# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd7ae61f-a577-5917-adf4-6b75ce53b7c9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2011 D-195/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-195-2010_2011-09-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­195/2010

U r t e i l   v om   2 9 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; 
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

Parteien A._______, geboren B._______,
Kosovo und Serbien, 
C._______,  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 14. Dezember 2009 / N_______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  kosovarischer  Staatsangehöriger 
serbischer  Ethnie  aus  D._______  (Gemeinde  E._______)  mit  letztem 
Wohnsitz  in  F._______  (Gemeinde  G._______),  eigenen  Angaben 
zufolge  Kosovo  am  16. November  2009  auf  dem  Landweg  verlassen 
habe und über H._______ und weitere,  ihm unbekannte Länder am 17. 
November  2009  illegal  in  die  Schweiz  gelangt  sei,  wo  er  am  18. 
November 2009 um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  in  I._______  vom  20.  November  2009  sowie  der 
direkten Anhörung vom 3. Dezember 2009 vor dem BFM zur Begründung 
des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, die Albaner hätten ihn 
und seine Familie im Jahr 1999 aus ihrem Haus in D._______ vertrieben, 
sie  hätten  seither  als  Flüchtlinge  in  F._______  gelebt  und  er  habe 
aufgrund  erlittener  Drohungen,  der  herrschenden  Unsicherheit  sowie 
seiner  angstbedingt  eingeschränkten  Bewegungsfreiheit  das  Land  am 
16. November 2009 verlassen, 

dass  er  in D._______  aufgewachsen  sei,  dort während acht  Jahren  die 
Grundschule  sowie  während  vier  Jahren  die  Mittelschule  in  E._______ 
beziehungsweise G._______ absolviert  und diese mit  einem Diplom als 
(…)  abgeschlossen  habe,  worauf  er  gelegentlich  in  der  Landwirtschaft 
tätig gewesen sei,

dass er und seine Familie  jährlich nach D._______ zurückgekehrt seien, 
um  die  Gräber  von  verstorbenen  Familienangehörigen  zu  besuchen, 
wobei sie stets von Einheimischen behelligt worden seien,

dass Albaner zwei Mal versucht hätten, ihn mit dem Auto zu überfahren, 
er  sich  aber  nicht  mehr  erinnern  könne,  wann  sich  die  beiden  Vorfälle 
ereignet hätten,

dass auf  ihr Haus sowie auf weitere Häuser  ihres Heimatdorfes  im Jahr 
(…….) Brandanschläge verübt worden seien,

dass  eine  Rückkehr  jedoch  nicht  möglich  gewesen  sei,  da  ihnen  die 
Albaner mit dem Tod gedroht hätten, falls sie  in das Haus zurückkehren 
würden,

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dass  eine Organisation  ihr Haus wieder  aufgebaut  habe,  dieses  jedoch 
erneut angezündet worden sei,

dass dem Beschwerdeführer  von der Schweizer Botschaft  in  J._______ 
im  Jahre  (…….)  Visa  zum  Besuch  seiner  in  der  Schweiz  lebenden 
Schwester ausgestellt wurden, 

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom 14. Dezember 2009 – eröffnet am gleichen Tag – ablehnte und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  für  die  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  auf  die  Akten 
und,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  auf  die  nachfolgenden 
Erwägungen verwiesen wird,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  13.  Januar  2010 
(Faxeingang;  Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  materiell  beantragte, 
dieser  sei  aufzuheben,  es  sei  ihm  die  Flüchtlingseigenschaft 
zuzuerkennen,  es  sei  ihm  –  sinngemäss  –  Asyl  zu  gewähren  und  von 
einer Wegweisung sei abzusehen, 

dass  ihm  in  prozessualer  Hinsicht  die  unentgeltliche  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren sei,

dass  er  gleichzeitig  eine  Mittellosigkeitsbestätigung  des  K._______ 
(datiert vom 23. Dezember 2009) zu den Akten reichte,

dass  auf  die  Begründung  und  die  weiteren  eingereichten  Beweismittel, 
soweit  entscheidwesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen 
eingegangen wird,

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 1. Februar 2010 
festhielt,  der  Beschwerdeführer  dürfe  den  Ausgang  des 
Rechtsmittelverfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG) 
aufgrund  summarisch  festgestellter  Aussichtslosigkeit  abwies  und  einen 
Kostenvorschuss erhob,

dass der Kostenvorschuss am 7. Februar 2010 einbezahlt wurde,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]  i.V.m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG in casu nicht 
vorliegt  und  das  Bundesverwaltungsgericht  demnach  endgültig 
entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  die  Vorinstanz  bezüglich  der  fluchtbegründenden  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  festhält,  in  Kosovo  könne  –  obschon  es  in  den 
vergangenen  Jahren  vereinzelt  zu  schwerwiegenden  Übergriffen  auf 
Angehörige  der  ethnischen Minderheiten,  namentlich  ethnische  Serben, 
gekommen  sei  –  nicht  von  allgemeinen  Vertreibungen  ausgegangen 
werden,

dass  nach  der  Unabhängigkeitserklärung  vom  17.  Februar  2008  in 
Kosovo  weiterhin  eine  internationale  zivile  und  militärische  Präsenz 
vorgesehen sei,

dass  die  UNO­Verwaltung  (UNMIK)  sukzessive  von  der  EU­Mission 
(EULEX)  abgelöst  werde  und  internationale  Sicherheitskräfte  sowie  der 
Kosovo Police Service (KPS) für Sicherheit garantieren würden,

dass auch in den Siedlungsgebieten der Kosovo­Serben Sicherheitskräfte 
sowie teilweise serbische Angehörige des KPS die Sicherheit garantieren 
würden,

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dass mit Inkraftsetzung der neuen kosovarischen Verfassung am 15. Juni 
2008 den Minderheiten umfassende Rechte zugestanden würden und die 
internationalen  Sicherheitskräfte  und  der  KPS  in  der  Lage  seien,  die 
ethnischen Minderheiten in Kosovo zu schützen,

dass  Sicherheitskräfte  bei  Übergriffen  regelmässig  intervenieren  und 
Straftaten gegen Angehörige von Minderheiten geahndet würden,

dass demnach vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den 
Heimatstaat auszugehen sei, weshalb die geltend gemachten Übergriffe 
in casu nicht asylrelevant seien,

dass  zudem  festzustellen  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  gemäss 
eigenen  Aussagen  sich  zu  keiner  Zeit  bezüglich  der  seiner  Person 
geltend  gemachten Übergriffe  an  die UNMIK,  die  KFOR  oder  den  KPS 
gewendet  habe,  welche  ja  nur  im  Falle  einer  Anzeige  tätig  werden 
könnten,  im  Falle  der  beiden  Versuche,  ihn  zu  überfahren,  angeblich 
deshalb nicht, weil er gewusst habe, dass die Behörden in solchen Fällen 
nichts  unternehmen  würden  beziehungsweise  weil  es  in  seinem  Dorf 
weder Polizei noch KFOR noch Telefon gebe beziehungsweise weil seine 
Familie über keinen Telefonanschluss verfüge,

dass dies offensichtlich schon deshalb keinen plausiblen Grund darstelle, 
weil der Beschwerdeführer habe zugeben müssen, dass G._______, wo 
Telefon,  KFOR  und Polizei  betreffend  eine  Anzeige  verfügbar  gewesen 
wären, nicht so weit entfernt gewesen wäre,

dass die Intensität der geltend gemachten Übergriffe in D._______ durch 
den  Beschwerdeführer  selbst  relativiert  werde,  indem  er  und  seine 
Angehörigen  trotz  der  geltend  gemachten  Drohungen  alljährlich  dorthin 
zurückgekehrt seien, um die Gräber der Familie zu besuchen,

dass  zudem  die  Schilderung  des  Beschwerdeführers,  wonach  man 
versucht habe, ihn zu überfahren, in höchstem Masse unsubstanziiert sei, 
so  sei  er  ausser  Stande  anzugeben,  wann  sich  die  beiden  Vorfälle 
ereignet hätten,

dass er sich bezeichnenderweise auch nicht erinnern könne, in welchem 
Jahr  das  einschneidende Ereignis  des  zweiten Brandanschlags  auf  das 
Haus der Familie in Zitinje stattgefunden habe,

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dass er seine eingeschränkte Bewegungsfreiheit geltend gemacht habe, 
es ihm aber offenbar trotzdem möglich gewesen sei, auch bei Dunkelheit 
im  jenseits  der  Hauptstrasse  gelegenen  Teil  des  Dorfes  Freunde  zu 
besuchen,

dass der Beschwerdeführer insgesamt zum Haus seiner Familie, welches 
zwei Mal angezündet worden und heute eine Ruine sei, nur sehr dürftige 
Angaben  habe machen  können  und  auch  nicht  glaubhaft  sei,  dass  die 
Familie,  besonders aber auch die  für den Wiederaufbau verantwortliche 
Organisation, diesen Anschlag einfach so hingenommen habe, 

dass  in  diesem  Zusammenhang  die  befremdliche  Tatsache  zu 
konstatieren  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  auf  seinem  Visumsantrag 
vom  18. August  2008  –  in  welchem  zudem  ein  fiktives 
Anstellungsverhältnis mit einer Gefälligkeitsbestätigung belegt worden sei 
– als  ständigen  Wohn­  und  gegenwärtigen  Aufenthaltsort  D._______ 
angegeben  habe,  das  er  angeblich  am  (…)  zusammen mit  der  Familie 
verlassen und nur sporadisch wieder aufgesucht haben wolle,

dass der Wegweisungsvollzug nach Kosovo  für Serben  in der Regel als 
unzumutbar  erachtet  werde,  allerdings  der  Norden  Kosovos  eine 
Ausnahme bilde und für Serben mit letztem Wohnsitz im Norden Kosovos 
die Rückkehr zumutbar sei,

dass  der  Beschwerdeführer  und  seine  Familie  in  F._______  –  eigenen 
Angaben  zufolge  ein  serbisches  Dorf  –  unentgeltlich  in  einem  zur 
Verfügung  gestellten  Wohnraum  habe  leben  können  und  seine 
Bewegungsfreiheit  aufgrund  seiner  mehrmaligen  Auslandaufenthalte 
offensichtlich nicht im behaupteten Ausmass eingeschränkt gewesen sei,

dass zudem seine in der Schweiz wohnhafte Schwester regelmässig ihre 
Ferien bei ihnen im Dorf verbringe,

dass auch die Inanspruchnahme der Aufenthaltsalternative in Serbien als 
zumutbar zu erachten sei,

dass  der  Wegweisungsvollzug  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer  in  der Beschwerde  in  formeller Hinsicht  auf 
eine  schlechte  Übersetzung  seiner  anlässlich  der  Befragung  und  der 
Anhörung  gemachten  Aussagen  verweist,  weil  die  albanischen 

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Übersetzer  nur  über  mangelhafte  serbische  Sprachkenntnisse  verfügt 
hätten, 

dass er zur Untermauerung seiner Vorbringen unter Hinweis auf diverse 
Internetauszüge  die  grundsätzliche  Gefährdung  der  serbischen 
Bevölkerung und anderer nichtalbanischer Ethnien in Kosovo erläutert,

dass  Bedrohungen,  Diskriminierungen  sowie 
Menschenrechtsverletzungen  ihm  das  Leben  in  seiner  Heimat 
verunmöglichen  würden,  kein  allgemeiner  Rechtsschutz  für  ethnische 
Minderheiten  zur  Verfügung  stehe,  er  aufgrund  der  Vertreibungen  zu 
einem schweren Leben unter unmenschlichen Bedingungen gezwungen 
werde und  in seinem Dorf,  einer Enklave, eingeschlossen und  in seiner 
Bewegungsfreiheit eingeschränkt sei,

dass  zwei  Brandanschläge  auf  sein  Haus  verübt  worden  seien,  eine 
Anzeige aber nichts gebracht hätte, da auch Häuser von vielen anderen 
Serben  angezündet  und  zerstört  worden  seien  und  die  Täter  nicht 
ausfindig hätten gemacht werden können,

dass  er  und  seine  Familie  alljährlich  nach  D._______  zurückgekehrt 
seien,  um  die  Gräber  ihrer  Angehörigen  zu  besuchen,  jedoch  zu 
präzisieren sei, dass sie die Gräber der Familien organisiert  in Gruppen 
von etwa zwanzig bis dreissig Personen besucht hätten und vor Ort stets 
KFOR­Soldaten, welche die orthodoxe Kirche bewacht hätten, anwesend 
gewesen seien,

dass er sein Dorf nur für wichtige Ereignisse habe verlassen können, wie 
beispielsweise  bei  einer  Erkrankung,  die  sie  in  L._______  hätten 
behandeln lassen, weil sie den albanischen Ärzten nicht hätten vertrauen 
können,

dass seine Schilderungen gesamthaft der Wahrheit entsprechen würden 
und  er  sich  nicht  gut  an  die  genauen  Daten  der  geschilderten 
Geschehnisse erinnern könne,

dass er die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft erfülle, da seine 
Furcht  vor  Verfolgung  aufgrund  seiner  serbischen  Volkszugehörigkeit 
durch  die  albanische  Bevölkerung  begründet  sei,  und  es  in  seinem 
Heimatland  keine Orte  gebe,  die  ihm genügend Schutz  bieten  könnten, 
weil auch der nördliche Teil Kosovos nicht sicher sei,

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dass  seiner Meinung  nach  der Wegweisungsvollzug  nach Kosovo  nicht 
zumutbar  sei,  da  die  in  der  kosovarischen  Verfassung  verankerten 
Garantien für nichtalbanische Ethnien im täglichen Leben nicht umgesetzt 
würden,

dass  auch  eine  Wegweisung  nach  Serbien  nicht  zumutbar  sei,  weil  er 
dort  zu  einem  Binnenflüchtling  ohne  Arbeit  werden  würde,  bereits 
zahlreiche Flüchtlinge aus Kroatien, Bosnien und Kosovo in Serbien unter 
unzumutbaren  Verhältnissen  leben  müssten  und  die  Republik  Serbien 
unter  wirtschaftlichen  Problemen  leide  und weder  in  der  Lage  sei  noch 
ein Interesse daran habe, weitere Flüchtlinge zu versorgen,

dass er dort zu einer ausgesiedelten Person werde, die sich dem Druck, 
nach Kosovo zurückzukehren, ausgesetzt sehen würde,

dass  dem  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom  1.  Februar 
2010  ausführlich  dargelegt  wurde,  weshalb  seine  formellen  Rügen 
unbehelflich  seien  und  seine  Vorbringen  in  der  Beschwerde  aufgrund 
summarisch festgestellter Aussichtslosigkeit keine Änderung in der Frage 
der Flüchtlingseigenschaft zu bewirken vermöchten,

dass  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausgeführt  wurde,  die 
befürchteten  Nachteile  durch  Albaner  würden  vorliegend 
flüchtlingsrechtlich  keine  entscheidwesentliche  Relevanz  aufweisen 
beziehungsweise  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  seien 
unsubstanziiert und mithin unglaubhaft,

dass,  um weitere Wiederholungen  zu  vermeiden,  vollumfänglich  auf  die 
nach  wie  vor  zutreffende  Argumentation  in  der  vorerwähnten 
Zwischenverfügung zu verweisen ist,

dass  seit  dem Erlass  der  Zwischenverfügung  keine Gründe  eingetreten 
sind  oder  geltend  gemacht  wurden,  die  eine  Änderung  der 
vorgenommenen Beurteilung rechtfertigen würden, und sich aufgrund der 
Akten die vorinstanzlichen Erwägungen als zutreffend erweisen,

dass  sich  eine  vertiefte  Auseinandersetzung  mit  der  Situation  des 
Beschwerdeführers  in  Kosovo  in  Anbetracht  der  nachfolgenden 
Erwägungen ohnehin erübrigt,

dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  der  Aktenlage  einerseits  als 
Staatsangehöriger  Kosovos  zu  betrachten  ist,  er  gestützt  auf  die 

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serbische Gesetzgebung  (Gesetz  Nr.  135/04  vom  21.  Dezember  2004) 
andererseits auch über die  serbische Staatsangehörigkeit  verfügt,  da er 
serbischer Abstammung  ist  und  auf  dem  (ehemaligen) Staatsgebiet  der 
Republik Serbien geboren wurde,

dass  er  sich  selber  als  ethnischer  Serbe  mit  serbokroatischer 
Muttersprache  bezeichnete  und  zu  Protokoll  gab,  im  Besitze  eines 
serbischen  Passes  gewesen  zu  sein,  welcher  in  L._______  (Bezirk 
M._______, Serbien) ausgestellt worden sei (vgl. A1/10, S. 4),

dass  Asylsuchende,  die  mehrere  Staatsangehörigkeiten  besitzen, 
aufgrund  des  Subsidiaritätsprinzips  nicht  auf  den  Schutz  eines 
Drittstaates  angewiesen  sind,  sofern  sie  in  einem  der  Staaten,  dessen 
Staatsangehörigkeit  sie  besitzen,  Schutz  vor  Verfolgung  finden  können 
(vgl. BVGE 2010/41 E. 5.3 S. 575),

dass  für  den  Beschwerdeführer  in  Serbien  grundsätzlich  eine 
innerstaatliche  Fluchtalternative  besteht,  welche  die 
Flüchtlingseigenschaft  –  und  damit  ebenfalls  die  Asylgewährung – 
ausschliesst,  weshalb  es  sich  erübrigt,  auf  die  in  der  Beschwerde 
vorgebrachten Argumente hinsichtlich der geltend gemachten Furcht vor 
Übergriffen durch Albaner und die diesbezüglichen auf Beschwerdeebene 
eingereichten  zahlreichen  Dokumente  einzugehen,  umso  mehr,  als  die 
vorgebrachten  Beweismittel  allgemeiner  Natur  sind  und  die  persönliche 
Situation des Beschwerdeführers nicht beschlagen,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen, weshalb das BFM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer solchen besteht  (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733; Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 

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wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  nachfolgend  die  Voraussetzungen  eines  Wegweisungsvollzugs 
nach Serbien geprüft werden,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 

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4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die in Serbien droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Serbien noch individuelle Gründe auf 
eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen, 
weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  insbesondere  in  Bezug  auf  die  allgemeine  Sicherheits­  und 
Menschenrechtslage  in  Serbien  weder  eine  Kriegs­  oder 
Bürgerkriegssituation  noch  eine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht, 
die auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers  im Falle einer 
dortigen Niederlassung schliessen liesse,

dass es sich beim Beschwerdeführer gemäss den Akten um einen jungen 
und gesunden, alleinstehenden Mann mit einer soliden Schulausbildung 
samt Berufsabschluss handelt, der vor seiner Einreise in die Schweiz von 
Zeit zu Zeit  in der Landwirtschaft tätig war, weshalb es ihm möglich sein 
sollte, sich in Serbien eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen,

dass  die  Inanspruchnahme  der  Aufenthaltsalternative  als  zumutbar  zu 
erachten  ist,  weil  der  Beschwerdeführer  gemäss  Akten  entfernte 
Verwandte  in  Serbien  hat  (vgl.  A1/10,  S.  3),  die  er  um  Hilfe  und 
Unterstützung  bitten  könnte,  auch  wenn  er  zurzeit  keinen  Kontakt  zu 
ihnen pflegt,  

dass  sich  aus  den  Akten  zudem  keine  konkreten  Angaben  ergeben, 
aufgrund  derer  allenfalls  geschlossen  werden  könnte,  der 
Beschwerdeführer  geriete  im  Falle  der  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat 
aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher 
Natur in eine existenzbedrohende Situation,

dass  deshalb  der  Wegweisungsvollzug  nach  Serbien  insgesamt  als 
zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 

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der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG)  und  mit  dem  am  7.  Februar  2010  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss 
verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

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