# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f80c0663-65e2-50ba-b936-7e2a0c4564e8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.05.2010 E-3383/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3383-2010_2010-05-17.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3383/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiberin Carmen Fried.

A._______, Türkei,
vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 3. Mai 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3383/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge die Türkei  am 
(...) verliess und in einem Lastwagen versteckt, weshalb er nicht wisse, 
durch welche Länder er gereist sei, am 8. März 2010 in die Schweiz 
gelangte, wo er tags darauf um Asyl nachsuchte,

dass er am 31. März 2010 im B._______ summarisch befragt und am 
12. April  2010 gleichenorts  gemäss Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  zu  seinen  Asylgründen  an-
gehört wurde,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches gel-
tend machte, er habe sich vor etwa (...) Monaten freiwillig der Guerilla 
respektive der PKK (Partiya Karkerên Kurdistan) angeschlossen, diese 
jedoch nach etwa (...)  Monaten verlassen,  weil  das Leben dort  sehr 
hart gewesen sei,

dass er vom Militär einerseits wegen seines Beitrittes zur PKK gesucht 
werde, anderseits aber auch deswegen, weil er den Militärdienst noch 
nicht geleistet habe, 

dass die PKK ihm seine Flucht nicht verzeihen werde,

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 3. Mai 2010 – dem Beschwer-
deführer  gleichentags  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs. 2 
Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus 
der Schweiz und den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt zur Begründung ausführte, der Beschwerdefüh-
rer habe den Asylbehörden innerhalb der ihm eingeräumten Frist von 
48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, wofür kei-
ne entschuldbaren Gründe vorliegen würden,

dass es sich bei dem vom Beschwerdeführer abgegebenen Zivilregis-
terauszug  nicht  um  ein  Reise-  oder  Identitätspapier  im  Sinne  von 
Art. 1  Bst. b  und c  der  Asylverordnung 1 vom 11. August  1999 über 
Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR 142.311)  handle,  weil  das  Dokument 
insbesondere nicht mit  einem Foto des Beschwerdeführers versehen 
sei und diesem somit nicht zugeordnet werden könne,

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dass der Beschwerdeführer angegeben habe, nie einen Pass beses-
sen und seine Identitätskarte der PKK abgegeben zu haben,

dass jedoch seine Vorbringen, sich der PKK angeschlossen zu haben 
und auch deshalb vom Militär gesucht zu werden, gesamthaft als un-
glaubhaft zu qualifizieren seien, weshalb sein Erklärungsversuch, sich 
wegen der Suche nach ihm keine heimatstaatlichen Papiere beschaf-
fen zu können, als reine Schutzbehauptung gewertet werden müsse, 

dass weiter seine Angaben zum Reiseweg, in einem Lastwagen und 
anschliessend mit einem Personenwagen durch ihm unbekannte Län-
der gereist zu sein, geradezu stereotyp für eine Person seien, welche 
dem BFM keine Ausweispapiere vorlege,

dass der Beschwerdeführer auf  seine persönliche Motivation für den 
Beitritt  zur PKK angesprochen, lediglich ausgesagt habe, dass diese 
für die Kurden kämpfe und dass viele Leute mitgemacht hätten, wes-
halb er auch Lust dazu bekommen habe,

dass  aber  angesichts  der  mit  einem PKK-Beitritt  verbundenen enor-
men  Risiken  und  Gefährdungen  eher  davon  auszugehen  sei,  dass 
eine sich freiwillig anschliessende Person eine ungeheure Motivation 
an den Tag lege und konkrete Motive nennen könne, welche über eine 
spontane Lust am Mitmachen hinausgehen würden,

dass die emotions- und substanzlosen Schilderungen des Beschwer-
deführers betreffend die angeblich bei der PKK verbrachte Zeit und die 
dort  erhaltene Ausbildung ebenfalls dafür  sprechen würden, dass es 
sich hierbei um ein Sachverhaltskonstrukt handle,

dass er ausschliesslich an der Kalaschnikow ausgebildet worden sein 
wolle,  jedoch  davon  auszugehen  sei,  die  PKK  bilde  ihre  Anhänger 
auch im Nahkampf aus,

dass weder in Bezug auf seinen angeblichen PKK-Anschluss noch sei-
ne  angebliche  Dienstverweigerung  hinreichende  Anhaltspunkte  für 
eine  tatsächliche  behördliche  Suche  nach  seiner  Person  bestehen 
würden,

dass  zudem  keine  asylrelevante  Verfolgungssituation  vorliege,  wenn 
staatliche Massnahmen der Durchsetzung staatsbürgerlicher Pflichten 

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dienten, weshalb ein allfälliger  Einzug des Beschwerdeführers in die 
türkische Armee asylrechtlich nicht relevant wäre,

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 
und 7 AsylG somit nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zu-
sätzlichen  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses erforderlich seien,

dass der Vollzug der Wegweisung sowohl zulässig als auch zumutbar 
und möglich sei,

dass der noch junge und gesunde Beschwerdeführer in seinem Hei-
matland über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfüge, einige Jahre die 
Schule besucht und als (...) gearbeitet habe, was ihm eine wirtschaft-
liche Reintegration ermöglichen dürfte,

dass  er  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  Rechtsmitteleingabe  vom 
10. Mai  2010 in  materieller  Hinsicht  –  unter  Kosten-  und Entschädi-
gungsfolge – die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ge-
währung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit und 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges unter Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme beantragt,

dass er in prozessualer Hinsicht den Verzicht auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses beantragt  und damit  sinngemäss ein Gesuch um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege stellt,

dass er weiter darum ersucht, im Sinne einer vorsorglichen Massnah-
me die Vollzugsbehörden anzuweisen, von allfälligen Vollzugshandlun-
gen abzusehen,

dass  er  der  Beschwerde  ein  Schreiben  des  Dorfvorstehers  von 
C._______ vom 25. April 2010 samt Übersetzung sowie Zustellkuvert 
und verschiedene Internet-Ausdrucke zu Aktionen der PKK und eine 
Liste mysteriöser Todesfälle in der türkischen Armee als Beweismittel 
beilegte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 11. Mai 2010 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Mai 2010 ein seine 
Identität bestätigendes Schreiben einer mit ihm verwandten türkischen 

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Rechtsanwältin  samt  deutscher  Übersetzung  sowie  eine 
Familienstandsbescheinigung  einreichte  und  die  Nachreichung  der 
Originale dieser beiden Dokumente in Aussicht stellte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM entscheidet  (Art. 105  AsylG i.V.m.  Art. 31-33 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung hat  und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde  –  mit  Ausnahme  des  Antrags  auf  Gewährung  von  Asyl 
(vgl. Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylre-
kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.) – einzutreten 
ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 VwVG),

dass der vorliegenden Beschwerde von Gesetzes wegen die aufschie-
bende Wirkung zukommt, weshalb auf den Antrag auf Anweisung der 
Vollzugsbehörden,  von  allfälligen  Vollzugshandlungen  abzusehen, 
nicht einzugehen ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-

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schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (a.a.O., 
S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge- 
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist 
(BVGE 2007/8 insbes E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (a.a.O., E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen weiteren 
Schriftenwechsel zu verzichten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende 
glaubhaft  machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Grün-
den nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der An-
hörung sowie gestützt auf Art. 3 und Art. 7 AsylG die Flüchtlingseigen-

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schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass es sich gemäss BVGE 2007/7 beim Begriff "Reise- und Identitäts-
papiere"  um Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  einwandfreie  Fest-
stellung  der  Identität  als  auch  die  sichere  Durchführung  der  Rück-
schaffung ermöglichen" sollen (E. 6),

dass unter Vorbehalt des Vorliegens entschuldbarer Gründe ein Nicht-
eintretensentscheid selbst dann zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender 
Ausweispapiere keine Zweifel über die Identität des oder der Asylsu-
chenden bestehen (a.a.O. ,E. 5.3. in fine),

dass vorliegend keine Reise- oder Identitätspapiere eingereicht  wur-
den und das BFM in der angefochtenen Verfügung in rechtsgenüglic-
her Weise dargelegt hat, weshalb es sich bei dem zu den Akten gege-
benen Zivilregisterauszug nicht um ein Identitätspapier handelt,

dass auch die auf  Beschwerdeebene eingereichten Dokumente  (Be-
stätigungsschreiben  einer  verwandten  türkischen  Anwältin  und 
Familienstandsbescheinigung)  offensichtlich  keine  rechtsgenüglichen 
Reise- oder Identitätspapiere darstellen,

dass mit  der Vorinstanz einig zu gehen ist,  dass für das Nichteinrei-
chen von Reise- oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe 
vorliegen,

dass  der  Beschwerdeführer  aussagte,  er  habe  nie  einen  Reisepass 
besessen und seine Identitätskarte der PKK abgeben müssen, als er 
sich ihr angeschlossen habe,

dass der Beschwerdeführer seinen Beitritt zur PKK jedoch – wie nach-
folgend aufgezeigt – nicht glaubhaft machen kann, und auch seine An-
gabe  zum  Reiseweg,  er  wisse  nicht,  über  welche  Länder  er  in  die 
Schweiz gelangt  sei,  als  stereotyp und damit  als  unglaubhaft  einzu-
stufen ist,

dass er angab, (...) Tage in einem Lastwagen unterwegs gewesen zu 
sein,  jedoch  keinerlei  Eindrücke  dieser  Reise  wiedergeben  konnte 
(Akten BFM A 8/17 F16 f.),

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dass aufgrund der realitätsfremden Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers davon auszugehen ist, er habe für seine Reise authentische Rei-
se-  und Identitätspapiere verwendet,  welche er  jedoch in  Verletzung 
seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht (Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den 
schweizerischen Asylbehörden vorenthält,

dass  an  dieser  Beurteilung  auch  die  nachträgliche  Einreichung  von 
gültigen Reise- oder Identitätspapieren nichts ändern würde,  weil  es 
bei der Frist von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht 
um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon 
existierenden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht 
(EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c. aa S. 109 f.),

dass  somit  die  Ankündigung  in  der  Beschwerde,  es  würden  in  den 
nächsten Tagen weitere Dokumente eintreffen, welche die Identität des 
Beschwerdeführers belegten, unbehelflich ist,

dass aufgrund der Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und 
in  den  Akten  in  Beachtung  der  im Urteil  BVGE 2007/8  festgelegten 
Richtlinien (E. 5.6) der Schluss zu ziehen ist, es bestehe weder Anlass 
zur  Vornahme zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung der  Flücht-
lingseigenschaft oder eines Wegweisungshindernisses noch zur direk-
ten  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  (Art. 32  Abs. 3  Bstn. b 
und c AsylG),

dass mit der Vorinstanz einigzugehen ist, dass die Vorbringen des Be-
schwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  und  die 
Asylrelevanz nicht standhalten,

dass der Beschwerdeführer als Gründe für seinen Beitritt zur PKK an-
gab, diese würde für sein Volk kämpfen, und dass viele Leute mitge-
macht  hätten,  weshalb  er  auch  Lust  dazu  bekommen  habe  (A 8/17 
F35),

dass mit dem BFM einig zu gehen ist, dass dieses Mitläufer-Verhalten 
schwer zu vereinbaren ist mit dem hohen Risiko, welches ein PKK-Bei-
tritt  mit sich bringt, und der Beschwerdeführer bei der Kurzbefragung 
zudem erklärte, ansonsten nie politisch tätig gewesen zu sein (A 1/12 
S. 7),

dass  die  Schilderungen über  die  Ausbildung und den Alltag  bei  der 
PKK durchwegs unsubstanziiert und teilweise widersprüchlich ausge-

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fallen sind, so dass nicht der Eindruck erweckt wird, der Beschwerde-
führer habe das Geschilderte selbst erlebt,

dass er zunächst bei der Kurzbefragung angab, während (...) Monaten 
bei  der  PKK in  der  Ausbildung gewesen zu sein  (A 1/12 S. 2),  und 
später bei der Anhörung einen Zeitraum von (...) Monaten nannte (A 
8/17 F51),

dass er anlässlich der Kurzbefragung keinerlei Angaben zur benutzten 
Waffe machen konnte, obwohl er während den Monaten bei der PKK 
nur an dieser ausgebildet worden sei,

dass er bezeichnenderweise auf die Frage nach der Bezeichnung der 
Waffe und des Kalibers antwortete, der Kurzname habe "Kelesch" ge-
lautet, und die anderen hätten sie "Kalashni" oder so etwas genannt, 
und dann  -  der Frage ausweichend - ergänzte, er sei  ohnehin nicht 
lange dort gewesen, sondern habe die Flucht ergriffen,

dass er auf die Zeit bei der PKK angesprochen zu Protokoll gab, er sei 
die meiste Zeit ausgebildet worden, aber es habe auch Schiessereien 
gegeben,  wobei  sie  meist  nicht  an die Front  gelassen worden seien 
(A 8/17 F52),

dass  er  im  Widerspruch  hierzu  später  ausführte,  er  habe  nie  an 
Schiessereien  teilgenommen,  und  sie  hätten  sie  auch  nicht  an  die 
Front geschickt (A 8/17 F65),

dass  dem Beschwerdeführer  der  Beitritt  zur  Guerilla  nach  dem Ge-
sagten nicht geglaubt werden kann, weshalb auch die in diesem Zu-
sammenhang  geltend  gemachte  Suche  durch  das  Militär  jeglicher 
Grundlage  entbehrt  und  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 
nicht genügt,

dass der Beschwerdeführer weiter vorbringt, er werde vom Militär auch 
deswegen gesucht,  weil  er den Militärdienst nicht geleistet habe und 
damit Dienstverweigerer sei,

dass in Übereinstimmung mit der Vorinstanz jedoch diesbezüglich die 
Asylrelevanz zu verneinen ist, weil staatliche Massnahmen, welche der 
Durchsetzung staatsbürgerlicher Pflichten dienen, keine im Sinne von 
Art. 3 AsylG relevante Verfolgungsmotivation aufweisen,

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dass die Ausführungen in der Beschwerde und die eingereichten Inter-
net-Ausdrucke  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern  vermögen, 
und insbesondere das Aufzeigen der allgemeinen politischen Lage der 
Kurden in der Türkei - wie vom Beschwerdeführer gemacht - nicht ge-
eignet ist, vorliegend eine asylrelevante Verfolgung zu begründen,

dass dem auf Beschwerdeebene eingereichten Schreiben des Dorfvor-
stehers  von  C._______,  welches  den  PKK-Beitritt  des  Beschwerde-
führers und die behördliche Suche nach diesem bestätigt, eine geringe 
Beweiskraft zukommt, zumal es nichts daran ändert, dass seine Aus-
sagen  durchwegs  unsubstanziiert,  stereotyp  und  zum  Teil  wider-
sprüchlich ausgefallen sind,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (EMARK 2001 Nr. 21), wes-
halb die verfügte Wegweisung vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlich-
en Bestimmungen über  die  vorläufige Aufnahme von Ausländern  re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
relevante Gefährdung nachzuweisen oder  glaubhaft  zu machen, und 
zudem keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behand-
lung im Sinne von Art. 3 der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte  und  Grundfreiheiten  vom  4. November  1950  (EMRK, 
SR 0.101) oder Art. 1 des Übereinkommens gegen Folter und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
vom 10. Dezember 1984 (FoK, SR 0.105) ersichtlich sind, die dem Be-
schwerdeführer in seinem Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  der  Türkei  noch  individuelle 
Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle 
einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Weg-
weisung zumutbar ist, 

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen alleinstehenden jungen 
und gesunden Mann handelt, welcher in seinem Heimatstaat über ein 
familiäres Beziehungsnetz verfügt,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

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dass  aufgrund  des  Entscheides  in  der  Hauptsache  das  Gesuch  um 
Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos 
geworden ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist und bei 
diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 16 
Abs. 1  Bst. a  VGG  i.V.m.  Art. 1-3  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008 über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerle-
gen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde. 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Fried

Versand: 

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