# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3f43efb-b30c-5205-b87e-fe64f1015443
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2024 D-1067/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1067-2024_2024-03-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1067/2024, D-1072/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch;   

Gerichtsschreiberin Sandra Bisig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und deren Söhne 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

alle Türkei,   

alle vertreten durch Esther Potztal,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügungen des SEM vom 12. Februar 2024 /  

N (…) und N (…). 

 

 

D-1067/2024, D-1072/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden – eine Mutter mit einem minderjährigen Sohn 

(N […]) und einem volljährigen Sohn (N […]) – suchten am 14. Januar 2024 

in der Schweiz um Asyl nach.  

B.  

Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der Eurodac-Datenbank durch das 

SEM ergab, dass sie am 12. Januar 2024 in Kroatien aufgegriffen worden 

waren und dort gleichentags um Asyl ersucht hatten. 

C.  

Am 22. Januar 2024 ersuchte das SEM die kroatischen Behörden – mit 

zwei separaten Anfragen – um Rückübernahme der Beschwerdeführenden 

gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

D.  

D.a Am 30. Januar 2024 fanden – jeweils im Beisein der zugewiesenen 

Rechtsvertretung – die Dublin-Gespräche der Beschwerdeführenden statt. 

Das SEM befragte sie dabei zu ihrem Reiseweg und gewährte ihnen das 

rechtliche Gehör zur möglichen Zuständigkeit Kroatiens für die Durchfüh-

rung des Asylverfahrens, einer Wegweisung dorthin sowie zum medizini-

schen Sachverhalt. 

D.b Die Beschwerdeführenden erklärten im Wesentlichen, sie hätten die 

Türkei im Dezember 2023 auf dem Luftweg in Richtung Bosnien verlassen. 

Von dort aus hätten sie wiederholt versucht, (bei Minustemperaturen und 

durch einen Fluss hindurch) nach Kroatien zu gelangen, seien jedoch von 

kroatischen Polizisten mehrmals – auch als sie bereits im Landesinnern 

gewesen seien – nach Bosnien zurückgeschickt worden. Sie seien dabei 

angeschrien worden und es sei Gewalt gegen sie angewandt worden; der 

ältere Sohn sei einmal mit einem Schlagstock geschlagen worden. Auch 

seien Warnschüsse abgegeben und beinahe Hunde auf sie losgelassen 

worden. Einmal nach einer Grenzüberquerung sei es dem älteren Sohn 

sehr schlecht gegangen. Sie hätten aber vergeblich versucht, einen Kran-

kenwagen zu rufen beziehungsweise von den Behörden Hilfe zu erhalten.  

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Seite 3 

Beim letzten Versuch seien sie nach der Grenzüberquerung noch ein Stück 

mit einem Fahrzeug gefahren. Nach einer Weile seien sie von der kroati-

schen Polizei angehalten worden. Sie hätten eine beziehungsweise drei 

Stunden bei Minustemperaturen in nassen Kleidern in der Kälte warten 

müssen. Dann seien sie auf eine Wache gebracht und in einen Container 

"gesteckt" worden, wo sie bis zum nächsten Abend beziehungsweise un-

gefähr ein oder zwei Tage festgehalten worden seien und nichts zu essen 

bekommen hätten. Nach der gegen ihren Willen erfolgten Abnahme ihrer 

Fingerabdrücke seien sie mit einem Fahrzeug in ein Camp nach Zagreb 

gefahren worden, wo sie die ganze Zeit angeschrien beziehungsweise von 

einigen Angestellten nicht gut behandelt worden seien. Der Zustand ihres 

Zimmers sei sehr schlecht gewesen. Es sei dreckig gewesen, habe gestun-

ken und überall sei schmutzige Wäsche herumgelegen. Die Sanitäranla-

gen seien defekt und nicht benutzbar gewesen. Ausserdem sei das Essen 

ungeniessbar gewesen. Sie hätten das Camp dann verlassen und seien 

mit einem Fahrzeug über Slowenien nach Italien und von dort mit dem Zug 

in die Schweiz gereist. Sie würden aufgrund des Erlebten nicht nach Kroa-

tien zurückkehren wollen. Ausserdem hätten sie dort gar keine Asylgesu-

che gestellt und seien auch nicht medizinisch untersucht worden. 

D.c Zu ihrem Gesundheitszustand gaben die Beschwerdeführenden Fol-

gendes an: Die Beschwerdeführerin leide – seit sie mehrmals im Fluss ge-

wesen sei und nach Bosnien habe zurückkehren müssen – an Knie- und 

Bauchschmerzen. Sie habe ausserdem in der Halswirbelsäule einen Band-

scheibenvorfall gehabt und Schmerzen im Handgelenk, die bis in ihre 

Schultern strahlen würden. Es gehe ihr psychisch schlecht, wenn sie an 

die Zeit in Kroatien zurückdenke. Auch der jüngere Sohn sei aufgrund der 

Erlebnisse in Kroatien psychisch sehr belastet, seine Hand zittere und er 

bekomme Angst, wenn er Polizisten sehe. Er habe dem Pflegefachperso-

nal davon nichts erzählt und könne mit niemandem – auch nicht mit seiner 

Familie – über seine psychischen Probleme sprechen. Dem älteren Sohn 

gehe es momentan gesundheitlich gut. 

E.  

Am 3. Februar 2024 entsprachen die kroatischen Behörden den Ersuchen 

des SEM um Übernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO.  

F.  

Mit E-Mail vom 6. Februar 2024 stellte der zuständige Gesundheitsdienst 

dem SEM – auf entsprechende Anfrage hin – zwei "Verlaufsblätter" betref-

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Seite 4 

fend die Mutter sowie den jüngeren Sohn zu und informierte gleichzeitig 

darüber, dass sie nie bei einem Arzt gewesen und auch keine Termine offen 

seien. Im Verlaufsblatt der Mutter ist ein Eintrag vom 31. Januar 2024 

(Schmerzen von der Schulter bis zum Handgelenk aufgrund eines in der 

Türkei diagnostizieren Bandscheibenvorfalls im Genick und Juckreiz in der 

Leistengegend), in demjenigen des jüngeren Sohnes ein Eintrag vom 

2. Februar 2024 (Halsschmerzen und verstopfte Nase) vermerkt. 

G.  

Mit E-Mail vom 7. Februar 2024 stellte die zuständige Gesundheitsbetreu-

ung dem SEM sodann – auf entsprechende Anfrage hin – auch ein "Ver-

laufsblatt" betreffend den älteren Sohn zu. Diesem ist zu entnehmen, dass 

er sich am 20. Januar 2024 wegen einer (fiebrigen) Erkältung sowie Rü-

cken- und Kopfschmerzen an den Gesundheitsdienst gewandt hat. Ab dem 

4. Februar 2024 litt er zudem an Zahnschmerzen, weshalb am 6. Februar 

2024 ein Zahnarzttermin für Mitte März 2024 vereinbart wurde. 

H.  

Mit zwei separaten Verfügungen vom 12. Februar 2024 – beide gleichen-

tags eröffnet – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein, ord-

nete deren Wegweisung aus der Schweiz nach Kroatien an und forderte 

sie auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

Gleichzeitig beauftragte es den Kanton D._______ mit dem Vollzug der 

Wegweisung, händigte den Beschwerdeführenden die editionspflichtigen 

Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und stellte fest, eine allfällige Be-

schwerde gegen den Entscheid habe keine aufschiebende Wirkung. 

I.  

Gegen diese Verfügungen erhoben die Beschwerdeführenden mit Einga-

ben vom 13. Februar 2024 (Datum Postaufgabe: 19. Februar 2024) – han-

delnd durch ihre Rechtsvertreterin – Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht. Sie beantragten dabei in materieller Hinsicht, die vorinstanz-

lichen Verfügungen seien vollständig aufzuheben und das SEM sei anzu-

weisen, auf ihre Asylgesuche einzutreten und in der Schweiz ein materiel-

les Asylverfahren durchzuführen, eventualiter sei die Sache zur Neubeur-

teilung an das SEM zurückzuweisen, subeventualiter sei das SEM anzu-

weisen, eine individuelle und konkrete Garantieerklärung beim Staat Kroa-

tien einzuholen, aus welcher hervorgehe, dass sie im Falle einer Dublin-

Überstellung angemessen untergebracht und medizinisch (psychiatrisch) 

behandelt sowie einen angemessenen juristischen Schutz (gegen Folter) 

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und einen fairen sowie diskriminierungsfreien Zugang zum Asylverfahren 

erhalten würden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie, den Be-

schwerden sei die aufschiebende Wirkung zu erteilten und die Vollzugsbe-

hörden seien im Sinne einer superprovisorischen vorsorglichen Mass-

nahme unverzüglich anzuweisen, von ihrer Überstellung nach Kroatien ab-

zusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung entschieden habe. Ferner sei ihnen die unentgeltli-

che Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten. 

Den Beschwerden lag – neben Kopien der angefochtenen Verfügungen, 

der Vollmachten und des bereits erwähnten "Verlaufsblatts" von MedicHelp 

betreffend den älteren Sohn – eine E-Mail-Anfrage vom 13. Februar 2024 

an das Rote Kreuz in Kroatien bei. 

J.  

Das Gericht eröffnete betreffend die Mutter und den jüngeren Sohn das 

Beschwerdeverfahren D-1067/2024 und betreffend den älteren (volljähri-

gen) Sohn das Beschwerdeverfahren D-1072/2024. 

K.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 20. Februar 2024 setzte die In-

struktionsrichterin in beiden Beschwerdeverfahren den Vollzug der Über-

stellung per sofort einstweilen aus. 

L.  

Die vorinstanzlichen Akten liegen dem Bundesverwaltungsgericht seit dem 

20. Februar 2024 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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1.3 Die Beschwerden sind frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtenen Verfügungen besonders berührt und 

haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerden legitimiert 

(Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 

Auf die Beschwerden ist einzutreten. 

1.4 Da die beiden – in weiten Teilen identischen – Beschwerden einen en-

gen sachlichen, persönlichen und prozessualen Zusammenhang aufwei-

sen, rechtfertigt es sich, darüber in einem Urteil zu befinden. Zu diesem 

Zweck sind die Beschwerdeverfahren zu vereinigen. 

2.  

Die Beschwerden erweisen sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln sind (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführenden werfen dem SEM vor, es habe den Unter-

suchungsgrundsatz und die Begründungspflicht verletzt. Auf diese formel-

len Rügen ist vorab einzugehen, da sie allenfalls geeignet sind, eine Kas-

sation der vorinstanzlichen Verfügungen zu bewirken. 

4.2  

4.2.1 Der ältere Sohn rügt konkret, das SEM habe die medizinischen Be-

richte über seine körperlichen Verletzungen und die Schmerzen im Rücken 

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aufgrund der in Kroatien erlebten Folter ignoriert und (weitere) dadurch be-

dingte gesundheitliche Probleme nicht abgeklärt. Ausserdem hätte es nicht 

nur allgemeine Informationen über das Recht auf eine Anzeige in Kroatien 

(gegen die angeblich erlebte Polizeigewalt) klären, sondern auch eine kon-

krete juristische Unterstützung finden und kontaktieren müssen. 

4.2.2 Dazu ist zunächst festzuhalten, dass das SEM in seiner Verfügung 

(S. 7) die aktenkundigen gesundheitlichen Probleme des Beschwerdefüh-

rers berücksichtigte und sich – unter Hinweis auf die nachfolgenden Erwä-

gungen (insb. E. 8.3.2) – zu Recht nicht dazu veranlasst sah, weitere dies-

bezügliche Abklärungen zu treffen. Die angefochtene Verfügung ist unter 

diesem Aspekt – auch unter Berücksichtigung der umfangreichen Be-

schwerdevorbringen unter dem Titel "Untersuchungsgrundsatz im Asylver-

fahren und die Bedeutung der Rechte des Beschwerdeführers" sowie der 

Ausführungen bezüglich Art. 14 FoK (vgl. Beschwerde betreffend den älte-

ren Sohn [S. 7 ff. und 14 f.]) – nicht zu beanstanden. Ferner ist nicht er-

sichtlich und wird in der Beschwerde nicht nachvollziehbar aufgezeigt, in-

wiefern das SEM sonstige weitere Abklärungen (etwa hinsichtlich einer ju-

ristischen Unterstützung für den Beschwerdeführer in Kroatien) hätte vor-

nehmen müssen. 

4.2.3 Nach dem Gesagten zielen die in der Beschwerde des älteren Soh-

nes vorgebrachten formellen Rügen ins Leere.  

4.3  

4.3.1 In der Beschwerde betreffend die Mutter und den jüngeren Sohn wird 

sodann konkret gerügt, das SEM habe den medizinischen Sachverhalt 

nicht vollständig festgestellt und mithin zu Unrecht den von der Rechtsver-

tretung im Dublin-Verfahren gestellten Antrag auf Abklärung des psychi-

schen Zustands des (jüngeren) Sohnes abgewiesen. Ausserdem habe es 

keine rechtsgenügliche Bewertung des Kindeswohls vorgenommen und 

nicht alle (sonstigen) wesentlichen Umstände überprüft, welche das Leben 

und die Gesundheit des jüngeren Sohnes beeinflussen würden. 

4.3.2 Die Rüge der unvollständigen Feststellung des medizinischen Sach-

verhalts zielt – unter Hinweis auf die nachfolgenden Erwägungen (insb. 

E. 8.3.1 und 8.3.4) – auch hier ins Leere. Zudem kann weder diesbezüglich 

noch hinsichtlich des Kindeswohls eine Verletzung der Begründungspflicht 

durch das SEM ausgemacht werden. So hat das SEM die vorgebrachten 

Auswirkungen der angeblichen Erlebnisse in Kroatien auf den psychischen 

Gesundheitszustand des (jüngeren) Sohnes in der angefochtenen Verfü-

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gung berücksichtigt. Inwiefern es darüber hinaus die einzelnen behaupte-

ten Erlebnisse in seine Beurteilung hinsichtlich des Kindeswohls hätte ein-

fliessen lassen müssen (vgl. Beschwerde betreffend die Mutter und den 

jüngeren Sohn [S. 7]), erschliesst sich dem Gericht – unter Berücksichti-

gung der nachfolgenden Erwägungen – nicht.  

4.3.3 Die vorinstanzliche Verfügung betreffend die Mutter und den jünge-

ren Sohn ist nach dem Gesagten – auch unter Berücksichtigung der um-

fangreichen Beschwerdevorbringen unter dem Titel "Untersuchungsgrund-

satz im Asylverfahren und die Bedeutung der Rechte von Kindern" (vgl. 

entsprechende Beschwerde [S. 10 ff.]) – nicht zu beanstanden. 

4.4 Nach dem Gesagten sind die Eventualanträge auf Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz abzuweisen. 

5.  

5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsuchen-

de in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.  

5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen eines 

Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet grundsätzlich keine 

(erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt. Die Zuständigkeit 

beziehungsweise die Verpflichtung des Mitgliedstaates zur Wiederaufnah-

me ergibt sich direkt aus Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d beziehungsweise Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO (vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshofs [EuGH; 

Grosse Kammer] vom 2. April 2019, Staatssecretaris van Veiligheid en Jus-

titie gegen H. und R., C-582/17 und C-583/17, Rn. 47–50; BVGE 2019 VI/7 

E. 4-6, 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.H.). 

5.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

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sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (2012/C 326/02) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser 

Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. 

Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird der 

die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat 

(Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO). 

5.4 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte 

Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert. Ge-

mäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch "aus humanitären 

Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein an-

derer Staat zuständig wäre. Der Selbsteintritt ist zwingend, wenn individu-

elle völkerrechtliche Überstellungshindernisse vorliegen (BVGE 2015/9 

E. 8.2.1). 

6.  

Vorliegend ergab ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführen-

den mit der Eurodac-Datenbank, dass sie erstmals (und mithin vor ihrer 

Asylgesuchstellung in der Schweiz) in Kroatien um Asyl ersucht hatten. Die 

kroatischen Behörden stimmten den Ersuchen um ihre Wiederaufnahme 

sodann explizit zu. Damit ist die Zuständigkeit Kroatiens – auch unter Be-

rücksichtigung der Aussagen der Beschwerdeführenden zur (zwangswei-

sen) Abnahme ihrer Fingerabdrücke und unwillentlichen Asylgesuchstel-

lung – grundsätzlich gegeben, was in den Beschwerden auch nicht bestrit-

ten wird. 

7.  

7.1 Die Beschwerdeführenden machen in ihren Rechtsmitteleingaben je-

doch systemische Mängel im Asyl- und Aufnahmesystem Kroatiens geltend 

und fordern mithin die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-

III-VO. 

7.2 Diesbezüglich ist festzuhalten, dass Kroatien Signatarstaat der EMRK, 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

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(FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der 

FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist. Es ist grundsätzlich davon 

auszugehen, dass dieser Staat seinen entsprechenden völkerrechtlichen 

Verpflichtungen nachkommt. Ausserdem darf davon ausgegangen werden, 

dass Kroatien die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien 

des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 

2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung 

des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-

geben, anerkennt und schützt. 

7.3 Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

weisen das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Kroatien – un-

ter Beachtung der problematischen Push-Back-Praxis der kroatischen Be-

hörden – keine systemischen Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf. Demnach sind Dublin-Überstellungen 

nach Kroatien sowohl in Aufnahmeverfahren (take charge) als auch in Wie-

deraufnahmeverfahren (take back) grundsätzlich zulässig (vgl. Referenz-

urteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9, insb. E. 9.5; sowie statt vieler 

bspw. Urteil des BVGer F-773/2024 vom 13. Februar 2024 E. 7.3. m.w.H.). 

7.4 Vor diesem Hintergrund erweist sich eine Anwendung von Art. 3 Abs. 2 

Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO – in Übereinstimmung mit dem SEM und unter 

Berücksichtigung der von den Beschwerdeführenden behaupteten Erleb-

nissen in Kroatien sowie der sonstigen diesbezüglichen Beschwerdevor-

bringen (vgl. Beschwerden S. 14-19 resp. S. 9-14; u.a. Hinweise auf Be-

richte verschiedener Organisationen, auf Gerichtsurteile des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] und des EuGH sowie auf diver-

se Onlineartikel) – (zum jetzigen Zeitpunkt) als nicht gerechtfertigt. An die-

ser Einschätzung vermögen auch die in der Beschwerde aufgezeigten hy-

pothetischen Zukunftsszenarien im Zusammenhang mit der Entwicklung 

der "ukrainischen Krise" und des daraus möglicherweise resultierenden 

Zustroms von ukrainischen Flüchtlingen in Kroatien offensichtlich nichts zu 

ändern. 

8.  

8.1 Hinsichtlich des von den Beschwerdeführenden – namentlich mit ihren 

Vorbringen zu ihren Erlebnissen in Kroatien, zu ihrem Gesundheitszustand 

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Seite 11 

und zum Risiko einer Langzeittraumatisierung – geforderten (zwingenden) 

Selbsteintritts durch die Schweiz ist sodann Folgendes festzuhalten: 

8.2  

8.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt im Sinne der von den Be-

schwerdeführenden behaupteten Erlebnisse in Kroatien nicht, dass das 

Verhalten der kroatischen Grenzbehörden und die Behandlung von Asyl-

suchenden im Rahmen der Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung in Kroa-

tien problematisch sein können. Die Beschwerdeführenden vermögen in-

dessen mit ihren Vorbringen zu ihren Erlebnissen an der bosnisch-kroati-

schen Grenze und in Kroatien (insb. auch jenen während der sehr kurzen 

Dauer ihres dortigen Aufenthalts nach ihrer Asylgesuchstellung) sowie den 

generellen Ausführungen in den Beschwerden nicht darzutun, dass sie in 

Kroatien – nach legaler Rückkehr aus einem Dublin-Mitgliedstaat – kein 

faires Asylverfahren erhalten und sie ernsthaft Gefahr laufen würden, bei 

einer Rückkehr dorthin unmenschlich im Sinne von Art. 3 EMKR behandelt 

zu werden. Es bestehen (mithin) auch keine konkreten Anhaltspunkte für 

die Annahme, dass die kroatischen Behörden den Beschwerdeführenden 

nach einer Überstellung den Zugang zum Asylverfahren unter Einhaltung 

der Regeln der Verfahrensrichtlinie verweigern würden beziehungsweise 

in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur 

Ausreise in ein Land zwingen würden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in 

dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwun-

gen zu werden. Die in der Beschwerde des älteren Sohnes (S. 9) geäus-

serte Befürchtung, ihm drohe erneut eine Abschiebung aus Kroatien, er-

weist sich insofern als unbegründet. 

8.2.2 Die Beschwerdeführenden haben sodann – insbesondere auch mit 

ihren Vorbringen zum angeblich desolaten Zustand des Camps in Zagreb 

und ihrem Beschwerdevorbringen zum (angeblichen) katastrophalen Man-

gel an Unterkünften in Kroatien (vgl. Beschwerden S. 18 resp. 13) – keine 

konkreten Hinweise für die Annahme dargetan, Kroatien würde ihnen nach 

einer Überstellung im Rahmen des Dublin-Verfahrens dauerhaft die ihnen 

gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen 

vorenthalten. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung könn-

ten sie sich im Übrigen nötigenfalls an die kroatischen Behörden wenden 

und die ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg 

einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Zudem könnten sie die vor Ort 

tätigen karitativen Organisationen kontaktieren, sollten sie deren Hilfestel-

lung in Anspruch nehmen wollen. Nur am Rande ist anzumerken, dass die 

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Seite 12 

Schilderungen der Beschwerdeführenden zum Aufenthalt in Kroatien an-

gesichts der zeitlichen Verhältnisse (Aufgriff und Asylgesuche in Kroatien 

am 12. Januar 2024, Asylgesuche in der Schweiz bereits am 14. Januar 

2024) nur auf einem kurzen Zeitraum beruhen können. 

8.2.3 Wie bereits vom SEM festgehalten, können sich die Beschwerdefüh-

renden sodann – allenfalls mit Unterstützung karitativer Organisationen vor 

Ort – auch an das Justizwesen Kroatiens oder dortige Aufsichtsbehörden 

wenden, sollten sie sich künftig von Behördenvertretern oder Drittpersonen 

ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen. Das Gleiche gilt in Bezug 

auf die angeblich bereits erlebte Gewalt seitens kroatischer Grenzpolizis-

ten. 

8.3  

8.3.1 Soweit die Beschwerdeführenden in den Beschwerden geltend ma-

chen, dass ihr psychischer Gesundheitszustand respektive das Risiko ei-

ner Langzeittraumatisierung einer Überstellung nach Kroatien entgegen-

stehe, weshalb eine Wegweisung gegen Art. 3 EMRK verstosse, ist zu-

nächst festzuhalten, dass sie sich bezüglich ihrer (nunmehr) behaupteten 

psychischen Beschwerden nie an den Pflegedienst wandten (vgl. Bstn. F. 

und G. vorstehend). Allfällige bestehende psychische Beschwerden sind 

daher – in Übereinstimmung mit dem SEM und unter Berücksichtigung der 

in der betreffenden Beschwerde mehrfach erwähnten Aussage des jünge-

ren Sohnes anlässlich seines Dublin-Gesprächs, wonach er mit nieman-

dem über seine psychischen Probleme sprechen könne  – offensichtlich 

nicht derart gravierend, als dass eine Überstellung nach Kroatien eine tat-

sächliche Gefahr (real risk) einer Verletzung von Art. 3 EMRK mit sich brin-

gen würde (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die [damalige] Praxis 

des EGMR sowie Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezem-

ber 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Der diesbezüg-

liche Einwand in der Beschwerde der Mutter und des jüngeren Sohnes, 

wonach sie der Überzeugung gewesen seien, dass das SEM ihre Äusse-

rungen anlässlich der Dublin-Gespräche zu medizinischen Beschwerden 

an die zuständige Stelle weiterleite, ist unbehelflich. Dies gilt umso mehr, 

als die Mutter und der jüngere Sohn in ihren Dublin-Gesprächen – im Bei-

sein der Rechtsvertretung – darauf hingewiesen wurden, dass es sinnvoll 

sei, den Pflegedienst über ihre (ihm gegenüber) bisher nicht erwähnten ge-

sundheitlichen Probleme zu informieren respektive eine entsprechende Er-

wähnung gegenüber dem Pflegedienst empfohlen wurde (vgl. Akten SEM 

[…]-24/4 S. 3; […]-25/3 S. 3). 

D-1067/2024, D-1072/2024 

Seite 13 

8.3.2 Auch die weiteren aktenkundigen gesundheitlichen Probleme der Be-

schwerdeführenden (vgl. Bstn. D.c, F. und G. vorstehend) stehen einer 

Überstellung nach Kroatien – in Übereinstimmung mit dem SEM – offen-

sichtlich nicht entgegen. Dies gilt selbst für den Fall, dass die Rücken- und 

Kopfschmerzen beim älteren Sohn – wie erstmals in seiner Beschwerde 

behauptet und wegen welchen er sich zuvor einzig am 20. Januar 2024 (im 

Zusammenhang mit einer Erkältung) an den Gesundheitsdienst wandte – 

auf in Kroatien angeblich erlebte Polizeigewalt respektive Folter zurückzu-

führen sind. 

8.3.3 Kroatien verfügt grundsätzlich über eine ausreichende medizinische 

Infrastruktur. Ferner bestehen dort nebst den staatlichen Einrichtungen 

auch Angebote von Nichtregierungsorganisationen für die psychologische 

Betreuung, womit von einem genügenden psychologischen Behandlungs-

angebot auszugehen ist (vgl. etwa Urteile des BVGer D-6948/2023 vom 

22. Dezember 2023 E. 7.5.2 und D-5422/2022 vom 23. Januar 2023 

E. 9.3.2, je m.w.H.). An dieser Einschätzung vermögen die Hinweise auf 

einen Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zur Situation von psy-

chisch erkrankten Asylsuchenden und Schutzberechtigten in Kroatien so-

wie auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (D-7/2022 vom 24. März 

2022) nichts zu ändern. Es besteht sodann kein Grund zur Annahme, dass 

den Beschwerdeführenden in Kroatien eine adäquate medizinische Be-

handlung (inkl. einer allenfalls notwendigen medizinischen Untersuchung) 

verweigert würde, selbst wenn ihre medizinischen Beschwerden zuvor – 

wie von ihnen behauptet – ignoriert wurden.  

8.3.4 Aufgrund des bereits Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass ein 

allfälliges Antwortschreiben des kroatischen Roten Kreuzes auf die Anfrage 

der Rechtsvertretung vom 13. Februar 2024 vorliegend zu einer veränder-

ten Einschätzung führen wird, weshalb deren Eingang – im Sinne einer 

antizipierten Beweiswürdigung – nicht abzuwarten ist. Sodann steht ange-

sichts der vorstehenden Erwägungen ein allfälliges Risiko einer Retrauma-

tisierung bei einer Rückkehr nach Kroatien – sofern überhaupt geltend ge-

macht – einer Überstellung ebenfalls nicht entgegen.  

8.4 Soweit in der Beschwerde der Mutter und des jüngeren Sohnes geltend 

gemacht wird, das Wohl des letzteren im Sinne von Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 

0.107) wäre bei einer Rückkehr nach Kroatien gefährdet, kann auf die Er-

wägungen des SEM verwiesen werden, in welchen es – wie bereits er-

wähnt – auch die vorgebrachten Auswirkungen der angeblichen Erlebnisse 

D-1067/2024, D-1072/2024 

Seite 14 

in Kroatien auf den psychischen Gesundheitszustand des (jüngeren) Soh-

nes berücksichtigte, verwiesen werden (vgl. Verfügung betreffend die Mut-

ter und den jüngeren Sohn [S. 6 f.]). Die diesbezüglichen Beschwerdevor-

bringen (vgl. entsprechende Beschwerde S. 6 ff.) sind jedenfalls nicht ge-

eignet, die vorinstanzlichen Standpunkte zu entkräften (vgl. etwa auch Ur-

teil des BVGer F-12/2023 vom 27. März 2023 E. 7.3).  

8.5 Aufgrund des bereits Ausgeführten ist ferner nicht ersichtlich, inwiefern 

das in der Beschwerde des älteren Sohnes angerufene Recht auf Rehabi-

litation gemäss Art. 14 FoK einer Überstellung nach Kroatien entgegenste-

hen soll. 

8.6 Nach dem Gesagten erweist sich die Überstellung nach Kroatien unter 

Beachtung der massgeblichen völkerrechtlichen Bestimmungen als zuläs-

sig, womit keine zwingenden Gründe für einen Selbsteintritt auf die Asyl-

gesuche der Beschwerdeführenden ersichtlich sind. Sodann sind die an-

gefochtenen Verfügungen auch im Hinblick auf Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

nicht zu beanstanden. Daran vermögen die Beschwerdevorbringen zu "al-

leinerziehende Eltern, die minderjährige Kinder aufziehen" (vgl. Beschwer-

de betreffend die Mutter und den jüngeren Sohn [S. 19 f.]) bereits deshalb 

nichts zu ändern, weil diese angesichts des Alters der Söhne der Be-

schwerdeführerin nicht auf die vorliegende Konstellation passen. 

8.7 Den Akten sind schliesslich keine Anhaltspunkte zu entnehmen, die es 

vorliegend als notwendig erscheinen liessen, von den kroatischen Behör-

den vorgängig der Überstellung individuelle Zusicherungen hinsichtlich der 

Unterbringung, der medizinischen Versorgung, eines (kostenlosen) juristi-

schen Schutzes (gegen Folter) und des fairen sowie diskriminierungsfreien 

Zugangs zum Asylverfahren zu erhalten. Die Subeventualanträge sind so-

mit abzuweisen. 

9.   

Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten 

und hat die Überstellung nach Kroatien in Anwendung von Art. 44 AsylG 

ebenfalls zu Recht angeordnet. Die weiteren Beschwerdevorbringen sind 

nicht geeignet, um zu einer anderen Einschätzung zu gelangen, weshalb 

nicht weiter darauf einzugehen ist. 

D-1067/2024, D-1072/2024 

Seite 15 

10.  

Nach dem Gesagten sind die Beschwerden abzuweisen und die Verfügun-

gen des SEM zu bestätigen. 

11.  

Mit dem vorliegenden Urteil fallen die am 20. Februar 2024 angeordneten 

Vollzugsstopps dahin. Die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung sind – wie auch die Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses – gegenstandslos geworden. 

12.  

12.1 Die mit den Beschwerden gestellte Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) sind – unbesehen der 

geltend gemachten Mittellosigkeit – abzuweisen, da die Begehren gemäss 

den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu bezeichnen waren. 

12.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 950.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

D-1067/2024, D-1072/2024 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren D-1067/2024 und D-1072/2024 werden verei-

nigt. 

2.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

3.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden 

abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 950.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Sandra Bisig