# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c998fce4-435d-5394-90bc-175b8aea69b0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-06-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.06.2017 E-5421/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5421-2015_2017-06-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5421/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  J u n i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter David R. Wenger (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer,  

Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiberin Stefanie Brem. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Ukraine,   

beide vertreten durch lic. iur. Florian Wick,  

Bosonnet Wick Rechtsanwälte,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 4. August 2015 / N (…). 

 

 

 

E-5421/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden reisten am (…) 2014 mit einem Visum in die 

Schweiz ein. Am 16. Oktober 2015 suchten sie im Empfangs- und Verfah-

renszentrum Kreuzlingen um Asyl nach. Am 17. Februar 2015 wurde der 

Beschwerdeführer und am 20. Februar 2015 die Beschwerdeführerin zur 

Person (BzP) befragt. Am 7. Juli 2015 hörte sie die Vorinstanz zu den Asyl-

gründen an. 

Die Beschwerdeführenden machten im Wesentlichen geltend, die Lage in 

Mariupol habe sich aufgrund des Konfliktes in der Ostukraine immer mehr 

zugespitzt. Die Stadt werde vom nationalistischen Azow-Battailon belagert, 

weshalb sie dort als ukrainische Staatsbürger russischer Ethnie in Gefahr 

seien. Es gebe zudem kaum Arbeit; bei einer Rückkehr wäre es ihnen nicht 

möglich für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Überdies habe der Be-

schwerdeführer mit der Einberufung in die Armee zu rechnen.  

Sie reichten ihre Reisepässe, einen abgelaufenen Reisepass der Be-

schwerdeführerin, ihre Inlandpässe, ihre Geburtsurkunden sowie die Rei-

seunterlagen ein.  

B.  

Mit Verfügung vom 4. August 2015 stellte die Vorinstanz fest, die Be-

schwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte die 

Asylgesuche ab, verfügte deren Wegweisung aus der Schweiz und beauf-

trage den zuständigen Kanton mit dem Vollzug. 

C.  

Mit Eingabe vom 4. September 2015 reichten die Beschwerdeführenden 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragten, die Dis-

positivziffern 3, 4 und 5 der Verfügung des SEM vom 4. August 2015 seien 

aufzuheben und die Beschwerdeführenden seien vorläufig aufzunehmen.  

Die Beschwerdeführenden gaben drei Zeitungsberichte der „le temps“, ei-

nen Zeitungsbericht der „la voix de la russie“ sowie einen Bericht von Reu-

ters zu den Akten.  

 

E-5421/2015 

Seite 3 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. September 2015 stellte die damalige In-

struktionsrichterin fest, dass lediglich der Vollzug der Wegweisung Gegen-

stand des Verfahrens bildet und forderte die Beschwerdeführenden auf, ei-

nen Kostenvorschuss einzuzahlen. Der Kostenvorschuss ging fristgerecht 

beim Bundesverwaltungsgericht ein. 

E.  

Mit Schreiben vom 18. Januar 2017 teilte der unterzeichnende Instrukti-

onsrichter mit, dass er neu mit der Behandlung des Verfahrens betraut 

wurde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist 

einzutreten. 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zudem die Unan-

gemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. 

BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Wie bereits mit Zwischenverfügung vom 9. September 2015 festgestellt 

wurde, richtet sich die Beschwerde ausschliesslich gegen den Vollzug der 

Wegweisung. Die Verfügung des SEM vom 4. August 2015 ist, soweit sie 

die Fragen der Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung (Dispositiv-

ziffern 1 und 2) betrifft, mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen und 

die Wegweisung als solche ist nicht zu überprüfen.  

 

E-5421/2015 

Seite 4 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden machen zunächst geltend, dem Frage-

schema für rechtliches Gehör lasse sich entnehmen, dass die Vorinstanz 

ihnen nicht generell das Wort erteilt habe und sie sich auch nicht zur Ab-

weisung ihres Gesuches hätten äussern können. Aus diesem Grund sei ihr 

Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden.  

3.2 Soweit die Beschwerdeführenden eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör rügen und geltend machen, sie hätten sich nicht vollstän-

dig zu Sache äussern können, verkennen sie den Charakter des An-

spruchs auf rechtliches Gehör. Dieser verlangt nicht, dass eine Partei die 

Gelegenheit erhalten muss, sich zu jedem möglichen Ergebnis, das von 

der entscheidenden Behörde ins Auge gefasst wird, zu äussern. Die Be-

hörde hat in diesem Sinne nicht ihre Begründung den Parteien vorweg zur 

Stellungnahme zu unterbreiten. Es genügt, dass sich die Parteien zu den 

Grundlagen des Entscheids, insbesondere zum Sachverhalt sowie zu den 

anwendbaren Rechtsnormen, vorweg äussern und ihre Standpunkte ein-

bringen können, was den Beschwerdeführenden vorliegend, insbesondere 

durch die von der Vorinstanz durchgeführten Befragungen, vollumfänglich 

möglich war (vgl. BGE 132 II 485 E. 3.4.). Zudem verkennen die Beschwer-

deführenden, dass es sich bei dem von ihnen angerufenen Frageschema 

nicht um die Erteilung des rechtlichen Gehörs im Zusammenhang mit dem 

Entscheid über das Asylgesuch handelte, sondern dies im Rahmen des 

Zuweisungsentscheides gewährt wurde. Die Rüge erweist sich angesichts 

dieser Sachlage als unbegründet, weshalb keine Veranlassung besteht, 

die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen.  

4.  

4.1 In Bezug auf den Vollzug der Wegweisung hält die Vorinstanz fest, den 

Beschwerdeführenden drohe bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit keine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe 

oder Behandlung. Der Konflikt in der Ukraine beschränke sich auf ein klei-

nes Gebiet im Osten. Ihr Wohnort befinde sich zwar im Konfliktgebiet, auf-

grund der garantierten Niederlassungsfreiheit bestehe jedoch die Möglich-

keit einen Wohnort innerhalb des von der Regierung kontrollierten Gebie-

tes zu wählen. Da beide gesund seien und über langjährige Berufserfah-

rung verfügen würden, lägen keine individuellen Gründe vor, die gegen 

eine Rückkehr in die Ukraine sprechen würden. Auch wenn sie keine Ver-

wandten in der Westukraine hätten, würden sie bei einer Rückkehr staatli-

che Unterstützung erhalten und könnten von ihren Verwandten in Russland 

E-5421/2015 

Seite 5 

und der Schweiz finanziellen Beistand erwarten. Der Vollzug der Wegwei-

sung sei zudem technisch möglich und praktisch durchführbar.  

4.2 Die Beschwerdeführenden bringen dagegen vor, intern Vertriebene 

würden in der Ukraine nur ungenügende staatliche Hilfe erhalten. Zwi-

schen den Ansässigen und den „internally displaced persons“ (IDP) 

herrschten Spannungen und es komme zu Verteilungskämpfen. Wie die 

eingereichten Berichte belegen würden, hätten sie als Ukrainer russischer 

Ethnie mit von der Regierung unterstützen neonazistischen Gruppierungen 

zu kämpfen. Bei einem Umzug müssten sie zudem aufgrund ihrer Herkunft 

aus dem Konfliktgebiet und weil sie wegen ihrer Abstammung den Separa-

tisten zugerechnet würden, selbst mit Anfeindungen der Ultranationalisten 

rechnen. Zudem sei eine Rückkehr wegen der hohen Arbeitslosigkeit, man-

gelnder Ersparnisse und des fehlenden sozialen Beziehungsnetzes unzu-

mutbar. Sie wären in der Ukraine auf Almosen angewiesen, da die staatlich 

garantierte Unterstützung der IDP zu niedrig sei, um davon leben zu kön-

nen. Sie seien somit einem existenziellen Risiko für Leib und Leben aus-

gesetzt, weshalb eine inländische Zufluchtsmöglichkeit zu verneinen und 

eine Rückkehr unzumutbar sei.  

4.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG, Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

4.4 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

E-5421/2015 

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Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

4.4.1 Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrecht-

lich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 

der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorlie-

genden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwer-

deführenden in die Ukraine ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

4.4.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-

renden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung in die Ukraine dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten 

die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen 

oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückkehr Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen 

Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124 ff. m.w.H.). 

Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Ukraine lässt den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-

nen. Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl im Sinne der asyl- als auch 

der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

4.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Die Beschwerdeführenden stammen aus Mariupol, einem von ukraini-

schen Regierungstruppen kontrollierten, jedoch von prorussischen und von 

russischen Militäreinheiten unterstützten Separatisten umkämpften Gebiet 

der Ukraine. Die Schilderungen der konfliktbedingten Probleme in der Hei-

matstadt der Beschwerdeführenden sind glaubhaft und decken sich mit 

E-5421/2015 

Seite 7 

den Berichterstattungen zum Krisengebiet. Die Lage in Mariupol ist weiter-

hin kritisch. Die Kämpfe, bei welchen sowohl die ukrainischen als auch die 

russischen Kämpfer schwere Waffen einsetzen, dauern bis heute an (vgl. 

Jamestown Foundation, Conflict Escalates Again in Eastern Ukraine: Pos-

sible Causes and Consequences, 31 March 2017, Eurasia Daily Monitor, 

<https://jamestown.org/program/conflict-escalates-eastern-ukraine-pos-

sible-causes-consequences/>, abgerufen am 13.6.2017). 

4.5.1 Die von den Beschwerdeführenden geltend gemachten Benachteili-

gungen im Konfliktgebiet, insbesondere die Probleme im Zusammenhang 

mit neonazistischen Gruppierungen, wirken sich lediglich lokal in den ost-

ukrainischen Gebieten aus. Der ukrainische Staat beziehungsweise des-

sen Behörden und Instanzen sind nach Erkenntnissen des Gerichts in der 

Lage und willens, den vom Konflikt betroffenen Personen in den anderen 

Landesteilen wirksamen Schutz zu gewähren. Es kann insbesondere nicht 

die Rede davon sein, dass ukrainische Staatsangehörige russischer Ethnie 

unter dem Einfluss des herrschenden Konflikts per se diskriminiert, als Se-

paratisten bezeichnet oder gar bedroht würden und dies von der Regierung 

systematisch gefördert oder tatenlos geduldet würde. 

4.5.2 Den Beschwerdeführenden ist es sodann möglich, die ihnen zur Ver-

fügung stehende innerstaatliche Schutzalternative in Anspruch zu nehmen, 

ohne dass sie dabei in eine existenzbedrohende Lage geraten. Zwar ist 

wegen des andauernden Konflikts und der damit einhergehenden schlech-

ten Wirtschaftslage, welche zu grossen internen Fluchtbewegungen der 

Bevölkerung geführt hat, der Zugang zu Wohnraum und Arbeit erschwert. 

Die Beschwerdeführerin verfügt über eine Ausbildung als Kauffrau und ar-

beitete zuletzt mehrere Jahre als Verkäuferin. Zudem spricht sie ukrainisch 

(vgl. Akten der Vorinstanz A8/12, F1.17). Es dürft ihr daher möglich sein, in 

einer anderen Region der Ukraine innerhalb eines absehbaren Zeitraumes 

wieder in die Berufstätigkeit einzusteigen und ein Erwerbseinkommen zu 

erzielen. Der Beschwerdeführer hat am (…) studiert und unterrichtete als 

Berufsschullehrer. In den letzten fünf Jahren bis zu seiner Ausreise war er 

als Aushilfe, letzthin bei einer Transportfirma, tätig. Er spreche nur wenig 

Ukrainisch (vgl. Akten der Vorinstanz A5/12, F1.17). Angesichts seiner ge-

ringen Sprachkenntnisse dürfte es für ihn zwar schwieriger sein, eine Ar-

beitsstelle zu finden. Dennoch ist davon auszugehen, dass Aushilfsarbei-

ten im Transportbereich oder anderen Sektoren weiterhin auch mit seinen 

knappen Sprachkenntnissen möglich sein sollten. Als intern Vertriebene 

haben die Beschwerdeführenden überdies Zugang zu garantierten sozia-

len Leistungen im Heimatstaat (vgl. UK: Home Office, Country Information 

E-5421/2015 

Seite 8 

and Guidance – Ukraine: Crimea, Donetsk & Luhansk, Januar 2016, S. 35 

f.; UN High Commissioner for Refugees [UNHCR], Ukraine. UNHCR Ope-

rational Update [28 December 2015 – 19 January 2016], 19. Januar 2016, 

S. 2). Es ist daher nicht davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr in 

die Ukraine in eine existenzbedrohende Lage geraten werden. 

4.5.3 Soweit in der Beschwerde geltend gemacht wird, die Vorinstanz habe 

den Sachverhalt nicht richtig festgestellt, da sie behauptet habe, die Be-

schwerdeführenden würden über langjährige Berufserfahrung verfügen, ist 

darauf hinzuweisen, dass sie selbst in den Befragungen angaben, mehrere 

Jahre als Berufsschullehrer, Aushilfsarbeiter und Verkäuferin gearbeitete 

zu haben (vgl. Ziffer 5.5.3). Eine unrichtige Sachverhaltsabklärung im 

Sinne von Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG liegt nicht vor. 

4.5.4 Der Beschwerdeführer vermochte nicht darzulegen, dass er in der 

Ukraine tatsächlich in den Militärdienst eingezogen werden sollte. Gemäss 

seinen Angaben hatte er kein entsprechendes Aufgebot erhalten. Die Ver-

fügung der Vorinstanz vom 4. August 2015 wurde betreffend die Feststel-

lung der Flüchtlingseigenschaft nicht angefochten. Es wurde daher nicht 

bestritten, dass eine allfällige zukünftige Mobilisierung einem legitimen 

Recht des ukrainischen Staates, eine Armee zu erhalten und seine Bürger 

zu rekrutieren, entsprechen würde und nicht asylrelevant wäre. Die Einbe-

rufung zu einer legitimen staatsbürgerlichen Pflicht tangiert die Zumutbar-

keit des Wegweisungsvollzuges nicht. 

4.5.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als 

zumutbar. 

4.6 Schliesslich ist der Vollzug der Wegweisung angesichts der gültigen 

Reisepässe der Beschwerdeführenden auch als möglich zu bezeichnen 

(Art. 83 Abs. 2 AuG). 

4.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

 

 

5.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

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Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten zu verwenden.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der am 21. September 2015 in gleicher Höhe geleistete Kosten-

vorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David R. Wenger Stefanie Brem