# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b78e6db-0be7-505b-baff-d00dc83a2cdd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 12.06.2019 S 2019 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-2_2019-06-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 2

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Meisser

RichterIn von Salis, Audétat 

Aktuar ad hoc Kollegger

URTEIL

vom 12. Juni 2019

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ war ursprünglich Pflegefachfrau und durchlief zwischen 1999 und 

2002 aufgrund von Rückenproblemen eine IV-Umschulung zur techn. Kauf-

frau, sowie zwischen 2004 und 2005 eine Weiterbildung zur Personalfach-

frau mit eidg. Fachausweis. Nach mehreren befristeten Vollzeitstellen ist 

A._____ seit September 2008 auf Stellensuche, während sie einer Neben-

beschäftigung mit 10%-Pensum als Controllerin/Testkäuferin bei der 

B._____ AG nachgeht.

2. Mit Verfügung vom 10. September 2014 lehnte die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) ein Leistungsbegehren auf berufliche 

Massnahmen und Rentenleistungen für A._____ ab. Begründend führte die 

IV-Stelle aus, dass gemäss ihren Abklärungen keine Erkrankung vorliege, 

welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge habe und eine 

Invalidität im Sinne des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

begründe.

3. Am 2. Juli 2017 meldete sich A._____ erneut bei der IV-Stelle an. Ihr Ge-

such um berufliche Integrationsmassnahmen und IV-Rente begründete sie 

damit, dass sie nebst ihren Rückenproblemen seit 2005 unter psychischen 

Problemen leide.

4. Mit Schreiben vom 2. November 2017 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass 

ihr Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt werde. In der 

Folge besuchte A._____ verschiedene Programme zur Arbeitsvermittlung.

5. Am 8. November 2017 informierte die IV-Stelle A._____ indes über den 

Abschluss der Arbeitsvermittlung, da trotz Bemühungen seit dem 4. Juli 

2017 die Integration in den ersten Arbeitsmarkt nicht gelungen sei.

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6. Auf Verlangen von A._____ eröffnete die IV-Stelle am 27. November 2018 

eine anfechtbare Verfügung betreffend den Abschluss der Arbeitsvermitt-

lung.

7. Gegen die Verfügung vom 27. November 2018 erhob A._____ (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 3. Januar 2019 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (nachfolgend: Verwal-

tungsgericht) und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung, 

die Gewährung beruflicher Massnahmen sowie Integrationsmassnahmen 

zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung. Begründend führte sie 

im Wesentlichen aus, dass die angefochtene Verfügung keine Begründung 

enthalte und die Voraussetzungen für die beendeten Massnahmen immer 

noch bestünden. Die Ziele der Arbeitsvermittlung seien noch nicht erreicht 

und die Zielerreichung sei erschwert gewesen. Auch rügte sie, dass die 

Arbeitsvermittlung nur eingestellt worden sei, weil dafür zu wenig Geld vor-

handen gewesen sei. 

8. In der Vernehmlassung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

wurde der Antrag auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde damit be-

gründet, dass die Beschwerdeführerin in einer behinderungsgeeigneten 

Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und trotz ihrer gesundheitlichen Beschwer-

den nicht erheblich behindert sei. Eine Fortführung der Arbeitsvermittlung 

sei im Übrigen auch unter dem Prinzip der Verhältnismässigkeit nicht an-

gezeigt.

9. Mit Replik vom 31. Januar 2019 ergänzte die Beschwerdeführerin ihre Be-

gründung dahingehend, dass die Anspruchsvoraussetzungen gegeben 

seien und gegenteilige Einschätzungen nicht genügend abgeklärt bzw. 

kommuniziert worden seien. Ausserdem habe sie keine Einsicht in den Be-

richt der KADES GmbH über das Einsatzprogramm, sowie in den Case Re-

port vom 16. Januar 2019 nehmen können.

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10. Mit Schreiben vom 5. Februar 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

auf die Einreichung einer Duplik.

11. Am 23. Mai 2019 stellte der Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin den 

(undatierten) Bericht der KADES GmbH (bei der Beschwerdegegnerin ein-

gegangen am 15. Januar 2019) sowie den Case Report vom 16. Januar 

2019, zur allfälligen Stellungnahme bis zum 4. Juni 2019, zu. Mit Stellung-

nahme vom 3. Juni 2019 machte die Beschwerdeführerin in der Folge von 

dieser Möglichkeit Gebrauch.

12. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

die weiteren Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der Beschwerdegegnerin vom 27. November 2018 über den Ab-

schluss der Arbeitsvermittlung stellt folglich ein taugliches Anfechtungsob-

jekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar. Die sachliche Zu-

ständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des Bundesge-

setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin der strittigen 

Verfügung ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdi-

ges Interesse an deren Aufhebung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Üb-

rigen frist- und formgerecht (vgl. Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 i.V.m. Art. 

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38 Abs. 4 lit. c und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit ein-

zutreten.

2. Das Verwaltungsgericht entscheidet in der Regel in der Besetzung mit drei 

Richterinnen und Richtern (Art. 43 Abs. 1 VRG). Ausnahmsweise entschei-

det es in einzelrichterlicher Kompetenz, etwa dann, wenn der Streitwert Fr. 

5'000.-- nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist 

(Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG). Aus den Beilagen der Beschwerdegegnerin geht 

hervor, dass die Kosten für das Einsatzprogramm KADES gem. Kostengut-

sprache vom 17. Oktober 2018 monatlich Fr. 1'866.-- zzgl. Reisekosten be-

trugen (Beilage der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 121). Auch ist ersicht-

lich, dass während der Eingliederungsmassnahmen Taggelder in der Höhe 

von Fr. 150.40 (Bg-act. 117-119) zugesprochen wurden, somit betragen 

schon die Taggelder alleine rund Fr. 4'500.-- pro Monat. In Anbetracht des-

sen, dass die Beschwerdeführerin auf eine unbefristete Weiterführung der 

Massnahmen zielt, ist von einem Streitwert über Fr. 5'000.-- auszugehen, 

sodass das Verwaltungsgericht vorliegend in der Regelbesetzung ent-

scheidet.

3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Abschluss der 

Arbeitsvermittlung zu Recht verfügt hat, wobei auch die behaupteten Ver-

fahrensfehler in diesem Zusammenhang zu prüfen sind. Im Rechtsbegeh-

ren der Beschwerde vom 3. Januar 2019 beantragt die Beschwerdeführerin 

nebst der Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der Weiter-

führung der Arbeitsvermittlung sinngemäss die Gewährung von Integrati-

onsmassnahmen i.S.v. Art. 14a Abs. 3 IVG und Art. 4sexies Abs. 1 und 6 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). Solche In-

tegrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung 

stehen vorliegend nicht im Zusammenhang mit dem angefochtenen Ab-

schluss von Massnahmen beruflicher Art (vgl. Art. 15 ff. IVG) und können 

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deswegen auch nicht Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren bilden. 

Auf das diesbezügliche Begehren ist demnach nicht einzutreten.

4. Die Beschwerdegegnerin begründet die angefochtene Verfügung damit, 

dass es trotz ihrer Bemühungen und Unterstützung nicht gelungen sei, die 

Beschwerdeführerin innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu inte-

grieren (Beilage der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 1).

5.1. Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, dass die der angefochtenen Verfü-

gung zugrundeliegende Begründung mangelhaft sei.

5.2. Gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG sind Verfügungen zu begründen, wenn sie 

den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Dies bedeutet allerdings 

nicht, dass sich die Behörde aufgrund dieser Regelung mit allen Partei-

standpunkten einlässlich auseinanderzusetzen hat. Vielmehr kann sie sich 

auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begrün-

dung muss allerdings so abgefasst sein, dass sich der oder die Betroffene 

über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller 

Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (BGE 143 III 

65 E.5.2.; 142 III 433 E.4.3.2.; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 

Zürich 2015, Art. 49 Rz. 56).

5.3. Zutreffend ist vorliegend zwar, dass die angefochtene Verfügung rudi-

mentär begründet ist, sie enthält jedoch die wichtigsten Punkte, indem sie 

zum einen kundgibt, dass die Integration in den Arbeitsmarkt nicht gelun-

gen ist. Zum anderen nimmt sie Bezug zur "angemessenen Zeit" und zeigt 

damit, dass sie das Verhältnismässigkeitsprinzip anwandte. Es ist vor die-

sem Hintergrund nicht ersichtlich, inwiefern eine sachgerechte Beschwer-

deerhebung durch die knappe Form der Begründung verunmöglicht wurde, 

womit die Beschwerdeführerin in ihrem diesbezüglichen Vorwurf nicht zu 

hören ist.

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6. Ebenfalls nicht durchdringen kann die Beschwerdeführerin mit ihrem Vor-

bringen, sie hätte nicht alle Akten einsehen können. Gemäss den be-

schwerdegegnerischen Akten hat die Beschwerdeführerin am 12. Dezem-

ber 2018 und damit vor Einreichung der Beschwerde Akteneinsicht in sämt-

liche Akten verlangt, welche als Entscheidgrundlage für die angefochtene 

Verfügung dienten (Bg-act. 150). Die Akten, welche nach Meinung der BF 

nicht eingesehen werden konnten, sind der Case Report vom 16. Januar 

2019 und der (undatierte) Bericht KADES GmbH, welcher am 15. Januar 

2019 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen ist. In diese (neueren) Ak-

ten hat die Beschwerdeführerin bis vor dem vorliegenden Verfahren gar 

keine Einsicht verlangt, womit auch keine Rechtsverletzung von Seiten der 

Beschwerdegegnerin zu erkennen ist. Zwischenzeitlich wurden diese Ak-

ten der Beschwerdeführerin ohnehin durch das Verwaltungsgericht zuge-

stellt, worauf sie dazu Stellung nehmen konnte.

7.1. Materiell rügt die Beschwerdeführerin, dass die in der Arbeitsvermittlung 

vereinbarten Ziele nicht erreicht bzw. die Zielerreichung durch erheblich er-

schwerende Bedingungen verunmöglicht worden seien. Insbesondere hät-

ten Probleme zwischen der Beschwerdeführerin und C._____ (Jobcoach) 

bestanden betreffend notwendiger Informationen für ein Vorstellungsge-

spräch. Auch im Einsatzprogramm D._____ habe es Probleme mit dem Lei-

ter des Einsatzprogramms gegeben, indem die Beschwerdeführerin die-

sem habe mitteilen wollen, dass die privaten Probleme der anderen Teil-

nehmer nicht in diese Räume gehörten. Dafür sei sie allerdings nur getadelt 

worden. Die gewährte Arbeitsvermittlung habe mit weniger als einem Jahr 

zu kurz gedauert und sei unzulässigerweise nur beendet worden, weil kein 

Geld mehr dafür vorhanden gewesen sei. E._____ (IV-Beraterin) habe Dr. 

med. F._____ Ende Oktober 2018 telefonisch mitgeteilt, dass für eine Wei-

terführung der Massnahmen kein Geld mehr vorhanden sei. Ausserdem 

hätte für die ärztliche Beurteilung ein Gespräch mit dem regionalen ärztli-

chen Dienst (RAD) stattfinden müssen. Die Einschätzungen von Dr. med. 

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G._____ bezüglich Stressresistenz haben sich einzig auf die vorhandenen 

Akten gestützt. Sie sei zu mindestens 50 % arbeitsunfähig und führe eine 

Nebenbeschäftigung nur durch, um den schwierigen Umständen entgegen 

zu treten. Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin mittels Stellung-

nahme zum Bericht KADES geltend, dass in diesem stehe, dass sie auf ein 

Angebot der IV-Stelle nicht eingegangen sei. Damit sei aber ausser Acht 

gelassen worden, dass sie auf das Angebot nur deswegen nicht eingegan-

gen sei, weil sie psychisch angeschlagen gewesen sei und dies zu der Zeit 

geschehen sei, als sie bereits eine beschwerdefähige Verfügung betreffend 

den Abschluss der Arbeitsvermittlung angefordert gehabt habe. Es stimme 

deswegen auch nicht, dass ihr Wunsch für eine Verlängerung der Arbeits-

vermittlung lediglich auf eine Verlängerung der IV-Taggelder und Spesen 

ziele. Schliesslich sei auch unzutreffend, dass sie ihre Bewerbungs-

bemühungen einzig auf die Stellenangebote als Personalleiterin be-

schränkt habe.

7.2. Gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG haben arbeitsunfähige Versicherte, welche ein-

gliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche ei-

nes geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a), sowie begleitende Beratung im Hin-

blick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). Die IV-Stelle ver-

anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prü-

fung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (Art. 18 Abs. 2 

IVG). Arbeitsvermittlung ist nur solange zu erbringen, als der dafür notwen-

dige Aufwand nicht unverhältnismässig ist (Urteil des Bundesgerichts 

9C_16/2008 vom 2. September 2008 E.3.1.); sie wird in der Regel für die 

Dauer von 6 Monaten erbracht und kann um eine angemessene Dauer ver-

längert werden, wenn die versicherte Person aufgrund der Umstände im 

Einzelfall besondere Schwierigkeiten hat, eine Stelle zu finden (Kreis-

schreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art (KSBE) 

vom 1. Januar 2018 Rz. 5009). 

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Was die Anspruchsvoraussetzungen für die Arbeitsvermittlung betrifft, wird 

der Eintritt einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit verlangt, welche quantitativ, 

qualitativ und zeitlich so beschaffen sein muss, dass sie den Versicherten 

bei der Arbeitssuche erheblich behindert (Urteil des Bundesgerichts 

9C_594/2016 vom 18 November 2016 E.3.2; ULRICH MEYER/ MARCO 

REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 18 Rz. 4). Ebenfalls vorausgesetzt wird so-

dann die Eingliederungsfähigkeit, d.h. die objektive Möglichkeit und subjek-

tive Bereitschaft, von einem durchschnittlichen Arbeitgeber angestellt zu 

werden (ULRICH MEYER/ MARCO REICHMUTH a.a.O., Art. 18 Rz. 5). Die Not-

wendigkeit und Geeignetheit als Teilgehalte der Verhältnismässigkeit (Art. 

8 Abs. 1 lit. a IVG) verlangen überdies, dass die fehlende berufliche Ein-

gliederung i.S. der Verwertung einer bestehenden Arbeitsfähigkeit auf ge-

sundheitlich bedingte Schwierigkeiten zurückzuführen sein muss, ansons-

ten die Arbeitsvermittlung allenfalls in den Anwendungsbereich der Arbeits-

losenversicherung, nicht aber in die Zuständigkeit der Invalidenversiche-

rung fällt (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH a.a.O., Art. 18 Rz. 6).

7.3. Zunächst ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die Arbeitsunfähigkeit als 

Voraussetzung für die Arbeitsvermittlung bei der Beschwerdeführerin über-

haupt vorlag. Für die Beurteilung dieser Frage stellt das Verwaltungsgericht 

auf den Sachverhalt ab, der sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der strei-

tigen Verfügung zugetragen hat (BGE 132 V 215 E.3.1.1.; 121 V 366 E.1b). 

Dabei hat es den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 43 Abs. 

1 ATSG).

7.4. Gemäss dem Arztbericht von Dr. med. F._____ vom 30. Juni 2017 habe 

der Beschwerdeführerin "nach zahlreichen Versuchen wieder in den Ar-

beitsprozess zu kommen, vielen erlebten Enttäuschungen auch im privaten 

Bereich eine depressive Entwicklung im Sinne einer Erschöpfungsdepres-

sion" gedroht (Bg-act. 24). Diese Prognose bestand allerdings auch schon 

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gemäss dem rund drei Jahre älteren Arztbericht vom 19. Juni 2014 (Bg-act. 

16) bzw. der RAD-Abschlussbeurteilung vom 1. Juli 2014 (Bg-act. 19 S. 

12). Gemäss dem Arztbericht von Dr. med. H._____ vom 3. September 

2017 (Bg-act. 35) habe die psychische Symptomatik schon seit 1995 be-

standen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sind bis zum Zeitpunkt der ange-

fochtenen Verfügung im November 2018 keine ärztlichen Beurteilungen er-

sichtlich, welche eine solche aufgrund einer psychischen Entwicklung ver-

neinen würden. Vor diesem Hintergrund ist auch die in der RAD-Einschät-

zung von Dr. med. G._____ vom 21. August 2017 über die Eingliederungs-

fähigkeit rein medizinisch gegebene (vollumfängliche) Arbeitsfähigkeit 

durchaus nachvollziehbar (vgl. den mit der Vernehmlassung der Beschwer-

degegnerin vom 22. Januar 2019 eingereichten Case Report vom 16. Ja-

nuar 2019, S. 10 ff.). Im Gegensatz dazu scheint die Beschwerdeführerin 

Probleme im Umgang mit schwierigen Personen und Situationen zu haben. 

Zwar ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass die beteiligten Personen 

(Jobcoach, Einsatzleiter) für diese Schwierigkeiten einzustehen hätten, 

doch deuten zahlreiche Akten darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 

manchmal selber Mühe hat, gewisse Gegebenheiten zu akzeptieren. In ei-

nem E-Mail-Verkehr Ende August 2018 zwischen der Beschwerdeführerin 

und C._____ (Jobcoach) kritisierte die Beschwerdeführerin C._____ heftig 

dafür, dass diese die Beschwerdeführerin telefonisch nicht erreichen 

konnte (Bg-act. 106). In einem E-Mail vom 29. August 2018 teilte die Be-

schwerdeführerin C._____ mit, dass diese nicht im Stande sei eine Lösung 

zu finden und deshalb ihr Vertrauen in den Jobcoach geschwächt sei (Bg-

act. 102). Im Schlussbericht KADES vom 30. September 2018 wird eben-

falls von unangemessenem Verhalten der Beschwerdeführerin berichtet 

(Bg-act. 124). Auch im Verlaufsprotokoll der Arbeitsvermittlung vom 6. No-

vember 2018 ist von "disziplinarischen Vorkommnissen" die Rede (Bg-act. 

137). Im gleichen Protokoll wird deswegen auch eine adäquate psychiatri-

sche Behandlung empfohlen, auch wenn die Beschwerdeführerin der Mei-

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nung zu sein scheint, dass sie nicht immer "eine Therapie" machen müsse 

(E-Mail vom 29. August 2018; Bg-act. 102).

7.5. Aufgrund der eben geschilderten Situation ist erkennbar, dass von einer 

Arbeitsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen auch nach der Ableh-

nung des Leistungsbegehrens mittels Verfügung vom 10. September 2014 

(Bg-act. 20) keine Rede sein kann. Es trifft wohl zu, dass die Beschwerde-

führerin unter den gegebenen Umständen leidet. Doch ist ihr Leiden und 

die damit einhergehende depressive Entwicklung gerade Folge davon, 

dass die Beschwerdeführerin nicht arbeiten kann. Die Vor-aussetzung der 

(teilweisen) Arbeitsunfähigkeit war somit bis zum Zeitpunkt des Abschlus-

ses der Arbeitsvermittlung nicht gegeben und die angefochtene Verfügung 

damit rechtens.

7.6. Es erübrigt sich somit, auf die weitere Voraussetzung der Eingliederungs-

fähigkeit näher einzugehen, zu welcher sich die Beschwerdeführerin mit 

ihren Rügen zumindest implizit auch zu äussern scheint.

7.7. Ohnehin wäre aber die angefochtene Verfügung unter dem Blickwinkel der 

Verhältnismässigkeit selbst beim Vorliegen einer (teilweisen) Arbeitsun-

fähigkeit und der Eingliederungsfähigkeit nicht zu beanstanden. Die Ar-

beitsvermittlung dauerte, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, 

vom 2. November 2017 (Bg-act. 49) bis zum 6. November 2018 (Bg-act. 

140), somit rund ein Jahr. Dies, obwohl auch auf eine einjährige Arbeits-

vermittlung kein Anspruch bestünde, solange der dafür notwendige Auf-

wand nicht verhältnismässig ist (vgl. oben E.7.2.). Vorliegend hat im Rah-

men der Arbeitsvermittlung eine intensive Betreuung (vgl. etwa Bewer-

bungscoaching I._____ AG [Bg-act. 51, 52], Ausbildungskurs Stiftung Ar-

beitsgestaltung [Bg-act. 60, 61], Arbeitstraining Personalamt GR [Bg-act. 

74], Arbeitstraining D._____ [Bg-act. 92], Vorbereitungsmassnahmen Ein-

satzprogramm KADES [Bg-act. 116, 121]) stattgefunden, ohne dass die 

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Beschwerdeführerin den Anschluss in den ersten Arbeitsmarkt finden 

konnte. Deren Einwand, dass die Beschwerdegegnerin laut dem Schreiben 

von Dr. med. F._____ [Bf-act. 5] aufgrund fehlender finanzieller Mittel die 

Arbeitsvermittlung eingestellt habe, kann aufgrund der bekannten Akten 

nicht verifiziert werden. Allerdings ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die 

Beschwerdeführerin mit diesem Einwand etwas für sich ableiten könnte, 

sprechen doch hohe Kosten in der Verhältnismässigkeitsprüfung eher ge-

gen eine Verlängerung der Arbeitsvermittlung als dafür. Schliesslich ist 

auch die Rüge unbegründet, dass die Ziele der Arbeitsvermittlung nicht er-

reicht worden seien. Ein Anrecht auf Erreichung des Ziels i.S. einer Erfolgs-

garantie besteht im Rahmen der Arbeitsvermittlung nämlich nicht (vgl. 

KSBE Rz. 5011). Auf Ziele wie Unterstützung, Stärkung des Selbstwerts, 

Bewerbungsgesprächsstrategien, Bewältigungsstrategien sowie Eröffnen 

von Erfolgserlebnissen (vgl. Zielvereinbarung mit der I._____ GmbH, Bf-

act. 2, Bg-act. 50) wurde indessen im Rahmen der Arbeitsvermittlung hin-

gearbeitet. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies zwar teilweise (vgl. auch 

"Protokoll der Anhörung", Bf-act. 4), schildert aber nicht konkret, was ihr für 

die Zielerreichung gefehlt haben soll. Solange die entsprechenden Ein-

wände lediglich auf Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen der 

Beschwerdeführerin und Mitarbeiter/Vorgesetzten hindeuten, haben diese 

jedenfalls keinen Einfluss auf den vorliegenden Entscheid. Es ist zusam-

menfassend nicht ersichtlich, dass eine längere Dauer der Arbeitsvermitt-

lung zu einer Verbesserung der Erfolgsaussichten geführt hätte. Der Ab-

schluss der Arbeitsvermittlung wäre somit selbst bei (teilweiser) Arbeitsun-

fähigkeit und Eingliederungsfähigkeit verhältnismässig.

7.8. Nach dem Gesagten der am 27. November 2018 verfügte Abschluss der 

Arbeitsvermittlung rechtmässig, da die Voraussetzung der Arbeitsunfähig-

keit i.S.v. Art. 18 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 6 ATSG aufgrund psychischer Pro-

bleme zu keinem Zeitpunkt bis zur angefochtenen Verfügung vorlag. Auch 

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unter dem Blickwinkel des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes ist mit dem 

Abschluss der Arbeitsvermittlung keine Rechtsverletzung zu erkennen.

8. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

9. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verwei-

gerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Ver-

sicherungsgericht kostenpflichtig. Die entsprechenden Kosten werden 

nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen 

von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Be-

schwerdeverfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, der unterliegenden Be-

schwerdeführerin Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbinden (vgl. Art. 73 

Abs. 1 VRG). Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der obsiegen-

den Beschwerdegegnerin nicht zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind in-

nert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]