# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a633eb9a-3b60-5b35-b95e-532102d22ce5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.10.2018 F-3735/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3735-2018_2018-10-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3735/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer, Richter Daniele Cattaneo,  

Gerichtsschreiberin Jacqueline Moore. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

Beschwerdeführerin, 

vertreten durch MLaw Benedikt Homberger, Rechtsanwalt,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 18. Juni 2018 / […]. 

 

 

 

F-3735/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 27. Februar 2018 in die Schweiz einreiste 

und gleichentags um Asyl nachsuchte (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] A1 

und A8 S. 6), 

dass sie – gemäss den Erkenntnissen aus einem Abgleich ihrer Fingerab-

drücke mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank „Eurodac“ – am 

28. Januar 2018 in Italien (Pozzallo) daktyloskopisch erfasst worden war 

(SEM-act. A4), 

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung zur Person (BzP) 

am 7. März 2018 unter anderem zu ihrer Identität, zu ihrem Reiseweg und 

zu allfälligen Bezugspersonen in der Schweiz befragt wurde, 

dass sie dabei – im Zusammenhang mit letzterer Frage – darauf hinwies, 

sie sei seit 2013 mit einem Landsmann verlobt, dieser lebe in der Schweiz 

(Schaffhausen) und verfüge glaublich über einen „B-Status“ (SEM-act. A8 

S. 3), 

dass ihr anlässlich der BzP das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Italiens 

für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens und zu einer 

allfälligen Wegweisung nach Italien gewährt wurde (SEM-act. A8 S. 7), 

dass sie dabei unterschriftlich zu Protokoll gab, sie wolle nicht nach Italien 

zurückkehren sondern sie würde gerne mit ihrem Verlobten im Kanton 

Schaffhausen zusammenleben (SEM-act. A8 S. 7),  

dass die Beschwerdeführerin bei gleicher Gelegenheit auch im Zusam-

menhang mit dem anstehenden Entscheid über die Zuweisung an einen 

Kanton zum Aufenthalt während des Asylverfahrens (Art. 27 Abs. 3 AsylG; 

SR 142.31) einvernommen und dazu ein separates Protokoll erstellt wurde 

(SEM-act. A10), 

dass das SEM am 13. März 2018 die italienischen Behörden gestützt auf 

Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO) ersuchte (SEM-act. A16), 

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Seite 3 

dass die italienischen Behörden auf das Ersuchen innert der in Art. 22 

Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist von zwei Monaten nicht reagier-

ten, 

dass das SEM mit Verfügung vom 18. Juni 2018 – eröffnet am 21. Juni 

2018 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch 

nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und 

die Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (SEM-act. A30), 

dass es den Kanton Schaffhausen mit dem Vollzug beauftragte und gleich-

zeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme 

keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung der editionspflich-

tigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführerin verfügte, 

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 28. Juni 2018 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

beantragte, die Verfügung vom 18. Juni 2018 sei aufzuheben und auf ihr 

Asylgesuch sei einzutreten; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass sie in prozessualer Hinsicht um Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung sowie der unentgeltlichen Prozessführung ersuchte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 2. Juli 2018 beim Bundesverwaltungs-

gericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

dass der zuständige Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 4. Juli 

2018 der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilte und feststellte, 

die Beschwerdeführerin könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, 

dass ihr mit derselben Zwischenverfügung die unentgeltliche Prozessfüh-

rung gewährt wurde und die Vorinstanz gestützt auf Art. 57 VwVG zur Ein-

reichung einer Vernehmlassung eingeladen wurde, 

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 18. Juli 2018 vollumfäng-

lich an ihrer Verfügung festhielt und die Abweisung der Beschwerde bean-

tragte, 

dass die Beschwerdeführerin ihrerseits mit Replik vom 2. August 2018 an 

ihren Standpunkten festhielt, 

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dass die Vorinstanz am 9. August 2018 duplikweise auf ihre bisherigen 

Ausführungen verwies und mitteilte, sie halte weiterhin an der Abweisung 

der Beschwerde fest, 

dass der Beschwerdeführerin die Duplik am 14. August 2018 zur Kenntnis 

gebracht wurde, 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

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dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass die im Kapitel III genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rang-

folge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 

Dublin-III-VO) anzuwenden sind, 

dass von der Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der 

Asylsuchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat 

(Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2; FILZWIESER/SPRUNG, 

Dublin-III-Verordnung, Wien 2014, K4 zu Art. 7),  

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen 

geltend machte, ihr Verlobter, der in der Schweiz als Flüchtling anerkannt 

worden und Asyl erhalten habe, gelte als Familienangehöriger im Sinne 

von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO, weshalb die Schweiz gestützt auf Art. 9 Dub-

lin-III-VO auch für die Behandlung ihres Asylgesuchs zuständig sei,  

dass mit dem Entscheid der Vorinstanz auch der in Art. 8 EMRK garantierte 

Schutz des Familienlebens und – angesichts der Zuweisung in den Aufent-

haltskanton des Verlobten – der Grundsatz von Treu und Glauben miss-

achtet werde, 

dass es sich gemäss zentralem Migrationsinformationssystem (ZEMIS) 

beim Partner der Beschwerdeführerin um einen Mitte 2014 in die Schweiz 

eingereisten Landsmann handelt, dessen Asylgesuch am 14. April 2015 

gutgeheissen und der als Flüchtling anerkannt wurde,  

dass gemäss Art. 9 Dublin-III-VO derjenige Mitgliedstaat für die Prüfung 

des Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, in dem – ungeachtet 

der Frage, ob die Familie bereits im Herkunftsland bestanden hat – ein 

Familienangehöriger in seiner Eigenschaft als Begünstigter internationalen 

Schutzes aufenthaltsberechtigt ist, sofern die beteiligten Personen diesen 

Wunsch schriftlich kundtun, 

dass gemäss Art. 2 Bst. g erster Spiegelstrich Dublin-III-VO auch nicht ver-

heiratete Partner einer antragstellenden Person als Familienangehörige im 

Sinne der Dublin-III-VO gelten können, wenn ihre Beziehung dauerhaft ist 

und nicht verheiratete Paare nach dem Recht oder den Gepflogenheiten 

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des jeweiligen Mitgliedstaats ausländerrechtlich vergleichbar behandelt 

werden wie verheiratete Paare, 

dass die Beschwerdeführerin – eigenen Angaben zufolge – ihren Partner 

im Jahre 2013 kennen gelernt und sich schon nach etwa einem Monat mit 

ihm verlobt haben will (SEM-act. A10), 

dass sie in Eritrea aber an voneinander weit entfernten Orten gelebt und 

sich deshalb nicht oft gesehen hätten (SEM-act. A10),  

dass der Partner nach fünfmonatiger Bekanntschaft das Land verlassen 

habe (SEM-act. A10) und der Kontakt untereinander vorübergehend abge-

brochen, nach ihrer eigenen Flucht nach Äthiopien aber wieder aufgenom-

men und bis zu ihrer Einreise in die Schweiz telefonisch aufrechterhalten 

worden sei (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1), 

dass sie und ihr Verlobter (nach ihrer Ankunft in der Schweiz) sich intensiv 

um eine Wiedervereinigung bemüht hätten und sie – nachdem sie zuerst 

dem Kanton Obwalden zugewiesen worden war – im Mai 2018 in den Kan-

ton Schaffhausen transferiert worden sei und sie seither mit ihrem Verlob-

ten zusammenlebe, 

dass der Kantonswechsel nach Ansicht des Rechtsvertreters wohl auf sein 

Gesuch vom 5. April 2018 hin veranlasst worden und somit wegen An-

spruchs auf Einheit der Familie erfolgt sei, obwohl über dieses Gesuch von 

der Vorinstanz nicht förmlich entschieden worden sei,  

dass sich die Vorinstanz demgegenüber auf den Standpunkt stellt, die gel-

tend gemachte Beziehung sei nicht als dauerhafte Beziehung im Sinne von 

Art. 8 EMRK zu werten, da der angebliche Verlobte die Beschwerdeführe-

rin in seinem Asylverfahren trotz zweimaliger Anhörung nicht erwähnt 

habe,  

dass er auch später – als sich die Beschwerdeführerin in Äthiopien aufge-

halten habe und sie wieder Kontakt gehabt hätten – keinerlei Bemühungen 

für einen Familiennachzug getätigt habe, 

dass demzufolge die Angaben der Beschwerdeführerin zur geltend ge-

machten Beziehung als unglaubhaft einzustufen seien, 

dass dem erfolgten Kantonswechsel der Beschwerdeführerin in den Kan-

ton Schaffhausen keine präjudizielle Wirkung zukomme, zumal im vorlie-

genden Fall der Kantonswechsel vor einem erstinstanzlichen Entscheid – 

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also vor Abschluss der Abklärungen durch das SEM – vorgenommen wor-

den sei,  

dass angesichts der nur vagen, in keiner Weise belegten Schilderungen 

der Beschwerdeführerin zum behaupteten Verhältnis und des Aussagever-

haltens ihres angeblichen Verlobten nicht von einer Partnerschaft im Sinne 

von Art. 2 Bst. g erster Spiegelstrich Dublin-III-VO und auch nicht von einer 

tatsächlich gelebten Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK ausgegangen 

werden kann, 

dass der Zuweisung durch das SEM in den Aufenthaltskanton des angeb-

lichen Verlobten unbesehen des Zeitpunkts eines solchen Entscheides 

keine präjudizielle Wirkung zukommt und auch aus dem Grundsatz von 

Treu und Glauben nichts zugunsten der Beschwerdeführerin abgeleitet 

werden kann,  

dass die Beschwerdeführerin deshalb gestützt auf Art. 9 Dublin-III-VO 

keine Ansprüche geltend machen kann, 

dass sich in casu die Zuständigkeit zur Behandlung des Asylgesuchs der 

Beschwerdeführerin vielmehr aus Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO ergibt und 

bei Italien liegt, denn es ist dieser Mitgliedstaat, in dem die Beschwerde-

führerin die Grenze aus einem Drittstaat kommend illegal übertreten hat, 

dass die Beschwerdeführerin diesen Sachverhalt nicht bestritt und Italien 

seine Zuständigkeit implizit anerkannte, indem es das Übernahmeersu-

chen der Schweiz innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen 

Frist unbeantwortet liess (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), 

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in Italien würden systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU–Grundrechte-

charta mit sich bringen, 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

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dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht), 

dass dieses Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert 

wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung „aus hu-

manitären  Gründen“ auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dub-

lin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass weder die seit der Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz 

gelebte Beziehung noch die von den Beteiligten angestrebte Heirat den 

schweizerischen Asylbehörden Anlass geben können, von ihrem Selbst-

eintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 

AsylV 1 Gebrauch zu machen, 

dass ein Ehevorbereitungsverfahren in der Schweiz auch dann möglich ist, 

wenn die Brautleute nicht in der Schweiz wohnhaft sind (vgl. Art. 62 ff. der 

Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV, SR 211.112.2]), 

dass mit dem erfolgreichen Abschluss eines solchen Verfahrens und einer 

anschliessenden Heirat neue Sachumstände geschaffen würden, aus de-

nen ein Anspruch auf Aufenthalt resultieren könnte (Familiennachzug), 

dass andere Umstände, die einen solchen Schritt rechtfertigen könnten, 

weder ersichtlich sind noch geltend gemacht werden, weshalb sich weitere 

Erörterungen zu diesem Thema erübrigen, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

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ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist 

und – weil die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführerin grund-

sätzlich kostenpflichtig wäre (Art. 63 Abs. 1 VwVG), ihr jedoch die unent-

geltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG gewährt 

wurde,  

dass ihr somit einerseits keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und ande-

rerseits die Kosten der Rechtsvertretung von der erkennenden Behörde zu 

übernehmen sind und dem Rechtsbeistand gemäss Art. 9 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ein amtliches Honorar 

auszurichten ist, 

dass der Rechtsvertreter keine Kostennote zu den Akten gereicht hat, auf 

eine Einforderung einer solchen jedoch verzichtet werden kann, da sich 

der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund der Aktenlage zuverlässig 

abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE),  

dass der notwendige Aufwand gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 7 ff. VGKE) auf insgesamt Fr. 700.– (inkl. MWST 

und Barauslagen) geschätzt wird und dieser Betrag zu Lasten der Gerichts-

kasse auszurichten ist, 

dass die Beschwerdeführerin diesen Betrag dem Bundesverwaltungsge-

richt zurückzuerstatten hat, sollte sie später zu ausreichenden Mitteln ge-

langen (vgl. Art. 65 Abs. 4 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Für seine anwaltschaftlichen Bemühungen wird Rechtsanwalt Benedikt 

Homberger aus der Gerichtskasse eine Entschädigung von Fr. 700.– aus-

gerichtet. 

Diesen Betrag hat die Beschwerdeführerin dem Bundesverwaltungsgericht 

zurückzuerstatten, sollte sie nachträglich zu hinreichenden Mitteln gelan-

gen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Andreas Trommer Jacqueline Moore 

 

 

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