# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76f764cb-383d-5e98-9e3b-77d9db705dea
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 12.11.2015 R 2015 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2015-40_2015-11-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 15 40

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
RichterIn Audétat, Moser 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 12. November 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Stockwerkeigentümergemeinschaft A._____,

vertreten durch H._____ Immobilien, 

wiedervertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli, ,

Beschwerdeführerin

gegen 

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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1. Die Parzelle Nr. 2944, eingetragen im Grundbuch der Gemeinde X._____, 

gehört der Stockwerkeigentümergemeinschaft A._____ (nachfolgend: 

Stockwerkeigentümerschaft). Diese ersuchte im 2014 bei der Gemeinde 

X._____ um Ersatz der bestehenden Holzfensterläden. Am 9. April 2014 

bewilligte das Departement 3 der Gemeinde X._____ das fragliche Bau-

vorhaben im Meldeverfahren unter Bedingungen und Auflagen. Dabei 

verpflichtete sie die Bauherrschaft insbesondere, Holzfensterläden zu 

montieren und der zuständigen Behörde vor der Ausführung bzw. Bestel-

lung Material- und Farbmuster zur Genehmigung vorzulegen.

2. Am 15./17. Dezember 2014 ersuchte die Stockwerkeigentümerschaft die 

Gemeinde X._____ im Sinne einer Projektänderung um die Bewilligung 

des Ersatzes der bestehenden Holzfensterläden mit neuen Fensterläden 

aus Metall. Am 22. Dezember 2014 teilte das Hochbauamt der Gemeinde 

X._____ der Stockwerkeigentümergemeinschaft mit, diese Projektände-

rung zurückweisen zu müssen. Am 15. Januar 2015 beantragte die 

Stockwerkeigentümerschaft bei der Gemeinde X._____ daraufhin den Er-

lass einer anfechtbaren Verfügung. Die Gemeinde X._____ holte in der 

Folge bei der Denkmalpflege Graubünden eine Stellungnahme ein. Mit 

Beschluss vom 3. März 2015 lehnte der Gemeinderat die beantragte Pro-

jektänderung anschliessend im Sinne der Erwägungen ab. In der Begrün-

dung erwog er im Wesentlichen, das in Frage stehende Mehrfamilienhaus 

liege am E._____-platz in unmittelbarer Nachbarschaft zum E._____-

gebäude das schützenswert sei. In der Umgebung schützenswerter Bau-

ten seien gemäss Art. 77 des Baugesetzes der Gemeinde X._____ Bau-

ten und Anlagen im Hinblick auf eine gute Gesamtwirkung besonders 

sorgfältig zu gestalten. Im Schutzbereich des alten Dorfkernes lasse die 

Baukommission aus diesem Grunde praxisgemäss nur Fensterläden aus 

Holz zu. Damit setze sie den Standpunkt der Denkmalpflege konsequent 

um. Die begehrte Projektänderung könne deshalb nicht bewilligt werden.

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3. Dagegen erhob die Stockwerkeigentümergemeinschaft (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) am 23. April 2015 Beschwerde beim Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden. Darin beantragte sie, den Beschluss des 

Gemeinderates vom 3. März 2015 aufzuheben und die begehrte Projek-

tänderung zu genehmigen. Die Beschwerdeführerin sei im vorliegenden 

Verfahren aktivlegitimiert und prozessführungsbefugt, da die Fensterläden 

als Teil der Fassade zum gemeinschaftlichen Teil des Stockwerkeigen-

tums gehörten. In materieller Hinsicht führte sie im Wesentlichen aus, die 

Bauordnung der Gemeinde X._____ enthalte keine Regelung, die es er-

laube, der Beschwerdeführerin vorzuschreiben, anstelle der begehrten la-

ckierten Aluminiumfensterläden Holzfensterläden zu montieren. Die 

massgeblichen Bestimmungen sprächen von "gestalten". Es gehe also 

um die Form und die Grösse der Fensterläden, nicht um deren Materiali-

sierung. Lackierte Aluminiumfensterläden passten zur Baustruktur bzw. 

Bautypologie des alten Dorfkernes, soweit dies überhaupt erforderlich sei. 

Dabei sei zu beachten, dass die streitbetroffene Baute kein historisches, 

sondern ein neuzeitliches Gebäude sei. Allenfalls bei historischen Bau-

werken mache es Sinn, die Montage von Holzfensterläden zu verlangen, 

weil Holzfensterläden für den historischen Charakter dieser Bauten ty-

pisch seien. In Chur herrsche aber offenbar keine solche Auffassung vor. 

Aluminiumfensterläden befänden sich im alten Dorfkern vorwiegend an 

historischen Bauten. Demzufolge könne Holz noch viel weniger bei neu-

zeitlichen Bauten verlangt werden, seien doch Aluminiumfensterläden für 

neuzeitliche Bauten fast typischer als Holzfensterläden. Im Übrigen seien 

Aluminiumfensterläden rund 25 % günstiger als Holzfensterläden. Aus-

serdem seien sie witterungsbeständig und formstabil, farbecht und lang-

lebig. Sie verfügten über eine Lebensdauer von 50 Jahren und mehr. 

Holzfensterläden müssten dagegen erstmals nach zehn Jahren abge-

nommen, geschliffen und neu lackiert werden. Diese Prozedur sei als-

dann alle fünf Jahre zu wiederholen. Der Unterhalt von Holzfensterläden 

sei folglich deutlich kostspieliger als jener von Aluminiumfensterläden. Die 

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Beschwerdeführerin habe demnach ein erhebliches finanzielles Interesse 

an der Montage von Aluminiumfensterläden.

4. Die Gemeinde X._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) ersuchte das 

Verwaltungsgericht in der Vernehmlassung vom 3. Juni 2015 um Abwei-

sung der Beschwerde. In formeller Hinsicht machte sie zunächst geltend, 

es fehlten ein Prozessführungsbeschluss der Beschwerdeführerin und ei-

ne schriftliche Anwaltsvollmacht. Die begehrten Fensterläden in Metall 

genügten den gesetzlichen Anforderungen nicht, weswegen die Be-

schwerdegegnerin die Bewilligung dafür zu Recht verweigert habe. Die 

Ästhetikbestimmungen der Beschwerdegegnerin seien in Bezug auf den 

alten Dorfkern strenger als Art. 73 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für 

den Kanton Graubünden. Gemäss Art. 41 Abs. 3 des Baugesetzes der 

Gemeinde X._____ sei die historische Eigenart und bauliche Einheit des 

alten Dorfkernes zu bewahren. Ausserdem seien die Vorschriften des ge-

nerellen Gestaltungsplanes zu beachten. Dieser bezeichne den alten 

Dorfkern als Bereich generell geschützter Baustruktur und Bausubstanz. 

Gemäss Art. 78 Abs. 2 des Baugesetzes der Gemeinde X._____ seien 

sodann unter anderem Renovationen hinsichtlich Lage, Stellung, Gliede-

rung, Grösse und Gestalt an die bestehende Baustruktur oder Typologie 

der Bauten anzupassen. Sie hätten sich harmonisch in die Umgebung 

einzufügen und dürften die wesentlichen Merkmale des Dorf- und Stras-

senbildes nicht beeinträchtigen. Diese Bestimmungen stellten hohe An-

forderungen an die bauliche Gestaltung und erlaubten es der Beschwer-

degegnerin, die Montage von Holzfensterläden zu verlangen. Soweit die 

Beschwerdeführerin vorbringe, in dem alten Dorfkern existierten etliche 

Gebäude mit Aluminiumfensterläden, sei festzuhalten, dass die Be-

schwerdegegnerin nur in zwei Fällen die Montage von Aluminiumfenster-

läden bewilligt habe. In den übrigen Fällen seien solche ohne Kenntnis 

der zuständigen Baubehörde montiert worden. Weswegen die beiden er-

wähnten Ausnahmen gewährt worden seien, sei heute nicht mehr nach-

vollziehbar. Bei den angeführten Beispielen handle es sich aber um weni-

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ge Einzelfälle, welche die entsprechende Praxis der Beschwerdegegnerin 

nicht in Frage stellten. Im Übrigen bestehe kein Anspruch auf Gleichbe-

handlung im Unrecht.

5. In der Replik vom 16. Juni 2015 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

Anträgen fest und setzte sich mit der Argumentation der Beschwerdegeg-

nerin auseinander. Ausserdem reichte sie den Prozessführungsbeschluss 

und die Vollmacht der Stockwerkeigentümergemeinschaft ein. Die Be-

schwerdegegnerin nahm dazu in der Duplik vom 30. Juni 2015 unter Er-

neuerung ihrer Anträge Stellung. Die eingereichte Prozessführungsbefug-

nis genüge den gesetzlichen Anforderungen nicht. Die Ansetzung einer 

weiteren gerichtlichen Nachfrist zur Mangelbehebung sei nicht mehr statt-

haft. Deshalb sei auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten. 

6. Am 13. August 2015 reichte die dazu vom Gericht am 10. Juli 2015 aufge-

forderte Beschwerdeführerin die monierten Vollmachten sowie den Zirkul-

arbeschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft nach. Eine Stellung-

nahme der Beschwerdegegnerin zu diesen Unterlagen ging beim Gericht 

nicht ein.

7. Mit Schreiben vom 10. Juli 2015 reichte der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin seine Honorarnote ein.

8. Am 1. Oktober 2015 führte das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden einen Augenschein durch, an welchem auf Seiten der Be-

schwerdeführerin F._____, G._____ sowie deren Verwalter der Stock-

werkeigentümergemeinschaft, die H._____ Immobilien, in Begleitung ih-

res Rechtsvertreters anwesend waren. Die Beschwerdegegnerin wurde 

durch ihren Rechtskonsulenten, sowie den Leiter des Hochbauamts ver-

treten. Im Weiteren nahm Denkmalpfleger I._____ am Augenschein teil. 

Die Anwesenden hatten Gelegenheit, sich vor dem streitbetroffenen 

Mehrfamilienhaus und im Zuge des anschliessendes Rundgangs durch 

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den alten Dorfkern mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern, 

wovon allseits Gebrauch gemacht wurde. Nach Abschluss des Augen-

scheines reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beim Sekre-

tariat des Verwaltungsgerichts eine Honorarnote ein. Die Beschwerde-

gegnerin nahm dazu keine Stellung.

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien sowie die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Beschwerdeführerin erhob beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden am 23. April 2015 Beschwerde gegen den Beschluss des 

Gemeinderates vom 3. März 2015. Solche in Anwendung von Verwal-

tungsrecht ergangene, individuell konkrete Entscheide, die bei keiner kan-

tonalen Instanz angefochten werden können und weder nach eidgenössi-

schem noch nach kantonalem Recht endgültig sind, können gemäss 

Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG, 

BR 370.100) beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ange-

fochten werden. Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt dem-

zufolge in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden. 

b) Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren ist nur als Partei zuzu-

lassen, wer partei- und prozessfähig ist, vom angefochtenen Entscheid 

berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher 

Überprüfung hat (Art. 50 VRG; vgl. VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID 

H._____, in: WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxiskommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, 

Art. 6 N. 13). Einer Stockwerkeigentümergemeinschaft kommt im Rahmen 

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der ihr obliegenden Verwaltungsaufgaben Parteifähigkeit zu. In diesem 

Bereich kann sie unter ihrem Namen klagen und betreiben sowie beklagt 

und betrieben werden (Art. 712l Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetz-

buches [ZGB; SR 210]), wobei sie den Prozess durch ihren Verwalter 

oder einen von ihr zu diesem Zweck gewählten Vertreter führen lassen 

kann. Für die Vertretung der Stockwerkeigentümergemeinschaft bedarf 

der Verwalter, von summarischen Streitigkeiten abgesehen, einer beson-

deren Bevollmächtigung durch die Stockwerkeigentümergemeinschaft 

(Art. 712t Abs. 2 ZGB). 

c) Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist, ob die Be-

schwerdeführerin berechtigt ist, an dem Mehrfamilienhaus Aluminium-

fensterläden zu montieren. Fensterläden sind ein weithin sichtbares Ge-

staltungselement einer Gebäudefassade. Sie sind für die Gestalt sowie 

das Aussehen eines Gebäudes prägend. Gemäss Art. 712b Abs. 2 ZGB 

können derartige Bauelemente nicht zu Sonderrecht ausgeschieden wer-

den. Sie unterliegen der gemeinschaftlichen Nutzung und Verwaltung, die 

von der Stockwerkeigentümergemeinschaft wahrzunehmen ist. Die mit 

dieser Aufgabe verbundenen Rechte und Pflichten hat die Stockwerkei-

gentümergemeinschaft geltend zu machen und zu diesem Zweck gege-

benenfalls auch ein Beschwerdeverfahren gegen einen abschlägigen 

Baubewilligungsentscheid einzuleiten. Demnach erweist sich die Be-

schwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren als parteifähig. 

Bezüglich ihrer Prozessfähigkeit ist in tatsächlicher Hinsicht erstellt, dass 

die Beschwerdeführerin aus den Grundstückseigentümern selbst besteht. 

Alle diese Personen haben in einem Zirkulationsbeschluss beschlossen, 

den abschlägigen Beschluss des Gemeinderates vom 3. März 2015 mit 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht anzufechten und sich dabei durch 

den Verwalter der Stockwerkeigentümergemeinschaft, H._____ Immobili-

en, vertreten zu lassen. Die Einzelunternehmung H._____ Immobilien hat 

ihrerseits Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli mit der Interessenwah-

rung im vorliegenden Beschwerdeverfahren beauftragt. Die diese Rechts-

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verhältnisse belegenden Unterlagen hat die Beschwerdegegnerin auf ent-

sprechende Aufforderung hin mit der Duplik vom 16. Juni sowie dem 

Schreiben vom 30. Juni 2015 eingereicht. Damit ist ausgewiesen, dass 

die Stockwerkeigentümergemeinschaft im vorliegenden Fall prozessfähig 

ist und Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli rechtsgültig bevollmächtigt 

hat. Dass sie als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen 

Beschlusses von diesem, soweit darin ihr Projektänderungsgesuch ab-

gewiesen wurde, berührt ist, steht ausser Frage. Demzufolge ist die Be-

schwerdelegitimation der Beschwerdeführerin zu bejahen. Auf die zudem 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten (vgl. 

Art. 52 VRG). 

2. a) Das streitige Bauvorhaben bezieht sich auf ein im Dorfkern gelegenes 

Mehrfamilienhaus. Der alte Dorfkern wurde als Objekt von besonderer 

Bedeutung in das Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz 

(ISOS) aufgenommen (s. Schreiben von Denkmalpfleger I._____ an die 

Gemeinde X._____ vom 20. Januar 2015; vgl. auch Verordnung über das 

Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. In der 

ISOS-Aufnahme wird der Dorfkern als Gebiet mit "ursprünglicher Sub-

stanz" (Kategorie A) sowie "ursprünglicher Struktur" (Kategorie B) be-

zeichnet und dem höchsten Erhaltungsziel "Erhalt der Substanz" (Katego-

rie A) zugeordnet. Allerdings wird das streitbetroffene Mehrfamilienhaus 

selbst nicht als schützenswertes Einzelelement eingestuft. Dasselbe gilt 

für die B._____-gasse. Diese alte Hauptachse, die beidseits von beson-

ders repräsentativen Gebäuden gesäumt ist und zwischen dem C._____ 

und dem D._____ verläuft, stellt allerdings einen wichtigen Sachverhalt 

dar, den es zu erhalten gilt (vgl. ISOS, 1. Fassung 5. November 1996/hjr 

S. 10).

b) Die sich hieraus ergebenden Planungsempfehlungen hat der Kanton 

Graubünden gestützt auf Art. 17 des Bundesgesetzes über die Raumpla-

nung (RPG; SR 700) in Verbindung mit Art. 43 des Raumplanungsgeset-

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zes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) dahingehend umge-

setzt, als er die für die Bauordnung zuständigen Gemeinden verpflichtet 

hat, Siedlungsbereiche und Einzelbauten von besonderer künstlerischer, 

historischer, architektonischer Bedeutung gestützt auf Siedlungsanalysen 

oder auf andere Grundlagen als generell geschützte Siedlungsgebiete 

und Einzelbauten in den Generellen Gestaltungsplan aufzunehmen. Wird 

keine solche Schutzzone errichtet, so sind Natur- und Kulturobjekte von 

besonderer Bedeutung gestützt auf Landschaftsinventare oder gleichwer-

tige Grundlagen als geschützte Natur- und Kulturobjekte in den Generel-

len Gestaltungsplan aufzunehmen (Art. 44 Abs. 1 KRG). Die Gemeinde 

X._____ hat entsprechend diesen kantonalen Vorgaben den alten Dorf-

kern als Bereich mit generell geschützter Baustruktur und Bausubstanz 

bezeichnet (Art. 41 Abs. 3 des Baugesetz der Gemeinde X._____ [BG; 

LS 611]) und eine entsprechende Schutzzone errichtet (Art. 78 Abs. 1 

BG). Ausserdem hat sie für inventarisierte Bauten in den Art. 75 BG (ge-

schützte und schützenswerte Bauten), Art. 76 BG (erhaltenswerte Bau-

ten) sowie Art. 77 BG (Umgebung) weitergehende Regelungen erlassen, 

die über die minimalen Vorgaben von Art. 43 KRG hinausgehen.

c) In Bezug auf das streitbetroffene Mehrfamilienhaus geht aus dem gene-

rellen Gestaltungsplan der Gemeinde X._____ hervor, dass dieses in kei-

nem Inventar verzeichnet ist, jedoch in der Schutzzone in der unmittelba-

ren Nähe mehrerer schützenswerter bzw. besonders erhaltenswerter Ge-

bäude liegt (vgl. Genereller Gestaltungsplan der Gemeinde X._____. Das 

streitige Bauvorhaben hat folglich den besonderen Gestaltungsvorschrif-

ten von Art. 77 und Art. 78 BG zu genügen. Laut der letztgenannten Be-

stimmung gilt der Dorfkern als Bereich mit generell geschützter Baustruk-

tur und Bausubstanz. Dazu gehören insbesondere Dächer, Fassaden, 

Gassen Plätze, Mauern, Hinterhöfe sowie bedeutende Garten und Pflan-

zen (Art. 78 Abs. 1 BG). Gemäss Art. 78 Abs. 2 BG sind Neu-, Um-, An-

bauten, Renovationen und Terrainveränderungen hinsichtlich Lage, Stel-

lung, Gliederung, Grösse und Gestalt an die bestehende Baustruktur und 

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an die Typologie der Bauten anzupassen. Sie haben sich harmonisch in 

die Umgebung einzufügen und dürfen die wesentlichen Merkmale des 

Dorf- und Strassenbildes nicht beeinträchtigen. Die architektonisch und 

historisch bedeutende Bausubstanz ist auch im Innern der Gebäude zu 

bewahren. Flachdächer sind im alten Dorfkern verboten. Für An- und 

Neubauten können Ausnahmen bewilligt werden (Art. 78 Abs. 3 BG). Die-

se Regelungen wird durch Art. 77 BG bezüglich Bauten und Anlagen in 

der Umgebung von geschützten, schützens- sowie erhaltenswerten Bau-

ten und Baugruppen dahingehend ergänzt, als diese im Hinblick auf eine 

gute Gesamtwirkung besonders sorgfältig zu gestalten sind.

d) Bei der Auslegung dieser Bestimmungen, die über die Vorgaben des eid-

genössischen und kantonalen Rechts hinausgehen, kommt der Be-

schwerdegegnerin ein relativ erheblicher Beurteilungs- und Ermessens-

spielraum zu. Beruht die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Auslegung auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Verhält-

nisse, so hat das Gericht sie zu respektieren. Nur wenn die Beschwerde-

gegnerin den ihr zuzugestehenden Handlungsspielraum bei der Ausle-

gung der fraglichen Bestimmungen in unvertretbarer Weise ausgeübt hat, 

darf das Verwaltungsgericht in deren Ermessensausübung eingreifen und 

sein Ermessen anstelle des der Beschwerdegegnerin setzen (vgl. statt 

vieler Urteile des Verwaltungsgerichts R 09 14 vom 23. Juni 2009, R 06 

105 vom 26. April 2007 E.4a).

3. a) Das streitige Bauvorhaben umfasst den Ersatz von 39 Holzfensterläden 

an einem Mehrfamilienhaus durch Aluminiumfensterläden, die mit dem 

bisherigen Lamellenbild übereinstimmen und farblich auf die Tür des 

E._____-gebäudes abgestimmt sind. Die zur Diskussion stehenden Alu-

miniumfensterläden entsprechen somit in Grösse, Gliederung und im (ur-

sprünglichen) Farbton den bestehenden Fensterläden. Davon weichen sie 

allerdings insofern ab, als die Beschwerdeführerin anstelle von Holzfens-

terläden nunmehr aus Aluminium gefertigte Fensterläden einbauen möch-

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te. Nachfolgend ist demzufolge zu prüfen, ob sich aus den in den Art. 77 

und Art. 78 BG verankerten Einfügungsgeboten eine Materialisierungs-

vorschrift ableiten lässt, wonach die Fensterläden am streitbetroffenen 

Mehrfamilienhaus aus Holz sein müssen. 

b) Die Beschwerdegegnerin hat diese Frage im angefochtenen Einspra-

cheentscheid mit der Begründung bejaht, es entspreche der Beurtei-

lungspraxis der Baukommission der Gemeinde X._____, welche gemäss 

Art. 4 Abs. 1 BG Baugesuche im Dorfkern beurteile und der Baubehörde 

entsprechend Antrag stelle, dass im Schutzbereich des Dorfkernes 

grundsätzlich nur Fenster und Fensterläden aus Holz zulässig seien. Da-

mit werde der Standpunkt der Denkmalpflege Graubünden konsequent 

umgesetzt (vgl. Bf-act. 1). Diese Ausführungen hat sie in der Vernehm-

lassung vom 3. Juni 2015 dahingehend ergänzt, als Art. 78 BG eine aus-

reichende gesetzliche Grundlage biete, um den Einbau von Holzfenster-

läden im alten Dorfkern zu verlangen. Gemessen am gewichtigen öffentli-

chen Interesse an der Erhaltung eines möglichst intakten Dorfbildes er-

weise sich ein derartiger Eingriff in die Eigentumsfreiheit als verhältnis-

mässig. Der finanzielle Mehraufwand für die Holzfensterläden sei im Hin-

blick auf das damit verfolgte Ziel, der alte Dorfkern in ihrem historischen 

Bild und mit ihren wesentlichen Merkmalen zu erhalten, vernachlässigbar 

(vgl. Vernehmlassung vom 3. Juni 2015 S. 5 f.). 

c) Die für die Beurteilung des streitigen Bauvorhabens massgeblichen 

Art. 77 und Art. 78 BG schreiben eine kubische und architektonische Ge-

staltung vor, welche sicherstellt, dass sowohl für die Baute selbst als auch 

für deren landschaftliche und bauliche Umgebung eine befriedigende Ge-

samtwirkung erzielt wird. Es genügt demzufolge nicht, dass bauliche Ver-

änderungen das Ortsbild im Allgemeinen und die unter Denkmalschutz 

stehenden Objekte im Besonderen nicht beeinträchtigen. Vielmehr müs-

sen sich bauliche Vorkehren harmonisch in die dortige Umgebung einfü-

gen, die nach ihrer Art, Form und Struktur eine mehr oder weniger ge-

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schlossene Einheit bildet. Was das im konkreten Fall heisst, hängt vom 

Schutzbedarf des Baudenkmals und seiner Stellung in der Umgebung ab. 

Es kann durchaus bedeuten, dass zonengemässe Nutzungen nicht aus-

geschöpft oder Bauvorhaben wegen besonderer Gestaltungsvorschrift 

trotz Einhaltung der übrigen baurechtlichen Bestimmungen nicht bewilligt 

werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1P.417/2005 vom 6. Ok-

tober 2005 E.3.1; BGE 115 Ia 119; BERNHARD WALDMANN / PETER HÄNNI, 

Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 17 N. 48; ALDO ZAUGG /PETER 

LUDWIG, Baugesetz des Kantons Bern, Band I, Bern 2007, Art. 10a-10f 

N. 7). Dies gilt insbesondere, wenn ein Bauvorhaben, wie mit den vorlie-

gend in Frage stehenden Fensterläden (vgl. E.1c hievor), wichtige Bautei-

le und Gestaltungselemente eines Gebäudes betrifft, welche das Bild des 

Hauses für sich und im Kontext mit dessen baulicher Umgebung prägen. 

Gerade in solchen Fällen ist es denkbar, dass sich aus Art. 77 und Art. 78 

BG Materialisierungsvorschriften ableiten lassen, welche die Verwendung 

eines bestimmten Baustoffes vorschreiben, der – wie ein spezifischer 

Baustil – für eine Zeitepoche typisch sein kann. Entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführerin können die fraglichen Regelungen folglich durch-

aus eine ausreichende Grundlage dafür bieten, Bauherrn von im alten 

Dorfkern gelegenen Gebäuden, die sich in der Umgebung von schüt-

zenswerten sowie erhaltenswerten Gebäuden und Anlagen befinden, zu 

verpflichten, Holzfensterläden durch gleichgeartete Holzfensterläden zu 

ersetzen. 

d) Die Beschwerdegegnerin begründet ihre entsprechende Auffassung in 

erster Linie mit der Haltung des Denkmalschutzes Graubünden. Laut des-

sen Stellungnahme vom 20. Januar 2015 sei die Gemeinde X._____ 

gemäss ISOS ein Ortsbild von nationaler Bedeutung. Im Besonderen der 

Bereich des Dorfkernes gelte als in höchstem Masse schutzwürdig. Ob-

wohl die Einzelgebäude innerhalb des Dorfkernes von unterschiedlicher 

Qualität seien, gelte es das Ensemble als Ganzes zu betrachten. Dies 

fordere im Besonderen ein hohes Augenmerk auf Massnahmen mit Aus-

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senwirkung, wie Fassaden, Dächer, Fenster usw. Die herrschende hohe 

Qualität der Bausubstanz im Dorfkern könne nur aufrechterhalten werden, 

wenn neue bauliche Elemente mit einem hohen Mass an Qualität in Farbe 

und Materialität realisiert würden. Den Massstab gäben die Altbauten vor, 

welche in höchster handwerklicher und materieller Qualität ausgeführt 

seien. Viele neue Materialien, wie Plastik oder Metall, genügten diesen 

Anforderungen nicht und seien darum im Hinblick auf die Erhaltung des 

alten Dorfkernes abzulehnen. Im vorliegenden Fall sollten Fensterläden 

aus Holz durch Fensterläden aus Metall ersetzt werden. Dies entspreche 

nicht den genannten Grundsätzen. Dazu komme, dass sich das in Frage 

stehende Mehrfamilienhaus direkt am E._____-platz befinde, eine hohe 

Lagewirkung aufweise und darum ein spezielles Augenmerk verdiene. 

Deshalb seien die Fensterläden in Holz zu erhalten und in Holz zu erset-

zen. Anlässlich des Augenscheines führte I._____ ergänzend aus, aus 

Sicht des Denkmalschutzes seien die höheren Unterhaltskosten von Holz-

fensterläden im Vergleich zu Aluminiumfensterläden nicht entscheidend. 

Bei Renovationsvorhaben, wie dem vorliegend in Frage stehenden, sei 

darauf zu achten, dass der Charakter des Dorteils durch die baulichen 

Vorkehren nicht verändert werde. Unter diesem Blickwinkel seien Holz-

fensterläden gegenüber Aluminiumfensterläden zu favorisieren, und zwar 

gerade weil sie der Verwitterung unterlägen und sich damit in ihrem Er-

scheinungsbild wandeln würden. Holz sei das historische Baumaterial, 

welches zur Authentizität des in Frage stehenden Gebäudes und damit 

des Dorfteils beitrüge. Deshalb spreche sich der Denkmalschutz im alten 

Dorfkern generell für Holzfensterläden aus. Dass in der Vergangenheit 

bisweilen möglicherweise ein anderer Standpunkt vertreten worden sei, 

könne er nicht ausschliessen. Denn der Denkmalschutz benötige immer 

etwas Zeit, um sich mit neuen Entwicklungen auseinanderzusetzen und 

dazu eine konsistente Position zu entwickeln. Derzeit herrsche in der 

Denkmalpflege schweizweit die Auffassung vor, dass Holzfensterläden 

gegenüber Aluminiumfensterläden zu bevorzugen seien. 

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e) Diese Ausführungen der fachkundigen kantonalen Amtsstelle sind in sich 

schlüssig und vermögen in fachlicher Hinsicht grundsätzlich zu überzeu-

gen. Sie tragen jedoch den im alten Dorfkern bestehenden Verhältnissen 

unzureichend Rechnung. Dort sind nämlich, wie der Augenschein gezeigt 

hat, bereits heute zahlreiche Fensterläden aus Aluminium. Ob diese, wie 

von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, bereits in der Überzahl 

sind, vermag das Gericht nicht zu sagen. Es erscheint aber durchaus 

plausibel, von einer ungefähr hälftigen Verteilung auszugehen. Dabei fin-

den sich Aluminiumfensterläden nicht nur an historisch weniger wertvollen 

Plätzen sowie Strassenzügen, sondern auch an historisch besonders be-

deutsamen Orten. Wenn die Beschwerdegegnerin diesbezüglich vor-

bringt, den Einbau von Aluminiumfensterläden nur in zwei Fällen bewilligt 

zu haben, mag dies zutreffen. Auch sieht sich das Gericht nicht veran-

lasst, an der Behauptung der Beschwerdeführerin zu zweifeln, dass der-

zeit mehrere baupolizeiliche Wiederherstellungsverfahren laufen, mit dem 

Ziel, Bauherrn zu verpflichten, rechtswidrig montierte Aluminiumfensterlä-

den zu demontieren und durch Holzfensterläden zu ersetzen. Selbst wenn 

diese Verfahren indessen zu dem von der Beschwerdegegnerin ange-

strebten Einbau von Holzfensterläden führen sollten, ändert dies nichts 

daran, dass eine beträchtliche Zahl von Häusern im Dorfkern mit Alumini-

umfensterläden ausgestattet ist. Die von der Beschwerdegegnerin nach 

eigenen Angaben seit Jahren in Anwendung von Art. 77 und Art. 78 BG 

verfolgte Praxis, wonach Holzfensterläden durch Holzfensterläden zu er-

setzen sind, widerspiegelt sich im Ortsbild im alten Dorfkern somit nicht 

(mehr). Angesichts des Ausmasses dieses Vollzugsdefizits kommt die 

Beschwerdegegnerin nicht umhin, ihre diesbezügliche Praxis einer Über-

prüfung zu unterziehen und sich die Frage zu stellen, ob es sinnvoll ist, 

auf derart strengen Gestaltungsvorschriften zu beharren, die sich in der 

Praxis offenbar nicht durchsetzen lassen. 

f) Dabei ist es ohne Zweifel bei einzelnen denkmalgeschützten Gebäuden, 

die Zeuge einer Epoche oder eines Baustils sind, sinnvoll und richtig, die 

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Bauherrschaft, wenn möglich, zu verpflichten, historische Materialien zu 

verwenden. Geht es jedoch um ein ganzes Quartier, so erscheint es sinn-

voll, das Gewicht vor allem auf die Einhaltung der äusseren Erscheinung 

sowie der Bausubstanz insgesamt zu legen und andere Veränderungen 

im Hinblick auf die heutigen Bedürfnisse des Lebens und Wohnens zuzu-

lassen (vgl. URS MARTI, Kommentar zum Urteil des Bundesgerichts 

1c_398/2011 vom 7. März 2012, in: ZBl 2013 S. 386 ff. S. 388). In Bezug 

auf den in Frage stehenden Einbau von Aluminiumfensterläden fällt bei 

dieser Güterabwägung insbesondere ins Gewicht, dass sich Holzfenster-

läden von hochwertigen Aluminiumfensterläden mit demselben Lamellen-

bild kaum unterscheiden lassen. Erst bei eingehender Betrachtung aus 

kurzer Distanz lassen sich Unterschiede zwischen den beiden Fensterlä-

den erkennen. So hat die Beschwerdegegnerin anlässlich des Augen-

scheines zutreffend darauf hingewiesen, dass bei Holzfensterläden die 

Balken auf der Seite ganz nach unten geführt werden, während bei Alu-

miniumfensterladen in der Eckverbindung eine diagonal verlaufende, gut 

sichtbare Einkerbung besteht. An dieser unterschiedlichen Machart las-

sen sich Holzfensterläden zuverlässig von Aluminiumfensterläden unter-

scheiden. Hierfür muss man sich jedoch dem Gebäude bis auf wenige 

Meter nähern. Dasselbe gilt für die Holstruktur von Holzfensterladen, die 

sich ohnehin nur erkennen lässt, wenn nicht mehrere, übereinanderlie-

gende Farbanstriche bestehen. Hingegen ist der Durchschnittsbürger be-

reits aus geringer Distanz nicht mehr in der Lage, hochwertige Aluminium-

fensterläden von neuwertigen und regelmässig in Stand gesetzten Holz-

fensterläden zu unterscheiden. Die mit einer solchen baulichen Vorkehr 

verbundene Veränderung an der Fassade eines Gebäudes ist daher be-

reits aus geringer Distanz kaum mehr zu erkennen. Die in Art. 77 und 

Art. 78 BG verankerten Gestaltungsvorschriften, die hinsichtlich der Ver-

wendung bestimmter Materialien offen formuliert sind, lassen unter diesen 

Umständen den Ersatz von Holzfensterläden durch hochwertige Alumini-

umfensterläden mit demselben Lamellenbild grundsätzlich zu.

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g) Aus diesen Überlegungen gelangt das Gericht zur Überzeugung, dass die 

Beschwerdegegnerin den ihr zustehenden Ermessenspielraum über-

schritten hat, indem sie darauf beharrt hat, im alten Dorfkern in Anwen-

dung von Art. 77 und Art. 78 BG, abgesehen von besonders gelagerten 

Einzelfällen, nur den Einbau von Holzfensterläden zu bewilligen. Denn 

diese Praxis widerspiegelt sich im Ortsbild des Dorfkernes nicht (mehr), 

wo an sehr vielen Häusern Aluminiumfensterläden montiert sind. Ange-

sichts des Ausmasses des hierin sichtbar werdenden Vollzugsdefizits und 

der Tatsache, dass hochwertige Aluminiumfensterläden bereits aus ge-

ringer Distanz kaum mehr von Holzfensterläden mit gleichem Lamellen-

bild unterschieden werden können, erscheint die Weigerung der Be-

schwerdegegnerin ihre bisherige Praxis aufzugeben, schlechterdings 

nicht mehr als vertretbar. Mit diesem Entscheid hat die Beschwerdegeg-

nerin den ihr in dieser Frage zuzubilligenden Ermessensspielraum über-

schritten. Diese Fehlentscheidung ist vom Verwaltungsgericht zu korrigie-

ren ist, indem es die massgeblichen Gestaltungsvorschriften von Art. 77 

und Art. 78 BG dahingehend auslegt, dass diese die Montage von hoch-

wertigen Aluminiumfensterläden im alten Dorfkern gestatten, wenn sich 

diese bauliche Vorkehr harmonisch in die Umgebung einfügt und Gewähr 

für eine gute Gesamtwirkung bietet. 

h) In Bezug auf den vorliegenden Fall bleibt zu prüfen, ob sich das streitbe-

troffene Bauvorhaben ausgehend von dieser Auslegung der massgebli-

chen Gestaltungvorschriften als bewilligungsfähig erweist. In tatsächlicher 

Hinsicht ist diesbezüglich zu beachten, dass sich das vom streitigen Bau-

vorhaben betroffene Mehrfamilienhaus direkt am E._____-platz befindet 

und eine hohe Lagewirkung aufweist. Die Beschwerdeführerin ist freilich 

bereit, die 39 Holzfensterläden durch hochwertige Aluminiumfensterläden 

zu ersetzen, die dem bisherigen Lamellenbild entsprechen und farblich 

auf die Tür des E._____-gebäudes abgestimmt sind. Durch diese bauli-

che Veränderung wird das ursprüngliche Erscheinungsbild der Fassade 

weitgehend wiederhergestellt. Insoweit davon abgewichen wird, indem 

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Holz- durch Aluminiumfensterläden ersetzt werden, lässt sich diese Ver-

änderung bereits aus kurzer Distanz, insbesondere auch vom E._____-

gebäude aus, nicht mehr erkennen. Das streitige Bauvorhaben fügt sich 

folglich harmonisch in die bauliche Umgebung ein und ist ausreichend auf 

die in der nähren Umgebung gelegenen schützens- sowie erhaltenswer-

ten Bauten und Anlagen abgestimmt. Damit erfüllt es die Voraussetzun-

gen von Art. 77 und Art. 78 BG. Die Beschwerdegegnerin hätte somit dem 

Baugesuch der Beschwerdeführer Nr. 2014-0078/1 stattgeben und dieses 

unter der Auflage genehmigen müssen, dass die Beschwerdeführerin 

dem bisherigen Lamellenbild und (ursprünglichen) Farbton entsprechende 

Aluminiumfensterläden einbaut. Die zum Einbau bestimmten Material- 

und Farbmuster sind der zuständigen Baubehörde vor der Ausführung zur 

Genehmigung vorzulegen. Die vorliegende Beschwerde erweist sich 

demnach als begründet, was zur Aufhebung des angefochtenen Be-

schlusses und zur Gutheissung der vorliegenden Beschwerde führt.

4. Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin als unterlie-

gende Partei die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 73 

VRG). Überdies hat sie der Beschwerdeführerin die Aufwendungen zu er-

setzen, die ihr durch das vorliegende Beschwerdeverfahren entstanden 

sind. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in seiner Hono-

rarnote vom 1. Oktober 2015 Aufwendungen von total Fr. 3'210.95, be-

stehend aus einem Honorar von Fr. 2'880.-- (11.9997 h à Fr. 240.--), Bar-

auslagen von Fr. 93.-- und einer Mehrwertsteuer im Betrag von 

Fr. 237.50, geltend. Dieser Aufwand erscheint dem Gericht ohne weiteres 

als angemessen. Dementsprechend wird die Beschwerdegegnerin ver-

pflichtet, die Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfah-

ren aussergerichtlich mit Fr. 3'210.95, inkl. MWST und Barauslagen, zu 

entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

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1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Beschluss des Gemeinderates 

X._____ vom 3. März 2015 aufgehoben und das Baugesuch der Stock-

werkeigentümergemeinschaft, Ersatz Fensterläden (einfaches Meldever-

fahren) bewilligt unter der Auflage, dass die einzubauenden Aluminium-

fensterläden dem bisherigen Lamellenbild und Farbton entsprechen. Die 

zum Einbau bestimmten Material- und Farbmuster sind der zuständigen 

Baubehörde vor der Ausführung zur Genehmigung vorzulegen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 374.--

zusammen Fr. 2'374.--

gehen zulasten der Gemeinde X._____ und sind innert 30 Tagen seit Zu-

stellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Gemeinde X._____ bezahlt der Stockwerkeigentümergemeinschaft 

eine aussergerichtliche Parteientschädigung im Betrag von Fr. 3'210.95, 

inkl. MWST und Barauslagen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Dagegen Weiterzug an Bundesgericht noch hängig.