# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e16a38a-b17c-54a0-87d5-0b4818fa927e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.03.2012 D-193/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-193-2012_2012-03-06.pdf

## Full Text

B u n d e s ve r w a l t u n g s g e r i c h t  

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-193/2012/sps 

 

 

  U r t e i l  v o m  6 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Einzelrichter Hans Schürch, 

mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;    

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Äthiopien,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des BFM vom 12. Mai 2011 / N (…). 

 

 

D-193/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit schriftlicher, nicht unterschriebener Eingabe vom 6. Mai 2010, welche 

am 10. Mai 2010 der schweizerischen Botschaft in B._______ zugegan-

gen ist, beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss, es sei ihm die 

Einreise in die Schweiz zwecks Durchführung eines Asylverfahrens zu 

bewilligen. Im Wesentlichen machte er geltend, dass er der ethnischen 

Gruppierung der Sliti angehöre und aus diesem Grund sowie wegen sei-

ner Zugehörigkeit zum Islam in seinem Heimatland Probleme bekommen 

habe. Sein Vater sei aus diesen Gründen umgebracht worden und er sel-

ber habe das (...) deswegen nicht beenden können. Zudem sei er als (...) 

infolge seiner ethnischen und religiösen Zugehörigkeit entlassen worden, 

worauf er für eine gewisse Zeit, nämlich bis er wieder eine Arbeit als (...) 

gefunden habe, auf der Strasse habe leben müssen. Er gehöre keiner 

Partei an. Während der Studentenunruhen in den Jahren 2005 und 2006 

sei er zusammen mit andern (...) als Unruhestifter bezeichnet und für 25 

Tage mit einem Arbeitsverbot belegt worden. Eines Tages auf dem Weg 

nach Hause sei er von drei (...), welche der Ethiopian Peoples’ 

Revolutionary Democratic Front (EPRDF) angehören würden, beinahe zu 

Tode geprügelt worden. Um weiteres Unheil zu vermeiden, habe er seine 

Arbeit als (...) aufgegeben und fortan als (…) in einer Fabrik gearbeitet. 

Dort sei er ständig von Mitgliedern der ERPDF überwacht worden. 

Schliesslich seien seine zwei Brüder vergiftet und dadurch irr geworden. 

Aus diesen Gründen habe sich der Beschwerdeführer entschieden, 

C._______ zu gehen, wo er von drei Mitgliedern der EPRDF verfolgt wor-

den sei. Diese hätten drei Mal versucht, ihn umzubringen. Trotz einer An-

zeige bei der Polizei und der Inhaftierung der Täter hätten sie dem Be-

schwerdeführer weiterhin nachspioniert. Der United Nations High Com-

missioner for Refugees (UNHCR) habe ihn als Flüchtling anerkannt; in-

dessen werde er weiterhin von diesen Männern bedroht und fühle sich 

deshalb C._______ nicht sicher. Der Eingabe des Beschwerdeführers la-

gen ein C._______ Flüchtlingsausweis, eine Anzeige, Patientenblätter 

und andere medizinische Akten, eine Arbeitsbestätigung und eine Ver-

warnung des Arbeitgebers in Kopie bei.  

B.  

Mit Schreiben vom 16. Juli 2010 teilte das BFM dem Beschwerdeführer 

mit, dass gemäss Art. 20 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) das BFM Asylsuchenden für weitere Abklärungen zu 

den Asylgründen die Einreise in die Schweiz bewilligen könne, falls es 

D-193/2012 

Seite 3 

diesen nicht zugemutet werden könne, im Drittstaat (hier: C._______) zu 

bleiben oder in ein anderes Land weiterzureisen. Gemäss aktueller Ent-

scheidpraxis würden solche Einreisebewilligungen sehr restriktiv gehand-

habt. Eine Einreisebewilligung in die Schweiz setze zunächst (im Sinne 

einer Vorbedingung) eine akute und schwere Gefährdung von Leib und 

Leben des Asylsuchenden voraus. Weitere Faktoren bei der Prüfung der 

Frage einer Einreisebewilligung seien die Schutzmöglichkeiten im ge-

genwärtigen Drittland (hier: C._______), die Beziehungsnähe zur 

Schweiz und die zu erwartende Integration in der Schweiz. Da der 

UNHCR alle Eritreer (recte: Äthiopier), die im C._______ Zuflucht such-

ten, ungeachtet ihrer Fluchtgründe registriere und einem Flüchtlingslager 

zuweise, und sich zusammen mit den C._______ Behörden um die 

Grundversorgung kümmere, erachte das BFM den Verbleib von Schutz-

suchenden C._______ als zumutbar, weshalb es entsprechende Asylge-

suche in der Regel ablehne. Diese Praxis sei durch die höchstrichterliche 

Rechtsprechung der Schweiz in Asylangelegenheiten, also durch das 

Bundesverwaltungsgericht, bestätigt worden, das etwa im Urteil (…) fest-

gehalten habe, dass die betreffenden Personen C._______ nicht un-

überwindbaren Schwierigkeiten gegenüberstünden und aufgrund des 

vom UNHCR und den C._______ Behörden garantierten Schutzes ein 

dortiger Verbleib erwartet werden könne. Die Erfolgsaussichten für die Er-

teilung einer Einreisebewilligung seien auch im vorliegenden Fall gering. 

Gleichzeitig räumte das BFM dem Beschwerdeführer die Gelegenheit ein, 

sich bis zum 15. September 2010 zur Frage zu äussern, ob er an seinem 

Asylgesuch festhalten wolle oder nicht. 

C.  

Mit Eingabe vom 6. August 2010, welche am 10. August 2010 bei der 

schweizerischen Botschaft in B._______ einging, hielt der Beschwerde-

führer an seinem Asylgesuch fest. 

D.  

Mit Schreiben vom 31. Dezember 2010 teilte das BFM dem Beschwerde-

führer mit, dass gemäss Mitteilung der Schweizer Botschaft in B._______ 

vom 23. März 2010 eine Befragung vor Ort aufgrund des starken Anstiegs 

der Asylgesuche, des begrenzten Personalbestandes sowie fehlender 

Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht 

mehr möglich sei. Gleichzeitig ersuchte das BFM den Beschwerdeführer 

zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwor-

tung konkreter Fragen zu dessen Aufenthalt in Äthiopien, zu Familienan-

gehörigen und Verwandten in Drittstaaten und zum Aufenthalt C._______. 

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Seite 4 

E.  

Mit Stellungnahme vom 15. Januar 2011 (Posteingang Botschaft: 20. Ja-

nuar 2011) beantwortete der Beschwerdeführer das Schreiben des BFM 

vom 31. Dezember 2010. 

F.  

Mit Verfügung vom 12. Mai 2011 verweigerte das BFM dem Beschwerde-

führer die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asylgesuch ab. Zur 

Begründung führte es im Wesentlichen aus, die Schilderungen des Be-

schwerdeführers liessen darauf schliessen, dass seine Schwierigkeiten 

mit den äthiopischen Behörden asylbeachtlich sein könnten. Indessen 

könne aufgrund des vollständig erstellten Sachverhaltes davon ausge-

gangen werden, dass keine unmittelbare Gefährdung vorliege, welche ei-

ne Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz als notwendig er-

scheinen lasse. Im Folgenden sei zu prüfen, ob einer Asylgewährung 

durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG ent-

gegenstehe, wonach einer Person das Asyl verweigert werden könne, 

wenn ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Auf-

nahme zu bemühen. Der Beschwerdeführer habe sich eigenen Angaben 

zufolge beim UNHCR C._______ registrieren lassen, den Flüchtlingssta-

tus erhalten, aber nie in einem Flüchtlingslager gelebt. Die zahlreichen 

Flüchtlinge C._______ verfügten nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für 

das ganze Land, sondern würden nach ihrer Registrierung einem Flücht-

lingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Versor-

gung erhielten. Es sei dem Beschwerdeführer zuzumuten, sich zu diesem 

Zweck in das ihm zugewiesene Flüchtlingslager zu begeben. In diesem 

Sinne habe auch das Bundesverwaltungsgericht entschieden, für somali-

sche Flüchtlinge sei der Aufenthalt in äthiopischen Flüchtlingslagern 

grundsätzlich zumutbar. Diese Schlussfolgerung müsse auch für Flücht-

linge C._______ gelten, weil diese den gleichen Aufenthaltspflichten un-

terstünden wie die Flüchtlinge in Äthiopien. Im Weiteren erachte das BFM 

die vom Beschwerdeführer geäusserte Befürchtung, nach Äthiopien ver-

schleppt zu werden, als unbegründet. Das BFM verfüge namentlich mit 

der Schweizer Botschaft im C._______ über sehr gute Informationen über 

die Lage vor Ort. Gemäss gesicherten Erkenntnissen sei das Risiko einer 

Deportation oder Verschleppung für Äthiopier, die C._______ vom 

UNHCR als Flüchtlinge anerkannt seien, gering. Nach dem Gesagten be-

nötige der Beschwerdeführer den zusätzlichen subsidiären Schutz der 

Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht und es sei ihm zuzumuten, 

C._______ zu verbleiben. 

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Seite 5 

G.  

Mit englischsprachiger und nicht unterzeichneter Eingabe vom 3. Juni 

2011 an das BFM erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen die 

vorinstanzliche Verfügung vom 12. Mai 2011. Dabei beantragte er sinn-

gemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gutheis-

sung seiner Beschwerde. Im Wesentlichen wiederholte er seine bereits im 

erstinstanzlichen Verfahren dargelegten Vorbringen und ergänzte diese 

mit weiteren Vorkommnissen. So machte er insbesondere geltend, er sei 

im Mai 2011 auf dem Weg nach Hause von drei Personen aufgefordert 

worden, sich zu ergeben. Nachdem er diese als Vertreter der äthiopi-

schen Regierung erkannt habe, habe er sich gewehrt und schliesslich 

seien andere Personen dazwischen gekommen, worauf die drei in einem 

Personenwagen davongefahren seien. Er habe den UNHCR darüber in-

formiert, worauf man ihn an die Polizei verwiesen habe. Die Polizei habe 

ihm indessen gesagt, er hätte den Vorfall sofort melden müssen. Die 

äthiopischen Behörden hätten auch seine Freunde engagiert, welche ihn 

telefonisch hätten erreichen sollen. Nun verweigere er auch die Entge-

gennahme von Telefonanrufen. Er müsse ständig den Aufenthaltsort 

wechseln. Diese Kriminellen würden nie aufhören ihn zu verfolgen, wes-

halb er um sorgfältige Prüfung seiner Beschwerde ersuche.  

H.  

In Ergänzung zu seiner Eingabe vom 3. Juni 2011 reichte der Beschwer-

deführer die vom 22. Dezember 2011 datierte und unterzeichnete Ergän-

zung seiner Beschwerde zu den Akten. Darin macht er geltend, er habe 

seine Adresse schon 16 Mal gewechselt und befinde sich nirgendwo. Die 

äthiopischen Behörden würden immer noch nach seiner Person trachten 

und täglich erlebe er Tragödien. Am 16. September 2011 sei er während 

seines Aufenthaltes in einem Internetdienst von drei Personen herausge-

holt und aufgefordert worden, keine Informationen mehr an die oppositio-

nellen Parteien Äthiopiens zu übertragen. Man habe versucht ihn zu ver-

letzen, aber er habe fliehen können. Am 11. Oktober 2011 und am 

5. Dezember 2011 seien während seiner Arbeitszeit vier Personen ge-

kommen und hätten beide Male das Gleiche verlangt. Als er sich das 

zweite Mal geweigert habe, hätten sie ihn umbringen wollen. Da jemand 

dazwischen gekommen sei, hätten sie sich davongemacht. Am 9. De-

zember 2011 habe ihn ein Mann mit seinem Auto umbringen wollen, als 

er die Strasse überquert habe. Er sei gerannt und habe damit sein Leben 

gerettet.  

 

D-193/2012 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge-

hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 

des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus-

nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-

tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser 

bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die 

beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundes-

gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 

hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  

1.4. Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge-

fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann 

indessen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwerde-

eingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren Be-

gründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden wer-

den kann. 

1.5. Die Eröffnung der angefochtenen Verfügung kann mangels Vorliegen 

entsprechender Belege wie Rückschein oder Empfangsbestätigung nicht 

festgestellt werden. Gestützt auf die Auskunft des BFM per E-Mail soll die 

vorinstanzliche Verfügung am 31. Mai 2011 ausgehändigt worden sein. 

Mangels Zustellcouvert und Eingangsstempel kann auch nicht festgestellt 

werden, wann die Beschwerde den schweizerischen Behörden zugegan-

gen ist. Gestützt auf die Angaben des BFM und zugunsten des Be-

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Seite 7 

schwerdeführers wird unter den gegebenen Umständen von der Recht-

zeitigkeit der Beschwerdeerhebung ausgegangen. 

1.6. Die Beschwerdeeingabe vom 3. Juni 2011 enthält zwar keine eigen-

händige Unterschrift des Beschwerdeführers und aus den Akten ist kein 

Vertretungsverhältnis ersichtlich. Gestützt darauf leidet die Eingabe vom 

3. Juni 2011 unter einem Formmangel. Da indessen die Eingabe des Be-

schwerdeführers vom 22. Dezember 2011, welche eine eigenhändige Un-

terschrift enthält, als Beschwerdeergänzung und damit als Teil seiner Be-

schwerde zu betrachten ist, kann praxisgemäss davon ausgegangen 

werden, dass die Beschwerde vom Beschwerdeführer unterzeichnet ist. 

Den Akten können zudem keine Hinweise entnommen werden, gestützt 

auf welche davon auszugehen wäre, dass die Eingaben vom 3. Juni 2011 

und vom 22. Dezember 2011 nicht als Einheit zu betrachten wären.  

1.7. Auf die – abgesehen von den erwähnten Mängeln – trotzdem insge-

samt frist- und formgerechte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1. Nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG ist die Einreise in die Schweiz zu 

bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst im 

Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylgewährung, oder 

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Seite 8 

aber wenn für die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein 

weiterer Aufenthalt im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise 

in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint. 

4.2. Gemäss Art. 3 AsylG wird ein Ausländer als Flüchtling anerkannt, 

wenn er in seinem Heimatstaat oder im Land, wo er zuletzt wohnte, we-

gen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Anschauungen ernst-

haften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen 

Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten na-

mentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnah-

men, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.3. Nach Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland be-

findet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden kann, 

sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Bei der An-

wendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG ist in einer Gesamtschau zu prüfen, ob 

es aufgrund der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es gerade die 

Schweiz ist, die den angesichts der bestehenden Gefährdung erforderli-

chen Schutz gewähren soll. Dabei sind namentlich die Beziehungsnähe 

zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen 

Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglich-

keit und objektive Zumutbarkeit der anderweitigen Schutzsuche sowie die 

voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Be-

tracht zu ziehen (vgl. Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil 

D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 

5.  

5.1. Zunächst ist aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers über-

einstimmend mit der Vorinstanz darauf zu schliessen, dass die von ihm 

vorgebrachten Schwierigkeiten mit den äthiopischen Behörden in asyl-

rechtlicher Hinsicht relevant erscheinen können. Im Hinblick auf die Er-

wägungen in Ziff. 5.2 dieses Urteils kann die Frage, ob der Beschwerde-

führer tatsächlich einer Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt 

ist, ebenso offen bleiben wie die Frage, ob seine Vorbringen als glaubhaft 

zu erachten sind oder nicht, da es ihm selbst im Fall einer Bejahung einer 

flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung und der Glaubhaftigkeit seiner 

Vorbringen zuzumuten ist, sich trotzdem weiterhin C.______ aufzuhalten. 

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Seite 9 

5.2. Mit Blick auf die Frage, ob es dem Beschwerdeführer zugemutet wer-

den kann, sich in einem anderen Drittstaat um Aufnahme zu bemühen 

(Art. 20 Abs. 2 und Art. 52 Abs. 2 AsylG), ergibt die Prüfung der Akten, 

dass sich die diesbezüglichen Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung als zutreffend erweisen. Der Beschwerdeführer befindet sich ge-

mäss seinen Angaben in der Eingabe vom 15. Januar 2011 (vgl. A8/1) 

seit Dezember 2007 C._______, wo er gestützt auf seine Aussagen und 

die eingereichte Kopie seines Flüchtlingsausweises vom UNHCR als 

Flüchtling registriert ist. Es mag zutreffen, dass es C._______ in verein-

zelten Fällen zu Entführungen von äthiopischen Staatsangehörigen ge-

kommen ist. Die Tatsache indessen, dass der Beschwerdeführer seit etwa 

4 Jahren als Flüchtling C._______ lebt, spricht im Ergebnis dagegen, 

dass hinsichtlich seiner Person diesbezüglich eine konkrete Gefahr be-

steht. Soweit er behauptet, er werde C._______ fast täglich von Mitglie-

dern der EPRDF beziehungsweise von Vertretern der äthiopischen Be-

hörden verfolgt, misshandelt und mit dem Tod bedroht, bestehen erhebli-

che Zweifel an seinen Angaben. So sind seine diesbezüglichen Aussagen 

durchwegs substanzlos und eintönig ausgefallen; vielmehr erscheinen sie 

so oberflächlich, dass sie auch von einer Drittperson nacherzählt worden 

sein könnten. Ein persönlicher Bezug zum Beschwerdeführer oder Anga-

ben, welche auf ein persönliches Erleben der geltend gemachten Situati-

onen Hinweise ergeben würden, fehlen den Vorbringen. Zudem trifft es – 

entgegen den Aussagen des Beschwerdeführers – nicht zu, dass der 

UNHCR nichts für die von ihm registrierten Personen unternimmt. Viel-

mehr werden diese einem Flüchtlingslager zugewiesen, wo ihnen eine 

Unterkunft, Verpflegung und – soweit nötig – medizinische Betreuung zu-

kommt. Eine allenfalls erfolgte Festnahme des Beschwerdeführers 

C._______ dürfte somit vielmehr darin begründet liegen, dass er sich bis-

her offenbar geweigert hat, sich in dem ihm zugewiesenen Flüchtlingsla-

ger aufzuhalten. Dass sich der UNHCR in keiner Weise für ihn eingesetzt 

hätte, ist im Übrigen eine blosse Behauptung des Beschwerdeführers, 

welche mit den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts, wonach 

der UNHCR durchaus bemüht ist, sich C._______ aufhaltende Flüchtlin-

ge zu unterstützen, in Widerspruch steht. Folglich sind die vorgebrachten 

Nachteile C._______ nicht als glaubhaft zu betrachten. Im Übrigen ist es 

dem Beschwerdeführer grundsätzlich zuzumuten, sich künftig in dem ihm 

zugewiesenen Flüchtlingslager aufzuhalten, um allfällige weitere Inhaftie-

rungen und allfällige andere Probleme zu vermeiden. Im vorliegenden 

Fall tritt hinzu, dass beim Beschwerdeführer keinerlei Anhaltspunkte für 

eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz bestehen. Eine Abwägung 

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Seite 10 

der Gesamtumstände im Sinne von Art. 52 Abs. 2 AsylG führt somit vor-

liegend zum Schluss, dass ihm ein Verbleib C._______ zuzumuten ist.  

6.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun-

desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das 

BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers aus dem Ausland zu 

Recht abgelehnt und ihm die Einreise in die Schweiz verweigert. Die Be-

schwerde ist deshalb abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhe-

bung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

 

 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizer Vertretung in 

B._______ und das BFM. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

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