# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 652d9491-de05-5ca0-93bc-fbd5029952f2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 10.11.2015 S 2015 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-46_2015-11-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 46

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 10. November 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Ergänzungsleistungen (Rückforderung)

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1. A._____, geboren 1946, meldete sich am 4. Dezember 2012 bei der AHV-

Ausgleichskasse des Kantons Graubünden als EL-Stelle (nachfolgend: 

AHV-Ausgleichskasse) zum Bezug von Ergänzungsleistungen an. Dabei 

gab er unter anderem an, er beziehe von der Ausgleichskasse B._____ 

eine BVG-Rente von Fr. 770.-- pro Monat. Er reichte auch Belege über 

den Bezug zweier ausländischer Renten ein. Auf Nachfrage der AHV-

Ausgleichskasse teilte A._____ mit Schreiben vom 9. Januar 2013 bezüg-

lich der montenegrinischen Rente mit, er habe für die Zeit vom 1. Januar 

bis am 31. Juli 2012 eine Rente erhalten, seit Ende Juli 2012 sei die Ren-

te sistiert. Er habe Beschwerde eingereicht, aber der Entscheid stehe 

noch aus.

2. Mit Verfügung vom 6. Februar 2013 bejahte die AHV-Ausgleichskasse 

den Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Für den Monat Dezember 2012 

wurden A._____ Ergänzungsleistungen in der Höhe von Fr. 1014.-- zuge-

sprochen, für die Zeit ab dem 1. Januar 2013 Fr. 903.-- pro Monat. Es 

wurde darauf hingewiesen, dass ein Anspruch der ausländischen Rente 

umgehend zu melden sei, und dass eine Anpassung der Ergänzungsleis-

tungen vorbehalten sei, falls rückwirkend Versicherungsleistungen er-

bracht würden.

3. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2013 sprach die AHV-Ausgleichskasse 

A._____ ab dem 1. Januar 2014 Ergänzungsleistungen im Betrag von Fr. 

669.-- pro Monat zu und informierte darüber, dass die Prämienpauschale 

für die Krankenversicherung neu direkt dem Krankenversicherer ausbe-

zahlt werde. Mit Verfügung vom 14. Januar 2014 korrigierte die AHV-

Ausgleichskasse die Höhe der Ergänzungsleistungen ab dem 1. Januar 

2014 auf Fr. 716.-- pro Monat, exklusive der Prämienpauschale für die 

Krankenversicherung. Mit Verfügung vom 18. März 2014 wurde die Höhe 

der Ergänzungsleistungen ab dem 1. Januar 2014 erneut korrigiert, näm-

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lich auf Fr. 936.-- pro Monat, exklusive der Prämienpauschale für die 

Krankenversicherung.

4. Mit Schreiben vom 24. November 2014 teilte die C._____ der AHV-

Ausgleichskasse mit, dass letztere die BVG-Rente der B._____ falsch 

angerechnet habe, und dass A._____ eine serbische und eine montene-

grinische Rente erhalte. Daraufhin berechnete die AHV-Ausgleichskasse 

die Ergänzungsleistungen neu und  forderte von A._____ mit Verfügung 

vom 26. November 2014 die im Zeitraum vom 1. Dezember 2012 bis 30. 

November 2014 zuviel bezogenen Ergänzungsleistungen im Betrag von 

Fr. 15'855.-- zurück. 

5. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die AHV-

Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom 4. März 2015 ab. Der ge-

gen diesen Entscheid gerichteten Beschwerde entzog sie die aufschie-

bende Wirkung.

6. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: Be-

schwerdeführer) am 20. April 2015 Beschwerde ans Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, 

der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. In materiel-

ler Hinsicht beantragte er die Aufhebung des angefochtenen Entscheides 

und die Feststellung, dass er die Ergänzungsleistungen nicht zu Unrecht 

bezogen und daher keine Rückzahlung zu leisten habe. Eventuell sei ihm 

die Rückzahlung vollumfänglich zu erlassen. Zur Begründung machte er 

im Wesentlichen geltend, spätestens im Januar 2013 hätten der AHV-

Ausgleichskasse sämtliche zur Berechnung des Anspruchs notwendigen 

Unterlagen vorgelegen, so dass sie die Fehler spätestens beim Erlass der 

Verfügung vom 6. Februar 2013 hätte erkennen müssen. Dies habe die 

einjährige Verwirkungsfrist für die Rückforderung ausgelöst. Bei Erlass 

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der Rückforderungsverfügung am 26. November 2014 sei diese Frist be-

reits seit mehreren Monaten verstrichen gewesen.

7. Die AHV-Ausgleichskasse erklärte sich in ihrer Vernehmlassung vom 6. 

Mai 2015 mit der Erteilung der aufschiebenden Wirkung einverstanden. 

Sie beantragte die Abweisung der Beschwerde und machte im Wesentli-

chen geltend, die einjährige Verwirkungsfrist habe erst mit dem Schreiben 

der C._____ vom 24. November 2014 zu laufen begonnen, so dass der 

Rückforderungsanspruch nicht verwirkt gewesen sei.

8. Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Mai 2015 erteilte die Instruktions-

richterin des Verwaltungsgerichts der Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung.

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien in den Rechts-

schriften und im angefochtenen Entscheid sowie auf die eingereichten 

Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägun-

gen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der AHV-Ausgleichskasse vom 4. März 2015. Gegen solche Entscheide 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleis-

tungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; 

SR 831.30) in Verbindung mit Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bun-

desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons Be-

schwerde erhoben werden, in dem die versicherte Person zur Zeit der 

Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend wohnt der Beschwerde-

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führer in X._____/GR, sodass die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungs-

gerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Gestützt auf Art. 19 des 

kantonalen Gesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse-

nen- und Invalidenversicherung (BR 544.300) und Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) ist das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden auch sachlich zuständig. 

Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen Einspracheent-

scheids ist der Beschwerdeführer von diesem Entscheid überdies berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

Abänderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzu-

treten. 

2. Streitig und zu prüfen ist, ob die AHV-Ausgleichskasse zu Recht Fr. 

15'855.-- vom Beschwerdeführer zurückfordert. Der Beschwerdeführer ist 

der Ansicht, dass er die Ergänzungsleistungen nicht zu Unrecht bezogen 

habe, und dass der Rückforderungsanspruch der AHV-Ausgleichskasse 

bei Erlass der Rückforderungsverfügung am 26. November 2014 bereits 

verwirkt gewesen sei.

3. a) Gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen 

zurückzuerstatten. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Grund es zu 

einer unrechtmässigen Auszahlung gekommen ist; das Gesetz verlangt 

einzig den unrechtmässigen Leistungsbezug und differenziert nicht da-

nach, warum die Leistung zu Unrecht geflossen ist (MÜLLER, Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage, 2015, S. 353, Rz. 4). Die 

Rückerstattungspflicht besteht somit auch dann, wenn der Grund für die 

Fehlberechnung der Ergänzungsleistungen bei der Verwaltung liegt und 

kein Fehlverhalten von Seiten des EL-Bezügers gegeben ist (KIESER, 

ATSG Kommentar, 3. Auflage, 2015, Rz. 14 und 15 zu Art. 25; MÜLLER, 

a.a.O., S. 354, Rz. 8). Im Folgenden ist somit zu klären, ob der Be-

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schwerdeführer Leistungen erhalten hat, auf die er eigentlich keinen An-

spruch gehabt hätte. Dabei ist unerheblich, ob den Beschwerdeführer ein 

Verschulden trifft und ob er guten Glaubens war oder nicht.

b) In seiner Anmeldung vom 4. Dezember 2012 deklarierte der Beschwerde-

führer die BVG-Rente der B._____ korrekt mit Fr. 770.-- pro Monat (AHV-

AK-act. 1/3). Fälschlicherweise berücksichtigte die AHV-Ausgleichskasse 

diese BVG-Rente bei der erstmaligen Festlegung der Ergänzungsleistun-

gen aber nur im Umfang von Fr. 61.-- statt von Fr. 770.-- pro Monat re-

spektive im Umfang von Fr. 732.-- statt von Fr. 9'240.-- pro Jahr (vgl. Be-

rechnungsblatt zur Verfügung vom 6. Februar 2013 [AHV-AK-act. 9/5]; 

EL-Fallnotiz vom 6. Februar 2013 [AHV-AK-act. 10/1]). Diese versehentli-

che Falschberechnung lag auch den nachfolgenden Verfügungen zu-

grunde (Berechnungsblätter zu den Verfügungen vom 20. Dezember 

2013 [AHV-AK-act. 11/5], vom 14. Januar 2014 [AHV-AK-act. 13/5] und 

vom 18. März 2014 [AHV-AK-act. 15/5]), so dass die AHV-

Ausgleichskasse dem Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. De-

zember 2012 bis zum 30. November 2014 zu Unrecht Leistungen ausge-

richtet hat.

c) In der Anmeldung vom 4. Dezember 2012 verneinte der Beschwerdefüh-

rer die Frage, ob er Leistungen ausländischer Sozialversicherer erhalte 

(AHV-AK-act. 1/3). Im Widerspruch dazu reichte er als Beilagen je eine 

montenegrinische und eine serbische Rentenverfügung ein (AHV-AK-act. 

1/15 und 1/16). Den Akten nach zu schliessen entging die serbische Ren-

tenverfügung jedoch der Aufmerksamkeit der AHV-Ausgleichskasse. Die 

montenegrinische Rentenverfügung hingegen wurde zur Kenntnis ge-

nommen. Mit Schreiben vom 20. Dezember 2012 fragte die AHV-

Ausgleichskasse nämlich beim Beschwerdeführer nach, was es mit dieser 

Rentenverfügung auf sich habe (AHV-AK-act. 3/1). Mit Schreiben vom 9. 

Januar 2013 teilte der Beschwerdeführer mit, diese Rente sei seit Ende 

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Juli 2012 sistiert, weil er Beschwerde erhoben habe (AHV-AK-act. 4/13). 

Bei der erstmaligen Festlegung der Ergänzungsleistungen berücksichtigte 

die AHV-Ausgleichskasse deshalb keine ausländischen Renten (Berech-

nungsblatt zur Verfügung vom 6. Februar 2013 [AHV-AK-act. 9/5]; EL-

Fallnotiz vom 6. Februar 2013 [AHV-AK-act. 10/1]). Auch bei den nachfol-

genden Verfügungen ging die AHV-Ausgleichskasse davon aus, dass der 

Beschwerdeführer keine ausländischen Renten bezog (Berechnungsblät-

ter zu den Verfügungen vom 20. Dezember 2013 [AHV-AK-act. 11/5], 

vom 14. Januar 2014 [AHV-AK-act. 13/5] und vom 18. März 2014 [AHV-

AK-act. 15/5]). Wie sich im Nachhinein zeigte, war diese Annahme falsch. 

Aus dem Schreiben der C._____ vom 24. November 2014 und der die-

sem Schreiben beigelegten sinngemässen Übersetzung des serbischen 

Rentenbescheides geht nämlich hervor, dass der Beschwerdeführer seit 

Januar 2012 von einer serbischen Sozialversicherungsanstalt eine Rente 

von 2’383.08 Dinar pro Monat erhielt (AHV-AK-act. 17/1 und 17/3). Be-

züglich der montenegrinischen Rente führte der Beschwerdeführer aus, 

dass diese Rente von 16.73 Euro pro Monat wieder ausbezahlt werde 

und dass sämtliche Renten für die Zeitdauer der Sistierung nachbezahlt 

worden seien (Beschwerde S.3). Damit steht fest, dass der Beschwerde-

führer für den Zeitraum vom 1. Dezember 2012 bis 30. November 2014 

eine serbische und eine montenegrinische Rente bezog, welche bei der 

EL-Bemessung für den entsprechenden Zeitraum hätten berücksichtigt 

werden müssen. Somit liegt auch im Zusammenhang mit den ausländi-

schen Renten ein unrechtmässiger Leistungsbezug vor.

d) Es hat sich somit gezeigt, dass der Beschwerdeführer unrechtmässig Er-

gänzungsleistungen bezogen hat, welche gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG 

grundsätzlich zurückzuerstatten sind. Die AHV-Ausgleichskasse bezifferte 

die Höhe der Rückforderungssumme auf Fr. 15'855.-- (Verfügung vom 26. 

November 2014, AHV-AK-act. 18/1). Die diesem Betrag zugrunde liegen-

de Berechnung ist nachvollziehbar (Berechnungsblatt zur Verfügung vom 

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26. November 2014, AHV-AK-act. 18/5ff). Die Höhe der Rückforderungs-

summe wird vom Beschwerdeführer denn auch zu Recht nicht beanstan-

det.

4. Zu prüfen ist nun, ob der Rückforderungsanspruch der AHV-Aus-

gleichskasse zum Zeitpunkt der Geltendmachung bereits verwirkt war, 

wie der Beschwerdeführer geltend macht.

a) Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch mit 

dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon 

Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren 

nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Nach der Rechtsprechung 

handelt es sich bei diesen Fristen um Verwirkungsfristen (BGE 139 V 6 

E.2). Vorliegend ist offensichtlich und unbestritten, dass die AHV-

Ausgleichskasse ihren Rückforderungsanspruch vor dem Ablauf der fünf-

jährigen absoluten Frist geltend gemacht hat. Die unrechtmässigen Leis-

tungen wurden für den Zeitraum vom 1. Dezember 2012 bis zum 30. No-

vember 2014 erbracht. Bei der Geltendmachung des Rückforderungsan-

spruchs mit der Verfügung vom 26. November 2014 lag die Entrichtung 

der einzelnen Leistungen weniger als fünf Jahre zurück. Streitig ist indes-

sen, ob die einjährige relative Frist eingehalten wurde, beziehungsweise 

wann diese Frist zu laufen begann. Art. 25 Abs. 2 ATSG verwendet für 

den Beginn des Fristenlaufs die Wendung "nachdem die Versicherungs-

einrichtung davon Kenntnis erhalten hat". Darunter ist nach der Recht-

sprechung der Zeitpunkt zu verstehen, in welchem die Verwaltung bei 

Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, 

dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen (BGE 139 V 

6 E.4.1). Dies ist dann der Fall, wenn alle im konkreten Einzelfall erhebli-

chen Umstände zugänglich sind, aus deren Kenntnis sich der Rückforde-

rungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass gegenüber 

einer bestimmten rückerstattungspflichtigen Person ergibt (Urteil des 

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Bundesgerichts 9C_907/2013 vom 29. August 2014 E.4.2). Fristauslö-

send ist somit weder das erstmalige unrichtige Handeln der Verwaltung 

noch die tatsächliche Kenntnis des zur Rückforderung Anlass gebenden 

Sachverhalts, sondern die zumutbare Kenntnis dieses Sachverhalts. Da-

bei ist zu beachten, dass nach der Rechtsprechung bei einer Neuberech-

nung der Ergänzungsleistungen grundsätzlich bloss die dazu Anlass ge-

benden Änderungen tatsächlicher oder rechtlicher Natur zu berücksichti-

gen sind, und dass nicht jedes Mal beziehungsweise lediglich bei ent-

sprechenden Anhaltspunkten zu prüfen ist, ob die Angaben im Anmelde-

formular seinerzeit auch richtig umgesetzt worden waren (MÜLLER, a.a.O., 

S. 389, Rz. 14). Anders verhält es sich bei der periodischen, mindestens 

alle vier Jahre vorzunehmenden Überprüfung der wirtschaftlichen Ver-

hältnisse gemäss Art. 30 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen 

zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; 

SR 831.301). Spätestens in diesem Zeitpunkt gilt eine allenfalls unrecht-

mässige Leistungsausrichtung als erkennbar, sodass die relative einjähri-

ge Verwirkungsfrist zu laufen beginnt (BGE 139 V 570 E.3.1).

b) Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, spätestens im Januar 2013 hätten 

der AHV-Ausgleichskasse sämtliche zur Berechnung des Anspruchs not-

wendigen Unterlagen vorgelegen, so dass sie die Fehler spätestens beim 

Erlass der Verfügung vom 6. Februar 2013 hätte erkennen müssen; dies 

habe die einjährige Verwirkungsfrist für die Rückforderung ausgelöst. 

Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Mit der Verfügung vom 6. Fe-

bruar 2013 legte die AHV-Ausgleichskasse den EL-Anspruch des Be-

schwerdeführers erstmalig falsch fest (vgl. vorne E.3b), was nach der 

Rechtsprechung für den Beginn der relativen einjährigen Verwirkungsfrist 

wie erwähnt jedoch nicht massgebend ist (BGE 139 V 570 E.3.1). 

Mit den Verfügungen vom 20. Dezember 2013 (AHV-AK-act. 11/1), vom 

14. Januar 2014 (AHV-AK-act. 13/1) und vom 18. März 2014 (AHV-AK-

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act. 15/1) wurden die Ergänzungsleistungen neu berechnet. Dabei hatte 

die AHV-Ausgleichskasse nach der Rechtsprechung jeweils keine 

vollständige Überprüfung der Berechnungsgrundlagen vorzunehmen, 

sondern bloss die zur Neuberechnung Anlass gebenden Änderungen 

tatsächlicher oder rechtlicher Natur zu berücksichtigen. Weder bezüglich 

der BVG-Rente der B._____ noch bezüglich der ausländischen Renten 

hatte es im Vorfeld des Erlasses der Verfügungen Vorkommnisse gege-

ben, aufgrund welcher die AHV-Ausgleichskasse die Fehler hätte erken-

nen müssen. Sie musste deshalb nicht prüfen, ob die Angaben im Anmel-

deformular seinerzeit auch richtig umgesetzt worden waren (BGE 139 V 

570 E.3.1). Die Verfügungen vom 20. Dezember 2013, vom 14. Januar 

2014 und vom 18. März 2014 lösten somit den Lauf der einjährigen relati-

ven Frist ebenfalls nicht aus. 

Eine Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse gemäss Art. 30 ELV, 

welche den Lauf der einjährigen Frist nach der Rechtsprechung ausgelöst 

hätte (BGE 139 V 570 E.3.1), fand vorliegend bis zum Erlass der Rück-

forderungsverfügung vom 26. November 2014 nicht statt. Dies ist im Üb-

rigen nicht zu beanstanden, da Art. 30 ELV einen Vierjahresrhythmus 

vorsieht, so dass für diese Überprüfung Zeit bis Februar 2017 geblieben 

wäre.

c) Mit Schreiben vom 24. November 2014 wies die C._____ die AHV-

Ausgleichskasse auf ihren Fehler bezüglich der BVG-Rente hin und in-

formierte über die beiden ausländischen Renten (AHV-AK-act. 17/1). Erst 

dieses Schreiben war Anlass für die AHV-Ausgleichskasse, das Dossier 

des Beschwerdeführers zu überprüfen, beziehungsweise erst nach Ein-

gang dieses Schreibens waren für die AHV-Ausgleichskasse alle im kon-

kreten Einzelfall erheblichen Umstände zugänglich, aus deren Kenntnis 

sich der Rückforderungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem 

Ausmass ergab. Die Auslösung der einjährigen relativen Frist fällt deshalb 

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auf den Zeitpunkt, in welchem das Schreiben der C._____ bei der AHV-

Ausgleichskasse einging, mithin gemäss Eingangsstempel auf diesem 

Schreiben auf den 25. November 2014 (AHV-AK-act. 17/1). Die AHV-

Ausgleichskasse machte ihren Rückforderungsanspruch mit Verfügung 

vom 26. November 2014 geltend (AHV-AK-act. 18/1). Damit hat sie die 

einjährige relative Frist offensichtlich gewahrt. Weil wie gezeigt auch die 

fünfjährige absolute Frist gewahrt wurde (vgl. vorne E.4a), ergibt sich, 

dass der Rückforderungsanspruch entgegen der Auffassung des Be-

schwerdeführers nicht verwirkt war.

5. Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter, die Rückzahlung sei voll-

umfänglich zu erlassen. Er bezieht sich dabei auf Art. 25 Abs. 1 Satz 2 

ATSG, wonach ein Versicherter, der unrechtmässig bezogene Leistungen 

in gutem Glauben empfangen hat, diese nicht zurückerstatten muss, 

wenn eine grosse Härte vorliegt. Auf diesen Eventualantrag kann im vor-

liegenden Verfahren nicht eingetreten werden, weil die Frage, ob die 

Rückforderung zu erlassen sei, nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist. 

Werden Ergänzungsleistungen zurückgefordert, kommt nach der Verord-

nung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; 

SR 830.11) ein zweistufiges Verfahren zur Anwendung. In einem ersten 

Schritt wird mit der Rückforderungsverfügung der Umfang der Rückforde-

rung festgelegt (Art. 3 ATSV). Die vorliegend streitige Verfügung ist die-

sem Verfahrensstadium zuzuordnen. Für die Prüfung der Frage, ob die 

Rückerstattung zu erlassen ist, sieht Art. 4 ATSV einen weiteren Verfah-

rensschritt vor. Spätestens 30 Tage nach Eintritt der Rechtskraft der 

Rückforderungsverfügung kann nämlich ein begründetes, mit den nötigen 

Belegen versehenes Erlassgesuch eingereicht werden (Art. 4 Abs. 

4 ATSV), und über den Erlass wird schliesslich separat verfügt (Art. 4 

Abs. 5 ATSV). Vorliegend wurde der Beschwerdeführer in der Rückforde-

rungsverfügung denn auch unter dem Titel „Hinweis zum Erlass“ über die 

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Möglichkeit, nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung ein Erlassgesuch 

zu stellen, informiert (AHV-AK-act. 18/3). 

6. a) Somit ergibt sich, dass die AHV-Ausgleichskasse zu Recht Fr. 15'855.-- 

vom Beschwerdeführer zurückgefordert hat. Der angefochtene Einspra-

cheentscheid erweist sich damit als rechtmässig und die Beschwerde ist 

abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.

b) Gerichtskosten sind keine zu erheben, da das kantonale Beschwerdever-

fahren nach Art. 61 lit. a ATSG, unter Vorbehalt vorliegend ausser Be-

tracht fallender Ausnahmen, kostenlos ist. Der obsiegenden AHV-

Ausgleichskasse steht keine aussergerichtliche Entschädigung zu (Art. 61 

lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]