# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c63bdf7-5334-5f27-9bf3-325c5ac8608b
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1988 1068
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1988-1068_nodate.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Regierungsrates 1067, 1068

oder nicht. Eine Einschränkung der positiven Rechtswirkung des Grund­
buches rechtfertigt sich in diesem Fall nicht, da es nicht darum geht, den 
allenfalls besser Berechtigten vor unlautern Machenschaften zu schützen. 
Entscheidet der Richter später, dass der Grundbucheintrag unrichtig ist 
und das Eigentum jemand anderem zusteht, so ist es im Bedarfsfälle seine 
Sache, gleichzeitig festzusetzen, welche Aufwendungen der rechtmässige 
Eigentümer der unterliegenden Partei zu vergüten hat.

RRB 29.3.1960

(In Abweisung einer staatsrechtlichen Beschwerde hat die Staatsrecht­
liche Kammer des Bundesgerichts mit Urteil vom 25. Mai 1960 die Zustän­
digkeit des Regierungsrates zur Beurteilung des obigen Streitfalles bejaht.)

1068

Flurgenossenschaft. Zwischen der Beitragspflicht des einzelnen Mit­
glieds einer Flurgenossenschaft und den ihm gebotenen Vorteilen hat ein 
angemessenes Verhältnis zu herrschen.

Gemäss Art. 123 EG zum ZGB1 darf der Regierungsrat die Statuten, den 
Plan und den Kostenvoranschlag einer Flurgenossenschaft nur genehmi­
gen, wenn die Kosten des Unternehmens mit seinem Nutzen in Einklang 
stehen. Nach konstanter regierungsrätlicher Praxis bedeutet diese Bestim­
mung, dass sowohl zwischen den Gesamtkosten und dem Gesamtnutzen 
als auch zwischen der Beitragsleistung des einzelnen Mitglieds und den 
ihm gebotenen Vorteilen ein angemessenes Verhältnis herrschen muss.

Für die Aufstellung des Kostenteilers wird den Flurgenossenschaften 
weitgehende Freiheit gelassen, damit sie die Lösung wählen können, die 
den Genossenschaftern am besten behagt. Immerhin setzt die Geneh­
migung eines solchen Teilers voraus, dass er dem Nutzen, den die Genos­
senschaft für die einzelnen Mitglieder abwirft, angemessen Rechnung 
trägt. Lässt sich ein Kostenteiler einzig mit dem Bedürfnis nach Beschaf­
fung der erforderlichen Mittel begründen, so ist dessen Genehmigung 
nicht möglich.

1 Heute: Art. 175 Abs. 2 lit. a EG zum ZGB vom 27. April 1969 (bGS 211.1)

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A. Entscheide des Regierungsrates 1068,1069

In dem zur Diskussion stehenden Fall wird vom Käufer eines zum Ge­
nossenschaftsgebiet gehörenden Grundstücks ein Beitrag verlangt, dem 
keine Leistung der Flurgenossenschaft gegenübersteht. Die Vorteile, 
welche die Flurgenossenschaft dem Grundstückerwerber bietet, sind die­
selben, in deren Genuss schon der Veräusserer gestanden hat. Da der 
Handwechsel einer Liegenschaft die Flurgenossenschaft in keiner Weise 
belastet, lässt es sich nicht rechtfertigen, an diesen Vorgang eine Bei­
tragspflichtzu knüpfen.

RRB 11.12.1961

1069

Flurgenossenschaft. Die Erhebung von Gebühren bei Handänderungen 
von Gebäuden im Einzugsbereich der Flurgenossenschaft ist nicht zu­
lässig.

H . K. hat am 7. November 1975 die Parzellen Nrn. 594/595, Grundbuch X , 
käuflich erworben. Damit wurde er automatisch Mitglied der Weiherkor­
poration (Flurgenossenschaft) Untere Schwendi-Neubrücke. In Anwen­
dung von Art. 13 Abs. 1 der Korporationsstatuten wurde H. K. im Anschluss 
an diese Handänderung Rechnung im Betrage von Fr. 364.30 gestellt. 
Art. 13 Abs. 1 lautet:

Bei Handänderungen im Korporationsgebiet ist eine Handänderungs­
gebühr vom Käuferim Betrage von 10 Rappen von je Fr. 1 0 0 - Assekuranz­
summe der Gebäude zu entrichten. Ausgenommen sind Ehegatten und 
unmündige Kinder.

H.K. erhob Aufsichtsbeschwerde an den Regierungsrat mit folgenden 
Begehren:
I .  Es sei festzustellen, dass Art. 13 Abs. 1 der Statuten der Weiherkorpora­
tion Untere Schwendi-Neubrücke mit Art. 26 der Kantonsverfassung nicht 
vereinbar sei;
2. der Regierungsrat habe die Weiherkorporation Untere Schwendi- 
Neubrücke anzuweisen, Art. 13 Abs. 1 der Statuten zu streichen.

Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, es handle sich hier um 
eine mit der Verfassung nicht vereinbare Doppelbesteuerung.

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