# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6230ae31-96c1-5c59-8efd-e5f3cfa289cb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.05.2020 200 2019 539
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-539_2020-05-08.pdf

## Full Text

200 19 539 IV
SCP/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Mai 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Juni 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 20. Mai 2014 unter Hinweis auf eine ge-
ringe Belastbarkeit, blockierende Versagensängste, Überforderung, 
Schlafstörungen unter Druck, Konzentrations- und Antriebsprobleme, Ver-
zweiflung, depressive Symptomatik mit Freud- und Motivationslosigkeit und 
teils Suizidgedanken bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. 
II] 1). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärun-
gen vor (act. II 7 - 9, 16 f., 53, 60) und gewährte sowohl ein Belastbarkeits- 
als auch ein Aufbautraining (act. II 30, 39, 41, 44). Am 24. November 2016 
schloss sie die berufliche Eingliederung ab, da die Wiedereingliederung in 
den ersten Arbeitsmarkt zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich erscheine 
(act. II 64). Es erfolgten zudem eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. 
med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Expertise 
vom 12. September 2017 [act. II 86.1] sowie ergänzende Stellungnahmen 
vom 8. November 2017 [act. II 89] und 2. Januar 2018 [act. II 99]) und eine 
neuropsychologische Untersuchung durch Dr. phil. D.________, Fachpsy-
chologe für Neuropsychologie FSP, vom Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) der IVB (Bericht vom 31. Januar 2018 [act. II 101]). Nachdem der 
RAD das Gutachten von Dr. med. C.________ vom 12. September 2017 
(act. II 86.1) als nicht schlüssig und nicht nachvollziehbar eingestuft hatte 
(act. II 106), veranlasste die IVB eine erneute psychiatrische Begutachtung, 
diesmal durch Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie (Expertise vom 13. November 2018 [act. II 141.1] sowie ergän-
zende Stellungnahme vom 29. November 2019 [act. II 143]). 
Zwischenzeitlich war dem Versicherten – nachdem er erneut um berufliche 
Wiedereingliederung ersucht hatte (act. II 112) – ein Belastbarkeitstraining 
gewährt worden (act. II 121, 130), welches vorzeitig gestoppt worden war 
(act. II 129). Am 20. Februar 2019 erfolgte der Abschluss der beruflichen 
Massnahmen (act. II 151). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
und der Einholung einer Stellungnahme des RAD (act. II 152, 157, 162) 

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verneinte die IVB mit Verfügung vom 11. Juni 2019 (act. II 165) bei einem 
Invaliditätsgrad von 16 % den Anspruch auf eine Rente. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 5. Juli 2019 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihm ab dem 1. 
November 2014 eine Dreiviertelsrente zu entrichten. Eventualiter sei die 
Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. Es sei ihm für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2019 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Der Instruktionsrichter leitete mit Schreiben vom 4. Dezember 2019 bei der 
ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, der F.________, zur 
damaligen Arbeitsleistung des Beschwerdeführers Abklärungen ein, wobei 
das vollständige Personaldossier eingefordert und verschiedene Fragen 
zur Beantwortung unterbreitet wurden. Die entsprechenden Unterlagen und 
Angaben gingen am 23. Januar 2020 beim Gericht ein. Diese sowie das 
Schreiben des Instruktionsrichters vom 4. Dezember 2019 wurden den Par-
teien und die Beschwerdeantwort dem Beschwerdeführer mit prozesslei-
tender Verfügung vom 24. Januar 2020 zugestellt. Gleichzeitig hiess der 
Instruktionsrichter das Gesuch um Gewährung des Rechts zur unentgeltli-
chen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als 
amtlicher Anwalt gut. Den Parteien wurde zudem Gelegenheit zur Einrei-
chung von Schlussbemerkungen gegeben.

Mit Schlussbemerkungen vom 21. Februar 2020 hält die Beschwerdegeg-
nerin am Antrag auf Beschwerdeabweisung fest.

Der Beschwerdeführer bestätigt mit Schlussbemerkungen vom 23. März 
2020 die beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren. Gleichzeitig reicht 
er einen Bericht der behandelnden Psychologin lic. phil. G.________, 

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Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, vom 16. März 2020 und eine 
Stellungnahme der Mutter des Beschwerdeführers vom 25. Februar 2020 
ein (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 11 f.). Die Schlussbemerkungen 
des Beschwerdeführers samt Beilagen wurden der Beschwerdegegnerin 
mit prozessleitender Verfügung vom 8. April 2020 zugestellt mit der Mög-
lichkeit zur Stellungnahme bis zum 30. April 2020, wovon die Beschwerde-
gegnerin keinen Gebrauch machte. Gleichzeitig stellte der Instruktions-
richter fest, es werde kein weiteres Beweisverfahren durchgeführt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 11. Juni 2019 (act. II 165). Strei-
tig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-

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scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).

2.3 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindi-
katoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-

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sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte 
Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.6 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im Bericht der psychiatrischen Dienste H.________ vom 13. Okto-
ber 2016 (act. II 60) im Zusammenhang mit der teilstationären Behandlung 
vom 9. Juni bis 16. September 2016 wurden die folgenden Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt:

 F84.5 Asperger-Syndrom
 F33.4 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert
 F40.1 Panikstörung mit Agoraphobie, gegenwärtig remittiert

Es wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei in den psychiatrischen 
Diensten H.________ von der Psychologin lic. phil. I.________, Fachpsy-
chologin für Psychotherapie FSP, und Dr. med. J.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Praktische Ärztin, zur Tagestruktu-
rierung, Ressourcenaktivierung, Stressbewältigung sowie zum sozialen 
Training und zur besseren Emotionsregulation zugewiesen worden. Der 
aktuelle ambulante Versorgungsrahmen sei nicht mehr ausreichend gewe-
sen (wöchentliche Psychotherapie-Termine und Besuche durch Psychia-
trie-Spitex sowie wöchentliches Gruppentraining für soziale Kompetenzen). 
Zur Anamnese wurde festgehalten, der Beschwerdeführer habe bei Auf-
nahme berichtet, dass es ihm seit Februar 2016 wieder psychisch schlech-
ter gehe. Er habe Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, sich Sachen zu 
merken. Der Tag-Nacht-Rhythmus habe sich verschoben, seitdem er die 
Arbeit aufgegeben habe. Er sei häufig nervös und unruhig; die Stimmung 
sei seit der Erhöhung von Venlafaxin auf 300 mg/die besser. Er leide im 
Moment sehr stark unter Ängsten und wünsche sich, diese überwinden zu 
können. Er habe sich stark zurückgezogen und traue sich nur noch selten 
nach draussen. Seit dem Austritt aus der Klinik K.________ leide er an 
einer Panikstörung. Er sei auch stark lärmempfindlich, könne Geräusche 
und Stimmen um sich herum schlecht ertragen. Er schütze sich dagegen 
mit speziell abschirmenden Kopfhörern, über die er Musik höre, wenn er 
draussen unterwegs sei. Die letzte Panikattacke sei im Februar 2016 in der 
... der Abklärungsstelle L.________ aufgetreten. Er habe sich schnell 
zurückziehen können, so dass es nicht zu einer vollen Ausprägung der 

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Panikattacke gekommen sei. Weitere Panikattacken könne der Beschwer-
deführer im Gespräch nicht nennen und beschreiben. Die behandelnden 
Ärzte attestierten vom 9. Juni bis 30. September 2016 eine 100 %-ige Ar-
beitsunfähigkeit. Sie gaben an, am 16. September 2016 habe der Be-
schwerdeführer in stabilisiertem Zustand wieder in die ambulante 
Betreuung entlassen werden können. Insgesamt habe er bei Austritt einen 
deutlich entspannteren Eindruck gemacht, habe keine aktuellen Probleme 
mehr damit gehabt, sein Zuhause zu verlassen und weiterhin keine Panik-
attacken; die Stimmung sei weitgehend stabil und nicht depressiv gewesen. 
Beim Beschwerdeführer bestünden Schwierigkeiten bei der sozialen Inter-
aktion, Bedarf an Unterstützung, deutlicher und angepasster Kommunikati-
on sowie Struktur. Notwendig sei möglichst wenig Personalwechsel und 
kein Anspruch an hohe Flexibilität. Die Leistung könne im Rahmen der Au-
tismus-Spektrum-Störung eingeschränkt sein, wenn der soziale Kontext zu 
belastend werde (mehrere unterschiedliche Ansprechpersonen/Vorgesetze, 
grosses Arbeitsteam, unstrukturierte/undeutliche Arbeitsanweisungen). Das 
Ausmass sei leicht bis mittelgradig. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit 
sei 30 % ab sofort und progressiv steigend auf 50 % möglich. Durch eine 
ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit Ausrich-
tung auf die Besonderheiten bezüglich Autismus-Spektrum könne die sozi-
ale Kompetenz verbessert werden. Die Arbeitsfähigkeit werde dadurch 
unterstützt, ermöglicht und erhalten. Es sei längerfristig von einer Arbeits-
fähigkeit von 60 - 80 % auszugehen.

3.2 Im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. C.________ vom 12. 
September 2017 (act. II 86.1) wurde die folgende Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 86.1/9):

 Störung aus dem Autismus-Spektrum (ICD-10 F84.5)

Dr. med. C.________ gab an, ein Suchtleiden liege nicht vor. Der Be-
schwerdeführer habe einige Zeit übermässig Alkohol konsumiert, um eine 
innere Spannung und Schlafstörungen anzugehen, eine eigentliche Ab-
hängigkeit sei allerdings dadurch nicht entstanden. Von ihm werde bestrit-
ten, dass er je Opiate konsumiert habe. Der Beschwerdeführer weise eine 
auffällige Persönlichkeitsstruktur auf und sei nicht in der Lage, dauerhafte 
und feste Beziehungen einzugehen, er benötige die Mithilfe seiner Umge-

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bung und eine verständnisvolle Umgebung, er habe Mühe, sich an neue 
Situationen anzupassen. Der Beschwerdeführer sei teilweise nur ungenü-
gend in der Lage auf seine Ressourcen zurückzugreifen, insbesondere, 
wenn er in eine innere Anspannung gerate und depressiv werde. Es seien 
berufliche Massnahmen durchgeführt worden, wo sich gezeigt habe, dass 
der Beschwerdeführer nur vermindert belastbar sei. Es gelinge ihm nicht, 
einer vollen beruflichen Tätigkeit nachzugehen, wenn er sich noch um den 
eigenen Haushalt und die eigenen privaten Belange kümmern müsse. Es 
könnten daher die bisherigen Erfahrungen durch die Arbeitsabklärung 
durchaus nachvollzogen werden (act. II 86.1/8). Zur Arbeitsfähigkeit in der 
bisherigen Tätigkeit gab Dr. med. C.________ an, aufgrund der bisherigen 
Erfahrungen sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht in 
der Lage sei, eine dauerhafte volle Leistung zu erbringen. Sobald er sich 
auch um eigene private Belange kümmern müsse, benötige er entspre-
chend einen Freiraum. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die bishe-
rige Tätigkeit als ... ohne Übernahme von Verantwortung, wobei auch eine 
klare Arbeitsstruktur vorhanden sein müsste, auch ein verständnisvoller 
Vorgesetzter und nicht ein dauernder Wechsel im zwischenmenschlichen 
Bereich, mit 50 %-iger Leistung möglich sei. Diese Beeinträchtigung der 
Leistungsfähigkeit bestehe schon seit Jahren, mindestens seit Aufnahme 
der psychologischen Therapie im März 2014 (act. II 86.1/11). Zur Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit hielt Dr. med. C.________ fest, es 
sei nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer eine angepasste Tätig-
keit in einem höheren Umfang verrichten könnte, weswegen die oben an-
gegebenen Profile berücksichtigt werden müssten (act. II 86.1/11).

3.3 Auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin vom 
25. September 2017 (act. II 87) führte der Gutachter Dr. med. C.________ 
in der Stellungnahme vom 8. November 2017 (act. II 89) aus, die Abklärun-
gen, die bisher durchgeführt worden seien, hätten deutlich aufgezeigt, dass 
der Beschwerdeführer auf besondere Umgebungsfaktoren bezüglich einer 
Arbeitsstelle angewiesen sei, wo auf seine Besonderheiten Rücksicht ge-
nommen werden könne. Falls eine derartige Stelle in der freien Wirtschaft 
zu finden sei, könnte er auch in der freien Wirtschaft zu 50 % arbeitsfähig 
sein. Es sei ja auch damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer teilweise 
bei der Regelung seiner privaten Belange wieder mehr Energie benötige 

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und dadurch Mühe habe, sich genügend auf eine Arbeit zu fokussieren und 
deswegen die Leistung bei einer Arbeit nachlassen könne.

3.4 Auf eine weitere Nachfrage der Beschwerdegegnerin vom 1. De-
zember 2017 (act. II 96) gab Dr. med. C.________ in der Stellungnahme 
vom 2. Januar 2018 (act. II 99) an, die Erfahrung beim Beschwerdeführer 
habe deutlich aufgezeigt, dass er schnell in eine Überforderungssituation 
gerate und dann mit depressiven Verstimmungen reagiere. Auf die Res-
sourcen, die sicher vorhanden seien, könne er aber aufgrund der Störung 
nur beschränkt zugreifen. Aufgrund der vorhandenen Erfahrungen sei des-
halb angenommen worden, dass unter optimalen Voraussetzungen eine 
50 %-ige Arbeitsfähigkeit realisierbar sei. Die Voraussetzungen für eine 
ideale Tätigkeit wären, dass er einen verständnisvollen Vorgesetzten oder 
eine verständnisvolle Arbeitsumgebung aufweise, ohne wechselhafte zwi-
schenmenschliche Kontakte und wenn er eher gleichförmige Tätigkeiten 
durchführen könnte. Wechselnde Termine, Arbeitsabläufe oder Umge-
bungsfaktoren führten zu einer massiven Verunsicherung und seien des-
halb zu vermeiden. Er sei nicht genügend in der Lage, selbstständig 
Aufgaben zu planen und sich eine eigene Struktur zu geben, er sei nicht 
flexibel und umstellfähig. Er sei nur bedingt in der Lage, ein eigenes Urteil 
zu bilden und Entscheide zu fällen durch eine massive Verunsicherung, 
weswegen die Arbeitsprozesse klar gegliedert sein müssten. Inwieweit die 
oben genannten Voraussetzungen in der freien Wirtschaft vorzufinden sei-
en, könne der Untersucher nicht beurteilen. 

3.5 Der Neuropsychologe Dr. phil. D.________ des RAD führte im neu-
ropsychologischen Untersuchungsbericht vom 31. Januar 2018 (act. II 101) 
die folgende Diagnose auf (act. II 101/11):

 Autismus-Spektrum-Störung mit normgerechtem kognitivem Leistungsprofil 
und durchschnittlicher Intelligenz

Dr. phil. D.________ hielt fest (act. II 101/10), der Ausprägungsgrad der 
Autismus-Spektrum-Störung (ASS) könne insgesamt als moderat gelten. 
Unter Vorbehalt der durch die Autismus-Spektrum-Störung a priori gegebe-
nen Eigenheiten der kognitiven Verarbeitung wie erhöhte Geräuschemp-
findlichkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten bei subjektiv uninteressan-

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ten Tätigkeiten manifestierten sich in der neuropsychologischen Untersu-
chung auf Testebene keine zusätzlichen Dysfunktionen einzelner kognitiver 
Funktionen. Der Beschwerdeführer verfüge über ein normgerechtes kogni-
tives Leistungsprofil und eine durchschnittliche Intelligenz. Dieses Ergebnis 
sei gut mit seiner Bildungsbiografie vereinbar, welche einen Sekundar-
schulabschluss und eine erfolgreiche Ausbildung zum ... EFZ aufweise. 
Allein ausgehend von der kognitiven und intellektuellen Leistungsfähigkeit 
könne beim Beschwerdeführer in Bezug auf das Anforderungs- bzw. Zu-
mutbarkeitsprofils von einem regulären Sekundarschulniveau ausgegangen 
werden. Für die sich aus der ASS ergebenden Konsequenzen auf Anforde-
rungs- und Zumutbarkeitsprofil werde auf das psychiatrische Gutachten 
von Dr. med. C.________ verwiesen. 

3.6 Im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. E.________ vom 13. 
November 2018 (act. II 141.1) wurden die folgenden Diagnosen angegeben 
(act. II 141.1/16):

Autismus-Spektrum-Störung (Asperger-Syndrom, ICD-10 F84.5)
 mit akzentuierten (narzisstisch, schizoid, ängstlich/vermeidend, übergenau, 

selbstunsicher) Persönlichkeitszügen (Z73.1)
 mit anamnestisch dysfunktionalem Gebrauch von Alkohol (Z72.0)
 mit rezidivierenden depressiven Störung (ggw. remittiert, F33.4)

Der Gutachter hielt fest (act. II 141.1/22), im Vordergrund stehe ein neuras-
thenisches Syndrom mit weit überwiegend im Subjektiven verbleibenden 
Beschwerden, soweit sie über die Symptome der Autismus-Spektrum-
Störung hinausgingen. Objektivierbare psychopathologische Befunde seien 
anlässlich der aktuellen Untersuchung am 25. Oktober 2018 (übereinstim-
mend mit den Akten, insbesondere den Befunden im Gutachten vom 
12. September 2017 von Dr. med. C.________ und im Bericht vom 31. 
Januar 2018 von Dr. phil. D.________) gar nicht bis gering ausgeprägt. Dr. 
med. E.________ gab weiter an (act. II 141.1/28 ff.), in der zuletzt aus-
geübten Tätigkeit könne der Beschwerdeführer ganztags anwesend sein, 
dabei bestehe eine Einschränkung der Leistung. Eine Einschränkung der 
Leistung als ... von 30 % (von 100 %) sei aufgrund eines vermehrten Be-
treuungsaufwands bei Defiziten in den Bereichen Selbstbehauptungsfähig-
keit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppenfähigkeit und Flexibilität/Um-
stellungsfähigkeit anzunehmen. Im Fall des Beschwerdeführers sei ab 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 13

Geburt von einer Autismus-Spektrum-Störung auszugehen. Trotz dieser 
Autismus-Spektrum-Störung sei es dem Beschwerdeführer gelungen, ohne 
spezifische Förderung einen regulären Schulabschluss und eine Berufs-
ausbildung erfolgreich abzuschliessen. Er sei bis 2014 auch mit einem 
100 % Arbeitspensum auf seinem Beruf tätig. Mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit sei davon auszugehen, dass in diesem Zeitraum die interak-
tionellen Defizite toleriert worden seien. Aufgrund spezifischer beruflicher 
Belastung (d.h. verminderter Unterstützung) sei es ab 05/2014 zu einem 
reaktiven phobisch-depressiven Syndrom und einer dadurch begründeten 
Arbeitsunfähigkeit gekommen. Von der im vorliegenden Gutachten erläuter-
ten Einschätzung sei schliesslich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab 
10/2016 auszugehen. Der status quo ante sei für eine angepasste Tätigkeit 
wieder erreicht worden. Die hierzu im Widerspruch stehende Beurteilung im 
Gutachten vom 12. September 2017 von Dr. med. C.________ könne aus 
versicherungspsychiatrischer Sicht nicht bestätigt werden. Bei einem weit-
gehend vergleichbaren Sachverhalt wie aktuell (inkl. geringer objektiver 
psychopathologischer Befunde) begründe Dr. med. C.________ die weiter-
gehende Minderung der Arbeitsfähigkeit mit u.a. der Notwendigkeit eines 
"Freiraums für eigene private Belange", was sich nicht krankheitsbedingt 
erklären lasse. Eine der Behinderung optimal angepasste Tätigkeit sollte 
die interaktionellen Defizite tolerieren. Der Beschwerdeführer profitiere u.a. 
von einer Unterstützung durch verständnisvolle Vorgesetzte, einem kleinen 
Team, eindeutigen Aussagen, konstanten zwischenmenschlichen Kontak-
ten, strukturieten Arbeitsabläufen, Aufgaben mit geringer Verantwortung 
und klaren, stringenten Anweisungen. Eine solche Tätigkeit sei ganztags 
ohne Einschränkung der Leistung möglich. Es bestehe diesbezüglich eine 
100  %-ige Arbeitsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz (vgl. berufliche Leis-
tungsfähigkeit bis 2013 bzw. 05/2014). 

3.7 Auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin vom 
22. November 2018 (act. II 142) verneinte der Gutachter Dr. med. 
E.________ mit Stellungnahme vom 29. November 2018 (act. II 143) die 
Frage, ob sich unter Einbezug der Erkenntnisse aus der letzten beruflichen 
Massnahme (Bericht der Klinik M.________ vom 7. September 2018 [act. II 
130] zur beruflichen Abklärung vom 2. August bis 6. September 2018) Än-
derungen an der Beurteilung im Gutachten gemäss Ziffer 8.1 und 8.2 ergä-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 14

ben. Zur Begründung führte er aus, der Sachverhalt der im Bericht geschil-
derten beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers sei bei der Erstellung 
des Gutachtens bekannt gewesen (vgl. act. II 141.1/12). Auch die diesbe-
zügliche Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers am 25. Oktober 2018 
werde im Bericht bestätigt (vgl. act. II 141.1/10). Die Autorinnen des Be-
richts würden mit beispielsweise der Abstinenz vom Arbeitsmarkt, den per-
sönlichen Berufswünschen des Beschwerdeführers, seinen privaten 
Terminen und Verpflichtungen ebenso wie bereits Dr. med. C.________ in 
seinem Gutachten vom 12. September 2017 soziale, nicht krankheitsbe-
dingte Faktoren nennen, die die medizinisch zumutbare Willensanstren-
gung zur Bewältigung der (krankheitsbedingten) Defizite und die flexible 
Orientierung des Beschwerdeführers am Arbeitsmarkt behinderten. Auch 
dies werde im Gutachten gewürdigt (vgl. act. II 141.1/30). Auch darüber 
hinaus würden im Bericht keine weiteren aus versicherungspsychiatrischer 
Sicht relevanten, allfällig neuen Informationen dokumentiert. Insbesondere 
würden keine objektiven psychopathologischen Befunde beschrieben. Auch 
in diesem Bericht stehe ein neurasthenisches Syndrom mit weit überwie-
gend im Subjektiven verbleibenden Beschwerden (beispielsweise Kopf-
schmerz, Schwindel, Übelkeit, rasche Erschöpfung, Konzentrationsstörung) 
im Vordergrund, soweit sie über die Symptome der Autismus-Spektrum-
Störung hinausgingen (vgl. Punkt 7 im Gutachten [act. II 141.1/19 ff.]).

3.8 In der Stellungnahme vom 23. Mai 2019 (act. II 162) hielt die RAD-
Ärztin Dr. med. N.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, fest, der dokumentierte aktive Tagesablauf (12. September 2017 und 
13. November 2018) des Beschwerdeführers, seine uneingeschränkte Mo-
bilität, seine uneingeschränkte Fähigkeit zur Selbstpflege und Selbstfürsor-
ge, seine Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur Planung 
und Strukturierung von Aufgaben, seine uneingeschränkten kognitiven 
Fähigkeiten, seine Fähigkeit zu Spontanaktivitäten (ab und zu treffe er sich 
mit Kollegen, sie würden zusammen etwas trinken gehen und/oder ge-
meinsam spielen), eigene Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, seine 
Durchhaltefähigkeit, seine aktive Freizeitgestaltung und die Pflege von 
Hobbies (…) und Interessen (er habe Interesse an der Hanf-Pflanze, um 
durch eine entsprechende Fasergewinnung Kleidung herstellen zu können) 
sowie die Pflege familiärer Beziehungen (er nehme auch an festlichen An-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 15

lässen von Verwandten teil) und das darin dokumentierte Autonomieniveau 
und der Umfang seiner Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft sprächen 
zweifelsfrei gegen eine versicherungsmedizinisch relevante Erkrankung im 
psychiatrischen Fachgebiet. Aktenkundig seien vorrangig nicht IV-relevante 
Faktoren: Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, persönliche Berufs-
wünsche und individuelle Lebenskonzepte, finanzielle Sorgen, Renten-
wunsch. Die erstmals 2016 (im Alter von 32 Jahren) diagnostizierte 
Autismus-Spektrum-Störung (Asperger-Syndrom F84.5) habe allenfalls 
eine moderate Ausprägung, zumal der Beschwerdeführer regulär die Pri-
mar- und Realschule habe besuchen und abschliessen können und er in 
der Lage gewesen sei, eine vierjährige Ausbildung zum ... EFZ mit der Ge-
samtnote 4.6 erfolgreich abzuschliessen. Der Einschätzung des psychiatri-
schen Gutachters Dr. med. E.________ zur Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers in seiner bisherigen Tätigkeit (70 %) und in einer ange-
passten Tätigkeit (100 %) könne aus Sicht des RAD somit gefolgt werden, 
wobei aus Sicht des RAD in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 
zu 80 % bestehe und der Gutachter die Leistungseinschränkung sehr 
wohlwollend formuliert habe. Übereinstimmung mit dem psychiatrischen 
Gutachter bestehe des Weiteren in der Benennung nicht IV-relevanter Fak-
toren. Aktenkundig seien eine mindestens durchschnittliche Intelligenz, 
eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung, ein funktionierendes 
sozio-familiäres Netzwerk, eine gedanklich prospektive Ausrichtung des 
Beschwerdeführers und seine Fähigkeit zur gezielten Einforderung sozia-
ler/professioneller Unterstützung, die sämtlich als Schutzfaktoren vor der 
Entwicklung einer leistungsrelevanten affektiven Erkrankung gälten.

3.9 Im Bericht von Dr. med. O.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, und lic. phil. G.________, Fachpsychologin für Psychothe-
rapie FSP, vom 28. Juni 2019 (act. I 3) wurden hauptsächlich die folgenden 
Diagnosen aufgeführt:

Autismus-Spektrum-Störung im Sinne eines High Functioning Autism (HFA; F84.5) 

Komorbid:
Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (KPTBS, ICD-10: F62)
Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode (F33.1)
Panikstörung mit Agoraphobie (F40.01) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 16

Es wurde festgehalten, die beim Beschwerdeführer bestehenden markan-
ten Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion sowie der verbalen und 
non-verbalen Kommunikation führten ständig zu Verunsicherung und mas-
sivem Stress. Sein eingeschränktes Verhaltensmuster (gegenüber Unvor-
hergesehenem oder Veränderungen, intensive Beschäftigung mit 
Interessengebieten, ausgeprägtes Festhalten an Gewohnheiten) sowie die 
anhaltenden Schlafstörungen ermöglichten dem Beschwerdeführer seine 
Haushaltführung, Wohnungspflege sowie die Administration auf einem Mi-
nimum und nur mit Unterstützung Dritter zu erledigen. Bei minimalsten be-
ruflichen Anforderungen, wie sich das in der letzten Arbeitsbelastung vom 
August 2018 gezeigt habe, in Kombination mit dem traumatisierenden Er-
eignis aus der Lehrzeit, sei der Beschwerdeführer innerhalb von wenigen 
Wochen trotz Aufbietung all seiner Kräfte nicht in der Lage, seinen privaten 
Alltag und seine beruflichen Verpflichtungen aufrecht zu erhalten, und re-
agiere mit markanten psychischen Problemen (Schlafstörung, hypervigilant, 
Bruststechen, Erbrechen, Panikattacken). Aktuell habe sich die Leistungs-
fähigkeit in der Haushaltsführung, Wohnungspflege, Administration wieder 
leicht verbessert, dies jedoch nur mit regelmässiger Unterstützung von Drit-
ten. Aus fachärztlicher Sicht sei der Beschwerdeführer aktuell für den all-
gemeinen Arbeitsmarkt 100 % arbeitsunfähig. Eine niederschwellige bzw. 
angepasste Tätigkeit (20 - 50 %) wäre im Sinne einer Tagesstruktur in ei-
nem geschützten bzw. zumindest wohlwollenden Arbeitsplatz, idealerweise 
im Bereich der … , noch im Verlauf eventuell möglich und sinnvoll.

3.10 Im Bericht vom 16. März 2020 (act. I 11) führte lic. phil. G.________ 
aus, in Bezug auf das aktuelle Funktionsniveau sei festzustellen, dass der 
Beschwerdeführer mit Hilfe von familiären (Eltern) und ausserfamiliären 
Strukturen (Sozialamt) es an guten Tagen schaffe, den Alltag (Selbstpflege, 
Kochen, Einkaufen) zu bewältigen. Wenig gelinge ihm die Priorisierung und 
Organisation der Administration. Die Administration erledige grösstenteils 
das Sozialamt oder die Eltern. Immer wieder sei er durch die täglichen 
Herausforderungen bereits sehr gestresst und es bleibe kaum Energie über 
seine beruflichen Perspektiven nachzudenken. Zusammenfassend zeige 
sich im therapeutischen Verlauf seit 2017, dass der Beschwerdeführer über 
Einschränkungen in den ASS Symptomen der Sozialkommunikation und in 
der Beeinträchtigung der Aktivitäten/Interessen verfüge. Als genetisch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 17

psychologische Vulnerabilität zeigten sich sensorische Besonderheiten 
sowie Schwierigkeiten in den exekutiven Funktionen (Priorisierung und 
Organisation in Haushalt und Administration). Festzustellen seien zudem 
markante Schwierigkeiten in der Emotionsregulation (frühere Berichte be-
legten eine Einweisung und die Klinik K.________ wegen Panik- und 
Angstattacken). Dies führe trotz modulierender Faktoren wie die durch-
schnittliche Intelligenz und einem Abschluss als ... beim Beschwerdeführer 
zur sozialen Ausgrenzung/lsolation und zu chronischem Stress, der sich 
mittlerweile in zusätzlich komorbiden Störungen, anfänglich im schädlichen 
Gebrauch von Alkohol, dann in Depression und Angstzuständen gezeigt 
habe. 

4.

4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 18

dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Das Gutachten von Dr. med. E.________ vom 13. November 2018 
(act. II 141.1) erweist sich als voll beweiskräftig, da es die an den Beweis-
wert einer medizinischen Expertise gestellten Anforderungen erfüllt. Es ist 
für die streitigen Belange umfassend, beruht auf den notwendigen 
Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis 
der Vorakten abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen 
Situation ein, setzt sich ausführlich mit den bei den Akten liegenden 
fachärztlichen Einschätzungen auseinander und ist in den 
Schlussfolgerungen überzeugend (vgl. E. 4.1 hiervor). Soweit das Vorgut-
achten von Dr. med. C.________ vom 12. September 2017 (act. II 86.1) in 
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit davon abweicht, weist Dr. med. 
E.________ mit nachvollziehbarer Begründung (vgl. act. II 141.1/30 Ziff. 
8.1 am Ende und act. II 141.1/31 f.) zutreffend darauf hin, dass auch Dr. 
med. C.________ von geringen objektiven psychopathologischen Befun-
den und einer remittierten depressiven Störung ausging (vgl. act. II 86.1/6 
und 8 f.) und einzig noch eine Störung aus dem Autismus-Spektrum dia-
gnostizierte. Was das mit Bezug auf diese Störung definierte Zumutbar-
keitsprofil angeht, stimmen die von Dr. med. C.________ für erforderlich 
gehaltenen besonderen Umgebungsfaktoren (act. II 86.1/11: ohne Verant-
wortung, klare Arbeitsstruktur, verständnisvolle Vorgesetzte und nicht ein 
dauernder Wechsel im zwischenmenschlichen Bereich; vgl. auch act. II 99) 
im Wesentlichen überein mit den von Dr. med. E.________ formulierten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 19

Rahmenbedingungen (act. II 141.1/30 Ziff. 8.2). Dass diese Anforderungen 
an einen Arbeitsplatz nicht einem geschützten Arbeitsplatz entsprechen, ist 
offensichtlich. Soweit Dr. med. C.________ in zeitlicher Hinsicht nur noch 
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % annimmt (act. II 86.1/11; act. II 89, 99), ent-
spricht dies dem auf einer Selbstlimitierung (act. II 86.1/5 [Selbsteinschät-
zung der Arbeitsfähigkeit]; act. II 141.1/10 und 21 Ziff. 7.2 [es macht ihm 
keinen Spass]) gründenden Wunsch des Beschwerdeführers (vgl. dazu act. 
II 86.1/3 [subjektive Angaben] und act. II 93/1 mit Hinweis auf die Aussagen 
im Bericht der Abklärungsstelle L.______vom 25. Juni 2015 [act. II 44], wo 
der Beschwerdeführer einer Pensumssteigerung über 50 % skeptisch ge-
genüber stand), hielt doch dieser gegenüber Dr. med. C.________ fest, bei 
einem Pensum von mehr als 50 % kämen seine privaten Belange zu kurz, 
weshalb es zu Stress führe. Dabei ist festzustellen, dass die privaten Be-
lange offensichtlich im Wesentlichen im … bestehen (act. II 86.1/3 unten).

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 6 Art. 2 
Ziff. 5; Eingabe vom 23. März 2020, Ziff. 2.2) ergibt sich das Anforderungs-
profil an einen Arbeitsplatz aus dem autismus-spezifischen Zumutbar-
keitsprofil und insoweit ist mit Dr. med. E.________ davon auszugehen, 
dass die gesundheitlich bedingte zeitliche Limitierung des Leistungsvermö-
gens sich in jeder Tätigkeit, welche dem Zumutbarkeitsprofil entspricht, in 
gleicher Weise auswirkt. Dass die angestammte Tätigkeit als ..., welche 
insbesondere nicht mit derjenigen eines … zu vergleichen ist, dem Zumut-
barkeitsprofil nicht vollumfänglich entspricht und demgemäss von einer um 
30 % reduzierten Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen ist, hat Dr. 
med. E.________ mit dem vermehrten Betreuungsaufwand bei Defiziten in 
den Bereichen Selbstbehauptungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, 
Gruppenfähigkeit und Flexibilität/Umstellungsfähigkeit (vgl. dazu im Einzel-
nen act. II 141.1/25 ff.) überzeugend begründet. 

Weiter hat Dr. med. E.________ hinsichtlich der Fähigkeit zur Planung und 
Strukturierung von Aufgaben und der Selbstpflege aufgrund der hierzu un-
beeinträchtigt gebliebenen Ressourcen nachvollziehbar begründet, dass 
von einer drohenden Verwahrlosung – wie dies vom Beschwerdeführer 
geltend macht wird (Beschwerde S. 8 Art. 2 Ziff. 8; Stellungnahme vom 
23. März 2020 S. 2 Ziffer 2.3) – keine Rede sein kann (act. II 141.1/25 und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 20

27 f.) und somit der Beschwerdeführer durch die Überfürsorglichkeit der 
Mutter von solchen Tätigkeiten, welche ihm nicht Spass zu machen schei-
nen, zu Gunsten der von ihm lieber zu verrichtenden Tätigkeiten wie … 
profitiert. Soweit der Beschwerdeführer in Ziffer 2.4 der Stellungnahme vom 
23. März 2020 geltend macht, es könne keine Rede davon sein, dass er 
den Alltag strukturiert verbringe, selbst bei der Ernährungsplanung brauche 
er – wie sich aus dem Schreiben seiner Mutter vom 25. Februar 2020 (act. I 
12) ergebe – Unterstützung, so widersprechen diese Ausführungen seinen 
eigenen, gegenüber den Gutachtern gemachten Angaben zum Tagesver-
lauf. Gegenüber Dr. med. E.________ führte er diesbezüglich aus (act. II 
141.1/10), den Tag verbringe er strukturiert. Er stehe zwischen 8 und 9 Uhr 
auf und gehe um 24 Uhr zu Bett. Er trinke am Morgen Kaffee, rauche Ta-
bak und besorge seine persönliche Hygiene. Er nutze das Internet, lese 
regemässig … zum Thema .... Er koche sich Mittagessen und sehe sich im 
Internet Dokumentationen an. Dann nehme er das Nachtessen ein. Er spie-
le … oder ... . Seine Administration erledige er mit Hilfe seiner Mutter, mit 
der er wöchentlich telefoniere. Den Haushalt besorge er selbstständig. Im 
Rahmen der Begutachtung durch Dr. med. C.________ gab der Beschwer-
deführer an (act. II 86.1/3 f.), er stehe zwischen 10 und 12 Uhr auf, nehme 
die Medikamente ein, trinke einen Kaffee und rauche eine Zigarette, dann 
dusche er sich. Er beschäftige sich tagsüber hauptsächlich …, lese viel-
leicht die Mails, informiere sich über … und …. Zeitungen lese er nicht, da 
sich die Inhalte wiederholten. Er tue ansonsten nicht viel, er wohne alleine, 
mit Mühe schaffe er es die Wohnung einigermassen in Ordnung zu halten, 
wobei die Mutter immer wieder vorbeikomme. Er koche sich, meistens ähn-
liche Dinge, er esse viel Teigwaren mit Sauce oder Pizza. Er habe allge-
mein grosse Mühe mit Veränderungen. Die Küche räume er selber auf, die 
Wäsche verrichte er selber.

4.3 Der an die Beschwerdegegnerin gerichtete Vorwurf des unzulässi-
gen „Gutachtens-Shopping“ (Beschwerde S. 9 Art. 2 Ziff. 10; Stellungnah-
me vom 23. März 2020 S. 3 Ziff. 2.5) – mithin die Einholung einer 
unzulässigen second opinion (vgl. dazu Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 
330 E. 5.2 S. 339, 138 V 271 E. 1.1 S. 274) – erweist sich als haltlos. Dass 
die von Dr. med. C.________ im Gutachten vom 12. September 2017 at-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 21

testierte 50 %-ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in einer lei-
densangepassten Tätigkeit (act. II 86.1/11) nicht zu überzeugen vermochte, 
wurde bereits dargelegt (vgl. E. 4.2 hiervor). Im Übrigen wurden unmittelbar 
nach der Information über die geplante medizinische Abklärung (act. II 109) 
gegen die Begutachtung an sich durch Dr. med. E.________ keine Ein-
wendungen vorgebracht (vgl. act. II 114) und auch als der Beschwerdefüh-
rer anwaltlich vertreten war, wurde der Vorwurf der unzulässigen second 
opinion im Einwand vom 1. April 2019 (act. II 157) gegen den Vorbescheid 
vom 20. Februar 2019 (act. II 152) noch nicht geltend gemacht. Somit ist 
der Vorwurf des „Gutachtens-Shopping“ ohnehin verspätet erfolgt (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 21. Februar 2019, 9C_768/2018, E. 5.2.1). 

4.4 Hat sich die sachverständige Person bei der Einschätzung des 
Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 
orientiert und genügt ihr Gutachten den allgemeinen Anforderungen an den 
Beweiswert ärztlicher Berichte (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232), sind die 
darin formulierten Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit von den Organen 
der Rechtsanwendung grundsätzlich zu übernehmen. Eine davon 
losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des 
strukturierten Beweisverfahrens (vgl. E. 2.3 und 2.4 hiervor) soll nicht 
stattfinden (Entscheid des BGer vom 22. Oktober 2019, 9C_520/2019, E. 
7.1). Vorliegend erfüllt das Gutachten von Dr. med. E.________ die an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichtes gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 4.1 und 4.2 hiervor) und er hat sich an den normativen Vorgaben 
gemäss BGE 141 V 281 orientiert (vgl. act. II 141.1/19 - 28 Ziff. 7.1 - 7.4). 
Vor allem hat er die Anforderungen der Rechtsprechung erfüllt, wonach der 
Sachverständige substanziiert darzulegen hat, aus welchen medizinisch-
psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leis-
tungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, 
quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Insbesondere 
hat der medizinisch-psychiatrische Sachverständige darzutun, dass, inwie-
fern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-
erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar – zu Vergleichs-, 
Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken – unter Miteinbezug der sonstigen 
persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden 
Person (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 368). Auf die Einschätzung der Ar-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 22

beitsfähigkeit durch Dr. med. E.________ im Gutachten vom 13. November 
2018 (act. II 141.1) ist somit – auch unter dem Gesichtspunkt der Indikato-
renprüfung – vollumfänglich abzustellen.

5.

Es ist die Invaliditätsbemessung vorzunehmen:

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2).

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy-
pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und 
allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 
129 V 222).

5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 23

lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. 
Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mit-
berücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele-
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 
I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des EVG vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 
1.2).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurtei-
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 24

Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

5.3

5.3.1 Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte am 20. Mai 2014 (act. 
II 1) und der Beschwerdeführer ist seit dem 27. Mai 2014 dauerhaft in sei-
ner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (act. II 16/4). In Anwendung von Art. 29 
Abs. 1 und Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. E. 2.5 hiervor) fällt der frühestmög-
liche Rentenbeginn somit auf Mai 2015. Vom 15. Dezember 2014 bis 
14. Juni 2015 absolvierte der Beschwerdeführer jedoch berufliche Mass-
nahmen und bezog Taggelder der Invalidenversicherung (act. II 30, 32, 35, 
39, 41, 44), so dass ein allfälliger Rentenanspruch während des Taggeld-
bezuges gestützt auf Art. 29 Abs. 2 IVG nicht entstehen könnte (vgl. E. 2.5 
hiervor). Im Anschluss an die beruflichen Massnahmen war der Beschwer-
deführer bei der Abklärungsstelle L.________ in ... im geschützten Rahmen 
im … unbefristet angestellt, wobei er vom 15. Juni 2015 in einem 50 %-
Pensum und ab dem 1. Januar 2016 bis zur Auflösung des Arbeitsverhält-
nisses per 8. März 2016 in einem 40 %-Pensum tätig war; die Anstellung 
wurde aufgrund einer Zustandsverschlechterung aufgelöst (Protokoll der 
Beschwerdegegnerin per 26. Juli 2019 [im Gerichtsdossier], S. 13, Eintrag 
vom 17. Mai 2018). Im weiteren Verlauf wurde der Beschwerdeführer vom 
9. Juni bis 16. September 2016 teilstationär in den psychiatrischen Diens-
ten H.________ behandelt (act. II 60). Laut dem voll beweiskräftigen und 
hier massgebenden Gutachten von Dr. med. E.________ vom 13. Novem-
ber 2018 (act. II 141.1) ist ab Oktober 2016 in der bisherigen Tätigkeit als 
... von einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz und in ei-
ner leidesangepassten Tätigkeit von einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit bei 
ganztägiger Präsenz auszugehen (act. II 141.1/28 ff.). Soweit Dr. med. 
E.________ angibt (act. II 141.1/29 und 31), für die Zeiten teilstationärer 
Hospitalisationen (vom 11. August bis 24. Oktober 2014 und 9. Juni bis 16. 
September 2016) könne bei einer wohlwollenden Grundhaltung aus forma-
len Gründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angenommen werden, ist 
festzuhalten, dass eine teilstationäre Behandlung noch nicht den Schluss 
zulässt, dass eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit besteht. Vielmehr ist ent-
scheidend, aus welchem Grund die teilstationäre Behandlung erfolgte. Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 25

liegend wurde der Beschwerdeführer von lic. phil. I.________ und Dr. med. 
J.________ zur Tagesstrukturierung, Ressourcenaktivierung, Stressbewäl-
tigung und zum sozialen Training sowie zur besseren Emotionsregulation in 
die psychiatrischen Dienste H.________ (act. II 60/1 f.), folglich zur Sozial-
rehabilitation und nicht aufgrund einer wesentlichen Zustandsverschlechte-
rung zugewiesen. Der Beschwerdeführer erwähnte denn auch eine letzte 
Panikattacke im Februar 2016, bei welcher er sich schnell habe zurückzie-
hen können, so dass es nicht zu einer vollen Ausprägung der Panikattacke 
gekommen sei; weitere Panikattacken habe er im Gespräch nicht nennen 
und beschreiben können (act. II 60/2). Im Bericht der psychiatrischen 
Dienste H.________ vom 13. Oktober 2016 (act. II 60) und im Gutachten 
von Dr. med. E.________ vom 13. November 2018 (act. II 141.1) wird im 
Wesentlichen der gleiche Gesundheitszustand beschrieben, so dass für die 
Zeit der teilstationären Behandlung in den psychiatrischen Diensten 
H.________ nicht von einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen 
werden kann. Vielmehr hat die Einschätzung von Dr. med. E.________ 
auch für die teilstationäre Behandlung in den psychiatrischen Diensten 
H.________ vom 9. Juni bis 16. September 2016 Gültigkeit wie auch für die 
Zeit der Tätigkeit im geschützten Rahmen in der Abklärungsstelle 
L.________ von Juni 2015 bis März 2016, da auch damals im Wesentli-
chen der gleiche Gesundheitszustand vorlag. Da in diesem Zusammen-
hang von weiteren Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten 
sind, kann in antizipierter Beweiswürdigung auf solche verzichtet werden 
(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 
162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Somit ist ab dem frühestmöglichen 
Rentenbeginn ab Juni 2015 unverändert bis zum Verfügungserlass am 11. 
Juni 2019 (act. II 165) von der gemäss dem Gutachten von Dr. med. 
E.________ vom 13. November 2018 (act. II 141.1) attestierten Arbeits-
fähigkeit auszugehen. Der Einkommensvergleich ist somit per Juni 2015 
vorzunehmen.

5.3.2 Das Valideneinkommen ist anhand statistischer Daten zu ermitteln, 
da der Beschwerdeführer die letzte Anstellung von längerer Dauer (vgl. act. 
II 141.1/12) bei der F.________ auch ohne gesundheitliche Einschränkung 
nicht mehr inne hätte (vgl. Stellungnahme der F.________ vom 21. Januar 
2020 [im Gerichtsdossier]; vgl. SVR 2009 IV Nr. 58 S. 182 E. 2.3). Auszu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 26

gehen ist dabei von den LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 62 - 
63, Informationstechnologie u. Informationsdienstl., Männer, Kompetenzni-
veau 2, im Betrag von monatlich Fr. 6‘581.-- bzw. Fr. 78‘972.-- jährlich. An-
gepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2014 im 
Abschnitt Ziff. 62 - 63, Informationstechnologische und Informationsdienstl. 
von 41.2 Stunden resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 81‘341.15 (Fr. 
78‘792.-- : 40 h x 41.2 h). Die Indexierung auf das Jahr 2015 ergibt betrag-
lich keine Änderung, da im Wirtschaftszweig Ziff. 58 - 63, Information und 
Kommunikation, sowohl im Jahr 2014 als auch im Jahr 2015 104.5 Index-
punkte massgebend waren (Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 
2011 - 2017). 

5.3.3 Auch das Invalideneinkommen ist anhand statistischer Daten zu 
bestimmen, da der Beschwerdeführer trotz der gesundheitlichen Beein-
trächtigung keine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit ausübt (vgl. E. 5.2.2 
hiervor). Abzustellen ist dabei auf die LSE 2014, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Total, Männer; die Beschwerdegegnerin ging vom 
Kompetenzniveau 1 aus, was mit Blick auf die Ausbildung und berufliche 
Erfahrung des Beschwerdeführers eher wohlwollend ist. Massgebend ist 
anhand der LSE 2014 bei diesem Vorgehen ein Betrag von Fr. 5‘312.-- 
monatlich bzw. Fr. 63‘744.-- jährlich. Angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2014 von 41.7 Stunden 
resultiert ein Betrag von Fr. 66‘453.10 (Fr. 63‘744.-- : 40 h x 41.7 h). Die 
Indexierung auf das Jahr 2015 ergibt einen Betrag von Fr. 66‘646.25 (Ta-
belle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2017, Total, Index Jahr 
2014: 103.2 Punkte, Index Jahr 2015: 103.5 Punkte). Selbst wenn dem 
Beschwerdeführer – wie in der Beschwerde S. 9 Art. 2 Ziff. 11 verlangt wird 
– ein leidensbedingter Abzug (vgl. E. 5.2.2 hiervor) von 15 % gewährt wür-
de, ergäbe die Invaliditätsbemessung mit dem diesfalls resultierenden Inva-
lideneinkommen von Fr. 56‘649.30 (Fr. 66‘646.25 x 0.85) einen nicht 
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von gerundet 30 % (100 / 
Fr.  81‘341.15 x [Fr. 81‘341.15 - Fr. 56‘649.30 = 30.36 %; zu den Run-
dungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 
61 S. 198 E. 7.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 27

5.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 11. Ju-
ni 2019 (act. II 165) im Ergebnis nicht zu beanstanden, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege (vgl. prozessleitende Verfügung vom 24. Januar 2020) ist der Be-
schwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 
VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von der Pflicht zur Zahlung der Ver-
fahrenskosten zu befreien.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht dem Beschwerdeführer 
gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein 
Anspruch auf eine Parteientschädigung zu; auch die obsiegende Be-
schwerdegegnerin hat als öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Bern 
nicht Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

6.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege bleibt das 
amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________ festzulegen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 28

Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 14. April 2020 macht Rechtsanwalt B.________ einen 
Zeitaufwand von 13 Stunden à Fr. 250.-- bzw. ein Honorar von Fr. 3‘250.-- 
zuzüglich Auslagen von Fr. 98.80 sowie Mehrwertsteuer von 7.7 % (von 
Fr. 3‘348.80) im Betrag von 257.85, total Fr. 3‘606.65, geltend, was nicht zu 
beanstanden ist. Folglich wird der tarifmässige Parteikostenersatz für die-
ses Verfahren auf Fr. 3‘606.65 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. 
Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2‘600.-- (13 h x 
Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 98.80 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 207.80 (7.7 % von Fr. 2‘698.80), total somit eine Entschädigung von 
Fr. 2‘906.60, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des 
Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Vor-
aussetzungen von Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/19/539, Seite 29

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘606.65 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘906.60 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.