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**Case Identifier:** f4f6a91d-20ce-5dd3-acb0-206b643c427d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 16.05.2022 B 2021/223, B 2021/224
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2021-223--B-2021-2_2022-05-16.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2021/223, B 2021/224

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 11.07.2022

Entscheiddatum: 16.05.2022

Entscheid Verwaltungsgericht, 16.05.2022
Nichteintreten auf Rekurs und Beschwerde durch die 
Verwaltungsrekurskommission (VRK). Art. 196 Abs. 1 und 161 StG (sGS 
811.1), Art. 48 VRP (sGS 951.1). Art. 119, 140 und 145 DBG (SR 642.11). Das 
Verwaltungsgericht kam zum Schluss, der Verweis der Beschwerdeführerin 
auf Rechnungskopien (der Beschwerde in Klarsichtmäppchen beigelegt und 
nach Jahren sortiert) sei strukturiert mit Nennung der einzelnen 
Buchhaltungskonti und der jeweiligen Steuerjahre erfolgt. Hierbei handle es 
sich um eine sachbezogene Begründung, aufgrund welcher für 
Rechtsmittelinstanz und Steuerverwaltung erkennbar sei, mit welchen 
Überlegungen und mit welchem Ziel (konkret: Korrektur der vom 
Beschwerdegegner vorgenommenen steuerlichen Aufrechnungen) der 
Rechtsmittel-Antrag gestellt worden sei. Nachdem es bei allen streitigen 
Aufrechnungen um die Frage gehe, ob die Zahlungen der 
Beschwerdeführerin an Drittdienstleister geschäftsmässig begründet seien 
oder nicht, erweise sich auch die gleichförmige und sich wiederholende 
Begründung für die einzelnen Jahre als gerechtfertigt. Insofern habe mit der 
Rechtsmitteleingabe an die Vorinstanz eine substantiierte Sachdarstellung 
und Beilegung von Beweismitteln vorgelegen. Soweit von einer inhaltlich 
grundsätzlich zureichenden und damit gültig eingereichten, aber in 
Teilaspekten inhaltlich zu präzisierenden Beschwerde ausgegangen würde, 
wäre sie einer nachträglichen Verbesserung zugänglich. Die ab 1. März 2021 
geltende Praxis des Verwaltungsgerichts ziele insbesondere auf eine (hier 
nicht gegebene) blosse Beschwerdeerklärung ab, die von einer 
professionellen und/oder rechtskundigen Vertretung zwecks Verlängerung 
der Beschwerdefrist eingereicht worden sei und einer nachträglichen 
Verbesserung/Ergänzung nicht zugänglich wäre. Die Möglichkeit zur 
Verbesserung der Rechtsmitteleingabe müsse im Verfahren vor der 
Vorinstanz umso mehr zum Tragen kommen können, als sie die erste und 
zudem (im Gegensatz zum Verwaltungsgericht) die mit voller Kognition 
ausgestattete kantonale Steuerjustiz-Instanz sei. Der für st. gallische 

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Rechtsmittelverfahren nicht ohne Weiteres versierten Rechtsvertreterin der 
Beschwerdeführerin (Treuhandbüro) könne nicht vorgeworfen werden, sie 
habe sich innert der Rechtsmittelfrist (bewusst) auf eine mangelhafte 
Beschwerde beschränkt, um in Erwartung einer Nachfrist eine Verlängerung 
der Beschwerdefrist herbeizuführen. Bei Annahme einer inhaltlich zu 
präzisierenden Begründung der bei der Vorinstanz erhobenen Rechtsmittel 
wäre somit eine Nachfrist zur materiellen Verbesserung zu gewähren 
gewesen. Eine Nachfristansetzung im Rechtsmittelverfahren werde aufgrund 
einer mangelnden Mitwirkung in früheren Verfahrensstadien nicht einfach 
hinfällig. Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Rechtsmitteleingabe habe 
das Schreiben der Vorinstanz vom 31. August 2021 nicht eingeräumt, 
sondern der Beschwerdeführerin ausschliesslich Gelegenheit gewährt, zur 
prozessualen Frage der Gültigkeit der eingereichten Rechtsmittel Stellung 
zu nehmen. Die nachträgliche Eingabe der Beschwerdeführerin vom 
9. September 2021 habe die Vorinstanz denn auch nicht als Verbesserung 
der Beschwerdebegründung entgegengenommen, sondern - mit Hinweis auf 
den Eingang dieses Schreibens nach Ablauf der Rechtsmittelfrist - 
ausdrücklich von der Prüfung des Vorliegens einer ausreichenden 
Begründung unter Berücksichtigung jenes Schreibens abgesehen. Dieses 
Vorgehen vermöge den von der Praxis gestellten Anforderungen an eine 
Rechtsmittelbegründung und an die Möglichkeit einer allfälligen 
Verbesserung der Rechtsmitteleingabe sowie den Verhältnissen, wie sie bei 
der Prüfung der geschäftsmässigen Begründetheit von Aufwänden und/oder 
entsprechenden steuerlichen Aufrechnungen regelmässig vorliegen würden, 
nicht gerecht zu werden. Die angefochtene Nichteintretensverfügung lasse 
sich dementsprechend nicht aufrechterhalten (Verwaltungsgericht, 
B 2021/223, B 2021/224).

Entscheid vom 16. Mai 2022

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Schmid

Verfahrensbeteiligte

T.__ AG,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch St. Galler Steuerexperten AG, Bogenstrasse 9, 9000 St. Gallen,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung direkte Bundessteuer, 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,

Beschwerdebeteiligte,

Gegenstand

Nichteintretensentscheid (Kantonssteuern sowie direkte Bundessteuer aufgrund 

der Rechnungsabschlüsse 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

Die T.__ AG wurde durch das kantonale Steueramt St. Gallen am 30. November 2020 

für die Kantonssteuern und die direkte Bundessteuer aufgrund der 

Rechnungsabschlüsse 2014 bis 2018 veranlagt. Hiergegen erhob die T.__ AG am 

20. Dezember 2020 Einsprache, ohne Anträge zu stellen oder Unterlagen einzureichen. 

A.a. 

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Im Nachgang zu entsprechenden Aufforderungen des kantonalen Steueramtes reichte 

die T.__ AG mit E-Mail vom 18. März 2021 Unterlagen ein; konkrete Anträge stellte sie 

weiterhin nicht. Das Steueramt ging im Einspracheentscheid vom 21. Juli 2021 davon 

aus, dass Unterlagen zur Entkräftung von steuerlichen Korrekturen eingereicht worden 

waren, prüfte sie entsprechend und hiess die Einsprache für das Jahr 2014 teilweise 

gut; die Einsprachen für die Jahre 2015 bis 2018 wies es ab. Für die Kantonssteuern 

setzte es die steuerbaren Reingewinne auf CHF 624'600 (2014, satzbestimmend), 

CHF 337'700 (2015; satzbestimmend: CHF 355'500), CHF 330'200 (2016; 

satzbestimmend: 600'400), CHF 183'100 (2017; satzbestimmend: CHF 333'000) und 

CHF 266'100 (2018; satzbestimmend: CHF 483'900) sowie die steuerbaren 

Eigenkapitalien auf CHF 134'000 (2014, satzbestimmend), CHF 0 (2015 bis 2017) und 

CHF 28'000 (2018; satzbestimmend: CHF 56'000) fest. Für die direkte Bundessteuer 

setzte es die steuerbaren Reingewinne auf CHF 624'600 (2014), CHF 355'500 (2015), 

CHF 600'400 (2016), CHF 333'000 (2017) und CHF 483'900 (2018) fest (act. G 8 3/1).

Die A.__ AG erhob für die T.__ AG bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons 

St. Gallen (VRK) mit Eingabe vom 21. August 2021 Rekurs und Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 21. Juli 2021 mit dem Antrag, die Aufrechnungen gemäss 

Einspracheentscheid seien rückgängig zu machen. Zur Begründung der fehlenden 

Berechtigung der Aufrechnungen verwies sie jeweils auf beigelegte Rechnungskopien 

und zugrundeliegende Verträge (act. G 8/1). Der Verfahrensleiter der VRK gab der 

A.__ AG hierauf mit Schreiben vom 31. August 2021 unter Einforderung eines 

Kostenvorschusses bekannt, dass vorab die Frage zu beantworten sei, ob die 

Rechtsmittel die Gültigkeitsvoraussetzungen erfüllen und insbesondere eine 

ausreichende Begründung enthalten würden. Falls dies nicht der Fall sein sollte, werde 

das Gericht auf die Rechtsmittel mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht eintreten (act. G 

8/5). Die A.__ AG nahm hierzu im Schreiben vom 9. September 2021 Stellung und 

bestätigte ihren Antrag und ihre Begründung (act. G 3/6). Die VRK verzichtete in der 

Folge auf die Einholung einer Vernehmlassung bei der Vorinstanz und trat mit 

Präsidialverfügung vom 17. September 2021 auf die Rechtsmittel nicht ein mit der 

Begründung, dass Rekurs und Beschwerde mangels Begründung unvollständig seien 

und eine Nachfristansetzung nicht möglich sei, weil es sich bei der Nichtbeachtung der 

Begründungspflicht nicht um ein nachträglich korrigierbares Versehen handle (act. G 

2). 

A.b. 

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B.  

Gegen diese Nichteintretensverfügung erhob die St. Galler Steuerexperten AG für die 

T.__ AG (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 20. Oktober 2021 Beschwerde mit den 

Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und die VRK (Vorinstanz) sei anzuweisen, auf 

den Rekurs und die Beschwerde einzutreten und die Rechtsmittel materiell zu 

behandeln, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1).

B.a. 

Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 5. November 2021 Abweisung 

der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung (act. G 7). Der Beschwerdegegner hielt in der 

Vernehmlassung vom 17. November 2021 fest, er erachte das vorinstanzliche 

Nichteintreten auf Rekurs und Beschwerde mangels Begründung als (sehr) streng; 

letztlich sei es jedoch Sache der Steuerjustizinstanzen zu beurteilen, ob die 

Gültigkeitsvoraussetzungen für die Rechtsmittel eingehalten seien. Auf die Stellung 

eines formellen Antrags werde verzichtet (act. G 10). Die Beschwerdebeteiligte liess 

sich in der Eingabe vom 8. November 2021 vernehmen, verzichtete jedoch ebenfalls 

auf eine Antragstellung (act. G 11).

B.b. 

Die Beschwerdeführerin bestätigte mit Eingabe vom 20. Dezember 2021 ihren 

Standpunkt (act. G 13). Die Vorinstanz verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (act. 

G 15). Die Beschwerdebeteiligte äusserte sich in einer weiteren Eingabe vom 

10. Januar 2022, neu mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde, unter 

Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin (act. G 16). Hierzu erging eine 

Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 24. Januar 2022 (act. G 18). Am 

26. Januar 2022 gab die Vorinstanz ihren Verzicht auf weitere Ausführungen bekannt 

(act. G 20).

B.c. 

Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den 

Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

B.d. 

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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.   

2.  

Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung 

aufgrund der Rechnungsabschlüsse vereinheitlicht sind, erledigte die Vorinstanz den 

Rekurs betreffend die Kantonssteuern 2014 bis 2018 einerseits und die Beschwerde 

betreffend die direkte Bundessteuer 2014 bis 2018 anderseits zu Recht im gleichen 

Urteil, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch die 

Beschwerdeführerin die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben 

(BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die 

Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 

10. Oktober 2014 E. 1.2).

1.1. 

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des 

Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über 

die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung 

der Rechtsmittel berechtigt. Die Eingabe vom 20. Oktober 2021 entspricht zeitlich, 

formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 StG in 

Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 

Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.

1.2. 

Streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf den Rekurs (Kantonssteuern 2014 bis 2018) 

und Beschwerde (direkte Bundessteuer 2014 bis 2018) gegen den 

Einspracheentscheid vom 21. Juli 2021 nicht eintrat. - Gemäss Art. 119 DBG können 

die vom Gesetz bestimmten Fristen nicht erstreckt werden (sog. Verwirkungsfristen). 

Vor Verwaltungsgericht richten sich die Rechtsmittel-Fristen bei der direkten 

Bundessteuer nach den Bestimmungen des erstinstanzlichen Beschwerdeverfahrens 

(vgl. Art. 145 Abs. 2 DBG). Demnach kann die steuerpflichtige Person gegen den 

Beschwerdeentscheid der Verwaltungsrekurskommission innert 30 Tagen nach 

Zustellung beim Verwaltungsgericht schriftlich Beschwerde erheben (Art. 140 Abs. 1 

DBG). Sie muss in der Beschwerde ihre Begehren stellen, die sie begründenden 

2.1. 

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Tatsachen und Beweismittel angeben sowie Beweisurkunden beilegen oder genau 

bezeichnen. Entspricht die Beschwerde diesen Anforderungen nicht, so wird der 

steuerpflichtigen Person unter Androhung des Nichteintretens eine angemessene Frist 

zur Verbesserung angesetzt (Art. 140 Abs. 2 DBG). Bei den kantonalen Steuern können 

die Beteiligten den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission ebenfalls innert 30 

Tagen beim Verwaltungsgericht anfechten (Art. 196 Abs. 1 StG). Das Verfahren richtet 

sich nach den Vorschriften des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (vgl. 

Art. 161 StG). Nach Art. 48 VRP ist der Rekurs schriftlich einzureichen. Er muss einen 

Antrag sowie eine Darstellung des Sachverhalts und eine Begründung enthalten. Er ist 

zu unterzeichnen. Fehlen Antrag, Darstellung des Sachverhaltes, Begründung oder 

Unterschrift, so fordert die Rechtsmittelinstanz die rekurrierende Person unter 

Ansetzung einer Frist auf, das Rechtsmittel zu ergänzen. Mit der Aufforderung zur 

Ergänzung ist anzudrohen, dass nach unbenützter Frist auf das Rechtsmittel nicht 

eingetreten werde (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 VRP).

Die in Art. 140 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG verankerte 

Nachfrist ist als Rechtswohltat zugunsten rechtunkundiger und prozessual 

unerfahrener steuerpflichtiger Personen konzipiert, um diese vor den Folgen einer 

andernfalls mangelhaften Prozessführung zu bewahren. Eine Nachfrist ist von 

vornherein nicht anzusetzen, wenn die beschwerdeführende Person sich innert Frist auf 

eine mangelhafte Beschwerde beschränkt, um in Erwartung einer Nachfrist eine 

Verlängerung der Beschwerdefrist herbeizuführen. Dies gilt auch, wenn der 

steuerpflichtigen Person kein Rechtsmissbrauch vorgeworfen werden kann. Eine 

blosse Anmeldung der Beschwerde innerhalb der gesetzlichen Frist, verbunden mit 

dem Begehren um eine Nachfrist zur Einreichung von Antrag und Begründung ist im 

Beschwerdeverfahren betreffend direkte Bundessteuer deshalb ausgeschlossen. 

Demnach ist in Steuersachen die Nachfrist zur Verbesserung der Eingabe nur bei 

Beschwerden, wo eine Begründung an sich vorliegt, diese aber unklar ist, zu gewähren. 

Da es sich bei der Einsprache- und Beschwerdefrist um eine gesetzliche oder 

peremptorische Frist und damit eine Verwirkungsfrist handelt, geht das materielle oder 

prozessuale Recht insgesamt unter, falls nicht sämtliche Sachurteilsvoraussetzungen 

innerhalb der 30 Tage erfüllt werden (BGer 2C_666/2018 vom 10. September 2018 

E. 2.2.4-2.2.5 mit weiteren Hinweisen; Hunziker/ Mayer-Knobel, in: Zweifel/Beusch 

[Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer [DBG], 3. Aufl. 2017, N 48 zu Art. 140 DBG).

In VerwGE B 2020/103 und 104 vom 30. November 2020 wurde die bis anhin 

2.2. 

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3.  

grosszügige Praxis des Verwaltungsgerichts St. Gallen bei der Gewährung von 

Nachfristen in Steuerverfahren sowohl betreffend direkte Bundessteuer als auch 

kantonale Steuern nicht mehr aufrechterhalten. In Steuersachen mit einer 30-tägigen 

Beschwerdefrist ist daher die Gewährung einer Nachfrist zur Ergänzung der 

Beschwerde nicht mehr möglich. Möglich bleibt einzig bei mangelhaften Beschwerden 

die Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung. Eine blosse Anmeldung der 

Beschwerde innerhalb der gesetzlichen Frist, verbunden mit dem Begehren um eine 

Nachfrist zur Einreichung von Antrag und Begründung ist damit in Steuerverfahren 

ausgeschlossen. Unabhängig davon besteht auch in Steuerverfahren nach wie vor die 

Möglichkeit, eine kurze Nachfrist (Notfrist) zur Verbesserung von mangelhaften 

Beschwerdeeingaben anzusetzen (vgl. Art. 140 Abs. 2 Satz 2 DBG). Zu berücksichtigen 

sein wird dabei jedoch, dass die Nachfrist vor allem rechtsunkundige und prozessual 

unbeholfene Steuerpflichtige vor den Folgen einer mangelhaften Prozessführung 

bewahren soll. Die Nachfristansetzung kann daher unterbleiben, wenn der 

Steuerpflichtige oder sein Vertreter bewusst eine mangelhafte Rechtsschrift einreicht, 

um sich so eine Erstreckung der Rechtsmittelfrist zu verschaffen (VerwGE B 2020/103 

und 104 a.a.O. E. 3 mit weiteren Hinweisen).

Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid dar, die Vertreterin der 

Beschwerdeführerin sei keine Laiin und vertrete Klienten berufsmässig vor Gericht, 

weshalb ein höheres Mass an Sorgfalt zu verlangen sei und die immer gleichen beiden 

Erklärungen zu den angefochtenen Aufrechnungen ("Die Aufrechnung bezüglich Konto 

… ist nicht gerechtfertigt, anbei die Rechnungskopien und die zugrundeliegenden 

Verträge.") mit einem Verweis auf ein Aktenbündel keine Begründung darstellen 

würden, weil sich die Beschwerdeführerin damit mit den Einspracheentscheiden nicht 

auseinandergesetzt habe. Der Rekurs und die Beschwerde seien mangels Begründung 

unvollständig. Eine Nachfristansetzung sei nicht möglich, weil es sich bei der 

Nichtbeachtung der Begründungspflicht nicht um ein nachträglich korrigierbares 

Versehen handle. Die Beschwerdeführerin sei in der Rechtsmittelbelehrung der 

Einspracheentscheide zudem ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die VRK 

keine Nachfrist zur Ergänzung ansetze, wenn Rekurs oder Beschwerde unvollständig 

seien und es sich nicht um einen versehentlichen formellen Fehler handle. Unter den 

gegebenen Umständen sei die Beschwerdeführerin gehalten gewesen, den 

Vertretungsauftrag frühzeitig zu erteilen, damit die Beauftragte genügend Zeit zur 

Einreichung vollständiger Rechtsmittel habe. Auf den Rekurs und die Beschwerde sei 

3.1. 

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mangels Begründung nicht einzutreten. Die am 9. September 2021 nachgereichten 

Ausführungen würden hieran nichts ändern, da sie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist 

eingegangen seien und damit offenbleiben könne, ob damit genügende Begründungen 

vorliegen würden oder nicht (act. G 2).

Die Beschwerdeführerin wendet unter anderem ein, bei sachgerechter Auslegung von 

Art. 140 Abs. 2 DBG und Art. 48 Abs. 1 VRP und gemäss Mitteilung des 

Verwaltungsgerichts vom 21. Dezember 2020 (publikationen.sg.ch), seien die 

Voraussetzungen für das Eintreten auf den Rekurs bzw. die Beschwerde vom 

21. August 2021 durch die Vorinstanz erfüllt gewesen. Die Untersuchungspflicht der 

Vorinstanz dürfe nicht unterlaufen werden, indem übermässige Anforderungen an die 

Begründung gestellt würden. Die A.__ AG sei, was die Führung von 

Rechtsmittelverfahren vor Gerichtsinstanzen anbelange, als Laiin zu behandeln, weil sie 

berufsmässig Buchhaltungen und Steuererklärungen bearbeite. Am 21. August 2021 

seien ein rechtsgenügender Antrag und eine rechtsgenügende Begründung eingereicht 

worden. Es wäre überspitzt formalistisch, wegen des fehlenden Aktenverzeichnisses 

auf das Rechtsmittel nicht einzutreten. Die Vorinstanz sei in der angefochtenen 

Verfügung überhaupt nicht auf die Begründung der A.__ AG eingetreten, was eine 

willkürliche und unkorrekte Sachverhaltsermittlung und Rechtsverweigerung darstelle. 

Unzutreffend sei die Feststellung der Vorinstanz, dass sich die Rechtsmitteleingabe "im 

Einzelnen" mit dem Einspracheentscheid auseinandersetzen müsse. Die Vorinstanz 

wende sowohl in ihrem Schreiben vom 31. August 2021 als auch in der 

Nichteintretensverfügung vom 17. September 2021 für die Nachfristansetzung eine 

enge, rein formelle Betrachtungsweise an und schliesse im Schreiben vom 31. August 

2021 eine Nachfristansetzung für die Begründung aus. Dabei hätte die Vorinstanz eine 

Nachfrist für die formelle Ergänzung (Einreichung eines Aktenverzeichnisses) und 

materielle Ergänzung der Beschwerde (verbale Umschreibung der Verbindung 

zwischen den Beilagen und der direkten Begründung) ansetzen sollen. Der Ansicht der 

Beschwerdebeteiligten, wonach eine Nichterfüllung von Verfahrensobliegenheiten im 

Vorverfahren höhere Anforderungen an die Prozessvoraussetzungen zur Folge habe, 

könne nicht gefolgt werden. Die gesetzliche Rechtsweggarantie gelte für die mit voller 

Kognition ausgestattete Vorinstanz unabhängig vom Verhalten der steuerpflichtigen 

Person im Vorverfahren bzw. habe erst recht dann Bedeutung, wenn im Vorverfahren 

nicht alles optimal gelaufen sei. Die bei der Vorinstanz erhobenen Rechtsmittel würden 

die Voraussetzungen für eine Nachfristansetzung erfüllen (act. G 1, G 13).

3.2. 

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 3.3. 

Die Geschäftstätigkeit der Beschwerdeführerin besteht insbesondere in der Planung 

und Bearbeitung von EDV-Konzeptionen, der Erbringung von IT-Dienstleistungen, im 

Handel mit Software und Hardware und in der Erstellung von Multimedia-Konzeptionen 

(vgl. Handelsregister-Eintrag). In der Steuerveranlagung vom 30. November 2020 

rechnete der Beschwerdegegner verschiedene Aufwendungen auf mit dem Hinweis, 

dass deren geschäftsmässige Begründung nicht rechtsgenüglich nachgewiesen sei 

(vgl. G 8 Beilage). Die Beschwerdeführerin erhob hiergegen am 20. Dezember 2020 

Einsprache, ohne indes konkrete Anträge zu stellen. Hierauf verlangte der 

Beschwerdegegner am 22. Dezember 2020 und 23. Februar 2021 zusätzliche Angaben 

und Unterlagen, worauf die Beschwerdeführerin am 18. März 2021 dem 

Beschwerdegegner die betreffenden Aufwandkonti samt den entsprechenden 

Rechnungen zukommen liess. Im Einspracheentscheid vom 21. Juli 2021 hielt der 

Beschwerdegegner fest, dass die Beschwerdeführerin die wiederholt gewährten und 

erstreckten Fristen ungenügend genutzt habe und ihren Verfahrenspflichten "fast zur 

Gänze" nicht nachgekommen sei (vgl. act. G 3/3a S. 2f.). Der Beschwerdegegner prüfte 

indes die eingereichten Unterlagen und hiess gestützt darauf die Einsprache für das 

Jahr 2014 teilweise gut; die Einsprachen für die Jahre 2015 bis 2018 wies er ab und 

bestätigte eine ermessensweise Aufrechnung von 50% der verbuchten Aufwände der 

einzelnen Jahre (act. G 3/3a und Veranlagungsverfügungen in act. G 3/3b). Die 

Beschwerdeführerin verwies hierauf in der Eingabe an die Vorinstanz vom 21. August 

2021 zur Begründung der fehlenden Rechtfertigung der im Einspracheentscheid vom 

21. Juli 2021 bestätigten Aufrechnungen bzw. der geschäftsmässigen Begründetheit 

der bezogenen Leistungen - jeweils unter Nennung des entsprechenden Kontos und 

des Jahres - auf beigelegte Rechnungskopien und zugrundeliegende Verträge mit den 

Leistungserbringern oder fügte eine kurze Erklärung an (letzteres für einzelne 

Positionen betreffend das Steuerjahr 2018). Zusätzlich hielt sie mit Hinweis auf ihre 

Internetseite fest, es handle sich um eine junge Unternehmung (Gründung 2011). Die 

Ergebnisse der ersten Jahre seien nicht glänzend gewesen. Es seien tiefe und dem 

Drittvergleich standhaltende Stundensätze angewendet worden. Verträge für das 

Outsourcing im Ausland seien vorhanden und beigelegt. Zum Teil sei auch mit 

Hardware gehandelt worden, mit niedriger Marge. Sämtliche mit den Aufwendungen 

zusammenhängende Dienstleistungen seien über die Beschwerdeführerin an die 

Kunden fakturiert worden (act. G 8/1).

3.3.1. 

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An das Erfordernis der Antragstellung und Begründung werden praxisgemäss keine 

allzu strengen Massstäbe angelegt, namentlich dann nicht, wenn die Eingaben nicht 

von Personen abgefasst sind, welche sich berufsmässig mit der Rechtsvertretung vor 

Rechtsmittelinstanzen befassen. Die Gültigkeit der Beschwerde setzt voraus, dass aus 

ihrem Inhalt erkennbar ist, in welchem Umfang und aus welchen Gründen die 

Abänderung des angefochtenen Entscheids angestrebt wird (vgl. SGE 2008 Nr. 15 E. 

1.2 m.H.). Wenn in der angefochtenen Verfügung (act. G 2 S. 3 sechster Absatz am 

Schluss) und in Zigerlig/Örtli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VII. 

Rz. 95, ohne weitere Differenzierung festgehalten wird, dass sich die 

Rechtsmitteleingabe mit dem angefochtenen Entscheid im Einzelnen

auseinandersetzen müsse, so kann dies keinen strengeren Massstab zur Folge haben, 

als er sich bereits aus der erwähnten Rechtsprechung ergibt. Wesentlich ist mithin 

einzig, dass die Rechtsmittel-Begründung den Grund und den Umfang des 

Abänderungsantrages erkennen lässt (SGE 2008 Nr. 15; vgl. auch GVP 1985 Nr. 50 

letzter Absatz; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., N 

47 zu Art. 140 DBG). Eine darüberhinausgehende Auseinandersetzung mit dem 

angefochtenen Entscheid ("im Einzelnen") ist nicht verlangt.

Wenn die Beschwerdebeteiligte unter Verweisung auf einen zivilrechtlichen Entscheid 

(BGer 4A_443/2018 vom 30. April 2018 E. 2.2) anmerkt, dass der pauschale Verweis 

auf Beilagen als Begründung in aller Regel nicht genüge (act. G 11 E. 2.4), ist zum 

einen festzuhalten, dass jenes Verfahren der hier nicht geltenden (zivilprozessualen) 

Verhandlungsmaxime unterlag. Zum anderen steht vorliegend - wie sich nachstehend 

zeigen wird - nicht ein blosser pauschaler Verweis auf Akten (ohne weitere Erklärungen) 

in Frage. Einem Verweis auf gleichzeitig mit der Eingabe eingereichte Akten kann in 

Fällen, in denen es - wie vorliegend (vgl. vorstehende E. 3.3.1) - im Wesentlichen um 

Zahlenwerte geht, insofern für sich allein ein Aussagewert zukommen, als er eine 

geeignete Grundlage dafür bildet, Annahmen der Einsprache-Instanz überprüfen und 

gegebenenfalls korrigieren zu können. So kann die Einreichung von Belegen für 

steuerliche Belange durchaus selbsterklärend sein, wenn die streitige Thematik - wie 

vorliegend die geschäftsmässige Begründetheit von Aufwandposten und 

entsprechende steuerliche Aufrechnungen - konkret umrissen und eingegrenzt ist. 

Zusätzliche verbale Ausführungen führen in einem von Zahlen beherrschten Kontext 

nicht immer zu besserer Erkenntnis oder mehr Klarheit. Der Beschwerdegegner hatte - 

und dies erscheint hier von Bedeutung - im Verwaltungs- und Einspracheverfahren 

diverse als Aufwand verbuchte Positionen gerade deshalb nicht akzeptiert, weil er sie 

3.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/17

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mangels entsprechender Belege als unzureichend nachgewiesen erachtete. Die (im 

vorinstanzlichen Verfahren nicht erfolgte) Einholung einer Vernehmlassung beim 

Beschwerdegegner hätte unter Umständen gezeigt, dass die Verweise auf 

Rechnungskopien nicht zum vornherein als unzureichende Begründung für die fehlende 

Rechtfertigung von steuerlichen Aufrechnungen ausser Betracht fallen. Der 

Beschwerdegegner hätte mithin zur Klärung der Situation beitragen können, wäre er im 

vorinstanzlichen Verfahren dazu eingeladen worden. Bereits im Einspracheverfahren 

führte denn auch die Einreichung von weiteren Akten zu einer teilweisen Gutheissung 

für das Jahr 2014. Der in der angefochtenen Verfügung vermerkte Umstand, dass mit 

dem vorinstanzlichen Rechtsmittel "ein Aktenstoss von mehr als 20 cm Höhe 

eingereicht wurde und die Akten weder nummeriert noch in einem Aktenverzeichnis 

aufgeführt waren" (act. G 2 S. 2), stellt für sich allein als formelle Gegebenheit keinen 

Nichteintretensgrund dar, sondern hätte gegebenenfalls Anlass gebildet, der 

Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben, ihre Rechtsmitteleingabe entsprechend in 

formeller Hinsicht (mit einer Aktennummerierung und einem Aktenverzeichnis) zu 

verbessern. Eine solche Gelegenheit räumte das vorinstanzliche Schreiben vom 

31. August 2021 (act. G 8/5) indes nicht ein.

Was die Übersichtlichkeit und die Ordnung der Rekursbeilagen betrifft, ist aktenkundig, 

dass alle Akten in Klarsichtmäppchen nach Jahren sortiert, mit den Konti und den 

dazugehörigen Rechnungen, der Vorinstanz als Beilage zu Rekurs und Beschwerde 

eingereicht worden waren. Auch die Beschwerdebeteiligte anerkennt, dass von einer 

rechtsgenüglichen Rechtsmittelbegründung auszugehen ist, wenn die Anfechtung von 

Aufrechnungen für die einzelnen Positionen jeweils mittels Verweis auf konzise, für den 

Nachweis der einzelnen Positionen beigelegte Unterlagen erfolge (act. G 16 S. 5 f.). Der 

Verweis der Beschwerdeführerin auf Rechnungskopien (der Beschwerde wie erwähnt in 

Klarsichtmäppchen beigelegt und nach Jahren sortiert) erfolgte strukturiert mit 

Nennung der einzelnen Buchhaltungskonti und der jeweiligen Steuerjahre (act. G 8/1). 

Hierbei handelt es sich - unabhängig von weiteren, die Beschwerdeanträge und -

begründung bestätigenden bzw. präzisierenden Ausführungen im Schreiben vom 

9. September 2021 (act. G 3/6) - um eine sachbezogene Begründung, aufgrund 

welcher für Rechtsmittelinstanz und Steuerverwaltung klar erkennbar ist, mit welchen 

Überlegungen und mit welchem Ziel (konkret: Korrektur der vom Beschwerdegegner 

vorgenommenen steuerlichen Aufrechnungen) der Rechtsmittel-Antrag gestellt wurde. 

Letzteres hat umso mehr zu gelten, als das Thema des Einspracheverfahrens mit 

demjenigen des vorinstanzlichen Rechtsmittelverfahrens übereinstimmte bzw. im 

3.3.3. 

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vorinstanzlichen Verfahren keine neuen Aspekte hinzukamen. Nachdem es bei allen 

streitigen Aufrechnungen der Jahre 2014 bis 2018 um immer dieselbe Frage geht, ob 

die Zahlungen der Beschwerdeführerin an Drittdienstleister geschäftsmässig begründet 

sind oder nicht, erweist sich auch die gleichförmige und sich wiederholende 

Begründung für die einzelnen Jahre als gerechtfertigt. Aus den der Rechtsmitteleingabe 

an die Vorinstanz beigelegten Rechnungen der Leistungserbringer sind die Projekte, für 

welche die Leistungen bezogen wurden, sowie die leistungserbringenden Mitarbeiter 

samt Stundenansatz und Zeitaufwand ersichtlich (act. G 8/1 Beilagen). Insofern lag mit 

der Rechtsmitteleingabe an die Vorinstanz eine substantiierte Sachdarstellung und 

Beilegung von Beweismitteln vor (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 55 zu 

Art. 140 DBG). Es war nicht nicht nötig, die Beilagen dahin zu "durchforsten, ob sich 

daraus etwas zugunsten der behauptungsbelasteten Partei ableiten lässt" (vgl. 

Anmerkung der Beschwerdebeteiligten in act. G 11 S. 3 unten). Der Vorhalt der 

Beschwerdebeteiligten, dass in der Rechtsmitteleingabe an die Vorinstanz die 

angefochtenen Entscheide "im Grunde genommen pauschal als falsch qualifiziert 

werden und zur Begründung sodann undifferenziert auf umfangreiche, unstrukturierte 

beigelegte Akten verwiesen" werde (act. G 11 S. 5 zweiter Absatz), trifft - jedenfalls in 

dieser Form - nicht zu und ist von daher, wie die Beschwerdebeteiligte selbst einräumt, 

tatsächlich "mit Vorsicht zu geniessen" (vgl. act. G 11 S. 4 unten). Dies gilt auch für die 

Feststellung der Beschwerdebeteiligten, wonach sich die Eingabe vom 21. August 

2021 darin erschöpfe, die angefochtenen Einspracheentscheide ohne die geringste 

Auseinandersetzung mit deren Inhalt für falsch zu erklären und "diverse ungeordnete 

und nicht zuordenbare Unterlagen beizulegen" (act. G 16 S. 5 oben). Unzutreffend ist 

sodann ihr weiteres Vorbringen, wonach die in der Rechtsmitteleingabe angebrachten 

"Verweise sowie die dazu beigebrachten ungeordneten Unterlagen keine stringente 

Zuordnung zu den einzelnen Positionen zulassen" würden (act. G 16 S. 5 Ziffer 2.3.3 

letzter Absatz am Schluss).

Zu beachten ist im Weiteren der - unbestritten gebliebene - Hinweis der 

Beschwerdeführerin, dass die A.__ AG berufsmässig Buchhaltungen und 

Steuererklärungen für ihre Kundschaft erstellt, Eingaben an Justizbehörden jedoch 

nicht zum Kerngebiet einer Treuhandgesellschaft gehören (act. G 1 Ziffer 3.1 siebter 

Absatz). Vertretung in (Steuer-)Prozessverfahren gehört denn auch nicht zum im 

Handelsregister eingetragenen Zweck und auch nicht zum im Internet publizierten 

Dienstleistungsangebot (www. … .ch; besucht am 28.04.2022 14.35). Hinsichtlich der 

Führung von Gerichtsverfahren vor st. gallischen Behörden kann die A.__ AG mit Sitz in 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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B.__ im Kanton Zug von daher jedenfalls nicht uneingeschränkt als versiert bzw. 

professionell gelten.

Die Prüfung der Frage, ob Leistungen von nahestehenden Unternehmen einem 

Drittvergleich standhalten, ist in aller Regel mit einigem Aufwand und allenfalls auch 

weiterem Klärungsbedarf verbunden. Soweit in der geschilderten Situation von einer 

inhaltlich grundsätzlich zureichenden und damit gültig eingereichten, aber in 

Teilaspekten inhaltlich zu präzisierenden Beschwerde ausgegangen würde, wäre sie 

einer nachträglichen Verbesserung zugänglich. Der Beschwerdeführerin bzw. der 

A.__ AG kann angesichts der dargelegten tatsächlichen Gegebenheiten nicht 

vorgeworfen werden, sie habe sich innert der Rechtsmittelfrist (bewusst) auf eine 

mangelhafte Rechtsmitteleingabe beschränkt, um in Erwartung einer Nachfrist eine 

Verlängerung der Beschwerdefrist herbeizuführen (vgl. BGer 2C_666/2018 a.a.O. E. 

2.2.5).  Die ab 1. März 2021 geltende Praxis des Verwaltungsgerichts zielt denn auch 

insbesondere auf eine - hier nicht gegebene - blosse Beschwerdeerklärung, die von 

einer professionellen und/oder rechtskundigen Vertretung zwecks Verlängerung der 

Beschwerdefrist eingereicht wurde und einer nachträglichen Verbesserung/Ergänzung 

nicht zugänglich wäre (vgl. Publikation Nr. 00.034.761 vom 21. Dezember 2020, 

publikationen.sg.ch). Zudem wurde in VerwGE B 2020/103 und 104 a.a.O. E. 3.2 

explizit bestätigt, dass "… einzig bei mangelhaften Beschwerden die Ansetzung einer 

Nachfrist zur Verbesserung. …" möglich bleibe. Dabei wurde zu Recht nicht zwischen 

formeller und materiell-inhaltlicher Verbesserung unterschieden. Diese Möglichkeit zur 

Verbesserung muss im Verfahren vor der Vorinstanz umso mehr zum Tragen kommen 

können, als sie die erste und zudem (im Gegensatz zum Verwaltungsgericht) die mit 

voller Kognition ausgestattete kantonale Steuerjustiz-Instanz ist (Art. 142 Abs. 4 DBG, 

Art. 46 Abs. 1 VRP).

Bei Annahme einer inhaltlich zu präzisierenden Begründung der bei der Vorinstanz 

erhobenen Rechtsmittel wäre somit eine Nachfrist zur materiellen Verbesserung zu 

gewähren gewesen. Eine Nachfrist wäre selbst dann anzusetzen gewesen, wenn (wie 

die Beschwerdebeteiligte dies tut; act. G 11 S. 4 E. 3) davon ausgegangen würde, dass 

die Untersuchungspflicht der Vorinstanz (vgl. Art. 130 Abs. 1 i.V.m. Art. 142 Abs. 4 

DBG, Art. 143 Abs. 1 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 54 zu Art. 140 

DBG) durch die mangelnde Mitwirkung der Beschwerdeführerin im Veranlagungs- und 

Einspracheverfahren herabgesetzt war. Dies umso mehr, als die A.__ AG erst für das 

Rechtsmittelverfahren vor der Vorinstanz beigezogen worden war (vgl. act. G 3 Beilage 

3.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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4.  

4). Mithin wird eine Nachfristansetzung im Rechtsmittelverfahren - sofern eine solche 

vorliegend überhaupt als notwendig erachtet wird - aufgrund einer mangelnden 

Mitwirkung in früheren Verfahrensstadien nicht einfach hinfällig. Mit der 

Beschwerdeführerin (act. G 13 Ziffer 4.7) ist im Weiteren festzuhalten, dass es bei der 

Prüfung der Voraussetzungen des Eintretens und der Nachfristansetzung um 

Rechtsfragen geht, deren Beantwortung - entgegen der offenbaren Auffassung der 

Beschwerdebeteiligten (act. G 11 S. 5 f.) - nicht dem Ermessen der Vorinstanz 

überlassen sind. Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Rechtsmitteleingabe räumte 

das Schreiben der Vorinstanz vom 31. August 2021 nicht ein, sondern gewährte der 

Beschwerdeführerin ausschliesslich Gelegenheit, zur prozessualen Frage der Gültigkeit 

der eingereichten Rechtsmittel Stellung zu nehmen (act. G 3/5). Die nachträgliche 

Eingabe der Beschwerdeführerin vom 9. September 2021 (act. G 3/6) nahm die 

Vorinstanz denn auch nicht als Verbesserung der Beschwerdebegründung entgegen, 

sondern sah - mit Hinweis auf den Eingang dieses Schreibens nach Ablauf der 

Rechtsmittelfrist - ausdrücklich von der Prüfung des Vorliegens einer ausreichenden 

Begründung unter Berücksichtigung jenes Schreibens ab (vgl. act. G 2 S. 4 dritter 

Absatz). Dieses Vorgehen - ob nun als "überspitzt formalistisch" zu qualifizieren oder 

nicht - vermag den von der Praxis gestellten Anforderungen an eine 

Rechtsmittelbegründung und an die Möglichkeit einer allfälligen Verbesserung der 

Rechtsmitteleingabe sowie den Verhältnissen, wie sie bei der Prüfung der 

geschäftsmässigen Begründetheit von Aufwänden und/oder entsprechenden 

steuerlichen Aufrechnungen regelmässig vorliegen, nicht gerecht zu werden. Die 

angefochtene Nichteintretensverfügung lässt sich dementsprechend nicht 

aufrechterhalten.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

Nichteintretensverfügung vom 17. September 2021 gutzuheissen und die Sache zur 

Weiterführung des Verfahrens und zu anschliessender materieller Behandlung der 

Streitsache an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4.1. 

In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen Begehren 

ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit 

Art. 144 Abs. 1 DBG). Die amtlichen Kosten sind demgemäss vom Staat zu tragen. 

Eine Entscheidgebühr von CHF 3'000 (B 2021/223: CHF 1'800, B 2021/224: 

CHF 1'200) ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerdeverfahren B 2021/223 und B 2021/224 werden vereinigt.

2.

Die Beschwerde betreffend Kantonssteuern aufgrund der Rechnungsabschlüsse 2014 

bis 2018 wird unter Aufhebung der Nichteintretensverfügung vom 17. September 2021 

gutgeheissen und die Sache zur Weiterführung des Verfahrens und zu anschliessender 

materieller Behandlung der Streitsache an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.

Die Beschwerde betreffend direkte Bundessteuer aufgrund der Rechnungsabbschlüsse 

2014 bis 2018 wird unter Aufhebung der Nichteintretensverfügung vom 17. September 

2021 gutgeheissen und die Sache zur Weiterführung des Verfahrens und zu 

anschliessender materieller Behandlung der Streitsache an die Vorinstanz 

zurückgewiesen.

4.

Der Staat trägt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 3'000 

(B 2021/223: CHF 1'800, B 2021/224: CHF 1'200). Auf die Erhebung wird verzichtet. 

Die von der Beschwerdeführerin in den Beschwerdeverfahren geleisteten 

Kostenvorschüsse von insgesamt CHF 3'000 werden ihr zurückerstattet.

941.12). Auf deren Erhebung ist zu verzichten (Art. 97 VRP). Der Beschwerdeführerin 

sind die von ihr geleisteten Kostenvorschüsse von insgesamt CHF 3'000 

zurückzuerstatten.

Die durch die St. Galler Steuerexperten AG vertretene Beschwerdeführerin hat 

Anspruch auf Entschädigung der ausseramtlichen Kosten durch den Staat (Art. 98

VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Bundesgesetz über 

das Verwaltungsverfahren, SR 172.021). Ohne Kostennote wird die Entschädigung 

ermessensweise festgesetzt (sachgemäss Art. 6 und 19 der Honorarordnung, 

sGS 963.75, HonO). Angemessen erscheinen CHF 3'000 (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO), 

zuzüglich Barauslagen von CHF 120 (4%). Eine Mehrwertsteuerentschädigung wurde 

nicht beantragt (Art. 29 HonO).

4.3. 

bis

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5.

Der Staat entschädigt die Beschwerdeführerin mit CHF 3'000 zuzüglich Barauslagen 

von CHF 120, ohne Mehrwertsteuer.

 

 

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 16.05.2022
	Nichteintreten auf Rekurs und Beschwerde durch die Verwaltungsrekurskommission (VRK). Art. 196 Abs. 1 und 161 StG (sGS 811.1), Art. 48 VRP (sGS 951.1). Art. 119, 140 und 145 DBG (SR 642.11). Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, der Verweis der Beschwerdeführerin auf Rechnungskopien (der Beschwerde in Klarsichtmäppchen beigelegt und nach Jahren sortiert) sei strukturiert mit Nennung der einzelnen Buchhaltungskonti und der jeweiligen Steuerjahre erfolgt. Hierbei handle es sich um eine sachbezogene Begründung, aufgrund welcher für Rechtsmittelinstanz und Steuerverwaltung erkennbar sei, mit welchen Überlegungen und mit welchem Ziel (konkret: Korrektur der vom Beschwerdegegner vorgenommenen steuerlichen Aufrechnungen) der Rechtsmittel-Antrag gestellt worden sei. Nachdem es bei allen streitigen Aufrechnungen um die Frage gehe, ob die Zahlungen der Beschwerdeführerin an Drittdienstleister geschäftsmässig begründet seien oder nicht, erweise sich auch die gleichförmige und sich wiederholende Begründung für die einzelnen Jahre als gerechtfertigt. Insofern habe mit der Rechtsmitteleingabe an die Vorinstanz eine substantiierte Sachdarstellung und Beilegung von Beweismitteln vorgelegen. Soweit von einer inhaltlich grundsätzlich zureichenden und damit gültig eingereichten, aber in Teilaspekten inhaltlich zu präzisierenden Beschwerde ausgegangen würde, wäre sie einer nachträglichen Verbesserung zugänglich. Die ab 1. März 2021 geltende Praxis des Verwaltungsgerichts ziele insbesondere auf eine (hier nicht gegebene) blosse Beschwerdeerklärung ab, die von einer professionellen und/oder rechtskundigen Vertretung zwecks Verlängerung der Beschwerdefrist eingereicht worden sei und einer nachträglichen Verbesserung/Ergänzung nicht zugänglich wäre. Die Möglichkeit zur Verbesserung der Rechtsmitteleingabe müsse im Verfahren vor der Vorinstanz umso mehr zum Tragen kommen können, als sie die erste und zudem (im Gegensatz zum Verwaltungsgericht) die mit voller Kognition ausgestattete kantonale Steuerjustiz-Instanz sei. Der für st. gallische

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	Rechtsmittelverfahren nicht ohne Weiteres versierten Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Treuhandbüro) könne nicht vorgeworfen werden, sie habe sich innert der Rechtsmittelfrist (bewusst) auf eine mangelhafte Beschwerde beschränkt, um in Erwartung einer Nachfrist eine Verlängerung der Beschwerdefrist herbeizuführen. Bei Annahme einer inhaltlich zu präzisierenden Begründung der bei der Vorinstanz erhobenen Rechtsmittel wäre somit eine Nachfrist zur materiellen Verbesserung zu gewähren gewesen. Eine Nachfristansetzung im Rechtsmittelverfahren werde aufgrund einer mangelnden Mitwirkung in früheren Verfahrensstadien nicht einfach hinfällig. Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Rechtsmitteleingabe habe das Schreiben der Vorinstanz vom 31. August 2021 nicht eingeräumt, sondern der Beschwerdeführerin ausschliesslich Gelegenheit gewährt, zur prozessualen Frage der Gültigkeit der eingereichten Rechtsmittel Stellung zu nehmen. Die nachträgliche Eingabe der Beschwerdeführerin vom 9. September 2021 habe die Vorinstanz denn auch nicht als Verbesserung der Beschwerdebegründung entgegengenommen, sondern - mit Hinweis auf den Eingang dieses Schreibens nach Ablauf der Rechtsmittelfrist - ausdrücklich von der Prüfung des Vorliegens einer ausreichenden Begründung unter Berücksichtigung jenes Schreibens abgesehen. Dieses Vorgehen vermöge den von der Praxis gestellten Anforderungen an eine Rechtsmittelbegründung und an die Möglichkeit einer allfälligen Verbesserung der Rechtsmitteleingabe sowie den Verhältnissen, wie sie bei der Prüfung der geschäftsmässigen Begründetheit von Aufwänden und/oder entsprechenden steuerlichen Aufrechnungen regelmässig vorliegen würden, nicht gerecht zu werden. Die angefochtene Nichteintretensverfügung lasse sich dementsprechend nicht aufrechterhalten (Verwaltungsgericht, B 2021/223, B 2021/224).

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