# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c9cbc73-4fc7-5a98-be34-686f0aa6a8b6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-01-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.01.2021 C-534/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-534-2019_2021-01-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-534/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J a n u a r  2 0 2 1   

Besetzung 
 Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richter Daniel Stufetti,    

Gerichtsschreiber Roger Stalder. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland) 

vertreten durch lic. iur. Claudia Bretscher,  

Inclusion Handicap, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung vom 12. Dezember 2018. 

 

 

 

C-534/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der 1974 geborene, in seiner Heimat Deutschland wohnhafte A._______ 

(im Folgenden: Versicherter, Explorand oder Beschwerdeführer) arbeitete 

in seiner Eigenschaft als Grenzgänger seit dem 5. Mai 2014 bei der 

B._______ AG in (…) als Chauffeur Kategorie CE; per 31. August 2015 

musste er zufolge Kündigung aus dieser Unternehmung austreten. Der 

Versicherte war während der Dauer seines Arbeitsverhältnisses bei der 

C._______ (im Folgenden: C._______) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert, und die ehemalige Arbeitgeberin entrichtete 

Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-

sicherung (AHV/IV; Akten [im Folgenden: act.] der Invalidenversicherungs-

Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA, Beschwerdegeg-

nerin oder Vorinstanz) 3 S. 58, act. 7, 9 und 17 S. 142).  

B.  

Am 2. März 2015 erlitt der Versicherte einen Berufsunfall, wobei er sich 

eine schwere Ellbogenprellung rechts zuzog (act. 3 S. 90 und act. 103, S. 

198 und 199). In der Folge war er vollständig arbeitsunfähig, und die 

C._______ richtete die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus (act. 3 

S. 62, 72 bis 75). Nachdem am 19. Mai 2015 eine Arthrotomie des Ellbo-

gengelenks rechts mit Entfernung mehrerer freier Gelenkkörper durchge-

führt worden war (act. 3 S. 121 bis 125) und der Kreisarzt am 2. Oktober 

2015 eine weitere Operation befürwortet hatte (act. 17 S. 74), wurde der 

Versicherte am 2. Dezember 2015 in der D._______ Klinik (…) untersucht 

(act. 17 S. 32). Im Anschluss daran fand am 8. Januar 2016 eine kreisärzt-

liche Untersuchung statt. Anlässlich dieser wurde gemeinsam mit dem Ver-

sicherten festgelegt, bei der Universitätsklinik E._______ eine Zweitmei-

nung einzuholen; die empfohlene Implantation einer Ellbogengelenkspro-

these wurde medizinisch als nicht im Vordergrund stehend betrachtet (act. 

17 S. 13 bis 17). Daraufhin wurde gemäss Sprechstundenbericht der Uni-

versitätsklinik E._______ vom 3. März 2016 die Durchführung einer diag-

nostischen und therapeutischen Infiltration des rechten Ellbogens geplant 

(act. 26 S. 31, 32 und 56). Im Sprechstundenbericht vom 5. Juli 2016 führte 

Prof. Dr. med. F._______ sodann aus, er erachte eine Radiusköpfchen-

Resektion mit grösseren Risiken als möglichem Nutzen verbunden (act. 26 

S. 114 und 115). Nachdem ebenfalls am 31. August 2016 eine weitere 

kreisärztliche Untersuchung stattgefunden hatte, anlässlich welcher der 

medizinische Sachverhalt hinsichtlich des medizinischen Endzustands so-

wie die Notwendigkeit weiterer Massnahmen besprochen worden waren 

C-534/2019 

Seite 3 

(act. 26 S. 132 bis 135), erliess die C._______ am 6. September 2016 eine 

Verfügung, mit welcher sie dem Versicherten bei einer 5%igen Integritäts-

einbusse eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 6'300.- zu-

sprach; dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft (act. 26 S. 

141 bis 143, act. 39 S. 2). Gleichentags teilte die C._______ dem Versi-

cherten den Abschluss des Schadenfalls und die Einstellung der Taggeld- 

und Heilkostenleistungen per 31. Oktober 2016 mit (act. 26 S. 144 bis 146). 

Mit einer weiteren Verfügung vom 29. November 2016 verneinte die 

C._______ einen Unfallversicherungsrentenanspruch für die Zeit ab 1. No-

vember 2016 (act. 34). Die hiergegen vom Versicherten am 26. Dezember 

2016 erhobene Einsprache wies die C._______ mit Entscheid vom 6. März 

2017 ab (act. 39). Dieser Entscheid wurde – soweit aus den Akten ersicht-

lich - am 15. Mai 2017 angefochten (act. 57); das diesbezügliche Urteil war 

im Zeitpunkt des vorliegenden Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 

nicht aktenkundig. 

C.  

C.a Mit Datum vom 24. August 2015 meldete sich der Versicherte zum Be-

zug von Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an; 

das entsprechende Anmeldeformular wurde von der C._______ an die IV-

Stelle des Kantons G._______ (im Folgenden: IV-Stelle G._______) über-

mittelt (act. 1 bis 3). Nach Kenntnisnahme eines Teils der C._______-Akten 

(act. 3 und 17) und des Fragebogens für Arbeitgebende vom 9. Oktober 

2015 (act. 9) teilte die IV-Stelle G._______ dem Versicherten am 22. März 

2016 mit, aufgrund seines Gesundheitszustandes seien zurzeit keine be-

ruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich; vorerst bleibe der medizini-

sche Verlauf abzuwarten (act. 20). Nach nochmaligem Eingang von Doku-

menten der C._______ (act. 26) lehnte die IV-Stelle G._______ am 

11. resp. 21. November 2016 die Übernahme der Kosten für den Ausbil-

dungskurs zum Gefahrengutspezialisten ab (act. 31 und 32). Nachdem der 

Versicherte in Deutschland am 20. Dezember 2016 sozialmedizinisch be-

gutachtet worden war (act. 35) und die Dres. med. H._______ und 

I._______ am 19. Juli 2017 berichtet hatten (act. 59), erstellte die IV-Stelle 

G._______ am 22. September 2017 einen Einkommensvergleich (act. 62). 

Gestützt darauf erliess sie gleichentags einen Vorbescheid, mit welchem 

sie dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad (im Folgenden auch: IV-

Grad) von 8 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht stellte 

(act. 64). 

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Seite 4 

C.b Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch den Rechtsdienst der 

Inclusion Handicap, mit Eingabe vom 18. Oktober 2017 seine Einwendun-

gen vorbringen (act. 67 und 68). Daraufhin befand sich der Versicherte vom 

25. Oktober bis 7. November 2017 in stationärer schmerztherapeutischer 

Behandlung (act. 70) und anerkannte die Deutsche Rentenversicherung 

am 21. November 2017 den Anspruch auf eine vom 1. Juni 2017 bis 31. 

Mai 2019 befristete Rente (act. 75). Nachdem der Versicherte mit Eingabe 

vom 12. Dezember 2017 unter Beilage von Dokumenten aus Deutschland 

eine ergänzende Begründung seiner Einwendungen hatte nachreichen las-

sen (act. 83) und der IV-Stelle G._______ weitere medizinische Unterlagen 

aus Deutschland übermittelt worden waren (act. 93), wurde der Rechtsver-

tretung des Versicherten am 14. März 2018 mitgeteilt, dass eine polydis-

ziplinäre medizinische Untersuchung nötig sei (act. 95); die Mitteilung über 

die medizinischen Fachdisziplinen und die Expertinnen und Experten er-

folgte am 3. April 2018 (act. 98) und die Aufgebote am 18. April, 15. Mai 

bzw. 22. Juni 2018 (act. 100 bis 109). In der Folge erstellte die J._______ 

AG, (im Folgenden: J._______), am 8. Oktober 2018 das polydisziplinäre 

Gutachten (act. 118); die Teilgutachten datieren vom 28. August 2018 (All-

gemeine Innere Medizin; act. 118 S. 43 bis 64), 5. September 2018 (Psy-

chiatrie und Psychotherapie; act. 118 S. 94 bis 122), 10. Oktober 2018 

(Rheumatologie; act. 118 S. 65 bis 93) und 18. Oktober 2018 (Neuropsy-

chologie; act. 101 S. 123 bis 141). Nachdem Dr. med. K._______, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztli-

chen Dienst (im Folgenden: RAD) am 31. Oktober 2018 die J._______-

Expertise gewürdigt (act. 123 S. 4 und 5) und die Rechtsvertretung des 

Versicherten am 23. November 2018 eine Stellungnahme abgegeben hatte 

(act. 119), erliess die IVSTA – gestützt auf den Beschluss der IV-Stelle 

G._______ vom 29. November 2018 (act. 126 und 127) – am 12. Dezem-

ber 2018 eine Verfügung, mit welcher dem Versicherten bei einem IV-Grad 

von 100 % eine vom 1. März 2016 bis 30. November 2016 (IV-Grad von 

8% ab Dezember) befristete ganze IV-Rente zugesprochen wurde (act. 

128). 

D.  

D.a Hiergegen liess der Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht mit 

Eingabe vom 28. Januar 2019 Beschwerde erheben und beantragen, die 

Verfügung vom 12. Dezember 2018 sei teilweise aufzuheben und im An-

schluss an die befristete ganze Rente vom 1. März 2016 bis 30. November 

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2016 sei ihm eine unbefristete Rente zuzusprechen. Weiter sei ihm die un-

entgeltliche Prozessführung zu gewähren (act. im Beschwerdeverfahren 

[im Folgenden: B-act.] 1). 

Zur Begründung wurde zusammengefasst vorgebracht, die Vorinstanz ver-

neine nach vorgenommener Ressourcenprüfung entgegen dem Gutachten 

und der Beurteilung des eigenen RAD, welcher sich dem Gutachten an-

schliesse, das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit. Die entsprechenden Be-

gründungen würden bestritten. Der Beschwerdeführer leide aus psychiat-

rischer Sicht an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren und einer rezidivierenden depressiven Störung. Aus 

neuropsychologischer Sicht würden leichte bis mittelgradige kognitive De-

fizite attestiert. Sowohl im psychiatrischen wie im neuropsychologischen 

Teilgutachten würden Hinweise für Aggravation oder Simulation/Dissimula-

tion ausdrücklich verneint und neuropsychologisch die Validität der Be-

funde attestiert. Das Krankheitsgeschehen aus rheumatologisch/orthopä-

discher Sicht gelte als chronifiziert und therapierefraktär. Von einer erheb-

lichen Besserung könne nicht mehr ausgegangen werden. Entsprechend 

seien auch die therapeutischen Massnahmen in Bezug auf den körperli-

chen Gesundheitsschaden, welcher für die somatoforme Schmerzstörung 

und den psychischen und neuropsychologischen Gesundheitsschaden ur-

sächlich sei, ausgeschöpft. Was den somatoformen Schmerzteil betreffe, 

sei hervorzuheben, dass sich der Beschwerdeführer in diesem Zusammen-

hang im Herbst 2017 in der P._______ in Q._______ in stationärer Behand-

lung befunden habe und das Schmerzgeschehen als chronisch und nicht 

beeinflussbar bezeichnet worden sei. Es sei deshalb fraglich, wieweit diese 

Schmerzen überhaupt medikamentös noch reduzierbar seien. Was die an-

tidepressive Medikation betreffe, werde dem Beschwerdeführer eine kon-

sequente regelmässige Einnahme attestiert. Diesbezüglich sei somit von 

einer guten Compliance auszugehen. Auch wenn bezüglich der depressi-

ven Komponente eine spezifische antidepressive Therapie empfohlen 

werde, sei doch festzuhalten, dass die somatoforme Schmerzstörung nicht 

mehr angehbar sei und in Bezug auf depressive Geschehen Medikamente 

in den meisten Fällen deutlich effizienter seien als die begleitende Psycho-

therapie. Dass der Beschwerdeführer bislang an keinen Eingliederungs-

massnahmen teilgenommen habe, könne ihm nicht vorgehalten werden. 

Solche seien für ihn als früheren Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland 

von Seiten der Vorinstanz nicht zur Diskussion gestanden, und in Deutsch-

land gelte der Beschwerdeführer als voll erwerbsunfähig, was einem An-

spruch auf Eingliederungsmassnahmen ebenfalls entgegenstehe. Ferner 

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weise er mit seiner progredienten Ellbogenarthrose und der rezidivieren-

den depressiven Störung zwei Komorbiditäten auf, welche sich zusätzlich 

ressourcenmindernd auswirkten und damit die Arbeitsfähigkeit zusätzlich 

erheblich beeinträchtigen würden. Mit der Optimierung der psychothera-

peutischen Behandlung könne höchstens die Komorbidität der depressiven 

Störung gelindert werden, nicht aber die der Arbeitsunfähigkeit nebst den 

körperlichen Befunden hauptsächlich zugrundeliegende chronische 

Schmerzstörung. Vor diesem Hintergrund sei deshalb entgegen der Be-

schwerdegegnerin von einem erheblichen funktionellen Schweregrad der 

Gesundheitsschädigung auszugehen. Was das Aktivitätsniveau in sämtli-

chen Lebensbereichen betreffe, präsentiere sich der Beschwerdeführer 

deutlich eingeschränkt. Entgegen den Behauptungen der Beschwerdegeg-

nerin bestehe ein sozialer Rückzug und ein eingeschränktes Tagesprofil. 

Wohl gehe aus dem Gutachten hervor, dass diese Einschränkungen nicht 

in allen Bereichen völlig gleichmässig seien. Dies mache die Einschrän-

kungen gemäss Gutachten jedoch nicht irrelevant, vielmehr würden sie in-

terpretiert als Zeichen dafür, dass keine völlig aufgehobene Arbeitsfähigkeit 

aus psychiatrischer Sicht vorliege. In diesem Zusammenhang sei festzu-

halten, dass die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht lediglich 40 % 

betrage. Wenn seitens der Beschwerdegegnerin eine Inkonsistenz zwi-

schen dem psychiatrischen und dem neuropsychologischen Gutachten be-

hauptet werde, womit der neuropsychologische Befund in Frage gestellt 

werden soll, sei darauf hinzuweisen, dass sowohl das psychiatrische wie 

auch das neuropsychologische Teilgutachten je für sich alleine und nicht 

erst in der Konsensbeurteilung die Arbeitsunfähigkeit vom 40 % beziffern 

würden. Insofern komme diesem Vorbringen nur schon unter diesem Ge-

sichtspunkt keine Relevanz zu. Insgesamt sei vor diesem Hintergrund ganz 

klar ab September 2016 weiterhin von einem invalidisierenden Gesund-

heitsschaden auszugehen. Dieser sei ausgehend vom Gutachten auf min-

destens 40 % festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin stelle für das Invali-

deneinkommen auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) ab und setze die-

ses für eine körperlich angepasste Tätigkeit auf den Betrag von Fr. 

60'347.15 fest. Für ein 60%iges Pensum betrage das Invalideneinkommen 

somit Fr. 36'208.-. In diesem Betrag sei ausgehend von den Zahlen der 

Beschwerdegegnerin ein Leidensabzug von 10 % berücksichtigt; dieser sei 

im Minimum auf 10 % festzusetzen. Aufgrund eines IV-Grades von 

44.62 % bestehe ab Dezember 2016 weiterhin Anspruch auf eine Viertels-

rente der IV. 

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D.b Mit prozessleitender Verfügung vom 31. Januar 2019 wurde der Be-

schwerdeführer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Aktenentscheid) auf-

gefordert, innert Frist das dieser Verfügung beigelegte Formular "Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege" ausgefüllt und mit den nötigen Beweismit-

teln versehen beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen (B-act. 2; vgl. 

auch B-act. 4). 

D.c Mit Schreiben vom 16. April 2019 bat das Bundesverwaltungsgericht 

die Vorinstanz um Zustellung sämtlicher Akten innert Frist (B-act. 5); diese 

gingen am 30. April 2019 ein (B-act. 6). 

D.d Mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2019 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch vom 28. Januar 2019 um Gewährung des Rechts auf unent-

geltliche Prozessführung gut und befreite den Beschwerdeführer von der 

Bezahlung eines Kostenvorschusses (B-act. 8). 

D.e In ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2019 verwies die Vorinstanz auf 

die Stellungnahme der IV-Stelle G._______ vom 22. Mai 2019 und bean-

tragte die Abweisung der Beschwerde (B-act. 9). 

Die IV-Stelle G._______ führte in der besagten Eingabe zusammengefasst 

aus, aufgrund der Ressourcenprüfung bestehe insgesamt kein invalidisie-

render Gesundheitsschaden in psychischer Hinsicht. Da die neuropsycho-

logischen Einschränkungen in der klinischen Untersuchung nicht festge-

stellt worden seien und vor allem in psychischer Hinsicht kein invalidisie-

rendes Leiden bestehe, lasse sich das neuropsychologische Untersu-

chungsergebnis nicht mit entsprechenden Diagnosen stützen. Die neu-

ropsychologischen Untersuchungsbefunde könnten daher nicht berück-

sichtigt werden. Zusammengefasst bestünde einzig eine 100%ige Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit des Versicher-

ten als Chauffeur aufgrund der rheumatologisch festgestellten Ellbogen-

problematik. Gemäss Einkommensvergleich vom 22. September 2017 sei 

ein IV-Grad von 8 % ermittelt worden, wobei ein leidensbedingter Abzug 

aufgrund des eingeschränkten Belastungsprofils von 10 % vorgenommen 

worden sei. Der für einen Rentenanspruch erforderliche IV-Grad von 40 % 

werde deshalb ab Dezember 2016 nicht mehr erreicht. 

D.f In ihrer Replik vom 27. Juni 2019 liess der Beschwerdeführer an der 

Beschwerde und den darin gestellten Anträgen vollumfänglich festhalten 

(B-act. 11). 

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Zur Begründung liess er zusammengefasst vorbringen, es sei entgegen 

der Beschwerdegegnerin in Übereinstimmung mit den Gutachtern und dem 

RAD vom Vorliegen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) auszugehen. Dasselbe gelte 

auch für die von der Beschwerdegegnerin bestrittene Diagnose einer leich-

ten depressiven Störung. Das soziale Umfeld könne deshalb nicht als un-

terstützende Ressource hinzugezogen werden. Entgegen der Behauptung 

der Beschwerdegegnerin bestehe in psychiatrischer Hinsicht durchaus ein 

invalidisierendes Leiden, in dessen Gesamtergebnis sich die neuropsycho-

logischen Untersuchungsergebnisse durchaus schlüssig einfügen liessen, 

wie dies von den Gutachtern auch gemacht und vom RAD als nachvoll-

ziehbar und schlüssig bestätigt worden sei. Die neuropsychologischen Un-

tersuchungsergebnisse seien deshalb klar zu berücksichtigen. Entgegen 

der Beschwerdegegnerin sei in Übereinstimmung mit dem Gutachten und 

dem RAD von einer mindestens 40%igen Arbeitsunfähigkeit für eine ange-

passte Tätigkeit auszugehen. 

D.g In ihrer Eingabe vom 24. Juli 2019 verwies die Vorinstanz auf die Stel-

lungnahme der IV-Stelle G._______ vom 19. Juli 2019, welche einen Ver-

zicht auf eine Duplik beinhaltet, und beantragte weiterhin die Abweisung 

der Beschwerde (B-act. 13). 

D.h Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Juli 2019 wurde der Schriften-

wechsel unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abge-

schlossen (B-act. 14). 

D.i Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-

weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-

wägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-

nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-

zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]; BVGE 

2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2). 

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Seite 9 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 

Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-

tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-

gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-

rungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs-

gesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG 

auf die IV anwendbar (Art. 1a - 26bis und Art. 28 - 70 IVG), soweit das IVG 

nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Nach den allge-

meinen intertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensre-

geln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft 

stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Als direkter Adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen 

Verfügung vom 12. Dezember 2018 (act. 128) berührt und er kann sich auf 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung berufen 

(Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 

ist deshalb einzutreten. 

1.4 Die örtliche Zuständigkeit der IV-Stelle richtet sich in der Regel nach 

dem Wohnsitz des Versicherten im Zeitpunkt der Anmeldung (Art. 55 IVG). 

Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen von Grenz-

gängern ist die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine 

Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern 

sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbar-

ten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tä-

tigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IV-

Stelle für Versicherte im Ausland erlassen (Art. 40 Abs. 2 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). 

Gemäss Art. 40 Abs. 3 IVV bleibt die einmal begründete Zuständigkeit der 

IV-Stelle im Verlaufe des Verfahrens erhalten. Frühestens nach einer ge-

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Seite 10 

richtlichen Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung und neuer Ver-

fügung an die Verwaltung kann sich ein Wechsel der IV-Stelle rechtfertigen 

(Urteil des BGer I 232/03 vom 22. Januar 2004, publiziert in SVR 2005 IV 

Nr. 39 S. 145 ff. E. 3.3.1 f.; vgl. auch Urteil des BGer I 190/06 vom 16. Mai 

2007 E. 3.2). 

1.5 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 12. Dezember 2018, mit welcher die Vorinstanz dem Be-

schwerdeführer eine vom 1. März bis 30. November 2016 befristete ganze 

IV-Rente zugesprochen hat. Streitig und zu prüfen ist, ob er im Anschluss 

an die Befristung Anspruch auf eine unbefristete IV-Rente im Umfang von 

mindestens einer Viertelsrente hat und in diesem Zusammenhang insbe-

sondere, ob die Vorinstanz den Sachverhalt rechtsgenüglich gewürdigt hat. 

1.6 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

1.7 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser 

Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE 

125 V 195 E. 2 und 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversiche-

rungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten 

Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat viel-

mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 

E. 5b und 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). 

2.  

Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-

chen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in 

Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193

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Seite 11 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen 

Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind 

auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 

16. Januar 2013 E. 4). 

2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1). 

Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 12. Dezember 2018 in Kraft standen; weiter aber auch 

solche, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die 

aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche 

von Belang sind. 

2.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und 

beim Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgesehenen Dauer 

Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

(AHV/IV) geleistet hat, das heisst während mindestens drei Jahren gemäss 

Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden und vorliegend 

anwendbaren Fassung. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt 

sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere 

erfüllt ist. Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto des Be-

schwerdeführers vom 7. Oktober 2015 (act. 7) ist diese dreijährige Min-

destbeitragsdauer zweifelsfrei erfüllt. 

2.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge 

von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-

ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, 

C-534/2019 

Seite 12 

sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff 

enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren 

Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-

keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 8 Rz. 7). Arbeits-

unfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf 

oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-

rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 

ATSG). 

2.5 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 

auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 

281 E. 2.1). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 

gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 

der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-

scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 

nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 

objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-

gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 

E. 4.4). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-

mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-

gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-

len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-

wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2 

S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person 

trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit 

C-534/2019 

Seite 13 

auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies 

ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 

279 E. 3.2.1; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2). 

2.6 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 

Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-

reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die zu-

sätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnitt-

lich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind 

(Bst. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine 

ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem In-

validitätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 

Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invalidi-

tätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte aus-

gerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 

in der Schweiz haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen 

eine abweichende Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist vorlie-

gend gegeben (vgl. Art. 7 der Verordnung [EG] Nr. 883/2004). Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis Ende Dezember 2006: Eidge-

nössisches Versicherungsgericht [EVG]) stellt diese Regelung nicht eine 

blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere Anspruchsvoraus-

setzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). 

2.7 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten IV-

Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog an-

zuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a; AHI 1998 S. 121 E. 1b; zur Revision von 

Invalidenrenten vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 88a Abs. 1 IVV in Verbin-

dung mit Art. 88bis Abs. 2 IVV; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.2 und 

E. 3.5.4; BGE 141 V 9 E. 2.3 und 5.2; BGE 133 V 108 E. 5.4; SVR 2013 IV 

Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). 

2.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-

urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

C-534/2019 

Seite 14 

welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden kön-

nen (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4). Sache des (begutachtenden) 

Mediziners ist es zunächst, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit 

den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung 

der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf 

die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine 

Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht kompetent sind. Bei der Fol-

genabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für 

die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende 

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsun-

fähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 

Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztli-

chen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden kön-

nen. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die 

Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachperso-

nen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 

140 V 193 E. 3.2). Demgegenüber fällt es nicht in den Aufgabenbereich 

des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen Rente zu äussern, 

da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizinischen, sondern auch von 

erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG). 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-

hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).  

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

C-534/2019 

Seite 15 

tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Unab-

hängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Pathologie 

oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsbe-

rechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswir-

kungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 

voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebildern inhä-

rente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung wei-

terer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder fami-

liäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu 

plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksich-

tigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen 

Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern 

(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine 

ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 

E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Par-

tizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denje-

nigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der Gesundheits-

beeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den 

Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose 

gehört, wird mit den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und an-

hand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können gel-

tend gemachte Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibili-

tätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2). 

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 

Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 

erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 

Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 

E. 3.3.2). Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten 

abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in 

Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, 

sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigen-

ständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abge-

stellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfah-

ren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). 

C-534/2019 

Seite 16 

3.  

Mit Blick auf den – die Verfügung vom 29. November 2016 (act. 34) bestä-

tigenden, offenbar am 15. Mai 2017 angefochtenen (act. 57) – Einsprache-

entscheid der C._______ vom 6. März 2017(act. 39), mit welcher bei einem 

Invaliditätsgrad von 2.06 % ein Unfallversicherungsrentenanspruch für die 

Zeit ab 1. November 2016 verneint wurde, ist in koordinationsrechtlicher 

Hinsicht vorab festzuhalten, dass die IV-Stellen und die Unfallversicherer 

die Invaliditätsbemessung in jedem Einzelfall selbstständig vorzunehmen 

haben. Keinesfalls dürfen sie sich ohne weitere eigene Prüfung mit der 

blossen Übernahme des IV-Grads des Unfallversicherers bzw. der IV-Stelle 

begnügen (BGE 126 V 288 E. 2d). Die Invaliditätsschätzung der Invaliden-

versicherung entfaltet gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungs-

wirkung (vgl. BGE 131 V 362), was auch in umgekehrter Hinsicht gilt (BGE 

133 V 549 E. 6). Aufgrund dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung war 

die Vorinstanz beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 12. Dezem-

ber 2018 nicht an die von der C._______ vorgenommene Invaliditätsbe-

messung gebunden, zumal die Invalidenversicherung – trotz identischem 

Invaliditätsbegriff seit dem In-Kraft-Treten von Art. 8 ATSG – als final kon-

zipierte Versicherung im Gegensatz zur Unfallversicherung, bei welcher 

nur die unfallbedingte Invalidität Berücksichtigung findet, nicht zwischen 

krankheits- oder unfallbedingter Invalidität unterscheidet (vgl. Urteil des 

BGer 9C_7/2008 vom 18. September 2008 E. 5.). Unter diesen Aspekten 

lässt sich nicht beanstanden, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 

mit vorliegend angefochtener Verfügung vom 12. Dezember 2018 bei ei-

nem IV-Grad von 100 % eine vom 1. März 2016 bis 30. November 2016 

befristete ganze IV-Rente zugesprochen und einen weiteren Anspruch ab 

1. Dezember 2016 verneint hatte (act. 128). 

4.  

Am 21. November 2017 anerkannte die Deutsche Rentenversicherung den 

Anspruch auf eine befristete Rente (vom 1. Juni 2017 bis 31. Mai 2019; 

act. 75). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer daraus 

für das vorliegende Verfahren nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, 

denn sein allfälliger schweizerischer Rentenanspruch bestimmt sich alleine 

aufgrund der schweizerischen Bestimmungen. Es besteht für die rechtsan-

wendenden Behörden in der Schweiz keine Bindung an die Feststellungen 

ausländischer Versicherungsträger, Behörden und Ärzte bezüglich Invali-

ditätsgrad und Anspruchsbeginn (vgl. BGE 130 V 253 E.4 und AHI 1996, 

S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2), und aus dem Ausland stammende 

C-534/2019 

Seite 17 

Beweismittel unterliegen der freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. Ur-

teil des BVGer C-3377/2016 vom 28. März 2017 E. 4 mit Hinweisen; zum 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). 

5.  

Als Entscheidbasis im vorliegenden Fall dienten der materiell zuständigen 

IV-Stelle G._______ nicht nur das polydisziplinäre J._______-Gutachten 

vom 8. Oktober 2018 bzw. die Teilgutachten vom 28. August 2018 (Allge-

meine Innere Medizin; act. 118 S. 43 bis 64), 5. September 2018 (Psychi-

atrie und Psychotherapie; act. 118 S. 94 bis 122), 10. Oktober 2018 (Rheu-

matologie; act. 118 S. 65 bis 93) und 18. Oktober 2018 (Neuropsychologie; 

act. 101 S. 123 bis 141) sowie die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. 

K._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 

31. Oktober 2018 (act. 123 S. 4 und 5). Vielmehr stützte sie sich insbeson-

dere auch auf die im internen Dokument der IV-Stelle G._______ vom 29. 

November 2018 und den Rubriken "Rückmeldung FE ifr" und "Stellung-

nahme KB" gemachten Ausführungen vom 1. und 6. November 2018. Ge-

mäss diesen sei die psychische Einschränkung nach durchgeführter Res-

sourcenprüfung nicht relevant resp. könne nicht berücksichtigt werden, 

weshalb der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Verwei-

sungstätigkeit voll arbeitsfähig sei (act. 123 S. 7). Im Folgenden sind die 

oben erwähnten medizinischen Akten zusammengefasst wiederzugeben 

und einer Würdigung zu unterziehen. 

5.1  

5.1.1 In ihrem Teilgutachten vom 28. August 2018 stellte die Internistin 

Dr. med. L._______ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit keine Diagno-

sen. Weiter führte sie aus, auf allgemein-internistischem Fachgebiet fän-

den sich keine konkreten Inkonsistenzen. Hinzuweisen sei allerdings auf 

die nicht nachweisbaren Medikamentenspiegel von allen vom Versicherten 

angegebenen, regelmässig eingenommenen Schmerzmittel. Ebenso 

müsse von einer Medikamentenincompliance für R._______ und 

S._______ ausgegangen werden. Es fänden sich keine Hinweise auf Ag-

gravation oder Simulation. Aus allgemein-internistischer Sicht ergäben sich 

sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit weder 

eine Einschränkung der Arbeits- noch der Leistungsfähigkeit noch des zeit-

lichen Arbeitspensums (act. 118 S. 58 ff.). 

C-534/2019 

Seite 18 

5.1.2 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 5. September 2018 diagnosti-

zierte med. pract. M._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-

pie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstö-

rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie 

eine sonstige rezidivierende depressive Störung (Erschöpfungsdepres-

sion; ICD-10: F33.8). Die vom Versicherten beklagte körperliche Sympto-

matik habe die Diagnosekriterien einer Erkrankung aus dem somatoformen 

Diagnosespektrum erfüllt. Die hieraus resultierenden Folgen und Ein-

schränkungen bedingten eine Verminderung der Leistungs- und Belas-

tungsfähigkeit des Versicherten, letztlich auch der Arbeitsfähigkeit. Zusätz-

lich habe beim Versicherten am ehesten eine leichte depressive Störung 

bestanden. Die depressive Störung möge vor dem Hintergrund der soma-

toformen Störung entstanden sein. Sie sollte am ehesten als eine Erschöp-

fungsdepression, bedingt durch die ständig vorhandenen Schmerzen und 

die ständig vorhandene Belastung, aufgefasst werden und erschwere die 

Situation des Versicherten, mindere weit seine Arbeitsfähigkeit. Es bleibe 

anzumerken, dass depressive Phasen behandelbar seien und prinzipiell 

eine gute Prognose hätten, so dass hier allfällige Therapieoptionen zu be-

stehen schienen. Es habe sich beim Versicherten ein doch als wohl eher 

unangemessen zu bezeichnender sozialer Rückzug, eine affektive Stö-

rung, ein eingeschränktes Tagesprofil, eine Deutlichkeit der auf psychiatri-

schem Fachgebiet zu stellende Diagnosen und deren Auswirkung, eine 

Komorbidität im Sinne einer depressiven Störung, jedoch keine völlige 

gleichmässige Einschränkung in allen Bereichen gefunden. So habe nicht 

von einer völlig aufgehobenen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 

ausgegangen werden können. Allfällige Hinweise auf Verdeutlichungsten-

denz, Aggravation, Simulation oder Dissimulation ergäben sich nicht. Es 

bleibe zu hoffen, dass bei weiterer Intensivierung der Behandlung zumin-

dest noch eine Besserung erzielbar sein sollte. Aus psychiatrischer Sicht 

sei der Versicherte in der Lage, sämtliche seinem körperlichen Belastungs-

profil angepassten Tätigkeiten mit einer integralen Reduktion von 40 % zu 

verrichten. Die getroffene Einschränkung bestehe mit Sicherheit zur Zeit 

der Erstellung dieses psychiatrischen Gutachtens. Es sollte insbesondere 

die bestehende depressive Symptomatik nochmals einer Behandlung zu-

geführt werden. Es könnte etwa die ambulante psychiatrische Behandlung 

intensiviert werden, und es sollte an eine ambulante psychotherapeutische 

Behandlung gedacht werden. Zusätzlich sollte die bestehende Psycho-

pharmako-Medikation nach der längeren Zeit und vom Versicherten ange-

gebenen Wirkungslosigkeit reflektiert werden und die Umstellung auf ein 

anderes Antidepressivum in Betracht gezogen werden. Auch eine nochma-

lige Hospitalisation könnte sich günstig auswirken (act. 118 S. 114 ff.). 

C-534/2019 

Seite 19 

5.1.3 In ihrem rheumatologischen Teilgutachten vom 10. Oktober 2018 di-

agnostizierte Dr. med. N._______, Fachärztin für Allgemeine Innere Medi-

zin und Rheumatologie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine post-

traumatische Arthrose im Ellbogengelenk rechts. Klinisch und radiologisch 

könnten die Beschwerden und auch die Bewegungseinschränkungen 

nachvollzogen werden, jedoch erklärten diese Befunde trotzdem nicht das 

ausgeprägte Ausmass der Schmerzen, insbesondere nicht die starken 

Schmerzen in Ruhe und in der Nacht. Die in der Aktenanamnese aufge-

führten orthopädischen Berichte könnten mit den aktuellen Befunden plau-

sibel nachvollzogen werden. Anzumerken und diskrepant sei aber, dass 

sämtliche Medikamentenspiegel sehr tief seien, so dass von einer Medika-

menten-Malcompliance auszugehen sei. Auch der R._______spiegel sei 

tief gewesen. Der Explorand habe hingegen angegeben, die Medikamente, 

insbesondere die analgetischen, regelmässig einzunehmen. Somit sei der 

vom Exploranden angegebene starke Leidensdruck bezüglich der Schmer-

zen zu hinterfragen. Die angestammte Tätigkeit als Chauffeur sei aufgrund 

der Gesundheitsstörung und den damit verbundenen Funktionseinschrän-

kungen nicht mehr zumutbar. In einer den Funktionseinschränkungen ent-

sprechenden adaptierten Tätigkeit bestehe eine geschätzte Arbeitsfähig-

keit von 100 %. Eine retrospektive Beurteilung einer potenziellen Entwick-

lung einer Verweistätigkeit werde als spekulativ erachtet, weshalb von ei-

ner rückwirkenden Bemessung bezüglich einer Verweistätigkeit abgese-

hen werde. Die konservativen Massnahmen seien zum grössten Teil aus-

geschöpft worden und hätten keine Besserung gebracht. Die analgetische 

Therapie könne nicht optimiert werden, da die Einnahme gemäss tiefem 

Medikamentenspiegel nicht erfolgt sei. Ob eine Verbesserung mit einer 

operativen Massnahme erreicht werden könne, sei aus rheumatologischer 

Sicht nicht zu beurteilen (act. 118 S. 79 ff.). 

5.1.4 Im neuropsychologischen Teilgutachten vom 18. Oktober 2018 wurde 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelschwere neu-

ropsychologische Störung (ICD-10: F06.7) diagnostiziert und weiter zu-

sammengefasst ausgeführt, im Vordergrund dieser Störung stünden die 

Minderleistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit/Konzentrationsfähig-

keit und (Arbeits-)Gedächtnis. Diese Befunde seien konsistent mit den ak-

ten- und eigenanamnestischen Angaben zur Alltags- und Berufsfunktiona-

lität sowie auch der medizinischen Befunde. Hinweise einer Symptomver-

deutlichung oder Aggravation ergäben sich keine. Die Validität der neu-

ropsychologischen Befunde sei gegeben. Aus neuropsychologischer Sicht 

ergäben sich keine therapeutischen Möglichkeiten zur Verbesserung der 

C-534/2019 

Seite 20 

Arbeitsfähigkeit. Vielmehr müsse es darum gehen, die vorhandenen kog-

nitiven Fähigkeiten und Ressourcen in den angepassten Tätigkeiten opti-

mal zu nutzen. Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als LKW-Fah-

rer sei im ersten Arbeitsmarkt zurzeit nicht mehr gegeben. In einer den 

Ressourcen und den Defiziten angepassten Tätigkeit im angestammten 

Beruf sowie in jeglicher Verweistätigkeit bestehe aufgrund der neuropsy-

chologischen Befunde (Verhaltensbeobachtung und Testergebnisse) eine 

Arbeitsfähigkeit von 60 %. Bei einer Arbeitspräsenz von 80 % könne er 

eine Arbeitsleistung von 60 % (bezogen auf ein Vollpensum) erbringen. Die 

Reduktion der Arbeitspräsenz sei begründet mit der verminderten Belast-

barkeit bei steigender Aufmerksamkeitsproblematik und dem vermehrten 

Erholungsbedarf. Eine angepasste Arbeitssituation bedinge kognitiv einfa-

che und gut strukturierte Tätigkeiten. Darüber hinaus erforderlich seien 

eine Selbstbestimmung des Arbeitstaktes wie auch der Pausengestaltung 

(act. 118 S. 139 ff.). 

5.1.5 In der Konsensbeurteilung vom 8. Oktober 2018 diagnostizierten die 

an der polydisziplinären J._______-Begutachtung beteiligten Gutachterin-

nen und Gutachter mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine posttrau-

matische Arthrose im Ellbogengelenk rechts, eine chronische Schmerzstö-

rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine 

sonstige rezidivierende depressive Störung (Erschöpfungsdepression; 

ICD-10: F33.8) sowie leichte bis mittelgradige kognitive Defizite. Weiter 

führten sie zusammengefasst aus, die Inkongruenz der subjektiven Anga-

ben und der labormässigen Befunde müsse als Inkonsistenz gesehen wer-

den. Es hätten sich keine sicheren Hinweise für eine Aggravation oder Si-

mulation ergeben, auch wenn die genannten Inkonsistenzen dahingehend 

interpretiert werden könnten, dass eine Aggravation bei der Schilderung 

des Beschwerdeausmasses nicht ausgeschlossen werden könne. Dies, da 

der fehlende Nachweis der Schmerzmittel, obwohl der Versicherte eine re-

gelmässige Eingabe angegeben habe, darauf hinweise, dass die 

Schmerzsymptomatik nicht derart ausgeprägt zu sein scheine, wie dies der 

Explorand angebe. Aus interdisziplinärer Sicht ergebe sich eine Arbeitsun-

fähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 100 % und in einer Verweistä-

tigkeit von 40 %. Dabei gelte das seitens des rheumatologischen, des neu-

ropsychologischen und des psychiatrischen Teilgutachtens geäusserte Fä-

higkeitsprofil. Retrospektiv sei eine abschliessende Überprüfung der echt-

zeitlich erhobenen Befunde und der gestützt darauf vorgenommenen Di-

agnosen und Arbeitsfähigkeitseinschätzungen nicht möglich. Es ergebe 

sich keine additive Arbeitsunfähigkeit. Im Vordergrund stehe die psychiat-

C-534/2019 

Seite 21 

rische Begleitbehandlung. Aus internistischer Sicht wäre eine Gewichtsre-

duktion angebracht. Aus rheumatologischer Sicht sei die Schmerzsympto-

matik bereits chronifiziert und therapierefraktär. Eine Aussicht auf Heilung 

sei eher unwahrscheinlich. Ob eine operative Massnahme eine Besserung 

bewirken würde, sei fraglich (act. 118 S. 9 ff.). 

5.1.6 Der RAD-Arzt Dr. med. K._______, Facharzt für Orthopädische Chi-

rurgie und Traumatologie, führte am 31. Oktober 2018 aus, das J._______-

Gutachten vom 8. Oktober 2018 beantworte die gestellten Fragen, berück-

sichtige die beklagten Beschwerden, sei in Kenntnis und in Auseinander-

setzung mit den Vorakten erstellt worden und sei in der Darlegung der me-

dizinischen Zusammenhänge einleuchtend. Ebenso würden die gezoge-

nen Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Die Ar-

beitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Chauffeur betrage 100 % 

seit dem 4. März 2015. In einer angepassten Verweistätigkeit gemäss Be-

lastungsprofil bestehe vom 4. März 2015 bis 8. Oktober 2018 eine 100%ige 

und ab dem 9. Oktober 2018 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Es sei nicht 

davon auszugehen, dass weitere medizinische Massnahmen zu einer re-

levanten Reduktion der Arbeitsunfähigkeit führen würden. 

5.2 Das polydisziplinäre J._______-Gutachten vom 8. Oktober 2018 ist 

zwar umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die 

geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab-

gegeben und steht mit dem allgemein-internistischen, psychiatrischen, 

rheumatologischen und neuropsychologischen Teilgutachten im Einklang. 

Jedoch sind aufgrund der nachfolgenden Erwägungen (vgl. E. 5.4 ff. hier-

nach) die an den vollen Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens gestellten 

Kriterien noch nicht vollständig erfüllt, da sich hinsichtlich der medizini-

schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

tion resp. deren Auswirkungen in psychischer Hinsicht insbesondere auf 

die Leistungsfähigkeit in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit nicht be-

reinigte Unklarheiten ergeben. 

5.3  

In internistischer und rheumatologisch-orthopädischer Hinsicht ergibt sich 

vorab Folgendes: 

5.3.1 Fest steht, dass der Beschwerdeführer aus allgemein-internistischen 

Gründen gemäss dem schlüssigen Teilgutachten von Dr. med. L._______, 

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 28. August 2018 bzw. der 

C-534/2019 

Seite 22 

Konsensbeurteilung vom 8. Oktober 2018 keine gesundheitlichen Beein-

trächtigungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu 

beklagen hat (act. 118 S. 58 und 62 f.). 

5.3.2 Obwohl retrospektive Beurteilungen der Arbeits(un)fähigkeit schwie-

rig sind und deshalb entsprechende Begutachtungen erhöhten Ansprüchen 

genügen müssen (vgl. Urteil des BVGer C-3577/2018 vom 4. Februar 2020 

E. 5.3 mit Hinweis auf C-8902/2010 vom 14. März 2013 E. 5.2.1 mit Hin-

weisen), ist weiter erstellt, dass der Beschwerdeführer bereits aus rein 

rheumatologischer Sicht zufolge der von der Internistin und Rheumatologin 

Dr. med. N._______ im rheumatologischen Teilgutachten vom 10. Oktober 

2018 diagnostizierten posttraumatischen Arthrose im Ellbogengelenk 

rechts in der angestammten Tätigkeit als Chauffeur seit dem Unfallereignis 

vom 2. März 2015 (vgl. Bst. B. hiervor) über keine nennenswerte Arbeits-

fähigkeit mehr verfügt. Diese Einschätzung wurde im Übrigen auch anläss-

lich der Konsensbeurteilung der beteiligten Expertinnen und Experten 

(act. 118 S. 11) sowie in der Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. 

K._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 

31. Oktober 2018 (act. 123 S. 5) nicht in Frage gestellt. In einer leidensan-

gepassten Verweisungstätigkeit wäre in rheumatologischer Hinsicht unter 

Berücksichtigung des von Dr. med. N._______ beschriebenen Zumutbar-

keitsprofils jedoch noch eine volle Leistungsfähigkeit vorhanden (act. 118 

S. 83 und 84). 

5.4  

In psychiatrischer Hinsicht ist weiter was folgt festzustellen: 

5.4.1 Med. pract. M._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-

pie, diagnostizierte in ihrem psychiatrischen Teilgutachten vom 5. Septem-

ber 2018 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nebst einer sonstigen re-

zidivierenden depressiven Störung (Erschöpfungsdepression; ICD-10: 

F33.8) eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (ICD-10: F45.41). Letztere Erkrankung ist unter die ICD-klassifi-

zierten somatoformen Störungen (ICD-10: F45.-) zu subsumieren, sodass 

die von der Rechtsprechung im Bereich der somatoformen Schmerzstö-

rungen entwickelten Grundsätze bei der Würdigung des invalidisierenden 

Charakters der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-

schen Faktoren (ICD-10: F45.41) anzuwenden sind (vgl. BGE 132 V 65 

E. 4). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend somatoforme 

Schmerzstörungen und ähnliche ätiologisch-pathogenetisch unklare synd-

romale Leidenszustände (vgl. hierzu Urteil des BGer 8C_689/2014 vom 

C-534/2019 

Seite 23 

19. Januar 2015 E. 2.1 mit Hinweisen auf BGE 136 V 279 E. 3, 130 V 352 

E. 2.2.2 und 2.2.3, 132 V 65, 131 V 49 und 130 V 396; BGE 139 V 547 

E. 9; BGE 137 V 64 E. 4.1) hat durch BGE 141 V 281 eine Praxisänderung 

erfahren. 

5.4.1.1 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende soma-

toforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches 

Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen (BGE 143 

V 409 und 418), so sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systemati-

sierte Indikatoren (Beweisthemen und Indizien) beachtlich, die es – unter 

Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren 

wie auch von Kompensationspotentialen (Ressourcen) – erlauben, das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 

E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und E. 4.1; vgl. nachfolgend auch E. 5.2.3.3). 

5.4.1.2 Die oben erwähnte gesundheitliche Beeinträchtigung des Be-

schwerdeführers in Form der chronischen Schmerzstörung mit somati-

schen und psychischen Faktoren fällt zweifelsfrei unter die bundesgericht-

liche Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281. Der Sinn dieses – die 

Schmerzrechtsprechung gemäss BGE 130 V 352 ablösenden – Urteils liegt 

darin, die Festlegung der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) als Gegenstand 

eines (strukturierten) Beweisverfahrens unter Heranziehung der rechtlich 

formulierten Beweisthemen (im Urteil "Komplexe", "Indikatoren" genannt; 

BGE 141 V 281 E. 4.1.2 und 4.1.3) und nicht mehr als qualifizierender Wer-

tungsentscheid gemäss der früheren Überwindbarkeitsvermutung zu ver-

stehen (BGE 141 V 281 E. 3.6). Das Urteil verlangt aber einen Beweis auf 

objektiver Beurteilungsgrundlage, weil nur ein solcher den Anforderungen 

des Art. 7 Abs. 2 ATSG zu genügen vermag (BGE 141 V 281 E. 3.7.1). Das 

heisst, dass allein die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung diesen Be-

weis nicht erbringen kann, weil sie vom Ermessen des psychiatrischen 

Sachverständigen abhängt (fehlende Reliabilität in der ärztlichen Folgen-

abschätzung; vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und 5.2). Vielmehr kann nach 

BGE 141 V 281 der Beweis für eine langdauernde und erhebliche gesund-

heitsbedingte Arbeitsunfähigkeit, also funktionelle Einschränkungen und/ 

oder Verlust psychischer Ressourcen, nur dann als geleistet betrachtet 

werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen, im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung (allseitige Beweiswürdigung), ein stimmi-

ges Gesamtbild für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeichnet (vgl. 

BGE 141 V 281 E. 4.4.1). Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und 

nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die materielle Beweis-

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C-534/2019 

Seite 24 

last (Verteilung der Folgen der Beweislosigkeit) zulasten der rentenanspre-

chenden Person auswirkt, welche aus dem unbewiesen gebliebenen Sach-

verhalt ein Recht (den Anspruch auf Invalidenrente) ableiten wollte (BGE 

141 V 281 E. 6 in fine). 

5.4.1.3 Aus BGE 141 V 281 ergibt sich insbesondere, dass eine freie ärzt-

liche Arbeits(un)fähigkeitsschätzung "nach bestem Wissen und Gewissen" 

als solche den rechtlich geforderten Beweis überwiegender Wahrschein-

lichkeit für das Bestehen funktioneller Einbussen und/oder verminderter 

Ressourcen in aller Regel nicht zu erbringen vermag, weil sie weitgehend 

vom Ermessen des medizinisch-psychiatrischen Sachverständigen ab-

hängt; dieses kann vom Rechtsanwender nicht zuverlässig nachvollzogen 

und überprüft werden. Die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

bleibt aber eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch 

zumutbar ist (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195). Daher haben sich medizini-

sche Sachverständige und rechtsanwendende Stellen bei ihrer Einschät-

zung und Beurteilung des Leistungsvermögens an den normativen Vorga-

ben zu orientieren, wie sie BGE 141 V 281 als Bindeglied zwischen Be-

weisverfahren und Rechtsanwendung, d.h. als gemeinsamer Nenner von 

Medizin und Recht, formuliert hat. Idealiter gehen die medizinisch-psychi-

atrischen Gutachter gemäss den entsprechend formulierten Fragestellun-

gen vor (BGE 141 V 281 E. 5.2). 

5.4.1.4 Dabei gilt: Einerseits trifft die Rechtsanwender die Pflicht, die me-

dizinischen Angaben daraufhin zu prüfen, ob die Ärzte sich an die mass-

gebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben. Es stellt sich 

also aus rechtlicher Sicht die Frage, ob und in welchem Umfang die ärztli-

chen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf eine Ar-

beitsunfähigkeit schliessen lassen, wie sie vom medizinisch-psychiatri-

schen Experten abschliessend eingeschätzt worden ist (BGE 143 V 418 

E. 6). Andererseits darf keine davon losgelöste Parallelüberprüfung "nach 

besserem juristischen Wissen und Gewissen" stattfinden (BGE 141 V 281 

E. 5.2.3; vgl. auch BGE 145 V 361 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Vielmehr ist zu 

fragen, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch im Lichte der nor-

mativen Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig mit (zumindest) überwie-

gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6). Zu 

erinnern ist daran, dass nach BGE 141 V 281 der Beweis für eine lang 

andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur 

dann erbracht ist, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im 

Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild für 

C-534/2019 

Seite 25 

eine Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) zeigt. Fehlt es 

daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach 

den Regeln über die (materielle) Beweislast zu Ungunsten der rentenan-

sprechenden Person auswirkt (BGE 143 V 418 E. 6). 

5.4.2  

5.4.2.1 Obwohl die im psychiatrischen Teilgutachten vom 5. September 

2018 von med. pract. M._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-

rapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellten Diagnosen einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10: F45.41) sowie einer sonstigen rezidivierenden depressiven Stö-

rung (Erschöpfungsdepression; ICD-10: F33.8) auch anlässlich der Kon-

sensbeurteilung vom 8. Oktober 2018 Berücksichtigung fanden und die 

entsprechende Therapieadhärenz in psychiatrischer Hinsicht weitgehend 

gegeben ist (act. 118 S. 109), ging die Vorinstanz unbesehen dieser Tatsa-

chen und entgegen dem RAD-Arzt Dr. med. K._______ davon aus, dass 

keine IV-relevanten psychiatrischen Diagnosen bestünden resp. der Be-

schwerdeführer von psychiatrischer Seite her genügend Ressourcen habe, 

um trotz Einschränkungen einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen 

zu können resp. er in einer angepassten Verweistätigkeit eine volle Leis-

tungsfähigkeit aufweisen würde (act. 123 S. 6 und 7). 

5.4.2.2 Dieser Auffassung ist vorab zu entgegnen, dass es Sache des Me-

diziners oder der Medizinerin ist, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und wenn nötig dessen Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. 

mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichti-

gung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt 

darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine 

genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompe-

tent sind (BGE 140 V 193 E. 3.2; vgl. auch E. 2.8 hiervor). Insofern obliegt 

es in Ermangelung von entsprechenden Sachkenntnissen zwar nicht der 

IV-Stelle G._______ resp. der Vorinstanz, sich in genereller Hinsicht zu Di-

agnosen, Befunden und zur Arbeitsfähigkeit zu äussern. 

5.4.2.3 Jedoch zeigt der Überblick über die aktuelle Rechtsprechung (vgl. 

BGE 145 V 361 E. 4.2), dass jede gutachterliche Einschätzung der Arbeits-

unfähigkeit durch den medizinisch-psychiatrischen Sachverständigen der 

(freien) Überprüfung durch die rechtsanwendende Verwaltung (im Be-

schwerdefall das Gericht) im Lichte von BGE 141 V 281 – und der seither 

ergangenen, das Konzept auf alle psychischen und psychosomatischen 

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C-534/2019 

Seite 26 

ausweitenden Urteile – unterliegt. Von einer lege artis erfolgten medizini-

schen Schätzung ist nur aus triftigen Gründen abzuweichen. Solche liegen 

vor, wenn die medizinisch-psychiatrische Annahme einer Arbeitsunfähig-

keit letztlich, im Ergebnis, unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von 

Konsistenz und materieller Beweislast der versicherten, rentenanspre-

chenden Person zu wenig gesichert ist und insofern nicht überzeugt. Dabei 

ist in Erinnerung zu rufen und es gilt als Leitschnur, dass die ärztliche Be-

urteilung Ermessenszüge aufweist, die auch den Rechtsanwender begren-

zen. Demnach besteht zum einen das rechtsprechungsgemässe Verbot 

unzulässiger juristischer Parallelprüfung im Vergleich zur Arbeitsunfähig-

keitsfestlegung durch die Gutachter. Zum anderen räumt BGE 141 V 281 

die Befugnis ein, im Rahmen der (freien) Überprüfung durch den Rechts-

anwender von der ärztlichen Folgenabschätzung abzuweichen. Diese bei-

den Argumentationslinien sind wie folgt abzugrenzen: In allen Fällen ist 

durch den Versicherungsträger und im Beschwerdefall durch das Gericht 

zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähig-

keitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweis-

themen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erfor-

derlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausge-

henden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, 

Anamnese, Befunden, Diagnosen usw.), d.h. sie haben im Einzelnen Be-

zug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizi-

nisch-psychiatrischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prüfung und 

Exploration. Ärztlicherseits ist also substanziiert darzulegen, aus welchen 

medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktio-

nelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, 

quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen (BGE 143 V 

418 E. 6). Es genügt nicht, dass der medizinisch-psychiatrische Sachver-

ständige vom diagnostizierten depressiven Geschehen direkt auf eine Ar-

beitsunfähigkeit, welchen Grades auch immer, schliesst; vielmehr hat er 

darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Be-

funde (Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Antriebsschwäche, Müdigkeit, Kon-

zentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, verminderte Anpassungsfä-

higkeit usw.) die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, 

und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken – unter 

Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitä-

ten der rentenansprechenden Person. Kommen die Experten dieser Auf-

gabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweis-

themen überzeugend nach, wird die medizinisch-psychiatrische Folgenab-

schätzung auch aus der juristischen Sicht des Rechtsanwenders – Durch-

führungsstelle oder Gericht – Bestand haben. Andernfalls liegt ein triftiger 

C-534/2019 

Seite 27 

Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon gebietet (so [implizit] bereits 

Urteil 9C_611/2018 vom 28. März 2019 E. 4.3.3). 

5.4.2.4 Es ist zwar davon auszugehen, dass den Expertinnen und Exper-

ten der J._______ im Zeitpunkt der Begutachtung die einschlägigen recht-

lichen Vorgaben bekannt gewesen waren. Fraglich ist jedoch, ob sie an-

hand der – in die Kategorien "funktioneller Schweregrad" (detailliert: Kom-

plex Gesundheitsschädigung, Komplex Persönlichkeit, Komplex Sozialer 

Kontext [vgl. BGE 141 V 281]) und "Konsistenz" (detailliert: Gleichmässige 

Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbe-

reichen, Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener 

Leidensdruck [vgl. BGE 141 V 281]) unterteilten – (Standard-) Indikatoren 

das vom Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung tatsächlich 

noch erreichbare funktionelle Leistungsvermögen und die Ressourcen in 

qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht korrekt eingeschätzt hatten 

(vgl. BGE 143 V 418 E. 6). 

5.4.2.5 Zwar ergaben sich anlässlich der Begutachtung des Beschwerde-

führers gemäss dem Psychiater und Psychotherapeuten med. pract. 

M._______ und dem Fachpsychologen für Neuropsychologie FSP, lic. phil. 

O._______, weder eine Symptomverdeutlichung noch eine Aggravation, 

Simulation oder Dissimulation (act. 118 S. 118 und S. 139). Darüber hinaus 

fanden auch die Rheumatologin und Internistin Dr. med. N._______ sowie 

die Internistin Dr. med. L._______ keine entsprechenden Hinweise (act. 

118 S. 61 und 82). Es ist jedoch erstellt, dass gemäss den Expertinnen und 

Experten die Inkongruenz der subjektiven Angaben und der labormässigen 

Befunde als Inkonsistenz gesehen werden muss und dahingehend inter-

pretiert werden kann, dass eine Aggravation bei der Schilderung des Be-

schwerdeausmasses nicht ausgeschlossen werden kann. Zudem ist es 

möglich, dass die Schmerzsymptomatik mit Blick auf den fehlenden Nach-

weis der Schmerzmittel nicht in dem hohen Ausmass, wie vom Beschwer-

deführer geschildert, vorhanden ist. Zwar fand sich beim Beschwerdefüh-

rer ein "doch als wohl eher unangemessen zu bezeichnender sozialer 

Rückzug", ein eingeschränktes Tagesprofil, jedoch keine völlige gleichmäs-

sige Einschränkung in allen vergleichbaren Bereichen (act. 118 S. 115). 

Weiter verfügt der Beschwerdeführer in rein psychiatrischer resp. in ge-

samtmedizinischer Hinsicht (act. 118 S. 10 und 109) über Ressourcen in 

Form von Kommunikationsfähigkeit, ausserberuflichen Fertigkeiten (Um-

gang mit den Hunden, Haushaltstätigkeiten), einer bedingt erhaltenen, ge-

ordneten Tagesstruktur sowie ein auf die Familie eingeschränktes soziales 

Umfeld. Schliesslich stellten die Gutachterinnen und Gutachter anlässlich 

C-534/2019 

Seite 28 

der Konsensbeurteilung auch eine nicht erkennbare Motivation und Hin-

weise auf eine Medikamentenincompliance fest. 

5.4.2.6 Diese Ausführungen der Gutachterinnen und Gutachter hinsichtlich 

Inkonsistenz, möglicher Aggravation und geschilderter Schmerzen des Be-

schwerdeführers trotz Fehlens des Nachweises entsprechender Schmerz-

mittel geben Anlass, an der von ihnen geschätzten Leistungsunfähigkeit 

von 40 % ab 8. Oktober 2018 (Datum der Konsensbeurteilung) in einer lei-

densadaptierten Verweisungstätigkeit zu zweifeln, zumal auch die von 

ihnen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellten Diagnosen und 

Befunde in psychischer Hinsicht für sich gesehen noch keine besondere 

Schwere der Gesundheitsschädigung nahelegen und der Beschwerdefüh-

rer doch noch über einige Ressourcen verfügt. Mit anderen Worten fehlt es 

an einem stimmigen Gesamtbild für die Annahme einer rechtlich relevanten 

(psychischen und neurologischen) Funktionseinbusse (BGE 145 V 361 E. 

3.2.2 in fine) in einer leidensadaptierten Verweisungstätigkeit und stehen 

die ärztlichen Darlegungen mit den normativen Vorgaben nicht überein 

(vgl. hierzu BGE 144 V 50 E. 6.1; SVR 2019 IV Nr. 40; Urteile des BGer 

8C_635/2018 E. 6.4 und 8C_209/2019 vom 19. August 2019 E. 5.2). 

5.4.2.7 Der Umstand, dass der RAD-Arzt Dr. med. K._______ das polydis-

ziplinäre Gutachten vom 8. Oktober 2018 am 31. Oktober 2018 als beweis-

tauglich qualifiziert und somit die darin bescheinigte, eingeschränkte Leis-

tungsunfähigkeit als nachvollziehbar taxiert hatte, ändert daran nichts. Für 

das Bundesverwaltungsgericht ist nicht rechtsgenüglich erstellt, ob den In-

konsistenzen und Ressourcen insofern Rechnung getragen worden ist, als 

der Beschwerdeführer trotz diesen eine um 40 % verminderte Leistungs-

unfähigkeit seit dem 8. Oktober 2018 (Datum der Konsensbeurteilung) auf-

weist. Zu ergänzen ist, dass überhaupt keine versicherte Gesundheits-

schädigung vorliegen würde, wenn die Leistungseinschränkung auf Aggra-

vation oder einer ähnlichen Konstellation (erhebliche Diskrepanz zwischen 

den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der 

Anamnese; Angabe von intensiven Schmerzen, deren Charakterisierung 

jedoch vage bleibt; keine Inanspruchnahme einer medizinischen Behand-

lung und Therapie; unglaubwürdige Wirkung demonstrativ vorgetragener 

Klagen auf den Sachverständigen; Behauptung schwerer Einschränkun-

gen im Alltag bei weitgehend intaktem psychosozialen Umfeld) beruht, 

selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer somatoformen 

Schmerzstörung oder eines anderen psychosomatischen Leidens gege-

C-534/2019 

Seite 29 

ben sind (vgl. BGE 131 V 49; Urteil des BGer 8C_491/2015 vom 24. Sep-

tember 2015 E. 4.2.2 mit Hinweisen auf BGE 141 V 281 E. 2.2, 2.2.2 und 

4.2).  

5.4.2.8 Zu erwähnen ist schliesslich, dass der im rheumatologischen Teil-

gutachten vom 10. Oktober 2018 erwähnten Therapieresistenz (act. 118 

S. 81 oben) als solcher und für sich allein keine entscheidende Bedeutung 

beizumessen ist. Praxisgemäss ist die Frage der invalidenversicherungs-

rechtlich relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei Erkrankungen 

aus dem depressiven Formenkreis nicht allein mit Bezug auf das Kriterium 

der Behandelbarkeit zu beantworten (BGE 143 V 409 E. 4.4). Hinzu 

kommt, dass gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten vom 5. Septem-

ber 2018 noch allfällige Therapieoptionen bestehen, so dass die Prognose 

noch als verhalten positiv zu betrachten erscheint (act. 118 S. 118). Unter 

diesem Aspekt erscheint die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. 

K._______, wonach weitere medizinische Massnahmen nicht zu einer re-

levanten Reduktion der Arbeitsunfähigkeit führen würden, nicht stimmig. 

5.4.3 Zusammenfassend ist für das Bundesverwaltungsgericht nicht 

rechtsgenüglich nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer aufgrund ei-

ner chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak-

toren (ICD-10: F45.41) sowie einer sonstigen rezidivierenden depressiven 

Störung (Erschöpfungsdepression; ICD-10: F33.8) in einer leidensange-

passten Verweistätigkeit gemäss der von den Expertinnen und Experten 

abgegebenen und von Dr. med. K._______ übernommenen Beurteilung 

und mit Blick auf die mit vorliegend angefochtener Verfügung vom 12. De-

zember 2018 bei einem IV-Grad von 100 % vom 1. März 2016 bis 30. No-

vember 2016 zugesprochene befristete ganze IV-Rente (act. 128; vgl. auch 

E. 3. hiervor) für die Zeit ab Dezember 2016 bis und mit 7. Oktober 2018 

eine 100%ige Leistungsunfähigkeit aufgewiesen hat und seit dem 8. Okto-

ber 2018 (Datum der Konsensbeurteilung) eine solche von 40 % besteht. 

Insofern erweist sich der medizinische Sachverhalt und dessen Auswirkun-

gen auf die Leistungsfähigkeit als nicht vollständig rechtsgenüglich abge-

klärt (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb), weshalb nicht auf weitere ergänzende 

Abklärungen verzichtet werden kann (vgl. zum Verzicht auf solche resp. 

zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3; vgl. auch 

BGE 122 V 157 E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV Nr. 4 S. 

11 E. 4.2.1; vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 8C_189/2008 vom 4. Juli 

2008 E. 5 mit Hinweisen) und sich das Bundesverwaltungsgericht nicht auf 

die Feststellung beschränken darf, die Expertinnen und Experten hätten 

sich bei ihrer Einschätzung nach den praxisgemässen Vorgaben gerichtet 

C-534/2019 

Seite 30 

und die gegebenen Umstände hinreichend berücksichtigt (vgl. hierzu Urteil 

des BGer 8C_423/2019 vom 7. Februar 2020 E. 6.4). Vielmehr drängt sich 

mit Blick auf die von den Expertinnen und Experten geschilderten und la-

bormässig belegten Inkonsistenzen bzw. das anlässlich der Konsensbeur-

teilung beschriebene, mögliche Aggravations- und Simulationsverhalten 

des Beschwerdeführers, die Diskrepanzen zwischen den geschilderten 

Schmerzen und den objektivierbaren Befunden sowie die fragwürdigen An-

gaben hinsichtlich der eingenommenen Medikamente auf, die Sache an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie nach Rücksprache mit den Gut-

achterinnen und Gutachtern, deren Äusserungen in einer schriftlichen Stel-

lungnahme konkret und nicht bloss hypothetisch zu erfolgen haben, die 

vorliegenden Unklarheiten auflösen lässt. Nach Würdigung der entspre-

chenden Gutachtensergänzung, -Präzisierung und -klarstellung (vgl. 

hierzu BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hinweis auf Urteil des BGer 9C_646/ 

2010 vom 23. Februar 2011 E. 4) hat die Vorinstanz – sofern diese zur 

(nachträglichen) vollen Beweiskraft des polydisziplinären J._______-Gut-

achtens vom 8. Oktober 2018 führt – zusätzlich eine aktualisierte Verlaufs-

begutachtung seit Oktober 2018 in die Wege zu leiten. Sollte die Vorinstanz 

nach sorgfältiger Prüfung der ergänzten und präzisierten J._______-Ex-

pertise vom 8. Oktober 2018 jedoch zum Ergebnis gelangen, dass diese 

nach wie vor nicht voll beweiskräftig ist, hat sie ein neues polydisziplinäres 

Gutachten in Auftrag zu geben. 

6.  

Mit Blick auf die Ausführungen von med. pract. M._______, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, in deren psychiatrischen Teilgutachten 

vom 5. September 2018, wonach insbesondere die bestehende depressive 

Symptomatik nochmals einer Behandlung zugeführt resp. die ambulante 

psychiatrische Behandlung intensiviert, die bestehende Psychopharmako-

Medikation reflektiert und die Umstellung auf ein anderes Antidepressivum 

in Betracht gezogen werden sollte, hat die Vorinstanz nach neuer Ermitt-

lung des vollständigen und richtigen medizinischen Sachverhalts den Be-

schwerdeführer – sollten Massnahmen in Form einer ambulanten oder sta-

tionären Therapie und/oder medikamentösen Behandlung weiterhin indi-

ziert sein – unter Hinweis auf die Schadenminderungspflicht (vgl. hierzu 

Urteil des Bundesgerichtes 9C_242/ 2009 vom 30. April 2009 sowie BGE 

113 V 22 E. 4a mit Hinweisen) unverzüglich aufzufordern, sich diesen  

Massnahmen bei entsprechender Zumutbarkeit zu unterziehen. 

C-534/2019 

Seite 31 

7.  

Weiter ist darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung ganz allge-

mein der Grundsatz gilt, dass eine invalide Person, bevor sie Leistungen 

verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer 

Invalidität bestmöglich zu mildern; deshalb besteht kein Rentenanspruch, 

wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen zumutbarerweise in der 

Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen 

(vgl. hierzu BGE 138 I 205 E. 3.2 und 113 V 22 E. 4a; SVR 2007 IV Nr. 1 

S. 3 E. 5.1). Berufliche Eingliederungsmassnahmen setzen zwar in gene-

reller Hinsicht insbesondere auch die Erfüllung der versicherungsmässigen 

Kriterien und die subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit von ver-

sicherten Personen voraus (vgl. hierzu bspw. Urteil des BGer 8C_667/2015 

vom 6. September 2016 E. 4.2 mit Hinweisen). Jedoch erfüllte der im  

massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (12. Dezember 2018) in 

Deutschland wohnhafte, nicht mehr in der Schweiz erwerbstätige Be-

schwerdeführer die versicherungsmässigen Voraussetzungen für Leistun-

gen der Invalidenversicherung gemäss Art. 1b IVG in Verbindung mit 

Art. 1a AHVG nicht. Da die für sämtliche Eingliederungsmassnahmen gel-

tende, in Art. 9 Abs. 1bis IVG statuierte Voraussetzung der Versicherungs-

unterstellung zur Folge hat, dass das Recht auf entsprechende Leistungen 

erlischt, sobald die betreffende Person nicht mehr versichert ist, hat der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmass-

nahmen (vgl. BGE 145 V 266 E. 4.2 und 5 mit Hinweisen). 

8.  

8.1 Nach Vorliegen der entsprechenden medizinischen Abklärungsergeb-

nisse (vgl. E. 5.4.3 hiervor) hat die Vorinstanz schliesslich allfällige (allen-

falls auch befristete) Rentenansprüche des Beschwerdeführers ab Dezem-

ber 2016 (vgl. E. 3. hiervor) mittels eines oder mehrerer Einkommensver-

gleiche zu prüfen und zu verfügen, wobei für die Berechnung der hypothe-

tischen Löhne der frühest mögliche Zeitpunkt des Rentenbeginns (BGE 

129 V 222, 128 V 174; SVR 2003 IV Nr. 11 E. 3.1.1) massgeblich ist. Im 

vorliegenden Fall wurde das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG 

im März 2016 beendet, sodass ein allfälliger Rentenanspruch – auch unter 

Berücksichtigung des Anmeldedatums vom 24. August 2012 (vgl. Art. 29 

Abs. 1 ATSG) – frühestens ab diesem Zeitpunkt bestehen kann. Die IV-

Stelle G._______ hat den Einkommensvergleich dementsprechend für das 

Jahr 2016 vorgenommen, und das hypothetische Valideneinkommen in der 

Höhe von Fr. 65'390.- jährlich (act. 62) lässt sich mit Blick auf die Angaben 

C-534/2019 

Seite 32 

der Arbeitgeberin vom 9. Oktober 2015 (act. 9) nicht beanstanden und 

wurde überdies auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten. 

8.2 Im Rahmen der Bemessung des hypothetischen Invalideneinkommens 

ging die Vorinstanz rechtsprechungsgemäss vom Totalwert der LSE 2014 

(zur generellen Anwendbarkeit vgl. BGE 142 V 178), Kompetenzniveau 1, 

aus (vgl. hierzu Urteil des BGer 8C_787/2014 vom 5. Februar 2015 E. 6.2 

mit Hinweis auf Urteil 8C_386/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 6.2 mit Hin-

weisen; SVR 2010 IV Nr. 26 S. 79) und passte den entsprechenden Wert 

der Lohnentwicklung von 2014 bis 2016 an. Da die Löhne der LSE 2016 

mittlerweile publiziert sind, ist auf diese abzustellen. Der entsprechende 

Wert beläuft sich für Männer im privaten Sektor im Jahr 2016 auf monatlich 

brutto Fr. 5‘340.- bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden und 

inkl. 13. Monatslohn (vgl. www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Arbeit 

und Erwerb > Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten > Lohnniveau 

– Schweiz > privater und öffentlicher Sektor > monatlicher Bruttolohn nach 

Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht – Privater Sektor > 

Download Tabelle > Tabelle TA1_tirage_skill_level; zuletzt besucht am 

23. Juli 2020). Unter Umrechnung dieses Einkommens auf die betriebsüb-

liche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2016 (BGE 126 V 

75 E. 3b bb S. 76; vgl. www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Arbeit und 

Erwerb > Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit > Arbeitszeit > Normalarbeits-

stunden gemäss der Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit > Betriebs-

übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, > Download Tabelle > Ab-

schnitte A-S [Total]; zuletzt besucht am 23. Juli 2020) resultiert demnach 

ein hypothetisches jährliches Invalideneinkommen von Fr. 66'803.-. Unter 

Berücksichtigung des unbestritten gebliebenen und nicht zu beanstanden-

den leidensbedingten Abzugs in der Höhe von 10 %, welcher das der Vo-

rinstanz resp. der IV-Stelle G._______ zustehende Ermessen weder über-

schreitet noch missbraucht (vgl. hierzu BGE 137 V 71 E. 5.1 und 132 V 393 

E. 3.3), ergibt sich – ohne Berücksichtigung einer leidensbedingten Ein-

schränkung der Leistungsfähigkeit – vorab als Basiswert ein hypotheti-

sches Invalideneinkommen von Fr. 60'123.- (zur Rundung vgl. BGE 130 V 

121 E. 3.2 und 3.3). 

9.  

Nach dem vorstehend Dargelegten erweist sich der rechtserhebliche Sach-

verhalt noch nicht vollständig und damit rechtsgenüglich abgeklärt und ge-

würdigt (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG). Eine Rückweisung der Sa-

che in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-V-71%3Ade&number_of_ranks=0#page71
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-130-V-121
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-130-V-121

C-534/2019 

Seite 33 

an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung ist unter diesen Umständen mög-

lich, da sie in der notwendigen Klarstellung, Präzisierung und Ergänzung 

des J._______-Gutachtens vom 8. Oktober 2018 begründet liegt (vgl. BGE 

137 V 210 E. 4.4.1.4). Die Beschwerde vom 28. Januar 2019 ist demnach 

insoweit gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 12. Dezember 

2018 – soweit mit dieser ein Rentenanspruch über den 30. November 2016 

hinaus verneint wird – aufzuheben ist und die Akten im Sinne der Erwä-

gungen an die Vorinstanz zur Durchführung weiterer Abklärungen und an-

schliessendem Erlass einer neuen Verfügung zurückzuweisen sind. 

10.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

10.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-

gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Mit Zwischenverfügung 

vom 8. Mai 2019 (B-act. 8) wurde das Gesuch um Erteilung des Rechts auf 

unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen. Da eine Rückweisung praxis-

gemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 132 V 

215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwerdeführer ungeachtet der 

Gutheissung seines Gesuches keine Kosten aufzuerlegen. Der Vorinstanz 

werden ebenfalls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

10.2 Der obsiegende, vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 

Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu 

Lasten der Vorinstanz. Da seitens der Rechtsvertreterin keine Kostennote 

eingereicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen 

(14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensaus-

gangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, des durchgeführten 

zweifachen Schriftenwechsels, der Bedeutung der Streitsache und der 

Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens sowie in Anbe-

tracht der in vergleichbaren Fällen gesprochenen Entschädigungen ist eine 

Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 2'800.– (inkl. Auslagen, ohne 

Mehrwertsteuer [vgl. dazu z. B. Urteil des BVGer C-5150/2017 vom 1. Mai 

2019 E. 8.2 mit Hinweisen]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 

VGKE) gerechtfertigt.  

 

C-534/2019 

Seite 34 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfü-

gung vom 12. Dezember 2018 – soweit mit dieser ein Rentenanspruch 

über den 30. November 2016 hinaus verneint wird – aufgehoben wird und 

die Akten im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zur Durchführung 

weiterer Abklärungen und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung 

zurückgewiesen werden. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 2'800.- zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Viktoria Helfenstein Roger Stalder 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

C-534/2019 

Seite 35 

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

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