# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b833b995-ece3-5aa7-9f80-f2c1522d3980
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-02-16
**Language:** de
**Title:** Rückweisung zur weiteren Abklärung, Arbeitsfähigkeit unklar
**Docket/Reference:** IV.2016.00651
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00651.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00651
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Keller
Urteil
vom
16. Februar 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Cristina
Schiavi
arbeitundversicherung.ch, Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 10, Postfach 106, 8700 Küsnacht ZH
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1980,
ist gelernte Pflegeassistentin
und
Fachange
stellte
Gesundheit (
Urk.
6/129).
U
nter Hinweis auf Rückenschmerzen
meldete sie sich
am
5.
Oktober 2004 bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbe
z
ug
an (Urk.
6/2).
Mit Verfügung vom 15. September 2005
erteilte
die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
Kostengutsprache für eine Umschulung zur Arztsekretärin (Urk. 6/30).
N
ach getätigten Abklä
rungen
verneinte sie
mit Verfügung vom 26. März 2007 einen Rentenan
spruch
der Versicherten
(Urk. 6/68). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk.
6/70/3-12) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 11. Dezember 2008 (
IV.2007.00635,
Urk. 6/76) ab
, was vom
Bundesgericht mit Urteil vom 13. März 2009 (Urk. 6/78)
bestätigt wurde
.
Die Versicherte war von 2009 bis 2014 als Fachangestellte Gesundheit bei der
Y.___
angestellt
(Urk. 6/115).
Am 26. Februar 2014 meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf einen Unfall
erneut zum Leistungsbezug an (
Eingang IV-Stelle am 8. Juli 2014;
Urk. 6/87)
.
Die IV
Stelle klärte die medizinische
und erwerbliche Situation ab und z
og Akten der zuständigen Unfallversicherung
(Urk. 6/88, Urk. 6/167)
sowie
Kranken
taggeldversicherung
(Urk. 6/165) bei.
Am
6. Oktober 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen (Urk. 6/159).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/173-184) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Mai 2016 (Urk. 6/186
= Urk. 2
)
einen Rentenanspruch.
1.2
Die Versicherte erhob am 7. Juni 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. Mai 2016 (Urk. 2) und beantragte, ihr sei eine Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindestens 50 % auszurichten. Eventuell sei die Sache zur Vornahme einer FOMA (funktionsorientierte medizinische Abklärung) an die IV-Stelle zurück zu weisen (S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwer
deantwort
vom 7. Juli 2016 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 15. November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
derung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI
2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der
Rück
weisung
– da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige
Ermessensent
scheide
zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt unge
nügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Admi
nistrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungs
träger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbe
nommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Prä
zisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in ihrer Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei.
Zur Berechnung des Invalideneinkommens stütz
t
e sie sich auf die
Lohn
strukturenerhebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE 2014: Tabelle 1,
Ziff.
04-96, Kompetenzniveau 2) und ermittelte einen nicht
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrad von 15 %.
2.2
Die
Beschwerdeführerin
vertrat
den Standpunkt (Urk. 1),
dass sie in ihrer Tätig
keit als Fachangestellte Gesundheit zu 100 % arbeitsunfähig sei. Aus den ärztlichen Unterlagen gehe in keiner Art und Weise hervor, dass sie in ihrer Tätigkeit als Arztsekretärin zu 100 % arbeitsfähig sei. Vielmehr würden verschieden
e
Ärzte von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgehen
(S. 5 f. Ziff. 2.3)
.
Die Beschwerdegegnerin habe das recht
liche Gehör verletzt, indem sie kaum auf
ihre
Einwände eingegangen sei (S. 7 f. Ziff. 3.2).
Sie habe keine Begründung geliefert, weshalb auf das Gutachten von
Dr.
Z.___
nicht abzustellen sei, weshalb auch eine Verletzung von Art. 44 ATSG vorliege (S. 8 f. Ziff. 3.3). Das von der Beschwerdegegnerin angenommene
Valideneinkommen
werde nicht bestritten
(S. 9 Ziff. 3.4).
Hingegen habe die Beschwerdegegnerin völlig willkürlich das
Kompetenz
n
iveau
2 ausgewählt (S. 9 f. Ziff. 3.5). Zudem sei ein Leidensabzug zu berücksichtigen (S. 11 f. Ziff. 3.6).
Eventuell beantrage sie gestützt auf die Abklärungspflicht der Beschwerdegegnerin gemäss Art.
43 ATSG eine FOMA-Abklärung als Grundlage für die zumutbaren Tätigkeiten, um den Erwerbsausfall und den IV-Grad sinnvoll abklären zu lassen (S. 7 Ziff. 3.1).
2.3
Es
steht fest und ist unbestritten, dass seit der
ursprünglichen
rechtskräftigen
Vernein
ung de
s
Rentenanspruchs
(
vgl. Sachverhalt E. 1.1 hiervor
) bis zur v
erfügungsweisen Neuprüfung vom
6.
Oktober 2015
eine - im Rahmen einer Neuanmeldung analog zu prüfende (E.
1.3
hiervor) - revisionsbegründende erhebliche Änderung in den tatsächliche
n Verhältnissen eingetreten ist.
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit und der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin sowie ein allfälliger Rentenanspruch.
3.
3.1
Dr.
med.
A.___
,
Facharzt für Chirurgie
,
B.___
, nannte mit Bericht vom 1
9.
September 2013 (Urk. 6/88/73
-74) die folgenden Diag
nosen:
-
Diskopathie
mit Irritation der C8 Nervenwurzel rechts
-
subacromiales
Impingementsyndrom
nach Traumatisierung am 17. August 2013
Die Beschwerdeführerin habe beim H
eben einer Patientin, die gestür
zt
sei
,
ein plötzliches schmerzhaftes Stechen in der rechten Schulter verspürt
. In der Folge seien zunehmende Schulterschmerzen mit Beeinträchtigung der Abduktion und der Überkopfbewegungen aufgetreten (S. 1 Mitte)
.
Er schlage
eine Nervenwurzelinfiltration
und gleichzeitig auch eine
subacromiale
Infiltration vor
(S. 2 oben).
3.2
Dr.
med.
C.___
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
Leitender Arzt,
D.___
, nannte mit
Bericht vom 25.
Februar 2014
(Urk. 6/88/50-51 =
Urk.
6/102)
die folgen
den Diagnosen:
-
Verdacht auf symptomatische
Bizepstendinopathie
, Differential
diagnose:
superiores
Labrum von
anterior
nach
posterior
(
SLAP
)
-Lä
sion Schulter rechts
-
Dis
k
opathie
C7/Th1 mit kleiner rechtsparamedianer Diskushernie mit möglicher Beeinträchtigung der Nervenwurzel C8 rechts
Die Be
s
chwerdeführerin habe auf die
glenohumerale
Infiltration etwas ange
sprochen. Zwischenzeitlich seien noch die Halswirbelsäule- und
Nackenin
filtrationen
durch
Dr.
med.
E.___
erfolgt. Vo
n
selbigen hätte die
Beschwerdeführerin nicht profitiert.
Eingeschränkt sei die Beschwerde
führerin aktuell vor allem beim Ziehen und Heben von Lasten, wobei sie aktuell seit dem 1
7.
Februar 2014 wieder im Sinne einer Teilarbeitsfähigkeit von 50 % unter reduzierter Exposition tätig sei (S. 1).
In Anbetracht der fehl
geschlagenen Halswirbelsäule-Infiltrationen und schwach angesprochenen
glenohumeralen
Infiltration müsse ein Schulterproblem als Hauptursache der Schulterschmerzen angesehen werden (S. 2).
3.
3
Dr.
C.___
führte mit Operationsbericht vom 2
7.
März 2014 (Urk. 6/88/48-49) aus, dass gleichentags eine Schulterarthroskopie erfolgt sei. Eine erste klini
sche Verlaufskontrolle sei nach sechs Wochen vorgesehen (S. 2 Mitte). Anga
ben zur Arbeitsfähigkeit machte er keine.
3.4
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, führte mit Bericht vom 2
1.
Juli 2014 (Urk. 6/101) aus, er habe die Beschwerdeführerin zuletzt am 23. Januar 2014 gesehen. Er könne daher keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit machen (S. 1 Mitte). Im damaligen MRI habe keine eindeutige Wurzelkompression erkannt werden können. Somit sei ein
radikulärer
Schmerz unwahrscheinlich, trotz der Ausstrahlung in die Finger 4 und 5, die dur
chaus auch
pseudoradi
kulär
(
ref
er
r
ed
pain
) bedingt sein könnten
. Es bestünden therapieresistente
Cervikobrachialgien
rechts bei
Diskopathie
C7/Th1 mit einer kleinen
Dis
kushernie
rechts paramedian und Beeinträchtigung der Nervenwurzel C8 rechts
(S.
2
Mitte).
3.5
Dr.
C.___
nannte mit Bericht vom 5. August
2014 (
Urk.
6/105)
d
ie folgende
Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1)
:
-
unklare Restbeschwerden
,
Dif
ferentialdiagnose
: Neuropathie bei
-
St
atus nach einer
Schulterarthroskopie rechts mit
subacromialer
Bursektomie
,
Acromioplastik
und
Bizepstenodese
rechts am 27.
März
2014 bei schwerer symptomatischer Bursitis
subacro
mialis
und
Bizepstendinopathie
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine
Disko
pathie
C7/Th1 mit kleiner rechtsparamedianer Diskushernie mit mögli
cher Beeinträchtigung der Nervenwurzel C8 rechts
(S. 1 Ziff. 1.1)
.
Seit 27. März 2014 bis aktuell sei die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 1.6). Die bisherige Tätigkeit sei aktuell nicht zumutbar. Allerdings würde diese bei
Regredienz
der Symptomatik wieder zumutbar sein (S. 2 Ziff. 1.7).
3.6
Dr.
C.___
nannte
mit
Bericht vom 1
2.
August 2014
(Urk. 6/107)
dieselben Diagnosen wie im letzten Bericht (vorstehend E. 3.5) und führte
aus, es bestünden nach wie vor erhebliche Restbeschwerden (S. 1 Mitte). Die einzige Auffälligkeit im Kontroll-MRT habe in einer leichten
Flüssigkeits
ansammlung
in der Bursa bestanden. Eine von ihm empfohlene Infiltration habe ohne Probleme erfolgen können, sodass das weitere Ansprechen der Infiltration abgewartet werden müsse
(S. 2 oben)
.
Angaben zur Arbeitsfähig
keit machte er keine
.
3.7
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Haus
arzt,
verwies mit Bericht vom
4. Oktober 2014 (Urk.
6/117
/1-4
)
auf die Berichte von den Spezialärzten (S. 1
unten
).
Die Beschwerdeführerin sei für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Im Februar/März 2014 habe es einen Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50 % gegeben, was nicht funktioniert habe.
Zudem
reichte
er ein Arztzeugnis vom 26. August 2014 (Urk. 6/117/5)
ein
, worin er eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit vom 26. August 2013 bis
30. Oktober 2014
beziehungsweise eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
im
Februar/März 2014 attestierte.
3.8
Dr.
C.___
nannte
mit
Bericht vom 1
0.
Oktober 2014 (Urk. 6/118)
dieselben Diagnosen wie in den letzten Berichten (vorstehend E. 3.5 und 3.6) und führte aus
, dass extern eine neurologische Abklärung durchgeführt worden sei, ohne eindeutigen Hinweis für die Schulterprobleme. Als Pflegefachfrau bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1 Mitte).
3.9
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
, erstattete am 1. Dezember 2014 das von der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich veranlasste Gutachten (Urk. 6/122). Er nannte die folgenden Diagnosen (S. 6 Ziff. 5.1)
:
-
massive Restschmerzen re
chts
bei Status nach Schulterarthroskopie mit
subacromialer
Bursektomi
e
,
Acromi
oplastik
und
Bizepssehnen-Tenodese
vom 27.
März
2014 bei schwerer symptomatischer Bursitis
subacromialis
und
Bizepssehnen
-T
endinopathie
-
Diskopathie
C7/C1 mit wahrscheinlich
residueller
, sensibler C8
Reizsymptomatik re
chts
Um die Berufsunfähigkeit feststellen zu können, bedürfe es eines weiteren Zeitraums. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Beschwerdeführerin
als
Fachange
stellte
Gesundheit
zu 100 % arbeitsunfähig (S. 7
lit
. a).
Es seien eventuell weitere therapeutische Massnahmen notwendig, insbesondere ein erneuter Eingriff an der Schulter müsse diskutiert werden. Nach einem erfolgten, erneuten Eingriff sei eine Nachuntersuchung sinnvoll, falls bis zu diesem
Zeitpunkt keine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit als Fachangestellte Gesundheit erreicht werden könne
(S. 7
lit
. d).
Die
Beschwerdeführerin
könn
e allenfalls ganztags
eine rein sitzende Tätigkeit ohne Belastung der operierten rechten Schulter bewältigen, z
um Beispiel einen
Bürojob oder
eine Tätigkeit an einem Empfang. D
i
eser Büro
j
ob könnte dann zu 50
% bewältigt werden
(S. 8
lit
. e).
3.10
Dr.
C.___
nannte
mit
Bericht vom 1
0.
Dezember 2014 (Urk. 6/123)
die folgen
den Diagnosen (S. 1):
-
persistierende Restbeschwerden rechts, Differentialdiagnose:
Bizepsan
ker
bei
-
einem Status nach einer Schulterarthroskopie rechts mit
subacromia
ler
Bursektomie
,
Acromioplastik
und
Bizepssehnen-Tenodese
rechts am 2
7.
März 2014 bei
-
schwerer symptomatischer Bursitis
subacromialis
und
Bizepssehnen
tendinopathie
-
Diskopathie
C7/Th1 mit wahrscheinlich
residueller
, sensibler C8
Reizsymptomatik rechts
E
s
sei
eine diagnostisch-therapeutische Infiltration am
Sulcus
bicipitalis
mit
Bupivacain
und
Kenacort
geplant
. Je nach Ansprechen werde sich die Beschwerdeführerin wieder melden. Entsprechend müsste unter Umständen dann doch eine operative Massnahme thematisiert werden. Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit sei gegenwärtig keine zumutbare Belastbarkeit des Armes gegeben, sodass die Arbeitsunfähigkeit weiterhin bei 100 % als
Fachange
stellte
Gesundheit bleibe (S. 2).
3.11
Dr.
C.___
, nunmehr in der
G.___
tätig,
diagnostizierte mit Bericht vom 19. Januar 2015 (Urk. 127) im Unterschied zu früheren Berichten an Stelle einer C8-Reizsyptomatik eine C6-Reizsymptomatik rechts und
führte aus,
die im Dezember 2014 durchgef
ührte Infiltration im
Sulcus
bi
cipitalis
habe eine Verbesserung zu etwa 50 % erzielt. Diese Wirkung sei bis jetzt anhaltend, sodass ein deutlich geringerer Leidensdruck vorliege. Gegenwärtig bestehe eine theoretische Arbeitsunfähigkeit von 50 %, wobei die Beschwer
deführerin für ihren ursprünglichen Beruf in der Pflege sicherlich zu 100 % arbeitsunfähi
g sei
(S. 1 unten).
Die physiotherapeutische Behandlung
fände
aktuell ein bis zwe
i Mal pro Woche statt (S. 1 Mitte), künftig noch ein Mal pro Woche (S. 2 oben). Von selbiger
würde die Beschwerdeführerin vor allem für die Mobilität profitieren
(S. 1 Mitte)
.
Betreffend
die
Arbeitsfähigkeit bleibe sicherlich festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in belastender Tätigkeit in der Pflege nicht mehr einsetz
bar sein werde.
Da die Beschwerdeführerin früher kurz auch als
Arztsekretä
rin
gearbeitet habe, sei festzuhalten, dass eine entsprechende Tätigkeit in rein kaufmännischer Belastung sicherlich voll zumutbar sein würde. Da die Ein
schätzung des Vertrauensarztes ebenfalls bei aktuell etwa 50 % liege, habe er die Beschwerdeführerin ab sofort bis anfangs März zu 50 % arbeitsfähig geschrieben,
damit sie
bei der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) bessere Chancen auf eine Stellenvermittlung habe (S. 2 oben).
3.12
Dr.
C.___
nannte
mit Bericht vom 9.
März 2015 (Urk. 6/135)
dieselben Diagno
sen wie in den vorangegangenen Berichten (vorstehend E. 3.10,
E.
3.11) und führte
aus, der Leidensdruck habe tendenziell eher etwas zuge
nommen. Die Beschwerdeführerin könne nicht mehr auf der rechten Schulter liegen
(S. 1 unten)
. Eine Operation wolle sie weiterhin nicht durchführen, da er ihr keine Garantie für eine Verbesserung geben könne.
Insofern bleibe es bei der gegenwärtigen theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50 % im Rahmen einer kaufmännischen Tätigkeit, zum Beispiel als Arztsekretärin
(S. 1 f.)
.
3.13
Dr.
C.___
nannte
mit
Bericht vom 1
3.
April 2015 (Urk. 6/144
= 6/165/6-7
)
dieselben Diagnosen wie in den vorangegangenen Berichten (vorstehend E. 3.10, 3.11, 3.12) und führte aus,
unverändert seien die
Schulterbeschwer
den
teils besser, teils schlechter. Des Weiteren bestünden
Raynaud-phänome
nartige
Blauverfärbungen der rechten Hand, welche ohne äusseres Trauma oder Einwirkung auftreten könn
t
en.
Zudem
bestünden neu auch beidseitige Gefühlsstörungen zur Nacht (S. 1). Die Einschätzung von aktuell 50 % im kaufmännischen Bereich, halbtags, sei sicherlich unveränder
t (S. 1)
.
3.14
PD
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für
Angiologie
,
I.___
, führte mit Bericht
vom
8.
Mai 2015 (Urk. 6/145
)
aus, aufgrund der Anamnese gehe er von einer sekundären
Akrozyanose
im Rahmen der Schulterproblematik beziehungsweise der
Hals
wirbelsäule-Problematik
im Sinne eines
vasospastischen
Geschehens aus. Ein organisch fassbarer pathologischer Befund liege aus vaskulärer Sicht nicht vor (S. 1 unten). Medikamentöse Massnahmen erachte er zum jetzigen Zeit
punkt nicht als notwendig (S. 2 oben).
3.15
Dr.
C.___
nannte
mit Bericht vom 14. Juli 2015 (Urk. 6/154
=
6/165/4-5
)
dieselben Diagnosen wie in den vorangegangenen Berichten (vorstehend E. 3.10, 3.11, 3.12, 3.13) und führte aus,
mit der Schulter bestünden etwa unverändert Beschwerden.
Vor knapp drei Wochen sei es zur Entwicklung eines starken Nackenschmerzens gekommen. Ein
Chiropraktor
habe die Symptomatik massiv verbessern können
. Aktuell würden auch im Rahmen
der neu gestarteten Tätigkeit als Sekretärin im Sinne eines 50%-Praktikums im
J.___
wieder etwas mehr Beschwerden auftreten (S. 1 unten)
. Bei der Schulter
dürfte keine weitere Verbesserung ohne Infiltration des
Sulcus
bicipitalis
zu erwarten sein. Die Arbeitsunf
äh
igkeit von aktuell 50 % solle beibehalten werden. Eine Steigerung sei aufgrund der
Nackenbeschwerden nicht zu erwarten, zumal die Beschwerdeführerin bei der kaufmännischen Arbeit relativ monoton auf den Bildschirm schauen müsse
(S. 1 f.)
.
3.16
Dr.
C.___
nannte
mit
Bericht
vom 20. August 2015
(6/165/2-3)
dieselben Diagnosen wie in den vorangegangenen Berichten (vorstehend E. 3.10, 3.11, 3.12, 3.13, 3.15) und führte aus,
die Beschwerdeführerin meine, die Arbeits
fähigkeit in der gegenwärtigen, rein kaufmännischen Tätigkeit am PC nicht weiter steigern zu können. Trotzdem laufe ab dem
9.
September 2015 das Taggeld aus
(S. 1 Mitte)
. Die Ausstrahlungen ins
Ulnarisversorgungsgebiet
würden von der bekannten
Diskusprotrusion
und Irritation der Nervenwurzel C6 rechts herrühren können.
Von Seiten der Schulter wolle die Beschwerde
führerin vorderhand auf eine Infiltration des
Sulcus
bicipitalis
verzichten. Weitere Massnahmen würden vom Abklärungsresultat des Nackens abhängen
(S. 1 f.)
.
3.17
Mit E-Mail vom 27. September 2015 (Urk. 6/158) teilte die Beschwerdeführe
rin der Beschwerdegegnerin mit, das dreimonatige Praktikum im
J.___
würde sie am
2.
Oktober 2015 abschliessen. Sie sei weiterhin auf
Stellensu
che
. Ab jetzt suche sie eine Stelle zu 100 %.
3.18
Dr.
C.___
führte mit Bericht vom 2. November 2015 (Urk. 6/168
/6
) aus, t
heore
tisch
sei eine
mindestens 50-75%ige Arbeitsfähigkeit als Arztsekretärin zumutbar, sofern sich die
Beschwerdeführerin
halbtags oder in reduzierter Belastung betätigen könnte. Die bei der Arbeit jedoch auftretenden wieder
holten Vorhaltemanöver beim Arbeiten am PC und auch der Maus seien auf
grund der Schulter- und
vor allem
Nackenprobleme jedoch erschwert, so dass unter Umständen auch eine solche Arbeit Beschwerden und Probleme sowie eine Steigerung der Arbeitsunfähigkeit provozieren könnte.
Ein Arbeitsver
such, welcher kürzlich mit etwa 50 % Belastung erfolgt sei, provoziere deut
lich mehr Nacken- und Armbeschwerden.
3.19
Dr.
med.
K.___
,
Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte mit Stellungnahme vo
m 1
0.
Dezember 2015
(Urk. 6/172/5-6) aus, in der bisherigen Tätigkeit als Fachangestellte Gesundheit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Vom 2
6.
August 2013 bis 3
0.
November 2014 habe auch
als Arztsekretärin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit 1. Dezember 2014 bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
als Arztsekretärin
. In einer optimal angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil bestehe keine durchgehende Arbeitsunfähigkeit
mit Ausnahme der
akutmedizi
nisch
/
perioperativ
bedingten kürzeren Arbeitsunfähigkeit
s
-Zeiten
.
4.
4.1
Den vorliegenden Arztberichten
sind in diagnostischer Hinsicht per
sistierende Restbeschwerden rechts
bei einem Status nach einer
Schulter
arthroskopie
mit
subacromialer
Bursektomie
,
Acromioplastik
und
Bizeps
sehnen-Tenodese
am 2
7.
März 2014
und
bei schwerer symptomatischer Bur
sitis
subacromialis
und
Bizepssehnentendinopathie
nach einer Distorsion am 17. August 2013 zu entnehmen
.
Zudem wurde eine
Diskopathie
C7/Th1 mit wahrscheinlich
residueller
, sensibler C6
Reizsymptomatik rechts
und ein Verdacht auf das Raynaud-Phänomen an der rechten Hand diagnostiziert (vorstehend E.
3.9 ff.).
Weiter
wurden Nackenbeschwerden festgestellt.
Die diesbezüglichen
medizinischen Abklärungen
waren zum
Verfügungszeit
punkt
offenbar noch nicht abgeschlossen (E. 3.16).
4.2
Aus
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht
sind
indessen
nicht die Diagno
sen und deren Anzahl entscheidend, sondern die Auswirkungen der gesund
heitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294, Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2014 vom
3.
Dezember 2014 E. 5.1).
4.
3
Zunächst stellt sich die Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe
rin in einer angepassten Tätigkeit.
In Bezug auf
die früher durch die Beschwerdeführerin ausgeübte
Tätigkeit
als Arztsekretärin oder eine sonstige kaufmännische Tätigkeit attestierte Dr.
C.___
im Januar 2015
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(
vorstehend
E. 3.11)
.
Ebenso im März
und
April 2015 (
vorstehend
E. 3.12,
E. 3.13). Im Juli 2015 ging er weiterhin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus, wobei er darauf hinwies, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund der inzwischen neu aufgetretenen
Nackenbeschwerden
nicht zu erwarten sei, zumal die Beschwerdeführerin bei der kaufmännischen Arbeit relativ monoton auf den Bildschirm schauen müsse (
vorstehend
E. 3.15).
Im November 2015 ging Dr.
C.___
von einer theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit als
Arztsekretä
rin
von 50-75 % aus
(
vorstehend
E. 3.18)
.
Im
Januar 2015
führte Dr.
C.___
aus
,
dass eine Tätigkeit in
einer
rein kaufmän
nische
n
Belastung sicherlich voll zumutbar sein würde
(vorstehend E. 3.11)
. In Anbetracht dessen, dass
im selben Bericht
ansonsten
von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
die Rede war
,
und er auch in den übrigen Berichten stets von einer 50%igen, höchstens von einer 50-75%igen (vorstehend E. 3.15) Arbeitsfähigkeit ausging,
handelt es sich bei seiner Aussage wohl um einen Schreibfehler.
Der Gutachter Dr.
Z.___
ging im Dezember 2014 von einer 50%igen
Leis
t
ungs-/
Arbeitsfähigkeit in einer
rein sitzende
n
Tätigkeit ohne Belastung der operierten rechten Schulter, zum Beispiel
in einem
Bürojob oder eine
r
Tätigkeit an einem Empfang und in diesem Bereich
,
aus
(vorstehend E. 3.9)
.
RAD-Arzt
Dr.
K.___
erachtete eine
100%ige Arbeitsfähigkeit
i
n einer ange
passten, körperlich leichten Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und
Trage
belastungen
über 10 kg, ohne die rechte Schulter belastende
Zwangshaltun
gen
und Tätigkeiten,
als zumutbar
(vorstehend E. 3.19)
.
4.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurtei
lung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medi
zinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Unter
suchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medi
zinischer Sicht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung  (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD
Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.5
Vorliegend äusserten sich
einzig
Dr.
Z.___
und Dr.
C.___
zur Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit.
Dr.
C.___
nahm zwar eigene klinische Untersuchungen vor. Seine B
eurteilungen beziehen
sich jedoch
ein
zig auf eine Tätigkeit als Arztsekretärin oder eine sonstige kaufmännische Tätigkeit
.
Es erscheint zweifelhaft, ob
es sich dabei u
m
ei
ne optimal ange
passte Tätigkeit
handelt
,
äusserte die Beschwerdeführerin doch bereits im Rahmen eines dreimonatigen 50%igen Praktikums als Sekretärin zunehmende Nackenbeschwerden. Dr.
C.___
befürchtet durch das Arbeiten am PC gar eine Provokation der Steigerung der Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
Z.___
äussert
e
sich zwar dazu,
wie
seines Erachtens eine optimal ange
passte Tätigkeit aussieht
. Er schätzte auch eine Bürotätigkeit als optimal ein. Seine Beurteilung liegt jedoch einige Zeit zurück (Dezember 2014) und
die Beschwerdeführerin
klagte damals
noch nicht über Nackenbeschwerden.
Der RAD-Arzt
Dr.
K.___
hat vorliegend keine eigenen Untersuchungen durch
geführt, sondern eine reine Aktenbeurteilung vorgenommen.
Soweit
der RAD-Arzt
bei dieser Ausgangslage
, ohne dass ein anderer Arzt eine vollstän
dige Arbeitsfähigkeit in an
gepasster Tätigkeit attestierte, von einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in einer a
ngepassten Tätigkeit
ausgegangen ist
,
vermag
dies nicht
zu überzeugen
. Fraglich ist zudem
die Richtigkeit des durch den RAD-Arzt gestützt auf die Akten
formulierten
Belastungsprofils, liess er dieses doch von keinem anderen Arzt bestätigen.
4.
6
Im Übrigen bestehen gewisse Zweifel, ob die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Fachangestellte Gesundheit tatsächlich
dauerhaft
zu 100 % arbeitsunfähig ist. So waren
zwar
Dr.
C.___
, der Hausarzt Dr.
F.___
,
der Gutachter
Dr.
Z.___
und auch der RAD-Arzt
der Ansicht, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
(E. 3.3,
E. 3.7
-
E. 3.11).
Dr.
Z.___
betonte dabei jedoch,
dass es zur Feststellung der Berufsunfähigkeit eines weiteren Zeit
raumes bedürfen würde, er
attestiere
eine Arbeitsunfähigkeit
mithin einzig
zum
Gutachtenszeitpunkt im Dezember 201
4.
Zudem
ging er offenbar von der Möglichkeit aus, dass die Beschwerdeführerin nach einem eventuellen erneuten Eingriff an der Schulter zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit als Fachangestellte Gesundheit wieder erlangen könne (vgl. vorstehend E. 3.9).
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin bereits im letzten Verfahren
vor hiesigem Gericht
geltend gemacht hat, ihren
er
lernten Beruf nic
ht mehr aus
üben zu können (IV.2007.00635, Urk. 6/70/5), nach Ergehen des Urteils des Bundesgerichts vom 13. März 2009 (Urk. 6/78) im Herbst 2009 aber dennoch wieder als Fachangestellte Gesundheit begonnen hat zu arbeiten (Urk. 6/115). Deshalb drängt sich eine umfassende Abklärung
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf.
4.
7
Die Voraussetzungen für eine blosse Aktenbeurteilung durch den RAD waren nach dem Gesagten vorliegend
nicht erfüllt. Eine schlüssige und zuverlässige Beurteilung liegt nicht vor.
Vielmehr besteht weiterer Abklärungsbedarf
zu Ausmass und Verlauf der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Fachangestellte Gesundheit
und
in eine
r optimal angepassten Tätigkeit. Zudem ist ein
Belastungsprofil
zu umschreiben
. Unter dem Aspekt, dass die Beschwerdeführerin gegebenenfalls in der Tätigkeit als Arztsekretärin einen höheren Verdienst als in einer optimal angepassten Tätigkeit erzielen könnte, gilt es ebenfalls die Arbeitsfähigkeit als Arztsekretärin abzuklären. Dabei hat auch zu interessieren, weshalb die Beschwerdeführerin sich in Diskrepanz zu
den ärztlichen Berichten
offenbar
zu 100 % arbeitsfähig einschätzt
e
(vgl. E. 3.17).
4.
8
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die abschlies
sende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt als unzulänglich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuhe
ben und die Sache
zum Zwecke der Einholung eines externen
medizinischen G
utachtens
und zu neuer Verfügung über den Leistungsanspruch
an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Bei diesem Ergebnis
erübrigt sich eine
Prüfung der
von der
Beschwerde
führer
in
gerügten formellen Mängel, namentlich die Verletzung
des rechtli
chen Gehörs
(Urk. 1 S.
7
f. Ziff.
3.2
ff.).
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung ist gemäss
Art.
62
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
GSVGer
– ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab
1.
Januar 2015 für Rechtsanwälte gericht
süblichen Stundenansatz von Fr.
220.-- ist die Prozesse
ntschädigung vorliegend auf Fr.
2‘000
.-- (inkl.
Bar
auslagen
und
MWSt
) festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 23. Mai 2016 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklä
rung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozess
ent
schädigung
von
Fr.
2‘000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin
Dr.
Cristina
Schiavi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKeller