# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8db7bd3a-3a68-5de1-9152-0fd23f48e22d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 14.03.2022 IV 2021/95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2021-95_2022-03-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/95

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.09.2022

Entscheiddatum: 14.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2022
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung. Beweiskraft des 
Administrativgutachtens bejaht. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. 
Art. 46 ATSG. Aktenführungspflicht. Die gegen die Praxis der IV-Stelle zur 
Gestaltung des Aktenverzeichnisses gerichtete Kritik der 
Beschwerdeführerin ist aufsichtsrechtlicher Natur und bildet nicht 
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. März 2022, IV 
2021/95).

Entscheid vom 14. März 2022

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2021/95

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Postgasse 5, Postfach 48, 

9620 Lichtensteig,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

Am 17. Oktober 2017 meldete sich A.___ zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen an (IV-act. 3). Die behandelnde Dr. med. B.___, Fachärztin für 

Gynäkologie und Geburtshilfe, berichtete am 4. Juni 2018, die Versicherte leide an 

chronischen «invalidisierenden» Unterbauchschmerzen bei pelvinem Adhäsionssitus 

(IV-act. 16-1 ff.; siehe auch den Verlaufsbericht vom 27. August 2018, IV-act. 21). Prof. 

Dr. med. C.___, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Frauenfeld, stellte im 

Bericht vom 26. Juni 2018 zur urogynäkologischen Sprechstunde als Hauptdiagnose 

ein chronic-pelvic-pain-Syndrom nach multiplen operativen Eingriffen, «Dyspareunie 

bis hin zuletzt GV-Unmöglichkeit». Er empfahl eine Zurückhaltung bezüglich operativer 

Sanierung und eine Physiotherapie mit Fokus auf das chronic-pelvic-pain-Syndrom 

und gleichzeitiger Mitbehandlung der Belastungsinkontinenz (IV-act. 29).

A.a. 

Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung fand am 30. Juli 2018 eine 

orthopädische Begutachtung der Versicherten in der AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, 

Ergonomie und Hygiene AG statt. Die orthopädische Sachverständige schloss aus 

orthopädischer Sicht eine Diagnose, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussen würde, 

aus. Es sei davon auszugehen, dass die gynäkologischen Probleme mit einer 

Beckenbodeninsuffizienz und chronischen Schmerzen überwiegen würden. Die 

angestammte schwere Tätigkeit im Pflegebereich sei der Versicherten aufgrund der 

Beckenbodenproblematik nicht mehr zumutbar. In einer leichten wechselseitigen 

Tätigkeit sollte es der Versicherten möglich sein, ab sofort eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 

A.b. 

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umzusetzen. Es sei anzunehmen, dass die spezialisierten gynäkologischen Therapien 

eine Verbesserung der Beckenbodenmuskulatur bewirken würden, sodass eine 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten möglich sein könnte 

(AEH-Gutachten vom 28. August 2018, fremd-act. 3-23 ff.). Ebenfalls im Auftrag der 

Krankentaggeldversicherung erfolgte am 17. August 2018 durch die Dres. med. D.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und E.___, Fachärztin für Neurologie, eine 

«psychiatrisch-psychopathologische» und «verhaltensneurologisch-

leistungspsychologische» Untersuchung der Versicherten. Diese gelangten zur 

Auffassung, es hätten objektiv-psychopathologisch keine Veränderungen festgehalten 

werden können, die den Stellenwert für die normativ-versicherungsmedizinisch 

geforderte Erheblichkeit von affektpathologischen Alterationen (und konsekutiver 

handlungsbegleitender neurokognitiver und psychosozialer Funktionsdefizite) erreichen 

würden und die sich damit diagnostisch für eine krankheitswertige Störung im 

versicherungsmedizinischen Sinn qualifizieren könnten (Gutachten vom 22. September 

2018, fremd-act. 3-7 ff.).

Der RAD-Arzt Dr. med. F.___, Facharzt für Innere Medizin, hielt in der 

Stellungnahme vom 25. Oktober 2018 an seiner bereits am 12. Juni 2018 geäusserten 

Einschätzung (siehe hierzu IV-act. 17) fest, dass die Versicherte über eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge (IV-act. 30).

A.c. 

Mit der Begründung, dass die Versicherte sich nicht in der Lage fühle, eine 

Arbeitstätigkeit aufzunehmen, wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche 

Massnahmen ab (Mitteilung vom 19. November 2018, IV-act. 34).

A.d. 

Dr. B.___ führte im Verlaufsbericht vom 25. Februar 2019 aus, der 

Gesundheitszustand der Versicherten habe sich bei unverändert gebliebener Diagnose 

verschlechtert. Eine leidensangepasste Tätigkeit hielt sie halbtags mit reduzierter 

Leistung für möglich (IV-act. 46).

A.e. 

Am 6. Juni 2019 fand eine Abklärung im Haushalt der Versicherten statt (zum 

vorgängig von der Versicherten am 22. Februar 2019 ausgefüllten Fragebogen siehe IV-

act. 45). Die Abklärungsperson hielt im Abklärungsbericht vom 9. Juli 2019 fest, 

gemäss Angaben der Versicherten würde diese – wie bereits vor Beginn der 

A.f. 

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gesundheitlichen Einschränkung – im Rahmen eines 60%igen Pensums einer 

Erwerbstätigkeit nachgehen. Unter Anrechnung einer vom Ehegatten der Versicherten 

zu erfüllenden Schadenminderungspflicht ermittelte die Abklärungsperson für den 

Haushaltsbereich einen Invaliditätsgrad von 28 % (IV-act. 61).

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte von den Sachverständigen der GA 

eins GmbH polydisziplinär (allgemeininternistisch, urologisch, gynäkologisch, 

gastroenterologisch, psychiatrisch und orthopädisch) begutachtet. Als Diagnose, die 

einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, stellten die Gutachter ein chronisches 

Schmerzsyndrom mit Fokussierung auf den rechten Unterbauch und das Genitale 

(ICD-10: R10). Die angestammte körperlich schwere und andauernd mittelschwere 

Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Bezogen auf leidensangepasste 

Tätigkeiten bescheinigten die Gutachter der Versicherten eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

bei einer maximalen Präsenz zwischen 7 bis 8 Stunden täglich. Über die Zeit gemittelt 

habe nie eine länger andauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten bestanden. Die von der Versicherten anlässlich der 

Haushaltsabklärung angegebenen Funktionsstörungen seien aus medizinischer Sicht 

nicht erklärbar. Gewisse Einschränkungen bei schwereren Tätigkeiten oder repetitiven 

Bewegungen seien nachvollziehbar. Eine Einschränkung von 28 % erscheine aus 

medizinischer Sicht eher zu hoch eingestuft zu sein (Gutachten vom 10. Februar 2020, 

IV-act. 71). Der RAD-Arzt Dr. F.___ hielt die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung 

für umfassend und widerspruchsfrei. Es könne darauf abgestellt werden 

(Stellungnahme vom 20. März 2020, IV-act. 72).

A.g. 

Im Rahmen der gemischten Methode ermittelte die IV-Stelle einen 

Gesamtinvaliditätsgrad von 13 % und beschied der Versicherten am 20. März 2020, 

dass ihr Rentengesuch abgewiesen werde (IV-act. 74). Hierzu nahm die Versicherte am 

11. Juni 2020 Stellung und brachte vor, sie stimme einer beruflichen Umschulung in 

eine leidensangepasste Tätigkeit zu. Deshalb ersuchte sie um erneute Eröffnung eines 

beruflichen Wiedereingliederungsverfahrens (IV-act. 82). Mit der Stellungnahme reichte 

sie einen Bericht von Dr. B.___ vom 8. Juni 2020 ein, worin diese ausführte, sie könne 

sich gut vorstellen, dass die Versicherte einer intellektuellen Tätigkeit nachgehen 

könne. Voraussetzung sei, dass diese keine körperliche Aktivität beinhalte und das 

wechselnde Sitzen und Stehen möglich wäre. Hinderlich wäre längeres Gehen und 

A.h. 

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B.  

Treppenlaufen. Optimalerweise sei mit einem halbtägigen Pensum zu beginnen, um 

eine rasche Erschöpfung zu vermeiden (IV-act. 82). Nach mehreren telefonischen 

Gesprächen zwischen dem Eingliederungsverantwortlichen und dem Rechtsvertreter 

der Versicherten liess diese am 16. Dezember 2020 mitteilen, es werde keine 

Unterstützung bei der beruflichen Integration gewünscht, sondern eine Rentenprüfung 

bevorzugt (siehe die Telefonnotizen in IV-act. 87-3 und den Schlussbericht des 

Eingliederungsverantwortlichen vom 16. Dezember 2020, IV-act. 88). Daraufhin teilte 

die IV-Stelle der Versicherten am 12. Januar 2021 mit, dass das Leistungsbegehren um 

berufliche Massnahmen abgewiesen werde (IV-act. 91). Am 13. Januar 2021 räumte die 

IV-Stelle der Versicherten die Gelegenheit für eine zweite Anhörung zur in Aussicht 

gestellten Abweisung des Rentengesuchs ein (IV-act. 92).

Im Einwand vom 11. Februar 2021 beantragte die Versicherte, es sei ihr 

rückwirkend eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ein (Ober-)Gutachten 

einzuholen. Die gutachterliche Beurteilung zog sie in Zweifel und rügte eine Verletzung 

der Aktenführungspflicht (IV-act. 97). Nachdem der Rechtsdienst der IV-Stelle sich am 

25. März 2021 zum Einwand geäussert und ein Festhalten an der in Aussicht gestellten 

Abweisung des Rentengesuchs empfohlen hatte (IV-act. 98), verfügte die IV-Stelle am 

26. März 2021 die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 99).

A.i. 

Gegen die Verfügung vom 26. März 2021 erhob die Beschwerdeführerin am 

11. Mai 2021 Beschwerde. Darin beantragte sie deren Aufhebung und die 

rückwirkende Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter sei ein 

unabhängiges Obergutachten einzuholen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Zur Begründung trug sie im Wesentlichen eine Kritik an der gutachterlichen Beurteilung 

des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit vor. Ausserdem stellte sie sich auf 

den Standpunkt, dass zur Bemessung der Invalidität nicht die gemischte Methode, 

sondern ein Einkommensvergleich vorzunehmen sei, da sie als vollzeitlich 

Erwerbstätige zu gelten habe. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sei 

sodann ein 25%iger Tabellenlohnabzug zu gewähren. Des Weiteren habe die 

Beschwerdegegnerin die Aktenführungspflicht verletzt. Die Beschwerdegegnerin sei 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Soweit die Beschwerdeführerin das von der Beschwerdegegnerin genutzte System zur 

Erstellung von Aktenverzeichnissen bzw. den darin wiedergegebenen Inhalt rügt und 

fordert, die Beschwerdegegnerin sei anzuhalten, das Aktenverzeichnis zukünftig mit 

getrennten Spalten für den Absender, Empfänger und Dokumententitel zu erstellen 

(act. G 1, Rz 13 ff.; vgl. auch act. G 12, Rz 4 ff.), so handelt es sich hierbei um eine 

Kritik an der Geschäftspraxis bzw. an der allgemeinen Verwaltungstätigkeit der 

Beschwerdegegnerin. Es ist weder erkennbar noch von der Beschwerdeführerin 

dargelegt worden, dass es sich vorliegend bei der Frage nach einer allfälligen 

Verletzung der Aktenführungspflicht (Art. 46 des Bundesgesetzes über den 

anzuhalten, das Aktenverzeichnis zukünftig mit getrennten Spalten für den Absender, 

Empfänger und Dokumententitel zu erstellen (act. G 1).

Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2021 

die Abweisung der Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen geltend, dass sie die 

Aktenführungspflicht nicht verletzt habe, auch wenn die derzeitige Informatiklösung das 

Akteneinsichtsrecht wohl etwas erschwere. Das Gutachten der GA eins GmbH sei 

beweiskräftig und die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer eigenen Angaben zu 

Recht als mit einem 60%igen Pensum teilzeitlich Erwerbstätige qualifiziert worden, 

womit die gemischte Methode Anwendung finde. Es lägen auch keine Gründe vor, die 

bei der Ermittlung des Invalideneinkommens einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen 

würden (act. G 7).

B.b. 

Am 27. August 2021 wurde dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung 

der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren vor Versicherungsgericht 

entsprochen (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung; act. G 10).

B.c. 

In der Replik vom 27. September 2021 hielt die Beschwerdeführerin unverändert 

an den Beschwerdeanträgen fest (act. G 12).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin teilte am 1. Oktober 2021 den Verzicht auf eine Duplik 

mit (act. G 14).

B.e. 

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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) durch die 

Beschwerdegegnerin um eine für die Beurteilung des Rentengesuchs relevante 

materielle oder formelle Vorfrage handelt, deren Beantwortung für die Prüfung des 

Rentengesuchs von Bedeutung wäre. Die Beschwerdeführerin bringt auch zu Recht 

nicht vor, die aus ihrer Sicht unzulängliche Aktenbezeichnung im Aktenverzeichnis 

hätte die Durchsetzung invalidenversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche 

vorliegend übermässig erschwert oder gar vereitelt oder sie in der Ausübung von 

Verfahrensrechten in relevanter Weise eingeschränkt. Die Kritik der Beschwerdeführerin 

am Aktenverzeichnis und der sich darauf stützende Antrag sind folglich ausschliesslich 

aufsichtsrechtlicher Natur (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 20. Mai 

2014, IV 2013/37, E. 1.2; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 15. Dezember 

2010, 8C_319/2010, E. 2.3.1, worin über die Qualifikation als aufsichtsrechtliche Frage 

nicht abschliessend befunden worden war), weshalb darauf im vorliegenden Fall nicht 

einzutreten ist. Sachlich zuständig für eine allfällige Aufsichtsanzeige ist das 

Bundesamt für Sozialversicherung (Art. 76 ATSG i.V.m. Art. 64 und Art. 64a des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Es steht der 

Beschwerdeführerin frei, dort eine aufsichtsrechtliche Anzeige zu erstatten.

2.

Gegenstand der angefochtenen Verfügung und nachfolgend zu prüfen ist das Renten­

gesuch der Beschwerdeführerin.

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a); während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

2.1. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

2.2. 

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3.

Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu beantworten, ob der 

Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif abgeklärt ist. Die Beschwerdegegnerin 

stützte ihren Rentenentscheid im Wesentlichen auf das Gutachten der GA eins GmbH. 

Die Beschwerdeführerin hält dieses aus verschiedenen Gründen nicht für beweiskräftig.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

2.3. 

Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im 

Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität 

nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig (und 

ist ihnen die Aufnahme einer Vollerwerbstätigkeit nicht zumutbar; Art. 8 Abs. 3 ATSG), 

so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem 

Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb 

des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 

festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 

IVG).

2.4. 

Am gynäkologischen Teilgutachten bemängelt die Beschwerdeführerin, darin fehle 

sowohl eine Beurteilung des Verlaufs von Behandlungen, Rehabilitationen und 

Eingliederungsmassnahmen als auch eine Auseinandersetzung mit der Einschätzung 

der behandelnden Gynäkologin (act. G 1, Rz 20 und Rz 29; vgl. auch act. G 12, Rz 12). 

Dieser Sichtweise ist nicht zu folgen.

3.1. 

Der gynäkologische Gutachter hat den für das Rentengesuch relevanten 

Zeitraum seit dem Auftreten der Schmerzen im Jahr 2015 detailliert und mit Hinweisen 

auf frühere Behandlungen und Einschätzungen schlüssig begründet dargestellt. 

Ausserdem legte er plausibel dar, dass primär eine fachpsychiatrische Therapie 

aufzunehmen sei (IV-act. 71-60 f.). Seine Einschätzung, dass die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Leiden somatisch «nicht klar zuzuordnen» seien (IV-

act. 71-61 unten), deckt sich mit Aussagen verschiedener vorbehandelnder 

medizinischer Fachpersonen. So gingen bereits der Chefarzt der Frauenklinik am 

Kantonsspital G.___ (IV-act. 16-6) und Dr. med. H.___, Leitender Arzt in der 

3.1.1. 

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Frauenklinik am Kantonsspital St. Gallen, von einem chronischen Schmerzsyndrom im 

(rechten) Unterbauch aus (IV-act. 53-1 und fremd-act. 3-54). Letzterer stellte eine 

«Somatisierung in den Vordergrund», weshalb er sich gegen eine weitere operative 

Massnahme aussprach (IV-act. 16-12 Mitte). Dr. B.___ führte ebenfalls aus, dass das 

Schmerzbild diffus und schlecht lokalisierbar sei (IV-act. 82-4 Mitte). Im Licht dieser 

Verhältnisse leuchtet auch die Aussage ein, dass weitere gynäkologische Massnahmen 

zu keiner Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führen würden (IV-act. 71-63 oben). Diese 

Einschätzung deckt sich denn auch mit derjenigen von Dr. B.___ («was möglich war, 

wurde ausgeschöpft», IV-act. 82-5 oben). Schliesslich legt die Beschwerdeführerin 

weder dar noch ist ersichtlich, welche objektiv relevanten Gesichtspunkte der 

gynäkologische Gutachter ausser Acht gelassen hätte.

Zwar trifft es zu, dass der gynäkologische Gutachter die von Dr. B.___ 

abweichende Schätzung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten nicht in 

einer erkennbaren Weise diskutierte. Zu beachten ist allerdings, dass die von Dr. B.___ 

für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte Arbeitsfähigkeit nicht näher begründet 

wurde, womit sie einer eigentlichen Diskussion auch gar nicht zugänglich war. Hinzu 

kommt, dass ihre Schätzungen – anders als die gutachterliche Beurteilung – nicht 

Ergebnis einer objektiv-kritischen Konsistenz- oder Ressourcenbeurteilung sind. Eine 

solche ist vorliegend umso bedeutsamer, als Dr. B.___ von einer mangelhaften 

Compliance bei diffusem Schmerzbild ausgeht (IV-act. 82-4 Mitte) und die Gutachter 

zahlreiche Inkonsistenzen benannten («zum grotesk wirkenden Gebaren» und den 

inkonsistenten Schmerzangaben siehe IV-act. 71-42 oben; zur Diskrepanz zwischen 

den Alltagsaktivitäten und den postulierten Einschränkungen siehe IV-act. 71-27 Mitte; 

zur «deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung» siehe IV-

act. 71-35 Mitte; zu den zumindest vier von fünf positiven Waddell-Zeichen siehe IV-

act. 71-45 Mitte; zum inkonsistenten Vermeidungsverhalten bei der Berührung des 

Abdomens siehe IV-act. 71-51 unten). Überdies gilt es vorliegend dem vom 

Bundesgericht als «Erfahrungstatsache» qualifizierten Umstand Rechnung zu tragen, 

dass behandelnde medizinische Fachpersonen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten 

und Patientinnen aussagen (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2021, 8C_164/2021, 

E. 3.2.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 135 V 465 E. 5). Denn Dr. B.___ gab gegenüber dem 

RAD-Arzt Dr. F.___ an, dass sie eine sehr intensiv gestaltete ärztliche Beziehung zur 

Beschwerdeführerin pflege. Sie stehe ihr, wenn sie könne oder müsse, bei. Sie betonte, 

dass ihr das Schicksal dieser Patientin sehr am Herzen liege (siehe die Telefonnotiz in 

der RAD-Stellungnahme vom 25. Oktober 2018, IV-act. 30). Von Bedeutung ist weiter, 

dass Dr. B.___ nach Kenntnisnahme der gutachterlichen Beurteilung – abgesehen vom 

3.1.2. 

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zumutbaren Tragelimit von 15 kg – keine konkrete Kritik daran vorbrachte, geschweige 

denn objektiv-relevante Punkte benannte, die darin übersehen worden wären. Vielmehr 

empfahl sie, berufliche Eingliederungsmassnahmen durchzuführen und eine 

leidensangepasste Tätigkeit aufzunehmen, wobei sie lediglich zu Beginn eine 

halbtägige Arbeit für optimal hielt und offenbar – wie bereits früher teilweise angegeben 

(Bericht vom 27. August 2020, IV-act. 21-3 unten) – ebenfalls von einer darüber hinaus 

steigerbaren Arbeitsfähigkeit ausging (Bericht vom 8. Juni 2020, IV-act. 82).

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, es bestünden Abweichungen zwischen 

den einzelnen Teilgutachten. Im psychiatrischen Teilgutachten sei kein einziges 

Vorkommnis erwähnt, das psychisch relevant sein würde. Demgegenüber habe der 

gynäkologische Gutachter mehrere mögliche auslösende traumatische Erlebnisse 

erwähnt (act. G 1, Rz 21 f.; act. G 12, Rz 14). Beispielhaft für eine mangelnde 

Abstimmung sei auch der Umstand, dass der psychiatrische Gutachter das 

Körpergewicht mit 6_ kg, der internistische Gutachter mit 7_ kg angegeben und ein 

Übergewicht diagnostiziert habe (act. G 1, Rz 23).

3.2. 

Der gynäkologische Teilgutachter nahm eine somatoforme Störung mit psycho­

somatischem Hintergrund an. Dafür gebe es auch in der Vorgeschichte der 

Beschwerdeführerin mehrere «mögliche» auslösende traumatische Erlebnisse: Zwei 

Interruptiones im jungen Erwachsenenalter ohne jegliche Anästhesie oder Narkose, 

einen Spätabort allein in häuslicher Umgebung in der 14. Schwangerschaftswoche mit 

noch lebendem Fötus, Ableben der Mutter wegen Uteruskarzinom (IV-act. 71-61). 

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den vom gynäkologischen Gutachter 

für (lediglich) möglich gehaltenen Traumatafolgen um eine in den psychiatrischen 

Fachbereich fallende Thematik handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

30. September 2019, 8C_317/2019, E. 4.2.2). Zudem fand ein interdisziplinäres 

Konsensverfahren statt, an dem sämtliche Gutachter beteiligt waren und der 

gynäkologische Gutachter in Kenntnis der Einschätzung seines psychiatrischen 

Kollegen offenbar keinen Diskussionsbedarf erkannte und die gesamtgutachterliche 

Beurteilung mitunterzeichnete (IV-act. 71-14).

3.2.1. 

Auf die vom psychiatrischen Gutachter gestellte Frage, was das schlimmste 

Erlebnis in ihrem bisherigen Leben gewesen sei, antwortete die Beschwerdeführerin, 

dass dies die Operationen gewesen seien (IV-act. 71-32; zu den in den Jahren 2015 

und 2017 durchgeführten Operationen, auf welche die Beschwerdeführerin ihre 

gesundheitlichen Leiden zurückführt, siehe IV-act. 71-30 f. und IV-act. 30-2 oben). U.a. 

berücksichtigte er diese ausdrücklich bei der Diagnosefindung (operative Eingriffe; IV-

3.2.2. 

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act. 71-34). Im Übrigen legte der psychiatrische Gutachter schlüssig dar, dass im 

Untersuchungsgespräch keine sich negativ auf die Gesundheitsentwicklung 

auswirkenden lebensgeschichtlichen Belastungen hätten ausgemacht werden können 

(IV-act. 71-36 oben). Seine Einschätzung wird durch diejenige von Dr. D.___ vom 

22. September 2018 gestützt, der den lebensgeschichtlichen Belastungen ebenfalls 

keine Bedeutung hinsichtlich eines psychischen Krankheitsgeschehens eingeräumt und 

keine psychisch bedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit festgestellt hatte 

(fremd-act. 3-7 ff.). Schliesslich sieht die Beschwerdeführerin selbst ebenfalls keinen 

Zusammenhang zwischen einer Somatisierung und dem Status nach viermaliger 

Interruptio (IV-act. 53-3 oben). Unter diesen Umständen und unter Berücksichtigung 

der nach der letzten Interruptio von 2003 (IV-act. 53-2) langjährigen erfolgreichen 

sozialen und beruflichen Integration ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in anerkennenswerter Weise die teilweise 

schweren lebensgeschichtlichen Belastungen ohne einen relevanten (dauerhaften) 

Einfluss auf ihre Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit zu verarbeiten vermochte.

Was die von der Beschwerdeführerin genannte unterschiedliche 

Gewichtsangabe in den einzelnen Teilgutachten anbelangt, so handelt es sich hierbei 

offenkundig um ein rein redaktionelles Versehen, wie die Beschwerdegegnerin bereits 

zutreffend ausgeführt hat (act. G 7, III. Rz 5.7). Zu beachten gilt es ausserdem, dass die 

Beschwerdeführerin weder darlegt noch ersichtlich ist, inwiefern die Frage ihres 

Gewichts für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten von 

Relevanz wäre.

3.2.3. 

Aus der Sicht der Beschwerdeführerin ist die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung allein schon aufgrund der Schmerzen und der notwendigen 

Toilettengänge völlig unrealistisch (act. G 1, Rz 28). Es sei zudem von den Gutachtern 

ausser Acht gelassen worden, dass die beruflichen Massnahmen u.a. aufgrund ihres 

schlechten Gesundheitszustands gescheitert seien, was bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen gewesen wäre (act. G 1, Rz 30).

3.3. 

Die Gutachter bezogen die vermehrt notwenigen Toilettengänge ausdrücklich in 

ihre Beurteilung mit ein und erkannten einen vermehrten Pausenbedarf (IV-act. 71-12). 

Die Beschwerdeführerin legt nicht substanziiert dar, dass konkrete Gründe bestehen, 

welche die bescheinigte immerhin 20%ige Arbeitsunfähigkeit bzw. den gutachterlich 

anerkannten vermehrten Bedarf an Pausen und an Zeit für Toilettengänge in Frage zu 

stellen vermögen.

3.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/15

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4.

Soweit die Beschwerdeführerin gegen die gutachterliche Beurteilung auf das 

Scheitern der beruflichen Massnahmen verweist, ist ihr nicht zu folgen. Einer 

erfolgreichen beruflichen Integration scheint die Krankheitsüberzeugung im Weg 

gestanden zu sein (siehe hierzu vorstehende E. 3.1.2 sowie die Mitteilung der 

Beschwerdegegnerin vom 19. November 2018, IV-act. 34), zumal sich die 

Beschwerdeführerin nicht einmal in der Lage sah, selbst die von Dr. B.___ für 

leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte (allenfalls steigerbare) 50%ige 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 21-3 unten) im Rahmen beruflicher Eingliederungsmassnahmen 

zu verwerten. Nichts anderes gilt bezüglich des erneuten Versuchs einer beruflichen 

Wiedereingliederung (siehe zur wiederum von Dr. B.___ am 8. Juni 2020 bescheinigten 

[allenfalls steigerbaren] halbtägigen Arbeitsfähigkeit IV-act. 82-5; zum Verlauf der 

Eingliederungsbemühungen, an denen die Beschwerdeführerin nach Ablehnung einer 

Kostengutsprache für einen Deutschkurs nicht mehr teilnehmen wollte, IV-act. 87-3). 

Der zweite Eingliederungsversuch erfolgte ohnehin erst nach dem Vorliegen des 

Gutachtens und dessen Hintergründe konnten zwangsläufig darin nicht berücksichtigt 

werden.

3.3.2. 

Bei der Würdigung des Gutachtens der Sachverständigen der GA eins GmbH fällt 

ausserdem ins Gewicht, dass es auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die 

streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet, die 

von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden wurden umfassend und interdisziplinär 

berücksichtigt sowie namentlich im Rahmen einer Ressourcen- und Konsistenzprüfung 

gewürdigt. Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bezogen auf 

leidensangepasste Tätigkeiten bei einer zumutbaren täglichen Präsenz von 7 bis 

8 Stunden über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (IV-act. 71-12). Aus den Akten 

ergeben sich keine Hinweise, dass sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin in der Zeit nach der gutachterlichen Beurteilung in relevanter 

Weise dauerhaft verschlechtert hätte. Auch die Beschwerdeführerin benennt keine 

solchen und beschränkt sich bei ihrer Kritik lediglich auf die Feststellung, dass das 

Gutachten den Gesundheitszustand von über einem Jahr zuvor wiederspiegle (act. G 1, 

Rz 33). Ein weiterer Abklärungsbedarf ist folglich auch für die Zeit nach der 

gutachterlichen Beurteilung bis zum für die gerichtliche Beurteilung massgebenden 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses (vorliegend: 26. März 2021; Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Juli 2018, 9C_135/2018, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 132 V 

220 E. 3.1.1) zu verneinen.

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/15

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Bezüglich der Invaliditätsbemessung kann offenbleiben, ob mit der Beschwerdeführerin 

von der Anwendbarkeit eines (reinen) Einkommensvergleichs auszugehen ist. Denn 

selbst wenn diese Betrachtungsweise geteilt würde, resultierte kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen 

ergibt.

Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort schlüssig begründete, ist 

für das massgebende Jahr 2018 von einem an die Nominallohnentwicklung 

angepassten Valideneinkommen von Fr. 56'689.-- auszugehen (act. G 9, III. Rz 7.3).

4.1. 

Bezüglich des dem Invalideneinkommen zugrunde zu legenden Einkommens ist 

auf den von der Beschwerdeführerin unbestritten gebliebenen Medianlohn für 

Hilfsarbeiterinnen gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen. 

Dieser beträgt bei einer 41,7-stündigen Arbeitswoche Fr. 54'681.-- (Anhang 2: 

Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 

2022). Zu beachten gilt allerdings, dass der Beschwerdeführerin lediglich noch eine 

tägliche Arbeitszeit von 7,5 Stunden bzw. eine wöchentliche Arbeitszeit von 

37,5 Stunden (7,5 Stunden x 5) zumutbar ist (zum Abstellen auf den Mittelwert der 

gutachterlichen Bandbreite von 7 bis 8 Stunden [IV-act. 71-12] siehe etwa das Urteil 

des Bundesgerichts vom 15. April 2020, 9C_782/2019, E. 2.2). Angepasst an die 

reduzierte Präsenzzeit resultiert ein Einkommen von Fr. 49'174.-- ([Fr. 54'681.-- / 41,7] 

x 37,5), womit sich unter zusätzlicher Anpassung an eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ein 

Einkommen von Fr. 39'339.-- (Fr. 49'174.-- x 0,8) ergibt. Die Beschwerdeführerin 

fordert ohne nähere Begründung wegen der körperlichen Einschränkungen zusätzlich 

die Gewährung eines 25%igen Tabellenlohnabzugs (act. G 1, Rz 32, und act. G 12, 

Rz 20). Allerdings ist nicht erkennbar und auch nicht von der Beschwerdeführerin 

konkret dargelegt worden, dass nicht sämtliche lohnwirksamen Nachteile in der 

gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung, worin namentlich sowohl ein reduziertes 

Pensum als auch eine 20%ige Einschränkung bescheinigt wurde, hinreichend 

Berücksichtigung gefunden hätten. Selbst wenn in der Argumentation der 

Beschwerdeführerin ein Grund für einen Tabellenlohnabzug erblickt werden könnte, 

fiele ein solcher von – wenn überhaupt – höchstens 10 % in Betracht. Bei einem 

10%igen Tabellenlohnabzug würde das Invalideneinkommen Fr. 35'405.-- 

(Fr. 39'339.-- x 0,9) und der Verlust an Erwerbsfähigkeit Fr. 21'284.-- (Fr. 56'689.-- - 

Fr. 35'405.--) betragen, was einen Invaliditätsgrad von aufgerundet 38 % 

(Fr. 21'284.-- / Fr. 56'689.--) ergäbe.

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der 

unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen. Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (act. G 10) ist sie von der 

Bezahlung zu befreien.

5.2. 

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat 

keine Kostennote eingereicht. Der Aktenumfang entspricht höchstens einem 

durchschnittlichen Rentenfall. Die Beschwerdeschrift geht überdies zu einem 

wesentlichen Teil in einer blossen Wiederholung der bereits im Verwaltungsverfahren 

vorgebrachten Argumentation auf (zum Einwand vom 11. Februar 2021, siehe IV-

act. 97). In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen 

(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70; vgl. den Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 24. Oktober 2018, IV 2016/372, E. 7.2). Somit hat der Staat 

den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'400.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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2. Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe 

von Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2022
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung. Beweiskraft des Administrativgutachtens bejaht. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Art. 46 ATSG. Aktenführungspflicht. Die gegen die Praxis der IV-Stelle zur Gestaltung des Aktenverzeichnisses gerichtete Kritik der Beschwerdeführerin ist aufsichtsrechtlicher Natur und bildet nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. März 2022, IV 2021/95).

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		2024-05-26T21:56:39+0200
	"9001 St.Gallen"
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