# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40d18088-3398-5bda-94b8-772d7c956413
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-05-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.05.2012 RR.2012.34
**Docket/Reference:** RR.2012.34
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2012-34_2012-05-15

## Full Text

Auslieferung (Art. 55 IRSG).;;Auslieferung (Art. 55 IRSG).;;Auslieferung (Art. 55 IRSG).;;Auslieferung (Art. 55 IRSG).

Beschluss vom 15. Mai 2012 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Emanuel Hochstrasser,  

Gerichtsschreiberin Sarah Wirz  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Fingerhuth,  

 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ FACHBEREICH AUS-

LIEFERUNG, 

 

Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Auslieferung an Dänemark 

 

Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2012.34 und RP.2012.9 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mittels internationaler Ausschreibung im Schengener Fahndungssystem 

(SIS) vom 6. Oktober 2011 ersuchte Dänemark um Verhaftung des monte-

negrinischen Staatsangehörigen A. im Hinblick auf eine Auslieferung im 

Zusammenhang mit Drogenvergehen. Gestützt auf den Haftbefehl des 

Amtsgerichts Kopenhagen vom 1. Juli 2011 ersuchte das dänische Justiz-

ministerium mit Schreiben vom 18. November 2011 die Schweiz um Auslie-

ferung von A. (act. 4.3). Aufgrund des Auslieferungshaftbefehls des Bun-

desamts für Justiz (nachfolgend „BJ“) vom 6. Dezember 2011 erfolgte am 

14. Dezember 2011 in Zürich die Verhaftung von A. (act. 4.5 und act. 4.6). 

Dagegen wurde keine Beschwerde erhoben. Anlässlich der Befragung vom 

14. Dezember 2011 sprach sich A. gegen eine vereinfachte Auslieferung 

aus (act. 1.1). Nach Einreichung einer Stellungnahme A.s vom 13. Januar 

2012 zum Auslieferungsersuchen Dänemarks erliess das BJ am 20. Januar 

2012 einen Auslieferungsentscheid und bewilligte die Auslieferung des Ver-

folgten an Dänemark. 

 

 

B. Gegen den Auslieferungsentscheid gelangt A. mit Beschwerde vom 

22. Februar 2012 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und 

stellt folgende Rechtsbegehren (act. 1). 

 

„In Gutheissung der Beschwerde sei der Auslieferungsentscheid des Bundesamtes für Jus-

tiz vom 20. Januar 2012 aufzuheben, und die Auslieferung von A. nach Dänemark sei zu 

verweigern.“ 

 

„A. sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, und es sei ihm in der Person von 

Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Fingerhuth ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.“ 

 

Das BJ beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 1. März 2012 die Ab-

weisung der Beschwerde unter Kostenfolge (act. 4). Die Beschwerdeant-

wort wurde dem Beschwerdeführer am 2. März 2012 mit Einladung zur Be-

schwerdereplik, welche jedoch ausgeblieben ist, zugesandt (act. 5). 

 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Dänemark sind 

primär das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezem-

ber 1957 (EAUe; SR 0.353.1) sowie das zu diesem Übereinkommen am 

15. Oktober 1975 ergangene erste Zusatzprotokoll (1. ZP; SR 0.353.11) 

und das am 17. März 1978 ergangene zweite Zusatzprotokoll (2. ZP; 

SR 0.353.12) massgebend. Überdies sind für die Auslieferung zwischen 

der Schweiz und Dänemark die Bestimmungen der Art. 59 ff. des Überein-

kommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von 

Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, 

SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62) zwecks Ergänzung 

und Erleichterung der Anwendung des EAUe massgebend. 

 

1.2 Soweit die einleitend genannten Staatsverträge bestimmte Fragen nicht 

abschliessend regeln, findet auf das Auslieferungsverfahren ausschliesslich 

das Recht des ersuchten Staates Anwendung (Art. 22 EAUe), vorliegend 

also das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe 

in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 

1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11). 

Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann 

zur Anwendung, wenn dieses geringere Anforderungen an die Auslieferung 

stellt (BGE 136 IV 82, E. 3.1; 129 II 462 E. 1.1 S. 464; 122 II 140 E. 2 

S. 142). Das Günstigkeitsprinzip gilt auch zwischen den massgebenden in-

ternationalen Rechtsquellen (vgl. Art. 59 SDÜ). Vorbehalten bleibt die Wah-

rung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3 S. 215; 123 II 595 E. 7c 

S. 616 ff., je m.w.H.). 

 

 

2.  

2.1 Gegen Auslieferungsentscheide des BJ kann innert 30 Tagen seit der Er-

öffnung des Entscheids bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts Beschwerde geführt werden (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 

IRSG; Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 37 Abs. 2 lit. a 

Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der 

Strafbehörden des Bundes, StBOG; SR 173.71; Art. 19 Abs. 2 des Organi-

sationsreglements vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht, 

BStGerOR; SR 173.713.161). Der Auslieferungsentscheid vom 

20. Januar 2012 wurde dem Beschwerdeführer am 23. Januar 2012 zuge-

stellt und von ihm mit Eingabe vom 22. Februar 2012 angefochten. Die vor-

http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-462
http://links.weblaw.ch/BGE-122-II-140

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liegende Beschwerde ist demnach fristgerecht erhoben worden, weshalb 

darauf einzutreten ist. 

 

2.2 Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ist nicht an die Begehren 

der Parteien gebunden (Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die Auslieferungs-

haftvoraussetzungen grundsätzlich mit freier Kognition. Die Beschwerde-

kammer befasst sich jedoch nur mit Tat- und Rechtsfragen, die Streitge-

genstand der Beschwerde bilden (Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2009.2 vom 9. Juli 2009, E. 2.4; RR.2007.34 vom 29. März 2007, E.3, 

je m.w.H.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss sich die 

urteilende Instanz sodann nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. 

Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-

ken. Es genügt, wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen 

nennt, von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid 

stützt (BGE 124 II 146 E. 2a S. 149; 122 IV 8 E. 2c S. 14 f.; Urteil des Bun-

desgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004, E. 5.2, m.w.H.). 

 

 

3.  

3.1 Gemäss Art. 1 EAUe sind die Vertragsparteien grundsätzlich verpflichtet, 

einander Personen auszuliefern, die von den Justizbehörden des ersu-

chenden Staates wegen einer strafbaren Handlung verfolgt oder zur Voll-

streckung einer Strafe oder einer sichernden Massnahme gesucht werden. 

Auszuliefern ist wegen Handlungen, die sowohl nach dem Recht des ersu-

chenden als auch nach dem des ersuchten Staates mit einer Freiheitsstrafe 

oder die Freiheit beschränkenden sichernden Massnahme im Höchstmass 

von mindestens einem Jahr oder mit einer schwereren Strafe bedroht sind. 

Ist im Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates eine Verurteilung zu einer 

Strafe erfolgt oder eine sichernde Massnahme angeordnet worden, so 

muss deren Mass mindestens vier Monate betragen (Art. 2 Ziff. 1 EAUe; 

vgl. auch Art. 35 Abs. 1 IRSG).  

 

Die Auslieferung wird nicht bewilligt, wenn die strafbare Handlung, derent-

wegen sie begehrt wird, vom ersuchten Staat als eine politische oder eine 

mit einer solchen zusammenhängende strafbare Handlung angesehen wird 

(Art. 3 Ziff. 1 EAUe; Art. 3 Abs. 1 IRSG). Das gleiche gilt, wenn der ersuch-

te Staat ernstliche Gründe hat, anzunehmen, dass das Auslieferungsersu-

chen wegen einer nach gemeinem Recht strafbaren Handlung gestellt wor-

den ist, um eine Person aus rassischen, religiösen, nationalen oder auf po-

litischen Anschauungen beruhenden Erwägungen zu verfolgen oder zu be-

strafen, oder dass die verfolgte Person der Gefahr einer Erschwerung ihrer 

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Lage aus einem dieser Gründe ausgesetzt wäre (Art. 3 Ziff. 2 EAUe; Art. 2 

lit. b IRSG).  

 

3.2 Um den Schutz der Bestimmungen von Art. 3 Ziff. 2 EAUe und Art. 2 lit. b 

IRSG beanspruchen zu können, genügt es nicht, dass die Person, deren 

Auslieferung verlangt wird, behauptet, aufgrund einer besonderen rechts-

politischen Lage bedroht zu sein. Sie muss vielmehr in glaubhafter Weise 

darlegen, inwiefern ernsthafte und objektive Risiken einer verbotenen Dis-

kriminierung bestehen sowie konkret aufzeigen, dass die strafrechtliche 

Verfolgung nur vorgeschoben und in Wirklichkeit politisch motiviert ist 

(BGE 132 II 469 E. 2.4 S. 472 f.; 129 II 268 E. 6.3 S. 272). 

 

 

4.  

4.1 Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, er habe am 29. Juni 2009 ge-

meinschaftlich mit B. in Kopenhagen je ein Kilogramm Kokain an zwei Ab-

nehmer geliefert (act. 1.1, Ziff. 4). Anschliessend sollen A. und B. am 

15. September 2011 (ein Verschrieb, richtig ist 15. September 2009) ge-

meinschaftlich EUR 40'000.-- von einem Abnehmer als Zahlung für das ei-

ne Kilogramm Kokain entgegengenommen haben (act. 4.3 und act. 4.4). 

 

4.2 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, der angefochtene Entscheid sei 

aufzuheben, da die Reise nach Dänemark im Jahre 2009, die Geldüberga-

be jedoch erst im Jahre 2011 stattgefunden habe. Es sei somit nicht klar, 

wann sich der strafrechtlich relevante Sachverhalt zugetragen habe und es 

sei dem Beschwerdeführer damit nicht möglich, zu prüfen, ob er allenfalls 

über ein Alibi verfüge (act. 1, S. 8). 

 

Die Unstimmigkeit ist auf einen offensichtlichen Verschrieb zurückzuführen. 

Dies ergibt sich bereits aus der SIS-Ausschreibung, in welcher als Tatzeit-

raum 29. Juni 2009 bis 15. September 2009 aufgeführt wird (act. 4.2, S. 2). 

Es handelt sich dabei nicht einmal um einen Widerspruch im eigentlichen 

Sinne oder einen offensichtlichen Fehler, der sofort entkräftet werden kann 

(vgl. BGE 118 Ib 111 E. 5b, mit Hinweis auf BGE 117 Ib 88 E. 5c), sondern 

um einen offensichtlichen Verschrieb. Der Beschwerdeführer kann daraus 

nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

 

4.3 Gemäss Vorbringen des Beschwerdeführers stamme das bei ihm anläss-

lich der Einreise in die Schweiz festgestellte Bargeld in Höhe von ca. 

EUR 43'000.-- nicht aus dem Drogenhandel sondern aus einem Pokerspiel 

in Kopenhagen. Zudem stütze sich der Verdacht gegen den Beschwerde-

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führer einzig auf Aussagen eines Abnehmers, in welche er noch keine Ein-

blicke gehabt habe (act. 1, S. 8). 

 

Der Rechtshilferichter hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und 

grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen sondern ist viel-

mehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch 

offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird 

(BGE 133 IV 76 E. 2.2 S. 79; 132 II 81 E. 2.1 S. 85; Entscheide des Bun-

desstrafgerichts RR.2009.39 vom 22. September 2009, E. 8.1; 

RR.2008.158 vom 20. November 2008, E. 5.3, je m.w.H ). Offensichtliche 

Fehler, Lücken oder Widersprüche sind, abgesehen von den Ausführungen 

unter Ziff. 4.2, keine auszumachen. Woher das beim Beschwerdeführer 

festgestellte Geld tatsächlich stammt und welche weiteren Beweise gegen 

ihn vorliegen, ist somit nicht im Rechtshilfeverfahren, sondern im dänischen 

Strafverfahren zu beurteilen. Die diesbezügliche Rüge ist unbehelflich. 

 

4.4 Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, das vorgeworfene Verhal-

ten, die Entgegennahme von Drogengeldern und deren Transport in die 

Schweiz, unterstehe nicht dem dänischen Betäubungsmittelgesetz (act. 1, 

S. 9). 

 

Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist 

der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die 

Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet 

hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90). Der Rechtshilferichter prüft daher 

bloss prima facie, ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, so-

fern er – analog – in der Schweiz begangen worden wäre, die Tatbe-

standsmerkmale einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde (Urteil 

des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1; Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2009.257 vom 29. März 2010, E. 3.2, je 

m.w.H.). Die Strafnormen brauchen nach den Rechtssystemen der 

Schweiz und des ersuchenden Staates nicht identisch zu sein; es genügt, 

dass die im Rechtshilfegesuch umschriebenen Tatsachen in der Rechts-

ordnung sowohl des ersuchenden als auch des ersuchten Staates einen 

Straftatbestand erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 

10. August 2006, E. 2.1 m.w.H. und BGE 118 Ib 111 E. 3c). Die Strafbar-

keit nach ausländischem Recht ist vom Rechtshilferichter grundsätzlich 

nicht zu überprüfen (Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2009.328 vom 

8. April 2010, E. 3.4 m.w.H.). Anders als im Bereich der “akzessorischen“ 

Rechtshilfe ist die Voraussetzung der beidseitigen Strafbarkeit im Ausliefe-

rungsrecht für jeden Sachverhalt, für den die Schweiz die Auslieferung ge-

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währen soll, gesondert zu prüfen (BGE 125 II 569 E. 6 S. 575; Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2007.55 vom 5. Juli 2007, E. 6.2). 

 

Für die Prüfung der doppelten Strafbarkeit ist vom Sachverhalt auszuge-

hen, wie er sich aus den vorliegenden Auslieferungsunterlagen ergibt. Der 

dem Beschwerdeführer vorgeworfene Sachverhalt wäre in der Schweiz 

zweifelsohne unter Art. 19 Ziff. 1 lit. c i.V.m. Art. 19 Ziff. 2 lit. a des Bundes-

gesetzes über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG; 

SR 812.121) zu subsumieren. Wie oben dargelegt, hat der Rechtshilferich-

ter die Strafbarkeit nach ausländischem Recht nicht zu prüfen. Demnach 

sind die Voraussetzungen der doppelten Strafbarkeit vorliegend als gege-

ben zu erachten. 

 

4.5 Andere Auslieferungshindernisse werden weder geltend gemacht noch sind 

solche ersichtlich. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

 

 

5.  

5.1 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, welche nicht über die erforder-

lichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, 

sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG) und bestellt dieser einen Anwalt, wenn es 

zur Wahrung ihrer Rechte notwendig erscheint (Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. 

Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

sind Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaus-

sichten beträchtlich geringer erscheinen als die Verlustgefahren, und diese 

deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein 

Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlust-

gefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als 

diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mit-

tel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschlies-

sen würde. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beur-

teilt sich nach den Verhältnissen zu derjenigen Zeit, zu der das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege gestellt wird (BGE 129 I 129 E. 2.3.1; 128 I 225 

E. 2.5.3; 124 I 304 E. 2c). 

 

8.2 Die Auslieferung des Beschwerdeführers an Dänemark ist offensichtlich zu-

lässig und seine Begehren müssen als aussichtslos bezeichnet werden. 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ist somit 

abzuweisen. Der vermutungsweise schwierigen finanziellen Situation kann 

aber gemäss Art. 5 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

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desstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) i.V.m. Art. 63 Abs. 4
bis

 VwVG 

mit einer reduzierten Gerichtsgebühr Rechnung getragen werden. 

 

8.3  Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Ge-

richtskosten selber zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 

lit. b StBOG). Für die Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das 

BStKR i.V.m. Art. 63 Abs. 5 VwVG zur Anwendung. Unter Berücksichtigung 

aller Umstände ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 1'000.-- festzuset-

zen. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird ab-

gewiesen. 

 

3. Die reduzierte Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer 

auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 21. Mai 2012 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Thomas Fingerhuth, 

- Bundesamt für Justiz Fachbereich Auslieferung,  

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde 
nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder 
Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich 
um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt 
insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze 
verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).