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**Case Identifier:** c3e9117f-cf93-5f27-97a7-87336e83cd79
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.03.2010 IV 2008/222
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-222_2010-03-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/222

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 04.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2010
Art. 17 ATSG, Art. 88a IVV. Rückwirkende Zusprache einer befristeten 
Invalidenrente. Eine allfällige Verbesserung des Gesundheitszustands ein 
Jahr nach einer Hüftoperation ist nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen und wäre erst nach drei Monaten zu 
berücksichtigen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 4. März 2010, IV 2008/222).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterin Marie Löhrer,

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiberin Andrea Keller

Entscheid vom 4. März 2010

in Sachen

W.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21, Post-

fach 21, 9101 Herisau,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rentenrevision

Sachverhalt:

A.  

A.a W.___ erlitt am 19. Mai 2005 einen Unfall und zog sich dabei Verletzungen an der 

linken Hüfte zu. Am 8. August 2005 wurde ihm eine Totalendoprothese links eingesetzt. 

Da er weiterhin über Beschwerden klagte, wurde er am 23. Juni 2006 erneut operiert 

(Pfannenwechsel links; Débridement, Mobilisation der ventralen glutealen 

Sehnenplatte). Die SUVA richtete ihm die gesetzlichen Leistungen aus (act. G 4.2). Per 

30. Juni 2007 stellte sie die Taggeldleistungen vorläufig ein, ohne den Fall 

abzuschliessen (vgl. act. G 4.1.40), wobei sie in der Folge offenbar rückwirkend wieder 

Taggelder ausrichtete (vgl. act. G 11).

A.b Am 29. August 2006 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen 

(Rente) an (act. G 4.1.1). Im September 2006 holte die IV-Stelle einen Arztbericht bei 

der Uniklinik Z.___ ein, welche die zweite Hüftoperation durchgeführt hatte. Diese 

konnte keine umfassende Beurteilung abgeben, da es dazu noch zu früh sei. Der 

weitere Verlauf werde zeigen müssen, inwieweit der Versicherte wieder arbeitsfähig 

werde. Eine nächste klinische und radiologische Verlaufskontrolle sei erst wieder im 

Oktober 2006 vorgesehen. Bis dahin bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 

4.1.9). Der Hausarzt, A.___, attestierte dem Versicherten am 21. September 2006 unter 

Beilage anderer Arztberichte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 19. Mai 2005 (act. G 

4.1.10). Im Verlaufsbericht vom 26. Januar 2007 gab er an, der Gesundheitszustand 

des Versicherten sei stationär. Es bestehe eine starke Schmerzhaftigkeit sowohl im 

Rücken wie auch in der Hüfte (act. G 4.1.23). Im Verlaufsbericht vom 25. Januar/9. 

Februar 2007 führte die Uniklinik Z.___ aus, der Heilungsverlauf sei noch nicht 

vollständig abgeschlossen; dies sei ab Juni 2007 zu erwarten. Erst dann könnten 

wesentliche Angaben über die weitere Tätigkeit gemacht werden. Der Versicherte sei 

sicher von Seiten des Hüftgelenks für eine nichtbelastende Tätigkeit, welche 

vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden könne, mit Möglichkeit von Positionswechseln 

zu 50% arbeitsfähig (halbtags). Nach einem Arbeitsversuch sei eine Steigerung einer 

solchen Tätigkeit zu erwarten (act. G 4.1.26). Am 28. Juni 2007 berichtete die Uniklinik 

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Z.___, ein Jahr nach dem Pfannenwechsel bestünden noch erhebliche Hüftschmerzen 

sowie eine ausgeprägte muskuläre Schwäche, wodurch der Versicherte im Alltag 

massiv eingeschränkt sei. Gemäss seinen Angaben sei im Kantonsspital St. Gallen 

(KSSG) die Wirbelsäule weiter abgeklärt worden. Es werde eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 4.1.36).

A.c Im Mai 2007 wurde der Versicherte von Dr. med. B.___, Spezialarzt Orthopädische 

Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), orthopädisch untersucht und begutachtet. Im 

Gutachten vom 11./23. Mai 2007 (Eingang bei der IV-Stelle: 10. Juli 2007) 

diagnostizierte Dr. B.___ als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Hüftschmerzen 

links bei Status nach Implantation einer zementfreien Hüfttotalprothese links 08/05 und 

Pfannenwechsel sowie Revision der Glutealsehnenplatte 06/06; eine fortgeschrittene 

Spondylarthrose L4 bis S1 mit spondylogener und diskogener foraminaler Enge L4/5 

und leichter Nervenwurzelirritation rechts sowie mässiger diskogener und 

spondylogener foraminaler Enge L5/S1 mit leichter Kompression der Nervenwurzel L1 

rechts rezessal sowie eine Adipositas. Als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

diagnostizierte er eine vermehrte Kyphose der Brustwirbelsäule sowie eine Allergie auf 

Lebensmittel. Die lumbalen Schmerzen und die abnormen objektiven Befunde der LWS 

seien durch die im MRI dargestellten degenerativen Veränderungen der 

Lendenwirbelsäule grösstenteils plausibilisiert. Die Ausstrahlung der Schmerzen in das 

linke Kniegelenk und die Hyposensibilität des gesamten linken Beins seien bei 

fehlender Nervenwurzelkompression links allerdings nicht zu erklären. Durch das 

gleichzeitige Übergewicht komme es zu einer vermehrten Belastung der abgenutzten 

Lendenwirbelsäule. Die Ursache der Schmerzen in der linken Hüfte und der 

pathologischen Untersuchungsbefunde derselben sei bei radiologisch normalem 

Befund nach wie vor unklar. Adaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten bei voller 

Stundenpräsenz zu ca. 80% zumutbar. Etwa ein Jahr nach dem letzten Eingriff an der 

linken Hüfte könne von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden, 

zumal die Beschwerden als unverändert beschrieben würden (act. G 4.1.38).

B.  

B.a Mit Vorbescheid vom 6. August 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, dass er vom 19. (bzw. 1.) Mai 2006 befristet bis 31. Mai 2007 Anspruch auf 

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eine ganze Invalidenrente habe. Ab Juni 2007 betrage sein Invaliditätsgrad 

(rentenausschliessende) 29% (act. G 4.1.47). Hiergegen erhob der Versicherte, 

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Anwander, am 17. September 2007 Einwand 

und machte im Wesentlichen geltend, sein Gesundheitszustand habe sich nicht 

verbessert (act. G 4.1.53). Der Hausarzt hielt in seinem Schreiben vom 3. September 

2007 an den Vertreter des Versicherten weitere Abklärungen für angezeigt (act. G 

4.1.54).

B.b Am 2. Oktober 2007 legte die IV-Stelle Dr. B.___ den Bericht der Uniklinik Z.___ 

vom 28. Juni 2007 sowie das Schreiben des Hausarztes vom 3. September 2007 zur 

Stellungnahme vor und fragte ihn, ob an der im Gutachten attestierten 80%igen 

Arbeitsfähigkeit festgehalten werden könne (act. G 4.1.56). In seiner Stellungnahme 

vom 16. Oktober 2007 hielt Dr. B.___ an seiner ursprünglichen Beurteilung fest (act. G 

4.1.57).

B.c Mit zwei Verfügungen je vom 10. April 2008 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

eine ganze Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. Mai 2006 bis 31. Mai 2007 zu (act. G 

4.1.62).

C.  

C.aMit Eingabe vom 9. Mai 2008 erhebt der Vertreter des Versicherten Beschwerde 

und beantragt, die Verfügungen vom 10. April 2008 seien teilweise aufzuheben und 

dem Beschwerdeführer sei ab 1. Juni 2007 weiterhin eine Invalidenrente auszurichten. 

Eventuell sei die Streitsache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Zu Begründung bringt er im Wesentlichen vor, der Beschwerdeführer 

sei damit einverstanden, dass er vom 1. Mai 2006 bis 31. Mai 2007 Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente habe. Gegenstand der Beschwerde bilde der Teil der Verfügung, 

wonach ab 1. Juni 2007 kein Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente mehr 

bestehen soll. Dem Gutachten von Dr. B.___ lasse sich nicht entnehmen, wieso sich 

der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab 1. Juni 2007 plötzlich derart 

verbessert haben soll, dass ein Rentenanspruch entfalle. Der Beschwerdeführer 

befinde sich nach wie vor in ärztlicher Behandlung. Vom 10. März bis 24. April 2008 

habe er sich stationär in der Klinik Y.___ aufgehalten. Momentan sei er aus 

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psychiatrischer Sicht zu 100% arbeitsunfähig. Es stehe ausser Frage, dass dem 

Beschwerdeführer eine Tätigkeit in den früheren Berufen (Landwirt, Chauffeur) nicht 

mehr möglich sei. Auch bezüglich einer leidensangepassten Tätigkeit bestünden 

erhebliche Einschränkungen. Denkbar seien im besten Fall leichte Hilfsarbeiten, mit 

denen sich aber unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10% kein (von der 

Beschwerdegegnerin ermitteltes) jährliches Einkommen von Fr. 42'494.-- erreichen 

lasse. Zudem wäre ein Leidensabzug von mindestens 20% vorzunehmen (act. G 1). Mit 

der Beschwerdeschrift reicht der Vertreter des Beschwerdeführers u.a. einen Bericht 

der Uniklinik Z.___ vom 20. März 2008 (act. G 1.2) sowie einen vorläufigen 

Austrittsbericht der Klinik Y.___ vom 23. April 2008 (act. G 1.3) ein.

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, Dr. B.___ 

und die Uniklinik Z.___ würden die gleichen Befunde erheben. Im Gegensatz zur 

Uniklinik Z.___ äussere sich die Klinik Y.___ zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit. Letztere gehe sogar im Gegensatz zu Dr. B.___ von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus. Die beiden Operationen hätten den 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers offensichtlich verbessert. Zwar treffe es 

zu, dass die Klinik Y.___ im April 2008 eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht attestiert habe, allerdings habe sie eine gute Prognose gestellt 

und bei Therapieoptimierung eine Besserung im Verlauf erwartet. Diese 

vorübergehende Arbeitsunfähigkeit habe somit keinen Einfluss auf das vorliegende 

Verfahren. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer bei leichten 

Hilfsarbeiten unter Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzugs kein jährliches 

Einkommen von Fr. 42'494.-- erreichen können sollte (act. G 4).

C.c Mit Replik vom 5. September 2008 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an 

seinen Anträgen fest. Dessen Gesundheitszustand habe sich nicht gebessert. Gemäss 

den Zeugnissen der Uniklinik Z.___ vom 12. Juni und 7. Juli 2008 (act. G 6.2) sei er 

nach wie vor zu 100% arbeitsunfähig (act. G 6).

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 8).

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C.e Am 13. Oktober 2008 teilt der Vertreter des Beschwerdeführers unter Beilage eines 

Berichts der Klinik X.___ vom 8. Oktober 2008 (act. G 10.1) mit, es sei eine weitere 

Operation vorgesehen. Zumindest bis dahin sei der Beschwerdeführer weiterhin zu 

100% arbeitsunfähig (act. G 10). Am 17. Februar 2009 orientiert er die 

Beschwerdegegnerin sowie das Gericht darüber, dass die Operation in der Klinik X.___ 

am 19. Februar 2009 stattfinde. Die SUVA richte dem Beschwerdeführer rückwirkend 

wieder Taggelder aus (act. G 11).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den 

materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 

1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen ergingen am 10. 

April 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der 

revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher 

und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche 

noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals 

geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-

Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).

2.   

Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu 

Recht eine befristete Rente zugesprochen hat. Auch wenn der Beschwerdeführer die 

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angefochtenen Verfügungen nur insoweit rügt, als ihm über den 31. Mai 2007 hinaus 

keine Rente zugesprochen wurde, ist die richterliche Prüfungsbefugnis nicht 

dahingehend eingeschränkt, sondern erstreckt sich auf das gesamte Rechtsverhältnis, 

also auch auf die nicht beanstandete Rentenperiode vom 1. Mai 2006 bis 31. Mai 2007 

(vgl. BGE 131 V 164 mit Hinweis auf BGE 125 V 413).

3.   

3.1  Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit 

ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für 

einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG 

durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die 

versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

3.2 Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen erforderlich, 

den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe 

der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 106 V 

16; BGE 109 V 125).

3.3 Der Entscheid über eine befristete Invalidenrente enthält gleichzeitig die Gewährung 

der Leistung und deren Abstufungen analog der für eine Revision geltenden IVV-

Bestimmungen. Das hat zur Folge, dass jede Anpassung einer laufenden Rente 

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bezogen auf die Veränderung des rentenrelevanten Sachverhaltes mit einer mindestens 

dreimonatigen Verzögerung erfolgt (vgl. auf dem Internet publiziertes Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Mai 2008, IV 2008/3, E. 3.3.2).

3.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des streitigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies 

bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand allein, dass sie von einer 

Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden, ohne weiteres minder 

beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen zum medizinischen 

Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein 

vom Gericht oder vom Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht 

eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die 

Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in 

rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen 

wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten angeht, muss die 

Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten 

ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des 

Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen 

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allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht 

vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden 

Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich 

einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung 

durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen 

Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 

tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 

fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- 

oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 

zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen 

gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung 

aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 

Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 

unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 

2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).

4.   

4.1 Die Ärzte sind sich weitgehend einig, dass der Beschwerdeführer seit seinem Unfall 

im Mai 2005 bis ca. ein Jahr nach der letzten Operation vom 23. Juni 2006 zu 100% 

arbeitsunfähig war; ungefähr ein Jahr nach der letzten Operation könne wieder von 

einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden (vgl. act. G 4.1.26-4, 

4.1.38-7). Unter diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer zu Recht eine ganze Invalidenrente für die Zeit vom 1. Mai 2006 

(Ablauf des Wartejahrs, aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) bis 31. Mai 2007 zugesprochen. Zu 

prüfen bleibt damit, ob der Beschwerdeführer über den 31. Mai 2007 hinaus einen 

Rentenanspruch hat.

4.2 Die Beschwerdegegnerin verneint einen weitergehenden Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers in erster Linie gestützt auf das Gutachten von Dr. B.___ vom 

11./23. Mai 2007, in welchem dieser dem Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hat (act. G 4.1.38).

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Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, gemäss den Berichten der 

Uniklinik Z.___ sowie der Klinik Y.___ habe sich sein Gesundheitszustand seit Sommer 

2007 nicht verbessert. Es bestehe nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Zudem leide er gemäss Bericht der Klinik Y.___ an Depressionen.

Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers ab Juni 2007 verbessert hat, zumindest nicht dauerhaft. 

Offenbar richtet denn auch die SUVA dem Beschwerdeführer nach einer 

vorübergehenden Einstellung der Taggeldleistungen rückwirkend wieder Taggelder aus 

(vgl. act. G 11), wobei aus den Akten nicht hervorgeht, auf welche medizinischen 

Berichte sie sich dabei stützt. Die Beschwerdegegnerin wird daher die betreffenden 

SUVA-Akten beiziehen müssen. Darüber hinaus hielt sich der Beschwerdeführer vom 

10. März bis 24. April 2008, also zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügungen vom 10. April 2008, stationär in der Klinik Y.___ auf. Im entsprechenden 

vorläufigen Austrittsbericht vom 23. April 2008 attestierten ihm die Ärzte eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen (act. G 1.3). Zwar erwarteten sie bei 

Therapieoptimierung eine Besserung dieses Zustands und sahen eine Reevaluation in 

sechs Wochen vor, doch finden sich in den Akten keine Angaben über den weiteren 

diesbezüglichen Verlauf, weshalb der Sachverhalt auch insoweit zu wenig abgeklärt 

erscheint. Die Beschwerdegegnerin wird den vollständigen Austrittsbericht der Klinik 

Y.___ sowie allfällige weitere medizinische Berichte betreffend den psychischen 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers beiziehen müssen. Schliesslich scheinen 

auch die zwei Hüftoperationen nicht den erhofften Erfolg gebracht zu haben, musste 

sich der Beschwerdeführer doch offenbar am 19. Februar 2009 einer weiteren 

Operation unterziehen, diesmal in der Klinik X.___ in Zürich (vgl. act. G 11). Zwar 

datieren diese Operation sowie die vorgängige Untersuchung vom 8. Oktober 2008 

(vgl. act. G 10.1) erst nach Erlass der angefochtenen Verfügungen, doch ist davon 

auszugehen, dass die diesbezüglichen Einschränkungen und Beschwerden des 

Beschwerdeführers bereits seit der IV-Anmeldung des Beschwerdeführers im Juni 

2006 bestehen, weshalb sie vorliegend ebenfalls zu berücksichtigen sind. Unter diesen 

Umständen erscheint das Gutachten von Dr. B.___ vom 11./23. Mai 2007 (act. G 

4.1.38) wohl als zu optimistisch und vermag nicht zu überzeugen. Auch diesbezüglich 

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sind weitere Abklärungen, insbesondere die Einholung eines Berichts bei der Klinik 

X.___, angezeigt.

4.3 Zusammengefasst erscheint der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht zu wenig 

abgeklärt, weshalb die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Eine 

allfällige Verbesserung des Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist gemäss 

Art. 88a IVV erst zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentlichen Unterbruch 

drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bei diesem 

Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Rügen des Beschwerdeführers 

einzugehen.

5.   

5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die angefochtenen 

Verfügungen vom 10. April 2008 sind aufzuheben, und die Sache ist zur weiteren 

Abklärung und neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.-- 

erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt 

praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat 

deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist 

der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückzuerstatten.

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung 

der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügungen 

vom 10. April 2008 aufgehoben, und die Streitsache wird zur weiteren Abklärung und 

zu anschliessender neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem 

Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2010
	Art. 17 ATSG, Art. 88a IVV. Rückwirkende Zusprache einer befristeten Invalidenrente. Eine allfällige Verbesserung des Gesundheitszustands ein Jahr nach einer Hüftoperation ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen und wäre erst nach drei Monaten zu berücksichtigen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. März 2010, IV 2008/222).

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		2025-07-19T14:01:59+0200
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