# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b6b15e0-9e23-525a-a484-dd51d384bbcf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 21.08.2013 B 2013/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2013-47_2013-08-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2013/47

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 21.08.2013

Entscheiddatum: 21.08.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 21.08.2013
Ausländerrecht, Widerruf der Niederlassungsbewilligung.Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
(SR 0.101), Art. 30 Abs. 3 BV (SR 101), Art. 55 Abs. 1 VRP (sGS 951.1). 
Anspruch auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung verneint.Art. 8 
Ziff. 1 EMRK, Art. 5 Abs. 2 und Art. 13 Abs. 1 BV, Art. 63 und Art. 96 AuG 
(SR 142.20). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines rund 26 Jahre 
alten, hier geborenen Kosovaren, der wiederholt eine ausgeprägte soziale 
Gefährlichkeit und Gewaltbereitschaft zum Ausdruck gebracht hat, erweist 
sich als verhältnismässig (Verwaltungsgericht, B 2013/47).

Urteil vom 21. August 2013

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, Dr. B. 

Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiberin lic. iur. R. 

Haltinner-Schillig

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44, 9000 St. 

Gallen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 

St. Gallen,

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Vorinstanz,

betreffend

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y., Staatsangehöriger des Kosovo, wurde am 27. November 1987 in der Schweiz 

geboren und verfügt über die Niederlassungsbewilligung. Er ist ledig und hat keine 

Kinder.

B./ X.Y. wurde wie folgt verurteilt:

1)  Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 5. Juli 2006: Verurteilung 

wegen mehrfacher Verletzung von Verkehrsregeln und Übertretung des 

Strassenverkehrsgesetzes (Führen eines Motorfahrzeuges [Pocket-Bike] ohne 

Führerausweis, Inverkehrbringen eines Motorfahrzeuges in nicht betriebssicherem und 

vorschriftsgemässem Zustand, Führen eines Motorfahrzeuges ohne die 

vorgeschriebene Haftpflichtversicherung, Inverkehrbringen eines Motorfahrzeuges 

ohne den erforderlichen Fahrzeugausweis und Kontrollschild) zu einer Busse von 

Fr. 300.--;

2)  Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. November 2007: 

Verurteilung wegen versuchten Raubs, Drohung und Tätlichkeit zu einer unter 

Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 

55 Tagessätzen à je Fr. 100.-- und einer Busse von Fr. 1'000.--;

3)  Bussenverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 9. Februar 2009: 

Verurteilung wegen Führen eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand 

[Blutalkoholkonzentration mindestens 1,11‰] und Verletzung von Verkehrsregeln zu 

einer unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren bedingt ausgesprochenen 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen à je Fr. 60.-- und einer Busse von Fr. 1'500.--. Die 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich Limmat vom 20. November 2007 

ausgesprochene Probezeit wurde um ein Jahr verlängert;

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4)  Strafverfügung des Bezirksamtes Münchwilen vom 10. August 2009: Verurteilung 

wegen Verletzung der Verkehrsregeln (Nichtgewähren des Vortrittsrechts 

[Verkehrsunfall mit Sachschaden]) zu einer Busse von Fr. 400.--;

5)  Entscheid des Kreisgerichtes Wil vom 17. August 2011: Verurteilung wegen 

vorsätzlicher Tötung, mehrfacher versuchter Tötung und mehrfacher vorsätzlicher 

einfacher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren. Es wurde eine 

ambulante psychotherapeutische Behandlung mit ärztlich kontrollierter 

Alkoholabstinenz angeordnet. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 20. November 2007 und mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes 

St. Gallen vom 9. Februar 2009 bedingt ausgesprochenen Geldstrafen wurden 

widerrufen bzw. für vollziehbar erklärt.

C./ Am 26. Juni 2012 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von 

X.Y. und wies ihn an, die Schweiz am Tag der Entlassung aus dem Strafvollzug zu 

verlassen. Die Verfügung wird damit begründet, X.Y. habe in strafrechtlicher Hinsicht 

zu sehr schweren Klagen Anlass gegeben und per 9. Dezember 2011 seien offene 

Betreibungen im Betrag von Fr. 7'487.70 verzeichnet gewesen. Er habe sein Gastrecht 

in der Schweiz in schwerwiegender Weise missbraucht und den Widerrufsgrund von 

Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 

142.20, abgekürzt AuG) gesetzt. Sodann überwiege das öffentliche Interesse an der 

Fernhaltung von X.Y. sein privates Interesse, in der Schweiz bleiben zu können.

D./ Am 10. Juni 2012 erhob X.Y., vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, 

St. Gallen, Rekurs gegen die Verfügung des Migrationsamtes vom 26. Juni 2012. Er 

stellte das Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und vom 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei abzusehen.

Am 20. Juli 2012 ermächtigte das Amt für Justizvollzug die Direktion der Strafanstalt 

Saxerriet X.Y. zusätzlich zum fünfstündigen Ausgang monatlich einen Tagesurlaub von 

maximal zwölf Stunden (ohne Übernachtung) zur Kontaktpflege mit seiner Familie zu 

bewilligen (act. 3 der Vorinstanz). Mit einem im Juli 2012 verfassten Schreiben führte 

der Gefängnisseelsorger aus, bei X.Y. handle es sich um einen sympathischen, 

ehrlichen und engagierten Menschen, weshalb vom Entzug des Niederlassungsrechts 

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abzusehen sei (act. 6 der Vorinstanz). Am 19. Oktober 2012 wies das Amt für 

Justizvollzug ein Gesuch X.Y.s um Bewilligung eines Arbeitsexternates ab (act. 10 der 

Vorinstanz). Am 8. November 2012 wurde ein neuerliches Gesuch abschlägig beurteilt 

(act. 12 der Vorinstanz). Am 30. November 2012 beantragten die Psychiatrie-Dienste 

Süd dem Direktor der Strafanstalt Saxerriet, die seit Oktober 2011 andauernde 

ambulante Psychotherapie mit X.Y. sei aufzuheben (Therapiebericht, act. 14 der 

Vorinstanz). Am 14. Dezember 2012 verfügte das Sicherheits- und Justizdepartement, 

die Strafanstalt Saxerriet könne X.Y. Übernachtungsurlaube bewilligen, wobei die 

Abwesenheit von der Anstalt nicht länger als 48 Stunden dauern dürfe. Das Gesuch um 

Zulassung zum Arbeitsexternat wurde abgewiesen (act. 15 der Vorinstanz). Am 

28. Januar 2013 nahm X.Y. durch seine Rechtsvertreterin Stellung zum Therapiebericht 

und zur Verfügung vom 14. Dezember 2012 (act. 20 der Vorinstanz) und am 

20. Februar 2013 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs ab.

E./ Am 8. März 2013 erhob X.Y. durch seine Rechtsvertreterin gegen den Entscheid 

des Sicherheits- und Justizdepartements vom 20. Februar 2013 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht. Er beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es 

sei vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung abzusehen. Eventuell sei der 

angefochtene Entscheid aufzuheben und es sei die Sache zur Neuabklärung und zum 

neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Am 3. Mai 2013 verzichtete das 

Sicherheits- und Justizdepartement auf eine Stellungnahme und beantragte, die 

Beschwerde sei abzuweisen.

Am 12. Juli 2013 verfügte das Sicherheits- und Justizdepartement, X.Y. werde bei 

klaglosem Verhalten bedingt aus der Strafanstalt Saxerriet entlassen, sofern er sich 

über eine Unterkunft und eine geeignete Arbeit ausweisen könne, sein Lebensunterhalt 

gesichert sei und die Nachbetreuung durch die Bewährungshilfe sowie die 

Abstinenzkontrollen geregelt seien, frühestens aber am 30. Juli 2013. Der Strafrest 

betrage bei der Entlassung zu diesem Zeitpunkt 608 Tage (Ziff. 1). Die Probezeit für 

den nicht verbüssten Strafrest daure bis 30. März 2015. Für die Dauer der Probezeit 

werde eine Bewährungshilfe angeordnet. X.Y. habe mit der zuständigen 

Betreuungsperson zusammenzuarbeiten und die getroffenen Vereinbarungen 

einzuhalten. Sollte X.Y. die Schweiz während der Probezeit verlassen müssen, würde 

die Bewährungshilfe dahinfallen (Ziff. 2). X.Y. wurde längstens für die Dauer der 

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Probezeit angewiesen, sich den angeordneten Urin-, Blut- und Haarkontrollen zur 

Überprüfung der Alkohol- und Drogenabstinenz zu unterziehen und über seine 

Beziehungsgestaltung und über Krisen/Belastungen aktiv, wahrheitsgetreu und 

transparent Auskunft zu erteilen (Ziff. 3). Weiter wurde angeordnet, X.Y. habe mit der 

Anordnung des Vollzugs der Reststrafe zu rechnen, wenn er innerhalb der Probezeit 

erneut straffällig werde, insbesondere auch wenn er sich widerrechtlich in der Schweiz 

aufhalte oder widerrechtlich einreise, die erteilten Weisungen missachte oder nicht mit 

der Bewährungshilfe zusammenarbeite. Wenn er sich bis zum Ablauf der Probezeit 

bewähre, sei die Entlassung endgültig. Vorbehalten bleibe eine Verlängerung der 

Bewährungshilfe durch das Gericht (Ziff. 4).

Die Verfügung betreffend die bedingte Entlassung X.Y.s wurde seiner Rechtsvertreterin 

am 15. Juli 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt. Am 14. August 2013 teilte diese mit, ihr 

Mandant sei in der Zwischenzeit bedingt aus der Haft entlassen worden und wohne an 

der Z.-strasse 00 in A. Am 19. August 2013 gab die Rechtsvertreterin von X.Y. den 

Vollzugsbericht der Strafanstalt Saxerriet vom 23. Mai 2013, mit welchem die bedingte 

Entlassung beantragt wird, als Beweismittel zu den Akten, ebenso eine Stellungnahme 

der Psychiatrie-DiensteSüd vom 1. Juli 2013. Sie ersuchte darum, die Berichte sowie 

der Umstand, dass X.Y. über eine Arbeitsstelle bei der Versandfirma Q. GmbH verfüge, 

seien in die Beurteilung miteinzubeziehen. Am 20. August 2013 wurden die neu 

eingereichten Unterlagen sowohl den Richtern als auch der Vorinstanz zugestellt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei eine mündliche Verhandlung durchzuführen. 

Er beruft sich auf Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK), Art. 30 der Bundesverfassung (SR 101, 

abgekürzt BV) und Art. 55 VRP und begründet dies damit, weil der zu beurteilenden 

Konstellation grundsätzliche Bedeutung zukomme, erscheine es zweckmässig, dass 

die Mitglieder des Gerichts einen persönlichen Eindruck von ihm erhalten würden.

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Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist auf ausländerrechtliche Verfahren nicht anwendbar, weshalb 

gestützt auf diese Vorschrift kein Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung besteht 

(VerwGE B 2012/76 vom 11. Dezember 2012 E. 2 mit Hinweis auf BGer 2C_344/2011 

vom 21. September 2011 E. 3 mit Hinweis auf BGer 2A.284/2001 vom 9. Oktober 2001 

E. 2, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Art. 30 Abs. 3 BV, auf den sich der 

Beschwerdeführer ebenfalls beruft, verleiht dem Rechtssuchenden kein Recht auf eine 

öffentliche Verhandlung, sondern garantiert einzig, dass eine von Art. 6 Ziff. 1 EMRK 

oder vom einschlägigen Verfahrensrecht vorgeschriebene mündliche Verhandlung 

grundsätzlich öffentlich sein muss (vgl. BGE 128 I 288 E. 2.3-2.6).

Nach Art. 55 Abs. 1 VRP wird eine mündliche Verhandlung angeordnet, wenn sie zur 

Wahrung der Parteirechte notwendig ist oder zweckmässig erscheint. Dem anwaltlich 

vertretenen Beschwerdeführer war es indessen im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 

möglich, seinen Rechtsstandpunkt ausführlich zum Ausdruck zu bringen. Zur Wahrung 

seiner Parteirechte ist eine mündliche Verhandlung deshalb nicht erforderlich, und es 

besteht auch aus Zweckmässigkeitsüberlegungen kein Anlass, eine solche 

durchzuführen. Dem Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung wird 

deshalb nicht entsprochen.

3. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a in 

Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG gesetzt zu haben. Die Vorinstanz hat es offen 

gelassen, ob die Voraussetzungen von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ebenfalls erfüllt seien. 

Strittig ist, ob der angefochtene Entscheid verhältnismässig ist bzw. ob das öffentliche 

Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers sein privates Interesse am 

Verbleib in der Schweiz überwiegt.

4. Der Beschwerdeführer beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, weil 

die Vorinstanz sein rechtliches Gehör verletzt habe. Er begründet dies damit, die 

Vorinstanz sei in keiner Weise auf seinen Beweisantrag, es sei ein aktueller 

Führungsbericht der Strafanstalt Saxerriet einzuholen, eingegangen. Sie habe 

insbesondere auch darauf verzichtet, darzulegen, warum diese Beweisabnahme aus 

ihrer Sicht nicht erforderlich sei. Für den Fall, dass die Voraussetzungen für eine 

Rückweisung aus Sicht des Verwaltungsgerichts nicht erfüllt sind, stellt der 

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Beschwerdeführer den Antrag, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens sei ein aktueller 

Führungsbericht einzuholen.

4.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig 

angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht 

erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache 

Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).

4.2. Nach Art. 63 AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden. Die 

Massnahme muss - wie jedes staatliche Handeln - verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 

BV, Art. 96 AuG). Die Notwendigkeit der Prüfung der Verhältnismässigkeit ergibt sich 

auch aus Art. 8 EMRK und aus Art. 13 BV.

4.3. Zwecks Beurteilung der Frage, ob der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung

verhältnismässig ist, sind bei Ausländern der zweiten Generation namentlich folgende 

Elemente massgebend: die Schwere des Delikts und das Verschulden des Betroffenen, 

der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während dieses 

Zeitraums, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit 

sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile (BGE 139 I 19 E. 2.2.1. mit 

Hinweis auf BGE 135 II 377 E. 4.3). Ausgangspunkt und Massstab für die 

Interessenabwägung ist das Verschulden des Ausländers. Dieses findet vorab im vom 

Strafrichter verhängten Strafmass seinen Ausdruck. Die Behörde hat sich dabei mit den 

Erwägungen des Strafrichters auseinanderzusetzen, um zu einer eigenen 

Gefahrenprognose zu kommen.

Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier 

aufhält, ist nur mit Zurückhaltung bzw. nur bei wiederholter bzw. schwerer 

Straffälligkeit zu widerrufen. Ein Widerruf ist bei Gewalt-, Sexual- und 

Betäubungsmitteldelikten bzw. wiederholter Straffälligkeit aber selbst dann nicht 

ausgeschlossen, wenn der Ausländer hier geboren ist und sein ganzes Leben hier 

verbracht hat. Bei schweren Straftaten und wiederholter Delinquenz besteht - 

überwiegende private oder familiäre Bindungen vorbehalten - auch in diesen Fällen ein 

schutzwürdiges öffentliches Interesse daran, die Anwesenheit des Ausländers zu 

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beenden (BGE 139 I 19 E. 2.2.1 mit Hinweis auf BGer 2C_562/2011 vom 21. November 

2011 E. 3.3, EGMR Nr. 41548/06 vom 13. Oktober 2011, BGer 2C_903/2010 vom 6. 

Juni 2011 E. 3.1, BGE 130 II 176 E. 4.4.2 und 122 II 433 E. 3; vgl. auch VerwGE B 

2012/76 vom 11. Dezember 2012 E. 4.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). 

Ausschlaggebend ist die Verhältnismässigkeit der Massnahme im Einzelfall, die 

praxisgemäss gestützt auf die gesamten wesentlichen Umstände geprüft werden muss 

(BGer 2C_160/2009 vom 1. Juli 2009 E. 3.1, BGer 2A.71/2007 vom 7. Mai 2007 E. 3.2).

Zwar sieht Art. 121 Abs. 3 BV neu vor, dass ein Ausländer unabhängig von seinem 

ausländerrechtlichen Status sein Aufenthaltsrecht sowie alle Rechtsansprüche auf 

Aufenthalt in der Schweiz verliert, wenn er u.a. wegen eines vorsätzlichen 

Tötungsdelikts oder Raubs rechtskräftig verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat 

aber zum einen entschieden, dass diese Bestimmung nicht direkt anwendbar sei, und 

zum andern, dass mit Blick auf die EMRK dennoch eine Interessenabwägung 

vorgenommen und den Aspekten Rechnung getragen werden müsse, die mit der 

Beendigung des Aufenthalts in der Schweiz auf das Privat- und Familienleben 

verbunden seien (VerwGE B 2012/127 vom 12. März 2013 E. 3.1, abrufbar 

unterwww.gerichte.sg.ch, mit Hinweis auf BGE 139 I 16 ff. E. 4.3.4 und 5.3).

In Betracht fällt weiter, dass ausserhalb des Geltungsbereichs des 

Freizügigkeitsabkommens bei schweren Straftaten zum Schutz der Öffentlichkeit selbst 

ein geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen wesentlicher Rechtsgüter nicht in 

Kauf genommen werden muss (BGer 139 I 20 E. 2.2.1 mit Hinweis auf BGE 130 II 176 

E. 4.2-4.4 mit Hinweisen; vgl. auch VerwGE B 2012/76 vom 11. Dezember 2012 E. 4.1 

mit Hinweisen, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Während sich das Strafrecht auf 

die Resozialisierungschancen des Straftäters fokussiert, steht für die 

Ausländerbehörden das Interesse an der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im 

Vordergrund. Sie haben eine umfassende Interessenabwägung aller öffentlichen und 

privaten Interessen vorzunehmen, woraus sich ein im Vergleich mit den Straf- und 

Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmassstab ergibt (VerwGE B 2012/248 

vom 12. März 2013 E. 3.2 mit Hinweis auf BGer 2C_218/2011 vom 4. Januar 2012 E. 

3.3.1 mit Hinweisen, BGer 2C_1026/2011 vom 23. Juli 2012 E. 4.2 mit Hinweisen und 

BGE 120 Ib 129 E. 5b). Weil das Freizügigkeitsabkommen nicht zur Anwendung 

kommt, darf zudem auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen 

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werden (BGer 2C_13/2011 vom 22. März 2011 E. 2.2 mit Hinweis auf BGer 2C_36/2009 

vom 20. Oktober 2009 E. 2.1).

Schliesslich kommt einem Wohlverhalten in Unfreiheit, während der strafrechtlichen 

Probezeit oder unter dem Druck eines hängigen Bewilligungsverfahrens im 

Zusammenhang mit der Frage, ob eine Wegweisung gerechtfertigt sei, nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur untergeordnete Bedeutung zu (vgl. Zünd/

Hugi Yar, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, 

insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in: EuGRZ 2013/13 mit 

Hinweisen). Auch genügt der Umstand allein, dass jemand im Strafvollzug zu keinen 

Klagen Anlass gibt, nicht, um eine Rückfallgefahr auszuschliessen. Eine andere 

Wertung würde aus Sicht des Bundesgerichts bedeuten, dass eine Wegweisung umso 

weniger in Frage käme, je höher das Strafmass ausfällt (VerwGE B 2012/141 vom 

24. Januar 2013 E. 2.3. mit Hinweis auf BGer 2A.688/2005 vom 4. April 2006 E. 3.1.3 

mit Hinweisen, BGer 2C_194/2008 vom 18. April 2008 E. 5.3 und BGE 114 Ib 4 E. 3b, 

abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Angesichts der vergleichsweise engmaschigen 

Betreuung und intensiven Kontrolle in einer Strafanstalt wird dort ein tadelloses 

Verhalten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung allgemein erwartet und dies 

lässt keine zuverlässigen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten in Freiheit zu (BGer 

2C_262/2010 vom 9. November 2010 E.3.3.2 mit Hinweis auf BGE 114 Ib 1 E. 3b f.). 

Auch aus dem Umstand, dass ein Straftäter bedingt aus dem Strafvollzug entlassen 

wird, kann nicht geschlossen werden, es gehe keine Gefahr mehr von ihm aus, zumal 

die bedingte Entlassung die Regel und die Verweigerung der bedingten Entlassung die 

Ausnahme ist (VerwGE B 2012/141 vom 24. Januar 2013 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 

130 II 188 E. 4.3.3 mit Hinweisen, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).

4.4. Gemäss den Ausführungen im angefochtenen Entscheid, die auf den 

Sachdarstellungen des Kreisgerichts Wil beruhen (Strafurteil vom 17. August 2011, act. 

159-176 des Migrationsamtes) ging der stark betrunkene Beschwerdeführer am 

29. März 2010 an die V.-strasse 01 in Wil und klingelte beim Studio "P.". B.C., die sich 

zu diesem Zeitpunkt mit D.E. und F.G. im Studio befand, betätigte den Türöffner, 

worauf sich der Beschwerdeführer zu ihrer Türe begab. Weil B.C. auf dem Monitor der 

Überwachungskamera gesehen hatte, dass der Beschwerdeführer schwankte und sie 

deshalb davon ausging, er sei betrunken, wollte sie ihn nicht empfangen. Daraufhin 

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ging F.G. vor die Studiotüre und stiess den Beschwerdeführer weg. Während der 

Auseinandersetzung, die folgte, stach der Beschwerdeführer H.J. mit einem 30 cm 

langen Fleischmesser, das er nach Würdigung des Kreisgerichts Wil in der Absicht 

mitgenommen hatte, sich selber ein Leid anzutun, und nicht um jemanden 

umzubringen, in den Bauch und ins Gesäss, wodurch sie an inneren Verletzungen 

verblutete. F.G. durchstach er einen Oberschenkel. Weiter griff der Beschwerdeführer 

D.E. an, indem er in Richtung deren Hals stach, sie jedoch nicht traf, da sie dem Angriff 

ausweichen konnte. Beim Verlassen des Treppenhauses in Richtung Hausausgang 

stach der Beschwerdeführer noch auf K.L. ein und verletzte diese durch einen Stich im 

Oberarm.

Das Kreisgericht Wil geht von einem schweren Verschulden des Beschwerdeführers 

aus. Es hält u.a. fest, der Beschwerdeführer habe mit dem Messer wahllos um sich 

gestochen und es sei ihm gleichgültig gewesen, wie und wo er die Personen, die sich 

am Tatort befunden hätten, treffe. Er habe schwere bzw. tödliche Verletzungen in Kauf 

genommen, obschon er der Situation problemlos hätte ausweichen können, wenn er 

das Gebäude verlassen hätte. Strafschärfend würdigte das Gericht, dass der 

Beschwerdeführer zwei weitere Personen zu töten versucht und in zwei Fällen 

zusätzlich eine Körperverletzung begangen hatte. Straferhöhend berücksichtigte das 

Gericht die Vorstrafen des Beschwerdeführers, insbesondere diejenige aus dem Jahr 

2007 wegen versuchten Raubs, Drohung und Tätlichkeit, und den Umstand, dass er 

damit bereits Gewaltdelikte begangen hatte. Gemäss Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. November 2007 (act. 64-67 des 

Migrationsamtes) hat der Beschwerdeführer am 7. Juli 2007, um 03.15 Uhr, M.O. im 

1. Untergeschoss des Hauptbahnhofs Zürich mit dem Fuss ins Genick getreten. Weiter 

hat er gedroht, er werde M.O. mit dem Schlüssel ins Auge stechen und ihn mit einem 

Messer ausbeinen. Sodann hat der Beschwerdeführer M.O. aufgefordert, ihm sein 

Mobiltelefon auszuhändigen, was durch das Eingreifen der Bahnpolizei verhindert 

werden konnte. Strafmildernd fiel für das Kreisgericht Wil die aufrichtige Reue und die 

persönliche Entschuldigung des Beschwerdeführers bei den anwesenden Opfern ins 

Gewicht. Leicht strafmildernd wirkte sich die Tatsache aus, dass sich der 

Beschwerdeführer grundsätzlich in einer Notsituation befunden, sich aber mit völlig 

unverhältnismässigen Mitteln verteidigt hatte. Als erheblich strafreduzierend erachtete 

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das Gericht die äusserst stark verminderte Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers 

wegen schwerer Alkoholintoxikation.

4.5. Mit seinem strafrechtlich relevanten Verhalten hat der Beschwerdeführer, der sich 

seit dem Abschluss der Untersuchungshaft bzw. seit dem 31. Juli 2010 im Strafvollzug 

befand, wiederholt eine ausgeprägte soziale Gefährlichkeit und Gewaltbereitschaft zum 

Ausdruck gebracht. Er hat im März 2010 ein äusserst schwerwiegendes Gewaltdelikt 

begangen, obschon ihm mit Strafbefehl vom 20. November 2007 der bedingte 

Strafvollzug in der Annahme gewährt worden war, aufgrund seines heutigen Verhaltens 

könne davon ausgegangen werden, er werde aus der Bestrafung die nötigen Lehren 

ziehen (act. 65 des Migrationsamtes). Dies war offensichtlich nicht der Fall.

4.6. Der Beschwerdeführer macht geltend, der angefochtene Entscheid sei 

unverhältnismässig, weil das Tötungsdelikt über drei Jahre zurückliege und er sich 

während dieser Zeit im Strafvollzug wohlverhalten habe. Sodann habe der Facharzt für 

Psychiatrie am 30. November 2012 die Beendigung der ambulanten 

psychotherapeutischen Behandlung, zu der ihn das Kreisgericht Wil verpflichtet habe, 

beantragt, weil keine therapierbare psychische Erkrankung erkennbar und die 

Deliktrekonstruktion soweit wie möglich abgeschlossen sei. Aus Sicht des Therapeuten 

sei eine erhöhte Gefährdung für die Umgebung aus psychiatrischer Sicht nicht (mehr) 

gegeben.

Wie ausgeführt muss bei schweren Straftaten, wie sie der Beschwerdeführer begangen 

hat, zum Schutz der Öffentlichkeit selbst ein geringes Rückfallrisiko nicht 

hingenommen werden und guter Führung im Strafvollzug kommt bezüglich des 

künftigen Verhaltens des Ausländers in Freiheit nur untergeordnete Bedeutung zu. 

Unbestritten ist sodann, dass der Beschwerdeführer im Strafvollzug zu keinen Klagen 

Anlass gegeben hat. Demzufolge ist nicht ersichtlich, weshalb für die Vorinstanz Anlass 

bestanden haben sollte, mittels Führungsbericht der Strafanstalt Saxerriet im Hinblick 

auf eine Prognose abzuklären, wie es sich damit genau verhält. Die Einschätzung, 

wonach sich der Beschwerdeführer in der Strafanstalt Saxerriet wohlverhalten hat, 

kommt im Übrigen auch in der Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements 

vom 12. Juli 2013 betreffend bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug und im 

Vollzugsbericht der Strafanstalt vom 23. Mai 2013 zum Ausdruck. Was die 

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Rückfallgefahr anbetrifft, wird im angefochtenen Entscheid aber auf den 

Therapiebericht Bezug genommen und ausführt, gestützt darauf ergebe sich, dass eine 

solche nicht ausgeschlossen werden könne. Danach setze eine günstige Prognose 

bezüglich eines Rückfalls voraus, dass der Beschwerdeführer keinen Alkohol und keine 

Drogen konsumiere. Sodann halte die Fachperson fest, obschon sich keine Hinweise 

auf das Persistieren einer Alkoholproblematik ergeben würden, werde "in diesem 

Problembewältigungsmuster zeitlebens ein Gefährdungspotential auch für die 

zukünftige Legalbewährung liegen".

4.7. Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe sein rechtliches Gehör 

verletzt, erweist sich somit als unbegründet. Die Vorinstanz durfte ohne weitere 

Abklärungen davon ausgehen, das Verschulden des Beschwerdeführers wiege aus 

ausländerrechtlicher Sicht sehr schwer und im Interesse der öffentlichen Sicherheit und 

Ordnung bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung und an seiner Wegweisung aus der Schweiz.Ebenfalls 

abzuweisen ist demzufolge der Antrag, im Rahmen des verwaltungsgerichtlichen 

Verfahrens sei bei der Strafanstalt Saxerriet ein Führungsbericht einzuholen, zumal 

dem Gericht sowohl die Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements vom 

12. Juli 2013 betreffend bedingte Entlassung mit ausführlicher Begründung (act. 10) als 

auch der Vollzugsbericht der Strafanstalt Saxerriet vom 23. Mai 2013 und eine 

Stellungnahme der Psychiatrie-Dienste Süd vom 1. Juli 2013 (Beilagen zu act. 13) 

vorliegen.

5. Der Beschwerdeführer beruft sich weiter auf BGE 139 I 20 E. 2.2.2 und vertritt den 

Standpunkt, die Würdigung aller dort aufgeführten Elemente ergebe, dass sein privates 

Interesse in seiner Eigenschaft als Ausländer der zweiten Generation gegenüber dem 

öffentlichen Interesse an seiner Wegweisung aus der Schweiz überwiege.

5.1. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 

(EGMR) zu Art. 8 EMRK sind im Rahmen der Beurteilung der Zulässigkeit 

aufenthaltsbeendender Massnahmen bei Ausländern der zweiten Generation die 

gleichen Elemente ausschlaggebend wie nach der bundesgerichtlichen Praxis (vgl. E. 

4.3), nämlich: Art und Schwere der vom Betroffenen begangenen Straftaten, wobei 

besonders ins Gewicht fällt, ob er diese als Jugendlicher oder als Erwachsener 

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begangen und es sich dabei um Gewaltdelikte gehandelt hat oder nicht, die Dauer des 

Aufenthalts im Land, die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das Verhalten des 

Betroffenen während dieser, die sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum 

Aufenthaltsstaat und zum Herkunftsland, sein gesundheitlicher Zustand sowie die mit 

der aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundene Dauer der Fernhaltung. Nach der 

Praxis des EGMR überwiegt bei Betäubungsmitteldelikten (ohne Konsum) regelmässig 

das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts, falls keine besonderen 

persönlichen oder familiären Bindungen im Aufenthaltsstaat bestehen; ist die 

betroffene Person ledig und kinderlos, setzt sich tendenziell das öffentliche 

Fernhalteinteresse durch, sofern das Strafmass drei Jahre Freiheitsstrafe erreicht oder 

weitere erhebliche Delikte hinzukommen (BGE 139 I 20 E. 2.2.2 mit Hinweisen).

5.2. Der Beschwerdeführer hat im Alter von 20 bzw. 23 Jahren Gewaltdelikte begangen 

und ist am 17. August 2011 wegen vorsätzlicher Tötung, mehrfacher versuchter Tötung 

und mehrfacher vorsätzlicher einfacher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 5 

Jahren verurteilt worden, wobei das Kreisgericht Wil von einer Einsatzstrafe von 15 

Jahren ausging. Mit den verübten Straftaten hat er eine ausgeprägte 

Gewaltbereitschaft und eine Geringschätzung der körperlichen Integrität anderer 

Menschen zum Ausdruck gebracht. Wie ausgeführt (Ziff. 4 hiervor), ist in Anbetracht 

des erheblichen Verschuldens des Beschwerdeführers ein hohes öffentliches Interesse 

ausgewiesen, dass er aus der Schweiz weggewiesen wird.

5.2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, wie sich aus dem Therapiebericht ergebe, 

gehe von ihm keine erhöhte Rückfallgefahr mehr aus, und beantragt, es sei 

diesbezüglich ein durch eine unabhängige Fachperson zu erstellendes psychiatrisches 

Gutachten einzuholen. Er begründet dies damit, die Tat vom März 2010 habe im 

Zusammenhang mit depressiv-suizidalen Tendenzen und starker Alkoholisierung 

gestanden und er habe sich seither positiv entwickelt.

Zutreffend ist, dass im Therapiebericht unter bestimmten Prämissen (kein Alkohol- und 

Drogenkonsum) von einem geringen Rückfallrisiko des Beschwerdeführers 

ausgegangen wird. Es wird aber ausdrücklich der Vorbehalt gemacht, die 

Problembewältigung mittels Alkohol werde zeitlebens ein Gefährdungspotential für die 

Legalbewährung des Beschwerdeführers darstellen. Diese Einschätzung wird u.a. auch 

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damit begründet, es würden psycho-dynamische Gründe vorliegen - der verstorbene 

Vater des Beschwerdeführers sei gemäss eigenen Angaben alkoholabhängig gewesen 

und es habe intrafamiliär erheblichen Stress gegeben - weshalb nicht gänzlich 

ausgeschlossen werden könne, dass der Beschwerdeführer seinen Alkoholkonsum 

bagatellisiere (Therapiebericht S. 3 unten). Wie ausgeführt, wird auch in der Verfügung 

des Sicherheits- und Justizdepartements vom 12. Juli 2013 betreffend bedingte 

Entlassung festgehalten, aus fachlicher Sicht sei von einem geringen Rückfallrisiko 

auszugehen. Sowohl nach Auffassung der therapeutischen Fachperson wie auch des 

übrigen Betreuungsumfeldes in der Strafanstalt Saxerriet sei aber grösster Wert auf die 

Drogen- und Alkoholabstinenz des Beschwerdeführers zu legen. Diese Kontrolle sei 

notwendig, weil ein Wiederaufflackern der Suchtproblematik zu einer Destabilisierung 

der Gesamtsituation führen und das Risiko allfälliger schwerer Straftaten verschärfen 

könnte. Aus den am 19. August 2013 eingereichten Unterlagen ergeben sich 

diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse von wesentlicher Bedeutung. In der 

Stellungnahme der Psychiatrie-Dienste Süd vom 1. Juli 2013 wird festgehalten, aus 

psychiatrischer Sicht sei eine Psychotherapie aktuell nicht notwendig. Wichtig sei 

demgegenüber die Kontrolle eines Alkohol- und Drogenkonsums. Hierzu sollte ein 

regelmässiges nur kurzfristig angekündigtes Screening stattfinden. Sodann sollten die 

immunologischen Testverfahren im Urin und im Blutserum zwei Mal im Jahr durch eine 

Haaranalyse auf Alkohol ergänzt werden.Aktenkundig ist weiter, dass es das 

Sicherheits- und Justizdepartement am 14. Dezember 2012 abgelehnt hat, die 

ambulante Behandlung entsprechend dem Antrag des Therapeuten aufzuheben 

(act. 15 der Vorinstanz). Der Entscheid wird damit begründet, auf den 

Beschwerdeführer würden neue Anforderungen zukommen, so auch die drohende 

Wegweisung aus der Schweiz. Es erscheine wichtig und wertvoll, dass er in dieser 

Phase weiter therapeutisch behandelt werde. Einerseits gehe es darum, 

Belastungssituationen rechtzeitig zu erkennen und aufzufangen, andererseits darum, 

dass im Sinn eines Risikomonitorings überprüft werden könne, ob der 

Beschwerdeführer in solchen Belastungssituationen tatsächlich in der Lage sei, 

tragfähige Bewältigungsstrategien anzuwenden. Schliesslich kann der Stellungnahme 

der Psychiatrie-Dienste Süd vom 1. Juli 2013 entnommen werden, es wäre nicht 

verwunderlich, wenn beim Beschwerdeführer nach demjahrelangen 

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Gefängnisaufenthalt bei der Rückkehr in den zivilen Alltag eine "Irritation" auftreten 

würde, wobei seine Motivation für eine ambulante Psychotherapie nicht allzu hoch sei.

Somit muss davon ausgegangen werden, es bestehe nach wie vor das Risiko, dass der 

Beschwerdeführer in Belastungssituationenrückfällig werden und erneut wesentliche 

Rechtsgüter beeinträchtigenkönnte. Ein Rückfall kann nicht ausgeschlossen werden. 

Demzufolgeist es nicht erforderlich, den Sachverhalt diesbezüglich weiter abzuklären 

und dem Antrag des Beschwerdeführers, im Hinblick auf die Rückfallgefahr sei ein 

psychiatrisches Gutachten zu erstellen, zu entsprechen.

5.2.2. Der Beschwerdeführer beruft sich weiter darauf, während der schwierigen Zeit im 

Strafvollzug sei es ihm gelungen, den engen Kontakt zu seiner Familie, seinen 

Freunden und der Freundin aufrechtzuerhalten, weshalb sein Recht auf Familienleben 

nach Art. 8 EMRK verletzt werde, wenn er die Schweiz verlassen müsse.

Art. 8 EMRK gewährleistet den Schutz des Familienlebens, verschafft aber keinen 

Anspruch auf Aufenthalt in einem bestimmten Konventionsstaat. Hat ein Ausländer 

nahe Verwandte mit einem gefestigten Aufenthaltsrecht in der Schweiz, und ist diese 

familiäre Beziehung intakt und wird sie tatsächlich gelebt, so kann es das in Art. 8 Ziff. 

1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens 

verletzen, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird (BGE 131 II 350 

E. 5, 130 II 285 E. 3.1; vgl. auch BGer 2C_1065/2012 vom 2. Juli 2013 E. 2.4).). Das 

geschützte Familienleben beschränkt sich grundsätzlich auf die Kernfamilie bzw. die 

Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 129 II 11 E. 2). 

Nach der neueren Rechtsprechung des EGMR kann der Begriff "Familienleben" das 

Zusammenleben ausserhalb der Ehe umfassen, wobei unter anderem zu 

berücksichtigen ist, ob und wie lange die Partner zusammenleben und ob sie 

gemeinsame Kinder haben. Das Bundesgericht hat für die Berufung auf Art. 8 Ziff. 1 

EMRK in diesem Zusammenhang stets vorausgesetzt, dass die Partner 

zusammenleben, wobei die Dauer von eineinhalb Jahren grundsätzlich nicht genügt. 

Lebt das Paar nicht seit längerer Zeit in einer echten eheähnlichen Gemeinschaft, sind 

konkrete Heiratspläne notwendig, welche sich beispielsweise in der Bekanntmachung 

der Eheschliessung äussern können (BGer 2C_856/2012 vom 25. März 2013 E. 6.3 mit 

Hinweisen).

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Der Beschwerdeführer ist rund 26 Jahre alt. Somit ist er nicht mehr auf den Beistand 

seiner Mutter und gegebenenfalls seiner Brüder angewiesen, abgesehen davon, dass 

die Beziehung zum älteren Bruder schwierig war (vgl. Therapiebericht S. 2 unten). Der 

Beschwerdeführer ist unverheiratet und kinderlos, macht aber geltend, er habe eine 

Lebenspartnerin, die in Wil lebe. Er verzichtet aber darauf, nähere Angaben bezüglich 

der Dauer und der Intensität dieser Beziehung zu machen. Somit ist nicht davon 

auszugehen, er könnte gestützt darauf Ansprüche nach Art. 8 EMRK zum Verbleib in 

der Schweiz ableiten. Der Beschwerdeführer beruft sich zwar darauf, der EGMR habe 

kürzlich entschieden, das Recht auf Familienleben sei auch bei längeren 

Gefängnisstrafen höher zu gewichten als das öffentliche Interesse an der Wegweisung 

des Ausländers (affaire Udeh c. Suisse, requête n 12020/09 arrêt du 16. avril 2013, 

abrufbar unter www.reworld.org). Zutreffend ist, dass der EGMR am 16. April 2013 

entschieden hat, es sei mit Art. 8 Ziff. 1 EMRK unvereinbar, einen Nigerianer, dessen 

Aufenthaltsbewilligung entzogen worden war, aus der Schweiz wegzuweisen. Die 

Umstände, die diesem Urteil zugrunde liegen, unterscheiden sich aber wesentlich von 

denjenigen, die im vorliegenden Fall zu beurteilen sind. Der Nigerianer, der zu 42 

Monaten Freiheitsstrafe wegen Kokainhandels verurteilt worden war, ist Vater von im 

Jahr 2003 geborenen Zwillingen mit Schweizer Bürgerrecht, und es war auch von 

Seiten des Bundesgerichts unbestritten, dass er zu den Kindern und zur von ihm 

geschiedenen Mutter der Zwillinge "une relation réelle et étroite" unterhält. Der EGMR 

erachtete das Interesse der beiden Mädchen, in Gegenwart beider Elternteile 

aufwachsen zu können, deshalb als erheblich, zumal es davon ausging, es könne nicht 

erwartet werden, dass die geschiedene Frau des Beschwerdeführers mit den Kindern 

nach Nigeria auswandere.

Es ergibt sich somit, dass sich der Beschwerdeführer nicht mit Erfolg darauf berufen 

kann, Art. 8

Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV würden verletzt, wenn ihm das Recht auf 

Anwesenheit in der Schweiz untersagt werde. Es ist ihm möglich und zumutbar, den 

Kontakt zu seinen hier lebenden Bezugspersonen auf elektronischem und 

telefonischem Weg sowie im Rahmen von gegenseitigen Besuchsaufenthalten zu 

pflegen.

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5.2.3. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, der angefochtene 

Entscheid sei unverhältnismässig, weil er in der Schweiz geboren sei und sich hier zu 

Hause fühle. Er spreche Schweizerdeutsch, habe hier die Schule besucht und eine 

Lehre als Metzger absolviert. Auch habe er bis zum Haftantritt im März 2010 bei der S. 

AG in A. gearbeitet und sei deshalb beruflich integriert, weshalb es ihm nicht 

schwerfallen dürfte, wieder eine Stelle zu finden. Demgegenüber habe er zu seinem 

Heimatland keinen Bezug. Er kenne den Kosovo nur von Ferien her, weshalb die 

Rückkehr dorthin mit einem Neuanfang in eine ungewisse Zukunft verbunden wäre.

Das Gericht verkennt nicht, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung den 

Beschwerdeführer hart trifft. Er ist hier geboren und hat sein ganzes bisheriges Leben 

hier verbracht. Offen ist allerdings, wie gut es ihm gelungen ist, sich in der Schweiz zu 

integrieren bzw. ob er hier verwurzelt ist, wie er behauptet. Entscheidend ist aber, dass 

der Beschwerdeführer die Tatsache, dass er das Niederlassungsrecht in der Schweiz 

verliert, dem Umstand zuzuschreiben hat, dass er in schwerwiegender Weise mit dem 

Gesetz in Konflikt geraten ist und durch massive Eingriffe mit Waffengewalt in die 

körperliche Unversehrtheit anderer gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

verstossen hat. Dem rund 26-jährigen Beschwerdeführer, der gemäss eigenen 

Angaben gesund ist und der über eine Ausbildung als Metzger verfügt, ist es deshalb 

zumutbar, im Herkunftsland, das ihm von Ferienaufenthalten her bekannt ist und wo 

der grösste Teil der Verwandten lebt (vgl. act. 304 des Migrationsamtes), ein neues 

Leben zu beginnen und sich dort eine Zukunft aufzubauen. Daran ändert nichts, dass 

die Rückkehr in den Kosovo im Verhältnis zum Verbleib in der Schweiz mit 

persönlichen und wirtschaftlichen Nachteilen verbunden ist.

5.3. Zusammenfassend erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als 

recht- und verhältnismässig. Das öffentliche Interesse an der Wegweisung des 

Beschwerdeführers aus der Schweiz überwiegt sein privates Interesse, nach 

Verbüssung der Freiheitsstrafe weiterhin in der Schweiz leben zu können. Demzufolge 

ist die Beschwerde abzuweisen.

6. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht

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zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt und mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

verrechnet.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W

Der Präsident:                        Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Beda Eugster              lic. iur. Regula Haltinner-Schillig

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, 9000 St. 

Gallen)

-   die Vorinstanz

-   Amt für Justizvollzug, Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 

(SR 173.110) geltend gemacht wird, kann gegen diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 

lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 

Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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	Urteil Verwaltungsgericht, 21.08.2013
	Ausländerrecht, Widerruf der Niederlassungsbewilligung.Art. 6 Ziff. 1 EMRK (SR 0.101), Art. 30 Abs. 3 BV (SR 101), Art. 55 Abs. 1 VRP (sGS 951.1). Anspruch auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung verneint.Art. 8 Ziff. 1 EMRK, Art. 5 Abs. 2 und Art. 13 Abs. 1 BV, Art. 63 und Art. 96 AuG (SR 142.20). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines rund 26 Jahre alten, hier geborenen Kosovaren, der wiederholt eine ausgeprägte soziale Gefährlichkeit und Gewaltbereitschaft zum Ausdruck gebracht hat, erweist sich als verhältnismässig (Verwaltungsgericht, B 2013/47).

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