# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 57e4ac8a-c993-5370-8cbd-1fc0eb725d83
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.06.2024 SB240043
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240043_2024-06-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240043-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Chr. Prinz, Präsident, Oberrichter lic. iur. R. Faga 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Nabholz sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Kümin Grell

Urteil vom 13. Juni 2024

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. U. Krättli, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 
vom 5. Oktober 2023 (DG230075)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 3. Mai 2023 

(Urk. 20/1) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 63 S. 52 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB,

 der Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes im Sinne von Art. 57 Abs. 3 PBG.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 398 

Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu Fr. 10.– und einer Busse von Fr. 100.–.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu 

bezahlen.

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 1 Tag.

5. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB (Be-

handlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der stationären Massnahme im Sinne von 

Art. 59 Abs. 1 StGB aufgeschoben.

7. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für 7 Jahre des Landes ver-

wiesen.

8. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) wird an-

geordnet.

9. Der nachfolgend aufgeführte, durch die Stadtpolizei Zürich sichergestellte Gegenstand (Polis-

Geschäfts-Nr. 83549604) wird beschlagnahmt, eingezogen und der zuständigen Lagerbe-

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hörde nach Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung bzw. zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen:

 Schweizer Taschenmesser (Asservat-Nr. A016'514'355)

10. Die nachfolgend aufgeführten, durch die Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände 

(Polis-Geschäfts-Nr. 83549604) werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben:

 T-Shirt, schwarz (Asservat-Nr. A016'514'366)

 Kapuzenpullover (Asservat-Nr. A016'514'377)

 Herrenhose, Blue Jeans (Asservat-Nr. A016'514'388)

 Paar Turnschuhe, Marke Puma (Asservat-Nr. A016'514'399)

Verlangt der Beschuldigte die Gegenstände nicht innert 60 Tagen ab Rechtskraft dieses 

Urteils heraus, werden sie der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

11. Die übrigen Asservate, Spuren und Spurenträger (Police-Geschäft-Nr. 83549604), welche 

nicht bereits vorstehend unter Ziff. 9 und 10 erwähnt wurden, werden zur Vernichtung der 

zuständigen Lagerbehörde überlassen. 

12. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit 

Fr. 17'019.– (inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'400.–   Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 16'978.60 Gutachten/Expertisen etc.

Fr. 165.– Auslagen Untersuchung

Fr. 125.–   Zeugenentschädigung

Fr. 17'019.– amtliche Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. X._____

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der 

amtlichen Verteidigung und der "Auslagen Untersuchung" in der Höhe von Fr. 165.–, werden 

dem Beschuldigten A._____ auferlegt. Die "Auslagen Untersuchung" in der Höhe von 

Fr. 165.– werden auf die Staatskasse genommen.

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15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

16. (Mitteilungen)

17.-18. (Rechtmittel)"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 77 S. 1)

1. Es sei der Beschuldigte der einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 2 

StGB schuldig zu sprechen. 

2. Es sei eine ambulante Massnahme i.S.v. Art. 63 StGB anzuordnen, eventualiter 

sei eine Suchtbehandlung i.S.v. Art. 60 StGB anzuordnen.

3. Von einer Landesverweisung und deren Ausschreibung im Schengener Infor-

mationssystem SIS sei abzusehen.

4. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 5. Oktober 2023 zu 

bestätigen. 

5. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

13. Februar 2024 sei abzuweisen.

6. Die Verfahrenskosten (inkl. die Kosten der amtlichen Verteidigung) seien auf 

die Staatkasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 79 S. 1)

1. Die Anträge des Beschuldigten/Berufungsklägers seien abzuweisen. 

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2. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils, ausser Ziff. 2, welche wie folgt 

lauten soll:

"Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und 

mit heute… Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt und vorzeitigen 

Massnahmenantritt erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 20 Tages-

sätzen zu CHF 10.00 und einer Busse von CHF 100.00."

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem an-

gefochtenen Entscheid (Urk. 63 S. 5). 

2. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete Urteil 

vom 5. Oktober 2023 meldete die Verteidigung mit Eingabe vom 6. Oktober 2023, 

eingegangen am 10. Oktober 2023, rechtzeitig Berufung an (Prot. I S. 31; Urk. 50). 

Nach Erhalt des begründeten Urteils reichte die Verteidigung am 1. Februar 2024 

fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 62/1-3, Urk. 66). Mit Präsidialverfügung 

vom 6. Februar 2024 wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerin die Be-

rufungserklärung des Beschuldigten zugestellt und Frist für eine Anschlussberufung 

oder einen begründeten Nichteintretensantrag angesetzt (Urk. 67). Die Staatsanwalt-

schaft erhob innert Frist am 13. Februar 2024 Anschlussberufung (Urk. 69), die 

Privatklägerin liess sich nicht vernehmen.

Mit Präsidialverfügung vom 5. März 2024 wurde ferner der Antrag des Beschuldigten 

auf Rückversetzung aus dem vorzeitigen Massnahme- in den vorzeitigen Strafvollzug 

abgewiesen (Urk. 66, Urk. 70).

3. Am 18. März 2024 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 13. Juni 2024 

vorgeladen (Urk. 72). An der Berufungsverhandlung nahmen der Beschuldigte in 

Begleitung seiner amtlichen Verteidigung sowie Staatsanwalt lic. iur. U. Krättli als 

Vertreter der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich teil (Prot. II S. 5). 

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II. Prozessuales

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im Umfang der 

Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht erfassten Punkte 

in Rechtskraft erwachsen (BSK STPO II-EUGSTER, Art. 402 N 2). Der Beschuldigte 

verlangt im Berufungsverfahren einen Schuldspruch wegen einfacher Körperver-

letzung statt versuchter schwerer Körperverletzung (Urk. 66, Urk. 77). Zwar ficht er 

die Strafe und den Vollzug derselben nicht an, Strafe und Vollzug sind jedoch von 

der Qualifikation des relevanten Tatbestands abhängig. Aufgrund des engen Konne-

xes stehen zudem nicht nur die Freiheitsstrafe, sondern auch die Geldstrafe und die 

Busse zur Disposition. Im Weiteren wird ein Verzicht auf eine stationäre Massnahme 

sowie auf die Landesverweisung beantragt (Urk. 66, Urk. 77). Die Staatsanwaltschaft 

verlangt mit ihrer Anschlussberufung eine höhere Freiheitsstrafe (Urk. 69, Urk. 79). 

Demgemäss stehen im Rahmen des Berufungsverfahrens die Dispositivziffern 1, 

Lemma 1, und 2 bis 8 des vorinstanzlichen Entscheides zur Disposition. Nicht ange-

fochten und damit in Rechtskraft erwachsen ist das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich 

Dispositivziffer 1, Lemma 2 und 3 (Verurteilung wegen Hinderung einer Amtshand-

lung sowie wegen Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes), Dispositiv-

ziffern 9 bis 11 (Beschlagnahmungen und Spurenverwertungen) und Dispositivziffern 

12 bis 15 (Entschädigung amtliche Verteidigung, Kostenfestsetzung und Kosten-

auflage), was vorab festzustellen ist. 

2. Beweisanträge wurden keine gestellt. Folglich erweist sich das Verfahren als 

spruchreif, wobei bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass sich das 

urteilende Gericht nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 136 I 229 E. 5.2; 

Urteil des Bundesgerichts Nr. 6B_1130/2014 vom 8. Juni 2015, E. 4). Die Berufungs-

instanz kann sich somit im Folgenden auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken.

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III. Sachverhalt 

1. Verbleibend zu beurteilender Anklagevorwurf

Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten betreffend die versuchte schwere 

Körperverletzung vor, am 3. September 2022, um ca. 01.30 Uhr, eine tätliche Ausein-

andersetzung mit dem Geschädigten gehabt zu haben. Als diese beendet gewesen 

und der Geschädigte vom Beschuldigten weggegangen sei, habe der Beschuldigte 

– in seiner Wut über das soeben Geschehene – nach maximal zwei bis drei Minuten, 

sein mitgeführtes blaues Taschenmesser (Klingenlänge 6.8cm, Gesamtlänge 16cm) 

hervorgenommen und sei dem Geschädigten mit der geöffneten Klinge nachgerannt. 

Als der Beschuldigte den Geschädigten bei der B._____ eingeholt habe, habe er mit 

seiner rechten Hand willentlich und ohne Vorwarnung auf den Geschädigten 

eingestochen. Dadurch habe der Geschädigte eine Stich-/Schnittverletzung am 

Rücken links, am Übergang zur linken Brustkorbaussenseite, ca. 10 cm beckenwärts 

der linken Achselhöhle und ca. 10 cm links der Brustwirbelsäule erlitten, was 

hingegen zu keiner Verletzung der inneren Organe oder einer bleibenden Schädi-

gung geführt habe (Urk. D1/20/1 S. 2 f.).

2. Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte anerkannte den massgeblichen Anklagesachverhalt, wonach 

er dem Geschädigten nachgerannt sei und sodann einmal mit der rechten Hand 

mit einem Taschenmesser auf den Geschädigten eingestochen habe (Urk. D1/2/1 

F/A 13 und 16; act. D1/2/2 F/A 8 und 10; Urk. D1/2/3 F/A 6, 15, 18 und 21; Prot. I 

S. 14 ff., Urk. 75 S. 10). 

3. Würdigung

3.1 Insoweit der Beschuldigte geständig ist, korrespondieren seine Aussagen mit 

dem übrigen Beweisergebnis und decken sich insbesondere mit den Aussagen des 

Geschädigten (vgl. Urk. D1/3/1 F/A 6, 23, 37 und 40; Urk. D1/3/2 F/A 9 und 28), der 

Zeugen C._____, D._____ und E._____ (vgl. Urk. D1/4/4 F/A 4; Urk. D1/4/5 F/A 9, 

11, 18, 19, 20 und 23; Urk. D1/4/6 F/A 8; Urk. D1/4/9 F/A 22; Urk. D1/4/8 F/A 14 ff.) 

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sowie der Fotodokumentation der vom Geschädigten erlittenen Verletzung 

(Urk. D1/8/6). Damit kann auf das Geständnis des Beschuldigten abgestellt werden.

3.2 Mit der Vorinstanz ist darüber hinaus aufgrund des rechtsmedizinischen Gut-

achtens zur körperlichen Untersuchung des Geschädigten vom 5. Oktober 2022 die 

in der Anklageschrift festgehaltene Verletzung des Geschädigten dokumentiert und 

folglich ebenfalls rechtsgenügend erstellt (Urk. D1/8/6 S. 5).

3.3 Soweit der Beschuldigte sich ferner darauf berief, dass die dem Messerstich 

vorangehende tätliche Auseinandersetzung nicht gegenseitig gewesen sei, sondern 

vielmehr ein einseitiger Angriff des Geschädigten stattgefunden habe (Urk. D1/2/1 

F/A 6; Urk. D1/2/2 F/A 14; Prot. I S. 14 f.), würdigte die Vorinstanz korrekt und zutref-

fend, dass sich aus den übereinstimmenden, glaubhaften Schilderungen des Ge-

schädigten (Urk. D1/3/1 F7A 6, F/A 27 ff, F/A 30. F/A 33, Urk. D1/3/2 F/A 16 ff) und 

der Zeugen D._____ (Urk. D1/4/4 F/A 4, Urk. D1/4/6 F/A 8 und 15) und C._____ 

(Urk.D1/4/5 F7A 9, Urk. D1/4/5 F/A 31, Urk. D1/4/9 F/A 14 und F/A 18), beinhaltend 

eine gegenseitige Streiterei bzw. Auseinandersetzung, erstellt sei, dass sich der Be-

schuldigte und Geschädigte im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung gegen-

seitig schlugen. Solches legen letztlich auch die festgestellten Verletzungen der Be-

teiligten nahe (Urk. 63 S. 13 ff.). Es kann entsprechend vollumfänglich auf die Erwä-

gungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 63 S. 13 ff., S. 18).

3.4 Der vorgeworfene äussere Anklagesachverhalt ist damit rechtsgenügend 

erstellt.

3.5 Soweit die Verteidigung geltend macht, der Beschuldigte habe keine schwere 

Schädigung des Geschädigten in Kauf genommen, womit der innere Sachverhalt be-

stritten wird, ist hierauf im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen.

IV. Rechtliche Würdigung

1. Parteistandpunkte

1.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, mit seinem Handeln le-

bensgefährliche Verletzungen oder bleibende Schäden des Geschädigten zumindest 

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in Kauf genommen zu haben und würdigt den in der Anklageschrift vorgeworfenen 

Sachverhalt als versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. D1/20/1 S. 3; Urk. 44 S. 4 ff., Urk. 79 S. 2; 

Prot. II S. 9). Die Vorinstanz folgte dieser rechtlichen Einschätzung (Urk. 63 S. 29 ff.).

1.2 Die amtliche Verteidigung macht demgegenüber im Berufungsverfahren wie 

bereits vor Vorinstanz geltend, der Sachverhalt sei als einfache Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB zu würdigen (Urk. 66 S. 2, Urk. 77 S. 3 ff.). Bei der 

vom Geschädigten erlittenen Verletzung handle es sich objektiv um eine Stich-

/Schnittverletzung, welche gemäss dem rechtsmedizinischen Gutachten zur körper-

lichen Untersuchung vom 5. Oktober 2022 "oberflächlich bzw. nur die Weichteile 

betreffend ohne Beteiligung von Knochen oder inneren Organen gewesen" sei. Da 

folglich keine Lebensgefahr und auch keine bleibende Schädigung eines Organs 

bestanden habe, handle es sich objektiv um eine einfache Körperverletzung (Urk. 45 

S. 3 f., Urk. 77 S. 3). In subjektiver Hinsicht wird im Berufungsverfahren geltend 

gemacht, die Vorinstanz habe dem Beschuldigten das Wissen um die dicke Be-

kleidung des Geschädigten sowie darum, dass es sich lediglich um ein einklappbares 

Taschenmesser handelte, nicht angerechnet (Urk. 77 S. 4 f.). Das Gutachten des 

IRM äussere sich darüber hinaus nur pauschal zur Gefährlichkeit eines solchen 

Vorgangs, nicht jedoch zur Höhe des Risikos in concreto. Da in casu der Beschuldigte 

nur ein einziges Mal auf den Geschädigten eingestochen habe und aufgrund der 

geringen Schnittverletzung erhelle, dass die Energie des Zustossens gering gewesen 

sei. Darüber hinaus sei eine Schwungbewegung und keine Stossbewegung ausge-

führt worden, weshalb nicht nachweisbar sei, dass er eine schwere Schädigung des 

Körpers des Geschädigten in Kauf genommen habe (Urk. 45 S. 5 ff., Urk. 77 S. 6 f.; 

Prot. II S. 10 f.). Es müsse der qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 2 StGB Platz gelassen werden (Prot. II S. 10 f.). 

2. Würdigung

2.1 Der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB macht sich 

schuldig, wer einen Menschen vorsätzlich lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), dessen 

Körper, ein wichtiges Organ oder Glied verstümmelt, ein wichtiges Organ oder Glied 

unbrauchbar macht oder das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt 

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(Abs. 2) oder eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen 

oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht (Abs. 3). 

2.2 Unzweifelhaft lässt sich aus dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der 

Universität Zürich vom 5. Oktober 2022, wonach der Geschädigte am Rücken links, 

ca. 10 cm beckenwärts der linken Achselhöhle und ca. 10 cm links der Brustwirbel-

säule, eine Stich-/Schnittverletzung, welche oberflächlich war bzw. nur die Weichteile 

betraf und wonach keine Lebensgefahr bestand, entnehmen, dass in objektiver 

Hinsicht die Tatbestandsverwirklichung von Art. 122 StGB ausblieb bzw. das Ver-

letzungsbild einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB entsprach. 

Hinsichtlich der rechtlichen Einordnung der Tat ist vor diesem Hintergrund in sub-

jektiver Hinsicht zu prüfen, ob eine Versuchskonstellation gegeben ist.

2.3 Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines 

Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende 

führt oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt. Beim Versuch 

erfüllt der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale und manifestiert seine 

Tatentschlossenheit, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht 

sind (BGer 6B_908/2017 vom 15.03.2018 E. 1.3.2). Ob der Täter die Tatbestands-

verwirklichung in Kauf genommen hat, muss das Gericht aufgrund der Umstände ent-

scheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbe-

standsverwirklichung, die schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe 

des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tat-

bestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto 

näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe den Erfolg in Kauf genommen. Das 

Gericht darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter 

der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn 

als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausge-

legt werden kann. War der Eintritt des Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrschein-

lich, sondern bloss möglich, darf nicht allein aus dem Wissen des Beschuldigten um 

die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. 

Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGer 6B_908/2017 vom 

15.03.2018 E. 1.3.3).

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2.4 Die Vorinstanz erörterte hierzu, dass der Beschuldigte mit einem Taschen-

messer, welches über eine scharfe Klinge von rund 6.8 cm verfügte (vgl. Urk. D1/1/11 

S. 2), unkontrolliert und mit einer Schwungbewegung auf den Oberkörper des Be-

schuldigten eingestochen habe, wobei der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt unter 

Einfluss von Alkohol und Kokain gestanden habe (vgl. Urk. D1/7/8 S. 2 und 4). Zudem 

sei der Beschuldigte aufgrund der vorhergehenden tätlichen Auseinandersetzung so 

aufgebracht gewesen, dass er auch nach eigener Aussage seine Emotionen nicht 

mehr habe kontrollieren können (vgl. Urk. D1/2/1 F/A 6, Urk. 63 S. 22). Er habe vor 

diesem Hintergrund nicht wissen können, wo er den Geschädigten mit dem Messer 

konkret am Oberkörper treffen und wie tief das Messer in den Oberkörper eindringen 

würde. Die effektiv getroffene Stelle liege gefährlich nahe an lebenswichtigen 

Organen wie dem Herz und der Lunge. Ein solchermassen in einem dynamischen 

Geschehen unkontrolliert erfolgter Messerstich hätte folglich genauso gut eine 

Verletzung dieser Organe nach sich ziehen können (Urk. 63 S. 22 ff.).

2.5 Dieser sorgfältigen und zutreffenden Würdigung der Vorinstanz ist uneinge-

schränkt zu folgen. Es besteht kein Zweifel, dass die Verletzungsfolge bei einer 

dynamischen, schnellen und von Rage und Wut geleiteten Stichbewegung mit einem 

Taschenmesser gegen den Oberkörper einer sich bewegenden Person weder kon-

trolliert ausgeführt noch hinsichtlich der Gefährlichkeit dosiert werden kann. Dies 

umso mehr, als der Beschuldigte selbst ausführte, er sei so wütend gewesen, dass 

er den Geschädigten "hätte umbringen können" (vgl. Urk. D1/2/1 F/A 21). Dass eine 

solche Einwirkung auf den Oberkörper naturgemäss lebensgefährliche Verletzungen 

nach sich ziehen kann, ist als Allgemeinwissen vorauszusetzen und war folglich auch 

dem Beschuldigten bekannt. Wenn die Verteidigung vor Vorinstanz ins Feld führte, 

der Beschuldigte habe bereits einmal eine gegenteilige Erfahrung gemacht, als er 

jemanden anderen mit einer Stichwaffe verletzt habe, so mutet dies geradezu zynisch 

an, ebenso der Hinweis, das Leben sei lebensgefährlich und fast alles sei potentiell 

riskant (Urk. 77 S. 6). Etwas anderes, als dass der Beschuldigte bzw. das damalige 

Opfer offensichtlich bereits in diesem Fall schlicht grosses Glück hatte, kann daraus 

nicht abgeleitet werden. Der rechtsmedizinischen Einschätzung, wonach jemand, der 

– wie der Beschuldigte – unkontrolliert, aufgebracht sowie unter Einfluss von Alkohol 

und Kokain, in einem dynamischen Geschehen mit einer Schwungbewegung in den 

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Rücken eines anderen sticht, einen lebensbedrohlichen Vorgang ausführt (vgl. 

Urk. 8/6 S. 6), ist vollumfänglich zu folgen. 

2.6 Mit der Vorinstanz ist denn auch darauf zu verweisen, dass der Beschuldigte 

auf Nachfrage selbst angab, dass sich im Oberkörper Herz, Magen und Darm be-

fänden und er mithin wusste, dass sich lebensnotwendige Organe im Oberkörper 

befinden (Urk. D1/2/3 F/A 23, Urk. 63 S. 19). Auch an der Berufungsverhandlung 

erklärte er auf entsprechende Frage, es sei ihm bewusst, dass die Einwirkung auf 

den Oberkörper mit einem Messer zu schweren Körperverletzungen führen könne 

(Urk. 75 S. 11). Das Bundesgericht erwog sogar, dass sich bei einem Messerstich 

(Klingenlänge von 4,1 cm) in den Brustbereich die Möglichkeit tödlicher Verletzungen 

als so wahrscheinlich aufdrängten, dass der Täter mit seinem Handeln den Tod des 

Geschädigten in Kauf genommen habe (Urteil 6B_239/2009 vom 13. Juli 2009, 

Erw. 2.4). Somit ist davon auszugehen, dass dem Beschuldigten bewusst sein 

musste, dass bei seinem Handeln zumindest die Gefahr einer schweren Körper-

verletzung bestand. Das von der Verteidigung vorgebrachte Argument, die Klinge des 

Taschenmessers könne nicht arretiert werden, weshalb es bei stärkerer Stichbe-

lastung und je nach Winkel der einwirkenden Belastung auf die Klinge einknicken 

könne (Urk. 45 S. 3 f., Urk. 77 S. 5), ändert nichts daran. Dasselbe gilt für das Vor-

bringen, der Geschädigte habe eine Jacke und darunter noch Kleidung getragen, 

sodass der Widerstand auf die Klinge erhöht gewesen sei (Urk. 45 S. 4, Urk. 77 S. 4). 

Der Beschuldigte konnte keinesfalls darauf vertrauen, dass das Messer die Jacke 

nicht durchdringen würde. Dass der Beschuldigte solche Aspekte überhaupt in seine 

Gedanken einbezog, bevor er zustach, ist als lebensfremd zu taxieren und wurde 

denn auch durch den Beschuldigten selbst an keiner Stelle behauptet.

Angesichts der äusseren Umstände, die der Tathandlung zugrunde liegen, ist vor-

liegend als evident zu erachten, dass der Beschuldigte eine schwere Verletzung des 

Geschädigten in Kauf genommen hat und damit hinsichtlich einer schweren Körper-

verletzung eventualvorsätzlich handelte. Der Tatsache, dass es bei einer oberfläch-

lichen Wunde blieb, wird Rechnung getragen, indem von blossem Versuch ausge-

gangen wird. 

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3. Fazit

Nach dem Ausgeführten ist der Beschuldigte in Bestätigung des vorinstanzlichen 

Entscheides der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor.

V. Strafzumessung

A. Freiheitsstrafe

1. Strafrahmen

1.1 Bei der Bemessung der Strafe ist vom gesetzlichen Strafrahmen auszugehen. 

Dabei sind insbesondere die Strafschärfungsgründe gemäss Art. 49 StGB und die 

Strafmilderungsgründe gemäss Art. 48 StGB und Art. 19 Abs. 2 StGB zu berück-

sichtigen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die tat- und täterange-

messene Strafe grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der anzu-

wendenden Strafbestimmung festzusetzen. Der ordentliche Strafrahmen wird durch 

Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert. Vielmehr 

ist der ordentliche Strafrahmen nur dann zu verlassen, wenn aussergewöhnliche 

Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten 

Fall zu hart beziehungsweise zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8).

1.2 Die Vorinstanz hat den ordentlichen Strafrahmen der schweren Körperver-

letzung korrekt nach altem Recht auf 6 Monate bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe 

festgelegt (Art. 122 aStGB, Fassung vor dem 1. Juli 2023), da sich das neue Recht, 

welches einen Strafrahmen von 1 Jahr bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe vorsieht, als 

für den Beschuldigten keinesfalls milder erweist (Art. 2 Abs. 2 StGB). 

1.3 Bereits die Vorinstanz hatte zu Recht keine Asperation mit den weiteren Taten, 

welche nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens sind, vorgenommen. Im 

Folgenden ist einzig die Höhe der Freiheitsstrafe noch zu überprüfen.

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1.4 Strafschärfungs- sowie Strafmilderungsgründe, die ein Verlassen des ordent-

lichen Strafrahmens rechtfertigen würden, sind vorliegend in Bestätigung der Vor-

instanz keine ersichtlich. Die verminderte Schuldfähigkeit des Beschuldigten und der 

Versuch stellen keine derart ausserordentlichen Umstände dar, dass sich ein Ver-

lassen des ordentlichen Strafrahmens aufdrängen würde. Vielmehr sind sie innerhalb 

des ordentlichen Strafrahmens strafreduzierend zu berücksichtigen.

2. Strafzumessungsregeln

Die Vorinstanz hat die Strafzumessungsregeln korrekt dargestellt, worauf, um un-

nötige Wiederholungen zu vermeiden, verwiesen werden kann (Urk. 63 S. 28).

3. Versuchte schwere Körperverletzung

3.1 Vorerst ist die objektive Tatschwere als Ausgangskriterium für die Verschulden-

sbewertung zu bemessen. Bei der Bewertung der objektiven Tatschwere ist, wenn 

es wie vorliegend beim Versuch geblieben ist, gedanklich vom vollendeten Delikt aus-

zugehen (vgl. MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 121 f.). 

Die Tathandlung erfolgte als Reaktion auf die vorangegangene tätliche Auseinander-

setzung zwischen dem Beschuldigten und dem Geschädigten, mithin spontan und 

nicht von langer Hand geplant. Das Taschenmesser, welches über eine Klinge von 

mindestens 6.8 cm verfügte, stellte keine sehr gefährliche Tatwaffe dar und der Be-

schuldigte stach nicht wiederholt zu. Indessen bedingt das direkte Einwirken mit einer 

Stichwaffe auf den Körper einer anderen Person generell eine ausgeprägte Men-

schenverachtung und zeugt vorliegend deutlich von der fehlenden Hemmschwelle 

des Beschuldigten. Darüber hinaus erfolgte die Messerattacke von hinten, d.h. der 

Beschuldigte stach auf ein in diesem Moment vollkommen unvorbereitetes und damit 

zur Abwehr unfähiges Opfer ein. Insgesamt zeugt die Tat damit von Brutalität, Hin-

terhältigkeit, Feigheit und Rücksichtslosigkeit.

Die objektive Tatschwere ist vor diesem Hintergrund als keinesfalls leicht zu beur-

teilen. Es rechtfertigt sich eine Einsatzstrafe in der Höhe von ca. 40 Monaten. 

- 15 -

3.2 Bezüglich der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass Eventualvor-

satz gegeben ist. Der Beschuldigte handelte egoistisch und aus niederen Rache- 

bzw. Vergeltungsmotiven. Zu berücksichtigen ist aber mit der Vorinstanz die durch 

das Gutachten von Dr. med. F._____ vom 16. April 2023 festgestellte leicht vermin-

derte Schuldfähigkeit aufgrund Suchtmitteleinfluss und Wahnstimmung im Zuge der 

paranoiden Schizophrenie (vgl. Urk. D1/11/14 S. 36 und 45). Diese ist leicht strafmin-

dernd zu berücksichtigen (Art. 19 Abs. 2 StGB). Aus den genannten Gründen vermag 

die subjektive Tatschwere die objektive Tatschwere leicht zu relativieren, es recht-

fertigt sich eine Reduktion um 3 Monate. 

3.3 Im Weiteren ist der Versuch strafmindernd zu würdigen. Hierzu ist zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte eine Tathandlung ausführte, welche nach dem 

natürlichen Lauf der Dinge eine schwere Schädigung oder gar einen tödlichen Aus-

gang nahelegen würde. Dass es vorliegend trotzdem beim Versuch blieb und das 

Verletzungsbild letztlich weitreichend von einer schweren Schädigung abweicht, ist 

vor diesem Hintergrund einzig glücklicher Fügung zu verdanken. Insgesamt ist damit 

der Versuch merklich strafmindernd zu berücksichtigen. 

Es rechtfertigt sich eine Reduktion um ca. 7 Monate. 

3.4 Angesicht sämtlicher für die Tatschwere relevanter Faktoren erscheint die von 

der Vorinstanz festgelegte Einsatzstrafe in Höhe von 30 Monaten angemessen und 

ist zu übernehmen.

4. Täterkomponente

4.1 Betreffend die persönlichen Verhältnisse und den Werdegang des Beschul-

digten kann vollumfänglich auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 63 

S. 30 f). Es lassen sich hieraus keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten.

4.2 Mit der Vorinstanz stark ins Gewicht fallen jedoch die im Strafregisterauszug 

verzeichneten sechs Vorstrafen:

So wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern vom 

25. Juni 2018 wegen Beschimpfung zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 

- 16 -

Fr. 30.– sowie einer Busse von Fr. 100.– verurteilt. Mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Solothurn vom 26. Juni 2018 erfolgte eine Verurteilung wegen Sach-

beschädigung, welche mit Geldstrafe in Höhe von 25 Tagesätzen zu Fr. 20.– und mit 

einer Busse von Fr. 100.– sanktioniert wurde. Am 13. Januar 2020 erging ein Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl wegen Hinderung einer Amtshandlung und 

unbefugten Benützens eines Fahrzeugs, wobei der Beschuldigte mit einer Geldstrafe 

in Höhe von 20 Tagessätzen à Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 300.– bestraft wurde. 

Am 22. Januar 2020 erging ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm 

beinhaltend eine Bestrafung mit Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 60.– wegen 

Sachbeschädigung als Gesamtstrafe zum Grundurteil vom 19. und 29. Juni 2018. 

Am 14. Mai 2020 erliess die Staatsanwaltschaft Solothurn einen Strafbefehl wegen 

einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Tatmittel sowie Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes. Der Beschuldigte wurde hierbei mit Geldstrafe in Höhe 

von 120 Tages-sätzen zu Fr. 10.– und einer Busse von Fr. 300.– als Zusatzurteil zum 

Entscheid vom 22. Januar 2020 bestraft. Schliesslich erfolgte am 15. Juni 2020 ein 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau wegen Verstosses gegen die 

Covid-Verordnung 2 und Hinderung einer Amtshandlung. Die hierbei ausgefällte 

Sanktion beinhaltete eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.– und eine Busse 

in Höhe von Fr. 100.–.

Diese teilweise einschlägigen Vorstrafen sind in merklichem Umfang straferhöhend 

zu berücksichtigen.

4.3 Der Beschuldigte war im Kernsachverhalt von Beginn an geständig und ent-

schuldigte sich anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 14, 20 

und 27). Auch in der Berufungsverhandlung zeigte sich der Beschuldigte dahin-

gehend reuig, als er sich mehrmals für seine Tat entschuldigte (Urk. 75 S. 11 f.; 

Prot. II S. 12). Diese Umstände wirken sich merklich strafmindernd aus.

Dem aktuellen Führungsbericht der Klinik Rheinau vom 5. Juni 2024 lässt sich ent-

nehmen, dass sich beim Beschuldigten etwa sechs Wochen zuvor eine deutliche Be-

ruhigung eingestellt habe, er sich im Kontakt freundlich und angepasst zeige, sich an 

die Stationsregeln halte und dass fremdaggressives Verhalten zuletzt nicht mehr 

- 17 -

habe beobachtet werden können (Urk. 76 S. 2). Dies ist ebenfalls zu seinen Gunsten 

zu berücksichtigen. 

4.4 Die straferhöhenden und strafreduzierenden Aspekte halten sich in etwa die 

Waage, entsprechend ist die Täterkomponente in Bezug auf die Strafzumessung als 

neutral zu bewerten.

5. Fazit

Insgesamt erscheint mit der Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten für die 

versuchte schwere Körperverletzung angemessen, weshalb diese zu bestätigen ist.

6. Anrechnung der erstandenen Haft

Der Beschuldigte befindet sich seit dem 3. September 2022 in Untersuchungshaft 

und im vorzeitigen Straf- bzw. Massnahmevollzug. Die ausgestandene Haft von 649 

Tagen ist dem Beschuldigten im Sinne von Art. 51 StGB an die Freiheitsstrafe anzu-

rechnen. Diese Anrechnung hat keinen Einfluss auf die Fünfjahresfrist gemäss 

Art. 59 Abs. 4 StGB und führt entsprechend auch nicht zu einer Verkürzung einer 

allfälligen Massnahme um die Dauer des anzurechnenden Freiheitsentzugs. 

B. Geldstrafe und Busse

Die von der Vorinstanz neben der Freiheitsstrafe ausgefällten Strafen (Geldstrafe in 

der Höhe von 20 Tagessätzen zu Fr. 10.– bezüglich der Hinderung einer Amtshand-

lung und Busse von Fr. 100.– bezüglich der Übertretung des Personenbeförderungs-

gesetzes) wurden von den Parteien ausdrücklich anerkannt (Urk. 77 S. 1, Urk. 79 

S. 1). Die diesbezüglichen Erwägungen im erstinstanzlichen Entscheid (Urk. 33 ff.) 

sind zutreffend und zu übernehmen. Somit ist auch vorliegend neben der besagten 

Freiheitsstrafe eine Geldstrafe und eine Busse in genannter Höhe auszusprechen.

VI. Vollzug

Bereits die Vorinstanz wies korrekt darauf hin, dass gemäss ständiger Rechtspre-

chung des Bundesgerichts der bedingte oder teilbedingte Aufschub einer gleichzeitig 

mit einer Massnahme ausgefällten Strafe ausgeschlossen ist, da die Anordnung der 

- 18 -

Massnahme zugleich eine ungünstige Prognose bedeutet (BGE 135 IV 180 E. 2.3; 

BSK STGB-I SCHNEIDER/GARRÉ, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 42 N 25). Vorliegend ist 

– wie noch zu zeigen sein wird – eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB 

anzuordnen, weshalb der Vollzug im Lichte von Art. 57 Abs. 2 StGB aufzuschieben 

sein wird. Ein davon unabhängiger Vollzugsentscheid ist vor diesem Hintergrund 

aber in Korrektur der Vorinstanz nicht vorzunehmen. 

VII. Anordnung einer stationären Massnahme

1. Die Vorinstanz ordnete den Anträgen der Anklagebehörde folgend eine 

stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB an (Urk. 63 S. 36 ff., S. 52).

Der amtliche Verteidiger beantragt im Berufungsverfahren demgegenüber wie bereits 

im erstinstanzlichen Verfahren, es sei eine ambulante Massnahme im Sinne von 

Art. 63 StGB bzw. eventualiter eine stationäre Suchtbehandlung im Sinne von Art. 60 

StGB anzuordnen (Urk. 66 S. 2, Urk. 77 S. 1 und 8 f.).

2. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen zur Anordnung einer stationären Mass-

nahme korrekt wiedergegeben und sich einlässlich und umfassend zu dieser Frage, 

auch unter Abwägung anderer Therapiemöglichkeiten, geäussert. Dabei hat sie sich 

hinlänglich und differenziert mit dem psychiatrischen Gutachten von Dr. 

med. F._____ vom 16. April 2023 (Urk. D1/11/14) auseinandergesetzt. Auf die ent-

sprechenden Erwägungen und Schlussfolgerungen, welche als zutreffend zu erach-

ten sind, kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 63 S. 36 ff.). Die folgenden 

Ausführungen hierzu verstehen sich daher primär als Rekapitulation und Ergänzung.

3.1 Zunächst ist mit der Vorinstanz darauf zu verweisen, dass das besagte psych-

iatrische Gutachten fachlich einwandfrei verfasst, differenziert, nachvollziehbar und 

schlüssig ist, weshalb darauf abzustellen ist. 

3.2 Aus dem genannten Gutachten ergibt sich, dass der Beschuldigte an einer 

paranoiden Schizophrenie (ICD-10, F20.0) sowie an einer Suchtmittelabhängigkeit, 

welche die Suchtmittel Alkohol, Kokain und Cannabis umfasst (ICD-10, F.10.21, ICD-

10, F14.21, ICD-10, F12.21), leidet (Urk. D1/11/14 S. 32 f. und 44). Das Delikt steht 

- 19 -

gemäss Gutachten mit der genannten schwerwiegenden psychischen Störung in un-

mittelbarem Zusammenhang, war die Fähigkeit zu einsichtsgemässem Handeln des 

Beschuldigten im Tatzeitpunkt wegen der durch die schizophrene Störung herrühren-

den Wahnstimmung doch als leichtgradig vermindert zu beurteilen (Urk. D1/11/14 

S. 45 f.). 

3.3 Zur Frage, ob eine therapeutische Massnahme gemäss Art. 59 StGB oder eine 

solche nach Art. 60 StGB erfolgsversprechender sei, äusserte sich der Gutachter 

eindeutig, wobei er erstere, d.h. die Therapie der psychischen Störung, favorisierte, 

da selbige die Suchtproblematik überlagere (Urk. D1/11/14 S. 48 f.). Entgegen der 

Ansicht der amtlichen Verteidigung wird im Gutachten nachvollziehbar ausgeführt, 

dass die schizophrene Störung, welche mit einer wahnstimmungsgetragenen 

Aggressionsbereitschaft einhergehe, eine knapp deutliche Rückfallgefahr begründe, 

während der Suchtmittelabhängigkeit aus legalprognostischer Sicht bloss eine unter-

geordnete Rolle zukomme. Letztere nehme aber auf die schizophrene Störung einen 

ungünstigen Einfluss (Urk. D1/11/14 S. 45 f.). Um vor allem der schizophrenen 

Störung adäquat begegnen zu können, bedürfe es deshalb einer stationären Be-

handlung im Sinne von Art. 59 StGB (Urk. D1/11/14 S. 44).

Betreffend die Legalprognose sowie die Massnahmebedürftigkeit ist dem Gutachten 

zu entnehmen, dass die Rückfallgefahr für Gewaltdelikte (unter Waffeneinsatz) als 

knapp deutlich einzustufen sei (Urk. D1/11/14 S. 43 und 45). Als wesentliches 

Element falle bei dieser Risikoeinstufung die schizophrene Störung ins Gewicht, für 

die der Beschuldigte gegenwärtig keine Krankheits- und Behandlungsnotwendig-

keitseinsicht entwickelt habe (Urk. D1/11/14 S. 43 f). Weiter werde die Rückfallgefahr 

getragen durch eine aus der paranoiden Schizophrenie resultierenden Wahnstim-

mungsbereitschaft, die beim Beschuldigten eine aggressive Reaktionsbereitschaft 

generiere, wie auch durch die Suchtmittelproblematik und deren ungünstigen Einfluss 

auf den Verlauf der schizophrenen Störung. Zur Minimierung der Rückfallgefahr sei 

eine stationäre Behandlung im Sinne von Art. 59 StGB angezeigt und als einzig Erfolg 

versprechend durchführbar zu beurteilen (Urk. D1/11/14 S. 44). Auch gemäss dem 

aktuellen Verlaufsbericht der Klinik Rheinau ist der Beschuldigte aufgrund des Vor-

liegens einer paranoiden Schizophrenie therapiebedürftig, wobei eine entsprechende 

- 20 -

Behandlung zur Senkung des Rückfallrisikos beizutragen vermöge (Urk. 76 S. 2). In 

diesem Sinne ist auch die Massnahmebedürftigkeit ohne Weiteres zu bejahen.

3.4 Gemäss Gutachten ist darüber hinaus derzeit noch keine Chronifizierung der 

schizophrenen Störung eingetreten, weshalb von einer guten medikamentösen An-

sprechbarkeit auszugehen sei (Urk. D1/11/14 S. 43). Der besagte Verlaufsbericht 

vom 5. Juni 2024 schildert, dass die ersten sechs Behandlungsmonate geprägt ge-

wesen seien vom Vorliegen psychotischer Krankheitssymptome, wiederkehrender 

Verweigerung der Medikamenteneinnahme, zeitweiser Missachtung von Stations-

regeln und mehreren Fremdaggressionsereignissen. Seit etwa sechs Wochen habe 

sich jedoch eine deutliche Beruhigung eingestellt. Der Beschuldigte nehme inzwi-

schen regelmässig die verordnete antipsychotische Medikation ein und habe jüngst 

auch der Umstellung auf ein intramuskuläres Depotpräparat mit vierwöchentlichen 

Gaben zugestimmt. Er zeige sich im Kontakt freundlich und angepasst, halte sich an 

die Stationsregeln und nehme am multimodalen Therapieangebot der Station teil. 

Fremdaggressives Verhalten habe zuletzt nicht mehr beobachtet werden können 

(Urk. 76 S. 2). Daraus erhellt, dass der Beschuldigte auf die medikamentöse Behand-

lung ansprechbar ist, was wiederum für die Einschätzung im Gutachten spricht. Die 

Massnahmefähigkeit ist damit ebenfalls zu bejahen.

3.5 Hinsichtlich der Frage der Massnahmewilligkeit wies die Vorinstanz unter Ver-

weis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGer 6P.73/2006 vom 29. Juni 

2006 E. 7.3) darauf hin, dass zumindest in der Anfangsphase lediglich ein Mindest-

mass an Kooperationsbereitschaft verlangt werden solle. Vorliegend erscheint mass-

geblich, dass der Beschuldigte zumindest punktuell immer wieder ein Mindestmass 

an Kooperationsbereitschaft manifestierte. So war er denn beispielsweise bereits 

während der Haft temporär zur Einnahme von Medikamenten bereit. Aus dem 

Führungsbericht der Justizvollzugsanstalt Pöschwies wird hierzu ersichtlich, dass der 

Beschuldigte ihm verschriebene Medikamente regelmässig und unter Aufsicht einge-

nommen hat (vgl. Urk. 43/1 S. 2). Zudem zeigt auch der Eventualantrag der Vertei-

digung bezüglich einer Suchtbehandlung i.S.v. Art. 60 StGB, dass eine völlige Ver-

weigerung des Beschuldigten nicht anzunehmen ist. An der Berufungsverhandlung 

führte der Beschuldigte hierzu zunächst aus, er akzeptiere die ihm gestellte Diagnose 

- 21 -

nicht, er sei gesund und benötige keine Medikamente. Er nehme diese ein, weil er 

dies tun müsse (Urk. 75 S. 2 ff.). Auf die Frage, ob er im Fall der gerichtlichen Anord-

nung einer Massnahme sich weiterhin einer Therapie unterziehen würde, erklärte er 

aber, dass wenn das Gericht so entscheide, er das akzeptieren müsse (Urk. 75 S. 5). 

Auch dem Verlaufsbericht ist zu entnehmen, dass im Fall einer Bestätigung des erst-

instanzlichen Urteils damit gerechnet werden dürfe, dass sich der Beschuldigte an-

passungsbereit und kooperativ zeige. Darüber hinaus ergibt sich aus dem genannten 

Verlaufsbericht wie erwähnt, dass die (vorzeitig angetretene) Massnahme positiv zu 

greifen beginnt (Urk. 76 S. 2). Diese Faktoren sind insgesamt als Indiz für eine grund-

sätzliche Massnahmewilligkeit des Beschuldigten zu werten.

3.6 Schliesslich ist die Massnahme auch als verhältnismässig zu erachten, erwei-

sen sich doch andere, weniger weitreichende Therapiemöglichkeiten, namentlich 

eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB oder eine Suchtbehandlung 

im Sinne von Art. 60 StGB als nicht geeignet, der Rückfallgefahr in sinn- und 

wirkungsvoller Weise zu begegnen.

Zur Verhältnismässigkeit im engeren Sinne hielt bereits die Vorinstanz korrekt fest, 

dass der Eingriff in die Freiheit des Beschuldigten durch die stationäre Massnahme 

zwar zweifelsohne von grosser Tragweite ist, es vorliegend aber um einen schwer 

kranken und behandlungsbedürftigen Beschuldigten geht, dessen begangenes Ver-

brechen mit seiner Erkrankung im Zusammenhang steht. Es ist beim Beschuldigten 

davon auszugehen, dass sich die Gefahr weiterer mit der Störung in Zusammenhang 

stehender Taten mittels einer stationären Massnahme minimieren lässt. Da der Be-

schuldigte wirtschaftlich und sozial zudem kaum integriert ist und keine Arbeitsstelle 

hat, sind durch eine stationäre Massnahme keine ungünstigen wirtschaftlichen und 

sozialen Nebenfolgen zu erwarten. Wie wohl sich der Beschuldigte in der Klinik 

Rheinau fühlt und dass er lieber im Rahmen des Strafvollzugs eine Arbeit erlernen 

resp. verrichten möchte (vgl. Urk. 75 S. 4), ist für den Entscheid betreffend Anordnung 

der Massnahme nicht relevant. Eine ambulante Massnahme während des noch 

verbleibenden Strafvollzugs wird vom Gutachter resp. den Ärzten nicht in Erwägung 

gezogen. Die aktuell (noch) fehlende Krankheitseinsicht des Beschuldigten lässt 

daran zweifeln, ob er nach einer Entlassung aus dem Strafvollzug die Medikamente 

- 22 -

weiterhin zuverlässig einnehmen würde. Angesichts des Sicherheitsinteressens der 

Bevölkerung ist die Anordnung einer Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB daher 

verhältnismässig. 

4. Fazit

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen und unter Verweis auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz sind die Voraussetzungen für die Anordnung einer 

stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen 

Störungen) gegeben. Es ist daher eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB anzuordnen. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist zugunsten der anzuordnenden Massnahme auf-

zuschieben.

VIII. Landesverweisung

1. Grundlagen

1.1 Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen einer der strafbaren Handlun-

gen nach Art. 66a lit. a bis lit. p StGB verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der 

Strafe für 5 bis 15 Jahre aus der Schweiz. Die obligatorische Landesverweisung 

muss zudem unabhängig davon angeordnet werden, ob die Strafe bedingt oder un-

bedingt ausgesprochen wird (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; BGer 6B_560/2020 E. 1.1.1).

1.2 Das Gericht kann ausnahmsweise von einer Landesverweisung absehen, wenn 

diese kumulativ (1) für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewir-

ken würde und (2) die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber 

den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen 

(MARC BUSSLINGER/PETER UEBERSAX, Härtefallklausel und migrationsrechtliche Aus-

wirkungen der Landesverweisung, Plädoyer 5/16, S. 97 f.). Der Gesetzgeber hat mit 

seiner Formulierung allerdings klar zum Ausdruck gebracht, dass bei Vorliegen einer 

Anlasstat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB in der Regel eine Landesverweisung zu 

verhängen ist. Bei der Prüfung der Frage, ob im konkreten Einzelfall ein schwerer 

persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB vorliegt, sind insbesondere 

- 23 -

die folgenden Aspekte zu berücksichtigen: Die Anwesenheitsdauer, die familiären 

Verhältnisse, die Arbeits- und Ausbildungssituation, die Persönlichkeitsentwicklung, 

der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) Integration, einschliesslich familiäre 

Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat sowie die Reso-

zialisierungschancen. Bei sämtlichen Aspekten ist der Fokus einerseits auf die 

Situation in der Schweiz und andererseits auf die Situation im Heimatland zu legen. 

Ein schwerer persönlicher Härtefall liegt dann vor, wenn die Summe aller Schwierig-

keiten den Betroffenen derart hart trifft, dass ein Verlassen der Schweiz bei objektiver 

Betrachtung zu einem nicht hinnehmbaren Eingriff in seine Daseinsbedingungen 

führt. Ob ein schwerer persönlicher Härtefall vorliegt, ist im Rahmen einer Gesamt-

betrachtung zu eruieren. Dabei sind sämtliche härtefallbegründenden Aspekte zu 

berücksichtigen und zu bewerten (BRUN/FABRI, a.a.O, S. 231 ff., VI. 1.c.aa. mit Ver-

weis auf BUSSLINGER/UEBERSAX, a.a.O. S. 101 f.; vgl. auch BGer 6B_209/2018 E. 3). 

Alle gegen den Vollzug der Landesverweisung im Urteilszeitpunkt sprechenden 

Umstände (vgl. Art. 66d StGB) sind bereits im Rahmen der Härtefallprüfung zu be-

achten. Zudem sind die verfassungsrechtlichen und völkerrechtlichen Bestimmungen 

einzuhalten (BUSSLINGER/UEBERSAX, a.a.O. S. 99).

1.3 Erst wenn feststeht, dass die Landesverweisung einen schweren persönlichen 

Härtefall bewirken würde, ist in einem zweiten Schritt das private Interesse an einem 

Verbleib in der Schweiz dem öffentlichen Interesse an einem Verlassen der Schweiz 

gegenüberzustellen. Resultiert daraus ein überwiegendes öffentliches Interesse, 

muss die Landesverweisung verhängt werden (MARC BUSSLINGER/ PETER UEBERSAX, 

a.a.O., S. 102; MARCEL BRUN/ALBERTO FABRI, a.a.O., VI. 1.c). Das private Interesse 

ist umso höher zu gewichten, je länger der Betroffene in der Schweiz wohnhaft ist, 

je schwerwiegender die Auswirkungen der Ausweisung auf sein Familienleben sind, 

je komplizierter sich die Reintegration im Heimatstaat gestaltet und je wahrschein-

licher es zum Scheitern einer Resozialisierung im Heimatland kommen wird. Zweck 

der Landesverweisung ist indessen die Vereitelung weiterer Delikte durch den Be-

troffenen in der Schweiz. Ausschlaggebende Kriterien zur Ermittlung der Höhe dieses 

öffentlichen Interesses sind insbesondere die ausgefällte Strafe, die Art der began-

genen Straftaten, eine erhebliche Rückfallgefahr sowie wiederholte respektive er-

neute Straffälligkeit (BRUN/FABRI, a.a.O., VI. 1.c.bb; BGer 6B_209/2018 E. 3.3.2. f.).

- 24 -

2. Würdigung

2.1 Der Beschuldigte ist eritreischer Staatsangehöriger. Die schwere Körperver-

letzung stellt eine Katalogtat gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB dar, weshalb der 

Beschuldigte grundsätzlich obligatorisch des Landes zu verweisen ist. Daran vermag 

auch nichts zu ändern, dass es sich vorliegend um eine versuchte Tatbegehung 

handelt (vgl. BGE 144 IV 168 E. 1.4.1.).

2.2 Der Beschuldigte ist in Eritrea geboren, dort aufgewachsen und zur Schule 

gegangen. Seit acht Jahren lebt er in der Schweiz. Der Beschuldigte hat keine 

Familienangehörigen in der Schweiz mit Ausnahme eines Cousins väterlicherseits, 

mit welchem er indessen keinen näheren Kontakt pflegt resp. welcher ihn seit seiner 

Inhaftierung bislang zweimal besucht hat (Urk. D1/11/14 S. 9; Prot. I S. 10; Urk. 75 

S. 5). Weitere soziale Bindungen zur Schweiz wurden nicht vorgebracht. Eine soziale 

Integration ist vor diesem Hintergrund zu verneinen. Der Beschuldigte ist darüber 

hinaus der deutschen Sprache nicht mächtig (Prot. II S. 6), womit auch eine sprach-

liche Integration nicht stattgefunden hat. 

In wirtschaftlicher Hinsicht hat der Beschuldigte zwar zeitweise gearbeitet, war mehr-

heitlich aber von der Sozialhilfe abhängig (Urk. D1/11/14 S. 13; Urk. D1/2/1 F/A 36). 

Auch wirtschaftlich fehlt somit eine erfolgreiche Integration. Anderweitige Umstände, 

welche einen Härtefall zu begründen vermöchten, sind nicht ersichtlich. 

2.3 In Bezug auf eine individuell-konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 66d StGB, 

welche zum Absehen einer Landesverweisung drängen würde, brachte der Beschul-

digte an der Berufungsverhandlung erstmals vor, er habe im Jahr 2020 auf Instagram 

gepostet, wie er die eritreische Fahne verbrannt habe. Es könne sein, dass er ins 

Gefängnis geschickt würde, weil er so seine politische Meinung veröffentlicht habe 

(Urk. 75 S. 12 f., vgl. auch Urk. 77 S. 7 f.). Soweit der Beschuldigte betreffend die 

Landesverweisung eine persönliche Gefährdungssituation geltend machen will, 

müsste er eine solche individuell-konkret belegen oder zumindest glaubhaft machen 

(BGer 6B_1102/2020 E. 3.4.4.). Der Beschuldigte reichte jedoch weder eine entspre-

chende Videoaufnahme ein, welche auch nach einer Löschung auf Instagram in der 

Datenbank des Beschuldigten noch vorhanden sein dürfte, noch wurde ein anderer 

- 25 -

Beweis für eine entsprechende Aktion erbracht. Dass sich der Beschuldigte bei einer 

Rückkehr nach Eritrea aufgrund einer politischen Meinungsäusserung gegen den eri-

treischen Staat in Gefahr sieht, wurde bisher nicht geltend gemacht, was vermuten 

lässt, dass es sich hierbei um eine Schutzbehauptung handelt. Und selbst wenn der 

Beschuldigte die eritreische Fahne verbrannt hat, ist nicht ansatzweise klar, ob dies 

von staatstreuer Seite überhaupt registriert wurde. Eine konkrete Gefährdung des 

Beschuldigten wurde somit nicht rechtsgenügend geltend gemacht. Die Tatsache 

allein, dass es sich beim Beschuldigten um einen eritreischen Staatsangehörigen 

handelt, steht der Anordnung einer Landesverweisung nicht entgegen (vgl. BGer 

6B_1102/2020).

2.4 Damit ist eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB aus-

zusprechen.

3. Dauer

Die von der Vorinstanz festgesetzte Dauer der Landesverweisung von 7 Jahren er-

weist sich dem Verschulden und der ausgesprochenen Sanktion angemessen und 

ist zu übernehmen.

4. Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS)

4.1 Nach Art. 20 der N-SIS-Verordnung wird die Ausschreibung der Landesver-

weisung im Schengener-Informationssystem vom urteilenden Gericht angeordnet. 

Art. 21 und Art. 24 SIS-II-VO (Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 des Europäischen Pa-

rlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb 

und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten Generation [SIS 

II]) regeln die Voraussetzungen einer SIS-Ausschreibung. Eine Landesverweisung 

für sog. Drittstaatenangehörige – damit sind Personen gemeint, die keinem Mitglieds-

staat des Übereinkommens angehören – ist insbesondere im SIS einzutragen, wenn 

diese auf einer Verurteilung wegen einer Straftat beruht, die mit einer Freiheitsstrafe 

von mindestens einem Jahr bedroht ist (Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-VO) und wenn die 

betroffene Person über kein Aufenthaltsrecht in einem anderen Mitgliedsstaat verfügt 

(vgl. BVGer C-4656/2012 vom 24. September 2015 E. 4.4 mit weiteren Hinweisen). 

- 26 -

4.2 Der Beschuldigte gehört als eritreischer Staatsbürger einem Drittstaat, mithin 

keinem Mitgliedstaat des Schengen-Übereinkommens an. Des Weiteren verfügt der 

Beschuldigte über kein Aufenthaltsrecht in einem anderen Schengen-Staat oder der 

Schweiz. Weiter wird der Beschuldigte wegen einer Straftat verurteilt, welche eine 

Höchststrafe von mehr als einem Jahr aufweist. Damit sind die gesetzlichen An-

forderungen gemäss Art. 21 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit 

Abs. 1 lit. a der Verordnung [EU] 2018/1861 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 28. November 2018 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung 

des Schengener Informationssystems im Bereich der Grenzkontrollen, zur Änderung 

des Übereinkommens zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen und 

zur Änderung und Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 erfüllt, weshalb für 

den Beschuldigten die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Infor-

mationssystem anzuordnen ist.

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veran-

schlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG und § 14 

Abs. 1 lit. b GebV OG). 

2. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen auf-

erlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte 

mit seiner Berufung gänzlich unterliegt, indessen aber auch die Staatsanwaltschaft 

mit ihrer Berufung unterliegt, sind dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsver-

fahrens zu 5/6 aufzuerlegen und zu 1/6 auf die Staatskasse zu nehmen. Es ist nicht 

ausgeschlossen, dass der Beschuldigte künftig in finanziell günstigere Verhältnisse 

kommen wird. Der momentan eher angespannten finanziellen Situation des Beschul-

digten kann beim Kostenbezug Rechnung getragen werden.

3. Die amtliche Verteidigung macht für ihre Aufwendungen und Barauslagen im 

Berufungsverfahren Fr. 6'036.45 geltend (Urk. 74). Das geltend gemachte Honorar 

steht im Einklang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenverordnung und erweist sich 

grundsätzlich als angemessen. Unter Berücksichtigung der effektiven Dauer der Be-

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rufungsverhandlung und des Umstands, dass nach der schriftlichen Urteilseröffnung 

eine Nachbesprechung in der Klinik Rheinau nötig sein wird, ist der amtliche Vertei-

diger pauschal mit einem Honorar von Fr. 6'600.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse 

zu entschädigen. 

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 5. Oktober 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 (…)

 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB,

 der Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes im Sinne von Art. 57 Abs. 3 

PBG.

2.-8. (…)

9. Der nachfolgend aufgeführte, durch die Stadtpolizei Zürich sichergestellte Gegenstand 

(Polis-Geschäfts-Nr. 83549604) wird beschlagnahmt, eingezogen und der zuständigen 

Lagerbehörde nach Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung bzw. zur gutscheinenden 

Verwendung überlassen:

 Schweizer Taschenmesser (Asservat-Nr. A016'514'355)

10. Die nachfolgend aufgeführten, durch die Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegen-

stände (Polis-Geschäfts-Nr. 83549604) werden dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen hin herausgegeben:

 T-Shirt, schwarz (Asservat-Nr. A016'514'366)

 Kapuzenpullover (Asservat-Nr. A016'514'377)

 Herrenhose, Blue Jeans (Asservat-Nr. A016'514'388)

 Paar Turnschuhe, Marke Puma (Asservat-Nr. A016'514'399)

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Verlangt der Beschuldigte die Gegenstände nicht innert 60 Tagen ab Rechtskraft dieses 

Urteils heraus, werden sie der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

11. Die übrigen Asservate, Spuren und Spurenträger (Police-Geschäft-Nr. 83549604), 

welche nicht bereits vorstehend unter Ziff. 9 und 10 erwähnt wurden, werden zur Ver-

nichtung der zuständigen Lagerbehörde überlassen. 

12. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit 

Fr. 17'019.– (inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'400.–   Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 16'978.60 Gutachten/Expertisen etc.

Fr. 165.– Auslagen Untersuchung

Fr. 125.–   Zeugenentschädigung

Fr. 17'019.– amtliche Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. X._____

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung und der "Auslagen Untersuchung" in der Höhe von 

Fr. 165.–, werden dem Beschuldigten A._____ auferlegt. Die "Auslagen Untersuchung" 

in der Höhe von Fr. 165.– werden auf die Staatskasse genommen.

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vor-

behalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

16. (Mitteilungen)

17.-18. (Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

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Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte  ist zudem schuldig 

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, 

wovon 649 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen 

Straf- und Massnahmenvollzug erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu Fr. 10.– und einer Busse von Fr. 100.–.

3. Die Geldstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag.

5. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 

(Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der stationären Massnahme im 

Sinne von Art. 59 StGB aufgeschoben.

7. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes ver-

wiesen.

8. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthalts-

verweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 6'600.–   amtliche Verteidigung

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10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen 

Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 5/6 auferlegt und zu 1/6 auf die 

Staatkasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten im Umfang von 5/6 bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten.

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
 die Privatklägerin 

(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen 
Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, 
sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)

 das Migrationsamt des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der 
Vernichtungs- und Löschungsdaten

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12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 13. Juni 2024

Der Präsident:

lic. iur. Ch. Prinz

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Kümin Grell