# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5be71bd1-84e9-505b-8a3d-a67dde14ae66
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-15
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 15.09.2025 BS 2025 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2025-36_2025-09-15.pdf

## Full Text

20250807_122319_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2025 36

Oberrichterin F. Wiget, Abteilungspräsidentin
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber F. Eller

Beschluss vom 15. September 2025 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin C.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Kostenauflage/Entschädigung

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Sachverhalt

1. Am 26. Oktober 2022 erstattete die Stiftung D.________ (nachfolgend: Privatklägerin) Straf-
anzeige gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) wegen Verdachts auf mehr-
fache qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung. Die Beschwerdeführerin war von 
tt.mm.2010 bis zu ihrer fristlosen Entlassung am tt.mm.2022 Geschäftsleiterin der Privatklä-
gerin. Sie hatte als Geschäftsleiterin umfassende Kompetenzen im Bereich Rechnungswe-
sen und konnte namentlich Zahlungen mit Einzelunterschrift freigeben. In ihrer Funktion war 
sie auch Mitglied der Baukommissionen "E.________" und "F.________", welche für je ein 
Bauprojekt der Privatklägerin eingesetzt wurden. Am 4. Juni 2020 erliess der Stiftungsrat der 
Privatklägerin ein Entschädigungs- und Spesenreglement (nachfolgend: Reglement) und 
setzte es rückwirkend per 1. Januar 2020 in Kraft. Dieses sah vor, dass Kommissionsmitglie-
der Anspruch auf eine Vergütung von CHF 160.00 pro Stunde für effektiv geleistete Tätigkei-
ten im Rahmen der Kommissionsarbeit haben. Gemäss Reglement war die Vergütung quar-
talsweise transparent und nachvollziehbar mittels Spesenformular in Rechnung zu stellen 
und durch den Stiftungsratspräsidenten zur Zahlung freizugeben. Vor Inkrafttreten des Re-
glements bestand keine Regelung der Entschädigung von Kommissionstätigkeiten. Die Pri-
vatklägerin warf der Beschwerdeführerin nebst anderen unrechtmässigen Bezügen unter an-
derem vor, unberechtigterweise Entschädigungen für ihre Tätigkeit in den erwähnten Bau-
kommissionen in Rechnung gestellt und sich ausbezahlt zu haben. 

2. Gestützt auf die Strafanzeige eröffnete die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, 
eine Strafuntersuchung gegen die Beschwerdeführerin (Verfahren 1A 2022 1848). Die 
Staatsanwaltschaft forderte bei der Privatklägerin verschiedene Unterlagen ein und führte di-
verse Einvernahmen durch bzw. beauftragte die Zuger Polizei damit. Die Vorwürfe betreffend 
die Entschädigung für die Baukommissionstätigkeit wurden schliesslich vom restlichen Ver-
fahren abgetrennt (neues Verfahren 1A 2025 679). Mit Verfügung vom 24. April 2025 stellte 
die Staatsanwaltschaft das Verfahren 1A 2025 679 mit der Begründung ein, dass die Be-
schwerdeführerin die Arbeitsleistung für die Kommissionen tatsächlich erbracht habe und 
dafür zu entschädigen gewesen sei, womit kein Vermögensschaden im Sinne von Art. 158 
StGB vorliege. Unter Hinweis auf eine Verletzung der Treuepflicht als Arbeitnehmerin wurden 
ihr indes die Verfahrenskosten auferlegt. Im Verfahren 1A 2022 1848 erhob die Staatsan-
waltschaft am 15. Mai 2025 Anklage. 

3. Die Beschwerdeführerin erhob am 5. Mai 2025 bei der I. Beschwerdeabteilung des Oberge-
richts des Kantons Zug Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung. Sie beantragte, Ziff. 3 
der Einstellungsverfügung (Kostenverlegung) sei aufzuheben, die Verfahrenskosten seien 
dem Staat, eventualiter der Privatklägerin, aufzuerlegen und ihr sei eine angemessene Par-
teientschädigung auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staa-
tes, eventualiter zu Lasten der Privatklägerin. 

4. Die Staatsanwaltschaft beantragte am 22. Mai 2025 die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde. 

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Erwägungen

1. Gegen Entscheide der Staatsanwaltschaft kann innert 10 Tagen bei der I. Beschwerdeabtei-
lung des Obergerichts Beschwerde geführt werden (Art. 20 Abs. 1 lit. b, Art. 393 Abs. 1 lit. a 
und Art. 396 Abs. 1 StPO, § 21 Abs. 1 lit. b GOG und § 7 Abs. 1 GO OG). Auf die form- und 
fristgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten.

Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige 
oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden 
(Art. 393 Abs. 2 StPO). Die Beschwerdeinstanz entscheidet in einem schriftlichen Verfahren 
(Art. 397 Abs. 1 StPO). Sie verfügt über volle Kognition (vgl. Art. 391 Abs. 1 StPO).

2. Die Staatsanwaltschaft auferlegte der Beschwerdeführerin die Kosten des Verfahrens 
1A 2025 679 gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO und richtete ihr keine Entschädigung und kei-
ne Genugtuung aus. Zur Begründung führte sie aus, es stehe fest, dass sich die Beschwer-
deführerin im Zeitraum von 2018 bis 2020 Entschädigungen für ihre Arbeit in den Baukom-
missionen habe auszahlen lassen. Ein Teil dieser Entschädigungen sei von ihr als Ge-
schäftsleiterin nach Inkrafttreten des Reglements zur Zahlung freigegeben worden, ohne 
dessen Vorgaben (quartalsweise Abrechnung mittels Spesenformular sowie Genehmigung 
durch den Stiftungsratspräsidenten) zu beachten. Damit habe sie nicht nur ihre Pflichten 
gemäss Reglement missachtet, sondern auch ihre arbeitsrechtliche Treuepflicht gemäss Ob-
ligationenrecht verletzt. Ihr Verhalten sei schuldhaft gewesen. Die adäquate Kausalität zwi-
schen dem schuldhaften Verhalten und der Einleitung der Strafuntersuchung sei gegeben. 
Es liessen sich keine Kosten für die Zahlungen an die Beschwerdeführerin vor Inkrafttreten 
des Reglements aussondern, weil diesbezüglich keine separate Untersuchung geführt wor-
den sei. Die Beschwerdeführerin habe daher die gesamten Verfahrenskosten zu bezahlen 
und es bestehe kein Anspruch auf eine Entschädigung oder Genugtuung. 

3. Die Beschwerdeführerin bringt dagegen zusammengefasst vor, die Kostenauflage stütze sich 
auf bestrittene Umstände und sie habe durch die vermeintliche Treuepflichtverletzung weder 
rechtswidrig noch schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt. Unbestrittenermassen sei 
das Reglement erst am 4. Juni 2020 eingeführt worden. Vor diesem Tag sei die Rechnungs-
stellung weder strafrechtlich relevant gewesen noch stelle sie eine arbeitsrechtliche Treue-
pflichtverletzung dar. Dies halte auch die Staatsanwaltschaft ausdrücklich fest. Bei einem 
Grossteil der erfolgten Auszahlungen könne daher keine Treuepflichtverletzung vorgelegen 
haben. Dies müsse auch bei der Kostenverteilung berücksichtigt werden, zumal die Privat-
klägerin die Zahlungen vor Erlass des Reglements ausdrücklich nicht zur Anzeige gebracht 
habe. Wenn die Staatsanwaltschaft von sich aus für weitere Zahlungen ein Strafverfahren 
eröffne, trage die Beschwerdeführerin dafür keine Verantwortung und ihr könnten entspre-
chend keine Kosten auferlegt werden. Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft sei 
es sodann nicht nachgewiesen, dass die Beschwerdeführerin an der Ausarbeitung des Re-
glements beteiligt gewesen sei oder dessen Inhalt gekannt habe. Nur weil sie die Einladung 
für die Stiftungsratssitzung, an der dieses Reglement verabschiedet worden sei, versendet 
und an der Sitzung Protokoll geführt habe, heisse dies nicht, dass sie an der Ausarbeitung 
beteiligt gewesen sei oder den Inhalt gekannt habe. Sie habe den Inhalt des Reglements nur 
im Ansatz gekannt. Es gebe weiter keine Anhaltspunkte dafür, dass die Privatklägerin die 

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Beschwerdeführerin auf die Praxisänderung bei der Rechnungsstellung hingewiesen habe. 
Ein solcher Hinweis hätte sich aber aufgedrängt, da die Beschwerdeführerin aufgrund der 
vorangegangenen Jahre eine andere Handhabung gewohnt gewesen sei. Sie habe ferner 
auch davon ausgehen dürfen, dass das Reglement auf Kommissionsmitglieder, welche vor 
dessen Inkrafttreten gewählt worden seien, keine Anwendung finde. Sie sei vor der Ein-
führung des Reglements bereits acht Jahre in der Baukommission tätig gewesen und habe 
seit jeher rechtmässig ihre Aufwendungen in Rechnung gestellt. Sie sei auch berechtigt ge-
wesen, die Aufwendungen für die Baukommissionen in Rechnung zu stellen, da diese nicht 
schon mit dem Lohn abgegolten gewesen seien. Die Staatsanwaltschaft werfe der Be-
schwerdeführerin daher einzig vor, sie hätte das Reglement kennen und ihr jahrelanges Vor-
gehen der rechtmässigen Rechnungsstellung anpassen und neu ihre Stunden quartalsweise 
mittels Spesenformular abrechnen und dem Stiftungsratspräsidenten zur Genehmigung vor-
legen müssen. Der Umstand, dass sie nicht das offizielle Spesenformular verwendet habe, 
stelle offenkundig keine Treuepflichtverletzung dar, zumal der Aufwand für die Baukommissi-
on nicht mit dem Lohn abgegolten und die Höhe der Auszahlungen angemessen gewesen 
sei. Rein vertragliche Pflichten würden zudem per se nicht für eine Treuepflichtverletzung 
genügen. Schliesslich lasse die Staatsanwaltschaft unberücksichtigt, dass der Beschwerde-
führerin über acht Jahre keinerlei zivil- oder strafrechtliche Verfehlungen hinsichtlich der 
Aufwendungen für die Baukommissionen vorgeworfen werden könnten. Die Staatsanwalt-
schaft werfe der Beschwerdeführerin nur vor, nach Inkrafttreten des Reglements drei Mal 
nicht den richtigen Prozess für die Rechnungsstellung berücksichtigt zu haben. Selbst wenn 
die Beschwerdeführerin den Inhalt des Reglements gekannt hätte, was bestritten werde, 
würde es sich nur um ein geringfügiges arbeitsrechtliches Versehen handeln. Einzig deswe-
gen wäre wohl kaum ein Strafverfahren eröffnet worden. Vielmehr habe die Staatsanwalt-
schaft das Verfahren eröffnet, weil sie die Rechtmässigkeit der Auszahlung per se angezwei-
felt habe. Dies habe sich nicht bewahrheitet, da die Beschwerdeführerin berechtigt gewesen 
sei, die Aufwendungen in Rechnung zu stellen. Deshalb sei es umso stossender, wenn die 
Staatsanwaltschaft die Rechnungsstellung an die vermeintlich falsche Person als Vorwand 
nutze, um die Verfahrenskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Voraussetzungen 
für eine Kostenauferlegung seien somit nicht gegeben. 

4. In ihrer Vernehmlassung brachte die Staatsanwaltschaft vor, die Beschwerdeführerin habe 
die Strafuntersuchung rechtswidrig und schuldhaft bewirkt, da sie sowohl ihre arbeitsrechtli-
che Treuepflicht gemäss Obligationenrecht als auch ihre Pflichten gemäss Reglement miss-
achtet habe. Entgegen ihren Ausführungen habe die Beschwerdeführerin das Reglement ge-
kannt. Sie habe dieses wissentlich und willentlich missachtet, indem sie ihren Entschädi-
gungsanspruch für die Kommissionstätigkeit nicht dem Stiftungsratspräsidenten zur Geneh-
migung vorgelegt habe, sondern selbst entschieden habe, dass ihr dies zustehe. Sie habe 
sich die Entschädigung ohne Wissen des Stiftungsrates auszahlen lassen. Betreffend Kos-
tenaufteilung für die Auszahlungen vor und nach Inkrafttreten des Reglements führte die 
Staatsanwaltschaft aus, die Untersuchung habe sich darauf konzentriert, inwiefern die Be-
schwerdeführerin nach Inkrafttreten des Reglements zur Auszahlung von Entschädigungen 
befugt gewesen sei. Hinsichtlich der Auszahlungen vor Inkrafttreten des Reglements sei kei-
ne separate Untersuchung geführt worden. Es sei nicht möglich, einen prozentualen Anteil 
des anwaltlichen Aufwands auszusondern, weil kein separater Aufwand entstanden sei. 

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5. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 
StPO). Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen, so kön-
nen ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig 
und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert 
hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Unter den gleichen Voraussetzungen kann nach Art. 430 Abs. 1 
lit. a StPO eine Entschädigung herabgesetzt oder verweigert werden. Der Kostenentscheid 
präjudiziert die Entschädigungsfrage (Urteile des Bundesgerichts 6B_940/2023 vom 18. März 
2024 E. 1.3.1; 6B_1119/2021 vom 6. Oktober 2022 E. 2.3.2).

Eine Kostenauflage bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens verstösst gegen die Un-
schuldsvermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK), wenn der 
beschuldigten Person in der Begründung des Kostenentscheids direkt oder indirekt vorge-
worfen wird, es treffe sie ein strafrechtliches Verschulden. Damit käme die Kostenauflage ei-
ner Verdachtsstrafe gleich. Dagegen ist es mit Verfassung und Konvention vereinbar, einer 
nicht verurteilten beschuldigten Person die Kosten zu überbinden, wenn sie in zivilrechtlich 
vorwerfbarer Weise – d.h. im Sinne einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41 OR er-
gebenden Grundsätze – eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die sich 
aus der Gesamtheit der schweizerischen Rechtsordnung ergeben kann, klar verletzt und da-
durch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. In tatsächli-
cher Hinsicht darf sich die Kostenauflage nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewie-
sene Umstände stützen. Das Verhalten einer angeschuldigten Person ist widerrechtlich, 
wenn es klar gegen Normen der Rechtsordnung verstösst, die sie direkt oder indirekt zu ei-
nem bestimmten Tun oder Unterlassen verpflichten (vgl. Art. 41 Abs. 1 OR). Das Verletzen 
bloss moralischer oder ethischer Pflichten genügt für die Auferlegung der Verfahrenskosten 
nicht. Vorausgesetzt sind regelmässig qualifiziert rechtswidrige, rechtsgenüglich nachgewie-
sene Verstösse. Die Behörde muss darlegen, inwiefern die beschuldigte Person durch ihr 
Handeln in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise klar gegen eine Verhaltensnorm verstossen hat 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_940/2023 vom 18. März 2024 E. 1.3.2; 6B_287/2021 vom 
11. November 2021 E. 1.2.1).

6. Betreffend die Auszahlungen vor dem 4. Juni 2020 kann der Beschwerdeführerin gemäss 
den Feststellungen der Staatsanwaltschaft keine Treuepflichtverletzung angelastet werden. 
Die Staatsanwaltschaft stützte die Kostenauferlegung einzig auf die Missachtung der Ab-
rechnungsvorgaben im Reglement bei den Auszahlungen nach dem 4. Juni 2020 und den 
Umstand, dass keine Kostenausscheidung möglich sei. In einem ersten Schritt ist daher zu 
prüfen, ob die Beschwerdeführerin nach dem 4. Juni 2020 in zivilrechtlich vorwerfbarer Wei-
se klar gegen eine Verhaltensnorm verstossen und damit kausal das Strafverfahren verur-
sacht hat. In einem zweiten Schritt wird gegebenenfalls zu prüfen sein, ob eine Kostenaus-
scheidung möglich ist.

6.1 Es steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit E-Mails an ihre Mitarbeitenden vom 15. Juni 
2020, 16. September 2020 und 14. Dezember 2020 die Auszahlung der Vergütung ihrer Auf-
wände für die Baukommissionen veranlasste. Gemäss dem geltenden Reglement hätte sie 
dies mittels Spesenformular machen und dem Stiftungsratspräsidenten zur Genehmigung un-
terbreiten müssen. Sie ging mithin nicht gemäss dem vorgeschriebenen Ablauf vor.

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6.1.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe den Inhalt des Reglements nur im Ansatz 
gekannt. Aus den Akten ergibt sich und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin die Ein-
ladung für die Stiftungsratssitzung vom 4. Juni 2020 erstellte, welche als viertes Traktandum 
die Genehmigung des Reglements vorsah. Das Reglement war der Einladung beigelegt. An 
der Sitzung führte die Beschwerdeführerin das Protokoll. Nach einer Anpassung bei Punkt 4 
wurde das Reglement einstimmig genehmigt (Vi act. 1/5/4-9). An der ersten Einvernahme 
gab die Beschwerdeführerin an, das Reglement im Ansatz gekannt zu haben (Vi act. 2/1/2 
Ziff. 54). Bei der zweiten Befragung erklärte sie auf den Vorhalt, dass ihre Aussage, sie habe 
das Reglement nur im Ansatz gekannt, nicht überzeuge, da sie die Einladung zur Stiftungs-
ratssitzung sowie das Protokoll der Sitzung verfasst habe, es stimme, sie habe das Regle-
ment gekannt. Daran mitgearbeitet habe sie aber nicht. Sie habe es nicht gross angeschaut 
und sich nicht damit befasst (Vi act. 2/1/25 Ziff. 30). Auf den weiteren Vorhalt, sie hätte 
gemäss dem Reglement ihre Forderung transparent und nachvollziehbar mittels Spesenfor-
mular in Rechnung stellen müssen, führte die Beschwerdeführerin aus, es wäre besser ge-
wesen, wenn sie es gemacht hätte. Sie habe es "verschlampt". Es sei Macht der Gewohnheit 
gewesen, weil sie es immer anders gemacht hätten. Es sei klar, dass es besser gewesen 
wäre, wenn sie es gemacht hätte. Sie habe es dazumal einfach nicht gemacht (Vi act. 2/1/27 
Ziff. 40). Auch wenn die Beschwerdeführerin ihre Kenntnis vom Reglement in den Einver-
nahmen stark relativierte, ist mit der Staatsanwaltschaft erstellt, dass sie wusste, dass sie ih-
re Stunden mittels Spesenformular hätte abrechnen und dem Stiftungsratspräsidenten zur 
Genehmigung vorlegen müssen. So kann ausgeschlossen werden, dass sie als Geschäftslei-
terin und Leiterin des Finanz- und Rechnungswesens das Reglement nur im Ansatz kannte, 
zumal es ihren Verantwortlichkeitsbereich betraf und sie somit wohl auch für dessen Umset-
zung zuständig gewesen wäre. Aufgrund ihrer Funktion und der Kenntnis des Reglements ist 
nicht erkennbar, weshalb der Stiftungsrat die Beschwerdeführerin ausdrücklich auf die neue 
Abrechnungsmodalitäten hätten hinweisen müssen, wie sie es in ihrer Beschwerde vorbringt. 
Ebenfalls ist nicht ersichtlich, weshalb sie hätte davon ausgehen dürfen, dass dieses Regle-
ment nur auf neugewählte Kommissionsmitglieder Anwendung finde. Denn es betraf nicht 
den Entschädigungsanspruch an sich – dieser bestand schon davor –, sondern nur die Ab-
rechnungsmodalitäten. 

6.1.2 Indem die Beschwerdeführerin ihren Aufwand für die Baukommissionen nicht korrekt abrech-
nete, verletzte sie ihre Treuepflicht gemäss Art. 321a OR. Die Treuepflicht beinhaltet insbe-
sondere eine Auskunfts- und Mitteilungspflicht betreffend die Arbeit. Daraus ergibt sich eine 
Rapportpflicht über die Arbeitstätigkeit (vgl. Portmann/Rudolph, Basler Kommentar, 7. A. 
2020, Art. 321a OR N 12). Mit dem Reglement wurde diese Rapportpflicht konkretisiert, in-
dem vorgeschrieben wurde, dass der Stundenaufwand mittels Spesenformular abzurechnen 
ist. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin verletzte sie somit nicht nur eine vertragli-
che Pflicht.

6.1.3 Zu klären bleibt, ob die Beschwerdeführerin mit ihrer Treuepflichtverletzung das Strafverfah-
ren kausal verursacht hat. Wie in der Beschwerde zutreffend vorgebracht wird, beschränkt 
sich der zivilrechtliche Vorwurf darauf, dass die Beschwerdeführerin nach Inkrafttreten des 
Reglements nicht die vorgegebenen Abrechnungsmodalitäten beachtet hat. Die Strafunter-
suchung wurde indes unabhängig von dieser Pflichtverletzung eröffnet. Ausschlaggebend 
war der Vorwurf, dass sich die Beschwerdeführerin Entschädigungen für die Kommissionsar-
beit habe auszahlen lassen, ohne dazu berechtigt gewesen zu sein. Damit fehlt es an einem 

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Kausalzusammenhang zwischen der Treuepflichtverletzung und der Einleitung des Strafver-
fahrens. 

6.2 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin die Einleitung des Strafverfahrens nicht in 
zivilrechtlich vorwerfbarer Weise kausal verursacht. Damit erübrigt sich die Prüfung, ob eine 
Kostenausscheidung möglich ist. Die Beschwerde ist daher in diesem Punkt gutzuheissen 
und die Verfahrenskosten sind auf die Staatskasse zu nehmen.

7. Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführerin auch die in der Einstellungsverfügung 
getroffene Entschädigungsregelung zu Recht rügt, präjudiziert doch der Kostenentscheid die 
Entschädigungsfrage (vgl. vorne E. 5).

7.1 Wird das Verfahren eingestellt, so hat die beschuldigte Person namentlich Anspruch auf eine 
nach dem Anwaltstarif festgelegte Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene 
Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Die Strafbehörde kann die 
Entschädigung gemäss Art. 430 Abs. 1 StPO herabsetzen oder verweigern, wenn die be-
schuldigte Person rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder 
dessen Durchführung erschwert hat (lit. a), die Privatklägerschaft die beschuldigte Person zu 
entschädigen hat (lit. b) oder die Aufwendungen der beschuldigten Person geringfügig sind 
(lit. c).

7.2 Ein Herabsetzungs- oder Verweigerungsgrund liegt nicht vor. Insbesondere hat die Be-
schwerdeführerin weder das Verfahren rechtswidrig und schuldhaft bewirkt noch dessen 
Durchführung erschwert (vgl. vorne E. 6 ff.). Ebenso besteht keine Grundlage, um die Ent-
schädigung der Privatklägerschaft aufzuerlegen (vgl. Art. 432 StPO). Entsprechend ist die 
Beschwerdeführerin für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte aus der Staats-
kasse zu entschädigen. 

7.3 Gestützt auf § 2 AnwT sind die Honorare der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte inner-
halb der in diesem Tarif festgelegten Grenzen nach der Schwierigkeit des Falls sowie nach 
dem Umfang und der Art der angemessenen Bemühungen festzulegen. Für den Bereich der 
Strafsachen wird im Anwaltstarif präzisiert, dass sich das Honorar nach dem angemessenen 
Zeitaufwand des Rechtsanwalts oder der Rechtsanwältin bemisst (§ 15 Abs. 1 AnwT), wobei 
der Stundenansatz in der Regel CHF 220.00 beträgt. Er kann in besonderen Fällen bis auf 
CHF 300.00 erhöht werden (§ 15 Abs. 2 AnwT). Das Honorar wird dabei nach den Regeln 
zur Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters gemäss § 14 AnwT festgelegt (§ 15 
Abs. 2 AnwT). 

7.4 Der erbetene Verteidiger der Beschwerdeführerin reichte bei der Staatsanwaltschaft eine 
Honorarnote über CHF 13'778.05 (inkl. Auslagen und MWST) ein. Die Beschwerdeführerin 
verlangt eine Entschädigung gemäss dieser Honorarnote. Die Honorarnote umfasst jedoch 
nicht nur den Aufwand betreffend den Vorwurf im Zusammenhang mit der Entschädigung für 
die Tätigkeit in den Baukommissionen (abgetrenntes Verfahren 1A 2025 679), sondern be-
treffend sämtliche Vorwürfe, welche (ursprünglich) im Verfahren 1A 2022 1848 untersucht 
wurden. Es kann daher von vornherein nicht eine Entschädigung in der beantragten Höhe 
zugesprochen werden. Eine konkrete Ausscheidung der Kosten je Vorwurf bzw. je Verfahren 
ist nicht möglich, mit folgender Ausnahme. In der Einvernahme vom 20. Dezember 2024 
wurden die Vorwürfe betreffend die Baukommissionsentschädigung nicht thematisiert. Ent-

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sprechend betrifft dieser Aufwand nicht das vorliegende Verfahren. Betreffend den übrigen 
Aufwand ist ermessenweise eine Aufteilung vorzunehmen. Angesichts des Umfangs der 
Vorwürfe und der diesbezüglichen Untersuchungshandlungen (insbesondere Umfang der Be-
fragungen) rechtfertigt es sich, einen Drittel des geltend gemachten Aufwands dem Verfah-
ren 1A 2025 679 zuzurechnen. Die Honorarnote weist diversen Kleinstaufwand von 0,08 
Stunden aus. Solche Kleinstaufwände werden nicht separat entschädigt (vgl. Merkblatt Amt-
liche Mandate in Strafuntersuchungen). Insgesamt rechtfertigt sich eine Kürzung um eine 
Stunde. Der zu entschädigende Stundenaufwand beträgt somit gerundet 11 Stunden (38,77 
Stunden - 4,5 Stunden [Einvernahme vom 20. Dezember 2024] - 1 Stunde [Kürzung] = 33,27 
Stunden, davon ein Drittel), wovon rund sieben Stunden auf den Zeitraum vor 31. Dezember 
2023 und vier Stunden auf jenen danach entfallen. Bei einem Stundenansatz von 
CHF 220.00 beträgt das Honorar somit CHF 2'420.00. Hinzu kommt die pauschale Spesen-
entschädigung von 3 %, mithin CHF 72.60. Die Entschädigung ist somit auf gerundet 
CHF 2'700.00 (CHF 2'420.00 Honorar + CHF 72.60 Auslagen + CHF 195.55 MWST [7,7 % 
auf CHF 1'586.20 und 8,1 % auf CHF 906.40]) festzusetzen.

8. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde weitgehend als begründet. Die Verfahrenskosten 
können nicht der Beschwerdeführerin auferlegt werden. Zudem ist sie für ihre Aufwendungen 
im vorinstanzlichen Verfahren angemessen zu entschädigen. Das von ihrem Rechtsvertreter 
geltend gemachte Honorar ist indessen erheblich zu kürzen. Somit ist Dispositiv-Ziffer 3 der 
Einstellungsverfügung aufzuheben und die Kosten- und Entschädigungsfolgen sind im Sinne 
der vorstehenden Erwägungen zu regeln.

9. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens 
und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführerin obsiegt im Beschwerde-
verfahren insoweit, als die vorinstanzlichen Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu neh-
men sind. Hingegen ist die von ihrem Rechtsvertreter im vorinstanzlichen Verfahren einge-
reichte Honorarnote um rund 80 % zu kürzen. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Be-
schwerdeverfahrens zu 3/5 auf die Staatskasse zu nehmen und zu 2/5 der Beschwerdeführe-
rin aufzuerlegen. Zudem ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine (reduzierte) 
Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 436 Abs. 3 StPO; vgl. Urteil des Obergerichts Zug 
BS 2021 85 vom 13. April 2022 E. 7). Bei der Festsetzung der Entschädigung für das Be-
schwerdeverfahren ist – angesichts der fallbezogenen notwendigen Aufwendungen und der 
kurzen Beschwerdeschrift – von einem Aufwand von vier Stunden zu einem Ansatz von 
CHF 220.00 (§ 15 Abs. 2 AnwT) auszugehen. Hinzuzurechnen ist eine Auslagenpauschale 
von 3 %. Zur Parteientschädigung ist mangels eines ausdrücklichen Antrags im Beschwerde-
verfahren keine Mehrwertsteuer hinzuzurechnen (vgl. Weisung des Obergerichts über die 
Mehrwertsteuer in der Zivil- und Strafrechtspflege vom 29. Juli 2015). Die reduzierte Partei-
entschädigung beträgt mithin gerundet CHF 543.85.

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Beschluss

1.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv-Ziffer 3 der Einstellungsverfügung 
vom 24. April 2025 aufgehoben und wie folgt ersetzt:

"3. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 500.00 Gebühr
CHF 40.00 Auslagen
CHF 540.00 Total

und werden vollumfänglich auf die Staatskasse genommen.

Der erbetene Verteidiger, Rechtsanwalt B.________, wird mit CHF 2'700.00 (inkl. MWST) 
aus der Staatskasse entschädigt."

1.2 Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 20.00 Auslagen
CHF 820.00 Total

und werden zu 3/5 (CHF 492.00) auf die Staatskasse genommen und zu 2/5 (CHF 328.00) 
der Beschwerdeführerin auferlegt. Die Gerichtskasse stellt in diesem Betrag Rechnung.

3. Rechtsanwalt B.________, erbetener Verteidiger der Beschwerdeführerin, wird mit 
CHF 543.85 aus der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. und 90 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) erhoben werden. Die Beschwerdegründe richten sich nach 
Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schrift-
lich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der 
Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen.

5. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

F. Wiget F. Eller
Abteilungspräsidentin Gerichtsschreiber