# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28f9a5ba-d95c-51a1-bedb-a5ef58904ba1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2014 BVGE 2014/20
**Docket/Reference:** BVGE-2014-20
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGE_001_BVGE-2014-20_2014-08-26

## Full Text

Einreiseverbot | 
Einreiseverbot. Zwingende Befristung der vom BFM erlassenen Fernhaltemassnahmen.
Praxisänderung. Zulässige Verbotsdauer im Falle einer schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche
Sicherheit und Ordnung. Verhältnismässigkeit. Berücksichtigung des Kindes­wohls.
Art.&#160;5 Abs.&#160;2, Art.&#160;8 Abs.&#160;1, Art.&#160;13 Abs.&#160;1
und Art.&#160;121 Abs.&#160;5 BV. Art.&#160;67 Abs.&#160;3 AuG. Art.&#160;8 EMRK. Art.&#160;3 Abs.&#160;1
und Art.&#160;10 Abs.&#160;2 des Über­einkommens vom 20.&#160;November 1989 über die Rechte
des Kindes. Art.&#160;3 Ziff.&#160;6 und Art.&#160;11 Abs.&#160;2 der Richtlinie Nr.&#160;2008/115/ EG
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.&#160;Dezember 2008 über die gemeinsamen Normen
und Verfahren in den Mitglied­staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger.
1.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord­nung, welche eine
Überschreitung der fünfjährigen Regel­höchst­dauer des Einreiseverbots
rechtfertigt (E.&#160;5).
2.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Verbindlichkeit der Rückführungsrichtlinie für die Schweiz (E.&#160;6.2&#160;f.).
Art.&#160;67 Abs.&#160;3 AuG ist europarechtskonform zu hand­haben (E.&#160;6.4).
3.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
In Abänderung der bisherigen, in BVGE 2013/4 E.&#160;7.3 publizier­ten Praxis sind Einreiseverbote
des BFM zwingend auf eine be­stimmte Zeitdauer zu befristen (E.&#160;6.5 6.9).
4.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Falls eine schwerwiegende Gefahr gemäss Art.&#160;67 Abs.&#160;3 AuG vorliegt, kann die Verbotsdauer
fünf Jahre überschreiten und bis maximal 15&#160;Jahre, im Wiederholungsfall 20&#160;Jahre,
betragen. Das Verhältnismässigkeitsprinzip ist zu beachten (E.&#160;7).
5.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Bei der Bemessung der Verbotsdauer ist im Einzelfall insbe­son­dere der Stellung der
gefährdeten Rechtsgüter (E.&#160;8.2) und den betroffenen privaten Interessen (E.&#160;8.3)
Rechnung zu tragen.
6.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Das Kindesinteresse, mit beiden Elternteilen Kontakte pflegen zu können, ist im Rahmen der
Interessenabwägung vorrangig zu berücksichtigen. Ein absoluter Vorrang kommt dem Kindeswohl
jedoch nicht zu (E.&#160;8.3.6).

2014-12-18T16:16:22Z