# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3c5652b-104d-5ebb-8d5c-c332eaa09032
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.03.2021 725 20 186/79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-186-79_2021-03-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. März 2021 (725 20 186 / 79) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehenden Leistungen / Prüfung des Rentenan-

spruchs / Adäquanzprüfung nach der sog. Psycho-Praxis  
 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Der 1959 geborene A.____ bezog seit 17. November 2016 Taggelder der Arbeitslo-
senversicherung. Als arbeitslose Person war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 23. November 2018 liess A.____ der 
Suva einen Unfall melden. Gemäss den Angaben im Formular "Schadenmeldung UVG für ar-
beitslose Personen" war er am 3. November 2018 im Garten seiner Ferienwohnung in B.____ 
am Sammeln von Nüssen, als "alte Sachen (Durchlauferhitzer) über den Zaun geschmissen" 
wurden und ihn am Kopf trafen. A.____ suchte noch am selben Tag die Notfallstation des Spi-

 

 
 
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tals C..____ auf, wo - nebst einer kleinen Schürfung frontal links - ein leichtes Schädelhirntrau-
ma diagnostiziert wurde (Bericht vom 3. November 2018). Nachdem die Suva dem Versicherten 
nach Eingang der Unfallmeldung die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten, Taggelder) für die 
Folgen dieses Ereignisses erbracht hatte, stellte sie diese mit Verfügung vom 11. Juli 2019 per 
30. April 2019 ein. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, ihre Abklärungen hät-
ten ergeben, dass die vom Versicherten aktuell noch geklagten Beschwerden organisch nicht 
hinreichend nachweisbar seien. Man habe deshalb geprüft, ob zwischen dem Vorfall vom 
3. November 2018 und den zurzeit noch geklagten Beschwerden ein adäquater Zusammen-
hang bestehe. Die Würdigung der massgebenden Kriterien habe ergeben, dass dies nicht der 
Fall sei. Aus diesem Grund seien die Versicherungsleistungen (Heilkosten, Taggelder) einzu-
stellen. Mangels adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geldleistun-
gen in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung. Daran hielt die Suva 
auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 6. April 2020 fest. 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 5. Mai 2020 "Einspruch" bei der Suva. Darin 
machte er - unter Beilage von zwei Arztberichten - sinngemäss geltend, dass die medizinische 
Behandlung noch nicht abgeschlossen sei. 
 
Am 15. Mai 2020 leitete die Suva die Eingabe zuständigkeitshalber zur Behandlung als Be-
schwerde an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht), weiter.  
 
C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2020 beantragte die Suva die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
D. Am 7. August 2020 reichte der Versicherte weitere Arztberichte ein. Gleichzeitig nahm 
er im Rahmen einer Replik zur Beschwerdeantwort der Suva Stellung.  
 
E. Zur Vervollständigung des medizinischen Sachverhalts zog des Kantonsgericht bei der 
IV-Stelle Basel-Landschaft die IV-Akten des Versicherten bei.  
 
F. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2020 teilte die Suva mit, dass sie auf die Einreichung 
einer umfassenden Duplik und auf eine Stellungnahme zu den beigezogenen IV-Akten verzich-
te. Sie verweise stattdessen auf den angefochtenen Einspracheentscheid und die Beschwerde-
antwort und erneuere ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde. 
 
G. Am 17. März 2021 gab der Beschwerdeführer einen aktuellen Bericht der behandeln-
den Ärztin D.____, Fachärztin für Allgemeinmedizin, zu den Akten. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 

 

 
 
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ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer oder gegen Verfügungen der Unfallversicherer, gegen welche 
eine Einsprache ausgeschlossen ist, beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Be-
schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni-
gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 
hat. Vorliegend befindet sich dieser in E.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kan-
tonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ver-
fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Die Eingabe vom 5. Mai 
2020 genügt den formellen Voraussetzungen, denen eine Beschwerde in Sozialversicherungs-
sachen gemäss § 5 Abs. 1 und 2 VPO zu genügen hat, nur knapp. In Anbetracht, dass es sich 
um eine Laienbeschwerde handelt, ist jedoch auf das Rechtsmittel einzutreten.  
 
2.1 In der obligatorischen Unfallversicherung werden nach Art. 6 Abs. 1 UVG, soweit die-
ses Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtbe-
rufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte 
Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die 
versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie Anspruch 
auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent 
des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt 
(Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach 
dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Be-
ginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindes-
tens 10 Prozent invalid ist und sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenal-
ters ereignet hat. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be-
handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr 
erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) 
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistun-
gen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde 
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach 
Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit 
der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der 
ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri-
tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 
E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-

 

 
 
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schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis-
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. 
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die 
Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung 
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begrün-
dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
2.3.1 Für eine Bejahung der Leistungspflicht des Unfallversicherers muss zwischen dem 
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein adä-
quater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als 
begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 
125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzu-
sammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen 
Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang be-
steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge-
richt zu beurteilen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2010, 8C_626/2010, E. 5; 
BGE 112 V 30 E. 1b).  
 
2.3.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als 
rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haf-
tung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der 
natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Anders verhält es 
sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. 
Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf des geltend 
gemachten Unfallereignisses auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kri-
terien einzubeziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanz-
kriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (sogenannte Psycho-Praxis; BGE 
115 V 133), während nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS 
sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren sogenannten Schleudertrauma-Praxis auf eine Diffe-
renzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: 
BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen).  
 
3. Zur Beurteilung medizinischer Sachverhalte (Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit 
der versicherten Person, Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen schädi-
gendem Ereignis und gesundheitlicher Störung) bedarf es verlässlicher medizinischer Entschei-

 

 
 
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dungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversi-
cherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie 
alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas-
send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-
scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizini-
schen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische The-
se abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dem-
nach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hin-
weis). 
 
4. Den medizinischen Akten des vorliegenden Falls lässt sich Folgendes entnehmen: 
 
4.1 Laut dem am Unfalltag erstellten Bericht der Notfallstation des Spitals C.____ vom 
3. November 2018 diagnostizierten die erstbehandelnden Ärzte beim Versicherten ein "leichtes 
Schädelhirntrauma". Im Schädel/HWS-CT habe eine Blutung oder Fraktur ausgeschlossen 
werden können. Im Weiteren wurde vermerkt, dass keine Arbeitsunfähigkeit vorliege.  
 
4.2 Im Bericht vom 20. November 2018 hielt die Hausärztin D.____ fest, dass der Versi-
cherte aufgrund des erlittenen Schädelhirntraumas an Kopfschmerzen, Schwindel, Gangunsi-
cherheit und einer Sturzneigung leide. Er sei seit 9. November 2018 zu 100 % arbeitsunfähig. 
Diese Beurteilung wiederholte die genannte Ärztin in ihren nachfolgenden Berichten vom 3. und 
21. Dezember 2018. In einem weiteren Zwischenbericht vom 21. Januar 2019 führte die Haus-
ärztin die gleichen Diagnosen auf. Der Verlauf sei subjektiv unverändert, objektiv sei aufgrund 
der Medikamente eine Besserung eingetreten; die Prognose sei gut und ein bleibender Nachteil 
sei nicht zu erwarten. Vermutlich bestünden beim Patienten zum Teil Ängste, dadurch nehme er 
Schonhaltungen ein, die wiederum Schmerzen und Schwindel verursachen würden. Einen Mo-
nat später, am 28. Februar 2019, hielt D.____ fest, dass der Versicherte aufgrund des erlittenen 
Schädel-Hirntraumas immer noch unter Kopfschmerzen und Übelkeit leide, er sei nach wie vor 
vollständig arbeitsunfähig. Seit 22. Februar 2019 sei es allerdings zu einer Zustandsverbesse-
rung gekommen, der Patient klage nur noch über morgendliche Übelkeit und Kopfschmerzen. 
Aus ihrer Sicht empfehle sich eine neurologische/psychiatrische Abklärung. Im gleichen Sinne 
äusserte sich die behandelnde Ärztin in den nachfolgenden Attesten vom 15. März 2019 und 
9. April 2019.  
 
4.3 Gestützt auf die Empfehlung der behandelnden Ärztin leitete die Suva eine neurologi-
sche Untersuchung des Versicherten in der Neurologischen Poliklinik des Spitals F.____ in die 
Wege. Der Beschwerdeführer sagte jedoch den vereinbarten Sprechstundentermin vom 

 

 
 
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15. April 2019 drei Tage vorher mit der Begründung ab, dass er sich wegen seiner Erkrankung 
entschlossen habe, für einige Zeit zu seinen Eltern nach G.____ zu fahren, um dort gesund zu 
werden und seine Ängste zu überwinden.  
 
4.4 In der Folge legte die Suva die medizinischen Akten ihrem Kreisarzt Dr. med. H.____, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vor, der in 
seiner Kurzbeurteilung vom 13. Juni 2019 darauf hinwies, dass seit 16. April 2019 formal keine 
Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege. Eine "kreisärztliche Bestätigung" sei aktuell nicht erforderlich. 
Zudem hielt er fest, dass im Verlauf keine strukturellen Läsionen nachgewiesen seien und zwar 
weder im Bereich der HWS noch im Bereich des Schädels. In seinem auf Ersuchen der Suva 
erstellten ausführlicheren Bericht vom 10. Juli 2019 wiederholte Dr. H.____, dass seit 16. April 
2019 auch formal keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mehr vorliegen würden. In seiner 
Beurteilung hielt er fest, dass im gesamten Verlauf keine strukturell objektivierbaren Folgen des 
Unfalls vom 3. November 2018 nachgewiesen worden seien, in der Konsequenz würden aktuell 
keine strukturell objektivierbaren Unfallfolgen vorliegen. Nach einem Schädelhirntrauma ohne 
strukturelle unfallkausale Läsionen und mit der aus dem Dossier hervorgehenden initialen 
Symptomatik seien allerspätestens sechs Monate nach dem Ereignis naturwissenschaftlich kei-
ne Symptome mehr in einem natürlich-kausalen Zusammenhang zum Ereignis zu erklären.  
 
4.5 In einem weiteren Attest vom 6. August 2019 hielt die Hausärztin D.____ fest, ihr Pati-
ent leide weiterhin an Panikattacken, Angstzuständen und Kopfschmerzen und er sei deswegen 
weiter zu 100 % arbeitsunfähig. Im gleichen Sinne äusserte sich die behandelnde Ärztin am 
2. September 2019 und 28. Februar 2020.  
 
4.6 In den beigezogenen IV-Akten findet sich ein Bericht von Dr. med. I.____, Ärztin und 
Dipl.-Psychologin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Spital J.____, vom 4. März 2020. 
Darin wurden ein ängstlich-depressives Syndrom seit ca. einem Jahr mit Niedergestimmtheit 
und Antriebsminderungen, Ängsten, Panikattacken, sozialem Rückzug sowie Schlaf- und Kon-
zentrationsstörungen festgehalten. Dem Versicherten sei aktuell die regelmässige Ausübung 
einer Tätigkeit nicht möglich.  
 
4.7 Zusammen mit seiner Replik reichte der Beschwerdeführer einen Bericht der Klinik für 
Neurologie und Neurophysiologe, Spital J.____, vom 8. Juni 2020 ein, der als "Mitbeurteilung 
zum Ausschluss einer Epilepsie" verfasst wurde. Danach würden sich aktuell anamnestisch 
keine Hinweise auf epileptische Anfälle finden. Zudem habe sich im heutigen EEG ein unauffäl-
liger Normalbefund gezeigt. Insgesamt gebe es somit weder im EEG noch anamnestisch Hin-
weise für eine Epilepsie, so dass die weitere Behandlung durch die Kollegen der Psychiatrie 
erfolgen sollte.  
 
4.8 Unmittelbar vor der heutigen Urteilsberatung ging beim Kantonsgericht ein aktueller 
Bericht von D.____ ein. Darin führte die Hausärztin aus, der Versicherte habe vor zehn Jahren 
an schweren Depressionen gelitten. Nach einer Behandlung sei es ihm sehr gut gegangen, bis 
der Vorfall vom November 2018 geschehen sei. Seither leide der Versicherte unter einer para-
noiden Persönlichkeitsstörung, Panikattacken, psychosomatischen Beschwerden, Angstzustän-

 

 
 
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den, Verfolgungswahn und Schlafstörungen. Durch den Vorfall von 2018 seien seine damaligen 
Beschwerden wieder reaktiviert worden und diesmal seien "die Ängste und die psychiatrischen 
Beschwerden dazu gekommen."  
 
5.1 Der Beschwerdeführer macht - zumindest sinngemäss - geltend, der medizinische 
Endzustand sei Ende April 2019 noch nicht erreicht gewesen, so dass die Voraussetzungen für 
eine Einstellung der vorübergehenden Leistungen im genannten Zeitpunkt nicht erfüllt gewesen 
seien. 
 
5.2 Die vorübergehenden Leistungen wie Taggelder und Heilbehandlung hat der Unfallver-
sicherer - sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlos-
sen sind - nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch 
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Was darunter zu 
verstehen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederher-
stellung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. Dabei muss die durch weitere Heil-
behandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinwei-
sen). Trifft dies nicht mehr zu und ist ein Endzustand eingetreten, ist der Fall unter Einstellung 
der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruches auf eine Invaliden-
rente und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hin-
weisen, 134 V 109 E. 4.1).  
 
5.3 Aus den vorstehend geschilderten medizinischen Unterlagen geht klar hervor, dass 
beim Versicherten im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per Ende April 2019 keine somati-
schen Unfallfolgen mehr, sondern ausschliesslich verschiedene psychische Gesundheitsbeein-
trächtigungen vorlagen. Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die oben (vgl. E. 4.4 hiervor) 
wiedergegebene, schlüssige Beurteilung des Kreisarztes Dr. H.____ vom 10. Juli 2019 verwie-
sen werden, zumal dessen Einschätzung auch von der behandelnden Ärztin D.____ diesbezüg-
lich - zu Recht - nicht in Frage gestellt wird. Zudem bestätigt auch der nachträglich eingegange-
ne Bericht der Klinik für Neurologie und Neurophysiologe, Spital J.____, vom 8. Juni (vgl. E. 4.7 
hiervor) explizit, dass aus neurologischer Sicht ebenfalls von einem Normalbefund auszugehen 
ist. Unter den geschilderten Umständen durfte die Beschwerdegegnerin aber den Fallabschluss 
per 30. April 2019 vornehmen und im Hinblick auf einen allfälligen Anspruch auf eine Invaliden-
rente auf diesen Zeitpunkt hin prüfen, ob die beim Versicherten vorhandenen psychischen Ge-
sundheitsbeeinträchtigungen in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum 
Unfallereignis vom 3. November 2018 stehen. 
 
6.1 Ob der für die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzte natürliche Kau-
salzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 3. November 2018 und den im Zeitpunkt 
der Leistungseinstellung vorhandenen - und seither anhaltenden - psychischen Gesundheitsbe-
einträchtigungen zu bejahen ist, wird vom Kreisarzt Dr. H.____ in seiner Beurteilung vom 
10. Juli 2019 erheblich in Zweifel gezogen. Wie es sich damit verhält, braucht nun allerdings 
nicht weiter geprüft zu werden, denn die Frage kann letztlich offen bleiben. Wie im Folgenden 
zu zeigen ist, fehlt es vorliegend nämlich an dem für die Bejahung einer Leistungspflicht - zu-
sätzlich zur natürlichen Unfallkausalität - erforderlichen adäquaten Kausalzusammenhang zwi-

 

 
 
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schen den im Zeitpunkt des Fallabschlusses vorhandenen psychischen Gesundheitsbeeinträch-
tigungen des Versicherten und dem am 3. November 2018 erlittenen Unfall.  
 
6.2.1 Im Rahmen der Adäquanzprüfung ist als erstes zu klären, ob diese nach der soge-
nannten Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) oder nach der Schleudertrauma-Praxis, welche bei 
Schleudertraumata der Halswirbelsäule und analog bei äquivalenten Verletzungsmechanismen 
sowie Schädel-Hirntraumata mit entsprechenden Verletzungen zur Anwendung gelangt (BGE 
134 V 109 und 117 V 259), zu erfolgen hat.  
 
6.2.2 Der Beschwerdeführer erlitt beim Unfall unbestrittenermassen kein Schleudertrauma 
der Halswirbelsäule. Hingegen wurde bei ihm am Unfalltag in der Notfallstation des Spitals 
C.____ ein "leichtes Schädelhirntrauma" diagnostiziert. Wie die erstbehandelnden Ärzte der 
Notfallstation im Bericht vom 3. November 2018 dazu ausführen, habe im Schädel/HWS-CT 
eine Blutung oder Fraktur ausgeschlossen werden können. Der Wert der GCS (Glasgow Coma 
Scale) betrage 15 Punkte. Die Pupillen seien isocor und seitengleich, die Lichtreaktion prompt 
und die Hirnnerven intakt. Der Patient bewege alle Extremitäten seitengleich und die Sensibilität 
sei seitengleich intakt. Ausser einer kleinen Schürfung frontal links lägen keine Verletzungen 
vor. 
 
6.2.3 Der ermittelte GCS-Wert von 15 Punkten entspricht praxisgemäss höchstens einer 
leichten Gehirnerschütterung mit leichter Bewusstseinsstörung, was nach der herrschenden 
Rechtsprechung grundsätzlich nicht für die Anwendung der Adäquanzbeurteilung gemäss 
Schleudertrauma-Praxis genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. August 2020, 
8C_386/2020, E. 4.3.2 mit zahlreichen Hinweisen). Daraus folgt, dass die Adäquanzprüfung im 
vorliegenden Fall, wie auch die Suva im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend ent-
schieden hat, nach der sogenannten Psycho-Praxis vorzunehmen ist.  
 
6.3 Zu ergänzen bleibt Folgendes: Soweit der Beschwerdeführer den per Ende April 2019 
erfolgten Fallabschluss - auch (vgl. E. 5.3) - als zu früh erachtet, weil er über dieses Datum hin-
aus an verschiedenen psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen litt, kann ihm nicht gefolgt 
werden. Die Prüfung der Adäquanz, d.h. der Fallabschluss, ist bei Anwendung der Praxis ge-
mäss BGE 115 V 133 in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die 
somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-
sundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1). Dies war, wie oben 
ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), vorliegend spätestens per Ende April 2019 der Fall.  
 
6.4.1 Für die Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen ist von der vom damaligen Eid-
genössischen Versicherungsgericht (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) 
in BGE 115 V 133 entwickelten Rechtsprechung auszugehen. Danach setzt die Bejahung des 
adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einer anschliessend 
einsetzenden psychischen Fehlentwicklung im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die 
Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Be-
deutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit 
anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beur-

 

 
 
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teilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälli-
gen Geschehensablauf - folgende Einteilung der Unfälle in drei Gruppen zweckmässig er-
scheint: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der 
dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6). Während bei leichten bzw. bana-
len Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden 
kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedi-
zinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet 
ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusam-
menhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Denn 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind sol-
che Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Bei Unfäl-
len aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäqua-
ter Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es 
sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zu-
sammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamt-
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (BGE 
115 V 133 E. 6c/aa) zu nennen: 
 

• besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; 
• die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfah-

rungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; 
• ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; 
• körperliche Dauerschmerzen; 
• ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; 
• schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
• Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. 
 

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall er-
forderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal-
zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um 
einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar 
als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittle-
ren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 
ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müs-
sen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise 
um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu-
zuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallen-
der Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalls zusammen 
mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglich-
erweise, die psychische Fehlreaktion mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/bb).  
 
6.4.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid gelangte die Beschwerdegegnerin zur Auffas-
sung, dass vorliegend höchstens von einem mittelschweren Unfallereignis im eigentlichen Sin-

 

 
 
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ne auszugehen ist. Diese Einschätzung ist nicht zu beanstanden. Demgemäss müsste ein ein-
zelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise er-
füllt sein oder es müssten mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sein, damit die 
Adäquanz bejaht werden könnte (BGE 115 V 133 E. 6c/bb). 
 
6.4.3 Die Suva ging im angefochtenen Einspracheentscheid ausführlich auf die einzelnen 
Kriterien ein, die in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehen sind, und sie zeigte überzeugend 
auf, dass vorliegend keines dieser Kriterien erfüllt ist. Zusammenfassend gelangte die Be-
schwerdegegnerin zu folgenden Einschätzungen: Dem Ereignis ist zwar eine gewisse Eindrück-
lichkeit zuzubilligen, diese Feststellung allein reicht aber noch nicht für die Bejahung dieses 
Adäquanzkriteriums aus. Sodann zog sich der Versicherte beim Unfall aus somatischer Sicht 
lediglich eine harmlose Schürfwunde und somit aber keine Körperverletzungen zu, die aufgrund 
ihrer Schwere oder besonderen Art erfahrungsgemäss geeignet wären, psychische Fehlent-
wicklungen herbeizuführen. Im Weiteren war die erlittene somatische Verletzung von Vornhe-
rein nicht geeignet, körperliche Dauerschmerzen, einen schwierigen Heilungsverlauf und erheb-
liche Komplikationen nach sich zu ziehen. Unstreitig lag ferner auch keine ärztliche Fehlbe-
handlung vor, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. Schliesslich ist auch das 
Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt. Es bedarf 
keiner weiteren Erörterung, dass die erlittene harmlose Schürfwunde die Arbeitsfähigkeit des 
Versicherten zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigte. Im Lichte dieser überzeugenden vorinstanzli-
chen Beurteilung kann an dieser Stelle von einer (erneuten) vertieften Auseinandersetzung mit 
den einzelnen Adäquanzkriterien abgesehen und stattdessen auf die entsprechenden Ausfüh-
rungen der Suva im angefochtenen Einspracheentscheid (E. 6d des Entscheids) verwiesen 
werden. Dies gilt umso mehr, als der Versicherte in seiner Beschwerde keinerlei Argumente 
vorbringt, welche die Richtigkeit der vorinstanzlichen Adäquanzbeurteilung in Frage stellen 
könnten. 
 
6.4.4 Aus dem Gesagten folgt, dass die Suva den adäquaten Kausalzusammenhang zwi-
schen den im Zeitpunkt des Fallabschlusses vorhandenen psychischen Gesundheitsbeeinträch-
tigungen des Versicherten und dem am 3. November 2018 erlittenen Unfall in Anwendung der 
sogenannten Psycho-Praxis zu Recht verneint hat.  
 
7.1 Im Formular "Schadenmeldung UVG für arbeitslose Personen" hatte der Beschwerde-
führer zum Unfallhergang angegeben, er sei am 3. November 2018 im Garten seiner Ferien-
wohnung am Sammeln von Nüssen gewesen, als "alte Sachen (Durchlauferhitzer) über den 
Zaun geschmissen" worden seien und ihn am Kopf getroffen hätten. In der nachfolgenden, aus-
führlicheren Unfallschilderung vom 6. Dezember 2018 führte der Versicherte dann allerdings 
aus, es habe sich um einen Überfall einer fremdenfeindlichen Gruppe (ca. 5 - 6 Personen) ge-
handelt, die auf einem Anhänger stehend verschiedene Materialien über den Bauzaun gewor-
fen hätten. Dabei habe ihn ein Durchlauferhitzer am Kopf getroffen. Ob sich der Unfallhergang 
tatsächlich so, wie vom Versicherten nachträglich geschildert, zutrug, kann letztlich offen blei-
ben, denn die Suva prüfte im angefochtenen Einspracheentscheid aufgrund dieser Angaben 
des Versicherten zusätzlich, ob allenfalls die Voraussetzungen einer Leistungspflicht für eine 

 

 
 
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psychische Schädigung nach einem Schreckereignis erfüllt sind. Dabei kam sie - zu Recht - 
zum Schluss, dass dies nicht der Fall ist.  
 
7.2 Der Suva ist dahingehend beizupflichten, dass nach der Rechtsprechung, wonach bei 
"gemischten" Vorfällen, in welchen die Elemente eines Schreckereignisses (Überfall, Bedro-
hung) und einer den Unfallbegriff erfüllenden physischen Einwirkung (Zufügen von Verletzun-
gen) kombiniert vorkommen, die Adäquanzprüfung unter beiden Aspekten vorzunehmen ist; 
eine Prüfung unter beiden Gesichtspunkten ("Schreckereignis" und "Psychopraxis") ist danach 
möglich, wenn keiner der Faktoren deutlich im Vordergrund steht (Urteil des Bundesgerichts 
vom 15. April 2014, 8C_480/2013, E. 2 mit Hinweisen).  
 
7.3 Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche 
seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffs) 
anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. 
Danach setzt die Annahme eines Unfalls voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches 
Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seeli-
sche Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versi-
cherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit ge-
eignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts 
typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen. Das 
EVG hat diese Rechtsprechung wiederholt bestätigt und dahingehend präzisiert, dass auch bei 
Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden Menschen als Ver-
gleichsgrösse dienen kann, sondern in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Band-
breite" von Versicherten abzustellen ist. Zugleich hat es dabei relativierend, unter Bezugnahme 
auf den massgeblichen Unfallbegriff, betont, dass sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich-
keit definitionsgemäss nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen sel-
ber bezieht, weshalb nicht von Belang sein könne, wenn der äussere Faktor allenfalls schwer-
wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 129 V 177 E. 2.1 mit zahlreichen Hinwei-
sen). An den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, an die Ausser-
gewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen Schock sind strenge 
Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Oktober 2013, 8C_376/2013, E. 3.1 
am Ende).  
 
7.4 Als typische, aussergewöhnliche Schreckereignisse sind laut bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung etwa Brand- oder Erdbebenkatastrophen, Eisenbahn- oder Flugzeugunglücke, 
eine schwere Autokollision, ein Brückeneinsturz, ein Bombenabwurf, ein verbrecherischer Über-
fall, eine sonstige plötzliche Todesgefahr oder die Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 
2004 in Thailand zu nennen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2008, 8C_387/2007, 
E. 5.2.1 mit Hinweisen). In Anbetracht dieser exemplarischen Aufzählung ist dem vorliegend zu 
prüfenden Unfall vom 3. November 2018 der Charakter eines aussergewöhnlichen Schrecker-
eignisses mit der Suva abzusprechen. Wie diese im angefochtenen Einspracheentscheid zutref-
fend festhält, kann zwar die vom Versicherten geschilderte, von mehreren feindlich gesinnten 
Personen ausgeübte Tat generell ein entsprechendes Angstgefühl hervorrufen. Der Versicherte 
befand sich jedoch, wie er in seiner Stellungnahme vom 6. Dezember 2018 selber ausführte, 

 

 
 
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auf einem durch einen ca. zwei Meter hohen Bauzaun geschützten Grundstück, auf das die 
Angreifer nicht vordrangen.  
 
7.5 Muss somit das Vorliegen eines aussergewöhnlichen Schreckereignisses im Lichte der 
hierzu ergangenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung verneint werden, so hat die Suva zu 
Recht auch unter diesem Aspekt eine Leistungspflicht für die beim Versicherten im Zeitpunkt 
der Leistungseinstellung vorhandenen psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen abgelehnt.  
 
8. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, dass es die Be-
schwerdegegnerin abgelehnt hat, dem Versicherten im Zusammenhang mit dem Unfallereignis 
vom 3. November 2018 über den 30. April 2019 hinaus Leistungen aus der obligatorischen Un-
fallversicherung auszurichten. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 6. April 
2020 erhobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie abzuweisen 
ist. 
 
9. Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung 
(vgl. Art. 83 ATSG) hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien 
kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 

 

 
 
 
 
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