# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c834b27c-0718-54da-96e1-1fe96f86697e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 18.02.2016 SK 2014 345
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2014-345_2016-02-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 14 345

Hochschulstrasse 17
Postfach 7475
3001 Bern
Telefon 031 635 48 08
Fax 031 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Februar 2016 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichter Zihlmann, Oberge-
richtssuppleantin Krieger
Gerichtsschreiberin Garo

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Gefährdung des Lebens, Gefährdung des Lebens, evtl. Drohung, 
versuchte schwere Körperverletzung, qualifizierte einfache Kör-
perverletzung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 8. Juli 2014 (PEN 14 126)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 08.07.2014 (pag. 1030 ff.) sprach das Regionalgericht Berner Jura-
Seeland A.________ (nachfolgend: Berufungsführer) der mehrfachen Gefährdung 
des Lebens, der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung, der mehrfa-
chen qualifizierten einfachen Körperverletzung, der mehrfachen, teilweise versuch-
ten einfachen Körperverletzung, der Drohung, der Tätlichkeiten und der mehrfa-
chen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz schuldig (pag. 1031). Es verurteil-
te ihn zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten, unter Anrechnung der Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft von 301 Tagen. Zudem ordnete es eine stationäre 
Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB an. Es wurde festgehalten, dass die Mass-
nahme am 12.05.2014 vorzeitig angetreten worden ist (pag. 1031 f.). Weiter wurde 
A.________ zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00 und zu den Verfahrens-
kosten verurteilt (pag. 1032). Schliesslich beurteilte die Vorinstanz den Zivilpunkt 
und verurteilte den Berufungsführer zur Bezahlung von CHF 342.85 Schadenersatz 
zuzüglich 5% Zins seit Rechtskraft des Urteils, unter Nachklagevorbehalt, an 
C.________ sowie zur Bezahlung von CHF 5‘000.00 Genugtuung, zuzüglich 5% 
Zins seit dem 14.07.2013 an C.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilklägerin). 
Soweit weitergehend wurde die Genugtuungsforderung abgewiesen. Für die Beur-
teilung des Zivilpunkts wurden keine Kosten ausgeschieden (pag. 1034). 

2. Berufung

Mit Eingabe vom 15.07.2014 meldete Rechtsanwalt B.________ namens und auf-
trags seines Mandanten fristgerecht Berufung gegen das Urteil vom 08.07.2014 an 
(pag. 1039). Die Berufungserklärung ging ebenfalls form- und fristgerecht am 
11.12.2014 beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 1110 ff.). Der Berufungs-
führer liess darin verlauten, das vorinstanzliche Urteil werde lediglich in Teilen an-
gefochten, wobei sich die Berufung gegen die Anordnung einer stationären Sucht-
behandlung i.S.v. Art. 60 StGB sowie gegen die entsprechende Verweigerung ei-
nes teilbedingten Vollzuges der ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 34 Monaten 
richte (Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Die Straf- und Zivilklägerin teilte ihrerseits mit Schreiben vom 19.12.2014 mit, dass 
sie sich nicht am oberinstanzlichen Verfahren beteiligen wolle; sie bat hingegen um 
Eröffnung bzw. Mitteilung des oberinstanzlichen Urteils (pag.1119). Mit Beschluss 
vom 02.04.2015 wurde die Straf- und Zivilklägerin aus dem Verfahren entlassen 
(pag. 1127 f.). Rechtsanwältin D.________ reichte in der Folge eine Honorarnote 
ein und beantragte, der Berufungsführer sei zur Bezahlung einer Parteientschädi-
gung in entsprechender Höhe zu verurteilen (pag. 1132).

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Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 30.12.2014 auf die Er-
klärung der Anschlussberufung und machte auch kein Nichteintreten geltend 
(pag. 1122). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Rechtsanwalt B.________ beantragte mit Berufungserklärung vom 10.12.2014, es 
sei bei Dr. med. E.________ in Ergänzung zum forensisch-psychiatrischen Gutach-
ten vom 10.10.2013 ein Bericht einzuholen, welcher sich darüber zu äussern habe, 
ob die gerichtlich angeordnete stationäre Suchtbehandlung i.S.v. Art. 60 StGB so-
wie namentlich der aktuelle und weiter geplante Vollzug dieser Massnahme im 
Massnahmenzentrum St. Johannsen seinen gutachterlichen Empfehlungen vom 
10.10.2013 entspreche oder nicht (pag. 1112). Zur Begründung führte er aus, im 
erwähnten Gutachten werde eine stationäre Alkoholentwöhnung während einer 
Dauer von drei bis sechs Monaten und danach eine ambulante Behandlung emp-
fohlen. Damit habe sich der Berufungsführer ausdrücklich einverstanden erklärt. 
Nun befinde sich der Berufungsführer aber nach einem Aufenthalt von sechs Mo-
naten in der geschlossenen Beobachtungs- und Triageabteilung im Massnahmen-
zentrum St. Johannsen (nachfolgend: BeoT) seit dem 11.11.2014 in der offen ge-
führten Abteilung B des Massnahmenzentrums St. Johannsen. Ganz offensichtlich 
sei nun eine mehrjährige stationäre Therapie vorgesehen. Damit sei der Berufungs-
führer nicht einverstanden (pag. 1112 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete auf eine Stellungnahme zu diesem Be-
weisantrag (pag. 1123). 

Mit Beschluss vom 02.04.2015 wurde der Beweisantrag des Berufungsführers zur 
Zeit abgewiesen (pag. 1124 f.). Zur Begründung hielt die Kammer fest, die bean-
tragte Fragestellung an Dr. med. E.________ erscheine zum aktuellen Zeitpunkt 
nicht zielführend. Ohne Kenntnis des bisherigen Massnahmeverlaufs und insbe-
sondere der geplanten weiteren Schritte lasse sich nicht beantworten, ob der bishe-
rige und weiter geplante Vollzug den gutachterlichen Empfehlungen entspreche 
oder nicht; massgebend für die Beantwortung dieser Frage sei zunächst ein fun-
dierter Kenntnisstand über die aktuelle Situation. Damit sei aber auch dargetan, 
dass sich vorerst die Einholung von Berichten zur aktuellen Situation des Beru-
fungsführers aufdränge. Nach Eingang der angeforderten Berichte werde es der 
Verteidigung freistehen, den abgewiesenen Antrag erneut zu stellen (pag. 1125 f.). 

Von Amtes wegen wurde mit Beschluss vom 02.04.2015 sodann ein Bericht über 
den bisherigen und geplanten Therapieverlauf im Massnahmenzentrum St. Jo-
hannsen eingeholt, wobei die behandelnden Personen aufgefordert wurden, eben-
falls zu den gutachterlichen Empfehlungen von Dr. med. E.________ Stellung zu 
nehmen (insbesondere zur stationären Entwöhnungsbehandlung während drei bis 
sechs Monaten mit ambulanter Weiterbehandlung; pag. 1125 und pag. 1165 ff.). 
Ausserdem wurde bei der Abteilung für Straf- und Massnahmevollzug (nachfol-
gend: ASMV) von Amtes wegen ein Bericht über die bisherige Massnahmenpla-
nung und die vorgesehenen weiteren Schritte eingeholt (pag. 1125 und 
pag. 1151 ff.). 

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Nach Eingang der erwähnten Berichte hielt Rechtsanwalt B.________ mit Eingabe 
vom 05.06.2015 im Namen und im Auftrag des Berufungsführers am Beweisantrag 
auf Einholung eines zusätzlichen Berichts von Dr. med. E.________ fest 
(pag. 1191). 

Die Generalsstaatsanwaltschaft verzichtete am 09.06.2015 auf die Einreichung ei-
ner Stellungnahme (pag. 1197). 

Mit Beschluss vom 30.06.2015 hiess die Kammer den mit Schreiben der Verteidi-
gung vom 05.06.2015 wiederholten Antrag, es sei bei Dr. med. E.________ in Er-
gänzung zum forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 10.10.2013 ein Bericht 
einzuholen, gut und gab das Ergänzungsgutachten entsprechend in Auftrag 
(pag. 1199 ff. und pag. 1202 f.).

Das forensisch-psychiatrische Ergänzungsgutachten, datierend vom 18.08.2015, 
ging am 19.08.2015 beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 1207 b ff.). Die 
Parteien verzichteten auf das Stellen von Zusatzfragen.

Mit Schreiben vom 11.11.2015 reichte die Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug 
sodann einen Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums St. Johannsen, datierend 
vom 04.11.2015, zu den Akten (pag. 1284 ff.). Am 27.11.2015 ging beim Oberge-
richt des Kantons Bern zudem die Verfügung der Abteilung Straf- und Massnah-
menvollzug vom 24.11.2015 ein (pag. 1300 f.). 

Schliesslich wurden mit Blick auf die oberinstanzliche Verhandlung von Amtes we-
gen ein aktueller Therapieverlaufsbericht (datierend vom 04.02.2016, pag. 1317 ff.) 
sowie ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 05.02.2016, pag. 1315), 
eingeholt. 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Verhandlung für den Berufungsführer die folgenden Anträge (pag. 1326): 
«[…]

1. Es sei festzustellen, dass die Schuldsprüche gemäss Ziff. 1 des Urteils des Regionalgerichts 
Berner Jura-Seeland vom 08.Juli 2014 unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. A.________ sei in Abänderung des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
08. Juli 2014 zu verurteilen zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 34 Monaten, unter Ge-
währung des bedingten Vollzuges im Umfange von 17 Monaten, bei einer Probezeit von 3 Jahren 
und unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- resp. Sicherheitshaft resp. des vor-
zeitigen Massnahmenvollzugs sowie zu einer ambulanten Suchtbehandlung. 

3. Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen von Amtes wegen zu treffen, insbesondere sei 
das Honorar des amtlichen Verteidigers gemäss einzureichender Honorarnote festzusetzen.» 

Der stv. Generalstaatsanwalt F.________ beantragte im Rahmen seines Parteivor-
trages Folgendes (pag. 1327 f.): 

«I. 

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Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung) vom 8. Juli 2014 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. Insofern als A.________ schuldig erklärt worden ist 

1.1. der Gefährdung des Lebens, begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil von 
G.________ (gemäss Urteilsdispositiv Ziff. I/1.);

1.2. der Gefährdung des Lebens, begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil von 
C.________ (gemäss Urteilsdispositiv Ziff. I/2.);

1.3. der versuchten schweren Körperverletzung, mehrfach begangen am 14. Juli 2013 in Biel 
zum Nachteil von C.________ (gemäss Urteilsdispositiv Ziff. I/3.);

1.4. der qualifizierten einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen am 14. Juli 2013 in 
Biel mit einer Waffe zum Nachteil von G.________ und mit einem gefährlichen Gegen-
stand (Gartenhacke) zum Nachteil von H.________ (gemäss Urteilsdispositiv Ziff. I/4.);

1.5. der einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nach-
teil von H.________ (Versuch) und zum Nachteil von C.________ (gemäss Urteilsdispo-
sitiv Ziff. I/5.);

1.6. der Drohung, begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil von C.________ (gemäss 
Urteilsdispositiv Ziff. I/6.); 

1.7. der Tätlichkeiten, begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil von C.________ 
(gemäss Urteilsdispositiv Ziff. I/7.); 

1.8. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen am 14. Juli 2013 in 
Biel und anderswo durch Besitz diverser verbotener Waffen als serbischer Staatsangehö-
riger sowie Mitsichtragen einer verbotenen Waffe als serbischer Staatsangehöriger 
(gemäss Urteilsdispositiv Ziff. I/8.). 

2. Und A.________ verurteilt worden ist zu: 

2.1. einer Übertretungsbusse von CHF 500.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung auf 5 Tage festgesetzt wurde (gemäss Urteilsdispositiv Ziff. I/2.);

2.3 zur Bezahlung von CHF 342.85 Schadenersatz zuzüglich 5% Zins seit Rechtskraft des 
[recte: Urteils des] Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 8. Juli 2014 an die Straf- 
und Zivilklägerin C.________, unter Vorbehalt der Nachklage gemäss Art. 46 Abs. 2 OR 
(gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III/1.);

2.4 zur Bezahlung von CHF 5‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5% Zins seit dem 14. Juli 2013 
an die Straf- und Zivilklägerin C.________ (gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III/2.). 

II. 

In Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils sei A.________ in Anwendung der einschlägigen Geset-
zesartikel zu verurteilen: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten. 

Die Untersuchungshaft und Sicherheitshaft von 301 Tagen sei auf die Freiheitsstrafe anzurech-
nen. 

Es sei eine stationäre Suchtbehandlung im Sinne von Art. 60 StGB anzuordnen, wobei dem 
Vollzug der Massnahme eine Freiheitsstrafe vorauszugehen habe (Art. 57 Abs. 2 StGB). 

2. Zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von 
CHF 500.00 gemäss Art. 21 VKD). 

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III. 

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Die beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten (Art. 69 StGB). 

2. Die Honorare der amtlichen Verteidigung seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. 15 534688) sei nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-
ProfilG).»

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil wurde nur teilweise angefochten; in Rechtskraft erwach-
sen sind sämtliche Schuldsprüche, die ausgesprochene Übertretungsbusse, die 
Verfahrenskostenverlegung, die Bestimmung der Honorare der amtlichen Verteidi-
gung und der Vertreterin der Straf-und Zivilklägerin sowie die Verurteilung im Zivil-
punkt. Schliesslich sind auch die der Rechtskraft zugänglichen Verfügungen 
rechtskräftig. Ausdrücklich angefochten sind demgegenüber die Frage des teilbe-
dingten Vollzugs, welcher erstinstanzlich verwehrt worden ist, sowie die Anordnung 
einer stationären Massnahme (vgl. I.2. Berufung hiervor). 

Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob das ausgefällte Strafmass 
(Freiheitsstrafe von 34 Monaten) mangels Anfechtung bereits in Rechtskraft er-
wachsen ist oder ob es durch die Kammer ebenfalls neu zu beurteilen ist, weil der 
Gegenstand der Berufung nicht auf die Frage des bedingten Strafvollzuges be-
schränkbar ist bzw. weil die Bemessung der Strafe i.S.v. Art. 399 Abs. 4 lit. b StPO 
sowohl das vorinstanzlich ausgefällte Strafmass als auch die Frage des bedingten 
Vollzugs umfasst. 

Das Bundesgericht hat sich bisher nicht zu dieser konkreten Frage geäussert. Im 
Entscheid BGE 115 Ia 110 hat es aber immerhin festgehalten, eine Beschränkung 
der Berufung sei allgemein immer dann möglich, wenn der angefochtene Teil des 
Urteils isoliert überprüft werden könne (BGE 115 Ia 110). 

Die Meinungen in der Literatur sind kontrovers. Ob innerhalb der Bemessung der 
Strafe weitere Beschränkungen zulässig sind, erscheint gemäss Auffassung von 
EUGSTER zumindest fraglich. Gegen die Möglichkeit weiterer Beschränkungen 
spreche der Wortlaut von Art. 399 Abs. 4, welcher in lit. b (anders als in lit. a) keine 
weitere Einschränkung nenne. Die deutsche Rechtsprechung und die Rechtspre-
chung der Kantone (insbesondere auch des Obergerichts des Kantons Bern), die 
eine Beschränkung der Berufung schon bisher gekannt hätten, hätten demgegenü-
ber auch innerhalb der Bemessung der Strafe weitere Einschränkungen zugelas-
sen. Ausgehend von der Denkfolge und der verschiedenen Elemente, die der Rich-
ter bei der Entscheidung im Einzelfall zu beachten habe, stehe einer getrennten 
Anfechtung von Gesamtstrafe und Gewährung des bedingten Strafvollzugs seiner 
Meinung nach grundsätzlich nichts entgegen (BSK StPO-EUGSTER, N 9 zu 
Art. 399). Anderer Auffassung ist SCHMID. Nach ihm dürfte sich der Grundsatz, wo-
nach es nicht möglich ist, innerhalb der einzelnen in Abs. 4 von Art. 399 erwähnten 
Teilpunkte eine nur partielle Anfechtung zu verlangen, gerade auf die in lit. b er-

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wähnte Bemessung der Strafe auswirken. Gemäss den Materialien solle die Frage 
des (teil-)bedingten Strafvollzugs unter diesen Teilpunkt fallen (SCHMID, Praxis-
kommentar, N 19 f. zu Art. 399; ders., Handbuch des schweizerischen Strafpro-
zessrechts, N 1548 FN 283). Auf SCHMID verweisen auch HUG/SCHEIDEGGER in: 
DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung, N 20 zu Art. 399. Dieselbe Meinung teilt auch MAURER wenn er ausführt, 
Abs. 4 von Art. 399 zähle abschliessend auf, welche Teile eines Urteils getrennt 
angefochten werden könnten, weitergehende Einschränkungen seien nicht zulässig 
und soweit nicht beachtlich. Wenn die beschuldigte Person zum Beispiel die Beru-
fung auf die Frage der Gewährung des bedingten Strafvollzuges beschränke, so 
müsste die Beschränkung als eine solche auf die gesamte Strafzumessung ver-
standen werden (MAURER in: GOLDSCHMID/MAURER/SOLLBERGER, Kommentierte 
Textausgabe, S. 396). Und schliesslich ist auch RIKLIN dieser Ansicht. Er geht da-
von aus, dass vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wo-
nach eine Beschränkung der Berufung dann möglich ist, wenn der angefochtene 
Teil des Urteils isoliert überprüft werden kann, zu fragen wäre, wie weit über das 
Strafmass und die Frage des bedingten Strafvollzugs völlig unabhängig voneinan-
der befunden werden könne. Diskussionen zu dieser Thematik seien heute jedoch 
müssig, weil Abs. 4 eine Beschränkung auf die Bemessung der Strafe zulasse, 
aber eine Beschränkung nur auf die Gewährung des bedingten Strafvollzugs nicht 
vorsehe. Deshalb gelte bei der Anfechtung der Gewährung oder Nichtgewährung 
des bedingten Strafvollzugs der Sanktionspunkt als ganzer angefochten (RIKLIN, 
Kommentar zur StPO, N 4 zu Art. 399). 

Nach Auffassung der Kammer kann der Sanktionspunkt angesichts dieser doch 
grossmehrheitlich übereinstimmenden Haltung in der Lehre nur gesamthaft gerügt 
bzw. können das konkrete Strafmass und die Frage des (teil-)bedingten Vollzugs 
bzw. der Anordnung einer Massnahme nicht voneinander losgelöst angefochten 
werden. Die Strafhöhe ist mithin vorliegend noch nicht in Rechtskraft erwachsen 
und ist durch die Kammer ebenfalls zu überprüfen. 

Die Kammer prüft das erstinstanzliche Urteil mit voller Kognition und ist an das 
Verschlechterungsverbot gebunden. 

II. Strafzumessung

6. Freiheitsstrafe 

Die Kammer erachtet die von der Vorinstanz ausgefällte und durch die Parteien 
übereinstimmend nicht angefochtene Freiheitsstrafe von 34 Monaten im Ergebnis 
als schuldangemessen und bestätigt sie. 

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7. Massnahme 

7.1 Erwägungen der Vorinstanz 

Die Vorinstanz macht in der schriftlichen Urteilsbegründung zunächst Ausführun-
gen zu den theoretischen Grundlagen der Anordnung einer Massnahme 
(pag. 1091), gibt den Inhalt des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. 
E.________ vom 10.10.2013, des Verlaufsberichts des Massnahmenzentrum 
St. Johannsen vom 16.06.2014 sowie die Angaben des Berufungsführers an der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung in zusammengefasster Form wieder 
(pag. 1091 f., pag. 1093) und prüft schliesslich die Anordnung einer stationären 
Suchtbehandlung (pag. 1093 f.). 

Dabei hält sie fest, es handle sich bei den vorliegenden Anlasstaten um Verbre-
chen und Vergehen. Die sachverständige Begutachtung durch Dr. med. 
E.________ habe die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit in Form einer Dipsoma-
nie gestellt, womit eine Abhängigkeit von Suchtstoffen zu bejahen sei. Es bestehe 
zweifelsohne ein Zusammenhang zwischen Alkoholabhängigkeit und den Anlass-
taten; nur wenn der Berufungsführer unter dem Einfluss von Alkohol gestanden sei, 
habe er sich in der Vergangenheit und im hiesigen Verfahren zu Gewalttaten gegen 
seine Familienangehörigen hinreissen lassen. Sowohl die Privatklägerin als auch 
H.________ hätten den übermässigen Alkoholkonsum des Berufungsführers 
bestätigt und von episodischem Trinken gesprochen, was die Diagnose der Dipso-
manie stütze. Auch die Vorinstanz erachtet eine stationäre Entwöhnungsbehand-
lung als erforderlich und eine ambulante als unzureichend. Der Berufungsführer un-
terschätze seine Alkoholerkrankung, wenn er das Gefühl habe, es gehe nur darum, 
zukünftig seine Abstinenz zu kontrollieren. Er müsse vielmehr lernen, dass er an 
einer Sucht leide und die Verantwortung für seinen Konsum selber übernehmen. 
Es sei dem Gutachter zuzustimmen, dass die Einnahme von Antabus, psychiatri-
sche und psychotherapeutische Behandlungen und nach der Entwöhnungstherapie 
die regelmässige Überprüfung der Abstinenz durch Haaranalysen erforderlich sei-
en. Nur mit einer solchen Behandlung lasse sich die grosse Rückfallgefahr für all-
fällige weitere Gewalttaten und den Gebrauch von Waffen vermindern bzw. aus-
schliessen. Die stationäre Entwöhnungstherapie sei geeignet, den Berufungsführer 
vollständig vom Alkohol zu entwöhnen und damit weitere Gewalttaten gegen seine 
Familie zu verhindern. Es werde somit eine stationäre Suchtbehandlung gemäss 
Art. 60 StGB angeordnet. In den Augen des Gerichts sei eine ambulante Mass-
nahme nach Art. 63 StGB nicht möglich, da diesfalls die Einleitung gemäss Art. 63 
Abs. 3 StGB nur zwei Monate dauern könnte, gemäss Dr. med. E.________ seien 
aber mindestens drei bis sechs Monate nötig (pag. 1093 f.). 

Schliesslich hält die Vorinstanz fest, der Vollzug der Massnahme müsse dem Voll-
zug der zugleich ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 34 Monaten vorausgehen. 
Nur so könne gewährleistet werden, dass der Berufungsführer ausserhalb des Ge-
fängnisses abstinent leben könne (pag. 1094). 

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7.2 Vorbringen der Parteien 

7.2.1 Verteidigung 

Rechtsanwalt B.________ machte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
geltend, das ursprüngliche forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
E.________ habe eine stationäre Alkoholentwöhnung von drei bis sechs Monaten, 
unmittelbar gefolgt von einer ambulanten Therapie, empfohlen (p. 274). Sein Man-
dant habe sich damit einverstanden gezeigt, habe deshalb auch ein Gesuch um 
vorzeitigen Massnahmenantritt gestellt. Zum Zeitpunkt des Eintrittes in die Beob-
achtungs- und Triageabteilung des Massnahmenzentrums St. Johannsen habe 
A.________ schon seit zehn Monaten keinen Alkohol mehr konsumiert gehabt; er 
habe sich bereits während der Untersuchungshaft entwöhnt. In St. Johannsen habe 
damit gar keine Alkoholentwöhnung mehr stattgefunden. Es sei diesbezüglich zu 
erwähnen, dass sein Klient zu keinem Zeitpunkt Entzugserscheinungen gezeigt 
habe. Auch habe er keine Bemühungen unternommen, um an Alkohol zu gelangen. 
Aus den Verlaufsberichten des Massnahmenzentrums St. Johannsen gehe nun 
aber hervor, dass die Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt von einer Entwöh-
nungsphase von drei bis sechs Monaten ausgegangen, sondern dass vielmehr ei-
ne mehrjährige Suchtbehandlung i.S.v. Art. 60 StGB geplant worden sei. Sein Kli-
ent sei damit jedoch nie einverstanden gewesen und sei es auch heute noch nicht 
(pag. 1326). 

Die neuen Verlaufsberichte seien erfreulicherweise sehr positiv, sein Mandant habe 
sich gut eingelebt. Dem Verlaufsbericht vom 04.02.2016 sei aber auch klar zu ent-
nehmen, dass von einem noch länger dauernden Aufenthalt in St. Johannsen aus-
gegangen werde. Die klaren und unmissverständlichen Empfehlungen von 
Dr. med. E.________, wonach eine Entlassung aus der stationären Massnahme 
bereits zum jetzigen Zeitpunkt empfohlen werden könne, würden nicht verstanden 
oder schlicht ignoriert. Die Verantwortlichen des Massnahmenzentrums St. Jo-
hannsen müssten gezielt auf eine Entlassung aus der stationären Massnahme hin-
arbeiten, würden stattdessen aber weiterhin eine Massnahme i.S.v. Art. 60 StGB 
vollziehen. A.________ habe bereits eine absolut positive Entwicklung hinter sich; 
er habe versucht, so gut wie möglich zu kooperieren, da die Alternative der norma-
le Strafvollzug gewesen wäre. Er sei zudem erfreulicherweise bereit, nach Abbruch 
der stationären Massnahme alle notwendigen ambulanten therapeutischen Mass-
nahmen wahrzunehmen und keinen Alkohol mehr zu konsumieren, er wisse auch, 
dass er auf Hilfe angewiesen sei. Seine Absichten könnten mit einer geeigneten 
ambulanten Therapie unterstützt und Rückfälle so verhindert werden (pag. 1326 f.). 

Gemäss forensisch-psychiatrischem Gutachten sei es bei den Taten seines Man-
danten nicht zu einer zufälligen Opferwahl gekommen. Dieser sei aber auch für 
seine eigene Familie keine Gefahr mehr; er bedaure zwar, dass es nicht mehr zu 
einem gemeinsamen Lebensabend mit seiner Ex-Frau kommen werde, habe aber 
den Kontaktabbruch akzeptiert. Auch die Beziehung zu seiner Tochter und deren 
Freund sei abgebrochen. Hingegen habe er guten und intensiven Kontakt zu ande-
ren Familienmitgliedern (pag. 1327). 

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Bei einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten stelle sich nach wie vor die Frage eines 
teilbedingten Vollzugs. Diesbezüglich sei auf die beiden forensisch-psychiatrischen 
Gutachten abzustellen. Die Verteidigung sei nach wie vor der Auffassung, dass ein 
teilbedingter Vollzug im Umfang von 17 Monaten ausgesprochen werden könne; 
der bisherige Vollzug sei bereits ein eindrücklicher Denkzettel gewesen. Die Pro-
bezeit sei auf drei Jahre festzusetzen (pag. 1327). 

Eine echte Auseinandersetzung mit der Suchterkrankung habe insofern bereits 
stattgefunden, als der Berufungsführer sage, er wolle mit Alkohol nichts mehr zu 
tun haben. Dies müsse dem Berufungsführer angerechnet werden und mehr könne 
in diesem Punkt auch nach Ablauf weiterer Monate nicht erwartet werden. In den 
beiden schlüssigen Gutachten von Dr. med. E.________ sei ein klarer Zeithorizont 
genannt worden, eine bedingte Entlassung wäre demnach bereits ab August 2015 
möglich gewesen (pag. 1330). 

7.2.2 Generalstaatsanwaltschaft 

Der stv. Generalstaatsanwalt F.________ führte an der oberinstanzlichen Verhand-
lung zusammengefasst aus, die Entwicklung von A.________ sei gut und die 
Massnahme sei bisher positiv verlaufen. Die Vorinstanz habe den Berufungsführer 
zu Recht zu einer stationären Suchtbehandlung verurteilt, dieser befinde sich heute 
am richtigen Ort. Würde das vorinstanzliche Urteil abgeändert, so könnte sich dies 
auf die Art der Massnahme auswirken (Art. 63 StGB statt Art. 60 StGB), die Frage 
der Gewährung des teilbedingten Vollzugs könne sich demgegenüber aufgrund der 
negativen Prognose nicht stellen. Sollte die Kammer das vorinstanzliche Urteil 
bestätigen, so seien die sich daraus ergebenden Fragen Sache der Vollzugsbehör-
de (pag. 1328 f.). 

Der Berufungsführer befinde sich derzeit in einer stationären Massnahme weil er 
seine Frau, seine Tochter und deren Freund in brutalster Weise attackiert habe, 
dies stehe nachgewiesenermassen in Zusammenhang mit dem übermässigen Al-
koholkonsum. Die Tochter habe bestätigt, dass der Berufungsführer eigentlich ein 
todlieber Mensch sei. Dies jedoch nur, wenn er nüchtern sei. Wenn er hingegen zur 
Flasche greife, gerate er total ausser Kontrolle und werde zu einem sehr gefährli-
chen Menschen. Im Nachhinein habe er sich immer wieder entschuldigt und beteu-
ert, er werde nicht mehr trinken. Er habe dann jeweils auch wirklich eine Zeit lang 
nicht getrunken, irgendwann sei es aber immer wieder zu einer Eskalation gekom-
men. Das Krankheitsbild, an welchem A.________ leide, heisse Dipsomanie. Der 
Berufungsführer sei nicht einverstanden mit der angeordneten Massnahme gemäss 
Art. 60 StGB; er sehe gemäss eigenen Angaben nicht ein, warum er zusammen mit 
alkoholsüchtigen Menschen im Massnahmevollzug sei. 

Die Massnahme habe nicht die Heilung der psychischen Störung zum obersten 
Ziel, sondern vor allem auch die Deliktsprävention. Eine bedingte Entlassung sei 
erst möglich, wenn sichergestellt werden könne, dass der Berufungsführer für die 
Gesellschaft keine Gefahr mehr darstelle. Eine direkte Entlassung aus der statio-
nären Massnahme sei ohnehin gar nicht möglich, eine solche führe immer über 
Art. 62 StGB. Dies sei aber Sache der Vollzugsbehörde. 

11

Dr. med. E.________ nehme im Gutachten sehr deutlich Stellung zur Alkoholer-
krankung, zur Erforderlichkeit einer Massnahme und auch zu deren Erfolgsaussich-
ten; er habe sich klar für eine stationäre und dezidiert gegen eine ambulante Mass-
nahme ausgesprochen. Das Gutachten genüge den Anforderungen der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung. Der Gutachter habe zu Recht festgehalten, dass es 
ausreichend einschneidende Momente gegeben habe, welche dem Berufungsfüh-
rer die Ernsthaftigkeit der Situation aufgezeigt hätten (so bspw. als er anlässlich der 
eskalierten Polizeikontrolle lebensgefährlich verletzt worden sei). Trotz allem habe 
es der Berufungsführer nicht geschafft, mit dem Alkohol aufzuhören. Er habe erst 
im Freiheitsentzug aufhören können, als er gar keine Möglichkeit mehr gehabt ha-
be, an Alkohol zu gelangen. Eine Einsicht, dass Alkohol ein Problem für ihn sei, sei 
nur bedingt vorhanden. A.________ sehe zwar ein, dass er unter Alkoholeinfluss 
Dinge tue, die er nicht tun sollte. Er gehe aber auch davon aus, dass er es alleine 
schaffen könne, weil er wisse, dass die Situation ernst sei. Er meine auch, er sei 
kein Alkoholiker. Daraus sehe man, dass sich A.________ etwas vormache. Dies 
gehe auch aus dem Ergänzungsgutachten hervor; der Berufungsführer verneine 
weiterhin eine Alkoholproblematik. Er betone, nie mehr Alkohol trinken zu wollen; 
das Thema sei für ihn erledigt, das sei eine Charaktersache. Die Diagnose von 
Dr. med. E.________ stimme also heute immer noch und werde durch das neue 
Gutachten überhaupt nicht in Abrede gestellt. Es bestehe von Seiten des Beru-
fungsführers nur eine Teileinsicht in die Suchterkrankung. Alkoholismus sei nicht 
etwas, was man mit Charakterstärke wieder hinbiegen könne, das müsse vielmehr 
behandelt werden. A.________ sei immer motiviert gewesen, sich den Behandlun-
gen zu unterziehen, er habe gut mitgemacht. Es müsse aber weiterhin eine Aus-
einandersetzung mit der Suchtproblematik geschehen. Solange dies nicht der Fall 
sei, bestehe weiterhin das Problem der Rückfallgefahr. Das Urteil der Vorinstanz 
sei mithin in allen Teilen richtig und müsse bestätigt werden. 

Was nun in Zukunft geschehe, liege in den Händen des Berufungsführers und der 
Vollzugsbehörden. Der Berufungsführer müsse weitere Fortschritte machen und 
erkennen, dass seine Sucht behandelt werden müsse; es laufe alles unter dem Ti-
tel Einsichtsfähigkeit. Unter dem Blickwinkel von Art. 62 StGB müsse dann geprüft 
werden, ob A.________ reif sei für eine bedingte Entlassung. Eine solche müsse 
vorbereitet werden und die Sucht weiterhin behandelt werden. Und erst wenn sich 
der Berufungsführer auch in der Phase der bedingten Entlassung bewährt habe, 
könne er endgültig entlassen werden.

7.3 Beurteilung durch die Kammer 

7.3.1 Gesetzliche Grundlagen 

Eine Massnahme ist anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der Ge-
fahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen, ein Behandlungsbedürfnis des 
Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert und die Voraussetzun-
gen der Art. 59 - 61, 63 oder 64 erfüllt sind (Art. 56 Abs. 1 lit. a - c StGB). 

Die Anordnung einer Massnahme setzt voraus, dass der mit ihr verbundene Eingriff 
in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit und 

12

Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist (Abs. 2 von Art. 56 StGB). 
Das Verhältnismässigkeitsprinzip umfasst drei Teilaspekte. Massnahmen bedürfen 
primär deren unabdingbaren Notwendigkeit. Für einen individualpräventiv begrün-
deten Freiheitsentzug besteht dort kein Raum, wo die mit ihm verfolgten Ziele 
schon dadurch erreichbar sind, dass man den Vollzug der Schuldstrafe individual-
präventiv nutzt. Es ist zu prüfen, ob nicht effektivere oder weniger eingreifende Al-
ternativen bestehen. Eine Massnahme muss überdies geeignet sein, beim Betrof-
fenen die Legalprognose zu verbessern, was sich bereits aus deren Zweck ergibt. 
Zu prüfen ist das Vorhandensein einer geeigneten Einrichtung und eines erfolgver-
sprechenden Behandlungskonzepts. Je weniger die beiden letzten Gesichtspunkte 
für eine Massnahme sprechen, umso höher liegt die Schwelle für eine solche. 
Schliesslich muss eine vernünftige Relation bestehen zwischen dem Eingriff und 
dem angestrebten Ziel (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne). Es ist ein über-
wiegendes Interesse der Gesellschaft, welches die Schutzverpflichtung des Staa-
tes begründet, festzustellen (BSK StGB-HEER, N 35 zu Art. 56).

Das Gericht hat sich beim Entscheid über die Anordnung einer Massnahme nach 
den Art. 59-61, 63 und 64 auf eine sachverständige Begutachtung zu stützen, wel-
che sich über die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten einer Behandlung des 
Täters, die Art und die Wahrscheinlichkeit weiterer möglicher Straftaten sowie die 
Möglichkeiten des Vollzugs der Massnahme äussert (Art. 56 Abs. 3 StGB). Das 
Gericht ist zwar bei der Würdigung des Gutachtens grundsätzlich frei. Nach der 
vorbehaltlosen und absolut konstanten Praxis des Bundesgerichts darf davon aber 
nur abgewichen werden, wenn wirklich gewichtige zuverlässig begründete Tatsa-
chen oder Indizien die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern. 
Dies ist eingehend zu begründen (BSK StGB-HEER, N 73 f. zu Art. 56).

Ist der Täter von Suchtstoffen oder in anderer Weise abhängig, so kann das Ge-
richt eine stationäre Behandlung anordnen, wenn der Täter ein Verbrechen oder 
Vergehen begangen hat, das mit seiner Abhängigkeit in Zusammenhang steht und 
zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit der Abhängigkeit in Zu-
sammenhang stehender Taten begegnen (Art. 60 Abs. 1 StGB). Das Gericht hat 
dem Behandlungsgesuch und der Behandlungsbereitschaft des Täters Rechnung 
zu tragen (Abs. 2 von Art. 60 StGB). 

Ist der Täter von Suchtstoffen abhängig, kann das Gericht anordnen, dass er nicht 
stationär, sondern ambulant behandelt wird, wenn der Täter eine mit Strafe bedroh-
te Tat verübt, die mit seinem Zustand in Zusammenhang steht und zu erwarten ist, 
dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters in Zusammen-
hang stehender Taten begegnen (Art. 63 Abs. 1 StGB). Die zuständige Behörde 
kann verfügen, dass der Täter vorübergehend stationär behandelt wird, wenn dies 
zur Einleitung der ambulanten Behandlung geboten ist. Die stationäre Behandlung 
darf insgesamt nicht länger als zwei Monate dauern (Abs. 3 von Art. 63 StGB). 

13

7.3.2 Gutachten von Dr. med. E.________ vom 10.10.2013 
Bezüglich das Gutachten von Dr. med. E.________ vom 10.10.2013 (pag. 205 ff.) 
kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, welche den Inhalt 
korrekt zusammengefasst hat (pag. 1091 f.): 

«Dr. E.________ stellt beim Beschuldigten die Diagnose eines Alkoholabhängigkeitssyndroms 
gemäss ICD-10. Aufgrund des exzessiven episodischen Substanzverbrauchs werde die vorliegende 
Alkoholkrankheit unter der Dipsomanie gemäss ICD-10 F10.26 subsumiert. Dr. med. B. E.________ 
führt dazu aus, der Explorand habe anlässlich der gutachterlichen Abklärung verneint, regelmässig 
übermässig Alkohol konsumiert zu haben. Der Gutachter geht gemäss der ihm vorliegenden Daten 
davon aus, dass nicht ein täglicher Konsum, jedoch durchaus eine sehr häufige Alkoholeinnahme in 
z.T. grösseren Mengen vorliegt. Der Explorand sei nicht in der Lage gewesen, seinen Alkoholkonsum 
zu sistieren, was für Konsumzwang spreche. Er habe Phasen beschrieben, in denen er mit Kontroll-
verlust erhebliche Mengen Alkohol konsumiert habe. Warum er so viel trinke und weshalb er den Al-
koholkonsum nicht kontrollieren könne, wisse er nicht. Manchmal könne er nicht mehr aufhören zu 
trinken, jedoch leide er nicht an körperlichen Entzugssymptomen. Der Explorand habe es in den letz-
ten Jahren nicht geschafft auf Alkohol zu verzichten. Zwar sei er seit der Inhaftierung abstinent, je-
doch könne noch nicht von einer stabilen Verhaltensänderung die Rede sein, da der Explorand in der 
Haft keinen Zugang zum Alkohol gehabt habe, weshalb die Abstinenz milieubedingt entstanden sei. In 
der Vergangenheit wurde der Explorand oft unter Alkoholeinfluss verbal aggressiv und auch hand-
greiflich. Um die Entwicklung von derartigem Verhalten zu verhindern, müsse der Explorand vollstän-
dig auf Alkohol verzichten. Er sei bereit, eine solche Abstinenz aufrecht zu erhalten und meine, dies 
mit seinem blossen Willen auch zu schaffen. 

Aktuell zeigt der Explorand gemäss Dr. E.________ daher lediglich eine Teileinsicht in seine Alkohol-
krankheit. Insbesondere sehe er nicht ein, dass er an einer Suchproblematik [recte: Suchtproblema-
tik] leide. Ausserdem neige er dazu, die Verantwortung für seinen übermässigen Alkoholkonsum an 
verschiedene Personen und verschiedene Umstände zu delegieren. Auch zeige er nur eine vorder-
gründige Bereitschaft, sich behandeln zu lassen. So habe er sich zur Durchführung einer ambulanten 
Behandlung oder für die Einnahme von Antabus bereit erklärt. Der Explorand habe die Vorstellung, 
dass die Therapie nur darauf abziele, dass eine Fachperson seine Abstinenz kontrolliere. Wie ihm 
weiter geholfen werden könne, habe sich der Explorand nicht vorstellen können. Er selber meine, 
dass er sein Verhalten bereits geändert habe und nicht mehr trinken werde. Wie es zu dieser Verhal-
tensänderung gekommen sei, habe er nicht erklären können. Aber alleine die zur Zeit gewonnene 
Einsicht, dass er aufgrund des übermässigen Alkoholkonsums soziale Probleme bekommen habe und 
inhaftiert worden sei, könne nicht als adäquate Problemlösestrategie verstanden werden, welche ge-
eignet wäre, künftige Rückfälle zu vermeiden. Unter Berücksichtigung dieser Daten müsse beim Ex-
ploranden von einer erheblichen Suchtproblematik ausgegangen werden, weshalb eine stationäre 
Behandlung der vorliegenden Dipsomanie aus forensisch-psychiatrischer Sicht als zwingend notwen-
dig zu erachten sei. Dabei gehe es nicht um einen Alkoholentzug, sondern um eine Entwöhnungsbe-
handlung, welche in einem Zeitraum von 3 - 6 Monaten durchgeführt werden solle. In der Therapie 
solle der Explorand auf Antabus eingestellt werden. Auch nach der stationären Behandlung solle der 
Explorand noch in ambulanten Rahmen psychiatrisch und psychotherapeutisch betreut werden. Eine 
Alkoholtotalabstinenz von 3-4 Jahren, welche labortechnisch objektiviert werden solle, wird vom Gut-
achter ausdrücklich empfohlen, um eine adäquate Risikominimierung zu ermöglichen. 

Gemäss Dr. E.________ besteht beim Exploranden eine hohe Gefahr des erneuten Konsums von al-
koholischen Getränken im Sinne von Alkoholrückfällen, sodass auch eine hohe Gefahr für die Ent-

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wicklung von erneuten Rauschzuständen infolge des Alkoholkonsums bestehe. In diesem Zusam-
menhang besteht in den Augen des Gutachters eine hohe Gefahr für die Begehung von Gewaltdelik-
ten der angeklagten Art. In solchen Situationen bestehe auch ein hohes Risiko für den Gebrauch von 
verschiedenen Waffen. Durch die Erreichung einer Alkoholabstinenz und adäquate Behandlung der 
Suchterkrankung könne diese Rückfallgefahr deutlich minimiert werden. Die Behandlung könnte auch 
gegen den Willen des Beschuldigten erfolgreich sein.»

Ergänzend zu den zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen hält die Kammer 
Folgendes fest: Das Gutachten wurde zwar schon vor über drei Jahren verfasst, 
durch die Ausführungen im Ergänzungsgutachten von Dr. med. E.________ vom 
18.08.2015 wurde es aber gewissermassen aktualisiert (vgl. pag. 1207 b ff. bzw. 
Ziff. II.8.3.8. hiernach). 

Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass der Berufungsführer dem Gutachter ge-
genüber für die Tatzeit bzw. das Kerngeschehen eine Gedächtnislücke geltend 
macht; er kann sich angeblich ab dem Zeitpunkt, als er zusammen mit seiner Frau 
vom Hochzeitsfest zurückgekehrt ist, an nichts mehr erinnern (vgl. pag. 245 ff.). 
Seine Erinnerung habe erst mit dem Erwachen am nächsten Morgen wieder einge-
setzt, bzw. mit der Feststellung, dass seine Frau nicht zuhause gewesen sei. Für 
eine solche Gedächtnislücke gibt es aber gemäss Gutachter keine medizinische 
Erklärung (pag. 267). Festzuhalten gilt es weiter, dass gemäss dem Gutachter aus 
forensisch-psychiatrischer Sicht eine erhebliche Beeinträchtigung des Bewusst-
seins infolge eines Rauschzustandes zum Zeitpunkt der dem Berufungsführer vor-
geworfenen Straftaten nicht zu belegen ist (pag. 268). Bestätigt werden könne 
aber, dass Letzterer zum Zeitpunkt des Ereignisses einen leicht bis mittelschweren 
Rauschzustand von Alkohol gezeigt habe; aufgrund dessen sei der Berufungsfüh-
rer in seinen Hemm- und Kontrollmechanismen geschwächt gewesen und habe ei-
ne inadäquate Affektivität gezeigt, weshalb die Steuerungsfähigkeit aus forensisch-
psychiatrischer Sicht als beeinträchtig zu beurteilen sei (pag. 268 f. und pag. 273). 
Bei der beschriebenen Rauschsymptomatologie werde von einer leicht bis mittel-
gradigen Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit ausgegangen (pag. 269 und 
pag. 273). 

Der Gutachter empfiehlt schliesslich eine stationäre Massnahme nach 
Art. 60 StGB. Eine ambulante Massnahme erachtet er klar als ungenügend. Die 
stationäre Massnahme wird allerdings als Entwöhnungsphase beschrieben, nach 
deren Ablauf müsse eine mehrjährige ambulante Massnahme durchgeführt wer-
den. Diese müsse, unterstützt durch Medikamentenabgabe und Abstinenzkontrol-
len, über mehrere Jahre durchgeführt werden. Der Gutachter geht auch davon aus, 
dass ein optimales therapeutisches Betreuungsnetz aufgebaut werden muss, wo-
durch eine längerfristige Alkoholabstinenz aufrechterhalten werden könne. Gelinge 
dies nicht, sei von einer anhaltenden erhöhten Rückfallgefahr auszugehen (pag. 
273 ff.). 

15

7.3.3 Verlaufsbericht Massnahmenzentrum St. Johannsen vom 16.06.2014 

Auch betreffend den Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums St. Johannsen 
vom 16.06.2014 (pag. 981 ff.) kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Aus-
führungen verwiesen werden (pag. 1093): 
«Wie sich dem Bericht des Massnahmenzentrums St. Johansen vom 16. Juni 2014 entnehmen lässt, 
befand sich der Beschuldigte zum Zeitpunkt des Verfassens des Berichtes erst kurze Zeit in der ge-
schlossenen Beobachtungs- und Triageabteilung (BeoT), was es gemäss der Verfasserin des Berich-
tes zu berücksichtigen gilt. A.________ habe sich schnell in der BeoT eingelebt und sich mit seiner 
gesprächigen und humorvollen Art schnell in die Gruppe integriert. Bis jetzt sei er durchwegs pünktlich 
gewesen und im Umgang mit dem Personal sei er höflich und korrekt. 

Aus den Gesprächen über den weiteren Vollzugsverlauf scheine es für A.________ klar, dass er nicht 
zu einer stationären Massnahme verurteilt werde. Er sei davon überzeugt anlässlich der Gerichtsver-
handlung mit einer ambulanten Behandlung auf freien Fuss zu kommen. Daher falle es ihm im Status 
des vorzeitigen Massnahmenvollzuges auch schwer, sich voll und ganz auf die Behandlung einzulas-
sen. Er sei trotzdem kooperativ in der Zusammenarbeit mit seiner Bezugsperson. Grundsätzlich sei 
A.________ einsichtig, dass auf dem Hintergrund seiner Delinquenz eine Alkoholabstinenz unabding-
bar sei. Er sei aber der Überzeugung, dass er dieses Ziel auch ohne Therapie erreichen könne.

Seit dem 13. Mai 2014 arbeite A.________ in der internen Werkstatt. Er brauche viel Unterstützung 
und Kontrolle, sobald ein Arbeitsschritt etwas schwieriger wird. Bei einfachen Arbeiten könne er 
selbstständig und mit gutem Tempo arbeiten. A.________ befinde sich seit dem Eintritt in die BeoT in 
Einzel- und Gruppentherapie. Während des Behandlungszeitraumes hätten insgesamt zwei Einzelsit-
zungen à 45 Minuten und eine Gruppensitzung à 90 Minuten stattgefunden. Er erscheine pünktlich zu 
den psychotherapeutischen Sitzungen und zeige sich offen und kooperativ. 

Eine Weiterführung der Massnahme im Massnahmenzentrum St. Johannsen werde von den verant-
wortlichen Personen als sinnvoll erachtet und befürwortet.»

Über diese vorinstanzlichen Ausführungen hinaus geht aus dem Verlaufsbericht 
vom 16.06.2014 zudem hervor, dass der Ansatz des Aufenthaltes des Berufungs-
führers im Massnahmenzentrum St. Johannsen ein anderer war, als von 
Dr. med. E.________ mit Gutachten vom 10.10.2013 empfohlen. Die BeoT hatte 
nämlich den Auftrag, innerhalb einer geplanten Aufenthaltsdauer von sechs Mona-
ten die Massnahmefähigkeit bezüglich der Anforderungen des Massnahmenzen-
trums abzuklären (pag. 981). Damit verlief der Einstieg des Berufungsführers in die 
stationäre Massnahme unter einem anderen Vorzeichen als im Gutachten vorge-
schlagen. Und auch die Schlussbemerkung, wonach die Weiterführung der Mass-
nahme im Massnahmenzentrum St. Johannsen als sinnvoll erachtet und befürwor-
tet werde, kann als Hinweis auf einen anderen als im Gutachten vom 10.10.2013 
empfohlenen Planungshorizont interpretiert werden (pag. 985). 

7.3.4 Angaben des Berufungsführers an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung

Diesbezüglich wird vollumfänglich auf die erstinstanzlichen Ausführungen verwie-
sen (pag. 1093): 

«Anlässlich der Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte, dass er verstehe, dass er ein Alkohol-
problem habe. Er reagiere einfach über mit Alkohol. Wenn Dr. E.________ sage, er solle eine statio-

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näre Therapie machen, dann sei dies so. Es gehe ihm gut in St. Johannsen. Momentan nehme er 
kein Antabus. Der Beschuldigte führte aus, er wolle eine Therapie machen und wieder arbeiten (pag. 
1013 Z. 20 ff.).» 

7.3.5 Verlaufsbericht Massnahmenzentrum St. Johannsen vom 10.04.2015

Dem Verlaufsbericht vom 10.04.2015 (pag. 1153 ff.) ist unter anderem zu entneh-
men, dass sich der Berufungsführer trotz des eingelegten Rechtsmittels gegen das 
erstinstanzliche Urteil gut auf den Alltag in der BeoT habe einlassen können. Es 
bestehe aber weiterhin der Eindruck, dass er Mühe habe, zu verstehen, dass es für 
die Behandlung seines Alkoholproblems eine mehrjährige Therapie brauche 
(pag. 1154). Der Bericht hält zudem fest, dass das Aktenstudium und die bisheri-
gen Erfahrungen mit dem Berufungsführer die gestellte Diagnose bestätigen wür-
den (pag. 1157). Die Psychologen des Massnahmenzentrums St. Johannsen ver-
treten zudem die Meinung, dass die Behandlung nur als erfolgsversprechend er-
achtet werden könne, wenn der Berufungsführer in serbischer Sprache sprechen 
könne und die Anforderungen an die psychotherapeutischen Inhalte an dessen 
schulisches Wissensniveau angepasst würden. Insgesamt sehen sie nur eine ge-
ringe psychotherapeutische Erreichbarkeit durch den Psychiatrisch-
Psychologischen Dienst. Einen Übertritt in den offenen Bereich des Massnahmen-
zentrums St. Johannsen empfehlen sie trotzdem, wenn davon auszugehen sei, 
dass der Beschuldigte von den stärker lebenspraktischen soziotherapeutischen 
und arbeitsagogischen Angeboten profitieren und auf diesem Weg die Legalpro-
gnose gebessert werden könne (pag. 1159).

7.3.6 Bericht der ASMV vom 10.04.2015 betreffend Massnahmenplanung

Dieser Bericht (pag. 1151 f.) enthält keine zusätzlichen Informationen betreffend 
den Verlauf der Massnahme.

7.3.7 Verlaufsbericht Massnahmenzentrum St. Johannsen vom 30.04.2015

Dieser Bericht (pag. 1165 ff.) betrifft die Periode seit dem Übertritt des Berufungs-
führers auf die offene Abteilung. Nebst guten Rückmeldungen bezüglich seines 
Einlebens auf der offenen Abteilung wird auch in diesem Bericht festgehalten, der 
Berufungsführer gebe an, einzusehen, dass er «Mist» gebaut habe, er gebe an, nie 
mehr Alkohol trinken zu wollen und er empfinde diese Einsicht als ausreichend, um 
weitere Delikte zu vermeiden. Es falle ihm schwer, sich vertiefter mit der Problema-
tik auseinanderzusetzen oder die Notwendigkeit einer Massnahme zu erkennen. 
Wenn eine solche angeordnet werden sollte, wolle er sie aber auf alle Fälle durch-
ziehen (pag. 1166). Angesprochen auf sein Delikt, zeige der Berufungsführer eine 
bagatellisierende Haltung. Den Betreuungspersonen erscheine es deshalb wichtig, 
dass es dem Berufungsführer in den nächsten Monaten gelinge, sich auf die Mass-
nahme einzulassen, um eine vertiefte Problemeinsicht und die Verantwortungs-
übernahme für sein Handeln zu fördern. Der Kontakt zur Familie sei dem Beru-
fungsführer sehr wichtig; er pflege Kontakt zu seinem Bruder, dem Neffen und der 

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Nichte, seiner älteren Tochter und deren Kinder sowie zu seiner Mutter. Er nehme 
in der Familie eine zentrale Rolle ein. Die Familie trete ihm mit Respekt gegenüber 
(pag. 1167). Insbesondere sein Bruder zeige eine grosse Bereitschaft, den Beru-
fungsführer zu unterstützen (pag. 1168). 

Betreffend Arbeitsagogik erhält der Berufungsführer gute Rückmeldungen 
(pag. 1169 f.). 

Obwohl Dr. med. E.________ in seinem Gutachten festhielt, dass im Rahmen der 
gutachterlichen Untersuchung vom 10.10.2013 keine anderweitigen psychopatho-
logischen Befunde festgestellt worden seien, welche für die Diagnose einer psych-
iatrischen Störung mit eigenständigem Krankheitswert sprechen würden (explizit: 
Eine Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 liege nicht vor, vgl. pag. 266), hält der 
Psychiatrisch-Psychologische Dienst im vorliegenden Verlaufsbericht fest, zusätz-
lich zum Abhängigkeitssyndrom bestehe der Verdacht einer narzisstischen Persön-
lichkeitsstörung (ICD-10: F60.8; pag. 1170). Es bestehe eine starke Tendenz zu 
sozial erwünschtem Verhalten, eine starke Diskrepanz zwischen Selbst- und Real-
bild. Der Berufungsführer habe an sich selbst sehr hohe, auch moralische An-
sprüche, die er nicht erfüllen könne. Er habe Schwierigkeiten, sich in andere hin-
einzuversetzen und zeige eine geringe Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme 
von eigenen Fehlern (pag. 1170). 

Nach wie vor verstehe der Berufungsführer nicht, weshalb eine Massnahme verfügt 
worden sei, er habe weder ein Alkoholproblem, noch sonstige psychischen Pro-
bleme. Er sei überzeugt, nie mehr zu trinken und sehe keine Rückfallgefahr. Diese 
Haltung verhindere eine suchtspezifische Auseinandersetzung. Weder habe eine 
Analyse seines Trinkverhaltens gemacht werden können, da er dieses bagatellisie-
re, noch habe an Strategien zur Aufrechterhaltung der Abstinenz oder am Umgang 
bei einem Rückfall gearbeitet werden können (pag. 1171). 

Schliesslich wird festgehalten, man stehe erst am Anfang eines längeren therapeu-
tischen Prozesses, es bestehe noch keine Störungseinsicht und kein Therapieauf-
trag seitens des Berufungsführers und es habe noch keine deliktspezifische Arbeit 
gemacht werden können. Ein zeitlicher Rahmen könne zum aktuellen Zeitpunkt 
nicht angegeben werden. Zur Frage, wie sich die behandelnde Psychotherapeutin 
zu den gutachterlichen Empfehlungen von Dr. med. E.________ stelle (drei bis 
sechs Monate stationäre Entwöhnungsbehandlung mit ambulanter Weiterbehand-
lung), äusserst sich diese wie folgt: Im Gutachten werde zwar eine ambulante Wei-
terbehandlung nach einer Entwöhnungsbehandlung von drei bis sechs Monaten 
empfohlen, Dr. med. E.________ schreibe aber auch, dass, solange eine tiefgrün-
dige Auseinandersetzung mit der Suchtproblematik im Rahmen einer stationären 
Behandlung nicht stattgefunden habe und ein optimales therapeutisches Betreu-
ungsnetz nicht aufgebaut worden sei, wodurch eine längerfristige Alkoholabstinenz 
aufrechterhalten werden könne, von einer anhaltenden erhöhten Rückfallgefahr 
ausgegangen werden müsse. Aktuell habe noch keine tiefgründige Auseinander-
setzung mit der Suchtproblematik stattfinden können und es bestehe keine intrinsi-
sche Motivation für eine Behandlung. Zudem sollte auch die Persönlichkeitss-
törung, welche neben der Enthemmung durch den Alkohol ein wichtiger deliktrele-
vanter Faktor zu sein scheine, behandelt werden (pag. 1172).

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7.3.8 Ergänzungsgutachten von Dr. med. E.________ vom 18.08.2015

Die Dr. med. E.________ mit Gutachtensauftrag vom 30.06.2015 (pag. 1202 f.) un-
terbreiteten Fragen finden sich auf pag. 1202. 

Dr. med. E.________ hält im Ergänzungsgutachten vom 18.08.2015 
(pag. 1207b ff.) unter anderem fest, die Diagnose einer (narzisstischen) Persön-
lichkeitsstörung könne nicht bestätigt werden, die diagnostischen Kriterien gemäss 
ICD-10 seien nicht erfüllt (pag. 1240 f.). 

Weiter führt Dr. med. E.________ aus, Dipsomanie-Betroffene besässen die 
Fähigkeit, teilweise auf Alkohol abstinent sein zu können. Die Hauptproblematik 
bestehe nicht im Konsumzwang, sondern eher im Kontrollverlust über die konsu-
mierte Substanzmenge. Daher sei die vom Berufungsführer dargestellte einfache 
Strategie, auf Alkohol gänzlich verzichten zu wollen, durchaus als eine adäquate 
Strategie zu beurteilen. Es sei dem Berufungsführer im Rahmen der Begutachtung 
durchaus gelungen, rückfallprophylaktische Strategien darlegen zu können, die ein-
fach strukturiert, im Alltag aber praktisch umsetzbar gewesen seien. Die geltend 
gemachten Überlegungsweisen, dass er sich im Voraus auf die mögliche Situation 
vorbereite, in welcher Alkohol konsumiert werden könnte, um zum Alkohol nein sa-
gen zu können, sei als positiver Therapieschnitt [recte: Therapieschritt] zu beurtei-
len. Eine Bagatellisierung der Alkoholproblematik sei nicht festgestellt worden, 
vielmehr scheine der Berufungsführer durchaus von einer intrinsischen Motivation 
her die Überzeugung zu haben, nicht mehr Alkohol trinken zu wollen (pag. 1241). 
Im Vergleich zur Vorbegutachtung zeige er eine klare Verantwortungsübernahme 
für sein Fehlverhalten (pag. 1242). 

Dr. med. E.________ spricht gesamthaft von einer positiven Entwicklung in der sta-
tionären Therapie. Er erachtet eine Entlassung aus der stationären Massnahme als 
durchaus vertretbar mit einer anschliessenden Weiterführung einer ambulanten 
Behandlung, sofern die folgenden Voraussetzungen erfüllt seien (pag. 1243): Es 
empfehle sich, dass der Berufungsführer nun rasche Progressionsschritte absolvie-
re im Sinne unbegleiteter Urlaube sowie Wochenendurlaube. In diesem Zeitraum 
(Maximum sechs Monate) sollte die Abstinenzkontrolle nicht nur mit Atemlufttests, 
sondern auch mittels Haaranalyse durchgeführt werden. Gleichzeitig könne auch 
als zusätzlich unterstützende Massnahme eine Antabusmedikation installiert wer-
den. Zudem sollte im erwähnten Zeitraum der soziale Empfangsraum auf eine Ent-
lassung aus der stationären Massnahme vorbereitet werden (adäquate Wohnmög-
lichkeit, therapeutisches Betreuungsnetz etc.). Sollten die erwähnten Auflagen er-
füllt sein, könne aus forensisch-psychiatrischer Sicht eine Entlassung aus der stati-
onären Massnahme bereits befürwortet werden, wobei die empfohlene ambulante 
Behandlung inklusive empfohlenen Abstinenzkontrollen über einen längeren Zeit-
raum von drei bis vier Jahren im Rahmen einer ambulanten Massnahme nach 
Art. 63 StGB durchgeführt werden sollte (pag. 1243). 

Im Falle einer Entlassung sollten die therapeutischen Massnahmen als Auflage 
durch die einweisende Behörde klar ausgesprochen werden. Unter Berücksichti-
gung des bisherigen Therapieverlaufs und des Behandlungserfolgs – so Dr. med. 

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E.________ weiter – werde davon ausgegangen, dass eine künftige therapeutische 
Arbeit durchaus im ambulanten Rahmen erfolgreich durchgeführt werden könne 
(pag. 1248). Im Falle einer Entlassung bestehe durchaus auch wieder eine leichte-
re Möglichkeit Waffen erwerben zu können. Deshalb sollte der Berufungsführer 
diesbezüglich an seinem Wohnort regelmässig kontrolliert werden (p. 1249). 

Schliesslich kommt Dr. med. E.________ in seinem Ergänzungsgutachten in Be-
antwortung der gestellten Fragen zum Schluss, dass die angeordnete stationäre 
Suchtbehandlung i.S.v. Art. 60 StGB den gutachterlichen Empfehlungen vom 
10.10.2013 entspreche (pag. 1250). Es hätten durch die Therapie in Bezug auf die 
Störungseinsicht klare Fortschritte und eine positive Entwicklung erzielt werden 
können. Unter Berücksichtigung dieser Daten könne nun eben eine Entlassung aus 
der stationären Massnahme empfohlen werden, mit anschliessender Anordnung 
einer ambulanten Massnahme i.S.v. Art. 63 StGB (vgl. dazu pag. 1250 f. sowie 
auch bereits pag. 1243). 

Dr. med. E.________ empfiehlt im Zeitpunkt der Ergänzungsbegutachtung also ei-
ne Entlassung aus der Massnahme, dies unter der Voraussetzung, dass das not-
wendige Betreuungsnetz in therapeutischer und persönlicher Hinsicht installiert 
worden sei und der Berufungsführer über mehrere Jahre hinweg noch ambulant 
begleitet werde.

7.3.9 Verlaufsbericht Massnahmenzentrum St. Johannsen vom 04.11.2015

Der Verlaufsbericht vom 04.11.2015 (pag. 1286 ff.) ist an die ASMV gerichtet, mit 
dem Antrag, die Progressionsstufen A - C und das Vollzugsmodul Arbeitserpro-
bung seien an das Massnahmenzentrum St. Johannsen zu delegieren (pag. 1294). 
Im Bericht wird festgehalten, die Sozialtherapeuten erachteten Vollzugsöffnungen 
aufgrund des bisherigen positiven Verlaufs und zwecks Erweiterung der Übungs-
felder sowie gestützt auf die Empfehlung des psychiatrischen Gutachtens vom 
18.08.2015 als sinnvoll und notwendig. Der Berufungsführer habe seit der letzten 
Berichterstattung einige Fortschritte erzielen können, v.a. in den Bereichen Kon-
fliktverhalten, Sucht und Delikteinsicht. Er zeige inzwischen die Bereitschaft, sich 
auf die Massnahme einzulassen, sei sozial gut vernetzt und pflege sein bestehen-
des Umfeld. Empfohlen wird die Delegation der Progressionsstufen A - C und das 
Vollzugsmodul Arbeitserprobung an das Massnahmenzentrum St. Johannsen 
(pag. 1290). 

Im Rahmen des Berichts des psychiatrisch-psychologischen Diensts wird ausge-
führt, der Verdacht einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), 
welcher vom Gutachter klar verneint worden sei, habe sich auch im weiteren Ver-
lauf der Therapie nicht erhärtet (pag. 1291). Der Berufungsführer sehe auch wei-
terhin den Sinn und die Notwendigkeit der ihm verordneten Massnahme nicht ein. 
Trotzdem habe er sich aber einlassen und wichtige Fortschritte erzielen können 
(pag. 1291). Deliktsarbeit habe noch keine stattgefunden (pag. 1292). Der Beru-
fungsführer schätze weiterhin sein Delikt als einmaligen Ausrutscher ein und er-
kenne keine Notwendigkeit, die genaueren Umstände, die dazu geführt hätten, zu 
erarbeiten. Aus klinisch-therapeutischer Sicht scheine die schrittweise Umsetzung 

20

der Progressionsstufen A - C mit Arbeitserprobung aufgrund der erfolgten Forts-
chritte und im Sinne eines wichtigen Übungsfeldes sinnvoll und vertretbar, dies 
auch in Anbetracht des sehr positiven Gutachtens (pag. 1293). 

Der Verlaufsbericht enthält schliesslich eine Dokumentation mit einer Übersicht 
über die Vollzugsstufen (pag. 1295 ff.).

7.3.10 Verfügung ASMV vom 24.11.2015

Mit Verfügung vom 24.11.2015 (pag. 1300 ff.) gewährt die ASMV dem Berufungs-
führer im Rahmen des vorzeitigen Massnahmenvollzugs gemäss Art. 236 StPO per 
Verfügungsdatum die Progressionsstufen A - C, inkl. separater Bewilligungen, so-
wie die Arbeitserprobung gemäss Stufenkonzept des Massnahmenzentrums 
St. Johannsen vom 21.03.2014 (pag. 1301).

7.3.11 Verlaufsbericht Massnahmenzentrum St. Johannsen vom 04.02.2016

Der Verlaufsbericht vom 04.02.2016 (pag. 1317 ff.) beschreibt den Vollzugsverlauf 
als weiterhin positiv. Es würden die Progressionen nun schrittweise umgesetzt. Der 
Berufungsführer beziehe in den Beziehungsurlauben bereits bis zu vierstündige 
unbegleitete Zeitfenster, welche bei positivem Verlauf in den kommenden Monaten 
bis zu unbegleiteten Tagesurlauben von maximal 12 Stunden ausgebaut würden. 
Der Berufungsführer müsse in dieser Phase vermehrter Freiheitsgrade seine Alko-
holabstinenz unter Beweis stellen. Nach Etablierung der Progressionsstufe B wür-
den danach auch Übernachtungsurlaube im Rahmen der Progressionsstufe C 
möglich. In den nächsten Monaten solle ausserdem eine Arbeitserprobung ange-
gangen werden, um mehr Klarheit zu den Zukunftsmöglichkeiten im Bereich Arbeit 
zu erlangen (pag. 1319). 

Die Rückmeldungen aus dem arbeitsagogischen Bereich sind ebenfalls sehr gut 
(pag. 1320 f.). 

Gemäss dem psychiatrisch-psychologischen Bericht (pag. 1322 f.) habe der Beru-
fungsführer angegeben, sich bis zur oberinstanzlichen Verhandlung auf die Mass-
nahme einlassen zu wollen, danach werde er die Massnahme nicht mehr akzeptie-
ren (pag. 1322). Der Bericht ist insgesamt ebenfalls positiv, die Psychologen be-
richten von engagierter Mitarbeit des Berufungsführers (pag. 1322 f.). Allerdings 
verneine dieser auch weiterhin vehement eine Problematik mit Alkohol, selbst wenn 
er mit Aussagen aus dem Gutachten konfrontiert werde. Er betone jedoch, nie 
mehr Alkohol trinken zu wollen, da er gemerkt habe, wie gesundheitsschädigend 
dies sei und zu was er unter Alkoholeinfluss fähig sei (pag. 1322). Dies erachten 
die Psychologen als zentrale Rückfallverhinderungsstrategie. Sie halten fest, zen-
trale Deliktfaktoren hätten erarbeitet werden können, einige Themen blieben aber 
weiterhin offen (pag. 1323). 

21

7.3.12 Angaben des Berufungsführers an der oberinstanzlichen Verhandlung 

Nachdem ihm das letzte Wort erteilt wurde, führte der Berufungsführer an der obe-
rinstanzlichen Verhandlung vom 18.02.2016 aus, er wisse, was er gemacht habe 
und es tue ihm sehr leid. Er sei aber auch enttäuscht von den Leuten, welche mit 
ihm arbeiten würden. Man habe ihm gesagt, dass man die Schritte gemäss Gut-
achten machen werde, das sei aber nicht passiert. Er habe Fehler gemacht und 
daraus gelernt. Er sei aber nicht einverstanden, weiterhin in St. Johannsen zu blei-
ben. Er sei mit sämtlichen ambulanten Massnahmen einverstanden. Sein Ziel sei 
es, weiterhin gute Arbeit zu machen. Er brauche aber niemanden, der ihm zeige, 
wie man Arbeit suche oder mit Leuten umgehe. Er wisse, wie man das mache, er 
habe fast 30 Jahre lang als Kranführer gearbeitet, er habe diese Art von Unterstüt-
zung nicht nötig (pag. 1330). 

7.3.13 Anordnung einer stationären Suchtbehandlung 

Der Berufungsführer hat im Rahmen des bisherigen Therapieverlaufs zwar gut mit-
gemacht und insbesondere nach Auffassung des Gutachters wesentliche rückfall-
prophylaktische Strategien entwickelt (vgl. dazu pag. 1241), es kann mithin von ei-
ner positiven Entwicklung gesprochen werden (vgl. das Ergänzungsgutachten vom 
18.08.2015, pag. 1243). Nichtsdestotrotz anerkennt er aber nach wie vor den 
Krankheitswert seines Alkoholproblems nicht, eine diesbezügliche grundlegende 
Einsicht fehlt (vgl. dazu insbes. den Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums 
St. Johannsen vom 30.04.2015, pag. 1171). Die Alkoholproblematik hat sich beim 
Berufungsführer denn auch schon seit geraumer Zeit manifestiert und gewisse 
Verhaltensmuster haben sich verfestigt. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, 
dass selbst schwerwiegende Vorkommnisse – wie beispielswiese der Vorfall, als 
der Berufungsführer einen Polizisten entwaffnet und diesem die Waffe in den Mund 
gesteckt hat, worauf er von einer Polizistin angeschossen wurde – diesen nicht da-
von abhalten konnten, Alkohol im Übermass zu konsumieren (vgl. dazu die eigenen 
Schilderungen des Berufungsführers, wiedergegeben im Gutachten vom 
10.10.2013, pag. 249 ff.). Vor diesem Hintergrund reichen die im Rahmen der The-
rapie bislang erzielten Fortschritte nach Auffassung der Kammer nicht aus, um mit 
rechtsgenüglicher Sicherheit vom Fehlen einer ungünstigen Prognose ausgehen zu 
können. Der teilbedingte Vollzug kann somit nicht gewährt werden (Art. 43 StGB; 
vgl. auch 7.2.2 Generalstaatsanwaltschaft hiervor). 

Vorab kann zudem auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (vgl. zum Ganzen pag. 1093 f. bzw. 7.1 Erwägungen der Vorinstanz hier-
vor). Es handelt sich bei den Anlasstaten um Verbrechen und Vergehen. Dr. med. 
E.________ hat zudem im Rahmen der Ergänzungsbegutachtung die Diagnose ei-
ner Alkoholabhängigkeit in Form der Dipsomanie bestätigt, womit eine Abhängig-
keit von Suchtstoffen i.S.v. Art. 60 Abs. 1 StGB zu bejahen ist (7.3.8. Ergänzungs-
gutachten von Dr. med. E.________ vom 08.08.2015 hiervor). Die Vorinstanz hat 
sodann zu Recht festgehalten, dass auch der Zusammenhang zwischen den An-
lasstaten und der Alkoholabhängigkeit zu bejahen ist. Schliesslich stellt sich noch 
die Frage, ob auch das Erfordernis der Verhältnismässigkeit erfüllt ist. Während der 

22

Teilgehalt Eignung ohne Weiteres bejaht werden kann, ist näher zu prüfen, ob auch 
Erforderlichkeit und Verhältnismässigkeit i.e.S. gegeben sind. 

Nach Lektüre sämtlicher Berichte und Gutachten kann zusammenfassend festge-
halten werden, dass der Berufungsführer seit der erstinstanzlichen Verurteilung am 
08.07.2014 im Rahmen der angeordneten stationären Suchtbehandlung wesentli-
che Fortschritte erzielt hat, welche es ihm unter anderem ermöglicht haben, in den 
Progressionsstufen des Massnahmenzentrums St. Johannsen voranzuschreiten. Er 
hat aus allen Bereichen der Zusammenarbeit mit dem Massnahmenzentrum 
St. Johannsen positive Rückmeldungen erhalten, wenn auch die Therapeuten des 
Massnahmenzentrums St. Johannsen den bisherigen Verlauf etwas weniger eu-
phorisch beurteilen als der Gutachter Dr. med. E.________. In Bezug auf die Frage 
nach einer intrinsischen Motivation bejaht Letzterer nämlich eine solche, während 
die neusten Berichte der Zentrumspsychologen festhalten, der Berufungsführer 
verneine nach wie vor, ein Alkoholproblem zu haben. Mit der Verteidigung geht die 
Kammer allerdings davon aus, dass die bisherigen Fortschritte des Berufungsfüh-
rers bereits von grosser Bedeutung und diesem anzuerkennen sind. Vielmehr kann 
von ihm in dieser Hinsicht auch nach Ablauf weiterer Monate in stationärer Thera-
pie nicht erwartet werden (vgl. 7.2.1 Verteidigung hiervor). Entscheidend ist, dass 
der Berufungsführer anerkennt, dass er all seine Verluste dem Alkohol zuzuschrei-
ben hat, und dass er sagt, nie mehr Alkohol trinken zu wollen. Dies erachtet 
Dr. med. E.________ denn auch als wichtige Rückfallvermeidungsstrategie (vgl. 
pag. 1241). Die Meinungen des Gutachters und der Therapeuten aus St. Johann-
sen liegen denn auch nicht allzu weit auseinander; alle bestätigen mithin, dass der 
Berufungsführer bislang grosse Fortschritte gemacht hat. Während Dr. med. 
E.________ weiter schreibt, eine bedingte Entlassung sei schon im heutigen Zeit-
punkt bei gegebenen Voraussetzungen (tragfähiges Setting im sozialen und im the-
rapeutischen Bereich) vertretbar, hat die Vollzugsbehörde dem Berufungsführer 
zudem auf Antrag des Massnahmenzentrums St. Johannsen hin bereits die nächs-
ten Progressionsstufen gewährt (vgl. die Verfügung der ASMV vom 24.11.2015 
[pag. 1300 ff.]). Sowohl Dr. med. E.________, als auch die Therapeuten des 
Massnahmenzentrums St. Johannsen, halten zudem fest, der Berufungsführer ha-
be sich Strategien zur Vermeidung von Alkoholkonsum erarbeitet. Alle Beteiligten 
scheinen mithin in dieselbe Richtung und auf dasselbe Ziel hin zu arbeiten. 

Was die ursprüngliche Empfehlung von Dr. med. E.________, wonach eine drei bis 
sechs monatige stationäre Entwöhnungsphase mit anschliessender ambulanter Be-
treuung anzuordnen sei, anbelangt, so ist diese nach Auffassung der Kammer so 
gar nicht durchführbar, da sie keiner gesetzlich vorgesehenen stationären Thera-
pieform entspricht. Insbesondere sieht auch die Vollzugsplanung des Massnah-
menzentrums St. Johannsen kein solches Konzept vor. Bislang hat allein die erste 
Phase, bzw. die sechs Monate, welche der Berufungsführer auf der Beobachtungs- 
und Triagestation verbracht hat, bereits länger gedauert, als die von Dr. med. 
E.________ ursprünglich mit Gutachten vom 10.10.2013 empfohlene stationäre 
Entwöhnungsphase von drei bis sechs Monaten. Während diesem ersten halben 
Jahr wurde denn auch lediglich abgeklärt, ob der Berufungsführer im Massnah-
menzentrum St. Johannsen überhaupt behandelt werden kann, während sich der 
Berufungsführer in Bezug auf die stationäre Unterbringung verständlicherweise auf 

23

die vom Gutachter empfohlene Maximaldauer von drei bis sechs Monate fokussiert 
hatte. Dass der Berufungsführer insofern enttäuscht ist, ist verständlich (vgl. dazu 
7.3.12 Angaben des Berufungsführers an der oberinstanzlichen Verhandlung hier-
vor). 

Die Kammer geht mit der Vorinstanz insofern einig, als dass gestützt auf die ein-
deutigen Empfehlungen von Dr. med. E.________ im Gutachten vom 10.10.2013 
eine stationäre Entwöhnungsbehandlung erforderlich war, eine ambulante mithin 
nicht ausgereicht hätte (vgl. 7.1 Erwägungen der Vorinstanz hiervor). Insbesondere 
kam auch eine ambulante Suchtbehandlung mit stationärer Einleitung i.S.v. Art. 63 
Abs. 3 StGB nicht in Frage, da eine solche bloss zwei Monate hätten dauern dür-
fen, gemäss Gutachter aber eine stationäre Entwöhnungstherapie von mindestens 
drei bis sechs Monate notwendig war. Insofern ist auch das Kriterium der Erforder-
lichkeit erfüllt. Und schliesslich ist auch die Verhältnismässigkeit i.e.S. zu bejahen; 
das Interesse der Gesellschaft, insbesondere der Familie des Berufungsführers, 
am Schutz vor weiteren durch den Berufungsführer in alkoholisiertem Zustand aus-
geübten, mit den Anlasstaten vergleichbaren Verbrechen, rechtfertigt eindeutig den 
Eingriff in die Rechte des Berufungsführers. Die Vorinstanz hat mit anderen Worten 
zu Recht eine stationäre Suchtbehandlung angeordnet. 

Dies ändert jedoch nichts daran, dass der bisherige Vollzug der stationären Sucht-
behandlung im Massnahmenzentrum St. Johannsen viel länger dauerte als ur-
sprünglich mit Gutachten vom 10.10.2013 (pag. 205 ff.) empfohlen (drei bis sechs 
Monate). Seitens der Vollzugsbehörde hätte gemäss den gutachterlichen Empfeh-
lungen bei gegebenen Voraussetzungen bereits nach einer maximal sechsmonati-
gen stationären Entwöhnung auf die bedingte Entlassung des Berufungsführers 
hingearbeitet werden müssen. Dr. med. E.________ hält im Ergänzungsgutachten 
vom 18.08.2015 zwar fest, dass die gerichtlich angeordnete stationäre Suchtbe-
handlung sowie namentlich der aktuelle und weiter geplante Vollzug dieser Mass-
nahme im Massnahmenzentrum St. Johannsen seinen Empfehlungen vom 
10.10.2013 entsprechen würden (pag. 1250), bestätigt aber auch, dass der Beru-
fungsführer zum heutigen Zeitpunkt eigentlich schon so weit sei, dass er bedingt 
entlassen werden könne (vgl. dazu 7.3.8 Ergänzungsgutachten von Dr. med. 
E.________ vom 18.08.2015 hiervor). 

Die Kammer hält somit in einem Zwischenfazit fest, dass die Anordnung einer sta-
tionären Suchtbehandlung aus Sicht der Vorinstanz zum damaligen Zeitpunkt rich-
tig und diese bislang erfolgreich war bzw. der Berufungsführer bereits wichtige 
Fortschritte gemacht und Behandlungserfolge erzielt hat. Die Anordnung der stati-
onären therapeutischen Massnahme ist ausserdem gestützt auf das Ergänzungs-
gutachten von Dr. med. E.________ vom 18.08.2015 auch unter den heutigen Ge-
gebenheiten noch angemessen. Es besteht insofern zum heutigen Zeitpunkt kein 
Anlass, die stationäre Suchtbehandlung ausserplanmässig abzubrechen. Entgegen 
dem Vorbringen der Verteidigung kann der Berufungsführer die Aufhebung bzw. 
den Abbruch der stationären Massnahme auch nicht damit erzwingen, dass er 
sagt, er mache nun nicht mehr mit. Bei einer Suchttherapie geht es immer auch um 
Langfristigkeit und Nachhaltigkeit; vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich der bis-
herige Behandlungsverlauf, mag er auch von den ursprünglichen – ohnehin nicht 

24

realisierbaren – Empfehlungen des Gutachters abweichen. Die zuständigen Voll-
zugsbehörden seien jedoch dezidiert darauf hingewiesen, dass in Anbetracht der 
bereits erzielten Behandlungserfolge sowie der eindeutigen gutachterlichen Emp-
fehlungen nun unvermittelt die nächsten Progressionsschritte an die Hand genom-
men werden müssen und der Berufungsführer in Bezug auf eine bedingte Entlas-
sung in nicht allzu ferner Zukunft vorzubereiten ist; es wird hiermit signalisiert, dass 
seitens des Gerichts mit einem Vollzugsende in naher Zukunft gerechnet wird. Mit 
anderen Worten sind die von Dr. med. E.________ skizzierten Voraussetzungen zu 
schaffen, damit der Berufungsführer aus der stationären Suchtbehandlung bedingt 
entlassen und im Rahmen eines noch zu erstellenden Settings betreut werden 
kann. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der Berufungsführer durch seine 
guten familiären Kontakte insbesondere zu seinem Bruder vermutlich sofort ein ge-
eignetes Wohnumfeld erhalten würde. Zu erstellen sind somit noch das therapeuti-
sche Setting sowie die Arbeitssituation. Diesbezüglich sind erste wichtige Schritte 
offenbar bereits eingeleitet worden (vgl. die Verfügung der ASMV vom 24.11.2015, 
mit welcher dem Berufungsführer die Progressionsstufen A-C und die Arbeitser-
probung gewährt wurden [pag. 1300 ff.]). 

III. Kosten und Entschädigung

8. Verfahrenskosten 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-
fahrens nach Massagabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Die oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten von CHF 3‘000.00 sind zufolge seines Unterliegens vollum-
fänglich dem Berufungsführer aufzuerlegen. 

9. Entschädigungen 

Für das oberinstanzliche Verfahren wird das Honorar gestützt auf die von Rechts-
anwalt B.________ eingereichte Honorarnote (pag. 1333 ff.) festgesetzt. Insgesamt 
sind somit für das oberinstanzliche Verfahren 18,9 Stunden sowie die ausgewiese-
nen Auslagen zu entschädigen, was gesamthaft CHF 4‘524.90 entspricht. 

Der Berufungsführer hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren 
ausgerichtete Entschädigung zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die 
Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausma-
chend CHF 1‘020.60, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lauben (Art. 135 Abs. 4 Bst. a StPO).

Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerschaft ist 
gestützt auf die von Rechtsanwältin D.________ eingereichte Honorarnote zu be-
stimmen (pag. 1134). 

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausge-
richtete Entschädigung von insgesamt CHF 396.35 und Rechtsanwältin 

25

D.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen 
Honorar, ausmachend CHF 81.00, zu erstatten, wenn er in günstige wirtschaftliche 
Verhältnisse gelangt (Art. 426 Abs. 4 StPO).

IV. Verfügungen

A.________ geht in den Massnahmenvollzug zurück. 

Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. 15 542236 47) 
und der biometrischen Daten ist vorzeitig zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG 
und Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer 
erkennungsdienstlicher Daten). 

26

V. Dispositiv

Die 1. Strafkammer hat erkannt:

I. 

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kollegial-
gericht) vom 08. Juli 2014 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als 

1. A.________ schuldig erklärt wurde: 

1.1. der Gefährdung des Lebens, begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil 
von G.________ (Ziff. I.1. erstinstanzliches Urteilsdispositiv); 

1.2. der Gefährdung des Lebens, begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil 
von C.________ (Ziff. I.2. erstinstanzliches Urteilsdispositiv);

1.3. der versuchten schweren Körperverletzung, mehrfach begangen am 
14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil von C.________ (Ziff. I.3. erstinstanzliches 
Urteilsdispositiv);

1.4. der qualifizierten einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen am 
14. Juli 2013 in Biel, mit einer Waffe zum Nachteil von G.________ und mit ei-
nem gefährlichen Gegenstand (Gartenhacke) zum Nachteil von H.________ 
(Ziff. I.4. erstinstanzliches Urteilsdispositiv);

1.5. der einfachen Körperverletzung, mehrfach und teilweise als Versuch be-
gangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil von H.________ (Versuch) und 
zum Nachteil von C.________ (Ziff. I.5. erstinstanzliches Urteilsdispositiv);

1.6. der Drohung, begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil von 
C.________ (Ziff. I.6. erstinstanzliches Urteilsdispositiv);

1.7. der Tätlichkeiten, begangen am 14. Juli 2013 in Biel zum Nachteil von 
C.________ (Ziff. I.7. erstinstanzliches Urteilsdispositiv);

1.8. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen am 
14. Juli 2013 in Biel und anderswo durch Besitz diverser verbotener Waffen als 
.________ Staatsangehöriger sowie Mitsichtragen einer verbotenen Waffe als 
.________ Staatsangehöriger (Ziff. I.8. erstinstanzliches Urteilsdispositiv);

2. A.________ verurteilt wurde: 

2.1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe 
bei schuldhafter Nichtbezahlung auf fünf Tage festgesetzt wurde (Ziff. I.2. erst-
instanzliches Urteilsdispositiv);

2.2. Zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus 
Gebühren von CHF 20‘650.00 und Auslagen von CHF 8‘021.90, insgesamt 
bestimmt auf CHF 28‘671.90 (Ziff. I.3. erstinstanzliches Urteilsdispositiv). 

27

3. A.________ in Anwendung von Art. 41 und 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO 
weiter verurteilt wurde:

3.1. Zur Bezahlung von CHF 342.85 Schadenersatz zuzüglich 5% Zins seit 
Rechtskraft an die Straf- und Zivilklägerin C.________, unter Vorbehalt der 
Nachklage gemäss Art. 46 Abs. 2 OR (Ziff. III.1. erstinstanzliches Urteilsdispo-
sitiv);

3.2. Zur Bezahlung von CHF 5‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 
14. Juli 2013 an die Straf- und Zivilklägerin C.________. Soweit weitergehend 
wurde die Forderung abgewiesen (Ziff. III.2. erstinstanzliches Urteilsdisposi-
tivs); 

wobei für die Behandlung des Zivilpunktes keine Kosten ausgeschieden wurden 
(Ziff. III.3. erstinstanzliches Urteilsdispositiv). 

4. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwalt B.________ wie folgt bestimmt wurden (Ziff. II.1. erst-
instanzliches Urteilsdispositiv): 

Leistungen 
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 96.90 200.00 CHF 19'380.00
CHF 2'371.80

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 21'751.80 CHF 1'740.15
CHF 50.00

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 23'541.95

volles Honorar 96.9 250.00 CHF 24'225.00
CHF 2'371.80

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 26'596.80 CHF 2'127.75
CHF 50.00

Total CHF 28'774.55

nachforderbarer Betrag CHF 5'232.60

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung 
von A.________ mit CHF 23‘541.95. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurück-
zuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 5‘232.60 zwischen der 
amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

5. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertre-
tung von C.________ durch Rechtsanwältin D.________ wie folgt bestimmt wurden 
(Ziff. II.2. erstinstanzliches Urteilsdispositiv):

28

Leistungen 
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 60.50 200.00 CHF 12'100.00
CHF 679.50

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 12'779.50 CHF 1'022.35
CHF 27.50

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 13'829.35

volles Honorar 60.5 250.00 CHF 15'125.00
CHF 679.50

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 15'804.50 CHF 1'264.35
CHF 27.50

Total CHF 17'096.35

nachforderbarer Betrag CHF 3'267.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin D.________ für die unentgeltliche 
Rechtsvertretung von C.________ mit CHF 13‘829.35. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für 
die unentgeltliche Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in güns-
tigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 
StPO). 

A.________ wird verpflichtet, C.________ zuhanden von Rechtsanwältin D.________ 
als Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspfle-
ge und dem vollen Honorar CHF 3‘267.00 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). 
Rechtsanwältin D.________ hat in diesem Umfang gegenüber ihrer Klientschaft ein 
Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

6. Verfügt wurde: 

6.1. Die beschlagnahmten Waffen würden zur Vernichtung eingezogen (Art. 31 
Abs. 3 WG; Ziff. IV.2. erstinstanzliches Urteilsdispositiv): 

- 1 einhändig bedienbares Messer ohne automatischen Mechanismus

- 1 Messer mit integriertem Schlagring

6.2. Folgende Gegenstände würden der beschuldigten Person nach Eintritt der 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückgegeben (Ziff. IV.3. erstinstanzli-
ches Urteilsdispositiv): 

- 1 Holzstock

- 1 Vorschlaghammer

- 1 Gartenhacke 

29

II.

A.________ wird 

gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche gemäss  Ziff. I. hiervor und in Anwendung 
der Artikel 
19 Abs. 2, 22, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 106, 122, 123 Ziff. 1 und 2, 126, 129, 180 Abs. 1 
i.V.m. Abs. 2 Bst. a StGB
Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG
Art. 426, 433 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 301 Tagen wird im Umfang von 301 Ta-
gen auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

2. Es wird eine stationäre Suchtbehandlung im Sinne von Art. 60 StGB angeordnet.

Der Vollzug der Massnahme geht der Freiheitsstrafe voraus (Art. 57 Abs. 2 StGB).

Es wird festgestellt, dass die Massnahme am 12. Mai 2014 vorzeitig angetreten wor-
den ist.

3. Zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 3‘000.00. 

IV.

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Rechtsan-
walt B.________, wird für das oberinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Leistungen 
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 18.90 200.00 CHF 3'780.00
CHF 409.70

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 4'189.70 CHF 335.20
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4'524.90

volles Honorar CHF 4'725.00
CHF 409.70

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5'134.70 CHF 410.80
Total CHF 5'545.50

nachforderbarer Betrag CHF 1'020.60

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

30

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 4‘524.90 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, 
ausmachend CHF 1‘020.60, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

V. 

Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerschaft, Rechts-
anwältin D.________, wird im oberinstanzlichen Verfahren wie folgt bestimmt:

Leistungen
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 1.50 200.00 CHF 300.00
CHF 67.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 367.00 CHF 29.35
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 396.35

volles Honorar CHF 375.00
CHF 67.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 442.00 CHF 35.35
Total CHF 477.35

nachforderbarer Betrag CHF 81.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 396.35 und Rechtsanwältin D.________ die Differenz 
zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 81.00, 
zu erstatten, wenn er in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt (Art. 426 Abs. 4 
StPO). 

VI. 

Weiter wird verfügt:

1. A.________ geht in den Massnahmenvollzug zurück. 

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. 15 542236 47) 
und der biometrischen Daten wird vorzeitig erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG und 
Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten). 

3. Zu eröffnen:
- Dem Berufungsführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________ 

31

- Der Generalstaatsanwaltschaft 
- Der ehemaligen Straf- und Zivilklägerin C.________, a.v.d. durch Rechtsanwältin 

D.________

Mitzuteilen:
- Der Vorinstanz (Dispositiv und Urteilsbegründung)
- Der Koordinationsstelle Strafregister (KOST; unverzüglich; nur Dispositiv)
- Der Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug (ASMV; unverzüglich, vorab per 

Fax, Dispositiv und Urteilsbegründung)
- Der Stadt Biel, Bereich Bevölkerung, Dienststelle Ausländer (Art. 82 VZAE; innert 

10 Tagen; Dispositiv und Urteilsbegründung)
- Dem Bundesamt für Polizei (Art. 3 Mitteilungsverordnung; nur Dispositiv)

Bern, 18. Februar 2016
(Ausfertigung: 03.08.2016)

Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident:

Oberrichter Vicari

Die Gerichtsschreiberin:

Garo

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen seit Eröffnung bei der 
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Adresse: Pretorio, Viale Stefano Franscini 3, 6500 Bellinzona) 
schriftlich und begründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO).