# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 292a87fc-f90d-5d7f-9e2c-37180abebb86
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LB250008-O3
**Docket/Reference:** LB250008-O3
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LB250008-O3.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LB250008-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. Ch. von Moos und Oberrichterin lic. iur. N. Jeker sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Urteil vom 10. Juni 2025

in Sachen

gegen

A._____, 

Klägerin und Beschwerdeführerin

B._____, 

Beklagte und Beschwerdegegnerin

betreffend Erbteilung etc.

Berufung gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Dielsdorf, I. Abtei-

lung, im ordentlichen Verfahren vom 20. November 2024 

(CP240002-D)

- 2 -

Rechtsbegehren:
(Urk. 1 S. 2)

"1. Es sei festzustellen, dass der Pflichtteil der Klägerin als auch der 
Beklagten im Nachlass des am tt.mm.2014 verstorbenen C._____, 
wohnhaft gewesen an der … [Adresse], je ein Achtel (1/8) beträgt 
und die Klägerin demzufolge denselben Anspruch wie die Beklagte 
auf einen Achtel am Nachlass und somit auch denselben Anspruch 
auf  Zuteilung  des  Grundstücks  D._____  in  E._____,  Grundbuch-
blatt 1, Kat.Nr. 2, 7256 m2, hat.

2.  Die Zuteilung des Grundstücks D._____ in E._____, Grundbuch-
blatt 1, Kat. Nr. 2, 7265 m2 an die Beklagte zu Alleineigentum ge-
mäss Gerichtsurteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 8. Dezem-
ber 2022 mit einem Anrechnungswert von Fr. 58'120 ist soweit her-
abzusetzen, als dies zur Wahrung des Rechtsbegehrens gemäss 
Ziffer 1 der Klägerin erforderlich ist. Beim Grundstück ist von einem 
Anrechnungswert in der Höhe von Fr. 363'250 auszugehen.

3.  Es sei die Beklagte zu verpflichten bzw. zu verurteilen, nach ihrer 

Wahl

a. entweder das Grundstück D._____ in E._____, Grundbuchblatt 
1,  Kat.  Nr.  2,  7265  m2  an  die  Klägerin  zu  Alleineigentum  zu 
übertragen mit entsprechender vertraglicher Vereinbarung ei-
nes Gewinnanspruchsrechts, da es sich um ein landwirtschaft-
liches Grundstück handelt, oder

b.  das  Grundstück  D._____  in  E._____,  Grundbuchblatt  1,  Kat. 
Nr. 2, 7265 m2 wieder in die Erbmasse einzuwerfen, um das 
Grundstück als (reduzierte) Erbengemeinschaft C._____, Ge-
samteigentum  der  Klägerin,  A._____,  …  [Adresse],  und  der 
Beklagten, 
je
1/2 Quote zu übertragen, oder

B._____,  … 

[Adresse], 

mit 

c.  der Klägerin den Betrag von Fr. 305'130 zu bezahlen, zuzüg-

lich Verzugszins zu 5 % ab Klageeinleitung.

4.  Der Beklagten sei eine angemessene Frist zur Ausübung der Wahl 
gemäss Klagebegehren 3.a., 3.b. oder 3.c. anzusetzen, unter An-
drohung, dass bei unbenütztem Ablauf der Frist das Urteil aufgrund 
der Wertanrechnung gemäss Klagebegehren 3.c. ergeht.

5.  Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (inkl.  der  Schlichtungs-

gebühren von CHF 950.–) zu Lasten der Beklagten."

- 3 -

Beschluss des Bezirksgerichtes Dielsdorf, I. Abteilung, im ordentlichen Ver-
fahren vom 20. November 2024:
(Urk. 8 S. 6 ff. = Urk. 11 S. 6 ff.)

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

Auf die Klage wird nicht eingetreten.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.–.

Die  Gerichtskosten  werden  der  Klägerin  zusammen  mit  den  Kosten  des 

Schlichtungsverfahrens (Fr. 905.–) auferlegt und mit dem von ihr geleisteten 

Vorschuss verrechnet.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

[Schriftliche Mitteilung]

[Rechtsmittel]

[Rechtsmittel]

Berufungsanträge:
(Urk. 10 S. 2)

"Es sei der Nichteintretensentscheid des Beschlusses des Bezirksge-
richts Dielsdorf vom 20. November 2024 (CP240002-D/U/B-1) aufzu-
heben. Das Bezirksgericht Dielsdorf sei anzuweisen auf meine Klage 
vom 13. August 2024 (siehe Beilage 2 und 3.1 – 3.12) einzutreten.

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beru-
fungsgegnerin;"

Erwägungen:

1.

Am tt.mm.2014 verstarb C._____. Nach seinem Tod führten Unstimmigkeiten 

unter den Erbinnen und mit den mit dem Nachlass befassten Personen zu zahlrei-

chen  gerichtlichen  Verfahren  (Urk. 18  E. I.1).  Mit  (mittlerweile  in  Rechtskraft  er-

wachsenem) Urteil vom 8. Dezember 2022 erkannte das Bezirksgericht Dielsdorf 

in  Sachen  F._____  (damals  Klägerin)  gegen  G._____  (damals  Beklagte  1), 

B._____ (damals Beklagte 2) und A._____ (damals Beklagte 3) betreffend Erbtei-

- 4 -

lung etc. (Geschäfts-Nr. CP170003-D) Folgendes, wobei nur die vorliegend rele-

vanten Abschnitte auszugsweise aufzuführen sind (Urk. 18 S. 178 ff.):

"1.-2. [...]

3.

Es wird festgestellt, dass sich der Nachlass von C._____ sel. aus folgenden 

Positionen zusammensetzt (Beträge gerundet), inkl. Forderungen und Schul-

den  zwischen  der  Erbengemeinschaft  und  den  Erben,  wobei  Bestand  und 

Wert per Urteilstag massgebend sind:

Vermögenswert

Wert Todestag 

   aktueller Wert

Bemerkung

Zuweisung

[...]

Kulturlandparzelle (E._____)

[...]

[...]

Fr. 

[...]

[...]

[...]

[...]

58'120

Fr. 

58'120

an Beklagte 2

[...]

[...]

4.

Es wird festgestellt, dass die Klägerin zu 5/8 und die Beklagten 1-3 zu je 1/8 

am Nachlass von C._____ sel. berechtigt sind.

5.-6. [...]

7.

Der Beklagten 2 werden folgende Nachlasspositionen zu Alleineigentum zu-

gewiesen und mit folgenden Werten angerechnet (vgl. Tabelle vorstehend):

8.

9.

die Kulturlandparzelle D._____ in E._____, Grundbuchblatt 1, Kat. Nr. 2, 
7256 m2, Anrechnungswert: Fr. 58'120;

[...]. 





[...]

Das Grundbuchamt H._____ wird angewiesen, nach Eintritt der Rechtskraft 

des  Urteils  das  in  der  Gemeinde  E._____  gelegene  Grundstück,  D._____, 

Grundbuchblatt 1, Kat. Nr. 2, ins Alleineigentum der Beklagten 2 (B._____) zu 

übertragen. [...] Die Übertragung mit Rechten und Pflichten, Nutzen, Lasten 

und Gefahr erfolgt per Rechtskraft des Urteils (Antrittstag). [...] Der Verkehrs-

wert per Urteilstag beträgt Fr. 58'120. [...].

10.-22. [...]"

- 5 -

2.1. Mit Klageschrift vom 13. August 2024 und unter Beilage der Klagebewilligung 

des  Friedensrichteramts  I._____  machte  die  Klägerin  das  vorliegende  Verfahren 

anhängig (Urk. 1 f.). Nachdem die Klägerin den Gerichtskostenvorschuss rechtzei-

tig leistete (Urk. 5 f.), trat die Vorinstanz auf die Klage nicht ein (Urk. 11 Dispositiv-

Ziffer 1).

2.2. Dagegen erhob die Klägerin innert Frist Berufung mit den eingangs wiederge-

gebenen Anträgen (vgl. Urk. 9/2 und Urk. 10; Art. 311 Abs. 1 ZPO). Sie stellte der 

hiesigen Kammer ihre Stellungnahme vom 10. Februar 2025 im auf der II. Zivilkam-

mer pendenten Verfahren PF240049-O zur Kenntnisnahme zu (Urk. 15). Mit Ver-

fügung vom 17. April 2025 wurde die Klägerin aufgefordert, einen Gerichtskosten-

vorschuss in Höhe von Fr. 6'000.– zu leisten (Urk. 16). Der Vorschuss ging fristge-

recht ein (Anhang zu Urk. 16 und Urk. 17).

2.3. Neben den vorinstanzlichen Akten (Urk. 1-9/1-2) wurden auch das Urteil und 

der Beschluss vom 8. Dezember 2022 (Geschäfts-Nr. CP170003-D; Urk. 18) bei-

gezogen. Da sich die Berufung – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als offensicht-

lich unbegründet erweist, kann auf weitere Prozesshandlungen verzichtet werden 

(Art. 312 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

3.1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen,  einschliesslich  der  Frage  richtiger  Ermessensausübung  (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-

fungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der 

erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrach-

ten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von 

Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungs-

kläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumen-

tativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf 

die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitun-

gen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend 

gemachte  Berufungsgrund  ergeben  soll.  Die  pauschale  Verweisung  auf  frühere 

- 6 -

Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 

E. 4.3.1;  BGer  5A_751/2014  vom  28. Mai  2015,  E. 2.1).  Was  nicht  oder  nicht  in 

einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise bean-

standet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese 

hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beur-

teilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung 

formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 

III 413 E. 2.2.4 m.w.H.). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 

ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und 

N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO kön-

nen  im  Berufungsverfahren  neue  Tatsachen  und  Beweismittel  (Noven)  nur  noch 

berücksichtigt werden, wenn sie kumulativ ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) 

und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden 

konnten (lit. b). Dabei hat, wer sich auf Noven beruft, deren Zulässigkeit darzutun 

(vgl.  BGer  5A_330/2013  vom  24. September  2013,  E.  3.5.1;  BGer  5A_266/2015 

vom 24. Juni 2015, E. 3.2.2). 

3.2. Die  Klägerin  bringt  in  ihrer  Berufung  sowie  mit  ihrer  Eingabe  vom  10. Fe-

bruar  2025  zahlreiche  Noven  vor  und  reicht  Beweisurkunden  ins  Recht  (Urk.  1, 

Urk. 10 Rz. 9 ff. und Rz. 30 f., Urk. 13/4-10, Urk. 13/12-17 und Urk. 15), die sie im 

vorinstanzlichen Verfahren nicht vortrug bzw. einreichte. Sie schweigt sich darüber 

aus, weshalb sie diese nicht bereits im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens 

thematisierte und vorlegte. Sie sind im Berufungsverfahren folglich unbeachtlich. 

4.1. Die Vorinstanz erwog, dass in Bezug auf das Grundstück D._____ den Er-

wägungen des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 8. Dezember 2022 Fol-

gendes zu entnehmen sei: Zwischen den Parteien des genannten Verfahrens, so-

mit auch der Klägerin und der Beklagten, sei es unstrittig, dass die Kulturlandpar-

zelle  D._____  mit  Fr. 8.–  pro  Quadratmeter  zu  bewerten  sei,  was  einen  Anrech-

nungswert der Parzelle von total Fr. 58'120.– ergeben habe. Die Beklagte habe die 

Zuteilung der in Frage stehenden Parzelle zum Preis von Fr. 8.– pro Quadratmeter 

zu ihrem Erbteil beantragt, da sie mit ihrem Mann einen Landwirtschaftsbetrieb im 

Nebenerwerb führe. F._____ (Klägerin im damaligen Verfahren) habe diesen An-

- 7 -

trag anerkannt und G._____ (Beklagte 1 im damaligen Verfahren) habe sich nicht 

dagegen gewehrt und keine eigenen Ansprüche auf das Kulturland erhoben. Die 

Klägerin habe damals keine eigenen Anträge zu dieser Parzelle gestellt, insbeson-

dere  habe  sie  nicht  die  Zuweisung  an  sich  selbst  verlangt.  Sie  habe  auch  keine 

Ausführungen in der Sache dazu gemacht, dass die Parzelle nicht an die Beklagte 

zugewiesen werden solle. Es sei jedoch nicht nur das Recht, sondern eine prozes-

suale Obliegenheit der Parteien gewesen, im Verfahren konkrete Anträge zu stellen 

und zu begründen. Dies habe die Klägerin nicht getan, obwohl sie in jenem Verfah-

ren explizit darauf hingewiesen worden sei. In der Folge sei die erwähnte Kultur-

landparzelle der Beklagten in Teilabgeltung ihres Pflichterbteils mit einem Anrech-

nungswert  von  Fr.  58'120.–  als  Alleineigentümerin  zugewiesen  worden  (Urk. 11 

E. 3.2.2). Mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 8. Dezember 2022 sei somit 

bereits über alle von der Klägerin gestellten Anträge – die Erbanteile der Parteien 

aus dem Nachlass sowie über die Zuteilung der Vermögenswerte aus dem Nach-

lass  mitsamt  den  jeweiligen  Anrechnungswerten  –  entschieden  worden.  Das  ge-

nannte Urteil sei sodann am 27. März 2023 in Rechtskraft erwachsen, was der Klä-

gerin als Verfahrenspartei bekannt sei. Bei dieser Sachlage sei auf sämtliche An-

träge der Klägerin aufgrund fehlender Prozessvoraussetzungen (res iudicata) nicht 

einzutreten (Urk. 11 E. 3.2.3).

4.2. Die Klägerin rügt, die Vorinstanz  behaupte willkürlich, dass das Thema der 

gleichwertigen Zuteilung ihres Erbteils im Vergleich zur Zuteilung des Erbteils der 

Beklagten bereits rechtskräftig entschieden worden sei. Die Vorinstanz habe eine 

Erbteilungsklage  ihrer  Stiefmutter  (F._____)  zu  beurteilen  gehabt  und  nicht  eine 

Erbteilungsklage  der  Beklagten.  Betreffend  Gleichwertigkeit  der  Zuteilung  ihres 

Pflichtteils und des Pflichtteils der Beklagten bzw. deren gleichen materiellen Wert 

sei bisher keine Klage entschieden worden (Urk. 10 Rz. 21). Mit der Erbteilungs-

klage (Geschäfts-Nr. CP170003-D) habe die Erbteilungsklägerin F._____ nur den 

Anspruch  gehabt,  unter  Erhalt  ihrer  Erbquote  entsprechende  Nachlasswerte  aus 

der  Erbengemeinschaft  auszuscheiden.  Der  Erbteilungsklägerin  stehe  nur  das 

Recht auf Liquidation ihrer Erbquote zu und nicht auf die Verteilung des gesamten 

Nachlasses. Der Streitgegenstand der Klage habe nicht die gesamte Verteilung des 

Nachlasses  umfasst  (Urk. 10  Rz. 22).  Konkret  habe  es  der  Erbteilungsklägerin 

- 8 -

nicht zugestanden, das Kulturland D._____ für die Beklagte einzuklagen. Dieses 

Klagebegehren  der  Erbteilungsklägerin  sei  unzulässig  gewesen  (Urk. 10  Rz. 23, 

Rz. 26 und Rz. 29). Entgegen der Vorinstanz sei es auch keine prozessuale Oblie-

genheit der Parteien, in einem Erbteilungsverfahren konkrete Anträge zu stellen, 

wenn die Rechtsbegehren der Erbteilungsklägerin bestritten würden und keine (und 

schon  gar  nicht  die  vollständige)  Auflösung  der  Erbengemeinschaft  angestrebt 

werde (Urk. 10 Rz. 26). Die Vorinstanz handle in Kenntnis der Rechtslage gegen 

Treu und Glauben, wenn sie ihre eigenen Erwägungen (und noch dazu in einem 

anderen Verfahren) als rechtsverbindlich erkläre. Es sei nur das Dispositiv des Ur-

teils  vom  8. Dezember  2022  rechtsverbindlich  (Urk. 10  Rz. 25).  Das  Urteil  vom 

8. Dezember 2022 sei bis heute nicht vollstreckt worden. Da es nur formell rechts-

kräftig sei, sei es noch abänderbar und eine nachträgliche und rückwirkende Ände-

rung sei zulässig (Urk. 10 Rz. 28). 

4.3. Vorab kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden 

allgemeinen  rechtlichen  Ausführungen  der  Vorinstanz  zu  den  Prozessvorausset-

zungen verwiesen werden (Urk. 11 E. 2). Die Rechtskraft verbietet es, einen iden-

tischen Anspruch, der bereits endgültig entschieden wurde, in einem neuen Ver-

fahren zwischen denselben Parteien erneut in Frage zu stellen. Die Identität der 

Streitfrage ist im materiellen Sinne zu verstehen; es ist nicht notwendig oder gar 

entscheidend, dass die Anträge in beiden Prozessen identisch formuliert sind. Es 

genügt, dass der neu erhobene Anspruch in dem bereits entschiedenen enthalten 

ist (BGer 4A_536/2018 vom 16. März 2020 E. 3.1.1). Identität zwischen den Par-

teien besteht, wenn sich in den beiden Verfahren die gleichen Parteien gegenüber-

stehen,  wobei  den  Parteirollen  keine  Bedeutung  zukommt  (ZK  ZPO-Zürcher, 

Art. 59 N 29). Die Rechtskraftwirkung tritt nur soweit ein, als über den geltend ge-

machten  Anspruch  entschieden  worden  ist.  Inwieweit  dies  der  Fall  ist,  ergibt  die 

Auslegung  des  Urteils,  zu  der  dessen  ganzer  Inhalt  heranzuziehen  ist.  Zwar  be-

schränkt sich die Rechtskraftwirkung auf das Urteilsdispositiv; doch erschliesst sich 

dessen  Tragweite  vielfach  erst  aus  den  Urteilserwägungen  (BGE 147  III  345 

E. 6.4.1).

- 9 -

4.4. Die Klägerin und die Beklagte waren Parteien im Verfahren CP170003-D. Ihre 

damalige  Parteirolle  ist  für  die  Identität  der  Parteien  unerheblich.  Es  ist  nicht  zu 

beanstanden, dass die Vorinstanz zur Prüfung der Identität des Streitgegenstands 

neben dem Urteilsdispositiv (konkretisierend) auch die damaligen Erwägungen wie-

dergab. Bereits aus dem eingangs auszugsweise zitierten Urteilsdispositiv geht un-

missverständlich  hervor,  dass  die  Erbquote  der  Klägerin  und  der  Beklagten  am 

Nachlass von C._____ sel. auf je 1/8 festgestellt und über die Zuweisung der Kul-

turparzelle  D._____  in  E._____  an  die  Beklagte  sowie  deren  Wert  (Fr. 58'210.–) 

entschieden wurde (Urk. 18 Dispositiv-Ziffer 3 f., 7 und 8). Aus den Erwägungen 

des Urteils vom 8. Dezember 2022 ergibt sich, dass die festgestellte Erbquote mit 

den Pflichtteilen der Klägerin und der Beklagten gleichzusetzen ist: "Die Parteien 

sind sich sodann einig, [...], dass die Beklagten 1-3 [mithin auch die Klägerin und 

die Beklagte] per Erbvertrag auf den Pflichtteil gesetzt wurden und ihnen somit je 

1/8 des Nachlasses zusteht, [...]" (Urk. 18 E. III. 1). Ob im Verfahren CP170003-D 

über die Pflichtteile der Klägerin und Beklagten sowie über die Zuweisung der Kul-

turparzelle D._____ in E._____ an die Beklagte hätte entschieden werden dürfen 

oder nicht, kann und darf nicht mehr beurteilt werden. Beides wurde mit Urteil vom 

8. Dezember 2022 rechtskräftig entschieden. Die diesbezüglichen Argumente hät-

ten im Rechtsmittelverfahren gegen das Urteil vom 8. Dezember 2022 geltend ge-

macht werden müssen. Dasselbe gilt für die weitere, über weite Strecken vorgetra-

gene Kritik am Urteil vom 8. Dezember 2022 (Urk. 10 Rz. 25 ff., Rz. 29 und Rz. 32). 

Relevant ist nunmehr einzig, dass über die Pflichtteile der Klägerin und Beklagten 

aus dem Nachlass von C._____ sel. (je 1/8) und die Zuweisung der Kulturparzelle 

D._____ in E._____ an die Beklagte sowie deren Wert – auch mit Wirkung gegen 

die damals als Partei involvierte Klägerin – ein in Rechtskraft erwachsenes Urteil 

vorliegt, das für die Klage der Klägerin (Urk. 1) die Sperrwirkung nach Art. 59 Abs. 2 

lit. e ZPO entfaltet. Der Vollstreckungsstatus des Urteils ist für die Beurteilung einer 

res iudicata unwesentlich. Im Übrigen machte die Klägerin vor Vorinstanz noch gel-

tend, dass das Urteil vom 22. Dezember 2022 betreffend die Zuweisung der Kul-

turparzelle D._____ in E._____ bereits vollstreckt worden sei (Urk. 1 Rz. 8).

4.5. Nach dem Erwogenen erweist sich die Berufung der Klägerin als unbegrün-

det. Sie ist abzuweisen.

- 10 -

5.

Die Prozesskosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss der Klä-

gerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr für das Berufungs-

verfahren ist unter Berücksichtigung des Streitwerts von Fr. 305'130.– (Urk. 1 S. 2) 

und des Zeitaufwands auf Fr. 6'000.– festzusetzen (§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung 

mit § 2 und § 4 GebV OG). Parteientschädigungen sind für das Berufungsverfahren 

keine zuzusprechen: der Klägerin infolge ihres Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO), 

der Beklagten mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Der Be-

schluss des Bezirksgerichtes Dielsdorf, I. Abteilung, im ordentlichen Verfah-

ren vom 20. November 2024 wird bestätigt.

2.

3.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt.

Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin 

auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet. 

4.

Es werden keine Parteientschädigungen für das zweitinstanzliche Verfahren 

zugesprochen. 

5.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage der 

Doppel von Urk. 10 sowie Urk. 12-13/1-17 und einer Kopie von Urk. 15, so-

wie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

6.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

- 11 -

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 305'130.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

Zürich, 10. Juni 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Huizinga 

MLaw I. Aeberhard

versandt am:
lm