# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 471caa98-79b7-52ff-8bb5-c861127aef3f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.10.2009 C-3287/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3287-2007_2009-10-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3287/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Frank Seethaler (Vorsitz), 
Richter Beat Weber, Richter Hans Urech,
Gerichtsschreiberin Karin Behnke

X._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Anspruch auf IV-Leistungen.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3287/2007

Sachverhalt:

A.
Am 29. April  2004 (Eingang 11. Mai 2004) übermittelte der deutsche 
Versicherungsträger,  die  Bundesversicherungsanstalt  für  Angestellte 
(in der Folge: BfA), der Schweizerischen Ausgleichskasse mit Formu-
laren  E-204-D  (Bearbeitung  eines  Antrags  auf  Invaliditätsrente)  und 
E-207 (Angaben über den Beschäftigungsverlauf der Versicherten) ein 
Gesuch vom 22. November 2003 von X._______, geboren am 30. Juni 
1948, deutsche Staatsangehörige, Eurhythmistin, um Bezug von Leis-
tungen der schweizerischen Invalidenversicherung (IV-Akt. 5-7). Die le-
dige X._______ hat im Jahr 1966 und in den Jahren 1970 bis 1971 in 
der Schweiz gearbeitet und dabei die obligatorischen Beiträge an die 
schweizerische  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung 
entrichtet. In der Folge zog die Versicherte den am 22. November 2003 
eingereichten Rentenantrag bei der BfA zurück (IV-Akt. 14, 15). Auf die 
Anfrage der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (in der Folge: IVSTA) 
vom 5. November 2004, ob der Rückzug auch für den Leistungsantrag 
an die schweizerische Invalidenversicherung gelte (IV-Akt. 15), antwor-
tete X._______ am 13. November 2004,  sie habe den Rentenantrag 
für die deutsche Erwerbsminderungsrente am 28. Oktober 2004 erneu-
ert (IV-Akt. 16).

B.
Auf Ersuchen der IVSTA ergänzte X._______ ihr Leistungsgesuch mit 
folgenden Unterlagen: 

• Einem  Fragebogen  für  den  Versicherten  vom  14.  Dezember 
2004,  wonach  die  Beschwerdeführerin  unter  chronischer  Er-
schöpfung,  Engwinkelglaukom,  Rheumatismus,  Morbus  Rayn-
aud, Kopfschmerzen und Ticks leide (IV-Akt. 21); 

• einem Fragebogen für den Arbeitgeber vom 9. Dezember 2004, 
der Y._______, wonach die Beschwerdeführerin 10 Stunden pro 
Woche als Eurhythmistin tätig ist (IV-Akt. 23).

C.
Auf  Ersuchen  der  IVSTA übermittelte  die  BfA  eine  Kopie  ihres  Be-
scheids vom 6. Dezember 2004, mit welchem sie die Zusprache einer 
deutschen  Erwerbsminderungsrente  wegen  Erwerbsminderung  bzw. 
Berufsunfähigkeit  abwies  (IV-Akt.  20),  einen  Formularbericht  vom 

Seite 2

C-3287/2007

16. Januar 2003 von Dr. med. A._______ (IV-Akt. 27),  einen Selbst-
auskunftsbogen vom 13. Januar 2003 zum Antrag auf Leistungen zur 
medizinischen  Rehabilitation  (IV-Akt.  29)  und  einen  Entlassungsbe-
richt vom 5. August 2003 der Rehabilitationsklinik Z._______ (IV-Akt. 
30).

D.
Am 17. Oktober 2005 übermittelte die BfA der Schweizerischen Aus-
gleichskasse  ein  Gutachten  vom  6.  März  2005  von  Dr.  med. 
B.________ (IV-Akt. 38, 39), und ein Gutachten vom 28. Februar 2005 
von Dr. med. C._______ (IV-Akt. 37). 

E.
Der IV-Stellenarzt,  Dr. med. D.________, erachtete die Beschwerde-
führerin – nach Einsicht in die beiden vorerwähnten Gutachten – als 
voll arbeitsfähig (IV-Akt. 32). 

F.
Mit Verfügung vom 21. November 2005 wies die IVSTA das Rentenge-
such von X._______ mangels einer rentenbegründenden Invalidität ab 
(IV-Akt.  46),  woran  sie  mit  Einspracheentscheid  vom  8.  März  2007 
festhielt (IV-Akt. 53). 

G.
Am  22.  März  2007  reichte  X._______  Beschwerde  gegen  diesen 
Einspracheentscheid ein (IV-Akt. 54). Der Beschwerde waren diverse 
medizinische Unterlagen beigelegt (IV-Akt. 52, 55). 

H.
Das Bundesverwaltungsgericht teilte mit Verfügung vom 23. Mai 2007 
den Parteien den  Spruchkörper  mit. Ausstandsgründe wurden keine 
geltend gemacht.

I.
Am 5. August  2007 nahm der IV-Stellenarzt  Dr. med. E._______ zu 
den neu eingereichten Akten Stellung. Er gelangte zum Schluss, dass 
eine dauerhafte  Teileinschränkung nach 2005 nicht  ganz sicher  von 
der Hand zu weisen sei (IV-Akt. 60). 

J.
Am  19.  September  2007  übermittelte  die  Deutsche  Rentenver-

Seite 3

C-3287/2007

sicherung der Schweizerischen Ausgleichskasse diverse medizinische 
Unterlagen (IV-Akt. 62), u.a. das Gutachten vom 24. Februar 2006 von 
Dr. med. F._______,  das  Gutachten  vom 2.  Mai  2006  von  Dr. univ. 
med.  G._______,  das  Gutachten  vom  20.  April  2007  von  Dr.  med. 
H._______, den Entlassbrief des P.-Krankenhauses vom 14. Juni 2007 
und das Gutachten vom 1. August 2007 von Dr. med. I._______ (IV-
Akt. 62).

K.
Am 29. Oktober 2007 nahm der IV-Stellenarzt,  Dr. med. E._______, 
erneut  Stellung  zu  den  vervollständigten  Akten.  Er  verneinte  das 
Vorliegen  einer  rentenbegründenden  Invalidität,  wobei  er  im 
wesentlichen  auf  die  Diskrepanz  der  subjektiven  Befindlichkeit  und 
den objektivierbaren Befunden verwies (IV-Akt. 65). 

L.
Die Vorinstanz reichte am 6. November 2007 ihre Vernehmlassung ein 
und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

M.
Replikando hielt die Beschwerdeführerin am 6. Dezember 2007 an ih-
rem Antrag auf  Zusprache einer  Rente  fest. Sie begründete  dies im 
Wesentlichen mit  der Tatsache, dass ihr Rentengesuch in Österreich 
gutgeheissen worden sei. Der Eingabe lag ein Arztbericht von Dr. med. 
J._______ vom 28. März 2006 bei. 

N.
In ihrer Duplik vom 25. Februar 2008 verwies die Vorinstanz auf den 
Bericht ihres ärztlichen Dienstes vom 17. Februar 2008 und beantragte 
weiterhin die Abweisung der Beschwerde. 

O.
Am 24. August 2009 teilte das Bundesverwaltungsgericht den Parteien 
den Wechsel des Spruchkörpers mit. Ausstandsbegehren wurden in-
nert Frist nicht geltend gemacht.

P.
Auf die weiteren Vorbringen der  Parteien und die eingereichten Akten 
wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

Seite 4

C-3287/2007

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR  172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
von  Personen  im  Ausland  gegen  Verfügungen  der  Vorinstanz.  Eine 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.

Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG nichts  anderes  be-
stimmt. Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG kei-
ne Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit  das Bundesge-
setz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-
cherungsrechts  (ATSG,  SR  830.1)  anwendbar  ist.  Nach  Art.  2  des 
ATSG sind die Bestimmungen des ATSG anwendbar, soweit die einzel-
nen  Sozialversicherungsgesetze  des  Bundes  dies  vorsehen.  Nach 
Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invaliden-
versicherung  (Art.  1a-26bis  und  28-70)  anwendbar,  soweit  das  IVG 
nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.

1.2 Die Beschwerdeführerin ist im Sinne von Art. 59 ATSG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG beschwerdelegitimiert, da sie als Adressatin des ange-
fochtenen Entscheids besonders berührt ist und an dessen Aufhebung 
bzw. Änderung ein schutzwürdiges Interesse hat. 

1.3  Weil  die  Beschwerde im Übrigen frist-  und formgerecht  (Art.  60 
ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten

1.4 Gemäss Art. 19 Abs. 3 VGG sind die Richter und Richterinnen des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Aushilfe  in  anderen  Abteilungen ver-
pflichtet. Vorliegend ist der Vorsitz im Beschwerdeverfahren Mitte März 
2009 auf die Abteilung II übergegangen. Der Spruchkörper setzt sich 
neu zusammen aus Richter Frank Seethaler und Richter Hans Urech 
der Abteilung II sowie Richter Beat Weber der Abteilung III.

2.
Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  die  Verletzung von Bundesrecht 
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermes-
sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

Seite 5

C-3287/2007

lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kan-
tonale Behörde verfügt hat (Art. 49 VwVG). 

2.1 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 329). Ein allfälli-
ger Leistungsanspruch ist  für die Zeit  vor einem Rechtswechsel auf-
grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Nor-
men zu prüfen (pro  rata  temporis; BGE 130 V 445). Im vorliegenden 
Verfahren finden demnach grundsätzlich jene Vorschriften Anwendung, 
die bei  Erlass des  Einspracheentscheids vom 8. März 2007 in  Kraft 
standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt 
bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung eines 
allenfalls früher entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind (für 
das IVG: ab dem 1. Januar 2003 in der Fassung vom 6. Oktober 2000 
[AS 2002 3371 und 3453] und ab dem 1. Januar 2004 in der Fassung 
vom 21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IVG-Revision]).

Für  die  Prüfung  des  Rentenanspruchs  ab  2003  ist  sodann  das  am 
1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Allgemeinen 
Teil  des Sozialversicherungsrechts anwendbar. Da die im ATSG ent-
haltenen Formulierungen der Arbeitsunfähigkeit,  der Erwerbsunfähig-
keit, der Invalidität und der Einkommensvergleichsmethode den bishe-
rigen von der Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen in der Inva-
lidenversicherung entsprechen und die von der Rechtsprechung dazu 
herausgebildeten Grundsätze unter der Herrschaft des ATSG weiterhin 
Geltung haben (BGE 130 V 343), wird im Folgenden auf die Begriffs-
bestimmungen des ATSG verwiesen.

2.2 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige mit Wohn-
sitz in  Deutschland, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft 
getretene  Abkommen  vom  21. Juni  1999  zwischen  der  Schweizeri-
schen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(FZA, SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang II betreffend 
die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit,  anzuwenden 
ist  (Art. 80a  IVG).  Nach  Art. 3  Abs. 1  der  Verordnung  (EWG) 
Nr. 1408/71 des  Rates  vom 14. Juni  1971 (SR 0.831.109.268.1)  zur 
Anwendung  der  Systeme  der  sozialen  Sicherheit  auf  Arbeitnehmer 
und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der 
Gemeinschaft zu- und abwandern, haben die in den persönlichen An-

Seite 6

C-3287/2007

wendungsbereich  der  Verordnung  fallenden,  in  einem  Mitgliedstaat 
wohnenden Personen aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitglied-
staats grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staats-
angehörigen  dieses  Staates.  Soweit  das  FZA  bzw.  die  auf  dieser 
Grundlage  anwendbaren  gemeinschaftsrechtlichen  Rechtsakte  keine 
abweichenden Bestimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung 
des  Verfahrens  sowie  die  Prüfung  der  Anspruchsvoraussetzungen 
einer  schweizerischen  Invalidenrente  grundsätzlich  nach  der  inner-
staatlichen  Rechtsordnung  (BGE  130  V  253  E. 2.4).  Demnach  be-
stimmt  sich  vorliegend  der  Anspruch  der  Beschwerdeführerin  auf 
Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung ausschliesslich 
nach dem innerstaatlichen schweizerischen Recht, insbesondere nach 
dem IVG sowie der IVV.

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Un-
fall  sein  (Art. 4  Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit  ist  der  durch Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver-
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 
dem  in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt  (Art. 7 
ATSG, in der bis Ende 2007 gültigen Fassung). Arbeitsunfähigkeit ist 
die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Be-
ruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

3.2 Anspruch  auf  eine  ganze Invalidenrente  besteht  gemäss Art. 28 
Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung) bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertels-
rente bei einem solchen von mindestens 60%, derjenige auf eine hal-
be Rente  ab einem Grad der  Invalidität  von 50% und derjenige auf 
eine  Viertelsrente  ab  einem  solchen  von  40%.  Laut  Abs. 1ter dieser 
Norm werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% 
entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohn-
sitz  und gewöhnlichen Aufenthalt  (Art. 13 ATSG) in  der  Schweiz ha-
ben,  soweit  nicht  völkerrechtliche Vereinbarungen eine abweichende 
Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 

Seite 7

C-3287/2007

für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Ge-
meinschaft und der Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der Eu-
ropäischen Gemeinschaft Wohnsitz haben (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 
und E. 3.1).

3.3 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühes-
tens in dem Zeitpunkt,  in dem die versicherte Person mindestens zu 
40% bleibend erwerbsunfähig geworden ist (Bst. a) oder während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
zu 40% arbeitsunfähig gewesen war (Bst. b).

3.4 Anspruch  auf  eine  ordentliche  Rente  haben  Versicherte,  die  im 
Sinne des Gesetzes invalid sind und bei Eintritt der Invalidität während 
mindestens  eines  vollen  Jahres  Beiträge  geleistet  haben  (Art. 36 
Abs. 1 IVG). Meldet sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach 
Entstehen  des  Anspruchs  an,  so  werden  die  Leistungen  in  Abwei-
chung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für die zwölf der Anmeldung 
vorangehenden  Monate  ausgerichtet  (Art. 48  Abs. 2  IVG).  Die  Be-
schwerdeführerin  leistete  1966  und  von  1970-1971  Beiträge  an  die 
schweizerische  AHV/IV  und  erfüllt  damit  die  Voraussetzungen  der 
minimalen Beitragsdauer. Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdefüh-
rerin invalid im Sinne des IVG ist.

3.5  Für  die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Wei-
se  zu  erfolgen,  dass  die  beiden  hypothetischen  Erwerbseinkommen 
ziffernmässig  möglichst  genau  ermittelt  und  einander  gegenüberge-
stellt  werden,  worauf  sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi-
tätsgrad bestimmen lässt. Insoweit  die fraglichen Erwerbseinkommen 
nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im 
Einzelfall  bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen 
Annäherungswerte  miteinander  zu  vergleichen (BGE 128  V 29 E. 1, 
104 V 135 E. 2a und b;  Zeitschrift  für  Ausgleichskassen [ZAK]  1990 
S. 518 E. 2).

Seite 8

C-3287/2007

3.6 Der Begriff  der Invalidität  ist  demnach nicht  nach dem Ausmass 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung definiert, sondern nach der dar-
aus folgenden Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 110 
V 273 E. 4a,  BGE 102 V 165)  oder sich im bisherigen Aufgabenbe-
reich zu betätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten 
nicht nur im angestammten Beruf bzw. der bisherigen Tätigkeit,  son-
dern  – wenn  erforderlich – auch  in  zumutbaren  anderen  beruflichen 
Tätigkeiten (Verweisungstätigkeiten) zu prüfen. Der Invaliditätsgrad ist 
also grundsätzlich nach wirtschaftlichen und nicht nach medizinischen 
Grundsätzen zu ermitteln. Das heisst, dass es bei der Bemessung der 
Invalidität  einzig und allein auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen 
der  funktionellen  Behinderung  ankommt,  welche  nicht  unbedingt  mit 
dem  vom  Arzt  festgelegten  Grad  der  funktionellen  Einschränkung 
übereinstimmen müssen (BGE 110 V 273; ZAK 1985 S. 459).

3.7  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar-
beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti-
ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 
der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 
256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; Rechtsprechung und Verwaltungspraxis 
in den Bereichen AHV, IV etc. [AHI]-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc).  Auf-
gabe des medizinischen Dienstes  ist  es,  zu  Handen der  Verwaltung 
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen. 
Dazu  gehört  auch,  bei  sich  widersprechenden  medizinischen  Akten 
eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die 
andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung 
vorzunehmen sei. Diesen Berichten kann nicht jegliche Aussen- oder 
Beweiswirkung abgesprochen werden. Vielmehr sind sie entscheidrele-
vante  Aktenstücke  (Urteile  des  Bundesgerichts  9C.341/2007  vom 
16. November 2007 E. 4.1 mit  Hinweisen und I 143/07 vom 14. Sep-
tember  2007  E. 3.3).  Für  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  be-
deutet dies, dass alle Beweismittel,  unabhängig davon, von wem sie 
stammen, objektiv zu prüfen sind. Danach ist zu prüfen, ob die verfüg-
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-
anspruchs  gestatten,  und,  wenn  dies  der  Fall  ist,  aufgrund  des  als 
massgeblich befundenen Ergebnisses zu entscheiden. Hinsichtlich des 

Seite 9

C-3287/2007

Beweiswertes eines Arztberichtes ist ausschlaggebend, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on  einleuchtet,  und  ob die  Schlussfolgerungen  der  Expertinnen und 
Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; AHI 
2001 S. 112 f.). Wird im Wesentlichen oder sogar ausschliesslich ge-
stützt auf vom Versicherungsträger intern eingeholte medizinische Un-
terlagen entschieden, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde-
rungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 122 V 157 E. 1d; 
Urteil  des Bundesgerichts U 365/06 vom 26. Januar 2007 E. 4.1, mit 
Hinweisen). Nach  der  Rechtsprechung  weicht  das  Gericht  bei  Ge-
richtsgutachten nicht  ohne zwingende Gründe von der Einschätzung 
des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist,  seine Fach-
kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. In Bezug auf die Wür-
digung von Berichten von Hausärzten und Hausärztinnen darf und soll 
der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass diese mitun-
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen  eher zugunsten ihrer  Patienten und Patientinnen aussagen 
(BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Im Sozialversicherungsrecht hat das Ge-
richt seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu fällen. Die blosse Möglichkeit  eines bestimmten Sachverhalts  ge-
nügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin ha-
ben jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als  die  Wahrscheinlichste  würdigen (BGE 
126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

4.
Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsge-
richt zu prüfen, ob die Vorinstanz das Leistungsgesuch der Beschwer-
deführerin vom 22. November 2003 zu Recht abgewiesen und einen 
Anspruch auf eine Invalidenrente verneint hat.

4.1  Für  die  Würdigung  sind  namentlich  folgende  Arztberichte  aus-
schlaggebend: 

Seite 10

C-3287/2007

- Im  Befundbericht  zum  Rehabilitationsantrag  vom  16.  Januar 
2003 zuhanden der  BfA hielt  der  damalige  Hausarzt,  Dr. med. 
A._______, folgende Diagnosen fest: Psychosomatische Erkran-
kung  (chronisch  progredient),  psychisches  Belastungssyndrom 
(chronisch  progredient)  und  rezidivierende  Gelenkbeschwerden 
(z.Z.  erscheinungsfrei).  Die  Beschwerdeführerin  leide  an  einer 
psychovegetativen Erschöpfung sowie an multiplen psychosoma-
tischen Beschwerden mit rezidivierenden Infekten, Schwächezu-
ständen,  Gelenkschmerzen  beider  Hände  und  Fussschmerzen, 
Zuckungen  im  Gesicht,  Zähneknirschen,  Schlafstörungen  und 
Rückenschmerzen. In den letzten 6 bis 8 Monaten habe sich der 
Erschöpfungszustand bei beruflicher Überlastung verstärkt. Auch 
nach Reduktion der beruflichen Belastung (eine Arbeitsstelle sei 
aufgegeben  worden)  seien  die  Beschwerden  gleich  geblieben. 
Die  Beschwerdeführerin  sei  beruflich  belastet  durch  sehr  an-
strengende,  psychisch  belastende  Arbeit  mit  Kindern  an  ver-
schiedenen Arbeitsstellen in Österreich und der Schweiz (IV-Akt. 
27);

- Vom 8. Juli bis 5. August 2003 weilte die Beschwerdeführerin zur 
stationären Rehabilitation in der Rehabilitationsklinik Z._______. 
Im Entlassungsbericht  vom 5. August  2003 figurierten folgende 
Diagnosen: Psychovegetatives Erschöpfungssyndrom, Glaukom, 
Arthralgien an Händen und Füssen, Zervikobrachialsyndrom und 
Prellung am 3. Finger rechts. Zur Arbeitsfähigkeit wurde festge-
halten,  dass die Beschwerdeführerin  mit  einer  Lehrerstelle  von 
20 bis 22 Stunden pro Woche beschäftigt gewesen sei, was ei-
nem Vollpensum entsprochen  habe.  Dieser  Zeitumfang  sei  der 
Beschwerdeführerin  aufgrund der  nervlichen/psychischen Über-
belastung derzeit nicht zumutbar. Sie könne maximal 3 Stunden 
pro  Tag als  Eurhythmielehrerin  in  der  Schule  arbeiten  (IV-Akt. 
30);

- Dem Befundbericht zum Rentenantrag von Dr. med. A._______ 
vom 18. November 2004 zufolge wurden bei der Beschwerdefüh-
rerin  ein  psychovegetatives  Erschöpfungssyndrom,  nervöse 
Ticks, Arthralgien an Händen und Füssen und ein Zervikobrachi-
alsyndrom  diagnostiziert.  Als  Beschwerden  wurden  ein  chroni-
scher Erschöpfungszustand mit  psychovegetativen Symptomen, 
Herzbeschwerden, Zuckungen im Gesicht, Kopfwackeln, ein all-
gemeiner  Schwächezustand,  Gelenkschmerzen  beider  Hände 

Seite 11

C-3287/2007

und Füsse, Zähneknirschen, Rückenschmerzen im HWS-Bereich 
und Kopfschmerzen aufgeführt. Die Patientin sei chronisch über-
lastet/ überfordert und könne durch die obgenannten Beschwer-
den ihren Beruf nicht mehr ausüben, der in einer psychisch sehr 
anstrengenden Arbeit mit Kindern bestehe. Zur Anamnese führte 
Dr. med. A._______ aus, die Patientin sei seit Mai 2002 in seiner 
Behandlung;  seither  habe  sie  ständige  Probleme  an  ihren  Ar-
beitsstellen mit verschiedenen Arbeitsorten in Österreich, in der 
Schweiz und in Deutschland. Ein Kuraufenthalt  im August 2003 
habe keinen dauerhaften Erfolg gebracht. Arbeitsunfähigkeit be-
stehe nicht; im Juni 2003 habe sich der Zustand verschlechtert 
(IV-Akt. 17);

- Mit Schreiben vom 10. Januar 2005 gelangte Dr. med. K._______ 
an  die  BfA. Er  führte  aus,  die  Beschwerdeführerin  nach  ihrem 
Aufenthalt im Sommer 2003 in der Reha-Klinik Z._______ nach-
betreut  zu  haben.  Entgegen  seiner  Empfehlung  habe  die  Be-
schwerdeführerin  ihr  Pensum  als  Schul-  und  Heileurhythmistin 
nach  und  nach  wieder  aufgegriffen,  so  dass  es  zu  einer  Ver-
schlechterung  gekommen  sei.  Er  diagnostizierte  Polyarthrosen 
an Händen und Füssen,  ein Zervikobrachialsyndrom,  ein Glau-
kom,  einen  Morbus  Raynaud,  eine  Pityriasis  Rosea  Gibert  am 
Rücken, Spannungskopfschmerzen, eine Dyspepsie, eine vege-
tative  Dystonie/Erschöpfung,  einen  Verdacht  auf  Burnout-Syn-
drom und anamnestisch eine TBC mit 21 Jahren. Trotz einer lau-
fenden  antirheumatischen  und  gastrointestinalen  Therapie  bei 
guter  Compliance  habe  sich  der  Gesundheitszustand  der  Be-
schwerdeführerin  wieder  eindeutig  verschlechtert.  Diese  Ver-
schlechterung habe auch durch die kürzlich verschriebene Phy-
siotherapie und durch die laufende Psychotherapie nicht aufge-
halten  werden  können.  Beruflich  sei  die  Patientin  überfordert, 
aus  welchem Grund  sie  um Entlastung nachgesucht  habe und 
sich  eine  drastische  Reduktion  ihres  Arbeitspensums  mit  den 
Kindern ab Sommer 2005 überlege. Die Gesamtsituation erschei-
ne diagnostisch als Burnout-Syndrom. Er habe der Beschwerde-
führerin dringend zu einer Pensumreduktion geraten; sie sei nicht 
voll, sondern höchstens 50-60% arbeitsfähig. Mit einem reduzier-
ten Pensum könnte die Arbeit, unter Beibehalten der Therapien, 
höchstwahrscheinlich nach einer  Rehabilitationszeit  wieder  auf-
genommen werden (IV-Akt. 33);

Seite 12

C-3287/2007

- Im  Februar  2005  wurde  die  Beschwerdeführerin  von  Dr.  med. 
B._______ im Auftrag der BfA begutachtet. Die Beschwerdefüh-
rerin  klagte  über  Bewegungsschmerzen  im  gesamten  Achsen-
skelett, insbesondere im Bereich der HWS und LWS, aber auch 
in den Fingergelenken, Schultergelenken und in beiden Füssen. 
Die  kursorische  neurologische  Untersuchung  ergab  keine  Hin-
weise für eine zervikale oder lumbale Nervenwurzelkompression; 
die Arm- und Beinreflexe waren seitengleich, sensible Störungen 
oder Paresen konnten nicht ausgemacht werden. Aufgrund einer 
ergänzenden, radiologischen/sonographischen Untersuchung ge-
langte Dr. med. B._______ zu folgenden Diagnosen: Somatisie-
rung  psycho-vegetativer  Dysfunktion  ICD-10:  F45.9,  Zervikoze-
phalgie und -brachialgie bei HWS-Fehlhaltung ICD-10: M53 1, re-
zidivierendes  lumbales  Facettensyndrom  bei  lumbaler  Fehlhal-
tung und Osteochondrose L4/L5/S1 ICD-10: M47.2, Chondropa-
thia patellae ICD-10: M22.4, muskuläre Dysfunktion, initiale Ge-
nua vara bds. ICD-10: M21.1B. Die  zuletzt  ausgeübte  Tätigkeit 
sei  aufgrund  der  orthopädischen  Befunde  weiterhin  zumutbar. 
Die wesentlichen Einschränkungen ergäben sich aus der Stress 
bedingten psychischen Dekompensation, welche im Rahmen ei-
nes  neurologisch-psychiatrischen  Gutachtens  weiter  abgeklärt 
werden sollte (IV-Akt. 39);

- Im  Februar  2005  wurde  die  Beschwerdeführerin  gleichfalls  im 
Rahmen des Widerspruchsverfahrens auftrags der BfA durch Dr. 
med. C._______ begutachtet, welcher ein neurotisches Erschöp-
fungssyndrom (ICD-10: F48.0), derzeit am ehesten psychogene, 
choreo-atheoid  anmutende  dystone  Bewegungsstörungen 
(ICD-10: G25.9) und ein somatoformes Syndrom (ICD-10: F45.9) 
diagnostizierte. Zur Begründung führte er aus, die Beschwerde-
führerin habe durch psychische Traumatisierung in der Kindheit 
infolge andauernder Erkrankung wie auch Medikamentenabhän-
gigkeit  der  Mutter  frühzeitig  psychosomatische,  kinderneuroti-
sche Symptome in  Form von Nägelkauen und eines  Raynaud-
Syndroms entwickelt. In ihrer Persönlichkeit habe sie sich wenig 
belastbar und selbstunsicher gefunden. Sie habe sich wiederholt 
anthroposophischen  Reha-Massnahmen  1979,  1982  und  1987 
unterzogen. Trotz  persönlicher  Identifizierung mit  ihrer  Tätigkeit 
als  Eurhythmistin  finde  sich  die  Beschwerdeführerin  seit  der 
Übernahme  einer  Schul-Eurhythmistinnentätigkeit  1995  progre-
dient infolge unzureichender Abgrenzungs- und Durchsetzungs-

Seite 13

C-3287/2007

fähigkeit gegenüber den Kindern überfordert, erschöpft, leide un-
ter zunehmenden, unwillkürlichen Bewegungsstörungen, die wie-
derum das Auftreten vor der Klasse beeinträchtigten, Schlafstö-
rungen,  nächtlichen Tachykardieattacken,  nächtlichen Parästhe-
sien  der  Finger,  Spannungskopfschmerzen,  Schwindel,  Erwar-
tungsangst sowie Zervikal-  und Lumbalsyndrom. Trotz der lang-
dauernden weitgefächerten Beschwerden, die bereits im Bericht 
der Reha-Klinik Z._______ erwähnt würden, habe die Beschwer-
deführerin – wohl aus weltanschaulichen Gründen – in den letz-
ten  Jahren  keine  nervenärztlich-psychotherapeutische  Behand-
lung in Anspruch genommen. Die ambulanten Behandlungsmög-
lichkeiten  seien nicht  ansatzweise ausgeschöpft. Die berufliche 
Belastbarkeit der Beschwerdeführerin sei hochgefährdet. Von der 
Persönlichkeitsstruktur her identifiziere sie sich mit ihrer Berufs-
tätigkeit als Eurhythmistin. Sie könne diese Tätigkeit auch gut in 
Kureinrichtungen, Kindergärten etc. durchführen. Als Lehrerin er-
scheine  sie  jedoch  wenig  geeignet.  Aktuell  bestehe  jedoch  für 
das Berufsbild der Eurhythmistin vollschichtige Belastbarkeit. Im 
Hinblick  auf  das  positive  und  negative  Leistungsbild  könnten 
leichte Tätigkeiten ohne besondere Ansprüche an die manuellen 
Fertigkeiten  bei  Beugefehlstellung  des  linken  Daumens,  ohne 
langdauernde  Zwangshaltung,  ohne  besondere  Ansprüche  an 
die  geistig-psychische  Belastbarkeit,  im  Wechsel  von  Gehen, 
Stehen  und  Sitzen  in  temperierten  Räumen  in  Tagesschicht, 
Früh-/Spätschicht  vollschichtig  wahrgenommen werden. Sowohl 
die  letzte  berufliche  Tätigkeit  als  auch  eine  Tätigkeit  entspre-
chend  dem  positiven  und  negativen  Leistungsbild  sei  der  Be-
schwerdeführerin vollschichtig zumutbar (IV-Akt. 37);

- Der IV-Stellenarzt Dr. med. D._______ hielt in seiner Beurteilung 
vom 11. November 2005 fest, dass die vom Orthopäden und Psy-
chiater/Neurologen  eingehend  untersuchte  Beschwerdeführerin 
derzeit nicht für arbeitsunfähig gehalten werde und ihr Rentenan-
trag  in  Deutschland  abgewiesen  worden  sei;  die  aktualisierten 
Unterlagen ermöglichten jetzt  keine andere Beurteilung (IV-Akt. 
31, 32);

- Am 24. Februar 2006 erstattete Dr. med. F._______ auftrags des 
Sozialgerichts Augsburg ein psychiatrisches Gutachten. Aufgrund 
einer ambulanten Untersuchung und der Vorakten erachtete Dr. 
med.  F.________  den  psychopathologischen  Befund  nicht  als 

Seite 14

C-3287/2007

grob auffällig. Insbesondere fanden sich keine Hinweise für eine 
ausgeprägte depressive Symptomatik oder dementielle Entwick-
lung. Als im Vordergrund stehend erachtete er die von der Pro-
bandin mitgeteilten multiplen somatischen Befindlichkeitsstörun-
gen und die  mit  wenig  Nachdruck beklagte  nachlassende psy-
chophysische Belastbarkeit. Die Beschwerden hätten einen habi-
tuellen Charakter und bestünden offenbar seit Kindertagen. Ne-
ben  ihrer  habituell  reduzierten  psychophysischen  Belastbarkeit 
beklagte die Probandin aktuell eine gesteigerte Lärmempfindlich-
keit und Kraftlosigkeit sowie ohne grossen Nachdruck, übertrie-
bene Klagsamkeit oder Aggravationstendenzen verschiedene Be-
findlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen, Herzklopfen beim Er-
wachen, akrale Durchblutungsstörungen an Händen und Füssen 
sowie eine in den letzten Jahren geringer gewordene berufliche 
Stresstoleranz  und Kompensationsfähigkeit. Ein  solches Krank-
heitsbild werde auch nach zeitgenössischen psychiatrischen dia-
gnostischen Gepflogenheiten dann dem Oberbegriff  Neurasthe-
nie subsumiert,  wenn keine Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass 
die  gesteigerte  chronische  Erschöpfbarkeit  zusammen  mit  den 
körperlichen Befindlichkeitsstörungen im Rahmen eines andern, 
besser definierten psychiatrischen Störungsbildes aufträten. Für 
die  Annahme  einer  psychiatrischen  Komorbidität  ergäben  sich 
bei der Probandin keine Anhaltspunkte: Eine Persönlichkeitsstö-
rung könne deshalb nicht diagnostiziert werden, weil die schizoi-
den  Persönlichkeitszüge  einen  Teil  der  Identität  der  Probandin 
ausmachten und weder mit einem erkennbaren subjektiven Lei-
densdruck noch mit einer Beeinträchtigung ihres psychosozialen 
Funktionsniveaus  verbunden  seien.  Die  Annahme  einer  soge-
nannten somatoformen Störung sei nach gutachterlicher Auffas-
sung trotz des grossen Überschneidungsbereichs dieser Diagno-
se  mit  dem  vorliegenden  Krankheitsbild  deshalb  nicht  gut  be-
gründbar, weil bei der Probandin das hierfür typische Insistieren 
auf dem somatischen Charakter der Störung fehle und weil ande-
rerseits durchaus ein Psychogeneseverständnis vorliege und kei-
nerlei Neigung zu extrem häufiger Beanspruchung medizinischer 
Untersuchungen und Therapien ("doctor-Shopping") festzustellen 
sei.  Hinweise  auf  eine  hirnorganische  Verursachung  des  Be-
schwerdebildes ergäben sich nicht. Die Probandin habe im Rah-
men  der  psychiatrischen  Untersuchung  keine  Beeinträchtigung 
ihrer kognitiven Funktionen gezeigt, wie sie in einem solchen Fall 
zu erwarten wären. Zudem spreche der habituelle Charakter des 

Seite 15

C-3287/2007

klinischen  Bildes  und  der  bisherige  Verlauf  gegen  eine  solche 
Annahme. Auch der  von der  Probandin  vorgelegte  MRI-Befund 
könne nicht  als  pathogenetisch bedeutsam für  das vorliegende 
Krankheitsbild angesehen werden. Zusammenfassend seien bei 
der Probandin die diagnostischen Kriterien für die Diagnose ei-
ner Neurasthenie gemäss ICD-10: F48.0 erfüllt. Der Begriff  des 
Erschöpfungssyndroms  wie  er  vom  Vorgutachter,  Dr.  med. 
C._______,  verwendet  worden  sei,  sei  praktisch  ein  Synonym 
des Begriffs Neurasthenie. Das Krankheitsbild sei nur leicht aus-
geprägt. Bezüglich einer hieraus resultierenden etwaigen Funkti-
onsbeeinträchtigung sei festzustellen, dass sich weder aus den 
Angaben der Probandin zur Zwischenanamnese noch aus ihrer 
Beschreibung  des  aktuellen  Tagesablaufes  Hinweise  auf  eine 
gravierende  krankheitsbedingt  qualitative  Funktionsbeeinträchti-
gung  ergebe.  Wenn  auch  in  einem  eingeschränkten  zeitlichen 
Umfang  gehe  die  Probandin  ihrer  erlernten  Berufstätigkeit  als 
Eurhythmielehrerin mit Interesse und Engagement nach. Aktuell 
sei weder von ärztlicher Seite eine Arbeitsunfähigkeit festgestellt 
worden noch fühle sich die Probandin subjektiv im engeren Sinn 
krank. Die Probandin sei bereits durch Eigeninitiative im Stande 
gewesen, ihre seelische Störung zu überwinden. Die im Renten-
verfahren (Dr. med. C._______) gestellte psychiatrische Diagno-
se sei zutreffend gewesen. Für die zuvor gestellte Diagnose ei-
nes somatoformen Syndroms (ICD-10: F45.9) habe sich bei der 
Untersuchung kein Anhalt  gefunden; ebenso wenig hätten cho-
reo-atheoid anmutende dystone Bewegungsstörungen beobach-
tet werden können. Gegenüber dem gutachtlich am 23. Februar 
2005 erhobenen nervenärztlichen Befund habe sich der Gesund-
heitszustand  der  Probandin  gebessert.  Insbesondere  seien  die 
vorbeschriebenen  Bewegungsstörungen  nicht  mehr  feststellbar 
gewesen und die Merkmale einer somatoformen Störung lägen 
nicht  vor. Das diagnostizierte psychische Krankheitsbild sei  nur 
leicht  ausgeprägt. Psychische Beeinträchtigungen ergäben sich 
in den Bereichen Stresstoleranz und emotionale sowie kognitive 
Flexibilität krankheitsbedingt nur dort, wo berufliche Anforderun-
gen im Hinblick auf Eigenverantwortlichkeit und/oder hohen zwi-
schenmenschlichen Kontakt  vorlägen. Unter  solchen Bedingun-
gen müsse bei der Probandin eine Beeinträchtigung ihrer "nervli-
chen  Belastbarkeit  sowie  ihres  Umstellungs-  und  Anpassungs-
vermögens" angenommen werden. Die Probandin könne auf dem 
allgemeinen Arbeitsmarkt 6 und mehr Stunden täglich erwerbstä-

Seite 16

C-3287/2007

tig sein. Eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit der Proban-
din in ihrem Beruf als Eurhythmistin/Heileurhythmistin auf weni-
ger als 6 Stunden täglich sei  nicht nachweisbar. Einschränkun-
gen ergäben sich jedoch im Hinblick auf Arbeitsbereiche, in de-
nen eine stabile Stresstoleranz und gelassene Flexibilität  erfor-
derlich  seien,  d.h. insbesondere  im  schulischen  Bereich. Unter 
strukturierten  Rahmenbedingungen,  d.h.  vorzugsweise  im  Be-
reich  der  Erwachsenenbildung,  sei  die  Probandin  trotz  ihrer 
krankheitsbedingten  Beeinträchtigungen  weiterhin  in  der  Lage, 
ihrer Berufstätigkeit als Eurhythmistin nachzugehen, mit der sie 
sich weiterhin hochgradig positiv identifiziere. Weitere berufliche 
Untersuchungen zur Abklärung des beruflichen Leistungsvermö-
gens der Probandin seien nicht erforderlich. Obwohl das Krank-
heitsbild der Probandin eine erhebliche Chronifizierung aufweise, 
bestehe die begründete Aussicht darauf, dass durch eine geeig-
nete  stationäre  Rehabilitationsmassnahme  in  einer  verhaltens-
therapeutisch  orientierten  psychosomatischen  Klinik  zumindest 
eine wesentliche Verschlechterung der gefährdeten Erwerbstätig-
keit  abgewendet  werden könne. Die  Probandin  habe unter  Be-
weis gestellt, dass sie imstande sei, im Rahmen einer selbst defi-
nierten Arbeitszeitlimitierung ihre krankheitsbedingte Beeinträch-
tigung zu überwinden (IV-Akt. 62);

- Am 2. Mai 2006 erstattete Dr. univ. med. G._______ im Auftrag 
des Landesgerichts Innsbruck sein Gutachten. Gestützt auf eine 
persönliche  orthopädische  Untersuchung  und  das  beigestellte 
Aktenmaterial  gelangte  Dr. univ. med. G._______  zu folgenden 
Diagnosen: Milde Impingementsymptomatik beider Schultern bei 
Tendinitis  SSP, aktuell  unauffällige Sonographie beidseits; Beu-
gekontraktur  im  IP-Gelenk  Dig.  I  linksseitig  nach  Schnittverlet-
zung; leichtgradige degenerative Veränderungen im Bereich der 
LWS (Segment L4/5); leichtgradige degenerative Veränderungen 
im Bereich der HWS (Segment C5/6), sowie angedeutete Deck-
plattenimpression  C7.  Die  Beschwerdeführerin  könne  leichte, 
mittelschwere und fallweise schwere Arbeiten verrichten. Diese 
könnten im Gehen, Stehen und Sitzen bzw. im Wechsel  dieser 
Körperhaltungen verrichtet werden. Unter Beachtung obiger Ein-
schränkungen könne sich die tägliche Arbeitszeit nach den übli-
chen  Bedingungen  eines  normalen  ganztägigen  Arbeitsverhält-
nisses mit der gesetzlich vorgeschriebenen Mittagspause richten. 
Zu vermeiden seien Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten, Arbeiten 

Seite 17

C-3287/2007

über Kopf und feinmotorische Arbeiten. Es bestünden keine Ein-
schränkungen hinsichtlich des Anmarschweges zur Arbeitsstätte. 
Aufgrund  oben  diagnostizierter  orthopädischer  Gesundheitsstö-
rungen seien Krankenstände im Ausmass von 7 oder mehr Wo-
chen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten (IV-Akt. 62);

- Vom 15. November bis 13. Dezember 2006 weilte die Beschwer-
deführerin erneut in der Reha-Klinik Z._______. Im Entlassungs-
bericht vom 21. Dezember 2006 wurden folgende Diagnosen ge-
stellt:  Psychovegetatives  Erschöpfungssyndrom,  HWS-/LWS-
Syndrom bei degenerativen Wirbelsäulenveränderungen, Menis-
kopathie  linkes  Knie,  periarthrotisches  Humero-scapularis-Syn-
drom. Im Hinblick auf die stark reduzierte Belastbarkeit wurde die 
Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als maximal 
2-3 Stunden pro Tag arbeitsfähig erachtet (IV-Akt. 51);

- Vom 5. April bis 18. April 2007 war die Beschwerdeführerin we-
gen einer Lobärpneumonie im P._______-Krankenhaus hospitali-
siert.  Im  Bericht  vom 18.  April  2007  wird  erwähnt,  dass  initial 
Temperaturen  über  38°  C,  trockener  Husten  sowie  starke  Er-
schöpfung und Abgeschlagenheit  bestanden hätten. Eine Bron-
choskopie habe auf eine floride Bronchitis hingewiesen. Die sub-
febrilen Temperaturen hätten nicht behoben werden können. Für 
eine  frische Virusinfektion habe es  keinen Anhalt  gegeben. Mit 
Sicherheit liege ein schweres Erschöpfungssyndrom mit nicht un-
erheblichen, depressiven Komponenten vor. Die Beschwerdefüh-
rerin sei momentan nicht arbeitsfähig, es sei eine erneute Reha-
bilitation und die Berentung in Erwägung zu ziehen (IV-Akt. 62);

- Am 20. April 2007 erstattete Dr. med. H._______ im Auftrag des 
Sozialgerichts  Augsburg  ein  nervenärztlich-sozialmedizinisches 
Gutachten.  Laut  seinem  Gutachten  war  der  internistische  und 
neurologische Befund vollständig unauffällig. Für eine organisch-
psychische  Störung  fand  sich  kein  Hinweis. Die  psychiatrische 
Untersuchung ergab keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer 
schweren psychischen Erkrankung wie einer tiefergehenden de-
pressiven  Verstimmung  oder  Psychose.  Zusammenfassend  be-
stehe, so der Gutachter, bei der Explorandin primär eine Neuras-
thenie  (IC-10:  F48.0).  Darunter  würden  subjektive  Klagen  über 
gesteigerte Ermüdbarkeit  nach geistiger Anstrengung oder  kör-
perliche Schwäche nach geringsten Anstrengungen verstanden, 

Seite 18

C-3287/2007

ohne dass sich ein organisches Korrelat  dafür  ergebe. Die von 
der  Explorandin  geschilderten  körperlichen  Missempfindungen 
und Befindlichkeitsstörungen seien allenfalls i.S. einer undifferen-
zierten Somatisierungsstörung (IC-10: F45.1) zu werten. Darüber 
hinaus  bestünden  keine  wesentlichen  objektivierbaren  Krank-
heitserscheinungen. Die  Wirbelsäule  und  die  HWS seien  völlig 
frei beweglich ohne jede radikuläre Symptomatik. Für die früher 
beschriebene Polyarthrose habe sich klinisch kein Hinweis erge-
ben, ebenso wenig für den Morbus Raynaud. Eine zeitliche Leis-
tungsminderung im derzeit ausgeübten Beruf sowie auf dem all-
gemeinen Arbeitsmarkt lasse sich nicht begründen (IV-Akt. 62);

- Am 1. August 2007 erstattete Dr. med. I._______ im Auftrag des 
Sozialversicherungsgerichts  Augsburg ein Gutachten. Laut  Gut-
achten klagte die Beschwerdeführerin über seit ca. 10-15 Jahren 
bestehende  Schmerzen  in  den  Fingergelenken,  in  den  Füssen 
und  im  Bereich  der  ISG,  eine  Belastungsschwäche  und  Ticks. 
Nach  eingehender  allgemeiner,  rheumatologischer, 
technischer/laborchemischer  Untersuchung  gelangte  Dr.  med. 
I._______ zu folgenden Diagnosen: Primäres Raynaud-Syndrom, 
kein Hinweis für eine Kollagenose oder eine entzündlich rheuma-
tische  Systemerkrankung;  chronisch  rezidivierendes  HWS-  und 
LWS-Syndrom ohne radikuläre Symptomatik bei mässigen dege-
nerativen Veränderungen (Röntgenbefunde vom März 2006, Dr. 
J._______); Zustand nach zweimaliger Daumenoperation an der 
linken Hand nach  Glasscherbenverletzung,  Versteifung  des lin-
ken Daumens in Beugestellung; Zustand nach Lobärpneumonie 
rechts April 2007, Zustand nach Bronchoskopie Juli 2007 wegen 
eines  Rundherds  (gutartiger  Befund);  kleine  Hiatushernie 
(Fremdbefund 26.01.2006) sowie Zustand nach Polypektomie am 
Colon sigmoideum Februar 2007, Diagnosen: Gestieltes tubulo-
villöses  Adenom  des  Colon  sigmoideum  mit  hochgradiger  int-
raepithelialer Neoplasie (Dysplasie); multiple vegetative Sympto-
me  bei  Neurasthenie,  undifferenzierte  Somatisierungsstörung. 
Zur Begründung wurde ausgeführt, die Explorandin leide seit ih-
rem 14. Lebensjahr an einem Raynaud-Syndrom. Es fänden sich 
keine Hautveränderungen wie bei einer Sklerodermie, und labor-
chemisch habe sich kein Hinweis für eine so genannte Kollage-
nose ergeben,  so dass von einem primären Raynaud-Syndrom 
bzw.  idiopathischem  Raynaud-Syndrom  auszugehen  sei.  Eine 
symptomatische  Therapie  sei  möglich.  Die  geklagten  rezidivie-

Seite 19

C-3287/2007

renden Nacken- und Kopfschmerzen seien nicht progredient und 
träten überwiegend nach längerem Sitzen und einseitiger Körper-
haltung auf. Aus den Röntgenbefunden vom März 2006 gingen 
nur minimale degenerative Veränderungen im Bereich der HWS 
und der LWS hervor. Eine radikuläre Symptomatik liege nicht vor, 
auch sei die Beweglichkeit der Wirbelsäule nicht wesentlich ein-
geschränkt. Die Beugestellung am linken Daumen nach zweima-
liger Operation scheine die Beschwerdeführerin nicht allzu sehr 
zu stören. Die im April 2007 im P._______-Krankenhaus behan-
delte Lobärpneumonie sei ausgeheilt. Der später im CT entdeck-
te und bronchoskopisch abgeklärte Rundherd habe sich als gut-
artig  herausgestellt.  Die  jetzt  durchgeführte  Lungenfunktion  sei 
normal  gewesen und  habe keinen Hinweis  für  eine  obstruktive 
oder restriktive Ventilationsstörung ergeben. Auf gastroenterolo-
gischem Gebiet sei eine Hiatushernie festgestellt  worden, aller-
dings ohne nennenswert geklagten Reflux. Die im Februar 2007 
durchgeführte Koloskopie habe einen Polypen im Colon sigmoi-
deum zu Tage gefördert,  dessen Verlauf  kontrolliert  werde. Die 
wesentlichen  Gesundheitsstörungen  lägen  auf  psychiatrischem 
Gebiet.  Es  werde  auf  das  Gutachten  von  Dr. med. H._______ 
vom 20. April 2004 (richtig 2007) verwiesen, mit dessen Diagno-
sen Übereinstimmung bestehe. Die Explorandin beklage multiple 
vegetative Symptome und fühle sich nicht belastbar. Die im Ren-
tenverfahren gestellten Diagnosen seien zutreffend gewesen, al-
lerdings könne sie dem orthopädischen Gutachten von Dr. med. 
B._______ vom 22. Februar 2005 nicht zustimmen. In der sozial-
medizinschen Leistungsbeurteilung werde ein Leistungsprofil von 
2  Stunden  bis  unter  halbschichtig  in  dem  letzten  Beruf  sowie 
eine Leistungsbeurteilung von halb- bis unter vollschichtig in ei-
ner  Tätigkeit  entsprechend  dem  positiven  und  negativen  Leis-
tungsbild  angegeben. In  seiner Diagnose gebe er  eine Somati-
sierung einer psychovegetativen Dysfunktion, eine Zervikobrachi-
algie und Zephalgie bei lumbaler Fehlhaltung und Osteochondro-
se L4-S1, eine Chondropathia patellae und eine muskuläre Dys-
funktion an. Es bestehe ein Widerspruch zwischen den klinischen 
und radiologischen Befunden und der Leistungsbeurteilung. Die 
damals vorhandenen Impairments rechtfertigten nicht diese gra-
vierende Beeinträchtigung des Leistungsbildes. Die Befunde hät-
ten sich nicht geändert, eine Verschlechterung sei nicht eingetre-
ten. Aufgrund des Lebensalters der Explorandin seien Schwerar-
beit  und  mittelschwere  Arbeiten  unzumutbar,  auch  sollten  auf-

Seite 20

C-3287/2007

grund der Schmerzsymptomatik im Bereich der Wirbelsäule Tä-
tigkeiten mit überwiegendem Heben und Tragen von Lasten ohne 
mechanische Hilfsmittel über 20 kg, überwiegendem Bücken so-
wie kyphotischer Zwangshaltung vermieden werden. Unzumutbar 
seien auch Tätigkeiten unter  Zeitdruck wie Tätigkeiten von Ein-
zel-  und  Gruppenakkord,  Fliessband,  sowie  taktgebundene  Ar-
beiten und Tätigkeiten mit Wechselschicht und Nachschicht. Un-
zumutbar seien ferner Tätigkeiten mit besonderer Anforderung an 
die nervliche Belastbarkeit. Die Explorandin könne auf dem allge-
meinen Arbeitsmarkt  seit  der  Rentenantragsstellung 6 Stunden 
und mehr  erwerbstätig  sein. Auch sei  die  Erwerbsfähigkeit  der 
Explorandin als Eurhythmistin/Heileurhythmistin nicht auf weniger 
als 6 Stunden gesunken. Die Explorandin sei weiterhin in ihrem 
Beruf als Eurhythmistin tätig, wobei sie verschiedene Kindergrup-
pen betreue und unter der Woche normalerweise nicht in Lindau 
wohne.  Diesen  Beruf  könne  sie  auch  weiterhin  ohne  zeitliche 
Einschränkung ausüben. Die Explorandin habe einen sehr inkon-
stanten sozialen Werdegang, indem sie an sehr vielen verschie-
denen  Institutionen  und  in  verschiedenen  Städten  gearbeitet 
habe. Ursprünglich habe sie die Ausbildung zur Krankengymnas-
tin  gemacht,  dann  noch  eine  Umschulung  zur  Werklehrerin  im 
Sozialbereich, so dass auch denkbar sei, dass sie diese Tätigkei-
ten vollschichtig ausüben könnte. Die noch zumutbaren Arbeiten 
könnten  unter  Einhaltung  der  üblichen  Arbeitspausen  erbracht 
werden. Die Durchführung von stationären Heilmassnahmen sei 
nicht indiziert, auch könnte dadurch keine Verbesserung der Er-
werbsfähigkeit  erzielt  werden. Ambulante Massnahmen reichten 
völlig aus (IV-Akt. 62). 

4.2  Die  Würdigung  der  verwaltungsexternen  und  Gerichtsgutachten 
ergibt,  dass  bei  der  Beschwerdeführerin  ein  neurotisches  Erschöp-
fungssyndrom bzw. eine Neurasthenie vorliegt, welche keinen Einfluss 
auf  die  Arbeits-/Erwerbsfähigkeit  hat  (psychiatrisch-neurologische 
Gutachten von Dr. med. H._______ vom 28. Februar 2005, IV-Akt. 37, 
von Dr. med. F._______ vom 24. Februar 2006, IV-Akt. 62, und von Dr. 
med. H._______ vom 20. April 2007, IV-Akt. 62). Einzig im orthopädi-
schen Gutachten von Dr. med. B._______ vom 6. März 2005 wird die 
Beschwerdeführerin aufgrund einer Somatisierung psychovegetativer 
Dysfunktion (F45.9) als nunmehr zu 3 bis 6 Stunden täglich arbeitsfä-
hig erachtet (IV-Akt. 39). Diese Einschätzung wird aber zu Recht als 
fachfremd  kritisiert  (Gutachten  von  Dr.  med.  I._______,  IV-Akt.  62; 

Seite 21

C-3287/2007

Gutachten von Dr. med. H.________ vom 20. April 2007, IV-Akt. 62). 
Aus somatischer Sicht wird die Beschwerdeführerin in den Gerichts-
gutachten und externen Gutachten als voll erwerbsfähig bei nur leicht-
gradigen  degenerativen Veränderungen  an der  Wirbelsäule  und  pri-
märem Raynaud-Syndrom beurteilt (orthopädisches Gutachten vom 2. 
Mai  2006  von  Dr.  univ.  med.  G._______,  IV-Akt.  62;  rheumatologi-
schen Gutachten vom 1. August 2007 von Dr. med. I._______; IV-Akt. 
62;  orthopädisches  Gutachten  vom  6.  März  2005  von  Dr.  med. 
B._______,  welcher  die  postulierte  Einschränkung  der  Arbeitsfähig-
keit der Beschwerdeführerin – wie erwähnt – auf die Stress bedingte 
Dekompensation zurückführt, für welche Beurteilung er als Orthopäde 
nicht zuständig ist, IV-Akt. 39). Zwar wird in den beiden Berichten der 
Reha-Klinik Z._______ von einer maximal drei- bis vierstündigen Leis-
tungsfähigkeit  der  Beschwerdeführerin  als  Eurhythmistin  ausgegan-
gen (IV-Akt. 30, 51). Diese Berichte vermögen aber eine solch gravie-
rende Leistungseinschränkung nicht  ausreichend zu begründen und 
stehen in diametralem Gegensatz zu den Gerichts- und verwaltungs-
externen Gutachten,  welche schlüssig und nachvollziehbar sind und 
sich insbesondere mit den Vorakten auseinandersetzen. Nicht zu er-
schüttern vermag die Gutachten auch der Befundbericht zum Renten-
antrag vom 18. November 2004 von Dr. med. A.________, da dieser 
nur in sehr allgemein gehaltener Weise ausführt, dass die Beschwer-
deführerin  seit  Mai  2002  ständige  Probleme  bei  ihrer  Arbeitsstelle 
habe, dennoch aber derzeit nicht arbeitsunfähig sei (IV-Akt. 17). 

5.
5.1  Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin sind keine of-
fensichtlichen Gründe ersichtlich, weshalb den zahlreichen psychiatri-
schen und orthopädischen/rheumatologischen Gutachten der Beweis-
wert abzusprechen wäre. Die Ärzte setzen sich eingehend sowohl mit 
den medizinischen Vorakten und der Anamnese als auch mit den Vor-
bringen der Beschwerdeführerin auseinander und stützen ihre nach-
vollziehbaren  Diagnosen  und  Ergebnisse  auf  ihre  Abklärungen  in 
rheumatologischer/orthopädischer  und  psychiatrischer  Hinsicht,  wel-
che ausführlich Niederschlag in den Gutachten gefunden haben. So 
liegen  bei  der  Beschwerdeführerin  weder  gravierende  somatische 
noch gravierende psychische Befunde vor, sondern im Wesentlichen 
eine Neurasthenie (IC-10 F48.0).

5.2  Die ärztlichen Beurteilungen stimmen darin überein, dass für die 
gefundenen  körperlichen  Beschwerden  –  namentlich  die  erhebliche 

Seite 22

C-3287/2007

Erschöpfbarkeit  –  keine  organische,  strukturelle  Ursache  auszuma-
chen ist. In Ermangelung einer nachvollziehbaren organischen Gene-
se der Beschwerden wurden ein neurotisches Erschöpfungssyndrom 
(IC-10 F48.0), derzeit am ehesten psychogene choreo-atheoid anmu-
tende dystone Bewegungsstörungen (IC-10 G25.9), ein somatoformes 
Syndrom (IC-10 F45.9) (IV-Akt. 37), eine Somatisierung psycho-vege-
tativer Dysfunktion (IC-10 F45.9) (IV-Akt. 39),  ein psychovegetatives 
Erschöpfungssyndrom (IC-10 F43.8)  (IV-Akt. 51),  multiple vegetative 
Symptome bei Neurasthenie, eine undifferenzierte Somatisierungsstö-
rung (IV-Akt. 62) und eine Neurasthenie (IC-10 F48.0) diagnostiziert. 

5.3  Die  Frage  nach  der  korrekten  Diagnosestellung  eines  Gesund-
heitsschadens nach Art. 4 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2003 gel-
tenden Fassung) und – seit 1. Januar 2003 – nach Art. 8 ATSG hat als 
solche keinen Einfluss auf den für die Invaliditätsbemessung relevan-
ten, allein auf Grund der Auswirkungen des Leidens ermittelten Grad 
der Arbeitsunfähigkeit. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung 
des Leistungsvermögens unabhängig  von der  Diagnose und grund-
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass 
bestimmt sein (BGE 127 V 298 E. 4c mit Hinweisen; Urteil des Eidge-
nössischen  Versicherungsgerichts  I  131/05  vom  26.  April  2005,  E. 
4.2).  Daraus  erhellt,  dass  für  die  Ermittlung  der  Invalidität  letztlich 
nicht massgeblich ist, ob die Beschwerdeführerin an Neurasthenie, ei-
nem psychovegetativen Erschöpfungssyndrom oder an einer Somati-
sierungsstörung leidet,  sondern  einzig  die  durch das  Krankheitsbild 
hervorgerufene, nicht durch zumutbare Willensanstrengung vermeid-
bare Einschränkung des Leistungsvermögens zählt (Urteile des Bun-
desgerichts I 954/05 vom 24. Mai 2006, I 470/06 vom 8. Mai 2007, I 
326/03 vom 29. Dezember 2003 und I 339/05 vom 19. Oktober 2005).

5.4 Die im Vordergrund stehende Neurasthenie ist den somatoformen 
Störungen zuzurechnen und gehört in den gleichen Syndromenkom-
plex wie Konversionsstörungen, Somatisierungsstörung, Schmerzstö-
rung und Hypochondrie. Es steht daher nichts entgegen, die von der 
Rechtsprechung  im  Bereich  der  somatoformen  Schmerzstörungen 
entwickelten Grundsätze (BGE 130 V 352 und seitherige) auf Neuras-
thenie analog zur Anwendung zu bringen (Urteil des Bundesgerichts I 
70/07 vom 14. April 2008).  Unter gewissen Umständen können auch 
somatoforme Schmerzstörungen bzw. Neurasthenien eine Arbeitsun-
fähigkeit verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen 
Leiden  (zu  deren  invalidisierendem  Charakter  generell  BGE  102  V 

Seite 23

C-3287/2007

165; AHI 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen; siehe auch BGE 127 V 298 
ff. E. 4c und 5),  für die grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten 
erforderlich ist, wenn es darum geht, über das Ausmass der durch sie 
bewirkten Arbeitsunfähigkeit zu befinden (AHI 2000 S. 159 E. 4b mit 
Hinweisen;  Urteile  des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts  I 
53/02 E. 2.2 vom 2. Dezember 2002, I 275/01 E. 3a/bb und 3b vom 6. 
Mai 2002 sowie I 783/01 E. 3a vom 8. August 2002 ). In Anbetracht 
der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweis-
schwierigkeiten genügen mithin die subjektiven Schmerzangaben der 
versicherten Person für  die Begründung einer (teilweisen) Invalidität 
allein nicht; vielmehr muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtli-
chen  Leistungsprüfung  verlangt  werden,  dass  die  Schmerzangaben 
durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde 
hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beur-
teilung der Rentenansprüche nicht  gewährleisten liesse (Urteile des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 53/02 E. 2.2 vom 2. Dezem-
ber 2002 und I 382/00 E. 2b vom 9. Oktober 2001). Namentlich ver-
mag nach der Rechtsprechung eine diagnostizierte anhaltende soma-
toforme Schmerzstörung bzw. Neurasthenie als  solche in  der  Regel 
keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken. Ein Ab-
weichen von diesem Grundsatz fällt nur in jenen Fällen in Betracht, in 
denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung bzw. Neurasthe-
nie nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, 
dass der versicherten Person die Verwertung ihrer verbleibenden Ar-
beitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung – und unter 
Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf ag-
gravatorisches Verhalten  zurückzuführen sind (vgl. AHI 2002 S. 150 
Erw. 2b; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 518/01 
E. 3b/bb vom 24. Mai 2002 und I. 53/02 E. 2.2 vom 2. Dezember 2002) 
– sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft 
gar untragbar ist BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b mit Hinwei-
sen; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine; hinsichtlich somatoformer 
Störungen siehe insb. Urteile des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts I 53/02 E. 2.2 vom 2. Dezember 2002 , I  266/00 E. 1c vom 5. 
Juni 2001, I 650/99 E. 2c vom 2. März 2001, I 529/00 E. 3c vom 8. Fe-
bruar 2001 und I 410/00 E. 2b vom 19. Oktober 2000). Die – nur in 
Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbarkeit einer willentlichen 
Schmerzüberwindung  und  eines  Wiedereinstiegs  in  den  Arbeitspro-
zess setzt jedenfalls das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch aus-
gewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä-

Seite 24

C-3287/2007

gung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, 
mit  gewisser  Intensität  und  Konstanz  erfüllter  Kriterien  voraus.  So 
sprechen unter Umständen (1) chronische körperliche Begleiterkran-
kungen  und  mehrjähriger  Krankheitsverlauf  bei  unveränderter  oder 
progredienter  Symptomatik  ohne  längerfristige  Remission,  (2)  ein 
ausgewiesener  sozialer  Rückzug in  allen Belangen des Lebens,  (3) 
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer 
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Kon-
fliktbewältigung  (primärer  Krankheitsgewinn  ["Flucht  in  die 
Krankheit"]) oder schliesslich (4) unbefriedigende Behandlungsergeb-
nisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationä-
rer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeuti-
schem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vor-
handener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person 
für  die  ausnahmsweise  Unüberwindlichkeit  der  somatoformen 
Schmerzstörung (BGE 130 V 352 E. 2.2.2 und 2.2.3). 

5.5 Eine nebst der Grundproblematik bestehende Depression von er-
heblicher  Ausprägung  oder  eine  andere  eigenständige  psychische 
Krankheit  wurden  nicht  diagnostiziert  (vgl.  Gutachten  von  Dr.  med. 
F._______ vom 24. Februar 2006, IV-Akt. 62, S. 15). Mangels Vorlie-
gen  einer  allfälligen  erheblichen  psychischen  Komorbidität  ist  somit 
die Zumutbarkeit  einer willentlichen Überwindung und eines Wieder-
einstiegs in den Arbeitsprozess zu bejahen. Bei den alternativ in Frage 
kommenden, in einer Gesamtwürdigung zu prüfenden Kriterien entfällt 
vorliegend dasjenige der zusätzlichen gravierenden somatischen Er-
krankung. Ein chronifizierter Verlauf liegt zwar vor, allerdings betrifft er 
gerade die  organisch nicht  objektivierbare  und vorliegend zu würdi-
gende Problematik. Für einen allfälligen vollständigen sozialen Rück-
zug gibt es ebenfalls keine Anzeichen (vgl. Gutachten vom 24. Februar 
2006 von Dr. med. F.________, S. 9, wonach die Beschwerdeführerin 
nicht einsam, sondern gut in der "Waldorfszene" integriert sei). Deut-
lich sind hingegen die Feststellungen zum sekundären Krankheitsge-
winn (Rente zur Absicherung des Lebensunterhaltes). Schliesslich ist 
zur  Therapieresistenz trotz  guter  Compliance als weiterem Kriterium 
zu bemerken, dass letztere eher fraglich erscheint. Hier ist insbeson-
dere bemerkenswert, dass die Beschwerdeführerin offenbar aus welt-
anschaulichen  Gründen  trotz  der  andauernden  Beschwerden  keine 
bzw. nur kurz eine nervenärztlich-psychotherapeutische Behandlung in 
Anspruch genommen hat  (IV-Akt. 37; Gutachten vom 20. April  2007 
von Dr. med. H._______, S. 11, IV-Akt. 62). Hinzu kommt, dass sich 

Seite 25

C-3287/2007

die Beschwerdeführerin aus weltanschaulichen Gründen zur Hauptsa-
che  homöopathisch  behandeln  lässt  (IV-Akt.  30).  Die  Würdigung  all 
dieser Umstände führt zum Schluss, dass es der Beschwerdeführerin 
zuzumuten ist, die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ihrer 
angestammten oder einer anderen Tätigkeit in vollem Umfang nachzu-
gehen.

5.6  Somit ist zusammenfassend festzuhalten, dass die Vorinstanz zu 
Recht  angenommen hat,  dass keine versicherungsrechtlich massge-
bende  Erwerbsunfähigkeit  vorliegt.  Der  angefochtene  Entscheid  ist 
deshalb zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.

6.
6.1 Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist das Verfahren 
kostenlos  (Übergangsbestimmungen  zur  Änderung  des  IVG  vom 
16. Dezember 2005 [AS 2006 2004],  lit. c  in  Verbindung mit  Art. 69 
Abs. 2 IVG). 

6.2  Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begeh-
ren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnis-
mässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als 
Bundesbehörde hat die IV-Stelle jedoch keinen Anspruch auf Partei-
entschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Die  unterliegende  Beschwerdeführerin 
hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art 64 Abs. 1 VwVG e 
contrario). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Seite 26

C-3287/2007

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz 
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Frank Seethaler Karin Behnke

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

Seite 27