# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 892b0da5-90fb-51a3-a84d-ce11ca16c321
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-03-09
**Language:** de
**Title:** Bagatellunfall; Fallabschluss rechtens
**Docket/Reference:** UV.2022.00173
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2022.00173.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2022.00173
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiberin Hediger
Urteil
vom
9. März 2023
in Sachen
KPT Krankenkasse AG
Wankdorfallee
3, 3014 Bern
Beschwerdefüh
rerin
gegen
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
Dufourstrasse 40, 9001 St. Gallen
Beschwerdegegnerin
Zustelladresse: Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
Rechtsdienst Personenversicherung
Postfach 99, 8010 Zürich
weitere Verfahrensbeteiligte:
X.___
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
Die
1991
geborene
X.___
war seit dem 1.
Juni 2019
als
Bankangestellte bei der
Y.___
AG
angestellt und dadurch bei
Helvetia Schweizerische Versiche
rungsgesellschaft AG
(nachfolgend:
Helvetia
) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert
, als sie sich am 28. März 2021
anläss
lich eines Skiunfalls
am linken Knie verletzte (vgl. Bagatellunfallmeldung vom 6.
April 2021, Urk. 9/129
[die Nummerierung erfolgt nach der Paginierung von Urk. 9]
, vgl. auch Urk. 9/69 f.
).
Die am 31. März 2021 erstbehandelnde
Dr. med.
Z.___
, Fachärztin FMH für Innere Medizin,
Praxis A.___
,
diagnosti
zi
erte eine Kniekontusion links mit Extensions- und Flexionsdefizit sowie Schmerzen primär in der Kniekehle (Urk.
9/118)
. Die weitere Behandlung fand
in der
Klinik B.___
statt, wo sich
MR-tomogra
ph
isch
am 8. April 2021
eine isolierte vordere Kreuzbandruptur
links
,
ein mässiger Erguss
und
eine schmale nach kranial rupturierte Baker-Zyste
ergab
(Urk. 9/121, vgl.
auch die
Krankengeschichte, Urk. 9/122).
Es folgte
n
eine
konservativ
e
B
ehand
lung mittels Orthese
, Aufbau- resp.
Physiotherapie
und Infiltrationen mit
Endoret
/PRP (Urk.
9/109
ff., vgl. Urk. 9/122
)
.
Die Helvetia anerkannte den Schadensfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten).
Am 6.
Dezember 2021 wurde ein Verlaufs-MRI durchgeführt (vgl. Urk. 9/106).
Dr.
med.
C.___
, Fach
arzt FMH für Chirurgie und beratender Arzt der Helvetia,
nahm am 27. Dezember 2021
zur Sache Stellung
(Urk. 9/89).
Gestützt darauf stellte die Helvetia
der Ver
sicherten
mit Schreiben vom 30. Dezember 2021
die
Leistungse
instellung
per 31. Dezember 2021
in Aussicht
(Urk. 9/
8
7).
Daraufhin wandte sich
Prof. h.c. PD Dr. med.
D.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
Klinik B.___
,
mit
Schreiben vom 4. Januar 2022
an die Helvetia und
stellte sich
darin
auf den Standpunkt, die B
eh
andlung sei noch nicht abgeschlossen
(Urk.
9/85, vgl. auch Urk. 9/83); mit E-Mail vom 12. Januar 2022 opponierte
die Versicherte
gegen die Leistungseinstellung (Urk. 9/78). Auf erneuten Vorhalt nahm Dr.
C.___
am 20. Januar 2022 eine medizini
sche Aktenbeurteilung vor (Urk. 9/
49 ff.
). Gestützt darauf hielt die Helvetia an ihrem Standpunkt fest und stellte die vorübergehenden Leistungen mit Verfügung vom
25. Januar 2022
per 31. Dezember 2021
ein (Urk. 9/39). Auf die
von
der Versicherten
und der
KPT Krankenkasse AG
dagegen erhobene
n
Einsprache
n
(Urk.
9/32 ff., Urk. 9/43)
zog
die Helvetia
den Bericht von Dr. med.
E.___
, Facharzt FMH für Innere Medizin
und Vertrauensarzt der
KPT Krankenkasse AG
, vom 1.
Februar 2022
bei (Urk. 9/22 ff.)
.
M
it
Einspracheentscheid
vom 17.
August 2022
wies sie die Einsprachen
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die
KPT Krankenkasse AG
am 16. September 2022 Beschwerde und beantragte, es sei in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 17.
August 2022 die Leistungspflicht der Helvetia für das Unfallereignis vom 28.
März 2021 auch über den 31. Dezember 2021 hinaus zu bejahen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 22.
No
vember
2022 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8),
was der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
13
).
Da
das vom hiesigen Gericht
zu fällende Urteil
auch gegenüber
der Versicherten
Rechtswir
kung entfalten wird, wurde sie zum Prozess beigeladen (Urk. 11). Diese liess sich innert Frist nicht vernehmen, was den Parteien am 6.
Februar 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht eines anderen Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröffnen; dieser kann die gleichen Rechtsmittel ergreifen wie die versicherte Person (Art. 49 Abs.
4
des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Die Legitimation zur Anfechtung einer Verfügung bzw. eines
Einspracheent
scheids
durch Beschwerde an das kantonale Gericht richtet sich nach Art. 59 ATSG
. Zur Beschwerde
ist berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den
Einspracheentscheid
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren beziehungsweise dessen Aufhebung oder Änderung hat.
Besondere Bedeutung kommt dem Legitimationserfordernis zu, wenn nicht der Verfügungsadressat im materiellen Sinn, sondern ein Dritter (Drittbeschwerdeführer) den Entscheid anficht (BGE 127 V 80 E. 3a/
aa
mit Hinweisen). Erforderlich ist ein spezifisches Rechtsschutzinteresse, welches nur bejaht wird, wenn der Dritte ein unmittelbares und konkretes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung hat oder eine spezifische, besonders nahe Beziehung zur Streitsache für sich in Anspruch nehmen kann. Das allgemeine Interesse an der richtigen Auslegung und Durch
setzung des Bundesrechts genügt nicht (BGE 133 V 188 E. 4.3.3 mit Hinweisen).
Bei der vorliegend streitgegenständlichen
Einstellung von Heilungskosten
wird d
ie erforderliche Betroffenheit
und das
Rechts
schutzinteresse der K
ranken
pflege
versicherung
bejah
t, zumal
daraus
für sie
eine potenzielle Leistungspflicht
für die Ausrichtung von Versicherungsleistungen hinsichtlich der noch bestehenden gesundheitlichen Beschwerden
resultiert
. Entsprechend ist
die
B
eschwerdeführe
rin zur vorliegenden Beschwerde
legitimiert
(
vgl.
Ueli Kieser, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage,
2020, RZ 56 zu Art. 59
mit weiter
e
n Hinweisen
).
Auch
war sie Partei im
Einspracheverfahren
(vgl. 9/32 ff.
, vgl. auch Urk. 3/1
).
1.2
1.2.1
UV170040
Gegenstand der Unfallversicherung, Leistungsübersicht
05.2021
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden –
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Ren
tenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbe
ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.
2.2
UV170600
Fallabschluss, Ende Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen, Beginn des Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung
09.2022
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil
des Bundesge
richts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109, vgl. auch Urteil 8C_674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechts
frage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Mög
lichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_299/2022 vom 5. September 2022 E. 2.3 und 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E. 5.1, je mit Hinweisen).
1.2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
gestützt auf die beweiskräftige Beurteilung von Dr.
C.___
sei d
er Heilungsprozess der
parti
e
lle
n
Kreuzbandruptur
neun
Monate nach dem Ereignis
sicherlich abgeschlossen
gewesen
.
Mithin sei
ab Ende Dezember 2021 keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes des linken Knies mehr zu erwarten gewesen
und
der Fall
unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen
zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen worden
(Urk. 2
; vgl. auch Urk. 8
).
2.2
D
ie
Beschwerdeführerin
stellte sich auf den Standpunkt, der Fallabschluss sei zu früh erfolgt. G
estützt auf die Beurteilung
von Dr.
D.___
sei
die Funktiona
lität des Kniegelenks
, insbesondere die
Einbeinstabilität
,
am 4.
Januar 2022 wei
terhin eingeschränkt
gewesen
. Die Weiterführung der bisherigen Behandlung sei notwend
i
g gewesen, um die
E
inschränkungen im Kniegelenk abzubauen und die Funktionalität wiederherzustellen.
Inwiefern
bei dieser Sachlage
nicht von einer namhaften Verbesserung auszugehen
sei
, werde aus dem angefochtenen Ent
scheid nicht deutlich und sei auch nicht nachvollziehbar.
Da
eine Therapie die Funktionalität steigern könne, sei die zu erwartende Verbesserung namhaft.
Zudem habe Dr.
D.___
sinngemäss zum Ausdruck gebracht, dass die weitere Behandlung
der
Operationsprävention
diene
.
Dr.
C.___
habe seine Beurteilung auf den Untersuchungsbericht von Dr.
D.___
vom 11. Oktober 2021
gestützt
, wonach sich die Funktion
alität
deutlich gebessert und die Beigeladene keine Schmerzen mehr
ge
hab
t habe
. Allerdings bedeute eine Verbesserung nicht, dass keine weitere Verbesserung mehr erreicht werden könne. S
o
habe Dr.
D.___
am 4. Januar 2022 aufgezeigt, dass weiterhin Einschränkungen bestünden. Als
dann habe die Beigeladene
im
E
-M
ail vom 12.
Januar 2022 weiterhin Schmerzen bei gewissen Bewegungen berichtet. Im Übrigen zeige das MRI [vom 6. Dezember 2021] – so Dr.
D.___
-, dass noch keine Ausheilung der Unfallfolgen erfolgt sei. Soweit sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stelle, Dr.
D.___
habe nicht dargetan, inwiefern von der Weiterführung der Therapie eine namhafte Verbesserung zu erwarten sei, so treffe dies nicht zu. Selbst wenn, hätte sich die Beschwerdegegnerin in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes die
s
b
e
züglich bei Dr.
D.___
erkundigen müssen
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Im UVG-Arztbericht vom 27. Mai 2021 hielt d
ie erstbehandelnde Dr.
Z.___
eine Kniekontusion links mit Extensions- und Flexionsdefizit sowie Schmerzen primär in der Kniekehle
fest
. Die Beigeladene sei beim Skifahren im geringen Tempo auf
das linke Knie gefallen und könne es nicht mehr strecken und 90° beugen. Sie müsse humpeln. Es werde langsam besser
;
in Ruhe
bestünden
keine Schmerzen. Klinisch zeige sich eine deutliche Weichteilschwellung um die Patella und ein grosses Hämatom am
Kondylus
medialis
.
Zur
Therapie verordnete Dr.
Z.___
eine Belastung nach Massgabe der Beschwerden, regelmässiges Üben von Flexion und Extension und eine nicht-medikamentöse Thromboseprophylaxe
(Urk.
9/118)
.
3.2
Die am 8. April 2021 in der
Klinik B.___
dur
ch
geführte MR-Tomogra
ph
ie des linken Kniegelenks brachte (1) eine deutliche
Bone
bruise
des
laterodorsalen
Tibiakopfes bei intakter
Corticalis
, geringfügig des medialen Condylus dorsal, (2) intakte Knorpelflächen, (3) regelrechte
Menisci
, (4) eine Rup
t
ur de
s
vorderen Kreuzbandes proximal bei anson
s
ten intakten Ligamenten, (5) ein mässig ausge
prägter Erguss und (6) eine schmale, mediale, partiell nach cranial rupturierte Baker-Zyste zur Darstellung (Urk. 9/121).
3.
3
Prof. h.c. PD Dr.
D.___
notierte gestützt auf die Verlaufskontrolle vom 19.
Mai 2021 einen positiven, zeitgerechten Verlauf. Die Schwellung sei zurück
gegangen und die Funktionalität «wiedergekommen»; normales Laufen sei mit gewissen Limiten möglich. Klinisch erg
ebe
sich ein leicht hinkendes Gangbild
und
eine
Gelenkbeweglichkeit von 0/10/130°. Die
Muskulatur sei leicht atro
phisch und es
zeige sic
h
eine geringe vor
dere, jedoch
keine hintere Schublade. Das Aufbautraining mittels Physiotherapie, gefolgt von MTT
,
sei weiterzuführen
(Urk. 9/122)
.
A
nlässlich der Verlaufskontrolle vom 11. Oktober 2021
notierte Prof. h.c. Dr.
D.___
ein
en
bisher sehr gute
n
Verlauf
mit ständige
r
Verbesserung
auch durch die physiotherapeutischen Massnahmen.
Alsdann hätten die im Juli und August 2021 durchgeführten
Endoret
/PRP Infiltrationen ins linke Kniegelenk eine deutliche Reduktion der Reizerscheinung gebracht
Die Stabilisation und Funk
tion hätten sich deutlich gebessert; subjektiv bestünden keine Instabilität und keine
«
höheren Reaktionen
»
mehr;
auch
seien
die Schmerzen abgeklungen. Objektiv zeige sich ein
hinkfreies
, flüssiges Gangbild. Die Extension/Flexion betrage 0/5/145° und die Kollateralbandführung sei stabil. Bei der Kreuzbandfüh
rung
ergebe sich eine etwas
erhöhte
a.p.
-Translation im Sinne einer positiven Schublade; e
ine hintere Schublade bestehe nicht. Der Lachmanntest
gelinge
ohne festen Anschlag. Da die Beigeladene keine hochgradigen Impa
c
tsportarten betreibe und Büroarbeit tätige, sollte das jetzt erreichte Stabilitätsniveau wahr
scheinlich ausreichen
.
Es werde noch anhand eines MRT kontrolliert, inwieweit sich das Abklingen der
Traumafolgen
nachweisen lasse
(Urk. 9/1
10
).
3.4
Am 6. Dezember 2021 zeigte sich computertomogra
ph
isch ein narbig verändertes, noch etwas ödematöses und leichtgradig nach dorsal durchhängendes vorderes Kreuzband nach Partialruptur mit Beteiligung insbesondere des
posterolateralen
Faszikel
s. Im Übrigen ergaben
sich weiterhin normale
Mensici
, insbesondere auch ein intaktes laterale
s
Meniskushinterhorn
, und normale Knorpel in allen Kompar
timenten
, ein
vollständig zurückgebildet
es
Knochenmarksödem
sowie allseits intakte ossäre Verhältnisse (
Urk
. 9/106).
3.5
Gestützt auf die bisherige Aktenlage hielt Dr.
C.___
mit Stellungnahme vom 27.
Dezember 2021 fest
, der Fall sei per 31. Dezember 2021 einzustellen
(Urk. 9/89
; vgl. auch
Schreiben vom 30. Dezember 2021
,
Urk. 9/
87
).
3.6
Prof. h.c. Dr.
D.___
führte
im Schreiben
vom 4. Januar 2022
aus
,
die bisherig durchgeführte intensive konservative Therapie habe eine adäquate Stabilisierung des Kniegelenks bei noch nachweisbarer a. p. Translation und noch positive
r
Schublade gezeitigt.
Es
bestünden noch immer Einschränkungen innerhalb der Funktionalität des Kniegelenks, vornehmlich
auch
im Musk
e
laufbau und in der
Einbeinstabilisation
, so dass hier
eine
Weiterb
ehandlung erforderlich
sei
. Hierfür spreche auch der MRT-Befund, woraus sich nach wie vor der typische Befund einer noch nicht ausgeheilten VBK-Partialruptur ergebe
. Zudem bestehe die Mög
lichkeit, dass zu einem späteren Zeitpunkt nochmals eine Intervention erforder
lich sei. Letzteres sei nicht abschliessend beurteilbar (Urk. 9/85).
3.
7
Auf erneuten Vorhalt
hin
führte
Dr.
C.___
in seiner
Aktenbeurteilung vom 20.
Januar 2022
aus
,
die Beigeladene habe sich am 28. März 2021 beim Skifahren eine partielle vordere Kreuzbandrup
t
ur
am linken Knie zugezogen. Die konserva
tive Behandlung mit auch mehreren
Endoret
-Injektionen habe einen guten Erfolg gezeitigt. Bei der letzten Kontrolle am 11. Oktober 2021 sei der Verlauf als gut bezeichnet worden mit deutlicher Besserung der Stabilität und Funktion. Es habe noch eine leichte Verkürzung der Muskulatur und ein kleines Extensionsdefizit von 5° bestanden. Das Kontroll-MRI vom 6. Dezember 2021 habe den klinischen Befund bestätigt.
Der Heilungsprozess im linken Knie sei abgeschlossen, entspre
chend zeige sich
MR-tomographisch
ein narbiges Ersatzgewebe.
Neun
Monate nach dem Ereignis sei die narbige Verheilung der partiellen Kreuzbandruptur sicher abgeschlossen.
Zwar
sei
es
durchaus verständlich, dass
Prof. h.c.
Dr.
D.___
die Weiterführung der Physiotherapie zur Verbesserung der muskulären Situation empfehl
e
.
In der Unfallversicherung gelte jedoch die Devise «optimale, nicht aber maximale Behandlung»
. Eine weitere, nämlich maximale Behandlung sei hier nicht indiziert. Falls die Beigeladene ihre Muskulatur weiter
auftrainieren
möchte, könne sie dies in Selbstverantwortung durchführen. Die Kosten hierfür seien indessen nicht von der Unfallversicherung zu tragen
(Urk. 9/
49 ff.
).
3.
8
Dr.
E.___
hielt am 31. Januar 2022 fest, die bestehenden Beschwerden seien überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 28. März 2021 zurückzu
führen. Es gehe vorliegend allerdings um die Frage, ob eine weitere Behandlung nach dem 31. Dezember 2021 eine namhafte Verbesserung zu zeitigen vermöchte.
Dies müsse seitens der Beschwerdegegnerin abgeklärt werden.
So oder so müsse
der
Verlauf beobachte
t werden
, da
durchaus weitere Massnahmen bis hin zu einem chirurgischen Eingriff nötig sein könnten
.
Es drohe also durchaus eine spätere Rückfallgefahr.
Gemäss Akten sei der
bisherige
Verlauf gut. Der
Bewe
gungsumfang im linken Kni
e
habe sich bis Ende 2021 nahezu normalisiert. Auch sei die Muskelkraft mittels Physiotherapie
auftrainiert
worden. Ob von einer wei
teren Behandlung
(korrekt: Physiotherapie bzw. Medizinische
Trainigstherapie
[MTT])
eine namhafte Verbesserung zu erwarten sei, figuriere vorliegend wohl im Bereich der Beweislosigkeit. Da die Unfallversicherung bei einer Leistungseinstel
lung die Beweislast trage, gehe die vorliegende Beweislosigkeit zulasten der Unfallversicherung (Urk. 9/2
2 ff.
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
17. August 2022
(Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf die fachärztlich-chi
rurgische
n
Beurteilung
en
von Dr.
C.___
vom
31. Dezember 2021 und
2
0.
Januar
2022
, welcher dieser in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab.
4.
2
Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr.
C.___
sprechen, sind nicht ersichtlich
.
Zunächst
bestehen keine ärztlichen Differen
zen darüber und ist auch unbestritten
, dass
auf die
anlässlich
de
s
Skiunfall
s
vom 28. März 2021
erlittene Partialruptur im vorderen Kreuzband links
ein
beständi
g
er
,
gut
er
und zeitgerecht
er Heilungsverlauf
folgt
e
und sich die Beweglichkeit des linken Knies bis Ende 2021 nahezu normalisiert hat
; eine irgendwie geartete Arbeitsunfähigkeit bestand nie.
Prof.
Dr.
D.___
hielt
im
November 2021
ein
hinkfreies
, flüssiges Gangbild u
nd
eine deutliche Verbesserung der Stabilität und Funktionalität des linken Knies fest
, was sich auch mit de
n
s
ubjektiven Schilde
rungen
der Beigeladenen deckte
.
Am 6.
Dezember 2021 zeigte sich
MR-tomogra
ph
isch ein narbig verändertes Ersatzgewebe. Inwiefern sich d
araus
eine noch nicht ausgeheilte Ruptur ergeben sollte, liess
Prof.
Dr.
D.___
unbe
gründet und
kann
nicht
nachvollzogen werden
.
Ebenso wenig hat
Letzterer
dar
getan, inwiefern von einer Weiterbehandlung eine namhafte Verbesserung zu erwarten sei. Daran
ändert
auch
nichts, wenn
die
Muskulatur und
Einbeinst
abili
tät
weiterhin
verbesserungsfähig gewesen sein mögen
(vgl. Urk. 9/85)
.
Davon abgesehen, dass
Prof. Dr.
D.___
im November 2021 selbst ausführte,
die bisher erreichte Stabilität
sei
mit Blick auf die Bürotätigkeit der Beigeladenen ausreichend (Urk. 9/110), bringt der Begriff «namhaft» zum Ausdruck, dass die durch die weitere Behandlung zu erwartende Verbesserung ins Gewicht fallen muss
(vgl. E. 1.2.2)
; unbedeutende Verbesserungen oder Verbesserungen allein der Befindlichkeit
genügen nicht. Mithin ist auch unbeachtlich, wenn
die Beige
ladene gemäss E-Mail vom 12. Januar 2022 bei gewissen Bewegungen weiterhin Schmerzen verspür
t
haben
mag
(Urk. 9/78).
Für den Abschluss der medizinischen Behandlung ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an
Heilbehandlung nicht vorausgesetzt (vgl.
Geertsen
Philipp, in:
Hürzeler
Marc/Kieser Ueli
[
Hrsg.
]
, UVG, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 19 N 9). Schliesslich
vermag
die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts de
m im Sozialver
sicherungsrecht massgeblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit
nicht
zu genügen
.
Mithin lässt sich aus der –
hypothetisch
stets
gegebenen
–
Möglichkeit einer zukünftigen Verschlechterung
resp.
Operation
sindikation
nichts zum Vorteil der Beschwerdeführerin ableiten.
Davon abgesehen
wäre die Beschwerdegegnerin
bei gegebene
m
Kausalzusammenhang zwischen dem Grund
fall und einem Rückfall oder Spätfolgen
ohnehin
wieder für Heilbehandlungen erstattungspflichtig, bis wiederum nach
Art. 19 UVG
ein Fallabschluss möglich ist.
4.3
Zusammenfassend ist gestützt
auf die
überzeugende Beurteilung von Dr.
C.___
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass
über den 31. Dezember 2021
hinaus keine namhafte Verbesserung
der Unfallfolgen
mehr zu erwarten
war.
Mithin kann
von
Beweislosigkeit
vorliegend
nicht die Rede sein
und
besteht
–
entgegen der Beschwerdeführerin – auch kein weiterer Abklärungsbedarf (antizi
pierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3 je mit Hin
weisen).
Folglich
ist nicht zu beanstanden, wenn
die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden UV-Leistungen
per 31. Dezember 2021
eingestellt
hat
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
KPT Krankenkasse AG
-
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
-
X.___
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstHediger