# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61bc697c-0f62-5bc0-9ee7-a1a529e27a93
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 01.04.2014 S 2013 124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2013-124_2014-04-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 13 124

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, 

Verwaltungsrichterin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, 

Aktuarin ad hoc Brülisauer

URTEIL
vom 1. April 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. Mit Meldung vom 28. März 2011 ersuchte A._____ (Jg. 1962) die IV-

Stelle des Kantons Graubünden um Früherfassung. Betreffend ihre ge-

sundheitliche Beeinträchtigung gab sie an, dass sie seit dem 21. Januar 

2011 infolge Depression/Burnout zu 100 % arbeitsunfähig sei. Die An-

meldung für die berufliche Integration/Rente erfolgte am 19. April 2011. 

2. Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2012 eröffnete die IV-Stelle A._____, dass 

ihr für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Juli 2012 bei einem Invali-

ditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente zustehe. Ab dem 1. August 2012 

sei kein Rentenanspruch mehr ausgewiesen. 

3. Dagegen erhob A._____ am 10. Juli 2012 Einwand. Ihre Hausärztin Dr. 

med. B._____ führte dazu gleichentags ergänzend aus, der vorzeitig und 

ohne Erreichen des Zieles abgebrochene Arbeitswiedereingliederungs-

versuch habe gezeigt, dass eine Belastungssteigerung über 60 % nicht 

möglich sei. Es müsse von einer chronischen Belastungsbeschränkung 

ausgegangen werden. Die Rechtsvertretung von A._____ bekräftigte mit 

Schreiben vom 12. November 2012, dass sie bezüglich Arbeitsfähigkeit 

ab dem 18. Juni 2012 nach wie vor nicht einverstanden sei. Sie sei ab 

diesem Datum zu 40 % arbeitsunfähig. 

4. Die IV-Stelle hielt mit Vorbescheid vom 6. Februar 2013, welcher den 

Vorbescheid vom 28. Juni 2012 ersetzte, an ihrer Beurteilung fest. Nach 

Erlass ihres Vorbescheides vom 28. Juni 2012 und nach Eingang des 

Einwandes von A._____ habe sie neue Abklärungen in Form einer medi-

zinischen Begutachtung durch med. pract. C._____ getroffen. Dieses 

spezialärztliche Gutachten vom 24. Januar 2013 bestätige die angerech-

nete Arbeitsfähigkeit. 

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5. Gegen den Vorbescheid vom 6. Februar 2013 erhob A._____ am 20. Fe-

bruar 2013 Einwand. In ihrer nachgereichten Begründung vom 25. März 

2013 verwies sie auf verschiedene Arztberichte unter anderem von Dr. 

med. B._____ und von Dr. med. D._____, wonach sie nur zu 60 % ar-

beitsfähig sei. Die IV-Stelle habe voreilig eine 80%ige Arbeitsfähigkeit an-

genommen. Demgegenüber sei die mindestens 40%ige Arbeitsunfähig-

keit vom 1. Januar bis 22. April 2012 und vom 13. Juli bis 31. Dezember 

2011, die mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. März bis 12. Juli 

2011 sowie die 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 7. bis 16. Januar 2011 

und vom 21. Januar bis 28. Februar 2011 unbestritten. Das Gutachten 

von med. pract. C._____ enthalte Widersprüche und unbegründete 

Schlussfolgerungen, weshalb die IV-Stelle sich nicht darauf abstützen 

dürfe. Es müsse eine neue Begutachtung in Auftrag gegeben werden.

6. Mit Verfügung vom 4. September 2013 bestätigte die IV-Stelle den Vor-

bescheid vom 6. Februar 2013, wonach A._____ ab dem 1. Januar bis 

31. Juli 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente zu-

stehe und ab dem 1. August 2012 kein Rentenanspruch ausgewiesen sei. 

A._____ sei ab dem 21. Januar 2011 (Beginn der einjährigen Wartezeit) 

in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Zum Zeitpunkt des War-

tezeitablaufs habe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als Assistentin und auch in jeglicher anderen, adaptierten Tätig-

keiten bestanden. Ihr Gesundheitszustand habe sich kontinuierlich ge-

bessert und ab dem 23. April 2012 habe nur mehr eine 20%ige Ein-

schränkung bestanden. Ab dem 1. Juni 2012 sei schliesslich von keinem 

Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr 

auszugehen. Die von A._____ ausgeübte Kritik am Gutachten von med. 

pract. C._____ sei unbegründet. Das psychiatrische Gutachten sei 

schlüssig und nachvollziehbar, wogegen die von A._____ angegebenen 

ärztlichen Berichte auch die IV-rechtlich nicht zu berücksichtigenden psy-

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chologischen Belastungsfaktoren heranziehen würden. Diese Berichte 

seien daher nicht überzeugend und könnten auch keine Zweifel am psy-

chischen Gutachten hervorrufen.

7. Am 4. Oktober 2013 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) 

dagegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und die Überprüfung ihres Rentenanspruchs, insbesondere ab dem 

1. August 2012. Ebenso stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass das Fehlen 

des Rentenanspruchs ab August 2012 nicht nachvollziehbar sei und im 

Widerspruch zu den Arztzeugnissen von Dr. med. B._____ und von Dr. 

med. D._____ stehe. Sie habe auf Veranlassung der IV-Stelle und des 

Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden am 23. April 2012 

einen Arbeitsversuch gestartet, diesen dann aber aus gesundheitlichen 

Gründen am 18. Juni 2012 abbrechen müssen. Das Gutachten von med. 

pract. C._____ dürfe zur Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit aus verschie-

denen Gründen nicht herangezogen werden. Es sei ein neues Gutachten 

von einem unabhängigen, neutralen Facharzt einzuholen. Ihre Erkran-

kung habe Auswirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit. Zurzeit vermöge sie 

nur ein Teilzeitarbeitspensum zu bewältigen. Entsprechend arbeite sie zu 

40 % bei der E._____ AG und zu 20 % bei der F._____.

8. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer Ver-

nehmlassung vom 22. Oktober 2013 die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung verwies sie auf die angefochtene Verfügung vom 4. Septem-

ber 2013, an welcher sie vollumfänglich festhalte.

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie auf die angefochtene 

Verfügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Beschwerdeobjekt im vorliegenden Verfahren bildet die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 4. September 2013. Das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 58 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) und Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) vorliegend zur Beurtei-

lung der Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. Die Beschwerdefüh-

rerin ist als Verfügungsadressantin zur Erhebung der Beschwerde legiti-

miert, da sie durch die Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Im Weiteren wurde die 

Beschwerde form- und fristgerecht erhoben, womit auf die Beschwerde 

einzutreten ist. Vorliegend ist vordergründig die Frage streitig und zu prü-

fen, ob die Beschwerdeführerin über den 31. Juli 2012 hinaus Anspruch 

auf eine Invalidenrente hat. Mithin gilt es zu klären, ob betreffend die Be-

urteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das Gutachten 

vom 24. Januar 2013 abgestellt werden darf.

2. Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 ATSG i.V.m. Art. 4 des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) die durch einen körperli-

chen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Gemäss 

Art. 28 Abs. 2 IVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine ganze Rente, 

wenn er zu mindestens 70 % invalid ist, auf eine Dreiviertelsrente wenn er 

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zu mindestens 60 % invalid ist, auf eine halbe Rente, wenn er zu mindes-

tens 50 % invalid ist und auf eine Viertelsrente, wenn er zu mindestens 

40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss 

Art. 28a Abs. 1 IVG und Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das der 

Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medi-

zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 

eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzie-

len könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

kommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). 

3. a) Für die Festlegung des Invalideneinkommens ist die Frage der Arbeits-

fähigkeit zentral. Diese Frage kann nur gestützt auf medizinische Exper-

ten beantwortet werden, welche zu beurteilen haben, inwiefern ein Versi-

cherter in seinen wesentlichen körperlichen und geistigen Funktionen 

durch sein Leiden eingeschränkt ist, und welche Arbeitsleistungen ihm in 

welchem Umfang noch zugemutet werden können, beziehungsweise wie 

gross die Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit ist (BGE 

132 V 93 E.4). 

b) Während dem die Beschwerdegegnerin insbesondere unter Berücksichti-

gung des psychiatrischen Gutachtens vom 24. Januar 2013, erstellt von 

med. pract. C._____, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH 

und zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, der Meinung ist, dass bei 

der Beschwerdeführerin seit dem 1. Juni 2013 von keinem Gesundheits-

schaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, 

macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, dass sie nach wie vor 

zu 40 % arbeitsunfähig sei. Das erwähnte Gutachten könne nicht berück-

sichtigt werden, zumal es Widersprüche enthalte und unbegründete 

Schlussfolgerungen aufweise. So habe die Fachärztin aufgrund eines 

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einzigen Termins und ohne Berücksichtigung der ärztlichen Berichte von 

Dr. med. B._____ und von Dr. med. D._____ das Gutachten erstellt. Bei 

einem Arbeitspensum von 60 % habe sie ihren Leidensgrad erreicht. Im 

Weiteren seien die Ausführungen zu ihrem Sozialleben willkürlich. Sie 

habe die Therapie schliesslich nicht abgebrochen. Diese sei beendet ge-

wesen und die Therapeutin habe keinen weiteren Bedarf gesehen.

c) Nachfolgend gilt es dementsprechend zu prüfen, ob das Gutachten von 

med. pract. C._____ zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-

führerin herangezogen werden darf. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. statt vieler BGE 

122 V 157 E.1c, mit Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt. Dennoch hat es die 

Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als ver-

einbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Werden 

im Verwaltungsverfahren Expertisen durch externe Spezialärzte aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten erstattet und gelangen diese Ärzte bei der Erörterung der Be-

funde zu schlüssigen Ergebnissen, so darf der Richter nach der Recht-

sprechung in seiner Beweiswürdigung solchen Gutachten volle Beweis-

kraft zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässig-

keit der Expertise sprechen (BGE 134 V 231 E.5.1; 125 V 351 E.3; 122 V 

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157 E.1c, je mit Hinweisen). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf 

und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 

Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-

lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. 

BGE 125 V 351 E.3b/cc; 124 I 170 E.4, mit Hinweisen; SVR 2001 IV Nr. 8 

E.3b/cc). Parteigutachten haben nicht den gleichen Rang wie eine von 

der IV-Stelle im Rahmen des Abklärungsverfahrens eingeholte Expertise 

(vgl. BGE 125 V 351 E.3c).

d) Das Gutachten von med. pract. C._____ (Bg. act. 77/1 ff.) wird den aus-

geführten, von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen in jeder 

Hinsicht gerecht. Die Fachärztin hat sich im Gutachten mit der Vorge-

schichte, den Vorakten und den subjektiven Angabe der Beschwerdefüh-

rerin ausführlich auseinandergesetzt. Auch bildet Grundlage für die Erar-

beitung des Gutachtens die eingehende psychiatrische Untersuchung 

vom 10. Januar 2013 durch med. pract. C._____ selbst. Entgegen der 

Auffassung der Beschwerdeführerin kann vorliegend nicht gesagt werden, 

dass eine einzige Untersuchung durch die Gutachterin nicht genügend ist, 

zumal – wie nachfolgend näher aufzuzeigen ist – das Gutachten vollstän-

dig und schlüssig ist. Überdies hat die Gutachterin med. pract. C._____ 

die Beschwerdeführerin aktenkundig während drei Stunden begutachtet 

(Bg. act. 77/15). Das Gutachten zeigt in überzeugender Art und Weise 

auf, dass aus psychiatrischer Sicht bei der Beschwerdeführerin aktuell – 

wahrscheinlich seit Juni 2012 bzw. spätestens seit der gutachterlichen 

Untersuchung im Januar 2013 – keine quantitativen Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit bestehen. Es bestünden bei ihr allenfalls leichte qualitati-

ve Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in Form einer leichtgradig ver-

minderten emotionalen Belastbarkeit mit einer etwas eingeschränkten 

Konflikt- und Abgrenzungsfähigkeit aufgrund der persönlichkeitsstrukturel-

len Besonderheiten. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 

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Beurteilung von Dr. med. D._____ (Bg. act. 56/2 ff.; 59/5 ff.), Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vermag das Gutachten hingegen nicht zu 

erschüttern. Seine Einschätzung basiert auf der Untersuchung vom 

27. Juni 2012 und des selbst erarbeiteten Fragebogens zur Klassifikation 

depressiver Episoden, worin er zum Schluss gelangt, dass die Beschwer-

deführerin an schweren depressiven Episoden ohne psychotische Sym-

ptome leide. Aufgrund dieser psychiatrischen Gründe bestehe seiner 

Meinung nach eine deutliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zur 

Festlegung des Ausmasses der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit äusser-

te sich Dr. med. D._____ indes nicht konkret, sondern empfahl eine Be-

gutachtung. Die Gutachterin setzte sich – entgegen der Rüge der Be-

schwerdeführerin – mit der Beurteilung von Dr. med. D._____ auseinan-

der (Bg. act. 77/19 und 25) und führt aus, dass die von ihm gestellte Dia-

gnose einer schweren depressiven Episode anhand seines Fragebogens 

nicht nachzuvollziehen sei. Es werde dabei nicht – wie in der ICD-10-

Klassifikation gefordert – die Art und Schwere der einzelnen Symptome 

berücksichtigt. Danach beruhe die Differenzierung zwischen einer leich-

ten, mittelgradigen und schweren depressiven Episode auf einer komple-

xen klinischen Beurteilung, die neben der Anzahl auch die Art und Schwe-

re der vorliegenden Symptome berücksichtige. Schliesslich hätten 

gemäss med. pract. C._____ im Januar 2013 bei der Beschwerdeführerin 

keine wesentlichen depressiven Symptome festgestellt werden können. 

Dem entspricht auch das nach eigenen Angaben effektiv geleistete Ar-

beitspensum von insgesamt 60 %. Bei einer schweren Depression wäre 

dies nicht möglich. Im Weiteren ist festzuhalten, dass die Beschwerdefüh-

rerin gemäss Gutachten seit der Jugend bzw. seit dem frühen Erwachse-

nenleben an einer Persönlichkeitsstörung leide und es ihr über viele Jahre 

bzw. Jahrzehnte trotzdem möglich war, einer Erwerbstätigkeit in Vollzeit 

nachzugehen (vgl. Bg. act. 77/20). Auch die Beurteilung der Hausärztin 

der Beschwerdeführerin Dr. med. B._____ (Bg. act. 87/8 f.), FMH Allge-

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meine Innere Medizin, wonach die Beschwerdeführerin einen Arbeitswie-

dereingliederungsversuch abbrechen habe müssen, da sie ein Pensum 

von mehr als 60 % nicht toleriere und infolge ihrer deutlichen sozialen 

Rückzugstendenz unter anderem das Arbeiten in der angestammten 

Tätigkeit (G._____ AG) nicht zumutbar sei, begründet keine Zweifel am 

Gutachten. Denn wie die Fachärztin med. pract. C._____ im Gutachten 

(Bg. act. 77/21) überzeugend ausführt, sei das Scheitern des im Februar 

2012 begonnenen Arbeitsversuchs der Beschwerdeführerin im Frühsom-

mer 2012 aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht nur zum Teil auf die bei 

ihr – retrospektiv – vorliegenden depressiven Symptome zurückzuführen. 

Teils gründe das Scheitern auf psychosozialen Belastungsfaktoren. Ent-

gegen der sinngemässen Rüge der Beschwerdeführerin greift das Gut-

achten (Bg. act. 77/25) die genannten psychosozialen Faktoren ebenso 

auf. Weiter weist med. pract. C._____ darauf hin, dass der psychiatrische 

Gutachter nach IV-rechtlichen Kriterien gehalten sei, nach objektiven Be-

funden und Kriterien zu beurteilen. Psychosoziale Belastungsfaktoren 

seien IV-fremde Kriterien und dürften daher nicht für die Beurteilung der 

Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt werden. Wie die Gutachterin im Weite-

ren zu Recht ausführt (Bg. act. 77/24 f.), vermögen die früheren psychia-

trischen Berichte von Dr. med. H._____ (Bg. act. 15/5 ff.; 22/3 ff.), 

Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, nicht vollumfänglich 

zu überzeugen. Schliesslich sind auch die Vorbringen der Beschwerde-

führerin betreffend willkürlicher Ausführung zum Sozialleben der Be-

schwerdeführerin und bezüglich Therapiebeendigung unbehelflich. Nach 

dem Gesagten ist das Gutachten – entgegen der Ansicht der Beschwer-

deführerin – umfassend, schlüssig und nachvollziehbar. Die Beschwerde-

gegnerin hat zu Recht auf die im Gutachten von med. pract. C._____ ge-

stellten Diagnosen und der damit einhergehenden Einschätzung der Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (Bg. act. 77/22) abgestellt. Die Be-

schwerdeführerin ist aus gutachterlicher Sicht wahrscheinlich seit Juni 

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2012, spätestens jedoch seit der Untersuchung vom 10. Januar 2013 

durch med. pract. C._____ in der bisherigen (angestammten) wie auch in 

anderen (adaptieren) Tätigkeiten zu 0 % arbeitsunfähig. Dass die Be-

schwerdegegnerin ab dem 1. August 2012 den Rentenanspruch der Be-

schwerdeführerin verneint, ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstan-

den.

4. Damit geht einher, dass dem Antrag der Beschwerdeführerin um Begut-

achtung durch einen unabhängigen Spezialisten nicht stattzugeben ist. 

Beweise sind im Rahmen des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf 

rechtliches Gehör nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Ent-

scheidung der Streitsache erheblich sind. Auf weitere Beweisvorkehren 

kann auch dann verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei 

beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes be-

wiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebote-

ne Beweis keine Abklärungen herbeizuführen vermag, oder wenn die 

Behörde den Sachverhalt gestützt auf ihre eigene Sachkenntnis bzw. jene 

ihrer fachkundigen Beamten zu würdigen vermag (BGE 122 V 157 E.1d; 

BGE 104 V 209 E.a, mit Hinweisen). In der damit verbundenen antizipier-

ten Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör 

nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft (BV; SR 101) erblickt werden (BGE 119 V 335 E.3c in fine, 

mit Hinweisen). Daraus folgt, dass der Versicherte von Bundesrechts we-

gen keinen formellen Anspruch auf Beizug eines versicherungsexternen 

Gutachtens hat, wenn Leistungsansprüche streitig sind (BGE 122 V 157 

E.1d). Vorliegend ist die Beurteilung der Beschwerdegegnerin durch Dr. 

med. J._____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, des Regional Ärztli-

chen Dienstes (RAD) respektive jene der Gutachterin med. pract. 

C._____ gestützt auf die vorhandenen Akten und Untersuchungen 

rechtsgenüglich, denn sie ist nachvollziehbar und schlüssig (vgl. Erwä-

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gung 3d). Von einer weiteren Untersuchung sind keine neuen Befunde zu 

erwarten, weshalb kein Anlass zu einer weiteren Begutachtung besteht. 

5. Die Beschwerdeführerin beantragte in ihrer Beschwerde, es sei ihr Ren-

tenanspruch an sich zu überprüfen. Was die verfügte Viertelsrente für den 

Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Juli 2012 anbelangt, sind keine offensicht-

lichen Ungereimtheiten ersichtlich. Die Beschwerdeführerin führt denn in 

ihrer Begründung auch nicht aus, inwiefern der ermittelte Invaliditätsgrad 

von 40 % (Einkommensvergleich: Fr. 68'111.90 [ohne Behinderung] – 

Fr. 40'867.15 [mit Behinderung] = Fr. 27'244.75 [Erwerbseinbusse]) feh-

lerhaft sein soll. Vielmehr stützt sie sich in ihrer Argumentation betreffend 

Rentenanspruch über den 31. Juli 2012 hinaus auf den für diesen Zeit-

raum ermittelten Invaliditätsgrad. Die angefochtene Verfügung ist diesbe-

züglich ebenso nicht zu beanstanden.

6. a) Die Beschwerdeführerin stellte für das vorliegende Beschwerdeverfahren 

ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung. Nach Art. 29 Abs. 3 BV 

hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch 

auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aus-

sichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, 

hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand (vgl. 

auch Art. 76 VRG sowie Art. 61 lit. f ATSG). Die prozessuale Bedürftigkeit 

beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Situation des Rechtsu-

chenden. Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen Verpflichtungen, 

anderseits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse (BGE 124 I 1 

E.2a; 120 Ia 179 E.3a; Urteil des Bundesgerichts 5D_123/2012 vom 

17. Oktober 2012 E.3.1, je mit Hinweisen).

b) Im konkreten Fall ist die Frage zu klären, ob die zitierten Vorgaben für die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt sind, insbesondere ob 

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die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin anhand ihrer Vermögenssituati-

on gegeben ist. Aktenkundig verfügte die Beschwerdeführerin per 31. De-

zember 2012 über flüssige Mittel in der Höhe von Fr. 23'164.--. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann einem Gesuchsteller, der über 

ein Vermögen verfügt, zugemutet werden, dieses zur Finanzierung des 

Prozesses zu verwenden, soweit es einen angemessenen Vermögens-

freibetrag, den sog. „Notgroschen“, nicht übersteigt (Urteil des Bundesge-

richts 9C_874/2008 vom 11. Februar 2009). Die flüssigen Mittel der Be-

schwerdeführerin von mehr als Fr. 23'000.-- übersteigen diesen Notgro-

schen offensichtlich. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin gel-

tend, dass sie der I._____ noch Fr. 13'348.-- infolge zu viel ausbezahlter 

Taggelder im Jahr 2012 schulde. Die behauptete Schuld ist jedoch – un-

ter Vorbehalt der Angaben der Beschwerdeführerin in der Steuererklärung 

für das Steuerjahr 2012, wobei die definitive Veranlagungsverfügung 

2012 nicht vorliegt – nicht belegt. Zudem ist fraglich, ob, wann und wie 

(Ratenzahlung) diese zu tilgen wäre. Die Frage kann letztendlich offen 

bleiben, zumal selbst unter Abzug der geltend gemachten Schuld über 

Fr. 13'348.-- der Beschwerdeführerin noch rund Fr. 10'000.-- (23'164 ./. 

13'348) flüssige Mittel als Notgroschen zur Verfügung stehen würden, 

weshalb in Anbetracht der geringen Kosten von Fr. 500.-- (vgl. Erwä-

gung 7b), ihres Alters (Jg. 1962) und ihrer Gesundheit ihr so oder anders 

die Auferlegung der Kosten von Fr. 500.-- zugemutet werden darf. Vor 

diesem Hintergrund ist die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin somit 

abzulehnen. 

7. a) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das umstrittene Gutachten vom 

24. Januar 2013 in jeder Hinsicht überzeugt und von der Beschwerde-

gegnerin zu Recht zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-

führerin und des damit einhergehenden Rentenanspruches herangezogen 

wurde. Die angefochtene Verfügung vom 4. September 2013 erweist sich 

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als rechtens, was zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der Beschwer-

de führt. Im Weiteren sind die Anträge um eine weitere Begutachtung und 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unbegründet.

b) Das Beschwerdeverfahren ist – in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – 

gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsge-

richt kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens sind die Kosten 

von Fr. 500.-- der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der 

obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]