# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3ea82ab-1c1a-545c-8d28-ffa2ae18d907
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.08.2021 100 2020 94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-94_2021-08-25.pdf

## Full Text

100.2020.94/334U
DAM/GEU/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. August 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Geiser Keller

A.________

Beschwerdeführer

gegen

B.________ AG
vertreten durch Rechtsanwältin …

Beschwerdegegnerin 1

und

Einwohnergemeinde Lyss
Bau und Planung, Bahnhofstrasse 10, Postfach 368, 3250 Lyss

Beschwerdegegnerin 2

sowie

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 2

im Verfahren 100.2020.94 betreffend Baubewilligung für eine Wärme-Kraft-
Kopplungsanlage; Projektänderung (Entscheid der Bau- und Verkehrsdirek-
tion des Kantons Bern vom 14. Februar 2020; BVD 110/2019/201)

im Verfahren 100.2020.334 betreffend Widerruf der Baubewilligung für eine 
Wärme-Kraft-Kopplungsanlage (Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion 
des Kantons Bern vom 25. August 2020; BVD 110/2020/51)

Sachverhalt:

A.

Die C.________ AG ist Eigentümerin der in der Arbeitszone Aa gelegenen 
Grundstücke Lyss (Lyss) Gbbl. Nrn. 1________ und 2________. Am 
15. August 2016 stellte sie ein Baugesuch für den Abbruch eines 
bestehenden Werkstattgebäudes auf der Parzelle Nr. 2________ und den 
Neubau einer Wärme-Kraft-Kopplungsanlage (nachfolgend auch: WKK-
Anlage) mit Wirbelschichtofen/Tiermehlverbrennung auf beiden Parzellen. 
Dagegen erhob A.________ am 30. September 2016 nebst weiteren 
Personen Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 16. Mai 2017 bewilligte die 
Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises Seeland das Vorhaben und 
wies die Einsprache von A.________ (implizit) ab. Der Gesamtentscheid 
blieb unangefochten und ist in Rechtskraft erwachsen. 

B.

Am 9. Juli 2019 ersuchte die B.________ AG, die neu als Bauherrin auftrat, 
um Änderung des am 16. Mai 2017 bewilligten Vorhabens in verschiedenen 
Punkten. Die Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises Seeland 
entsprach dem Gesuch am 29. Oktober 2019 und erteilte eine Zusatz-
bewilligung zum Gesamtentscheid vom 16. Mai 2017. Die Einsprache von 
A.________ vom 23. August 2019 wies sie (implizit) ab.

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C.

Gegen die Zusatzbewilligung erhob A.________ am 21. November 2019 
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern 
(BVE; heute: Bau- und Verkehrsdirektion [BVD]). Die BVD wies die 
Beschwerde am 14. Februar 2020 ab, soweit darauf einzutreten war 
(Verfahren 110/2019/201). 

D.

Am 17. Februar 2020 stellte A.________ ein Gesuch um Widerruf der 
Baubewilligung bzw. des Gesamtentscheids vom 16. Mai 2017 (vorne 
Bst. A), das er am 26. März 2020 ergänzte. Die Regierungsstatthalterin des 
Verwaltungskreises Seeland wies das Gesuch mit Verfügung vom 1. April 
2020 ab. Die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde wies die BVD 
am 25. August 2020 ab (Verfahren 110/2020/51). 

E.

Gegen den Entscheid der BVD vom 14. Februar 2020 betreffend die Pro-
jektänderung für eine WKK-Anlage (Zusatzbewilligung vom 29.10.2019, 
vorne Bst. B und C) hat A.________ am 13. März 2020 Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben (Verfahren 100.2020.94). Er bean-
tragt, der Entscheid der BVD sei vollumfänglich aufzuheben und vom Ver-
waltungsgericht «grundlegend neu zu beurteilen». Weiter stellt er die folgen-
den Rechtsbegehren:

«1. Die geplante Projektänderung ist wegen übermässigen Luftschad-
stoff-Emissionen von Amtes wegen (Massnahmenplan zur Luftrein-
haltung für den Kanton Bern 2000/2015 und 2015/2030) abzuschrei-
ben, oder mit den entsprechenden Vorrichtungen auszustatten, wel-
che die Emissionen auf die vom Kanton verschärften und bereits an-
gewandten Grenzwerte des AWA für Siedlungs- und Sonderabfälle 
gemäss VVEA zu reduzieren. 

2. Die Verbrennung von Tierfett in den Kessel 2-3 ist aufgrund der nicht 
Einhaltung der LRV Vorgaben unter Anhang 5, Ziffer 13 und 132, an-
dere flüssige Brennstoffe sofort zu verbieten. Sollte das Verwaltungs-
gericht entgegen den Erwartungen diesem Antrag nicht folgen, ist die 
Verbrennung von Tierfett in den Kessel 2-3 bis auf weiteres wegen 

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nichteinhalten der verschärften Emissionsgrenzwerte des Kantons 
Bern für Stickoxidemissionen aus Grossemittenten von 
112,5 mg/Nm3 umgehend zu verbieten.»

Ausserdem beantragt A.________, das Verfahren sei zu sistieren, bis 
«definitiv» über den Widerruf der rechtskräftigen Baubewilligung für den 
Neubau der WKK-Anlage entschieden sei.

Die B.________ AG beantragt mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2020, die 
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (Rechtsbe-
gehren 1). Entgegen dem Antrag von A.________ sei das Verfahren sodann 
nicht zu sistieren (Rechtsbegehren 2.1). Die Einwohnergemeinde (EG) Lyss 
beantragt mit Stellungnahme vom 1. Juli 2020, auf die Beschwerde sei nicht 
einzutreten (Rechtsbegehren 1). Eventuell sei der Sistierungsantrag 
abzuweisen (Rechtsbegehren 2). Ebenfalls eventuell sei die Beschwerde 
abzuweisen (Rechtsbegehren 3) und der Gesamtentscheid des 
Regierungsstatthalteramts (RSA) Seeland vom 29. Oktober 2019 zu bestä-
tigen (Rechtsbegehren 4). 

Die B.________ AG hat am 23. April 2020 ein Gesuch um teilweisen Entzug 
der aufschiebenden Wirkung gestellt, welches der Instruktionsrichter mit 
Zwischenverfügung vom 6. August 2020 gutgeheissen hat; gleichzeitig hat 
er den Sistierungsantrag von A.________ abgewiesen. Das Bundesgericht 
ist am 9. September 2020 auf die den Kostenschluss der Zwischenverfügung 
vom 6. August 2020 betreffende Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten von A.________ nicht eingetreten (Verfahren 
1C_458/2020).  

Am 11. August 2020 hat A.________ seine bisherigen Anträge in der Sache 
bestätigt und im Rahmen von mehreren «Rechtsbegehren» seine 
Beschwerdebegründung ergänzt. Im weiteren Verlauf des Schriftenwechsels 
haben sich die B.________ AG (Eingaben vom 28.8.2020 und vom 
29.9.2020) und A.________ (Eingabe vom 10.9.2020) nochmals zur Sache 
geäussert. Die EG Lyss und die BVD haben auf weitere Bemerkungen 
verzichtet.

Am 12. November 2020 hat das Regierungsstatthalteramt Seeland einen 
Meinungsaustausch mit dem Verwaltungsgericht betreffend Zuständigkeit 
für eine weitere Projektänderung vom 21. September 2020 eröffnet. Der In-

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struktionsrichter hat die Unterlagen zu dieser Projektänderung zu den amt-
lichen Akten des Verfahrens 100.2020.94 erkannt und der B.________ AG 
Gelegenheit gegeben, sich zu äussern (Verfügung vom 20.11.2020). Diese 
beantragt mit Stellungnahme vom 27. November 2020, die Projektänderung 
vom 21. September 2020 sei im Rahmen des Verfahrens 100.2020.94 zu 
bewilligen. Als Verfahrensantrag ersucht sie eventualiter um Bewilligung der 
Projektänderung in einem Teilentscheid zeitlich vor dem Urteil in der 
Hauptsache. A.________ hat sich am 15. Dezember 2020 dazu geäussert 
und beantragt, die Anträge seien abzuweisen. Er verlangt sinngemäss, für 
die WKK-Anlage sei ein neues Baubewilligungsverfahren durchzuführen mit 
Umweltverträglichkeitsprüfung und unter Berücksichtigung aller 
Projektänderungen (Rechtsbegehren 5). Die übrigen Verfahrensbeteiligten 
haben auf weitere Ausführungen verzichtet. 

F.

Gegen den Entscheid der BVD vom 25. August 2020 betreffend Widerruf der 
Baubewilligung vom 16. Mai 2017 für eine WKK-Anlage (vorne Bst. A und D) 
hat A.________ am 1. September 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben, die er am 23. September 2020 ergänzt hat (Verfahren 
100.2020.334). Er beantragt Folgendes: 

«1. Der Entscheid der BVD […] ist wegen krasser Verletzung einer Norm 
oder eines unumstrittenen Rechtsgrundsatzes (Art. 9 BV) zur Neube-
urteilung an die BVD zurückzuweisen.

Sollte das Verwaltungsgericht in dieser Hinsicht nicht mit unserem Be-
gehren übereinstimmen, so ist anhand nachfolgender Rechtsbegehren 
zu verfahren.

2. Auf die aufschiebende Wirkung unserer Einsprache vor Verwaltungs-
gericht wird verzichtet und der Entscheid zur Aufhebung der aufschie-
benden Wirkung dem Gericht überlassen. 

3. Der Entscheid der BVD vom 25. August 2020 ist wegen unrichtiger 
Feststellung des Sachverhalts in der Hauptsache sowie den Kosten 
abzuweisen und vom Gericht der Widerruf der Baubewilligung aus-
zusprechen.» 

Die B.________ AG beantragt mit Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 
2020, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden 
kann. Ferner stellt sie den Verfahrensantrag, die Eingabe des Beschwerde-

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führers vom 23. September 2020 sei aus den Akten zu weisen. Die EG Lyss 
stellt mit Eingabe am 21. Oktober 2020 das Rechtsbegehren, auf die Be-
schwerde sei nicht einzutreten (Rechtsbegehren 1). Eventuell sei die Be-
schwerde abzuweisen (Rechtsbegehren 2) und der angefochtene Entscheid 
zu bestätigen (Rechtsbegehren 3). Die BVD beantragt mit Vernehmlassung 
vom 15. Oktober 2020 die Abweisung der Beschwerde. Am 3. November 
2020 hat A.________ weitere Bemerkungen eingereicht.

Am 12. Februar 2021 hat A.________ einen Antrag auf sofortigen Baustopp 
sowie Vereinigung der Verfahren 100.2020.94 und 100.2020.334 gestellt. 
Der Instruktionsrichter hat die Eingabe am 17. Februar 2021 zur weiteren 
Behandlung an die EG Lyss weitergeleitet (Baupolizeibehörde) und 
mitgeteilt, dass über die Vereinigung der Verfahren später entschieden 
werde. Die Gemeinde hat dem Verwaltungsgericht in der Folge eine 
Orientierungskopie ihrer Baueinstellungsverfügung vom 11. März 2021 
zukommen lassen.

Erwägungen:

1. Eintreten, Kognition, Vereinigung und Prüfgegenstand

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. 

1.2 Der Beschwerdeführer hat an den vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat 
als Einsprecher und um Widerruf der Baubewilligung ersuchender Dritter 
grundsätzlich ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Ände-
rung der angefochtenen Entscheide (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 
Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). 
Die Beschwerdegegnerinnen stellen die Beschwerdebefugnis mit ihren An-
trägen auf Nichteintreten zwar in Frage, weil der Beschwerdeführer rund ei-

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nen Kilometer von den Bauparzellen mit der WKK-Anlage entfernt wohnt. 
Wie die Vorinstanz aber im Widerrufsverfahren zutreffend festgehalten hat, 
erscheint es glaubhaft und ist jedenfalls nicht auszuschliessen, dass am 
Wohnort des Beschwerdeführers wahrnehmbare Immissionen bzw. lufthygi-
enische Zusatzbelastungen entstehen (Entscheid vom 25.8.2020 E. 1d). 
Gleiches gilt hinsichtlich der strittigen Zusatzbewilligung, welche die Ver-
brennung einer grösseren Menge Tiermehl erlaubt (Entscheid BVD vom 
14.2.2020 E. 1c-e). Es ist denn auch unbestritten, dass die Hauptwindrich-
tungen von der Anlage in nordöstliche Richtung verlaufen, wo sich die Lie-
genschaft des Beschwerdeführers befindet (vgl. für diese Würdigung auch 
BGer 1C_139/2017 vom 6.2.2018 E. 1.3 und 1.6; Zaugg/Ludwig, Kommen-
tar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, Art. 35-35c N. 17a). Die 
Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerden ist einzutreten. Soweit die Beschwer-
degegnerin 1 die Zulässigkeit einzelner Vorbringen in Frage stellt, ist darauf 
im jeweiligen Sachzusammenhang einzugehen (vgl. insb. hinten E. 5).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Es auferlegt sich aller-
dings insoweit Zurückhaltung, als die Beurteilung von der Würdigung der ört-
lichen Verhältnisse abhängt oder besondere Sach- oder Fachkenntnisse er-
forderlich sind, über die es nicht gleichermassen verfügt wie die Verwal-
tungsbehörden mit ihren Fachleuten und -stellen (statt vieler BVR 2014 
S. 451 E. 1.3 und für den Bereich der Luftreinhaltung BVR 2006 S. 335 
E. 7.2.8; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 80 N. 20, Art. 66 N. 18).

1.4 Da die Verfahren 100.2020.94 und 100.2020.334 die WKK-Anlage 
und damit denselben Gegenstand betreffen, rechtfertigt es sich, die Verfah-
ren zu vereinigen (Art. 17 Abs. 1 VRPG).

1.5 In der Sache ist in einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Baube-
willigung bzw. der rechtskräftige Gesamtentscheid vom 16. Mai 2017 zu wi-
derrufen ist (Verfahren 100.2020.334; hinten E. 4-10). Anschliessend ist zu 
klären, ob die hier strittige Projektänderung vom 9. Juli 2019, die namentlich 
bauliche Massnahmen am Gebäude der WKK-Anlage und einen anderen 
Verbrennungsprozess vorsieht, bewilligt werden kann (nachfolgend: Pro-

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jektänderung I; vorne Bst. B) und wie mit der weiteren Projektänderung vom 
21. September 2020 betreffend das Fundament für die Siloanlage umzuge-
hen ist (nachfolgend: Projektänderung III; vorne Bst. E). Soweit notwendig 
ist auch auf die Projektänderung vom 17. Juni 2020 betreffend eine Fassa-
denänderung auf der Westseite der WKK-Anlage einzugehen, mit der sich 
das Regierungsstatthalteramt des Verwaltungskreises Seeland befasst hat 
und die nicht Teil des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens ist (nachfolgend: 
Projektänderung II; Verfahren 100.2020.94, hinten E. 11-16). 

2. Vorwurf der Voreingenommenheit

2.1 Der Beschwerdeführer macht pauschal geltend, das Rechtsamt der 
BVD habe über seine Beschwerden nicht «neutral und völlig unabhängig» 
entschieden, weil Ämter dieser Direktion und der Wirtschafts-, Energie- und 
Umweltdirektion des Kantons Bern (WEU) am Verfahren beteiligt waren. Die 
involvierten Stellen hätten ihre Räumlichkeiten zudem teilweise an der glei-
chen Adresse. Ausserdem werde die D.________-Gruppe namentlich vom 
Amt für Umweltkoordination und Energie des Kantons Bern (AUE; heute: 
Amt für Umwelt und Energie) bevorzugt behandelt (Beschwerden im 
Verfahren 100.2020.94 S. 2 und im Verfahren 100.2020.334 S. 3).

2.2 Mit seinen Vorbringen bezweifelt der Beschwerdeführer die Unpartei-
lichkeit des Rechtsamts der BVD als Behörde. Die Ausstandspflicht gemäss 
Art. 9 VRPG trifft aber nur bestimmte Personen, nicht hingegen die (ganze) 
Behörde (BGE 139 I 121 E. 4.3; BVR 2002 S. 426 E. 1b/bb; Lucie von Büren, 
in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 9 N. 9). Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, bestimmte Perso-
nen seien voreingenommen. Auf seinen Einwand ist folglich nicht weiter ein-
zugehen (vgl. zuletzt VGE 2020/453/454 vom 30.3.2021 E. 3.2). Dasselbe 
gilt für seine Vorwürfe gegenüber dem AUE, auch wenn er hier Strafanzeige 
erhoben hat, in der er einzelne Mitarbeitende nennt (Verfahren 100.2020.94 
act. 3A). Ob das Fachamt zu Recht befunden hat, dass keine weiteren Anla-
gen der D.________-Gruppe in die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) 
einbezogen werden müssen, ist eine materielle Frage. Darauf wird 
zurückzukommen sein (vgl. dazu hinten E. 8).

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3. Ausgangslage

Die C.________ AG verarbeitet Schlachtabfälle zu Tierfett und Tiermehl. Für 
diese Prozesse benötigt sie Energie bzw. Dampf, die sie selber erzeugt. Die 
Feuerung besteht aus drei Dreizugkesseln in der eigenen Wärmezentrale. 
Als Brennstoffe dienen Gas, Heizöl extra leicht sowie Tierfett. Künftig soll die 
C.________ AG für die D.________-Gruppe und den Wärmeverbund Lyss 
Nord zusätzliche Energie bereitstellen, wobei Strom und Wärme mit der 
Wärme-Kraft-Kopplungsanlage erzeugt werden, die sich angrenzend an das 
bestehende Kesselhaus in der Bauausführung befindet. Als Brennstoff in der 
neuen Anlage dient das Tiermehl, das derzeit als Zusatzbrennstoff im 
Zementwerk verwertet wird (Umweltverträglichkeitsbericht vom 16.8.2016 
[act. 16B im Verfahren 100.2020.94 pag. 109-79; nachfolgend: UVB] S. 7 
Ziff. 2 und S. 9 f. Ziff. 5.1). Die C.________ AG und die B.________ AG 
gehören zur D.________ Holding AG (D.________-Gruppe; vgl. 
<www.D.________.ch>, Rubriken «D.________-Gruppe/Organisation»). 
Eine weitere Gesellschaft der Gruppe ist zudem verantwortlich für das 
…zentrum Lyss (nachfolgend auch: …Z), das sich im Endausbau befindet. 
Es wird über einen Erschliessungskanal ebenfalls durch die WKK-Anlage mit 
thermischer Energie (Dampf) versorgt (Stellungnahme der 
Beschwerdegegnerin 1 vom 19.6.2020 im Verfahren 100.2020.94 [act. 14] 
S. 6 2. Lemma). 

4. Allgemeine Voraussetzungen für den Widerruf

4.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 BauG kann eine Baubewilligung widerrufen 
werden, wenn sie im Widerspruch zu öffentlich-rechtlichen Vorschriften er-
teilt worden ist oder bei ihrer Ausübung mit der öffentlichen Ordnung nicht 
mehr vereinbar ist. Da die Baubewilligung aufgrund eines ausgebauten Ver-
fahrens mit weitgehenden Prüfungs-, Einsprache- und Beschwerdemöglich-
keiten zustande gekommen ist, darf sie nicht leichthin in Frage gestellt wer-
den; ein Widerruf setzt deshalb voraus, dass die Ausführung des Bauvor-
habens wesentliche schutzwürdige Interessen verletzen würde (vgl. 

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BVE 22.3.1999, in BVR 1999 S. 309 E. 2b). Die Wendung «mit der öffent-
lichen Ordnung nicht mehr vereinbar» ist restriktiv zu verstehen und bedeutet 
nicht jede Rechtswidrigkeit. Vorab ist damit eine erhebliche Bedrohung der 
Sicherheit und Gesundheit von Personen oder Tieren gemeint. In Frage 
kommt aber auch eine erhebliche Gefährdung der Umwelt (VGE 2019/122 
vom 27.3.2020 E. 3.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 4 f. mit Hinweisen). 
Die genannten Voraussetzungen für einen Widerruf betreffen in erster Linie 
Situationen, in denen von der Baubewilligung noch nicht Gebrauch gemacht 
worden ist. Sind aufgrund der Baubewilligung bereits erhebliche Arbeiten 
ausgeführt, ist der Widerruf nach Art. 43 Abs. 2 BauG einschränkend nur zu-
lässig, wenn überwiegende Interessen ihn gebieten (Bst. a) oder wenn die 
gesuchstellende Person die Bewilligung durch Irreführung erwirkt hat (Bst. b; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 6; zum Ganzen zuletzt VGE 2020/50 vom 
29.3.2021 E. 3 [noch nicht rechtskräftig]).

4.2 Nach Auffassung des Beschwerdeführers ist der Gesamtentscheid 
vom 16. Mai 2017 zu widerrufen, weil das Vorhaben nicht vorschriftsgemäss 
publiziert worden sei, in die UVP zu Unrecht keine weiteren Anlagen der 
D.________-Gruppe einbezogen worden seien, die vorgesehene Rauchgas-
reinigung nicht dem Stand der Technik entspreche und die einschlägigen 
Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft nicht eingehalten würden. Für die 
WKK-Anlage sei zudem eine Betriebsbewilligung erforderlich. Er bringt damit 
vor, die Baubewilligung sei mit ursprünglichen Mängeln behaftet. Weiter 
weist der Beschwerdeführer auf einen Immissionsgrenzwert für Schwebe-
staub hin, der seit dem 1. Juni 2018 gilt. Soweit er auch insoweit einen Wi-
derrufsgrund geltend machen will (Beschwerde 100.2020.334 S. 9), beruft er 
sich auf einen nachträglichen Mangel der Baubewilligung. Auch solche Män-
gel können zum (teilweisen) Widerruf einer rechtskräftigen Baubewilligung 
führen (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 2 mit Hinweis).

5. Verfahrensrechtliche Einwände gegen den Widerruf

5.1 Die Beschwerdegegnerin 1 erachtet Einwände gegen die WKK-
Anlage, die der Beschwerdeführer im Einsprache- und Beschwerdever-
fahren gegen den Gesamtentscheid vom 16. Mai 2017 hätte geltend machen 

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können, im Widerrufsverfahren als unzulässig. Weiter sei auf die Rügen nicht 
einzutreten, die er nicht bereits in seinem Widerrufsgesuch an das Regie-
rungsstatthalteramt Seeland geltend gemacht habe. Diese Kritikpunkte gin-
gen über den Streitgegenstand hinaus, den der Beschwerdeführer mit sei-
nen im Gesuch erhobenen Rügen festgelegt habe (Beschwerdeantwort vom 
15.10.2020 im Verfahren 100.2020.334, act. 9 [nachfolgend: 
BA 100.2020.334] Rz. 4). Der Vorbehalt betreffend fehlerhafte Publikation 
des Vorhabens in der Eingabe vom 23. September 2020 an das Verwal-
tungsgericht sei zudem nach Ablauf der Rechtsmittelfrist und damit verspätet 
erfolgt; die Eingabe sei aus den Akten zu weisen (BA 100.2020.334 
Rz. 10 ff.). Die Vorbringen im Zusammenhang mit dem Umfang der UVP 
habe die Vorinstanz zu Recht als verspätet angesehen, sich aber trotzdem 
damit befasst (BA 100.2020.334 Rz. 18-20). Die Rügen zur Betriebsbewilli-
gung lägen ebenfalls ausserhalb des Streitgegenstands; dennoch habe die 
Vorinstanz sie geprüft (BA 100.2020.334 Rz. 29 ff.).

5.2 Nach einem allgemeinen Grundsatz vermag keine Wiederaufnahme 
oder Revision zu bewirken, was mit zumutbarer Sorgfalt schon seinerzeit 
hätte mitgeteilt, vorgelegt oder beigebracht werden können (Markus Müller, 
in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 56 N. 16; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 95 N. 16; vgl. auch Alexander Ruch, 
in Praxiskommentar RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, 
2020, Art. 22 N. 73; Annemarie Schoop, Mangelhafte Baubewilligungen – 
Widerruf, in KPG Bulletin 1989 S. 20 ff., 25 ff., je mit Hinweisen). Ein Wider-
ruf ist nach den allgemein im Verwaltungsrecht geltenden Regeln namentlich 
dann ausgeschlossen, wenn alle auf dem Spiel stehenden Interessen um-
fassend ermittelt und geprüft worden sind, was beim ordentlichen Baubewil-
ligungsverfahren, das auch ein Einspracheverfahren enthält, der Fall ist. 
Dennoch wird ein Widerruf als zulässig erachtet, wenn eine schwere Ver-
letzung eines besonders gewichtigen öffentlichen Interesses vorliegt 
(Alexander Ruch, a.a.O., Art. 22 N. 76 Lemma 2 mit Hinweis auf BGE 107 Ib 
35 E. 4c [Pra 70/1981 Nr. 191]; ferner BGer 14.3.1984, in ZBl 1984 S. 425 
E. 3). Auch Art. 43 Abs. 1 BauG verlangt eine Verletzung wesentlicher 
schutzwürdiger Interessen (vorne E. 4.1). Das kann z.B. der Fall sein bei un-
genügend geprüfter oder falsch prognostizierter und daher erst nachträglich 
festgestellter Umweltbelastung (Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 4). Die Rü-

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gen des Beschwerdeführers sind im Rahmen dieser spezialgesetzlichen Re-
gelung zu beurteilen; für eine (ergänzende) Anwendung von Art. 56 ff. VRPG 
bleibt hier kein Raum (Art. 56 Abs. 2 VRPG; dazu allgemein Markus Müller, 
a.a.O., Art. 56 N. 41 f.). Im vorliegenden Fall ist zudem davon auszugehen, 
dass die Bauherrschaft im Zeitpunkt der Einreichung des Widerrufsgesuchs 
am 17. Februar 2020 bereits Arbeiten ausgeführt bzw. Dispositionen getrof-
fen hatte (vgl. Beschwerdeantwort vom 7.5.2020 im Widerrufsverfahren vor 
der BVD, act. 10A im Verfahren 100.2020.334 pag. 39). In solchen Fällen 
müssen für einen Widerruf mit dem Bauvorhaben derart schwerwiegende 
Nachteile (für Dritte oder die Allgemeinheit) verbunden sein, dass sie keines-
falls in Kauf genommen werden dürfen (Art. 43 Abs. 2 BauG; Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 43 N. 6; vgl. vorne E. 4.1). Es ist somit zwar nicht ausgeschlos-
sen, dass auch Gründe zum Widerruf einer Baubewilligung führen, die schon 
im Verfahren zur Erteilung der nunmehr rechtskräftigen Bewilligung hätten 
vorgebracht werden können. Um einen Widerruf rechtfertigen zu können, 
müssen sie aber erhebliches Gewicht aufweisen. Im Einzelfall ist das Anlie-
gen der richtigen Durchsetzung der Rechtsordnung, der Schutz allfälliger 
Drittbetroffener und das Interesse der Bauherrschaft an der Rechtssicherheit 
zu gewichten und gegeneinander abzuwägen (vgl. Christian Mäder, Das 
Baubewilligungsverfahren, Diss. Zürich 1990, Rz. 422).

5.3 Die Beschwerdegegnerin 1 beruft sich mit ihrer Argumentation so-
dann auf den sog. aspektmässigen Streitgegenstand. Nach dieser Definition 
des Streitgegenstands liegen nur diejenigen Teilaspekte des Rechtsverhält-
nisses im Streit, welche die Parteien mit ihren Rügen zum Thema machen. 
Neue Rügen können im oberinstanzlichen Verfahren grundsätzlich nicht 
mehr aufgegriffen werden. In der bernischen Verwaltungsrechtspflege galt 
nach der älteren Rechtsprechung unter Hinweis auf das sog. Rügeprinzip 
diese aspektmässige Betrachtungsweise. Die neuere Praxis des Verwal-
tungsgerichts hat sich indes wesentlich der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung angenähert, die von einem objektmässig definierten Begriff ausgeht, 
sofern das anwendbare Prozessrecht nichts anderes bestimmt. In Bau-
sachen war die aspektmässige Umschreibung des Streitgegenstands mit 
Art. 40 Abs. 2 BauG ausdrücklich verankert, indem Einsprecherinnen und 
Einsprecher (nur) «im Rahmen ihrer Einsprachegründe» zur Baube-
schwerde befugt waren (GS 1985 S. 200). Diese Einschränkung ist mit der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 13

Revision des BauG vom 9. Juni 2016 weggefallen (BAG 17-008, in Kraft seit 
1.4.2017). Der sog. objektmässige Streitgegenstand umfasst immer ein 
Rechtsverhältnis als solches und nicht lediglich einen Teilaspekt desselben. 
Massgebend zur Bestimmung des Streitgegenstands sind grundsätzlich die 
Rechtsbegehren. Sie bezeichnen die Rechtsfolge, die im Dispositiv der Ver-
fügung oder des Entscheids angeordnet werden soll. Die rechtliche Wirkung, 
nicht die Begründung oder Herleitung definiert danach den Streitgegenstand; 
auf die Begründung wird nur zurückgegriffen, um die beantragten Rechtsfol-
gen zu verstehen (vgl. zum Ganzen einlässlich Michel Daum, in Herzog/
Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a 
N. 6 ff. mit Hinweisen). 

5.4 Neue Tatsachen und Beweismittel sind (innerhalb des Streitgegen-
stands) grundsätzlich bis zum Entscheidzeitpunkt zugelassen (Art. 25 
VRPG). Nach Art. 33 Abs. 3 VRPG unstatthaft sind aber Anträge und Rügen 
(Sachvorbringen), die zwar innerhalb des Streitgegenstands liegen mögen, 
jedoch bereits innert der Rechtsmittelfrist hätten gestellt bzw. vorgebracht 
werden können. Dergestalt Versäumtes kann nicht in einer Replik, einem 
zweiten Schriftenwechsel oder in den Schlussbemerkungen nachgeholt wer-
den. Neue rechtliche Argumentationen dürfen aber grundsätzlich ohne Ein-
schränkungen vorgetragen werden (vgl. Art. 20a VRPG). Eine vernünftige 
Grenze setzt weiter das Gebot von Treu und Glauben. Was aufgrund nach-
lässiger Prozessführung oder zwecks Verschleppung des Prozesses verspä-
tet in das Verfahren eingebracht wird, darf ausser Acht gelassen werden 
(Michel Daum, a.a.O., Art. 33 N. 17 mit Hinweisen).  

5.5 Der Beschwerdeführer hat beim Regierungsstatthalteramt Seeland 
den Widerruf des Gesamtentscheids vom 16. Mai 2017 beantragt (vgl. 
Widerrufsgesuch vom 17.2.2020, act. 10B im Verfahren 100.2020.334 
pag. 3-1). (Streit-)Gegenstand im Widerrufsverfahren und im nachfolgenden 
Beschwerdeverfahren bildet demnach dieser Gesamtentscheid bzw. das 
Bauvorhaben insgesamt (vgl. zum Streitgegenstand bei der Baubewilligung 
Michel Daum, a.a.O., Art. 20a N. 14). Innerhalb des so umrissenen Streitge-
genstands kann der Beschwerdeführer grundsätzlich auch vorbringen, was 
er im Widerrufsgesuch noch nicht geltend gemacht hatte (vorne E. 5.3). 
Seine Vorbringen betreffend die angeblich mangelhafte Publikation des Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 14

habens liegen innerhalb des Streitgegenstands, und er hat sie vor Verwal-
tungsgericht entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin 1 auch 
innerhalb der Rechtsmittelfrist erhoben (vgl. Eingabe vom 23.9.2020 im Ver-
fahren 100.2020.334, act. 6; dazu sogleich E. 6). Dem Verfahrensantrag der 
Beschwerdegegnerin 1, die erwähnte Eingabe sei aus den Akten zu weisen 
(BA 100.2020.334 S. 2 und Rz. 11; vorne Bst. F), wird daher nicht stattgege-
ben. Die Argumentation zum Einbezug weiterer Anlagen in die UVP betrifft 
ebenfalls den Streitgegenstand (hinten E. 8). Es trifft zu, dass der Beschwer-
deführer die seiner Ansicht nach erweiterte UVP-Pflicht innerhalb der 
Rechtsmittelfrist hätte geltend machen müssen, wenn dies als neue (sach-
verhaltsbezogene) Rüge zu betrachten wäre. Anders als er vorbringt, han-
delt es sich nicht um eine neue Tatsache bzw. ein neues Beweismittel im 
Sinn von Art. 25 VRPG (Beschwerde 100.2020.334 S. 4 f.). Dass weitere 
Anlagen in die UVP einbezogen werden sollen, stellt mithin kein neues Sach-
verhaltselement dar (vgl. BGer 1C_291/2018 vom 3.7.2019 E. 1.3). Allenfalls 
könnte es sich aber um eine neue rechtliche Argumentation handeln, die der 
Beschwerdeführer grundsätzlich jederzeit vorbringen kann (E. 5.4 hiervor). 
Wie es sich damit verhält, kann mit Blick auf den Verfahrensausgang offen-
bleiben. Sofern der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen zur fehlen-
den Betriebsbewilligung schliesslich geltend machen will, ohne eine solche 
hätte die Baubewilligung nicht erteilt werden dürfen, bewegt er sich ebenfalls 
innerhalb des Streitgegenstands (vgl. hinten E. 9).

5.6 Damit ergibt sich, dass im verwaltungsgerichtlichen Verfahren 
100.220.334 sämtliche Einwände des Beschwerdeführers zu prüfen sind. 

6. Fehlerhafte Publikation des Vorhabens als Widerrufsgrund

6.1 Der Beschwerdeführer kritisiert, das rechtskräftig bewilligte Bauvor-
haben sei zu Unrecht nicht im Amtsblatt des Kantons Bern publiziert worden 
(Eingabe vom 23.9.2020 im Verfahren 100.2020.334, act. 6). Die beschwer-
deberechtigten Organisationen hätten daher von ihrem gesetzlichen Be-
schwerderecht nicht Gebrauch machen können, was nicht geschützt werden 
dürfe (Eingabe vom 3.11.2020 im Verfahren 100.2020.334, act. 14 S. 3 am 
Ende und S. 5 oben).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 15

6.2 Gegen Verfügungen der kantonalen Behörden oder der Bundesbe-
hörden über die Planung, Errichtung oder Änderung von Anlagen, für die 
eine UVP erforderlich ist, steht den Umweltschutzorganisationen unter be-
stimmten Voraussetzungen das Beschwerderecht gemäss Art. 55 ff. des 
Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umwelt-
schutzgesetz, USG; SR 814.01) zu (sog. ideelle Verbandsbeschwerde; vgl. 
Michael Pflüger, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 65 N. 49 f.). Die Behörde eröffnet den Organisa-
tionen ihre Verfügung und auch das Gesuch, sofern das kantonale Recht ein 
Einspracheverfahren vorsieht, namentlich durch Veröffentlichung im kanto-
nalen Publikationsorgan (vgl. Art. 55a USG), d.h. im kantonalen Amtsblatt 
(Griffel/Rausch, Kommentar USG, Ergänzungsband, 2011, Art. 55a N. 3 
i.V.m. Theo Loretan, in Kommentar USG, 2002, Art. 55 N. 43; Michel Daum, 
a.a.O., Art. 44 N. 43 und 45). 

6.3 Die WKK-Anlage unterliegt unstreitig der UVP-Pflicht (vgl. vorne 
E. 3). Damit besteht grundsätzlich ein Beschwerderecht gesamtschweize-
rischer Organisationen, weshalb eine Publikation im Amtsblatt des Kantons 
Bern erforderlich war (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 9). Das Bau-
gesuch wurde im Anzeiger Aarberg publiziert, Ausgabe … vom … und 
Ausgabe … vom … (einsehbar unter: <www.anzeiger-aarberg.ch>, Rubriken 
«Publikationen/Lyss»). Aus den Akten ergibt sich hingegen nicht, ob auch 
eine Publikation im Amtsblatt des Kantons Bern stattgefunden hat. Der 
Beschwerdeführer bestreitet eine solche Veröffentlichung unter Hinweis auf 
eigene Recherchen im Staatsarchiv des Kantons Bern (Eingabe vom 
23.9.2020 im Verfahren 100.2020.334, act. 6). Die Beschwerdegegnerin 1 
stellt sich auf den Standpunkt, das Vorhaben sei rechtmässig bekannt 
gemacht worden, geht dabei aber nicht näher auf das Erfordernis der 
Amtsblattpublikation ein (BA 100.2020.334 Rz. 41 und 44).

6.4 Baubewilligungen sind in Fällen fehlender bzw. mangelhafter Veröf-
fentlichung grundsätzlich anfechtbar und nicht nichtig im Sinn absoluter Un-
wirksamkeit. Das gilt insbesondere auch in Bereichen, in denen Baugesuche 
bzw. -bewilligungen Verbänden mitgeteilt werden müssen 
(BGer 1C_630/2014 vom 18.9.2015, in URP 2016 S. 25 E. 3.3 mit Anmer-
kung von Alain Griffel; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 11 S. 494, je mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 16

weiteren Hinweisen). Unterbleibt die gebotene Bekanntmachung eines Bau-
vorhabens, läuft die Einsprachefrist nicht. Die einspracheberechtigte Person 
oder Organisation kann je nach Verfahrensstand noch Einsprache oder Be-
schwerde erheben, sobald sie Kenntnis vom Vorhaben erlangt. Eine bereits 
erteilte Baubewilligung entfaltet sog. hinkende Rechtskraft (vgl. BVR 2008 
S. 251 E. 4.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 11 S. 493 und Art. 38-39 
N. 26; Michel Daum, a.a.O., Art. 44 N. 59). In Fällen hinkender Rechtskraft 
ist Art. 43 BauG nicht anwendbar. Die übergangenen einspracheberechtig-
ten Personen oder Organisationen sind vielmehr auf die nachträgliche Be-
schwerde verwiesen. So verhält es sich auch, wenn bereits von der Baube-
willigung Gebrauch gemacht worden ist (BVR 2008 S. 251 E. 4.5 einleitend 
und E. 4.5.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 38-39 N. 26a). 

6.5 Der Beschwerdeführer macht die mangelhafte Publikation als Wider-
rufsgrund geltend. Ob reine Verfahrensmängel allein einen Widerruf recht-
fertigen können, hat das Verwaltungsgericht bisher nicht geklärt (offengelas-
sen in VGE 22407/22408/22410 vom 13.7.2006 E. 9.3 [unterlassene Publi-
kation]; verneint in VGE 17463 vom 26.10.1987 E. 2; ebenfalls verneinend 
BVE 22.3.1999, in BVR 1999 S. 309 E. 2b und Baudirektion 19.1.1989, in 
BVR 1991 S. 252 E. 3). Nach Zaugg/Ludwig (a.a.O., Art. 43 N. 4 S. 584) 
müssten schwere Verfahrensfehler wohl einen Widerruf erlauben. Als Bei-
spiele nennen die Autoren die Unzuständigkeit der verfügenden Behörde 
und das vollständige Unterlassen der Bekanntmachung eines Gesuchs. Bei-
des liegt hier nicht vor, wurde das Baugesuch doch zumindest im Anzeiger 
Aarberg publiziert. Nach dem Gesagten sind sodann Organisationen in Fäl-
len der hinkenden Rechtskraft befugt, nachträglich Beschwerde zu erheben, 
sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. insb. Art. 55 ff. USG). 
Sie können ihre Einwände gegen das Bauvorhaben also trotz mangelhafter 
Publikation im Beschwerdeverfahren zwar nachträglich, aber grundsätzlich 
ohne Einschränkungen vorbringen. Die allenfalls unterbliebene Publikation 
des Baugesuchs im kantonalen Amtsblatt stellt deswegen keinen Widerrufs-
grund dar. Ob die Veröffentlichung (auch) in diesem Publikationsorgan er-
folgt ist oder nicht, kann unter diesen Umständen offenbleiben.

6.6 Soweit der Beschwerdeführer mit seinem Hinweis auf Art. 5 der (kan-
tonalen) Verordnung vom 14. Oktober 2009 über die Umweltverträglichkeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
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prüfung (KUVPV; BSG 820.111) geltend machen will, es sei auch die Publi-
kation des UVB und weiterer Unterlagen nach den Zugänglichkeitsvorschrif-
ten von Art. 15 und 20 der Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die Um-
weltverträglichkeitsprüfung (UVPV; SR 814.011) zu Unrecht nicht im Amts-
blatt erfolgt (Eingabe vom 23.9.2020 im Verfahren 100.2020.334, act. 6 
S. 3), ergibt sich Folgendes:

6.6.1 Die erwähnten Bestimmungen der UVPV stützen sich auf Art. 10d 
USG, wonach der Bericht und die Ergebnisse der UVP unter Wahrung des 
Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses von jedermann eingesehen wer-
den können, soweit nicht überwiegende private oder öffentliche Interessen 
die Geheimhaltung erfordern. Nach Art. 15 UVPV sorgt die zuständige Be-
hörde unter Vorbehalt der gesetzlichen Geheimhaltungspflichten dafür, dass 
der UVB öffentlich zugänglich ist (Abs. 1). Muss das Gesuch für die Anlage 
öffentlich aufgelegt werden, so wird in der Publikation darauf hingewiesen, 
dass auch der Bericht eingesehen werden kann (Abs. 2). Ist für das Gesuch 
keine öffentliche Auflage vorgeschrieben, so machen die Kantone den Be-
richt nach ihrem Recht bekannt (Abs. 3). Art. 20 Abs. 1 UVPV nennt sodann 
in nicht abschliessender Weise die wichtigsten Gegenstände, die zugänglich 
sind, und verpflichtet die Behörde, den Ort für die Einsichtnahme bekannt zu 
geben. Gemäss Art. 5 KUVPV erfolgt die Publikation nach Art. 15 Abs. 3 und 
Art. 20 Abs. 1 UVPV im kantonalen Amtsblatt und im amtlichen Anzeiger 
(Abs. 1). Die Publikation nach Art. 15 UVPV erfolgt so früh wie möglich, spä-
testens zusammen mit der Publikation des Projekts im massgeblichen Ver-
fahren (Abs. 2). 

6.6.2 Das Einsichtsrecht gemäss Art. 10d USG gründet auf dem Gedan-
ken, dass die UVP dem Schutz von Rechtsgütern der Allgemeinheit dient. 
Insbesondere die räumlich unmittelbar betroffene Bevölkerung verfügt über 
ein berechtigtes Interesse zu erfahren, welche Auswirkungen von einer An-
lage ausgehen. Transparenz ermöglicht die Kontrolle der behördlichen Tä-
tigkeit und soll zudem zu grösserer öffentlicher Akzeptanz des Vollzugs der 
Umweltschutzvorschriften beitragen, was eine Voraussetzung für die Ver-
wirklichung der Schutzziele darstellt. Darüber hinaus dient das Einsichts-
recht der grösstmöglichen Sachverhaltsaufklärung sowie der Verbesserung 
von Qualität und Effizienz der UVP (Daniela Thurnherr, Öffentlichkeit und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 18

Geheimhaltung von Umweltinformationen, Diss. Zürich 2003, S. 201 f. mit 
Hinweisen). Dieses Einsichtsrecht und die Parteirechte der Einsprache- und 
Beschwerdeberechtigten bestehen unabhängig voneinander (vgl. 
BGer 1A.60/2002 vom 10.9.2002 E. 2.2 [zusammengefasst in URP 2002 
S. 801]). Wer das Einsichtsrecht ausübt, erwirbt dadurch keine Rechte, wel-
che nur den Parteien des betreffenden Verfahrens zustehen; umgekehrt er-
fahren die Rechte der Parteien keine Beschränkung auf Gegenstände, die 
nach Art. 10d USG für alle zugänglich sind (vgl. BGE 133 I 98 [BGer 
1A.10/2006 vom 14.12.2006] nicht publ. E. 3.3.3; Rausch/Keller, in Kom-
mentar USG, 2. Aufl. 2001, Art. 9 N. 137 mit Hinweis). Während beschwer-
deberechtigte Personen oder Organisationen ihren Standpunkt mit nachträg-
licher Beschwerde geltend machen können und eine Korrektur der Baube-
willigung auf diesem Weg möglich bleibt (vorne E. 6.4), ist ein Nachholen 
des durch mangelhafte Publikation eingeschränkten Einsichtsrechts nach 
Art. 10d USG grundsätzlich nicht möglich. Art. 17 UVPV bestimmt, welche 
Unterlagen in die UVP einzubeziehen sind; dazu gehören gemäss Bst. f auch 
Stellungnahmen, die aufgrund des Einsichtsrechts nach Art. 10d USG ein-
gereicht werden, obwohl für die breite Öffentlichkeit kein spezifischer 
Rechtsbehelf vorgesehen ist, sich zu den Entscheidgrundlagen der Prüfung 
äussern zu können (vgl. Griffel/Rausch, a.a.O., Art. 10d N. 4 i.V.m. 
Rausch/Keller, a.a.O., Art. 9 N. 135 und 152; Botschaft des Bundesrats zur 
Genehmigung und Umsetzung der Aarhus-Konvention und von deren Ände-
rung, in BBl 2012 S. 4323 ff., 4344 f.; vgl. auch Daniela Thurnherr, a.a.O., 
S. 309 f.).

6.6.3 Mit der Publikation im Anzeiger Aarberg ist jedenfalls der räumlich 
unmittelbar betroffenen Bevölkerung das Ausüben des Einsichtsrechts (mit 
einer allfälligen Stellungnahme) ermöglicht worden. Zudem kann nach der 
Rechtsprechung in Ausnahmefällen sogar auf eine nachträgliche UVP bzw. 
deren Vervollständigung verzichtet werden, wenn die getroffenen Sachver-
haltsabklärungen materiell genügen, um die Vereinbarkeit des Vorhabens 
mit den Umweltschutzvorschriften beurteilen zu können. Dabei muss Ge-
währ geboten sein, dass der Massstab einer im Ergebnis umfassenden und 
korrekten Ermittlung des umweltrechtlich relevanten Sachverhalts durch 
Fachpersonen nicht unterschritten wird (BGer 1C_662/2017 vom 14.5.2019, 
in URP 2019 S. 738 E. 3.4 mit Hinweis auf BGE 133 II 169 E. 2.2). Im vorlie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 19

genden Fall ist nicht anzunehmen, die allenfalls fehlende Publikation im kan-
tonalen Amtsblatt habe die korrekte Sachverhaltsermittlung in Frage gestellt, 
weil sich Interessierte nicht zur Sache äussern konnten. Solches macht der 
Beschwerdeführer auch nicht geltend. 

6.7 Allfällige Publikationsmängel rechtfertigen es somit nicht, einen Wi-
derruf des rechtskräftigen Gesamtentscheids vom 16. Mai 2017 in Betracht 
zu ziehen. 

7. Luftbelastung der WKK-Anlage als Widerrufsgrund

7.1 Hauptkritikpunkt des Beschwerdeführers sind die Schadstoffemissio-
nen, die durch die verschiedenen Anlagen auf dem Gelände der C.________ 
AG erzeugt werden (vgl. zum Betrachtungsperimeter auch hinten E. 8). 
Seiner Ansicht nach entspricht die für die WKK-Anlage vorgesehene 
Rauchgasreinigung nicht dem Stand der Technik. Werde das Tiermehl in 
einer Kehricht- und Sonderabfallverbrennungsanlage verbrannt oder 
anstelle des Tiermehls Gas eingesetzt, würden bedeutend weniger Schad-
stoffe anfallen. Es dürfe nicht sein, dass Kehrichtverbrennungsanlagen 
strengere Abgaswerte einhalten müssten als die hier interessierende WKK-
Anlage. Eine Verpflichtung zur Ausrüstung der Anlage nach dem Stand der 
Technik ergebe sich namentlich auch aus abfallrechtlichen Vorschriften (Be-
schwerde 100.2020.334 S. 5-7).

7.2 Bei den Auswirkungen auf die Umwelt im Bereich Luft und Gerüche 
nennt der UVB zum Thema «Ausgangslage, IST-Zustand» als bestehende 
Quelle von Luftschadstoffen in der näheren Umgebung der Anlage insbeson-
dere die vor Ort betriebene Wärmezentrale (S. 17 Ziff. 6.2.1). Zu den Emis-
sionen der WKK-Anlage und zur Kaminhöhenberechnung wurde am 5. Sep-
tember 2016 der Ergänzungsbericht Luftreinhaltung zum UVB erstellt 
(act. 16B im Verfahren 100.2020.94 pag. 78-75, nachfolgend: Ergänzungs-
bericht UVB). Der UVB und die Berichte der beteiligten Fachbehörden sind 
in die Gesamtbeurteilung der Umweltverträglichkeit des AUE vom 5. Dezem-
ber 2016 eingeflossen (act. 16B im Verfahren 100.2020.94 pag. 122-110 
[nachfolgend: Gesamtbeurteilung Umweltverträglichkeit]). Danach ist das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 20

Vorhaben grundsätzlich in allen Umweltbereichen mit dem geltenden Recht 
vereinbar (Ziff. 4).

7.3 Nach Art. 11 Abs. 1 USG werden Luftverunreinigungen durch Mass-
nahmen bei der Quelle begrenzt (Emissionsbegrenzungen). Art. 12 USG 
enthält einen abschliessenden Katalog solcher Massnahmen. Unabhängig 
von der bestehenden Umweltbelastung sind Emissionen im Rahmen der 
Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich 
und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). Neue stationäre Anlagen 
müssen so ausgerüstet und betrieben werden, dass sie die in den Anhängen 
1-4 zur Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV; 
SR 814.318.142.1) festgelegten vorsorglichen Emissionsbegrenzungen ein-
halten (Art. 3 LRV). Die Emissionsbegrenzungen werden verschärft, wenn 
feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung 
der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden (Art. 11 
Abs. 3 USG). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Verursacht eine einzelne 
Anlage übermässige Immissionen, obwohl die vorsorglichen Emissionsbe-
grenzungen eingehalten sind, so müssen ergänzende oder verschärfte 
Emissionsbegrenzungen angeordnet werden (Art. 5 Abs. 1 LRV). Ist dage-
gen zu erwarten, dass schädliche oder lästige Einwirkungen von Luftverun-
reinigungen durch mehrere Quellen verursacht werden, so erstellt die zu-
ständige Behörde einen Plan der Massnahmen, die zur Verminderung oder 
Beseitigung dieser Einwirkungen beitragen (Massnahmenplan; Art. 44a 
USG und Art. 31 ff. LRV). Bei der Bewilligung neuer Anlagen in Gebieten, in 
denen schädliche oder lästige Einwirkungen vorhanden oder zu erwarten 
sind, müssen somit mindestens die im Massnahmenplan vorgesehenen ver-
schärften Massnahmen angeordnet werden; diese können sich namentlich 
auf Art. 11 Abs. 3 und Art. 12 USG stützen (vgl. BGer 1C_367/2016 vom 
7.2.2017, in URP 2017 S. 695 E. 8 einleitend; ferner Christoph Jäger, in 
Griffel et al. [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, 2016, Rz. 4.218).

7.4 Nach dem UVB sind bei der Verbrennung von Tiermehl hauptsächlich 
die Stoffe Asche/Staub (PM10), Schwefeloxide, Stickoxide und Phosphor 
problematisch. Bei der Konzeption der Abluftreinigungsanlage für die neue 
WKK-Anlage wurden Verbrennungstests mit dem Tiermehl der 
C.________ AG vorgenommen, die emittierten Schadstoffmengen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 21

gemessen und mit den Emissionswerten der LRV verglichen (S. 12 
Ziff. 5.1.3). Die Fachstelle Immissionsschutz des Amtes für Berner Wirtschaft 
(beco), die heute zum AUE gehört, hat am 18. Oktober 2016 einen 
Fachbericht zur Luftreinhaltung erstattet (act. 16B im Verfahren 100.2020.94 
pag. 139-133 [nachfolgend: Fachbericht Immissionsschutz]). Danach hat die 
WKK-Anlage die Emissionsbegrenzungen gemäss Art. 3 Abs. 2 Bst. a i.V.m. 
Anhang 2 Ziff. 714 LRV für Anlagen zum Verbrennen von Siedlungs- und 
Sonderabfällen einzuhalten (S. 2, Titel «Luftreinhaltung – stationäre 
Anlagen»).

7.5 Es wird von keiner Seite in Frage gestellt, dass die für die WKK-
Anlage massgebenden Grenzwerte der LRV eingehalten werden können. 
Mit seiner Kritik, die Werte würden überschritten, bezieht sich der Beschwer-
deführer richtig besehen nicht auf die WKK-Anlage (Verbrennung von Tier-
mehl), sondern auf die bestehende Wärmezentrale (Verbrennung von Tier-
fett). Dabei verweist er auf eine neue, im Auftrag des BAFU erstellte Studie 
(Emissionsmessungen bei der Verbrennung biogener flüssiger Brennstoffe, 
Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz vom 29.1.2020, act. 10B im 
Verfahren 100.2020.334 pag. 71-50; vgl. Beschwerde 100.2020.334 S. 8). 
Dazu hat die Beschwerdegegnerin 1 ausgeführt, beim Verbrennungsprozess 
in den eigenen Dampfkesseln sei eine Reinigungsstufe für das Tierfett in 
Betrieb, die für die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte zentral sei. Für die 
Versuche der Fachhochschule sei kein Fett verwendet worden, das diese 
Reinigungsstufe durchlaufen habe (BA 100.2020.334 Rz. 37). Nach dem 
UVB wird die bestehende Feuerung alle zwei Jahre kontrolliert; sie erfülle 
die Vorgaben der LRV (S. 10 oben Ziff. 5.1). Gemäss Art. 13 Abs. 1 LRV 
müssen die Behörden die Einhaltung der Emissionsbegrenzungen überwa-
chen. Es ist davon auszugehen, dass allfällige Überschreitungen festgestellt 
worden wären, zumal die Tierfettverbrennung auch Gegenstand der emissi-
onsbegrenzenden Massnahmen ist, die gestützt auf den Massnahmenplan 
umgesetzt werden sollen (vgl. dazu hinten E. 7.8). Die Angabe der Be-
schwerdegegnerin 1, für die Studie sei anders als bei ihrer Anlage nicht ge-
reinigtes Tierfett verwendet worden, ist deshalb plausibel. Der Einwand des 
Beschwerdeführers vermag die Feststellung im UVB, wonach die beste-
hende Feuerung die Vorgaben der LRV erfülle, unter diesen Umständen 
nicht in Frage zu stellen (vgl. auch Entscheid BVD vom 25.8.2020 E. 5c). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
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Weiterungen dazu erübrigen sich, zumal der Beschwerdeführer «aus pro-
zessrechtlichen Überlegungen» ausdrücklich auf «eine Stellungnahme des 
Gerichtes und der Gegenpartei» zum Rechtsbegehren 2 im Verfahren 
100.2020.94 verzichtet, das ein sofortiges Verbot der Verbrennung von Tier-
fett beinhaltet (vorne Bst. E; Beschwerde 100.2020.94 S. 9).

7.6 Die in den Anhängen zur LRV festgelegten Emissionsgrenzwerte 
sind verbindlich. Sie konkretisieren das Vorsorgeprinzip abschliessend, be-
stimmen mithin das Mass des technisch und betrieblich Möglichen und des 
wirtschaftlich Tragbaren (BGE 126 II 399 E. 3c, 124 II 517 E. 4b). Nur dort, 
wo die Bestimmungen als Mindestvoraussetzungen ausgestaltet sind, kön-
nen die Anforderungen im Sinn des Vorsorgeprinzips unter Berücksichtigung 
des Verhältnismässigkeitsprinzips verschärft werden (Christoph Jäger, 
a.a.O., Rz. 4.225). Der abschliessende Charakter der in den Anhängen der 
LRV festgelegten Emissionsgrenzwerte hat bei technischen Entwicklungen 
gewisse Verzögerungen zur Folge: Was technisch möglich geworden ist, 
darf erst verlangt werden, wenn es auch im betreffenden Anhang der LRV 
seinen Niederschlag gefunden hat. Zuerst muss also grundsätzlich eine Ver-
ordnungsänderung erfolgen (Alain Griffel, Umweltrecht in a nutshell, 2. Aufl. 
2019, S. 99; ferner Ursula Brunner, Die Bedeutung des Standes der Technik 
im Umwelt- und Energienutzungsrecht, in URP 2015 S. 181 ff., 193 und 
225 f.; vgl. aber auch Schrade/Wiestner, in Kommentar USG, 2001, Art. 16 
N. 53). Die vom Beschwerdeführer zitierten Art. 12 und 26 der Verordnung 
vom 4. Dezember 2015 über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfäl-
len (Abfallverordnung, VVEA; SR 814.600) mit der Pflicht zur Entsorgung 
von Abfällen und zum Betrieb von Abfallanlagen nach dem Stand der Tech-
nik ändern daran nichts. Namentlich lassen sich daraus keine im Vergleich 
zur LRV strengeren emissionsbegrenzenden Massnahmen im Rahmen der 
Vorsorge ableiten. Es erübrigt sich daher auch, näher auf den Vergleich zwi-
schen der streitbetroffenen WKK-Anlage und einer Kehrichtverbrennungsan-
lage (KVA) einzugehen, den der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit 
den Vorgaben der VVEA anstellt (Beschwerde 100.2020.334 S. 7 1.-3. Ab-
schnitt).

7.7 Der Massnahmenplan zur Luftreinhaltung 2015/2030, den der Regie-
rungsrat im Juni 2015 verabschiedet hat (einsehbar unter: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 23

<www.weu.be.ch>, Rubriken «Themen/Umwelt/Luft, Lärm & Strahlung/Luft/
Übersicht»), umfasst 14 Massnahmen in den Bereichen Verkehr, Maschinen 
und Motoren, Feuerungen, Industrie- und Gewerbe sowie Landwirtschaft 
(S. 6 f.). Die Massnahme F3 befasst sich mit Feuerungen von Grossemitten-
ten, deren Schadstoffausstoss so weit als möglich reduziert werden soll. Als 
Grossemittenten gelten Betriebe, wenn die Gesamtheit von Feuerungsanla-
gen auf dem gleichen Firmengelände trotz Einhaltung der für sie geltenden 
Emissionsbegrenzungen zusammen pro Jahr mehr als 10 Tonnen Stick-
oxide ausstossen. Grossemittenten tragen überdurchschnittlich zu übermäs-
sigen Luftverunreinigungen bei. Zusätzlich zu den allgemeinen Massnahmen 
zur Emissionsbegrenzung sind alle technischen und betrieblichen Massnah-
men anzuordnen, die geeignet und verhältnismässig sind, um die Emissio-
nen weiter zu reduzieren. Grossemittenten werden verpflichtet, ihre Stick-
oxid-Emissionen kontinuierlich zu erfassen und aufzuzeichnen, und es wer-
den im Rahmen der in der LRV vorgesehenen periodischen behördlichen 
Kontrollen Nachweise über die kontinuierliche Aufzeichnung verlangt. Ist zu 
erwarten, dass mit neuen betrieblichen oder technischen Massnahmen, die 
verhältnismässig sind, die Stickoxidemissionen eines bestimmten Gross-
emittenten um mindestens 25 % reduziert werden, so informiert die zustän-
dige Fachbehörde den Anlagebetreiber und holt von ihm eine Stellungnahme 
ein. Dieser hat sich über die Konsequenzen eines allfälligen Einsatzes dieser 
Massnahmen im Betrieb zu äussern. Ist die Umsetzung verhältnismässig, 
verfügt die Fachbehörde die tieferen Emissionsbegrenzungen (S. 41 mit 
dem Massnahmenblatt F 3).

7.8 Gemäss dem Ergänzungsbericht UVB müsste für eine Reduktion der 
Stickoxidemissionen um 25 % gemäss Massnahmenplan ein Emissions-
grenzwert von 60 mg NOx/Nm3 eingehalten werden, was mit der vorgeschla-
genen Abgasbehandlung in der WKK-Anlage nicht zuverlässig gewährleistet 
sei. Die C.________ AG hat deshalb alternative Minderungsmassnahmen 
vorgeschlagen, die wirtschaftlich tragbar sind. Laut dem Ergänzungsbericht 
UVB verpflichtet sie sich, die Verbrennung von Tierfett im bestehenden 
Kesselhaus auf maximal 2'000 t pro Jahr zu beschränken. Gegenüber einem 
Referenzszenario von 6'000 t Tierfett pro Jahr würden die 
Stickoxidemissionen um rund 6 t pro Jahr reduziert. Weiter hielten die Kessel 
im Betrieb mit Erdgas schon heute einen um ca. 23 % verschärften Stickoxid-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 24

Emissionsgrenzwert ein (85 mg NOx/Nm3 anstelle der geforderten 110mg 
NOx/Nm3). Weitere Minderungsmassnahmen bei den bestehenden Kesseln 
würden geprüft. Insgesamt resultiere mit diesen Massnahmen gegenüber 
dem Referenzszenario eine Reduktion der Stickoxidemissionen von mindes-
tens 20 % (S. 3 Ziff. 2 und S. 4 Ziff. 4 [Massnahme Lu3]; vgl. auch UVB S. 18 
Ziff.  6.2.3 Titel «Emissionsgrenzwerte der WKK-Anlage»). Die Fachbehörde 
hat sich mit diesen Massnahmen einverstanden erklärt (Fachbericht Immis-
sionsschutz S. 3 2. Abschnitt). Im Verfahren vor der Vorinstanz betreffend 
die Projektänderung I hat sie weiter ausgeführt, die Reduktionsziele seien im 
Rahmen des Baubewilligungsverfahrens gemeinsam mit der C.________ 
AG festgelegt worden. In die Betrachtung seien sämtliche Feue-
rungsanlagen einbezogen worden, also auch die bestehenden Heizöl-, Erd-
gas- bzw. Mehrstoffbrenner (vgl. Stellungnahme der Fachstelle Immissions-
schutz vom 19.12.2019 zur Projektänderung I [act. 16A im Verfahren 
100.2020.94 pag. 28 f.; nachfolgend: Stellungnahme Fachstelle Immissions-
schutz vom 19.12.2019] S. 2 letzter Abschnitt).

7.9 Auch verschärfte emissionsbegrenzende Massnahmen im Sinn von 
Art. 11 Abs. 3 USG, wie sie gestützt auf den Massnahmenplan verlangt wer-
den können (vorne E. 7.3), müssen verhältnismässig sein (vgl. 
BGE 127 II 306 E. 8; Griffel/Rausch, a.a.O., Art. 11 N. 25). Wie die Vor-
instanz zutreffend ausgeführt hat, ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass 
Anlagen, die nach der LRV zum gleichen Typ gehören (hier: Anlagen zum 
Verbrennen von Siedlungs- und Sonderabfällen, vgl. Ziff. 71 Anhang 2 LRV), 
im Einzelfall unterschiedlichen Emissionsbegrenzungen unterliegen (Ent-
scheid BVD vom 25.8.2020 E. 4c; vgl. auch Christoph Jäger, a.a.O., 
Rz. 4.216, wonach es Ziel des Massnahmenplans sei, die Immissionsgrenz-
werte für Luftschadstoffe durch gleichwertige [aber nicht zwingend gleiche] 
Sanierungsbeiträge aller Emittenten einzuhalten). Aus dem Vergleich mit der 
KVA in der Stadt Bern kann der Beschwerdeführer bereits deshalb nichts zu 
seinen Gunsten ableiten. Es trifft sodann zwar zu, dass mit den vorgesehe-
nen Massnahmen keine Reduktion der Stickoxid-Emissionen um 25 % er-
reicht wird. Diese Emissionen werden aber um immerhin 20 % verringert, 
was jedenfalls in der Nähe des vom Massnahmenplan vorgegebenen Ziel-
bereichs liegt. Gemäss UVB wäre eine Reduktion um 25 % wegen des ho-
hen Stickstoffgehalts des Brennstoffs verbunden mit den strengen Emissi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 25

onsgrenzwerten nach LRV für Abfallverbrennungsanlagen nur mit grossem 
Aufwand möglich (zusätzliche DeNOX-Stufe; vgl. UVB S. 18 Ziff.  6.2.3 Titel 
«Emissionsgrenzwerte der WKK-Anlage»; ferner S. 12 Ziff. 5.1.3). Einer 
über das vereinbarte Reduktionsziel von 20 % hinausgehenden Senkung der 
Stickoxid-Emissionen steht den Angaben der Anlagebetreiberin zufolge ein 
hoher Aufwand gegenüber. Die Fachstelle Immissionsschutz hat dies bestä-
tigt, indem sie sich mit der Massnahme Lu3 gemäss Ergänzungsbericht UVB 
einverstanden erklärt hat (E. 7.8 hiervor). Der Beschwerdeführer stellt diese 
Abwägung zwar in Frage, indem er vorbringt, die Beschwerdegegnerin 1 
stehe wirtschaftlich gut da und könne die Entsorgungskosten für das Tier-
mehl zudem auf die Verursacherinnen und Verursacher, den Kanton oder 
die Gemeinden abwälzen (Beschwerde 100.2020.334 S. 7 3. Abschnitt). Mit 
diesem Einwand vermag er aber nicht aufzuzeigen, dass weitergehende 
Massnahmen entgegen der Beurteilung der Fachstelle Immissionsschutz 
verhältnismässig wären. Auch verschärfte Emissionsbegrenzungen setzen 
nach dem Gesagten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Nutzen und 
Kosten einer Massnahme voraus. Dementsprechend können auch einem fi-
nanziell gut dastehenden Unternehmen im Rahmen des Massnahmenplans 
verschärfte emissionsbegrenzende Massnahmen nicht unabhängig von de-
ren Nutzen auferlegt werden (vgl. Schrade/Loretan, in Kommentar USG, 
1998, Art. 11 N. 43a und Theo Loretan, in Kommentar USG, 1998, Art. 44a 
N. 17 ff.). Hinzu kommt, dass nach den Angaben im UVB weitere emissions-
begrenzende Massnahmen bei den bestehenden Kesseln geprüft werden 
(E. 7.8 hiervor).

7.10 Der Beschwerdeführer bringt vor, in der bestehenden Anlage der 
C.________ AG werde seit 2015 kein Tierfett mehr verbrannt. Es erwecke 
den Eindruck einer absichtlichen Täuschung, dass mit der Reduktion von 
4'000 t Tierfett pro Jahr gegenüber dem Referenzszenario 6 t Stickoxid-
Emissionen «eingespart» würden (Beschwerde 100.2020.334 S. 8 8. und 
9. Abschnitt). – Die Beschwerdegegnerin 1 verfügt laut eigenen Angaben 
über eine Bewilligung zum Verbrennen von Tierfett als «anderer flüssiger 
Brennstoff» (Beschwerdeantwort vom 3.7.2020 im Verfahren 100.2020.94 
[nachfolgend: BA 100.2020.94] Rz. 56). Das bestreitet der Be-
schwerdeführer nicht, auch wenn die Bewilligung seiner Ansicht nach zu Un-
recht erteilt wurde (vgl. Beschwerde 100.2020.94 S. 9 und 11). Gemäss den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 26

Umweltberichten der C.________ AG 2019 und 2020 (einsehbar unter: 
<www.D.________.ch>, Rubrik «Aktuell») wurde in den letzten beiden 
Jahren kein Tierfett verbrannt und soll dies auch im Jahr 2021 nicht der Fall 
sein. Die Verbrennung von Tierfett sei aus ökonomischer Sicht nicht sinnvoll 
gewesen (je S. 11 und 19 der Berichte). Dies ändert aber nichts daran, dass 
die Verbrennung gestützt auf eine entsprechende Bewilligung zulässig ist. 
Bei veränderten Marktverhältnissen könnte die C.________ AG wieder auf 
mehr Tierfett als Brennstoff zur eigenen Energieproduktion zurückgreifen. 
Mit der Begrenzung auf 2'000 t Tierfett pro Jahr wird diese Möglichkeit 
begrenzt. Damit werden die Stickoxid-Emissionen im genannten Rahmen 
reduziert, auch wenn zurzeit (faktisch) kein Tierfett verbrannt wird. Unklar 
bleibt, was der Beschwerdeführer aus seinem Argument ableiten will, der 
«Heizwert Hu» des Tierfetts werde nun mit demjenigen des Tiermehls ersetzt 
und mit der WKK-Anlage würden bedeutend mehr Luftschadstoffe 
ausgestossen (Beschwerde 100.2020.334 S. 8 letzter Absatz). Die Bewilli-
gung einer neuen Feuerungsanlage schliesst der Massnahmenplan zur Luft-
reinhaltung 2015/2030 auch bei Grossemittenten nicht aus, wenn wie hier 
ausreichende Vorkehren zur Emissionsbegrenzung getroffen werden.

7.11 Die im Zeitpunkt des Gesamtentscheids vom 16. Mai 2017 massge-
benden Emissionsgrenzwerte und die Vorgaben des Massnahmenplans zur 
Luftreinhaltung 2015/2030 sind damit eingehalten. Der Beschwerdeführer er-
wähnt allerdings zusätzlich den im Jahr 2018 neu eingeführten Immissions-
grenzwert für Schwebestaub (PM2.5; Beschwerde 100.2020.334 S. 9). Da-
mit macht er einen nachträglichen Mangel der Baubewilligung geltend. Auch 
in solchen Fällen kommt ein Widerruf der rechtskräftigen Baubewilligung in 
Frage (vorne E. 4.2).

7.11.1 Gemäss Art. 16 Abs. 1 USG müssen Anlagen saniert werden, die den 
Vorschriften dieses Gesetzes oder den Umweltvorschriften anderer Bundes-
gesetze nicht genügen. Die Bestimmungen über die Sanierung beziehen 
sich auf Anlagen, die älter sind als die Vorschriften, denen sie nicht genügen 
(sog. nachträgliche Fehlerhaftigkeit). Die Sanierungspflicht besteht unab-
hängig davon, ob die Voraussetzungen für einen Widerruf der Baubewilli-
gung gegeben sind (vgl. BGer 1C_177/2011 vom 9.2.2012, in URP 2012 
S. 315 E. 4.2, 1A.108/2004 und 1P.290/2004 vom 17.11.2004, in ZBl 2006 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 27

S. 284 und URP 2005 S. 243 E. 3.6; vgl. auch Griffel/Rausch, a.a.O., Art. 16 
N. 10; Alain Griffel, a.a.O., S. 88; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 25). Die 
WKK-Anlage wurde mit Gesamtentscheid vom 16. Mai 2017 und damit vor 
Inkrafttreten der hier interessierenden Änderung der LRV vom 11. April 2018 
am 1. Juni 2018 rechtskräftig bewilligt (vgl. zum neuen Grenzwert Anhang 7 
LRV; AS 2018 S. 1687 ff., 1691 und 1708). Soweit die Anlage im Wider-
spruch zu dieser Änderung steht, wäre sie demnach zu sanieren (vgl. Hans 
Gygax, Rück- und Ausblick zum Vollzug der LRV aus Sicht der Kantone, in 
URP 2019 S. 114 ff., 122). Ob und in welchem Zeitpunkt dies der Fall ist, ist 
aber nicht Thema des Widerrufsverfahrens (vgl. zu den Sanierungsfristen 
Art. 10 LRV sowie die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 
11.4.2018). Darüber wäre vielmehr in einem nachgelagerten Verfahren zu 
befinden (vgl. auch BGer 1C_506/2016 vom 6.6.2017 E. 6.5). Das gilt auch 
mit Bezug auf allfällige weitere Grenzwerte, die im Nachgang zum Gesamt-
entscheid aus dem Jahr 2016 verschärft worden sind oder verschärft wer-
den.

7.11.2 Im Übrigen hat die Fachstelle Immissionsschutz zum Schwebestaub 
PM10 festgehalten, dass die Feinstaubbelastung tendenziell zurückgegan-
gen sei und die Anlage alleine mit Sicherheit keine übermässigen 
Feinstaubimmissionen verursache. Bei einer Anlage, die dieselben Emissi-
onsgrenzwerte einzuhalten habe (Holzheizzentrale mit einer Feuerungswär-
meleistung grösser als 10 MW), könnten die Staubkonzentrationen laut Im-
missionsprognose beispielsweise im Jahresmittel lokal um maximal 
0,1 μg/m3 ansteigen (Stellungnahme Fachstelle Immissionsschutz vom 
19.12.2019 S. 2 vierter Abschnitt). Wie es sich mit dem Schwebestaub 
PM2.5 verhält, geht aus den Berichten der Fachstelle Immissionsschutz 
nicht hervor. Da der Immissionsgrenzwert für Schwebestaub PM10 bei 
20 μg/m3 liegt und derjenige für Schwebestaub PM2.5 bei 10 μg/m3 (Jahres-
mittelwert [je arithmetischer Mittelwert]; vgl. Anhang 7 LRV), dürften auch 
hier die Immissionsgrenzwerte eingehalten sein. Hinzu kommt, dass der 
Emissionsgrenzwert für Staub bei Anlagen zum Verbrennen von Siedlungs- 
und Sonderabfällen nicht geändert wurde (vgl. Anhang 2 Ziff. 714 Bst. a 
LRV). Eine erhebliche Gefährdung der Umwelt, die einen (teilweisen) Wider-
ruf rechtfertigen könnte (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 5), ist daher 
nicht zu erwarten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 28

7.12 Die Schadstoffbelastung, die mit dem Betrieb der WKK-Anlage ver-
bunden ist, bedeutet somit keinen Widerspruch zu öffentlich-rechtlichen Vor-
schriften im Sinn des Bewilligungswiderrufs nach Art. 43 BauG.

8. Unvollständige UVP als Widerrufsgrund

8.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die UVP hätte nicht nur für die 
WKK-Anlage, sondern unter Einbezug aller «örtlich sowie funktionell zusam-
menhängenden Anlagen der D.________ Gruppe» durchgeführt werden 
müssen (Beschwerde 100.2020.334 S. 3). Er beantragt sinngemäss, es sei 
bei sämtlichen Anlagen der D.________-Gruppe ein Augenschein 
vorzunehmen. Der Beschwerdeführer nennt die C.________ AG und das 
…Z als Betriebe, die seiner Ansicht nach in die UVP hätten einbezogen 
werden müssen. Dies ist im Folgenden zu prüfen. Soweit er pauschal auf 
weitere Betriebe der D.________-Gruppe verweist, ist darauf hingegen nicht 
weiter einzugehen (vgl. Eingabe vom 3.11.2020 im Verfahren 100.2020.334, 
act. 14 S. 7 f.). Anders als der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, ist 
es nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts zu prüfen, ob sich der 
angefochtene Entscheid unter schlechthin allen in Frage kommenden 
Aspekten als korrekt erweist; zu behandeln sind in der Regel nur die 
vorgebrachten Beanstandungen, jedenfalls wenn allfällige weitere Mängel 
nicht geradezu offensichtlich sind (vgl. BGE 141 II 307 E. 6.5; Michel Daum, 
a.a.O., Art. 20a N. 10, je mit Hinweisen).

8.2 Bei der WKK-Anlage handelt es sich um eine Anlage im Sinn von 
Art. 7 Abs. 7 USG. Darunter kann – je nach Regelungszusammenhang – 
eine Einzelanlage, eine Gesamtanlage oder eine räumlich und funktional zu-
sammenhängende Mehrzahl von Anlagen verstanden werden. Gemäss 
Art. 8 USG werden Einwirkungen sowohl einzeln als auch gesamthaft und 
nach ihrem Zusammenwirken beurteilt. Diese Bestimmung und das ihr zu-
grundeliegende Prinzip der ganzheitlichen Betrachtungsweise verlangen – 
insbesondere für den Bereich der Emissionsbegrenzung – eine gesamthafte 
Beurteilung aller Anlagen, die aufgrund ihres räumlichen, zeitlichen und funk-
tionalen Zusammenhangs als Gesamtanlage erscheinen. Daraus wird gefol-
gert, dass sich die UVP-Pflicht auf alle Teile erstrecken muss, die zusammen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 29

eine Gesamtanlage in diesem Sinn bilden. Speziell für den Bereich der Luft-
reinhaltung bestimmt Art. 2 Abs. 4 Bst. a LRV, dass als neue Anlagen auch 
Anlagen gelten, die umgebaut, erweitert oder instand gestellt werden, wenn 
dadurch höhere oder andere Emissionen zu erwarten sind. Ist das zu bewil-
ligende Projekt in diesem Sinn als Änderung oder Erweiterung einer bereits 
bestehenden Anlage zu qualifizieren, so müssen die erforderlichen Emissi-
onsbegrenzungen für die gesamte Anlage in der UVP geprüft und im Bewil-
ligungsentscheid festgesetzt werden, d.h. nicht nur hinsichtlich der neuen, 
sondern auch der bestehenden Teile (BGE 146 II 36 E. 3.4, 142 II 20 E. 3.1 
mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Die Erfordernisse des räumlichen und 
des funktionalen Zusammenhangs für die Annahme einer Gesamtanlage 
gelten kumulativ. Bei der Beurteilung des funktionalen Zusammenhangs 
spielt praxisgemäss auch eine Rolle, ob die Einzelanlagen derselben Eigen-
tümer- bzw. Betreiberschaft gehören oder eine gemeinsame Organisation 
oder Planung besteht (BGE 146 II 36 E. 3.5, 142 II 20 E. 3.5).

8.3 Der Widerruf einer rechtskräftigen Baubewilligung setzt wie dargelegt 
voraus, dass die Ausführung des Bauvorhabens wesentliche schutzwürdige 
Interessen verletzen würde (vorne E. 4.1). Das kann namentlich dann der 
Fall sein, wenn eine Umweltbelastung erst nachträglich festgestellt wird 
(Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 4). Unterbleibt eine UVP zu Unrecht oder 
ist sie unvollständig, kann dies grundsätzlich nur zum Widerruf führen, wenn 
die Umweltbelastung aufgrund der fehlerhaften UVP falsch beurteilt wurde. 

8.4 Die WKK-Anlage hält die Emissionsgrenzwerte der LRV ein. Soweit 
hier interessierend, gilt das auch für die C.________ AG (vgl. vorne E. 7.5). 
Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass das rechtskräftig bewilligte …Z 
die massgeblichen Emissionsgrenzwerte ebenfalls einhält. Sind von einer 
einzelnen Anlage übermässige Immissionen zu erwarten, obwohl die 
vorsorglichen Emissionsbegrenzungen eingehalten sind, verfügt die Be-
hörde ergänzende oder verschärfte Emissionsbegrenzungen (Art. 5 LRV). 
Übermässige Immissionen werden aber in der Regel durch mehrere bzw. 
eine Vielzahl von Quellen verursacht, nicht durch einzelne Anlagen (Alain 
Griffel, a.a.O., S. 99). Für diese Fälle ist ein Massnahmenplan erforderlich 
(vgl. Art. 44a USG und Art. 31 ff. LRV; vorne E. 7.3). Der Massnahmenplan 
zur Luftreinhaltung 2015/2030 sieht für Grossemittenten von Stickoxiden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 30

Massnahmen vor, die über die vorsorglichen emissionsbegrenzenden Mass-
nahmen hinausgehen. Die C.________ AG wurde bei der Beurteilung der 
Stickoxidemissionen einbezogen und es sind Massnahmen zur Reduktion 
derselben vorgesehen (vorne E. 7.8). Der Beschwerdeführer legt nicht 
substanziiert dar, weshalb nebst der C.________ AG auch das …Z in die 
Beurteilung hätte einbezogen werden müssen. Zwar führt er aus, das …Z 
verfüge über einen eigenen Hochkamin, um die Abluft aus der Fettschmelze 
abzuführen (Eingabe vom 29.7.2020 im Verfahren 100.2020.94, act. 20 S. 2 
letzter Abschnitt; vgl. auch Eingabe an die BVD vom 5.8.2020, act. 1C im 
Verfahren 100.2020.334). Daraus ist aber nicht ohne weiteres zu schliessen, 
dass erhebliche Stickoxidemissionen, z.B. aus einer Feuerungsanlage, 
anfallen werden. Hinzu kommt, dass gemäss dem Massnahmenplan nur 
Feuerungsanlagen auf dem «gleichen Firmengelände» zu berücksichtigen 
sind (Massnahmenblatt F3 betreffend Feuerungen von Grossemittenten). 
Schliesslich haben weder die Fachstelle Immissionsschutz noch das für die 
Gesamtbeurteilung der UVP zuständige AUE den Einbezug weiterer 
Betriebe der D.________-Gruppe – namentlich des …Z – gefordert. Soweit 
sich der Beschwerdeführer auf andere Luftschadstoffe als Stickoxide 
bezieht, ist nicht erkennbar, inwiefern im Rahmen der Vorsorge oder des 
Massnahmenplans zur Luftreinhaltung 2015/2030 weitergehende 
Begrenzungen erforderlich wären; die in das Verfahren einbezogenen 
Fachbehörden haben denn auch keine solchen verlangt. Bei dieser Aus-
gangslage muss nicht vertieft werden, unter welchen Voraussetzungen wei-
tere verschärfte Emissionsbegrenzungen direkt gestützt auf Art. 11 Abs. 3 
und Art. 12 USG angeordnet werden könnten, die im Massnahmenplan nicht 
vorgesehen sind (weiterführend dazu etwa BGer 1C_367/2016 vom 
7.2.2017, in URP 2017 S. 695 E. 8; Griffel/Rausch, a.a.O., Art. 44a N. 8 ff.).

8.5 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, nirgendwo in Lyss sei 
es so wichtig, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt insgesamt zu be-
urteilen wie bei den Anlagen der D.________-Gruppe. Im Einzelnen nennt 
er viele Luftschadstoffquellen und pathogene Quellen, grosse Tanks mit 
wassergefährdenden Flüssigkeiten, grundwasserströmungs-
einschränkende Bauten sowie eine erhebliche Grundwasserverschmutzung 
mit Tetrachlorethen (Eingabe vom 3.11.2020 im Verfahren 100.2020.334, 
act. 14 S. 7 7. Abschnitt). – Es trifft zu, dass beim Betrieb der WKK-Anlage 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
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gemäss dem UVB namentlich auch die Umweltbereiche Gewässerschutz 
sowie Abfälle und umweltgefährdende Stoffe relevant sind (Ziff. 6 S. 14 
Tabelle 3: Relevanzmatrix). Wäre von einer Gesamtanlage auszugehen, 
müssten auch diese Bereiche unter Einbezug von weiteren 
zusammenhängenden Anlagen gesamthaft geprüft werden. Was die 
genannten Umweltbereiche anbelangt, führt der Beschwerdeführer aber 
nicht aus, inwiefern die Beurteilung im UVB bzw. die Gesamtbeurteilung der 
Umweltverträglichkeit wegen des möglicherweise fehlenden Einbezugs 
weiterer Betriebe fehlerhaft sein sollte. Er belässt es vielmehr bei allgemein 
gehaltener Kritik. Das Verwaltungsgericht ist nicht eine «obere 
Umweltschutzfachbehörde», die von Amtes wegen Untersuchungen 
durchführt, um allfällige Handlungsfelder auszumachen und zusätzliche 
Massnahmen anzuordnen. Im Rahmen der Rechtskontrolle, die dem Gericht 
als Rechtsmittelinstanz obliegt (vorne E. 1.3), besteht hier kein Grund, 
korrigierend einzugreifen.

8.6 Der Beschwerdeführer weist sodann darauf hin, dass eine Stellung-
nahme des Bundesamts für Umwelt (BAFU) nötig wäre, wenn von einer Ge-
samtanlage auszugehen wäre (Beschwerde 100.2020.334 S. 3). – Die UVP-
Pflicht der WKK-Anlage wurde bejaht, weil es sich um eine Abfallanlage für 
die thermische oder chemische Behandlung von mehr als 1'000 t Abfall pro 
Jahr handelt (Anhang Ziff. 40.7 Bst. c UVPV; vgl. Gesamtbeurteilung Um-
weltverträglichkeit Ziff. 1.3 S. 2). Die Anlage dient aber auch der thermischen 
Energieerzeugung. Gemäss Art. 12 Abs. 3 i.V.m. Anhang Ziff. 21.2 Bst. c 
UVPV muss bei Anlagen zur thermischen Energieerzeugung mit einer Feu-
erungswärmeleistung oder einer pyrolitischen Leistung von mehr als 
20 MWth bei kombinierten Energieträgern (fossil und erneuerbar) das BAFU 
angehört werden (vgl. auch Art. 14 Abs. 4 UVPV und Art. 6 Abs. 1 KUVPV). 
Wären die C.________ AG und die WKK-Anlage als Gesamtanlage zu 
betrachten, würde die Feuerungswärmeleistung mehr als 20 MWth betragen 
und wäre eine Stellungnahme des BAFU einzuholen (vgl. zur Feue-
rungswärmeleistung UVB S. 9 Ziff. 5.1 und S. 11 Ziff. 5.1.2). Bei Vorhaben, 
welche die Umwelt in besonderem Mass gefährden könnten, soll auch das 
Fachwissen der spezialisierten Bundesinstanz in die UVP einfliessen. Die 
Anhörung gewährleistet eine korrekte und einheitliche Anwendung des Um-
weltschutzrechts des Bundes in allen Kantonen. Im Rahmen der Anhörung 

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nimmt das BAFU gestützt auf die Stellungnahme der kantonalen Umwelt-
schutzfachstelle summarisch – d.h. zu den Schlüsselfragen oder ungenü-
gend geklärten Punkten – Stellung zu Voruntersuchung, Pflichtenheft und 
UVB (vgl. UVP-Handbuch, hrsg. vom BAFU, 2009 [einsehbar unter: 
<www.bafu.admin.ch>, Rubriken «Themen/Umweltverträglichkeitsprüfung/
UVP-Handbuch»], Modul 3: Verfahren, S. 7 Ziff. 3.4). Dem BAFU kommt in-
soweit die Rolle des Zweitgutachters zu (Rausch/Keller, a.a.O., Art. 9 
N. 126 f.; Griffel/Rausch, a.a.O., Art. 10c N. 7 f.). Eine allenfalls zu Unrecht 
unterbliebene Anhörung des BAFU ist ein Verfahrensfehler. Verfahrensfeh-
ler können einen Widerruf jedoch wie ausgeführt nur rechtfertigen, wenn sie 
sehr schwer wiegen; angesprochen sind Fehler, die auch die Nichtigkeit be-
wirken können (vorne E. 6.5). Davon ist hier nicht auszugehen.

8.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass ein möglicherweise zu Unrecht 
unterbliebener (weitergehender) Einbezug der C.________ AG sowie des 
…Z in die UVP für die WKK-Anlage nicht zu einer falschen Beurteilung der 
Umweltauswirkungen in den vom Beschwerdeführer gerügten Punkten 
geführt hat, die zum Widerruf der rechtskräftigen Baubewilligung führen 
könnte. Hinzu kommt, dass (auch) das …Z rechtskräftig bewilligt ist und 
dafür eine UVP durchgeführt worden ist. Eine allfällige Verletzung von Art. 8 
USG bzw. Art. 9 UVPV würde hier deshalb keinen Widerruf rechtfertigen, 
zumal ausnahmsweise sogar auf eine nachträgliche UVP verzichtet werden 
kann (vgl. zu einer unvollständigen UVP etwa VGE 22469 vom 29.5.2006 
E. 6, bestätigt durch BGE 133 II 169 E. 2). Allgemein kommt ein 
Bewilligungswiderruf wegen unterbliebener oder fehlerhafter UVP aus Grün-
den der Verhältnismässigkeit kaum je in Betracht (so Daniela Thurnherr, in 
Griffel et al. [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, 2016, Rz. 7.213). 
Im Urteil des Bundesgerichts 1C_291/2018 vom 3. Juli 2019 (zusammenge-
fasst in URP 2020 S. 305), auf das sich der Beschwerdeführer bezieht (Be-
schwerde 100.2020.334 S. 4), ging es nicht um den Widerruf einer rechts-
kräftigen Baubewilligung. Anders als hier unterblieb auch eine Gesamtbeur-
teilung der Umweltverträglichkeit durch die Fachbehörde in einem wesentli-
chen Bereich. Der Beschwerdeführer kann deshalb aus diesem Urteil nichts 
zu seinen Gunsten ableiten. – Da sich der entscheidwesentliche Sachverhalt 
mit genügender Klarheit aus den Akten ergibt, ist der beantragte Augen-
schein nicht erforderlich; der entsprechende Beweisantrag wird abgewiesen 

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(vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung etwa BGE 144 II 427 E. 3.1.3; 
BVR 2020 S. 113 E. 3.7; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 27 f.). 

8.8 Ob die genannten Anlagen in die UVP hätten einbezogen werden 
müssen, kann bei diesem Ergebnis offenbleiben.  

9. Fehlende Betriebsbewilligung als Widerrufsgrund

9.1 Sinngemäss macht der Beschwerdeführer weiter geltend, für die 
WKK-Anlage sei eine Bewilligung gemäss Art. 11 der Verordnung vom 
25. Mai 2011 über tierische Nebenprodukte (VTNP; SR 916.441.22) erfor-
derlich (Beschwerde 100.2020.334 S. 7 5. Abschnitt). Ob das zutrifft, muss 
hier nicht beantwortet werden. Wie die Beschwerdegegnerin 1 zutreffend 
ausführt, ist diese Betriebsbewilligung nicht zwingend mit der Baubewilligung 
zu koordinieren (BA 100.2020.334 Rz. 33; vgl. BGE 126 II 26 E. 5d; allge-
mein etwa Arnold Marti, in Praxiskommentar RPG: Baubewilligung, Rechts-
schutz und Verfahren, 2020, Art. 25a N. 33). Die VTNP stellt im Übrigen hin-
sichtlich der Luftreinhaltung keine über die Bestimmungen des USG und der 
LRV hinausgehenden Anforderungen (vgl. BVR 2006 S. 335 E. 7.1.3, noch 
zum Vorgängererlass). 

9.2 Soweit der Beschwerdeführer der Auffassung war, das Vorhaben be-
nötige eine Betriebsbewilligung nach der Verordnung vom 22. Juni 2005 
über den Verkehr mit Abfällen (VeVA; SR 814.610) und nach dem Gesetz 
vom 18. Juni 2003 über die Abfälle (AbfG; BSG 822.1), kann auf Weiterun-
gen verzichtet werden. Er hat laut eigenen Ausführungen in der Beschwer-
deschrift erkannt, dass «keine abfallrechtliche Betriebsbewilligung» vom 
kantonalen Fachamt benötigt werde (Beschwerde 100.2020.334 S. 7 4. Ab-
schnitt).

10. Ergebnis im Verfahren 100.2020.334

Zusammenfassend ergibt sich, dass keine Gründe für einen Widerruf des 
rechtskräftigen Gesamtentscheids vom 16. Mai 2017 für die WKK-Anlage 
gegeben sind. Der angefochtene Entscheid hält der Rechtskontrolle daher 

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stand und die Beschwerde im Verfahren 100.2020.334 ist als unbegründet 
abzuweisen. Nicht weiter einzugehen ist im Übrigen auf die Forderung des 
Beschwerdeführers nach Abklärungen, ob die Beschwerdegegnerin 1 die 
Bewilligung «durch Irreführung» erwirkt hat, was er im Zusammenhang mit 
Schadenersatz für bedeutsam hält (Beschwerde 100.2020.334 S. 5 4. Ab-
schnitt). Über solche Ansprüche ist im vorliegenden Verfahren nicht zu be-
finden.

11. Voraussetzungen und Gegenstand der Projektänderung I

11.1 Das bernische Recht regelt die Bewilligung von Projektänderungen 
in Art. 43 des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfah-
ren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1). Die Bestimmung will ver-
hindern, dass ein neues Baubewilligungsverfahren angehoben werden 
muss, wenn am ursprünglichen Projekt nur untergeordnete Änderungen vor-
genommen werden (Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 32-32d N. 12). Geht es wie 
im vorliegenden Fall um die Änderung eines rechtskräftig bewilligten Projekts 
vor oder während der Bauausführung, ist eine Zusatzbewilligung zur bereits 
erteilten Baubewilligung erforderlich (Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 32-32d 
N. 14).

11.2 Die Zusatzbewilligung, welche die Regierungsstatthalterin des Ver-
waltungskreises Seeland am 29. Oktober 2019 erteilt hat (act. 16B im Ver-
fahren 100.2020.94 pag. 260-254), umfasst Folgendes (Projektänderung I): 
Verlängerung des Gebäudes auf der Ostseite um 6,85 m; Neuanordnung der 
Tankanlage auf der Südseite des Gebäudes statt wie bisher auf der Ostseite 
bei leicht veränderten Massen mit Reduktion der Anzahl Silos von sechs auf 
fünf; Verschiebung des Kamins um knapp 3 m in westlicher Richtung als neu 
freistehender Gebäudeteil bei leicht verbreitertem Durchmesser; Verschie-
bung des Treppenhauses mit Dachausstieg im Gebäude von der West- auf 
die Nordseite sowie Veränderung bei den Toren; neuer allseitig rückversetz-
ter Dachaufbau; Wirbelschichtvergasung anstatt Wirbelschichtofen mit Er-
höhung der maximalen Leistung des neuen Kessels und der maximalen 
Menge des zu verbrennenden Tiermehls bei gleichzeitiger Mengenreduktion 
des Erdgases (vgl. zusammenfassend Entscheid BVD vom 14.2.2020 E. 3c; 

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in act. 16B im Verfahren 100.2020.94: Gesuch Projektänderung vom 
9.7.2019, pag. 189; Voranfrage Projektänderung vom 10.1.2019, pag. 169; 
Bericht Luftreinhaltung und Lärm zur Projektanpassung vom 12.8.2019, 
pag. 210-206 [nachfolgend: Bericht Projektanpassung], Ziff. 1; Pläne Pro-
jektänderung act. 16C im Verfahren 100.2020.94).

11.3 Der Beschwerdeführer bringt im Verfahren 100.2020.94 vor, die Än-
derungen sprengten den Rahmen einer Projektänderung (E. 12 hiernach); 
zudem sei (auch) für die Projektänderung eine UVP durchzuführen (hinten 
E. 13). In der Sache beanstandet er wie im Verfahren 100.2020.334 die vor-
gesehene Rauchgasreinigung und das Fehlen einer Bewilligung gemäss 
VTNP (hinten E. 14). Am Rand erwähnt er sodann die seiner Ansicht nach 
ungenügenden Profile (vgl. Eingaben im Verfahren 100.2020.94 vom 
26.5.2020, act. 9 S. 2 1. Abschnitt, und vom 15.6.2020, act. 13 S. 4 5. Ab-
schnitt). Soweit er diesen Punkt überhaupt zum Thema des (Hauptsache-) 
Verfahrens machen will, erweist sich seine Kritik jedenfalls nicht als genü-
gend substanziiert. Es ist deshalb nicht weiter darauf einzugehen. 

12. Umfang der Projektänderung I

12.1 Eine Projektänderung (und kein neues Projekt) liegt vor, wenn das 
Bauvorhaben in seinen Grundzügen gleich bleibt (Art. 43 Abs. 1 BewD). Ein 
Bauvorhaben ist in seinen Grundzügen verändert, wenn ein Hauptmerkmal 
wie Erschliessung, Standort, äussere Masse, Geschosszahl, Geschossein-
teilung oder Zweckbestimmung wesentlich verändert wird oder wenn eine 
Mehrzahl geringer Änderungen dem Bau oder der Anlage eine gegenüber 
dem ursprünglichen Projekt veränderte Identität verleiht (BVR 1989 S. 400 
E. 2a; VGE 2019/41 vom 7.4.2020 [bestätigt durch BGer 1C_265/2020 vom 
29.12.2020] E. 5.2; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 32-32d N. 12a mit Hinwei-
sen). 

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12.2 Die Vorinstanz hat die Änderungen gegenüber dem bewilligten Pro-
jekt aufgeführt (vorne E. 11.2) und wie folgt begründet, weshalb der Rahmen 
einer Projektänderung nicht gesprengt werde: Die Verlängerung des Gebäu-
des auf der Ostseite um 6,85 m stelle im Verhältnis zur bisherigen Länge von 
26 m keine wesentliche Veränderung dar, wobei zusätzlich ins Gewicht falle, 
dass im Bereich der Verlängerung beim ursprünglichen Projekt die Tankan-
lage bzw. die Silos geplant gewesen seien. Optisch wirke das Gebäude da-
her nicht wesentlich grösser, zumal sich die versetzten Silos auf der Südseite 
des Gebäudes viel besser in den Gebäudebestand integrierten. Auch der 
neue, rückversetzte Dachaufbau mit einer Höhe von 1,2 m führe zu keiner 
massgeblichen Veränderung. Betrachte man das gesamte Bauvorhaben, 
könne nicht von einer veränderten Identität gesprochen werden. Die Grund-
disposition des Projekts bleibe trotz Verschieben der Tankanlage und des 
Hochkamins dieselbe. So blieben der Standort und die Zweckbestimmung 
der Anlage unverändert und das Erscheinungsbild der Anlage verändere 
sich nur unwesentlich. Auf die Erschliessung hätten die Änderungen keinen 
Einfluss (Entscheid BVD vom 14.2.2020 E. 3c). 

12.3 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, der Umfang einer Pro-
jektänderung sei allein mit der neu überbauten Fläche für die Silos von 
30 x 8,75 m gesprengt und es sei bewusst auf eine «Neuausschreibung der 
gesamten Anlage verzichtet» worden. Eine Projektänderung sei immer dann 
zu verneinen, wenn durch die Änderung des ursprünglichen Projekts schutz-
würdige öffentliche oder private Interessen betroffen seien, die auch dann 
nicht gewahrt werden könnten, wenn die Projektänderung veröffentlicht 
werde (Beschwerde 100.2020.94 S. 5 am Ende und S. 4 5. Abschnitt). In 
seiner Eingabe vom 11. August 2020 führt er weitere Punkte auf, die seiner 
Ansicht nach dazu führen, dass keine Projektänderung, sondern ein neues 
Projekt vorliege; namentlich würden mehr Schadstoffe ausgestossen 
(act. 23 im Verfahren 100.2020.94 S. 3 f.). 

12.4 Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 1 (BA 100.2020.94 
Rz. 35) bewegt sich der Beschwerdeführer mit diesen Einwänden im Rah-
men des Streitgegenstands (objektmässige Umschreibung, vgl. vorne 
E. 5.3). Zudem dürfte es sich um eine neue rechtliche Argumentation han-
deln, die ohnehin zulässig ist, wenn sie nicht treuwidrig ist (vorne E. 5.4). Auf 

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die Vorbringen des Beschwerdeführers ist daher inhaltlich einzugehen, auch 
wenn er sie im vorinstanzlichen Verfahren noch nicht vorgetragen hat.

12.5 Es trifft zu, dass mit der Projektänderung viele Änderungen am Bau-
körper vorgenommen werden sollen. Wie die Vorinstanz aber zutreffend aus-
geführt hat, verleihen diese dem ursprünglichen Projekt auch insgesamt ge-
sehen keine veränderte Identität: Zwar werden die äusseren Masse verän-
dert (Gebäudelänge und entsprechende Vergrösserung des Gebäudevolu-
mens, eine neue und eine verschobene Dachaufbaute) und werden die Silos 
verschoben und deren Anzahl und Durchmesser verändert (jedoch nicht die 
Höhe; vgl. Pläne Ansichten zum ursprünglichen Projekt und zur Projektän-
derung, in act. 16C und 16E im Verfahren 100.2020.94). Dadurch wird ein 
zusätzlicher Grundstücksteil zwischen der projektierten Anlage und der 
C.________ AG beansprucht. Ausserdem werden mit den neuen Toren die 
Fassaden verändert. Es bleibt aber dabei, dass sich die streitbetroffene 
Anlage weiterhin deutlich als Industrie- bzw. Gewerbebaute präsentiert und 
sie kein wesentlich abweichendes Erscheinungsbild aufweist (vgl. auch die 
3D-Ansichten auf den Plänen Grundriss/Schnitte/3D-Baueingabe zum ur-
sprünglichen Projekt und zur Projektänderung, in act. 16C und 16E im Ver-
fahren 100.2020.94). Daran ändern auch die Vergrösserung des Kamin-
durchmessers von 1 auf 2,3 m und der neue Standort des Kamins neben der 
Westfassade anstatt auf dem Dach nichts, denn das prägendste Element 
des Hochkamins ist die Höhe von 35 m, die unverändert bleibt. Schliesslich 
ist der neue Standort des Treppenhauses im Innern des Gebäudes für die 
Grundzüge des Vorhabens unbeachtlich. Die Änderungen bzw. Erweiterun-
gen des Gebäudekörpers sprengen den Rahmen einer Projektänderung 
demnach nicht.

12.6 Nichts anderes gilt für die Änderung der Verbrennungsanlage: An-
stelle eines Wirbelschichtofens ist neu eine Wirbelschichtvergasung vorge-
sehen und die maximale Leistung des neuen Kessels wird von 13,5 auf 18 
MW erhöht. Gleichzeitig wird der Anteil der Wärme, der aus der Verbrennung 
von Tiermehl gewonnen wird, erhöht. Die gesamte Wärmeerzeugung der 
verschiedenen Anlagen (rund 120 GWh pro Jahr aus der Verbrennung von 
Tiermehl, Tierfett, Gas und Heizöl) bleibt unverändert. Aus betrieblichen wie 
systemtechnischen Gründen wird die Stromproduktion reduziert. Haupt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
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grund dafür ist, dass die Wirbelschichtvergasung an Wochenenden mit ge-
ringem Wärmebedarf ausgeschaltet werden kann (vgl. Bericht Projektanpas-
sung Ziff. 1). Hinsichtlich der Abgasreinigung ändert sich laut der Fachstelle 
Immissionsschutz jedoch nichts (vgl. dazu auch hinten E. 13.4). Die Anlage 
erscheint daher auch insoweit nicht in ihren Grundzügen verändert.

12.7 Nach dem Gesagten bleibt das Vorhaben in seinen Grundzügen un-
verändert und es liegt eine Projektänderung im Sinn von Art. 43 Abs. 1 BewD 
vor. Das wäre nicht anders zu beurteilen, wenn die Projektänderung II, wel-
che eine Fassadenänderung auf der Westseite der WKK-Anlage umfasst, 
zusammen mit der hier umstrittenen Projektänderung zu beurteilen wäre 
(Betonausfachung aus Gründen der Erdbebensicherheit und Anfahrschutz 
aus Beton; vgl. Verfügung der Gemeinde vom 21.7.2020 und Aktennotiz der 
Gemeinde vom 16.7.2020, act. 18 und 18A im Verfahren 100.2020.94; vgl. 
auch Eingabe des Beschwerdeführers vom 11.8.2020 im Verfahren 
100.2020.94, act. 23 S. 3 f.; Verfügungen der Gemeinde vom 24.8.2020 [in 
act. 29A im Verfahren 100.2020.94, Beilage zur Eingabe des Beschwerde-
führers vom 10.9.2020] und vom 11.3.2021 [act. 22 im Verfahren 
100.2020.334]). Auch diese Änderung vermöchte – weder für sich noch im 
Zusammenhang mit den Anpassungen der hier umstrittenen Projektände-
rung – dem Vorhaben eine veränderte Identität zu verleihen. Dasselbe gilt 
mit Bezug auf die Projektänderung III, die einzig neue Pfähle für die Siloan-
lage vorsieht (vorne Bst. E und zum weiteren Vorgehen mit dieser Projektän-
derung hinten E. 15). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers muss 
somit kein neues Baubewilligungsverfahren für das Vorhaben unter Einbe-
zug sämtlicher Projektänderungen durchgeführt werden (vgl. Eingabe vom 
15.12.2020 im Verfahren 100.2020.94, act. 43; vorne Bst. E). 

12.8 Anders als der Beschwerdeführer meint (Beschwerde 100.2020.94 
S. 6 2. und 3. Abschnitt), ist für die Frage, ob überhaupt eine Projektände-
rung vorliegt, im Übrigen nicht entscheidend, ob öffentliche oder wesentliche 
nachbarliche Interessen zusätzlich berührt werden (VGE 2014/76 vom 
9.12.2014 E. 3.2 am Ende; vgl. auch Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 32-32d 
N. 13 und 14; VGE 20944 vom 3.4.2001 E. 4a und 4c). Sind solche Interes-
sen betroffen, muss die Projektänderung veröffentlicht werden bzw. ist für 
die Änderung des bewilligten Projekts ein neues Baugesuchsverfahren 

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durchzuführen (vgl. Art. 43 Abs. 2 BewD; Matthias Spack, Grenzen der Pro-
jektänderung, in KPG-Bulletin 2014 S. 163 ff., 168). Die Projektänderung 
wurde im Anzeiger Aarberg veröffentlicht (Ausgaben … und … vom … und 
…, einsehbar unter: <www.anzeiger-aarberg.ch>, Rubriken 
«Publikationen/Lyss»; Publikationsauftrag in act. 16B im Verfahren 
100.2020.94 pag. 198), und es wurde ein ordentliches Baubewilligungsver-
fahren durchgeführt. Damit ist Art. 43 BewD Genüge getan. Jedenfalls muss 
kein neues Baubewilligungsverfahren für die gesamte Anlage durchgeführt 
werden, wenn eine Projektänderung im Sinn von Art. 43 Abs. 1 BewD ge-
plant ist. Keine Rolle spielt die Unterscheidung zwischen neuem und Ände-
rung eines bestehenden Projekts hier schliesslich unter dem Gesichtswinkel 
des anwendbaren Rechts. Allfällige neue Vorschriften im Bereich des Ge-
wässer- und Umweltschutzrechts sind in noch nicht abgeschlossenen Ver-
fahren so oder anders anzuwenden (vgl. statt vieler BGE 141 II 393 E. 2.4 
[Pra 105/2016 Nr. 52] mit Hinweisen; zum Thema Beschwerde 100.2020.94 
S. 5 5. Abschnitt). 

13. UVP-Pflicht der Projektänderung I

13.1 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, für die Projektänderung 
hätte eine UVP durchgeführt werden müssen (vgl. Eingabe vom 11.8.2020 
im Verfahren 100.2020.94, act. 23 insb. S. 5 5. Abschnitt). Folgende Punkte 
zeigten auf, dass eine wesentliche Änderung vorliege, welche die UVP-
Pflicht auslöse (vgl. Eingabe vom 10.9.2020 im Verfahren 100.2020.94, 
act. 29 S. 4 f.):

– Der Schwellenwert werde um 200 % überschritten;
– Die thermische Leistung der Anlage werde um mehr als 33 % erhöht;
– Die Betriebsgrösse (umbautes Volumen) werde um mehr als 10 % erhöht;
– Die Emissionen würden pro Tag an 265 Tagen um 38 % erhöht;
– Die Immissionsgrenzwerte für Ozon und Schwebestaub (PM2.5) würden 

am Wohnort des Beschwerdeführers regelmässig und teilweise massiv 
überschritten.

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In die ursprüngliche UVP, welche die rechtskräftige Baubewilligung vom 
16. Mai 2017 betrifft, hätten sodann weitere Anlagen einbezogen werden 
müssen, namentlich die C.________ AG und das …Z. – Es trifft zwar zu, 
dass der Beschwerdeführer das Thema UVP in seiner Beschwerde nur am 
Rand und im Zusammenhang mit einer Sanierungspflicht gemäss Art. 16 
bzw. 18 USG angesprochen hat (Beschwerde 100.2020.94 S. 9 am Ende; 
vgl. Eingabe der Beschwerdegegnerin 1 vom 29.9.2020 im Verfahren 
100.2020.94, act. 32 Rz. 14). Sofern es sich aber um eine neue rechtliche 
Argumentation handeln würde, könnte der Beschwerdeführer seinen Ein-
wand grundsätzlich jederzeit vorbringen (vorne E. 5.4). Wie es sich damit 
verhält, kann auch hier mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens offenblei-
ben. 

13.2 Im Vergleich zum ursprünglichen Projekt sollen neu pro Jahr 3'000 t 
Tiermehl mehr verbrannt werden (vgl. Bericht Projektanpassung S. 3 Ziff. 2). 
Abfallanlagen für die thermische oder chemische Behandlung von mehr als 
1'000 t Abfällen pro Jahr unterliegen der UVP-Pflicht (Anhang Ziff. 40.7 
Bst. c UVPV). Damit überschreitet die Projektänderung für sich den Schwel-
lenwert für die UVP-Pflicht. Dies spricht dafür, dass für die Projektänderung 
eine UVP hätte durchgeführt werden müssen. Die Frage kann aber mit Blick 
auf die nachfolgenden Erwägungen offenbleiben.

13.3 Nach der Rechtsprechung kann in Ausnahmefällen auf eine nach-
trägliche UVP verzichtet werden, wenn die vorgenommenen Sachverhalts-
abklärungen materiell genügen, um die Vereinbarkeit des Vorhabens mit den 
Umweltschutzvorschriften beurteilen zu können. Dabei muss Gewähr ge-
boten sein, dass der Massstab einer im Ergebnis umfassenden und korrek-
ten Ermittlung des umweltrechtlich relevanten Sachverhalts durch Fachper-
sonen nicht unterschritten wird (vorne E. 6.6 mit Nachweisen).

13.4 Im Bericht Projektanpassung wird aufgezeigt, welche Auswirkungen 
die Projektänderung hat und wie die im ursprünglichen UVB definierten Auf-
lagen eingehalten werden können (S. 2 Ziff. 1 am Ende). Die Stickoxidemis-
sionen bleiben mit der Projektänderung praktisch unverändert (vgl. Ziff. 2). 
Auch die erforderliche Kaminhöhe verändert sich nicht (vgl. Ziff. 3). Müssten 
die 3'000 t Tiermehl per LKW zugeführt werden, würde die Anzahl Fahrten 
von knapp 7 auf 7,5 Fahrten pro Tag zunehmen. Für die Beurteilung der 

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Lärmemissionen von stationären Anlagen habe die Projektanpassung kei-
nen Einfluss. Die Angaben im UVB blieben vollumfänglich gültig und neue 
Massnahmen seien keine nötig (vgl. S. 4 Ziff. 4). Die Fachstelle Immissions-
schutz hat die Projektänderung in ihrem Fachbericht vom 19. August 2019 
geprüft und ist mit den Schlussfolgerungen einverstanden; sie beantragt die 
Bewilligung des Vorhabens. Diese führe zu keiner relevanten Zunahme der 
Transporte und mit Blick auf die Abgasreinigung und die einzuhaltenden 
Emissionsgrenzwerte ändere sich nichts. Der Fachbericht mit den beantrag-
ten Auflagen vom 18. Oktober 2016 behalte seine Gültigkeit (vgl. act. 16B im 
Verfahren 100.2020.94 pag. 248; vgl. auch Stellungnahme Fachstelle Im-
missionsschutz vom 19.12.2019 S. 2). Der Massstab einer im Ergebnis um-
fassenden und korrekten Ermittlung des umweltrechtlich relevanten Sach-
verhalts durch Fachpersonen wird nicht unterschritten. Dies gilt auch für den 
Fall, dass von einer Gesamtanlage mit der C.________ AG auszugehen 
wäre. Denn im hier interessierenden Bereich der Emissionen würde sich eine 
Gesamtbetrachtung mit weiteren Anlagen nicht auswirken (vgl. vorne E. 8.4, 
auch zur Frage des Einbezugs des …Z). Es könnte somit ausnahmsweise 
auf eine nachträgliche UVP verzichtet werden, wenn eine solche hätte 
durchgeführt werden müssen.

14. Luftbelastung durch die Projektänderung I; Betriebsbewilligung

14.1 Der Beschwerdeführer macht in der Sache gegen die Projektände-
rung geltend, die Erhöhung des zu verbrennenden Tiermehls bei gleichzeiti-
ger Reduktion des Erdgases führe dazu, dass nebst den Stickoxiden zusätz-
liche Luftschadstoffe ausgestossen würden, die im Bericht Projektanpas-
sung nicht erwähnt würden. An seinem Wohnort käme es namentlich zu 
krebserregenden Staubimmissionen. Diese könnten durch den Einsatz von 
Gas anstatt von Tiermehl oder mit der Entsorgung in einer KVA vermieden 
werden. Die Anlage entspreche zudem nicht dem aktuellen Stand der Tech-
nik. Weiter liege keine abfallrechtliche Betriebsbewilligung gemäss Abfallge-
setz und gemäss VTNP vor (zum Ganzen Beschwerde 100.2020.94).

14.2 Der Beschwerdeführer scheint davon auszugehen, dass die 
C.________ AG zu sanieren sei (Beschwerde 100.2020.94 S. 9 f.). Gemäss 

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Art. 18 Abs. 1 USG darf eine sanierungsbedürftige Anlage nur umgebaut 
oder erweitert werden, wenn sie gleichzeitig saniert wird. Sanierungs-
bedürftig ist eine Anlage, wenn sie die anwendbaren Vorschriften zur Emis-
sionsbegrenzung nicht einhält (Schrade/Wiestner, a.a.O., Art. 16 USG 
N. 21 ff.). Dafür gibt es im vorliegenden Fall keine Anhaltspunkte: Im Verfah-
ren 100.2020.334 hat sich ergeben, dass die Aussage im UVB, wonach die 
bestehende Feuerung die Vorgaben der LRV erfülle, nicht in Frage zu stellen 
ist (vorne E. 7.5 und 7.6). Weiter ist nicht davon auszugehen, dass der neue 
Immissionsgrenzwert für Schwebestaub PM2.5 überschritten ist (vgl. auch 
vorne E. 7.11.2). Die Fachstellen haben solches jedenfalls nicht festgestellt. 
Die Einwände des Beschwerdeführers lassen diese Beurteilung nicht als 
rechtsfehlerhaft erscheinen. Es besteht deshalb kein Anlass, eine Rauch-
gasanalyse durchzuführen, wie er verlangt. Der Beweisantrag des Be-
schwerdeführers wird abgewiesen. Bei diesem Ergebnis steht keine Sanie-
rung im Sinn von Art. 16 bzw. 18 USG zur Diskussion. Es kann deshalb auch 
offenbleiben, ob es sich bei der WKK-Anlage um eine Änderung der 
C.________ AG handelt. Schliesslich ist im vorliegenden Verfahren nicht von 
Interesse, ob zu einem früheren Zeitpunkt Tierfett ohne Bewilligung ver-
brannt worden ist. 

14.3 Wie im Verfahren 100.2020.334 macht der Beschwerdeführer auch 
im Zusammenhang mit der Projektänderung geltend, der Stand der Technik 
sei bei der Rauchgasreinigung nicht eingehalten (Beschwerde 100.2020.94 
S. 6 ff.). Die Fachstelle Immissionsschutz hat indes bestätigt, dass sich mit 
der Projektänderung in Bezug auf die Abgasreinigung und die einzuhalten-
den Emissionsgrenzwerte nichts ändere und der Fachbericht Immissions-
schutz vom 18. Oktober 2016 seine Gültigkeit behalte (vorne E. 13.4). Mit 
der Projektänderung ergibt sich insoweit nichts Abweichendes (vgl. vorne 
E. 7.6).

14.4 Zu den Stickoxidemissionen und deren Reduktion aufgrund des Mas-
snahmenplans zur Luftreinhaltung 2015/2030 kann zunächst auf das im Ver-
fahren 100.2020.334 Gesagte verwiesen werden (vorne E. 7.8 f.). Zudem 
ergibt sich gemäss Stellungnahme der Fachstelle Immissionsschutz vom 
19. Dezember 2019 kein Bedarf zur Anpassung der Vereinbarung betreffend 
die Reduktionsziele, da die Stickoxidfracht pro Jahr voraussichtlich nur um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2021, Nrn. 100.2020.94/334U, 
Seite 43

0,5 % ansteigen werde (act. 16A im Verfahren 100.2020.94 pag. 29). Diese 
Schlussfolgerung ist nachvollziehbar und wird vom Beschwerdeführer nicht 
substanziiert bestritten. Es bestehen keine Hinweise dafür, dass die Fach-
stelle Immissionsschutz das Vorhaben nicht neutral beurteilt hat. Auf die ge-
genteiligen pauschalen Vorwürfe des Beschwerdeführers ist nicht weiter ein-
zugehen (vorne E. 2).

14.5 Auch das zu einer Betriebsbewilligung gemäss VTNP Gesagte gilt 
gleichermassen für die Projektänderung. Auf die ursprünglich zur Diskussion 
gestellte Betriebsbewilligung nach der VeVA und dem AbfG ist im Übrigen 
auch hier nicht weiter einzugehen (vorne E. 9). 

14.6 Damit ergibt sich, dass die Einwände gegen die Projektänderung 
auch in materiellrechtlicher Hinsicht unbegründet sind. 

15. Weiteres Vorgehen mit der Projektänderung III

15.1 Die Projektänderung III vom 21. September 2020 (vorne Bst. E) um-
fasst die Errichtung von Mikropfählen (NDJ-Pfähle System …) im 
Grundwasser, um ein optimales Fundament für die Siloanlage zu gewähr-
leisten (vgl. Schreiben der Beschwerdegegnerin 1 vom 21.9.2020 an das 
RSA Seeland, in act. 35A im Verfahren 100.2020.94). Gemäss Art. 43 Abs. 4 
BewD sind i