# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ffb5622-d42a-53df-82c3-a3796f9990f2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.09.2023 SB220264
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220264_2023-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220264-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, die Ersatzoberrichter lic. iur. 

Kessler und Dr. Bezgovsek sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. 

Schwarzenbach-Oswald 

 

Urteil vom 15. September 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

1. B._____,  
2. C._____, Dr.,  
Privatklägerinnen 

 

betreffend mehrfache üble Nachrede 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 17. Januar 2022 (GG210041) 
 

 

-   2   - 

Anklage:  
 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 18. Oktober 2021 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 25). 

 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im 
Sinne von Art. 173 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 
je CHF 500.– (entsprechend CHF 10'000.–) sowie mit einer Busse von 
CHF 500.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

5. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF  1'500.– , die weiteren Kosten betragen: 

CHF  1'100.– Gebühr für das Vorverfahren 

CHF  2'600.– Kosten total.  

7. Die Kosten und Auslagen des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen Verfah-

rens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

  

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 81 S. 2 i.V.m. Urk. 64 S. 2) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 17. Januar 2022, Geschäfts 

Nr. GG210041-G sei vollumfänglich aufzuheben. 

2. Der Berufungskläger sei vollumfänglich freizusprechen. 

3. Die Zivilklagen seien abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten 

sei. 

4. Die gesamten Verfahrenskosten für das erst- und zweitinstanzliche 

Verfahren sowie für das Vorverfahren seien der Staatskasse zu über-

binden und dem Berufungskläger sei eine angemessene Entschädi-

gung (zzgl. MwSt.) für seine Anwaltskosten zuzusprechen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft See/Oberland:  

(Urk. 67, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

_______________________________________ 
 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte / Prozessuales 

1. Gegen das Urteil des Einzelgerichts in Strafsachen des Bezirksgerichtes 

Meilen vom 17. Januar 2022 meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 

20. Januar 2022 innert Frist die Berufung an (Urk. 46). Die bisherige erbetene 

Verteidigerin, Rechtsanwältin Mag. iur. X2._____, teilte der Vorinstanz am 

26. Januar 2022 mit, dass sie den Beschuldigten nicht mehr vertrete (Urk. 48). Ab 

dem 27. Januar 2022 wurde der Beschuldigte durch Rechtsanwalt Dr. iur. 

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X3._____ vertreten (Urk. 50 und Urk. 51). Nach Zustellung des begründeten Ur-

teils am 2. Mai 2022 liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 23. Mai 2022 frist-

gemäss die Berufungserklärung einreichen (Urk. 64). Die Berufung wurde nicht 

beschränkt. Mit Präsidialverfügung vom 27. Mai 2022 wurde den Privatklägerin-

nen und der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erhe-

ben oder begründet ein Nichteintreten auf die erhobene Berufung zu beantragen 

(Urk. 65). Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf Anschlussberufung und beantragt 

die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 67). Die Privatklägerinnen ha-

ben sich nicht geäussert und somit stillschweigend auf eine Anschlussberufung 

verzichtet. Die Berufungsverhandlung wurde erstmals auf den 25. November 

2022 angesetzt (Urk. 70). Im Hinblick auf die Verhandlung wurde von Rechtsan-

walt Dr. iur. X3._____ mit Eingabe vom 15. November 2022 bereits eine schriftli-

che Berufungsbegründung eingereicht (Urk. 71). Die Berufungsverhandlung 

musste aber verschoben werden (Urk. 72). Es folgte eine Vorladung auf den 2. 

Juni 2023 (Urk. 73). Aufgrund eines Verteidigerwechsels – Rechtsanwältin MLaw 

X4._____ übernahm das Mandat (Urk. 75) – wurde die Berufungsverhandlung er-

neut verschoben (Urk. 77). Mit Eingabe vom 17. Mai 2023 zeigte Rechtsanwalt 

Dr. iur. X1._____ die Mandatsübernahme an (Urk. 80). 

2. Am 20. April 2023 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 15. September 

2023 vorgeladen (Urk. 79). Anlässlich derselben stellten die Parteien die eingangs 

aufgeführten Anträge (Prot. II S. 3). 

II. Schuldpunkt 

1. Vorbemerkung 

Der Beschuldigte und die Privatklägerinnen 1 und 2 (sowie weitere Personen) 

sind Stockwerkeigentümer der Liegenschaften D._____-rain 1/2 in E._____. Seit 

einigen Jahren gibt es Streit über die Jahresschlussrechnungen der Stockwerkei-

gentümergemeinschaft. Der Beschuldigte ist der Meinung, die Buchhaltung sei 

fehlerhaft und müsse korrigiert werden. Die Buchhaltung wurde durch die damali-

ge Liegenschaftsverwaltung, die F._____ Immobilien AG, erstellt und von den 

Revisorinnen, den Privatklägerinnen 1 und 2, überprüft. Zwischen dem Beschul-

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digten und der Stockwerkeigentümergemeinschaft gibt bzw. gab es mehrere zivil-

rechtliche Auseinandersetzungen (vgl. Urk. D1/2; Urk. D1/4/1-11; Prot. I S. 10; 

Urk. 71 S. 3). 

2. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift – hier nur verkürzt zusammenge-

fasst (vgl. im Detail Urk. 25) – vorgeworfen, er habe am 3., 4. und 5 April 2020 

drei E- Mails an 12 beziehungsweise 13 Personen verschickt und sich darin ge-

genüber den Privatklägerinnen 1 und 2 ehrverletzend geäussert (Urk. 25). 

3. Sachverhalt 

Der Beschuldigte anerkannt, die drei fraglichen E-Mails mit dem entsprechenden 

Wortlaut verfasst zu haben und am 3., 4. und 5. April 2020 an die entsprechenden 

Empfänger verschickt zu haben (Prot. I. S. 6 ff.; Prot. II S. 9). Dieses Geständnis 

deckt sich mit der Aktenlage (Urk. D1/4/3, D2/3/2 und D2/3/3). Der Sachverhalt 

gemäss Anklage ist demnach erstellt. Die erforderlichen Strafanträge liegen vor 

(Urk. D1/1 und Urk. D2/2). Auf die vom Beschuldigten vorgebrachten Einwendun-

gen ist nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen der in Frage kommenden 

Ehrverletzungsdelikte der üblen Nachrede, Verleumdung und Beschimpfung unter 

Hinweis auf Rechtsprechung und Lehre sorgfältig und ausführlich dargetan, wo-

rauf zur Vermeidung von Wiederholungen vorab zu verweisen ist (Urk. 62 S. 6-9). 

4.2. Der Tatbestand der Verleumdung nach Art. 174 StGB verlangt in subjektiver 

Hinsicht direkten Vorsatz in Bezug auf die Unwahrheit der Äusserung. Hält der 

Täter diese bloss für möglicherweise unrichtig, so kommt nur Art. 173 StGB in Be-

tracht. Auch was den subjektiven Tatbestand anbetrifft, liegt die Beweislast bei 

der Anklage (vgl. BSK StGB-RIKLIN, Art. 174 N 6-9). Die Anklage führt dazu aus, 

der Beschuldigte habe beim Verfassen und Versenden der fraglichen E-Mails je-

weils gewusst, bzw. er habe zumindest damit rechnen müssen, dass die fragli-

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chen Passagen ehrenrührig seien, und er habe nicht zweifelsfrei davon ausgehen 

können, dass diese Angaben wahr seien, mithin in Kauf genommen, dass diese 

nicht der Wahrheit entsprochen haben (Urk. 25 S. 3 und 4). Die Anklage um-

schreibt mit der in Anklagen üblichen Formulierung zwar ein Wissen, hält aber 

gleichzeitig fest, dass der Beschuldigte "bzw.", also möglicher-

weise/gegebenenfalls oder jedenfalls zumindest eventualvorsätzlich handelte. Ein 

sicheres Wissen des Beschuldigten um die Unwahrheit wird in der Anklage jeden-

falls nicht genauer umschrieben und auch nicht bewiesen. Von daher fehlt es in 

Übereinstimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz an der Voraussetzung für 

eine Verurteilung im Sinne von Art. 174 StGB (vgl. Urk. 62 S. 8). 

4.3. Weiter hat der Vorderrichter zutreffend erwogen, dass die Beschimpfung 

nach Art. 177 StGB subsidiär ist zu den Art. 173 und 174 StGB (OFK/StGB-

Donatsch, 21. Auflage 2022, StGB 177 N 17). Es ist daher vorab zu prüfen, ob die 

Voraussetzungen von Art. 173 StGB erfüllt sind. 

4.4. Gemäss Art. 173 Ziff. 1 StGB wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bestraft, wer 

jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsa-

chen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt  

oder wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet. Die üb-

le Nachrede setzt Vorsatz voraus (BGE 71 IV 225 E. 4). Der Täter muss alle ob-

jektiven Tatbestandsmerkmale mit Wissen und Willen erfüllen. Eventualvorsatz 

genügt. Nicht erforderlich ist dagegen, dass er sich der Unwahrheit seiner Äusse-

rungen bewusst ist oder eine besondere Beleidigungsabsicht hegt (Praxiskom-

mentar, StGB-TRECHSEL/LEHMKUHL, 4. Auflage 2021, Art. 173 N 11, BGer 

6B_613/2015 vom 26. November 2015 E.3.4, BGE 118 IV 153 E. 5g).  

 Üble Nachrede ist die Behauptung ehrenrühriger Tatsachen gegenüber Drit-

ten. Eine Ehrverletzung gemäss Art. 173 StGB kann durch eine (reine) Tatsa-

chenbehauptung oder durch ein gemischtes Werturteil erfolgen. Tatsachen sind 

Ereignisse oder Zustände der Gegenwart oder Vergangenheit, die äusserlich in 

Erscheinung treten und dadurch wahrnehmbar und dem Beweis zugänglich wer-

den (BGE 118 IV 44 E. 3). Gemischte Werturteile sind Wertungen mit erkennba-

rem Bezug zu Tatsachen, welche im Zusammenhang mit den ihnen zugrunde lie-

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genden Tatsachen wie Tatsachenbehauptungen behandelt werden. Wesentlich 

ist, ob die ehrverletzende Aussage durch Beweis auf ihren Wahrheitsgehalt über-

prüft werden kann (Praxiskommentar, StGB-TRECHSEL/LEHMKUHL, 4. Auflage 

2021, Art. 173 N 2). Nach der Praxis des Bundesgerichts ist der strafrechtliche 

Schutz der Ehre auf den menschlich-sittlichen Bereich beschränkt, nämlich auf 

den Ruf und das Gefühl des Betroffenen, ein ehrbarer Mensch zu sein, die so ge-

nannte "sittliche Ehre" und somit der Ruf und die Wertschätzung einer Person bei 

einem Dritten, als ehrbarer Mensch zu gelten. Als ehrbar gilt dabei, wer sich nach 

allgemeiner Anschauung als charakterlich anständiger Mensch zu verhalten 

pflegt. Die behauptete Tatsache muss die Ehre angreifen. Die blosse Eignung zur 

Rufminderung (abstrakte Gefährdung) genügt (OFK/StGB-DONATSCH, 21. Auflage 

2022, Art. 173 N 2; BSK StGB-RIKLIN, 4. Auflage 2018, Vor Art. 173 StGB N 12 ff.; 

BGE 131 IV 154 E. 1.2; BGE 103 IV 22 E. 7). Massgeblich ist der nach objektiven 

Kriterien zu ermittelnde Sinn einer Äusserung, den ihr ein unbefangener Hörer 

oder Leser nach den Umständen beilegen musste (Praxiskommentar, StGB-

TRECHSEL/LEHMKUHL, 4. Auflage 2021, Art. 173 N 11, BGer 6B_6/2015 vom 26. 

November 2015 E. 2.2 m.H., BGE 128 IV 53 E. 1a). Beweist der Beschuldigte, 

dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusserung der Wahrheit 

entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu 

halten, so ist er nicht strafbar (Art. 173 Ziff. 2 StGB). Der Beschuldigte wird nicht 

zum Beweis zugelassen und ist strafbar für Äusserungen, die ohne Wahrung öf-

fentlicher Interessen oder sonst wie ohne begründete Veranlassung, vorwiegend 

in der Absicht vorgebracht oder verbreitet werden, jemandem Übles vorzuwerfen, 

insbesondere, wenn sich die Äusserungen auf das Privat- oder Familienleben be-

ziehen (Art. 173 Ziff. 3 StGB). Sowohl im Zusammenhang mit dem Wahrheits- als 

auch mit dem Gutglaubensbeweis trägt der Beschuldigte die Beweislast und das 

Beweislastrisiko (BGE 132 III 186 E. 4 und 5.1). Der Grundsatz "in dubio pro reo" 

greift diesbezüglich nicht (BSK StGB-RIKLIN, 4. Auflage 2018, Art. 173 N 13). Als 

Beweismittel kommen in diesem Zusammenhang nur Tatsachen in Frage, die 

dem Täter im Zeitpunkt seiner Äusserung schon bekannt waren (Praxiskommen-

tar, StGB-TRECHSEL/LEHMKUHL, 4. Auflage 2021, Art. 173 N 20). 

4.5. Dossier 1: E-Mail vom 4. April 2020 

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4.5.1. Diese E-Mail verschickte der Beschuldigte an die Privatklägerin 2, C._____, 

und in Kopie an 11 weitere Adressaten (Urk. D1/4/3). Im Wesentlichen wirft er da-

rin C._____ vor, sie würde "lügen". Sie hätte vor allen Nachbarn behauptet, sie 

sei "bereit für Akteneinsicht" (alte Rechnungen 2014-2019 betreffend D._____-

rain 2) und dass sie ihm (dem Beschuldigten) Zugang zu den Akten gewähren 

werde. Sie sei dann aber nicht dazu bereit gewesen und auf seine Frage "warum" 

habe sie ihm geantwortet, "Herr A._____, Sie haben kein Recht auf Aktenein-

sicht". Sie betrachte die Akten von D._____-rain 2 als Privateigentum. Weiter 

schrieb der Beschuldigte: 

"- C._____ verfälscht Dokumente betreffend Heizungsreparatur im Gericht, um die 

Tatsachen zu vertuschen. Das geht zu weit, kriminelle Energie." 

4.5.2. Der Beschuldigte hat somit gegenüber der Privatklägerin 2 und weiteren 

Stockwerkeigentumsmitgliedern geäussert, die Privatklägerin 2 habe im Zusam-

menhang mit der Akteneinsicht gelogen. Da er sie der Lüge bezichtigte, stellte er 

sie – entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 81 S. 2 und S. 4) – als Lüg-

nerin dar. Die Äusserung, die Privatklägerin 2 sei eine Lügnerin bzw. sie habe ge-

logen, verletzt ihren Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein. Ein charakterlich anständi-

ger Mensch lügt nicht. Lügen ist unanständig und verpönt. Eine Person die lügt, 

ist nicht vertrauenswürdig. Es kommt hinzu, dass der Personenkreis gegenüber 

welchem er die Privatklägerin 2 als Lügnerin bezeichnete, zu grossen Teilen Mit-

glieder der gleichen Stockwerkeigentümergemeinschaft wie die Privatklägerin 2 

sind und sie persönlich kennen und wohl zumindest teilweise auch Nachbarn 

sind. Es handelt sich sodann – da ein Zusammenhang mit einem versprochenen 

und dann verweigerten Akteneinsicht behauptet wird – um ein gemischtes Wertur-

teil. Dabei trifft der Vorwurf des Lügens die Privatklägerin 2 nicht nur in ihrer Ei-

genschaft als Revisorin der Gemeinschaft, sondern allgemein wird damit ihr Ruf, 

als Person ein ehrbarer Mensch zu sein, beschädigt (vgl. dazu auch BGE 119 IV 

44 E. 2a; BGE 117 IV 27 E. 2c). Der objektive Tatbestand gemäss Art. 173 Ziff. 1 

StGB ist demnach erfüllt. Ebenso der subjektive Tatbestand, ist doch unbestritten, 

dass der Beschuldigte diese E-Mail mit Wissen und Willen verfasst und an die 

fraglichen Adressaten versendet hat. Er musste zumindest damit rechnen, dass 

die Äusserung, C._____ würde lügen, ehrrührig sein kann. 

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 Der Beschuldigte hat zum Vorwurf der Lüge vorgebracht, es sei klar, dass 

die Privatklägerin 2 nicht bereit gewesen sei, die Akten herauszugeben, obwohl 

sie – im selben Moment der Blockierung – die Nachbarschaft informiert habe, 

dass sie Dr. A._____ den Zugang zu Akten gewähre. Es sei unbestritten und 

durch die E-Mail ihres Rechtsvertreters, RA Y._____, an den Rechtsvertreter des 

Beschuldigten, RA X5._____, vom 3. April 2020 belegt, dass die Privatklägerin 2 

nicht zur Aktenherausgabe bereit gewesen sei. Die Privatklägerin 2 habe sich 

nicht an die Abmachung gehalten, ihm die Akten herauszugeben (vgl. Urk. 42 S. 9 

f., Urk. 43/1-18, Urk. 44 S. 4 f., Prot. I S. 11 ff., Urk. D1/4/10, Urk. 81 S. 3 f.). 

 In der E-Mail vom 3. April 2020, 13:12 Uhr, wird dem Rechtsvertreter des 

Beschuldigten (Rechtsanwalt Dr. X5._____) vom Rechtsvertreter der Privatkläge-

rin 2 (Rechtsanwalt Dr. Y._____) mitgeteilt, auf welchem Weg eine zeitnahe Ein-

sicht in die fraglichen Akten gewährt werde. Dieser bestand darin, dass die Origi-

nalakten seinem Rechtsvertreter (RA X5._____) übergeben würden, dieser Ko-

pien erstellen könne, aber zusichere, dass die Originalakten dem Beschuldigten 

nicht übergeben würden. Hintergrund dieses Vorschlages war, dass die Privatklä-

gerin 2 die Originalakten von der F._____ Immobilien AG (bisherige Verwaltung) 

habe übernehmen müssen und sie daher den Anspruch habe, dass sie die Origi-

nalakten direkt (vollständig und mit allen nötigen Belegen) an die neue Verwal-

tung weiterleiten könne (Urk. D1/4/10). In der E-Mail vom gleichen Tag um 19:21 

Uhr an den Beschuldigten, mit Kopie an weitere Stockwerkeigentümer, hält die 

Privatklägerin 2 fest, dass sie dem Beschuldigten einen Vorschlag unterbreitet 

habe, damit er Akteneinsicht bekomme (Urk. D1/4/8). Entgegen dem Vorbringen 

des Beschuldigten, ist somit keineswegs belegt, dass die Privatklägerin 2 ihm zu-

gesichert habe, ihm persönlich die Akten zu übergeben. Sie hat ihm Gegenteils 

einen Tag vor seinem ehrverletzenden Schreiben einen anderen Weg der Akten-

einsicht vorgeschlagen und diesen Weg den anderen Stockwerkeigentümern 

(Nachbarn) mitgeteilt. Ein Entlastungsbeweis im Sinne von Art. 173 Ziff. 2 StGB, 

dass die von ihm gemachte ehrverletzende Äusserung, die Privatklägerin 2 habe 

im Zusammenhang mit den Akten gelogen, der Wahrheit entspreche, oder dass 

er ernsthafte Gründe gehabt habe, sie in guten Treuen für wahr zu halten, ist so-

mit gescheitert. Insbesondere geht auch der sinngemässe Einwand der Verteidi-

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gung im Berufungsverfahren ins Leere, Rechtsanwalt Dr. X5._____ sei vom Be-

schuldigten gar nicht mandatiert gewesen, und der Beschuldigte sei im Zeitpunkt 

seiner Mail von einem zumutbaren Vorschlag der Privatklägerin 2 betreffend Ak-

teneinsicht ausgegangen, den sie ihm dann nicht gewährt habe, weshalb er sie 

insoweit der Lüge bezichtigt habe. Vorab verhält es sich nämlich so, dass der Be-

schuldigte bereits am Abend des 3. April 2020 über diesen Vorschlag von 

Rechtsanwalt Dr. Y._____ im Namen der Privatklägerin 2 zur Akteneinsicht – 

wohl durch Rechtsanwalt Dr. X5._____ – informiert worden war, wie dies aus sei-

ner E-Mail vom 3. April 2020, 20:43 Uhr, hervorgeht (vgl. Urk. D1/4/10). Der Be-

schuldigte teilt darin der Privatklägerin 2 mit, "Der Vorschlag von deinem Anwalt 

über Akten ist, wir sind nicht erlaubt, direkt Zugang zu Akten zu haben. Das ist 

rechtswidrig". Entgegen dem sinngemässen Vorbringen der Verteidigung (Urk. 71 

S. 4-10) reagierte der Beschuldigte mit seiner oben zitierten E-Mail somit nicht nur 

auf die E-Mail vom 3. April 2020, 13:12 Uhr, wobei er diese so verstanden haben 

will, dass ihm die Privatklägerin 2 "in kooperativer Absicht einen zumutbaren Vor-

schlag zur Akteneinsicht unterbreitet" habe, den sie dann nicht eingehalten habe. 

Der Beschuldigte hatte im Zeitpunkt der inkriminierten E-Mail vom 4. April 2020 

Kenntnis vom anwaltlichen Vorschlag zur Akteneinsicht und wusste, dass die Pri-

vatklägerin 2 nicht bereit war, ihm persönlich Akten herauszugeben und ihm nur 

den anwaltlichen Vorschlag auf Akteneinsicht gemacht hatte. Damit ist auch klar, 

dass er auch nicht missverständlich von einer Lüge sprechen kann. Ob er diesen 

(anwaltlichen) Vorschlag auf Akteneinsicht als unzumutbar oder als faktische 

Verweigerung des ihm zustehenden Akteneinsichtsrecht betrachtete, ändert 

nichts daran, dass er beim Verfassen seiner E-Mail an die Privatklägerin 2 und 

weitere Adressaten wusste, wie der Vorschlag auf Akteneinsicht gelautet hatte 

und dass die Privatklägerin 2 von diesem Vorschlag nicht abgewichen ist. Ebenso 

ist nicht von Bedeutung, ob Rechtsanwalt Dr. Y._____ sich in jenem Schreiben im 

Ton vergriffen haben soll. Der Beschuldigte ist demnach in diesem Anklagepunkt 

der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

4.5.3. Die Äusserung, die Privatklägerin 2 habe in krimineller Energie vor Gericht 

Dokumente gefälscht, verletzt klarerweise ihren Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein. 

Dies braucht nicht weiter begründet zu werden, wirft der Beschuldigte C._____ 

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damit letztlich vor bzw. schwingt dies zumindest mit, strafbare Handlungen be-

gangen zu haben. Das Fälschen von Dokumenten – und dazu noch vor Gericht – 

erfüllt häufig den Tatbestand der Urkundenfälschung, was hier mit dem Hinweis 

auf die kriminelle Energie impliziert wird. Eine ehrbare Person fälscht sodann un-

abhängig von der Strafbarkeit keine Dokumente und schon gar nicht vor Gericht. 

Die Vor-instanz hat sodann zutreffend auf den Bundesgerichtsentscheid vom 15. 

März 2015 verwiesen, wonach der Ausdruck "kriminelle Energie" auch die Bedeu-

tung "zu strafbaren Handlungen neigend" trägt und dass eine solche Aussage da-

her zweifellos den objektiven Tatbestand der üblen Nachrede gemäss Art. 173 

Ziff. 1 StGB erfüllt (BGer 6B_1058/2009 vom 15. März 2010 E.3.3). Zum subjekti-

ven Tatbestand ist wiederum festzuhalten, dass der Beschuldigte die E-Mail mit 

Wissen und Willen verfasst und an die fraglichen Adressaten versendet hat und er 

im Weiteren zumindest damit rechnen musste, dass die Äusserung, C._____ wei-

se eine kriminelle Energie auf und fälsche vor Gericht Dokumente, ehrrührig sein 

kann. Ob der Beschuldigte die von ihm verwendete Terminologie nun finanztech-

nisch oder strafrechtlich verstanden haben will (Prot. II S. 10 und S. 13), ist irrele-

vant, denn die Ausdrücke, die er verwendete, sind in allen Bereichen ehrenrührig. 

 Zu dieser Äusserung bringt der Beschuldigte sinngemäss (den Entlastungs-

beweis) vor, die Privatklägerin 2 habe in einem Zivilprozess im Zusammenhang 

mit Reparaturkosten der Heizungsanlage der Stockwerkeigentümergemeinschaft 

einen angeblich ungenügenden Rechnungsbeleg gegen einen anderen Beleg 

ausgetauscht. Aus Sicht des Rechnungswesens handle es sich dabei um eine 

Manipulation des Beleges, mithin um eine Fälschung (Urk. 42 S. 11 ff.; 

Urk. 43/6+9, Prot. I S. 12 ff.). Die Verteidigung wendet ein, der Beschuldigte habe 

im März 2019 einerseits eine Rechnung der G._____ AG vom 20. März 2018 für 

eine einmalige Einzelrevision, Control, betreffend die Wärmepumpe eingesehen 

und dann später im Oktober 2019 eine Rechnung der G._____ AG vom 30. April 

2018 über Reparaturarbeiten an der Wärmepumpe. Am 2. Mai 2019 habe die 

Verwaltung F._____ Immobilien AG dem Beschuldigten geschrieben, bei der 

Rechnung von G._____ gehe es um eine Reparatur bei der gemeinsamen Hei-

zungsanlage von Frau C._____ und ihm. Wenn die Wärmepumpe defekt gewe-

sen wäre, hätte er dies merken müssen, und er hätte informiert werden müssen. 

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Der Beschuldigte habe somit ernsthafte Gründe gehabt, davon auszugehen, dass 

die Reparaturen nicht an der gemeinsamen Wärmepumpe, sondern an den Hei-

zungskörpern von C._____ durchgeführt worden seien (Urk. 44 S. 5-7; vgl. auch 

Urk. 81 S. 5). Irgendeinen Beweis für den Wahrheitsgehalt der Äusserungen des 

Beschuldigten liegt nicht vor. Es liegen keinerlei Beweise für eine Fälschung und 

ein Austauschen von Dokumenten vor Gericht durch die Privatklägern 2 bzw. ir-

gendeine "kriminelle Energie" ihrerseits vor, und es wurden auch keine entspre-

chenden Beweismittel offeriert. Ebenso wenig ergibt sich aus den vom Beschul-

digten anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichten zivilrechtlichen Ent-

scheiden des Bezirksgerichts Meilen (Urk. 84/1 und Urk. 84/6), dass durch die 

Privatklägerschaft eine Straftat begangen worden wäre. Anzufügen ist, dass der 

Beschuldigte keine Strafanzeige eingereicht hat. Die beiden von ihm eingereich-

ten Belege sind eine Offerte für Service-Leistungen vom 20. März 2018 bzw. eine 

spätere Rechnung für erbrachte Leistungen im Zusammenhang mit einer Wärme-

pumpe vom 24. April 2018 (Urk. 43/6+9). Die Offerte und die Rechnung waren 

jeweils von der G._____ AG an die Verwaltung F._____ Immobilien AG gerichtet, 

welche ihr Mandat per Ende Juni 2019 kündigte. Beide Belege betreffen die ge-

meinsame Wärmepumpe. Es ist nicht ersichtlich, wie der Beschuldigte zur Ansicht 

gelangen sollte, dass sich diese oder einer dieser Belege auf eine Reparatur des 

Heizkörpers der Privatklägerin 2 beziehen sollte. Daraus lässt sich nichts zu den 

von ihm behaupteten ehrverletzenden Äusserungen ableiten. Das von der Vertei-

digung zitierte Schreiben der Verwaltung vom Mai 2019 (Urk. 44 S. 6 Rz 17; 

Urk. D1/4/11 S. 12) spricht von der gemeinsamen Heizanlage (die mit der ge-

meinsamen Wärmepumpe gegeben ist) und nicht von Heizkörpern der Wohnung 

der Privatklägerin 2. Vor diesem Hintergrund hatte der Beschuldigte auch nicht 

ansatzweise ernsthafte Gründe, davon auszugehen, dass die Reparaturen nicht 

an der gemeinsamen Wärmepumpe, sondern an den Heizungskörpern von 

C._____ durchgeführt wurden. Zu betonen ist, dass dieser Umstand bzw. diese 

Erläuterung dem Beschuldigten bereits klar und deutlich mit Schreiben von 

Rechtsanwalt Y._____ vom 28. August 2019 mitgeteilt worden war (Urk. D1/4/6 S. 

4). Dass er diesbezüglich im April 2020 einem Missverständnis unterlag, ist aus-

zuschliessen. 

-   13   - 

 Die neu mandatierte Verteidigung brachte im Berufungsverfahren vor, der 

(fremdsprachige) Beschuldigte habe der Privatklägerin 2 keine Fälschung vorge-

worfen, sondern nur Buchhaltungsfehler. Im Ausdruck "kriminelle Energie" liege 

kein Vorwurf strafbaren Verhaltens, und es gehe nur um ihre (berufliche) Tätigkeit 

als Revisorin, nicht um ihren Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein (Urk. 71 S. 11 ff.; 

vgl. auch Urk. 81 S. 5 Rz 11 und S. 6 Rz 15). Dem Ausdruck "kriminelle Energie" 

kommt auch die Bedeutung "zu strafbaren Handlungen neigend" zu. Eine solche 

Aussage erfüllt daher zweifellos den objektiven Tatbestand der üblen Nachrede 

gemäss Art. 173 Ziff. 1 StGB (BGer 6B_1058/2009 vom 15. März 2010 E.3.3). 

Der Vorwurf des Verfälschen von Dokumenten (zudem vor Gericht) ist in der E-

Mail klar umschrieben. Es bleibt kein Raum für das Vorbringen, der Beschuldigte 

laste ihr lediglich einen Buchhaltungsfehler vor. Weiter ist zu beachten, dass die 

Äusserung der kriminellen Energie gemeinsam mit dem Verfälschen von Doku-

menten gemacht wurde, diese verstrickt sind, und auch von daher kein Ansatz für 

einen Vorwurf von lediglich "Buchhaltungsfehlern" konstruiert werden kann. So-

dann wird der Privatklägerin vorgeworfen, solche Verfälschungen vor Gericht be-

gangen zu haben, was sich nicht auf ihre Tätigkeit als Revisorin beschränkt, wel-

che sie überdies offensichtlich nur in der Stockwerkeigentümergemeinschaft und 

nicht nebenberuflich ausübt. Schliesslich wurde bereits dargetan, dass der Aus-

druck "kriminelle Energie" auch die Bedeutung "zu strafbaren Handlungen nei-

gend" trägt und den objektiven Tatbestand der üblen Nachrede gemäss Art. 173 

Ziff. 1 StGB erfüllt. Auch ein Gutglaubensbeweis gelingt nicht. Es liegen demnach 

keine Rechtfertigungsgründe für die ehrverletzende Äusserung vor, die Privatklä-

gerin 2 habe in krimineller Energie vor Gericht Dokumente verfälscht. Der Be-

schuldigte ist demnach auch in diesem Anklagepunkt der üblen Nachrede im Sin-

ne von Art. 173 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

4.6. Dossier 2: E-Mail vom 3. April 2020 

4.6.1. Am 3. April 2020 versandte der Beschuldigte eine E-Mail an die Privatklä-

gerin 1, B._____, und in Kopie zur Kenntnis an diverse weitere Personen mit dem 

Betreff: "Antwort Akten D._____-rain 2 / Polizeiliche Anzeige" (Urk. D2/3/2). Er 

schreibt u.a.: 

-   14   - 

"B._____ bedroht meine Familie, mit dem Wort: "ich werde euch fertig machen". 

B._____ lässt seinen Hund mich attackieren…". 

4.6.2. Der Beschuldigte äussert hier gegenüber Dritten und der Privatklägerin 1, 

dass letztere seine Familie bedroht habe und zwar massiv mit Worten ("ich werde 

euch fertig machen") und dem Hetzen des Hundes gegen ihn ("B._____ lässt sei-

nen Hund mich attackieren"). Zu betonen ist, dass die Umschreibung "lässt ihren 

Hund attackieren" beinhaltet, dass die Privatklägerin 1 zumindest bewusst zulas-

sen würde, dass ihr Hund den Beschuldigten attackiert bzw. gar insinuiert, sie ha-

be den Hund zur Attacke aufgehetzt. Die Äusserung "den Hund ihn attackieren 

lassen" ist nicht isoliert, sondern zusammen mit der gleichzeitig geäusserten Dro-

hung, ihn fertigzumachen, zu würdigen. Der Beschuldigte behauptet damit ein 

strafbares Verhalten von B._____ (Drohung), was wie oben erwogen den Ruf, ein 

ehrbarer Mensch zu sein, verletzt. Der Einwand der Verteidigung, die Äusserung 

des "fertigmachens" sei unter den konkreten Umständen offensichtlich nicht ge-

eignet, jemanden (bzw. den Beschuldigten) in Angst und Schrecken zu versetzen, 

da es sich bei der Privatklägerin 1 um eine ältere Dame im hohen Rentenalter von 

72 Jahren handle und der Beschuldigte über 16 Jahre jünger sei (Urk. 71 S. 15; 

vgl. auch Urk. 81 S. 7 Rz 17), geht an der Sache vorbei. Im Kern geht es darum, 

dass er die Privatklägerin gegenüber Dritten als eine Person darstellt, die andere 

Menschen bedroht. Dies genügt, um jemanden in ein schlechtes Licht zu stellen. 

Diese Dritten überlegen sich dann nicht, ob die bedrohte Person tatsächlich in 

Angst und Schrecken versetzt worden sei und ob diese Äusserung strafrechtlich 

eine vollendete Drohung oder allenfalls eine versuchte Drohung darstellt. Hinzu 

kommt, dass auch eine 72jährige Person eine jüngere Person "fertig machen" 

kann, gibt es doch auch andere Mittel als persönliche physische Gewalt. Des Wei-

teren verbindet der Beschuldigte die Drohung noch damit, dass sie ihren Hund ihn 

attackieren lasse. Die E-Mail hat der Beschuldigte sodann mit Wissen und Willen 

verschickt, und er musste zumindest damit rechnen, dass die Äusserung, 

B._____ würde ihn bedrohen, ehrenrührig sein kann. Der Beschuldigte hat dem-

nach auch mit dieser E-Mail den objektiven und subjektiven Tatbestand von 

Art. 173 Ziff. 1 StGB erfüllt. 

-   15   - 

4.6.3. Der Beschuldigte bringt dazu im Wesentlichen vor, dass diese Äusserun-

gen der Wahrheit entsprechen würden. Er habe den Vorfall bei der Polizei ange-

zeigt, und die Privatklägerin 1 habe die Attacke durch den Hund eingestanden. Es 

sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte auch in Bezug auf die verbale Dro-

hung der Privatklägerin 1 die Wahrheit gesagt habe. Die Verteidigung macht gel-

tend, es sei aus den Ausführungen der Privatklägerin 1 zu erkennen, dass es tat-

sächlich eine Attacke ihrer Hündin gegen den Beschuldigten gegeben habe, habe 

sich die Privatklägerin 1 doch wegen der ganzen Angelegenheit beim Beschuldig-

ten entschuldigt, und man "liess das fallen" (Urk. 44 S. 11-13; Urk. 42 S. 19 ff.; 

Prot. S. 15 f.; Urk. 81 S. 7). Die Privatklägerin 1 hat ausgesagt, dass der Beschul-

digte wegen ihrem Hund einmal Anzeige bei der Polizei gemacht habe. Es sei der 

Vorwurf im Raum gestanden, dass sie ihren Hund auf ihn gehetzt haben soll. Die 

Polizei habe deswegen mit ihr telefoniert. Das sei dann geklärt worden. Ihr Hund 

sei eine Labradorhündin, die man nicht auf Angriffe abrichten könne. Ihre Hündin 

sei ein Familienhund, die mit Kindern spiele und einfach immer dabei sei. Herr 

H._____ von der Gemeindepolizei habe sie angerufen und dann auch gesagt, 

dass dies ein Missverständnis sein müsse. Sie sei dann unaufgefordert mit ihrem 

Hund auf den Polizeiposten, und man habe dann ihre Hündin angeschaut. Man 

habe das dann fallenlassen. Sie habe sich noch beim Beschuldigten entschuldigt 

wegen der ganzen Angelegenheit, aber sie habe nichts mehr von ihm gehört aus-

ser den Anschuldigungen und habe es dann auch vergessen. Des Weiteren be-

stritt die Privatklägerin 1, je gesagt zu haben, sie würde sie fertigmachen. Auch 

sei es nicht wahr, dass sie ihren Hund den Beschuldigten habe attackieren las-

sen. (Urk. D1/6/4 S. 3 und S 4). Die Vorinstanz führt zu Recht aus, dass sich auf 

Basis dieser Ausführungen die vom Beschuldigten behauptete Äusserung, 

"B._____ lässt seinen Hund mich attackieren", nicht belegen lässt. Der für das 

Berufungsverfahren neu beigezogene Verteidiger verwies sodann für den fragli-

chen Vorfall auf die bei den Akten liegende E-Mail vom 11. Dezember 2019, mit 

welcher sich die Privatklägerin 1 beim Beschuldigten entschuldigte (Urk. D2/3/1). 

Sie erklärt darin, dass es ihr sehr leid tue, dass ihr Hund "I._____" den Beschul-

digten so erschreckt habe und bittet diesen höflich um Verzeihung. Sie bietet dem 

Beschuldigten auch an, sich auf dem Parkplatz zu treffen, damit er I._____ ken-

-   16   - 

nenlernen könne. Der Hund möge Menschen aller Art, sei noch jung und etwas 

heftig, wolle aber eigentlich nur spielen. Auch sei es so, dass I._____ wiederum 

eine "Beschützerin" sei und einen "Fremden" wissenlasse, dass er oder sie sich 

fernhalten solle. Es lässt sich aufgrund der Entschuldigung der Privatklägerin 1 

klar belegen, dass es einen Vorfall gegeben habe, bei dem sich der Beschuldigte 

durch die Labradorhündin bedroht gefühlt hat, sich wohl erschreckt hat. Ein ganz 

anderes Geschehen ist indessen, das bewusste Zulassen oder gar die Aufforde-

rung an den Hund durch die Privatklägerin 1, den Beschuldigten zu attackieren. 

Ein solches Geschehen hat die Privatklägerin 1 ausdrücklich bestritten. Wie er-

wähnt, ist dieser Vorwurf auch zusammen mit der gleichzeitig geschilderten Dro-

hung, die Privatklägerin 1 werde ihn bzw. seine ganze Familie fertigmachen, zu 

verstehen. Dass die Privatklägerin also deshalb zuliess, dass der Hund ihn atta-

ckiere. Dies hat der Beschuldigte nicht bewiesen. Es genügt sodann nicht, wenn 

nur ein "Kern von Wahrheit" bewiesen ist (Praxiskommentar, StGB-

TRECHSEL/LEHMKUHL, 4. Auflage 2021, Art. 173 N 14 m.H.). Es kann auch davon 

ausgegangen werden, dass der Gemeindepolizist die Situation mit der Labrador-

hündin richtig eingeschätzt hat. Es steht hier im Übrigen Aussage gegen Aussa-

ge, wobei die Angaben des Beschuldigten im vorliegenden Verfahren gesamthaft 

nicht sehr überzeugend erscheinen. So erscheinen seine Erklärungen zur Akten-

herausgabe oder zur Heizungsanlage bspw. wenig differenziert und überzeugen 

wie erwogen nicht. Gerade der Umstand, dass die Privatklägerin 1 von sich aus 

erklärt, sich beim Beschuldigten entschuldigt zu haben – was wie angeführt auch 

belegt ist –, lässt ihre Bestreitung, dass sie den Beschuldigten nicht durch ihren 

Hund habe attackieren lassen, glaubhaft erscheinen. Das Entschuldigungsschrei-

ben legt denn auch nahe, dass es zu einem ungewollten Erschrecken des Be-

schuldigten durch den Hund gekommen ist und die Privatklägerin 1 Abhilfe anbie-

tet. Weiter ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, dass der Beschuldigte 

nie formell Anzeige gegen die Privatklägerin 1 erstattete (Urk. D1/5). Der Be-

schuldigte umschrieb teilweise denn auch eine Bitte an die Polizei um Schutz (vgl. 

Prot. I S. 17). Festzuhalten ist jedenfalls, dass der Beschuldigte den Beweis der 

Wahrheit seiner Äusserung erbringen muss und ausser seinen nicht glaubhaften 

Angaben keine anderen Beweismittel für seine Darstellungen vorhanden sind, 

-   17   - 

weder für die verbale Drohung ("ich werde euch fertig machen") noch für das Het-

zen des Hundes auf ihn bzw. dass sie bewusst unterliess zu unterbinden, dass 

der Hund auf ihn losgehe ("B._____ lässt seinen Hund mich attackieren"). Es sind 

demnach keine Rechtfertigungsgründe für die ehrrührigen Vorwürfe in der E-Mail 

vom 3. April 2020, die Privatklägerin 1 habe ihn verbal bedroht und den Hund ihn 

attackieren lassen, gegeben. Der Beschuldigte ist demnach auch in diesem An-

klagepunkt wegen übler Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB schuldig zu 

sprechen. 

4.7. Dossier 2: E-Mail vom 5. April 2020 

4.7.1. Am 5. April 2020 verschickte der Beschuldigte um 11:08 Uhr eine E-Mail an 

J._____ (J._____@F._____immobilien.ch), mit Kopie an die beiden Privatkläge-

rinnen und weitere Personen mit dem Betreff: "Revisor-Haftung / Fehler von Revi-

soren (C._____ & B._____)" (Urk. D2/3/3). In dieser E-Mail führt der Beschuldigte 

u.a. aus: 

"Ich bitte Sie, die Nachbarschaft hier zu informieren, wieviel Prozent B._____ (OG) 

bezahlt (42% oder noch tiefer …), damit die Nachbarschaft Bescheid hat, ob Revi-

sor B._____ die Revision als Möglichkeit der Übervorteilung von Nachbarn miss-

braucht. Bei Nichtkooperation wird diese Zahl durch Akteneinsicht ermittelt. Danke!" 

4.7.2. Mit der Formulierung "der Übervorteilung von Nachbarn missbraucht" äus-

sert der Beschuldigte erneut klar ein ehrenrühriges Verhalten. Er bringt gegen-

über den Mitgliedern der Stockwerkeigentümergemeinschaft und weiteren Dritten 

zum Ausdruck, dass B._____ als Revisorin unlautere, allenfalls gar strafbare 

Handlungen vorgenommen habe, um private Kosten auf die Stockwerkeigentü-

mergemeinschaft bzw. andere Stockwerkeigentümer zu überwälzen, um sich un-

rechtmässig zu bereichern. Dies trifft sie wiederum in ihrem Ruf ein ehrbarer 

Mensch zu sein, der sich ethisch und anständig verhält. Die Vorinstanz hat zutref-

fend erwogen, dass es auch nichts daran ändert, dass er diesen Vorwurf als Mög-

lichkeit formuliert, da gemäss Art. 173 StGB die blosse Verdächtigung genügt 

(Urk. 62 S. 14, BGE 119 IV 44; BGE 117 IV 27; BGE 102 IV 176). Weiter ist er-

neut festzuhalten, dass der Beschuldigte die E-Mail mit Wissen und Willen ver-

fasste und verschickte. Auch musste er zumindest damit rechnen, dass die 

-   18   - 

Äusserung, B._____ bereichere sich auf Kosten ihrer Nachbarn bzw. würde ihre 

Stellung als Revisorin als Möglichkeit der Übervorteilung von Nachbarn missbrau-

chen, ehrenrührig sein kann. Der Einwand des Beschuldigten, die Privatklägerin 1 

werde hier in ihrer Eigenschaft bzw. Ansehen als Revisorin angegriffen und nicht 

in ihrer Geltung als ehrbarer Mensch herabgesetzt (Urk. 71 S. 17; Urk. 81 S. 8 Rz 

22), überzeugt aufgrund der konkreten Umständen nicht. Es ist zutreffend, dass 

jeder Stockwerkeigentümer das Recht hat, einzelne Handlungen der Revisorin 

überprüfenzulassen. Richtig ist auch der Hinweis der Verteidigung, dass Äusse-

rungen, die sich lediglich eignen, jemanden in anderer Hinsicht, zum Beispiel als 

Geschäfts- oder Berufsmann, als Politiker oder Künstler in der gesellschaftlichen 

Geltung herabzusetzen, nicht ehrverletzend im Sinne von Art. 173 ff. StGB sind. 

Voraussetzung ist aber, dass die Kritik an den strafrechtlich nicht geschützten 

Seiten des Ansehens nicht zugleich die Geltung der Person als ehrbarer Mensch 

trifft (BGE 119 IV 44 E. 2a; BGE 117 IV 27 E. 2c; je mit Hinweisen). Es ist zu be-

achten, dass die Privatklägerin 1 die Revision in der Stockwerkeigentümerge-

meinschaft nicht beruflich betreibt. Dies ist lediglich eine freiwillige Aufgabe im Be-

reich der Eigentümergemeinschaft. Die Privatklägerin 1 ist – wie der Beschuldigte 

selbst vorbringt – oder war im Bereich Literatur tätig. Sodann hat er der Privatklä-

gerin 1 nicht etwa vorgeworfen, als Revisorin fehlerhaft gearbeitet zu haben. Er 

schmälert damit ihr Ansehen als Revisorin. Er hat sich vielmehr Dritten gegenüber 

dahingehend geäussert, sie habe ihre Stellung als Revisorin missbraucht (was 

Wissen und Willen voraussetzt), um Nachbarn zu übervorteilen. Dieser Vorwurf 

trifft sie nicht nur in ihrem Ansehen als Revisorin, sondern zugleich in der Geltung, 

ein ehrbarer Mensch zu sein. Der Beschuldigte hat sich daher auch mit diesen 

schriftlichen Äusserungen gegenüber Dritten und der Privatklägerin 1 ehrverlet-

zend verhalten und erfüllt damit den objektiven und subjektiven Tatbestand von 

Art. 173 Ziff. 1 StGB. 

4.7.3. Der Beschuldigte macht zu dieser ehrenrührigen Äusserung geltend, den 

von ihm eingereichten Beilagen lasse sich entnehmen, dass die Privatklägerin 1 

bei der Kostenverteilung der Stockwerkeigentümergemeinschaft im Jahr 2018 be-

vorteilt worden sei (47% zu 53% anstatt 50% zu 50%). Diese Kostenverteilung 

habe sie als Revisorin genehmigt (Urk. 42 S. 22 ff.; Urk. 44 S. 13, Prot. I S. 17 f.). 

-   19   - 

Die Ausführungen des Beschuldigten sind letztlich im Detail nicht nachvollziehbar. 

Sodann verweist er z.B. in seiner Stellungnahme (Urk. 42 S. 22 Fussnote 19) zum 

Beweis der (richtigen) Kostenverteilung auf die Beilage 17, den Verwaltungsver-

trag vom 1. Januar 2021 mit der (gerichtlich eingesetzten) Verwalterin, der 

K._____ Immobilien GmbH. Es handelt sich hier um einen Vertrag aus dem Jahre 

2021, aus welchem sich für das Jahr 2018 nichts ableiten lässt. Auch die weiteren 

von ihm eingereichten Beweismittel sind nicht aussagekräftig. Die als Beweis ein-

gereichten E- Mails (Urk. 43/15+16 sowie Urk. 43/18) wurden erst nach den frag-

lichen Äusserungen erstellt und kommen daher als entlastende Tatsachen nicht in 

Betracht (Praxiskommentar, StGB-TRECHSEL/LEHMKUHL, 4. Auflage 2021, Art. 173 

N 20). Das Festhalten des Ergebnisses eigener Berechnungen in E-Mails, ohne 

Beilage entsprechender Unterlagen (Reglemente, Rechnungsbelege, Abrechnun-

gen Verwaltung, Verteilung Verwaltung etc.), vermag ohnehin keinen Beweis für 

deren Richtigkeit zu erbringen. Es liegen auch keine vollständigen, überprüfbaren 

Abrechnungen und Kostenaufstellungen sowie -verteilungen bei den Akten. Am 

Rande zu erwähnen ist, dass gemäss dem Reglement für Stockwerkeigentum der 

Liegenschaft "L._____" Haus 3 (handschriftlich ergänzt D._____-Strasse 2) eine 

Wertquote von 45/100 (EG) und 55/100 (OG) festgelegt und – mit Ausnahme der 

Heizung (80% und 20%) – eine Verteilung sämtlicher übrigen gemeinschaftlichen 

Betriebs- und Verwaltungskosten nach Wertquoten vereinbart wurde 

(Urk. D1/4/4). Es ist weiter zu bedenken, dass die Abrechnungen 2018 von einer 

professionellen Immobilienverwaltung erstellt wurden und die Privatklägerin 1 die-

se als Mitglied der Stockwerkeigentümergemeinschaft lediglich revidiert hat und 

gemäss Vorbringen keine Abänderungen vornahm. Der Beschuldigte selber be-

tont, dass das Fachgebiet der Privatklägerin 1 Literatur sei (Urk. 42 S. 19). Es gibt 

auch von daher keinerlei Grund für den Vorwurf des Missbrauchs und der Über-

vorteilung von Nachbarn gegenüber der Privatklägerin 1. Es gelingt dem Beschul-

digten jedenfalls weder der Wahrheits- noch der Gutglaubensbeweis dafür, dass 

die Privatklägerin 1 ihre Position als Revisorin der Stockwerkeigentümergemein-

schaft zur Übervorteilung ihrer Nachbarn missbrauche bzw. um sich finanziell auf 

deren Kosten zu bevorteilen.  

5. Fazit 

-   20   - 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne 

von Art. 173 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

III. Strafe und Vollzug 

1. Strafrahmen und theoretische Grundlagen Strafzumessung und Vollzug 

Die Vorinstanz hat die Grundsätze für die Bestimmung des massgeblichen Straf-

rahmens und die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung, der Gesamt-

strafenbildung sowie des Vollzugs zutreffend wiedergegeben, worauf verwiesen 

werden kann (Urk. 62 S. 16 ff.). Gemäss Art. 173 Ziff. 1 Abs. 3 StGB in Verbin-

dung mit Art. 34 Abs. 1 StGB reicht der Strafrahmen von drei bis 180 Tagessät-

zen Geldstrafe. Die Verteidigung macht jedoch geltend, dass Strafmilderungs-

gründe gemäss Art. 48 StGB, insbesondere Art. 48 lit. e StGB zu prüfen seien 

(Urk. 81 S. 8 E2 i.V.m. Prot. II S. 14). Gemäss Art. 48 lit. e StGB mildert das Ge-

richt die Strafe, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstriche-

nen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohlverhalten hat. 

Dieser Milderungsgrund knüpft an den Gedanken der Verjährung an. Die Praxis 

fordert eine Strafmilderung dann, wenn zwei Drittel der Verjährungsfrist verstri-

chen sind (Praxiskommentar, StGB-TRECHSEL/SEELMANN, 4. Auflage 2021, Art. 48 

N 24). Die Verfolgung der Vergehen gegen die Ehre verjährt in vier Jahren (Art. 

178 Abs. 1 StGB). Diese vier Jahre sind seit den Taten im April 2020 bald er-

reicht. Angesichts der seither verstrichenen Zeit von bald 3 ½ Jahren und da sich 

der Beschuldigte in dieser Zeit wohlverhalten hat – er wurde nicht mehr straffällig 

– kommt der Strafmilderungsgrund gemäss Art. 48 lit. e StGB zur Anwendung. 

Mildert das Gericht die Strafe, so ist es nicht an die angedrohte Mindeststrafe ge-

bunden. Es kann auf eine andere als die angedrohte Strafart erkennen, ist aber 

an das gesetzliche Höchst- und Mindestmass der Strafart gebunden (Art. 48a 

StGB). Vorliegend führt die Strafmilderung zu einer Erweiterung des Strafrahmens 

nach unten, und es rechtfertigt sich, auf eine Busse statt auf eine Geldstrafe zu 

erkennen. Wie noch zu zeigen sein wird, sind Schuld und Tatfolgen aber nicht 

derart geringfügig, dass im Sinne von Art. 52 StGB von einer Bestrafung abzuse-

hen wäre. Es besteht vielmehr ein Strafbedürfnis. 

-   21   - 

 Das Gericht bemisst die Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Ver-

hältnissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden 

angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). In einem ersten Schritt ist aufgrund der 

mehrfachen Tatbegehung die schwerste dieser Straftaten zu ermitteln und für 

diese anhand des objektiven und subjektiven Tatverschuldens des Beschuldigten 

eine Einsatzstrafe zu bilden. Alsdann ist diese Strafe in einem zweiten Schritt für 

jedes weitere Delikt angemessen zu erhöhen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Mit der Vo-

rinstanz sind die in der E-Mail vom 4. April 2020 gemachten Äusserungen der Lü-

ge und Urkundenfälschung als schwerste Straftat zu erachten und dafür vorab die 

Einsatzstrafe festzulegen. 

2. Einsatzstrafe für üble Nachrede in der E-Mail vom 4. April 2020 

Hintergrund der E-Mail vom 4. April 2020 war der bereits länger andauernde Kon-

flikt zwischen dem Beschuldigten und den Privatklägerinnen als Revisorinnen der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft, welcher zu Auseinandersetzungen und auch 

zu zivilrechtlichen Verfahren führte. Der Beschuldigte fühlte sich wegen der Kos-

tenaufteilung und angeblichen Fehlern in der Abrechnung benachteiligt und wuss-

te sich offenbar nicht anders zu helfen als mit Beleidigungen. Sein Verhalten lässt 

sich damit indessen in keiner Weise entschuldigen. Die Äusserungen des Be-

schuldigten, die Privatklägerin 2 lüge und fälsche Dokumente sind massiv ehrver-

letzend und stellten die Privatklägerin 2 gerade im sozial wichtigen Privatkreis von 

Nachbarn und anderen Stockwerkeigentümern bloss. Sie stehen auch in keinem 

Verhältnis zu den sich seiner Ansicht nach sachlich stellenden Problemen bei den 

Abrechnungen etc. Der Beschuldige ist studiert und übt im Bereich Hedgefonds 

erfolgreich eine verantwortungs- und anspruchsvolle Tätigkeit aus. Es wäre von 

ihm zu erwarten, dass er solche Auseinandersetzungen, wie sie bei einer Stock-

werkeigentümergemeinschaft vorkommen können, mit Respekt und gebotenem 

Anstand führt. Seine Verdächtigungen gründeten letztlich, wie erwogen, zumin-

dest teilweise auf Spekulationen. Hinzu kommt, dass die fraglichen Kostenvertei-

lungen durch eine professionelle Immobilienverwaltung vorgenommen worden 

sind und die Privatklägerin 1 das Amt der Revisorin nicht professionell, sondern 

lediglich als Miteigentümerin übernommen hat. Dieser Umstand lässt das Verhal-

-   22   - 

ten des Beschuldigten zusätzlich als weit über das Ziel geschossen erscheinen. 

Auch in das Problem der Akteneinsicht wurde die Privatklägerin 2 quasi ohne ei-

genen Hinzutun gedrängt. Das Verschulden wiegt eher leicht, und es erscheint 

aufgrund der objektiven Tatschwere eine Busse von Fr. 2'000.– angemessen. 

 Bei der subjektiven Tatschwere ist zu Gunsten des Beschuldigten zu be-

rücksichtigen, dass er nur eventualvorsätzlich handelte. Sein Vorgehen war aber 

ohne Weiteres vermeidbar. Es wäre ihm auch aufgrund seiner finanziellen Ver-

hältnisse zumutbar gewesen, für diese Streitigkeiten einen Rechtsvertreter zu be-

auftragen, wenn er – wie auch die Flut seiner E-Mails dokumentiert – es nicht 

mehr schaffte, sich angemessen und respektvoll zu verhalten. Das subjektive 

Verschulden relativiert die objektive Tatschwere nicht. Insgesamt bleibt es daher 

bei einer Busse von Fr. 2'000.– als Einsatzstrafe für die Ehrverletzungen in der E-

Mail vom 4. April 2020. 

3. Erhöhung der Strafe für Ehrverletzungen mit E-Mail vom 3. April 2020 

Die Äusserung, die Privatklägerin 1 bedrohe ihn verbal und lasse ihn durch den 

Hund attackieren, ist ebenfalls boshaft. Es kann im Übrigen sowohl hinsichtlich 

der objektiven wie auch der subjektiven Tatschwere auf die bisherigen Erwägun-

gen verwiesen werden. Es erscheint in Anwendung des Asperationsprinzips an-

gemessen die Einsatzstrafe um Fr. 500.– zu erhöhen. 

4. Erhöhung der Strafe für Ehrverletzungen mit E-Mail vom 5. April 2020 

Auch die Behauptung an die Adresse der Nachbarn und weiterer Dritter, die Pri-

vatklägerin 1 missbrauche ihre Stellung als Revisorin gegenüber ihren Nachbarn 

ist als niederträchtig einzustufen, und es kann zur objektiven und subjektiven Tat-

schwere im Übrigen auf die obigen Erwägungen verwiesen werden. In Anwen-

dung des Asperationsprinzips ist die die Einsatzstrafe um weitere Fr. 500.– zu er-

höhen. 

5. Täterkomponente 

-   23   - 

Der aktuell 54-jährige Beschuldigte ist in China geboren. Er lebt seit 30 Jahren in 

der Schweiz, ist Bürger von Zürich und hat in der Schweiz studiert. Er lebt mit sei-

ner Ehefrau und der minderjährigen Tochter bereits seit mehreren Jahren in 

E._____. Zu seinen finanziellen Verhältnissen wollte er keine näheren Angaben 

machen. Er umschrieb sein Einkommen aus einer selbständigen Tätigkeit mit sei-

ner Firma M._____ im Hedge-Fonds-Bereich als "überdurchschnittlich" und "hö-

her als das normaler Leute im Finanzsektor". Die Hypothek für seine Wohnung 

belaufe sich auf 2 Millionen Franken, der Hypothekenzins betrage 0.6%. 2020 

versteuerte der Beschuldigte für sich und seine Ehefrau ein steuerbares Einkom-

men von CHF 254'300.– sowie ein Vermögen von Fr. 235'000.–. Zu seinen mo-

natlichen Ausgaben wollte sich der Beschuldigte nicht äussern. Er war auch nicht 

bereit, die mit Präsidialverfügung des Obergerichts verlangten Unterlagen einzu-

reichen (Urk. 68). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte er aus, dass sich 

sein Einkommen inzwischen in etwa halbiert habe (Prot. II S. 7). Der Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft (Urk. D1/11/1-3; Urk. 42 S. 5; Prot. I S. 18 ff.; Urk. 63). Aus 

seinen persönlichen Verhältnissen ergeben sich keine strafzumessungsrelevan-

ten Umstände. 

6. Nachtatverhalten 

Sein Geständnis wirkt sich nicht strafmindernd aus, da die fraglichen E-Mails oh-

nehin belegt waren. Der Beschuldigte zeigt auch keine Einsicht oder Reue, auch 

wenn er an der Berufungsverhandlung durchblicken liess, dass er sich in den  

E-Mails im Ton vergriffen habe. 

7. Bussenhöhe 

Angesichts dieser finanziellen Verhältnisse und unter Berücksichtigung des Ver-

schuldens des Beschuldigten erweist sich eine Busse von Fr. 3'000.– als ange-

messen. Der Beschuldigte ist folglich mit einer Busse von Fr. 3'000.– zu bestra-

fen.  

8. Ersatzfreiheitsstrafe 

-   24   - 

Die Busse ist zu bezahlen. Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht das Gericht im 

Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten aus. In stän-

diger Praxis erscheint ein Umwandlungssatz von 1 Tag Ersatzfreiheitsstrafe pro 

Fr. 100.– Busse als angemessen, weshalb die Ersatzfreiheitsstrafe auf 30 Tage 

festzulegen ist.   

IV. Zivilpunkt 

Die Privatklägerin 1 hat eine Schadenersatzforderung von Fr. 1'000.– sowie eine 

Genugtuungsforderung in der Höhe von CHF 500.– gestellt (Urk. D1/7/6). Die 

Vor-instanz hat diese Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen. Der Beschul-

digte beantragt mit seiner Berufung, dass die Zivilklage abgewiesen werde, soweit 

darauf überhaupt einzutreten sei (Urk. 64). Nachdem der Beschuldigte schuldig 

zu sprechen ist, ist auf die Zivilklage einzutreten und bleibt es bei der Verweisung 

der Forderungen auf den Zivilweg. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen 

auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, wenn 

sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet. Gemäss 

Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn 

sie verurteilt wird. Ausgangsgemäss ist demnach das erstinstanzliche Kostendis-

positiv (Dispositivziffern 6 und 7) zu bestätigen. 

2. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

im Berufungsverfahren vollumfänglich. Es sind ihm daher die Kosten des 

Rechtsmittelverfahrens aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsver-

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fahren ist in Anwendung von Art. 424 Abs. 1 StPO i. V. m. §§ 16, 2 Abs. 1 lit. b, c 

und d sowie 14 GebV OG unter Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierig-

keit des Falles sowie des Zeitaufwands des Gerichts für dieses Verfahren auf 

Fr. 3'000.– festzusetzen. Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie 

der Kostenentscheid. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im 
Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit Fr. 3'000.– Busse. 

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen.  

4. Die Zivilforderung der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

6. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 6 und 7) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
− die Privatklägerschaft 
 
sowie in vollständiger Ausfertigung an 
− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
− die Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

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− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

10. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei den Strafrechtlichen Abteilun-

gen des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 15. September 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Stiefel 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Schwarzenbach-Oswald 
 

 

	Urteil vom 15. September 2023
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 500.– (entsprechend CHF 10'000.–) sowie mit einer Busse von CHF 500.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	5. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: CHF  1'500.– , die weiteren Kosten betragen: CHF  1'100.– Gebühr für das Vorverfahren CHF  2'600.– Kosten total.
	7. Die Kosten und Auslagen des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	1. Das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 17. Januar 2022, Geschäfts Nr. GG210041-G sei vollumfänglich aufzuheben.
	2. Der Berufungskläger sei vollumfänglich freizusprechen.
	3. Die Zivilklagen seien abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten sei.
	4. Die gesamten Verfahrenskosten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren sowie für das Vorverfahren seien der Staatskasse zu überbinden und dem Berufungskläger sei eine angemessene Entschädigung (zzgl. MwSt.) für seine Anwaltskosten zuzusprechen.
	_______________________________________
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte / Prozessuales
	II.  Schuldpunkt
	4.4. Gemäss Art. 173 Ziff. 1 StGB wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bestraft, wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt  oder wer eine s...
	III.  Strafe und Vollzug
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
	2. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit Fr. 3'000.– Busse.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen.
	4. Die Zivilforderung der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 6 und 7) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Privatklägerschaft  sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

	10. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.