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**Case Identifier:** 6438a3f0-446f-5f63-a8e8-e43a90972c83
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.03.2012 IV 2010/260
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-260_2012-03-13.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/260

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.05.2020

Entscheiddatum: 13.03.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2012
Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung durch Einkommensvergleich (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. März 2012, IV 
2010/260).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 13. März 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, 

Waisenhausstrasse 17,Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

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A.     

A.a   A.___ meldete sich am 3. Juli 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). 

Die B.___ AG teilte der IV-Stelle am 28. Juli 2003 mit (IV-act. 8), sie beschäftige den 

Versicherten seit dem 29. Januar 2001 als angehenden Bodenleger. Er würde aktuell 

Fr. 4750.-- (x13) verdienen. Arbeitsversuche im April 2003 seien gescheitert. Dr. med. 

C.___, Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 1. August 2003 (IV-act. 9-1 

ff.), der Versicherte sei am 1. Juli 2002 rückwärts auf der Treppe gestürzt. Die 

Diagnosen lauteten: Sturz mit Kontusion der LWS, lumbospondylogenes Syndrom und 

intermittierend lumboradikuläres Syndrom rechts bei kleiner mediolateraler 

Diskushernie L3/4 rechts und Depression mit somatischen Symptomen. Dr. C.___ gab 

weiter an, der Versicherte sei in seinem Beruf seit dem Unfall zu 100% arbeitsunfähig. 

Für eine leichte, den Rücken nicht belastende Arbeit sei er aber durchaus voll 

arbeitsfähig. Er benötige Hilfe bei der berufllichen Wiedereingliederung, denn das 

depressive Verhalten und die starre Mimik bewirkten, dass man ihm wenig zutraue. 

Gemäss dem beigelegten Austrittsbericht der Rehaklinik D.___ vom 25. März 2003 litt 

der Versicherte auch an einer Anpassungsstörung, Angst und depressive Störung 

gemischt (IV-act. 9-15). Dr. med. E.___, Neurochirurgie FMH, hielt am 12. Januar 2004 

gegenüber der IV-Stelle fest (IV-act. 25), der Versicherte habe chronische, 

therapieresistente Lumbalgien und Lumboischialgien rechts. Die konservativen 

Massnahmen hätten keine Besserung gebracht. Wegen der anhaltenden Schmerzen 

hätten sich bestimmte psychische Komponenten entwickelt. Der Versicherte könne 

nicht länger als 15 bis 20 Min. in der gleichen Position (stehend, sitzend, liegend, 

laufend) verharren. In einer körperlich leichten Tätigkeit sei er zu 100% arbeitsfähig, 

wenn er alle zwei Stunden zehn Minuten Pause machen könne. Die IV-Stelle ordnete 

eine Begutachtung an (IV-act. 32). Dr. med. F.___, Spezialarzt FMH Innere Medizin und 

Spezialarzt FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell 

Rheumaerkrankungen, berichtete in seinem Gutachten vom 24. August 2005 (IV-act. 

65), der Versicherte habe über andauernde untere Rücken- und rechtsseitige 

Beinschmerzen sowie darüber geklagt, dass er oftmals im Bein kein Gefühl mehr habe. 

Dr. F.___ führte in seiner Beurteilung aus, er habe eine unspezifische 

Wirbelsäulenhaltungs- und Gehstörung sowie eine klinisch nicht relevante 

Bandscheibendegeneration L3/4 und L4/5 festgestellt. Klinisch dominierten ganz die 

Folgen einer dysfunktionellen Schmerzverarbeitung. Die demonstrierten 

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Funktionseinbussen seitens der Wirbelsäule und der Gehfähigkeit seien aktuell das 

Resultat eines im Lauf der Zeit durch Konditionierung erlernten, die unphysiologischen 

Haltungs- und Bewegungsmuster stabilisierenden Schmerzverhaltens. Die 

Arbeitsunfähigkeit werde ausschliesslich durch den psychischen Gesundheitszustand 

bestimmt. Dr. med. G.___, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 

führte in ihrem Gutachten vom 22. Dezember 2005 (IV-act. 66) aus, es liege eine 

mittelgradige bis schwere depressive Episode vor. Der Versicherte sei deshalb zu 

mindestens 50%, aufgrund der stärkeren Ausprägung und der Chronifizierung eher zu 

80% arbeitsunfähig. Bis zum Unfall sei er gesund gewesen. Seither hätten sich seine 

Art und sein Verhalten stark verändert. Der psychische Befund sei in den Arztberichten 

seit 2003 immer identisch beschrieben worden. Er habe den aktuell erhobenen 

Befunden entsprochen. Vorherrschend seien mittelgradig bis schwer depressive 

Symptome. Über die Entstehung der Depression könne nur spekuliert werden. Sie 

habe sich rasch entwickelt. Dadurch sei der bekannte Teufelskreis mit einer 

gegenseitigen negativen Beeinflussung von Schmerz und Depression entstanden. Der 

psychische Gesundheitsschaden sei aber behandelbar. Am erfolgversprechendsten sei 

eine stationäre psychiatrische Behandlung mit anschliessender Rehabilitation in einer 

geschützten Werkstätte. Gemäss der interdisziplinären Stellungnahme von Dr. F.___ 

und Dr. G.___ bestand eine Arbeitsunfähigkeit von 80%. Die Gutachter empfahlen eine 

erneute psychiatrische Begutachtung nach Ablauf eines Jahres.

A.b   Die IV-Stelle forderte den Versicherten auf, sich im Rahmen seiner 

Schadenminderungspflicht weiter psychiatrisch behandeln zu lassen (IV-act. 68). Der 

Versicherte erklärte sich am 20. Februar 2006 dazu bereit (IV-act. 74). Dr. med. H.___, 

Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 23. Juni 2006 (IV-act. 77), der 

psychische Gesundheitszustand des Versicherten habe sich leicht gebessert. Nun liege 

eine mittelgradige depressive Episode vor. Der Versicherte könne eine leichte, 

wechselbelastende Arbeit an vier Stunden täglich ausführen. Dabei sei seine 

Leistungsfähigkeit um 30% vermindert. Am 1. September 2006 gab Dr. H.___ an (IV-

act. 82), der Versicherte sei deutlich weniger depressiv (leichtgradige depressive 

Episode), er könne an drei bis vier Stunden einer körperlich angepassten 

Erwerbstätigkeit nachgehen. Dr. E.___ gab am 13. Dezember 2006 an (IV-act. 88), aus 

neurochirurgischer Sicht sei es dem Versicherten nicht mehr zumutbar, einer 

mittelschweren bis leichten Arbeit nachzugehen. Die IV-Stelle ordnete erneut eine 

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Begutachtung an (IV-act. 89). Der zuständige RAD-Arzt wies am 4. Januar 2007 darauf 

hin (IV-act. 93), dass Dr. E.___ nur drei Schmerzmittel und ein Muskelrelaxans, aber 

kein Antidepressivum angegeben habe. Am 2. Oktober 2007 hielt Dr. E.___ gegenüber 

dem RAV fest (IV-act. 108-2), der Versicherte sei ab Oktober 2007 zu 50% und ab 

November 2007 zu 100% arbeitsfähig, wenn es sich um eine adaptierte Tätigkeit 

handle und alle zwei Stunden eine viertelstündige Pause eingelegt werden könne. Dr. 

med. I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, allg. beeideter gerichtlicher 

Sachverständiger, Arzt für psychotherapeutische Medizin, Psychosomatik und 

psychosoziale Medizin, hielt in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 16. 

November 2007 fest (IV-act. 116-10 ff.), es liege eine leichtgradige bis mittelgradige 

depressive Episode vor. Neben depressiven Verstimmungszuständen bestünden auch 

Affektstörungen, leichte psychomotorische Störungen, Antriebsstörungen und ein 

vermindertes Interesse, obwohl der Versicherte scheinbar motiviert sei. Hinzu kämen 

somatische Symptome, die insbesondere bei verstärkten depressiven Verstimmungen 

oder exogenen Belastungen verstärkt dargestellt würden. Eine Erwerbstätigkeit sei 

ganztags zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit aber um etwa 30% eingeschränkt sei. 

Ab September 2006 sei gestützt auf das Gutachten von Dr. G.___ von einer mindestens 

50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Adaptiert sei eine geistig leichte Tätigkeit, die 

keiner erhöhten Flexibilität bedürfe und bei der kein Zeitdruck und keine psychische 

Belastung aufträten. Eine weitere Besserung sei trotz regelmässiger psychiatrischer 

Behandlung mit antidepressiver Therapie nicht mehr zu erwarten. Dr. med. J.___, 

Spezialarzt für orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), hielt in seinem 

Gutachten vom 20. November 2007 fest (IV-act. 116-1 ff.), die lumbalen Schmerzen 

und die abnormen Untersuchungsbefunde der LWS könnten bei normalen 

radiologischem Befund nicht objektiviert werden. Insbesondere könnten das Ausmass 

der Beschwerden, die Ausstrahlungen der Schmerzen in den rechten Fuss und die 

Dysästhesien der Zehen nicht nachvollzogen werden. Körperlich leichte Tätigkeiten, die 

nicht mit regelmässig inklinierten, reklinierten oder rotierten Körperhaltungen oder dem 

Heben und Tragen von Lasten über 15 bis 20 kg verbunden seien, könnten dem 

Versicherten vollumfänglich zugemutet werden. Die Gesamtbeurteilung durch Dr. I.___ 

und Dr. J.___ ergab eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 70%. Dr. 

med. K.___ vom RAD hielt dazu am 17. Januar 2008 fest (IV-act. 118), in einer 

adaptierten Tätigkeit sehe die Arbeitsfähigkeit im Verlauf wie folgt aus: 100% vom 30. 

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Juli 2003 bis 22. Dezember 2005, 20% vom 22. Dezember 2005 bis August 2006 und 

70% ab September 2006.

A.c   Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle hielt am 2. Juni 2008 fest (IV-act. 132), 

der Versicherte mache ein Praktikum als Chauffeur auf einem Kleintransporter. Am 

21. November 2008 notierte sie, es liege ein mündlicher Arbeitsvertrag vor 

(Stundenlohn Fr. 20.--). Damit sei der Versicherte eingegliedert, so dass sie den Fall 

abschliesse. Mit einem Vorbescheid vom 28. Januar 2009 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 139). 

Nach Ablauf des Wartejahrs habe wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden, 

weshalb kein Rentenanspruch habe entstehen können. Ab September 2006 sei eine 

adaptierte Tätigkeit zu 70% zumutbar gewesen. Damit hätte der Versicherte gemäss 

der Lohnstrukturerhebung 2008 Fr. 42'184.-- verdienen können. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 66'724.-- (effektives Einkommen 2002 zuzüglich seitherige 

Entwicklung des Nominallohns) resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 24'540.-- bzw. 

37%. Der Versicherte liess am 27. Februar 2009 einwenden (IV-act. 144), in Bezug auf 

die körperlichen Leiden sei auf die Angaben von Dr. E.___ abzustellen. Weshalb sich 

der psychische Zustand so stark verbessert haben sollte, sei nicht nachvollziehbar. Zur 

Aktenergänzung seien Berichte der behandelnden Ärzte einzuholen. Das 

Valideneinkommen sei nach oben anzupassen, das Invalideneinkommen nach unten zu 

korrigieren (zusätzlicher Abzug von 25%). Dr. E.___ hatte in Beantwortung der ihm vom 

Rechtsvertreter des Versicherten in einem UV-Einspracheverfahren gestellten Fragen 

am 30. Januar 2007 angegeben (IV-act. 97-1 und 145-18 ff.), aus neurologischer Sicht 

sei der Versicherte für eine mittelschwere bis leichte Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig. 

Man könne nur auf eine spontane naturgemässe Heilung hoffen. Die Diskushernien auf 

der Höhe L3/4 rechts und L 4/5 links seien kleiner geworden. Dr. med. L.___, Innere 

Medizin FMH, führte am 20. März 2009 in Beantwortung der Fragen des 

Rechtsvertreters des Versicherten aus (IV-act. 145-13 ff.), er habe folgende Diagnosen 

erhoben: Rezidivierende depressive Episoden, aktuell mittelgradig, posttraumatisches 

lumbovertebrales Syndrom mit sensibler und fraglicher intermittierend motorischer 

Reizsymptomatik rechts, posttraumatische Belastungsreaktion nach Autounfall am 29. 

Januar 2009. Er gab weiter an, vom 29. Januar bis 17. März 2009 sei der Versicherte 

aus psychischen Gründen zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Zu Anfang der 

Behandlung im Jahr 2007 sei keine eindeutige motorische Ausfallsymptomatik zu 

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erkennen gewesen. Der Versicherte gebe eine Hypoästhesie an der 3. und 4. Zehe an, 

was für ein sensibles Reizsyndrom spreche. Die intermittierende Beinschwäche sei in 

der Diagnose von Dr. J.___ nicht berücksichtigt. Sowohl aus somatischen als auch aus 

psychiatrischen Gründen habe im Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr. J.___ 

(November 2007) eine Arbeitsunfähigkeit von 40-50% bestanden.

A.d   Dr. H.___ gab dem Rechtsvertreter des Versicherte am20. März 2009 an (IV-act. 

145-10 ff.), aktuell sei der Versicherte wieder stärker depressiv. Bei der Untersuchung 

durch Dr. I.___ sei er bereits zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Die tiefere 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. I.___ beruhe auf unpräzisen Informationen des 

Versicherten, der zu einer unbewussten Dissimulation neige. Seit dem 29. Januar 2009 

bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der Rechtsvertreter des Versicherten 

verlangte am 30. März 2009 die Zusprache einer ganzen Invalidenrente (IV-act. 145-1 

ff.). Dr. L.___ berichtete der IV-Stelle am 10. Juni 2009 (IV-act. 148), der Versicherte 

leide an einem zervikozephalen (bds.) und lumboischialgiformen Schmerzsyndrom 

rechts, an einer posttraumatischen Belastungsreaktion nach Autounfall am 29. Januar 

2009, an einer mittelgradigen depressiven Störung mit somatischen Symptomen und 

an einer psychasthenischen Persönlichkeit. Vom 31. Januar bis 17. März 2009 sei er 

unfallbedingt zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe eine 

krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 50%. Obwohl im Muskelzentrum des 

Kantonsspitals St. Gallen kein sicherer Anhalt für eine Wurzelkompression der 

Radikulopathie gefunden worden sei, seien die intermittierend auftretenden 

sensomotorischen Reizbeschwerden rechts wahrscheinlich. Dr. H.___ gab der IV-Stelle 

am 22. August 2009 an (IV-act. 151), der Versicherte leide an einer mittelgradigen 

depressiven Episode mit somatischen Symptomen und an einer psychasthenischen 

Persönlichkeit. Er sei zu 40% arbeitsunfähig.

A.e   Die IV-Stelle beauftragte die ABI Begutachtungsinstitut GmbH in Basel mit einer 

polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 155). Im Gutachten vom 11. Februar 2010 (IV-

act. 159) führte die psychiatrische Sachverständige aus, eine psychisch spezifische 

Vorgeschichte lasse sich aus den Angaben des Versicherten nicht ableiten. Dieser 

habe auf Empfehlung der Rehaklinik D.___ eine Behandlung bei Dr. H.___ begonnen. Er 

sei mit diversen Antidepressiva behandelt worden. Erfragbar gewesen seien 

wiederholte Unsicherheits- und Ängstlichkeitsgefühle bei Zukunftssorgen und 

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gezwungener Trennung von Ehefrau und Kind. Die Faktoren einer krankheitsbedingten 

Depression hingegen seien nicht erfragbar gewesen. Es hätten sich auch keine 

Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung oder für eine dissoziative Störung gezeigt. Der 

psychiatrische Befund habe sich bis auf eine ausgeprägte Reserviertheit und eine leicht 

zu verspürende Unsicherheit regelrecht gezeigt. Eine krankheitsbedingte Störung habe 

nicht diagnostiziert werden können. Der Medikamentenspiegel habe für Maprotilin 

unter der Nachweisgrenze gelegen, derjenige für Venlafaxin sei deutlich erniedrigt 

gewesen. Die Compliance sei deshalb zweifelhaft. Bei fehlenden nachweisbaren 

psychopathologischen Funktionseinschränkungen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 

100%. Die von Dr. H.___ für die Zeit ab 29. Januar 2009 angegebene volle 

Arbeitsunfähigkeit könne gutachterlich nicht objektiviert werden. In den früheren 

Berichten von Dr. H.___ seien keine validen pathologischen Befundmerkmale zu finden 

gewesen. Die Angaben des Versicherten bei der aktuellen Exploration hätten auch für 

die Vergangenheit keine typischen störungsspezifischen Symptome einer Depression 

erkennen lassen. Nur Dr. G.___ habe am 22. Dezember 2005 eine entsprechende 

Psychopathologie dargestellt. Seither müsse von einer deutlichen Besserung 

ausgegangen werden. Die sozialmedizinische Beurteilung laute daher zum jetzigen 

Zeitpunkt anders als zum Zeitpunkt der Begutachtung (22. Dezember 2005). Auch das 

Gutachten von Dr. I.___ spreche für eine deutliche Besserung seit dem Vorgutachten. 

Für die Zeit ab der aktuellen Begutachtung müsse von einer Remission ausgegangen 

werden. Der orthopädische Gutachter der ABI GmbH berichtete, die vom Versicherten 

angegebenen Beschwerden hätten anlässlich der Untersuchung nur zu einem geringen 

Teil begründet werden können. Es sei plausibel, dass die bestehenden, leichten 

degenerativen Veränderungen an der lumbalen Wirbelsäule eine etwas verminderte 

Belastbarkeit nach sich zögen, was bei einer körperlich schweren Tätigkeit zu einer 

entsprechenden Schmerzexazerbation führen könne. Für körperlich leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position mit einer Heb- und Traglimite von 20 

kg bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dr. E.___ habe einen über das 

Normale hinausgehenden Pausenbedarf angegeben. Dafür sei kein objektivierbarer 

Grund zu finden. Unklar bleibe auch, weshalb Dr. E.___ dann doch eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit auch für körperlich leichte Tätigkeiten attestiert habe. Der 

orthopädische Gutachter stellte folgende Diagnosen: Chronisches lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom ohne akute radikuläre Symptomatik (leichtgradige Diskusalterationen 

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der unteren LWS, klinisch und MR-tomographisch ohne Nervenkompression) sowie - 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Medikamenten-Malcompliance und V. a. 

inadäquate Schmerzverarbeitung und Symptomausweitung. Die beiden 

Sachverständigen führten abschliessend aus, ab Juli 2002 könne von einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen werden. 

Ab dem selben Zeitpunkt sei dem Versicherten eine adaptierte Tätigkeit vollumfänglich 

zumutbar gewesen. Aus psychiatrischer Sicht seien retrospektive Beurteilungen mit 

einer gewissen Unsicherheit behaftet, da der Verlauf naturgemäss schwankend sei. 

Den Unterlagen lasse sich nicht entnehmen, dass jemals über längere Zeit ein 

wesentlich anderes psychisches Zustandsbild vorgelegen hätte, als es sich aktuell 

präsentiere. Zwar sei wiederholt eine etwas stärkere Ausprägung der entsprechenden 

Störung beschrieben worden, doch hätten entsprechende Behandlungen immer wieder 

eine deutliche Besserung gebracht. Somit habe wohl nie eine anhaltende höhergradige 

Depression bestanden. Der Versicherte selbst gehe für eine körperlich angepasste 

Tätigkeit wie beispielsweise die aktuell ausgeübte Tätigkeit von einer höheren 

Arbeitsunfähigkeit aus, ohne diese aber exakt zu quantifizieren. Für körperlich leichte 

bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten bestehe eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 

100%.

A.f    Dr. L.___ führte in einem Arztzeugnis vom 27. April 2010 aus (IV-act. 166), der 

Versicherte sei am 22. August 2009 Zeuge eines nächtlichen Autobahnunfalls gewesen. 

Die dadurch bewirkte psychische Störung habe im November 2009 wieder gebessert. 

Für die Zeit vom 22. August bis Mitte November 2009 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 

100% bestanden. Aktuell sei eine Arbeitsfähigkeit von 40% zumutbar. Dr. H.___ hielt 

am 28. April 2009 fest (IV-act. 167), er habe den Versicherten immer teilweise 

arbeitsfähig geschrieben. Einzig und allein nach dem Unfallereignis sei der Versicherte 

zu 100% arbeitsunfähig gewesen, weil eine posttraumatische Belastungsstörung be­

standen habe. Der Versicherte habe diese Reaktion relativ schnell überwinden können. 

Es verwundere, dass das psychiatrische Gutachten die Störungen des Versicherten 

bagatellisiere, ja für die Vergangenheit sogar in Frage stelle. Man bekomme den 

Eindruck, dass die Gutachterin weder ihm, dem Therapeuten, noch den beiden 

Vorgutachtern die Fähigkeit zugestehe, eine depressive Symptomologie zu erkennen 

und zu beurteilen. Vermutlich habe der Versicherte so gesprochen, wie es bei einer 

fehlenden Einsicht in die Krankheit oder sogar bei einer angstbedingten 

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Dissimulationstendenz zu erwarten sei. Der Versicherte habe bei der Untersuchung ein 

auffälliges Verhalten gezeigt. Er leide an einer Persönlichkeitsstörung, die für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit relevant sei. Deshalb sei die Feststellung einer vollen 

Arbeitsfähigkeit nicht haltbar. Dr. H.___ blieb abschliessend dabei, dass der Versicherte 

zu ca. 60% arbeitsunfähig sei. Der Rechtsvertreter des Versicherten führte am 7. Mai 

2010 aus (IV-act. 165), dem ABI-Gutachten könne keine Bedeutung beigemessen 

werden. Entweder werde gestützt auf die Feststellungen von Dr. H.___ und der 

früheren Gutachter eine Rente zugesprochen oder es sei eine Oberexpertise zu 

erstellen. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb keine neurochirurgische und keine 

neurologische Abklärung durchgeführt worden sei. Dr. med. M.___ und Dr. med. N.___ 

vom RAD hielten am 20. Mai 2010 fest (IV-act. 168), wenn Dr. H.___ eine fehlende 

Einsicht seines Patienten in die psychische Krankheit vermute, so sei verwunderlich, 

dass dieser sich fünf Jahre lang habe behandeln lassen. Dr. H.___ habe seinem 

jüngsten Schreiben weder eine depressionsbegründende Psychopathologie beigelegt 

noch habe er begründet, in welchen funktionellen Ebenen eine die Arbeitsfähigkeit 

tangierende Einschränkung gegeben sei. Dies gelte noch viel mehr für die sensible 

psychasthenische Persönlichkeit. Diagnosen allein begründeten noch keine 

Arbeitsunfähigkeit. Die Behauptung von Dr. H.___, die psychiatrische Gutachterin habe 

eine depressive Störung auch für die Vergangenheit verneint, sei unzutreffend. 

Insgesamt seien seine Ausführungen nicht geeignet, das psychiatrische Gutachten 

auch in den sozialmedizinischen Schlussfolgerungen in Zweifel zu ziehen. Dr. L.___ 

habe seine Arbeitsfähigkeitsschätzung (40%) durchgehend mit IV-fremden Argumenten 

begründet. Der orthopädische Gutachter des ABI habe sich mit den neurochirurgischen 

Einschätzungen von Dr. E.___ auseinandergesetzt. Die orthopädische Abklärung sei, 

wie die gesamte Begutachtung, lege artis erfolgt. Im übrigen habe Dr. L.___ die 

orthopädischen Abklärungen selbst als zutreffend erachtet. Die IV-Stelle verglich ein 

Valideneinkommen von Fr. 66'724.-- mit einem Invalideneinkommen von Fr. 42'184.-- 

(Arbeitsfähigkeit gemäss dem Gutachten F.___/I.___ 70%) und ermittelte so einen 

Invaliditätsgrad von 37%. Gestützt auf die Angaben im ABI-Gutachten (Arbeitsfähigkeit 

100%) ging die IV-Stelle in einem zweiten Einkommensvergleich von einem 

Valideneinkommen von wiederum Fr. 66'724.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 

59'979.-- aus, was einen Invaliditätsgrad von 10% ergab. Mit einer Verfügung vom 26. 

Mai 2010 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 170).

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B.       

B.a   Der Versicherte liess am 24. Juni 2010 Beschwerde erheben und sinngemäss die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Rückweisung der Sache zur 

weiteren Abklärung des Sachverhalts beantragen (act. G 1). Sein Rechtsvertreter führte 

zur Begründung insbesondere aus, Dr. G.___ habe im Gutachten vom 22. Dezember 

2005 eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen von 50% bis eher 80% 

angegeben. Dr. I.___ habe die Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen im 

Gutachten vom 16. November 2007 mit 30-40% beziffert. Dr. H.___ habe ab 

Behandlungsbeginn am 5. Januar 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 

50% festgestellt. Da er als behandelnder Arzt den Beschwerdeführer über längere Zeit 

habe beobachten können, müsse seine Einschätzung überzeugender sein als diejenige 

der Gutachterin des ABI, die auf eine Momentaufnahme habe abstellen müssen. Die 

Gutachterin des ABI habe ihre abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung für die 

Vergangenheit nicht überzeugend begründet. Sie habe zu sehr auf die Angaben des 

Beschwerdeführers abgestellt. Ausserdem hätte ein Dolmetscher beigezogen werden 

müssen. Für die Zeit ab 2002/3 bis Ende 2005 sei gestützt auf die Angaben von 

Dr. G.___ von einer Arbeitsunfähigkeit von 50%, dann für einige Monate von einer 

solchen von 80% und anschliessend wieder von 50% auszugehen. Dr. L.___ sei von 

einer solchen von 40-50% ausgegangen. Der orthopädische Gutachter des ABI habe 

auf eine veraltete (6. Sept. 2006) Bildgebung abgestützt. Es sei nicht nachzuvollziehen, 

weshalb die Gutachter des ABI auf eine neurologische und eine neurochirurgische 

Abklärung verzichtet hätten. Bei der Bemessung des Invalideneinkommens hätte ein 

zusätzlicher Abzug im maximalen Umfang von 25% erfolgen müssen.

B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragte am 31. August 2010 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Sie machte geltend, die angefochtene Verfügung beruhe auf 

der Annahme, dass der Beschwerdeführer nach dem Ablauf des Wartejahrs im Juli 

2003 für eine adaptierte Tätigkeit zuerst zu 100% und dann zu 70% arbeitsfähig 

gewesen sei und dass seit der Begutachtung im Januar 2010 wieder eine 

Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe. Den Einschätzungen aller somatischen Gutachter 

sei gemeinsam, dass die erhobenen Befunde die geklagte Schmerzsymptomatik nicht 

zu erklären vermöchten. Angesichts des unauffälligen neurologischen Status sei keine 

vertiefte neurologische Abklärung erforderlich gewesen. Deshalb habe auch auf die 

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Erstellung neuer Röntgenaufnahmen verzichtet werden können. Aus somatischer Sicht 

sei der Beschwerdeführer für eine adaptierte Tätigkeit ab Juli 2003 durchgehend zu 

100% arbeitsfähig gewesen. Bei der Exploration durch Dr. G.___ im Dezember 2005 sei 

er möglicherweise tatsächlich in einem erheblichen Ausmass depressiv gewesen. Dr. 

G.___ habe den Zustand aber als verbesserungsfähig qualifiziert. Da der innerseelische 

Verlauf also noch angehbar und damit noch nicht gefestigt gewesen sei, habe kein 

invalidisierender Gesundheitsschaden vorgelegen, zumal die Depression nicht 

losgelöst von der Schmerzverarbeitungsstörung habe betrachtet werden können und 

durch psychosoziale Faktoren mitbestimmt gewesen sei. Das gelte auch für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I.___. Die psychiatrische Gutachterin des ABI habe 

die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers als ausreichend betrachtet, was nicht 

anzuzweifeln sei. Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei kein zusätzlicher 

Abzug gerechtfertigt, da nicht anzunehmen sei, dass der vollzeitlich einsetzbare 

Beschwerdeführer "unausweichlich" eine Lohneinbusse erleiden würde.

B.c   Der Beschwerdeführer liess am 24. Dezember 2010 insbesondere einwenden (act. 

G 12), die psychiatrische Begutachtung von Dr. G.___ sei vom RAD empfohlen worden. 

Anschliessend sei er aufgefordert worden, sich behandeln zu lassen. Damit

habe die Beschwerdegegnerin zum Ausdruck gebracht, dass erhebliche psychische

Beschwerden vorhanden gewesen seien. Bei der psychiatrischen Exploration durch die 

Gutachterin des ABI wäre ein Dolmetscher unabdingbar gewesen. Er werde am 

1. Januar 2011 eine Vollzeitstelle antreten.

B.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. Januar 2011 auf eine Duplik (act. G 

14).

Erwägungen:

1.      

Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer zu mindestens 40% invalid ist (Art. 28 Abs. 2 

IVG). Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrades das Einkommen, 

das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine 

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ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

1.1    Der Beschwerdeführer ist am 1. Juli 2002 verunfallt. Dr. C.___ hat zwar ein im Mai 

2000 akutes Lumbovertebralsyndrom erwähnt (vgl. IV-act. 9-2), aber diese 

Gesundheitsbeeinträchtigung hat keine dauernde Arbeitsunfähigkeit bewirkt, wie die 

Aufzeichnungen der B.___ AG zeigen (vgl. IV-act. 8). Das sogenannte Wartejahr (Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG) hat somit frühestens mit dem Unfall zu laufen begonnen, so dass es 

frühestens am 30. Juni 2003 erfüllt gewesen sein kann. Zur Diskussion steht deshalb 

ein allfälliger Rentenanspruch ab 1. Juli 2003. Dr. C.___ hat im Juli 2003 im 

Rückenleiden des Beschwerdeführers zwar die Ursache für eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit für die B.___ AG, aber keine Ursache für 

eine Arbeitsunfähigkeit in einer der Behinderung bestmöglich angepassten, adaptierten 

Erwerbstätigkeit gesehen. Auch der Neurochirurg Dr. E.___ hat am 12. Januar 2004 

noch eine annähernd vollständig erhaltene Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit angegeben, falls der Beschwerdeführer alle zwei Stunden eine 

zehnminütige Pause einlegen könne (vgl. IV-act. 25). Während Dr. C.___ und Dr. E.___ 

für die frühere Tätigkeit eine hohe Arbeitsunfähigkeit angegeben haben, hat Dr. F.___ 

am 24. August 2005 für jegliche Art von Erwerbstätigkeit, also auch für die früher 

ausgeübte Arbeit, eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers verneint, da das bei 

der Untersuchung präsentierte Verhalten überwiegend auf einem durch Konditionierung 

erlernten, die unphysiologischen Haltungs- und Bewegungsmuster stabilisierenden 

Schmerzverhalten beruhe (vgl. IV-act. 65-10 f.). Wenn diese Einschätzung von Dr. F.___ 

richtig wäre, hätte der Beschwerdeführer das Wartejahr gar nie erfüllt. Mit dieser 

Auffassung steht Dr. F.___ nicht allein da, denn auch Dr. J.___ hat für körperlich 

belastende Arbeiten nur eine Arbeitsunfähigkeit von 10% angegeben (vgl. IV-act. 

116-6). Der orthopädische Gutachter der ABI GmbH hingegen hat schwere Tätigkeiten, 

die mit häufigen Zwangshaltungen des Rumpfes verbunden seien, als nicht mehr 

zumutbar bezeichnet (vgl. IV-act. 159-25), obwohl er hat einräumen müssen, dass 

Personen mit identischen strukturellen Alterationen ohne Leistungseinbusse einer 

körperlich sehr schweren Tätigkeit nachgingen. Erfahrungsgemäss lösen 

Beeinträchtigungen von der Art und Stärke, wie sie beim Beschwerdeführer vorliegen, 

nicht bei allen Betroffenen im gleichen Ausmass Schmerzen aus. Aufgrund der vom 

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Beschwerdeführer geschilderten Schmerzen und den Behandlungen, die in den 

Monaten nach dem Unfall durchgeführt worden sind, ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Folge der 

Schmerzen, die bei einer weiteren Ausübung der früheren Erwerbstätigkeit aufgetreten 

wären, tatsächlich objektiv in einem hohen Mass arbeitsunfähig gewesen ist. Dass er 

sich später daran gewöhnt hat, sich in der Angst vor dem erneuten Auftreten von 

Schmerzen unphysiologisch zu bewegen und entsprechende Körperhaltungen 

einzunehmen, lässt entgegen der Auffassung insbesondere von Dr. F.___ nicht darauf 

schliessen, dass der Beschwerdeführer auch in den ersten zwölf Monaten nach dem 

Unfall nie objektiv arbeitsunfähig gewesen sei. Vielmehr ist davon auszugehen, dass 

die frühere Erwerbstätigkeit mindestens bis zum Auftreten einer relevanten, 

psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit bereits aus somatischer Sicht nicht mehr 

zumutbar gewesen ist. Das Wartejahr hat also am 30. Juni 2003 als erfüllt zu gelten.

1.2    Zu prüfen bleibt, ob ab dem 1. Juli 2003 bezogen auf eine adaptierte 

Erwerbstätigkeit eine durch die körperliche Beeinträchtigung ausgelöste 

Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Dr. C.___, Dr. F.___ und zunächst auch Dr. E.___ 

haben übereinstimmend angegeben, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Tätigkeit nicht arbeitsunfähig gewesen sei. Dr. F.___ hat diese Auffassung damit 

begründet, dass das Krankheitsbild klinisch ganz durch die Folgen der dysfunktionalen 

Schmerzverarbeitung dominiert werde (vgl. IV-act. 65-10), so dass eine allfällige 

Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausschliesslich psychisch begründet 

sein könne. Dr. E.___ hat in späteren Berichten die Auffassung vertreten, dass der 

Beschwerdeführer aus neurochirurgischer Sicht auch für eine adaptierte 

Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei (vgl. IV-act. 92, 97-1 f.), obwohl sich die 

gestellte Grunddiagnose nicht geändert hatte. Hinzugekommen war nur eine Reihe 

frustran verlaufener Versuche, die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden 

medikamentös zu bekämpfen. Das lässt darauf schliessen, dass Dr. E.___ die 

geklagten Beschwerden als ausschliesslich somatisch bedingt qualifiziert hat. Die 

angegebene vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit beruht 

also nur auf den Schmerzangaben des Beschwerdeführers. Die Berichte von Dr. E.___ 

enthalten keinen Hinweis darauf, dass die Möglichkeit einer dysfunktionalen 

Schmerzverarbeitung in Betracht gezogen worden wäre und zu entsprechenden 

Abklärungen Anlass gegeben hätten, obschon die Berichte anderer Ärzte deutlich 

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darauf hingewiesen hatten, dass die Beschwerdeschilderungen nicht oder nur teilweise 

durch die objektiv bestehende somatische Situation zu erklären waren. Den späteren 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. E.___ kann deshalb kein Beweiswert 

beigemessen werden. Dr. J.___ hat im November 2007 festgehalten, dass die lumbalen 

Schmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde der LWS weder radiologisch 

noch klinisch objektiviert werden könnten (vgl. IV-act. 116-5). Er hat also im Ergebnis 

die Auffassungen von Dr. C.___ und Dr. F.___ bestätigt und bezogen auf die 

somatische Gesundheitssituation eine volle Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte 

Erwerbstätigkeit angegeben. Dr. L.___ hat zwar eine sensible und allenfalls auch 

motorische Reizsymptomatik rechts beschrieben (vgl. IV-act. 145-16 f.), aber er hat für 

eine entsprechend adaptierte Erwerbstätigkeit (sitzend mit wendig Bewegungsan­

forderungen) aus rein somatischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit festgestellt. Er hat die 

angegebene Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich auf die psychische Beeinträchtigung 

des Beschwerdeführers abgestützt (vgl. auch IV-act. 148-2 f.). Das Muskelzentrum des 

Kantonsspitals St. Gallen hat dann in der Folge eine motorische Reizsymptomatik 

verneint (vgl. IV-act. 148-5). Der orthopädische Sachverständige der ABI GmbH hat die 

Einschätzung seiner beiden Vorgutachter weitgehend bestätigt. Er hat weder in der 

MR-Tomographie der LWS vom September 2006 noch in den Ergebnissen seiner 

klinischen Untersuchung eine Ursache für die vom Beschwerdeführer geklagten 

Beschwerden finden können. Er hat auf die Erstellung neuer Aufnahmen verzichtet, weil 

die im Bild vom September 2006 sichtbare Situation sehr gut mit dem von ihm 

erhobenen klinischen Befund übereingestimmt hat, so dass er von einem seit 2006 

unveränderten Zustand hat ausgehen können. Entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers ist es nicht notwendig, neue Bilder zu erstellen, nur weil seit der 

letzten bildgebenden Abklärung einige Zeit verstrichen ist. Vielmehr muss es Indizien 

dafür geben, dass sich etwas verändert haben und dass diese Veränderung auf einem 

neuen Bild erkennbar sein könnte. Im Vorgehen des orthopädischen Sachverständigen 

kann also entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers kein Fehler bei der 

Begutachtung erblickt werden. Der orthopädische Sachverständige der ABI GmbH ist 

zudem in der Lage gewesen, die notwendigen neurologischen Abklärungen selbst 

vorzunehmen. Der Beizug eines neurologischen oder neurochirurgischen 

Sachverständigen wäre nur nötig gewesen, wenn die entsprechenden Abklärungen des 

orthopädischen Sachverständigen einen Hinweis auf einen spezifisch neurologischen 

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Defekt geliefert hätten. Das ist aber nicht der Fall gewesen. An der Qualität der 

Begutachtung für den somatischen Teil der Gesundheitsbeeinträchtigung kann 

demnach nichts ausgesetzt werden. Die entsprechende Arbeitsfähigkeitsschätzung 

überzeugt, zumal sie mit den Vorgutachten von Dr. F.___ und Dr. J.___ übereinstimmt. 

Somit ist der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht bei der Ausübung einer 

adaptierten Erwerbstätigkeit nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.

1.3     

1.3.1           In psychiatrischer Hinsicht ist die Beschwerdegegnerin davon 

ausgegangen, dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Ablauf des 

Wartejahrs zu 100% arbeitsfähig gewesen sei. Sie dürfte sich dabei auf den Bericht 

von Dr. C.___ vom 1. August 2003 (vgl. IV-act. 9) abgestützt haben, laut dem der 

Beschwerdeführer zwar an einer Depression mit somatischen Symptomen gelitten 

hatte, aber trotzdem voll arbeitsfähig gewesen war. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der 

Beschwerdeführer noch nicht in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung 

befunden. Er hat Dr. H.___ erstmals am 5. Januar 2005 aufgesucht. Dr. C.___ hat den 

Beschwerdeführer bis dahin offenbar selbst behandelt, indem er Psychopharmaka 

verschrieben hat. Weil die Beschwerdegegnerin offenbar nichts von der Behandlung 

durch Dr. H.___ gewusst hat, hat sie keinen Bericht dieses Arztes eingeholt. Die erste 

fachärztliche Stellungnahme zum psychischen Gesundheitszustand und damit zur 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht stammt deshalb von der Gutachterin Dr. 

G.___. Sie datiert vom 22. Dezember 2005 (vgl. IV-act. 66), d.h. sie ist zweieinhalb 

Jahre nach dem Ablauf des Wartejahrs erstellt worden. Obwohl Dr. G.___ von der seit 

beinahe einem Jahr andauernden Behandlung durch Dr. H.___ gewusst hat, hat sie 

weder die Beschwerdegegnerin veranlasst, einen Arztbericht anzufordern, noch hat sie 

sich selbst mit Dr. H.___ in Verbindung gesetzt. Sie hat sich bei ihrer Beurteilung 

ausschliesslich auf ihre eigene Exploration abgestützt. Die dabei festgestellten 

Symptome sind offenbar so deutlich gewesen, dass Dr. G.___ festgehalten hat, 

ausgehend von der klinisch ins Auge springenden depressiven Symptomatik erscheine 

die Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode als passend (vgl. 

IV-act. 66-4). Sie hat diese Symptomatik allerdings nur kurz dargestellt, indem sie 

angegeben hat, der Beschwerdeführer habe mit leiser, verhaltener Stimme gesprochen, 

er habe unsicher und scheu gewirkt, er habe im Gespräch keine Eigeninitiative gezeigt 

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und er habe auf Fragen nur knapp geantwortet, ohne Kontakt mit der Untersucherin 

aufzunehmen. Auch gegenüber seiner (übersetzenden) Cousine habe er gehemmt 

gewirkt. Auffallend sei gewesen, dass der Beschwerdeführer kaum Angaben zu seinem 

Befinden oder zu seinen Gedanken dazu habe machen können. Er habe deutlich 

leidend gewirkt, ohne das übermässig darzustellen oder zu aggravieren. Das subjektive 

Befinden, die subjektiven Angaben das Verhalten und die objektiv fassbaren Eindrücke 

hätten ein kongruentes Bild ergeben. Affektiv habe der Beschwerdeführer leblos und 

wenig schwingungsfähig gewirkt. Mimik und Gestik seien ausdruckslos und monoton 

gewesen (vgl. IV-act. 66-3). Bei dieser Beschreibung der Symptomatik ist die von Dr. 

G.___ angegebene Schwere der depressiven Episode nicht derart offensichtlich. 

Trotzdem ist auf die Einschätzung von Dr. G.___ abzustellen, denn sie ist eine 

erfahrene Gutachterin und massgebend ist ihre Einschätzung und nicht die Wiedergabe 

der bei der Exploration erhobenen Symptome. Die fehlende Rückfrage bei Dr. H.___ ist 

nicht relevant, da dieser die Einschätzung bestätigt hätte, wie spätere Arztberichte 

belegen (vgl. IV-act. 77).

1.3.2           Dr. G.___ hat entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht nur 

für die Zeit ab der Begutachtung eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% bzw. 

80% angegeben. Sie ist vielmehr davon ausgegangen, dass sich die Depression nach 

dem Unfall rasch entwickelt habe. Der psychische Befund sei in den Arztberichten seit 

2003 immer identisch beschrieben worden und er entspreche dem aktuell erhobenen 

Befund. Diese Äusserung kann nur so verstanden werden, dass Dr. G.___ ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Zeit ab 2003 und nicht nur für die Zeit ab der 

Begutachtung angegeben hat. Sie hat sich allerdings nicht mit der abweichenden 

Auffassung von Dr. C.___ auseinandergesetzt, obwohl ihr dessen Bericht nachweislich 

vorgelegen hat. Das kann nur so interpretiert werden, dass sie seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht geteilt hat. Da es sich bei der Einschätzung der 

Schwere einer Depression um eine notorisch schwierige Aufgabe handelt, ist es 

durchaus möglich, dass Dr. C.___ mangels entsprechender fachärztlicher Kenntnisse 

und Erfahrungen zu optimistisch vorgegangen ist. Obwohl Dr. G.___ die ebenfalls 

notorisch schwierige Aufgabe gehabt hat, die gesundheitliche Situation des 

Beschwerdeführers in der Vergangenheit einzuschätzen, ist doch davon auszugehen, 

dass ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung die überzeugendere ist. Sie hat angegeben, der 

Beschwerdeführer sei mindestens zu 50%, eher aber aufgrund der stärkeren 

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Ausprägung und Chronifizierung zu 80% arbeitsunfähig. Bei derartigen 

Bandbreitenangaben ist praxisgemäss (vgl. etwa das Bundesgerichtsurteil vom 21. 

April. 2005, I 822/04) vom Mittelwert auszugehen. Sollte auf die Einschätzung von Dr. 

G.___ als überwiegend wahrscheinlich richtig abgestellt werden können, müsste das 

zumutbare Invalideneinkommen also mit Wirkung ab 1. Juli 2003 ausgehend von einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 65% ermittelt werden.

1.3.3           Dr. H.___ hat am 23. Juni 2006 (vgl. IV-act. 77) angegeben, der 

Beschwerdeführer könne vier Stunden täglich arbeiten, wobei seine Leistung zusätzlich 

um 30% eingeschränkt sei. Der Gesundheitszustand habe sich leicht gebessert. Diese 

Einschätzung stimmt weitgehend mit derjenigen von Dr. G.___ überein. Dr. I.___ ist in 

seinem Gutachten vom November 2007 (vgl. IV-act. 116-17 ff.) von einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers von nur noch 30% ausgegangen. 

Seine Schilderung der Symptome ist noch knapper ausgefallen als bei Dr. G.___. Er hat 

angegeben, der Beschwerdeführer habe in der Stimmungslage leicht bedrückt, affektiv 

etwas vermindert mit schwingend, bei Ablenkung aufgehellt, psychomotorisch und im 

Antrieb leicht verunsichert gewirkt. Er habe ausserdem einen etwas klagsamen, 

daneben aber motivierten Eindruck gemacht. Auch hier gilt wie beim Gutachten von 

Dr. G.___, dass sich die Schwere der Depression nicht aus der Symptomschilderung, 

sondern aus der Einschätzung durch den erfahrenen Gutachter ergibt. Dr. H.___ hat am 

20. März 2009 (vgl. IV-act. 145-10 ff.) Kritik am Gutachten von Dr. I.___ geübt. Er hat 

geltend gemacht, Dr. I.___ habe sich auf die in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 

optimistischen Arztberichte aus dem Jahr 2006 abgestützt. Effektiv sei der psychische 

Zustand damals aber nicht stabil gewesen. Gestützt darauf sei Dr. I.___ zu einer zu 

hohen Arbeitsfähigkeit gelangt. Effektiv sei der Beschwerdeführer nur zu 50% 

arbeitsfähig. Es ist davon auszugehen, dass sich Dr. I.___ in erster Linie auf das 

Ergebnis seiner Exploration und nur zur Verifizierung auf die Arztberichte von Dr. H.___ 

abgestellt hat. Als erfahrener Facharzt und Gutachter ist Dr. I.___ sicherlich in der Lage 

gewesen, eine allfällige "Leugnung" der psychischen Probleme durch den 

Beschwerdeführer zu durchschauen und deshalb auch allzu optimistische 

Selbstangaben nach ihrem objektiven Wert in die Beurteilung einzubeziehen. Die Kritik 

von Dr. H.___ erweist sich deshalb als nicht stichhaltig.

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1.3.4           Die psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH ist zu einem völlig 

anderen Ergebnis als alle vor ihr mit dem Fall des Beschwerdeführers befassten Ärzte 

gelangt. Sie hat das Vorliegen einer krankheitswertigen Depression verneint (vgl. IV-act. 

159-19 ff.). Begründet hat sie dies damit, dass der psychische Befund bis auf eine 

ausgeprägte Reserviertheit und eine leicht zu verspürende Unsicherheit des 

Beschwerdeführers regelrecht gewesen sei. Sie hat die jüngsten Angaben von Dr. 

H.___ als unrichtig bezeichnet, weil in dessen zahlreichen früheren Berichten keine 

validen pathologischen Befundmerkmale aufgeführt worden seien, weil objektivierbare 

psychopathologische Einschränkungen fehlten und weil sich auch den aktuellen 

Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Untersuchung keine typischen 

störungsspezifischen Symptome hätten entnehmen lassen (vgl. IV-act. 159-20). Das 

erste Argument dürfte nicht stichhaltig sein, weil dies auch auf eine verkürzte 

Berichterstattung zurückzuführen sein könnte. Das schadet aber nicht, da das Fehlen 

psychopathologischer Einschränkungen bzw. störungsspezifischer Symptome die 

Diagnose einer arbeitsfähigkeitsrelevanten Depression ausschliesst. Es ist also davon 

auszugehen, dass Dr. H.___ in der Vergangenheit zwar die Entwicklung der 

Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich korrekt wiedergegeben hat, aber nicht hat einräumen 

wollen, dass diese Besserung so weit fortgeschritten sei, dass keine Arbeitsunfähigkeit 

mehr vorliege. Die psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH hat die 

Einschätzungen von Dr. G.___ und Dr. I.___ akzeptiert. Sie hat ausgeführt, dass Dr. 

G.___ eine ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung entsprechende Pathologie dargestellt habe. 

Es müsse deshalb davon ausgegangen werden, dass sich der psychische 

Gesundheitszustand nach der Abklärung durch Dr. G.___ verbessert habe. Dr. I.___ 

habe nämlich nur noch eine depressive Restsymptomatik beschrieben und dem 

Beschwerdeführer dementsprechend auch nur noch eine leichte 

Leistungsverminderung zuerkannt. Auch nach der zweiten Begutachtung müsse sich 

der psychische Gesundheitszustand noch weiter verbessert haben, da sich aktuell 

keine krankheitswertige psychische Störung mehr diagnostizieren lasse. Dr. H.___ hat 

sich am 28. April 2009 dagegen verwahrt, dass er nicht in der Lage sein solle, eine 

depressive Symptomatologie als solche zu erkennen und zu beurteilen (vgl. IV-act. 

167). Zwar weichen die Auffassungen von Dr. H.___ und der Sachverständigen der ABI 

GmbH voneinander ab, aber sie stimmen immerhin darin überein, dass es zu einer 

erheblichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands gekommen sei. In 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/23

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allen drei psychiatrischen Gutachten finden sich nur sehr kurze Auflistungen der 

erhobenen depressionstypischen Symptome. Die entsprechenden Passagen enthalten 

keine klaren Indizien für eine fortschreitende Verbesserung des psychischen 

Gesundheitszustands. Dieses Manko in der Beweisführung wird durch die Feststellung 

von Dr. H.___ ausgeglichen, dass sich durch seine Behandlung eine Besserung 

ergeben habe. Bei den Einschätzungen in den drei Gutachten handelt es sich um die 

Angaben erfahrener Sachverständiger, denen eine hohe Überzeugungskraft 

beizumessen ist. Bei der Würdigung der Überzeugungskraft der Einschätzung von Dr. 

H.___ ist der Erfahrung Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte insbesondere 

aufgrund ihrer auftragsrechtlichen und persönlichen Beziehung zu ihren Patienten dazu 

neigen, deren Angaben und damit im Ergebnis deren Selbsteinschätzung der 

Arbeitsfähigkeit als objektiv zu betrachten und zu übernehmen. Das führt oft dazu, dass 

die Schwere der Krankheit und damit die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

überschätzt werden und dass das zum Arbeitsfähigkeitsbegriff gehörende Element der 

zumutbaren Willensanstrengung (im Sinn einer IV-spezifischen 

Schadenminderungspflicht) ausgeblendet wird. Es ist davon auszugehen, dass dies 

auch für die jüngsten, von den Angaben der psychiatrischen Sachverständigen der ABI 

GmbH abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. H.___ gilt. Daran vermag 

erfahrungsgemäss auch dessen frühere, langjährige Gutachtertätigkeit nichts zu 

ändern. Wenn Dr. H.___ also am 28. April 2009 angegeben hat, der Beschwerdeführer 

sei weiterhin zu 60% arbeitsunfähig, so vermag das weder zu überzeugen noch die 

Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung der psychiatrischen 

Sachverständigen der ABI GmbH zu erschüttern. Im übrigen hat der Beschwerdeführer 

durch die Aufnahme einer adaptierten Erwerbstätigkeit und durch seine Bestrebungen, 

bei seinem Arbeitgeber eine Erhöhung des Beschäftigungsgrads zu erreichen, belegt, 

dass es ihm erheblich besser geht. Dafür spricht insbesondere auch die kürzlich 

erfolgte Arbeitsaufnahme mit einem Beschäftigungsgrad von 100%. Entgegen der 

Auffassung von Dr. H.___ ist somit gestützt auf das Gutachten des ABI davon 

auszugehen, dass ab dem Untersuchungstag (18. Januar 2010) auch keine psychisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit mehr bestanden hat. Wenn die Exploration mangels 

ausreichender Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers tatsächlich nicht möglich 

gewesen wäre, so hätte die erfahrene Sachverständige reagiert und eine Übersetzung 

organisiert. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Ermittlung des 

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zumutbaren Invalideneinkommens ab 1. Juli 2003 von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 

35%, ab September 2006 von 70% und ab Februar 2010 von 100% (jeweils in einer 

adaptierten Tätigkeit) auszugehen ist.

1.3.5           Die Beschwerdegegnerin ist in ihrer Beschwerdeantwort davon 

ausgegangen, dass eine depressive Episode unabhängig von ihrer Schwere kein 

invalidisierender Gesundheitsschaden sein könne, solange der innerseelische Verlauf 

noch angehbar und noch nicht verfestigt sei. Diese Argumentation beruht auf einer 

Fehlinterpretation der ursprünglich zur Arbeitsfähigkeit bei somatoformen 

Schmerzstörungen entwickelten bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Diese 

Rechtsprechung beruht auf der Überlegung, dass eine gesundheitliche Störung mit 

Krankheitswert dann nicht invalidisierend sein könne, wenn es der betroffenen Person 

trotz des Leidens durch eine zumutbare Willensanstrengung möglich sei, zu arbeiten 

(vgl. Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, bearbeitet von U. Meyer, 2. A., S. 24). 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann die Schwere einer 

depressiven Episode also nicht irrelevant sein für die Frage nach einer allfälligen 

Arbeitsunfähigkeit, denn eine schwere depressive Episode und regelmässig wohl auch 

eine mittelgradige depressive Episode hindern die betroffene Person daran, durch eine 

zumutbare Willensanstrengung die Folgen der Krankheit zu ignorieren und zu 100% 

bzw. überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das muss auch dann gelten, 

wenn die Depression therapierbar ist, d.h. wenn längerfristig mit einer Verringerung der 

Schwere der Depression zu rechnen ist. Bei einer leichten depressiven Episode dürfte 

wohl regelmässig bei einer zumutbaren Willensanstrengung zumindest eine 

Teilarbeitsfähigkeit bestehen. Das Kriterium eines verfestigten, therapeutisch nicht 

mehr angehbaren seelischen Verlaufs (vgl. U. Meyer, a.a.O., S. 26) kann also nur dann 

zur Anwendung kommen, wenn die diagnostizierte Krankheit so leichtgradig ist, dass 

eine natürliche Vermutung für eine willensmässige Überwindbarkeit besteht. Diese 

Vermutung gilt u.a. dann als widerlegt, wenn ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr 

angehbarer innerseelischer Verlauf anzunehmen ist, denn dies schliesst eine 

Willensanstrengung aus. Die depressive Episode, an welcher der Beschwerdeführer 

leidet, ist also nicht per se ungeeignet, eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit 

entstehen zu lassen. Dass die Sachverständigen der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung bzw. dem Kriterium der zumutbaren Willensanstrengung Rechnung 

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getragen haben ergibt sich daraus, dass sie trotz der erheblichen Schwere der 

Depression und trotz der Überzeugung des Beschwerdeführers, anfangs vollständig 

und im Verlauf dann noch zu mindestens 50% arbeitsunfähig zu sein, immer eine 

zumutbare (Teil-) Arbeitsfähigkeit angenommen haben. Es ist davon auszugehen, dass 

die Sachverständigen der ihnen zweifellos bekannten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zum Arbeitsfähigkeitsbegriff korrekt Rechnung getragen haben. Die 

angegebenen Arbeitsfähigkeitsgrade beruhen deshalb auf einer in jeder Hinsicht 

korrekten Bemessungsgrundlage.

1.4    Die B.___ AG hat einen Lohn des Beschwerdeführers im Jahr 2003 von Fr. 

4750.-- (x13) angegeben (vgl. IV-act. 8). Das ergibt ein Valideneinkommen von Fr. 

61'750.--. Da der Beschwerdeführer damals noch keiner Erwerbstätigkeit 

nachgegangen ist, muss das zumutbare Invalideneinkommen praxisgemäss anhand 

des Durchschnittslohns (Zentralwert) gemäss der vom Bundesamt für Statistik 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebung 2002 ermittelt werden, wobei eine 

Nominallohnanpassung bis 2003 zu erfolgen hat. Gemäss der Tabelle TA1 im Anhang 

zur Lohnstrukturerhebung 2002 hat der durchschnittliche Hilfsarbeiterlohn Fr. 4557.-- 

betragen, umgerechnet von 40 Wochenstunden auf den schweizerischen Durchschnitt 

von 41,7 Wochenstunden Fr. 4750.67 bzw. Fr. 57'008.-- und anhand der Tabelle T1.93 

der ebenfalls vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnentwicklung 2005 

umgerechnet auf den Nominallohn 2003 Fr. 57'826.--. Bei einem Beschäftigungsgrad 

von 35% ergibt das ein Einkommen von Fr. 20'239.--. Da der Beschwerdeführer als 

Hilfsarbeiter bei einem Beschäftigungsgrad von 35% im Vergleich zu gesunden, zu 

100% beschäftigten Hilfsarbeitern einen erheblichen zusätzlichen Lohnnachteil in Kauf 

zu nehmen hätte, ist ein zusätzlicher Abzug von mindestens 15% vorzunehmen. Damit 

resultiert ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 17'201.--. Das entspricht einem 

Invaliditätsgrad von 72%. Der Beschwerdeführer hat also gestützt auf Art. 28 Abs. 2 

IVG sowie die Übergangsregelung zur Abänderung der Gesetzesbestimmungen 

betreffend den Rentenbeginn (vgl. das IV-Rundschreiben Nr. 300 vom 15. Juli 2011 des 

Bundesamtes für Sozialversicherungen) ab 1. Juli 2003 einen Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente. Der Arbeitsfähigkeitsgrad ist per 1. September 2006 auf 70% 

angestiegen. Dieser Veränderung ist in analoger Anwendung der Revisionsnormen 

Rechnung zu tragen. Beim Einkommensvergleich ist auf die Einkommen des Jahres 

2006 abzustellen. Im Baugewerbe ist der Nominallohn von 112,3% im Jahr 2003 auf 

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115,2% im Jahr 2006 angestiegen (vgl. die Lohnentwicklung 2006, Tabelle T1.93). Im 

Jahr 2006 hätte der Beschwerdeführer also Fr 63'345.-- verdient, wenn er nicht krank 

geworden wäre. Dieser Betrag ist als Valideneinkommen in den Einkommensvergleich 

einzusetzen. Der Durchschnittslohn (Zentralwert) der Hilfsarbeiter hat 2006 Fr. 4732.-- 

betragen, umgerechnet auf den schweizerischen Durchschnitt von 41,7 

Wochenstunden Fr. 4933.11 bzw. Fr. 59'197.--. Bei einem Beschäftigungsgrad von 

70% resultiert ein Einkommen von Fr. 41'438.--. Der Beschwerdeführer hätte nach wie 

vor im Vergleich mit gesunden, zu 100% beschäftigten Hilfsarbeitern einen erheblichen 

Nachteil in Kauf nehmen müssen, so dass es sich rechtfertigt, immer noch einen 

zusätzlichen Abzug von 15% vorzunehmen. Das zumutbare Invalideneinkommen 

beträgt somit Fr. 35'222.--. Die Erwerbseinbusse von Fr. 28'123.-- entspricht einem 

Invaliditätsgrad von 44%. Ab 1. Dezember 2006 (Art. 88a Abs. 2 IVV per analogiam) hat 

der Beschwerdeführer demnach nur noch einen Anspruch auf eine Viertelsrente. Seit 

dem 1. Februar 2010 ist der Beschwerdeführer in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu 

100% arbeitsfähig. Unabhängig davon, ob zur Bemessung des zumutbaren 

Invalideneinkommens auf den effektiven Verdienst des Beschwerdeführers 

(umgerechnet auf einen Beschäftigungsgrad von 100%) oder auf den 

Durchschnittslohn der Hilfsarbeiter abgestellt wird, resultiert offensichtlich ein 

Invaliditätsgrad von weit unter 40%. Der Anspruch auf die Viertelsrente endet deshalb 

per 30. April 2010 (Art. 88a Abs. 2 IVV per analogiam).

2.      

Entsprechend den vorstehenden Ausführungen ist dem Beschwerdeführer für die Zeit 

vom 1. Juli 2003 bis 30. November 2006 eine ganze Invalidenrente und für die Zeit vom 

1. Dezember 2006 bis 30. April 2010 eine Viertelsrente zuzusprechen. Ab 1. Mai 2010 

besteht kein Rentenanspruch mehr. Dieser Verfahrensausgang ist im Hinblick auf die 

Verteilung der Verfahrenskosten als vollumfängliches Obsiegen zu werten, weshalb ein 

Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht. Diese bemisst sich nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g 

ATSG). Unter Berücksichtigung dieser beiden Kriterien erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 3500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die 

Gerichtsgebühr richtet sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1  IVG). Dieser bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

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rechtfertigt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Sowohl die Parteientschädigung als 

auch die Gerichtsgebühr sind durch die unterliegende Beschwerdegegnerin zu 

bezahlen. Dementsprechend ist der vom Beschwerdeführer geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuzahlen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass dem Beschwerdeführer 

für die Zeit vom 1. Juli 2003 bis 30. November 2006 eine ganze Invalidenrente und für 

die Zeit vom 1. Dezember 2006 bis 30. April 2010 eine Viertelsrente zugesprochen 

wird; für die Zeit ab 1. Mai 2010 wird das Rentenbegehren abgewiesen.

2.       Die Sache wird zur Ermittlung der Rentenbetreffnisse und zur entsprechenden 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3500.-- zu bezahlen.

4.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2012
	Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung durch Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. März 2012, IV 2010/260).

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