# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2332400e-367b-51b0-a73f-6c8a5e49e72a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-07-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.07.2021 E-6904/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6904-2019_2021-07-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6904/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J u l i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;   

Gerichtsschreiberin Nina Ermanni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Othman Bouslimi,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 6. Dezember 2019 / N (…). 

 

 

 

E-6904/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reichte am 1. Mai 2017 in der Schweiz ein Asylge-

such ein. Am 2. Mai 2017 wurde er zur Person befragt (BzP). Das vorerst 

eingeleitete Dublin-Verfahren wurde am 31. Mai 2017 beendet. Sodann 

folgte am 4. Oktober 2017 die Anhörung zu den Asylgründen durch das 

SEM (Art. 29 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]). 

B.  

Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe als Ajnabi erst im Rahmen 

des präsidialen Dekrets Nr. 49 im Jahre 2011 die syrische Staatsangehö-

rigkeit erlangt. Nach seinem Schulabschluss habe er zwei Jahre an der 

Universität in B._______ Wirtschaft und Handel studiert. Da der Weg nach 

B._______ aufgrund der Präsenz des Islamischen Staates (IS) zu gefähr-

lich gewesen sei, habe er den Studienort nach C._______ verlegen wollen, 

wobei dort aber sein Studium in B._______ nicht angerechnet worden sei. 

Deshalb habe er im Jahre 2011/2012 mit dem Studiengang neu begonnen. 

Im Jahr 2012 habe er sich ein Militärbüchlein ausstellen lassen, er habe 

den Militärdienst aufgrund seines Studiums aber jeweils verschieben kön-

nen. Als sein Vater im Mai 2016 auf dem Rekrutierungsbüro erneut den 

Aufschub des Militärdiensts habe beantragen wollen, sei dies abgelehnt 

worden. Seinem Vater sei gesagt worden, er (der Beschwerdeführer) habe 

persönlich auf dem Rekrutierungsbüro zu erscheinen. Gleichzeitig hätten 

sie das Militärbüchlein einbehalten. Er habe sich daraufhin während einiger 

Monate zu Hause versteckt und die Ausreise aus Syrien geplant. Mit Hilfe 

eines Schleppers sei er illegal in die Türkei ausgereist, wo er erfahren 

habe, dass die Behörden seinem Vater eine schriftliche Aufforderung für 

den Militärdienst übergeben hätten, wonach er, der Beschwerdeführer, sich 

am 2. Januar 2017 hätte melden müssen. Nach einem Monat sei er über 

Griechenland auf dem Luftweg in die Schweiz gelangt.  

 

Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine syrische 

Identitätskarte, eine Einrückungsaufforderung, zwei Studentenausweise 

und einen Führerschein in Kopie zu den Akten.  

 

Das SEM konsultierte vor seiner Entscheidfindung das Dossier des Bru-

ders (N […]) des Beschwerdeführers. 

E-6904/2019 

Seite 3 

C.  

Mit Verfügung vom 6. Dezember 2019 stellte das SEM fest, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab 

und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Den Vollzug der Weg-

weisung schob es wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen 

Aufnahme auf. 

D.  

Mit Eingabe vom 27. Dezember 2019 reichte der Beschwerdeführer durch 

seine Rechtsvertretung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein 

und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei 

seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen sowie ihm Asyl zu gewähren. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung. 

E.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Januar 

2020 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung abgewiesen und der Beschwerdeführer wurde zur Leistung eines 

Kostenvorschusses aufgefordert, welcher innert Frist eingegangen ist. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

E-6904/2019 

Seite 4 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt.  108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

  

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Seite 5 

5.  

5.1 Das SEM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da seine 

Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG 

nicht standhielten, weshalb auf die Prüfung der Asylrelevanz verzichtet 

werden könne.  

 

Es führte zur Begründung im Wesentlichen aus, an der eingereichten mili-

tärischen Vorladung, welche angeblich die Rekrutierungsstelle in 

D._______ ausgestellt habe, würden erhebliche Zweifel bestehen, da das 

Dokument keinerlei fälschungssichere Echtheitsmerkmale aufweise und 

allgemein bekannt sei, dass in Syrien gefälschte Dokumente käuflich er-

worben werden könnten (unter Verweis auf das Urteil des BVGer E-

1695/2017 vom 14. Juni 2017, E. 7.3.1). Entsprechend sei auch die Be-

weiskraft solcher Dokumente gering (unter Verweis auf das Urteil des 

BVGer D-149/2014 vom 18. Dezember 2015 E. 6.3.1). Nicht nachvollzieh-

bar sei, dass der Vater des Beschwerdeführers die Vorladung erst am 2. 

Januar 2017 entgegengenommen habe, er (der Beschwerdeführer) sich 

gemäss dieser aber bereits am 28. Dezember 2016 hätte bei der Rekrutie-

rungsstelle melden müssen. Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei, dass die 

Behörden, nachdem sie den Beschwerdeführer bereits durch seinen Vater 

dazu aufgefordert hätten, sich bei ihnen zu melden, zusätzlich noch mit 

einer schriftlichen Vorladung beim Beschwerdeführer zu Hause vorbeige-

kommen seien, anstatt ihn direkt einzuziehen. Seltsam sei des Weiteren, 

dass die Behörden einerseits das Militärbüchlein des Beschwerdeführers 

beschlagnahmt hätten, sie ihn andererseits aufgefordert hätten, sich mit 

eben diesem Militärbüchlein auf dem Rekrutierungsamt zu präsentieren.  

Die behauptete Rekrutierung des Beschwerdeführers sei auch deshalb un-

glaubhaft, weil sich die syrische Regierung im Juli 2012 aus den kurdischen 

Gebieten Nordsyriens zurückgezogen habe (unter Verweis auf die Urteile 

des BVGer E-2109/2014 vom 9. Juni 2016 und D-7469/2016 vom 20. De-

zember 2016, E. 5) und seither auch die Einberufung von Kurden zum Mi-

litärdienst gestoppt habe (unter Verweis auf die Urteile des BVGer vom 

28. August 2017, D-2568/2014, E. 4.2 und vom 26. Oktober 2015, D-

5018/2015, E. 5.2). 

Auch seien seine Aussagen bezüglich Militärdienstaushebung äusserst 

vage und unsubstanziiert geblieben. So habe er keine detaillierten Anga-

ben zu seiner Aushebung vorzubringen vermocht. Ausserdem sei erstaun-

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lich, dass er angegeben habe, nicht in den Militärdienst eingezogen wer-

den zu wollen, bei der angeblichen Ausmusterung dann aber nicht versucht 

habe, sich aufgrund seiner Krankheit (Diabetes) ausmustern zu lassen.  

Die Vorinstanz führte weiter aus, dass der Bruder des Beschwerdeführers 

in der Anhörung vom 14. Februar 2014 in Bezug auf den Aufenthaltsort des 

Beschwerdeführers zu Protokoll gegeben habe, dieser sei aufgrund einer 

Vorladung zum Militärdienst vor einigen Monaten (gegen Ende des Jahres 

2013) aus Syrien geflohen sei und sich gegenwärtig in Kurdistan aufhalte. 

Darauf angesprochen habe der Beschwerdeführer durch seinen damaligen 

Rechtsvertreter lediglich verlauten lassen, dass er Monate lang keinen 

Kontakt mit seinem Bruder gehabt habe, weshalb dieser Bruder nicht rich-

tig informiert gewesen sei und geglaubt habe, er (der Beschwerdeführer) 

würde sich in Kurdistan befinden, obwohl er stattdessen in den Libanon 

gegangen sei. Diese Erklärung ergebe keinen Sinn, da er in der BzP an-

gegeben habe, dass er sich erst im Sommer 2015 im Libanon aufgehalten 

habe. 

Weiter seien die Schilderungen des Beschwerdeführers für den Zeitraum 

zwischen dem Studienabbruch mit anschliessendem sich versteckt halten 

bis zur Ausreise aus Syrien sehr allgemein ausgefallen und hätten sich nur 

in wenigen kurzen, stereotypen Sätzen erschöpft. Seine Schilderungen 

seien kaum konkret und bloss oberflächlich geblieben. Ein persönlicher Be-

zug fehle zudem weitestgehend. Dies erwecke nicht den Eindruck, als 

spreche eine sich im Mittelpunkt des Geschehens befindende Person von 

jenen einschneidenden Ereignissen, die ihr Leben derart beeinflusst hät-

ten, dass sie deswegen geflohen sei. Aufgrund seiner Schilderungen habe 

er weder die Aushebung durch das syrische Militär noch die Einberufung 

in den Militärdienst glaubhaft machen können. Ausserdem seien aus den 

übrigen Akten des Beschwerdeführers sowie den Akten seines Bruders kei-

nerlei Hinweise zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer von den syri-

schen Behörden als Regimegegner registriert worden sei. Weiter könne 

eine Reflexverfolgung des Beschwerdeführers, trotz des politischen Profils 

seines Bruders, ausgeschlossen werden, da der Beschwerdeführer sowohl 

an der BzP als auch an der Anhörung keinerlei Probleme mit den Behörden 

geltend gemacht habe, welche in Zusammenhang mit den Tätigkeiten des 

Bruders stehen würden. 

5.2 Der Beschwerdeführer weist in seiner Beschwerde mit Blick auf das 

vorinstanzlich eingereichte Beweismittel der militärischen Vorladung darauf 

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Seite 7 

hin, dass die Vorinstanz die Authentizität von Beweismitteln aus Syrien no-

torisch anzweifeln würde. Weiter sei es in einem von Krieg geprägten Staat 

durchaus denkbar, dass die Koordination zwischen den Behörden nicht 

funktioniere, weshalb es auch glaubhaft sei, dass er sich beim Rekrutie-

rungsbüro samt Militärbüchlein hätte melden sollen, obwohl dieses bereits 

eingezogen worden sei. Zudem habe er seine Rekrutierung angesichts der 

Kooperation zwischen kurdischen und syrischen Truppen (unter Verweis 

auf einen Bericht der SHF-Länderanalyse) glaubhaft geschildert.  

Beschwerdeweise führt der jetzige Rechtsvertreter aus, dass dem vorheri-

gen Rechtsvertreter bei der Stellungnahme zur Anhörung des Bruders des 

Beschwerdeführers ein Fehler unterlaufen sei. So habe der Bruder deshalb 

ausgesagt, dass der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2013 in den Liba-

non geflüchtet sei, weil die Familie ihm (dem Bruder) nicht habe mitteilen 

wollen, dass dem Beschwerdeführer die Flucht nicht gelungen sei. Der Be-

schwerdeführer bekräftigt beschwerdeweise denn auch, dass die Reise in 

den Libanon 2015 stattgefunden habe. 

Weiter wendet der Beschwerdeführer ein, dass er seine Krankheit bei der 

Rekrutierung nicht weiter erwähnt habe, weil ihm bewusst gewesen sei, 

dass diese nicht zu einer Befreiung vom Militärdienst führe. Zudem bestehe 

das Risiko als Regimegegner oder Deserteur eingestuft zu werden, wenn 

der Verdacht aufkomme, dass sich jemand vor dem Militärdienst drücken 

wolle.  

Betreffend Reflexverfolgung hält der Beschwerdeführer ausdrücklich fest, 

dass er bis anhin aufgrund der politischen Tätigkeiten seines Bruders keine 

Probleme gehabt habe. Künftige Probleme seien aber dennoch nicht aus-

geschlossen, da das syrische Regime dafür bekannt sei, politisch aktive 

Personen durch die Verfolgung von Familienangehörigen zu bestrafen (un-

ter Verweis auf einen Bericht der SHF-Länderanalyse). Im Falle einer 

Rückkehr nach Syrien wäre der Beschwerdeführer ernsthaft gefährdet, 

eine Behandlung zu erfahren, die gegen Art. 3 EMRK verstosse, und somit 

flüchtlingsrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG sei. 

6.  

6.1 Nach Durchsicht der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass die 

vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu beanstanden sind. In der angefoch-

tenen Verfügung wird einlässlich dargelegt, weshalb die Vorbringen des 

Beschwerdeführers unglaubhaft ausgefallen sind und auch nicht von einer 

Reflexverfolgung wegen des Bruders auszugehen ist. Um Wiederholungen 

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zu vermeiden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. In der Beschwerdeschrift 

werden den überzeugenden Argumenten des SEM keine substanziellen 

Einwände entgegengehalten, zumal sich der Beschwerdeführer mit den 

vorinstanzlichen Erwägungen kaum auseinandersetzt und mehrheitlich 

das bereits Gesagte wiederholt. 

Der Beschwerdeführer behauptet denn auch generell, dass die Vorinstanz 

Beweismittel notorisch anzweifeln würde, und verkennt dabei, dass es zum 

einen Tatsache ist, dass in Syrien solche Dokumente leicht gefälscht wer-

den können (vgl. Urteil des BVGer E-1695/2017, E. 7.3.1), und dass zum 

anderen der Beschwerdeführer diesbezüglich mit seinen - anlässlich der 

Anhörung gemachten Aussagen - nicht zur Glaubhaftigkeit des eingereich-

ten Beweismittels beiträgt. 

Die Berichtigung des jetzigen Rechtsvertreters betreffend die widersprüch-

lichen Angaben der beiden Brüder zum Ausreisezeitpunkt des Beschwer-

deführers überzeugen nicht. Auch wenn der Beschwerdeführer gemäss ei-

genen Angaben erst im Jahr 2015 für einen Tag (SEM-Akte A6/13 S. 4 f.) 

in den Libanon gereist sein sollte, vermag dies nichts daran zu ändern, 

dass seine Aussagen gesamthaft im Widerspruch zu jenen des Bruders 

stehen. So führte der Beschwerdeführer beispielsweise aus, dass er von 

2011 bis 2016 studiert habe (SEM-Akte A21/22 F23, F25) und die Univer-

sität in B._______ verlassen habe, weil es aufgrund der Aktivitäten des IS 

zu gefährlich geworden sei, dort zu studieren (SEM-Akte A6/13 S. 7 f.). 

Sein Bruder gab in seiner Anhörung hingegen zu Protokoll, dass der Be-

schwerdeführer von der Universität B._______ suspendiert worden sei und 

nicht mehr habe studieren dürfen (SEM-Akte A31/2 F46). 

Bei den beschwerdeweise neu vorgetragenen Ausführungen zur Re-

flexverfolgung stützt sich der Beschwerdeführer auf eine Schnellrecherche 

der SFH aus dem Jahr 2017 sowie auf einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 

2019, welche sich beide nur generell zur Situation in Syrien äussern. Einen 

konkreten Bezug zu seiner eigenen Situation macht der Beschwerdeführer 

nicht geltend. Eine solche lässt sich denn auch - wie von der Vorinstanz 

bereits zutreffend festgestellt - den Akten nicht entnehmen. 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht kommt demnach in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht 

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Seite 9 

standhalten. Dementsprechend erfüllt der Beschwerdeführer die Flücht-

lingseigenschaft nicht. Das SEM hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

8.2 Die Vorinstanz nahm die Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 

6. Dezember 2019 infolge fehlender Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zuges vorläufig auf. Unter diesen Umständen ist auf eine Erörterung der 

beiden anderen Kriterien – insbesondere der Zulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzuges – zu verzichten. Über diese müsste erst dann befunden 

werden, wenn die vorläufige Aufnahme aufgehoben würde. Zur Durchführ-

barkeit des Wegweisungsvollzugs erübrigen sich im heutigen Zeitpunkt 

weitere Erwägungen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.- festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Deckung 

dieser Kosten zu verwenden. 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 750.– wird zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Nina Ermanni 

 

 

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