# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d81209d4-4257-5cb5-bc6a-05a217caa493
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2009 D-4579/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4579-2008_2009-09-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4579/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richterin Muriel Beck 
Kadima, Richter Pietro Angeli-Busi,
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren _______,
Sri Lanka,
vertreten durch _______

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom
9. Juni 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4579/2008

Sachverhalt:

A.

A.a Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  –  ein 
ursprünglich aus Jaffna stammender Tamile - seinen Heimatstaat am 
14. April  2008 auf  dem Luftweg und gelangte am folgenden Tag via 
Italien und unter Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz, wo er 
am  16.  April  2008  ein  Asylgesuch  im  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  einreichte.  Anlässlich  der 
Befragung vom 6. Mai 2008 im EVZ sowie der direkten Anhörung am 
gleichen  Tag  durch  das  BFM  machte  der  Beschwerdeführer  zur 
Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er habe seit 
dem Jahre 1998 in Colombo gelebt und dort einen Laden besessen. In 
diesem  Zusammenhang  habe  er  am  18.  Januar  2008  zwei 
erpresserische  Telefonanrufe  erhalten.  Die  Anrufer  hätten  von  ihm 
Geld  verlangt  und  ihn  aufgefordert,  sich  an  einem  bestimmten  Ort 
einzufinden.  Er  sei  jedoch  auf  dieses  Ansinnen  nicht  eingegangen. 
Einige Wochen danach, am 27. Februar 2008, sei er auf dem Heimweg 
von  Unbekannten,  die  in  einem  Van  unterwegs  gewesen  seien, 
angesprochen,  unvermittelt  in  den  Van  gezerrt,  nach  einer 
einstündigen Fahrt  in  ein Haus an einem unbekannten Ort  gebracht 
und dort  festgehalten worden. Am nächsten Tag seien die Entführer, 
bei  denen es sich  vermutlich  um Personen einer  regierungsfreundli-
chen  tamilischen  Organisation  handle,  wiedergekommen  und  hätten 
nach dem Geld gefragt. Da er sich ebenso wie seine Familienangehö-
rigen gegen diese unberechtigten Forderungen zur Wehr gesetzt habe, 
sei er am 2. März 2008 mit einer Kreissäge bedroht und verletzt wor-
den. Daraufhin habe er sich den Forderungen der Entführer gebeugt 
und  mit  ihnen  die  Zahlung  einer  Summe ausgehandelt.  Seine  Frau 
habe das Geld in das Spital gebracht, in dem seine Verletzung behan-
delt  worden  sei,  und es  den Entführern  übergeben. Allerdings  habe 
sich seine problematische Situation mit  dieser Zahlung nicht verbes-
sert. Bereits am 28. März 2008 hätten die Entführer nämlich abermals 
telefoniert  und  nochmals  Geld  verlangt.  Seine Frau habe den  Anruf 
entgegen genommen und den Anrufern ausgerichtet, er befinde sich in 
Indien. Aus diesem Grund habe er am 14. April 2008 seinen Heimat-
staat verlassen und sei von Colombo nach Rom geflogen. Die weitere 
Reise in die Schweiz habe er in einem Auto zurückgelegt. Nach seiner 
Ausreise aus dem Heimatstaat seien noch zweimal Personen bei sei-
ner Frau zu Hause erschienen und hätten Geld von ihr gefordert. Sie 
habe daraufhin Anzeige erstattet und mit den Kindern ihre Aufenthalts-

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adresse in Colombo gewechselt. Im Übrigen habe er nie Probleme mit 
irgendwelchen Organisationen gehabt, bis auf einen Vorfall am 22. Au-
gust 2007, als er von Leuten die ihm Geld für den Transport von Waren 
geschuldet hätten, am Kopf verletzt worden sei, nachdem er sie aufge-
fordert habe, ihre Schulden zu begleichen.

A.b Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdefüh-
rer die nachstehend aufgeführten Beweismittel zu den Akten: ein Emp-
fehlungsschreiben „to whom it may concern“ eines Anwaltes und ehe-
maligen Abgeordneten [...], eine Anzeige der Ehefrau vom [...] bei der 
Polizei sowie ein medizinisches Protokoll.

B.
Mit Verfügung vom 9. Juni 2008 – eröffnet am gleichen Tag – stellte 
das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 
nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Weg-
weisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Zur Begründung führte 
die Vorinstanz im Wesentlichen aus, bei den geltend gemachten Über-
griffen auf den Beschwerdeführer und seine Familie handle es sich um 
kriminelle  Machenschaften  privater  Dritter.  Dem  Beschwerdeführer 
wäre es zuzumuten gewesen, sich zu seinem Schutz an die srilanki-
schen  Behörden  oder  Sicherheitskräfte  zu  wenden. Der  srilankische 
Staat sei im südlichen Teil des Landes grundsätzlich willens und fähig, 
Personen, welche von Drittpersonen bedroht und verfolgt würden, den 
erforderlichen Schutz zu gewähren. Vorliegendenfalls könne den Be-
hörden  ausgebliebene  Schutzgewährung  nicht  vorgeworfen  werden. 
Aus dem zu beurteilenden Sachverhalt ergebe sich nämlich, dass sich 
der Beschwerdeführer – obwohl er dazu die Möglichkeit gehabt hätte – 
zu keinem Zeitpunkt um den Schutz der staatlichen Behörden geküm-
mert  habe. Seine Erklärung, er habe befürchtet,  er könnte nochmals 
entführt werden, vermöge an dieser Feststellung nichts zu ändern. Im 
Übrigen  sei  den  Vorbringen des Beschwerdeführers  ausdrücklich  zu 
entnehmen, dass die zuständige Polizei ihre Schutzpflicht auch wahr-
nehme.  Gemäss  seinen  Ausführungen  hätten  seine  Frau  oder  sein 
Sohn nach weiteren Geldforderungen Anzeige bei der Polizei erstattet. 
Seine Frau werde nun von der Polizei geschützt, welche sofort komme, 
sobald seine Frau einen entsprechenden Anruf  tätige. Zudem kenne 
sein Sohn Leute bei  der Polizei. Die Darlegung des Beschwerdefüh-
rers, bei den Entführern handle es sich um Leute regierungsfreundli-
cher tamilischer Organisationen, sei nicht fundiert. Zum einen sei sein 
Einwand, es sei für normale Kriminelle schwierig, in Colombo jeman-

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den festzuhalten, und entführte Personen würden nach einer Anzeige 
bei der Polizei verschwinden, nicht stichhaltig, zum anderen widerspre-
che diese Darlegung auch seiner Aussage, er wisse nicht, ob es sich 
bei den Entführern um Tamilen oder Singhalesen handle. Zudem müs-
se die Ausreise des Beschwerdeführers als überstürzt qualifiziert wer-
den. Es wäre dem Beschwerdeführer durchaus zuzumuten gewesen, 
sich vor der Ausreise aus dem Heimatstaat zunächst an eine andere 
Aufenthaltsadresse in Colombo zu begeben, um die Entwicklung der 
Situation abzuwarten. Obwohl bei fehlender Asylrelevanz auf eine Prü-
fung der Glaubhaftigkeit verzichtet werden könne, seien hierzu einige 
Bemerkungen angebracht. Es erscheine wenig plausibel, dass der Be-
schwerdeführer unter den geltend gemachten Umständen seine Frau 
und seine Kinder in Colombo an seiner Wohnadresse zurückgelassen 
habe, ohne Vorkehrungen zu ihrem Schutz getroffen zu haben. Ein sol-
ches  Verhalten  sei  realitätsfremd.  Er  habe  damit  rechnen  müssen, 
dass sich die Entführer nochmals melden und weitere Geldforderun-
gen an seine Frau richten würden. Seine diesbezügliche Erklärung, er 
glaube nicht, dass die Entführer seiner Frau etwas antun würden, ver-
möge angesichts seiner dargelegten Erfahrungen mit  den Entführern 
nicht zu überzeugen. Dass es seiner Frau – mit Sohn und Tochter – 
möglich gewesen sei, geeignete Vorkehrungen zu ihrem Schutz gegen 
die Entführer zu treffen (Anzeige bei der Polizei, Änderung ihres Auf-
enthaltsortes), während der Beschwerdeführer demgegenüber nur die 
Möglichkeit der Ausreise gehabt haben solle, sei ebenso wenig plausi-
bel. An diesen Überlegungen vermöchten auch das vom Beschwerde-
führer  zu  den Akten gereichte  Schreiben eines  Parlamentariers  [...], 
der medizinische Rapport sowie die polizeiliche Anzeige [...] nichts zu 
ändern.  Beim  erstgenannten  handle  es  sich  um  ein  reines 
Gefälligkeitsschreiben  ohne  jeglichen  Beweiswert.  Bezüglich  der 
eingereichten  Anzeigen  sei  festzuhalten,  dass  in  Sri  Lanka  solche 
Dokumente  bekanntlich  ohne  weiteres  unrechtmässig  erworben 
werden  könnten,  weshalb  ihr  Beweiswert  als  äusserst  gering 
eingestuft werden müsse. Zudem fielen seine Angaben zur eingereich-
ten Anzeige auch unterschiedlich aus. Während er an mehreren Stel-
len im Anhörungsprotokoll explizit darlege, dass seine Frau zur Polizei 
gegangen  sei  und  Anzeige  erstattet  habe,  behaupte  er  schliesslich, 
nicht seine Frau, sondern sein Sohn habe Anzeige erstattet. Auf Vor-
halt hin habe er seine unterschiedlichen Angaben damit erklärt, er sei 
zum Zeitpunkt der Anzeige bereits in der Schweiz gewesen und darü-
ber lediglich telefonisch informiert  worden. Diese Darlegung vermöge 
jedoch  seine  unterschiedlichen  Ausführungen  nicht  zu  begründen. 

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Schliesslich  seien  auch  die  weiteren  Vorbringen  im  Zusammenhang 
mit  seinen Problemen mit  einer  Organisation,  deren Angehörige  ihn 
am  Kopf  verletzt  haben  sollen,  als  er  den  ausstehenden  Lohn  für 
Warentransporte  gefordert  habe,  ebenfalls  nicht  asylrelevant.  Zum 
einen liege dieser Vorfall zu weit zurück, als dass er noch als Anlass 
für  seine  Ausreise  gesehen  werden  könnte.  Zum  anderen  stehe  er 
auch in  keinem unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit  seiner 
Ausreise.

C.

C.a Mit Beschwerde vom 8. Juli 2008 (Poststempel vom 9. Juli 2008) 
liess der  Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung und die Gewährung von Asyl in der Schweiz beantragen. Zumin-
dest sei die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers wegen Unzu-
mutbarkeit in der Schweiz anzuordnen. In prozessualer Hinsicht bean-
tragte  er  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  und den Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses.

C.b Zur  Untermauerung  seiner  Beschwerdevorbringen  liess  der  Be-
schwerdeführer  die nachfolgend aufgeführten Schreiben seiner  Ehe-
frau zu den Akten reichen: ein Schreiben vom 28. Mai 2008 an die Hu-
man  Rights  Commission  in  C._______,  ein  Schreiben  vom  28.  Mai 
2008  an  das  Srilankische  Rote  Kreuz  in  C._______,  ein  Schreiben 
vom  17. Juni  2008  an  das  Internationale  Rote  Kreuz  in  C._______ 
sowie  ein  Schreiben  vom  30.  Juni  2008  an  die  Schweizerische 
Botschaft in Colombo.
Auf die Begründung wird – soweit entscheidwesentlich – in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

D.

D.a Mit  Zwischenverfügung vom 14. Juli  2008 wies der  Instruktions-
richter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Gesuche  um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 
und um Verzicht  auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und 
forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 29. Juli 2008 einen Kos-
tenvorschuss von Fr. 600.-- zu Gunsten der Gerichtskasse zu überwei-
sen.

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D.b Der  Beschwerdeführer  leistete  den  einverlangten  Kostenvor-
schuss am 24. Juli 2008.

E.

E.a In  seiner  Vernehmlassung  vom  24.  November  2008  beantragte 
das BFM die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde im 
Wesentlichen festgehalten, die in der Beschwerdeschrift  unter "Neue 
Aussagen" geänderte Version der Asylvorbringen des Beschwerdefüh-
rers müsse als nachgeschobene Anpassung an die Ausführungen im 
Asylentscheid gewertet werden. Daran vermöchten auch die in der Be-
schwerdeschrift  als Beweismittel vorliegenden Schreiben der Ehefrau 
des  Beschwerdeführers  nichts  zu  ändern. Im Übrigen werde auf  die 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung, an denen vollumfänglich 
festgehalten werde, verwiesen.

E.b In seiner Replik vom 12. Dezember 2008 lässt der Beschwerde-
führer geltend machen, es gebe im Asylverfahren weder eine strikte 
Eventualmaxime noch  ein  Novenverbot. Der  Beschwerdeführer  habe 
extreme und nachvollziehbare Angst, seine Familie käme in Lebensge-
fahr, wenn er sich wahrheitsgemäss äussere. Daher seien die neuen 
Aussagen nach der aktuellen Rechtsprechung beachtlich. Der Vorwurf, 
der Beschwerdeführer habe seine Vorbringen an die Erwägungen der 
vorinstanzlichen Verfügung angepasst,  erscheine als rein spekulative 
Erwägung der Vorinstanz, zumal die diesbezügliche Begründung fehle. 
Ebenfalls nicht begründet habe die Vorinstanz, weshalb die neu beige-
brachten Beweismittel von vornherein unerheblich sein sollten.

E.c Mit Eingabe vom 16. März 2009 liess der Beschwerdeführer eine 
ergänzende Stellungnahme sowie die nachstehend aufgeführten Do-
kumente zu  den Akten reichen: eine  chronologische Darstellung der 
Ereignisse bis zum 23. Februar 2009 durch den Beschwerdeführer, die 
Fotokopie eines Ausweises, ein Schreiben vom 13. Januar 2008 des 
Schweizerischen Roten Kreuzes sowie vier Farbfotos einer Narbe.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 

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gehört zu den Behörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorin-
stanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffen-
de Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundes-
verwaltungsgericht ist  daher zuständig für die Beurteilung der vorlie-
genden  Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 

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auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  

4.1 Zur Begründung seiner Beschwerde vom 8. Juli 2008 machte der 
Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, entgegen seinen bisheri-
gen Vorbringen anlässlich der Anhörung hege er einen klaren Verdacht 
in Bezug auf die Identität seiner Entführer. Seine Entführung und die 
Erpressung seien durch einen ihm namentlich bekannten Armeebeam-
ten,  den  Chef  eines  Kontrollpostens  in  der  Nähe  von  C._______, 
organisiert  worden.  Diesem  Mann  habe  er  im  Zusammenhang  mit 
früheren  Lieferungen  von  grossen  Warenmengen  an  die  LTTE  in 
C._______  immer  wieder  mit  kleineren  Schmiergeldzahlungen 
bestechen müssen. Als jedoch der Beschwerdeführer am 22. August 
2007  den  Armeebeamten  zu  einem  Gespräch  betreffend  einen  in 
Zahlungsrückstand  geratenen  Kunden  gerufen  habe,  habe  dieser 
unvermittelt  eine  grosse  Summe  –  eine  Million  Rupien  –  mit  der 
Begründung verlangt, er brauche diese Summe als Schutzgeld. Da der 
Beschwerdeführer nicht damit einverstanden gewesen sei, hätten ihn 
zwei Begleitpersonen des Armeebeamten mit einer Flasche spitalreif 
geschlagen.  Erst  nach  drei  Tagen  sei  er  wieder  aus  dem  Spital 
entlassen  worden.  Auch  nach  der  Ausreise  des  Beschwerdeführers 
aus  dem  Heimatstaat  sei  seine  Familie  verschiedentlich  von  den 
Erpressern  aufgesucht  worden.  Aufgrund  verschiedener  Umstände 
gehe  er  davon  aus,  er  werde  wegen  seiner  früheren 
Lieferantentätigkeit für die LTTE erpresst, und zwar durch Exponenten 
der  staatlichen  Sicherheitskräfte. Dementsprechend  könne  entgegen 
der Argumentation des BFM nicht davon ausgegangen werden, dass 
sich der Beschwerdeführer durch eine Anzeige bei der Polizei vor den 
Erpressern  schützen könne. Im Lichte  der  neuesten  Vorbringen des 
Beschwerdeführers  werde  verständlich,  warum  dieser  auf  eine 
Anzeige bei der Polizei verzichtet habe, hätte er doch damit rechnen 
müssen,  dass  die  Polizei  Armeeangehörige  und  Leute  des  CID 
(Criminal Investigation Department), welche auch involviert seien, zu-
mindest passiv gedeckt hätte.

4.2

4.2.1 In der Beschwerdeschrift  vom 8. Juli  2008 wird vorweg ausge-
führt,  der  Beschwerdeführer  habe  seinem Rechtsvertreter  anlässlich 
zweier  Gespräche  vom  2.  und  4. Juli  2008  in  den  Räumlichkeiten 
[seiner  Rechtsvertretung]  neue  -  d.h.  von  bisherigen  Vorbringen 

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abweichende  -  Informationen  zur  geltend  gemachten 
Verfolgungssituation  offenbart.  Als  Begründung  für  dieses  Verhalten 
macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  habe  die  neuen 
Informationen anlässlich der direkten Anhörung vom 6. Mai 2008 durch 
das  BFM  aus  Angst  verschwiegen.  Diese  Argumentation  steht 
indessen,  wie  bereits  in  der  Zwischenverfügung  vom  14.  Juli  2008 
ausgeführt,  in  einem  gewissen  Widerspruch  zur  Einreichung  eines 
Asylgesuchs in der Schweiz, und vermag somit nicht zu überzeugen. 
Dies  gilt  erst  recht  für  die  Präzisierung  in  der  Replik,  er  habe 
befürchtet, seine Familie gerate in Lebensgefahr, wenn er sich vor den 
schweizerischen  Behörden  wahrheitsgemäss  äussere;  wäre  dem 
tatsächlich  so  gewesen,  so  wäre  er  kaum  auf  den  unter  solchen 
Umständen doch eher abwegigen Gedanken gekommen, ausgerech-
net in der Schweiz um Asyl zu ersuchen, sondern hätte sein Gesuch 
von vornherein in einem anderen Staat deponiert. Es erübrigt sich an 
dieser Stelle, weiter auf die angebliche Angst des Beschwerdeführers 
einzugehen, zumal das in der Replik zitierte Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts E-6927/2006 vom 9. November 2007 eine andere Fall-
konstellation und Praxis betrifft, aus der der Beschwerdeführer nichts 
zu seinen Gunsten ableiten kann.
Dementsprechend  drängt  sich  angesichts  der  Vorgehensweise  des 
Beschwerdeführers  der  Eindruck  auf,  dieser  habe  lediglich  den 
Versuch unternommen, mittels  neuer Vorbringen den Sachverhalt  an 
die  Erwägungen  der  Vorinstanz  anzupassen,  indem  er  neue 
Sachverhaltselemente nachschob. Schon diese Vorgehensweise lässt 
die geltend gemachte Verfolgungssituation unglaubhaft erscheinen.

4.2.2 Was die für die geltend gemachte Verfolgungssituation zentralen 
Ereignisse zwischen dem 27. Februar und 2. März 2008 anbelangt, er-
geben sich aufgrund der Akten verschiedene Widersprüche. So mach-
te  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  direkten  Anhörung  geltend, 
seine Entführer hätten gleich nach der Entführung telefonischen Kon-
takt mit seiner Frau aufgenommen (A5/12 F35 S. 6). Folgerichtig be-
gann seine Ehefrau, folgt man den Schilderungen des Beschwerdefüh-
rers weiter, bereits am Abend des 27. Februar 2008 mit dem Sammeln 
des Lösegeldes, weil sie im massgebenden Zeitpunkt das erforderliche 
Bargeld  (ausnahmsweise)  nicht  zu  Hause gehabt  hätten  (vgl. a.a.O. 
F42 - F44 S. 7). Erst am 2. März 2009 habe er mit seiner Frau telefo-
nieren können und ihr bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, sie solle nur 
zwei Millionen Rupien als Lösegeld auszahlen (vgl. a.a.O. F38 – F40 
S. 6 und 7). Demgegenüber ist dem auf Beschwerdeebene eingereich-

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ten Brief vom 30. Juni 2008 der Ehefrau zu entnehmen, ihr Ehemann 
habe sich einen Betrag von 20 Millionen Rupien für einen bestimmten 
Zweck ("certain purpose") ausgeliehen und zu Hause aufbewahrt. Am 
27. Februar  2008 habe  sie  noch mit  ihrem Ehemann ein  Telefonge-
spräch geführt. Am gleichen Tag habe sich jemand gemeldet, der von 
ihr  fünf  Millionen  Rupien  als  Lösegeld  für  ihren  Ehemann gefordert 
habe. Sie habe in der Folge von ihrem Ehemann bis am 2. März 2008 
nichts mehr gehört. An diesem Tag habe er sie angerufen und aufge-
fordert, zwei Millionen Rupien als Lösegeld zu übergeben. Wie diesen 
beiden Schilderungen zu entnehmen ist, widersprechen sich die Dar-
stellungen bezüglich des Telefongesprächs vom 27. Februar 2008 so-
wie  namentlich  bezüglich  der  Frage,  wie  die  Ehefrau zum Lösegeld 
kam,  sei  es durch eine Reihe von Darlehen verschiedener  naheste-
hender Personen (A5/12 F44 S. 7) oder aber gewissermassen durch 
einen  Griff  in  die  Schublade.  Da  es  sich  bei  der  Entführung  vom 
27. Februar  2008  um  das  zentrale  Ereignis  der  geltend  gemachten 
Verfolgungssituation handelt,  hätten die Vorbringen des Beschwerde-
führers und seiner Ehefrau nicht nur in Bezug auf die Daten, sondern 
auch  bezüglich  weiterer  wesentlicher  Begleitumstände  übereinstim-
mend ausfallen müssen, weshalb sich der Eindruck aufdrängt, der Be-
schwerdeführer habe die geltend gemachte Verfolgungssituation ledig-
lich erfunden. Bezeichnenderweise gelang es dem Beschwerdeführer 
denn auch im Rahmen der auf Beschwerdeebene präsentierten "No-
ven"  nicht,  bestehende Unstimmigkeiten auszuräumen; vielmehr ver-
strickte er sich in zusätzliche Widersprüche. So machte er in der Be-
schwerde geltend, er habe den Armeebeamten am 22. August 2007 zu 
einem  Gespräch  betreffend  einen  in  Zahlungsrückstand  geratenen 
Kunden gerufen. Demgegenüber ist  der ergänzenden Stellungnahme 
vom 4. März 2009 des Beschwerdeführers zu entnehmen, er habe den 
"Armeechef" am 22. August 2007 zufällig in C._______ getroffen. Da 
es  sich  bei  der  Schilderung  des  Zusammentreffens  mit  dem 
angeblichen  Verfolger  um  einen  wesentlichen  Begleitumstand  im 
Vorfeld der geltend gemachten Verfolgungssituation handelt,  erhärtet 
sich  der  Eindruck,  der  Beschwerdeführer  habe  auch  bei  seinen 
"Noven"  nicht  auf  Erinnerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten 
zurückgreifen  können,  sondern  diese  erfunden,  um  seinem 
Asylgesuch Nachdruck zu verleihen. Was schliesslich das in Aussicht 
gestellte Arztzeugnis anbelangt,  so erübrigt es sich, dessen Eingang 
abzuwaren,  zumal  ein  solches  lediglich  einen  medizinischen 
Sachverhalt  beschlägt  und zwangsläufig  keinen  Aufschluss  über  die 
Begleitumstände geben kann , die zu einer Verletzung geführt haben. 

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Analoges gilt bezüglich der eingereichten Farbfotos von der Narbe am 
Kopf.

4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass beim Beschwerdeführer 
keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegt  und er  nicht  als 
Flüchtling anerkannt werden kann. Mangels erfüllter Flüchtlingseigen-
schaft ist ihm zu Recht das nachgesuchte Asyl nicht gewährt worden. 
Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen und 
auf die als Beweismittel eingereichten Dokumente einzugehen, da sie 
nicht zu einer anderen Betrachtung führen können.

5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den Heimatstaat dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit  weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 28. Februar  2008,  Be-
schwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die 
allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

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6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.5 Für srilankische Asylsuchende tamilischer Ethnie, welche aus dem 
Grossraum Colombo oder dessen Umgebung stammen und dort über 
ein tragfähiges Familien- oder Beziehungsnetz verfügen und mit einer 
konkreten  Unterkunftsmöglichkeit  rechnen  können,  ist  grundsätzlich 
von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in diese Gebiete aus-
zugehen, wobei die Dauer der Landesabwesenheit mitzuberücksichti-
gen ist; je kürzer der Aufenthalt in Colombo dauerte und je weiter er 
zeitlich zurückliegt, desto höhere Anforderungen sind an das Vorliegen 
eines tatsächlichen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes zu stel-
len (BVGE 2008/2 E.7.6.1 S. 20). 
Der Beschwerdeführer lebte vom Jahre 1998 bis zur Ausreise aus dem 
Heimatstaat im Jahre 2008 in Colombo. Wie sich zudem aus den Akten 
ergibt,  verfügt  er  in  Colombo  über  ein  tragfähiges  familiäres  oder 
soziales Beziehungsnetz (A1/9 S. 3 und 4), zumal zwei Brüder in Co-
lombo leben. Ferner besteht begründete Aussicht auf eine gesicherte 
Einkommens- und Wohnsituation (A1/9 S. 2 und 3; A5/12 S. 7), zumal 
das von ihm aufgebaute Lebensmittelgeschäft nach wie vor weiterge-
führt wird und der Beschwerdeführer zu seiner Ehefrau zurückkehren 
kann,  welche  dort  zumindest  über  eine  Postadresse  bei  Bekannten 
oder Verwandten verfügt, beziehungsweise deren Mutter noch an der 
ehemaligen  Wohnadresse  des  Beschwerdeführers  wohnhaft  zu  sein 
scheint  (vgl.  Schreiben  der  Ehefrau  vom 30. Juni  2008).  Ansonsten 
sollte der Beschwerdeführer bei seinen Brüdern zumindest für die ers-
te Zeit Unterkunft finden können. Der Vollzug der Wegweisung in seine 
Heimat ist für ihn zumutbar.
Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 

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der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG),  auf  insgesamt 
Fr. 600.--  festzusetzen  (Art. 1  -  3  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 24. Juli 2008 ge-
leisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 24. Juli  2008 in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (die zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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