# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb965ab0-3f93-5fe4-9385-d568c337e991
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.06.2020 200 2020 147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-147_2020-06-18.pdf

## Full Text

200 20 147 UV
FUR/BOC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Juni 2020

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
Direktion Bern, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, UV/2020/147, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) war über ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Mobiliar 
Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar bzw. Beschwerdegeg-
nerin) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufs-
krankheiten versichert, als sie am 5. Juni 2019 aufgrund eines 
Insektenstiches eine anaphylaktische Reaktion erlitt (Akten der Mobiliar, Ant-
wortbeilage [AB] UM1). Für die Akutbehandlung erbrachte die Mobiliar die 
gesetzlichen Versicherungsleistungen. Mit E-Mail vom 14. August 2019 (AB 
K64) erkundigte sich die Versicherte bei der Mobiliar, ob sie die Rechnung 
des Allergologen, bei dem sie aufgrund des Schweregrades des anaphylak-
tischen Schockes eine Desensibilisierung habe durchführen müssen, direkt 
der Mobiliar weiterleiten könne oder ob der Mediziner direkt mit der Mobiliar 
abrechnen solle. Daraufhin teilte die Mobiliar der Versicherten mit E-Mail 
vom 16. August 2019 (AB K65) mit, der Arzt könne die Rechnungen direkt 
der Mobiliar zustellen. Mit E-Mail vom 16. September 2019 (AB K9) ersuchte 
die Versicherte um schriftliche Bestätigung der Kostenübernahme der spezi-
fischen Immuntherapie. Nachdem die Mobiliar eine Einschätzung ihres be-
ratenden Arztes eingeholt hatte (vgl. AB M4), lehnte sie mit E-Mail vom 15. 
Oktober 2019 (AB K14) eine Kostenübernahme für die Immuntherapie zu 
Lasten der obligatorischen Unfallversicherung ab. Auf Wunsch der Versi-
cherten und nach weiterem E-Mail-Austausch zwischen den Parteien (AB 
K16 - 23) erliess die Mobiliar am 13. November 2019 (AB K26 f.) eine an-
fechtbare Verfügung und verneinte die Kostenübernahme für die von der 
Versicherten geforderte Desensibilisierungstherapie. Die dagegen erhobene 
Einsprache (AB K31 f.) wies die Mobiliar mit Einspracheentscheid vom 
23. Januar 2020 (AB K38 - 44) ab. 

B.

Dagegen erhob die Versicherte am 14. Februar 2020 Beschwerde. Sie be-
antragt, unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides und 

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der Verfügung vom 13. November 2019 sei ihr Leistungsanspruch für die 
Desensibilisierungstherapie gutzuheissen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. April 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020 (AB 
K38 - 44). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten 
der im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 5. Juni 2019 stehenden De-
sensibilisierungstherapie zu vergüten hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 
lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtbe-
rufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, 
die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen-
hangs sind alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als einge-
treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit an-
deren Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten 
Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht 
werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung ent-
fiele ("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 
überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

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erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesund-
heitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich 
auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der (krank-
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick-
salsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall 
früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (BGE 146 
V 51 E. 5.1 S. 55).

2.4 Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die 
zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf: die ambulante 
Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch 
eine medizinische Hilfsperson sowie durch den Chiropraktor und die 
ambulante Behandlung in einem Spital (lit. a); die vom Arzt oder Zahnarzt 
verordneten Arzneimittel und Analysen (lit. b); die Behandlung, Verpflegung 
und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (lit. c); die ärztlich 
verordneten Nach- und Badekuren (lit. d) und die der Heilung dienlichen 
Mittel und Gegenstände (lit. e).

2.5 Die Empfehlungen der Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG sind 
weder eine Verwaltungsverordnung noch stellen sie Weisungen der 
Aufsichtsbehörde an die Durchführungsorgane dar. Sie sind nicht einmal, 
wie sich schon aus ihrem Titel "Empfehlungen" ergibt, für die einzelnen 
Versicherer, die an der Durchführung des UVG mitwirken, verbindlich, 
geschweige denn für den Richter. Sie sind jedoch geeignet, eine rechts-
gleiche Praxis sicherzustellen (BGE 144 V 411 E. 4.7 S. 417, 140 V 41 E. 
6.4.2.1 S. 47, 138 V 140 E. 5.3.6 S. 146, 114 V 315 E. 5c S. 318).

3.

In medizinischer Hinsicht ist den Akten das Folgende zu entnehmen:

3.1 Im provisorischen Austrittsbericht des Spitals B.________ vom 
5. Juni 2019 (AB M1 - 3) im Zusammenhang mit dem Aufenthalt vom 5. - 
6. Juni 2019 wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt:

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Anaphylaktische Reaktion Grad III
 Insektenstich am linken Fuss, unklares Insekt
 Klinik: generalisiertes urtikarielles Exanthem, Übelkeit/Erbrechen, Hypotonie

Die behandelnden Ärztinnen gaben an, in Zusammenschau der Befunde sei 
von einer anaphylaktischen Reaktion dritten Grades (symptomatische Hypo-
tonie, Übelkeit/Erbrechen) nach Insektenstich auszugehen. Das verursa-
chende Insekt sei unbekannt. Eine Atemwegsbeteiligung habe während der 
gesamten Zeit keine bestanden. Laborchemisch sei eine leichte Leukozy-
tose aufgefallen, welche als Stressleukozytose respektive im Rahmen der 
Steroidgabe interpretieren werde, eine Eosinophilie habe sich keine gezeigt. 
Zur weiteren Diagnostik sei eine Serumtryptase bestimmt worden. Die Be-
schwerdeführerin sei während einer Nacht aufgenommen worden. Nach 
komplikationslosem Verlauf habe sie am Folgemorgen in gebessertem All-
gemeinzustand nach Hause entlassen werden können. Zum Procedere 
wurde Folgendes festgehalten:

 Prednison 50mg und Xyzal 2 x 5mg für 3 Tage 
 Notfall-Allergieset an Patient abgeben 
 Serum-Tryptase ausstehend 
 Allergologische Abklärung empfohlen

3.2 Die Rücksprache beim beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin er-
gab gemäss E-Mail vom 7. Oktober 2019 (AB M4), dass die Erstbehandlung 
im Spital B.________ aufgrund der beigelegten Akten medizinisch korrekt 
abgelaufen sei. Die angezeigte Immuntherapie werde im Verlaufsbericht 
bzw. Behandlungsbericht des Spitals B.________ als Fortsetzung der Be-
handlung nach Entlassung nicht erwähnt bzw. empfohlen. Sie könne als 
durchaus sinnvoll in der Weiterbehandlung begründet werden, es sei aber 
zu klären, ob diese nicht durch die ordentliche Krankenversicherung zu fi-
nanzieren sei. Auf eine Aktenbeurteilung werde demzufolge verzichtet.

4.

4.1 Unbestritten ist, dass der von der Beschwerdeführerin am 5. Juni 
2019 erlittene Insektenstich den Unfallbegriff erfüllt (BGE 122 V 230 E. 4 S. 
237 ff.). Umstritten ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten der 

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im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 5. Juni 2019 stehenden Desensi-
bilisierungstherapie zu vergüten hat. 

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend (Beschwerde S. 2 
ff.), im Austrittsbericht des Spitals B.________ vom 5. Juni 2019 (AB M1 - 3) 
sei eine allergologische Abklärung empfohlen worden. Ausserdem sei die 
Möglichkeit einer Desensibilisierungstherapie, nach der allergologischen Ab-
klärung, besprochen und empfohlen worden. Mit E-Mail vom 16. August 
2019 habe die Beschwerdegegnerin eine Zusage für die entsprechende Kos-
tenübernahme gemacht. In der Verfügung vom 13. November 2019 habe die 
Beschwerdegegnerin darauf verzichtet, den Entscheid auf gesetzliche 
Grundlagen zu stützen und berufe sich einzig auf die Empfehlung der Ad-
Hoc-Kommission Schaden UVG. Da ein Insektenstich den Unfallbegriff er-
fülle, bestehe ein Anspruch auf zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, 
insbesondere auf die vom Arzt verordneten Arzneimittel und Analysen und 
die ärztlich verordnete Nachbehandlung (Art. 10 Abs. 1 lit. b UVG), die ver-
ordnete Desensibilisierungstherapie sei somit grundsätzlich durch die Unfall-
versicherung gedeckt. Sodann sei die Empfehlung der Ad-Hoc-Kommission 
Schaden UVG Nr. 2/99, Desensibilisierungsbehandlungen, vom 28. April 
1999 (AB K17 bzw. abrufbar unter www.svv.ch) veraltet. Es müsse Ziel der 
Unfallversicherung sein, fatale Folgen wie Invalidität oder Tod durch einen 
erneuten Wespenstich und entsprechende Kostenfolgen durch einen erneu-
ten Nichtberufsunfall zu vermeiden. 

Demgegenüber verweigert die Beschwerdegegnerin (Einspracheentscheid 
S. 6; Beschwerdeantwort S. 4 ff.) die Kostenübernahme der Desensibilisie-
rungstherapie unter Hinweis auf die Empfehlung der Ad-Hoc-Kommission 
Schaden UVG Nr. 2/99, Desensibilisierungsbehandlungen, vom 28. April 
1999 (AB K17 bzw. abrufbar unter www.svv.ch), wonach der Unfallversiche-
rer bei Bienen- und Wespenstichen nur die Behandlung der akuten Allge-
meinsymptome (Urticaria, Pruritus, Schock usw.) zahle; die nach Abheilung 
der Unfallfolgen notwendige Desensibilisierungsbehandlung werde allenfalls 
durch die Krankenzusatzversicherung bezahlt. Im Übrigen würden die Emp-
fehlungen der Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG aktuell gehalten, bei der 
erwähnten Empfehlung habe es bisher keiner Revision bedurft. Nicht zur 

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Akutbehandlung gehöre die Behandlung der individuell bestehenden Aller-
gie, die Behandlung dieser bereits im Sinne eines Vorzustands vorhandenen 
krankhaften Abwehrreaktion des Körpers mittels Langzeittherapie sei nicht 
durch die obligatorische Unfallversicherung gedeckt. Die Unfallversicherung 
habe nur für die Behandlung der durch den Insektenstich ausgelösten Akut-
symptomatik bis zum Ausheilen dieser akuten Allgemeinsymptomatik bzw. 
bis zum Erreichen des Status quo ante (unverändert vorhandene allergisch 
krankhafte Überreaktion des Immunsystems auf grundsätzlich harmlose Um-
weltstoffe) aufzukommen. 

4.2 Soweit sich die Beschwerdeführerin sinngemäss auf Vertrauens-
schutz (vgl. BGE 143 V 341 E. 5.2.1 S. 346, 131 V 472 E. 5 S. 480) beruft 
und geltend macht (Beschwerde S. 2), die Beschwerdegegnerin habe mit E-
Mail vom 16. August 2019 (AB K65) eine Zusage für die Kostenübernahme 
der Desensibilisierungstherapie gemacht, ist festzuhalten, dass allein mit der 
Auskunft, der Allergologe könne die Rechnungen direkt der Beschwerdegeg-
nerin zustellen, noch keine definitive Kostengutsprache für die Desensibili-
sierungstherapie erfolgt ist, setzt die Leistungsvergütung doch stets auch die 
Prüfung der konkret verrechneten Tarifpositionen voraus. Von einer definiti-
ven Kostengutsprache kann umso weniger ausgegangen werden, als die Be-
schwerdegegnerin zudem nach einer Anfrage der Beschwerdeführerin vom 
16. September 2019 (AB K9) für eine schriftliche Bestätigung der Kosten-
übernahme der spezifischen Immuntherapie am 26. September 2019 (AB 
K11) die Einholung einer Einschätzung ihres beratenden Arztes in Aussicht 
stellte und so klar signalisierte, dass noch keine Klarheit über die Kosten-
übernahme für die Desensibilisierungstherapie herrschte. Die Ablehnung der 
Kostenübernahme erfolgte schliesslich mit E-Mail vom 15. Oktober 2019 (AB 
K14). Es erfolgte somit keine Zusicherung für die Kostenübernahme für die 
Desensibilisierungstherapie durch die Beschwerdegegnerin, womit keine 
Vertrauensschutzkonstellation gegeben ist. Folglich kann die Beschwerde-
führerin aus der Anrufung des Vertrauensschutzes nichts zu ihren Gunsten 
ableiten. Trotzdem hat die Beschwerdegegnerin entgegenkommenderweise 
für die Behandlungen vom 13. August und 12. September 2019 bei Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allergologie und Klinische Immunologie, die Kos-
ten übernommen (vgl. AB K19 - 21; Beschwerdeantwort S. 3), woraus sich 

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jedoch keine weitergehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin er-
gibt. 

4.3 Die Beschwerdeführerin hat am 5. Juni 2019 aufgrund eines Insek-
tenstiches eine anaphylaktische Reaktion Grad III erlitten, was zur Akutbe-
handlung eine Konsultation beim Hausarzt und einen Aufenthalt im Spital 
B.________ vom 5. bis 6. Juni 2019 notwendig machte (AB M1). Hierfür hat 
die Beschwerdegegnerin die Kosten übernommen.

Die von der Beschwerdegegnerin angerufene Empfehlung der Ad-Hoc-Kom-
mission Schaden UVG Nr. 2/99, Desensibilisierungsbehandlungen, vom 
28. April 1999 (AB K17 bzw. abrufbar unter www.svv.ch) stellt keine Weisung 
an die Durchführungsorgane der obligatorischen Unfallversicherung dar und 
ist insbesondere für die Gerichte nicht verbindlich; sie ist jedoch geeignet, 
eine rechtsgleiche Praxis sicherzustellen (vgl. E. 2.5 hiervor). Gemäss der 
genannten Empfehlung zahlt der Unfallversicherer bei Bienen- und Wespen-
stichen nur die Behandlung der akuten Allgemeinsymptomatik (Urticaria, 
Pruritus, Schock usw.). Die nach Abheilung der Unfallfolgen notwendige De-
sensibilisierungsbehandlung wird allenfalls durch die Krankenzusatzversi-
cherungen bezahlt. Der Einwand der Beschwerdegegnerin (Beschwerde 
S. 3), wonach diese Empfehlung nicht mehr aktuell sein soll, ist nicht zu 
hören. Mit der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 5) ist diesbe-
züglich auf Ziff. 4 des Grundlagenpapiers der Ad-Hoc-Kommission Schaden 
UVG (abrufbar unter www.svv.ch) zu verweisen, wonach die erlassenen 
Empfehlungen durch die Kommission aktuell gehalten werden; sie werden 
im Bedarfsfall revidiert oder – falls obsolet – ausser Kraft gesetzt. Folglich ist 
die Aktualität der 1999 erlassenen Empfehlung Nr. 2/99 nach wie vor gege-
ben und es kann darauf abgestellt werden.

Ebenfalls mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten (Beschwerdeantwort 
S. 5 f.), dass die bei der Beschwerdeführerin bestehende Allergie einen 
krankhaften Vorzustand darstellt, welcher nach Abklingen der Akutsympto-
matik nach erfolgtem Insektenstich wieder erreicht wird, so wie er unmittelbar 
vor dem Unfall bestanden hat. Mit anderen Worten wurde wieder der Status 
quo ante erreicht (vgl. E. 2.3 hiervor). Für die nachfolgende Desensibilisie-
rungstherapie besteht folglich von Seiten der Beschwerdegegnerin keine 

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Leistungspflicht; eine solche lässt sich entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin (Beschwerde S. 3) auch nicht aus Art. 10 Abs. 1 lit. b UVG 
(vgl. E. 2.4 hiervor) ableiten, zumal entgegen der Darstellung der Beschwer-
deführerin (Beschwerde S. 3 Ziff. 4) in dieser Bestimmung eine ärztlich ver-
ordnete Nachbehandlung nicht erwähnt ist.

4.4 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde unbegründet und somit 
abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.