# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba3c6fc9-4bf9-5cd5-a2fe-107c61280684
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 06.10.2021 HG180098
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG180098_2021-10-06.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG180098-O U/ei 

 

Mitwirkend: Oberrichter Roland Schmid, Präsident, und Oberrichterin Flurina 

Schorta, die Handelsrichter Peter Schweizer, Christoph Pfenninger 

und Rony Müller sowie der Gerichtsschreiber Dr. Giulio Donati 

 

Beschluss und Urteil vom 6. Oktober 2021 

 

in Sachen 

 

A._____ GmbH,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____,  

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y2._____,  

 

betreffend Forderung 
 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(gemäss Klage; act. 1, S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin zu bezahlen: 
 – EUR 4'218'280.10 sowie CHF 250'470.72, jeweils zuzüglich 

Zins zu 5% ab 29. Mai 2018; und 
 – EUR 219'401.93 sowie CHF 8'652.33 (aufgelaufener Ver-

zugszins bis 30. November 2017); und  
 – Verzugszins zu 5% auf EUR 4'020'884.86 sowie auf 

CHF 198'000.00 von 1. Dezember 2017 bis 29. Mai 2018. 
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der  

Beklagten." 

Rechtsbegehren: 
(geänderte Rechtsbegehren gemäss Replik; act. 27, S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin zu bezahlen: 
  EUR 4'153'652.43 sowie CHF 250'470.72, jeweils zuzüglich 

Zins zu 5% ab 29. Mai 2018; und 
  EUR 216'662.73 sowie CHF 8'652.33 (aufgelaufener Ver-

zugszins bis 30. November 2017); und 
  Verzugszins zu 5% auf EUR 4'020'884.86 sowie auf 

CHF 198'000.00 von 1. Dezember 2017 bis 29. Mai 2018. 

2. Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin zu be-
zahlen: 

  EUR 3'464'005.97 sowie CHF 208'725.60 sowie 
GBP 665'757.98, jeweils zuzüglich Zins zu 5% ab 29. Mai 
2018; und 

  EUR 180'667.17 sowie CHF 7'210.28 sowie GBP 34'129.58 
(aufgelaufener Verzugszins bis 30. November 2017); und 

  Verzugszins zu 5% auf EUR 3'350'737.38 sowie auf 
CHF 165'000.00 sowie auf GBP 640'577.44 von 
1. Dezember 2017 bis 29. Mai 2018. 

3. Alle von der Beklagten gestellten Rechtsbegehren seien abzu-
weisen. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Be-
klagten." 

- 3 - 

 
Anträge der Beklagten: 

(act. 18, S. 2) 

"1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen. 

2. Es sei festzustellen, dass die von der Klägerin gegenüber der Be-
klagten in Betreibung gesetzten Forderungen von 
CHF 346'228.90 nebst Zins zu 5% seit 4. September 2016 und 
CHF 589'495.65 nebst Zins zu 5% seit 11. August 2016 (Betrei-
bung Nr. 1 des Betreibungsamtes Zürich 5 vom 1. November 
2016) nicht bestehen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten 
der Klägerin." 

- 4 - 

Inhaltsverzeichnis  

Rechtsbegehren .......................................................................................................... 2 

Sachverhalt und Verfahren .......................................................................................... 7 

A. Sachverhaltsübersicht ................................................................................................... 7 

B. Prozessverlauf ............................................................................................................... 9 

Erwägungen .............................................................................................................. 11 

I. Formelles ................................................................................................................ 11 

1. Örtliche und sachliche Zuständigkeit ........................................................................... 11 

2. Anwendbares Recht .................................................................................................... 11 

3. Stellungnahmen zu den Noven .................................................................................... 11 

II. Anspruch 1 der Klägerin: Remeasurement der Mengen ......................................... 13 

1. Übersicht ..................................................................................................................... 13 

2. Die Preisabrede im Vertrag .......................................................................................... 13 

3. Grad der Substanziierung des Preisanpassungsanspruchs ............................................ 17 

4. Verweis auf die BoQ .................................................................................................... 17 

5. Substanziierung der Preisanpassung gestützt auf die BoQ ........................................... 19 

6. Bestreitung durch die Beklagte .................................................................................... 21 

7. Der erste Einwand der Beklagten: BoQ als Ausmassurkunde ....................................... 22 

8. Der zweite Einwand der Beklagten: Der Gegenbeweis anhand von Stichproben .......... 33 

9. Der dritte Einwand der Beklagten: Die Klägerin habe weniger Kabel  
installiert als ursprünglich im Vertrag vorgesehen ....................................................... 35 

10. Einwände der Beklagten gegen bestimmte Leistungspositionen .................................. 36 

11. Berechnung des Anspruchs 1 ....................................................................................... 56 

12. Mehrwertsteuer .......................................................................................................... 57 

13. Verzugszins ................................................................................................................. 59 

14. Fazit ............................................................................................................................ 65 

III. Anspruch 2 der Klägerin: Change Order 1 vom 10. März 2016 .............................. 66 

1. Übersicht ..................................................................................................................... 66 

2. Anerkennung durch die Beklagte ................................................................................. 66 

3. Verrechnungseinrede .................................................................................................. 66 

4. Mehrwertsteuer .......................................................................................................... 68 

5. Verzugszins ................................................................................................................. 69 

- 5 - 

6. Fazit ............................................................................................................................ 70 

IV. Anspruch 3 der Klägerin: Change Order Requests (COR) ....................................... 71 

1. Übersicht ..................................................................................................................... 71 

2. Parteibehauptungen .................................................................................................... 71 

3. Rechtliches .................................................................................................................. 72 

4. Würdigung .................................................................................................................. 73 

5. Fazit ............................................................................................................................ 92 

V. Anspruch 4 der Klägerin: Zusätzliche Leistungen betreffend  Impulse Pipes ........... 93 

1. Übersicht ..................................................................................................................... 93 

2. Parteibehauptungen .................................................................................................... 93 

3. Würdigung .................................................................................................................. 95 

4. Fazit .......................................................................................................................... 100 

VI. Anspruch 5 der Klägerin: Restmengen aus Materiallieferungen .......................... 101 

1. Übersicht ................................................................................................................... 101 

2. Parteibehauptungen .................................................................................................. 101 

3. Würdigung ................................................................................................................ 102 

4. Fazit .......................................................................................................................... 105 

VII. Anspruch 6 der Klägerin: Remeasurement als Folge von Verzögerungen  
und Ineffizienzen ...................................................................................................... 106 

1. Übersicht ................................................................................................................... 106 

2. Parteibehauptungen .................................................................................................. 106 

3. Würdigung ................................................................................................................ 107 

4. Fazit .......................................................................................................................... 114 

VIII. Anspruch 7 der Klägerin: Remeasurement für weitere  
Zusatzleistungen als Folge von Verzögerungen und Ineffizienzen ............................. 115 

1. Übersicht ................................................................................................................... 115 

2. Vergütung für Mehraufwand des Projekt- und Bauleitungsteams  
der Klägerin (Position Overhead) ............................................................................... 115 

3. Vergütung für Mehraufwand bei der Position "Documentation and PM" .................. 118 

4. Vergütung für Mehraufwand bei der Position "Tools"  
(Werkzeuge, Gabelstapler, mobile Kräne, Hebebühnen etc.) ..................................... 120 

5. Vergütung für Mehraufwand bei der Position "Site Facilities,  
exchange room and sanitary" .................................................................................... 122 

6. Vergütung für Mehraufwand bei der Position Arbeitsplätze ...................................... 125 

7. Vergütung für Mehraufwand bei der Position "Health and Safety" ............................ 127 

- 6 - 

8. Position "Insurance" .................................................................................................. 128 

IX. Anspruch 8 der Klägerin: Zusatzleistungen ausserhalb des Vertrags .................... 131 

1. Übersicht ................................................................................................................... 131 

2. Parteibehauptungen .................................................................................................. 131 

3. Würdigung ................................................................................................................ 133 

4. Fazit .......................................................................................................................... 136 

X. Anspruch 9 der Klägerin: Ausserprozessuale Anwaltskosten der Klägerin ............. 137 

1. Übersicht ................................................................................................................... 137 

2. Parteibehauptungen .................................................................................................. 137 

3. Rechtliches ................................................................................................................ 139 

4. Würdigung ................................................................................................................ 140 

XI. Gegenforderungen der Beklagten: ...................................................................... 147 

1. Übersicht ................................................................................................................... 147 

2. Die Konventionalstrafe in Höhe von EUR 422'901.30 ................................................. 147 

3. EUR 13'825.00 «Scaffolding» ..................................................................................... 153 

4. EUR 66'565.35 «Welfare Charges» ............................................................................. 158 

XII. Endresultat ......................................................................................................... 160 

1. Gutzuheissende Forderungen der Klägerin ................................................................ 160 

2. Gegenforderungen der Beklagten .............................................................................. 161 

3. Schlussrechnung ........................................................................................................ 161 

XIII. Feststellungsbegehren der Beklagten ................................................................ 162 

1. Parteibehauptungen .................................................................................................. 162 

2. Würdigung ................................................................................................................ 163 

XIV. Kosten- und Entschädigungsfolgen ................................................................... 165 

1. Gerichtskosten .......................................................................................................... 165 

2. Parteientschädigungen .............................................................................................. 165 
 

- 7 - 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin ist eine … [Zweck] sowie für Anlagen rund um die … [Zweck] Medi-

en. Zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses und während der Vertragsabwicklung 

war die Klägerin unter dem Namen C._____ GmbH ein Teil der C._____-Gruppe. 

Im März 2017 wurden sämtliche Anteile der C._____-Gruppe vom D._____-

Konzern gekauft. In der Folge wurde die Klägerin am 15. Mai 2017 von "C._____ 

GmbH" in "A._____ GmbH" umbenannt. Der Sitz der Klägerin wurde Ende 2017 

nach E._____ im Bundesland Nordrhein-Westfalen verlegt (act. 1 Rz. 26 f.). 

Die Beklagte hat ihren Sitz in Zürich; sie ist auf Anlagen und Einrichtungen zur 

Behandlung,… [Zweck], insbesondere von … [Zweck] spezialisiert und erstellt 

Bauprojekte in diesem Bereich (act. 1 Rz. 29; act. 3/4).  

b. Prozessgegenstand 

Das britische Unternehmen F._____ Management und die Bezirke G._____ und 

H._____ erteilten der Beklagten im Jahr 2015 den Auftrag, ein Kehrichtheizkraft-

werk in I._____ (England) zu bauen. Die Klägerin war im Rahmen dieses 

Grossprojekts als Subunternehmerin von der Beklagten mit der Ausführung des 

Arbeitspakets 9 beauftragt worden. Vertragsgrundlage bildeten die Minutes of 

Negotiation vom 7. Oktober 2015 (act. 3/9) sowie die Purchase Order vom 

8./15. Oktober 2015 (act. 3/12) sowie darin bezeichnete weitere Dokumente. Das 

Arbeitspaket 9 umfasste die on-site Electrical Installation. Die Aufgabe der Kläge-

rin bestand zusammengefasst darin, die Haupt-Kabeltragesysteme ("Kabeltras-

sen") gemäss den Plänen der Beklagten zu bauen, die Kabel gemäss den von der 

Beklagten zur Verfügung gestellten Spezifikationen der Kabellisten zu besorgen, 

diese Kabel danach gemäss den von der Beklagten zu liefernden Kabelziehkarten 

zu verlegen, nach zur Verfügung gestellter Anschlussdokumentation anzuschlies-

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sen und zu messen, sowie die Instrumentierung gemäss der Installationsdoku-

mentation vorzunehmen (act. 1 Rz. 32; eine präzisere Aufstellung der klägeri-

schen Aufgaben findet sich in act. 1 Rz. 115 und act. 3/10). Die Klägerin verlangt 

eine Preisanpassung gestützt auf eine Vertragsklausel (sog. Remeasurement-

Klausel) sowie Mehraufwand als Folge von Verzögerungen und Behinderungen 

auf der Baustelle, welche die Beklagte verursacht habe. Die Beklagte bestreitet 

sämtliche klägerischen Ansprüche. Sie macht vielmehr geltend, dass aus der Ab-

rechnung eine Forderung zu ihren Gunsten resultiere, wobei sie die Verrechnung 

erklärt. Ausserdem beantragt die Beklagte, es sei festzustellen, dass zwei von der 

Klägerin in Betreibung gesetzte Forderungen nicht bestehen würden. 

Ursprünglich geplanter Endtermin der klägerischen Leistungen war Mitte März 

2016. Dieser vorgesehene Termin konnte nicht eingehalten werden. Auch zwei 

neu festgesetzte, spätere Vollendungstermin (31. Mai 2016 und 7. Juni 2016) ver-

strichen, ohne dass die Arbeiten abgeschlossen waren. Die Klägerin beendete ih-

re Arbeiten schliesslich am 2. September 2016 (act. 1 Rz. 6; von der Beklagten 

bestritten, aber im vorliegenden Prozess nicht weiter von Relevanz). Der Vertrag 

zwischen den Parteien sah einen Total Price von EUR 2'819'342.00 vor. Strittig ist 

zwischen den Parteien, ob ein Pauschalpreis vorliegt und unter welchen Voraus-

setzungen die im Vertrag vorgesehene Remeasurement-Klausel greift. Die Be-

klagte hat Zahlungen von EUR 2'247'518.56 an die Klägerin geleistet. 

Die Klägerin beziffert ihre Forderung auf EUR 4'218'280.10 und CHF 250'470.72 

zuzüglich Verzugszins. Sie unterteilt ihre Forderung in folgende neun Ansprüche 

(vgl. act. 1 Rz. 11; inkl. MwSt.): 

 

1 Remeasurement…………………………………………… EUR 1'365'573.84 

2 Purchase Order – Change Order 1 vom  
10. März 2016……………………………………………… EUR 

      

38'629.80 

3 Zusätzliche Arbeiten (COR's)…………………………….. EUR 178'986.07 

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4 Zusätzliche Leistungen bei Impulse Pipes……………… EUR 47'441.38 

5 Materiallieferungen……………………………………....... EUR 179'958.12 

6 Vergütung für zusätzliche Arbeitsleistungen  
als Folge der Verzögerungen und Ineffizienzen……...... EUR 

 

1'205'297.52 

7 Vergütung für weitere Zusatzleistungen  
als Folge der Verzögerungen und Ineffizienzen……...... EUR 

   

935'584.85 

8 Zusätzliche Leistungen ausserhalb des  
Vertragswerks: Korrektur von fehlerhaften  

Planungsleistungen……….............................................. EUR 

     

 

266'808.52 

9 Aussergerichtliche Anwaltskosten der Klägerin………... CHF 250'470.72 

B. Prozessverlauf  

Am 29. Mai 2018 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin ihre Klage beim Han-

delsgericht des Kantons Zürich ein (act. 1; act. 3/1–219). Den ihr mit Verfügung 

vom 31. Mai 2018 auferlegten Vorschuss für die Gerichtskosten in der Höhe von 

CHF 110'000.00 leistete die Klägerin fristgemäss (act. 9). Mit Eingabe vom 

13. Juni 2018 reichte die Klägerin aufforderungsgemäss eine neue Vollmacht ein 

(act. 6–8). Mit Verfügung vom 15. Juni 2018 wurde der Beklagten Frist angesetzt, 

um ihre Klageantwort einzureichen, die sie innert erstreckter Frist einreichte (vgl. 

act. 13–15 sowie act. 18 und act. 19/2–78). Mit Verfügung vom 20. August 2018 

wurde die Prozessleitung an Oberrichterin Flurina Schorta als Instruktionsrichterin 

delegiert und die Klageantwort einschliesslich der Beilagen an die Klägerin zuge-

stellt (act. 20). Anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 28. März 2019 konnten 

sich die Parteien nicht einigen (Prot. S. 8 f.). Mit Verfügung vom 15. Mai 2019 

wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (act. 25). Die Klägerin reichte ihre 

Replik am 19. September 2019 (Datum Poststempel) ein, wobei sie ihre Forde-

rungen im Sinne eines teilweisen Klagerückzugs (vgl. Art. 227 Abs. 3 ZPO) um 

EUR 67'366.87 reduzierte (vgl. act. 27; act. 28/220–297). Die Beklagte reichte ih-

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re Duplik innert erstreckter Frist (vgl. act. 31–35) mit Eingabe vom 30. Januar 

2020 ein (Datum Poststempel; act. 37 und act. 38/79–112). Mit Verfügung vom 

31. Januar 2020 wurde die Duplik der Klägerin zugestellt und der Aktenschluss 

verfügt. Ausserdem wurde festgehalten, dass zur Stellungnahme zu allfälligen 

neuen relevanten Behauptungen bzw. Beilagen in der Duplik nach erfolgter Fall-

bearbeitung Frist angesetzt würde (act. 39). Die Klägerin ersuchte mit Eingabe 

vom 14. Februar 2020 (Datum Poststempel) unter anderem darum, dass sie ihr 

Replikrecht zeitgleich mit der Stellungnahme zu den entscheidrelevanten Noven 

der Duplik und Duplikbeilagen ausüben könne. Ausserdem sei ihr eine Frist von 

mindestens zwei Monate anzusetzen, um zu den Dupliknoven Stellung zu neh-

men sowie zur Ausübung des Replikrechts (vgl. act. 41). Mit Verfügung vom 

17. Februar 2020 wurden ihre Anträge abgewiesen (act. 43). Die Klägerin teilte 

mit Eingabe vom 3. April 2020 (Datum Poststempel) mit, dass sie bis spätestens 

5. Mai 2020 eine Replikeingabe einreichen werde (vgl. act. 45). Die angekündigte 

Replikeingabe ging am 7. Mai 2020 hierorts ein (act. 47, act. 48/298–315 und 

act. 49). Diese Eingabe der Klägerin wurde der Beklagten mit der Bemerkung zu-

gestellt, dass erst im Rahmen der Bearbeitung zu prüfen sein werde, inwiefern die 

Eingabe der Klägerin zu berücksichtigen sein werden und beachtliche Noven ent-

halte (act. 50). Die Beklagte verlangte nach Erhalt der klägerischen Eingabe, dass 

diese aus dem Recht gewiesen werde (vgl. act. 52). Die Klägerin reagierte auf die 

Eingabe der Beklagten ihrerseits mit Eingabe vom 20. Mai 2020 (Datum Post-

stempel; act. 54). Mit Verfügung vom 26. August 2021 wurde den Parteien Gele-

genheit eingeräumt, um auf die Durchführung einer Hauptverhandlung zu verzich-

ten (act. 56). Die Beklagte teilte mit Schreiben vom 2. September 2021 (Datum 

Poststempel) mit, dass sie auf die Durchführung der Hauptverhandlung verzichte 

(act. 58). Die Klägerin äusserte sich nicht. Am 16. September 2021 reichte die 

Beklagte eine Eingabe betreffend die Parteientschädigung ein (act. 59). Der Pro-

zess ist spruchreif (Art. 236 Abs. 1 ZPO). 

- 11 - 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Örtliche und sachliche Zuständigkeit 

1.1. Die Klägerin hat ihren Sitz im Ausland. Es liegt ein internationaler Sachver-

halt vor. Die Parteien haben Zürich als Gerichtsstand vereinbart (vgl. act. 1 

Rz. 19; act. 18 Rz. 103; act. 3/13 Ziff. 33.1). Die Gerichtsstandsvereinbarung er-

füllt die Voraussetzungen von Art. 23 LugÜ, womit die örtliche Zuständigkeit des 

hiesigen Gerichts gegeben ist.  

1.2. Die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts ergibt sich aus § 44 lit. b 

GOG i.V.m. Art. 6 Abs. 2 ZPO. Die Streitigkeit betrifft die geschäftliche Tätigkeit 

beider Parteien. Beide Parteien sind im Handelsregister oder in einem vergleich-

baren ausländischen Register eingetragen. Endlich steht gegen einen Endent-

scheid des Handelsgerichts die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht 

offen, ist doch ein Streitwert von mindestens CHF 30'000 offensichtlich erreicht. 

2. Anwendbares Recht 

Gemäss Art. 116 Abs. 1 IPRG untersteht der Vertrag dem von den Parteien ge-

wählten Recht. Bei Fehlen einer Rechtswahl untersteht der Vertrag dem Recht 

des Staates, mit dem er am engsten zusammenhängt (Art. 117 Abs. 1 IPRG). Als 

anwendbares Recht haben die Parteien in Ziffer 33.1 der General Conditions 

Schweizer Recht unter Ausschluss der Kollisionsregeln und des Wiener Kauf-

rechts vereinbart (vgl. act. 1 Rz. 21; act. 18 Rz. 105; act. 3/13 Ziff. 33.1). 

3. Stellungnahmen zu den Noven 

Mit Verfügungen vom 31. Januar 2020 und vom 11. Mai 2020 wurde den Parteien 

angezeigt, dass sie nach erfolgter Bearbeitung Gelegenheit zur Stellungnahmen 

zu entscheindrelevanten Dupliknoven resp. beachtlichen Noven in der Stellung-

nahme dazu erhalten würden (act. 39 und act. 50). Nachdem keine für den Ent-

- 12 - 

scheid relevanten neuen Behauptungen oder Urkunden eruiert werden konnten, 

kann eine Fristansetzung unterbleiben. Ebenso kann offen bleiben, ob die klägeri-

sche Eingabe vom 5. Mai 2020 im Hinblick auf Art. 229 Abs. 1 ZPO beachtlich ist. 

- 13 - 

II. Anspruch 1 der Klägerin: Remeasurement der Mengen 

1. Übersicht 

Unter dem Titel "Anspruch 1: Remeasurement" verlangt die Klägerin gestützt auf 

den vertraglich vorgesehenen Preisanpassungsmechanismus eine Anpassung 

der Werklohnforderung. Die Klägerin habe mengenmässig mehr geleistet als ver-

traglich ursprünglich vorgesehen. Geändert habe sich die Menge an Material so-

wie die damit zusammenhängende Menge an Arbeit. Diese Mehrleistungen beträ-

fen vertraglich vereinbarte Leistungen. Es gehe mit anderen Worten um Mehrleis-

tungen, die vor ihrer Ausführung nicht eine vertragliche Anpassung (sogenannte 

Change Order Request, COR) voraussetzten, weil es sich nicht um Bestellungs-

änderungen handelt. 

2. Die Preisabrede im Vertrag 

2.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Die Parteien vereinbarten für die Leistungen der Klägerin einen Gesamtpreis von 

EUR 2'819'342.00 (vgl. act. 3/9 S. 2). Unbestritten ist, dass vertraglich ein Preis-

anpassungsmechanismus vereinbart war. Sodann sind sich die Parteien auch 

über die Vertragsstellen einig, die für die Festsetzung des geschuldeten Werk-

lohns massgebend sind. Die Remeasurement-Klausel findet sich in den Minutes 

of Negotiation (fortan: MoN) und lautet folgendermassen (act. 3/9 S. 2 f.): 
 

[…] 

 

 

 

- 14 - 

 

 

2.2. Parteibehauptungen 

Für die Klägerin liegt kein Pauschalpreis vor (act. 1 Rz. 40), was bereits aus dem 

vertraglich vereinbarten Preisanpassungsmechanismus folge. Daran ändere auch 

die Wendung "lump sum prices" in den MoN nichts, dessen Verwendung ohnehin 

auf die Beklagte zurückgehe (act. 27 Rz. 54 f.). Mit dem Preisanpassungsmecha-

nismus sei zudem klargestellt worden, dass Mehrmengen bei den im Preisblatt 

vorgesehenen Materialien und Arbeiten ebenfalls unter den Vertrag fielen und 

über die Preisanpassung (Remeasurement) abzurechnen seien. Es hätten mit 

anderen Worten keine separaten Zusatzarbeiten vorgelegen und ein Änderungs-

antrag sei daher nicht erforderlich gewesen (act. 27 Rz. 56). Nicht nur sei eine 

Preisanpassung keine Ausnahmeregelung gewesen, sondern die Beklagte habe 

- 15 - 

vielmehr eine Mitwirkungspflicht bei der Bestimmung der Preisanpassung anhand 

der tatsächlichen Mengen und Arbeitsleistungen gehabt (act. 27 Rz. 59 ff., 

Rz. 62). Während der Bauausführung habe die Beklagte bei der Feststellung der 

Ausmasse im Hinblick auf die vertraglich vorgesehene Preisanpassung mitgewirkt 

und ihre diesbezügliche bestehende Mitwirkungspflicht auch nicht infrage gestellt 

(die Klägerin spricht jeweils – der deutschen Terminologie folgend – von Aufmas-

sen, die Beklagte von Ausmassen; fortan wird der in der Schweiz übliche Begriff 

Ausmass verwendet. Inhaltliche Unterschiede zwischen den verwendeten Begrif-

fen bestehen keine). Entsprechend hätten die Parteien jeweils gemeinsam auf der 

Baustelle die in den Ausmassen rapportierten Mengen und Leistungen geprüft, 

und die Beklagte habe danach die Richtigkeit der Ausmasse unterschriftlich be-

stätigt (act. 27 Rz. 65). Die Argumentation der Beklagten, die Klägerin habe ihre 

Forderung vollständig zu substanziieren, finde in den MoN keine Grundlage: Der 

Satz "Any request for price adjustment must be fully substantiated with supporting 

documentation" beziehe sich nicht auf den hier relevanten Abschnitt der Preisan-

passungsklausel (act. 27 Rz. 66 ff., insbesondere Rz. 69). Deshalb treffe die Klä-

gerin keine Pflicht, ihre Forderung umfassend zu substanziieren und mit unter-

stützender Dokumentation nachzuweisen. Vielmehr müsse die Klägerin die ge-

leistete Arbeit und die gelieferten Mengen nur plausibilisieren (act. 27 Rz. 70). Der 

Nachweis gelinge gestützt auf die Ausmassurkunden (in der Terminologie der 

Klägerin: "Bill of Quantity"-Urkunden, fortan: BoQ). 

Die Beklagte hält den klägerischen Ausführungen entgegen, dass der vereinbarte 

Preis ein Pauschalpreis sei (act. 18 Rz. 35 f.). Eine Anpassung des Preises erfol-

ge nur ausnahmsweise und setze voraus, dass die Gründe für eine Preisanpas-

sung substanziiert vorgetragen würden (act. 18 Rz. 40). Genau das habe die Klä-

gerin aber unterlassen. Auch sei eine Preisanpassung mit der dritten Teilzahlung 

vorzunehmen gewesen, zu einem Zeitpunkt also, in welchem die Beklagte noch 

über Rückbehalte und Sicherheiten (Erfüllungsgarantie) verfügt habe. Insbeson-

dere die von der Klägerin ins Recht gelegten BoQ würden sich nicht zum Beweis 

allfälliger Mehrleistungen eignen. Die Beklagte habe die BoQ auch nie als Nach-

weis für Mehrleistungen verstanden und entsprechend habe sie mit der Unter-

zeichnung der BoQ auch nie allfällige Mehrleistungen anerkannt. Die BoQ seien 

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vielmehr Teil des von der Klägerin vertraglich geschuldeten "Monthly Progress 

Reports" gewesen und hätten damit namentlich auch der Rechnungsstellung ge-

mäss Baufortschritt gedient (act. 18 Rz. 42 ff.). In Ziff. 11.4 der General Conditi-

ons hätten die Parteien sodann präzisierend geregelt, dass den "Monthly Pro-

gress Reports" keine Bedeutung im Zusammenhang mit anderen Vertragsbe-

stimmungen zukomme. Den in diesen "Monthly Progress Reports" ausgewiese-

nen Tatsachen komme im Hinblick auf die von der Klägerin behauptete Anpas-

sung des Pauschalpreises keinerlei Rechtswirkung zu, auch nicht im Sinne einer 

tatsächlichen Vermutung für die Richtigkeit der darin festgehaltenen Mengen 

(act. 18 Rz. 48). Die Klägerin sei letztlich selbst davon ausgegangen, dass eine 

Preisanpassung nicht allein gestützt auf die BoQ erfolgen könne. Die Klägerin ha-

be nämlich insbesondere festgehalten, dass die finalen Zahlen sich auf tatsächli-

che Ausmasse werden stützen müssen (act. 18 Rz. 50 f. mit Verweis auf 

act. 3/101).  

2.3. Würdigung der Preisabrede 

Im Vertragswerk wird der Begriff "lump sum prices" verwendet, der die Vereinba-

rung eines Pauschalpreises nahelegt. Die Parteien haben, was unbestritten ist, im 

Vertragswerk aber auch einen Preisanpassungsmechanismus vereinbart. Dieser 

Preisanpassungsmechanismus steht vorliegend im Vordergrund und führt dazu, 

dass offen bleiben kann, welche Tragweite eine allfällige Pauschalpreisabrede 

hat. Massgebend ist einzig, ob und wie der Preisanpassungsmechanismus greift. 

Es erschliesst sich aber ohnehin nicht, was die Beklagte aus der behaupteten 

Pauschalpreisabrede ableiten will. Dass sämtliche Leistungen der Klägerin fix im 

Preis enthalten sind, kann nicht zutreffen, haben die Parteien doch eine Remea-

surement-Klausel vereinbart. Sind die Voraussetzungen der Klausel erfüllt, hat die 

Klägerin Anspruch auf eine Preisanpassung. Aus dem Preisblatt, welches Teil des 

Vertrages ist, gehen Preisabreden hinsichtlich der vorgesehenen Positionen her-

vor (vgl. act. 3/15). Rechtlich qualifizieren zahlreiche dieser Preisabreden als Ver-

einbarung von Einheitspreisen. Bestimmte Positionen erscheinen hingegen als 

Vereinbarung von Pauschalpreisen. 

- 17 - 

3. Grad der Substanziierung des Preisanpassungsanspruchs 

3.1. Die Beklagte scheint anzunehmen, die Klägerin müsse die Preisanpassung 

aufgrund der Remeasurement-Klausel besonders substanziieren.  

3.2. Der erforderliche Grad der Substanziierung ergibt sich vorliegend nicht aus 

dem Vertrag, denn dort steht, abgesehen davon, dass "supporting documentati-

on" vorgelegt werden müsse, nicht, wie die Parteien ihren Remeasurement-

Anspruch substanziieren müssen. Eine solche ausdrückliche vertragliche Abrede 

betreffend die Substanziierung wird auch von keiner Partei behauptet. Die Partei-

en haben es vorliegend unterlassen, den Grad der Substanziierung im Zusam-

menhang mit dem Preisanpassungsmechanismus näher zu regeln. Was die Klä-

gerin unter Plausibilisierung des Anspruchs versteht, erschliesst sich ohnehin 

nicht. Im Streitfall richtet sich der Grad der Substanziierung darum nach den ein-

schlägigen Rechtsnormen und der relevanten Rechtsprechung. 

4. Verweis auf die BoQ 

4.1. Die Klägerin substanziiert ihre Forderung gestützt auf die BoQ, die sie als 

Ausmassurkunden bezeichnet. Die Beklagte bestreitet, dass die BoQ zur Sub-

stanziierung der behaupteten Forderung taugen würden. Es stellt sich die Frage, 

ob die in den BoQ ersichtlichen Tatsachen zur Substanziierung des klägerischen 

Anspruchs taugen. Zunächst ist aber auf den Einwand der Beklagten einzugehen, 

wonach die Klägerin die in den Unterlagen ersichtlichen Tatsachen nicht rechts-

genügend in den Prozess eingebracht habe. Ein Verweis in der Rechtsschrift auf 

die Unterlagen sei ungenügend (vgl. act. 18 Rz. 499; act. 37 Rz. 642). 

4.2. Gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO muss die Klage die Tatsachenbe-

hauptungen und die Bezeichnung der einzelnen Beweismittel zu den behaupteten 

Tatsachen enthalten. Zweck dieses Erfordernisses ist, dass das Gericht erkennen 

kann, auf welche Tatsachen sich der Kläger stützt und womit er diese beweisen 

will, sowie die Gegenpartei weiss, gegen welche konkreten Behauptungen sie 

sich verteidigen muss (Art. 222 ZPO). Entsprechend ist nach der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung der Behauptungs- und Substanziierungslast im Prinzip in 

den Rechtsschriften nachzukommen. Der blosse pauschale Verweis auf Beilagen 

- 18 - 

genügt in aller Regel nicht (Urteile 4A_264/2015 vom 10. August 2015 E. 4.2.2; 

5A_61/2015 vom 20. Mai 2015 E. 4.2.1.3; 4A_317/2014 vom 17. Oktober 2014 

E. 2.2; 4A_195/2014 und 197/2014 vom 27. November 2014 E. 7.3, nicht publ. in 

BGE 140 III 602). Es geht darum, dass nicht das Gericht und die Gegenpartei aus 

den Beilagen die Sachdarstellung zusammensuchen müssen. Es ist nicht an 

ihnen, Beilagen danach zu durchforsten, ob sich daraus etwas zu Gunsten der 

behauptungsbelasteten Partei ableiten lässt (vgl. zit. Urteil 4A_195 und 197/2014 

E. 7.3.3 mit Hinweisen). Das bedeutet nicht, dass es nicht ausnahmsweise zuläs-

sig sein kann, seinen Substanziierungsobliegenheiten durch Verweis auf eine Bei-

lage nachzukommen. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass namentlich Ho-

norarnoten, die der Substanziierung dienen, nicht zwingend integral im Volltext in 

die Rechtsschriften übernommen werden müssen. Der Verweis auf eine Beilage 

ist aber jedenfalls ungenügend, wenn die Beilagen für sich selbst nicht erlauben, 

die geltend gemachten Positionen zu prüfen und gegebenenfalls substanziiert zu 

bestreiten, und die Beilagen in den Rechtsschriften nicht hinreichend konkretisiert 

und erläutert werden (vgl. Urteil 4A_281/2017 E. 5.1 mit Hinweis auf Urteil 

4A_264/2015 E. 4.2.2). 

4.3. Werden Tatsachen in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in einer 

Rechtsschrift behauptet (BGE 136 III 322 E. 3.4.2 S. 328; zit. Urteil 4A_591/2012 

E. 2.1) und wird für Einzelheiten auf eine Beilage verwiesen, ist vielmehr zu prü-

fen, ob die Gegenpartei und das Gericht damit die notwendigen Informationen in 

einer Art erhalten, die eine Übernahme in die Rechtsschrift als blossen Leerlauf 

erscheinen lässt, oder ob der Verweis ungenügend ist, weil die nötigen Informati-

onen in den Beilagen nicht eindeutig und vollständig enthalten sind oder aber da-

raus zusammengesucht werden müssten. Es genügt nicht, dass in den Beilagen 

die verlangten Informationen in irgendeiner Form vorhanden sind. Es muss auch 

ein problemloser Zugriff darauf gewährleistet sein, und es darf kein Interpretati-

onsspielraum entstehen. Der entsprechende Verweis in der Rechtsschrift muss 

spezifisch ein bestimmtes Aktenstück nennen und aus dem Verweis muss selbst 

klar werden, welche Teile des Aktenstücks als Parteibehauptung gelten sollen. 

Ein problemloser Zugriff ist gewährleistet, wenn eine Beilage selbsterklärend ist 

und genau die verlangten (beziehungsweise in der Rechtsschrift bezeichneten) 

- 19 - 

Informationen enthält. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kann ein Ver-

weis nur genügen, wenn die Beilage in der Rechtsschrift derart konkretisiert und 

erläutert wird (vgl. zit. Urteil 4A_264/2015 E. 4.2.2), dass die Informationen ohne 

weiteres zugänglich werden und nicht interpretiert und zusammengesucht werden 

müssen (Urteil 4A_281/2017 E. 5.1). 

4.4. Die BoQ enthalten eine klare, tabellarische Darstellung der Tatsachen. 

Auch erklärt die Klägerin in ihren Rechtsschriften mehrmals (vgl. zum Beispiel 

act. 1 Rz. 434; act. 27 Rz. 93.7; act. 27 Rz. 526.1–4,), wie man die BoQ zu lesen 

hat. Würden die relevanten Tatsachen direkt in der Rechtsschrift dargestellt, ist 

nicht ersichtlich, wie sie zur Substanziierung des Anspruchs anders als in den Un-

terlagen darzustellen wären. Die Übernahme der Tabellen direkt in die Rechts-

schriften – was die Klägerin in der Replik denn auch vornimmt – erscheint als 

blosser Leerlauf, der nichts zur Klarheit des klägerischen Vortrages beitragen 

kann. Der klägerische Verweis auf die BoQ genügt den Anforderungen, welche 

das Bundesgericht an den Verweis in Rechtsschriften auf Beilagen stellt. Die Klä-

gerin durfte in ihren Rechtsschriften auf die BoQ verweisen, um ihren Anspruch 

zu substanziieren. 

5. Substanziierung der Preisanpassung gestützt auf die BoQ 

5.1. Steht fest, dass der Verweis auf die BoQ zulässig ist, stellt sich die Folge-

frage, ob die Klägerin ihren Anspruch genügend substanziiert vorträgt. Einen ge-

setzlich vorgegeben objektiven Detaillierungsgrad der Substanziierung, der stets 

zur selben Dichte des Tatsachenvortrags führt, kennt das Zivilprozessrecht nicht. 

In der Lehre wird zu Recht darauf hingewiesen, dass sich jede Tatsache in zahl-

reiche Einzeltatsachen und diese Einzeltatsachen beinahe unbegrenzt in weitere 

Einzeltatsachen aufteilen lassen (vgl. SCHWEIZER, Mark, Substanziieren - wozu? 

Zwecke der Substanziierungslast und Anforderungen an den Substanziierungs-

grad, in SJZ SJZ 108/2012 S. 557 ff., S. 558, der festhält, dass es einen "logisch 

richtigen" Grad der Detaillierung nicht gibt.). Um den im Einzelfall vorauszuset-

zenden Substanziierungsgrad des Tatsachenvortrags festzusetzen, ist vom 

Zweck der Substanziierung auszugehen, welcher bereits kurz erläutert wurde (vgl. 

Erw. II 3.2). Wie gesagt, stehen das Verstehen des Anspruchs sowie die rechtli-

- 20 - 

che Würdigung des Anspruchs im Vordergrund. Das Bundesgericht hält in kon-

stanter Rechtsprechung fest, dass Prozessparteien alle Tatbestandselemente der 

materiellrechtlichen Normen behaupten müssen, die den von ihnen anbegehrten 

Anspruch begründen. Der Behauptungslast ist Genüge getan, wenn die Parteien 

in ihrem Tatsachenvortrag in allgemeiner Weise sämtliche Tatsachen benennen, 

welche unter die ihren Antrag stützenden Normen zu subsumieren sind. Ein sol-

chermassen vollständiger Tatsachenvortrag wird als schlüssig bezeichnet, da er 

bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zu-

lässt. Bestreitet der Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der be-

hauptungsbelasteten Partei, greift eine über die Behauptungslast hinausgehende 

Substanziierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, 

sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar darzulegen, dass 

darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis angetreten wer-

den kann (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368). 

5.2. Die Klägerin macht mit dem Anspruch 1 Mehrleistungen geltend. Es geht 

um vertraglich vereinbarte Leistungen, deren Umfang laut der Klägerin grösser als 

ursprünglich angenommen ausgefallen sind. Geändert hat sich nach der Darstel-

lung der Klägerin die Menge des verwendeten Materials und die Menge an Arbeit, 

um das Material einzubauen. Die Klägerin gliedert ihren behaupteten Anspruch 1 

in folgende Einzeltatsachen auf: Nummer und Zeitraum der Leistungserbringung, 

Position, Leistung (Kabelart) und Menge (in Meter), Preise pro Einheit und Sum-

me pro Ausmass (Total pro Position) (vgl. act. 27 Rz. 524 f.; 3/140; 

act. 3/147.001–124). In den BoQ finden sich detailliert die Materialmengen, die 

laut der Klägerin im Rahmen der Leistungserfüllung tatsächlich verwendet wur-

den. Die einzelnen Positionen sind präzise bezeichnet und übernehmen die Be-

zeichnungen, welche die Parteien in den Preislisten vereinbarten. Es ist nicht er-

sichtlich, was die Klägerin noch ausführlicher darstellen könnte und müsste, um 

ihren Anspruch zu substanziieren. Dabei geht die Darstellung in den BoQ bereits 

über eine bloss schlüssige Behauptung hinaus: Es liegt eine substanziierte Be-

hauptung vor. Die Klägerin erfüllt nicht nur ihre Behauptungslast, sondern auch ih-

re Substanziierungslast. Gestützt auf die BoQ lassen sich die Tatsachen verste-

- 21 - 

hen und bestreiten. Damit ist der Vorwurf der mangelnden Substanziierung unzu-

treffend. 

6. Bestreitung durch die Beklagte 

6.1. Da der Anspruch ausreichend substanziiert ist, stellt sich die Frage, ob die 

Beklagte ihn substanziiert bestreitet. Fehlt es an einer substanziierten Bestrei-

tung, gelten die Tatsachen als anerkannt und es ist kein Beweis abzunehmen. 

Wie detailliert eine Tatsachenbehauptung bestritten werden muss, richtet sich 

nach dem Substanziierungsgrad der zu bestreitenden Tatsache. Eine zunächst 

schlüssig behauptete aber nicht in ihre Einzeltatsachen aufgeteilte Tatsachenbe-

hauptung darf pauschal bestritten werden. Substanziert die behauptende Partei 

dann ihre pauschale Behauptung, teilt sie diese somit in Einzeltatsachen auf, 

müssen diese Einzeltatsachen bestritten werden, damit eine substanziierte Be-

streitung vorliegt. Die Beklagte hält zu den Vorbringen der Klägerin fest, dass die 

in den BoQ behaupteten Mengen nicht den tatsächlich ausgeführten Mengen ent-

sprechen würden. Ebenso wenig entsprächen die ersichtlichen Einheitspreise den 

vertraglich vereinbarten Einheitspreisen (vgl. act. 37 Rz. 643). Das genügt vorlie-

gend als Bestreitung. Entscheidend ist, dass aus den Rechtsschriften der Beklag-

ten hervorgeht, dass die Beklagte die Mengen und die Einheitspreise der behaup-

teten klägerischen Leistungen bestreitet. Damit bestreitet sie die entscheid-

relevanten Tatsachen, die in den BoQ festgehalten sind. Insbesondere ist es nicht 

nötig, dass die Beklagte jede einzelne Position in den BoQ bestreitet, stellt sie 

doch den gesamten Anspruch 1 und nicht bloss einzelne Positionen in Abrede.  

6.2. Somit steht als Zwischenfazit fest, dass die Klägerin ihren Anspruch 1 ge-

nügend substanziiert hat und die Beklagte den Anspruch bestritten hat. Es ist 

nachfolgend auf die weiteren Einwände der Beklagten einzugehen. 

6.3. Die Einwände der Beklagten lassen sich wie folgt zusammenfassen: (1) 

Die BoQ würden nicht zum Beweis des Remeasurement-Anspruchs taugen. (2) 

Weiter möchte sie anhand eigener Stichproben aufzeigen, dass die behaupteten 

Leistungen der Klägerin unzutreffend sein müssen. (3) Die Klägerin habe weniger 

Kabel verlegt als in der ursprünglichen Offerte vorgesehen, weshalb es nicht sein 

- 22 - 

könne, dass sie Anspruch auf eine Mehrvergütung habe. Die zu verlegende Ka-

belmenge sei im Laufe des Bauprojekts mehrmals verringert worden, was die Par-

teien in sogenannten "Revisionen" festgehalten hätten. 

7. Der erste Einwand der Beklagten: BoQ als Ausmassurkunde 

7.1. Parteibehauptungen 

7.1.1. Die Beklagte vertritt den Standpunkt, dass die BoQ einzig die Plausibilisie-

rung des Baufortschritts im Zusammenhang mit der zweiten Meilensteinzahlung 

bezweckten. Einen anderen Zweck hätten die Unterlagen nicht gehabt, eine sol-

che Wirkung sei gar vertraglich ausgeschlossen worden (vgl. act. 18 Rz. 44, 

Rz. 48, Rz. 486). Die BoQ seien insbesondere keine Ausmassurkunden. Daran 

ändere auch nichts, dass mehrere der BoQ vor Ort vom Bauleiter der Beklagten 

unterzeichnet worden seien. Der Bauleiter sei nämlich davon ausgegangen, er 

unterzeichne ausschliesslich Unterlagen zur Plausibilisierung der Akontozahlun-

gen – und nur zu diesem Zweck seien die Unterlagen unterzeichnet worden 

(act. 18 Rz. 46, Rz. 53). Auch die Klägerin sei davon ausgegangen, dass die Un-

terlagen keine definitiven Ausmassurkunden darstellen würden, habe sie doch in 

ihrem Schreiben vom 5. August 2015 (act. 3/101) die in den Unterlagen ersichtli-

chen Informationen als ungefähre Schätzungen betrachtet (act. 18 Rz. 50, 

Rz. 492). Die Klägerin sei ihrer vertraglichen Dokumentationspflicht nicht nachge-

kommen (act. 18 Rz. 494). Sie habe ihre As-Built-Dokumentation erst verspätet 

im November 2016 und dazu noch unvollständig eingereicht. Die Beklagte habe 

die Klägerin auch darauf hingewiesen, dass eine Preisanpassung nur gestützt auf 

As-Built-Unterlagen (As-Built-Leistungsverzeichnisse und As-Built-Kabelliste, vgl. 

act. 18 Rz. 479) erfolgen könne. 

7.1.2. Die Klägerin führt gegen die Einwände der Beklagten aus, die Parteien hät-

ten die BoQ gemeinsam vor Ort geprüft und die Beklagte habe nie Einwände ge-

gen die Richtigkeit der Unterlagen erhoben (act. 27 Rz. 75). Insbesondere müsse 

sich die Beklagte entgegen halten lassen, dass sie die BoQ jeweils unterzeichnet 

habe. Auch gegen die nicht unterzeichneten Unterlagen habe die Beklagte nicht 

protestiert, weshalb auch diese genehmigt seien (act. 27 Rz. 78 f.). Es treffe 

- 23 - 

schon zu, dass die Ausmassurkunden auch für die Rechnungsstellung bestimmt 

gewesen seien, wobei die Beklagte hieraus nichts zur ihren Gunsten ableiten 

könne (vgl. act. 27 Rz. 80). Ohnehin bleibe unklar, wie die Beklagte die Ausmasse 

denn feststellen möchte, wenn nicht anhand der gemeinsam geprüften und teil-

weise unterschriftlich bestätigten BoQ (act. 27 Rz. 82, Rz. 84). Auch die Korres-

pondenz zwischen den Parteien widerlege die Annahme, die Unterlagen seien 

blosse "Monthly Progress Reports" gewesen. Die Beklagte habe die BoQ letztlich 

ebenso als Ausmassurkunden betrachtet, wenn auch als provisorische. So habe 

sie die Klägerin aufgefordert, die endgültigen BoQ einzureichen ("Please provide 

your final BoQ in order, for us to assess these three figures; Final BoQ shall be 

sent by C._____ to K._____", act. 27 Rz. 87). Sodann würden sich die BoQ auch 

von den vertraglich definierten "Monthly Progress Reports" unterscheiden. Letzte-

re hätten gemäss Vertrag namentlich auch eine Fotodokumentation aufweisen 

müssen, was bei den eingereichten BoQ nie der Fall gewesen sei (act. 27 

Rz. 89). Weiter hätten die Parteien durchaus als Progress Reports bezeichnete 

Dokumente erstellt, was aufzeige, dass Progress Reports und BoQ nebeneinan-

der bestanden hätten (vgl. act. 27 Rz. 91). Was die "As-Built-

Leistungsverzeichnisse" anbelange, würden diese auf die BoQ gründen. Die Leis-

tungsverzeichnisse seien Zusammenfassungen der viel detaillierter ausfallenden 

BoQ (act. 27 Rz. 93, insbesondere Rz. 93.8). 

7.2. Kein vertraglicher Ausschluss der BoQ als Ausmassurkunden 

7.2.1. Die Parteien haben vertraglich nicht geregelt, wie eine Preisanpassung ge-

stützt auf die Remeasurement-Klausel geltend zu machen ist. Insbesondere ha-

ben sie nicht vereinbart, dass eine Preisanpassung ausschliesslich gestützt auf 

bestimmte Unterlagen erfolgen kann oder ein bestimmtes Zusammenwirken vo-

raussetzt. Im Vertrag ist der Passus "Any request for price adjustment must be ful-

ly substantiated with supporting documentation" entscheidend (vgl. act. 3/9 S. 2, 

Hervorhebung hinzugefügt). Die Klägerin bringt zwar vor, der Satz sei auf den 

Anspruch 1 nicht anwendbar, sondern beziehe sich auf eine andere Art der Preis-

anpassung. Die klägerische Ansicht vermag sich aber einzig auf ein systemati-

sches Argument zu stützen, welches erst noch wenig überzeugend ist. Der Satz 

- 24 - 

ist dem zweiten Absatz der Preisanpassungsbestimmung angehängt, wo es um 

eine Preisanpassung aufgrund behördlicher Vorgaben geht. Dagegen spricht aber 

bereits der Vertragswortlaut: Die Parteien sprechen auch bei der hier einschlägi-

gen Preisanpassung von einen adjustment des Preises ("[…] Net Total Price 

amount shall be adjusted with the third milestone payment […]"). Eine Einschrän-

kung auf nur bestimmte Arten von adjustments ist nicht ersichtlich. Sodann hält 

der Vertrag fest, dass "Any request for price adjustment […] (Hervorhebung hin-

zugefügt)" erfasst wird. Dass also nur Preisanpassungen erfasst werden, die auf-

grund behördlicher Vorgaben nötig sind, lässt sich ebenso wenig sagen. Auch er-

scheint es naheliegend, dass sämtliche Preisanpassungen "fully substantiated 

with supporting documentation" behauptet werden müssen. Die Klägerin legt je-

denfalls keine überzeugenden Gründe dar, weshalb das nur für Preisanpassun-

gen aufgrund behördlicher Anordnungen gelten soll.  

7.2.2. Ein tatsächliches Verständnis, wie die Parteien den Satz verstanden, lässt 

sich nicht feststellen und ist auch von keiner Partei genügend behauptet. Auch im 

Rahmen der objektiven Auslegung lässt sich keine vertraglich vereinbarte Vorge-

hensweise feststellen, anhand welcher Dokumente eine Preisanpassung erfolgen 

kann. Der Vertrag regelt nicht, anhand welcher Unterlagen und gestützt auf wel-

ches allfällige Zusammenwirken der Parteien eine Preisanpassung möglich ist. 

Mit den Worten "supporting documentation" wird zunächst die Selbstverständlich-

keit ausgedrückt, dass eine blosse Behauptung nicht ausreicht, um eine Preisan-

passung zu erwirken. Erforderlich sind Unterlagen, die die Preisanpassung stüt-

zen und nachvollziehbar machen. Spezifischeres lässt sich dem Vertrag nicht 

entnehmen. Wie die Unterlagen aufgebaut sein müssen, welche Informationen sie 

enthalten müssen und ob eine Mitwirkung der Parteien bei der Erstellung der Un-

terlagen Voraussetzung ist, bleibt offen. Letztlich ist das im Bauwesen übliche 

Verständnis entscheidend. Im Bauwesen kommt den Ausmassurkunden im Hin-

blick auf die Bemessung der erbrachten Leistungen eine zentrale Bedeutung zu. 

Die Frage lautet also, ob die BoQ Ausmassurkunden sind. 

 

 

- 25 - 

7.3. Die BoQ als Ausmassurkunden 

7.3.1. Die Beklagte behauptet, vertraglich sei ausgeschlossen worden, dass die 

BoQ Ausmassurkunden darstellen könnten. Die BoQ würden in Wirklichkeit Mon-

thly Progress Reports darstellen. In Ziffer 11.4 der General Conditions sei präzi-

sierend geregelt, dass den Monthly Progress Reports keine Bedeutung im Zu-

sammenhang mit anderen Vertragsbestimmungen zukomme (vgl. act. 18 Rz. 48). 

Die Klägerin hält dafür, dass es sich bei den BoQ um Ausmassurkunden handelt. 

7.3.2. Ziffer 11.4 der General Conditions hält fest, dass "no Progress Report shall 

constitute a notice for the purposes of any other Clause in the Contract" (vgl. 

act. 3/13 S. 14). Die Klägerin legt überzeugend dar, dass es sich bei den BoQ 

nicht um Monthly Progress Reports handelt. Dagegen spricht schon die Bezeich-

nung als BoQ und nicht als Monthly Progress Reports. Insbesondere erfüllen aber 

die BoQ nicht die Definition der Monthly Progress Reports in den General Condi-

tions. Gemäss Ziffer 11.3 der General Conditions müssen die Monthly Progress 

Reports eine detaillierte Beschreibung des Leistungsstandes (inkl. einer zugehö-

rigen Fotodokumentation), einschliesslich des Leistungsstandes der Subunter-

nehmer, die Nennung möglicher Probleme, der vom Unternehmer zu ergreifenden 

Massnahmen und eines detaillierten Ausblicks auf die weiteren (künftigen) Leis-

tungen enthalten (vgl. act. 27 Rz. 88; act. 3/13 S. 14).  

7.3.3. Weiter finden sich in den Beilagen Unterlagen, die laut der Klägerin als 

Progress Reports dienten. Diese weisen eine andere Darstellung als die BoQ auf 

(vgl. act. 27 Rz. 91 mit Verweis auf act. 19/25 und act. 19/27). Die Beklagte be-

streitet zwar, dass es sich bei den genannten Beilagen um Progress Reports 

handle (act. 37 Rz. 134). Vielmehr handle es sich um Progress Lists. Als Beweis 

offeriert sie jedoch act. 19/25, bezeichnet als "Progress Report vom 12. Februar 

2016". Die Beklagte zeigt nicht auf, weshalb die Progress Reports einmal schein-

bar unter der Bezeichnung BoQ und ein anderes Mal als Progress Re-

ports/Progress Lists zirkulierten. Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass in 

den General Conditions von Progress Reports die Rede ist, während die Beklagte 

von Monthly Progress Reports spricht.  

- 26 - 

7.3.4. Auch aus der Korrespondenz zwischen den Parteien ist zu schliessen, dass 

beide Parteien die BoQ als Ausmassurkunden betrachteten: Mit E-Mail vom 

2. September 2016 bat die Klägerin die Beklagte, ihr die ausstehenden, noch 

nicht unterzeichneten "Ausmasse" zeitnah zukommen zu lassen (vgl. act. 3/148). 

Die Beklagte antwortete mit E-Mail vom 6. September 2016, dass "[t]he C._____ 

bill of quantity sheets August are on my desk and partially signed. For the rest I 

have to do some checks on site. For those checks, C._____ as built drawings of 

the cable tray are required. I will hand-over the already signed documents to 

L._____ and sign the remaining ones as soon as I had a change (sic!) to check 

the submitted documents from C._____ against on site condition" (vgl. act. 3/148). 

Die Beklagte verstand also im September 2016 die Nachfrage nach den Ausmas-

sen als Nachfrage nach den BoQ. Es ergibt sich demnach, dass die Parteien die 

BoQ tatsächlich als Ausmassurkunden verstanden. Damit scheidet der beklagti-

sche Hinweis auf Ziffer 11.4 der General Conditions als taugliches Argument ge-

gen die BoQ als Ausmassurkunden aus, denn die Ziffer bezieht sich einzig auf die 

Progress Reports, nicht auf die hier zu würdigenden BoQ. Irrelevant ist sodann, 

ob die BoQ gleichzeitig auch Grundlage für die fortlaufende Rechnungsstellung 

durch die Klägerin waren. Warum es sich bei den BoQ deswegen nicht um Aus-

massurkunden handeln sollte, erschliesst sich nicht. 

7.3.5. Die Beklagte bringt weiter vor, die Klägerin habe die BoQ selbst nicht als 

Ausmassurkunden verstanden, sondern die darin ersichtlichen Angaben als bloss 

provisorische Grössen betrachtet, die dann gestützt auf tatsächliche Messungen 

definitiv festzusetzen gewesen wären (act. 18 Rz. 50; act. 37 Rz. 148). Sie ver-

weist hierfür auf das klägerische Schreiben vom 5. August 2016, mit welchem die 

Klägerin erstmals eine Preisanpassung geltend gemacht habe (vgl. act. 3/101). Im 

Schreiben heisst es nach der Auflistung der in Rechnung gestellten Leistungspo-

sitionen "[p]lease note, that the figures above only have indicating character as an 

estimate as per 31 July 2016 and that the final figures will be based on quantities 

actually measured" (act. 3/101 S. 4, Hervorhebung hinzugefügt). Die Klägerin 

führt hierzu aus, dass am 5. August 2016 das Gesamtausmass noch nicht habe 

feststehen können, weil die Arbeit auf der Baustelle noch nicht vollständig abge-

schlossen gewesen sei. Aus diesem Grund habe die Klägerin am 5. August 2016 

- 27 - 

nur eine Schätzung des Gesamttotals abgeben können (act. 27 Rz. 97). Auf den 

oben hervorgehobenen Satz geht die Klägerin in ihren Rechtsschriften nicht ein. 

Sie bestreitet aber, dass die Zahlen in den BoQ blosse Schätzungen gewesen 

seien. Bei diesen handle es sich um die tatsächlichen Ausmasse, die dann auch 

Grundlage für die As-Built-Dokumente gewesen seien. Letztere seien einzig Zu-

sammenfassungen der BoQ. Die Beklagte antwortete auf das Schreiben vom 

5. August 2016 mit Schreiben vom 8. August 2016. Darin forderte sie die Klägerin 

auf, die "Final BoQs" einzureichen, damit die Beklagte die Zahlen im Schreiben 

vom 5. August 2016 prüfen könne (vgl. act. 3/102 S. 1, "Please provide your Final 

BoQs in order, for us to assess these three figures", Hervorhebung hinzugefügt). 

Nach dem Wortlaut der beiden Schreiben scheint es zunächst so, dass beide Par-

teien annahmen, es müsse noch eine Messung der erbrachten Leistungen erfol-

gen und erst dann würden die endgültigen BoQ mit den massgebenden Leistun-

gen feststehen. Ein solches Verständnis des klägerischen Schreibens vom 

5. August 2016 ginge indes fehl. Dagegen spricht zunächst der Verlauf der Rech-

nungsstellung (vgl. act. 1 Rz. 397). Aus diesem ist ersichtlich, dass nach dem 

5. August 2016 zahlreiche BoQ noch gar nicht in Rechnung gestellt worden wa-

ren. Das Gesamtausmass stand noch nicht fest. Auffallend ist auch, dass im 

Schreiben vom 5. August 2016 stets runde Zahlen genannt werden (namentlich 

EUR 3'350'000.00 für die Mengen nach BoQ). Die Klägerin teilte in ihrem Schrei-

ben vom 5. August 2016 einzig eine erste Schätzung (eine erste Anzeige der 

Preisanpassung) mit. Mit dem Vorbehalt, die endgültigen Mengen müssten sich 

auf tatsächliche Messungen stützen, zeigt die Klägerin einzig auf, dass noch nicht 

sämtliche Ausmasse vorlagen. Die Zahlen standen für die Grössenordnung der zu 

erwarteten Preisanpassung; die endgültigen Zahlen wären erst später zusam-

mengestellt worden.  

7.3.6. Gegen die Annahme der Beklagten, die BoQ seien keine Ausmassurkun-

den, weil bloss provisorisch, spricht auch ein weiteres Argument: Nach dem Ver-

ständnis der Beklagten hätte ihr die Klägerin nach Beendigung ihrer Arbeiten die 

final BoQ übergeben sollen. Die Beklagte hätte dann anhand der erhaltenen BoQ 

die Leistung der Klägerin überprüft. Ein anderer Ablauf, um die Leistungen zu prü-

fen, wäre nach diesem Verständnis nicht denkbar. Es erscheint aber bereits aus-

- 28 - 

geschlossen, dass die Leistung der Klägerin nach Beendigung der Arbeiten mit 

der von der Beklagten nunmehr verlangten Präzision (Substanziierung) hätte 

festgestellt werden können. Folgt man den Ausführungen der Parteien zu den 

technischen Eigenschaften der klägerischen Leistungen, drängt sich der Schluss 

auf, dass eine genaue und umsetzbare Messung nur fortlaufend – dem Baufort-

schritt folgend – erfolgen konnte. Wie eine nachträgliche Messung der Leistungen 

ausgesehen hätte, legt die Beklagte denn auch nicht dar. 

7.3.7. Schliesslich ist auch darauf hinzuwesen, dass die Beklagte selbst ausführt, 

dass die Klägerin mit Schreiben vom 5. August 2016 überhaupt keinen konkreten 

Anspruch gestellt, sondern sich einen solchen lediglich vorbehalten habe (vgl. 

act. 18 Rz. 397). Sich etwas vorbehalten heisst aber gerade, dass die nächsten 

Schritte noch nicht definitiv feststehen – und sich die Zahlen noch ändern können.  

7.3.8. Zusammenfassend stellen die BoQ Ausmassurkunden dar. Dem Einwand 

der Beklagten ist nicht zu folgen.  

7.4. Das anwendbare Beweismass 

7.4.1. Steht fest, dass die BoQ nicht bloss provisorische Ausmasse enthalten, 

stellt sich die Frage, ob die Klägerin ihren Anspruch gestützt auf die BoQ nach-

weisen kann. Massstab für den Nachweis der Leistungen ist das anwendbare 

Beweismass. 

7.4.2. Nach dem bundesrechtlichen Regelbeweismass gilt ein Beweis als er-

bracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit ei-

ner Sachbehauptung überzeugt ist. Ausnahmen von diesem Regelbeweismass 

der vollen Überzeugung ergeben sich einerseits aus dem Gesetz; anderseits wur-

den sie durch Rechtsprechung und Lehre herausgearbeitet. Danach wird insbe-

sondere eine überwiegende Wahrscheinlichkeit als ausreichend betrachtet, wo 

ein strikter Beweis nicht nur im Einzelfall, sondern der Natur der Sache nach nicht 

möglich oder nicht zumutbar ist und insofern eine "Beweisnot" besteht (BGE 132 

III 715 E. 3.1; BGE 130 III 321 E. 3.2 S. 324 mit Hinweisen). Nach dem Beweis-

mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt ein Beweis als erbracht, wenn 

- 29 - 

für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart 

gewichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftiger-

weise nicht massgeblich in Betracht fallen. Das Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ist wiederum von der Glaubhaftmachung abzugrenzen. 

Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache schon dann, wenn für deren Vorhandensein 

gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit 

rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte (BGE 140 III 610, S. 612 f. 

E. 4.1; BGE 132 III 715 E. 3.1 S. 720; BGE 130 III 321 E. 3.3 mit Hinweisen). 

7.5. Vorliegend beurteilt sich der Nachweis des klägerischen Anspruchs nach 

dem Regelbeweismass. Nachfolgend ist deshalb zu fragen, ob das Gericht von 

den klägerseits gestützt auf die BoQ aufgestellten Behauptungen überzeugt ist. 

7.6. Die Klägerin reicht insgesamt 124 BoQ ein. Die BoQ Nr. 1–99 wurden von 

der Beklagten unterzeichnet; die BoQ 100–124 wurden von der Beklagten nicht 

an die Klägerin zurückgesandt (vgl. act. 1 Rz. 379; act. 27 Rz. 78). Laut der Klä-

gerin weisen die BoQ ihren Anspruch nach, unabhängig davon, ob sie von der 

Beklagten unterzeichnet wurden oder nicht. Die Beklagte entgegnet, dass selbst 

dann, wenn die BoQ von ihr unterzeichnet seien, keine Anerkennung der Richtig-

keit der BoQ vorliege.  

7.7. Die unterzeichneten BoQ 

7.7.1. Die gegenseitige Anerkennung des Ausmasses begründet eine tatsächliche 

Vermutung für die Richtigkeit der in den Urkunden anerkannten Ausmasse. Für 

die Entkräftung einer tatsächliche Vermutung genügt der blosse Gegenbeweis. 

Ein Beweis des Gegenteils ist nicht nötig (vgl. GAUCH, Peter, Der Werkvertrag, 

6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, N 921; BRAZEROL, Roman, Der Einheitspreis im 

Bauwerkvertrag (= Band 38, Beiträge aus dem Institut für Schweizerisches und 

Internationales Baurecht), Zürich/Basel/Genf 2019, N 270). Mit dem Gegenbeweis 

erweckt eine Prozesspartei beim Gericht erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der 

Sachbehauptungen, die Gegenstand des Hauptbeweises bilden. Für das Gelin-

gen des Gegenbeweises ist erforderlich, dass der Hauptbeweis erschüttert wird 

- 30 - 

und damit die Sachbehauptungen nicht mehr als überwiegend wahrscheinlich er-

scheinen (vgl. BGE 133 III 81, S. 89 E. 4.2.2; BGE 130 III 321, S. 326 E. 3.4). 

7.7.2. Die Zusammenstellung der Mengen in den BoQ stellen zunächst eine reine 

Behauptung der Klägerin dar. Mit der Kenntnisnahme durch die Beklagte und der 

späteren Unterzeichnung der BoQ ändert sich allerdings ihr Beweiswert. Die Un-

terzeichnung stellt eine Einverständniserklärung dar. Mit ihr wird zum Ausdruck 

gebracht, dass die mitgeteilten Daten zur Zeit der Unterschrift als korrekt betrach-

tet werden. Es liegt also eine tatsächliche Vermutung für die Richtigkeit der BoQ 

vor. Die Beklagte erhebt gegen einzelne Positionen verschiedene Einwände, auf 

die später einzugehen ist. Soweit aber keine Einwände geltend gemacht werden, 

ist von der Richtigkeit der – unterschriftlich bestätigten – Positionen auszugehen 

und diese sind der Klägerin zuzusprechen. 

7.8. Die nicht unterzeichneten BoQ 

7.8.1. Im Vergleich zu den unterzeichneten BoQ lassen sich zwei Unterschei-

dungsmerkmale ausmachen: Zum einen die fehlende Unterzeichnung durch die 

Beklagte, zum anderen hat die Beklagte die BoQ nie der Klägerin zurückgesandt. 

Die Klägerin behauptet eine Mitwirkungspflicht der Beklagten betreffend die Fest-

stellung der Mengen. Vertraglich ist keine solche Pflicht vereinbart. Das Werkver-

tragsrecht begründet nicht ohne weiteres eine Pflicht, zugesandte Unterlagen fort-

laufend zu prüfen und zu unterzeichnen – vielmehr ist die Feststellung des Aus-

masses den Parteien überlassen. Aus der fehlenden Unterschrift können also per 

se keine nachteiligen Rechtsfolgen zulasten der Beklagten abgeleitet werden. 

7.8.2. Daraus folgt die Frage, ob die Klägerin bei der Beklagten hätte nachfragen 

müssen, um den Grund der Nichtunterzeichnung zu erfahren, bzw., welche Be-

weiskraft den nicht unterzeichneten BoQ zukommt, wenn die Klägerin nicht auf 

eine Unterzeichnung bestand, aber gleichwohl ihre Leistung weiterhin erbrachte? 

Die Unterzeichnung durch beide Parteien ist eine Möglichkeit, um einer gemein-

samen Anerkennung Ausdruck zu verleihen. Rechtlich spielt aber die Form der 

Anerkennung keine Rolle. Entscheidend ist die Wertung, ob eine Anerkennung, in 

welcher Form auch immer, vorliegt. Davon ist auszugehen, wenn ein anderes 

- 31 - 

Verhalten der Beklagten vorliegt, das an Stelle der fehlenden Unterzeichnung tre-

ten kann. Das Verhalten muss geeignet sein, eine Vertrauenslage zu schaffen, 

die der Unterzeichnung der BoQ gleichzusetzen ist. Zu fordern ist ein Verhalten 

der Beklagten, das bei der Klägerin die berechtigte Erwartung weckte, die Beklag-

te stimme den mitgeteilten Angaben zu. Eine solche Erwartungshaltung ist dann 

zu bejahen, wenn die Klägerin annehmen durfte, die Beklagte sei mit dem Inhalt 

der noch nicht unterzeichneten BoQ einverstanden, oder sie würde nun zeitnah 

zu den noch nicht unterzeichneten BoQ Stellung nehmen und/oder es seien noch 

blosse Formalitäten offen.  

7.8.3. Aktenkundig ist eine – bereits erwähnte – E-Mail vom 2. September 2016 

der Klägerin, in welcher sie die Beklagte bat, ihr die noch nicht unterzeichneten 

BoQ unterschrieben zukommen zu lassen (vgl. 3/148). Die Beklagte antwortete 

auf diese E-Mail, sie habe mehrere der BoQ bereits unterzeichnet, sie brauche 

aber noch bestimmte Unterlagen von der Klägerin. Sie werde dann aber der Klä-

gerin die unterzeichneten BoQ übermitteln (vgl. act. 3/148 "The C._____ bill of 

quantity sheets August are on my desk and partially signed"). Bereits beim ersten 

Lesen der E-Mail entsteht der Eindruck, die Beklagte erhebe keine Einwände ge-

gen die noch nicht unterzeichneten BoQ. Offen seien bloss noch gewisse Formali-

täten. Dass die Beklagte sich auf den Standpunkt stellte, die Ausmasse seien un-

zutreffend und sie darum die Unterschrift verweigere, geht aus der E-Mail erst 

recht nicht hervor. Die E-Mail wurde sodann am 6. September 2016 versandt, al-

so kurz nachdem die Klägerin am 2. September 2016 ihre Arbeiten beendet hatte 

(vgl. act. 27 Rz. 99 und act. 3/148). Die Klägerin durfte annehmen, die Beklagte 

würde ihr die BoQ demnächst unterzeichnet übermitteln. Denn bis anhin hatte die 

Beklagte die BoQ stets unterzeichnet retourniert. 

7.8.4. In ihren Rechtsschriften begründete die Beklagte die Nichtunterzeichnung 

der BoQ damit, ihr sei aufgefallen, dass die Klägerin auf den BoQ das Firmenzei-

chen der Beklagten verwendet habe. Um den Anschein zu verhindern, es handle 

sich bei den BoQ um Dokumente der Beklagten, habe sie fortan die Unterschrif-

ten verweigert (vgl. act. 18 Rz. 53; act. 37 Rz. 152). Diese Erklärung der Beklag-

ten vermag nicht zu überzeugen, erscheint doch als wenig glaubhaft, dass die ge-

- 32 - 

schäftsgewandte Beklagte ganze 99 unterzeichnete, über mehrere Monate erstell-

te BoQ brauchte, um festzustellen, dass die BoQ ihr Geschäftszeichen aufwiesen. 

Ausserdem hat die Klägerin nie behauptet, dass die Beklagte die BoQ erstellt ha-

be; eine solche Behauptung lässt sich auch der Korrespondenz zwischen den 

Parteien nicht entnehmen. Sodann hat die Erklärung der Beklagten mit der hier in-

teressierenden Frage streng genommen nichts zu tun. Vorliegend geht es um die 

Frage, ob die Klägerin annehmen durfte, die Beklagte erhebe keine Einwände 

gegen den Inhalt der BoQ. Ob sich die Beklagte daran störte, dass ihr Zeichen auf 

den BoQ angebracht war, tut in diesem Kontext nichts zur Sache. Ausgehend von 

der Antwortmail der Beklagten durfte die Klägerin darauf vertrauen, dass sie die 

noch ausstehenden BoQ von der Beklagten unterzeichnet erhalten würde. Mithin 

bestanden für die Klägerin nicht nur keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagte 

gegen den Inhalt der BoQ protestieren würde, sondern sie durfte annehmen, die 

Beklagte sei mit dem Inhalt der BoQ einverstanden, auch wenn diese noch nicht 

unterzeichnet retourniert worden waren. 

7.8.5. Es rechtfertigt sich aber auch aus einem anderen Grund, auf die nicht un-

terzeichneten BoQ abzustellen. Wie aufgezeigt, war die gelebte Vertragswirklich-

keit dergestalt, dass die Beklagte den weitaus grössten Teil der BoQ stets unter-

zeichnet zurücksandte. Der Austausch der BoQ wurde so gleichsam zum Ver-

tragsinhalt. Auf Seiten der Beklagten ist diese Mitwirkung bei der Ermittlung der 

Ausmasse vorliegend mindestens als Mitwirkungsobliegenheit zu qualifizieren, die 

schon allein aufgrund der gelebten Vertragswirklichkeit begründet wurde. Wenn 

die Beklagte ihrer Obliegenheit nicht nachkam, trägt sie die Nachteile ihres Ver-

säumnisses, zumal wenn sie bei der Klägerin hinsichtlich des Inhalts der BoQ nie 

zeitnah reklamierte. Demnach ist davon auszugehen, dass auch den nicht unter-

zeichneten BoQ eine Beweiskraft zukommt, die über jene einer blossen Behaup-

tung hinausgeht.   

7.9. Zusammenfassend überzeugt der erste Einwand der Beklagten nicht. 

Sämtliche BoQ stellen Ausmassurkunden dar und sind als Beweismittel hinsicht-

lich der verurkundeten Tatsachen zu berücksichtigen. 

- 33 - 

8. Der zweite Einwand der Beklagten: Der Gegenbeweis anhand von Stichpro-
ben 

8.1. Gegen den von der Klägerin gestützt auf die BoQ geführten Hauptbeweis 

und der mit den BoQ begründeten Vermutung der Richtigkeit steht der Beklagten 

der Gegenbeweis offen. Diesen Gegenbeweis möchte die Beklagte mit ihrem 

zweiten Argument erbringen. Sie stützt sich dabei auf Stichproben, die aufzeigen 

sollen, dass die behaupteten Kabelmengen unzutreffend sein müssen. 

8.2. Objekt des Haupt- und Gegenbeweises sind vorliegend die in den BoQ 

aufgeführten Mengen. Welches Beweismass für den Gegenbeweis gilt, lässt sich 

nicht ohne weiteres anhand der in Lehre und Rechtsprechung für den Hauptbe-

weis entwickelten Definitionen des Beweismasses umschreiben. Da der Gegen-

beweis die Überzeugung des Gerichts in den Hauptbeweis erschüttern soll, lässt 

sich das Beweismass des Gegenbeweises einzig im Verhältnis zum Hauptbeweis 

definieren: Der Gegenbeweis gelingt dann, wenn der Hauptbeweis wegen des 

Gegenbeweises nicht (mehr) gelingt (siehe zum Begriff des indirekten Gegenbe-

weises WUILLEMIN, Nicolas, Beweisführungslast und Beweisverfügung nach der 

Schweizerischen ZPO, Diss. Zürich 2018 (= SSZR – Schriften zum Schweizeri-

schen Zivilprozessrecht Band/Nr. 27), N 147).  

8.3. Laut der Beklagten zeigen bereits wenige Stichproben auf, dass die in den 

BoQ aufgelisteten Mengen unzutreffend seien. Die Beklagte habe 89 Kabel, wel-

che nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden seien, durch ein «Rope-Team» 

überprüfen lassen und habe bei sämtlichen Kabeln eine weit über die branchen-

übliche Toleranz hinausgehende Abweichung von insgesamt durchschnittlich 

23.6% feststellen müssen. Auffällig dabei sei, dass bei teuren Kabeln (grösserer 

Querschnitt; Spezialkabel) stets grössere Abweichungen zur tatsächlich installier-

ten Menge festzustellen seien als bei billigeren Kabeln (act. 18 Rz. 537 ff.; act. 37 

Rz. 708). 

8.4. Die BoQ begründen, wie aufgezeigt, grundsätzlich die Vermutung der Rich-

tigkeit hinsichtlich der aufgelisteten Mengen. Das ist die Ausgangslage und die 

Beklagte muss nun zwar nicht selbst die tatsächlichen Mengen beweisen, um den 

klägerischen Anspruch 1 abzuwehren. Sie muss aber doch derart erhebliche 

- 34 - 

Zweifel wecken, dass die Vermutung der Richtigkeit und die gestützt darauf ge-

wonnene Überzeugung in die Massgeblichkeit der BoQ dahinfallen. Die Beklagte 

hat sich für ein summarisches Vorgehen entschieden, indem sie anhand von 89 

Kabelstichproben aufzeigen will, dass erhebliche Zweifel an der klägerischen 

Darstellung angebracht sind. Es ist bereits fraglich, ob die behaupteten Stichpro-

ben angesichts der grossen Zahl von mehr als 3'000 Kabel (vgl. auch nachfol-

gende Erw. 9.3) sowie der komplizierten technischen Sachlage geeignet sind, den 

gestützt auf die BoQ geführten Beweis der Mengen zu entkräften. Die Stichpro-

ben bleiben Stückwerk und führen nicht dazu, dass der ganze Anspruch 1 abzu-

weisen wäre, wenn sie denn zuträfen. Anhand der Stichproben lässt sich prozess-

rechtlich jedenfalls kein systematisches falsches Messen durch die Klägerin er-

stellen. Entscheidend ist weiter, dass es sich bei den Stichproben um eine reine 

Parteibehauptung der Beklagten handelt, die ausserdem teilweise der Unter-

zeichnung der BoQ entgegenstehen. Deswegen wäre vorauszusetzen gewesen, 

dass die Beklagte genau erklärt hätte, wie die Stichproben vorgenommen wurden, 

anhand welcher Standards, und dass sie die erhaltenen Resultate auch mit den 

technischen Plänen verglichen hätte. So könnte das Gericht die Qualität der 

Stichproben wenigstens nachvollziehen. Die Beklagte beschränkt sich aber da-

rauf, die Resultate ihrer stichprobenweisen Messungen in einer Excel-Liste dar-

zustellen und auf diese Beilage zu verweisen (sie verweist auf act. 3/153). Die 

Beklagte nimmt die klägerische Längenbehauptung und stellt ihr eine eigene, ab-

weichende Längenbehauptung gegenüber. Das genügt nicht. Hinzu kommt, dass 

die BoQ fortlaufend während der Bauzeit erstellt wurden. Die Beklagte erstellte ih-

re Excel-Tabelle hingegen erst am 6. März 2017, also lange nachdem die Kläge-

rin die Baustelle verlassen hatte. Die Stichproben selbst erfolgten ohne Mitwir-

kung der Klägerin. Unzulässig ist es auch, eine Gerichtsexpertise zur Frage zu 

verlangen, ob die tatsächlich verlegten Kabellängen mit den Angaben der Kläge-

rin in den BoQ übereinstimmen (vgl. act. 37 Rz. 722 Beweisofferte). Die Aufnah-

me des tatsächlichen Ausmasses war vorliegend die Aufgabe der Parteien. Sollte 

die Beklagte es versäumt habe, das tatsächliche Ausmass aufzuzeichnen (die 

Stichproben weisen nicht das tatsächliche Ausmass aus), kann sie das jetzt nicht 

nachträglich an einen Gerichtsexperten delegieren. Die Stichproben erbringen 

- 35 - 

abschliessend – angesichts der vorhanden Ausmassurkunden – keinen Gegen-

beweis. 

9. Der dritte Einwand der Beklagten: Die Klägerin habe weniger Kabel instal-
liert als ursprünglich im Vertrag vorgesehen 

9.1. Auch dem dritten Argument der Beklagten, nämlich die geringere Gesamt-

menge an verlegten Kabeln im Vergleich zu den verschiedenen Leistungsver-

zeichnissen, ist nicht zu folgen.  

9.2. Die Beklagte vergleicht die Gesamtkabellänge, wie sie im ursprünglichen 

Leistungsverzeichnis vorgesehen war, mit den später erfolgten Revisionen des 

Leistungsverzeichnisses sowie mit der Gesamtkabellänge gemäss den BoQ. Aus 

diesem Vergleich folge, dass die Gesamtlänge der von der Klägerin angeblich 

verlegten Kabel im Vergleich zum ursprünglichen Leistungsverzeichnis nicht zu-

genommen, sondern sogar leicht abgenommen habe. Die Klägerin habe somit 

weniger Kabel verbaut als ursprünglich vorgesehen (act. 37 Rz. 650 und Rz. 657).  

9.3. Mit diesem Vorgehen setzt sich die Beklagte nur ungenügend mit den sub-

stanziierten Behauptungen der Klägerin auseinander. Die behauptete Mehrvergü-

tung setzt sich aus zahlreichen Einzelpreisen zusammen, die wiederum zahlrei-

che Kabelkategorien betreffen. Nicht jedes Kabel hat den gleichen Preis. Vermin-

dert sich die Menge eines günstigen Kabels und erhöht sich die Menge eines teu-

ren Kabels, kann ein höherer Gesamtpreis resultieren, obwohl sich die Menge der 

verlegten Kabel insgesamt reduziert hat. Wie es sich damit verhält, kann aber of-

fen bleiben. Die Klägerin hat substanziiert die verlegten Kabelkategorien behaup-

tet, die für jede Kabelkategorie verlegte Menge, die Preise pro Einheit, den Ge-

samtpreis pro Kabelkategorie und schliesslich den Gesamtpreis aller Kategorien. 

Die Klägerin führt nachvollziehbar aus, dass zwar die Gesamtlänge der Kabel 

verglichen mit der Zahl in der Preisliste leicht zurückgegangen sei, nicht aber die 

Anzahl der Kabel. Die Gesamtzahl Kabel habe in der ersten Kabelliste rund 2600 

Kabeln betragen, in der Kabelliste Revision 5 hingegen bereits über 3'000 Kabel, 

und danach habe die Beklagte noch weitere Kabel hinzugefügt. Ausserdem seien 

häufig günstigere durch teurere Kabel ersetzt worden. Die Folge davon sei ein 

- 36 - 

Anstieg der Summe aus Material und Leistungen unter dem Preisblatt (vgl. act. 27 

Rz. 204.2). Der Anstieg der Summe wird endlich auch durch die BoQ belegt. 

9.4. Die Beklagte hätte sich nicht darauf beschränken dürfen, den klägerischen 

Tatsachenvortrag einzig gestützt auf die Gesamtkabelmenge zu bestreiten. Sie 

hätte vielmehr auf die einzelnen Behauptungen eingehen müssen, sich somit mit 

den Kabelkategorien, den behaupteten Mengen und insbesondere den zugehöri-

gen Preisen auseinandersetzen müssen. Dieses Vorgehen hat die Beklagte denn 

auch mit ihrem zweiten Argument dem Grundsatz nach gewählt, wenn auch ein-

zig gestützt auf Stichproben. Die Vorbringen der Beklagten hinsichtlich der Ge-

samtkabellänge bleiben angesichts der klägerischen Tatsachenvortrags schlicht-

weg unsubstanziiert. Sie sind zur Führung des Gegenbeweises ungeeignet. 

10. Einwände der Beklagten gegen bestimmte Leistungspositionen 

In Bezug auf mehrere Leistungspositionen erhebt die Beklagte spezifische Ein-

wände, die nachfolgend zu würdigen sind: 

10.1. Die Kabel mit den Kabel-Nr. 1 HLB 10 AN001-201_A und 1 HLB10AN001-

201_B (Kabeltyp [«Cores x Cross Section»]: 3 x 150) 

10.1.1. Die Kabel mit den Kabel-Nr. 1 HLB 10 AN001-201_A und 1 HLB10AN001-

201_B (Kabeltyp ["Cores x Cross Section"]: 3 x 150) weisen laut der Beklagten 

einen Querschnitt von rund 45.5 mm auf. Die behaupteten aufgerollten Überlän-

gen dieser Kabel wären somit von enormem Gewicht gewesen. Hätte die Klägerin 

diese Kabel ab der Hälfte der zu verlegenden Länge aufrollen müssen, hätte die 

aufgerollte Restlänge ein Gewicht von 479 kg gehabt. Die Klägerin habe gemäss 

eigenen Angaben 143 m dieses Kabels verlegt. Bereits der Biegeradius (sog. 

"minimum bending radius") entspreche 8 x dem Querschnitt ("overall diameter") 

von 45.5 mm, was bedeute, dass solche Kabel nur wenige Meter überhaupt von 

Menschenhand aufgerollt werden könnten, und die Rollen würden aufgrund des 

Biegeradius enorm Platz beanspruchen. Die Klägerin könne nicht die behauptete 

Menge verlegt haben (vgl. act. 18 Rz. 545). 

- 37 - 

10.1.2. Die Klägerin entgegnet, dass sie nie behauptet habe, die Kabel aufgerollt 

zu haben, sondern einzig die Kabelenden. Zudem seien Kabelenden, welche auf-

grund von Länge, Durchmesser und/oder Gewicht rein physisch nicht von Hand 

hätten aufgerollt werden können, in Schlaufen auf den Boden gelegt worden. Die 

Beklagte habe sodann die Richtigkeit der Kabelläge der beiden fraglichen Kabel 

im Ausmass Nr. 061 unterschriftlich bestätigt (vgl. act. 27 Rz. 578). Die Beklagte 

verweist in der Duplik abermals auf ihre Stichproben. Ein Gerichtsgutachter könne 

die Richtigkeit der Stichprobe in Bezug auf die beiden Kabel bestätigen. Die Klä-

gerin habe die Enden der Kabel weder aufgerollt noch in Schlaufen auf den Bo-

den gelegt und erst recht sei so etwas nicht mit der örtlichen Bauleitung der Be-

klagten abgesprochen gewesen (vgl. act. 37 Rz. 732).  

10.1.3. Der Hinweis auf die Stichproben hilft der Beklagten nicht weiter. Es ist auf 

Erw. II. 8 zu verweisen. Was das beantragte Gutachten anbelangt, zeigt die Be-

klagte nicht auf, dass ein solches überhaupt durchführbar wäre, namentlich, ob 

eine Beweisaufnahme während laufendem Betrieb eines Kraftwerks einer Dritt-

partei möglich ist. Entscheidend ist aber, dass die Beklagte zu Unrecht annimmt, 

einzig die nunmehr vor Ort messbaren Kabel seien relevant. Wie die Klägerin auf-

zeigt, fällt bei der Installation von Kabeln immer Abschnittmaterial an. Die Beklag-

te beschränkt sich hier auf die Behauptung, die Klägerin verrechne trotzdem zu 

viele Kabelmeter. Sie muss aber nicht nur die jetzt noch messbaren Meter bezah-

len, sondern auch namentlich das Abschnittmaterial. Dieses kann ein Gutachter 

aber gar nicht mehr messen, wurde es doch entsorgt. Dabei geht es hier nicht um 

Restkabelmengen, die gar nicht verwendet wurden; diese macht die Klägerin un-

ter Anspruch 5 geltend. Soweit die Beklagte ein Gutachten hinsichtlich aller ver-

legter Kabel verlangt, versucht sie ihre Substanziierungspflichten mit einem Gut-

achten zu ersetzen, was unzulässig ist. Ohnehin bleibt unerfindlich, weshalb die 

Beklagte die BoQ unterzeichnete, obwohl es ihrer Ansicht nach offensichtlich ist, 

dass die Klägerin die behauptete Kabellänge gar nicht habe verlegen könne. Die 

Erklärung, die Kabel würden ein grosses Gewicht aufweisen und könnten nicht 

ohne weiteres aufgerollt werden, erscheint angesichts der vorhandenen BoQ als 

schwaches Argument. Die Beklagte dringt mit ihren Einwänden gegen diese Posi-

tion nicht durch.  

- 38 - 

 

 

10.2. Die Kabel 0 BBA01+05-1005_A.L1 bis 0 BBA01+5-1005_B.L3 (6 Kabel) 

10.2.1. Betreffend die Kabel 0 BBA01+05-1005_A.L1 bis 0 BBA01+5-1005_B.L3 

gebe die Klägerin selbst zu, dass sie 25 Meter weniger Kabelmeter als ausgewie-

sen verlegt habe. Die Beklagte verweist dabei auf die – vorprozessual erfolgte – 

Kommentierung durch die Klägerin der Excel-Tabelle mit den Stichproben. Ent-

sprechend seien die von der Klägerin in ihrer As-Built Dokumentation (As-Built 

Leistungsverzeichnis und As-Built Kabelliste vom 24. November 2016) behaupte-

ten Kabellängen falsch (vgl. act. 18 Rz. 550). 

10.2.2. In ihrer Kommentierung zur Excel-Tabelle mit den Stichproben führte die 

Klägerin aus, der Kabelweg habe sich geändert, weshalb sich die Kabellänge um 

25 Meter verkürzt habe (vgl. act. 3/154 S. 2 System UID A3NX4RS3SH–

A3NX4S10SH). Die Klägerin führt hierzu aus, dass es eine nachträgliche Pla-

nungsänderung gegeben habe, welche alle 6 Kabel betroffen habe. Die Klägerin 

habe die Kabel in der gemäss Kabelziehkarten geplanten Länge bis zum Diesel-

generator bereits verlegt gehabt. Aus den Kabelziehkarten ergebe sich die ge-

plante Länge (ohne Anschluss) von 162.6 m, sowie der geplante Weg mit den 

Wegelementen. Der Anschluss im Diesel habe mangels entsprechender Informa-

tionen noch nicht hergestellt werden können. Für die restliche Strecke innerhalb 

des Diesels (geschlossener Raum) bis zu den künftigen Anschlusspunkten sei ei-

ne Schätzlänge angenommen worden. Die Kabel seien also entsprechend der 

Planung der Beklagten durch die Klägerin verlegt worden, wobei man die Enden 

mit einer kleinen Überlänge aufgerollt habe, um sicher an die künftigen An-

schlusspunkte innerhalb des Diesels zu gelangen. Auch aus act. 28/287 ergebe 

sich, dass die Kabel bereits verlegt gewesen seien. In der Folge habe die Klägerin 

aber noch mehrere Monate warten müssen, bis sie von der Beklagten alle erfor-

derlichen Instruktionen für die Fertigverlegung der sechs fraglichen Kabel erhalten 

habe. Dabei habe sich schliesslich herausgestellt, dass die von der Beklagten ge-

planten und von der Klägerin bis zum Diesel bereits verlegten Kabel innerhalb des 

- 39 - 

Diesels – namentlich infolge der grossen Biegeradien der armierten Kabel – gar 

nicht wie von der Beklagten vorgesehen anschliessbar gewesen seien. Deshalb 

habe die Beklagte schliesslich erneut die Pläne geändert und habe vor dem Die-

sel die Montage eines Zwischenklemmkasten (junction box) vorgesehen, um ab 

dort auf dem letzten Stück nichtarmierte Kabel verwenden zu können. Es hätten 

also nachträglich, nachdem die Kabel bereits durch die Klägerin verlegt gewesen 

seien, die 6 armierten Kabel wieder teilweise zurückgenommen und gekürzt sowie 

an einen zusätzlich zu installierenden Zwischenklemmkasten angeschlossen wer-

den, und von dort neue Kabel zu den Anschlusspunkten im Diesel gezogen wer-

den müssen. Wegen der Planungsfehler, welche der Beklagten zuzurechnen sei-

en, seien die 6 Kabel heute zwar kürzer als die ursprünglich verlegte Länge. Die 

Klägerin habe das Kabel aber ursprünglich in der aufgeführten Länge von 166 m 

bzw. 170 m verlegt und auch die entsprechenden Materialien verwendet. Damit 

habe sie die im Ausmass verrechnete Leistung erbracht (act 27 Rz. 580 ff.). In der 

Duplik verweist die Beklagte wiederum auf ihre Stichproben, die auch diese sechs 

Kabel betrafen, und verlangt ein Gerichtsgutachten. Sie wiederholt, die Klägerin 

gebe doch selbst zu, dass die in Rechnung gestellten Kabellängen nicht den in-

stallierten Kabellängen entsprächen. Sodann bestreitet sie Planungsfehler auf 

Seiten der Beklagten. Falsch und bestritten werde auch, dass Klemmenkäs-

ten/Junction Boxes zu massgeblichen Kabellängenänderungen geführt haben sol-

len. Dank diesen zusätzlichen Klemmenkästen habe die Klägerin vermehrt unar-

mierte Kabel anschliessen können, was für sie einfacher und weniger aufwendig 

gewesen sei (vgl. act. 37 Rz. 734 ff.).  

10.2.3. Damit geht die Beklagte aber gar nicht auf die soeben wiedergegebene 

Erklärung der Klägerin ein. Das Argument der Klägerin beschlägt genau besehen 

die zeitliche Abfolge der Installation, indem sie aufzeigt, dass die Kabel eben 

schon installiert gewesen seien und erst nachträglich aufgrund von Planänderun-

gen hätten verändert werden müssen. Zu diesem zeitlichen Aspekt der Installation 

kann aus den Stichproben nichts abgeleitet werden. Auch ein Gerichtsgutachten 

taugt nicht zum Beweis, wobei die Beklagte die nötigen Tatsachenbehauptungen 

ohnehin nicht aufstellt. Die Klägerin gibt sodann eine nachvollziehbare Erklärung 

dafür, weshalb die nunmehr vor Ort installierten Mengen nicht den verrechneten 

- 40 - 

Mengen entsprechen, aber gleichwohl die gesamte Menge zu vergüten sei. Es ist 

im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Klägerin die bereits verlegten Kabel 

in Rechnung stellt. Ob Planungsfehler vorlagen oder nicht, ist unmassgeblich, 

denn letztlich bleibt die Aussage, dass Planänderungen stattfanden, unbestritten, 

und mit dem Vorbringen, dass mit den zusätzlichen Klemmenkästen vermehrt un-

armierte Kabel hätten angeschlossen werden können, wird der Sachverhalt der 

Klägerin eher bestätigt als widerlegt. 

10.3. Die Kabel 0 SGA10 GH501-201_A und 0 SGA10 GH501-201_B (sog. «FF-

Cables», [Firefighting-Cables; Starkstromkabel für den Brandfall]) 

10.3.1. Ein weiteres Beispiel für offensichtlich nicht mit den Verhältnissen vor Ort 

übereinstimmende Angaben in der As-Built Kabelliste und den As-Built Leistungs-

verzeichnissen der Klägerin würden die Kabel 0 SGA10 GH501-201_A und 

0 SGA10 GH501-201_B (sog. «FF-Cables», [Firefighting-Cables; Starkstromkabel 

für den Brandfall]) aufzeigen, bei welchen die Klägerin angegeben habe, je 200 m 

verlegt zu haben. Tatsächlich habe die Klägerin plantheoretisch nur 167 m verle-

gen können. Diesen Umstand habe die Beklagte bereits am 23. September 2016 

abgemahnt, da die Klägerin bereits zu diesem Zeitpunkt versucht habe, über die 

tatsächlich verlegte Länge der Kabel hinwegzutäuschen und die auf die Baustelle 

gelieferte Menge in Rechnung zu stellen. Nur weil die Klägerin Leerrohre habe 

verlegen müssen, durch welche die Kabel zu ziehen waren, berechtige dies die 

Klägerin nicht, je Kabel zusätzliche 36 Meter in Rechnung zu stellen, welche sie 

tatsächlich gar nicht verlegt habe. Die Klägerin gebe ja selber zu, die gelieferte 

Menge (2 x 200 m) und nicht die tatsächlich verbaute Menge in ihrer As-Built Do-

kumentation ausgewiesen zu haben (act. 18 Rz. 551). Laut der Klägerin lagen bei 

diesen Kabeln ebenfalls ständige Planungsänderungen sowie Planungsfehler der 

Beklagten vor. Gemäss den (dreimal revidierten) Kabelziehkarten der Beklagten 

bzw. ihrer Subunternehmerin AG._____ seien beide Kabel in der Revision 3 mit 

einer Länge von 183.3 m geplant gewesen. In Absprache mit der Bauleitung der 

Beklagten habe die Klägerin Kabellängen von 2 x 200 m bestellt, da die letzten 

40 m des Kabelwegs (Leerrohre bis zur Pumpenstation) nicht fertiggestellt gewe-

sen seien, und auch weitere Änderungen bei Verlauf und Länge des Kabels nicht 

- 41 - 

auszuschliessen gewesen seien. Im Zeitpunkt, als die Klägerin die 2 Kabel verlegt 

habe, hätten sich Teile des Kabelwegs immer noch im Bau befunden. Die Kabel 

hätten daher nicht ganz zu Ende verlegt werden können. Da gemäss der Kabel-

ziehkarte der Weg weiterhin jeweils zumindest 183 m lang sein sollte, habe die 

Klägerin das restliche Kabel (insgesamt je 200 m) vor Ort an der 11 kV Station auf 

der Kabeltrommel belassen. Auch dieser Vorgang sei damals in Absprache vor 

Ort auf der Baustelle erfolgt. Der Hintergedanke sei gewesen, dass rund 185 m 

des Kabels für die Verlegung benötigt würden, plus einige Meter für den An-

schluss, plus die restlichen Meter als Reserve für allfällige weitere Planungsände-

rungen (act. 27 Rz. 585). Die Beklagte bestreitet, dass es irgendwelche Abspra-

chen zwischen der Klägerin und der Bauleitung vor Ort gegeben habe, insbeson-

dere sei die Kabelmenge nicht in Absprache mit der Beklagten bestellt worden. 

Bestritten werde auch, dass die Klägerin die Kabel nicht zu Ende habe verlegen 

können. Schliesslich bestreitet die Beklagte, dass die Klägerin die restlichen Ka-

bel auf der Baustelle belassen habe. Die Klägerin mache für die genannten Kabel 

eine Länge von 200 m geltend, die effektiv verlegte Kabellänge betrage aber nur 

164 m. (act. 37 Rz. 740 f.).  

10.3.2. Die Sachlage betreffend die zwei Kabel ist vorliegend anders als bei den 

sechs Kabel, die bereits verlegt waren und nachträglich abgeändert wurden. Zum 

einen stützt sich das klägerische Vorbringen auf zwei Absprachen mit der Baulei-

tung, nämlich hinsichtlich der zu bestellenden Menge sowie der auf der Baustelle 

zu belassenden Kabel. Ohne diese Absprachen erscheint die klägerische Bestel-

lung der Kabel als reine Vorsichtsmassnahme, die aber nicht ohne weiteres zu ei-

ner Vergütung führt. Die Klägerin substanziert aber diese Abreden nicht ausrei-

chend. So bleibt unbekannt, wann und mit wem sie getroffen wurden. Zum ande-

ren stützt sich die Klägerin auch auf die relevanten Kabelziehkarten, die eine 

Länge von 183.3 Meter vorsahen (act. 28/288, wobei 185 Meter für die Verlegung 

und 1 Meter für den Anschluss, der Rest als Reserve vorgesehen gewesen sei, 

act. 27 Rz. 585). Diese Tatsachenbehauptung bleibt seitens der Beklagten unbe-

stritten, geht doch die Beklagte in ihren Ausführungen gar nicht auf die Kabelzieh-

karte ein. Diese belegt aber, dass tatsächlich eine Länge von 183.3 Meter vorge-

sehen war (vgl. act. 28/288, Karten mit Cable type "Fireproof"). Ausgehend von 

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diesem Wert ist es nachvollziehbar, dass 185 Meter für die Verlegung und 1 Me-

ter für den Anschluss benötigt wurden, also pro Kabel 186 Meter. Was die restli-

chen 14 Meter pro Kabel anbelangt, vermag die Klägerin hingegen nicht aufzu-

zeigen, dass die Beklagte für diese eine Vergütung schuldet. Die angebliche Ab-

sprache auf der Baustellte ist, wie gesagt, allzu pauschal behauptet und bleibt 

unbewiesen. Insgesamt sind also 28 Meter Kabel abzuziehen (14 Meter pro Ka-

bel).  

10.3.3. Das installierte Kabel war in der Preisliste nicht vorgesehen, weshalb der 

Preis nicht im Vertrag vereinbart wurde. Die Beklagte macht hinsichtlich des Ka-

belpreises geltend, sie habe den Preisvorschlag der Klägerin nie angenommen. 

Sie sei aber bereit, den offerierten Preis für das Material von EUR 72.77/Meter zu 

akzeptieren, nicht jedoch den für die Arbeit von 14.13/Unit (vgl. act. 18 Rz. 575 f.). 

Die Beklagte setzt sich dann aber in Widerspruch zu ihrer eigene Ausage und 

führt aus, da ja zwischen den Parteien keine Einigung über den Preis zustande 

gekommen sei, wäre die Klägerin richtigerweise nach tatsächlichem Aufwand zu 

vergüten (Art. 374 OR). Dieser werde von der Klägerin aber gar nicht behauptet. 

Entsprechend stehe der Klägerin gar kein Anspruch auf Vergütung zu.  

10.3.4. Die Klägerin weist nach, dass sie vor Ausführung der Arbeiten einen Preis 

offeriert habe. Die Beklagte habe nicht reagiert, aber gleichwohl in die Ausführung 

der Arbeiten eingewilligt, was als stillschweigende Vereinbarung zu verstehen sei 

(vgl. act. 1 Rz. 424act. 27 Rz. 603). Die klägerischen Behauptungen bestreitet die 

Beklagte nicht substanziiert, sondern beschränkt sich darauf, eine eigene, tiefere 

Preiskalkulation zu behaupten (vgl. act. 18 Rz. 575 f.). Demnach könnte bereits 

dafür gehalten werden, dass die Beklagte die stillschweigende Vereinbarung nicht 

genügend bestreitet. Selbst wenn man aber eine ausreichende Bestreitung an-

nähme, wäre gleichwohl eine stillschweigende Vereinbarung zu bejahen: Die Klä-

gerin offerierte ihre Preise am 24. Mai 2016 (vgl. act. 3/155 S. 8 sowie letztes 

Blatt Position 20.1.235 und 20.1.236). Die Beklagte behauptet nicht, dass die Klä-

gerin keine Preisofferte zugestellt habe. Damit kannte sie die Preisofferte. Auch 

behauptet sie nicht, dass sie vor der Installation der Kabel Einwände erhoben ha-

be. Wer aber vor der Ausführung einer Werkleistung für diese Leistung einen ge-

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nauen Preis offeriert erhält und anschliessend nichts gegen die Installation ein-

wendet, sondern im Gegenteil zu erkennen gibt, dass er mit der Installation ein-

verstanden ist, willigt zumindest konkludent in den offerierten Preis ein (vgl. Art. 6 

OR "nach den Umständen"). Auszugehen ist somit vom klägerischen Kabelpreis 

von EUR 86.90 pro Meter (vgl. auch act. 3/140 S. 22 Position 20.1.235; 

act. 3/147.078). Das ergibt einen Betrag von EUR 2'433.20 (28 Meter Ka-

bel*EUR 86.90), der abzuziehen ist. 

10.4. LV Power Cables 

10.4.1. Unter dem Titel "LV Power Cables" möchte die Beklagte mehrere Positio-

nen vom Total des Anspruchs 1 abziehen, weil die Klägerin sie doppelt und für 

einzelne Leistungen unangemessene Preise verrechnen würde (vgl. act. 18 

Rz. 567). Es lassen sich drei strittige Positionen ausmachen: (1) Position 

20.1.142s; (2) Position 20.1.047s und die (3) Positionen 20.1.235 und 20.1.236 

(diese zwei letzten Positionen werden in den Rechtsschriften als zusammengehö-

rend behandelt). 

10.4.2. (1) Position 20.1.142s 

10.4.2.1. Betreffend die Position 20.1.142s bringt die Beklagte vor, es handle sich 

dabei um eine nachträglich von der Klägerin dem As-Built-Leistungsverzeichnis 

hinzugefügte Supply-Only-Position. Die Klägerin habe, wie sich während der Pro-

jektdauer auf der Baustelle herausgestellt habe, die nicht behördenkonformen 

«FF-Cables» (Firefighting Cables) des Kabeltyps 5 x 185 mm2 trotz vertraglicher 

Verpflichtung zur Überprüfung der Planunterlagen bestellt. Die Beklagte habe sich 

in der Folge bereit erklärt, die «FF-Cables» des Kabeltyps 5 x 185 mm2 zu über-

nehmen. Die Beklagte sei bereit, den Marktpreis der Kabelrollen zu bezahlen. Die 

Klägerin versuche, die Kabelrollen doppelt zu verrechnen, da sie die Forderung 

auch unter Anspruch 5 geltend mache. Die übernommenen Kabelrollen seien 

aber nicht Teil des Remeasurements (act. 18 Rz. 569). Die Klägerin erwidert, die 

Beklagte habe sich bereit erklärt, die Kabel zum Preis von EUR 22'198.40 (plus 

MwST.) zu übernehmen und verweist auf act. 19/55 (vgl. act. 27 Rz. 598). Die 

Beklagte bestreitet, dass sie zugesagt habe, die Kabel zum Preis von 

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EUR 22'198.40 zu übernehmen. Sie sei nur bereit gewesen, den Marktpreis zu 

bezahlen. Den Marktpreis müsse aber die Klägerin behaupten und nachweisen 

(vgl. act. 18 Rz. 569; act. 37 Rz. 765).  

10.4.2.2. Soweit die Beklagte eine doppelte oder gar dreifache Verrechnung der 

gleichen Position behauptet, setzt sie sich nicht mit den substanziierten Behaup-

tungen der Klägerin zur behaupteten mehrfachen Verrechnung auseinander. Die 

Klägerin zeigt auf, dass sie zum einen bestimmte Kabel nicht doppelt verrechnet 

hat (vgl. act. 27 Rz. 600). Zum anderen war zwar eine Kabelposition in der Klage 

in der Tat doppelt aufgeführt, nämlich sowohl unter Anspruch 1 als auch unter 

Anspruch 5 (vgl. act. 27 Rz. 600). Die Klägerin hat dieses Versehen mit der Replik 

korrigiert und verlangt die Vergütung für die Kabel nur noch unter Anspruch 1, 

was auch von der Beklagten erkannt wurde (vgl. act. 37 Rz. 763). 

10.4.2.3. Die Beklagte hat die "FF-Cables» des Kabeltyps 5 x 185 mm2" erwiese-

nermassen zu Eigentum übernommen (vgl. act. 19/55). Die Klägerin möchte sie 

zum Preis gemäss Preisliste in Rechnung stellen, also zum Vertragspreis. Die 

Beklagte behaupte, sie sei nur bereit, den Marktpreis zu bezahlen. Für die Be-

klagten fallen die Kabel demnach nicht unter die vertragliche Preisabrede. Es 

stellt sich die Frage, ob die Kabel innerhalb oder ausserhalb der vertraglichen Ab-

rede stehen. Zunächst ist festzuhalten, dass die Parteien in der Preisliste für die 

betroffenen Kabel einen Preis vereinbarten. Unbestritten ist sodann, dass die Ka-

bel in den Planunterlagen der Beklagten vorgesehen waren, wirft die Beklagte der 

Klägerin diesbezüglich doch vor, die Planunterlagen trotz vertraglicher Verpflich-

tung nicht überprüft zu haben, vgl. act. 18 Rz. 569. Die Klägerin bestellte somit 

Kabel, die ursprünglich geplant waren und später wegfielen, weil sie sich als nicht 

behördenkonform herausstellten. Ursprung der Bestellung war somit eine Fehl-

planung der Beklagten, woran auch eine allfällige Prüfpflicht der Klägerin nichts 

ändert. Bei den von der Beklagten übernommenen Kabeln handelt es sich letztlich 

um in der Preisliste vorgesehene, aber abbestellte Kabel. Ihre Vergütung zum 

Vertragspreis erscheint damit gerechtfertigt; die Beklagte ist mit ihrem Einwand 

nicht zu hören. 

10.4.3. (2) Position 20.1.047s 

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10.4.3.1. Laut der Beklagten macht die Klägerin unter der Position 20.1.047s zu 

Unrecht mehrfach eine Forderung über EUR 5'784.57 für die Kabelrollen 2 x 50 m 

des Kabeltyps 5G150 geltend. Die Klägerin versuche wiederum eine mehrfache 

Verrechnung, indem sie die Vergütung auch unter Anspruch 5 und mit dem 

COR 43026 verlange (vgl. act. 18 Rz. 571 ff.). Die Beklagte bestreitet die Forde-

rung sodann, wie schon bei der Position 20.1.142s, mit dem Argument, sie müsse 

einzig den Marktpreis der Kabel bezahlen und die Klägerin behaupte diesen nicht, 

weshalb der Klägerin gestützt auf die Position 20.1.047s keine Forderung zustehe 

(vgl. act. 37 Rz. 770). Die Klägerin erklärt, dass sie im COR 43026 kein Material 

verrechnet habe. Sodann mache sie die Kabel unter Anspruch 5 nicht mehr gel-

tend, sondern ausschliesslich unter Anspruch 1 (vgl. act. 27 Rz. 602).  

10.4.3.2. Die Klägerin zeigt in der Replik auf, dass sie die Forderung nicht mehr-

fach geltend macht. Insbesondere hat sie die ursprünglich doppelte Verrechnung 

unter Anspruch 1 und Anspruch 5 korrigiert. Die Beklagte anerkennt in der Duplik, 

dass keine mehrfache Verrechnung vorliegt (vgl. act. 37 Rz. 768). Hinsichtlich des 

Arguments der Beklagten, die Klägerin substanziiere den Preis – insbesondere 

den Marktpreis – der Kabel nicht, kann auf die vorstehenden Ausführungen zur 

gleichen Frage unter Position 20.1.142s verwiesen werden (vgl. Erw. II. 10.4.2). 

Unter der Position 20.1.047s rechtfertigt sich kein Abzug zulasten der Klägerin.  

10.4.4. (3) Positionen 20.1.235 und 20.1.236 

10.4.4.1. Die Positionen 20.1.235 und 20.1.236 betreffen laut der Beklagten die 

tatsächlich zu verlegenden, behördenkonformen «FF Cables» 4x 240 mm2 (Fire-

fighting-Cables; Starkstromkabel für den Brandfall). Die Klägerin habe aber 

höchstens je 167 m – statt der behaupteten je 200 m – verlegt haben können (vgl. 

act. 18 Rz. 574). Ausserdem seien zwischen den Parteien zu keinem Zeitpunkt 

neue Preise vereinbart worden und die Beklagte habe nie den klägerischen Preis-

vorschlag bestätigt, auch nicht stillschweigend (vgl. act. 18 Rz. 575 f.).  

10.4.4.2. Soweit die Ausführungen der Beklagten überhaupt nachvollziehbar sind, 

geht es hier um die gleichen Kabel wie schon unter Erw. 10.3 vorne (vgl. act. 18 

Rz. 551 und Rz. 574; siehe auch act. 28/220.78 S. 23 und act. 28/220.80 S. 25). 

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Beide Parteien verweisen auf ihre Ausführungen zu den Kabel 0 SGA10 GH501-

201_A und 0 SGA10 GH501-201_B (sog. «FF-Cables», [Firefighting-Cables; 

Starkstromkabel für den Brandfall], vgl. act. 18 Rz. 574 mit Verweis auf act. 18 

Rz. 551 und act. 27 Rz. 603 mit Verweis auf Rz. act. 27 Rz. 585). Es handelt sich, 

soweit ersichtlich, also nicht um eine neue Position, sondern die Beklagte macht 

an zwei verschiedenen Stellen in ihren Rechtsschriften Ausführungen zur glei-

chen Position. Es kann auf die Erw. 10.3 vorne verwiesen werden