# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e32c978-9b69-5fc3-9cc8-53813359fa57
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-30
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2019 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2019
**Docket/Reference:** DB.2023.80
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-db.2023.80--1-st.2023.107).pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2023.80 
1 ST.2023.107 

Entscheid 

 30. Januar 2024 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Michael Ochsner, Steuerrichterin Barbara Collet, Steuerrichter 
Marc Gerber und Gerichtsschreiber Gilles Vogt 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch Russi + Partner AG,  
Bahnhofstrasse 40, Postfach 538, 7001 Chur,  

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrent,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerde-/ 
Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2019 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2019 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Rekurrent)  reichte  für  die  Steuerperiode  2019  trotz 

Mahnung  vom  13.  Januar  2021  hierorts  keine  Steuererklärung  ein.  Auf  die  Mahnung 

hin erklärte er gegenüber der Gemeindesteuerbehörde der zürcherischen Gemeinde B 

vielmehr, dass er seit Ende 2016 nicht mehr in der zürcherischen Gemeinde B wohn-

haft  sei,  was  er  gegenüber  den  Steuerbehörden  des  Kantons  Zürich  schon  mehrfach 

vorgetragen  habe.  Ab  Steuerperiode  2017  erachte  er  sich  als  in  der  bündnerischen 

Gemeinde  C  steuerpflichtig.  Er  sei  seiner  Steuer(deklarations)pflicht  im  Kanton  Grau-

bünden seit 2017 lückenlos nachgekommen. Seit Anfang 2019 sei er, in der Steuerpe-

riode 2019 66-jährig, pensioniert und beziehe eine AHV-Rente. Er arbeite seither defi-

nitiv  nicht  mehr  im  Kanton  Zürich.  Falls  weiterhin  eine  Steuerpflicht  im  Kanton  Zürich 

verfochten werde, sei ihm ein einsprachefähiger Steuerhoheitsentscheid zukommen zu 

lassen. Ein entsprechendes Schreiben richtete er am 23. Juni 2020 (recte: 2021) auch 

an das kantonale Steueramt.  

Am  6.  Mai  2022  erliess das  kantonale  Steueramt  daraufhin  eine  Auflage  be-

züglich der  Steuerperiode  2019  zwecks  Abklärung der tatsächlichen Verhältnisse.  Mit 

Schreiben vom 30. August 2022 nahm der Rekurrent zur Auflage Stellung und reichte 

Unterlagen ein. Er hielt weiterhin fest, dass er pro 2019 im Kanton Zürich nicht steuer-

pflichtig  sei  und  seit  1.  Juli  2013  seinen Wohnsitz  in  der  bündnerischen Gemeinde  C 

habe, anfangs mit Wochenaufenthaltsort in der zürcherischen Gemeinde B und ab 11. 

Juli 2016 gänzlich in der bündnerischen Gemeinde C.  

Mit  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  23.  November  2022 

veranlagte  das  kantonale  Steueramt  den  Rekurrenten  gestützt  auf  die  im  Kanton 

Graubünden  eingereichte  Steuererklärung  2019  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von Fr. 136'800.- (direkte Bundessteuer) bzw. schätzte ihn mit einem steuerbaren Ein-

kommen  von  Fr.  121'600.-  (satzbestimmend  Fr.  135'900.-)  und  einem  steuerbaren 

Vermögen  von  Fr.  3'459'000.-  (satzbestimmend  Fr.  4'149'000.-)  ein  (Staats-  und  Ge-

meindesteuern). Mit Entscheid vom 2. Dezember 2016 sei für die Steuerperiode 2015 

ein Steuerhoheitsentscheid ergangen und seither sei der Rekurrent jährlich mit Wohn-

sitz in der zürcherischen Gemeinde B besteuert worden. Auf den rechtskräftigen Steu-

erhoheitsentscheid könne in den Folgejahren nicht zurückgekommen werde, wenn sich 

die  tatsächlichen  Verhältnisse  nicht  geändert  hätten.  Zwar  könne  eine  Pensionierung 

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eine Änderung des Lebensmittelpunktes zur Folge haben, dies sei vorliegend indessen 

nicht nachgewiesen worden.  

B.  Gegen  den  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  23.  Novem-

ber  2022  liess  der  Rekurrent  am  23.  Dezember  2022  Einsprache  erheben  und  bean-

tragen,  dass  die  Entscheide  mangels  zugrundeliegender  Feststellungsverfügungen 

betreffend  Steuerhoheit  aufzuheben  seien.  Eventualiter  seien  die  Entscheide  wegen 

fehlendem Lebensmittelpunkt per Ende 2019 im Kanton Zürich aufzuheben. Subeven-

tualiter seien die Akten an die Eidgenössische Steuerverwaltung zwecks Bestimmung 

des Veranlagungsortes gemäss Art. 108 DBG zu übermitteln und das vorliegende Ver-

fahren zu sistieren.  

Mit  Entscheiden  vom  14.  April  2023  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Ein-

sprache ab.  

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 17. Mai 2023 wiederholte der Rekurrent 

seinen bereits mit der Einsprache gestellten Antrag und Eventualantrag, nicht aber den 

Subeventualantrag,  und  reichte  weitere  Unterlagen  ein.  Das  kantonale  Steueramt 

schloss  mit  Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort  vom  7.  Juni  2023  auf  kostenfällige  Ab-

weisung der Rechtsmittel. Mit Schreiben vom 16. Juni 2023 reichte der  Rekurrent zu-

sätzlich Unterlagen nach.  

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Trotz Mahnung vom 17. Juni 2020 reichte der Rekurrent für die Steuer-

periode 2019 hierorts keine Steuererklärung ein. Er liess auf die Mahnung hin verlau-

ten,  dass  er  keine  Steuererklärung  2019  einreichen  werde,  weil  er  nicht  mehr  in  der 

zürcherischen  Gemeinde  B  wohnhaft,  sondern  in  der  bündnerischen  Gemeinde  C 

steuerpflichtig sei. Im Kanton Zürich sei er nun definitiv nicht mehr arbeitstätig. Er sei 

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seit  Anfang  2019  pensioniert  und  beziehe  eine  AHV-Rente.  Seiner  Steu-

er(deklarations)pflicht  sei  er  im  Kanton  Graubünden  nachgekommen.  Falls  an  einer 

Steuerpflicht im Kanton Zürich festgehalten werde, sei ein anfechtbarer Steuerhoheits-

entscheid zu fällen. 

b)  Wenn  eine  steuerpflichtige  Person  die  kantonale  Steuerhoheit  bestreitet, 

hat sie  im  interkantonalen  Verhältnis  Anspruch  auf  einen  speziellen  Steuerdomizilent-

scheid  (Mayhall-Mannhart/Beusch,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Interkantonales Steuerrecht, 2. A., 2021, § 40 N 16 und N 22; Richner/Frei/Kaufmann/ 

Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 3 N 105 StG, auch zum 

Folgenden).  Erst  nach  Rechtskraft  dieses  Entscheids  treffen  sie  Verfahrenspflichten, 

deren  Missachtung  eine  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  nach  pflichtgemässem  Er-

messen rechtfertigen. Der Entscheid über die Inanspruchnahme der Steuerhoheit kann 

im Einschätzungsverfahren erfolgen. Auf Verlangen der Person, welche von der Steu-

erbehörde als der Steuerpflicht unterstehend betrachtet wird, ist über diese Frage aber 

ein Teilentscheid zu treffen. Bevor der Steuerdomizilentscheid rechtskräftig ist, darf das 

Einschätzungsverfahren  nicht  fortgesetzt  werden  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 3 

N 106 StG). Erwächst der Steuerdomizilentscheid in Rechtskraft, so kann auf die Frage 

des  Steuerdomizils  grundsätzlich  im  nachfolgenden  Einschätzungsverfahren  nicht 

mehr zurückgekommen werden (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 3 N 109 StG). Ge-

genstand des Steuerdomizilverfahrens sind einzig Aspekte, die sich auf die subjektive 

Steuerpflicht beziehen, über deren Bestand in einem Feststellungsentscheid befunden 

wird.  

Kein  Anspruch  auf  einen  entsprechenden  Vorentscheid  besteht  dann,  wenn 

das Bundesgericht bereits in einem früheren Verfahren bei gleicher Sachlage die Steu-

erhoheit des Veranlagungskantons bejaht hat (BGE 123 I 289).  

Für  die  Zukunft  respektive  für  künftige  Steuerperioden  kann  ein  Steuerdo-

mizilentscheid von vornherein keine Rechtskraft entfalten, zumal die für die subjektive 

Steuerpflicht relevanten Tatsachen gar noch nicht feststehen (vgl. Urteil 2C_211/2019 

vom 6. April 2022, E. 7.3).  

Gegen einen Steuerhoheitsentscheid stehen der steuerpflichtigen Person die-

selben  Rechtsmittel  zur  Verfügung  wie  gegen  die  Einschätzung  selber  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Rohner, § 3 N 104 und 108 StG). Gemäss § 140 Abs. 1 StG kann der Steu-

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erpflichtige den Einschätzungsentscheid innert 30 Tagen nach Zustellung mit Einspra-

che anfechten.  

c) Für die Steuerperiode 2015 wurde die Steuerhoheit des Kantons Zürich und 

der  zürcherischen  Gemeinde  B  mit  Entscheid  vom  2.  Dezember  2016  rechtskräftig 

festgesetzt.  In  den  nachfolgenden  Steuerperioden  2016  –  2018  wurde  der  Rekurrent 

im Kanton Zürich rechtskräftig veranlagt bzw. eingeschätzt. Bei unveränderter Sachla-

ge bestand grundsätzlich weder Anlass noch ein Anspruch auf neuerliche Hoheitsent-

scheide,  sondern  konnte  die  Steuerhoheit  jeweils  implizit  im  Veranlagungs-  bzw.  Ein-

schätzungsverfahren festgestellt werden.  

Hinsichtlich der Steuerperiode 2019 hat sich die Sachlage insoweit verändert, 

als der Rekurrent per Ende Februar 2019 pensioniert wurde, was er entsprechend vor-

brachte und um einen Steuerhoheitsentscheid ersuchte. Aufgrund dieser neuen Tatsa-

che wäre es angezeigt gewesen, dass das kantonale Steueramt einen neuen Steuer-

hoheitsentscheid betreffend Steuerperiode 2019 trifft.  

Das  weitere  Vorgehen  des  kantonalen  Steueramts  erweist  sich  jedoch  auch 

ohne Bezeichnung als eigentliches Steuerhoheitsverfahren insofern als korrekt, als es 

in  der  Folge  zur  Untersuchung  betreffend  "Steuerpflicht"  schritt  und  letztlich  (nur)  Ab-

klärungen zur Beantwortung der Frage der Steuerhoheit traf.  

Die Auflage vom 6. Mai 2022 lautete wie folgt: 

-  Steuerpflicht 

Bisher  wurden  Sie  in  der  zürcherischen  Gemeinde  B  im  Kanton  Zürich  unbe-

schränkt veranlagt. Gemäss Ihren Ausführungen sind Sie seit Anfang 2019 pensi-

oniert und wohnhaft in der bündnerischen Gemeinde C. Es erfolgt hiermit die Auf-

lage um den vorliegenden Sachverhalt (Steuerpflicht – Hauptsteuerdomizil) für die 

Steuerperiode 2019 zu klären, weshalb wir Sie bitten, folgende Unterlagen einzu-

reichen. 

a)  Kopie der Kündigung des Mietvertrages in der zürcherischen Gemeinde B 

b)  Belegsmässiger Nachweis der Umzugskosten von der zürcherischen Gemeinde B 

in die bündnerischen Gemeinde C 

c)  Qualifizierter  Nachweis  betreffend  Grösse  (Wohnfläche  in  m2,  z.B.  Plankopien) 

sowie Ausbaustandard (z.B. Fotos) pro Liegenschaft (zürcherische Gemeinde B / 

bündnerischen Gemeinde C). 

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d)  Vollständige Kopien sämtlicher Strom- sowie Wasserrechnungen und Nebenkos-

tenabrechungen  2020 

für  beide  Liegenschaften 

(zürcherische  Gemeinde 

B/bündnerische Gemeinde C). 

e)  Tatsächlicher Aufenthalt: 

Nachweis der Örtlichkeit der Bancomat- bzw. Bankbezüge, EC-Direkt-Zahlungen, 

Kreditkartenbelastungen  etc.  für  die  Zeit  vom  01.01.2019  –  31.12.2019  anhand 

der entsprechenden lückenlosen Bancomat-, Bank, EC-Direkt-Zahlungs- und Kre-

ditkartenbelege bzw. Bankkonto- und Kreditkartenkontoauszüge etc. 

f)  Übersichtliche, unterzeichnete Aufstellung  mit  Kalendarium  pro 2019  mit  Angabe 

der Anwesenheitstage Zürich/Graubünden/weitere. 

g)  Vollständige  Kopie  der  detaillierten  Jahresabrechnung  2019  der  Krankenkasse 

(inkl. Zusatzversicherungen).  

h)  Kopie Fahrzeugausweise.  

i)  Einreichung  der  vollständigen  Kopie  der  Steuererklärung  2019  mit  sämtlichen 

Hilfsblättern  und  Belegen,  welche  Sie  in  Ihrem  Wohnsitzkanton  abgegeben  ha-

ben. 

Insofern ist das Vorgehen des kantonalen Steueramts inhaltlich als korrekt zu 

bezeichnen,  wenn  auch  die  Abklärungen  richtigerweise  im  Rahmen  eines  Steuerho-

heitsverfahren  und  nicht  direkt  im  Rahmen  der  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  2019 

hätten erfolgen sollen (hierzu später).  

2. a) Natürliche Personen sind im Kanton Zürich aufgrund persönlicher Zuge-

hörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im 

Kanton haben (Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direk-

ten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 [StHG]; § 3 Abs. 1 

des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]). 

b) aa) Einen steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton hat eine Person, wenn sie 

sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht 

hier  einen  besonderen  gesetzlichen  Wohnsitz  zuweist  (§  3  Abs.  2  StG).  Der  steuer-

rechtliche orientiert sich somit am zivilrechtlichen Wohnsitz (Art. 23 Abs. 1 ZGB), folgt 

aber einer anderen (v.a. wirtschaftlichen) Gewichtung (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, 

§  3  N 4  StG).  Das  Hauptsteuerdomizil  befindet  sich  folglich  dort,  wo  sich  faktisch  der 

Mittelpunkt  der  persönlichen  und  wirtschaftlichen  Interessen  befindet  (Mittelpunkt  der 

Lebensinteressen; vgl. BGE 132 I 29 E. 4; BGr, 8. Juni 2020, 2C_806/2019, E. 2.2., mit 

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weiteren  Hinweisen).  Entsprechend  enthält  der  steuerliche  Wohnsitzbegriff  folgende 

zwei  Komponenten:  Einerseits  das  objektive  Merkmal  der  physischen  Anwesenheit 

bzw.  des  tatsächlichen  Aufenthalts  und  andererseits  das  subjektive  Merkmal  der  Ab-

sicht  dauernden  Verbleibens.  Diese  beiden  Merkmale  müssen  insbesondere  bei  der 

Begründung des steuerrechtlichen Wohnsitzes kumulativ gegeben sein (Yves Noël, Le 

domicile fiscal des personnes physiques dans la jurisprudence actuelle, Revue de droit 

administratif  et  de  droit  fiscal  2002  II,  406,  Oesterhelt/Seiler  in:  Kommentar  zum 

Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten 

Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden,  3. A.  2017,  Art. 3  N 31,  Richner/Frei/Kauf-

mann/Rohner,  § 3  N  9  und  Zweifel/Hunziker  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen 

Steuerrecht, Interkantonales Steuerrecht, 2011, § 6 N 8 mit Hinweisen). Ist der Wohn-

sitz einmal ordnungsgemäss begründet, besteht er grundsätzlich fort, solange die Per-

son  nicht  in  äusserlich  erkennbarer  Weise  ihre  Absicht,  diesen  aufzugeben,  kundtut 

(Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 3 N 9 StG). 

bb) Die erste Voraussetzung der physischen Präsenz einer Person an einem 

bestimmten  Ort  bedingt  zumindest  eine  Wohn-  und  damit  Übernachtungsgelegenheit 

zur freien Benützung, d.h. eine Unterkunft, in welcher die steuerpflichtige Person effek-

tiv regelmässig übernachtet (vgl. BGr, 16. Juli 2018, 2C_546/2017, mit Hinweisen; § 3 

Abs. 2 StG entspricht Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom 14. Dezember 1990 [DBG] gestützt auf Art. 3 Abs. 2 StHG vollständig, womit die 

Ausführungen zur direkten Bundessteuer im zitierten Entscheid auch für die kantonalen 

Steuern  massgebend  sind;  vgl.  auch  Oesterhelt/Seiler,  Art. 3  N 45  und  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 3 N 14 f.). 

cc)  Bei  der  zweiten,  subjektiven  Bedingung  der  Absicht,  am  Ort  des  Aufent-

halts dauernd zu verbleiben, handelt es sich um einen inneren Vorgang, der sich durch 

äussere  Sachumstände manifestiert,  so  dass  er für  Dritte  erkennbar  wird.  Aus  diesen 

Umständen muss sich ergeben, dass der betreffende Ort den Mittelpunkt der persönli-

chen  und  wirtschaftlichen  Lebensbeziehungen  der  fraglichen  Person  bildet.  Dies  be-

stimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich 

diese Lebensinteressen erkennen lassen. Es ist jener Ort, zu dem eine Person mit Be-

zug auf ihre persönlichen Verhältnisse (Zivilstand, Alter, persönliche Bindungen, famili-

äre  Verhältnisse),  die  Art  ihrer  Erwerbstätigkeit,  Aufenthaltsdauer  und  -zweck  sowie 

Wohnverhältnisse gesamthaft die engsten Beziehungen unterhält (statt vieler BGE 138 

II 300 E. 3.2 = StR 2012, 586, BVGr, 29. Mai 2019, A-4939/2018, E. 2.3.2 mit Hinwei-

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sen  sowie  Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 3  N  8,  18-20  und  Zweifel/Hunziker, 

§ 6 N 7, 10 und N 17 ff., je mit Hinweisen).  

Auf  die  gefühlsmässige  Bevorzugung  eines  Ortes  kommt  es  nicht  an;  der 

Steuerwohnsitz ist insofern nicht frei wählbar. Es ist deshalb weder auf die bloss erklär-

ten  Wünsche  der  steuerpflichtigen  Person  noch  auf  formelle  Momente,  wie  Hinterle-

gung der Schriften oder Ausübung der politischen Rechte abzustellen. Ebensowenig ist 

die polizeiliche An- oder Abmeldung oder die fremdenpolizeiliche Niederlassungsbewil-

ligung  für  die  Frage  des  steuerrechtlichen  Wohnsitzes bzw.  des  tatsächlichen Aufhal-

tens  entscheidend.  Sie  kann  höchstens  in  Zweifelsfällen  einen  Beurteilungshinweis 

bieten,  indem  diese  bloss  äusseren  Merkmale  ein  Indiz  für  den  steuerrechtlichen 

Wohnsitz  bilden  können,  wenn  auch  das  übrige  Verhalten  der  Person  dafür  spricht 

(Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 3 N 19 StG, mit weiteren Hinweisen). Über den Le-

bensmittelpunkt und damit den steuerrechtlichen Wohnsitz kann in der Regel kein kla-

rer Beweis geführt werden, sondern es ist aufgrund von Indizien eine Gewichtung vor-

zunehmen (vgl. statt vieler BGr, 29. August 2016, 2C_510/2016, 2C_511/2016, E. 2.2).  

Verfügt  eine  Person  über  mehrere  Aufenthaltsorte,  befindet  sich  der  steuer-

rechtliche Wohnsitz im interkantonalen Verhältnis grundsätzlich an demjenigen Ort, zu 

dem die steuerpflichtige Person die stärksten Beziehungen hat. Dabei ist im Einzelfall 

in Würdigung  der  gesamten  individuellen  Verhältnisse abzuwägen,  welche  der  Bezie-

hungen die stärkste und somit massgeblich für die Bestimmung des Steuerdomizils ist 

(Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 3 N 20 StG). Massgebend sind die Verhältnisse am 

Ende der betroffenen Steuerperiode (Art. 4b Abs. 1 StHG). 

Die  Bestimmung  des  Hauptsteuerdomizils  einer  Person  oder  eines  Paars  im 

Rentenalter stellt erfahrungsgemäss besondere Schwierigkeiten. Ob Rentner am neu-

en Ort derart Fuss gefasst haben, dass sich geradezu sagen lässt, sie hielten sich dort 

nicht  bloss  auf,  sondern  täten  dies  in  der  Absicht  des  dauernden  Verbleibens,  ist  an-

hand der Gesamtheit der äusserlich wahrnehmbaren Umstände zu beurteilen. Wie im 

Fall jüngerer Personen ist von einem steuerlich vollzogenen Wechsel des Wohnsitzes 

erst auszugehen, wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen an den neuen Ort 

verlagert hat. Das Entstehen neuer Interessen (z. B. das Wandern in der neuen, land-

schaftlich reizvollen Umgebung) oder das Weiterführen einzelner Freizeitbeschäftigun-

gen am neuen Ort erweisen sich als unzureichend. Tendenziell wird sich sagen lassen, 

dass der Lebensmittelpunkt älterer oder betagter Personen weniger mobil ist als jener 

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der jüngeren  Bevölkerung  (BGr,  17.  August  2012,  2C_92/2012,  E.  5.3  =  STE  2013  A 

24.21 Nr. 24). 

c)  Der  Nachweis  für  steuerbegründende  und  -erhöhende  Tatsachen  obliegt 

der Steuerbehörde, derjenige für steueraufhebende und -mindernde Tatsachen grund-

sätzlich der steuerpflichtigen Person; sie hat steuermindernde Tatsachen nicht nur zu 

behaupten, sondern auch zu belegen (statt vieler BGE 140 II 248 E. 3.5, mit weiteren 

Hinweisen). Die zur Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes zugrundeliegenden 

Tatsachen sind  steuerbegründend  und  daher  von  den Steuerbehörden  nachzuweisen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 3 N 85 ff. StG). Erscheint der von der Behörde an-

genommene  Wohnsitz  im  Kanton  indes  als  sehr  wahrscheinlich,  genügt  dies  in  der 

Regel als Hauptbeweis, und es obliegt alsdann der betroffenen Person, den Gegenbe-

weis für den von ihr behaupteten Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbrin-

gen (statt vieler BGr, 21. Dezember 2016, 2C_565/2016, E. 2.3 und Zweifel/Hunziker, 

§ 6 N 98, je mit Hinweisen; VGr, 10. Juni 2020, SB.2020.00030, E. 2.3 und 3.1, auch 

zum  Folgenden).  Die  steuerpflichtige  Person  ist  auch  zur  Mitwirkung  und  zur  umfas-

senden  Auskunftserteilung  über  die  für  die  Besteuerung  massgebenden  Umstände 

verpflichtet  (vgl.  §  135  StG;  Art.  42  StHG;  Art. 126  DBG).  Dies  gilt  insbesondere  für 

Tatsachen, die eine andere Würdigung des steuerrechtlichen Wohnsitzes im Vergleich 

zu den Vorperioden aufdrängen. Dazu gehört nicht nur die endgültige Lösung der Ver-

bindungen  zum  bisherigen  Wohnsitz,  sondern  auch  die  Darstellung  der  tatsächlichen 

Umstände,  welche  zur  Begründung  des  neuen  Wohnsitzes  geführt  haben  (vgl.  BGE 

138  II  300  E.  3.4;  BGr,  19.  September 2019,  2C_170/2019,  E.  5.1.4;  3.  Juni  2019, 

2C_73/2018, E. 3.3; 10. März 2019, 2C_473/2018, E. 4.3).   

Nicht  jede  weiterbestehende  Beziehung  zum  bisherigen  steuerrechtlichen 

Wohnsitz berechtigt zur Annahme, dass dieser Wohnsitz weiterbestehe. Den Lebens-

mittelpunkt  an  einem  Ort  aufzugeben  bedeutet  nicht,  sämtliche  Bande  zu  diesem  Ort 

abzubrechen (VGr, 11. Januar 2023, SB.2022.00105, E. 2.2, www.vgrzh.ch).  

3.  a)  Das  kantonale  Steueramt  erwog  im  Einspracheentscheid  vom  14.  Ap-

ril 2023, dass aus den vom Rekurrenten eingereichten Unterlagen hervorgehe, dass er 

das gemeinsame Mietverhältnis mit Frau D für die 7.5-Zimmer-Liegenschaft in der zür-

cherischen  Gemeinde  B  offensichtlich  nicht  gekündigt  habe.  Aufgrund  der  Tatsache, 

dass er sodann weit mehr als 90 halbe oder ganze Tage weiterhin in der zürcherischen 

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Gemeinde B bei Frau D und ihrem Sohn gewohnt habe, er die Ferien im Jahr 2019 – 

trotz seiner neuen Freiheit als Rentner – weitgehend während der offiziellen Schulferi-

en in Spanien verbracht habe sowie die eingereichten Hotelbuchungen jeweils für zwei 

Personen vorgenommen worden seien, sei nach der allgemeinen Lebenserfahrung von 

einer  nach  wie  vor  gelebten  Beziehung  zu  Frau  D  auszugehen.  Die  im  eingereichten 

Kalendarium festgehaltenen Anwesenheiten in der bündnerischen Gemeinde C liessen 

sich  mangels  Einreichung  von  EC-  und  Kreditkartenbelastungen  nicht  überprüfen. 

Auch die detaillierte Abrechnung der Krankenkasse sei der Rekurrent schuldig geblie-

ben, weshalb diesbezügliche Aufwendungen nicht lokalisiert werden könnten.  

Gemäss seinem Kalendarium sei der Rekurrent auch nach der Pensionierung 

Ende  Februar  in  der  Steuerperiode  2019  neben  längeren  Auslandaufenthalten  regel-

mässig in der zürcherischen Gemeinde B anwesend gewesen. Es seien kulturelle Ver-

anstaltungen,  Kollegen-  sowie  Verwandtentreffen  und  Therapiebesuche  weiterhin  im 

Kanton Zürich bzw. in der zürcherischen Gemeinde B und Umgebung wahrgenommen 

worden.  Der fortdauernde  Wohnsitz  in  der  zürcherischen  Gemeinde B  sei  daher  sehr 

wahrscheinlich, weshalb es dem Rekurrenten obliege, den Gegenbeweis zu erbringen.  

Aus den vorgelegten Unterlagen gehe nicht hinreichend hervor, dass der Re-

kurrent seinen Lebensmittelpunkt nach der Pensionierung n die bündnerische Gemein-

de C verlegt hätte. Daran ändere nichts, dass sich der Rekurrent infolge der Sanierung 

seiner  Liegenschaft  vermehrt  in  der  bündnerischen  Gemeinde  C  aufgehalten  habe, 

liege  es  doch  in  der  Natur  der  Sache,  dass  pensionierte  Steuerpflichtige  in  saisonal 

besonders reizvollen Zeiten länger an ihrem Feriendomizil verweilen würden.  

Die  Begründung  eines  neuen  Wohnsitzes  setze  voraus,  dass  der  Rekurrent 

seine  Bindungen  zum  vorherigen  Wohnsitz  gelöst  habe.  Entscheidend  sei,  dass  die 

eigene  Wirtschafts-  und Haushaltsführung  an  den  neuen  Ort  verlegt  worden  sei,  was 

vorliegend nicht zutreffe.  

b)  Der  Rekurrent  bringt  demgegenüber  vor,  die  Verlegung  des  Lebensmittel-

punktes in die bündnerischen Gemeinde C habe bereits Ende 2016 begonnen. Wenn 

nun  per  Ende  2019  auch  noch  die  berufliche  Bande  zum  Kanton  Zürich  durchtrennt 

worden  sei,  habe  dies  gewichtige  Auswirkungen  auf  den  Mittelpunkt  seiner  persönli-

chen und wirtschaftlichen Interessen. Die persönlichen und freizeitmässigen Beziehun-

gen zum Kanton Graubünden seien stetig gewachsen und intensiver geworden. Punk-

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tuelle Aufenthalte im Kanton Zürich stünden einer Steuerhoheit des Kantons Graubün-

den nicht entgegen. Die Zürich-Besuche seien reine Freizeitmomente. Im ganzen Jahr 

2019 habe der Rekurrent gerade mal vier Wochenendtage im Kanton Zürich verbracht. 

Die fortdauernde Mieterstellung im Kanton Zürich stelle lediglich eine Übernachtungs-

möglichkeit  dar  und  sei  kein  Beleg  für  persönliche  Interessen  oder  den  Lebensmittel-

punkt. Auch der Steuerkommissär der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden sei 

gemäss seinem E-Mail vom 25. Mai 2021 der Meinung gewesen, dass der Kanton Zü-

rich ab 2019 keinerlei Anknüpfungspunkte für eine Besteuerung mehr habe.  

4.a) Der Rekurrent ist seit 2006 Eigentümer eines Engadiner Einfamilienhau-

ses in der bündnerischen Gemeinde C, welches auf einer Fläche von 159 m2 über vier 

(der  Rekurrent  nennt  hingegen  6.5;  vgl.  Einspracheentscheid,  S.  6)  Wohnräume  ver-

fügt. Aus der Deklaration des Rekurrenten pro 2019 gehen Kosten für die Instandstel-

lung des Vorplatzes sowie für eine Baubewilligung und Vorarbeiten für eine Dachsanie-

rung hervor.  

Ab 2003 war der Rekurrent – nach der Trennung von seiner damaligen Ehe-

frau, mit  welcher  er Wohnsitz  in  einem  Drittkanton  hatte  –  als Wochenaufenthalter  im 

Kanton  Zürich gemeldet.  Hierorts  wohnte  er  in  verschiedenen zürcherischen Gemein-

den, schliesslich seit Oktober 2011 in der zürcherischen Gemeinde B. Arbeitstätig war 

der  Rekurrent  ab  2003  im  Tösstal  und  seit  Sommer  2007  bis  Ende  Februar  2019  im 

Schulbereich in einer Gemeinde am Zürichsee.  

In  der  zürcherischen  Gemeinde  B  ist  der  Rekurrent  seit  2011  Mieter  eines 

Einfamilienhauses,  welches  er  im  Oktober  2011  zusammen  mit  Frau  D  sowie  deren 

beiden  Söhnen  bezog.  Gemäss  seiner  Darstellung  handelt  es sich  um  ein  6-Zimmer-

Haus, wobei das kantonale Steueramt von 7.5 Zimmern spricht. Per 31. Oktober 2011 

meldete sich der Rekurrent im Drittkanton ab, um sich in der zürcherischen Gemeinde 

B anzumelden.  

Per 1. Juli 2013 hinterlegte er seine Schriften in der bündnerischen Gemeinde 

C  und  liess  sich  bei  der  Steuerbehörde  der  bündnerischen  Gemeinde  C  bis  30.  Juni 

2015 als Wochenaufenthalter in der zürcherischen Gemeinde B registrieren. In dieser 

Zeit bewohnte er gemäss seiner Darstellung in der zürcherischen Gemeinde B eine "1-

Zimmer-Dachwohnung", wobei er Küche, Bad und Wohnzimmer mitbenutzte. Zwar ist 

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eine  Verlängerung  nicht  aktenkundig,  der  Rekurrent  bringt  indessen  vor,  sich  per  Juli 

2016 als Wochenaufenthalter in der zürcherischen Gemeinde B ab- und in der bündne-

rischen Gemeinde C seine vollumfängliche Wohnsitznahme angemeldet zu haben.  

Seit der Steuerperiode 2015 wird der Rekurrent in der zürcherischen Gemein-

de B unbeschränkt besteuert (vgl. Einspracheentscheid). Im Rahmen der Veranlagung 

bzw. Einschätzung 2015 wurde wie erwähnt ein separater Hoheitsentscheid getroffen, 

welcher in Rechtskraft erwachsen ist.  

Gemäss Angaben des Rekurrenten strukturierte er ab Januar 2017 seine Ar-

beitswoche  in  der  Gemeinde  am  Zürichsee  so,  dass  eine  Anfahrt  und  Rückkehr 

von/nach der bündnerischen Gemeinde C am selben Tag möglich war, mit Ausnahme 

von 1-2 pro Woche, wo er nach wie vor im von ihm gemieteten Haus in  der zürcheri-

schen  Gemeinde  B  übernachtete.  Die  Wochenenden  und  freien  Tage  habe  er  in  der 

bündnerischen Gemeinde C verbracht.  

Per  Ende  Februar  2019  wurde  der  Rekurrent  pensioniert  und  bezieht  seither 

eine  AHV-Rente. Im März  2019  habe  er teilweise Tage  und  Halbtage  in  der  zürcheri-

schen  Gemeinde  B  verbracht.  Ab  Frühjahr  2019  bis  Ende  2021  habe  eine  intensive 

Renovationsphase  seiner  Liegenschaft  in  der  bündnerischen  Gemeinde  C  stattgefun-

den.  Was  die  Steuerperiode  2019  betrifft,  so  deklarierte  der  Rekurrent  insbesondere 

Kosten für die Instandsetzung des Vorplatzes sowie für eine Baubewilligung und Vor-

arbeiten für eine Dachsanierung.  

Gemäss eingereichtem Kalendarium verbrachte der Rekurrent auch nach sei-

ner Pensionierung pro Monat mehrere Halbtage bzw. Tage (meist mit dazwischen ge-

legener Übernachtung) in der zürcherischen Gemeinde B und Umgebung. Nur ca. 11 

Wochenenden verbrachte er ausschliesslich in der bündnerischen Gemeinde C; meis-

tens  brachten  (insbesondere)  die  Wochenenden  Berührungspunkte  im  Kanton  Zürich 

mit sich, Ferienzeiten ausgenommen.  

b) Wie bereits erwähnt kann der nachträglich zu ermittelnde tatsächliche Auf-

enthalt  einer  Person  sowie  der  Mittelpunkt  der  Lebensinteressen  eines  Rekurrenten 

nur  anhand  von  äusserlich  wahrnehmbaren  Indizien,  welche  belegt  werden,  eruiert 

werden. 

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Aufgrund  der  rechtskräftigen  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  im  Vorjahr  im 

Kanton  Zürich  und  in  der  zürcherischen  Gemeinde  B  ist  es  im  Grundsatz  als  sehr 

wahrscheinlich  anzusehen,  dass  die  Steuerpflicht  auch  im  Folgejahr  fortbestand.  Be-

weispflichtig  für  die  Verlegung  des  Wohnsitzes  in  die  bündnerische  Gemeinde  C  per  

31. Dezember 2020 ist vorliegend daher der Rekurrent.  

Das kantonale Steueramt hat mit seiner Auflage vom 6. Mai 2022 zu erkennen 

gegeben,  mit  welchen  Unterlagen  der  Rekurrent  den  Nachweis  des  tatsächlichen  Le-

bensmittelpunktes  in  der  bündnerischen  Gemeinde  C  hätte  erbringen  können.  Dabei 

ging  es  sowohl  um  den Nachweis  des  Aufenthalts  in  der  bündnerischen Gemeinde  C 

wie auch um die Verlagerung des tatsächlichen Lebensmittelpunktes. 

Der Monatskalender des Rekurrenten für das Jahr 2019 mit dem Vermerk der 

jeweiligen Aufenthaltsorte  kann  nicht  überprüft  werden.  Die Übersicht stellt  daher  von 

vornherein kein starkes Beweismittel dar. Indessen bestätigt bereits diese eigene Dar-

stellung des Rekurrenten, dass die persönlichen Bande zur zürcherischen Gemeinde B 

auch  nach  seiner  Pensionierung  fortbestand.  Zwar  bringt  der  Rekurrent  gestützt  auf 

diese Übersicht vor, dass er in der gesamten Steuerperiode 2019 nur vier ganze Wo-

chenendtage im Kanton Zürich verbracht habe. Demgegenüber haben gemäss Aufstel-

lung  sehr  viele  Wochenenden  (von  Freitagabend  bis  Sonntagabend  gesehen)  einen 

teilweisen Berührungspunkt zur zürcherischen Gemeinde B. Genauer betrachtet bringt 

fast  jedes  Wochenende  mindestens  eine  Übernachtung  "im  Unterland"  mit  sich.  Der 

Rekurrent begründet die Aufenthalte im Kanton Zürich mit dem Besuch von kulturellen 

Veranstaltungen,  mit  Bekanntentreffen  oder  mit  Therapiebesuchen.  Belegt  wird  diese 

Darstellung  nicht  (eine  detaillierte  Jahresabrechnung  der  Krankenkasse  fehlt  bei-

spielsweise, obwohl sie eingefordert wurde).  

Zwar bejahen mehrere Bekannte und Verwandte des Rekurrenten seine häu-

fige Anwesenheit in der bündnerischen Gemeinde C in der Steuerperiode 2019. Bestä-

tigt  wird  im  Wesentlichen,  dass  anfangs  2019  die  Planung  einer  Dacherneuerung mit 

Lukarne in Angriff genommen worden sei und der Rekurrent für Besprechungen jeder-

zeit in der bündnerischen Gemeinde C verfügbar gewesen sei. Nachdem sich die Ver-

lautbarungen  teilweise  absatzweise  wörtlich  gleichen,  scheinen  sie  "vorgefertigt"  wor-

den  zu  sein  und  weisen  damit  keinen  hohen  Beweiswert  auf.  Zudem  enthalten  sie 

keine konkreten Angaben über die Anzahl seiner Aufenthalte in der zürcherischen Ge-

meinde  B  oder  in  der  bündnerischen  Gemeinde  C,  sondern  sind  diesbezüglich  eher 

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vage  gehalten.  Letztlich  spricht  der  Umstand,  dass  der  Rekurrent  gerade  wegen  der 

Umbauplanung und -ausführung sehr häufig in der bündnerischen Gemeinde C vor Ort 

gewesen sein soll,  eher gegen eine  Wohnsitznahme  in  der bündnerischen  Gemeinde 

C, kann doch argumentiert werden, dass der Grund für die Aufenthalte in erster Linie 

praktischer Natur war (Treffen von Entscheiden und Kontrolle über die Planungs- und 

Bauarbeiten).  Auch  die  zahlreichen  Renovationsarbeiten  an  der  Liegenschaft  in  der 

bündnerischen  Gemeinde  C  lassen  eine  Wohnsitznahme  in  dieser  Phase  eher  un-

wahrscheinlich erscheinen. 

Weiter  belegt  sind  die  Hinterlegung  der  Schriften  in  der  bündnerischen  Ge-

meinde C per 1. Juli 2013, der Versand der AHV-Rentenabrechnung an die Adresse in 

der  bündnerischen Gemeinde  C),  das  Austrittschreibens  seines  ehemaligen  Arbeitge-

bers),  der  Kreditkartenabrechnung,  der  Krankenkassen-Grundversicherung  und  Leis-

tungsabrechnung, des Führerausweises und des Schreibens der Mobiliar Versicherung 

an die Adresse in der bündnerischen Gemeinde C. Alle diese einzelnen Indizien unter-

stützen das Bild, dass der Rekurrent eine regelmässige Präsenz in der bündnerischen 

Gemeinde  C  aufweist  und/oder  dort  seine  Post  entgegengenommen  wird,  wobei  so-

wohl  die Schriftenhinterlegung  als  auch  die  Adresskundgabe  gegenüber  den  genann-

ten  (und weiteren)  Ämtern,  Versicherungen und Stellen  bereits  vor  der  Steuerperiode 

2019 stattfand.  

Darüber  hinausgehende  tatsächliche  Feststellungen  betreffend  Aufenthalte 

des Rekurrenten in der bündnerischen Gemeinde C und seine Verankerung an diesem 

Ort sind nicht aktenkundig. Insbesondere reichte der Rekurrent die mit Auflage vom 6. 

Mai 2022 eingeforderten Bank-, EC- und Kreditkartenbelege nicht ein. Dies auch nicht 

im  vorliegenden  Verfahren,  obwohl  das  kantonale  Steueramt  im  Einspracheentscheid 

wiederholte,  dass  der  Rekurrent  insbesondere  "die  verlangten  lückenlosen  Bankaus-

züge, woraus der tatsächliche Aufenthalt des Rekurrenten pro 2019 hervorgehen wür-

de, nicht eingereicht" habe. Damit erschöpfen sich die Vorbringen des Rekurrenten in 

der Tatsache der Pensionierung verbunden mit der nicht überprüfbaren Darstellung der 

vermehrten Präsenz in der bündnerischen Gemeinde C. Auch wenn an Letzteren auf-

grund  seiner  neuen  Freiheit  als  Rentner  nicht  zu  zweifeln  ist,  sagt  der  vermehrte  tat-

sächliche  Aufenthalt  in  der  bündnerischen  Gemeinde  C  allein  noch  nichts  über  den 

Lebensmittelpunkt aus.  

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Eine  Kündigung  des  hiesigen  Mietverhältnisses,  was  ein  deutliches  Indiz  für 

die tatsächliche Verlagerung des Wohnsitzes sprechen würde, hat nicht stattgefunden. 

Die Begründung  dazu,  dass das Mietverhältnis  nicht  gekündigt  wurde,  hängt  offenbar 

mit der Beziehung zur Mitmieterin Frau D und deren zwei Söhnen zusammen. Zur Art 

der  Beziehung  schweigt  sich  der  Rekurrent  aus.  Damit  kann  lediglich  die  auf  seiner 

Darlegung  gründende  Feststellung  getroffen  werden,  dass  der  Rekurrent  sich  derart 

mit Frau D und/oder deren Söhnen verbunden fühlt, dass er nicht riskieren wollte, dass 

sie  aus  dem  Haus  ausziehen  müssten.  Ob  es  tatsächlich  so  wäre,  dass  Frau  D  aus 

dem  gemeinsam  gemieteten  Haus  ausziehen  müsste,  wenn  der  Rekurrent  als  Mieter 

wegfallen würde, ist allerdings wiederum unbelegt. Anzunehmen ist in diesem Zusam-

menhang  mangels  gegenteiliger  Vorbringen,  dass  der  Rekurrent  auch  weiterhin  min-

destens für seinen Anteil an der Miete (oder mehr) aufkommt. Der Rekurrent führte als 

Begründung für die Fortführung des Mietverhältnisses zudem an, dass er so bei seinen 

Übernachtungen "im Unterland" habe unterkommen können.  

In  der  Einsprache  vom  20.  Juli  2020  im  Verfahren  betreffend  Steuerperiode 

2017  wird  die  Wohnung  in  der  zürcherischen  Gemeinde  B  als  "Lebenspartnerinnen-

wohnung"  und  Frau  D  durchwegs  als  Partnerin  bezeichnet.  Daraus  und  aus  dem 

Obengesagten kann abgeleitet werden, dass Frau D mindestens in der Mitte der Steu-

erperiode  2020  und damit  auch  Ende  der  hier  strittigen  Steuerperiode  2019  noch  die 

Lebenspartnerin des Rekurrenten war. Der Bezug zur zürcherischen Gemeinde B war 

demnach  Ende  2019  nicht  bloss  praktischer  oder  finanzieller,  sondern  offensichtlich 

persönlicher Natur. Dass der Rekurrent auch nach seiner Pensionierung nichts an den 

dortigen  Wohnverhältnissen  änderte,  spricht  für  sich  genommen  für  den  Fortbestand 

seines  bisherigen  Wohnsitzes.  Er  macht  zudem  nicht  geltend,  dass  die  Partnerin  je-

weils mit ihm Tage in der bündnerischen Gemeinde C verbracht hätte. 

Fotos  und  Pläne  der  Liegenschaft  in  der  zürcherischen Gemeinde  B  und  der 

von  ihm  genutzten  Räume  reichte  der  Rekurrent  nicht  ein.  Seine  Darstellung ist  dies-

bezüglich nicht stringent. Während er im Juli 2020 geltend machte, dass er jeweils im 

grossen Dachzimmer übernachte, erklärte er zwei Jahre später im August 2022, dass 

das Dachzimmer seit 2016 vom Sohn von Frau D bewohnt werde. So oder anders hat-

te der Rekurrent bereits aufgrund seiner Mietereigenschaft uneingeschränkten Zugang 

zu allen Räumlichkeiten.  

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Dass  insbesondere  regelmässige  an  sich  ortsunabhängige  Termine  in  der 

zürcherischen  Gemeinde  B  beibehalten  wurden  (Akkupunktur),  erstaunt,  da  die  Fahrt 

zwischen  der  bündnerischen  Gemeinde  C  und  Zürcherischen  Gemeinde  B  rund  2.5 

Autostunden beträgt. Der Rekurrent macht diesbezüglich geltend, dass es sich bei Ak-

kupunkteur um einen befreundeten Arzt gehandelt habe, der in der Zwischenzeit leider 

tödlich verunfallt sei. Damit wird aber die persönliche Verbundenheit zur ürcherischen 

Gemeinde B unterstrichen, abgesehen davon, dass der Rekurrent die (vergleichsweise 

als  kurz  anzunehmenden)  Termine  oftmals  mit  Übernachtungen  in  der  zürcherischen 

Gemeinde B verband.  

Dass  in  einer  Ehe-  oder  Lebensgemeinschaft  beide  Partner  unterschiedliche 

Wohnsitze  haben,  ist  zwar  möglich,  es  ist  indessen  nicht  zu  vermuten.  Das bedeutet, 

dass es vor dem vorstehend beleuchteten Hintergrund am Rekurrenten gelegen hätte, 

insbesondere  auch  die eingeforderten  Bank-,  EC-  und Kreditkartenbelastungen  offen-

zulegen,  woraus  sich  weitere  Schlüsse  betreffend  Aufenthaltsschwerpunkt  ergeben 

hätten  (Ort  von  Einkäufen,  kulturellen  Anlässen,  Bargeldbezügen,  Restaurantbesu-

chen, Benzinbezügen etc.).  

c)  Wenn  der  Rekurrent  auch  in  der  Steuerperiode  2019  insgesamt  deutlich 

mehr Zeit in der bündnerischen Gemeinde C verbracht zu haben scheint als früher, so 

zeigen  die  zahlreichen  Aufenthalte  in  der  zürcherischen  Gemeinde  B  zusammen  mit 

der  dortigen  pro  2019  unveränderten  Wohnsituation  mit  seiner  Lebenspartnerin,  das 

Wahrnehmen  von  ortsungebundenen  Terminen  weiterhin  in  der  zürcherischen  Ge-

meinde B und der Besuch von kulturellen und freundschaftlichen Anlässen in der und 

um  die  zürcherische(n)  Gemeinde  B  den  Weiterbestand  seiner  persönlichen  Verbun-

denheit zur zürcherischen Gemeinde B. Demgegenüber vermochte der Rekurrent kei-

nen Beweis dafür zu erbringen, dass er seine Bindung zur zürcherischen Gemeinde B 

in relevanter Weise gelockert und den Schwerpunkt seiner Lebensführung abgesehen 

von  der  Sanierung  seiner  Liegenschaft  in  die  bündnerischen  Gemeinde  C  verlagert 

hätte.  Die  Tatsache  der Pensionierung  allein  vermag  eine  Verlegung  des  Wohnsitzes 

nicht zu belegen.  

d)  Wie  gesehen  hat  das  kantonale  Steueramt  eine  Untersuchung  lediglich 

hinsichtlich  der  Steuerhoheit  geführt.  Eine  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  für  die 

Steuerperiode 2019 hätte die Steuerbehörde noch nicht vornehmen dürfen, da der Re-

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kurrent  explizit  einen  Steuerhoheitsentscheid  verlangte,  was  ihm  aufgrund  der  verän-

derten Ausgangslage auch zustand.  

Der  Prozessgegenstand  ist  daher  auf  die  Feststellung  der  Steuerhoheit  des 

Kantons  Zürich  zu  begrenzen.  Nach  Rechtskraft  des  vorliegenden  Entscheids  betref-

fend  Steuerhoheit  hat  das  kantonale  Steueramt  das  Veranlagungs-  bzw.  Einschät-

zungsverfahren 2019 neu anhand zu nehmen.  

5.  Diese  Erwägungen  führen  zur  teilweisen  Gutheissung  der  Rechtsmittel. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens je zur Hälfte dem Re-

kurrenten und dem kantonalen Steueramt aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Einspracheentscheid  vom 

14. April 2023 wird bestätigt, soweit damit mit Bezug auf die direkte Bundessteuer 

2019  der  Kanton  Zürich  als  Veranlagungsort  festgesetzt  wird.  Mit  Bezug  auf  die 

Festsetzung der Steuerfaktoren wird der Einspracheentscheid aufgehoben. 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Einspracheentscheid  vom  14.  Ap-

ril 2023 wird bestätigt, soweit darin festgestellt wird, dass der Rekurrent betreffend 

Steuerperiode  2019  der  Steuerpflicht  des  Kantons  Zürich  und  der  Gemeinde  Zür-

cherischen Gemeinde B untersteht. Mit Bezug auf die Festsetzung der Steuerfakto-

ren wird der Einspracheentscheid aufgehoben. 

[…] 

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