# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 688112a8-f6cb-510e-a50d-dcb31aac0780
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-30
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 30.05.2024 VG.2024.00007 (VG.2024.1356)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2024-00007_2024-05-30.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 30. Mai 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Ernst Luchsinger,
  Verwaltungsrichterin Katia Weibel und Gerichtsschreiberin MLaw Leonora Muji

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2024.00007

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    beide vertreten durch lic.
    iur. Ursula Ramseier, Rechtsanwältin,

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Entwässerungskorporation Braunwald

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch MLaw
    Lukas Vidoni,
    Rechtsanwalt,

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Gemeinde Glarus Süd

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Regierungsrat des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Baubewilligung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Braunwald liegt auf einer
  Grossrutschung, die sich permanent in Richtung Tal bewegt. Hierbei treten
  insbesondere in nassen und schneereichen Jahren mit rascher Schneeschmelze im
  untersten Dorfbereich Beschleunigungen auf, welche Gebäude sowie Infrastruktur
  gefährden und durch nachfolgende Murgänge auch grosse Auswirkungen im Tal
  haben können. Zur Reduktion dieser Rutschbewegungen ist der Bau eines
  Stollens in Braunwald geplant, mit welchem die Drainage des Wassers im
  Bereich der Gleitfläche erreicht werden soll. Im Hinblick auf die
  Realisierung dieses Vorhabens reichte die Entwässerungskorporation Braunwald
  bei der Gemeinde Glarus Süd am 16. November 2021 bzw. 18. November 2021
  ein Baugesuch ein. Dieses beinhaltet den Bau eines Entwässerungsstollens auf
  der Parz.-Nr. 01, Grundbuch Braunwald, und die damit verbundene
  Erstellung einer temporären Materialseilbahn sowie von zwei
  Installationsplätzen, namentlich einen im Bereich des geplanten
  Stollenportals in Braunwald (nachfolgend: Installationsplatz Berg) und einen
  bei der geplanten Talstation der Materialseilbahn in Linthal (nachfolgend:
  Installationsplatz Tal). Das Baugesuch wurde am 19. Januar 2022 im kantonalen
  Amtsblatt publiziert und die diesbezüglichen Unterlagen lagen während
  30 Tagen öffentlich auf.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Gegen das Baugesuch der
  Entwässerungskorporation Braunwald erhoben unter anderem A.______ und
  B.______ am 9. Februar 2022 Einsprache bei der Gemeinde Glarus Süd. Nachdem
  das Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus (DBU) am 12. Januar
  2023 seine Zustimmung gegeben hatte, wies die Gemeinde Glarus Süd die
  Einsprache von A.______ sowie B.______ am 9. März 2023 ab und erteilte
  gleichzeitig die Baubewilligung unter Auflagen.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gegen den Entscheid der
  Gemeinde Glarus Süd vom 9. März 2023 erhoben A.______ und B.______ am 25.
  April 2023 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Glarus, welcher die
  Beschwerde am 14. Dezember 2023 teilweise guthiess. Er ergänzte den
  Baubewilligungsentscheid vom 9. März 2023 um ein Verbot zur Verwendung
  eines Steinbrechers auf dem Installationsplatz Tal. Im Übrigen wies er die
  Beschwerde ab.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  A.______ und B.______
  gelangten mit Beschwerde vom 31. Januar 2024 ans Verwaltungsgericht und
  beantragten die Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats vom 14. Dezember
  2023. Die Bewilligung für den Bau des Installationsplatzes Tal sei zu
  verweigern und die Sache sei zur Vervollständigung der Entscheidgrundlagen
  zurückzuweisen. Eventualiter sei die Baubewilligung mit mehreren
  Nebenbestimmungen zu ergänzen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
  Lasten der Entwässerungskorporation Braunwald, der Gemeinde Glarus Süd, des
  DBU sowie des Regierungsrats. Der Regierungsrat verzichtete am 21. Februar
  2024 auf die Einreichung einer Stellungnahme, verwies allerdings auf seinen Entscheid
  vom 14. Dezember 2024, an welchem er vollumfänglich festhalte. Die
  Gemeinde Glarus Süd beantragte am 27. Februar 2024 die Abweisung der
  Beschwerde; alles unter Kostenfolgen zu Lasten von A.______ und B.______. Das
  nämliche Rechtsbegehren stellte das DBU am 6. März 2024; unter Kostenfolge.
  Die Entwässerungskorporation Braunwald liess sich am 11. März 2024 vernehmen
  und beantragte ebenfalls die Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolge zu Lasten von A.______ und B.______. In prozessualer
  Hinsicht ersuchte sie überdies um Vereinigung der Verfahren VG.2024.00007 und
  VG.2024.00009.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79
  Abs. 1 des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010
  (RBG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Gemäss Art.
  107 Abs. 1 VRG können mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde Mängel des
  angefochtenen Entscheids oder des Verfahrens geltend gemacht werden. Dazu
  gehören die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
  Sachverhalts (lit. a) und die unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich
  eines Missbrauchs des Ermessens (lit. b). Die Unangemessenheit des
  angefochtenen Entscheids kann demgegenüber nur bei Vorliegen eines
  Ausnahmefalls gemäss der abschliessenden Aufzählung in Art. 107 Abs. 2 VRG
  gerügt werden, wobei ein solcher vorliegend nicht gegeben ist.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Wenn getrennt eingereichte Anträge, Beschwerden
  oder Klagen den gleichen Gegenstand betreffen, können die Verfahren gemäss
  Art. 23 Abs. 2 VRG im Interesse einer zweckmässigen Erledigung vereinigt
  werden. Der Behörde kommt dabei ein grosses Ermessen zu (Martin
  Bertschi/Kaspar Plüss, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
  Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 53).

  
	
   

  
	
  2.2 Soweit die Beschwerdegegnerin 1 um eine Vereinigung
  des vorliegenden Verfahrens mit dem ebenfalls beim Verwaltungsgericht
  anhängigen Verfahren VG.2024.00009 ersucht, ist festzuhalten, dass die
  rechtlichen Voraussetzungen für die Beurteilung des streitbetroffenen
  Baugesuchs in beiden Beschwerdeverfahren zwar dieselben sind. Indessen
  unterscheiden sich die zu beurteilenden Beschwerdeschriften in einzelnen
  Teilen, weshalb von einer Vereinigung abzusehen ist. Dies liegt im weiten
  Ermessen des Gerichts und es ist denn auch nicht ersichtlich, inwiefern eine
  Partei hierdurch einen rechtserheblichen Nachteil erfährt.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Beschwerdeführer bringen vor, hinsichtlich des
  Installationsplatzes Tal seien nicht alle in Betracht fallenden
  Alternativstandorte inner- und ausserhalb der Bauzone geprüft worden. Zwei
  weiter südlich gelegene Standorte seien innerhalb der Bauzone gelegen oder
  seien gestützt auf die kommunale Bauordnung zumindest als solche zu
  behandeln. Sie seien ideal gelegen und gegenüber dem Installationsplatz Tal
  zu bevorzugen. Sodann seien die Ausführungen der Beschwerdegegner untauglich,
  um Alternativstandorte von vornherein verneinen zu können. Vielmehr spreche
  Einiges für die Verlegung des Installationsplatzes. Die für eine
  rechtsgenügliche Interessenabwägung erforderlichen Entscheidgrundlagen seien
  indessen nicht genügend erstellt worden. Dies sei nachzuholen und es seien
  die Vor- und Nachteile für die möglichen Standorte aufzuzeigen, wobei auch
  mögliche finanzielle Folgen miteinzubeziehen seien. In diesem Rahmen seien
  überdies auch weitere Varianten zu prüfen, beispielsweise eine Deponie in
  Braunwald einschliesslich einer Zufahrt via Urnerboden oder einen
  Installationsplatz beim Säätliboden in der Ortsgemeinde Rüti. Ferner stelle
  der Verzicht auf eine im Tal installierte Steinbrecheranlage kein
  Entgegenkommen der Bauherrin dar, da deren Betrieb nicht bewilligungsfähig
  gewesen sei. Des Weiteren stelle das Gutachten der C.______AG bei der
  Gefahrenanalyse auf Prognosen ab, welche die Wirkung des geplanten
  Entwässerungsstollens bereits berücksichtigen würden, was falsch sei. Darüber
  hinaus sei auf die Kritik der D.______AG nicht eingegangen worden, was im
  Ergebnis eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Diesbezüglich sei
  auch darauf hinzuweisen, dass die Kritik der D.______AG in das zu
  erarbeitende Materialdeponier- und Schutzkonzept miteinfliessen müsse.
  Schliesslich würde das Vorhaben zu einer nicht hinnehmbaren Lärmbelastung
  führen. Gleiches gelte für das geplante Verkehrskonzept, welches nicht
  verhältnismässig sei.

  
	
   

  
	
  3.2 Der Beschwerdegegner 3 stellt sich auf den
  Standunkt, die Erstellung eines Installationsplatzes an den von den
  Beschwerdeführern genannten Alternativstandorten südlich des geplanten Ortes
  sei ein nicht zonenkonformes Bauvorhaben. Die vorgenommene Interessenabwägung
  habe sodann ergeben, dass der geplante Standort am besten geeignet sei, wobei
  es weder möglich noch verhältnismässig sei, sämtliche Alternativstandorte auf
  alle möglichen Aspekte hin zu überprüfen. Immerhin seien aber bereits vor der
  Baugesuchseingabe mehrere Alternativstandorte evaluiert worden, was die
  Beschwerdeführer ausblenden würden. Die Ergebnisse seien in der Folge durch
  die Beschwerdegegnerin 1 anlässlich einer Besprechung erläutert worden.
  Diese Vorarbeiten hätten richtigerweise ergeben, dass der geplante Standort
  für den Installationsplatz in Linthal sämtlichen Interessen am besten
  Rechnung trage. Ferner seien die Prognosen im revidierten Gutachten der
  C.______AG ohne Berücksichtigung des Stollens gestellt worden. Die Bedenken
  der Beschwerdeführer hinsichtlich einer Gefahr für ihre Liegenschaft seien
  somit nicht nachvollziehbar. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die
  Gefahr durch die geplanten Massnahmen nicht erhöhe, sondern gar vermindern
  lasse. Des Weiteren sei die Erstellung eines Lärmgutachtens nicht notwendig
  und es gebe auch keinen rechtlichen Anspruch darauf. Ohnehin würde die
  Baulärm-Richtlinie eingehalten. Diesbezüglich sei überdies zu
  berücksichtigen, dass an Alternativstandorten mehr Personen von Lärm betroffen
  wären. Schliesslich stelle die Trennung des Baustellenverkehrs vom restlichen
  Verkehr das Grundprinzip der Verkehrssicherheit dar, wobei gemäss technischem
  Bericht eine tragfähige Lösung gefunden worden sei. Im Übrigen sei erneut auf
  das hohe Interesse am zeitnahen Baubeginn hinzuweisen, da damit massive
  Personen- und Sachschäden verhindert werden könnten.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Voraussetzung
  einer Baubewilligung ist gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes
  über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) unter anderem, dass die Bauten
  und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen. Abweichend von dieser
  Bestimmung können nach Art. 24 RPG Bewilligungen erteilt werden, Bauten und
  Anlagen zu errichten oder ihren Zweck zu ändern, wenn der Zweck der Bauten
  und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a)
  und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b).

  
	
   

  
	
  4.2 Die
  Standortgebundenheit gemäss Art. 24 lit. a RPG ist zu bejahen, wenn die Baute
  aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bodenbeschaffenheit
  auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist (positive
  Standortgebundenheit) oder wenn ein Werk aus bestimmten Gründen in einer
  Bauzone ausgeschlossen ist (negative Standortgebundenheit). Dabei genügt eine
  relative Standortgebundenheit. Es ist nicht erforderlich, dass überhaupt kein
  anderer Standort in Betracht fällt. Es müssen jedoch besonders wichtige und
  objektive Gründe vorliegen, die den vorgesehenen Standort gegenüber anderen
  Standorten innerhalb der Bauzone als viel vorteilhafter erscheinen lassen
  (BGE 141 II 245 E. 7.6.1, 136 II 214 E. 2.1, 115 Ib
  472 E  2d). Die Frage, ob eine Baute auf einen bestimmten
  Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist, beurteilt sich stets nach
  objektiven Massstäben und Kriterien, wobei es weder auf die subjektiven
  Vorstellungen und Wünsche des Einzelnen noch auf die persönliche Zweckmässigkeit
  oder Bequemlichkeit ankommt. Generell ist
  bei der Beurteilung der Voraussetzungen ein strenger Massstab anzulegen (BGE 129 II
  63 E. 3.1, 124 II 252 E. 4a). Eine Prüfung der
  Standortgebundenheit erscheint unvollständig, wenn dabei keine Auseinandersetzung
  mit möglichen Alternativstandorten oder -lösungen stattfindet
  (BGE 136 II 214 E. 2.2). Sodann muss die Standortgebundenheit
  einem aktuellen und tatsächlichen Bedarf entsprechen (Bernhard Waldmann/Peter
  Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 24 N. 11).

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Die
  gemäss Art. 24 lit. b RPG durchzuführende Interessenabwägung beruht auf einer
  gesamthaften Abstimmung aller räumlich wesentlichen Gesichtspunkte, in die
  sowohl öffentliche als auch private Interessen einzubeziehen sind (statt
  vieler: BGE 129 II 68 E. 3.1). Diese Interessen müssen
  vollständig berücksichtigt und deren Gewichtung mit sachgerechten Erwägungen
  begründet werden (BGE 113 Ib 154 E. 3b). Nach Art. 3
  Abs. 1 der Verordnung über die Raumplanung vom 28. Juni 2000 (RPV)
  haben die Behörden, denen bei Erfüllung und Abstimmung raumwirksamer Aufgaben
  Handlungsspielräume zustehen, alle berührten Interessen zu ermitteln
  (lit. a); diese einzeln zu beurteilen und dabei besonders die
  Vereinbarkeit mit der anzustrebenden räumlichen Entwicklung und die möglichen
  Auswirkungen zu berücksichtigen (lit. b) sowie den Interessen aufgrund
  der Beurteilung im Entscheid möglichst umfassend Rechnung zu tragen
  (lit. c). Diese Interessenabwägung ist in der Begründung darzulegen
  (Art. 3 Abs. 2 RPV; vgl hierzu auch BGE 115 Ib 486
  E. 2e/aa). Statt öffentlicher können im Übrigen auch private Interessen
  gegen die Erteilung einer Ausnahmebewilligung sprechen
  (vgl. BGE 118 Ib 23 E. 3).

  
	
   

  
	
  4.3.2 Soweit
  das positive Verfassungs- und Gesetzesrecht einzelne Aspekte der
  Interessenabwägung konkret regelt, ist vorab zu klären, ob das Vorhaben mit
  diesen Vorschriften zu vereinbaren ist. Erst wenn dies zutrifft, ist die
  Abwägung aller zu berücksichtigenden Interessen koordiniert durchzuführen
  (BGer-Urteil 1A.122/2004 vom 30. Mai 2005 E. 2.1). Massgebend bei
  der Interessenabwägung sind dabei insbesondere die verbindlichen Anordnungen
  im RPG, hauptsächlich die gesetzlichen Planungsziele und -grundsätze gemäss
  Art. 1 und 3 RPG (Waldmann/Hänni, Art. 24 N. 22). Zu beachten sind
  insbesondere der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft,
  Wasser, Wald und die Landschaft (Art. 1 Abs. 2 lit. a RPG), die
  Grundsätze, der Landwirtschaft genügende Flächen geeigneten Kulturlandes zu
  erhalten (Art. 3 Abs. 2 lit. a RPG), Landschafts- und Ortsbilder zu schonen
  (Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG) sowie naturnahe Landschaften zu
  schonen und zu erhalten (Art. 3 Abs. 2 lit. d RPG).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Mit dem Projekt "Entwässerungsstollen
  Braunwald" bezweckt die Beschwerdegegnerin 1 die Realisierung eines
  etwa 920 Meter langen Stollens, welcher durch stabile Felsschichten
  verläuft. Durch den gezielten Einbau von Drainagebohrungen soll das darüber
  liegende Erdreich entwässert, der Wasserdruck abgebaut und letztlich die
  Rutschbewegung verlangsamt werden. Teil des Konzepts ist dabei unter anderem
  die Erstellung des Installationsplatzes Tal, welcher als
  Materialumschlagplatz sowie als Talstation für die Materialseilbahn dienen
  soll. Die Beschwerdeführer beantragen, dass die Bewilligung für die
  Erstellung des Installationsplatzes Tal zu verweigern, eventualiter mit
  mehreren Nebenbestimmungen zu ergänzen sei. Da sich ihre Eingabe nicht gegen
  den eigentlichen Bau des Entwässerungsstollens und offensichtlich nicht gegen
  den Installationsplatz Berg richtet, ist somit nachfolgend einzig die
  Rechtmässigkeit des Installationsplatzes Tal zu prüfen.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die von den Beschwerdeführern genannten
  Alternativstandorte südlich des geplanten Ortes befinden sich
  unbestrittenermassen in der Sonderbauzone. Gemäss Art. 13 Abs. 1
  der Nutzung und Bauvorschriften der Gemeinde Linthal vom 26. März 1993
  bzw. 25. November 1994 (BO Linthal) ist diese Zone für Bauten und Anlagen zu
  einer der nachfolgend aufgeführten Nutzung mit genau bezeichnetem Zweck sowie
  im betrieblich bedingten Ausmass am planlich festgehaltenen Standort
  bestimmt: Stützpunkt für Güter und Dienstleistungen des täglichen
  Bedarfes (lit. a); Offenzuhaltende Gasthäuser und Beherbergungsstätten
  (lit. b); Erzeugung, Umwandlung, und Verteilung von Energie (lit. c);
  Entnahme und Aufbereitung von Kies und Sand (lit. d); Stationen des
  Tourismus und Transports (lit. e). In der Sonderbauzone ist eine Wohnnutzung
  bzw. die Erweiterung bestehender Wohnbauten zur Zweckerfüllung und im
  betrieblich bedingten Ausmass zugelassen. Für die Erstellung von Bauten und
  Anlagen mit zonenfremden Nutzungen oder zu betriebsfremden Wohnzwecken gelten
  die Bestimmungen für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen (Art. 13
  Abs. 2 BO Linthal).

  
	
   

  
	
  6.2 Bei den von
  den Beschwerdeführern bevorzugten Standorten für den Installationsplatz
  südlich des geplanten Installationsplatzes Tal fällt bei der Beurteilung der
  Zonenkonformität lediglich Art. 13 Abs. 1 lit. e BO Linthal in Betracht.
  Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer lässt sich die Erstellung eines
  Installationsplatzes jedoch nicht als Station des Tourismus und Transports
  qualifizieren. So deutet bereits der Wortlaut dieser Bestimmung darauf hin,
  dass eine Nutzung in dieser Zone einzig dann zulässig ist, wenn sie im Kern
  einem eigentlichen touristischen Zweck dient. Dies wird dadurch verstärkt,
  dass Art. 13 Abs. 1 lit. e BO Linthal explizit auf die Braunwaldbahn
  hinweist, welche den Zugang zur Ortsgemeinde Braunwald gewährleistet. Sodann
  fällt mit Blick auf den Zonenplan Linthal auf, dass die Sonderbauzone rund um
  die Talstation der Braunwaldbahn einen engen räumlichen Zusammenhang mit dem
  Betrieb der Standseilbahn aufweist und es sich bei den Flächen um
  Parkierungsmöglichkeiten für Reisende nach Braunwald handelt. Zwar ist nicht
  von der Hand zu weisen, dass die Erstellung des streitbetroffenen
  Installationsplatzes – zumindest im weiten Sinne – teilweise auch
  touristische Anliegen verfolgt, indem der Stollenbau die Sicherung des
  Rutschgebiets und damit auch der touristischen Infrastruktur in Braunwald
  gewährleisten soll. Indessen würde eine zu weite Auslegung zu einer
  Aushöhlung von Art. 13 BO Linthal führen, was nicht dem gesetzgeberischen
  Willen entsprechen kann. So hält die Bestimmung denn auch explizit fest, dass
  die möglichen Nutzungen zu einem "genau bezeichneten" Zweck
  bestimmt sind. Aus dem Gesagten folgt, dass die Erstellung des
  streitbetroffenen Installationsplatzes auf den von den Beschwerdeführern
  genannten Alternativstandorten in der Sonderbauzone nicht dem Zonenzweck
  entspricht, womit für eine dortige Erstellung die Bestimmungen für Bauten und
  Anlagen ausserhalb der Bauzonen zur Anwendung gelangen (Art. 13 Abs. 2
  BO Linthal). Hieran ändert im Übrigen auch der Hinweis der Beschwerdeführer
  auf den kantonalen Richtplan nichts. Zum einen ist dieser lediglich
  behördenverbindlich (Art. 9 Abs. 1 RPG) und berührt nicht den
  Erlass von Planungs- sowie Sachgesetzen, soweit diese die Erfüllung
  raumwirksamer Aufgaben lediglich in generell-abstrakter Weise steuern. Zum
  anderen ist die Rechtmässigkeit eines angefochtenen raumwirksamen Staatsakts
  aufgrund des je anwendbaren Sachgesetzes zu beurteilen, da der Richtplan
  lediglich als Gesichtspunkt und nicht selber schon als Rechtsgrundlage der
  Entscheidfindung dient (vgl. Pierre
  Tschannen, in Heinz Aemisegger et al., Praxiskommentar RPG: Richt- und
  Sachplanung, Interessenabwägung, Zürich/Basel/Genf 2019, Art. 9
  N. 14).

  
	
   

  
	
  6.3 Weitere
  Alternativstandorte innerhalb der Bauzone, welche für die Erstellung des
  streitbetroffenen Installationsplatzes geeignet wären, sind sodann weder
  ersichtlich noch werden sie von den Beschwerdeführern bezeichnet. So liegt
  selbst der aufgeworfene Säätliboden in der Ortsgemeinde Rüti oder der
  Standort in Braunwald unbestrittenermassen ausserhalb der Bauzone. Ferner
  gilt zu berücksichtigen, dass der Installationsplatz untrennbar mit dem
  Entwässerungsstollen in Braunwald verbunden ist, dessen Bau aufgrund der hydrogeologischen
  Voraussetzungen standortgebunden und somit offenkundig auf einen Standort
  ausserhalb der Bauzone angewiesen ist. Dass der Installationsplatz ebenfalls
  auf einen solchen Standort angewiesen ist, ergibt sich dabei ohne Weiteres
  aus der technischen Machbarkeit des Bauprojekts, wonach das Aushubmaterial
  vom Stolleneingangsportal in Braunwald weggeführt werden muss und hierfür
  eine natürliche Furche im Gelände genutzt wird. Demgemäss ist festzuhalten,
  dass der zu beurteilende Installationsplatz auf einen Standort ausserhalb der
  Bauzone angewiesen ist, weshalb die Prüfung der Bewilligungsfähigkeit zu
  Recht gestützt auf Art. 24 ff. RPG erfolgt ist.

  
	
   

  
	
  6.4

  
	
  6.4.1 Des Weiteren fand entgegen der Ansicht der
  Beschwerdeführer eine rechtsgenügliche Auseinandersetzung mit möglichen
  Alternativstandorten oder -lösungen für einen Installationsplatz statt. So
  ist zunächst auf die Stellungnahme vom 23. Februar 2021 hinzuweisen,
  worin sich die Abteilung Landwirtschaft des Kantons Glarus sowohl zur Zwischendeponie
  im Durnagel-Sammler als auch zur Enddeponie im Säätliboden geäussert hat. Am
  22. März 2022 hielt das BAFU darüber hinaus fest, dass im Vorfeld ein
  Variantenstudium stattgefunden habe, wobei die geplante Variante als
  bautechnisch sicherste Lösung mit geringeren Auswirkungen auf die Umgebung
  und einem geringeren Unterhalts- sowie Überwachungsaufwand in der
  Betriebsphase beurteilt wurde. Weiter
  evaluierte die Beschwerdegegnerin 1 diverse Alternativstandorte für die
  Verwertung des Ausbruchsmaterials. Schliesslich wurden mögliche
  Alternativstandorte anlässlich der Besprechung der Einsprachen am 13. April
  2022 durch die Beschwerdegegnerin 1 erörtert und die Nachteile gegenüber
  dem geplanten Standort aufgezeigt. Für die Beurteilung, ob die
  streitbetroffene Baute auch tatsächlich auf einen Standort ausserhalb der
  Bauzone angewiesen ist, können die Erkenntnisse im Rahmen der Evaluation
  eines Deponiestandorts sodann ohne Weiteres herangezogen werden, zumal sie
  Aufschluss über die Auswirkungen auf Raum und Umwelt sowie auf die vom
  Gesetzgeber beabsichtigten Beschränkungen baulicher Vorrichtungen geben. Eine
  rechtsgenügliche Überprüfung von Alternativstandorten verlangt ohnehin keinen
  strikten Beweis dafür, dass kein besser geeigneter Alternativstandort gegeben
  ist. Vielmehr genügt, dass aufgrund einer konkreten Überprüfung der gewählte
  Alternativstandort besser geeignet erscheint als die übrigen
  Alternativstandorte. Die Rüge der Beschwerdeführer, wonach keine
  Alternativstandorte evaluiert worden seien, zielt damit insgesamt ins Leere.

  
	
   

  
	
  6.4.2

  
	
  6.4.2.1 Sodann erweisen sich die Ausführungen der
  Beschwerdegegnerin 1 anlässlich der Besprechung vom 13. April 2022,
  wonach die Abwägung der Vor- und Nachteile für den geplanten Standort
  sprechen würden, als nachvollziehbar und plausibel. Es leuchtet dabei
  zunächst ein, dass beim Säätliboden auf dem Gemeindegebiet Rüti kürzere
  Transportdistanzen bestehen und eine verkehrstechnisch gute Lösung,
  namentlich eine ausreichende Trennung zwischen dem Baustellenverkehr sowie
  dem übrigen Verkehr gewährleistet werden könnte. Ferner ist es
  nachvollziehbar, dass aufgrund des genügenden Abstands zu den Wohngebieten
  geringere Lärmimmissionen auf die Liegenschaft der Beschwerdeführer anfallen
  würden. Nichtsdestotrotz wurde diese Variante richtigerweise als schlechtere
  Variante für den Bau des Installationsplatzes im Tal eingestuft. Dies stimmt
  denn auch mit der Meinung der Abteilung Landwirtschaft vom 23. Februar
  2021 überein, nach deren Ansicht fraglich sei,
  ob die dortigen Flächen wieder annähernd gleichwertig rekultiviert werden
  könnten, wie sie sich im Ausgangszustand befunden hätten. Vor dem
  Hintergrund, dass an diesem Standort wenig Oberboden vorhanden ist, erscheint
  es dabei nachvollziehbar, dass sich ein Bau an diesem Standort negativ auf den
  Wasserhaushalt auswirken würde. Hinzu kommt, dass eine Materialseilbahn vom
  Säätliboden zum geplanten Stolleneingang den Fussballplatz des FC Rüti,
  den Rad- und Fussweg von und nach Linthal, die Linth, mehrfach den Wanderweg
  nach Braunwald, das SBB- sowie Braunwaldbahn-Trasse und die Gebäude beim
  Tannenboden überqueren oder zumindest tangieren würde. Es erscheint damit
  offensichtlich, dass dadurch erhebliche Gefahrenquellen für Personen und
  Sachwerte geschaffen würden, welchen mit umfangreichen und unverhältnismässigen
  Sicherungsmassnahmen begegnet werden müsste. Aufgrund des steilen Geländes
  wies die Beschwerdegegnerin 1 am 30. Mai 2022 schliesslich zu Recht
  darauf hin, dass im Rahmen dieser Variante die Materialseilbahn das Tal höher
  queren müsste, wodurch ein weiteres Sicherheitsrisiko geschaffen würde. Im
  Übrigen bemerkte der Beschwerdegegner 3 mit Blick auf die
  topographischen Verhältnisse am 8. September 2022 schlüssig, dass der
  erforderliche Trümmerschutz für die Materialseilbahn vom Säätliboden aus
  entweder kostenintensiv oder bautechnisch nicht umsetzbar wäre. Im Bereich
  des Wanderwegs oberhalb des Tannenbodens, welcher als einzige Fussverbindung
  nach Braunwald offen zu halten sei, müsste darüber hinaus eine erhebliche
  Fläche Schutzwald entfernt werden, wobei unklar bleibe, ob ein Trümmerschutz
  in diesem steilen Gelände technisch überhaupt realisierbar sei.

  
	
   

  
	
  6.4.2.2 In Bezug auf einen Deponiestandort in Braunwald mit
  einer Zufahrtsstrasse ab dem Urnerboden fallen sodann zunächst die
  lärmtechnischen Aspekte positiv ins Gewicht, da beim Umladen des Materials
  auf dem Urnerboden wohl keine oder kaum Personen von Immissionen betroffen
  wären. Dennoch erweist sich diese Variante als kaum realisierbar, was der
  Beschwerdegegner 3 nachvollziehbar dargelegt hat. So würde dies
  insbesondere einen Ausbau der bestehenden, engen Strasse ab Unter-Stafel via
  Nussbühl bis Braunwald auf einer Länge von rund vier Kilometern bedingen, was
  einen grossen Eingriff in die Landschaft mit teilweise schützenswerten
  Waldgesellschaften bedeuten würde. Darüber hinaus ist dieses Gebiet im Winter
  stark durch Lawinen gefährdet, weshalb ein Winterdienst und die Nutzung der
  Strasse für den Schwerverkehr aus Sicherheitsgründen offensichtlich nicht
  möglich sind, was letztendlich zu erheblichen Verzögerungen beim Stollenbau
  führen würde. Hinzu kommt, dass diese Zufahrtsstrasse in einem Transitgebiet
  von Sturzprozessen liegt (bspw. ist hier das Rutschgebiet
  Tüfels-Chilchli zu nennen), wodurch eine ganzjährig hohe Gefährdung gegeben
  ist. Aufgrund dieser Verkehrsbeschränkungen, der beengten
  Strassenverhältnisse, sodass keine zweckdienlichen Fahrzeuge einsetzbar
  wären, und des Umstands, dass eine Materialseilbahn wegen der Querung von
  zahlreichen Liegenschaften in Braunwald kaum umsetzbar wäre, besteht mit
  dieser Variante ebenfalls ein kaum tragbares Sicherheitsrisiko für Personen-
  und Sachwerte. Im Rahmen des Variantenstudiums wurde ein Deponiestandort in
  Braunwald des Weiteren alsdann ebenfalls richtigerweise als ungeeignet
  erachtet. So erscheint es plausibel, dass das Gebiet der aktiven Rutschmasse
  von Braunwald nicht durch grosse Auflasten beschwert werden darf, da dies
  einen negativen Einfluss auf das Bewegungsverhalten habe. Überdies erweist
  sich auch eine Ablagerung im Gebiet Bräch, welches nahe der bestehenden
  Deponie Braunwald liegt, als ungeeignet. Mit einer dortigen Deponie würde in
  einen vielfältigen und prägenden Landschaftsraum aus leichten Erhebungen und
  Senken eingegriffen werden. Dabei grenzt der Perimeter direkt an eine
  Wildruhezone und hat einen hohen touristischen Wert, weshalb während der
  Betriebsphase letztlich auch mit Einschränkungen gerechnet werden müsste. Im
  Übrigen könnten die anfallenden Volumina mit den auf den schmalen Strassen
  von Braunwald zugelassenen Fahrzeugen nicht in der für den Tunnelvortrieb
  erforderlichen Zeit abtransportiert werden, was eine Materialseilbahn oder
  einen Förderbandbetrieb ins Gebiet Bräch bedingen würde. Die möglichen
  Linienführungen von Seilbahnen würden dabei zusätzliche Niederhaltungen von Wald
  erfordern und im Konflikt zu vorhandenen Liegenschaften sowie der Gruppenumlaufbahn
  Niederschlacht stehen. Aufgrund des Dargelegten sind diese Varianten somit
  mit erheblichen Nachteilen belastet.

  
	
   

  
	
  6.4.2.3 Soweit die Beschwerdeführer schliesslich die Auffassung
  vertreten, die Parkplätze bei der Braunwaldbahn in der Sonderbauzone seien
  gegenüber dem geplanten Standort bevorzugt zu behandeln, ist ihnen
  schliesslich nicht zu folgen. Zwar erscheint der südliche Parkplatz, welcher
  an die Linth angrenzt, für schwere Maschinen einfacher zugänglich. Dennoch
  gilt es zu berücksichtigen, dass die beiden Parkplätze in der Sonderbauzone
  dem Tourismus dienen und insbesondere während der Winterzeit von zahlreichen
  Touristen genutzt werden, was letztlich auch dem gesetzgeberischen Zweck von
  Art. 13 Abs. 1 lit. e BO Linthal entspricht (vgl. vorstehende
  E. II/6.2). Müssten hierfür Alternativen gesucht werden, wäre dies für
  die Betreiber der Braunwaldbahn, für diejenigen der Sportbahnen in Braunwald
  und die betroffenen Besucher von Braunwald mit einem nicht zu
  unterschätzenden Aufwand bzw. mit nicht unerheblichen Umständen
  verbunden, was negativ ins Gewicht fällt. Weiter gilt zu bemerken, dass
  infolge der touristischen Nutzung der beiden Parkplätze eine klare Trennung
  zwischen dem Baustellen- sowie dem sonstigen Verkehr kaum möglich oder
  zumindest schwierig umzusetzen ist. Ferner würde die Materialseilbahn die
  Parkplätze als Infrastruktur der Braunwaldbahn, das SBB-Trasse sowie die
  Zugangswege zur Braunwaldbahn queren, wodurch gegenüber dem
  Installationsplatz Tal nicht zu unterschätzende Gefahrenquellen geschaffen
  würden. Im Übrigen stellen selbst die Beschwerdeführer nicht in Abrede, dass
  die Lärmimmissionen diesfalls eine grössere Anzahl Personen betreffen würde,
  da die Varianten grössere Auswirkungen auf den Bereich beim Bahnhof Linthal
  sowie das Gebiet Seggen hätte. Letztlich ist nicht auszuschliessen, dass ein
  Installationsplatz nahe der Linth Auswirkungen auf das Fliessgewässer
  zeitigen würde. Schliesslich kann dem Vorbringen der Beschwerdeführer, wonach
  für einen Alternativstandort in der Sonderbauzone weder für Rodung noch für
  den Gewässerraum oder für die Unterschreitung des Waldabstands
  Ausnahmebewilligungen notwendig seien, nicht gefolgt werden, zumal sie selbst
  der Auffassung sind, dass die bisherige Linienführung, bei welcher solche
  Bewilligungen ohne Weiteres erforderlich sind und eingeholt wurden, lediglich
  bis zu den Parkplätzen verlängert werden müsste. Im Ergebnis überwiegen damit
  insgesamt die Nachteile gegenüber dem geplanten Standort.

  
	
   

  
	
  6.5 Als
  Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin 1
  verschiedene Standorte für die Erstellung eines Installationsplatzes im Tal
  genügend evaluiert hat. Der Vergleich hat dabei ergeben, dass der geplante
  Standort als die sicherste und bautechnisch sinnvollste Lösung einzustufen
  ist, was mit Blick auf die gesamten Umstände nachvollziehbar und schlüssig
  erscheint. Es bleibt damit die betroffenen Interessen gegeneinander
  abzuwägen.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Zunächst ist darauf hinzuweisen,
  dass der Beschwerdegegner 4 nicht die absolute, sondern gestützt auf
  eine umfassende Interessenabwägung die relative Standortgebundenheit bejaht
  hat. Inwiefern er dabei die relevanten Interessen unzutreffend gewichtet
  haben soll, ist nicht ersichtlich. So bemerkt er zu Recht, dass an der Erstellung eines Entwässerungsstollens ein
  erhebliches öffentliches Interesse besteht, welches höher als die
  entgegenstehenden Interessen der Beschwerdeführer wiegt
  (vgl. nachfolgende E. II/7.1.2 ff.). Daran vermag auch die
  Lage des Installationsplatzes Tal im roten Gefahrengebiet nichts zu ändern.
  So soll dieser für maximal vier Jahre betrieben werden, weshalb er aufgrund
  der zeitlichen Komponente und mit Blick auf die Auflage zum Rückbau als
  temporäre Baute zu qualifizieren ist. Vorbehältlich gewisser Ausnahmen sind
  gemäss der Abteilung Wald und Naturgefahren des Kantons Glarus lediglich
  permanente Bauten in der roten Gefahrenzone untersagt. Für temporäre Bauten
  sind im Kanton Glarus hingegen keine Schutzziele definiert, sodass
  Ausnahmebewilligungen für solche Vorhaben im roten Gefahrengebiet
  grundsätzlich erteilt werden können.

  
	
   

  
	
  7.2 Bedingt
  durch die permanenten Bewegungen mit periodischen Beschleunigungen und der
  Gefahr von Murgängen bis ins Tal bestehen im unteren Dorfteil von Braunwald
  und im Tal, wo die Talstation der Braunwaldbahn, das SBB-Trasse und überdies
  auch die Liegenschaft der Beschwerdeführer liegen, grosse Schutzdefizite.
  Dies wird von den Beschwerdeführern nicht in Abrede gestellt. Da diesen Defiziten
  mit dem streitbetroffenen Bauvorhaben begegnet wird und es dem Schutz von
  zahlreichen hochrangigen Gütern dient, besteht ein gewichtiges öffentliches
  Interesse an dessen Realisierung. Weiter wird durch das geplante Bauvorhaben
  eine gewisse Sicherung der Erschliessung von Braunwald und eine
  Planungssicherheit für die Erneuerung eines Zubringers nach Braunwald
  angestrebt, was mit einer Investitionssicherheit der öffentlichen Hand sowie
  von Privaten und einem sicheren Zugang zur touristischen Infrastruktur von
  Braunwald einhergeht. Sodann besteht für das streitbetroffene
  Bauvorhaben eine erhebliche zeitliche Dringlichkeit. So ist gemäss der
  Einschätzung der Dr. E.______AG vom 21. November 2022 ein
  Grossereignis alle 20-30 Jahre zu erwarten, wobei sich das letzte
  Grossereignis, namentlich die Rutschung Bätschen, im Jahr 1999 ereignet
  habe. Eine Verschärfung der Gefahrensituation durch starke Beschleunigungen
  sei somit zeitlich absehbar, weshalb sich die Umsetzung des streitbetroffenen
  Bauvorhabens nicht länger verzögern dürfe. Dies erscheint angesichts des
  Umstands, dass in der Vergangenheit rund alle 20-30 Jahre ruckartige
  Bewegungen gemessen werden konnten, denn auch als nachvollziehbar und
  schlüssig. Darüber hinaus wird diese Auffassung auch in den weiteren im Recht liegenden Akten geteilt. Insbesondere das
  BAFU weist auf die besonders grossen Schutzdefizite aufgrund der
  beschleunigten permanenten Rutschbewegung des Untergrunds in Braunwald hin.
  Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die erhebliche Gefahr sowie die massiven
  Auswirkungen von Rutschungen auch an anderen Orten im Kanton Glarus zu Tage
  getreten sind, wobei hierbei insbesondere der eindrückliche Erdrutsch in
  Schwanden (Wagenrunse) sowie der oberflächliche Erdrutsch in Braunwald
  (Gysenegg) zu nennen sind. Schliesslich gilt zu bemerken, dass die
  Beschwerdegegnerin 1 ein beachtliches finanzielles Interesse an einer
  möglichst zeitnahen Realisierung des Bauvorhabens hat, insbesondere da
  weitere Verzögerungen und Abklärungen im Zusammenhang mit dem streitbetroffenen
  Bauprojekt wohl mit erheblichen Kosten verbunden wären.

  
	
   

  
	
  7.3

  
	
  7.3.1 Mit
  Blick auf die Interessen der Beschwerdeführer ist ohne Weiteres
  nachvollziehbar, dass sie den Installationsplatz Tal an einem anderen
  Standort umgesetzt haben möchten. Die von ihnen angesprochene Gefährdung
  ihrer Liegenschaft ist indessen zu relativieren. Zwar führte die D.______AG
  diesbezüglich aus, dass eine Mehrgefährdung durch den Installationsplatz
  nicht ausgeschlossen werden könne. Der Umfang der Mehrgefährdung sei jedoch
  abhängig von der Gestaltung der geplanten Zwischenlager von Boden und
  Stollenausbruch. Sodann gab die C.______AG am 1. September 2022 an, zwischen
  dem Brummbächli und der Liegenschaft […] befänden sich zwei einfache
  Dammschüttungen, welche ebenfalls schräg zum Hang in Richtung Süden
  verliefen. Diese hätten eine begrenzte Wirkungshöhe und würden Lücken
  aufweisen. Weitere Schwachstellen seien der fehlende Geschieberückhalt beim
  Brummbach und Brummbächli und die verschiedenen Brückendurchlässe, welche gemäss
  aktueller Gefahrenkarte bereits bei seltenen Ereignissen verklausen würden.
  Durch die günstige Anordnung der Materialablagerung im Kopfbereich der
  Auffüllung und der Umsetzung der empfohlenen Objektschutzmassnahmen werde die
  Gefährdung der benachbarten Liegenschaft […] reduziert. In gleicher Weise
  äusserte sich die D.______AG, wonach durch die entstandenen Lücken in den
  Schutzdämmen hangaufwärts die Gefährdung der Liegenschaft […] durch Murgänge
  kontinuierlich erhöht worden sei. Mit einer Wiederherstellung der
  ursprünglichen Dämme oder der Erstellung eines Ersatzdammes könne die
  Gefährdung deutlich reduziert bzw. ganz entfernt werden. Mit dem
  "Schutzdamm Pink" könne der Schutz der Liegenschaft […] beim
  Szenario der Verklausung der Brücke oberhalb des Installationsplatzes im
  Übrigen verbessert werden. Dieser zeige bei Ereignissen mit geringer bis
  mittlerer Intensität eine positive Wirkung. Einigkeit zwischen der C.______AG
  und der D.______AG besteht ferner darin, dass die Hauptgefährdung der
  Liegenschaft […] von grossen Murgängen vom Brummbächli ausgeht und es bei
  Ereignissen mit starker Intensität zu einer Überlastung der Schutzbaute
  kommt. Diese Erkenntnisse stimmen mit der Vorstudie der Dr. E.______AG
  vom 20. April 2016 sodann überein, worin aufgezeigt wird, dass nach Vornahme
  der empfohlenen Massnahmen die Gefährdung durch Murgänge reduziert werden
  kann. Aufgrund dieser Gutachten ergibt sich somit übereinstimmend, dass mit
  dem geplanten Installationsplatz Tal im Vergleich zur aktuellen Situation keine
  relevante Gefahrenverlagerung zu erwarten ist. Die Beschwerdegegnerin 1
  hat denn auch wiederholt aufgezeigt, dass die vorgesehene Linienführung der
  Materialseilbahn und der Standort des Installationsplatzes Tal von allen
  möglichen Varianten die sicherste und immissionsärmste Lösung darstellt, vgl. auch
  vorstehende E. II/6.4.2). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass
  einzelne Empfehlungen der D.______AG aufgenommen und im Bauprojekt integriert
  wurden. Dementsprechend geht auch der Vorwurf der Beschwerdeführer fehl,
  wonach dem Gutachten der D.______AG keinerlei Beachtung geschenkt worden sei.
  Vielmehr wurden die diesbezüglichen Ansichten berücksichtigt und soweit als
  möglich bei der Ausarbeitung des Projekts miteinbezogen. Dies hat im Übrigen
  auch für die Empfehlungen der C.______AG und das von der F.______AG
  vorgesehene Monitoring zu gelten, welche auf Antrag des
  Beschwerdegegners 3 Eingang in die Baubewilligung gefunden haben.
  Schliesslich gilt es zu bemerken, dass beim Bauvorhaben eine Umweltbaubegleitung
  angeordnet wurde, welche die Umsetzung der Bewilligung sowie der darin
  enthaltenen Auflagen und die Ersatz-, Schutz- und
  Wiederherstellungsmassnahmen begleitet und dokumentiert, was den
  Beschwerdeführern zusätzlich Sicherheit bei der Wahrung ihrer betroffenen
  Interessen geben dürfte.

  
	
   

  
	
  7.3.2 Sodann würde
  für die Beschwerdeführer ein Installationsplatz an einem Alternativstandort
  wegen der grösseren Distanz zu ihrer Liegenschaft zwar zu deutlich geringeren
  Mehrbelastungen im Sinne von Erschütterungen, Staub und Lärm führen, woran
  Letztere ein erhebliches Interesse haben. Dem wurde jedoch bestmöglich
  Rechnung getragen, indem verschiedene Auflagen in die Baubewilligung
  aufgenommen wurden und die Beschwerdegegnerin 1 (neben dem Verzicht
  eines Steinbrechers am Installationsplatz Tal) offensichtlich auch bereit
  ist, auf der nördlichen Seite in Richtung der streitbetroffenen Liegenschaft
  eine Lärmschutzwand zu errichten. Des Weiteren wurden die lärmtechnischen
  Auswirkungen des Materialumschlags während des baurechtlichen Verfahrens als
  lärmintensiv und damit höher als die gemäss Baulärm-Richtlinie vorgesehene
  Massnahmestufe klassifiziert. Ferner wurde die Arbeiten zeitlich weiter
  eingegrenzt, womit dem Interesse der Beschwerdeführer an einer möglichst
  immissionsarmen Ausführung des Bauprojekts angemessen Rechnung getragen
  wurde. Hinzuweisen bleibt weiter darauf, dass eine weitere Einschränkung der
  möglichen Arbeitszeiten oder der Arten von Arbeiten zu einer weiteren
  Verzögerung des Bauvorhabens führen würde, was wohl nicht zuletzt auch mit
  zusätzlichen Kosten verbunden wäre. Sodann gilt zu bemerken, dass die
  Immissionen bei den südlich gelegenen Alternativstandorten in der
  Sonderbauzone für die Beschwerdeführer wohl geringer ausfallen würden.
  Indessen erscheint es schlüssig, dass die Immissionsbelastung anderer
  umliegender Liegenschaften wegen der Talkesselung zunehmen würde, womit
  letztlich eine grössere Anzahl von Personen betroffen wäre (vgl. hierzu
  auch vorstehende E. II/6.4.2.3). Ferner wurden sämtliche in der Umweltnotiz
  (Ziff. 7 des Baugesuchs vom 1. November 2021) vorgesehenen
  Lärmschutzmassnahmen mit gewissen Anpassungen als verbindliche Auflagen in
  die Baubewilligung aufgenommen. So etwa, dass die Lärmbelastung beim
  Materialumschlag sowie bei der Materialverarbeitung möglichst geringgehalten
  werden soll, die Baubewilligungsbehörde einen Vorbehalt hat, bei Lärmklagen
  oder bedeutenden Lärmbelästigungen zusätzliche Massnahmen zu verlangen, die
  Bauherrschaft eine weisungsbefugte Ansprechperson bezeichnen muss oder dass
  die Umweltbegleitung die Umsetzung der Massnahmen begleitet und diese
  dokumentiert. Insgesamt wird den Befürchtungen der Beschwerdeführer mit
  diesen Auflagen und Massnahmen angemessen begegnet. Überdies muss die nur
  befristet bewilligte Materialseilbahn nach absehbarer Bauzeit wieder entfernt
  werden, weshalb sich die Mehrbelastung zeitlich in Grenzen hält. Schliesslich
  sind die Belastungsgrenzwerte für Baulärm in den gestützt auf Art. 40
  Abs. 1 Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV) erlassenen
  Anhängen nicht geregelt. Vielmehr bestimmt Art. 6 LSV, dass das BAFU
  Richtlinien über bauliche und betriebliche Massnahmen zur Begrenzung des
  Baulärms erlässt. Dem kam es mit Erlass der Baulärm-Richtlinie nach. Gemäss
  Ziff. 1.6 der Baulärm-Richtlinie können kantonale Behörden davon
  ausgehen, dass sie das Bundesrecht richtig anwenden, wenn sie sich an die
  Richtlinie halten (vgl. hierzu BGer-Urteil 6B_87/2008 vom 31. Juli
  2008 E. 3.3). Die Baubewilligungsbehörde verletzte dementsprechend kein
  Recht und verfiel nicht in Willkür, indem es die streitbetroffenen Bauzeiten
  (je nach Lärmintensität der jeweiligen Arbeiten) bewilligte, weshalb sich im
  Ergebnis auch die Einholung eines Lärmgutachtens erübrigt.

  
	
   

  
	
  7.3.3 Weiter
  ist das Interesse der Beschwerdeführer an der Offenhaltung der
  direkten Zufahrtsstrasse als bedeutend einzustufen. Dem steht aber das
  gewichtige öffentliche Interesse an der Verkehrssicherheit entgegen, wonach
  der Baustellenverkehr klar vom übrigen Verkehr zu trennen ist. Dies dient
  sowohl der Sicherheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der
  Baustelle als auch Drittpersonen und Sachwerten, wobei mit einer
  Durchmischung des Verkehrs eine erhebliche Gefahrenquelle resultieren würde.
  Zwar kann den Beschwerdeführern darin gefolgt werden, dass eine Sperrung der
  direkten Zufahrt zu ihrer Liegenschaft mit gewissen Umständen verbunden ist.
  Eine Unzumutbarkeit resultiert hierdurch allerdings nicht, da sie (wie
  Zulieferer oder Besucher) immerhin die Möglichkeit haben, auf dem oberen
  Parkplatz der Braunwaldbahn zu parkieren, wodurch sich die Gehstrecke vom
  Parkplatz zu ihrer Liegenschaft mit ungefähr […] Metern in Grenzen hält.
  Soweit die Beschwerdeführer sinngemäss vorbringen, die Zufahrt wäre bei der
  Berücksichtigung eines Alternativstandorts gewährleistet, verkennen sie
  schliesslich, dass eine klare Trennung des Baustellenverkehrs vom übrigen
  Verkehr insbesondere bei den südlich gelegenen Parkplätzen in der
  Sonderbauzone kaum zu bewerkstelligen wäre, andernfalls das Gebiet rund um
  die Braunwaldbahn für den touristischen Verkehr erhebliche Einschränkungen
  erfahren würde. Dies kann nicht angehen und würde letztlich auch dem Zweck
  der Sonderbauzone widersprechen (vgl. auch vorstehende E. II/6.2
  und 6.4.2.3).

  
	
   

  
	
  7.3.4
  Schliesslich kann offenbleiben, ob sich der Wert der Liegenschaften in
  Linthal, wie von den Beschwerdeführern angeführt, durch das streitbetroffene
  Bauvorhaben vermindert. Die Minderung des Liegenschaftswerts stellt nämlich
  ein rein finanzielles Interesse dar, welches gegenüber den erheblichen
  öffentlichen Interessen zurückzutreten hat. Überdies gilt zu bemerken, dass
  allfällige Schadenersatzforderungen nicht Gegenstand des vorliegenden
  Verfahrens sein können. Im Übrigen sind die Bedenken der Beschwerdeführer,
  wonach die Baustelle nach Beendigung nicht umgehend zurückgebaut werden
  würde, unbegründet. Auf den Rückbau wurde explizit in der Teilverfügung des
  Beschwerdegegners 3 vom 12. Januar 2023, welche integrierender
  Bestandteil der Baubewilligung darstellt, hingewiesen (vgl. dabei
  Ziff. 2.31). Insbesondere gilt die Auflage der Renaturierung nach
  Vollendung des Bauvorhabens bzw. die Auflage gemäss dem Antrag der
  Abteilung Landwirtschaft vom 22. Juni 2022, wonach die betroffenen
  landwirtschaftlichen Flächen nach Abschluss der Arbeiten der Landwirtschaft
  wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen müssen. Im Übrigen hat die
  Lagerung bei der Deponie Däniberg in Schwanden als gesichert zu gelten, womit
  auch diesbezügliche Vorbringen unbegründet sind.

  
	
   

  
	
  7.4 Aufgrund
  des Gesagten ergibt sich, dass mit der
  Realisierung des streitbetroffenen Projekts am geplanten Standort die zu
  erwartenden Vorteile die damit verbundenen Nachteile deutlich überwiegen,
  wobei die Nachteile, welche eine Änderung des Bauvorhabens nach sich
  ziehen würde, in einem Missverhältnis zu deren Nutzen stehen würden. Dem
  streitbetroffenen Bauvorhaben stehen ferner keine überwiegenden privaten
  Interessen entgegen. Der Beschwerdegegner 4 hat die öffentlichen
  Interessen, insbesondere die mit der Realisierung des Projekts bezweckte Gefahrenprävention,
  somit zu Recht höher gewichtet.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Aus dem oben Dargelegten folgt, dass die
  Bestimmungen, Massnahmen oder Auflagen in der angefochtenen Baubewilligung
  betreffend Lärm- sowie Staubentwicklung, Zufahrtstrasse, Schutzmassnahmen und
  hinsichtlich der Ablagerung von Material nicht als widerrechtlich zu
  qualifizieren sind. Schliesslich kommt der Baubewilligungsbehörde bei der
  Anordnung von Auflagen und Nebenbestimmungen ein erhebliches Ermessen zu, in
  welches das Gericht nicht ohne Not eingreift. Da vorliegend keine solche
  besteht und die Baubewilligungsbehörde ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeführt
  hat, hat es mit den Eventualanträgen der Beschwerdeführer an dieser Stelle
  sein Bewenden.

  
	
   

  
	
  9.

  
	
  Die Beschwerdeführer rügen schliesslich,
  die vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen seien
  "ausgangsgemäss" neu zu regeln. Damit machen sie aber nicht
  geltend, dass die Vorinstanz die Kosten- und Entschädigungsfolgen bei der
  abgewiesenen Verwaltungsbeschwerde falsch geregelt habe. Weil sich der Streitgegenstand aufgrund der Dispositionsmaxime
  nicht auf die vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen ausdehnen
  lässt und das Verwaltungsgericht bei seinem Entscheid weder zu Gunsten noch
  zu Ungunsten einer Partei über die gestellten Parteianträge hinausgehen darf
  (Art. 100 Abs. 3 VRG), ist im Ergebnis nicht weiter auf die
  vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen einzugehen (vgl. zum
  Ganzen VGer-Urteil VG.2014.00085 vom 6. August 2015
  E. II/6.2).

  
	
   

  
	
  10.

  
	
  Zusammenfassend verletzte
  der Beschwerdegegner 4 kein Recht, indem er die streitbetroffene
  Baubewilligung bestätigt hat. Insbesondere wurde der Installationsplatz Tal,
  welcher auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist, gegenüber
  anderen Standorten richtigerweise bevorzugt, da es die bautechnisch sicherste
  Variante darstellt und den relevanten Interessen am besten Rechnung trägt.
  Sodann ergibt eine Interessenabwägung, dass die öffentlichen Interessen am
  streitbetroffenen Bauvorhaben diejenigen der Beschwerdeführer deutlich überwiegen.
  Folglich erweist sich der angefochtene Entscheid insgesamt als verhältnis-
  sowie rechtmässig und ist dementsprechend nicht zu beanstanden.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Die Gerichtskosten von
  pauschal Fr. 2'500.- sind ausgangsgemäss den Beschwerdeführern aufzuerlegen
  (Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG) und mit dem von ihnen bereits
  geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mangels Obsiegens steht
  den Beschwerdeführern keine Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 3
  lit. a VRG). Behörden, worunter auch die Beschwerdegegnerin 1 als
  öffentlich-rechtliche Körperschaft des kantonalen Rechts fällt
  (vgl. hierzu VGer-Urteil VG.2013.00107 vom 2. April 2014
  E. III/2), haben nur ausnahmsweise Anspruch auf eine Parteientschädigung,
  weil die Beantwortung von Rechtsmitteln zu ihrem angestammten Aufgabenbereich
  gehört (Art. 138 Abs. 4 VRG). Da vorliegend kein besonderer Umstand
  vorliegt, der eine Parteientschädigung rechtfertigen würde, ist eine solche
  nicht zuzusprechen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von pauschal Fr. 2'500.- werden den Beschwerdeführern auferlegt
    und mit dem von ihnen bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Parteientschädigungen
    werden keine zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]