# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6c96721-6116-5569-8f50-fdde47c6a701
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.12.2016 200 2016 779
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-779_2016-12-06.pdf

## Full Text

200 16 779 IV
KOJ/JAP/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Dezember 2016

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. Juli 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1997 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
wurde am 28. Oktober 2003 unter Hinweis auf eine ataktisch-athetoide 
zerebrale Parese bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Leistungsbezug angemeldet (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). 
Ein weiteres Leistungsgesuch vom 25. Oktober 2005 (AB 10) betraf eine 
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die IVB anerkann-
te die Geburtsgebrechen Ziff. 390 sowie Ziff. 404 gemäss Anhang zur Ver-
ordnung vom 9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen (GgV; 
SR 831.232.21) und gewährte medizinische Massnahmen, welche bis im 
Oktober 2012 bzw. 2015 verlängert wurden (AB 8, 15, 37, 42). Zudem er-
teilte sie bis im Juli 2013 Kostengutsprache für Sonderschulmassnahmen 
(AB 20). Eine Verfügung vom 17. Januar 2013 (AB 53), mit welcher sie 
einen Anspruch auf (weitere) berufliche Massnahmen verneint hatte, zog 
sie pendente lite in Wiedererwägung (AB 64), worauf das diesbezügliche 
Beschwerdeverfahren mit Prozessurteil des Verwaltungsgerichts vom 
24. Mai 2013, IV/2013/212 (AB 66), als gegenstandslos geworden vom 
Geschäftsverzeichnis abgeschrieben wurde.

Nach weiteren beruflichen (AB 74, 83) und medizinischen (AB 85, 92, 94-
96) Abklärungen wurde seitens des Versicherten am 21. September 2015 
in einem neuerlichen Anmeldeformular (AB 112) unter anderem auf ein 
Asperger-Syndrom hingewiesen. In der Folge stellte ihm die IVB gestützt 
auf ein psychiatrisches Gutachten (AB 114.1) mit Vorbescheid vom 
14. März 2016 (AB 118) mangels einer drohenden bzw. eingetretenen Inva-
lidität die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Hiermit zeigte er 
sich nicht einverstanden (AB 124), worauf die IVB eine Stellungnahme des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 131) einholte und hernach mit 
Verfügung vom 1. Juli 2016 (AB 132) entsprechend dem Vorbescheid ei-
nen Anspruch auf Invalidenversicherungsleistungen verneinte.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 5. September 2016 erhob der Versicherte, vertreten durch 
lic. iur. C.________ vom B.________, Beschwerde und beantragte, die 
angefochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm seien unter 
Anerkennung der Asperger-Diagnose Invalidenversicherungsleistungen 
zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur psychiatrischen Abklärung 
der Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. September 2016 schloss die Be-
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 4

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 1. Juli 2016 (AB 132). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung (wobei mit Blick auf die Wiedererwägung 
vom 16. Mai 2013 [AB 64] weiterhin Massnahmen beruflicher Art im Vor-
dergrund stehen dürften; dass sich die angefochtene Verfügung auf das 
«Gesuch» vom September 2015 [AB 112] beziehen soll [AB 132/1], ändert 
daran nichts, zumal es sich dabei nicht um eine Neuanmeldung handelte).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Nicht 
erwerbstätige Minderjährige gelten als invalid, wenn die Beeinträchtigung 
ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit voraussichtlich 
eine ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 8 
Abs. 2 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör-
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 5

S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern 
es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Ausgangspunkt der An-
spruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn 
sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwand-
frei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285).

2.3 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in 
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil-
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) im Sinne von Art. 15 ff. 
IVG. 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 6

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Im Nachgang zum VGE IV/2013/212 (AB 66) vermerkte der behan-
delnde Dr. med. D.________, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin 
FMH, im Bericht vom 30. Juni 2014 (AB 85) nebst den unter Ziff. 390 bzw. 
404 Anhang GgV zu subsumierenden bisherigen Diagnosen (dyskinetische 
zerebrale Bewegungsstörung, psychoorganisches Syndrom [POS]) einen 
Verdacht auf eine Autismus-Spektrum Störung (ASS).

3.1.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie FMH, gab im Untersuchungsbericht 
vom 6. Februar 2015 (AB 95) an, bisher sei eine ASS lediglich als Ver-
dachtsdiagnose gestellt worden, was dadurch erklärbar sei, dass sich die 
autistisch anmutenden Züge im Verlaufe entwickelt hätten und Stereotypen 
fehlten. Sie diagnostizierte nebst Restsymptomen eines Geburtsgebre-
chens im Sinne von Ziff. 404 Anhang GgV (hyperkinetische Störung des 
Sozialverhaltens [ICD-10: F90.1], wobei die Hyperkinese sich abge-
schwächt habe) akzentuierte schizoide Persönlichkeitszüge (ICD-10: 
Z73.1). Sie hielt dafür, dass der Misserfolg der beruflichen Eingliederung 
nicht durch eine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert, sondern das 
im Laufe der Kindheit angewöhnte dysfunktionale Verhalten des Be-
schwerdeführers begründet sei. Zwar sei es ihm erwiesenermassen mög-
lich ein volles zeitliches Pensum zu absolvieren, die mangelhafte Leis-
tungsfähigkeit hänge aber so stark von seiner Motivation und Anstren-
gungsbereitschaft ab, dass die darunterliegende tatsächliche gesundheitli-
che Einschränkung nicht beurteilt werden könne.

3.1.3 Unter Verweis auf das kinderpsychiatrische Konsilium von Dr. med. 
E.________ ergänzte die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für 
Kinder- und Jugendmedizin FMH, in ihrer Stellungnahme vom 9. Februar 
2015 (AB 96), die «Autismusspektrumswahrnehmungsstörung» sei keine 
international anerkannte Diagnose und gehe in die Richtung von «autisti-
schen Zügen». Beim Beschwerdeführer handle es sich um im Verlauf mehr 
und mehr auftretende Verhaltensauffälligkeiten, die eher an eine schizoide 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 7

Entwicklung (nicht angeborene, sondern erworbene Störung) denken lies-
sen.

3.1.4 Auf Empfehlung des RAD wurde der Beschwerdeführer im Septem-
ber 2015 durch Dr. med. G.________, Facharzt für Kinder- und Jugend-
psychiatrie und -psychotherapie FMH sowie Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, begutachtet. In seiner Expertise vom 28. Dezember 
2015 (AB 114.1) führte er in diagnostischer Hinsicht das Nachstehende auf 
(AB 114.1/33 lit. G):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Ausbildungsfähigkeit:
 Akzentuierte selbstunsichere und schizoide Persönlichkeitszüge (ICD-

10: Z73.1)
 Störung durch Spielen von Internetspielen (gemäss DSM-V)
 Status nach hyperkinetischer Störung des Sozialverhaltens
 Durchschnittliche Intelligenz

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ausbildungsfähigkeit:
 Adipositas
 Restbefunde einer dyskinetischen zerebralen Bewegungsstörung
 Status nach Lese- und Rechtschreibeschwäche

Er erklärte unter anderem, die aktuellen Untersuchungsbefunde erfüllten 
weder die ICD-10-Kriterien für die Diagnose eines Asperger-Syndroms 
noch für einen atypischen Autismus (AB 114.1/35 lit. H Ziff. 2.1). Krank-
heitswertige Symptome des Geburtsgebrechens Ziff. 404 Anhang GgV sei-
en weiterhin vorhanden und es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit für 
die Ausbildung einer eigentlichen Persönlichkeitsstörung, der definitive Ver-
lauf der Verhaltensstörung sei jedoch noch unklar (AB 114.1/37 lit. H 
Ziff. 2.3). Es sei davon auszugehen, dass das Scheitern der bisherigen 
beruflichen Massnahmen auf andauernde Störungen aufgrund des Ge-
burtsgebrechens Ziff. 404 Anhang GgV sowie auf die suchtartige Beschäf-
tigung mit Internetspielen zurückzuführen sei. Das Beeinträchtigungsprofil 
könne noch nicht als definitiv beurteilt werden, da medizinische Massnah-
men indiziert, mithin die therapeutischen Möglichkeiten noch nicht ausge-
schöpft seien (AB 114.1/38 f. Ziff. 1-4). Soweit das Internetspielen als 
Suchtproblem definiert werde, sei es hinreichend wahrscheinlich, dass die-
se Problematik Folge der Entwicklungsstörung im Sinne des Geburtsge-
brechens Ziff. 404 Anhang GgV sei (AB 114.1/40 Ziff. 5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 8

3.1.5 Dr. med. E.________ gelangte unter Berücksichtigung des psychia-
trischen Gutachtens am 28. Januar 2016 zum Schluss, dass die diagnosti-
zierten Gesundheitsschäden nicht mehr IV-relevant seien und beim Schei-
tern der bisherigen beruflichen Massnahmen die invaliditätsfremden Fakto-
ren im Vordergrund gestanden hätten (AB 117). 

Nach Vorlage von Berichten des Dr. med. D.________ vom 24. August 
2015 (AB 124/10-12) sowie von Dr. med. H.________, Fachärztin für Kin-
der- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie FMH, vom 4. April 2016 
(AB 124/4-8), hielt die RAD-Ärztin am 28. Juni 2016 an ihrer Auffassung 
fest (AB 131).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 1. Juli 2016 (AB 132) stützt sich 
auf das psychiatrische Gutachten vom 28. Dezember 2015 (AB 114.1) so-
wie die darauf basierenden RAD-Stellungnahmen vom 28. Januar (AB 117) 
bzw. 28. Juni 2016 (AB 131). Der Gutachter Dr. med. G.________ konnte 
anhand der relevanten Vorakten (AB 114.1/2 ff. lit. A Ziff. 3.1 f.), den frem-
danamnestischen Angaben (AB 114.1/29 f. lit. E) sowie den Erkenntnissen 
aus der klinischen Exploration und den psychometrischen Abklärungen 
(AB 114.1/32 lit. F, 114.1/41 ff.) grundsätzlich nachvollziehbare Befunde 
erheben. Er setzte sich zudem eingehend und kritisch mit den divergieren-
den medizinischen Einschätzungen auseinander (AB 114.1/35 ff. lit. H 
Ziff. 2). Indes vermögen die daraus gezogenen Schlüsse nicht vollständig 
zu überzeugen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 9

3.3.1 Vorab ist augenfällig, dass die gestellten Diagnosen nach ihrer 
Auswirkung auf die «Ausbildungsfähigkeit» voneinander abgegrenzt wur-
den (AB 114.1/33 lit. G), was im invalidenversicherungsrechtlichen Kontext 
irrelevant ist und dem für das Gutachten massgebenden Fragenkatalog 
(AB 107/2) widerspricht. Zur Beurteilung der leistungsspezifischen Invali-
dität wäre allemal eine allfällige (medizinisch-theoretische) Arbeitsunfähig-
keit (Art. 6 ATSG) entscheidend (vgl. E. 2.4 hiervor), diesbezüglich enthält 
das Gutachten jedoch keine Angaben.

3.3.2 Sodann fehlt eine schlüssige Begründung für die von Dr. med. 
G.________ gestellte (AB 114.1/33 lit. G Ziff. 1 Lemma 1) und von Dr. med. 
E.________ bereits im Untersuchungsbericht vom 6. Februar 2015 
(AB 95/11) postulierte Diagnose der akzentuierten selbstunsicheren und 
schizoiden Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1). Der Gutachter hielt klar 
fest, dass eine pathologische Persönlichkeitsentwicklung vorliege und es 
wegen des Alters des Beschwerdeführers nicht möglich sei, eine Persön-
lichkeitsstörung nach ICD-10 zu diagnostizieren (AB 114.1/34 lit. H Ziff. 1). 
Indes beginnen Persönlichkeitsstörungen gerade in der Kindheit oder Ado-
leszenz (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikati-
on psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische 
Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 274), weshalb das Alter des Beschwerdeführers 
einer entsprechenden Diagnose nicht entgegenstünde. Gemäss Dr. med. 
G.________ sind die Untersuchungsergebnisse am passendsten mit einer 
kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61) vereinbar (AB 114.1/32 
lit. F), womit die Möglichkeit dieser Diagnose besteht (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT a.a.O., S. 284). Die Unterscheidung ist deshalb 
von Bedeutung, weil die Z-kodierten Persönlichkeitszüge an sich keine 
Krankheit oder Schädigung sind (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, E. 2.2.2.2), 
während eine kombinierte Persönlichkeitsstörung einen invalidisierenden 
Gesundheitsschaden darstellen kann (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
vom 25. September 2013, 9C_415/2013, E. 3 und 5.5).

3.3.3 Des Weiteren setzt die Annahme eines psychischen Gesundheits-
schadens eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem 
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 136 
V 279 E. 3.2.1 S. 282, 130 V 396). Die von Dr. med. G.________ in Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 10

tracht gezogene Diagnose einer Störung durch Spielen von Internetspielen 
(AB 114.1/33 lit. G Ziff. 1 Lemma 2) figuriert im amerikanischen Klassifika-
tionssystem DSM-V jedoch erst als Forschungsdiagnose («Internet Gaming 
Disorder»). Der Forschungsstand zur pathologischen Internetnutzung ent-
spricht bisher noch nicht den Anforderungen von ICD und DSM und es ist 
noch nicht abschliessend geklärt, ob es sich überhaupt um eine eigenstän-
dige Krankheit handelt. Viele Aspekte auf diesem Gebiet sind noch unge-
klärt, insbesondere ist offen, ob sich eine Medienabhängigkeit mit Sub-
stanzabhängigkeit vergleichen lässt (vgl. MARKUS JÄGER, Aktuelle psychia-
trische Diagnostik, ein Leitfaden für das tägliche Arbeiten mit ICD und 
DSM, 2015, S. 44; HELMUT LUKESCH [Hrsg.], Auffälligkeiten im Erleben und 
Verhalten von Kindern und Jugendlichen, 2016, Ziff. 17.3.2; WOLFGANG 
LENHARD [Hrsg.], Psychische Störungen bei Jugendlichen, 2016, S. 34).

3.3.4 Widersprüchlich erscheint zudem, dass der psychiatrische Gutach-
ter einerseits festhielt, es bestünden weiterhin krankheitswertige Symptome 
des Geburtsgebrechens Ziff. 404 Anhang GgV und das Scheitern der bis-
herigen beruflichen Massnahmen sei unter anderem auch darauf zurückzu-
führen (AB 114.1/37 lit. H Ziff. 2.3, 114.1/38 Ziff. 1-3), sich dies anderer-
seits aber nicht in der Diagnoseliste niederschlägt. Dr. med. E.________ 
führte im Untersuchungsbericht vom 6. Februar 2015 (AB 95) als Restsym-
ptome aus diesem Geburtsgebrechen eine hyperkinetische Störung des 
Sozialverhaltens (ICD-10: F90.1) auf, demgegenüber deutete Dr. med. 
G.________ mit dem Zusatz «St. n.» an, dass bezüglich dieser Residual-
symptome im Zeitpunkt der Exploration eine vollständige Remission einge-
treten war (AB 114.1/33 lit. G Ziff. 1 Lemma 3).

3.3.5 Hinzu kommt, dass seitens des RAD noch im April 2013 ein invalidi-
sierender Gesundheitsschaden ausdrücklich bejaht worden war (AB 62/3, 
63/2), was zur Wiedererwägung der leistungsablehnenden Verfügung vom 
17. Januar 2013 (AB 53) geführt hatte (AB 64). Indes ist weder ersichtlich 
noch wurde im Gutachten vom 28. Dezember 2015 (AB 114.1) erläutert, 
dass bzw. inwiefern sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 
im seitherigen Verlauf signifikant verbessert hätte.

3.3.6 Schliesslich wies Dr. med. E.________ in ihrer Stellungnahme vom 
28. Januar 2016 (AB 117) zutreffend darauf hin, dass die vom Gutachter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 11

als Diagnose mit Auswirkung auf die «Ausbildungsfähigkeit» kategorisierte 
durchschnittliche Intelligenz (AB 114.1/33 lit. G Ziff. 1 Lemma 4) von vorn-
herein keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen kann (AB 117/3). Auf 
ihre weiteren Einschätzungen kann indes nicht abgestellt werden, da sie 
sich am psychiatrischen Gutachten von Dr. med. G.________ (AB 114.1) 
orientierte, welchem nach dem Gesagten (vorläufig) der Beweiswert abge-
ht.

3.4 Somit steht fest, dass der medizinische Sachverhalt nicht rechts-
genüglich abgeklärt ist. Daran ändert auch der Bericht von Dr. med. 
H.________ vom 4. April 2016 (AB 124/4-8) nichts. Die behandelnde 
Fachärztin führte darin keine explizite Diagnose nach ICD oder DSM auf 
(vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 130 V 396), sondern interpretierte das 
Beschwerdebild vage als Persönlichkeitsstruktur aus dem autistischen 
Spektrum (Asperger Syndrom/hochfunktionaler Autismus; AB 124/4 Ziff. 1). 
Darüber hinaus bezeichnete sie eine durch die Beschwerdegegnerin unter-
stützte Ausbildung bzw. Begleitung als «unabdingbar notwendig» 
(AB 124/8), was eine ergebnisorientierte Äusserung darstellt und geeignet 
ist, Zweifel an ihrer Objektivität zu begründen.

Die Sache ist folglich an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 
sie in Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) die 
vorerwähnten offenen Fragen durch den bisherigen Gutachter klären lässt. 
Dabei wird sich Dr. med. G.________ auch mit der nachträglichen Kritik 
von Dr. med. H.________ an seiner diagnostischen Einschätzung in Bezug 
auf eine ASS (AB 124/4-8) auseinanderzusetzen haben. Sollte sich dies als 
nicht möglich erweisen, wäre bei einem noch nicht mit der Sache betraut 
gewesenen Sachverständigen eine erneute psychiatrische Begutachtung 
zu veranlassen. Die Anforderungen gemäss BGE 137 V 210 stehen einer 
Rückweisung selbst dann nicht entgegen, wenn eine blosse Klarstellung 
der bereits vorhandenen Expertise (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 
S. 264 f.) nicht genügen sollte, zumal das Vorgehen dem Eventualbegeh-
ren des Beschwerdeführers entspricht (Beschwerde S. 2 Ziff. I). In diesem 
Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 12

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Beschwerdeführer 
geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist ihm nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt 
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 
Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter <www.justice.be.ch>). Im Falle der Vertretung durch 
eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtspre-
chung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich 
qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Im vorliegenden Fall wurde der Beschwerdeführer durch lic. iur. 
C.________ vom B.________ vertreten. In deren Kostennote vom 31. Ok-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 13

tober 2016 wird ein Aufwand von 12.3 Stunden geltend gemacht, was zu 
einem Honorar von Fr. 1‘599.-- (12.3h x Fr. 130.-- [statt Fr. 1‘592.50]) führt. 
Während die Auslagen von Fr. 48.-- für Fotokopien, Telefonate und Porto 
nicht zu beanstanden sind, ist der unter diesem Titel zusätzliche aufgeführ-
te Aufwand von Dr. med. H.________ von Fr. 4'050.-- nicht zu entschädi-
gen. Der bereits im Verwaltungsverfahren aufgelegte Bericht vom 4. April 
2016 (AB 124/4-8) war für die Beurteilung des Anspruchs durch die Be-
schwerdegegnerin nicht unerlässlich (vgl. Art. 45 Abs. 1 ATSG) und auch 
im vorliegenden Beschwerdeverfahren für die Entscheidfindung nicht erfor-
derlich. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von Fr. 131.75 resul-
tiert eine Parteientschädigung von total Fr. 1‘778.75. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 1. Juli 2016 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘778.75 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2016, IV/16/779, Seite 14

4. Zu eröffnen (R):
-  B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.