# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75c7111e-49e4-5cc7-baad-e8020fb93a46
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.05.2010 IV 2008/375
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-375_2010-05-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/375

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 28.05.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2010
Art. 28 Abs.2ter IVG. Einschränkungen im Aufgabenbereich Haushalt: 
Stellenwert Abklärungsbericht, wenn es um die Bemessung einer psychisch 
bedingten Invalidität geht und das MEDAS-Gutachten von keinen 
Einschränkungen im Haushaltsbereich ausgeht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Mai 2010, IV 
2008/375).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-

Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Andrea Keller

Entscheid vom 28. Mai 2010

in Sachen

P.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.  

A.a P.___, geb. 1975, erlitt am 22. Juli 2001 bei einem Autounfall eine HWS-Distorsion. 

Im Juli 2002 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 

und beantragte berufliche Massnahmen und eine Rente (IV-act. 3). Dr. med. A.___ 

attestierte im Arztbericht vom 29. August 2002 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 

16. Oktober 2000. Zunächst sei die Versicherte wegen Rückenschmerzen und 

Schwangerschaft bei ihm in Behandlung gewesen. Seit dem Autounfall klage sie über 

ständige starke Kopf- und Nackenschmerzen. Auch habe sie 

Konzentrationsschwierigkeiten. Eine psychiatrische Behandlung sei geplant (IV-act. 8). 

Nach einem ersten Arbeitsversuch im Umfang von 50% vom 18. bis 26. März 2002 

schrieb Dr. A.___ die Versicherte ab 27. März 2002 erneut vollständig arbeitsunfähig. 

Ab 27. Januar 2003 nahm sie ihre Tätigkeit als Verkäuferin wieder zu 50% auf (vgl. 

Suva-act. 65 und 68). Dr. med. B.___, Leitender Arzt der Abteilung Psychosomatik der 

Klinik Gais, diagnostizierte im Bericht vom 9. Juli 2003 eine Panikstörung, 

einhergehend mit einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt sowie 

den Verdacht auf eine undifferenzierte Somatisierungsstörung. Aus psychiatrischer 

Sicht sei die Versicherte 50% arbeitsunfähig, eine ambulante psychotherapeutische 

Begleitung sei indiziert (IV-act. 16). Am 3. Oktober 2003 bestätigte Dr. A.___ erneut eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 30. September 2003 (Suva-act. 88).

A.b Mit Verfügung vom 7. November 2003 stellte die Suva die Versicherungsleistungen 

auf den 9. November 2003 ein. Sie befand, aufgrund der vorhandenen Akten lägen 

keine somatischen Unfallfolgen mehr vor. Gemäss fachärztlicher Beurteilung seien vor 

allem psychische Gründe für die noch geklagten Beschwerden verantwortlich. Da diese 

krankheitsbedingt seien, bestehe dafür kein Leistungsanspruch gegenüber dem 

Unfallversicherer (Suva-act. 90). Die dagegen erhobene Einsprache wies die Suva mit 

Entscheid vom 22. März 2004 ab. Diesen Einspracheentscheid bestätigten auf 

Beschwerde hin sowohl das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit 

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Entscheid vom 16. Juni 2005 (UV 2004/52) als auch das Eidgenössische 

Versicherungsgericht mit Entscheid vom 29. März 2006 (U 308/05; IV-act. 29-3ff.)  

A.c Aufgrund einer internen Anfrage hielt Dr. med. C.___ vom Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD) am 18. September 2006 fest, zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit sei eine 

MEDAS-Begutachtung notwendig. Es seien zunächst aktuelle Arztzeugnisse der derzeit 

behandelnden Ärzte einzuholen (IV-act. 34). Im Verlaufsbericht vom 28. September 

2006 hielt Dr. A.___ fest, am 15. Oktober 2005 habe die Versicherte eine erneute HWS-

Distorsion bei einem Autounfall im Ausland erlitten, weshalb sie wieder erhebliche 

Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlungen in den linken Arm habe und wieder 

vermehrt an Schwindel leide (IV-act. 37).

A.d Am 13. und 25. September sowie am 8. und 25. Oktober 2007 erfolgte eine 

interdisziplinäre Untersuchung (internistisch, psychiatrisch, orthopädisch und 

otoneurologisch) der Versicherten bei der MEDAS Bern im Inselspital. Im Gutachten 

vom 13. Dezember 2007 hält die MEDAS als Diagnose mit Einschränkung der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (F32.1) fest. Der 

Versicherten sei die bisherige Tätigkeit als Kioskverkäuferin noch zu vier Stunden 

arbeitstäglich regelmässig, also zu 50%, zumutbar. In adaptierten Tätigkeiten könne 

die Versicherte vier bis fünf Stunden arbeitstäglich regelmässig leisten. Sie sei in der 

Lage, sämtliche Tätigkeiten im Haushalt auszuüben. Es sei davon auszugehen, dass 

unter konsequenter regelmässiger psychiatrischer Fachbehandlung, unter Einschluss 

von Psychopharmako-Therapie, innerhalb der nächsten sechs Monate eine deutliche 

Stabilisierung der psychischen Grundfunktionen erzielt werden könne. Sollte eine 

nachhaltige Stabilisierung nicht eintreten, wäre eine psychiatrische Hospitalisierung der 

Versicherten zu erwägen (IV-act. 54).

A.e Gestützt auf das Gutachten erachtete Dr. med. D.___ vom RAD das Vorliegen einer 

dauerhaften invalidisierenden Erkrankung nicht als gegeben. Bei der behandelnden 

Psychiaterin sei nach einem Jahr ein Arztbericht einzuverlangen. Zudem sei die 

Qualifikation der Versicherten kritisch zu prüfen (IV-act. 57). Der Rechtsvertreter der 

Versicherten machte demgegenüber geltend, bei der Begutachtung sei zu Unrecht kein 

Neurologe beigezogen worden. Auf die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit im 

Haushalt könne nicht abgestellt werden, da die Gutachter diese nicht begründet hätten 

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(IV-act. 64). Am 8. Februar 2008 reichte er einen Arztbericht von Dr. med. E.___ vom 7. 

Februar 2008 ein. Darin bestätigt die behandelnde Psychiaterin eine andauernde 

depressive Entwicklung mittelschwerer Ausprägung mit im Vordergrund stehenden 

Angstzuständen mit Angstattacken, generalisierten Schmerzen, Störungen der 

Vitalgefühle, Appetenz- und Schlafstörungen sowie Libidoverlust (ICD-10 F 38.8). 

Entgegen der Prognose des MEDAS-Gutachtens sei es trotz zweier potenter 

Antidepressiva und einer intensiven Gesprächstherapie seit August 2007 lediglich zu 

einer leichten Linderung der Angstzustände und Schlafstörungen gekommen. Die 

Versicherte sei daher in einer leichten behinderungsangepassten Tätigkeit zu maximal 

50% arbeitsfähig (IV-act. 70).

A.f  Anlässlich der Haushaltsabklärung am 21. Februar 2008 erklärte die Versicherte, 

ohne Gesundheitsschaden wäre sie (weiterhin) zu 85% ausserhäuslich erwerbstätig 

geblieben. Die Kinderbetreuung sei durch den Ehemann gewährleistet, da dieser im 

Unternehmen seines Bruders mitarbeite und sich die Arbeitszeiten selber einteilen 

könne (IV-act. 72). Aufgrund der Angaben der Versicherten ermittelte die 

Abklärungsperson eine Einschränkung im Haushalt von 42,6 %, dies unter dem 

Vorbehalt der medizinischen Bestätigung (IV-act. 72-10). Dr. D.___ vom RAD 

bezweifelte die Qualifikation von 85% Erwerb und erachtete die im Haushalt 

festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 43% als nicht plausibel, diese werde durch das 

MEDAS-Gutachten relativiert (IV-act. 73).

A.g Mit Vorbescheid vom 29. Mai 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr 

Leistungsbegehren abgewiesen werde, da der Invaliditätsgrad 35% betrage (IV-act. 

81). Mit Einwand vom 24. Juni 2008 machte der Vertreter der Versicherten 

insbesondere geltend, das Invalideneinkommen sei falsch berechnet worden. Mit ihrer 

Stelle bei der F.___ schöpfe die Versicherte ihre Restarbeitsfähigkeit bestmöglich aus. 

Es sei ihr aus gesundheitlichen und betrieblichen Gründen nicht möglich, an der 

aktuellen Arbeitsstelle mehr zu arbeiten. Zudem sei bezüglich Einschränkung im 

Haushalt auf die Haushaltsabklärung abzustellen (IV-act. 84).

A.h Mit Verfügung vom 6. August 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der 

Versicherten ab (IV-act. 86).

B.  

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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters der 

Versicherten vom 10. September 2008 mit dem Rechtsbegehren, die Verfügung sei 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei ab 1. Juli 2001 (richtig: 2002) mindestens 

eine halbe Rente samt drei Kinderrenten auszurichten, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. In der Begründung hält der Vertreter der Beschwerdeführerin 

fest, diese wäre ohne Gesundheitsschaden zu 85 % erwerbstätig und zu 15 % im 

Haushalt tätig, weshalb richtigerweise die gemischte Methode zur Anwendung gelangt 

sei. Gemäss Gutachten könne die Beschwerdeführerin nur noch vier Stunden täglich 

arbeiten, was pro Woche 20 Stunden ergebe. Gemessen an der normalen Arbeitszeit 

von 43 Stunden pro Woche ergebe dies eine Arbeitsfähigkeit von 46,5 % bzw. ein 

Invalideneinkommen von Fr. 20'494.--. Von diesem Invalideneinkommen sei ein 

Leidensabzug von 20% vorzunehmen. Aus betrieblichen Gründen sei es sodann der 

Beschwerdeführerin nicht möglich, ihre medizinisch theoretische Arbeitsfähigkeit voll 

auszuschöpfen. Es sei ihr auch nicht zumutbar, stattdessen eine andere 

leidensadaptierte Tätigkeit zu suchen. Der Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich 

betrage damit 59,4%. Bei der Tätigkeit im Haushalt sei sodann auf den 

Abklärungsbericht abzustellen, da der Beschwerdeführerin die dort vorhandenen 

mittelschweren und schweren Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. Insgesamt liege 

damit der Invaliditätsgrad deutlich über 60%, womit ein Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente ausgewiesen sei (act. G 1).

B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2008 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie weist darauf hin, dass sich 

der Ehemann der Beschwerdeführerin im September 2008 bei der IV angemeldet und 

dabei Arbeitszeiten von 15 Stunden täglich geltend gemacht habe. Seit Juli 2008 sei er 

Betreiber des Kiosks und dadurch Arbeitgeber der Beschwerdeführerin. Aufgrund der 

Akten erscheine nicht glaubwürdig, dass die Beschwerdeführerin trotz eines 5-

Personen-Haushalts im Gesundheitsfall zu 85% erwerbstätig wäre, nachdem sie auch 

vor der Geburt des ersten Kindes nur zu 80% gearbeitet habe. Sie sei daher als 

höchstens 50% Erwerbstätige zu betrachten. Gemäss MEDAS-Gutachten bestünden 

keine Einschränkungen aus somatischer Sicht. Da sich die Tätigkeiten im Haushalt 

einteilen liessen, bestehe aufgrund des psychischen Leidens keine Einschränkung im 

Haushalt (act. G 5).

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B.c In der Replik vom 2. Februar 2009 weist der Vertreter der Beschwerdeführerin 

darauf hin, dass diese von Juli 1999 bis Mai 2001 eine weitere Teilzeittätigkeit gesucht 

und deshalb Arbeitslosentaggelder bezogen habe. Ab 1. Juni 2001 habe sie eine 

weitere Anstellung von wöchentlich 15 Stunden gefunden. Insgesamt habe damit die 

wöchentliche Arbeitszeit der Beschwerdeführerin vor dem Unfall 35¼ Stunden 

betragen. Der Neurologe Dr. med. G.___ habe sodann in seinem neurologischen 

Gutachten vom 18. Juni 2004 die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt 

auf 70% geschätzt, wobei schwere, körperlich anstrengende Hausarbeiten wie 

Fensterputzen, Staubsaugen, Wäsche aufhängen oder das Heben und Tragen 

schwerer Lasten nicht zumutbar seien. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn das MEDAS-

Gutachten der Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus 

psychischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bestätige, gleichzeitig jedoch 

keine Einschränkung im Haushalt (act. G 15).

C.  

Mit Schreiben vom 3. Dezember 2008 teilte die Abteilungspräsidentin des Gerichts 

dem Vertreter der Beschwerdeführerin mit, das gestellte Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung werde wegen fehlender Bedürftigkeit abgelehnt (act. G 12). Die 

Beschwerdeführerin bezahlte daraufhin den verlangten Kostenvorschuss von Fr. 600.--.

Erwägungen:

1.   

1.1 Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 

1. Januar 2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es 

sich, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Rentenanspruch mit 

Anspruchsbeginn bei Anmeldung unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis 

zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.

1.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

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zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke füllt aArt. 28 Abs. 2  des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20). Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die 

betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche 

Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische 

Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

Die Bestimmung von aArt. 28 Abs. 2  IVG regelt die so genannte gemischte Methode 

der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im 

Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen, und der 

Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.

1.3 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens 

zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf 

eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG). Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, 

ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit 

Hinweisen).

2.   

bis

ter

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2.1 Im vorliegenden Fall steht fest, dass die Beschwerdeführerin auch im 

Gesundheitsfall nur teilweise erwerbstätig wäre. In der angefochtenen Verfügung geht 

die Beschwerdegegnerin von einer Teilerwerbstätigkeit von 85% aus, was von der 

Beschwerdeführerin ausdrücklich anerkannt wird. In der Beschwerdeantwort macht die 

Beschwerdegegnerin neu geltend, die Teilerwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall betrage maximal 50%.

2.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen 

unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen 

sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber 

Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt 

sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung 

entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall 

ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 

E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b je mit Hinweisen). Nebst dem 

früheren Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der versicherten Person 

und ihre Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu 

berücksichtigen (vgl. Urteil des EVG vom 20. Juni 2003 i.S. A., I 635/02, E. 3.3). Die 

konkrete Situation und die Vorbringen der Versicherten sind nach Massgabe der 

allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b mit Hinweis). Zu 

beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer ein solcher über 

eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit längerer oder kürzerer Zeit) eingetreten 

ist. Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche Hypothese 

nur ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist andererseits meist bereits durch 

die Invalidität beeinflusst (nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen vom 2. Februar 2006 i.S. L., IV 2005/53, E. 2c).

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2.3 Die Beschwerdeführerin ist Mutter von drei Kindern, geboren 1999, 2000 und 2004. 

Bis zur Geburt des ersten Kindes arbeitete sie im Umfang von 80% beim H.___. Diese 

Arbeitsstelle gab sie auf, weil sie für ihr erstes Kind keine Kinderbetreuung hatte (vgl. 

IV-act. 72-5 sowie IV-act. 31-4). Kurze Zeit später bezog sie 

Arbeitslosenentschädigung (Juli 1999 bis Mai 2001) und begann zudem ab August 

1999 bei der F.___ im Stundenlohn zu arbeiten (vgl. IV-act. 32). In der Unfallmeldung 

vom 27. August 2001 bestätigte die F.___ eine durchschnittliche Arbeitszeit von 12.4 

Stunden pro Woche, dies bei betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitsstunden von 43 

Stunden. Unmittelbar vor dem Unfall hatte die Beschwerdeführerin allerdings 

überdurchschnittlich viel gearbeitet. Für die letzten drei Monate betrug die Arbeitszeit 

bei der F.___ total 263.25 Stunden, was einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20.25 

Stunden bzw. bezogen auf die betriebsübliche Normalarbeitszeit von 43 Stunden 

einem Pensum von 47% sowie einem Jahreslohn von Fr. 17'708.-- entspricht (vgl. act. 

G 15.2, [bf.act.4], Lohn ohne Kinderzulagen). Ab 1. Juni 2001 wurde die 

Beschwerdeführerin zudem bei der I.___ als Raumpflegerin/Objektchefin für 15 

Stunden pro Woche angestellt, was bezogen auf die normale Arbeitszeit von 42.5 

Stunden im Betrieb einem Arbeitspensum von 35% entsprach (IV-act. 17). Bei der I.___ 

handelt es sich um das Unternehmen des Schwagers der Beschwerdeführerin. Auf 

entsprechende Nachfrage der IV-Stelle erklärte die Beschwerdeführerin bereits im 

November 2003 schriftlich, wenn sie gesund wäre, würde sie sechs bis acht Stunden 

pro Tag bei der F.___ arbeiten (IV-act. 22). Im Rahmen der Haushaltsabklärung gab sie 

zudem zu Protokoll, dank seiner flexiblen Arbeitszeit im Geschäft seines Bruders wäre 

der Ehemann in der Lage, die Kinderbetreuung während ihren Arbeitszeiten zu 

übernehmen (vgl. IV-act. 72). Dazu im Widerspruch stehen nun allerdings die Aussagen 

des Ehemannes im eigenen IV-Verfahren, wonach er üblicherweise 15 Arbeitsstunden 

pro Tag im Betrieb leisten müsse (IV-act. 92-2). Festzuhalten gilt, dass die 

Beschwerdeführerin vor dem Unfall im Umfang von 82% (35¼ Stunden je Woche) 

erwerbstätig war. Wenig wahrscheinlich erscheint, dass sie dieses Arbeitspensum im 

Gesundheitsfall noch weiter erhöht hätte. Aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

ist denn auch zu schliessen, dass sie dieses Arbeitspensum beibehalten hätte. 

Auszugehen ist damit von einem maximalen Erwerbsanteil von 82%.

3.   

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3.1 Streitig und zu prüfen ist sodann die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. 

Seitens der Beschwerdeführerin wird dabei insbesondere geltend gemacht, ihr seien 

nur noch leichte Tätigkeiten im Umfang von 50% zumutbar.

3.2 Das orthopädischen Teilgutachten der MEDAS hält fest, die beklagten 

Beschwerden nuchal und lumbal erklärten sich aus der Fehlstatik und 

Haltungsinsuffizienz der Wirbelsäule bei muskulärem Hartspann und verschmächtigter 

Rumpfmuskulatur. Dringend notwendig sei die Aufnahme sportlicher Freizeitaktivitäten, 

damit es zu einer körperlichen Roborierung und zu Muskelaufbau komme. Ein 

nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit bestehe nicht. Die Gelenke der 

Extremitäten seien altersentsprechend frei in allen Funktionsebenen. Hände und Füsse 

wiesen normale Gebrauchsschwielen vor. Auch lägen keine Schonungsatrophien vor. 

Die Beschwerdeführerin könne uneingeschränkt ihre Tätigkeit als Hausfrau und Mutter 

mit drei Kindern in vollem Umfang verrichten. Bezogen auf den allgemeinen 

Arbeitsmarkt ergebe sich bei einem eher schmächtigen Habitus für körperlich leichte 

bis gelegentlich mittelschwere Arbeiten ein volles Arbeitsvermögen ohne 

Einschränkungen der Leistungsfähigkeit (vgl. IV-act. 52-11f.). Im otoneurologischen 

Teilgutachten wird ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestätigt (IV-act. 52-14f.). 

Die MEDAS kommt in der Gesamtbeurteilung zum Schluss, objektivierbare gravierende 

Funktionsbeeinträchtigungen auf der körperlichen Ebene bestünden nicht (IV-act. 

54-17). Aufgrund des MEDAS-Gutachtens ist somit davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin aus somatischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht 

eingeschränkt ist. Dass ihr schwere Arbeiten (Heben und Tragen von Lasten über 25 

kg) nicht zumutbar sind, wird in erster Linie mit ihrem schmächtigen Habitus und nicht 

etwa mit gesundheitlichen Einschränkungen begründet. Daran vermag auch das 

neurologische Gutachten von Dr. G.___ nichts zu ändern. Wie das kantonale 

Versicherungsgericht bereits im Entscheid vom 16. Juni 2005, UV 2004/52, in E. 3b mit 

einlässlicher Begründung festgehalten hat, können dem Bericht von Dr. G.___ keine 

somatischen Gesundheitsstörungen entnommen werden, welche die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigen. Auch das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in seinem 

Entscheid vom 29. März 2006 explizit festgehalten, die Beschwerdeführerin leide weder 

an somatischen Beschwerden noch an den Folgen eines Schleudertraumas der HWS 

oder einer äquivalenten Verletzung. Allenfalls bestehe eine psychische Fehlentwicklung 

(U 308/05, E. 2.4).

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3.3 Als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hält das MEDAS-

Gutachten eine mittelgradige depressive Episode fest. Im psychiatrischen 

Teilgutachten wird dazu festgehalten, seit 2 ½ Jahren habe sich bei der 

Beschwerdeführerin eine zunehmend depressive Störung herausgebildet. Auf der 

Symptomebene bestünden Traurigkeit im Wechsel mit Gereiztheit, Gedanken von 

Lebensmüdigkeit, Antriebsminderung, ständige Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, 

Libidoverlust, rezidivierende Heisshungeranfälle, Freudlosigkeit und Schlafstörungen. 

Die akut vorliegende Depression, bei der es sich um eine gut behandelbare Erkrankung 

handle, setze die Arbeitsfähigkeit um 50% herab. Bei konsequenter Therapie wäre 

innerhalb weniger Monate eine Besserung zu erwarten (IV-act. 52-6). In der 

Gesamtbeurteilung kommen die MEDAS-Gutachter zum Schluss, die 

Beschwerdeführerin sei in der Lage, ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkaufskraft in 

einem Kiosk auszuüben. Diese Tätigkeit sei ihr vier Stunden arbeitstäglich regelmässig, 

also zu 50%, zumutbar. Dabei bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit. Die 

medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit sei seit ca. 2 ½ Jahren plausibel zu machen, 

eine Veränderung sei in dieser Zeit nicht eingetreten. Die Beschwerdeführerin könne 

sodann sämtliche mittelschweren Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 

ausüben. Körperliche Zwangshaltungen seien allerdings auszuschliessen. In 

adaptierten Tätigkeiten könne die Beschwerdeführerin vier bis fünf Stunden 

arbeitstäglich regelmässig arbeiten. Sie sei in der Lage, sämtliche Tätigkeiten im 

Haushalt auszuüben (IV-act. 54-21).

4.   

4.1 Bezüglich der Tätigkeit als Verkäuferin geht das MEDAS-Gutachten davon aus, 

dass die Beschwerdeführerin vier Stunden arbeitstäglich bzw. zu 50% arbeitsfähig ist. 

Wie dem Arbeitgeberbericht der J.___ zu entnehmen ist, beträgt die normale Arbeitszeit 

pro Tag 7.17 Stunden bzw. pro Woche 43 Stunden, dies weil an sechs Tagen pro 

Woche gearbeitet wird (vgl. IV-act. 77-2). Soweit der Beschwerdeführerin vier Stunden 

arbeitstäglich zumutbar sind, sind das somit wöchentlich 24 Stunden, was gemessen 

an der normalen Arbeitszeit von 43 Stunden einer Arbeitsfähigkeit von mehr als 50% 

entspricht. Der Annahme des Vertreters der Beschwerdeführerin, wonach diese 

lediglich 20 Arbeitsstunden pro Woche leisten könne, womit gemessen an der 

normalen Arbeitszeit von 43 Stunden pro Woche die Arbeitsfähigkeit als Verkäuferin 

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lediglich 46.5% betragen würde, kann jedenfalls nicht gefolgt werden. Da die 

Beschwerdeführerin vorwiegend nachmittags arbeitet, fallen bei ihrer jetzigen Tätigkeit 

grundsätzlich keine schweren Arbeiten an. Sie selbst bezeichnete denn auch am 18. 

Februar 2003 gegenüber der Suva diese Arbeit als eine eigentlich leichte Arbeit (Suva-

act. 68).

4.2 Im Weiteren ist die Beschwerdeführerin gemäss MEDAS-Gutachten auch in jeder 

anderen leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne Zwangshaltung auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt arbeitstäglich vier bis fünf Stunden arbeitsfähig. Auch 

Reinigungsarbeiten, wie sie die Beschwerdeführerin vor dem Unfall für das 

Unternehmen ihres Schwagers ausgeübt hat, sind ihr gemäss Gutachten zumutbar (vgl. 

IV-act. 54-17). Soweit es der Beschwerdeführerin aus betrieblichen Gründen nicht 

möglich sein sollte, ihre Restarbeitsfähigkeit voll auszuschöpfen, stehen ihr eine 

Vielzahl von anderen Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt offen, die sie im 

Umfang von 50% ausüben könnte.

5.   

Streitig und zu prüfen ist sodann die Invaliditätsbemessung, insbesondere die 

Berechnung des Invalideneinkommens.

5.1 Beim Valideneinkommen ist die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

Verfügung bei einem Arbeitspensum von 85% von einem Betrag von Fr. 37'462.-- 

ausgegangen, was von der Beschwerdeführerin als richtig anerkannt wird. Aus den IV-

Akten ist allerdings nicht ersichtlich, wie die IV das dem Valideneinkommen zugrunde 

gelegte Einkommen für ein 100% Pensum von Fr. 44'073.-- berechnet hat. Es erscheint 

auch im Vergleich zu den Lohnzahlungen, welche die Beschwerdeführerin von der 

J.___ erhalten hat, als zu tief. Nachdem die IV-Stelle jedoch beim Valideneinkommen 

von der gleichen Grundlage ausgegangen ist wie beim Invalideneinkommen und diese 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen auch von der Beschwerdeführerin als richtig 

anerkannt wurde, kann auf eine ziffernmässige Festsetzung des Valideneinkommens 

verzichtet werden. Jedoch ist gestützt auf die Ausführungen unter Erwägung 2.3 von 

einem maximalen Erwerbsanteil von 82% auszugehen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

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5.2 Beim Invalideneinkommen steht fest, dass die Beschwerdeführerin zur Zeit der 

angefochtenen Verfügung nur im Ausmass von 13 Stunden pro Woche als Verkäuferin 

tatsächlich tätig war, was bezogen auf die Normalarbeitszeit von 43 Stunden pro 

Woche einem Arbeitspensum von lediglich 30% entspricht. Soweit die 

Beschwerdeführerin geltend macht, es sei ihr aus betrieblichen Gründen nicht möglich, 

ihr Arbeitspensum zu erhöhen, gilt festzuhalten, dass sie diese Behauptung in keiner 

Weise belegt hat. Aufgrund ihrer Angaben im Abklärungsbericht Haushalt, wonach sie 

bereits mit dem jetzigen Pensum überfordert sei, erscheint es auch wenig 

wahrscheinlich, dass sie sich in zumutbarer Weise um eine Ausweitung ihrer aktuellen 

Tätigkeit bemüht hat. Zudem ist der Beschwerdeführerin auch jede andere 

mittelschwere Tätigkeit ohne Zwangshaltung im Umfang von 50% zumutbar, 

insbesondere gemäss MEDAS-Gutachten die bisherige Reinigungstätigkeit für das 

Unternehmen ihres Schwagers. Mit der ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin im 

Umfang von 13 Wochenstunden schöpft folglich die Beschwerdeführerin ihre 

verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise aus. Es ist daher davon 

auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin möglich und zumutbar ist, ein 

Erwerbseinkommen im Umfang von 50% einer vollen Erwerbstätigkeit zu erzielen.

5.3 Der Vertreter der Beschwerdeführerin macht zusätzlich einen Leidensabzug von 

20% geltend. In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens 

herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, die in ihrer letzten Tätigkeit 

körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für 

leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig von der 

früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere 

persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der 

Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im 

Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der 

Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden 

Merkmale auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75)

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5.4 Gemäss MEDAS ist die Beschwerdeführerin innerhalb der verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit von 50% nicht weiter eingeschränkt. Es ist damit davon auszugehen, 

dass allfällige Arbeitsausfälle wegen Angstzuständen mit Panikattacken, 

Schwindelattacken mit Übelkeit und Schlafstörungen in der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

der MEDAS bereits angemessen berücksichtigt sind. Ein zusätzlicher Leidensabzug 

erscheint damit nicht ausgewiesen, umso mehr als es der Beschwerdeführerin gemäss 

Gutachten auch möglich ist, ihre Arbeitsfähigkeit in den angestammten 

Tätigkeitsbereichen (Verkauf und Reinigung) zu realisieren.

5.5 Nachdem die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu maximal 82% erwerbstätig 

wäre, beträgt damit der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich maximal 32% 

(82%-50%). 

6.   

6.1 Streitig und zu prüfen ist schliesslich, inwiefern die Beschwerdeführerin im Haushalt 

eingeschränkt ist. Das MEDAS-Gutachten hält diesbezüglich fest, dass die 

Beschwerdeführerin in der Lage sei, sämtliche Tätigkeiten im Haushalt auszuüben. In 

der Haushaltsabklärung hat die Beschwerdeführerin demgegenüber wiederholt geltend 

gemacht, nur noch leichte Tätigkeiten ausüben zu können.

6.2 Um feststellen zu können, in welchem Mass eine versicherte Person im Haushalt 

zufolge ihrer gesundheitlichen Beschwerden eingeschränkt ist, bedarf es im Regelfall 

einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Der Abklärungsbericht ist seiner Natur 

nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter 

Beeinträchtigungen zugeschnitten. Seine grundsätzliche Massgeblichkeit erfährt daher 

praxisgemäss Einschränkungen, wenn die versicherte Person an psychischen 

Beschwerden leidet. Zwar stellt der Abklärungsbericht Haushalt grundsätzlich auch 

dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch 

bedingten Invalidität geht, d.h. die Beurteilung psychischer Erkrankungen im 

Vordergrund steht. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den Ergebnissen der 

Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der 

versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist jedoch den ärztlichen 

Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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Haushaltsabklärung (AHI 2004 S. 137). Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund 

darin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das 

Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu 

erkennen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit 

Hinweisen).

6.3 Im vorliegenden Fall geht die Beschwerdeführerin zu Unrecht davon aus, ihr seien 

mittelschwere Tätigkeiten im Haushalt nicht mehr zumutbar. Die von ihr im 

Abklärungsbericht Haushalt geltend gemachten Einschränkungen beruhen 

offensichtlich auf dieser Krankheitsüberzeugung. Dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

der MEDAS im Haushaltsbereich von derjenigen im Erwerbsbereich abweicht, lässt 

sich ohne weiteres darauf zurückführen, dass im Haushalt ein grösserer Spielraum 

hinsichtlich der Einteilung der Arbeit sowie der Art und Weise, wie sie ausgeführt wird, 

besteht (SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151, E. 6.2). Zwar mag die mittelgradige Depression vor 

allem im Bereich der Kinderbetreuung zu relevanten Einschränkungen führen. Zu 

berücksichtigen gilt aber, dass die Beschwerdeführerin bei einer Erwerbstätigkeit von 

82% auch im Gesundheitsfall auf die Hilfe Dritter bzw. des Ehemannes im Haushalt 

bzw. bei der Betreuung und Erziehung der Kinder angewiesen wäre. Unter den 

gegebenen Umständen ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von keiner relevanten 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt ausgegangen. Anzumerken bleibt, dass 

selbst bei der von Dr. G.___ geltend gemachten Einschränkung im Haushalt von 30% 

nur ein Teilinvaliditätsgrad von 5,4% resultieren würde (18% x 30%), was zusammen 

mit dem Invaliditätsgrad von 32% im Erwerbsteil ebenfalls keinen rentenbegründenden 

Invaliditätsgrad ergäbe.

7.   

Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

8.   

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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erscheint als angemessen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist sie der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen unter Anrechnung des von ihr bezahlten 

Kostenvorschusses von Fr. 600.--.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerdeführerin bezahlt die Gerichtskosten von Fr. 600.-- unter Anrechnung 

des in gleicher Höhe geleisteten Vorschusses.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2010
	Art. 28 Abs.2ter IVG. Einschränkungen im Aufgabenbereich Haushalt: Stellenwert Abklärungsbericht, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht und das MEDAS-Gutachten von keinen Einschränkungen im Haushaltsbereich ausgeht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Mai 2010, IV 2008/375).

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