# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0abdacab-387b-5f76-bced-096d63c31a85
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.04.2017 SB160217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160217_2017-04-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB160217-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Bussmann 

Urteil vom 12. April 2017 
 

in Sachen 

 
A._____,  

Privatklägerin und Berufungsklägerin 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 
sowie 

 
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

vertreten durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser,  

Anklägerin 
 

gegen 

 
B._____,  

Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

seit 09.08.2016 erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend  
mehrfacher Betrug etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom  
15. März 2016 (DG150064) 

 

 

-   2   - 

Anklage: 
(Urk. 30) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 4. Septem-

ber 2015 ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteile der Vorinstanz: 
(Urk. 46 S. 6 ff., Urk. 52 S. 9 f.) 

Urteil vom 2. Februar 2016 (Urk. 46 S. 6 ff.): 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 
- des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB im Anklagepunkt Ziffer 1.1 

- der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB im Anklagepunkt 
Ziffer 1.6 

- der mehrfachen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte im 
Sinne von Art. 169 StGB 

- der Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252 Abs. 1 und 4 StGB 

- des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b 
SVG 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 
von Art. 19a Abs. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 142 Tage 

durch Haft erstanden sind) und einer Busse von Fr. 300.–. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 

5. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 7. April 2009 gewährte bedingte 

Vollzug der Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 170.–, entsprechend Fr. 15'300.–, 

wird widerrufen, und es wird der Vollzug dieser Geldstrafe angeordnet.  

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 Fr. 3'000.–, zuzüglich 5 % 

Zins ab 19. Dezember 2012, als Schadenersatz zu bezahlen. Die weitergehenden 

Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche werden auf den Zivilweg verwiesen. 

-   3   - 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Fr. 50'000.–, zuzüglich 5 % 

Zins ab 9. Januar 2013, als Schadenersatz zu bezahlen. 

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

26. Juni 2013 beschlagnahmten Gegenstände werden der Bezirksgerichtskasse zur 

Vernichtung überlassen: 

− Herrenarmbanduhr Hublot, Nr. 812692 in Holzbox «Swiss» (13) 

− Herrenarmbanduhr (Schaffhauser IWC ohne Nummer, Glas und Boden) (15) 

9. Die folgenden mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

26. Juni 2013 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach 

Eintritt der Rechtskraft des Urteiles herausgegeben: 

− Einzahlungsscheine Bank now AG an C._____ mit Postit 

− Bestätigung Ibis Hotel Amsterdam City Stopera vom tt. September 2012, 
20.58 Uhr an D._____ 

− Bestätigung Ibis Hotel Amsterdam City Stopera vom tt. September 2012, 
21.40 Uhr an D._____ 

− 11 Einzahlungsscheine Bank now AG, Vertrags-Nr. …, lautend auf C._____ 

− 3 Notizzettel (Destination: Ungarn, Empfänger: E._____/F._____; «G._____»; 
«H._____») 

− Orange-Prepaidvertrag (1) 

− Visitenkarte I._____, Administration (2) 

− Notizbuch, schwarz (5) 

− Quittung Prada Gstaad (6) 

− Quittung Conforama (7) 

− Zettel Verkehrstherapie (8) 

− Dokumente zur Mietwohnung (11) 

− Sichtmappe mit Geschäftsunterlagen (12) 

− 2 Couverts mit Rechnungen / Quittungen / Kostenvoranschlägen usw. (14) 

− Quittungen / Abrechnungen (16) 

− 2 Sonnenbrillen «Ray Ban», «Moxxi» (17) 

− 1 SIM-Blister «Orange» / 1 SIM-Karte «Vodafone» (19) 

− Etui mit Visitenkarten (20) 

− Kaufquittungen «Bernies» (22) 

− Unterlagen Direct-Net-Benutzer CS, Code für Maestro-Karte (23) 

− 1 Notizzettel / 1 Rechnung Bilgerig / 1 Kaufquittung «La Domaine» (26) 

-   4   - 

− Gussaci-Tasche mit persönlichen Dokumenten (27) 

− Quittung aus Veston (28) 

− Quittung «Shell Baregg» (29) 

− Quittung Gstaad Palace / Darlehensvertrag J._____ (31) 

− 1 Festplatte Western Digital 160 GB 

− 1 Plastiksack rot/weiss/blau 

− Mobiltelefon Blackberry, schwarz (3) 

− Mobiltelefon iPhone 4, schwarz (4) 

− iPad, weiss, 16 GB (9) 

− Laptop Samsung, weinrot (10) 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Juni 2013 

beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer 

B00821-2013 aufbewahrten 12 Gramm Marihuana sowie die Hanfmühle werden 

eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantons-

polizei Zürich zu vernichten. 

11. Der Entscheid über die Verwendung der weiteren mit Verfügung der Staatsanwalt-

schaft Winterthur/Unterland vom 18. März 2013 beschlagnahmten Barschaft von 

Fr. 7'590.– sowie des mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 26. Juni 2013 beschlagnahmten Flachbild-Fernsehers, Samsung 55, Smart TV 

(25) erfolgt nach Anhörung des Drittansprechers D._____ (geboren tt. Mai 1982, 

von der Türkei, … [Adresse]) und der Stellungnahme der Parteien dazu.  

12. Dem Drittansprecher D._____ (geboren tt. Mai 1982, von der Türkei, … [Adresse]) 

wird eine Frist von 20 Tagen ab Zustellung dieses Urteils angesetzt, um sich schrift-

lich dreifach zur Frage des Eigentums an den beschlagnahmten Fr. 7'590.– und 

des Flachbild-Fernsehers, Samsung 55, Smart TV (25) im vorliegenden Strafver-

fahren zu äussern und allfällige Beweismittel, welche seine Rechte an diesen bei-

den Vermögenswerten belegen, einzureichen bzw. detailliert zu bezeichnen. Bei 

Säumnis einer Stellungnahme würde der Entscheid über die Verwendung zur Kos-

tendeckung aufgrund der Akten ergehen.  

 

 

-   5   - 

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'000.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 499.95   Auslagen MIG 

Fr. 720.–   Auslagen Polizei 
Fr. 25'864.16    amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt.), abzgl. geleistete Akonto- 

  zahlung  vom 17. September 2015 von Fr. 8'000.–, somit verble- 
  bend Fr. 17'864.16 

 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-

schuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 

StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Umtriebsentschädigung 

von Fr. 5'127.45 zu bezahlen. 

16. (Mitteilungen) 

17. (Rechtsmittel)" 

Ergänzendes Urteil vom 15. März 2016 (Urk. 52 S. 9 f.): 

"Es wird erkannt: 

1. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 18. März 

2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– wird zur Deckung der Busse von 

Fr. 300.– gemäss Ziffer 2 des Urteils vom 2. Februar 2016 und teilweisen Deckung 

der Geldstrafe von Fr. 15'300.– gemäss Ziffer 5 des Urteils vom 2. Februar 2016 

verwendet.  

2. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 26. Juni 2013 

beschlagnahmte Fernseher, Samsung 55, Smart TV (25), wird verwertet. Der Erlös 

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wird zur teilweisen Deckung der Geldstrafe von Fr. 15'300.– gemäss Ziffer 5 des 

Urteils vom 2. Februar 2016 verwendet. 

3. (Mitteilungen) 

4. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge:  
(Prot. II S. 10 f.) 

a) Der Privatklägerin A._____: 

(schriftlich, Urk. 91) 

1. Die beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– sei zur Deckung der Um-

triebsentschädigung von Fr. 5'127.45 gemäss Dispositiv Ziffer 15 des Urteils 

vom 2. Februar 2016 zu verwenden und im Umfang von Fr. 5'127.45 der 

Privatklägerin 2 zuzusprechen bzw. dieser auszubezahlen. 

2. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

18. März 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– sei im Umfang der 

im Berufungsverfahren der Privatklägerin 2 zugesprochenen Prozessent-

schädigung zu verwenden und dieser auszubezahlen.   

3. Eventuell seien die vom Beschuldigten bezahlten Bussen von Fr. 300.– ge-

mäss Ziffer 2 und der Anteil der bezahlten Geldstrafe von Fr. 15'300.– ge-

mäss Ziffer 5 des Urteils vom 2. Februar 2016 im Umfang der dafür gemäss 

Ziffer 1 des Urteils vom 15. März 2016 verwendeten Barschaft von 

Fr. 7'590.– der Privatklägerin 2 zur teilweisen Deckung des Schadenersat-

zes von Fr. 50'000.– (zuzüglich 5% Zins ab 9. Januar 2013) gemäss Ziffer 7 

des Urteils vom 2. Februar 2016 zuzusprechen.  

4. Eventuell sei die vom Beschuldigten teilweise bezahlte Geldstrafe von 

Fr. 15'300.– gemäss Ziffer 5 des Urteils vom 2. Februar 2016 im Umgang 

des dafür gemäss Ziffer 2 des Urteils vom 15. März 2016 verwendeten Er-

löses aus der Verwertung des mit Verfügung der Staatsanwaltschaft  

Winterthur/Unterland vom 26. Juni 2013 beschlagnahmten Fernsehers, 

-   7   - 

Samsung 55, Smart TV der Privatklägerin 2 zur teilweisen Deckung des 

Schadenersatzes von Fr. 50'000.– (zuzüglich 5% Zins ab 9. Januar 2013) 

gemäss Ziffer 7 des Urteils vom 2. Februar 2016 zuzusprechen.  

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

6. Der Privatklägerin 2 sei für das Berufungsverfahren eine angemessene  

Prozessentschädigung in der Höhe von mindestens Fr. 2'058.55 zuzuspre-

chen.  

b) Des Beschuldigten: 

 (schriftlich, Urk. 83) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

 (schriftlich, Urk. 81) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit Urteil der Vorinstanz vom 2. Februar 2016 (Urk. 46) wurde der  

Beschuldigte des Betrugs, der Veruntreuung, der mehrfachen Verfügung über mit 

Beschlag belegte Vermögenswerte, der Fälschung von Ausweisen, des mehr-

fachen Fahrens ohne Berechtigung und der mehrfachen Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe 

von 14 Monaten sowie einer Busse von Fr. 300.– bestraft. Gleichzeitig wurde der 

bedingte Vollzug einer vom Bezirksgericht Dietikon am 7. April 2009 gegen den 

Beschuldigten ausgefällten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 170.– (entspre-

chend Fr. 15'300.–) widerrufen. Weiter wurde - soweit vorliegend relevant - der 

Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 2, A._____, Schadenersatz von 

Fr. 50'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 9. Januar 2013 sowie eine Umtriebsentschä-

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digung von Fr. 5'127.45 zu bezahlen (Dispositivziffern 7 und 15). Hinsichtlich ei-

ner beim Beschuldigten beschlagnahmten Barschaft von Fr. 7'590.– und eines bei 

ihm beschlagnahmten Flachbild-Fernsehers wurde schliesslich in Aussicht ge-

stellt, dass über die Verwendung dieser Vermögenswerte nach Anhörung des 

Drittansprechers D._____ und der Stellungnahme der Parteien entschieden wer-

de (Dispositivziffer 11). Gleichzeitig wurde ebendiesem Drittansprecher eine Frist 

von 20 Tagen angesetzt, um sich zur Frage des Eigentums an den beschlag-

nahmten Vermögenswerten zu äussern (Dispositivziffer 12). 

1.2. Nachdem sich in der Folge der Drittansprecher nicht hatte vernehmen las-

sen und die Parteien bereits anlässlich der Hauptverhandlung zum Thema hatten 

Stellung nehmen können, entschied die Vorinstanz mit ergänzendem Urteil vom 

15. März 2016, die beschlagnahmten Fr. 7'590.– zur Deckung der Busse von 

Fr. 300.– und teilweisen Deckung der Geldstrafe von total Fr. 15'300.– zu ver-

wenden. Hinsichtlich des Fernsehers ordnete das Gericht die Verwertung an, und 

anschliessend sei der Erlös ebenfalls zur teilweisen Deckung der Geldstrafe von 

Fr. 15'300.– heranzuziehen (Urk. 52). Dieses Urteil wurde den Parteien direkt in 

begründeter Fassung zugestellt (Urk. 50). 

1.3. Mit Eingabe vom 27. April 2016 liess die Privatklägerin 2, A._____ (im Fol-

genden: "Privatklägerin"), ihren Rechtsvertreter fristgerecht beim Obergericht die 

Berufung gegen das ergänzende Urteil erklären (Urk. 53). 

1.4. Mit Präsidialverfügung vom 1. Juni 2016 wurde der Privatklägerin in  

Anwendung von Art. 383 StPO Frist angesetzt, um zur Deckung von allfälligen 

Prozesskosten und Entschädigungen an die Gegenpartei für das Berufungs-

verfahren eine Kaution von einstweilen Fr. 3'000.– zu leisten (Urk. 58). Daraufhin 

stellte die Privatklägerin das Gesuch, es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand zu bestellen (Urk. 60, 62, 68, 70).  

1.5. Mit Verfügung vom 8. August 2016 wurde der Privatklägerin die unentgelt-

liche Prozessführung gewährt (Befreiung von Vorschuss -und Sicherheitsleist-

ungen sowie Verfahrenskosten). Das Gesuch um Bestellung von Rechtsanwalt 

-   9   - 

lic. iur. X._____ als unentgeltlicher Rechtsbeistand wurde dagegen abgewiesen. 

Ebenso wurde die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit sofortiger Wirkung 

widerrufen und Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ als amtlicher Verteidiger entlassen 

(Urk. 71). Beide Rechtsanwälte teilten in der Folge mit, ihre Mandate auf erbete-

ner Basis fortzuführen (Urk. 76, 78).  

1.6. Mit Verfügung vom 25. August 2016 wurde die Berufungserklärung 

in Anwendung von Art. 400 Abs. 1 und 3 StPO sowie Art. 401 StPO den weiteren 

Parteien und der Staatsanwaltschaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschluss-

berufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 

(Urk. 79). Darauf beantragten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Be-

schuldigte, es sei das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen bzw. die Berufung der 

Privatklägerin abzuweisen (Urk. 81, 83). Weitere Stellungnahmen oder Anträge 

gingen nicht ein. 

1.7. Am 10. Oktober 2016 wurde das schriftliche Verfahren angeordnet und der 

Privatklägerin Frist angesetzt, um ihre Berufungsanträge zu stellen und zu be-

gründen (Urk. 85). Innert erstreckter (Urk. 87, 89) Frist liess die Privatklägerin am 

25. November 2016 die Berufungsbegründung einreichen und die eingangs ge-

nannten, gegenüber der Berufungserklärung modifizierten bzw. eingeschränkten 

Anträge stellen (Urk. 91). Nach entsprechender Fristansetzung verzichtete die 

Staatsanwaltschaft auf die Erstattung einer Berufungsantwort; der Beschuldigte 

liess sich nicht vernehmen (Urk. 94, 96). 

2. Umfang der Berufung 

Es bildet das ganze ergänzende Urteil der Vorinstanz vom 15. März 2016  

Berufungsgegenstand. Immerhin ficht die Privatklägerin aber nicht an, dass der 

beschlagnahmte Fernseher verwertet werden soll (Dispositivziffer 2, 1. Satz). Der 

Vollständigkeit halber sei zudem angeführt, dass das vorinstanzliche Urteil vom 

2. Februar 2016 in Rechtskraft erwachsen ist. 

-   10   - 

3. Materielles 

3.1. Die Privatklägerin beantragt zur Hauptsache, es sei ihr die beschlag-

nahmte Barschaft von Fr. 7'590.– im Umfang der ihr im erstinstanzlichen Verfah-

ren zulasten des Beschuldigten zugesprochenen Umtriebsentschädigung von 

Fr. 5'127.45 sowie im Umfang einer allfälligen Prozessentschädigung im Beru-

fungsverfahren zuzusprechen (Urk. 91 S. 2 Ziff. 1 und 2). Die Privatklägerin kriti-

siert in diesem Zusammenhang, es sei die Vorinstanz zu Unrecht davon ausge-

gangen, sie - die Privatklägerin - habe nicht schon im erstinstanzlichen Verfahren 

einen solchen Antrag gestellt (Urk. 91 S. 3; vgl. Urk. 52 S. 7). 

3.2. Unter welchen Voraussetzungen wie mit beschlagnahmten Vermögens-

werten verfahren werden kann, hat die Vorinstanz zutreffend dargestellt (Urk. 52 

S. 6 ff.). Darauf ist vorab zu verweisen. 

3.3. Die Vorinstanz hat sodann durchaus gesehen, dass es möglich ist, im Sin-

ne von Art. 268 Abs. 1 lit. a StPO bei einer beschuldigten Person beschlagnahmte 

Vermögenswerte unter anderem auch zur Deckung von Entschädigungen an Pri-

vatkläger zu verwenden. Nachdem das aber - so die Vorinstanz - nur auf Antrag 

angeordnet werden könne und die Privatklägerin keinen solchen Antrag gestellt 

habe, komme das nicht in Betracht. Entsprechend zog die Vorinstanz die Bar-

schaft und den Verwertungserlös des Fernsehers gestützt auf Art. 268 Abs. 1 lit. b 

StPO zur (teilweisen) Deckung der dem Beschuldigten auferlegten Busse und 

Geldstrafe heran (Urk. 52 S. 6 ff.). 

3.4. Die Privatklägerin anerkennt, dass sie im vorinstanzlichen Verfahren nicht 

ausdrücklich die Verwendung der beschlagnahmten Vermögenswerte zur De-

ckung ihrer Entschädigungsansprüche beantragt habe. Sie habe aber beantragt, 

es seien ihr die beschlagnahmten Geldbeträge und der Verwertungserlös der be-

schlagnahmten Gegenstände zuzusprechen, was sinngemäss auch als Antrag 

auf Verwendung zur Deckung der Prozessentschädigung hätte verstanden wer-

den müssen (Urk. 91 S. 3). 

3.5. Es ist richtig, wenn die Vorinstanz unter Verweis auf die Lehrmeinung von 

Bommer/Goldschmid (BSK StPO II, Art. 268 N 5) davon ausging, dass für eine 

-   11   - 

Zusprechung von beschlagnahmten Vermögenswerten zur Deckung der Prozess-

entschädigung eines Privatklägers im Sinne von Art. 268 Abs. 1 lit. a StPO ein 

Antrag des Anspruchsberechtigten vonnöten ist. Und es trifft auch zu, dass die 

Privatklägerin keinen solchen Antrag gestellt hat. Zwar beantragte sie anlässlich 

der Hauptverhandlung, es seien ihr der beschlagnahmte Geldbetrag von 

Fr. 7'590.– und der Verwertungserlös der beim Beschuldigten beschlagnahmten 

Vermögenswerte "zuzusprechen" (Urk. 43 S. 2, Antrag Ziff. 3). Dass das aber zur 

Deckung der Prozessentschädigung erfolgen sollte, ergab sich aus den entspre-

chenden Ausführungen nicht - zumal die Privatklägerin davon auch im Antrag um 

Verpflichtung des Beschuldigten zur Bezahlung einer Prozessentschädigung von 

Fr. 5'127.45 (Urk. 43 S. 2, Antrag Ziff. 4) nichts erwähnte. Vielmehr ergibt sich aus 

den Ausführungen des Vertreters der Privatklägerin anlässlich der Hauptverhand-

lung, dass dieser hinsichtlich der beschlagnahmten Barschaft davon ausging, 

dass es sich dabei noch um einen Rest des vom Beschuldigten von der Privat-

klägerin ertrogenen Geldes handelte, welches an diese "zurückzugeben" sei 

(Prot. I S. 50). Betreffend den Fernseher war der privatklägerische Vertreter dann 

allerdings dezidiert der Auffassung, dass dieser im Eigentum des Beschuldigten 

stehe und deshalb der Verwertungserlös "zugunsten der Privatklägerin zu ver-

wenden" sei (Prot. I S. 50/51). Während so seitens der Privatklägerin bezüglich 

der Barschaft also offensichtlich ein Vorgehen gemäss Art. 70/71/73 StGB in den 

Raum gestellt wurde (d.h. Einziehung und Verwendung von Deliktsgut bzw. Er-

satzforderungen), mussten hinsichtlich des Fernsehers dagegen die Art. 263 

Abs. 1 lit. b, 267 Abs. 3 und 268 Abs. 1 lit. a StPO angesprochen sein (d.h. Be-

schlagnahme und Verwendung von Vermögen der beschuldigten Person). Ein 

anderer Grund, wie - legal erworbenes - Eigentum eines Beschuldigten zugunsten 

einer Geschädigten "verwendet" werden kann, gibt es nicht. 

3.6. So stimmt zwar, dass es die Privatklägerin im Sinne der vorinstanzlichen 

Erwägungen unterlassen hat, explizit die Deckung ihrer Entschädigungsforderung 

durch beim Beschuldigten beschlagnahmte Vermögenswerte zu fordern (Urk. 52 

S. 7). Ihr Antrag, es seien ihr der beschlagnahmte Barbetrag und der Verwer-

tungserlös des Fernsehers "zuzusprechen", war aber - gerade auch zusammen 

mit den vorerwähnten weiteren Ausführungen - unklar und hätte zumindest teil-

-   12   - 

weise auch als Antrag im Sinne von Art. 268 Abs. 1 lit. a StPO verstanden werden 

können, wie das ihre Vertretung im Berufungsverfahren zutreffend geltend macht 

(Urk. 91 S. 3). 

3.7. Die Berufung ist ein vollkommenes Rechtsmittel, bei welchem die Rechts-

mittelinstanz alle Tat- und Rechtsfragen unbeschränkt zu überprüfen hat (Schmid, 

Handbuch StPO, 2. Aufl., N 1447), und die Parteien sind grundsätzlich auch nicht 

eingeschränkt, Noven vorzubringen (a.a.O., N 1534). Von daher ist gar nicht von 

entscheidender Bedeutung, inwieweit die Anträge der Privatklägerin bereits im  

vorinstanzlichen Verfahren im Sinne der nun explizit gestellten Berufungsanträge 

zu verstehen gewesen wären. Die Privatklägerin ist so oder anders berechtigt, 

diese Anträge im Berufungsverfahren zu präzisieren. 

3.8. Die Verteidigung verlangte vor Vorinstanz zunächst, es seien die be-

schlagnahmten Fr. 7'590.– sowie der Verwertungserlös des beschlagnahmten 

Fernsehers einzuziehen und zur Deckung der Busse und Verfahrenskosten zu 

verwenden (Urk. 45 S. 2 f.). Mit Blick auf die Anträge der Privatklägerin erklärte 

die Verteidigung dann aber, im Namen des Beschuldigten nichts dagegen zu ha-

ben, dass diese Vermögenswerte der Privatklägerin zugesprochen werden (Prot. I 

S. 60/61). 

3.9. Zwar sprach die Verteidigung damals davon, dass die Vermögenswerte der 

Privatklägerin "als Teil des geltend gemachten Schadenersatzanspruchs" zuge-

sprochen werden könnten (Prot. I S. 61) - was indessen nach Art. 268 StPO nicht 

in Frage kommt. Auf den berufungsweise präzisierten Antrag der Privatklägerin 

hat sich die Verteidigung dann nicht mehr vernehmen lassen. 

3.10. Es erscheint deshalb als sachgerecht, die beschlagnahmte Barschaft von 

Fr. 7'590.– nicht - wie die Vorinstanz - im hauptsächlichen Interesse des Beschul-

digten zur (teilweisen) Deckung der Busse und Geldstrafe zu verwenden, sondern 

in Gutheissung des Berufungsantrags Ziff. 1 im Sinne von Art. 268 Abs. 1 lit. a 

StPO zur Deckung der Entschädigung von Fr. 5'127.45 heranzuziehen, welche 

der Privatklägerin zulasten des Beschuldigten für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochen worden ist (Urk. 46 S. 9, Dispositivziffer 15). 

-   13   - 

3.11. Im Berufungsantrag Ziff. 2 fordert die Privatklägerin, es sei die be-

schlagnahmte Barschaft überdies auch zur Deckung der Prozessentschädigung 

zu verwenden, die ihr im Berufungsverfahren zuzusprechen sei. Wie gesehen, hat 

der Beschuldigte zwar keine Berufungsantwort einreichen lassen, indessen die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und Abweisung der Berufung beantragt 

(Urk. 83). Mit diesem Antrag unterliegt er und wird entsprechend kosten- und ent-

schädigungspflichtig (s. sogleich). Er hat der Privatklägerin deshalb auch für das 

Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung zu entrichten. Dieselbe wird vom 

Vertreter der Privatklägerin auf Fr. 2'058.55 beziffert (Urk. 91 S. 3), was aus-

gewiesen ist und als angemessen erscheint (Urk. 93). Nachdem auch die Staats-

anwaltschaft die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragt hat und ent-

sprechend ebenfalls unterliegt, ist die Prozessentschädigung für die Privatklägerin 

zur Hälfte vom Beschuldigten zu bezahlen und zur Hälfte aus der Gerichtskasse 

zu entrichten. Im Sinne von Art. 268 Abs. 1 lit. a StPO ist die beim Beschuldigten 

beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– deshalb auch zur Deckung der vom 

Beschuldigten der Privatklägerin für das zweitinstanzliche Verfahren zu bezahlen-

den Prozessentschädigung von Fr. 1'029.25 zu verwenden. 

3.12. Auf die Eventualanträge der Privatklägerin ist nicht weiter einzugehen, 

nachdem bereits ihr Hauptantrag gutzuheissen ist. 

3.13. Entsprechend ist wie folgt zu entscheiden: 

3.13.1. Hinsichtlich Dispositivziffer 1 des angefochtenen Urteils ist die beschlag-

nahmte Barschaft von Fr. 7'590.– zunächst zur Deckung der Prozessentschädi-

gung von Fr. 5'127.45 heranzuziehen, zu deren Leistung an die Privatklägerin der 

Beschuldigte in Dispositivziffer 15 des Urteils der Vorinstanz vom 2. Februar 2016 

(rechtskräftig) verpflichtet worden ist. Sodann ist die beschlagnahmte Barschaft 

auch zur Deckung der Prozessentschädigung von Fr. 1'029.25 heranzuziehen, 

die der Beschuldigte der Privatklägerin für das vorliegende Berufungsverfahren zu 

bezahlen hat. Der verbleibende Betrag von Fr. 1'433.30 ist im Sinne des diesbe-

züglich nicht abzuändernden Entscheids der Vorinstanz zur Deckung der Busse 

von Fr. 300.– gemäss Dispositivziffer 2 des Urteils vom 2. Februar 2016 sowie 

-   14   - 

zur teilweisen Deckung der Geldstrafe von total Fr. 15'300.– gemäss Ziff. 5 

des Urteils vom 2. Februar 2016 zu verwenden. 

3.13.2. Dispositivziffer 2 des angefochtenen Urteils kann unverändert belassen 

bleiben; den Erlös des zu verwertenden Fernsehers heranzuziehen ist zur Befrie-

digung der von der Privatklägerin berufungsweise geltend gemachten Ansprüche 

nicht erforderlich. 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

4.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens zur Hälfte dem 

Beschuldigten aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). Davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung bis zu deren Entlassung aus dem Amt am 8. August 2016 (Urk. 71, 73, 

75 und 75A). Diese Kosten sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, 

unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

4.2. Dieser Kostenverlegung entsprechend ist der Privatklägerin die von ihr ge-

forderte Prozessentschädigung zuzusprechen (vgl. vorstehend Erw. 3.11), und 

zwar - wie bereits obstehend erwogen - je zur Hälfte zulasten des Beschuldigten 

und zulasten der Gerichtskasse. Der Beschuldigte ist deshalb zu verpflichten, der 

Privatklägerin für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 1'029.25 zu bezahlen. Weitere Fr. 1'029.30 sind der Privatklägerin unter die-

sem Titel aus der Gerichtskasse zu entrichten. 

Es wird erkannt: 

1. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

18. März 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– wird zunächst zur 

Deckung der Prozessentschädigung von Fr. 5'127.45 herangezogen, zu de-

ren Leistung an die Privatklägerin der Beschuldigte in Ziffer 15 des Urteils 

des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, vom 2. Februar 2016 verpflichtet 

worden ist. 

-   15   - 

Sodann wird die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unter-

land vom 18. März 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– zur De-

ckung der Prozessentschädigung von Fr. 1'029.25 herangezogen, zu deren 

Leistung an die Privatklägerin der Beschuldigte in nachstehender Ziffer 5 

des vorliegenden Urteils verpflichtet wird. 

 Schliesslich wird die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur /  

Unterland vom 18. März 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– 

verwendet zur Deckung der Busse von Fr. 300.– gemäss Ziffer 2 des Urteils 

des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, vom 2. Februar 2016, sowie zur 

teilweisen Deckung der Geldstrafe von gesamthaft Fr. 15'300.– gemäss  

Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, vom 2. Februar 

2016. 

2. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

26. Juni 2013 beschlagnahmte Fernseher, Samsung 55, Smart TV (25), wird 

verwertet. Der Erlös wird zur teilweisen Deckung der Geldstrafe von 

Fr. 15'300.– gemäss Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach, 

II. Abteilung, vom 2. Februar 2016 verwendet. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 747.90   amtliche Verteidigung (bereits bezahlt) 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und 

zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das Berufungs-

verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 1'029.25 zu bezahlen. 

-   16   - 

6. Der Privatklägerin wird für das Berufungsverfahren aus der Gerichtskasse 

eine Prozessentschädigung von Fr. 1'029.30 zugesprochen. 

7. Schriftliche Mitteilung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 12. April 2017 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Bussmann 
 

 
 

	Urteil vom 12. April 2017
	Anklage: (Urk. 30)
	Urteile der Vorinstanz: (Urk. 46 S. 6 ff., Urk. 52 S. 9 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	- des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB im Anklagepunkt Ziffer 1.1
	- der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB im Anklagepunkt Ziffer 1.6
	- der mehrfachen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte im Sinne von Art. 169 StGB
	- der Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252 Abs. 1 und 4 StGB
	- des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG
	- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Abs. 1 BetmG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 142 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von Fr. 300.–.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
	5. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 7. April 2009 gewährte bedingte Vollzug der Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 170.–, entsprechend Fr. 15'300.–, wird widerrufen, und es wird der Vollzug dieser Geldstrafe angeordnet.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 Fr. 3'000.–, zuzüglich 5 % Zins ab 19. Dezember 2012, als Schadenersatz zu bezahlen. Die weitergehenden Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche werden auf den Zivilweg verwiesen.
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Fr. 50'000.–, zuzüglich 5 % Zins ab 9. Januar 2013, als Schadenersatz zu bezahlen.
	8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Juni 2013 beschlagnahmten Gegenstände werden der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen:
	9. Die folgenden mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Juni 2013 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles herausgegeben:
	10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Juni 2013 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer B00821-2013 aufbewahrten 12 Gramm Marihuana sowie die Hanfmühle werden eingezogen und sind nach...
	11. Der Entscheid über die Verwendung der weiteren mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 18. März 2013 beschlagnahmten Barschaft von Fr. 7'590.– sowie des mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Juni 2...
	12. Dem Drittansprecher D._____ (geboren tt. Mai 1982, von der Türkei, … [Adresse]) wird eine Frist von 20 Tagen ab Zustellung dieses Urteils angesetzt, um sich schriftlich dreifach zur Frage des Eigentums an den beschlagnahmten Fr. 7'590.– und des Fl...
	13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskass...
	15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Umtriebsentschädigung von Fr. 5'127.45 zu bezahlen.
	16. (Mitteilungen)
	17. (Rechtsmittel)"
	"Es wird erkannt:
	1. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 18. März 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– wird zur Deckung der Busse von Fr. 300.– gemäss Ziffer 2 des Urteils vom 2. Februar 2016 und teilweisen Deckung der Geldstraf...
	2. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 26. Juni 2013 beschlagnahmte Fernseher, Samsung 55, Smart TV (25), wird verwertet. Der Erlös wird zur teilweisen Deckung der Geldstrafe von Fr. 15'300.– gemäss Ziffer 5 des Urteils...
	3. (Mitteilungen)
	4. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:  (Prot. II S. 10 f.)
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Mit Urteil der Vorinstanz vom 2. Februar 2016 (Urk. 46) wurde der  Beschuldigte des Betrugs, der Veruntreuung, der mehrfachen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte, der Fälschung von Ausweisen, des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigu...
	1.2. Nachdem sich in der Folge der Drittansprecher nicht hatte vernehmen lassen und die Parteien bereits anlässlich der Hauptverhandlung zum Thema hatten Stellung nehmen können, entschied die Vorinstanz mit ergänzendem Urteil vom 15. März 2016, die be...
	1.3. Mit Eingabe vom 27. April 2016 liess die Privatklägerin 2, A._____ (im Folgenden: "Privatklägerin"), ihren Rechtsvertreter fristgerecht beim Obergericht die Berufung gegen das ergänzende Urteil erklären (Urk. 53).
	1.4. Mit Präsidialverfügung vom 1. Juni 2016 wurde der Privatklägerin in  Anwendung von Art. 383 StPO Frist angesetzt, um zur Deckung von allfälligen Prozesskosten und Entschädigungen an die Gegenpartei für das Berufungsverfahren eine Kaution von ein...
	1.5. Mit Verfügung vom 8. August 2016 wurde der Privatklägerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt (Befreiung von Vorschuss -und Sicherheitsleistungen sowie Verfahrenskosten). Das Gesuch um Bestellung von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als unen...
	1.6. Mit Verfügung vom 25. August 2016 wurde die Berufungserklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 1 und 3 StPO sowie Art. 401 StPO den weiteren Parteien und der Staatsanwaltschaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein N...
	1.7. Am 10. Oktober 2016 wurde das schriftliche Verfahren angeordnet und der Privatklägerin Frist angesetzt, um ihre Berufungsanträge zu stellen und zu begründen (Urk. 85). Innert erstreckter (Urk. 87, 89) Frist liess die Privatklägerin am 25. Novembe...

	2. Umfang der Berufung
	3. Materielles
	3.1. Die Privatklägerin beantragt zur Hauptsache, es sei ihr die beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– im Umfang der ihr im erstinstanzlichen Verfahren zulasten des Beschuldigten zugesprochenen Umtriebsentschädigung von Fr. 5'127.45 sowie im Umfan...
	3.2. Unter welchen Voraussetzungen wie mit beschlagnahmten Vermögenswerten verfahren werden kann, hat die Vorinstanz zutreffend dargestellt (Urk. 52 S. 6 ff.). Darauf ist vorab zu verweisen.
	3.3. Die Vorinstanz hat sodann durchaus gesehen, dass es möglich ist, im Sinne von Art. 268 Abs. 1 lit. a StPO bei einer beschuldigten Person beschlagnahmte Vermögenswerte unter anderem auch zur Deckung von Entschädigungen an Privatkläger zu verwenden...
	3.4. Die Privatklägerin anerkennt, dass sie im vorinstanzlichen Verfahren nicht ausdrücklich die Verwendung der beschlagnahmten Vermögenswerte zur Deckung ihrer Entschädigungsansprüche beantragt habe. Sie habe aber beantragt, es seien ihr die beschlag...
	3.5. Es ist richtig, wenn die Vorinstanz unter Verweis auf die Lehrmeinung von Bommer/Goldschmid (BSK StPO II, Art. 268 N 5) davon ausging, dass für eine Zusprechung von beschlagnahmten Vermögenswerten zur Deckung der Prozessentschädigung eines Privat...
	3.6. So stimmt zwar, dass es die Privatklägerin im Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen unterlassen hat, explizit die Deckung ihrer Entschädigungsforderung durch beim Beschuldigten beschlagnahmte Vermögenswerte zu fordern (Urk. 52 S. 7). Ihr Antrag, ...
	3.7. Die Berufung ist ein vollkommenes Rechtsmittel, bei welchem die Rechtsmittelinstanz alle Tat- und Rechtsfragen unbeschränkt zu überprüfen hat (Schmid, Handbuch StPO, 2. Aufl., N 1447), und die Parteien sind grundsätzlich auch nicht eingeschränkt,...
	3.8. Die Verteidigung verlangte vor Vorinstanz zunächst, es seien die beschlagnahmten Fr. 7'590.– sowie der Verwertungserlös des beschlagnahmten Fernsehers einzuziehen und zur Deckung der Busse und Verfahrenskosten zu verwenden (Urk. 45 S. 2 f.). Mit ...
	3.9. Zwar sprach die Verteidigung damals davon, dass die Vermögenswerte der Privatklägerin "als Teil des geltend gemachten Schadenersatzanspruchs" zugesprochen werden könnten (Prot. I S. 61) - was indessen nach Art. 268 StPO nicht in Frage kommt. Auf ...
	3.10. Es erscheint deshalb als sachgerecht, die beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– nicht - wie die Vorinstanz - im hauptsächlichen Interesse des Beschuldigten zur (teilweisen) Deckung der Busse und Geldstrafe zu verwenden, sondern in Gutheissung...
	3.11. Im Berufungsantrag Ziff. 2 fordert die Privatklägerin, es sei die beschlagnahmte Barschaft überdies auch zur Deckung der Prozessentschädigung zu verwenden, die ihr im Berufungsverfahren zuzusprechen sei. Wie gesehen, hat der Beschuldigte zwar k...
	3.12. Auf die Eventualanträge der Privatklägerin ist nicht weiter einzugehen, nachdem bereits ihr Hauptantrag gutzuheissen ist.
	3.13. Entsprechend ist wie folgt zu entscheiden:
	3.13.1. Hinsichtlich Dispositivziffer 1 des angefochtenen Urteils ist die beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– zunächst zur Deckung der Prozessentschädigung von Fr. 5'127.45 heranzuziehen, zu deren Leistung an die Privatklägerin der Beschuldigte i...
	3.13.2. Dispositivziffer 2 des angefochtenen Urteils kann unverändert belassen bleiben; den Erlös des zu verwertenden Fernsehers heranzuziehen ist zur Befriedigung der von der Privatklägerin berufungsweise geltend gemachten Ansprüche nicht erforderlich.

	4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	4.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens zur Hälfte dem Beschuldigten aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung bis zu deren Entl...
	4.2. Dieser Kostenverlegung entsprechend ist der Privatklägerin die von ihr geforderte Prozessentschädigung zuzusprechen (vgl. vorstehend Erw. 3.11), und zwar - wie bereits obstehend erwogen - je zur Hälfte zulasten des Beschuldigten und zulasten der ...

	Es wird erkannt:
	1. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 18. März 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 7'590.– wird zunächst zur Deckung der Prozessentschädigung von Fr. 5'127.45 herangezogen, zu deren Leistung an die Privatklägerin der...
	2. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 26. Juni 2013 beschlagnahmte Fernseher, Samsung 55, Smart TV (25), wird verwertet. Der Erlös wird zur teilweisen Deckung der Geldstrafe von Fr. 15'300.– gemäss Ziffer 5 des Urteils...
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Ge...
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 1'029.25 zu bezahlen.
	6. Der Privatklägerin wird für das Berufungsverfahren aus der Gerichtskasse eine Prozessentschädigung von Fr. 1'029.30 zugesprochen.
	7. Schriftliche Mitteilung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.