# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 654c4e28-cb63-5463-b479-eabed60897b7
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-10-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.10.2020 BB.2020.217
**Docket/Reference:** BB.2020.217
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2020-217_2020-10-22

## Full Text

Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO).
;;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO).
;;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO).
;;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO).

Beschluss vom 22. Oktober 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A.,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Nichtanhandnahmeverfügung 

(Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.217 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. am 3. Juli 2020 bei der Bundesanwaltschaft einen Strafantrag einreichte 

gegen Bundesrichter B. wegen angeblichem Amtsmissbrauch, Strafvereite-

lung im Amte, Verstössen gegen Art. 95 und 97 BGG, Sachverfälschung, 

Verstössen gegen den Ausstand sowie gegen die Bundesverfassung und die 

EMRK (vgl. die Akten der Bundesanwaltschaft, Rubrik 1); 

 

- die Bundesanwaltschaft am 10. August 2020 verfügte, die Strafanzeige 

werde nicht anhand genommen (act. 1.1); 

 

- A. gegen diese und gegen andere Verfügungen mit Eingabe vom 12. August 

2020 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-

hob (act. 1); 

 

- die Bundesanwaltschaft der Beschwerdekammer auf entsprechende Auffor-

derung hin die Verfahrensakten übermittelte (act. 2 und 3). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-

schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist 

(Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- zur Beschwerde die Parteien legitimiert sind, sofern sie ein rechtlich ge-

schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen 

Entscheides haben (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1 

StPO); 

 

- die geschädigte Person somit grundsätzlich nur insoweit zur Beschwerde le-

gitimiert ist, als sie sich im Sinne der Art. 118 f. StPO als Privatklägerschaft 

konstituiert hat bzw. als sie – was gerade bei der Nichtanhandnahmeverfü-

gung der Fall sein kann – noch keine Gelegenheit hatte, sich als Privatklä-

gerschaft zu konstituieren (vgl. hierzu u. a. den Beschluss des Bundesstraf-

gerichts BB.2018.171 vom 15. Januar 2019 E. 1.2 mit Hinweis); 

 

- offenbar das Urteil des Bundesgerichts 6B_525/2020 vom 4. Juni 2020, mit 

welchem dieses nicht auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers einge-

treten ist, Gegenstand und Auslöser der Strafanzeige bildet; 

 

- 3 - 

 

 

- der Beschwerdeführer diesbezüglich in seinem Strafantrag sinngemäss den 

Vorwurf des Amtsmissbrauchs erhebt; 

 

- nach der Rechtsprechung zu Art. 312 StGB nur derjenige die Amtsgewalt 

missbraucht, welcher die Machtbefugnisse, die ihm sein Amt verleiht, un-

rechtmässig anwendet, d.h. kraft seines Amtes verfügt oder Zwang ausübt, 

wo es nicht geschehen dürfte (BGE 127 IV 209 E. 1a und 1b S. 211 ff.; Urteil 

des Bundesgerichts 1C_563/2018 vom 20. August 2019 E. 3.3); 

 

- der Beschwerdeführer in seinem Strafantrag ausführt, weshalb er mit dem 

erwähnten Urteil des Bundesgerichts nicht einverstanden ist, er dabei aber 

nicht aufzeigt, inwiefern der Straftatbestand des Amtsmissbrauchs erfüllt 

sein soll; 

 

- seiner Beschwerde diesbezüglich keine weiteren konkreten Angaben zu ent-

nehmen sind; 

 

- ein Teil der vom Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe zudem keine Straf-

tatbestände betreffen (so z.B. Verstösse gegen verschiedene Verfahrensbe-

stimmungen); 

 

- aufgrund der Ausführungen des Beschwerdeführers auch unklar bleibt, hin-

sichtlich welcher allfälliger Straftatbestände er im Sinne von Art. 115 Abs. 1 

StPO in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden wäre, was eine Grund-

voraussetzung seiner Beschwerdelegitimation darstellt (vgl. hierzu u.a. 

BGE 141 IV 380 E. 2.2 S. 382 f.); 

 

- sich die Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung nach dem Ge-

sagten als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie ohne weiteren 

Schriftenwechsel abzuweisen ist, sofern darauf überhaupt einzutreten ist 

(Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario); 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO); 

 

- die Gerichtsgebühr festzusetzen ist auf Fr. 200.– (vgl. Art. 73 StBOG und 

Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 

2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafver-

fahren [BStKR; SR 173.713.162]); 

 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 22. Oktober 2020 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesrichter B. 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.