# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb996b0b-cd3b-561b-abfb-7152cd61e0ce
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 22.08.2019 702 18 343/203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_702-18-343-203_2019-08-22.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 
 
vom 22. August 2019 (702 18 343 / 203) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schä-
fer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Deborah Büttel, 
Rechtsanwältin, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1986 geborene, zuletzt als lmmobilienbewirtschafterin bei der B.____ AG tätig ge-
wesene A.____ meldete sich am 15. Juli 2016 unter Hinweis auf ein chronisches Panvertrebral-
syndrom sowie auf tägliche Kopf- und Rückenschmerzen bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem sie die gesundheitlichen und er-
werblichen Verhältnisse der Versicherten abgeklärt hatte, wies die IV-Stelle Basel-Landschaft 
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 13. September 2018 mit der Begründung ab, ihre 

 

 
 
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Abklärungen hätten ergeben, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht kein IV-relevantes 
Leiden objektiviert werden könne. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Deborah Büttel, 
am 19. Oktober 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsgericht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es 
sie die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ihr basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindes-
tens 70 % eine ganze Rente ab 1. Januar 2017 auszusprechen und auszurichten. Eventualiter 
sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei zur Beurteilung ihres Leistungsan-
spruchs ein gerichtliches polydisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen, subeventualiter 
sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und es sei diese zu verpflich-
ten, ein zufallbasiertes polydisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen und nach Vorlie-
gen des Gutachtens neu über den Leistungsanspruch zu entscheiden. Zudem seien ihr die un-
entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin 
zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2018 bewilligte das Kantonsgericht der Beschwerde-
führerin gestützt auf die eingereichten Unterlagen die unentgeltliche Prozessführung und die 
unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwältin Deborah Büttel als Rechtsvertreterin. 
 
D. Am 4. Dezember 2018 ersuchte die IV-Stelle das Kantonsgericht, ihr die Frist zur Ver-
nehmlassung einstweilen abzunehmen, bis geklärt sei, ob die Beschwerdefrist eingehalten sei. 
Nachdem sich die Versicherte am 12. Dezember 2018 zu dieser Frage geäussert hatte, wies 
die instruierende Präsidentin des Kantonsgerichts die IV-Stelle mit Schreiben vom 21. Dezem-
ber 2018 darauf hin, dass das Dreiergericht die Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerdeerhe-
bung beurteilen werde. Es setzte der Beschwerdegegnerin deshalb eine neue Frist an, um 
(auch) materiell zur Beschwerde Stellung zu nehmen. 
 
E. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Januar 2019 beantragte die IV-Stelle, auf die Be-
schwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei diese abzuweisen. Gleichzeitig legte sie ihren 
Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. C.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabili-
tative Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 4. Januar 2019 bei.  
 
F. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Rep-
lik vom 9. April 2019 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den wesentli-
chen bisherigen Vorbringen fest. Zudem reichte sie Berichte von Dr. med. D.____, Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, vom 9. April 2019 und von Dr. med. E.____, Fachärztin für Allgemei-
ne Innere Medizin, vom 25. Februar 2019 ein. Die IV-Stelle wiederum hielt mit Duplik vom 23. 
Mai 2019 unter Beilage einer Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. F.____, Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, vom 8. Mai 2019 an ihrem Nichteintretens- bzw. Abweisungsantrag fest.  
 
G. Am 29. Juli 2019 reichte die Beschwerdeführerin einen neuen Bericht des behandeln-
den Psychiaters Dr. D.____ vom 25. Juli 2019 ein. Die IV-Stelle teilte am 13. August 2019 mit, 
dass sie auf eine Stellungnahme zu dieser Eingabe verzichte.  

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Dies wird von keiner der am Verfahren be-
teiligten Parteien in Frage gestellt. In formeller Hinsicht strittig und im Folgenden zu prüfen ist 
hingegen, ob die Versicherte ihre Beschwerde vom 19. Oktober 2018 gegen die Verfügung der 
IV-Stelle vom 13. September 2018 rechtzeitig erhoben hat.  
 
2.1 Gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 hat das Kantonsgericht von Amtes wegen, d.h. unab-
hängig von allfälligen Parteianträgen, zu prüfen, ob auf das Rechtsmittel eingetreten werden 
kann. Zu den Prozessvoraussetzungen, die allesamt erfüllt sein müssen, damit das Gericht zur 
Begründetheit oder Unbegründetheit der Rechtsbegehren Stellung nehmen kann, gehört nebst 
der Zuständigkeit der Rechtsmittelinstanz, einem tauglichen Anfechtungsobjekt sowie der Legi-
timation und der Beschwer insbesondere eine frist- und formgerechte Rechtsmittelvorkehr (vgl. 
zum Ganzen: FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 71 ff.).  
 
2.2 Nach Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-
cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in 
Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 
19. Juni 1959 im Bereich der Invalidenversicherung anwendbar sind, ist eine Beschwerde ge-
gen eine Verfügung der IV-Stelle innert 30 Tagen seit dessen Eröffnung einzureichen. In Bezug 
auf die Fragen der Berechnung und des Stillstandes, der Einhaltung sowie der Wiederherstel-
lung der 30-tägigen Beschwerdefrist sind gemäss Art. 60 Abs. 2 ATSG die Art. 38 - 41 ATSG 
sinngemäss anwendbar. Nach Art. 38 Abs. 1 ATSG beginnt die 30-tägige Beschwerdefrist am 
Tag nach der Mitteilung der Verfügung zu laufen und sie gilt gemäss Art. 39 Abs. 1 ATSG als 
eingehalten, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist dem Gericht eingereicht 
oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen 
oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist. Handelt es sich beim letzten Tag der 
Frist um einen Samstag, einen Sonntag oder einen vom Bundesrecht anerkannten Feiertag, so 
endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Als gesetzliche Frist kann die 
Beschwerdefrist nicht erstreckt werden (Art. 40 Abs. 1 ATSG). Läuft die Beschwerdefrist unbe-
nutzt ab, so erwächst die Verfügung in formelle Rechtskraft mit der Wirkung, dass das Gericht 
auf die verspätet eingereichte Beschwerde nicht eintreten kann. 
 

 

 
 
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2.3 Laut Art. 38 Abs. 2bis ATSG gilt eine Mitteilung, die nur gegen Unterschrift des Adressa-
ten beziehungsweise der Adressatin oder einer anderen berechtigten Person überbracht wird, 
spätestens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt. Mit 
dieser Bestimmung wurde mit Wirkung ab 1. Januar 2007 die von der Gerichtspraxis für einge-
schriebene Sendungen entwickelte Zustellungsfiktion (BGE 127 I 31, 123 III 492, 119 II 149 
E. 2, 119 V 94 E. 4b/aa, je mit Hinweisen) in Gesetzesrecht überführt, nach dem Wortlaut der 
Norm allerdings nur hinsichtlich der Fälle eines tatsächlich unternommenen erfolglosen (Brief-
kasten- oder Postfach-) Zustellungsversuchs (mit entsprechender Abholungseinladung). 
 
2.4 Die IV-Stelle begründet ihren Antrag, auf das vorliegende Rechtsmittel sei wegen ver-
späteter Beschwerdeerhebung nicht einzutreten, dahingehend, dass die Verfügung vom 
13. September 2018 zunächst als eingeschriebene Postsendung verschickt worden sei. Ge-
mäss Sendungsnachweis der Post sei die Verfügung der Adressatin am 14. September 2018 
zur Abholung gemeldet worden, wobei eine Abholungseinladung mit Frist bis 21. September 
2018 hinterlegt worden sei. Am 24. September 2018 sei die Verfügung von der Post mit dem 
Vermerk "nicht abgeholt" an die IV-Stelle retourniert worden. In der Folge habe man der Versi-
cherten die Verfügung am 1. Oktober 2018 (nochmals) auf normalem Postweg zugestellt. Den 
vorhandenen Akten sei nun allerdings zu entnehmen, dass die Versicherte am 26. September 
2018 die Anwaltsvollmacht unterzeichnet habe, mit der sie ihre Rechtsvertreterin mit der Wah-
rung ihrer Interessen im Zusammenhang mit der Verfügung vom 13. September 2018 beauf-
tragt habe. Somit liege es auf der Hand, dass die Versicherte vor der Zustellung der Sendung 
vom 1. Oktober 2018 Kenntnis von der angefochtenen Verfügung erhalten habe. Da laut den 
Angaben in der Verfügung vom 13. September 2018 den Sozialen Diensten G.____ eine Orien-
tierungskopie zugestellt worden sei, müsse davon ausgegangen werden, dass die Versicherte 
die erwähnte Verfügung über die Sozialen Dienste G.____ in Empfang genommen habe. Man 
habe deshalb bei den Sozialen Diensten G.____ die Akten ab dem 13. September 2018 ange-
fordert, um den Zeitpunkt zu eruieren, in welchem die Versicherte Kenntnis von der Verfügung 
erhalten habe. Mit Schreiben vom 7. November 2018 hätten die Sozialen Dienste G.____ je-
doch mitgeteilt, dass die Gesprächsnotizen vertrauliche Daten enthielten, die nicht sachdienlich 
seien, da sie mit der IV-Anmeldung der Versicherten nicht im Zusammenhang stünden. Vor 
diesem Hintergrund beantragte die IV-Stelle in ihrer Eingabe vom 4. Dezember 2018 beim Kan-
tonsgericht, es seien bei den Sozialen Diensten G.____ die Akten anzufordern, damit geprüft 
werden könne, ob vorliegend die Beschwerdefrist eingehalten worden sei. Falls sich aus diesen 
Akten ergeben würde, dass die Versicherte spätestens am 18. September 2018 über die Sozia-
len Dienste G.____ Kenntnis von der angefochtenen Verfügung erhalten habe, sei die vorlie-
gende Beschwerde als verspätet eingereicht zu betrachten mit der Folge, dass darauf nicht ein-
zutreten sei. 
 
2.5 Wie die IV-Stelle zutreffend aufzeigt, trägt ihre vorliegend strittige Verfügung das Da-
tum vom 13. September 2018. Die IV-Stelle verschickte diese gleichentags als eingeschriebene 
Sendung an die Versicherte. Am folgenden Tag wurde die eingeschriebene Sendung von der 
Poststelle am Wohnort der Versicherten zur Abholung bis 21. September 2018 avisiert. Die 
Sendung wurde jedoch innert dieser Frist nicht abgeholt, weshalb sie die Poststelle in der Folge 
mit dem Vermerk “nicht abgeholt“ an die IV-Stelle retournierte. Im Lichte der obigen Ausführun-

 

 
 
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gen (vgl. E. 2.3 hiervor) ergibt sich somit, dass die Verfügung der IV-Stelle vom 13. September 
2018 in Anwendung von Art. 38 Abs. 2bis ATSG am 21. September 2018 - dem siebenten Tag 
nach dem erfolglosen Zustellungsversuch - als zugestellt zu gelten hat. Somit begann die 30-
tägige Beschwerdefrist am 22. September 2018 - dem Tag nach der Zustellung - zu laufen und 
sie dauerte grundsätzlich bis zum 21. Oktober 2018. Da es sich bei diesem Tag um einen 
Sonntag handelte, lief sie gemäss Art. 38 Abs. 3 ATSG erst am nächstfolgenden Werktag, also 
am 22. Oktober 2018, ab. Hält man sich diesen Ablauf vor Augen, so erweist sich die unbestrit-
tenermassen am 19.Oktober 2019 erfolgte Beschwerdeerhebung als rechtzeitig.  
 
2.6 Soweit die Beschwerdegegnerin in den Raum stellt, die Versicherte könnte bereits bis 
spätestens am 18. September 2018 über die Sozialen Dienste G.____ Kenntnis vom Inhalt der 
Verfügung vom 13. September 2018 erhalten haben, womit die Beschwerde vom 19. Oktober 
2018 verspätet erhoben wäre, muss ihr Folgendes entgegenhalten werden: Geht es um die 
Prüfung der Frage, ob die versicherte Person eine sie betreffende Verfügung rechtzeitig be-
schwerdeweise angefochten hat, kann für den Beginn des Fristenlaufs einzig die die versicherte 
Person betreffende (effektive) Zustellung bzw. die allenfalls zur Anwendung gelangende Zustell-
fiktion massgebend sein. Allfällige weitere Zustellungen derselben Verfügung an mitbetroffene 
Dritte (wie etwa Pensionskassen) oder vorleistende Dritte (andere Sozialversicherer, Sozialhil-
febehörden) haben diesbezüglich ausser Acht zu bleiben. Eine anderweitige Auffassung, wie 
sie hier von der IV-Stelle vertreten wird, wäre kaum praktikabel, insbesondere dürfte sie in Be-
zug auf den Zeitpunkt der tatsächlichen Kenntnisnahme durch die versicherte Person - wie 
auch im vorliegenden Fall - regelmässig beträchtliche beweisrechtliche Unklarheiten und 
Schwierigkeiten nach sich ziehen. Vor diesem Hintergrund braucht deshalb dem Verfahrensan-
trag der IV-Stelle, wonach das Kantonsgericht mittels amtlicher Erkundigung bei den Sozialen 
Diensten G.____ zu klären habe, wann die Beschwerdeführerin über die Sozialen Dienste 
G.____ vom Inhalt der leistungsablehnenden Verfügung Kenntnis erhalten habe, nicht stattge-
geben zu werden.  
 
2.7 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Beschwerde der Versicherten 
vom 19. Oktober 2019 rechtzeitig erhoben wurde, sodass darauf einzutreten ist. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 

 

 
 
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durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c). 
 
4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem 
Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsun-
fähig ist. 
 

 

 
 
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5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 
E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, 
E. 5.3). 
 
6.1 Bei den medizinischen Akten des vorliegenden Falles befinden sich zahlreiche (fach-) 
ärztliche Berichte und Stellungnahmen, die sich mit dem Gesundheitszustand und - teilweise 
auch -  mit dem Ausmass der Arbeitsfähigkeit der Versicherten befassen.  
 

 

 
 
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6.1.1 So diagnostizierte der Hausarzt Dr. med. H.____, Allgemeine Medizin FMH, in seinem 
Bericht vom 6. Januar 2017 bei seiner Patientin ein chronisches, zervikal-betontes Panverteb-
ralsyndrom. Im Weiteren hielt er fest, dass eine depressive Symptomatik nicht ausgeschlossen 
werden könne, er habe deshalb eine psychiatrische Betreuung nahegelegt. Zudem könne er 
keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abgeben, eine entsprechende Einschätzung habe durch 
einen Spezialarzt zu erfolgen. Mit Bericht vom 7. April 2017 erhob Dr. med. I._____, Neurologie 
FMH, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Spannungstyp-
Kopfschmerzen und ein chronisches, zervikal-betontes Panvertebralsyndrom. Aufgrund der 
Kopfschmerzen und der Schmerzen im Bereich der ganzen Wirbelsäule bestehe eine vermin-
derte Konzentrationsfähigkeit mit verminderter Leistungsfähigkeit. Wegen des chronischen Rü-
ckenleidens seien rückenbelastende Tätigkeiten und auch ein langes Sitzen und Stehen derzeit 
nicht möglich. Seit Oktober 2015 sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit als lmmobilienbewirt-
schafterin auszugehen.  
 
6.1.2 In einem ausführlicheren Bericht vom 13. Juli 2017 hielten Dr. med. J.____, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitende Ärztin der K.____ Spital AG, und der Diplom-
Psychologe L.____ bei der Versicherten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine chronifizierte Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41) 
fest. Bei der Versicherten sei 2016 aus medizinischen Gründen eine Brustverkleinerung vorge-
nommen worden, ohne dass sich diese aber positiv auf die Schmerzsymptomatik ausgewirkt 
habe. Eine relevante depressive Symptomatik wird von den beiden Berichterstattern nicht fest-
gehalten, anderseits führen die beiden aber aus, dass bei der Beschwerdeführerin ein chronifi-
zierter, hoher psychophysiologischer Anspannungslevel mit Auswirkung auf der somatischen 
Ebene bestehe. Die Versicherte verfüge nur über wenig Ressourcen zur Entspannung. Eine 
deutliche Überlagerung der Schmerzsymptomatik im Sinne einer Schmerzverarbeitung (Gefühle 
von Ärger, Traurigkeit, Härte gegen sich selber) aber auch auf der somatischen Ebene (chro-
nisch erhöhter Muskeltonus) würden bei der Symptomatik eine Rolle spielen. Aus psychiatri-
scher Sicht lasse sich aktuell keine grundlegende Arbeitsunfähigkeit begründen. Die Versicher-
te neige dazu, sich zu überfordern und Belastungsgrenzen nicht ausreichend wahrzunehmen, 
was dann zu einer Verstärkung der körperlichen Beschwerden führe. In Bezug auf die Arbeits-
fähigkeit gelangten die beiden Berichterstatter zur Einschätzung, dass der Versicherten die 
Ausübung der bisherigen Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht zumutbar sei. Man könne davon 
ausgehen, dass es in absehbarer Zeit zu einer vollständigen Wiederherstellung der psychi-
schen Leistungsfähigkeit komme. Abschliessend erfolgte noch der Hinweis, dass über die so-
matischen Einschränkungen keine Aussage gemacht werden könne. 
 
6.1.3 Mit Bericht vom 13. November 2017 nahm die RAD-Ärztin Dr. C.____ zum medizini-
schen Sachverhalt Stellung. Dabei gelangte sie gestützt auf die ihr unterbreiteten Akten zur 
Auffassung, dass sich keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben lies-
sen. Als Leiden ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine chronifizier-
te Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren mit/bei (1) rezidivierenden 
Spannungstyp-Kopfschmerzen mit craniomandibulären muskulären Verspannungen, (2) rezidi-
vierenden muskulären Beschwerden im Nacken-/Schultergürtel-/BWS-Bereich, (3) einer 
Mammahypertrophie bei Status nach Mammareduktionsplastik im Dezember 2015 und (4) psy-

 

 
 
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chosozialen Belastungsfaktoren. Die Versicherte sei aus medizinischer Sicht in der Lage, eine 
ähnliche Tätigkeit wie die zuletzt ausgeübte Bürotätigkeit wiederaufzunehmen. Es bestehe eine 
Selbstlimitierung, die Versicherte halte sich für nicht mehr arbeitsfähig und es würden auch IV-
fremde Integrationshindernisse vorliegen, wie eine lnvaliditätsüberzeugung und eine fehlende 
abgeschlossene Berufsausbildung mit Diplom. Versicherungsmedizinisch lasse sich kein IV-
relevantes Leiden objektivieren, es bestünden einzig muskuläre Verspannungen im Nacken-/ 
Schulter-/BWS-Bereich. Diese würden sich jedoch durch geeignete therapeutische Massnah-
men sehr gut behandeln lassen, sie seien grundsätzlich reversibel und daher nicht von dauer-
hafter bzw. invalidisierender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. 
 
6.1.4 Am 3. Juli 2018 berichteten die behandelnden Ärzte der Rehaklinik M.____ über den 
stationären Aufenthalt, den die Versicherte vom 28. Mai 2018 bis 23. Juni 2018 in der genann-
ten Klinik absolviert hatte. In diesem Austrittsbericht wurden folgende Diagnosen festgehalten: 
ein chronifiziertes myofasziales Schmerzsyndrom, ein Status nach Mammareduktionsplastik im 
Dezember 2015 (ohne Beeinflussung der Schmerzproblematik der vorgenannten Diagnose), ein 
chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren sowie ein Eisen- und 
Zinkmangel, substituiert. Empfohlen wurde die Weiterführung einer interdisziplinären ambulan-
ten Behandlung mit anfänglich engmaschigem psychologischem Setting resp. weiterführender 
kognitiver Verhaltenstherapie sowie die Fortsetzung der Physiotherapie. Für den Zeitraum vom 
28. Mai 2018 bis 1. Juli 2018 wurde der Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attes-
tiert.  
 
6.1.5 Die RAD-Ärztin Dr. C.____ äusserte sich am 22. August 2018 zu diesem Bericht der 
Rehaklinik M.____. Sie hielt fest, dass die Versicherte dort sehr gut hinsichtlich ihrer beklagten 
myofaszialen Beschwerden habe profitieren können. Ihre Beschwerden seien somit sehr gut 
behandelbar und nicht invalidisierend. Ihre frühere Beurteilung vom 13. November 2017 habe 
deshalb nach wie vor Gültigkeit. 
 
6.2 Am 13. September 2018 erliess die IV-Stelle die vorliegend angefochtene Verfügung. 
Darin wies sie - im Wesentlichen gestützt auf die Beurteilung ihrer RAD-Ärztin Dr. C.____ - das 
Leistungsbegehren der Versicherten mit der Begründung ab, dass aus versicherungsmedizini-
scher Sicht kein IV-relevantes Leiden objektiviert werden könne. 
 
6.3 Nach Erhalt dieser leistungsablehnenden Verfügung und im daran anschliessenden 
Beschwerdeverfahren gab die Versicherte verschiedene weitere Arztberichte zu den Akten, zu 
denen die Beschwerdegegnerin ihrerseits jeweils durch den RAD Stellung nehmen liess.  
 
6.3.1 In seinem Bericht vom 27. September 2018 führte der Chiropraktor Dr. N.____ aus, der 
Versicherten seien Arbeiten über dem Kopf, Tätigkeiten, bei denen Konzentration gefragt sei, 
und Computerarbeiten derzeit immer noch unmöglich, was eine momentane 100 %-ige Arbeits-
unfähigkeit zur Folge habe. Der Hausarzt Dr. H.____ hielt am 3. Oktober 2018 fest, dass auf-
grund der ausgeprägten schweren und mehrjährigen chronifizierten Schmerzstörung seit 1. Ja-
nuar 2017 keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Dr. med. O.____, Innere Medizin FMH, vertrat 
in seinem Schreiben vom 7. Oktober 2018 die Auffassung, der Leidensdruck sei bei der Versi-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

cherten, die er seit einem Jahr kenne, derart gross, dass daraus eine vollständige Arbeitsunfä-
higkeit resultiere. Die zehnjährige Krankengeschichte der Versicherten zeige zudem, dass sich 
die Schmerzen nicht einfach durch eine Therapie eliminieren liessen, wie das die IV-Stelle an-
nehme. 
 
6.3.2 Am 12. Oktober 2018 erstattete Dr. I.____ einen Verlaufsbericht. Darin hielt sie fest, 
aus neurologischer Sicht bestünden Kopfschmerzen vom Spannungstyp, daneben würden ein 
chronifiziertes myofasziales Schmerzsyndrom sowie ein Zervikal- und ein Lumbovertebralsyn-
drom vorliegen. Alle bisherigen Therapieversuche hätten zu keiner anhaltenden Besserung ge-
führt, auch eine stationäre Therapie in der Rehaklinik M.____ nicht. Die Versicherte sei weiter-
hin durch die Schmerzsymptomatik stark behindert und in ihrer Leistungsfähigkeit einge-
schränkt. Aufgrund der chronischen Kopfschmerzen bestehe eine verminderte Konzentrations-
fähigkeit mit entsprechender Leistungseinbusse. Zudem seien aufgrund der chronischen 
Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule rückenbelastende Tätigkeiten aber auch ein längeres 
Sitzen zurzeit nicht möglich. Die Versicherte sei deshalb aus medizinischer Sicht weiterhin we-
sentlich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 
 
6.3.3 Am 4. Januar 2019 nahm die RAD-Ärztin Dr. C.____ ausführlich zu den Vorbringen in 
der Beschwerde Stellung. Dabei gelangte sie wiederum zum Ergebnis, dass aus den ärztlichen 
und nichtärztlichen Berichten keine IV-relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet 
werden könne. 
 
6.3.4 Mit ausführlichem Bericht vom 9. April 2019 äusserte sich Dr. D.____ aus psychiatri-
scher Sicht zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Diese stehe 
seit Ende Oktober 2018 bei ihm in Behandlung. Als Diagnosen erhob er eine (komplexe) post-
traumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine mittelschwere depressive Episode (ICD-
10 F32.2), ein chronisches Schmerzsyndrom mit psychischen und physischen Faktoren (ICD-10 
F45.41), eine nichtorganische Insomnie in Form von Einschlafstörungen (ICD-10 F51.0), eine 
soziale Phobie (ICD-10 F40.1) und ein Derealisationssyndrom (ICD-10 F48.1). Darüber hinaus 
hielt er verschiedene Belastungsfaktoren (Zustand der totalen Erschöpfung, alleine lebend, ne-
gative, stark traumatisierende Kindheitserlebnisse) fest. Die Versicherte sei mindestens seit 
Januar 2016 - nach der nicht begründeten Kündigung und der erfolglosen Brustverkleinerung - 
und bis auf Weiteres in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % 
arbeitsunfähig.  
 
6.3.5 Am 8. Mai 2019 nahm der RAD-Arzt Dr. F.____ zum vorgenannten Bericht von 
Dr. D.____ Stellung. Er wies darauf hin, dass dieser die für eine posttraumatische Belastungs-
störung erforderlichen Kardinalkriterien nicht benenne. Da Dr. D.____ die Versicherte erst seit 
Ende Oktober 2018 behandle, könne auch dessen Einschätzung, wonach seit mindestens An-
fangs 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege, nicht nachvollzogen werden. Hinzu 
komme, dass die Einschätzungen von Dr. D.____ im Widerspruch zum seinerzeitigen Bericht 
von Dr. J.____ und des Psychologen L.____ vom 13. Juli 2017 stehe, in welchem eine chroni-
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ohne relevante depressive 
Symptomatik diagnostiziert worden sei. 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
6.3.6 Mit Schrieben vom 25. Juli 2019 reagierte Dr. D.____ auf den vorerwähnten RAD-
Bericht. Er begründete, weshalb aus seiner Sicht bei der Versicherten die Kardinalkriterien 
für eine posttraumatische Belastungsstörung durchaus vorliegen würden. Zudem wies er 
darauf hin, dass sich die psychiatrische Beurteilung als bisher sehr schwierig dargestellt 
habe, weil die Versicherte eine psychische Genese ihrer Beschwerden bis vor kurzem ab-
gelehnt habe. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Arztbericht von Dr. H.____ vom 
Januar 2017 zu verweisen, der damals festgehalten habe, dass eine depressive Sympto-
matik nicht ausgeschlossen erscheine. 
 
7.1 Wie bereits oben festgehalten (vgl. E. 6.2 hiervor), stützte sich die IV-Stelle in der an-
gefochtenen Verfügung vom 13. September 2018 bei der Beurteilung des medizinischen Sach-
verhalts im Wesentlichen auf die Einschätzungen ihrer RAD-Ärztin Dr. C.____. Sie ging demzu-
folge davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin aus versicherungsmedizinischer Sicht kein 
IV-relevantes Leiden objektiviert werden könne. In diesem Zusammenhang gilt es nun aber da-
rauf hinzuweisen, dass nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.3 hiervor) den Berichten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zukommt wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten, solche Berichte sind lediglich - aber immerhin - soweit zu berücksichtigen, als sich kei-
ne auch nur geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen ergeben (vgl. BGE 
135 V 471 E. 4.7). Vorliegend bestehen jedoch solche Zweifel, denn wie im Folgenden zu zei-
gen sein wird, erweist sich der medizinische Sachverhalt - entgegen der Auffassung der IV-
Stelle - als (noch) nicht ausreichend abgeklärt. 
 
7.2.1 Was den psychischen Gesundheitszustand betrifft, so verweist die Beschwerdeführerin 
primär auf die Einschätzung ihres behandelnden Arztes Dr. D.____, der in seinem Bericht vom 
9. April 2019 als Hauptdiagnosen eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung, eine 
mittelschwere depressive Episode und ein chronisches Schmerzsyndrom mit psychischen und 
physischen Faktoren stellte und daraus eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2016 ab-
leitete (vgl. E. 6.3.4 hiervor). Hinsichtlich dieser Einschätzung ist nun allerdings zu beachten, 
dass die Behandlung der Versicherten durch Dr. D.____ erst am 29.Oktober 2018 und somit 
nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. September 2018 begann. In ihrer Duplik 
wies die IV-Stelle explizit auf diesen Umstand hin und sie schloss daraus, dass der Bericht von 
Dr. D.____ vom 9. April 2019 vorliegend nicht zur Entscheidfindung herangezogen werden kön-
ne. Es sei der Beschwerdeführerin jedoch unbenommen, ein neues Gesuch nach Abschluss 
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens einzureichen.  
 
7.2.2 Der IV-Stelle ist insofern beizupflichten, als das Sozialversicherungsgericht nach stän-
diger Rechtsprechung die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach 
dem Sachverhalt zu beurteilen hat, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorgelegen hat 
(BGE 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt 
seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung 
sein (BGE 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b mit Hinweis). Daraus folgt, dass für die Beurtei-
lung der vorliegenden Beschwerde grundsätzlich der (medizinische) Sachverhalt massgebend 

 

 
 
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ist, der am 13. September 2018, dem Zeitpunkt des Erlasses der leistungsablehnenden Verfü-
gung der IV-Stelle, vorgelegen hat. Hält man sich diese Rechtsprechung vor Augen, so ist im 
Hinblick auf die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde von Bedeutung, ob aus der per Ende 
Oktober 2018 erfolgten Aufnahme einer fachärztlichen psychiatrischen Behandlung geschlos-
sen werden darf, dass bei der Versicherten allfällige psychische Gesundheitsbeeinträchtigun-
gen auch erst in diesem Zeitraum - und somit nach Erlass der leistungsablehnenden Verfügung 
- aufgetreten sind. Wäre dies der Fall, so müsste die Versicherte in der Tat auf ein neues Leis-
tungsbegehren verwiesen werden. Ein solcher Schluss lässt die vorhandene Aktenlage jedoch 
nicht zu. Es verhält sich vielmehr so, dass verschiedene Arztberichte, die vor Erlass der ange-
fochtenen Verfügung verfasst wurden, psychiatrische Diagnosen (mit-)enthalten oder aber das 
Vorhandensein psychischer Gesundheitsbeeinträchtigungen zumindest in Betracht ziehen. So 
hielt bereits der Hausarzt Dr. H.____ am 6. Januar 2017 fest, dass eine "depressive Symptoma-
tik" nicht ausgeschlossen werden könne. Als Nächste diagnostizierten Dr. J.____ und der Dip-
lom-Psychologe L.____ in ihrem Bericht vom 13. Juli 2017 bei der Versicherten eine chronifi-
zierte Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41), wobei sie 
dieses Leiden explizit unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufführten. 
Zudem lassen auch die von ihnen beschriebenen Befunde zumindest auf eine gewisse Beein-
trächtigung der Arbeitsfähigkeit schliessen. Es ist daher eher überraschend und kaum nachvoll-
ziehbar, wenn sie im gleichen Bericht bei der Frage nach dem Vorliegen einer medizinisch be-
gründeten Arbeitsunfähigkeit festhalten, "aus psychiatrischer Sicht ist aktuell keine grundlegen-
de Arbeitsunfähigkeit begründbar." Soweit die IV-Stelle deshalb diesen Bericht als Beleg dafür 
anruft, dass bei der Versicherten keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit vorliege, kann 
ihrer Argumentation nicht gefolgt werden, zumindest jedenfalls nicht im dem Sinne, dass daraus 
abschliessend ein solches Fazit gezogen werden könnte. Zu beachten ist sodann, dass auch im 
Austrittsbericht der Rehaklinik M.____ vom 3. Juli 2018 - also kurz vor Erlass der angefochte-
nen Verfügung - unter anderem ebenfalls die Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms 
mit somatischen und psychischen Faktoren gestellt wurde.  
 
Soweit die IV Stelle bestreitet, dass Dr. D.____ in Anbetracht des erst Ende Oktober 2018 er-
folgten Behandlungsbeginns in der Lage sei, der Versicherten bereits seit mindestens anfangs 
2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren, können ihre Bedenken ein Stück weit 
geteilt werden. Darauf ist allerdings an dieser Stelle nicht weiter einzugehen. Im jetzigen Zeit-
punkt ist (noch) nicht das Ausmass und der Beginn einer allfälligen psychisch bedingten Ar-
beitsunfähigkeit von Interesse, entscheidend ist vielmehr, ob die IV-Stelle gestützt auf die vor-
handene medizinische Aktenlage eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit gänzlich aus-
schliessen durfte. Dies ist aufgrund des vorstehend Gesagten zu verneinen. Der medizinische 
Sachverhalt erweist sich diesbezüglich noch nicht als spruchreif und er bedarf deshalb entspre-
chender Ergänzung. Zu beachten ist schliesslich noch Folgendes: Laut Dr. D.____ hat sich die 
Abklärung der psychischen Situation bis anhin als sehr schwierig gestaltet und zu entsprechend 
unklaren Ergebnissen geführt, weil die Versicherte eine psychische Genese ihrer Beschwerden 
bis vor kurzem abgelehnt habe. Dass diese Darstellung zutreffen könnte, lässt sich jedenfalls 
nicht zum Vornherein von der Hand weisen. Auch dieser Aspekt spricht deshalb für zusätzliche 
fachärztliche Abklärungen.   
 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7.2.3 Vor diesem Hintergrund ist es im Übrigen nicht zielführend, wenn sich die Beschwer-
degegnerin in ihrer Stellungnahme zum Bericht von Dr. D.____ primär auf die von ihm diagnos-
tizierte posttraumatische Belastungsstörung fokussiert und etwa moniert, dass die hierfür erfor-
derlichen Kardinalkriterien nicht benannt würden. Zu beachten ist nämlich, dass Dr. D.____ als 
weitere Diagnosen auch eine mittelgradige depressive Episode und - wie vor ihm bereits andere 
Ärzte - ein chronisches Schmerzsyndrom mit psychischen und physischen Faktoren erhob. 
Dass diese Diagnosen als gänzlich ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angesehen wer-
den können, steht - wie gesagt - entgegen der Auffassung der IV-Stelle nicht fest.  
 
7.2.4 Aus den geschilderten Gründen erweist sich der psychische Gesundheitszustand der 
Versicherten und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als nicht rechtsgenüglich abge-
klärt. 
 
7.3 Was den physischen Gesundheitszustand betrifft, so zeigt sich, dass gestützt auf die 
vorhandene medizinische Aktenlage der rein somatische Anteil am gesamten Beschwerdebild 
derzeit nicht abgrenzbar ist. Eine solche Abgrenzung ist letztlich aber auch nicht nötig, da im 
Hinblick auf eine abschliessende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ohnehin eine - die psychi-
schen und somatischen Beeinträchtigungen umfassende - Gesamtbeurteilung erforderlich ist. 
Immerhin kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass sich in den aktuell vorhandenen me-
dizinischen Akten durchaus Atteste finden, die der Versicherten aus fachärztlicher somatischer 
Sicht eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Zu verweisen ist etwa auf die Berichte der Neurolo-
gin Dr. I.____: In einem ersten Bericht vom 7. April 2017 erhob diese als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Spannungstyp-Kopfschmerzen und ein chronisches, 
zervikal-betontes Panvertebralsyndrom. Aufgrund der Kopfschmerzen und der Schmerzen im 
Bereich der ganzen Wirbelsäule bestehe eine verminderte Konzentrationsfähigkeit mit vermin-
derter Leistungsfähigkeit. Wegen des chronischen Rückenleidens seien rückenbelastende Tä-
tigkeiten und auch ein langes Sitzen und Stehen derzeit nicht möglich (vgl. E. 6.1.1 hiervor). 
Sodann wiederholte die genannte Ärztin in einem Verlaufsbericht vom 12. Oktober 2018, dass 
aus neurologischer Sicht Kopfschmerzen vom Spannungstyp bestünden, daneben würden ein 
chronifiziertes myofasziales Schmerzsyndrom sowie ein Zervikal- und ein Lumbovertebralsyn-
drom vorliegen. Alle bisherigen Therapieversuche hätten zu keiner anhaltenden Besserung ge-
führt, auch eine stationäre Therapie in der Rehaklinik M.____ nicht. Die Versicherte sei weiter-
hin durch die Schmerzsymptomatik stark behindert und in ihrer Leistungsfähigkeit einge-
schränkt (vgl. E. 6.3.2 hiervor). Die IV-Stelle hält diesen Berichten ohne hinreichende und somit 
auch schlüssige Begründung entgegen, dass kein invalidisierendes Leiden vorliege. Insbeson-
dere der Einwand der IV-Stelle, dass die genannten Leiden durch entsprechende Therapie be-
hoben werden könnten, erscheint in Anbetracht der seit Jahren erfolgten Therapien und dem 
Verweis verschiedener Ärzte auf eine bereits eingetretene Chronifizierung zu kurz gegriffen. 
Somit ist als weiteres Zwischenergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle auch den somatischen 
Teil des medizinischen Sachverhalts nicht hinreichend abgeklärt hat. 
 
7.4 Aus dem Gesagten folgt, dass die vorhandene medizinische Aktenlage keine ab-
schliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versicherten zulässt. Die Abklärungser-
gebnisse aus dem Verwaltungsverfahren sind mit andern Worten nicht ausreichend beweiskräf-

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tig, der relevante medizinische Sachverhalt bedarf vielmehr weiterer Abklärung. Die IV-Stelle, 
an welche die Angelegenheit zurückzuweisen ist, hat den Gesundheitszustand und die Arbeits-
fähigkeit der Versicherten durch ein polydisziplinäres Gutachten, welches - mindestens - die 
Fachbereiche Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie umfasst, abklären zu lassen. Über 
die Frage, ob aus medizinischer Sicht allenfalls noch weitere Abklärungen in anderen Fachrich-
tungen erforderlich sind, werden die beauftragten Gutachter zu befinden haben.  
 
8. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne 
gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 13. September 2018 aufzuheben und die 
Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen 
Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 
 
9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden.  
 
9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefoch-
tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer 
Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un-
terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
9.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung 
von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden 
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden 
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer-
legt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auf-
erlegen sind. 
 
9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde-
führerin hat in ihrer Honorarnote vom 19. Juni 2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeit-
aufwand von 26 Stunden und 40 Minuten sowie Auslagen von Fr. 124.-- geltend gemacht. Wäh-
rend die ausgewiesenen Auslagen zu keinen Beanstandungen Anlass geben, muss der geltend 
gemachte Zeitaufwand als zu hoch bezeichnet werden. Der vorliegende Prozess gab weder in 
tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu überdurchschnittlich aufwändigen Erörterungen 
Anlass. Zudem ging es inhaltlich ausschliesslich um die Frage, ob der medizinische Sachverhalt 
durch die IV-Stelle genügend abgeklärt worden war, und nicht auch um weitere invalidenversi-
cherungsrechtliche Aspekte wie etwa den Einkommensvergleich oder die Methodenwahl. Vor 
diesem Hintergrund erweist sich insbesondere der für die Redaktion der Beschwerde und der 
Replik ausgewiesene Zeitaufwand von insgesamt 16 Stunden als übermässig. Diese beiden 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Positionen der Honorarrechnung sind daher zu kürzen, wobei es sich rechtfertigt, den für die 
Redaktion der Beschwerde und der Replik entschädigungsberechtigten Zeitaufwand auf 
9 Stunden festzusetzen. Hinzu kommt der übrige ausgewiesene Aufwand - wie etwa die Bemü-
hungen im Zusammenhang mit der von der IV-Stelle aufgeworfenen Frage der Rechtzeitigkeit 
der Beschwerdeerhebung - von total 10 Stunden und 40 Minuten. Das Honorar der Rechtsver-
treterin der Versicherten ist somit auf der Basis eines insgesamt als angemessen erachteten 
Zeitaufwands von 19 Stunden und 40 Minuten festzusetzen. Der Rechtsvertreterin der Versi-
cherten ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 5‘428.80 (19 Stunden und 40 Minuten 
à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 124.-- + 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 
auszurichten. 
 
10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 13. September 2018 
aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne 
der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-
Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘428.80 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

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