# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8731d8f-0cf2-5eed-8afb-fbbbae178530
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-09-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.09.2018 RR.2018.217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2018-217_2018-09-25.pdf

## Full Text

Entscheid vom 25. September 2018 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

1. A.,  

2. B.,  

3. C.,  

4. D.,  

alle vertreten durch Rechtsanwalt David Zollinger,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS ZUG,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Kroatien  

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2018.217-220 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Das kroatische Amt zur Bekämpfung von Korruption und organisierten Kri-

minalität führt ein Strafverfahren gegen A. und weitere Personen wegen des 

Verdachts der Bestechung und Geldwäscherei. In diesem Zusammenhang 

gelangten die kroatischen Behörden mit ergänzendem Rechtshilfeersuchen 

vom 15. Januar 2018 an die Schweiz und ersuchten unter anderem um Über-

mittlung von Unterlagen und Informationen betreffend die bei der Bank E. 

und Bank F. auf G. AG, A., D. und B. lautenden Konten (Verfahrensakten 

RHI 2018 13, Sichtmäppchen, Urk. 1).  

 

 

B. Am 5. Februar 2018 ernannte das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) 

den Kanton Zug zum Leitkanton (Verfahrensakten RHI 2018 13, Sichtmäpp-

chen, Urk. 1). Mit Eintretensverfügung vom 29. März 2018 entsprach die 

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend „StA ZG“) dem Ersuchen 

und forderte die Banken E. und F. auf, ihr diverse Auskünfte zu erteilen sowie 

Kontounterlagen zu den in der Verfügung erwähnten, auf G. AG, A., D. und 

B. lautenden Konten einzureichen (Verfahrensakten, Sichtmäppchen, 

Urk. 2). Die Banken E. und F. kamen der Aufforderung der StA ZG am 

16. April und 2. Mai 2018 nach (Verfahrensakten RHI 2018 13, Sichtmäpp-

chen, Urk. 3 und 4). 

 

 

C. Mit Schlussverfügung vom 13. Juni 2018 verfügte die StA ZG die Heraus-

gabe von in der Verfügung genannter Unterlagen zu den bei den Banken E. 

und F. auf G. AG, A., D., B. und C. lautenden Konten (act. 1.3).  

 

 

D. Dagegen liessen A., B., D. und C. bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts am 16. Juli 2018 Beschwerde erheben und beantragen, die 

Schlussverfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben 

und die Rechtshilfe zu verweigern (act. 1).  

 

 

E. Die Schreiben der StA ZG und des BJ vom 31. Juli 2018, mit welchen sie auf 

eine begründete Beschwerdeantwort verzichteten und die kostenfällige Ab-

weisung der Beschwerde beantragten, wurden A., B., D. und C. am 3. Au-

gust 2018 zur Kenntnis gebracht (act. 6-8).  

 

 

- 3 - 

 

 

F. Die vom Gericht angeforderten Unterlagen betreffend die früheren Rechts-

hilfeersuchen der kroatischen Behörden reichte die StA ZG am 13. Au-

gust 2018 ein (act. 9, 10), welche am 29. August 2018 unter anderem dem 

Vertreter der Beschwerdeführer zugestellt wurde (act. 13). Die in der Folge 

eingereichte Eingabe vom 14. September 2018, mit welcher A., B., D. und 

C. zu den angeforderten Unterlagen Stellung nahmen, wurde der StA ZG 

gleichentags zur Kenntnis zugestellt (act. 14, 15).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, sofern 

erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Kroatien und der Schweiz sind in erster Linie 

das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in 

Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) sowie das II. Zusatzprotokoll vom 8. No-

vember 2001 zum Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe in 

Strafsachen (SR 0.351.12; Zweites Zusatzprotokoll) massgebend. Ebenso 

zur Anwendung kommt das Übereinkommen vom 8. November 1990 über 

Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträ-

gen aus Straftaten (Geldwäschereiübereinkommen, GwUe; SR 0.311.53). 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, 

La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 4. Aufl. 2014, 

N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verord-

nung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 

IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; BGE 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch 

Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte 

(BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 680 ff.).  

 

Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-

ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; Art. 39 Abs. 2 lit. b 

- 4 - 

 

 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; ZIMMERMANN, 

a.a.O., N. 273) anwendbar. 

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde unterliegt der 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 80e 

Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 80k 

IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von 

einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Als persönlich 

und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von Kontoinformationen 

an den ersuchenden Staat der jeweilige Kontoinhaber angesehen (Art. 9a 

lit. a IRSV; Übersicht über die Rechtsprechung in BGE 137 IV 134 E. 5; 

TPF 2010 47 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_126/2014 vom 16. Mai 

2014 E. 1.3; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 524–535).  

 

2.2 Als Inhaber bzw. Mitinhaber der von der Rechtshilfe betroffenen Konten bei 

den Banken E. und F. sind die Beschwerdeführer zur Erhebung der vorlie-

genden Beschwerde legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht er-

hobene Beschwerde ist einzutreten. 

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der Gewäh-

rung der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die 

aus der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5). Ebenso wenig muss sich die urteilende Instanz mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen. Sie kann sich auf die für 

ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken, und es genügt, wenn die 

Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten 

liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 

IV 179 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004 

E. 5.2, mit weiteren Hinweisen). 

 

 

- 5 - 

 

 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführer bringen vor, die Darstellung des Sachverhalts im Er-

suchen vom 15. Januar 2018 reiche zur Prüfung der beidseitigen Strafbarkeit 

nicht aus (act. 1, S. 4 ff.; act. 14).  

 

4.2  

4.2.1 Gemäss Art. 14 EUeR müssen die Rechtshilfeersuchen insbesondere Anga-

ben über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten (Ziff. 1 

lit. b). Ausserdem müssen sie in Fällen wie vorliegend die strafbare Handlung 

bezeichnen und eine kurze Darstellung des Sachverhalts enthalten (Ziff. 2). 

Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG und Art. 10 Abs. 2 IRSV stellen entsprechende 

Voraussetzungen an das Rechtshilfeersuchen. Diese Angaben müssen der 

ersuchten Behörde die Prüfung erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gege-

ben ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR), ob die Handlungen wegen denen um 

Rechtshilfe ersucht wird, nicht ein politisches oder fiskalisches Delikt darstel-

len (Art. 2 lit. a EUeR) und ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ge-

wahrt wird (BGE 129 II 97 E. 3.1; TPF 2015 110 E. 5.2.1 S. 112; 2011 194 

E. 2.1 S. 195 f.). 

4.2.2 Die Vertragsparteien des EUeR können sich das Recht vorbehalten, die Er-

ledigung von Ersuchen um Durchsuchung oder Beschlagnahme der Bedin-

gung zu unterwerfen, dass die dem Ersuchen zugrunde liegende strafbare 

Handlung sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach dem des 

ersuchten Staates strafbar ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR). Die Schweiz hat für 

die Durchführung prozessualer Zwangsmassnahmen eine entsprechende 

Erklärung angebracht. Art. 64 Abs. 1 IRSG bestimmt (für die akzessorische 

Rechtshilfe), dass prozessuale Zwangsmassnahmen nur angewendet wer-

den dürfen, wenn aus der Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen hervor-

geht, dass die im Ausland verfolgte Handlung die objektiven Merkmale eines 

nach schweizerischem Recht strafbaren Tatbestandes aufweist.  

4.2.3 Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist 

der im Rechtshilfeersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie 

wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren ein-

geleitet hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90; 129 II 462 E. 4.4). Zu prüfen ist 

mithin, ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, sofern er – ana-

log – in der Schweiz begangen worden wäre, die Tatbestandsmerkmale ei-

ner schweizerischen Strafnorm erfüllen würde. Die Strafnormen brauchen 

nach den Rechtssystemen der Schweiz und des ersuchenden Staates nicht 

identisch zu sein (BGE 132 II 81 E. 2.1 S. 84; 129 II 462 E. 4.6; 124 II 184 

E. 4b/cc; TPF 2011 194 E. 2.1 S. 196). Dabei genügt es, wenn der im Rechts-

hilfeersuchen geschilderte Sachverhalt unter einen einzigen Straftatbestand 

des schweizerischen Rechts subsumiert werden kann. Es braucht dann nicht 

http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-97
http://links.weblaw.ch/TPF_2015_110
http://links.weblaw.ch/BGE-132-II-81
http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-462
http://links.weblaw.ch/BGE-132-II-81
http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-462
http://links.weblaw.ch/BGE-124-II-184
http://links.weblaw.ch/TPF_2011_194

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weiter geprüft zu werden, ob darüber hinaus auch noch weitere Tatbestände 

erfüllt sein könnten (BGE 129 II 462 E. 4.6).  

4.2.4 Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Sachverhalt im Rechtshilfeersuchen genü-

gend konkret dargestellt worden ist, damit eine Subsumtion unter einen 

schweizerischen Straftatbestand möglich ist. 

4.3 Aus dem bereits rechtskräftig erledigten Ersuchen vom 8. April 2016 und 

dem hier zu beurteilenden Ersuchen vom 15. Januar 2018 geht zusammen-

gefasst folgender Sachverhalt hervor (Verfahrensakten RHI 2018 13, Sicht-

mäppchen, Urk. 1; Verfahrensakten RHI 2016 32, Sichtmäppchen, Urk. 1):  

 

Der Beschwerdeführer 1 habe sein Amt als Verantwortungsträger der Ge-

sellschaft H. ausgenutzt, um einen wesentlichen gesetzeswidrigen Vorteil zu 

erwirtschaften, den er in natürliche und juristische Personen investierte, die 

in den USA und in der Schweiz gegründeten Gesellschaften worden waren, 

um seine Identität zu verschleiern. Er habe mit diesen Geldern äusserst wert-

volle Immobilien, Geschäftsräumlichkeiten und Grundstücke erworben und 

habe hohe Geldbeträge auf seine privaten Konten und auf Konten seiner 

Familienangehörigen überwiesen. Die kroatischen Behörden haben den Ver-

dacht, der Beschwerdeführer 1 könnte Geldwäschereihandlungen begangen 

haben, in welche sein Sohn [Beschwerdeführer 2], seine Ehefrau [Beschwer-

deführerin 4] involviert seien. Ebenfalls involviert seien einerseits die kroati-

schen Gesellschaften I. und J., sowie andererseits die in der Schweiz ge-

gründete G. AG und die in den USA gegründeten K. und L. Der Beschwer-

deführer 1 sei Eigentümer der vorgenannten kroatischen Gesellschaften, de-

ren Mitglied des Aufsichtsrates die Beschwerdeführerin 4 sei. Aus den finan-

ziellen Unterlagen der I. gehe hervor, dass die G. AG der I. gestützt auf ver-

meintliche Kreditverträge ab 2009 kontinuierlich wesentliche Geldmittel in 

unterschiedlichen Währungen überwiesen habe. Namentlich sei der G. AG 

ein Darlehen von über CHF 20 Mio. gewährt worden und die G. AG habe im 

Gegenzug Kredite in Höhe von mehr als CHF 19 Mio. gewährt. Der Ge-

schäftsführer und der einzige Aktionär der G. AG sei der Beschwerdefüh-

rer 2. Das Gründungskapital der G. AG habe CHF 100‘000.-- betragen und 

deren Kapital belaufe sich infolge mehrerer Kapitalerhöhungen gegenwärtig 

auf CHF 4‘700‘000.--. Gestützt auf die rechtshilfeweise zugestellten Unterla-

gen sei festgestellt worden, dass die finanziellen Mittel für die Gründung und 

Kapitalerhöhungen der G. AG sowie für die Kreditgewährungen von einem 

Konto bei der Bank E. überwiesen worden seien, das vom Beschwerdefüh-

rer 1 eröffnet worden sei. Der Beschwerdeführer 1 habe die beträchtlichen 

Geldmittel an die G. AG geliehen, die ihrerseits dieselben Mittel an die I. 

weitertransferiert habe. Es stelle sich die Frage, ob diese Mittel legalen Ur-

sprungs seien. Weiter hätte festgestellt werden können, dass die G. AG und 

http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-462

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die Familie von A., B., C. und D. bei den Banken E. und F. Konten eröffnet 

hätten, auf welche Gelder transferiert worden seien.  

 

4.4 Die Darstellung des zu untersuchenden Sachverhalts ist in den eingereich-

ten Auslieferungsunterlagen ausführlich und weist keine offensichtlichen 

Fehler, Lücken oder Widersprüche auf, welche die Sachverhaltsvorwürfe so-

fort entkräften würden. Die ersuchende Behörde äussert sich im Rechtshil-

feersuchen zwar lediglich zum Tatvorwurf der Geldwäscherei, ohne zugleich 

nähere Ausführungen zur Vortat zu machen. Dies ist jedoch nicht zu bean-

standen. Dass die ersuchende Behörde die Vortat nicht nennt, ist im Rechts-

hilfeverkehr nicht unüblich, zumal über die Vortat – wie in dem hier zu beur-

teilenden Fall – oftmals (noch) keine genaueren Kenntnisse vorliegen. Im 

Bereich der Geldwäscherei ist es als ausreichend zu erachten, wenn das 

Rechtshilfeersuchen verdächtige, geldwäschereitypische Handlungen schil-

dert (BGE 130 II 329 E. 5.1; 129 II 97 E. 3; ENGLER, Basler Kommentar, 

Internationales Strafrecht, 2015, Art. 28 N. 21). Entsprechend stossen die 

diesbezüglichen Vorbringen und Mutmassungen der Beschwerdeführer 

(act. 1, S. 4 ff.) ins Leere. 

 

4.5 Nach dem Gesagten ist den Anforderungen an die Sachverhaltsdarstellung 

Genüge getan, weshalb der im Ersuchen dargestellte Sachverhalt für den 

Rechtshilferichter bindend ist. Daran vermag auch der Umstand, dass dem 

Ersuchen die massgeblichen kroatischen Gesetzesbestimmungen nicht bei-

gelegt wurden, nichts zu ändern. Für die akzessorische Rechtshilfe ist die 

Wiedergabe der gesetzlichen Bestimmungen weder im EUeR noch im IRSG 

vorgesehen (vgl. Art. 14 EUeR und Art. 28 Abs. 3 lit. b IRSG; ENGLER, a.a.O., 

Art. 28 IRSG N 24).  

 

 

5.  

5.1 Geldwäscherei begeht, wer eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die 

Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögens-

werten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus einem Ver-

brechen herrühren (Art. 305bis Ziff. 1 StGB). Durch Geldwäscherei wird der 

Zugriff der Strafbehörden auf die Verbrechensbeute vereitelt. Tatobjekt sind 

alle Vermögenswerte, die einem Verbrechen entstammen (BGE 128 IV 117 

E. 7a S. 131; 126 V 255 E. 3a; je mit Hinweis).  

 

5.2 Zu verneinen ist Geldwäscherei bei einer einfachen Einzahlung auf das 

Konto, welches auf den Namen des Täters lautet und über welches er den 

privaten Zahlungsverkehr abwickelt (BGE 124 IV 274 E. 4a S. 278 f. m. H.). 

http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-97
http://links.weblaw.ch/BGE-128-IV-117
http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-252
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%226B_88%2F2009%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-IV-274%3Ade&number_of_ranks=0#page274

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Wird Geld vom einen Konto auf das nächste überwiesen, so wird die Papier-

spur ("paper trail") verlängert. Dies stellt keine Geldwäscherei dar, wenn der 

Name des Berechtigten und der Name des Begünstigten ersichtlich bleiben. 

Treten zur Papierspur-Verlängerung weitere Verschleierungsmerkmale 

hinzu, wie das Verschieben von Geldern von Konto zu Konto mit wechseln-

den Kontoinhabern und/oder wirtschaftlich Berechtigten, liegt eine Geldwä-

schereihandlung vor (Urteile des Bundesgerichts 6B_217 und 6B_222 vom 

28. Juli 2014 E. 3.4; 6B_1013/2010 vom 17. Mai 2011 E. 5.2; 6B_88/2009 

vom 29. Oktober 2009 E. 4.3 mit Hinweisen). Als zusätzliche Kaschierungs-

handlungen wird auch das Zwischenschieben von Strohmännern oder -ge-

sellschaften erachtet (BGE 127 IV 20 E. 3b). Bisher erachtete das Bundes-

gericht jede Überweisung von Konto zu Konto ins Ausland, selbst bei Nach-

vollziehbarkeit der Papierspur als tatbestandsmässig (BGE 127 IV 20 E. 3b; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_88/2009 vom 29. Oktober 2009 E. 4.3). Ge-

mäss neuster höchstgerichtlicher Rechtsprechung ist die Geldwäscherei bei 

einer Auslandüberweisung nur dann zu bejahen, wenn die Transaktion ge-

eignet ist, die Einziehung im Ausland zu vereiteln (Urteil des Bundesgerichts 

6B_453/2017 vom 16. März 2018 E. 7.2.2).  

 

5.3 Im Ersuchen vom 15. Januar 2018 wird zurecht die Frage aufgeworfen, ge-

stützt auf welche Grundlagen die beträchtlichen Geldsummen in die vom Be-

schwerdeführer 2 beherrschten G. AG investiert und danach zwischen den 

Konten der vom Beschwerdeführer 1 beherrschten kroatischen Gesellschaf-

ten und der G. AG hin und her transferiert wurden. Wie die Beschwerdegeg-

nerin in der angefochtenen Verfügung ausführt, deutet die Gewährung des 

Darlehens der G. AG von mehr als Fr. 20 Mio. und der Umstand, dass die 

G. AG an die I. ein Darlehen von über Fr. 19 Mio. gewährte, darauf hin, dass 

die G. AG nur als Transfergesellschaft diente. Zudem gehen die kroatischen 

Behörden davon aus, dass der Beschwerdeführer 1 das Gründungskapital, 

die Kapitalerhöhungen und die Kredite zugunsten der G. AG finanziert habe, 

wobei die G. AG die finanziellen Mittel jedoch an die vom Beschwerdefüh-

rer 1 beherrschte I. überwiesen habe. Ausserdem geht aus dem den Rechts-

hilfeunterlagen beigelegten Beschluss des Bezirksgerichts Zagreb vom 

12. Januar 2018 hervor, dass die K. und die L. bereits im Jahr 2004 beträcht-

liche Summen von in Italien eröffneten Konten auf das in Kroatien eröffnete 

Konto der I. überwiesen hätten, deren Eigentümer der Beschwerdeführer 1 

sei. Weiter wird im Beschluss ausgeführt, dass die I. und die J. zwischen 

Februar und Dezember 2009 Zahlungen von insgesamt EUR 15‘000‘000.-- 

auf Konten bei der Deutschen Bank in Italien, lautend auf die K. und L., trans-

feriert hätten. Als Transaktionsgrund sei Kreditrückzahlung und Zinsenzah-

lung angegeben worden. Kurz danach sei der Betrag von EUR 14‘000’000.- 

zunächst auf ein in Italien eröffnetes Privatkonto der Beschwerdeführer 1 

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und 4 und anschliessend auf das auf den Beschwerdeführer 1 lautende 

Konto bei der Bank E. weitertransferiert worden (Verfahrensakten RHI 2018 

13, Sichtmäppchen, Urk. 1). 

 

Das Übertragen von Vermögenswerten auf diverse ausländische Konten, die 

auf mutmassliche Strohmänner oder auf ausländische (Transfer-)Gesell-

schaften lauten, könnte im Sinne der vorgängig dargelegten Rechtsprechung 

prima vista den Tatbestand der Geldwäscherei erfüllen (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_88/2009 vom 29. Oktober 2009 E. 4.3; PIETH, Basler Kommen-

tar, 3. Aufl. 2013, Art. 305bis StGB N. 49 f. m.w.H.). Die Ermittlung des ge-

nauen Tatablaufs und insbesondere der Vortat wird Gegenstand des kroati-

schen Strafverfahrens sein. Damit ist die doppelte Strafbarkeit zu bejahen. 

Ob der Sachverhalt unter weitere Tatbestände subsumiert werden könnte, 

kann bei diesem Ergebnis dahingestellt bleiben.  

 

 

6. Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet. Andere 

Hindernisse, welche der zu gewährenden Rechtshilfe entgegenstehen wür-

den, werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen.  

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den Beschwer-

deführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

insgesamt Fr. 5'000.-- festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 

StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafge-

richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigun-

gen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). Daran anzurechnen 

ist der von den Beschwerdeführern geleistete Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe. 

 

 

- 10 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5‘000.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt, 

unter Anrechnung des von ihnen geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.  

 

 

Bellinzona, 25. September 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt David Zollinger 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Zug 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).