# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48ce9fa2-c770-593e-9108-3a90667e672b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2009 C-2719/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2719-2009_2009-08-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2719/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richterin Marianne Teuscher, 
Gerichtsschreiber Jürg Tiefenthal.

E._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2719/2009

Sachverhalt:

A.
Am  30. Dezember  2008  beantragte  die  [...]  geborene  N._______ 
(nachfolgend:  Gesuchstellerin),  Staatsangehörige  der  Dominikani-
schen Republik, bei der schweizerischen Botschaft in Santo Domingo 
ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt  bei  E._______ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer bzw. Gastgeber) in X._______ (Fürs-
tentum Liechtenstein). Die Schweizerische Vertretung verweigerte das 
Visum und übermittelte das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid 
an die Vorinstanz.

B.
Nachdem das Ausländer- und Passamt Vaduz beim Gastgeber weitere 
Abklärungen veranlasst und an die Vorinstanz weitergleitet hatte, wies 
diese  das  Gesuch  um  Bewilligung  der  Einreise  mit  Verfügung  vom 
23. März 2009 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, es be-
stünde nicht genügend Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise 
nach einem Besuchsaufenthalt. Die Gesuchstellerin stamme aus einer 
Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge der dort herr-
schenden  wirtschaftlichen  und  soziokulturellen  Verhältnisse  bekann-
termassen nach wie vor stark anhalte. Erfahrungsgemäss würden ins-
besondere Touristen- und Besuchervisa immer wieder von Personen, 
welche  sich  hier  dauerhaft  aufhalten  möchten,  für  eine  erleichterte 
Einreise in die Schweiz missbraucht. Nachweise, dass der Gesuchstel-
lerin zwingende berufliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen oblä-
gen, welche trotz der allgemeinen Verhältnisse Gewähr für eine Wie-
derausreise bieten würden, ergäben sich keine. Auch dürften sich sol-
che Verpflichtungen kaum mit  einer  dreimonatigen Abwesenheit  ver-
einbaren lassen. Gemäss ständiger Praxis könne überdies kein Visum 
erteilt  werden,  wenn  sich  Gastgeber  und  gesuchstellende  Personen 
noch nie persönlich getroffen hätten und somit keine über einen länge-
ren Zeitraum hinweg gewachsene nähere Bekanntschaft bestünde. Da 
die Gesuchstellerin anlässlich der Gesuchseinreichung Heiratsabsich-
ten geltend gemacht habe, müsse angenommen werden, dass sie oh-
nehin eine längeren Aufenthalt plane. Des Weiteren lägen keine Grün-
de vor, die eine Einreise als zwingend erscheinen liessen. 

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 22. April 2009 erhob der Beschwerdefüh-
rer  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und beantragt  sinn-

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gemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Ertei-
lung des gewünschten Besuchservisums an die Gesuchstellerin. Zur 
Begründung macht er im Wesentlichen geltend, als Gastgeber garan-
tiere er in finanzieller Hinsicht für deren Aufenthalt in der Schweiz so-
wie auch für deren fristgerechte Rückkehr in ihr Heimatland. Die Ge-
suchstellerin habe denn auch nicht die Absicht hier zu verbleiben; sie 
würde im Falle einer nicht  fristgerechten Wiederausreise schliesslich 
das Risiko eingehen, dass ihr ein Visum auf Lebzeiten verweigert wer-
den würde.

D.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 7. Juli 2009 auf 
Abweisung der Beschwerde. Die Verfügung sei nach umfassender und 
sorgfältiger Prüfung des Einreisebegehrens vom 30. Dezember 2008, 
der diesbezüglichen Einschätzung der Schweizer Auslandvertretung in 
Santo Domingo sowie der in ihrem Auftrag vom Ausländer- und Pass-
amt Vaduz im Inland durchgeführten Abklärungen, ergangen. Die Aus-
landvertretung  habe  festgestellt,  dass  die  Gesuchstellerin  zum Zeit-
punkt der Visumantragsstellung in keinem Arbeitsverhältnis gestanden 
habe; es lägen keine Nachweise über ein Einkommen vor. Die ledige 
Gesuchstellerin  sei  zudem Mutter  von drei  Kindern,  doch hielten sie 
offenbar  weder  Beruf  noch  Familie  ab,  sich  für  drei  Monate  in  die 
Schweiz zu begeben. Obwohl sie ihren Gastgeber nie persönlich ken-
nengelernt  habe,  sondern  auf  Vermittlung  ihrer  in  Italien  lebenden 
Schwester lediglich mit ihm telefoniert habe, hätte sie nicht gezögert, 
dessen  Einladung  zu  einem dreimonatigen  Besuchsaufenthalt  anzu-
nehmen. Ein solches Vorgehen sowie die Angabe gegenüber der Aus-
landsvertretung,  es handle sich beim Gastgeber um ihren Verlobten, 
liessen  vielmehr  darauf  schliessen,  dass  die  Gesuchstellerin  bereit 
sei, längerfristig auch auszuwandern. Die Ausführungen des Gastge-
bers  in  seiner  Beschwerdeschrift,  es bestünden seinerseits  keinerlei 
Heiratsabsichten,  da  er  verheiratet  sei,  sowie  seine Zusicherung für 
die  fristgerechte  Wiederausreise  der  Gesuchstellerin  zu  garantieren, 
vermöchten nicht ausreichend Gewähr zu bieten. Die persönlichen Le-
bensumstände der Gesuchstellerin,  wie auch die Tatsache, dass der 
Beschwerdeführer  die  Gesuchstellerin  noch  nie  persönlich  getroffen 
habe und sie ihm somit praktisch unbekannt sei, würden diese  Beur-
teilung stützen. Die Integrität des Gastgebers sowie seine gute finanzi-
elle  und berufliche Position  werde dabei  jedoch keinesfalls  in  Frage 
gestellt.

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E.
Das gewährte Recht zur Stellungnahme nahm der Beschwerdeführer 
mit Schreiben vom 3. August 2009 wahr und macht insgesamt geltend, 
die  Ausführungen  der  Vorinstanz  entsprächen  nicht  dem  effektiven 
Sachverhalt. Die drei Kinder der Gesuchstellerin würden während ihrer 
Ferienabwesenheit  durch deren  Tante und  Grossmutter  betreut  wer-
den.  Eine  schwierige  wirtschaftliche  Situation  und  eine  Absicht  aus 
dem Heimatland auszuwandern, stellt der Beschwerdeführer im vorlie-
genden Fall deutlich in Abrede und behauptet, die Wiederausreise der 
Eingeladenen sei absolut gewährleistet. Die durch die Auslandvertre-
tung schriftlich festgehaltene Aussage, die Gesuchstellerin habe Hei-
ratsabsichten, basiere auf einem totalen Missverständnis und sei auf 
die  falsche  Niederschrift  des  Botschaftsangestellten  zurückzuführen, 
denn er – der Beschwerdeführer – selbst sei verheiratet und Vater von 
zwei Töchtern und es handle sich vorliegend einzig um eine freundli-
che  Einladung  seinerseits.  Die  kurze  Anhörung  der  Gesuchstellerin 
durch die verantwortliche Person der Schweizer Botschaft sei sehr be-
fangen durchgeführt worden. Ausserdem treffe es nicht zu, wie von der 
Vorinstanz behauptet werde, die Gesuchstellerin stehe in keinem Ar-
beitsverhältnis. Diese sei nämlich bei der "C._______" in Boca Chica 
angestellt und werde nach ihrem Ferienaufenthalt in der Schweiz das 
Arbeitsverhältnis wieder aufnehmen, was durch die nachgereichte Ar-
beitsbestätigung ihres Arbeitgebers belegt werde.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beur-

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teilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. 
Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1
In casu ist das BFM zuständig für die Visumerteilung (Art. 27 Abs. 1 
der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Vi-
sumerteilung (VEV, SR 142.204). Bezüglich des Fürstentums Liechten-
stein ergibt sich die Zuständigkeit des BFM aus Artikel 1 der Vereinba-
rung zwischen der  Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein über 
die Handhabung der Fremdenpolizei für Drittausländer im Fürstentum 
Liechtenstein und über die fremdenpolizeiliche Zusammenarbeit  vom 
6. November 1963 (SR 0.142.115.143).

3.2 Das solchermassen  zur  Anwendung  gelangende  schweizerische 
Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch 
gewährt  es einen besonderen Anspruch auf  Erteilung eines Visums. 
Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht 
gehalten,  Ausländerinnen und Ausländern  die Einreise  zu  gestatten. 

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Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Verpflichtungen  handelt  es  sich  dabei 
um  einen  autonomen  Entscheid  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz 
über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002,  BBl  2002 
3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
4.1 Der Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die Genehmi-
gung  und  die  Umsetzung  der  bilateralen  Abkommen  zwischen  der 
Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dub-
lin (SR 362) wurde in  der Volksabstimmung vom 5. Juni 2005 ange-
nommen. Die entsprechenden Assoziierungsabkommen (darunter das 
Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eid-
genossenschaft,  der  Europäischen Union und der Europäischen Ge-
meinschaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, 
Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 
0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008 de-
finitiv  in  Kraft  getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitz-
standes wurden im Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) entsprechende An-
passungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach die Bestim-
mungen über das Visumverfahren und über die Ein- und Ausreise nur 
gelten, sofern das Schengen-Recht keine abweichenden Bestimmun-
gen enthält). Im Weiteren wurde die Verordnung vom 24. Oktober 2007 
über das Einreise- und Visumverfahren (VEV, AS 2007 5537) total revi-
diert (neu: Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die 
Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 2008). 
Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, über-
geordneten Schengen-Recht fortgeführt werden. 

4.2 Der  Beitritt  des  Fürstentums  Liechtenstein  zum  Schengenraum 
wird  nicht  vor  Frühjahr/Sommer  2010  erfolgen.  Bis  zu  diesem  Zeit-
punkt  stellt  Liechtenstein  keine  eigenen  Kurzzeitvisa  aus,  anerkennt 
aber unilateral Schengenvisa. 

5.
5.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berech-
tigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 
Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Ver-
ordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Ra-

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tes vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Über-
schreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nachfolgend:  Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

5.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3 sowie 
C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3). Hinsichtlich der 
in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthalts-
zwecks  verweist  Art. 5  Abs. 2  SGK  auf  den  Anhang I.  Art. 5  Abs. 3 
SGK  sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

6.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt die Ge-
suchstellerin der Visumpflicht.

7.
7.1 Vorliegend ist zu überprüfen, ob die Vorinstanz unter Berücksichti-
gung der Verhältnisse im Herkunftsland und der persönlichen Lebens-
umstände einen ermessensfehlerfreien Entscheid getroffen hat. Dabei 
rechtfertigt  es sich, Einreisegesuchen von Personen aus Staaten mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche In-
teressenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck ei-
ner zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

7.2 Die  Gesuchstellerin  stammt  aus  der  Dominikanischen  Republik. 
Die Wirtschaft dieses Landes konnte sich zwar nach einer durch den 
Zusammenbruch dreier grosser Geschäftsbanken im Jahre 2003 ver-
ursachten  schweren  Krise  –  dank  der  Konsolidierungspolitik  des  im 
August 2004 gewählten (und im Mai 2008 wiedergewählten) Staatsprä-

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sidenten und Regierungschefs  Leonel  Fernàndez Reyna – in  beein-
druckender Kürze erholen.  Beleg dafür ist, anknüpfend an die hohen 
Wachstumsraten in den 90er Jahren, das seit 2005 anhaltende Wirt-
schaftswachstum, welches – bei einer verhältnismässig niedrigen Infla-
tionsrate von 5% – im Jahre 2006 10,7% betrug. Mit diesem Erfolg gilt 
die  Dominikanische  Republik  als  wirtschaftliches  Mittellohnland,  was 
allerdings an der hohen Arbeitslosigkeit von über 16% nichts geändert 
hat. Zudem hat sich die dominikanische Wirtschaft während der letzten 
beiden  Jahre,  beeinflusst  von  der  sich  abschwächenden  Weltwirt-
schaft, leicht abgekühlt. Festzustellen ist auch, dass die Transferzah-
lungen der im Ausland lebenden Dominikaner mit einem beträchtlichen 
Anteil – im Jahr 2007 waren es 7,4% – zum Bruttoinlandprodukt beitra-
gen  (vgl.  zum  Ganzen  die  Länder-  und  Reiseinformationen  auf  der 
Website  des  Auswärtigen Amtes,  Länder-  und  Reiseinformationen  > 
Dominikanische  Republik  >  Wirtschaft,  <http://www.auswaer      tiges-  
amt.de  >, Stand: Februar 2009, besucht im August 2009).

7.3 Letzteres zeigt,  dass viele Menschen versuchen,  ins Ausland zu 
gelangen, um sich unter günstigeren Lebensbedingungen eine besse-
re Existenz zu sichern. Dabei gelten vor allem West- und Mitteleuropa 
und  somit  auch  die  Schweiz  als  Wunschdestination.  Der  Trend  zur 
Auswanderung zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo 
durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein mi-
nimales Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Fall der Schweiz führt 
dies  angesichts  der  restriktiven Zulassungsregelung nicht  selten  zur 
Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.

7.4 Angesichts der geschilderten Situation gewichtete die Vorinstanz 
somit das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besu-
chern aus der Dominikanischen Republik generell zu Recht als relativ 
hoch. Solche Umstände entbinden die Vorinstanz jedoch nicht von ei-
ner  einzelfallbezogenen  Beurteilung.  Namentlich  können  berufliche, 
gesellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen die Prognose einer an-
standslosen Wiederausreise begünstigen.

8.
8.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine bald 37-jährige, 
ledige Frau mit drei Kindern im Alter von 13, 16 und 18 Jahren, die bis-
her noch nie ins Ausland gereist ist. Gemäss den Akten hat zwischen 
Gastgeber  und Gesuchstellerin  kein persönlicher  Kontakt  stattgefun-
den. Die Schwester der Gesuchstellerin, die in Italien lebt und mit ei-

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http://www.auswaer/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/

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nem italienischen Staatsangehörigen verheiratet ist, vermittelte ihr den 
Kontakt zum Gastgeber. Ungeachtet der in den Akten dokumentierten 
teils  widersprüchlichen Aussagen des Gastgebers  bzw. der  Gesuch-
stellerin  über ihre "Beziehung",  besteht  zwischen den beiden Perso-
nen keine über einen längeren Zeitraum hinweg gewachsene Bekannt-
schaft, so dass die Vorinstanz nicht unbegründet das Risiko einer nicht 
anstandslosen Rückkehr als hoch eingestuft hat. Vielmehr deuten die 
Umstände auf einen Gefälligkeitsbesuch hin, der auch konkrete Chan-
cen für eine Emigration böte. Die Gesuchstellerin erwähnt nirgends all-
fällige Verpflichtungen gegenüber ihren Kindern; der Beschwerdefüh-
rer bringt erst in seiner Replik zur Vernehmlassung vor, eine Schwes-
ter und die Mutter der Gesuchstellerin würden während deren Ferien-
abwesenheit  die Kinder betreuen. Damit  ist  zwar von familiären Ver-
pflichtungen der Gesuchstellerin  (den anlässlich ihres geplanten Be-
suchsaufenthalts  zurückbleibenden Kindern  gegenüber)  auszugehen. 
Solche Verhältnisse bilden für sich allein aber noch keine Garantie für 
eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise. Sodann zeigt die 
Erfahrung,  dass  zurückbleibende  Angehörige  gerade  in  Situationen 
angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht verlässlich davon ab-
halten können, den Entscheid für eine Emigration zu fällen. Eine Tren-
nung von Familienangehörigen kann sogar von der Hoffnung gesteuert 
sein, diese aus dem Ausland besser unterstützen und allenfalls später 
nachziehen zu können.

8.2 Die Gesuchstellerin stand zum Zeitpunkt der Visumantragsstellung 
in  keinem  festen  Arbeitsverhältnis  (Hausfrau).  Im  Rahmen  der  Stel-
lungnahme zur Vernehmlassung vom 3. August macht der Beschwer-
deführer mittels eingereichter Arbeitsbestätigung geltend, die Gesuch-
stellerin sei bei der "C._______" in Boca Chica angestellt und werde 
nach  ihrem  Ferienaufenthalt  dieselbe  Arbeitsstelle  wieder  antreten 
können. Diese nur rudimentär abgefasste Arbeitsbestätigung – beste-
hend aus einem Satz und ohne Unterschrift – gibt weder über Anstel-
lungsdauer noch die Art der Tätigkeit der Gesuchstellerin näher Aus-
kunft. Im Weiteren liegen auch keine Belege wie z.B. Arbeitsvertrag, 
Lohnausweis,  Bankkontoauszüge  u.ä.  vor,  die  zuverlässige  Rück-
schlüsse auf die wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen, in denen die 
Gesuchstellerin lebt. Aufgrund der bestehenden Akten kann jedenfalls 
nicht davon ausgegangen werden, die Gesuchstellerin befinde sich in 
vorteilhaften und stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen, die sie nach-
haltig davon abzuhalten vermöchten, eine Emigration in Erwägung zu 
ziehen.

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9.
An dieser  Risikoeinschätzung vermögen auch die  vom Beschwerde-
führer eingereichten Belege betreffend seine persönliche und berufli-
che Situation nichts zu ändern. Die Integrität des Beschwerdeführers 
in seiner Eigenschaft als Gastgeber wird nicht in Zweifel gezogen. In-
dessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten 
Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und Absichten des Gast-
gebers,  sondern  in  erster  Linie  das  mögliche  Verhalten  des  Gastes 
selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Ge-
währ für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bie-
ten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie 
leisten, nicht aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbar-
keit – für ein bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. anstelle vieler: Ur-
teil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-6950/2007  vom  7.  November 
2008 E. 8).

10.
Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche 
Interesse sowie die Beachtung der geltenden Bestimmungen entspre-
chend  gewichtete  und  der  Gesuchstellerin  die  Einreise  verweigerte. 
Die angefochtene Verfügung verletzt daher das Bundesrecht nicht. So-
weit  für  das vorliegende Urteil  massgebend wurde der rechtserhebli-
che Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt, und die Vorinstanz 
hat das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss ausgeübt (vgl. Art. 49 
VwVG). 

11.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen  (Art.  1,  Art.  2  und  Art. 3 
Bst. b  des  Reglements  vom  21. Februar 2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ZEMIS [...])
- das Ausländer und Passamt (APA) Vaduz in Kopie

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Jürg Tiefenthal

Versand: 

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