrigen überzeugt, dass beide Parteien […] über die
    erforderliche Sozialkompetenz zur auch inskünftig adäquaten Kooperation und
    Kommunikation in Kinderbelangen verfügen. Dies insbesondere, nachdem mit
    dem vorliegenden Entscheid eine verbindliche gerichtliche Regelung
    vorliegt.

     

    

  

  
	
  E.                Geografische
  Situation

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Vorinstanz erwog, der
    Gesuchsgegner habe sich nach dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft ein
    Haus in der Nähe derselben im gleichen Dorf […] gemietet. Auf diese Weise
    müssten die Kinder ihr vertrautes Umfeld nicht verlassen und könnten
    alleine zum Gesuchsgegner gehen. Dies erleichtere die praktische Umsetzung
    der alternierenden Obhut (act. 43 E. II.3.4.).

    
	
    2.

    	
    Die Gesuchstellerin hat im
    Berufungsverfahren zu diesen vorinstanzlichen Erwägungen nichts vorgebracht
    (vgl. act. 49, 53, 58). Der Gesuchsgegner hält in der Berufungsantwort
    dafür, gerade die mit zirka 600 Metern geringe Distanz zwischen den
    Wohnorten der Parteien stelle ein gewichtiges Argument für die alternierende
    Obhut dar. Die Kinder hätten von ihm aus einen kürzeren Schulweg und [...]
    wohne hier nun lediglich 50 Meter von seinen zwei besten Freunden
    entfernt. Die Stabilität sowie die Einbettung der Kinder im sozialen Umfeld
    bliebe somit auch bei einer alternierenden Obhut gewahrt (act. 54
    Rz. 52).

    
	
    3.

    	
    a) Seit dem Jahr 2009 und bis
    zum Auszug des Gesuchsgegners Ende September 2016 bewohnten die Parteien
    mit ihren Kindern gemeinsam ein Einfamilienhaus in […] (act. 2 Rz. 10).
    Nach der Trennung verblieb die Gesuchstellerin in diesem Einfamilienhaus.
    Der Gesuchsgegner wohnt heute in […] in einem gemieteten
    Reiheneinfamilienhaus (act. 3/13). 

    
	
     

    	
    b) Die Parteien leben somit
    auch nach ihrer Trennung weiterhin nahe beieinander und auch zu den Schul-
    und Kindergartenstandorten sowie zu den Arbeitsorten der Parteien […]
    bestehen von beiden Wohnorten gerichtsnotorisch kurze Distanzen. Was die
    geografische Situation anbelangt, liegen demzufolge für eine alternierende
    Obhut günstige Verhältnisse vor. Sie erlauben – wie sich vereinzelt bereits
    zeigte (vgl. z.B. act. 55/2, Abschnitt 2) – insbesondere bei
    Bedarf auch kurzfristige Änderungen in der Betreuung oder die unkomplizierte
    Bewältigung anderer unvorhersehbarer Ereignisse. Auch sind die
    Wohnverhältnisse bei beiden Parteien soweit ersichtlich ohne Weiteres
    kindgerecht (vgl. act. 3/13; act. 3/22).

     

    

  

  
	
  F.                Wünsche der Kinder

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Gemäss den Erwägungen der
    Vorinstanz entspricht eine alternierende Obhut klar dem Willen der beiden
    älteren Kinder [...] und [...]. Demgegenüber habe das jüngste Kind [...]
    anlässlich der Kinderanhörung angesichts seines Alters diesbezüglich keine
    klare Aussagen machen können (act. 43 E. II.3.5.).

    
	
    2.

    	
    a) Die Gesuchstellerin vertritt
    in ihrer Berufungsschrift den Standpunkt, es treffe nicht zu, dass die
    alternierende Obhut klar dem Willen der beiden älteren Kinder entspreche.
    Dass Sohn [...] in der Kinderanhörung geäussert habe, er wolle donnerstags
    beim Gesuchsgegner übernachten, bedeute nicht, dass er die Hälfte der Zeit
    mit diesem verbringen möchte. Nicht nur das jüngste Kind [...] sei mit
    sechs Jahren zu jung, um eine klare Aussage zu machen, auch die anderen
    beiden, acht bzw. zehn Jahre alten Kinder seien es. Die Kinder befänden
    sich in einem Loyalitätskonflikt. So hätten [...] und [...] ihre Aussagen
    in einer SMS-Nachricht (act. 50/17) selbst wieder verworfen und der
    Gesuchstellerin geschrieben, dass sie nicht ständig ihren Wohn- und
    Aufenthaltsort wechseln möchten. Die alternierende Obhut entspreche also
    nicht dem Wunsch der Kinder (act. 49 Rz. 56 ff.).

    
	
     

    	
    b) In ihrer Eingabe vom
    22. Februar 2017 ergänzt die Gesuchstellerin, die Kinder hätten in den
    Wochen seit dem angefochtenen vorinstanzlichen Entscheid ihr gegenüber
    mehrmals betont, dass sie sich beim Gesuchsgegner nicht wohlfühlten wie bei
    ihr. Das Hin und Her sowie das damit verbundene Packen bereite den Kindern
    Mühe und auch diese wünschten sich die persönliche Betreuung durch sie
    (act. 53 S. 2).

    
	
     

    	
    c) Mit ihrer zweiten
    Noveneingabe vom 6. März 2017 reicht die Gesuchstellerin zudem ein
    Schreiben der Kinder [...] und [...] von Ende Februar 2017 (act. 59/1)
    ein, in welchem diese ihrer Auffassung nach zum Ausdruck bringen, dass sie
    die Zuteilung der alleinigen Obhut an sie gegenüber der Anordnung der
    alternierenden Obhut bevorzugen (act. 58).

    
	
    3.

    	
    a) Der Gesuchsgegner bringt
    vor, als Zehnjähriger habe [...] seinen Willen gegenüber seinen Eltern
    sowie dem Kantonsgerichtspräsidenten klar kundgetan, gleich viel Zeit mit
    beiden Elternteilen bzw. mehr als einen bis zwei Tage pro Woche bei ihm
    verbringen zu wollen. Der angefochtene vorinstanzliche Entscheid habe sich
    auch positiv auf ihn ausgewirkt (Ruhe, Ausgeglichenheit, Reifung bezüglich
    Sozialkompetenz). Auch den Aussagen der jüngeren Kinder sei Beachtung zu
    schenken. So habe sich [...] trotz vorhandenen Loyalitätskonflikts klar für
    mehr Zeit bei ihm (Gesuchsgegner) ausgesprochen. Die Behauptung, [...] und
    [...] hätten ihre vor dem Kantonsgerichtspräsidenten gemachten Aussagen
    durch eine SMS-Nachricht widerrufen, sei absurd. Die Gesuchstellerin habe
    diese Nachricht selber verfasst. Die Kinder hätten nach Kenntnisnahme von
    der vorinstanzlichen Anordnung ihre Freude zum Ausdruck gebracht, für
    längere Zeit bei ihm sein zu dürfen, da sie sich bei ihm sehr wohl fühlten.
    Die Kinder würden im Übrigen keinesfalls von ihm genötigt, ihm positive
    Rückmeldungen zu geben. Dies zeige sich z.B. daran, dass [...] und [...]
    auf eigene Initiative hin gewissermassen „Brieffreundschaften“ mit ihm
    pflegten (act. 54 Rz. 28, 34, 48 ff.; act. 61
    Rz. 8 f.; act. 63 Rz. 5).

    
	
     

    	
    b) Zum von der Gesuchstellerin
    mit Noveneingabe vom 6. März 2017 eingereichten Schreiben von [...]
    und [...] (act. 59/1) führt der Gesuchsgegner Folgendes aus: Die
    Gesuchstellerin habe den Kindern gesagt, er habe den Gerichten vorgemacht,
    dass sie (die Kinder) wünschten, mehr Zeit bei ihm als ihr verbringen zu
    wollen. Daraufhin sei dieses Schreiben entstanden. Die Kinder hätten darin
    einzig seine vermeintliche Falschaussage richtigstellen wollen. Für sie
    stimme gemäss eigenen Angaben die momentane Regelung nach wie vor
    (act. 63 Rz. 1 f.).

    
	
    4.

    	
    a) Die wenigen von den Kindern
    [...], [...] und [...] anlässlich der vorinstanzlichen Kinderanhörung
    gemachten Aussagen (vgl. act. 27) sind mit Zurückhaltung zu
    interpretieren. Denn alle drei Kinder sind mit rund zehneinhalb, neun und
    sechs Jahren noch sehr jung. Nach der Rechtsprechung kann der Wunsch der
    Kinder etwa ab einem Alter von zirka elf bis dreizehn Jahren angemessen
    berücksichtigt werden. Dies, weil erst ab diesem Alter formallogische
    Denkoperationen möglich sind und auch die sprachliche Differenzierungs- und
    Abstraktionsfähigkeit erst ab ungefähr diesem Alter entwickelt ist (BGer
    5A_482/2007 vom 17. Dezember 2007, E. 3.1; BGE 131 III 553,
    E. 1.2.1). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz (act. 43
    E. II.3.5.) lässt sich deshalb aus den an der Kinderanhörung gemachten
    Aussagen nicht folgern, eine alternierende Obhut entspreche klar dem Willen
    der älteren beiden Kinder. Aus dem entsprechenden Anhörungsprotokoll
    (act. 27) lässt sich einzig (aber immerhin) herauslesen, dass die
    Kinder tendenziell mehr Zeit als bisher mit dem Gesuchsgegner bzw. mit
    beiden Elternteilen möglichst viel Zeit verbringen möchten.

    
	
     

    	
    b) Einzugehen ist sodann auf
    das Vorbringen der Gesuchstellerin, die Kinder hätten ihr gegenüber
    mehrmals betont, dass sie sich beim Gesuchsgegner nicht wohlfühlten bzw.
    die persönliche Betreuung vor allem durch sie wünschten. Zu berücksichtigen
    ist, dass sich die Kinder – wie die Gesuchstellerin selber einräumt
    (act. 49 Rz. 57) – in einem starken Loyalitätskonflikt befinden.
    Sie wollen es beiden Elternteilen recht machen. Daher sind Aussagen von
    Kindern gegenüber einem Elternteil mit sehr grosser Vorsicht zu würdigen
    (KGer SG in FamPra 2003, S. 195 m.w.H.). Konkret ist bezüglich der von
    der Gesuchstellerin angeführten SMS-Nachricht (act. 50/17, vgl.
    soeben, E. III.F.2a) ohnehin bereits zweifelhaft, ob diese wirklich
    von [...] und [...] und nicht etwa von der Gesuchstellerin selbst verfasst
    wurde. Weiter fehlt für die gemäss ihrer Eingabe vom 22. Februar 2017
    (act. 53 S. 2) angeblich von den Kindern ihr gegenüber gemachten
    Aussagen (vgl. soeben, E. III.F.2b) jeglicher Beleg. Hinsichtlich des
    von der Gesuchstellerin erwähnten Kinderbriefs (act. 59/1, vgl.
    soeben, E. III.F.2c) ist eine verlässliche Interpretation deshalb
    nicht möglich, weil Kontext und Anlass, in welchen dieser Brief entstanden
    ist, unbekannt sind.

    
	
     

    	
    c) Immerhin aber belegen die
    zahlreichen bei den Akten liegenden Kinderbriefe, -zeichnungen und die
    weitere Kommunikation (z.B. SMS, „Brieffreundschaften“), dass ein gutes,
    ausgesprochen inniges Verhältnis der Kinder zu beiden Parteien besteht.
    Dies deckt sich mit dem Eindruck, den der Kantonsgerichtspräsident
    anlässlich der Kinderanhörung gewonnen hat (vgl. act. 27 S. 2 oben, wonach
    sich die Kinder mit beiden Elternteilen sehr wohl zu fühlen scheinen).

     

    

  

  
	
  G.               Gesamtwürdigung

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Aus den vorstehenden Erwägungen
    folgt, dass beide Parteien erziehungsfähig sind und Bereitschaft zeigen,
    die Betreuung ihrer Kinder in einem bedeutenden Umfang zu übernehmen.
    Weiter lässt sich nicht sagen, dass klarerweise ein Elternteil die
    Hauptbezugsperson der drei Kinder wäre. Vielmehr besteht ein inniges
    Verhältnis der Kinder zu beiden Parteien. Gerade im Altersbereich, in welchem
    sich die Kinder derzeit befinden, ist es für deren Entwicklung sehr
    wichtig, diese gute Bindung zu beiden Elternteilen aufrechtzuerhalten.
    Dies, zumal die bei den Akten liegenden Äusserungen der Kinder dahingehend
    zu deuten sind, dass sie sich wünschen, mit beiden Parteien möglichst viel Zeit
    zu verbringen.

    
	
    2.

    	
    Zwar wurden die Kinder während
    des Zusammenlebens der Parteien überwiegend durch die Gesuchstellerin
    betreut, wohingegen hauptsächlich der Gesuchsgegner der Erwerbsarbeit
    nachging. Wie der Gesuchsgegner zutreffend vorbringt, befand sich dieses
    Betreuungsmodell aber in letzter Zeit ohnehin im Umbruch. Die Kinder sind
    nämlich inzwischen alle schul- bzw. kindergartenpflichtig und müssen
    deshalb mittlerweile tagsüber in geringerem Umfang betreut werden als noch
    vor wenigen Jahren. Auch der Gesuchsgegner leistete sodann durchaus einen
    gewissen Betreuungsanteil.

    
	
    3.

    	
    Aus den vorne (E. III.D.)
    angestellten Erwägungen wurde ferner deutlich, dass die Parteien trotz
    ihres auf Ehegattenebene bestehenden Konflikts fähig sind, hinsichtlich der
    Kinderbelange miteinander adäquat zu kommunizieren und zu kooperieren.
    Anzunehmen ist zudem, dass nach Vorliegen einer gerichtlichen Regelung für
    alle Aspekte des Getrenntlebens (v.a. Kinder, Unterhalt, Zuteilung Hausrat/Auto)
    eine Beruhigung eintreten wird.

    
	
    4.

    	
    Da zwischen den Wohn- und
    Arbeitsorten der Parteien sowie den Kindergarten- bzw. Schulorten der
    Kinder lediglich kurze Distanzen bestehen, ist die Stabilität des sozialen
    Umfelds der Kinder auch bei zwischen den Elternteilen wechselnder
    Kinderbetreuung gewahrt. Infrastrukturell bestehen bei beiden Parteien soweit
    ersichtlich ebenfalls gute Betreuungsmöglichkeiten.

    
	
    5.

    	
    Im Hinblick auf eine
    wechselseitige Kinderbetreuung mit ungefähr gleichen Betreuungsanteilen
    beider Parteien bestehen in Bezug auf den Gesuchsgegner einige Bedenken zu
    seinen aktuellen zeitlichen Betreuungsmöglichkeiten. Denn er scheint
    gegenwärtig haupt- und nebenberuflich stark ausgelastet zu sein. Aufgrund
    seiner Nebenbeschäftigung liegt zudem in terminlicher Hinsicht insofern
    eine eingeschränkte Verlässlichkeit vor, als die Planung der entsprechenden
    Engagements kurzfristig ändern kann. Die Situation verbessert sich
    allerdings ab dem kommenden Sommer, wird doch der Gesuchsgegner sein
    Arbeitspensum […] per August 2017 auf 80 % reduzieren. Dies ändert
    zwar nichts am Problem möglicher kurzfristiger Änderungen der
    Nebenbeschäftigungs-Einsätze, verschafft dem Gesuchsgegner aber doch
    wesentliche Zeitpuffer und mehr zeitliche Ressourcen, um den Kindern die
    nötige Betreuung zukommen zu lassen. Hilfreich ist hierbei, dass […]. Dem
    Gesuchsgegner ist ausserdem Glauben zu schenken, dass die Kinderbetreuung
    für ihn Vorrang vor seiner Tätigkeit als […] hat (act. 54
    Rz. 47).

    
	
    6.

    	
    Gegen die Anordnung einer
    alternierenden Obhut spricht im Lichte der getätigten Erwägungen somit
    einzig die beim Gesuchsgegner momentan vorliegende hohe zeitliche Belastung
    mit seiner Haupt- und Nebenerwerbstätigkeit. Da sich diese ab Beginn der
    kommenden Sommerferien […] zufolge Pensumsreduktion verringert und die
    übrigen Kriterien (Erziehungsfähigkeit, Kommunikations- und
    Koordinationsfähigkeit sowie -bereitschaft, geografische Situation,
    Wunschtendenzen der Kinder) für eine alternierende Obhut sprechen,
    entspricht diese Betreuungslösung in casu für die Dauer des Getrenntlebens
    aller Voraussicht nach dem Wohl der Kinder am besten. 

    
	
    7.

    	
    Unter Würdigung aller
    relevanter Umstände sind somit die gemeinsamen Kinder der Parteien, [...],
    [...] und [...], für die Dauer des Getrenntlebens unter der gemeinsamen
    Obhut der Parteien zu belassen. Den für die Zeit bis Ende Juni 2017
    verbleibenden Bedenken betreffend zeitlicher Verfügbarkeit des
    Gesuchsgegners zur Kinderbetreuung ist bei der Festsetzung der
    Betreuungsanteile der Parteien (vgl. sogleich, E. IV.) Rechnung zu
    tragen.

     

    

  

  
	
  IV.

  (Betreuungsregelung)

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Nachdem die Kinder der Parteien
    unter deren gemeinsamen Obhut zu belassen sind, sind die Betreuungsanteile
    der Parteien festzusetzen (Art. 298 Abs. 2 ZGB). Auch hierbei
    steht das Kindeswohl im Vordergrund und allfällige Interessen der Eltern
    haben zurückzustehen (vgl. vorne, E. III.A.3a; BGer 5A_474/2016 vom
    27. Oktober 2016, E. 5.3. [für das Besuchsrecht bei
    alleiniger Obhut]).

    
	
    2.

    	
    Die Vorinstanz ordnete an, dass
    der Gesuchsgegner die Obhut über die Kinder in der einen Woche von
    Donnerstagmittag, 12.00 Uhr, bis Montagmorgen, 08.00 Uhr, und in
    der jeweils folgenden Woche von Mittwochabend, 18.00 Uhr, bis Freitag,
    13.00 Uhr, auszuüben habe und die Kinder in der restlichen Zeit von
    der Gesuchstellerin zu betreuen seien. Zudem gewährte sie dem Gesuchsgegner
    ein Ferienbetreuungsrecht von sechs Wochen pro Jahr und setzte eine
    Feiertagsregelung fest (act. 43 E. II.3.6.).

    
	
    3.

    	
    Die Gesuchstellerin beanstandet
    hinsichtlich dieser Betreuungsregelung einzig, dass eine Betreuung der
    Kinder durch den Gesuchsgegner über den Sonntagabend hinaus dem Kindeswohl
    widerspreche. Gerade am Sonntagabend sei es für die Kinder wichtig, dass
    sie an ihren Hauptwohnort zurückkehrten, um zur Ruhe zu kommen und um sich
    für die kommende Schulwoche vorzubereiten (act. 49 Rz. 63).

    
	
    4.

    	
    a) Diese Einwendungen sind
    begründet. In der Tat erscheint es im Hinblick auf das Kindeswohl besser,
    dass dann, wenn die Kinder das Wochenende beim Gesuchsgegner verbringen,
    der Betreuungswechsel zur Gesuchstellerin jeweils am Sonntagabend stattfindet.
    Im Hinblick auf die montags jeweils neu beginnenden Kindergarten- bzw.
    Schulwochen gewährleistet diese Lösung für die Kinder mehr Ruhe. Ausserdem
    können auf diese Weise auch wirkliche Übergaben stattfinden. Schliesslich
    ist auch die Praktikabilität von Betreuungswechseln am Montagmorgen vor
    Beginn der Schule und des Kindergartens fraglich (Packen, Materialtransporte,
    etc.). Der Betreuungswechsel an Wochenenden, an denen der Gesuchsgegner die
    Kinder betreut, ist somit auf Sonntagabend, 18.30 Uhr, festzusetzen.
    Auf diese Weise können die Kinder das Abendessen noch beim Gesuchsgegner
    einnehmen und anschliessend kann zu einer angemessenen Zeit die Übergabe
    der Kinder an die Gesuchstellerin stattfinden.

    
	
     

    	
    b) Im Übrigen erscheint die von
    der Vorinstanz angeordnete Betreuungsregelung mit Blick auf das Kindeswohl
    und auf die zeitliche Verfügbarkeit des Gesuchsgegners für die Zeit ab
    Beginn der kommenden Sommerferien am […] grundsätzlich als angemessen.
    Angesichts dessen, dass die Wochenendübergaben vom Gesuchsgegner an die
    Gesuchstellerin wie soeben erwogen (E. IV.4a) nicht am Montagmorgen um
    08.00 Uhr, sondern am Sonntagabend um 18.30 Uhr stattzufinden
    haben, rechtfertigt es sich jedoch, den Beginn der Kinderbetreuung durch
    den Gesuchsgegner für jede Woche einheitlich auf Mittwochabend,
    18.00 Uhr, festzulegen.

    
	
     

    	
    c) Bis zum Beginn der kommenden
    Sommerferien am 1. Juli 2017 ist bei der Festlegung der
    Betreuungsanteile der Parteien wie ausgeführt (E. III.G.7.) der
    aktuell hohen zeitlichen Belastung des Gesuchsgegners aufgrund seiner
    Haupt- und Nebenerwerbstätigkeit Rechnung zu tragen. Angemessen erscheint
    es, den Gesuchsgegner für die Zeit bis 30. Juni 2017 für berechtigt zu
    erklären, die Kinder jeweils in der einen Woche von Donnerstag um
    15.45 Uhr bis am Sonntag um 18.30 Uhr (verpflegt) und in der
    jeweils folgenden Woche von Donnerstag um 15.45 Uhr bis am Freitag um
    08.00 Uhr zu betreuen. Angesichts dessen, dass häufige Kontakte der
    Kinder (auch) zum Kindsvater samt Übernachtungen gerade im Alter, in dem
    sich die Kinder der Parteien derzeit befinden, für deren Entwicklung von
    grosser Bedeutung sind, entspricht diese Regelung dem Kindeswohl. Weiter
    ist sie mit den Stundenplänen […] der Kinder kompatibel (vgl. vorne,
    E. III.C.7.) und trägt dem Wunsch des Sohnes [...] Rechnung, jeden
    Donnerstag beim Gesuchsgegner übernachten zu können (vgl. act. 27
    S. 3).

    
	
     

    	
    d) Schliesslich erscheint auch
    die von der Vorinstanz vorgesehene Ferien- und Feiertagsregelung angemessen
    und ist so zu bestätigen.

    
	
     

    	
    e) Selbstverständlich bleibt es
    den Parteien unbenommen, diese Betreuungs-, Feiertags- und Ferienregelung
    unter Berücksichtigung des Wohls und der Interessen der Kinder im
    gegenseitigen Einverständnis abzuändern.

    
	
    5.

    	
    a) Der Wohnsitz des Kindes
    befindet sich beim obhutsberechtigten Elternteil (Art. 25 Abs. 1
    ZGB). Bleibt die Obhut gemeinsam bei beiden Elternteilen, ist explizit zu erwähnen,
    wo das Kind seinen Wohnsitz hat (Gloor/Schweighauser, a.a.O., S. 8). Der
    Wohnsitz bestimmt sich nach dem Aufenthaltsort (Art. 25 Abs. 1 ZGB), das heisst,
    demjenigen Ort, zu dem das Kind die engsten Beziehungen aufweist.

    
	
     

    	
    b) Beide Parteien leben in der
    Gemeinde […], wo die Kinder auch eingeschult sind. Da die Kinder infolge
    der mit dem vorliegenden Entscheid angeordneten Betreuungsregelung etwas
    mehr Zeit, insbesondere Übernachtungen, bei der Gesuchstellerin verbringen,
    erscheint es angemessen, dass auch die Kinder [...], [...] und [...] ihren
    Wohnsitz bei der Gesuchstellerin haben.

     

    

  

  
	
  VI.

  (Kosten- und Entschädigungsfolgen)

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    a) Die Gesuchstellerin
    beantragt, den Gesuchsgegner dazu zu verpflichten, ihr einen
    Prozesskostenvorschuss zu bezahlen. Weiter beantragt sie die Gewährung der
    unentgeltlichen Rechtspflege (act. 49 S. 3,
    Rz. 81 ff.).

    
	
     

    	
    b) Sowohl die Zusprechung eines
    Prozesskostenbeitrags als auch die Gewährung der unentgeltlichen
    Rechtspflege setzen die Bedürftigkeit der ansprechenden Partei voraus. Die
    gesuchstellende Person hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beurteilung
    ihres Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend
    darzulegen. Es trifft sie bei der Abklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse
    eine umfassende Mitwirkungspflicht. Dabei hat das Gericht allenfalls unbeholfene
    Personen auf die Angaben hinzuweisen, die es zur Beurteilung des Gesuchs um
    unentgeltliche Rechtspflege benötigt. Wer jedoch durch einen Rechtsanwalt
    vertreten wird, kann nicht als unbeholfen gelten (BGer 4A_114/2013 vom 20.
    Juni 2013, E. 4.3.2).

    
	
     

    	
    c) Die anwaltlich vertretene
    Gesuchstellerin hat lediglich pauschal vorgebracht, keine freien Mittel für
    Bestreitung des vorliegenden Prozesses zu haben. Insbesondere erklärte sie
    bezüglich ihrer Vermögensverhältnisse bloss, sie verfüge über kein freies
    Vermögen (act. 49 Rz. 81 f., 84 f.). Indes steht das
    Einfamilienhaus, das die Parteien während des Zusammenlebens gemeinsam
    bewohnten und in dem die Gesuchstellerin heute nach wie vor wohnt, im
    hälftigen Miteigentum beider Parteien (vgl. Geodatenviewer des Kantons
    Glarus, map.geo.glnet.ch, „Grundbuchplan mit Grundeigentum“). Diese
    Liegenschaft ist offenbar mit einer Hypothek von CHF 650‘000.–
    belastet (act. 3/15). Zum aktuellen Verkehrswert der Liegenschaft
    macht die Gesuchstellerin keine Angaben. Vor allem behauptet sie nicht
    einmal und erst recht macht sie nicht z.B. mittels Belegen glaubhaft, dass
    die Liegenschaft bereits maximal belehnt sei und deshalb eine Aufstockung
    der Hypothek nicht in Frage kommt (der Gebäudeversicherungswert betrug im
    September 2009 CHF 922‘000.– [act. 3/22] und seither wurden
    diverse Unterhalts- bzw. Renovationsarbeiten getätigt [vgl. act. 3/4/1
    und 3/4/3, je Code 189; act. 31/31 S. 2 unten]). Sie hat folglich
    ihre Mittellosigkeit nicht glaubhaft gemacht, weshalb diese zu verneinen
    ist (vgl. auch OG ZH, LE 150041 vom 25. Mai 2016, E. II.9.). Auch hat
    sie keinen Antrag gestellt, dass der Gesuchsgegner zu einer solchen
    Aufstockung der Hypothek Hand bieten solle bzw. dass dessen Zustimmung
    durch einen gerichtlichen Entscheid ersetzt werden solle (Art. 166
    Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Die Anträge der Gesuchstellerin betreffend
    Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses und Gewährung der unentgeltlichen
    Rechtspflege sind daher abzuweisen.

    
	
    2.

    	
    a) In Anwendung der Art. 1
    sowie Art. 3 Abs. 2 und 3 der Zivil- und
    Strafprozesskostenverordnung vom 22. Dezember 2010 rechtfertigt es
    sich, die pauschale Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren auf CHF
    1‘200.– festzusetzen.

    
	
     

    	
    b) Die Gerichtskosten des
    Berufungsverfahrens sind nach Obsiegen bzw. Unterliegen zu verteilen
    (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Gesuchstellerin obsiegt im vorliegenden
    Berufungsverfahren nur insofern, als dass der Gesuchsgegner für die Zeit
    bis am 30. Juni 2017 in einem geringeren Umfang zur Betreuung der
    Kinder berechtigt erklärt wird als von der Vorinstanz angeordnet. Im
    Übrigen aber unterliegt sie. Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es
    sich, die Kosten des Berufungsverfahrens zu vier Fünfteln der
    Gesuchstellerin und zu einem Fünftel dem Gesuchsgegner aufzuerlegen.

    
	
    3.

    	
    Schliesslich ist dem
    Gesuchsgegner antragsgemäss (act. 54 S. 2) für das
    Berufungsverfahren eine – angesichts der umfangreichen Berufungsschrift
    (act. 49) und der zu beantwortenden Noveneingaben der Gesuchstellerin
    (act. 53 und act. 58) – angemessene, ausgangsgemäss reduzierte
    Parteientschädigung von insgesamt CHF 2‘800.– zuzusprechen
    (Art. 105 Abs. 2 ZPO; vgl. auch act. 65).

    
	
    4.

    	
    Die Regelung der Kosten- und
    Entschädigungsfolgen in Bezug auf das erstinstanzliche Verfahren wird der
    Vorinstanz überlassen, da diese ohnehin noch über die weiteren Anträge der
    Parteien zur Regelung des Getrenntlebens (act. 13 S. 1 f.;
    act. 20) befinden wird (vgl. auch act. 43
    Dispositiv-Ziff. 6).

    

  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht   erkennt und beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die gemeinsamen Kinder der
    Parteien […], 

    verbleiben für die Dauer des
    Getrenntlebens unter der gemeinsamen (alternierenden) Obhut beider
    Parteien.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Bis 30. Juni 2017 gilt folgende Betreuungsregelung: Der
    Kindsvater betreut die Kinder in der einen Woche von Donnerstag um
    15.45 Uhr bis am Sonntag um 18.30 Uhr (verpflegt) und in der
    jeweils folgenden Woche von Donnerstag um 15.45 Uhr bis am Freitag um
    08.00 Uhr. Während der übrigen Zeit werden die Kinder von der
    Kindsmutter betreut. 

    Ab 1. Juli 2017
    gilt für die weitere Dauer des Getrenntlebens folgende Betreuungsregelung: 

    Der
    Kindsvater betreut die Kinder in der einen Woche von Mittwochabend, 18.00
    Uhr (unverpflegt), bis Sonntagabend, 18.30 Uhr (verpflegt), und in der jeweils
    folgenden Woche von Mittwochabend, 18.00 Uhr (unverpflegt), bis Freitag, 13.00
    Uhr. 

    Während der
    übrigen Zeit werden die Kinder von der Kindsmutter betreut.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Der Kindsvater wird berechtigt
    erklärt, die Kinder während der Schulferien für insgesamt 6 Wochen pro Jahr
    zu sich oder mit sich auf eigene Kosten in die Ferien zu nehmen. 

    Die Kindsmutter wird berechtigt
    erklärt, die Kinder während der restlichen Dauer der Schulferien zu sich
    oder mit sich auf eigene Kosten in die Ferien zu nehmen.

    Die Parteien sind verpflichtet,
    die genauen Ferienwochendaten jeweils mindestens zwei Monate im Voraus
    miteinander abzusprechen. Sollte eine Absprache nicht möglich sein, so hat
    jeweils die Kindsmutter in den Jahren mit ungerader Jahreszahl und der
    Kindsvater in den Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht
    bezüglich der terminlichen Aufteilung der Ferien.

    	 

	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    In den Jahren mit ungerader
    Jahreszahl ist der Kindsvater berechtigt, die folgenden Feiertage mit den
    Kindern zu verbringen:

    
	
    -

    	
    die Ostern, von Gründonnerstag,
    18.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr;

    
	
    -

    	
    Heiligabend/Weihnachten, vom
    24. Dezember, 10.00 Uhr, bis 25. Dezember, 18.00 Uhr;

    
	
    -

    	
    Silvester/Neujahr, vom
    31. Dezember, 10.00 Uhr, bis 1. Januar des folgenden
    Jahres, 18.00 Uhr. 

    In diesen Jahren mit ungerader
    Jahreszahl ist die Kindsmutter berechtigt, die folgenden Feiertage mit den
    Kindern zu verbringen:

    
	
    -

    	
    Pfingsten, von Pfingstfreitag,
    18.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr;

    
	
    -

    	
    Weihnachten/Stephanstag, vom
    25. Dezember, 18.00 Uhr, bis 26. Dezember, 18.00 Uhr;

    
	
    -

    	
    Neujahr/Berchtoldstag, vom
    1. Januar des folgenden Jahres, 18.00 Uhr,
    bis 2. Januar des folgenden Jahres,
    18.00 Uhr. 

    In Jahren mit gerader
    Jahreszahl gilt die gleiche Regelung für die jeweils andere Partei.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Abweichende oder weitergehende Betreuungsregelungen sind
    nach Absprache zwischen den Parteien und unter Berücksichtigung des Wohls
    sowie der Interessen der Kinder möglich.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Die Kinder der Parteien, [...], haben Wohnsitz bei der
    Kindsmutter in […].

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Das Begehren der Berufungsklägerin um Zusprechung eines
    Prozesskostenvorschusses für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    Das Gesuch der Berufungsklägerin um unentgeltliche
    Rechtspflege für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    9.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird
    festgesetzt auf CHF 1‘200.–.

    
	
     

    	
     

    
	
    10.

    	
    Die Gerichtskosten
    des Berufungsverfahrens werden zu vier Fünfteln der Berufungsklägerin und
    zu einem Fünftel dem Berufungsbeklagten auferlegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    11.

    	
    Die Berufungsklägerin
    wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung für das
    Berufungsverfahren von insgesamt CHF 2‘800.– (inkl. MwSt. und
    Auslagen) zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    12.

    	
    Die Regelung der
    Kosten- und Entschädigungsfolgen für das erstinstanzliche Verfahren wird
    der Vorinstanz überlassen.

    
	
     

    	
     

    
	
    13.

    	
    Schriftliche Mitteilung an die Parteien (je 2/R) und an die Vorinstanz
    (1/I).