# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9364d6d9-b6e3-5a61-9626-ea5b86d21ef9
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-22
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 22.08.2019 VG.2019.00008 (VG.2019.827)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00008_2019-08-22.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 22. August 2019

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2019.00008

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwältin
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Branchen Versicherung Schweiz

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch
    Rechtsanwalt C.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 A.______, geboren am […], war seit dem 1. Januar
  2008 bei der D.______AG in […] als [...] angestellt und damit bei der
  Branchen Versicherung Schweiz (nachfolgend: Branchen Versicherung)
  obligatorisch unfallversichert. Gemäss Schadenmeldung UVG vom 21. November
  2008 rutschte er nach Arbeitsschluss beim Verlassen des Verkaufsbüros auf der
  sich dort befindenden Gitterrosttreppe aus, stürzte und zog sich dadurch eine
  Quetschung des rechten Knies zu. Die
  Branchen Versicherung erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die Folgen
  dieses Unfalls.

  
	
   

  
	
  1.2 Am 28. Juli 2011 teilte die Branchen Versicherung
  A.______ mit, dass er keinen Anspruch auf Invalidenrente habe, da er wieder
  zu 100 % arbeitsfähig sei. Für die
  bleibenden Unfallfolgen erhalte er jedoch eine Integritätsentschädigung in
  der Höhe von Fr. 6'300.-. Überdies habe er aus der bestehenden
  UVG-Zusatzversicherung Anspruch auf eine Invaliditätsentschädigung nach
  privatrechtlichen Grundsätzen in der Höhe von Fr. 4'308.-.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mit Schadenmeldung UVG vom
  13. Juli 2012 machte A.______ einen Rückfall geltend, da infolge der früheren
  Verletzung des rechten Knies nun das linke Knie betroffen sei. Die Branchen
  Versicherung verfügte am 25. Oktober 2012, dass zwischen den jetzigen
  Beschwerden und dem Unfallereignis vom 21. November 2008 kein
  Zusammenhang bestehe, weshalb der Beschwerdeführer ihr gegenüber keinen
  weiteren Anspruch auf Versicherungsleistungen habe.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Im September 2014 gelangte A.______ erneut an die
  Branchen Versicherung und beantragte eine monatliche Rente, da er aufgrund
  des Unfalls vom 21. November 2008 nach wie vor eingeschränkt sei und
  seinen Beruf als [...] nicht mehr ausüben könne. Die Branchen Versicherung
  klärte den medizinischen Sachverhalt ab und verneinte am 16. Oktober 2018
  einen Anspruch auf Versicherungsleistungen, da überwiegend wahrscheinlich
  keine Unfallfolgen mehr vorhanden seien.

  
	
   

  
	
  3.2 Gegen die Verfügung der Branchen Versicherung vom 16. Oktober 2018 erhob zunächst der
  Krankenversicherer von A.______ am 23. Oktober 2018 vorsorglich Einsprache,
  welche er am 30. Oktober 2018 jedoch zurückzog. Am 1. November 2018
  erhob sodann auch A.______ Einsprache, welche die Branchen Versicherung am
  13. Dezember 2018 abwies.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  In der Folge gelangte
  A.______ mit Beschwerde vom 14. Januar 2019 ans Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids
  vom 13. Dezember 2018. Die Branchen
  Versicherung liess sich am 11. Februar 2019 vernehmen und schloss auf
  Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Am 4. März 2019
  ersuchte der nunmehr anwaltlich vertretene A.______ um Ansetzung einer Frist
  zur Replik. Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
  Rechtsverbeiständung. Am 5. April 2019 reichte A.______ seine Replik ein und
  beantragte erneut die Aufhebung des
  Einspracheentscheids vom 13. Dezember
  2018. Die Branchen Versicherung sei zu verpflichten, die gesetzlich
  geschuldeten UVG-Leistungen zu erbringen; alles
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Das
  Gesuch um Gewährung der unentgeltliche Rechtsverbeiständung zog er zurück. Die Branchen Versicherung hielt mit Duplik vom 24.
  Mai 2019 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom
  20. März 1981 (UVG) i.V.m. Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000
  (ATSG) i.V.m. Art. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die
  Unfallversicherung vom 3. Mai 2009
  (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die
  übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat die Beschwerdegegnerin
  bei Unfällen und Berufskrankheiten den bei ihr obligatorisch Versicherten die
  gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Gemäss Art. 4 ATSG ist ein Unfall die
  plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen
  äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der
  körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge
  hat. 

  
	
   

  
	
  2.2 Erleidet eine versicherte Person einen Unfall, hat
  sie nach Art. 10 Abs. 1 UVG Anspruch auf Übernahme der Kosten der
  zweckmässigen Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalls voll
  oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1
  UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 %
  invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente
  (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
  Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
  Gesundheitszustands erwartet werden kann und allfällige
  Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit
  dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin
  (Art. 19 Abs. 1 UVG).

  
	
   

  
	
  2.3 Die
  Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass zwischen
  dem (versicherten) Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden
  (Gesundheits-schädigung, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang
  besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle
  Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
  eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen
  Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für
  die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein
  Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
  ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen
  Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten
  beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden
  kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE
  117 V 359 E. 4a). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und
  einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht,
  ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter
  im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
  Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
  Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
  (BGE 129 V 177 E. 3.1). Es ist daher unerlässlich, dass
  die geklagten Beschwerden nicht lediglich den von der versicherten Person
  subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern medizinisch einer
  fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und
  diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem
  ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht
  (BGE 119 V 335 E. 2b f.). Entscheidend ist dabei die
  Würdigung der in den Akten liegenden medizinischen Berichte, wobei der Richter bei der Beurteilung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht ohne zwingenden Grund von der Einschätzung der
  medizinischen Experten abweicht (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  2.4

  
	
  2.4.1 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die
  Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV) werden die
  Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei einem
  Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich
  geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher Behandlung und möglicherweise zu
  einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht man
  demgegenüber, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit
  organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders
  gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  2.4.2 Rückfälle und Spätfolgen können eine Leistungspflicht
  des Unfallversicherers jedoch nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut
  geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit unfallbedingten
  Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
  besteht (BGE 118 V 293 E. 2c; vgl. auch BGer-Urteil
  8C_382/2018 vom 6. November 2018 E. 2.2). 

  
	
   

  
	
  2.4.3 Bei der Geltendmachung eines Rückfalls oder
  einer Spätfolge trägt der Leistungsansprecher hinsichtlich der Tatsachen, von
  denen das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen
  Beschwerdebild und dem Unfall abhängt, die Beweislast. Nur wenn die
  Tatsachengrundlage, auf welcher die Unfallkausalität beruht, mit
  überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht
  des Unfallversicherers. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu
  Lasten des Versicherten aus, der aus dem unbewiesen gebliebenen Kausalzusammenhang
  als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten wollte (vgl. etwa
  BGer-Urteil 8C_69/2011 vom 22. Februar 2012 E. 2.2, 8C_66/2008 vom 4. Juli
  2008 E. 3.1).

  
	
   

  
	
  2.5 Wurde
  ein Fallabschluss unter Einstellung sämtlicher Leistungen verfügt, so steht
  dieser unter dem Vorbehalt einer Anpassung an geänderte unfallkausale
  Verhältnisse. Dieser in der Invalidenversicherung durch das Institut der
  Neuanmeldung (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung
  vom 17. Januar 1961 [IVV]) geregelte Grundsatz gilt auch im
  Unfallversicherungsrecht, indem es einem Versicherten jederzeit freisteht,
  einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten
  Unfallereignisses geltend zu machen und erneut Leistungen der
  Unfallversicherung zu beanspruchen (vgl. BGer-Urteil 8C_382/2018 vom
  6. November 2018 E. 2.2, 8C_643/2017 vom 4. Dezember 2017
  E. 2.2).

  
	
   

  
	
  2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer
  Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von
  Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
  herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Im Rahmen einer so
  genannten prozessualen Revision von Verwaltungsverfügungen ist die Verwaltung
  sodann verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung
  zurückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden,
  die geeignet sind, zu einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen und
  deren Beibringung zuvor nicht möglich war (Art. 53 Abs. 1 ATSG). Ferner kann
  der Versicherungsträger gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG wiedererwägungsweise auf
  formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen,
  wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erhebliche
  Bedeutung ist (BGer-Urteil 8C_620/2016 vom 21. November 2016
  E. 3.1).

  
	
   

  
	
  2.7

  
	
  2.7.1 Nach dem für
  das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
  förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für
  das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter alle Beweismittel,
  unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
  entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
  des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
  eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
  Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
  beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
  abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
  der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
  Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
  grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
  eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
  Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a). 

  
	
   

  
	
  2.7.2 Den Berichten versicherungsinterner Ärzte
  und Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen
  werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
  sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
  sprechen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte
  Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
  nicht schon auf mangelnde Objektivität oder Befangenheit schliessen. Es
  bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
  Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im
  Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
  Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters
  oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 122
  V 157 E. 1c).

  
	
   

  
	
  2.7.3 Da sich alle behandelnden Ärztinnen und
  Ärzte (auch Spezialärzte) in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren
  haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden
  Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung
  des Gesundheitszustands und erfüllen deshalb kaum je die materiellen
  Anforderungen an ein Gutachten. Aus diesen Gründen wird im Streitfall eine
  direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden
  Ärztinnen und Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen. Diese Berichte sind
  daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
  und Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und
  Ärzte wecken. Im Verfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
  Sozialversicherungsleistungen besteht sodann kein förmlicher Anspruch auf
  eine versicherungsexterne Begutachtung. Soll ein Versicherungsfall ohne
  Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, sind jedoch an die
  Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
  Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen
  ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
  (BGE 135 V 465 E. 4).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, der
  Fallabschluss sei zu früh erfolgt, da sein Gesundheitszustand im Jahr 2011
  noch nicht dermassen stabil gewesen sei, als dass von einem Endzustand hätte
  gesprochen werden können. Vielmehr ergebe sich aus den Akten, dass zwischen dem
  20. Januar 2011 und dem 12. Juli 2012 eine massive Verschlechterung
  nicht degenerativer Natur eingetreten sei. Sodann habe die Beschwerdegegnerin
  den medizinischen Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt, weshalb vom Gericht
  ein unabhängiges Gutachten einzuholen sei. Einerseits seien die bestehenden
  rechtsseitigen Knieprobleme überwiegend unfallkausal und es existiere keine
  fachärztliche Beurteilung, welche das Gegenteil belege. Andererseits sei
  ärztlicherseits nicht beurteilt worden, ob die linksseitigen Kniebeschwerden
  mit der Entlastung des rechten Knies zusammenhingen. Darüber hinaus seien
  insgesamt berechtigte Zweifel an der Beurteilung durch den Vertrauensarzt der
  Beschwerdegegnerin angebracht. Im Übrigen seien die behandelnden Ärzte der
  Ansicht, dass ein unabhängiges Gutachten notwendig sei.

  
	
   

  
	
  3.2 Die Beschwerdegegnerin ist der Auffassung, sie habe
  sich bei ihrem Entscheid zu Recht auf die Meinung ihres Vertrauensarztes
  Dr. med. E.______, Facharzt Chirurgie FMH, abgestützt. Es seien
  keine ärztlichen Einschätzungen vorhanden, welche Zweifel daran erwecken
  würden und die dagegen erhobenen Einwände des Beschwerdeführers seien
  unbegründet. Die Berichte von Dr. E.______ seien linear, nachvollziehbar
  und schlüssig, weshalb ihnen volle Beweiskraft zukomme. Folglich sei seiner
  Meinung zu folgen, wonach die heutigen Beeinträchtigungen des
  Beschwerdeführers nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal seien.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Zunächst ist festzuhalten, dass Gegenstand des
  vorliegenden Verfahrens nicht eine Revision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
  sein kann, da sich diese Bestimmung nur auf laufende Renten bezieht, was
  vorliegend nicht der Fall ist (vgl. BGer-Urteil 8C_643/2017 vom 4.
  Dezember 2017 E. 2.2). Sodann werden neue Tatsachen oder Beweismittel,
  welche die ablehnenden Rentenverfügungen vom 28. Juli 2012 und vom
  25. Oktober 2012 im Rahmen einer prozessualen Revision in Frage stellen
  könnten, weder vom Beschwerdeführer geltend gemacht noch sind solche sonst
  ersichtlich. Ferner lassen sich die Verfügungen vom 28. Juli 2012 und
  vom 25. Oktober 2012 nicht als zweifellos unrichtig bezeichnen, sodass
  sie in Wiedererwägung gezogen werden könnten. Hierzu könnte das Gericht die
  Beschwerdegegnerin ohnehin nicht anhalten (vgl. dazu BGer-Urteil 8C_620/2016
  vom 21. November 2016 E. 3.2). Folglich ist das Gesuch des Beschwerdeführers
  vom 22. September 2014 unfallversicherungsrechtlich als Rückfall zu
  behandeln.

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist nach dem
  Gesagten zu prüfen, ob eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des
  Gesundheitszustands eingetreten ist (vgl. vorstehende E. II/2.5).
  Zeitliche Vergleichsbasis für diese Prüfung bildet die letzte der
  versicherten Person eröffnete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer
  materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
  Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs
  beruht (vgl. zum Invalidenversicherungsrecht in BGE 130 V 71
  E. 3.2.3).

  
	
   

  
	
  4.2.2 Die Beschwerdegegnerin schloss den Fall unter
  Prüfung des Rentenanspruchs mit Verfügung vom 28. Juli 2011 ab und kam
  am 25. Oktober 2012 zum Schluss, dass der vom Beschwerdeführer geltend
  gemachte Rückfall mangels eines Kausalzusammenhangs keine neue
  Leistungspflicht begründe. In der Folge klärte sie nach Erhalt des Gesuchs um
  Zusprache einer Rente der Unfallversicherung vom 22. September 2014 den
  medizinischen Sachverhalt ab und wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
  16. Oktober 2018 bzw. mit Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2018
  ab.

  
	
   

  
	
  4.2.3 Demzufolge beurteilt sich die Frage, ob eine
  Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen erfolgt ist, durch Vergleich des
  Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügungen vom 28. Juli 2011 bzw. vom
  25. Oktober 2012 Bestand hatte, mit demjenigen im Zeitpunkt des vorliegend angefochtenen
  Einspracheentscheids vom 13. Dezember 2018. Diesbezüglich ist festzuhalten,
  dass hinsichtlich der medizinischen Diagnosen im Vergleichszeitraum keine
  massgeblichen Veränderungen eingetreten sind und vorliegend nach wie vor die
  links- und rechtsseitigen Kniebeschwerden zur Diskussion stehen, welche im
  Übrigen auch vom Beschwerdeführer als Grund für die Leistungspflicht der
  Beschwerdegegnerin vorgebracht werden.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Die
  Beschwerdegegnerin kam am 25. Oktober 2012 zum Schluss, die linksseitigen
  Kniebeschwerden seien nicht kausal zum Unfallereignis vom 21. November
  2008, weshalb sie einen diesbezüglichen Leistungsanspruch verneinte. Soweit
  der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nun (erneut) geltend macht,
  die linksseitigen Kniebeschwerden stünden im Zusammenhang mit der Entlastung
  des rechten Knies und seien dementsprechend unfallkausal, verkennt er, dass
  aus einem nicht unfallkausalen Gesundheitsschaden sachlogisch nicht später
  ein unfallkausaler entstehen kann, auch nicht im Sinne eines Rückfalls oder
  einer Spätfolge. So steht die spätere Entstehung des
  unfallversicherungsrechtlichen Leistungsanspruchs nach einer in Rechtskraft
  erwachsenen Leistungsverweigerung unter dem Vorbehalt einer späteren
  Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse (vgl. dazu BGer-Urteil 8C_382/2018 vom 6. November 2018
  E. 6.1 f.; vgl. auch vorstehende E. II/2.5).
  Dementsprechend hätte
  der Beschwerdeführer gegen die Verfügung vom 25. Oktober 2012 ein
  Rechtsmittel einlegen müssen, sofern er
  mit der Verneinung des
  Kausalzusammenhangs zwischen den linksseitigen Kniebeschwerden und dem
  Unfallereignis nicht einverstanden ist. Da er dies unterliess, ist im
  Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der
  linkseitigen Beschwerden eine Leistungspflicht erneut verneint und diesen
  Gesundheitsschaden nicht weiter abgeklärt hat.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Es bleibt zu prüfen, ob
  hinsichtlich der rechtsseitigen Kniebeschwerden im Vergleichszeitraum eine
  für den Rentenanspruch relevante Änderung des Gesundheitszustands eingetreten
  ist.

  
	
   

  
	
  6.1 

  
	
  6.1.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass
  ihrer Verfügung vom 28. Juli 2011, mit welcher sie den Anspruch des
  Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneinte und ihm eine
  Integritätsentschädigung zusprach, auf den Bericht ihres Vertrauensarztes
  Dr. E.______ vom 16. Juni 2011. Dieser stellte die Diagnosen einer
  geringgradigen Gonarthrose, einer fraglichen Extrusion der Pars intermedia
  des Innenmeniskus bei sonst normalem Innen- und Aussenmeniskus sowie eine
  regrediente Verdickung des Ligamentum patellae postoperativ. Die klinische
  Untersuchung habe keine Instabilität im rechten Kniegelenk ergeben. Der
  Integritätsschaden betrage 5 % und die rein theoretisch medizinische
  Invalidität sei aufgrund der vorhandenen Gliedertabelle unter 5 %.

  
	
   

  
	
  6.1.2 Dr. med. F.______, Oberarzt der Orthopädie
  an der Klinik G.______, diagnostizierte am 11. Juli 2012 beidseitige
  chronische Kniegelenksschmerzen, wobei links aktuell schmerzhafter sei als
  rechts. Insgesamt liege eine komplexe Schmerzvorgeschichte und Symptomatik
  vor. Zwar sei die gute muskuläre Trophik und der Fitnesszustand des
  Beschwerdeführers bei den beschriebenen beidseitigen Kniegelenksschmerzen
  etwas irritierend. Jedoch werde wegen der retropatellaren Schmerzen eine
  erneute MRI-Untersuchung der Kniegelenke veranlasst und es werde ihm eine
  intensive Physiotherapie verschrieben. Am 18. Juli 2012 teilte
  Dr. F.______ der Beschwerdegegnerin mit, dass es dem Beschwerdeführer
  zwischenzeitlich deutlich besser gehe und die Physiotherapie sehr gut
  geholfen habe. Im rechten Knie seien deutliche degenerative Veränderungen mit
  fast vollständig fehlenden Knorpelüberzügen medialseitig vorhanden. Es
  bestehe im stehenden und gehenden Beruf für die nächsten vier Wochen eine
  Arbeitsunfähigkeit.

  
	
   

  
	
  6.1.3 Am 25. April 2014 wurde der Beschwerdeführer von
  Dr. med. H.______, Leitender Arzt im Spital I.______, untersucht.
  Im diesbezüglichen Bericht vom 28. April 2014 stellte dieser die
  Diagnosen von persistierenden Kniegelenksbeschwerden rechts, einer
  fortgeschrittenen, medial betonten Pangonarthrose des linken Kniegelenks,
  eine wenig symptomatische Coxarthrose rechts sowie den Status nach eine
  Hüfttotalprothese links bei fortgeschrittener Coxarthrose. Insgesamt zeige
  sich ein komplexes Bild mit polyarthrotischen Veränderungen. Die
  Degenrationen beim linken Knie seien deutlich fortgeschrittener als rechts,
  wobei die Beschwerden vor allem rechtseitig lokalisiert worden seien. Infolge
  des Unfalls sei es offensichtlich zu einer Patella alta gekommen, obwohl die
  Kraft im Alltag noch relativ gut kompensiert werde. Links zeige das Knie
  derart fortgeschrittene arthrotische Veränderungen, dass bei klinischem
  Fortschreiten der Beschwerden eine Prothesenimplantation indiziert sei. Eine
  berufliche Umschulung sei dringend notwendig, da nicht davon auszugehen sei,
  dass der Beschwerdeführer jemals wieder in der angestammten Tätigkeit als
  [...] arbeiten könne. Zu bevorzugen sei ein sitzender Beruf mit möglichst
  geringer körperlicher Belastung.

  
	
   

  
	
  6.1.4 Am 10. Juli 2014 schloss sich
  Dr. med. J.______, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und
  Traumatologie des Spitals K.______, den von Dr. H.______ gestellten
  Diagnosen an und führte aus, dass im rechten Knie nur geringe beginnende
  degenerative Veränderungen und beim linken Knie eine fortgeschrittene
  patellofemorale und femorotibiale Degeneration bei deutlich medialbetonter
  Gonarthrose vorhanden seien.

  
	
   

  
	
  6.1.5 Dr. E.______ berichtete am 22. Dezember 2014,
  dass eine medial betonte Gonarthrose sowie einer femoropatellare Arthrose
  beim rechten Kniegelenk bei Patella alta vorliege. Die zurzeit bestehenden
  gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien als Teilursache auf das
  Unfallereignis zurückzuführen, wobei vermehrte arthrotische Anfälligkeiten
  mit Polyarthrosen unfallfremd seien. Bezüglich des rechten Kniegelenks
  bestehe ein Endzustand, der nicht wesentlich verbessert werden könne. Ein
  status quo sine sei dabei auf Ende Juli 2011 zu terminieren. Nach diesem
  Zeitpunkt seien vorwiegend arthrotische Beschwerden im Bereich des linken Hüftgelenks
  und des rechten Kniegelenks aufgetreten und ebenso beginnende arthrotische
  Veränderungen im Bereich des rechten Hüftgelenks. Es sei möglich, dass bei
  Progredienz der Schmerzen im rechten Kniegelenk eine Prothesenversorgung
  notwendig werde. 

  
	
   

  
	
  6.1.6 Dr. J.______ äusserte sich am 5. Januar 2016
  dahingehend, als dass sich die Situation des rechten Knies insgesamt deutlich
  verändert habe, indem am anteromedialen Femurkondylus eine deutliche
  Osteonekrose mit entsprechender Oberflächenschädigung und zunehmender
  Arthrosebildung aufgetreten sei. In dieser neuen Situation sei die
  wahrscheinlich einzig sinnvolle Alternative die Implantation einer
  Knie-Totalendoprothese. Er habe dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er
  danach aber dennoch mit Restbeschwerden rechnen müsse. Demgegenüber könne in
  dieser fortgeschrittenen Situation eine Arbeitsbelastung realistisch
  eingeschätzt werden, sodass er eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für die
  nächsten drei Monate befürworte. Grundsätzlich sei aber zu überdenken, den
  Beschwerdeführer längerfristig in diesem Arbeitspensum zu belassen. Ob durch
  die Prothesenimplantation eine volle Arbeitsfähigkeit resultiere, sei schwer
  vorhersehbar und eine gewisse Skepsis bleibe vorhanden. Am 7. Januar
  2016 ergänzte Dr. J.______, dass die von ihm attestierte
  Arbeitsfähigkeit von 50 % auf eine Tätigkeit bezogen sei, bei welcher
  der Beschwerdeführer die Position zwischen Gehen, Stehen und Sitzen wechseln
  könne. Am 29. August 2017 teilte Dr. J.______ weiter mit, dass sich
  sechs Wochen nach der Operation am linken Knie, bei welcher dem
  Beschwerdeführer eine Knie-Totalendoprothese eingesetzt worden sei, ein sehr
  schönes Resultat zeige und ab sofort der Übergang auf Vollbelastung erlaubt
  sei. Der Beschwerdeführer sei ab sofort auf eigenen Wunsch wieder zu
  40 % arbeitsfähig. Am 24. November 2017 stellte Dr. J.______
  die folgenden Diagnosen: Status nach Inlay-Wechsel, sekundärer
  Patellarückflächenersatz Knie-Totalendoprothese links; persistierende
  Kniegelenksbeschwerden rechts bei medialer Gonarthrose mit Osteonekrose
  anteromedialer Femurkondylus bei Patella alta; Verdacht auf Lockerung des
  Femurschaftes bei Status nach Hüft Transplantation links; Adipositas,
  metabolisches Syndrom; obstruktives
  Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) sowie den Status nach Thyreoidektomie. Bezüglich
  des Kniegelenks bestehe soweit ein guter Verlauf, wobei die Beschwerden beim
  Knien vielen Patienten bekannt seien. Bezüglich des Verdachts auf eine
  beginnende Lockerung der Hüft-Totalendoprothese werde sich der
  Beschwerdeführer wieder melden. Aufgrund der bestehenden Gelenksproblematik
  sei sicherlich ein Gewichtsverlust anzustreben. 

  
	
   

  
	
  6.1.7 Dr. E.______ berichtete am 1.
  Oktober 2018, dass gemäss den neueren medizinischen Akten vorwiegend das
  linke Kniegelenk problematisch sei. Bezüglich des rechten Kniegelenks scheine
  es so, dass ausser der Patella alta keine unfallrelevanten Pathologien mehr
  vorhanden seien. Es sei somit von einem Status quo sine auszugehen, der auf
  das Jahr 2011 zurückzuführen sei. Die neuerlich aufgetretenen Beschwerden im
  rechten Kniegelenk habe man mittels Infiltrationstherapien gut kontrollieren
  können. Die von Dr. J.______ erwähnten Beschwerden seien auf einen
  natürlichen Verlauf der Gonarthrose zurückzuführen und seien nicht
  unfallkausal. Eine wesentliche Besserung der Beschwerden auf der rechten
  Seite sei kaum mehr zu erwarten, es sei denn, die gonarthrotischen
  Beschwerden seien zunehmend und es sei eine Totalendoprothese notwendig.

  
	
   

  
	
  6.1.8 Dr. J.______ führte am
  23. November 2018 aus, dass sich am Beschwerdebild und am klinischen
  Befund nichts geändert habe. In Bezug auf die Ablehnung von künftigen
  Entschädigungsleistungen durch die Unfallversicherung, auf welche man keinen
  Einfluss nehmen könne, sei es bedauerlich, dass man dem Beschwerdeführer
  nicht habe weiterhelfen können. Letzterer benötige dafür ein unabhängiges
  Gutachten, wobei er sich diesbezüglich selbst darum bemühe.

  
	
   

  
	
  6.2 Der Meinung des Vertrauensarztes Dr. E.______
  steht diejenige von Dr. J.______ gegenüber. Während Dr. E.______
  bezüglich des rechten Kniegelenks mit Ausnahme der Patella alta keine
  unfallrelevanten Pathologien mehr als vorhanden sieht, weist
  Dr. J.______ am 5. Januar 2016 darauf hin, dass sich die Situation des
  rechten Knies insgesamt deutlich verändert habe und die wahrscheinlich einzige
  sinnvolle Alternative die Implantation einer Knie-Totalendoprothese sei. Dies
  wegen der deutlichen Osteonekrose mit entsprechender Oberflächenbildung sowie
  der zunehmenden Arthrosebildung. Demgegenüber führte Dr. E.______ aus,
  dass die erwähnten Beschwerden auf einen natürlichen Verlauf der Gonarthrose
  zurückzuführen seien, weshalb sie als nicht unfallrelevant einzustufen seien,
  was vor dem Hintergrund, dass bereits Dr. F.______ und Dr. H.______
  von degenerativen Veränderungen berichteten, als nachvollziehbar erscheint.
  Des Weiteren erwähnte Dr. J.______ am 10. Juli 2014 selbst, dass im
  rechten Knie beginnende degenerative Veränderungen vorhanden seien, was
  ebenfalls dafür spricht, dass die diesbezüglichen Beschwerden, welche seiner
  Meinung nach zu einer Verschlechterung der Gesamtsituation geführt hätten,
  nicht mehr unfallrelevant sind. Hinzu kommt, dass Dr. J.______ nicht
  darlegt, dass die von ihm geschilderte Verschlechterung der Situation in
  Zusammenhang mit dem Unfallereignis steht und die von ihm attestierte
  Arbeitsunfähigkeit eine Folge des Unfalls ist. Diesbezüglich setzt er sich
  denn auch nicht mit der Meinung von Dr. E.______ auseinander, sondern
  äussert einzig sein Bedauern zum gestützt darauf ergangenen Entscheid der
  Beschwerdegegnerin. Soweit er dem Beschwerdeführer im Vergleichszeitraum eine
  erhöhte Arbeitsunfähigkeit attestiert, so scheint diese nicht mit
  überwiegender Wahrscheinlichkeit in den rechtsseitigen Beschwerden begründet
  zu sein. Dagegen spricht, dass Dr. J.______ nach der erfolgten Operation
  am linken Knie von einer wiedererlangten Arbeitsfähigkeit von 40 %
  ausging und Dr. H.______ dem Beschwerdeführer erst nach dem operativen
  Eingriff am linken Knie eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum
  23. November 2014 attestierte. Es liegt daher nahe, dass die erhöhte
  Arbeitsunfähigkeit wegen den linksseitigen Kniebeschwerden, welche nach dem
  oben Dargelegten (vgl. vorstehende E. II/5) nicht unfallkausal sind,
  attestiert wurden. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die Patella
  alta, welche gemäss Dr. E.______ die einzige unfallrelevante Pathologie
  darstellt, bereits bei Fallabschluss im Jahr 2011 bestanden hat und in diesem
  Rahmen auch geprüft wurde. Dass diese Pathologie zu einer relevanten
  Veränderung des Gesundheitszustands geführt hat, ergibt sich jedoch weder aus
  den Akten, noch wird dies vom Beschwerdeführer entsprechend vorgebracht.

  
	
   

  
	
  Insgesamt gelingt es dem
  Beschwerdeführer damit nicht, für den massgebenden Vergleichszeitraum eine
  unfallkausale Verschlechterung seines Gesundheitszustands darzulegen. Da er
  hierfür jedoch die Beweislast trägt (vgl. vorstehende E. II/2.4.3),
  bleibt es beim bisherigen Rechtszustand. 

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ist der
  Kausalzusammenhang zwischen den linksseitigen Kniebeschwerden und dem
  Unfallereignis im vorliegenden Verfahren nicht erneut zu überprüfen, weshalb
  diesbezüglich keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin besteht.
  Betreffend die rechtsseitigen Kniebeschwerden vermag der Beschwerdeführer
  nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass
  sich der massgebliche Sachverhalt im Vergleichszeitraum in einer
  unfallkausalen und anspruchserheblichen Weise geändert hat. Folglich hat die
  Beschwerdegegnerin kein Recht verletzt, indem sie ihre Leistungspflicht
  verneinte, was zur Abweisung der Beschwerde führt.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. a ATSG). Da der Beschwerdeführer unterliegt, steht ihm
  keine Parteientschädigung zu (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. g ATSG e contrario). Eine solche ist auch der
  Beschwerdegegnerin nicht zuzusprechen, da nur die obsiegende Beschwerde
  führende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat (Art. 1 Abs. 1 UVG
  i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse
    genommen.

    
	
    3.

    	
    Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]