# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bd43c09-1d8e-57fe-804d-04e7a89eb6c0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 18.06.2024 100 2023 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2023-18_2024-06-18.pdf

## Full Text

100 23 18
Gemeinde: B.________
ZPV-Nr.: ________
Eröffnung: 20.6.2024 JCU/CLE/cbi

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Sitzung vom 18. Juni 2024 

Es wirken mit: die hauptamtliche Richterin Cuccarède, die Fachrichterin Schlup Guignard und 
der Fachrichter Studer sowie Leumann als Gerichtsschreiber

In der Rekurssache 

von

A.________

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern

betreffend die amtliche Bewertung ab 2020

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hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:

A. Das Grundstück B.________ Gbbl. Nr. 1________ ist im Alleineigentum von A.________ 
(fortan: Rekurrent). Darauf befinden sich ein älteres Einfamilienhaus mit Garage und ein Gar-

tenhaus. Im Jahr 2009 ersetzte der Rekurrent u.a. die vorbestandene Ölheizung durch eine 

Luft-Wasser-Wärmepumpe. 

B. Die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Abteilung Amtliche Bewertung (fortan: Steuer-
verwaltung), bestimmte den amtlichen Wert des Grundstücks Nr. 1________ im Rahmen der 

allgemeinen Neubewertung 2020 auf CHF 539'500.-- (Verfügung vom 28.7.2020, Akten Steuer-

verwaltung, pag. 46). Zuvor hatte der amtliche Wert seit dem Steuerjahr 2010 CHF 425'100.-- 

betragen (Einspracheentscheid vom 23.11.2011, pag. 51). Die vom Rekurrenten gegen die Ver-

fügung vom 28. Juli 2020 erhobene Einsprache vom 12. August 2020 (pag. 13) wurde von der 

Steuerverwaltung mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2022 (pag. 1-3) abgewiesen.

C. Gegen den Einspracheentscheid hat der Rekurrent mit Eingabe vom 12. Januar 2023 
Rekurs bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (fortan: Steuerrekurskommission) 

erhoben. Er erklärt im Wesentlichen, dass die im Jahr 2009 installierte neue Heizung eine un-

genügende Leistung erbringe, weshalb die Teilnote für die Heizung und damit auch die Haupt-

note für die Komfortstufe herabzusetzen seien. 

D. Die Steuerverwaltung hat sich am 24. Februar 2023 vernehmen lassen. Sie beantragt, 
den Rekurs abzuweisen. Die Steuerverwaltung erachtet die Bewertung als korrekt und verweist 

für die rechtliche und schätzungstechnische Würdigung auf die Verfügung vom 28. Juli 2020 

und den Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2022. In Bezug auf die vom Rekurrenten er-

wähnte mangelhafte Heizung verweist die Steuerverwaltung auf ihre internen Weisungen und 

erklärt, dass automatische Heizungen immer die Note 8 aufweisen würden. 

Auf die detaillierten Äusserungen der Parteien in den genannten Rechtsschriften wird, soweit 

für den Entscheid von Bedeutung, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die amtliche Bewertung können 
bei der Steuerrekurskommission angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 

21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und örtlich 

zuständig. Der Rekurrent ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchge-

drungen. Er ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG i.V.m. Art. 86 

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und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 

BSG 155.21]). Auf den form- und fristgerecht eingereichten Rekurs ist deshalb einzutreten.

Die Steuerrekurskommission beurteilt die vorliegende Streitsache in Dreierbesetzung, da der 

Streitwert nicht bestimmt werden kann (vgl. Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 

11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 

BSG 161.1] und VGE 100 2010 191 vom 9.5.2011, nicht publiziert).

2. Strittig ist vorliegend der amtliche Wert des Grundstücks B.________ Gb-
bl. Nr. 1________, gültig ab dem Steuerjahr 2020. 

3. Gemäss Art. 46 Abs. 1 i.V.m. Art. 48 StG ist das Vermögen grundsätzlich zum Verkehrs-
wert zu versteuern. Grundstücke und andere unbewegliche Vermögensgegenstände werden für 

die Ermittlung des massgebenden Vermögenssteuerwerts durch die kantonale Steuerverwal-

tung amtlich bewertet (Art. 52 StG). Der einmal festgesetzte amtliche Wert ist rechtsbeständig 

und gilt bis zu einer nächsten allgemeinen oder ausserordentlichen Neubewertung (Art. 181 

Abs. 3 StG). 

3.1 Das vorliegende Verfahren ist durch die allgemeine Neubewertung der nichtlandwirt-
schaftlichen Grundstücke im Kanton Bern ausgelöst worden, die vom Grossen Rat mit Wirkung 

ab Steuerjahr 2020 beschlossen worden ist (Art. 182 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 des De-

krets vom 21. März 2017 über die allgemeine Neubewertung der nichtlandwirtschaftlichen 

Grundstücke und Wasserkräfte [AND; BSG 661.543]). Die allgemeine Neubewertung 2020 ba-

siert auf Preiserhebungen in den Jahren 2013 bis 2016 (Art. 2 Abs. 2 AND). Zuvor wurde letzt-

mals per Steuerjahr 1999 eine allgemeine Neubewertung anhand von Daten der Bemessungs-

periode 1993 bis 1996 durchgeführt. In den 21 Jahren seit der letzten allgemeinen Neubewer-

tung sind die Verkehrswerte der Grundstücke im Kanton Bern insgesamt erheblich angestiegen 

und immer stärker von den amtlichen Werten abgewichen. Es gibt aber auch Regionen, in de-

nen die Grundstückpreise nicht oder nur geringfügig zugenommen haben. Mit der allgemeinen 

Neubewertung 2020, die alle nichtlandwirtschaftlichen Grundstücke im Kanton Bern betrifft, 

werden die amtlichen Werte den tatsächlichen Verkehrswerten angenähert (sie liegen im 

Durchschnitt jedoch immer noch erheblich darunter) und die regionalen Unterschiede reduziert. 

Dass der Grossteil der Grundstücke nach der allgemeinen Neubewertung 2020 einen höheren 

amtlichen Wert aufweist, ist demnach auf die Entwicklung des Immobilienmarkts zurückzu-

führen und vom Gesetzgeber beabsichtigt.

3.2 Von der allgemeinen Neubewertung zu unterscheiden ist die ausserordentliche Neube-
wertung gemäss Art. 183 StG. Eine ausserordentliche Neubewertung wird hauptsächlich dann 

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durchgeführt, wenn an einem bestimmten Grundstück bauliche Veränderungen vorgenommen 

worden sind (Art. 183 Abs. 1 Bst. a StG). Das hier zu beurteilende Grundstück wurde nach dem 

Heizungsersatz letztmals mit Wirkung ab Steuerjahr 2010 ausserordentlich bewertet, wobei die 

Mietwertansätze und Zinssätze der letzten allgemeinen Neubewertung von 1999 angewendet 

wurden.

3.3 Eigentliche Grundlage für die amtliche Bewertung sind die von der kantonalen Schat-
zungskommission erstellten "Nichtlandwirtschaftlichen Bewertungsnormen" (abrufbar unter: 

<https://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken "Themen > Steuersituationen > Wohneigentum / Liegen-

schaften > Amtlicher Wert > Links und Downloads > Normen zur nichtlandwirtschaftlichen Be-

wertung AN20"; fortan: Bewertungsnormen). Im Rahmen einer amtlichen Bewertung werden 

zunächst für jedes auf dem Grundstück vorhandene Objekt die Räumlichkeiten und Einrichtun-

gen auf einem Aufnahmeprotokoll festgehalten. Dabei werden Wohnräume mit sogenannten 

Raumeinheiten (RE, siehe Tabelle 3.1 der Bewertungsnormen) und alle übrigen Flächen mit der 

Anzahl Quadratmeter erfasst. Danach werden die Objekte nach Gebäudeart, Bauqualität, Kom-

fortstufe, Wohn- oder Geschäftslage sowie Verkehrslage benotet. Zudem werden das wirt-

schaftliche Alter und der Mietwertcode der einzelnen Objekte bestimmt, der vom Nutzungs-

zweck abhängt (Wohnung, Garage, Ladenlokal usw.). Als weitere Einflussgrösse ist das gene-

relle Mietzinsniveau der Standortgemeinde zu berücksichtigen, welches mit der Mietwert-

kategorie wiedergegeben wird. Aus der Anzahl Einheiten (RE oder m2), dem Total der Noten, 

dem wirtschaftlichen Alter, dem Mietwertcode und der Mietwertkategorie wird für jedes Objekt 

der Protokollmietwert errechnet (Tabelle 3.2 der Bewertungsnormen), d.h. der im Jahr erzielba-

re Mietertrag (der Protokollmietwert dient zugleich als Ausgangspunkt für die Bestimmung des 

Eigenmietwerts). Der Protokollmietwert wird durch den Kapitalisierungssatz dividiert, woraus 

sich der Ertragswert ergibt. Nach Addition des Realwertzuschlags resultiert schliesslich der amt-

liche Wert. Kapitalisierungssatz und Realwertzuschlag sind abhängig von der Note für die Ge-

bäudeart sowie vom wirtschaftlichen Alter (Tabelle 3.3 der Bewertungsnormen). Ergänzende 

Informationen können den von der Steuerverwaltung veröffentlichten "Erläuterungen zum steu-

erlichen Bewertungssystem von Grundstücken und Liegenschaften" (namentlich S. 7 f.) ent-

nommen werden (abrufbar unter: <https://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken "Themen > Steuersitua-

tionen > Wohneigentum / Liegenschaften > Amtlicher Wert > Links und Downloads", fortan: Er-

läuterungen). Für die Schätzungspraxis sind zudem die von der Steuerverwaltung basierend auf 

Ziff. 1.7 der Bewertungsnormen erlassenen schätzungstechnischen Weisungen von Bedeutung, 

die sich an die Schätzerinnen und Schätzer richten (nicht online verfügbar).

3.4 Die Steuerverwaltung hat die allgemeine Neubewertung 2020 beim hier zu beurteilenden 
Grundstück umgesetzt, ohne einen Augenschein vorzunehmen. Sie hat die Raumaufnahme 

https://www.sv.fin.be.ch
https://www.sv.fin.be.ch

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und Noten für die Gebäudeart (4), die Bauqualität (6), die Komfortstufe (7) sowie die Wohnlage 

(6) unverändert übernommen und das wirtschaftliche Alter um 22 Jahre erhöht (Differenz zwi-

schen bisherigem Bezugsjahr 1998 und neuem Bezugsjahr 2020). Hingegen hat die Steuerver-

waltung gestützt auf den neu erstellten Verkehrslagenotenplan (siehe E. 4.3 hiernach) die Ver-

kehrslage um einen Punkt höher benotet als bisher (8 statt 7). Anhand dieser Bewertungs-

faktoren und mit den aktualisierten Mietwertansätzen und Zinssätzen ist der neue amtliche Wert 

von CHF 539'500.-- bestimmt worden.

4. Mit Ausnahme der Verkehrslagenote haben sich die Bewertungsfaktoren mit der all-
gemeinen Neubewertung 2020 nicht oder bloss rechnerisch geändert. Dennoch können im vor-

liegenden Rekursverfahren grundsätzlich sämtliche Elemente der Bewertung überprüft werden. 

Die Steuerrekurskommission verfügt über die gleichen Kompetenzen wie die Steuerverwaltung 

im vorangegangenen Bewertungs- und Einspracheverfahren (Art. 198 Abs. 2 StG) und ist daher 

nicht an die Parteibegehren gebunden. Sie beurteilt jedoch hauptsächlich jene Punkte, die zwi-

schen den Parteien umstritten sind.

4.1 Der Rekurrent beantragt, die Teilnote für die Heizung von 8 auf 5 oder 4 zu reduzieren. 
Die Teilnote für die Heizung beeinflusst die Hauptnote für die Komfortstufe zu einem Viertel. Die 

übrigen Teilnoten betreffen den Ausbau (7), die Raumaufteilung (6) und die Installationen (7). In 

der Rekursschrift führt der Rekurrent aus, dass die vorherige Ölheizung mit einer Leistung von 

35 kW aufgrund einer fehlerhaften Berechnung und Beratung durch eine Luft-Wasser-

Wärmepumpe mit bloss 11 kW Leistung ersetzt worden sei. Hinzu komme, dass diese Leistung 

nur bei Temperaturen ab +7 °C erreicht werde. Im Winter lasse sich das Gebäude nicht auf 

über 17 °C erwärmen. Um eine ausreichende Temperatur zu erreichen, müssten zusätzlich der 

mit Holz betriebene Kaminofen sowie zwei portable Elektroheizöfen verwendet werden, was der 

Rekurrent mittels entsprechender Fotos belegt.

4.1.1 Die Ausführungen des Rekurrenten sind schlüssig und glaubhaft und stehen im Einklang 
mit den Ausführungen der Steuerverwaltung in ihrem Einspracheentscheid, wonach es sich 

vorliegend um eine alte Liegenschaft handle. Die Isolation (Teilnote der Bauqualität) ist von der 

Steuerverwaltung mit dem vergleichsweise tiefen Wert 7 benotet worden (siehe E. 4.2 hier-

nach). Die mangelhafte Heizung war zudem bereits Gegenstand eines Einspracheverfahrens 

gegen die amtliche Bewertung ab Steuerjahr 2010, wie sich aus dem entsprechenden Einspra-

cheentscheid der Steuerverwaltung vom 23. November 2011 ergibt (pag. 55 ff.; die damalige 

Einsprache fehlt in den Akten). Die Steuerverwaltung macht denn auch nicht geltend, dass die 

Darstellung des Rekurrenten bezüglich Leistungsfähigkeit der Heizung falsch sei. Sie stellt sich 

vielmehr auf den Standpunkt, dass eine automatische Heizung gemäss den Weisungen immer 

mit der Note 8 zu bewerten sei.

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4.1.2 Wie in Erwägung 3.3 ausgeführt, sind die grundsätzlichen Bestimmungen für die amtli-
che Bewertung in den Bewertungsnormen enthalten. Die Noten für Wohn- und Geschäftshäuser 

werden darin allerdings nur rudimentär umschrieben (Ziff. 2.2.4). So sind bei der Heizungsart 

die Höchstnote 9 für die "beste Heizungsart" und die Mindestnote 1 für "unbeheizt" vorgesehen. 

In Ziff. 3.8 der schätzungstechnischen Weisungen findet sich eine detaillierte Beschreibung, wie 

die Heizungsnote herzuleiten ist. Für eine Zentralheizung mit Wärmepumpe ist die Note 8 vor-

gesehen. Eine (manuelle) Zentralheizung mit Holz oder Kohle ist mit der Note 5, entsprechende 

Einzelöfen sind mit der Note 1 zu bewerten. Ergänzend ist in Ziff. 3.8 der Weisungen vermerkt: 

"Eine automatische Heizung hat immer [die] Note 8 ohne Rücksicht auf den Energieträger". 

Diese strikte Regelung wird allerdings insoweit relativiert, als unter der Überschrift von Ziff. 3.8 

der Klammervermerk "Note als Richtlinie" angebracht ist. 

4.1.3 Bei den schätzungstechnischen Weisungen handelt es sich um eine sogenannte Verwal-
tungsverordnung, wozu generelle Dienstanweisungen und Richtlinien zählen, die sich an unter-

geordnete Behörden oder Verwaltungsangestellte richten (RKE 100 2023 5 vom 13.12.2023, 

E. 6.1 ff.; vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., 2020, N. 81; 

Ruth Herzog in: Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 

2. Aufl., 2020, N. 41 zu Art. 66 VRPG). Gegenüber den steuerpflichtigen Personen und Gerich-

ten stellen Verwaltungsverordnungen nicht rechtsverbindliche Äusserungen der Verwaltung 

über die Auslegung und Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen dar. Aller-

dings weichen die Gerichte nicht ohne triftigen Grund von einer Verwaltungsverordnung ab, 

sofern diese eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendba-

ren gesetzlichen Bestimmungen zulässt (vgl. BGer 2C_375/2015 vom 1.12.2015, E. 3.2; 

BGer 2C_264/2014 vom 17.8.2015, E. 2.4; Ruth Herzog, a.a.O., N. 41 zu Art. 66 VRPG).

4.1.4 Für die Steuerrekurskommission ist offensichtlich, dass eine automatische Heizung nur 
dann mit einer hohen Note bewertet werden kann, wenn sie eine ausreichende Heizleistung 

erbringt. Die unterschiedlichen Noten, die in den schätzungstechnischen Weisungen vorgese-

hen sind, differieren nicht anhand der Heizleistung, sondern anhand des Bedienkomforts und 

der Betriebskosten. So leuchtet es ohne weiteres ein, dass ein automatisches Heizsystem die 

Note 8 erhält, während für eine manuell zu bedienende Holzfeuerung bloss die Note 5 und für 

Einzelöfen die Note 1 vorgesehen sind. Als quasi ungeschriebene Grundvoraussetzung kann 

dies jedoch nur gelten, sofern die einzelnen Heizungsarten grundsätzlich eine ausreichende 

Leistung erbringen. Sobald, wie vorliegend, von einer ungenügenden Leistung einer automati-

schen Heizung ausgegangen werden muss, kann nicht mehr auf den reinen Wortlaut der schät-

zungstechnischen Weisungen abgestellt werden. Vielmehr gilt es, den durch die den Weisun-

gen übergeordneten Bewertungsnormen eingeräumten Ermessensspielraum sachgerecht 

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wahrzunehmen. Gemäss glaubhafter Darstellung des Rekurrenten kann nur mit zusätzlicher 

Hilfe des holzbefeuerten Kaminofens und elektrischer Einzelöfen eine ausreichende Tempera-

tur erreicht werden. Die Steuerrekurskommission erachtet unter diesen Umständen die Teil-

note 5 für die Heizungsart als gerechtfertigt. Zusammen mit den übrigen Teilnoten (Ausbau 7, 

Raumaufteilung 6, Installationen 7) resultiert damit eine um einen Punkt reduzierte Gesamt-

note 6 für die Komfortstufe.

4.2 Weiter erwähnt der Rekurrent, dass die Teilnote 7 für die Isolation (gehört zur Bauqualität) 
"nicht der Realität" entspreche. Er begründet dies damit, dass das Gebäude ursprünglich aus 

dem Jahr 1913 stamme, und nicht, wie von der Steuerverwaltung angenommen, aus dem Jahr 

1920. Inwiefern dieser Unterschied einen Einfluss auf die Isolationsqualität haben soll, ist nicht 

ersichtlich. Auf dem Zusatzprotokoll Z9 (pag. 28) sind ausserdem Isolationsmassnahmen an 

Dach und Wänden in den Jahren 1995/1996 aufgeführt. Deshalb gibt es für die Steuerrekurs-

kommission keinen Grund von der Teilnote 7 für die Isolation abzuweichen. Im Übrigen würde 

auch eine auf 6 oder gar 5 reduzierte Teilnote nichts an der Gesamtnote 6 für die Bauqualtät 

ändern.

4.3 Die einzige Note, die mit der allgemeinen Neubewertung 2020 geändert hat, betrifft die 
Verkehrslage. Mit der Verkehrslage werden gemäss den Bewertungsnormen "Zugang, Zufahrt 

und Bezug zum nächstgelegenen Siedlungs- bzw. Infrastrukturschwerpunkt" beurteilt (S. 13). 

Die Note bezieht sich auf die Verhältnisse innerhalb der Gemeinde. Die in einer Gemeinde vor-

handene Infrastruktur und die Anbindung an den privaten und öffentlichen Verkehr wird nicht 

mit der Verkehrslagenote beurteilt, sondern widerspiegelt sich (zusammen mit anderen Stand-

ortfaktoren) im durchschnittlichen Mietzinsniveau der Gemeinde, welches im System der amtli-

chen Bewertung mit der Mietwertkategorie abgebildet wird. Die Gemeinde B.________ gehört 

in die Mietwertkategorie 13, (Vergleichswerte: C.________ 13, D.________ 12, E.________ 10, 

siehe Tabelle 3.8 der Bewertungsnormen). Mit der allgemeinen Neubewertung 2020 ist neu in 

jeder Gemeinde ein Gebiet mit der maximalen Verkehrslagenote 9 definiert worden (Bewer-

tungsnormen, S. 13), ausgehend von der Überlegung, dass in jeder Gemeinde ein Teilgebiet 

verkehrsmässig optimal liegt, unabhängig davon, wie die Verkehrslage der Gemeinde insge-

samt zu beurteilen ist. Im Rahmen der allgemeinen Neubewertung 2020 hat sich die Verkehrs-

lagenote des Grundstücks Nr. 1________ von 7 auf 8 erhöht, wobei die Grenze zur Zone mit 

der Höchstnote 9 unmittelbar anschliessend verläuft (siehe Verkehrslagenotenplan AN20, ab-

rufbar unter: <https://www.agi.dij.be.ch>, Rubriken "Geoportal > Angebot an Karten"). Triftige 

Gründe, die ein Abweichen vom Verkehrslagenotenplan rechtfertigen könnten, sind keine er-

sichtlich (vgl. Bewertungsnormen, S. 13).

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5. Die übrigen Noten, die Raumaufnahme und das wirtschaftliche Alter werden vom Rekur-
renten nicht bemängelt und aus den Akten ergeben sich keine Unstimmigkeiten. Damit ändert 

sich einzig die Note für die Komfortstufe. Weil der Rekurrent nur diese Note (bzw. die Teilnote 

für die Heizung) substanziiert angefochten hat, ist der Rekurs gutzuheissen und der amtliche 

Wert des Grundstücks B.________ Nr. 1________ auf CHF 522'500.-- festzusetzen (Details 

siehe Anhang).

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Rekurrent keine Verfahrenskosten zu tragen 
(Art. 200 Abs. 1 StG). 

Weil der Rekurrent im vorliegenden Verfahren nicht vertreten ist und weil keine notwendigen 

und verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, werden keine Parteikosten gesprochen 

(Art. 200 Abs. 4 StG).

Aus diesen Gründen wird erkannt:

1. Der Rekurs wird gutgeheissen und der amtliche Wert des Grundstücks B.________ Gb-

bl. Nr. 1________ wird auf CHF 522'500.-- festgesetzt, gültig ab Steuerjahr 2020.

2. Für das Verfahren vor der Steuerrekurskommission werden keine Kosten erhoben.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, Beschwerde erhoben 
werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechtsschrift am letzten Tag der Frist einer 
schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Beschwerdeschrift ist in 3-facher Aus-
fertigung einzureichen. Sie muss von der beschwerdeführenden Person selbst oder von 
einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten ermächtigten Anwalt verfasst und un-

terzeichnet sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechtsschrift hat insbesondere das Rechts-
begehren und die Begründung zu enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

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5. Zu eröffnen an:

▪ A.________

▪ Steuerverwaltung des Kantons Bern 

▪ Gemeinde B.________

IM NAMEN DER STEUERREKURSKOMMISSION
DES KANTONS BERN

Die Richterin Der Gerichtsschreiber

Cuccarède Leumann

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Anhang

Zusammenzug
Amtlicher Wert Grundstück B.________ Nr. 1________, ab Steuerjahr 2020:

 Obj. Nr. 
Geb. 
Nr. Wert 2010

Einsprache-
entscheid

Entscheid 
StRK

Wohnhaus 1 __ 421'400 534'600 517'600
Gartenhaus 2 __ 3'700 4'900 4'900
Platz Umschwung 3  0 0 0

Total   425'100 539'500 522'500

Details Wohnhaus (Mietwertkategorie 13)

Benotung  
Objektteil Wohnhaus Garage
Gebäudeart 4 1

Bauqualität 6 5

Komfortstufe 6 5

Wohnlage 6 6

Verkehrslage 8 8

Noten-Endtotal 30 25

Wirtschaftliches Alter 50 62

Berechnung
Mietwert-Code 00 49 

MW pro Notenpunkt und Einheit 55.10 1.60 

MW pro Einheit 1'653 40 

Anzahl Einheiten (RE od. m²) 11.2 15.0 
Protokollmietwert 18'514 600 

Kapitalisierungssatz 5.9% 6.5%

Ertragswert 313'790 9'231 

Realwert-Zuschlag 62.0% 1.0%

Amtl. Wert pro Objektteil 508'340 9'323
Amtl. Wert total 517'600