# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ccd8fe61-563f-50f8-a147-fde6f6310e38
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 06.09.2019 460 18 166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-18-166_2019-09-06.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht,  

vom 6. September 2019 (460 18 166) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Strafprozessrecht 

Anklagegrundsatz 

Eventualanklage (Anforderungen; E. II/B). 

 

 

 

Strafrecht 

Beweiswürdigung von Aussagen 

Bei der Würdigung von Aussagen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person nur un-

tergeordnete Bedeutung zu. Wichtiger für die Wahrheitsfindung ist die Glaubhaftigkeit der kon-

kreten Aussagen, welche das Gericht durch methodische Analyse ihres Inhalts auf ihre Richtigkeit 

zu überprüfen hat (E. III/A/AC/b). 

 

Qualifizierte Veruntreuung 

Eventualvorsatz (Anforderungen an das Willenselement; E. III/B/BB/a/ab). 

 

 

  
 

Besetzung Vorsitzender Richter Niklaus Ruckstuhl, Richter Daniel Häring (Ref.), 

Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiber Stefan Steinemann 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, 

Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal,  

Anklagebehörde und Berufungsklägerin 

 

Privatklägerschaft 

 

gegen 

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 A._____,   

vertreten durch Advokat Pascal Eisner, St. Alban-Vorstadt 21, 

4052 Basel,  

Beschuldigter 

 

B._____,  

vertreten durch Advokat Dieter Gysin, Zeughausplatz 34,  

Postfach 375, 4410 Liestal,  

Beschuldigter 

 

Gegenstand Qualifizierte Veruntreuung, eventuell qualifizierte ungetreue Ge-

schäftsbesorgung 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtes Basel-Landschaft vom 

7. März 2018 

 

A. Mit Urteil vom 7. März 2018 entschied das Strafgericht des Kantons Basel-Landschaft Fol-

gendes: 

"I. A._____ 

 

1. a) A._____ wird der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt 

und verurteilt, 

als Zusatzstrafe zum Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 24. Januar 2014, 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu je Fr. 50.–, 

bei einer Probezeit von 2 Jahren, 

in Anwendung von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, aArt. 34 StGB, aArt. 42 Abs. 1 

StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 2 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 

 

 b) A._____ wird von der Anklage der qualifizierten Veruntreuung gemäss Ziff. 3 der 

Anklageschrift freigesprochen. 

 

2. A._____ wird in Anwendung von Art. 71 Abs. 1 StGB zur Zahlung einer Ersatzfor-

derung in Höhe von Fr. 62‘400.– verurteilt, welche gemäss Art. 73 StGB der Pri-

vatklägerin C._____ mbH zu einem Anteil von 64.29 % und dem Privatkläger 

T._____ zu einem Anteil von 35.71 % zugesprochen wird. 

 

An diese Ersatzforderung angerechnet wird der A._____ zustehende Anteil an 

den Kontoguthaben der D._____ SA (vgl. nachfolgend Ziff. III.2a und b). 

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3. a) A._____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 und Abs. 2 StPO die ihn betref-

fenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 32‘525.35 und der Gerichtsgebühr von Fr. 6‘500.–. 

 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil verlangt (Art. 82 

Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf Fr. 3‘250.– ermässigt (§ 4 

Abs. 1 GebT). 

 

 b) Die Kosten des amtlichen Verteidigers Advokat P. Eisner in Höhe von 

 Honorarnote vom 23.02.2018 (nach Abzug Vorschuss) Fr.  47‘483.60 

 Kürzung Honoraransatz 2013 (inkl. 8 % MWST) Fr.      -437.40 

 Kürzung Aufwand Volontär (inkl. 8 % bzw. 7.7 % MWST) Fr. -11‘028.70 

 Kürzung Jan./Feb. 2018 um 46.75 Std. (inkl. 7.7 % MWST) Fr. -10‘069.95 

 Honorar HV: 11 Std. 20 Min. à Fr. 200.– + 7.7 % MWST Fr.    2‘441.20 

 Nachbearbeitung: 0.5 Std. à Fr. 200.– + 7.7 % MWST Fr.       107.70 

 noch zu entrichtendes Total  Fr.  28‘496.45 

werden aus der Gerichtskasse entrichtet, unter Vorbehalt der Rückzahlungsver-

pflichtung von A._____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO, welche ebenfalls den Vor-

schuss an Advokat P. Eisner in Höhe von Fr. 13‘771.80 und die Entschädigung 

des vormaligen amtlichen Verteidigers Advokat P. von Wartburg in Höhe von 

Fr. 1‘960.60 umfasst. 

 

 

II. B._____ 

 

1. B._____ wird von der Anklage der qualifizierten Veruntreuung freigesprochen. 

 

2. a) B._____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 2 StPO die ihn betreffenden Ver-

fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 29‘092.35 

und der Gerichtsgebühr von Fr. 5‘500.–. 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil verlangt (Art. 82 Abs. 

2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf Fr. 2‘750.– ermässigt (§ 4 Abs. 1 

GebT).  

 

 b) Die Kosten des amtlichen Verteidigers Advokat S. Al-Rubai in Höhe von 

 Honorarnote vom 22.02.2018 Fr. 44’943.20 

 Honorar HV: 11 Std. 20 Min. à Fr. 200.– + 7.7 % MWST Fr.   2‘441.20 

 Nachbearbeitung: 0.5 Std. à Fr. 200.– + 7.7 % MWST Fr.      107.70 

 Total  Fr. 47‘492.10 

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werden unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von B._____ nach Art. 

135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet. 

 

 

III. Beschlagnahme 

 

  (…) 

 

IV. Zivilforderungen 

 

  (…)" 

 

B. Gegen dieses mündlich eröffnete Urteil meldete am 8. März 2018 die Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, am 13. März 2018 E._____ und am 16. März 2018 

A._____ Berufung an.  

 

C. Am 20. April 2018 versandte das Strafgericht das begründete Urteil an die Parteien. 

 

D. Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Berufungserklärung vom 27. April 2018: 

1. A._____ sei in den Anklageziffern 2 und 3 wegen qualifizierter Veruntreuung, eventualiter 

qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, schuldig zu erklären und zu einer teilbeding-

ten Freiheitsstrafe von 30 Monaten, unter Aufschub eines Strafanteiles von 18 Monaten 

und unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, zu verurteilen. 

2. B._____ sei in den Anklageziffern 2 und 3 wegen qualifizierter Veruntreuung, eventualiter 

qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, schuldig zu erklären und zu einer bedingten 

Freiheitsstrafe von 24 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren zu verurtei-

len. 

 

E. Am 14. Mai 2018 zog A._____ seine Berufung zurück. 

 

F. Mit Präsidialverfügung vom 22. Mai 2018 wurde E._____ eine Frist bis zum 5. Juni 2018 

gesetzt, um zum Ausbleiben der Berufungserklärung Stellung zu beziehen. 

 

G. Mit Präsidialverfügung vom 18. Juni 2018 wurde die Berufungserklärung der Staatsanwalt-

schaft den übrigen Parteien zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder 

ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Ausserdem wurde der Staatsanwaltschaft eine 

Frist bis zum 29. Juni 2018 zur fakultativen Ergänzung ihrer bereits begründet eingereichten Be-

rufungserklärung eingeräumt. Zudem wurde die Berufung von A._____ zufolge Rückzuges als 

erledigt abgeschrieben und auf die Berufung von E._____ zufolge fehlender Berufungserklärung 

nicht eingetreten.  

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H. Mit Präsidialverfügung vom 2. Juli 2018 wurde festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft in-

nert angesetzter Frist keine ergänzende Berufungsbegründung eingereicht hat. 

 

I. B._____ begehrte mit Berufungsantwort vom 17. September 2018 die Abweisung der Be-

rufung der Staatsanwaltschaft; unter o/e-Kostenfolge zulasten des Staates. Zudem ersuchte er 

um Bestätigung der amtlichen Verteidigung mit Advokat Saif Al-Rubai für das Berufungsverfah-

ren. 

 

J. Mit Präsidialverfügung vom 19. September 2018 wurde festgestellt, dass A._____ bislang 

keine Berufungsantwort eingereicht hat, und der Schriftenwechsel geschlossen. Zudem wurde 

B._____ für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung mit Advokat Saif Al-Rubai ge-

währt.  

 

K. Mit Präsidialverfügung vom 26. Juli 2019 wurde B._____ der Wechsel der amtlichen Ver-

teidigung zu Advokat Dieter Gysin bewilligt.  

 

L. A._____ beantragte mit Eingabe vom 30. Juli 2019 die Abweisung der Berufung der Staats-

anwaltschaft. Überdies ersuchte er um Bewilligung der amtlichen Verteidigung mit Advokat 

Pascal Eisner. 

 

M. Mit Präsidialverfügung vom 5. August 2019 wurde A._____ für das Berufungsverfahren die 

amtliche Verteidigung mit Advokat Pascal Eisner gewährt. 

 

N. Zur mündlichen Berufungsverhandlung vom 2. September 2019 erschienen A._____ mit 

Advokat Pascal Eisner, B._____ mit Advokat Dieter Gysin und die Staatsanwältin Rahel 

Buschauer. Die Parteien hielten an ihren Anträgen fest. 

 

 

 

 

 

 

 

Erwägungen 

 

I. EINTRETEN 

(…) 

 

 

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II. ANKLAGEGRUNDSATZ 

A. Standpunkt der Berufungsklägerin 

Die Staatsanwaltschaft trägt als Eventualstandpunkt zusammengefasst vor, selbst wenn mit dem 

Strafgericht davon auszugehen sei, dass A._____ nicht aktiv mit B._____ über das Fehlen von 

Sicherheiten informiert worden sei, decke die Anklage auf den Seiten 50 f. eventualiter die Sach-

verhaltsvariante ab, dass A._____ es als Verwaltungsrat der D._____ SA pflichtwidrig unterlas-

sen habe, vor seiner Zustimmung zur Überweisung der D._____ SA von EUR 7.3 Mio. auf ein 

Konto der F._____ Sàrl bei der G._____ Deutschland AG eigene Abklärungen vorzunehmen oder 

von B._____ oder Dritten Nachweise zum betreffenden Konto zu verlangen. Das Strafgericht 

habe es in seinem Urteil unterlassen, sich mit dieser Eventualanklage konkret auseinanderzuset-

zen.  

 

B. Allgemeines 

1.1 Gemäss dem in Art. 9 Abs. 1 StPO verankerten Anklagegrundsatz bestimmt die Anklage-

schrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens. In der Anklageschrift sind laut Art. 325 Abs. 1 lit. 

f StPO die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, 

Zeit, Art und Folgen der Tatausführung möglichst kurz, aber genau zu bezeichnen. Sodann hat 

die Anklage gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. g StPO die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft er-

füllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmungen anzugeben. Die 

der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte sind somit in ihrem Sachverhalt so präzise zu 

umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert 

sind. Ob die zeitliche und örtliche Umschreibung ausreicht, ist nicht abstrakt, sondern zusammen 

mit dem übrigen Inhalt der Anklage zu beurteilen. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den 

Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf recht-

liches Gehör (Informationsfunktion). Unter diesem Gesichtspunkt muss die beschuldigte Person 

aus der Anklage ersehen können, weshalb sie angeklagt ist. Dies bedingt eine zureichende Um-

schreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die betroffene Person genau weiss, welcher konkreter 

Handlungen sie beschuldigt und welchen Straftatbestand sie durch ihr Verhalten erfüllt haben 

soll, damit sie sich in ihre Verteidigung richtig vorbereiten kann (BGE 143 IV 63 E. 2.2; 141 IV 

132 E. 3.4.1; 133 IV 235 E. 6.2 f.).  

  

1.2 Kernstück der Anklageschrift bildet die Darstellung der der beschuldigten Person zur Last 

gelegten Tat. Die Darstellung des tatsächlichen Vorganges ist auf den gesetzlichen Tatbestand 

auszurichten, der nach Auffassung der Anklage als erfüllt betrachtet wird, d.h. es ist anzugeben, 

welche einzelnen Vorgänge und Sachverhalte den einzelnen Merkmalen des Straftatbestandes 

entsprechen (BGer 6B_434/2019 vom 5. Juli 2019 E. 2.1, 6B_217/2019 vom 4. April 2019 E. 1.1).  

 

 Bei unechten Unterlassungsdelikten ist in der Anklageschrift auszuführen, aus welchen tat-

sächlichen Umständen auf die Garantenstellung zu schliessen ist (BGE 120 IV 348 E. 3c).  

 

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2. Bei der Eventualanklage zieht die Staatsanwaltschaft einen bestimmten Sachverhalt dem 

anderen vor. Sie ist somit aufgrund der gegebenen Beweislage (zumindest eher) davon über-

zeugt, dass der Sachverhalt, den sie als Hauptpunkt aufgeführt hat, der materiellen Wahrheit 

entspricht. Die Staatsanwaltschaft hat sich folglich für einen bestimmten Sachverhalt entschie-

den. Lediglich für den Fall, dass das Gericht den primär angeklagten Sachverhalt verwirft, wird 

mit der Eventualanklage ein mit demselben Lebensvorgang im Zusammenhang stehender wei-

terer Sachverhalt in die Anklage aufgenommen. Die Eventualanklage wird mit dem Wort "even-

tualiter" oder "eventuell" von der Hauptanklage abgrenzt (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, 

in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 

2. Aufl. 2014, Art. 325 N 33). Es versteht sich als Selbstverständlichkeit, dass beide Sachver-

haltsvarianten mit gleicher Sorgfalt zu formulieren sind, mithin bei beiden Varianten insbesondere 

die objektiven Tatbestandselemente vollständig zu umschreiben sind (LANDSHUT/BOSSHARD, 

a.a.O., Art. 325 N 34; MARTIN SCHUBARTH/NUMA GRAA, in: Jeannert/Kuhn/Perrier/Depeursinge 

[Hrsg.], Commentaire Romand, Code de procédure pénale suisse, 2. Aufl. 2019, Art. 325 N 61). 

 

C. In Concreto 

1.1 In der Anklageschrift vom 28. Dezember 2016 wird auf Seite 50 f. unter Ziffer 3.5.2 "Zweck- 

und pflichtwidrige Verwendung für ein Hochrisikogeschäft" an den Stellen, aus welchen die 

Staatsanwaltschaft eine Eventualanklage ableitet, A._____ folgender Sachverhalt vorgeworfen: 

"A._____ hat es zumindest pflichtwidrig unterlassen, die versprochenen Sicherheiten Zug-um-

Zug gegen die Überweisung der Vermögenswerte zu verlangen und die Werthaltigkeit der ange-

botenen Sicherheiten vorgängig zu überprüfen, bevor er seine Zustimmung zur Überweisung an 

die F._____ Sàrl erteilt und daher eine Überweisung trotz Fehlens von werthaltigen Sicherheiten 

in Kauf genommen hat." 

 

"A._____ hat es zumindest pflichtwidrig unterlassen, von der F._____ Sàrl, der G._____ oder von 

B._____ verlässliche schriftliche Nachweise zur Verfügungsberechtigung auf dem Konto Nr. 

1._____ der F._____ Sàrl bei der G._____ zu verlangen, bevor er seine Zustimmung zur Über-

weisung an die F._____ Sàrl erteilt und daher das Fehlen einer ausschliesslichen Verfügungsbe-

rechtigung von B._____ sowie das Bestehen einer Verfügungsberechtigung von Dritten zumin-

dest in Kauf genommen hat." 

 

1.2 Zunächst fällt auf, dass diese beiden Stellen nicht unter dem Titel "Eventualanklage" ste-

hen. Die Ausführungen auf Seiten 56 ff. der Anklage stehen dagegen unter dem Titel "Eventual-

anklage". Wird eine Eventualanklage in der Anklage an einem Ort ausdrücklich als solche betitelt, 

ist dies geeignet, beim Leser der Anklage den Eindruck zu erwecken, dass alle Eventualanklagen 

entsprechend betitelt sind. Vorliegend sind die in Frage stehenden Stellen der Anklage nicht nur 

nicht als Eventualanklage betitelt, sondern es fehlt auch im Text der Anklage an den genannten 

Stellen ein Hinweis darauf, dass noch ein Eventualsachverhalt angeklagt wird, sofern sich der 

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Hauptsachverhalt nicht beweisen lässt. Demnach ist festzuhalten, dass auf Seiten 50 f. der An-

klage keine Eventualanklage erhoben wird, und das Strafgericht somit in dieser Hinsicht zu Recht 

keine entsprechende Eventualanklage geprüft hat. 

 

1.3 In der Anklageziffer 3.5 wird A._____ und B._____ vorgeworfen, sie hätten gemeinsam den 

Entschluss zur Überweisung des Anlagekapitals an die F._____ Sàrl gefällt und anschliessend 

zusammen in die Tat umgesetzt. Die Anklage wirft hier A._____ und B._____ also ein Tätigkeits-

delikt vor. Das Unterlassungsdelikt ist gegenüber dem Tätigkeitsdelikt subsidiär. Soweit eine Tä-

tigkeit angeklagt ist, hat das Strafgericht nicht ohne Weiteres prüfen müssen, ob allenfalls auch 

ein Unterlassungsdelikt gegeben sein könnte. Denn die Annahme eines Unterlassungsdeliktes 

anstelle eines Tätigkeitsdeliktes kann nur dann erfolgen, wenn sämtliche Tatbestandsvorausset-

zungen, die für ein Unterlassungsdelikt nötig sind, in der Anklage auch schon unter dem Aspekt 

des Tätigkeitsdeliktes geschildert sind. So ist primär Voraussetzung des Unterlassungsdeliktes 

das Bestehen einer Garantenpflicht bei der beschuldigten Person. Aus den von der Staatsanwalt-

schaft zitierten Stellen in der Anklage ergibt sich mit keinem Wort, weshalb A._____ eine Garan-

tenpflicht gehabt haben und was diese genau umfasst haben soll. Dass ihm eine solche zuge-

kommen sein soll, weil er "Director" der D._____ SA war, führt die Staatsanwaltschaft erst in der 

Berufungserklärung aus, was klar verspätet ist, und ist als solche allein überdies nicht ausrei-

chend. Auch aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass keine entsprechende Eventualan-

klage erhoben wurde. 

 

2. Laut Art. 333 Abs. 1 i.V.m. Art. 329 Abs. 2 StPO kann das Gericht der Staatsanwaltschaft 

Gelegenheit bieten, die Anklage zu ändern, wenn nach der Auffassung des Gerichtes der in der 

Anklageschrift umschriebene Sachverhalt einen anderen Straftatbestand erfüllen könnte. Ge-

stützt auf Art. 379 StPO sind diese Bestimmungen auch im Berufungsverfahren anwendbar. Dem-

nach kann das Gericht vom strikten Anklage- und dem damit verbundenen Immutabilitätsprinzip 

abweichen. Der Zweck der dargestellten Regelungen liegt in der Verfahrensökonomie und in der 

Verhinderung ungerechtfertigter Freisprüche. Die Anklageänderung bzw. -ergänzung muss sich 

im gleichen bereits angeklagten Lebensvorgang bewegen (OGer ZH SB160301 vom 25. Oktober 

2017 E. III.1.14 f.). Um den gleichen Lebensvorgang handelt es sich hier nicht. Vielmehr müssten 

in der Anklage die Verletzungen angeblicher Garantenpflichten durch A._____ als Verwaltungsrat 

der D._____ SA vollständig nachgeschoben werden (vgl. KGer SZ vom 12. Mai 2015, in: EGV–

SZ 2015, A 5.2, S. 47 Nr. A 5.2). Demnach ist die Anklage nicht an die Staatsanwaltschaft zu-

rückzuweisen, um den besagten von ihr im Berufungsverfahren geltend gemachten Eventual-

standpunkt anzuklagen.  

 

3. Die Berufung der Staatsanwaltschaft erweist sich entsprechend den vorstehenden Ausfüh-

rungen insoweit als unbegründet, als sie dem Strafgericht vorwirft, es habe sich mit der von ihr 

an den besagten Stellen erhobenen Eventualanklage nicht auseinandergesetzt. 

 

 

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III. MATERIELLES 

A. Tatsächliches 

AA. Anklagevorwurf 

In der Anklage vom 28. Dezember 2016 wird A._____ und B._____ unter den Ziffern 2 - 3.5 

zusammenfassend vorgeworfen, die D._____ SA habe mit 13 Drittanlegern zum Schein als Akti-

enkaufverträge bezeichnete Vereinbarungen zwecks Teilnahme an risikolosen Tradingprogram-

men geschlossen. Dabei sei mit den Drittanlegern abgemacht worden, dass das einbezahlte Ka-

pital auf einem auf die D._____ SA lautenden Bankkonto zwecks "Blockierung" sicher deponiert 

werde und jedem dieser Anleger nach 18 Monaten das geleistete Kapital sowie eine Rendite von 

maximal 20 % ausbezahlt werde. Gestützt auf diese "Aktienkaufverträge" hätten Drittanleger zwi-

schen dem 3. September 2008 und 5. Mai 2009 der D._____ SA insgesamt Fr. 2.52 Mio. und 

EUR 4.45 Mio. überwiesen. Mit den Gründungsaktionären †H._____, I._____, J._____ und 

K._____ habe die D._____ SA im Vorfeld ihrer Einzahlungen von total Fr. 1.126 Mio. und EUR 

909‘000.− zwecks Teilnahme an risikolosen Tradingprogrammen vereinbart, dass das einbe-

zahlte Kapital auf einem Konto der D._____ SA zwecks "Blockierung" deponiert und nach 18 

Monaten vollständig zurückbezahlt werde. Nachdem im Verlauf des Jahres 2009 mehrere Versu-

che, an einem vermeintlichen, den Anlegern versprochenen, risikolosen Tradingprogramm teilzu-

nehmen, gescheitert seien, hätten die als Organe für die D._____ SA tätigen A._____ und 

B._____ sich entschlossen, die Verfügungsmacht über die ihnen anvertrauten Vermögenswerte 

entgegen der klaren Vereinbarung mit allen Anlegern aufzugeben und diese ohne irgendwelche 

Sicherheiten oder vorgängige Kontrollen in eine hochriskante Anlage zu investieren. Anfang De-

zember 2009 sei über den A._____ und B._____ praktisch unbekannten L._____ (von der Firma 

M._____) und den ihnen völlig unbekannten P._____ ein Kontakt zu einem weiteren angeblichen 

Trader N._____ und seinen luxemburgischen Gesellschaften F._____ Sàrl und F._____ Holding 

SA entstanden. Die Hinterleute der F._____ Sàrl resp. F._____ Holding SA hätten A._____ und 

B._____ ein Tradingprogramm mit Renditen von 100 % bis 500 % pro Woche, im schlechtesten 

Fall aber von 25 % pro Woche angeboten. Mit E-Mails vom Freitag, 18. Dezember 2009, habe 

P._____ dem B._____ mitgeteilt, dass die Anlagegelder auf das auf die F._____ Sàrl lautende 

Bankkonto Nr. 1._____ bei der G._____ Deutschland AG überwiesen werden müssten, und erste 

Gewinnzahlungen noch vor Weihnachten 2009 erfolgten. P._____ habe diverse von B._____ per 

E-Mail gestellte Fragen unbeantwortet gelassen und gleichentags B._____ nochmals aufgefor-

dert, den Transfer der Anlagegelder umgehend vorzunehmen. P._____ habe angegeben, dass 

das Geld am Montag, 21. Dezember 2009, 12.00 Uhr, auf dem Konto der F._____ Sàrl bei der 

G._____ Deutschland AG vorhanden sein müsse, damit erste Gewinne noch vor Weihnachten 

2009 ausbezahlt werden könnten. Im Gegenzug habe die F._____ Holding SA angebliche Si-

cherheiten in Form von Wertpapieren im Wert von EUR 15 Mio. in Aussicht gestellt, welche die 

D._____ SA allerdings erst nach der Überweisung der Anlagegelder erhalten sollte. Weiter habe 

P._____ am 18. Dezember 2009 per E-Mail B._____ zugesichert, dass die Anlagekapitalien sich 

auch nach der Überweisung unter der Kontrolle der D._____ SA resp. von B._____ befänden. 

B._____ habe A._____ laufend und umgehend über all diese neuen Forderungen der Hinterleute 

der F._____ Sàrl resp. F._____ Holding SA informiert, sich mit ihm jeweils per E-Mail, telefonisch 

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und persönlich über das weitere Vorgehen ausgetauscht und ihn zumindest am Freitag, 18. De-

zember 2009, und am Samstag, 19. Dezember 2009, für Vertragsunterzeichnungen beigezogen. 

In der Hoffnung, bei einer Überweisung bis am 21. Dezember 2009, 12.00 Uhr, noch vor Weih-

nachten 2009 hohe Gewinne zu erzielen, hätten A._____ und B._____ ihren anfänglichen Plan, 

die Überweisung des Betrages von EUR 7.3 Mio. auf das Konto Nr. 1._____ der F._____ Sàrl bei 

der G._____ Deutschland AG erst nach Erhalt eines schriftlichen Nachweises über die alleinige 

Zugriffs- und Verfügungsberechtigung von B._____ vorzunehmen, über Bord geworfen. Stattdes-

sen hätten sie sich am 19. Dezember 2009, eventuell am Morgen des 20. Dezembers 2009, 

entschlossen – unter Missachtung aller Vereinbarungen mit den Anlegern und elementarster Vor-

sichtsmassnahmen – die ihnen von den Anlegern zur sicheren Verwendung anvertrauten Vermö-

genswerte von EUR 7.3 Mio. auf das Konto Nr. 1._____ der F._____ Sàrl bei der G._____ 

Deutschland AG zu überweisen. Als sie diesen Entschluss zu dieser Transaktion gefällt hätten, 

hätten sie gewusst, dass ihnen keinerlei verlässliche Erkundigungen zu P._____ als auch 

N._____ sowie die F._____ Holding SA und die F._____ Sàrl vorgelegen hätten und ihnen somit 

deren Bonität gänzlich unbekannt gewesen, sie die von der F._____ Holding SA und der F._____ 

Sàrl resp. deren Vertretern in Aussicht gestellten Sicherheiten in Form von Wertpapieren erst 

nach der Überweisung der Anlagekapitalien erhalten würden, das Bankkonto Nr. 1._____ bei der 

G._____ Deutschland AG auf die F._____ Sàrl gelautet habe, sie über keine Verfügungs- oder 

Zeichnungsberechtigung über das erwähnte Konto verfügt hätten, die völlig formlose Zusicherung 

von P._____, es handle sich beim Konto bei der G._____ Deutschland AG um ein sicheres "non-

depletion account", auf dem einzig die D._____ SA verfügungsberechtigt sei, als Sicherheit völlig 

untauglich gewesen sei und es sich angesichts der in Aussicht gestellten Renditen von 25 % bis 

500 % pro Woche erkennbar um ein Hochrisikogeschäft gehandelt habe. Angesichts der darge-

legten Umstände sei für A._____ und B._____ klar gewesen, dass es sich um ein hochriskantes 

und unkontrolliertes Geschäft gehandelt habe und sie die Gelder der D._____ SA nicht hierfür 

hätten verwenden dürfen. A._____ und B._____ hätten am 20./21. Dezember 2009 die Überwei-

sung von EUR 7.3 Mio. auf das Konto Nr. 1._____ der F._____ Sàrl bei der G._____ Deutschland 

AG in bewusster Verletzung der ihnen obliegenden Geschäftsführerpflichten vorgenommen. Zu-

mindest hätten A._____ und B._____ aufgrund der von ihnen vollständig unterlassenen Kontrol-

len, Abklärungen und Absicherungen eine weisungs- und vereinbarungswidrige Verwendung bil-

ligend in Kauf genommen. 

 

AB. Unbestrittener Sachverhalt 

1. Der nachstehende äussere Sachverhalt der Anklage wird im Berufungsverfahren von den 

Parteien nicht bestritten. Erstellt ist somit Folgendes:  

 

1.1 Die D._____ SA mit Sitz in Q._____ / Britische Jungferninseln schloss mit 13 Drittanlegern 

Vereinbarungen zwecks Teilnahme an risikolosen "Tradingprogrammen" (blosse Deponierung 

des Geldes auf einem eigenen Konto der D._____ SA zwecks „Blockierung“). Mit den Drittanle-

gern wurde vereinbart, dass die von ihnen der D._____ SA zur Verfügung gestellten Gelder zu 

keinem Zeitpunkt in die Verfügungsmacht eines Dritten gelangen werden und für die Dauer von 

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Seite 11  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

18 Monaten auf einem auf die D._____ SA lautenden Bankkonto zwecks "Blockierung" sicher 

deponiert werden und bis zum Rückzahlungstermin stets unter der Verfügungsmacht der 

D._____ SA verbleiben. Entsprechend verkaufte die D._____ SA in den mit den Drittanlegern 

abgeschlossenen, gleichlautenden Verträgen, welche jeweils als "Kaufsvereinbarung" bezeich-

net wurden, den Drittanlegern Aktien zu einem bestimmten Kaufpreis und verpflichtete sich, nach 

Ablauf von 18 Monaten diese zu maximal 120 %, mindestens aber 100 % des vereinbarten Kauf-

preises zurückzukaufen. Für sämtliche Anleger waren der vereinbarte Verwendungszweck und 

die garantierte Rückzahlung des Nominalkapitals von zentraler Bedeutung für ihren Entscheid, 

ihre Vermögenswerte der D._____ SA anzuvertrauen. Mit den Drittanlegern "C._____ mbH", 

R._____, S._____ und T._____ wurde zudem eine spezielle Kollektivunterschriftenregelung auf 

den eigens für die Einzahlungen dieser Drittanleger eröffneten, aber auf die D._____ SA lauten-

den vier Unterkonten bei der U._____ Bank getroffen. Aufgrund von entsprechenden Vereinba-

rungen zahlten Drittanleger zwischen dem 3. September 2008 und dem 5. Mai 2009 insgesamt 

Fr. 2.52 Mio. und EUR 4.45 Mio. auf Konten der D._____ SA bei der U._____ Bank ein.  

 

1.2 Zwischen der D._____ SA und deren Gründungsaktionären †H._____, I._____, J._____ 

und K._____ wurde vereinbart, auf Konten der D._____ SA einbezahlten Vermögenswerte aus-

schliesslich sicher auf einem Konto der D._____ SA verbleiben und nach 18 Monaten in vollem 

Umfang zurückbezahlt werden. Die Gründungsaktionäre der D._____ SA leisteten gemäss den 

entsprechenden Vereinbarungen Zahlungen von total Fr. 1.126 Mio. und EUR 909'000.− an die 

D._____ SA. 

 

1.3 Am 16. Juli 2009 unterzeichneten B._____ und Aa._____ als Vertreter der D._____ SA in 

Absprache mit und im Einverständnis von A._____ einen Bankkreditvertrag mit der U._____ Bank 

über EUR 3.15 Mio. Die Guthaben auf den Bankkonten der D._____ SA bei der U._____ Bank, 

insbesondere jene der vier Unterkonten Nr. 2._____ ("T._____", EUR 1 Mio.), 3._____ ("C._____ 

mbH", EUR 1.8 Mio.), 4._____ ("R._____", EUR 0.25 Mio.) und 5._____("S._____" EUR 0.5 Mio.) 

von insgesamt EUR 3.55 Mio. dienten dabei gemäss der von A._____ und Aa._____ unterzeich-

neten Faustpfandverschreibung vom 21. November 2008 als Sicherheit.  

 

1.4 Am 18. November 2008 überwiesen A._____ und B._____ von Konten der D._____ SA bei 

der U._____ Bank einen Betrag von EUR 7.3 Mio. auf das V._____Bank-Konto Nr. 6._____ der 

D._____ SA.  

 

1.5 Anfang Dezember 2009 entstand über L._____ (von der Firma M._____) und P._____ (von 

der Firma W._____ Inc.) ein Kontakt zu N._____ und seinen luxemburgischen Gesellschaften 

F._____ Sàrl und F._____ Holding SA. Die Hinterleute der F._____ Sàrl resp. F._____ Holding 

SA versprachen A._____ und B._____ ein "Tradingprogramm" mit Renditen von 100 % bis 500 % 

pro Woche, im schlechtesten Fall von 25 % pro Woche. Am 17. Dezember 2009 schloss die 

F._____ Holding SA mit der D._____ SA ein Subscription Agreement, welches seitens der Letz-

teren von B._____ unterzeichnet wurde. Darin verpflichtete sich die F._____ Holding SA der 

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Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

D._____ SA am 31. Dezember 2019 Sicherheiten in Form von Anleihen im Wert von EUR 15 Mio. 

mit einer Bonität AA auszustellen. Mit E-Mails vom Freitag, 18. Dezember 2009, informierte 

P._____ den B._____, dass die Anlagegelder auf das auf die F._____ Sàrl lautende Bankkonto 

Nr. 1._____ bei der G._____ Deutschland AG überwiesen werden müssen, um erste Gewinnzah-

lungen noch vor Weihnachten 2009 zu erhalten ("in order to get you trading and a payment before 

Christmas your funds needed to be transferred into G._____."). Diverse von B._____ per E-Mail 

gestellte Fragen bezüglich dieser kurzfristigen Änderung und anderen Unklarheiten liess P._____ 

gänzlich unbeantwortet. Stattdessen forderte P._____ den B._____ am 18. Dezember 2009 

nochmals auf, den Transfer der Anlagegelder umgehend vorzunehmen, weil das Geld am Mon-

tag, 21. Dezember 2009, 12.00 Uhr, auf dem Konto der F._____ Sàrl bei der G._____ vorhanden 

sein müsse, um erste Gewinne noch vor Weihnachten 2009 ausbezahlt zu erhalten ("Let us wrap 

up and get paid before XMAS", "act promptly without delay to instruct your bank officer"). Im 

Gegenzug stellte die F._____ Holding SA resp. deren Hinterleute angebliche Sicherheiten in 

Form von Wertpapieren im Wert von EUR 15 Mio. in Aussicht, welche die D._____ SA gemäss 

dem "Subscription Agreement" vom 17. Dezember 2009 allerdings erst nach der Überweisung 

der Anlagegelder erhalten sollte. Überdies sicherte P._____ dem B._____ am 18. Dezember 

2009 formlos per E-Mail zu, dass die Anlagekapitalien sich auch nach der Überweisung unter der 

Kontrolle der D._____ SA resp. von B._____ befinden würden ("Let this email correspondence 

serve as formal notice to you; that your funds will not be incummbered [sic], your funds will remain 

in your control, with your authority" [Grund für sic: Die korrekte Schreibweise lautet „encum-

bered“). Am 18. Dezember 2009 bescheinigten A._____ und B._____ aufgrund des genannten 

"Subscription Agreements" mit einer Schadloserklärung ("Letter of Indemnity"), dass alle vorge-

legten Dokumente in Bezug auf den "Cash Fund" von EUR 7.3 Mio. echt sind. Am 19. Dezember 

2009 unterzeichneten A._____ und B._____ ein "Custody account agreement" zwischen der 

D._____ AG und der F._____ Holding SA. Mit      E-Mail vom Sonntag, 20. Dezember 2009, 14:28 

Uhr (Betreff: "Dringender Kapitaltransfer"), übermittelte B._____ der V._____Bank in Ab._____ / 

Schweiz den von ihm im Namen der D._____ SA unterzeichneten Auftrag für eine Zahlung von 

EUR 7.3 Mio. auf das auf die F._____ Sàrl lautende Bankkonto Nr. 1._____ bei der G._____ 

Deutschland AG. Dabei wies er die V._____Bank an, den Zahlungsauftrag bis am Montag, 21. 

Dezember 2009, vor 12:00 Uhr, zu vollziehen. Die V._____Bank löste die Zahlung am 21. De-

zember 2009, 10:25 Uhr, aus. In der Folge kam es aber nicht zur versprochenen Auszahlung von 

Erträgen an die D._____ SA, vielmehr wurden A._____ und B._____ vertröstet und hingehalten. 

Die von der F._____ Holding SA in Aussicht gestellten Sicherheiten wurden am 30. Dezember 

2009 der D._____ SA ausgehändigt. Diese stellten sich aber als wertlos heraus. Ende Februar 

2010 nahm die D._____ SA Abstand vom Vertrag mit der F._____ Holding SA. Am 17. März 2010 

war das von der D._____ SA auf das Konto der F._____ Sàrl überwiesene Guthaben vollständig 

abgezogen und damit für die Drittanleger und die Gründungsaktionäre verloren. Die U._____ 

Bank AG löste schliesslich den mit der D._____ SA abgeschlossenen Kreditvertrag auf und ver-

rechnete die verpfändeten Kontoguthaben mit ihrer Forderung. 

 

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Seite 13  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

1.6 A._____ und B._____ waren zum massgeblichen Zeitpunkt im Dezember 2009 "Directors" 

der D._____ SA mit Sitz in Q._____ / Britische Jungferninseln und hatten damit eine nach Schwei-

zer Recht einem Verwaltungsrat vergleichbare Stellung bei dieser Gesellschaft inne. Die tatsäch-

liche Geschäftstätigkeit dieser Gesellschaft fand in den Büroräumlichkeiten der A._____ gehö-

renden X._____ AG in Y._____ / Schweiz statt.  

 

1.7 A._____ legte bei der D._____ SA selbst Fr. 100‘000.− und EUR 230‘000.− an. Dieses Geld 

hatte er sich zuvor durch Privatdarlehen beschafft.  

 

1.8 Gegen Ende des Jahres 2009 befanden sich A._____ und B._____ in schlechten finanziel-

len Verhältnissen. A._____ hatte privat hohe Schulden, die sein Vermögen überstiegen, und 

stand kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. B._____ lebte bereits seit dem Jahre 2007 von Unter-

stützungsleistungen der Sozialhilfe und verfügte über kein Vermögen.  

 

2. Der innere Sachverhalt ist insoweit unbestritten und nachgewiesen, als A._____ und 

B._____ anerkennen, gewusst zu haben, dass die von den Drittanlegern und den Gründungsak-

tionären bei der D._____ SA einbezahlten Gelder mit einer bestimmten Zweckbindung zur siche-

ren und risikolosen Verwendung anvertraut und daher für sie fremd waren. 

 

AC.  Bestrittener Sachverhalt 

a. Erkenntnis des Strafgerichtes und Standpunkt der Berufungsklägerin 

1. Das Strafgericht gelangte zusammengefasst zum Schluss, A._____ und B._____ seien bei 

der Transaktion von EUR 7.3 Mio. auf das auf die F._____ Sàrl lautende Konto Nr. 1._____ bei 

der G._____ Deutschland AG einem Betrug zum Opfer gefallen. Die Betrüger hätten sich A._____ 

und B._____ langsam und psychologisch geschickt angenähert. Es sei ihnen gelungen, im Rah-

men der vermeintlichen Geschäftsbeziehung – auch mit einer persönlichen Note – das Vertrauen 

von A._____ und B._____ Schritt für Schritt zu erschleichen. Es sei zu verschiedenen Empfeh-

lungen über mehrere Kontaktpersonen gekommen. Die Aufforderung, das Kapital auf ein fremdes 

Konto zu überweisen, sei nicht gleich zu Beginn erfolgt, sondern erst nachdem bereits ein gewis-

ses Vertrauensverhältnis geschaffen worden sei und auch schon Vertragsdokumente unterzeich-

net gewesen seien. Sogar noch bis weit ins Jahr 2010 hinein hätten A._____ und B._____ immer 

noch Vertrauen in L._____ gehabt. Dieses Vertrauen sei im Kontext zu sehen, dass A._____ und 

B._____ schon vor der Kontaktaufnahme mit diesen Betrügern an eine äusserst lukrative und 

risikolose Anlagemöglichkeit geglaubt hätten, die angeblich auf diskreten Kanälen abgewickelt 

werde, und sie in dieser Sache bis dahin schon sehr viel Aufwand ohne Ertrag betrieben gehabt 

hätten. Das grosse Vertrauen von A._____ und B._____ in die beteiligten Personen sei zwar 

objektiv nicht gerechtfertigt, aber subjektiv doch echt gewesen. Was die in Aussicht gestellten 

Wertpapiere von EUR 15 Mio. anbelange, welche der D._____ SA als Sicherheit hätten zukom-

men sollen, sei allerdings festzuhalten, dass diese – auch nach vertraglicher Vereinbarung – zum 

Zeitpunkt der Überweisung noch gar nicht ausgestellt gewesen seien. Eine Bestätigung, dass 

das genannte Konto bei der G._____ Deutschland AG einen Sperrkontostatus aufgewiesen und 

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der D._____ SA die Verfügungsmacht zugestanden sei, sei A._____ und B._____ aber von keiner 

dritten Seite vorgelegt worden. Als B._____ die Überweisung ohne Verifizierung dieser Zusiche-

rungen veranlasst habe, sei er von der Gegenseite unter Zeitdruck gesetzt und seien ihm gleich-

zeitig schnelle, hohe Gewinne in Aussicht gestellt worden. In diesem Moment habe er im blossen 

Vertrauen auf die Zusicherungen der Gegenseite gehandelt. B._____ seien die dargelegten Um-

stände betreffend die erwähnten Sicherheiten bekannt gewesen. A._____ habe darum gewusst 

und sei damit einverstanden gewesen, dass die eingesetzten Vermögenswerte auf ein fremdes 

Konto überwiesen werden sollten. A._____ sei dabei davon ausgegangen, dass B._____ über 

eine Einzelunterschriftsberechtigung auf dem Konto der G._____ Deutschland AG verfüge und 

es sich um eine Art Sperrkonto handle sowie beides durch entsprechende Nachweise belegt sei. 

Er habe deshalb angenommen, dass der Betrag von EUR 7.3 Mio. auf dem fremden Konto ge-

nauso sicher sei, wie auf dem eigenen Konto der D._____ SA. B._____ habe in Eigenregie ent-

schieden, die Überweisung trotz fehlender Verifizierung zu veranlassen. A._____ und B._____ 

hätten die anvertrauten Vermögenswerte nicht wissentlich in ein Hochrisikogeschäft investiert 

und vor der Überweisung nicht erkannt, dass die Tradingprogramme gar nicht existiert hätten. 

Vielmehr hätten A._____ und B._____ weiterhin an die Möglichkeit geglaubt, mit derartigen Ge-

schäften risikolos sehr hohe Erträge erzielen zu können. Sie hätten im Geschäft mit der F._____ 

Holding SA darauf vertraut, dass der Betrag von EUR 7.3 Mio. nicht ohne ihre Veranlassung vom 

auf die F._____ Sàrl lautende Konto Nr. 1._____ bei der G._____ Deutschland AG abgezogen 

werden könne und es sich somit eben nicht um ein Hochrisikogeschäft handle.  

 

2. Die Staatsanwaltschaft bringt dagegen zusammenfassend insbesondere vor, zunächst 

stelle sich die Frage um das Wissen von A._____ um die fehlenden Sicherheiten im Vorfeld der 

Überweisung an die F._____ Sàrl B._____ habe wiederholt dargelegt, dass er und A._____ stets 

den gleichen Wissenstand gehabt hätten und beide aufgrund des Zeitdruckes in einem gemein-

samen Entscheid von ihren anfänglichen Sicherheitsanforderungen abgewichen seien. Entgegen 

der Auffassung des Strafgerichtes könne sodann nicht angenommen werden, B._____ habe 

A._____ zu Unrecht belastet, um seine eigene Rolle damit kleinzureden und sich zu entlasten. 

Es sei nämlich nicht zu erkennen, wie eine Mitbelastung von A._____ eine nennenswerte Entlas-

tung von B._____ bewirke. Denn dessen Tatbeitrag sei erstellt und von diesem auch eingeräumt. 

Ausserdem sei aktenkundig, dass A._____ durch B._____ in den Monaten und Wochen vor der 

Überweisung an die F._____ Sàrl in engem Rhythmus laufend informiert worden sei. Am 19. 

Dezember 2009 habe A._____ an B._____ zum Beispiel "Ich bin wie gesagt telefonisch fast im-

mer erreichbar oder würde mich zurückmelden." geschrieben. Vor diesem Hintergrund sei kaum 

vorstellbar, dass B._____ den A._____ über zentrale Eckpunkte des geplanten Geschäftes, wie 

die fehlenden Sicherheiten, plötzlich im Ungewissen gelassen haben sollte. Nach allgemeiner 

Lebenserfahrung wäre bei einer eigenmächtigen Überweisung durch B._____ zudem zu erwarten 

gewesen, dass sich in den Dutzenden E-Mails aus der Zeit nach der Überweisung Entschuldi-

gungen oder Rechtfertigung von B._____ oder aber Vorwürfe von A._____ fänden. Es habe je-

doch keine E-Mails mit einem solchen Inhalt gegeben. Angesichts der dargestellten Umstände 

habe es als nachgewiesen zu gelten, dass A._____ und B._____ die Überweisung gemeinsam 

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im Wissen beschlossen hätten, dass keinerlei Sicherheiten vorgelegen seien. Die erstinstanzliche 

Ausführung, wonach A._____ und B._____ einem Betrug zum Opfer gefallen seien, sei wohl im 

"untechnischen" Sinne zu verstehen. Eine Verurteilung wegen Betruges zum Nachteil der 

D._____ SA scheitere nämlich aller Voraussicht nach an ihrer Opfermitverantwortung. Vorliegend 

seien die Hinterleute der F._____ lediglich 15 Tage vor der alles entscheidende Überweisung 

erstmals in Erscheinung getreten. Angesichts dessen könne nicht von einer "langsamen" Annä-

herung die Rede sein. Das Vorgehen der Hinterleute der F._____-Gruppe sei auch nicht beson-

ders ausgebufft gewesen. Denn diese hätten die Vornahme der Zahlung von EUR 7.3 Mio. schon 

verlangt, nachdem sie lediglich einige Agreements mit A._____ und B._____ abgeschlossen, 

ihnen per E-Mail Sicherheiten versprochen und schwindelerregend die rasche Erzielung von ho-

hen Gewinnen in Aussicht gestellt gehabt hätten. Hinzu komme, dass A._____ und B._____ keine 

einzige Person aus dem Umfeld der F._____ gekannt oder persönlich getroffen, geschweige 

denn mit ihnen bereits ein erfolgreiches Geschäft abgeschlossen hätten. Der blosse Kontakt über 

E-Mail und Telefon während gut zweier Wochen könne nicht ausreichend sein, um im vorliegen-

den Kontext ein berechtigtes Vertrauen zu begründen. Daran ändere auch die etwas länger an-

dauernde Beziehung von A._____ und B._____ zum Berater und Vermittler L._____, der ihnen 

wiederum von einem Z._____ und "den Italienern in London" als "Topmann" empfohlen worden 

sei, nichts. Denn A._____ und B._____ hätten ihn zuvor weder persönlich getroffen, noch mit ihm 

ein Geschäft erfolgreich abgewickelt. Die Umstände im mit der F._____ Holding SA getätigten 

Geschäft seien dergestalt gewesen, dass A._____ und B._____ hätten hellhörig werden müssen 

und sich ihnen der Hochrisikocharakter des Tradings und die hohe Verlustwahrscheinlichkeit ge-

radezu aufgedrängt habe. Dies umso mehr, als sie mit der getätigten Überweisung diametral von 

der Vereinbarung mit den Anlegern abgewichen seien. Wie das Strafgericht zu Recht festgestellt 

habe, liege in der vorgenommenen Verwendung des Anklagekapitals angesichts der getroffenen 

Vereinbarung eine Sorgfalts- und Treuepflichtverletzung von grossem Ausmass. A._____ und 

B._____ sei zudem klar gewesen, dass die vorgenommene Überweisung auf ein fremdes Konto 

gegen die internen Abmachungen mit den Anlegern verstossen habe. Im Lichte der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung (BGE 125 IV 242 E. 3c; BGer 6B_863/2017 vom 27. November 2017 

E. 2.3) liege bereits vor dem Hintergrund des Ausgeführten die Schlussfolgerung nahe, dass 

A._____ und B._____ die Tatbestandsverwirklichung der Veruntreuung in Kauf genommen hät-

ten. Würden nun zudem die Umstände der Überweisung an die F._____ Sàrl und des angestreb-

ten Tradings mit Renditen von bis zu 500 % pro Woche in die Beurteilung einbezogen, habe das 

Szenario eines Totalverlustes für die in Finanzfragen nicht unerfahrenen A._____ und B._____ 

als sehr wahrscheinlich aufdrängen müssen, sodass die Bereitschaft, diesen als Folge hinzuneh-

men, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden könne. 

 

b. Beweisgrundsätze 

1. Die Vorinstanz hat weder die Grundlagen der Sachverhaltserstellung noch die hier anwend-

baren Beweisgrundsätze dargestellt. Dies ist deshalb an dieser Stelle vorzunehmen. 

 

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2.1 Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonne-

nen Überzeugung (Art. 10 Abs. 1 StPO). Demnach entscheidet das Gericht frei von Beweisregeln 

und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber, ob es 

eine Tatsache für bewiesen hält. Der Grundsatz will sicherstellen, dass das Gericht nicht ver-

pflichtet ist, etwas als erwiesen zu erachten, wenn es nach seiner Überzeugung nicht ist, oder 

umgekehrt etwas als nicht erwiesen anzusehen, worüber für ihn kein Zweifel besteht (BGE 133 I 

33 E. 2.1).  

 

Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der an-

geklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus 

(Art. 10 Abs. 3 StPO). Diese Bestimmung beinhaltet den durch Art. 32 Abs. 1 BV und in Art. 6 

Ziff. 2 EMRK vorgegebenen Grundsatz "in dubio pro reo". Als Beweislastregel bedeutet die Ma-

xime, dass es Sache der Strafbehörde ist, die Schuld der beschuldigten Person zu beweisen, und 

nicht diese ihre Unschuld nachweisen muss (BGE 127 I 38 E. 2a). Als Beweiswürdigungsregel 

besagt die Maxime, dass sich das Gericht nicht von einem für die beschuldigte Person ungünsti-

gen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht 

zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Bloss abstrakte 

und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer möglich sind. Relevant sind mithin nur 

unüberwindliche Zweifel, d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (vgl. Art. 

10 Abs. 3 StPO; BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a). Der Grundsatz "in dubio pro reo" besagt 

indes nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für die beschul-

digte Person günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel kommt nur zur Anwendung, 

wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 

E. 2.2.3.1 ff.; 143 IV 500 E. 1.1).  

 

2.2 Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis 

zulässig. Indizien sind Tatsachen, von denen auf das Vorliegen einer unmittelbar entscheider-

heblichen Tatsache geschlossen werden kann. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein 

betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täter-

schaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, 

das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (BGer 

6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 1.2). 

 

2.3 Bei der Würdigung von Aussagen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person im 

Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft nur untergeordnete Bedeutung zu. Wichtiger für 

die Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten 

Aussage, welche durch methodische Analyse ihres Inhalts auf ihre Richtigkeit überprüft wird 

(BGE 133 I 33 E. 4.3; BGer 6B_505/2016 vom 13. Februar 2017 E. 1.3.2). Damit eine Aussage 

als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein von Reali-

tätskriterien und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Entscheidend 

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ist, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leis-

tungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund ma-

chen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenommen, dass das im Rahmen 

eines hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Qualitätsmerk-

male, so genannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entstehungsgeschichte der Aussage 

sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und 

die persönliche Kompetenz der aussagenden Person analysiert werden. Dabei wird zunächst 

davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist, und erst wenn sich 

diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten 

lässt, wird geschlossen, dass die Aussage einem wirklichen Erleben entspricht und wahr ist (vgl. 

BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2; BGer 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2).  

 

2.4 Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft eine innere Tatsache. Eine solche kann 

– vorbehältlich eines Geständnisses – nur durch einen Indizienbeweis anhand einer eingehenden 

Würdigung des äusseren Verhaltens sowie allenfalls weiterer Umstände bewiesen werden (BGE 

133 IV 1 E. 4.1; 130 IV 58 E. 8.5; OGer ZH SB170500 vom 11. Juni 2018 E. 4.2.3.3).  

 

c.  Beweismittel und -würdigung 

ca. Vorbemerkung 

1. Als relevante Beweismittel für die Feststellung der hier interessierenden inneren Tatsachen 

liegen neben den Protokollen der Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft von A._____ und 

B._____ (act. AA 01.01.001 ff.), durch das Strafgericht (act. 521 ff.) und durch die Berufungs-

instanz (Protokoll des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, vom 2. September 2019 [Prot. KG], 

S. 2 ff.), der E-Mail-Verkehr von A._____ und B._____ untereinander als auch mit P._____, 

Z._____, N._____ und L._____ (act. AA 71.01.488 ff.) sowie das Subscription Agreement vom 

17. Dezember 2009 (act. BG 10.05.003 ff.), der Letter of Indemnity vom 18. Dezember 2009 (act. 

BG 10.05.010) und das Custody Account Agreement vom 19. Dezember 2009 (act. BG 10.05.011 

ff.) bei den Akten. 

 

2. Das Strafgericht stellte die aus seiner Sicht wesentlichen Depositionen von A._____ und 

B._____ sowie den E-Mail-Verkehr im angefochtenen Urteil zusammengefasst dar, wobei es 

gleichlautende Aussagen in Gruppen wiedergab; darauf kann zwecks Vermeidung unnötiger Wie-

derholungen verwiesen werden (Urt. SG E. I/1/1.1/1.1.3; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Depositionen 

von A._____ und B._____ sind – wie aus E. III/A/AC/b/2.3 folgt – zur Beurteilung ihrer Glaubhaf-

tigkeit einer Aussageanalyse zu unterziehen. Da das Strafgericht dies nicht vorgenommen hat, 

ist eine solche Analyse hier nachzuholen und sind dazu nachstehend die wesentlichen Depositi-

onen von A._____ als auch B._____ und E-Mails wiederzugeben.  

 

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cb. B._____ 

cba. Einlassungen 

(i) Glaubwürdigkeit des Aussagenden  

Das Strafgericht führte aus, bei B._____ sei ein potenzielles Motiv von B._____ zu erkennen, den 

Mitbeschuldigten A._____ zu Unrecht zu belasten, nämlich um seine eigene Verantwortung klein-

zureden und sich damit selbst zu entlasten. Das Strafgericht legte im angefochtenen Urteil nicht 

näher dar, durch welche Deposition sich B._____ aus welchem konkreten Grund selbst entlasten 

könnte. Als Beschuldigter hat B._____ gewiss ein Interesse, sich in einem möglichst günstigen 

Lichte darzustellen. Allein aufgrund seiner Stellung als Beschuldigter kann seine Glaubwürdigkeit 

aber nicht von vornherein in Zweifel gezogen werden. Entscheidend ist grundsätzlich – wie be-

reits in E. III/A/AC/b/2.3 ausgeführt – die Glaubhaftigkeit der konkreten Depositionen und weniger 

die allgemeine Glaubwürdigkeit von B._____ (vgl. OGer ZH SB180057 vom 13. November 2018 

E. III/5.2). 

 

(ii) Einzelne Depositionen  

1. Bei der ersten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 8. Juni 2011 wurde B._____ 

gleich zu Beginn der Befragung zur Sache das von ihm am 17. Dezember 2009 unterzeichnete 

Subscription Agreement betreffend die Einzahlung der D._____ SA bei der F._____ Sàrl von EUR 

7.3 Mio. ohne Vorliegen von Garantien, die Überweisung der D._____ SA vom 20. Dezember 

2009 von EUR 7.3 Mio. an die F._____ Sàrl SA und die formlose Zusicherung von P._____ be-

treffend die volle Verfügungsmacht durch die D._____ SA über diesen Geldbetrag vorgehalten. 

Auf Frage nach dem Grund für die Unterzeichnung des Subscription Agreements gab B._____ 

zur Antwort, er sei davon ausgegangen, dass die D._____ SA Wertpapiere renommierter Banken 

mit einem AA-Rating in Höhe von EUR 15 Mio. erhalten würde. Die Frage nach dem Einverständ-

nis der anderen Mitglieder des Verwaltungsrates der D._____ SA zur Unterzeichnung des Sub-

scription Agreements vom 17. Dezember 2009 bejahte B._____. Er führte aus, er habe nichts 

ohne das Wissen des Verwaltungsrates der D._____ SA gemacht. A._____ habe über alles und 

jedes Bescheid gewusst. Hätte A._____ ihm abgeraten, hätte er es nicht getan (act. AA 

10.01.002). Auf Frage, welche Sicherheiten die F._____ Holding SA vor der Zahlung habe stellen 

müssen, gab B._____ zur Antwort, N._____ hätte die Sicherheiten nach ihrer Zahlung liefern 

sollen. Er habe jedoch wertlose Sicherheiten geliefert. Er (B._____) sei davon ausgegangen, 

dass er auf ein Non-depletion-Konto zahle, d.h. ein Konto von dem kein Geld ohne seine Zustim-

mung bezogen werden könne. Auf Frage nach dem Zustandekommen der Überweisung vom 21. 

Dezember 2009 bekundete B._____, er habe die Transaktion des Geldes an die V._____Bank 

aufgrund des Subscription Agreements getätigt. Er sei davon ausgegangen, dass er das Geld auf 

ein Non-depletion-Konto überweise, da P._____ ihm dies im Vorfeld so gesagt habe. B._____ 

wurde gefragt, weshalb er sich auf ein formloses       E-Mail von P._____ verlassen habe, in 

welchem dieser ihm zugesichert habe, die D._____ SA würde die Verfügungsgewalt über das 

Kapital nach dessen Überweisung auf das Konto der F._____ Sàrl bei der G._____ Deutschland 

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AG in Ac._____ behalten. B._____ antwortete darauf, es habe so ausgesehen, dass das Ge-

schäft zustande komme. L._____ habe die Leute gekannt und ihnen dieses vermittelt. Auf Frage 

nach dem grossen Vertrauen zu L._____ meinte B._____, L._____ sei ihnen als grosser Fach-

mann mit jahrzehntelanger Erfahrung präsentiert worden. Er sei bereit gewesen, sie mit den EUR 

7.3 Mio. an die richtigen Leute zu vermitteln, welche das Geld gewinnbringend anlegten. Auf 

Frage, durch wen L._____ vermittelt worden sei, bekundete B._____, die Empfehlung für L._____ 

sei von Z._____ gekommen. Z._____ sei ihnen wiederum von den Italienern empfohlen worden. 

Auf die Frage, weshalb er nicht eine entsprechende Bestätigung der G._____ Deutschland AG 

verlangt habe, erwiderte B._____, wegen des Wochenendes habe er keine Erkundigungen ein-

holen können. Er habe A._____ mitgeteilt, dass sie bei einer Überweisung des Geldes die Kon-

trolle darüber verlören. A._____ habe ihn aber zur Vornahme der Transaktion aufgefordert. 

A._____ habe ihm gesagt, er solle diese vornehmen, um eine erste Zahlung bis am 24. Dezember 

2009 zu erhalten. Sie seien unter einem gewissen Zeitdruck gestanden. A._____ habe mehrheit-

lich an den Konferenzgesprächen teilgenommen (act. AA 10.01.003). Den Vorhalt, die beiden 

anderen Verwaltungsräte behaupteten, erst nachträglich über die in Frage stehende Transaktion 

informiert worden zu sein, bestritt B._____. Es könne sein, dass Aa._____ nachträglich ins Bild 

gesetzt worden sein. A._____ habe es aber hundertprozentig gewusst (act. AA 10.01.004).  

 

2. Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 17. Februar 2012 schilderte 

B._____, im Jahre 2008 sei er mit A._____ zusammengekommen und habe zwei, drei Sachen 

geregelt, die mit der X._____ AG zu tun gehabt hätten. Irgendwann habe ihm A._____ gesagt, er 

habe Kontakt zu einer Person, die Zugang zu Programmen habe, bei denen Geld auf einem 

Konto gesammelt, blockiert sowie jemandem zur Verfügung gestellt und man dafür entschädigt 

würde. Er habe gegenüber A._____ bemerkt, dass er auch schon von solchen Geschäften gehört 

habe. Er habe aber noch nie gesehen, dass diese je funktioniert hätten. A._____ habe ihm erwi-

dert, dass er persönlich schon ein solches Geschäft getätigt habe. Er habe daraus geschlossen, 

dass A._____ auf diesem Gebiet Erfahrung besitzen müsse. A._____ habe ihm gegenüber kund-

getan, dass er das Kapital aus diesem Geschäft bereits zurückbekommen habe und nur noch auf 

die Erträge warten müsse. A._____ habe ihn in der Folge gefragt, ob er bereit wäre, ihm zu helfen, 

ein Konstrukt zu entwickeln, um einer bestehenden Gruppe von Personen solche Geschäfte an-

zubieten (act. AA 10.01.046). In der Folge sei hierfür die D._____ SA gegründet worden. Nach-

dem die Suche nach entsprechenden Programmen fehlgeschlagen sei, habe er (B._____) ge-

sagt, dass man das Geld den Investoren zurückgeben solle. A._____ habe aber nicht aufgeben 

wollen. Ein entscheidender Schritt sei im August 2009 geschehen. Als er im Wallis in den Ferien 

gewesen sei, habe A._____ ihn angerufen und mitgeteilt, er solle nach Turin fahren, um Leute zu 

treffen, die Programme für eine entsprechende Anlage von Geldern anböten. Dies sei bei seinem 

damaligen Gesundheitszustand sehr schwierig für ihn gewesen. Er habe diese Leute dann trotz-

dem in Italien getroffen und ein paar Tage später habe er nochmals Leute von dieser Turiner 

Gruppe am Flughafen in Ab._____ getroffen. Diese hätten ihm gesagt, dass sie ein Programm 

für sie hätten. Sie hätten dann stapelweise Unterlagen einreichen müssen. Im November 2009 

habe A._____ mitgeteilt, dass sie nach England gehen müssten. Er habe A._____ gesagt, dass 

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es ihm schlecht gehe und er dafür kein Geld habe. A._____ habe ihm mitgeteilt, dass er den Flug 

bezahle. Die Flüge seien durch die X._____ AG gebucht worden. Sie seien dann zirka zwischen 

dem 2. und 5. November nach England geflogen. Am ersten Abend habe A._____ plötzlich gehen 

müssen. A._____ habe ihn gebeten, noch zu bleiben, weil am nächsten Tag noch eine Bespre-

chung stattfinde. Er habe in der Folge einen Vertreter der M._____, die L._____ gehört habe, 

kennengelernt. Dieser Vertreter habe Ad._____ geheissen und sei ein Vertrauter von L._____ 

gewesen. Ad._____ habe einen Vertrag der M._____ unterbreitet. Er habe diesen nach Hause 

genommen und in der Schweiz unterschrieben. Er habe für solche Geschäfte mittlerweile vom 

Verwaltungsrat der D._____ SA über eine Einzelunterschriftsberechtigung verfügt. Er habe eine 

Kopie dieses Vertrages an A._____ geschickt. A._____ sei über alles informiert gewesen. Sie 

hätten sich permanent ausgetauscht. A._____ und er seien immer in Kontakt zueinandergestan-

den. Er habe nie etwas gemacht, über das A._____ nicht informiert gewesen sei, und das nicht 

mit ihm abgesprochen gewesen sei. In der Folge habe er eine Zeit lang nichts mehr gehört. An-

fangs Dezember 2009 sei ihm bei einem Telefonat mitgeteilt worden, dass am kommenden Wo-

chenende Leute mit ihm in Kontakt treten würden, um das Kapital in ein solches Programm ein-

fliessen zu lassen. Er habe A._____ darüber ins Bild gesetzt und den Termin für den Telefonanruf 

so organisiert, dass A._____ auch im Hause gewesen sei. Er habe das Telefon über Lautsprecher 

geführt. A._____ habe still neben ihm sitzend mitgehört. Dort sei P._____ ins Spiel gekommen. 

A._____ habe gesagt: "Kein Problem, wir machen das." Das Geld habe aber transferiert werden 

müssen. Er (B._____) habe dann gesagt, dass dies nicht in Frage komme. Er habe nie gehört, 

dass das Geld überwiesen werden müsse, sondern dass auch diese "Sammler" das Geld nur 

zeigen müssten. Dies sei für ihn (B._____) nicht in Frage gekommen. P._____ habe dann gesagt, 

dass ein Non-depletion-Konto bei der V._____Bank in Hong Kong eröffnet werden müsse. Dies 

sei ein Konto, welches keinen fremden Zugriff zulasse. Er (P._____) könne damit zeigen, dass 

das Geld vorhanden sei. Dies sei zirka Mitte Dezember 2009 gewesen. Am 17. Dezember 2009 

seien dann die Subscription Agreements gekommen. Darin sei gestanden, dass die D._____ SA 

für das zur Verfügung stellen ihres Kapitals auf dem Konto der F._____ Sàrl bei der G._____ 

Deutschland AG eine Garantie in Form von European Medium Term Note (fortan: EMTN) mit 

einem Rating von mindestens AA in Höhe von EUR 15 Mio. erhalte. Diese EMTN hätten ihnen 

von der F._____ Holding SA bzw. N._____ zugestellt werden sollen, nachdem N._____ diese 

gezeichnet habe. Dazu hätte die F._____ Holding SA bzw. N._____ zuvor das Kapital der 

D._____ SA zeigen müssen. So sei das Geschäft geplant gewesen (act. AA 10.01.047 f.). Auf 

Frage, wer den Auftrag zur Überweisung der Gelder an die F._____ Sàrl am 20. Dezember 2009 

beschlossen habe, gab B._____ zur Antwort, er habe A._____ mitgeteilt, dass N._____ die Über-

weisung an die G._____ Deutschland AG verlange. Er habe A._____ gefragt, was sie tun sollten. 

A._____ habe daraufhin geantwortet, er solle dafür sorgen, dass das Geld am Montag auf diesem 

Konto sei (act. AA 10.01.048). Er habe mit niemandem sonst Rücksprache genommen. Nur 

A._____ und er hätten dies entschieden. Auf Frage erklärte B._____, dass er über das Wochen-

ende nicht habe prüfen können, ob es sich um ein Non-depletion-Konto handle oder nicht. Als es 

dann um die Überweisung gegangen sei, habe A._____ ihm – was auch schon früher zu Diffe-

renzen geführt habe – seine zögerlich, komplizierte Art vorgeworfen und ihm gesagt, er solle sich 

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nicht zieren, sondern jetzt einfach überweisen, man könne dann später weiterschauen (act. AA 

10.01.049). 

 

3. Bei der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 7. Mai 2014 wurde B._____ vorge-

halten, dass P._____ am 18. Dezember 2009, 13:15 Uhr, ein E-Mail geschickt habe, welches als 

formelle Bestätigung dafür dienen solle, dass die Fonds unter Kontrolle der D._____ SA blieben. 

B._____ bekundete, N._____ habe nochmals bestätigt, dass sie einen Non-depletion-Status hät-

ten und er (N._____) nicht über das Geld verfügen könne. B._____ wurde der Vorhalt gemacht, 

am 18. Dezember 2009, 16:50 Uhr, das E-Mail von P._____ vom 18. Dezember 2009, 11:46 Uhr, 

mit dem Subscription Agreement und Custody Account Agreement sowie am 18. Dezember 

2009, 22:31 Uhr, das erwähnte E-Mail von P._____ vom 18. Dezember 2009, 13:15 Uhr, an 

A._____ weitergeleitet zu haben. Am 19. Dezember 2009, 09:18 Uhr, habe A._____ seine Emp-

fehlungen mitgeteilt. Daraufhin erklärte B._____, dies zeige, dass A._____ über alles im Bilde 

gewesen sei und sie alles besprochen hätten. B._____ wurde vorgehalten, dass A._____ in sei-

ner Antwort vom 19. Dezember 2009 geschrieben habe: "Rückbestätigung durch L._____'s oder 

N._____'s Banker bei der G._____, dass non-depletion status, sole signatory priviledge [sic] tel. 

und per Fax am Mo-Morgen wäre mir eine ausreichende Sicherheit (…)". B._____ machte gel-

tend, er habe die Sache mit den Anrufen bei den Bankern bei der G._____ Deutschland AG mit 

A._____ besprochen. Er habe A._____ gesagt, wenn sie die Banker auf diese Angelegenheiten 

ansprächen, machten sie diese "schüüch". Diese müssten ihnen zudem nicht einmal eine Antwort 

erteilen, da sie (D._____ SA) nicht einmal Kunde gewesen sei. Als Privatperson könne man auch 

nicht einfach mit dem Banker eines Dritten telefonieren. Sie hätten deshalb auf eine Rückbestä-

tigung verzichtet. Dann sei es Samstag geworden. Am Samstag und auch Sonntag hätten sie 

nicht mit der Bank telefonieren können, und am Montag habe das Geld überwiesen sein müssen. 

Sie hätten die Überweisung des Geldes an die G._____ Deutschland AG in der Meinung getätigt, 

dass sie es auf ein Non-depletion-Konto bei dieser Bank transferierten (act. AA 10.01.436). Auf 

Frage, wie es zum Beschluss betreffend die Vornahme der Überweisung an die G._____ 

Deutschland AG gekommen sei, antwortete B._____, A._____ und er hätten miteinander telefo-

niert. Ohne das Telefon hätte er dies vermutlich nicht getan. A._____ habe ihn angewiesen "Mach 

jetzt einfach." und "Es ist Zeitdruck, am 24. kommt ja schon die erste Zahlung." In der Folge habe 

er (B._____) die Überweisung in die Wege geleitet. Auf Frage gab B._____ zu Protokoll, er sei 

nicht gegen diese Überweisung gewesen. A._____ habe über alles Bescheid gewusst. Er 

(B._____) habe nichts selbst von sich aus gemacht (act. AA 10.01.437). B._____ wurde vorge-

halten, dass mit E-Mail vom 20. Dezember 2009, 15:28 Uhr, der V._____Bank der Auftrag zur 

Zahlung des Betrages von EUR 7.3 Mio. auf das Konto der F._____ bei der G._____ Deutschland 

AG mit einer Blindkopie an A._____ erteilt worden sei. Auf Frage nach der Reaktion von A._____ 

erklärte B._____, dieses Vorgehen hätten sie so besprochen. Er habe danach noch A._____ 

angerufen und ihm mitgeteilt, dass er die Transaktion in die Wege geleitet habe. B._____ wurde 

der Vorhalt gemacht, dass der letzte dokumentierte E-Mail-Austausch mit A._____ am Morgen 

des 19. Dezembers 2009 stattgefunden habe, B._____ fast alle weiteren E-Mails per Blindkopie 

an A._____ zugestellt habe und das erste E-Mail nach der Überweisung von A._____ an B._____ 

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vom 21. Dezember 2009, 22:45 Uhr, datiere sowie B._____ ausgesagt habe, A._____ habe ihn 

angewiesen, die Überweisung an die G._____ Deutschland AG zu tätigen. B._____ gab an, er 

könne sich nicht mehr genau erinnern. Er wisse einfach, dass sie telefoniert hätten. An die Äusse-

rung von A._____ "Los mach jetzt einfach, das Geld komme ja am 24. und die Sicherheiten kä-

men auch" könne er sich erinnern. Ohne A._____ hätte er die Überweisung nicht getätigt (act. 

AA 10.01.438).  

 

4. In der Befragung durch die Staatsanwaltschaft vom 21. Juli 2014 führte B._____ aus, 

A._____ und er seien zusammen in England gewesen. Am zweiten Tag sei A._____ am Morgen 

abgereist, und er sei bis am Abend in England geblieben. Er habe dabei einen Vertreter der 

M._____ kennengelernt. Dieser habe ihm einen Vertrag vorgelegt, welchen die D._____ SA letzt-

lich auch abgeschlossen habe. Zu Beginn sei er Sekretär der D._____ SA gewesen. Er habe 

deren administrative Tätigkeit erledigt. Für ihn sei klar gewesen, dass er alles, was er tue, mit 

A._____ bespreche. Etwas Anderes sei für ihn nicht in Frage gekommen. In einem gewissen 

Sinne sei A._____ sein Chef gewesen. Er habe immer alles mit A._____ abgesprochen. Ob 

A._____ bei jedem Telefonanruf, den er mit L._____ geführt habe, dabei gewesen sei, wisse er 

nicht mehr. Aber es sei ihm wichtig gewesen, dass A._____ immer, wenn er im Geschäft in 

Y._____ / Schweiz gewesen sei, bei den Telefongesprächen dabei gewesen sei. Dies sei sicher 

mehr als einmal der Fall gewesen. Die Telefonate mit L._____ hätten oft ausserhalb der Bürozei-

ten stattgefunden. Er habe das Telefon dann auf Lautsprecher gestellt, sodass A._____ diese 

habe mithören können. A._____ sei über die ganze Entwicklung im Zusammenhang mit der 

M._____ permanent informiert gewesen. Er habe sich verantwortlich gefühlt, A._____ stets zu 

informieren. Es habe nichts gegeben, in das A._____ nicht involviert gewesen sei (act. AA 

10.01.589). Auf Vorbehalt betreffend die Überweisung an die G._____ Deutschland AG gab 

B._____ zu Protokoll, er habe nie gesagt, dass er über eine Unterschriftsberechtigung für das 

Konto bei der G._____ Deutschland AG verfüge. Er sei jedoch davon ausgegangen, dass das 

Geld nicht abtransferiert werden könne, weil es auf ein Non-depletion-Konto einbezahlt worden 

sei. Auf Vorhalt von Depositionen von A._____ machte B._____ geltend, gegenüber A._____ 

habe er höchstens gesagt, dass es ein Non-depletion-Konto sein sollte. Aber dass er über eine 

Unterschriftsberechtigung für das Konto verfüge, habe er ganz sicher nicht gesagt. Denn diesfalls 

hätte er über eine Unterschriftenkarte der G._____ Deutschland AG verfügen müssen (act. AA 

10.01.590). Er habe schon vor der Überweisung gewusst, dass er über keine Unterschriftsbe-

rechtigung für das Konto bei der G._____ Deutschland AG verfüge. Auch A._____ habe sehr 

genau darum gewusst; ansonsten hätte er A._____ nicht gesagt, er könne die G._____ Deutsch-

land AG nicht anrufen. Obgleich er am Schluss bei der D._____ SA einzelunterschriftsberechtigt 

gewesen sei, habe er A._____ trotzdem stets über alles informiert. Er habe ihm zwar nicht immer 

eine Kopie der E-Mails geschickt, aber er habe ihn mindestens angerufen. Er habe ihn stets ori-

entiert (act. AA 10.01.591). Er habe A._____ informiert, nachdem er die Überweisung am Sonn-

tag getätigt habe oder ihm einen Blindkopie gesandt (act. AA 10.01.593).  

 

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5. Im Rahmen der Schlusseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 8. August 2016 

führte B._____ aus, aufgrund des Prinzips "Money first" habe die D._____ SA zuerst EUR 7.3 

Mio. bezahlen müssen und erst dann die "collateral", d.h. die Sicherheiten von EUR 15 Mio. er-

halten (act. AA 10.01.748). Es treffe zu, dass P._____ für ihn und A._____ eine unbekannte Per-

son gewesen sei. Er (P._____) habe die Firma "W._____ Inc." betrieben. Das Geschäft sei mit 

ihm nicht zustande gekommen. P._____ sei ihnen von L._____ empfohlen worden (act. AA 

10.01.753). Er (B._____) habe sehr viel mit A._____ telefoniert. Sie hätten sich ausgetauscht. Es 

sei für sie klar gewesen, dass sie nach der Überweisung wenigstens Wertpapiere über EUR 15 

Mio. erhielten. L._____ habe schon mehrere Geschäfte mit N._____ getätigt. N._____ sei ein 

"Big Shot" gewesen. Auf Frage bekundete B._____, er habe über keine Belege verfügt, dass 

L._____ mit N._____ schon Geschäfte getätigt habe. Dann sei der 21. Dezember 2009 gekom-

men, als A._____ zu ihm gesagt habe "Mach jetzt! Wir stehen kurz davor". Es habe keine Mög-

lichkeit bestanden, am Wochenende irgendwelche Information von der G._____ Deutschland AG 

zu erhalten. Damit die Zahlungen noch vor Weihnachten kommen würden, habe das Geld am 

Montag, 21. Dezember 2009, bei der G._____ Deutschland AG sein müssen. Das sei der Grund 

gewesen, weshalb sie nicht hätten warten können. Es habe geeilt (act. AA 10.01.755). Es stimme 

nicht, dass P._____, L._____ und N._____ völlig unbekannt gewesen seien. Sie hätten sie zwar 

nie gesehen, aber sie hätten mit ihnen telefoniert. In Bezug auf den Vorhalt, dass sie keinerlei 

verlässliche Informationen zu diesen Personen und deren Gesellschaften gehabt hätten, machte 

B._____ geltend, sie könnten bei einem Geschäft, das sie in ein, zwei Tagen durchziehen wollten, 

nicht alles durchleuchten; sonst müssten sie gar nicht beginnen (act. AA 10.01.756). Es sei klar 

gewesen, dass sie auf dem Konto bei der G._____ Deutschland AG über keine Zeichnungsbe-

rechtigung verfügt hätten. Es treffe auch zu, dass die Zusicherung untauglich und formlos gewe-

sen sei. Sie hätten aber daran geglaubt, dass es stimme und gut sei. Für sie sei es eine verbind-

liche Zusage gewesen. Sie hätten darauf vertraut, dass es gut komme. Für sie sei klar gewesen, 

dass vom Non-depletion-Konto kein Geld weggenommen werden könne. Er habe das Kapital im 

Auftrag und im Wissen von A._____ auf das Konto bei der G._____ Deutschland AG überwiesen 

(act. AA 10.01.757).  

 

6. Anlässlich der Einvernahme vor dem Strafgericht vom 26. Februar 2018 führte B._____ im 

Zusammenhang mit dem Geschäft mit der F._____ Holding SA aus, er sei sich sicher, in die 

Gespräche involviert gewesen zu sein. A._____ sei im Prinzip immer auf dem gleichen Stand 

gewesen wie er (act. 567). A._____ habe den Vertrag gesehen, vielleicht sogar auch mitunter-

schrieben. Er wisse es nicht mehr (act. 573). Er wisse noch, dass er mit diesem Vertrag zu 

A._____ gegangen sei und ihn auf die Punkte angesprochen habe. Er habe A._____ gesagt, 

wenn sie das Geld überwiesen, bekämen sie die 15 Mio. A._____ habe ihn angewiesen: "Ma-

chen" (act. 575). Sie hätten eigentlich alles, was "hinausging" besprochen. Es habe eigentlich 

nichts gegeben, was A._____ nicht auf dem Tisch gehabt habe (act. 579). Es habe ihm ausge-

reicht, dass die Sicherheit erst nach der Zahlung komme. Er habe darauf vertraut, dass das Ge-

schäft korrekt vollzogen werde (act. 585). 

 

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7. An der Berufungsverhandlung vom 2. September 2009, mithin rund zehn Jahre nach dem 

Vorfall, gab B._____ zu Protokoll, er sei durch Prof. Ae._____ davon überzeugt worden, dass 

hochrentable Tradingprogramme existierten. Er bestätigte den Vorhalt, dass im Sommer 2009 

Leute aus Turin gesagt hätten, sie müssten Gelder auf einem Konto zusammenführen. Auf Frage, 

was dies für Leute gewesen seien, gab B._____ zur Antwort, er wisse es nicht mehr. Er möge 

sich fast nicht mehr an die Sache erinnern. Der Grund für die Reise nach Turin, hänge sicher mit 

den Geschäften zusammen. Nachdem A._____ die Frage, ob B._____ die Reise auf seine Ver-

anlassung unternommen habe, verneinte, bestritt B._____ diese Darstellung von A._____ mit 

bestimmter Stimme mit der Bemerkung, dies sei nicht ganz richtig. Er sei im Wallis in den Ferien 

gewesen und dann habe A._____ ihm beschieden, dass er näher bei Turin sei und er dorthin 

fahren solle. Auf die Frage, weshalb vor dem Geschäft mit der F._____ Holding SA der Versuch 

zur Teilnahme an Tradingprogrammen gescheitert sei, gab B._____ an, dies nicht zu wissen. Die 

Italiener hätten die Reise veranlasst. Die Engländer hätten nicht nach Af._____ kommen wollen. 

Aus diesem Grund habe A._____ gesagt, dass sie nach England gingen. Dies hätten sie in der 

Folge getan. Die Italiener seien am ersten Tag in England gewesen. Von der Gruppe, die sie 

hätten treffen sollen, sei niemand anwesend gewesen. Danach sei A._____ abgereist, und er 

habe Ad._____ getroffen. Er wisse nicht mehr, ob er ein Agreement von L._____ mitgenommen 

oder nachträglich zugestellt bekommen habe. Die Gruppe von L._____ hätte eine Kommission 

bekommen, wenn sie das Trading durchgeführt hätten. Das sei der Inhalt dieses Tages gewesen, 

und am Abend sei er heimgekehrt. Es sei um das Trading gegangen, aber während mehr als der 

Hälfte des Treffens hätten sie Smalltalk betrieben. Nachdem A._____ den Vorhalt, er habe er-

wähnt, einmal zweimal bei einer Telefonkonferenz mit L._____ dabei gewesen zu sein, bestritt 

und geltend machte, nur einmal an einer solchen Telefonkonferenz teilgenommen zu haben, 

wendete B._____ ein, dies stimme nicht, A._____ sei als stiller Zuhörer bei praktisch all den Ge-

sprächen dabei gewesen. Soweit er es in Erinnerung habe, sei die Kapitalsumme zu klein gewe-

sen, damit L._____ das Geschäft habe tätigen können. Er (L._____) habe deshalb N._____ emp-

fohlen, mit dem er schon erfolgreich Geschäfte unternommen habe. Auf Aufforderung die Phase 

vom 19./20. Dezember aus eigener Wahrnehmung zu schildern, führte B._____ aus, es sei schon 

mehr oder weniger zehn Jahre her. Es sei ihm nicht mehr so präsent, wie es wirklich gewesen 

sei. Sie seien unter wahnsinnigem Druck gestanden. Er habe das Geld freigegeben müssen, 

obwohl er dies nicht gewollt habe. Aus diesem Grund habe er auch mit A._____ darüber gespro-

chen. Er habe die Bank nicht fragen können. Es habe geheissen: "mach". Dann habe er es getan. 

Es tue ihm noch leid, denn dies hätte nie geschehen dürfen. Mit L._____ hätten sie Rettungs-

massnahmen besprochen. N._____ sei einfach verschwunden. Sie hätten geglaubt, die Sache 

mit L._____ noch retten zu können (Prot. KG, S. 7 ff.). 

 

(iii)  Würdigung 

1. Vorweg sei angemerkt, dass die eigentliche Einvernahme zur Sache grundsätzlich in zwei 

Abschnitte zu gliedern ist: Den freien Bericht und das Verhör (MAX HERMANUTZ/SVEN 

LITZCKE/OTTMAR KROLL, Strukturierte Vernehmung und Glaubhaftigkeit, 4. Aufl. 2018, S. 36). Im 

vorliegenden Fall forderte die Staatsanwaltschaft B._____ bei der ersten Befragung nicht zur 

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freien Schilderung des Vorgefallenen auf, sondern verhörte ihn gleich, indem sie ihm spezifische 

Vorhalte machte und konkrete Fragen stellte. Erst bei der zweiten Einvernahme wurde B._____ 

zum freien Berichten veranlasst. Trotz dieses Vorgehens bietet das umfangreiche Aussagema-

terial hier eine genügend breite Basis zur Würdigung. 

 

2. A._____ trägt vor, das Aussageverhalten von B._____ sei nicht konstant. B._____ habe 

nämlich bei der ersten Befragung bekundet, er (A._____) habe ihm gesagt, er solle die Überwei-

sung vornehmen, während er bei der zweiten Einvernahme ausgeschmückt habe, A._____ habe 

ihm seine zögerliche, komplizierte Art vorgeworfen und ihm gesagt, er solle sich nicht zieren, 

sondern jetzt einfach überweisen, man könne dann später weiterschauen. Wenn sich die Dinge 

in dieser Dramatik abgespielt hätten, hätte B._____ dies schon bei der ersten Befragung geschil-

dert. Dass er dies nicht getan habe, sei ein Hinweis dafür, dass es sich um eine nachträgliche 

Konstruktion handle.  

 

Bei erneuten Einvernahmen zeigen sich naturgemäss Erinnerungsverluste. Depositionen in spä-

teren Befragungen zeigen jedoch oft auch Ergänzungen. Bei diesen handelt es sich häufig um 

wiederaufgetauchte Erinnerungen, die der aussagenden Person zeitweilig nicht zur Verfügung 

standen. Solche Aussageänderungen brauchen keineswegs gegen die Glaubhaftigkeit der aus-

sagenden Person zu sprechen (FRIEDRICH ARNTZEN, Psychologie der Zeugenaussage, 5. Aufl. 

2011, S. 55). Angesichtes dessen kann allein, weil die zweite Deposition etwas ausführlicher ist 

als die erste, nicht ein unglaubhaftes Aussageverhalten von B._____ angenommen werden, zu-

mal diese Bekundungen inhaltlich übereinstimmen. 

 

3. In der Gesamtschau erweisen sich die Depositionen von B._____ in all den über acht Jahre 

verteilten Einvernahmen als konstant, ausführlich und lebensnah, was für deren Glaubhaftigkeit 

spricht.  

 

4. Den Weg zur Anbahnung des Geschäftes mit der F._____ Holding SA schilderte B._____ 

in sich stimmig und detailreich. B._____ beschrieb ausführlich, wie es zum ersten Treffen mit den 

Italienern, welche ein Programm angeboten hätten, in Turin, dem Folgetreffen mit diesen Leuten 

am Flughafen Ab._____ und der Zusammenkunft anfangs November 2009 in England kam. Er 

erwähnte dabei auch Besonderheiten, wie dass er A._____ auf die Schwierigkeit eines Treffens 

in Turin wegen seiner gesundheitlichen Probleme und seine fehlenden finanziellen Mittel für einen 

Flug nach England hinwies sowie A._____ bereits am ersten Abend in England plötzlich habe 

heimkehren müssen. Er führte sodann aus, wie er in England Ad._____, einen Vertreter der 

M._____, welche L._____ gehört habe, kennengelernt und einen Vertrag der M._____ unter-

zeichnet habe. Weiter schilderte B._____, wie er danach eine Weile nichts gehört habe, ihm an-

fangs Dezember 2009 eine Kontaktaufnahme angekündigt worden sei, in der Folge P._____ ins 

Spiel gebracht worden sei, welcher ihnen von L._____ empfohlen worden sei, dieser ihm be-

schieden habe, es müsse ein Non-depletion-Konto eröffnet werden und es am 17. Dezember 

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2009 zum Subscription Agreement gekommen sei (act. AA 10.01.047 f., AA 10.01.753, Prot. KG, 

S. 7 ff.). 

 

5. B._____ belastete sich weiter dadurch, dass er eingestand, dass der D._____ SA erst nach 

Vornahme der Überweisung von EUR 7.3 Mio. an die F._____ Sàrl die fraglichen Sicherheiten in 

Form von Anleihen mit einer Bonität AA hätten ausgestellt werden sollen (act. AA 01.01.003, AA 

01.01.047 f., AA 01.01.748), und dass er um die fehlende Zeichnungsberechtigung über das 

Konto bei der G._____ Deutschland AG wusste (act. AA 10.01.755 f.). Diese belastenden Depo-

sitionen erscheinen ohne Weiteres als glaubhaft. 

 

6. B._____ führte auf den Vorhalt, dass A._____ in seiner Antwort vom 19. Dezember 2009 

geschrieben habe: "Rückbestätigung durch L._____'s oder N._____'s Banker bei der G._____, 

dass non-depletion status, sole signatory priviledge [sic] tel. und per Fax am Mo-Morgen wäre 

mir eine ausreichende Sicherheit (…)" aus, er habe die Sache mit den Anrufen bei den Bankern 

bei der G._____ Deutschland AG mit A._____ besprochen. Er habe A._____ gesagt, wenn sie 

die Banker auf diese Angelegenheiten ansprächen, machten sie diese "schüüch". Diese müssten 

ihnen zudem nicht einmal eine Antwort erteilen, da sie (D._____ SA) nicht einmal Kunde gewesen 

sei. Als Privatperson könne man auch nicht einfach mit dem Banker eines Dritten telefonieren. 

Sie hätten deshalb auf eine Rückbestätigung verzichtet. Dann sei es Samstag geworden. Am 

Samstag und auch Sonntag hätten sie nicht mit der Bank telefonieren können und am Montag 

habe das Geld überwiesen sein müssen. Sie hätten die Überweisung des Geldes an die G._____ 

Deutschland AG in der Meinung getätigt, dass sie es auf ein Non-Depletion-Konto transferierten 

(act. AA 10.01.003, AA 10.01.047 f., AA 10.01.436, AA 10.01.591). B._____ schilderte plausibel 

und lebensnah, wie es in seiner Kenntnis und jener von A._____ zur Vornahme der Überweisung 

von EUR 7.3 Mio. von der D._____ SA ohne nähere Erkundigung zum versprochenen Non-deple-

tion-Status des Kontos der F._____ Sàrl kam und belastete sich damit selbst. Dies spricht für die 

Glaubhaftigkeit seiner Schilderung. Dafür spricht auch die von B._____ im besagten Zusammen-

hang wiedergegebene Äusserung von A._____ "Los, mach jetzt einfach, das Geld kommt ja am 

24. und die Sicherheiten kämen auch" (act. AA 10.01.438; vgl. zum Ganzen: 

HERMANUTZ/LITZCKE/KROLL, a.a.O., S. 72, 93). B._____ belastete sich nämlich selbst, indem er 

einräumte, um die unterbliebene Prüfung des Non-depletion-Status durch eine dritte Stelle ge-

wusst zu haben. Er schob damit auch nicht einfach die Verantwortung für die fehlende Rückbe-

stätigung bezüglich des Status des Kontos auf A._____. Auch gestand B._____ ein, nicht gegen 

die Vornahme dieser Überweisung gewesen zu sein (act. AA 10.01.437). Er versuchte somit auch 

nicht, sich selbst als vom A._____ zur Tat Gezwungener erscheinen zu lassen. Demzufolge be-

steht vorliegend kein Grund zur Annahme, B._____ habe A._____ in Bezug auf diese unterblie-

bene Rückbestätigung zu Unrecht belastet. 

 

7. B._____ bestritt aufgewühlt die Richtigkeit einer Aussage von A._____, wonach er nur ein-

mal an einer Telefonkonferenz dabei gewesen sei und machte geltend, A._____ sei als stiller 

Zuhörer bei praktisch all den Gesprächen dabei gewesen (Prot. KG, S. 11). Weil kein anderer 

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Grund ersichtlich ist, als dass sich B._____ über eine wahrheitswidrige Behauptung von A._____ 

enervierte, spricht dies entscheidend gegen die Darstellung von A._____ und für jene von 

B._____. Die Aussagen von B._____ erscheinen insgesamt als glaubhaft. 

 

8.  Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Aussagen von B._____ als glaubhaft zu 

werten sind. 

 

cbb. Elektronische Korrespondenz 

1.1.1 (…) 

 

1.1.2 (…) 

 

1.2 All die aufgezeigte elektronische Kommunikation spricht klar dafür, dass B._____ – wie in 

den Einvernahmen bekundet – A._____ über die Details der Abwicklung des Geschäftes der 

D._____ SA auf dem Laufenden hielt. 

 

2. (…) 

 

3. Mit E-Mail vom 21. Dezember 2009, 19:41 Uhr, teilte B._____ dem Z._____ mit, dass er 

nach einer Rücksprache mit L._____ ihn und alle anderen Beteiligten darüber informieren könne, 

dass L._____ und er bzw. die D._____ SA auf Kurs seien. Das Tradingprogramm werde in den 

nächsten Tagen beginnen und leider, aber ohne weiteres Problem für sie, würden sie eine erste 

Auszahlung um den 31. Dezember und nicht wie ursprünglich vorgesehen vorher und danach 

eine zweite Auszahlung Mitte Januar 2010 erhalten (act. AA 71.01.645 f.). Dieses E-Mail belegt, 

dass B._____ auch nach der Ausführung der Überweisung der EUR 7.3 Mio. und trotz gebroche-

ner Zusicherung über eine erste Auszahlung vor Weihnachten ein ungebrochenes Vertrauen in 

L._____ und das Geschäft mit der F._____ Holding SA hatte. 

 

cc. A._____ 

cca. Einlassungen 

(i) Glaubwürdigkeit des Aussagenden 

Was die generelle Glaubwürdigkeit von A._____ anbelangt, ist zu beachten, dass er zwar als 

Beschuldigter ein Interesse daran haben dürfte, die Geschehnisse möglichst vorheilhaft für die 

eigene Position zu präsentieren. Alleine aufgrund seiner Stellung als Beschuldigter kann seine 

Glaubwürdigkeit aber nicht von vornherein in Zweifel gezogen werden. Entscheidend ist grund-

sätzlich – wie bereits in E. III/A/AC/b/2.3 ausgeführt – die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen 

und weniger die allgemeine Glaubwürdigkeit von A._____ 

 

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(ii) Einzelne Depositionen  

1. A._____ verweigerte in der ersten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 15. Feb-

ruar 2012 die Aussage in Bezug auf die Gründung der D._____ SA, die Sammlung der Anlage-

gelder, die Suche nach Investitionsmöglichkeiten und die Überweisung der Gelder an die F._____ 

Sàrl (act. AA 10.01.042).  

 

2. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 2. August 2012 schilderte A._____ 

ausführlich, wie die Idee zur Gründung der D.______ SA entstand, wobei er ein Dokument mit 

dem Ablauf des Geschehens als Gedankenstütze vor sich liegend hatte. A._____ führte dabei 

insbesondere aus, im Jahre 2006 sei J._____, ein späterer Gründungsaktionär der D._____ SA, 

mit einem Angebot auf ihn zugekommen. J._____ habe ihm von einer Firma Ag._____ in Ankara 

erzählt, die gegen Leistung von 10 % Eigenkapital einen Kredit gewähre und den Kapitaldienst 

leiste. Der Kredit und der Kapitaldienst würden teilweise durch ein Anlagegeschäft bezahlt. Die 

Art dieses Anlagegeschäftes sei als "Trading" bezeichnet worden. Nach seinem damaligen Wis-

senstand sei er davon ausgegangen, dass das FED und die EZB sogenannte Mid Term Notes 

(MTN), d.h. Papiere mit einer Laufzeit von in der Regel über zehn Jahre, herausgäben. Für diese 

Papiere existiere ein reglementierter Handel mit grossen Handelsmargen. Um diesen Handel zu 

bewerkstelligen, müssten Händler Kapital in Form von Bankguthaben, Bankgarantien oder ande-

ren Bankinstrumenten nachweisen. Dieses Kapital werde aber nicht auf ein anderes Konto über-

wiesen. Im Zuge seiner Recherche sei er auf Prof. Ae._____ in Ah._____ gestossen. Er sei eme-

ritierte Professor für Handelsrecht und habe diese Anlageform studiert. Seine erste Publikation 

stamme aus dem Jahr 1994. B._____ und er hätten Prof. Ae._____ im Jahre 2008 nach Af._____ 

eingeladen, um sie zu beraten. Es sei um die Frage gegangen, ob es dieses Geschäft überhaupt 

gebe, und wie es ablaufe. Prof. Ae._____ habe ihnen zu einem späteren Zeitpunkt auch den Text 

für eine Bankgarantie zur Verfügung gestellt, die verhindern sollte, dass die Bankgarantie gegen 

ihren Willen entzogen werden könne. Aufgrund eines positiven Kontaktes mit der Firma Ag._____ 

habe er im Jahre 2006 EUR 50'000.− auf ein eigenes Konto bei der Ai._____ Bank in Ankara 

einbezahlt. Im Jahre 2007 habe es bei dieser Anlage noch keine Fortschritte gegeben. Von 

J._____ habe er erfahren, dass es auch bei anderen Kunden der Ag._____ die Sache nicht laufe 

(act. AA 10.01.108 f.). Ein Vermittler habe ihm dann das Ehepaar Aj._____ aus Ak._____ emp-

fohlen, welches das Geschäft regelmässig betreibe. Frau Aj._____ sei Juristin gewesen und habe 

im Rechtsdienst eines Schweizer Pharmaunternehmens gearbeitet. Herr Aj._____ sei selbstän-

dig erwerbstätig gewesen. Es sei von J._____ und ihm die Idee aufgekommen, das Geschäft zu 

tätigen, da sie einerseits Personen gekannt hätten, die 10 % Eigenkapital zur Verfügung stellten, 

und solche, die das Trading durchführen könnten. Da in ihrer Gruppe jemand mit Rechts- und 

Bankkompetenzen gefehlt habe, habe er B._____ ins Spiel gebracht. B._____ sei ihm als sehr 

kompetent, zuverlässig und vorsichtig erschienen. Er habe ihm auch im Laufe der späteren Zu-

sammenarbeit bei der D._____ SA vollkommen vertraut. B._____ habe in ihrem Auftrag auch das 

Ehepaar Aj._____ besucht. Beim zweiten Gespräch mit dem Ehepaar Aj._____ sei auch er 

(A._____) und, er glaube, auch J._____ zugezogen worden. Er habe das Ehepaar Aj._____ nach 

Erfahrungen und Referenzen gefragt. Referenzen habe er zwar keine bekommen, aber sie hätten 

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alle den Eindruck gewonnen, dass das Ehepaar Aj._____ das Geschäft verstanden habe und 

aufgrund ihrer Äusserungen offenbar auch schon mehrfach abgewickelt habe (act. AA 

10.01.110). Im Jahre 2008 sei es dann zur Konstituierung der D._____ SA gekommen. Nachdem 

B._____ erfolgreich die Gründung der D._____ SA organisiert und das Firmenkonto bei der 

U.____ Bank eröffnet habe, hätten sie mit der weiteren Geschäftsabwicklung betrauen wollen. 

Aa._____, B._____, J._____ und er seien bei der Konstituierung sog. Directors, was einem Ver-

waltungsrat entspreche, gewesen. B._____ habe Wert darauf gelegt, als Secretary geführt zu 

werden. De facto sei er aber CEO gewesen (act. AA 10.01.111).  

 

3. Im Rahmen der Befragung durch die Staatsanwaltschaft vom 3. August 2012 bekundete 

A._____, Mitte 2009 sei es bei der D._____ SA zu einer bewussten Änderung gekommen. Er 

habe sich entschieden, seine Zeit künftig primär um seine neue Tätigkeit als Marketing und Sales 

Manager bei einem Inkassounternehmen zu widmen. Die Tätigkeit bei der X._____ AG habe er 

auf kleiner Flamme unter Federführung von zwei Mitarbeitern weiterlaufen lassen. Es sei deshalb 

vorgesehen gewesen, dass B._____ bei der D._____ SA mehr Aufgaben übernehme und insbe-

sondere allein die immer intensiver werdende Korrespondenz mit den Anbietern des Tradings 

bearbeite. Er habe die D._____ SA bei der mündlichen und schriftlichen Kommunikation mit den 

Aktionären unterstützt (act. AA 10.01.117).  

 

4. Bei der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2013 erklärte A._____, im 

Juni 2009 hätten B._____ und er bei der D._____ SA eine Aufgabenteilung vereinbart. Fortan sei 

er für die Kommunikation mit den Aktionären und B._____ für die Kapitalanlagen zuständig ge-

wesen. In der Zeit von Juni bis Dezember 2009 sei er nicht mehr in alle Gespräche involviert 

gewesen. B._____ habe diverse Reisen nach Mailand, Turin und London unternommen. Er 

(A._____) sei nur einen Tag im November 2009 in London dabei gewesen. An diesem Tag hätten 

sie Vermittler getroffen. Als er nicht mehr dabei gewesen sei, habe B._____ den Z._____ und 

Ad._____, einen Vertreter der M._____, getroffen. B._____ habe berichtet, dass er mit der 

M._____ einen Vertrag über die Vermittlung einer Investitionsmöglichkeit geschlossen habe. Zwi-

schen L._____ und B._____ habe es einen regen Schriftverkehr und Telefonate gegeben. Er 

(A._____) sei an einem Telefonat dabei gewesen, aber mehr aus Höflichkeit. Inhaltlich sei er 

durch B._____ nach Bedarf informiert worden. Aber es habe sicher auch Details gegeben, die er 

nicht gekannt habe. B._____ habe ihm mitgeteilt, die M._____ könne nur Investments über mehr 

als USD 10 Mio. vermitteln und das Geld deshalb nicht selbst anlegen. Es habe ein sehr vertrau-

ensvolles Verhältnis zwischen L._____ und B._____ bestanden, welchem er sich angeschlossen 

habe. Der Vater von L._____ sei schon seit Jahrzehnten in solchen Anlagegeschäften tätig ge-

wesen. L._____ habe gesagt, dass er mit der F._____ Holding SA bzw. N._____ schon erfolg-

reich Geschäft getätigt habe. Mitte Dezember 2009 habe B._____ mitgeteilt, es sei kurzfristig ein 

Anlagegeschäft möglich. Erste Ertragszahlungen seien bereits in diesem Jahr möglich. B._____ 

habe mit N._____ kommuniziert und die Struktur des Geschäftes definiert. Er (A._____) selbst 

habe mit N._____ keinen Kontakt gehabt. In der Folge habe B._____ mitgeteilt, dass jetzt alles 

stehe. Zu diesem Zweck lägen umfangreiche Verträge vor. Diese habe er (A._____) nicht im 

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Detail studiert. Er habe sich auf B._____ verlassen, der besser Englisch könne und dies als Ban-

ker auch besser habe beurteilen können. B._____ habe ihm versichert, dass das Geld auf ein 

Unterkonto der F._____ Sàrl überwiesen werde, auf welches nur sie Zugriff hätten. Er (B._____) 

verfüge dort über eine Mitunterschrift. Es sei ein Non-depletion-Konto. An sich habe ihm dies als 

Sicherheit schon gereicht. B._____ habe ihn darüber hinaus informiert, dass die D._____ SA als 

Sicherheit Wertpapiere mit einer Bonität AA im doppelten Betrag der Anlagesumme erhalte. Er 

(A._____) habe gewusst, dass alles sehr schnell habe gehen müssen. Er habe gedacht, dass 

das Geschäft auf einer guten Schiene sei und er sich nicht mehr darum kümmern müsse. Das, 

was B._____ ihm erzählt habe, habe für ihn eine ausreichende Sicherheit gebildet (act. AA 

10.01.301 f.). Auf Frage nach der zu erwartenden Rendite im Erfolgsfall beim Geschäft der 

D._____ SA mit der F._____ Holding SA gab A._____ zunächst an, dies nicht mehr zu wissen. 

Er führte in der Folge aus, B._____ habe ihm gesagt, dass bis Ende 2009 – er habe gedacht bis 

Januar 2010 – eine Verdoppelung des Grundkapitals möglich sei. Auf Frage, ob dies realistisch 

sei, erklärte A._____, dies sei der Handel mit Mid Term Notes gewesen. Er habe das Geschäft 

einige Jahre vorher kennengelernt und habe gewusst, das durchaus hohe Rohhandelserträge 

möglich seien. Er habe eine solche Rendite deshalb nicht ausgeschlossen (act. AA 10.01.303). 

Auf Frage, wann er erfahren habe, dass das Anlagekapital der D._____ SA nicht mehr unter 

deren Kontrolle sei, gab A._____ zu Protokoll, er müsse versuchen, dies zu rekonstruieren. Ende 

2009 sei es zu keiner Ertragszahlung gekommen. Dies habe ihn noch nicht weiter beunruhigt. 

Zirka Ende Januar 2010 sei in etwa klar geworden, dass keine Ertragszahlungen erfolgten. Da-

raufhin habe B._____ die Rückabwicklung der Verträge verlangt. Es habe dann einen Vorschlag 

für eine Finanzierung durch N._____ gegeben. Dieses Geschäft sei seiner Erinnerung nach von 

B._____ unterzeichnet worden. Im Laufe des März 2010 sei festgestanden, dass N._____ nicht 

erfülle (act. AA 10.01.308). Er sei natürlich auf B._____ schlecht zu sprechen gewesen. Aber er 

habe auch eine gewisse Solidarität gegenüber ihm wahren wollen. Er habe mit ihm die Situation 

beheben wollen (act. AA 10.01.309). 

 

5. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 7. Juli 2014 wurde A._____ der Vorhalt 

gemacht, B._____ habe ausgesagt, er habe die Sache mit dem Anrufen bei den Bankern der 

G._____ Deutschland AG mit A._____ besprochen. Wenn sie die Banker auf diese Angelegenheit 

angesprochen hätten, hätten sie sie "schüüch" gemacht. Die hätten ihnen zudem nicht einmal 

Antwort geben müssen, da sie (D._____ SA) nicht Kunde gewesen sei. Als Privatperson könne 

man auch nicht einfach mit einem Banker eines Dritten telefonieren. Das habe er A._____ mitge-

teilt. Sie hätten deshalb darauf verzichtet. Am Samstag und Sonntag hätten sie nicht mit der Bank 

telefonieren können. Am Montag, 21. Dezember 2009 habe das Geld dort sein müssen. Auf die-

sen Vorhalt gab A._____ an, er könne sich an solche Diskussionen nicht erinnern. Er könne hin-

zufügen, dass er sich erinnere, dass es sehr schnell habe gehen müssen. Aber ein solches Ge-

spräch habe es nicht gegeben. B._____ sei ein gewissenhafter Mensch gewesen. Er habe auf 

seinen Wunsch hin Einzelunterschriftsberechtigung erhalten. A._____ und alle anderen hätten 

vollstes Vertrauen in B._____ gehabt (act. AA 10.01.509 f.). A._____ führte aus, es habe ein 

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Konsens bestanden, dass sie das Geschäft tätigen sollten. Er habe auch über Informationen ver-

fügt. Diese seien indes – wie sich herausgestellt habe – nicht vollständig gewesen. Es sei ein 

Konsens vorgelegen, das Geschäft zu machen, jedoch unter den von ihm damals bekannten 

Bedingungen (act. AA 10.01.510).  

 

6. Anlässlich der Schlusseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 2. November 2016 

gab A._____ zu Protokoll, er habe L._____ seit anfangs 2009 gekannt. Er habe persönlich mit 

ihm gesprochen. Er habe ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihm gehabt. B._____ habe ein 

noch stärkeres Vertrauensverhältnis zu ihm gehabt, weil er intensiver mit ihm in Kontakt gestan-

den sei. Er habe mit L._____ noch nie ein Geschäft getätigt (act. AA 10.01.792). Er habe B._____ 

keine Instruktion in Bezug auf die Überweisung erteilt und ihn auch nicht dazu motiviert. B._____ 

habe verhandelt, er (A._____) sei informiert worden. Ob die Information vollständig und richtig 

gewesen sei, bilde im Nachhinein eine offene Frage (act. AA 10.01.793). Er habe um die Über-

weisung an die G._____ Deutschland AG gewusst. Er sei aber immer im Glauben gewesen, dass 

die Sicherheiten, nämlich eine Einzelunterschrift, ein Non-depletion-Status und AA-Wertpapiere, 

vorhanden gewesen seien (act. AA 10.01.794). Die überwiegende Anzahl der E-Mails seien ihm 

als Kopie oder Blindkopie zugegangen. Diese habe er in einen separaten Ordner umgeleitet, den 

er zirka einmal pro Woche gelesen und überfolgen habe (act. AA 10.01.795). Auf Vorhalt des E-

Mails vom 19. Dezember 2009, 8:18 Uhr, machte A._____ geltend, dass er in diesem E-Mail 

unter Punkt 2 ausführe, dass eine Rückbestätigung durch den Banker bei der G._____ Deutsch-

land AG über den Non-depletion-Status und die Einzelunterschrift zum Beispiel per Fax für ihn 

eine ausreichende Sicherheit gebildet hätte. Er äussere sich zur Abwicklung so, dass alles sauber 

abgeklärt sein müsse (act. AA 10.01.796). Aufgrund der vorangehenden Kommunikation mit 

B._____ habe er davon ausgehen dürfen, dass B._____ im Zeitpunkt der Überweisung über eine 

Unterschriftsberechtigung bei der G._____ Deutschland AG verfügen werde. Er habe erst nach-

träglich – vermutlich im Verlauf des 21./22. Dezember 2009 – davon erfahren (act. AA 10.01.797). 

Bis in die erste Januarwoche habe es danach ausgesehen, dass sich der Tradingstart verschiebe. 

Dies sei für ihn weder besorgnisergebend noch überraschend gewesen, da er mit Verzögerungen 

gerechnet habe (act. AA 10.01.804). Im Verlauf des Januars 2010 sei es zum Angebot gekom-

men, auf die noch nicht einbezahlten Erträge einen Vorschuss von 3.4 Mio. zu leisten. Es sei 

dann noch eine Variante aufgekommen, dass man ihnen anstelle des Tradingertrages eine Fi-

nanzierung von EUR 100 Mio. gewähre. B._____ habe diesbezüglich mit L._____ und N._____ 

über ein Service Agreement diskutiert. Dies habe für ihn als durchaus akzeptabel erschienen. 

Zirka Ende Februar 2010 habe sich gezeigt, dass dies auch nicht funktioniere. B._____ habe in 

der Folge die Verträge gekündigt und die Rückzahlung verlangt. Die Rückzahlung sei bekanntlich 

nicht erfolgt. Erst dann habe er das volle Ausmass des Desasters erkannt (act. AA 10.01.805). 

 

7. Bei der Einvernahme durch das Strafgericht vom 26. Februar 2018 machte A._____ gel-

tend, B._____ habe sämtliche Gespräche geführt und ihn informiert. Er wisse nicht, ob er ihn über 

alles orientiert habe. Dies sei aber kein Thema für ihn gewesen. Er habe ihm vertraut (act. 567). 

Er habe um die Überweisung gewusst. Er habe noch das AA-Wertpapier in Erinnerung. B._____ 

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habe ihm gesagt, dass er über eine Einzelunterschrift auf dem Konto verfüge und es sich um ein 

Non-depletion-Konto handle (act. 569). B._____ habe entgegen seinem Rat die Einzelunter-

schriftsberechtigung und den Non-depletion-Status nicht telefonisch verifiziert. Er habe sich um 

alle Details schon längere Zeit nicht mehr gekümmert, weil er davon ausgegangen sei, dass sich 

B._____ um alles sorge. B._____ habe den Entscheid allein ohne sein Wissen gefällt. Er habe 

gedacht, dass B._____ alles abkläre (act. 571). All diese Verträge habe er nicht gelesen. Dafür 

habe er B._____