# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54fd9699-bac3-58fa-aec9-ba8a4d4345ca
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.04.2025 D-2435/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2435-2025_2025-04-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2435/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis;  

Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin,  

substituiert durch Mónica Snipes Escalada, AsyLex, 

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 31. März 2025 / N (…). 

 

 

 

D-2435/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 18. Dezember 2024 in der Schweiz um 

Asyl nach.  

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) ergab, dass sie am 11. November 2024 bereits in Griechen-

land um Asyl nachgesucht hatte.  

C.  

C.a Gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und 

Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Dritt-

staatsangehöriger (sog. Rückführungs-Richtlinie) und das Abkommen zwi-

schen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Helleni-

schen Republik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem 

Aufenthalt vom 28. August 2006 (SR 0.142.113.729) ersuchte das SEM die 

griechischen Behörden am 9. Januar 2025 um Rückübernahme der Be-

schwerdeführerin. 

C.b Die griechischen Behörden stimmten dem Rückübernahmeersuchen 

am 22. Januar 2025 zu. Gleichzeitig informierten sie darüber, dass die Be-

schwerdeführerin in Griechenland über einen Flüchtlingsstatus und über 

eine bis am 13. November 2027 gültige Aufenthaltsbewilligung verfüge. 

D.  

D.a Anlässlich des persönlichen Gesprächs vom 7. März 2025 befragte 

das SEM die Beschwerdeführerin – im Beisein der zugewiesenen Rechts-

vertretung – zu ihrem Aufenthalt in Griechenland und gewährte ihr das 

rechtliche Gehör zur voraussichtlichen Wegweisung dorthin sowie zum me-

dizinischen Sachverhalt.  

D.b Die Beschwerdeführerin brachte im Wesentlichen vor, dass sich ihre 

Situation in Griechenland nach der erteilten Schutzgewährung nicht ver-

bessert, sondern verschlechtert habe. Sie habe keinen Zugang mehr zu 

einer Unterkunft gehabt und auch keinerlei Unterstützung erhalten, son-

dern gezwungenermassen in einer Kirche Zuflucht gesucht, wo sie Opfer 

eines sexuellen Übergriffs geworden sei. Eine Passantin sei ihr zu Hilfe 

geeilt und habe ihr für kurze Zeit Obdach gewährt. Vor diesem Hintergrund 

sei sie weiter in die Schweiz gereist, wo zwei ihrer Geschwister lebten.  

D-2435/2025 

Seite 3 

Angesprochen auf die medizinische Situation gab sie an, gesund zu sein. 

E.  

E.a Am 21. März 2025 wandte sich das SEM an den zuständigen Pflege-

dienst und ersuchte um Einsicht in medizinische Unterlagen der Beschwer-

deführerin sowie um Auskunft betreffend allfällige ausstehende Arztter-

mine.  

E.b Der zuständige Pflegedienst informierte das SEM noch gleichentags 

darüber, dass die Beschwerdeführerin bislang nicht vorsprachig geworden 

sei.  

F.  

F.a Am 28. März 2025 übermittelte das SEM den ablehnenden Verfü-

gungsentwurf – zusammen mit den editionspflichtigen Akten – an die Be-

schwerdeführerin zur Stellungnahme.  

 

F.b Die Stellungnahme vom 31. März 2025 beschränkte sich auf eine sinn-

gemässe Wiederholung der bisherigen Vorbringen.  

G.  

Mit Verfügung vom 31. März 2025 (eröffnet am 1. April 2025) trat das SEM 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, wies sie aus der Schweiz weg 

und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft die-

ser Verfügung zu verlassen, wobei sie ansonsten in Haft genommen und 

unter Zwang nach Griechenland zurückgeführt werden könne. Ferner be-

auftragte es den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. 

H.  

Am 2. April 2025 teilte die zugewiesene Rechtsvertretung dem SEM die 

Beendigung des Mandatsverhältnisses mit. 

I.  

Mit elektronischer Eingabe ihrer neu mandatierten Rechtsvertretung vom 

8. April 2025 erhob die Beschwerdeführerin gegen den Nichteintretensent-

scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die 

angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und das SEM an-

zuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei ihr die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. Subventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 

an das SEM zurückzuweisen. Sub-subeventualiter seien spezifische Ga-

rantien der griechischen Behörden zur Sicherstellung einer angebrachten 

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Seite 4 

Unterbringung und medizinischen Versorgung einzuholen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde, um Erlass eines superprovisorischen Vollzugs-

stopps sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

Der Beschwerde lagen – nebst sich bereits bei den vorinstanzlichen Akten 

befindenden Unterlagen – Kopien der Vertretungsvollmachten bei.  

J.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

9. April 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). Glei-

chentags bestätigte es den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Be-

schwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist (unter Vorbehalt nachfolgender Erwägung) einzutreten 

(Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

 

1.2 Soweit die Beschwerdeführerin die Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde sowie den Erlass eines superprovisorischen Voll-

zugsstopps beantragt, kann festgehalten werden, dass der Beschwerde 

von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. Art. 6 AsylG 

i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das SEM diese vorliegend nicht entzo-

gen hat, weshalb darauf mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutre-

ten ist.   

 

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des 

Ausländerrechts richtet sich die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5).  

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Seite 5 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2). 

 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Die formellen Rügen (Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

sowie der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtser-

heblichen Sachverhalts; vgl. Beschwerde Rz. 41 ff.) sind vorab zu prüfen, 

da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der angefochtenen 

Verfügung zu bewirken. 

4.2 Die Aktenlage im Zeitpunkt des Ergehens der angefochtenen Verfü-

gung stellte eine hinreichende Beurteilungsgrundlage dar. In Anbetracht 

der Dauer des vorinstanzlichen Verfahrens (rund dreieinhalb Monate), 

während derer die Beschwerdeführerin Gelegenheit gehabt hätte, medizi-

nische Berichte einzureichen, und der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 

AsylG, war das SEM nicht verpflichtet, weitere konkrete Sachverhaltsab-

klärungen zu treffen. Diesbezüglich ist keine Verletzung der Pflicht zur voll-

ständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 

festzustellen.  

4.3 Sodann würdigte das SEM die im persönlichen Gespräch und in der 

Stellungnahme zum Verfügungsentwurf erhobenen Einwände. In diesem 

Zusammenhang ist festzuhalten, dass sich die verfügende Behörde nicht 

ausdrücklich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen 

Einwand auseinandersetzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Ge-

sichtspunkte beschränken darf (BGE 143 III 65 E. 5.2). Alleine der Um-

stand, dass das SEM nach Würdigung der Parteivorbringen zu einem an-

deren Schluss als die Beschwerdeführerin kommt, stellt keine Verletzung 

der Begründungspflicht respektive des Anspruches auf rechtliches Gehör 

dar, sondern beschlägt die Frage der materiellen Würdigung. 

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Seite 6 

4.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM 

zurückzuweisen. Der entsprechende Subeventualantrag ist abzuweisen.  

 

5.  

5.1 Das SEM tritt in der Regel auf ein Asylgesuch nicht ein, wenn die asyl-

suchende Person in einen sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 

Bst. b AsylG zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten 

hat (Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG). 

5.2 Das SEM stellt in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, dass 

es sich bei Griechenland, als Mitglied der Europäischen Union (EU), um 

einen verfolgungssicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b 

AsylG handelt (vgl. Beschluss des Bundesrates vom 14. Dezember 2007). 

Den vorinstanzlichen Akten ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwer-

deführerin in Griechenland als Flüchtling anerkannt wurde und die griechi-

schen Behörden ihrer Rückübernahme ausdrücklich zustimmten.  

 

5.3 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten.  

6.  

6.1 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berück-

sichtigt den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG).  

6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt in der Schweiz weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch – wie nachfolgend dargelegt 

– über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Soweit nicht das Gesetz 

oder das Freizügigkeitsabkommen einen Anspruch auf Erteilung einer Auf-

enthaltsbewilligung vermittelt, kommt als Anspruchsgrundlage Art. 8 EMRK 

in Betracht (vgl. BVGE 2013/37 E. 5; EMARK 2001 Nr. 21 E. 8a und b so-

wie E. 9). Vorliegend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin 

hinsichtlich ihrer in der Schweiz wohnhaften Geschwister offensichtlich 

nicht auf Art. 8 EMRK berufen kann, da diese nicht zu ihrer Kernfamilie 

gehören (vgl. BGE 147 I 268 E. 1.2.3 m.w.H.) und – entgegen der Be-

schwerde (vgl. a.a.O. Rz. 44) – kein Abhängigkeitsverhältnis vorliegt, zu-

mal eine lediglich moralische Unterstützung nicht genügt, um ein Abhän-

gigkeitsverhältnis im Sinne der Rechtsprechung zu begründen (vgl. Urteil 

des BGer 2C_339/2019 vom 14. November 2019 E. 3.5; BVGE 2008/47 

E. 4.1.1 f.; Urteil des BVGer F-3807/2022 vom 9. September 2022 E. 3.3; 

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Seite 7 

Urteil des EGMR I.M. gegen die Schweiz vom 9. April 2019, Nr. 23887/16, 

§ 62). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet.  

7.  

7.1 Das SEM regelt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AlG [SR 142.20]). 

 

7.2 Vollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög-

lich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

 

8.  

8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

 

8.2 Es handelt sich bei Griechenland um einen sicheren Drittstaat, in wel-

chem die Beschwerdeführerin Schutz vor Rückschiebung im Sinne von 

Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. Griechenland ist sodann Signatarstaat der 

EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105], des Abkommens über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30] sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. 

Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völker-

rechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar erkennt das Bundes-

verwaltungsgericht an, dass die Lebensbedingungen in Griechenland 

schwierig sind. Dennoch ist gemäss Rechtsprechung diesbezüglich nicht 

von einer generellen unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung 

von Schutzberechtigten im Sinne von Art. 3 EMRK auszugehen. Die be-

kannten Unzulänglichkeiten treten nicht in einer Weise auf, welche darauf 

schliessen liessen, dass Griechenland grundsätzlich nicht gewillt oder nicht 

fähig sei, Schutzberechtigten die ihnen zustehenden Rechte und Ansprü-

che zu gewähren, beziehungsweise dass diese bei Bedarf nicht auf dem 

Rechtsweg durchgesetzt werden könnten (vgl. Referenzurteil des BVGer 

E-3427/2021 und E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11 m.w.H.). 

8.3 Aufgrund der Akten liegen, wie vom SEM zutreffend festgehalten, keine 

konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwerdeführerin bei einer 

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Seite 8 

Rückkehr nach Griechenland dort einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. So hat sich die Be-

schwerdeführerin trotz entsprechender Aufforderung nicht konkret zu ihren 

Bemühungen, sich in Griechenland eine Lebensgrundlage aufzubauen be-

ziehungsweise um Hilfe zu ersuchen, geäussert (vgl. SEM-Akte A17 F35 

ff.), weshalb nicht davon auszugehen ist, dass sie alles ihr Zumutbare un-

ternommen hätte, um Zugang zu den ihr zustehenden Leistungen zu er-

halten. Vielmehr reiste sie kurz nach Erhalt des Flüchtlingsstatus unmittel-

bar in die Schweiz.  

8.4 Auch das Vorbringen, sie sei in Griechenland Opfer eines sexuellen 

Übergriffs geworden, vermag an der Zulässigkeit der Überstellung dorthin 

nichts zu ändern. Bedauerlicherweise gelingt es keinem Staat, seine Ein-

wohnerinnen und Einwohner jederzeit und überall vor Übergriffen zu schüt-

zen. Griechenland ist indes ein Rechtsstaat, der über einen funktionieren-

den Polizei- und Justizapparat verfügt. Die Beschwerdeführerin ist daher 

gehalten, in Griechenland Anzeige gegen allfällige Täter zu erstatten.  

8.5 Hinsichtlich der auf Beschwerdeebene (vgl. a.a.O. Rz. 33) gerügten 

Verletzung der Bestimmungen des Übereinkommens vom 18. Dezember 

1979 zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW, 

SR 0.108) ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin daraus nichts zu 

ihren Gunsten ableiten kann. Die Normen des Übereinkommens sind zwar 

für die völkerrechtskonforme Auslegeng des innerstaatlichen Rechts von 

Bedeutung (vgl. BGE 137 I 305 E. 3.2), richten sich jedoch in erster Linie 

an die Legislative (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-4202/2024 vom 

18. Juli 2024 E. 8.2.4 m.w.H.).  

8.6 Ferner stellt eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit ge-

sundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen 

Art. 3 EMRK dar (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige 

Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] sowie 

zur neueren Praxis des EGMR die Urteile Paposhvili gegen Belgien vom 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H., be-

stätigt durch Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse 

Kammer 57467/15, §§ 121 ff.). Die erstmals auf Beschwerdeebene geltend 

gemachten Gesundheitsprobleme der Beschwerdeführerin – (…) und (…) 

(vgl. Beschwerde Rz. 8) – vermögen die Feststellung der Unzulässigkeit 

im Sinne der erwähnten Rechtsprechung offensichtlich nicht zu rechtferti-

gen.  

D-2435/2025 

Seite 9 

8.7 Weitere Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzugs (insbesondere aus Art. 8 EMRK [Recht auf Achtung des Pri-

vat- und Familienlebens]) ergeben sich, wie bereits dargelegt, schliesslich 

weder aus den Akten noch aus der Beschwerde.  

8.8 Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zulässig zu qualifizieren. 

 

9.  

9.1 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die Vermutung, dass eine 

Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl. 

Anhang 2 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung so-

wie der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL, 

SR 142.281]). Diese Legalvermutung gilt bezüglich Griechenland grund-

sätzlich auch für vulnerable Personen wie beispielsweise Menschen, wel-

che an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende 

Erkrankung einzustufen sind. Hingegen erachtet das Gericht den Vollzug 

der Wegweisung von äusserst vulnerablen schutzberechtigten Personen 

grundsätzlich als unzumutbar, ausser, es bestünden besonders begünsti-

gende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs ausgegangen werden kann. Als äusserst vul-

nerabel gelten Personen, welche aufgrund ihrer besonders hohen Verletz-

lichkeit im Falle einer Rückkehr nach Griechenland Gefahr laufen, dauer-

haft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage sind, 

aus eigener Kraft die ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzufordern. Da-

runter fallen beispielsweise Personen, deren psychische oder physische 

Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt ist (vgl. 

bereits zitiertes Referenzurteil des BVGer E-3427/2021 und E-3431/2021 

vom 28. März 2022 E. 11.5.1 und E. 11.5.3).  

9.2 Aufgrund der Aktenlage ist – entgegen der in der Beschwerde vertrete-

nen Auffassung (vgl. a.a.O. Rz. 48) – nicht davon auszugehen, dass es 

sich bei der Beschwerdeführerin um eine äusserst vulnerable Person han-

delt. Die geltend gemachten Gesundheitsprobleme erforderten offenbar 

keine dringlichen Behandlungen; auf Beschwerdeebene wird diesbezüg-

lich nichts Näheres vorgebracht. Den Akten können ferner keine weiteren 

Indizien entnommen werden, welche für eine besondere Vulnerabilität der 

Beschwerdeführerin sprechen würden. Von der angegebenen Hilflosigkeit 

ist nicht auszugehen. Es gelang ihr soziale Kontakte zu anderen Frauen zu 

knüpfen, die sich gegenseitig unterstützten und ihr den kurzzeitigen Auf-

enthalt in einer Wohnung ermöglichten (vgl. SEM-Akte A17 F31).  

D-2435/2025 

Seite 10 

9.3 Weiter hat das SEM zutreffend auf die Verpflichtungen Griechenlands 

gegenüber Schutzberechtigten bezüglich Unterbringung, medizinischer 

Versorgung, Sozialhilfe und Erwerbstätigkeit hingewiesen, welche sich ins-

besondere aus der Qualifikationsrichtlinie sowie auch aus der FK ergeben. 

Auch wenn eine adäquate Eingliederung der Beschwerdeführerin in die so-

zialen Strukturen Griechenlands als anerkanntem Flüchtling mit nicht zu 

verkennenden Erschwernissen verbunden sein mag, vermögen ihre Vor-

bringen die Anforderungen an eine konkrete Gefährdung nicht zu erfüllen. 

Bei einer Rückkehr nach Griechenland ist es der Beschwerdeführerin mög-

lich, sich für eine Unterkunft und Sozialleistungen an die entsprechenden 

Stellen zu wenden und die erforderliche Hilfe – nötigenfalls mit anwaltlicher 

Hilfe oder der Unterstützung durch karitative Organisationen – auf dem 

Rechtsweg einzufordern, selbst wenn die diesbezüglichen Prozedere lang-

wierig sein sollten. Ausserdem sind in Griechenland Frauenhäuser und Be-

ratungszentren verfügbar, welche der Beschwerdeführerin, jedenfalls  

vorübergehend, eine geschützte Umgebung bieten können. Es ist daher 

nicht davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr nach Griechenland 

in eine existenzielle Notlage geraten wird. Bei dieser Sachlage besteht 

auch kein Anlass zur Einholung individueller Zusicherungen seitens der 

griechischen Behörden. Das entsprechende Sub-Subeventualbegehren ist 

demnach abzuweisen. 

9.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zumutbar.  

10.  

Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich als möglich zu erachten 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), zumal die griechischen Behörden einer Rücküber-

nahme der Beschwerdeführerin ausdrücklich zugestimmt haben. 

11.  

Nach dem Gesagten ist der vom SEM verfügte Vollzug der Wegweisung 

zu bestätigen. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser 

Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

 

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Seite 11 

13.  

13.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtslos zu gelten ha-

ben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht ge-

geben, weshalb das Gesuch ungeachtet der geltend gemachten Mittello-

sigkeit abzuweisen ist.  

13.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses 

ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Bettina Hofmann 

 

 

Versand: