# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dad3a548-c7df-5a93-aee1-46031a3c4ca0
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-21
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.8.2010 - 31.7.2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.8.2010 - 31.7.2011
**Docket/Reference:** DB.2014.166
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2014_166_cl.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2014.166 
1 ST.2014.208 

Entscheid 

 21. Januar 2015 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

In Sachen 

A   A G ,    

vertreten durch RA lic.iur. Luzi Cavelti,  
Tappolet & Partner, Steuerberatung,  
Drahtzugstrasse 18, Postfach 1122, 8032 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.8.2010 - 31.7.2011 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.8.2010 - 31.7.2011 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) bezweckt den Ein- und Verkauf von 

Textilien,  Modeartikeln sowie Schuhen.  Ihr  Hauptaktionär  ist  B.  Der  Sohn des  Letzte-

ren, C, spielte 2010 als Amateur sowie ab 2011 profimässig Golf. Anfangs 2011 grün-

dete  C  als  einziger Gesellschafter  die  D GmbH,  welche  die  Beteiligung an  Turnieren, 

Golfunterricht,  sowie  den  Handel  mit  Sportartikeln  und  -Bekleidung  betreibt.  In  ihrer 

Steuererklärung  für  die  Steuerperiode  1.8.2010  -  31.7.2011  deklarierte  die  Pflichtige 

einen  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr.  110'400.-  und  ein  (steuerbares)  Eigenkapital 

von  Fr.  742'000.-.  Unter  anderem  machte  sie  dabei  einen  Aufwand  für  Golf-

Sponsoring, namentlich von C, von Fr. 70'000.- geltend. 

Mit  Auflage  vom  6.  November  2013  verlangte  das  kantonale  Steueramt  den 

Nachweis  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  und  der  Werbewirkung  des  Sponso-

ringaufwands sowie die Einreichung des Sponsoringvertrags. Des Weiteren forderte es 

Auskunft  darüber, für  wen  und was geworben werde,  wie der  betreffende  Sportler  öf-

fentlich aufgetreten sei und ob Pressebilder vorhanden seien. Am 11. Dezember 2013 

antwortete die Pflichtige, es werde für die Firmenlabels E und F geworben, welche sie 

vertreibe.  Als  Beleg  reichte  sie  unter  Anderem  einen  Sponsoringvertrag  mit  der  D 

GmbH,  drei  Fotos  und  eine  Liste  der  Ergebnisse  diverser  PGA-Turniere  (PGA  =  pro-

fessional golfer's association) in den Jahren 2011 und 2013 mit C als Teilnehmer ein. 

Mit  Entscheiden  vom  2.  Mai  2014  veranlagte  bzw.  schätzte  das  kantonale 

Steueramt die Pflichtige für die Steuerperiode 1.8.2010 - 31.7.2011 mit einem steuer-

baren  Reingewinn  von  Fr.  180'400.-  und  einem  (steuerbaren)  Eigenkapital  von 

Fr. 742'000.- ein. Dabei rechnete es beim steuerbaren Reingewinn den Werbeaufwand 

für Sponsoring von Fr. 70'000.- auf. 

B. Hiergegen erhob die Pflichtige am 23. Mai 2014 Einsprache und beantrag-

te, deklarationsgemäss veranlagt bzw. eingeschätzt zu werden. Zur Begründung führte 

sie  aus,  der  Golfspieler  habe  an  den  Turnieren jeweils  eine  Oberbekleidung  mit  dem 

Label F getragen. Die Auslagen seien zudem im Vertrauen auf die Auskunft des kanto-

nalen Steueramts vom 10. November 2010 getätigt worden. 

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Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 25. Juli 2014 ab. 

C. Am 26. August 2014 erhob die Pflichtige Beschwerde und Rekurs und wie-

derholte ihren Einspracheantrag. Zudem beantragte sie die Zusprechung einer Partei-

entschädigung. Am 4. September 2014 ergänzte sie die Beschwerde-/Rekursschrift. 

In der Beschwerde- und Rekursantwort vom 22. September 2014 schloss das 

kantonale  Steueramt  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerver-

waltung beantragte am 27. Oktober 2014 ebenfalls Abweisung der Beschwerde. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird  – sofern rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  Aktiengesellschaft  setzt  sich  gemäss 

Art. 58  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezem-

ber 1990 (DBG) bzw. § 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) zusam-

men  aus  dem  Saldo  der  Erfolgsrechnung,  unter  Berücksichtigung  des  Saldovortrags 

des Vorjahres (Ziff. 1 bzw. lit. a) und allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrech-

nung  ausgeschiedenen  Teilen  des  Geschäftsergebnisses,  die  nicht  zur  Deckung  von 

geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden (Ziff. 2 bzw. lit. b).  

b) Geschäftsmässig begründet und damit gestützt auf Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG  

bzw. § 64 Abs. 1 Ziff. 2 StG vom erzielten Gewinn absetzbar sind Aufwendungen dann, 

wenn sie auf Massnahmen beruhen, welche die Unternehmensleitung in guten Treuen 

in  Erfüllung  des  Gesellschaftszwecks  getroffen  hat.  Zu  diesen  zählen  namentlich  alle 

Aufwendungen,  Wertverminderungen  und  Verluste,  deren  Vermeidung  der  Unterneh-

mung  im  Hinblick  auf  die  Erfüllung  ihres  Gesellschaftszwecks  nach  den  Umständen 

des  Einzelfalls  nicht  zumutbar  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar 

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zum DBG, 2. A., 2009, Art. 58 N 74, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 

2013,  §  64  N  162;  zum  alten  kantonalen  Recht:  Reimann/Zuppinger/Schärrer,  Kom-

mentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. Band,  1969,  § 45  N 111).  Als  geschäftsmässig 

nicht  begründet  werden  dagegen  Aufwendungen  erachtet,  die  auf  ungewöhnlichen, 

sachwidrigen,  absonderlichen  Gepflogenheiten  oder  auf  völlig  unangemessenen 

Massnahmen beruhen, oder von denen anzunehmen ist, die Gesellschaft habe damit 

lediglich  Steuern  einsparen  wollen,  die  bei  sachgemässer  Ordnung  der  Verhältnisse 

geschuldet wären (Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 113). Demgegenüber ist es für 

die geschäftsmässige Begründetheit einer Aufwendung nicht erforderlich, dass sie für 

den Betrieb notwendig oder im Sinn einer rationellen und gewinnorientierten Betriebs-

führung  zweckmässig  ist.  Ungeschickte  Dispositionen  sind  ebenso  hinzunehmen  wie 

mangelnde  Rentabilität  einer  Investition.  Anders  zu  entscheiden  hiesse,  in  die  unter-

nehmerische  Entscheidungsfreiheit  des  Betriebs  einzugreifen,  was  nicht  Sache  der 

Steuerbehörde  ist.  Es  genügt,  wenn  der  Betrieb  und  der  damit  verfolgte  Zweck  der 

Gewinnerzielung mit der Aufwendung in irgendeinem kausalen Zusammenhang steht, 

wobei dieser Zusammenhang immerhin sachlicher Natur sein muss. Kausalität mit ei-

nem spezifischen Ertrag darf jedoch nicht verlangt  werden (Kuhn/Brülisauer, in: Kom-

mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 24 N 56 ff. StHG). 

c)  Auf  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  (als  besondere  Form  der  ge-

schäftsmässig nicht begründeten Aufwendung) ist zu schliessen, wenn eine juristische 

Person, sich entreichernd, ihren Gesellschaftern oder ihr sonst nahestehenden Perso-

nen,  diese  bereichernd,  bewusst  geldwerte  Vorteile  zuwendet,  die  sie  unbeteiligten 

Dritten nicht einräumen würde (RB 1985 Nr. 42 = StE 1985 B 72.13.22 Nr. 4; Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 58 N 95 DBG, § 64 N 177 StG). 

d) Um die Beurteilung der geschäftsmässigen Begründetheit von geltend ge-

machten Aufwendungen – und der allfällig damit verbundenen verdeckten Gewinnaus-

schüttungen – zu ermöglichen, ist die steuerpflichtige Gesellschaft kraft der sie treffen-

den  gesetzlichen  Obliegenheiten  (Art. 124  ff.  DBG,  §§ 132  ff.  StG)  gehalten,  an  der 

Abklärung  der  solchen  Aufwendungen  zugrunde  liegenden  Tatsachen  mitzuwirken, 

wobei sie für deren Verwirklichung beweisbelastet ist (vgl. RB 1977 Nr. 60). Insbeson-

dere  hat  sie  spätestens  vor  Steuerrekursgericht  binnen  der  Beschwerde-/Rekursfrist 

eine  substanziierte Sachdarstellung  vorzutragen und die Beweismittel für  deren  Rich-

tigkeit beizubringen (RB 1964 Nr. 68, 1975 Nr. 54).  

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e) Kann eine derartige geschäftliche Zwecksetzung der Ausgaben nicht bejaht 

werden, so sind die entsprechenden Vermögensabgänge als erfolgsneutrale Privatent-

nahmen  zu  würdigen,  die  mit  Blick  auf  die  Ertragsbesteuerung  als  geschäftsmässig 

nicht  begründeter  Aufwand  aufzurechnen  sind  (VGr,  27.  August  1997  =  StE  1997 

B 72.14.1 Nr. 16, auch zum Folgenden sowie BGr, 1. Mai 2000 = Pra 2000, 910). Aus-

gaben,  von  denen  sich  die  Unternehmensleitung  in  guten  Treuen  einen  dem  Unter-

nehmen  zukommenden  Erfolg  verspricht,  sind  regelmässig  als  geschäftsmässig  be-

gründet  zu  würdigen.  Dazu  gehören  zunächst  Werbeausgaben  für  einzelne  vom 

Unternehmen angebotene Waren oder Dienstleistungen, des Weiteren aber auch Aus-

lagen für solche Werbemassnahmen, welche die Firma des Unternehmens als Ganzes 

auf  dem  Markt  günstig  positionieren  sollen.  Damit  wird  bezweckt,  den  Absatz  seiner 

Produkte mittelbar zu fördern und den Erfolg des Unternehmens insgesamt zu sichern 

sowie seine Marktstellung zu stärken oder auszubauen. 

Der Pflege des Ansehens des Unternehmens in der Öffentlichkeit dienen auch 

Sponsorbeiträge an kulturelle, soziale oder sportliche Veranstaltungen oder Einrichtun-

gen.  Solche  Aufwendungen  erfolgen  in  der  Regel  ohne  unmittelbare  wirtschaftliche 

Zielsetzung,  sondern  sind  vielmehr  darauf  gerichtet,  ein  Gegengewicht  zum  Bild  des 

als ausschliesslich gewinnstrebig handelnd erscheinenden Unternehmens zu schaffen. 

In  diesem  Sinn  ist  dem  Auftritt  als  Sponsor  auch  eine  Werbewirkung  eigen,  die  sich 

über einzelne Produkte hinaus auf die Unternehmung als Marktteilnehmerin erstreckt. 

Dadurch  unterscheiden  sich  Sponsorbeiträge  von  eigentlichen  freiwilligen  Leistungen 

an  soziale  Einrichtungen  oder  etwa  an  politische  Parteien  und  Aktionen,  die  erbracht 

werden,  ohne  dass  das  Unternehmen  dies  öffentlich  kundgibt.  Die  Abgrenzung  hat 

demgemäss  danach  zu erfolgen,  ob  die  Ausgaben  zu Werbezwecken  zugunsten  des 

Unternehmens  getätigt  werden.  Soweit  dieser  Zweck  der  Ausgaben  bejaht  werden 

kann,  sind  die  Aufwendungen  grundsätzlich  ohne  betragsmässige  Beschränkung  als 

geschäftsmässig  begründet  zum  Abzug  zuzulassen.  Sie  müssen  immerhin  in  einem 

betriebswirtschaftlich  vertretbaren  Verhältnis  zur  Grösse  des  Unternehmens  stehen 

sowie  zu  Art  und  Umfang  des  Adressatenkreises  für  Werbemassnahmen.  Sprengen 

sie  diesen  Rahmen,  so  liegt  die Vermutung  nahe,  die  Aufwendungen  verfolgten  nicht 

Ziele  des  Unternehmens,  sondern  solche  von  Mitgliedern  der  Geschäftsleitung  oder 

diesen nahestehender Personen, so dass sie nicht mehr als geschäftsmässig begrün-

det zu würdigen wären. 

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2. a) Vorliegend beantragt die Pflichtige den Abzug von Fr. 70'000.- als Spon-

soringbeiträge, welche sie der D GmbH ausrichtete. Letztere Firma wurde am 16. Feb-

ruar 2011 von C, Sohn des Hauptaktionärs der Pflichtigen, gegründet und bezweckt die 

Beteiligung an Turnieren, Golfunterricht und Handel mit Sportartikeln und -bekleidung. 

Obschon die D GmbH Vertragspartnerin ist, tritt als Werbeträger unbestrittenermassen 

einzig C auf. 

Der zwischen der Pflichtigen (Sponsorin) und der D GmbH (ohne Datum) ab-

geschlossene Sponsoringvertrag überträgt Ersterer den Status einer "Exklusivsponso-

rin"  der  D  GmbH  (Sponsornehmerin),  inklusive  aller  von  dieser  betreuten  Golfspieler, 

der  veranstalteten  Turniere  sowie  der  Unterrichtstätigkeiten.  Die  Sponsornehmerin 

sichert der Sponsorin für sämtliche von ihr betreuten Bereiche die Branchenexklusivität 

im Bereich "Mode, Bekleidung und Accessoires" zu. Dies bedeutet, dass die Sponsor-

nehmerin  sich  verpflichtet,  im  genannten  Bereich  mit  keinem  anderen  einen  Sponso-

ringvertrag abzuschliessen[…]. Allfällige offizielle Printerzeugnisse der Sponsornehme-

rin  (z.  B.  Pressemappe,  Programmheft)  werden  mit  einem  von  beiden  Parteien 

vorgängig  zu  genehmigenden,  in  Grösse/Aufmachung  reglementkonformen  Logo  der 

Sponsorin versehen  […].  Die Sponsorin  erhält  für  sämtliche Turniere,  an  denen Golf-

spieler der Sponsornehmerin teilnehmen, eine im Voraus anzugebende Anzahl Gratis-

Eintritte  sowie  Möglichkeiten  zur  exklusiven  Bewirtschaftung  eigener  Gäste  (Ge-

schäftspartner  etc.)  an  diesen  Turnieren  in  den  dafür  vorgesehenen  Sponsor-/VIP-

Bereichen [….]. 

b) aa) Nach Ausführungen der Pflichtigen vertreibt sie insbesondere Produkte 

der Marke F. C habe 2010 als hoffnungsvoller Nachwuchsspieler im Golf gegolten und 

2011 zu den Profis gewechselt. Im Herbst 2010 habe sich die Pflichtige entschieden, C 

als Sponsor finanziell zu unterstützen. Mit Abschluss des Sponsoringvertrags habe sie 

den Status als Exklusivsponsorin der D GmbH für den Bereich Mode, Bekleidung und 

Accessoires  erworben  und  sich  im  Gegenzug  dazu  verpflichtet,  für  die  ersten  neun 

Monate des Jahrs 2011 Fr. 10'000.- monatlich als Sponsoringbeitrag zu bezahlen. 

Zwischen  2009  und  2012  habe  C  an  mehr  als  hundert  Turnieren  teilgenom-

men.  Da  ihm  allerdings  nach  drei  Jahren  der  Durchbruch  nicht  gelungen  sei,  sei  das 

Sponsoring wieder beendet worden. An den Turnieren trete C immer mit Kleidungsstü-

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cken der Marken an, die von der Pflichtigen vertrieben würden. Insbesondere Trage er 

Kleider mit dem Label F. 

bb) Am 4. September 2014 reichte die Pflichtige eine Liste der von C gespiel-

ten Turniere ein. Im Begleitschreiben dazu präzisierte sie, es habe sich nicht um, wie in 

der Beschwerde- und Rekursschrift ausgeführt, mehr als hundert Turniere, sondern um 

50 Turniere im In- und Ausland gehandelt. 

3.  Sponsoringbeiträge  sind  wie  erwähnt  dem  geschäftsmässig  begründeten 

Aufwand  zuzurechnen,  wenn  sie  erkennbar  zu  Werbezwecken  zugunsten  des  Unter-

nehmens  getätigt  werden  und  in  einem  betriebswirtschaftlich  vertretbaren  Verhältnis 

zur Grösse desselben stehen. Dabei trifft die Beweislast diesbezüglich die steuerpflich-

tige Gesellschaft, da es sich um steuermindernde Tatsachen handelt. 

a) aa) Ein Werbezweck zugunsten des Unternehmens kann lediglich Sponso-

ringbeiträgen zugesprochen werden, welche geeignet sind, eine Werbewirkung zu ent-

falten.  Entgegen  der  Meinung  des  kantonalen  Steueramts  ist  indessen  die  Frage,  ob 

sich die Massnahmen im Nachhinein als werbewirksam erwiesen haben, nicht von Be-

lang,  ist  doch  ungeschickten  Dispositionen  eines  Unternehmens  nicht  a priori  die  ge-

schäftsmässige Begründetheit abzusprechen. 

Für  die  Geeignetheit  einer  Sponsoringmassnahme,  eine  Werbewirkung  zu 

entfalten,  ist  die  Pflichtige  substanziierungs-  und  beweispflichtig.  Dabei  hängt  diese 

Geeignetheit  im  Sportsponsoring  davon  ab,  ob  mit  dem  Auftreten  des  Gesponserten 

eine positive Werbewirkung verbunden ist. Nur bei sportlichem Erfolg des Gesponser-

ten  ist  eine  solch  positive Wirkung auf  das Image  der  Sponsorin  zu  erwarten.  Schafft 

es  der  Sportler  nicht,  durch  seine  Leistung  ins  Rampenlicht  zu  gelangen,  bleiben  die 

Sponsoringmassnahmen  weitestgehend  wirkungslos.  Dabei  wird  die  Sponsorin  regel-

mässig nur aufgrund vergangener Leistungen auf die Erfolgsaussichten für die Zukunft 

schliessen können. 

Neben  den  Erfolgsaussichten  des  Sportlers  entscheidet  die  Sichtbarkeit  der 

Sponsorin bei dessen Auftritten über die Geeignetheit, Werbewirkung zu entfalten. Die 

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Sponsorin muss so publikumsöffentlich wie möglich mit dem Sportler verknüpft werden 

und dergestalt "Flagge" zeigen (VGr, 27. August 1997 = StE 1997 B 72.14.1 Nr.16). 

bb) Zu den sportlichen Erfolgsaussichten von C im Zeitpunkt des Abschlusses 

des  Sponsoringvertrags  (mutmasslich  Herbst  2010)  führte  die  Pflichtige  aus,  er  habe 

2010  als  "hoffnungsvoller  Golf-Nachwuchsspieler"  gegolten.  Als  Beweis  dafür  wurden 

Zeugenaussagen von C, dessen Vater B und dessen Trainer angeboten.  

Damit ein diesbezügliches Beweisverfahren durchgeführt werden kann, muss 

vorerst eine entsprechende substanziierte Sachdarstellung (Tatsachenbehauptung, die 

es zu bewiesen gilt) vorliegen. Im Rechtsmittelverfahren kann eine solche Darstellung 

nicht  in  einem  Beweisverfahren  nachgeholt  werden,  da  dieses  einzig  die  Richtigkeit 

eines  hinreichend  behaupteten  Sachverhalts  zu  erforschen  erlaubt 

(Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art 123 N 14 ff. DBG und § 132 N 14 ff. StG). Dabei muss 

der  Bezeichnung  "hoffnungsvoller  Nachwuchsspieler"  der  Charakter  einer  Tatsachen-

behauptung  abgesprochen  werden.  Vielmehr  handelt  es  sich  um  ein  Werturteil,  wel-

ches als solches keinem Beweis zugänglich ist. Es wäre Aufgabe der Pflichtigen gewe-

sen,  im  Rahmen  ihrer  Substanziierungspflicht  die  Erfolge  von  C  darzulegen,  welche 

2010 im Sinn einer Wertung vermuten liessen, er werde eine erfolgreiche Karriere als 

Profigolfer  haben.  Die  Pflichtige  ist  entsprechende  Ausführungen  jedoch  gänzlich 

schuldig geblieben. 

cc) Fraglich ist weiter, wie, d.h. in welcher äusseren Erscheinung, C in der Zeit 

von  Januar  bis  September  2011  in  Golfturnieren  aufgetreten  ist.  Dem  Sponsoringver-

trag lässt sich keine konkrete Verpflichtung des Gesponserten entnehmen, bestimmte 

Kleidung zu tragen, und auch die Angaben der Pflichtigen sind in diesem Punkt wider-

sprüchlich. Im Einschätzungsverfahren führte sie aus, es werde für die Labels E und F 

geworben. Mit Einsprache vom 23. Mai 2014 erklärte sie sodann, der Golfspieler habe 

an den Turnieren jeweils eine Oberbekleidung getragen, welche (nur) das Label F auf-

wies.  Die  drei  Beweisfotos,  die  im  Einspracheverfahren  eingereicht  wurden,  weisen 

kein  Entstehungsdatum  auf.  Zwei  von  ihnen  (a  +  c)  zeigen  offenbar  C,  gekleidet  mit 

einem T-Shirt mit dem Logo E, beim Golfspielen, wobei nicht einmal klar ist, ob es sich 

dabei um Fotos von einem Turnier handelt. Das dritte Foto (b) zeigt einfach ein T-Shirt, 

wobei eine Marke nicht erkennbar ist. Schliesslich behauptete die Pflichtige in der Be-

schwerde- und Rekursschrift, an den Turnieren trete C immer mit Kleidungsstücken der 

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Marken an, die von ihr vertrieben würden. Insbesondere trage er Kleider der Marke F. 

Die Verwendung des Präsens (auftritt) lässt darauf schliessen, dass sich die Pflichtige 

auf  die  Gegenwart  bezieht.  Aussagen  betreffend  das  streitbetroffene  Geschäftsjahr 

1.8.2010 - 31.7.2011 sind der Beschwerde- und Rekursschrift nicht zu entnehmen.  

Zu welchem Anlass C welche Kleidung getragen hat, ist somit weder substan-

ziiert  noch  nachgewiesen.  Auch  bezüglich  der  Zahl  der  von  ihm  gespielten  Turniere 

herrscht keine Klarheit: Während er gemäss Beschwerde- und Rekursschrift zwischen 

2009  und  2012  an  mehr  als  hundert  teilgenommen  haben  soll,  wurde  diese  Zahl  mit 

Eingabe vom 4. September 2014 auf rund 50 Turniere zwischen 2009 und 2011 redu-

ziert, wobei eine Liste beigelegt wurde, welche für die Zeit 1.8.2010 - 31.7.2011 gerade 

mal 12 Turniere 2011 aufzählt, davon 5 nach "Inkrafttreten" des Sponsoringvertrags. 

b)  Zusammenfassend  konnte  die  Pflichtige  demnach  die  Werbewirkung  des 

Sponsoringaufwands  und  damit  die  geschäftsmässige  Begründetheit  nicht  beweisen. 

Als  Folge  davon  drängt  sich  die  Vermutung  auf,  die  Pflichtige  haben  den  streitigen 

Aufwand nur  deshalb getätigt,  weil  Empfänger  von  entsprechenden  Leistungen  der  D 

GmbH  letztlich  unstreitig  der  Sohn  des  Alleinaktionärs  der  Pflichtigen  war  und  daher 

eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  der  Pflichtigen  zugunsten  ihres  Alleinaktionärs 

vorliegt. 

Fraglich ist indessen noch, ob sich die Pflichtige auf Treu und Glauben beru-

fen  kann,  macht  sie  doch  geltend,  im  Vertrauen  auf  eine  Auskunft  des  kantonalen 

Steueramts gehandelt zu haben. 

4. a) aa) Die Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) statuiert den Grund-

satz von Treu und Glauben in Art. 5 Abs. 3 einerseits als Regel für das Verhalten von 

Staat und Privaten sowie andererseits in Art. 9 als grundrechtlichen Anspruch des Pri-

vaten  gegenüber  dem  Staat  auf  Schutz  des  berechtigten  Vertrauens  in  behördliche 

Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartung begründendes Verhalten der Be-

hörden (BGE 126 II 375 E. 3a S. 377 mit Hinweisen).  

Zwar  verlangt  das  Gesetzmässigkeitsprinzip,  dass  die  Verwaltungsbehörden 

nach Massgabe des Gesetzes und nicht nach Massgabe der vom Gesetz abweichen-

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den  Auskunft  entscheiden.  Indessen  kann  eine  unrichtige  behördliche  Auskunft  unter 

gewissen Umständen eine Vertrauensgrundlage bilden. Dies gilt auch für das Steuer-

recht, wenn auch in geringerem Masse. Voraussetzung dafür bildet, dass sich die Aus-

kunft der Behörde auf eine konkrete, den betreffenden Bürger berührende Angelegen-

heit  bezieht  und  vorbehaltlos  erteilt  wurde,  dass  die  Amtsstelle,  welche  die  Auskunft 

gegeben hat, hierfür zuständig war oder der Bürger sie aus zureichenden Gründen als 

zuständig betrachten durfte, dass der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne 

weiteres hat erkennen können, dass er im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rück-

gängig zu machende Dispositionen getroffen hat und dass die Rechtslage zur Zeit der 

Verwirklichung des Tatbestands noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunftser-

teilung (BGr, 4. Mai 2010, 2C_45/2010, mit Hinweisen).  

bb)  Will  der  Steuerpflichtige  die  Behörde  an  eine  erteilte  unrichtige  Auskunft 

binden, trägt er für das Vorliegen der genannten Voraussetzungen als steuermindern-

de Tatsache die Beweislast (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu Art. 109-121 DBG 

und zu  §§  119-131 N  77 StG).  Der  vom  Steuerpflichtigen  anzutretende  Nachweis  er-

fordert  namentlich  im  Rechtsmittelverfahren  eine  substanziierte  Sachdarstellung,  die 

spätestens  innerhalb  der  Beschwerde-  bzw.  Rekursfrist  vorgetragen  werden  muss 

(ZStP 2008, 263, auch zum Folgenden).  

b) aa) Am 14. Oktober 2010 liess die Pflichtige dem Steueramt der Stadt Zü-

rich folgende Anfrage zukommen: "Ein Sohn des Hauptaktionärs (und künftiger Aktio-

när mit einer Aktie sowie Verwaltungsrat) der obgenannten Gesellschaft [= der Pflichti-

gen]  wird ab  nächstem Jahr  als  Golf-Profi tätig sein.  Die Gesellschaft möchte ihn  auf 

der  Basis  eines  Werbe-/Sponsoringvertrags  unterstützen.  Darin  würde  sich  der  Golf-

Profi  verpflichten,  während  Wettkämpfen  Kleidungsstücke  mit  den  Schriftzügen  der 

Marken  unserer  Mandantin  [=  der  Pflichtigen]  zu  tragen.  Im  Gegenzug  würde  unsere 

Mandantin  dem  Golf-Profi  bzw.  dessen  noch  zu  gründenden  CH-Gesellschaft  einen 

jährlichen  Werbe-/Sponsoringbeitrag  von  Fr.  100'000.-  überweisen.  Da  es  sich  beim 

Empfänger der Leistung um eine nahe stehende Person, bzw. um eine durch eine na-

he stehende Person beherrschte Gesellschaft handelt, ersuchen wir Sie höflich um Ihre 

Bestätigung,  dass  dieser  Beitrag  bei  unserer  Mandantin  als  geschäftsmässig  begrün-

deter Aufwand sowohl bei der Staats-, als auch bei der Bundessteuer steuerlich aner-

kannt wird.". 

1 DB.2014.166 
1 ST.2014.208 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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bb) In seiner Antwort vom 10. November 2010 verwies das kantonale Steuer-

amt auf die Voraussetzungen, unter welchen Sportsponsoring im Sinn von § 45 Abs. 1 

lit.  b  aStG  vom  steuerbaren  Ertrag  abziehbar  ist  und  bemerkte  zum  konkreten  Fall: 

"Vorliegend  dürften  die  Aufwendungen  vom  Grundsatz  her  gemessen  an  den  obigen 

Ausführungen  geschäftsmässig  begründet  sein.  Die  Höhe  des  Beitrags  muss  jedoch 

einem  Drittvergleich  (Vergleich  unter  unbeteiligten  Dritten)  standhalten  und  lässt  sich 

im jetzigen Zeitpunkt nicht bestimmen. Der Abzug wird daher anlässlich der Einschät-

zung der massgeblichen Steuerperiode (2010 oder 2011), wenn alle Variablen bekannt 

sind,  vom  dannzumal  zuständigen  Steuerkommissär  bzw.  Steuerrevisor  zu  beurteilen 

sein.". 

cc)  Entgegen  der  Anfrage  der  Pflichtigen  vom  14.  Oktober  2010  hat  sich  C 

keinesfalls  vertraglich  verpflichtet,  während  Wettkämpfen  Kleidungsstücke  mit  den 

Schriftzügen  der  von  ihr  vertretenen  Marken  zu  tragen.  Auch  bleibt  –  wie  erwähnt  – 

unbewiesen, dass er dies trotzdem tatsächlich tat, weswegen der Sachverhalt, auf den 

sich die Auskunft bezieht, als nicht verwirklicht gelten muss. Zudem stand die Auskunft 

unter dem Vorbehalt, dass eine endgültige Beurteilung erst dann erfolgen würde, wenn 

alle Variablen bekannt seien und die Beurteilung des Abzugs dem zuständigen Steuer-

kommissär bzw. Steuerrevisor vorbehalten bleibe. 

Die Pflichtige kann sich somit unter den gegebenen Umständen nicht auf Ver-

trauensschutz berufen. 

5.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Ausgangsge-

mäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  der  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144  Abs.  1 

DBG  und  §  151  Abs.  1  StG)  und  ist  ihr  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen 

(Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1 - 3  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

1 DB.2014.166 
1 ST.2014.208 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

1 DB.2014.166 
1 ST.2014.208