# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da1c1512-e180-5924-a915-e26c885fe3dc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.12.2021 720 21 127/336
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-127-336_2021-12-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 16. Dezember 2021 (720 21 127 / 336) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Hilfsmittel: Kostengutsprache für ein Cochlea-Implantat 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch seine Eltern 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Hilfsmittel  

 
 
 

A. Der am 22. November 2012 geborene A.____ leidet unter anderem am Geburtsgebrechen 
Trisomie 21 gemäss Nr. 489 des Anhangs der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV) vom 
9. Dezember 1985 sowie einer progredienten Schwerhörigkeit links mit hochgradiger Innenohr-
beteiligung. Aufgrund dieser Beeinträchtigung sind A.____ seit seiner Geburt von der IV-Stelle 
Basel-Landschaft (IV-Stelle) diverse Leistungen im Sinne von medizinischen Massnahmen, Hilfs-
mitteln und einer Hilflosenentschädigung zugesprochen worden. Am 7. Oktober 2020 ersuchten 
die Eltern von A.____ die IV-Stelle um Übernahme der Kosten eines Cochlea-Implantats (CI) für 

 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

das linke Ohr. Nach Einholung von ärztlichen Beurteilungen und Durchführung eines Vorbe-
scheidverfahrens lehnte die IV-Stelle das Leistungsgesuch mit Verfügung vom 25. März 2021 mit 
der Begründung ab, dass ein CI die bestmögliche Versorgung der Schwerhörigkeit darstelle, wel-
che nicht den Kriterien der Einfachheit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit entspreche.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhoben die Eltern von A.____ als seine gesetzlichen Vertreter mit 
Eingabe vom 21. April 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Sie beantragten sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung vom 
25. März 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten für das CI 
zu übernehmen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Ab-
klärungen zurückzuweisen, insbesondere zu einer persönlichen Untersuchung oder Begutach-
tung des Versicherten. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die Beschwer-
degegnerin die Kostengutsprache verweigert habe, ohne A.____ je persönlich gesehen oder un-
tersucht zu haben. Die Berichte der behandelnden Ärzte seien zu Unrecht nicht berücksichtigt 
worden, obschon sich diese für eine Versorgung mittels CI ausgesprochen hätten.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 7. Juli 2021 auf Abweisung 
der Beschwerde. 
 
D. Mit Verfügung vom 15. Juli 2021 wurde der vorliegende Fall dem Gericht zur Beurteilung 
überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Da sämtliche Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die frist- und formgerecht beim 
sachlich wie örtlich zuständigen Gericht eingereichte Beschwerde vom 21. April 2021 einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die Kostengutsprache für eine Versorgung der 
Schwerhörigkeit des linken Ohrs mit einem Cochlea-Implantat zu Recht abgelehnt hat. 
 
3.1 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 in Ver-
bindung mit Abs. 3 lit. d des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 
1959 Anspruch auf die Abgabe von Hilfsmitteln. Dieser Anspruch bezieht sich gemäss Art. 21 
Abs. 1 IVG auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit 
in ihrem Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung oder zum Zwecke der funktionellen 
Angewöhnung bedürfen. Gemäss Art. 21 Abs. 2 IVG hat der Versicherte, der infolge seiner Inva-
lidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbst-
sorge kostspieliger Geräte bedarf, im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne 
Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel.  
 
3.2 Der Bundesrat hat in Art. 14 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 
17. Januar 1961 die ihm durch Art. 21 Abs. 2 und 4 IVG übertragene Befugnis, einschliesslich 
derjenigen zum Erlass näherer Bestimmungen über Beiträge an die Kosten invaliditätsbedingter 

 

 
 
Seite 3  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Anpassungen von Geräten und Immobilien, an das Eidgenössische Departement des Innern sub-
delegiert, welches die Verordnung des EDI über die Abgaben von Hilfsmitteln durch die Invali-
denversicherung (HVI) vom 29. November 1976 erlassen hat. Gemäss deren Art. 2 besteht im 
Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbe-
wegung, die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind 
(Abs. 1). Anspruch auf die mit (*) bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Aus-
übung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbil-
dung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs aus-
drücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (Abs. 2). 
 
3.3 Art. 21 IVG beschränkt den Leistungsanspruch ausdrücklich auf Hilfsmittel, die in der ent-
sprechenden Liste enthalten sind. Der Gesetzgeber hat dem Bundesrat damit die Kompetenz 
übertragen, in der aufzustellenden Liste aus der Vielzahl zweckmässiger Hilfsmittel eine Auswahl 
zu treffen. Dabei nahm er in Kauf, dass mit einer solchen Aufzählung nicht sämtliche sich stellen-
den Bedürfnisse gedeckt werden. Der Bundesrat oder das Departement sind daher durch das 
Gesetz nicht verpflichtet, sämtliche Hilfsmittel, derer eine invalide versicherte Person zur Einglie-
derung bedarf, in die Hilfsmittelliste aufzunehmen. Die Liste der abzugebenden Hilfsmittel ist in-
sofern abschliessend, als sie die in Frage kommenden Hilfsmittelkategorien aufzählt; dagegen ist 
innerhalb der einzelnen Kategorien jeweils zu prüfen, ob die Aufzählung der einzelnen Hilfsmittel 
ebenfalls abschliessend oder bloss exemplifikatorisch ist (vgl. BGE 131 V 107 E. 3.4.3).  
 
3.4 Nach der Rechtsprechung unterliegt die Hilfsmittelversorgung den allgemeinen Anspruchs-
voraussetzungen gemäss Art. 8 IVG (Geeignetheit, Erforderlichkeit, Eingliederungswirksamkeit; 
BGE 122 V 212 E. 2c). Leistungen, die im Anhang zur HVI aufgeführt sind, werden nicht ohne 
Weiteres, sondern nur soweit erforderlich und lediglich in einfacher und zweckmässiger Ausfüh-
rung erbracht (Art. 21 Abs. 3 IVG; Art. 2 Abs. 2 und Abs. 4 HVI).  
 
4.1 In Ziffer 5.07.01 des Anhangs zur HVI werden implantierte und knochenverankerte Hörge-
rate sowie Mittelohrimplantate aufgeführt. Diese Ziffer ist nicht mit einem (*) bezeichnet, so dass 
ein Anspruch auf das Hilfsmittel besteht, wenn das Gerät für die Fortbewegung, die Herstellung 
des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig ist. Unbestrittenermassen ist ein 
intaktes Hörvermögen für die sichere Fortbewegung und die Herstellung des Kontakts mit der 
Umwelt notwendig. Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit 
Kostengutsprache vom 17. November 2015 bereits ein Bone-anchored hearing aid (BAHA-
Implantat) als Hörhilfe bewilligt. Unter den Parteien strittig und zu prüfen ist nicht der grundsätz-
liche Anspruch auf eine Hörhilfe, sondern die Fragen der Zweckmässigkeit und Angemessenheit 
einer Hörgeräteversorgung mittels CI. 
 
4.2 Das Kriterium der Zweckmässigkeit verlangt insbesondere, dass das Hilfsmittel bestimmt 
und geeignet ist, dem gesundheitlich beeinträchtigten Versicherten in wesentlichem Umfang zur 
Erreichung eines der gesetzlich anerkannten Ziele zu verhelfen (BGE 122 V 214 E. 2c mit Hin-
weis). Indem die einschlägigen Vorschriften die Leistungspflicht der Invalidenversicherung auf 
Hilfsmittel in einfacher Ausführung beschränken, wird dem allgemeinen Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit Rechnung getragen. Danach ist die Eingliederung nur soweit sicherzustellen, als 

 

 
 
Seite 4  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sie im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Die versicherte Person hat dementspre-
chend in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, 
notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen 
Vorkehren. Nach der Rechtsprechung bezieht sich die Notwendigkeit des Hilfsmittels auf die kon-
krete Situation, in welcher die versicherte Person lebt (BGE 135 I 161 E. 5.1). Ferner muss der 
voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ih-
ren Kosten stehen (Angemessenheit, Verhältnismässigkeit im engeren Sinne). Die Abgabe eines 
Hilfsmittels muss demnach unter Berücksichtigung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen 
Umstände des Einzelfalles in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliede-
rungsziel stehen. Dabei lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, nämlich die sachliche, die 
zeitliche, die finanzielle und die persönliche Angemessenheit. Danach muss die Massnahme 
prognostisch ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen; sodann muss ge-
währleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer gewissen 
Dauer ist; des Weiteren muss der zu erwartende Erfolg in einem vernünftigen Verhältnis zu den 
Kosten der konkreten Eingliederungsmassnahme stehen; schliesslich muss die konkrete Mass-
nahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (BGE 143 V 190 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).  
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person ist die rechtsan-
wendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, 
die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Es ist deren Aufgabe, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen (vgl. BGE 105 V 156 E. 1 in fine, 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 
E. 4, 115 V 133 E. 2, je mit weiteren Hinweisen). Die ärztlichen Stellungnahmen bilden eine wich-
tige Grundlage für die Beurteilung, ob und allenfalls welche Leistungen einer versicherten Person 
aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung zustehen. 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle relevanten Be-
weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 
(vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 
 

 

 
 
Seite 5  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.3 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizi-
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie sind in ihrem medizini-
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG in der bis 31. Dezember 
2021 gültigen Fassung, vgl. neu Art. 59 Abs. 3 IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche 
Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schrift-
lich fest (Art. 49 Abs. 2 IVV). RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 
44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfah-
rensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 
E. 3.4; Urteil 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1).  
 
5.4 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizi-
nischen Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderun-
gen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die 
notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsicht-
lich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich 
auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu denen die RAD-Berichte gehören –, sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei 
geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; zum 
Ganzen auch: Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weite-
ren Hinweisen). 
 
6. Zur Beurteilung der vorliegend umstrittenen Fragen sind folgende medizinische Unterlagen 
zu berücksichtigen: 
 
6.1 Mit Kostengutsprachegesuch vom 5. Oktober 2020 diagnostizierte der behandelnde Arzt 
Prof. Dr. med. B.____, FMH Oto-Rhino-Laryngologie, eine progrediente Schwerhörigkeit links mit 
hochgradiger Innenohrbeteiligung bei Status nach BAHA attract-Implantation im Dezember 2017 
und mit chronischer Otitis media perforata links, eine periphere Normakusis rechts, eine Trisomie 
21, eine chronische Tubenfunktionsstörung beidseits mit Status nach Paukendrainageeinlage 
beidseits im Jahr 2015 mit Spontanextrusion sowie eine deutliche Sprachentwicklungsverzöge-
rung. Der Patienten sei bei hochgradiger kombinierter Schwerhörigkeit links mit vorwiegend In-
nenohrbeteiligung im Jahr 2017 mit einem BAHA-Gerät versorgt worden. Nach initial positiven 
Rückmeldungen seien die Eltern nun der Meinung, dass A.____ nicht mehr gleich wie zu Anfang 
reagiere. Eine Weiterentwicklung des Spracherwerbs habe nicht stattgefunden. Eine klinische 
Untersuchung sei bei Trisomie 21 deutlich erschwert; eine eigentliche Vestibularisprüfung sei 
nicht durchführbar. Gemäss einer Beurteilung im CI-Zentrum vom 27. Januar 2020 sei audiolo-
gisch ein CI vertretbar, auch wenn A.____ bereits sieben Jahre alt sei und eine kongenitale Hör-
störung vorliegen dürfte. Der auditorische Komplex sei durch das deutlich bessere rechte Ohr 
vorkonditioniert. Auch aus medizinischer Sicht sei eine Versorgung mittels CI vertretbar. Der Be-
nefit würde indessen kaum in einer Verbesserung der Sprachentwicklung, sondern eher in einer 
verbesserten Hörreaktion liegen, die auch in heiklen Situationen (z.B. Verkehr) zu einer Vermei-
dung von Unfällen und zu einer verbesserten kognitiven Entwicklung beitragen könne. Die Eltern 

 

 
 
Seite 6  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

seien über die Risiken und Folgen einer Cochlea-Implantation informiert. Sie seien sich der be-
sonderen Umstände beim Patienten bewusst und hätten eine realistische Erwartungshaltung. Sie 
hätten klar den Wunsch ausgesprochen, A.____ die heutzutage bestmögliche auditive Versor-
gung zu ermöglichen. Die anatomischen und chirurgischen Voraussetzungen für eine Implanta-
tion links seien gegeben. Ebenso seien die physischen und psychischen Voraussetzungen trotz 
Trisomie 21 vorhanden. Da A.____ das BAHA-Gerät gut akzeptiere, dürfte bezüglich eines CI 
keine Schwierigkeit zu erwarten sein. Die Indikationskriterien der audiologischen Kommission 
seien erfüllt.  
 
6.2 Die RAD-Ärztin pract. med. C.____ führte in ihrer Stellungnahme vom 21. Oktober 2020 
aus, dass die «Richtlinien für Cochlea-Implantat-Versorgung und Nachbetreuung» der Arbeits-
gruppe Cochlea-Implantate der Schweizerische ORL-Gesellschaft folgende Indikationskriterien 
für eine einseitige Cochlea-Implantation aufliste: der Wunsch des Betroffenen nach einer entspre-
chenden Versorgung, Erfüllung der anatomischen und chirurgischen Voraussetzungen, Aus-
schluss einer retrocochlearen Ursache, Sprachverstehen unter 50% für Einsilber im Freifeld bei 
65 dB SPL in Ruhe und mit Hörgerät am ertaubten Ohr und Verschluss der normalhörenden 
Gegenseite, objektiv und subjektiv erfolglose Hörrehabilitation mit einem CROS-Hörgerät oder 
knochenverankerten Hörgeräten, Dauer der einseitigen Hörstörung weniger als zehn Jahre. 
Diese Kriterien seien beim Versicherten erfüllt. Trotzdem sei nicht davon auszugehen, dass bei 
der versicherten Person die Versorgung mit einem CI einen relevanten Einfluss auf die beruflich-
soziale Integration haben würde. So sei kein relevanter Einfluss auf die Sprachentwicklung zu 
erwarten, zumal der Versicherte rechts normalhörig sei und die retardierte Sprachentwicklung 
somit kaum auf die Schwerhörigkeit zurückgeführt werden könne. Ferner bleibe unklar, inwiefern 
sicherheitsrelevante Aspekte eine Rolle spielten, da nicht sicher zu beurteilen sei, ob die versi-
cherte Person sich jemals unbegleitet und frei in der Aussenwelt würde bewegen könne. Auch 
bleibe aus RAD-Sicht unklar, ob der Versicherte subjektiv von einer Versorgung mit CI profitieren 
würde vor dem Hintergrund der eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten. Ihrer Ansicht nach sei 
eine Rücksprache mit weiteren RAD-Fachpersonen erforderlich. 
 
6.3 Dr. med. D.____, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, des RAD nahm am 27. Oktober 2020 aus kinder-
psychiatrischer Sicht zur Frage eines CI Stellung. Es sei davon auszugehen, dass bei diagnosti-
zierter Trisomie 21 mit deutlicher Entwicklungsretardierung eine geistige Behinderung klar vor-
liege. Dies führe aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht dazu, dass keine relevante Einglie-
derung auf dem ersten Arbeitsmarkt und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch auf dem 
zweiten Arbeitsmarkt zu erwarten sei. Aktuell besuche der Versicherte zudem eine heilpädagogi-
sche Schule und nicht eine Regelschule via Inklusion. Grundsätzlich sei also unabhängig von 
einer durch ein CI verbesserten Hörleistung kein Integrationserfolg zu erwarten. Auch eine we-
sentliche Verbesserung der Sprachproduktion sei gemäss dem behandelnden Arzt nicht zu er-
warten, allenfalls könne die akustische Orientierung in der Öffentlichkeit und im Verkehr verbes-
sert werden. Ob der Versicherte jedoch jemals ohne schützende Begleitung unterwegs sein 
könne, sei mehr als unklar. Die Kosten-Nutzen-Abwägung falle hier aus medizinisch-theoreti-
scher Sicht eher zu Ungunsten einer Versorgung mittels CI aus. Erschwerend komme hinzu, dass 
der Versicherte durch die geistige Behinderung sich schwertun werde, das CI integrieren und 

 

 
 
Seite 7  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auch wirklich nutzen zu können, da dies bereits für kognitiv nicht eingeschränkte Gleichaltrige 
eine echte Herausforderung sei. Sie sehe somit keinen gesicherten Effekt des CI bei einseitiger 
Schwerhörigkeit, es sei eher von einer unangemessenen erhöhten Belastung auszugehen.  
 
6.4 In einer weiteren Stellungnahme vom 29. Oktober 2020 äusserte sich die RAD-Ärztin 
C.____ dahingehend, dass die Formulierungen des behandelnden Arztes im Kostengutsprache-
gesuch vom 5. Oktober 2020 nicht dafürsprechen würden, dass von medizinischer Seite ein CI 
befürwortet werde. Ausserdem käme der Versicherte mit dem BAHA-Gerät gut zurecht, was auch 
seiner Entwicklung im Kontext seiner Einschränkungen zugutegekommen sei. Eine weitere Ver-
besserung der psychomotorischen und Sprachentwicklung sowie der Fähigkeit, sich beruflich und 
sozial zu integrieren, sei mit einer neuen Versorgung mittels CI nicht zu erwarten. Zusammenfas-
send könne aus versicherungsmedizinischer Sicht eine Versorgung des Kindes mit einem CI links 
nicht befürwortet werden.  
 
6.5 Prof. B.____ hielt mit Bericht vom 2. Dezember 2020 ergänzend fest, dass A.____ das 
BAHA-Gerät mittlerweile nicht mehr trage. Er scheine keine Besserung zu erfahren, was aufgrund 
der progredienten Schwerhörigkeit mit aktuell bei Ertaubung liegenden Werten nachvollziehbar 
sei. Wie er bereits dargelegt habe, liege der Benefit einer Cochlea-Implantation nicht in einer 
Verbesserung der Sprachentwicklung, sondern in der verbesserten Hörreaktion. Der Patient 
könne somit in heiklen Situationen, wie zum Beispiel im Verkehr, Unfälle vermeiden. Auch die 
kognitive Entwicklung sei durch beidseitigen Hör-Input nachgewiesenermassen verbessert. Auch 
aus neuropädiatrischer Sicht werde ein CI unterstützt. Insbesondere würden keine Einwände auf-
grund der Trisomie 21 bestehen. Die zentrale Hörbahn sei durch die bereits erfolgte auditive Re-
habilitation angelegt, so dass auch aus audiologischer Sicht eine Cochlea-Implantation vorteilhaft 
sei, da das zentrale ipsilaterale Hören auf dieser Seite vorhanden sei.  
 
6.6 Dem provisorischen Bericht von PD Dr. med. E.____, FMH Kinder- und Jugendmedizin, 
Schwerpunkt Neuropädiatrie sowie Entwicklungspädiatrie, und Dr. med. F.____, Fachärztin für 
Kinder- und Jugendmedizin, vom 3. Dezember 2020 zufolge gehe es dem Patienten insgesamt 
gut. Der Umgang mit ihm gestalte sich aber sehr schwierig, da er Anweisungen nicht befolge 
respektive nicht höre und keine verständlichen Worte äussern könne. Klinisch auffallend sei vor 
dem Hintergrund einer Trisomie 21 eine deutliche Sprachentwicklungsverzögerung bei deutlich 
eingeschränktem Hören. Sie erachteten eine optimale Versorgung des Gehörs bei diesem Pati-
enten als kruzial und würden die geplanten Schritte durch Prof. B.____ befürworten. Ein optima-
les Hören sei für den Patienten zum weiteren Erlernen der Sprache, der sozialen Interaktion und 
der entwicklungsneurologischen Förderung von grösster Wichtigkeit. Zudem sei ein optimales 
Hören auch zur Unfallverhütung von grösster Wichtigkeit.  
 
6.7 In einer weiteren RAD-Stellungnahme vom 16. Dezember 2020 führte med. pract. C.____ 
aus, dass auffällig sei, dass in den aktuell von den behandelnden Ärzten eingereichten Berichten 
von einem generell massiv eingeschränkten Hören ausgegangen werde, obwohl beim rechten 
Ohr eine normale Hörschwelle vorliege. Dies sei nicht nachvollziehbar. Dass die versicherte Per-
son bei der neuropädiatrischen Untersuchung den Anweisungen nicht folge, dürfte nicht an der 
einseitigen Schwerhörigkeit links liegen, sondern vorwiegend damit zu erklären sein, dass eine 

 

 
 
Seite 8  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ausgeprägte Entwicklungsverzögerung, ein reduziertes Sprachverständnis und ausgeprägte kog-
nitive Einschränkungen vorliegen würden, zumal rechts eine Normalhörigkeit vorliege und die 
Untersuchung wohl in einer ruhigen Umgebung ohne Störreize stattgefunden habe. Gemäss Aus-
sagen des behandelnden HNO-Arztes trage A.____ das BAHA-Gerät nicht mehr. Aus RAD-Sicht 
sei nicht sicher zu beurteilen, ob der ausschlaggebende Grund dafür eine fehlende Verbesserung 
des Hörvermögens sei, wie dies vom Arzt angeführt werde, oder ob das Kind das Gerät als stö-
rend empfunden und deshalb nicht akzeptiert habe. Falls Letzteres eine Rolle gespielt habe, 
dürfte dies auch einen negativen Einfluss auf die Akzeptanz eines CI haben. Ausgehend davon, 
dass bei kognitiv nicht eingeschränkten schwerhörigen Personen nach Versorgung mit einem CI 
mit einem offenen Sprachverstehen ohne direkten Sichtkontakt bei 60% und ein geschlossenes 
Sprachverstehen bei 90% der Patienten erwartet werden könne, würden die Aussichten sehr ge-
ring erscheinen, dass das Kind mit starker Entwicklungsverzögerung, mit kognitiven Einschrän-
kungen und Normalhörigkeit auf einer Seite den Sprachprozessor akzeptiere und regelmässig 
trage, den Sprachprozessor zu bedienen und damit umzugehen sowie zu warten lerne und gleich-
zeitig die kognitive Leistung aufbringe, damit ein besseres Sprachverstehen zu erreichen, wobei 
das Sprachverständnis auch gemäss den behandelnden Ärzten nicht relevant verbessert werden 
könne.  
 
6.8 Die RAD-Ärztin Dr. D.____ bestätigte mit Stellungnahme vom 17. Februar 2021 die Ein-
schätzung von med. pract. C.____ aus ihrer spezialärztlicher Sicht. Ob es sich bei einem Coch-
lea-Implantat im vorliegenden Fall um eine Grundversorgung oder um die bestmögliche Versor-
gung handle, könne sie indes nicht beantworten, da die Frage aus ihrem kinder- und jugendpsy-
chiatrischen Fachbereich nicht beantwortet werden könne.  
 
6.9 Mit Schreiben vom 8. März 2021 führte Prof. B.____ in Beantwortung der von der IV-Stelle 
gestellten Fragen aus, dass sie sich selbstverständlich Gedanken gemacht haben über die Ak-
zeptanz des CI durch A.____. Indes habe der Patient das BAHA-Gerät über einen längeren Zeit-
raum problemlos getragen. Er kenne somit bereits das Gefühl, ein magnetgekoppeltes Gerät hin-
ter dem Ohr zu tragen. Sie würden davon ausgehen, dass der anfängliche Benefit aufgrund einer 
Verschlechterung des Hörvermögens verschwunden sei, sodass zwischen Tragen und Nichttra-
gen kein Unterschied mehr bemerkt worden sei. Selbstverständlich brauche es bei einem CI eine 
erneute Adaption. Da die Eltern des Patienten bereits beim BAHA sehr gut mitgemacht hätten 
und bezüglich eines CI sehr motiviert seien, würde die unterstützende Begleitung, die es für die 
Adaption in diesem Fall sicher brauche, als gegeben erachtet. In Bezug auf die kognitive Ent-
wicklung des Patienten hielt Prof. B.____ erneut fest, dass eine Entwicklung des offenen Sprach-
verstehens durch ein CI aufgrund der Trisomie 21 nicht erwartet werde. Vielmehr sei aus seiner 
spezialärztlichen und auch aus neuropädiatrischer Sicht damit zu rechnen, dass A.____ durch 
die Verbesserung der Hörfähigkeit eine Erleichterung und grössere Zufriedenheit im Alltag erfah-
ren werde. Die gesamte kollektive (recte wohl: kognitive) Leistung und nicht nur das Sprachver-
stehen alleine könne durch den Ausgleich sensomotorischer Defizite verbessert werden. Dies sei 
auch von neuropädiatrischer Seite bekräftigt worden. Es liege in der Natur der Sache, dass in 
solchen komplexen Fällen keine vollständige Erfolgsgarantie gegeben werden könne. Sie hätten 

 

 
 
Seite 9  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

jedoch die Indikationsstellung sorgfältig überdacht, breit im Gremium diskutiert und eine neuro-
pädiatrische Meinung eingeholt, bevor nach ausführlicher Absprache mit den Eltern der Entscheid 
zum Antrag gefällt worden sei.  
 
6.10 Gemäss Stellungnahme Dr. D.____ vom 16. März 2021 habe eine umfassende mündliche 
Fallbesprechung innerhalb des RAD stattgefunden. Die Vorbringen von Prof. B.____ würden zu 
keiner anderen Sichtweise Anlass geben. Unabhängig davon, dass ihres Erachtens aus kinder-
psychiatrischer Sicht Zweifel bestünden, ob der Versicherte aufgrund der kognitiven Einschrän-
kungen ein CI adäquat und korrekt nutzen könne, lasse Prof. B.____ ausser Acht, wie stark der 
Einsatz eines CI emotional irritieren könne und wie schwierig es auch für gesunde Gleichaltrige 
sei, die neuen Hörerlebnisse adäquat zu integrieren. Die grundsätzlich notwendige emotionale 
Akzeptanz eines CI schätze sie aufgrund der kognitiven Einschränkungen des Versicherten und 
der damit einhergehenden eingeschränkten Copingstrategien zur Stressbewältigung als gering 
ein. Aus fachärztlicher Sicht empfehle sie, an der Ablehnung des Gesuchs festzuhalten. Der RAD-
Arzt Dr. med. G.____, Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, schloss in seiner Stel-
lungnahme vom 16. März 2021 an die Einschätzung von Dr. D.____ an.  
 
7.1 Aus den vorstehenden Akten ist erstellt und unter den Parteien auch unbestritten, dass der 
Beschwerdeführer auf dem linken Ohr hochgradig schwerhörig mit bei Ertaubung liegenden Wer-
ten leidet. Des Weiteren ist unbestrittenermassen davon auszugehen, dass ein Cochlea-Implan-
tat rein technisch-medizinisch grundsätzlich geeignet ist, das Hörvermögen links zu verbessern. 
Aufgrund der Ausführungen der behandelnden Ärzte sowie der RAD-Ärztin pract. med. C.____ 
ist ferner als gegeben zu erachten, dass im vorliegenden Fall die Indikationskriterien gemäss den 
«Richtlinien für Cochlea-Implantat-Versorgung und Nachbetreuung» der Arbeitsgruppe Cochlea-
Implantate der Schweizerischen ORL-Gesellschaft erfüllt sind. 
 
7.2 Die Beschwerdegegnerin geht indessen davon aus, dass ein CI die bestmögliche Versor-
gung der Schwerhörigkeit darstelle, welche nicht den Kriterien der Einfachheit, Zweckmässigkeit 
und Wirtschaftlichkeit entspreche. Der Beschwerdeführer komme mit dem BAHA-Implantat gut 
zurecht und sei damit adäquat versorgt. Ursache für das reduzierte Sprachverständnis und die 
Entwicklungsverzögerung sei in erster Linie die Trisomie 21, zumal der Versicherte am rechten 
Ohr eine normale Hörleistung erbringe. Angesichts der kognitiven Einschränkungen und der Ent-
wicklungsverzögerung seien die Aussichten gering, dass er den am Kopf angebrachten Sprach-
rezeptor akzeptiere, regelmässig trage und lerne, ihn zu bedienen, zu warten und damit umzuge-
hen. Ausserdem sei die notwendige emotionale Akzeptanz eines CI aufgrund der eingeschränk-
ten Coping-Strategien zur Stressbewältigung als gering einzuschätzen. Ferner sei der postulierte 
Benefit einer verbesserten Hörreaktion, um beispielsweise Unfälle im Verkehr zu vermeiden, in 
Frage zu stellen, da der kognitiv eingeschränkte Beschwerdeführer ohnehin einen grossen per-
sönlichen Betreuungsaufwand benötige und deshalb unklar sei, ob er jemals ohne schützende 
Begleitung unterwegs sein werde. Dabei stützt sie sich auf die Ausführungen ihrer RAD-Ärzte.  
 
7.3 Eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers durch den RAD hat weder vor noch 
nach Einreichung des Gesuchs um Kostengutsprache stattgefunden. Nach den in Erwägung 5.4 

 

 
 
Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dargelegten Prinzipien sind in diesen Fällen strenge Anforderungen an den versicherungsinter-
nen Bericht zu stellen, sodass auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
genügen, um von der Einschätzung der RAD-Ärzte abzuweichen.  
 
7.4 Solche Zweifel bestehen im vorliegenden Fall. Zunächst ist festzuhalten, dass die Annahme 
der RAD-Ärzte, dass der Beschwerdeführer mit dem BAHA-Implantat gut zurechtkomme bzw. es 
lediglich nicht mehr anwende, da er es als störend empfinde, in den Akten keinerlei Stütze findet. 
So bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass A.____ das BAHA-Gerät nicht akzeptiere, zumal 
er es seit Ende 2017 getragen hat und Prof. B.____ ausführt, dass die Adaption mit der Unter-
stützung der Eltern erfolgreich war. Vielmehr ist mit dem behandelnden Facharzt davon auszu-
gehen, dass das BAHA-Gerät aufgrund der progredienten Schwerhörigkeit mit hochgradiger In-
nenohrbeteiligung keine Wirkung mehr hat. Dies erscheint insbesondere nachvollziehbar, da eine 
BAHA-Implantation zwar eine leichte bis mittelgradige, nicht jedoch eine schwergradige Inneno-
hrschwerhörigkeit – wie sie hier vorliegt – behandeln kann. Bei Hörbeeinträchtigungen mit einer 
hochgradigen Innenohrbeteiligung besteht die Indikation eines CI (vgl. hierzu: CHRISTOPH 
SCHLEGEL-WAGNER/THOMAS LINDENER, Neue Entwicklungen in der Behandlung der Schwerhö-
rigkeit, Schweizerisches Medizinisches Forum / Swiss Medical Forum, Ausgabe 2008/8 S. 37). 
Sofern die Beschwerdegegnerin bzw. die RAD-Ärztinnen die beruflichen und sozialen Perspekti-
ven als Argumente gegen ein CI vorbringen, ist ihnen Folgendes entgegenzuhalten: Ob der Be-
schwerdeführer je auf dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt integriert werden kann, spielt bereits 
deshalb keine wesentliche Rolle, da das Hilfsmittel in Ziffer 5.07.01 des Anhangs zur HVI nicht 
mit einem (*) versehen ist und daher kein Konnex zur beruflichen Tätigkeit erforderlich ist (vgl. 
E. 3.2 und 4.1 hiervor). Auch der Einwand, es sei unklar, ob der Beschwerdeführer sich je selbst-
ständig ohne Begleitung im Verkehrsalltag bewegen werde, so dass Sicherheitsüberlegungen 
irrelevant seien, vermag nicht zu überzeugen. Bei einem neunjährigen Jungen, obschon einge-
schränkt durch die Trisomie 21, kann im aktuellen Zeitpunkt sicherlich nicht schon mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass er sich je alleine im öffentlichen Raum 
bewegen werde. Ebenfalls nicht zu hören ist das Vorbringen der Beschwerdegegnerin, der Be-
schwerdeführer habe rechtsseitig ein intaktes Gehör, was für eine genügende auditive Wahrneh-
mung in ruhiger Umgebung ausreiche. Damit wird dem Versicherten im Ergebnis das Recht ab-
gesprochen, in einer geräuschvollen Umgebung Kontakt zur Umwelt aufnehmen zu können, ob-
wohl gerade dieser Kontakt das Eingliederungsziel einer Hörgeräteversorgung ist (vgl. Art. 2 
HVI). Ausserdem würde der Beschwerdeführer gemäss den überzeugenden Ausführungen 
Prof. B.____ sowie des Neuropädiaters PD Dr. E.____ sowohl bei der sozialen Interaktion, der 
Zufriedenheit im Alltag als auch in Bezug auf die neurologische Entwicklung von einem intakten 
Hören profitieren. So sei davon auszugehen, dass die gesamte kognitive Leistung und nicht bloss 
das Sprachverstehen durch den Ausgleich des sensomotorischen Defizites verbessert werden. 
Die Einschätzung der RAD-Ärzte und Ärztinnen, wonach keine erfolgsversprechenden Aussich-
ten für eine Akzeptanz und Anwendbarkeit des CI durch A.____ bestünden, basieren im Wesent-
lichen auf allgemeinen und theoretischen Überlegungen in Bezug auf kognitiv nicht einge-
schränkte Personen. Die behandelnden Ärzte, namentlich Prof. B.____, der den Versicherten und 
seine Eltern seit Jahren betreut, sehen betreffend Akzeptanz und Adaptionsfähigkeit keine Prob-
leme voraus. In einem Fall wie dem vorliegenden, wo die Einschränkungen des Beschwerdefüh-

 

 
 
Seite 11  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rers und die konkreten Umstände in hohem Mass einzigartig sind, muss den Einsichten der be-
handelnden Ärzte grössere Bedeutung zugemessen werden, da sie aufgrund ihres persönlichen, 
langjährigen Kontakts mit dem Patienten wichtige Aspekte benennen können, die bei einem Ak-
tengutachten oder auch bei einer einmaligen Begutachtung des Versicherten unerkannt oder un-
gewürdigt bleiben würden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, 
mit Hinweisen). Diesbezüglich ist auch die Kritik des Beschwerdeführers bzw. seiner Eltern, dass 
der RAD den Fall medizinisch gewürdigt hat, ohne ihn persönlich untersucht zu haben, gerecht-
fertigt. Ausserdem spricht die gelungene Adaption an das BAHA-Implantat mit der vorhandenen 
elterlichen Unterstützung durchaus dafür, dass auch eine Adaption an ein CI erfolgreich sein 
kann.  
 
7.5 Zusammenfassend bestehen teilweise nicht nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der Einschätzung des RAD. Es stellt sich deshalb die Frage, ob weitere medizini-
sche Abklärungen notwendig sind. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. 
c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen 
für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese 
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 
erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 
2018, 9C_273/2017, E. 3.1). Vorliegend lassen indes die vorhandenen medizinischen Unterlagen 
der behandelnden Ärzte – wie in Erwägung 7.3 hiervor ausgeführt –eine zuverlässige Beurteilung 
der Sachlage zu, so dass auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet werden kann (vgl. 
BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3).  
 
8. Nach dem Ausgeführten ist festzuhalten, dass die Beschwerde gutzuheissen ist. Die ange-
fochtene Verfügung ist aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist die Kostengutsprache für ein 
Cochlea-Implantat zu erteilen.  
 
9. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von 
IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-
- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtli-
chen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah-
renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie-
gend ist die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei, weshalb die Kosten ihr aufzuerlegen sind. 
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. Eine 
Parteientschädigung wird dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nicht ausgerichtet.  
  

 

 
 
Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Beschwerdegegnerin verpflich-
tet, die Kosten für das Cochlea-Implantat des Beschwerdeführers zu 
übernehmen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
auferlegt. 

Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 800.-- wird zurückerstattet. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht