# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ff0cd7b-b1bb-5d04-b232-00242214095f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LE240038-O7
**Docket/Reference:** LE240038-O7
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LE240038-O7.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LE240038-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. N. Jeker 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw L. Hengartner

Beschluss und Urteil vom 17. März 2025

in Sachen

A._____, 

Gesuchsteller und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X._____

gegen

B._____, 

Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

betreffend Eheschutz

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 

am Bezirksgericht Dielsdorf vom 19. September 2024 (EE240001-D)

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Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Die Parteien standen sich seit dem 3. Januar 2024 bei der Vorinstanz in 

einem Eheschutzverfahren gegenüber (Urk. 1). Mit Urteil vom 19. September 2024 

regelte die Vorinstanz die Folgen des Getrenntlebens und entschied u.a. über die 

Unterhaltsbeiträge und die Anrechnung von bereits geleisteten Zahlungen (Urk. 51 

S. 44 ff. = Urk. 57 S. 44 ff.). 

2.

Dagegen  erhob  der  Gesuchsteller  und  Beschwerdeführer  (fortan  Ge-

suchsteller)  mit  Eingabe  vom  7. November  2024  fristgerecht  (Urk. 51A/1  und 

Art. 321 Abs. 2 ZPO) Berufung mit den folgenden Anträgen (Urk. 56 S. 2 f.):

"1.

Es sei Ziff. 12 des Entscheids vom 19.09.2024 des Bezirksgericht 
Dielsdorf  (Geschäfts-Nr.  EE240001)  aufzuheben  und  durch  fol-
gende Fassung zu ersetzen:

Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger berechtigt sei, den 
Betrag von total CHF 68'315.37 von den von ihm geschuldeten Un-
terhaltsbeiträge für die Phasen I und ll abzuziehen.

2.  A) Eventualiter sei Ziff. 10 des Entscheids vom 19.09.2024 des Be-
zirksgericht Dielsdorf (Geschäfts-Nr. EE240001) aufzuheben und 
festzustellen, dass der Berufungskläger zu verpflichten sei, an die 
Kosten des Unterhalts und der Erziehung von Tochter C._____ mo-
natlich, auf den Ersten eines jeden Monats, Unterhaltsbeiträge zu-
züglich  allfälliger  gesetzlicher  und  vertraglicher  Familienzulagen 
wie folgt zu bezahlen:

Phase  I  rückwirkend  per  1.  Dezember  2023  bis  30. Juni  2024: 
Fr. 3'635.- (Fr. 830.- Barunterhalt und Fr. 2'805- Betreuungsunter-
halt);

Phase  ll  teilweise  rückwirkend  per  1. Juli  2024  bis  31. Juli  2026: 
Fr. 2'198.- (Fr. 1'075- Barunterhalt; Fr. 915.- Betreuungsunterhalt; 
Fr. 208.- Überschussanteil); 

Phase lll ab August 2026 für die weitere Dauer des Getrenntlebens: 
Fr. 1'510- (Fr. 1'090.- Barunterhalt und Fr. 420- Überschussanteil).

B) Eventualiter sei festzustellen, dass der Gesuchsteller berechtigt 
ist, den Betrag von Total CHF 52'415.80 von den von ihm rückwir-
kend geschuldeten Unterhaltsbeiträgen für die Phase I und ll abzu-
ziehen.

3.

Ziff. 1.4, Ziff. 9 (S. 47), Ziff. 10 (S. 48) des Entscheids vom 19. Sep-
(Geschäfts-
tember  2024  des  Bezirksgericht  Dielsdorf 

- 3 -

Nr. EE240001)  seien  aufzuheben,  die  Kosten  ausgangsgemäss 
neu zu verteilen sowie entsprechende Parteientschädigungen zu-
zusprechen.

4.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zu Lasten der 
Berufungsbeklagten."

3.

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-55/1-2). Mit Ver-

fügung vom 25. November 2024 wurde der Berufungsbeklagten und Gesuchsgeg-

nerin (fortan Gesuchsgegnerin) Frist zur Erstattung der Beschwerdeantwort ange-

setzt (Urk. 61). Diese ging innert Frist ein (Urk. 62) und wurde dem Gesuchsteller 

zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 65). Sowohl der Gesuchsteller als auch die Ge-

suchsgegnerin reichten je eine weitere Stellungnahme ein, welche jeweils der Ge-

genpartei zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 66-73). Das Verfahren erweist 

sich als spruchreif.

II. Formelles

1.

Die  Berufung  hemmt  die  Rechtskraft  nur  im  Umfang  der  Anträge 

(Art. 315 Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten sind die Dispositiv-Ziffern 1 bis 11 sowie 

13  des  Urteils  vom  19. September  2024.  Diese  Ziffern  sind  somit  in  Rechtskraft 

erwachsen, was vorzumerken ist. Bezüglich Dispositiv-Ziffer 14 und 9 bis 10 (recte 

15  bis  16;  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen)  erfolgt  keine  Vormerknahme  der 

(Teil-)Rechtskraft (Art. 318 Abs. 3 ZPO).

2.

Die Gesuchsgegnerin erhob in der Berufungsantwort vom 9. Dezember 

2024 Anschlussberufung (Urk. 62 S. 3). Die Anschlussberufung in Eheschutzver-

fahren war zu jenem Zeitpunkt jedoch unzulässig (aArt. 314 Abs. 2 i.V.m. Art. 407f 

ZPO), weshalb auf diese bzw. die Rechtsbegehren Nr. 3 und 4 der Gesuchsgeg-

nerin nicht einzutreten ist. Weiterungen zu den diesbezüglichen Ausführungen der 

Gesuchsgegnerin erübrigen sich damit (Urk. 62 S. 17 ff.).

3.1. Für  Kinderbelange  in  familienrechtlichen  Angelegenheiten  statuieren 

Art. 296  Abs.  1  und  Abs. 3  ZPO  den  Untersuchungs-  und  den  Offizialgrundsatz, 

weshalb  das  Gericht  in  diesem  Bereich  den  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  er-

forscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, die der 

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umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die Parteien zudem im 

Berufungsverfahren Noven unbeschränkt vorbringen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt 

nicht zum Tragen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1).

3.2. Die Berufung betrifft die bereits geleisteten Zahlungen des Gesuchstel-

lers, welche er von den von der Vorinstanz festgelegten Unterhaltsbeiträgen in Ab-

zug  bringen  möchte.  Da  er  damit  auch  die  Tilgung  der  Kinderunterhaltsbeiträge 

geltend macht, handelt es sich entgegen der Ansicht der Gesuchsgegnerin (Urk. 62 

S. 6)  um  Kinderbelange,  weshalb  Noven  unbeschränkt  zulässig  sind.  Die  neuen 

Behauptungen und neu eingereichten Beweismittel des Gesuchstellers sind daher 

zu berücksichtigen. Entgegen der Ansicht des Gesuchstellers (Urk. 66 Rz. 10) ist 

gleichermassen die Behauptung der Gesuchsgegnerin zu berücksichtigen, dass ihr 

Einkommen versehentlich doppelt angerechnet worden sei (Urk. 62 S. 6), zumal in 

Verfahren mit Offizialmaxime das Verbot der reformatio in peius nicht gilt. 

III. Materielles

1.

Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsteller habe vorgebracht, dass er stets 

sämtliche Kosten der Familie getragen habe, was Zahlungen im Gesamtbetrag von 

Fr. 27'395.– bedeute. Zusätzlich zu den Fixkosten habe er der Gesuchsgegnerin 

monatlich Fr. 1'200.– per Twint überwiesen, welche Zahlungen sich seit Dezember 

2023 – zuvor habe die Gesuchsgegnerin noch Zugriff auf das Konto des Gesuch-

stellers gehabt – auf die Gesamthöhe von Fr. 10'150.– belaufen hätten. Nur im Ja-

nuar 2024, als die Gesuchsgegnerin ein Salär erhalten habe, habe der Gesuchstel-

ler ihr die Fr. 1'200.– nicht überwiesen. Die Gesuchsgegnerin habe dazu einerseits 

geantwortet,  dass  die  vom  Gesuchsteller  als  ausgewiesen  getilgten  Beträge  von 

den  rückwirkenden  Unterhaltsbeiträgen  in  Abzug  zu  bringen  seien,  habe  jedoch 

andererseits die vom Gesuchsteller behaupteten Beträge pauschal bestritten und 

selber keinen konkreten Betrag angeführt, welche Zahlungen effektiv geleistet wor-

den seien. Die Vorinstanz erwog weiter, der Gesuchsteller habe mit Urk. 40/1 eine 

Aufstellung für die von ihm im Zeitraum von 8. Dezember 2023 bis 10. Mai 2024 an 

die  Gesuchsgegnerin  geleisteten  Zahlungen  eingereicht.  Die  vom  Gesuchsteller 

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geltend gemachten Zahlungen von total Fr. 27'395.– erschienen daher glaubhaft 

belegt. Weiter reiche er eine Aufstellung mitsamt Beleg über Twint-Zahlungen an 

die Gesuchsgegnerin im Gesamtbetrag von Fr. 10'150.– ins Recht. Somit seien für 

den Zeitraum von Dezember 2023 bis Juni 2024 Zahlungen an die Gesuchsgegne-

rin von insgesamt Fr. 37'545.– glaubhaft dargetan. Dieser Betrag sei dem Gesuch-

steller an die rückwirkend für die Phase I und teilweise Phase II zu leistenden Un-

terhaltsbeiträge anzurechnen. Weiter sei das von der Gesuchsgegnerin im Januar 

2024 erzielte Erwerbseinkommen von Fr. 3'000.– von den vom Gesuchsteller rück-

wirkend zu leistenden Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen, da sich der Betreu-

ungsunterhalt im Umfang des von der Gesuchsgegnerin selbst erzielten Einkom-

mens reduziere (Urk. 57 S. 31 f.). Zusammengefasst sei daher festzustellen, dass 

der Gesuchsteller im Zeitraum von Dezember 2023 bis Juni 2024 bereits Zahlungen 

von total Fr. 37'545.– geleistet habe. Seine Unterhaltsschuld für diesen Zeitraum 

reduziere sich daher in diesem Umfang. Dazu komme das von der Gesuchsgegne-

rin im Januar 2024 erzielte Einkommen von Fr. 3'000.–. Somit sei der Gesuchsteller 

berechtigt, von den rückwirkend geschuldeten Unterhaltsbeiträgen insgesamt Fr. 

40'454.– in Abzug zu bringen (Urk. 57 S. 33).

2.

Parteivorbringen

2.1. Der Gesuchsteller rügt zusammengefasst, er habe im vorinstanzlichen 

Verfahren ausgeführt, dass er sämtliche Kosten der Gesuchsgegnerin und C._____ 

seit der Trennung bezahlt und der Gesuchsgegnerin (abgesehen von Januar 2024) 

zusätzlich monatlich Fr. 1'200.– überwiesen habe. Für die Phase von August 2023 

(Trennung) bis Dezember 2024 habe die Gesuchsgegnerin über seine Bankkarte 

verfügt und alle ihre Kosten über sein Konto gedeckt, bis er ihr am 29. Dezember 

2024 die Vollmacht auf sein Konto entzogen habe (Urk. 56 Rz. 8). Die Gesuchs-

gegnerin habe diese Ausführungen lediglich pauschal bestritten und sich nicht zu 

den  ins  Recht  gelegten  Belegen  geäussert  (Urk. 56  Rz. 9).  Nachdem  er  geltend 

gemacht habe, dass er alle Rechnungen nach der Trennung bezahlt habe, habe 

die  Gesuchsgegnerin  keinerlei  Belege  ins  Recht  gelegt,  welche  etwas  anderes 

auch nur ansatzweise vermuten liessen. Sie äussere sich auch nicht dazu, welche 

Beträge ihrer Ansicht nach offen seien. Die Gesuchsgegnerin stelle auch nicht in 

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Abrede, dass sie während der Zeit von August 2023 bis Dezember 2023 über seine 

Bankkarte  verfügt  und  uneingeschränkten  Zugriff  auf  sein  Einkommen  gehabt 

habe. Es sei nicht glaubhaft, dass die Kosten der Gesuchsgegnerin und C._____ 

nicht gedeckt gewesen seien (Urk. 56 Rz. 10). Durch seine Kostenzusammenstel-

lungen werde zweifelsfrei ersichtlich, dass bis im Dezember 2023 keinerlei finanzi-

elle Entflechtung im Familiensystem stattgefunden habe und sämtliche Ausgaben 

der Parteien über sein Konto gedeckt worden seien (Urk. 56 Rz. 11). Die Gesuchs-

gegnerin habe von August bis November 2023 über kein eigenes Einkommen ver-

fügt. Es gebe somit keine andere logische Erklärung, als dass die Deckung sämtli-

cher Ausgaben von ihm vollumfänglich getragen worden sei. Aus den Ausführun-

gen der Gesuchsgegnerin gehe auch hervor, dass sie noch immer in der ehelichen 

Wohnung lebe und folgerichtig die Miete stets bezahlt worden sei. Auch der Um-

stand, dass im Dezember 2023 bis zum Urteilszeitpunkt sämtliche Kosten von ihm 

bezahlt worden und somit sämtliche Rechnungen zu ihm gekommen seien, lasse 

keinen anderen Schluss zu (Urk. 56 Rz. 12). Soweit die Parteien von August bis 

Dezember 2023 vollumfänglich finanziell verflochten gewesen seien, könne jeden-

falls nicht von ihm erwartet werden, dass er jede einzelne Zahlung eruiere, welche 

für die oder von der Gesuchsgegnerin und C._____ getätigt worden seien. Soweit 

die Vorinstanz für den Zeitraum von August 2023 bis Dezember 2023 – trotz voll-

umfänglicher finanzieller Verflechtung und Nutzung des gleichen Kontos und ent-

gegen seinem Antrag – rückwirkenden Unterhalt hätte festlegen wollen, hätte sie 

entsprechende Belege von den Parteien edieren lassen oder ihm mindestens die 

bekannten  Fixkosten  wie  Miete,  Nebenkosten,  Handykosten,  Krankenkasse  und 

Steuern anrechnen müssen (Urk. 56 Rz. 15). Die Einsicht in seinen Kontoauszug 

zeige, dass er von August bis Dezember 2023 sämtliche Kosten wie Krankenkasse, 

Miete, Einkäufe, Handyrechnungen etc. von der Gesuchsgegnerin und C._____ ge-

deckt und einen Betrag von total Fr. 15'899.57 bezahlt habe. Er habe für die ein-

zelnen Monate die auf die Gesuchsgegnerin entfallenden Kosten in Aufstellungen 

zusammengerechnet. Insgesamt habe er in Phase I einen Betrag von Fr. 52'415.80 

beglichen.  Die  Beträge  der  einzelnen  Monate  ergäben  sich  aus  den  beigelegten 

Zusammenstellungen,  welche  auf  den  gelb  markierten  Positionen  des  Bankaus-

zugs basierten. Die gelben Markierungen bedeuteten eine Zuordnung der Position 

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an die Gesuchsgegnerin und C._____. In der Folge listet der Gesuchsteller die Be-

träge  für  die  einzelnen  Monate  auf  (Urk. 56  Rz. 16).  Bei  den  Zahlungen  an  die 

D._____  handle  es  sich  um  die  Mietzinszahlungen  für  die  eheliche  Wohnung 

(Urk. 56 Rz. 17). Bei der Karte mit der Endung 1 handle es sich um die Partnerkarte 

seines Kontos, welches die Gesuchsgegnerin bis zum 29. Dezember 2023 benutzt 

habe. Die Vollmacht an die Gesuchsgegnerin und das Unterschriftenmuster sowie 

ein Auszug der ZKB für diese Karte belegten die Karteninhaberschaft der Gesuchs-

gegnerin. Sämtliche mit dieser Karte bezahlten Positionen seien an den Unterhalt 

der  Gesuchsgegnerin  und  C._____  anzurechnen  (Urk. 56  Rz. 18).  Er  selbst  be-

nutze die Karte mit der Endung 2, wie der Screenshot seines E-Bankings aufzeige. 

Die Karte 3 sei gemäss Kontoauszug für Einkäufe in E._____ verwendet worden, 

wo die Gesuchsgegnerin nach wie vor wohnhaft sei, während er am 1. August 2024 

nach F._____ gezogen sei. Er habe daher nicht mehr in der Region E._____ ein-

gekauft  (Urk. 56  Rz. 19).  Von  Juli  bis  Oktober  2024  habe  er  die  Krankenkasse, 

Miete, Stromrechnungen, Steuern, Handyrechnungen etc. von der Gesuchsgegne-

rin und von C._____ bezahlt. Weiter habe er ihnen von Juli bis Oktober 2024 einen 

Betrag von total Fr. 4'800.– zur freien Verfügung überwiesen. Es sei somit festzu-

stellen, dass er berechtigt sei, für Phase II bereits bezahlte Unterhaltsbeiträge von 

Fr. 11'961.80 abzuziehen. Ab November 2024 habe er Unterhalt gemäss Urteil be-

zahlt.  Der  Gesuchsteller  listet  sodann  unter  Verweis  auf  die  Zahlungsnachweise 

seine Zusammenstellungen die Beträge der einzelnen Monate auf (Urk. 56 Rz. 22). 

Insgesamt betrügen die anzurechnenden Unterhaltsbeiträge für die Phasen I und II 

Fr. 68'315.17 (Urk. 56 Rz. 23). 

In  der  Stellungnahme  vom  18. Dezember  2024  führt  der  Gesuchsteller  zu-

sammengefasst aus, die Behauptung der Gesuchsgegnerin, sie habe sich wieder-

holt über Zahlungen von Verwandten finanziert, werde zurückgewiesen. Es handle 

sich hierbei lediglich um geringfügige Beträge, die als sozial motivierte Gefälligkei-

ten zu betrachten seien und keine substanziellen Auswirkungen auf ihre finanzielle 

Situation gehabt hätten (Urk. 66 Rz. 13). Es werde bestritten, dass sie auf weitere 

finanzielle Mittel angewiesen gewesen sei, da sämtliche Kosten gedeckt gewesen 

seien.  Die  zusätzlichen  Mittel  wären  ausschliesslich  zur  Finanzierung  eines 

luxuriösen Lebensstils verwendet worden (Urk. 66 Rz. 14). Er bestreite, dass er bis 

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Dezember 2023 in E._____ gelebt habe. Wie die Parteien übereinstimmend ange-

geben  hätten,  sei  er  im  Sommer  2023  ausgezogen,  weshalb  die  Vorinstanz  das 

Trennungsdatum auf den 31. Juli 2023 festgelegt habe. Die Ausführungen der Ge-

suchsgegnerin stünden im Widerspruch zu ihren bisherigen Ausführungen sowie 

zum rückwirkend beantragten Unterhalt (Urk. 66 Rz. 17). Er habe ab dem Sommer 

2023 nicht mehr in der ehelichen Wohnung geschlafen und keine finanziellen Auf-

wendungen für die Gesuchsgegnerin generiert (Urk. 66 Rz. 19). Gemeinsame Kos-

ten wie Steuern seien hälftig auf die Parteien verteilt worden, was auch unter der 

von der Vorinstanz getätigten Aufteilung der Steuerlast sachlich gerechtfertigt er-

scheine  (Urk. 66  R. 21).  Aufgrund  seines  Auszugs  und  da  er  über  eine  eigene 

Bankkarte verfüge, sei es lebensfremd, dass er mit der Karte der Gesuchsgegnerin 

Ausgaben  verursacht  habe  (Urk. 66  Rz. 26).  Es  werde  bestritten,  dass  die  Ge-

suchsgegnerin  ihr  Telefon  selbst  bezahlt  habe.  Die  entsprechenden  Zahlungen 

seien durch die Bankauszüge belegt. Bei den Steuerzahlungen und der Abzahlung 

von gemeinsamen Schulden handle es sich um gemeinsame Kosten, welche bei-

den Parteien zuzuordnen seien. Daher seien die Ausführungen der Gesuchsgeg-

nerin nicht korrekt (Urk. 66 Rz. 34). 

2.2. Die  Gesuchsgegnerin  entgegnet  zusammengefasst,  in  der  Auflistung 

der  Twint-Überweisungen  habe  der  Gesuchsteller  neben  den  nicht  bestrittenen 

Fr. 7'150.– ihr einmaliges Einkommen von Fr. 3'000.– eingerechnet. Dies sei von 

der Vorinstanz übersehen worden, weshalb ihr das Einkommen doppelt angerech-

net worden sei (Urk. 62 S. 6 f., S. 10 f.). Sie habe mit der Zweit-Karte des Gesuch-

stellers nur das Nötigste bezahlt. Sie habe immer wieder Unterstützungszahlungen 

von ihren Verwandten erhalten, um Lebensmittel etc. zu kaufen. Sie habe von Au-

gust  2013  bis  Dezember  2023  Fr. 1'791.58  und  bis  mit  Juni  2024  insgesamt 

Fr. 4'239.75  an  Unterstützungszahlungen  erhalten  (Urk. 62  S. 7 f.).  Der  Gesuch-

steller habe die fixen Grundkosten für sie und die Tochter ab August bis Dezember 

2023 bezahlt (Urk. 62 S. 8). Zudem habe der Gesuchsteller in dieser Zeit weitge-

hend bei seiner Familie gelebt, sodass für sie zu diesem Zeitpunkt nicht ersichtlich 

gewesen  sei,  dass  er  sich  trennen  wolle.  Erst  mit  der  Zeit  sei  der  Gesuchsteller 

immer wieder über Nacht weggeblieben. Sie habe mit der Karte somit die Lebens-

mittel für die gesamte Familie bezahlt. Die vom Gesuchsteller zur Verfügung ge-

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stellten Mittel hätten den Bedarf, der auch einen Grossteil des Bedarfs des Gesuch-

stellers umfasst habe, welcher noch mehrheitlich in E._____ bei ihr und der Tochter 

gelebt habe, nicht decken können. Es sei nicht belegt, welche Auslagen tatsächlich 

durch sie und welche durch den Gesuchsteller bezahlt worden seien. Die Aufstel-

lungen des Gesuchstellers seien bestrittene Parteibehauptungen (Urk. 62 S. 9 f.). 

Es werde bestritten, dass sie als Einzige die Karte benützt habe. Der Gesuchsteller 

habe auch Zugang zu diesem Konto und, wenn er in E._____ gewesen sei, auch 

auf die Karte gehabt. Dass der Mietzins für die Familienwohnung in E._____ be-

zahlt worden sei, sei nicht bestritten worden. Es werde aber bestritten, dass sämt-

liche mit der Karte bezahlten Positionen ihr anzurechnen sei. Dass sie zusätzliche 

Mittel  zur  Verfügung  gehabt  habe,  sei  bewiesen  (Urk. 62  S. 13).  In  der  Zeit  von 

August  2023  bis  Dezember  2023  sei  der  Gesuchsteller  noch  regelmässig  in  der 

Familienwohnung  in  E._____  anzutreffen  gewesen,  habe  dort  regelmässig  die 

Tochter betreut und mit der Familie gegessen (Urk. 62 S. 14). Von Juli bis Oktober 

2024 habe sie insbesondere das Telefon selbst bezahlt. Zudem sei aus den vom 

Gesuchsteller  eingereichten  und  bestrittenen  Zusammenstellungen  nicht  ersicht-

lich, ob er diese Zahlungen tatsächlich für sie oder für seine eigenen Auslagen ge-

tätigt habe. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er seine Steuerzahlungen und 

Nachzahlungen sowie Kreditzahlungen, welche ihm in seinen Bedarf eingerechnet 

worden seien, in die Aufstellungen seiner Zahlungen an sie (die Gesuchsgegnerin) 

einrechne.  Die  Gesuchsgegnerin  listet  sodann  die  bestrittenen  Positionen  auf 

(Urk. 62 S. 15 f.). Selbst wenn die Zahlungen eventualiter als korrekt anzusehen 

wären, bestünde eine Diskrepanz von Fr. 4'021.65, welche der Gesuchsteller nach-

zuzahlen hätte (Urk. 62 S. 17). 

In  der  Stellungnahme  vom  17. Januar  2025  führt  die  Gesuchsgegnerin  zu-

sammengefasst  aus,  sie  habe  nie  bestritten,  dass  der  Gesuchsteller  Miete  und 

Krankenkasse  bezahlt  habe.  Die  monatlichen  Twint-Überweisungen  von 

Fr. 1'100.–  bis  Fr. 1'200.–  hätten  nicht  einmal  die  Grundbeträge  für  sie  und  die 

Tochter gedeckt, weshalb sie auf Unterstützungszahlungen angewiesen gewesen 

sei (Urk. 70 S. 5 f.). Der Gesuchsteller habe selbst bei der Vorinstanz ausgeführt, 

dass er in den ersten beiden Monaten nach der Trennung jeden zweiten Tag nach 

der Arbeit in E._____ gewesen sei (Urk. 70 S. 7). Die eingereichten Unterlagen des 

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Gesuchstellers  belegten  nicht  differenziert,  was  tatsächlich  gekauft  und  bezahlt 

worden sei. Somit sei auch nicht substantiiert behauptet und bewiesen, dass die 

Einkäufe zumindest teilweise nicht auch für ihn (z.B. Essen mit der Tochter) gewe-

sen seien. Belege, welche als Text "Einkauf" hätten, mit Karten mit verschiedenen 

Nummern getätigt worden seien wie Urk. 59/2, belegten genauso wenig, dass die 

markierten Zahlungen alleine von und für sie erfolgt seien, wie die eigenen Zusam-

menstellungen  des  Gesuchstellers  ohne  Quittung  in  den  Urk. 59/3-7,  in  welchen 

ebenfalls Zahlungen mit Karten mit  Endnummern 4, 5, 6 oder 7 bis 8 aufgeführt 

würden, ohne genauere Angaben zu den getätigten Einkäufen und für wen diese 

Einkäufe bestimmt gewesen seien oder wer diese verbraucht habe (Urk. 70 S. 7 f.). 

Der  Gesuchsteller  gebe  selbst  zu,  dass  die  finanzielle  Verflechtung  der  Parteien 

eng gewesen sei und ein konkretes Auseinanderflechten der Positionen praktisch 

unmöglich sei (Urk. 70 S. 9). 

3. Würdigung

3.1. Die Gesuchsgegnerin erklärte anlässlich der Verhandlung vom 8. April 

2024,  es  stimme,  dass  der  Gesuchsteller  am  31. Juli  2023  ausgezogen  sei 

(Prot. I. S. 6; siehe auch Urk. 32 S. 2). Dass der Gesuchsteller bis Dezember 2023 

weitgehend in der ehelichen Wohnung gelebt habe, wie die Gesuchsgegnerin nun 

im Berufungsverfahren geltend macht (Urk. 62 S. 9), erscheint daher wenig glaub-

haft. Es ist somit davon auszugehen, dass der Gesuchsteller Ende Juli 2023 aus 

der ehelichen Wohnung ausgezogen ist. 

3.2. Die Gesuchsgegnerin verfügte vom 1. August bis Ende Dezember 2023 

über kein Einkommen (Urk. 62 S. 7; Urk. 70 S. 5). Sodann ist unbestritten, dass die 

Gesuchsgegnerin eine Karte besass, mit welcher sie Zugriff auf das Konto des Ge-

suchstellers  hatte,  und  dass  sie  diese  Karte  auch  benutzte,  um  für  sich  und 

C._____  Einkäufe  zu  tätigen  (Urk. 62S. 7).  Dass  der  Gesuchsteller  diese  Karte 

ebenfalls benutzte, wurde von ihm bestritten (Urk. 66 Rz. 26), erscheint nicht wahr-

scheinlich und wurde von der Gesuchsgegnerin auch nicht mit konkreten Anhalts-

punkten untermauert. Es ist daher davon auszugehen, dass sämtliche Einkäufe der 

Karte mit der Endung 3 von der Gesuchsgegnerin getätigt und damit grundsätzlich 

die Kosten von ihr und C._____ bezahlt wurden. Dass sie damit auch Auslagen des 

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Gesuchstellers bezahlte, bestreitet dieser (Urk. 66 Rz. 19). Er führte jedoch anläss-

lich der Verhandlung vom 8. April 2024 selbst aus, dass er zwar so viel Zeit mit der 

Tochter  verbringen  dürfe,  wie  er  wolle,  die  Gesuchsgegnerin  dies  aber  nur  in 

E._____ zulasse. Er habe die Tochter so viel wie möglich in E._____ besucht. In 

den ersten beiden Monaten nach der Trennung sei er jeden zweiten Tag nach der 

Arbeit in E._____ gewesen. Er schlug sodann ein Betreuungsmodell vor, mit wel-

chem er seine Tochter zwei Mal unter Woche abends sowie jedes zweite Wochen-

ende sehen könne (Prot. I. S. 4). Noch im Plädoyer vom 10. Mai 2024 führte er aus, 

dass die Gesuchsgegnerin darauf bestehe, dass er C._____ in E._____ betreue 

(Urk. 25 S. 7). Somit ist davon auszugehen, dass er dann auch dort gegessen und 

Kosten im Haushalt, insbesondere für Lebensmittel verursacht hat. Die Höhe dieser 

Kosten wird von den Parteien nicht beziffert und ist wie folgt zu schätzen: Ausge-

hend von einem Ehegattengrundbetrag von Fr. 1'700.–, welcher etwa zur Hälfte für 

Nahrung zu verwenden ist – und wovon rund 55% auf die Mittagsmahlzeiten ange-

rechnet  werden  –  (OGer  LE160027  vom  9. November  216  E. C.5.  S. 23),  ergibt 

dies einen Anteil von Fr. 425.– pro Person und Monat für Lebensmittel. Da der Ge-

suchsteller maximal jeden zweiten Tag in E._____ war, ist sein Anteil zu halbieren 

und aufgrund der Tatsache, dass er nur abends dort war und mithin nur eine Mahl-

zeit – wenn auch eine erfahrungsgemäss teurere Mahlzeit als beispielsweise das 

Frühstück – eingenommen hat, von einem Anteil von rund 25% auszugehen. Somit 

resultiert ein Anteil von gerundet Fr. 53.– pro Monat bzw. total Fr. 265.– für die Mo-

nate August bis und mit Dezember 2023, welcher von den Zahlungen mit der Karte 

3 abzuziehen ist, da davon auszugehen ist, dass damit Auslagen des Gesuchstel-

lers bezahlt wurden. Im Übrigen ist der Gesuchsteller für berechtigt zu erklären, die 

Zahlungen (mit Ausnahme der in E. 3.3. aufgelisteten Positionen) von den zu leis-

tenden Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.

3.3. Der Gesuchsteller behauptet, für die Zeit von August bis und mit Dezem-

ber  2023  Zahlungen  von  total  Fr. 15'899.57  geleistet  zu  haben  (Urk. 56  Rz. 16). 

Dabei stützt er sich auf seinen Bankkontoauszug (Urk. 59/2) und reichte Zusam-

menstellungen der seiner Ansicht nach anrechenbaren Zahlungen ein (Urk. 59/3-

7). Wie die Gesuchsgegnerin zu Recht festhält (Urk. 62 S. 11), handelt es sich da-

bei  um  blosse  Parteibehauptungen.  Je  substantiierter  Behauptungen  aber  sind, 

- 12 -

desto substantiierter sind diese auch zu bestreiten. Dies hat die Gesuchsgegnerin 

nicht getan, sondern die detaillierten Aufstellungen nur pauschal bestritten (Urk. 62 

S. 12 ff.), was den Anforderungen an die Bestreitungslast nicht genügt. Es ist daher 

davon auszugehen, dass es sich bei den vom Gesuchsteller aufgelisteten Positio-

nen  um  den  Unterhalt  der  Gesuchsgegnerin  und  C._____  handelt,  sofern  keine 

Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche klarerweise dagegensprechen. Für die Zeit 

von  August  bis  und  mit  Dezember  2023  nicht  zu  berücksichtigen  sind  damit  die 

nachfolgenden Positionen: 

•

Fr. 25.– am 2.8.2023

Der Gesuchsteller bezeichnete diese Zahlung als "Steuern (hälftige Anrech-

nung)" (Urk. 59/3 S. 1). 

Da die Zahlung ans Steuerrekursgericht erfolgte (Urk. 59/2 S. 26), handelt 

es sich jedoch offensichtlich nicht um laufende Steuern, weshalb die Zah-

lung nicht angerechnet werden kann.

•

Fr. 270.– am 04.08.2023, Fr. 250.– am 12.09.2023 und Fr. 250.– am 

02.10.2023

Der Gesuchsteller bezeichnete diese Zahlungen als "Steuern" (Hälfte der 

Belastung von CHF 540.- [bzw. Fr. 500.–]; Urk. 59/3 S. 1; Urk. 59/4 S. 1; 

Urk. 59/5 S. 1).

Diese Zahlungen betreffen gemäss Urk. 27/5 S. 2 jedoch keine laufenden 

Steuern, sondern einen Verlustschein bzw. Steuerschulden aus dem Jahr 

2013. Im Bedarf der Gesuchsgegnerin und der Tochter wurde kein Betrag 

zur Schuldentilgung berücksichtigt (Urk. 57 S. 21, S. 27, S. 34 f.), weshalb 

diese Zahlungen nicht an ihren Unterhalt angerechnet werden können. 

•

Fr. 200.– am 25.10.2023

Der Gesuchsteller bezeichnete diese Zahlung als "TWINT an G._____ / 

Schuldbegleichung für B.______" (Urk. 59/5 S. 1). 

Im Bedarf der Gesuchsgegnerin und der Tochter wurde kein Betrag zur 

Schuldentilgung berücksichtigt (Urk. 57 S. 21, S. 27, S. 34 f.), weshalb diese 

Zahlungen nicht an ihren Unterhalt angerechnet werden können.

- 13 -

•

Fr. 257.90 am 27.10.2023 

Der Gesuchsteller bezeichnete diese Zahlung als "Schulden H._____ zur 

Hälfte" (Urk. 59/5 S. 1).

Im Bedarf der Gesuchsgegnerin und der Tochter wurde kein Betrag zur 

Schuldentilgung berücksichtigt (Urk. 57 S. 21, S. 27, S. 34 f.), weshalb diese 

Zahlungen nicht an ihren Unterhalt angerechnet werden können.

3.4.

Im Dezember 2023 belaufen sich die aufgelisteten Zahlungen entgegen 

der Berechnung des Gesuchstellers (Urk. 59/7) auf Fr. 1'654.69. Gesamthaft be-

tragen die Zahlungen von August bis Dezember 2023 somit Fr. 15'138.52. Von die-

sen Zahlungen ist der Betrag von Fr. 265.– abzuziehen (Auslagen des Gesuchstel-

lers für Lebensmittel, siehe E. 3.2.), womit ein Betrag von Fr. 14'873.52 resultiert.

3.5. Hinzu kommen die bereits von der Vorinstanz festgestellten und von der 

Gesuchsgegnerin  nicht  beanstandeten  Zahlungen  vom  8. Dezember  2023  bis 

10. Mai 2024 in Höhe von Fr. 27'395.– sowie die Twint-Zahlungen an die Gesuchs-

gegnerin in Höhe von Fr. 7'150.– anstatt Fr. 10'150.– (Urk. 57 S. 32; Urk. 62 S. 12). 

Wie die Gesuchsgegnerin zu Recht rügt, hat die Vorinstanz das Einkommen der 

Gesuchsgegnerin  im  Januar  2024  in  Höhe  von  Fr. 3'000.–  doppelt  in  Abzug  ge-

bracht (Urk. 40/10; Urk. 57 S. 32), was zu korrigieren ist.

3.6. Der Gesuchsteller behauptet sodann, von Juli 2024 bis und mit Oktober 

2024 Zahlungen von total Fr. 11'691.35 geleistet zu haben (Urk. 56 Rz. 22). Dabei 

stützt  er  sich  auf  die  Zahlungsnachweise  der  Bank  und  reicht  erneut  eigene  Zu-

sammenstellungen  ein  (Urk. 59/13-19).  Auch  diese  Zahlungen  bestritt  die  Ge-

suchsgegnerin und hielt insbesondere fest, dass nicht ersichtlich sei, ob der Ge-

suchsteller diese für seine eigenen Auslagen getätigt habe (Urk. 62 S. 15). Da sie 

gewisse Zahlungen mit der obigen Begründung substantiiert bestritten hat, lag es 

diesbezüglich am Gesuchsteller, nachzuweisen, dass damit tatsächlich Auslagen 

der Gesuchsgegnerin oder von C._____ bezahlt worden sind. Dieser Nachweis ge-

lingt für die folgenden von der Gesuchsgegnerin bestrittenen Positionen nicht:

•

je Fr. 100.– am 5.9.2024 und 7.10.2024:

Der Gesuchsteller bezeichnete dies als "Steuern zur Hälfte" (Urk. 59/17; 

- 14 -

Urk. 59/19). Aus den Bankbelegen ergibt sich jedoch, dass damit nicht die 

laufenden Steuern, sondern die Steuern der Steuerperiode 2022 bezahlt 

wurden (Urk. 59/16 S. 2; Urk. 59/18 S. 5). Im Bedarf der Gesuchsgegnerin 

wurde kein Betrag zur Schuldentilgung berücksichtigt (Urk. 57 S. 21, S. 27, 

S. 34 f.), weshalb diese Zahlungen nicht an ihren Unterhalt angerechnet 

werden können.

•

Fr. 40.05., Fr. 29.20, Fr. 98.30 und Fr. 78.65 am 28. Oktober 2024: Da auch 

der Gesuchsteller bei der H._____ versichert ist (Urk. 13/12), ist nicht bewie-

sen, dass es sich dabei um Kosten der Gesuchsgegnerin und C._____ han-

delt. Diese Zahlungen können daher nicht in Abzug gebracht werden. 

Die Gesuchsgegnerin bestreitet zwar auch die Zahlungen von drei Mal jeweils 

Fr. 49.25 und Fr. 156.95 an die Krankenkasse (Urk. 62 S. 15 f.). Da sie jedoch nicht 

bestritten  hat,  dass  der  Gesuchsteller  die  Krankenkassenprämien  bezahlt  hat 

(Urk. 70 S. 6), und dieselben Beträge sich in der von der Gesuchsgegnerin nicht 

beanstandeten Aufstellung im vorinstanzlichen Verfahren (Urk. 40/1) befinden, ist 

glaubhaft  gemacht,  dass  es  sich  hierbei  um  die  Krankenkassenprämien  der  Ge-

suchsgegnerin und C._____ handelt. Die Gesuchsgegnerin bestreitet sodann auch 

die  Zahlungen  von  Fr. 265.90  und  Fr. 295.90  am  17. Juli  2024  und  15. Oktober 

2024 an das I._____ (Urk. 62 S. 15 f.). Aufgrund des dreimonatlichen Abstandes 

erscheint jedoch glaubhaft, dass es sich dabei um die laufenden Stromrechnungen 

der ehelichen Wohnung in Zürich – der Gesuchsteller lebte zu diesem Zeitpunkt ja 

in F._____ (…) – und nicht Schuldentilgungen handelt, weshalb der Gesuchsteller 

berechtigt ist, auch diese Zahlungen in Abzug zu bringen. Damit resultieren vom 

Juli bis und mit Oktober 2023 Zahlungen in der Höhe von Fr. 11'515.60.

3.7. Die gesamthaft geleisteten Zahlungen belaufen sich nach dem Gesag-

ten auf Fr. 60'934.12. Die Berufung ist daher teilweise gutzuheissen, Ziffer 12 des 

angefochtenen Entscheids aufzuheben und der Gesuchsteller für berechtigt zu er-

klären, total Fr. 60'924.12 von den in den Phasen I und II geschuldeten Unterhalts-

beiträgen in Abzug zu bringen. Auf den Antrag der Gesuchsgegnerin, wonach der 

Gesuchsteller eventualiter zu verpflichten sei, für die Zeit von August 2023 bis und 

mit Oktober 2024 eine Nachzahlung (von Fr. 4'021.65) zu leisten, ist demgegen-

- 15 -

über nicht einzutreten. Der Gesuchsteller wurde bereits mit Urteil vom 19. Septem-

ber 2024 verpflichtet, für diese Zeit Unterhalt zu bezahlen (Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO).

4.

Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie Gesuche um Prozesskosten-

beiträge und unentgeltliche Rechtspflege

4.1. Der  Gesuchsteller  beantragt  die  Neuverteilung  der  Kosten  des  erstin-

stanzlichen Verfahrens (Urk. 56 Rz. 27). Da die Höhe der getilgten Unterhaltsbei-

träge  im  vorinstanzlichen  Verfahren  aber  lediglich  eine  untergeordnete  Rolle 

spielte,  ist  der  vorinstanzliche  Entscheid  betreffend  die  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen zu bestätigen. 

4.2. Die Entscheidgebühr des Berufungsverfahrens ist in Anwendung von § 5 

Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 3'500.– festzusetzen. Im Berufungs-

verfahren  obsiegt  der  Gesuchsteller  im  Umfang  von  rund  75 %.  Die  Kosten  sind 

daher im Umfang von Fr. 875.– dem Gesuchsteller und im Umfang von Fr. 2'625.– 

der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). In Anwendung von § 2 

Abs. 1, § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und 3, § 11 Abs. 1 und 2 sowie § 13 Abs. 1 und 2 

AnwGebV  ist  die  volle  Parteientschädigung  auf  Fr. 3'500.–  festzusetzen.  Aus-

gangsgemäss ist die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, dem Gesuchsteller eine re-

duzierte  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr. 2'625.–  zuzüglich  8.1%  Mehr-

wertsteuer  zu  bezahlen,  gerundet  Fr. 2'840.–.  Da  die  Parteientschädigung  –  wie 

sogleich aufzuzeigen sein wird – bei der Gesuchsgegnerin voraussichtlich nicht ein-

bringlich sein wird, ist sie Rechtsanwältin MLaw X._____ direkt aus der Gerichts-

kasse auszurichten, wobei der Anspruch mit der Zahlung auf den Kanton übergeht 

(Art. 122 Abs. 2 ZPO). 

4.3. Beide Parteien stellen ein Gesuch um Leistung eines Prozesskostenbei-

trags, eventualiter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungs-

verfahren. Der Gesuchsteller erzielt zwar neu ein höheres Einkommen von gerun-

det  Fr. 7'060.–  (Urk. 68/1),  hat  jedoch  glaubhaft  dargelegt,  dass  er  aufgrund  der 

sich  erhöhenden  Wohnkosten  und  der  bevorstehenden  Geburt  seines  Kindes 

(Urk. 66 Rz. 46 ff.; Urk. 68/2) keinen Überschuss aufweisen wird, welcher es ihm 

erlaubt, die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten innert eines Jahres zu tilgen. 

- 16 -

Auch  die  Gesuchsgegnerin  ist  mit  dem  Überschuss  von  Fr. 415.–  gemäss 

vorinstanzlichem  Urteil  (Urk. 57  S. 38)  nicht  in  der  Lage,  die  entstehenden  Ge-

richts- und Anwaltskosten des Berufungsverfahrens innert eines Jahres zu tilgen, 

weshalb beide Parteien als mittellos gelten. Die Gesuche um Leistung eines Pro-

zesskostenbeitrags  sind  daher  abzuweisen.  Da  die  Standpunkte  beider  Parteien 

nicht als aussichtslos anzusehen waren, sind die Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege gutzuheissen. 

Es wird beschlossen:

1.

Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Einzelgerichts im summarischen Ver-

fahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 19. September 2024 betreffend die 

Dispositiv-Ziffern 1 bis 11 und 13 in Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Auf  die  Anschlussberufung  und  Rechtsbegehren  2b  der  Gesuchsgegnerin 

wird nicht eingetreten.

3.

Den Parteien wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege 

gewährt.

Dem  Gesuchsteller  wird  in  der  Person  von  Rechtsanwältin  MLaw  X._____ 

eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt.

Der Gesuchsgegnerin wird in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt.

4.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

In teilweiser Gutheissung der Berufung wird die Dispositiv-Ziffer 12 des Urteils 

des Einzelgerichts am Bezirksgericht Dielsdorf vom 19. September 2024 auf-

gehoben und durch folgende Fassung ersetzt:

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"12. Es  wird  festgestellt,  dass  der  Gesuchsteller  berechtigt  ist,  den  Betrag 

von total Fr. 60'934.12 von den von ihm rückwirkend geschuldeten Un-

terhaltsbeiträgen für die Phasen I und II abzuziehen."

Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts 

im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 19. September 

2024 wird bestätigt.

2.

Das  Gesuch  des  Gesuchstellers  um  Leistung  eines  Prozesskostenbeitrags 

von Fr. 7'000.– durch die Gesuchsgegnerin wird abgewiesen. 

3.

Das Gesuch der Gesuchsgegnerin um Leistung eines Prozesskostenbeitrags 

von Fr. 7'000.– durch den Gesuchsteller wird abgewiesen. 

4.

5.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'500.– festgesetzt.

Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Gesuch-

steller  im  Umfang  von  Fr. 875.–  und  der  Gesuchsgegnerin  im  Umfang  von 

Fr. 2'625.– auferlegt, jedoch zufolge der gewährten unentgeltlichen Rechts-

pflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht 

gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.

6.

Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller für das Berufungs-

verfahren  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 2'840.–  (inklusive  Mehrwert-

steuer)  zu  bezahlen.  Diese  Entschädigung  wird  Rechtsanwältin  MLaw 

X._____ aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Anspruch auf die Parteien-

tschädigung geht mit der Auszahlung auf den Kanton Zürich über. 

7.

Schriftliche  Mitteilung  an  die  Parteien,  die  Obergerichtskasse  sowie  an  die 

Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.

Nach  unbenutztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

8.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

- 18 -

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.und ein Entscheid über vorsorgliche 
Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche 
Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 27'861.37. Die Beschwerde an das Bundesge-
richt  hat  keine  aufschiebende  Wirkung.  Hinsichtlich  des  Fristenlaufs  gelten  die 
Art. 44 ff. BGG. 

Zürich, 17. März 2025

versandt am:
ip

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw L. Hengartner