# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04e91fde-98cf-50b6-937d-ef326cd3e40c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-07-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 18.07.2013 PQ130016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ130016_2013-07-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: PQ130016-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. M. Stammbach und Ersatzrichterin Prof. Dr. I. Jent-Sørensen 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. V. Seiler. 

Urteil vom 18. Juli 2013 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch B._____ 

 

betreffend Errichtung Vertretungsbeistandschaft 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Winterthur vom 21. Mai 2013; 
VO.2013.13 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-
Andelfingen) 

 

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Erwägungen: 

I. 

1. Im Juli 2012 berichtete die Sozialberaterin der G._____, Frau D._____, der 

(damaligen) Vormundschaftsbehörde C._____ (und heutigen Kindes- und Er-

wachsenenschutzbehörde Bezirke Winterthur und Andelfingen), dass sich eine 

Klientin, A._____ (die Beschwerdeführerin) über die vormundschaftliche Mass-

nahme der Beistandschaft auf eigenes Begehren informieren wolle (act. 12/2). 

Sie, Frau D._____, gehe von einer Unterstützungsbedürftigkeit von Frau A._____ 

aus, weshalb sie Frau A._____ habe überzeugen können, dass eine Beistand-

schaft auf eigenes Begehren die nachhaltigste Lösung für sie wäre (act. 12/2).  

Der Sekretäradjunkt der Vormundschaftsbehörde C._____ (und heutiges Mitglied 

der KESB Bezirke Winterthur und Andelfingen) hörte im Folgenden die Be-

schwerdeführerin am 24. Juli 2012 an (act. 12/7) und setzte sich mit dem Haus-

arzt, Dr. med. E._____, C._____, in Verbindung. Auf entsprechende Anfrage teilte 

der Hausarzt von A._____ mit, der gegenwärtige körperliche und geistige Ge-

sundheitszustand sei deutlich eingeschränkt, in allmählich zunehmendem Masse. 

Seines, des Arztes, Erachtens sei Frau A._____ jetzt oder mindestens in kurzer 

Zeit nicht mehr fähig, ihre persönlichen, finanziellen und administrativen Angele-

genheiten selbständig zu erledigen. Sie leide an einer chronischen Zuckerkrank-

heit sowie einer beginnenden Demenz. Im Moment würde eine Beistandschaft 

wohl genügen, der weitere Verlauf würde aber zeigen, ob stärkere Massnahmen 

notwendig seien. Die jetzige Wohnsituation sei unter Inanspruchnahme von Spi-

tex, Hauspflege knapp genügend, leider sei aber die diesbezügliche Einsicht von 

Frau A._____ eingeschränkt. Er, der Arzt, empfehle Frau A._____ seit längerem 

einen Umzug in eine Alterswohnung oder in ein Pflegeheim. Frau A._____ sei 

aber mit der Suche und einem allfälligen Umzug überfordert (act. 12/12 und act. 

12/11).  

Am 13. August 2012 und am 25. September 2012 hörte der Sekretäradjunkt Frau 

A._____ erneut an (act. 12/15 und act. 12/23). Gemäss Protokoll der Anhörung 

vom 25. September 2012 erklärte sich Frau A._____ damit einverstanden, dass 

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die anzuordnende Beistandschaft ab Inkrafttreten des neuen Kindes- und Er-

wachsenenschutzrechtes (d.h. ab 1. Januar 2013) als Vertretungsbeistandschaft 

mit Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 i.V.m. Art. 395 nZGB unverändert wei-

tergeführt werden soll (act. 12/23). Ebenso erklärte sich Frau A._____ gemäss 

Protokoll mit Frau F._____, Sozialarbeiterin im Gesetzlichen Betreuungsdienst, 

als Beiständin einverstanden (ebenda). Einen Tag später widerrief die Beschwer-

deführerin allerdings ihre am Tag zuvor erklärte Zustimmung zur Errichtung einer 

Beistandschaft (act. 12/24). Die damalige Vormundschaftsbehörde C._____ teilte 

deshalb der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 1. November 2012 mit, dass 

das Verfahren zur Prüfung einer Beistandschaft bis Ende Februar 2013 sistiert 

werde, um alsdann die Situation wieder zu besprechen (act. 12/27).  

Im Zuge der Einführung des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechtes per 

1. Januar 2013 wurde das vorliegende Dossier noch vor Ende 2012 von der 

kommunalen Vormundschaftsbehörde Stadt C._____ der neuen regionalen Kin-

des- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirke Winterthur und Andelfingen über-

geben (§§ 2 ff. EG KESR i.V.m. Art. 14a Abs. 1 SchlT ZGB; act. 12/18). Frau 

A._____ erkundigte sich mit Telefonat vom 7. Januar 2013 beim fallführenden 

Mitglied der neu geschaffenen Behörde (und bisherigen Sekretäradjunkt) über die 

Auswirkungen einer Beistandschaft bzw. darüber, welcher Rechte sie bei einer 

allfälligen Anordnung verlustig gehe (act. 12/28). Am 14. Februar 2013 fand eine 

vierte Anhörung von Frau A._____ durch das fallführende Mitglied der Behörde im 

Beisein der designierten Beiständin statt. Frau A._____ erklärte sich erneut ge-

mäss Protokoll mit der Einsetzung von Frau F._____ als Beiständin einverstan-

den. Es wurden zudem die der Beiständin zu übertragenden Aufgabenbereiche 

festgehalten und darauf hingewiesen, dass zunächst ein Inventar über den Be-

sitzstand aufgenommen werde (act. 12/31). Wenig später distanzierte sich Frau 

A._____ abermals von ihrer Zustimmung zur Anordnung der streitgegenständli-

chen Erwachsenenschutzmassnahme (act. 12/32 und act. 12/33).  

Mit Entscheid vom 5. März 2013 errichtete die heutige Kindes- und Erwachsenen-

schutzbehörde Bezirke Winterthur und Andelfingen für Frau A._____ autoritativ 

eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. 

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Art. 395 nZGB und ernannte F._____, Gesetzlicher Betreuungsdienst, zur Bei-

ständin, mit den mehrheitlich üblichen allgemeinen Aufträgen (act. 12/34 = act. 

11/2). Gegen diese Anordnungen führte Frau A._____ Beschwerde an den Be-

zirksrat Winterthur. Dieser holte von der KESB Winterthur-Andelfingen eine Ver-

nehmlassung ein (act. 11/7), wies im Folgenden die Beschwerde mit Urteil vom 

21. Mai 2013 kostenfällig ab und entzog einem allfälligen Rechtsmittel die auf-

schiebende Wirkung (Art. 450c ZGB; act. 11/8 = act. 3 S. 12 Dispositivziffer IV).  

2.1. Gegen dieses Urteil des Bezirksrates, mit welcher die Anordnungen der 

KESB bestätigt werden, richtet sich die nun von der bevollmächtigten B._____ 

eingereichte Beschwerde (act. 2 und act. 9). Es wurden die Akten von Bezirksrat 

und der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde beizogen (§§ 66 ff. EG KESR; 

act. 11/1-9, act. 12/1-42, act. 4). Beide Vorinstanzen verzichteten auf eine Ver-

nehmlassung (act. 14, act. 16, act. 17). Mit Verfügung der Präsidentin vom 7. Juni 

2013 wurde im Übrigen eine weitere prozessleitende Anordnung getroffen, näm-

lich der Beschwerde, wie beantragt, die aufschiebende Wirkung wieder erteilt 

(Art. 450c ZGB; act. 6 S. 4, Dispositivziffer 1 i.V.m. act. 3 S. 12 Dispositivziffer IV). 

Die Wirksamkeit der Beistandschaft ist demnach einstweilen aufgeschoben. 

2.2. Am 1. Januar 2013 sind das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht und 

die kantonalen Einführungsbestimmungen in Kraft getreten. Es ist unbestritten, 

dass die streitgegenständliche Massnahme, die nach Inkrafttreten des neuen 

Rechts von der KESB angeordnet wurde, sowohl in formeller als auch in materiel-

ler Hinsicht nach neuem Recht zu entscheiden ist (Art. 14 Abs. 1 SchlT ZGB und 

Art. 14a Abs. 2 und 3 SchlT ZGB). Die Rügegründe ─ Rechtsverletzung, unrichti-

ge oder unvollständige Feststellung des erheblichen Sachverhalts, Unangemes-

senheit ─ entsprechen dem bisherigen Recht (Art. 310 ZPO und Art. 450a ZGB). 

2.3. Die hier zu behandelnde Rechtsmitteleingabe wurde von B._____ verfasst, 

die in ihrer Eigenschaft als Buchhalterin u.a. die Steuererklärung 2012 für Frau 

A._____ erledigte (act. 2). Ob sie als Vertreterin im prozessrechtlichen Sinn auf-

treten kann, ist mittlerweile fraglich. Es hat sich ergeben, dass B._____ Werbung 

für ihre Dienstleistungen als Buchhalterin in einem Lokalanzeiger macht. Die so 

akquirierte A._____ entgilt die von B._____ geleistete Unterstützung (vgl. auch 

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act. 20). Der Einsatz von B._____ muss daher wohl als berufsmässig angesehen 

werden. Eine berufsmässige Vertretung vor Gericht unterliegt aber den Ein-

schränkungen von Art. 68 Abs. 2 ZPO (i.V.m. § 40 EG KESR und Art. 450 Abs. 2 

Ziff, 2 ZGB). Weiterungen sind aber zu vermeiden.  

2.4. Der Bezirksrat wies die Beschwerde von A._____, wie bereits erwähnt, kos-

tenfällig ab, ohne dass er ihr vorgängig die Vernehmlassung der Erwachsenen-

schutzbehörde vom 18. April 2013 (act. 11/7) zur freigestellten Stellungnahme zu-

kommen liess. Damit wurde das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin ver-

letzt. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs kann indes vor der Rechtsmitte-

linstanz geheilt werden, wenn diese die gleiche Kognition in Tat- und Rechtsfra-

gen hat wie die Vorinstanz (Sutter-Somm/Chevalier, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO, Komm., Art. 53 N 27). Die Kammer als 

Beschwerdeinstanz kann den angefochtenen Entscheid, wie bereits erwähnt, in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei überprüfen und fällt gestützt darauf ei-

nen neuen Entscheid (Art. 450a ZGB i.V.m. Art. 318 ZPO). Dieser Mangel des 

vorinstanzlichen Verfahrens kann daher im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

geheilt werden. Das geschieht vorliegend auch, indem die Beschwerdeführerin in 

der Begründung der Beschwerde auf die in der Vernehmlassung thematisierte 

Verhältnismässigkeit der Verbeiständung Bezug nimmt (act. 11/7 und act. 2).  

 

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II. 

1.1. Die Beistandschaft des neuen Rechts knüpft an das bisherige Institut der 

Beistandschaft an, kann aber weiter gehen und flexibler auf die jeweiligen Bedürf-

nisse der zu unterstützenden Person angepasst werden (Prinzip der Massschnei-

derung der Massnahme). Sie setzt voraus, dass familiäre oder andere Unterstüt-

zung nicht ausreicht, und dass die hilfsbedürftige Person wegen einer Behinde-

rung, einer Krankheit oder irgend eines "in der Person liegenden Schwächezu-

standes" ihre Angelegenheiten weder selber besorgen noch dafür eine Stellvertre-

tung bestellen kann (Art. 389 und 390 ZGB). Bei der Begleitbeistandschaft bietet 

der Beistand der hilfsbedürftigen Person Unterstützung zum Erledigen bestimmter 

Angelegenheiten, kann aber nicht selber handeln. Diese Massnahme setzt die 

Zustimmung der hilfsbedürftigen Person voraus (Art. 393 ZGB). Aufgrund der 

durch die Akten gezeichneten Ambivalenz kann derzeit nicht von einer verlässli-

chen Zustimmung der Beschwerdeführerin zu einer Begleitbeistandschaft ausge-

gangen werden.  

Eine Vertretungsbeistandschaft wird errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person be-

stimmte Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden 

muss (Art. 394 Abs. 1 ZGB). Der Beistand kann selber handeln − auch wenn er, 

soweit tunlich, auf die Wünsche der hilfsbedürftigen Person Rücksicht zu nehmen 

hat −, und die Handlungen des Beistandes muss sich die betroffene Person an-

rechnen lassen. Die Erwachsenenschutzbehörde kann die Handlungsfähigkeit der 

hilfsbedürftigen Person einschränken (Art. 394 und Art. 406 ZGB). Die Mitwir-

kungs- und die umfassende Beistandschaft (Art. 396 resp. 398 ZGB) kommen für 

die Beschwerdeführerin heute unbestrittenermassen nicht in Frage. 

1.2. Die Erwachsenenschutzbehörde hat vorliegend aufgrund eines Eindrucks, 

welcher v.a. auch durch mehrmalige Anhörungen der Beschwerdeführerin 

(act. 21/31, act. 12/23, act. 12/15, act. 12/7) gewonnen wurde, Anordnungen für 

sämtliche der drei Aufgabenbereiche der Personensorge, der Vermögenssorge 

und des Rechtsverkehrs (vgl. Art. 391 Abs. 2 ZGB) getroffen. Die Anordnungen 

finden so aber in den Akten keine Stütze. Auch wenn ein Bild einer zuweilen ver-

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gesslichen älteren Frau gezeichnet wird, die hie und da ambivalent und auch wi-

dersprüchlich handelt, so fehlen konkrete Benennungen von Missständen (wie 

etwa Betreibungen), die für die Errichtung einer solchen weitreichenden Vertre-

tungsbeistandschaft sprechen würden. Der vom Hausarzt Dr. med. E._____ an-

gegebene deutlich eingeschränkte körperliche und geistige Zustand der Be-

schwerdeführerin findet keinen Niederschlag in konkreten und aktenkundigen 

Vorkommnissen (act. 12/12). Dass die Beschwerdeführerin anfangs Jahr verwirrt 

mit vielen Ordnern in der Bank erschienen sei und die Begleichung der laufenden 

Rechnungen mit dem Kundenberater habe vornehmen wollen (act. 22), zeigt, 

dass sich die Beschwerdeführerin bei der Erledigung der administrativen Belange 

Unterstützung wünscht. Die Beschwerdeführerin wusste sich denn auch zu helfen 

(vgl. act. 21 oder act. 12/28) und beauftragte in eben diesem Zeitraum (anfangs 

Jahr) die Buchhalterin B._____ mit der Erledigung dieser Belange (act. 20). Der in 

den Akten rudimentär erwähnte Vorfall, wonach eine Nichte im Spital aus dem 

Portemonnaie der Beschwerdeführerin Geld entwendet haben soll (act. 12/7 S. 1), 

lässt den Auftrag an die Vertretungsbeiständin, das gesamte Vermögen der Be-

schwerdeführerin zu verwalten, nicht rechtfertigen (act. 11/2, Dispositivziffer 1.a). 

Weitere Vorfälle, die für eine Vermögensverwaltung sprechen würden, sind nicht 

ersichtlich. Zu (angeblich) anstehenden Unterhaltsarbeiten an Haus und Garten, 

die ebenfalls als Aufgabenbereich der Beiständin genannt werden, fehlen Sach-

verhaltsermittlungen und entsprechend auch Erwägungen (act. 11/2, Dispositivzif-

fer 1.b).  

Der Entscheid vom 5. März 2013 bzw. die getroffenen Anordnungen können der 

Erwachsenenschutzbehörde in dem Sinne nicht zum Vorwurf gemacht werden, 

als die Beschwerdeführerin sich wiederholt mit einer Vertretungsbeistandschaft 

einverstanden erklärte, ihre Zustimmung aber immer wieder zurückzog 

(act. 12/31). Die umfassende Vermögenssorge (act. 11/2, Dispositivziffer 1.a) er-

scheint aber vor allem auch unter Hinweis auf das dem neuen Erwachsenen-

schutzrecht inhärente Prinzip der Verhältnismässigkeit der Massnahmen als 

Standardformulierung ungeschickt und unnötig verletzend. Der Umfang der Ver-

tretung bedarf denn auch einer Umschreibung bzw. einer Definition (vgl. auch den 

Gesetzeswortlaut von Art. 395 ZGB). Eine Einkommensverwaltung im Sinne von 

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Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB wäre den Bedürfnissen der Beschwerdeführerin ge-

rechter geworden.  

1.3. Der Beschwerdeführerin ist ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben 

im eigenen Haus wichtig. Aufgrund der eigenen Angaben der Beschwerdeführerin 

kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass ihr die Einsamkeit zuweilen 

zusetzt, was möglicherweise auch ihre manchmal an den Tag gelegte verwirrte 

Verfassung zu erklären mag. Die Beschwerdeführerin hat in den vergangenen 

Jahren ihre vier Geschwister und ihren Ehemann verloren (act. 19 S. 1 unten f.). 

Eigene Kinder sind nicht da, und zu den Kindern ihrer Geschwister hätte sie gerne 

mehr Kontakt. Jedenfalls konnte sich der von A._____ bezeichnete Neffe nicht 

bereit erklären, seiner Tante zur Seite zu stehen (act. 12/17). Die von ihrem 

Hausarzt, Dr. med E._____, gestellte Diagnose, nämlich die einer beginnenden 

Demenz, verunsichert die Beschwerdeführerin (vgl. act. 19). In diesem Zusam-

menhang gibt ihr auch die mittelfristige Wohnsituation zu einigen schweren Ge-

danken Anlass (act. 19 S. 2).  

2.1. Die äusseren Verhältnisse im Leben der Beschwerdeführerin erscheinen in-

des als geordnet. Ihr Haushalt wird von der zuständigen Mitarbeiterin Spitex 

Haushaltshilfe, aber auch von der verantwortlichen Person der Pro Senectute als 

geordnet und ordentlich bezeichnet (act. 18 und act. 21). Die Beschwerdeführerin 

tätigt eigenen Angaben zufolge immer noch selbständig Kommissionen. Sie 

spritzt sich auch selbst zwei Mal im Tag das Insulin zur Behandlung ihrer chroni-

schen Zuckerkrankheit (act. 19 S. 1). Sie geniesst den eigenen Garten, welcher 

ein Gärtner pflegt, vor allem in den Sommermonaten (act. 19 S. 2 unten f.). Die 

Beschwerdeführerin weiss auch sonst zur Bewältigung ihres Alltages Hilfe in An-

spruch zu nehmen. Die Spitex Pflege kontrolliert die Insulininjektionen (act. 19 

S. 1). Die Beschwerdeführerin kann auf die Unterstützung einer Nachbarin zu-

rückgreifen und zur Begleichung von Rechnungen und Erledigung der Steuerklä-

rung mandatierte sie die bereits erwähnte Buchhalterin B._____ (act. 19 S. 2). 

Das Konto bei der Hausbank weist keine unüblichen Transaktionen auf. Die Kon-

to-Belastungen werden durch die monatlichen Gutschriften gedeckt. Somit findet 

kein Vermögensverzehr statt (act. 22). Die finanziellen Verhältnisse müssen als 

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transparent gewertet werden, jedenfalls wird nichts Gegenteiliges von Seiten der 

Behörden oder der Auskunftspersonen behauptet. Zahlungsrückstände, Betrei-

bungshandlungen oder dergleichen sind unbestrittenermassen kein Thema (so 

zuletzt in act. 18, act. 19, act. 20 und act. 22). Damit haben mindestens für den 

jetzigen Zeitpunkt die Alltagskompetenzen der Beschwerdeführerin nicht als ein-

geschränkt zu gelten. Der Alltag der Beschwerdeführerin fällt nicht aus seinem 

gewohnten Lauf, was behördliches Einschreiten notwendig machen würde. 

2.2. Wie bereits erwähnt, wünscht sich die Beschwerdeführerin Unterstützung 

und Hilfeleistung bei der Begleichung von laufenden Rechnungen (und in der Er-

ledigung der Steuererklärung), und damit im Bereich der Einkommensverwaltung. 

Wie unter Ziffer. 3.1. vorstehend erwähnt, ist für eine Unterstützung im finanziel-

len und administrativen Bereich die Begleitbeistandschaft geeignet. Möglicher-

weise liesse sich die Zustimmung der Beschwerdeführerin zu einer Begleitbei-

standschaft gewinnen, wenn ihr der Umfang und das Ausmass dieser Beistand-

schaft, insbesondere auch, dass die Begleitbeistandschaft die Handlungsfähigkeit 

nicht einschränkt, nachhaltig bewusst gemacht werden könnte. Derzeit bietet in-

des die Buchhalterin B._____ der Beschwerdeführerin Unterstützung in der Erle-

digung laufender (Zahlungs-)Verpflichtungen, und die Beschwerdeführerin ist da-

mit (noch) einverstanden (act. 19 S. 3 und act. 22). Unter diesen Voraussetzun-

gen ist einstweilen auf eine formelle Massnahme des Erwachsenenschutzes zu 

verzichten. Die derzeit bestehende private Unterstützung muss aufgrund der Ak-

ten als genügend angesehen werden, weshalb es auch keines behördlichen Ein-

schreitens gestützt auf Art. 392 ZGB bedarf.  

3. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und auf die angefochtene Bei-

standschaft ist (einstweilen) zu verzichten. Die entsprechenden Entscheide der 

Vorinstanzen sind aufzuheben. Die Vormundschaftsbehörde hat zu Recht ein Ver-

fahren eröffnet und A._____ hat die Idee der Errichtung einer Beistandschaft auch 

mitgetragen. Eine Auferlegung der Kosten der KESB rechtfertigt sich aber trotz-

dem nicht, weil der zu den Akten gebrachte Sachverhalt die autoritative Errichtung 

einer (Vertretungs-)beistandschaft nicht zulässt.  

 

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III. 

Es sind für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erheben 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 40 Abs. 3 EG KESR). Für eine (nicht rückerstat-

tungspflichtige) Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin aus der Staats-

kasse besteht keine gesetzliche Grundlage. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und das Urteil des Bezirksrates Win-

terthur vom 21. Mai 2013 wird aufgehoben.  

2. Für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren wird keine Entscheidgebühr 

erhoben.  

3. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, die Kindes- und Erwach-

senenschutzbehörde Bezirke Winterthur und Andelfingen, die Direktion der 

Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie – unter 

Rücksendung der eingereichten Akten – an den Bezirksrat Winterthur, je 

gegen Empfangsschein. 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

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Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. V. Seiler 
 
versandt am: 

	Urteil vom 18. Juli 2013
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und das Urteil des Bezirksrates Winterthur vom 21. Mai 2013 wird aufgehoben.
	2. Für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren wird keine Entscheidgebühr erhoben.
	3. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirke Winterthur und Andelfingen, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akt...
	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...