# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61d62236-742c-50d2-ade7-7935fecb4eef
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2022 D-5255/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5255-2022_2022-12-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5255/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Segessenmann;   

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 18. Oktober 2022 / N (…). 

 

 

 

D-5255/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein algerischer Staatsangehöriger – suchte am 

5. August 2022 in der Schweiz um Asyl nach. 

Anlässlich der Personalienaufnahme (PA) vom 18. August 2022 und der 

Befragungen vom 2. September 2022 (Dublin-Gespräch) sowie vom 7. Ok-

tober 2022 (Anhörung nach Art. 29 AsylG) gab der Beschwerdeführer unter 

anderem an, im Jahr 2019 aus seinem Heimatstaat ausgereist zu sein. Er 

habe sich ungefähr ein Jahr in Spanien, danach drei Monate in Frankreich 

aufgehalten, habe jeweils bei Freunden gelebt und gearbeitet und sei spä-

ter nach Spanien zurückgekehrt, wo er bis Juni 2022 geblieben und danach 

per Zug in die Schweiz gereist sei.  

Als Asylgrund brachte er vor, in Algerien von der Polizei beim Transport von 

17,5 kg Haschisch in einem Auto gemeinsam mit seinem Bruder erwischt 

worden zu sein. Er habe zwar im Gegensatz zu seinem Bruder fliehen kön-

nen, sei jedoch deswegen – in Abwesenheit – zu einer zehnjährigen Haft-

strafe verurteilt worden. 

Auf Nachfrage zu seiner gesundheitlichen Verfassung gab er an, im Brust- 

beziehungsweise Herzbereich und am rechten Bein Schmerzen, schwache 

Augen, Ess- und Schlafprobleme zu haben; zudem gehe es ihm psychisch 

nicht gut (Befragung vom 2. September 2022; A14/1; er sei gerne alleine) 

beziehungsweise ihm gehe es gut (Befragung vom 7. Oktober 2022, A15/2, 

F9). Zum Arzt sei er nur wegen seines Ellbogens gegangen. 

B.  

Am 14. Oktober 2022 wurde der Entscheidentwurf der Rechtsvertretung 

zur Stellungnahme zugestellt. Diese wurde am 17. Oktober 2022 beim 

SEM eingereicht, wobei der Beschwerdeführer geltend machte, nicht damit 

einverstanden zu sein (Bedrohung im Heimatland, Familienprobleme).  

C.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 18. Oktober 2022 stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz so-

wie dem Schengen Raum und beauftragte den Kanton Thurgau mit dem 

Vollzug. 

D-5255/2022 

Seite 3 

D.  

Mit Eingabe vom 17. November 2022 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diesen Entscheid Beschwerde. Es wurde die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylge-

währung beantragt. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit 

und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläu-

fige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er 

unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses um die unent-

geltliche Prozessführung, die Einsetzung eines amtlichen Rechtsbeistan-

des und eventualiter um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. 

E.  

Mit Schreiben vom 18. November 2022 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

F.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

18. November 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 der Verordnung vom 1. April 2020 über Mass-

nahmen im Asylbereich im Zusammenhang mit dem Coronavirus [Covid-

19-Verordnung Asyl, SR 142.318]; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

D-5255/2022 

Seite 4 

1.3 Auf den Prozessantrag des Beschwerdeführers, der Beschwerde sei 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen, ist mangels Rechtsschutzinteres-

ses nicht einzutreten, da der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschie-

bende Wirkung zukommt und die Vorinstanz diese nicht entzogen hat 

(Art. 42 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Auf einen Schriftenwechsel wurde verzichtet (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

5.  

5.1 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen aus, 

die strafrechtliche Verfolgung für den Besitz oder Handel von Drogen sei 

D-5255/2022 

Seite 5 

eine legitime staatliche Aufgabe. Der Beschwerdeführer sei wegen Trans-

ports von 17,5 kg Haschisch in seiner Abwesenheit zu zehn Jahren Haft 

verurteilt worden. Die strafrechtliche Verfolgung stehe in Einklang mit der 

algerischen Strafprozessordnung und stelle keine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung dar. Zudem könne bei in Abwesenheit gefällten Urteilen 

die Wiederaufnahme des Verfahrens verlangt werden, weshalb die Mög-

lichkeit der Beschreitung des Rechtsweges gegen die Verurteilung offen-

stehe. Der blosse Einwand des Beschwerdeführers, im Heimatland be-

droht zu werden und Probleme mit der eigenen Familie zu haben, von de-

nen er nicht erzählen könne, rechtfertige eine Änderung dieser Einschät-

zung nicht und es würden auch keine Hinweise auf einen Politmalus vor-

liegen.  

 

5.2 In der Beschwerde wurde im Wesentlichen geltend gemacht, der Be-

schwerdeführer habe ein Recht auf ein faires Verfahren und die Situation 

im algerischen Gefängnis sei unmenschlich. Seine Familie lebe in Angst, 

weil sein Bruder im algerischen Strafvollzug unter unmenschlichen Bedin-

gungen lebe. Zudem verlange die Mafia Geld von ihm für die Drogen. Es 

gebe ein grosses Missverständnis, das er erklären möchte. Die Polizei 

habe ihm 7 von 17,5 kg Haschisch abgenommen. Eine Rückkehr nach Al-

gerien würde für ihn eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Er ersuche 

aus humanitären Gründen um Schutz. Die Situation in Algerien müsse vor 

Erlass eines Entscheides geprüft werden.  

 

6.  

6.1 Die Vorinstanz kam in ihrer Verfügung mit zutreffender Begründung 

zum Schluss, den Vorbringen des Beschwerdeführers mangle es an flücht-

lingsrechtlicher Relevanz. Mithin ist mit ihr festzuhalten, dass eine straf-

rechtliche Verfolgung des (unbestrittenen) Transportes von Drogen eine 

rechtsstaatlich legitime Massnahme darstellt.  

 

6.2 Aus dem blossen Hinweis in der Beschwerde, sein Bruder erlebe das 

algerische Gefängnis als unmenschlich. und aus den erwähnten Sorgen 

seiner Familie kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Sollte er von 

Dritten (beispielsweise wie behauptet von der Mafia) bedroht werden, so 

ist er gehalten, sich an die algerischen Behörden zu wenden und um Un-

terstützung zu ersuchen, zumal es sich bei Algerien um einen grundsätzlich 

schutzfähigen Staat handelt. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, steht 

es ihm alsdann offen, ein Wiederaufnahmeverfahren anzustreben und da-

mit auch das von ihm auf Beschwerdeebene behauptete Missverständnis 

hinsichtlich der Drogenmenge aufzuklären. 

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Seite 6 

6.3 Die Vorinstanz hat nach dem Gesagten zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

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Seite 7 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Dies ist ihm unter Hinweis auf die vorangehenden Erwägun-

gen nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-

matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwei-

sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-

gen zulässig. 

 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

 

8.5 Im jetzigen Zeitpunkt liegt in Algerien weder Krieg oder Bürgerkrieg 

noch eine Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG vor 

und mithin sprechen weder die aktuelle politische Lage noch andere allge-

meine Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung nach Algerien (vgl. 

etwa BVGer Urteile D-3566/2021 vom 26. August 2021 und D-2478/2021 

vom 4. Juni 2021 E. 8.3.1). 

 

D-5255/2022 

Seite 8 

In individueller Hinsicht führte das SEM unter anderem aus, der Beschwer-

deführer stamme aus einen Dorf bei Annaba und verfüge an seinem Her-

kunftsort über ein familiäres Beziehungsnetz (Eltern, Brüder und Schwes-

ter). Nach der sechsten Klasse habe er die Schule nicht weiter besuchen 

wollen und als Träger am Strand gearbeitet. Damit verfüge er in seinem 

Heimatstaat über ein Zuhause und eine Arbeitsmöglichkeit. Seine gesund-

heitlichen Probleme würden seine Wegweisung nicht als unzumutbar er-

scheinen lassen und er könne seine Bein- und Herzschmerzen bei Not-

wendigkeit in Algerien behandeln lassen. Das Bundesverwaltungsgericht 

schliesst sich dieser Einschätzung an. Die vorinstanzlichen Ausführungen 

sind zu bestätigen, zumal der Beschwerdeführer diesen auf Beschwerde-

ebene nichts Stichhaltiges entgegenhält. 

 

Aus den genannten Gründen ist der Vollzug der Wegweisung auch zumut-

bar. 

 

8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwen-

digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu 

auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Mit dem vorliegenden Direktentscheid wird das Gesuch um Verzicht 

auf das Erheben eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 

 

10.2 Der Beschwerdeführer ersuchte um die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechts-

beistandes. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass seine Be-

gehren als aussichtslos zu bezeichnen sind. Damit ist eine der kumulativ 

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Seite 9 

zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb die Gesuche un-

geachtet einer allfälligen Mittellosigkeit abzuweisen sind. Bei diesem Aus-

gang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5255/2022 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

2.  

Die Gesuche um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes werden abgewie-

sen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

Versand: