# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 516fcaff-5831-51fd-928f-a49f12859937
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2010 A-1601/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1601-2006_2010-03-04.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1601/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.

X._______ GmbH in Liquidation, 
vertreten durch Y._______ AG, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (4. Quartal 2002 und 1. Quartal 2003); 
Vorsteuerabzug; Lieferverträge.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1601/2006

Sachverhalt:

A.
Die X._______ GmbH in Liquidation wurde am 5. Mai 2000 (Handels-
registereintrag:  12.  Mai  2000)  unter  dem  Namen  Z._______ GmbH 
gegründet und bezweckte die Führung und den Betrieb eines Restau-
rants  mit  asiatischen  Spezialitäten  sowie  den  Handel,  insbesondere 
Import / Export,  mit  asiatischen  Spezialitäten.  Am  27. Februar  2003 
änderte  sie  den  Geschäftszweck;  neu  war  sie  als  Generalunterneh-
mung für grafische und gastronomische Betriebe sowie für Wäscherei-
betriebe tätig. Die Namensänderung in X._______ GmbH erfolgte per 
3. Juli 2003. Am 12. Oktober 2004 wurde der Konkurs über die Gesell-
schaft eröffnet, welcher mit Verfügung vom 26. Oktober 2004 mangels 
Aktiven wieder eingestellt wurde. Sie besteht nur noch zum Zweck der 
Liquidation. Sie war gestützt auf ihre Angaben seit dem 1. Juni 2001 
im  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  bei  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen.

B.
In den Abrechnungen für das 4. Quartal 2002 und das 1. Quartal 2003 
machte die X._______ GmbH in Liquidation (nachfolgend auch Steuer-
pflichtige) Vorsteuern von Fr. 49'453.48 bzw. Fr. 35'883.91 geltend und 
reichte  verschiedene  Lieferrechnungen  der  A._______  AG  in  Liqui-
dation (Konkurs am 2. Februar 2005; Einstellung mangels Aktiven am 
19. April 2005) vom 9. Dezember 2002 bzw. 22. Januar 2003 ein. Sie 
wies darauf hin, dass die Bezahlung der Rechnungen aufgrund eines 
Abzahlungsvertrags  erfolge.  Die  ESTV  kam  zum  Schluss,  dass  die 
Vorsteuerabzüge  im  Zusammenhang  mit  den  Lieferungen  der 
A._______ AG in Liquidation zu Unrecht erfolgt seien, und verlangte 
von der Steuerpflichtigen mit Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. ... vom 
9. Juli 2003 einen Betrag von insgesamt Fr. 82'538.-- zurück. 

C.
Die ESTV entschied am 7. Januar 2004, sie fordere zu Recht für das 
4. Quartal 2002 und das 1. Quartal 2003 Fr. 82'538.-- Mehrwertsteu-
ern, zuzüglich Verzugszins, zurück. Mit Eingabe vom 15. Januar 2004 
liess die Steuerpflichtige Einsprache erheben und die Aufhebung des 
Entscheids beantragen. Am 9. November 2004 führte die ESTV eine 
punktuelle  Steuerkontrolle  durch,  die  in  den  Räumlichkeiten  der 
Rechtsvertreterin der Steuerpflichtigen stattfand. Diese gab an, ledig-

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lich  einen  Teil  der  Geschäftsunterlagen  bereitstellen  zu  können,  da 
sich der Rest beim Konkursamt befände. 

D.
Mit Einspracheentscheid vom 9. Mai 2006 wies die ESTV die Einspra-
che  vom 15. Januar  2004  ab. Zur  Begründung  hielt  sie  im Wesent-
lichen dafür, bei dem von der Steuerpflichtigen mit der A._______ AG 
in Liquidation abgeschlossenen Abzahlungsvertrag handle es sich um 
eine  Vertragsart,  die  dem  Leasingvertrag  ähnlich  sei.  Mit  dem  Ab-
schluss dieses Vertrags habe die Steuerpflichtige eine Änderung der 
alten Kaufverträge vorgenommen; die Rechte und Pflichten der Par-
teien seien dadurch wesentlich modifiziert worden. Dementsprechend 
sei  dieses  Vertragswerk  zu  berücksichtigen.  Die  Vorsteuer  könnte 
grundsätzlich in derjenigen Periode geltend gemacht werden, in wel-
che der jeweilige Zahlungstermin falle. Da die an die Belege gestellten 
Anforderungen jedoch nicht erfüllt seien, sei ein Vorsteuerabzug gänz-
lich ausgeschlossen. 

E.
Am 31. Mai  bzw. 12. Juni 2006 lässt  die X._______ GmbH in Liqui-
dation  (Beschwerdeführerin)  bei  der  Eidgenössischen  Steuerrekurs-
kommission (SRK) Beschwerde erheben und die Aufhebung des Ein-
spracheentscheids vom 9. Mai 2006 beantragen. Es sei festzustellen, 
dass die  EA Nr. ...  materiell  falsch und demzufolge aufzuheben sei. 
Ferner  sei  festzustellen,  dass  die  in  den  Abrechnungen  für  das 
4. Quartal 2002 und 1. Quartal 2003 geltend gemachte Vorsteuer von 
Fr. 49'453.48 bzw. Fr. 35'883.91 zu Gunsten der Beschwerdeführerin 
zu  Recht  bestehe.  Eventualiter  sei  die  ESTV  zu  verpflichten,  die 
Vorsteuer  für  bereits  geleistete  Ratenzahlungen  im  Umfang  von 
Fr. 162'300.50  anzuerkennen. Zudem sei  ihr  in  verfahrensrechtlicher 
Hinsicht zur Ergänzung der Beschwerdeschrift eine Nachfrist bis zum 
30.  September  2006  einzuräumen.  Zur  Begründung  der  materiellen 
Hauptanträge bringt  sie im Wesentlichen vor, Lieferfakturen müssten 
bei der Abrechnung nach vereinbarten Entgelten am Ende derjenigen 
Quartalsperiode abgerechnet  werden,  in  welcher  die Rechnungsstel-
lung  erfolgt  sei.  Die  Lieferfakturen  datierten  vom 9. Dezember  2002 
bzw. 22. Januar 2003. Die Geltendmachung der Vorsteuern sei daher 
zu Recht im 4. Quartal 2002 und 1. Quartal 2003 erfolgt. Die Abzah-
lungsvereinbarung vom 22. Januar 2003 spiele für die Beurteilung des 
Vorsteueranspruchs vorliegend keine Rolle. 

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F.
Auf  Antrag  der  Beschwerdeführerin  hin  bestätigt  die  SRK  mit  Zwi-
schenentscheid  vom  4.  August  2006  den  einverlangten  Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 1'500.--. Die dagegen erhobene Beschwerde 
weist  das  Bundesgericht  am 1. September  2006 ab. Am 29. Januar 
2007 teilt das Bundesverwaltungsgericht den Verfahrensbeteiligten mit, 
es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeitshalber übernommen.

G.
In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2007 beantragt die ESTV die kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde. Am 26. Juni 2007 wird der Be-
schwerdeführerin auf Ersuchen hin [...]  die Möglichkeit  zur Aktenein-
sicht gewährt. Mit Eingabe vom 28. Juni 2007 beantragt die Beschwer-
deführerin  die  Aufdeckung  sämtlicher  Stellen  im  Kontrollbericht  mit 
dem Vermerk "betrifft interne Notiz". Am 25. September 2007 weist das 
Bundesverwaltungsgericht das Gesuch ab. Auf die dagegen erhobene 
Beschwerde tritt das Bundesgericht mit Urteil vom 5. Dezember 2007 
nicht ein.

Auf  die  weiteren  Vorbringen  in  den  Eingaben  an  die  SRK bzw. das 
Bundesverwaltungsgericht  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis  zum 31. Dezember  2006 konnten  Einspracheentscheide der 
ESTV auf  dem Gebiet  der  Mehrwertsteuer  nach Art. 44 ff. des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) innert 30 Tagen nach Eröffnung mit Beschwerde 
bei der SRK angefochten werden (aArt. 65 des Bundesgesetzes vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  [aMWSTG,  AS  2000 
1330],  in der Fassung vom 1. Januar 2001,  aufgehoben per 31. De-
zember  2006).  Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es 
zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängigen Rechtsmittel. Die 
Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Ver-
waltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32]). Das Verfahren richtet sich 
nach dem VwVG, soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt (Art. 37 
VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Behandlung  der  Be-

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schwerde sachlich wie funktionell zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d 
VGG).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ein-
spracheentscheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst.  a  VwVG) und  der  unrichtigen oder  unvollständigen  Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art.  49  Bst.  b  VwVG)  auch  die 
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; ANDRÉ MO-
SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 73 ff.  Rz. 2.149 ff.,  ULRICH HÄFE-
LIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2006,  Rz. 1758 ff.). Das Bundesverwaltungsgericht 
hat  den  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  festzustellen  und  ist  an  die 
vorgebrachten rechtlichen Überlegungen der Parteien nicht gebunden 
(vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsver-
fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 
S. 39; BVGE 2007/41 E. 2  mit  Hinweisen,  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-6152/2007 vom 21. August 2009 E. 1.2). 

1.3 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist  dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung zu entsprechen, wenn die Gesuchstellerin ein 
entsprechendes  schutzwürdiges  Interesse  nachweist.  Laut  bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Fest-
stellungsverfügung  subsidiär  gegenüber  rechtsgestaltenden  Verfü-
gungen (BGE 119 V 13 E. 2a, BGE 114 V 203; RENÉ RHINOW/BEAT KRÄ-
HENMANN,  Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungs-
band,  Basel  1990,  Nr. 36,  S. 109 f.).  Soweit  die  Beschwerdeführerin 
ihre Anträge formell  als Feststellungsbegehren stellt,  fehlt ihr folglich 
ein schutzwürdiges Interesse an deren Behandlung, weil  bereits das 
negative Leistungsbegehren, der Antrag auf Aufhebung der angefoch-
tenen  Nachforderung  (durch  Aufhebung  des  Einspracheentscheids), 
gestellt worden ist. Damit kann anhand eines konkreten Falls entschie-
den  werden,  ob  die  fragliche  Vorsteuerabzugsberechtigung  besteht, 
was das Feststellungsinteresse hinfällig  werden lässt  (vgl. Urteil  des 
Bundesgerichts  2C_726/2009  vom  20. Januar  2010,  E. 1.3;  BVGE 
2007/24  E. 1.3;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1505/2006 
vom 25. September 2008 E. 1.2). Betreffend die EA vom 9. Juli 2003 
ist festzuhalten, dass eine solche nach ständiger Rechtsprechung und 
Praxis keine Verfügung im Sinn von Art. 5 VwVG ist und insoweit nicht 
Anfechtungsobjekt eines Rechtsmittelverfahrens sein kann (vgl. Urteile 

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des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1652/2006  vom  22.  Juni  2009 
E. 1.4,  A-1393/2006  vom 10. Dezember  2007  E. 2.2.3,  A-1454/2006 
vom 26. September  2007  E. 1.3  und  A-1608/2006  vom 8. Mai  2007 
E. 2.1; Entscheid der SRK vom 31. August 2004, veröffentlicht in Ver-
waltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  69.6  E.  2b/bb;  vgl.  auch 
ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A.  VALLENDER,  Handbuch  zum 
Mehrwertsteuergesetz  [MWSTG],  2. Aufl.,  Bern  2003,  Rz. 1678). Mit 
dieser Einschränkung ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.4 Am  1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetz-
lichen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschrif-
ten  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während ihrer  Geltungs-
dauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse 
anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Da es im vorliegenden Fall um 
das 4. Quartal 2002 und 1. Quartal 2003 geht, ist in materieller Hin-
sicht deshalb das aMWSTG anwendbar. 

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne  von Art.  113  Abs. 3  MWSTG auf  sämtliche  im  Zeitpunkt  des 
Inkrafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art.  113 
Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, als gemäss höchstrich-
terlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort auf 
hängige  Verfahren  anzuwenden  sind,  und  es  dabei  nicht  zu  einer 
Anwendung von neuem materiellen  Recht  auf  altrechtliche Sachver-
halte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3). 

Kein  Verfahrensrecht  in  diesem  engen  Sinn  stellen  im  vorliegenden 
Entscheid etwa die nachfolgend abgehandelten Themen wie die Buch-
führungs-  und  Aufbewahrungspflicht,  das  Selbstveranlagungsprinzip 
oder  gar  der  Verzugszins etc. dar,  so dass vorliegend diesbezüglich 
noch  altes  Recht  anwendbar  ist.  Keine  Anwendung  finden  deshalb 
beispielsweise Art. 70, 71 oder 87 MWSTG, obwohl sie unter dem Titel 
"Verfahrensrecht für die Inland- und die Bezugsteuer" stehen.

2.

2.1

2.1.1 Nach Art. 53 VwVG gestattet  die  Beschwerdeinstanz  dem Be-
schwerdeführer,  der  in  seiner  sonst  ordnungsgemäss  eingereichten 
Beschwerde darum nachsucht, die Begründung innert einer angemes-

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senen Nachfrist  zu ergänzen, sofern es der aussergewöhnliche Um-
fang oder die besondere Schwierigkeit einer Beschwerdesache erfor-
dert. Die Gewährung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung ist in-
des auf Ausnahmefälle zu beschränken; dies jedenfalls dann, wenn die 
beschwerdeführende Partei  oder  ihre Rechtsvertreterin  bereits  zuvor 
im Rahmen eines verwaltungsinternen Einsprache- oder Beschwerde-
verfahrens Gelegenheit hatte, ihren Standpunkt einlässlich darzulegen 
und  im  hängigen  Rechtsmittelverfahren  darauf  aufbauen  konnte 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 104 f. Rz. 2.241 f.).

2.1.2 Was  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Gesuchs 
vorbringt, vermag die Einräumung einer Nachfrist für eine ergänzende 
Beschwerdeschrift  entgegen  ihrer  Auffassung  nicht  zu  rechtfertigen. 
Zwar stellt  die ESTV nicht in Abrede, betreffend die Beschwerdefüh-
rerin  und vier  weitere Steuerpflichtige,  die  alle  von demselben Treu-
handunternehmen vertreten werden, vom 28. April bis 9. Mai 2006 ins-
gesamt zwei Entscheide und acht Einspracheentscheide erlassen zu 
haben.  Allerdings  wurden  zwei  Einspracheentscheide  offensichtlich 
nicht weitergezogen. Die übrigen sechs sind, selbst wenn es sich um 
Entscheide von 35 bis 41 Seiten handelt,  praktisch gleich aufgebaut 
und  enthalten  inhaltlich  zum  überwiegenden  Teil  vergleichbare  bzw. 
sogar identische Ausführungen. Die spezifischen, jeweils auf den kon-
kreten Fall  zutreffenden  und  deshalb  nicht  allgemein  gültigen Erwä-
gungen beschränken sich auf  einige wenige Seiten. Im Weitern  sind 
auch  hinsichtlich  der  individuellen  Erwägungen  wieder  augenfällige 
Übereinstimmungen festzustellen: Mit  Ausnahme eines einzigen Ver-
fahrens, bei dem es um die Problematik der seitens der ESTV vorge-
nommenen Umstellung der Abrechnungsart geht, sind bei den übrigen 
Verfahren ausschliesslich  Vorsteueransprüche zu prüfen. In  drei  Fäl-
len, worunter auch das vorliegende Verfahren fällt, sind Lieferverträge, 
bei  welchen  gleichzeitig  oder  im  Nachhinein  Abzahlungsvereinba-
rungen getroffen worden sind, zu beurteilen. Den übrigen zwei Verfah-
ren liegen Lizenzrechtsverträge mit der selben Leistungserbringerin zu 
Grunde. Die Lizenzrechte  unterscheiden sich  zwar  inhaltlich,  die  Art 
und Weise der Vertragsabwicklung ist jedoch ähnlich ausgestaltet wor-
den. Dementsprechend hat sich die ESTV in den jeweils ähnlich ge-
lagerten  Fällen  auf  die  gleichen  rechtlichen  Grundlagen  abgestützt 
und die  selben Argumente  angeführt. Hinzuzufügen ist,  dass in  vier 
Verfahren die  gleiche Unternehmung als  Leistungserbringerin  aufge-
treten  ist.  Was  die  beiden  (Erst-)Entscheide  betrifft,  so  ist  aus  den 
Akten nicht ersichtlich, ob die betroffenen Personen bzw. Unternehmen 

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überhaupt Einsprache erhoben haben. Unklar ist auch, inwieweit sich 
in  diesen  Verfahren  andere  Fragen  gestellt  haben  könnten.  Die  Be-
schwerdeführerin  macht  jedenfalls  weder  das  eine noch das andere 
geltend oder erbringt dafür einen Nachweis. Dies wäre indes ein Leich-
tes für sie gewesen (durch Vorlage der Entscheide bzw. der Einspra-
chen). Unter den gegebenen Umständen kann nicht von einem ausser-
gewöhnlichen Umfang im Sinne von Art. 53  VwVG gesprochen  wer-
den,  zumal  die  Rechtsvertreterin  schon  mehrere  Jahre  bestens  mit 
den  Fällen  bestens  vertraut  ist  und  sich  nicht  erst  in  die  Verfahren 
einarbeiten musste (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2A.160/2004 
vom 9. Juni  2005 E. 3). Daran vermag auch der  Umstand,  dass  die 
ESTV  zwischen  den  Entscheiden  und  den  Einspracheentscheiden 
teilweise  umfassende  Sachverhaltsabklärungen  getroffen  hat,  nichts 
zu  ändern.  Sie  hat  aus  den  Ergebnissen  in  allen  Fällen  die  selben 
Schlüsse  gezogen. Schliesslich  ist  auch  das  Vorliegen  einer  beson-
deren  Schwierigkeit  zu  verneinen.  Dass  die  SRK  in  den  Abschrei-
bungsverfügungen  vom  15. Mai  2006  betreffend  die  Rechtsverzöge-
rungsbeschwerden von zwei anderen Gesellschaften festgehalten hat, 
es handle sich in diesen Fällen nicht um einen leichten Sachverhalt, 
reicht jedenfalls nicht dafür aus, dass von einer solchen besonderen 
Schwierigkeit  ausgegangen  werden  müsste. Ohnehin  erscheint  frag-
würdig, inwieweit sich die Aussage der SRK überhaupt auf das vorlie-
gende Verfahren beziehen kann.

Nicht  zu  hören ist  im Übrigen das Vorbringen,  eine  Nachfrist  würde 
zudem den Umständen Rechnung tragen, dass der Unterzeichnende 
als Doktorand der Universität B._______ nur ein reduziertes Arbeits-
pensum wahrnehmen könne  und  angesichts  der  Betriebsgrösse  der 
Rechtsvertreterin eine Delegation nicht möglich sei. Dasselbe gilt  für 
den Einwand, weitere fristgebundene Arbeiten sowie das herkömmli-
che  Tagesgeschäft  würden  unverändert  Zeit  beanspruchen.  Hiebei 
handelt  es  sich  ausschliesslich  um  organisatorische  Umstände  der 
Rechtsvertreterin,  welche von Vornherein  keinen Grund für  eine Be-
schwerdeergänzung darzustellen vermögen.

Nach dem Vorgesagten ist  ferner  nicht  ersichtlich,  weshalb  sich  der 
Erlass der zehn Entscheide unter dem Gesichtspunkt des "fair trial" als 
stossend erweisen oder den Grundsatz der Waffengleichheit verletzen 
könnte (vgl. zum Ganzen HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1655 ff.). 
Im Übrigen hat die Rechtsvertreterin selber – wie bereits erwähnt – in 
drei  Fällen gleichzeitig  bei  der SRK Rechtsverzögerungsbeschwerde 

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erhoben  mit  dem Antrag,  die  ESTV sei  anzuhalten,  umgehend  Ein-
spracheentscheide zu fällen. Nach unwidersprochen gebliebener Dar-
stellung  in  der  Vernehmlassung  wurde  in  den  anderen  Verfahren 
zudem wiederholt die Einreichung einer solchen Beschwerde in Aus-
sicht gestellt. Dass die ESTV unter diesen Umständen von der zeitlich 
gestaffelten Eröffnung der Entscheide absah und so allfällige Fragen 
nach der Bevorzugung vermied, ist insbesondere auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Gleichbehandlung der betroffenen Unternehmen nicht 
zu beanstanden.

2.2 Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Eingabe ans Bundesverwal-
tungsgericht  vom 30. Mai  2007,  mit  welcher  sie  Akteneinsicht  in  die 
Vernehmlassungsbeilagen  beantragt,  zudem  an,  dass  sie  es  ange-
sichts der durchwegs ungeheuerlichen Vorbringungen der ESTV sehr 
bedaure, dass kein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt werde.

Ein  zweiter  Schriftenwechsel  ist  grundsätzlich  möglich,  wenn  auch 
praxisgemäss  gewöhnlich  die  Ausnahme  (Entscheid  der  SRK  vom 
9. Februar 2006, veröffentlicht in VPB 70.57 E. 1d.aa). Die Beschwer-
deinstanz kann die Parteien auf jeder Stufe des Verfahrens zu einem 
weiteren  Schriftenwechsel  einladen  (Art. 57  Abs. 2  VwVG).  Ein  wei-
terer  Schriftenwechsel  ist  namentlich  dann  geboten,  wenn  die  Ver-
nehmlassung  der  Vorinstanz  mit  Bezug  auf  die  angefochtene  Verfü-
gung  neue,  erhebliche  Vorbringen  tatsächlicher  oder  rechtlicher  Art 
enthält (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 12. November 1998, ver-
öffentlicht in Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 68 S. 652 
E. 1a, vom 27. April 1994, veröffentlicht in ASA 66 S. 158 E. 2; Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1647/2006  vom  31.  März  2009 
E. 1.3, A-1380/2006 + A-1381/2006 vom 27. September 2007 E. 3.1; 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 123 ff. Rz. 3.37 ff.).

Solches macht die Beschwerdeführerin offensichtlich nicht geltend und 
ist denn auch gar nicht ersichtlich. Vielmehr ist die Sache spruchreif, 
ein weiterer Schriftenwechsel drängt sich daher für das Bundesverwal-
tungsgericht, welches das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat, 
nicht auf (BGE 119 V 347 E. 1a; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 212). Im Übrigen reichte die Beschwer-
deführerin am 28. Juni 2007 eine schriftliche Eingabe ein, in welcher 
sie sich noch einmal zum hängigen Verfahren geäussert hat und ins-
besondere Stellung nahm zur seinerzeit durchgeführten Steuerkontrol-
le. Soweit die Ausführungen als entscheidrelevant zu betrachten sind, 

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würden  sie  ohnehin  bei  der  Beurteilung  berücksichtigt  werden. Den 
massgeblichen (verfassungsrechtlichen)  Vorgaben wurde damit  ohne 
Weiteres  Rechnung  getragen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts A-5550/2008 vom 21. Oktober 2009 E.1.1.3).

2.3 Die  Beschwerdeführerin  beantragt  in  prozessualer  Hinsicht 
schliesslich die  Einholung einer  Amtsauskunft  beim Handelsregister-
amt ... sowie beim Konkursamt ... . Nach der höchstrichterlichen Recht-
sprechung kann das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die 
noch  im  Raum  stehenden  Beweisanträge  eine  nicht  erhebliche 
Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen 
die Beweiseignung abgeht oder – gerade umgekehrt – die betreffende 
Tatsache  aus  den  Akten  bereits  genügend  ersichtlich  ist  (anstelle 
vieler: BGE 131 I 153 E. 3, BGE 124 I 208 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. 
auch  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1562/2006  vom 
26. September  2008  E. 3.2.5.4,  A-1444/2006  +  A-1445/2006  vom 
22. Juli  2008  E.  7.1;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S.  165 
Rz. 3.144).  Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtet  den  Sachverhalt 
aufgrund der  vorhandenen Akten für  genügend geklärt.  Überdies  ist 
nicht ersichtlich, was die Amtsauskünfte zur Klärung des vorliegenden 
Falls beitragen könnten, was nicht ohnehin schon aus den Akten her-
vorgeht. Auf deren Einholung ist folglich in einer vorweggenommenen 
(antizipierten) Beweiswürdigung zu verzichten. 

3.

3.1 Verwendet die steuerpflichtige Person Gegenstände oder Dienst-
leistungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  sie  in  ihrer 
Steuerabrechnung u. a. die ihm von anderen Steuerpflichtigen mit den 
Angaben nach Art. 37 aMWSTG in Rechnung gestellte Steuer für Lie-
ferungen und Dienstleistungen abziehen (Art. 38 Abs. 1 Bst. a sowie 
Abs.  2  aMWSTG).  Erforderlich  ist  demnach,  dass  der  Abzugsbe-
rechtigte auch Empfänger einer tatsächlich der Mehrwertsteuer unter-
liegenden Leistung ist  (DANIEL RIEDO,  Vom Wesen der Mehrwertsteuer 
als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden Wirkun-
gen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 247; IVO P. BAUMGART-
NER,  mwst.com,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die  Mehrwert-
steuer, Basel 2000, Rz. 13 zu Art. 38). 

3.2

3.2.1 Die  Mehrwertsteuer  stellt  auf  wirtschaftliche  Vorgänge  ab  und 
besteuert den wirtschaftlichen Konsum. Bestand und Umfang einer der 

Seite 10

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Mehrwertsteuer  unterstehenden  Leistung  werden  aufgrund  der 
wirtschaftlichen  Betrachtungsweise  bestimmt  (Urteil  des  Bundes-
gerichts  2A.304/2003  vom 14.  November  2003  E. 3.6.1;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1572/2006 vom 21. August 2008 E. 2.4, 
A-1434/2006 vom 14. Mai 2007 E. 2.3). Der wirtschaftlichen Betrach-
tungsweise kommt im Bereich der Mehrwertsteuer einerseits  bei  der 
Auslegung von zivilrechtlichen und von steuerrechtlichen Begriffen so-
wie  andererseits  bei  der  rechtlichen  Qualifikation  von Sachverhalten 
Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2003, veröf-
fentlicht  in  ASA 73 S. 569 E. 3.2; Urteile  des  Bundesverwaltungsge-
richts  A-1634/2006  vom  31.  März  2009  E.  2.1.4,  A-1544/2006  vom 
11. September 2008 E. 2.1.4, A-1378/2006 vom 27. März 2008 E. 2.7).

3.2.2 Die  buchhalterische  Erfassung  von  Leistungen  kann  nach 
konstanter  Rechtsprechung  zwar  ein  Indiz  für  eine  mehrwertsteu-
errechtliche  Qualifikation  sein,  vermag  jedoch  die  wirtschaftliche 
Realität  nicht  zu  ändern.  Massgebend  ist  nicht  die  Sichtweise  der 
Buchführung,  sondern  die  wirtschaftliche  Betrachtungsweise  (Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-680/2009 vom 8. Juni 2009 E. 2.3.2, 
A-1561/2007 vom 4. Juli 2008 E. 4.5.3, A-1418/2006 vom 14. Mai 2008 
E. 4.2, A-1378/2006 vom 27. März 2008 E. 3.4.6; Entscheide der SRK 
vom 13. Dezember  2004 [SRK 2003-098]  E. 4b,  bestätigt  durch das 
Urteil  des  Bundesgerichts  2A.65/2005  vom  17. Oktober  2005,  vom 
24. September 2003 [SRK 2003-021] E. 4c, bestätigt durch das Urteil 
des Bundesgerichts 2A.520/2003 vom 29. Juni 2004).

3.3 Die Beweiswürdigung endet  mit  dem richterlichen Entscheid  da-
rüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als  erwiesen zu gelten hat 
oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die 
freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist,  dass  sich  der 
rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht  hat  (BGE  130  III  321 
E. 3.2; Urteil  des Bundesgerichts 2A.110/2000 vom 26. Januar 2001 
E. 3c; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 279 f.; 
MARTIN ZWEIFEL,  Die  Sachverhaltsermittlung  im  Steuerveranlagungs-
verfahren, Zürich 1989, S. 109 f.). Gelangt das Gericht nicht zu diesem 
Ergebnis, so fragt sich, ob zum Nachteil der Steuerbehörde oder des 
Steuerpflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweis-
losigkeit zu tragen hat. Nach der objektiven Beweislastregel ist bei Be-
weislosigkeit zu Ungunsten desjenigen zu urteilen, der die Beweislast 
trägt (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1479/2006 
vom 10. September 2008 E. 1.3, A-1469/2006 vom 7. Mai 2008 E. 1.4, 

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je  mit  weiteren  Hinweisen  GYGI,  a.a.O.,  S.  279  f.;  ZWEIFEL,  a.a.O., 
S. 109 f.). Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, wel-
che die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuerforderung 
erhöhen, das heisst für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tat-
sachen.  Demgegenüber  ist  der  Steuerpflichtige  für  die  steuerauf-
hebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet,  das heisst für 
solche  Tatsachen,  welche  Steuerbefreiung  oder  Steuerbegünstigung 
bewirken  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  14. Juli  2005, 
veröffentlicht  in  ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1418/2006  vom  14.  Mai  2008  E. 5.1,  A-1373/2006 
vom 16. November 2007 E. 2.1, je mit zahlreichen Hinweisen).

4.
Im  vorliegenden  Fall  liegt  die  Vorsteuerabzugsberechtigung  im  Zu-
sammenhang  mit  verschiedenen  Kaufverträgen  zwischen  der 
A._______ AG in Liquidation und der Beschwerdeführerin im Streit. Es 
handelt sich dabei um Lieferungen von diversen Geräten wie Kopierer, 
Drucker,  eine Reinigungs-  sowie eine Waschmaschine,  Bügelstation, 
Bügelpresse, Bügelsystem, etc. an die Beschwerdeführerin. 

4.1 Zum Nachweis  des  geltend gemachten Vorsteuerabzugs  hat  sie 
Kopien  der  Kaufverträge  eingereicht.  Die  ersten  elf  datieren  vom 
9. Dezember 2002; der Kaufpreis beträgt insgesamt Fr. 699'400.--. Die 
übrigen 12 tragen das Datum vom 22. Januar 2003 und belaufen sich 
auf eine Kaufsumme von Fr. 304'830.80. Ebenfalls am 22. Januar 2003 
haben  die  Vertragsparteien  eine  Abzahlungsvereinbarung  abge-
schlossen.  Nebst  dem  ursprünglichen  Warenwert  von  gesamthaft 
Fr. 1'004'230.80  vereinbarten  sie  einen  Teilzahlungszuschlag  von 
Fr. 164'334.--. Den Gesamtbetrag über Fr. 1'168'564.80 sollte die Be-
schwerdeführerin  in  72  monatlichen Ratenzahlungen  à  Fr. 16'230.05 
begleichen, erstmals am 1. März 2003.

4.2 Es ist nicht infrage zu stellen, dass bei Vorliegen von schriftlichen 
Verträgen über eine steuerbare Leistung,  die in  der Buchhaltung er-
fasst und in der Abrechnung ausgewiesen wird, grundsätzlich zu ver-
muten ist, dass der Leistungsaustausch auch tatsächlich besteht. Wie 
im Folgenden zu zeigen ist,  gelingt es der ESTV jedoch, berechtigte 
und rechtserhebliche Zweifel  am Vorliegen dieser Leistungen zu we-
cken:

4.2.1 Laut  den  einzelnen  Kaufverträgen  konnte  die  Beschwerdefüh-
rerin den gewünschten Lieferort sowie den Termin bestimmen; die Lie-

Seite 12

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ferung  sollte  franko  Haus  erfolgen.  In  der  Abzahlungsvereinbarung 
sind sämtliche Verträge nochmals aufgelistet mit dem einleitenden Ver-
merk: "Die A._______ AG hat  der Z._______ GmbH [früherer Name 
der Beschwerdeführerin] gemäss gesonderter Bestellungen / Kaufver-
träge folgende Lieferungen erbracht". Dem Wortlaut  nach hätten  die 
Lieferungen am 22. Januar 2003 bereits ausgeführt worden sein müs-
sen bzw. hätten sie bis zu diesem Tag erfolgen sollen. 

Man  kommt  nicht  umhin  sich  zu  fragen,  wie  die  Abwicklung  der 
Kaufverträge  über  die  23  zum  Teil  schweren  und  grossen  Gegen-
stände  in  tatsächlicher  Hinsicht  genau  hätte  erfolgen  können.  Wie 
gesehen war die A._______ AG in Liquidation gemäss den Kaufver-
trägen zur Auslieferung der Gegenstände verpflichtet,  allenfalls auch 
mit  Hilfe eines Dritten. In der Erfolgsrechnung für das Jahr 2003 hat 
sie  einen Fahrzeug- und Transportaufwand von Fr. 0.--  ausgewiesen. 
Unter  dem  Aufwand  für  Drittleistungen  wird  zwar  ein  Betrag  von 
Fr. 1'196'527.62  aufgeführt,  doch  werden  darunter  sowohl  Fremd-
leistungen  als  auch  Warenbezüge  erfasst.  Eine  Kontrolle  der  ent-
sprechenden Kontoblätter  zeigt  denn auch,  dass  es sich  dabei  aus-
schliesslich  um  Warenbezüge  bzw.  Waren-  oder  Materialaufwand 
handelt.  Die  Erfolgsrechnung  2001/2002  weist  unter  "Wareneinkauf 
und  Fremdleistung"  ebenfalls  lediglich  Wareneinkäufe  aus.  Unter 
"Fahrzeug- und Transportaufwand" sind Benzinkosten und Kosten für 
das Strassenverkehrsamt in Höhe von Fr. 1'101.75 ausgewiesen (Ver-
nehmlassungsbeilage 47, A-1605/2006). Diese Kosten betreffen aller-
dings einen Jaguar, mit dem – da es sich um einen Personenwagen 
handelt  –  die  fraglichen  Lieferungen  offensichtlich  nicht  hätten  aus-
geführt  werden können (Vernehmlassungsbeilage 60,  separater  Ord-
ner, A-1605/2006).

4.2.2 Zweifel an den angeblichen Eingangsleistungen bestehen ferner 
aus folgendem Grund: Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie ha-
be im Jahre 2003 zehn Ratenzahlungen geleistet. Bei den Akten be-
treffend  die  A._______  AG in  Liquidation  befindet  sich  des  Weitern 
eine Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien vom 20. September 
2003,  worin  die  A._______  AG in  Liquidation  erklärt,  einen  Teil  der 
Gerätschaften  zum  ursprünglichen  Erwerbspreis  zurückzukaufen,  da 
die Beschwerdeführerin  diese nicht  im anfänglich geplanten Umfang 
einsetzen  könne  (Vernehmlassungsbeilage  19,  A-1605/2006).  Es 
handelt  sich  dabei  um  sämtliche  elf  Gegenstände  der  Kaufverträge 
vom  9. Dezember  2002:  sieben  Kopierer,  drei  Drucker  sowie  ein 

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Druck-  und  Endverarbeitungssystem  im  Betrag  von  Fr.  699'400.--. 
Demnach hätte sich die Restschuld Ende 2003 auf Fr. 306'864.30 be-
laufen (Fr. 1'168'564.80  [Gesamtschuld  inkl. Teilzahlungszuschlag]  ./. 
Fr. 162'300.50 [zehn Raten] ./. Fr. 699'400.--). Anlässlich der Kontrolle 
konnte die ESTV jedoch weder in den vorgelegten Unterlagen der Be-
schwerdeführerin noch in denjenigen der A._______ AG in Liquidation 
für  das Jahr 2004 Zahlungen/Verrechnungen oder irgendwelche Ein-
forderungshandlungen  feststellen.  Ebenso  wenig  finden  sich  in  den 
Akten Hinweise darauf. Zudem wird solches von der Beschwerdefüh-
rerin gar nicht geltend gemacht. Gerade aus unternehmerischer Sicht 
ist indes nicht einzusehen, weshalb die A._______ AG in Liquidation 
so lang untätig geblieben sein soll. Dass sie das Entgelt nicht (mehr) 
einverlangt hat, lässt – in Anbetracht der Umstände – vielmehr darauf 
schliessen, dass gar keine Leistungen erfolgt sind. 

4.2.3  Letztlich erscheinen auch die angeblichen Ratenzahlungen für 
steuerbare Eingangsleistungen äusserst zweifelhaft. Dem eingereich-
ten  Kreditorenkonto-Auszug  der  Beschwerdeführerin,  der  mit  der 
Aufstellung der Buchungen in den amtlichen Akten übereinstimmt, ist 
zu entnehmen, dass im Jahr 2003 anstelle der behaupteten zehn Zah-
lungen lediglich deren sieben vorgenommen worden sind und nur vier 
betragsmässig mit der vereinbarten Höhe der Ratenzahlungen korres-
pondieren.  Zudem sind  von  diesen  Zahlungen  bei  der  Beschwerde-
führerin  fünf  über  ein Darlehenskonto  eines Gesellschafters  und bei 
der A._______ AG in Liquidation bis auf eine einzige Zahlung alle über 
das Konto "Darlehen Gesellschafter" verbucht worden. Die ESTV hat 
Letztere mit Schreiben vom 7. Juli 2005 um Auskünfte und Belege zu 
den  einzelnen  in  diesem Konto  enthaltenen  Buchungen  ersucht.  Im 
Antwortschreiben vom 1. Oktober 2005 (Vernehmlassungsbeilage 57, 
A-1605/2006) führte die A._______ AG in Liquidation aus: "Über die-
ses  Konto  wurde der  private  Zahlungsverkehr  abgewickelt,  der  nicht 
geschäftsmässig begründet war und demzufolge für die Erhebung der 
Mehrwertsteuer überhaupt keinen Einfluss hat. ... Wir halten fest, dass 
sämtliche  von  Ihnen  bezeichnete  Geschäftsvorfälle  keine  Mehrwert-
steuerrelevanz haben. ...  Die  aufwandneutrale  Verbuchung  über  das 
Kontokorrent Gesellschafter ist dafür nach unserer Ansicht die einzig 
richtige Vorgehensweise."

4.3 Es wird deutlich, dass betreffend den behaupteten Leistungsaus-
tausch,  welcher  die  Grundlage des geltend gemachten Vorsteuerab-
zugs  bildet,  erhebliche,  die  Vermutung  überwiegende  Zweifel  beste-

Seite 14

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hen. Es wäre demnach an der Beschwerdeführerin, den Nachweis für 
das Gegenteil zu erbringen. Dies gelingt ihr gerade nicht; mit Ausnah-
me der erwähnten Buchhaltungsauszüge vermochte sie keinerlei Be-
lege vorzulegen,  um die angeblichen Lieferungen nachzuweisen. Sie 
hat daher die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. E. 3.3 hievor). 
Dessen  ist  sich  im  Grunde  auch  die  Beschwerdeführerin  bewusst, 
indem  sie  geltend  macht,  ein  allfälliger  Untergang  ihrer  Geschäfts- 
bzw. Buchhaltungsunterlagen hätte die Verwaltung mitzuverantworten. 
Dabei kann ihr nicht zugestimmt werden. Sie macht in diesem Zusam-
menhang geltend, nicht zu wissen, wo sich ihre Geschäftsunterlagen 
befänden; ein Untergang, ob auf dem Konkursamt oder bei ihr, der Be-
schwerdeführerin,  könne  nicht  ausgeschlossen  werden.  Die  ESTV 
hätte seit Anfang 2003 Kenntnis vom fraglichen Vorsteuerüberhang ge-
habt,  dennoch habe sie  mit  der  Kontrolle  bis  November  2004 zuge-
wartet.  Dadurch  habe  sie  bewusst  und  billigend  den  Untergang  der 
Geschäftsunterlagen in  Kauf  genommen. Auf  jeden Fall  könnten die 
Folgen des Untergangs nicht einzig zu Lasten der Beschwerdeführerin 
gehen.  Die  Beschwerdeführerin  ist  daran  zu  erinnern,  dass  sie  von 
Gesetzes wegen dazu verpflichtet  ist,  ihre Geschäftsbücher, Belege, 
Geschäftspapiere und sonstigen Aufzeichnungen während zehn bzw. 
20 Jahren ordnungsgemäss aufzubewahren (Art. 58 Abs. 2 aMWSTG). 
Berücksichtigt  man zudem, dass der Konkurs während eines laufen-
den Einspracheverfahrens betreffend ein behauptetes Vorsteuergutha-
ben von Fr. 82'538.-- eingetreten ist  und die Beschwerdeführerin  als 
Grund gegen die Löschung im Handelsregister am 21. Dezember 2004 
gerade  die  Notwendigkeit  der  Klärung  der  Vorsteuerabzugsberechti-
gung angegeben hat, ist nicht nachzuvollziehen, weshalb sie keine Ko-
pien angefertigt  oder es unterlassen hat,  sich über den Verbleib der 
Unterlagen genauer zu orientieren. Im Übrigen erschiene eine Rückga-
be  der  Unterlagen  an  die  Beschwerdeführerin  (bzw. allenfalls  deren 
Rechtsvertreterin) infolge des Einspruchs gegen die Löschung ohne-
hin  wahrscheinlicher  (BGE 131 IV 56 E. 1.2; vgl. auch Vernehmlas-
sungsbeilage 51). Dies würde insbesondere auch mit dem in den Ak-
ten befindlichen Schreiben des Konkursamts vom 10. Januar 2005 kor-
respondieren,  wonach  sich  die  Akten  seines  Wissens  nach  bei  der 
Rechtsvertreterin befinden würden (Vernehmlassungsbeilage 51). 

4.4 Die ESTV hat mangels Nachweises einer steuerbaren Eingangs-
leistung folglich  zu  Recht  den gesamten Vorsteuerabzug verweigert; 
für das Eventualbegehren, wonach zumindest für die Ratenzahlungen 
der Vorsteuerabzug zu gewähren sei, bleibt damit kein Raum. Die vor-

Seite 15

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liegende  Begründung  weicht  zwar  grundsätzlich  von  derjenigen  der 
Vorinstanz ab; diese hat im Einspracheentscheid zur Hauptsache da-
rauf abgestellt,  die Beschwerdeführerin habe den Nachweis nicht er-
bracht, dass die an die Belege gestellten Anforderungen zur Vornahme 
des Abzugs erfüllt seien. Allerdings ist das Bundesverwaltungsgericht 
nicht daran gebunden (vgl. E. 1.2 hievor). Da es sich zudem nicht auf 
Rechtsnormen stützt, mit deren Anwendung die Parteien nicht rechnen 
mussten, kann eine vorgängige Anhörung der Parteien zu dieser Be-
gründung unterbleiben (BGE 124 I 49 E. 3c; Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-4620/2008 vom 19. Januar 2008 E. 1.3). Unter den ge-
gebenen Umständen kann eine Auseinandersetzung mit den weiteren 
materiellrechtlichen Vorbringen der Parteien zum Institut des Vorsteu-
erabzugs  oder  den  zivilrechtlichen  Überlegungen  zum  Vertragsrecht 
offen bleiben. Nur  am Rande  sei  erwähnt,  dass  der  Vorsteuerabzug 
ohnehin nur insoweit gewährt werden könnte, als in der Folge tatsäch-
lich  Zahlungen  geleistet  werden;  die  Erbringung  der  Gegenleistung 
(Entgelt)  bleibt  materiellrechtliches  Tatbestandsmerkmal  des  endgül-
tigen Vorsteuerabzugs (vgl.  RIEDO,  a.a.O.,  S. 251). Wie dargelegt  be-
stehen  indes  erhebliche  Zweifel,  dass  solche  Zahlungen  vorgenom-
men worden sind. Ebenso wenig  vermochte  die  Beschwerdeführerin 
einen Nachweis für ihre Behauptung zu erbringen. Auch aus diesem 
Grund müssten ihre Begehren abgewiesen werden. 

5.
Schliesslich vermögen auch die übrigen Vorbringen der Beschwerde-
führerin nicht durchzudringen:

5.1 Sie ist der Ansicht, die ESTV habe den Anspruch auf rechtliches 
Gehör verletzt, indem sie ihr nie die Möglichkeit zur Stellungnahme zu 
inhaltlichen Fragen eingeräumt habe. Eine materielle Auseinandersetz-
ung mit den Verträgen habe nie stattgefunden. 

5.1.1 Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ergibt  sich  aus  Art.  29 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April  1999  (BV, SR 101). Er  umfasst  eine  Anzahl  verschie-
dener  verfassungsrechtlicher  Verfahrensgarantien  (vgl.  zum  Ganzen 
auch  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  1672 ff.,  MARKUS SCHEFER, 
Grundrechte in der Schweiz, Bern 2005, S. 285 ff.). Zunächst gehört 
dazu  das  Recht  auf  vorgängige  Äusserung  und  Anhörung,  welches 
den  Betroffenen  einen  Einfluss  auf  die  Ermittlung  des  wesentlichen 
Sachverhalts sichert. Dabei kommt der von einem Verfahren betroffe-

Seite 16

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nen Person der Anspruch zu,  sich vorgängig einer behördlichen An-
ordnung zu allen wesentlichen Punkten,  welche die Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts betreffen, zu äussern und von der be-
treffenden Behörde alle dazu notwendigen Informationen zu erhalten 
(vgl.  SCHEFER,  a.a.O.,  S.  290  ff.).  Des  Weitern  leitet  sich  aus  dem 
Grundsatz des rechtlichen Gehörs die Pflicht  der Behörden ab, Ent-
scheide zu begründen (BGE 123 I 31 E. 2c; vgl. etwa GEROLD STEINMANN, 
in: Die schweizerische Bundesverfassung, Kommentar (St. Galler Kom-
mentar), Bernhard Ehrenzeller ... [et al.](Hrsg.), 2. Aufl.,  Zürich 2008, 
Rz. 27 zu Art. 29; zum Ganzen auch BVGE 2007/21 E. 10.2; vgl. ferner 
Art.  35  Abs.  1  VwVG).  Die  Begründung  eines  Entscheids  muss  so 
abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn sachgerecht anfechten 
kann. Dies ist  nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmit-
telinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen kön-
nen. In  diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen ge-
nannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche 
sie  ihren Entscheid  stützt. Sie  kann sich  dabei  auf  die  für  den Ent-
scheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  (BGE  129  I  232 
E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b; vgl. auch  LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begrün-
dungspflicht, Bern 1998, S. 22 ff.). 

5.1.2 Die Beschwerdeführerin hatte sowohl vor Erlass des Entscheids 
als auch im Rahmen der Einsprache Gelegenheit zur Stellungnahme. 
Die ESTV ist der Pflicht zur Anhörung in hinreichender Weise nachge-
kommen. Sollte die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge eine Verletzung 
der Begründungspflicht geltend machen, ist ihr Folgendes entgegenzu-
halten: Die ESTV hat sich sowohl im Erstentscheid als auch im Ein-
spracheentscheid  mit  den  Kaufverträgen  und  der  Abzahlungsverein-
barung sowie den ihrer Ansicht nach fehlenden Voraussetzungen für 
den Vorsteuerabzug auseinandergesetzt und dies rechtsgenüglich be-
gründet. Im Einspracheentscheid hat sie zudem die Erkenntnisquellen, 
auf welche sie sich gestützt hat, offen dargelegt. Die Beschwerdefüh-
rerin konnte sich, ebenso wie das Bundesverwaltungsgericht, ein Bild 
über  die  Tragweite  des  Entscheids  machen und diesen dadurch auf 
jeden Fall sachgerecht anfechten; dass das Gericht ihren Argumenten 
nicht folgt und den Entscheid mit einer anderen – notabene aber er-
wartbaren – Begründung stützt, lässt die Begründung der ESTV nicht 
unzureichend erscheinen. Die Tatsache, dass der Einspracheentscheid 
nebst  den  Erwägungen  zu  den  Kaufverträgen  und  der  Vorsteuer-
abzugsberechtigung viele weitere Ausführungen enthält, die allerdings 
grösstenteils nicht direkt mit dieser Frage in Zusammenhang stehen, 

Seite 17

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vermag ebenfalls nichts daran zu ändern, dass die ESTV ihrer Begrün-
dungspflicht  hinreichend nachgekommen ist. Die ergänzenden Sach-
verhaltsabklärungen  im  Einspracheverfahren  waren  darüber  hinaus 
ohne Weiteres zulässig: dieses zielt  darauf  ab,  ungenügende Abklä-
rungen oder Fehlbeurteilungen, aber auch Missverständnisse, die den 
angefochtenen  Verwaltungsverfügungen  zugrunde  liegen,  in  einem 
kostenlosen und weitgehend formlosen Verfahren auszuräumen, ohne 
dass  die  übergeordneten  Gerichte  angerufen  werden  müssen  (BGE 
131  V  407  E.  2.1.2.1  mit  Hinweisen).  Damit  soll  ein  einfaches  und 
rasches verwaltungsinternes Verfahren gewährleistet werden. Die Ver-
waltung nimmt dabei – soweit nötig – weitere, ergänzende Abklärun-
gen vor und überprüft die eigenen Anordnungen aufgrund des vervoll-
ständigten Sachverhalts (BGE 125 V 188 E. 1b und c). Sie kann noch-
mals über  die strittigen Punkte entscheiden,  bevor allenfalls  die Be-
schwerdeinstanz angerufen wird. 

Im Übrigen könnte die Beschwerdeführerin selbst bei Vorliegen einer 
Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  nichts  zu  ihrem  Vorteil  ableiten. 
Eine  solche  könnte  nach  der  Rechtsprechung  als  geheilt  gelten,  da 
jene  im  vorliegenden  Verfahren  vor  einer  Instanz  mit  umfassender 
Kognition  (vgl.  E. 1.2  hievor)  die  Möglichkeit  hatte,  sich  zu  äussern 
(BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 127 V 431 E. 3d, BGE 126 V 130 E. 2b; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1681/2006  vom  13.  März 
2008 E. 2.4, A-1737/2006 vom 22. August  2007 E. 2.2,  A-1621/2006 
vom 6. März 2007 E. 4.2.2).

5.2 Die Beschwerdeführerin rügt darüber hinaus ein "unfaires Verhal-
ten"  der  ESTV, indem diese Fragen,  wie sie  sich  bei  der  Begehung 
künftiger  Verträge zu verhalten  habe,  nie  beantwortet  habe. Wie  die 
Vorinstanz  zutreffend  in  der  Vernehmlassung  ausführt,  besteht  ihre 
Aufgabe nicht in der Instruierung bzw. allgemeinen Beratung von Steu-
erpflichtigen,  sondern  bloss  in  der  Überprüfung  der  gemachten  An-
gaben  (vgl.  auch  Art.  62  Abs.  1  aMWSTG).  Die  Steuerpflichtigen 
haben  –  gestützt  auf  das  Selbstveranlagungsprinzip  –  selbst  und 
unaufgefordert  über  ihre  Umsätze  und  Vorsteuern  abzurechnen  und 
den  geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrag  rechtzeitig  an  die  ESTV 
abzuliefern  (vgl.  Art.  46 f.  aMWSTG; s.a.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.109/2005  vom  10. März  2006  E. 2.1;  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-6150/2007 vom 26. Februar 2009 E. 2.4).

Seite 18

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6.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten  werden kann. Die  Kosten für  das  Beschwerdeverfahren vor 
der SRK bzw. dem Bundesverwaltungsgericht, welche auf Fr. 1'500.-- 
festgesetzt  werden,  sind  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (vgl. 
Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe zu verrechnen. Für einen (teilweisen) Erlass dieses Betrags 
besteht entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kein Anlass 
(vgl. Art. 63 Abs. 1 3. Satz VwVG bzw. Art. 6 Bst. b des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; vgl. BVGE 2007/41 
E. 9.2). Das Bundesverwaltungsgericht trägt der finanziellen Lage der 
Beschwerdeführerin bereits hinreichend Rechnung, indem es sich am 
untersten Bereich des Kostenrahmens orientiert. Eine Parteientschädi-
gung an die Beschwerdeführerin ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 
VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'500.-- verrechnet. 

3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  keine  Parteientschädigung  zugespro-
chen. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Seite 19

A-1601/2006

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Jeannine Müller

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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