# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6cea614-14f3-52fd-b203-1adefca46688
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.02.2024 RR.2023.177
**Docket/Reference:** RR.2023.177
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2023-177_2024-02-08

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Lettland; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Lettland; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Lettland; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Lettland; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Entscheid vom 8. Februar 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Nathalie Zufferey und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja 

   
 

Parteien 

  

1. A. LTD, 

2. B., 

 

beide vertreten durch Rechtsanwälte Benjamin Borsodi 

und Michaël Jakubowski, 

 

Beschwerdeführerin 1 und Beschwerdeführer 2 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Lettland 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2023.177, RR.2023.178, 

RR.2023.179 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die lettischen Strafverfolgungsbehörden führen seit dem 9. August 2019 

unter der Nr. 11816012419 eine Strafuntersuchung gegen die C. Ltd und 

weitere Beschuldigte wegen Wäsche von Erträgen aus Straftaten nach 

Art. 195 des lettischen Strafgesetzbuches.  

 

In den Jahren 2013 bis 2018 sollen von der D. Ltd. die C. Ltd überwiesene 

Gelder in der Höhe von USD 18 Mio. unter Verwendung von Bankkonten 

mehrerer ausländischer Gesellschaften, wie der A. Ltd und E. Ltd und wei-

teren fünf Gesellschaften unter dem Vorwand fiktiver Geschäfte gewaschen 

worden sein. Dabei soll der ukrainische Staatsangehörige B. einerseits als 

Vertreter eines Kontos der D. Ltd und andererseits auch als Vertreter bzw. 

alleiniger Mitarbeiter der Gesellschaften C. Ltd, A. Ltd und E. Ltd aufgetreten 

sein (RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, Verfahrensakten Bundes-

anwaltschaft [nachfolgend «Verfahrensakten»], Rubrik 1, nicht paginiert = 

RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, act. 1.2).  

 

 

B. In diesem Zusammenhang ersuchten die lettischen Behörden die Schweiz 

mit Schreiben vom 27. September 2022 um rechtshilfeweise Erhebung von 

Bankunterlagen für die auf die A. Ltd lautendenden Kontobeziehungen bei 

der Bank F., der Bank G. sowie der Bank H. (act. 1.2). 

 

 

C. Gestützt auf Art. 17 Abs. 4 sowie Art. 79 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 

20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfege-

setz, IRSG; SR 351.1) übertrug das Bundesamt für Justiz (nachfolgend 

«BJ») mit Schreiben vom 13. Dezember 2022 das lettische Rechtshilfeersu-

chen der Bundesanwaltschaft zum Vollzug (RR.2023.177, RR.2023.178, 

RR.2023.179, Verfahrensakten, Rubrik 2, nicht paginiert). 

 

 

D. Mit E-Mail vom 13. Dezember 2022 forderte die Bundesanwaltschaft von den 

lettischen Behörden weitere Informationen zu deren Rechtshilfeersuchen. 

Insbesondere erbat sie um Ausführungen zur Vortat und zur Herkunft der 

gewaschenen Gelder sowie zu den Rollen der im Ersuchen genannten Per-

sonen und Gesellschaften. Die lettischen Behörden antworteten mit E-Mail 

vom 15. Dezember 2022 (RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, Ver-

fahrensakten, Rubrik 3, nicht paginiert). 

 

 

- 3 - 

 

 

E. Mit Eintretensverfügung vom 22. Dezember 2022 trat die Bundesanwalt-

schaft auf das lettische Rechtshilfeersuchen vom 27. September 2022 ein. 

Mit drei weiteren Verfügungen vom gleichen Tag verpflichtete die Bundes-

anwaltschaft sodann die Bank F., die Bank G. sowie die Bank H. zur Heraus-

gabe von Bankunterlagen betreffend Konten, die auf die A. Ltd lauten, jeweils 

für die Zeit von 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2020 oder ab Eröffnung bis 

dato bzw. zu deren Saldierung (RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, 

Verfahrensakten, Rubriken 4 und 5, nicht paginiert).  

 

 Die Bank H. teilte der Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 19. Januar 

2023 mit, dass im fraglichen Zeitraum die A. Ltd keine Beziehung zur Bank 

gehabt habe und die von der Bundesanwaltschaft in ihrer Verfügung vom 

22. Dezember 2022 genannten IBAN-Nr. 1 und 2 zu Konten gehört hätten, 

deren Inhaber I. und B. gewesen seien. Die Bank H. liess der Bundesanwalt-

schaft die Kartenanträge vom 26. Juli 2011, die Korrespondenz mit den 

Karteninhabern sowie die Monatsauszüge mit den Detailbelegen zukommen 

(RR.2023.179, Verfahrensakten, Rubrik 5, 5.103, nicht paginiert).  

 

 Die Bank F. stellte der Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 20. Januar 

2023 sämtliche Unterlagen (wie die Eröffnungsunterlagen, Kontoauszüge 

oder das Compliance-Dossier) betreffend das auf die A. Ltd lautende Konto 

Nr. 3 zu (RR.2023.177, Verfahrensakten, Rubrik 5., 5.103, nicht paginiert). 

 

 Schliesslich kam die Bank G. mit Schreiben vom 25. Januar 2023 der Editi-

onsaufforderung nach und liess der Bundesanwaltschaft die Eröffnungsun-

terlagen zum Konto Nr. 4 sowie die Unterlagen zu den Kontobewegungen 

der drei Unterkonten Nr. 4a, Nr. 4b und Nr. 4c, lautend auf die A. Ltd zukom-

men (RR.2023.178, Verfahrensakten, Rubrik 5., 5.103, nicht paginiert). 

 

 

F. Mit Eingabe vom 21. März 2023 reichten die Rechtsvertreter der A. Ltd und 

von B. ein Urteil der Strafkammer des Regionalgerichts Riga vom 

6. März 2023 betreffend das von der Rechtshilfemassnahme betroffenen 

Kontos Nr. 5 bzw. das in dieser Sache ergangene Urteil des Wirtschaftsge-

richts Riga vom 31. März 2022 sowie den Entscheid der Generaldirektion der 

Kriminalpolizei der Staatspolizei des Innenministeriums der Republik Lett-

land vom 17. März 2023 betreffend die Entsperrung von Vermögenswerten 

ein (RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, Verfahrensakten, Rubrik 14, 

nicht paginiert).  

 

 

- 4 - 

 

 

G. Vor dem Hintergrund dieser Eingabe vom 21. März 2023 ersuchte die Bun-

desanwaltschaft die lettischen Behörden mit Schreiben vom 11. April 2023 

um Mitteilung, ob der Vollzug des Rechtshilfeersuchens vom 27. Septem-

ber 2022 fortgesetzt werden solle oder ob das Rechtshilfeersuchen zurück-

gezogen werde. Der Generaldirektor der Kriminalpolizei vom Amt für Be-

kämpfung der Wirtschaftskriminalität in Riga antwortete mit Schreiben vom 

12. Mai 2023, dass das Rechtshilfeersuchen sich auf eine vom Beschluss 

des Regionalgerichts Riga vom 6. März 2023 gesonderte Ermittlung beziehe, 

weshalb am Rechtshilfeersuchen vom 27. September 2022 festgehalten 

werde (RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, Verfahrensakten, 

Rubrik 3, nicht paginiert). 

 

 

H. Nachdem die Bundesanwaltschaft den Rechtsvertretern der A. Ltd und von 

B. am 15. Juni 2023 Einsicht in die Verfahrensakten gewährt hatte, teilten 

diese mit Schreiben vom 21. Juli 2023 mit, der vereinfachten Ausführung des 

Rechtshilfeersuchens im Sinne von Art. 80c IRSG nicht zuzustimmen 

(RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, Verfahrensakten, Rubrik 14, 

nicht paginiert). 

 

 

I. Mit drei separaten Schlussverfügungen je vom 2. November 2023 entsprach 

die Bundesanwaltschaft dem lettischen Rechtshilfeersuchen vom 27. Sep-

tember 2022 und ordnete die Herausgabe von Bankunterlagen der Kunden-

beziehungen Nr. 3 bei der Bank F. und Nr. 4 bei der Bank G. jeweils lautend 

auf die A. Ltd, sowie IBAN Nr. 2 / […]-Karte Prepaid Nr. 6 bei der Bank H., 

lautend auf B., an (RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, Verfahrens-

akten, Rubrik 16 = RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, act. 1.1).  

 

 

J. Dagegen gelangten die A. Ltd und B. mit drei Eingaben vom 4. Dezem-

ber 2023 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantra-

gen die Aufhebung der Schlussverfügungen vom 2. November 2023, die 

Ablehnung des lettischen Rechtshilfeersuchens vom 27. September 2022 

sowie die Verweigerung der Herausgabe der bei den betreffenden Banken 

erhobenen Unterlagen. In prozessualer Hinsicht beantragen sie die Vereini-

gung der drei Beschwerdeverfahren (RR.2023.177, RR.2023.178, 

RR.2023.179, act. 1, S. 2).  

 

 

  

- 5 - 

 

 

K. Die Bundesanwaltschaft und das BJ beantragen mit Eingaben vom 28. De-

zember 2023 und 12. Januar 2024 jeweils die Abweisung der Beschwerden. 

Beide verzichten auf weitere Ausführungen (RR.2023.177, RR.2023.178, 

RR.2023.179, act. 7 und 9). Die Eingaben der Bundesanwaltschaft und des 

BJ wurden der A. Ltd und B. am 15. Januar 2024 zur Kenntnis gebracht 

(RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, act. 10). 

 

 Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

 

1. Gemäss Art. 3 Abs. 1 StBOG ist die Verfahrenssprache Deutsch, Franzö-

sisch oder Italienisch. Nach konstanter Praxis der Beschwerdekammer 

bestimmt die Sprache des angefochtenen Entscheids die Sprache im 

Beschwerdeverfahren (TPF 2018 133 E. 1 m.w.H.). Davon abzuweichen 

besteht hier kein Grund. Der vorliegende Beschluss ergeht deshalb in 

deutscher Sprache, auch wenn die Beschwerden in Französisch eingereicht 

wurden. 

 

 

2. 

2.1 Für die Rechtshilfe zwischen Lettland und der Schweiz sind in erster Linie 

das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 

20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1) sowie das Zweite Zusatzprotokoll vom 

8. November 2001 zum Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe 

in Strafsachen (SR 0.351.12; Zweites Zusatzprotokoll) anwendbar. Zur 

Anwendung kommt vorliegend auch das Übereinkommen vom 8. Novem-

ber 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einzie-

hung von Erträgen aus Straftaten (Geldwäschereiübereinkommen, GwUe; 

SR 0.311.53) sowie die Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 31. Okto-

ber 2003 der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC; SR 0.311.56), 

in Verbindung mit Art. 14 und Art. 23 UNCAC betreffend die Geldwäscherei 

im Allgemeinen. Überdies gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des 

Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkom-

mens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungs-

übereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62) zur 

Anwendung, wobei die zwischen den Vertragsparteien geltenden 

- 6 - 

 

 

weitergehenden Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt 

bleiben (Art. 48 Abs. 2 SDÜ; Art. 26 Abs. 2 und 3 EUeR). 

 

2.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

gelangen das IRSG und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über interna-

tionale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) 

zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt 

nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn es geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 142 IV 250 

E. 3; 140 IV 123 E. 2; jeweils m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der 

Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 123 II 595 E. 7c; TPF 2016 65 

E. 1.2). 

 

2.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 

lit. a Ziff. 1 Bundesgesetz vom 19. März 2010 über die Organisation der 

Strafbehörden des Bundes [StBOG; SR 173.71]), wenn das IRSG nichts an-

deres bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG).  

 

 

3. 

3.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 

30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persön-

lich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b 

IRSG). Als persönlich und direkt betroffen im Sinne des Art. 80h lit. b IRSG 

gelten namentlich der Kontoinhaber bei der Erhebung von Kontoinformatio-

nen (Art. 9a lit. a IRSV). 

 

3.2 Die Beschwerdeführerin 1 ist Inhaberin der Konten Nr. 3 bei der Bank F. und 

Nr. 4 bei der Bank G., während der Beschwerdeführer 2 Inhaber des Kontos 

IBAN Nr. 2 bei der Bank H. ist. Die Beschwerdeführer sind daher im Umfang 

ihrer jeweiligen Kontoinhaberschaft gegen die rechtshilfeweise Herausgabe 

der betreffenden Kontounterlagen beschwerdelegitimiert. Auf die frist- und 

formgerecht eingereichten Beschwerden ist daher einzutreten.  

 

 

- 7 - 

 

 

4. 

4.1 Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der Gewäh-

rung der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die 

aus der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5).  

 

4.2 Ebenso wenig muss sich die urteilende Instanz mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken, und es genügt, wenn die Behörde 

wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und 

auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 IV 179 

E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004 E. 5.2, mit 

weiteren Hinweisen).  

 

 

5. Die Beschwerdeführer beantragen die Vereinigung der Beschwerdeverfah-

ren RR.2023.177, RR.2023.178 und RR.2023.179. Die Beschwerdegegnerin 

und das BJ haben sich nicht zu diesem Antrag geäussert. Das Ersuchen um 

Vereinigung der Beschwerdeverfahren ist gutzuheissen, werden doch die 

Beschwerdeführer durch dieselben Rechtsanwälte vertreten, und es betref-

fen alle Beschwerdeverfahren dasselbe Rechtshilfeverfahren. Zudem hän-

gen die Schlussverfügungen inhaltlich eng zusammen und die verschiede-

nen Beschwerden weisen im Wesentlichen übereinstimmende Begründun-

gen auf. Die eingangs erwähnten Beschwerdeverfahren sind zu vereinigen. 

Die Beurteilung aller drei Beschwerden erfolgt somit im Rahmen des vorlie-

genden Entscheids. 

 

 

6. 

6.1 Die Beschwerdeführer machen zunächst geltend, die von der ersuchenden 

Behörde gemachten ergänzenden Angaben vom 15. Dezember 2022 stün-

den diametral den Ausführungen im Rechtshilfeersuchen vom 27. Septem-

ber 2022 entgegen, insbesondere was die Rolle der D. Ltd anbelange. Wäh-

rend die lettischen Behörden in ihrem Ersuchen vom 27. September 2022 

die D. Ltd verdächtigt hätten, über die C. Ltd und die Beschwerdeführerin 1 

sowie die E. Ltd. Gelder gewaschen zu haben, sei die D. Ltd. im Ergänzungs-

schreiben der lettischen Behörden vom 15. Dezember 2022 plötzlich als 

Geschädigte dargestellt worden. Diese plötzliche Kehrtwendung könne nicht 

einfach als Präzisierung des Sachverhalts gewertet werden, wie dies die 

- 8 - 

 

 

Beschwerdegegnerin gemacht habe. Die Rollen, die der D. Ltd und der C. 

Ltd gemäss den Ausführungen der ersuchenden Behörden zukämen, seien 

der zentrale Punkt im Sachverhalt, da sie den Ausgangspunkt des im 

Rechtshilfeersuchen geschilderten Geldwäschereisystems bestimmen 

würden. So sei denn auch die Beziehung zwischen den beiden Gesellschaf-

ten bereits Gegenstand einer detaillierten Analyse der lettischen Gerichte 

gewesen. Diese hätten bestätigt, dass die D. Ltd weder Geschädigte noch 

Beschuldigte gewesen sei und dass die Transaktionen mit der C. Ltd recht-

mässig gewesen seien (RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, act. 1, 

S. 13 ff.).  

 

 Die Beschwerdeführer rügen sodann, dass es an der Vortat zur vorgeworfe-

nen Geldwäscherei mangle, was sich bereits aus dem Entscheiden der letti-

schen Gerichte ergebe (RR.2023.177, RR.2023.178, RR.2023.179, act. 1, 

S. 15).  

 

6.2  

6.2.1 Gemäss Art. 14 EUeR müssen die Rechtshilfeersuchen insbesondere Anga-

ben über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten (Ziff. 1 

lit. b). Ausserdem müssen sie die strafbare Handlung bezeichnen und eine 

kurze Darstellung des Sachverhalts enthalten (Ziff. 2). Art. 28 Abs. 2 und 3 

IRSG und Art. 10 Abs. 2 IRSV stellen entsprechende Voraussetzungen an 

das Rechtshilfeersuchen. Diese Angaben müssen der ersuchten Behörde 

die Prüfung erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gegeben ist (Art. 5 Ziff. 1 

lit. a EUeR), ob die Handlungen, wegen denen um Rechtshilfe ersucht wird, 

nicht ein politisches oder fiskalisches Delikt darstellen (Art. 2 lit. a EUeR) und 

ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt wird (BGE 129 II 97 

E. 3.1; TPF 2015 110 E. 5.2.1; TPF 2011 194 E. 2.1). 

 

6.2.2 Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im Rechts-

hilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Von den Behörden des ersu-

chenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der 

Gegenstand des hängigen Strafverfahrens bildet, bereits lückenlos und völlig 

widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des Rechts-

hilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen gerade 

deswegen um Unterstützung, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen 

Punkte aufgrund von Beweismitteln, die sich im ersuchten Staat befinden, 

klären kann. Es reicht daher aus, wenn die Angaben im Rechtshilfeersuchen 

den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob ausreichend kon-

krete Verdachtsgründe für eine rechtshilfefähige Straftat vorliegen, ob Ver-

weigerungsgründe gegeben sind bzw. in welchem Umfang dem Begehren 

allenfalls entsprochen werden muss. Es kann auch nicht verlangt werden, 

- 9 - 

 

 

dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits abschliessend mit 

Beweisen belegt. Der Rechtshilferichter hat weder Tat- noch Schuldfragen 

zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, 

sondern ist vielmehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit 

sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort ent-

kräftet wird (vgl. BGE 132 II 81 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge-

richts 1A.90/2006 vom 30. August 2006 E. 2.1; TPF 2007 150 E. 3.2.4). 

 

6.2.3 Im Falle von Geldwäschereiverdacht braucht nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts das Rechtshilfeersuchen nicht notwendigerweise zu erwäh-

nen, worin die verbrecherische Vortat («Haupttat») der Geldwäscherei im 

Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB besteht (s. BGE 129 II 97 E. 3.2). Es genügt 

grundsätzlich, wenn geldwäschereiverdächtige Finanztransaktionen darge-

legt werden. Insbesondere brauchen Ort, Zeitpunkt und Umstände der ver-

brecherischen Vortat noch nicht bekannt zu sein (BGE 129 II 97 E. 3.2). Als 

geldwäschereiverdächtig können namentlich Finanzoperationen angesehen 

werden, bei denen hohe Beträge ohne erkennbaren wirtschaftlichen Grund 

und über Konten zahlreicher Gesellschaften in verschiedenen Staaten trans-

feriert werden (BGE 129 II 97 E. 3.3). Auch unerklärliche bzw. ungewöhnli-

che Transaktionen mit hohen Bargeldbeträgen (FORSTER, Internationale 

Rechtshilfe bei Geldwäschereiverdacht, Entwicklung und Typologie der bun-

desgerichtlichen Praxis zur Konkretisierung der verbrecherischen Vortat, 

ZStrR 124 [2006] 274 ff., S. 282, m.w.H.) oder das Stillschweigen des 

Beschuldigten über die Herkunft eines hohen Geldbetrages (Urteil des 

Bundesgerichts 1A.141/2004 vom 1. Oktober 2004 E. 2.2) können in diesem 

Zusammenhang verdächtig erscheinen. Falls im Ersuchen keine näheren 

Angaben zur Vortat gemacht werden, müssen jedoch erhebliche Indizien 

dafür bestehen, dass es sich dabei um ein Verbrechen handelt. Dabei ist 

auch der Dimension der fraglichen Finanztransaktionen Rechnung zu 

tragen. In den Fällen, in denen das Bundesgericht die Rechtshilfe als zuläs-

sig erachtet hat, obschon das Ersuchen zur Vortat keine Angaben enthielt, 

betrafen die verdächtigen Transaktionen durchwegs Millionen oder gar 

Milliarden von Franken. In BGE 129 II 97, wo 4 Milliarden Franken unter 

Benutzung zahlreicher Gesellschaften auf der ganzen Welt unter dubiosen 

Umständen verschoben worden waren, hielt das Bundesgericht fest, es liege 

nahe, dass es sich hier bei der Vortat, welche die ersuchende Behörde noch 

nicht schildern konnte, um eine ausserordentlich schwer wiegende Straftat 

und somit nach schweizerischem Recht um ein Verbrechen handeln musste 

(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1A.188/2005 vom 24. Oktober 2005 

E. 2.4; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2008.11 vom 3. Juli 2008 

E. 4.5 und 4.6; vgl. ferner Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2015.9 

- 10 - 

 

 

vom 21. Mai 2015 E. 3.3 sowie Nichteintretensentscheid des Bundesgerichts 

1C_308/2015 vom 22. Juni 2015 E. 2.1). 

 

6.2.4 Die ersuchte Behörde hat sich nicht zu allenfalls zwischenzeitlich im ersu-

chenden Staat ergangenen Entscheiden zu äussern. Ist in der Schweiz ein 

gültiges Rechtshilfeersuchen eingegangen, so ist dieses im Prinzip zu erle-

digen, es sei denn, die zuständige Behörde hätte den Rückzug des Ersu-

chens bekannt gegeben (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_559/2009 vom 

11. Februar 2010 E. 1; 1A.218/2003 vom 17. Dezember 2003 E. 3.5; Ent-

scheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.291 vom 3. Juli 2014 E. 6.2; je 

m.w.H.) 

 

6.3 

6.3.1 Dem lettischen Rechtshilfeersuchen vom 27. September 2022 ist folgender 

Sachverhalt zu entnehmen:  

 

 Die lettischen Strafuntersuchungsbehörden hätten festgestellt, dass in den 

Jahren 2013 bis 2018 vom Konto Nr. 7 bei der Bank J. der in Israel ansässi-

gen D. Ltd. insgesamt USD 18 Mio. auf das Konto Nr. 8 bei der Bank K. in 

Riga (im Rechtshilfeersuchen auch [Bank …]) lautend auf die C. Ltd 

überwiesen worden seien. Als bevollmächtigter Vertreter der C. Ltd sei 

gegenüber der K. Bank B. angegeben worden. Konkret habe die C. Ltd in 

der Zeitperiode vom 1. Januar 2013 bis zum 31. März 2018 von der D. Ltd 

USD 17'887'278.78 und EUR 107'615.50 erhalten. Danach seien 

USD 18'366'110.00 und EUR 138'511.49 an weitere Gesellschaften über-

wiesen worden. Dabei habe es sich um Briefkastenfirmen gehandelt, wobei 

der tatsächliche Begünstigte B. gewesen sei. Die Geldmittel seien ohne 

offensichtlichen wirtschaftlichen und logischen Grund und unter dem Deck-

mantel fiktiver Geschäfte an mehrere andere miteinander verbundene 

Gesellschaften überwiesen worden, darunter auch die C. Ltd und die 

Beschwerdeführerin 1. Dadurch sei ein komplexes und schwer nachvollzieh-

bares Schema zwischen den Gesellschaften entstanden. Im Laufe des Straf-

verfahrens hätten B. und der Vertreter der C. Ltd, der E. Ltd und der 

Beschwerdeführerin 1, Rechtsanwalt L., behauptet, dass B. der einzige Mit-

arbeiter in den eben genannten Gesellschaften gewesen sei. Gleichzeitig 

habe während der Ermittlungen festgestellt werden können, dass jeweils 

Dokumente und Rechnungen von M. für die C. Ltd und von N. für die E. Ltd 

und von O. für die Beschwerdeführerin 1 unterzeichnet worden seien. Es sei 

aber nicht klar, auf welcher Grundlage diese Personen die Dokumente 

unterzeichnet hätten. Untersuchungen hätten auch ergeben, dass B. und 

seine Kinder über Konten dieser Unternehmen verfügt hätten. B. und Rechts-

anwalt L. hätten ausgesagt, dass die C. Ltd, die E. Ltd und die 

- 11 - 

 

 

Beschwerdeführerin 1 nur über eine Einkommensquelle verfügt hätten, und 

dies sei die D. Ltd gewesen. Aus den Kontounterlagen der Beschwerdefüh-

rerin 1 sei nicht ersichtlich, dass diese eine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt 

habe. Es sei jedoch ersichtlich, dass die Konten der Beschwerdeführerin 1 

als Zwischenkonten verwendet worden seien, um sie dann auf ein Konto mit 

der IBAN 4 bei der Bank G. weiterzuleiten. So seien zwischen 2013 und 2016 

insgesamt auf das Konto bei der Bank G. USD 5'702'000.00 mit der Begrün-

dung «Redistribution of equity» überwiesen worden. Es habe überdies fest-

gestellt werden können, dass die Beschwerdeführerin 1 am 13. März 2018 

in ihr Portfolio Nr. 9 bei der Bank K. Finanzmittel aus dem Portfolio Nr. 10 

der E. Ltd erhalten habe. Diese Finanzinstrumente seien alsdann auf das 

Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank G. weitergeleitet worden und 

später im Jahre 2020 wieder an die Bank K. zurücküberwiesen worden. Nach 

ihrer Redenominierung befänden sich diese Mittel in der Höhe von 

EUR 3'911'910.13 nach wie vor auf dem Konto der Beschwerdeführerin 1 bei 

der Bank K. Es werde vermutet, dass diese Mittel durch eine Straftat erlangt 

worden seien, weshalb diese am 6. Juli 2022 mittels Beschluss über die 

Beschlagnahme des Vermögens der Ermittlerin der 1. Abteilung des Amtes 

zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität vom 22. Juni 2022 beschlag-

nahmt worden seien. Nachdem der Beschlagnahmebeschluss am 28. Juni 

2022 von der Richterin des Bezirksgerichts Vidzeme der Stadt Riga geneh-

migt worden sei, habe die Oberinspektorin des Amtes zur Bekämpfung der 

Wirtschaftskriminalität mit Beschlüssen vom 16. September 2022 angeord-

net, bei der Bank F., der Bank G. sowie der Bank H. Bankerhebungen 

betreffend auf die Beschwerdeführerin 1 lautende Konten zu tätigen.  

 

 In der Ergänzung vom 15. Dezember 2022 zum Rechtshilfeersuchen vom 

27. September 2022 führten die lettischen Behörden ferner aus, dass die 

C. Ltd der D. Ltd gefälschte Rechnungen zugestellt und so letztere betrogen 

habe. Die Rechnungen seien mit der Unterschrift von M. versehen gewesen. 

Es habe festgestellt werden können, dass die Unterschrift von M. von einem 

anderen Dokument gescannt und auf die Rechnungen übertragen worden 

sei. Ebenso trage eine Vereinbarung zwischen der D. Ltd und der C. Ltd die 

Unterschrift von M. Die C. Ltd habe jedoch erklärt, dass M. nie für die C. Ltd 

gearbeitet habe bzw. dass nie ein Arbeitsverhältnis mit ihr bestanden habe. 

Sie sei als externe Buchhalterin für die C. Ltd tätig gewesen. In die Strafun-

tersuchung involviert seien auch weitere Gesellschaften, wie die P. Ltd, die 

Q. Ltd, die R. LP, die S. Ltd sowie die T. Ltd. Die Kontoauszüge dieser 

Gesellschaften sowie der Beschwerdeführerin 1, der C. Ltd und der E. Ltd 

würden zeigen, dass diese Gesellschaften keine wirtschaftlichen Aktivitäten 

ausüben würden, sie weder Rechnungen noch Angestelltenlöhne bezahlen 

würden. Hingegen würden die Kontoauszüge zeigen, wie gerundete 

- 12 - 

 

 

Geldbeträge auf die Konten einbezahlt und gleichentags oder wenige Tage 

danach weitergeleitet würden. Die bei der D. Ltd sichergestellten Gelder 

seien zunächst auf die Konten der genannten Gesellschaften geflossen und 

von dort aus auf ausländische Konten der nämlichen Gesellschaften. Die 

Konten der Beschwerdeführerin 1 sowie der anderen genannten Gesell-

schaften hätten als Durchlaufkonten für die Mittel, die sie von der D. Ltd er-

halten hätten, gedient. Es habe ermittelt werden können, dass Geldkarten 

für B. und seine Familienmitglieder auf Konten der E. Ltd ausgestellt worden 

seien und dass diese die Einkünfte auf dem Konto der E. Ltd für ihre privaten 

Bedürfnisse verwendet hätten (Verfahrensakten, Rubrik 1, nicht paginiert).  

 

6.3.2 Zunächst ist festzuhalten, dass der im Ersuchen und in der Ergänzung 

dargelegte Sachverhalt weder offensichtliche Fehler, Lücken noch Wider-

sprüche enthält, weshalb der von den lettischen Behörden dargestellte Sach-

verhalt für den Rechtshilferichter bindend und den nachfolgenden Erwägun-

gen zugrunde zu legen ist. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer 

enthält die Ergänzung nichts, was dem im Rechtshilfeersuchen dargelegten 

Sachverhalt widersprechen würde. Unzutreffend ist, dass die D. Ltd selbst 

im Rechtshilfeersuchen verdächtigt worden sei, über die Beschwerdeführe-

rin 1 und andere Gesellschaften Geld gewaschen zu haben. Das Rechtshil-

feersuchen schildert lediglich, wie Geld, das von der D. Ltd stammt, über 

andere Gesellschaften gewaschen worden sein soll. Hingegen ist den 

Beschwerdeführern beizupflichten, dass zur Vortat im Rechtshilfeersuchen 

keine Angaben gemacht werden. Allerdings verfügt die ersuchende Behörde 

über konkrete Hinweise, dass in hohen Beträgen Finanzoperationen 

vorgenommen worden sind, die über Konten zahlreicher Gesellschaften in 

verschiedenen Staaten getätigt wurden. Ein Blick auf die herauszugebenden 

Bankunterlagen bekräftigt den Verdacht der geldwäschereitypischen 

Handlungen, indem von Juni 2013 bis zur Saldierung von Konten der Be-

schwerdeführerin 1 bei der Bank AA. und der Bank K. sowie von Konten der 

C. Ltd auf das Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank F. mehrere 

sechsstellige Beträge einbezahlt sowie grössere Geldbeträge an B. bzw. auf 

dessen Konto bei der Bank H. ausbezahlt worden sind. Ebenso sind auf das 

Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank G. in der Zeit von Februar 

2013 bis Oktober 2016 zahlreiche Geldbeträge im Gesamtumfang von 

USD 6 Mio. vom Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank K. einbezahlt 

worden. Am 17. Juli 2018 erfolgte sodann eine Gutschrift vom Konto der 

Beschwerdeführerin 1 bei der Bank G. auf eine in England ansässige 

Gesellschaft namens R. LP im Umfang von EUR 2.5 Mio. Weitere 

Überweisungen höherer Geldbeträge sind auf Konten der C. Ltd und der 

E. Ltd erfolgt (RR.2023.177, Rubrik 5.102, Bankunterlagen, Produkt, 

pag. 004320_00001 ff.; RR.2023.178, Rubrik 5.101, 004351_Bank G., 

- 13 - 

 

 

Produkt, pag. 004351_00001 ff.; RR.2023.179, Rubrik 5.103, Bankunterla-

gen, Produkt, pag. 004315_00001 ff.). Die zahlreichen und ohne erkennba-

ren wirtschaftlichen Grund erfolgten Transaktionen auf Konten verschiede-

ner Gesellschaften im Ausland sind als geldwäschereitypische Handlungen 

einzustufen, auch wenn keine Angaben zur Vortat gemacht werden. Es liegt 

auf der Hand, dass ein solches Vorgehen geeignet ist, den Strafverfolgungs-

behörden das Auffinden und die Herkunftsermittlung der Vermögenswerte 

zu erschweren. Dass die ersuchende Behörde die Vortat nicht nennt, ist im 

Rechtshilfeverkehr nicht unüblich, zumal über die Vortat – wie in dem hier zu 

beurteilenden Fall – oftmals (noch) keine genaueren Kenntnisse vorliegen 

und die Rechtshilfe offensichtlich auch aus diesem Grund benötigt wird 

(BGE 129 II 97 E. 3.2). Dies entspricht dem Begriff der «weitestmöglichen» 

Rechtshilfe, der nicht nur in Art. 1 EUeR, sondern auch in Art. 7 Abs. 1 und 8 

GwUe sowie Art. 46 Ziff. 1 und 2 UNCAC erwähnt wird. In Anbetracht der 

Transaktionen in der Höhe von mehreren Millionen muss im Sinne der oben 

zitierten Rechtsprechung ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass 

es sich bei der Vortat um eine schwere Tat, mithin um ein Verbrechen 

handelt. Damit liegen hinreichende Indizien vor, die den Geldwäschereiver-

dacht prima facie bejahen lassen. Daran ändert auch den von den Beschwer-

deführern eingereichte Entscheid der Strafkammer des Regionalgerichts 

Riga vom 6. März 2023 nichts, welcher einen Entscheid des Wirtschaftsge-

richts Riga vom 31. Mai 2022 bestätigte, wonach die im Strafverfahren 

Nr. 1181602419 am 9. August 2019 angeordneten Kontosperren aufzuhe-

ben seien. Abgesehen davon, dass der Entscheid in einer nicht amtlich 

beglaubigten Übersetzung vorliegt, ist es nicht Sache des Schweizer Rechts-

hilferichters, nach Eingang eines Ersuchens im Ausland ergangene 

Entscheide zu interpretieren. Solange das Rechtshilfeersuchen – wie vorlie-

gend – nicht zurückgezogen ist, ist es zu vollziehen (vgl. supra E. 6.2.4).  

 

6.4 Nach dem Gesagten genügt die Sachverhaltsschilderung den Anforderung 

von Art. 14 EUeR, kann ihr doch in der vorliegenden Form der Tatbestand 

der Geldwäscherei entnommen werden. Die betreffenden Rügen erweisen 

sich als unbegründet. 

 

 

7. 

7.1 Die Beschwerdeführer wenden weiter ein, vor dem Hintergrund der in Lett-

land ergangenen Entscheide des Wirtschaftsgericht in Riga am 31. Mai 2022 

und der Strafkammer des Regionalgerichts vom 6. März 2023 sei das Vor-

gehen der ersuchenden Behörde Teil einer unbestimmten und ausforschen-

den Suche nach Beweismitteln. Die genannten Entscheide hätten die 

Wirkung eines echten Freispruchs, weshalb den angeforderten 

- 14 - 

 

 

Bankunterlagen keine Relevanz zukomme. Die lettischen Behörden hätten 

in ihrem Schreiben vom 12. Mai 2023 ausgeführt, dass sich das Rechtshil-

feersuchen auf einen anderen Sachverhalt beziehe als den von den letti-

schen Gerichten beurteilte. Im Rahmen des Rechtshilfeersuchens seien 

Geldmittel der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank K. beschlagnahmt wor-

den, nachdem diese Mittel vom Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der 

Bank G. auf die Bank K. zurückübertragen worden seien. Damit würden sich 

die lettischen Ermittlungen auf einen Sachverhalt beziehen, der viel enger 

gefasst sei als der im Rechtshilfeersuchen vom 27. September 2022 wieder-

gegebene. Der ersuchenden Behörde könnten daher keine Unterlagen zu-

gestellt werden, die nichts mit dem Sachverhalt zu tun hätten (RR.2023.177, 

RR.2023.178, RR.2023.179, act. 1, S. 16 f.).  

 

7.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en 

matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 717 ff., mit Verweisen auf die Rechtspre-

chung; DONATSCH/HEIMGARTNER/MEYER/SIMONEK, Internationale Rechts-

hilfe, 2. Aufl. 2015, S. 92 ff.; POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe 

in Strafsachen, 2001, N. 404; siehe statt vieler den Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2016.252 vom 27. Januar 2017 E. 6.2). Die interna-

tionale Zusammenarbeit kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten 

Unterlagen mit der verfolgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und 

offensichtlich ungeeignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass 

das Ersuchen nur als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung 

(fishing expedition) erscheint (BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2; 

136 IV 82 E. 4.1). Ob die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im 

ersuchenden Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwor-

tung grundsätzlich dem Ermessen der Behörden dieses Staates anheimge-

stellt ist. Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, 

die es ihm erlauben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter 

Beweise im ausländischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die 

Würdigung der mit der Untersuchung befassten Behörde nicht durch seine 

eigene zu ersetzen und ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejeni-

gen Aktenstücke zu übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen 

dargelegten Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur 

diejenigen Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht 

erheblich sind (sog. potentielle Erheblichkeit; BGE 136 IV 82 E. 4.4; 128 II 

407 E. 6.3.1; 122 II 367 E. 2c; TPF 2009 161 E. 5.1 m.w.H.). Hierbei ist auch 

zu beachten, dass für das ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, 

sondern auch entlastende Beweismittel von Bedeutung sein können, um 

einen bestehenden Verdacht allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 

m.w.H.). Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im 

- 15 - 

 

 

Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassver-

bot; BGE 136 IV 82 E. 4.1). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz der-

weil insofern präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des 

Zwecks der angestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange 

alle Voraussetzungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf 

diese Weise kann eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshil-

feersuchens vermieden werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1; vgl. zum Ganzen 

auch TPF 2009 161 E. 5.1).  

 

 Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld-

mittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden sind, so sind 

die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktio-

nen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt worden 

sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3; 

TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.). 

 

7.3 Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss Rechtshilfeersuchen der Verdacht 

besteht, wonach auf die Konten der Beschwerdeführer Transaktionen erfolgt 

sind, die mit Geldwäschereihandlungen in Verbindung gebracht werden. Es 

besteht daher offensichtlich ein Untersuchungsinteresse an allen verfahrens-

gegenständlichen Konten. Da die Beschwerdeführer direkt in die Strafange-

legenheit verwickelt sind, sind die lettischen Behörden über alle Konten und 

alle Transaktionen zu informieren, die über diese Konten getätigt wurden. 

Dies erlaubt den lettischen Behörden zu ermitteln, auf welchem Weg Geld-

mittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wurden. Die Be-

schwerdegegnerin hat sich in den Schlussverfügungen jeweils sehr detailliert 

mit der Relevanz der herauszugebenden Dokumente auseinandergesetzt 

(RR.2023.177, act. 1.2, Ziff. 3.2, S. 8 ff.; RR.2023.178, act. 1.2, Ziff. 3, 

S. 7 ff.; RR.2023.179, act. 1.2, Ziff. 3, S. 7 ff.). Um unnötige Wiederholungen 

zu vermeiden, kann vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen ver-

wiesen werden. Die Beschwerdeführer setzen sich denn auch nicht im Ein-

zelnen mit der von ihnen allgemein kritisierten Übermittlung der fraglichen 

Kontounterlagen auseinander und legen nicht dar, inwiefern diese Bankun-

terlagen für das lettische Verfahren mit Sicherheit nicht erheblich sein sollen. 

Insoweit sind sie ihrer Mitwirkungspflicht (dazu BGE 134 II 318 E. 6.4; 130 II 

14 E. 4.3; 126 II 258 E. 9b/aa; Urteil des Bundesgerichts 1C_307/2016 vom 

2. August 2016 E. 1.2) nicht nachgekommen. Die Beschwerdeinstanz forscht 

nicht von sich aus nach einzelnen Aktenstücken, die im ausländischen 

Verfahren (mit Sicherheit) nicht erheblich sein könnten (s. supra E. 7.2). Es 

besteht damit ein ausreichender Sachzusammenhang zwischen den von der 

Rechtshilfemassnahme betroffenen Konten bzw. den entsprechenden 

Kontounterlagen und dem im Rechtshilfeersuchen erwähnten Sachverhalts-

- 16 - 

 

 

vorwurf. Von einer unzulässigen Beweisausforschung kann daher keine 

Rede sein. Fehl geht die Argumentation der Beschwerdeführer, wonach vor 

dem Hintergrund der in Lettland ergangenen Entscheide vom 31. Mai 2022 

und 6. März 2023 die herauszugebenden Bankunterlagen für das lettische 

Verfahren nicht mehr relevant seien. Wie bereits erwähnt, ist das Rechtshil-

feersuchen zu vollziehen, solange es nicht zurückgezogen ist (vgl. supra 

E. 6.2.4). Darüber hinaus handelt es sich bei den genannten Entscheiden 

entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer nicht etwa um Urteile in der 

Sache und schon gar nicht um freisprechende Urteile, sondern um Ent-

scheide im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung von Kontobeschlag-

nahmungen. Inwieweit die herauszugebenden Dokumente im lettischen 

Strafverfahren sodann notwendig oder nützlich sind, wird der lettische Straf-

richter zu entscheiden haben.  

 

 Zusammenfassend steht fest, dass eine Verletzung des Verhältnismässig-

keitsprinzip nicht auszumachen ist und die diesbezügliche Rüge fehlt geht.  

 

 

8. Andere Rechtshilfehindernisse sind nicht ersichtlich und die Herausgabe der 

Bankunterlagen ist somit im verfügten Umfang zulässig. Nach dem Gesag-

ten sind die Beschwerden abzuweisen.  

 

 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführer kosten-

pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i. V. m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die 

Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt gemäss Art. 63 Abs. 5 VwVG das 

Reglement des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, 

Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; 

SR 173.713.162) zur Anwendung. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 9'000.-- an-

zusetzen und den Beschwerdeführern aufzuerlegen, unter Anrechnung des 

geleisteten Kostenvorschusses von gesamthaft Fr. 12'000.-- (vgl. Art. 8 

Abs. 3 lit. a BStKR). Die Bundesstrafgerichtskasse ist anzuweisen, der Be-

schwerdeführerin 1 den Betrag von Fr. 2'000.-- und dem Beschwerdefüh-

rer 2 den Betrag von Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten.  

  

- 17 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Verfahren RR.2023.177, RR.2023.178 und RR.2023.179 werden verei-

nigt. 

 

2. Die Beschwerden werden abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 9'000.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in der Höhe von 

gesamthaft Fr. 12'000.--. Die Gerichtskasse wird angewiesen, der Beschwer-

deführerin 1 den Betrag von Fr. 2'000.-- und dem Beschwerdeführer 2 den 

Betrag von Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten.  

 

 

Bellinzona, 8. Februar 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Benjamin Borsodi und Michaël Jakubowski 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

- 18 - 

 

 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).