# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9a774b6-92fb-5866-8d8c-445e6346a0a1
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-08
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 08.09.2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_Empfehlung-vom-8--Se_2009-09-08.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB 

 

 

 

 
Feldeggweg 1, 3003 Bern 
Tel. 031 323 74 84, Fax 031 325 99 96 
www.edoeb.admin.ch 

 
 

  Bern, den 8. September 2009 
 
 
 

Empfehlung 
 
 

gemäss 
 

Art. 14 des  
Bundesgesetzes über das  

Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
vom 17. Dezember 2004 

 
 

zum Schlichtungsantrag von  
 
 

X 
(Antragsteller) 

 
 

gegen 
 
 

Ausgleichsfonds  
der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) 

 
 
 
 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 
 

1. Der Antragsteller (Journalist) ersuchte am 22. Mai 2009 beim Ausgleichsfonds der Alters- und 
Hinterlassenenversicherung (AHV-Ausgleichsfonds) gestützt auf das Bundesgesetz über das 
Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz BGÖ, SR 152.3) um Zugang zu 
zwei Expertenberichten betreffend den Verkehrswert einer Immobilie, die vom AHV-
Ausgleichsfonds für den Eigengebrauch erworben worden war. 

 
2. Der AHV-Ausgleichsfonds teilte dem Antragsteller am 22. Mai 2009, dass „wir […] keinen An-

lass [sehen], die Namen der externen unabhängigen Experten zu veröffentlichen. Diese Ex-
pertisen und deren Schlussfolgerungen liegen uns vor und gelten als interne Arbeitsdokumen-
te.“ 

 
3. Am 28. Mai 2009 reichte der Antragsteller einen Schlichtungsantrag beim Eidgenössischen 

Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) ein.  
 

 

 
 
 

2/5

 
 

4. Am 8. Juni 2009 forderte der Beauftragte den AHV-Ausgleichsfonds auf, sich in einer Stel-
lungnahme über die Frage der Anwendbarkeit des Öffentlichkeitsgesetzes und über die Ver-
fügungskompetenz des AHV-Ausgleichsfonds auszusprechen.  

 
5. Per E-Mail übermittelte der AHV-Ausgleichsfonds am 13. Juni 2009 dem Beauftragten seine 

Stellungnahme. Darin vertrat er u.a. die Ansicht, der Fonds „est un organisme indépendant de 
droit public, disposant de ses propres organes […]. […] Le Fonds de compensation de l’AVS 
n’est donc pas une unité de l’administration fédérale, au sens de l’art. 2 al. 1 let. b LTrans.“ 
Weiter führte er aus, dass „Dans le cas d’espèce, l’acquisition d’un immeuble par le Fonds de 
compensation de l’AVS n’est pas un acte sujet à recours selon la LAVS ou les règlements et 
ordonnances que en découlent, de sorte que l’application de la PA est exclu. […] Le fait que le 
Fonds de compensation de l’AVS procède à l’acquisition d’un immeuble pour ses besoins 
propres n’est clairement pas susceptible de satisfaire aux conditions d’application de l’art. 5 
PS. En effet, toutes les activités ordinaires ne tombent pas dans le champ d’application de la 
LTrans et c’est en particuliers le cas pour le cas de simples activités contractuelles ou infor-
melles […].“ Im Übrigen verwies der AHV-Ausgleichsfonds auf die in Art. 108 Abs. 2 des Bun-
desgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) festgehal-
tene Pflicht zur Veröffentlichung der Jahresrechnung, der Bilanz und des detaillierten Vermö-
gensausweises. Damit liege eine Spezialbestimmung im Sinne von Art. 4 BGÖ vor, welches 
die Anwendung des Öffentlichkeitsgesetzes ausschliesse.  

 
In der gleichen E-Mail informierte der AHV-Ausgleichsfonds weiter darüber, dass auch das 
von ihm in der Sache angefragte Bundesamt für Sozialversicherungen BSV zum Schluss ge-
kommen sei, dass der AHV-Ausgleichsfonds nicht in den Geltungsbereich des Öffentlichkeits-
gesetzes falle, da der Fonds keinerlei rechtsetzende oder verfügende Kompetenzen habe.  

 
 
 
II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 
 

1. In Fällen, in denen nicht bereits von Beginn weg zweifelsfrei feststeht, dass das Öffentlich-
keitsprinzip nicht zur Anwendung gelangt, tritt der Beauftragte auf einen form- und fristgerecht 
eingereichten Schlichtungsantrag ein und prüft, ob die Bearbeitung des Zugangsgesuchs 
durch die Behörde angemessen und rechtmässig erfolgt ist (Art. 12 der Verordnung über das 
Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung VBGÖ, SR 152.31). 

 
2. Der AHV-Ausgleichsfonds und das BSV vertreten die dezidierte Haltung, dass der Fonds nicht 

Teil der Bundesverwaltung sei und verweisen dabei auf seine von Gesetzes wegen statuierte 
Selbständigkeit. Gemäss übereinstimmenden Stellungnahmen des AHV-Ausgleichsfonds und 
des BSV hat der Fonds keine Verfügungskompetenz. 
 
Nachfolgend gilt es somit zu prüfen, ob der AHV-Ausgleichsfonds überhaupt in den Anwen-
dungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes fällt. Gemäss Art. 2 BGÖ findet das Öffentlichkeits-
gesetz u.a. Anwendung auf die Bundesverwaltung (Art. 2 Abs. 1 Bst. a BGÖ) und auf Organi-
sationen und Personen des öffentlichen oder privaten Rechts, die nicht der Bundesverwaltung 
angehören, soweit sie Erlasse oder erstinstanzlich Verfügungen im Sinn von Artikel 5 des 
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) erlassen (Art. 2 Abs. 1 
Bst. b BGÖ).  

 
3. Zur Bundesverwaltung gehören nebst der zentralen auch dezentralisierte Verwaltungseinhei-

 

 
 
 

3/5

 
 

                                                     

ten nach Massgabe ihrer Organisationserlasse (Art. 2 Abs. 3 des Regierungs- und Verwal-
tungsorganisationsgesetz, RVOG, SR 172.010).  
 

3.1. In den für den AHV-Ausgleichsfonds relevanten Organisationserlassen („Der Ausgleichs-
fonds der Alters- und Hinterlassenenversicherung“, Art. 107 – 110 AHVG, sowie in der Ver-
ordnung über die Verwaltung des Ausgleichsfonds der Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung, SR 831.192.1) finden sich keine konkretisierenden Hinweise in Bezug auf die Zugehö-
rigkeit des AHV-Ausgleichsfonds zur (zentralen oder dezentralen) Bundesverwaltung. 

 
3.2. In der Ausführungsverordnung zum RVOG, der Regierungs- und Verwaltungsorganisations-

verordnung (RVOV, SR 172.010.1), werden im Anhang Verwaltungseinheiten der zentralen 
Bundesverwaltung und die wichtigsten Einheiten der dezentralen Bundesverwaltung aufge-
listet. Der Ausgleichsfonds wird in dieser Liste nicht aufgeführt. Dabei gilt es allerdings zu 
beachten, dass diese Liste in Bezug auf die dezentralen Verwaltungseinheiten nicht ab-
schliessend ist.  
In dieser Hinsicht gibt der Beauftragte allerdings zu bedenken, dass die rechtliche Selbständigkeit allein kein aus-
schlaggebendes Kriterium dafür ist, dass eine Anstalt nicht der dezentralen Bundesverwaltung angehören könne. 
Als Beispiele für Anstalten mit eigener Rechtspersönlichkeit, die sehr wohl der Bundesverwaltung angehören, sei in 
diesem Zusammenhang auf die SUVA, die Eidgenössische Alkoholverwaltung, das Schweizerische Institut für 
Rechtsvergleichung, Swissmedic oder aber den Schweizerische Fonds für Unfallverhütung im Strassenverkehr (s. 
Art. 3ff. des Bundesgesetzes über einen Beitrag für die Unfallverhütung im Strassenverkehr, SR 741.81) verwie-
sen. All diesen dezentralen Verwaltungseinheiten ist gemeinsam, dass deren Leitungsorgane vom Bundesrat er-
nannt werden. In der Ausübung ihrer Aufgabenerfüllung handeln diese (in unterschiedlicher Ausprägung) autonom 
und in der Regel nicht weisungsgebunden – wobei sie zumindest die sie betreffenden gesetzlichen Vorgaben be-
achten müssen.  
Gleiches ist der Fall beim AHV-Ausgleichsfonds. So verfügt er – als „besondere Anstalt“1 – über eine eigene 
Rechtspersönlichkeit (s. Art. 107 AHVG). Dem Fonds steht ein vom Bundesrat ernannter Verwaltungsrat vor. Wei-
ter erlässt der Bundesrat ein Geschäftsreglement, das die Tätigkeit des Verwaltungsrates und seiner Ausschüsse, 
die Sekretariatsführung und den Vollzug seiner Beschlüsse regelt (Art. 109 Abs. 2 AHVG). Beachtenswert ist auch 
der Umstand, dass das Dienstverhältnis des Personals der Geschäftsstelle sich nach der Personalgesetzgebung 
des Bundes richtet (Art. 7a Abs. 3 der Verordnung über die Verwaltung des Ausgleichsfonds der Alters- und Hinter-
lassenenversicherung, SR 831.192.1) sowie die Tatsache, dass der Verwaltungsrat mit Einwilligung des Eidgenös-
sischen Finanzdepartements für einzelne Personen von der Klassifizierung einer Stelle abweichen und die Beför-
derung sowie das Anfangsgehalt frei festlegen kann (Art. 7a Abs. 4 der Verordnung über die Verwaltung des AHV-
Ausgleichsfonds). 
 

3.3. Die erwähnten relevanten gesetzlichen Regelungen ordnen den AHV-Ausgleichfonds nicht 
explizit der zentralen oder dezentralen Bundesverwaltung zu.  

 
4. In den Anwendungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes fallen auch Organisationen und Per-

sonen des öffentlichen oder privaten Rechts, die nicht der Bundesverwaltung angehören, so-
weit sie Erlasse oder erstinstanzlich Verfügungen im Sinn von Artikel 5 VwVG erlassen (Art. 2 
Abs. 1 Bst. b BGÖ).  

 
4.1. Durch die Bundesgesetzgebung können diese Organisationen und Personen mit Verwal-

tungsaufgaben betraut werden (Art. 2 Abs. 4 RVOG). Es ist davon auszugehen, dass der 
AHV Ausgleichsfonds bei seinen beiden Kernaufgaben (zum einen die Sicherstellung der 
Zahlungsbereitschaft für die Leistungen für AHV, IV und EO und zum anderen die sichere 

 
1 BBl 1946 II 513 

 

 
 
 

4/5

 
 

                                                     

Anlage des Vermögens) mit der Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe betraut ist. 
Der Vernehmlassungsentwurf zum Öffentlichkeitsgesetz sah noch vor, dass der Bundesrat 
Organisationen und Personen des öffentlichen oder privaten Rechts, die nicht der Bundes-
verwaltung angehören, aber öffentliche Aufgaben des Bundes erfüllen, dem Öffentlichkeits-
gesetz unterstellen kann. Aufgrund der uneinheitlichen Beurteilung im Rahmen der Ver-
nehmlassung wurde sodann nicht mehr die Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe als ent-
scheidendes Kriterium für die Geltung des Öffentlichkeitsprinzips bezeichnet, sondern ob 
diese Organisationen oder Personen Erlasse oder Verfügungen erlassen (s. Art. 2 Abs. 1 
Bst. b BGÖ).2 Mit anderen Worten werden nur jene Tätigkeitsbereiche dieser Organisatio-
nen und Personen erfasst, in denen sie hoheitlich tätig sind. Demnach kann gestützt auf das 
Öffentlichkeitsgesetz nur der Zugang zu jenen amtlichen Dokumenten rechtlich durchge-
setzt werden, welche unmittelbar ein Verfahren auf Erlass einer Verfügung nach VwVG 
betreffen.3  
 
Da der AHV-Ausgleichsfonds offensichtlich nicht hoheitlich tätig ist, fällt er nicht in den per-
sönlichen Geltungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes. Der AHV-Ausgleichsfonds kann da-
her gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz nicht verpflichtet werden, den Zugang zu den ge-
wünschten Dokumenten zu gewähren. 

 
4.2. Die vom Gesetzgeber gewählte Lösung führt nach Ansicht des Beauftragten insbesondere 

in Fällen, in denen eine Institution mit einer derart wichtigen öffentlichen Aufgabe seine Do-
kumente nicht offen legen muss, zu einem unbefriedigenden Resultat.  
Selbstverständlich steht es dem AHV-Ausgleichsfonds frei, angesichts der Herkunft der von 
ihm verwalteten Gelder (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Steuergelder etc) nochmals auf seinen 
ablehnenden Entscheid zurückzukommen. 

 
Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass von der Bundesverwaltung selbst er-
stellte oder in Auftrag gegebene Gutachten (inklusive der Namen der Experten) grundsätz-
lich zugänglich gemacht werden müssen.4 Gerade beim privilegierten Einbezug eines Priva-
ten (dies ist der Fall, wenn ein externer Experte mit der Erstellung eines Gutachtens beauf-
tragt wird) müssen – nebst dem Resultat – auch die Bindungen zwischen der Verwaltung 
und dem betroffenen Dritten offen gelegt werden, um Ungleichbehandlungen gegenüber 
anderen Dritten zu vermeiden.5 Nicht zuletzt erhält der Bürger, die Bürgerin auf diese Weise 
die Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt behördlichen Handelns nachvollziehen zu können. 
Dies hat wiederum der Bundesrat als einer der Gründe für die Einführung des Öffentlich-
keitsprinzips aufgeführt.6

 
5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Öffentlichkeitsgesetz keine An-

wendung auf den AHV-Ausgleichsfonds findet. Er ist daher nicht verpflichtet, die Expertisen 
herauszugeben.  

 
 

 
2 Auch die SRG hat sich im Rahmen der Vernehmlassung dagegen ausgesprochen; Bundesamt für Justiz: Zusammenstellung 

der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens zum Öffentlichkeitsgesetz, S. 7  
3
  BBl 2003 1986f. 

4 s. dazu u.a. BBl 2003 1974, 1991; Bundesamt für Justiz „Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips in der Bundesverwaltung: 
Häufig gestellte Fragen“, 29.06.2006 (Ziffer 3.5);  

5 Brunner „Öffentlichkeit der Verwaltung und informationelle Selbstbestimmung: Von Kollisionen und Verkehrsregeln“, Ziff. IV 
3; in „Selbstbestimmung und Recht“, Festgabe für Rainer J. Schweizer, Schulthess 2003 

6  BBl 2003 1973f. 

 

 
 

5/5

 
 

 

III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte:  
 

1. Das Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, 
BGÖ) findet keine Anwendung auf die Tätigkeiten des Ausgleichsfonds der Alters- und Hinter-
lassenenversicherung.  
Es besteht daher kein Anspruch auf Zugang zu den zwei Expertenberichten.  

 
2. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am Schlichtungs-

verfahren Beteiligten wird der Name des anonymisiert (Art. 13 Abs. 3 VBGÖ). 
 

3. Die Empfehlung wird eröffnet: 
 

- X 
 
- AHV-Ausgleichsfonds 

Rue Neuve-du-Molard 24 
1204 Genf 

 
 
 
 
Hanspeter Thür