# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 240a4822-e174-5bad-95c2-7fe7e75c4312
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 19.11.2018 BK 2018 463
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2018-463_2018-11-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 18 463

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. November 2018

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichterin Hubschmid, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Verurteilter/Beschwerdeführer

Leitung Jugendanwaltschaft, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 
3011 Bern

Gegenstand Anordnung Sicherungshaft

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Jugendanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 26. Oktober 2018 (EO-15-300)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Jugendanwaltschaft Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Jugend-
anwaltschaft) führt gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ein am 
12. September 2018 eingeleitetes Massnahmeänderungsverfahren. Mit Verfügung 
vom 12. Oktober 2018 ordnete die Jugendanwaltschaft beim Beschwerdeführer 
vorsorglich die Schutzmassnahme der Unterbringung in einer geschlossenen Er-
ziehungseinrichtung an. Gegen diese Anordnung läuft ein separates Beschwerde-
verfahren (BK 18 449). Am 26. Oktober 2018 verfügte die Jugendanwaltschaft, 
dass der Beschwerdeführer in Sicherungshaft genommen werde. Dagegen erhob 
er, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 5. November 2018 Be-
schwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Die Verfügung vom 26. Oktober 2018 der Jugendanwaltschaft Region Emmental-Oberaargau sei 

aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführer sei in Freiheit zu versetzen.

3. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Am 6. November 2018 eröffnete die Verfahrensleitung der Beschwerdekammer in 
Strafsachen ein Beschwerdeverfahren und verfügte, dass das Gesuch um auf-
schiebende Wirkung abgewiesen werde. Mit Stellungnahme vom 12. November 
2018 beantragte die Leitung Jugendanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde.  

2. Während des Massnahme- oder Strafvollzugs können stationär eingewiesene Ju-
gendliche vorübergehend in ein Gefängnis verlegt werden, wenn sie sich dem Voll-
zug entziehen oder beharrlich widersetzen, die Verlegung aus Sicherheitsgründen 
notwendig ist oder keine Einrichtung sie sofort aufnehmen kann. Die Verlegung ist 
durch die für die Einweisung in die Einrichtung zuständige Jugendanwaltschaft an-
zuordnen. Der oder dem Jugendlichen ist vorgängig das rechtliche Gehör zu ge-
währen. Die Verlegung wird durch Verfügung angeordnet. Für den Vollzug kann die 
Polizei beigezogen werden. Gegen die Verfügung kann die oder der Jugendliche 
oder die gesetzliche Vertretung innert zehn Tagen seit Eröffnung Beschwerde beim 
Obergericht erheben. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung, es sei 
denn, die verfügende oder instruierende Behörde erteile sie aus wichtigen Gründen 
von Amtes wegen oder auf Antrag der Beschwerdeführerin oder des Beschwerde-
führers. Im Übrigen richtet sich das Verfahren nach dem Gesetz über die Verwal-
tungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) (siehe Art. 90 Abs. 1-3 Einführungsgesetz 
zur Zivilprozessordnung, zur Strafprozessordnung und zur Jugendstrafprozessord-
nung [EG ZSJ; BSG 271.1]). Die Beschwerdekammer ist zur Beurteilung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 
Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Es 
finden namentlich die Art. 79 und Art. 80 bis 84a VRPG sinngemäss Anwendung 
(Art. 86 Abs. 2 VRPG). Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht. Der Be-
schwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist vom ange-
fochtenen Entscheid direkt betroffen und als unterlegene Partei zur Beschwerde-

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führung legitimiert (Art. 79 VRPG). Die Kognition der Kammer richtet sich nach 
Art. 80 VRPG. Auf die schliesslich auch formgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Der Beschwerdeführer lässt ausführen, er habe aufgrund der Umstände, die er im 
Schreiben an die Jugendanwaltschaft am 3. Oktober 2018 geschildert habe, Pro-
bleme mit dem Vollzug im Massnahmenzentrum Uitikon (MZU). Aufgrund der Ab-
läufe habe er bereits um Massnahmeabbruch ersucht. Diese Frage sei im Verfah-
ren BK 18 445 zu beantworten. Da gegen die Verfügung vom 12. Oktober 2018 
Beschwerde eingereicht worden sei, erscheine es als angezeigt, auch gegen die 
Verfügung vom 26. Oktober 2018 Beschwerde einzureichen. Es sei von Amtes we-
gen zu prüfen, ob es sich bei der offenen Unterbringung um eine stationäre Einwei-
sung im Sinne von Art. 90 EG ZSJ handle. Es seien Varianten zu prüfen. Es habe 
sich gezeigt, dass der Beschwerdeführer auf Druck eher negativ reagiere. Die bis-
herigen Massnahmen hätten nicht zum beabsichtigten Resultat geführt. Was nie 
versucht worden sei, sei die massive Reduktion des Drucks. Der Beschwerdeführer 
würde bei einer Entlassung aus der Massnahme, bzw. Sicherungshaft, mit seiner 
Freundin an einem anderen Ort versuchen, eine Zukunft aufzubauen. Er wäre be-
reit, sich einer ambulanten Massnahme zu unterziehen. Es seien durch die Ju-
gendanwaltschaft bisher mit Engagement viele Varianten geprüft worden, die aber 
alle gescheitert seien. Die Möglichkeit eines ambulanten Settings sei bisher nicht in 
Betracht gezogen worden. Der Leidensdruck des Beschwerdeführers sei gross. Vor 
diesem Hintergrund sei das Schreiben vom 10. Oktober 2018 zu verstehen. Der 
Beschwerdeführer wäre bereit, eine Rückreise in den Kosovo auf sich zu nehmen. 
Er wäre sich bewusst, dass dies Konsequenzen hätte. Trotzdem wäre er bereit, die 
Ausreise nicht aus taktischen Gründen, sondern als ultima ratio vorzunehmen.

4. Die angefochtene Verfügung ist wie folgt begründet: Mit Urteil des Jugendgerichts des 
Kantons Bern vom 22. Juni 2017 wurde bei A.________ die Schutzmassnahme der Unterbringung in 
einer offenen Erziehungseinrichtung sowie eine ambulante Psychotherapie angeordnet. Nachdem 
sich der junge Mann im sehr offen geführten Zentrum für Sozialpädagogik und Psychotherapie Basel 
immer wieder durch Flucht entzog, sich der Arbeitsintegration verweigerte, Betäubungsmittel zu sich 
nahm und auf seinen Kurvengängen delinquierte, musste er im Rahmen eines neu eingeleiteten 
Massnahmeänderungsverfahrens mit Verfügung vom 12.10.2018 vorsorglich in die geschlossene Ab-
teilung des Massnahmezentrums Uitikon versetzt werden (Eintritt am 15.10.2018). Am 23.10.2018 
wurde die Jugendanwaltschaft orientiert, dass A.________ am Vorabend ausgerastet sei. Nachdem 
er positiv auf THC getestet worden war, wurde ein Zimmereinschluss verfügt, worauf er angefangen 
habe, Geschirr herum zu schmeissen und Sozialpädagogen zu bedrohen. Er habe auch mehrfach 
geäussert, eine tickende Zeitbombe zu sein, für nichts garantieren zu können und Sozialpädagogen 
anzugreifen. Der junge Mann musste daraufhin mit Hilfe der Polizei in die Arrestzelle verlegt werden. 
In der Folge wurde A.________ zweimal von der Leiterin der GA (Frau C.________) im Arrest be-
sucht. Gemäss Frau C.________ sei A.________ komplett aus der Kooperation getreten und habe 
seine Drohungen, für nichts garantieren zu können, mehrfach wiederholt. Aus diesen Gründen lässt 
es sich derzeit nicht verantworten, dass der junge Mann nach Verbüssung des Arrests auf die Gruppe 
zurückkehren kann. Da sich A.________ dem angeordneten Massnahmevollzug beharrlich widersetzt 
und auch vor Androhung von Gewalt nicht zurückschreckt, wird er in Sicherungshaft genommen […].

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Die Leitung Jugendanwaltschaft ergänzt in ihrer Stellungnahme, die Sicherungshaft 
sei gegen den Beschwerdeführer angeordnet worden, weil er sich dem Vollzug 
wiederholt widersetzt habe sowie eine Verlegung aus Sicherheitsgründen notwen-
dig geworden sei. Er sei im Massnahmenzentrum Uitikon ausgerastet, nachdem er 
positiv auf THC getestet worden sei. Daraufhin habe er seine Drohungen wieder-
holt und jegliche Kooperation verweigert.

5. Wie bereits ausgeführt, können eingewiesene Jugendliche gemäss Art. 90 EG ZSJ 
während des Massnahme- oder Strafvollzugs stationär vorübergehend in ein Ge-
fängnis verlegt werden. Der Vollzug vorsorglicher Schutzmassnahmen richtet sich 
nach den allgemeinen gesetzlichen Vorgaben des ordentlichen Massnahmenvoll-
zugs (RIEDO, Jugendstrafrecht und Jugendstrafprozessrecht, 2013, N 2088). Art. 
90 EG ZSJ wurde geschaffen, um zu verhindern, dass die Jugendanwaltschaft 
schwierige und gefährliche Jugendliche ohne Sicherungsmöglichkeit aus einer frei-
heitsbeschränkenden Massnahme entlassen muss, wenn diese beispielsweise den 
Ausschluss aus einer Einrichtung bewusst provozieren. Mit dieser Bestimmung soll 
eine Vollzugslücke überbrückt werden, bis eine Anschlusslösung für den betreffen-
den Jugendlichen infolge eines Vollzugnotstandes gefunden wird. Art. 90 EG ZSJ 
setzt voraus, dass sich der stationär eingewiesene Jugendliche im Massnahme- 
oder Strafvollzug befindet. Ob es sich dabei um eine offene oder eine geschlosse-
ne Einrichtung handelt, ist unbeachtlich (vgl. Beschluss des Obergerichts des Kan-
tons Bern BK 15 307 vom 15. Oktober 2015 E. 4.2). Eine Befristung der Siche-
rungshaft wird in Art. 90 EG ZSJ weder genannt noch ist eine solche vom Gesetz-
geber gewollt. Massnahmenzentren für Jugendliche sind oft überbelegt und benöti-
gen für das Aufnahmeverfahren regelmässig mehrere Wochen, in einigen Fällen 
sogar Monate (vgl. Vortrag des Regierungsrates an den Grossen Rat zu Gesetz 
und Dekret über die Bereinigung und Aktualisierung der Justizreform vom 4. Juli 
2012, S. 15). Die Suche nach einer geeigneten Institution kann damit unterschiedli-
che Zeitfenster beanspruchen und ist von diversen Faktoren abhängig; so nicht zu-
letzt vom Verhalten des betroffenen Jugendlichen (vgl. Beschluss des Obergerichts 
des Kantons Bern BK 15 307 vom 15. Oktober 2015 E. 7.2).

Die Beschwerde ist unbegründet. Es braucht in Ergänzung der Ausführungen der 
Jugendanwaltschaft (siehe vorne E. 4) nicht mehr vieler Worte zur Begründung, 
weshalb das Verhalten des Beschwerdeführers im MZU beinahe zwingend zur Si-
cherungshaft führen musste. Wer positiv auf THC getestet wird, anschliessend mit 
Geschirr um sich schmeisst, sich als tickende Zeitbombe betitelt, die für nichts ga-
rantieren könne und Betreuer angreife – die notabene dem Beruf nachgehen, Ju-
gendlichen wie dem Beschwerdeführer zu helfen, dass er in Zukunft ein deliktsfrei-
es Leben führen kann –, ist in einem Massnahmenzentrum in aller Regel untragbar. 
Deshalb war es zur Wahrung der Sicherheit der betroffenen Mitarbeiter und der 
Mitinsassen geeignet und erforderlich, den Beschwerdeführer zeitnah vorüberge-
hend in Sicherungshaft zu versetzen. Das öffentliche Interesse an diesem staatli-
chen Eingriff ist evident. Vor diesem Hintergrund sind die Voraussetzungen für die 
Anordnung der Sicherungshaft erfüllt, weshalb die Verfügung der Jugendanwalt-
schaft vom 26. Oktober 2018 zu Recht erfolgte. Mildere Massnahmen sind keine 

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ersichtlich. In einer Güterabwägung ist die Sicherungshaft für den Beschwerdefüh-
rer zumutbar und damit verhältnismässig im engeren Sinne. 

Der grundsätzlichen Kritik an der vorsorglich angeordneten Schutzmassnahme der 
geschlossenen Unterbringung ist im Übrigen nicht hier, sondern im hängigen Be-
schwerdeverfahren BK 18 449 zu begegnen.

6. Der Beschwerdeführer wird als unterliegende Partei in Anwendung von Art. 108 
VRPG und Art. 33 Dekret betreffend die Verfahrenskosten und die 
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [VKD; 
BSG 161.12]) kostenpflichtig. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin wird 
am Ende des Verfahrens durch die Jugendanwaltschaft oder das urteilende Gericht 
festgesetzt (Art. 3 Abs. 1 JStPO i.V.m. Art. 135 Abs. 2 StPO).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 200.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

3. Die amtliche Entschädigung wird am Ende des Verfahrens durch die Jugendanwalt-
schaft oder das urteilende Gericht festgesetzt.  

4. Zu eröffnen:
- dem Verurteilten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Leitung Jugendanwaltschaft

Mitzuteilen:
- Rechtsanwalt D.________
- Jugendanwalt E.________, Regionale Jugendanwaltschaft Emmental-Oberaargau

Bern, 19. November 2018   Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller  

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.