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**Case Identifier:** 8a7b1f7d-d754-590e-b6dc-760f63dd404b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 05.06.2019 460 18 362
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-18-362_2019-06-05.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

5. Juni 2019 (460 18 362)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht  

 

Gewerbsmässiger Betrug, Veruntreuung und qualifizierte ungetreue Geschäftsbesor-

gung  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Susanne Afheldt (Ref.),  

Richter Daniel Häring, Richterin Helena Hess,  
Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiber Pascal Neumann 

 

 
Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, 

Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal,  

Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 
 

A.____,   

Privatkläger 
  

 

gegen 
 

 
 

B.____,   
vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Häner, Advokaturbüro TRIAS 

AG, Salinenstrasse 25, Postfach, 4133 Pratteln 1,  

Beschuldigter und Berufungskläger 
 

 
Gegenstand 

Gewerbsmässiger Betrug etc. 

(Berufung des Beschuldigten und Anschlussberufung der  

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft gegen das Urteil des  

Strafgerichts Basel-Landschaft vom 6. Juli 2018)  
 

 
 
 

 
 
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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 6. Juli 2018 wurde B.____ des ge-

werbsmässigen Betrugs sowie des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten unge-

treuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und 

sechs Monaten verurteilt; dies in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 

StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 40 

StGB, Art. 47 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB. In Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe 

von CHF 7‘372.-- wurde B.____ von der Anklage des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs 

freigesprochen. Sodann wurden diverse beschlagnahmte Ordner, Unterlagen, Schriftsachen 

und weitere Gegenstände zur Vernichtung eingezogen. Der aus der Verwertung des auf die 

C.____ GmbH eingelösten Mercedes Benz R63 AMG (Kontrollschild ZG 6____) stammende 

Erlös in der Höhe von CHF 32‘525.10 wurde gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen. Des 

Weiteren wurde B.____ bei seiner Anerkennung behaftet, dem A.____ in solidarischer Haftung 

mit D.____ CHF 418‘602.25 zu bezahlen. Ferner wurden B.____ in Anwendung von Art. 426 

Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

CHF 43‘675.-- und der Gerichtsgebühr von CHF 24‘000.--, auferlegt. Schliesslich wurde er-

kannt, dass die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von insgesamt CHF 25'394.-- 

aus der Gerichtskasse entrichtet werden, wobei der Beschuldigte gestützt auf Art. 135 Abs. 4 

lit. a und lit. b StPO verpflichtet wurde, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung zu-

rückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädi-

gung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-

ben. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, 

soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.  

 

B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 6. Juli 2018 meldete der Beschuldigte mit Schrei-

ben vom 10. Juli 2018 die Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 6. Dezember 2018 

beantragte der Beschuldigte, es sei das angefochtene Urteil unter o/e Kostenfolge zu Lasten 

des Staates vollumfänglich aufzuheben. Im Sinne von Beweisanträgen wurde zudem begehrt, 

es seien E.____, F.____, G.____, H.____, I.____, J.____, K.____ und L.____ als Zeugen zur 

Sache zu befragen sowie Auszüge aus dem Reisepass des Beschuldigten und ein Kaufbeleg 

vom 22. Januar 2009 bezüglich einer SIM-Karte von M.____ zu den Akten zu nehmen. Mit Ein-

gabe vom 16. Januar 2019 präzisierte der Berufungskläger seine Berufungserklärung dahinge-

 
 
 

 
 
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hend, dass er unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates von sämtlichen Vorwürfen freizu-

sprechen sei. Schliesslich reichte der Beschuldigte mit Datum vom 16. Mai 2019 ‒ entgegen 

der mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 7. März 

2019 ergangenen Feststellung, wonach die Begründung der Berufung des Beschuldigten ge-

stützt auf Art. 346 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 405 Abs. 1 StPO im Rahmen des Partei-

vortrages vor den Schranken des Kantonsgerichts erfolgen wird ‒ seine Berufungsbegründung 

ein.  

 

C. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufungserklärung 

vom 19. Dezember 2018 was folgt: Es sei der Beschuldigte des mehrfach begangenen ge-

werbsmässigen Betrugs sowie des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten unge-

treuen Geschäftsbesorgung schuldig zu erklären, und es sei die gegen den Berufungskläger 

vorinstanzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten nach Er-

messen des Kantonsgerichts zu erhöhen; dies alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu 

Lasten des Beschuldigten. Darüber hinaus begehrte die Staatsanwaltschaft, auf die Berufung 

des Beschuldigten sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen; dies 

wiederum unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers. Mit Schrei-

ben vom 25. Februar 2019 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie auf eine ergänzende Be-

gründung der bereits summarisch begründeten Anschlussberufungserklärung verzichtet.    

 

D. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 4. Januar 2019 wurde fest-

gehalten, dass der Privatkläger weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben hat. Ebenso 

wurde ‒ unter Bezugnahme auf das Schreiben des Rechtsvertreters des Beschuldigten vom 

27. Dezember 2018 bezüglich Beendigung des Mandatsverhältnisses ‒ festgestellt, dass die 

Voraussetzungen der amtlichen Verteidigung auch im Berufungsverfahren vorliegen und 

Rechtsanwalt Philippe Häner unverändert als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten einge-

setzt ist. Mit Verfügung vom 18. Januar 2019 wurde das Gesuch des Beschuldigten vom 

9. Januar 2019 um Wechsel der amtlichen Verteidigung abgewiesen. Mit weiterer Verfügung 

vom 5. Februar 2019 wurde ‒ unter Verweis auf die Verfügung vom 18. Januar 2019 ‒ auf das 

neuerliche Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung vom 1. Februar 2019 nicht eingetre-

ten. Sodann wurde mit Verfügung vom 7. März 2019 das Sistierungsgesuch des Beschuldigten 

vom 22. Februar 2019 abgewiesen. Mit nämlicher Verfügung wurde auf die vorgängige Einho-

lung einer schriftlichen Berufungsbegründung seitens des Beschuldigten verzichtet. Ebenfalls 

 
 
 

 
 
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mit Verfügung vom 7. März 2019 wurden ausserdem in teilweiser Gutheissung der Beweisan-

träge des Beschuldigten gemäss dessen Berufungserklärung vom 6. Dezember 2018 die einge-

reichten Auszüge aus seinem Reisepass sowie der Kaufbeleg vom 22. Januar 2009 bezüglich 

einer SIM-Karte von M.____ zu den Akten genommen; hingegen wurde der Antrag des Be-

schuldigten, es seien acht namentlich genannte Personen als Zeugen vor dem Berufungsge-

richt zur Sache zu befragen, abgewiesen. Ferner wurde mit Verfügung vom 29. Mai 2019 ‒ un-

ter Hinweis auf die vom Beschuldigten selbst und seinem Rechtsvertreter eingegangenen Ver-

schiebungsgesuche, jeweils datierend vom 28. Mai 2019 ‒ festgestellt, dass die auf Montag, 

3. Juni 2019 um 10:30 Uhr angesetzte Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht Basel-

Landschaft, Abteilung Strafrecht, in jedem Fall stattfindet. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte 

verpflichtet, dem Kantonsgericht ein ärztliches Zeugnis des Landeskrankenhauses N.____, da-

tierend vom 31. Mai 2019, einzureichen. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 3. Juni 2019 der 

Antrag des Beschuldigten auf Abbietung und Neuansetzung der Hauptverhandlung abgewie-

sen. Zugleich wurde dessen Eventualantrag um Verschiebung der Hauptverhandlung auf den 

4. Juni 2019 gutgeheissen und in diesem Sinne die Hauptverhandlung vom 3. Juni 2019 unter-

brochen. In diesem Zusammenhang wurde der Beschuldigte bei seiner dahingehenden Zusi-

cherung behaftet, dem Kantonsgericht am Dienstag, 4. Juni 2019 ab 10:00 Uhr zur Befragung 

zur Verfügung zu stehen.   

 

E. Anlässlich der ‒ auf Gesuch des Beschuldigten am 3. Juni 2019 unterbrochenen und auf 

den Folgetag verschobenen ‒ Parteiverhandlung vom 4. Juni 2019 sind der Berufungskläger 

mit seinem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt Philippe Häner sowie Daniel Vögeli als ausser-

ordentlicher Vertreter der Staatsanwaltschaft anwesend. Auf die von den Anwesenden getätig-

ten Ausführungen wird wiederum, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen.  

 

 

  

 
 
 

 
 
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Erwägungen  

 

 

1. Formalien und Verfahrensgegenstand  

 

1.1 Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Rechtsmittel ergibt sich aus 

Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit lit. b EG StPO. Nach 

Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-

nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 

StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschrei-

tung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die 

unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit 

(lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend über-

prüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Be-

rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich 

oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustel-

lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die Anschluss-

berufung ist Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO folgend innerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Beru-

fungserklärung schriftlich zu erklären. Die Legitimation des Beschuldigten zur Ergreifung des 

Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert und diejenige der Staatsanwaltschaft in 

Art. 381 Abs. 1 StPO.  

 

Der von der Staatsanwaltschaft geäusserten Ansicht, wonach auf die Berufung des Beschuldig-

ten nicht einzutreten sei, weil dessen Antrag auf blosse Kassation des Gesamturteils, einzig 

begründet mit der Wiederholung der zulässigen Rügegründe, derart unspezifisch und ohne 

Fallbezug sei, dass er den Anforderungen an eine Berufungserklärung nicht genüge, ist zu ent-

gegnen, dass dem Berufungskläger in Anwendung von Art. 400 Abs. 1 StPO Frist gesetzt wor-

den ist, um seine Erklärung zu verdeutlichen, was er mit Eingabe vom 16. Januar 2019 ‒ nicht 

zuletzt im Lichte der Rechtsprechung zum Verbot des überspitzten Formalismus (Art. 29 BV) 

und zum Willkürverbot (Art. 9 BV) ‒ in rechtsgenüglicher Weise getan hat (vgl. LUZIUS EUGSTER, 

in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 3 zu 

Art. 400 StPO, mit Hinweisen). Nachdem also in casu das angefochtene Urteil ein taugliches 

 
 
 

 
 
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Anfechtungsobjekt darstellt, sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft beru-

fungs- bzw. anschlussberufungslegitimiert sind, zulässige Rügen erheben und die Rechtsmittel-

fristen gewahrt haben sowie der Erklärungspflicht nachgekommen sind, ist im Folgenden ohne 

Weiteres auf die beiden Rechtsmittel einzutreten.  

 

1.2 Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 6. Juli 2018 haben sowohl der Beschuldigte als 

auch die Staatsanwaltschaft ein Rechtsmittel ergriffen. Während der Beschuldigte in seiner Be-

rufung einen vollumfänglichen Freispruch von allen Anklagepunkten beantragt hat, hat die 

Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung lediglich die rechtliche Qualifikation des zu beur-

teilenden Sachverhaltes sowie das erstinstanzliche Strafmass beanstandet. Gestützt hierauf ist 

grundsätzlich das gesamte angefochtene Urteil Gegenstand der Berufungsverhandlung, in An-

wendung von Art. 404 Abs. 1 StPO jedoch mit folgenden Ausnahmen: Nicht zu beurteilen sind 

der Freispruch des Beschuldigten von der Anklage des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs 

in Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe von CHF 7'372.-- (Dispositiv-Ziffer 2), die unwi-

derrufliche Löschung der forensisch gesicherten Daten nach der Rechtskraft des Urteils (Dispo-

sitiv-Ziffer 5), die Entschädigung an die amtliche Verteidigung, mit Ausnahme der Rückzah-

lungsverpflichtung des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO (Dispositiv-

Ziffer 8), die mit Einverständnis des Beschuldigten verfügte Einziehung von diversen beschlag-

nahmten Gegenständen zur Vernichtung (Dispositiv-Ziffern 3a und b), die Einziehung des aus 

der Verwertung des auf die C.____ eingelösten Mercedes Benz R63 AMG stammenden Erlöses 

in der Höhe von CHF 32'525.10 (Dispositiv-Ziffer 4) sowie die Behaftung des Beschuldigten bei 

seiner Anerkennung, dem A.____ in solidarischer Haftung mit D.____ CHF 418'602.25 zu be-

zahlen (Dispositiv-Ziffer 6).  

 

 

2. Ausführungen der Parteien  

 

(….)  

  

 

3. Beweiswürdigung und Sachverhalt  

 

(…)  

 
 
 

 
 
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4. Tatbestand des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betrugs  

 

4.1  

a) Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs unter anderem schuldig, wer in der 

Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung 

oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhalten 

bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt. Handelt der 

Täter gewerbsmässig, wird er mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 

90 Tagessätzen bestraft (Art. 146 Abs. 2 StGB). Auf der objektiven Seite kann das tatbestand-

mässige Geschehen in vier Stadien aufgelöst werden: a) das motivierende Verhalten, das im 

Normalfalle eine Täuschung ist, aber nicht zu sein braucht; b) als Erfolg dieses Verhaltens die 

Setzung eines Motivs beim anderen, das auf einem Irrtum beruhen muss; c) eine dadurch moti-

vierte Vermögensverfügung des anderen; d) einen durch die Verfügung herbeigeführten Ver-

mögensschaden (GÜNTER STRATENWERTH / GUIDO JENNY / FELIX BOMMER, Schweizerisches 

Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Auflage, Bern 2010, § 15 N 4, mit Hinweisen).  

 

b) Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6B_150/2017 vom 

11. Januar 2018 E. 3.3) zeichnet sich der Tatbestand des Betrugs als "Beziehungsdelikt" 

dadurch aus, dass der Täter das Opfer durch motivierende, kommunikative Einwirkung dazu 

veranlasst, sich selbst durch die Vornahme einer Vermögensverfügung zugunsten des Täters 

oder eines Dritten zu schädigen. Das Opfer trägt folglich zur eigenen Vermögensschädigung bei 

(BGE 135 IV 76 E. 5.2; BGer 6B_1231/2016 vom 22. Juni 2017 E. 7.1). Angriffsmittel des Be-

trugs ist die Täuschung. Als solche gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem an-

dern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen. Die Täuschung ist eine 

unrichtige Erklärung über Tatsachen, mit der auf die Vorstellung eines anderen eingewirkt wird 

(BGE 135 IV 76 E. 5.1). Die Erfüllung des Tatbestandes erfordert darüber hinaus Arglist. Betrü-

gerisches Verhalten ist strafrechtlich nur relevant, wenn der Täter mit einer gewissen Raffinesse 

oder Durchtriebenheit täuscht. Dieses Erfordernis ist erfüllt, wenn er ein ganzes Lügengebäude 

errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Einfache falsche Angaben 

sind arglistig, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht 

zumutbar ist, und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder er 

 
 
 

 
 
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nach den Umständen voraussieht, dass jenes die Überprüfung der Angaben aufgrund eines 

besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; 135 IV 76 

E. 5.2; 128 IV 18 E. 3a; je mit Hinweisen). Arglist scheidet hingegen aus, wenn der Getäuschte 

den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei sind die 

jeweilige Lage und die Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Rück-

sicht zu nehmen ist namentlich auf geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder 

Krankheit beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder Unter-

ordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden und deshalb kaum imstande sind, dem Täter 

zu misstrauen. Auf der anderen Seite sind besondere Fachkenntnis und Geschäftserfahrung 

des Opfers in Rechnung zu stellen, wie sie etwa im Rahmen von Kreditvergaben Banken bei-

gemessen wird. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die Erfül-

lung des Tatbestandes indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt wal-

ten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grund-

legendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche 

Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche 

das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum Ausschluss der 

Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverantwortung kann nur in Ausnahmefällen 

bejaht werden (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; 135 IV 76 E. 5.2, mit zahlreichen Hinweisen), denn mit 

einer engen Auslegung des Betrugstatbestandes würden die sozialadäquate Geschäftsaus-

übung und damit der Regelfall des Geschäftsalltags betrugsrechtlich nicht geschützt. Selbst ein 

erhebliches Mass an Naivität des Geschädigten hat nicht in jedem Fall zur Folge, dass der Tä-

ter straflos ausgeht (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2). Anwendungsfälle nicht arglistiger Täuschungen 

betreffen in der bisherigen Rechtsprechung insbesondere Banken und sonst im Geldanlagen-

geschäft berufsmässig tätige Personen als potenzielle Opfer. Bejaht wird Arglist demgegenüber 

bei Ausnutzung des gierig-vertrauensselig-unseriösen Gewinnstrebens gewöhnlicher Leute 

(BGer 6B_497/2014 vom 6. März 2015 E. 3.4.2, mit Verweis auf GUNTER ARZT, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 67 ff. zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen auf 

die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Die Täuschung muss beim Verfügungsberechtigten 

ferner einen Irrtum hervorrufen oder ihn in einem solchen bestärken. Zwischen dem täuschen-

den Verhalten und dem Irrtum muss ein Kausal- bzw. Motivationszusammenhang bestehen. 

Der Täter muss mithin auf die Vorstellung des Opfers einwirken. Irrtum ist eine Diskrepanz zwi-

schen Vorstellung und Wirklichkeit. Dabei setzt der Irrtum nicht voraus, dass sich der Getäusch-

te jeweils konkrete Vorstellungen über den ihm vorgelegten Vorgang macht. Es genügt, dass er 

 
 
 

 
 
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im Sinne eines Mitbewusstseins von der Korrektheit des Vorganges ausgeht (BGE 118 IV 35 

E. 2c), d.h. die falschen Angaben für möglich hält. Schliesslich setzt der Tatbestand eine irr-

tumsbedingte Vermögensverfügung des Getäuschten voraus, wodurch dieser sich selbst bzw. 

das seiner tatsächlichen Verfügung unterliegende Vermögen eines Dritten unmittelbar schädigt. 

Dabei müssen Getäuschter und Verfügender, nicht aber Verfügender und Geschädigter iden-

tisch sein (BGE 133 IV 171 E. 4.3; 128 IV 18 E. 3b; 126 IV 113 E. 3a). Ein Vermögensschaden 

liegt vor, wenn das Vermögen des Täuschungsopfers nach Vornahme der irrtumsbedingten 

Vermögensverfügung in seinem Gesamtwert ‒ durch Verringerung der Aktiven oder Vermeh-

rung der Passiven ‒ tatsächlich verringert ist. Dies ist auch der Fall, wenn das Vermögen in 

einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist, d.h. wenn 

der Gefährdung im Rahmen einer sorgfältigen Bilanzierung durch Wertberichtigung oder Rück-

stellung Rechnung getragen werden muss (BGE 142 IV 346 E. 3.2; 129 IV 124 E. 3.1; 122 IV 

279 E. 2a; 121 IV 104 E. 2c; je mit Hinweisen; BGer 6B_1231/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.3 

und 7.4). Massgebend für den Zeitpunkt der Schädigung ist der Abschluss des Verpflichtungs-

geschäfts. Eine vorübergehende Schädigung genügt, und späterer Ersatz schliesst Betrug mit-

hin nicht aus. Da der Schaden im Risiko begründet liegt, vermag den Täter auch eine Rückzah-

lung nicht zu entlasten (BGer 6B_507/2016 vom 9. August 2016 E. 1.3.4; 6B_236/2009 vom 

18. Januar 2010 E. 2.3; 6B_406/2008 vom 12. Dezember 2008 E. 2.4.3.2, mit Hinweisen; siehe 

auch: BGE 123 IV 17 E. 3d; 121 IV 104 E. 2c; 120 IV 122 E. 6b/bb; 105 IV 102 E. 1c; je mit 

Hinweisen). 

 

c) Auf der subjektiven Seite erfordert der Betrug zweierlei: den Vorsatz und die Bereiche-

rungsabsicht. Der Vorsatz muss sich auf die Verwirklichung sämtlicher objektiver Tatbestands-

merkmale richten, also sowohl das motivierende Verhalten und das Setzen eines Motivs beim 

Betroffenen, wie dessen Verfügung und die Vermögensschädigung – einschliesslich des Moti-

vationszusammenhangs zwischen ihnen – umfassen. Dass Eventualdolus genügt, ist unbestrit-

ten (STRATENWERTH / JENNY / BOMMER, a.a.O., § 15 N 58 ff.). Bereicherungsabsicht setzt vo-

raus, dass die Absicht des Täters selbst dann, wenn er die Bereicherung bloss für möglich hält, 

auf Erlangung des Vorteils gerichtet ist; er will die Bereicherung für den Fall, dass sie eintritt. 

Dies bedeutet, dass die Bereicherung zwar nicht ausschliessliches Motiv des Handelns sein 

muss, sie muss aber zumindest mitbestimmend sein. Damit genügt eine bloss eventuelle Ab-

sicht in diesem Zusammenhang nicht (STEFAN MAEDER / MARCEL ALEXANDER NIGGLI, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 271 zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen).   

 
 
 

 
 
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d) Für die Umschreibung der Gewerbsmässigkeit geht die Rechtsprechung vom Begriff des 

berufsmässigen Handelns aus. Der Täter handelt berufsmässig, wenn sich aus der Zeit und den 

Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte inner-

halb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, 

dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufs ausübt. Vorausgesetzt ist, dass der 

Täter die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht gehandelt hat, ein Er-

werbseinkommen zu erzielen, und dass aufgrund seiner Taten geschlossen werden muss, er 

sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden Taten bereit gewesen (BGE 

119 IV 129; BGer 6B_861/2009 vom 18. Februar 2010 E. 2.1; MARCEL ALEXANDER NIGGLI / 

CHRISTOF RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 89 ff. zu 

Art. 139 StGB, mit Hinweisen). Dass es tatsächlich gelingt, einen namhaften Gewinn zu erzie-

len, ist nicht erforderlich, es genügt die entsprechende Absicht. Wesentlich ist, dass der Täter 

relativ regelmässige Einnahmen anstrebt; er muss sich darauf eingerichtet haben, durch die 

deliktische Tätigkeit einen relevanten Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensge-

staltung zu erzielen (NIGGLI / RIEDO, a.a.O., N 99 zu Art. 139 StGB, mit Hinweisen). Die Ge-

werbsmässigkeit fasst die einzelnen Delikte (gleich ob vollendet oder nur versucht) zu einer 

rechtlichen Einheit zusammen (GÜNTER STRATENWERTH / WOLFGANG WOHLERS, Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 3. Auflage, Bern 2013, N 10 zu Art. 139 StGB, mit 

Hinweisen).  

 

4.2  

a) Im vorliegenden Fall ist die Vorinstanz zum Schluss gekommen, dass das vorgängig um-

schriebene, dem Beschuldigten zur Last gelegte Verhalten sowohl in Bezug auf die vier zu Leb-

zeiten von O.____ erfolgten Darlehen im Umfang von insgesamt CHF 1'487'800.-- als auch auf 

die nach deren Ableben getätigten Transaktionen im Betrag von total CHF 153'176.90 den Tat-

bestand des (einmaligen) gewerbsmässigen Betruges erfüllt. Dieser Ansicht vermag sich das 

Kantonsgericht nicht anzuschliessen, was sich wie folgt begründet: Zuzustimmen ist dem Straf-

gericht in einem ersten Schritt, dass das Tatbestandsmerkmal der Täuschung zweifellos gege-

ben ist. So hat B.____ gegenüber D.____ genauso wie später gegenüber den Strafbehörden 

stets angegeben, die Gelder seien direkt oder indirekt für bestimmte Investitionen und in diesem 

Zusammenhang für die Finanzierung von Projekten bestimmt gewesen. Im Zentrum haben die 

Goldgeschäfte in Afrika (wofür in erster Linie die ersten beiden Darlehen bestimmt gewesen 

 
 
 

 
 
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sind), Russlandprojekte sowie Geschäfte mit brasilianischen Partnern gestanden (wofür grund-

sätzlich das dritte und das vierte Darlehen hätten dienen sollen; Protokoll KG S. 7 ff.). Ungeach-

tet dieses Zweckes hat der Beschuldigte aber alle Darlehen faktisch unmittelbar nach deren 

Überweisung zu seinen Gunsten für private Zwecke verbraucht. Da er mit den Darlehen keine 

nachweisbaren, konkreten Projekte finanziert hat, muss zwingend davon ausgegangen werden, 

dass er offenbar überhaupt keinen effektiven Willen zur Investition und zur Rückzahlung der 

Gelder mitsamt eines entsprechenden Gewinns gehabt hat. Hätte er nämlich einen solchen 

Willen gehabt, dann hätte er die Investitionsmittel nicht unmittelbar nach deren Eingang für sei-

ne privaten Bedürfnisse verbrauchen dürfen, weil er hierdurch ja zufolge komplett fehlender 

Eigenmittel logischerweise gar keine Möglichkeit mehr gehabt hat, tatsächlich zu investieren. 

D.____ hat seine Leistung in der Vermittlung der Darlehen von O.____ gesehen, wofür er von 

B.____ als Gegenleistung drei bis vier Millionen, besser sechs Millionen (Franken), erwartet hat 

(AA 10.01.012). Seine Hauptmotivation für die Empfehlung an O.____ zur Darlehensgewährung 

sei gewesen, sich selber zu sanieren auf Grundlage diversifizierter Geschäfte (AA 10.01.014). 

Nach seinen Angaben hat er immer aus dem gleichen Grund mit B.____ weitergemacht; das 

Ziel habe darin bestanden, seine finanziellen Altlasten entsorgen zu können. Es sei darum ge-

gangen, wie er seine Schulden wegbringe. Die Hoffnung sei einfach immer grösser gewesen, 

dass es doch noch funktioniere (AA 10.01.036, AA 10.01.066). Selbst als die Rückzahlungen 

nach Ablauf der vertraglich festgelegten Darlehensdauer ausgeblieben sind, hat D.____ weitere 

Darlehen aus dem fremden Vermögen ausgerichtet. Er habe der C.____ dennoch Darlehen 

gegeben, weil B.____ immer Versprechungen abgegeben habe, dass er mache, dass er bringe 

(AA 10.01.016, AA 10.01.090). D.____ hat dem Beschuldigten die Gelder überwiesen, weil er 

irrtümlich damit gerechnet hat, dass dieser sie in bestimmte, angekündigte Projekte investieren 

würde. Er hat sich selbst finanziell vollständig erholen wollen und ist davon ausgegangen, dass 

sich die Investitionen irgendwann rentieren würden, womit dem Vermögen von O.____ genauso 

wie seinem eigenen gedient gewesen wäre. Auch die späteren Transaktionen im Jahr 2011 hat 

D.____ im Hinblick auf die vermeintlichen Investitionstätigkeiten von B.____ vorgenommen. 

Diesbezüglich ist er irrtümlich davon ausgegangen, dass der Beschuldigte bereits die vereinbar-

ten Investitionen getätigt hat und er ihn aufgrund von Verzögerungen vorübergehend finanziell 

über Wasser halten müsse, bis sich die Investitionen schliesslich rentieren würden. Tatsächlich 

hat B.____ jedoch (allenfalls abgesehen von einem kleinen und heute nicht mehr nachweisba-

ren Anteil des ersten Darlehens in Bezug auf Goldgeschäfte in M.____) zu keinem Zeitpunkt 

geplant, mit den Geldern Investitionen zu tätigen; vielmehr hat er die von D.____ erhaltenen 

 
 
 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Darlehen jeweils vom ersten Tag an fortdauernd für private Belange verwendet, womit der Be-

schuldigte im Resultat D.____ über den beabsichtigten Verwendungszweck der überwiesenen 

Gelder gleichermassen wie über die Risiken, die Gewinnaussichten und den Rückzahlungswil-

len getäuscht hat. An diesem Fazit vermögen auch die Einwendungen des Beschuldigten im 

Berufungsverfahren nichts zu ändern. Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass D.____ dem 

Beschuldigten die namhaften Beträge nicht deshalb hat zukommen lassen, damit dieser ein 

sorgloses Leben führen kann, sondern, um sich mit den erhofften Provisionen aus den Ge-

schäften von B.____ selber finanziell sanieren zu können. Indem dieser aber die erhaltenen 

Gelder nahezu ausschliesslich und unmittelbar nach deren Überweisung für private Belange 

eingesetzt und in der Folge entweder überhaupt keine oder zumindest ‒ wie im Fall des angeb-

lichen Goldhandels in M.____ ‒ keine konkret nachvollziehbaren und seriösen Investitionen 

getätigt hat, hat er den Darlehensgeber ohne Frage getäuscht.  

 

b) Zu monieren und in diesem Sinne dem Berufungskläger Recht zu geben ist hingegen, 

dass im täuschenden Verhalten des Beschuldigten in casu keine Arglist erkennbar ist. Das 

Strafgericht hat diese darin erblickt, dass der Beschuldigte ein ganzes Lügengebäude errichtet 

habe, indem er angeblich hochlukrative Geschäfte behauptet, ohne zu investieren Renditen in 

Aussicht gestellt und eine nicht existierende Geschäftstätigkeit vorgespiegelt habe. Weiter hät-

ten arglistige Manöver dergestalt stattgefunden, dass der Beschuldigte zwei Rückzahlungen 

von zehn Prozent auf die jeweilige Darlehenssumme vorgenommen habe, wodurch er mangels 

tatsächlicher Investitionstätigkeit habe Verlässlichkeit vortäuschen wollen. Unter diesen Um-

ständen sei es D.____ weder möglich noch zumutbar gewesen, zu überprüfen, ob die Investiti-

onen auch wirklich getätigt worden seien. Diese Schlussfolgerung trifft nach Auffassung des 

Kantonsgerichts im vorliegenden Fall aus folgenden Überlegungen nicht zu: Korrekt ist, dass 

der Beschuldigte bzw. die C.____ am 15. Juni 2009 den Betrag von CHF 14'860.-- und am 

23. Juli 2009 denjenigen von CHF 23'920.-- auf ein Konto von O.____ überwiesen hat, was ge-

nau zehn Prozent der ersten beiden Darlehenssummen zu Gunsten der C.____ entsprochen 

(AA 10.01.015) und vermutungsweise dazu gedient hat, eine erfolgreiche Investition vorzugau-

keln. Ansonsten jedoch vermag das Kantonsgericht im Verhalten des Beschuldigten weder die 

Errichtung eines Lügengebäudes noch die Vornahme besonderer Machenschaften zu erken-

nen. Gleichermassen ist nicht ersichtlich, weshalb die Überprüfung der offenbar falschen Anga-

ben des Beschuldigten für D.____ nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zu-

mutbar gewesen sein soll. Schliesslich hat der Beschuldigte D.____ auch nicht von der mögli-

 
 
 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

chen Überprüfung abgehalten oder nach den Umständen voraussehen können, dass jener die 

Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen 

werde, zumal nicht jede Geschäftsbekanntschaft schon ein Vertrauensverhältnis begründet (vgl. 

MAEDER / NIGGLI, a.a.O., N 112 zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen). Vielmehr ist zu konstatieren, 

dass D.____ den Behauptungen des Beschuldigten einfach bedingungslos geglaubt und dem-

entsprechend grundlos, aus eigener Entscheidung und von Anfang an auf jegliche Dokumenta-

tionen, Sicherheiten und Kontrollmechanismen verzichtet hat. Hierzu erhellend sind dessen im 

Vorverfahren gegenüber der Staatsanwaltschaft getätigten und nachfolgend exemplarisch zitier-

ten Depositionen. So hat D.____ auf die Frage, was die C.____ mit den Vermögenswerten aus 

dem Vermögen von O.____ gemacht habe und wo sich diese befänden, dargelegt: "Das weiss 

ich nicht. Ich ging auf das Wort von B.____" (Einvernahme vom 30. Mai 2012; AA 10.01.004). 

Weiter hat er auf die Frage, welche Gewähr bestanden habe zum Zeitpunkt, als die Vermö-

genswerte aus dem Vermögen von O.____ der C.____ übertragen worden seien, dass der Wert 

erhalten bleibe und die C.____ diese zurückerstatte, ausgeführt: "Als Anhaltspunkt für die 

Rückzahlung hatte ich nur das Wort von B.____. (…) Ich weiss nicht, wie die Geschäfte funktio-

nierten" (Einvernahme vom 30. Mai 2012; AA 10.01.004). Ferner hat D.____ nicht gewusst, wie 

der Beschuldigte mit dem Goldhandel hat Geld verdienen wollen, er hat keine Kreditwürdig-

keitsprüfung gemacht, und er hat weder in die Geschäftsbücher der C.____ geschaut noch in 

irgendeiner Form deren Bonität geprüft (Einvernahme vom 31. Mai 2012; AA 10.01.014). Auch 

hat der Beschuldigte D.____ nicht erklären können, wie er die angebliche Rendite in der Höhe 

von zehn Prozent der ersten beiden Darlehen erwirtschaftet hat (Einvernahme vom 31. Mai 

2012; AA 10.01.015). D.____ hat überhaupt nicht gewusst, was die C.____ genau macht, und 

die ganze Geschichte anlässlich der Einvernahme vom 20. Juni 2012 als seine eigene Dumm-

heit bezeichnet (AA 10.01.067 f.). Weiter hat er anlässlich der Einvernahme vom 21. Juni 2012 

nach der Durchsicht einer E-Mail von P.____ vom 25. Mai 2012 deponiert: "Es ärgert mich der-

massen, dass ich geistig ausgeklickt bin von der ersten Sekunde, seit Beginn der ganzen Tra-

gödie, das geht ins Jahr 1996 zurück. (…) Es war nicht Berechnung, sondern einfach nur Hoff-

nung, Hoffnung, Hoffnung. Ich hatte einfach Vertrauen zu B.____, obwohl es gar keinen Grund 

gab" (AA 10.01.070). Sodann hat D.____ auf die Frage, welche Gewähr zum Zeitpunkt des Ver-

tragsschlusses bestanden habe, dass die C.____ ihrer Verpflichtung gegenüber O.____ nach-

kommen werde, angegeben: "Ich ging auf die Ausführungen von Herrn B.____, weil sie über-

zeugend dargelegt waren. Seine Äusserungen über das Goldgeschäft waren überzeugend. Und 

dann die hohe Rendite" (Einvernahme vom 28. Juni 2012; AA 10.01.103). Auf die Nachfrage, 

 
 
 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ob eine hohe Renditeaussicht nicht eine besondere Prüfung des Geschäfts erforderlich mache, 

hat D.____ zugegeben: "Das ist landläufig so. Ich habe die besondere Prüfung nicht vorge-

nommen" (Einvernahme vom 28. Juni 2012; AA 10.01.103). Schliesslich hat D.____ auf die 

Frage, was die Sicherheit für O.____ gewesen sei und welche Gewähr für die Rückzahlung der 

CHF 600'000.-- an diese bestanden habe, ausgeführt: "Bezüglich Sicherheit war sicher nichts 

abgemacht. Die Gewähr bestand, weil Herr B.____ für mich in dieser Sache glaubwürdig war" 

(Einvernahme vom 28. Juni 2012; AA 10.01.113).  

 

c) Selbst wenn das Verhalten des Beschuldigten trotz der fraglos zumutbaren Überprü-

fungsmöglichkeiten durch D.____ als arglistig zu qualifizieren wäre, würde eine diesbezügliche 

Strafbarkeit unter dem Aspekt der Opfermitverantwortung entfallen. Wie vorgängig dargelegt, 

kann zwar praxisgemäss die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Op-

fermitverantwortung nur in Ausnahmefällen bejaht werden. In casu liegt allerdings nach Dafür-

halten des Kantonsgerichts eine solche Leichtfertigkeit auf Seiten von D.____, welche das all-

fällig betrügerische Verhalten des Beschuldigten in den Hintergrund treten lässt, vor. Dies ergibt 

sich daraus, dass D.____ ‒ seines Zeichens keine unerfahrene, in einer Notlage steckende 

oder sonstwie beeinträchtigte Person mit einer besonderen Schutzbedürftigkeit, sondern im 

Gegenteil ein über besondere Fachkenntnisse und Geschäftserfahrung verfügender eidgenös-

sisch diplomierter Buchhalter und berufsmässiger Vermögensverwalter ‒ den Irrtum mit einem 

Mindestmass an Aufmerksamkeit fraglos hätte vermeiden können. Ein solches Mindestmass 

lässt D.____ jedoch komplett vermissen, indem er von vornherein die grundlegendsten Vor-

sichtsmassnahmen bewusst ausser Acht gelassen hat. So hat D.____ ohne erkennbaren Grund 

und entgegen jeglichen geschäftlichen Usanzen keine Hintergrundinformationen zum Beschul-

digten oder dessen (überschuldeten) Firma eingeholt, trotz fehlenden Verständnisses dessen 

Geschäftstätigkeiten keine Sicherheiten vereinbart und trotz des Ausbleibens eines erkennba-

ren geschäftlichen Erfolges in Form der vereinbarten Rückzahlungen bzw. Renditen unbesehen 

und fortlaufend weitere Darlehen in steigender Höhe gewährt. D.____ hat einzig und allein dem 

Prinzip Hoffnung bzw. dem Wort von B.____ vertraut, obwohl er diesen erst relativ kurz vorher 

kennengelernt hat und objektiv betrachtet überhaupt keine Veranlassung hierfür bestanden hat; 

ganz im Gegenteil hat er sogar schon im Januar 2009 gewusst, dass der Beschuldigte einer 

früheren Verpflichtung aus dem Jahre 2007 zur Rückzahlung von € 15'000.-- nicht nachge-

kommen ist (AA 10.01.036, AA 10.01.065). Hinzu kommt, dass kein irgendwie geartetes Gefälle 

zu Lasten von D.____ bestanden hat, nachdem er über eine in Geschäftsbelangen klar qualifi-

 
 
 

 
 
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ziertere Ausbildung als der Beschuldigte (Lehre als KFZ-Mechaniker; Protokoll KG S. 6) und 

sicherlich auch über mehr Geschäftserfahrung als dieser verfügt hat. Nachdem davon auszu-

gehen ist, dass die Verantwortungslosigkeit von D.____ den Erfolg der Täuschung erst ermög-

licht hat und nach Lehre und Praxis nicht jedes täuschende Verhalten im Geschäftsverkehr 

strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen soll (vgl. STEFAN TRECHSEL / DEAN CRAMERI, in: 

Trechsel / Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Auflage, Zürich 

/ St. Gallen 2018, N 7 zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen), ist festzuhalten, dass das dermassen 

dilettantische Verhalten von D.____ mangels Betroffenheit der Allgemeinheit in casu keinen 

strafrechtlichen Schutz verdient (vgl. MAEDER / NIGGLI, a.a.O., N 72 zu Art. 146 StGB, mit Hin-

weisen).   

 

Gestützt auf diese Erwägungen mangelt es in concreto am Tatbestandselement der Arglist, 

weshalb in diesbezüglicher Gutheissung der Berufung des Beschuldigten und demnach in ent-

sprechender Abänderung des angefochtenen Urteils sowie in impliziter Abweisung der An-

schlussberufung der Staatsanwaltschaft der Berufungskläger vom Vorwurf des (mehrfachen) 

gewerbsmässigen Betruges nach Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 StGB freizusprechen 

ist.  

 

 

5. Tatbestand der (mehrfachen) Veruntreuung  

  

5.1  

a) Nachdem der Beschuldigte vom Vorwurf des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betrugs 

freigesprochen wird, bleibt zu prüfen, ob der ihm zur Last gelegte Sachverhalt als (mehrfache) 

Veruntreuung zu qualifizieren ist. Eine Veruntreuung begeht nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 

wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen 

verwendet. Praxisgemäss (vgl. zum Ganzen BGer 6B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3.2) 

gilt als anvertraut, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Inte-

resse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem 

anderen abzuliefern. Der Tatbestand von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfasst Fälle, in denen ‒ 

anders als bei der Veruntreuung von Sachen gemäss Abs. 1 derselben Bestimmung ‒ zivil-

rechtlich die Fremdheit der anvertrauten Werte nicht gegeben oder zumindest zweifelhaft ist. 

Bei der Tatvariante von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erwirbt der Treuhänder an den erhaltenen 

 
 
 

 
 
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Werten Eigentum. Er erlangt daher nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtliche 

Verfügungsmacht. Die ins Eigentum des Treuhänders übergegangenen Werte sind jedoch be-

stimmt, wieder an den Berechtigten zurückzufliessen. In diesem Sinne sind sie wirtschaftlich 

fremd. Der Treuhänder ist deshalb verpflichtet, dem Treugeber den Wert des Empfangenen 

ständig zu erhalten. Die Werterhaltungspflicht bzw. das Anvertrauen eines Vermögenswerts 

kann auf ausdrücklicher oder stillschweigender Vereinbarung beruhen. Massgebend ist, ob dem 

Täter die Verfügungsmacht über den Vermögenswert von einem anderen bewusst und freiwillig 

übertragen wird (BGE 133 IV 21 E. 6.2, mit Hinweisen). Eine Werterhaltungspflicht liegt in der 

Regel vor, wenn die verabredungswidrige Verwendung zu einem Schaden führen kann und mit 

der Vereinbarung eines bestimmten Verwendungszwecks dem Risiko einer Schädigung entge-

gengewirkt werden soll (BGE 129 IV 257 E. 2.2.2, mit Hinweisen). Die Rechtsprechung nimmt 

eine Verletzung der Werterhaltungspflicht beispielsweise bei der vertragswidrigen Verwendung 

eines Darlehens im Hinblick auf einen Grundstückkauf (BGE 120 IV 117 E. 2) oder eines Bau-

kredits (BGE 124 IV 9 E. 1) oder bei einer Investition anvertrauter Gelder in eine Kapitalanlage 

an, sofern die Gelder dazu bestimmt sind, später ‒ allenfalls mit einer bestimmten Rendite ‒ 

wieder an den Anleger zurückzufliessen (BGer 6B_1046/2015 vom 28. April 2016 E. 1.3; 

6B_446/2011 vom 27. Juli 2012 E. 5.4.2, mit Hinweisen). Die tatbestandsmässige Handlung 

besteht bei der Veruntreuung von Vermögenswerten in einem Verhalten, durch welches der 

Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu verei-

teln (BGE 133 IV 21 E. 6.1.1, mit Hinweisen). Der Täter verwendet die Vermögenswerte un-

rechtmässig, wenn er sie entgegen den erteilten Instruktionen gebraucht, sich mithin über den 

festgelegten Verwendungszweck hinwegsetzt (BGE 129 IV 257 E. 2.2.1, mit Hinweisen). Nach 

der Rechtsprechung (vgl. zum Ganzen BGer 6S.56/2004 vom 3. Juli 2004 E. 4) kommt eine 

unrechtmässige Verwendung eines anvertrauten Vermögenswertes nur in Betracht, wenn der 

Treuhänder verpflichtet ist, dem Treugeber den Wert des Empfangenen ständig zu erhalten. Bei 

einem Darlehen, bei dem kein bestimmter Verwendungszweck verabredet ist, besteht keine 

Pflicht des Borgers zur ständigen Werterhaltung. Der Borger darf mit dem Darlehen nach sei-

nem Belieben wirtschaften. Er ist einzig verpflichtet, es zum vertraglichen oder gesetzlichen 

Termin zurückzuerstatten (vgl. Art. 318 OR). Die Annahme einer Veruntreuung fällt deshalb 

ausser Betracht. Anders kann es sich dagegen verhalten, wenn das Darlehen für einen be-

stimmten Zweck ausgerichtet worden ist. Dann ist im Einzelfall zu prüfen, ob sich aus der ver-

traglichen Abmachung eine Werterhaltungspflicht des Borgers ergibt (BGE 120 IV 117 E. 2f). 

Demgemäss kommt die Annahme einer Veruntreuung in Betracht, wenn der Verwendungs-

 
 
 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zweck des Darlehens im Hinblick auf das Interesse des Darleihers an der Begrenzung seines 

Verlustrisikos festgelegt worden ist (BGE 124 IV 9 E. 1d; HANS WIPRÄCHTIGER, Entwicklungen 

im revidierten Vermögensstrafrecht, AJP 1999 S. 379 ff.).  

 

b) Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und ein Handeln in unrechtmässiger Berei-

cherungsabsicht. Nach der Rechtsprechung bereichert sich bei der Veruntreuung von Vermö-

genswerten unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur 

Verfügung zu halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jeder-

zeit sofort zu ersetzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2, mit Hinweisen).  

 

5.2  

a) Die Staatsanwaltschaft hat dem Beschuldigten eventualiter ‒ d.h. bei Nichterfüllung des 

Tatbestandes des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betruges ‒ den Vorwurf der mehrfachen 

Veruntreuung vorgehalten. So habe dieser sich bzw. der von ihm beherrschten C.____ durch 

den Vermögensverwalter von O.____, D.____, vier Hauptdarlehen im Umfang von 

CHF 148'600.-- (bzw. € 100'000.--, erstes Darlehen vom 20. Januar 2009), CHF 239'200.-- 

(zweites Darlehen vom 3. Februar 2009), CHF 500'000.-- (drittes Darlehen vom 20. April 2009) 

und CHF 600'000.-- (viertes Darlehen vom 8. April 2010) überweisen lassen, um diese wie von 

ihm selbst behauptet für einen bestimmten Zweck zu investieren. In der Folge habe er sich aber 

die anvertrauten Gelder angeeignet und in Bereicherungsabsicht für eigene Zwecke verwendet. 

Gleichermassen habe er die weiteren Darlehen in der Höhe von CHF 8'000.-- (Transaktion Nr. 7 

vom 11. Mai 2011), CHF 24'742.-- (Transaktion Nr. 8 vom 6. Juni 2011), CHF 5'895.-- (Transak-

tion Nr. 9 vom 26. Juli 2011), CHF 16'000.-- (Transaktion Nr. 10 vom 21. Dezember 2011), 

CHF 38'539.90 (Transaktion Nr. 16 vom 18. Mai 2011), CHF 60'000.-- (Transaktion Nr. 18 vom 

19. August 2011) und CHF 7'372.-- (Transaktion Nr. 19 vom 13. Januar 2012) aus dem Nach-

lass der inzwischen verstorbenen O.____ vom Nachlassverwalter bzw. Willensvollstrecker 

D.____ entgegengenommen, sich angeeignet und in Bereicherungsabsicht für eigene Zwecke 

verwendet. Dabei hätten von Anfang an kein Rückzahlungswillen, keine Rückzahlungsbereit-

schaft und keine Ersatzbereitschaft bestanden. Diesen Vorwürfen entgegnet der Beschuldigte, 

im Zweifel sei davon auszugehen, dass keine Klausel bestanden habe, welche eine Werterhal-

tungspflicht seinerseits beinhaltet hätte. Des Weiteren sei nicht auszuschliessen, dass die Dar-

lehen unbefristet gewährt worden und in der Folge zu keinem Zeitpunkt gekündigt worden sei-

 
 
 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

en. Hinzu komme, dass gemäss Darlehensvertrag nie die Rede gewesen sei von einer sicheren 

Anlage.  

 

b) Die Bestreitungen des Beschuldigten vermögen gestützt auf die Aktenlage sowie aus fol-

genden Überlegungen nicht zu überzeugen: Aus dem ersten Darlehensvertrag vom 20. Januar 

2009 über den Betrag von € 100'000.-- bzw. CHF 148'600.-- (AA 10.10.003 f. bzw. SD DAR 

30.05.125 f.) geht in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" hervor, dass sich der Zeitrahmen der Inan-

spruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ auf maximal vier Wochen beläuft. 

Ausserdem ist in "§ 3 Zinsvereinbarung" eine Vergütung von 80 % abgemacht worden. Über-

dies ist in "§ 5 Sicherung" vereinbart worden, dass das Darlehen über die Warenversicherung 

der AGF (angeblich grösste französische Versicherungsgesellschaft) auf Totalverlust mitversi-

chert ist. Sodann ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" abgemacht worden, dass der Vertrag 

mit der Rückerstattung, spätestens nach vier Wochen endet. Für das zweite Darlehen gibt es 

zwar keinen schriftlichen Vertrag, allerdings sollen gemäss den Aussagen des Beschuldigten 

und von D.____ die gleichen Bedingungen gegolten haben wie beim ersten Darlehensvertrag 

(AA 10.01.107 f.). Aus dem dritten Darlehensvertrag vom 10. April 2009 über den Betrag von 

CHF 500'000.-- (SD DAR 30.10.013 f.) geht wiederum in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" hervor, 

dass sich der Zeitrahmen der Inanspruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ 

auf maximal vier Wochen beläuft. Als Vergütung ist dieses Mal in "§ 3 Zinsvereinbarung" ein 

Entgelt von CHF 30'000.-- vorgesehen gewesen. In "§ 5 Sicherheiten" ist vermerkt worden, 

dass die Bezahlung der Ware per "Letter of Credit" an den Verkäufer erfolgt und ein Verlust der 

Gelder ausgeschlossen ist. Sodann ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" wiederum abgemacht 

worden, dass der Vertrag mit der Rückerstattung, spätestens nach vier Wochen endet. Aus 

dem vierten Darlehensvertrag vom 29. März 2010 über den Betrag von CHF 600'000.-- (SD 

DAR 30.20.001 f.) geht in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" hervor, dass sich der Zeitrahmen der 

Inanspruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ auf maximal drei Monate be-

läuft. Als Vergütung ist in diesem Fall in "§ 3 Zinsvereinbarung" ein Zins von 3 % vorgesehen 

gewesen. In "§ 5 Sicherheiten" ist wiederum vermerkt worden, dass die Bezahlung der Ware 

per "Letter of Credit" an den Verkäufer erfolgt und ein Verlust der Gelder ausgeschlossen ist. 

Schliesslich ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" ebenfalls abgemacht worden, dass der Ver-

trag mit der Rückerstattung, spätestens nach vier Wochen endet.  

 

 
 
 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

c) Weiter steht neben der bereits in den einzelnen Darlehensverträgen integrierten Zweck-

vereinbarung ("Warenlieferung") auch aufgrund der zahlreichen Aussagen des Beschuldigten 

und von D.____ fest, dass die Darlehen nicht zur beliebigen Verwendung, sondern im Hinblick 

auf einen bestimmten Zweck gewährt worden sind. So hat der Beschuldigte zu der im Vertrag 

genannten Warenlieferung ausgeführt, es sei darum gegangen, das Gold zwecks Schmelzung 

in die Raffinerie nach Antwerpen zu bringen (AA 10.01.101). Mit dem (ersten) Darlehen hätten 

die Ausfuhrtaxe, die Zertifizierung der Papiere, die Versicherung, der Transport, die Schmelz-

probe sowie das Gold bezahlt werden sollen (AA 10.01.043, AA 10.01.101, Protokoll SG S. 4, 

Protokoll KG S. 8). Bezüglich des zweiten Darlehens über den Betrag von CHF 239‘200.-- hat 

B.____ dargelegt, er habe dieses bei D.____ nachordern müssen, weil die Afrikaner plötzlich 

nicht mehr nur 50 Kilogramm, sondern neu 300 Kilogramm Gold hätten verkaufen wollen. Das 

erste und das zweite Darlehen seien für den Kauf und den Transfer des Goldes gewesen. 

(AA 10.01.044 ff.). Der dritte Darlehensvertrag über CHF 500‘000.-- ist gemäss B.____ wiede-

rum für Investitionen gedacht gewesen, um die ganzen "Fees" zu bezahlen (AA 10.01.046). In 

einer späteren Einvernahme hat er angegeben, Zweck der Darlehen sei die Finanzierung von 

Projekten gewesen, er mache aber keine genaueren Angaben dazu (AA 10.01.147). Zu diesem 

Darlehen hat D.____ zu Protokoll gegeben, B.____ habe ihm erzählt, dass das Afrika-Geschäft 

nicht laufe und er ein anderes Investment-Programm vermittelt habe, dieses Mal mit brasiliani-

schen Partnern. Der Beschuldigte habe ihm erst viel später gesagt, dass dieses Investment-

Programm nicht funktioniert habe, und dass die Investoren ihre Gelder bereits verpfändet hät-

ten, womit ein Investment verunmöglicht worden sei (AA 10.01.085). Auch das vierte Darlehen 

ist nach den Angaben von B.____ für Investitionen im Bereich Projektfinanzierung und für die 

Bezahlung von "Fees" vorgesehen gewesen, wobei er in diesem Zusammenhang sogenannte 

Russlandprojekte erwähnt hat. Er habe D.____ gesagt, dass er nachfinanzieren und beim Pro-

jekt Russland die Kosten übernehmen und einzahlen müsse (AA 10.01.149 ff.). Anlässlich der 

Hauptverhandlung vor dem Strafgericht geht B.____ erneut auf die Investitionen im Zusam-

menhang mit den vorgängig erwähnten Goldgeschäften in Afrika und den Russlandprojekten 

ein und bestätigt, dass er die Darlehen zu Investitionszwecken erhalten habe und dass diese 

teilweise für die Bezahlung der Transportkosten, Kosten für die Versicherung, Schmelzkosten 

etc. bestimmt gewesen seien (Protokoll SG S. 4 ff.). Vor dem Kantonsgericht deponiert er, mit 

den Geldern aus dem dritten und vierten Darlehensvertrag hätten Investitionen in Russland ge-

tätigt werden sollen, nähere Angaben zum Zweck könne er aber nicht machen (Protokoll KG 

S. 9). Wie bereits vorgängig festgehalten (vgl. oben E. 3.3.e), steht zusammenfassend fest, 

 
 
 

 
 
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dass der Beschuldigte durchwegs darlegt, die ersten vier Darlehen seien der C.____ für be-

stimmte Investitionen und Projektfinanzierungen (insbesondere Goldgeschäfte in Afrika, dane-

ben unspezifizierte Russlandprojekte und ein angebliches Brasiliengeschäft) gewährt worden. 

Nebst dem eigentlichen Ankauf des Goldes hätten mit ihnen die weiteren Aufwendungen im 

Zusammenhang mit den Investitionen beglichen werden sollen (Gebühren, Ausfuhrtaxen, Ver-

sicherung, Transport, Schmelzprobe, Zertifizierung der Papiere etc.). Entgegen diesen Ausfüh-

rungen hat B.____ jedoch ‒ abgesehen von zaghaften und lediglich mit rudimentären Doku-

menten belegten Bemühungen im Bereich des Goldhandels in M.____ ‒ keine nachvollziehba-

ren Investitionen getätigt oder sonstige Finanzierungen vorgenommen. Substantiierte schriftli-

che Belege für Geschäftstätigkeiten wie Investitionen in Gold oder Vermittlung von Finanzierun-

gen existieren keine. Für die Jahre 2009 und 2010 lässt sich unter den Finanztransaktionen 

keine einzige Geschäftstätigkeit der C.____ bzw. von B.____, der die C.____ geführt hat und 

für diese auch buchführungspflichtig gewesen wäre, nachweisen. Auf der anderen Seite ist zu 

konstatieren, dass die zahlreichen Bewegungen auf den Konten der C.____ bei der Credit 

Suisse bzw. bei der Liechtensteinischen Landesbank insgesamt keinen anderen Schluss zulas-

sen, als dass B.____ die vier Darlehen in einer Gesamthöhe von CHF 1‘487‘800.-- nahezu aus-

schliesslich für seine eigenen privaten Interessen verwendet hat. Darauf hinzuweisen ist so-

dann, dass neben der bereits vertraglich festgelegten Klausel zur Rückerstattung ‒ jeweils spä-

testens nach vier Wochen ‒ die C.____ in einer Aufstellung der Investitionen von O.____ vom 

16. April 2010 den 31. Juli 2010 als Rückzahlungstermin für alle vier Darlehen erklärt hat 

(AA 51.07.041 f.).  

 

d) Praxisgemäss liegt eine Werterhaltungspflicht in der Regel vor, wenn die verabredungs-

widrige Verwendung zu einem Schaden führen kann und mit der Vereinbarung eines bestimm-

ten Verwendungszwecks dem Risiko einer Schädigung entgegengewirkt werden soll. Bei einem 

Darlehen, bei dem kein bestimmter Verwendungszweck verabredet ist, besteht grundsätzlich 

keine Pflicht des Borgers zur ständigen Werterhaltung. In casu ist es gestützt auf die vorste-

hend wiedergegebenen Erkenntnisse erstellt, dass sowohl ein konkreter Verwendungszweck 

als auch ein bestimmter Rückzahlungstermin als wesentliche Vertragsbestandteile vereinbart 

gewesen sind. Insofern ist eine Werterhaltungspflicht bezüglich der dem Beschuldigten bzw. der 

C.____ gewährten vier Darlehen zweifellos zu bejahen. D.____ hat davon ausgehen dürfen, 

dass der Beschuldigte bei einer vertragsgemässen Verwendung der Gelder über die Mittel zur 

Rückzahlung des Darlehens verfügen werde, sodass sich sein Verlustrisiko aufgrund des Ver-

 
 
 

 
 
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wendungszwecks in Grenzen gehalten hat. Hätte er gewusst, dass der stark überschuldete und 

über kein regelmässiges Einkommen verfügende Beschuldigte das Geld nahezu ausschliesslich 

zur Bestreitung seines Lebensunterhalts verwenden würde, hätte er die Darlehen sicherlich 

nicht gewährt, da der Verlust der Gelder in diesem Fall absehbar gewesen wäre (vgl. BGer 

6S.56/2004 vom 3. Juli 2004 E. 5). Wenngleich sich D.____ bei der Darlehensgewährung über-

aus leichtgläubig präsentiert hat ‒ was vorgängig beim Tatbestand des Betruges zum Aus-

schluss der Arglist geführt hat ‒ ändert dies nichts daran, dass sich B.____ über den festgeleg-

ten Verwendungszweck hinweggesetzt und in der Folge die ihm bzw. der C.____ in der Form 

von vier Darlehen anvertrauten Vermögenswerte unrechtmässig verwendet hat. Dass der Be-

schuldigte im Übrigen vorsätzlich und in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht gehandelt hat, 

steht ausser Frage, nachdem er die erhaltenen Vermögenswerte nahezu ausschliesslich in sei-

nem eigenen Nutzen verwendet hat, ohne dass er zufolge fehlender Vermögenswerte sowie 

eines anderweitigen Einkommens fähig und gewillt gewesen wäre, sie jederzeit bzw. überhaupt 

irgendwann zu ersetzen. Im Ergebnis ist damit der Beschuldigte in Bezug auf die vier Darlehen 

im Umfang von gesamthaft CHF 1'487'800.-- der mehrfachen Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 2 StGB schuldig zu erklären.  

 

e) Anders zu beurteilen ist hingegen die Situation im Hinblick auf die weiteren Überweisun-

gen aus dem Nachlass von O.____ (Transaktionen Nr. 7 bis Nr. 10, Nr. 16 und Nr. 18; in Bezug 

auf Nr. 19 ist der Beschuldigte bereits vom Strafgericht rechtskräftig von Schuld und Strafe frei-

gesprochen worden). Begünstigter bei den Transaktionen Nr. 7 (am 11. Mai 2011 im Umfang 

von CHF 8‘000.--), Nr. 8 (am 6. Juni 2011 im Umfang von CHF 24‘742.--), Nr. 9 (am 26. Juli 

2011 im Umfang von CHF 5‘895.--) und Nr. 10 (am 21. Dezember 2011 im Umfang von 

CHF 16‘000.--) ist der Beschuldigte selbst und nicht die C.____ gewesen, wobei die jeweilige 

Überweisung mit der Mitteilung „Vorschuss“ auf sein Privatkonto bei der Credit Suisse erfolgt 

ist. Diese Gelder haben dem Beschuldigten als private Unterstützung gedient. Nicht erstellt ist 

in diesem Zusammenhang, dass diese nachträglichen Darlehen mit einer bestimmten Zweck-

bindung im geschäftlichen Sinne verknüpft gewesen wären, weshalb diesbezüglich in Anwen-

dung der vorgängig zitierten Praxis auch keine Werterhaltungspflicht bestanden hat. Gleiches 

gilt für die Transaktion Nr. 18 (am 19. August 2011 im Umfang von CHF 60‘000.--), welche mit 

der Mitteilung „Vorschuss B.____" auf das Konto der C.____ geflossen ist. Zur Transaktion 

Nr. 16 (am 18. Mai 2011 im Umfang von CHF 38‘539.90) ist es gekommen, nachdem B.____ 

gemäss seinen Angaben eine grosse Rendite aus seinen Geschäften erwartet hat und ein Haus 

 
 
 

 
 
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hat kaufen wollen, wobei das Geld für die Steuer und den Grundbucheintrag bestimmt gewesen 

sind. Diese Überweisung ist an Rechtsanwalt Dr. Q.____ gegangen mit der Mitteilung „Objekt 

R.____ und Grundbucheintrag/B.____“. Hieraus lässt sich offensichtlich ebenfalls kein im Zu-

sammenhang mit den angeblichen Goldgeschäften und weiteren Investitionen stehender Ver-

wendungszweck ableiten, womit auch hier nicht von einer Werterhaltungspflicht auszugehen ist. 

Demnach ist der Beschuldigte in Bezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 sowie Nr. 18 in 

der Höhe von total CHF 153'176.90 aus dem Nachlass von O.____ von der Anklage der mehr-

fachen Veruntreuung freizusprechen.  

 

 

6. Tatbestand der (mehrfachen) qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung  

 

6.1  

a) Im Weiteren ist der Beschuldigte vom Strafgericht des untauglichen Versuchs der mehrfa-

chen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt worden. Der Tatbestand 

der ungetreuen Geschäftsbesorgung wird in Art. 158 StGB normiert. Danach wird mit Freiheits-

strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördli-

chen Auftrages oder eines Rechtsgeschäftes damit betraut ist, Vermögen eines anderen zu 

verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verlet-

zung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird 

(Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Handelt der Täter in der Absicht, sich oder einen andern un-

rechtmässig zu bereichern, so kann auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren er-

kannt werden (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum 

Ganzen BGE 142 IV 346 E. 3.2) ist Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB, wer in tatsäch-

lich oder formell selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen für 

einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die Stellung als Geschäftsführer 

fordert ein hinreichendes Mass an Selbstständigkeit, mit welcher dieser über das fremde Ver-

mögen verfügen kann. Geschäftsführer ist auch, wem die Stellung ohne formelle Einräumung 

nur faktisch zukommt (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3b; 120 IV 190 E. 2b; 105 IV 106 

E. 2; 100 IV 113 f.). Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. Ein solcher kann in 

einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, 

Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt 

aber auch bereits vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem 

 
 
 

 
 
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wirtschaftlichen Wert vermindert ist (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3d; 122 IV 279 E. 2a; 

121 IV 104 E. 2c mit Hinweisen). Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermö-

gensschaden muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Die im Gesetz nicht näher umschrie-

bene Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung besteht in der Verletzung jener spezifi-

schen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als Geschäftsführer generell, aber auch bezüg-

lich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers bzw. des Geschäftsherrn treffen (BGE 

120 IV 190 E. 2b; 118 IV 244 E. 2b). Die entsprechenden Pflichten ergeben sich aus dem jewei-

ligen Grundverhältnis.  

 

b) Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Dieser muss sich auf die 

Pflichtwidrigkeit des Handelns oder Unterlassens, die Vermögensschädigung und den Kausal-

zusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden beziehen. Liegt 

neben Vorsatz auch die Absicht unrechtmässiger Bereicherung vor, wird die Tathandlung nach 

Ziff. 1 Abs. 3 von Art. 158 StGB qualifiziert. Ersatzbereitschaft kann die Absicht unrechtmässi-

ger Bereicherung ausschliessen (MARCEL ALEXANDER NIGGLI, in: Basler Kommentar, Strafrecht 

II, 4. Auflage, Basel 2019, N 136 ff. zu Art. 158 StGB, mit Hinweisen).  

 

c) Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens be-

gonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollendung der Tat gehören-

de Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann das Gericht die Strafe mildern 

(Art. 22 Abs. 1 StGB). Nach dem Wortlaut der Norm muss der Täter mit der Ausführung der Tat 

begonnen haben. Dies erfordert implizit, dass er zuvor einen auf ihre Begehung gerichteten 

Entschluss gefasst hat. Vom vollendeten Delikt unterscheidet sich der Versuch dadurch, dass 

der objektive Tatbestand nur zum Teil verwirklicht wird, während der subjektive Tatbestand hier 

wie dort erfüllt sein muss. Zum Tatentschluss gehört stets der Vorsatz, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Erfordert der Tatbestand zusätzlich subjektive Unrechtsmerkmale, so müssen nach 

einhelliger Auffassung auch sie gegeben sein. Nach der Praxis des Bundesgerichts wird zum 

Beginn der Ausführung jede Tätigkeit gerechnet, die nach dem Plan, den sich der Täter ge-

macht hat, auf dem Weg zum Erfolg den letzten entscheidenden Schritt darstellt, von dem es in 

der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusserer Umstände, die eine Weiterverfol-

gung der Absicht erschweren oder verunmöglichen (BGE 131 IV 100 E. 7.2.1; NIGGLI / MAEDER, 

a.a.O., N 1 ff. zu Art. 22 StGB, mit Hinweisen). Art. 22 Abs. 1 StGB umfasst sowohl den taugli-

chen wie auch den untauglichen Versuch und stellt alle Versuchsarten in der Rechtsfolge 

 
 
 

 
 
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gleich, mit Ausnahme des untauglichen Versuchs aus grobem Unverstand, welcher nach Art. 22 

Abs. 2 StGB straflos bleibt (NIGGLI / MAEDER, a.a.O., N 44 zu Art. 22 StGB).  

 

6.2  

a) Im vorliegenden Fall ist der Berufungskläger der Ansicht, dass er weder der Vermögens-

verwalter von O.____ gewesen sei noch der Willensvollstrecker bezüglich ihres Nachlasses, 

weshalb ihm auch keine Verletzung einer Treuepflicht anzulasten sei. Wie die Staatsanwalt-

schaft indes zu Recht darlegt, gehen diese Einwendungen an der Sache vorbei. Dem Beschul-

digten wird in diesem Zusammenhang nicht zur Last gelegt, eine strafbare Handlung zu Lasten 

von O.____ begangen zu haben, sondern vielmehr, als Gesellschafter und Geschäftsführer mit 

Einzelunterschrift der C.____ GmbH im Zeitraum ab Januar 2009 bis ca. Januar 2012 in Verlet-

zung der ihm obliegenden Pflichten mittels unzähliger Transaktionen einen erheblichen Teil, 

wenn nicht gar alle der der Gesellschaft aus dem Vermögen und dem Nachlass von O.____ in 

Form von Darlehen zugegangenen Vermögenswerte im Umfang von CHF 148'600.-- (bzw. 

€ 100'000.--, erstes Darlehen vom 20. Januar 2009), CHF 239'200.-- (zweites Darlehen vom 

3. Februar 2009), CHF 500'000.-- (drittes Darlehen vom 20. April 2009), CHF 600'000.-- (viertes 

Darlehen vom 8. April 2010) und CHF 60'000.-- (Transaktion Nr. 18 vom 19. August 2011) ent-

zogen und dadurch die C.____ geschädigt zu haben, um sich selbst im entsprechenden Um-

fang unrechtmässig zu bereichern.   

 

b) Diesbezüglich ist zufolge fehlender substantiierter Einwände seitens des Beschuldigten 

wiederum in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO unter Verweis auf die Darlegungen der Vor-

instanz (vgl. E. I.3 S. 66 f.) Folgendes festzuhalten: Aus den Akten ergibt sich, dass die Be-

günstigte der vier Darlehen sowie der Transaktion Nr. 18 nicht der Beschuldigte, sondern die 

C.____ als juristische Person gewesen ist. Gestützt auf die vorgängigen Erwägungen zum 

rechtserheblichen Sachverhalt sowie zu den Tatbeständen des Betrugs und der Veruntreuung 

steht sodann fest, dass der Beschuldigte in der Folge dieser sukzessive die ursprünglich auf 

ihren Konten gutgeschriebenen Gelder aus dem Vermögen und dem Nachlass von O.____ ent-

zogen und sie für die Befriedigung seiner privaten Bedürfnisse verwendet hat. Als Gesellschaf-

ter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der C.____ ist der Beschuldigte ohne Zweifel mit 

der Aufgabe betraut gewesen, deren Vermögen zu verwalten. Entgegen dieser Pflicht hat 

B.____ durch den Missbrauch der der C.____ zugeflossenen Gelder für eigene Zwecke das 

Vermögen der Gesellschaft durch Verminderung der Aktiven im Umfang von CHF 1'547'800.-- 

 
 
 

 
 
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geschädigt. Zwischen der Verletzung der Treuepflicht des Beschuldigten, d.h. dem Entzug der 

Gelder, und dem dadurch eingetretenen Vermögensschaden ist ohne Weiteres ein Kausalzu-

sammenhang gegeben. Dass der Beschuldigte vorsätzlich gehandelt hat, steht angesichts des 

vorstehend mehrfach wiedergegebenen Sachverhaltes genauso ausser Frage wie seine un-

rechtmässige Bereicherungsabsicht und die fehlende Ersatzbereitschaft. Anzumerken ist an 

dieser Stelle allerdings, dass das Stammkapital der C.____ Ende 2008 und Anfang 2009 nicht 

gedeckt gewesen ist und deren Buchhaltung für die Jahre 2009 und 2010 keine werthaltigen 

Investitionen zu entnehmen und als Geldzuflüsse einzig die Überweisungen aus dem Vermö-

gen bzw. dem Nachlass von O.____ ersichtlich sind. Gleichermassen bestehen weder Hinwei-

se, wonach im Jahre 2011 eine irgendwie geartete Geschäftstätigkeit erfolgt sein soll, noch 

dass die Gesellschaft über irgendwelche Aktiven verfügt hätte. Demzufolge ist die C.____ be-

reits vor der ersten Darlehensgewährung am 20. Januar 2009 überschuldet gewesen. Aussicht 

auf eine Sanierung hat ebenfalls zu keinem Zeitpunkt bestanden, zumal die Gesellschaft offen-

sichtlich über kein tragfähiges Geschäftskonzept verfügt hat. Indem also im Zeitraum der delik-

tischen Tätigkeit bei der C.____ effektiv weder Kapital noch Reserven vorhanden gewesen 

sind, ist eine Schädigung der Gesellschaft am durch den Tatbestand der ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung geschützten Vermögen praxisgemäss gar nicht mehr möglich gewesen, wo-

mit es im Ergebnis beim untauglichen Versuch geblieben ist. Gemäss diesen Erwägungen ist 

der Beschuldigte in Abweisung seiner diesbezüglichen Berufung und dementsprechend in Be-

stätigung des angefochtenen Urteils des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten 

ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 (Abs. 1 und Abs. 3) StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu erklären.  

 

 

7. Strafzumessung  

 

7.1.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 

berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 

das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 

und äusseren Umständen in der Lage gewesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu vermei-

den (Abs. 2). Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-

 
 
 

 
 
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rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straf-

tat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

 

7.1.2 Praxisgemäss hat das Gericht ausgehend von der objektiven Tatschwere das Verschul-

den zu bewerten. Es hat gestützt auf Art. 50 StGB – wonach das Gericht die für die Zumessung 

der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten hat – im Urteil darzutun, 

welche verschuldensmindernde und welche verschuldenserhöhende Gründe im konkreten Fall 

gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen (BGE 

136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschie-

denen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht auf Umstände ausdrücklich ein-

gehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei der Strafzumessung als nicht 

massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 

E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die ein-

zelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings hat das Ge-

richt das Gesamtverschulden zu qualifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschul-

dens im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach 

Schweregrad auszugehen ist (leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). In einem zweiten 

Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Ver-

fügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenen-

falls in einem dritten Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten verändert werden (BGE 

136 IV 55 E. 5.7). Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des or-

dentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Die-

ser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen kon-

kreten Umständen Rechnung zu tragen. Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffas-

sung wird der ordentliche Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht 

automatisch erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den übli-

chen Zumessungskriterien festzusetzen wäre. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, 

wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe 

im konkreten Fall zu hart oder zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Für die Bildung einer 

Gesamtstrafe hat das Gericht in einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat 

zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden 

und strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Bei der Bestim-

mung des Strafrahmens für die schwerste Straftat ist von der abstrakten Strafandrohung aus-

 
 
 

 
 
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zugehen. In einem zweiten Schritt hat das Gericht diese Einsatzstrafe unter Einbezug der ande-

ren Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei es wiederum den jeweiligen Umstän-

den Rechnung zu tragen hat. Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen 

möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur 

greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Geld- und Freiheitsstrafe sind 

keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Das Gericht kann somit auf eine 

Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Norm-

verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (BGE 138 IV 120 E. 5.2). Im Übrigen drängt das 

Bundesgericht in seiner Rechtsprechung vermehrt darauf, dass die Formulierung des Verschul-

dens und die Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen (BGer 

6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2; vgl. auch BGer 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 

E. 4.2 f.). 

 

7.1.3  Grundsätzlich kann das Gericht nur auf eine Gesamtfreiheitsstrafe erkennen, wenn es für 

jede Tat eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (konkrete Methode, BGE 138 IV 120 E. 5.2, mit 

Hinweisen). Das Bundesgericht (vgl. zum Ganzen BGer 6B_523/2018 vom 23. August 2018 

E. 1.2.2) hält in seinem Entscheid 6B_483/2016 vom 30. April 2018 unter Hinweis auf den Ge-

setzgeber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts ausdrücklich am Prinzip der Zuläs-

sigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen unter Anwendung der konkreten Me-

thode fest (E. 3.3.4 und E. 3.5.4). Weiter bekräftigt das Bundesgericht die Ungleichartigkeit von 

Freiheitsstrafe und Geldstrafe (E. 3.3.3). Zum methodischen Vorgehen präzisiert das Bundes-

gericht, dass in einem ersten Schritt die Einzelstrafen für die konkreten Delikte festzulegen sind 

und anschliessend geprüft werden muss, aus welchen Einzelstrafen Gesamtstrafen zu bilden 

sind. Im Rahmen der Gesamtstrafenbildung ist auch dem Verhältnis der einzelnen Taten unter-

einander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder geringeren Selbständigkeit sowie der 

Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehensweisen Rechnung zu 

tragen. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts geringer 

zu veranschlagen ist, wenn Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammen-

hang stehen (BGer 6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 3.5.4, E. 4.1 und E. 4.3). Gleichzeitig 

bestätigt das Bundesgericht im Urteil 6B_483/2016 grundsätzlich die Zulässigkeit von Ausnah-

men von der konkreten Methode im Einzelfall gemäss seiner jüngeren Rechtsprechung (E. 2.4 

mit Hinweisen und E. 4.3), so wenn – unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips im 

Rahmen von Art. 41 StGB – bei der Bildung einer Gesamtstrafe als Einsatzstrafe für die 

 
 
 

 
 
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schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weiteren Delikte an-

gemessen erhöht wird (BGer 6B_849/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 1.3.2; 6B_466/2013 vom 

25. Juli 2013 E. 2.3.3), oder wenn verschiedene Straftaten zeitlich und sachlich derart eng mit-

einander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen 

lassen (BGer 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4).  

 

7.2.1 Während der Beschuldigte hinsichtlich der konkreten Strafzumessung keine spezifischen 

Anträge geltend macht und vielmehr einen vollumfänglichen Freispruch in allen Anklagepunkten 

beantragt, begehrt die Staatsanwaltschaft im Gegensatz dazu eine angemessene Erhöhung 

des erstinstanzlichen Strafmasses bei einer Verurteilung wegen mehrfachen gewerbsmässigen 

Betrugs bzw. eine Bestätigung der vorinstanzlich ausgesprochenen Strafe bei einer Verurtei-

lung wegen mehrfacher Veruntreuung. Die Tatsache, dass der Beschuldigte in teilweiser Gut-

heissung seiner Berufung und dementsprechender Abänderung des erstinstanzlichen Urteils 

von der Anklage des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betrugs freigesprochen und demgegen-

über der mehrfachen Veruntreuung (wobei in Bezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 und 

Nr. 18-19 ein Freispruch vom entsprechenden Vorwurf erfolgt) sowie des untauglichen Ver-

suchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt wird, er-

hellt, dass von Seiten des Kantonsgerichts eine neue Strafzumessung vorzunehmen ist. Ge-

mäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche 

ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen und muss sich 

nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet 

hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). Im vorliegenden Fall ist der Beschul-

digte gestützt auf das Urteil des Strafgerichts und den vorliegenden Entscheid der mehrfachen 

Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) sowie des untauglichen Versuchs der mehrfachen 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig zu sprechen. Dabei liegt der ordentliche Strafrahmen 

zwischen einer Geldstrafe nicht unter drei Tagessätzen und einer Freiheitsstrafe bis zu fünf 

Jahren. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhöhung des 

Strafrahmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten. Nach 

Art. 22 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Umstand, wonach die strafbaren Handlungen teilwei-

se nicht zum Erfolg geführt haben, strafmildernd berücksichtigen.   

 

 
 
 

 
 
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7.2.2 Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kantonsgericht für die Bildung einer 

Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den Strafrahmen – ausgehend von der abstrak-

ten Strafandrohung – für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für 

diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umständen, innerhalb 

dieses Strafrahmens festzusetzen. Vorliegend weisen sowohl der Tatbestand der Veruntreuung 

nach Art. 138 Ziff. 1 StGB als auch derjenige der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung 

gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB einen abstrakten Strafrahmen von maximal fünf Jahren 

Freiheitsstrafe auf. In casu beinhaltet jedoch die Veruntreuung unter Berücksichtigung aller 

strafzumessungsrelevanten Faktoren zweifellos den höheren Unrechtsgehalt, weshalb dieses 

Delikt die schwerste Straftat darstellt; dies gilt umso mehr, als es bei der qualifizierten unge-

treuen Geschäftsbesorgung beim untauglichen Versuch geblieben ist. Bei der Festlegung der 

Einsatzstrafe geht das Kantonsgericht in concreto unter Berücksichtigung der vorgängig darge-

legten Rechtsprechung des Bundesgerichts zufolge der engen Verknüpfung der einzelnen De-

likte untereinander von einer gesamtheitlichen Würdigung aller Veruntreuungen aus. Dabei ist 

auf der Seite der objektiven Tatkomponenten erheblich verschuldenserhöhend zu würdigen, 

dass der Beschuldigte in einem Zeitraum von rund fünfzehn Monaten (konkret vom 20. Januar 

2009 bis zum 8. April 2010) insgesamt vier Darlehen mit ansteigenden Beträgen im überaus 

stattlichen Umfang von gesamthaft CHF 1'487'800.-- zu seinem eigenen Nutzen zweckentfrem-

det und dadurch eine einzelne Person in diesem massiven Ausmass geschädigt hat. Gleicher-

massen negativ zu gewichten ist, dass der Beschuldigte die ihm bzw. seiner Gesellschaft zuge-

flossenen Gelder nahezu ausschliesslich für private egoistische Zwecke verwendet hat, ohne in 

einer Notlage zu sein und ohne in Betracht zu ziehen, seine Bedürfnisse mittels einer legalen 

Arbeitstätigkeit zu befriedigen. Festzustellen ist in diesem Zusammenhang, dass die Tatsache, 

wonach der Beschuldigte die Geschäftsdarlehen für sein Luxusleben eingesetzt hat, verschul-

denserhöhend über die Begriffsnotwendigkeit beim Tatbestand der Veruntreuung hinausgeht. 

Des Weiteren fällt zu seinen Ungunsten ins Gewicht, dass es der Beschuldigte geradezu dreist 

ausgenutzt hat, dass es D.____ als Vermögensverwalter von O.____ im Prinzip egal gewesen 

ist, was mit deren Gelder passiert, solange er sich selbst eine Provision von den Darlehen ver-

sprochen hat. Entlastend erscheint demgegenüber, dass dem Beschuldigten die deliktische 

Tätigkeit aufgrund des geradezu dilettantischen Verhaltens von D.____ sehr leicht gemacht 

worden ist und diesem folgerichtig kein verwerfliches Verhalten, welches über den Aufwand für 

die Erfüllung des Tatbestandes hinausgehen würde, vorzuwerfen ist. Bei der Bewertung der 

subjektiven Tatschwere ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich gehandelt 

 
 
 

 
 
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hat, was allerdings beim Tatbestandsmerkmal der Bereicherungsabsicht vorausgesetzt wird 

und von daher neutral zu gewichten ist. In Würdigung aller tatbezogenen Umstände erachtet 

das Kantonsgericht im Ergebnis das Tatverschulden in Bezug auf den Tatbestand der mehrfa-

chen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB als mittelschwer. Dies hat in Anbetracht des 

abstrakten Strafrahmens zur Folge, dass dem vorgängig definierten Verschulden entsprechend 

eine Strafe im Bereich von 28 Monaten als angemessen eingestuft wird. Dieses hypothetische 

Strafmass erhellt, dass als Strafart nur eine Freiheitsstrafe in Betracht zu ziehen ist.  

 

7.2.3 In einem zweiten Schritt hat das Kantonsgericht diese Einsatzstrafe von 28 Monaten Frei-

heitsstrafe unter Einbezug der weiteren Straftat zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei es 

wiederum den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat. An dieser Stelle ist darauf hin-

zuweisen, dass für den Tatbestand der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB die abstrakte Strafandrohung eine Freiheitsstrafe von einem bis zu 

fünf Jahren vorsieht. Selbst wenn gestützt auf Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB die Verhängung einer 

Geldstrafe beim Grundtatbestand möglich wäre, würde unter Berücksichtigung des Umstandes, 

wonach bei der Wahl der Sanktion auf die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Be-

schuldigten sowie die präventive Effizienz zu achten ist, für das Kantonsgericht nur die Ausfäl-

lung einer Freiheitsstrafe in Frage kommen, zumal der vorliegende Tatbestand in einem äus-

serst engen Zusammenhang mit demjenigen der Veruntreuung steht, welcher bereits zu einer 

Einsatzstrafe von 28 Monaten Freiheitsstrafe geführt hat. Damit ist im Ergebnis das Asperati-

onsprinzip zur Bildung einer Gesamtstrafe in casu ohne Weiteres anwendbar. Im Hinblick auf 

den Anklagepunkt der ungetreuen Geschäftsbesorgung ist bei der Bewertung der objektiven 

Tatschwere primär zu gewichten, dass der Tatbestand im (untauglichen) Versuchsstadium nach 

Art. 22 Abs. 1 StGB steckengeblieben ist. Ausserdem kann dem Schutz der Vermögensinteres-

sen der Gesellschaft, nachdem diese im Tatzeitraum überschuldet gewesen ist, von vornherein 

nicht die gleiche Bedeutung zugemessen werden wie bei einem aktiven Unternehmen, bei wel-

chem allenfalls noch Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Negativ zu beachten ist hingegen, 

dass die C.____ zufolge fehlender Geschäftstätigkeit offenbar nur zum Zwecke der Bereiche-

rung des Beschuldigten gegründet worden ist. Ebenfalls zu dessen Ungunsten ins Gewicht fällt, 

dass er der Gesellschaft einen hohen Betrag im Umfang von CHF 1'547'800.-- entzogen hat. 

Dass der Beschuldigte direktvorsätzlich gehandelt hat, steht ausser Frage; ebenso klar ist, dass 

sein diesbezügliches Motiv rein pekuniärer Natur gewesen ist. Nach diesen Ausführungen ist in 

Bezug auf den Tatbestand des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten unge-

 
 
 

 
 
Seite 31   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

treuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

von einem relativ leichten Verschulden auszugehen, womit sich in Anwendung von Art. 49 

Abs. 1 StGB eine Erhöhung der Einsatzstrafe um einen Monat auf eine Gesamtstrafe von 29 

Monaten Freiheitsstrafe rechtfertigt.  

 

7.2.4 Diese Gesamtstrafe ist in einem dritten Schritt aufgrund der besonderen Täterkomponen-

ten, welche in casu für alle Straftaten gleichermassen gelten, anzupassen. In Bezug auf die 

massgeblichen Faktoren Vorleben, persönliche Verhältnisse, Nachtatverhalten und Verhalten 

im Strafverfahren ist unter Verweis auf die Ausführungen der Vorinstanz (vgl. E. II.4 S. 68 ff.) 

zusammenfassend festzuhalten, dass der Beschuldigte in der Nähe von S.____ im Kreise sei-

ner Familie in ordentlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, neun Jahre lang die Schule be-

sucht und danach eine Lehre als KFZ-Mechaniker erfolgreich abgeschlossen hat. In der Folge 

hat er mehrere Jahre als Kaufmann bei verschiedenen Firmen gearbeitet, bevor er sich ca. im 

Jahre 1985 im Fahrzeugbereich selbstständig gemacht hat. Ungefähr im Jahre 1992 hat er Pri-

vatkonkurs angemeldet und ist danach in die neuen Bundesländer gezogen, wo er erneut eine 

Firma im Bereich Fahrzeughandel gegründet hat, welche ebenfalls Konkurs gegangen ist. So-

dann hat er in Österreich ungefähr im Jahre 2000 wiederum eine Gesellschaft im selben Ge-

schäftszweig gegründet, die aber 2004 auch Konkurs gegangen ist. Gleichermassen ist die 

Firma B.____, T.____, im Jahre 2012 in Konkurs gefallen. Schliesslich hat er im Jahre 2007 die 

C.____ GmbH gegründet, über welche im Jahre 2013 der Konkurs eröffnet worden ist. Zum 

heutigen Zeitpunkt gibt der Beschuldigte an, im Handel mit alten chinesischen Wertpapieren 

tätig zu sein, welche aber bisher gemäss seinem Eingeständnis keinen Gewinn abgeworfen 

haben. Über ein legales eigenes Erwerbseinkommen verfügt der Beschuldigte offenbar seit 

dem Jahre 2005 nicht mehr, der Lebensunterhalt wird primär von seiner Ehefrau bestritten. 

Gemäss seinen Angaben vor Kantonsgericht hat der Beschuldigte Schulden im Umfang von 

rund € 130'000.--. B.____ hat drei Töchter und lebt mit seiner Familie zusammen in Österreich. 

Trotz dieses Umstandes ist eine besondere Strafempfindlichkeit, welche praxisgemäss nur bei 

aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen ist (vgl. HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER, in: 

Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 150 zu Art. 47 StGB, mit Hinweisen), 

nicht zu erkennen. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschuldigten liegen keine ver-

lässlichen Dokumente vor, welche Anlass zu Bemerkungen geben würden. Einsicht oder Reue 

werden nicht vorgebracht. Dies alles ist soweit neutral zu werten. Eindeutig negativ ins Gewicht 

fällt hingegen, dass der Beschuldigte vom Landesgericht N.____ am 30. September 2014 we-

 
 
 

 
 
Seite 32   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gen Betrugs und schweren Betrugs zu einer Geldstrafe von € 1'200.-- verurteilt worden und er 

somit in einem ähnlichen Deliktsbereich während des laufenden Verfahrens rückfällig geworden 

ist. Leicht zu seinen Gunsten spricht, wie dies bereits die Vorinstanz erkannt hat, die lange 

Dauer des Strafverfahrens, wobei dies aber wieder teilweise relativiert wird durch das Verhalten 

des Beschuldigten, indem dieser erstens nach anfänglichem Interesse die Durchführung eines 

abgekürzten Verfahrens abgelehnt hat und zweitens der ursprünglich angesetzten Hauptver-

handlung vor dem Strafgericht unentschuldigt ferngeblieben ist, worauf diese hat neu angesetzt 

werden müssen. Nach diesen Erwägungen drängt sich aufgrund der besonderen Täterkompo-

nenten eine Anpassung der tatbezogenen Strafe im Sinne einer Erhöhung um einen weiteren 

Monat auf.  

 

7.2.5 Im Resultat ist somit bezüglich des Beschuldigten eine tat- und täterangemessene Strafe 

von 30 Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvoll-

zug nach Art. 42 Abs. 1 StGB bereits aus formellen Gründen ausgeschlossen, möglich ist hin-

gegen der teilbedingte Vollzug. Diesbezüglich bestimmt Art. 43 Abs. 1 StGB, dass das Gericht 

den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilwei-

se aufschieben kann, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend 

Rechnung zu tragen. Damit eine teilbedingte Strafe verhängt werden kann, müssen die materi-

ellen Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 42 StGB 

erfüllt sein. Erst wenn das Gericht die Anwendung zunächst einer bedingten und anschliessend 

einer teilbedingten Strafe verneint hat, kommt eine unbedingte Strafe zum Zuge. Die Prüfung 

der Bewährungsaussichten des Täters ist wie nach Art. 42 Abs. 1 StGB anhand einer Gesamt-

würdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung einzufliessen haben 

neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die 

gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. 

Die persönlichen Verhältnisse sind bis zum Zeitpunkt des Entscheids, also bis zum Urteilsda-

tum, miteinzubeziehen. Wenn und soweit die Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt, 

verlangt Art. 43 StGB, dass zumindest ein Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Kann 

das Fehlen einer ungünstigen Prognose nur unter Berücksichtigung der Warnwirkung des zu 

vollziehenden Strafteils gestellt werden, ist es allenfalls sinnvoll, zum Mittel des teilbedingten 

Strafvollzugs zu greifen (ROLAND M. SCHNEIDER / ROY GARRÉ, in: Basler Kommentar, Strafrecht 

I, 4. Auflage, Basel 2019, N 11 ff. zu Art. 43 StGB, mit zahlreichen Hinweisen). Gemäss diesen 

Erwägungen ist festzustellen, dass ausgehend von den persönlichen Verhältnissen des Be-

 
 
 

 
 
Seite 33   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schuldigten, namentlich den Tatsachen, wonach dieser mit seiner Familie zusammenlebt und 

seine Ehefrau offenbar in der Lage ist, ein ausreichendes Erwerbseinkommen zu erzielen, im 

Sinne des Gesetzes keine schlechte Prognose zu stellen ist; dies trotz des Umstandes, dass 

B.____ mit seinem aktuellen chinesischen Wertpapierhandel nach wie vor ein undurchsichtiges 

und kaum rentables Geschäftsmodell betreibt. Insofern ist dem Beschuldigten gestützt auf die 

im Ergebnis nicht negative Legalprognose der teilbedingte Vollzug der zweieinhalbjährigen 

Freiheitsstrafe zu gewähren. Bei der Festsetzung des unbedingt zu vollziehenden Teils sind die 

Schranken von Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB zu beachten, wonach der unbedingt vollziehbare 

Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen darf und sowohl der aufgeschobene wie auch der zu 

vollziehende Teil mindestens sechs Monate betragen müssen. Im Übrigen liegt es im richterli-

chen Ermessen, die genaue Höhe der zu vollziehenden Strafe festzusetzen, wobei das Verhält-

nis der Strafteile so festzulegen ist, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des 

Beschuldigten einerseits und dessen Tatschuld andererseits hinreichend zum Ausdruck kom-

men (SCHNEIDER / GARRÉ, a.a.O., N 17 ff. zu Art. 43 StGB, mit Hinweisen; BGE 134 IV 1 E. 5.6). 

Gemessen an diesen Grundsätzen erachtet es das Kantonsgericht in Einschätzung der Relati-

on zwischen der einigermassen günstigen Prognose und dem gesamthaft gesehen an der unte-

ren Grenze liegenden mittelschweren Verschulden als angemessen, den unbedingt zu vollzie-

henden Anteil der Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren auf ein Jahr festzusetzen. Den letzt-

lich nicht vollends auszuräumenden Zweifeln an der Legalbewährung des Beschuldigten ist mit 

einer leicht erhöhten Probezeit von drei Jahren für den bedingten Teil der Strafe von eineinhalb 

Jahren Freiheitsstrafe Rechnung zu tragen.  

  

Demzufolge ist in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten sowie in Abweisung 

der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft und in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils 

der Berufungskläger der mehrfachen Veruntreuung sowie des untauglichen Versuchs der mehr-

fachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig zu erklären und zu einer teilbe-

dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 30 Monaten bzw. zweieinhalb Jahren, mit einem unbe-

dingten Strafanteil von einem Jahr und einer Probezeit von drei Jahren für den bedingten Straf-

anteil von eineinhalb Jahren, zu verurteilen. Von der Anklage des (mehrfachen) gewerbsmässi-

gen Betrugs ist der Beschuldigte hingegen freizusprechen.  

 

 

 

 
 
 

 
 
Seite 34   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

8. Kostenfolge  

 

Bei diesem Verfahrensausgang ‒ indem einerseits die Anschlussberufung der Staatsanwalt-

schaft abgewiesen und andererseits die Berufung des Beschuldigten in dem Sinne teilweise 

gutgeheissen wird, als dieser erstens insgesamt von der Anklage des mehrfachen gewerbs-

mässigen Betrugs und zweitens zusätzlich im Hinblick auf die nachträglichen Transaktionen 

vom Vorwurf der mehrfachen Veruntreuung freigesprochen wird, weshalb die erstinstanzlich 

ausgesprochene, unbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten auf eine teil-

bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten reduziert wird ‒ rechtfertigt es sich 

nach Art. 428 Abs. 1 StPO, die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

CHF 30'300.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 30'000.-- [zwölf Stunden Hauptverhandlung 

zu jeweils CHF 2'500.--/h] sowie Auslagen von CHF 300.--) im Umfang von zwei Dritteln 

(= CHF 20'200.--) zu Lasten des Beschuldigten und im Umfang von einem Drittel 

(= CHF 10'100.--) zu Lasten des Staates zu verteilen. Zufolge Bewilligung der amtlichen Vertei-

digung wird dem Rechtsvertreter des Beschuldigten, Rechtsanwalt Philippe Häner, ein Honorar 

gemäss dessen Honorarnote vom 4. Juni 2019 ‒ zuzüglich sechseinviertel Stunden Aufwand 

für die Hauptverhandlung plus eine Stunde Aufwand für den Weg ‒ in der Höhe von insgesamt 

CHF 6'759.90 (30,833 Stunden Aufwand zu jeweils CHF 200.--/h plus CHF 110.-- Auslagen und 

CHF 483.30 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. Gestützt auf Art. 135 Abs. 4 

lit. a StPO wird der Beschuldigte zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidi-

gung im Umfang von zwei Dritteln (= CHF 4'506.60) an den Kanton Basel-Landschaft verpflich-

tet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Nachdem schliesslich der Beschul-

digte im kantonsgerichtlichen Verfahren zwar von einigen Vorwürfen freigesprochen, im Ergeb-

nis aber trotzdem hinsichtlich der massgebenden und überwiegenden Anklagepunkte schuldig 

erklärt wird, besteht keine Veranlassung, an der strafgerichtlichen Kostenverteilung eine Ände-

rung vorzunehmen.   

 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

 
 
Seite 35   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 6. Juli 2018, 

auszugsweise lautend  

 

"1.  B.____ wird des gewerbsmässigen Betrugs sowie des untaugli-

chen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung schuldig erklärt und verurteilt  

 

 zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten,  

 

 in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB, Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 47 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB.  

 

2.  B.____ wird von der Anklage des mehrfachen gewerbsmässi-

gen Betrugs in Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe 

von Fr. 7‘372.-- freigesprochen. 

 

3. (…) 

 

4.  Der aus der Verwertung des auf die C.____ eingelösten Merce-

des Benz R63 AMG (Kontrollschild ZG 6.____) stammende 

Verwertungserlös in der Höhe von Fr. 32‘525.10 wird gemäss 

Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen. 

 

5. (…)  

 

6.  B.____ wird bei seiner Anerkennung behaftet, dem Trägerverein 

A.____ Fr. 418‘602.25 zu bezahlen. Die Haftung ist eine solida-

rische mit D.____.  

 

7.  B.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Ver-

fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens 

von Fr. 43‘675.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 24‘000.--.  

 

8.  Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von 

 

 Honorar 2013 bis 2017 (96 Std. à Fr. 200.--)  Fr. 19‘200.00 

 Porto Fr.        23.00 

 
 
 

 
 
Seite 36   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 Telefon Fr.        44.00 

 Kopien Fr.   1‘972.20 

 Fahrspesen Fr.          9.10 

 Zwischentotal 1 Fr. 21‘248.30 

 Mehrwertsteuer 8 % Fr.   1‘699.85 

 Total Honorar 2013 bis 2017 Fr.22‘948.15 

  

 Honorar 2018 inkl. HV (10 h 45 min. à Fr. 200.--) Fr.  2‘150.00 

 Porto Fr.       18.00 

 Telefon Fr.       10.00 

 Kopien Fr.       79.00 

 Fahrspesen Fr.       14.00 

 Zwischentotal 2 Fr.   2‘271.00 

 Mehrwertsteuer 7,7 %  Fr.      174.85 

 Total Honorar 2018 Fr.  2‘445.85 

 Total Honorar 2013 bis 2018 Fr.25‘394.00 

  

 abzgl. Akontozahlungen Fr. 19‘090.30 

 Endbetrag Fr.  6‘303.70 

 

 werden aus der Gerichtskasse entrichtet. 

 

 B.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-

ben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Diffe-

renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen 

Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO)."  
 

 

wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten und 

in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft in den 

Ziffern 1 und 2 wie folgt geändert:  

 

1.a) B.____ wird der mehrfachen Veruntreuung sowie des untaug-

lichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung schuldig erklärt und verurteilt  

 

 zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 2 Jah-

 
 
 

 
 
Seite 37   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ren und 6 Monaten, mit einem unbedingten Strafanteil von 

1 Jahr und einer Probezeit von 3 Jahren für den bedingten 

Strafanteil,  

 

 in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB, Art. 158 Ziff. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 43 StGB, Art. 44 

Abs. 1 StGB, Art. 47 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB.  

 

b) In Bezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 sowie Nr. 18-19 

wird B.____ von der Anklage der mehrfachen Veruntreuung 

freigesprochen.  

 

2. B.____ wird von der Anklage des mehrfachen gewerbsmäs-

sigen Betrugs freigesprochen.  

 

Im Übrigen wird das angefochtene Urteil bestätigt.   

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

CHF 30'300.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 30'000.-- sowie 

Auslagen von CHF 300.--) gehen im Umfang von zwei Dritteln 

(= CHF 20'200.--) zu Lasten des Beschuldigten und im Umfang von 

einem Drittel (= CHF 10'100.--) zu Lasten des Staates.  

 

 

 

III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver-

treter des Beschuldigten, Rechtsanwalt Philippe Häner, ein Honorar 

in der Höhe von insgesamt CHF 6'759.90 (inklusive Hauptverhand-

lung, Auslagen und CHF 483.30 Mehrwertsteuer) zu Lasten des 

Staates ausgerichtet.  

 

Der Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung im Umfang von zwei Dritteln 

(= CHF 4'506.60) an den Kanton Basel-Landschaft verpflichtet, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

 
 
 

 
 
Seite 38   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Abs. 4 lit. a StPO).  

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Pascal Neumann 

 
 

 

Gegen diesen Entscheid ist Beschwerde beim Bundesgericht erhoben worden.