# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70597937-8ef7-55f3-b1ef-2d9cccb751f9
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-05-31
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.10.2007 - 30.09.2008 sowie
Staats- und Gemeindesteuern 1.10.2007 - 30.09.2008
**Docket/Reference:** DB.2011.17
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_17_hl.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.17 
1 ST.2011.30 

Entscheid 

31. Mai 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiberin Barbara Müller 

A   A G ,    

vertreten durch B, 

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.10.2007 - 30.09.2008 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.10.2007 - 30.09.2008 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  im  Bereich  der  mechanischen  und  galvanischen  Oberflächenbearbei-

tung  tätige  A  AG,  in  C  (nachfolgend  die  Pflichtige),  erwarb  am  17.  Juli  2008  eine  

75%-Beteiligung an der branchenverwandten D AG, in E (vormals F AG, nachfolgend 

D  AG),  zum  Preis  von  Fr.  1'502'247.-.  Per  Ende  des  Geschäftsjahrs  1.10.2007-

30.9.2008  nahm  sie  auf  dieser  Beteiligung  eine  Abschreibung  von  Fr.  502'247.-  

(=  33.4%)  vor,  womit  gut  zwei  Monate  nach  dem  Erwerb  ein  Bilanzwert  von  exakt 

Fr. 1'000'000.- verblieb. 

Im Einschätzungsverfahren betreffend die Steuerperiode 1.10.2007-30.9.2008 

verlangte  der  Steuerkommissär  mit  Auflage  vom  20.  August  2010  den  detaillierten 

Nachweis der geschäftsmässigen Begründetheit dieser Abschreibung.  

Der Vertreter der Pflichtigen gab am 29. September 2010 zur Antwort, dass er 

beim Bilanzabschluss 2007/2008 eine Bewertung der Beteiligung gemäss Weisung der 

Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) vorgenommen und festgestellt habe, dass 

das Gesetz bzw. Art. 665 OR eine Wertberichtigung verlange.  Seine Bewertung, wel-

che per 31. Dezember 2007 einen Beteiligungswert von Fr. 937'922.- aufführte (= 75% 

vom Unternehmenswert von Fr. 1'250'63.-), legte er bei.  

Mit Vorschlägen vom 1. Oktober 2010 unterbreitete der Steuerkommissär der 

Pflichtigen die folgende Einschätzung bzw. Veranlagung: 

Staats- und Gemeindesteuer 

Steuerbarer Reingewinn ZH 

Gewinnsteuersatz 

Fr. 

652'600.- 

8%  

Steuerbares Eigenkapital ZH 

   4'549'000.- 

Kapitalsteuersatz 

0.75‰  

Direkte Bundessteuer 

Steuerbarer Reingewinn 

Eigenkapital per 30.9.2008 

   1'263'600.- 

11'687'000.- 

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Dabei  betrachtete  er  die  Abschreibung  auf  der  Beteiligung  als  nicht  ge-

schäftsmässig begründet, weil deren Wert per 30. September 2008 dem Preis entspre-

che, welcher kurz vor diesem Stichtag unter unabhängigen Dritten bezahlt worden sei.  

Nachdem die Pflichtige dazu mit Schreiben vom 25. Oktober 2010 ablehnend 

hatte  Stellung  nehmen  lassen,  hielt  der  Steuerkommissär  an  seiner  Auffassung  fest 

und erliess  am  3.  November  2010  einen  entsprechenden  Einschätzungsentscheid für 

die Staats- und Gemeindesteuer bzw. Hinweis für die direkte Bundessteuer. Die Bun-

dessteuerveranlagung  wurde  mit  Schlussrechnung  vom  22.  November  2010  formell 

eröffnet.  

B.  Die  hiergegen  am  2./6.  Dezember  2010  erhobenen  Einsprachen,  mit  wel-

chen sich die Pflichtigen gegen die Aufrechnung der Beteiligungsabschreibung  wand-

ten, wurden vom kantonalen Steueramt am 5. Januar 2011 abgewiesen.  

C.  Mit  Rekurs  und  Beschwerde  vom  3.  Februar  2011  liessen  die  Pflichtigen 

erneut  die  geschäftsmässige  Begründetheit  der  Beteiligungsabschreibung  verfechten 

und  dementsprechend  beantragen,  gemäss  ihrer  Selbstdeklaration  eingeschätzt  bzw. 

veranlagt zu werden.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Stellungnahme  vom  21.  Februar  2011 

auf Rekurs- und Beschwerdeabweisung. Die ESTV liess sich nicht vernehmen. 

Im Rahmen eines angeordneten 2. Schriftenwechsels hielten die Parteien mit 

Replik vom 6. April 2011 und Duplik vom 19. April 2011 an ihren Standpunkten fest.  

Auf  die  Ausführungen  der  Parteien  in  ihren  Rechtsschriften  ist,  soweit  erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Streitig  ist  einzig,  ob  die  von  der  Pflichtigen  per  30.  September  2008  ver-

buchte  "Abschreibung"  auf  ihrer  75%-Beteiligung  an  der  D  AG  geschäftsmässig  be-

gründet  war  und  daher  gewinnsteuerrechtlich  zum  Abzug  zuzulassen  sei  oder  nicht, 

wobei die Beantwortung dieser Frage zwingend auch entsprechende Auswirkungen auf 

den kapitalsteuerlich relevanten Wert der Beteiligung hat.  

2. a) Der steuerbare Reingewinn einer Aktiengesellschaft berechnet sich nach 

Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 

1990  (DBG)  bzw.  § 64  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG)  aufgrund 

des  Saldos  der  Erfolgsrechnung  (lit.  a  bzw.  Ziff. 1),  erhöht  um  die  der  Rechnung  be-

lasteten,  geschäftsmässig  nicht  begründeten  Aufwendungen,  wie  beispielsweise  ver-

deckte  Gewinnausschüttungen  oder  geschäftsmässig  nicht  begründete  Abschreibun-

gen und Rückstellungen (lit. b bzw. Ziff. 2 lit. b). 

b) aa) Der Wert eines Aktivpostens in der Bilanz kann mittels Abschreibungen 

oder Wertberichtigungen  herabgesetzt  werden.  In  beiden  Fällen  wird  die  Verbuchung 

erfolgswirksam  über  die  Gewinn-  und  Verlustrechnung  vorgenommen,  wodurch  der 

ausgewiesene Gewinn vermindert wird (Art. 28 DBG; § 27 Abs. 2 lit. a StG). Unter ei-

ner Abschreibung ist die gewinnmindernde Herabsetzung des Ertragssteuerwerts eines 

Aktivums auf den massgebenden Bilanzwert zu verstehen (RB 1986 Nr. 40 = StE 1987 

B 23.43.2 Nr. 4). Sie ist dazu bestimmt, Wertminderungen auszugleichen, wobei ange-

nommen wird, die Entwertung sei bis zum Bilanzstichtag tatsächlich eingetreten; damit 

hat sie definitiven Charakter (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 28 

N 3, auch zum Folgenden). Mit der Wertberichtigung wird demgegenüber lediglich vo-

rübergehenden  Wertveränderungen  auf  Anlage-  und  Umlaufvermögen  Rechnung  ge-

tragen  (VGr,  25.  Juni  2008,  SB.2007.00084). Wegen  ihres  vorübergehenden  Charak-

ters  werden  Wertberichtigungen  in  der  steuergesetzlichen  Terminologie  zu  den 

Rückstellungen gezählt (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. b und c DBG; Locher, Art. 29 N 25 ff.; 

Reich/Züger, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, 

Art. 28 N 44; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, 

Art. 28 N 17 DBG).  

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bb)  Laut  Art.  29  Abs.  1  DBG  sind  Rückstellungen  zulasten  der  Erfolgsrech-

nung zulässig für im Geschäftsjahr bestehende Verpflichtungen, deren Höhe noch un-

bestimmt ist (lit. a), für Verlustrisiken, die mit Aktiven des Umlaufvermögens, insbeson-

dere mit Waren und Debitoren, verbunden sind (lit. b), für andere unmittelbar drohende 

Verlustrisiken,  die  im  Geschäftsjahr  bestehen  (lit.  c)  und  –  unter  gewissen  Bedingun-

gen  –  für  künftige  Forschungs-  und  Entwicklungsaufträge  (lit.  d).  Der  Rückstellungs-

begriff von Art. 29 DBG erfasst damit neben eigentlichen Rückstellungen (vgl. Art. 669 

OR)  zusätzlich  auch  Wertberichtigungen  und  Rücklagen  zu  Sonderzwecken  (vgl.  zur 

steuerlichen Terminologie: Reich/Züger, Art. 29 N 4). Die Rückstellungen gemäss die-

ser Bestimmung unterscheiden sich von den Abschreibungen nach Art. 28 DBG eben 

dadurch, dass Erstere eine vorübergehende und Letztere eine endgültige Wertkorrek-

tur eines Aktivums betreffen (vgl. Locher, Art. 29 N 2 f.; Reich/Züger, Art. 29 N 4; Mar-

kus Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 

10 N 18 StHG). Die steuerlich anzuerkennenden geschäftsmässig begründeten Rück-

stellungen  bilden  die  natürliche  und  notwendige  Ergänzung  zu  den  geschäftsmässig 

begründeten Abschreibungen (BGr, 23. August 2010, 2C_392/2010, www.bger.ch). Für 

das kantonale Recht sind die Rückstellungen in § 27 Abs. 2 lit. b StG gleich geregelt.  

cc) Gemäss der zitierten Rechtsprechung umfasst der steuerrechtliche Begriff 

der  Rückstellung  u.a.  nicht  nur  vorübergehende  Wertberichtigungen  auf  Aktiven  des 

Umlaufvermögens,  sondern  auch  auf  Aktiven  jedweder  Art  (Locher,  Art.  28  N 3  und 

Art. 25).  Somit  können  Beteiligungen  ebenfalls  davon  betroffen  sein.  Abschreibungen 

auf Wertschriften und Beteiligungen sind steuerlich nur zulässig, wenn ein tieferer Ver-

kehrswert nachgewiesen und der Wertverlust mutmasslich von Dauer ist (Reich/Züger, 

Art.  28  N  54).  Zulässig  sind  Rückstellungen  und  vorübergehende Wertberichtigungen 

steuerlich dann, wenn sie der Abdeckung unmittelbar drohender Verlustgefahren bzw. 

mit Bestimmtheit eingetretener Entwertungen dienen, deren Ursache im Geschäftsjahr 

liegt (Reich/Züger, Art. 29 N 10, auch zum Folgenden). Das heisst, dass eine erfolgs-

wirksame  Berücksichtigung  mittels  Bildung  einer  Rückstellung  bzw.  einer  vorüberge-

henden  Wertberichtigung  nur  dann  erfolgen  darf  (und  muss),  wenn  der  betreffende 

Aufwand  unter  den  konkreten  Umständen  wirtschaftlich  dem  entsprechenden  Ge-

schäftsjahr zuzuordnen ist. Massgeblich sind bei alledem grundsätzlich die Verhältnis-

se am Bilanzstichtag.  

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c)  Grundlage für  die  Gewinnermittlung  bilden  die nach den handelsrechtlichen 

Vorschriften  ordnungsgemäss geführten  Bücher (sog.  Massgeblichkeit  der  Handelsbi-

lanz;  Karl  Käfer,  in:  Berner  Kommentar,  1976,  Grundlagen  N  5.53;  Markus  Reich,  in: 

Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2.  A.,  2008,  Art.  18  N  22 

DBG;  Reich,  Art.  8  N 23  ff.  StHG).  Die  Handelsbilanz  bleibt  für  die  Steuerbehörden 

massgebend,  solange  sie  nicht  gegen  zwingende  Bestimmungen  des  Handels-  oder 

Steuerrechts  verstösst  (BGE  119  Ib  111  E.  2c;  BGr,  21.  Juni  2004,  2P.184/2003,  E. 

2.2, www.bger.ch; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, Art. 57 N 82 und 

Art. 58 N 11 ff.).  

d)  Die  Buchhaltung  dient  gemäss  Art.  957  OR  dazu,  die  Vermögenslage  des 

Geschäfts  und  die  mit  diesem  zusammenhängenden  Schuld-  und  Forderungsverhält-

nisse  sowie  die  Ergebnisse  der  einzelnen  Geschäftsjahre  festzustellen.  Art.  959  OR 

schreibt  diesbezüglich  vor,  dass  die  Buchhaltung  nach  allgemein  anerkannten  kauf-

männischen Grundsätzen vollständig, klar und übersichtlich aufzustellen ist, damit die 

Beteiligten einen möglichst sicheren Einblick in die wirtschaftliche Lage des Geschäfts 

erhalten (sogenannte Bilanzwahrheit und -klarheit). Bilanz und Jahresrechnung haben 

demnach vollständig zu sein (formelle Wahrheit), wobei die ausgewiesenen Positionen 

angemessen  bewertet  sein  müssen  (materielle  Wahrheit;  vgl.  Neuhaus/Blättler,  in: 

Basler Kommentar, 3. A., 2008, Art. 959 N 13 OR). Eingeschränkt wird das Gebot der 

materiellen  Bilanzwahrheit  durch  den  kaufmännischen  Buchhaltungsgrundsatz  der 

Vorsicht  (vgl.  Karl Käfer,  in:  Berner  Kommentar, 1981,  Art.  959 N  131),  gemäss dem 

Aktiven und Erträge eher tiefer zu bewerten sind, während Verbindlichkeiten und Auf-

wendungen tendenziell höher anzusetzen sind (Käfer, Art. 959 N 428; vgl. auch Ernst 

Bosshard, in: Zürcher Kommentar, 1984, Teilband V/6/3b, Vorbemerkungen N 60). Ob 

auch das aus dem Vorsichtsprinzip abgeleitete Imparitätsprinzip  – nach dem Verluste 

schon vor, Gewinne dagegen erst nach ihrer Realisierung zu verbuchen sind – zu den 

allgemein  anerkannten  kaufmännischen  Grundsätzen  im  Sinn  von  Art.  959  OR  zählt, 

ist  umstritten  (bejahend:  Bosshard,  Art.  957  N  244;  Cagianut/Höhn,  Unternehmungs-

steuerrecht, 3. A., 1993, § 4 N 50 f.; verneinend: Käfer, Art. 959 N 77). 

Art. 960 Abs. 2 OR enthält eine allgemeine Bewertungsregel für die Aktiven der 

Bilanz,  welche  allerdings  nur  das  zulässige  Maximum  vorschreibt:  Die  Aktiven  dürfen 

höchstens  zum Wert  bilanziert  werden,  der  ihnen  am  Bilanzstichtag  für  das  Geschäft 

zukommt.  Mangels  Sondervorschriften  sind  auch  die  Guthaben  des  Unternehmens 

sowie  Beteiligungen  nach  dieser  allgemeinen  Regel  zu  bewerten.  Mithin  sind  Beteili-

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gungen höchstens zu jenem Ansatz zu bilanzieren, der ihrem mutmasslichen Wert am 

Bilanzstichtag  zukommt.  Die  Bewertung  am  Stichtag  setzt  deshalb  eine  Abschätzung 

des  Risikos  voraus,  dass  die  Beteiligung  an  Wert  eingebüsst  hat.  Im  Rahmen  dieser 

Bewertung  sind  allenfalls  Einzelabklärungen  vorzunehmen  und  ist  alsdann  über  eine 

Wertberichtigung  dem  vorsichtig  geschätzten  Minderwert  Rechnung  zu 

tragen 

(vgl. Bosshard, Art. 957 N 230, Art. 958 N 79 und Art. 960 N 62 ff.; Käfer, Art. 958 N 

545 f. und Art. 960 N 211 ff.). Dergestalt wird eine korrekte und periodengerechte Beur-

teilung des Aufwands sichergestellt (vgl. Bosshard, Art. 958 N 143). 

e)  Wertberichtigungen,  welche  handelsrechtlich  geboten  sind,  qualifizieren 

sich als geschäftsmässig notwendig und sind steuerlich zu beachten. Dies gebietet das 

Massgeblichkeitsprinzip. Der steuergesetzliche Begriff der geschäftsmässigen Begrün-

detheit  geht  darüber  hinaus;  nicht  allein  das,  was  handelsrechtlich  als  notwendig  er-

scheint,  ist  von  steuerlicher  Relevanz.  Allerdings  heisst  dies  nicht,  dass  das  Steuer-

recht  alles  übernimmt,  was  das  Handelsrecht  noch  zulässt;  insofern  beinhalten  die 

fiskalischen  Rückstellungsvorschriften  (vorn  E.  2a/bb)  steuergesetzliche  Korrekturnor-

men,  welche  das  handelsrechtliche  Ergebnis  unter  Umständen  korrigieren  (müssen). 

Eine  solche  handelsrechtlich  (noch)  zulässige  Korrektur  erweist  sich  steuerlich  eben 

nur dann als geschäftsmässig begründet, wenn sie der bis zum Bilanzstichtag eingetre-

tenen Entwertung entspricht (StE 2005 B.23.43.2 Nr. 11; Reich/Züger, Art. 28 N 13). 

3. Tatsachen, die Abschreibungen bzw. Wertberichtigungen als geschäftsmäs-

sig  begründet  erscheinen  lassen,  sind  steuermindernd  und  deshalb  von  der  Steuer-

pflichtigen nachzuweisen (RB 1975 Nr. 55). Um die Beurteilung der geschäftsmässigen 

Begründetheit  von  geltend  gemachten  Abschreibungen  oder  Wertberichtigungen  zu 

ermöglichen, ist der Steuerpflichtige kraft der ihn treffenden gesetzlichen Obliegenhei-

ten gehalten, an der Abklärung der solchen Aufwendungen zu Grunde liegenden Tat-

sachen  mitzuwirken,  wobei  er  für  deren  Verwirklichung  beweisbelastet  ist  (vgl.  RB 

1987  Nr.  35).  Insbesondere  hat  er  spätestens  vor  dem  Rekursgericht  binnen  der  Re-

kursfrist  eine substanziierte Sachdarstellung  vorzutragen  und  die Beweismittel für  de-

ren  Richtigkeit  beizubringen  oder  zumindest  unter  genauer  Bezeichnung  anzubieten. 

Substanziiert  ist  die  Sachdarstellung  dann,  wenn  aus  ihr  Art,  Motiv  und  Rechtsgrund 

der geltend gemachten Aufwendungen oder des Verzichts auf Einkünfte in der Weise 

hervorgehen, dass bereits gestützt darauf – aber unter Vorbehalt der Beweiserhebung 

– die rechtliche Beurteilung der geschäftsmässigen Begründetheit möglich ist (vgl. RB 

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1992  Nr.  32).  Fehlt  es  an  einer  in  diesem  Sinn  genügenden  Substanziierung,  so  hat 

das Rekursgericht von sich aus keine Untersuchung zu führen, um sich die erforderli-

chen  Grundlagen  zu  beschaffen  (RB  1987  Nr.  35,  RB  1981  Nr.  90).  Solchenfalls  hat 

eine  Beweisabnahme  zu  unterbleiben  mit  der  Wirkung,  dass  der  Nachweis  der  ge-

schäftsmässigen Begründetheit von Aufwendungen zu Ungunsten des hierfür beweis-

belasteten  Steuerpflichtigen  als  misslungen  zu  betrachten  ist  (VGr,  30.  September 

2009, SB.2009.00038, E. 2.4.2, www.vgrzh.ch; vgl. z.B. RB 1980 Nr. 72). Namentlich 

kann  eine  solche  Darstellung  nicht  im  Beweisverfahren  nachgeholt  werden.  Nur  aus-

nahmsweise kann sich der beweisbelastete Steuerpflichtige, wenn ihm die Substanziie-

rung  und/oder  Beweisleistung  aus  Gründen,  die  nicht  er  zu  vertreten  hat,  unmöglich 

oder unzumutbar ist, auf Schätzungen berufen, sofern ihre Sachdarstellung wenigstens 

hinreichende Schätzungsgrundlagen enthält (RB 1975 Nr. 54). 

4.  a)  Die  Pflichtige  hat  die  streitbetroffene  75%-Beteiligung  an  der  D  AG  am 

17.  Juli  2008  zum  Preis  von  Fr.  1'502'247.-  erworben.  Führt  sie  die  Beteiligung  per  

Bilanzstichtag  30.  September  2008  nach  der  vorgenommenen  "Abschreibung"  (im 

Grunde genommen handelt es sich um eine Wertberichtigung, ist doch eine definitive 

Entwertung  von  vornherein  nicht  dargetan)  nur  noch  mit  Fr.  1'000'000.-  in  ihren  Bü-

chern,  hat  sie  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  innert  der  in  Frage  stehenden  Zeit-

spanne von lediglich gut zwei Monaten eine entsprechende Wertverminderung stattge-

funden hat.  

b)  Zur  diesbezüglichen  Begründung  verwies  sie  in  der  Auflageantwort  vom 

29. September  2010  (T-act.  52)  zunächst  auf  eine  nach  Massgabe  der  "Weisung  der 

EStV" (gemeint ist die mit Kreisschreiben Nr. 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz 

am 21. August 2006 erlassene Weisung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurs-

wert  für  die  Vermögenssteuer,  nachfolgend  Kreisschreiben  Nr.  28)  erstellte  Eigenbe-

wertung per Stichtag 31. Dezember 2007. Diese sich an den Ertragswerten 2006 und 

2007  sowie  am  Substanzwert  der  D  AG  orientierende  Bewertung  ergab  einen  Unter-

nehmenswert  von  Fr.  1'250'563.-,  woraus  sich  ein  Wert  für  die  75%-Beteiligung  der 

Pflichtigen von Fr. 937'922.- ableitete.  

aa)  Dazu  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  aus  einer  Bewertung  per  31.  De-

zember 2007 von vornherein nicht auf eine hier in Frage stehende Wertverminderung 

zwischen Mitte Juli und Ende September 2008 geschlossen werden kann.  Zudem er-

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folgte die streitbetroffene "Abschreibung" nicht auf den errechneten Wert, sondern auf 

Fr. 1'000'000.-; insoweit ist die in der Auflageantwort abgegebene Begründung  weder 

schlüssig  noch  ohne  Widerspruch.  Das  Abstellen  auf  eine  Unternehmensbewertung 

nach Massgabe der erwähnten Weisung erweist sich aus den folgenden Gründen aber 

ohnehin als unbehelflich: 

bb)  Massgeblich  für  die  Bestimmung  eines  allfälligen  Wertberichtigungsbe-

darfs  ist  der  Verkehrswert  der  D  AG-Beteiligung per  Bilanzstichtag.  Der Verkehrswert 

definiert  sich  dabei  als  der  Preis,  welcher  bei  der  Veräusserung  eines  Vermögensob-

jekts  im  gewöhnlichen  Geschäftsverkehr  mutmasslich  zu  erzielen  wäre;  m.a.W.,  wel-

chen ein unbefangener Käufer unter normalen Umständen zu zahlen bereit wäre (BGE 

128 I  240  E.  3.1.2). Wohl  stellt  das  Kreisschreiben  Nr.  28  Regeln  über  die hilfsweise 

Ermittlung des Verkehrswerts auf. Wie allein schon die Präambel besagt, bezweckt die 

Wegleitung  indes  einzig  eine  einheitliche  Bewertung  von  inländischen  und  ausländi-

schen Wertpapieren,  die  an  keiner  Börse  gehandelt  werden,  im  Rahmen  der  Vermö-

genssteuer natürlicher Personen innerhalb der Schweiz. Insofern dient sie der Steuer-

harmonisierung zwischen den Kantonen. Ihr kommt ausschliesslich für die Vermögens-

steuer natürlicher Personen Bedeutung zu (vgl. auch Ziff. II.1 der Weisung der Finanz-

direktion über die Bewertung von Wertpapieren und Guthaben für die Vermögenssteu-

er vom 21. August 1998; ZStB I Nr. 22/200). Abgesehen davon stellt sie – da von kei-

ner  Bundesbehörde  erlassen  –  nicht  einmal  Bundesrecht  dar  (BGr,  12.  Juni  2009, 

2C_800/2008  E  5.1,  auch  zum  Folgenden).  Als  blosse  Verwaltungsverordnung  ver-

möchte  sie  die  Justizbehörden  aber  ohnehin  nicht  zu  binden.  Die  Bewertung  nach 

Massgabe  des  Kreisschreibens  Nr.  28  erweist  sich  im  Übrigen  als  sehr  summarisch 

und schematisch. Der nach den Regeln der Wegleitung ermittelte Verkehrswert weicht 

vom  objektiven Wert  oft  erheblich  ab,  namentlich  nach  unten.  Es  kann daher  bei  der 

Beurteilung  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  einer  Abschreibung  oder  Wertbe-

richtigung darauf nicht ankommen. Namentlich kann damit der Nachweis der Notwen-

digkeit einer solchen Korrektur nicht erfolgreich geführt werden.  

Hinzu kommt, dass gemäss Kreisschreiben Nr. 28 bei nicht kotierten Wertpa-

pieren,  für  die  keine  (ausserbörslichen)  Kursnotierungen  bekannt  sind,  keine  Bewer-

tung  nach  Massgabe  der  Wegleitung  vorzunehmen  ist,  wenn  für  solche  Titel  eine 

massgebliche Handänderung unter unabhängigen Dritten stattgefunden hat; in solchen 

Fälle  gilt  als  Verkehrswert  der  entsprechende  Kaufpreis,  wobei  dieser  Wert  solange 

berücksichtigt  wird,  als  sich die wirtschaftliche  Lage der Gesellschaft  nicht  wesentlich 

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verändert hat (Ziff. A.2 Abs. 5). Unbestrittenermassen hat die Pflichtige ihre Beteiligung 

von  einem  unabhängigen  Dritten  erworben,  womit  demzufolge  der  am  17.  Juli  2008 

bezahlte Kaufpreis grundsätzlich auch den Verkehrswert per 30. September 2008 vor-

gibt. Nur wenn sich die wirtschaftliche Lage der D AG zwischen Kauf und Bilanzstich-

tag  wesentlich  verändert  hätte,  wäre  eine  Neubewertung  nach  den  Vorgaben  des 

Kreisschreibens  zulässig.  Dass  eine  solche  Veränderung  (hier:  Verschlechterung)  in 

lediglich gut zwei Monaten stattgefunden hat, wäre wiederum von der Pflichtigen nach-

zuweisen: 

c) Wie schon in ihrer Einsprache lässt die Pflichtige beschwerde- und rekurs-

weise  vorbringen,  die  streitbetroffene  75%-Beteiligung  sei  seinerzeit  vom  Insolvenz-

verwalter der G AG in H (D) "im Bietverfahren dem Meistbietenden" zum Kauf angebo-

ten  worden.  Sie,  die  Pflichtige,  sei  damals  von  der  Gründerfamilie  und  Besitzerin  der 

restlichen 25%  auf  den Verkauf  aufmerksam gemacht  worden.  Die einzigen  Grundla-

gen,  welche  die  Kaufinteressenten  erhalten  hätten,  seien  die  Bilanzen  und  Erfolgs-

rechnungen der Geschäftsjahre 2005, 2006 und 2007 gewesen; zudem hätten die Zah-

len über die eindrückliche Umsatzsteigerung im ersten Halbjahr 2008 vorgelegen und 

habe  neben  Gesprächen  mit  der  Geschäftsleitung  der  D  AG  ein  Augenschein  in  der 

Unternehmung in E stattgefunden. Eine detaillierte interne Bewertung habe die Käufer-

schaft nicht vorgenommen, weil dies gestützt auf die vorhandenen rudimentären Unter-

lagen  gar  nicht  möglich gewesen sei.  Nach  dem  heutigen Wissensstand  habe  sie für 

die Beteiligung einen zu hohen Preis bezahlt. Dabei habe sie "die Ereignisse zwischen 

Kauf  und  Bilanzstichtag  30.  September  2008,  die  Insolvenzerklärung  der  Lehmann 

Brothers in den USA, die die ganze Weltwirtschaft in die tiefste Weltwirtschaftskrise sei 

den Dreissigerjahren gestürzt habe", nicht voraussehen können. Diese Ereignisse hät-

ten dazu geführt, dass über Nacht der ganze Glanz und die optimistische Zukunftsbe-

urteilung,  die  von  den  steigenden  Umsätzen  genährt  worden  sei,  weggefallen  sei. 

"Keinerlei  Hoffnung  und  Phantasie  über  zukünftige  positive  Entwicklung  oder  Ge-

schäftserfolg" habe den Unternehmenswert mehr steigern können. Im Gegenteil habe 

die Angst vor den noch unbekannten Folgen der Weltwirtschaftskrise und den damit in 

Zusammenhang  stehenden  Problemen  nur  noch  negative  Zukunftserwartungen  er-

zeugt. Unter diesen Umständen sei die Unternehmensbewertung per Bilanzstichtag 30. 

September 2008 unter Abstellen auf die vorhandenen nackten Zahlen ohne jeden Zu-

kunftsbonus  vorgenommen  worden  (verwiesen  wird  in  diesem  Zusammenhang  wie-

derum auf die Aktienbewertung per 31. Dezember 2007). Die pessimistische Sicht sei 

durch die drastischen Umsatzeinbrüche von über 40% im Jahr 2009 dann auch bestä-

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tigt  worden.  In  letzterem  Jahr  seien  Kurzarbeit  und    Finanzengpässe  im  Zentrum  der 

Verwaltungsrats- und Geschäftsleitungssitzungen gestanden.  

aa)  Wie  die  Pflichtige  selber  ausführt,  basiert  ihre  per  31.  Dezember  2007 

vorgenommene  Bewertung  auf  den  nackten  Zahlen  der  vergangenheitsbezogenen 

Jahresrechnungen der D AG. Diese schematische Formelbewertung war ihr demnach 

auch beim Beteiligungskauf im Sommer 2008 bekannt. Dass sie für die Verkehrswert-

bestimmung untauglich ist, ergibt sich gerade daraus, dass die Pflichtige weiter anführt, 

beim  Kauf  seien  ihr  auch  Zahlen  über  die  eindrückliche  Umsatzsteigerung  im  ersten 

Halbjahr 2008 vorgelegen, weshalb sie die geschäftliche Zukunft optimistisch beurteilt 

habe. Wenn die Pflichtige in dieser Ausgangslage als "Meistbietende in einem Bietver-

fahren" am 17. Juli 2008 für die Beteiligung einen Preis von Fr. 1'502'247.- bezahlt hat, 

definiert  dieser  Preis  zwangsläufig  den  objektiven  Verkehrswert,  welcher  eben  auch 

Elemente wie  stille Reserven,  Goodwill,  Zukunftsaussichten  etc.  berücksichtigt.  Damit 

kann aber keine Rede davon sein, dass für die D AG ein zu hoher Preis bezahlt wor-

den ist (wobei andernfalls die Wertberichtigung schon bei der Einbuchung der Beteili-

gung  hätte  vorgenommen  werden  müssen,  so  dass  per  Ende  September  2008  kein 

Korrekturbedarf verblieben wäre). 

bb) Damit bleibt weiterhin nachzuweisen, dass nach dem Kauf Mitte Juli 2008 

bis  zum  Bilanzstichtag  per  Ende  September  2008  Veränderungen  stattgefunden  ha-

ben, welche zu einer Wertminderung der Beteiligung um einen Drittel führten. Mit dem 

allgemeinen  Hinweis  auf  die  Insolvenzerklärung  der  Lehmann  Brothers  in  den  USA, 

welche  die ganze Weltwirtschaft  in  die  Krise gestürzt  und  über  Nacht  die Hoffnungen 

auf  eine  positive  Geschäftsentwicklung  der  D  AG  zerstört  habe,  lässt  sich  dieser 

Nachweis  nicht  erbringen.  Liesse  man  blosse  Hinweise  auf  Konjunkturschwankungen 

als  Begründung  gelten,  müssten  weltweit  alle  Beteiligungen  im  Geschäftsvermögen 

laufend  in  ihrem  Wert  berichtigt,  d.h.  bei  einer  Rezession  ab-  und  bei  einem  Auf-

schwung  aufgewertet  werden.  Der  Nachweis,  dass  eine  Gesellschaftsbeteiligung  an 

Wert  verloren  hat,  erheischt  selbstredend  eine  konkrete,  unternehmensbezogene  Be-

gründung.  Eine  solche  hat  die  Pflichtige  jedoch  nicht  abgegeben.  Ihrer  allgemein  ge-

haltenen Begründung ist im Übrigen Folgendes entgegenzuhalten: 

cc) Die Investmentbank Lehman Brothers ging wohl am 15. September 2008 

in  Konkurs  (vgl.  http://de.wikipedia.org/wiki/Lehman_Brothers).  Hintergrund  war  die 

Finanzkrise,  welche  bereits  anfangs  2008  amerikanische  Grossbanken  wie  Citigroup 

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und Merril Lynch und im Frühjahr 2008 auch die UBS erfasst hatte. In der "realen Wirt-

schaft" schien die sich zunehmend verschärfende Finanzkrise in dieser Zeit aber noch 

nicht  allzu  viele  Befürchtungen  auszulösen.  Die  Frühjahrsprognose  der  Konjunktur-

forschungsstelle  der  ETH  (KOF)  ging  für  das  laufende  Jahr  nämlich  noch  von  einem 

Wirtschaftswachstum von rund 2% aus. Erst im Juni 2008 zeigten sich die Konjunktur-

forscher etwas beunruhigt über die Entwicklung der Wirtschaft, wobei die Wachstums-

prognosen für das Jahr 2009 aber nur leicht von 2% auf 1.8% (KOF) korrigiert wurde; 

das Seco (Staatssekretariat für Wirtschaft) rechnete zu gleicher Zeit mit einem Wachs-

tum  von  1.3%.  Erst  Ende  September  2008  sprach  die  KOF  in  ihrer  Herbstprognose 

davon,  dass  die  Schweiz  von  "einer  milden  Rezession"  betroffen  sein  dürfte.  Derweil 

rechneten  die  Bundesökonomen  des  Seco  noch  immer  nicht  mit  einem  Konjunktur-

einbruch; nur wenn sich die Lage in der EU weiter verschlechtere, sei in der Schweiz 

eine  Wachstumsmarke  unter  1%  zu  erwarten  (vgl.  NZZ  Online  vom  22.  Dezember 

2008:  Von  der  Finanzkrise  in  die  Wirtschaftskrise;  http://www.nzz.ch/nachrichten/wirt-

schaft/aktuell/rueckblick_wirtschaft_1.1549724.html).  

dd)  Die  D  AG  ist,  wie  die  Pflichtige  selbst,  im  Bereich  der  Entwicklung,  Her-

stellung und Veredelung von Hartmetall tätig. Wieso die sich im Jahr 2008 ausbreiten-

de  Finanzkrise  im  hier  interessierenden  Zeitraum  zwischen  Mitte  Juli  und  Ende  Sep-

tember  2008  derart  schnell  auf  die  Metallbranche  hätte  auswirken  sollen,  dass  die  D 

AG-Beteiligung in dieser Zeit einen Drittel ihres Werts hätte einbüssen können, ist nicht 

nachvollziehbar.  Dies  stünde  nicht  nur  in  völligem  Widerspruch  zu  den  vorerwähnten 

Wirtschaftsprognosen, sondern auch zum Hinweis der Pflichtigen auf die eindrückliche 

Umsatzsteigerung  im  ersten  Halbjahr  2008.  Gerade  Letzteres  zeigt,  dass  die  Finanz-

krise jedenfalls bis Mitte 2008 keinerlei negativen Auswirkungen auf den Betrieb der D 

AG hatte. Unter diesen Umständen wäre es Aufgabe der Pflichtigen gewesen, entspre-

chende negative Auswirkungen der Finanzkrise im 3. Quartal 2008 substanziiert darzu-

tun  und mit geeigneten  Fakten  zu  untermauern;  zu  denken  ist  in  diesem  Zusammen-

hang etwa an einen Vergleich der Quartalzahlen (welche einen Einbruch im 3. Quartal 

2008 ausweisen müssten) oder an Zahlen, welche eine plötzlich einsetzende Rückläu-

figkeit des Auftragsvolumens ab Sommer 2008 belegten. Solche Zahlen hat die Pflich-

tige  nie  angesprochen  oder  vorgelegt.  Der  aktenkundigen  Erfolgsrechnung  1.1.-

31.12.2008 der D AG ist sodann zu entnehmen, dass der Betriebsertrag 2008 gegen-

über  dem  Vorjahr  2007  von  Fr. 5'157'662.44  auf  Fr.  5'488'131.47  zugenommen  hat, 

was also nicht dafür spricht, dass nach den von der Pflichtigen erwähnten Umsatzstei-

gerung im ersten Halbjahr ein massiver Einbruch stattgefunden haben könnte. Wie sich 

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die Geschäfte im Folgejahr 2009 entwickelten, kann aus Gründen der Periodizität hier 

offen bleiben. 

d)  Nach  alledem  muss  es  dabei  sein  Bewenden  haben,  dass  der  Pflichtigen 

der ihr obliegende Nachweis misslungen ist, dass die Mitte Juli 2008 erworbene D AG-

Beteiligung  bereits  per  30.  September  2008  um  einen  Drittel  abzuschreiben  bzw. 

wertmässig zu berichtigen war. Demzufolge hat der beim Kauf eingebuchte Bilanzwert, 

welcher  dem  bezahlten  Kaufpreis  entspricht,  steuerlich  per  Ende  des  Geschäftsjahrs 

nach wie vor Bestand und fehlt der vorgenommenen Abschreibung bzw. Wertberichti-

gung die geschäftsmässige Begründetheit.  

Damit  erweist  sich  die  steueramtliche  Gewinnkorrektur  als  rechtens  und  hat 

dies  zwingend  auch  zur  Folge,  dass  mit  Bezug  auf  die  Staats-  und  Gemeindesteuer 

das steuerbare Vermögen im Vergleich zur Selbstdeklaration entsprechend höher fest-

zusetzen war.  

5. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde und des Rekur-

ses.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Pflichtigen aufzuer-

legen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 152 Abs. 1 StG). Die Zusprechung einer Parteientschä-

digung (im Bereich der direkten Bundessteuer auch ohne Antrag von Amts wegen zu 

prüfen)  entfällt  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über 

das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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