# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3450876c-20b6-5f14-ad0d-91156e1ca428
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.03.2021 D-1320/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1320-2018_2021-03-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
  
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1320/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  M ä r z  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richterin Constance Leisinger,  

Richter Gérald Bovier; 

Gerichtsschreiberin Teresia Gordzielik. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Sri Lanka,  

vertreten durch Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt,  

Clivia Wullimann & Partner,  

Beschwerdeführer,  

 

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 26. Januar 2018 / N (…). 

 

 

 

D-1320/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer 

Ethnie – ersuchte am 30. November 2015 in der Schweiz um Asyl. Am 

7. Dezember 2015 wurde er summarisch befragt und am 27. September 

2017 sowie am 24. Oktober 2017 einlässlich zu seinen Asylgründen ange-

hört. 

A.a Zu seinem persönlichen Hintergrund brachte er vor, er stamme aus 

einem Dorf namens B._______, Distrikt Jaffna, Nordprovinz, wo er geboren 

und aufgewachsen sei. Später habe er an verschiedenen Orten in den Dis-

trikten Jaffna und Kilinochchi sowie im Vanni-Gebiet gelebt.  

A.b Sein Asylgesuch begründete er damit, er sei (…) als Schüler im Alter 

von (…) Jahren in Jaffna aufgrund seiner Unterstützung der Liberation Ti-

gers of Tamil Eelam (LTTE) durch die sri-lankische Armee (SLA) festge-

nommen, während eines Jahres inhaftiert und dabei massiv gefoltert wor-

den (etwa Herausreissen von Fingernägeln, Zufügung von Verbrennungen, 

Verstümmelung der Nase mit Zange). Er habe Narben davongetragen und 

bis heute psychische Probleme.  

Nach Abschluss des A-Levels habe er von (…) bis (…) das (…) in 

C._______ besucht und eine Ausbildung zum (…) absolviert. In der Zeit sei 

er Präsident einer pro-tamilischen Studierendenorganisation gewesen und 

habe wiederum der Bewegung geholfen (Teilnahme an verschiedenen Pro-

testen und Demonstrationen sowie tamilischen Feiertagen). (…) seien zwei 

Mitglieder dieser Organisation durch die Armee festgenommen worden; ein 

(…) am College sei von Leuten erschossen worden. Aus Angst vor seiner 

Verhaftung sei er in das unter LTTE-Kontrolle stehende Vanni-Gebiet über-

gesiedelt.  

Dort habe er zunächst als Lehrer für die Nichtregierungsorganisation (…) 

gearbeitet und später hauptsächlich zukünftige Mitglieder der Sea-Tigers 

(Marine-Streitkräfte der LTTE) in (…) ausgebildet. Nach Wiederaufflammen 

des Krieges im Jahr 2006 habe er für die LTTE zudem Zwangsrekrutierun-

gen durchführen müssen. Eine rekrutierte Person habe Selbstmord began-

gen; ihr Schwager sei ein Black Tiger gewesen, weshalb er (der Beschwer-

deführer) Angst vor Vergeltung der Familie gehabt habe. Deren Eltern hät-

ten zudem nach ihm gesucht. Eine Zeit lang habe er unter dem Schutz 

eines LTTE-Kaders gestanden, weshalb er nicht selbst LTTE-Mitglied habe 

werden müssen. Nach dessen Tod sei jedoch auch er zwangsrekrutiert 

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Seite 3 

worden. Kurz vor Kriegsende sei er geflohen und habe sich zusammen mit 

seiner ersten Ehefrau an verschiedenen Orten im Vanni-Gebiet versteckt; 

Letztere sei am (…) 2009 bei einem Artillerieangriff der SLA umgekommen. 

Wenig später habe die Armee seinen Aufenthaltsort umzingelt, woraufhin 

er sich zusammen mit seinem (…) Monate alten Sohn ergeben habe und 

in ein Flüchtlingslager in Vavuniya überführt worden sei. Insgesamt sei er 

für mehrere Monate in drei Camps gewesen. In dieser Zeit habe er sehr 

zurückgezogen gelebt, einen Bart getragen, sich meist im Zelt aufgehalten 

und auf den guten Willen einer SLA-Führungsperson zählen können. Des-

wegen und wohl auch, weil er als alleinerziehender Vater eines Säuglings 

nicht das typische Profil eines LTTE-Mitglieds erfüllt habe, sei er nicht iden-

tifiziert worden. Schliesslich habe er durch Zahlung eines hohen Betrags 

durch seine Familie an Beamte des Criminal Investigation Department 

(CID) freikommen können. Nach Normalisierung der Lage im Land sei er 

zu seinen Eltern nach C._______ gegangen, habe sich dort wegen der 

früheren Probleme im Jahr (…) aber meistens im Haus aufgehalten.  

Im Jahr 2010 sei er nach Kilinochchi zurückgesiedelt. Er habe wieder eine 

Tätigkeit als Lehrer für die Reparatur von (…) bei der (…) aufgenommen. 

Allerdings sei er durch ehemalige Schüler und deren Umfeld erkannt wor-

den. In der Folge seien CID-Mitarbeitende während des Unterrichts auf ihn 

zugekommen, hätten ihn zu seinen Tätigkeiten als Lehrer der Sea-Tigers 

sowie seiner Verbindung zu den LTTE befragt und ihm gedroht, ihn in ein 

Rehabilitationszentrum zu schicken. Im gleichen Jahr seien auch das Ge-

schäft und das Haus seiner verstorbenen Ehefrau zerstört worden. Aus 

Angst vor den Behörden habe er seine Lehrtätigkeit nicht mehr regelmäs-

sig ausgeübt, (…) 2011 schliesslich beendet und danach versucht, unauf-

fällig zu leben.  

Gleichwohl sei nach ihm gesucht worden und habe er im Jahr 2012 erneut 

Probleme bekommen. Bei der Registrierung der Todesumstände seiner 

Ehefrau habe er wahrheitsgemäss eintragen lassen wollen, sie sei von der 

SLA getötet worden. Der Dorfvorsteher habe ihm unterstellt, unnötig Prob-

leme mit der Armee zu verursachen, und im Formular lediglich einen ent-

sprechenden Verdacht notiert. Das CID habe von der Angelegenheit erfah-

ren. Ebenfalls im Jahr 2012 habe ihn ein Nachbar bei den Behörden verra-

ten, weil dieser ein Grundstück für sich beansprucht habe, welches er (der 

Beschwerdeführer) für einen ehemaligen LTTE-Leutnant gepflegt habe. Er 

sei in das örtliche CID-Camp zitiert und später auch an seinem Wohnort 

aufgesucht und jeweils befragt worden, insbesondere dazu, warum er ein 

LTTE-Grundstück pflege, schlecht über die Regierung Sri Lankas spreche 

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und trotz LTTE-Mitgliedschaft in keinem Internierungslager gewesen sei. 

Ihm sei gedroht worden, er solle vorsichtig sein, die Behörden erhielten 

fortlaufend Informationen über ihn. Danach habe er sich zur Verfügung hal-

ten müssen und sei ein bis zwei Wochen später wieder zum Camp gerufen 

und befragt worden, auch dazu, warum er nicht erneut heirate und ob er 

wieder für die Bewegung kämpfen wolle. Schliesslich sei ihm mitgeteilt wor-

den, alle Informationen über ihn seien einer höheren Stelle geschickt wor-

den, er müsse sich weiterhin zur Verfügung halten. Um nicht weiter aufzu-

fallen, hätten seine Eltern eine zweite Ehe arrangiert.  

(…) 2013, kurz vor der Heirat, habe sich ein Mann namens D._______ (T.), 

ein Bekannter eines guten Kollegen, der mit ihm Mitglieder der Sea-Tigers 

unterrichtet habe, an ihn gewandt. T. habe ihm von Plänen zum Wiederauf-

bau der LTTE erzählt und ihn gebeten, einen (…) zu reparieren. Er sei der 

Bitte nachgekommen und habe dabei auch einige Helfer von T. kennenge-

lernt, danach aber nichts mehr von ihnen gehört. (…) 2014 habe er Bilder 

von ihnen mit Lösegeldversprechen in der Zeitung und auf Plakaten gese-

hen und wenig später in der Zeitung gelesen, dass Gehilfen von T. bei einer 

Schiesserei umgekommen seien und weiterhin nach Letzterem gefahndet 

werde. Er habe befürchtet, dass T. ihn bei einer Verhaftung denunzieren 

würde, weshalb er untergetaucht sei und abwechselnd bei verschiedenen 

Verwandten gelebt habe. Die gesamte Situation habe ihn aber zunehmend 

belastet, zumal im Laufe der Zeit etwa 60 bis 70 Personen aus dem Umfeld 

von T. festgenommen worden seien. Überdies habe er aufgrund seiner 

LTTE-Vergangenheit mit niemandem mehr Geschäfte machen können. So 

habe er einmal ein Darlehen zweimal zurückzahlen müssen, weil ihm ge-

droht worden sei, anderenfalls würde den Behörden von seiner LTTE-Ver-

bindung berichtet. Schliesslich habe er sich nicht mehr unter Kontrolle ge-

habt und sogar sich und andere gebissen. Anfang 2015 habe er einen 

Schlepper kontaktiert. Im (…) 2015 habe sein Vater mittels Bestechung und 

Hilfe eines Dorfvorstehers, einem ehemaligen LTTE-Sympathisanten, die 

Ausstellung einer echten Identitätskarte organisiert. Im November 2015 sei 

er (der Beschwerdeführer) dann endlich mit Hilfe des Schleppers illegal 

ausgereist.  

Im Jahr 2016 sei sein Bruder aus E._______ nach Sri Lanka zurückgekehrt 

und bei der Einreise nach ihm (dem Beschwerdeführer) befragt worden. 

Einige Wochen später hätten singhalesische Untersuchungsbehörden 

mehrere Male bei seiner Familie angerufen und sich nach ihm erkundigt. 

In Sri Lanka gebe es weiterhin Probleme, Personen würden festgenom-

men, erschossen oder verschleppt. In der Schweiz sei er exilpolitisch aktiv, 

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Mitglied im Tamil Coordinating Commitee of Switzerland (STCC) und 

nehme auch an Anlässen, so der Gedenkfeier für ein LTTE-Mitglied, teil.  

A.c Mit seinem Gesuch reichte der Beschwerdeführer zahlreiche Beweis-

mittel ein (vgl. im Einzelnen die Auflistung im angefochtenen Entscheid).  

B.  

Mit Verfügung vom 26. Januar 2018 – eröffnet am 30. Januar 2018 – stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie deren Vollzug an.  

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 1. März 2018 erhob der Be-

schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bean-

tragte zur Hauptsache, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und 

ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen, subeventualiter sei die Unzulässigkeit, 

allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und 

ihm als Folge davon die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege, inklusive Befreiung von der Kostenvorschusspflicht, sowie 

um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbei-

stand und reichte eine Unterstützungsbestätigung ein. Zudem beantragte 

er, es sei ein Abklärungsauftrag bei der Schweizer Botschaft in Colombo 

über den Inhaber einer bestimmten Telefonnummer sowie ein medizini-

sches Gutachten über seine psychische Erkrankung (insbesondere post-

traumatische Belastungsstörung) in Auftrag zu geben.  

D.  

Mit Schreiben vom 7. März 2018 wurde dem Beschwerdeführer der Ein-

gang der Beschwerde bestätigt.  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. März 2018 stellte die Instruktionsrichterin 

fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut 

und setzte antragsgemäss MLaw Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt, 

als amtlichen Rechtsbeistand ein. Zugleich wies sie die Beweismittelan-

träge ab und lud die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. 

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F.  

Mit Vernehmlassung vom 29. März 2018 nahm das SEM zur Beschwerde-

schrift Stellung. 

G.  

Mit Schreiben vom 7. Juni 2018 replizierte der Beschwerdeführer und 

reichte eine Terminkarte über die Behandlung seiner psychischen Erkran-

kung, einen sri-lankischen Medienbericht vom 23. Mai 2018 sowie eine Ho-

norarnote zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für Beschwerden gegen 

Verfügungen auf dem Gebiet des Asyls und entscheidet regelmässig – so 

auch hier – endgültig (Art. 5 VwVG, Art. 31 ff. VGG, Art. 105 AsylG [SR 

142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und seine 

Beschwerde erfolgte frist- und formgerecht (aArt. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 

Abs. 1 VwVG), womit auf diese einzutreten ist. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Der Beschwerdeführer begehrt im Sinne eines Eventualantrags die Zu-

rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. Dazu macht 

er diverse formellen Rügen geltend, namentlich eine Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehörs, einschliesslich der Begründungspflicht, 

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sowie des Untersuchungsgrundsatzes. Diese sind vorab zu prüfen, da sie 

allenfalls zur Kassation des angefochtenen Entscheids führen können (vgl. 

BVGE 2013/34 E. 4.2).  

3.1 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet ei-

nen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-

sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 

Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, 

welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse einer Partei umfasst, damit 

sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann 

(vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.). Mit diesem An-

spruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hö-

ren, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu be-

rücksichtigen, wobei die Begründung sich nicht mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1; (vgl. BVGE 

2011/37 E. 5.4.1; BVGE 2008/47 E. 3.2). 

Willkür liegt nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung in Betracht zu 

ziehen oder sogar vorzuziehen wäre, sondern nur, wenn ein Entscheid of-

fensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Wider-

spruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz klar 

verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider-

läuft (vgl. HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHERR, Schweizerisches Bundes-

staatsrecht, 9. Aufl., 2016, N 811 f.; BGE 133 I 149 E. 3.1, m.w.H.). 

3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, das SEM habe den Sachverhalt 

unrichtig und unvollständig erstellt sowie seine Vorbringen nicht ernsthaft 

und eingehend geprüft und damit den Untersuchungsgrundsatz sowie sei-

nen Anspruch auf rechtliches Gehör und insbesondere die Begründungs-

pflicht verletzt. So sei es fälschlicherweise davon ausgegangen, die Behör-

den hätten kein Interesse an ihm gehabt, zumal er bis zur Ausreise wieder-

holt Kontakt mit den Behörden gehabt habe, ohne inhaftiert oder mit einem 

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Strafverfahren belegt worden zu sein. Es habe auch willkürlich und fälsch-

licherweise angenommen, er gehöre nicht zu den Personen, welche nach 

dem Krieg eine Gefahr für die Einheit des Landes darstellten und daher der 

Verfolgung und Beseitigung durch die Behörden ausgesetzt waren und 

auch zukünftig sind. Weiter sei es fälschlich von einem nicht hinreichenden 

Kausalzusammenhang ausgegangen und habe sich nicht mit den in seiner 

Person vorliegenden individuellen Risikofaktoren auseinandergesetzt. 

Überdies sei es falsch und entspräche nicht der Realität in Sri Lanka, dass 

sich das Militär nicht mehr in zivile Angelegenheiten einmische. Ferner 

habe das SEM das eingereichte Beweismittel 18 (betreffend einen verur-

teilten Dozenten) nicht übersetzt und willkürlich gewürdigt. Schliesslich 

habe es das SEM unterlassen, ein medizinisches Gutachten erstellen zu 

lassen, und damit ebenfalls den Untersuchungsgrundsatz verletzt. 

3.3 Der Beschwerdeführer vermengt mit seiner Kritik an der Einschätzung 

der Vorinstanz zunächst die Frage der Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache. Eine 

Prüfung der Akten ergibt, dass das SEM alle seine Vorbringen und Beweis-

mittel erfasst, sich mit diesen auseinandergesetzt und sie in rechtsgenüg-

licher Weise beurteilt hat, so auch die in seinem Fall einschlägigen Risiko-

faktoren. Dies gilt weiter für das Beweismittel 18, wobei dazu ergänzend 

anzumerken ist, dass dessen Inhalt, wie er vom Beschwerdeführer darge-

legt wurde, durch das SEM nicht angezweifelt wurde, weshalb sich eine 

Übersetzung erübrigte. Dass das SEM sodann eine andere Würdigung des 

Sachverhalts vornahm, als vom Beschwerdeführer gewünscht, spricht 

nicht für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung und bedeutet auch 

noch keine Willkür. Das SEM genügt zudem der Begründungspflicht, wenn 

es im Rahmen der Begründung die wesentlichen Überlegungen nennt, wel-

che es seinem Entscheid zugrunde legt (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 26–33 

VwVG). Dieser Anforderung ist es im Rahmen seiner Erwägungen, welche 

eine umfassende Würdigung der vorgebrachten Gesuchsgründe beinhal-

ten, zweifelsohne gerecht geworden. Letztlich versetzte die Begründung 

den Beschwerdeführer auch in die Lage, den vorinstanzlichen Entscheid 

sachgerecht anzufechten.  

Im Sinne nachstehender Erwägungen (vgl. E. 8) erübrigen sich Ausführun-

gen zur Feststellung des medizinischen Sachverhalts im Hinblick auf die 

Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und namentlich zum – 

ohnehin mit Zwischenverfügung vom 27. März 2018 abgewiesenen – Be-

weisantrag. Abgesehen davon ist festzuhalten, dass das SEM vor Erlass 

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seines Entscheids weitere medizinische Berichte angefordert und abge-

wartet hat. Es hat in der Folge die – im Entscheidzeitpunkt wesentlichen – 

Vorbringen und Beweismittel erfasst und hinreichend gewürdigt, weshalb 

eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes sowie des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör ausser Betracht fällt.  

Soweit dem SEM schliesslich falsches Hintergrundwissen zur Situation in 

Sri Lanka vorgeworfen wird, ist festzuhalten, dass das Gericht selbst die 

im Zeitpunkt seines Entscheids aktuelle Sach- und Rechtslage zugrunde 

legt. Demnach ist nicht erheblich, auf welche Informationen sich die Vor-

instanz letztlich stützt. Die diesbezügliche Rüge geht damit ebenso fehl. 

3.4 Nach dem Gesagten erweisen sich die Rügen als unbegründet und ist 

der relevante Sachverhalt als erstellt zu erachten. Mithin fällt die beantragte 

Rückweisung der Sache an das SEM ausser Betracht. Das Gericht hat in 

der Sache zu entscheiden (Art. 61 Abs. 1 VwVG).  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

5.  

5.1 Das SEM hielt in der angefochtenen Verfügung fest, der Beschwerde-

führer habe keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft machen können. 

Nach der Freilassung aus dem Lager sei er lediglich im Jahr 2011 bezie-

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hungsweise 2010 einmal und 2012 ein zweites und letztes Mal befragt wor-

den. Sofern er tatsächlich verdächtigt worden wäre, sich an terroristischen 

Aktivitäten beteiligt zu haben oder eine Gefahr für die Sicherheit des sri-

lankischen Staates darzustellen, wäre er dabei auch inhaftiert und in ein 

Strafverfahren verwickelt worden. Die Behörden dürften zudem Kenntnis 

von seinem Aufenthaltsort in Sri Lanka gehabt haben, zumal er wiederholt 

in Kontakt mit ihnen gewesen sei (Heirat, Geburt des zweiten Sohnes, Ein-

schulung des ersten Sohnes, Ausstellung der Identitätskarte) und sich ge-

mäss eigenen Angaben mehrheitlich bei seiner Familie aufgehalten habe. 

Dennoch habe er selbst angegeben, während der letzten eineinhalb Jahre 

vor der Ausreise keine Probleme mehr mit den sri-lankischen Behörden 

aufgrund seiner LTTE-Mitgliedschaft beziehungsweise seiner Zusammen-

arbeit mit den LTTE gehabt zu haben. Insoweit sei nicht davon auszuge-

hen, dass zum Zeitpunkt der Ausreise ein ernsthaftes Verfolgungsinteresse 

an ihm bestanden habe.  

Die erlittenen oder befürchteten Nachteile aus der einjährigen Inhaftierung 

und Folter durch die Armee im Jahr (…) und seinen Aktivitäten als Leiter 

des Studentenflügels im Zeitraum von (…) bis (…), der Zwangsrekrutierung 

einer Person, welche später Selbstmord begangen habe, und der Unter-

richtung von Kindern, die zu den Sea-Tigers übergetreten und getötet wor-

den seien, – jeweils im Hinblick auf eine Rache der Eltern – sowie der Zer-

störung des Geschäfts und des Hauses seiner ersten Ehefrau im Jahre 

2010 würden in zeitlicher und sachlicher Hinsicht keinen Kausalzusam-

menhang zur Flucht aufweisen. Die Vorbringen zur Registrierung der To-

desursache seiner Ehefrau sowie betreffend die angedrohte Denunzierung 

als LTTE-Mitglied, wenn er geliehenes Geld nicht nochmals zurückzahle, 

erreichten hinsichtlich Art und Intensität kein asylrelevantes Ausmass. Be-

züglich seiner Vorbringen zur Unterstützung von T. könne nicht von einer 

begründeten Furcht ausgegangen werden, weil dieser sich dem Beschwer-

deführer zufolge vermutlich ins Ausland abgesetzt und somit einem allfälli-

gen Zugriff der sri-lankischen Behörden entzogen habe. Ausserdem sei 

wenig wahrscheinlich, dass das blosse Reparieren eines (…) zu einer re-

levanten Strafverfolgung führen würde. 

Die eingereichten Beweismittel vermöchten nicht zu einer anderen Ein-

schätzung zu führen. Die geltend gemachte Befragung seines Bruders bei 

dessen Wiedereinreise nach Sri Lanka zum Beschwerdeführer sowie die 

Anrufe bei der Familie einige Wochen später habe er während der mündli-

chen Begründung seines Gesuchs nicht erwähnt, was ein Hinweis darauf 

sei, dass es sich beim Brief seines Vaters aus dem Jahr 2016 (Beweismittel 

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Seite 11 

16) um ein Gefälligkeitsschreiben handle. Zudem nähmen die sri-lanki-

schen Behörden standardmässig Befragungen ihrer einreisenden Staats-

angehörigen vor und erkundigten sich dabei routinemässig auch nach den 

Angehörigen. Die Beweismittel 5 bis 7, 9 und 10, 13 bis 15 sowie 19 bis 25 

bezögen sich auf seine Ausbildung, seine Aufenthalte an bestimmten Orten 

und seine Angehörigen; seine Biographie sowie jene seiner Familie würden 

jedoch nicht angezweifelt. In den Beweismitteln 12 und 18, zwei Artikel be-

treffend zwei Personen, die er gekannt habe und welche ähnliche Erfah-

rungen wie er gemacht hätten (darunter der […] am College sowie ein Do-

zent, der bei den LTTE ebenfalls Personen zwangsrekrutiert habe und spä-

ter zu lebenslanger Haft verurteilt worden sei), werde er nicht persönlich 

erwähnt. Im Schreiben eines Parlamentariers (Beweismittel 11) würden 

seine Asylvorbringen zusammengefasst, was den Verdacht eines Auftrags-

schreibens nahelege. Die Vermisstenmeldung aus dem Jahr (…) (Beweis-

mittel 2) sei über 20 Jahre alt und lasse nicht erkennen, welche Person als 

vermisst gemeldet worden sei. Das Beweismittel 8 (betreffend seiner ers-

ten Schwiegermutter weggenommenes Land) stehe in keinem direkten Be-

zug zu ihm und sei unerheblich. 

Nach Prüfung der sogenannten Risikofaktoren sei aufgrund der Aktenlage 

auch nicht von einer begründeten Furcht vor künftigen Verfolgungsmass-

nahmen bei einer Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka aus-

zugehen. Die Befragung am Flughafen sowie später am Herkunftsort und 

eine allfällige Strafverfolgung wegen illegaler Ausreise stellten keine asyl-

relevanten Massnahmen dar. Eine Vorverfolgung habe der Beschwerde-

führer nicht glaubhaft machen können. Vielmehr habe er nach Kriegsende 

noch über sechs Jahre in Sri Lanka gelebt. Allfällige im Zeitpunkt der Aus-

reise bestehende Risikofaktoren hätten somit kein Verfolgungsinteresse 

der sri-lankischen Behörden ausgelöst. An der Einschätzung ändere auch 

die geltend gemachte exilpolitische Tätigkeit des Beschwerdeführers 

nichts, zumal die eingereichten Fotos (Beweismittel 17) keine erhebliche 

Exponierung erkennen liessen, sondern ihn lediglich als Mitläufer zeigten.  

5.2 Dem entgegnete der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift, 

seine Vorbringen betreffend seine LTTE-Verbindung würden vom SEM of-

fensichtlich nicht angezweifelt. Er habe seine Tätigkeiten für die LTTE auch 

absolut glaubhaft, widerspruchsfrei, schlüssig und emotional (mit Hinweis 

auf Weinen während der Anhörung und schlechtes Gewissen wegen 

Zwangsrekrutierungen und dem Selbstmord einer Person) geschildert. So-

weit das SEM seine Vorbringen zu den Geschehnissen nach der Entlas-

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Seite 12 

sung aus dem Camp als unglaubhaft und der Logik des Handelns wider-

sprechend einschätze, lasse es die Umstände bei Kriegsende ausser Be-

tracht, namentlich, dass in diesem kurzen Zeitraum und in der Masse der 

hunderttausenden Gefangenen unzählige ehemalige LTTE-Mitglieder 

durch das «Raster» gefallen und systembedingt unerkannt geblieben 

seien. Angesichts seines untypischen LTTE-Profils als alleinerziehender 

Vater eines Säuglings, des «Goodwills» einer SLA-Führungsperson und 

seines diskreten Verhaltens in den Camps sei auch er glücklicherweise 

nicht identifiziert worden. Seine Vorbringen zu den Ereignissen nach der 

Freilassung zeigten aber, dass die Behörden auf ihn aufmerksam gewor-

den seien und das Leben für ihn als ehemaliges LTTE-Mitglied, welches 

noch dazu keine Rehabilitierung durchlaufen habe, in Sri-Lanka äusserst 

gefährlich geworden sei. Die vom SEM erwähnten Behördengänge seien 

nicht aufsehenerregend gewesen. Die Ausstellung der Identitätskarte sei 

durch einen Mittelsmann erfolgt. Vor diesem Hintergrund gehe das SEM 

fehl in der Annahme, die Behelligungen seien nicht intensiv genug gewe-

sen. Dass er vor der Ausreise nicht verhaftet und beseitigt worden sei, sei 

nicht nur dem Zufall zu verdanken, sondern auch dem Umstand, dass die 

Abklärungen des CID zu ihm damals noch nicht abgeschlossen gewesen 

seien. Zudem habe er ständig den Wohnort gewechselt. Die Vorinstanz 

beurteile sämtliche Vorbringen in zeitlicher und sachlicher Hinsicht isoliert; 

notwendig sei aber eine Gesamtwürdigung. Der erforderliche Kausalzu-

sammenhang sei als gegeben zu erachten. Das SEM behaupte zu Un-

recht, dass der Brief (Beweismittel 16) des Vaters ein Gefälligkeitsschrei-

ben sei. Wer einige Wochen später bei der Familie angerufen habe, könne 

zwar nicht mit Sicherheit gesagt werden. Dahinter stecke aber sehr wahr-

scheinlich der Geheimdienst beziehungsweise der CID. Mittels Beweisan-

trag zur Ermittlung der Telefonnummern könne dies überprüft werden. Eine 

andere Möglichkeit, die Vorfälle zu belegen, habe er nicht. Der Bruder sei 

bei seiner Wiedereinreise überdies spezifisch nach ihm befragt worden. 

Das Beweismittel 18 sei nicht korrekt gewürdigt worden. Es handle sich 

dabei um einen Zeitungsbericht vom 25. Juli 2017 im Zusammenhang mit 

der Verurteilung eines Dozenten, welcher zunächst «ungeschoren» davon 

gekommen, später aber wieder auf den Radar des Geheimdienstes ge-

langt und beschuldigt worden sei, für die LTTE rekrutiert zu haben. In sei-

nem (des Beschwerdeführers) Fall lägen ähnliche Risikofaktoren vor; ihm 

drohe daher dasselbe Schicksal. Schliesslich erfülle er diverse stark risiko-

begründende und weitere Faktoren (Haft aufgrund von LTTE-Unterstüt-

zung, bleibende Narben aufgrund von Folter, frühere LTTE-Mitgliedschaft, 

Kenntnisse in (…), Rekrutierung von Kämpfern sowie Unterstützung des 

ehemaligen LTTE-Mitglieds [T.], welches den tamilischen Separatismus 

D-1320/2018 

Seite 13 

ausdrücklich wieder habe aufleben lassen wollen, mittlerweile seit einigen 

Jahren im Ausland lebe und sich dort exilpolitisch für die Rechte der Tami-

len in Sri Lanka engagiere; abgewiesener Asylsuchender, Fehlen von Iden-

titätspapieren, langer Auslandsaufenthalt). Ihm drohe somit auch bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka asylrelevante Verfolgung. 

5.3 In seiner Vernehmlassung äusserte sich das SEM zum Antrag auf Er-

stellung eines medizinischen Gutachtens über die psychische Erkrankung 

des Beschwerdeführers. Bezüglich des Antrags, Abklärungen betreffend 

die Telefonnummer zu veranlassen, sowie darüber hinaus verwies es auf 

seine Erwägungen im angefochtenen Asylentscheid. 

5.4 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer aus, weiterhin in Behand-

lung in der Klinik (…) im Universitätsspital F._______ zu sein. Das SEM 

habe im Zeitpunkt seines Entscheids keine umfassende Würdigung der 

medizinischen Vorbringen vornehmen können. Die Telefonanrufe des CID 

bei seiner Familie seien – anders als vom SEM behauptet – nicht gewürdigt 

worden. Seine Familie habe zudem im (…) 2018 zwei weitere Anrufe vom 

CID erhalten. Da es Privatpersonen nicht möglich sei, in Sri Lanka die Iden-

tität des jeweiligen Inhabers der Telefonnummern abzufragen, halte er am 

Beweisantrag fest. Der eingereichte Medienbericht betreffe das ehemalige 

LTTE-Mitglied T. und belege, dass der Staatsapparat weiterhin Jagd auf 

dessen Helfer mache, und er (der Beschwerdeführer) somit auch heute 

noch gefährdet sei. 

6.  

Zunächst ist die Glaubhaftigkeit der fluchtauslösenden Asylvorbringen des 

Beschwerdeführers zu prüfen.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an die Glaub-

haftmachung von Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.2 Dabei ist festzuhalten, dass das SEM die Vorbringen des Beschwerde-

führers vor seiner Ausreise seinem Entscheid zugrunde legte, ohne deren 

Glaubhaftigkeit im Wesentlichen in Zweifel zu ziehen. Soweit es nicht als 

überzeugend erachtete, dass die sri-lankischen Behörden im Zeitpunkt der 

Ausreise ein ernsthaftes Verfolgungsinteresse an ihm gehabt hätten, nahm 

es im Grunde bereits eine rechtliche Würdigung zur Asylrelevanz seiner 

D-1320/2018 

Seite 14 

Vorbringen vor, welche im Anschluss erfolgt (vgl. E. 7). Das Gericht erach-

tet nach Prüfung der Akten die geltend gemachten Ereignisse und Vorfälle 

vor der Ausreise seinerseits als überwiegend wahrscheinlich (vgl. für die 

Details Sachverhalt Bst. A und E. 5, für eine Zusammenfassung E. 6.4). 

Zwar weisen seine Schilderungen gewisse Unstimmigkeiten und Wider-

sprüche, etwa in den Zeit- und Ortsangaben, der Anzahl der Befragungen, 

zum weiteren Bruder oder bezüglich seiner Unterstützung eines früheren 

LTTE-Mitglieds, auf. Diese konnte er aber grösstenteils in der fortgesetzten 

Anhörung ausräumen. Zu seinen Gunsten ist zudem festzuhalten, dass die 

beiden vertieften Anhörungen mitunter wenig strukturiert geführt wurden, 

was insbesondere die Nachvollziehbarkeit der zeitlichen und örtlichen 

Chronologie der Ereignisse teilweise erschwerte. Das Gericht geht unter 

Berücksichtigung dieser Umstände und nach Prüfung der Akten im Weite-

ren – entgegen der Feststellungen des SEM – davon aus, dass der Be-

schwerdeführer zwischen 2010 und 2012 insgesamt drei Mal vom CID be-

ziehungsweise der SLA befragt wurde (einmal im Unterricht, zwei Mal nach 

dem Vorfall mit dem Grundstück vgl. A13 F74, F79, F83, A20 F68 ff., 

F124 ff.).  

6.3 Besonders für die Glaubhaftigkeit spricht, dass die Aussagen des Be-

schwerdeführers zu allen Vorbringen, welche sich immerhin über einen 

Zeitraum von (…) bis (…), mithin 20 Jahren, erstrecken, äusserst detailliert, 

weitgehend nachvollziehbar und in sich schlüssig ausfielen. Auch waren 

sie von einer Vielzahl an Realkennzeichen (direkte Rede, Emotionen, Be-

richt von Nebensächlichkeiten) geprägt, die darauf schliessen lassen, dass 

er das Erzählte tatsächlich erlebt hat. Vor diesem Hintergrund fallen die 

verbleibenden Widersprüche nicht mehr massgeblich ins Gewicht. Hinzu 

kommt, dass der Beschwerdeführer zahlreiche Angaben mit originalen Be-

weismitteln belegen konnte. Im Übrigen teilt das Gericht im Wesentlichen 

die Würdigung der Beweismittel durch das SEM (vgl. dazu oben E. 5.1; vgl. 

aber auch E. 8.3). Ergänzend dazu sei angemerkt, dass die eingereichten 

medizinischen Dokumente (namentlich Beweismittel 3 und 4) den Schluss 

nahelegen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der geltend gemachten 

Folter psychisch schwer angeschlagen war. 

6.4 In einer Gesamtbetrachtung aller Umstände überwiegen die Elemente, 

welche für die Glaubhaftigkeit der fluchtauslösenden Asylvorbringen des 

Beschwerdeführers sprechen. Es ist danach als glaubhaft zu erachten, 

dass er bereits seit (…) die LTTE unterstützte, deswegen ein Jahr inhaftiert 

und gefoltert wurde, weiter als Präsident einer pro-tamilischen Studieren-

denorganisation zwischen (…) und (…) aktiv war, nach der Festnahme von 

D-1320/2018 

Seite 15 

Mitstudierenden und dem Angriff auf einen (…) später ins Vanni-Gebiet 

übersiedelte, in den Kriegsjahren namentlich Personen unterrichtete, die 

sich den Sea-Tigers anschlossen, sowie bei der Zwangsrekrutierung von 

Kämpfern mithalf. Weiter erscheint überwiegend wahrscheinlich, dass er 

letztlich selbst zwangsrekrutiert, von der Armee aufgegriffen und in Camps 

gebracht sowie durch Bestechung vorzeitig entlassen wurde, dann 2010 

im Unterricht von CID-Angehörigen befragt sowie wegen seiner Probleme 

mit dem Dorfvorsteher und im Zusammenhang mit dem LTTE-Grundstück 

vom CID und Armeeangehörigen befragt und bedroht wurde. Schliesslich 

wurde glaubhaft gemacht, dass er im Jahr 2013 einem früheren LTTE-Mit-

glied (T.) bei der Reparatur eines (…) half und 2015 illegal ausreiste.  

7.  

Im Weiteren ist mit der Vorinstanz aber nicht davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im 

Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder solche zu befürchten hatte.  

7.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von be-

stimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, sofern ihr 

die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG auf-

gezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, respektive zugefügt zu 

werden drohen, und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen 

Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f. und 2008/4 E. 5.2, je 

m.w.H.). Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne dieser Bestimmung 

liegt vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte 

sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch 

aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zu-

kunft verwirklichen. Es müssen damit hinreichende Anhaltspunkte für eine 

konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleich-

barer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht her-

vorrufen würden. Dabei hat die Beurteilung einerseits aufgrund einer ob-

jektivierten Betrachtungsweise zu erfolgen, und sie ist andererseits durch 

das von der betroffenen Person bereits Erlebte und das Wissen um Kon-

sequenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. Wer bereits staatlichen 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt war, hat objektive Gründe für eine 

ausgeprägtere (subjektive) Furcht (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5 sowie BVGE 

2011/50 E. 3.1.1, jeweils mit weiteren Hinweisen). 

D-1320/2018 

Seite 16 

7.2 Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, weisen die erlittenen 

oder befürchteten Nachteile aus der einjährigen Inhaftierung und Folter des 

Beschwerdeführers durch die Armee im Jahr (…) sowie seinen Aktivitäten 

als Präsident einer pro-tamilischen Studierendenorganisation von (…) bis 

(…) in der Tat vor allem in zeitlicher Hinsicht keinen Kausalzusammenhang 

zur Flucht auf. So ist den Akten nicht zu entnehmen und hat der Beschwer-

deführer selbst nicht geltend gemacht, dass er in Bezug auf diese Ereig-

nisse im Fokus der Behörden stand. Die Furcht des Beschwerdeführers, 

wieder Opfer von Verfolgung zu werden, ist angesichts der erlittenen Folter 

in subjektiver Hinsicht mehr als verständlich; subjektive Furcht alleine ge-

nügt wie oben erwähnt aber nicht den Anforderungen an die begründete 

Furcht im Sinne von Art. 3 AsylG. Dies gilt auch für die Furcht des Be-

schwerdeführers vor Racheakten der Eltern, deren Kinder mit seiner Hilfe 

zwangsrekrutiert und im Kampf getötet wurden oder – wie eine Person – 

Selbstmord begingen, zumal sie ebenfalls keine objektive Anknüpfung in 

asylrelevanten Ereignissen unmittelbar vor seiner Ausreise finden.  Bezüg-

lich der Zerstörung des Geschäfts und des Hauses seiner ersten Ehefrau 

im Jahre 2010 ist den Akten – über die Vermutung des Beschwerdeführers 

hinaus – nicht zu entnehmen, dass diese im Zusammenhang mit seinen 

LTTE-Aktivitäten stand. Die Vorbringen zur Registrierung der Todesursa-

che seiner Ehefrau und der Erpressung und Denunzierung als LTTE-Mit-

glied durch Dritte, um für sich finanzielle Vorteile zu erzielen, erreichten 

wiederum – wie von der Vorinstanz zu Recht angenommen – hinsichtlich 

Art und Intensität kein asylrelevantes Ausmass.  

7.3 Auch in einer Gesamtwürdigung der vorstehend beurteilten Vorbringen 

ist den Akten nicht zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer im Zeit-

punkt der Ausreise eine asylrelevante Verfolgung drohte. Zwar ist nicht in 

Abrede zu stellen, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der Kenntnis von 

Eltern getöteter Sea-Tigers oder Nachbarn von seiner früheren LTTE-Un-

terstützung latent die Gefahr drohte, weitergehend von den Behörden be-

helligt zu werden, und ihn dies massiv belastete. Ebenso ist nicht unwahr-

scheinlich, dass die Behörden bis zu seiner Ausreise nicht genügend Be-

weise hatten, um ihn für seine LTTE-Verbindung zu belangen, und er über 

weite Strecken, nicht zuletzt angesichts seines LTTE-untypischen Profils 

als alleinerziehender Vater eines Kleinkindes, einfach Glück hatte, nicht als 

LTTE-Mitglied identifiziert zu werden. Tatsächlich wurde er aber gemäss 

Aktenlage und eigenen Angaben zuletzt in den Jahren 2010 und 2012 vom 

CID beziehungsweise der Armee befragt, ohne dass weitergehende Mass-

nahmen gegen ihn ergriffen wurden. Diese Befragungen erreichten für sich 

kein asylrelevantes Ausmass. Im Weiteren geht das Gericht davon aus, 

D-1320/2018 

Seite 17 

dass den Behörden der Aufenthaltsort des Beschwerdeführers trotz seiner 

Bemühungen, unauffällig zu leben, bekannt gewesen sein dürfte. Immerhin 

hielt er sich nach eigenen Angaben wiederholt bei nahen Familienangehö-

rigen auf und gelangte direkt oder indirekt bei verschiedenen Gelegenhei-

ten in Kontakt mit den Behörden (Heirat, Geburt des zweiten Sohnes, Ein-

schulung des ersten Sohnes, Ausstellung der Identitätskarte). Seine dies-

bezüglichen Beschwerdevorbringen erweisen sich als unerheblich, zumal 

sie über die Verneinung der vorinstanzlichen Erwägungen nicht hinausge-

hen. Insoweit ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass mangels entspre-

chender Massnahmen bis zur Ausreise die Behörden offenbar kein Inte-

resse an der Verfolgung des Beschwerdeführers hatten. Dass er ange-

sichts der zuvor erlittenen und befürchteten Nachteile subjektiv eine erheb-

liche Gefährdung durch staatliche Bedienstete fürchtete und dies sich gar 

negativ auf seine psychische Verfassung auswirkte, ist – wie zuvor schon 

erwähnt – zwar durchaus verständlich. Auch hier ist jedoch festzuhalten, 

dass die subjektive Furcht für die Annahme der begründeten Furcht allein 

nicht genügt. Das erneut auf Beschwerdeebene dargelegte Schicksal ei-

nes Dozenten, der wie der Beschwerdeführer für die LTTE Kämpfer 

zwangsrekrutierte und später aufgrund dessen verhaftet und verurteilt 

wurde (vgl. Beweismittel 18), vermag an dieser Einschätzung nichts zu än-

dern, zumal es – ungeachtet allfälliger Parallelen im Profil – keinen unmit-

telbaren Zusammenhang zur Situation des Beschwerdeführers aufweist 

und er – wie eben dargelegt – gerade nicht weitergehend behelligt wurde. 

7.4 Soweit die Vorinstanz schliesslich bezüglich der Vorbringen zur Unter-

stützung des LTTE-Mitglieds T. nicht von einer begründeten Furcht aus-

ging, weil dieser sich dem Beschwerdeführer zufolge vermutlich ins Aus-

land abgesetzt und somit einem allfälligen Zugriff der sri-lankischen Behör-

den entzogen habe, ist ihr im Ergebnis zuzustimmen. Aus den Akten geht 

zwar hervor, dass T. und sein Umfeld ungeachtet dessen Flucht ins Aus-

land weiterhin im Visier der Behörden stehen und sich Ersterer auch im 

Ausland exilpolitisch engagiert. In casu hat der Beschwerdeführer aber 

nicht behauptet, dass er bis zur Ausreise aufgrund seiner Verbindung zu T. 

Behelligungen durch die Behörden ausgesetzt war. Vor diesem Hinter-

grund ist schon in Zweifel zu ziehen, dass Letztere überhaupt Kenntnis von 

seiner Unterstützung für T. hatten. Überdies ist wenig wahrscheinlich, dass 

das blosse Reparieren eines (…) zu einer relevanten Verfolgung hätte füh-

ren können. Hinsichtlich der subjektiven Furcht des Beschwerdeführers 

kann auf vorstehende Ausführungen verwiesen werden.  

D-1320/2018 

Seite 18 

7.5 Gesamthaft ist für den Zeitpunkt der Ausreise nicht von einer asylrele-

vanten Vorverfolgung des Beschwerdeführers auszugehen, welche die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG begründen und zur Asylgewäh-

rung führen könnte. 

8.  

Der Beschwerdeführer bringt darüber hinaus vor, aufgrund von Ereignissen 

nach seiner Ausreise – unter Berücksichtigung seiner Vorbringen zur Vor-

verfolgung – bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, 

und macht geltend, mehrere Risikofaktoren zu erfüllen.  

8.1 Gemäss Art. 54 AsylG wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie 

erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen 

ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG 

wurden (sog. subjektive Nachfluchtgründe). Personen mit subjektiven 

Nachfluchtgründen werden als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Mass-

gebend ist dabei, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten der asylsu-

chenden Person als staatsfeindlich einstufen und diese deswegen bei ei-

ner Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 

befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis 

einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum Gan-

zen auch BVGE 2009/29 E. 5.1 und 2009/28 E. 7.1). 

8.2 Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesver-

waltungsgericht eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden 

nach Sri Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive 

der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. E-1866/2015 E. 8, insbesondere E. 8.3). Das Gericht orientiert sich 

bei der Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter 

Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen 

Risikofaktoren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsäch-

lichen oder vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den 

LTTE, um eine Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen 

und um das Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Be-

hörden, üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder ver-

muteten Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, 

vgl. a.a.O., E. 8.4.1-8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und 

überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erfor-

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/29
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28

D-1320/2018 

Seite 19 

derlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangs-

weise nach Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die Internatio-

nale Organisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie 

Personen mit gut sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende 

Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall 

ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich 

relevante Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in 

Betracht, dass insbesondere jene Rückkehrenden eine begründete Furcht 

vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens 

der sri-lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, 

den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O. 

E. 8.5.1). 

Gemäss Erwägung 8.5.6 des Urteils E-1866/2015 fallen die Bejahung von 

sogenannten Vorfluchtgründen und die Gewährung von Asyl ausser Be-

tracht, wenn eine Person vor ihrer Ausreise aus Sri Lanka trotz bereits vor-

handener Risikofaktoren nicht mit flüchtlingsrechtlich relevanten Nachtei-

len konfrontiert gewesen ist. Die Verneinung von Vorfluchtgründen 

schliesst aber nicht aus, dass die betroffene Person bei ihrer Rückkehr 

nach Sri Lanka aufgrund derselben, bereits vor der Ausreise vorhandenen 

Risikofaktoren im Sinne von Nachfluchtgründen eine begründete Furcht 

vor ernsthaften Nachteilen wie Verhaftung und Folter hat. 

8.3 Hinsichtlich der Glaubhaftmachung der Vorbringen nach der Ausreise 

des Beschwerdeführers aus Sri Lanka erscheint für das Gericht nicht aus-

geschlossen, dass der Bruder bei dessen Wiedereinreise nach Sri Lanka 

im Jahr 2016 zum Beschwerdeführer befragt und die Familie einige Wo-

chen später vom CID angerufen wurde. Immerhin hat sich der Beschwer-

deführer – anders als vom SEM behauptet – in der vertieften Anhörung 

sehr wohl auch zu diesen Vorkommnissen geäussert (vgl. A13 F6) und den 

Brief des Vaters aus dem Jahr 2016 eingereicht. Insoweit erübrigen sich 

weitere Ausführungen zum in der Replik – nach Abweisung in der Zwi-

schenverfügung vom 27. März 2018 erneut – gestellten Beweisantrag hin-

sichtlich der Ermittlung der Anrufer. Im Weiteren ist überwiegend wahr-

scheinlich, dass die Eltern des Beschwerdeführers – wie in der Replik dar-

gelegt – zuletzt im Mai 2018 kontaktiert wurden. Schliesslich ist den Akten 

zu entnehmen und wird auch von der Vorinstanz nicht in Abrede gestellt, 

dass der Beschwerdeführer in der Schweiz an Anlässen der tamilischen 

Diaspora und namentlich einem Gedenkanlass für ein früheres LTTE-Mit-

glied teilnahm.  

D-1320/2018 

Seite 20 

8.4 In Anwendung der vorstehend erwähnten Rechtsprechung und gestützt 

auf den als glaubhaft zu erachtenden Sachverhalt (vgl. E. 6 und E. 8.3) ist 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Sinne der dargelegten Praxis 

ein relevantes Risikoprofil erkennen lässt. Er ist tamilischer Ethnie und hat 

über viele Jahre, zuletzt als Mitglied, die LTTE unterstützt. Aufgrund dessen 

wurde er bereits in jungen Jahren während eines Jahres inhaftiert und 

schwer gefoltert, wovon er sichtbare Narben und psychische Probleme da-

von getragen hat. Auch während seiner Studienzeit engagierte er sich in 

exponierter Stellung als Präsident einer pro-tamilischen Studierendenorga-

nisation für die Bewegung und geriet dabei in den Fokus der Behörden. 

Sodann unterrichtete er in den Kriegsjahren zukünftige Mitglieder der Sea-

Tigers in der (…), half aktiv bei der Zwangsrekrutierung von Kämpfern und 

wurde letztlich auch selbst von den LTTE zwangsrekrutiert. Zudem lebte er 

in dieser Zeit im Vanni-Gebiet, dem Kerngebiet der LTTE und Schauplatz 

der letzten Kampfhandlungen, und wurde dort von der Armee aufgegriffen. 

Ferner geriet er nach Kriegsende wiederholt in den Fokus der Behörden, 

welche offensichtlich seine LTTE-Zugehörigkeit vermuteten, wobei die Be-

helligungen bis zur Ausreise noch kein asylrelevantes Ausmass erreichten. 

Sodann hat der Beschwerdeführer bislang kein Rehabilitierungsprogramm 

in Sri Lanka durchlaufen. Hinzu kommt, dass er in der Schweiz, einem 

Zentrum der tamilischen Diaspora, exilpolitisch tätig ist. Nach dem Gesag-

ten erfüllt er mehrere, teils stark risikobegründende Faktoren, welche es in 

einer Gesamtbetrachtung überwiegend wahrscheinlich machen, dass er 

bei den Behörden seines Heimatstaates registriert ist und sie ihm bei einer 

Rückkehr eine Unterstützung des tamilischen Separatismus unterstellen 

sowie ihn asylrelevanten Massnahmen aussetzen werden. Erst recht ist 

davon auszugehen, dass er weitergehend verhört, überwacht, zu seiner 

LTTE-Verbindung sowie weiteren Unterstützungsbemühungen zum Wie-

deraufleben der Bewegung befragt und verhaftet würde, als dies im Rah-

men der Backgroundchecks bei Wiedereinreise am Flughafen oder später 

am Wohnort der Fall ist. Bei der Würdigung vorstehender Faktoren sind 

massgeblich auch die aktuellen politischen Entwicklungen in Sri Lanka seit 

der Machtübernahme des Rajapaksa-Clans Ende 2019 zu berücksichti-

gen. So geht das Gericht von einer Akzentuierung der Gefährdungslage für 

Personen aus, welche – wie vorliegend der Beschwerdeführer – über ein 

hinreichendes Risikoprofil verfügen (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-

2405/2020 vom 30. November 2020 E. 5.2 mit Hinweis auf Referenzurteil 

E-1866/2015 und Human Rights Watch [HRW], Sri Lanka: Families of "Dis-

appeared" Threatened, 16. Februar 2020). Ergänzend sei erwähnt, dass 

ihm bei einer allfälligen Wiedereinreise die erforderlichen Identitätspapiere 

fehlen würden und er sich seit November 2015 – somit seit über fünf Jahren 

D-1320/2018 

Seite 21 

– in der Schweiz befindet. In einer Gesamtwürdigung aller Umstände des 

Einzelfalls verfügt der Beschwerdeführer damit kumuliert über zahlreiche 

Merkmale, aufgrund derer er bei einer Rückkehr in die Heimat einem er-

höhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt wäre und die Zufügung ernsthafter 

Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu befürchten hätte.  

8.5 Nach dem Gesagten erfüllt der Beschwerdeführer angesichts seines 

Risikoprofils die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG. Gründe für 

den Ausschluss aus der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 1 Bst. F FK 

sind nicht ersichtlich. Er ist folglich als Flüchtling anzuerkennen; hingegen 

schliesst Art. 54 AsylG die Gewährung von Asyl aus (Referenzurteil  

E-1866/2015 E. 8.5.6).  

8.6 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung 

aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf ein-

tritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht 

angeordnet. 

8.7 Allerdings ist im Sinne einer Ersatzmassnahme das Anwesenheitsver-

hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-

nahme zu regeln, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht 

zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG 

[SR 142.20]; BVGE 2009/51 E. 5.4). Für den vorliegenden Fall ergibt sich 

aus den vorstehenden Erwägungen, dass der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft erfüllt. Der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka 

erweist sich daher wegen drohender Verletzung des flüchtlingsrechtlichen 

Gebots des Non-Refoulements (Art. 5 AsyG; Art. 33 Abs. 1 FK) sowie auch 

mit Blick auf Art. 3 EMRK als unzulässig, da davon ausgegangen werden 

muss, dass er im Falle seiner Rückkehr ins Heimatland mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt 

wäre. 

9.  

Die Beschwerde ist gutzuheissen, soweit damit die Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft und der Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung so-

wie die Anordnung der vorläufigen Aufnahme beantragt wurden. Im Übri-

gen ist sie abzuweisen. Die vorinstanzliche Verfügung vom 26. Januar 

2018 ist demnach in den Dispositivziffern 1, 4 und 5 aufzuheben und die 

D-1320/2018 

Seite 22 

Vorinstanz ist anzuweisen, den Beschwerdeführer als Flüchtling vorläufig 

aufzunehmen. 

10.  

10.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung 

sind grundsätzlich nach dem Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen beziehungsweise zuzusprechen 

(Art. 63 Abs. 1 und Art. 64 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer ist bezüg-

lich seines Antrags auf Gewährung von Asyl und seiner formellen Rügen 

unterlegen. Hingegen hat er bezüglich der Feststellung der Flüchtlingsei-

genschaft und infolgedessen der Anordnung der vorläufigen Aufnahme ob-

siegt. Praxisgemäss bedeutet dies ein Obsiegen zu zwei Dritteln. 

10.2 Die Kosten des Verfahrens wären danach im Umfang des Unterlie-

gens – mithin zu einem Drittel – dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da 

aber sein Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Zwi-

schenverfügung vom 27. März 2018 gutgeheissen wurde und keine Verän-

derungen in den finanziellen Verhältnissen ersichtlich sind, hat er vorlie-

gend keine Verfahrenskosten zu tragen. 

10.3 Nachdem der rubrizierte Rechtsanwalt dem Beschwerdeführer mit 

gleicher Zwischenverfügung als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet 

worden ist (vgl. Art. 110a Abs. 1 AsylG), ist er für seinen Aufwand unbese-

hen des Ausgangs des Verfahrens zu entschädigen, soweit dieser sachlich 

notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter hat am 

7. Juni 2018 eine Kostennote vorgelegt, in welcher ein Aufwand von 13.91 

Stunden zu Fr. 220.– sowie Auslagen in Höhe von Fr. 130.– geltend ge-

macht werden. Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertre-

tung in der Regel von einem Stundenansatz zwischen Fr. 200.– bis 

Fr. 220.– für Anwältinnen und Anwälte aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 

VGKE), weshalb das Stundenhonorar als angemessen zu erkennen ist. 

Dies gilt auch hinsichtlich des zeitlichen Aufwands. Das amtliche Honorar 

ist danach auf Fr. 3'190.20 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuerzu-

schlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzusetzen und dem rubri-

zierten Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand zu einem Drittel, mit-

hin gerundet Fr. 1'064.–, aus der Gerichtskasse zu entrichten. 

10.4 Im Umfang des Obsiegens im Beschwerdeverfahren – das heisst zu 

zwei Dritteln – ist dem Beschwerdeführer in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 

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Seite 23 

VwVG eine Parteientschädigung für die ihm erwachsenen notwendigen 

Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 VGKE). Die bei den Akten lie-

gende Kostennote erscheint (vgl. E. 10.3) angemessen. Die von der Vor-

instanz auszurichtende Parteientschädigung ist demnach gleichermassen 

auf Fr. 3’190.20 festzusetzen. Davon sind zwei Drittel, mithin gerundet 

Fr. 2’127.–, dem Beschwerdeführer von der Vorinstanz als Parteientschä-

digung auszurichten.   

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1320/2018 

Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Dispositivziffern 1, 4 und 

5 der Verfügung vom 27. Januar 2018 werden aufgehoben und das SEM 

wird angewiesen, den Beschwerdeführer als Flüchtling vorläufig in der 

Schweiz aufzunehmen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dem rubrizierten Rechtsanwalt wird für seinen Aufwand als amtlicher 

Rechtsbeistand ein Honorar von Fr. 1’064.– zulasten der Gerichtskasse 

ausgerichtet. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 2’127.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mia Fuchs Teresia Gordzielik 

 

 

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