# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5433ee02-eb06-59dc-a145-58835df96509
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.09.2008 A-1766/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1766-2006_2008-09-25.pdf

## Full Text

taf_011_d(01)

Abtei lung I
A-1766/2006 und A-55/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richter Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiberin Iris Widmer.

X._______ G, 
vertreten durch _______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion OZD,
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Zollnachlass; Frist.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1766/2006 und A-55/2007

Sachverhalt:

A.
Die  Transportunternehmung  Firma  X._______  AG  meldete  in  den 
Jahren  1999  bis  2004  verschiedene  Sendungen  Schnittblumen  zur 
Einfuhr  an.  Dabei  wurde  der  ihren  Auftraggebern  zugeteilte  Kon-
tingentsanteil überschritten und auf diese Weise der (niedrigere) Kon-
tingentszollansatz  (KZA)  anstelle  des  Ausserkontingentszollansatzes 
(AKZA)  beansprucht.  Mit  Verfügungen  vom  17. März  2003,  2. Juni 
2003, 5. Januar 2004, 6. April  2004, 30. September 2004, 13. Januar 
2005,  23. März  2005,  10. November  2005  und  zwei  Verfügungen  je 
vom 21. November 2005 (wovon eine durch die Verfügung vom 2. De-
zember 2005 ersetzt wurde) forderte die Zollverwaltung von der Firma 
X._______ AG als Solidarschuldnerin die Einfuhrabgaben gestützt auf 
den  AKZA  im  Gesamtbetrag  von  Fr. 641'858.50  (Fr. 629'361.85  Zoll 
und Fr. 12'496.65 Mehrwertsteuer) nach.

Nachdem das Bundesgericht im Beschwerdeverfahren gegen die Ver-
fügung vom 17. März  2003 die  Solidarhaftung der  Firma X._______ 
AG für  Zollkontingentsüberschreitungen  durch  Importeure  von  land-
wirtschaftlichen  Erzeugnissen,  deren  Firmen  inzwischen  aufgelöst 
oder im Handelsregister  gelöscht worden sind,  bestätigt  hatte (Urteil 
des Bundesgerichts 2A.82/2005 vom 23. August 2005), wurden die üb-
rigen,  zwischenzeitlich  sistierten  Beschwerden gegen die  genannten 
Nachbezugsverfügungen  mit  Schreiben  vom  28. Oktober  2005 
zurückgezogen.  Die  Abschreibungsbeschlüsse  ergingen  am  1. No-
vember 2005 bzw. 2. November 2005. Der Rückzug der Beschwerde 
vor  der  Zollrekurskommission  (ZRK)  gegen  den  Entscheid  der  OZD 
vom  19. Januar  2004  (betreffend  die  Nachbezugsverfügung  vom 
2. Juni 2003) erfolgte mit Schreiben vom 3. November 2005. Die ZRK 
schrieb das Verfahren mit Verfügung vom 13. Januar 2006 ab.

B.
B.a Am 3. März 2006 stellte die Firma X._______ AG bei der Ober-
zolldirektion  (OZD)  für  sämtliche  obgenannten 
Nachbezugsforderungen  ein  Gesuch  um ganzen  oder  teilweisen  Er-
lass. Zur Stützung dieses Begehrens brachte sie hauptsächlich vor, sie 
könne  gegen  keinen  der  damaligen  Blumenimporteure  regressweise 
vorgehen,  da alle  Firmen zufolge Konkurses aufgelöst  worden seien 
oder deren Zahlungsunfähigkeit  anderweitig  feststehe.  Mit  der unter-
bliebenen Orientierung durch das BLW sowie durch die Zollverwaltung 

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über  die  von  den  Importeuren  begangenen  Kontingentsüberschrei-
tungen sei es ihr zudem unmöglich gewesen, nachträglich zu einer all-
fälligen Heilung der  Kontingentsüberschreitungen durch  Kontingents-
abtausch oder Zukauf beizutragen.

Die OZD trat mit Entscheid vom 31. Oktober 2006 auf das Gesuch um 
Nachlass  der  Abgaben  aus  den  Verfügungen  vom  2. Juni  2003, 
5. Januar  2004,  6. April  2004,  30. September  2004  und  13. Januar 
2005  mit  der  Begründung,  dieses  sei  verspätet  erfolgt,  nicht  ein. 
Betreffend die Zollabgaben aus den restlichen Verfügungen wurde das 
Gesuch abgewiesen; über den Erlass der Mehrwertsteuer sei in einem 
separaten Verfahren zu befinden.

B.b Am 13. November 2006 reichte die Firma X._______ AG bei der 
OZD  vorsorglich  ein  Gesuch  um  Wiedereinsetzung  der  in  Art. 127 
Abs. 2 des Zollgesetzes vom 1. Oktober 1925 (aZG, AS 42 287 und 
BS 6 465)  festgelegten Einjahresfrist  ein. Die  in  diesem Artikel  fest-
gelegte Frist sei ab dem 2. November 2006 neu anzusetzen und das 
Gesuch  um  Zoll-  und  Mehrwertsteuernachlass  sei  auch  hinsichtlich 
der  Verfügungen  vom  2. Juni  2003,  5. Januar  2004,  6. April  2004, 
30. September 2004 und 13. Januar 2005 an die Hand zu nehmen.

In  der  Auffassung,  es  handle  sich  um eine  Beschwerde  gegen  den 
Entscheid  vom 31. Oktober  2006,  überwies  die  OZD dieses Gesuch 
zuständigkeitshalber  an  die  ZRK,  welche  selbiges  wiederum an  die 
OZD mit  der  Begründung rückübermittelte,  die Firma X._______ AG 
wolle das Gesuch um Wiedereinsetzung explizit nicht als Beschwerde 
behandelt  wissen.  Unter  Qualifizierung  des  Gesuchs  um  Wiederein-
setzung  als  Gesuch  um Wiedererwägung  trat  die  OZD auf  das  Be-
gehren am 30. November 2006 nicht ein. 

C.
C.a Mit Eingabe vom 4. Dezember 2006 erhob die Firma X._______ 
AG (Beschwerdeführerin) gegen den Entscheid vom 31. Oktober 2006 
betreffend Zoll- und Mehrwertsteuernachlass Beschwerde bei der ZRK 
(Verfahrensnummer  ZRK  2006-101).  Sie  stellte  die  folgenden 
Rechtsbegehren: (1.) In Gutheissung der Beschwerde sei der teilweise 
Nichteintretensentscheid  sowie  der  teilweise  abweisende  Entscheid 
der OZD aufzuheben, und es sei das Zoll- und Mehrwertsteuernach-
lassgesuch ganz oder zumindest teilweise gutzuheissen; (2.) eventuell 
sei in Gutheissung der Beschwerde die Sache zur Neubeurteilung an 

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die  OZD  zurückzuweisen,  soweit  die  Vorinstanz  hinsichtlich  der  die 
Verfügungen vom 2. Juni 2003, 5. Januar 2004, 6. April 2004, 30. Sep-
tember 2004 und 13. Januar 2005 betreffenden Teile des Zollnachlass-
gesuches  einen  Nichteintretensentscheid  erlassen  habe. Gegen  das 
Nichteintreten machte sie im Wesentlichen geltend, der angefochtene 
Entscheid  beruhe  auf  einer  unzutreffenden  Zuerkennung  einer  „Ex-
tunc-Wirkung“ an die Einspracherückzüge vom 28. Oktober 2005 an-
stelle  einer  „Ex-nunc-Wirkung“.  Der  vorinstanzliche  Entscheid  be-
treffend  die  eben  genannten  fünf  Nachbezugsverfügungen  sei  in-
dessen  auch  unabhängig  davon  aufzuheben,  da  die  Beschwerde-
führerin  von  der  Behörde  anlässlich  einer  Besprechung  über  die 
fristlichen Konsequenzen eines Beschwerderückzuges in die Irre ge-
führt  oder gar absichtlich getäuscht worden sei. Jedenfalls habe sich 
die  Behörde  höchst  widersprüchlich  verhalten.  Insoweit  das  Gesuch 
um Zollnachlass abgewiesen wurde, brachte sie vor, das Vorliegen der 
besonderen und aussergewöhnlichen Verhältnisse sei  willkürlich ver-
neint  worden. Die Verschuldensfrage dürfe bei  der Beurteilung eines 
Zollnachlasses  nicht  unbeachtet  bleiben. Die  besondere  Härte  liege 
darin,  dass  die  Solidarhaftung  der  Beschwerdeführerin  auch  nicht 
annähernd auf die nachgeforderte Summe angewachsen wäre, hätte 
das BLW sie auf die durch den jeweiligen Importeur begangenen Kon-
tingentsüberschreitungen  zumindest  an  jedem  Ende  einer  Kon-
tingentsperiode aufmerksam gemacht.  Die  Beschwerdeführerin  hätte 
sodann  keine  Verzollungsaufträge  des  jeweiligen  Importeurs  mehr 
ausgeführt, gegenüber dem jeweiligen (und damals nicht konkursiten) 
Importeur regressweise vorgehen und darüber hinaus auch noch für 
einen Kontingentsabtausch besorgt sein können.

In ihrer Vernehmlassung vom 23. März 2007 schloss die OZD auf Ab-
weisung der Beschwerde.

C.b Mit  Eingabe  vom  21. Dezember  2006  erhob  die  Beschwerde-
führerin gegen die Verfügung vom 30. November 2006 Beschwerde bei 
der ZRK (Verfahrensnummer ZRK 2006-110) mit den Rechtsbegehren, 
(1.)  in  Gutheissung  der  Beschwerde  sei  die  Verfügung  der  OZD 
aufzuheben, und es sei  der Beschwerdeführerin  in  Gutheissung von 
deren Gesuch um Wiedereinsetzung der in Art. 127 Abs. 2 ZG fest-
gelegten Jahresfrist die entsprechende Frist mit Wirkung ab 2. Novem-
ber 2006 neu anzusetzen und das am 3. März 2003 eingereichte Zoll- 
und Mehrwertsteuernachlassgesuch auch hinsichtlich der Verfügungen 
vom 2. Juni 2003, 5. Januar 2004, 6. April 2004, 30. September 2004 

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und  13. Januar  2005  an  die  Hand  zu  nehmen;  (2.)  eventuell  sei  in 
Gutheissung  der  Beschwerde  die  Verfügung  der  OZD  aufzuheben 
unter  Anweisung  der  Vorinstanz,  das  Gesuch  um  Wiedereinsetzung 
der  genannten  Jahresfrist  gutzuheissen  und  damit  das  am  3. März 
2006  eingereichte  Zoll-  und  Mehrwertsteuernachlassgesuch  auch 
hinsichtlich der Verfügungen vom 2. Juni 2003, 5. Januar 2004, 6. April 
2004,  30. September  2004  und  13. Januar  2005  an  die  Hand  zu 
nehmen; (3.) subeventualiter sei in Gutheissung der Beschwerde der 
vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, 
über das Gesuch um Wiedereinsetzung materiell zu befinden; (4.) das 
vorliegende  Beschwerdeverfahren  sei  mit  dem  vor  der  ZRK  bereits 
hängigen  Verfahren  betreffend  das  Zoll-  und  Mehrwertsteuer-
nachlassgesuch (vgl. ZRK 2006-101) zusammenzulegen. Sie machte 
geltend, beim vorsorglich eingereichten Gesuch um Wiedereinsetzung 
der  Frist  handle  es  sich  nicht  um ein  Wiedererwägungsgesuch;  ein 
solches sei nicht deponiert worden. Bei der Wiedereinsetzung handle 
es sich um ein anderes Rechtsmittel als bei der Beschwerde, die sie 
am 4. Dezember  2006 gegen den Nichteintretensentscheid  der  OZD 
vom  31. Oktober  2006  erhoben  habe.  Aus  verfahrensökonomischen 
Gründen  sei  es  allerdings  zweckmässig,  die  beiden  Verfahren  zu-
sammenzulegen.  In  materieller  Hinsicht  brachte  sie  –  mit  etwas 
anderer Gewichtung – im Wesentlichen dieselben Argumente vor, wie 
bereits  in  ihrer  Beschwerde  betreffend  Zoll-  und  Mehrwertsteuer-
nachlass. Sie betonte, der Anspruch auf Wiedereinsetzung beruhe auf 
der  Tatsache,  dass  ein  allenfalls  stattgefundenes  Fristsäumnis  nicht 
auf  einem Verschulden der Beschwerdeführerin  beruhe,  sondern  auf 
einer  durch  die  OZD  vorgenommenen  Irreführung  (oder  sogar 
gezielten Täuschung) sowie auf einem „schwerstwiegend widersprüch-
lichen  Verhalten“  bzw.  einem  „völlig  überspitzten  und  höchstgradig 
gegen  das  Fairnessverbot  verstossenden  Formalismus“.  Dieses 
Fristversäumnis  sei  unverschuldet  im  Sinne  von  Art. 24  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021).

In ihrer Vernehmlassung vom 23. März 2007 schloss die OZD auf Ab-
weisung der Beschwerde. 

D.
Das  Bundesverwaltungsgericht  teilte  mit  Instruktionsmassnahmen  je 
vom 25. Januar 2007 den Verfahrensbeteiligten mit, es habe die vor-
liegenden  Verfahren  betreffend  Zollnachlass  (ZRK  2006-101  bzw. 

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Bundesverwaltungsgericht  A-1766/2006)  und  betreffend  „Wiederein-
setzung“  (ZRK 2006-110  bzw. Bundesverwaltungsgericht  A-55/2007) 
übernommen.

Die OZD erhielt mit Instruktionsverfügungen je vom 18. Mai 2007 Ge-
legenheit, zur unaufgeforderten Eingabe der Beschwerdeführerin vom 
14. Mai 2007 zur Rechtslage betreffend die solidarische Zollzahlungs-
verpflichtung der Spediteure unter dem neuen Zollgesetz Stellung zu 
nehmen, welcher sie mit Duplik je vom 5. Juni 2007 nachkam.

Mit  Instruktionsverfügungen  je  vom  14. März  2008  wurde  die  Vor-
instanz aufgefordert, zu den Auswirkungen des Urteils des Bundesver-
waltungsgerichts A-1699/2006 vom 13. September 2007, welches sich 
mitunter  zur  Frage  des  Fristenlaufs  bei  der  Einreichung  eines  Zoll-
nachlassgesuches äusserte,  auf  die  vorliegenden Verfahren Stellung 
zu nehmen bzw. mitzuteilen,  ob die angefochtenen Entscheide unter 
den gegebenen Umständen in Wiedererwägung gezogen werden. Die 
Vorinstanz  hielt  in  ihren  Stellungnahmen  je  vom  22. April  2008  an 
ihren Anträgen auf Abweisung der Beschwerden fest.

Am  29. April  2008  erfolgte  in  beiden  Verfahren  seitens  der  Be-
schwerdeführerin eine weitere unaufgeforderte Eingabe, basierend auf 
verschiedenen Akten aus dem vor Strafgericht Basel-Stadt hängigen 
Strafverfahren  gegenüber  dem  damaligen  Chefdeklaranten  der  Be-
schwerdeführerin. Sie beantragte, diese sei in den hängigen Verfahren 
als  Noveneingabe zuzulassen. Die  OZD nahm hierzu  je  am 13. Mai 
2008 Stellung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Bis  zum  31.  Dezember  2006  unterlagen  erstinstanzliche  Ver-
fügungen  oder  Beschwerdeentscheide  der  OZD der  Beschwerde  an 
die ZRK (Art. 109 Abs. 1 Bst. c aZG). Das Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt,  sofern es zuständig ist,  die  zu diesem Zeitpunkt  bei  der 
ZRK hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Ver-
fahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32]).  Soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich 

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gemäss Art. 37 VGG das Verfahren nach dem VwVG. Beschwerden an 
das  Bundesverwaltungsgericht  sind  zulässig  gegen  Verfügungen  im 
Sinne von Art. 5 VwVG (Art. 31 VGG). Entscheide der OZD über das 
Nichteintreten  auf  Gesuche  um  Zoll-  und  Mehrwertsteuernachlass 
unterliegen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 109 Abs. 1  Bst.  c  aZG in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG). 
Dieses ist somit sachlich und funktionell zuständig.

1.2 Am 1. Mai 2007 sind das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, SR 
631.0)  sowie  die  dazugehörige  Verordnung  vom  1. November  2006 
(ZV,  SR 631.01)  in  Kraft  getreten.  In  zeitlicher  Hinsicht  sind  grund-
sätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des 
zu  Rechtsfolgen  führenden  Sachverhaltes  Geltung  haben.  Neues 
Recht wirkt somit weder zurück noch voraus; weder erfasst das neue 
Recht  früher  vollendete  Sachverhalte,  noch  hat  neues  Recht  Be-
deutung,  bevor  es  in  Kraft  tritt.  Altes  Recht  bleibt  weiterhin  mass-
geblich für Sachverhalte, die sich vor der Aufhebung erfüllt haben. Auf 
altrechtliche Veranlagungen ist deshalb nach wir vor das alte – formell 
aufgehobene – Recht anwendbar, auch wenn die Weitergeltung dieses 
bisherigen Rechts nicht ausdrücklich vorgesehen ist (vgl. MARKUS WEID-
MANN, Das intertemporale Steuerrecht in der Rechtsprechung, in Archiv 
für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  76  S. 633 ff.,  S. 638,  mit 
weiteren Hinweisen). Indessen ist  eine Rückwirkung zum Vorteil  des 
betroffenen  Privaten  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung 
ausnahmsweise  möglich,  sofern  dies  im Gesetz  ausdrücklich  vorge-
sehen ist. Ein Anspruch auf eine begünstigende Rückwirkung besteht 
nicht (BGE 105 Ia 36, 40, 99 V 200, 203; vgl. dazu ausführlich  WEID-
MANN, a.a.O., S. 641 f.).

Das  neue  Zollgesetz  legt  in  Art. 132  Abs. 1  ZG  fest,  dass 
Zollveranlagungsverfahren,  die  bei  Inkrafttreten des ZG hängig  sind, 
nach  bisherigem  Recht  und  innerhalb  der  nach  diesem  gewährten 
Frist  abgeschlossen  werden.  Diese  Bestimmung  erfasst  auch  Ver-
fahren  der  Zollvollstreckung  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts A-1701/2006 vom 1. Oktober 2007 E. 1.2).

1.3 Grundsätzlich  bildet  jeder  vorinstanzliche  Entscheid  ein  selb-
ständiges Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzufechten. Es 
ist  gerechtfertigt,  von  diesem  Grundsatz  abzuweichen  und  die  An-
fechtung in einem gemeinsamen Verfahren mit  einem einzigen Urteil 
zuzulassen, wenn die einzelnen Sachverhalte in einem engen inhalt-

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lichen  Zusammenhang  stehen  und  sich  in  allen  Fällen  gleiche  oder 
ähnliche  Rechtsfragen  stellen  (vgl. BGE 123  V  215 E. 1;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1435/2006 vom 8. Februar 2007 E. 1.2). 
Unter  den  gleichen  Voraussetzungen  können  auch  getrennt  einge-
reichte Beschwerden in einem Verfahren vereinigt werden. Ein solches 
Vorgehen  dient  der  Verfahrensökonomie  und  liegt  im Interesse  aller 
Beteiligten  (ANDRÉ MOSER,  in  André  Moser/Peter  Uebersax,  Pro-
zessieren  vor  eidgenössischen  Rekurskommissionen,  Basel  und 
Frankfurt am Main 1998, Rz. 3.12). 

Diese Voraussetzungen sind  im vorliegenden  Fall  erfüllt.  Die  beiden 
Entscheide der OZD betreffen dasselbe Abgabesubjekt und die Sach-
verhalte  hängen  inhaltlich  eng  zusammen  bzw.  sind  weitgehend 
identisch. Dementsprechend hat der Vertreter der Beschwerdeführerin 
die  beiden  Entscheide  auch  mit  übereinstimmenden  Argumenten 
angefochten  und  deren  Vereinigung  beantragt.  Aus  diesen  Gründen 
sind  die  Verfahren  A-1766/2006  und  A-55/2007  antragsgemäss  zu-
sammenzulegen.

1.4 Nach dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ist 
das  Bundesverwaltungsgericht  als  Beschwerdeinstanz  an  die  recht-
liche  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden.  Es  kann  eine  Be-
schwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (Art. 62 
Abs. 4 VwVG; BVGE 2007/41 S. 529 E. 2; MOSER, a.a.O., Rz. 1.8 f.).

1.5 Die  OZD  hat  in  ihren  Entscheiden  vom  31. Oktober  bzw. 
30. November  2006  auf  Nichteintreten  erkannt.  Nach  der  Recht-
sprechung  des  Bundesgerichts  ist  derjenige,  auf  dessen  Begehren 
bzw.  Rechtsmittel  nicht  eingetreten  worden  ist,  befugt,  durch  die 
ordentliche Beschwerdeinstanz überprüfen zu lassen, ob dieser Nicht-
eintretensentscheid zu Recht ergangen ist (anstelle vieler: BGE 124 II 
499  E. 1,  mit  weiteren  Hinweisen).  Allerdings  kann  in  einer  Be-
schwerde gegen einen  Nichteintretensentscheid  an sich  nur  geltend 
gemacht  werden,  die Vorinstanz habe zu Unrecht  das Bestehen der 
Eintretensvoraussetzungen  verneint.  Damit  würde  das  Anfechtungs-
objekt diesbezüglich auf die Eintretensfrage vor der OZD beschränkt, 
deren  Verneinung  als  Verletzung  von  Bundesrecht  mit  Beschwerde 
gerügt werden kann (BGE 132 V 74 E. 1.1; vgl. auch statt vieler Urteil 

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des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1471/2006  und  A-1472/2006  vom 
3. März 2008 E. 1.2).

1.6 Streitgegenstand bildet zum einen die Frage nach dem Beginn der 
in Art. 127 Abs. 2 aZG statuierten Jahresfrist für die Einreichung des 
Nachlassgesuches im Falle des Rückzugs der gegen die Abgabenfest-
setzung erhobenen Beschwerde. Zum andern ist fraglich, ob die OZD 
das  Gesuch  um  Nachlass  der  Zollabgaben  zu  Unrecht  abgewiesen 
hat.  Diesbezüglich  ist  zu  präzisieren,  dass  die  Vorinstanz  den  Ent-
scheid über den Erlass der Einfuhrmehrwertsteuer aufgrund anderer 
rechtlicher Grundlagen in einem separaten Verfahren in Aussicht ge-
stellt hat, weshalb auf den Antrag der Beschwerdeführerin um Prüfung 
auch des Nachlasses der Mehrwertsteuern mangels funktioneller Zu-
ständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nicht einzutreten ist.

2.  
2.1
2.1.1 Bedarf eine Frist nicht der Mitteilung an die Parteien, so beginnt 
sie  an  dem  auf  ihre  Auslösung  folgenden  Tag  zu  laufen  (Art. 20 
VwVG).  Eine  gesetzliche  Frist  kann  nicht  erstreckt  werden  (Art. 22 
VwVG). Allenfalls kann sie auf Gesuch hin wiederhergestellt  werden, 
wenn  die  gesuchstellende  Person  oder  ihr  Vertreter  unverschuldet 
davon abgehalten worden ist, binnen Frist zu handeln (Art. 24 Abs. 1 
VwVG; vgl. Entscheid der ZRK 2002-115 vom 10. Juni 2003 E. 2b und 
c;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 339 ff.).

2.1.2 Eine  Verfügung  (bzw.  ein  Beschwerdeentscheid)  wird  formell 
rechtskräftig, wenn sie endgültig ist; wenn die Frist für die Einlegung 
eines  ordentlichen Rechtsmittels  unbenutzt  abgelaufen ist; wenn die 
Parteien rechtsgültig darauf verzichtet haben, ein solches einzulegen; 
oder  wenn  sie  das  Rechtsmittel  zurückgezogen  haben.  Mit  der  for-
mellen  Rechtskraft  wird  der  Entscheid  vollstreckbar  (Art. 39  VwVG; 
KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  Rz. 387,  714 ff.,  PIERRE MOOR,  Droit  administratif, 
Bd. II, 2. Aufl., Bern 2002, S. 160).

Die  materielle  Rechtskraft  einer  Verfügung  bedeutet,  dass  die  Ver-
fügung  unabänderlich  ist,  also  auch  von  Seiten  der  Verwaltungsbe-
hörden nicht mehr widerrufen werden kann. Die materielle Rechtskraft 
setzt voraus, dass die Verfügung in formelle Rechtskraft erwachsen ist. 
Im  Übrigen  sind  jedoch  formelle  und  materielle  Rechtskraft  streng 

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auseinanderzuhalten. Die  materielle  Rechtskraft  beschlägt  die  Frage 
der  Bindung  der  Behörden  an  eine  Verfügung,  d.h.  die  Frage  der 
Widerrufbarkeit  einer  Verfügung;  bei  der  formellen  Rechtskraft  hin-
gegen geht  es um die Anfechtbarkeit  der Verfügung seitens der Be-
troffenen. Die Verwaltungsbehörden können Verfügungen, selbst wenn 
sie in formelle Rechtskraft erwachsen sind, unter bestimmten Voraus-
setzungen  ändern.  In  diesem  Sinne  werden  die  Verfügungen  in  der 
Regel  nicht  materiell  rechtskräftig  (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 
2006, Rz. 993 f.).

Im Gegensatz  zu  Verfügungen werden Rechtsmittelentscheide,  auch 
wenn  sie  von  einer  Verwaltungsbehörde  erlassen  wurden,  materiell 
rechtskräftig. Dem Abschreibungsbeschluss infolge Gegenstandslosig-
keit  indessen  kommt  keine  materielle  Rechtskraft  zu.  Beim  Be-
schwerderückzug  durch  die  beschwerdeführende  Person  "lebt"  der 
angefochtene  Verwaltungsakt  (bzw. die  Verfügung)  "wieder  auf"  und 
wird  dieser  rechtskräftig  (KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  Rz. 683,  715).  Ob  und 
inwieweit Abschreibungsbeschlüsse – vom Entscheid im Kostenpunkt 
abgesehen  –  als  (negative)  Verfügungen  zu  gelten  haben,  ist  nicht 
völlig  geklärt.  Jedenfalls  ist  der  Abschreibungsbeschluss  mit  den 
ordentlichen Rechtsmitteln anfechtbar (KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 484, mit 
weiteren Hinweisen). Die formelle Rechtskraft des „wiederaufgelebten“ 
Verwaltungsakts  tritt  also  mit  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  nach 
Abschreibung des Rechtsmittelverfahrens ein (vgl. ebenso betreffend 
das  kantonal-bernische  Verwaltungsverfahren  THOMAS MERKLI/ARTHUR 
AESCHLIMANN/RUTH HERZOG,  Kommentar  zum  Gesetz  über  die  Ver-
waltungsrechtspflege  im  Kanton  Bern,  Bern  1997,  N. 5  zu  Art. 114, 
S. 800 f.).

2.2 Die  gesetzliche  Frist  für  die  Einreichung  eines  Zollnachlassge-
suches beträgt ein Jahr seit der Abgabenfestsetzung (Art. 127 Abs. 2 
aZG). Das Bundesverwaltungsgericht  hat  sich im Urteil  A-1699/2006 
vom  13. September  2007  bereits  mit  der  Frage  nach  dem  Beginn 
Fristenlaufs  befasst  und sie  gestützt  auf  die  vorangegangenen  Aus-
führungen folgendermassen beantwortet: 

Der  Zollnachlass  bilde  den  Verzicht  auf  einen  bestehenden  Zollan-
spruch, was begriffsnotwendig voraussetze, dass eine Zollabfertigung 
in  Rechtskraft  erwachsen sei (unter  Verweis auf  die hierzu zahlreich 
ergangene  Rechtsprechung).  Die  in  Art. 127  Abs. 2  aZG  statuierte 

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Jahresfrist  werde mit  der formell  rechtskräftigen Abgabenfestsetzung 
ausgelöst und beginne am folgenden Tag zu laufen. Werde ein Verwal-
tungsakt  mit  ordentlichem Rechtsmittel  angefochten,  erfolge  die  Ab-
gabenfestsetzung erst  mit  rechtskräftigem Entscheid  der  nachgeord-
neten Instanzen. Falls im Verlauf des Verfahrens das gegen eine Ver-
fügung  (bzw.  einen  Beschwerdeentscheid)  eingelegte  Rechtsmittel 
zurückgezogen  werde,  und  das  Verfahren  demzufolge  von  der  Be-
schwerdeinstanz  abzuschreiben  sei,  "lebe"  der  angefochtene  Ver-
waltungsakt  "wieder  auf",  bzw.  werde  dieser  rechtskräftig.  Dessen 
formelle  Rechtskraft  trete  mit  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  nach  Ab-
schreibung des Rechtsmittelverfahrens ein.  Entgegen der Auffassung 
der  OZD wirke  bei  einem Rückzug der  Beschwerde  die  Rechtskraft 
folglich nicht auf das Datum des vorinstanzlichen Entscheides zurück 
(Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1699/2006 vom 13. Septem-
ber 2007 E. 1.3).

3.  
3.1
3.1.1 Eine Abgabe ist  ohne Rücksicht  auf  die  Strafbarkeit  einer  be-
stimmten  Person  nachzuentrichten,  wenn  sie  infolge  einer  Wider-
handlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht 
nicht  erhoben  worden  ist  (Art. 12  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
22. März  1974  über  das  Verwaltungsstrafrecht  [VstrR,  SR  313.0]). 
Leistungspflichtig ist, wer in den Genuss des unrechtmässigen Vorteils 
gelangt  ist,  insbesondere  der  zur  Zahlung  der  Abgabe  Verpflichtete 
(Art. 12 Abs. 2 VStrR); dieser haftet selbst dann, wenn er nichts von 
der falschen Deklaration wusste. Ein Verschulden und eine Strafver-
folgung sind nicht Voraussetzung der Nachleistungspflicht; es genügt, 
dass sich der unrechtmässige Vorteil  – infolge Nichtleistung der Ab-
gabe – in einer entsprechenden Widerhandlung im objektiven Sinn be-
gründet (BGE 129 II 160 E. 3.2, 107 Ib 198 E. 6c, Urteil des Bundes-
gerichts vom 7. Februar 2001,  veröffentlicht  in ASA 70 S. 330 E. 2a, 
Urteil des Bundesgerichts 2A.82/2005 vom 23. August 2005 E. 2.1, mit 
weiteren  Hinweisen).  Eine  solche  Zollübertretung  begeht  unter 
anderem,  wer für  Waren Zollbefreiung oder Zollermässigung erwirkt, 
ohne dass die Voraussetzungen für den zollfreien Warenverkehr oder 
die Zollbegünstigung zutreffen (Art. 74 Ziff. 9 aZG).

Zu  den  gestützt  auf  Art. 12  Abs. 2  VstrR  Nachleistungspflichtigen 
gehören  insbesondere  jene  Personen,  welche  dem  Kreis  der  Zoll-
zahlungspflichtigen  nach  Art.  13  und  9  aZG  entsprechen,  denn  sie 

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gelten ipso facto als durch die Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt. 
Für diese Gruppe bewirkt Art. 12 Abs. 2 VStrR damit einzig eine Ver-
längerung der  Verjährungsfrist. Sie  sind  direkt  unrechtmässig  bevor-
teilt,  weil  sie  die  geschuldeten  Abgaben  infolge  der  Widerhandlung 
nicht  entrichten mussten. Diese  Personen haften  solidarisch für  den 
gesamten  nicht  erhobenen  Abgabenbetrag;  sie  bleiben  selbst  dann 
leistungspflichtig,  wenn  sie  selber  aus  der  Widerhandlung  nicht 
persönlich  profitiert  haben  (Urteile  des  Bundesgerichts  2A.242/2006 
vom  2. Februar  2007  E. 2.2,  2A.82/2005  vom  23. August  2005 
E. 2.1.1, mit weiteren Hinweisen).

Der  Gesetzgeber  hat  den  Kreis  der  Zollzahlungspflichtigen  weit  ge-
zogen. Nach ständiger Rechtsprechung ist  auch der Begriff  des Auf-
traggebers weit zu fassen: Als solcher gilt nicht nur derjenige, der im 
zivilrechtlichen  Sinne  mit  dem  Transporteur  einen  Frachtvertrag  ab-
schliesst,  sondern  jede Person,  welche die  Wareneinfuhr  tatsächlich 
veranlasst  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.242/2006  vom  2. Februar 
2007  E. 2.1,  2A.82/2005  vom  23. August  2005  E. 2.1.2,  mit  zahl-
reichen  Hinweisen).  Im  Übrigen  ist  der  Arbeitgeber  grundsätzlich 
verantwortlich für die Handlungen, die seine Angestellten in Ausübung 
ihrer  dienstlichen oder geschäftlichen Verrichtungen vornehmen (vgl. 
Art. 9 Abs. 2 aZG).

3.1.2 Der  Zweck  dieser  weit  gefassten  Regelung  über  die  Zoll-
zahlungspflicht liegt im öffentlichen Interesse, die Einbringlichkeit der 
Zollabgaben  zu  garantieren,  für  welche  die  Zollschuldner  und  Zoll-
schuldnerinnen solidarisch haften. Sie ist aber auch Ausdruck des im 
Zollrecht  geltenden  und  streng  verstandenen  Selbstdeklarations-
prinzips (vgl. hierzu  REMO ARPAGAUS, Zollrecht, in Koller/Müller/Rhinow/ 
Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XII, 
2. Aufl., Basel 2007, Rz. 425).

3.1.3 Zugunsten der  Spediteure  sieht  nun Art. 70  Abs. 4 des  neuen 
Zollgesetzes  vor,  dass  u.a.  Personen  nicht  solidarisch  haften,  die 
gewerbsmässig Zollanmeldungen ausstellen, sofern die Zollschuld aus 
dem  Erlass  einer  Nachbezugsverfügung  nach  dem  VStrR  hervor-
gegangen  ist  und  die  Person,  welche  die  Zollanmeldung  gewerbs-
mässig ausgestellt hat, an der Widerhandlung gegen die Verwaltungs-
gesetzgebung des Bundes kein Verschulden trifft.

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3.2
3.2.1 Steht  nach  Abschluss  des  Veranlagungsverfahrens  die  Zoll-
schuld rechtskräftig fest, kann diese aus den in Art. 127 aZG festge-
legten Gründen erlassen werden. Mit anderen Worten bildet der Zoll-
erlass eine Massnahme der Vollstreckung an sich rechtskräftiger Zoll-
entscheide und nicht der Veranlagung. Eine allfällige Unbegründetheit 
der Zollerhebung bzw. die Fehlerhaftigkeit des Veranlagungsverfahrens 
sind  im  entsprechenden  Rechtsmittelverfahren  geltend  zu  machen 
(Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2004, veröffentlicht in ASA 74 
S. 246 ff. E. 3.3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts  A-1699/2006 
vom 13. September 2007 E. 2.3.1,  A-1694/2006 vom 7. Februar 2007 
E. 3.1).

3.2.2 Ein ganzer oder teilweiser Zollnachlass ist, abgesehen von den 
hier nicht zutreffenden besonderen Fällen von Art. 127 Abs. 1 Ziffern 1 
und 2 aZG, in Ziffer 3 dieses Absatzes vorgesehen. Dementsprechend 
kann  ein  Zollbetrag  erlassen  werden,  wenn  eine  Nachforderung  mit 
Rücksicht  auf  besondere  Verhältnisse den Zollpflichtigen unbillig  be-
lasten würde.  Der Erlassgrund dieser Bestimmung ist ausschliesslich 
für  Nachforderungen gemäss Art. 126 aZG bestimmt (BGE 94 I  478 
E. 2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1701/2006 vom 1. Okto-
ber  2007  E. 2.4.2;  Entscheid  der  ZRK  2004-052  vom  29. Juli  2004 
E. 3a.aa; vgl.  HANS BEAT NOSER,  Der  Zollnachlass  nach Art. 127 ZG - 
wozu, wie, wann?, in Zollrundschau 3/90, S. 47). Auf dieser Grundlage 
kann  die  zuständige  Zollbehörde  binnen  Jahresfrist  seit  der  Zoll-
abfertigung  oder  Abgabenfestsetzung  eine  Zollabgabe  nachfordern, 
wenn infolge  Irrtums der  Zollverwaltung  bei  der  Zollabfertigung eine 
nach Gesetz geschuldete Abgabe nicht oder zu niedrig, oder ein rück-
vergüteter  Abgabenbetrag  zu  hoch  festgesetzt  worden  ist  (Art. 126 
Abs. 1  aZG).  Der  Irrtum  muss  sich  auf  die  für  die  Zollfestsetzung 
massgebenden Tatsachen,  insbesondere die Beschaffenheit  der zoll-
pflichtigen Ware, beziehen (z.B. Fehler bei der Festsetzung des Zoll-
abgabenbetrages, Irrtümer bei der Wahl der Position des Zolltarifs [vgl. 
BGE 106 Ib 220 E. 2b und BGE 82 I 254 f. E. 2;  Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1676/2006  vom 9. Oktober  2007  E. 3.2;  ERNST 
BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des Schweizerischen Steuerrechts, 
6. Aufl., Zürich 2002, S. 345]). Gemäss Rechtsprechung kann ein Irr-
tum auch  in  einer  unrichtigen  rechtlichen  Würdigung  bestehen  oder 
sich  auf  die  subjektive  Zollzahlungspflicht  beziehen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1701/2006  vom  1. Oktober  2007 
E. 2.4.2; Entscheide der ZRK vom 15. November 1956, veröffentlicht in 

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ASA 25 S. 380 E. 3b, vom 6. Dezember 1954, veröffentlicht in ASA 24 
S. 251 E. 3).

3.2.3 Ziffer 4 von Art. 127 Abs. 1 aZG enthält ferner eine Härteklausel, 
welche als  allgemeiner Auffangtatbestand konzipiert ist, die subsidiär 
zur Anwendung gelangt, d.h. nur dann, wenn der Sachverhalt nicht be-
reits  von den Ziffern 1  bis  3  erfasst  wird. Gemäss Ziffer 4  muss ein 
Zollnachlass gewährt werden, wenn aussergewöhnliche, nicht die Be-
messung  der  Abgaben  betreffende  Verhältnisse  den  Bezug  der  Ab-
gabe  als  besondere  Härte  erscheinen  lassen.  Die  drei  Voraus-
setzungen (siehe  E. 3.2.4  –  3.2.6  hienach)  müssen  kumulativ  erfüllt 
sein, damit einem Zollerlassgesuch stattgegeben werden kann. Liegen 
sie  vor,  greift  kein  behördliches  Ermessen,  sondern  es  besteht  ein 
Anspruch  auf  Nachlass  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1699/2006  vom  13. September  2007  E. 2.3.2,  A-1698/2006  vom 
7. Februar 2007 E. 3). Zu den Voraussetzungen im Einzelnen:

3.2.4
3.2.4.1 Die  aussergewöhnlichen  Verhältnisse  müssen  erstens  mit 
Bezug  auf  das  Zollverfahren  vorliegen  (Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-1699/2006  vom  13. September  2007  E. 2.3.3, 
A-1698/2006  vom  7. Februar  2007  E. 3.2.1;  Entscheid  der  ZRK 
2004-028 vom 18. Februar 2005 E. 2b). Wann eine solche Verfahrens-
situation  gegeben  ist,  bedarf  der  Auslegung. Mit  Blick  auf  Sinn  und 
Zweck dieser  Härteklausel  ist  festzuhalten,  dass solche Verhältnisse 
nicht  leichthin  anzunehmen  sind.  Eine  grosszügige  Zulassung  des 
Zollerlasses würde zu einer vom Gesetzgeber nicht  bezweckten Ab-
schwächung  der  Rechtskraft  von  Zollentscheidungen  führen  (Urteil 
des  Bundesgerichts  vom  9.  Juni  2004,  veröffentlicht  in  ASA  74 
S. 246 ff.  E. 3.5).  Die  Bestimmung soll  nicht  dazu  dienen,  die  unter 
Umständen erheblichen finanziellen Folgen früherer Fristversäumnisse 
bzw. von Pflichtverletzungen im Veranlagungsverfahren wieder gut zu 
machen.  Ein  Versäumnis,  welches  mit  entsprechender  Vorbereitung 
und Instruktion hätte vermieden werden können, ist nicht als ausser-
gewöhnlich  im  Sinne  dieser  Bestimmung  zu  qualifizieren  (vgl.  dazu 
etwa  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1883/2006  vom 
4. September  2007  E. 3.2).  Ebenso  wenig  vermögen  ausserge-
wöhnliche  Umstände  durch  die  ordnungsgemässe  Anwendung  der 
zollrechtlichen  Bestimmungen  begründet  werden  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1699/2006  vom  13. September  2007 
E. 3.1).  Im  Rahmen  einer  allgemeinen  Härteklausel  konkrete  De-

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finitionen für das Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände anzuführen, 
bereitet  Schwierigkeiten;  eine  fallweise  Aufzählung  kann  höchstens 
einen ungefähren Eindruck vermitteln (vgl. zum Ganzen NOSER, a.a.O., 
S. 48).

3.2.4.2 Diese aussergewöhnlichen Verhältnisse dürfen zweitens nicht 
die Bemessung der Abgaben betreffen; ein Zollnachlass darf nicht zur 
Korrektur des Zolltarifs führen (Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1699/2006  vom  13. September  2007  E. 2.3.4;  Entscheid  der  ZRK 
2002-099 vom 28. Oktober 2003 E. 2c.bbb). Das Zollgesetz regelt die 
Bemessung der Abgaben in den Art. 21 bis 24, wobei Art. 21 Abs. 1 
aZG für die Ein- und Ausfuhrzölle auf den Zolltarif verweist. Ergibt sich 
der geschuldete Zollbetrag beispielsweise aus der Differenz der zu Un-
recht deklarierten Tarifnummer zum KZA und der korrekterweise anzu-
wendenden  Tarifnummer  zum  AKZA,  würde  ein  Zollnachlass  im  Er-
gebnis dazu führen, dass die zollpflichtige Person ungerechtfertigter-
weise in den Genuss des KZA gelangen und damit die Abgabe falsch 
bemessen  würde  (vgl.  dazu  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1732/2006  vom  8. Mai  2007  E. 3.1;  Entscheid  der  ZRK 
2004-034  vom  27. Juni  2005  E. 4b.bb).  Wer  ein  Gesuch  um  Zoll-
nachlass  stellt,  hat  nachzuweisen,  dass  die  Gründe,  das  heisst  die 
aussergewöhnlichen  Verhältnisse,  ausserhalb  der  Bemessung  der 
Abgaben liegen (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1698/2006 
und A-1694/2006, beide vom 7. Februar 2007, jeweils E. 3.2.2).

3.2.4.3 Der  Bezug  der  Abgabe  muss drittens  eine  besondere  Härte 
darstellen. Dieses Kriterium betrifft die persönliche Lage der zahlungs-
pflichtigen Person. Der Zollnachlass hat nicht die Aufgabe, finanzielle 
Schwierigkeiten  zu  lösen,  welche  die  Geschäftstätigkeit  mit  sich 
bringen kann, und hat insoweit nicht das unternehmerische Risiko zu 
decken  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1698/2006  und 
A-1694/2006, beide vom 7. Februar 2007, jeweils E. 3.2.3; Entscheid 
der  ZRK 2002-020 vom 18. September  2002 E. 2b.cc). Während die 
Mehrwertsteuergesetzgebung eine spezielle Vorschrift enthält, wonach 
dem  mit  der  Zollanmeldung  Beauftragten  (z.B.  dem  Spediteur)  auf-
grund  der Zahlungsunfähigkeit  des  Importeurs  die  Abgabe  erlassen 
werden kann (vgl. Art. 84 Abs. 1 Bst. d  des Mehrwertsteuergesetzes 
vom  2. September  1999  [MWSTG,  SR  641.20]),  findet  sich  keine 
solche Bestimmung im Zollrecht.

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4.
4.1 Die OZD begründet ihr Nichteintreten auf das Gesuch um Nach-
lass der  Zollabgaben aus den umstrittenen fünf  Verfügungen folgen-
dermassen: Die  Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Juni  2003 
sei  von der  ZRK abgeschrieben worden,  weshalb der  Entscheid der 
Oberzolldirektion vom 19. Januar 2004 in Rechtskraft erwachsen sei. 
Die Beschwerden bei der OZD gegen die Verfügungen vom 5. Januar 
2004,  6. April  2004,  30. September 2004 und 13. Januar 2005 seien 
am 28. Oktober  2005 zurückgezogen worden,  was dazu führe,  dass 
die  Nachbezugsverfügungen  in  Rechtskraft  erwachsen  seien  und 
folglich  der  Tag  ihrer  Eröffnung  für  die  Berechnung  der  Jahresfrist 
massgeblich werde. Das Erlassgesuch vom 3. März 2006 erfasse aber 
nur Gesuche um Erlass von Forderungen, die ab dem 3. März 2005 
festgesetzt  worden  seien.  Für  Abgaben,  die  –  wie  im  vorliegenden 
Falle – vor diesem Datum rechtskräftig festgesetzt worden seien, sei 
das Gesuch verspätet  erfolgt.  Dies ergebe sich daraus,  dass für  die 
Berechnung  der  Jahresfrist  für  Erlassgesuche  nicht  die  formelle 
Rechtskraft  eines  Verwaltungsaktes  massgebend  sei.  Nach  klarem 
Wortlaut des Art. 127 Abs. 2 aZG betrage die Einreichefrist  ein Jahr 
seit der Abgabenfestsetzung. Diese erfolge zunächst durch Ausstellen 
der Veranlagungsverfügung (ehemals Zollquittung) durch die Zollstelle. 
Werde  diese  Abgabenfestsetzung  in  einem  Beschwerdeverfahren 
überprüft,  bestätigt  oder  allenfalls  berichtigt,  gelte  für  die  Abgaben-
festsetzung  selbstredend der  von der  letzten Instanz  erlassene Ent-
scheid.  Werde  die  Beschwerde  im  Verlauf  des  Verfahrens  zurück-
gezogen,  ergehe kein neuer Entscheid über  die Höhe der Abgaben. 
Folglich behalte die vorgängige Abgabenfestsetzung ihre Gültigkeit bei 
und  werde  so  erneut  Grundlage  für  die  Fristberechnung.  Da  sich 
weder  der  Rückzug  noch  die  Abschreibungsverfügung  materiell  zur 
Angelegenheit  äussere,  fehle  der  notwendige  Zusammenhang  zur 
Abgabenfestsetzung,  der  es  erlauben  würde,  die  Berechnung  der 
Jahresfrist  mit  diesem  Verfahrensschritt  zu  verbinden.  Die  Be-
schwerdeführerin  hätte vorsorglich während eines Jahres seit der Er-
öffnung der  Nachbezugsverfügungen durch die  Zollkreisdirektion  ein 
Erlassgesuch stellen können. Selbst ohne vorsorgliches Gesuch wäre 
ihr Anspruch zu wahren gewesen, indem die Beschwerden ungeachtet 
der voraussichtlichen Misserfolge aufrecht erhalten worden wären. Auf 
diese Weise wäre die Rechtskraft der Abgabenforderung erst mit dem 
Datum des jeweiligen Beschwerdeentscheides eingetreten. Also hätten 
trotz der Sistierung der Beschwerdeverfahren gegen die Nachbezugs-

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verfügungen Wege für eine rechtzeitige Eingabe des Erlassgesuches 
bestanden.

4.2
4.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hält gestützt auf die allgemeinen 
Grundlagen  betreffend  Beginn  des  Fristenlaufes  sowie  Eintritt  der 
Rechtskraft  einer  Verfügung und der  daran geknüpften Rechtsfolgen 
(vgl. E. 2.1)  an seiner Rechtsprechung (vgl. E. 2.2)  fest,  wonach zur 
Berechnung der in Art. 127 Abs. 2 aZG statuierten Jahresfrist auf die 
formelle Rechtskraft abzustellen ist.

Die  Vorinstanz  macht  an  einer  wörtlichen  Auslegung  des  Begriffes 
„Abgabenfestsetzung“ fest, dass damit immer ein materieller Entscheid 
bzw. eine inhaltliche Prüfung der Abgabenerhebung an sich verbunden 
sein müsse. Der Vorinstanz ist insofern zuzustimmen, als sie offenbar 
davon ausgeht, dass im Falle des Rückzuges einer Beschwerde gegen 
die  Veranlagungsverfügung  die  ursprüngliche  Verfügung  „wiederauf-
lebt“ (vgl. E. 2.1.2). Nicht zu folgen ist  ihr aber darin, dass dabei die 
Rechtskraft  auf  das  Datum der  Veranlagungsverfügung  zurückwirke. 
Die von der Vorinstanz getroffene Unterscheidung zwischen erfolgter 
materieller  Überprüfung  und  ausbleibender  Prüfung  zur  Berechnung 
des  Datums  der  Rechtskraft  der  Abgabenfestsetzung  findet  in 
Rechtsprechung  und  Lehre  keinen  Halt.  Sie  steht  zudem im  Wider-
spruch zum Institut der formellen Rechtskraft (vgl. vorne E. 2.1.2) und 
auch zu ihren eigenen Ausführungen, hält sie doch in ihrer Duplik je 
vom 5. Juni 2007 selbst fest, die „Frist für ein Erlassgesuch [betrage] 
auch  nach  neuem  Recht  ein  Jahr  seit  der  Rechtskraft  der 
Zollforderung“.  Nicht  auszuschliessen  ist,  dass  die  Vorinstanz  hier 
allenfalls  Fragen  der  formellen  und  materiellen  Rechtskraft  mit  der 
materiellen  Überprüfung  einer  Verfügung  verwechselt  (vgl.  E. 2.1.2). 
Die  von  der  Vorinstanz  im  Weiteren  abgegebene  Empfehlung,  dass 
gleichzeitig mit der Beschwerdeerhebung immer auch vorsorglich ein 
Gesuch um Nachlass gestellt werden könne bzw. müsse, führt – weiter 
gedacht – zu Unstimmigkeiten. Sie steht nämlich im Widerspruch zu 
dem  in  der  Rechtsprechung  gefestigten  Grundsatz,  der  im  Übrigen 
auch  von  der  Vorinstanz  geteilt  wird,  wonach  ein  Erlassgesuch 
begriffsnotwendig voraussetzt, dass das Veranlagungsverfahren abge-
schlossen  und  der  Zollanspruch  in  Rechtskraft  erwachsen  ist  (vgl. 
E. 2.2). Verfahrensökonomisch wenig sinnvoll ist ferner der Vorschlag 
der  Vorinstanz,  wie  Beschwerdeführende  die  Rechtzeitigkeit  einer 
Gesuchseinreichung  wahren  sollten,  für  den  Fall,  dass  sie  eine 

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vorsorgliche  Eingabe  unterlassen  hätten  (Aufrechterhaltung  der 
Beschwerde  trotz  mangelnder  Erfolgsaussicht,  vgl.  E. 3.1.  in  fine). 
Damit sähe sich eine solche beschwerdeführende Person gezwungen, 
ein  mitunter  kostspieliges  Verfahren  durchzuziehen,  trotz  der  –  auf-
grund der seit der Beschwerdeerhebung ergangenen Rechtsprechung 
– sich abzeichnenden Aussichtslosigkeit. Dies würde den Beschwerde-
führenden im Ergebnis  die  Wahlfreiheit  des Rückzuges nehmen und 
nicht nur sie, sondern auch die Justiz mit unnötigen Verfahren (zeitlich 
und finanziell) belasten. Aus all  diesen Gründen hält das Bundesver-
waltungsgericht die Auffassung der Vorinstanz betreffend Beginn des 
Fristenlaufes gemäss Art. 127 Abs. 2 aZG im Falle der Abschreibung 
der  gegen  die  Nachbezugsverfügung  erhobene  Beschwerde  für 
unzutreffend.

4.2.2 Im  vorliegenden  Fall  wurde  die  bei  der  ZRK  erhobene  Be-
schwerde gegen die Nachbezugsverfügung vom 2. Juni 2003 mit Ver-
fügung  vom  13. Januar  2006  infolge  Rückzugs  abgeschrieben.  Mit 
Verfügungen bzw. Abschreibungsbeschlüssen der OZD je vom 1. No-
vember 2005 bzw. 2. November 2005 erklärte sie die Nachbezugsver-
fügungen vom 6. April 2004, 30. September 2004 und 13. Januar 2005 
bzw. 5. Januar  2004  infolge  Rückzugs  der  dagegen  erhobenen  Be-
schwerden  für  rechtskräftig.  Ungeachtet  näherer  Abklärungen  be-
treffend  Zustelldaten  und  Berechnungen  der  Rechtsmittelfristen  be-
findet  sich  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  des  Nachlassge-
suches für die Abgaben aus den genannten, abgeschriebenen Nach-
bezugsverfügungen  am  3. März  2006  zweifellos  innerhalb  der  ge-
setzlich  vorgesehenen  Jahresfrist  gemäss  Art. 127  Abs. 2  aZG.  Die 
Vorinstanz  hätte  auch  diesbezüglich  auf  das  Gesuch  um  Zollerlass 
eintreten müssen.

Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich eine einlässliche Ausein-
andersetzung mit den weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin in 
diesem Zusammenhang, die teilweise an der Sache vorbeigehen.

4.2.3 Demnach wäre die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen. 
An  sich  wäre die  Sache  an  die  OZD  zurückzuweisen,  damit  diese 
einen materiellen Entscheid über den Zollnachlass betreffend die fünf 
bislang von ihr nicht beurteilten Nachbezugsverfügungen fällt, welcher 
wiederum  beim  Bundesverwaltungsgericht  anfechtbar  wäre.  Indes 
macht  die Beschwerdeführerin diesbezüglich nichts anderes geltend, 
als  bei  den  bereits  überprüften  Nachbezugsverfügungen.  Auch  ist 

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davon auszugehen, die OZD entscheide gleich wie in jenen Fällen, in 
denen sie bereits materiell über den Zollnachlass befunden hat. Ferner 
liegen dem Bundesverwaltungsgericht sämtliche Fakten vor, die eine 
materielle Beurteilung des Zollnachlasses für die Abgaben aus diesen 
Verfügungen  erlauben.  Aus  Gründen  der  Prozessökonomie  ist  die 
Sache  deshalb  ausnahmsweise  sogleich  durch  das  angerufene 
Gericht selbst zu entscheiden, zumal dieses ja auch die Beschwerde 
gegen den abweisenden Erlassentscheid zu beurteilen hat,  welchem 
der  gleiche Sachverhalt  zugrunde liegt. Somit  kann dem Antrag der 
Beschwerdeführerin  entsprochen  werden,  die  Rechtsmittelinstanz 
habe  direkt  über  das  Zollnachlassgesuch  für  die  Abgaben  aus 
denjenigen  Nachbezugsverfügungen  zu  entscheiden,  auf  die  die 
Vorinstanz nicht eingetreten ist.

4.2.4 Mit  der  Gutheissung  gemäss  E. 4.2.3  hievor  hat  die  Be-
schwerdeführerin im Ergebnis das von ihr im Verfahren A-55/2007 be-
treffend „Wiedereinsetzung“  Verlangte, nämlich die materielle Prüfung 
des Gesuches um Zollnachlass, erreicht. Das Gesuch um „Wiederein-
setzung  der  Jahresfrist  gemäss  Art. 127  Abs. 2  ZG“  wird  somit 
aufgrund  des  Verfahrensausganges  gemäss  E. 4.2.3  hievor  gegen-
standslos.

5.
5.1 Die  Beschwerdeführerin  begründet  ihr  Gesuch  um  Zollnachlass 
damit,  die  Vorinstanz habe willkürlich das Vorliegen von besonderen 
und  aussergewöhnlichen  Verhältnissen  verneint,  die  eine  ihr  gegen-
über  erfolgende  Vollstreckung  der  Nachforderungen  als  besondere 
Härte erscheinen liesse und sie völlig unbillig belasten würden. Spiele 
die Verschuldensfrage bei  der Beurteilung der  solidarischen Haftung 
für die Einfuhrabgaben keine Rolle, so müsse diese bei der Prüfung 
des  Zollnachlassgesuches  sehr  wohl  berücksichtigt  werden.  Die  be-
sondere  Härte  liege  darin,  dass  die  Solidarhaftung  nicht  auf  an-
nährend  den  Betrag  von  Fr. 641'858.--  angewachsen  wäre,  hätte  in 
den diversen Fällen  das BLW die Beschwerdeführerin  auf  die  durch 
den  jeweiligen  Importeur  begangenen  Kontingentsüberschreitungen 
zumindest  an  jedem  Ende  der  Kontingentsperiode  aufmerksam  ge-
macht.  Diesfalls  hätte  die  Beschwerdeführerin  keine  Verzollungsauf-
träge des jeweiligen Importeurs mehr ausgeführt,  hätte regressweise 
vorgehen  können  oder  wäre  für  einen  Kontingentsabtausch  besorgt 
gewesen,  um  die  Überschreitung  auf  diese  Weise  zu  „heilen“.  Die 
Beschwerde müsse um so mehr gutgeheissen werden, als das neue 

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Zollgesetz in Art. 70 Abs. 4 vorsehe, dass die solidarische Zahlungs-
pflicht des Spediteurs bzw. Verzollungsagenten bei dessen fehlendem 
Verschulden für bei der Einfuhrabfertigung stattgefundene Fehler ent-
falle.  Diese  neue  Regelung  müsse  im  Zollnachlassverfahren  be-
rücksichtigt werden.

5.2 Im  vorliegenden  Fall  beruht  der  Zollnachbezug  auf  einer  Be-
richtigung  der  falschen  Deklaration.  Statt  zum  KZA  hätten  die  Ein-
fuhren mangels  Einfuhrkontingent  der Importeure zum AKZA verzollt 
werden müssen. Die Nachforderung berechnet sich aus der Abgaben-
differenz zwischen dem privilegierten, tieferen KZA und dem normalen 
(höheren) AKZA. Die Beschwerdeführerin als Spediteurin haftet für die 
Abgabe  von Gesetzes  wegen  unabhängig  von einem allfälligen Ver-
schulden solidarisch (E. 3.1.1).

5.2.1 Bei dieser Schuld handelt  es sich folglich nicht um eine Nach-
forderung gemäss Art. 126 aZG (vgl. oben E. 3.2.2). Die Zollabgabe ist 
weder  aufgrund  eines  sich  auf  die  Beschaffenheit  der  Ware  be-
ziehenden  Irrtums  noch  wegen  einer  unrichtigen  rechtlichen  Würdi-
gung  durch  die  Verwaltung  nicht  erhoben  worden.  Der  Nachbezug 
einer zu Unrecht nicht entrichteten Abgabe aufgrund der solidarischen 
Haftung  ist  nicht  ungewöhnlich  und  vermag  die  Beschwerdeführerin 
deshalb  auch  nicht  unbillig  zu  belasten  im  Sinne  des  Gesetzes 
(E. 3.2.2),  weshalb ein  Zollnachlass gestützt  auf  Art. 127 Abs. 1 Zif-
fer 3 aZG ausser Frage steht. 

5.2.2 Wie dargelegt (E. 5.2), erfolgten die Nachbezüge in ordnungsge-
mässer  Anwendung  der  zollrechtlichen  Bestimmungen. Dies  vermag 
aber  keine  aussergewöhnlichen  Verhältnisse  im  Sinne  von  Art. 127 
Abs. 1 Ziff. 4 aZG zu begründen (vgl. E. 3.2.4). Ein Erlass der Einfuhr-
abgaben, für die die Beschwerdeführerin solidarisch haftet, mit der Be-
gründung, es fehle bei der Beschwerdeführerin am Verschulden für die 
Kontingentsüberschreitungen  –  eine  Frage,  die  übrigens  vorliegend 
bislang nicht geklärt worden ist bzw. die aufgrund der Verschuldensun-
abhängigkeit der Solidarhaftung gemäss dem vorliegend anwendbaren 
Recht (vgl. E. 3.1.1) auch nicht geklärt  zu werden brauchte – würde 
die mitunter  aus Gründen der Einbringlichkeit  bewusst  weit  gefasste 
Regelung der Solidarhaftung (vgl. E. 3.1.2) unterlaufen. Solches kann 
aber nicht Sinn und Zweck des Erlasses sein. Daran vermag auch die 
neue, für Spediteure gelockerte Bestimmung betreffend solidarischer 
Mithaftung (vgl. E. 3.1.3) nichts zu ändern, ist doch eine Rückwirkung 

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dieser Bestimmung im Gesetz nicht vorgesehen (vgl. E. 1.2) und geht 
es  dort  ohnehin  um die  Festsetzung  der  Abgabepflicht  des  Solidar-
schuldners und nicht  um das davon klar  abzugrenzende Institut  des 
Erlasses. Aufgrund dieser klaren Rechtslage ist  der  Vorwurf  der  Be-
schwerdeführerin, die Vorinstanz habe den Zollnachlass willkürlich ab-
gelehnt, verfehlt.

Ist die Beschwerde auch aus diesem Grunde abzuweisen, trägt über-
dies  die  Vorinstanz  zu  Recht  vor,  dass  ein  Zollnachlass  ausge-
schlossen ist, wenn – wie hier – der Grund, welcher zur Erhebung der 
Zollabgabe geführt hatte, die Bemessung der Abgaben betrifft. Diese 
Vorgabe entspricht dem Willen des Gesetzgebers und ist im Gesetzes-
artikel  ausdrücklich  enthalten.  Da  der  Zollnachbezug  auf  der  Be-
richtigung der falschen Deklaration beruht (vgl. auch E. 5.2), würde ein 
Erlass  der  Zollabgaben vorliegend  im Ergebnis  zu  Unrecht  zu  einer 
Korrektur  der  Tarifeinreihung  und  damit  der  Abgabenbemessung 
führen (vgl. E. 3.2.5).

Folglich  entfällt  der  Zollnachlass,  ohne  dass  zu  prüfen  ist,  ob  die 
Zollnachbelastungen bei der Beschwerdeführerin zu einer besonderen 
Härte  führen,  schafft  die  Erfüllung dieser  Voraussetzung allein  doch 
keinen Anspruch auf einen Erlass (vgl. E. 3.2.3). Des Weiteren ist der 
Konkurs eines Importeurs als Erlassgrund im Zollgesetz nicht vorge-
sehen (vgl. E. 3.2.6).

5.2.3 Es  bleibt,  auf  die  übrigen  Argumente  der  Beschwerdeführerin 
einzugehen,  soweit  sie  durch die voranstehenden Erwägungen nicht 
bereits ausdrücklich oder implizit widerlegt sind.

Hinsichtlich der Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend die 
solidarische Haftung ist darauf hinzuweisen, dass die Prüfung des Vor-
liegens der rechtlichen Voraussetzungen für die Solidarhaftung in dem 
diesem  Vollstreckungsverfahren  vorangegangenen  Beschwerdever-
fahren bereits abschliessend erfolgt und nun nicht zu wiederholen ist 
(vgl. E. 3.2.1). Gleiches gilt für die von der Beschwerdeführerin in ihrer 
Beschwerde zuerst dem BLW und mit unaufgeforderter Eingabe vom 
29. April  2008 dann auch der  OZD vorgeworfenen,  angeblichen Ver-
fehlungen und Verzögerungen, die zur Nachforderung im entstandenen 
Umfang geführt hätten. Diese Vorwürfe beziehen sich auf den die Zoll-
forderung  begründenden  Sachverhalt,  denen  im  vorliegenden  Nach-
lassverfahren nicht mehr weiter nachgegangen werden kann und darf 

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(vgl.  E. 3.2.1).  Nicht  anders  verhält  es  sich  bezüglich  der  von  der 
Beschwerdeführerin  behaupteten,  angeblich  möglichen „Heilung“  der 
Kontingentsüberschreitung  mittels  nachträglichem  Kontingentsab-
tausch. Sie  ist  darüber  hinaus  an  das  mit  diesem Verfahren  im  Zu-
sammenhang  stehende  bundesgerichtliche  Urteil  zu  erinnern,  das 
diese  Frage  verbindlich  beantwortet  hat:  Die  Beschwerdeführerin 
übersehe,  dass  die  Inhaberin  des  Kontingents  zu  keinem  Zeitpunkt 
eine  Kontingentsübernahme  verlangt  bzw.  gemeldet  habe;  weshalb 
offen  bleiben  könne,  ob  eine  solche  Übertragung  damals  zulässig 
gewesen wäre und tatsächlich geduldet worden sei. Im Übrigen hätte 
diese allenfalls vor der Einfuhr erfolgt sein müssen (Urteil des Bundes-
gerichts  2A.85/2005  vom  23. August  2005  E. 3.3,  vgl.  auch  oben 
E. 3.1.1).

6.
Insgesamt ist damit die Beschwerde teilweise gutzuheissen, insoweit 
sie  nicht  gegenstandslos  geworden  ist;  in  der  Hauptsache  jedoch  – 
das ist  die Bestreitung des materiellen Zollnachlassentscheides – ist 
sie abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

6.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei 
aufzuerlegen, unterliegt sie teilweise, sind die Kosten zu ermässigen 
(Art. 63  Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrenskosten werden Vorinstanzen 
oder beschwerdeführenden und unterliegenden Bundesbehörden auf-
erlegt  (Art. 63  Abs. 2  VwVG).  Im  Verfahren  betreffend  Zollnachlass 
(A-1766/2006) hat die Beschwerdeführerin lediglich (aber immerhin) in 
der  Frage  des  Eintretens  obsiegt,  in  der  Hauptsache  jedoch  ist  sie 
unterlegen. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 4'500.-- sind deshalb 
zu ermässigen und ihr im Umfang von Fr. 4'000.-- aufzuerlegen. Dieser 
Betrag  ist  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  im  Verfahren 
A-1766/2006 von insgesamt Fr. 4'500.--  in  diesem Teilbetrag zu  ver-
rechnen. Die Restsumme von Fr. 500.-- ist der Beschwerdeführerin zu-
rückzuerstatten.  Für  dieses  Verfahren  ist  ihr  sodann  eine  Parteient-
schädigung  in  Höhe  von  Fr. 750.--  (Mehrwertsteuer  inbegriffen)  zu-
zusprechen (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

6.2 Wird  ein  Verfahren  gegenstandslos,  so  werden  die  Verfahrens-
kosten in der Regel jener Partei auferlegt, deren Verhalten die Gegen-
standslosigkeit bewirkt hat. Ist das Verfahren ohne Zutun der Parteien 

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gegenstandslos geworden, so werden die Kosten auf Grund der Sach-
lage vor Eintritt des Erledigungsgrunds festgelegt (Art. 5 VGKE). Dabei 
sind  die  Prozessaussichten  vor  Eintritt  der  Gegenstandslosigkeit 
summarisch  zu  würdigen  (vgl.  MICHAEL BEUSCH/ANDRÉ MOSER/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Ausgewählte  prozessrechtliche  Fragen  im  Verfahren  vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht,  in  Schweizerisches  Zentralblatt  für 
Staats-  und Verwaltungsrecht  [ZBl]  109/2008 S. 36). Hinsichtlich des 
gegenstandslos  gewordenen  Verfahrens  betreffend  „Wiederein-
setzung“  (A-55/2007)  ist  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerin 
ihren Anspruch auf  Wiedereinsetzung damit  begründet,  ein  allenfalls 
stattgefundenes,  ihrerseits  unverschuldetes  Fristsäumnis  beruhe  auf 
einer Irreführung bzw. gezielten Täuschung durch die OZD betreffend 
die  fristlichen  Konsequenzen  für  einen  Zollnachlass  im  Falle  eines 
Beschwerderückzuges  sowie  auf  einem  schwerwiegend  wider-
sprüchlichen Verhalten bzw. Formalismus der Behörde. All  dies leitet 
sie  ab aus einer Besprechung mit  der OZD (bzw. einer  angeblichen 
„Verwaltungsabsprache“)  über  das  weitere  verfahrensökonomische 
Vorgehen  bezüglich  der  Fälle  im  Zusammenhang  mit  Kontingents-
verletzungen  bei  der  Einfuhr  und  die  daraus  resultierende  Soli-
darhaftung der Spediteure, aufgrund derer in der Folge die jeweiligen 
Beschwerdeverfahren  sistiert  worden  seien  (vgl.  oben,  E. A).  Abge-
sehen davon, dass sich fragt, welches Interesse die Behörde an einer 
solchen  Vorgehensweise  haben  könnte,  fehlen  der  Beschwerde-
führerin  für  diese  schwerwiegenden  Vorwürfe  jegliche  stichhaltigen 
Beweise. Ihre  Vorbringen  stellen  blosse  Behauptungen  dar,  gewisse 
Aussagen  grenzen  gar  an  mutwillige  Prozessführung  (vgl.  Art. 60 
Abs. 2  VwVG). Aufgrund  dieser  Aktenlage  wäre  sie  deshalb  voraus-
sichtlich  unterlegen,  wäre  es  zu  einer  Beurteilung  des  Gesuchs 
gekommen.  Es  rechtfertigt  sich  deshalb, der  Beschwerdeführerin 
Kosten  für  den  gegenstandslos  gewordenen  Teil  des  Verfahrens 
aufzuerlegen,  die  aufgrund  der  vorliegenden,  besonderen 
prozessualen Umstände (vgl. E. 4.2.4) auf Fr. 300.-- zu reduzieren und 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss im Verfahren A-55/2007 von ins-
gesamt  Fr. 1'500.--  in  diesem  Teilbetrag  zu  verrechnen  sind.  Der 
Restbetrag  von  Fr. 1'200.--  ist  der  Beschwerdeführerin  zurückzu-
erstatten. Für dieses Verfahren ist ihr keine Parteientschädigung zuzu-
sprechen (Art. 7 ff., Art. 15 VGKE).

7.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 

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Bst. m  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundes-
gericht  [BGG,  SR 173.110];  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_49/2007 vom 3. März 2007 E. 2.1).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerdeverfahren  A-1766/2006  und  A-55/2007  werden  ver-
einigt.

2.
Die  Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  teilweise  gutge-
heissen.  Es  wird  festgestellt,  dass  die  OZD  auf  das  Gesuch  vom 
3. März  2006 um Nachlass  der  Abgaben aus den Verfügungen vom 
2. Juni 2003, 5. Januar 2004, 6. April  2004, 30. September 2004 und 
13. Januar  2005  hätte  eintreten  müssen.  Im  Übrigen  wird  die 
Beschwerde  abgewiesen,  soweit  darauf  einzutreten  und  sie  nicht 
gegenstandslos geworden ist.

3.
Die  Kosten  des  vereinigten  Verfahrens  von  insgesamt  Fr. 4'800.-- 
werden im Umfang von Fr. 4'300.-- der Beschwerdeführerin auferlegt. 
Sie  werden  mit  den  geleisteten  Kostenvorschüssen  von  gesamthaft 
Fr. 6'000.--  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr. 1'700.--  wird  der 
Beschwerdeführerin zurückerstattet.

4.
Der  Beschwerdeführerin  wird  eine  Parteientschädigung in  Höhe von 
Fr. 750.-- zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben)

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Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Iris Widmer

Versand: 

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