# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd752b63-9e3d-5a25-bbae-ee8b4b328704
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.04.2014 200 2013 1086
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1086_2014-04-30.pdf

## Full Text

200 13 1086 IV
MAW/IMD/MAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. April 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Fuhrer 
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2014, IV/13/1086, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1952 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) wurde aufgrund einer seit dem 8. Dezember 2011 beste-
henden vollständigen Arbeitsunfähigkeit am 2. April 2012 durch den zu-
ständigen Krankentaggeldversicherer bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zur Früherfassung gemeldet (Akten der IV, Antwortbeila-
ge [AB] 1). Die Anmeldung bei der IV unter Hinweis auf Herz- und Beinpro-
bleme sowie Depressionen erfolgte am 20. April 2012 (AB 4). Die IV-Stelle 
Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in 
medizinischer und erwerblicher Hinsicht vor, holte insbesondere ein poly-
disziplinäres Gutachten in den Fachbereichen Psychiatrie, Neurologie, In-
nere Medizin, Kardiologie und Orthopädie ein (AB 57.1 – 57.6) und stellte 
dem Versicherten mit Vorbescheid vom 5. September 2013 die Ablehnung 
eines Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 25 % in Aussicht 
(AB 58). Mit Schreiben vom 2. Oktober 2013 reichte der Versicherte, vertre-
ten durch Fürsprecher B.________, Ergänzungsfragen zum Gutachten ein 
(AB 63), welche die IVB durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
beantworten liess (Stellungnahme vom 18. Oktober 2013; AB 66). Am 
4. November 2013 verfügte die IVB wie im Vorbescheid vorgesehen 
(AB 67).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, wiederum vertreten durch Fürsprecher 
B.________, mit Eingabe vom 3. Dezember 2013 Beschwerde mit dem 
Rechtsbegehren, der Entscheid vom 4. November 2013 sei aufzuheben 
und zur Ergänzung (der Abklärung) an die IV-Stelle zurückzuweisen. Er 
rügte das Gutachten vom 14. August 2013 als teilweise widersprüchlich 
und insbesondere das psychiatrische Teilgutachten als unvollständig. Es 
sei zudem unzulässig, dass die psychiatrische und die neurologische Un-
tersuchung durch den gleichen Arzt erfolgten. Weiter brachte er vor, die 
Beschwerdegegnerin habe die Frage des leidensbedingten Abzugs nicht 

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geprüft, ein Abzug von 20 % sei angemessen; zudem sei von einer fehlen-
den Vermittelbarkeit aufgrund des Alters auszugehen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2014 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt fest, das Gutachten vom 
14. August 2013 erfülle die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an 
den Beweiswert medizinischer Berichte, entsprechend könne darauf abge-
stellt werden. Der Beschwerdeführer verkenne, dass in der angefochtenen 
Verfügung ein leidensbedingter Abzug von 20 % vorgenommen worden sei, 
was unter Berücksichtigung aller massgeblichen Kriterien sehr grosszügig 
erscheine. 

Der Beschwerdeführer ersuchte mit Schreiben vom 15. Januar 2014 um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und nahm mit Replik vom 
23. Januar 2014 Stellung zur Beschwerdeantwort. 

Mit Duplik vom 24. Februar 2014 hielt die Beschwerdegegnerin am bisheri-
gen Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest, wozu der Beschwerdefüh-
rer mit Schreiben vom 5. März 2014 unaufgefordert Stellung nahm. Diese 
Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin mittels prozessleitender Verfü-
gung vom 6. März 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt.

Der Beschwerdeführer gelangte mit Schreiben vom 10. März 2014 wieder-
um an das Verwaltungsgericht und beantragte unter Verweis auf die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung zur Parallelisierung der Vergleichsein-
kommen die Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 25 %. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 

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den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 4. November 2013 (AB 67). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

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tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich für ihren abweisenden Ent-
scheid auf das Gutachten der C.________ (MEDAS) vom 14. August 2013 
(AB 57.1 – 57.6). Darin wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit festgehalten (AB 57.1 S. 23): 

1. Diabetes mellitus (Erstdiagnose ca. 1990)
- insulinpflichtig seit ca. 1997
- aktuell leichte, distal betonte, symmetrische Polyneuropathie

2. Gonarthrose rechts nach im MRI 2009 und 2010 gesicherter retro-
patellarer Chondromalazie Stadium III einbezüglich eines retropa-
tellaren Knorpeldefektes.

Einleitend und hinsichtlich der geklagten Beschwerden führten die Gutach-
ter aus, in der Vorgeschichte des Versicherten dominierten kleinere Unfälle 
und operative Eingriffe, welche zum Teil eine prolongierte Erholung nach 
sich gezogen, aber keine anhaltenden Schäden hinterlassen hätten. Im 
Dezember 2011 habe sich eine koronare Dreigefässerkrankung in Form 
eines myokardischämischen Angors manifestiert. Die Abklärung habe beim 

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bereits damals insulinbedürftigen Diabetiker eine komplexe Dreigefässer-
krankung bestätigt. Die zeitlich gestaffelt ausgeführten percutanen Korona-
rinterventionen seien bezüglich Beseitigung der Koronarstenosen erfolg-
reich gewesen. Leider sei es aber zu einer Dissektion der Femoralarterie 
an der Punktionsstelle im Leistenbereich rechts gekommen. Trotz umge-
hender operativer Versorgung der Dissektion und Retablierung des Blut-
flusses beklage der Versicherte seither intensive Schmerzen und eine 
Schwäche im Bereich des rechten Beins und der rechten Leiste (AB 57.1 
S. 3).

Zu der kardialen Situation wurde ausgeführt, in Anbetracht des langjährigen 
und gemäss Akten über längere Zeit ungenügend eingestellten Diabetes 
mellitus habe die Diagnose einer komplexen und diffusen koronaren Drei-
gefässerkrankung keine Überraschung dargestellt. Angiographisch sei zu-
letzt von einem "ausgezeichneten" Resultat der diesbezüglich durchgeführ-
ten Interventionen berichtet worden. Ausserdem habe sich die zuvor 
ischämisch bedingt leicht eingeschränkte linksventrikuläre Funktion norma-
lisiert. Bei der Befragung ergäben sich aktuell keine Hinweise auf eine An-
gora pectoris bei allerdings beinschmerzbedingt geringem Belastungsni-
veau. Aus kardialer Sicht finde sich kein Grund für eine Anstrengungs-
dyspnoe, namentlich sei eine Herzinsuffizienz auszuschliessen, was auch 
mit den aktuell normalen BNP-Werten übereinstimme (AB 57.1 S. 19 f.). 

Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine Angst und depressive 
Störung gemischt (ICD-10: F41.2), eine somatoforme Störung (ICD-10: 
F45.0) sowie einen Tranquilizermissbrauch (ICD-10: F13.1), wobei allen 
Diagnosen keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit 
zukomme. Der Versicherte habe geschildert, dass der erlittene Herzinfarkt 
ihn nachhaltig geängstigt habe. Die iatrogene Dissektion der Arteria femo-
ralis habe in seinen Augen zu einer fremdverschuldeten Invalidisierung 
geführt, für die er bisher keine Genugtuung erfahren habe. So fühle er sich 
durch die Schuld Dritter in einen Zustand von Schmerzen und Bewegungs-
unfähigkeit versetzt, sein Status als Familienernährer sei dadurch erschüt-
tert, was wiederum den Selbstwert beeinträchtige und die Schmerzwahr-
nehmung weiter intensiviere. Darüber hinaus hätten sich keine mittelschwe-
ren oder schweren psychiatrischen Erkrankungen ausmachen lassen, Hin-

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weise für eine phasisch verlaufende rezidivierende depressive Störung 
ergäben sich aufgrund der Anamnese und des aktuellen Befunds nicht. Es 
bestehe eine anhaltende Verbitterung im Sinne einer Anpassungsstörung 
mit Neigung zur Chronifizierung, dabei liessen sich auch Panikattacken 
nach Herzinfarkt sowie eine anhaltende Dysthymia ausmachen. Eine 
primäre Flucht in die Krankheit finde aber nicht statt. Aufgrund der erlitte-
nen Kränkungen wirke der Versicherte streckenweise empfindlich und reiz-
bar, jedoch bestehe keine anhaltende Persönlichkeitsstörung. Aus strikt 
psychiatrischer Sicht ergebe sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
(AB 57.2 S. 5 f.). 

Der Neurologe hielt fest, der Versicherte leide seit einer Femoralisdissekti-
on rechts unter Schmerzen im Bereich der gesamten Leiste, des rechten 
Trochanter majors und des rechten Oberschenkels. Es werde ein diffuses 
Taubheitsgefühl im Bereich der Vorderseite des rechten Oberschenkels 
angegeben, das über das Versorgungsgebiet des Nervus cutaneus femoris 
lateralis hinausgehe. Andererseits sei in der elektrophysiologischen Unter-
suchung kein Hinweis für eine Läsion des rechten Nervus femoralis gefun-
den worden. Auch elektromyographisch hätten sich keine Denervationspo-
tentiale gezeigt, was gegen eine Schädigung des Nervus femoralis und des 
Plexus lumbalis spreche. Es bestehe ein deutliches antalgisches Gangbild. 
Die Untersuchung werde erschwert durch Schonhaltung und Aggravation. 
Bei der Prüfung der einzelnen Muskelgruppen komme es zu Fehlinnervati-
onen mit wechselnder Intensität, die nicht durch neurologische Ausfälle 
bestimmt seien. Die vordergründig beschriebenen Beschwerden im Bereich 
der rechten Hüfte und der rechten Leiste könnten auf eine Coxarthrose 
hindeuten, eindeutige Hinweise für eine proximale Neuropathie oder eine 
Plexusneuritis rechts lägen aus klinisch-neurologischer Sicht nicht vor. Es 
ergäben sich allenfalls leichte Beeinträchtigungen hinsichtlich der Koordina-
tion. Die im Vordergrund stehenden Schmerzen seien aus neurologischer 
Sicht nicht geklärt. Daneben bestehe ein Kopfschmerzsyndrom mit Span-
nungskopfschmerzen und Analgetika-induzierter Kopfschmerzkomponente, 
das aber keine leistungsmindernden Auswirkungen habe. Die Arbeitsfähig-
keit liege bei 100 % (AB 57.3 S. 4 f.).

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Der internistische Gutachter hielt fest, aus der Sicht seines Fachgebietes 
sei vor allem das angiologische Problem am rechten Bein zu diskutieren. 
Nach der iatrogen bedingten Arteriendissektion der Arteria iliaca und Arte-
ria femoralis rechts sei am 3. Februar 2013 eine Thrombendarterektomie 
iliaco-femoral rechts durchgeführt worden. In Übereinstimmung mit den 
angiologischen und internistischen Berichten bestehe seither höchstens 
eine periphere arterielle Verschlusskrankheit Stadium I. Diese mache dem 
Versicherten angesichts der das Gehen limitierenden neurologischen und 
orthopädischen Symptomatik keine Beschwerden. Entsprechend sei davon 
auszugehen, dass die allenfalls noch leichte Durchblutungsstörung der 
unteren Extremität die Arbeitsfähigkeit nicht einschränke. Weiter bestehe 
seit vielen Jahren ein Diabetes mellitus II, der mit oralen Antidiabetika und 
Insulinbehandlung eingestellt sei. Aus internistischer Sicht lägen bisher 
keine wesentlichen Folgeschäden vor. Allerdings seien die aktuellen Blut-
zucker-Werte deutlich zu hoch, eine bessere Einstellung sei anzustreben. 
Der Diabetes mellitus schränke bei Einhaltung der therapeutischen Vor-
schriften die Arbeitsfähigkeit ausser für schwere körperliche Arbeit sowie 
für Schichtarbeit nicht ein. Die weiteren internistischen Symptome, Befunde 
und Diagnosen (prätibiale Ödeme, Anstrengungsdyspnoe, Varikosis) stün-
den im Hintergrund. Die Unterschenkelödeme dürften multifaktoriell bedingt 
sein. Die Anstrengungsdyspnoe sei am ehesten im Rahmen der Dekondi-
tionierung zu erklären. Aktuell beständen keine Hinweise für ein pulmona-
les Leiden wie Asthma bronchiale oder COPD. Angesichts der Polymorbi-
dität dürfte die zuletzt ausgeübte, körperlich mittelschwere bis teilweise 
wahrscheinlich auch schwere Tätigkeit nicht mehr möglich sein. Hingegen 
würden die genannten internistischen Diagnosen eine angepasste körperli-
che Tätigkeit zu 100 % erlauben (AB 57.4 S. 4 f.). 

Im orthopädischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Steh- und Geh-
fähigkeit sei als erheblich beeinträchtigt vorgeführt worden. Der Versicherte 
habe sich unter Zuhilfenahme zweier Unterarmgehstützen mühsam, 
schmerzgequält und langsam im Dreipunktegang vorwärts bewegt. Die 
Beweglichkeit der rechten Hüfte sei als deutlich dezimiert mitgeteilt worden. 
Die passive Bewegungsprüfung habe bei jeweils massiv geäusserten 
Schmerzbekundungen abgebrochen werden müssen. Mit diesem klini-
schen Befund und noch auffallender mit dem vorgeführten rechts hinken-

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den Gangbild unter Verwendung zweier Unterarmgehstützen kontrastiere 
der unauffällige Hüftgelenk-Röntgenbefund. Die ossären Strukturen des 
Beckenskeletts seien normal mit einer symmetrischen Darstellung der 
Hüftgelenke und ohne Hinweise auf über das altersphysiologische Mass 
hinausgehende Veränderungen. Für die mitgeteilten Beschwerden am 
rechten Kniegelenk und die entsprechend dokumentierten Bewegungsein-
schränkungen fänden sich hingegen korrelierende röntgenpathologische 
Veränderungen im Sinne einer medialen und retropatellär lokalisierten Ar-
throse. Diese Kniegelenkbefunde rechtfertigten für sich alleine aber nicht 
befriedigend das "dramatisch" vorgeführte hinkende Gangbild rechts mit 
der Notwendigkeit der Verwendung zweier Unterarmgehstützen. Aus or-
thopädischer Sicht seien leichte und das rechte Kniegelenk schonende 
Tätigkeiten zumutbar, was für die bisherige Tätigkeit nicht zutreffe. Geeig-
net seien überwiegend sitzend auszuübende leichte Tätigkeiten. Dabei 
sollte die Möglichkeit des gelegentlichen Bewegungswechsels und Umher-
gehens gegeben sein. Zu meiden seien Arbeiten in kniebelastenden 
Zwangshaltungen. Adäquat angepasste Tätigkeiten seien bei einem vollen 
Pensum bei einer Minderung der Leistungsfähigkeit von 20 % zumutbar 
(AB 57.5 S. 4 f.). 

In der Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, das Belas-
tungsprofil werde massgeblich durch die Gonarthrose bestimmt. Der insu-
linbedürftige Diabetes spreche gegen einen unregelmässigen Arbeitsein-
satz, also gegen Schichtarbeit und gegen eine körperlich stark belastende 
Tätigkeit. Dieses (orthopädische) Belastungsprofil passe auch zur korona-
ren Herzkrankheit, für welche eine leichtere, wechselbelastende Tätigkeit 
mit Vermeidung abrupter und heftiger Anstrengungen optimal sei (AB 57.1 
S. 27).

3.2 Beim MEDAS-Gutachten vom 14. August 2013 (AB 57.1 – 57.6) 
handelt es sich um ein polydisziplinäres Gutachten, basierend auf einer 
kardiologisch-internistischen, einer psychiatrischen, einer neurologischen, 
sowie einer orthopädischen Untersuchung, das die von der Rechtspre-
chung aufgestellten Anforderungen an den Beweiswert von ärztlichen Be-
richten und Gutachten erfüllt (vgl. E. 2.4 hiervor): Die gestellten Diagnosen 
und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind nachvollziehbar be-

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gründet und leuchten ein. Das MEDAS-Gutachten wurde in Kenntnis der 
Vorakten erstellt, beruht auf allseitigen interdisziplinären Untersuchungen 
und ist für die streitigen Belange umfassend. Die geklagten Beschwerden 
wurden wiedergegeben und es fand eine Auseinandersetzung damit statt. 
Dem Gutachten kommt somit voller Beweiswert zu. Auch wenn es zwar 
wünschenswert gewesen wäre, wenn die Beschwerdegegnerin die vom 
Beschwerdeführer zum Gutachten gestellten Fragen (AB 63) von der ME-
DAS selbst und nicht vom RAD hätte beantworten lassen, so ändert dies 
nichts daran, dass die hierzu abgegebene Stellungnahme des RAD (AB 66) 
schlüssig ist. 

Was in der Beschwerde gegen das MEDAS-Gutachten und die Stellung-
nahme des RAD vorgebracht wird, vermag daran nichts zu ändern. 
Zunächst einmal zielt der Einwand ins Leere, die Gutachter hätten zwar 
zwei Krankheitsbilder mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt (Or-
thopädie und Diabetes), bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit jedoch nur 
die orthopädische Beeinträchtigung (20 %) berücksichtigt (Beschwerde 
S. 17 Ziff. IV/1). Im Gutachten wurde festgehalten, aufgrund der Diabetes-
Erkrankung seien schwere körperliche Arbeiten sowie Schichtarbeit nicht 
möglich. Entsprechend könne die bislang ausgeübte, körperlich mittel-
schwere bis teilweise wahrscheinlich auch schwere Tätigkeit in der … nicht 
mehr ausgeübt werden (AB 57.4 S. 5). Hierin besteht die Auswirkung des 
Diabetes auf die Arbeitsfähigkeit. Dies bedeutet nun aber nicht, dass diese 
Erkrankung auch in einer angepassten leichten Tätigkeit eine über die aus 
orthopädischen Gründen attestierte Einschränkung von 20 % hinausge-
hende Leistungseinbusse zur Folge hat. Die in diesem Zusammenhang 
benötigten zusätzlichen Pausen können vom Beschwerdeführer dazu be-
nutzt werden, um auch die bezüglich des Diabetes notwendigen Behand-
lungen (Messen des Blutzuckers, allfällige Injektionen) vorzunehmen bzw. 
sich in beiden Bereichen gleichzeitig zu erholen. Eine Addition der Ein-
schränkungen ist nicht angebracht.

Hinsichtlich der Rüge, die Abklärungen in psychiatrischer Hinsicht seien 
aufgrund fehlender Tests lückenhaft (Beschwerde, S. 17 Ziff. IV/2.a), ist mit 
der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort, S. 2) darauf hinzuweisen, 
dass solche Untersuchungen nur Hilfsmittel sind, die über den Verlauf, den 

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Schweregrad und die Prognose einer depressiven Störung lediglich Be-
schränktes auszusagen vermögen. Entscheidend bleibt die klinische Unter-
suchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbe-
obachtung (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute Bundesgericht] vom 19. September 2006, I 192/06, E. 3). Aufgrund 
dieser gelangt der Gutachter in nachvollziehbarer Weise zum Schluss, 
dass die psychischen Beschwerden nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit 
führen. Soweit der Beschwerdeführer das Vorhandensein einer posttrau-
matischen Belastungsstörung (PTBS) postuliert (Beschwerde, S. 18 Ziff. 
IV/2.d), ist dem zu entgegnen, dass einerseits die notwendig gewordene 
Operation am Herzen – auch wenn es dabei bzw. im Anschluss zu Kompli-
kationen und einer weiteren Operation gekommen ist – die diagnostischen 
Kriterien einer PTBS nicht erfüllt (belastendes Ereignis oder eine Situation 
kürzerer oder längerer Dauer, mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder 
katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung 
hervorrufen würde [ICD-10: F43.1]; bspw. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 26. Juni 2013, 9C_228/2013, E. 4.1.2) und andererseits eine 
PTBS auch vom behandelnden Psychiater in seinen Berichten vom 4. Ok-
tober 2012 und 22. Januar 2013 nicht erwähnt wurde (AB 29, 34). Die 
Schwierigkeiten im Umgang mit der Situation nach den Operationen haben 
nichts mit einer PTBS zu tun, sondern sind auf die im psychiatrischen Teil-
gutachten erwähnte Reizbarkeit und Dünnhäutigkeit zurückzuführen, wel-
chen jedoch kein Krankheitswert zukommt (AB 57.2 S. 6).

Dem Beweiswert des MEDAS-Gutachtens ist schliesslich auch nicht ab-
träglich, dass die neurologische und die psychiatrische Exploration durch 
denselben Gutachter vorgenommen wurden. Es trifft nicht zu, dass dies 
unzulässig ist, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht (Beschwerde, 
S. 19 Ziff. IV/6). Welche "bundesrechtlichen Vorschriften für die Qualifikati-
on des Gutachters" dadurch verletzt werden, ist nicht ersichtlich und wird 
von ihm denn auch nicht näher begründet. 

3.3 Als Zwischenergebnis kann aufgrund des vorstehend Dargelegten 
festgehalten werden, dass die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hin-
sicht korrekterweise auf die Schlussfolgerungen des MEDAS-Gutachtens 
vom 14. August 2013 (AB  57.1 – 57.6) abgestellt hat. Gestützt auf das von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2014, IV/13/1086, Seite 13

den Gutachtern formulierte Zumutbarkeitsprofil, wonach in einer leichten, 
überwiegend sitzend auszuübenden Tätigkeit mit der Möglichkeit des gele-
gentlichen Bewegungswechsels und Umhergehens eine ganztägige Ar-
beitsfähigkeit mit einer Leistungseinschränkung von 20 % bestehe (AB 57.1 
S. 27, 57.5 S. 5), ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2014, IV/13/1086, Seite 14

S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die Angaben des zuständigen Krankentaggeldversicherers (AB 8.2) be-
stimmt. Demnach habe der Beschwerdeführer im Jahr 2011 bei einem 
Pensum von 77 % einen Jahreslohn von Fr. 40'662.-- erzielt. Aufgerechnet 
auf ein vollschichtiges Pensum ergäbe dies ein Valideneinkommen von 
Fr. 52'808.-- (AB 67 S. 2). Dieses Vorgehen erscheint aus verschiedenen 
Gründen nicht als korrekt: Zunächst einmal hat der Beschwerdeführer 
gemäss Lohnblatt (AB 15 S. 10) und IK-Auszug (AB 10 S. 2 und 3) im Jahr 
2011 lediglich ein Einkommen von Fr. 38'874.-- erzielt; sodann gab die 
ehemalige Arbeitgeberin im Fragebogen vom 15. Juni 2012 (AB 15 S. 3) 
an, der Versicherte würde ohne Gesundheitsschaden heute zirka 
Fr. 29'000.-- verdienen; schliesslich ist aufgrund dieser Lohnangabe zu 
bezweifeln, dass der Beschwerdeführer sein Pensum auf 100 % hätte aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2014, IV/13/1086, Seite 15

dehnen können, womit die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 
Aufrechnung des Lohnes nicht statthaft wäre. Dies kann jedoch offen blei-
ben, da sich auch unter Heranziehens eines (höheren) Tabellenlohnes der 
LSE zur Bestimmung des Valideneinkommens kein Rentenanspruch ergä-
be, wie nachfolgend noch aufzuzeigen ist (vgl. E. 4.5 hiernach).

4.4 Da der Beschwerdeführer seine zumutbare medizinisch-
theoretische Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit nicht verwertet, hat die Be-
schwerdegegnerin für das Invalideneinkommen richtigerweise auf einen 
hypothetischen Tabellenlohn der LSE abgestellt (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Un-
ter Berücksichtigung der attestierten Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
von 20 % sowie eines leidensbedingten Abzugs von ebenfalls 20 % ergibt 
sich ein Jahreseinkommen von Fr. 39'906.-- (Fr. 4'901.-- [LSE 2010, Tabel-
le TA1, Total, Männer, Anforderungsniveau 4] x 12 Monate / 40 Wochen-
stunden x 41.7 Wochenstunden [BUA, Total, 2012] / 100 x 101.7 [Tabelle 
T1.1.10, Total, Männer, 2012] x 0.8 x 0.8).

Bezüglich des Einwandes des Beschwerdeführers, auf dem freien Arbeits-
markt sei er aufgrund seines Alters nicht mehr vermittelbar (Beschwerde, 
S. 19 Ziff. IV/5), ist folgendes anzumerken: Zum Zeitpunkt der Erstellung 
des Gutachtens am 14. August 2013, auf den es hinsichtlich der Frage der 
Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter entschei-
dend ankommt (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462), war der Beschwerdeführer 
61 Jahre und vier Monate alt und daher zwar nicht leicht vermittelbar. Da 
jedoch Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichen Arbeitsmarkt 
altersunabhängig nachgefragt werden (Entscheid des BGer vom 22. Januar 
2007, I 304/06, E. 4.2) und das von den Gutachtern formulierte Zumutbar-
keitsprofil einerseits einen breiten Fächer an möglichen Tätigkeiten zulässt 
sowie andererseits eine ganztägige Präsenz am Arbeitsplatz postuliert, ist 
im Lichte der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Unver-
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (Ent-
scheid des BGer vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3), ein IV-rechtlich 
erheblicher fehlender Zugang des Beschwerdeführers zum Arbeitsmarkt zu 
verneinen.

4.5 Aufgrund der Ausführungen in der Beschwerdeantwort bzw. in der 
Duplik stellt sich tatsächlich die Frage, ob ein leidensbedingter Abzug in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2014, IV/13/1086, Seite 16

Höhe von 20 % gerechtfertigt ist. Dies – wie auch die vom Beschwerdefüh-
rer aufgeworfene Frage der Parallelisierung aufgrund eines unterdurch-
schnittlichen Valideneinkommens – kann jedoch offen bleiben. Selbst wenn 
bei der Invaliditätsbemessung zugunsten des Beschwerdeführers für das 
Validen- und das Invalideneinkommen derselbe Tabellenlohn der LSE her-
angezogen würde, ergäbe sich bei einer Leistungseinschränkung sowie 
einem leidensbedingten Abzug von jeweils 20 % ein rentenausschliessen-
der Invaliditätsgrad von 36 %, da sich das Invalideneinkommen auf 64 % 
des Valideneinkommens belaufen würde (Valideneinkommen x 0.8 x 0.8). 
Damit braucht auch die Frage nach der Korrektheit des von der Beschwer-
degegnerin herangezogenen Valideneinkommens nicht abschliessend be-
antwortet zu werden. Dasselbe gilt für die Frage des Status, hat doch der 
Beschwerdeführer zuletzt lediglich in einem Pensum von 77 % gearbeitet 
(AB 8.2). So oder anders ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 4. November 
2013 (AB 67) den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint hat, weshalb 
sich die Beschwerde als unbegründet erweist und abzuweisen ist.

5.

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). Diese Voraussetzungen sind 
vorliegend erfüllt, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt gutzuheis-
sen ist.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2014, IV/13/1086, Seite 17

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Vorliegend werden die Verfahrens-
kosten auf Fr. 700.-- festgesetzt und dem unterliegenden Beschwerdefüh-
rer auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird er 
– unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – 
jedoch von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. Zu bemessen bleibt das amtliche Honorar von Fürspre-
cher B.________.

5.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 23. Januar 2014 machte Fürsprecher B.________ ein 
Honorar von total Fr. 3'118.20 geltend (Zeitaufwand: 11.4 Stunden). Mit 
aktualisierter Kostennote vom 21. März 2014 weist er nunmehr ein Honorar 
von total Fr. 3'766.20 aus (Zeitaufwand: 13.7 Stunden). Die im Nachgang 
zu Replik und Duplik eingereichten Eingaben vom 5. bzw. 10. März 2014 
mit Hinweisen auf die Rechtsprechung zu leidensbedingtem Abzug und 
Parallelisierung der Vergleichseinkommen waren mit Blick auf den vom 
Beschwerdeführer im letztgenannten Schreiben explizit aufgeführten 
Grundsatz "iura novit curia" nicht geboten, weshalb der diesbezügliche 
Aufwand nicht zu entschädigen ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2014, IV/13/1086, Seite 18

Entsprechend ist der tarifmässige Parteikostenersatz auf total Fr. 3'118.20 
festzusetzen (Honorar: Fr. 2'850.-- [11.4 h x Fr. 250.--], Auslagen: 
Fr. 37.20, Mehrwertsteuer: Fr. 231.--). Davon ist Fürsprecher B.________ 
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtli-
ches Honorar von Fr. 2'280.-- (11.4 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 37.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 185.40.-- (8% von Fr. 2'317.20), total 
somit eine Entschädigung von Fr. 2'502.60, auszurichten. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem 
Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Für-
sprecher B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'118.20 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Fürsprecher B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'502.60 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2014, IV/13/1086, Seite 19

6. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Schreiben des Beschwerdeführers vom 10. März 

2014)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.