# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18855c52-bd9a-5e15-8e97-25772e56c4f6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 28.04.2022 ZK1 2021 133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-133_2022-04-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 28. April 2022

Referenz ZK1 21 133

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Breitenmoser
Fryberg Augustin Schmid, Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi
Quaderstrasse 5, Postfach 519, 7001 Chur 

Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen im Ehescheidungsverfahren
(Kindesschutz)

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur vom 
12. Mai 2021, mitgeteilt am 25. August 2021 (Proz. Nr. 135-2021-
207)

Mitteilung 05. Mai 2022

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Sachverhalt

A. Am 23. März 2021 stellte B._____ beim Regionalgericht Plessur ein Ge-
such um (superprovisorischen) Erlass und Abänderung vorsorglicher Massnah-
men hinsichtlich eines unbegleiteten Besuchs- und Ferienrechts (Proz. Nr. 135-
2021-207) in dem seit 10. Oktober 2018 zwischen ihm und A._____ hängigen 
Scheidungsverfahren (Proz. Nr. 135-2018-826).

B. Das Gesuch erfolgte im Nachgang und aus Anlass des mit Urteil des Regi-
onalgerichts Plessur vom 9. November 2020 (Proz. Nr. 515-2019-20) gegenüber 
B._____ ergangenen Freispruchs vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Hand-
lungen mit der Halbschwester (C._____) der Tochter der Parteien (D._____) und 
des im Scheidungsverfahren eingeholten Gutachtens E._____ vom 10. März 2021 
zur Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit der Parteien.

C. Nach Abweisung des Gesuchs um superprovisorische Anordnung der be-
antragten Massnahmen erkannte der Einzelrichter für Zivilsachen am Regionalge-
richt Plessur mit Entscheid vom 12. Mai 2021, im Dispositiv mitgeteilt am 2. Juni 
2021, begründet mitgeteilt am 25. August 2021, wie folgt:

1. Zugunsten von D._____, geb._____2011, werden – bis zur Vollstreck-
barkeit des Entscheids in der Hauptsache – folgende Kindesschutz-
massnahmen angeordnet:

a. A._____ und B._____ wird das Aufenthaltsbestimmungsrecht 
über D._____ entzogen (Art. 310 Abs. 1 ZGB).

b. D._____ wird in angemessener Weise ausserhalb der Familie bei 
Dritten untergebracht, d.h. fremdplatziert (Art. 310 Abs. 1 ZGB).

c. Für D._____ wird eine therapeutische Begleitung durch eine 
neue, unabhängige psychiatrische Fachperson mit folgenden Auf-
gaben angeordnet:

i. Der Inhalt der Einzelpsychotherapie richtet sich nach den 
Empfehlungen im Gutachten der E._____ vom 10.03.2021 
(S. 77 mit entsprechender Begründung).

ii. Dem Therapeuten/Der Therapeutin kommt die Aufgabe zu, 
die Besuchstage von B._____ mit D._____ zur Klärung der 
Befindlichkeiten zeitnah nachzubereiten und den Beistand bei 
Besonderheiten, mindestens alle sechs Monate, zu informie-
ren.

iii. Dem Therapeuten/Der Therapeutin kommt die Aufgabe zu, 
den Beistand zu informieren, sobald das Wohl von D._____ 
eine Erweiterung des Besuchsrechts von B._____ mit Über-
nachtung gemäss Ziffer 2/c zulässt.

iv. Dem Therapeuten/Der Therapeutin kommt die Aufgabe zu, 
den Beistand zu informieren, sobald das Wohl von D._____ 

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eine Erweiterung des Besuchsrechts von A._____ gemäss 
Ziffer 2/b zulässt.

d. Für A._____ wird gestützt auf Art. 307 ZGB eine Sozialpädagogi-
sche Familienbegleitung (SPF) angeordnet.

i. Die SPF soll A._____ dabei unterstützen, die im Gutachten der 
E._____ vom 10.03.2021 (insbesondere S. 66-68) aufgezeigten 
Defizite im Umgang mit und in der Erziehung von D._____ auf-
zuarbeiten.

ii. Die SPF begleitet die Ausübung des Besuchsrechts durch 
A._____ und erstattet dem Therapeuten/der Therapeutin von 
D._____ periodisch – mindestens zweimonatlich – Bericht über 
den Verlauf des Besuchsrechts.

e. A._____ wird im Sinne einer Weisung nach Art. 307 ZGB ver-
pflichtet, an einer Sucht- sowie Gewaltberatung teilzunehmen.

f. B._____ und A._____ werden im Sinne einer Weisung nach 
Art. 307 ZGB verpflichtet, den Kurs "Kinder im Blick" der E._____ 
zu besuchen.

g. Die von der KESB Nordbünden mit Entscheid vom 13.07.2017 für 
D._____ errichtete Beistandschaft wird fortgeführt.

Die dem Beistand übertragenen Aufgaben und Kompetenzen im 
Rahmen der Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) so-
wie der Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 
Abs. 2 ZGB) werden wie folgt konkretisiert bzw. ergänzt:

i. B._____ in erzieherischen Belangen zur Seite stehen, ihn 
angemessen beraten und unterstützen;

ii. Die Tätigkeiten des Beistands und der SPF bezüglich der Un-
terstützung von A._____ in erzieherischen Belangen koordi-
nieren;

iii. Die Ausübung des persönlichen Verkehrs mit D._____ durch 
die Eltern koordinieren, sie beraten und unterstützen.

Zur Koordination gehört auch, den Zeitpunkt für die Erweite-
rungen des Besuchsrechts (vgl. Ziffern 1/c/iii und 1/c/iv) zu 
bestimmen und allen Beteiligten zu kommunizieren.

iv. Im Konfliktfall im Rahmen der gerichtlichen Regelung über 
den persönlichen Verkehr konkrete Modalitäten zur Umset-
zung festlegen;

v. Unterstützung der Schule, um D._____ adäquat zu fördern;

vi. Bestimmung des Therapeuten/der Therapeutin gemäss Ziffer 
1/c;

vii. Sämtlichen an der Betreuung und Förderung von D._____ 
beteiligten Dritten (SPF, Therapeuten, Schule etc.) als An-
sprechperson zur Verfügung stehen und ihre Tätigkeiten ko-
ordinieren;

viii. Entgegennahme der von B._____ zu leistenden Unterhalts-
beiträge (vgl. Ziffer 4) und Verwendung zugunsten des Un-
terhalts von D._____.

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2. A._____ und B._____ wird das Recht eingeräumt, D._____ – nach er-
folgter Fremdplatzierung bis zur Vollstreckbarkeit des Entscheids in 
der Hauptsache – gemäss den nachfolgenden Regelungen zu sich zu 
Besuch zu nehmen:

a. Das Besuchsrecht besteht abwechslungsweise an den Wochen-
enden mit gerader Wochenzahl. An den Wochenenden mit unge-
rader Wochenzahl wird kein Besuchsrecht eingeräumt. Das erste 
Besuchsrecht der Eltern nimmt B._____ wahr.

b. In Bezug auf A._____ gilt was folgt:

i. Die Übergabe und Besuche erfolgen zuerst im Rahmen der 
SPF mit einem zeitlichen Umfang von zwei bis vier Stunden – 
je nach Verfügbarkeit der Begleitperson – an einem Tag pro 
Wochenende;

ii. In diesem zeitlichen Rahmen können zunehmende Belas-
tungserprobungen stattfinden, indem A._____ mit D._____ 
Aktivitäten organisiert und unter- nimmt;

iii. Bei guter Entwicklung der Besuchskontakte (insbesondere 
guter Kooperation durch A._____) können diese – auch ohne 
SPF-Begleitung – stufenweise wie folgt weiter ausgedehnt 
werden:

1. bis zu einem Tag von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr;

2. ein ganzes Wochenende mit Übernachtung von Sams-
tag, 9.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr;

3. einwöchige Ferien und mehrwöchige Ferien.

c. In Bezug auf B._____ gilt was folgt:

i. In einer ersten Phase ist B._____ berechtigt, D._____ für je-
weils einen Tag (Samstag oder Sonntag), von 9.00 Uhr bis 
19.00 Uhr, ohne Begleitung zu sich zu Besuch zu nehmen.

ii. In einer zweiten Phase kann das Besuchsrecht auf zwei Tage 
mit Übernachtung, von Samstag, 9.00 Uhr, bis Sonntag, 
19.00 Uhr, ausgedehnt werden.

d. Bis zur erfolgten Fremdplatzierung gilt bezüglich des Besuchs-
rechts von B._____ das Regime gemäss Entscheid des Regional-
gerichts Plessur vom 23.07.2019 (Proz. Nr. 135-2019-512).

3. Die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) wird 
mit dem Vollzug betraut, verbunden mit dem höflichen Ersuchen, die 
Kindesschutzmassnahmen möglichst schnell – einzelne allenfalls vor-
weg – umzusetzen.

4. a) B._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von D._____ – nach 
erfolgter Fremdplatzierung bis zur Vollstreckbarkeit des Ent-
scheids in der Hauptsache – einen monatlich im Voraus zahlba-
ren Barunterhalt von CHF 1'370.00, zuzüglich allfällig vertraglich 
geregelter und gesetzlicher Kinder- und Ausbildungszulagen, zu 
bezahlen. Der Unterhaltsbeitrag ist an den Beistand zu leisten. 
Die elterliche Sorge von B._____ und A._____ wird im entspre-
chenden Umfang eingeschränkt.

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b) Bis zur erfolgten Fremdplatzierung gilt die Unterhaltspflicht 
gemäss Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden vom 
12.06.2018 (ZK1 16 82).

c) A._____ wird mangels Leistungsfähigkeit nicht zur Bezahlung von 
Unterhalt für D._____ verpflichtet.

5. Im Übrigen werden die Rechtsbegehren abgewiesen, soweit darauf 
eingetreten werden kann.

6.a) Die Gerichtskosten von CHF 4'000.00 gehen je zur Hälfte 
(CHF 2'000.00) zu Lasten von B._____ und A._____.

b) Jede Partei trägt ihre Parteikosten selber.

7. [Rechtsmittelbelehrungen]

8. [Mitteilungen]

D. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Berufungsklägerin) 
mit Eingabe vom 6. September 2021 Berufung und stellte folgende Rechtsbegeh-
ren:

1. Es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

2. Es sei der angefochtene Entscheid des Regionalgerichts Plessur vom 
12. Mai 2021 (Proz. Nr. 135-2021-207) vollumfänglich aufzuheben.

3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, diese zuzüglich 7.7% MwSt., 
zu Lasten des Berufungsbeklagten.

E. Bereits nach Eröffnung des Entscheides im Dispositiv hatte die Berufungs-
klägerin beim Kantonsgericht mit Eingabe vom 10. Juni 2021 den (superprovisori-
schen) Aufschub der Vollstreckbarkeit des Entscheids bis zum Ende der Beru-
fungsfrist bzw. im Falle einer Berufung bis zum Entscheid des Berufungsgerichts 
beantragt (ZK1 21 79). Diesem Gesuch war mit prozessleitender Verfügung vom 
11. Juni 2021 einstweilen entsprochen worden. Nach Eingang der Berufung blieb 
die entsprechende Anordnung bis auf weiteres bestehen (Verfügung vom 8. Sep-
tember 2021).

F. Mit Berufungsantwort vom 17. September 2021 stellte B._____ (nachfol-
gend: Berufungsbeklagter) seinerseits folgende Rechtsbegehren:

1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. Der Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu verweigern.

3. Die mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 11. Juni 2021 (Verfahren 
ZK1 21 79) und mit Verfügung vom 8. September 2021 (Verfahren 
ZK1 21 133) erneuerte einstweilen angeordnete Untersagung der Voll-
streckung des vorinstanzlichen Entscheids vom 31. Mai / 2. Juni 2021 
sei unverzüglich aufzuheben.

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4. Es sei die vom Vorderrichter angeordnete sofortige Vollstreckbarkeit 
der gemäss Entscheid vom 31. Mai / 2. Juni 2021 / 25. August 2021 in 
Ziffern 1 - 4 angeordneten Massnahmen wieder in Kraft zu setzen und 
anzuordnen.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Gegenpar-
tei.

G. Mit Verfügung vom 28. September 2021 wurde der Berufung in Bestätigung 
der einstweiligen Verfügungen vom 11. Juni 2021 und vom 8. September 2021 die 
aufschiebende Wirkung erteilt (ZK1 21 133 / ZK1 21 79).

H. Mit Replik vom 7. Oktober 2021 und mit Eingabe vom 11. Oktober 2021 
bezog die Berufungsklägerin erneut Stellung.

I. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2021 reichte die Berufungsklägerin dem 
Kantonsgericht eine schriftliche Vereinbarung, datierend vom gleichen Tag und 
sowohl von den Eltern als auch von F._____ (Beistand) und Dr. med. G._____ 
unterzeichnet, ein. Sie beantragte deren Genehmigung und wies darauf hin, dass 
sowohl der Kindsvater als auch der Beistand der Ansicht seien, dass die Obhut 
über D._____ bei der Kindsmutter verbleiben soll. Gegenstand der Vereinbarung 
bildet insbesondere das Kontaktrecht des Berufungsbeklagten, welches bei fort-
bestehender Obhut der Mutter schrittweise von vorerst siebenstündigen unbeglei-
teten Besuchen (Dezember 2021) auf Besuche an jedem zweiten Wochenende 
(anfänglich tageweise und ab August 2022 mit Übernachtungen) und einem zu-
sätzlichen Besuchstag unter der Woche (ab Februar 2023), ausgebaut werden 
soll. 

J. Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens sowie des Verfahrens betreffend 
aufschiebende Wirkung wurden beigezogen.

Erwägungen

1.1. Gegen Entscheide betreffend vorsorgliche Massnahmen im Eheschei-
dungsverfahren kann Berufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO erhoben werden, 
unter der Voraussetzung, dass eine nicht vermögensrechtliche Streitigkeit vorliegt 
oder der Streitwert den Betrag von CHF 10'000.00 übersteigt (Art. 308 Abs. 1 lit. b 
und Abs. 2 ZPO). Vorliegend beschlägt die Berufung nicht vermögensrechtliche 
Punkte des Entscheides (Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und Fremd-
platzierung), weshalb sie streitwertunabhängig zulässig ist. 

1.2. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der 
Berufung ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 EGzZPO (BR 320.100). Innerhalb des Kan-

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tonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen auf dem Gebiet 
des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 Abs. 1 lit. a KGV 
[BR 173.100]).

1.3. Der angefochtene Entscheid erging im summarischen Verfahren (Art. 271 
lit. a ZPO) und wurde der Berufungsklägerin mit schriftlicher Begründung nach 
eigenen Angaben am 26. August 2021 zugestellt (act. A.1, II.A.2). Die Berufung 
datiert vom 6. September 2021 und wurde gleichentags zuhanden des Kantonsge-
richts der Post übergeben (act. A.1). Damit erweist sich die massgebliche Beru-
fungsfrist von zehn Tagen als gewahrt (Art. 142 Abs. 3, Art. 314 i.V.m. Art. 311 
ZPO). Überdies entspricht die Eingabe den gesetzlichen Formerfordernissen 
(Art. 311 ZPO).

2.1. Die Berufung richtet sich hauptsächlich gegen den in Dispositiv-Ziffer 1a 
und b angeordneten Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Unter-
bringung der Tochter bei Dritten im Sinne von Art. 310 ZGB. Die Berufungskläge-
rin rügt eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts und eine unrichtige Rechts-
anwendung (Art. 310 ZPO). Ihre Person und Familiensituation seien falsch gewür-
digt worden und eine Kindeswohlgefährdung sei nicht gegeben. Zudem habe die 
Vorinstanz dem Subsidiaritätsprinzip und dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit 
keine Nachachtung geschenkt (act. A.1, II.B.7 f.). Die im Folgenden erläuterten 
prozessualen Mängel rügt die Berufungsklägerin nicht. Bei der Berufung handelt 
es sich jedoch um ein vollkommenes Rechtsmittel, welches eine umfassende 
Überprüfung der Streitsache in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht ermöglicht. 
Dabei beschränkt sich das Berufungsgericht zwar grundsätzlich darauf, die Bean-
standungen zu beurteilen, welche die Parteien in ihren schriftlichen Begründungen 
(Art. 311 Abs. 1 und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das erstinstanzliche Urteil erhe-
ben. Bei offenkundigen Mängeln kann das Berufungsgericht aber auch ohne ent-
sprechende Rüge korrigierend eingreifen. Obwohl die Parteien mit ihren Bean-
standungen das Prüfungsprogramm vorgeben, ist das Berufungsgericht ausser-
dem inhaltlich nicht an die Argumente gebunden, mit denen diese begründet wer-
den. Es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und verfügt über 
freie Kognition in Tatfragen, weshalb es die Berufung auch mit einer anderen Ar-
gumentation gutheissen kann (vgl. BGE 144 III 394 E. 4.1.4.; 142 III 413 E. 2.2.4; 
BGer 4A_397/2016 v. 30.11.2016 E. 3.1).  

2.2. Grundsätzlich ist die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde für die An-
ordnung von Kindesschutzmassnahmen nach Art. 307 ff. ZGB zuständig (Art. 315 
ZGB). Im Rahmen eines eherechtlichen Verfahrens (Eheschutz, Ehetrennung, 
Ehescheidung, Eheungültigkeit) fällt die Anordnung von Kindesschutzmassnah-

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men jedoch ausnahmsweise in die Zuständigkeit des Gerichts, wobei der Vollzug 
der angeordneten Massnahmen der Kindesschutzbehörde obliegt (Art. 315a 
Abs. 1 ZGB). Die Zuständigkeit des Gerichts ist insofern eingeschränkt, als die 
Kindesschutzbehörde einerseits bezüglich der Weiterführung bereits vor dem Ge-
richtsverfahren eingeleiteter Kindesschutzverfahren sowie andererseits bei beson-
derer Dringlichkeit zuständig bleibt (Art. 315a Abs. 3 Ziff. 1 und 2 ZGB). Als Voll-
zugsbehörde ist die Kindesschutzbehörde grundsätzlich an das Gerichtsurteil ge-
bunden. Allerdings ist sie auch in Fällen gemäss Art. 315a Abs. 1 ZGB keine reine 
Vollstreckungsinstanz; sie ist vielmehr grundsätzlich befugt, den Vollzug ergän-
zender Kindesschutzmassnahmen anzuordnen oder den Vollzug nötigenfalls 
(ganz oder teilweise) vorübergehend auszusetzen, soweit das Kindeswohl ernst-
lich gefährdet würde (vgl. Peter Breitschmid, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1–456 ZGB, 6. Aufl., Basel 2018, N 7 ff. zu 
Art. 315-315b ZGB; PKG 2014 Nr. 3 E. 5.a)

2.3. Für das Gericht gelten die gleichen Anforderungen an die Ausgestaltung 
der Kindesschutzmassnahmen wie für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehör-
de. Auch für das Gericht ist die Zuständigkeit zum Erlass von Kindesschutzmass-
nahmen eine umfassende und ausschliessliche Zuständigkeit, welche nicht (auch 
nicht teilweise) delegiert werden kann. Weder ist es zulässig, dass die Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde einem Beistand den Auftrag erteilt, nach Anordnung 
der Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts einen geeigneten Unterbrin-
gungsort zu suchen und das Kind dort unterzubringen, noch ist es zulässig, dass 
das Gericht dies der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde überlässt. In beiden 
Konstellationen bestünde mangels örtlicher und personeller Anordnungen hinsicht-
lich der Unterbringung ein Schwebezustand, während dem die Betreuung des 
Kindes und die Betreuungsverantwortlichkeit nicht klar zugewiesen sind. Die Auf-
hebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts bedingt ferner das Festlegen einer 
Unterbringung in dem Sinne, als sich die Verhältnismässigkeit der Massnahme nur 
vor dem Hintergrund eines bestimmten Aufenthaltsorts des Kindes und bestimmter 
Betreuungsverantwortlichkeiten beurteilen lässt. Insofern kann die Eignung der Art 
und des Ortes der Unterbringung als Voraussetzung für die Aufhebung des Auf-
enthaltsbestimmungsrechts betrachtet werden (Kurt Affolter-Fringeli/Urs Vogel, in: 
Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 
Bern 2016, N 26 und 29 zu Art. 315-315b ZGB und N 19 und 143 zu Art. 310/314b 
ZGB; Peter Breitschmid, a.a.O., N 4 f. zu Art. 315-315b ZGB und N 7 ff. zu 
Art. 310 ZGB; Michelle Cottier, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, 
2. Aufl., Basel 2018,  N 2 zu Art. 315-315b ZGB und N 3 zu Art. 310 ZGB; Andrea 
Büchler/Sandro Clausen, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, Schei-

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dung, Bd. I, 3. Aufl., 2017, N 18 zu Art. 134/315a/315b ZGB; Yvo Biderbost, in: 
Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Perso-
nen- und Familienrecht, Partnerschaftsgesetz, 3. Aufl., Zürich 2016, N 3 zu 
Art. 310 ZGB; vgl. zum Ganzen auch KGer GR ZK1 18 170 v. 22.8.2019 E. 8 mit 
Verweis auf PKG 2014 Nr. 3 E. 6.d). 

2.4. Während die Vorinstanz in E. 2 noch zutreffend festhielt, die Anordnung von 
Kindesschutzmassnahmen falle bei Rechtshändigkeit eines Scheidungs- oder 
Eheschutzverfahrens gestützt auf Art. 315a Abs. 1 ZGB in die Zuständigkeit des 
Gerichts, wobei der Vollzug der Massnahmen der Kindesschutzbehörde obliege, 
fasste sie im Dispositiv unter Letzteres implizit auch den Entscheid über die Art 
und den Ort der Unterbringung. So ordnete sie in Dispositiv-Ziffer 1b bloss die 
Fremdplatzierung der Tochter bzw. ihre Unterbringung ausserhalb der Familie bei 
Dritten in angemessener Weise an und überliess damit die Festlegung Letzterer 
der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (vgl. Dispositiv-Ziffer 3). Im Zusam-
menhang mit dem einstweiligen Verzicht auf die richterliche Befragung der Paten-
eltern der Tochter hielt sie unter Berufung auf Art. 315a Abs. 1 ZGB sogar explizit 
fest, der Vollzug einer Fremdplatzierung und damit auch die Wahl der angemes-
senen Unterbringung liege "in der Kompetenz der zuständigen Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde" (act. B.1, E. 3.2). Nach dem Gesagten trifft dies nicht 
zu; es handelt sich bei der Wahl der angemessenen Unterbringung nicht um eine 
Vollzugsfrage, sondern um eine Anordnung, die entsprechend der ausschliessli-
chen Zuständigkeit des Gerichts von diesem selbst vorzunehmen ist. Es genügt 
nicht, neben dem Entscheid über den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts 
(Dispositiv-Ziffer 1a) mit Bezug auf die Ausgestaltung der Unterbringung bloss 
vorzusehen, dass diese "ausserhalb der Familie bei Dritten" zu erfolgen habe 
(Dispositiv-Ziffer 1b).

2.5. Erlässt ein sachlich unzuständiges Gericht einen Entscheid, leidet dieser 
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung an einem schwerwiegenden Mangel, 
der je nach den Umständen die Nichtigkeitsfolge nach sich ziehen kann (BGer 
4A_488/2014 v. 20.2.2015 E. 3.1). Zwar wäre in Anlehnung an die Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zu der Kompetenzattraktion für Kinderbelange 
(Art. 298b Abs. 3 und Art. 298d Abs. 3 ZGB; Art. 304 Abs. 2 ZPO; BGE 145 III 436 
E. 4) wohl auch vorliegend ein in Verletzung der richterlichen Zuständigkeit ergan-
gener Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde über die Art und 
den Ort der Unterbringung nicht nichtig (demzufolge auch nicht der ihm zugrunde-
liegende, den Vollzugsauftrag enthaltende gerichtliche Entscheid), würde doch die 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hier im Bereich ihrer genuinen Kernzu-

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ständigkeit tätig (vgl. E. 2). Das der gesetzlichen Zuständigkeitsregelung (Art. 
315a ZGB) widersprechende Vorgehen der Vorinstanz birgt jedoch die Gefahr ei-
nes negativen Kompetenzkonflikts. So liegt denn auch nach der Praxis der zu-
ständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden die Bestimmung 
eines geeigneten Platzierungsortes in der Zuständigkeit des Gerichts und kann 
nicht im Sinne einer Vollzugshandlung an sie delegiert werden, weshalb sie pra-
xisgemäss auf entsprechende Vollzugsaufträge nicht eintritt (KGer GR ZK1 14 141 
v. 5.6.2015 7. und 8. Spiegelstrich; act. D.3 [telefonische Auskunft der Kindes-  
und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden]).

2.6. Der vorinstanzliche Entscheid leidet somit an einem Mangel, der zwar nicht 
die Nichtigkeit des Entscheids nach sich zieht, aufgrund des mutmasslich folgen-
den Kompetenzkonflikts jedoch zu beheben ist. Ohne Bestimmung von Art und Ort 
der Unterbringung fehlt ein notwendiger Bestandteil der nach Auffassung der Vor-
instanz von Amtes wegen zu ergreifenden Kindesschutzmassnahme. Mit anderen 
Worten ist im angefochtenen Entscheid (siehe act. B.1, E. 3.2 und 6.1.4) ein we-
sentlicher Aspekt von Art. 310 ZGB unbeurteilt geblieben (Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 
1 ZPO). Um die geeignete Unterbringungsform (Heim, Pflegefamilie) bestimmen 
zu können (ohne die sich – wie bereits erwähnt – auch die Verhältnismässigkeit 
der Massnahme nicht beurteilen lässt), bedarf es überdies weiterer Sachverhalts-
abklärungen (Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 2 ZPO). Die Bestimmung der Art und des 
Ortes der Unterbringung ist daher nicht durch die Rechtsmittelinstanz nachzuho-
len, sondern die Sache ist zu diesem Zweck an die Vorinstanz zurückzuweisen. In 
Frage käme ein reformatorischer Entscheid höchstens bei einer akuten Gefähr-
dung des Kindeswohls. Eine solche liegt hier nicht vor (vgl. act. F.1, 2.7). Dies gilt 
umso mehr, als zwischenzeitlich selbst der Beistand einen Verbleib von D._____ 
unter der Obhut ihrer Mutter zu befürworten scheint (vgl. dazu bereits act. B.19, 
2.2.1 in fine und 2.2.7). Bei der Neubeurteilung wird die Vorinstanz daher nicht nur 
ihren Entscheid im Sinne der vorstehenden Erwägungen zu ergänzen haben, son-
dern – unter Berücksichtigung der nachfolgenden Ausführungen – auch prüfen 
müssen, ob eine Fremdplatzierung aktuell tatsächlich notwendig ist. 

3.1. Die Voraussetzungen für eine Zuteilung der Obhut an den anderen Eltern-
teil nach Art. 133 Abs. 1 Ziff. 2 i.V.m. Art. 298 Abs. 2 ZGB und diejenigen für eine 
Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts nach Art. 310 ZGB sind voneinan-
der abzugrenzen und separat zu prüfen. Ein Obhutswechsel setzt nicht voraus, 
dass das Kind bei einem Elternteil gefährdet wäre, sondern bloss, dass sein Wohl 
beim anderen Elternteil besser gewahrt ist, was sich aus einer Interessenabwä-
gung ergibt. Für die Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts ist hingegen 

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eine Gefährdung des Kindeswohls erforderlich, der nicht anders als mit einer 
Wegnahme des Kindes begegnet werden kann (Affolter-Fringeli/Vogel, a.a.O., 
N 26 zu Art. 310/314b ZGB). Kommt eine Zuteilung der Obhut an den Berufungs-
beklagten aufgrund des in zweiter Instanz gegen ihn hängigen Strafverfahrens 
aktuell nicht in Frage, sind somit nicht per se auch die Voraussetzungen für eine 
Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Unterbringung bei Dritten 
erfüllt und es kann nicht ohne Weiteres darauf ausgewichen werden. Eine derarti-
ge Massnahme lässt sich auch nur begrenzt auf das Gutachten der E._____ stüt-
zen, empfiehlt dieses eine Fremdplatzierung doch nicht gleich einer Obhutsände-
rung, sondern erklärt bloss, dass eine Fremdplatzierung "in Betracht zu ziehen" 
sei, sollte der Berufungsbeklagte die Betreuung der Tochter nicht übernehmen 
können (ZK1 21 79 act. E.1, S. 75). Dass eine Fremdplatzierung auch im Sinne 
einer Zwischenlösung – bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens 
gegen den Berufungsbeklagten – angezeigt wäre, ist dem Gutachten nicht zu ent-
nehmen. Darin wird vielmehr das hohe Bedürfnis des Kindes nach Stabilität betont 
und insbesondere darauf hingewiesen, dass D._____ die Möglichkeit erhalten soll-
te, ihre Schule weiter zu besuchen, da sie in diesem Rahmen Stabilität und Konti-
nuität erlebe (ZK1 21 79 act. E.1, S. 76). Vor diesem Hintergrund erscheint frag-
lich, ob das Kindeswohl mit einer vorübergehenden Fremdplatzierung und ansch-
liessendem Wechsel in die Obhut des Berufungsbeklagten – wovon die Vorinstanz 
auszugehen scheint – tatsächlich besser gewahrt wird als bei einer vorläufigen 
Weiterführung der bisherigen Obhutsregelung (vgl. dazu nachstehend E. 3.3). 

3.2. Allgemein gilt es aufgrund der seit den letzten Explorationen verstrichenen 
Zeitspanne von mehr als einem Jahr zu beurteilen, inwiefern die in diesem Gut-
achten gewonnenen – sich wiederum auf noch weiter zurückliegende Beobach-
tungen und Einschätzungen stützenden – Erkenntnisse noch Gültigkeit haben (zur 
Massgeblichkeit der Verhältnisse im Zeitpunkt der Entziehung des Aufenthaltsbe-
stimmungsrechts: BGer 5A_188/2013 v. 17.5.2013 E. 3). Es ist hervorzuheben, 
dass der Vorwurf der physischen Misshandlung im Kern auf einen vor nunmehr 
über vier Jahren berichteten Vorfall im Sommer 2017 zurückgeht. Dieser war da-
mals bereits Gegenstand eines Abklärungsverfahrens der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde Nordbünden, welche es bei der Errichtung einer Erziehungs-
beistandschaft und einer Weisung zu regelmässigen ärztlichen Kontrollen bewen-
den liess (ZK1 21 79 act. C.2). Letztere ergaben, wie aus dem Gutachten selber 
hervorgeht, keinerlei auffälligen Befunde. Die aktuellsten Explorationen, auf denen 
das Gutachten basiert, bilden zudem den Zustand in einer Zeit ab, in der die Be-
lastbarkeit aller Beteiligten durch das Scheidungsverfahren und das Strafverfahren 
gegen den Berufungsbeklagten einer ausserordentlichen Probe unterzogen war 

12 / 23

(act. A.2, II.B.7). Gerade die Explorationen der Berufungsklägerin fanden im Zeit-
raum von zwei Wochen vor und nach der Hauptverhandlung und dem Urteils-
spruch im Strafverfahren gegen den Berufungsbeklagten statt (ZK1 21 79 act. E.1, 
S. 2 und 28 f.). Neben dem vor dem Hintergrund der aktuellen Verhältnisse zu 
würdigenden Gutachten werden auch sämtliche seither im Hauptverfahren sowie 
im vorliegenden Verfahren eingereichten Urkunden – insbesondere der Rechen-
schaftsbericht des Beistandes vom 7. Oktober 2021 (act. B.19), der medizinische 
Zwischenbericht der Kinderärztin der Tochter vom 13. Juli 2021 (act. B.10) und die 
Stellungnahme der Klassenlehrperson und der schulischen Heilpädagogin der 
Tochter (act. B.16) – in die Beurteilung miteinzubeziehen sein. Überdies liegt 
nunmehr eine Vereinbarung der Eltern vor, in welcher sich diese mit Unterstützung 
des Beistandes und des behandelnden Therapeuten über die Obhut und das 
väterliche Besuchsrecht geeinigt haben (act. A.5.1). Ob diese Vereinbarung trotz 
der gegenteiligen gutachterlichen Empfehlungen genehmigt werden kann, ist nicht 
im vorliegenden Berufungsverfahren zu prüfen, sondern durch das erstinstanzliche 
Gericht, zumal es hierfür wiederum weiterer Abklärungen bedarf (Anhörung der 
Eltern und des Kindes, Einholung eines aktuellen Berichts des Beistandes, even-
tuell nochmalige gutachterliche Einschätzung) und im Falle einer Genehmigung 
auch der Unterhalt neu zu regeln wäre. Die Vereinbarung – der nur, aber immerhin 
die Bedeutung gemeinsamer Anträge zukommt – bildet aber jedenfalls einen Um-
stand, welcher die Notwendigkeit einer vorsorglichen Fremdplatzierung in Frage 
stellt und bei der Neubeurteilung zu berücksichtigen sein wird. 

3.3. Kommt die Vorinstanz trotz der neuen Umstände zum Schluss, dass so 
gravierende Mängel in der Pflege, Erziehung oder Betreuung vorliegen, dass die 
Schwelle einer Kindeswohlgefährdung im Sinne von Art. 310 ZGB erreicht ist, hat 
sie zu prüfen, ob dieser nicht anders begegnet werden kann, als mit der – bei Er-
lass als vorsorglicher Massnahme sofortigen – Wegnahme der Tochter. Wie alle 
Kindesschutzmassnahmen muss auch die Fremdplatzierung erforderlich sein 
(Subsidiarität), und die mildeste, Erfolg versprechende Massnahme darstellen 
(Proportionalität); Kindesschutzmassnahmen sollten elterliche Bemühungen nicht 
ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität, BGer 5A_188/2013 v. 17.5.2013 
E. 3). An die Verhältnismässigkeit einer Fremdplatzierung sind besonders hohe 
Anforderungen zu stellen (Luca Maranta, in: Kren Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fank-
hauser [Hrsg.], ZGB, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 4. Aufl., Zürich 2021, N 3 
zu Art. 310 ZGB). Unter diesem Aspekt ist zunächst differenziert zu betrachten, 
worin die Gefahren für die Tochter bei einem Verbleib bei der Berufungsklägerin 
bestehen und ob diesen nicht im Sinne eines milderen Vorgehens durch die be-
stehenden Kindesschutzmassnahmen oder deren Anpassung wirksam entgegen-

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getreten werden kann. Dabei wird namentlich das Bemühen der Berufungsklägerin 
um eine Wiederaufnahme der sozialpädagogischen Familienbegleitung (SPF) mit 
Frau H._____ von der I._____, ihr Verbessern der Sozialisierungsmöglichkeiten 
der Tochter durch Anmeldung zu einem Kletterkurs und ihre, in Anbetracht der 
Ergebnisse des Gutachtens allenfalls allgemein gestiegene, Kooperationsbereit-
schaft zu würdigen sein (act. A.1, II.B.4 S. 12 Abs. 2; act. B.11-13). Sollte den er-
heblichen Defiziten, welche die Gutachterin hinsichtlich der Erziehungsfähigkeit 
und der Bindungstoleranz der Berufungsklägerin festgestellt hat, mit einer Intensi-
vierung der bestehenden Massnahmen wirksam begegnet werden können, dürfte 
ein vorläufiger Verbleib von D._____ in ihrer Obhut den Kindesinteressen besser 
Rechnung tragen als eine vorsorgliche Fremdplatzierung, welche je nach Ausge-
staltung einen wiederholten Schulwechsel nach sich zieht. 

3.4. Hinsichtlich der Zweckmässigkeit der Massnahme ist in zeitlicher Hinsicht 
auseinanderzuhalten, ob sich die Defizite der Berufungsklägerin bereits kurzfristig 
oder erst längerfristig in der Entwicklung der Tochter niederschlagen. Die potenti-
elle Gefährdung des Kindes ist alsdann mit den Auswirkungen zu vergleichen, die 
eine Fremdplatzierung zum jetzigen Zeitpunkt auf die Tochter haben würde. Letz-
tere sind wiederum einmal mehr, einmal weniger in Kauf zu nehmen, je nachdem, 
ob längerfristig eine Obhutszuteilung an einen Elternteil, die alternierende Obhut 
oder die dauerhafte Unterbringung bei Dritten angestrebt wird. Da sich die Auswir-
kungen einer Fremdplatzierung und mithin die Verhältnismässigkeit wie erwähnt 
nur im Hinblick auf einem bestimmten Unterbringungsort beurteilen lassen, wird 
die Vorinstanz im Falle, dass sie an einer Fremdplatzierung festzuhalten gedenkt, 
nicht umhin kommen, unter Einbezug sämtlicher Beteiligten (Eltern, Kind, Bei-
stand) einen geeigneten Unterbringungsort (Pflegefamilie, professionelle Instituti-
on, Heim etc.) zu evaluieren. Um eine nahtlose Umsetzung der Massnahme si-
cherzustellen, wird sie sich dabei schon bei der Vorbereitung ihres Entscheides 
mit der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde absprechen müs-
sen, deren Abklärungsdienst das Gericht nötigenfalls auch bei der Suche nach 
einem geeigneten Pflegeplatz unterstützen kann (vgl. zum Koordinationsbedarf bei 
gerichtlicher Anordnung von Kindesschutzmassnahmen Affolter-Fringeli/Vogel, 
a.a.O., N 35 zu Art. 315-315b ZGB). 

4.1. In verfahrensrechtlicher Hinsicht fällt auf, dass die Vorinstanz vor Erlass 
des angefochtenen Entscheides – anders als es die Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörden gestützt auf Art. 314a und 314abis ZGB vor Anordnung einer 
Fremdplatzierung zu tun pflegen – weder eine Kindesanhörung durchgeführt noch 
eine Kindesvertretung angeordnet hat (act. B.1, E. 3.2 und E. 4). 

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4.2. Nach Art. 298 Abs. 1 ZPO wird ein Kind in familienrechtlichen Angelegen-
heiten durch das Gericht oder durch eine beauftragte Drittperson in geeigneter 
Weise persönlich angehört, sofern sein Alter oder andere wichtige Gründe nicht 
dagegensprechen. Die Anhörung des Kindes stellt einerseits für das urteilsfähige 
Kind ein persönliches Mitwirkungsrecht dar, andererseits ein Mittel zur Sachver-
haltsabklärung für das durch die Untersuchungsmaxime verpflichtete Gericht. 
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf das Gericht die Kindesanhörung 
nicht durch eine antizipierte Beweiswürdigung umgehen. Ein Verzicht ist jedoch 
aufgrund einer unechten antizipierten Beweiswürdigung zulässig, d.h. dort, wo das 
Gericht zum Schluss kommt, dass eine Anhörung des Kindes bei der gegebenen 
Ausgangslage überhaupt keinen Erkenntniswert hätte, allfällige Ergebnisse aus 
der Kindesanhörung mit Blick auf die Feststellung der konkret rechtserheblichen 
Tatsachen also von vorneherein objektiv untauglich bzw. irrelevant sind. Andern-
falls, d.h. auch bei erheblichen Zweifeln, ob das Beweismittel "etwas bringen wird", 
muss das Gericht eine Anhörung durchführen. Ein Verweis auf die – letztlich bei 
jedem familienrechtlichen Verfahren auf die eine oder andere Weise bestehende – 
Belastungssituation rechtfertigt noch keinen Verzicht auf die (erstmalige) Kindes-
anhörung. Auf eine wiederholte Anhörung kann hingegen verzichtet werden, so-
fern auch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten wären oder der erhoffte Nutzen 
in keinem vernünftigen Verhältnis zu der durch die erneute Befragung verursach-
ten Belastung stünde. Vorausgesetzt ist allerdings, dass das Kind in der vorge-
nommenen Anhörung zu den entscheidrelevanten Punkten befragt worden und 
das Ergebnis der Anhörung noch aktuell ist (BGE 146 III 203 E. 3.3.2; 131 III 553 
E. 1.3.3). Grundsätzlich muss sich das Gericht von den massgeblichen Verhältnis-
sen ein persönliches Bild machen. Die Anhörung nach Art. 298 Abs. 1 ZPO soll 
nur an eine unabhängige Drittperson übertragen werden, wenn dafür Spezial-
kenntnisse erforderlich sind (vgl. BGer 5A_131/2021 v. 10.9.2021 E. 3.2.4 m.w.H., 
u.a. auf BGE 133 III 553 E. 4 und 127 III 295 E. 2)

4.3. Vorliegend erwog die Vorinstanz zur Frage einer Kindesanhörung, dass das 
Alter der Tochter eine Anhörung zwar nicht ausschliesse, sie jedoch bereits im 
Rahmen des aktuellen Gutachtensprozesses durch unabhängige und qualifizierte 
Fachpersonen befragt worden sei und aufgrund der im Gutachten dargelegten 
Belastungssituation von einer erneuten Anhörung im vorsorglichen Massnahme-
verfahren abzusehen sei. Sie wies ferner darauf hin, dass im Hauptverfahren eine 
Anhörung erfolgen werde (act. B.1, E. 3.2 Abs. 3). Diese Begründung vermag im 
Lichte der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung den Verzicht auf eine 
gerichtliche Anhörung nicht zu rechtfertigen. Einerseits wurde die Tochter von der 
Gutachterin nicht zu der Unterbringung bei Dritten als entscheidrelevantem Punkt 

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befragt. Andererseits ist angesichts der Schwere der in Frage stehenden Kindes-
schutzmassnahme die Belastung einer erneuten Befragung geringer einzustufen 
als bei der unvorbereiteten Konfrontation mit dem bereits gefällten Entscheid. Zu-
dem scheint sich die Tochter gegenüber dem Gericht zum Thema Fremdplatzie-
rung auch äussern zu wollen (vgl. act. B.15 [Schreiben der Tochter an das Ge-
richt]; act. A.1, II.B.5) und dazu in der Lage zu sein; gemäss Gutachten äussere 
sich die Tochter autonom und differenziert, was für ihr Alter und die Entwicklungs-
umstände als "ausgereift" zu beurteilen sei (ZK1 21 79 act. E.1, S. 74). 

4.4. In der Zwischenzeit wurde die Tochter wie angekündigt im Rahmen des 
Hauptverfahrens angehört und rückwirkend zu der angeordneten Fremdplatzie-
rung befragt (sie sprach sich gemäss Protokoll gegen eine "Fremdfamilienplatzie-
rung" aus, act. B.14). Auch in dieser Kindesanhörung fand mangels ins Auge ge-
fasster Unterbringungsorte eine dahingehende Befragung nicht statt, weshalb sie 
eine erneute Anhörung vor Erlass einer Fremdplatzierung nicht ersetzt. Allgemein 
wird eine nachträgliche Anhörung der Kindesanhörung als Persönlichkeitsrecht 
nicht gerecht und verfehlt den Zweck der Sachverhaltsermittlung. Schliesslich ist 
auch mit Blick auf die Nachvollziehbarkeit und Akzeptanz der bevorstehenden 
Kindesschutzmassnahmen nur eine vorgängige Anhörung von Nutzen. Im Rah-
men der Neubeurteilung wird der Tochter daher die Möglichkeit zu geben sein, 
sich zu einer allfälligen Fremdplatzierung mit Bezug auf eine konkrete Unterbrin-
gung zu äussern bzw. vom Gericht persönlich angehört zu werden. Erforderlich ist 
eine nochmalige Anhörung überdies im Hinblick auf die nun vorliegende Vereinba-
rung der Eltern, für deren Genehmigung die Meinung des Kindes ebenso von Re-
levanz sein kann wie sein Befinden im Zuge der ersten Umsetzungsschritte (vgl. 
vorstehend E. 3.2.)

5.1. Zur Frage der Anordnung einer Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 
ZPO verwies die Vorinstanz einleitend auf das gerichtliche Ermessen und erwog, 
dass ein Beistand nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB die Tochter unterstütze und im 
Rahmen seiner Kompetenzen ihre Interessen wahrnehme. Diese Beistandschaft 
werde fortgeführt und um zusätzliche Kompetenzen erweitert. Die Tochter habe 
sich im Gutachtensprozess äussern können und die Abklärungen würden dem 
Gericht ein umfassendes, elternunabhängiges und neutrales Bild der konkreten 
Situation liefern. Eine zusätzliche Unterstützung und/oder Entscheidungshilfe 
durch die Einsetzung einer Kindesvertretung sei nicht angezeigt (act. B.1, E. 4).

5.2. Die Anordnung einer Kindesvertretung nach Art. 299 ZPO ist nicht zwin-
gend; sie steht im Ermessen des Gerichts – selbst dann, wenn eine in die höchst-
persönlichen Rechte des Kindes eingreifende Fremdplatzierung in Frage steht 

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(BGer 5A_403/2018 v. 23.10.2018 E. 4.1.3; 5A_723/2019 v. 4.5.2020 E. 4.2). Hin-
gegen besteht die Pflicht, die Anordnung einer Kindesvertretung zu prüfen, insbe-
sondere wenn die Eltern unterschiedliche Anträge bezüglich der Zuteilung der Ob-
hut, wichtiger Fragen des persönlichen Verkehrs oder der Aufteilung der Betreu-
ung stellen oder das Gericht den Erlass von Kindesschutzmassnahmen erwägt. 
Dabei ist die Funktion der Kindesvertretung in eherechtlichen Verfahren, nämlich 
die Ermittlung des objektiven Kindeswohls und der Beitrag zu dessen Verwirkli-
chung vor Augen zu halten. Ferner sind die verschiedenen Aspekte der Kindesver-
tretung vor dem Hintergrund des Alters des Kindes und des Einzelfalles zu würdi-
gen und beim Entscheid über die Anordnung oder den Verzicht einer Kindesan-
hörung miteinzubeziehen (Massgeblichkeit des objektivierten Kindeswohls, BGE 
142 III 153 E. 5.2.1 f.).

5.3. Ein Aspekt der Kindesvertretung ist die Abklärung des Sachverhaltes, d.h. 
der Ermittlung eines umfassenden, elternunabhängigen und neutralen Bildes von 
der konkreten Situation (örtlich, häuslich, schulisch, Interaktion zwischen Kind und 
Eltern sowie Geschwistern etc.) und der dahingehenden Information des Gerich-
tes. Die Vorinstanz wird im Rahmen der Neubeurteilung zu prüfen haben, ob die-
ser Aspekt auch hinsichtlich des aktualisierten Sachverhalts – allenfalls aufgrund 
des Rechenschaftsberichts des Beistandes vom 7. Oktober 2021 (act. B.19) – ge-
deckt ist oder es noch eines diesbezüglichen Beitrages einer Kindesvertretung 
bedarf. Zur Abklärung des aktuellen Sachverhalts gehört es auch, den subjektiven 
Kindeswillen zu dokumentieren und diesen gegenüber dem Gericht zum Ausdruck 
zu bringen; in diesem Bereich ersetzt der Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistand 
eine Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 ZPO nicht (vgl. zum Aufgabengebiet 
des Beistandes: ZK1 21 79 act. E.1, S. 6; RG act. II.1.1, Dispositiv-Ziffer 2), auch 
nicht bei Erweiterung seiner Kompetenzen gemäss dem vorinstanzlichen Ent-
scheid (act. B.1, Dispositiv-Ziffer 1g). Mit Bezug auf diesen Aspekt wäre eine Kin-
desvertretung somit geboten gewesen, umso mehr als die Tochter nicht angehört 
wurde. Aber selbst wenn nun im Rahmen der Neubeurteilung eine Kindesan-
hörung vorgenommen wird, wird eine Kindesvertretung jedenfalls dann anzuord-
nen sein, wenn trotz der zwischenzeitlich vorliegenden Vereinbarung eine Bestäti-
gung der Fremdplatzierung ins Auge gefasst würde. Dies vor dem Hintergrund, 
dass die Kindesvertretung das Kind auch durch den Prozess begleitet, d.h. eine 
"Übersetzungs-" und Vermittlungsfunktion wahrnimmt, indem sie die Kommunika-
tion zwischen dem Kind und den Akteuren des Scheidungsprozesses sicherstellt 
und dem Kind das Verfahren und seine Auswirkungen fortlaufend in kindgerechter 
Form erklärt (BGE 142 III 153 E. 5.2.3.2). Dazu ist die Berufungsklägerin nicht 
sinnvoll in der Lage. Sie gibt selbst an, dass es schwer für sie sei, der Tochter et-

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was zu erklären, was sie selbst nicht ganz verstehe (ZK1 21 79 act. E.1, S. 45). 
Dabei erscheint es sachgerecht, die Kindesvertretung personell getrennt anzuord-
nen und nicht das Mandat des Beistandes zu erweitern, da dieser primär der Un-
terstützung der Eltern und dem Vollzug der angeordneten Besuchsregelung dient 
(vgl. auch B.19, 3.1.2), die Kindesvertretung jedoch "zuhanden des Gerichts" pro-
zessbezogene Aufgaben erfüllt und für das Kind (zum Zwecke der Durchsetzung 
des objektivierten Kindeswohls) im Rahmen von Art. 300 ZPO Verfahrensrechte 
ausübt.

6. Mit Blick auf die weiteren Anordnungen, welche die Vorinstanz als Folge 
der Fremdplatzierung getroffen hat, bleibt darauf hinzuweisen, dass die behördli-
che Fremdplatzierung eines Kindes zur Folge hat, dass der Kindesunterhalt zu 
einem verfahrensfremden Anspruch wird, für dessen Beurteilung der Scheidungs- 
und Massnahmerichter nicht mehr zuständig ist (vgl. PKG 2018 Nr. 9 E. 3.2). 
Während der Elternteil, der die Obhut über das Kind innehat bzw. die Zuteilung 
der Obhut beantragt, in einem eherechtlichen Verfahren als Prozessstandschafter 
für das Kind fungiert und dessen Unterhaltsanspruch in eigenem Namen gegenü-
ber dem anderen Elternteil geltend machen kann, entfällt diese Möglichkeit im Fall 
einer Fremdplatzierung aufgrund der Legalzession gemäss Art. 289 Abs. 2 ZGB. 
Kommt nämlich das Gemeinwesen für den Unterhalt auf, so geht der Unterhalts-
anspruch mit allen Rechten auf das Gemeinwesen über. Seit der am 1. Januar 
2022 in Kraft getretenen Teilrevision des EGzZGB (BR 210.100) im Bereiche des 
Kindes- und Erwachsenenschutzes ist gesetzlich vorgesehen, dass die Kosten 
von ambulanten und stationären Kindesschutzmassnahmen von der Gemeinde 
am zivilrechtlichen Wohnsitz des betroffenen Kindes zu tragen sind, soweit nicht 
Dritte zahlungspflichtig sind (Art. 63a Abs. 3 EGzZGB). Die Inhaber der elterlichen 
Sorge haben sich an diesen Kosten im Umfang des von der Schweizerischen Kon-
ferenz für Sozialhilfe definierten Elternbeitrags, mindestens aber mit zehn Franken 
pro Tag, zu beteiligen; sind sie dazu wirtschaftlich nicht in der Lage, kommt das 
Gemeinwesen für den Elternbeitrag auf, welches für die öffentlich-rechtliche Un-
terstützung der Inhaber der elterlichen Sorge zuständig ist (Art. 63a Abs. 4 EGz-
ZGB). Ähnliches galt bereits unter bisherigem Recht (vgl. zur Pflicht der Sozialhil-
febehörde, die für eine Kindesschutzmassnahme anfallenden Kosten zu über-
nehmen und direkte Kostengutsprache im Sinne einer vorläufigen Kostenüber-
nahme zu leisten, um die rasche und effiziente Durchführung der angeordneten 
Kindesschutzmassnahme nicht zu gefährden: Merkblatt zur Kostentragung von 
Massnahmen im Kindes- und Erwachsenenschutz, Kantonales Sozialamt 
Graubünden und Geschäftsleitung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden 
KESB in GR v. 6.6.2019, Ziff. III.3.3; BGer 8C_25/2018 v. 19.6.2018 E. 4.5). Zu 

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den Rechten, die im Sinne von Art. 289 Abs. 2 ZGB auf das Gemeinwesen über-
gehen, zählt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch das Klagerecht 
des Kindes gegen Vater und Mutter oder gegen beide auf Unterhaltsleistung 
(Art. 279 ZGB). Nach einer behördlichen Fremdplatzierung obliegt es folglich der 
(nach neuem Recht primär zahlungspflichtigen) Gemeinde, sich mit den Eltern 
über deren Beitrag an die Pflegeplatzkosten wie auch über die Tragung der weite-
ren Kosten (Bekleidung, Versicherungsprämien, Gesundheitskosten, Abonnemen-
te des öffentlichen Verkehrs, Hobbies, Taschengeld etc.) zu verständigen. Kommt 
darüber keine Einigung zustande, muss die Gemeinde ihre auf dem (zivilrechtli-
chen) Unterhaltsanspruch des Kindes beruhenden Forderungen in eigenem Na-
men auf dem Gerichtsweg durchsetzen (BGer 5D_118/2018 v. 2.12.2019 E. 5.2.1; 
8D_4/2013 v. 19.3.2013 E. 5.3). Das Scheidungsgericht kann darüber nicht mehr 
befinden, da das Kind nach dem Wegfall der Prozessstandschaft der Eltern am 
Verfahren nicht mehr beteiligt ist und ein Prozesseintritt des Gemeinwesens man-
gels Parteistellung des Kindes im eherechtlichen Verfahren von vorneherein aus-
geschlossen ist (vgl. dazu OGer ZH LE140075 v. 7.4.2015 E. C.3 mit Hinweisen 
unter anderem auf Cyril Hegnauer, in: Meier-Hayoz [Hrsg.], Berner Kommentar, 
Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Bd. II, Bern 1997, N 133 ff. zu Art. 279/280 
ZGB, und Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Aufl., Bern 2014, 
Rz. 2.42). Sollte die Vorinstanz eine Fremdplatzierung weiterhin als erforderlich 
erachten, wäre daher von einer Neuregelung der elterlichen Unterhaltsbeiträge 
(auch im Sinne einer Feststellung der fehlenden Leistungsfähigkeit der Berufungs-
klägerin) abzusehen. Festzustellen wäre einzig, dass die im vorangegangenen 
Eheschutzverfahren festgelegte Verpflichtung des Berufungsbeklagten zur Leis-
tung von Kindesunterhaltsbeiträgen (Barunterhalt CHF 710.00, Betreuungsunter-
halt CHF 2'600.00) an die Berufungsklägerin (Proz. Nr. 135-2016-178; ZK1 16 82) 
mit Wirkung ab der Fremdplatzierung von D._____ dahinfällt, zumal die genannte 
Verpflichtung offenkundig voraussetzt, dass die Tochter unter der Obhut der Beru-
fungsklägerin steht. In demselben Umfang aufzuheben wäre ausserdem die auf 
besagtem Eheschutzentscheid basierende Schuldneranweisung (Proz. Nr. 135-
2018-670).

7.1 Wird die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen, 
hat das Berufungsgericht über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfah-
rens nicht zu entscheiden (Art. 318 Abs. 3 ZPO e contrario). Über deren Verteilung 
wird vielmehr die Vorinstanz nochmals zu befinden haben, wobei sie im Falle ei-
nes Verzichts auf die vorsorgliche Fremdplatzierung auch wird prüfen müssen, ob 
in Anlehnung an die für das Kindesschutzverfahren geltenden Grundsätze der 
Kostenverteilung (PKG 2013 Nr. 8 E. 5) von einer Überbindung der damit zusam-

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menhängenden Verfahrenskosten abzusehen und den Parteien für ihren diesbe-
züglichen Aufwand gegebenenfalls eine angemessene Parteientschädigung zuzu-
sprechen ist. 

7.2. Was die Kosten des Berufungsverfahrens anbelangt, sieht Art. 104 Abs. 4 
ZPO die Möglichkeit vor, dass die obere Instanz im Falle eines Rückweisungsent-
scheides die Verteilung der Prozesskosten des Rechtsmittelverfahrens der Vor-
instanz überlässt. Dabei handelt es sich gemäss der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung um eine "Kann"-Bestimmung, welche der Rechtsmittelinstanz die freie 
Wahl belässt, ob sie die für das Rechtsmittelverfahren ergangenen Prozesskosten 
im Rückweisungsentscheid selber verteilt oder aber sich damit begnügt, diese 
festzusetzen und deren Verteilung der ersten Instanz zu überbinden. Dies gilt 
selbst dann, wenn die Rückweisung zwecks Ergänzung des Beweisverfahrens 
erfolgt (BGer 4A_523/2013, 4A_527/2013 v. 31.3.2014 E. 8.1). Vorliegend bleibt 
der endgültige Prozessausgang offen, was auf den ersten Blick dafür sprechen 
könnte, die Vorinstanz auch über die Verteilung der Berufungskosten entscheiden 
zu lassen. Den Grund für die Rückweisung hat allerdings ausschliesslich die Vor-
instanz zu verantworten, welche in Bezug auf die zu ergreifenden Kindesschutz-
massnahmen von Amtes wegen tätig geworden ist und dabei eine notwendige 
Voraussetzung des beabsichtigten Entzuges des Aufenthaltsbestimmungsrechts 
nicht beurteilt hat, was letztlich zu dem in einem wesentlichen Punkt unvollständi-
gen Entscheid geführt hat. Insofern hat die Vorinstanz zusätzliche Kosten verur-
sacht, welche bei korrektem Vorgehen vermeidbar gewesen wären. Unter diesen 
Umständen erschiene es unbillig, wenn der für die Berufungsklägerin positive 
Ausgang des Rechtsmittelverfahrens unberücksichtigt bliebe und die Kosten des 
Berufungsverfahrens zusammen mit jenen der Vorinstanz verlegt würden (vgl. 
BGer 4A_171/2020 v. 28.8.2020 E. 7.2). Es rechtfertigt sich daher, im Rückwei-
sungsentscheid eine direkte Verteilung der im Berufungsverfahren entstandenen 
Prozesskosten vorzunehmen.

7.3.1. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die Ge-
richtskosten als auch die Parteientschädigung zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der 
unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden 
die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 
ZPO). In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht von diesen Verteilungs-
grundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 
Abs. 1 lit. c ZPO). Dasselbe gilt, wenn andere besondere Umstände vorliegen, die 
eine Verteilung nach dem Ausgang des Verfahrens als unbillig erscheinen lassen 
(Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO). Letzteres kann namentlich bei einer direkten Kosten-

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verteilung in einem Rückweisungsentscheid der Fall sein (vgl. BGer 5A_517/2015 
v. 7.12.2015 E. 3). Gerichtskosten, die weder eine Partei noch Dritte veranlasst 
haben, können aus Billigkeitsgründen dem Kanton auferlegt werden (Art. 107 Abs. 
2 ZPO). 

7.3.2. Die Berufungsklägerin dringt mit ihren Begehren insofern durch, als der Be-
rufung zunächst aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde und der angefochtene 
Entscheid aufgehoben wird, dies allerdings nicht ersatzlos, sondern – im Sinne 
ihres Eventualantrages – verbunden mit einer Rückweisung an die Vorinstanz. 
Obwohl damit offen bleibt, ob eine vorsorgliche Fremdplatzierung anzuordnen ist 
oder nicht, ist der Ausgang des Rechtsmittelverfahrens als Obsiegen der Beru-
fungsklägerin zu werten, zumal den Grund für die Rückweisung – wie bereits dar-
gelegt – allein die Vorinstanz zu verantworten hat. Diese hat mit der Anordnung 
der Fremdplatzierung gestützt auf Art. 315a ZGB eine Aufgabe wahrgenommen, 
welche ausserhalb eines eherechtlichen Verfahrens der KESB zukäme. Wie bei 
erfolgreicher Anfechtung eines KESB-Entscheides (vgl. dazu PKG 2015 Nr. 23 E. 
9) sind die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens daher dem Kanton Graubün-
den aufzuerlegen, welcher der Berufungsklägerin überdies die notwendigen Par-
teikosten zu ersetzen hat. Dass sich der Berufungsbeklagte mit dem vorinstanzli-
chen Entscheid und dessen Begründung explizit einverstanden erklärt hat 
(act. A.2, II.B.18) und er mit seinem Antrag auf Abweisung der Berufung unterliegt, 
vermag daran nichts zu ändern, ist ihm doch zuzugestehen, dass er unter dem 
Gesichtspunkt des Kindesinteresses gute Gründe zur Antragstellung hatte. Dass 
er mit diesen Anträgen unterliegt, schliesst zwar aus, dass auch ihm eine Partei-
entschädigung zuzusprechen ist. Ihn darüber hinaus mit den Kosten des durch die 
Vorinstanz verursachten Rechtsmittelverfahrens zu belasten, wäre jedoch unbillig. 

7.3.3. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren wird gestützt auf Art. 9 
VGZ (BR 320.210) auf CHF 2'000.00 festgesetzt. Hinzu kommen die Kosten für 
das (der Berufung vorgelagerte) Verfahren betreffend Vollstreckungsaufschub 
(ZK1 21 79), welche mit Verfügung vom 28. September 2021 bei der Prozedur 
belassen wurden. Diese werden nach Massgabe von Art. 13a VGZ auf CHF 
1'000.00 festgelegt. Insgesamt belaufen sich die zulasten der Gerichtskasse des 
Kantonsgerichts zu verbuchenden Gerichtskosten damit auf CHF 3'000.00. 

7.3.4. Eine Honorarnote hat die Berufungsklägerin nur im Verfahren betreffend 
Vollstreckungsaufschub eingereicht (ZK1 21 79, act. G.1). Darin wird für das be-
sagte Verfahren ein Zeitaufwand von 19.5 h geltend gemacht. Der geltend ge-
machte Aufwand wird entschädigt, sofern er angemessen und für die Prozess-
führung erforderlich war (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 HV (BR 310.250). Aus dem der Hono-

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rarnote beigelegten Leistungsrapport geht hervor, dass der Rechtsvertreter der 
Berufungsklägerin für das Verfassen des Gesuches um Vollstreckungsaufschub, 
einschliesslich der damit zusammenhängenden Rechtsabklärungen, diversen 
Kontakten mit der Mandantschaft und der Begründung des separaten URP-
Gesuches, rund 8 h in Rechnung stellt, was angesichts der sich stellenden Sach- 
und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Als übersetzt erweist sich hingegen 
der für das weitere Verfahren geltend gemachte Aufwand. Zwar hat der Rechts-
vertreter der Berufungsklägerin am 6. Juli 2021, 15. Juli 2021 und 19. Juli 2021 
noch neue Urkunden eingereicht und am 9. August 2021 eine kurze Replik zur 
gegnerischen Vernehmlassung eingereicht, was sich in der Honorarnote bereits 
mit einem (hohen) Zeitaufwand von etwa 4 h niederschlägt. Weshalb in diesem 
Zusammenhang zusätzlich Klientenkontakte (Telefonate, E-Mails) im Umfang von 
total 3.8 h erforderlich gewesen sein sollten, ist jedoch nicht nachvollziehbar. Auch 
wenn der drohende Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts für die Berufungs-
klägerin zweifellos von grosser Bedeutung war und ihrerseits ein vermehrter Ge-
sprächsbedarf bestand, darf von ihrem Rechtsvertreter – insbesondere mit Blick 
auf die beantragte unentgeltliche Rechtspflege (ZK1 21 80) – erwartet werden, 
dass er den Instruktionsaufwand auf das für die Prozessführung Notwendige be-
schränkt. Eine darüberhinausgehende moralische Unterstützung oder psychologi-
sche Betreuung der Mandantschaft kann bei der Bemessung der Parteienschädi-
gung ebenso wenig Berücksichtigung finden wie bei der Entschädigung eines un-
entgeltlichen Rechtsbeistandes (vgl. dazu Viktor Rüegg/Michael Rüegg, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Aufl., Basel 2017, N 7 zu Art. 122 ZPO). Rund 3 h des in Rechnung ge-
stellten Aufwandes entfallen schliesslich auf administrative Arbeiten, die nicht ge-
sondert zu entschädigen sind, sowie auf die Korrespondenz von und mit dem Ge-
richt. Für letzteres werden fast durchwegs 0.25 h veranschlagt, was in der Summe 
zu einem Betrag führt, der erheblich über der tatsächlich beanspruchten Zeit lie-
gen dürfte. Aus den dargelegten Gründen ist das geltend gemachte Honorar um 
insgesamt 4.5 h zu kürzen, womit ein zu entschädigender Aufwand von 15 h ver-
bleibt. Hinzu kommt der Aufwand für das Berufungsverfahren, der mangels Einrei-
chung einer Honorarnote nach Ermessen festzusetzen ist. Dabei ist zu berück-
sichtigen, dass sich die Ausführungen in der Berufungsschrift auf weite Strecken 
mit denjenigen im Gesuch um Vollstreckungsaufschub decken. Die massgeblichen 
Sach- und Rechtsfragen waren dem Rechtsvertreter der Berufungsklägerin bereits 
bekannt, so dass kaum mehr nennenswerter Aufwand für rechtliche Abklärungen 
oder Rücksprachen mit der Mandantschaft anfallen konnte. Insgesamt erscheint 
für das Berufungsverfahren daher ein Zeitaufwand von ca. 12 h als angemessen. 
Der gesamte zu entschädigende Aufwand beläuft sich damit auf ungefähr 27 h. Da 

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die Berufungsklägerin in den Verfahren vor Kantonsgericht keine Honorarverein-
barung eingereicht hat, ist die Parteientschädigung praxisgemäss auf der Basis 
eines mittleren Stundenansatzes von CHF 240.00 festzusetzen (Art. 3 HV). Dass 
der Berufungsklägerin mit Verfügung vom 20. September 2021 (ZK1 21 80) die 
unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, ändert nichts daran, dass ihr bei Ob-
siegen die Anwaltskosten zum üblichen Stundenansatz zu ersetzen sind (vgl. BGE 
140 III 167 E. 2.3; 121 I 113 E. 3d). Unter Einbezug einer Spesenpauschale von 
3% sowie der Mehrwertsteuer von 7.7% resultiert somit eine Parteientschädigung 
von pauschal CHF 7'200.00. 

7.3.5. Dem Berufungsbeklagten wurde mit Verfügung vom 20. September 2021 
(ZK1 21 92) ebenfalls die unentgeltliche Rechtspflege gewährt. Die Kosten seiner 
Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Guido Ranzi gehen daher – unter Vorbehalt 
der Nachforderung gemäss Art. 123 ZPO – zulasten des Kantons Graubünden 
und werden aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts bezahlt (Art. 122 Abs. 1 
lit. a ZPO i.V.m. Art. 12 Abs. 3 EGzZPO). Da Rechtsanwalt Ranzi keine Honorar-
note eingereicht hat, ist seine Entschädigung nach Ermessen festzusetzen (Art. 5 
Abs. 2 HV). Dabei kann von einem etwa vergleichbaren Aufwand wie beim 
Rechtsvertreter der Berufungsklägerin ausgegangen werden, zumal er sich im 
Verfahren betreffend Vollstreckungsaufschub ebenfalls zweimal geäussert hat und 
sich mit den verschiedenen neuen Urkunden der Berufungsklägerin befassen 
musste. Mit dem für die unentgeltliche Rechtsvertretung massgeblichen Stunden-
ansatz von CHF 200.00 (Art. 5 Abs. 1 HV) ergibt sich damit eine Entschädigung 
von pauschal CHF 6'000.00 inklusive Spesen und Mehrwertsteuer. 

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Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, der Entscheid 
des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur vom 12. Mai 2021 aufgeho-
ben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das 
Regionalgericht Plessur zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens (unter Einschluss des Verfahrens be-
treffend Vollstreckungsaufschub) von CHF 3'000.00 werden dem Kanton 
Graubünden auferlegt und gehen zulasten der Gerichtskasse des Kantons-
gerichts.

3. Der Kanton Graubünden (Kantonsgericht) hat A._____ für das Berufungs-
verfahren (unter Einschluss des Verfahrens betreffend Vollstreckungsauf-
schub) eine Parteientschädigung von CHF 7'200.00 (inkl. Barauslagen und 
MwSt.) zu leisten.

4. Der Rechtsvertreter von B._____, Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, wird 
gestützt auf die mit Verfügung vom 20. September 2021 (ZK1 21 92) ge-
währte unentgeltliche Rechtspflege mit CHF 6'000.00 (inkl. Barauslagen 
und MwSt.) aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts entschädigt. Die 
Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch den Kanton Graubünden 
gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.

5. Gegen diesen selbständig eröffneten Zwischenentscheid kann unter den 
Voraussetzungen von Art. 93 BGG gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zi-
vilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: