# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c25afec-934d-5967-8612-7af2bcbad203
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.02.2025 A-6208/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6208-2023_2025-02-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-6208/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,  

Richterin Iris Widmer,    

Gerichtsschreiberin Barbara Camenzind. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch  

lic. iur. Stefan Oesterhelt, Rechtsanwalt LL.M.,und  

MLaw Miriam Kämpf, Rechtsanwältin, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA CH-FR). 

 

 

 

A-6208/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am (Datum) richtete die französische Steuerbehörde, die Direction Na-

tionale des Vérifications de Situations Fiscales (nachfolgend: ersuchende 

Behörde) betreffend A._______ (nachfolgend: betroffene Person) gestützt 

auf Art. 28 des Abkommens vom 9. September 1966 zwischen der Schweiz 

und Frankreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet 

der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und zur Vermeidung von 

Steuerbetrug und Steuerflucht (SR 0.672.934.91, DBA CH-FR) ein Amts-

hilfeersuchen an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV; nachfol-

gend auch: Vorinstanz). 

A.b Die ersuchende Behörde führte im Amtshilfeersuchen aus, die be-

troffene Person werde von den französischen Steuerbehörden für die 

Jahre 2018 bis 2021 einer Steuerprüfung unterzogen. Die betroffene Per-

son sei Eigentümerin einer Immobilie in (…) sowie zu 20% Miteigentümerin 

einer weiteren Immobilie in (…); letztere sei am (Datum) verkauft worden. 

Zudem sei die betroffene Person seit (…) Geschäftsführerin und alleinige 

Gesellschafterin einer Unternehmung mit Sitz in (...) und verfüge über meh-

rere Bankkonten, welche in den (...) Filialen eröffnet worden seien. Auf-

grund eines Überweisungsauftrags habe die französische Behörde Kennt-

nis davon, dass die betroffene Person über das Schweizer Bankkonto Nr. 

(Kontonummer) bei der Bank B._______ (nachfolgend: Bank 1) verfüge. 

Hinsichtlich dieses Kontos ersuchte die französische Behörde um ver-

schiedene Informationen. 

B.  

B.a Mit Editionsverfügung vom 25. April 2023 forderte die ESTV die Bank 1 

auf, ihr die ersuchten Informationen zuzustellen sowie die im Ausland an-

sässige betroffene Person über das laufende Amtshilfeverfahren zu infor-

mieren. 

B.b Mit Editionsverfügung von 16. Juni 2023 forderte die ESTV die 

C._______ (nachfolgend: Bank 2) auf, ihr Informationen zuzustellen. 

B.c Die Banken 1 und 2 kamen der Aufforderung fristgerecht nach. 

C.  

C.a Die ESTV erteilte der Vertretung der betroffenen Person am 18. Juli 

2023 Akteneinsicht und die Möglichkeit zur Stellungnahme. 

A-6208/2023 

Seite 3 

C.b Die Vertretung der betroffenen Person nahm am 10. August 2023 und 

18. September 2023 Stellung. Sie widersetzte sich der Amtshilfe. 

D.  

Die ESTV erliess am 11. Oktober 2023 eine Schlussverfügung. Sie ver-

fügte die Leistung der ersuchten Amtshilfe (Dispo.-Ziff. 1). Sie übermittle 

die Informationen zum Bankkonto bei der Bank 1 sowie Informationen zu 

vier Kreditkarten bei der Bank 2 (Dispo.-Ziff. 2). Die ESTV werde die ersu-

chende Behörde darauf hinweisen, dass die genannten Informationen im 

ersuchenden Staat nur in Verfahren gegen die betroffene Person verwen-

det werden dürften (Dispo.-Ziff. 3). 

E.  

E.a Am 10. November 2023 erhob die betroffene Person (nachfolgend 

auch: Beschwerdeführer) gegen die Schlussverfügung der ESTV vom 

11. Oktober 2023 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht mit fol-

genden Anträgen: 

1. Es sei die Schlussverfügung der ESTV vom 11. Oktober 2023 aufzuheben und es 

sei keine Amtshilfe zu leisten. 

2. Subeventualiter sei die Sache an die ESTV zur Einholung des Nachweises der Zu-

stellung sowie Vornahme der gesetzeskonformen Anpassungen und Schwärzung 

zurückzuweisen. 

3. Sub-Subeventualiter seien die Informationen und die Annex 1 bis 4 wie folgt zu 

schwärzen bzw. anzupassen und erst in revidierter Form oder gar nicht auszutau-

schen: 

Antwort auf Frage a) hat wie folgt zu lauten: 

"Selon les informations fournies par la banque B._______, Monsieur 

A._______ est titulaire et ayant droit économique du compte (Kontonummer) 

ouvert Ie (Datum). Veuillez trouver, en annexe 1, les états de fortune et les 

relevés de ledit compte et en annexe 2 le formulaire A. Ledit compte n'a pas 

été clôturé pendant la période concernée." 

 

Streichung von: 

Aussi, Monsieur A._______ est titulaire de 4 cartes de crédit auprès 

C._______, liées à la relation bancaire (Kontonummer) susmentionnée, avec 

ces identifications: 

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Seite 4 

VISA Gold n. (Kontonummer) 

MC Gold n. (Kontonummer) 

VISA Cl n. (Kontonummer) 

MC Cl n. (Kontonummer) 

Veuillez trouver, en annexe 3, les relevés de compte desdites cartes de crédit 

et en annexe 4 les relatifs formulaires d'ouverture. 

Annex 1 

Schwärzung der Überweisungen betreffend folgende Personen: 

D._______ (S. 8, S. 91, S. 124, S. 148, S. 149, S. 229,  

S. 242); 

E._______ (S. 244); 

Maître F._______ (S. 73, S. 82, S. 92), 

Maître G._______ (S. 73, S. 92), 

Maître H._______ (S. 73, S. 197, S. 243), 

I._______ (S. 73, S. 92). 

Annex 3 

Annex 3 ist nicht auszutauschen. 

Annex 4 

Annex 4 ist nicht auszutauschen. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Bundes. 

E.b Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer insbesondere vor, er 

habe in den Jahren 2018 bis 2021 in (…) (Überseegebiet des Vereinigten 

Königreichs) gelebt. Er habe in diesen Jahren über keine relevante 

Wohnstätte in Frankreich verfügt. Das Zentrum seiner wirtschaftlichen In-

teressen habe sich in den Jahren 2018 bis 2021 nicht in Frankreich befun-

den. Entgegen der Behauptung im Ersuchen habe er nie eine Aufforderung 

der französischen Steuerverwaltung erhalten, Informationen zum Konto 

Nr. (Kontonummer) offenzulegen. Weil keine Ansässigkeit bestehe, 

komme das Amtshilfeersuchen einer «fishing expedition» gleich. Im Übri-

gen sei nach den Kreditkartenabrechnungen und Eröffnungsunterlagen gar 

nicht gefragt worden. Insofern liege eine unzulässige spontane Amtshilfe 

vor. Es sei zudem nicht ersichtlich, inwiefern Angaben über die Identität 

von Zahlungsempfängern für die französischen Steuerbehörden relevant 

sein könnten. 

A-6208/2023 

Seite 5 

F.  

Am 4. Januar 2024 reicht die Vorinstanz die amtlichen Akten ein und ver-

zichtet auf eine Vernehmlassung. Sie verweist vollumfänglich auf ihre 

Schlussverfügung. 

Auf die Vorgehen der Parteien sowie die Akten wird – sofern sie für den 

Entscheid wesentlich sind – in den Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen der ersuchen-

den französischen Steuerbehörde vom 19. April 2023 gestützt auf Art. 28 

des DBA CH-FR zugrunde. Die Durchführung dieser Abkommensbestim-

mung richtet sich – unter Vorbehalt abweichender Regelungen im DBA CH-

FR – nach dem Bundesgesetz vom 28. September 2012 über die interna-

tionale Amtshilfe in Steuersachen (StAhiG, SR 651.1; vgl. Art. 1 Abs. 1 und 

2 sowie Art. 24 StAhiG e contrario). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden 

gegen Schlussverfügungen der ESTV betreffend die internationale Amts-

hilfe in Steuersachen zuständig (vgl. Art. 19 Abs. 5 StAhiG i.V.m. Art. 31 ff. 

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsge-

richt [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). Das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfah-

rensgesetz, VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men und ist als Adressat der angefochtenen Schlussverfügung und als 

Person, die vom Amtshilfeersuchen betroffen ist, zur Beschwerdeführung 

legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG und Art. 19 Abs. 2 StAhiG). Auf die 

form- und fristgerecht (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. 

Art. 19 Abs. 5 StAhiG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann die angefochtene Schlussverfü-

gung in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der 

Verletzung von Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen 

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Seite 6 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts auch die Unangemes-

senheit rügen (Art. 49 Bst. a bis c VwVG). 

2.  

2.1 Das vorliegende Amtshilfeersuchen betrifft die Steuerjahre 2018 bis 

2021 und stützt sich auf Art. 28 DBA CH-FR (in der hier anwendbaren Fas-

sung gemäss Art. 7 des Zusatzabkommens vom 27. August 2009 [AS 2010 

5683; nachfolgend: Zusatzabkommen 2009]; Art. 11 Abs. 3 des Zusatzab-

kommens 2009) und auf Ziff. XI des im DBA CH-FR integrierten Zusatzpro-

tokolls in der Fassung gemäss Art. 1 der Vereinbarung vom 25. Juni 2014 

über die Änderung des Zusatzprotokolls zum revidierten Abkommen zwi-

schen der Schweiz und Frankreich vom 9. September 1966 zur Vermei-

dung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen 

und vom Vermögen und zur Vermeidung von Steuerbetrug und Steuer-

flucht (AS 2016 1195, nachfolgend: Vereinbarung 2014). 

2.2  

2.2.1 Gemäss Ziff. XI Abs. 3 des Zusatzprotokolls muss das Amtshilfege-

such folgende Informationen enthalten: die Identität der in eine Prüfung 

oder Untersuchung einbezogenen Person, wobei diese Information mittels 

Angabe des Namens der betreffenden Person oder weiterer Informationen, 

welche ihre Identifikation ermöglichen, geliefert werden kann (Bst. a); die 

Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden (Bst. b); die Be-

schreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hinsichtlich der 

Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen vom ersuchten 

Staat zu erhalten wünscht (Bst. c); den Steuerzweck, für den die Informa-

tionen verlangt werden (Bst. d) und soweit bekannt, den Namen und die 

Adresse des mutmasslichen Inhabers der verlangten Informationen 

(Bst. e). Diese Anforderungen gehen den ähnlichen Bestimmungen in 

Art. 6 Abs. 2 StAhiG vor (so auch Art. 1 Abs. 2 StAhiG; statt vieler: Urteil 

des BVGer A-4143/2018 vom 28. Mai 2015 E. 2.2.1). 

2.2.2 Enthält ein Amtshilfeersuchen alle Informationen, die gemäss dem 

anwendbaren Übereinkommen erforderlich sind, kann das Vorliegen einer 

sog. «fishing expedition» (vgl. hierzu E. 2.3.2) grundsätzlich verneint wer-

den (vgl. Urteil des BGer 2C_953/2020 vom 24. November 2021 E. 3.3; 

Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 6.1). 

2.2.3 Die Auslegung von Amtshilfeersuchen muss im Lichte des von der 

ersuchenden Behörde verfolgten Zwecks und in einer Weise erfolgen, die 

den wirksamen Informationsaustausch zwischen den Vertragsparteien 

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Seite 7 

nicht behindert (vgl. Ziff. XI Abs. 4 des Zusatzprotokolls). Dies gebietet 

ebenso der völkergewohnheitsrechtliche Grundsatz, wonach Vertragsstaa-

ten völkerrechtliche Verträge nach Treu und Glauben zu erfüllen haben 

(pacta sunt servanda, kodifiziert in Art. 26 des Wiener Übereinkommens 

vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge [VRK, SR 0.111]; vgl. BGE 

147 II 116 E. 5.2; Urteil des BGer 2C_287/2019, 2C_288/2019 vom 13. Juli 

2020 E. 3). Soweit vorliegend relevant, stellen die Grundsätze des Wiener 

Übereinkommens kodifiziertes Völkergewohnheitsrecht dar; sie sind von 

den schweizerischen Behörden zu beachten, obschon Frankreich nicht 

Vertragsstaat des Wiener Übereinkommens ist (vgl. BGE 146 II 150 

E. 5.3.1 m.w.H.). 

2.3  

2.3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 Satz 1 DBA CH-FR tauschen die zuständigen 

Behörden der beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen 

aus, die zur Durchführung des Abkommens oder zur Anwendung oder 

Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend Steuern jeder Art und 

Bezeichnung, die für Rechnung der Vertragsstaaten oder ihrer politischen 

Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften erhoben werden, voraus-

sichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteue-

rung nicht dem Abkommen widerspricht. Der Informationsaustausch in An-

wendung von Art. 28 DBA CH-FR ist nicht durch Art. 1 DBA CH-FR (per-

sönlicher Geltungsbereich) und Art. 2 DBA CH-FR (sachlicher Geltungsbe-

reich bzw. unter das Abkommen fallende Steuern) eingeschränkt (Art. 28 

Abs. 1 Satz 2 DBA CH-FR). 

2.3.2 Gemäss Ziff. XI Abs. 2 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-FR besteht 

der Zweck der Verweisung auf «voraussichtlich erhebliche» Informationen 

in Art. 28 Abs. 1 DBA CH-FR darin, einen möglichst breiten Informations-

austausch in Steuersachen zu gewährleisten, ohne dass die Vertragsstaa-

ten «fishing expeditions» (unzulässige Beweisausforschung) durchführen 

oder Informationen verlangen können, deren Erheblichkeit für die Aufklä-

rung der Steuerangelegenheiten bestimmter Steuerpflichtiger wenig wahr-

scheinlich ist (vgl. Urteil des BVGer A-4685/2021 vom 19. August 2022 

E. 3.6). Insofern bildet das Verbot der Beweisausforschung Ausdruck des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes (vgl. Urteil des BVGer A-4163/2019 vom 

22. April 2020 E. 3.1.2). 

2.3.3 Wurde ein Gesuch zum Zweck der Beweisausforschung gestellt, wird 

gemäss innerstaatlichem Recht darauf nicht eingetreten (Art. 7 Bst. a  

StAhiG). 

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Seite 8 

2.3.4 Als nach Art. 28 Abs. 1 DBA CH-FR zur Anwendung oder Durchset-

zung des innerstaatlichen Rechts «voraussichtlich erheblich» gelten Infor-

mationen, die für den ersuchenden Staat notwendig sind, um eine in die-

sem Staat steuerpflichtige Person dort korrekt zu besteuern (BGE 143 II 

185 E. 3.3.1 und 141 II 436 E. 4.4.3; Urteil des BVGer A-4592/2018 vom 

21. März 2019 E. 3.1.2). Um die Durchsetzung des Steuerrechts des ersu-

chenden Staats zu ermöglichen, können gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung grundsätzlich sämtliche Informationen relevant sein, die 

ein Vertragsstaat für die Steuerveranlagung seiner Steuerpflichtigen benö-

tigt (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.3). 

2.3.5 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, 

wenn im Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünf-

tige Möglichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheb-

lich erweisen werden (BGE 143 II 185 E. 3.3.2). Keine Rolle spielt demge-

genüber, ob sich diese Informationen nach deren Übermittlung für die er-

suchende Behörde als nicht erheblich herausstellen (vgl. BGE 144 II 206 

E. 4.3 und 142 II 161 E. 2.1.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4603/2019 

vom 17. August 2020 E. 2.3.3 m.w.H.). 

2.3.6 Die voraussichtliche Erheblichkeit von Informationen muss sich be-

reits aus dem Amtshilfeersuchen ergeben. Nach der Edition der verlangten 

Unterlagen hat die ersuchte Behörde zu prüfen, ob die betreffenden Infor-

mationen für die Erhebung der Steuer voraussichtlich erheblich sind. Dem 

«voraussichtlich» kommt somit eine doppelte Bedeutung zu: der ersu-

chende Staat muss die Erheblichkeit voraussehen und im Amtshilfeersu-

chen geltend machen und der ersuchte Staat muss nur solche Informatio-

nen übermitteln, die voraussichtlich erheblich sind (vgl. BGE 143 II 185 

E. 3.3.2; Urteil des BVGer A-272/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 2.2.2). 

2.3.7 Ob eine Information tatsächlich erheblich ist, hängt im Wesentlichen 

vom (Verfahrens-)Recht des ersuchenden Staates ab. Nach ständiger bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung bedeutet dies freilich nicht, dass sich der 

ersuchte Staat im Rahmen des Amtshilfeverfahrens zum internen (Verfah-

rens-)Recht des ersuchenden Staates zu äussern hätte. Entsprechend 

kann in der Regel nur der ersuchende Staat abschliessend feststellen, ob 

eine Information tatsächlich erheblich ist (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2 und 

142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BGer 2C_918/2020 vom 28. Dezember 2021 

E. 4.3; statt vieler: Urteil des BVGer A-3584/2021 vom 27. Juli 2023 

E. 2.7.6). Die Rolle des ersuchten Staates beschränkt sich bei der Beurtei-

lung der voraussichtlichen Erheblichkeit daher auf eine Prüfung der 

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Seite 9 

Plausibilität des Ersuchens (vgl. BGE 144 II 29 E. 4.2.2 und 142 II 161 E. 

2.1.1; Urteil des BGer 2C_282/2021 vom 15. Juni 2022 E. 4.2.2; Urteile 

des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6 und A-846/2018 vom 

30. August 2018 E. 2.1.4 m.w.H.). Dabei hat die ersuchte Behörde nicht zu 

entscheiden, ob der im Ersuchen dargestellte Sachverhalt gänzlich der Re-

alität entspricht, sondern sie muss nur überprüfen, ob die ersuchten Infor-

mationen einen Bezug zu diesem Sachverhalt haben und ob sie möglich-

erweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu 

werden (vgl. BGE 144 II 206 E. 4.3 und 142 II 161 E. 2.1.1; Urteile des 

BGer 2C_282/2021 vom 15. Juni 2022 E. 4.2.2 und 2C_703/2020 vom 

15. März 2021 E. 4.2.2; Urteile des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 

E. 2.1.6 und A-846/2018 vom 30. August 2018 E. 2.1.4 m.w.H.). Soweit das 

nationale Verfahrensrecht des ersuchenden Staates einer Verwertung der 

im Amtshilfeverfahren ersuchten Informationen entgegensteht, hat die be-

troffene Person dies im Prinzip vor den Behörden des ersuchenden Staa-

tes geltend zu machen (BGE 144 II 206 E. 4.6 und 142 II 161 E. 2.2; Urteil 

des BGer 2C_918/2020 vom 28. Dezember 2021 E. 4.3 m.w.H; Urteil des 

BVGer A-232/2022 vom 16. Februar 2023 E. 2.3.4.2 m.w.H.). 

2.3.8 Die Übermittlung von Informationen zu Personen, die nicht formell 

betroffene Personen sind, ist gemäss Art. 4 Abs. 3 StAhiG unzulässig, 

wenn diese Informationen für die Beurteilung der Steuersituation der be-

troffenen Person nicht voraussichtlich relevant sind oder wenn berechtigte 

Interessen von Personen, die nicht betroffene Personen sind, das Inte-

resse der ersuchenden Seite an der Übermittlung der Informationen über-

wiegen (vgl. Urteile des BVGer A-4987/2021 vom 20. Mai 2022 E. 2.2.5; 

A-5447/2020 vom 6. Oktober 2021 E. 2.4.4). 

Rechtsprechungsgemäss ist der Begriff der «nicht betroffenen Person» 

nach Art. 4 Abs. 3 StAhiG restriktiv zu verstehen (vgl. BGE 142 II 161 

E. 4.6.1 f.). Damit sollen in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips 

Personen geschützt werden, die nichts mit dem im Amtshilfeersuchen ge-

schilderten Sachverhalt zu tun haben, deren Namen also rein zufällig in 

den weiterzuleitenden Dokumenten auftauchen («fruit d'un pur hasard»; 

vgl. statt vieler: Urteil des BGer 2C_287/2019 vom 13. Juli 2020 E. 5; Urteil 

des BVGer A-4987/2021 vom 20. Mai 2022 E. 2.2.6 m.w.H.). In gewissen 

Konstellationen ist es unumgänglich, auch über Personen Informationen 

zu erteilen, deren Steuerpflicht im ersuchenden Staat nicht geltend ge-

macht wird (statt vieler: Urteil des BVGer A-4228/2018 vom 26. August 

2019 E. 2.6.3). Können die ersuchten Informationen für die Steuerpflicht 

der im ersuchenden Staat zu besteuernden Person voraussichtlich 

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Seite 10 

erheblich sein und ist ihre Übermittlung unter Verhältnismässigkeitsge-

sichtspunkten erforderlich, d.h. wenn die Aussonderung, Schwärzung oder 

anderweitige Unkenntlichmachung der Informationen den Zweck des 

Amtshilfeersuchens vereiteln würde, so sind sie dem ersuchenden Staat 

zu übermitteln (vgl. ausführlich mit Beispielen: BGE 144 II 29 E. 4.2.2 ff. 

und 141 II 436 E. 4.2.3 f.; Urteil des BGer 2C_615/2018 vom 26. März 2019 

E. 3.1; Urteil des BVGer A-4987/2021 vom 20. Mai 2022 E. 2.2.6 m.w.H.). 

2.4  

2.4.1 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit 

bildet das völkerrechtliche Vertrauensprinzip. Diesem Grundsatz nach be-

steht – ausser bei offensichtlichem Rechtsmissbrauch oder bei berechtig-

ten Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz des schweizerischen oder 

internationalen Ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) – prinzipiell kein Anlass, an 

Sachverhaltsdarstellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln 

(vgl. BGE 146 II 150 E. 7.1 und 142 II 218 E. 3.1; Urteile des BVGer 

A-765/2019 vom 20. September 2020 E. 2.2 und A-381/2018 vom 21. No-

vember 2018 E. 4.2). 

2.4.2 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips ist die ersuchte 

Behörde an die Darstellung des Sachverhalts im Amtshilfeersuchen gebun-

den, sofern diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Wider-

sprüche sofort entkräftet werden kann (BGE 142 II 218 E. 3.1 und 139 II 

451 E. 2.2.1; Urteile des BVGer A-2259/2021 vom 18. Februar 2022 E. 2.2 

und A-3773/2018 vom 8. Februar 2019 E. 2.6). Gleiches gilt für die vom 

ersuchenden Staat abgegebenen Erklärungen. Werden diese sofort ent-

kräftet, kann der ersuchte Staat ihnen nicht mehr vertrauen (vgl. Urteile des 

BVGer A-2259/2021 vom 18. Februar 2022 E. 2.2 und A-7622/2016 vom 

23. Mai 2017 E. 2.3). Das Vertrauensprinzip schliesst indessen nicht aus, 

dass der ersuchte Staat vom ersuchenden Staat zusätzliche Erklärungen 

verlangt, wenn ernsthafte Zweifel an der Einhaltung der völkerrechtlichen 

Grundsätze bestehen (BGE 146 II 150 E. 7.1 und 144 II 206 E. 4.4). 

2.5  

2.5.1 Informationen können im abkommensrechtlichen Sinne nur dann als 

voraussichtlich erheblich qualifiziert werden (vgl. E. 2.3), wenn sie (unter 

anderem oder ausschliesslich) Personen betreffen, deren unbeschränkte 

oder beschränkte Steuerpflicht im ersuchenden Staat während der mass-

gebenden Zeitspanne im Ersuchen geltend gemacht wird (vgl. Urteil des 

BVGer A-1948/2019 vom 7. November 2019 E. 2.4.3). 

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Seite 11 

2.5.2 Der Umstand, dass eine betroffene Person in einem Staat als steu-

erlich ansässig gilt, schliesst indes nicht aus, dass diese Ansässigkeit von 

einem anderen Staat in Abrede gestellt wird, respektive dass in anderen 

Staaten tatsächlich eine beschränkte Steuerpflicht gegeben ist. Die Be-

stimmung des steuerlichen Wohnsitzes auf internationaler Ebene ist eine 

Grundsatzfrage, die eine detaillierte Prüfung der Situation voraussetzt und 

vom ersuchten Staat im Rahmen eines Amtshilfeverfahrens nicht geklärt 

werden kann. Ein möglicher Ansässigkeitskonflikt ist daher nicht im Rah-

men eines Amtshilfeverfahrens, sondern in einem Verständigungsverfah-

ren zu lösen (vgl. BGE 145 II 112 E. 2.2.2, 142 II 217 E. 3.6 f. und 142 II 

161 E. 2.2.2; Urteil des BGer 2C_109/2022 vom 30. Januar 2023 E. 4.2.1). 

Ein allfälliges Verfahren betreffend die Ansässigkeitsfrage der betroffenen 

Person muss zudem noch nicht entschieden worden sein, bevor ein Amts-

hilfeersuchen in Bezug auf die Besteuerung gestellt werden kann (Urteil 

des BVGer A-4917/2019 vom 22. Oktober 2020 E. 3.1.2). 

2.5.3 Das Bestehen einer Steuerpflicht in einem anderen Staat als dem 

ersuchenden Staat stellt sodann weder die Vermutung des guten Glaubens 

des ersuchenden Staates (vgl. E. 2.2.3 und 2.4) noch die wahrscheinliche 

Relevanz des Amtshilfeersuchens (vgl. E. 2.3) in Frage. Dies gilt gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung insbesondere auch dann, wenn der 

ersuchende Staat in seinem Amtshilfeersuchen die Steuerpflicht der be-

troffenen Person nicht gesondert begründet, aber ansonsten alle Informa-

tionen angibt, die nach dem anwendbaren Abkommen bzw. seinem Proto-

koll erforderlich sind (vgl. E. 2.2.1). Denn diese Informationen beziehen 

sich insbesondere auf den angestrebten steuerlichen Zweck, weshalb sie 

darauf schliessen lassen, dass der ersuchende Staat die betroffene Person 

als zu seinen Steuerpflichtigen gehörend betrachtet. Die Ansässigkeit in 

einem Drittstaat reicht somit auch nicht aus, damit die ersuchte Behörde 

von der ersuchenden Behörde Erklärungen zu den Anknüpfungspunkten 

an die geltend gemachte Ansässigkeit der betroffenen Person im ersuchen-

den Staat verlangen kann (BGE 142 II 218 E. 3.1; Urteil des BGer 

2C_953/2020 vom 24. November 2021 E. 3.5 und E. 3.7). Deshalb ist es 

im Grundsatz unbehilflich, wenn sich die betroffene Person im Rahmen des 

Amtshilfeverfahrens auf eine (unbeschränkte) Steuerpflicht in einem ande-

ren (als dem ersuchenden) Staat beruft (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.2 ff.; Urteil 

des BGer 2C_109/2022 vom 30. Januar 2023 E. 4.2.1; Urteil des BVGer 

A-4680/2021 vom 19. August 2022 E. 3.6 in fine). 

2.5.4 Die einzige Konstellation, in der es das Bundesgericht zulässt, dass 

die Schweiz als ersuchter Staat eine unbeschränkte Steuerpflicht, auf die 

A-6208/2023 

Seite 12 

sich der ersuchende Staat stützt, überprüft, ist diejenige, in der die be-

troffene Person (auch) in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig ist. In 

dieser Situation einer potenziellen Doppelbesteuerung kann die Schweiz – 

ebenfalls unter Berücksichtigung des Vertrauensprinzips (vgl. E. 2.4) – 

überprüfen, ob der Anknüpfungspunkt an die vom ersuchenden Staat an-

gewandte Steuer einem der Kriterien zur Bestimmung der steuerlichen An-

sässigkeit im DBA zwischen der Schweiz und dem ersuchenden Staat ent-

spricht. Hingegen hat die Schweiz als ersuchter Staat nicht zu beurteilen, 

ob eine tatsächliche steuerliche Doppelansässigkeit besteht oder nicht 

(BGE 145 II 112 E. 3 und 142 II 161 E. 2.2.2; Urteil des BGer 2C_953/2020 

vom 24. November 2021 E. 3.6, publiziert in SteuerRevue [StR] 77/2022 

S. 166; Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 7.2.2; vgl. zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 E. 2.6). 

3.  

Im vorliegenden Fall ist zunächst strittig und zu prüfen, ob das Amtshilfeer-

suchen einer unzulässigen «fishing expedition» entspricht (E. 3.1). Im 

Streit liegt zudem, ob die Übermittlung von Daten vorgesehen ist, die von 

der ersuchenden Behörde gar nicht verlangt worden sind (E. 3.2). Im Wei-

teren ist die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips umstritten (E. 3.3). Zu 

prüfen ist schliesslich die voraussichtliche Erheblichkeit der ersuchten In-

formationen (E. 3.4). In diesem Zusammenhang sind auch die Schwär-

zungsanträge hinsichtlich verschiedener Personennamen zu beurteilen 

(E. 3.5). 

3.1  

3.1.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund der fehlenden An-

sässigkeit in Frankreich komme das Gesuch um Amtshilfe einer untersag-

ten Beweisausforschung gleich. Weil seine Ansässigkeit in den Jahren 

2018 bis 2021 nicht in Frankreich gewesen sei, habe die französische 

Steuerbehörde keinen Grund, Informationen zu seinem Einkommen und 

Vermögen anzufordern. 

3.1.1 Dem Beschwerdeführer ist zunächst zu entgegnen, dass das Amts-

hilfegesuch vom 19. April 2023 alle gemäss Ziff. XI Abs. 3 des Zusatzpro-

tokolls erforderlichen Informationen (vgl. E. 2.2.1) enthält. Damit kann das 

Vorliegen einer sog. «fishing expedition» grundsätzlich verneint werden 

(E. 2.2.2). Im Weiteren hat die ersuchende Behörde verschiedene Anknüp-

fungspunkte für eine Ansässigkeit des Beschwerdeführers in Frankreich 

geltend gemacht. Nach dem Vertrauensprinzip ist darauf grundsätzlich ab-

zustellen. Von einer «fishing expedition» kann keine Rede sein und die Vor-

A-6208/2023 

Seite 13 

instanz ist zurecht auf das Amtshilfeersuchen eingetreten. Die vom Be-

schwerdeführer ins Recht gelegten Urkunden, welche nachweisen sollen, 

dass er in den Jahren 2018 bis 2021 keine Ansässigkeit in Frankreich ge-

habt habe, sind unter dem Titel der voraussichtlichen Erheblichkeit der er-

suchten Informationen zu prüfen (E. 3.4). 

3.2  

3.2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz wolle im Rahmen 

der Amtshilfe Informationen an die ersuchende Behörde übermitteln, nach 

welchen diese in ihrem Ersuchen gar nicht oder nicht mit letzter Präzision 

gefragt habe. Sie wolle insoweit eine unzulässige spontane Amtshilfe leis-

ten. Die ersuchende Behörde habe nur nach Auszügen eines bestimmten 

Bankkontos gefragt und nicht nach Auszügen bzw. Transaktionen allfälliger 

mit dem Konto verbundener Kreditkarten. 

3.2.2 Die ersuchende Behörde hat gemäss dem Amtshilfeersuchen nach 

den Vermögensaufstellungen, verschiedenen Formularen sowie den Kon-

toauszügen («les relevés») des Kontos Nr. (Kontonummer) für den Zeit-

raum 2018 bis 2021 gefragt. Die Vertragsstaaten des DBA CH-F haben den 

Vertrag nach Treu und Glauben zu erfüllen und demnach die Erklärungen 

ihres Vertragspartners nach Treu und Glauben zu interpretieren (Art. 26 

VRK). Dies hat in einer Weise erfolgen, die den wirksamen Informations-

austausch zwischen den Vertragsparteien nicht behindert (oben E. 2.2.3). 

Die Auffassung der Vorinstanz, dass die Auszüge der Kreditkarten (inkl. 

Eröffnungsformulare), welche mit dem genannten Bankkonto verbunden 

sind, ebenfalls als ersucht zu gelten haben, ist vor diesem Hintergrund zu 

bestätigen. Die einzelnen Transaktionen, welche aus den Kreditkartenab-

rechnungen ersichtlich sind, zeigen die Verwendung des Bankkontos nä-

her auf. Dies ermöglicht der ersuchenden Behörde ein besseres Bild über 

die Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers zu gewinnen. Im Wei-

teren lassen sich aus den Kreditkartenauszügen allenfalls auch weitere 

Hinweise des Beschwerdeführers auf seine Ansässigkeit in Frankreich ab-

leiten. Es handelt sich demnach bei der vorgesehenen Übermittlung der 

Kreditkartenauszüge inkl. Eröffnungsformulare nicht um eine spontane 

Amtshilfe. 

3.3  

3.3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe entgegen der Behaup-

tung im Ersuchen nie eine Aufforderung der französischen Behörden erhal-

ten, Informationen zum betreffenden Konto offenzulegen. Bis heute habe 

A-6208/2023 

Seite 14 

kein schriftlicher oder mündlicher Austausch zwischen ihm und der franzö-

sischen Steuerbehörde stattgefunden. 

3.3.2 Vorliegend hat die ersuchende Behörde erklärt, dass sie alle verfüg-

baren Mittel auf ihrem Hoheitsgebiet ausgeschöpft habe, um die Informati-

onen zu erhalten, mit Ausnahme derjenigen, die unverhältnismässige 

Schwierigkeiten verursachen würden (Ersuchen, Seite 4, Ziff. 14 Bst. d). 

Zudem hat sie im Ersuchen ausgeführt, sie habe den Beschwerdeführer 

aufgefordert, Informationen zum betreffenden Konto offenzulegen. Dieser 

Aufforderung sei er aber nicht nachgekommen (Ersuchen, Seite 3, Ziff. 11).  

Zunächst darf davon ausgegangen werden, dass die Frist zur Einreichung 

der Steuererklärung für die massgeblichen Steuerperioden 2018 bis 2021 

im Zeitpunkt des Amtshilfegesuches (Datum) verstrichen war. Die Vor-

instanz hat sich in der Folge zurecht mit den oben erwähnten Erklärungen 

der ersuchenden Behörde begnügt, denn es liegen keine widersprüchli-

chen Elemente vor, aufgrund derer am guten Glauben des ersuchenden 

Staates zu zweifeln wäre (Urteil des BGer 2C_716/2020 vom 18. Mai 2021 

E 2.2.3). Der Einwand des Beschwerdeführers, er sei in der relevanten Zeit 

gar nicht in Frankreich gewesen und es habe deshalb auch kein Austausch 

zwischen ihm und der Steuerbehörde in Frankreich stattfinden können, ist 

nicht stichhaltig. Das Ersuchen nennt zumindest eine mutmassliche Ad-

resse in Frankreich (Adresse) und die Frage nach dem Wohnsitz ist nicht 

im Amtshilfeverfahren zu untersuchen (BGer 2C_953/2020 vom 24. No-

vember 2021 E. 3.5). Nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip ist da-

von auszugehen, dass die ersuchende Behörde – wie in ihrem Ersuchen 

ausgeführt – den Beschwerdeführer aufgefordert hat, Informationen zum 

betreffenden Konto offenzulegen. Ob der Beschwerdeführer von der Auf-

forderung tatsächlich Kenntnis erhalten hat, ist deshalb nicht im vorliegen-

den Verfahren zu klären. Das Subsidiaritätsprinzip wurde eingehalten. 

3.4  

3.4.1 Der Beschwerdeführer legt dar, er sei 2012 nach (…) (Überseegebiet 

des Vereinigten Königreichts) ausgewandert und habe in der vorliegend 

relevanten Zeit (2018 bis 2021) über keine persönliche, ständige und dau-

erhafte Wohnstätte in Frankreich verfügt. Im Amtshilfeersuchen sei er-

wähnt, dass er Eigentümer einer Liegenschaft an der (Adresse), sei. 80% 

dieser Liegenschaft hätten jedoch seiner Ex-Frau gehört und im Rahmen 

der Scheidung seien ihr die restlichen 20% als Ausgleichszahlung zuge-

sprochen worden. Er habe ab der Trennung im Jahr 2015 zu keinem Zeit-

punkt über die besagte Liegenschaft verfügen können. Im 

A-6208/2023 

Seite 15 

Amtshilfeersuchen sei ebenfalls erwähnt, dass er Eigentümer einer weite-

ren Liegenschaft an der (Adresse), sei. Hierbei handle es sich aber bloss 

um einen 8 m2 grossen Abstellraum. Im Übrigen wisse er nicht, weshalb 

die ersuchende Behörde vermute, er wohne an der (Adresse). Er sei in den 

Jahren 2018 bis 2021 keiner Erwerbstätigkeit in Frankreich nachgegangen. 

Er sei zwar einziger Gesellschafter der SAS F._______ mit Sitz in (...), wel-

che am (Datum) gegründet worden sei. Seit der Gründung habe er jedoch 

von dieser Gesellschaft kein Gehalt erhalten. Der Beschwerdeführer macht 

zusammengefasst geltend, die im Ersuchen vorgebrachten Anhaltspunkte 

für eine Steuerpflicht in Frankreich seien einer Plausibilitätsprüfung nicht 

zugänglich. Dem Amtshilfeersuchen sei mangels voraussichtlicher Erheb-

lichkeit der verlangten Informationen keine Folge zu leisten. 

3.4.2 Die Rolle des ersuchten Staates beschränkt sich bei der Beurteilung 

der voraussichtlichen Erheblichkeit auf eine Prüfung der Plausibilität des 

Ersuchens. Die ersuchte Behörde muss nur überprüfen, ob die ersuchten 

Informationen einen Bezug zum im Amtshilfeersuchen geschildeten Sach-

verhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im ausländi-

schen Verfahren verwendet zu werden (sog. Plausibilitätskontrolle, 

E. 2.3.7). Im vorliegenden Amtshilfeersuchen geht Frankreich aufgrund 

verschiedener Anknüpfungspunkte von einer Steuerpflicht in Frankreich 

betreffend die Jahre 2018 bis 2021 aus. Der Beschwerdeführer verfüge 

über Eigentum an zwei Immobilien in (...), wohne mutmasslich an einer Ad-

resse in (…), sei Geschäftsführer einer Gesellschaft in Frankreich und 

habe mehrere Bankkonten bei französischen Banken, die allesamt in (...) 

eröffnet worden seien. Auf den im Ersuchen geschilderten Sachverhalt ist 

grundsätzlich abzustellen (sog. völkerrechtliches Vertrauensprinzip, vgl. E. 

2.4). Es kann festgehalten werden, dass die ersuchten Informationen einen 

Bezug zum geschilderten Sachverhalt im Amtshilfeersuchen haben. Die 

französischen Behörden gehen aufgrund der Anknüpfungspunkte von ei-

ner Steuerpflicht in Frankreich aus und die ersuchten Informationen sind 

möglicherweise geeignet, im Verfahren in Frankreich zur Erhebung der ge-

schuldeten Steuer verwendet zu werden. 

3.4.3 Der Beschwerdeführer wendet ein, die Ausführungen im Amtshilfeer-

suchen seien falsch und reicht verschiedene Beweismittel ein. Nach der 

Rechtsprechung kann der ersuchte Staat den Erklärungen des ersuchen-

den Staats dann nicht mehr vertrauen, wenn diese sofort entkräftet werden 

(vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-2259/2021 vom 18. Februar 2022 

E. 2.2). Es liegt dabei an der betroffenen Person, den Sachverhalt mittels 

Urkunden klar und entscheidend zu widerlegen (vgl. statt vieler: Urteil des 

A-6208/2023 

Seite 16 

A-2427/2024 vom 22. November 2024 E. 2.4.2 mit Hinweisen). Dies gelingt 

dem Beschwerdeführer indessen nicht. Die von ihm eingereichte Tren-

nungsurkunde vom (…) (Beschwerdebeilage 3) zeigt bloss auf, dass 

G._______ seit dem (Datum) («date de la séparation») vom Beschwerde-

führer getrennt ist. In keiner Weise enthält sie Angaben über einen Eigen-

tumsübergang an einer Liegenschaft. Es ist demnach weiterhin davon aus-

zugehen, dass er in den Jahren 2018 bis 2021 (Verkauf am [Datum]) über 

(Mit-)Eigentum an dieser Liegenschaft (Adresse) verfügt hat. Zudem ist ein 

weiteres Eigentum an einem Abstellraum (Adresse); Beschwerdebeilage 

4) unbestritten. Insofern war der Beschwerdeführer aufgrund der Eigen-

tumsverhältnisse in Frankreich in der relevanten Zeit zumindest beschränkt 

steuerpflichtig. 

Im Übrigen führt selbst die Vollmacht des jetzigen Vertreters (Beschwerde-

beilage 2) als Adresse des Beschwerdeführers die im Amtshilfeersuchen 

(als mutmasslich) genannte Adresse (…) auf. Insofern bestätigt der Be-

schwerdeführer damit zumindest einen aktuellen Bezug zu dieser Adresse 

in Frankreich. Weitere relevante Beweismittel legte der Beschwerdeführer 

nicht ins Recht. 

Der Beschwerdeführer konnte die Ausführungen der ersuchenden Behörde 

folglich nicht sofort entkräften und es ist auf diese abzustellen. Es liegen 

demnach Anknüpfungspunkte für seine Steuerpflicht in Frankreich vor. 

Auch eine mögliche Steuerpflicht in (…) schliesst eine Steuerpflicht des 

Beschwerdeführers in Frankreich nicht aus. Die Bestimmung der steuerli-

chen Ansässigkeit ist eine materielle Frage, die eine detaillierte Prüfung 

der Situation voraussetzt und von der Schweiz als ersuchter Staat im 

Rahme der Amtshilfe nicht behandelt werden kann (Urteil des BGer 

2C_953/2020 vom 24. November 2021 E. 3.7). 

3.4.4 Aus dem Verweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

A-3374/2018 vom 3. April 2019 vermag der Beschwerdeführer nichts zu 

seinen Gunsten abzuleiten. Im Unterschied zum Sachverhalt, der diesem 

Urteil zugrunde liegt, macht der Beschwerdeführer keine unbeschränkte 

Steuerpflicht in der Schweiz geltend. Denn die einzige Konstellation, in der 

die Rechtsprechung eine Vorabwürdigung des steuerrechtlichen Wohnsit-

zes im Rahmen des Amtshilfeverfahrens ausnahmsweise zulässt, bedingt, 

dass die betroffene Person in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig ist 

(statt vieler: Urteil des BGer 2C_109/2022 vom 30. Januar 2023 E. 4.5.3). 

A-6208/2023 

Seite 17 

3.5 Der Beschwerdeführer stellt schliesslich Schwärzungsanträge hinsicht-

lich verschiedener Personen. Weil alle diese Personen hingegen nicht rein 

zufällig («fruit d'un pur hasard»; E. 2.3.8) in den Auszügen des Kontos res-

pektive der Kreditkarten vermerkt sind, können sie gemäss der Rechtspre-

chung nicht geschwärzt werden. Dies gilt auch für die Namen der in den 

Auszügen erwähnten Anwälte. Es ist unbekannt, in welcher Beziehung der 

Beschwerdeführer mit diesen Personen stand. Es kann nicht ausgeschlos-

sen werden, dass es sich um geschäftliche Beziehungen gehandelt hat und 

diese Informationen für die Steuerpflicht des Beschwerdeführers in Frank-

reich voraussichtlich erheblich sein können. 

3.6 Zusammenfassend ist der Sachverhalt genügend erstellt und die von 

der Vorinstanz vorgesehene Übermittlung gemäss der Schlussverfügung 

vom 11. Oktober 2023 zu bestätigen. Die Beschwerde ist damit vollumfäng-

lich abzuweisen. 

4.  

4.1 Ausgangsgemäss hat der unterliegende Beschwerdeführer die Verfah-

renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten sind auf 

Fr. 5’000.-- festzusetzen (vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kosten-

vorschuss in gleicher Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden. 

4.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 

VGKE). 

5.  

Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-

sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 

über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur 

dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das 

Bundesgericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von 

grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen 

um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG 

handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, 

entscheidet das Bundesgericht. 

 

A-6208/2023 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 5’000.-- werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Barbara Camenzind 

 

 

 

 

 

 

A-6208/2023 

Seite 19 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der 

Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei-

zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der 

Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung erfüllt 

ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 

Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-

tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-6208/2023 

Seite 20 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)