# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49247812-30e3-5779-bab7-bfe1b0a5e722
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2008 A-1635/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1635-2006_2008-08-27.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1635/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Pascal Mollard (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwersteuer (1. Quartal 1999 bis 4. Quartal 2000); 
Ermessenseinschätzung

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1635/2006

Sachverhalt:

A.
A._______  betrieb  einen  Coiffeursalon  und  war  aufgrund  ihrer 
Tätigkeit vom 1. Januar 1999 bis zum 30. Juni 2005 im Register der 
Mehrwertsteuerpflichtigen bei  der Eidgenössischen Steuerverwaltung 
(ESTV)  eingetragen.  Am  3.  Juni  2003  nahm  die  ESTV  bei  der 
Steuerpflichtigen  eine  Kontrolle  vor.  Die  ESTV  erachtete  die 
Buchführung in den Jahren 1999 und 2000 aufgrund von Minussaldi 
auf dem Kassakonto als mangelhaft und stellte zudem fest, dass die 
Bruttogewinnmarge  in  diesen  Jahren  beträchtlich  tiefer  gewesen  sei 
als  2001  und  2002.  Weiter  sei  im  Jahr  2000  der  Prozentanteil  des 
Warenaufwandes am Umsatz aus Dienstleistungen grösser gewesen 
als im 2001, obwohl der Umsatz aus Produktverkäufen sich im 2001 
gegenüber  dem  Vorjahr  verdoppelt  habe.  Sie  nahm  deshalb  eine 
ermessensweise Umsatzschätzung vor. Im Weiteren stellte die ESTV 
Differenzen zwischen den verbuchten und deklarierten Vorsteuern fest 
und war ferner der Ansicht, dass Vorsteuern auf Privataufwendungen 
geltend  gemacht  worden  seien.  Gestützt  auf  die  durchgeführte 
Kontrolle  forderte  sie  schliesslich  mit  Ergänzungsabrechnung  (EA) 
Nr. 280'798 vom 16. Juni 2003 für das 1. Quartal 1999 bis 4. Quartal 
2000 Fr. 6'045.-- zuzüglich Verzugszins zu 5% nach.

B.
Am 23. Juni 2003 erliess die ESTV einen Entscheid gemäss Art. 63 
Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die 
Mehrwertsteuer (MWSTG; SR 641.20), in dem sie ihre Nachforderung 
gemäss EA Nr. 280'798 bestätigte. Im Begleitschreiben zum Entscheid 
führte  die  ESTV  aus,  u.a.  aufgrund  der  mangelhaften  Buchhaltung 
(z.B. Minussaldi  auf  dem Kassakonto, obwohl  die Einnahmen täglich 
verbucht  worden  seien)  habe  sie  den  massgeblichen  Umsatz 
kalkulatorisch ermittelt. Dazu sei sie in solchen Fällen gemäss Art. 48 
der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (MWSTV, 
AS 1994 1464-1500) verpflichtet.

C.
Die  Steuerpflichtige  erhob  am  14.  Juli  2003  Einsprache  gegen  den 
Entscheid der ESTV vom 23. Juni 2003. Sie brachte im Wesentlichen 
vor,  sie  habe  die  Einnahmen  jeweils  am  Ende  des  Tages  ins 
Kassabuch  eingetragen,  deshalb  könne  es  vorkommen,  dass  das 
Kassakonto „Schein-Minussaldi“ aufweise. Im Jahr 1999 habe sie ihren 

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Coiffeursalon langsam aufgebaut. 1999 habe sie nur eine Angestellte 
gehabt,  im  Jahr  2000  zwei,  2001  drei  und  im  Jahr  2002  wiederum 
zwei. Da in den Jahren 1999 und 2000 der Coiffeursalon im Aufbau 
gewesen sei, habe sie in diesen Jahren weniger Bruttogewinn erzielt. 
Im Weiteren legte  die  Einsprecherin  dar,  sie  habe das Fahrzeug zu 
maximal 20% privat genutzt.

Mit  Schreiben  vom  22.  Februar  2006  verlangte  die  ESTV  von  der 
Einsprecherin folgende Unterlagen ein: Jahresabschlüsse 1999-2003, 
Kontoauszüge des Kontos „Kassa“ für 1999-2003, Kontoauszüge des 
Kontos „Löhne/Gehälter“  1999-2003,  Kontoauszüge der Materialkonti 
1999-2003,  Kassabuch  für  die  Jahre  1999-2003.  Die  Einsprecherin 
kam dieser Aufforderung fristgerecht nach.

D.
Mit  Einspracheentscheid  vom  7.  August  2006  wies  die  ESTV  die 
Einsprache  ab.  Sie  erkannte,  die  Einsprecherin  habe  ihr  für  das 
1. Quartal 1999 bis 4. Quartal 2000 Fr. 6'045.-- abzüglich ihrer Zahlung 
von  Fr.  1'907.80,  resultierend  somit  noch  Fr.  4'137.20,  zuzüglich 
Verzugszins  zu  bezahlen.  Zur  Begründung  führte  die  ESTV  im 
Wesentlichen  aus,  das  Kassakonto  habe  mehrmals  am  Tagesende 
einen  Minussaldo  aufgewiesen.  Im  Weiteren  sei  die  Brutto-
gewinnmarge in den Jahren 1999 und 2000 deutlich tiefer als in den 
Folgejahren. Die Umsatzentwicklung 1999-2001 könne mit dem Aufbau 
des Geschäftes erklärt werden, die Bruttogewinnmarge sei aber nicht 
abhängig  vom  Geschäftsgang.  Es  falle  auf,  dass  die  Brutto-
gewinnmarge  in  den  Jahren  ohne  Buchhaltungsmängel  (2001  und 
2002)  deutlich  höher  sei,  als  in  den  vorangegangenen  Jahren,  in 
welchen Minussaldi auf dem Kassakonto festgestellt worden seien. Die 
Vermutung liege deshalb nahe, dass die grossen Schwankungen unter 
anderem  durch  unverbuchte  Umsätze  in  den  Jahren  1999-2000  zu 
erklären  seien.  Die  ESTV  halte  deshalb  daran  fest,  den  Umsatz 
1999-2000 ermessensweise zu ermitteln.

E.
A._______ (Beschwerdeführerin) führte am 3. September 2006 gegen 
den  Einspracheentscheid  vom  7.  August  2006  Beschwerde  an  die 
Eidgenössische  Steuerrekurskommission  (SRK).  Ihre  Beschwerde 
richtete  sich  gegen die  vorgenommene Ermessenseinschätzung,  die 
eine Steuernachforderung von Fr. 4'670.20 zuzüglich Verzugszins zur 
Folge  hatte.  Sie  brachte  insbesondere  vor,  die  von  der  ESTV 

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bemängelten  Minussaldi  hätten  sich  aufgrund  von  Fehlbuchungen 
ergeben.  Im  Einzelnen  zeigte  sie  die  Fehlbuchung  zu  jedem 
beanstandeten  Minussaldo  auf.  Im Weiteren  führte  die  Beschwerde-
führerin  hinsichtlich  der  unterschiedlichen  Bruttogewinne  aus,  dass 
sich ihr Geschäft in den Jahren 1999-2000 im Aufbau befunden habe. 
Den Bruttogewinn habe sie danach Jahr für Jahr steigern können. Ihre 
Lieferantin  habe  zudem  verschiedene  Aktionen  durchgeführt.  Da  es 
sich dabei immer um grössere Bestellmengen gehandelt habe, seien 
Teile dieser Bestellungen auch noch im Folgejahr am Lager gewesen 
und ihre Einkäufe deshalb danach geringer. Dazu komme, dass sie – 
je nach Auslastung ihrer Angestellten – weniger gearbeitet habe. Sie 
habe ihre Buchhaltung stets nach bestem Wissen geführt. Sie wehre 
sich  deshalb  entschieden  gegen  den  Entscheid  der  ESTV,  der  ihre 
Buchhaltung  für  die  Jahre  1999-2000  als  nicht  beweiskräftig 
zurückweise.  Die  Voraussetzungen  für  eine  Ermessenseinschätzung 
gemäss Art. 48 MWSTV seien nicht erfüllt.

F.
Die ESTV schloss in ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2006 auf 
Gutheissung  der  Beschwerde,  unter  Kostenfolge  zulasten  der 
Beschwerdeführerin. Sie legte im Wesentlichen dar,  im Beschwerde-
verfahren  sei  der  Beschwerdeführerin  nun  der  Nachweis  gelungen, 
dass  die  Minussaldi  auf  dem  Kassakonto  auf  Buchungsfehler 
zurückzuführen  seien.  Mit  einer  Ausnahme  liege  die  Ursache  bei 
Storno-Buchungen.  Diese  seien  nicht  mit  dem  Datum  der 
Falschbuchung  auf  dem  Kassakonto  verbucht  worden,  sondern  mit 
demjenigen  der  Feststellung  des  Fehlers.  Dies  habe  für  die  Zeit 
zwischen  den  Buchungen  falsche  bzw.  unmögliche  Kassasaldi 
ergeben. Wären  alle  Vorgänge  korrekt  verbucht  worden,  hätten  sich 
auf  dem  Kassakonto  keine  Negativsaldi  ergeben.  Trotzdem  blieben 
gewisse  Vorbehalte  gegenüber  der  Buchhaltung  der  Beschwerde-
führerin,  insbesondere  sei  die  Bruttogewinnmarge  in  den  Jahren 
1999-2000  deutlich  tiefer  als  in  den  Folgejahren.  Allerdings  würden 
diese  Vorbehalte  keine  Ermessenseinschätzung  rechtfertigen.  Damit 
reduziere  sich  die  Steuernachforderung für  das  1. Quartal  1999  bis 
4. Quartal 2000 um Fr. 4'670.20. Im Übrigen seien die Gründe für die 
Umsatzschätzung bereits  in  der  EA Nr. 280'798 aufgeführt  gewesen 
und  die  Beschwerdeführerin  hätte  ihre  Vorbringen  deshalb  ohne 
Weiteres  bereits  im  Einspracheverfahren  geltend  machen  können. 
Folglich  seien  die  Verfahrenskosten  der  Beschwerdeführerin  aufzu-
erlegen.

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G.
Am  13.  November  2006  nahm  die  Beschwerdeführerin  Stellung  zur 
Vernehmlassung  der  ESTV  vom  24.  Oktober  2006.  Sie  führte 
insbesondere  aus,  dass  die  ESTV  in  der  EA  die  beanstandeten 
Mängel  nicht  im  Detail  umschrieben  habe.  Erst  im  Einsprache-
entscheid  seien  die  exakten  Daten  der  bemängelten  Negativsaldi 
aufgeführt  worden,  weshalb sie dazu erst  in ihrer  Beschwerdeschrift 
eingehender  habe Stellung nehmen können. Ihre  Treuhänderin  habe 
die  Angelegenheit  anfänglich  bagatellisiert,  anschliessend  ihre 
Verantwortung  nicht  wahrgenommen  und  ihr  die  Sache  überlassen. 
Sie  habe  zu  jeder  Zeit  nach  bestem Wissen  alle  ihr  zur  Verfügung 
stehenden  Fakten  zusammengetragen  und  mitgeteilt.  Es  sei  für  sie 
deshalb  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  sie  nun  die  Kosten  für  das 
Beschwerdeverfahren tragen solle.

Mit  Schreiben vom 19. Januar 2007 hielt  die ESTV an ihrem Antrag 
gemäss  ihrer  Vernehmlassung  vom  24.  Oktober  2006  fest  und 
verzichtete im Weiteren auf eine Duplik.

Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 
Eine  solche  liegt  nicht  vor  und  die  Vorinstanz  ist  eine  Behörde  im 
Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  daher für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zuständig.  Es  über-
nimmt  die  Beurteilung  der  Ende  2006  bei  der  SRK  hängigen 
Rechtsmittel und wendet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 
VGG).

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1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ein-
spracheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die 
Beschwerdeführerin  kann  neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht 
(Art. 49  Bst.  a  VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  (Art.  49  Bst.  b 
VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c 
VwVG; ANDRÉ MOSER, in André Moser/Peter Uebersax, Prozessieren vor 
eidgenössischen Rekurskommissionen, Basel und Frankfurt  am Main 
1998, Rz. 2.59; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1758 ff.).

1.3 Am  1.  Januar  2001  sind  das  MWSTG  sowie  die  zugehörige 
Verordnung (Verordnung vom 29. März 2000 zum Bundesgesetz über 
die  Mehrwertsteuer  [MWSTGV, SR 641.201])  in  Kraft  getreten.  Das 
neue Recht gilt für Umsätze, die ab Inkrafttreten des MWSTG getätigt 
worden sind. Der zu beurteilende Sachverhalt hat sich indessen in den 
Jahren 1999 bis 2000 zugetragen. Auf die vorliegende Beschwerde ist 
damit noch altes Recht, d.h. die MWSTV,  anwendbar.

2.

2.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem  Selbstveranlagungsprinzip  (Art.  37  f.  MWSTV;  vgl.  ERNST 
BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des  schweizerischen  Steuerrechts, 
6.  Aufl.,  Zürich  2002,  S.  421  ff.).  Dies  bedeutet,  dass  der 
Steuerpflichtige  selbst  und  unaufgefordert  über  seine  Umsätze  und 
Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der 
Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer 
vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern hat. Die 
ESTV  ermittelt  die  Höhe  des  geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrages 
nur dann an Stelle des Steuerpflichtigen, wenn dieser seinen Pflichten 
nicht  nachkommt  (vgl.  ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS 
A. VALLENDER,  Handbuch zum neuen Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 
2. Aufl.,  Bern  2003,  Rz.  1680  ff.).  Der  Steuerpflichtige  hat  seine 
Mehrwertsteuerforderung  selbst  festzustellen;  er  ist  allein  für  die 
vollständige  und  richtige  Versteuerung  seiner  steuerbaren  Umsätze 
und  für  die  korrekte  Ermittlung  der  Vorsteuer  verantwortlich  (vgl. 
Kommentar  des  Eidgenössischen  Finanzdepartementes  zur  MWSTV 
[Kommentar  EFD],  S. 38).  Ein  Verstoss  des  Steuerpflichtigen  gegen 
diesen  Grundsatz  ist  als  schwerwiegend  anzusehen,  da  der 
Steuerpflichtige  durch  das  Missachten  dieser  Vorschrift  die 

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ordnungsgemässe Erhebung seiner Mehrwertsteuer gefährdet (Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.1, 
A-1406/2006  vom  30.  Januar  2008  E.  2.1,  A-1531/2006  vom 
10. Januar 2008 E. 2.2, A-1454/2006 vom 26. September 2007 E. 2.2, 
A-1398/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).

2.2 Gemäss Art. 47 Abs. 1 MWSTV hat der Mehrwertsteuerpflichtige 
seine  Geschäftsbücher  ordnungsgemäss  zu  führen  und  so 
einzurichten,  dass  sich  aus  ihnen  die  für  die  Feststellung  der 
Mehrwertsteuerpflicht  sowie  für  die  Berechnung der  Steuer  und  der 
abziehbaren  Vorsteuern  massgebenden  Tatsachen  leicht  und 
zuverlässig  ermitteln  lassen.  Die  ESTV  kann  hierüber  nähere 
Bestimmungen aufstellen. Von dieser Befugnis hat sie mit dem Erlass 
der "Wegleitung 1997 für Mehrwertsteuerpflichtige" vom Frühling 1997 
(Wegleitung  1997),  gültig  ab 1. Januar  1997,  Gebrauch gemacht. In 
der  Wegleitung  1997  sind  genauere  Angaben  enthalten,  wie  eine 
Buchhaltung  auszugestalten  ist  (Rz. 870  ff.).  Alle  Geschäftsfälle 
müssen  fortlaufend,  chronologisch  und  lückenlos  aufgezeichnet 
werden (Rz. 874) und alle Eintragungen haben sich auf entsprechende 
Belege zu stützen,  so  dass  die  einzelnen Geschäftsvorfälle  von der 
Eintragung  in  die  Hilfs-  und  Grundbücher  bis  zur  Steuerabrechnung 
und  bis  zum  Jahresabschluss  sowie  umgekehrt  leicht  und  genau 
verfolgt werden können ("Prüfspur"; vgl. Rz. 879 der Wegleitung 1997). 

Nach der Rechtsprechung ist der Steuerpflichtige selbst bei geringem 
Barverkehr  zur  Führung  zumindest  eines  einfachen  ordentlichen 
Kassabuchs  verpflichtet.  Er  ist  zwar  mehrwertsteuerrechtlich  nicht 
gehalten,  kaufmännische  Bücher  im  Sinne  des  Handelsrechts  zu 
führen;  die  Bücher  müssen  die  erzielten  Umsätze  jedoch  lückenlos 
erfassen und die entsprechenden Belege sind aufzuheben (Urteile des 
Bundesgerichts  2A.693/2006  vom  26. Juli  2007  E. 3.1,  2A.569/2006 
vom 28. Februar 2007 E. 3.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1636/2006 und A-1637/2006 vom 2. Juli 2008 E. 2.2, A-1527/2006 
vom 6. März 2008 E. 2.2,  A-1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 2.2; 
Entscheid der SRK vom 24. Oktober 2002, veröffentlicht in Archiv für 
Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 73 S. 233 E. 2c.aa mit  weiteren 
Hinweisen). Damit befinden sich die mehrwertsteuerlichen Anforderun-
gen  an  die  Aufzeichnungspflicht  auch  im  Einklang  mit  den  bei  den 
direkten Steuern geltenden Regelungen (vgl. auch Rz. 877 der Weg-
leitung 1997). 

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Die detaillierte und chronologische Führung eines Kassabuches muss 
besonders  hohen  Anforderungen  genügen  (vgl.  dazu  auch  HANS 
GERBER, Die Steuerschätzung [Veranlagung nach Ermessen], in Steuer 
Revue [StR] 1980 S. 306). Soll also ein Kassabuch für die Richtigkeit 
des  erfassten  Bargeldverkehrs  Beweis  erbringen,  ist  zu  verlangen, 
dass  in  diesem  die  Bareinnahmen  und  -ausgaben  fortlaufend, 
lückenlos und zeitnah aufgezeichnet werden und durch Kassenstürze 
regelmässig  –  in  bargeldintensiven  Betrieben  täglich  –  kontrolliert 
werden.  Nur  auf  diese  Weise  ist  gewährleistet,  dass  die  erfassten 
Bareinnahmen  vollständig  sind,  das  heisst  den  effektiven  Barein-
nahmen  entsprechen  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts  2A.693/2006 
vom 26. Juli 2007 E. 3.1, 2A.657/2005 vom 9. Juni 2006 E. 3; Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.2, 
A-1406/2006  vom  30.  Januar  2008  E. 2.2,  A-1454/2006  vom 
26. September 2007 E. 2.3 mit  weiteren Hinweisen). Da einer Kasse 
nicht  mehr  entnommen werden  kann,  als  darin  enthalten  ist,  ist  ein 
Negativsaldo  in  einer  Kasse  definitionsgemäss  nicht  möglich.  Nur 
wenn anderweitige flüssige Mittel vorhanden sind, können Zahlungen 
vorgenommen werden, deren Einsatz aber offensichtlich nicht verbucht 
worden ist. Der  Umstand von Negativsaldi  auf  dem Kassenkonto  ist 
deshalb ein gewichtiges Indiz für  das Vorhandensein von Geschäfts-
vorgängen, die nicht ordnungsgemäss bzw. gar nicht verbucht worden 
sind (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1353/2006 vom 7. April 
2008 E. 3.1, A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 4.3.3; Entscheide der 
SRK  vom 18.  Juli  2006  [SRK  2004-178]  E.  3b,  vom 24. April  2006 
[SRK 2004-066] E. 3b, vom 18. Juli 2003, veröffentlicht in Verwaltungs-
praxis der Bundesbehörden [VPB] 68.19 E. 4c/cc).

2.3 Liegen  keine  oder  nur  unvollständige  Aufzeichnungen  vor,  oder 
stimmen  die  ausgewiesenen  Ergebnisse  mit  dem  wirklichen 
Sachverhalt  offensichtlich  nicht  überein,  so  nimmt  die  ESTV  nach 
Art. 48 MWSTV eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor. 
Eine  Ermessenstaxation  ist  somit  immer  dann  nötig,  wenn  eine 
steuerpflichtige  Person  ihren  Obliegenheiten  zur  Mitwirkung  nicht 
ordnungsgemäss  nachkommt  und  entweder  überhaupt  keine,  oder 
aber  unvollständige oder  ungenügende Aufzeichnungen führt  (DIETER 
METZGER,  Kurzkommentar  zum  Mehrwertsteuergesetz,  Bern  2000, 
S. 190 Rz. 1). Die Ermessenseinschätzung ist deshalb auch logische 
Folge von Art. 50 MWSTV, der die ESTV beauftragt, die Erfüllung der 
den  Steuerpflichtigen  obliegenden  Pflichten  zu  überprüfen  (PASCAL 

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MOLLARD,  TVA  et  taxation  par  estimation,  veröffentlicht  in  ASA  69 
S. 519).

3.

3.1 Zu unterscheiden sind zwei voneinander unabhängige Konstella-
tionen,  welche  zu  einer  Ermessenseinschätzung  gemäss  Art. 48 
MWSTV  führen.  Erstens  geht  es  um  diejenige  der  ungenügenden 
Aufzeichnung,  wobei  eine  Schätzung  insbesondere  auch  dann 
erfolgen muss, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhaltungs-
regeln derart  gravierend sind,  dass sie die materielle  Richtigkeit  der 
Buchhaltungsergebnisse  in  Frage  stellen  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.437/2005  vom  3.  Mai  2006  E.  3.1;  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.4, A-1397/2006 
vom 19. Juli 2007 E. 2.4; Entscheid der SRK vom 24. Oktober 2002, 
veröffentlicht in ASA 73 S. 233 E. 2c.aa). Zweitens kann selbst eine 
formell  einwandfreie Buchführung die Durchführung einer Schätzung 
erfordern,  wenn  die  ausgewiesenen  Ergebnisse  mit  dem  wirklichen 
Sachverhalt  offensichtlich  nicht  übereinstimmen.  Dies  ist  nach  der 
Rechtsprechung  der  Fall,  wenn  die  in  den  Büchern  enthaltenen 
Geschäftsergebnisse  von  den  von  der  Steuerverwaltung  erhobenen 
branchenspezifischen  Erfahrungszahlen  wesentlich  abweichen, 
vorausgesetzt  der  Steuerpflichtige  ist  nicht  in  der  Lage,  allfällige 
besondere  Umstände,  auf  Grund  welcher  diese  Abweichung  erklärt 
werden  kann,  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen 
(Urteile  des  Bundesverwaltunsgerichts  A-1406/2006  vom  30. Januar 
2008 E. 2.3, A-5712/2007 vom 17. Januar 2008 E. 2.6; Entscheid der 
SRK  vom  3. Dezember 2003,  veröffentlicht  in  VPB  68.73  E. 2b  mit 
weiteren  Hinweisen).  Für  das  Vorliegen  der  Voraussetzungen  zur 
Vornahme  einer  Ermessenseinschätzung  ist  nach  den  allgemeinen 
Regeln  die  ESTV  beweisbelastet  (vgl.  BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O., 
S. 454;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1527/2006  vom 
6. März  2008  E.  2.4,  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008  E.  2.4, 
A-1454/2006 vom 26. September 2007 E. 2.5).

3.2 Sind die Voraussetzungen für  eine  Ermessenstaxation  erfüllt,  ist 
die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach 
pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen.  Die  Fälle,  in  denen  die 
Steuerpflichtigen  ihre  Mitwirkungspflichten  nicht  wahrnehmen  und 
keine,  unvollständige  oder  ungenügende  Aufzeichnungen  über  ihre 
Umsätze  führen,  dürfen  keine  Steuerausfälle  zur  Folge  haben 

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(Kommentar  EFD  zu  Art.  48  MWSTV;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2).

3.3 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich bei der Überprüfung 
von zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagungen eine gewisse 
Zurückhaltung  und  führt  so  die  gefestigte  diesbezügliche  Recht-
sprechung der SRK weiter. Diese Praxis wurde am 22. November 2007 
höchstrichterlich  bestätigt  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_426/2007 
vom 22. November 2007 E. 4.3). Ob indessen die Voraussetzungen für 
die  Vornahme einer  Ermessensveranlagung  gegeben  sind,  überprüft 
das  Bundesverwaltungsgericht  uneingeschränkt  (Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1636/2006 und A-1637/2006 vom 2. Juli 
2008 E. 2.5, A-1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 1.3, A-1516/2006 
vom 5. Dezember 2007 E. 1.2; Entscheide der SRK vom 10. Mai 2005 
[SRK  2004-023]  E. 1b,  vom  24. Oktober  2005,  veröffentlicht  in 
VPB 70.41 E. 2d/cc mit weiteren Hinweisen).

4.

4.1 Im vorliegenden Fall wies das Kassakonto der Beschwerdeführerin 
in  den  vorliegend  relevanten  Jahren  mehrfach  Minussaldi  auf  (am 
18. und 20. Mai, 6. und 9. August 1999, 28. und 29. März, 1., 4., 5. und 
7.  April,  12.  Mai  und  13.  Juni  2000).  Dabei  handelte  es  sich  um 
Negativsaldi  am Tagesende  und nicht  um sog. „unechte  Minussaldi“ 
während des Tages, wie die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Einsprache 
vom  14.  Juli  2003  behauptete.  Ein  Negativsaldo  in  einer  Kasse  ist 
definitionsgemäss  nicht  möglich  und  bildet  ein  gewichtiges  Indiz  für 
das  Vorhandensein  von  Geschäftsvorgängen,  die  nicht  ordnungs-
gemäss bzw. gar nicht verbucht worden sind (E. 2.2 in fine); dies muss 
insbesondere  bei  einem  bargeldintensiven  Betrieb  wie  dem 
vorliegenden  Coiffeursalon  gelten.  Die  ESTV  ging  somit  zu  Recht 
davon aus, dass die Negativsaldi auf dem Kassakonto die materielle 
Richtigkeit der vorhandenen Buchhaltungsergebnisse in Frage stellen 
(E.  3.1).  Im  Weiteren  legte  die  ESTV in  ihrem Einspracheentscheid 
vom 7. August  2006 zutreffend dar,  dass die Bruttogewinnmargen in 
den Jahren 1999 (23%) und 2000 (30%) erheblich von denjenigen der 
Jahre  2001  und  2002  (beide  39%)  abwichen,  was  ebenfalls  auf 
unverbuchte  Umsätze in  den beiden ersten Jahren schliessen lässt. 
Die  Verwaltung  war  unter  diesen  Umständen  dazu  berechtigt  und 
verpflichtet, die von der Beschwerdeführerin erzielten Umsätze durch 
pflichtgemässe Schätzung zu ermitteln (E. 3.2).

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4.2 Die  Beschwerdeführerin  legte  in  ihrer  Beschwerde  vom 
3. September  2006  dar,  dass  Fehlbuchungen  zu  den  vorliegend  in 
Frage  stehenden  Minussaldi  auf  dem  Kassakonto  führten.  Im 
Einzelnen  begründete  und  belegte  sie  jeden  ausgewiesenen 
Negativsaldo  mit  dem  entsprechenden  Buchungsfehler.  Mit  einer 
Ausnahme waren es Fehlbuchungen,  die das Kassakonto  tangierten 
(insbesondere  „Doppelbuchungen“)  und  nachträglich  insoweit  falsch 
storniert  wurden,  als  die  Stornobuchung  nicht  per  Datum  der 
ursprünglichen Fehlbuchung vorgenommen wurde, sondern mit einem 
späteren Datum. Im Weiteren leistete die Beschwerdeführerin in einem 
Fall eine Zahlung von Fr. 300.-- mit  EC-Direkt,  verbuchte den Betrag 
aber  fälschlicherweise  als  Barauslage.  Aufgrund  der  Angaben  der 
Beschwerdeführerin und den eingereichten Buchungsbelegen erachtet 
das  Bundesverwaltungsgericht  den  Nachweis  als  erbracht,  dass  die 
Minussaldi  aufgrund  von  Buchungsfehlern  und  nicht  infolge 
unverbuchter  Einnahmen  resultierten.  Im  Weiteren  sind  diese  Bu-
chungsfehler bzw. die entsprechenden Verstösse gegen die formellen 
Buchhaltungsvorschriften  nicht  derart  gravierend,  dass  sie  die 
materielle  Richtigkeit  der  Buchhaltungsergebnisse  in  Frage  stellen 
(E. 3.1). Die Beschwerdeführerin legte zudem glaubhaft dar, weshalb 
die Bruttogewinne bzw. die Bruttogewinnmargen 1999 und 2000 tiefer 
waren  als  in  den  Jahren  2001  und  2002;  einerseits  sei  der  tiefere 
Bruttogewinn  mit  dem  Aufbau  des  Coiffeur-Geschäftes  verbunden 
gewesen, anderseits habe sie in den ersten Jahren grössere Einkäufe 
auch  für  die  Folgejahre  vorgenommen.  Zusammenfassend  sind  die 
Voraussetzungen für eine Ermessenseinschätzung nicht (mehr) erfüllt 
und die Ergebnisse der Buchhaltung sind anzuerkennen.

4.3 Die  Steuernachforderung  auf  der  Differenz  zwischen  dem 
ermessensweise  geschätzten  bzw.  kalkulierten  Umsatz  und  dem 
verbuchten Umsatz im Betrag von Fr. 2'416.90 (1999) und Fr. 2'253.30 
(2000)  (vgl.  Ziff.  1  der  EA  Nr.  280'798),  d.h.  von  insgesamt 
Fr. 4'670.20, ist folglich nicht gerechtfertigt. Entsprechend dem Antrag 
der ESTV ist deshalb die Beschwerde gutzuheissen.

5.

5.1 Gemäss  Art.  63  Abs.  1  VwVG sind  die  Verfahrenskosten  in  der 
Regel der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Keine Verfahrenskosten 
werden  Vorinstanzen auferlegt  (Art.  63  Abs. 2  VwVG). Nach  Art.  63 
Abs.  3  VwVG  dürfen  einer  obsiegenden  Partei  die  Kosten  des 

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Beschwerdeverfahrens auferlegt  werden,  sofern  sie diese durch Ver-
letzung von Verfahrenspflichten verursacht hat. Dies ist insbesondere 
dann der Fall, wenn der Beschwerdeführer das Beschwerdeverfahren 
durch Verletzung von Mitwirkungspflichten unnötigerweise verursacht 
hat, indem er beispielsweise Beweismittel spät eingereicht hat (Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1418/2006  vom  14.  Mai  2008 
E. 10.2,  A-1527/2006  und  A-1528/2006  vom  6.  März  2008  E.  6.2, 
A-1389/2006  vom  21.  Januar  2008  E.  7.2,  A-1344/2006  vom 
11. September 2007 E. 5.1; Entscheide der SRK vom 6. Januar 2006, 
veröffentlicht  in  VPB  70.58  E.  6b,  vom  12.  Dezember  2000,  ver-
öffentlicht in VPB 65.85 E. 7b; vgl.  MICHAEL BEUSCH/ANDRÉ MOSER/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Ausgewählte  prozessrechtliche  Fragen  im  Verfahren  vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht,  in:  Schweizerisches  Zentralblatt  für 
Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2008 S. 35).

5.2 Indem die Beschwerdeführerin erst im vorliegenden Beschwerde-
verfahren detailliert darlegte, dass die beanstandeten Negativsaldi auf 
dem  Kassakonto  aufgrund  von  Buchungsfehlern  resultierten,  ist  ihr 
eine  Pflichtverletzung  zum  Vorwurf  zu  machen.  Sie  hätte  die 
betreffenden  Angaben  bereits  anlässlich  der  Kontrolle  oder  aber  im 
Verfahren  vor  der  Vorinstanz  vorbringen  können.  Unter  diesen 
Umständen ist das von ihr vor der SRK bzw. dem Bundesverwaltungs-
gericht  angestrengte  Verfahren  als  von  ihr  unnötig  verursacht  zu 
bezeichnen.  Die  Beschwerdeführerin  wendet  dagegen  ein,  sie  habe 
erst  aufgrund  des  Einspracheentscheides  die  exakten  Daten  der 
vorgeworfenen  Minussaldi  erfahren,  weshalb  sie  erst  mit  ihrer 
Beschwerdeingabe  näher  Stellung  habe  nehmen  können. In  der  EA 
seien die vorgeworfenen Mängel nicht im Detail  aufgeführt  gewesen. 
Dieser Einwand der Beschwerdeführerin ist nicht stichhaltig. In der EA 
Nr. 280'798  führte  die  ESTV  in  Ziff.  1  auf,  weshalb  sie  eine 
kalkulatorische Umsatzermittlung vornehmen musste. Explizit  nannte 
sie als Grund für die Mangelhaftigkeit der Buchhaltung 1999 und 2000: 
„Minussaldi auf dem Konto Kasse“. Diese Angabe ist ausreichend, um 
sich dagegen zu wehren. Im Weiteren wiederholte die ESTV in ihrem 
Begleitschreiben  zum  Entscheid  vom  23.  Juni  2003,  dass  die 
Buchhaltung aufgrund von „Minussaldi auf dem Konto Kasse, obwohl 
die  Einnahmen  täglich  verbucht  worden“  seien,  mangelhaft  sei. 
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist es nicht erforderlich, 
dass  die  ESTV alle  Minussaldi  mit  Datum aufführt,  sind  diese  doch 
aus  dem  Kontoblatt  des  Kassakontos  (vgl.  Kontoblatt  Nr. 1000) 
ersichtlich. Ebenso nicht stichhaltig ist das Argument der Beschwerde-

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führerin,  ihre  Treuhänderin  habe  die  Angelegenheit  anfänglich 
bagatellisiert  und  danach  ihre  Verantwortung  nicht  wahrgenommen. 
Beauftragt  die  Beschwerdeführerin  eine  Drittperson  (Treuhänderin), 
hat  sie  für  das  Verhalten  dieser  Hilfsperson  (nach  Art. 101  des 
Obligationenrechts vom 30. März 1911 [OR, SR 220]) umfassend und 
wie  für  ihr  eigenes  einzustehen.  Auch  allfälliges  fehlerhaftes  bzw. 
schuldhaftes  Verhalten  der  Hilfsperson  ist  der  Beschwerdeführerin 
anzurechnen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1680/2006 vom 
26. November 2007 E. 3.2.1; BGE 114 Ib 67 E. 2c-e mit  Hinweisen, 
107  Ia  168  E.  2).  Die  Handlungen  bzw. das  Unterlassen  der  Treu-
händerin  sind  der  Beschwerdeführerin  somit  vollumfänglich  zuzu-
rechnen. Aus deren Beauftragung kann sie deshalb für das vorliegen-
de Verfahren nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Verfahrenskosten, 
die  auf  Fr.  600.--  festgesetzt  werden  (Art.  4  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]),  sind  somit  der 
Beschwerdeführerin  aufzuerlegen.  Eine  Parteientschädigung  ist  aus 
denselben Gründen und weil die Beschwerdeführerin im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren  ohnehin  nicht  durch  einen  Anwalt  oder  einen 
anderen  berufsmässigen  Vertreter  vertreten  ist,  nicht  zuzusprechen 
(Art. 8 und 9 Abs. 1 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.-- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

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Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Pascal Mollard Jürg Steiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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