# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d96c01fa-f03b-509c-a2a3-062032badc8a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.05.2007 E-3565/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3565-2006_2007-05-31.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3565/2006
kom/stk/scb
{T 0/2}

Urteil vom 31. Mai 2007
Mitwirkung: Richter König, Richterin Luterbacher, Richterin Schenker Senn

Gerichtsschreiberin Steiner

A._______, Bosnien und Herzegowina,
vertreten durch lic. iur. Matthias Münger, Berner Rechtsberatungsstelle für 
Asylsuchende, Schwarztorstrasse 20, 3007 Bern,

Beschwerdeführerin

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,

Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 3. Juni 2004 i.S. Asyl und Wegweisung / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Gemäss eigenen Angaben verliess die Beschwerdeführerin ihren Heimat-
staat am 30. März 2003 und gelangte am 31. März 2003 in die Schweiz, 
wo sie am gleichen Tag beim Empfangszentrum (vormals Empfangsstelle) 
des BFF in B._______ um Asyl nachsuchte. Die Kurzbefragung fand dort 
am 4. April  2003 statt.  Am 23. Juli  2003 und 13.  August  2003 führte die 
zuständige  kantonale  Behörde  des  Kantons  C._______  -  welchem  die 
Beschwerdeführerin  für die Dauer des Verfahrens zugeteilt  worden war - 
die  einlässliche  Anhörung  durch.  Ausserdem  wurde  die 
Beschwerdeführerin  am 22.  März  2004 direkt  durch das BFF ergänzend 
angehört.

Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  machte  die  Beschwerdeführerin, 
Staatsangehörige  von  Bosnien  und  Herzegowina,  D._______  Ethnie  mit 
letztem  Wohnsitz  in  E.______  im  Wesentlichen  Folgendes  geltend:  Ihr 
Mann, mit dem sie seit 1989 zusammen gelebt und den sie im Jahr 1999 
geheiratet  habe,  habe  während  des  Krieges  als  einfacher  Soldat  in  der 
paramilitärischen  Einheit  von  F._______  gedient.  Seit  dem  Ende  des 
Krieges hätten sie und ihr Mann deshalb immer wieder Probleme gehabt. 
Sie hätten von den Behörden keinerlei  Unterstützung erhalten und seien 
auch  bei  der  Ausstellung  von  Papieren  immer  wieder  mit  Problemen 
konfrontiert  gewesen.  Ausserdem  seien  sie  diversen  Übergriffen  durch 
Unbekannte  ausgesetzt  gewesen.  Am  27.  November  1999  hätten  vier 
unbekannte  Personen  die  Beschwerdeführerin  und  ihren  Ehemann  vor 
dem Haus der Schwägerin angegriffen. Sie seien geschlagen worden; die 
Beschwerdeführerin  habe  im  Spital  behandelt  werden  müssen,  ihrem 
Ehemann  seien  bei  dem  Angriff  Rippen  gebrochen  worden  und  die 
Schwägerin sei  so schwer verletzt  worden, dass sie an den Folgen ihrer 
Verletzungen  gestorben  sei.  Nach  diesem  Vorfall  hätten  sich  die 
Beschwerdeführerin und ihr Ehemann einige Zeit versteckt aufgehalten.

Im Juni 2000 hätten Unbekannte das Auto des Schwiegervaters, welches 
von ihrem Ehemann gefahren worden sei,  in  Brand gesteckt  und einige 
Monate später seien sie und ihr Mann auf dem Heimweg von zwei unbe-
kannten Personen angegriffen worden.

Später  sei  die  Beschwerdeführerin  von  zwei  unbekannten  Männern  ent-
führt  und  vergewaltigt  worden.  Infolge  der  Vergewaltigungen  sei  sie 
schwanger geworden und habe eine Abtreibung vornehmen lassen müs-
sen.

Im Juli 2002 sei die Beschwerdeführerin von einer Frau und zwei Männern 
erneut entführt  und mehrere Tage in einem Haus festgehalten,  gefesselt 
und misshandelt worden. Immer wieder seien sie und ihr Mann aufgefor-
dert  worden,  E.______  zu  verlassen  und  es  sei  ihnen  Schlimmes 
angedroht worden.

Im März 2003 hätten sie eine Verfügung erhalten, dass sie ihre Wohnung 
in  E._______  verlassen  müssten,  und  seien  am  13.  März  2003  in  der 

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eigenen  Wohnung  angegriffen  worden,  so  dass  sie  diese  fluchtartig 
verlassen  hätten  und  zur  Schwester  der  Beschwerdeführerin  gegangen 
seien. Am 29. März 2003 seien die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann 
in der Stadt E._______ von Männern angegriffen und geschlagen worden.

Aufgrund dieser Ereignisse hätten sie beschlossen, Bosnien und Herzego-
wina zu verlassen.  Am 30.  März 2003 habe die Beschwerdeführerin  per 
Auto  E._______  verlassen  und  sei  durch  unbekannte  Länder  in  die 
Schweiz  gereist.  Ihr  Ehemann  habe  in  einem  anderen  Auto  nachreisen 
wollen,  sei  jedoch  in  der  Schweiz  nicht  angekommen  und  die 
Beschwerdeführerin sei seither ohne Nachricht von ihm.

Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin  ver-
schiedene Beweismittel in Kopie zu den Akten:

- Ärztliche Bestätigung vom 20.  Oktober  2001 betreffend  die Vergewalti-
gung und das Original der ärztlichen Bestätigung vom 20. Oktober 2000 

- Bestätigung vom 23. Juni 1998, betreffend die Inhaftierung des Eheman-
nes in einem Gefangenenlager 

- Militärbüchlein des Ehemannes 

- Protokoll  vom 13. März 2003, gemäss welchem die Beschwerdeführerin 
ihre Wohnung verlassen muss 

- Bestätigung vom 19. Februar 2003, dass der Ehemann ein Haus von sei-
ner Tante geerbt hat 

- Vier Todesscheine von Familienangehörigen

B. Am 14. Juli  2003 reichte die Beschwerdeführerin einen ärztlichen Bericht 
der Universitären Psychiatrischen Dienste C._______ zu den Akten.

C. Zum  Resultat  eines  Fingerabdruckvergleichs  in  G._______  sowie  den 
entsprechenden  Akten  aus  G._______  wurde  der  Beschwerdeführerin 
anlässlich  der  ergänzenden  Anhörung  vom  22.  März  2004  sowie  mit 
Schreiben vom 26. April 2004 das rechtliche Gehör gewährt.

D. Anlässlich  der  ergänzenden  Anhörung  vom 22.  März  2004  forderte  das 
BFF einen Bericht zur gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin 
an. Der angeforderte Arztbericht ging am 7. Mai 2004 beim BFF ein.

E. Mit Verfügung vom 3. Juni 2004 - eröffnet  am 7. Juni 2004 - lehnte das 
BFF das Asylgesuch der Beschwerdeführerin unter Verweigerung der Zu-
erkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  ab,  verfügte  die  Wegweisung  aus 
der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an.

F. Mit  Datum  vom  7.  Juli  2004  liess  die  Beschwerdeführerin  durch  ihre 
Rechtsvertreterin die Verfügung des BFF vom 3. Juni 2004 bei der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission (ARK) anfechten und beantragte die Auf-
hebung  der  Verfügung,  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und 
die Gewährung von Asyl.  Eventualiter  sei die Unzumutbarkeit  und Unzu-
lässigkeit  des Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und von Amtes  wegen 
die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Ausserdem sei ihr die unentgeltliche 

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Prozessführung zu gewähren und es sei auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses  zu verzichten.  Der  Eingabe lagen ein  ärztlicher  Bericht  der 
Universitären Psychiatrischen Dienste C._______ vom 30. Juni 2004 und 
eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit der Beschwerdeführerin bei. 

Auf die Begründung der Beschwerde und den Arztbericht wird, soweit für 
den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

G. Die vormals zuständige Instruktionsrichterin der ARK verzichtete mit Zwi-
schenverfügung  vom  20.  Juli  2004  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses und ordnete an, über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspfle-
ge gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG werde zu einem späteren Zeitpunkt be-
funden.  Die  Akten  wurden  der  Vorinstanz  zur  Vernehmlassung  überwie-
sen.

H. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Juli  2004 hielt  die Vorinstanz an ihren 
Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

I. Mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2006 ersuchte die vormals zuständi-
ge  Instruktionsrichterin  der  ARK  um  Einreichung  eines  aktuellen 
Arztberichtes  bezüglich  des  Gesundheitszustandes  der  Beschwerdeführ-
erin.  Die  Beschwerdeführerin  reichte  nach  einmalig  gewährter  Frister-
streckung  ein  Arbeitszeugnis  der  Werkstätte  der  Universitären 
Psychiatrischen  Dienste  C._______  vom  12.  Juli  2006  sowie  einen 
Arztbericht  von  Dr.  med.  H._______,  Facharzt  FMH für  Psychiatrie  und 
Psychotherapie, vom 22. August 2006 zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021),  sofern keine 
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 
33  und  34  VGG  genannten  Behörden.  Dazu  gehören  Verfügungen  des 
BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31); 
das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. 
Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Be-
urteilung der am 1. Januar 2007 bei der ARK hängigen Rechtsmittel. Das 
neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; die Beschwerdefüh-
rerin ist legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff. VwVG). Auf die 

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Beschwerde ist mithin einzutreten.

3.

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlin-
gen Asyl.  Als Flüchtling  wird eine ausländische Person anerkannt,  wenn 
sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer 
Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit  zu einer bestimmten sozialen 
Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei-
len ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausge-
setzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefähr-
dung von Leib,  Leben oder Freiheit  sowie Massnahmen, die einen uner-
träglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen  Flucht-
gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 
zumindest glaubhaft  machen. Diese ist glaubhaft  gemacht,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gege-
ben hält.  Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen,  die in wesentlichen 
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentlichen 
wie folgt:  Die von der Beschwerdeführerin  geltend gemachten Übergriffe 
seien  in  der  angeblichen  Tätigkeit  ihres  Ehemannes  für  die  paramilitäri-
sche Einheit  von F._______ begründet  gewesen.  Die Tätigkeit  des Ehe-
mannes  der  Beschwerdeführerin  könne  jedoch  aus  folgenden  Gründen 
nicht  geglaubt  werden:  Ein  Fingerabdruckvergleich  in  G._______  habe 
ergeben, dass sich die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann im Rahmen 
eines  Asylverfahrens  vom 27. Dezember  2000  bis  2. November  2001  in 
G._______  aufgehalten  hätten.  Den  vom  BFF  angeforderten  Akten  des 
Asylverfahrens in  G._______ sei  zu entnehmen,  dass der  Ehemann der 
Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben während des Krieges kei-
nen  Militärdienst  geleistet  habe.  Die  Beschwerdeführerin  gehe  in  ihrer 
Stellungnahme  auf  die  Angaben  des  Ehemannes  gegenüber  den 
G._______  Behörden  nicht  ein,  sondern  halte  daran  fest,  dass  ihr 
Ehemann  in  der  paramilitärischen  Einheit  von  F._______  gedient  habe, 
was  das  eingereichte  Militärbüchlein  beweise.  Das  erwähnte 
Militärbüchlein liege jedoch nur in Kopie vor und es komme ihm daher kein 
eigentlicher  Beweiswert  zu.  Ausserdem  sei  das  Militärbüchlein  von  der 
regulären bosnischen Armee und nicht  von der  paramilitärischen Einheit 
von F._______ ausgestellt  worden. Somit sei  die eingereichte Kopie des 
Militärbüchleins  nicht  geeignet,  die  geltend  gemachte  Tätigkeit  des 
Ehemannes der  Beschwerdeführerin  in  der paramilitärischen Einheit  von 
F._______ zu belegen.  Auch die eingereichte  Bestätigung der bosnisch-
herzegowinischen Vereinigung I._______ vom 23.  Juni  1998 vermöge in 
dieser Hinsicht nichts zu belegen, gehe aus ihr doch lediglich hervor, dass 
der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  sich  am 16.  Mai  1992  zufällig  in 

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J._______ aufgehalten habe, gefangen genommen und bis zum 28. Juni 
1992  im  Lager  der  Kaserne  von  K._______  festgehalten  worden  sei. 
Aufgrund  der  Angaben  des  Ehemannes  gegenüber  den  G._______ 
Behörden  sowie  der  untauglichen  Beweismittel  könne  der 
Beschwerdeführerin  nicht  geglaubt  werden,  ihr  Mann  sei  Soldat  in  der 
paramilitärischen Einheit von F._______ gewesen.

Damit bestünden auch grundsätzliche Zweifel  an den geltend gemachten 
Übergriffen  durch unbekannte  Drittpersonen  und der  mangelnden  Unter-
stützung der Behörden, seien diese Ereignisse doch ursächlich in der Tä-
tigkeit des Ehemannes für die paramilitärische Einheit von F._______ be-
gründet. Diese Zweifel würden sodann durch die Ergebnisse der Abklärun-
gen in G._______ erhärtet: So hätten sowohl die Beschwerdeführerin als 
auch  ihr  Ehemann  gegenüber  den  G._______  Behörden  klar  zum 
Ausdruck gebracht,  sie hätten Bosnien und Herzegowina verlassen,  weil 
sie  keine  Arbeit  und  Einkünfte  gehabt  und  von  den  Behörden  einen 
Beschluss  zum Verlassen  ihrer  Wohnung  erhalten  hätten.  Weder  hätten 
sie  gegenüber  den  G._______  Behörden  Übergriffe  durch  Drittpersonen 
noch Probleme mit den bosnischen Behörden vorgebracht. Diesbezüglich 
habe die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme geltend gemacht, ihr 
Ehemann habe  ihr  in  G._______  verboten,  über  ihre  Vergewaltigung  zu 
sprechen.  Ausserdem führe die Beschwerdeführerin  aus,  weil  sie grosse 
Probleme  mit  ihrem  Ehemann  gehabt  habe,  habe  sie  versucht  von 
G._______ alleine nach L._______ zu reisen, sei aber an der Grenze zu 
L._______  festgehalten  und  ins  Asylbewerberzentrum  zurückgebracht 
worden.  Den  Unterlagen  der  G._______  Behörden  sei  jedoch  zu 
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Ehemann 
am  27. Dezember  2000  von  der  G._______  Polizei  an  der  Grenze  zu 
L._______ kontrolliert  worden sei.  Beide hätten über ein Schengenvisum 
verfügt,  welches  durch  die  M._______  Botschaft  in  Sarajevo  ausgestellt 
worden sei und hätten lediglich durch G._______ reisen wollen, um nach 
N._______  zu  gelangen.  Als  sie  von  den  G._______  Behörden 
aufgegriffen worden seien, hätten sie ein Asylgesuch gestellt.

Der Beschwerdeführerin könnten somit die angeblichen Probleme mit un-
bekannten  Drittpersonen  und  den  bosnischen  Behörden  nicht  geglaubt 
werden. An diesen Einschätzungen vermöchten auch die beiden ärztlichen 
Atteste,  welche  die  geltend  gemachte  Vergewaltigung  belegen  sollen, 
nichts zu ändern. Die Vergewaltigung sei gemäss der Beschwerdeführerin 
am 19. Oktober 2001 vorgefallen; sie habe diesbezüglich eine Kopie eines 
ärztlichen Berichts mit  diesem Datum eingereicht.  Der Fingerabdruckver-
gleich in G._______ habe indessen ergeben, dass sich die Beschwerde-
führerin zu diesem Zeitpunkt nachweislich in G._______ aufgehalten habe. 
Den Aufenthalt in G._______ habe sie zunächst abgestritten und nachdem 
sie diesen zugegeben habe die Vergewaltigung auf den 19. Oktober 2000 
datiert. Auf entsprechende Aufforderung hin, habe sie das Original des in 
Frage  stehenden  Arztberichts  zu  den  Akten  gereicht.  Das  Original 
unterscheide  sich  jedoch nicht  nur  in  Bezug  auf  die  Jahreszahl  von der 
Kopie: So enthalte die Kopie beispielsweise - im Gegensatz zum Original - 

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keine  Unterschrift  des  behandelnden  Arztes.  Auch  die  Anordnung  des 
Textes,  die Zeilenumbrüche und die Platzierung der Informationen seien 
unterschiedlich.  Bei  den  beiden  eingereichten  Beweismitteln  handle  es 
sich  somit  nicht  um Original  und Kopie,  sondern  vielmehr  um zwei  ver-
schiedene Dokumente. Somit vermöchten die beiden Beweismittel die gel-
tend gemachte Vergewaltigung nicht zu beweisen, sie seien vielmehr als 
Gefälligkeitsschreiben zu bewerten.

Auch die übrigen eingereichten Beweismittel - vier Todesscheine von Fa-
milienangehörigen, eine Bestätigung über Grundbesitz in O._______ sowie 
ein  Wohnungsübergabeprotokoll  -  vermöchten  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin  nicht  zu  belegen.  Die  Beschwerdeführerin  habe 
geltend  gemacht,  ihre  Schwägerin  D.D.  sei  am  27.  November  1999  im 
Zusammenhang  mit  einem  Angriff  von  Unbekannten  auf  sie  und  ihren 
Ehemann geschlagen worden und später an den Verletzungen gestorben. 
Einem der eingereichten Todesscheine sei zu entnehmen, dass eine Frau 
namens D.D. am 28. November 1999 gestorben sei. Aus dem Todesschein 
gehe jedoch nicht hervor, welches die genauen Todesumstände gewesen 
seien.  Somit  vermöge dieses  Beweismittel  in  Bezug auf  die geltend ge-
machte Todesursache von D.D. nichts zu beweisen.

Die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die 
Glaubhaftmachung  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  stand,  so  dass  ihre  asyl-
rechtliche Relevanz nicht geprüft werden müsse. Die Beschwerdeführerin 
erfülle demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht, das Asylgesuch sei abzu-
lehnen.

Bezüglich des Wegweisungsvollzugs hielt die Vorinstanz fest, weder die im 
Heimatstaat der Beschwerdeführerin herrschende politische Situation noch 
andere Gründe sprächen gegen die Zumutbarkeit der Rückführung in den 
Heimatstaat. In der Verfügung wird aufgeführt, welche Verwandten die Be-
schwerdeführerin noch in ihrer Heimat habe und daraus geschlossen, es 
sei davon auszugehen, dass sie bei ihrer Rückkehr nach Bosnien und Her-
zegowina  auf  ein  bestehendes  und tragfähiges  soziales  Beziehungsnetz 
zurückreifen könne.  In medizinischer Hinsicht  sei zu bemerken,  dass die 
Beschwerdeführerin  gemäss  den  eingereichten  Arztberichten  an  einer 
schweren  posttraumatischen  Belastungsstörung  leide.  Dem  BFF  sei  je-
doch aufgrund der unglaubhaften Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht 
bekannt, wann und wie sie traumatisiert worden sei. Betreffend der Behan-
delbarkeit  der  Krankheit  in  Bosnien  und  Herzegowina  sei  festzuhalten, 
dass sie sich dort einer adäquaten medizinischen Behandlung unterziehen 
könne. Auch die in den Arztberichten geltend gemachte Gefährdung einer 
Retraumatisierung der Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr könne 
nicht gehört werden, da Ort und Umstände der Traumatisierung unbekannt 
seien. Somit lägen im vorliegenden Fall keine genügend schweren indivi-
duellen Gründe vor, die gegen die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei-
sung nach Bosnien und Herzegowina sprechen würden.

4.2 Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde gel-
tend, aufgrund ihrer Vorbringen und denjenigen ihres Ehemannes gegen-

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über den G._______ Asylbehörden, glaube die Vorinstanz ihre Asylvorbrin-
gen nicht.  Das BFF verkenne jedoch, dass sie darauf hingewiesen habe, 
dass  sie  in  G._______  ihre  wahren  Fluchtgründe  nicht  habe  darlegen 
können, weil  ihr Ehemann dies nicht  gewollt  habe.  Es sei  bekannt,  dass 
Frauen bei der Schilderung ihrer eigenen Fluchtgründe oft zurückstünden, 
um  dem  Ehepartner  nicht  zu  widersprechen  und  weil  sie  unter  dessen 
Druck stünden. Im Interesse der Chancengleichheit im Asylverfahren und 
der Ermittlung der materiellen Wahrheit seien daher besondere Vorkehrun-
gen nötig, um den mit frauenspezifischer Verfolgung einhergehenden Arti-
kulationsschwierigkeiten  entgegenzukommen.  Den  von  der  Beschwerde-
führerin in G._______ gemachten Aussagen dürfe deshalb vorliegend nicht 
so  viel  Gewicht  beigemessen  werden.  Bei  den  in  der  Schweiz  durch-
geführten Befragungen gebe es keine wesentlichen Widersprüche. Ausser-
dem seien die Schilderungen der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer Ver-
gewaltigung und ihrer Misshandlungen substanziiert. Sie habe von Beginn 
an alle relevanten Vorkommnisse geschildert, auch wenn sie die Vergewal-
tigung zeitlich  bewusst  ein Jahr später  habe geschehen lassen,  weil  sie 
den Aufenthalt in G._______ - aus Angst vor einer sofortigen Rückschaf-
fung - habe verheimlichen wollen. Sodann werde der Beschwerdeführerin 
vorgeworfen, sie habe untaugliche Beweismittel und diese lediglich in Ko-
pie eingereicht. Sie habe jedoch mehrmals betont, dass ihre Originalpapie-
re  von den Behörden  weggenommen und ihnen lediglich  Kopien ausge-
händigt worden seien. Zudem habe sie sich von ihrem Mann Kopien geben 
lassen,  die  Originale  der  eingereichten  Beweismittel  befänden  sich  zum 
Teil  bei ihm. Bei den beiden eingereichten Beweismitteln zur Vergewalti-
gung der Beschwerdeführerin handle es sich tatsächlich nicht um Original 
und Kopie im Sinne einer Vorlage und deren Reproduktion. Vielmehr habe 
sie sich das Attest, welches vom 20. Oktober 2001 datiere, kurz bevor sie 
in die Schweiz geflüchtet sei, ein zweites Mal ausstellen lassen. Der Arzt 
habe Verständnis gehabt und ihr das Papier ausgehändigt, allerdings nur 
als Kopie, da es sich ja um eine zweite Bestätigung handle. Die erlittene 
Vergewaltigung, aber auch die schweren Misshandlungen und die wieder-
holten Eingriffe in die körperliche Integrität hätten ihr einen Verbleib in ih-
rem Heimatland verunmöglicht.  Im Falle der Verweigerung des Asyls sei 
der Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführerin als unzumutbar zu quali-
fizieren. Die ARK habe in EMARK 2002 Nr. 12 festgehalten, dass die Mög-
lichkeit  der  medizinischen  Behandlung  von  Personen,  die  psychisch  er-
krankt - und insbesondere traumatisiert - seien, so dass eine spezifische 
und kontinuierliche medizinische Betreuung notwendig sei, in Bosnien und 
Herzegowina nicht einheitlich sichergestellt sei. In einer Stellungnahme zu 
den  Trauma-Behandlungsmöglichkeiten  vom  13. Oktober  2003  halte  die 
SFH  fest,  dass  traumatisierte  Rückkehrer  und  Rückkehrerinnen 
Schwierigkeiten  hätten,  Unterstützung  zu finden und in  Therapieprojekte 
aufgenommen zu werden. Entscheidend für den Erfolg jeglicher Therapie 
sei ein hilfreiches Umfeld und eine stabile Situation. So sei die Frage we-
sentlich,  ob  die  Rückkehrer  und Rückkehrerinnen  alleine  seien  oder  mit 
verwandten oder vertrauten Personen zurückkehren könnten, ob sie eine 
Wohnung und Unterstützung fänden, so dass sie bei der Konfrontation mit 

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dem früheren Umfeld keine Retraumatisierung erleiden würden.  Gemäss 
dem ärztlichen Bericht vom 6. Mai 2004 leide die Beschwerdeführerin an 
einer  schweren  posttraumatischen  Belastungsstörung.  Die  erlittene 
Vergewaltigung  sei  sowohl  gegenüber  den  behandelnden  Ärztinnen  wie 
auch  gegenüber  den  Behörden  immer  wieder  erwähnt  worden.  Die 
Beschwerdeführerin  befinde  sich  in  einer  instabilen  Verfassung,  sei 
suizidgefährdet  und  benötige  weiterhin  regelmässige  psychiatrische 
Konsultationen  und  medikamentöse  Behandlung  sowie  zusätzliche 
aktivierende  Massnahmen  zur  Verbesserung  ihrer  Tagesstruktur.  Ohne 
Behandlung  sei  mit  einer  weiteren  Verschlechterung  ihres  Gesundheits-
zustandes zu rechnen. Entgegen der Annahme der Vorinstanz würde die 
Beschwerdeführerin  in  Bosnien  und  Herzegowina  die  notwendige 
psychiatrische Behandlung höchstwahrscheinlich nicht erhalten. Insbeson-
dere  hätte  sie  kaum  Zugang  zu  regelmässigen  psychotherapeutischen 
Konsultationen oder aktivierenden Massnahmen für die Verbesserung ihrer 
Tagesstruktur.  Für  schwer  traumatisierte  Personen,  welche  unbedingt 
psychiatrische  Behandlung  benötigten,  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung 
aufgrund  der  fehlenden  medizinischen  Versorgung  unzumutbar.  Die 
Beschwerdeführerin  verfüge  über  kein  tragfähiges  Beziehungsnetz.  Sie 
wäre  kaum  in  der  Lage,  unter  den  harten  sozialen  und  wirtschaftlichen 
Bedingungen  in  Bosnien  und  Herzegowina  für  sich  zu  sorgen.  Die 
öffentlichen  Strukturen  seien  nicht  geeignet,  die  fehlende  Unterstützung 
durch  ein  privates  soziales  Netz  zu  ersetzen.  Der  Wegweisungsvollzug 
erweise sich somit als unzumutbar.

5.

5.1 Grundsätzlich  sind  die  Vorbringen  einer  Asyl  suchenden  Person  dann 
glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind, sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punk-
ten nicht widersprüchlich sind oder der inneren Logik entbehren und auch 
nicht  den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen. 
Glaubhaftmachen bedeutet  ferner  -  im Gegensatz zum strikten Beweis  - 
ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Ein-
wände und Zweifel an den Vorbringen der Gesuch stellenden Person. Eine 
Behauptung  gilt  bereits  als  glaubhaft  gemacht,  wenn  der  Richter  bezie-
hungsweise die Richterin von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie 
aber für  überwiegend wahr  hält,  obwohl  nicht  alle  Zweifel  beseitigt  sind. 
Für das Glaubhaftmachen reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der In-
halt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten As-
pekte  wesentliche  und überwiegende  Umstände  gegen die  vorgebrachte 
Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist mithin, ob die Gründe, 
die für  die Richtigkeit  der Sachverhaltsdarstellung sprechen,  überwiegen 
oder  nicht;  dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1 S. 5, 1996 Nr. 28 S. 270, 1996 
Nr. 27 S.  263,  1994 Nr.  5 S. 43 f.;  WALTER KÄLIN,  Grundriss des Asylver-
fahrens, Basel/Frankfurt a.M., S. 304 ff.).

5.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtet  die  geschilderte  Vergewaltigung 

10

und die Misshandlungen aufgrund einiger wesentlicher Realkennzeichen in 
den Ausführungen der Beschwerdeführerin als überwiegend glaubhaft (vgl. 
EMARK 1993 Nr. 11 E. 4.b S. 70). Die diesbezüglichen Angaben der Be-
schwerdeführerin  sind  substanziiert,  präzis  und  im  Wesentlichen  wider-
spruchsfrei; sie vermögen den Eindruck von tatsächlich Erlebtem zu erwe-
cken.  Auch  die  in  den  verschiedenen  Arztzeugnissen  diagnostizierte 
schwere posttraumatische Belastungsstörung der Beschwerdeführerin und 
ihr allgemein schlechter psychischer Zustand weisen darauf hin, dass sie 
in  ihrer  Heimat  tatsächlich  traumatisierende  Erlebnisse  gehabt  haben 
muss. Demgegenüber erweist sich im vorliegenden Fall  der Kontext,  auf-
grund dessen die Beschwerdeführerin  vergewaltigt  und misshandelt  wor-
den sein soll - namentlich der Umstand, dass ihr Ehemann in der paramili-
tärischen Einheit von F._______ gedient habe – als unglaubhaft. Aufgrund 
von widersprüchlichen Aussagen und - wie von der Vorinstanz zu Recht 
ausgeführt - wenig aussagekräftigen Beweismitteln können diese Vorbrin-
gen  nicht  als  überwiegend  wahrscheinlich  qualifiziert  werden.  Vielmehr 
wirkt  der  Kontext,  in  dem  sie  die  traumatisierenden  Ereignisse  situiert, 
konstruiert. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann 
im  Rahmen  des  Asylverfahrens  in  G._______  auch  nicht  ansatzweise 
gleich oder ähnlich lautende Vorbringen wie im Verfahren in der Schweiz 
geltend gemacht  haben,  spricht  gegen die Glaubhaftigkeit  der Aussagen 
der  Beschwerdeführerin.  So  erscheint  es  zwar  einigermassen  nachvoll-
ziehbar,  dass ihr Ehemann ihr verboten hat,  im Rahmen des Asylverfah-
rens  in  G._______ über  die Vergewaltigung und die  Misshandlungen zu 
sprechen. Demgegenüber sind keine Gründe ersichtlich, weshalb die Be-
schwerdeführerin und ihr Ehemann in G._______, dem Land, von dem sie 
sich Schutz erhofft und um Asyl nachgesucht haben, nicht über die übrigen 
Behelligungen  und  Angriffe  infolge  der  angeblichen  Tätigkeit  des 
Ehemannes für die paramilitärische Einheit von F._______, von denen sie 
angeblich  beide  betroffen  gewesen  sein  sollen,  hätten  sprechen  sollen. 
Ausserdem hat  die Vorinstanz  ihren Entscheid,  in dem sie  zum Schluss 
gekommen ist,  die Vorbringen der Beschwerdeführerin  könnten nicht  ge-
glaubt werden, in einer nachvollziehbaren, detaillierten und hier zu bestäti-
genden Begründung dargelegt.  So hat sie sich sorgfältig mit  allen einge-
reichten  Beweismitteln,  den  Abklärungsergebnissen  aus  G._______  und 
den  diesbezüglichen  Stellungnahmen  der  Beschwerdeführerin  auseinan-
dergesetzt und die für und gegen sie sprechenden Argumente gegenein-
ander abgewogen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass es der Beschwer-
deführerin  auch in ihrer  Beschwerde nicht  gelingt,  die Widersprüche und 
Ungereimtheiten in ihren Aussagen schlüssig zu erklären. Somit bleibt es 
bei dem Gesamteindruck,  dass sich die geltend gemachte - und für sich 
glaubhaft dargelegte - Vergewaltigung sowie die - ebenfalls glaubhaft ge-
schilderten  -  Misshandlungen  nicht  im Zusammenhang  mit  den  früheren 
Aktivitäten des Ehemannes für die paramilitärische Einheit von F._______ 
ereignet  haben.  Nach  dem  Gesagten  kommt  das  Bundesverwaltungsg-
ericht  somit  in  Übereinstimmung mit  der  Vorinstanz  zum Ergebnis,  dass 
die  zentralen Vorbringen der  Beschwerdeführerin  den  Anforderungen an 
die Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht standzuhalten ver-

11

mögen.

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin 
nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  relevante  Verfolgung  glaubhaft  zu 
machen. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf allfällige weitere Unge-
reimtheiten in den Asylvorbringen der Beschwerdeführerin einzugehen, da 
sie am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermöchten.

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie zu berücksichti-
gen (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, 
nicht  zulässig oder nicht  zumutbar,  so regelt  das Bundesamt das Anwe-
senheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufi-
ge Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 14a Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, 
SR 142.20]). 

6.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- 
oder in den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er 
ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer 
Weiterreise des Ausländers in seinen Heimat-, Herkunfts- oder einen Dritt-
staat  entgegenstehen.  Der  Vollzug  kann  insbesondere  nicht  zumutbar 
sein,  wenn  er  für  den  Ausländer  eine  konkrete  Gefährdung  darstellt 
(Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).

6.3 Niemand  darf  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen 
werden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund 
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die Gefahr besteht, 
dass er zur Ausreise in ein solches Land gezwungen wird (Art.  5 Abs. 1 
AsylG).

6.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft  vom 18.  April  1999 (BV, SR 101),  Art.  3 des Übereinkom-
mens vom 10.  Dezember  1984 gegen Folter  und andere  grausame,  un-
menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) 
und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK, SR 0.101) darf  nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.

6.5 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Auf-
enthaltsbewilligung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die 
Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; 
vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

6.6 Die  erwähnten drei  Bedingungen für  einen Verzicht  auf  den Vollzug der 
Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  sind  alter-
nativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegwei-
sung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in der 

12

Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu re-
geln (vgl. EMARK 2001 Nr. 1 E. 6a S. 2). Gegen eine allfällige Aufhebung 
der  vorläufigen  Aufnahme  steht  dem  (ab-  und  weggewiesenen) 
Asylsuchenden  wiederum  die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungs-
gericht  offen  (vgl.  Art.  105  Abs.  1  AsylG),  wobei  in  dem  Verfahren 
sämtliche Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach Massgabe der 
zu diesem Zeitpunkt  herrschenden Verhältnisse (vgl.  EMARK 2006 Nr. 6 
E. 4.2 S. 54 f., 1997 Nr. 27 S. 205 ff.) von neuem zu prüfen sind.

6.7 Aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der 
Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung auch verzichtet, wenn die 
Rückkehr  in  den Heimatstaat  für  den Betroffenen  eine konkrete  Gefähr-
dung darstellt. Eine solche Gefährdung kann angesichts der im Heimatland 
herrschenden allgemeinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürger-
krieg oder durch eine Situation allgemeiner Gewalt kennzeichnet, oder auf-
grund  anderer  Gefahrenmomente,  wie  beispielsweise  einer  fehlenden 
notwendigen  medizinischen  Behandlung,  angenommen  werden  (vgl. 
Botschaft  zum  Bundesbeschluss  über  das  Asylverfahren  vom  22.  Juni 
1990, BBl 1990 II 668).

6.8 Der Wegweisungsvollzug kann gemäss Art. 14a Abs. 4 ANAG insbesonde-
re nicht zumutbar sein, wenn die betroffene ausländische Person konkret 
gefährdet wird, indem sie die absolut notwendige medizinische Versorgung 
nicht  erhalten  könnte  oder  -  aus  objektiver  Sicht  -  wegen  den  vorherr-
schenden Verhältnissen mit  grosser Wahrscheinlichkeit  unwiederbringlich 
in völlige Armut gestossen würde, dem Hunger und somit einer ernsthaften 
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes,  der  Invalidität  oder  sogar 
dem Tod ausgeliefert wäre (vgl. EMARK 1995 Nr. 5 E. 6e S. 47, 1994 Nr. 
18  S.  139  ff.,  Nr.  19  S.  145  ff.,  Nr. 20  S. 155  ff.).  Soziale  und  wirt-
schaftliche  Schwierigkeiten,  von  welchen  die  ansässige  Bevölkerung  im 
Allgemeinen betroffen ist, genügen nicht, um eine derartige Gefahr darzu-
stellen (vgl. EMARK 1996 Nr. 2 S. 12 f. und 1994 Nr. 19 E. 6b S. 149 f.).

6.8.1 Bereits anlässlich der beiden Anhörungen zeichnete sich der instabile Ge-
sundheitszustand der Beschwerdeführerin  ab.  Während sie bei der sum-
marischen Anhörung zum Teil  heftig weinte,  erlitt  sie  bei der kantonalen 
Anhörung einen Zusammenbruch, so dass die Anhörung abgebrochen und 
an einem anderen Tag weitergeführt werden musste. Auch bei der Fortset-
zung  wirkte  die  Beschwerdeführerin  gemäss  Anmerkung  der  Befragerin 
sehr depressiv und in sich gekehrt; die Anhörung musste mehrmals unter-
brochen  und  die  Beschwerdeführerin  gepflegt  werden.  Gemäss  Hinweis 
der  Hilfswerkvertreterin  habe sich  die Beschwerdeführerin  in  einem psy-
chisch und physisch sehr labilen Zustand befunden. In dem ärztlichen Be-
richt  der  Universitären  Psychiatrischen  Dienste  C._______  vom  14. Juli 
2003  wurde  erstmals  der  Verdacht  auf  eine  posttraumatische  Bela-
stungsstörung  geäussert.  Die Diagnose der  schweren  posttraumatischen 
Belastungsstörung wurde sodann in dem vom BFM in Auftrag gegebenen 
Arztbericht  vom  6.  Mai  2004  bestätigt.  Das  inhaltliche  Denken  der  Be-
schwerdeführerin  sei deutlich auf die Traumatisierung eingeschränkt.  Die 
Stimmung sei schwer depressiv, verzweifelt und hoffnungslos. Eine Rück-

13

führung nach Bosnien und Herzegowina sei nicht zu empfehlen, da der Ab-
stand zu den traumatisierenden Umständen noch nicht gewährleistet sei, 
was  im  Fall  einer  Rückkehr  zu  einer  erneuten  Traumatisierung  führen 
könnte.  Die  Beschwerdeführerin  brauche  eine  regelmässige  und 
langfristige (mehrere Jahre dauernde) Psycho- und Psychopharmakathera-
pie. Ob ihr die finanziellen Mittel für eine psychiatrische Behandlung in ih-
rer Heimat zur Verfügung stehen würden und diese Therapie auch tatsäch-
lich  durchgeführt  werden  könnte,  müsse  bezweifelt  werden.  Auch  unter 
Berücksichtigung  dieser  Diagnose  erachtete  die  Vorinstanz  den 
Wegweisungsvollzug nach Bosnien und Herzegowina als zumutbar, zumal 
eine adäquate medizinische Behandlung auch in ihrer Heimat möglich sei. 
Da Ort und Umstände der Traumatisierung unbestimmt seien, könnten die 
im  Arztbericht  erhobenen  Vorbehalte  gegen  eine  Rückführung  ins 
Heimatland, wo eine Retraumatisierung drohe, nicht gelten.

Gemäss dem mit der Beschwerde eingereichten ärztlichen Bericht der Uni-
versitären Psychiatrischen Dienste C._______ vom 30. Juni 2004 klage die 
Beschwerdeführerin  über  eine  starke  innere  Anspannung  und  Angst, 
Appetitlosigkeit, schwere Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Alpträume, 
Freudlosigkeit,  Verzweiflung,  mangelnden  Antrieb  und  fehlende  Energie, 
ständige  Müdigkeit,  Nervosität  und  Schwitzen,  Konzentrations-  und 
Gedächtnisstörungen  sowie  wiederkehrende  Suizidgedanken.  Sie  leide 
unter Flashbacks, beispielsweise werde sie beim Anblick von Männern mit 
schwarzen  Mützen  von  heftigen  Bildern  der  Vergewaltigung 
überschwemmt, die Gefühle von Angst und Hilflosigkeit würden dann ganz 
intensiv zurückkehren, sie habe auch manchmal das Gefühl, sie sei ausser 
sich  und  "berühre  den  Boden  gar  nicht  mehr".  Diese  Symptome  hätten 
nach der Vergewaltigung im Oktober 2000 begonnen. Von ihrer Mutter und 
ihren  Geschwistern  sei  sie  seit  der  Vergewaltigung  ausgestossen,  "wie 
tot".  Mit  ihrem  Mann  habe  sie  nie  explizit  über  die  Vergewaltigung 
gesprochen,  er habe aber davon gewusst.  Ihr Verhältnis habe sich nach 
der Vergewaltigung zunehmend verschlechtert. Sie habe versucht, sich am 
linken  Unterarm  die  Pulsadern  aufzuschneiden.  Ihr  Ehemann  habe  ihr 
jedoch die Rasierklinge weggenommen und sie anschliessend überwacht. 
Die  Vergewaltigung  habe  den  Ausschlag  für  die  Flucht  gegeben.  Die 
Beschwerdeführerin  leide  an  einer  posttraumatischen  Belastungsstörung 
mit  ausgeprägter  Symptomatik  sowie  an einer  ausgeprägten  Depression 
mit chronischer Suizidalität. Nach der Anhörung vom 23. Juli 2003 sei es 
zu  einer  massiven  Zustandsverschlechterung  gekommen,  so  dass  von 
einer Retraumatisierung ausgegangen werden müsse. Eine zwangsweise 
Rückkehr  nach  Bosnien  und  Herzegowina  könnte  nicht  nur  die 
Gesundheit, sondern aufgrund der akuten Suizidalität auch das Leben der 
Beschwerdeführerin gefährden. Gemäss Arbeitszeugnis vom 12. Juli 2006 
arbeite  die  Beschwerdeführerin  seit  dem  1. April  2005  zu  50%  in  der 
Textilwerkstatt,  einem  geschützten  Arbeitsplatz  der  Universitären 
Psychiatrischen Dienste C._______. Aus Sicht der Werkstattleitung sei die 
Beschwerdeführerin  durch  ihre  psychische  Erkrankung  auf  lange  Sicht 
nicht  in  der  Lage,  wieder  in  den  primären  Arbeitsmarkt  eingegliedert  zu 

14

werden.  Dem  von  der  ARK  angeforderten  zusätzlichen  detaillierten  und 
aktuellen  Arztbericht  vom 22. August  2006  kann ergänzend  zum Bericht 
der Universitären Psychiatrischen Dienste C._______ vom 30. Juni 2004 
entnommen  werden,  dass  die  Beschwerdeführerin  an  Halluzinationen  in 
Form von Stimmen, die zu ihr sprechen, leide. Zeitweise führe sie Dialoge 
mit  diesen  Stimmen.  Diese  Halluzinationen  seien  ein  psychotisches 
Symptom  und  würden  -  ausser  bei  Schizophrenie,  wo  sie  krank-
heitsdefinierend  seien  -  auch  bei  schweren  Depressionen,  posttraumati-
schen  und  anderen  Dissoziationen,  sowie  bei  weiteren,  eher  schweren 
psychischen  Krankheiten  auftreten.  Zusammenfassend  leide  die  Be-
schwerdeführerin  an  einer  chronifizierten  posttraumatischen  Belastungs-
störung, begleitet von einem schweren depressiven Syndrom. Die Sympto-
matik dieser beiden Diagnosen sei so stark ausgeprägt,  dass von einem 
invalidisierenden  Zustand  ausgegangen  werden  müsse,  der  bereits  seit 
Jahren  andauere.  Des  weitern  bestehe  der  Verdacht  der  andauernden 
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung. Die von der Beschwerde-
führerin benötigte Behandlung umfasse bis auf weiteres und voraussicht-
lich über Jahre die jetzige integrierte psychiatrische Behandlung mit Phar-
makotherapie,  Milieutherapie  mit  besonderer  arbeitstherapeutischer  Be-
gleitung und die Weiterführung der supportiven ambulanten Einzeltherapie. 
Aus medizinischer Sicht wären durch eine erzwungene Rückreise die Ge-
sundheit und das Leben der Beschwerdeführerin massiv gefährdet.

6.8.2 Aufgrund  des  Gesagten  spricht  vorliegend  die  gesundheitliche  Situation 
der Beschwerdeführerin gegen eine Rückführung nach Bosnien und Her-
zegowina. Aufgrund der Aktenlage steht fest, dass die Beschwerdeführerin 
an  einer  chronifizierten  posttraumatischen  Belastungsstörung,  begleitet 
von einer schweren Depression leidet, die offensichtlich eine gezielte The-
rapie in einem längerfristigen Zeithorizont erfordert. Dass sie in ihrer Hei-
mat  eine  adäquate  und  ihrer  schlechten  Verfassung  angemessene  Be-
handlungmöglichkeit erhalten würde, ist zwar nicht völlig auszuschliessen. 
Dennoch ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, bei der auf-
grund ihrer psychischen Verfassung von einem invalidisierenden Zustand 
auszugehen ist, nicht in der Lage wäre, aus eigener Kraft ein Einkommen 
zu erzielen,  welches die Finanzierung der benötigten Behandlungen und 
Medikamente sicherstellen könnte. Auch ist nicht davon auszugehen, dass 
die  Beschwerdeführerin  ein  genügend  tragfähiges  soziales  Beziehungs-
netz vorfinden würde. Somit ist zu befürchten, dass sie bei einem Wegwei-
sungsvollzug in ihr Heimatland voraussichtlich sich selbst überlassen wäre 
und die notwendige Therapie nicht erhalten würde. Entgegen der Auffas-
sung der Vorinstanz wäre unter diesem Gesichtspunkt auch eine vorüber-
gehende finanzielle Unterstützung mittels medizinischer Rückkehrhilfe kei-
ne Lösung. Nach Ablauf der begrenzten Dauer der Rückkehrhilfe wäre die 
Beschwerdeführer bezüglich Finanzierung ihrer Therapie und der benötig-
ten Medikamente auf sich gestellt. Zudem ist die Gefahr einer Retraumati-
sierung der Beschwerdeführerin im Fall einer Rückkehr nach Bosnien und 
Herzegowina auch noch im heutigen Zeitpunkt zu gross und die damit zu-
sammenhängenden Auswirkungen auf  ihren Gesundheitszustand zu gra-

15

vierend,  unter  Umständen  sogar  lebensbedrohend.  Die  Vorinstanz  hat 
diesbezüglich  festgehalten,  dass  aufgrund der  unglaubhaften Vorbringen 
der Beschwerdeführerin nicht festgestellt werden könne, wann und wie sie 
traumatisiert worden sei. Auch wenn die genauen Umstände beziehungs-
weise  der  Kontext,  in  dem  die  traumatisierenden  Erlebnisse  vorgefallen 
sind, vorliegend unklar bleiben, steht dennoch fest, dass die Beschwerde-
führerin traumatisiert  ist, was gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs spricht.

6.8.3 Somit  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter  Würdigung  der  Ge-
samtumstände vorliegend zum Schluss, dass der gesundheitliche Zustand 
der  Beschwerdeführerin  eine  Rückkehr  nach  Bosnien  und  Herzegowina 
nicht zulässt und sich der Vollzug als unzumutbar erweist.

6.8.4 Den  Akten  sind  keine  Anhaltspunkte  zu  entnehmen,  wonach  die  Be-
schwerdeführerin  die  öffentliche Sicherheit  und Ordnung  verletzt  oder  in 
schwerwiegender Weise gefährdet hätte (Art. 14 Abs. 6 ANAG). Das Be-
stehen anderer Vollzugshindernisse kann vorliegend offen bleiben.

6.9 Nach dem Gesagten ist  die Beschwerde bezüglich der Anerkennung der 
Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl abzuweisen. In Bezug 
auf die Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist die 
Beschwerde  gutzuheissen  und die angefochtene  Verfügung  aufzuheben. 
Das BFM ist anzuweisen, die Beschwerdeführerin vorläufig aufzunehmen.

7. Die  Beschwerdeführerin  ersucht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege, da sie mittellos sei. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG kann eine 
Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Begehren 
nicht aussichtslos erscheint, auf Antrag davon befreit werden, Verfahrens-
kosten  zu bezahlen.  Da die  Voraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  der  Antrag 
gutzuheissen und die Beschwerdeführerin von der Bezahlung der Verfah-
renskosten zu befreien.

8. Der  teilweise  obsiegenden  Beschwerdeführerin  ist  entsprechend  Art.  64 
Abs. 1 VwVG eine Parteikostenentschädigung zuzusprechen. Diese ist in 
Anwendung von Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. den Bestimmungen von 
Art.  7-9  des  Reglements  vom 11.  Dezember  2006 über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2) und unter Berücksichtigung der mit der Beschwerde einge-
reichten und angemessen erscheinenden Kostennote vom 7. Juli 2004 so-
wie  des  im Übrigen  zuverlässig  abschätzbaren  Aufwandes  und  entspre-
chend des teilweisen Durchdringens auf die Hälfte zu reduzieren und auf 
insgesamt Fr. 700.-- (inklusive aller Auslagen) festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite)

16

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird, soweit die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft 
und die Gewährung des Asyls betreffend, abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird bezüglich des Vollzugs der Wegweisung gutgeheis-
sen.

3. Die Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 2004 werden 
aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  die  Beschwerdeführerin  in  der 
Schweiz vorläufig aufzunehmen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG 
wird gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

5. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 700.-- auszurichten.

6. Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Beilage:  angefochtene  
Verfügung im Original)

- den Migrationsdienst des Kantons C._______ ad _______

- die Vorinstanz (Ref-Nr. N _______)

Der Instruktionsrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Karin Steiner

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