# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3adfbbd3-b6b9-5677-8fd3-57e9da2bb1c5
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.05.2015 725 2014 167 (725 14 167)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2014-167_2015-05-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  28. Mai 2015 (725 14 167) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und einer Hernie / Wür-

digung der vorhandenen Arztberichte 

 

 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller  
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Marco Chevalier, 
Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SUVA, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Der 1964 geborene A.____ war seit 1. Mai 2012 durch die Arbeitslosenkasse Basel-
Landschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von 
Unfällen versichert. Mit „Bagatell-Unfallmeldung UVG für arbeitslose Personen“ meldete die 
Arbeitslosenkasse, dass A.____ am 26. Oktober 2013 versucht habe, den Betonpflanzring, den 
er gehoben hatte und der ihm aus den Händen geglitten war, aufzufangen, wobei er einen ste-
chenden Schmerz in der Bauchgegend verspürt habe. Dabei zog sich A.____ gemäss Dr. med. 
B.____, FMH Chirurgie und Viszeralchirurgie, eine epigastrische Hernie zu. Nach Vornahme 

 

 
 
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der notwendigen Abklärungen lehnte die SUVA mit Verfügung vom 6. Februar 2014 eine Leis-
tungspflicht ab. Daran hielt die SUVA auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheent-
scheid vom 2. Mai 2014 fest.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Marco 
Chevalier, mit Schreiben vom 4. Juni 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozial-
versicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, der Einspracheentscheid vom 2. Mai 
2014 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer aus 
dem Unfall vom 26. Oktober 2013 die gesetzlichen Leistungen auszurichten.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. September 2014 beantragte die SUVA die Abweisung 
der Beschwerde.  
 
D. A.____, weiterhin vertreten durch Dr. Marco Chevalier, hielt mit Replik vom 7. November 
2014 an seinen Rechtsbegehren fest. 
 
E. Mit Duplik vom 15. Dezember 2014 beantragte die SUVA wiederum die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich der Wohnsitz des Versicherten in Frenkendorf, weshalb die örtliche Zu-
ständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des 
Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 
ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf 
die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 4. Juni 2014 ist demnach 
einzutreten.  
 
2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Versicherte 
Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat.  
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 

 

 
 
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versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent-
sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am 
dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig-
keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 
UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des 
Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe-
handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person 
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integri-
tätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenan-
spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri-
tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursa-
chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor-
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise 
bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei-
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige 
Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo-
rüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rah-
men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit ei-
nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 
181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
2.3 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejahen zu können, muss zwischen 
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein 
adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann 
als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Din-
ge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art 
des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein 
als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäqua-

 

 
 
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ten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 
V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzu-
sammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen 
Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang be-
steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge-
richt zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b).  
 
Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürli-
chen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb).  
 
3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie der Feststellung natürlicher 
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regel-
mässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu 
stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem 
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 
3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit 
der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach 
ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be-
richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie 

 

 
 
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sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer 
Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7).  
 
3.3 Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang 
ist zunächst auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach die sogenannten spontanen "Aussa-
gen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstel-
lungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtli-
cher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im 
Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meis-
tens grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versiche-
rers (BGE 121 V 45 E. 2a mit Hinweisen). Dabei handelt es sich indessen nicht um eine förmli-
che Beweisregel, sondern lediglich um eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berück-
sichtigende Entscheidungshilfe. Sie kann zudem nur dann zur Anwendung gelangen, wenn von 
zusätzlichen Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (RKUV 2004 Nr. 
U 524 S. 546 E. 3.3.4 [U 236/03]). 
 
4. Vorweg ist abzuklären, von welchem Sachverhalt im vorliegenden Verfahren auszuge-
hen ist.  
 
4.1 Erstmals schilderte der Beschwerdeführer den Unfallhergang vom 26. Oktober 2013 
mit E-Mail vom 29. Oktober 2013 an die Arbeitslosenkasse – wobei diese Schilderung erst mit 
der Beschwerdeschrift vom 4. Juni 2014 zu den Verfahrensakten gelangte – folgendermassen: 
„Am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr habe ich einen Betonpflanzring im Garten einbetoniert 
und bin beim Tragen des Pflanzringes auf dem nassen Gras an der Böschung ausgerutscht. 
Dabei bemerkte ich einen stechenden Schmerz in der Bauchgegend, welchem ich keine grös-
sere Beachtung schenkte. Zwischenzeitlich stelle ich jedoch fest, dass an der besagten Stelle 
eine Beule entstand und ich befürchte, dass es sich um einen Bauchdeckenriss handelt. 
Schmerzen im Bauchraum verspüre ich nur bei Belastung und eine Arbeitsunfähigkeit liegt nicht 
vor.“  
 
Die Darstellung des Unfalls durch die Arbeitslosenkasse anlässlich der Unfallmeldung vom 
6. November 2013 basiert zwar vermutungsweise auf der erwähnten E-Mail, stellt aber eine 
Verkürzung des Sachverhalts dar, indem ausgeführt wurde, der Beschwerdeführer habe ver-
sucht, den Betonpflanzring, den er gehoben hatte und der ihm aus den Händen geglitten war, 
aufzufangen, wobei er einen stechenden Schmerz in der Bauchgegend verspürt habe.  
 
Am 1. Dezember 2013 schilderte der Beschwerdeführer in Beantwortung der Fragen der SUVA 
den Unfallhergang gleich wie in der erwähnten E-Mail vom 29. Oktober 2013: Er sei an der Bö-
schung auf feuchtem Gras ausgerutscht mit anschliessendem Sturz.  
 
In der Einsprache vom 12. Februar 2014 führte der Beschwerdeführer aus, der Bauchdecken-
riss sei durch einen Sturz beim Tragen eines schweren Pflanzringes aus Beton (30 kg) erfolgt. 
Er sei auf nassem Gras an der Gartenböschung ausgerutscht. Durch die grosse Gewalteinwir-

 

 
 
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kung auf den Bauch (Sturz auf den Betonring) sei die Bauchdecke gerissen, was sich sofort 
durch starke Schmerzen bemerkbar gemacht habe.  
 
Die späteren Unfalldarstellungen in Beschwerdeschrift und Replik, welche – wie die Einspra- 
che – von der ursprünglichen Schilderung abweichen bzw. diese ergänzen und zusätzlich einen 
Aufprall mit dem Bauch auf den Pflanzring erwähnen, sind mit grösserer Zurückhaltung zu wür-
digen. Sie könnten bewusst oder unbewusst von nachträglichen versicherungsrechtlichen Über-
legungen beeinflusst bzw. geprägt sein, zumal sie auch erst nach der ablehnenden Verfügung 
vom 6. Februar 2014 erfolgten. Demnach ist dem beschriebenen Bewegungsablauf, wonach 
der Beschwerdeführer auf dem nassen Gras ausgerutscht, gestürzt und mit dem Bauch auf den 
Betonring aufgeschlagen sei, in beweisrechtlicher Hinsicht nicht zu folgen. Vielmehr kommt die 
Beweismaxime der „Aussage der ersten Stunde“ zum Tragen, welche eine im Rahmen der 
freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe darstellt (vgl. E. 3.3 hiervor). 
So fand gemäss Schilderung des Beschwerdeführers vom 29. Oktober 2013, welche er am 
1. Dezember 2013 bestätigt hat, zwar ein Sturz statt; ein Aufprall des Bauches auf dem Pflanz-
ring wurde jedoch nicht erwähnt, weshalb gemäss der erwähnten Beweismaxime davon auch 
nicht ausgegangen werden kann. 
 
4.2 Im vorliegenden Verfahren liegen im Wesentlichen folgende Arztberichte vor: 
 
4.2.1 Kreisarzt Dr. med. C.____, FMH Chirurgie, welcher entsprechend der Schilderung in 
der Unfallmeldung vom 6. November 2013 noch von einem Unfallereignis ohne Sturz ausging, 
hielt in seiner Beurteilung vom 24. April 2014 fest, dass das Unfallereignis typischerweise zu 
einer erhöhten Bauchpresse und damit auch zu temporären Beschwerden einer vorhandenen 
epigastrischen Hernie führen könne, für die Entstehung einer epigastrischen Hernie sei dieser 
Mechanismus ungeeignet. Die Erstvorstellung beim Hausarzt sei erst 10 Tage nach dem ange-
gebenen Ereignis erfolgt. Dr. med. B.____, FMH Chirurgie, habe perakute Schmerzen bei of-
fenbar schwerer Gartenarbeit im Epigastrium mit Protrusion dokumentiert. Auch diese Schilde-
rung der vermuteten Ursache, nämlich schwere Gartenarbeit sei nicht geeignet, eine epigastri-
sche Hernie hervorzurufen.  
 
4.2.2 Mit Schreiben vom 2. Juni 2014 führte Dr. B.____ aus, dass er den Beschwerdeführer 
am 5. November 2013 in seiner Sprechstunde gesehen und untersucht habe. Dabei habe er 
eine klinisch eindeutige Herniation im Epigastrium festgestellt, welche nach dem Erleben des 
Beschwerdeführers unmittelbar im Anschluss an schwere Gartenarbeit entstanden sei. An die-
ser Aussage habe er nie gezweifelt und er habe dementsprechend auch ein Arztzeugnis zu 
Handen der SUVA ausgefüllt, wobei er sich darin dahingehend geäussert habe, dass die erho-
benen Befunde mit dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ereignis vereinbar respek-
tive plausibel seien. Er könne abermals bestätigen, dass die vom Beschwerdeführer seinerzeit 
geäusserten Ursachen für die Herniation für ihn plausibel erscheinen würden.  
 
4.2.3 Mit Bericht vom 11. Juni 2014 hielt Dr. D.____, FMH Allgemein- und Unfallchirurgie, 
fest, im Rahmen der erstmaligen Untersuchung am 10. Juni 2014 habe sich eine rechts para-
median gelegene, schwer zu reponierende Oberbauchhernie mit druckschmerzhaftem Invaginat 

 

 
 
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gezeigt. Auffälligkeiten bezüglich Defäkation beschreibe der Patient keine. Die ergänzend 
durchgeführte Ultraschalluntersuchung habe einen für eine Oberbauchhernie untypischen Be-
fund gezeigt. Die Hernie liege nicht in der Medianen im Bereich der Cinea alba, sondern direkt 
etwas rechts paramedian unter partieller Überlappung des M. rectus abdominis. Die übrige 
Bauchwand zeige sich ausgesprochen kräftig und die Wandschichtung zeige einen normalkal-
liebrigen anatomischen Aufbau. Die Hernie messe aktuell 3,5 cm im Durchmesser und im 
Pressversuch invaginiert insbesondere Omentum, welches nur schwer zu reponieren sei. Er-
gänzend würden sich bei entsprechender hochfrequenter Feinauflösung im Ultraschall Residu-
en eines Muskelfaserrisses im Bereich des M. rectus abdominis in eben dieser Stelle finden. In 
seiner fachärztlich-medizinischen Wertung führte Dr. D.____ aus, die bestehende Situation sei 
nicht typisch für eine Oberbauchherniation im Rahmen einer progredienten Bindegewebs-
schwäche oder einer erworbenen Herniation im Rahmen von immer wiederkehrenden Über-
dehnungssituationen. Ebenso wenig habe der Patient im Vorfeld viel Gewicht verloren oder zu-
genommen, so dass auch hier eine Störung oder Irritation im Rahmen des Kollagenstoffwech-
sels auszuschliessen sei. Weitere Grunderkrankungen seien nicht bekannt. Im Rahmen des 
zeitlichen Zusammenhangs und der paramedianen Lage der Hernie sowie der nachweisbaren 
Residuen des mutmasslich primär bestandenen Muskelfaserrisses mit begleitendem Hämatom 
lasse durchaus den Schluss zu, dass hier ein Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis 
beziehungsweise dem sinnfälligen Ereignis vom 26. Oktober 2013 gegeben sei. Von Seiten der 
Genese der doch eher ungewöhnlichen Hernie sei ein primärer Muskelfaserriss mit begleiten-
dem Hämatom und die sekundäre Schwächung der Bauchwand in diesem Bereich mit zweitzei-
tigem Auftreten der Herniation im Nachgang möglich. Eine typische Oberbauchhernie liege bei 
diesem Patienten nicht vor. Die Operationsindikation sei auf Grund der zunehmenden Invagina-
tion und Schmerzen des Patienten gegeben.  
 
4.2.4 Im Operationsbericht vom 19. Juni 2014 von Dr. D.____ wird in Bezug auf die Indikati-
on festgehalten, dass beim Patienten persistierende und progrediente Schmerzen im Bereich 
des Oberbauches rechtsbetont im Vordergrund stehen würden. Bestätigt sei eine Hernie in die-
sem Bereich, welche direkt nach dem Heben einer schweren Last aufgetreten sei und sich aty-
pischerweise eher paramedian rechts befinde und kausal möglicherweise mit einem primär be-
stehenden Muskelfaserriss im Bereich des M. rectus abdominis dexter und eines konsekutiven 
Blutergusses entstanden sein könne.  
 
4.2.5 Der Vertrauensarzt der SUVA, Dr. med. E.____, FMH Chirurgie, nahm mit Schreiben 
vom 12. September 2014 zu den Berichten von Dr. D.____ vom 11. und 18. Juni 2014 sowie 
zur Frage des Kausalzusammenhangs zwischen der Bauchwandhernie und dem Ereignis vom 
26. Oktober 2013 Stellung. Dr. E.____ führte aus, die Überlegungen zur natürlichen Kausalität, 
wie sie Dr. D.____ anstelle, würden nicht überzeugen. Den Schilderungen des Versicherten sei 
zu entnehmen, dass eine direkte Traumatisierung der Bauchwand nicht erfolgt sei. Der Stein, 
den der Versicherte getragen habe, sei ihm nicht auf den Bauch gefallen und ein Sturz bäuch-
lings auf irgendeinen Gegenstand sei auch nicht dokumentiert. Es handle sich somit um eine 
indirekte Krafteinwirkung durch eine reflektorische Muskelanspannung in der Bauchdecke im 
Rahmen eines Sturzes. Durch eine solche Muskelkontraktion würden die Faszien in der Bauch-
decke allerdings nicht unter eine Zug- oder Scherspannung gesetzt, sondern eher entlastet. 

 

 
 
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Dass also der Riss der Bauchwandfaszie bei diesem Sturzereignis tatsächlich aufgetreten sei, 
könne von der Biomechanik her ausgeschlossen werden. Ein Szenario der direkten Verursa-
chung werde notabene von Dr. D.____ nicht erwogen und er formuliere entsprechend vorsich-
tig, dass nach primärem Muskelfaserriss die sekundäre Schwächung der Bauchwand mit zweit-
zeitigem Auftreten der Herniation im Nachgang möglich wäre. Dr. D.____ vermute einen Mus-
kelfaserriss der Bauchdeckenmuskulatur. Ein solcher Muskelfaserriss sei sowohl vom geschil-
derten indirekten Mechanismus und unter Berücksichtigung der vom Versicherten geschilderten 
sofortigen Schmerzhaftigkeit und der wenig später beobachteten „Beule“ als wahrscheinlich zu 
betrachten. Muskelfaserrisse der Bauchwandmuskulatur würden im Verlauf von  
6-8 Wochen unter Zurücklassung einer stabilen Narbe ansonsten aber folgenlos ausheilen. Die 
Theorie von Dr. D.____, dass das Hämatom, welches obligater Bestandteil eines Muskelfaser-
risses sei, zu einer Schwächung der darunterliegenden Faszie geführt habe, sei in höchstem 
Masse vage. Die Lücke in der Bauchwand könne mitnichten als eine Spätfolge eines Blutergus-
ses im darüber liegenden Muskel interpretiert werden. Zum Schluss hielt Dr. E.____ fest, dass 
ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 26. Oktober 2013 und der 
am 18. Juni 2014 operierten atypischen paramedianen Bauchwandhernie im rechten Ober-
bauch nicht überwiegend wahrscheinlich sei.  
 
5.1  Aus dem Sachverhalt, von welchem aufgrund der Beweiswürdigung auszugehen ist 
(vgl. Ziff. 4.1 hievor), ergibt sich, dass keine direkte Traumatisierung des Bauches stattgefunden 
hat. Demzufolge hat eine indirekte Krafteinwirkung durch eine reflektorische Muskelanspannung 
in der Bauchdecke im Rahmen des Sturzes stattgefunden. Dass durch eine solche Muskelkon-
traktion die Faszien in der Bauchdecke nicht unter eine Zug- oder Scherspannung gesetzt wer-
den, sondern eher entlastet werden, leuchtet ebenfalls ein. Damit ist auch die Schlussfolgerung 
von Dr. E.____, dass der Riss der Bauchwandfaszie bei diesem Sturzereignis aus biomechani-
schen Gründen nicht aufgetreten sei, verständlich und nachvollziehbar. Ebenso ist mit Dr. 
E.____ die Theorie, dass ein durch einen Muskelfaserriss entstandenes Hämatom zu einer 
Schwächung der darunterliegenden Faszie geführt habe, als vage zu bewerten. Selbst Dr. 
D.____ äusserte sich sehr vorsichtig, indem er ausgeführt hat, die nachweisbaren Residuen 
des mutmasslich primär bestandenen Muskelfaserrisses mit begleitendem Hämatom liessen 
„durchaus den Schluss zu, dass hier ein Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis“ gege-
ben sei. Von Seiten der Genese der doch eher ungewöhnlichen Hernie sei ein primärer Muskel-
faserriss mit begleitendem Hämatom und die sekundäre Schwächung der Bauchwand in die-
sem Bereich mit zweitzeitigem Auftreten der Herniation im Nachgang möglich. Auch Dr. B.____ 
hielt in seinem Bericht vom 2. Juni 2014 sehr zurückhaltend fest, er habe nie an der Aussage 
des Beschwerdeführers gezweifelt und er habe dementsprechend auch ein Arztzeugnis zu 
Handen der SUVA ausgefüllt. Dabei habe er sich dahingehend geäussert, dass die erhobenen 
Befunde mit dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ereignis vereinbar respektive 
plausibel seien. Er könne abermals bestätigen, dass die vom Beschwerdeführer seinerzeit ge-
äusserten Ursachen für die Herniation für ihn plausibel erscheinen würden.  
 
5.2 Gestützt auf die Äusserungen der behandelnden Ärzte ist ein Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfallereignis und der Hernie nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er-
stellt. Die von Dr. E.____ dargelegte Begründung für die Verneinung des natürlichen Kausalzu-

 

 
 
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sammenhangs zwischen dem Unfallereignis und der Bauchwandhernie, ist einleuchtend und 
nachvollziehbar, weshalb auf diese Argumentation abzustellen ist. Demzufolge ist der Kausal-
zusammenhang zwischen Unfallereignis und Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich. 
Daran ändert auch nichts, dass es sich bei Dr. E.____ um den Vertrauensarzt der Beschwerde-
gegnerin handelt. Die Berichte versicherungsinterner Ärzte sind soweit zu berücksichtigen, als 
auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (vgl. Ziff. 3.2 
hievor). Zweifel an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen von Dr. E.____ liegen nicht vor.  
 
5.3 Die von Dr. E.____ vertretene Auffassung, dass der natürliche Kausalzusammenhang 
vorliegend zu verneinen sei, wird auch durch die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den 
Bauch- und Unterleibsbrüchen gestützt. In einem Urteil vom 10. Januar 2008 führte das Bun-
desgericht aus, Bauch- und Unterleibsbrüche seien nach medizinischer Erfahrungstatsache in 
der Regel krankheitsbedingte Leiden und nur in seltenen Ausnahmefällen Unfallfolge. Eine 
Hernie könne als unfallbedingt betrachtet werden, wenn das Unfallereignis mit einer direkten, 
heftigen sowie bestimmten Einwirkung verbunden sei und die schwerwiegenden Symptome der 
Hernie unverzüglich und mit sofortiger, mindestens mehrstündiger Arbeitsunfähigkeit auftreten 
würden (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2008, 8C_601/2007, E. 2.1). Diese Voraus-
setzungen sind vorliegend nicht erfüllt. So hat weder eine direkte Einwirkung auf den Bauch 
stattgefunden (vgl. E. 4.1 hievor), noch sind die erforderlichen und schwerwiegenden Sympto-
me unverzüglich aufgetreten. Der Beschwerdeführer hat angegeben, er habe dem stechenden 
Schmerz in der Bauchgegend keine grössere Beachtung geschenkt. Schmerzen im Bauchraum 
verspüre er nur bei Belastung und eine Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor. Es kann somit keine 
Rede davon sein, dass die schwerwiegenden Symptome unverzüglich aufgetreten sind.  
 
6. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre 
Leistungspflicht abgelehnt hat. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 2. Mai 
2014 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden 
muss.  
 
7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen (Art. 61 lit. g ATSG). 
 
 

  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht