# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86c5e6a5-df72-5014-9075-49ea6986a2ce
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.03.2016 SB150088
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150088_2016-03-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB150088-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, Ersatzoberrichter lic. iur. 

B. Amacker und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Mathieu sowie die  

Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Truninger 

 
Urteil vom 31. März 2016 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  
Freiheitsberaubung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 26. Mai 2014  

(DG140002) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 24. Januar 

2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 44). 

Urteil der Vorinstanz: 

"Es wird vorab erkannt: 

1. Das Verfahren in Anklagepunkt 1.1 wird bezüglich der Tätlichkeit nach Art. 126 Abs. 1 StGB 

eingestellt. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

3. … (Rechtsmittel). 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. b StGB 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

− des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB 

− der Verleumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und 2 lit. c StGB 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen 

− von der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB bezüglich Anklagepunkt 1.3 

− vom Missbrauch einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB bezüg-

lich Anklagepunkte 1.3, 1.5 und 1.6 

− von der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. b StGB bezüglich Anklage-

punkt 1.7 

− von der mehrfachen Verleumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 Abs. 1 StGB bezüg-

lich Anklagepunkt 1.8 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 333 

Tage durch Haft erstanden sind) sowie einer Busse von Fr.  300.–. 

-   3   - 

4. Der Vollzug der Restfreiheitsstrafe wird jedoch für die Dauer der mit heutigem Urteil unter 

nachfolgender Ziffer 8 angeordneten ambulanten Massnahme aufgeschoben. Die Busse ist 

zu bezahlen. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 3 Tagen. 

6. Auf den Widerruf bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland, Uster, 

vom 22. März 2013 ausgefällten Strafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50.– wird verzichtet. 

7. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland, Uster, vom 22. März 2013 ange-

setzte Probezeit wird mit Wirkung ab heute um 1 Jahr verlängert. 

8. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

(Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.  

9. Für die Dauer der ambulanten Behandlung wird dem Beschuldigten die folgende Weisung 

erteilt: 

Dem Beschuldigten wird verboten, die Privatklägerin B._____ auf jedwede Art zu kontaktie-

ren. 

10.  Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

29. Oktober 2013 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehör-

de zur Vernichtung überlassen: 

− 1 Pack Winchester Trap 100 Munition 

− 3 Pack Winchester Sxt 9 Munition 

− 1 Pack Remington Golden Saber HPJ Munition 

− 4 Pack Glaser Safety Slug Munition 

− 4 leere Patronenhülsen 

− 1 leere Kartonschachtel Winchester Winner 22 Munition 

11.  Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 15. Juli 2013 be-

schlagnahmte Apple iPhone 5 (Asservate Nr. A...) wird eingezogen und der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen. 

12.  Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. September 2013 

beschlagnahmte Messer (Marke "Golumbia") wird eingezogen und der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen. 

-   4   - 

13.  Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin B._____ aus dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Fest-

stellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin B._____ auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

14.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 4'500.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 20. April 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

15.  Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 450.–   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 6'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 11'716.–   Auslagen Vorverfahren 

Fr. 14'853.20   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft 

Fr. 34'873.20   amtliche Verteidigung 
 
Die Kosten, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten im Umfange von 9/10 aufer-

legt. 1/10 wird auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklä-

gerschaft werden auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung im 

Umfang von 9/10 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel.  

16.  … (Mitteilung)  

17.  … (Rechtsmittel). 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 124 S. 2 f.) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf  

- der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

-   5   - 

- der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

- der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. b 

StGB 
- des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

- des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies 

StGB 

- der Verleumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

- der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und 2 lit. c 

StGB 

frei zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen (Anklageziffer 1.6) und hierfür mit einer Busse von 

Fr. 200.-- zu bestrafen. 

3. Der Beschuldigte sei für die erlittene Haft angemessen zu entschädigen. 

4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 22. März 2013 

angesetzte Probezeit sei nicht zu verlängern. 

5. Es sei auf die Anordnung einer ambulanten Massnahmen im Sinne von 

Art. 63 StGB zu verzichten. 

6. Das mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

15. Juli 2013 beschlagnahmte Apple iPhone 5 (Asservate Nr. A...) sei dem 

Beschuldigten herauszugeben. 

7. Das mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

23. September 2013 beschlagnahmte Messer (Marke "Golumbia") sei dem 

Beschuldigten herauszugeben. 

8. Die von der Privatklägerin geltend gemachten Zivilansprüche seien voll-

ständig abzuweisen bzw. eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 

-   6   - 

9. Die erstinstanzlichen Untersuchungs- und Gerichtskosten, inklusive der  

Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, seien vollständig von der Staatskasse zu tragen. 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive der Kosten der Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft seien vollständig 

und vorbehaltlos von der Staatskasse zu tragen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Der Privatklägerschaft: 

(sinngemäss, Urk. 126) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

1. Prozessverlauf 

1.1. Mit Urteil vom 26. Mai 2014 wurde der Beschuldigte der Freiheits-

beraubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Nötigung im 

Sinne von Art. 181 StGB, der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

und 2 lit. b StGB, des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, des Miss-

brauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB, der Verleum-

dung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der mehrfachen Tätlichkeiten 

im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und 2 lit. c StGB schuldig gesprochen und mit 

12 Monaten Freiheitsstrafe sowie einer Busse von Fr. 300.– bestraft. Sodann 

wurde eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

angeordnet, der Vollzug der Restfreiheitsstrafe für die Dauer der angeordneten 

ambulanten Massnahme aufgeschoben und dem Beschuldigten für die Dauer der 

ambulanten Behandlung die Weisung erteilt, dass ihm verboten werde, die Privat-

klägerin 1 (B._____) auf jedwede Art zu kontaktieren. Weiter wurde auf den Wi-

derruf bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland, Uster, 

-   7   - 

vom 22. März 2013 ausgefällten Strafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50.– verzichtet 

und die dort angesetzte Probezeit um ein Jahr verlängert und es wurden diverse 

beschlagnahmte Gegenstände eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernich-

tung überlassen. Sodann wurde festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der 

Privatklägerin 1 aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schaden-

ersatzpflichtig ist und er wurde verpflichtet, der Privatklägerin 1 Fr. 4‘500.– zuzüg-

lich 5% Zins ab 20. April 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Zur genauen Fest-

stellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wurde die Privatklägerin 1 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Von den Vorwürfen bezüglich Nöti-

gung im Sinne von Art. 181 StGB bezüglich Anklagepunkt 1.3, Missbrauch einer 

Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB bezüglich Anklagepunkt 1.3, 

1.5 und 1.6, Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. b StGB bezüglich 

Anklagepunkt 1.7 und mehrfache Verleumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB bezüglich Anklagepunkt 1.8 wurde der Beschuldigte freigesprochen. 

Sodann wurde das Verfahren im Anklagepunkt 1.1 bezüglich der Tätlichkeit nach 

Art. 126 Abs. 1 StGB eingestellt (Urk. 102 S. 64 ff.).  

1.2. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte rechtzeitig Berufung an 

(Urk. 93). Die Berufungserklärung ging in der Folge ebenfalls rechtzeitig ein 

(Urk. 105). Mit Präsidialverfügung vom 11. März 2015 wurde der Beschuldigte 

aufgefordert, seine Berufungserklärung zu verdeutlichen (Urk. 107). Die ent-

sprechende Eingabe des Beschuldigten ging am 23. März 2015 innert Frist ein 

(Urk. 109). Mit Präsidialverfügung vom 23. März 2015 wurde den Privatklägern 1 

und 2 sowie der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu er-

heben oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 111). Weder 

die Privatkläger 1 und 2 noch die Staatsanwaltschaft liessen sich vernehmen. 

Beweisanträge wurde von keiner Partei gestellt. Die Berufungsverhandlung fand 

am 31. März 2016 statt (Prot. II S. 5). 

2. Berufungserklärung 

2.1. In der Berufungsschrift ist anzugeben, welche Abänderungen des erstin-

stanzlichen Urteils verlangt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO). Gemäss Art. 402 

StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung. 

-   8   - 

2.2. Mit Berufungserklärung vom 10. März 2015 und Präzisierung vom 20. März 

2015 beschränkte der Beschuldigte seine Berufung (Urk. 105 und 109). Nachdem 

die Einstellung des Verfahrens in Anklagepunkt 1.1 bezüglich der Tätlichkeiten, 

der Schuldspruch bezüglich Anklagepunkt 1.6 betreffend ziehen an der Halskette 

der Privatklägerin (Teil von Dispositiv-Ziffer 1), die Freisprüche bezüglich Nöti-

gung im Sinne von Art. 181 StGB bezüglich Anklagepunkt 1.3, Missbrauch einer 

Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB bezüglich Anklagepunkt 1.3, 

1.5 und 1.6, Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. b StGB bezüglich 

Anklagepunkt 1.7 und mehrfache Verleumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB bezüglich Anklagepunkt 1.8 (Dispositiv-Ziffer 2), der Verzicht auf Wi-

derruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 22. März 

2013 ausgefällten Strafe (Dispositiv-Ziffer 6), die Einziehung und Vernichtung 

gemäss Dispositiv-Ziffer 10 und die Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 15 

Abs. 1) nicht angefochten worden sind (vgl. auch Prot. II S. 8 - 13), ist vorab mit-

tels Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Anklageziffer 1.4 Vorfall vom 19. Juni 2013: Nötigung 

3.1. Die Vorinstanz hielt in ihren Erwägungen fest, dass der Staatsanwalt an-

lässlich der Hauptverhandlung die Anklage hinsichtlich Anklageziffer 1.4 zurück-

gezogen habe. Aufgrund dieser Tatsache gelte Anklageziffer 1.4 als zurückge-

zogen und sei nachfolgend demzufolge nicht zu behandeln (Urk. 102 S. 8).  

3.2. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte die Staatsanwalt-

schaft aus, dass die in Anklageziffer 1.4 erwähnte Nötigung vom 19. Juni 2013 

der Nötigung vom 5. Juni 2013 in Anklageziffer 1.3 nach genauem Studium tat-

sächlich sehr gleiche, sodass die Nötigung gemäss Ziffer 1.4 hinfällig werde und 

die Anklage bezüglich dieser Ziffer zurückgezogen werde. Es würde sich um eine 

Verwechslung handeln, die in den Einvernahmen nicht widerspruchsfrei habe 

ausgeräumt werden können. Am Vorfall vom 5. Juni 2013 werde festgehalten, der 

Vorfall vom 19. Juni 2013 sei hinfällig (Prot. I S. 15).  

-   9   - 

3.3. Nachdem somit ein und der selbe Vorfall unter zwei verschiedenen Daten 

Eingang in die Anklageschrift gefunden hat und der Staatsanwalt erklärte, dass 

sich der fragliche Vorfall am 5. und nicht am 19. Juni 2013 abgespielt habe, ist die 

Strafuntersuchung betreffend den Vorfall vom 19. Juni 2013 (Anklagepunkt 1.4) in 

Anwendung von Art. 329 Abs. 5 StPO einzustellen. Die Parteien konnten sich  

– auch wenn die Vorinstanz es in der Folge unterliess, das Verfahren formell ein-

zustellen – anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung zu dieser Einstel-

lung äussern. Zudem hat keine Partei die Nichtbehandlung dieser Anklageziffer 

1.4 durch die Vorinstanz im Berufungsverfahren bemängelt. Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung erklärten sich die Parteien mit einer Einstellung des Verfahrens 

hinsichtlich Anklageziffer 1.4 einverstanden (Prot. II S. 9). 

4. Sachverhalt 

4.1. Vorbemerkungen 

4.1.1. Die Tatvorwürfe ergeben sich aus der Anklageschrift vom 24. Januar 2014 

(Urk. 44). Die Anklageschrift hält dem Beschuldigten zehn „Vorfälle“ vor. Hin-

sichtlich Anklageziffer 1.1 betreffend Tätlichkeiten (Vorfall zwischen 10. und 

14. Februar 2013) stellte die Vorinstanz das Strafverfahren rechtskräftig ein. Hin-

sichtlich Anklageziffer 1.4 (Vorfall vom 19. Juni 2013) ist das Strafverfahren eben-

falls einzustellen (vgl. Ziffer 3. hiervor). Sodann anerkennt der Beschuldigte hin-

sichtlich Anklageziffer 1.6, dass er an der Halskette der Privatklägerin gezogen 

habe (Urk. 109 S. 2, Urk. 123 S. 10), weshalb dieser Schuldspruch in Rechtskraft 

erwachsen ist. Schliesslich sind die Freisprüche bezüglich Anklageziffer 1.3 (Vor-

fall vom 5./6. Juni 2013 [Nötigung und Missbrauch einer Fernmeldeanlage], An-

klageziffer 1.5 und 1.6 betreffend Missbrauch einer Fernmeldeanlage (Vorfall vom 

20. Juni 2013 und Vorfall vom 21. Juni 2013), Anklageziffer 1.7 betreffend Dro-

hung (Vorfall vom 22./23. Juni 2013) und Anklageziffer 1.8 betreffend mehrfache 

Verleumdung (Vorfälle vom 24. Juni 2013) in Rechtskraft erwachsen.  

4.1.2. Sodann anerkennt der Beschuldigte hinsichtlich Anklageziffer 1.7 und 1.10 

den objektiven Sachverhalt, nicht jedoch die rechtliche Würdigung seitens der 

Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz (Urk. 8/4 S. 18 f., S. 21 f.; Urk. 83 S. 23 f., 

-   10   - 

S. 29 f.; Urk. 86 S. 19 f., S. 23 und Prot. II S. 10 und 11). Hinsichtlich Anklage-

ziffer 1.8 anerkennt der Beschuldigte den Sachverhalt teilweise, nicht jedoch die 

rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz (Urk. 8/4 S. 19 f.; 

Urk. 83 S. 25 ff.; Urk. 86 S. 20 ff., Prot. II S. 10 f.). Im Übrigen bestreitet er die ihm 

vorgehaltenen Sachverhalte vollständig (Urk. 105 und Urk. 109). Es ist nach-

folgend aufgrund der vorhandenen Beweismitteln zu prüfen, ob der eingeklagte 

resp. die von der Vorinstanz festgestellten objektiven und subjektiven Sachver-

haltselemente erstellt werden können. 

4.1.3. Als Beweismittel liegen neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 8/1-

4) sowie der Privatkläger 1 und 2 (B._____ und C._____; Urk. 9/1-2 und 

Urk. 10/1-2), die Aussagen der Zeugen D._____ (Urk. 11/1-2), E._____ (Urk. 

12/1-4), F._____ (Urk. 13/1-2), G._____ (Urk. 14/1) und H._____ (Urk. 15/1), der 

ärztliche Bericht von Dr. med. I._____ resp. Dr. med. J._____ vom 28. Juni 2013 

(Urk. 6/1) und der Fotobogen der Kantonspolizei Zürich vom 27. Juni 2013 mit 

Verletzungen der Privatklägerin 1 bzw. des Privatklägers 2 und Auszügen aus 

Facebook (Urk. 7/1) vor. 

4.1.4. Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung, insbesondere der Würdigung 

von Aussagen, sowie der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und der Privatkläge-

rin 1 und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen hat sich die Vorinstanz ausführlich 

und soweit korrekt befasst, so dass grundsätzlich darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 102 S. 9 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die konkreten Aussagen der ver-

schiedenen Personen zu den einzelnen Vorfällen und deren Würdigung wird bei 

den einzelnen Vorfällen zurückzukommen sein.  

4.1.5. Grundsätzlich kann – wie ausgeführt – auf die ausführlichen und zutreffen-

den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Zusammenfassend und 

teilweise ergänzend ist das Folgende festzuhalten: Der Beschuldigte hat mehr-

heitlich relativ ausführliche Aussagen gemacht. Diese Aussagen weisen keine 

deutlichen Widersprüche auf und sind grundsätzlich nachvollziehbar. Jedoch fällt 

auf, dass der Beschuldigte insbesondere in der ersten polizeilichen Befragung die 

Beziehung zwischen ihm und der Privatklägerin 1 rückwirkend herunterspielen 

wollte, er die Privatklägerin immer wieder schlecht machte und er immer wieder 

-   11   - 

zu Gegenangriffen und Gegenanschuldigungen überging. So gab er in der polizei-

lichen Befragung vom 27. Juni 2013 an, dass er es im Nachhinein nicht mehr so 

sehe, dass sie eine Beziehung gehabt hätten, weil sie ja unter Verdacht stehe, 

diese Straftat begangen zu haben. Aber eigentlich hätten sie eine Beziehung mit-

einander gehabt (Urk. 8/1 S. 1 Frage 3). Er wisse nicht ganz genau, wann sie ein 

Paar geworden seien. Im Nachhinein bezeichne er das, wie gesagt, nicht als Be-

ziehung (Urk. 8/1 S. 1 Frage 5). Sie habe seiner Ansicht nach Persönlichkeitsstö-

rungen und sie habe seines Wissens in Ungarn mehrmals Selbstmordversuche 

unternommen. Sie zeige alle an, mit denen sie streite. Sie habe sowohl ihren ers-

ten als auch ihren zweiten Ehemann angezeigt. Das sei bei ihr üblich (Urk. 8/1 

S. 2 Frage 7). Dann sei die Beziehung eigentlich beendet gewesen. In der Folge 

seien sie nur noch geschäftlich zusammen gewesen, das heisse, sie habe das 

abgelehnt, weil sie das Konto leer gemacht habe (Urk. 8/1 S. 2 Frage 14). Sie ha-

be das leergeräumt, leergefegt (Urk. 8/1 S. 3 Frage 16). Auf die Frage, was er da-

zu sage, dass gemäss den Schilderungen der Privatklägerin 1 ihr Sohn am 4. Juni 

2013 verletzt worden sei, als er versucht habe, den Beschuldigten daran zu hin-

dern, ins Treppenhaus zu gelangen, antwortete er, das sei eine Lüge und holte 

umgehend zum Gegenangriff aus, indem er die Frage in den Raum stellte, warum 

sie ihre minderjährigen Kinder alleine lasse. Seiner Meinung nach sei es eine 

Straftat, ein 13-jähriges Kind mit einem 6-jährigen Kind alleine zu Hause zu las-

sen. Die Kinder seien oft alleine zuhause, während sie sich mit ihrem „Guy“ ver-

gnüge (Urk. 8/1 S. 4 Frage 26 f.). Später bezeichnete er den neuen Freund der 

Privatklägerin 1 als ihren „Sexpartner“ (Urk. 8/1 S. 6 Frage 49). Auf den Vorhalt, 

er solle gesagt haben, dass er vor den Augen ihrer Kindern der Privatklägerin 1 in 

den Kopf schiessen würde, gab er an, das stimme nicht. Die Privatklägerin 1 sei 

bewaffnet. Sie habe irgendwelche Handfeuerwaffen (Urk. 8/1 S. 5 Frage 39 f.). 

Auf die Frage, warum sie so etwas behaupten solle, wenn es nicht stimme, gab er 

an, wie er gesagt habe: Gegen ihren Noch-Ehemann prozessiere sie immer noch 

(Urk. 8/1 S. 7 Frage 57). Sodann führte er auf die Frage, wie sich die Privat-

klägerin 1 zum Vorwurf stelle, dass sie Geld weggenommen haben soll, aus, dass 

sie nicht mit sich reden lasse. Sie sei arbeitslos geworden, danach habe sie ein 

neues Auto und Bulgari-Sachen gekauft und sei direkt nach Ungarn gefahren, um 

-   12   - 

ihre Schulden zu bezahlen. Das sei noch im März 2013 gewesen (Urk. 8/1 S. 7 

Frage 62). Auch wenn sich der Beschuldigte in der Folge – nunmehr anwaltlich 

vertreten – mit seinen Anschuldigungen gegen die Privatklägerin 1 zurückhielt, 

weckt dieses Aussageverhalten gewisse Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit und 

der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Dies wird noch verstärkt durch den Um-

stand, dass er in der polizeilichen Einvernahme immer wieder mit Gegenfragen 

reagierte und sich auf widersprüchliche Aussagen der Privatklägerin 1 und des 

Privatklägers 2 berief (Urk. 8/1 S. 4 Frage 32, S. 7 Frage 58 und Frage 59, S. 7 

Frage 63).  

Sodann bestätigte der Beschuldigte in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, 

dass er der Privatklägerin 1 eine Kette habe wegnehmen wollen, ohne eine Be-

rechtigung dazu zu haben. Sein Argument für sein Handeln war, dass sie diese 

Kette von seiner Tochter bekommen habe, sie diese Kette seines Erachtens aber 

nicht verdient habe, da sie auch seine Tochter gegen ihn aufgehetzt habe 

(Urk. 8/3 S. 12). Dies rechtfertigt sein Handeln aber nicht, im Gegenteil zeigt es 

die Ansicht des Beschuldigten, dass er mit seinem Handeln gegenüber der Pri-

vatklägerin 1 im Recht sei. Die Aussagen des Beschuldigten sind deshalb mit 

Vorsicht zu würdigen.  

Schliesslich ist zu beachten, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 1 unter-

stellt, Gelder der von ihnen gemeinsam geführten Unternehmung K._____ GmbH 

unterschlagen zu haben, was ihn sehr zu beschäftigen scheint, auch heute noch 

(vgl. Prot. II S. 16). Der Beschuldigte macht indirekt geltend, dass die Anzeige der 

Privatklägerin 1 ein Racheakt gewesen sei, weil dieser Anzeige wegen der Vor-

kommnisse bei der K._____ GmbH habe erstatten wollen. Zu beachten ist dies-

bezüglich, dass der Beschuldigte zuletzt zusammen mit Frau B._____ die Firma 

K._____ GmbH betrieb (vgl. Urk. 123 S. 2 f.) und bezüglich seiner Anzeige 

schliesslich eine Nichtanhandnahmeverfügung erfolgte (vgl. Urk. 127), welche nur 

erlassen wird, wenn feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände eindeutig nicht 

erfüllt sind (vgl. Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Zudem wusste die Privatklägerin 1 bei 

ihrer Anzeige noch nicht, dass der Beschuldigte wegen dieser Geldgeschichte 

Strafanzeige gegen sie erstattet hatte (Urk. 8/1 S. 7 Frage 62). Unter den gege-

-   13   - 

benen Umständen und mit der Vertreterin der Privatklägerin 1 (Urk. 126 S. 3) 

kann nicht von einem Racheakt der Privatklägerin 1 gegen den Beschuldigte aus-

gegangen werden. Vielmehr erstattete die Privatklägerin am 27. Juni 2013 An-

zeige bei der Kantonspolizei Zürich (vgl. Urk. 1), da der Beschuldigte sie einge-

standenermassen im Juni 2013 mehrmals (direkt oder indirekt) kontaktierte und 

jede Gelegenheit nutzte, um sie mit der K._____ Geschichte zu konfrontieren 

(Urk. 8/1 S. 2 Frage 14, S. 4 f. Frage 34 f., S. 6 Frage 47 f., Frage 54; Urk. 8/3 

S. 11 f). Die Kontaktversuche des Beschuldigten im Juni 2013 kumulierten sich, 

bis schliesslich am 27. Juni 2013 auf Facebook der Eintrag "Wanted, wanted, 

wanted" erfolgte, was das Fass bei der Privatklägerin zum überlaufen brachte. 

Wenn die Verteidigung weiter geltend macht, es spreche nicht für die Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen der Privatklägerin, dass sie den ersten Vorfall vom Februar 

2013 weder in ihrer schriftlichen Strafanzeige vom 26. Juni 2013 noch in der poli-

zeilichen Einvernahme erwähnt habe (Urk. 124 S. 4), so kann dem nicht gefolgt 

werden. Vielmehr erscheint es nachvollziehbar, dass die Privatklägerin zunächst 

diejenigen Vorfälle erwähnte, die von der zeitlichen Abfolge her zuletzt vorgefallen 

sind und für sie demnach am gegenwärtigsten waren und ihr erst mit der Zeit die 

weiter zurückliegenden Vorfälle eingefallen sind. Deshalb von mangelnder Glaub-

haftigkeit zu sprechen (Urk. 124 S. 4), erscheint verfehlt.  

Sodann ist an dieser Stelle, soweit die Verteidigung geltend macht, dass sich die 

Vorinstanz mit verschiedenen Argumenten der Verteidigung nicht auseinander-

gesetzt habe (Urk. 124 S. 4), darauf hinzuweisen, dass sich die urteilenden  

Instanzen nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen müssen (vgl. Entscheide des 

Bundesgerichtes vom 9. September 2002, 1P.378/2002 E. 5.1 und 6B_1130/2014 

vom 8. Juni 2015, E. 4, sowie Entscheid des Kassationsgerichtes des Kantons 

Zürich vom 2. Februar 2004, AC030110 E. III. 1 b aa). Die Vorinstanz und die Be-

rufungsinstanz dürfen sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken. 

4.1.6. Die Vorinstanz hat sodann mit soweit zutreffender Begründung dargetan, 

dass die generelle Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 1 und die Glaubhaftigkeit ih-

-   14   - 

rer Aussagen bejaht werden kann. Namentlich hat das Bezirksgericht überzeu-

gend hervorgehoben, dass die Aussagen der Privatklägerin 1 detailreich sind und 

sie auch scheinbar Nebensächliches erwähnt, dass bei ihr kein auffälliger Be-

lastungseifer zu erkennen ist und sie spontan zugestand, wenn sie etwas nicht 

mehr wusste (vgl. Urk. 102 S. 14 f.). Dies spricht für wahrheitsgetreue Aussagen. 

Zurecht wies die Vorinstanz sodann darauf hin, dass auch die Dankeskarte, die 

die Privatklägerin 1 dem Beschuldigten mit einer Flasche Sekt zukommen liess, 

die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 1 nicht in Frage zu stellen 

vermag. Die Privatklägerin 1 erwähnte diese Dankeskarte bereits in der ersten  

polizeilichen Einvernahme von sich aus. Sie führte aus, dass sie ein paar Tage 

nach dem 7. Juni 2013 zu einem Kollegen gegangen sei und dort für den Be-

schuldigten eine Flasche Sekt und eine Karte zurückgelassen habe mit den Wor-

ten: „Vielen Dank für alles, ohne dich wäre ich jetzt nicht so glücklich“. Auf die 

Frage, ob sie dies ironisch gemeint habe, erklärte sie, nein, sie sei ihm sehr 

dankbar, wenn sie ihn nicht kennengelernt hätte vor zwei Jahren, so würde sie 

noch immer in Ungarn sein und könnte nicht hier in der Schweiz leben (Urk. 9/1 

S. 2). Dem Umstand, dass sie nun in der Schweiz leben kann, scheint für die Pri-

vatklägerin 1 ein sehr hoher Stellenwert zuzukommen. Darum steht die Dankes-

karte, auch wenn es bereits bis zu diesem Zeitpunkt zu einigen unschönen Aus-

einandersetzungen zwischen den Parteien gekommen ist (Freiheitsberaubung 

zwischen dem 10. und 14. Februar 2013 und Tätlichkeiten gegenüber dem Sohn 

der Privatklägerin 1 am 4. Juni 2013) und trotz der Bedenken der Verteidigung 

des Beschuldigten (Urk. 124 S. 10), nicht im Widerspruch zu ihrer Strafanzeige, 

die insbesondere gehäufte Vorfälle nach dem 19. Juni 2013 betraf. Sodann ist zu 

beachten, dass die Privatklägerin 1 bei ihrer Anzeige noch nicht wusste, dass der 

Beschuldigte wegen dieser Geldgeschichte Strafanzeige gegen sie erstattet hatte 

(Urk. 8/1 S. 7 Frage 62). Ein Motiv für eine Falschanschuldigung ist, entgegen 

den Ausführungen des Beschuldigten, nicht ersichtlich. Sodann ist darauf hinzu-

weisen, dass der aktuelle Lebenspartner der Privatklägerin 1 anlässlich seiner 

Einvernahme ausführte, dass er eine Frau kennengelernt habe, die lebenslustig 

gewesen sei, die Freude gehabt habe und jetzt habe sie Albträume, könne nicht 

schlafen, stehe immer wieder auf, müsse zur Opferhilfe und zum Psychiater. Sie 

-   15   - 

sei ein „Häufchen Elend“. Er müsse sie immer wieder aufmuntern und sagen, „es 

ist schon gut“ (Urk. 13/1 S. 6). Diese Darstellung der Privatklägerin 1 als psy-

chisch angeschlagene Person kann mit den von ihr geltend gemachten Vorfällen 

durchaus in Übereinstimmung gebracht werden. Dies spricht dafür, dass es tat-

sächlich zu gravierenderen Zwischenfällen zwischen der Privatklägerin 1 und dem 

Beschuldigten gekommen ist. Die psychische Angeschlagenheit wird zudem  

– auch wenn dieser auf suggestiven und nicht neutral formulierten Fragen be-

ruht – von dem von der Privatklägerin 1 anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver-

handlung eingereichten ärztlichen Bericht von Dr. med. L._____, Facharzt FMH 

Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigt (Urk. 82). Schliesslich vermag auch die 

– auf den ersten Blick tatsächlich nicht ganz nachvollziehbare lange – Dauer der 

polizeilichen Einvernahme und der Umstand, dass die Befragung wohl nach ei-

nem (nicht im Protokoll festgehaltenen) Unterbruch nochmals aufgenommen wur-

de (Urk. 9/1), keine Zweifel am Aussageverhalten der Privatklägerin 1 zu wecken. 

Sodann kann ein suggestives Frageverhalten des einvernehmenden Polizisten 

dem Protokoll nicht entnommen werden.  

4.2. Vorfall zwischen 10. und 14. Februar 2013: Freiheitsberaubung (Anklage-

schrift Ziffer 1.1) 

4.2.1. Bezüglich Anklageziffer 1.1. bleibt der Vorwurf der Freiheitsberaubung zu 

prüfen. Dem Beschuldigten wird zusammenfassend vorgehalten, er habe zu ei-

nem nicht näher bestimmten Zeitpunkt an einem Nachmittag, zwischen Sonntag, 

10. Februar 2013 und Donnerstag, 14. Februar 2013, die Privatklägerin 1, seine 

damalige Lebenspartnerin, anlässlich eines Streits in der Küche ihrer damaligen 

Wohnung während ca. einer halben Stunde eingeschlossen, indem er die Türe 

von innen abgeschlossen und den Schlüssel abgezogen habe (Urk. 44 S. 2 f.).  

4.2.2. Der Beschuldigte bestritt den ihm vorgehaltenen Sachverhalt sowohl in der 

Untersuchung (Urk. 8/3 S. 6 f.; Urk. 8/4 S. 2, S. 11) als auch anlässlich der vor-

instanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung (Urk. 83 S. 9 f.; 

Urk. 123 S. 11 f.). Er machte insbesondere geltend, dass die Privatklägerin 1 die 

Türe selber abgeschlossen habe, weil deren Sohn immer wieder etwas aus der 

Küche habe holen wollen resp. weil sie die Meinungsverschiedenheit nicht vor ih-

-   16   - 

ren Kindern habe austragen wollen (Urk. 8/3 S. 6 f.; Urk. 8/4 S. 11; Urk. 83 S. 9 

und Urk. 123 S. 12). 

4.2.3. Die Anklage stützt sich insbesondere auf die Aussagen der Privatklägerin 1. 

Diese führte in der polizeilichen Einvernahme vom 27. Juni 2013 aus, dass sie im 

Februar 2013 Streit gehabt hätten und der Beschuldigte sie in der Küche fest-

gehalten habe. Er habe die Küchentüre verschlossen und sie geschüttelt. Er habe 

sie mit beiden Händen an ihren Schultern festgehalten. Sie habe sich auf den  

Boden gesetzt und er habe sie mit kaltem Wasser übergossen (Urk. 9/1 S. 9). An-

lässlich ihrer Befragung vom 19. August 2013 bestätigte sie diesen Vorfall. Auf die 

Frage, ob der Beschuldigte sie vor dieser Zeit, das heisst vor dem 4. Juni 2013, 

auch einmal geschlagen, bedroht oder genötigt habe, sagte sie aus, ja, er habe 

sie einmal in der Küche eingesperrt für eine halbe Stunde. Er sei auch drin gewe-

sen. Das sei im Februar 2013 gewesen. Sie seien beide in der Küche gewesen 

und hätten Streit gehabt. Er habe dann die Türe mit dem Schlüssel abgeschlos-

sen und den Schlüssel herausgezogen. Dann sei der Streit weitergegangen und 

am Ende habe er sie mit kaltem Wasser übergossen. Geschlagen habe er sie 

damals nicht. Er habe ihr auch nicht gedroht. Das habe sich in der Wohnung in 

M._____ abgespielt. Sie glaube, das sei zwischen dem 10. und 14. Februar 2013 

gewesen. An den Wochentag könne sie sich nicht erinnern. Es sei an einem 

Nachmittag gewesen. Sie habe dem Beschuldigten mehrmals gesagt, dass sie 

die Küche verlassen wolle. Er habe die Türe nicht aufgemacht (Urk. 9/2 S. 11). 

Der Sohn der Privatklägerin 1 bestätigte diesen Vorfall ebenfalls. Er sagte auf die 

Frage, ob er etwas darüber wisse, ob sich der Beschuldigte schon einmal mit sei-

ner Mutter in der Küche eingeschlossen habe, aus, einmal, noch in der Wohnung 

in M._____, habe er Geräusche aus der Küche gehört, wie seine Mutter an die 

Küchentüre geschlagen habe. Seine Mutter habe auch geschrien. Er habe nicht 

verstanden, was sie geschrien habe, aber er habe gehört, dass sie schreie. Seine 

Mutter sei ca. 20-30 Minuten in der Küche geblieben, eventuell etwas länger. Auf 

die Frage, ob er wisse, ob der Beschuldigte sich auch in der Küche aufgehalten 

habe, als seine Mutter gegen die Türe geschlagen habe, gab er an, dass er es 

sich gedacht habe, da er ihn in der Wohnung nicht gesehen habe. In dieser Zeit 

-   17   - 

sei der Beschuldigte normalerweise immer in der Wohnung gewesen (Urk. 10/2 

S. 8). 

4.2.4. Wie ausgeführt, bestreitet der Beschuldigte nicht, dass es im Februar 2013 

zu einem Streit in der Küche gekommen ist, anlässlich welchem er und die Privat-

klägerin 1 in der Küche eingeschlossen waren. Strittig ist lediglich, wer die Kü-

chentür mit dem Schlüssel abgeschlossen hatte. Bei der Würdigung der Aus-

sagen ergibt sich, dass die Aussagen der Privatklägerin 1 insgesamt schlüssig 

und auch nachvollziehbar sind. Es ist nicht erklärbar, warum die Privatklägerin 1 

diesbezüglich den Beschuldigten zu unrecht beschuldigen sollte. Sodann bestä-

tigte auch der Privatkläger 2 diesen Vorfall. Auch wenn der Privatkläger 2, worauf 

die Verteidigung zu Recht hingewiesen hat (Urk. 124 S. 6), diesen Vorfall nicht bei 

seiner ersten Einvernahme erwähnte, kann aufgrund seiner Ausführungen davon 

ausgegangen werden, dass er ihn eigenhändig wahrgenommen hat. Entgegen 

der Ansicht der Verteidigung ist es durchaus nachvollziehbar, dass der Privat-

kläger 2, der am 28. Juni 2013 einvernommen wurde, zunächst den für ihn aktu-

ellsten Vorfall erwähnte und ihm erst mit der Zeit der Vorfall vom Februar 2013, 

der im Übrigen seine Mutter betraf und von ihr nicht als sehr gravierend wahrge-

nommen wurde, eingefallen ist. Soweit die Verteidigung rügt, dass die Ausführung 

des Privatklägers 2, seine Mutter habe an die Türe geschlagen (Urk. 11/2 S. 8), 

nicht einmal von ihr selber geltend gemacht worden sei (Urk. 124 S. 6), so ist da-

von auszugehen, dass es sich dabei um eine Aussage des Privatklägers 2  

handelt, die verifiziert nicht zutrifft. Sodann vermag das vom Beschuldigten vor-

gebrachte Argument, die Privatklägerin 1 habe die Türe mit dem Schlüssel selber 

abgeschlossen, weil sie die Diskussion nicht vor ihren Kindern habe führen wol-

len, nicht zu überzeugen. Zwar ist nachvollziehbar, dass eine solche Diskussion 

nicht vor den Kindern hat geführt werden sollen, jedoch genügt hierfür, die Kü-

chentüre zuzumachen, ein Abschliessen ist hierfür nicht erforderlich und wäre 

sehr ungewöhnlich. Denn, dass die beiden am Streiten waren, war wohl nicht zu 

überhören, zumindest wenn man direkt vor der Türe stand. Tritt das Kind bei ei-

nem Streit trotzdem in die Küche, kann es wieder weggeschickt werden, rüttelt es 

an einer verschlossenen Tür, hinter der seine Mutter mit einer anderen Person am 

Streiten ist, bewirkt dies beim Kind wohl die grössere Unsicherheit. Sodann er-

-   18   - 

scheint nicht glaubhaft, dass der Sohn der Privatklägerin 1, wie vom Beschuldig-

ten ausgeführt, immer wieder habe in die Küche kommen wollen (Urk. 8/3 S. 6), 

nachdem der Sohn der Privatklägerin 1 glaubhaft ausgeführt hat, dass er Angst 

vor dem Beschuldigten gehabt habe (Urk. 10/2 S. 6; vgl. auch Urk. 10/1 S. 5 Fra-

ge 41 und 44, wo der Privatkläger 2 ausführt, dass der Beschuldigte ihm manch-

mal, wenn seine Mutter nicht dagewesen sei und er etwas Schlimmes gemacht 

habe, gesagt habe, er würde ihm die Fresse einschlagen, wenn er nicht aufhöre. 

Er habe dann auch Angst bekommen und habe mit diesen schlimmen Dingen 

aufgehört). Der Umstand, dass die Privatklägerin 1 diesen Vorfall in ihrer schriftli-

chen Anzeige vom 26. Juni 2013 (Urk. 18/1) nicht aufführte, wie von der Verteidi-

gung gerügt (vgl. Urk. 124 S. 4), vermag, wie bereits in den Vorbemerkungen 

ausgeführt, an der Darstellung der Privatklägerin 1 keine Zweifel zu erwecken. 

Auslöser für ihre Strafanzeige war das aktuelle Verhalten des Beschuldigten. So-

dann führte sie aus, dass der Beschuldigte sie weder bedroht noch geschlagen 

habe. Der Vorfall scheint dadurch von der Privatklägerin 1 auch nicht als so gra-

vierend wahrgenommen worden zu sein. Wie erwähnt war das Hauptthema der 

Strafanzeige und damit der polizeilichen Einvernahme vom 27. Juni 2013 das  

aktuelle Verhalten des Beschuldigten. Darum vermag auch der Umstand, dass 

dieser Vorfall erst auf Nachfrage des einvernehmenden Polizisten Eingang ins 

Protokoll fand, keine Zweifel an den Aussagen der Privatklägerin 1 zu wecken. 

Diesbezüglich ist sodann zu berücksichtigen, dass die Privatklägerin 1 diesen 

Vorfall anscheinend in einem informellen Gespräch mit dem einvernehmenden 

Polizisten erwähnte und für sie somit schon Thema gewesen war. Schliesslich 

vermag auch der Umstand, dass sie diesen Vorfall in der ersten Einvernahme  

– auch mangels Nachfrage der einvernehmenden Person – nicht in aller Deutlich-

keit schilderte, keine Zweifel an ihren Aussagen zu wecken. Wie erwähnt, schien 

dieser Vorfall für die Privatklägerin 1 nicht ein solches Gewicht gehabt zu haben. 

Darum ist auch erklärbar, dass sie es in dieser Einvernahme bei einer groben 

Umschreibung bewenden liess. Schliesslich spricht für die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen der Privatklägerin 1, dass sie in der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme auf entsprechende Fragen des Staatsanwalts keine Tendenz erkennen 

-   19   - 

liess, den Vorfall gravierender als ursprünglich geschildert darzustellen. So ver-

neinte sie, dass sie geschlagen oder bedroht worden sei (Urk. 9/2 S. 11).  

4.2.5. Zum subjektiven Sachverhalt ist folgendes anzumerken: Was der Täter 

wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sogenannte innere Tatsachen. Bei Feh-

len eines Geständnisses des Täters muss aus äusseren Umständen auf jene in-

neren Tatsachen geschlossen werden. Nachdem der Beschuldigte die Küchen-

türe, obwohl er im Besitz des entsprechenden Schlüssels war und trotz mehrmali-

gen Aufforderungen der Privatklägerin 1, nicht öffnete, hielt er die Privatklägerin 1 

bewusst und gewollt in der Küche fest. Sodann musste ihm aufgrund dieser Ge-

gebenheiten bewusst gewesen sein, dass die Privatklägerin 1 keine Möglichkeit 

hatte, die Küche zu verlassen. 

4.2.6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass den glaubhaften und 

schlüssigen Aussagen der Privatklägerin 1 die nicht überzeugende Darstellung 

des Vorfalls durch den Beschuldigten nichts entgegen zu setzen vermag. Somit 

ist erstellt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 1 zwischen dem 10. und 

14. Februar 2013 anlässlich eines Streits gegen ihren Willen und trotz mehrmali-

ger Aufforderung der Privatklägerin 1, die Türe aufzumachen, in der Küche ihrer 

damaligen Wohnung während rund einer halben Stunde eingeschlossen hielt, in-

dem er die Türe von innen abschloss und den Schlüssel abzog. Sodann ist damit 

erstellt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 1 gegen deren Willen und trotz 

mehrmaliger Aufforderung der Privatklägerin 1, die Türe aufzumachen, bewusst 

und gewollt während ca. 30 Minuten in der Küche gefangen hielt, wobei er sich 

bewusst war, dass die Privatklägerin 1 angesichts der Einschliessung keine Mög-

lichkeit hatte, die Küche zu verlassen. Sodann hatte der Beschuldigte keine Be-

rechtigung, die Privatklägerin 1 in der Küche festzuhalten, was ihm aufgrund der 

Umstände bewusst sein musste.  

4.3. Vorfall vom 4. Juni 2013: Nötigung, Hausfriedensbruch, Tätlichkeiten (alle-

samt zum Nachteil von C._____; Anklageschrift Ziffer 1.2) 

-   20   - 

4.3.1. Die Tatvorwürfe ergeben sich aus der Anklageschrift vom 24. Januar 2014 

(Urk. 44). Zudem kann auf die zutreffende Zusammenfassung der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 102 S. 20 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4.3.2. Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass er am 4. Juni 2013 in der Wohnung 

der Privatklägerin 1 gewesen und dort auf den Privatkläger 2 (Sohn der Privatklä-

gerin 1) getroffen sei (Urk. 8/1 S. 3, Urk. 8/3 S. 5; Urk. 83 S. 10). Jedoch bestritt 

er sowohl in der Untersuchung (Urk. 8/1 S. 4, Urk. 8/3 S. 5, Urk. 8/4 S. 12) als 

auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungs-

verhandlung (Urk. 83 S. 11; Urk. 123 S. 13 ff.), dass er den Privatkläger 2 verletzt 

habe, er gegen den Willen des Privatklägers 2 die Wohnung betreten habe und 

dass er dem Privatkläger 2 gesagt habe, er werde ihm die Fresse einschlagen, 

wenn er ihn nicht loslasse. Vielmehr führte er aus, dass der Sohn der Privatkläge-

rin 1 ihm gesagt habe, er – der Beschuldigte – solle in der Wohnung noch zwei 

Schränke abholen. Der Privatkläger 2 habe ihn reingelassen. Es seien Regal-

schränke gewesen, die in der Küche gestanden seien (Urk. 8/1 S. 3). Er sei  

eigentlich dort gewesen, weil die Privatklägerin 1 ihm gesagt habe, er solle die 

Sachen aus der Garage nehmen. Wenn sie ihm nicht gesagt hätte, er solle die 

Sachen holen, wäre er nicht hingegangen. Sie habe ihn in eine Falle gelockt. Er 

habe nicht genau gesehen, wo die Regale gewesen seien. Sie habe sie in die Kü-

che gestellt. Er habe sie angeschaut, dann sei er aus der Wohnung raus. Er habe 

gesagt, er brauche sie nicht und habe sie auch nicht mitgenommen. Dann sei er 

rausgegangen (Urk. 8/1 S. 4). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme führte 

er aus, der Privatkläger 2 habe die Türe aufgemacht und es könne sein, dass er 

ihn während dem Eindrücken der Türen verletzt habe. Es sei nicht seine Absicht 

gewesen. Die Wohnungstüre befinde sich gegenüber der Küche, wo die Privat-

klägerin 1 zwei seiner Möbelstücke gehabt habe. Der Privatkläger 2 habe ihm ge-

sagt, dass er diese mitnehmen solle. Er - der Beschuldigte - habe ihm gesagt, 

dass er diese nicht brauche, woraufhin er die Wohnung wieder verlassen habe. 

Dann sei er wieder aus der Wohnung gegangen, so wie er ihn gebeten habe.  

Insgesamt habe er sich nicht länger als fünf bis zehn Sekunden in der Wohnung 

aufgehalten (Urk. 8/3 S. 5). In der Schlusseinvernahme präzisierte er, dass er die 

Türe aufgestossen habe, aber nicht mit Gewalt (Urk. 8/4 S. 12). Anlässlich der  

-   21   - 

vorinstanzlichen Befragung führte er sodann ergänzend aus, dass der Privatklä-

ger 2 herausgekommen sei und die Garagentüre geöffnet habe. Er habe gesagt, 

es befänden sich noch zwei Schränke in der Wohnung, die er auch mitnehmen 

solle. Er sei dann die beiden Möbel anschauen gegangen. Die beiden Möbel, die 

dort vorbereitet gewesen seien, seien nicht die gewesen, mit denen er gerechnet 

habe. Dann sei er wieder zurück in die Garage gegangen (Urk. 83 S. 10 f.). 

Schliesslich bestätigte der Beschuldigte, dass er zwei Wochen vor diesem Vorfall 

seine Privatsachen bei der Privatklägerin 1 abgeholt habe (Urk. 8/3 S. 8) und 

dass die Privatklägerin 1 ihm gesagt habe, sie wünsche, dass er keinen Kontakt 

mit den Kindern habe (Urk. 8/3 S. 8).  

4.3.3. Der Privatkläger 2 führte in der polizeilichen Befragung aus, dass der Be-

schuldigte noch Sachen bei ihnen in der Garage gehabt habe. Er habe hinunter-

gehen und die Türe zur Garage öffnen müssen. Um das zu tun, habe er die 

Hauseingangstüre öffnen müssen. Er habe die Türe geöffnet, die Fernbedienung 

gedrückt, damit das Garagentor sich öffne. Er – der Beschuldigte – habe dann ins 

Haus kommen wollen. Er habe ihm zuerst gesagt, dass er nicht hereinkommen 

dürfe. Nachher habe er versucht, die Türe zuzumachen. Dann habe der Beschul-

digte gegen die Türe gedrückt, dabei habe er sich an der Hand resp. am Arm ver-

letzt. Der Beschuldigte sei dann ins Haus und sogar oben in die Wohnung ge-

kommen und habe einmal ins Wohnzimmer hineingeschaut und einmal in die Kü-

che. Er – der Privatkläger 2 – habe ihm gesagt, er solle die Wohnung verlassen. 

Der Beschuldigte habe ihm aber gesagt, wenn er ihn nochmals berühren würde, 

würde er ihm in die Fresse schlagen. Er – der Privatkläger 2 – habe Angst be-

kommen. Er habe den Beschuldigten am rechten Oberarm gehalten und ihm ge-

sagt, dass er die Wohnung verlassen solle. Er habe seinen Arm nicht mehr be-

rührt. Nachher sei er wieder weggewesen. Der Beschuldigte habe wahrscheinlich 

seine Mutter gesucht, sie nicht gesehen, dann sei er wieder runter gegangen. Er 

habe nur gefragt, wo seine Mutter sei. Auf Vorhalt, dass der Beschuldigte gesagt 

habe, er habe Schränke abholen wollen, die er und seine Mutter in der Küche für 

ihn bereit gestellt hätten, führte er aus, dass die Schränke in der Küche gewesen 

seien, aber der Beschuldigte habe sie nicht gewollt. Er habe ihm schon unten  

gesagt, dass er noch zwei Schränke in der Küche habe, dass er diese aber nicht 

-   22   - 

holen dürfe, bevor der Bruder seiner Mutter wieder zu Hause sei. Der Beschuldig-

te habe schon unten gesagt, dass er die Schränke nicht abholen wolle (Urk. 10/1 

S. 2 f.). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme führt der Privatkläger 2 aus, 

dass er heruntergegangen sei und die Garagentüre geöffnet habe, dann sei er zu-

rück nach oben gegangen. Der Beschuldigte habe geklingelt und versucht, in die 

Wohnung hineinzukommen. Er – der Privatkläger 2 – habe ihm mehrmals gesagt, 

dass er nicht reinkommen solle, er sei aber trotzdem hineingekommen. Er habe 

ihm mehrmals gesagt, dass er die Wohnung verlassen solle und dann habe er ihn 

am Arm gehalten und ihm nochmals gesagt, er solle die Wohnung verlassen. Er  

– der Beschuldigte – habe ihm dann gesagt: „Wenn du mich nicht loslässt, dann 

schlage ich dir deine Fresse ein!“ Nachher habe er ihn losgelassen und der Be-

schuldigte habe in der Wohnung herum geschaut, aber nicht gefunden, was er 

gesucht habe und sei wieder hinunter gegangen. Er – der Privatkläger 2 – habe 

dann die Türe geschlossen (Urk. 10/2 S. 4). Auf Nachfrage führte er nochmals 

aus, dass er, nachdem er das Garagentor geöffnet gehabt habe, sofort wieder in 

die Wohnung hinaufgegangen sei. Der Beschuldigte habe dann oben nochmals 

geklingelt, als er schon an der Wohnungstüre gewesen sei. Er habe vergessen 

gehabt, die Türe des Treppenhauses zu schliessen. So habe der Beschuldigte ins 

Treppenhaus und direkt vor ihre Wohnungstüre gelangen können. Er selber habe 

dem Beschuldigten die Wohnungstüre geöffnet. Er habe nicht gewusst, dass der 

Beschuldigte vor der Türe stehe. Er habe die Türe nur einen Spaltbreit geöffnet. 

Er habe versucht, die Türe wieder zu schliessen, aber der Beschuldigte habe die 

Türe aufgestossen. Er habe vergeblich versucht, die Türe zuzuhalten. Dabei habe 

er Hautrötungen an seinem rechten Arm erlitten. Es habe auch geblutet. Diese 

Verletzung sei zustande gekommen, als er die Türe gehalten und der Beschuldig-

te die Türe hineingedrückt habe. Die Türe habe die Schürfwunde verursacht. In 

der Folge habe der Beschuldigte tatsächlich die Wohnung betreten. Der Beschul-

digte sei in die Küche sowie ins Wohnzimmer gegangen und habe sich ca. 5 bis 

10 Minuten in der Wohnung aufgehalten. Auf die Frage, ob der Beschuldigte ihn 

berührt habe, führte der Privatkläger 2 aus, nein, er – der Beschuldigte – habe nur 

gesagt, dass er ihm die Fresse einschlagen würde, wenn er seinen Arm nicht los-

lassen würde und er habe seinen Arm hochgenommen. Er habe befürchtet, dass 

-   23   - 

ihn der Beschuldigte schlage und er habe Angst vor dem Beschuldigten gehabt. 

Er habe zu ihm gesagt, dass er seine Fresse einschlagen werde. Sonst habe er 

nichts gesagt. Er habe zum Beschuldigten gesagt, dass er die Wohnung verlas-

sen solle und zwar mehrmals (Urk. 10/2 S. 5 f.). 

4.3.4. Der Zeuge G._____ führte in seiner Befragung aus, der Privatkläger 2 sei 

heruntergekommen, habe sie begrüsst und habe ihm die Hand gegeben. Dem 

Beschuldigten habe er nicht die Hand gegeben. Danach habe er ihnen die Gara-

gentür mit der Fernsteuerung aufgemacht. Nachher wisse er nicht, ob er noch 

dort geblieben sei oder was er gemacht habe. Sie hätten mit dem Ausräumen an-

gefangen (Urk. 14/1 S. 8). Sodann bestätigte er, dass der Beschuldigte in der 

Wohnung gewesen sei (Urk. 14/1 S. 7, S. 8). Schliesslich beantwortete er die 

Frage, ob es an diesem Abend zwischen dem Beschuldigten und dem Privat-

kläger 2 zu Streitigkeiten gekommen sei, mit nein (Urk. 14/1 S. 8). Dies kann aber 

lediglich dahingehend verstanden werden, dass er keinen Streit mitbekommen 

hat. Er gab denn auch an, dass er sich nur in der Garage aufgehalten habe. Ent-

gegen den Ausführungen der Verteidigung spricht dies nicht gegen die Version 

des Privatklägers 2 (Urk. 124 S. 9). 

4.3.5. Die Privatklägerin 1 sagte in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

aus, dass sie und der Beschuldigte sich am 4. Juni 2013 gegenseitig mehrmals 

SMS geschrieben hätten. Sie habe ihn gebeten, seine Sachen abzuholen und mit 

ihrem Bruder einen Termin zu vereinbaren, weil sie (die Privatkläger 1 und 2) ihn 

nicht hätten treffen wollen. Ihr Bruder habe für ihn das Garagentor aufmachen 

wollen. Der Beschuldigte habe aber keinen Termin mit ihrem Bruder vereinbart 

(Urk. 9/2 S. 12). 

4.3.6. Bei den Aussagen des Beschuldigten fällt vorab auf, dass es für ihn gar 

keinen Grund gab, sich zur Wohnung der Privatklägerin 1 zu begeben und er die 

Sache mit den Schränken in jeder Einvernahme anders darstellte. So führte er 

selber aus, dass er die Schränke, welche er habe abholen müssen, nicht gewollt 

habe und dem Privatkläger 2 gesagt habe, dass er diese nicht brauche (Urk. 8/3 

S. 5). Dies stimmt mit der Aussage des Privatklägers 2 überein, der ausführte, 

dass ihm der Beschuldigte noch unten gesagt habe, dass er die Schränke nicht 

-   24   - 

abholen wolle (Urk. 10/1 S. 3). Einen plausiblen Grund, warum er dennoch in die 

Wohnung gehen wollte, führte der Beschuldigte nicht an. Erst in der vorinstanzli-

chen Einvernahme gab er dann plötzlich an, dass er die Schränke angeschaut 

habe, es jedoch nicht diejenigen gewesen seien, die er sich vorgestellt habe und 

er diese deshalb nicht gewollt habe. Sodann berief sich der Beschuldigte auf  

G._____ als Zeugen dafür, was sich in der Wohnung abgespielt hat (Urk. 8/1 

S. 4). Dieser verneinte aber, dass er überhaupt das Treppenhaus betreten hat 

(Urk. 14/1 S. 7). Dieses Aussageverhalten spricht nicht für die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen des Beschuldigten. Auch wenn sodann der Privatkläger 2 in der polizei-

lichen Einvernahme zunächst aussagte, worauf auch die Verteidigung hingewie-

sen hat (Urk. 124 S. 8), dass sich der Vorfall mit der Tür unten beim Hauseingang 

und nicht an der Wohnungstüre abgespielt habe, vermag dies die Glaubhaftigkeit 

der Aussagen des Privatklägers 2 nicht in Frage zu stellen. Aufgrund der Aussa-

gen des Beschuldigten, welcher selber ausführte, dass er – wenn auch wie er 

später präzisierte ohne Gewalt – die Wohnungstüre selber aufgestossen habe, 

ergibt sich, dass es zu einem Vorfall bei der Wohnungstüre im oberen Stock ge-

kommen ist. Es ist demnach diesbezüglich mit grosser Wahrscheinlichkeit von ei-

nem Missverständnis zwischen dem einvernehmenden Polizisten und dem Privat-

kläger 2 auszugehen. In der ersten polizeilichen Einvernahme schloss der Be-

schuldigte sogar noch eine allfällige Verletzung des Privatklägers 2 aufgrund sei-

nes Verhaltens nicht aus. Soweit der Beschuldigte bestreitet, dass er die Türe mit 

Gewalt aufgestossen habe, ist festzuhalten, dass es aufgrund der Vorgeschichte 

mehr als plausibel erscheint, dass der zu diesem Zeitpunkt 14-jährige Privat-

kläger 2, der sich – was auch vom Beschuldigten bestätigt wurde – alleine zu 

Hause befand, den Beschuldigten nicht in die Wohnung lassen wollte und er um 

dies zu verhindern, versucht hat, die Wohnungstüre zuzuhalten. Damit konnte 

aber der Beschuldigte die Türe nur mit Gewalt aufstossen. Schliesslich ist anzu-

merken, dass die Darstellung des Privatklägers 2, wonach er sich hierbei Schür-

fungen zugezogen habe, plausibel erscheint. Dass er diese Schürfungen anläss-

lich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nicht von sich aus erwähnte 

(Urk. 124 S. 8), vermag seine Aussagen nicht in Frage zu stellen. Auf die Frage, 

ob er deswegen beim Arzt gewesen sei, gab er an, nein, es sei ja keine grosse 

-   25   - 

Wunde gewesen (Urk. 10/2 S. 10), was zeigt, dass er dieser Verletzung selber 

keine grosse Bedeutung zugemessen hat. Ob die Verletzung, gemäss seinen ab-

weichenden Ausführungen, worauf die Verteidigung hingewiesen hat (Urk. 124 

S. 8), am rechten oder am linken Unterarm war, war ihm nicht wichtig und ist für 

die Qualifizierung als Tätlichkeit irrelevant. Es ist daher auch nicht weiter verwun-

derlich, dass der Bruder der Privatklägerin 1 von dieser Verletzung nichts mitbe-

kommen hat (Urk. 15/1 S. 12). Schliesslich ist nicht ersichtlich, wie vom Verteidi-

ger gerügt (vgl. Urk. 86 S. 11; Urk. 124 S. 9), warum der Privatkläger 2 seinen 

Onkel umgehend über das Vorgefallene hätte informieren müssen. Aus den Aus-

sagen des Privatklägers 2 ergibt sich, dass er sich bei Streitigkeiten zwischen 

seiner Mutter und dem Beschuldigten jeweils zurückgezogen hat und er Angst vor 

dem Beschuldigten hatte. Somit ist nachvollziehbar, dass der Privatkläger 2 den 

Vorfall nicht umgehend seinem Onkel schilderte. 

4.3.7. Zur Glaubhaftigkeit des Privatklägers 2 kann sodann noch angemerkt wer-

den, dass dieser während der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme die Frage, 

ob der Beschuldigte ihn jemals geschlagen habe, verneinte und er auf die Frage, 

ob der Beschuldigte seine Mutter je geschlagen habe, aussagte, er wisse es 

nicht. Er selber habe dies nie gesehen (Urk. 10/2 S. 7). Auf die Frage, ob der Be-

schuldigte gegenüber seiner Mutter auch schon Drohungen ausgesprochen habe, 

gab er ebenfalls an, dass er darüber nichts wisse (Urk. 10/2 S. 7 f.). Dasselbe bei 

der Frage, ob der Beschuldigte seine Mutter während den Streitigkeiten jemals 

bedroht habe (Urk. 10/2 S. 8). Das zeigt, dass der Privatkläger 2 bei seiner Be-

fragung nicht darauf aus war, den Beschuldigten möglichst schlecht dastehen zu 

lassen, was für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 2 spricht.  

Sodann ist nicht ersichtlich, warum der Privatkläger 2 dem Beschuldigten gerade 

bezüglich dieses Vorfalls falsch beschuldigen sollte, wenn er sich ansonsten mit 

seinen Aussagen gegenüber dem Beschuldigten neutral verhielt.  

4.3.8. Somit ist auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers 2 abzustellen. 

Demnach ist erstellt, dass der Beschuldigte, welcher aus der gemeinsamen Woh-

nung ausgezogen war, am 4. Juni 2013 die Türe, welche vom Privatkläger 2 zu-

nächst einen spaltbreit geöffnet und in der Folge zugehalten wurde, gewaltsam 

-   26   - 

aufgestossen hat, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen und sich der Pri-

vatkläger 2 dabei am rechten oder linken Unterarm eine Verletzung, namentlich 

Hautrötungen sowie eine blutende Schürfwunde, zuzog. In der Folge betrat der 

Beschuldigte gegen den Willen der Privatkläger 1 und 2 die Wohnung und hielt 

sich ca. 5 bis 10 Minuten in der Wohnung, namentlich Küche und Wohnzimmer, 

auf. Dies obwohl ihm der Privatkläger 2 mehrmals gesagt hatte, dass er nicht hin-

einkommen dürfe und dass er die Wohnung verlassen solle. Weiter ist erstellt, 

dass der Beschuldigte, als ihn der Privatkläger 2 am Arm gepackt und aufgefor-

dert hat, die Wohnung zu verlassen, zu diesem sagte, er werde ihm die Fresse 

einschlagen, wenn er nicht sofort seinen Arm loslasse und der Privatkläger 2 aus 

Angst, der Beschuldigte könne ihm ins Gesicht schlagen, den Arm des Beschul-

digten los lies, worauf sich der Beschuldigte weiterhin in der Wohnung herum-

schaute und die Wohnung erst danach verliess. Schliesslich ist aufgrund der 

glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1 und dem Zugeständnis des Beschul-

digten, dass die Privatklägerin 1 ihm gesagt hat, sie wünsche, dass er keinen 

Kontakt mehr zu ihren Kindern habe, erstellt, dass die Privatklägerin 1 den Be-

schuldigten aufgefordert hat, den Termin, um die Sachen abzuholen, mit ihrem 

Bruder abzusprechen, weil sie ihn nicht haben treffen wollen. Der Beschuldigte 

hat dann aber in der Folge mit dem Bruder der Privatklägerin 1 keinen Kontakt 

aufgenommen. Nicht erstellt werden kann jedoch, dass die Privatklägerin 1 dem 

Beschuldigten verboten hat, die Wohnung zu betreten. Dies kann ihren Aussagen 

anlässlich der Einvernahmen nicht entnommen werden. So führte sie aus, dass 

ihr Sohn dem Beschuldigten gesagt habe, dass er nicht in die Wohnung kommen 

dürfe (Urk. 9/2 S. 12). Sie habe den Beschuldigten gebeten, seine Sachen abzu-

holen und mit ihrem Bruder einen Termin zu vereinbaren, weil sie ihn nicht habe 

treffen wollen (Urk. 9/2 S. 12). Es ist sodann unbestritten, dass sich in der Woh-

nung noch Schränke befanden, die der Beschuldigte abholen sollte. Jedoch wuss-

te der Beschuldigte aufgrund der Aufforderungen des Privatklägers 2, nicht in die 

Wohnung zu kommen resp. diese zu verlassen, dass er die Wohnung nicht betre-

ten durfte resp. diese verlassen sollte und er damit gegen den Willen des Privat-

klägers 2 in die Wohnung eingedrungen ist und sich dort gegen dessen Willen 

aufhielt. Schliesslich ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte mit dem gewaltsa-

-   27   - 

men Aufdrücken der Wohnungstüre, welche vom Privatkläger 2 zugehalten wur-

de, die Verletzungen des Privatklägers 2 zumindest in Kauf genommen hat. Somit 

ist der eingeklagte Sachverhalt in Anklageziffer 1.2 mit den vorerwähnten Präzi-

sierungen erstellt. 

4.4. Vorfall vom 20. Juni 2013: Drohung (Anklageschrift Ziffer 1.5) 

4.4.1. Die Tatvorwürfe ergeben sich aus der Anklageschrift vom 24. Januar 2014 

(Urk. 44). Zudem kann auf die zutreffende Zusammenfassung der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 102 S. 29; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4.4.2. Zu prüfen bleibt der Vorwurf der Drohung. Diesbezüglich wird dem Beklag-

ten zusammenfassend vorgehalten, dass er gegenüber dem Bruder der Privat-

klägerin 1 – H._____ – die Drohung geäussert habe, er werde die Privatklägerin 1 

vor den Augen ihrer beiden Söhne in den Kopf schiessen, so wie damals ihr Vater 

erschossen worden sei. Als die Privatklägerin 1 die vorgenannte Nachricht von ih-

rem Bruder vernommen habe, sei sie in Angst und Schrecken geraten, weil sie 

um die Gewaltbereitschaft des Beschuldigten sowie um dessen Schusswaffenbe-

sitz (Pump-Action-Gewehr) und missbräuchliche Verwendung gewusst habe 

(Urk. 44 S. 5).  

4.4.3. Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass er am 20. Juni 2013 den Bruder der 

Privatklägerin 1 angerufen hat (Urk. 8/1 S. 4 f.; Urk. 83 S. 16 f., S. 18). Er bestritt 

aber sowohl in der Untersuchung (Urk. 8/1 S. 5; Urk. 8/3 S. 11; Urk. 8/4 S. 16) als 

auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungsver-

handlung (Urk. 83 S. 17; Urk. 123 S. 16), dass er anlässlich dieses Telefonge-

sprächs die vorgenannten Aussagen gemacht hat.  

4.4.4. Der Beschuldigte führte in der polizeilichen Einvernahme aus, er habe 

H._____ gesagt, er solle seiner Schwester sagen, sie solle ihn wegen dieser 

Geldunterschlagung anrufen. Er – der Beschuldigte – sei ein bisschen aufgewühlt 

gewesen und er habe ein bisschen über dessen Schwester – die Privat-

klägerin 1 – geschimpft (Urk. 8/1 S. 5). Im Nachgang zur Konfrontationseinver-

nahme führte er aus, er könne sich an diesen Vorfall nicht erinnern, er sei aufge-

-   28   - 

regt gewesen und es könne sein, dass er über dessen Schwester geschimpft ha-

be, weil sie ihm in dieser Zeit recht viele Steine in den Weg gelegt habe. Er habe 

zuvor versucht, sie anzurufen, aber sie habe ihr Telefon nicht abgenommen. 

Schliesslich bestätigte der Beschuldigte, dass er im Lagerraum in N._____ eine 

Waffe, verpackt in eine Frischhaltefolie, aufbewahrt habe. Er bestritt jedoch, die 

Waffe jemals hervorgenommen zu haben (Urk. 8/4 S. 6). Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung führte der Beschuldigte auf entsprechende Frage aus, er habe 

erst bei der Staatsanwaltschaft erfahren, dass der Vater der Privatklägerin 1 

durch einen Kopfschuss getötet worden sei (Urk. 123 S. 16). 

4.4.5. Die Anklage stützt sich insbesondere auf die Aussagen der Privatklägerin 1 

und derjenigen von H._____. Die Privatklägerin 1 führte anlässlich ihrer Strafan-

zeige bei der Polizei aus, ihr Bruder habe ihr am 20. Juni 2013 erzählt, dass ihn 

der Beschuldigte angerufen habe. Ca. fünf Minuten lang hätte dieser ihn ange-

schrien. Er habe ihrem Bruder gesagt, dass er ihr vor den Augen ihrer Kinder in 

den Kopf schiessen würde, so wie damals ihr Vater erschossen worden sei. Es 

heisse, das mit ihrem Vater sei ein Unfall gewesen. Sie glaube nicht daran. Es sei 

auf einem Schiessplatz gewesen. Der Beschuldigte habe von dieser Geschichte 

gewusst, weil sie sie ihm erzählt habe. Sie glaube, der Beschuldigte habe ein 

22 Kaliber-Gewehr. Er habe in N._____ ein Lager gemietet, dort sei es immer ge-

standen. Der Beschuldigte habe ihrem Bruder noch mehr gesagt. Ihr Bruder habe 

ihr gar nicht alles erzählen wollen, er habe dies bis jetzt nicht getan. Ihr Bruder 

habe gesagt, so hätte er ihn noch nie gehört (Urk. 9/1 S. 4). Anlässlich der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme führte die Privatklägerin 1 aus, ihr Bruder habe 

ihr erzählt, dass ihn der Beschuldigte angerufen habe und ihn am Telefon be-

schimpft habe. Er habe gesagt, dass sie eine Schlampe sei und er ihr vor den 

Augen ihrer Kinder in den Kopf schiessen würde, wie es damals mit ihrem Vater 

passiert sei. Ihr Vater sei auf dem Schiessplatz von jemandem erschossen wor-

den (Urk. 9/2 S. 13). Weiter erklärte sie auf entsprechende Frage, sie glaube, er 

habe mal Waffen gehabt. Sie habe es nur von ihm gehört. Er habe gesagt, dass 

er vorher schon Waffen gehabt habe, sie wisse nicht was für Waffen. Jetzt habe 

er noch eine 22er, das sei ein grosses Gewehr. Das habe sie einmal gesehen, 

das sei im Januar oder Februar 2013 in N._____ gewesen. Er habe dort einen 

-   29   - 

Bastelraum, dort habe sie das Gewehr gesehen. Er habe ihr das Gewehr gezeigt. 

Er habe mit dieser Waffe zweimal geschossen, unten im Bastelraum, der ca. 

12 oder 15 m2 gross gewesen sei. Er habe auf Säcke, aufeinander gestapelt und 

mit Zement gefüllt, gezielt (Urk. 9/2 S. 18 f.). Sodann gab sie auf die pauschale 

Frage, wie sie diese Drohungen aufgenommen habe, an, gar nicht gut. Sie habe 

diese Drohungen ernst genommen. Sie habe Angst gehabt (Urk. 9/2 S. 21). 

4.4.6. Der Zeuge H._____, Bruder der Privatklägerin 1, führte auf die Aufforde-

rung, alles zu schildern, was er im Zusammenhang mit den Konflikten zwischen 

dem Beschuldigten und seiner Schwester wisse, aus, dass er keine konkreten 

Konflikte aufzählen könne. Einmal – er sei da gerade unter der Dusche gewe-

sen – habe er seine Schwester schreien hören: „Ruf sofort die Polizei an“. Er sei 

dann in das untere Stockwerk gegangen, habe aber dort niemanden gesehen. Am 

Vorabend habe ihn der Beschuldigte angerufen gehabt und ihn gebeten, seiner 

Schwester auszurichten, sie solle die Sachen anders machen und mit ihm, dem 

Beschuldigten, reden. Es sei öfter vorgekommen, dass der Beschuldigte ihn an-

gerufen habe, um seiner Schwester dieses und jenes auszurichten, da sie nicht 

mehr miteinander gesprochen hätten. Er habe versucht, sich aus dieser Bezie-

hung herauszuhalten. Das alles sei Privatsache zwischen den beiden Personen 

und er habe sich da nicht einmischen wollen. Sonst komme ihm nichts mehr in 

den Sinn. Auf die Frage, ob der Beschuldigte seiner Schwester anlässlich des er-

wähnten Telefongesprächs ein Leid angedroht habe, erklärte H._____, eine Sa-

che, die ihn gestört habe, komme ihm in den Sinn. Er – der Beschuldigte – habe 

seiner Schwester gesagt, er werde sie so erschiessen, wie sein Vater erschossen 

worden sei. Er habe seine Schwester bedroht. Er habe dies durch ihn ausrichten 

lassen. Auf die Frage, ob der Beschuldigte ihm gesagt habe, in Gegenwart von 

welchen Personen er seine Schwester erschiessen werde, gab er an, er könne es 

nicht sagen, so konkret erinnere er sich nicht mehr daran. Er konnte sich auch auf 

Vorhalt nicht daran erinnern, dass der Beschuldigte ihm gesagt haben soll, dass 

er dies vor den Augen ihrer beiden Söhne machen würde. Aber er konnte sich 

vorstellen, dass das so gesagt worden sei. Das Telefongespräch sei am Vor-

abend des vorhin erwähnten Vorfalls gewesen. An das Datum könne er sich nicht 

mehr erinnern. Wenn er sich richtig erinnere, habe er seiner Schwester gleich 

-   30   - 

nach dem Telefonat davon erzählt. Sie sei sehr nervös geworden und er habe 

gemerkt, dass sie Angst bekommen habe. Sodann bestätigte er, dass ihr Vater 

durch einen Kopfschuss getötet worden sei (Urk. 15/1 S. 4 ff.).  

4.4.7. Die dem Beschuldigten vorgehaltene Aussage wurde somit nicht nur von 

der Privatklägerin 1 geschildert, sondern auch vom Zeugen H._____ bestätigt. 

Soweit der Beschuldigte geltend macht, dass dem Zeugen H._____ die Worte in 

den Mund gelegt worden seien (vgl. Urk. 8/4 S. 8 f.; Urk. 86 S. 15 und Urk. 124 

S. 11), ist festzuhalten, dass dies so nicht zutrifft. Zwar erwähnte der Zeuge diese  

Aussagen erst auf Nachfrage des Staatsanwalts, ob anlässlich des vom Zeugen 

geschilderten Telefongesprächs der Beschuldigte seiner Schwester ein Leid an-

gedroht habe, jedoch gab er den Wortlaut selber an, einleitend damit, eine Sache, 

die ihn gestört habe, komme ihm in den Sinn. Sodann bestätigte er in der Folge, 

auf den konkreten Vorhalt seitens des Staatsanwalts, nicht, dass der Beschuldigte 

gesagt habe, vor den Augen ihrer Kinder, sondern gab an, so konkret könne er 

sich nicht mehr daran erinnern. Das spricht aber klar dafür, dass der Zeuge nicht 

einfach die ihm von der Staatsanwaltschaft vorgehaltenen Sachverhalte bestäti-

gen wollte, sondern er sich an die erwähnte Aussage erinnerte. Dass er sich nicht 

mehr an den vollständigen Wortlaut erinnern konnte, macht seine Aussage so-

dann nicht unglaubhaft. Der Zeuge führte denn auch aus, dass er sich aus dem 

Streit zwischen seiner Schwester und dem Beschuldigten eigentlich heraushalten 

wollte. Damit ist aber nachvollziehbar, dass sich die Aussage des Beschuldigten 

bei ihm nicht im vollen Wortlaut einprägte, denn es betraf ihn ja eigentlich nicht. 

Sodann ist zum Zeugen H._____ und dessen Glaubwürdigkeit anzumerken, dass 

nicht ersichtlich ist, warum dieser den Beschuldigten diesbezüglich fälschlicher-

weise beschuldigen sollte. Wäre es darum gegangen, die Anzeige seiner Schwes-

ter zu unterstützen, hätte er Veranlassung gehabt, weitere Vorfälle ausdrücklich 

zu bestätigen. Dies machte er jedoch nicht. Im Gegenteil gab er mehrheitlich an, 

dass er nichts konkretes wisse, resp. gab an, dass er das Vorgefallene nur von 

seiner Schwester gehört habe. Und entgegen der Ansicht des Beschuldigten 

(vgl. Urk. 86 S. 16) kann das Aussageverhalten des Zeugen nicht dahingehend 

verstanden werden, dass es diesem nur darum gegangen war, den Beschuldigten 

schlecht zu machen. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass die Aussagen des Zeu-

-   31   - 

gen zum Wechsel seiner Handynummer (vgl. Urk. 15/1 S. 16) ebenfalls nicht ge-

eignet sind, seine Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit seiner Aussagen in Frage 

zu stellen. Selbst wenn der Kontakt zwischen dem Beschuldigen und H._____ 

nicht so intensiv gewesen war, wie ihn der Zeuge wahrgenommen hat, erscheinen 

seine Ausführungen, er habe keine Anrufe mehr erhalten wollen, plausibel. Insbe-

sondere hat der Zeuge auch ausgeführt, dass er eigentlich der Meinung war, dass 

ihn dies alles gar nichts angehe. Sodann ist zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte selber eingestand, dass er anlässlich dieses Telefongesprächs „ein 

bisschen“ aufgewühlt gewesen sei und „ein bisschen“ über die Privatklägerin 1 

geschimpft habe. Weiter gestand er ein, dass er die Privatklägerin 1 als Schlampe 

bezeichnet habe. Aus den gesamten Einvernahmen ergibt sich sodann, dass sich 

der Beschuldigte sehr über die Privatklägerin 1 aufgeregt hat resp. wütend auf sie 

war, einerseits wegen dieser Geldgeschichte seiner Firma und andererseits, weil 

sie den Kontakt zu ihm verweigerte. Damit scheint aber die dem Beschuldigten 

vorgehaltene Aussage nicht völlig lebensfremd. 

4.4.8. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass auf die glaubhaften 

Aussagen des Zeugen H._____ und der Privatklägerin 1 abzustellen ist. Damit ist 

erstellt, dass der Beschuldigte am 20. Juni 2013, abends, den Bruder der Privat-

klägerin 1 anrief und diesem gegenüber äusserte, er werde der Privatklägerin 1 in 

den Kopf schiessen, so wie damals ihr Vater erschossen worden sei. Der Zeuge 

H._____ leitete dies dann der Privatklägerin 1 weiter, worauf diese aufgrund die-

ser Mitteilung in Angst und Schrecken geriet, weil sie um die Gewaltbereitschaft 

des Beschuldigten sowie um dessen Schusswaffenbesitz und missbräuchlicher 

Verwendung wusste (ausging). Unbestritten ist, dass der Beschuldigte wusste, 

dass der Bruder regelmässig mit der Privatklägerin 1 verkehrte. Nachdem der Be-

schuldigte sodann wiederholt den Bruder der Privatklägerin 1 anrief, um dieser 

etwas ausrichten zu lassen, wollte und wusste er, dass der Bruder seine Aussage 

der Privatklägerin 1 mitteilen würde. Nachdem der Beschuldigte sodann selber 

ausführte, dass er auch erschrecken würde, wenn er eine solche Aussage hören 

würde (vgl. Urk. 83 S. 18), steht ausser Frage, dass er mit seiner Aussage der 

Privatklägerin 1 bewusst und gewollt Angst einflössen wollte. 

-   32   - 

4.5. Vorfall vom 21. Juni 2013: Nötigung, Drohung, Tätlichkeiten (Anklageschrift 

Ziffer 1.6) 

4.5.1. Die Tatvorwürfe ergeben sich aus der Anklageschrift vom 24. Januar 2014 

(Urk. 44). Zudem kann auf die zutreffende Zusammenfassung der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 102 S. 32 f.). 

4.5.2. Der Beschuldigte anerkennt, dass er am 21. Juni 2013 am Wohnort der Pri-

vatklägerin 1 war, dass er ihr an der Kette gezogen hat und dass er unmittelbar 

nach der Wegfahrt F._____ angerufen hat (Urk. 83 S. 18, S. 19; Urk. 123 S. 18). 

Im Übrigen bestritt er den ihm vorgehaltenen Sachverhalt sowohl in der Untersu-

chung (Urk. 8/1 S. 6 f.; Urk. 8/3 S. 12 f.; Urk. 8/4 S. 7, S. 16 f.) als auch anlässlich 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung (Urk. 83 

S. 18 ff.; Urk. 123 S. 19). 

4.5.3. In der polizeilichen Einvernahme vom 27. Juni 2013 führte der Beschuldigte 

aus, dass er schon nervös sei, weil sie das Geld geklaut habe. Er sei wütend auf 

sie. Er habe sie deshalb auch zur Rede stellen wollen, aber er habe sie weder 

angefasst noch geschlagen. Er habe sie auch nicht bedroht. Sie habe seine Toch-

ter gegen ihn aufgehetzt. Seine Tochter rede nicht mehr mit ihm. Auch Drohungen 

gegenüber F._____ stellte er in Abrede (Urk. 8/1 S. 6). In der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme vom 5. September 2013 gab er an, dass er sich nicht erin-

nern könne, die Drohung gegenüber F._____ ausgesprochen zu haben. Auch die 

weiteren Vorwürfe bestritt er. Sodann führte er als Rechtfertigung für sein Verhal-

ten im Zusammenhang mit der Halskette aus, dass die Privatklägerin 1 diese Ket-

te von seiner Tochter erhalten habe, und sie habe diese Kette seines Erachtens 

nicht verdient, denn sie habe auch seine Tochter gegen ihn aufgehetzt. Als sie 

den Kopf nach hinten gezogen habe, habe er die Kette sofort losgelassen, zumal 

er ihr nicht habe wehtun wollen. Weiter gab er an, dass er das Fahrzeug auf ei-

nem Parkfeld vor dem Haus abgestellt habe. Dieses Parkfeld habe die Privatklä-

gerin 1 gemietet gehabt. Er sei vielleicht fünf Minuten vor dem Haus verblieben. 

Dann sei er wieder weggefahren. Sie hätten dort lediglich eine Diskussion gehabt. 

Die Diskussion habe in der Garage drin stattgefunden. Weiter führte er auf den 

Vorhalt des Vorfalls vom 22./23. Juni 2013 aus, dass er am 21. Juni 2013 mit dem 

-   33   - 

Freund der Privatklägerin gesprochen habe. Die Privatklägerin 1 habe ihm auf ei-

nem kleinen Zettel eine Telefonnummer aufgeschrieben, sie hätte mit ihm nichts 

mehr zu besprechen wegen des Vorfalls in der Garage, und sie habe ihm gesagt, 

er solle diese Nummer anrufen. Es sei allerdings kein Name auf dem Zettel ge-

standen (Urk. 8/3 S. 12 ff.). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

24. Januar 2014 führte er aus, er habe sie aufgesucht, um sie zur Rede zu stel-

len. Er habe ihr nicht an der Halskette gezerrt, sondern er habe ihr diese über den 

Kopf abziehen wollen. Er habe keinerlei Gewalt gegen sie angewendet. Sodann 

gab er an, dass ihm die Privatklägerin 1 bei dieser Diskussion einen Zettel gege-

ben habe, auf dem eine Telefonnummer gestanden sei. Diese Nummer habe er 

gewählt. Er habe diesbezüglich auf Aufforderung der Privatklägerin 1 gehandelt. 

Da sie alles verneint und sich umgedreht habe, um ins Haus zurückzugehen, sei 

er ihr nicht gefolgt, sondern sei wieder weggefahren (Urk. 8/4 S. 16 f.). In der vo-

rinstanzlichen Hauptverhandlung hielt er daran fest, dass er neben dem Garagen-

tor parkiert habe. Sie habe ihren Sohn ins Auto gelegt. Er habe dann angefangen, 

mit ihr über die K._____ GmbH zu diskutieren. Sie habe ihm eine Telefonnummer 

auf einem kleinen Zettel gegeben, er solle dort anrufen. Sie sei dann wieder ins 

Haus gegangen und habe nicht weiter diskutieren wollen. Dann habe er an der 

Kette gezogen. Er habe ihr diese wegnehmen wollen. Seiner Ansicht nach habe 

sie diese nicht verdient. Sie habe diese von seiner Tochter erhalten. Dann sei er 

weggefahren. Das mit der Kette sei eine Überreaktion gewesen. Er sei ein biss-

chen aufgeregt gewesen. Es könne sein, dass die Schürfwunde auf der linken 

Seite vom Vorfall mit der Kette hergerührt habe. Sie habe ihm die Telefonnummer 

ohne Name aus der Hosentasche, wenn er sich recht erinnere, gegeben. Sie sei 

dann ins Haus gegangen und er sei weggefahren (Urk. 83 S. 18 f.). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung blieb er bei diesen Aussagen (Urk. 123 S. 18 f.). 

4.5.4. Die Privatklägerin 1 schilderte den Vorfall vom 21. Juni 2013 in der Garage 

sowohl in der polizeilichen als auch in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

im grossen und ganzen übereinstimmen, schlüssig und detailliert (Urk. 9/1 S. 5 f.; 

Urk. 9/2 S. 14, S. 20, S. 22). Sodann liegt ein ärztlicher Bericht vor, der am Na-

cken eine Schürfwunde links sowie eine Schürfwunde rechts, die zum beschrie-

benen Würgevorgang passen, bestätigt (Urk. 6/1).  

-   34   - 

4.5.5. Der Zeuge F._____, Lebenspartner der Privatklägerin 1, führte aus, dass 

der Beschuldigte ihn damals auf seinem Natel angerufen und gesagt habe, dass 

er seiner Lebenspartnerin die Gebärmutter herausreissen würde. Danach habe er 

– der Zeuge F._____ – ihm gesagt, er solle sie in Ruhe lassen, worauf er – der 

Beschuldigte – ihm mitgeteilt habe, dass er ihr die Gebärmutter herausreissen 

würde (Urk. 13/1 S. 4). Diese Aussage habe der Beschuldigte gemacht, um der 

Privatklägerin 1 zu drohen. Ob er diese Drohung dann auch ausgeführt hätte, 

glaube er eher nicht. Gleich anschliessend habe er die Privatklägerin 1 über das 

Telefongespräch mit dem Beschuldigten unterrichtet (Urk. 13/1 S. 6 f.). Weiter 

führte er aus, dass die Privatklägerin 1 sehr grosse Angst habe. Sie habe Angst, 

den Kleinen in den Kindergarten zu bringen. Sie habe nur schon Angst, vor das 

Haus zu gehen. Er habe eine Frau kennengelernt, die lebenslustig gewesen sei, 

die Freude gehabt habe und jetzt habe sie Albträume, könne nicht schlafen, stehe 

immer wieder auf, müsse zur Opferhilfe und zum Psychiater (Urk. 13/1 S. 5). Auf 

die Frage, wer im vorliegenden Fall Strafanzeige erstattet habe, führte er aus, die 

Privatklägerin 1. Er habe es ihr empfohlen (Urk. 13/1 S. 9).  

4.5.6. Zu den Aussagen des Beschuldigten ist zu bemerken, dass es nicht glaub-

haft erscheint, wenn er ausführt, er sei wütend gewesen, weil sie seine Tochter 

gegen ihn aufgehetzt habe und er aber die Kette sofort losgelassen habe, als die 

Privatklägerin 1 den Kopf nach hinten gezogen habe, weil er ihr nicht habe weh-

tun wollen. In einem solchen emotional aufgewühlten Zustand scheint ein solch 

rationelles Handeln schlicht nicht plausibel. Auffällig ist weiter, dass sich der Be-

schuldigte immer wieder mit Spitzfindigkeiten herausreden will („Es gibt in der Ga-

rage ein Regal, ich hätte also den Kopf gar nicht an die Wand drücken können“; 

„Hat sie einen ärztlichen Befund beigelegt?“; Auf die Frage, was er dazu sage, 

dass er die Zigarette der Privatklägerin 1 weggenommen haben soll, gab er an: 

„Ich rauche nicht. Nein, das stimmt nicht.“ „Er [der Zeuge] hat die ganze Zeit seine 

Aussagen nur vom „Hören und Sagen“ gemacht, ausser diesem einzigen Punkt. 

Schliesslich sind Frau B._____ und Herr F._____ nun ein Paar.“). Weiter führte 

der Beschuldigte selber aus, dass ihm die Privatklägerin 1 aus dem Weg gegan-

gen sei und auf seine Aufforderungen, ihn anzurufen, nicht reagiert habe. Damit 

erscheint es aber sehr ungewöhnlich, dass die Privatklägerin 1 sich freiwillig einer 

-   35   - 

persönlichen Diskussion mit dem Beschuldigten gestellt haben soll und sie, ob-

wohl sie ihr Kind in den Kindergarten bringen wollte und sie freie Fahrt hatte, mit 

dem Beschuldigten eine Diskussion geführt haben soll. Schliesslich erscheint 

auch die Aussage des Beschuldigten, die Privatklägerin 1 sei – nachdem sie ge-

mäss Aussagen des Beschuldigten das Kind ins Auto gelegt hatte – nach einer 

simplen Diskussion, nachdem sie eigentlich auf dem Weg in den Kindergarten 

war, ohne Kind ins Haus zurückgegangen, lebensfremd. Demgegenüber erscheint 

die Aussage der Privatklägerin 1, sie sei ins Haus gerannt und habe ihrem Bruder 

zugerufen, er solle die Polizei rufen, sehr viel plausibler. Der Bruder hat zudem in 

seiner Zeugeneinvernahme bestätigt, dass er die Privatklägerin 1 an diesem Mor-

gen gehört habe, wie sie ins Haus geschrien habe, er solle nach der Polizei rufen 

(Urk. 15/1 S. 4). Wegen der alleinigen Anwesenheit des Beschuldigten nach der 

Polizei zu rufen, erscheint unter diesen Umständen ebenfalls lebensfremd. Die 

Ausführungen der Privatklägerin 1, dass sie mit ihrem Kind in den Kindergarten 

habe fahren wollen, bestätigt die Ausführung des Beschuldigten, dass sie ihr Kind 

dabei hatte. Der Beschuldigte führte den selber keinen anderen Grund an, warum 

er die Privatklägerin 1 um diese Zeit vor der Garage erwartete. Somit ist erstellt, 

dass die Privatklägerin 1 ihr Kind dabei hatte, als sie in die Garage kam. Und 

schliesslich wies der Beschuldigte selber darauf hin, dass der Zeuge F._____ er-

wähnte, dass er nur aus den Erzählungen der Privatklägerin 1 von den Sachen 

wisse und selber diese Vorfalle nicht bestätigen konnte. Es ist aber nicht ersicht-

lich, warum der Zeuge F._____ dann dem Beschuldigten fälschlicherweise unter-

stellen sollte, gedroht zu haben, der Privatklägerin 1 die Gebärmutter herauszu-

reissen. Hierzu ist noch anzumerken, dass es sich hierbei nicht gerade um eine 

„gängige“ Drohung handelt und sie daher umso weniger als erfunden erscheint.  

4.5.7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass auf die Aussagen der 

Privatklägerin 1 und des Zeugen F._____ abzustellen ist und der Sachverhalt 

gemäss Anklageschrift Ziffer 1.6 gestützt auf diese Aussagen erstellt ist mit fol-

gender Ausnahme: Weder der Zeuge F._____ noch die Privatklägerin 1 führten 

aus, dass die Privatklägerin 1 aufgrund der vom Zeugen F._____ der Privatkläge-

rin 1 weitergeleiteten Aussage, dass der Beschuldigte gesagt habe, er werde ihr 

die Gebärmutter herausreissen, in Angst und Schrecken geraten ist. Zudem kann 

-   36   - 

nicht erstellt werden, dass der Beschuldigte wusste, dass der neue Lebenspartner 

der Privatklägerin 1 diese Drohung der Privatklägerin 1 umgehend mitteilt. Die 

vom Beschuldigten gemachte Aussage, dass er der Privatklägerin 1 die Gebär-

mutter herausreissen werde, erscheint den auch, wie auch die Verteidigung zu 

Recht geltend gemacht hat (vgl. Urk. 124 S. 15), nicht wirklich tauglich, jemanden 

in Angst und Schrecken zu versetzen. Denn wie der Zeuge F._____ selber aus-

führte, hatte er nicht geglaubt, dass der Beschuldigte diese Drohung dann auch 

ausgeführt hätte. Erscheint aber der angedrohte Nachteil – wie vorliegend – 

schon beinahe lebensfremd, ist sehr fraglich, dass sich dadurch jemand in Angst 

und Schrecken versetzen lässt. Ansonsten erscheint der erstellte Ablauf aufgrund 

der vom Beschuldigten eingestandenen Wut auch mehr als plausibel. Demge-

genüber vermögen die Umstände, dass der Bruder der Privatklägerin 1 nichts von 

den Schlägen wusste resp. die Privatklägerin 1 dies nicht umgehend ihrem Bruder 

erzählte, wie von der Verteidigung gerügt (Urk. 124 S. 13), und dieser keine 

Hautrötungen feststellte, die Glaubhaftigkeit der Ausführungen der Privatklägerin 

1 und des Zeugen F._____ nicht in Frage zu stellen. Schliesslich kann noch an-

gemerkt werden, dass der Beschuldigte die Örtlichkeiten kannte und damit ein 

versehentliches Parkieren vor der Garage ausgeschlossen werden kann. Damit 

hat der Beschuldigte bewusst und gewollt vor das Garagentor (und damit hinter 

das Auto der Privatklägerin 1) parkiert und damit die Privatklägerin 1 bewusst und 

gewollt daran gehindert, mit dem Auto wegzufahren.  

4.5.8. Soweit dem Beschuldigten vorgeworfen wird, er habe die Privatklägerin ge-

gen die Garagenwand gestossen und habe damit eine Tätlichkeit begangen, hat 

die Vorinstanz zwar diesbezüglich Ausführungen in Richtung eines Freispruchs 

gemacht (Urk. 102 S. 45), in der Folge aber weder einen Freispruch noch einen 

Schuldspruch erlassen (Urk. 102 S. 66). Das Gericht hat gemäss Art. 351 StPO in 

allen Punkten ein Urteil zu fällen, d.h. in allen Punkten hat ein Schuld- oder Frei-

spruch zu erfolgen. Nachdem die Vorinstanz diesbezüglich nicht entschieden hat 

und Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO eine Abänderung zum Nachteil des Beschuldig-

ten ausschliesst, ist der Beschuldigte vom Vorwurf der Tätlichkeit im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB betreffend an die Garagenwand stossen freizusprechen. 

-   37   - 

4.6. Vorfall vom 22./23. Juni 2013: Missbrauch einer Fernmeldeanlage (An-

klageziffer 1.7) 

4.6.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, dass er der Pri-

vatklägerin 1 am Samstag, 22. Juni 2013, um 23.48 Uhr, und am Sonntag, 

23. Juni 2013, zwischen ca. 00.15 und 00.30, mit seinem Mobiltelefon je eine 

MMS-Nachricht mit einer Bildaufnahme von ihrem Fahrzeug, fotografiert vor dem 

Haus ihres neuen Freundes, F._____, wo sie sich just zu dieser Zeit aufhielt, ge-

sendet habe (Urk. 44 S. 7). 

4.6.2. Der Beschuldigte hat sowohl in der Untersuchung (Urk. 8/4 S. 18 f.) als 

auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungsver-

handlung (Urk. 83 S. 23; Urk. 123 S. 20) eingestanden, dass er diese MMS der 

Privatklägerin 1 geschickt habe. Er habe dies gemacht, um zu zeigen, dass die 

Privatklägerin 1 entgegen den anders lautenden Ausführungen von F._____ mit 

diesem zusammen sei. Dieses Geständnis stimmt mit dem Untersuchungs-

ergebnis überein. Damit ist der diesbezügliche Sachverhalt erstellt.  

4.6.3. Weiter ist festzuhalten, dass die Anklageschrift dem Beschuldigten zudem 

vorhält, dass die Privatklägerin 1 aufgrund des Umstands, dass der Beschuldigte 

den Wohnort ihres neuen Lebenspartners ausfindig machen konnte und sich 

zwecks Aufnahme ganz offensichtlich vor der Wohnung befunden habe, in Angst 

und Schrecken geraten sei, weil sie gedacht habe, der Beschuldigte könne die im 

Vorfeld ausgesprochene Todesdrohung in die Tat umsetzen. Dies wurde vom Be-

schuldigten sowohl in der Untersuchung als auch in der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung und der Berufungsverhandlung bestritten (Urk. 8/4 S. 19; Urk. 83 

S. 24; Urk. 123 S. 20) und wird so von der Privatklägerin 1 in den Einvernahmen, 

auch nicht ausgeführt. In der polizeilichen Einvernahme schilderte sie den Sach-

verhalt, dass der Beschuldigte ihr zweimal eine MMS geschickt habe. Dass sie 

sich dadurch bedroht gefühlt hat oder sich aufgrund dieses MMS Sorgen gemacht 

hat, sagte sie nicht aus. Unklar ist auch, wann die Privatklägerin 1 dieses MMS 

gesehen hat (Urk. 9/1 S. 7). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme führte 

sie sodann aus, dass sie zu ihrem Freund gefahren sei und um 23.48 Uhr ein 

MMS vom Beschuldigten erhalten habe. Er habe ihr Auto fotografiert vor dem 

-   38   - 

Haus ihres Freundes. Er habe ihr auf ungarisch geschrieben, „Bist du geil auf den 

Alkoholiker, von dem du kotzen musst?“ Sie habe ihm nicht geantwortet (Urk. 9/2 

S. 15). Mit keinem Wort erwähnte sie, dass sie durch dieses MMS in Angst und 

Schrecken versetzt worden sei noch, dass sie aufgrund dieses MMS befürchtet 

habe, der Beschuldigte könnte vorher ausgesprochene Todesdrohungen in die 

Tat umsetzen. Als der Staatsanwalt in der Folge nachfragte, wann genau der Be-

schuldigte welche Drohungen ausgesprochen habe, erwähnte die Privatklägerin 1 

diesen Vorfall mit dem MMS nicht (Urk. 9/2 S. 20 f.). Der Zeuge F._____ beant-

wortete sodann die Frage, ob er etwas darüber wisse, ob der Beschuldigte der 

Privatklägerin 1 auch SMS-Nachrichten geschickt habe mit beleidigendem oder 

drohendem Inhalt, mit ja. Dies sei oft vorgekommen, aber wie oft könne er nicht 

genau sagen. Sie sei auch einmal bei ihm zu Hause gewesen. Er sei dann am 

Haus vorbeigefahren und habe ihr Auto fotografiert und es ihr anschliessend per 

MMS geschickt (Urk. 13/1 S. 7). Jedoch erwähnte der Zeuge mit keinem Wort, 

dass sich die Privatklägerin 1 aufgrund dieses konkreten MMS beunruhigt habe 

resp. durch dieses MMS in Angst und Schrecken geraten sei, weil sie gedacht 

habe, der Beschuldigte könne die im Vorfeld ausgesprochene Todesdrohungen in 

die Tat umsetzen. Der diesbezügliche Sachverhalt kann nicht erstellt werden. 

4.7. Vorfall vom 24. Juni 2013: Nötigung (Anklageziffer 1.8) 

4.7.1. Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte vom auch in der Anklage-

schrift Ziffer 1.8 enthaltenen Vorwurf der mehrfachen Verleumdung von der Vor-

instanz freigesprochen wurde. Darauf ist deshalb nicht weiter einzugehen. Damit 

bleibt zu prüfen, ob folgender Sachverhalt erstellt werden kann: Der Beschuldigte 

habe am 24. Juni 2013 vor dem Kindergarten der Gemeinde O._____ an der 

…strasse … auf die Privatklägerin 1 gewartet, als diese ihren jüngeren Sohn habe 

abholen wollen. Aus Angst davor, dass der Beschuldigte ihr gegenüber gewalttä-

tig werden und die von ihm ausgesprochenen Todesdrohungen in die Tat umset-

zen könnte, habe sie sich umgehend vom Kindergarten entfernt und sich in der 

Folge gezwungen gesehen, die Tagesmutter zu informieren, damit diese ihren 

Sohn abhole und sich um diesen kümmere. In der Folge habe der Beschuldigte 

der Privatklägerin 1 an deren Wohnort in O._____ nachgestellt, indem er sein 

-   39   - 

Fahrzeug auf einer kleinen Erhebung unmittelbar neben der Wohnung der Privat-

klägerin parkiert und von dort aus sie und das Areal rund um die Wohnung der 

Privatklägerin 1 beobachtet habe (Urk. 44 S. 8).  

4.7.2. Der Beschuldigte bestätigte, dass er am 24. oder 25. Juni 2013 vor dem 

Kindergarten in M._____ war, aber mit gutem Willen (Urk. 8/3 S. 15). Sodann 

kann aufgrund der Aussagen der Privatklägerin 1 (Urk. 9/2 S. 15) als erstellt er-

achtet werden, dass sich die Privatklägerin 1 aus Angst vor dem Beklagten um-

gehend vom Kindergarten entfernte und in der Folge, die Tagesmutter informierte, 

damit diese ihren Sohn abholt und sich um diesen kümmert. Nicht aus den Aus-

sagen der Privatklägerin 1 ergibt sich jedoch, warum sie sich durch das Verhalten 

des Beklagten zu dieser Handlung gezwungen sah. Dieser Vorwurf wurde von ihr 

erstmals in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vorgebracht, worauf auch 

die Verteidigung hingewiesen hat (Urk. 124 S. 17), ohne jedoch nähere Angaben 

zu machen. Sie führte lediglich an, weil der Beschuldigte vor dem Kindergarten 

gewartet habe, habe sie ihren Sohn nicht abholen können (Urk. 9/2 S. 15, S. 23). 

Insbesondere kann nicht erstellt werden, wo genau der Beschuldigte wartete. 

Damit kann aber auch nicht erstellt werden, dass es der Privatklägerin 1 aufgrund 

der Anwesenheit des Beschuldigten vor dem Kindergarten nicht möglich war, ih-

ren Sohn abzuholen.  

4.7.3. Sodann wird dem Beschuldigten in der Anklageschrift nicht vorgehalten, 

was er mit seinem Verhalten bezweckte resp. dass er damit die Privatklägerin 1 in 

Angst und Schrecken versetzen wollte.  

4.7.4. Hinsichtlich des Vorwurfs, der Beschuldigte habe sein Fahrzeug auf einer 

kleinen Erhebung unmittelbar neben der Wohnung der Privatklägerin 1 parkiert, 

ist anzumerken, dass der Privatkläger 2 ausführte, dass von der Hauptstrasse ei-

ne kleine Strasse abzweige, und dort habe es einen kleinen Berg mit Bäumen und 

mit einer grossen Wiese. Dort sei der Beschuldigte gestanden. Einmal habe er ihn 

selber dort stehen sehen, ein paar Mal habe ihm seine Mutter gesagt, dass er dort 

sei. Aus seinem Zimmer und auch aus dem Zimmer seines Bruders sehe man zu 

diesem Berg hoch. Er sei sich hundertprozentig sicher. Er habe sein Auto gese-

hen, das dort gestanden sei, und er habe ihn selber auch gesehen (Urk. 10/1 

-   40   - 

S. 6). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme wurde er hierzu nicht mehr be-

fragt (Urk. 10/2 S. 11). Die Privatklägerin 1 führte dazu aus, dass der Beschuldig-

te nachher, weil er sie vor dem Kindergarten nicht gesehen habe, zu ihrem Haus 

gefahren sei. Er sei auf einem kleinen Berg gestanden und habe ihre Wohnung 

beobachtet (Urk. 9/2 S. 15). Sodann gab sie auf die Frage, wie oft sie wegen dem 

Beschuldigten nicht habe die Wohnung verlassen können, an, mehrmals nicht. 

Am 5. Juni 2013, am 24. und 25. Juni 2013. Am 24. Juni 2013 sei er vor dem Kin-

dergarten gewesen und nachher auf diesem kleinen Berg vor ihrem Haus, ebenso 

am 25. Juni 2013. An beiden Tagen habe sie ihren Sohn vom Kindergarten abho-

len wollen (Urk. 9/2 S. 22 f.). Bezüglich des 24. Juni 2013 gab die Privatklägerin 1 

jedoch zuerst an, dass sich der Beschuldigte erst nachdem sie beim Kindergarten 

war, auf dem Berg platziert habe.  

4.7.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nicht erstellt werden kann, dass 

der Beschuldigte mit seinen bezüglich des 24. Juni 2013 vorgehaltenen Handlun-

gen beabsichtigte, die Privatklägerin 1 in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken 

und diese durch die Handlungen des Beschuldigten tatsächlich in ihrer Be-

wegungsfreiheit eingeschränkt worden ist. 

4.8. Vorfall vom 25. Juni 2013: Nötigung (Anklageziffer 1.9) 

4.8.1. Die Tatvorwürfe ergeben sich aus der Anklageschrift und der vom Staats-

anwalt anlässlich der Hauptverhandlung angebrachten Korrektur (Urk. 44 S. 8; 

Urk. 84 S. 1). Nachdem sich weder der ursprünglich in der Anklageschrift aufge-

führte Sachverhalt noch die nachträgliche Korrektur mit den Aussagen der Privat-

klägerin 1 deckt, muss nicht weiter darauf eingegangen werden, ob diese Korrek-

tur zulässig ist. Die Privatklägerin 1 führte nämlich aus, dass am Dienstag, 

25. Juni 2013 die Geschichte wieder weiter gegangen sei. Sie habe ihren Sohn 

morgens zum Kindergarten gebracht und später habe sie ihn nicht abholen kön-

nen, weil der Beschuldigte auf diesem Berg gestanden sei, gegenüber ihrer Woh-

nung, und sie beobachtet habe (Urk. 9/2 S. 16). Sodann führte sie auf die Frage, 

ob sie einmal wegen dem Beschuldigten nicht habe die Wohnung verlassen kön-

nen aus, am 24. Juni 2013 sei er vor dem Kindergarten und nachher auf diesem 

kleinen Berg vor ihrem Haus gestanden, ebenso am 25. Juni 2013. An beiden 

-   41   - 

Tagen habe sie ihren Sohn vom Kindergarten abholen wollen (Urk. 9/2 S. 22 f.). 

Dabei bezog sich aber die Aussage ebenso am 25. Juni 2013 nur darauf, dass 

der Beschuldigte an diesem Tag wieder auf diesem kleinen Berg stand. Zudem 

kann auf das in Ziffer 4.7.2 Ausgeführte verwiesen werden. Die Privatklägerin 1 

führte dabei nicht weiter aus, warum sie aufgrund dieses Verhaltens des Beschul-

digten, der ja nicht unmittelbar vor der Haustüre stand, sondern etwas entfernt auf 

einer Anhöhe, mit dem Auto das Haus nicht mehr verlassen konnte. Der Beschul-

digte bestritt sogar, am 25. Juni 2013 überhaupt am Wohnort der Privatklägerin 1 

gewesen zu sein (Urk. 123 S. 22). 

4.8.2. Alles in allem ist der dem Beschuldigten in Anklageziffer 1.9 vorgehaltene 

Tatvorwurf alles andere als verständlich und nur beschränkt mit den Aussagen 

der Privatklägerin 1 in Einklang zu bringen. So soll sich der Beschuldigte bewusst 

gewesen sein, dass sich die Privatklägerin ob seines Verhaltens nicht mehr ge-

trauen werde, die Wohnung zu verlassen, andererseits habe er sie mit seinem 

Verhalten bewusst und gewollt zur Kontaktaufnahme zwingen wollen.  

4.8.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, das nicht erstellt ist, dass sich der Be-

schuldigte in der näheren Umgebung rundum den Kindergarten … in M._____ 

aufgehalten hat. Sodann kann nicht erstellt werden, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin 1 bewusst und gewollt zur Kontaktaufnahme zwingen wollte 

und/oder sie dazu zwingen wollte, in der Wohnung zu bleiben, obwohl sie drin-

gend den Sohn vom Kindergarten hätte abholen sollen.  

4.8.4. Dementsprechend ist der Beschuldigte hinsichtlich des Tatvorwurfs gemäss 

Anklageschrift Ziffer 1.9 freizusprechen. 

4.9. Vorfall vom 27. Juni 2013: Verleumdung (Anklageschrift Ziffer 1.10) 

4.9.1. Der Beschuldigte ist hinsichtlich des im vorgehaltenen Sachverhaltes 

grundsätzlich geständig. Er bestreitet jedoch, dass er den Ruf der Privatklägerin 1 

habe schädigen und sie einer Straftat habe beschuldigen wollen (Urk. 8/3 

S. 16 ff.; Urk. 8/4 S. 21; Urk. 83 S. 29 f.; Urk. 123 S. 23 und 26).  

-   42   - 

4.9.2. Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft so genannte innere 

Tatsachen. Bei Fehlen eines Geständnisses des Täters muss aus äusseren Um-

ständen auf jene inneren Tatsachen geschlossen werden. 

4.9.3. Der Beschuldigte macht geltend, dass, nach dem Ermittlungsstand, den er 

im August 2013 gehabt habe, seine Vermutungen betreffend der ungetreuen Ge-

schäftsführung und der Unterschlagung von Geldern zutreffen würden. Er habe 

nicht den Ruf der Privatklägerin 1 schädigen, sondern lediglich erreichen wollen, 

dass die Dinge schneller laufen (Urk. 8/4 S. 21).  

4.9.4. Der Beschuldigte hat die Strafanzeige am 25. Juni 2013 erstattet. Über den 

Stand der Untersuchung hatte er am 5. September 2013 noch keine Kenntnis 

(Urk. 33/1, Urk. 8/3 S. 17). Sodann wusste der Beschuldigte, wo die Privatkläge-

rin 1 wohnt. Seine Behauptung, er habe vermutet, dass sich die Privatklägerin 1 

absetzen werde (Urk. 8/3 S. 17; Urk. 83 S. 30, Urk. 123 S. 26), erscheint als reine 

Schutzbehauptung. Stichhaltige Anhaltspunkte für seine Vermutung konnte der 

Beschuldigte denn auch keine Vorbringen und erscheint insbesondere auch auf-

grund des Umstands, dass die Privatklägerin 1 zwei schulpflichtige Kinder hat und 

es sich nur um einen Betrag von Fr. 120‘000.– gehandelt haben soll (Urk. 81/2), 

mehr als unplausibel. Damit hat aber der Beschuldigte die Privatklägerin 1 wider 

besseres Wissen zur Fahndung ausgeschrieben. Dies kann einzig den Zweck ge-

habt haben, den Ruf der Privatklägerin 1 zu schädigen. Sodann ist darauf hinzu-

weisen, dass der Beschuldigte am 27. Juni 2013 auf Facebook postete, dass die 

Privatklägerin 1 wegen mehrfachen Betrugs und Diebstahls zur Polizei gebracht 

werden solle. In der Strafanzeige vom 25. Juni 2013 führt der Beschuldigte aber 

noch aus, dass er darauf hinweisen möchte, dass er im heutigen Zeitpunkt weder 

wisse, ob Herr P._____ oder die Privatklägerin die Geldbeträge abgehoben habe, 

noch ob dies eigenständig oder im Zusammenwirken erfolgt sei (Urk. 81/2 S. 2). 

Gründe, weshalb sich seine Sichtweise in so kurzer Zeit hat ändern können, 

konnte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung keine nennen 

(Urk. 123 S. 24 f.). Zudem wurde in der Strafanzeige (welche von seinem Rechts-

vertreter aufgesetzt wurde, Urk. 8/3 S. 17) aufgeführt „betreffend Veruntreuung, 

Diebstahl etc.“ (Urk. 81/2). Der Beschuldigte war sich aber somit bewusst, dass 

-   43   - 

zumindest einstweilen keine Hinweise auf einen oder gar mehrfachen Betrug sei-

tens der Privatklägerin 1 vorliegen. Damit hat der Beschuldigte die Privatklägerin 

1 aber auch wider besseren Wissens eines Betrugs bezichtigt.  

4.9.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Sachverhalt  

gemäss Anklageziffer 1.10 erstellt ist. 

5. Rechtliche Würdigung 

5.1. Anklageziffer 1.1 (Freiheitsberaubung) 

5.1.1. Wer jemanden unrechtmässig festnimmt oder gefangen hält oder jemanden 

in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit entzieht, macht sich der Freiheitsbe-

raubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig. Subjektiv ist Vorsatz 

bzw. Eventualvorsatz gefordert. Der Vorsatz muss sich nicht nur auf den Frei-

heitsentzug, sondern auch auf die Unrechtmässigkeit als objektives Tat-

bestandsmerkmal richten (BSK StGB II - Delnon/Rüdy, 3. Aufl., Basel 2013, 

Art. 183 N 56).  

5.1.2. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz ist zu-

treffend. Sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand sind erfüllt. 

Dementsprechend hat sich der Beschuldigte der Freiheitsberaubung im Sinne von 

Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

5.2. Anklageziffer 1.2 (Nötigung, Hausfriedensbruch, Tätlichkeiten) 

5.2.1. Nötigung 

5.2.1.1. Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder 

durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu un-

terlassen oder zu dulden, macht sich der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

schuldig. Subjektiv ist Vorsatz bzw. Eventualvorsatz erforderlich.  

5.2.1.2. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz ist 

zutreffend. Sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand sind erfüllt. 

-   44   - 

Dementsprechend hat sich der Beschuldigte der Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB schuldig gemacht.  

5.2.2. Hausfriedensbruch 

5.2.2.1. Wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in 

einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem 

Haus gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz un-

rechtmässig eindringt oder trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu ent-

fernen, darin verweilt, macht sich des Hausfriedensbruchs schuldig. Subjektiv ist 

Vorsatz bzw. Eventualvorsatz erforderlich. Die Strafverfolgung erfolgt nur auf  

Antrag.  

5.2.2.2. Der Strafantrag wurde seitens der Privatklägerin 1, Mieterin der Wohnung 

…strasse … in O._____, am 27. Juni 2013 gestellt (Urk. 5/1). Gemäss Art. 30 

Abs. 1 StGB kann jede Person, die durch ein Antragsdelikt verletzt worden ist, die 

Bestrafung des Täters beantragen. Bei höchstpersönlichen Rechtsgütern (Ehre, 

Berufsgeheimnis usw.) ist Verletzter nur der Träger des Rechtsgutes selbst, bei 

anderen Rechtsgütern sind auch andere Personen,