# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 583bcb39-51f1-5a42-ad89-4e506a38338d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.06.2010 UV 2009/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-57_2010-06-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/57

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.04.2020

Entscheiddatum: 02.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 02.06.2010
Art. 6, 19 Abs. 1 UVG: Bestehen eines natürlichen Kausalzusammenhangs 
zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis wird als 
äusserst fraglich beurteilt. Adäquanz des mittelschweren Unfalls im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen verneint (seitlicher Zusammenprall 
zweier Autos) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 2. Juni 2010, UV 2009/57).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 2. Juni 2010

in Sachen

N.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239, 

9443 Widnau,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Die 1972 geborene N.___ war seit April 2007 für die A.___ als chemisch-

technische Assistentin tätig und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen 

versichert (Suva-act. 1). Als im Morgenverkehr vom 27. Juni 2007 ein Lieferwagen von 

der linken auf die rechte Fahrbahnspur wechselte, übersah der Fahrer den 

Personenwagen der Versicherten und touchierte ihn auf der Führerseite (Suva-act. 1, 

9/7, 9/9, 9/11). Am Folgetag suchte die Versicherte ihre Hausärztin Dr. med. B.___ auf, 

welche als Untersuchungsbefund Druckschmerzen im Nacken- und mittleren BWS-

Bereich sowie im linken Handgelenk festhielt. Die Versicherte gab an, zwei Stunden 

nach dem Unfall unter Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit und 

Erbrechen gelitten zu haben. Röntgenaufnahmen der HWS ap/seitlich und eine 

Densaufnahme transbuccal ergaben unauffällige ossäre Befunde (Suva-act. 4/1-2). Mit 

Zeugnis vom 22. August 2007 diagnostizierte die Hausärztin in Anlehnung an die 

Quebec Task Force (QTF-)Klassifikation ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma 

Grad II. Sie attestierte ab dem Unfalltag eine 100%ige, und ab dem 6. August 2007 

eine 85%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 4/2, 5). Die Suva anerkannte ihre 

Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.

A.b   Am 28. August und 3. September 2007 untersuchte die Augenärztin Dr. med. 

C.___ die Versicherte. Dabei konnte sie keinen Zusammenhang zwischen dem 

Unfallereignis und der neuen Brillenverordnung vom 3. September 2007 feststellen 

(Suva-act. 48). Dr. med. D.___, Facharzt für Rheumatologie FMH, Manuelle Medizin 

SAMM, diagnostizierte auf Grund seiner Untersuchungen vom 27. September und 13. 

November 2007 eine HWS-Distorsion bei aktuell invalidisierenden Schmerzen zerviko-

thorakal, mehrheitlich muskulären Ursprungs, einer radiologisch unklaren 

Strukturalteration HWK4 und 5 sowie einem reaktiv-depressiven Zustandsbild und 

diversen Medikamentenunverträglichkeiten (Suva-act. 46). Gemäss seinem Bericht vom 

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14. November 2007 leidet die Versicherte v.a. unter anfallsartig auftretenden, 

migräneartigen Cephalgien begleitet von Nausea (Übelkeit) und Sehstörungen. 

Immerhin aber habe die Arbeitsfähigkeit auf 20% gesteigert werden können (Suva-

act. 47).

A.c   Mit Bericht vom 19. November 2007 hielt Dr. med. E.___, Spezialarzt für Psychia­

trie und Psychotherapie FMH, der die Versicherte seit August 2007 behandelte, als 

Diagnosen ein ausgeprägtes cephaleal-nuchales Schmerzsyndrom sowie eine 

Anpassungsstörung mit ängstlich-depressiver Reaktion bei leistungsbezogener 

Persönlichkeit (ICD-10 F43.21) fest (Suva-act. 55).

A.d   Am 10. Dezember 2007 wurde in der Rehaklinik Bellikon ein ambulantes 

Assessment durchgeführt. Angesichts der Resultate gingen die Ärzte bezüglich 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit von einer guten Prognose aus (Suva-act. 69). Gemäss 

dem nach Konsultation in der Kopfwehsprechstunde vom 28. Januar 2008 verfassten 

Bericht wurden als Hauptdiagnosen nach Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion eine 

chronische posttraumatische Migräne (ICHD-II 5.4), ein myofasziales Schmerzsyndrom 

kranio-zerviko-thorakal sowie eine depressive Reaktion festgestellt (Suva-act. 84/1). Im 

Auftrag der Suva erstellte die AGU Zürich am 25. März 2008 einen Bericht zur 

biomechanischen Beurteilung des Unfalls, der an die Kurzbeurteilung vom 5. 

November 2007 (Suva-act. 41) anschloss. Dieser ergab, dass die im Anschluss an das 

Unfallereignis festgestellten von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde 

durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall weder durch die Belastung in Längs- noch 

in Querrichtung erklärbar seien (Suva-act. 95).

A.e   Vom 16. April bis 21. Mai 2008 war die Versicherte in der aarReha Schinznach 

hospitalisiert (Suva-act. 109). Ab dem 23. Juni 2008 nahm sie ihre Arbeit wieder zu 

40% auf (Suva-act. 110). Am 29. Juli 2008 fand eine Untersuchung durch Kreisarzt Dr. 

med. F.___, Facharzt FMH für Chirurgie, statt. Mit Bericht vom 29. Juli 2008 hielt dieser 

fest, dass auf Grund der medizinischen Befunde keine traumatischen Schädigungen 

bestünden, welche eine Minderung der Einsatzfähigkeit der Versicherten rechtfertigen 

könnten. Auch krankheitsbedingt sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

erkennbar (Suva-act. 119/5-6).

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A.f    Ab dem 25. August 2008 konnte die Versicherte ihr Arbeitspensum auf 50% 

steigern (Suva-act. 122, 138/64). Am 3. Oktober 2008 teilte ihr die 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen mit zwei separaten Vorbescheiden 

mit, dass ihre Gesuche um Invalidenrente und berufliche Massnahmen der IV abgelehnt 

würden (Suva-act. 135). Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis per 

31. Januar 2009 mit der Begründung, dass auch im Oktober 2008 keine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit über 50% erfolgt sei (Suva-act. 139, Suva-act. vom 10. November 

2008 zwischen act. 141 und 142).

A.g   Mit Verfügung vom 3. November 2008 verneinte die Suva den adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen den fortbestehenden Beschwerden und dem Unfall 

vom 27. Juni 2007 und stellte die Versicherungsleistungen per 30. November 2008 ein. 

Gleichzeitig lehnte sie einen Anspruch der Versicherten auf Invalidenrente und 

Integritätsentschädigung ab (Suva-act. 141).

B.       

Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Widnau, für die 

Versicherte erhobene Einsprache (Suva-act. 150) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 21. April 2009 ab (Suva-act. 159).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 22. Mai 

2009 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 21. April 2009 sowie die 

Verfügung vom 3. November 2008 seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien 

ab 1. Dezember 2008 eine UVG-Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung von 

mindestens Fr. 63'000.--, beide gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50%, zu 

gewähren. Weiter sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin zwecks Erhalt der 

verbliebenen Erwerbsfähigkeit auch nach Festsetzung der Rente Anspruch auf 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen habe. Eventualiter sei festzustellen, dass sie 

auch nach dem 30. November 2008 und bis auf weiteres Anspruch auf ein Unfall-

Taggeld bei einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% sowie auf Pflegeleistungen 

und Kostenvergütungen habe. Schliesslich sei der Beschwerdeführerin die 

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unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, unter Einsetzung von ihm als Vertreter, 

und es sei von der Erhebung einer Einschreibgebühr abzusehen; alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 17. August 2009 beantragte die durch Rechtsanwalt 

Dr. iur. Urs Glaus, St. Gallen, vertretene Beschwerdegegnerin Abweisung der 

Beschwerde.

C.c   Mit Replik vom 8. September 2009 beantragte die Beschwerdeführerin zusätzlich 

die Durchführung einer mündlichen Verhandlung mit persönlicher Anhörung. 

Gleichzeitig reichte sie einen Abschlussbericht und einen Psychologischen Bericht über 

die stationäre Rehabilitation im Rehazentrum Leukerbad vom 12. bis 29. Mai 2009 (act. 

G 10.1/7-8) sowie einen Arbeitsvertrag über eine neue Anstellung ab September 2009 

im Rahmen eines 60%igen Arbeitspensums ein (act. G 10.1/9). In der Duplik vom 

18. September 2009 nahm der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin zu den 

medizinischen Akten des Rehazentrums Leukerbad Stellung.

C.d   Mit Schreiben vom 21. September 2009 wies der Präsident des 

Versicherungsgerichts den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Verweis auf das 

Urteil des Bundesgerichts vom 6. Mai 2008 i/S L. (9C_555/2007) E. 3.3.2 darauf hin, 

dass vorliegend ein Sachverhalt zu beurteilen sei, der in erster Linie von den Akten und 

nicht vom persönlichen Eindruck der Beschwerdeführerin abhänge. Damit erscheine 

die Zweckmässigkeit der beantragten Befragung der Beschwerdeführerin über ihre 

aktuelle Erwerbssituation und mithin auch die Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung fraglich.

C.e   Mit nachträglicher Eingabe vom 28. Mai 2010 änderte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin die Rechtsbegehren in dem Sinn ab, als die Anträge auf eine 

Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung unter dem Vorbehalt der 

Wiedereinbringung zurückgezogen wurden, und das Eventualbegehren betreffend die 

Unfalltaggelder dahingehend geändert wurde, als neu vom 1. Dezember 2008 bis 10. 

Dezember 2009 ein Unfalltaggeld von Fr. 92.65, vom 11. Dezember 2009 bis 31. März 

2010 ein Taggeld von Fr. 74.10, vom 1. April bis 30. April 2010 eines von Fr. 55.60 und 

ab dem 1. Mai 2010 ein Taggeld von Fr. 37.05, nebst Zins zu 5% seit dem 1. 

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September 2009 (mittlerer Verfall) verlangt wurde. Im Übrigen sei die Sache zur 

weiteren Sachverhaltsabklärung und Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur 

Begründung macht der Rechtsvertreter geltend, dass die Erwerbsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auf Grund der Verbesserung seit dem 10. Dezember 2009 nicht 

mehr "dauerhaft" im Sinn von Art. 18 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sei, weshalb auf die Geltendmachung 

einer Rente und einer Integritätsentschädigung verzichtet werde bis die medizinischen 

Behandlungen abgeschlossen seien.

C.f    Am 2. Juni 2010 fand die beantragte mündliche Verhandlung statt, nachdem die 

Beschwerdeführerin auf das Schreiben vom 21. September 2009 (vgl. Erw. C.d) nicht 

reagiert hatte.

C.g   Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften, in den 

medizinischen Akten und an der mündlichen Verhandlung wird, soweit 

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich 

des Unfalls vom 27. Juni 2007 und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen. 

Streitig und zu prüfen ist, ob sie weitere Leistungen ab 1. Dezember 2008 zu Recht 

verweigert hat.

1.2    Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Voraussetzungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbesondere 

jene des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis 

und gesundheitlicher Schädigung zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Anzufügen 

bleibt, dass im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

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natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne 

Weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 

365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht 

(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht 

automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade 

klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt 

zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person eine 

Schleudertraumaverletzung erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die 

Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die 

Abklärungen indessen, dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung 

erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen 

Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 

psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), 

andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 

festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der 

HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen 

und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis 

zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 

E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem 

Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie 

Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbar ist, wenn und soweit 

sich deren Folgen mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004 i/S O.G. [U 243/03]; RKUV 2000 

Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

2.        

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Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin über 

den 30. November 2008 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen 

organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar 

sind. Erste Röntgenbilder vom 28. Juni 2007 ergaben gemäss Dr. B.___ unauffällige 

ossäre Befunde (Suva-act. 4/2). Auch Dr. D.___ konnte auf diesen Aufnahmen keine 

unfallbedingten Veränderungen der HWS ausmachen. Er hielt lediglich eine 

unübersichtliche Situation mit Strukturalteration der Wirbelkörper HWK 4 und 5 sowie 

differenzialdiagnostisch ein projektionsbedingtes Überlagerungsphänomen durch den 

Prozessus transversus fest und sah die Schmerzen zerviko-thorakal muskulär bedingt 

(Suva-act. 46). Ein MRI der HWS vom 28. September 2007 zeigte eine lediglich 

minimale Bandscheibenprotrusion HWK 5/6 und HWK 6/7 ohne Kompression 

neuronaler Strukturen (Suva-act. 23). Für Dr. D.___ ergaben sich gestützt darauf keine 

beschwerdeerklärenden Pathologien (Bericht vom 9. Oktober 2007: Suva-act. 56). Die 

augenärztlichen Untersuchungen vom 28. August und 3. September 2007 liessen 

ebenfalls keine Rückschlüsse auf unfallbedingte Augenverletzungen zu (Suva-act. 48). 

Schliesslich fanden sich auch bei der am 28. Januar 2008 in der Kopfwehsprechstunde 

des Universitätsspitals Zürich durchgeführten neurologischen Untersuchung keine 

organisch fassbaren Ursachen für die starken Kopfschmerzen. Als Diagnose hielten die 

Ärzte vielmehr eine chronische posttraumatische Migräne (ICHD-II 5.4), ein 

myofasziales Schmerzsyndrom kranio-zerviko-thorakal sowie eine depressive Reaktion 

fest (vgl. Suva-act. 84). Sodann zeigte sich anlässlich des ambulanten Assessments 

vom 10. Dezember 2007 in der Rehaklinik Bellikon entlang der ganzen paravertebralen 

Muskulatur im HWS-Bereich eine Druckdolenz sowie ein Triggerpunkt am Trapezius 

horizontalis rechts mit Ausstrahlung temporal (Suva-act. 69/5). Auch in der 

Kopfwehsprechstunde vom 28. Januar 2008 wurde eine Druckdolenz im Bereich des 

Hinterkopfs, der Schläfen, dem Nacken bis auf Höhe des Brustkorbs festgehalten 

(Suva-act. 84/2). Klinisch erhobene Druckdolenzen, Muskelhartspann sowie 

Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS stellen praxisgemäss jedoch kein 

klar fassbares organisches Substrat dar (vgl. EVG-Urteile vom 3. August 2005 i/S M. 

[U 9/05] E. 4 und vom 23. November 2004 i/S B. [U 109/04] E. 2.2). Zusammenfassend 

ist deshalb davon auszugehen, dass weder äussere noch innere Verletzungen klinisch 

oder bildgebend dokumentiert sind.

3.        

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3.1    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare 

pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).

3.2    Distorsionen der HWS sind Folgen von Beschleunigungskräften, die im Sinn einer 

Überdehnung und Überbiegung auf die HWS einwirken und mit einem Kopfanprall 

verbunden sein können. Ein eigentliches Schleudertrauma liegt nur dann vor, wenn bei 

einer Auffahrkollision durch die plötzliche Beschleunigung des getroffenen Fahrzeugs 

der Kopf des Insassen - ohne anzuprallen - zuerst nach hinten zu knicken scheint und 

anschliessend nach vorne beschleunigt wird. Führt der Beschleunigungsmechanismus 

zu einem Kopfanprall, sollte nicht von einem Schleudertrauma, sondern von einer 

HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl. diesbezüglich Thomas Locher, HWS-

Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach schweizerischem 

Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das 

sogenannte "Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und rechtliche 

Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.). - Im konkreten Fall 

wurde das Auto der Beschwerdeführerin an der linken vorderen Seite von einem 

Lieferwagen touchiert (Suva-act. 9, 94). Angesichts der obigen Darlegungen fällt bei 

diesem Unfallmechanismus ein eigentliches Schleudertrauma von vornherein ausser 

Betracht. Gestützt auf die biomechanische Beurteilung ist eine HWS-Distorsion durch 

die festgestellte Kollisionseinwirkung ebenfalls nicht erklärbar (Suva-act. 95/4 f.). 

Dennoch stellte die erstbehandelnde Hausärztin gestützt auf ihre Untersuchung am 

Tag nach dem Unfall mit Zeugnis vom 22. August 2007 die Diagnose einer HWS-

Distorsion Grad II (Suva-act. 4, 3). In den Berichten von Dr. D.___ vom 27. September, 

9. Oktober und 14. November 2007 (Suva-act. 46, 47, 56), der Rehaklinik Bellikon 

(Suva-act. 69), des Universitätsspitals Zürich (Suva-act. 84) und der aarReha 

Schinznach (Suva-act. 109) wurde die Diagnose einer HWS-Distorsion wiederholt. 

Insgesamt erscheint angesichts des konkreten Unfallablaufs die Diagnose einer dem 

HWS-Schleudertrauma äquivalenten Verletzung indessen äussert fraglich.

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3.3    Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert und liegt ein für die Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depressionen, Wesensveränderung usw. vor, so ist der 

natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen 

Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. 

auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung der 

Sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts (Urteile vom 30. 

Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]) muss bei einer 

HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild (mit einer Häufung von Beschwerden) 

nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden 

nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum 

Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (RKUV 2000 Nr. 359 S. 

29 E. 5e). Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion 

typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem 

Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

3.4    Zwischen den Parteien blieb grundsätzlich unbestritten, dass die zum typischen 

Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma gehörenden Beeinträchtigungen 

innerhalb der erforderlichen Latenzzeit zumindest teilweise aufgetreten sind. Den 

medizinischen Akten sind Merkmale eines typischen bunten Beschwerdebilds - Kopf- 

und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen - denn auch zu entnehmen 

(Suva-act. 4/1). Vor diesem Hintergrund ging die Beschwerdegegnerin zunächst von 

einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer HWS-

Verletzung aus und anerkannte einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin im 

Anschluss an den Unfall. Nach weiteren Abklärungen hielt der Kreisarzt dann aber im 

Bericht vom 29. Juli 2008 fest, dass die Beschwerden und Symptome auf Grund der 

spezialärztlichen Untersuchungsergebnisse nicht im Rahmen des Unfalls eingeordnet 

werden könnten, weshalb die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen nach Prüfung der 

adäquaten Kausalität per 30. November 2008 schliesslich einstellte. Selbst wenn das 

Vorliegen der natürlichen Unfallkausalität vor diesem Hintergrund bereits ab einem 

früheren Zeitpunkt sehr fraglich war, kann nachfolgend geprüft werden, ob anhand der 

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medizinischen Akten mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine 

unfallkausale gesundheitliche Beeinträchtigung spätestens per Einstellungsdatum zu 

verneinen ist bzw. die geklagten Beschwerden keiner fassbaren unfallkausalen 

gesundheitlichen Beeinträchtigung mehr zugeschrieben werden können (vgl. BGE 119 

V 341 E. 2b/bb).

4.        

4.1    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt kumulativ voraus, dass zwischen 

dem Unfall und der eingetretenen Gesundheitsbeeinträchtigung die natürliche sowie 

die adäquate Kausalität gegeben sein muss. Unter diesem Aspekt wendet die 

Beschwerdegegnerin ein, dass sie unabhängig vom Vorliegen eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs berechtigt sei, die Leistungen einzustellen, da die aktuellen 

Beschwerden nicht mehr in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall 

stünden. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt jedoch erst, wenn das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen ist. Weil es sich dabei um eine leistungsaufhebende Tatsache handelt, 

liegt die Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer 

(EVG-Urteil vom 15. Oktober 2003 i/S P. [U 154/03], RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45).

4.2    Die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den über den 30. 

November 2008 hinaus geklagten Beschwerden und dem streitigen Unfall kann offen 

bleiben, wenn - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - eine weitergehende 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mangels Bestehens des kumulativ 

vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhangs verneint wird (BGE 135 V 472 E. 

5.1). Die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin während des 

Beschwerdeverfahrens eingereichten neuen Akten, welche den Sachverhalt nach 

Erlass des streitigen Einspracheentscheids vom 21. April 2009 betreffen, sind dabei für 

die vorliegende Prüfung nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 und 129 V 

169 E. 1, je mit Hinweis).

4.3    Die Adäquanzprüfung hat nach Abschluss des normalen, unfallbedingt 

erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen, und nicht solange von einer Fortsetzung 

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der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann 

(= Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG; EVG-Urteil vom 11. Februar 2004 i/S K. 

[U 246/03]; BGE 134 V 112 ff.). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss erfüllt, 

ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung 

des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung 

abzuschliessen. Der Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des 

Bundesgerichts 8C_467/2008 vom 4. November 2008 (E. 5.2.2.2) lediglich, dass von 

weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr 

erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger 

erforderlich ist. Der Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei 

prognostisch und nicht auf Grund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen (RKUV 

2005 Nr. U 577 S. 388 E. 3).

4.4    Während der stationären Rehabilitation in der aarReha Schinznach vom 16. April 

bis 21. Mai 2008 wurde die Beschwerdeführerin mittels verschiedener therapeutischer 

Massnahmen wie Einzelphysiotherapie, Lymphdrainage, Einzelergotherapie, 

Einzeltherapie klinische Psychologie mit interdisziplinärer Besprechung, Bad, Tai Chi 

und Laufbandtherapie abgeklärt. Im Verlauf des Aufenthalts habe sich eine deutliche 

psychische Stabilisierung sowie eine Verbesserung der Schmerzsituation gezeigt. In 

psychologischer Hinsicht wurde eine Anpassungsstörung mit vorwiegender 

Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD10; F43.23) diagnostiziert. Beim Austritt 

wurden weiterhin Physiotherapien und psychologische Betreuungen mit dem Ziel 

empfohlen, Schmerzbewältigungs- und Entspannungsstrategien zu vertiefen (Suva-

act. 109). Auf Grund seiner Untersuchung vom 29. Juli 2008 hielt Kreisarzt Dr. F.___ 

fest, dass die Beschwerden und Symptome nicht im Rahmen des Unfallereignisses 

eingeordnet werden könnten und auf Grund des Gleichgewichtszustands, ohne Erfolg 

der therapeutischen Massnahmen, die sogenannt typischen HWS-Symptome nun auf 

ihre Adäquanz zu prüfen seien (Suva-act. 119/5). Da somit spätestens am 30. 

November 2008 von weiteren Massnahmen keine Besserung des Gesundheitszustands 

mehr zu erwarten war, ist der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung per diesem Datum nicht 

zu beanstanden.

5.        

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5.1    Auf Grund der medizinischen Unterlagen ist nicht belegt, dass bald nach dem 

Unfall eine psychische Überlagerung stattgefunden hatte, die das Beschwerdebild der 

ersten Monate nach dem Unfall, das durch HWS-Beschwerden geprägt war, ganz in 

den Hintergrund treten liess. Die Adäquanz ist daher nach der sogenannten 

Schleudertrauma-Praxis gemäss BGE 134 V 109 zu prüfen.

5.2    Gemäss der biomechanischen Beurteilung des AGU Zürich vom 25. März 2008 

betrug die kollisionsbedingte vektorielle Geschwindigkeitsänderung des Autos der 

Beschwerdeführerin sowohl in Bezug auf den Fahrzeugschwerpunkt als auch bezogen 

auf die Sitzposition der Beschwerdeführerin rund 3 bis 5 km/h. Auf Grund dieser 

Belastungen wies das Ereignis insgesamt ein sehr tiefes Schädigungspotential auf 

(Suva-act. 95). Die seitliche Kollision vom 27. Juni 2007 ist folglich nach dem hier allein 

massgebenden augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden 

Kräften höchstens als mittelschwer, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu 

qualifizieren. Damit wäre die Adäquanz des Kausalzusammenhangs nur dann zu 

bejahen, wenn von den weiteren massgeblichen Kriterien (besondere dramatische 

Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder 

besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche 

Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) 

entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in 

gehäufter oder auffallender Weise gegeben wären (BGE 134 V 126 E. 10.1; 367 f. E. 6; 

Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009 i/S W. [8C_951/2008] E. 6.1).

5.2.1           Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls sind hier klarerweise zu verneinen.

5.2.2           Die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas genügt für sich allein nicht 

zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen 

Verletzung. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der dafür typischen 

Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen 

können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 

380/04 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall 

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eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten 

Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. 

U 489 S. 357, U 193/01 E. 4.3 mit Hinweisen). Solche Umstände sind hier nicht 

gegeben, gingen doch die Gutachter des AGU gemäss biomechanischer Beurteilung 

vom 25. März 2008 von einem Normalfall aus (vgl. Suva-act. 95). Auch sonst liegen 

keine erheblichen Verletzungen vor, welche sich die Beschwerdeführerin neben der 

diagnostizierten HWS-Distorsion beim Unfall zugezogen hat (vgl. BGE 134 V 109 E. 

10.2.2 mit Hinweisen).

5.2.3           Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden ärztlichen 

Behandlung (BGE 134 V 128 E. 10.2.3) ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund 

des subjektiven Empfindens der versicherten Person (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 30. September 2009 i/S G. [8C_299/2009] E. 4.3.3). Die Beschwerdeführerin 

macht geltend, dieses Adäquanzkriterium sei erfüllt, da sie ärztliche Behandlungen von 

einer ausgeprägten Intensität und langer Dauer über sich habe ergehen lassen müssen. 

Auf Grund der Akten ist erstellt, dass die gesamte medizinische Behandlung - mit 

Ausnahme eines vom 16. April bis 21. Mai 2008 dauernden Rehabilitationsaufenthalts 

(Suva-act. 109) - ambulant stattfand. Insbesondere musste die Beschwerdeführerin 

auch keine belastenden Operationen über sich ergehen lassen. Neben Konsultationen 

bei der Hausärztin, welche sie v.a. medikamentös behandelte (Suva-act. 57), wurden 

zu Beginn zweimal wöchentlich Physiotherapien, dabei anfangs eher Fussreflexzonen-

Massagen durchgeführt. Später wurde der Schwerpunkt der Behandlung auf aktive 

Physiotherapie im Nackenbereich gesetzt und der Therapierhythmus Ende 2007 auf 

dreimal pro Woche gesteigert (Suva-act. 3, 17, 25, 31, 44, 69, 71, 97, 120, 121, 137). 

Schliesslich wurden versuchsweise vier Osteopathiesitzungen durchgeführt (Suva-

act. 79, 93/5). Ab August 2007 fand zudem zuerst wöchentlich, dann alle ein bis zwei 

Wochen eine psychologische Sitzung bei Dr. E.___ statt (Suva-act. 17, 55, 108). 

Daneben begab sich die Beschwerdeführerin bis zur Überweisung in die aarReha 

Schinznach dreimal für abklärende Untersuchungen zum Rheumatologen Dr. D.___ 

(Suva-act. 46, 47, 56) und einmal in die Kopfwehsprechstunde des Universitätsspitals 

Zürich (Suva-act. 84). Bei Kreisarzt Dr. F.___ fand am 29. Juli 2008 eine Untersuchung 

statt (Suva-act. 119). Da blossen ärztlichen Verlaufskontrollen und 

Abklärungsmassnahmen nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten 

Heilmethodik zukommt (Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2009 i/S N. 

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[8C_626/2009] E.4.3 mit Hinweis) und manualtherapeutische Vorkehren in Form von 

Physiotherapie oder Osteopathie keine spezifische, die Beschwerdeführerin speziell 

belastende ärztliche Behandlungen im Sinn dieses Kriteriums darstellen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. Dezember 2008 i/S D. [8C_500/2007] E. 5.4), kann lediglich in 

der mehr oder weniger regelmässig durchgeführten psychologischen Behandlung von 

einer fortgeführten Behandlungsfolge ausgegangen werden. Dass es sich dabei um 

eine belastende Behandlung im Sinn des zu prüfenden Adäquanzkriteriums handelt, 

erscheint jedoch fraglich. So oder so wäre das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, 

belastenden ärztlichen Behandlung höchstens in geringem Masse als erfüllt zu 

betrachten.

5.2.4           Das Merkmal der erheblichen Beschwerden kann angesichts der 

dauernden Kopf- und Nackenschmerzen (Suva-act. 119/3) bzw. anfallsartig 

auftretenden, migräneartigen Cephalgien begleitet von Nausea und Seestörungen 

(Suva-act. 47) zwar bejaht werden. Allerdings liegt es lediglich in wenig ausgeprägter 

Weise vor. Denn bereits beim Austritt aus der aarReha Schinznach waren die 

Kopfschmerzen in einen erträglichen Bereich gerückt (Suva-act. 109/2) und auch 

während der kreisärztlichen Untersuchung im Juli 2008 gab die Beschwerdeführerin an, 

dass es mit der Gesundheit einigermassen gehe (Suva-act. 119/3; vgl. u.a. Urteile des 

Bundesgerichts vom 9. September 2008 i/S S. [8C_584/2007] E. 4.2.1 und vom 16. Mai 

2008 i/S D. [8C_500/2007] E. 5.4).

5.2.5           Ohne Weiteres zu verneinen ist das Kriterium der ärztlichen 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat. Eine solche wird 

von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht.

5.2.6           Beim Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen 

Komplikationen müssen die beiden Teilaspekte nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 117 V 

369E. 7b). Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche 

im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht 

bereits auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen 

geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung 

beeinträchtigt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2009 i/S T. 

[8C_1020/2008] E. 5.7 und vom 22. August 2008 i/S D. [8C_623/2007] E. 8.6). Die 

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Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen 

nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz 

regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteile des 

Bundesgerichts vom 16. Mai 2008 i/S M. [8C_252/2007] E. 7.6 und vom 16. Mai 2008 i/

S S. [8C_57/2008] E. 9.6.1, je mit Hinweisen). Im Vergleich mit anderen Fällen von 

HWS-Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen kann vorliegend nicht von 

erheblichen Komplikationen ausgegangen werden. Auch kann nicht von einem 

schwierigen Heilungsverlauf gesprochen werden.

5.2.7          Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist dem 

Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen 

der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom 

medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der 

Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit 

als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen 

unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, 

wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher 

Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret 

muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder 

optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten 

Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger 

persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz 

im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann 

können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser 

Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum 

Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und 

solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 

129 E. 10.2.7 mit Hinweisen; BGE vom 16. Mai 2008 i/S M. [8C_252/2007] E. 7.7.1 mit 

Hinweis). Die Beschwerdeführerin war im Anschluss an den Unfall von Ende Juni bis 5. 

August 2007 vollständig arbeitsunfähig, danach arbeitete sie mit einem Teilpensum von 

15% und ab November 2007 mit einem solchen von 20% (Suva-act. 57). Nach 

sukzessiver Steigerung erreichte sie schliesslich ab Juni 2008 einen 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 40% (Suva-act. 156), den der Kreisarzt gemäss seinem 

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Bericht vom Juli 2008 auf Grund der medizinischen Befunde jedoch als nicht 

nachvollziehbar erachtete (Suva-act. 119/5). Während der im Herbst 2008 attestierten 

50%igen Arbeitsfähigkeit erbrachte sie gemäss Angaben der Arbeitgeberin eher eine 

tiefere Leistung (Suva-act. 139). Aus welchen Gründen die von der aarReha 

Schinznach postulierte Steigerung der Arbeitsfähigkeit aber schliesslich nicht über 

60% realisiert werden konnte, lässt sich auf Grund der Akten nicht schlüssig beurteilen. 

Dass sich die Beschwerdeführerin dennoch sehr um eine Wiedereingliederung in der 

angestammten Tätigkeit bemühte und ihr Pensum im Rahmen ihrer Arbeitsfähigkeit mit 

viel Engagement ausübte, zeigt sich sowohl in der Wertschätzung des Betriebs ihr 

gegenüber, als auch dadurch, dass die Arbeitgeberin sie lange Zeit bei der 

Wiedereingliederung unterstützte, sei es durch das Zugeständnis zur Durchführung 

gewisser Arbeiten von zu Hause aus, durch Übertragung von Aufgaben auf andere 

Mitarbeiter oder die Einstellung einer Ersatzkraft für diejenigen Tage, an denen die 

Beschwerdeführerin ihrer Arbeit nicht nachgehen konnte, und dies, obgleich sie im 

Zeitpunkt des Unfalls erst zweieinhalb Monate für die Arbeitgeberin tätig war (vgl. 

Suva-act. 44, 65, 119/3, 131/1). Anstrengungen, die Arbeitsunfähigkeit möglichst tief zu 

halten, zeigen sich aber auch im guten Einsatz der Beschwerdeführerin bei den 

Abklärungs- und Therapiemassnahmen (vgl. Suva-act. 69/2, 109). Somit ist das 

Kriterium einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen 

vorliegend zwar zu bejahen, jedoch nicht in ausgeprägter Weise (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 16. Mai 2008 i/S D. [8C_500/2007] E. 5.4. und vom 2. Juli 2008 i/S 

M. [8C_266/2007] E. 5.6).

5.3    Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass von den sieben relevanten 

Kriterien höchstens drei (fortgesetzt spezifische belastende ärztliche Behandlung, 

erhebliche Beschwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 

Anstrengungen) erfüllt sind, keines jedoch in ausgeprägter Weise. Dies genügt zur 

Bejahung der Adäquanz allfälliger noch vorhandener unfallbedingter Beschwerden bei 

vorliegendem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen nicht 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 2. Oktober 2009 i/S K. [8C_421/2009] E. 5.8, vom 

31. Juli 2009 i/S V. [8C_172/2009] E. 5.3.5, vom 3. Juni 2009 i/S W. [8C_951/2008] E. 

6.4 und vom 17. September 2008 i/S Z. [8C_9/2008] E. 6.1.5).

6.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Waren die über den 30. November 2008 hinaus geklagten Beschwerden nicht mehr 

adäquat kausal durch das Unfallereignis vom 27. Juni 2007 verursacht, so war die mit 

angefochtenem Einspracheentscheid vom 21. April 2009 bestätigte 

Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 30. November 2008 im Ergebnis 

rechtens. Damit wird indessen nicht das Vorhandensein der geklagten Beschwerden in 

Abrede gestellt, sondern lediglich deren Ursache als nicht (mehr) mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit mit dem Unfall in Zusammenhang stehend 

gesehen. Insbesondere ist festzuhalten, dass die Formel "post hoc ergo propter hoc", 

wonach eine gesundheitliche Schädigung schon deshalb als durch einen Unfall 

verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, nicht als Beweis betrachtet 

werden kann (BGE 119 V 335 E. 2b/bb). Auch eine nachfolgende Besserung des 

Gesundheitszustands durch spezifische Behandlungsmethoden kann in Bezug auf die 

Ursache einer gesundheitlichen Störung keinen genügenden Beweis erbringen. 

Demgemäss erübrigen sich Ausführungen zum mit nachträglicher Eingabe vom 28. Mai 

2010 geltend gemachten Begehren um Unfalltaggelder ab 1. Dezember 2008.

7.        

Im Sinn obiger Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist zufolge 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch den Staat zu 

entschädigen. Es rechtfertigt sich, die Entschädigung, ausgehend von der üblichen 

Entschädigung bei Prozessen mit mündlicher Verhandlung von Fr. 4'750.-- unter 

Berücksichtigung der Reduktion um einen Fünftel (Art. 31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70]), 

auf Fr. 3'800.-- festzulegen (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'800.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.06.2010
	Art. 6, 19 Abs. 1 UVG: Bestehen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis wird als äusserst fraglich beurteilt. Adäquanz des mittelschweren Unfalls im Grenzbereich zu den leichten Unfällen verneint (seitlicher Zusammenprall zweier Autos) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Juni 2010, UV 2009/57).

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