# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5217f5e8-a37c-507b-9ddd-001793911d75
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 16.04.2025 HG230078
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG230078_2025-04-16.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich
  

Geschäfts-Nr.: HG230078-O U

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Stephan Mazan, Vizepräsident, Oberrichter Roland 

Schmid, Handelsrichterin Dr. Esther Nägeli, Handelsrichter Marius 

Hagger und Handelsrichter Stefan Vogler sowie Gerichtsschreiber 

Lukas Bügler

Beschluss und Urteil vom 16. April 2025

in Sachen

1. A._____, 
2. B._____, 
Kläger

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

C._____ AG, 
Beklagte

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, 

betreffend URG / Forderung

- 2 -

Inhaltsverzeichnis

Rechtsbegehren ....................................................................................................4
Sachverhalt und Verfahren ..................................................................................5
A. Sachverhaltsübersicht ..................................................................................5

a. Parteien und ihre Stellung ............................................................................5

b. Prozessgegenstand......................................................................................5

B. Prozessverlauf ...............................................................................................6
Erwägungen...........................................................................................................7
1. Formelles ........................................................................................................7

1.1. Zuständigkeit ............................................................................................7

1.2. Eingaben nach Aktenschluss....................................................................7

1.3. Unbezifferte Forderungsklage ..................................................................8

1.4. Vorbemerkung: Behauptungs-, Substantiierungs- und Bestreitungslast 10

2. Unbestrittener Sachverhalt und Überblick Parteistandpunkte................11
2.1. Unbestrittener Sachverhalt .....................................................................11

2.2. Parteistandpunkte...................................................................................11

2.2.1. Kläger ......................................................................................................11

2.2.2. Beklagte...................................................................................................13

3. Rechtliches zur Unterlassung der Verwertung .........................................14
3.1. Anwendbares Recht ...............................................................................14

3.2. Urheberrechtliche Grundlagen................................................................14

3.3. Kündigung der Verlagsverträge aus wichtigem Grund ...........................15

3.4. Grundsätze der Vertragsauslegung........................................................16

4. Kündigung vom 9. Dezember 2022 ............................................................17
4.1. Anmassung des Markenrechts ...............................................................18

4.2. Co-Verlagsnahme und Abrechnung für E._____....................................19

4.2.1. Parteistandpunkte....................................................................................19

4.2.2. Würdigung ...............................................................................................20

4.3. Verweigerung von Auskunft und Einsicht ...............................................24

4.3.1. Parteistandpunkte....................................................................................24

4.3.2. Umfang der Saldoklausel im Vergleich vom 9. Juli 2021 ........................27

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4.3.3. Überblick über die Informations- und Abrechnungsrechte der Kläger.....30

4.3.4. Würdigung ...............................................................................................32

4.4. Verletzung Rechenschaftslegungsrecht .................................................37

4.4.1. Parteistandpunkte....................................................................................37

4.4.2. Würdigung ...............................................................................................41

4.5. Verletzung der Zahlungspflicht ...............................................................48

4.5.1. Parteistandpunkte....................................................................................48

4.5.2. Würdigung ...............................................................................................48

4.6. Gesamtwürdigung...................................................................................49

4.7. Fazit ........................................................................................................52

5. Kündigung vom 24. Juli 2023 .....................................................................52
5.1. Parteistandpunkte...................................................................................52

5.1.1. Kläger ......................................................................................................52

5.1.2. Beklagte...................................................................................................53

5.2. Würdigung ..............................................................................................54

5.3. Fazit ........................................................................................................55

6. Auskunfts- und Informationsbegehren......................................................56
6.1. Genügende Bestimmtheit .......................................................................56

6.1.1. Parteistandpunkte....................................................................................56

6.1.2. Würdigung ...............................................................................................57

6.2. Saldoklausel ...........................................................................................58

6.3. Vorlage Unterlagen sowie Offenlegung Kosten und Gewinn..................60

6.4. Erfüllung der Informationsansprüche......................................................61

6.4.1. Abrechnungen Musical und Musicalfilm ..................................................61

6.4.2. Abrechnung weitere Verwertungshandlungen.........................................62

6.5. Fazit ........................................................................................................63

7. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen ........................................63
8. Kosten- und Entschädigungsfolgen ..........................................................64

8.1. Streitwert.................................................................................................64

8.2. Gerichtskosten und Kostentragung ........................................................65

8.3. Parteientschädigungen ...........................................................................66

Dispositiv .............................................................................................................66

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Rechtsbegehren:
(act. 1 S. 2 f.)

"1. Der Beklagten sei unter Androhung einer Ordnungsbusse von 
CHF 500.00 pro Tag der Nichterfüllung nach Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO, mindestens aber CHF 5'000.00 nach Art. 343 Abs. 1 lit. b 
ZPO, sowie der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB mit 
Busse im Widerhandlungsfall zu verbieten, betreffend die von 
D._____ als Komponist oder Textautor geschaffenen Werke ge-
mäss Werkliste in Anhang A Werkexemplare wie Druckerzeug-
nisse, Ton-, Tonbild- oder Datenträger herzustellen; Werkexem-
plare anzubieten, zu veräussern oder sonst wie zu verbreiten; die 
Werke (gemäss Werkliste in Anhang A) direkt oder mit irgendwel-
chen Mitteln vorzutragen, aufzuführen, vorzuführen, anderswo 
wahrnehmbar oder so zugänglich zu machen, dass Personen von 
Orten und zu Zeiten ihrer Wahl Zugang haben; die Werke (gemäss 
Werkliste in Anhang A) zu senden oder weiterzusenden; zugäng-
lich gemachte, gesendete oder weitergesendete Werke (gemäss 
Werkliste in Anhang A) wahrnehmbar zu machen; oder die genann-
ten Handlungen von Dritten, inklusive der Verwertungsgesellschaf-
ten SUISA und GEMA, vornehmen zu lassen.

2. Die Beklagte sei unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe 
nach Art. 292 StGB mit Busse sowie der kostenpflichtigen Ersatz-
vornahme nach Art. 343 Abs. 1 lit. e ZPO im Widerhandlungsfall zu 
verpflichten, den Klägern innert 20 Tagen seit Rechtskraft des ent-
sprechenden (Teil-)Urteils vollständig Auskunft zu erteilen und 
nach anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung Rechnung 
zu legen über die bisherigen Verwertungshandlungen im Sinne von 
Rechtsbegehren Ziff. 1 betreffend die von D._____ geschaffenen 
Werke gemäss Werkliste in Anhang A, namentlich mit detaillierten 
Angaben über:
(i) die daraus in den letzten zehn Jahren erzielten Bruttoum-

sätze, spezifiziert nach Werk bzw. Titel und Katalognummer, 
mit dokumentierten Nachweisen und Hinweisen zur Aufsch-
lüsselung der Einnahmen, unter Beilage der einschlägigen 
Verträge mit Dritten (Verträge mit der E._____ GmbH betref-
fend Subverlag, Co-Verlag und Verlagsadministration; Ver-
träge mit Produzenten und Veranstaltern betreffend das Mu-
sical und den Musicalfilm «F._____» etc.); 

(ii) die daraus in den letzten zehn Jahren erzielten Gewinne, un-
ter Gegenüberstellung der jeweils erzielten Umsatzerlöse und 
der tatsächlich bezahlten und zuordnenden Kosten, mit ent-
sprechend dokumentierten Nachweisen.

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, den Klägern den nach erfolgter 
Auskunftserteilung und Rechnungslegung gemäss Rechtsbegeh-
ren Ziff. 2 zu beziffernden Betrag, mindestens aber EUR 72'578.95 

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zuzüglich Verzugszins zu 5% p.a. seit dem anhand der erteilten 
Auskünfte festzusetzenden Schadensdatum, Bereicherungsdatum 
bzw. Datum der Gewinnerzielung zu bezahlen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten."

Sachverhalt und Verfahren

A. Sachverhaltsübersicht

a. Parteien und ihre Stellung

Die Kläger sind natürliche Personen mit Wohnsitz in G._____ bzw. H._____, 

Deutschland. Sie sind die Kinder und Alleinerben des am tt.mm.2014 verstorbenen 

D._____.

Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in I._____. Sie bezweckt den Ver-

lag musikalischer und anderer künstlerischer Werke, die Produktion von Filmen und 

Tonträgern und die Durchführung von Bühnenauftritten, Fernseh- und Radiosen-

dungen sowie den Erwerb, die Registrierung, Verwaltung und Verwertung von Im-

materialgüterrechten und Lizenzen aller Art.

b. Prozessgegenstand

D._____ übertrug der Beklagten mittels 129 Verlagsverträgen diverse Urheber-

rechte. Zudem wurde der Beklagten in einer Vergleichsvereinbarung im Jahr 2021 

von den Klägern eine verlagsvertragliche Lizenz für weitere Urheberrechte einge-

räumt. Am 9. Dezember 2022 und 24. Juli 2023 kündigten die Kläger sämtliche 

Verlagsverträge aus wichtigem Grund fristlos. Mit der vorliegenden Klage verlan-

gen sie die an die Beklagte gerichtete Anordnung, die Verwertung der Urheber-

rechte von D._____ zu unterlassen. Weiter klagen sie mit einer Stufenklage Ersatz-

forderungen aus der Verwendung der Urheberrechte ein, wobei sie vorab Auskunft 

und Rechnungslegung von der Beklagten verlangen. Die Beklagte schliesst auf Ab-

weisung der Klage, soweit überhaupt darauf einzutreten sei.

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B. Prozessverlauf

Am 29. März 2023 reichten die Kläger die Klage mit oben aufgeführten Rechtsbe-

gehren ein (act. 1–3/2–32). Nach Leistung des von den Klägern mit Verfügung vom 

30. März 2023 einverlangten Kostenvorschusses (act. 4; act. 6) wurde der Beklag-

ten am 6. April 2023 Frist zur Erstattung der Klageantwort angesetzt (act. 7). Innert 

angesetzter Nachfrist (act. 11) reichte die Beklagte am 10. Juli 2023 ihre Klageant-

wort ein (act. 13–15/1–53).

Nach Delegation des Verfahrens an den Instruktionsrichter (act. 16; act. 18), wurde 

von den Klägern mit Verfügung vom 4. Januar 2024 ein zusätzlicher Kostenvor-

schuss einverlangt und ihnen Frist zur Erstattung der Replik angesetzt (act. 19). 

Der Kostenvorschuss ging fristgerecht ein (act. 21). Am 11. März 2024 erstatten 

die Kläger fristgerecht ihre Replik (act. 22–23/33–43). In der Folge ging am 3. Juni 

2024 innert mit Verfügung vom 14. März 2024 angesetzter Frist (act. 24) die Duplik 

der Beklagten ein (act. 26–27/54–101). Mit Verfügung vom 7. Juni 2024 wurde fest-

gehalten, dass der Aktenschluss eingetreten ist und die Duplik den Klägern zuge-

stellt (act. 28). Die Kläger reichten daraufhin am 10. Juli 2024 eine als "Stellung-

nahme zur Duplik" bezeichnete Eingabe ein (act. 30–31/44–46). Die Beklagte liess 

sich dazu mit Eingabe vom 30. August 2024 vernehmen (act. 36), woraufhin die 

Kläger am 13. September 2024 eine weitere Eingabe einreichten (act. 38). Diese 

Eingabe wurde der Beklagten am 17. September 2024 zugestellt (Prot. S. 17).

Mit Verfügung vom 25. Februar 2025 wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, 

auf die Durchführung einer Hauptverhandlung zu verzichten (act. 40). Mit Eingabe 

vom 10. März 2025 teilten die Kläger mit, dass sie nicht auf die Durchführung der 

Hauptverhandlung verzichten (act. 43). In der Folge fand am 16. April 2025 die 

Hauptverhandlung statt, anlässlich welcher die Parteien ihre Parteivorträge erstat-

teten (Prot. S. 20 f.; act. 46; act. 47). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

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Erwägungen

1. Formelles

1.1. Zuständigkeit

Die internationale, örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des 

Kantons Zürich ist gegeben (Art. 2 Ziff. 1 LugÜ i.V.m. Art. 109 Abs. 2 IPRG und 

Art. 112 Abs. 1 IPRG; act. 1 Rz. 2 ff.; act. 13 Rz. 315; Art. 5 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. 

§ 44 lit. a GOG ZH; Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG ZH).

1.2. Eingaben nach Aktenschluss

Im ordentlichen Verfahren haben die Parteien zweimal unbeschränkt die Möglich-

keit, sich zur Sache zu äussern und neue Tatsachen sowie Beweismittel in den 

Prozess einzubringen (BGE 144 III 67 E. 2). Vorliegend ist der Aktenschluss nach 

Durchführung des zweiten Schriftenwechsels eingetreten (vgl. act. 28).

Nach Aktenschluss vorgebrachte Tatsachen und Beweisofferten in Stellungnah-

men sind nur insoweit zu beachten, als sie die Voraussetzungen nach Art. 229 

Abs. 1 aZPO erfüllen. Dies gilt insbesondere auch für die Entgegnung auf Duplik-

noven. Ist die klagende Partei zur Entgegnung der in der Duplik vorgetragenen und 

sich auf neue Tatsachen und Beweismittel stützenden Behauptungen auf echte No-

ven (erst nach Abschluss des Schriftwechsels entstandene Tatsachen oder Be-

weismittel) angewiesen, dürfen diese gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. a aZPO ohne Wei-

teres vorgebracht werden. Bei unechten Noven ist gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. b 

aZPO erforderlich, dass diese trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher vorgebracht 

werden konnten. Damit der klagenden Partei dieser Sorgfaltsnachweis gelingt, ist 

unabdingbar, dass die Dupliknoven für diese Noveneingabe kausal sind. Erforder-

lich ist einerseits, dass (erst) die Dupliknoven das Vorbringen der unechten Noven 

veranlasst haben, andererseits, dass die unechten Noven in technischer bzw. the-

matischer Hinsicht als Reaktion auf die Dupliknoven aufzufassen sind (BGE 146 III 

55 E. 2.5). Die gleichen Voraussetzungen gelten für Noven in jeder weiteren Ein-

gabe und mündlichen Stellungnahmen nach Aktenschluss. Die Partei, die der Mei-

nung ist, sie könne sich auf neue Tatsachen und/oder Beweismittel (echte oder 

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unechte Noven) stützen, hat diese zu bezeichnen und für jede einzelne neue Tat-

sache und jedes einzelne neue Beweismittel substantiiert darzutun, dass die Zu-

lässigkeitsvoraussetzungen erfüllt sind (anstatt vieler zur ständigen Praxis des 

Handelsgerichts des Kantons Zürich: ZR 113/2014 Nr. 54 S. 176 f. E. 3; vgl. auch 

KUKO ZPO-SOGO/NAEGELI, Art. 229 N 11d).

Die Kläger liessen sich nach Aktenschluss mit Eingaben vom 10. Juli 2024 und vom 

13. September 2024 vernehmen (act. 30; act. 38). Sie äussern sich zur Zulässigkeit 

ihrer dabei gemachten Vorbringen einzig dahingehend, dass sie als Reaktion auf 

neue Darstellungen in der Duplik in Übereinstimmung mit Art. 229 Abs. 1 aZPO 

neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen (act. 30 Rz. 5, 40, 53, 81 und 87; 

act. 38 Rz. 19, 28 und 31). Aus diesen Ausführungen ergibt sich nicht, ob die Kläger 

echte oder unechte Noven in den Prozess einbringen wollen. Es gelingt ihnen daher 

bereits aus diesem Grund nicht, die Zulässigkeitsvoraussetzungen rechtsgenügend 

aufzuzeigen. Dasselbe gilt auch für die von der Beklagten nach Aktenschluss in der 

Eingabe vom 30. August 2024 sowie die von den Parteien anlässlich der Hauptver-

handlung gemachten Ausführungen, zumal sie sich darin nicht zur Zulässigkeit ih-

rer Vorbringen äussern (act. 36; Prot. S. 20 f.; act. 46; act. 47). Die von den Parteien 

nach Aktenschluss gemachten Eingaben und Ausführungen sind daher für die Ent-

scheidfindung nicht zu berücksichtigen.

1.3. Unbezifferte Forderungsklage

Die Kläger erheben mit ihren Rechtsbegehren Ziffer 2 und 3 eine Stufenklage. Kon-

kret verlangen sie einerseits Auskunft und Rechnungslegung und verbinden dieses 

Begehren mit einer unbezifferten Forderungsklage, wobei sie die Zusprechung von 

mindestens EUR 72'578.95  begehren (act. 1 S. 2 f.). Nachfolgend ist die Zulässig-

keit der unbezifferten Forderungsklage zu prüfen:

Wer die Bezahlung eines Geldbetrages verlangt, hat diesen grundsätzlich zu bezif-

fern (Art. 84 Abs. 2 ZPO). Gemäss Art. 85 ZPO kann indes eine unbezifferte For-

derungsklage erhoben werden, sofern es der klagenden Partei zu Beginn des Pro-

zesses unmöglich oder unzumutbar ist, ihre Forderung zu beziffern (Art. 85 Abs. 1 

ZPO). Unmöglich ist die Bezifferung einer Forderung zu Prozessbeginn dann, wenn 

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die klagende Partei die Höhe ihres Anspruchs nicht kennen kann, da dieser von 

Informationen bzw. Tatsachen abhängig ist, über die sie nicht verfügt und die nicht 

in ihrem Einflussbereich liegen. Unzumutbar ist die Bezifferung, wenn sich die Höhe 

des Anspruchs nur unter Zuhilfenahme weiterer (vor)prozessualer Instrumente wie 

der vorsorglichen Beweisführung (Art. 158 ZPO) oder eines selbständigen Verfah-

rens auf Auskunft ermitteln liesse. Die unbezifferte Forderungsklage dient demnach 

auch der Prozessökonomie, damit die klagende Partei nicht gezwungen ist, vor 

dem eigentlichen Prozess ein anderes Verfahren zu führen (BSK ZPO-DORSCH-

NER/BELL, Art. 85 N 8). Der eine unbezifferte Forderungsklage erhebenden Partei 

obliegt der Nachweis der Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der Bezifferung 

(BGE 140 III 409 E. 4.3.2). Sie hat bereits in der Klageschrift konkret aufzuzeigen, 

dass und inwiefern eine Bezifferung aus objektiven Gründen unmöglich oder unzu-

mutbar sein soll. Dabei genügt ein blosser Hinweis auf fehlende Informationen 

nicht. Fehlt eine (genügende) Begründung der Unmöglichkeit bzw. Unzumutbarkeit, 

ist auf die unbezifferte Forderungsklage nicht einzutreten (BGE 148 III 322 E. 3 und 

4).

Den Klägern gelingt der Nachweis der Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der Be-

zifferung nicht. Zur Zulässigkeit der unbezifferten Forderungsklage führen sie in ih-

rer Klageschrift lediglich aus, der finanzielle Anspruch bzw. der weiter drohende 

Schaden hänge vom vergangenen und zukünftigen Verhalten der Beklagten ab und 

könne derzeit durch die Kläger nur schwer abgeschätzt werden. Die Kenntnis über 

die Höhe des klägerischen Anspruchs sei von Informationen und Tatsachen abhän-

gig, die im ausschliesslichen Einflussbereich der Beklagten lägen (act. 1 Rz. 10). 

Die Kläger verweisen damit für die Zulässigkeit der unbezifferten Forderungsklage 

lediglich pauschal auf fehlende Informationen, ohne dass sich daraus ergibt, wes-

halb ihnen eine Bezifferung konkret nicht möglich oder zumutbar sein soll. Entspre-

chend ist auf die von den Klägern erhobene unbezifferte Forderungsklage (Rechts-

begehren Ziffer 3) nicht einzutreten.

1.4. Vorbemerkung: Behauptungs-, Substantiierungs- und Bestreitungslast

In Verfahren, in denen – wie vorliegend – der Verhandlungsgrundsatz gilt, obliegt 

es den Parteien und nicht dem Gericht, die für die Beurteilung notwendigen Tatsa-

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chen zusammen zu tragen (Art. 55 Abs. 1 ZPO; BGE 144 III 519 E. 5.1 = Pra 108 

Nr. 87). Entsprechend trifft die Parteien die Behauptungs-, Substantiierungs- und 

Beweislast sowie die Bestreitungslast. Die Behauptungslast folgt der Beweislast 

(BGE 132 III 186 E. 4). Inwieweit Tatsachen zu behaupten und zu substantiieren 

sind, ergibt sich gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung (statt vieler 

Urteil des Bundesgerichts 4A_350/2020 vom 12. März 2021, E. 6.2.) einerseits aus 

den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und anderseits aus dem pro-

zessualen Verhalten der Gegenpartei (BGE 144 III 519 E. 5; BGE 127 III 365 

E. 2b). Eine Tatsachenbehauptung hat nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es ge-

nügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begehren stützenden Normen zu sub-

sumieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in 

ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet werden (BGE 136 III 322 

E. 3.4.2). Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvortrag wird als schlüssig be-

zeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die anbegehrte 

Rechtsfolge zulässt. Voraussetzung, dass ein Tatsachenvortrag schlüssig ist, sind 

dessen Widerspruchsfreiheit und Vollständigkeit. Nur soweit der Prozessgegner 

den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei bestreitet, 

greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast. Die Vor-

bringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zer-

gliedert so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen 

oder dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 144 III 519 E. 5; 

BGE 127 III 365 E. 2b).

Das genügende Behaupten und Bestreiten der rechtserheblichen Tatsachen ist 

eine prozessuale Last, deren Nichterfüllung prozessuale Nachteile für die betref-

fende Partei zur Folge haben kann. Bezüglich unsubstantiiert vorgetragener Sach-

verhalte besteht kein Anspruch auf Beweisführung. Der nicht substantiiert vorge-

tragene Sachverhalt ist somit dem nicht bewiesenen gleichgestellt (BGE 129 III 18 

E. 2.6 = Pra 92 Nr. 30).

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2. Unbestrittener Sachverhalt und Überblick Parteistandpunkte

2.1. Unbestrittener Sachverhalt

D._____ übertrug der Beklagten für die Verwertung seiner künstlerischen Werke 

ab 1977 diverse Rechte. Zu diesem Zweck schloss er mit der Beklagten insgesamt 

129 Verlagsverträge über 372 Werke ab (act. 1 Rz. 14; act. 13 Rz. 9; act. 22 Rz. 

190 ff.). Am 9. Juli 2021 schlossen die Kläger als Erben und Rechtsnachfolger von 

D._____ und die Beklagte sowie weitere beteiligte Parteien einen Vergleichsvertrag 

ab. Im Zuge dieses Vergleichsvertrages wurden der Beklagten als Bestandteil der 

Verlagsverträge rückwirkend verlagsvertragliche Lizenzen für weitere Schutzrechte 

eingeräumt. Gestützt auf diese Verträge ist die Beklagte zur Wahrnehmung der 

Rechte gemäss Art. 10 Abs. 2 lit. a bis f URG berechtigt (act. 1 Rz. 14; act. 13 Rz. 

9 ff.; act. 22 Rz. 190 ff.). Den Klägern steht im Gegenzug eine Beteiligung von 40 

% an den durch die Beklagte erzielten individuellen Verwertungserlösen zu. Zudem 

sind sie an den Erlösen der kollektiven Verwertung beteiligt (act. 13 Rz. 21; act. 22 

Rz. 204). Mit Schreiben vom 9. Dezember 2022 kündigten die Kläger sämtliche 

Verlagsverträge fristlos. Am 24. Juli 2023 kündigten die Kläger sämtliche Verlags-

verträge erneut mit sofortiger Wirkung (act. 1 Rz. 98 ff.; act. 22 Rz. 20).

2.2. Parteistandpunkte

2.2.1. Kläger

Die Kläger stellen sich auf den Standpunkt, die Beklagte habe ihre Auskunfts- und 

Rechenschaftsablegungspflicht verletzt. Sie habe den Klägern am 29. März 2022 

zwei Abrechnungen über das Musical "F._____" (nachfolgend: Musical) zugestellt. 

Diese seien offensichtlich ungenügend und wiesen diverse Ungereimtheiten auf. 

Die Kläger hätten daher mit E-Mails vom 6. April 2022, 16. Juni 2022, 18. August 

2022,  21. September 2022 und 22. November 2022 mehrfach um Auskunft und 

Vorlage von Unterlagen ersucht. Im Zuge dieser Konversation habe die Beklagte 

ihr auch am 15. Juli 2022 erstmals Abrechnungen zum Musicalfilm "F._____" 

(nachfolgend: Musicalfilm) zugestellt. Die von der Beklagten erteilten Auskünfte 

seien ungenügend gewesen und sie habe sich geweigert, die verlangten Unterla-

gen offenzulegen. Zudem seien auch ausgewiesene Lizenzansprüche der Kläger 

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in der Höhe von EUR 51'000.– unbegründet unbezahlt geblieben. Am 1. Dezember 

2022 habe die Beklagte schliesslich reagiert und eine Kehrtwende hin zu einer voll-

ständigen Verweigerung der Kooperation und Rechenschaftsablegung vollzogen. 

Sie habe plötzlich das Auskunftsrecht der Kläger zum Musical und Musicalfilm ka-

tegorisch ausgeschlossen und verlauten lassen, dass sie die bereits abgerechne-

ten Lizenzen in der Höhe von EUR 51'000.– einbehalte sowie bezahlte Lizenzver-

gütungen von CHF 28'493.– zurückfordere. Dieses Schreiben habe eine drastische 

Zäsur dargestellt. Die Beklagte habe damit jegliche Brücken eingerissen und das 

Vertrauen der Kläger in ihren Verlag endgültig zerstört. Auch zur angeblichen Co-

Verlagsnahme von gewissen Werken mit der E._____ GmbH (nachfolgend: 

E._____) habe ihr die Beklagte inhaltliche Erläuterungen und Unterlagen verwehrt. 

Hinzu komme, dass sich die Beklagte das Markenrecht "D._____" angemasst und 

hinter dem Rücken der Kläger in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich 

verschiedene Wortmarken mit dem Bestandteil "D._____" hinterlegt habe. Vor die-

sem Hintergrund sei ihnen die Fortführung der Verlagsverträge mit der Beklagten 

nicht mehr zumutbar gewesen. Die fristlose Kündigung vom 9. Dezember 2022 sei 

daher gültig und die Verlagsverträge durch diese beendet. 

Nach der Kündigung vom 1. Dezember 2023 habe die Beklagte in einer panisch 

anmutenden Abrechnungsflut eine Vielzahl neuer Abrechnungen produziert, die 

u.a. tatsächlich bis zu zehn Jahre zurück liegende Verwertungshandlungen beträ-

fen. Diese Abrechnungen hätten sich laufend inhaltlich widersprochen und gegen-

seitig "korrigiert". Diese neuen Abrechnungen bestätigten genau den Sachverhalt, 

den die Kläger ihrer Kündigung vom 9. Dezember 2022 zugrunde gelegt hätten, 

nämlich, dass die Beklagten ihnen Einnahmen Dritter vorenthalte und geschuldete 

Lizenzzahlungen bewusst nicht abrechne sowie generell mit Abrechnungen und 

Zahlungen gegenüber den Klägern in Verzug gewesen sei. Als ob es noch eines 

zusätzlichen Nachweises dafür bedurft hätte, dass die Beklagte böswillig gegen die 

wirtschaftlichen Interessen der Kläger agiere, habe sie den Klägern am 21. Juli 

2023 ein Abmahnschreiben zukommen lassen, worin sie die J._____ AG, die zu 

100 % den Klägern gehöre, ultimativ aufgefordert habe, die Nutzung von zahlrei-

chen Liedtexten zu den Songs bzw. Kompositionen von D._____ auf der offiziellen 

Website des Künstlers einzustellen, ohne dass sie an diesen Texten berechtigt sei. 

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Diese gegen die Kläger als einstige Verlaggeber gerichtete Aktion sei durchwegs 

schikanös. Die Beklagte führe infolge der selbstverschuldeten Kündigung einen Ra-

chefeldzug. Ein solch illoyales und treuwidriges Verhalten stelle eine weitere 

schwere Vertragsverletzung dar, die eine Fortsetzung der Verlagsverträge offen-

sichtlich unzumutbar mache. Rein vorsorglich für den Fall, dass die Kündigung vom 

9. Dezember 2022 nicht gültig sein sollte, hätten sie daher mit Schreiben vom 24. 

Juli 2023 erneut sämtliche Verlagsverträge fristlos aus wichtigem Grund gekündigt. 

Aufgrund der erfolgten Kündigungen sei die Beklagte nicht mehr zur Verwertung 

der Urheberrechte berechtigt und habe diese zu unterlassen. Weiter verlangten sie 

Auskunft und Rechenschaftsablegung über die in den letzten zehn Jahren vor der 

Klageeinleitung mit der Verwertung erzielten Umsätze und Gewinne (act. 1; 

act. 22).

2.2.2. Beklagte

Die Beklagte macht demgegenüber geltend, die von den Klägern ausgesprochenen 

Kündigungen seien ungültig. Anders als dies von den Klägern behauptet werde, 

habe sie keine Pflichten aus den Verlagsverträgen verletzt. Die Kläger hätten ihre 

Abrechnungen, die stets gleich gestaltet gewesen seien, währen Jahren klaglos 

akzeptiert. Zudem hätten die Parteien im Vergleich vom 9. Juli 2021 eine umfas-

sende Saldoklausel vereinbart, weshalb die von den Klägern behaupteten Aus-

kunfts-, Informations- und Vergütungsansprüche untergegangen seien. Im Übrigen 

habe sie ohnehin auch ohne Bestehen einer Rechtspflicht stets sämtliche Fragen 

der Kläger beantwortet, die diese zu den Abrechnungen gestellt hätten. Sie habe 

den Klägern auch eine Besprechung dazu und zur gemeinsamen Erstellung eines 

neuen Abrechnungsformates angeboten. Dieses Angebot hätten die Kläger igno-

riert. Sie habe den Klägern zudem offeriert, die von ihnen verlangten Unterlagen 

durch einen unabhängigen Treuhänder einzusehen, wie es im Vergleich vom 9. Juli 

2021 vorgesehen sei. Auch dies hätten die Kläger abgelehnt. Selbst wenn aber 

entgegen dessen von Pflichtverletzungen auszugehen sei, sei zu berücksichtigen, 

dass es sich in der Gesamtbetrachtung lediglich um marginale Ansprüche handle. 

Diese beträfen bloss elf der insgesamt 129 Verträge. Eine Fortführung der Verträge 

sei für die Kläger ohne jeden Zweifel zumutbar. Die fristlose Kündigung der Ver-

- 14 -

lagsverträge sei vorliegend auch nicht ultima ratio. Die Kläger könnten, wie die vor-

liegende Klage belege, ihre behaupteten Ansprüche gerichtlich durchsetzen. 

Schliesslich sei die Kündigung vom 9. Dezember 2022 ohnehin zu spät erfolgt. Das 

von den Klägern weiter gerügte Schreiben vom 21. Juli 2023 an die J._____ AG 

habe einerseits nicht den Klägern gegolten und beinhalte anderseits auch keine 

ultimative Aufforderung, die Liedtexte nicht mehr zu verwenden. Die Verlagsver-

träge seien entsprechend nicht gültig gekündigt worden und bestünden weiter. Ent-

sprechend sei sie zur Verwertung der damit eingeräumten Rechte weiterhin be-

rechtigt. Die Klage sei abzuweisen (act. 13; act. 26). 

3. Rechtliches zur Unterlassung der Verwertung

3.1. Anwendbares Recht

Für die urheberrechtlichen Aspekte gelangt Schweizer Recht zur Anwendung 

(Art. 110 Abs. 1 IPRG). Dasselbe gilt für die vertraglichen Regelungen, zumal die 

Parteien stets die Anwendbarkeit von Schweizer Recht vereinbart haben (Art. 116 

IPRG; Art. 122 Abs. 2 IPRG; act. 3/4–6; act. 3/8), wovon – unausgesprochen – 

auch die Parteien ausgehen.

3.2. Urheberrechtliche Grundlagen

Der Urheber oder die Urheberin hat das ausschliessliche Recht zu bestimmen, ob, 

wann und wie das Werk verwendet wird (Art. 10 Abs. 1 URG). Nach Art. 62 Abs. 1 

lit. a und b URG kann der Urheber oder die Urheberin, wenn das Urheberrecht 

verletzt oder gefährdet wird, vom Gericht u.a. die Beseitigung einer bestehenden 

Verletzung oder das Verbot einer drohenden Verletzung verlangen.

Das Urheberrecht ist übertragbar (Art. 16 Abs. 1 URG). Urheberrechtliche Befug-

nisse werden primär durch Verträge eingeräumt. In der Praxis existieren verschie-

dene Vertragsinhalte. Es ist dabei jeweils durch Auslegung zu ermitteln, was Ge-

genstand des entsprechenden Vertrages ist. Zu unterscheiden ist dabei nament-

lich, ob die Übertragung lediglich mit obligatorischer Wirkung erfolgt, oder ob das 

Urheberrecht als Ausschliesslichkeitsrecht übertragen wird und der Erwerber mit 

absoluter Wirkung die volle Rechtsstellung eines Rechteinhabers erlangt. In letzte-

- 15 -

rer Hinsicht gilt der Kausalitätsgrundsatz. Damit hängt die absolute Übertragung 

des Urheberrechts stets vom Bestand des zugehörigen Vertrages ab. Entfällt die-

ser, fällt das Urheberrecht auf die übertragende Person zurück (OFK URG-REHBIN-

DER/HAAS/UHLIG, Art. 16 N 11 ff.; BARRELET/EGLOFF, Das neue Urheberrecht, 

4. Aufl., Art. 16 N 15; HILTY, Urheberrecht, 2. Aufl., Rz. 556 ff.).

3.3. Kündigung der Verlagsverträge aus wichtigem Grund

Vor diesem Hintergrund ist im vorliegenden Verfahren im Kern strittig, ob die Kläger 

die von den Parteien übereinstimmend als Verlagsverträge bezeichneten Verein-

barungen mit Kündigungen vom 9. Dezember 2022 bzw. 24. Juli 2023 gültig aufge-

löst haben und damit die der Beklagten eingeräumten Rechte erloschen resp. auf 

die Kläger zurückgefallen sind. Für das vorliegende Verfahren braucht dabei nicht 

geklärt zu werden, ob es sich bei den Vereinbarungen in der heutigen Form voll-

umfänglich um Verlagsverträge im Sinne von Art. 380 ff. OR oder um gemischte 

Verträge mit innominatvertraglichen Bestimmungen handelt.

Es entspricht einem allgemeinen Grundsatz, dass Dauerschuldverhältnisse von ei-

ner Partei bei Vorliegen von wichtigen Gründen, welche die Vertragserfüllung für 

sie unzumutbar machen, vorzeitig gekündigt werden können. Ein wichtiger Grund 

zur Auflösung eines Dauerschuldverhältnisses liegt nach der Rechtsprechung vor, 

wenn die Bindung an den Vertrag für die Partei wegen veränderter Umstände ganz 

allgemein unzumutbar geworden ist, also nicht nur unter wirtschaftlichen, sondern 

auch unter anderen die Persönlichkeit berührenden Gesichtspunkten. Bei beson-

ders schweren Vertragsverletzungen ist ein wichtiger Grund regelmässig zu beja-

hen. Auch weniger gravierende Vertragsverletzungen können aber eine Fortset-

zung des Vertrags für die Gegenpartei unzumutbar machen, wenn sie trotz Verwar-

nung oder Abmahnung immer wieder vorgekommen sind, so dass nicht zu erwarten 

ist, weitere Verwarnungen würden den Vertragspartner von neuen Vertragsverlet-

zungen abhalten. Ob im Einzelfall ein wichtiger Grund vorliegt, ist vom Gericht auf-

grund einer objektiven Interessenabwägung unter Berücksichtigung sämtlicher re-

levanter Umstände zu beurteilen (BGE 138 III 304 E. 7; BGE 128 III 428 E. 4). 

- 16 -

Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist sofort nach dem Vorfall des wichtigen 

Grundes auszusprechen. Andernfalls ist das Recht auf ausserordentliche Kündi-

gung verwirkt. Die dabei zustehende Bedenkfrist ist nach Umständen des konkre-

ten Einzelfalles zu bemessen (VETTER/GUTZWILER, Voraussetzungen und Rechts-

folgen der ausserordentlichen Beendigung von Dauerschuldverhältnissen, AJP 

2010, S. 705; Urteil des Kantonsgerichts Luzern 1B 16 2, LGVE 2017 I Nr. 13, 

E. 4.4.3.).

Wird eine fristlose Kündigung ausgesprochen, ohne dass ein wichtiger Grund er-

stellt ist, bleibt der Vertrag weiterhin in Kraft (BGE 133 III 360 E. 8.1 = Pra 97 Nr. 6).

3.4. Grundsätze der Vertragsauslegung

Soweit für die Beurteilung des vorliegenden Falles Vertragsbestimmungen auszu-

legen sind, ist in erster Linie der übereinstimmende wirkliche Parteiwillen bei Ver-

tragsschluss massgebend. Der wirkliche Wille der Parteien wird anhand der gängi-

gen Auslegungsmittel ermittelt (ZR 116/2017 Nr. 40 S. 134 f.). Bei der Ermittlung 

des wirklichen Willens sind alle Tatsachen und Faktoren zu berücksichtigen, aus 

denen auf die Willenslage bei Abgabe der Vertragserklärung geschlossen werden 

kann. Eine Hierarchie der Auslegungsmittel besteht nicht. Grundlage der Ausle-

gung bildet der Wortlaut der von den Parteien abgegebenen Erklärungen oder des 

zustande gekommenen Vertrages. Die Auslegung darf aber selbst bei einem ein-

deutigen Wortlaut nicht sein Bewenden in einer reinen Wortlautauslegung haben 

und es ist zu prüfen, ob der ermittelte Wortsinn nicht durch andere Indizien in Frage 

gestellt oder ausgeschlossen wird. Als weiteres Auslegungsmittel kommt alles in 

Betracht, was geeignet ist, zur Feststellung des wirklichen Willens beizutragen. Be-

rücksichtigt werden können dabei insbesondere die Entstehungsgeschichte sowie 

die Begleitumstände des Vertrages und der Vertragszweck (BSK OR I-WIEGAND, 

Art. 18 N 18 ff.). Zu beachten ist weiter auch das nachvertragliche Parteiverhalten, 

sofern es Rückschlüsse auf den tatsächlichen Parteiwillen im Zeitpunkt des Ver-

tragsschlusses zulässt (BGE 143 III 157 E. 1.2.2). Das Gericht würdigt die vorste-

hend wiedergegebenen Beweismittel frei (Art. 157 ZPO).

- 17 -

Fehlt ein übereinstimmender wirklicher Wille oder kann ein solcher nicht erstellt 

werden, sind in zweiter Linie zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die 

Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips auszulegen. Dabei ist 

vom Wortlaut der Erklärungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, sondern 

aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind. Auch in dieser Hinsicht 

darf es selbst bei einem klaren Wortlaut nicht bei einer reinen Wortauslegung sein 

Bewenden haben. Vielmehr sind die Erklärungen der Parteien so auszulegen, wie 

sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen ver-

standen werden durften und mussten. Das Gericht hat auch den vom Erklärenden 

verfolgten Regelungszweck zu beachten, wie ihn der Erklärungsempfänger in gu-

ten Treuen verstehen durfte und musste (BGE 148 III 57 E. 2.2.1 m.w.H). 

Werden bei der Ermittlung des wirklichen Willens Umstände berücksichtigt, die 

auch bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip zu berücksichtigen sind, de-

cken sich die entsprechenden Auslegungselemente. Ein wirklicher Wille kann da-

her nur festgestellt werden, wenn Umstände vorliegen, die bei der Auslegung nach 

dem Vertrauensprinzip ausser Betracht fallen, wie namentlich das nachvertragliche 

Parteiverhalten (Urteil des Bundesgerichts 4A_211/2023 vom 11. Januar 2024, 

E. 5.2.1.).

4. Kündigung vom 9. Dezember 2022

Unbestritten ist, dass der Beklagten gestützt auf die abgeschlossenen Verträge die 

strittigen Urheberrechte eingeräumt bzw. Nutzungsrechte daran übertragen wur-

den. Sollten die bestehenden Verträge – wie von den Klägern behauptet – gültig 

gekündigt worden sein, entfiele sowohl bei einer obligatorischen Nutzungsmöglich-

keit als auch bei einer Übertragung mit absoluter Wirkung die Berechtigung der 

Beklagten zur Verwendung der Urheberrechte. Strittig ist zwischen den Parteien im 

Kern, ob diese Verträge gültig gekündigt wurden. Nachfolgend ist zunächst die Gül-

tigkeit der Kündigung vom 9. Dezember 2022 zu untersuchen. Die Kläger stützen 

sich für diese Kündigung auf nachfolgende Umstände:

 Anmassung des Markenrechts "D._____";

- 18 -

 Angebliche Co-Verlagsnahme wichtiger Werke und Abrechnungstätig-

keit der Beklagten für E._____;

 Verweigerung von Auskunft und Einsicht;

 Verletzung der Abrechnungspflicht beim Musical und Musicalfilm;

 Verletzung der Zahlungspflicht beim Musical und Musicalfilm.

Die von den Klägern vorgebrachten Vertragsverletzungen sind zunächst einzeln zu 

beleuchten. Anschliessend ist unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände 

eine Gesamtwürdigung vorzunehmen.

4.1. Anmassung des Markenrechts

Die Kläger bringen für die Begründung ihrer Kündigung vom 9. Dezember 2022 vor, 

die Beklagte habe hinter ihrem Rücken in der Schweiz, in Deutschland und in Ös-

terreich verschiedene Wortmarken bestehend aus dem Namen "D._____" hinter-

legt (act. 1 Rz. 32 ff.). Diese Streitigkeit haben die Parteien in der Folge mittels 

Vereinbarung vom 27. April 2022 beigelegt und dabei explizit festgehalten, dass 

den Klägern nach dem Vollzug der Vereinbarung – welcher unbestrittenermassen 

erfolgte (act. 22 Rz. 257) – kein Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund zusteht 

(act. 13 Rz. 114; act. 3/12 Ziff. 5). Die Kläger legen nicht dar, dass nach Abschluss 

der erwähnten Vereinbarung erneut eine Anmassung des Markenrechts erfolgt ist. 

Aufgrund der expliziten Vereinbarung, dass daraus kein Recht zur Kündigung aus 

wichtigem Grund abgeleitet werden kann, hat die von den Klägern vorgebrachte 

Anmassung des Markenrechts für die Beurteilung der Kündigung vom 9. Dezember 

2022 unbeachtet zu bleiben.

4.2. Co-Verlagsnahme und Abrechnung für E._____

4.2.1. Parteistandpunkte

4.2.1.1. Kläger

- 19 -

Die Kläger führen ins Feld, sie seien durch die ihnen am 29. März 2022 zugestellten 

Musicalabrechnungen auf einen angeblichen Co-Verlag zwischen der Beklagten 

und E._____ aufmerksam geworden. Anstelle der von ihnen geforderten Aufklä-

rung, wie es ohne Zustimmung des Urhebers oder der Kläger zu einem Wechsel 

vom Alleinverlag durch E._____ zu einem Co-Verlag mit der Beklagten gekommen 

sei, habe die Beklagte ihnen bloss eine Liste der betreffenden Werke zukommen 

lassen. Sie hätten die Beklagte daher darauf hingewiesen, dass für einen Co-Verlag 

ein Parteiwechsel mit Rechtetransfer erforderlich gewesen wäre, was nur mit Zu-

stimmung des Urhebers oder von ihnen möglich gewesen wäre. Entsprechend sei 

die Beklagte um Vorlage solcher Dokumente ersucht worden. Die Co-Verlags-

nahme führe zu einer Schlechterstellung ihrer Position. Als Bestandteil der von ih-

nen mit der K._____ KG (nachfolgend: K._____) bzw. deren Rechtsnachfolgerin 

E._____ abgeschlossenen Autorenverträge sei eine 10 %-Refundierungspflicht in 

dem Sinne vereinbart worden, dass dem Urheber D._____ eine Refundierung von 

10 % des Verlagsanteils gewährt werde. In den Co-Verlagsvereinbarungen mit der 

Beklagten sei aber festgehalten, dass diese Refundierungspflicht sofort beendet 

werde. Dies stelle einen unzulässigen Vertrag zu Lasten Dritter dar, der unwirksam 

sei. Entgegen der Sachdarstellung der Beklagten sei diese sodann auch nicht von 

E._____ mit der Vornahme der Abrechnungen und der Auszahlung der auf die Klä-

ger entfallenden Anteile beauftragt worden (act. 1 Rz. 73 ff.; act. 22 Rz. 76 ff. und 

215 ff.).

4.2.1.2. Beklagte

Die Beklagte macht demgegenüber geltend, sie habe mit K._____, der Rechtsvor-

gängerin von E._____, Anfang der 2000er-Jahre betreffend einiger Kompositionen 

und Texte von D._____ "Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit auf Co-Ver-

lagsbasis" abgeschlossen. Diese hätten jedoch zu keiner Übertragung der Urhe-

berrechte auf die Beklagte geführt. Es sei lediglich darum gegangen, dass sie an 

den Einkünften von E._____ beteiligt werde. Die in ihren Abrechnungen enthaltene 

Bezeichnung "co-verlag" möge daher nicht ganz geglückt erscheinen. Gegenüber 

den Klägern sei aber stets einzig K._____ bzw. heute E._____ Vertragspartnerin 

und somit zahlungs- und informationspflichtig. Die entsprechenden Vereinbarun-

- 20 -

gen würden sich nur auf den Anteil, der E._____ zustehe, beziehen, auf den Urhe-

beranteil der Kläger hätten sie keinen Einfluss. Es sei ihr, der Beklagten, ohnehin 

nicht möglich gewesen, auf die Refundierungspflicht zwischen den Klägern und 

E._____ Einfluss zu nehmen. Im Übrigen bestreite sie den Bestand der Refundie-

rungspflicht, diese sei vielmehr im Jahr 1995 ausgelaufen.

Um alle im Musical vorkommenden Werke aus einer Hand an die L._____ GmbH 

(nachfolgend: L._____) lizenzieren zu können, habe sie sich die Bühnenauffüh-

rungsrechte an den bei E._____ verlegten Werken lizenzieren lassen. Das dafür an 

E._____ bezahlte Entgelt habe diese an D._____ bzw. die Kläger abführen müs-

sen. Die heutige E._____ und sie hätten im Jahr 2006 zum Schutz von D._____ 

vereinbart, dass die auf ihn entfallenden Verlagstantiemen direkt von der Beklagen 

ausbezahlt würden. Sie habe im Auftrag der heutigen E._____ nicht nur die Zah-

lungen direkt an D._____ ausgerichtet, sondern auch die Abrechnungen der von 

E._____ geschuldeten Tantiemen besorgt. Dies habe E._____ ihr gegenüber auch 

bestätigt und sei auch nach dem Ableben von D._____ weiter praktiziert worden. 

Diese Vereinbarung ändere aber nichts daran, dass in Bezug auf die bei E._____ 

verlegten Werke stets nur diese Schuldnerin der Kläger sei (act. 13 Rz. 47 ff. und 

411 ff.; act. 26 Rz. 49 ff., 214a ff. und 328 ff.).

4.2.2. Würdigung

Die Kläger bringen mit ihren Ausführungen zwei unterschiedliche Aspekte als Kün-

digungsgründe vor. Einerseits machen sie geltend, die "Co-Verlagsverträge" seien 

ungültig, da die Beklagte ohne ihre Zustimmung bzw. jene von D._____ zur Mitin-

haberin der "co-verlegten" Rechte geworden sei und zudem ein unzulässiger Ver-

trag zu Lasten Dritter vorliege. Andererseits führen sie an, die Beklagte rechne für 

E._____ ab, ohne von dieser beauftragt zu sein. Diese zwei Aspekte sind nachfol-

gend getrennt zu prüfen.

4.2.2.1. Co-Verlagsnahme

Es ist unbestritten, dass zwischen D._____ und K._____ Autorenverträge abge-

schlossen wurden. Parteien dieser Verträge sind heute die Kläger als Erben von 

- 21 -

D._____ und E._____ als Rechtsnachfolgerin von K._____. Die Kläger, denen in 

dieser Hinsicht die Behauptungslast obliegt (E. 4.3.4.2.) und die zudem als einzige 

den Inhalt dieser Verträge kennen, äussern sich nicht zum Gegenstand, Inhalt und 

Umfang dieser Verträge und offerieren diese auch nicht zum Beweis. Mangels dies-

bezüglicher Angaben kann nicht beurteilt werden, ob für eine allfällige Übertragung 

die Zustimmung von D._____ notwendig war. Es ist jedenfalls denkbar, dass über-

tragene Urheberrechte gestützt auf entsprechende vertragliche Abreden auch ohne 

Zustimmung des Urhebers (teilweise) weiterübertragen werden können (für das in 

dieser Hinsicht anwendbare deutsche Urheberrecht vgl. Art. 34 Abs. 5 des deut-

schen Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte sowie OHLY, in: 

SCHRIcker/Loewenheim [Hrsg.], Uhreberrecht Kommentar, 6. Aufl, § 34 N 52 ff.; Art. 

122 Abs. 1 IPRG). Entsprechend ist für die Zwecke des vorliegenden Verfahrens 

davon auszugehen, dass keine Zustimmung erforderlich war. Bei dieser Sachlage 

kann offen gelassen werden, ob die von der Beklagten mit der heutigen E._____ 

abgeschlossenen Verträge zu einer Rechteübertragung geführt haben oder nicht. 

Die von der Beklagten vorgelegten "Co-Verlagsverträge" (act. 27/75–80) erweisen 

sich damit als gültig. Daran ändern auch die klägerischen Vorbringen zur Refundie-

rungspflicht nichts. Diese gründet auf den zwischen den Klägern und E._____ be-

stehenden Verträgen. Entsprechend hat eine Regelung in den "Co-Verlagsverträ-

gen" zwischen der Beklagten und der heutigen E._____ – wie die Kläger richtig 

darlegen – keinen Einfluss darauf. Ob bzw. in welchem Umfang die Refundierungs-

pflicht besteht, haben die Kläger mit E._____ und nicht mit der Beklagten zu klären. 

Der Vollständigkeit halber ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass die Kläger trotz 

beklagtischer Bestreitung (act. 26 Rz. 222) keine weiteren Ausführungen zum Be-

stand der Refundierungspflicht von E._____ machen. Diese ist damit als unbewie-

sen zu betrachten. Im Übrigen hätte dies selbst im Falle eines Bestandes einer 

Refundierungspflicht von E._____ höchstens die Nichtigkeit der entsprechenden 

Klausel des "Co-Verlagsvertrags" zur Folge, nicht aber des gesamten Vertrages.

4.2.2.2. Abrechnungstätigkeit der Beklagten für E._____

Zur Abrechnungstätigkeit für E._____ stützt sich die Beklagte auf eine im Jahr 2006 

getroffene Vereinbarung. Die Parteien machen keine Ausführungen zum wirklichen 

- 22 -

Willen beim behaupteten Abschluss der Vereinbarung. Es ist demnach eine Ausle-

gung nach dem Vertrauensprinzip vorzunehmen. In diesem Zusammenhang ist 

daran zu erinnern, dass es sich bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip um 

eine Rechtsfrage handelt (BGE 138 III 659 E. 4.2.1). Als solche ist sie dem Beweis 

nicht zugänglich (vgl. Art. 150 Abs. 1 ZPO; KUKO ZPO-BAUMGARTNER, Art. 150 

N 1). Auf die Abnahme von Beweismitteln in dieser Hinsicht ist demnach zu ver-

zichten (vgl. act. 13 Rz. 51 ff. und 57; act. 22 Rz. 78; act. 26 Rz. 62 f., 66 f., 69a 

und 74 ff.).

Der Bestand der von der Beklagten vorgebrachten Abrechnungsvereinbarung ist in 

Bezug auf das Musical belegt: Die Beklagte hat ein vom 20. März 2006 datierendes 

Schreiben von K._____ eingereicht. Gemäss dessen Titel betrifft dieses das "Mu-

sical D._____; hier: Vertrag K._____-C._____ ". Darin schlägt K._____ der Beklag-

ten vor, dass diese bei ihr von L._____ zukommenden Zahlungen anstelle der Wei-

terleitung des vollen Betrags (bei Alleinverlag durch K._____) bzw. des Betrages 

nach Abzug des Anteils der Beklagten (bei "co-verlag") die Urheberrechtsanteile 

von D._____ diesem direkt ausbezahlt und nur den auf K._____ entfallenden Be-

trag letzterer abliefert. Am 5. April 2006 wurde dieses Schreiben von M._____ mit 

"Einverstanden" quittiert und unterzeichnet (act. 27/83). Es besteht im Kontext die-

ses Schreibens, welches im Titel explizit die Beklagte nennt, kein Zweifel, dass 

M._____ namens der Beklagten sein Einverständnis erteilte. Hinzu kommt, dass 

der gegenwärtige N._____ von E._____, O._____, mit Schreiben vom 2. Juni 2024 

den Bestand der Vereinbarung bestätigte (act. 27/82). In Anbetracht dieses klaren 

Auslegungsergebnisses ändern die von den Klägern eingeholten Aussagen der 

E._____ vom 25. Juli 2023 und vom 22. Januar 2024 nichts am dargelegten Be-

stand der Abrechnungsvereinbarung zwischen E._____ und der Beklagten (act. 

23/37–38).

Die im Schreiben von K._____ vom 20. März 2006 enthaltenen Rechenbeispiele 

verdeutlichen darüber hinaus, dass die Beklagte nicht nur zur Ablieferung der ent-

sprechenden Anteile, sondern auch zu deren Abrechnung berechtigt ist. Die 2006-

Vereinbarung bezweckt – wie sich daraus explizit ergibt (act. 27/83) – eine Zeit- 

und Kostenersparnis. Um diesem Zweck nachzuleben, muss der Beklagten auch 

- 23 -

das Recht zur Abrechnung der eingehenden Zahlungen zukommen. Die Beklagte 

ist damit in Bezug auf das Musical berechtigt, für die heutige E._____ die einge-

henden Zahlungen abzurechnen und den auf die Kläger entfallenden Anteil direkt 

diesen abzuliefern.

Nicht belegt ist demgegenüber, dass die Beklagte gestützt auf diese Vereinbarung 

auch in Bezug auf den Musicalfilm zur Abrechnung und Ablieferung berechtigt war. 

Der Vertrag bezieht sich explizit nur auf das Musical und die Lizenzzahlungen von 

L._____. Hinzu kommt, dass die Vereinbarung mit der heutigen E._____ festhält, 

dass für die Herstellung von Bildtonträgern eine separate Vereinbarung notwendig 

ist (act. 27/83). Dies zeigt klar, dass sich der Anwendungsbereich der Vereinbarung 

auf das Musical beschränkt. Eine Berechtigung zur gleichartigen Abrechnung und 

Ablieferung der Einnahmen aus dem Musicalfilm bedürfte entsprechend einer ge-

sonderten Vereinbarung. Eine solche wird von der Beklagten indes nicht vorge-

bracht.

4.2.2.3. Keine Pflichten der Beklagten in Bezug auf bei E._____ verlegte Werke

Nach dem Gesagten besteht zwischen E._____ und der Beklagten eine gültige Ver-

einbarung über die Beteiligung an den Verwertungserlösen gewisser Werke. Zu-

dem ist die Beklagte für das Musical berechtigt, Abrechnungen für E._____ zu er-

stellen und in deren Namen Zahlungen an die Kläger vorzunehmen. Beim Musica-

lfilm ist die Beklagte demgegenüber nicht zu solchen Handlungen befugt. Der Um-

stand, dass die Beklagte auch für den Musicalfilm Abrechnungen über die bei 

E._____ verlegten Werke Abrechnungen erstellt und den Klägern direkt Zahlungen 

ausgerichtet hat, wird im Rahmen der Gesamtwürdigung der Gültigkeit der Kündi-

gung zu berücksichtigen sein. 

Festzuhalten ist indessen, dass die Verwertung der bei E._____ verlegten Werke 

unbestrittenermassen auf dem zwischen den Klägern und E._____ bestehenden 

Verträgen gründet. Zwischen der Beklagten und den Klägern besteht in dieser Hin-

sicht keinerlei vertragliche Beziehung. Der Beklagten können daher für diese 

Werke gegenüber den Klägern keine vertraglichen Informations-, Abrechnungs- 

und Zahlungspflichten zukommen. Diese obliegen vielmehr einzig E._____ und die 

- 24 -

Kläger haben sich für diese Werke an E._____ und nicht an die Beklagte zu halten. 

Dies hat zur Konsequenz, dass – sowohl berechtigte als auch unberechtigte Hand-

lungen – der Beklagten für die bei E._____ verlegten Werke keine Verletzung von 

Informations-, Abrechnungs- und Zahlungspflichten begründen können. Entspre-

chend haben diese Handlungen im Rahmen der nachfolgenden Prüfung der von 

der Beklagten vorgebrachten Verletzung der Auskunfts-, Einsichts- und Rechen-

schaftsablegungs- sowie der Zahlungspflicht unbeachtet zu bleiben. 

4.3. Verweigerung von Auskunft und Einsicht

4.3.1. Parteistandpunkte

4.3.1.1. Kläger

Die Kläger bringen vor, die ihnen von der Beklagten am 29. März 2022 zugestellten 

Abrechnungen über das Musical seien offensichtlich ungenügend gewesen und 

hätten diverse Ungereimtheiten enthalten. Mit E-Mail vom 6. April 2022 hätten sie 

daher insbesondere Auskunft darüber verlangt, weshalb die Abrechnungen das 

Ausstellungsdatum 18. Dezember 2020 aufwiesen und die abgerechnete Zeitperi-

ode offenbar das Jahr 2019 betreffe. Die Beklagte habe darauf mit E-Mail vom 

10. Mai 2022 reagiert und geradezu die Befürchtungen bestätigt, dass die Abrech-

nungen bereits am 18. Dezember 2020 erstellt und den Klägern bewusst nicht zu-

gestellt worden seien. 

Nach weiterer Analyse der vorgelegten Abrechnungen hätten sie am 16. Juni 2022 

inhaltliche Erläuterungen zu den Abrechnungen verlangt. Konkret hätten sie die Be-

klagte gefragt, wie es zur Vereinbarung und Anwendung einer Royalty von bloss 2 

% habe kommen können, obwohl branchenüblich 10 % - 12 % seien. Zudem hätten 

sie wissen wollen, ob das in der Abrechnung ersichtliche "Recoupment" eine Vor-

auszahlung darstelle, oder, ob es sich um ein "Return on Investment" handle. Wei-

ter hätten sie Auskünfte darüber verlangt, ob der deklarierte "Anteil Merchandising" 

von CHF 0.– bedeute, dass mit der Veranstaltung generell keine Einkünfte aus Mer-

chandising erzielt worden seien, oder, ob nur die Kläger keinen Anteil zugute hät-

ten. Schliesslich hätten sie Auskunft darüber verlangt, ob es co-verlegte Werke mit 

- 25 -

der E._____ gebe. Zudem hätten sie um Vorlage der von der Beklagten im Zusam-

menhang mit dem Musical abgeschlossenen Verträge ersucht. Die Beklagte habe 

in der Folge auf Zeit gespielt. Mit E-Mail vom 15. Juli 2022 seien die Fragen der 

Kläger grösstenteils nicht beantwortet worden. So habe die Beklagte zu den Royal-

ties schlicht das Gegenteil behauptet, dass diese üblich seien. Bemerkenswert sei, 

dass die von der Beklagten mit dem erwähnten E-Mail erstmals zugestellten Ab-

rechnungen zum Musicalfilm die Zweifel an der Höhe der Royalties geradezu be-

stätigten, sähen diese doch für neue Werke einen Anteil von 20 % an den Einnah-

men voraus. Zu den co-verlegten Werken habe die Beklagte bestätigt, dass solche 

Werke existierten und weitere Abklärungen angekündigt. 

Nachdem die Beklagte ihre Hinhaltetaktik weiter fortgeführt habe, hätten sie die 

Beklagte am 18. August 2022 ultimativ aufgefordert, die zahlreichen offenen Fra-

gen zu den vorgelegten Abrechnungen zu klären und die einschlägigen Unterlagen 

offen- und vorzulegen. Die Beklagte habe daraufhin mit E-Mail vom 22. August 

2022 einen abrupten Kurswechsel eingeleitet und von der bisher in Aussicht ge-

stellten Vorlage der für die Produktion und Veranstaltung des Musicals notwendi-

gen Verträge nichts mehr wissen wollen und sich neu auf den Standpunkt gestellt, 

die gewünschten Informationen seien nur einem unabhängigen Treuhänder oder 

Buchprüfer in den Geschäftsräumen der Beklagten offenzulegen. Mit Bezug auf die 

co-verlegten Werke habe die Beklagte mit gleichem E-Mail eine Liste der angeblich 

so verlegten Werke zugestellt. Unterlagen dazu, wie es zu diesem Co-Verlag ge-

kommen sei, hätten gänzlich gefehlt. Mit E-Mail vom 21. September 2022 hätten 

sie die Beklagte unmissverständlich wissen lassen, dass die bislang von der Be-

klagten gemachten Angaben absolut ungenügend seien und in keiner Weise die 

vertraglichen Pflichten erfüllten. Insbesondere sei dabei inakzeptabel, dass die Be-

klagte die gewünschte und begründete Einsichtnahme in die von der Beklagten im 

Zusammenhang mit der Produktion und Veranstaltung des Musicals und Musical-

films abgeschlossenen Verträge schlicht verweigert habe. Der Verweis auf eine 

Einsicht durch einen unabhängigen Treuhänder oder Buchprüfer zeige vielmehr die 

wahre Absicht der Beklagten. Es gehe bei dieser verlangten Auskunft noch nicht 

um eine Prüfung der Bücher der Beklagten, sondern um das verlagsvertragliche 

Recht auf Information und Rechenschaftsablegung. Die Haltung der Beklagten wi-

- 26 -

derspreche auch der Vergleichsvereinbarung. Gemäss dieser sei die Einsicht-

nahme keineswegs durch einen externen Dritten vorzunehmen, was sich bereits 

aus dem Wortlaut der Vergleichsvereinbarung ergebe. 

Mit E-Mail vom 21. September 2022 sei der Beklagten erneut die Frage gestellt 

worden, weshalb sie bei den im Musical eingesetzten Werken die sehr niedrige 

Lizenzbeteiligung (Royalty) von 2 % zur Anwendung gebracht habe. Zudem sei die 

Beklagte einmal mehr aufgefordert worden, vertragskonforme Abrechnungen zum 

Musical und Musicalfilm vorzulegen, spätestens bis 5. Oktober 2022. Die Beklagte 

habe diese Frist verstreichen und nichts mehr von sich hören lassen. Mit E-Mail 

vom 22. November 2022 seien sie erneut an die Beklagte gelangt und hätten fest-

gehalten, dass diese ihre Zahlungspflichten verletze und EUR 51'000.– unbegrün-

det unbezahlt geblieben seien. Die Reaktion der Beklagten sei schliesslich mit 

Schreiben vom 1. Dezember 2022 gekommen, worin diese eine Kehrtwende hin zu 

einer vollständigen Verweigerung der Kooperation und Rechenschaftsablegung 

vollzog. Die Beklagte habe plötzlich das Auskunftsrecht der Kläger zu den Musical- 

und Musicalfilmabrechnungen kategorisch ausgeschlossen (act. 1 Rz. 39 ff.; 

act. 22 Rz. 161 ff.. und 237 ff.).

4.3.1.2. Beklagte

Die Beklagte hält dem entgegen, aufgrund der in der Vergleichsvereinbarung vom 

9. Juli 2021 enthaltenen Saldoklausel seien sämtliche Ansprüche der Kläger unter-

gegangen. Die nach Abschluss des Vergleichs bezahlten Tantiemen seien bloss 

irrtümlich geflossen und die erteilten Auskünfte nicht geschuldet gewesen. Sie habe 

die von den Klägern mit E-Mail vom 6. April 2022 gestellten Fragen mit E-Mail vom 

10. Mai 2022 vollumfänglich beantwortet. Fünf Wochen später, am 16. Juni 2022, 

hätten sich die Kläger in forderndem, nicht konziliantem Ton an sie gewandt und 

ihr ungenügende Abrechnungen vorgeworfen, weitere Fragen gestellt sowie die 

Vorlage der im Zusammenhang mit der Produktion und Veranstaltung des Musicals 

abgeschlossenen Verträge verlangt. Nach Abwesenheiten habe sie mit zwei E-

Mails vom 15. Juli 2023 und vom 22. August 2023 sämtliche neuen Fragen der 

Kläger beantwortet. Weiter habe sie die Abrechnungen zum Musicalfilm den Klä-

gern zugesandt. Zu den Musicalverträgen habe sie einen Kompromissvorschlag 

- 27 -

gemacht und den Klägern angeboten, einem unabhängigen Treuhänder Einsicht in 

diese zu gewähren. Zudem habe sie vorgeschlagen, dass die Kläger sich mit 

R._____, der die Buchhaltung der Beklagten besorge, treffen könnten, um die Ab-

rechnungen im Einzelnen zu erläutern. Am 21. September 2022 hätten die Kläger 

mitgeteilt, dass sie mit der Beantwortung der Fragen nicht zufrieden seien und dass 

sie eine Einsichtnahme durch einen Treuhänder ablehnen würden. Stattdessen 

hätten sie der Beklagten eine "Frist" zur Vorlage der herausverlangten Verträge und 

Erstellung "korrekter Abrechnungen" angesetzt, ohne in letzterer Hinsicht zu spe-

zifizieren, was an den Abrechnungen nicht korrekt sei. Nachdem ein Telefonge-

spräch zwischen den beiden Rechtsvertretern ergebnislos verlaufen sei, habe sie 

sich entschieden, sich gemäss der Rechtslage zu verhalten und den Klägern mit 

Schreiben vom 1. Dezember 2022 mitgeteilt, dass sämtliche Ansprüche vor Ab-

schluss des Vergleichs aufgrund der Saldoklausel untergegangen seien und sie 

daher keine weiteren Auskünfte erteile (act. 13 Rz. 81 ff.; act. 26 Rz. 281 ff. und 

349 ff.).

4.3.2. Umfang der Saldoklausel im Vergleich vom 9. Juli 2021

Die Kläger gründen die von ihnen vorgebrachte Verletzung des Auskunfts- und Ein-

sichtsrechts durchwegs auf den Abrechnungen zum Musical und Musicalfilm. Strit-

tig zwischen den Parteien und vorab zu klären ist, ob allfällige Ansprüche von der 

Saldoklausel des Vergleiches vom 9. Juli 2021 erfasst sind.

Beide Parteien berufen sich primär auf den wirklichen übereinstimmenden Willen 

beim Abschluss des Vergleichs. Die Kläger machen hierzu im Kern geltend, die 

Abrechnungen des Musicals und Musicalfilms seien gar nicht erst Gegenstand der 

Vereinbarung gewesen, was sich auch daran zeige, dass die Beklagte nach Ab-

schluss des Vergleichs Abrechnungen zugestellt und die Informationsrechte in die-

ser Hinsicht bis zum Schreiben vom 1. Dezember 2022 nicht prinzipiell in Frage 

gestellt habe. Im Übrigen handle es sich ohnehin um eine blosse Streitbeilegungs-

klausel und nicht um eine Saldoklausel wie die Beklagte suggeriere (act. 1 

Rz. 84 ff.; act. 22 Rz. 242 ff.). Die Beklagte ist demgegenüber der Ansicht, es 

handle sich um eine umfassende Saldoklausel. Der Wille der Parteien sei gewesen, 

die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dies ergebe sich auch daraus, dass in 

- 28 -

Ziffer 15 des Term Sheets, welches dem Vergleich zugrunde liege, von einer um-

fassenden Saldoklausel die Rede sei. In Bezug auf die Abrechnung der Musical-

aufführung und des Musicalfilms zeige sich der Wille der Parteien zudem daran, 

dass die entsprechenden Ansprüche in einem Entwurf noch als zu erfüllen vorge-

sehen seien, dies in die endgültige Version aber nicht eingeflossen sei (act. 13 Rz. 

81 ff. und 173 ff.).

Ziffer 17 des Vergleichs lautet wie folgt (act. 3/8):

"Mit dem Vollzug dieser Vereinbarung erklären sich die Parteien bezüglich sämtlicher 
Streitigkeiten um den Nachlass und das musikalische Erbe von D._____ auseinander-
gesetzt. Die Parteien verzichten insbesondere auf die Geltendmachung von Schaden-
ersatz-, Verantwortlichkeits-, Rückforderungs- (Art. 678, Art. 680 OR) und weiterer An-
sprüche sowie Strafanzeigen."

Zunächst ist zu prüfen, ob sich der wirkliche Wille der Parteien erstellen lässt. Nach 

dem Wortlaut von Ziffer 17 des Vergleichs erklären sich die Parteien "bezüglich 

sämtlicher Streitigkeiten um den Nachlass und das musikalische Erbe von 

D._____" auseinandergesetzt und verzichten auf die Geltendmachung "weiterer 

Ansprüche". Der erwähnte Verzicht auf die Geltendmachung weiterer Ansprüche 

spricht dafür, dass ein umfassender Verzicht vorliegt und die Parteien auf die Gel-

tendmachung aller bis zum Vergleich entstandenen Ansprüche verzichten. Ein Ver-

gleichsvertrag beruht sodann auf gegenseitigen Zugeständnissen der Parteien und 

bezweckt die Beendigung einer Ungewissheit über ein Rechtsverhältnis und damit 

einhergehend die Schaffung von Rechtssicherheit (vgl. BGE 130 III 49 E. 1.2). Die-

ser Zweck zeigt sich auch im zwischen den Parteien abgeschlossenen Vergleichs-

vertrag, hält dieser doch einleitend fest, dass die Parteien damit sämtliche aktuellen 

Streitigkeiten zwischen ihnen beenden wollen (act. 3/8 S. 2). Ein umfassender Ver-

zicht auf die bis zum Abschluss des Vergleichs entstandenen Ansprüche entspricht 

damit auch dem Zweck der Vergleichsvereinbarung. Für diese Auslegung spricht 

weiter, dass in Ziffer 15 des Term Sheets, welches dem später abgeschlossenen 

Vergleichsvertrag zugrunde liegt, an gleicher Stelle, an der die strittige Klausel im 

abschliessenden Vergleich steht, von einer umfassenden Saldoklausel die Rede 

war (act. 15/27). 

- 29 -

Für die konkret strittigen Rechte und Pflichten in Bezug auf das Musical und den 

Musicalfilm zeichnet das nachvertragliche Verhalten der Parteien demgegenüber 

ein vom obigen Auslegungsergebnis abweichendes Bild. Zunächst zahlte die Be-

klagte im Dezember 2021 den Klägern Tantiemen aus den Musicaleinnahmen 2019 

aus (act. 13 Rz. 105). Weiter stellte die Beklagte den Klägern Ende März 2022 

Abrechnungen über diese Zahlungen zu (act. 1 Rz. 39; act. 13 Rz. 361). Sodann 

ging sie im Rahmen der ab April 2022 von den Klägern gestellten Fragen und vor-

gebrachten Anliegen stets auf diese ein, ohne sich auf die Saldoklausel zu berufen, 

und stellte den Klägern auch Abrechnungen zum Musicalfilm zu. Erstmals mit 

Schreiben vom 1. Dezember 2022 berief sich die Beklagte darauf, dass die Ansprü-

che zufolge des Vergleichs untergegangen seien (act. 1 Rz. 39 ff.; act. 13 

Rz. 116 ff.). Dieses Verhalten der Parteien zeigt klar, dass sie mit dem Abschluss 

der Vergleichsvereinbarung zumindest in Bezug auf die Rechte zum Musical und 

Musicalfilm nicht auf die bestehenden Ansprüche verzichten wollten.

Gesamthaft sprechen die objektiven Auslegungsmittel zwar für einen umfassenden 

Verzicht auf die bis zum Abschluss des Vergleichs entstandenen Ansprüche. Das 

nachvertragliche Verhalten der Parteien zeigt aber deutlich, dass zumindest in Be-

zug auf den Musicalfilm und das Musical kein Verzicht auf die bis zum Abschluss 

des Vergleichs entstandenen Ansprüche gelebt und damit gewollt war. In Bezug 

auf die hier strittigen Rechte und Pflichten aus dem Musical und dem Musicalfilm 

ist entsprechend der wirkliche Wille erstellt, dass kein Verzicht gewollt war. Damit 

kann sich die Beklagte für das Musical und den Musicalfilm nicht auf die Saldoklau-

sel berufen.

4.3.3. Überblick über die Informations- und Abrechnungsrechte der Kläger

Vor Prüfung der von den Klägern gerügten Vertragsverletzungen sind im Sinne ei-

nes Überblicks die klägerischen Informations- und Abrechnungsrechte darzustel-

len. Die Kläger berufen sich – ausgenommen in Bezug auf die Pflicht zur Abrech-

nung – einzig auf Vertragsverletzungen, die nach Abschluss des Vergleichsvertra-

ges erfolgt sein sollen. Im Vergleich vom 9. Juli 2022 haben die Parteien zu den 

Informations- und Abrechnungsrechten Folgendes vereinbart (act. 3/8):

- 30 -

"Den Erben stehen insbesondere folgende Informations- und Abrechnungsrechte zu:

- C._____ rechnet jährlich innert drei Monaten nach Beendigung des vorangegan-
genen Kalenderjahres ab.

- C._____ ist auf Anfrage der Erben zur Auskunft verpflichtet.

- Die Abrechnung listet die Einkünfte der entsprechenden Abrechnungsperiode de-
tailliert auf.

- C._____ zahlt den Erben die Vergütung innerhalb von 30 Tagen nach Zusendung 
der Abrechnung.

- Einkünfte von Dritten sind in jene Abrechnungsperiode einzubeziehen, in der sie 
C._____ zugegangen sind.

- Die Erben haben das Recht auf Einsichtnahme in die Bücher von C._____ und 
Mitnahme von Kopien daraus, soweit das zur Überprüfung der Abrechnungen er-
forderlich ist. Sie können dazu einen unabhängigen Treuhänder oder Buchprüfer 
beauftragen, der nach vorheriger Anmeldung die betreffenden Unterlagen in den 
Geschäftsräumen der C._____ einsehen darf."

Vorab ist festzustellen, dass die Parteien keine genügenden Behauptungen zum 

wirklichen Willen hinsichtlich der Informations- und Abrechnungsrechte beim Ab-

schluss des Vergleichs aufstellen. Es ist daher eine Auslegung nach dem Vertrau-

ensprinzip vorzunehmen.

Gemäss dem Vergleich steht den Klägern ein Recht auf Rechenschaftsablegung, 

ein Auskunfts- und ein Einsichtsrecht zu. Zweck sämtlicher dieser Rechte ist es, 

den Klägern zu ermöglichen, das ihnen zustehende Honorar zu überprüfen. Dies 

zeigt sich auch in systematischer Hinsicht im Vergleich, zumal darin die Informati-

ons- und Abrechnungsrechte direkt im Anschluss an die Aufteilung der Verwer-

tungserlöse geregelt sind (act. 3/8). Diesem Zweck dient in erster Linie das vorge-

sehene Recht auf Rechenschaftslegung. Die Beklagte ist in dieser Hinsicht ver-

pflichtet, jeweils bis Ende März die Abrechnung des Vorjahres vorzulegen und darin 

die Einkünfte detailliert aufzulisten. Das von den Parteien vorgesehene Recht zur 

Rechenschaftslegung erinnert an die nach Art. 389 Abs. 2 OR im Verlagsvertrag 

- 31 -

bestehende Rechenschaftslegungspflicht des Verlegers. In direktem Zusammen-

hang damit steht das weiter vorgesehene Recht auf Einsichtnahme in die Ge-

schäftsbücher, denn auch dieses dient dazu, den Klägern die Prüfung der von der 

Beklagten abgerechneten Einkünfte zu ermöglichen (vgl. CHK OR-STREULI-YOUS-

SEF, Art. 389 N 3). Darüber hinaus räumt der Vergleich den Klägern ein Recht auf 

Auskunft ein. Es handelt sich dabei lediglich um eine passive Pflicht der Beklagten, 

denn der Wortlaut spricht unzweideutig davon, dass die Beklagte "auf Anfrage" der 

Kläger zur Auskunft verpflichtet ist.

Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Kläger sich für Einsicht in die von der Be-

klagten im Zusammenhang mit der Produktion und Durchführung des Musicals ab-

geschlossenen Verträge auf das Auskunftsrecht stützen können, oder, ob es sich 

um einen Anwendungsfall des Einsichtsrechts handelt (act. 1 Rz. 62 ff.; act. 13 

Rz. 194 ff. und 396 ff.).

Das Auskunftsrecht verschafft den Klägern keine Möglichkeit, von der Beklagten 

Dokumente herauszuverlagen. Die den Klägern zustehenden Informationsrechte 

differenzieren bewusst zwischen dem Auskunfts- und Einsichtsrecht. Für das Aus-

kunftsrecht bestehen keine weiteren Voraussetzungen, während sich das Ein-

sichtsrecht auf die Bücher der Beklagten beschränkt und eine Einsichtnahme durch 

einen unabhängigen Treuhänder zu erfolgen hat (dazu sogleich E. 4.3.4.1.). Es ist 

mit dieser Unterscheidung und den unterschiedlichen Voraussetzungen nicht ver-

einbar, wenn die Kläger sich für die Vorlage von Dokumenten auch auf das Aus-

kunftsrecht berufen und so die für das Einsichtsrecht vorgesehenen Einschränkun-

gen und Modalitäten umgehen könnten. Entsprechend verpflichtet das Auskunfts-

recht die Beklagte einzig passiv zur Beantwortung der klägerischen Anfragen. So-

weit die Kläger die Vorlage von Dokumenten verlangen wollen, haben sie sich auf 

das Einsichtsrecht zu berufen.

Nachfolgend sind zunächst die von den Klägern vorgebrachten Verletzungen des 

Auskunfts- und Einsichtsrecht zu prüfen. Auf das Rechenschaftslegungsrecht wird 

später einzugehen sein.

4.3.4. Würdigung

- 32 -

4.3.4.1. Einsichtsrecht

Mit E-Mail vom 16. Juni 2022 ersuchten die Kläger die Beklagte um Vorlage der im 

Zusammenhang mit der Produktion und des Musicals abgeschlossenen Verträge 

(act. 1 Rz. 47; act. 13 Rz. 123). Die Beklagte offerierte den Klägern daraufhin am 

22. August 2022 eine Einsichtnahme durch einen unabhängigen Treuhänder (act. 1 

Rz. 59; act. 13 Rz. 127), was von den Klägern am 21. September 2022 abgelehnt 

wurde (act. 1 Rz. 62; act. 13 Rz. 130).

Zur Anwendung des Einsichtsrechts ist zwischen den Parteien einerseits umstrit-

ten, ob die von der Beklagten mit Dritten abgeschlossenen Verträge zu den einseh-

baren Geschäftsbüchern gehören, und andererseits, ob die Kläger selbst zur Ein-

sichtnahme berechtigt sind oder nur über einen unabhängigen Treuhänder (act. 1 

Rz. 62 f.; act. 13 Rz. 194 ff.; act. 22 Rz. 259 f.). 

Das Einsichtsrecht bezieht sich nach dem Wortlaut auf die "Bücher" der Beklagten 

und knüpft damit an den Begriff der Geschäftsbücher im Sinne von Art. 958f OR 

an. Die dortigen Regelungen beziehen sich nicht nur auf die eigentlichen Ge-

schäftsbücher, sondern auch auf die Buchungsbelege. Zu letzteren gehören insbe-

sondere auch jene geschäftsrelevanten Verträge, die zur Nachvollziehung der Bu-

chungen notwendig sind (BÖCKLI, Neue OR-Rechnungslegung, N 98). Gleich muss 

es sich auch für das Einsichtsrecht in den zwischen den Parteien bestehenden Ver-

trägen verhalten. Ohne Einsicht in die den Geschäftsbüchern zugrunde liegenden 

Belege, wie insbesondere die relevanten Verträge, ist eine Prüfung der Einnahmen 

der Beklagten und folglich der Tantiemenansprüche nicht möglich. Das Einsichts-

recht umfasst daher die für die Nachvollziehbarkeit der Buchungen und der beklag-

tischen Einnahmen relevanten Verträge und weiteren Belege. Damit sind ist auch 

die von den Klägern beantragte Einsicht in die Musicalverträge vom Einsichtsrecht 

erfasst.

Zu prüfen bleibt damit, ob die Kläger direkt zur Einsichtnahme in die begehrten 

Verträge berechtigt sind. Der Vergleich hält dazu fest, dass die Kläger zur Einsicht-

nahme in die Bücher der Beklagten berechtigt sind und sie dazu einen unabhängi-

gen Treuhänder oder Buchprüfer beauftragen können. Der Wortlaut enthält zwar 

- 33 -

das Wort "können". Aus dem Gesamtzusammenhang wird aber klar, dass es sich 

dabei nicht um eine zusätzliche Möglichkeit nebst einer persönlichen Einsicht-

nahme handelt, sondern vielmehr das Einsichtsrecht stets durch einen unabhängi-

gen Treuhänder oder Buchprüfer auszuüben ist. Gegen die blosse Aufnahme einer 

zusätzlichen Möglichkeit zur persönlichen Einsichtnahme durch die Kläger spricht 

weiter auch der Umstand, dass den Klägern – sollten sie selbst direkt zur Einsicht-

nahme berechtigt sein – ein solches Vorgehen ohnehin gestützt auf eine Vollmach-

terteilung möglich und eine Erwähnung im Vergleich entsprechend nicht notwendig 

wäre. Bei der Gewährung des Einsichtsrechts sind auch die unterschiedlichen In-

teressenlagen der Parteien zu berücksichtigen. Eine Einsichtnahme durch einen 

unabhängigen Dritten trägt dazu bei, das Interesse der Kläger an der Prüfung ihrer 

Ansprüche sowie jenes der Beklagten an der Geheimhaltung von Geschäftsinter-

essen in Einklang zu bringen. Damit wird auch dem Zweck des Einsichtsrechts am 

besten entsprochen und den Klägern werden weitgehende Einsichtsmöglichkeiten 

eröffnet.

Nach dem Gesagten ist das den Klägern zustehende Einsichtsrecht in die Bücher 

der Beklagten nach Treu und Glauben so zu verstehen, dass dieses einerseits auch 

die für die Nachvollziehbarkeit der Buchungen und der beklagtischen Einnahmen 

relevanten Verträge erfasst, andererseits aber nur durch einen unabhängigen Treu-

händer oder Buchprüfer ausgeübt werden kann.

Die Beklagte hat den Klägern folglich mit E-Mail vom 22. August 2022 vertragskon-

form eine Einsichtnahme in die in Bezug auf das Musical abgeschlossenen Ver-

träge durch einen unabhängigen Treuhänder angeboten. Nachdem die Kläger dies 

mit E-Mail vom 21. September 2022 explizit abgelehnt haben, liegt keine Vertrags-

verletzung vor. Ebenfalls keine Vertragsverletzung liegt entsprechend vor, wenn 

die Kläger mit E-Mail vom 21. September 2022 und vom 22. November 2022 um 

Vorlage der Musicalverträge an sie selbst ersucht haben und die Beklagte dieser 

Aufforderung nicht nach kam (act. 1 Rz. 68 ff.), zumal den Klägern kein solches 

Recht zusteht.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Klägern nicht gelingt, eine Verlet-

zung des Einsichtsrechts aufzuzeigen.

- 34 -

4.3.4.2. Auskunftsrecht

Der Prüfung der von den Klägern vorgebrachten Verletzung des Auskunftsrechts 

ist vorauszuschicken, dass die Behauptungs- und Beweislast für die behaupteten 

Vertragsverletzungen den Klägern obliegt (ZK ZGB-JUNGO, Art. 8 N 542 f.; vgl. aus 

dem Arbeitsrecht BGE 130 III 213 E. 3.2). Es ist daher an den Klägern, konkret 

darzulegen, welche ihrer Anfragen die Beklagte nicht beantwortet hat bzw. inwie-

fern ihre Antworten nicht genügend waren.

a) E-Mail vom 6. April 2022

Die Kläger haben der Beklagten mit E-Mail vom 6. April 2022 verschiedene Fragen 

zu den Abrechnungen des Musicals gestellt (act. 1 Rz. 40). Wie sich aus den über-

einstimmenden Ausführungen der Parteien ergibt, hat die Beklagte diese Fragen 

mit E-Mail vom 10. Mai 2022 beantwortet (act. 1 Rz. 42; act. 1 Rz. 120 ff.). Die 

Kläger legen weder dar, dass Fragen von der Beklagten nicht beantwortet wurden, 

noch inwiefern die erteilten Antworten ungenügend waren. Damit liegt keine Verlet-

zung der Auskunftspflicht vor.

b) E-Mail vom 16. Juni 2022

Am 16. Juni 2022 stellten die Kläger der Beklagten folgende Fragen zu den Ab-

rechnungen des Musicals (act. 1 Rz. 45; act. 3/22 S. 6 f.):

 Wie es zur – aus Sicht der Kläger – ungewöhnlich niedrigen Royalty von 

2 % – 3 % kommen konnte;

 Ob es sich beim erwähnten Recoupment um ein solches im eigentlichen 

Sinne oder um einen Return on Investment handle;

 Ob der deklarierte Anteil Merchandising bedeute, dass mit der Veran-

staltung generell keine solchen Einkünfte erzielt worden sind.

Schliesslich hielten die Kläger fest, dass die Bezeichnung "C._____-K._____" irre-

führend erscheine. Die Beklagte beantwortete die klägerischen Fragen mit E-Mail 

vom 15. Juli 2022 dahingehend, dass die vereinbarten Royalties üblich seien, dass 

- 35 -

es sich beim Recoupment um ein solches im eigentlichen Sinne handle, dass keine 

Einnahmen aus dem Merchandising erzielt wurden und dass co-verlegte Komposi-

tionen mit K._____ seit 2003 existierten (act. 1 Rz. 49; act. 13 Rz. 127; act. 3/22 

S. 5; act. 16/30).

Zu diesen erhaltenen Antworten äussern sich die Kläger einzig zur Üblichkeit der 

Royalties. Sie sind (weiterhin) der Auffassung, dass Royalties von 10 % - 12 % 

üblich seien. Soweit die Kläger in diesem Zusammenhang um Vorlage von Verträ-

gen ersuchen (act. 1 Rz. 50), sind sie auf das Einsichtsrecht und die dazu gemach-

ten Ausführungen zu verweisen. Inwiefern darüber hinaus die von der Beklagten 

erteilte Auskunft konkret nicht genügend sein soll, erhellt aus den klägerischen Aus-

führungen nicht. Offenkundig haben die Parteien unterschiedliche Ansichten zur 

üblichen Höhe der Royalties. Eine derartige Meinungsverschiedenheit begründet 

jedoch keine Verletzung des Auskunftsrechts. Eine solche wäre einzig dann anzu-

nehmen, wenn die Beklagte die klägerischen Fragen nicht oder nicht genügend 

beantwortet. Letzteres wurde von den Klägern nicht substantiiert behauptet, zumal 

sie lediglich ausführen, die Beklagte habe keine "nachvollziehbare Darlegung der 

konkreten Umstände" vorgenommen. Welche konkreten Umstände bzw. wie eine 

nachvollziehbare Darlegung konkret ausgestaltet sein müsste, geht aus ihren Aus-

führungen aber nicht hervor. Damit können sie bei der Beantwortung der Frage 

nach den Royalties keine Verletzung des Auskunftsrechts aufzeigen. 

Der Vollständigkeit halber ist weiter darauf hinzuweisen, dass die Handlungen der 

Beklagten in Bezug auf die Beantwortung der Frage nach den mit E._____ "co-

verlegten" Werken keine Verletzung der zwischen den Parteien abgeschlossenen 

Verträge begründen, denn Vertragspartner der Kläger ist für diese Werke einzig 

E._____ (vgl. dazu E. 4.2.2.3.). Entsprechend hat die Beklagte gegenüber den Klä-

gern zu diesen Werken keine Auskunftspflicht. Die Kläger haben sich dafür viel-

mehr direkt an E._____ nach Massgabe der dortigen Verträge zu wenden.

c) E-Mail vom 18. August 2022

Die Kläger tragen weiter vor, sie hätten die Beklagte mit E-Mail vom 18. August 

2022 aufgefordert, die zahlreichen offenen Fragen zu den vorgelegten Unterlagen 

- 36 -

zu klären (act. 1 Rz. 58). Am 22. August 2022 habe die Beklagte eine Liste der "co-

verlegten" Werke mit E._____ zugestellt (act. 1 Rz. 60). Aus diesen Ausführungen 

geht nicht hervor, inwiefern eine Verletzung des Auskunftsrechts vorliegen soll. Die 

Kläger unterlassen es bereits, darzulegen, welche Fragen sie gestellt haben. Aus 

dem E-Mail vom 18. August 2022 können sie daher keine Verletzung der Auskunfts-

pflicht ableiten.

d) E-Mail vom 21. September 2022

Die Kläger stützen sich für die ins Feld geführte Verletzung der Auskunftspflicht 

zudem auf ein E-Mail vom 21. September 2022. Mit diesem hätten sie unmissver-

ständlich wissen lassen, dass die bislang gemachten Angaben ungenügend seien 

(act. 1 Rz. 61). Die Kläger haben der Beklagten in Bezug auf die monierte äusserst 

niedrige Lizenzbeteiligung am Musical mitgeteilt, dass diese Darstellung nur dann 

zutreffe, wenn ein neues Musical in Auftrag gegeben werde. Die vorliegende Situa-

tion, wo ein Musicalproduzent vorbestehende Werke anlizenziere, sei völlig anders. 

Weiter haben die Kläger festgehalten, dass dies umso vordringlicher gelte, zumal 

für einige neue Werke beim Musicalfilm eine Lizenzbeteiligung von 20 % vereinbart 

worden sei; entsprechend haben sie die Beklagte um Erklärung dazu ersucht (act. 

1 Rz. 65 ff.; act. 3/22 S. 3).

Die Kläger haben nach dem Gesagten ihre bereits früher gestellte Frage zur Üb-

lichkeit der abgerechneten Royalties für das Musical konkretisiert und um Aufklä-

rung darüber ersucht, weshalb sich die Lizenzbeteiligungen für das Musical und 

den Musicalfilm stark unterscheiden. Auf diese Frage hat die Beklagte zunächst mit 

E-Mail vom 4. November 2022 eine sehr baldige Antwort in Aussicht gestellt (act. 1 

Rz. 69; act. 13 Rz. 408; act. 3/22 S. 2) und sich dann mit Schreiben vom 1. Dezem-

ber 2022 auf die Saldoklausel berufen (act. 1 Rz. 72; act. 13 Rz. 131 ff.). Die Be-

klagte wäre zumindest verpflichtet gewesen, den Klägern den Unterschied zwi-

schen den Lizenzbeteiligungen im Musical und im Musicalfilm zu erläutern. Da sie 

die entsprechende Frage nicht beantwortet und sich stattessen auf die in dieser 

Hinsicht nicht anwendbare Saldoklausel berufen hat, hat sie ihre Auskunftspflicht 

verletzt.

- 37 -

e) Fazit zur Verletzung der Auskunftspflicht

Die Beklagte hat in Bezug auf die mit E-Mail vom 21. September 2022 gestellte 

Frage zum Unterschied zwischen der Lizenzbeteiligung im Musical und im Musica-

lfilm ihre Auskunftspflicht verletzt. Im Übrigen liegen keine Verletzungen der Aus-

kunftspflicht vor.

4.4. Verletzung Rechenschaftslegungsrecht

4.4.1. Parteistandpunkte

4.4.1.1. Kläger

Die Kläger stellen sich auf den Standpunkt, die ihnen von der Beklagten am 

29. März 2022 zugestellten Abrechnungen des Musicals seien offensichtlich unge-

nügend und enthielten zahlreiche Ungereimtheiten. Die Abrechnungen seien am 

18. Dezember 2020 erstellt worden und hätten die Periode 2019 betroffen. Die Ab-

rechnung des Jahres 2019 habe indes bis spätestens am 31. März 2020 zu erfolgen 

gehabt und sei entsprechend verspätet gewesen. Für das Jahr 2020 und 2021 

seien ihnen gar keine Abrechnungen zugestellt worden. Die Abrechnung zum Mu-

sicalfilm des Jahres 2020 sei ihnen erst am 15. Juli 2022 auf ihre Aufforderung hin 

zugestellt worden. Aus den Abrechnungen ergebe sich weder der erzielte Brut-

toumsatz noch die anteilsmässige prozentuale Höhe der angewandten Lizenzbe-

teiligung. Die Beklagte wolle mittels unzureichender Abrechnungen eine Überprü-

fung verhindern. Sie habe die Beklagte mehrfach aufgefordert, vertragskonforme 

Abrechnungen zum Musical und dem Musicalfilm vorzulegen. Dass die Abrechnun-

gen der Beklagten falsch seien, zeige sich auch daran, dass die Beklagte diese 

diverse Male korrigiert habe. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2022 habe die Be-

klagte sie über eine Korrektur zum Musicalfilm informiert und ihnen mitgeteilt, dass 

eine Zahlung von EUR 100'000.– von L._____ vom 18. Mai 2012 nicht berücksich-

tigt gewesen sei. Diese Zahlung hätte gemäss den Verlagsverträgen bis Ende 2012 

abgerechnet und die darauf entfallenden Tantiemen ausbezahlt werden müssen, 

was nicht geschehen sei. Am 31. März 2023 sei die Beklagte mit einem weiteren 

Schreiben und drei neuen Korrekturabrechnungen an sie gelangt und habe die Ab-

- 38 -

rechnung vom 1. Dezember 2022 plötzlich als provisorisch bezeichnet. Darin habe 

die Beklagte abermals korrigierte Zahlen präsentiert und dazu eine neue Ge-

schichte erzählt, nämlich dass vergessen worden sei, dass gewisse Songs bei 

E._____ co-verlegt seien. Die Beklagte habe damit sowohl die Abrechnung zum 

Musicalfilm vom 1. Dezember 2022 als auch jene zum Musical aus dem Dezember 

2020 korrigiert. Dass die Beklagte nicht mehr gewusst haben wolle, welche Werke 

von D._____ alleinverlegt und welche co-verlegt gewesen seien und wo ein Pau-

schalkostenabzug zu machen sei, sei inakzeptabel. Die nächsten Korrekturen hät-

ten nicht lange auf sich warten lassen. Am 19. Mai 2023 seien erneut lange zurück-

liegende, substantielle Verwertungserlöse erstmalig offengelegt worden, konkret 

eine Zahlung der P._____ GmbH (nachfolgend: P._____) aus dem Jahr 2018 über 

EUR 250'000.–. Als Leistungsgrund habe die Beklagte die Gegenleistung für eine 

Lizenzierung von vier Songs im Musicalfilm, die im Musical selbst noch nicht vor-

gekommen seien, sowie die Absicherung der Soundtrackrechte angegeben. Sie 

habe den enormen Verzug im Wesentlichen damit zu begründen versucht, dass 

der Lizenzvertrag mit P._____ angeblich so kryptisch formuliert sein solle, dass es 

einer langwierigen Aufklärung zwischen der Beklagten und P._____ bedurft habe, 

um den Lizenzanteil der Werke festzustellen. Angeblich sollen EUR 200'000.– auf 

die Songlizenzen und EUR 50'000.– auf die Sicherung der Soundtrackrechte ent-

fallen. Die Zahlung von P._____ hätte gemäss den Verlagsverträgen bis am 31. 

Dezember 2018 abgerechnet sein und die darauf entfallenden Tantiemen danach 

ausbezahlt werden müssen. Es sei naheliegend, dass die Beklagte zur Kaschie-

rung ihres Verzuges angebliche Abklärungen vorgebe. Die Darstellung der Beklag-

ten sei zudem wohl absichtlich unpräzis. Für eine Absicherung der Soundtrack-

rechte wäre Q._____ und nicht die Beklagte zuständig gewesen. Die Angelegenheit 

sei immer abstruser geworden. Mit einem weiteren Schreiben vom 10. Juli 2023 

habe die Beklagte den Klägern fünf neue Korrekturabrechnungen zugestellt, womit 

die zuvor am 31. März 2023 und am 19. Mai 2023 zugesandten Abrechnungen 

erneut korrigiert worden seien. Auch hier sei die Zuordnung zum Allein- und Co-

Verlag im Vordergrund gestanden. Diese Irrtümer, Unkorrektheiten und vergesse-

nen Umstände reihten sich schier endlos aneinander. Es dränge sich der Eindruck 

auf, dass die Beklagte nach der Kündigung panisch Abrechnungen produziert 

- 39 -

habe, um zumindest einige Verfehlungen noch schnell selbst anzuzeigen und mit 

eigener Deutung zu versehen, bevor sie im Prozess aufgedeckt würden. Zentrales 

Element sei die Umstellung bestimmter Werke von ursprünglich 50/50 % Co-Verlag 

E._____/Beklagte hin zu 100 % Musikverlagsrecht E._____. Die abermals neue 

Zuordnung erscheine höchst unglaubwürdig und willkürlich (act. 1 Rz. 39 ff. und 96 

f.; act. 22 Rz. 23 ff. und 246 ff.).

4.4.1.2. Beklagte

Die Beklagte bestreitet, dass sie ihre Rechenschaftsablegungspflicht verletzt hat. 

Seit der Uraufführung des Musicals habe die Beklagte in regelmässigen Abständen 

Abrechnungen über die D._____ bzw. den Klägern zustehenden Tantiemen erstellt. 

Diese seien stets gleich aufgebaut gewesen und von D._____ nie bemängelt wor-

den. Auch die Kläger hätten diese während sieben Jahren nie beanstandet. Dass 

die Abrechnungen keinen Lizenzsatz enthielten, gründe darin, dass sie Pauschal-

beträge vereinnahmt habe, was sich auch aus den Abrechnungen ohne Weiteres 

ergebe. Sie habe den Klägern auch mehrfach angeboten, gemeinsam ein neues 

Abrechnungsformat zu erarbeiten. Auf dieses Angebot seien sie jedoch nicht ein-

gegangen. Für den Musicalfilm habe sie von L._____, welcher neben den Bühnen-

aufführungsrechten auch die Rechte zur Verfilmung des Musicals eingeräumt wor-

den seien, ein pauschales Entgelt über insgesamt EUR 200'000.– erhalten, das in 

zwei Tranchen von je EUR 100'000.– im Jahr 2012 und 2022 ausbezahlt worden 

sei. Es sei ihr zudem im Jahr 2018 gelungen, P._____ vier zusätzliche Werke à 

pauschal je EUR 50'000.– für den Musicalfilm zu lizenzieren. Zudem habe sie zur 

Absicherung der Soundtrackrechte für die im Musical verwendeten Werke ein zu-

sätzliches Entgelt von EUR 50'000.– erhalten. Diese Aufteilung hätten die P._____ 

und sie in einer Zusatzvereinbarung vom 8. Mai 2023 so bestätigt, sei von ihr aber 

bereits in der den Klägern am 15. Juli 2022 zugestellten Abrechnung antizipiert 

worden. Die Abrechnung für die Zahlung von L._____ aus dem Jahr 2022, welche 

am 10. November 2022 vereinnahmt worden sei, habe sie den Klägern in einer pro-

visorischen Version am 1. Dezember 2022 bzw. in einer definitiven Version am 

31. März 2023 zugestellt. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2022 habe sie die Kläger 

zudem darüber informiert, dass eine Vorschusszahlung von EUR 100'000.–, die sie 

- 40 -

am 18. Mai 2012 von L._____ erhalten habe, versehentlich nicht abgerechnet wor-

den sei. Dass die Abrechnung der Zahlung unterblieben sei, sei darauf zurückzu-

führen, dass im Jahr 2012 noch keine Abrechnung und Verteilung möglich gewesen 

sei. Es sei damals noch unklar gewesen, welche Werke genau im Musicalfilm ver-

wendet würden. Diese Unklarheit habe bis ins Jahr 2018 angehalten, als das defi-

nitive Drehbuch verabschiedet worden sei. Als dieses bekannt gewesen sei, habe 

sie übersehen, dass die Vorschusszahlung noch nicht abgerechnet worden sei. Sie 

bestreite im Übrigen, dass eine Abrechnung gemäss den Verlagsverträgen jeweils 

bis am 31. Dezember des entsprechenden Jahres zu erfolgen habe. Am 31. März 

2023 habe sie den Klägern ordnungsgemäss die Abrechnung für das Jahr 2022 

zukommen lassen. Dabei habe sie darauf hingewiesen, dass gewisse Korrekturen 

nötig gewesen seien. Es sei dabei vergessen gegangen, dass gewisse Werke bei 

E._____ "co-verlegt" seien. Am 19. Mai 2023 und am 10. Juli 2023 habe sie den 

Klägern weitere angepasste Abrechnungen zugesandt, welche in Bezug auf die bei 

E._____ "co-verlegten" Werke Anpassungen enthalten hätten. Im Rahmen der Kor-

rekturen vom 31. März 2023, 19. Mai 2023 und 10. Juli 2023 sei bei den Abrech-

nungen angepasst worden, dass für die entsprechenden Werke kein pauschaler 

Unkostenabzug abzuziehen sei. Zudem sei die Zuteilung an sie und E._____ rich-

tiggestellt worden. Von diesen Korrekturen seien jedoch nur bei E._____ "co-ver-

legte" Werke betroffen gewesen, für welche gegenüber den Klägern einzig E._____ 

abrechnungspflichtig sei. Die bei ihr abgerechneten Werke seien stets korrekt ab-

gerechnet gewesen (act. 13 Rz. 89 ff., 143 ff., 383 ff.; act. 26 Rz. 79 ff. und 149 ff.).

4.4.2. Würdigung

Die Kläger beanstanden mit ihren Ausführungen sowohl eine in mehrfacher Hin-

sicht verspätete Erstellung der Abrechnungen als auch eine inhaltlich ungenügende 

und falsche Erstellung der Abrechnungen.

4.4.2.1. Verspätete Erstellung der Abrechnungen

a) Zahlung von L._____ über EUR 100'000.– aus dem Jahr 2012

- 41 -

Die Kläger stützen sich für eine verspätete Abrechnung zunächst auf die Abrech-

nung der ersten Zahlung von L._____ für den Musicalfilm über EUR 100'000.–. 

Unbestritten ist zwischen den Parteien, dass diese Zahlung der Beklagten im Jahr 

2012 zuging und am 1. Dezember 2022 abgerechnet wurde (act. 1 Rz. 96; act. 13 

Rz. 137). Die Kläger behaupten, die Beklagte sei gestützt auf die Verlagsverträge 

verpflichtet gewesen, diese Zahlung jeweils bis am 31. Dezember jeden Jahres und 

damit per Ende 2012 abzurechnen (act. 22 Rz. 25). Dies wird von der Beklagten 

bestritten (act. 26 Rz. 151). Es obliegt daher den Klägern, für jedes betroffene Werk 

konkret darzulegen, woraus sich die behauptete vertragliche Vereinbarung ergeben 

soll. Diese Anforderungen erfüllen die Kläger nicht. Sie begnügen sich vielmehr 

damit, pauschal vorzubringen, diese Pflicht ergebe sich aus den standardisierten 

Verlagsverträgen (act. 22 Rz. 25). Daraus lässt sich aber nicht entnehmen, welches 

Werk welchem konkreten Vertrag zuzuordnen ist. Mangels genügender Substanti-

ierung ist die von den Klägern behauptete vertragliche Abrechnungspflicht jeweils 

per 31. Dezember eines jeden Jahres als unbewiesen zu betrachten.

Der Vollständigkeit halber ist weiter darauf hinzuweisen, dass sich die Pflicht zur 

Abrechnung der im Jahr 2012 an die Beklagte geleisteten Zahlung nicht nach dem 

Vergleich vom 9. Juli 2021 richten kann. Eine Rückwirkung dieses Vergleichs für 

die Pflicht zur Rechenschaftsablegung ist nicht behauptet, vielmehr gehen auch die 

Kläger von einer Anwendbarkeit der ursprünglichen Verlagsverträge aus. Diese 

sind als Verlagsverträge im Sinne von Art. 380 ff. OR zu qualifizieren. Die Abrech-

nungspflicht der Beklagten in Bezug auf diese Zahlung richtet sich entsprechend 

nach Art. 389 Abs. 2 OR. Beim vorliegend vereinbarten Umsatzhonorar ist die Ab-

rechnung nach dieser Bestimmung übungsgemäss vorzunehmen, mithin regelmäs-

sig nach der zwischen den Parteien gelebten Praxis (ZK OR-HOCHREUTENER, 

Art. 389 N 11). Die für den vorgebrachten Kündigungsgrund behauptungspflichti-

gen Kläger äussern sich überhaupt nicht dazu, wie sich die übungsgemässe Ab-

rechnung der Parteien gestaltete. Vielmehr begnügen sie sich damit, die – ebenfalls 

unspezifischen – Ausführungen der Beklagten, dass diese regelmässig abgerech-

net haben will (act. 13 Rz. 90), zu bestreiten (act. 22 Rz. 246). Mangels Kenntnis 

der tatsächlichen Grundlagen der Abrechnungspraxis der Parteien ist – im Ergebnis 

wie von den Klägern behauptet – von der in der Praxis üblichen mindestens jährli-

- 42 -

chen Abrechnungspflicht auszugehen (ZK OR-HOCHREUTENER, Art. 389 N 11). Die 

Beklagte bestreitet nicht, dass das Drehbuch für den Musicalfilm erst im Jahr 2018 

definitiv verabschiedet wurde (act. 13 Rz. 138; act. 22 Rz. 266). Damit war eine 

definitive Abrechnung der (Vorschuss-)Zahlung aus dem Jahr 2012 erst im Jahr 

2018 möglich (vgl. dazu auch unten E. 4.4.2.1.c). Entsprechend war diese Zahlung 

von der Beklagten mit der Abrechnung des Jahres 2018 vorzunehmen. Mit der Ab-

rechnung am 1. Dezember 2022 verletzte die Beklagte folglich ihre Rechenschafts-

pflicht.

b) Weitere Zahlung von L._____ über EUR 100'000.–

Nach Sachdarstellung der Beklagten erhielt sie von L._____ für den Musicalfilm 

nebst der bereits erwähnten Zahlung aus dem Jahr 2012 am 10. November 2022 

eine weitere Pauschalzahlung von EUR 100'000.– (act. 13 Rz. 41 und 98). Es ge-

lingt den Klägern in dieser Hinsicht nicht, eine Vertragsverletzung der Beklagten 

aufzuzeigen. Die für die Vertragsverletzung behauptungs- und beweispflichtigen 

Kläger begnügen sich damit, die beklagtische Sachdarstellung, wonach am 10. No-

vember 2022 eine Zahlung in der erwähnten Höhe eingegangen ist, zu bestreiten 

(act. 22 Rz. 264). Es trifft zwar zu, dass die Kläger nicht wissen können, wann wel-

che Zahlung bei der Beklagten eingegangen ist. Die Beklagte hat jedoch dargelegt, 

wann ihrer Ansicht nach die Zahlung von EUR 100'000.– bei ihr einging, nämlich 

am 10. November 2022. Damit ist sie der ihr in Bezug auf diese Zahlung obliegen-

den qualifizierten Bestreitungslast (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_251/2020 

vom 29. September 2020, E. 3.7.1.) nachgekommen. Das Vorliegen einer qualifi-

zierten Bestreitungslast ändert nichts an der grundsätzlichen Verteilung der Be-

hauptungs- und Beweislast, diese obliegt (weiterhin) den Klägern (BK-WALTER, 

Art. 8 ZGB N 196). Es ist damit Sache der Kläger, rechtsgenügend zu behaupten 

und zu beweisen, wann die Beklagte die zweite Zahlung über EUR 100'000.– ver-

einnahmt hat und wann diese entsprechend abzurechnen war. Die Kläger äussern 

sich – abgesehen von der erwähnten Bestreitung – indes gar nicht zum Zeitpunkt 

des Eingang der Zahlung von EUR 100'000.– sowie zum Zeitpunkt, in welchem die 

Abrechnung zu erstellen war. Damit erweisen sich ihre diesbezüglichen Behaup-

tungen als ungenügend und es ist nach der Sachdarstellung der Beklagten von 

- 43 -

einem Zahlungseingang am 10. November 2022 auszugehen. Die Beklagte hat 

diese Zahlung folglich fristgerecht am 31. März 2023 abgerechnet (act. 13 Rz. 41; 

act. 22 Rz. 208 ff.; act. 15/16).

c) Zahlung von P._____ aus dem Jahr 2018

Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass die Beklagte im Jahr 2018 

eine Zahlung von P._____ in der Höhe von EUR 250'000.– erhalten hat. Die Be-

klagte hat diese Zahlung den Klägern erstmals am 15. Juli 2022 abgerechnet. Bei 

den später am 19. Mai 2023 versandten neuerlichen Abrechnungen handelt es sich 

um eine Anpassung dieser Abrechnung (vgl. act. 3/18–21 und act. 15/19). Entge-

gen den Ausführungen der Beklagten kann die von ihr behaupteten Information im 

Rahmen der Vergleichsgespräche nicht mit einer Abrechnung gleichgestellt wer-

den. Diese erfolgte erst am 15. Juli 2022 (act. 13 Rz. 150 ff.; act. 22 Rz. 39 ff.; act. 

26 Rz. 46 ff.; act. 3/18–21). 

Die Beklagte war bezüglich der Zahlung der P._____ zur jährlichen Abrechnung 

verpflichtet. Es kann dafür auf die Ausführungen zur Zahlung von L._____ aus dem 

Jahr 2012 verwiesen werden. Fraglich ist indes, wann diese Abrechnungspflicht 

einsetzt, namentlich ob sie mit dem Zugang der Zahlung oder dem Zeitpunkt, in 

welchem die Aufteilung klar ist, vorzunehmen ist. Es handelt sich unbestrittener-

massen um Pauschalzahlungen der P._____ (act. 13 Rz. 99 und 384; act. 22 Rz. 

250 ff. und 287). Bei einer solchen ist einzig eine Abrechnung im Zeitpunkt, in dem 

sich die Aufteilung auf die unterschiedlichen Werke herauskristallisiert hat, sinnvoll. 

Zuvor sind höchstens Vorschusszahlungen und provisorische Abrechnungen mög-

lich. Die Beklagte belegt, dass sie sich mit P._____ in einer zweiten Ergänzungs-

vereinbarung am 8. Mai 2023 über die Aufteilung der Zahlung geeinigt hat (act. 

27/94). Entsprechend entstand die beklagtische Abrechnungspflicht erst in diesem 

Zeitpunkt und es wäre demnach mit den Einnahmen des Jahres 2023 abzurechnen 

gewesen. Bei der von der Beklagten am 15. Juli 2022 versandten Abrechnung han-

delt es sich im Lichte dessen um eine provisorische Abrechnung. Diese wurde am 

19. Mai 2023 korrigiert. Damit hat die Beklagte noch während des Jahres 2023 

abgerechnet, weshalb keine Verletzung der Rechenschaftspflicht der Beklagten 

vorliegt.

- 44 -

d) Abrechnung Musicaleinnahmen 2019

Die Abrechnung zur im Jahr 2019 erfolgten Aufführung des Musicals hat die Be-

klagte am 18. Dezember 2020 erstellt und den Klägern am 29. März 2022 zuge-

sandt (act. 1 Rz. 39; act. 13 Rz. 93 f. und 119). Anders als dies von der Beklagten 

dargestellt wird, kann auch zu dieser Abrechnung die behauptete Offenlegung in 

einem Vergleichsentwurf (act. 13 Rz. 93) nicht als Abrechnung verstanden werden, 

zumal darin einzig der Tantiemenanspruch der Kläger genannt ist, dessen Berech-

nung aber nicht hervor geht. Die Beklagte wäre damit zur jährlichen Abrechnung 

verpflichtet gewesen, es kann dafür auf die bereits zur Zahlung von L._____ aus 

dem Jahr 2012 gemachten Ausführungen verwiesen werden. Mit der erst am 29. 

März 2022 erfolgten Zustellung der Abrechnung des Jahres 2019 ist eine Vertrags-

verletzung der Beklagten ohne Weiteres erstellt.

e) Abrechnungen des Jahres 2020 und 2021

Die Kläger rügen schliesslich das Fehlen der Abrechnungen für das Musical und 

des Musicalfilms der Jahre 2020 und 2021 (act. 1 Rz. 40). Es ist unbestritten, dass 

für diese Jahre keine Einnahmen aus dem Musical und dem Musicalfilm erzielt wur-

den (act. 13 Rz. 209, 248 und 364; act. 22 Rz. 287). Auch die Abrechnungspflicht 

für das Jahr 2020 richtet sich nach den ursprünglichen Verlagsverträgen (vgl. 

E. 4.4.2.1.a). Wie bereits dargelegt, ist die Abrechnung übungsgemäss vorzuneh-

men. Die Kläger bestreiten die beklagtischen Ausführungen nicht, dass praxisge-

mäss keine Nullabrechnungen erstellt werden (act. 13 Rz. 209; act. 22 Rz. 287). 

Entsprechend bestand für das Jahr 2020 auch keine Pflicht der Beklagten, eine 

Abrechnung zu erstellen. Gleich verhält es sich auch für die Einnahmen des Jahres 

2021. Nach der angepassten Regelung im Vergleichsvertrag vom 9. Juli 2021 hat 

die Beklagte jeweils innert drei Monaten nach Beendigung des vorangegangenen 

Kalenderjahres abzurechnen, wobei Einkünfte in jene Abrechnungsperiode einzu-

beziehen sind, in der sie der Beklagten zugegangen sind (act. 1 Rz. 40; act. 13 

Rz. 196). Daraus folgt im Umkehrschluss, dass die Beklagte bei Fehlen von Ein-

nahmen keine Abrechnungen zu erstellen hat. Folglich kann auch keine Verletzung 

der Abrechnu