# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 837f6675-e93d-5ab9-9692-423175899cee
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 16.04.2014 B 2012/256
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-256_2014-04-16.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/256

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 16.04.2014

Entscheiddatum: 16.04.2014

Urteil Verwaltungsgericht, 16.04.2014
Ausländerrecht. Widerruf der Niederlassungsbewilligung Art. 63 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 62 lit. b AuG (SR 142.20), Art. 8 Ziff. 1 EMRK (SR 0.101).Bestätigung des 
Widerrufs im Fall eines zu einer zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe 
verurteilten serbischen Staatsangehörigen, welcher die Straftaten (Gewalttat 
mit schwerer Körperverletzung) im Jugendalter verübte und sich nach dem 
Massnahmenvollzug sowohl um die beruflich als auch die soziale Integration 
in der Schweiz bemüht hatte (Verwaltungsgericht, B 2012/256).

Urteil vom 16. April 2014

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. W. 

Schmid

_______________

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. Stephanie Bialas, Oberer Graben 44, Postfach, 

9001 St. Gallen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vorinstanz,

betreffend

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y., serbischer Staatsangehöriger, wurde 1993 in der Schweiz geboren und verfügt 

über eine Niederlassungsbewilligung. Er ist Vater eines 2011 geborenen Sohnes, 

welcher wie seine Mutter die Niederlassungsbewilligung besitzt. In den Jahren ab 2004 

war X.Y. immer wieder straffällig geworden. Nach Verurteilungen wegen Widerhandlung 

gegen das Transportgesetz (Strafentscheid vom 26. Juli 2004; act. G 16/9 Blatt 9), 

Tätlichkeiten, Beschimpfung und Drohung (Strafentscheid vom 25. Mai 2005; act. G 

16/9 Blätter 12f.) sowie wegen falscher Anschuldigung, Verkehrsdelikten und Diebstahl 

(Urteile vom 2. Februar und 3. Dezember 2007; act. G 16/9 Blätter 36-39) wurde er am 

9. Juni 2008 wegen Diebstahls, Gewaltdarstellungen und Pornographie zu einem 

Freiheitsentzug von fünf Tagen verurteilt; der Vollzug der Strafe wurde unter Ansetzung 

einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufgeschoben (act. G 16/9 Blätter 67f.). 

Danach ergab sich eine Verurteilung vom 19. Oktober 2009 wegen leichter einfacher 

Körperverletzung zu einer Busse (act. G 16/9 Blätter 88f.). Mit Entscheid des 

Kreisgerichtes St. Gallen (Jugendgericht) vom 17. Mai 2011 wurde er wegen 

qualifizierten Raubes, mehrfachen Raufhandels, einfacher Körperverletzung und 

Widerhandlungen gegen das Waffengesetz zu einer Unterbringung auf unbestimmte 

Zeit in einer Erziehungseinrichtung und zu einem Freiheitsentzug von 2 ½ Jahren 

verurteilt; der Vollzug der Strafe wurde zugunsten der Unterbringung aufgeschoben 

(act. G 16/9 Blätter 178-200).

Mit Verfügung vom 11. Januar 2012 widerrief das Migrationsamt St. Gallen die 

Niederlassungsbewilligung von X.Y. mit der Begründung, dass die Widerrufsgründe 

nach Art. 63 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer (AuG; SR 142.20) erfüllt seien. Das öffentliche Interesse an seiner 

Fernhaltung überwiege das private Interesse, in der Schweiz bleiben zu können (act. G 

16/9 Blätter 400-407). Den gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs, mit welchem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

X.Y. die Aufhebung der Verfügung und (eventualiter) die Sistierung des 

Rekursverfahrens bis zum Abschluss der ausgesprochenen Massnahme 

(Unterbringung in einer Erziehungseinrichtung) hatte beantragen lassen (act. G 16/1, 

16/6), wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 6. November 

2012 ab (act. G 2).

B./ Gegen diesen Entscheid liess X.Y. mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 29. 

November 2012 Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben 

(Ziff. 1), und es sei auf die Anordnung fremdenpolizeilicher Massnahmen gegen ihn, 

insbesondere den Widerruf der Niederlassungsbewilligung, die Wegweisung aus der 

Schweiz und den Antrag an das Bundesamt für Migration auf Anordnung eines 

Einreiseverbotes zu verzichten (Ziff. 2). Eventualiter sei das vorliegende Verfahren zu 

sistieren, bis die gegen den Beschwerdeführer ausgesprochene Massnahme nach 

Jugendstrafrecht (Unterbringung in einer Erziehungseinrichtung) abgeschlossen sei 

(Ziff. 3). Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung zu gewähren (Ziff. 4); unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

(Ziff. 5). Diese Anträge bestätigte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der 

Beschwerdebegründung vom 11. Januar 2013 und beantragte zusätzlich die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung mit Anhörung des Beschwerdeführers, 

seiner Freundin A.B., deren Vaters und der Mutter des Beschwerdeführers (act. G 6). 

Mit Eingaben vom 14. und 27. März 2013 reichte die Rechtsvertreterin ein Zeugnis der 

Berufsfachschulen des Kantons Zürich vom 28. Januar 2013 sowie einen 

Massnahmenbericht vom 4. Februar 2013 ein (act. G 8 und 9). 

Mit Präsidialverfügung des Verwaltungsgerichts vom 30. November 2012 war das 

Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zufolge 

Aussichtslosigkeit des Verfahrens abgewiesen worden (act. G 3). Diese Verfügung hob 

das Bundesgericht mit Urteil vom 28. Mai 2013 (2C_63/2013) auf und wies die Sache 

zu neuem Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung an das 

Verwaltungsgericht zurück. Am 27. Juni 2013 teilte das Verwaltungsgericht der 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit, dass auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses verzichtet werde (act. G 13).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

In der Vernehmlassung vom 11. Juli 2013 beantragte die Vorinstanz Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid (act. G 15). Am 26. Februar 2014 liess das Migrationsamt dem 

Verwaltungsgericht einen Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 4. November 2013 

sowie einen Strafbefehl vom 22. Januar 2014 zukommen (act. G 18). Am 14. März 2014 

stellte das Verwaltungsgericht diese Eingabe der Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers zu und forderte sie auf, zur aktuellen beruflichen, familiären und 

finanziellen Situation des Beschwerdeführers bis 1. April 2014 Stellung zu nehmen (act. 

G 19). In der Folge reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers am 1. April 

2014 eine Stellungnahme einschliesslich weiterer Akten ein (act. G 20f).

Auf die Vorbringen der Parteien in den erwähnten Eingaben wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.  

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des 

Beschwerdeführers. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die 

Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die 

Niederlassungsbewilligung unter anderem widerrufen werden, wenn die 

Voraussetzungen nach Art. 62 lit. b AuG erfüllt sind oder wenn in schwerwiegender 

Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen oder 

diese gefährdet wurde. Ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung liegt insbesondere 

bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen 

und bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen 

Verpflichtungen vor (Art. 80 Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über Zulassung, 

Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201). Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG 

kann die zuständige Behörde Bewilligungen widerrufen, wenn der Ausländer zu einer 

längerfristigen Freiheitstrafe verurteilt wurde. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ist diese Voraussetzung erfüllt, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als 

einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.1). Ob die Strafe bedingt, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle (vgl. BGer 

2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis).

2.1. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beantragt die Durchführung einer 

mündlichen Verhandlung mit Anhörung des Beschwerdeführers, seiner Freundin A.B., 

von deren Vater und der Mutter des Beschwerdeführers. Alle könnten nebst dem 

Beschwerdeführer selbst über die aktuelle Situation, insbesondere über die tatsächlich 

gelebten und intensiven persönlichen Beziehungen vor allem zum Sohn T. Auskunft 

geben (act. G 6 S. 3). Dazu ist festzuhalten, dass Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) auf 

ausländerrechtliche Verfahren nicht anwendbar ist, weshalb gestützt auf diese 

Vorschrift kein Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung besteht (BGer 2C_344/2011 

vom 21. September 2011 E. 3 mit Hinweis auf BGer 2A.284/2001 vom 9. Oktober 2001 

E. 2). Nach Art. 55 Abs. 1 VRP wird eine mündliche Verhandlung angeordnet, wenn sie 

zur Wahrung der Parteirechte notwendig ist oder zweckmässig erscheint. Nach Art. 61 

Abs. 1 VRP können mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Der Beschwerdeführer kann sich auch 

darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe 

auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 2 VRP). 

Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer war es im Rahmen der 

Beschwerdeeingabe und ihrer Ergänzungen möglich, darzulegen, inwiefern die 

Vorinstanz den Sachverhalt seiner Meinung nach unrichtig oder unvollständig 

festgestellt hat. Sodann konnte er seinen Rechtsstandpunkt auf diese Weise zum 

Ausdruck bringen. Zur Wahrung seiner Parteirechte erscheint eine mündliche 

Verhandlung deshalb nicht erforderlich.

2.2. Der Entscheid des Kreisgerichtes St. Gallen vom 17. Mai 2011 bestätigte eine 

Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren und 

Unterbringung auf unbestimmte Zeit in einer Erziehungseinrichtung wegen qualifizierten 

Raubes, mehrfachen Raufhandels, einfacher Körperverletzung und Widerhandlungen 

gegen das Waffengesetz; der Vollzug der Strafe wurde zugunsten der Unterbringung 

aufgeschoben (act. G 16/9 Blätter 178-200). Die Voraussetzungen von Art. 62 Ingress 

und lit. b AuG für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung sind damit grundsätzlich 

erfüllt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sowohl Art. 63 Abs. 2 als auch Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind als 

"Kann-"Bestimmungen formuliert und räumen der zuständigen Behörde einen 

gewissen Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist dementsprechend die 

Verhältnismässigkeit der Massnahme. Eine Interessenabwägung aufgrund des 

Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in jedem Fall, eine solche aufgrund des 

Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene 

Person das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 

Ziff. 1 EMRK beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2). 

Gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der 

Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse 

sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind 

namentlich die Schwere des Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen 

Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu 

berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 mit Hinweisen). An die Schwere des 

Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je länger der Betroffene in 

der Schweiz gelebt hat. Indessen schloss die bundesgerichtliche Rechtsprechung 

selbst bei einer Person, die in der Schweiz geboren und ihr ganzes bisheriges Leben in 

der Schweiz verbracht hatte (Ausländer der "zweiten Generation") bei Gewalt-, Sexual- 

und Betäubungsmitteldelikten und wiederholter Straffälligkeit eine Wegweisung nicht 

aus (vgl. BGE 122 II 433 E. 2c; 130 II 176 E. 4.4.2; BGer 2C_318/2010 vom 16. 

September 2010 E. 3.3.1, BGer 2C_695/2012 vom 28. Januar 2013 E. 2.2, BGer 

2C_640/2013 vom 25. November 2013, BGer 2C_224/2013 vom 27. November 2013, 

BGer 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014). Neben dem strafrechtlichen Verschulden 

sind insbesondere die Art und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat 

verletzten Rechtsgüter, die Art und Umstände der Tatbegehung (einfache oder 

mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten nach der Tat zu berücksichtigen. Dem 

strafrechtlichen Resozialisierungsgedanken ist zwar im Rahmen der umfassenden 

Interessenabwägung Rechnung zu tragen. Die Prognose über das Wohlverhalten ist 

jedoch nicht ausschlaggebend, weil aus der Sicht der Ausländerbehörden das 

Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund steht. Aus 

ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen, je 

schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat (vgl. S. Hunziker, in: 

Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ausländer, Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 12 zu Art. 63 AuG mit Hinweisen 

auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Was das Interesse an der Fernhaltung 

betrifft, darf bei ausländischen Personen, die nicht unter das Abkommen vom 21. Juni 

1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der 

Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits über die Freizügigkeit 

(FZA; SR 0.142.112.681) fallen, im Rahmen der Interessenabwägung auch 

generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer 

2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen; BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 

2012, E. 2.5 mit Hinweisen).

2.3. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz unter anderem zum Schluss, 

soweit es aufgrund der vom Beschwerdeführer begangenen Gewaltdelikte und des 

damit verbundenen schweren Verschuldens überhaupt noch auf eine Rückfallgefahr 

ankomme, könne selbst ein geringes Risiko nicht hingenommen werden. Trotz seines 

langen Aufenthalts in der Schweiz sei er weder beruflich noch sozial integriert. Selbst 

wenn dem Beschwerdeführer positive Entwicklungsschritte gelingen würden und somit 

die Rückfallgefahr reduziert werden könnte, sei mit Blick auf die begangenen 

Gewaltdelikte aus generalpräventiven Gründen ein Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung zulässig. Der Beschwerdeführer habe weder in affektiver 

noch wirtschaftlicher Hinsicht eine besonders enge Beziehung zu seinem Kind. Er habe 

noch nie mit seinem Kind in einer Wohngemeinschaft gelebt. Die Ausreise nach 

Serbien sei ihm zumutbar, selbst wenn er dort noch über kein Beziehungsnetz verfüge 

 (act. G 2 S. 10ff.). Der Beschwerdeführer lässt unter anderem vorbringen, in seinem 

Heimatland habe er keine Verwandten mehr, zu denen ein engerer Kontakt bestehe. Er 

möchte seine Ausbildung abschliessen, um dann für sich und seine Familie sorgen zu 

können. Er plane ausserdem, A.B. (die Mutter seines Sohnes) zu heiraten, sobald der 

Abschluss der Ausbildung und der Antritt einer Stelle mit ausreichendem Verdienst ihm 

dies erlaube. Soweit die Vorinstanz davon ausgehe, dass er sich nur so gut führe, weil 

er im Massnahmenzentrum unter Dauerbeobachtung stehe, sei das nicht zutreffend. 

Das Massnahmenzentrum kenne verschiedene Regelungen der 

Freiheitseinschränkung. Er dürfe seit ca. Mai 2012 jedes Wochenende von 

Freitagabend bis Sonntagabend nach Hause. Zudem dürfe er seit November 2012 

während der Woche noch in den Ausgang bzw. Besuch empfangen; dies als 

Belohnung für sein absolut klagloses Verhalten. Der Beschwerdeführer, seine Partnerin 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und sein Sohn verbrächten sehr viel und intensiv Zeit miteinander. Soweit die 

Vorinstanz davon ausgehe, er habe kein intaktes oder tatsächlich gelebtes 

Familienleben sowie keine affektive Beziehung zu seinem Sohn und zu seiner Freundin, 

gehe sie ungeprüft von einem falschen Sachverhalt aus. Aufgrund der strafrechtlichen 

Massnahme sei das Familienleben im Vergleich zu anderen Familien nur leicht 

eingeschränkt. Zu Unrecht überhaupt nicht berücksichtigt und gewürdigt habe sie auch 

die im Jahr 2010 anlässlich der Begutachtung im Strafverfahren noch nicht absehbare 

und daher umso positiver zu wertende Entwicklung des Beschwerdeführers in den 

letzten zwei Jahren. Der Beschwerdeführer könne heute als sozial integriert bezeichnet 

werden. Die schlechte Prognose aus dem damaligen Gutachten des Strafverfahrens 

habe sich nicht bewahrheitet und der Beschwerdeführer habe seinem Leben eine neue 

Richtung geben können (act. G 6).

2.4. Wie schon im Rekursverfahren lässt der Beschwerdeführer den (eventuellen) 

Verfahrensantrag stellen, wonach das Verfahren zu sistieren sei, bis die gegen ihn 

ausgesprochene Massnahme (Unterbringung in einer Erziehungseinrichtung) 

abgeschlossen sei (act. G 1 S. 2). Ein weiteres Zuwarten ist jedoch nicht erforderlich, 

da mit Abschlussverfügung der Jugendanwaltschaft vom 1. April 2014 die 

Massnahmen der Unterbringung und ambulanten Behandlung per 31. März 2014 

aufgehoben wurden; dies aufgrund des positiven Verlaufs und der stabilen 

Lebenssituation des Beschwerdeführers (act. G 21/9 S. 3 unten). Wie dargelegt kommt 

jedoch dem Wohlverhalten in Unfreiheit im Zusammenhang mit der Frage, ob eine 

Wegweisung gerechtfertigt sei, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur 

untergeordnete Bedeutung zu. Der Umstand allein, dass jemand im Strafvollzug zu 

keinen Klagen Anlass gibt, genügt nicht, um eine Rückfallgefahr auszuschliessen (vgl. 

BGer 2A.688/2005 vom 4. April 2006 E. 3.1.3 mit Hinweisen; BGer 2C_194/2008 vom 

18. April 2008 E. 5.3, BGE 114 Ib 4 E. 3b). In Betracht fällt weiter, dass es ausserhalb 

des Anwendungsbereichs des FZA nicht in entscheidender Weise darauf ankommt, 

dass vermutungsweise keine Rückfallgefahr besteht. Eine günstige Prognose 

hinsichtlich der Resozialisierungschancen schliesst deshalb eine Wegweisung noch 

nicht aus (BGer 2C_282/2008 vom 11. Juli 2008 E. 3.2; BGE 130 II 176 E. 4.2- 4.4; 125 

II 521 E. 4a/bb).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.5. Ausgangspunkt und Massstab der fremdenpolizeilichen Güterabwägung ist die 

Schwere des Verschuldens, das sich nach dem Wortlaut des Gesetzes in einer 

längeren Freiheitsstrafe niederschlagen soll. Die Administrativbehörde hat sich dabei 

mit den Erwägungen des Strafrichters auseinanderzusetzen, um zu einer eigenen 

Gefahrenprognose zu gelangen (Nägeli/Schoch in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 

Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 22.188). Entsprechend den Feststellungen 

im Entscheid des Kreisgerichtes vom 17. Mai 2011 bezogen sich die dort dem 

Beschwerdeführer vorgeworfenen Straftaten auf einen Raubüberfall auf einen 

Fussgänger vom 14. März 2010, den Besitz verbotener Waffen (zwei Klappmesser, ein 

Teleskopschlagstock) und einen Vorfall vom 12. September 2010 mit Raufhandel und 

Körperverletzung. Im Entscheid wurde unter anderem dargelegt, die forensisch-

psychologische Gutachterin (vgl. dazu act. G 16/9 Blätter 250-254) gehe aufgrund der 

bisherigen Entwicklung, der defizitären Persönlichkeitsentwicklung, des Störungsbildes 

und der geringen innerfamiliären Ressourcen mittel- bis langfristig von einem mittleren 

bis hohen Rückfallrisiko, insbesondere im Bereich der Gewaltdelikte aus. Eine 

Einschränkung der Steuerungsfähigkeit sei bei ihm nicht festgestellt worden. Eine 

stationäre Massnahme (Unterbringung in einem Erziehungsheim) werde als angezeigt 

erachtet. Um den diagnostizierten Defiziten und der hohen Rückfallgefahr bezüglich 

Gewaltdelikte entgegen zu wirken, werde zudem eine ambulante Behandlung 

angeordnet. Die Straftaten würden insgesamt äusserst schwer wiegen. Beim 

Raubüberfall vom 14. März 2010 sei das Opfer zufällig ausgesucht worden, und die Tat 

sei an Sinnlosigkeit kaum mehr zu überbieten. Sie habe jegliche Wertschätzung vor 

Leib und Leben anderer Menschen vermissen lassen. Die Opferrolle, in der sich der 

Beschwerdeführer gerne sehe, decke sich in keiner Weise mit den Beweisergebnissen. 

Demnach sei er jeweils vielmehr der Initiant des Raubüberfalls bzw. der Schlägereien 

gewesen. Die Straftaten seien in teilweise sehr kurzen Zeitabständen erfolgt. 

Straferhöhend sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer während des 

laufenden Strafverfahrens wieder straffällig geworden sei. Ebenfalls ins Gewicht fallen 

würden die Vorstrafen. Strafmindernd würden das Geständnis bezüglich des Raubes 

sowie das positive Verhalten im Massnahmenzentrum berücksichtigt (act. G 16/9 Blatt 

184-186).

Das Strafmass im erwähnten kreisgerichtlichen Entscheid lag mit 2 ½ Jahren weit über 

der Grenze für eine längerfristige Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 Ingress und lit. b 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

AuG. In der geschilderten Situation bedarf es besonderer Umstände, um die 

Aufrechterhaltung einer Aufenthaltsbewilligung dennoch zu rechtfertigen (sogenannte 

Reneja-Praxis, vgl. BGer 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013 E. 2.1.2, 2C_1029/2011 

vom 10. April 2012 E. 3.3.3; BGE 135 II 377 E. 4.4, 120 Ib 6 E. 4b, 110 Ib 201). Im 

ausländerrechtlichen Verfahren besteht regelmässig kein Raum, die Beurteilung des 

Strafrichters in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (BGer 2C_888/2012 vom 14. 

März 2013 E. 4.2.3, BGer 2C_836/2013 vom 10. Februar 2014 E. 3.2). Unter 

Berücksichtigung der dargelegten Umstände, welche von einem grossen 

Gewaltpotential des Beschwerdeführers im Tatzeitpunkt zeugen, wiegt das öffentliche 

Interesse am Entzug der Niederlassungsbewilligung insgesamt schwer.

Am 21. Februar 2011 war der Beschwerdeführer ins Massnahmenzentrum Uitikon 

eingetreten (act. G 16/9 Blatt 360). Er absolvierte dort in einem Ausbildungszentrum für 

Justizvollzug bis 31. Juli 2013 eine Lehre als Metallbaupraktikant. Im 

Massnahmenbericht vom 20. Dezember 2011 wurde ein sehr positiver Verlauf bestätigt 

und als Legalprognose von einem mittleren Rückfallrisiko ausgegangen (act. G 16/9 

Blätter 414-418). In einem Bericht vom 13. September 2012 wurde unter anderem 

festgehalten, dass aufgrund einer geänderten Lebenseinstellung und einer 

gewachsenen Empathiefähigkeit beim Beschwerdeführer eine reduzierte Bereitschaft 

bestehe, durch delinquentes Verhalten seine Bedürfnisse zu befriedigen (act. G 16/14 

Beilage). Im Zwischenzeugnis vom 19. November 2012 wurde der Beschwerdeführer 

unter anderem als engagierter, ausgeglichener Lehrling beschrieben, der über eine sehr 

gute Ausdauer verfüge. Er suche auf Sommer 2013 eine Anschlusslösung an die 

Ausbildung. Sein Entscheid werde unterstützt (act. G 7). Sodann bestätigte der 

Massnahmenbericht vom 4. Februar 2013 unter anderem ein moderates strukturelles 

Rückfallrisiko (act. G 9 Beilage S. 6). Schliesslich bescheinigte die Abschlussverfügung 

der Jugendanwaltschaft vom 1. April 2014 wie dargelegt einen positiven Verlauf und 

der stabilen Lebenssituation des Beschwerdeführers (act. G 21/9 S. 3 unten). 

Angesichts dieser Aktenlage ist von einem im Zeitverlauf verminderten Rückfallrisiko 

mit Bezug auf Gewaltdelikte auszugehen. Die vom Beschwerdeführer (eventuell) 

beantragte psychiatrische Begutachtung insbesondere unter dem Aspekt der 

Deliktbearbeitung und der Beurteilung des Rückfallrisikos (act. G 6 S. 11) vermöchte in 

dieser Situation keine zusätzlichen Aspekte zu Tage zu fördern, zumal die Prognose 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

über das Wohlverhalten für sich allein nicht ausschlaggebend ist (vgl. vorstehende E. 

2.2).

2.6. Den öffentlichen Interessen sind im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung die 

privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz 

gegenüberzustellen (vgl. BGer 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 3.3). Der 

Beschwerdeführer wuchs in der Schweiz auf und verbrachte hier sein ganzes 

bisheriges Leben. Im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids war er 

knapp 20 Jahre alt. Beruflich ist er insofern auf dem Weg zu einer Integration, als er im 

Rahmen des Massnahmenvollzugs eine Lehre als Metallbaupraktiker absolvieren 

konnte (vgl. act. G 7-9) und danach auch erwerbstätig war (vgl. act. G 20 mit Hinweis 

auf act. G 21/1-7). Ihm ist somit zu Gute zu halten, dass er sich nach Lage der Akten 

offensichtlich bemüht, in der Schweiz beruflich Fuss zu fassen. Hinsichtlich der 

weiteren beruflichen Entwicklung hatte sich der Beschwerdeführer für den Antritt einer 

Arbeit anstelle einer Volllehre entschieden (vgl. Protokoll vom 1. März 2013, act. G 9 

Beilage S. 4 unten). Die Feststellung im angefochtenen Entscheid, wonach der 

Beschwerdeführer weder beruflich noch sozial gut integriert sei (act. G 2 S. 11), trifft in 

dieser Form somit nicht zu.

2.6.1. Für seinen im Jahr 2011 geborenen Sohn ist der Beschwerdeführer nicht Inhaber 

der elterlichen Sorge, weil er mit der Mutter des Kindes nicht verheiratet ist. Er lässt in 

diesem Zusammenhang geltend machen, es sei diskriminierend, bei unverheirateten 

und verheirateten Eltern ausländerrechtlich unterschiedliche Massstäbe anzusetzen. 

Eine Heirat sei geplant. Im Fall einer Wegweisung werde er überhaupt nicht in der Lage 

sein, für seinen Sohn Unterhaltsbeiträge zu bezahlen. Das würde für Mutter und Kind 

langfristig gesehen die Abhängigkeit von der Sozialhilfe bedeuten. Der Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung sei unverhältnismässig und verstosse gegen Art. 8 EMRK, 

da es ihm verunmöglicht werde, mit seiner künftigen Ehefrau und seinem Sohn 

zusammenzuleben. Es sei ihm noch eine (letzte) Chance zu geben zum Beweis, dass er 

eine innere Umkehr vollzogen habe (act. G 6 S. 3 und S. 13).

Nach der Rechtsprechung schützt Art. 8 EMRK im Zusammenhang mit der Bewilligung 

des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit 

ihren minderjährigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 mit Hinweisen). In den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen aber auch nicht rechtlich begründete familiäre 

Verhältnisse, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung 

besteht; entscheidend ist die Qualität des Familienlebens und nicht dessen rechtliche 

Begründung (BGE 135 I 143 E. 3.1). Das Bundesgericht hat hieraus abgeleitet, dass 

sich aus einem Konkubinat ein Bewilligungsanspruch dann ergibt, wenn die 

partnerschaftliche Beziehung seit langem eheähnlich gelebt wird; die Beziehung der 

Konkubinatspartner muss bezüglich Art und Stabilität in ihrer Substanz einer Ehe 

gleichkommen. Dabei ist wesentlich, ob die Partner in einem gemeinsamen Haushalt 

leben; zudem ist der Natur und Länge ihrer Beziehung sowie ihrem Interesse und ihrer 

Bindung aneinander, etwa durch Kinder oder andere Umstände wie die Übernahme 

von wechselseitiger Verantwortung, Rechnung zu tragen (BGE 135 I 143 E. 3.1 S. 148; 

BGer 2C_458/2013 vom 23. Februar 2014 E. 2.1 mit Hinweisen) Nach Art. 8 Ziff. 2 

EMRK ist ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Recht auf Familienleben 

statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer 

demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ordnung, das 

wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung oder zur Verhinderung 

von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte 

und Freiheiten anderer notwendig erscheint. Bei der Interessenabwägung im Rahmen 

von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat 

vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während dieser Periode, die 

Auswirkungen auf die primär betroffene Person sowie deren familiäre Situation zu 

berücksichtigen. Zudem sind die Dauer der partnerschaftlichen Beziehung und weitere 

Gesichtspunkte relevant, welche Rückschlüsse auf deren Intensität zulassen (Geburt 

und Alter allfälliger Kinder, Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der 

Straftat unter Umständen nicht in der Schweiz gelebt werden kann). Von Bedeutung 

sind auch die Nachteile, welche dem Partner oder den Kindern erwachsen würden, 

müssten sie dem Betroffenen in dessen Heimat folgen (BGE 135 II 377 E. 4.3 mit 

Hinweisen). Im Übrigen verschafft Art. 13 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt 

BV) in diesem Bereich dem Beschwerdeführer keine über Art. 8 EMRK hinausgehenden 

Ansprüche (VerwGE B 2010/100 vom 24. August 2010, in: www.gerichte.sg.ch).

2.6.2. Der Beschwerdeführer befand sich bei der Geburt des Sohnes bereits im 

Massnahmenvollzug. Die zeitliche Ausgestaltung desselben mit freien Wochenenden 

zuhause liess jedoch nach seiner Schilderung einen regelmässigen Kontakt zum Kind 

http://www.gerichte.sg.ch

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und zu seiner Partnerin dennoch zu. Der Beschwerdeführer hatte darlegen lassen, die 

Familie verbringe jedes Wochenende zusammen. Während der Woche komme die 

Partnerin mit dem Kind nach Uitikon in die Wohngemeinschaft (act. G 6 S. 4f.). In der 

Eingabe vom 1. April 2014 liess er ergänzen, er habe sich, während er nicht 

erwerbstätig gewesen sei, zur Hauptsache um seinen Sohn T. gekümmert, da seine 

Freundin per August 2013 eine Lehrstelle angetreten habe und somit selbst 

erwerbstätig gewesen sei. Er lebe aktuell mit seiner Lebenspartnerin und seinem Sohn 

zusammen und sei die Hauptbezugsperson des inzwischen zwei Jahre und drei 

Monate alten Sohnes (act. G 20). Unter diesen unbestritten gebliebenen Umständen 

besteht kein konkreter Anlass, eine tatsächlich gelebte affektive Beziehung zwischen 

dem Beschwerdeführer, seiner Partnerin und seinem Sohn in Abrede zu stellen. Auch 

wenn nicht ohne Weiteres von einer mehrjährigen partnerschaftlichen Beziehung im 

Sinn der geschilderten Rechtsprechung ausgegangen werden kann, stellt das 

gemeinsame Kind einen bedeutsamen Umstand dar, der die nichteheliche Beziehung 

unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 Ziff. 1 EMRK als relevant erscheinen lassen kann. 

Nach der Praxis kann, im Vergleich zu einer blossen Zweierbeziehung, bereits ein 

deutlich kürzeres Zusammenleben einen Bewilligungsanspruch gestützt auf Art. 8 

EMRK auslösen, wenn das Paar ein gemeinsames Kind hat (BGer 2C_458/2013, a.a.O. 

E. 2.3). Die weitere Frage, ob mit Blick auf die von ihm unbestritten geleistete finanzielle 

Unterstützung von Fr. 160.-- monatlich (act. G 16/17) auch von einer in wirtschaftlicher 

Hinsicht besonders intensiven Beziehung gesprochen werden kann, war jedoch in der 

Zeit vor Antritt einer Arbeitsstelle zu verneinen, da der erwähnte Betrag das 

Existenzminimum des Kindes und der Mutter, welche nach Darlegungen des 

Beschwerdeführers teilweise bei den Eltern der Partnerin lebten (act. G 6 S. 5), 

offensichtlich nicht zu decken vermochte (vgl. dazu BGer 2D_99/2008 vom 16. Februar 

2009, E. 2.4). Gemäss Massnahmebericht vom 28. Januar 2013 erhielt der 

Beschwerdeführer finanzielle Unterstützung durch seine Familie (act. G 9 Beilage). 

Daneben erbrachte das Sozialamt Leistungen für die Partnerin (act. G 11, G 12 Beilage 

6). Mit der Tätigkeit, welche der Beschwerdeführer nach seinen Angaben am 1. Mai 

2014 antreten und wo er ca. Fr. 3'700.-- pro Monat netto verdienen wird (act. G 20 S. 

2), wird das Existenzminimum des Kindes und der Mutter soweit ersichtlich gedeckt 

sein.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.6.3. Die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz würde zu einer 

Trennung der Familie führen, zumal es A.B. freistünde, mit dem Sohn weiterhin in der 

Schweiz zu bleiben. Anderseits fällt in Betracht, dass dem Beschwerdeführer nach 

Verübung der Gewaltdelikte im Jahr 2010 und aufgrund des anschliessenden 

Strafverfahrens (vgl. act. G 16/9 Blätter 178-200) hatte bewusst sein müssen, dass die 

Beziehung zu dem am 23. Dezember 2011 geborenen Sohn und zur Partnerin wegen 

der Straftat unter Umständen nicht in der Schweiz gelebt werden kann. Ein tadelloses 

Verhalten in der Schweiz kann nicht bejaht werden, indem er mit den im Jahr 2010 

verübten Straftaten einen Ausweisungsgrund im Sinn von Art. 62 lit. b AuG setzte. 

Hieran vermag nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der 

schweren Straftaten im Jahr 2010 rund 17 Jahre alt war, die strafrechtliche Beurteilung 

dementsprechend nach jugendstrafrechtlichen Normen erfolgte (act. G 16/9 Blätter 

178-200) und der Vollzug der Strafe zugunsten einer jugendstrafrechtlichen 

Massnahme aufgeschoben wurde. Mit Strafbefehl vom 22. Januar 2014 wurde er 

wegen nicht erlaubten Erwerbs und Tragens von Waffen (Gasspray) zu einer Busse 

verurteilt worden war (act. G 18). Die Motivierung (Gewaltbereitschaft oder 

Selbstschutz; vgl. act. G 20 S. 1) für den Spraybesitz lässt sich im Nachhinein nicht 

mehr zuverlässig eruieren. Die lange Anwesenheit, die Bemühungen um eine berufliche 

Integration sowie die Beziehung zu seinem Sohn und zur Partnerin genügen angesichts 

der strafrechtlichen Gegebenheiten für sich allein nicht für einen Anspruch auf 

Bewilligungserteilung.

2.6.4. Eine Rückkehr nach Serbien ist dem Beschwerdeführer insofern zuzumuten, als 

er mit der Sprache und den dortigen Verhältnissen einigermassen vertraut sein dürfte. 

Seine in der Metallbearbeitung erworbenen Kenntnisse können ihm auch in Serbien 

von Nutzen sein. Es ist anzuerkennen, dass er unter wirtschaftlichen und persönlichen 

Schwierigkeiten ein Beziehungsnetz wird aufbauen müssen. Indessen ist aufgrund 

seines Umfeldes, in welchem er sich in der Schweiz bewegte, davon auszugehen, dass 

er auch mit den Gepflogenheiten der serbischen Kultur vertraut ist. Unter diesen 

Umständen ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch mit dem Anspruch auf 

Achtung des Familienlebens nach Art. 13 BV und Art. 8 Ziff. 1 der EMRK vereinbar. Der 

Beschwerdeführer wird die Beziehung zu seinem Sohn zumindest mit den gängigen 

Kommunikationsmitteln und mit gegenseitigen Besuchen weiterhin aufrecht erhalten 

können. Persönliche Besuche werden selbst in der Schweiz möglich sein, weil mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Inkrafttreten des Ausländergesetzes per 1. Januar 2008 das Instrument der 

Ausweisung mit Ausnahme der sogenannten politischen Ausweisung gemäss Art. 68 

AuG abgeschafft wurde. Anders als die altrechtliche Ausweisung stellt ein 

Bewilligungswiderruf keine Fernhaltemassnahme mehr dar. Ein allfälliges Einreiseverbot 

müsste vielmehr zusätzlich vom zuständigen Bundesamt verfügt werden (Art. 67 AuG). 

Allein durch die hier streitige Massnahme werden Reisen in die Schweiz zu 

Besuchszwecken bei Erfüllung der gesetzlichen Einreisevoraussetzungen nicht 

verunmöglicht (BGE 2C_650/2010 vom 10. Februar 2011 E. 4.2).

2.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorinstanz keine Ermessensverletzung 

bzw. willkürliche Ermessensausübung vorgeworfen werden kann, wenn sie vorliegend 

das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung schwerer 

gewichtete als das private Interesse am Belassen der Niederlassungsbewilligung des 

Beschwerdeführers. Weitere Gründe dafür, dass die Vorinstanz die Wegweisung zu 

Unrecht als verhältnismässig erachtet hat, lassen sich den Akten und den Eingaben 

des Beschwerdeführers nicht entnehmen. Bei fehlendem Nachweis einer 

Ermessensüberschreitung bzw. eines Ermessensmissbrauchs und einer Verletzung des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes lässt sich der angefochtene Entscheid nicht 

beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.

3. Gemäss Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272; ZPO) wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, wenn 

der Gesuchsteller nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und wenn das von ihm 

angestrebte Verfahren nicht als aussichtslos erscheint. Als bedürftig gilt, wer die 

Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen vermag, ohne die Mittel anzugreifen, derer 

er zur Deckung des notwendigen Lebensunterhalts für sich und seine Familie bedarf. 

Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten finanziellen Situation 

des Rechtssuchenden im Zeitpunkt der Entscheidfällung. Nebst den Einkünften ist 

auch die Vermögenssituation einzubeziehen (Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar 

zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, N. 6 zu Art. 111).

Das Bundesgericht bestätigte im Urteil 2C_63/2013 vom 28. Mai 2013 (E. 2.5) die 

Nichtaussichtslosigkeit des Verfahrens. Die Bedürftigkeit des Gesuchstellers erscheint 

angesichts der in den Eingaben vom 25. Juni 2013 und 1. April 2014 geschilderten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erwerblichen und familiären Verhältnisse (vgl. act. G 11, 12 und 20) ebenfalls glaubhaft; 

über Vermögen verfügt er nach Lage der Akten nicht. Unter diesen Umständen ist das 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen.

3.1. Beim erwähnten Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Sie gehen indessen zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten des Staates (vgl. Art. 99 Abs. 2 

VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 Ingress und lit. b ZPO. Eine Entscheidgebühr 

von Fr. 2'000.-- erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, 

sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).

3.2. Die staatliche Honorarordnung wird für Vorbereitung und Durchführung eines 

Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewendet, wenn die unentgeltliche 

Verbeiständung bewilligt ist (Art. 30 Ingress lit. b Ingress und Ziffer 2 des 

Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, abgekürzt AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung 

wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal CHF 

1'000 bis 12'000 (Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, abgekürzt HonO). Innerhalb des für 

eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen 

Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des 

Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). 

Ausgehend von der Kostennote der Rechtsvertreterin mit einem um 20% gekürzten 

Honorar von Fr. 3'200.-- und Barauslagen von Fr. 181.20 (act. G 22) erscheint eine 

Entschädigung von Fr. 3'651.70 einschliesslich Mehrwertsteuer angemessen.

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Die unentgeltliche Rechtspflege wird bewilligt. Die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gehen zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten des Staates. Auf 

die Erhebung wird verzichtet.

3./  Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers aus 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 3'651.70 

(einschliesslich Mehrwertsteuer).

V.          R.           W.

Der Präsident:                        Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Beda Eugster              Dr. Walter Schmid

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil Verwaltungsgericht, 16.04.2014
	Ausländerrecht. Widerruf der Niederlassungsbewilligung Art. 63 Abs. 2 i.V.m. Art. 62 lit. b AuG (SR 142.20), Art. 8 Ziff. 1 EMRK (SR 0.101).Bestätigung des Widerrufs im Fall eines zu einer zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilten serbischen Staatsangehörigen, welcher die Straftaten (Gewalttat mit schwerer Körperverletzung) im Jugendalter verübte und sich nach dem Massnahmenvollzug sowohl um die beruflich als auch die soziale Integration in der Schweiz bemüht hatte (Verwaltungsgericht, B 2012/256).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:58:41+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen