# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6703f09b-4be5-505b-a149-9980e5dde56b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 C-4655/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4655-2009_2011-10-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III
C­4655/2009

U r t e i l   v om   5 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz),
Richterin Elena Avenati­Carpani,
Richterin Marianne Teuscher,
Gerichtsschreiber Daniel Grimm.

Parteien T._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Gabriel Püntener,
Effingerstrasse 4a, 3001 Bern,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Zustimmung zur Aufenthaltsregelung gemäss Art. 14 Abs. 2 
AsylG.

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Sachverhalt:

A. 
Der aus der Türkei stammende Beschwerdeführer (geb. […]) reiste nach 
eigenen Angaben am 23. September 2003 in die Schweiz ein, wo er am 
29. September 2003 um Asyl ersuchte. Mit Verfügung vom 18. Juli 2005 
lehnte das BFM das Asylgesuch ab und wies  ihn unter Ansetzung einer 
Ausreisefrist  aus  der  Schweiz  weg.  Gegen  diese  Verfügung  erhob  der 
Beschwerdeführer  am  18. August  2005  bei  der  damals  zuständigen 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  Beschwerde.  Am 
7. September  2005  teilte  ihm  die  ARK mit,  er  könne  den  Ausgang  des 
Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten. Mit  Urteil  vom  30. Mai  2008 wies 
das  inzwischen  für  das Verfahren  zuständige Bundesverwaltungsgericht 
die  Beschwerde  ab.  Die  Vorinstanz  setzte  dem  Betroffenen  daraufhin 
eine neue Ausreisefrist bis zum 3. Juli 2008.

B. 
Unmittelbar  vor  Ablauf  der  Ausreisefrist  ersuchte  der  Beschwerdeführer 
am 3. Juli 2008 um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 
vom  30. Mai  2008.  Weil  kein  Kostenvorschuss  geleistet  wurde,  fällte 
dieses  am  4. August  2008  einen  Nichteintretensentscheid.  Tags  darauf 
wandte  sich  der  Beschwerdeführer  mit  einem  Gesuch  um 
Wiedererwägung  des  negativen  Asylentscheids  im  Wegweisungspunkt 
und Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme  an  das  BFM. Mit  Verfügung 
vom 19. August 2008 lehnte die Vorinstanz das Wiedererwägungsgesuch 
ab  und  stellte  die  Rechtskraft  und  Vollstreckbarkeit  des  Asylentscheids 
vom  18. Juli  2005  fest.  Einer  allfälligen  Beschwerde  entzog  sie  die 
aufschiebende  Wirkung.  Das  beschwerdeweise  angerufene 
Bundesverwaltungsgericht  lehnte  es  mit  Zwischenverfügung  vom 
1. September  2008  ab,  vorsorgliche  Anordnungen  zu  treffen,  und  wies 
den  Beschwerdeführer  an,  den  Ausgang  des  Verfahrens  im  Ausland 
abzuwarten. Am 8. Oktober 2008  trat das Bundesverwaltungsgericht auf 
die Beschwerde mangels Entrichtung des verlangten Kostenvorschusses 
nicht ein.

C. 
Am  27. Oktober  2008  unterbreitete  die  Migrationsbehörde  des  Kantons 
Solothurn der Vorinstanz ein Gesuch um Zustimmung zur Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art. 14  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31).

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Das  BFM  teilte  dem  Beschwerdeführer  am  5. Mai  2009  mit,  dass 
erwogen  werde,  die  Zustimmung  zu  einer  entsprechenden 
Aufenthaltsregelung  zu  verweigern,  und  räumte  ihm  Gelegenheit  zur 
Stellungnahme  ein.  Der  Beschwerdeführer  liess  sich  am  28. Mai  2009 
durch seinen Parteivertreter vernehmen.

D. 
Mit  Verfügung  vom  10. Juni  2009  verweigerte  die  Vorinstanz  die 
Zustimmung zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 
2  AsylG.  Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  der 
Beschwerdeführer habe sich während der 5 ½­jährigen Aufenthaltsdauer 
in der Schweiz offenbar in die hiesigen Verhältnisse eingelebt. Dass sein 
Verhalten  in  strafrechtlicher  Hinsicht  zu  keinen  Klagen  Anlass  gegeben 
habe, entspreche allerdings den Erwartungen. Zugute zu halten sei  ihm, 
dass  er  seinen  Lebensunterhalt  seit  dem  25. Januar  2005  selbst  zu 
bestreiten  vermöge,  nachdem  er  von  der  öffentlichen  Hand  zuvor  mit 
Fr. 13'406.85  unterstützt  worden  sei.  Dennoch  erscheine  die  bisherige 
berufliche und soziale Integration nicht so aussergewöhnlich, dass sie zu 
einer besonderen Verwurzelung in der Schweiz hätte führen können. Der 
Beschwerdeführer  habe  seither  in  zwei  Betrieben  als  Pizzaiolo  bzw. 
Küchenhilfe  gearbeitet.  Eine  entsprechende  Ausbildung  habe  er  nicht 
absolviert und sich beruflich, soweit ersichtlich, nicht weitergebildet. Von 
einer  starken  beruflichen  Integration  könne  demnach  trotz  persönlicher 
Einsatzbereitschaft  und  guter  Referenzen  nicht  ausgegangen  werden. 
Dies gelte auch mit Blick auf die  sprachliche  Integration. So sei er  zum 
Heimreisegespräch  vom  3. Juli  2008  (recte:  30. Juni  2008)  vor  dem 
Kanton in Begleitung eines Dolmetschers erschienen. Auch von daher sei 
keine  besondere  Härte  ersichtlich.  Des  Weiteren  sei  der 
Beschwerdeführer  alleinstehend  und  er  habe  hierzulande  keine 
Familienangehörigen.  Zudem  habe  er  den  grössten  Teil  seines  Lebens 
mit den  für die persönliche Entwicklung prägenden Jahren  in der Türkei 
verbracht,  weshalb  er  dort  sowohl  über  intakte  berufliche 
Lebensperspektiven  als  auch  soziale Kontakte  verfügen dürfte.  Insofern 
sei  er  nicht  zwingend  auf  ein  Anwesenheitsrecht  in  der  Schweiz 
angewiesen.  Daran  ändere  der  ärztliche  Bericht  der  Psychiatrischen 
Dienste  des  Spitals  X._______  vom  30. Juli  2008,  worin  beim 
Beschwerdeführer  eine  mittelgradig  depressive  Episode  bei  andauernd 
belastender Lebenssituation diagnostiziert worden sei, nichts. Wohl gehe 
aus  einem  ärztlichen  Schreiben  vom  13. Mai  2009  hervor,  dass  der 
Patient  weiterhin  in  ambulanter  Behandlung  stehe,  das  Bundesamt 
erachte  seine  Rückkehr  ins  Heimatland  aber  trotz  des  gegenüber  dem 

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Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  30. Mai  2008  veränderten 
Gesundheitszustandes  nach  wie  vor  als  zumutbar.  Die  psychischen 
Probleme seien zwar ernst zu nehmen, jedoch nicht als so gravierend zu 
beurteilen, dass es ihm nicht möglich wäre, in die Türkei zurückzukehren. 
Die aktuellen psychischen Leiden könne er auch dort adäquat behandeln 
lassen.  Dies  gelte  vor  allem  für  Istanbul,  wo  der  Betroffene  lange  Zeit 
gelebt  und  auch  gearbeitet  habe.  Überdies  sei  rechtskräftig  festgestellt 
worden,  dass  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatland  keiner 
Verfolgung ausgesetzt gewesen sei, weshalb ihm auch in dieser Hinsicht 
keine  ernsthaften Nachteile  drohten. Aus  den  genannten Gründen  liege 
kein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  nach  Art. 14  Abs.  2  AsylG 
vor.

E. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  20. Juli  2009  beantragt  der 
Beschwerdeführer,  die  vorgenannte  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die 
Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen 
Sachverhalts  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen;  eventualiter  ersucht  er 
um  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  Zustimmung  zur 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung.  Hierzu  lässt  er  vorbringen,  die 
angefochtene Verfügung leide am grundsätzlichen Mangel, dass sich das 
BFM  seitenweise  zur  Integration  äussere,  ohne  –  beispielsweise  im 
Rahmen einer Anhörung – direkten Kontakt  zum Betroffenen gehabt  zu 
haben.  Damit  setze  es  sich  über  die  klare  Einschätzung  einer 
überdurchschnittlichen Integration durch das Amt für Ausländerfragen des 
Kantons  Solothurn  hinweg. Deshalb  rechtfertige  sich  eine Rückweisung 
an  die  Vorinstanz.  Andernfalls  werde  eine  Anhörung  des 
Beschwerdeführers  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  verlangt. 
Aufgrund eigener Erfahrung wisse der Rechtsvertreter nämlich, dass die 
Vorinstanz die Zustimmung  in ähnlich gelagerten Fällen erteilt habe und 
das Gleichheitsgebot vorliegend somit verletzt sei. Zum Beweis habe das 
BFM  gegenüber  dem  Bundesverwaltungsgericht  zu  dokumentieren, 
welche  vergleichbaren  Anträge  der  Kantone  statistisch  gesehen 
gutgeheissen  oder  abgelehnt  worden  seien.  Die  urteilende  Behörde 
werde  um  eine  entsprechende  Verfügung  ersucht.  Überdies  hingen  die 
Chancen  auf  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung 
davon ab, in welcher Sektion ein vorinstanzlicher Entscheid gefällt werde. 
Unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit sei dies ein unerträglicher 
Zustand.  Des Weiteren  werde  der  sogenannte  Ausnahmecharakter  von 
Art.  14  Abs.  2  AsylG  überbetont.  Hierbei  werde  ausser  Acht  gelassen, 
dass die politische Hauptmotivation besagter Regelung zum einen darin 

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bestanden habe, den Kantonen eine eigene Kompetenz zur Beantragung 
solcher  Aufenthaltsbewilligungen  zu  Gunsten  Asylsuchender  und 
vorläufig  Aufgenommener  zu  geben,  zum  andern  sei  damit  das  seit 
langem  notwendige  Signal  gesetzt  worden,  dass  es  sich  für  die 
betreffenden  Personengruppen  lohnen  solle,  sich  hier 
überdurchschnittlich  zu  integrieren.  Würde  der  Argumentationslinie  im 
angefochtenen Entscheid gefolgt, so würde dem klaren, von der Mehrheit 
der Bevölkerung getragenen politischen Auftrag entgegengewirkt und ein 
falsches  Signal  gesetzt.  Die  mit  der  Rechtsmitteleingabe  eingereichten 
Unterlagen  zeigten  im  Übrigen,  dass  die  Integration  des 
Beschwerdeführers  weiter  fortschreite  und  er  sich  nach  wie  vor  völlig 
klaglos  verhalte.  Auch  wenn  die  Bundesbehörden  bei  ihm  im 
Asylverfahren  trotz  seiner  gesundheitlichen  Situation  (psychische 
Erkrankung)  von  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
ausgegangen seien, könne hier schliesslich nicht abgeleitet werden, dass 
der  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers  kein  Element  für  das 
Vorliegen einer grossen persönlichen Härte im Fall einer Rückkehr in die 
Türkei darstellte.

Dazu  reichte  der  Rechtsvertreter  eine  Bestätigung  des  früheren 
Arbeitgebers,  die  Lohnabrechnungen  der  Monate  März  2009  bis  Juni 
2009  sowie  ein  Referenzschreiben  einer  Bekannten  seines  Mandanten 
ein.

F. 
In ihrer Vernehmlassung vom 8. Oktober 2009 spricht sich die Vorinstanz 
unter  Erläuterung  der  bisher  genannten  Gründe  für  die  Abweisung  der 
Beschwerde  aus  und  betont,  in  Zustimmungsverfahren  dürfe  der  Bund 
sein Ermessen an die Stelle jenes des Kantons setzen.

G. 
Replikweise  hält  der  Parteivertreter  am  16. November  2009  am 
eingereichten  Rechtsmittel  sowie  den  Begehren  fest,  wobei  er  das 
Kriterium  der  im  Falle  des  Beschwerdeführers  seiner  Auffassung  nach 
fehlenden  Möglichkeit  der  Wiedereingliederung  im  Herkunftsstaat 
hervorhebt.

Mit Nachträgen vom 3. September 2010 und 11. Oktober 2010 reichte der 
Rechtsvertreter zusätzliche Beweismittel ein (worunter drei Bestätigungen 
für  besuchte  Deutschkurse,  ein  Zwischenzeugnis  des  jetzigen 
Arbeitgebers und drei weitere Referenzschreiben).

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H. 
Am 16. September 2010 ordnete das Bundesverwaltungsgericht  zwecks 
Aktualisierung  und  Ergänzung  des  Sachverhalts  einen  zweiten 
Schriftenwechsel an.

Mit  ergänzender  Vernehmlassung  vom  17. November  2010  hält  die 
Vorinstanz an ihrem Standpunkt fest.

Der Parteivertreter machte hierzu am 12. Januar 2011 (unter Einreichung 
einer  Kopie  des  positiven  kantonalen  Antrages  vom  27. Oktober  2008) 
abschliessende  Bemerkungen.  Zwei  Tage  später  reichte  er  einen  vom 
11. Januar 2011 datierenden Therapieverlaufsbericht der Psychiatrischen 
Dienste Y._______ nach.

I. 
Am  16. August  2011  zog  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Akten  des 
Kantons Solothurn bei.

J. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 
Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art. 33  VGG 
genannten  Behörden.  Darunter  fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM 
betreffend  Verweigerung  der  Zustimmung  zur  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art.  14  Abs.  2  AsylG.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig  (vgl. 
Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110], siehe in Bezug auf Art. 14 Abs. 2 
AsylG auch Urteil des Bundesgerichts 2C_692/2010 vom 13. September 
2010 E. 3).

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1.2. Das Verfahren  richtet  sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, 
dem  Verwaltungsgerichtsgesetz  und  dem  Bundesgerichtsgesetz,  soweit 
das  Asylgesetz  –  sofern  anwendbar  –  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  6 
AsylG). 

1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  gemäss  Art. 48 
Abs.  1 VwVG zur Beschwerde  legitimiert. Auf  die  frist­  und  formgerecht 
eingereichte  Beschwerde  ist  somit  einzutreten  (vgl.  Art.  50  und  52 
VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art. 62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts­  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines 
Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2).

3. 
Auf  Beschwerdeebene  wird  als  Hauptantrag  um  Rückweisung  der 
Angelegenheit  an  die  Vorinstanz  –  insbesondere  zwecks  persönlicher 
Befragung  des  Beschwerdeführers  –  ersucht.  Für  den  Fall  der 
Nichtrückweisung  wird  eine  entsprechende  Anhörung  durch  das 
Bundesverwaltungsgericht beantragt.

3.1.  Im  Verwaltungs(beschwerde)verfahren  gilt  grundsätzlich  das 
Untersuchungsprinzip,  das  durch  die  Mitwirkungspflicht  der  Parteien 
ergänzt  wird  (vgl.  Art. 12  und  Art. 13  VwVG).  Der 
Untersuchungsgrundsatz  bedeutet,  dass  die  Verwaltungs­  und 
Justizbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen abklären. Sie sind für 
die  Beschaffung  der  Entscheidgrundlagen  verantwortlich.  Hierfür 
bedienen  sie  sich  nötigenfalls  der  in  Art. 12  VwVG  genannten 
Beweismittel.  Das  Verwaltungsrechtspflegeverfahren  ist  sodann  vom 
Grundsatz  der  Schriftlichkeit  geprägt  (vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 

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Bundesverwaltungsgericht, Lausanne/Zürich/Bern 2008, Rz. 3.85/3.86 S. 
143  ff.  oder  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­955/2008  vom 
15. Juli  2011  E.  8.2  mit  Hinweisen)  und  ein  Anspruch  auf  mündliche 
Anhörung  besteht  nicht  (BGE  134  I  140  E.  5.3  S.  148).  Art. 19  VwVG 
i.V.m.  Art. 37  des  Bundesgesetzes  über  den  Bundeszivilprozess  vom 
4. Dezember 1947 (BZP, SR 273) sieht das Parteiverhör gemäss Art. 62 
BZP nicht vor und verpflichtet die Behörde des Weiteren nicht, alles und 
jedes,  was  wünschbar  wäre,  abzuklären.  Bei  der  Auswahl  der 
Beweismittel  berücksichtigt  sie  vielmehr  deren  Tauglichkeit  und 
Beweiskraft  (vgl.  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren 
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 276). 
Zusätzliche  Abklärungen  sind  nur  dann  vorzunehmen,  wenn  hierzu 
aufgrund  der  Parteivorbringen  oder  anderer  sich  aus  den  Akten 
ergebender Anhaltspunkte Anlass besteht.

3.2. Von  beantragten  Beweisvorkehren  kann  abgesehen  werden,  wenn 
der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht  rechtserheblich  ist, 
wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein 
gewiss  ist,  dass  der  angebotene  Beweis  keine  wesentlich  neuen 
Erkenntnisse  zu  vermitteln  vermag  oder  wenn  die  Behörde  den 
Sachverhalt  aufgrund  eigener  Sachkunde  ausreichend  würdigen  kann 
(vgl. KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 319 und 320; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 
mit Hinweis). Gelangt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung 
zur  Überzeugung,  der  zu  beweisende  Sachverhalt  sei  nicht 
rechtserheblich  oder  der  angebotene  Beweis  nicht  geeignet,  weitere 
Abklärungen  herbeizuführen,  kann  auf  ein  beantragtes  Beweismittel 
verzichtet werden (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. Art. 33 Abs. 1 
VwVG,  BGE  136  I  229 E.  5.3  S.  236 f. mit  Hinweisen  oder Urteile  des 
Bundesgerichts  1C_193/2010  vom  4.  November  2010  E.  2.8  und 
1C_460/2008  vom  3. Februar  2009  E.  3.1  mit  Hinweisen).  Bei  nicht 
anfechtbaren Entscheiden kann der Entscheid über die Beweisanträge im 
Endurteil  erfolgen  (BERNHARD  WALDMANN/JÜRG  BICKEL,  in: 
Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, 
Art. 33 N 36).

3.3.  Eine  solche  Situation  liegt  auch  hier  vor.  Der  Beschwerdeführer 
wurde vom Ausländeramt des Kantons Solothurn am 30. Juni 2008 und 
15. September 2008 –  im Rahmen von Heimreisegesprächen – zweimal 
persönlich angehört und der Betroffene konnte seine Sichtweise damals 
darlegen.  Es  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  eine  persönliche 
Vorsprache  beim  BFM  oder  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  zu 

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massgebenden  neuen  Erkenntnissen  führen  würde,  geben  die 
herangezogenen  Akten,  zusammen  mit  den  vom  Parteivertreter  im 
Verlaufe  des  Verfahrens  eingereichten  Unterlagen,  über  die  in  einem 
Härtefallverfahren gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG mitzuberücksichtigenden 
Aspekte  (vgl.  nachfolgende   E.  5.2)  doch  hinreichend  Aufschluss. 
Miteinzubeziehen ist ferner die bisherige Praxis der Fachinstanzen (siehe 
E. 6.1 – 6.3 hiernach).

Nicht  anzuschliessen  vermag  sich  das  Bundesverwaltungsgericht 
insbesondere  der  vom  Rechtsvertreter  wiederholt  geäusserten 
Auffassung,  die  Vorinstanz  hätte  den  Beschwerdeführer  im  Falle  einer 
von  der  kantonalen  Haltung  abweichenden  Einschätzung  zwingend 
anhören  müssen.  Er  verkennt  in  dieser  Hinsicht  die  Besonderheit  des 
Zustimmungsverfahrens  nach  Art. 14  Abs.  2  AsylG.  Demnach  ist  es 
nämlich  Aufgabe  des  BFM,  die  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  der 
Zustimmung  umfassend  zu  prüfen.  Eine  umfassende,  originäre 
Sachentscheidskompetenz  des  BFM  gilt  ganz  generell  für  das 
ausländerrechtliche  Zustimmungsverfahren  gemäss  Art. 40  Abs.  1  AuG 
i.V.m.  Art. 99  AuG  (zum  alten,  aber  gleich  ausgestalteten  Recht:  BGE 
127 II 49 E. 3a S. 51 f. und BGE 120 Ib 6 E. 3a S. 9 f.). Vorliegend ist es 
somit an der Vorinstanz zu beurteilen, ob die Voraussetzungen gemäss 
Art. 14 Abs. 2 Bst. a – c AsylG erfüllt  sind. Dass die dafür notwendigen 
Sachverhaltsabklärungen  in  der  Regel  von  den  antragstellenden 
Kantonen  durchgeführt  werden,  vermag  daran  nichts  zu  ändern  (zum 
Ganzen  siehe  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­7265/2007  vom 
24. März  2010  E.  3.4).  Weder  das  BFM  noch  das 
Bundesverwaltungsgericht  sind  mithin  an  die  Einschätzung  der 
kantonalen  Behörde  gebunden.  Unter  den  konkreten  Begebenheiten 
besteht denn, wie eben dargetan, kein Anlass, den Sachverhalt im Sinne 
besagter Beweisanträge zu ergänzen, womit auch dem Hauptantrag auf 
Rückweisung der Sache an das BFM nicht stattzugeben ist. 

4. 
4.1. Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann der Kanton mit Zustimmung des 
BFM  einer  ihm  nach  dem  Asylgesetz  zugewiesenen  Person  eine 
Aufenthaltsbewilligung  erteilen,  wenn  die  betroffene  Person  sich  seit 
Einreichung  des  Asylgesuches  mindestens  fünf  Jahre  in  der  Schweiz 
aufhält (Bst. a), der Aufenthaltsort der betroffenen Person den Behörden 
immer bekannt war  (Bst. b) und wegen der  fortgeschrittenen  Integration 
ein  schwerwiegender  persönlicher Härtefall  vorliegt  (Bst.  c).  Dabei  geht 
es  nur  um  die  Frage,  ob  der  Kanton  ermächtigt  wird,  eine 

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Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen  bzw.  ein  Aufenthaltsverfahren 
durchzuführen.  Anwendbar  ist  die  im  Rahmen  der  Asylgesetzrevision 
vom  16.  Dezember  2005  per  1. Januar  2007  in  Kraft  getretene 
Härtefallregelung von Art. 14 Abs. 2 AsylG sowohl auf Personen, die ein 
Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben,  als  auch  auf  Personen,  die 
sich  noch  im  Asylverfahren  befinden.  Sie  stellt  eine  Ausnahme  vom 
Grundsatz  der  Ausschliesslichkeit  des  Asylverfahrens  dar  (PETER 
NIDERÖST,  Sans­Papiers  in  der  Schweiz,  in:  Peter  Uebersax/Beat 
Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. 
Auflage  Basel  2009,  Rz. 9.35;  zur  Rechtsnatur  dieses  Verfahrens  vgl. 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­7265/2007  vom  24. März  2010 
E. 3). 

4.2.  Bereits  vor  der  Revision  vom  16.  Dezember  2005  sah  das 
Asylgesetz in Art. 44 Abs. 3 bis 5 (AS 1999 2273) die Möglichkeit vor, 
in  Fällen  einer  schwerwiegenden  persönlichen Notlage  die  vorläufige 
Aufnahme  anzuordnen,  sofern  vier  Jahre  nach  Einreichen  des 
Asylgesuchs  noch  kein  rechtskräftiger  Entscheid  ergangen  war. 
Rechtskräftig  abgewiesene  Asylsuchende  waren  von  der  Möglichkeit 
der  vorläufigen  Aufnahme  ausgeschlossen.  Die  nunmehr  geltende 
Regelung von Art. 14 Abs. 2 AsylG enthält nicht nur eine Ausweitung 
des  Anwendungsbereiches  auf  rechtskräftig  abgewiesene  Asyl­
suchende,  sondern  bringt  der  betroffenen  Person  auch  insoweit  eine 
rechtliche  Besserstellung,  als  ihr  eine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt 
und nicht mehr nur die vorläufige Aufnahme gewährt werden kann (zur 
Entstehung  des  heutigen  Art.  14  Abs.  2  AsylG  vgl.  BVGE  2009/40      
E. 3.1).

5. 
5.1.  Der  Beschwerdeführer  hält  sich  seit  der  Einreichung  des 
Asylgesuches  mehr  als  fünf  Jahre  in  der  Schweiz  auf,  wobei  sein 
Aufenthaltsort  den  Behörden  immer  bekannt  war.  Die  in  Art.  14  Abs.  2 
Bst. a und b AsylG genannten Anforderungen sind damit erfüllt. Zu prüfen 
bleibt,  ob  nach Massgabe  von  Art.  14  Abs.  2  Bst.  c  AsylG  "wegen  der 
fortgeschrittenen  Integration  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall 
vorliegt". Diese Frage beurteilt sich auf der Grundlage der umfangreichen 
Rechtsprechung  zum Härtefallbegriff  gemäss Art.  13 Bst.  f  der  bis  zum 
31. Dezember 2007 geltenden Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die 
Begrenzung der Zahl der Ausländer  (Begrenzungsverordnung, BVO, AS 
1986 1791; vgl. heute Art. 30 Abs. 1 Bst. b des Ausländergesetzes vom 
16. Dezember 2005  [AuG, SR 142.20]). Mit Art.  14 Abs. 2 Bst.  c AsylG 

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hat  der  Gesetzgeber  nämlich  keinen  eigenen  Härtefallbegriff  schaffen, 
sondern  den  bereits  im  Kontext  des  Ausländerrechts  bestehenden  und 
von  der  Rechtsprechung  konkretisierten  Härtefallbegriff  auch  für  das 
Asylrecht  anwendbar  machen  wollen  (vgl.  dazu  eingehend  BVGE 
2009/40 E. 5 mit Hinweisen). 

5.2.  In  Anlehnung  an  die  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  hat  der 
Verordnungsgeber  in  Art.  31  Abs.  1  der  Verordnung  vom  24. Oktober 
2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR 
142.201) eine entsprechende Kriterienliste aufgestellt, die sich sowohl auf 
Art.  14  Abs.  2  AsylG  als  auch  auf  den  Anwendungsbereich  des  AuG 
(Art. 30  Abs.  1  Bst.  b,  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  und  Art.  84  Abs.  5  AuG) 
bezieht. Im Einzelnen werden folgende Kriterien genannt: Die Integration 
(Bst.  a),  die  Respektierung  der  Rechtsordnung  (Bst.  b),  die 
Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse sowie der Wille 
zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d), 
die Dauer der Anwesenheit (Bst. e), der Gesundheitszustand (Bst. f) und 
die Möglichkeit für eine Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g). 

5.3.  Im  Weiteren  statuiert  die  auf  die  soeben  genannten 
Härtefallregelungen nach AsylG und AuG anwendbare Bestimmung von 
Art.  31  Abs.  2  VZAE,  dass  die  gesuchstellende  Person  ihre  Identität 
offenlegen muss. Dieses Erfordernis steht im Zusammenhang mit Art. 13 
und  Art.  90  AuG,  wonach  die  gesuchstellende  Person  im  Bewilligungs­ 
und  Anmeldeverfahren  ein  gültiges  Ausweispapier  vorlegen  und 
diesbezüglich  zutreffende  und  vollständige  Angaben  machen  muss. 
Werden diese zwingenden Vorschriften verletzt, kann dies den Wiederruf 
einer Bewilligung zur Folge haben (Art. 62 Bst. a und Art. 63 Abs. 1 Bst. a 
AuG) und zu Zwangsmassnahmen (Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 AuG und 
Art. 77 Abs. 1 Bst. c AuG) oder gar strafrechtlichen Sanktionen (Art. 120 
Abs. 1 Bst. e AuG) führen (PETER UEBERSAX, Einreise und Aufenthalt,  in 
Ausländerrecht,  a.a.O.,  Rz.  7.272  ff.).  Einen  weiterreichenden 
Regelungsumfang  hat  die  insoweit  nur  deklaratorische 
Verordnungsbestimmung  von Art.  31 Abs.  2 VZAE  (abgesehen  von der 
wohl ungenauen Übersetzung im französischen Text) nicht. 

6. 
6.1.  Im Hinblick auf die Rechtsprechung zum Härtefallbegriff von Art. 13 
Bst.  f  BVO  und  die  diesbezüglich  in  Art.  31  Abs.  1  VZAE  aufgestellten 
Kriterien  darf  auch  im  Anwendungsbereich  des  Asylgesetzes  ein 
schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  nicht  leichthin  angenommen 

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werden.  Erforderlich  ist,  dass  sich  die  ausländische  Person  in  einer 
persönlichen  Notlage  befindet,  was  bedeutet,  dass  ihre  Lebens­  und 
Existenzbedingungen,  gemessen  am  durchschnittlichen  Schicksal  von 
ausländischen  Personen,  in  gesteigertem  Mass  in  Frage  gestellt  sind 
bzw. die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung für sie mit schweren 
Nachteilen verbunden wäre. 

6.2. Die Anerkennung als Härtefall muss allerdings nicht bereits deshalb 
erfolgen, weil sich die Anwesenheit in der Schweiz als einziges Mittel zur 
Verhinderung einer persönlichen Notlage darstellt. Es genügt auch nicht, 
wenn sich die ausländische Person während längerer Zeit in der Schweiz 
aufgehalten,  sich  in  sozialer  und  beruflicher  Hinsicht  gut  integriert  und 
sich nichts hat zuschulden kommen  lassen. Vielmehr bedarf es einer so 
engen Beziehung zur Schweiz, dass es ihr nicht zugemutet werden kann, 
im Ausland, insbesondere in ihrem Heimatland, zu leben (BGE 130 II 39 
E. 3; BVGE 2007/16 E. 5.1); die in diesem Kontext anwendbaren Kriterien 
von  Art.  31  Abs.  1  VZAE  stellen weder  einen  abschliessenden Katalog 
dar  noch müssen  sie  kumulativ  erfüllt  sein  (vgl. BVGE 2009/40 E.  6.2). 
Immerhin  werden  bei  einem  sehr  langen  Aufenthalt  weniger  hohe 
Anforderungen  an  das  Vorliegen  besonderer  Umstände  wie  etwa  eine 
überdurchschnittliche  Integration  oder  andere  Faktoren  gestellt,  welche 
die  Rückkehr  ins  Heimatland  als  ausgesprochen  schwierig  erscheinen 
lassen (BGE 124 II 110 E. 3 S. 112 f.).

6.3. Zu  beachten  gilt  es  ferner,  dass  die  ausländerrechtliche Zulassung 
wegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalles  nicht  das  Ziel 
verfolgt, eine ausländische Person gegen die Folgen eines Krieges oder 
des  Missbrauchs  staatlicher  Gewalt  zu  schützen.  Solche  Erwägungen 
betreffen  einerseits  die Frage  der Asylgewährung,  andererseits  sind  sie 
für  die  Beurteilung  der  Vollziehbarkeit  einer  verfügten Wegweisung  von 
Bedeutung  (vgl.  Art.  83  AuG).  Im  Zusammenhang  mit  dem 
schwerwiegenden persönlichen Härtefall sind ausschliesslich humanitäre 
Gesichtspunkte  ausschlaggebend,  wobei  der  Schwerpunkt  auf  der 
Verankerung  in  der Schweiz  liegt.  Im Rahmen  einer Gesamtschau  sind 
jedoch  seit  jeher  auch  der Gesundheitszustand  einer  Person  sowie  die 
Möglichkeiten  einer  Wiedereingliederung  im  Herkunftsland 
mitzuberücksichtigen  (heute  sind  diese  von  der  Rechtsprechung 
entwickelten Kriterien in Art. 31 Abs. 1 Bst. f und g VZAE positivrechtlich 
verankert).  Diese  Prüfung  kann  nicht  losgelöst  von  den  persönlichen, 
familiären  und  ökonomischen  Schwierigkeiten  erfolgen,  denen  eine 
ausländische Person in ihrem Heimatland ausgesetzt wäre (vgl. BGE 123 

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II 125 E. 3 S. 128). Daraus ergibt sich eine gewisse Überschneidung von 
Gründen, die den Wegweisungsvollzug betreffen, und solchen, die einen 
Härtefall (mit)begründen können. Das ist nicht zu vermeiden und in Kauf 
zu nehmen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­8270/2008 vom 
10. Mai 2010 E. 5.3 mit Hinweis). 

Nur  schon vor diesem Hintergrund greift  der  in der Rechtsmitteleingabe 
vom 20. Juli 2009 erhobene allgemeine Vorwurf, das BFM setze mit der 
angefochtenen  Verfügung  ein  falsches  Signal,  zu  kurz.  Wie  die 
nachfolgenden  Ausführungen  aufzeigen,  erweist  sich  besagter  Einwand 
im konkreten Fall auch als unbegründet.

7. 
7.1. Der Beschwerdeführer reiste im September 2003 als Asylbewerber in 
die Schweiz ein. Sein Asylgesuch vom 29. September 2003 wurde vom 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  30. Mai  2008  letztinstanzlich 
abgewiesen. Von den zuständigen Behörden war ihm die Anwesenheit in 
der Schweiz bis zum Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens gestattet 
worden (vgl. Zwischenverfügung der ARK vom 7. September 2005). Das 
BFM setzte dem Beschwerdeführer daraufhin eine Ausreisefrist bis zum 
3. Juli 2008. Ebenfalls an die Gesamtdauer des Aufenthalts angerechnet 
werden  kann  die  Anwesenheit  des  Beschwerdeführers  im  vorliegenden 
Verfahren (ab 27. Oktober 2008 bis heute). Anders verhält es sich mit der 
Zeitspanne  zwischen  Ablauf  der  Ausreisefrist  nach  Abschluss  des 
Asylverfahrens und Einleitung des Härtefallverfahrens durch den Kanton, 
war der Aufenthalt  des Betroffenen  in  jener Periode  (ausser  vom 4. Juli 
2008  bis  10. Juli  2008  sowie  vom  28. August  2008  bis  1. September 
2008)  doch  nicht  mehr  geregelt.  Im  Gegenteil  hat  das 
Bundesverwaltungsgericht  ihn  in  einem  vom  Parteivertreter 
angestrengten  Wiedererwägungsverfahren  mit  Zwischenverfügung  vom 
1. September 2008 damals ausdrücklich angewiesen,  den Ausgang des 
Verfahrens  im Ausland abzuwarten  (vgl. Sachverhalt Bst. B vorstehend; 
zur  Problematik  solcher  Aufenthalte  siehe  ferner  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­8270/2008  vom  10. Mai  2010  E.  5.4  mit 
Hinweisen).  Für  den  Ausgang  dieses  Verfahrens  sind  diese  knapp  vier 
Monate  allerdings  kaum  von  Belang.  Insgesamt  ist  somit  von  einer 
Aufenthaltsdauer von etwas mehr als siebeneinhalb Jahren auszugehen.

7.2. Laut einem Urteil des Bundesgerichts  ist bei einem Asylsuchenden, 
der  sich  seit  zehn  Jahren  in  der  Schweiz  aufhält,  in  der  Regel  vom 
Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles auszugehen, 

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sofern er  finanziell unabhängig, sozial und beruflich gut  integriert  ist und 
sich  bis  dahin  klaglos  verhalten  hat.  Im  Weiteren  darf  die  Dauer  des 
Aufenthalts  nicht  absichtlich  durch  das  missbräuchliche  Ergreifen  von 
Rechtsmitteln zum Zwecke der Verzögerung verlängert worden sein (vgl. 
BGE  124  II  110  E.  3  S.  112  f.).  Was  die  Aufenthaltsdauer  des 
Beschwerdeführers anbelangt,  so  ist  sie von daher nicht als derart  lang 
einzuschätzen,  dass  ohne  Vorliegen  besonderer  Umstände  auf  einen 
schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall  geschlossen  werden  könnte. 
Hingegen stellt sich die Frage, ob sich aus den sonstigen Umständen des 
Aufenthalts und Verhaltens des Beschwerdeführers eine schwerwiegende 
persönliche Notlage ableiten lässt.

7.3. Der Rechtsvertreter  führt  in dieser Hinsicht aus, die  Integration des 
unbescholtenen  Beschwerdeführers  schreite  voran.  Dieser  gehe 
regelmässig  einer  Erwerbstätigkeit  nach,  sei  wirtschaftlich  selbständig 
und besuche systematisch Deutschkurse. Zahlreiche Referenzschreiben 
von  Freunden,  Bekannten,  Arbeitgebern  und  Nachbarn  zeugten  von 
seinem  angenehmen  Wesen  und  dessen  guter  sozialer  Integration. 
Hierzu wäre vorweg anzumerken, dass aus den kantonalen Akten weder 
hervorgeht,  dass  der  Kanton  Solothurn  von  der  überdurchschnittlichen 
Integration des Betroffenen überzeugt war noch dass er die klare Ansicht 
vertrat,  es  liege  ein  schwerwiegenden  persönlicher  Härtefall  vor.  Die 
beiden  Berichte  zu  den  Heimreisegesprächen  vom  30. Juni  2008  und 
15. September 2008 sprechen für sich. Ausschlaggebend für die spätere 
Antragstellung durch den Kanton waren  laut Schreiben der  zuständigen 
Migrationsbehörde  vom  27. Oktober  2008  an  den  Rechtsvertreter 
vielmehr  das  zwischenzeitlich  erfüllte  zeitliche  Kriterium  (Art. 14  Abs.  2 
Bst. a AsylG) und die Äusserung des Beschwerdeführers, in der Schweiz 
bleiben zu wollen. Ebenfalls kein Argument zu seinen Gunsten stellt der 
Umstand  dar,  dass  er  beim  Kanton  kein  Härtefallgesuch  gestellt  hat, 
kommt  ihm  im  Bewilligungsverfahren  nach  Art. 14  Abs.  2  AsylG  doch 
ohnehin  erst  im  Zustimmungsverfahren  vor  dem  Bundesamt 
Parteistellung  zu  (Art. 14  Abs.  4  AsylG;  siehe  dazu  auch  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­7265/2007  vom  24. März  2010  E.  3.3). 
Abgesehen  davon  hat  er  die  Frage  einer  Härtefallbewilligung  bereits 
anlässlich der Heimreisegespräche thematisiert.

7.4. Der Beschwerdeführer hat sich bis auf die hier eher als unbedeutend 
zu  taxierende  Missachtung  der  Ausreisefrist  nach  Abschluss  des 
Asylverfahrens  klaglos  verhalten  und  er  geniesst  einen  unbescholtenen 
Leumund. Was die sprachliche Integration anbelangt, so tat er sich damit 

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anfänglich allerdings schwer. Wohl scheint er sich im Jahre 2004 mit drei 
Kursen  um  das  Erlernen  der  deutschen  Sprache  bemüht  zu  haben.  Zu 
den  beiden  Heimreisegesprächen  im  Sommer  2008  erschien  er  jedoch 
jeweils  in  Begleitung  eines  Dolmetschers.  In  der  Wahrnehmung  der 
Verfasserin  der  entsprechenden  Berichte  verstand  und  sprach  der 
Beschwerdeführer  damals  nicht  gut  Hochdeutsch  (Bericht  vom  30. Juni 
2008)  bzw.  verstand  und  sprach  er  wenig  Hochdeutsch  (Bericht  vom 
15. September 2008). In der Überweisung des Kantons vom 27. Oktober 
2008 an das BFM ist davon die Rede, dass er einigermassen gut Deutsch 
spreche.  Danach  unternahm  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich 
vermehrt Anstrengungen. Dank Deutschkursen im Herbst 2009 sowie das 
ganze Jahr 2010 hindurch hat er inzwischen das Referenzniveau A2 des 
Europäischen  Sprachenportfolios  erreicht.  Ungeachtet  besagter 
Entwicklung  lässt  sich  noch  nicht  sagen,  dass  seine  Bemühungen  in 
dieser  Richtung  zu  einer  über  das  übliche  Mass  hinausgehenden 
Integration geführt hätten.

7.5.  Nicht  anders  verhält  es  sich  mit  der  beruflichen  Integration.  Der 
Beschwerdeführer  ist  seit  Januar  2005  (ausser  einer  kurzen  Lücke  im 
Sommer  2008)  praktisch  ununterbrochen  einer  Erwerbstätigkeit 
nachgegangen und seither nicht mehr von Sozialhilfe abhängig. Bis und 
mit März 2009 war er als Küchenhilfe und Pizzaiolo in einem Restaurant 
in A._______ angestellt, nun arbeitet er als Pizzaiolo  für die "Z._______ 
GmbH" in B._______ und verdient monatlich zwischen Fr. 2'400.­ und Fr. 
2'900.­.  Aus  der  Arbeitsbestätigung  vom  19. Mai  2009  (erster 
Arbeitgeber)  und  dem  Zwischenzeugnis  vom  29. August  2010  (zweiter 
Arbeitgeber)  geht  hervor,  dass  er  zuverlässig,  speditiv,  selbständig, 
konstruktiv und engagiert arbeite. Zudem wird sein Verhalten gegenüber 
Vorgesetzten,  Mitarbeitenden  und  Kunden  als  stets  freundlich, 
zuvorkommend  und  korrekt  bzw.  vorbildlich  beschrieben.  Von  einer 
aussergewöhnlichen  beruflichen  Integration  –  die  über  diejenige  einer 
Vielzahl  seit mehreren  Jahren  in  der  Schweiz  lebender  Ausländerinnen 
und Ausländer hinausgeht – kann aber  trotz der guten Arbeitszeugnisse 
und  der  mit  der  Vollzeitbeschäftigung  verbundenen  finanziellen 
Unabhängigkeit  nicht  ausgegangen  werden.  So  hat  der 
Beschwerdeführer  während  der  Zeit  seiner  beruflichen  Tätigkeit  weder 
Fach­  oder  Spezialkenntnisse  erworben  noch  sich  sonst  weitergebildet. 
Er  hat mithin  keine  beachtenswerte  berufliche Entwicklung  durchlaufen, 
die  im  Vergleich  mit  derjenigen  von  anderen  in  der  Schweiz  lebenden 
ausländischen  Personen  in  seiner  Lage  als  überdurchschnittlich 
bezeichnet werden könnte. Um die  Integration  in beruflicher Hinsicht als 

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überdurchschnittlich  zu  bezeichnen,  dürfen  ungeachtet  des 
Bildungsstandes gewisse Anstrengungen  im Berufsleben  (z.B. Aus­ und 
Weiterbildung)  durchaus  erwartet  werden  (so  etwa  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­1207/2009 vom 6. Januar 2011 E. 6.6.1).

7.6.  Auch  daneben  hat  der  Beschwerdeführer  Anstrengungen 
unternommen, um  in seinem sozialen Umfeld akzeptiert  zu werden. Die 
für  ihn  zu  den  Akten  gereichten  Unterstützungs­  und 
Empfehlungsschreiben  von  Privatpersonen  zeigen  zwar  ein  gewisses 
Beziehungsnetz des Beschwerdeführers zur Schweiz auf,  lassen  jedoch 
nicht  auf  enge  persönliche  und  affektive  Beziehungen  schliessen.  Sie 
beinhalten  damit  keine  hinreichenden  Nachweise  für  eine 
aussergewöhnliche  soziale  Integration,  welche  über  die  während  des 
mehrjährigen Aufenthalts geknüpften beruflichen,  freundschaftlichen und 
nachbarschaftlichen Beziehungen hinaus gehen würde. Für die Annahme 
eines  persönlichen  Härtefalles  genügt  es  denn  nicht,  wenn  solche 
Beziehungen aufgegeben werden müssen (vgl. BVGE 2009/40 E. 6.2 mit 
Hinweis).

7.7. Zu prüfen gilt es schliesslich, wie es sich mit dem vom Parteivertreter 
hervorgehobenen  Aspekt  der  Wiedereingliederung  im  Herkunftsstaat 
(Art. 31  Abs.  1  Bst.  g  VZAE)  verhält.  Der  alleinstehende 
Beschwerdeführer,  der  hierzulande  ausser  einer  Schwester  keine 
Familienangehörigen hat,  ist  im Alter vom 26 Jahren aus  Istanbul  in die 
Schweiz gelangt. Er hat somit den grössten Teil seines Lebens, welcher 
für  die  Persönlichkeitsbildung  und  die  Sozialisierung  wichtige  Phasen 
umfasst,  in  der  Türkei  verbracht.  Zudem  verfügt  er  über  ein  familiäres 
Beziehungsnetz  (gemäss  den  Asylakten  und  dem  Bericht  über  das 
Heimreisegespräch vom 30. Juni 2008 die Mutter, eine Schwester,  zwei 
Brüder), das ihm dort in sozialer Hinsicht einen gewissen Rückhalt geben 
könnte.  Die  ersten  Berufserfahrungen  in  der  Türkei  und  die  jetzige 
Erwerbstätigkeit  dürften  ihm  bei  der  Wiedereingliederung  auch  in 
wirtschaftlicher  Hinsicht  zum  Vorteil  gereichen.  Dass  dem 
Beschwerdeführer politische Verfolgung drohen könnte, wurde bereits im 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Mai 2008 betreffend Asyl 
und  Wegweisung  verneint.  Die  Rückkehr  in  seinen  Herkunftsstaat 
erscheint insofern nicht mit besonderen Schwierigkeiten verbunden.

7.8. Die Möglichkeit  der Wiedereingliederung  des Beschwerdeführers  in 
sein  Heimatland  wird  vom  Rechtsvertreter  hauptsächlich  wegen  des 
psychischen Zustandes seines Mandanten in Frage gestellt.

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7.8.1. Aus den Akten geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer wegen 
psychischer Probleme ab dem 23. Juli 2008 während rund zwei Wochen 
in  der  Psychiatrie  des  Spitals  X._______  in  stationärer  Behandlung 
befand.  Seither  wird  er  ambulant  betreut.  In  einem  Arztbericht  vom 
30. Juli 2008 wurde eine mittelgradig depressive Episode bei andauernd 
belastender  Lebenssituation  diagnostiziert.  Als  Ursachen  aufgeführt 
wurden die drohende Ausschaffung und allgemeine Perspektivenlosigkeit 
aufgrund  der  ungeklärten  Aufenthaltssituation.  Gegenüber  damals  hat 
sich  die  gesundheitliche  Situation  gemäss  einem  Kurzbericht  der 
Psychiatrischen  Dienste  Y._______  vom  13. Mai  2009  nicht  verändert 
und  es  waren  keine  neuen  Erkenntnisse  zu  verzeichnen. 
Hinzugekommen  ist  inzwischen  ein  Therapieverlaufsbericht  der 
Psychiatrischen  Dienste  Y._______  vom  11. Januar  2011.  Demnach 
präsentiert  sich  der  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers  bei 
einer  relativen  Stabilität  gegenüber  den  früheren  Arztberichten 
unverändert.  Er  erfülle  nach  wie  vor  die  Kriterien  für  eine  anhaltende, 
aktuell  leichtgradige depressive Episode. Bei  dieser Sachlage erübrigen 
sich zusätzliche Abklärungen. Dem Antrag auf Ansetzung einer Frist zur 
Einreichung  eines  ausführlichen  psychiatrischen  Gutachtens  ist,  soweit 
durch den eingereichten Therapieverlaufsbericht nicht hinfällig geworden, 
demnach nicht stattzugeben.

7.8.2.  Psychische  Probleme  wurden  erstmals  im 
Wiedererwägungsgesuch  vom  5. August  2008  betreffend  Vollzug  der 
Wegweisung  geltend  gemacht.  Zuvor  –  selbst  in  dem  gegen  das Urteil 
des  Bundesverwaltungsgericht  vom  30. Mai  2008  gerichteten 
Revisionsgesuch vom 3. Juli 2008 – war davon erstaunlicherweise nie die 
Rede. Im fraglichen Wiedererwägungsverfahren legte der Rechtsvertreter 
auch  den  ersten,  vom  30. Juli  2008  datierenden Arztbericht,  vor.  Damit 
hat  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  im  entsprechenden 
Rechtsmittelverfahren  (Geschäfts­Nr.  D­5508/2008)  mit 
Zwischenverfügung  vom  1. September  2008  eingehender 
auseinandergesetzt und befunden, der Wegweisungsvollzug werde nicht 
ausgesetzt und der Beschwerdeführer habe den Ausgang des Verfahrens 
im  Ausland  abzuwarten.  Zu  einer  abschliessenden  materiellen 
Beurteilung  kam  es,  weil  der  verlangte  Kostenvorschuss  nicht  geleistet 
worden  war,  nicht.  In  der  Zwischenzeit  hat  sich  der  gesundheitliche 
Zustand  eher  leicht  verbessert  (vgl.  Therapieverlaufsbericht  vom 
11. Januar  2011).  Als  Quintessenz  ergibt  sich  aus  den  fraglichen 
medizinischen  Unterlagen,  dass  der  Beschwerdeführer  an  leicht­  bis 
mittelgradig  depressiven  Störungen  leidet,  die  regelmässiger 

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fachärztlicher  Betreuung  und  medikamentöser  Behandlung  bedürfen. 
Weitergehende Schlussfolgerungen lassen die drei vorhandenen Berichte 
der Psychiatrischen Dienste X._______  bzw. Y._______  nicht  zu. Nicht 
bestätigt  hat  sich  aufgrund  dieser  ärztlichen Angaben  insbesondere  die 
wiederholt  geäusserte  Vermutung  des  Parteivertreters,  die  psychische 
Erkrankung  sei  auf  die  (beengten)  familiären  und  gesellschaftlichen 
Umstände  im Heimatland zurückzuführen. Auch  in den Asylakten  finden 
sich keinerlei Anhaltspunkte für eine derartige Annahme. Von daher steht 
einer  Rückkehr  in  das  ursprüngliche  Umfeld  nichts  entgegen.  Dass  die 
notwendige  medizinische  Versorgung  und  Betreuung  in  der  Türkei 
gewährleistet und im konkreten Fall auch erhältlich wäre, wird ansonsten 
nicht bestritten. In Istanbul, wo der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise 
zuletzt einige Jahre gelebt hat, kommt die medizinische Versorgung denn 
dem Standard westeuropäischer Länder nahe  (vgl.  beispielsweise Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts C­635/2006 vom 23. November 2009 E. 
7.3 mit Hinweis). Vom Beschwerdeführer kann mithin auch unter diesem 
Blickwinkel verlangt werden, in den Herkunftsstaat zurückzukehren.

7.8.3. Die  beim  Beschwerdeführer  festgestellten  Symptome  stehen  wie 
eben  dargelegt  im  Zusammenhang  mit  der  drohenden  Rückführung  in 
sein  Heimatland.  Psychische  Störungen  und  daraus  resultierende 
Beeinträchtigungen, welche  ihre Ursache nicht  in den Verhältnissen des 
Ziellandes  sondern  im  Vorgang  des Wegweisungsvollzugs  als  solchem 
haben,  vermögen  Letzteren  grundsätzlich  nicht  in  Frage  zu  stellen  (vgl. 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­2637/2007 vom 12. Mai 2009 E. 
7.3 mit Hinweisen). Dazu zählen unter anderem Depressionen (mit oder 
ohne Suizidgedanken) als Folge des durch die Wegweisung verursachten 
Verlusts von Lebensperspektiven in der Schweiz. Der vollziehende Staat 
hat  solchen  Umständen  gegebenenfalls  durch  entsprechende 
Ausgestaltung  der  Vollzugsmodalitäten  –  wie  beispielsweise  einer 
adäquaten  medizinischen  Betreuung  im  Rahmen  der  Rückführung – 
Rechnung  zu  tragen  (siehe  die  dem  Parteivertreter  bekannte 
Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  1. September 
2008  im  Verfahren  D­5508/2008  mit  Hinweisen).  Konkrete 
Suizidgedanken  werden  im  Arztbericht  vom  30. Juli  2008  verneint. 
Neuere  Erkenntnisse  hierzu  gibt  es  nicht,  sondern  es  wird  seitens  der 
behandelnden Ärzte stets auf den ersten ärztlichen Bericht verwiesen. Zu 
ergänzen  wäre  an  dieser  Stelle,  dass  der  Beschwerdeführer  zum 
Zeitpunkt  der  beiden  Heimreisegespräche  im  Sommer  2008  unter 
gewissen Voraussetzungen (wenn er keine Aufenthaltsbewilligung kriege) 
bereit  gewesen  wäre,  freiwillig  auszureisen.  Davon  nahm  er  nach  dem 

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Entscheid  der  kantonalen  Migrationsbehörde,  beim  BFM  ein 
Härtefallgesuch  zu  stellen,  Abstand.  Alles  in  allem  lassen  die 
gesundheitlichen  Indikationen  eine  Wiedereingliederung  in  der  Türkei 
also nicht als besondere Härte erscheinen.

7.9.  Schliesslich  beklagt  der  Rechtsvertreter  eine  Ungleichbehandlung, 
weil  das BFM die Zustimmung  in ähnlich gelagerten Fällen erteilt  habe. 
Die  Chancen  auf  Zustimmung  hingen  mitunter  davon  ab,  in  welcher 
Sektion  ein  solcher  vorinstanzlicher  Entscheid  gefällt  werde.  Die 
rechtsanwendenden  Behörden  sind  gestützt  auf  Art. 8  Abs.  1  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999  (BV,  SR  101)  gehalten,  gleiche  Sachverhalte  mit  gleichen 
relevanten  Tatsachen  auch  gleich  zu  behandeln  (zum 
Gleichbehandlungsgebot  vgl.  RAINER  J.  SCHWEIZER,  in:  Bernhard 
Ehrenzeller/Philippe Mastronardi/Rainer J. Schweizer/Klaus A. Vallender, 
Die  schweizerische  Bundesverfassung,  Zürich  2002,  N.  42  zu  Art.  8; 
ferner BGE 129 I 346 E. 6 S. 357, BGE 129 I 113 E. 5.1 S. 125 f., BGE 
123 I 1 E. 6a S. 7 oder BGE 117 Ia 257 E. 3b S. 259). Eine vergleichende 
Beurteilung  ist  hier  allerdings  nur  schon  deshalb  nicht  möglich,  da  der 
Parteivertreter die Verhältnisse  in den angeführten Vergleichsfällen nicht 
im  dazu  erforderlichen  Mass  spezifiziert  hat.  Die  Rüge  der 
Ungleichbehandlung  kann  daher  nicht  auf  ihre  Erheblichkeit  geprüft 
werden.

Dass es bei der Umsetzung der Zulassungspraxis zu Art. 14 Abs. 2 AsylG 
zu Ungleichbehandlungen kommen kann, soll  im Übrigen keineswegs  in 
Abrede gestellt werden. Nur schon das Risiko, dass die Kantone bei der 
Übermittlung  der  Härtefallgesuche  unterschiedliche  Massstäbe 
anwenden,  garantiert  keine  absolute  Gleichbehandlung.  Allerdings 
besteht  laut  Lehre  und  Rechtsprechung  kein  Anspruch  auf 
Gleichbehandlung  im  Unrecht.  Vielmehr  geht  der  Grundsatz  der 
Gesetzmässigkeit  der  Verwaltung  dem  Rechtsgleichheitsprinzip  in  der 
Regel vor. Wendet eine Behörde das Gesetz  in einem Fall nicht korrekt 
an,  gibt  das  den  Privaten,  die  sich  in  der  gleichen  Lage  befinden, 
grundsätzlich  keinen  Anspruch  darauf,  ebenfalls  abweichend  von  der 
Norm  behandelt  zu  werden.  Anders  verhält  es  sich,  wenn  die 
abweichende  Behandlung  nicht  bloss  in  einigen  wenigen  Fällen 
geschieht, sondern eine eigentliche gesetzeswidrige Praxis besteht (zum 
Ganzen vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines 
Verwaltungsrecht,  6.  vollständig  überarbeitete  Aufl.,  Zürich/St.  Gallen 
2010, Rz. 518). Anhaltspunkte  für eine solche Konstellation  liegen nicht 

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vor,  orientiert  sich  das  BFM  doch  im  Wesentlichen  an  der 
Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zum  Härtefallbegriff  und  (seit 
1. Januar  2007)  derjenigen  des  Bundesverwaltungsgerichts  zu  Art.  14 
Abs.  2  AsylG.  Ungleichheiten  zwischen  einzelnen  Sektionen  der 
Vorinstanz  werden  überdies  von  der  zuständigen  Rechtsmittelinstanz 
korrigiert  oder  zumindest  angeglichen.  Bei  dieser  Sachlage  erübrigt  es 
sich, vom BFM verfügungsweise zu verlangen, seine Praxis im Sinne des 
Rechtsvertreters zu dokumentieren.

8. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  im  Rahmen  einer 
Gesamtwürdigung  zum  Schluss,  dass  beim  Beschwerdeführer  trotz 
gewisser  Integrationsleistungen  kein  schwerwiegender  persönlicher 
Härtefall vorliegt, wenn er die Schweiz verlassen muss. Zu Recht hat die 
Vorinstanz daher im vorliegenden Fall die Zustimmung zur Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG verweigert.

9. 
Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene 
Verfügung  rechtmässig  ist  (Art. 49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist 
demzufolge abzuweisen.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie werden mit  dem am 7. September  2009  in  gleicher Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. […] und ZEMIS […] retour)
– das  Amt  für  Migration  und  Schweizer  Ausweise  des  Kantons 

Solothurn mit den Akten Ref­Nr. […] (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm

Versand: