# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a206acb9-c4a2-504e-a094-f9805851f570
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2023 B-3859/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3859-2019_2023-12-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid teilweise bestätigt durch 

BGer mit Urteil vom 04.09.2025 

(2C_75/2024) 

 
 
 
 

  

  

 

 Abteilung II 

B-3859/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 2 3   

Besetzung 
 Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz), 

Richter Christoph Errass, 

Richter David Aschmann, 

Gerichtsschreiber Robert Weyeneth.  
 

 
 

Parteien 
 Ticketcorner Holding AG, 

Oberglatterstrasse 35, 8153 Rümlang,  

vertreten durch die Rechtsanwälte  

Dr. iur. Marcel Meinhardt und Ueli Weber, 

Lenz & Staehelin,  

Brandschenkestrasse 24, 8027 Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Wettbewerbskommission,  

Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zusammenschlussvorhaben 41-0816  

Ticketcorner und Starticket. 

 

 

B-3859/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  Gegenstand  

Gegenstand des vorliegenden Urteils bildet die von der Wettbewerbskom-

mission (nachfolgend: Weko oder Vorinstanz) am 22. Mai 2017 erlassene 

Verfügung (nachfolgend: Untersagungsbescheid, veröffentlicht in: RPW 

2018/3, S. 616 ff.), mit der ein von der Ticketcorner Holding AG und der 

Tamedia AG angemeldeter Unternehmenszusammenschluss untersagt 

wurde. 

B.  Beschwerdeführerin  

B.a  Die Ticketcorner Holding AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist 

eine im Januar 2010 unter dem Namen Eventim CH AG gegründete und 

danach sogleich umfirmierte schweizerische Gesellschaft mit heutigem 

Sitz in Rümlang. Sie hält als reine Holding-Gesellschaft alle Aktien der Ti-

cketcorner AG.  

B.b  Die Anteile an der Beschwerdeführerin werden wiederum zu 50% 

von der in Deutschland domizilierten CTS-Eventim-Gruppe und zu 50% 

von der Ringier-Gruppe gehalten. Die CTS-Eventim-Gruppe ist haupt-

sächlich im internationalen Ticketvertrieb tätig. Der Zweck der Ringier-

Gruppe besteht in der Ausübung aller Tätigkeiten im Medienbereich und 

der Informationsvermittlung, insbesondere im Verlagswesen. 

C.  Zusammenschlussparteien 

C.a  Die Beschwerdeführerin, die Tamedia AG (seit 20.12.2019 als TX 

Group AG firmierend; nachfolgend: Tamedia), die Ticketcorner AG (nach-

folgend: Ticketcorner) und die Starticket AG (nachfolgend: Starticket) bil-

den die Zusammenschlussparteien des streitigen Zusammenschlussvor-

habens. Dabei sind die Beschwerdeführerin und Tamedia als Transakti-

onsparteien sowie Ticketcorner und Starticket als Transaktionsobjekte zu 

qualifizieren.  

C.b  Tamedia ist die Muttergesellschaft des Medienkonzerns TX Group, 

der insbesondere in den Bereichen Print- und Online-Medien schwerge-

wichtig in der Schweiz tätig ist. Sie verfügt über diverse Tochtergesell-

schaften. Zum Zeitpunkt der Anmeldung des streitigen Zusammen-

schlussvorhabens hielt Tamedia alle Aktien von Starticket. 

B-3859/2019 

Seite 3 

C.c  Starticket ist eine schweizerische Aktiengesellschaft mit Sitz in Zü-

rich. Der Geschäftszweck von Starticket besteht im Betrieb einer Ticke-

tingorganisation für Veranstaltungen jeglicher Art. Die Tätigkeit umfasst im 

Wesentlichen den Absatz von Tickets und sonstigen Ticketingdienstleis-

tungen. 

C.d  Ticketcorner ist eine schweizerische Aktiengesellschaft mit Sitz in 

Rümlang, die im Jahr 2011 aus der Fusion der im Jahr 2003 gegründeten 

vormaligen Ticketcorner AG und einer früheren Ticketcorner Holding AG 

hervorgegangen ist. Der Geschäftszweck von Ticketcorner besteht im Be-

trieb einer Ticketingorganisation, welche im Wesentlichen den Absatz von 

Tickets und sonstigen Ticketingdienstleistungen umfasst. 

D.  Das streitige Zusammenschlussvorhaben  

D.a  Die Beschwerdeführerin und Tamedia schlossen am 31. Oktober 

2016 eine vertragliche Vereinbarung (nachfolgend: Transaktionsvertrag) 

ab, die dem streitigen Zusammenschlussvorhaben zu Grunde liegt. 

D.b  Der Transaktionsvertrag sah vor, dass Tamedia sich mit einem Anteil 

von 25% an Ticketcorner beteiligt. Als Gegenleistung für den erhaltenen 

25%-Anteil an Ticketcorner sollte Tamedia sämtliche Aktien von Starticket 

an Ticketcorner übertragen, wodurch Starticket zu einer 100%-

Tochtergesellschaft von Ticketcorner geworden wäre.  

D.c  Nach Abschluss des streitigen Zusammenschlussvorhabens hätten 

die Beschwerdeführerin 75% und Tamedia 25% der Anteile an Ticketcor-

ner gehalten. Der Transaktionsvertrag sah dabei eine gemeinsame Kon-

trolle von Ticketcorner durch die Beschwerdeführerin und Tamedia vor. 

D.d  Nachdem die Beschwerdeführerin am 10. Juli 2017 ihre Beschwerde 

gegen den Untersagungsbescheid eingereicht hatte (vgl. Sachverhalt, 

G.a), haben die Transaktionsparteien am 7./9. August 2017 eine ergän-

zende vertragliche Vereinbarung über die Behandlung des Zusammen-

schlussvorhabens während des Beschwerdeverfahrens getroffen (nach-

folgend: Ergänzungsvertrag), mit der verschiedene Regelungen des 

Transaktionsvertrags aufgehoben oder abgeändert wurden. Dabei haben 

die Parteien insbesondere die zeitliche Beschränkung der Geltendma-

chung eines Rücktritts vom Transaktionsvertrag nach Erlass einer Zu-

sammenschlussverfügung der Wettbewerbskommission aufgehoben, die 

Übernahme der Kosten für das Beschwerdeverfahren durch die Be-

schwerde führende Partei festgelegt und eine Zahlung der Beschwerde-

B-3859/2019 

Seite 4 

führerin an Tamedia zum Ausgleich von Kosten sowie sonstige Mass-

nahmen vereinbart. Im Ergebnis wurde dadurch jeder Partei ein jederzei-

tiges und voraussetzungsloses Rücktrittsrecht vom Transaktionsvertrag 

bis zum Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts eingeräumt.  

D.e  Am 20. Dezember 2020 hat Tamedia gegenüber der Beschwerdefüh-

rerin den Rücktritt vom Transaktionsvertrag erklärt. Dies wurde von der 

Beschwerdeführerin bestätigt. 

D.f  Am 9. Januar 2021 hat Tamedia öffentlich bekannt gegeben, dass sie 

Starticket an See Tickets, einer englischen Tochtergesellschaft des fran-

zösischen Medienkonzerns Vivendi SA, veräussert habe. 

E.  Marktverhältnisse 

E.a  Im Geschäftsbereich des Absatzes von Tickets für kommerzielle Ver-

anstaltungen sind die beiden Varianten des Fremdvertriebs und des Ei-

genvertriebs zu unterscheiden (vgl. Verfügung, Rz. 139 ff.). 

E.b  Beim Fremdvertrieb überträgt der Veranstalter den Absatz von Ti-

ckets gegenüber den Besuchern seiner Veranstaltung an ein Ticketingun-

ternehmen, das üblicherweise auf dieses Geschäft spezialisiert ist und 

hierzu ein Netz an physischen Verkaufsstellen und/oder ein elektroni-

sches Ticketverkaufssystem im Internet betreibt. Das Ticketingunterneh-

men erbringt gegenüber dem Veranstalter bestimmte Fremdvertriebs-

dienstleistungen gegen Entgelt. Diese umfassen neben dem eigentlichen 

Verkauf der Tickets regelmässig weitere unterschiedliche Leistungen (vgl. 

Verfügung, Rz. 202, 222).  

E.c  Beim Eigenvertrieb setzt der Veranstalter die Tickets für seine Ver-

anstaltungen gegenüber den Besuchern unmittelbar selbst ab. Hierzu be-

dient er sich eines Ticketing-Systems, das ihm vom Ticketingunterneh-

men auf der Grundlage einer Lizenzeinräumung zur Verfügung gestellt 

wird. Die Nutzung des Ticketing-Systems ermöglicht dem Veranstalter 

zudem die Umsetzung von verschiedensten Aktivitäten (vgl. Verfügung, 

Rz. 237). 

E.d  Bei der Prüfung des streitigen Zusammenschlussvorhabens hat die 

Vorinstanz den Markt für Fremdvertriebsdienstleistungen als entschei-

dungserheblichen relevanten Markt festgelegt und gegenüber dem Markt 

für Eigenvertriebsdienstleistungen sowie weiteren Märkten abgegrenzt 

(vgl. Verfügung, Rz. 225).  

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Seite 5 

E.e  Zur Stellung auf dem relevanten Markt nach Umsetzung des streiti-

gen Zusammenschlussvorhabens stellte der Untersagungsbescheid fest, 

dass Ticketcorner und Starticket nach der Zusammenführung einen 

Marktanteil zwischen 90% und 100% nach dem Gesamtumsatz oder dem 

Kommissionsumsatz sowie einen Marktanteil zwischen 80% und 90% 

nach den verkauften Tickets hätten (vgl. Verfügung, Rz. 273). Durch den 

streitigen Unternehmenszusammenschluss mit einer Zusammenführung 

von Ticketcorner und Starticket würde daher eine marktbeherrschende 

Stellung, die eine Beeinträchtigung des wirksamen Wettbewerbs nach 

sich zöge, zumindest herbeigeführt, weil mit Starticket der einzige nen-

nenswerte Konkurrent von Ticketcorner wegfiele (vgl. Verfügung, 

Rz. 385).  

E.f  Im Hinblick auf eine bereits bestehende Marktstellung von Ticketcor-

ner hat die Vorinstanz ausgeführt, dass Ticketcorner eine überragende 

Marktstellung auf dem relevanten Markt zukomme, die insbesondere 

durch vertragliche Exklusivitätsvereinbarungen mit Veranstaltungsstätten, 

Veranstaltern sowie Verkaufsstätten verstärkt werde (vgl. Verfügung, 

Rz. 275). 

F.  Vorinstanzliches Verfahren 

F.a  Am 15. November 2015 reichten die Beschwerdeführerin und Tame-

dia den Entwurf einer Meldung für das streitige Zusammenschlussvorha-

ben beim Sekretariat der Wettbewerbskommission (nachfolgend: Sekreta-

riat) ein. Das Sekretariat bemängelte die Unvollständigkeit des Melde-

entwurfs und forderte die Transaktionsparteien mit Schreiben vom 

28. November 2016 auf, die notwendigen Angaben, einschliesslich jener 

zur Beschreibung des Zusammenschlussvorhabens und zu den Märkten, 

zu ergänzen. 

F.b  Am 9. Januar 2017 reichten die Beschwerdeführerin und Tamedia 

zusammen die Meldung des streitigen Zusammenschlussvorhabens beim 

Sekretariat der Wettbewerbskommission ein und ergänzten diese auf 

dessen Anforderung hin mit Eingabe vom 26. Januar 2017. 

F.c  Am 9. Februar 2017 entschied die zuständige Kammer der Vor-

instanz, eine vertiefte Prüfung des streitigen Zusammenschlussvorha-

bens gemäss Kartellgesetz durchzuführen. 

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Seite 6 

F.d  Die Wettbewerbsbehörden informierten die Öffentlichkeit über die 

wettbewerbsrechtliche Prüfung des streitigen Zusammenschlussvorha-

bens mit Pressemitteilung vom 13. Februar 2017. 

F.e  In der Folge reichten die Zusammenschlussparteien zahlreiche Stel-

lungnahmen ein und machten von ihrem Anspruch auf Akteneinsicht Ge-

brauch. Am 8. Mai 2017 fand eine Anhörung der Zusammenschlusspar-

teien vor der Vorinstanz statt. 

F.f  Am 22. Mai 2017 eröffnete die Vorinstanz den vorliegend angefochte-

nen Untersagungsbescheid mit folgendem Dispositiv: 

"1. Das Zusammenschlussvorhaben wird untersagt. 

2. Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 160'000 werden der Ticketcor-

ner-Holding AG und Tamedia AG zu gleichen Teilen, d.h. je CHF 80'000, und 

unter solidarischer Haftung auferlegt. 

3. [Eröffnung]." 

G.  Verfahren vor Rückweisung (B-3871/2017) 

G.a  Die Beschwerdeführerin hat den vorliegenden Untersagungsbe-

scheid mit Beschwerde vom 10. Juli 2017 beim Bundesverwaltungsge-

richt mit den folgenden Rechtsbegehren angefochten:  

"(1) Die Verfügung der Wettbewerbskommission vom 22. Mai 2017 sei voll-

umfänglich aufzuheben und das Zusammenschlussvorhaben sei vom Bun-

desverwaltungsgericht ohne Auflagen und Bedingungen zu bewilligen. 

(2) Eventualiter sei die Verfügung der Wettbewerbskommission vom 22. Mai 

2017 vollumfänglich aufzuheben und das Zusammenschlussvorhaben sei 

vom Bundesverwaltungsgericht mit den gemäss Rz. 476 der Verfügung der 

Wettbewerbskommission vom 22. Mai 2017 von den beteiligten Unternehmen 

vorgeschlagenen und nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts geeigne-

ten und erforderlichen Auflagen zu bewilligen.  

(3) Subeventualiter sei die Verfügung der Wettbewerbskommission vom 

22. Mai 2017 vollumfänglich aufzuheben und an die Wettbewerbskommission 

zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates." 

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Die Beschwerdeführerin stellte überdies die folgenden weiteren Verfah-

rensanträge: 

"(4) Der Vorinstanz sei gleichzeitig mit Zustellung der vorliegenden Be-

schwerde Frist zur Beschwerdeantwort anzusetzen. 

(5) Vor einem Entscheid durch das Bundesverwaltungsgericht sei eine Ver-

handlung durchzuführen und die Beschwerdeführerin anzuhören." 

G.b  Mit Verfügung vom 12. Juli 2017 ersuchte das Bundesverwaltungs-

gericht die Beschwerdeführerin um Angaben zur Höhe des Streitwerts der 

Beschwerde. Mit Schreiben vom 18. Juli 2017 erklärte die Beschwerde-

führerin, eine konkrete Schätzung des Streitwerts sei zum gegenwärtigen 

Zeitpunkt nicht möglich, sie gehe jedoch davon aus, dass dieser sich in 

einer Grössenordnung von über CHF (...) bewege. 

G.c Mit Schreiben vom 19. September 2017 bat die Beschwerdeführerin 

um Bekanntgabe des Spruchkörpers im vorliegenden Verfahren, um des-

sen Zusammensetzung anhand ihres Anspruchs auf ein unbefangenes 

Gericht prüfen zu können. Das Bundesverwaltungsgericht entsprach die-

sem Ersuchen mit Verfügung vom 26. September 2017.  

G.d  Am 16. Oktober 2017 reichte die Vorinstanz nach Fristerstreckung 

ihre Vernehmlassung ein. Die Beschwerdeführerin reichte ihre Replik 

nach Fristerstreckung am 15. Januar 2018 ein und legte hierbei den 

Ergänzungsvertrag vor. 

 

G.e  Mit Urteil vom 3. Mai 2018 ist das Bundesverwaltungsgericht man-

gels Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin nicht auf die Be-

schwerde eingetreten (nachfolgend: Ausgangsurteil). Das Bundesverwal-

tungsgericht begründete sein Urteil im Wesentlichen damit, dass kein 

ausreichendes Rechtsschutzinteresse gegeben sei, wenn nicht alle 

Transaktionsparteien, die an einem Zusammenschlussvorhaben beteiligt 

sind, eine Beschwerde gegen eine Untersagungsverfügung erheben. 

Denn andernfalls könnte eine Beschwerde führende Transaktionspartei 

die anderen Transaktionsparteien angesichts der gemäss Art. 34 KG 

schwebend unwirksamen Transaktionsvereinbarung daran hindern, an-

derweitige wirtschaftliche Verhaltensweisen, die aus deren Sicht aufgrund 

der behördlichen Untersagung des jeweiligen Zusammenschlussvorha-

bens angezeigt seien, wahrzunehmen (vgl. Ausgangsurteil, E. 19). Gera-

de ein marktbeherrschendes Unternehmen könnte dadurch ansonsten ei-

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Seite 8 

ne kleinere Transaktionspartei an einer sinnvollen und notwendigen wirt-

schaftlichen Weiterführung der Geschäftstätigkeiten hindern (vgl. Aus-

gangsurteil, E. 26 ff.). 

H.  Verfahren vor Bundesgericht (2C_509/2018) 

H.a  Am 7. Juni 2018 erhob die Beschwerdeführerin gegen das Aus-

gangsurteil Beschwerde beim Bundesgericht mit den Anträgen: (1) Das 

Ausgangsurteil sei aufzuheben und das streitige Zusammenschlussvor-

haben sei ohne Auflagen zu bewilligen; (2) eventualiter sei das streitige 

Zusammenschlussvorhaben mit den gemäss dem vorliegenden Untersa-

gungsbescheid von den beteiligten Unternehmen vorgeschlagenen Aufla-

gen zu bewilligen; (3) subeventualiter sei das Ausgangsurteil vollumfäng-

lich aufzuheben und das Bundesverwaltungsgericht anzuweisen, auf die 

Beschwerde einzutreten; (4) subsubeventualiter sei durch das Bundesge-

richt festzustellen, dass das Ausgangsurteil und der Untersagungsbe-

scheid rechtswidrig seien. 

H.b  Tamedia reichte ihre Stellungnahmen zur Beschwerde der Be-

schwerdeführerin am 18. Juli und 23. August 2018 beim Bundesgericht 

ein. Am 14. August 2018 reichte die Wettbewerbskommission ihre Ver-

nehmlassung beim Bundesgericht ein, mit der sie beantragte, auf die An-

träge 1 und 2 nicht einzutreten und – soweit darauf eingetreten werde –

die Anträge 3 und 4 abzuweisen. Das Bundesverwaltungsgericht verzich-

tete mit Schreiben vom 26. Juli 2018 auf eine Vernehmlassung. Am 

21. Dezember 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine ergänzende 

Stellungnahme beim Bundesgericht ein. 

H.c  Mit Urteil vom 24. Juni 2019 hiess das Bundesgericht die Beschwer-

de der Beschwerdeführerin gut, soweit darauf eingetreten wurde (nach-

folgend: Aufhebungsurteil). Das Ausgangsurteil wurde aufgehoben und 

die Sache zu neuer Entscheidung an das Bundesverwaltungsgericht zu-

rückverwiesen. Zur Begründung führte das Bundesgericht im Wesentli-

chen an, dass die Beschwerdeführerin ein Interesse daran habe, dass die 

Fusion vollzogen werde. Die Feststellung des Bundesverwaltungsgerichts 

zur schwebenden Unwirksamkeit des Transaktionsvertrags beruhe auf 

einer unrichtigen Auslegung von Art. 34 KG. Denn der dadurch statuierte 

Aufschub der zivilrechtlichen Wirksamkeit beschlage nicht das Verpflich-

tungs-, sondern nur den Abschluss des Verfügungsgeschäfts. Der Auf-

schub habe nur zur Folge, dass das Zusammenschlussvorhaben erst 

dann vollzogen werden könne, wenn seitens der Wettbewerbsbehörden 

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Seite 9 

keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken mehr dagegen bestehen. Im 

Gegensatz dazu bliebe es den Zusammenschlussparteien auch im Falle 

einer Untersagung des Zusammenschlussvorhabens unbenommen, am 

Verpflichtungsgeschäft festzuhalten bzw. dieses abzuändern. Daher kön-

ne nicht von einer gegen den Willen einer Vertragspartei aufrechterhalte-

nen schwebenden zivilrechtlichen Unwirksamkeit des Zusammenschluss-

vorhabens gesprochen werden, weshalb dieser Aspekt der Bejahung ei-

ner individuellen Beschwerdelegitimation nicht entgegenstehe (vgl. Auf-

hebungsurteil, E. 4). Ein praktisches und aktuelles Interesse an einer 

Neubeurteilung des Zusammenschlussvorhabens wäre nur dann zu ver-

neinen, wenn feststünde, dass Tamedia nicht mehr am Zusammen-

schluss interessiert wäre (vgl. Aufhebungsurteil, E. 5.4). 

I.  Verfahren nach Rückweisung (B-3859/2019) 

I.a  Mit ergänzender Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 

20. Januar 2020 hat die Beschwerdeführerin weitere Anträge gestellt: 

"(1) Es sei festzustellen, dass die Verfügung der Wettbewerbskommission 

vom 22. Mai 2017 rechtswidrig ist.  

(2) Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Bundes." 

I.b  Mit Verfügung vom 28. Januar 2020 stellte das Bundesverwaltungs-

gericht die ergänzende Eingabe der Vorinstanz zur Kenntnisnahme zu. 

I.c  Ebenfalls am 28. Januar 2020 reichte das Bundesverwaltungsgericht 

beim Bundesgericht ein Erläuterungsgesuch zum Aufhebungsurteil ein. 

Das Erläuterungsgesuch umfasste zum einen die Fragen, ob der Unter-

sagungsbescheid aufgrund der fehlenden Erhebung einer Beschwerde 

nach Ablauf der Rechtsmittelfrist durch Tamedia gegenüber dieser in Teil-

rechtskraft erwachsen sei, ob Tamedia sich deshalb im Falle eines Voll-

zugs des streitigen Zusammenschlussvorhabens wegen Widerhandlung 

gegen eine Untersagungsverfügung gemäss Art. 55 KG strafbar machen 

würde, und ob vor diesem Hintergrund dennoch ein schutzwürdiges Inte-

resse der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG 

festzustellen sei. Zum anderen wurde die Frage gestellt, ob ein erneuter 

Nichteintretensentscheid aufgrund der fehlenden Übereinstimmung zwi-

schen dem Wortlaut der Ziff. 1 des Urteilsdispositivs des Aufhebungsur-

teils und dem Wortlaut der Erwägungen 1.3 und 5.5 grundsätzlich zuläs-

sig wäre.  

B-3859/2019 

Seite 10 

I.d  Mit Verfügung vom 18. Februar 2020 bezeichnete das Bundesgericht 

Ticketcorner, die Wettbewerbskommission und Tamedia als weitere Ver-

fahrensbeteiligte im Verfahren um Erläuterung seines Aufhebungsurteils. 

I.e  Am 4. Mai 2020 reichte Ticketcorner ihre Vernehmlassung zum Erläu-

terungsgesuch des Bundesverwaltungsgerichts beim Bundesgericht ein. 

Sie beantragte, auf das Erläuterungsgesuch sei nicht einzutreten, even-

tualiter sei dieses abzuweisen.  

I.f  Mit Urteil vom 12. Juni 2020 wurde das Erläuterungsgesuch durch das 

Bundesgericht abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Das Bun-

desgericht stellte dabei fest, dass in Anbetracht der Erwägungen 1.3 und 

5.5 des Aufhebungsurteils die Ziff. 1 des Dispositivs unmissverständlich 

dahingehend auszulegen sei, dass das Bundesverwaltungsgericht auf die 

Beschwerde der Gesuchstellerin einzutreten und einen materiell-

rechtlichen Entscheid zu treffen habe, weil das Dispositiv insofern mit den 

Entscheidgründen in Einklang stehe. Soweit das Bundesverwaltungsge-

richt aufgrund veränderter Tatsachen erneut einen Nichteintretensent-

scheid fällen wolle, so stelle dies eine neue Frage dar, die nicht vorab 

vom Bundesgericht zu beurteilen sei. 

I.g  Mit Schreiben vom 17. August 2020 reichte die Beschwerdeführerin 

beim Bundesverwaltungsgericht ein Ausstandsbegehren gegenüber dem 

vorsitzenden Richter Stephan Breitenmoser ein. Zu dessen Begründung 

führte sie im Wesentlichen aus, dass das Erläuterungsgesuch die Absicht 

des vorsitzenden Richters offenbare, entgegen den Anweisungen des 

Bundesgerichts wiederum einen Nichteintretensentscheid zu fällen, weil 

er ein weiteres Mal die Beschwerdelegitimation hinterfrage und explizit 

die Frage aufwerfe, ob das Bundesverwaltungsgericht neuerlich einen 

Nichteintretensentscheid fällen könne.  

I.h  Das Bundesverwaltungsgericht hat das Ausstandsbegehren in einem 

gesonderten Verfahren (B-4117/2020) behandelt und mit – formell 

rechtskräftigem – Entscheid vom 30. September 2020 (nachfolgend: Aus-

standsentscheid 1) abgewiesen. Zur Begründung hat es im Wesentlichen 

ausgeführt, es lasse sich dem Erläuterungsgesuch nicht entnehmen, 

dass sich der vorsitzende Richter bereits in einer Art festgelegt hätte, 

dass er einer anderen Bewertung der Sach- und Rechtslage nicht mehr 

zugänglich wäre.  

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Seite 11 

I.i  Am 12. April 2022 reichte die Beschwerdeführerin eine ergänzende 

Eingabe ein. Mit Schreiben vom 25. Mai 2022 verzichtete die Vorinstanz 

auf eine Stellungnahme zu dieser Eingabe. 

I.j  Mit Schreiben vom 27. Januar 2023 beantragte die Beschwerdeführe-

rin Auskunft über den Stand des Verfahrens und die Zusammensetzung 

des Spruchkörpers. Das Bundesverwaltungsgericht erteilte diese mit Ver-

fügung vom 31. Januar 2023. 

I.k  Mit Eingabe vom 7. Februar 2023 reichte die Beschwerdeführerin 

beim Bundesverwaltungsgericht ein Ausstandsbegehren gegen den seit 

Januar 2023 für die Fallbearbeitung eingesetzten Gerichtsschreiber Ralf 

Straub ein.  

I.l   Zur Begründung der behaupteten Befangenheit wurde auf eine angeb-

liche Aussage dieses Gerichtsschreibers in einem Telefonat mit RA 

Dr. Marcel Meinhardt als Vertreter der Beschwerdeführerin im Verfahren 

betreffend Vertrieb von Tickets im Hallenstadion Zürich (vgl. Urteil des 

BVGer B-3618/2013 vom 24. November 2016, Hallenstadion) verwiesen.  

I.m  Mit der eingeholten Stellungnahme vom 7. März 2023 bestritt der be-

troffene Gerichtsschreiber, dass er die behauptete Aussage abgegeben 

habe. 

I.n Das Bundesverwaltungsgericht hat das Ausstandsbegehren mit Zwi-

schenverfügung vom 20. Oktober 2023 (nachfolgend: Ausstandsent-

scheid 2) abgewiesen. Selbst wenn der Gerichtsschreiber in Zusammen-

hang mit dem Verfahren Hallenstadion die betreffende Aussage vorge-

nommen haben sollte, so würde es sich bei einer solchen Aussage nicht 

um eine abschliessende Meinung zu einem laufenden Verfahren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht handeln, sondern höchstens um eine Progno-

se zu einer zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eröffneten Untersu-

chung der Wettbewerbskommission (vgl. Ausstandsentscheid 2, E. 4.6).  

I.o Mit Datum vom 31. Oktober 2023 beantragte die Beschwerdeführerin 

eine Sistierung des Verfahrens. Zur Begründung macht sie im Wesentli-

chen geltend, dass sie gegen den Ausstandsentscheid 2 fristgerecht Be-

schwerde beim Bundesgericht einlegen werde. Der Ausgang des Be-

schwerdeverfahrens vor Bundesgericht über dieses Ausstandsbegehren 

sei zumindest geeignet, den Entscheid im vorliegenden Beschwerdever-

fahren zu beeinflussen. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde 

müssten jegliche Verfahrenshandlungen, an denen Ralf Straub als Ge-

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Seite 12 

richtsschreiber mitgewirkt habe, wiederholt werden. Zudem wäre ein Ur-

teil unter Mitwirkung dieses Gerichtsschreibers im bundesgerichtlichen 

Verfahren aufzuheben. 

I.p Am 2. November 2023 wurde aus gerichtsorganisatorischen Gründen 

Robert Weyeneth als Gerichtsschreiber im vorliegenden Verfahren einge-

setzt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

I.  PROZESSVORAUSSETZUNGEN  

1.  Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 

173.32) nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 

(VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande-

res bestimmt. Danach prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes 

wegen gemäss Art. 7 VwVG sowie mit freier Kognition, ob die Prozess-

voraussetzungen erfüllt sind und ob und in welchem Umfang auf eine Be-

schwerde einzutreten ist (ständige Rechtsprechung seit BVGE 2007/6 

E. 1).  

1)  Sachliche Zuständigkeit 

2.  Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer der 

in Art. 33 VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden, soweit keine der 

in Art. 32 VGG aufgeführten Ausnahmen gegeben ist.  

3.  Der vorliegende Untersagungsbescheid stellt eine Verfügung im Sinne 

von Art. 5 VwVG dar. Bei der Wettbewerbskommission handelt es sich um 

eine eidgenössische Kommission im Sinne von Art. 33 Bst. f VGG. Da 

keine Ausnahme von der sachlichen Zuständigkeit im Sinne von Art. 32 

VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Behandlung der Be-

schwerde sachlich zuständig. 

2)  Prozessfähigkeit  

4.  Die Beschwerdeführerin ist eine im Handelsregister eingetragene Akti-

engesellschaft und damit als juristische Person des Privatrechts rechtsfä-

hig und über ihre Organe handlungsfähig. Die Voraussetzungen ihrer 

Prozessfähigkeit gemäss Art. 6 VwVG sind somit gegeben. 

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Seite 13 

3)  Beschwerdelegitimation 

5.  Das Vorliegen einer ausreichenden Beschwerdelegitimation ist ange-

sichts der seit dem Aufhebungsurteil eingetretenen Veränderung der 

Sachlage wiederum von Amtes wegen zu prüfen. 

6. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie trotz des Rücktritts 

von der Transaktionsvereinbarung am 20. Dezember 2020 seitens Tame-

dia nach wie vor ein aktuelles und praktisches Rechtsschutzinteresse 

sowohl an der materiell-rechtlichen Überprüfung des vorliegenden Unter-

sagungsbescheids gemäss Art. 10 Abs. 2 Bst. a KG als auch an der Fest-

stellung von dessen Rechtswidrigkeit durch das Bundesverwaltungsge-

richt habe. 

7.  Der Antrag auf Feststellung der Rechtswidrigkeit sei bereits im Antrag 

der Beschwerdeführerin auf Aufhebung des vorliegenden Untersagungs-

bescheids in ihrer Beschwerde enthalten gewesen. Die Beschwerdefüh-

rerin habe diesen Antrag in der Eingabe vom 20. Januar 2020 lediglich 

der guten Ordnung halber ausformuliert. 

8.  Angesichts dessen, dass für die Feststellung des Sachverhalts der 

Zeitpunkt des Beschwerdeentscheids massgebend sei und dem Bundes-

verwaltungsgericht gemäss Art. 37 VGG i.V.m. Art. 12 ff. und Art. 49 

VwVG volle Kognition zukomme, seien auch Tatsachen zu berücksichti-

gen, die sich erst nach dem vorinstanzlichen Entscheid ergeben hätten. 

9.  So hätten sich die Marktverhältnisse seit dem vorliegenden Untersa-

gungsbescheid infolge der Covid-19-Pandemie radikal verändert. Zwi-

schen Februar 2020 und der Einführung der Zertifikatspflicht im Juni 2021 

seien praktisch keinerlei (Gross-)Veranstaltungen mehr durchgeführt 

worden. Auch danach seien Veranstaltungen durch die Zertifikatspflicht 

bis zu deren vollständiger Aufhebung Anfang 2022 erheblichen Ein-

schränkungen unterworfen gewesen. Der Marktanteil von Ticketcorner sei 

dadurch quasi auf null gesetzt worden. Wie sich die Marktverhältnisse bei 

Aufnahme des Normalbetriebs entwickeln würden, sei daher vollkommen 

offen. Dies gelte insbesondere unter Berücksichtigung des zwischenzeitli-

chen Markteintritts neuer Unternehmen und des drohenden Zusammen-

schlusses bestehender Unternehmen aufgrund von wirtschaftlichen Not-

wendigkeiten nach der Pandemie.  

10.  Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Bundesver-

waltungsgerichts sei das Vorliegen eines aktuellen und praktischen 

B-3859/2019 

Seite 14 

Rechtsschutzinteresses zu bejahen, wenn durch den Ausgang des Ver-

fahrens die tatsächliche oder rechtliche Situation eines Beschwerdefüh-

rers noch beeinflusst werden könne. 

11.  Diese Rechtsprechung habe das Bundesgericht auch bei einer Miet-

streitigkeit zwischen zwei Mietparteien bestätigt und das schutzwürdige 

Interesse der Parteien an der Beurteilung ihrer Beschwerden trotz der 

Ankündigung einer Partei, die Mieträumlichkeiten zu verlassen, bejaht 

(vgl. Urteil des BGer 4A_653/2018 vom 4. November 2019). 

12.  Vorliegend könne durch den Ausgang des Beschwerdeverfahrens die 

tatsächliche und rechtliche Situation der Beschwerdeführerin ungeachtet 

des Vertragsrücktritts seitens Tamedia noch beeinflusst werden. Würde 

der Untersagungsbescheid nämlich in Rechtskraft erwachsen, hätte dies 

weitreichende Konsequenzen für die Beschwerdeführerin, ohne dass der 

Untersagungsbescheid je durch ein Gericht überprüft worden wäre. Denn 

die richterliche Überprüfung des Untersagungsbescheids sei für die Be-

schwerdeführerin sowohl für die von Ticketcorner abgeschlossenen Ex-

klusivverträge als auch für zukünftige Zusammenschlussvorhaben von 

bedeutendem Interesse. 

13.  So würden die von der Beschwerdeführerin abgeschlossenen oder 

neu abzuschliessenden Exklusivverträge aufgrund der durch den vorlie-

genden Untersagungsbescheid festgestellten "überragenden Marktstel-

lung" von Ticketcorner nach Rechtskraft des Untersagungsbescheids un-

gültig werden. Dies werde auch im Ausgangsurteil festgehalten. 

14.  Darüber hinaus müsse die Beschwerdeführerin angesichts der Fest-

stellungen im vorliegenden Untersagungsbescheid davon ausgehen, 

dass die Vorinstanz auch künftige Zusammenschlussvorhaben der Be-

schwerdeführerin im Ticketingbereich untersagen werde. Eine neuerliche 

Untersagung eines Unternehmenszusammenschlusses durch die Vor-

instanz könnte jedoch nie rechtzeitig gerichtlich überprüft werden. Dies 

belege das vorliegende Beschwerdeverfahren. 

15.  Damit sei die Beschwerdeführerin aufgrund des Untersagungsbe-

scheids für potenzielle Verkäufer von Unternehmensanteilen von vornhe-

rein uninteressant. Sie käme für kein Unternehmen mehr als Käuferin in 

Frage. Diese Problematik akzentuiere sich, falls Starticket in Zukunft er-

neut zum Verkauf angeboten werden sollte. Der Untersagungsbescheid 

B-3859/2019 

Seite 15 

entfalte auch in dieser Hinsicht eine für die Beschwerdeführerin nachteili-

ge Präjudizwirkung. 

16.  Aus diesem Grund habe auch der deutsche Bundesgerichtshof in 

seinem Entscheid zum gescheiterten Zusammenschlussvorhaben zwi-

schen dem Springer-Verlag und den Fernsehsendern ProSieben/SAT1 

(vgl. Urteil des BGH KVR 30/06 vom 25. September 2007) festgehalten, 

dass ein vom deutschen Bundeskartellamt untersagter Zusammen-

schluss aufgrund bestehender wirtschaftlicher Zwänge häufig aufgegeben 

werden müsse, bevor es zu einer gerichtlichen Überprüfung der Ent-

scheidung des Bundeskartellamts komme. Während das kartellamtliche 

Verfahren innerhalb einer gesetzlich festgelegten Frist abgeschlossen 

sein müsse, sei der Rechtsschutz gegen eine Untersagung nicht in ver-

gleichbar kurzer Zeit zu erlangen. Werde das Zusammenschlussvorhaben 

aufgegeben, etwa weil der Verkäufer – wie vorliegend Tamedia – nicht be-

reit sei, den Ausgang des Verfahrens vor den Gerichten abzuwarten, er-

ledige sich zwar die Untersagung des Zusammenschlussvorhabens. Der 

Käufer könne aber gleichwohl in besonders gelagerten Fällen ein erhebli-

ches Interesse an der Klärung der aufgeworfenen Tatsachen- und 

Rechtsfragen haben, etwa wenn er damit rechnen müsse, dass ihm im 

Falle zukünftiger Akquisitionen die Argumente aus der früheren Entschei-

dung entgegengehalten und künftige Zusammenschlussvorhaben eben-

falls untersagt würden. Der Bundesgerichtshof habe dem Springer-Verlag 

aus diesen Gründen ein Rechtsschutzinteresse an der richterlichen 

Überprüfung des gescheiterten Zusammenschlussvorhabens zugespro-

chen. 

17.  Diese Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs entspreche auch 

derjenigen des Gerichts der Europäischen Union (EuG) in den Fällen 

Gencor, Kesko und MCI (vgl. E. 78 ff.). Danach stelle der Wegfall der ver-

traglichen Grundlage des Zusammenschlusses für sich allein keinen 

Grund dar, welcher die gerichtliche Überprüfung der Untersagung eines 

Zusammenschlussvorhabens durch die EU-Kommission ausschliessen 

könne. Dasselbe müsse demnach auch für die Schweizer Rechtsordnung 

gelten. 

18.  Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung sei ausnahmsweise auf das Erfordernis 

eines aktuellen und praktischen Rechtsschutzinteresses zu verzichten, 

wenn die mit der Beschwerde gerügte Rechtsverletzung sich jederzeit 

wiederholen könne und eine rechtzeitige gerichtliche Überprüfung im Ein-

B-3859/2019 

Seite 16 

zelfall anders kaum je möglich wäre. Der Beschwerdeführerin sei damit 

eventualiter zumindest ein virtuelles Rechtsschutzinteresse zuzugeste-

hen. 

19.  Die Beschwerdeführerin müsse – wie dargelegt – angesichts der 

Feststellungen im vorliegenden Untersagungsbescheid davon ausgehen, 

dass die Vorinstanz auch ihre zukünftigen Zusammenschlussvorhaben im 

Ticketingbereich und insbesondere ein erneutes Vorhaben, Starticket zu 

erwerben, untersagen würde. Eine neuerliche Untersagung durch die Vor-

instanz könnte jedoch – wie das vorliegende Beschwerdeverfahren auf-

zeige – nie rechtzeitig gerichtlich überprüft werden. Dies könne nicht rich-

tig sein. Das Bundesverwaltungsgericht sei auch deshalb angehalten, 

den vorliegenden Untersagungsbescheid nach Massgabe von Art. 10 

Abs. 2 Bst. a KG materiell-rechtlich zu beurteilen. 

20. Die Vorinstanz hat nach Rückweisung des Urteils auf eine Stellung-

nahme verzichtet, nachdem sie das Vorliegen einer Beschwerdelegitima-

tion der Beschwerdeführerin gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG bereits 

zu Beginn des Beschwerdeverfahrens verneint hatte. 

21.  Die Beschwerdelegitimation verlangt gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 37 VGG, dass ein Beschwerdeführer am vorinstanzlichen Ver-

fahren teilgenommen hat oder ihm keine Möglichkeit zur Teilnahme einge-

räumt wurde, er durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist 

und zudem ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat. 

22.  Diese Vorschrift ist gemäss Art. 39 KG auch für Kar-

tell(gerichts)verfahren massgebend, weil das Kartellgesetz keine abwei-

chenden Regelungen hierzu vorsieht.  

23.  Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-

nommen und sie wurde als Transaktionspartei aufgrund der Untersagung 

des streitigen Zusammenschlussvorhabens durch den vorliegenden Un-

tersagungsbescheid besonders berührt. 

24.  Es stellt sich sodann die Frage, ob der Beschwerdeführerin ein 

schutzwürdiges Interesse zukommt, dass die vorinstanzliche Untersa-

gung des streitigen Zusammenschlussvorhabens im Rahmen des vorlie-

genden Beschwerdeverfahrens materiell überprüft wird.  

25. Die Beschwerdeführerin beantragt mit ergänzender Eingabe vom 

20. Januar 2020 die Feststellung, dass der Untersagungsbescheid 

B-3859/2019 

Seite 17 

rechtswidrig sei. Sie führt diesbezüglich aus, der Antrag auf Feststellung 

der Rechtswidrigkeit sei bereits in ihrem in der Beschwerde gestellten An-

trag auf Aufhebung des Untersagungsbescheids enthalten gewesen. Sie 

habe den Antrag in ihrer Eingabe vom 20. Januar 2020 lediglich der guten 

Ordnung halber ausformuliert.  

26.  Feststellungsentscheide sind gegenüber Gestaltungs- oder Leis-

tungsentscheiden subsidiär (vgl. BGE 131 I 166 E. 1.4; SEETHA-

LER/PORTMANN, in: Praxiskommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 52 N. 36); ent-

sprechend sind Feststellungsbegehren nur zulässig, wenn ein Gestal-

tungs- oder Leistungsbegehren nicht möglich ist. Vorliegend hat die Be-

schwerdeführerin in ihrer Beschwerde einen Antrag auf Aufhebung ge-

stellt. Sie hat deshalb kein schutzwürdiges Interesse an einer Feststel-

lung der Rechtswidrigkeit. Auf den entsprechenden Antrag ist nicht einzu-

treten.  

27.  Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Bundesver-

waltungsgerichts ist ein Interesse in der Regel nur dann als schutzwürdig 

zu qualifizieren, wenn ein Beschwerdeführer aus einer allfälligen Aufhe-

bung oder Änderung des angefochtenen Entscheids einen praktischen 

Nutzen ziehen oder einen materiellen oder ideellen Nachteil vermeiden 

kann, den dieser Entscheid mit sich bringen würde (vgl. BGE 140 II 214 

E. 2.1; 136 II 304 E. 2.3.1; 131 II 587 E. 2.1, 4.1.1; 123 II 376 E. 2; BVGE 

2014/48 E. 1.3.3.4; 2013/56 E. 1.3.2; 2012/33 E. 1.2; 2010/12 E. 2.2, 4.3; 

2009/31 E. 3.1; 2009/9 E. 1.2). Insofern muss die tatsächliche oder recht-

liche Situation des Beschwerdeführers durch den Ausgang des Verfah-

rens in relevanter Weise unmittelbar beeinflusst werden können (vgl. 

BGE 141 II 14 E. 4.4; 140 II 214 E. 2.1; 139 II 279 E. 2.2; 135 II 172 

E. 2.1; BVGE 2009/10 E. 6.2.8). Das jeweilige Interesse muss demnach 

im Urteilszeitpunkt noch aktuell und praktisch sein, weil der mit der ange-

fochtenen Verfügung verbundene strittige Nachteil noch besteht und 

durch ein Urteil auch behoben werden könnte (vgl. BGE 141 II 14 E. 4.4; 

131 II 361 E. 1.2; Urteil des BGer 1A.253/2005 vom 17. Februar 2006 

E. 2.1.2; BVGE 2013/56 E. 1.3.1; 2013/33 E. 1.4; 2013/21 E. 3.1; 2012/33 

E. 1.2; 2011/47 E. 1.4.2; 2010/37 E. 2.1; 2009/31 E. 3.1; 2009/9 E. 1.2.1).  

28. Gemäss der Rechtsauffassung des Bundesgerichts im Aufhebungsur-

teil bestand auch nach Erlass des vorliegenden Untersagungsbescheids 

eine wirksame schuldrechtliche Transaktionsvereinbarung, weil die 

schwebende Unwirksamkeit infolge der fehlenden behördlichen Geneh-

migung nur das Verfügungsgeschäft, nicht aber das Verpflichtungsge-

B-3859/2019 

Seite 18 

schäft beschlage (vgl. Sachverhalt, H.c). Mithin waren die Transaktions-

parteien auch weiterhin an den Transaktionsvertrag und den damit ver-

bundenen Vertragszweck im Hinblick auf die Verwirklichung des Zusam-

menschlussvorhabens gebunden.  

29.  Am 20. Dezember 2020 hat Tamedia gegenüber der Beschwerdefüh-

rerin ihren Rücktritt von dem Transaktionsvertrag erklärt (vgl. Sachverhalt, 

D.e). Aufgrund dieser, dem Ergänzungsvertrag entsprechenden und da-

mit wirksamen Rücktrittserklärung (vgl. Sachverhalt, D.d) ist der Transak-

tionsvertrag somit zu diesem Zeitpunkt unwirksam geworden. Angesichts 

der ausdrücklichen Vereinbarung eines unbefristeten Rücktrittsrechts so-

wie der Übernahme der Kosten für das Beschwerdeverfahren durch die 

Beschwerdeführerin und der Entrichtung einer Ausgleichszahlung durch 

die Beschwerdeführerin an Tamedia im Rahmen des nach Beschwerde-

erhebung von den Parteien abgeschlossenen und von der Beschwerde-

führerin eingereichten Ergänzungsvertrags sind auch keine Vorbehalte 

gegenüber der Wirksamkeit einer entsprechenden Rücktrittserklärung 

auszumachen.  

30.  Darüber hinaus hat Tamedia ihren 100%-igen Anteil an Starticket 

vollständig an die See Tickets verkauft und dies am 9. Januar 2021 auch 

öffentlich bekannt gegeben (vgl. Sachverhalt, D.f). Eine Einbringung die-

ser Beteiligung in Ticketcorner als Gegenleistung für den Erwerb eines 

Anteils an dieser Gesellschaft ist daher nunmehr auch aus tatsächlichen 

Gründen ausgeschlossen. Damit kann ein wesentliches Element des 

Transaktionsvertrags ungeachtet von dessen zwischenzeitlich eingetrete-

ner Unwirksamkeit nicht mehr umgesetzt und von Tamedia auch nicht 

mehr erfüllt werden. 

31.  Somit liegt ein Transaktionsabbruch vor, d.h. eine Sachverhaltskons-

tellation, bei dem das Zusammenschlussvorhaben nach Erlass einer Un-

tersagungsverfügung zumindest von einer Transaktionspartei nicht wei-

terverfolgt wird. Denn Tamedia als Transaktionspartei hat mit dem Ver-

kauf der Anteile an dem Transaktionsobjekt unzweifelhaft deutlich ge-

macht, dass sie kein Interesse mehr an einer weiteren Durchführung des 

Zusammenschlussvorhabens hat. Eine Durchführung des Zusammen-

schlussvorhabens ist daher sowohl rechtlich als auch tatsächlich endgül-

tig ausgeschlossen.  

32.  Demnach könnte auch ein positiver inhaltlicher Beschwerdeentscheid 

zu Gunsten der Beschwerdeführerin keine Änderung dieser Sach- und 

B-3859/2019 

Seite 19 

Rechtslage herbeiführen, weshalb ein solcher auch keinen praktischen 

Nutzen mehr für diese hätte. In diesem Sinne führt der Aufhebungsent-

scheid aus, ein aktuelles und praktisches Interesse an einer Neubeurtei-

lung des Zusammenschlussvorhabens wäre dann zu verneinen, wenn 

feststünde, dass Tamedia nicht mehr am Zusammenschluss interessiert 

sei (vgl. Urteil des BGer 2C_509/2018 vom 24. Juni 2019 E. 4.3 f. und 

5.4 i.f.). 

33. Damit ist die Frage zu beantworten, ob eine materiell-rechtliche Beur-

teilung des Zusammenschlussvorhabens im Rahmen des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens und eine sich daraus ergebende Gutheissung der 

Beschwerde zu einer Änderung des jetzt bestehenden rechtlichen oder 

tatsächlichen Status der Beschwerdeführerin und damit zu einer Nach-

teilsvermeidung für die Beschwerdeführerin – wie von ihr geltend ge-

macht (vgl. E. 10 ff.) – führen würde. Eine Nachteilsvermeidung könnte 

sich dabei aus mehreren Gründen ergeben. 

34. Inhaltlich kann der Untersagungsbescheid infolge der Unwirksamkeit 

des Transaktionsvertrags und des anderweitigen Verkaufs eines Transak-

tionsobjekts keine Rechtswirkung mehr entfalten, weil der Gegenstand 

der Untersuchung unmöglich geworden und die Untersagung nach Ziff. 1 

des Dispositivs des Untersagungsbescheids demnach ihres Gehalts ent-

leert ist. Es bedarf daher keiner Aufhebung des Untersagungsbescheids 

mehr, um die Rechtswirkung der Untersagung zu unterbinden. Demzufol-

ge erübrigt sich von vornherein auch eine materiell-rechtliche Prüfung der 

Rechtslage. 

35.  Die Behauptung der Beschwerdeführerin (vgl. E. 11), dass das 

Rechtsschutzinteresse aufgrund einer entsprechenden Anwendung eines 

Bundesgerichtsentscheids in einem mietrechtlichen Verfahren (vgl. Urteil 

des BGer 4A_653/2018 vom 14. November 2019 E. 4.2, wonach die An-

kündigung einer Mieterin, das Mietobjekt zu verlassen, nicht zu einem 

Wegfall des Rechtschutzinteresses von Vermieterin und Mieterin führe) 

bejaht werden müsse, vermag diese Beurteilung nicht zu ändern. Denn 

ein parteiautonom abgeschlossenes und tatsächlich umgesetztes Miet-

verhältnis mit dem Erfordernis einer Rückgabe der Mietsache und in casu 

einer Verlängerungsoption lässt sich sowohl hinsichtlich der Ausgangsla-

ge als auch in Bezug auf die damit einhergehenden Ansprüche der Ver-

tragsparteien – bis hin zu einem Schadenersatzanspruch wegen einer 

rechtswidrigen Kündigung des Mietverhältnisses – nicht mit der behördli-

chen Untersagung einer Transaktionsvereinbarung für einen genehmi-

B-3859/2019 

Seite 20 

gungspflichtigen Unternehmenszusammenschluss vergleichen, dessen 

vertragliche Leistungspflichten erst nach der Genehmigung des Zusam-

menschlusses tatsächlich umgesetzt werden dürfen.  

36.  Die Beschwerdeführerin trägt diesbezüglich auch in keiner Weise vor, 

welche inhaltlichen Rechtswirkungen sich aus einem materiellen Be-

schwerdeentscheid trotz der Unmöglichkeit einer tatsächlichen Umset-

zung des Zusammenschlussvorhabens ergeben sollten. 

37. Die Kostenentscheidung in Ziff. 2 des Dispositivs des vorliegenden 

Untersagungsbescheids weist ebenfalls keine Rechtswirkung auf, die bei 

einer Gutheissung der Beschwerde im vorliegenden Verfahren eine Ab-

änderung erfährt. 

38.  Die Vorinstanz hat für das vorinstanzliche Verfahren Verfahrenskos-

ten in der Höhe von CHF 160'000.- erhoben, die den Transaktionspartei-

en zu gleichen Teilen auferlegt wurden. Diese Kosten setzen sich gemäss 

Art. 1 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 4 Abs. 3 GebV-KG aus einer Pauschalge-

bühr in der Höhe von CHF 5'000.- und einer nach Zeitaufwand berechne-

ten Gebühr gemäss Art. 53a Abs. 2 KG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Bst. c sowie 

Art. 4 Abs. 1 und 2 GebV-KG in der Höhe von CHF 155'000.- zusammen. 

Diese Kostenentscheidung wurde von der Beschwerdeführerin inhaltlich 

nicht in Frage gestellt, weshalb es hierzu keiner Entscheidung bedarf. 

39.  Darüber hinaus erfasst die Gebührenpflicht die meldenden Unter-

nehmen aufgrund des auch in kartellrechtlichen Verfahren gemäss Art. 2 

GebV-KG geltenden Verursacherprinzips. Die Gebühr fällt deshalb unab-

hängig vom Verfahrensausgang an. Sie ist demnach auch dann geschul-

det, wenn die Vorinstanz ein Zusammenschlussvorhaben genehmigt. 

Dementsprechend sieht die Gebührenverordnung hierfür auch keinen 

Gebührenerlass vor (vgl. RITSCHARD/SPÜHLER, in: Dike-Kommentar KG, 

2018, Art. 32 N. 105; TAGMANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 2021, 

Art. 53a N. 13).  

40.  Auch eine Gutheissung der Beschwerde würde demzufolge nicht zu 

einer Aufhebung der Kostenentscheidung des Untersagungsbescheids 

führen. 

41. Dem Untersagungsbescheid kommt für zukünftige Zusammen-

schlussvorhaben der Beschwerdeführerin auch keine Bedeutung im Hin-

blick auf Art. 9 Abs. 4 KG zu. Danach entsteht eine selbständige Melde-

pflicht für ein an einem Zusammenschluss beteiligtes Unternehmen, 

B-3859/2019 

Seite 21 

wenn in einem Verfahren nach dem Kartellgesetz rechtskräftig festgestellt 

wird, dass dieses eine marktbeherrschende Stellung im Sinne von Art. 4 

Abs. 2 KG hat. Entscheidend ist demzufolge, ob das Dispositiv, d.h. die 

Entscheidformel, eine marktbeherrschende Stellung rechtskräftig fest-

stellt. Dies vor dem Hintergrund, dass einzig das Dispositiv, nicht aber die 

Sachverhaltsfeststellungen oder die rechtlichen Erwägungen der Ent-

scheidung der Rechtskraft unterliegen (vgl. BGE 140 I 114 E. 2.4.2; BGE 

121 III 474 E. 4a). 

42. Die Vorinstanz hat jedoch im Dispositiv des Untersagungsbescheids 

keine Feststellungen über eine allfällige marktbeherrschende Stellung ei-

nes der am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen getroffen. Weite-

re Erwägungen zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung über die Zuläs-

sigkeit von Feststellungen im Dispositiv (vgl. BGE 137 II 199 E. 6.2, Ter-

minierung Mobilfunk) erübrigen sich deshalb.  

43. Der Untersagungsbescheid führt bei der Prüfung einer Marktbeherr-

schung zwar aus, dass Ticketcorner gegenüber seinen Konkurrenten 

über eine überragende Stellung am Markt verfüge, die insbesondere 

durch eine Vielzahl von vertraglichen Exklusivitäten mit Veranstaltungs-

stätten, Veranstaltern und Verkaufsstätten noch verstärkt werde (vgl. Ver-

fügung, Rz. 275). Deshalb bestünden starke Indizien, dass Ticketcorner 

sich auf dem Markt für Fremdvertriebsdienstleistungen in wesentlichem 

Umfang unabhängig von anderen Marktteilnehmern verhalten könne und 

damit marktbeherrschend sei. Dennoch wird abschliessend gerade keine 

eindeutige Bewertung vorgenommen, sondern alternativ auf eine Verstär-

kung oder eine Begründung einer marktbeherrschenden Stellung abge-

stellt (Art. 10 Abs. 2 Bst. a KG), je nachdem ob bereits eine marktbeherr-

schende Stellung von Ticketcorner angenommen wird oder nicht (vgl. 

Verfügung, Rz. 384). 

44.  Der vorliegende Untersagungsbescheid nimmt demzufolge keine 

eindeutige Feststellung einer bereits vor Umsetzung des Zusammen-

schlussvorhabens bestehenden marktbeherrschenden Stellung von Ti-

cketcorner vor. Der vorliegende Untersagungsbescheid bildet somit keine 

ausreichende rechtliche Grundlage für die Entstehung einer Meldepflicht 

gemäss Art. 9 Abs. 4 KG. 

45.  Demzufolge kann der vorliegende Untersagungsbescheid für die 

Entstehung einer Meldepflicht nach Art. 9 Abs. 4 KG keine Bedeutung er-

B-3859/2019 

Seite 22 

langen, weshalb durch ihn für die Beschwerdeführerin auch kein entspre-

chender Nachteil entstehen kann.  

46.  Es stellt sich jedoch die Frage, ob besondere Sachverhaltskonstella-

tionen vorliegen, die von der Beschwerdeführerin mit ihrem Verweis auf 

Entscheidungen des Wettbewerbsrechts der Europäischen Union (EU) 

ausdrücklich hervorgehoben werden und die ein Rechtschutzinteresse 

der Beschwerdeführerin allenfalls hätten begründen können. 

47.  Im vorliegenden Fall liegt jedenfalls keine Vorkaufskonstellation wie 

im Verfahren Gencor (EuG, T-102/9, EU:T:1999:65, Gencor) vor, bei der 

einer Transaktionspartei aus sonstigen Gründen ein Vorkaufsrecht bei ei-

nem anderweitigen Verkauf von Anteilen des Transaktionsobjekts zu-

stehen würde und die Untersagung des Zusammenschlussvorhabens zu-

gleich eine rechtswirksame Ausübung dieses Vorkaufsrecht in der Zu-

kunft verunmöglichen würde. Denn der Beschwerdeführerin steht weder 

direkt noch indirekt ein Vorkaufsrecht bei einem anderweitigen Verkauf 

von Anteilen an Starticket zu, weshalb sie durch den Untersagungsbe-

scheid auch nicht an einer wirksamen Ausübung dieses Rechts in der 

Zukunft gehindert werden könnte. 

48.  Es liegt auch keine Entflechtungskonstellation wie im Verfahren Kes-

ko (vgl. EuG, T-22/97, EU:T:1999:327, Kesko) vor, bei der die Untersa-

gungsverfügung (auch) eine Anordnung zur Veräusserung des Transakti-

onsobjekts und eine dadurch bedingte Rückgängigmachung des vorgän-

gig bereits umgesetzten Zusammenschlussvorhabens begründete und 

dem die Transaktionsparteien in der Folge möglicherweise unnötiger-

weise nachgekommen wären, soweit sich die Untersagungsverfügung 

nachträglich als rechtsfehlerhaft erweisen sollte. Denn der Untersa-

gungsbescheid sieht keine Anordnung zur Veräusserung eines Transak-

tionsobjekts oder eine sonstige Auflage vor, die von der Beschwerdefüh-

rerin unnötigerweise hätte umgesetzt werden können, falls der Untersa-

gungsbescheid nachträglich als rechtswidrig qualifiziert worden wäre. 

49.  Es liegt ebenso wenig eine Rückzugskonstellation wie im Verfahren 

MCI (vgl. EuG, T-310/00, EU:T:2004:275, MCI) vor, bei der die Meldung 

eines Zusammenschlussvorhabens von den Transaktionsparteien bereits 

vor Erlass der Untersagungsverfügung rechtswirksam zurückgezogen 

worden war, weshalb eine Untersagung einschliesslich der sie tragenden 

Feststellungen von der zuständigen Behörde gar nicht mehr hätte ausge-

sprochen werden dürfen.  

B-3859/2019 

Seite 23 

50. Anderweitige besondere Sachverhaltskonstellationen sind ebenfalls 

nicht ersichtlich und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht gel-

tend gemacht. Demnach liegen auch keine besonderen Sachverhalts-

konstellationen vor, die zu einer anderen Beurteilung des rechtlichen oder 

tatsächlichen Status der Beschwerdeführerin hätten führen können. 

51. Des Weiteren stellt sich die Frage, ob das Vorbringen der Beschwer-

deführerin (vgl. E. 13) zutreffend ist, wonach die bereits abgeschlossenen 

sowie neu abzuschliessende Exklusivitätsklauseln aufgrund der im Unter-

sagungsbescheid festgestellten überragenden Marktstellung von Ticket-

corner nach dessen Rechtskraft ungültig werden.  

52.  Die Verträge von Ticketcorner mit Veranstaltungs- und Verkaufsstät-

ten sowie Veranstaltern weisen besondere Exklusivitätsklauseln auf (vgl. 

Verfügung, Rz. 282 ff., 302 ff., 308 ff.). So bestehen zwischen den Betrei-

bern des Hallenstadions Zürich und der (früheren: Samsung-) Hall in Dü-

bendorf als Veranstaltungsstätten besondere Regelungen, die Ticketcor-

ner eine Exklusivität für den Ticketvertrieb bei Veranstaltungen in diesen 

Lokalitäten zusichern (vgl. Verfügung, Rz. 282). 

53. Es ist für die Rechtswirksamkeit der von der Beschwerdeführerin ver-

wendeten Exklusivitätsklauseln jedoch unerheblich, ob die Vorinstanz das 

streitige Zusammenschlussvorhaben untersagt oder genehmigt und ob 

sie dabei eine Feststellung zur Marktbeherrschung von Ticketcorner ge-

troffen hat oder nicht.  

54.  Dem vorliegenden Untersagungsbescheid kommt demnach keine re-

levante Bedeutung im Hinblick auf die wettbewerbsrechtliche Beurteilung 

der von Ticketcorner vereinbarten Exklusivitätsklauseln zu. Sobald Ti-

cketcorner aber eine marktbeherrschende Stellung auf einem Markt – wie 

zum Beispiel demjenigen der Fremdvertriebsdienstleistungen – innehat, 

kann die Verwendung der jeweiligen Exklusivitätsklausel – soweit sie 

denn auch wegen einer fehlenden Rechtfertigung zu einer Behinderung 

oder Ausbeutung anderer Marktteilnehmer führt – einen Marktmachtmiss-

brauch gemäss Art. 7 KG darstellen. Zudem ergibt sich daraus auch die 

Möglichkeit einer unzulässigen Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 KG. 

55.  Selbst wenn die Behauptung der Beschwerdeführerin zutreffend wä-

re, käme ihrem Vorbringen dennoch keine Bedeutung zu, weil der vorlie-

gende Untersagungsbescheid, wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 41 ff.), 

B-3859/2019 

Seite 24 

gerade keine Feststellung einer marktbeherrschenden Stellung von Ti-

cketcorner vorgenommen hat. 

56. Darüber hinaus sind keine anderweitigen Gründe ersichtlich, die Ein-

fluss auf den rechtlichen oder tatsächlichen Status der Beschwerdeführe-

rin nehmen könnten. Mit Ausnahme der Geltendmachung eines virtuellen 

Rechtsschutzinteresses (vgl. E. 72 ff.) und einer Übernahme der Anforde-

rungen des EU-Wettbewerbsrechts an die Zulässigkeit eines Rechtsmit-

tels (vgl. E.  81 ff.) trägt die Beschwerdeführerin auch keine entsprechen-

den Gründe vor. 

57. Zusammenfassend ist daher im Lichte der allgemeinen Anforderun-

gen der Rechtsprechung festzustellen, dass das von der Beschwerdefüh-

rerin ursprünglich verfolgte Anliegen in Form einer Genehmigung und 

Durchführung des streitigen Zusammenschussvorhabens mit der vorlie-

genden Beschwerde nicht mehr erreicht werden kann. Auch die tatsächli-

che oder rechtliche Situation der Beschwerdeführerin kann durch den 

Ausgang des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht mehr in relevan-

ter Weise unmittelbar beeinflusst werden. Die Beschwerdeführerin kann 

demnach aus einer allfälligen Aufhebung oder Änderung des vorliegen-

den Untersagungsbescheids weder einen praktischen Nutzen ziehen 

noch einen materiellen oder ideellen Nachteil vermeiden, den der vorlie-

gende Untersagungsbescheid mit sich gebracht hat. Das Interesse der 

Beschwerdeführerin ist folglich weder als aktuell noch praktisch und somit 

auch nicht als schutzwürdig zu qualifizieren. Die Beschwerdelegitimation 

der Beschwerdeführerin ist demnach aufgrund des Fehlens eines 

schutzwürdigen Interesses nicht gegeben. 

58. Gemäss ständiger Rechtsprechung kann ausnahmsweise auf das Er-

fordernis des aktuellen und fortdauernden praktischen Interesses verzich-

tet werden, wenn die gerügte Rechtsverletzung sich jederzeit wiederholen 

könnte und eine rechtzeitige gerichtliche Überprüfung im Einzelfall kaum 

je möglich wäre (vgl. BGE 146 II 335 E. 1zu.3; 142 I 135 E. 1.3.1; 140 III 

92 E. 1.1; 139 I 206 E. 1.1; 136 III 497 E. 1.1). 

59.  Eine solche Konstellation liegt im vorliegenden Fall nicht vor, zumal 

die Verweigerung der Genehmigung eines Zusammenschlusses durch 

die Wettbewerbskommission nach der geltenden Verfahrensordnung ge-

richtlich überprüfbar ist. Dass – wie vorliegend – eine Überprüfung auf-

grund von Umständen, die von einer der Parteien des Zusammenschlus-

B-3859/2019 

Seite 25 

ses zu vertreten sind, nicht (mehr) möglich ist, vermag kein Rechts-

schutzinteresse der anderen Partei zu begründen.  

60.  Jedes Zusammenschlussvorhaben hat eine einzigartige Transaktion 

zwischen bestimmten Transaktionsparteien über Transaktionsobjekte mit 

einem spezifischen Transaktionsinhalt unter den zu beachtenden mass-

geblichen Gegebenheiten auf den relevanten Märkten zu einem ganz be-

stimmten Zeitpunkt zum Gegenstand. Bei dieser Ausgangslage erlangt 

eine Zusammenschlussverfügung der Wettbewerbskommission auch kei-

ne relevante Bedeutung über das beurteilte Zusammenschlussvorhaben 

hinaus. 

61.  Auch das streitige Zusammenschlussvorhaben stellt eine einmalige 

Transaktion dar: Sie erfasst – wie aufgezeigt – Tamedia und die Be-

schwerdeführerin als Transaktionsparteien sowie Starticket und Ticket-

corner als Transaktionsobjekten. Zudem hat sie eine konkrete Beteili-

gungsstruktur im Rahmen einer Kapitalerhöhung und der Einbringung von 

Gesellschaftsanteilen zum Gegenstand. Schliesslich erfolgt sie im Kon-

text der Gegebenheiten auf den relevanten Märkten im Jahre 2016/2017. 

Diese Transaktion kann daher in der Zukunft unzweifelhaft nicht noch-

mals vorgenommen werden. 

62.  Die Annahme, dass das streitige Zusammenschlussvorhaben in der 

Zukunft nochmals vorgenommen würde, nachdem Tamedia wieder alle 

Anteile an Starticket von See Ticket oder einem Dritten erworben hat, um 

diese im Gegenzug für eine Beteiligung mit einem Anteil von 25% an Ti-

cketcorner im Rahmen einer Kapitalerhöhung in diese einzubringen, stellt 

eine rein theoretische Möglichkeit dar, die keiner realistischen Lebens- 

und Geschäftswirklichkeit entspricht. Darüber hinaus wären die massgeb-

lichen Gegebenheiten auf den relevanten Märkten in der Zukunft nicht 

identisch mit denjenigen in den Jahren 2016 und 2017. 

63.  Ein in der Zukunft möglicherweise erfolgender Erwerb von Anteilen 

an Starticket durch die Beschwerdeführerin von See Ticket oder einem 

Dritten als Verkäufer dieser Anteile wäre eine Transaktion, die sowohl 

hinsichtlich der Transaktionsstruktur als auch der dann massgeblichen 

Marktverhältnisse keinen Bezug zum streitigen Zusammenschlussvorha-

ben aufweisen würde und daher nicht mit ihm vergleichbar wäre.  

64.  Die vorliegende Rechtsfrage der Zulässigkeit des streitigen Unter-

nehmenszusammenschlusses kann sich demnach entgegen den Vorbrin-

B-3859/2019 

Seite 26 

gen der Beschwerdeführerin (vgl. E. 12 ff.) nicht in gleicher oder ver-

gleichbarer Weise in Zukunft wieder stellen. Die Untersagung eines Zu-

sammenschlussvorhabens könnte vielmehr erneut gerichtlich überprüft 

werden. 

65. Von den Feststellungen des vorliegenden Untersagungsbescheids 

geht auch keine inhaltliche Bindungswirkung für künftige Zusammen-

schlussverfahren aus. Denn die Feststellung des Eintritts oder der Ver-

stärkung einer marktbeherrschenden Stellung für den intendierten Unter-

nehmenszusammenschluss gemäss Art. 10 Abs. 2 KG erfolgt aus-

schliesslich im Hinblick auf eine Umsetzung des jeweiligen Zusammen-

schlussvorhabens.  

66.  Die Feststellungen aus vorherigen Kartellverfahren erlangen mangels 

einer gesetzlichen Regelung entsprechend Art. 9 Abs. 4 KG zur Melde-

pflicht nicht automatisch und ohne Prüfung eine Rechtsverbindlichkeit im 

Rahmen eines neuen Zusammenschlusskontroll- oder Missbrauchsver-

fahrens (vgl. BGE 137 II 199 E. 6.5.1, Terminierung Mobilfunk; Urteil des 

BVGer B-831/2011 vom 18. Dezember 2018 E. 412, 413, 264, SIX-DCC 

für Untersuchungen zur Marktabgrenzung). Denn die Feststellung einer 

Marktbeherrschung stellt nur – aber immerhin – eine Momentaufnahme 

der tatsächlich herrschenden Wettbewerbsverhältnisse mit einer Zu-

kunftsprognose dar, die ihre originäre Rechtswirkung nur im Zeitpunkt der 

jeweiligen Verfügung entfaltet. Die Feststellung der Marktbeherrschung 

kann daher grundsätzlich keine verbindliche Wirkung für einen späteren 

Zeitraum aufweisen. Deshalb ist es ausgeschlossen, für spätere Zeiträu-

me ohne weitere Prüfung der dann vorliegenden Marktverhältnisse eine 

Marktbeherrschung anzunehmen (vgl. BGE 137 II 199 E. 6.5.1, Terminie-

rung Mobilfunk; Urteile des BVGer B-7633/2009 vom 14. September 2015 

E. 385, Swisscom-ADSL II; B-831/2011 vom 18. Dezember 2018 E. 413, 

SIX-DCC). Vielmehr muss das Tatbestandsmerkmal der Marktbeherr-

schung für jedes Zusammenschlusskontroll- oder Missbrauchsverfahren 

erneut beurteilt und festgestellt werden. 

67.  Demzufolge bilden die Feststellungen eines früheren Verfahrens nur 

den Ausgangspunkt für eine jeweils neu vorzunehmende Betrachtung. Im 

Rahmen dieser neuen Betrachtung ist eine Abklärung vorzunehmen, ob 

und inwieweit die Feststellungen eines früheren Verfahrens noch aktuell 

sind und bejahendenfalls Verwendung finden können (vgl. BGE 137 II 

199 E. 6.5.1, Terminierung Mobilfunk; Urteil des BVGer B-831/2011 vom 

18. Dezember 2018 E. 296 ff., SIX-DCC für Untersuchungen zur Markt-

B-3859/2019 

Seite 27 

abgrenzung). Hierbei sind insbesondere beachtenswerte Abweichungen 

des Sachverhalts, zwischenzeitlich veränderte tatsächliche Umstände 

oder neue entscheidungsrelevante Überlegungen zu einzelnen Aspekten 

einer Neubeurteilung der Marktabgrenzung oder der Marktstellung zu be-

rücksichtigen (vgl. Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18. Dezember 2018 

E. 260, SIX-DCC, für Untersuchungen zur Marktabgrenzung).  

68.  Dementsprechend sind die Feststellungen einer Marktuntersuchung 

in einer zukünftigen Verfügung auch einer Überprüfung durch die 

Rechtsmittelinstanz zugänglich, unabhängig davon, ob sie mittels einer 

neuen vollständigen Marktuntersuchung oder unter Rückgriff auf bereits 

bestehende Marktuntersuchungen gewonnen wurden (vgl. Urteil des 

BVGer B-831/2011 vom 18. Dezember 2018 E. 264, SIX-DCC, für Unter-

suchungen zur Marktabgrenzung). 

69.  Der vorliegende Untersagungsbescheid basiert auf den damals vor-

herrschenden Marktverhältnissen und der zu diesem Zeitpunkt damit ver-

bundenen Zukunftsprognose. Er betrifft deshalb keine künftigen Zusam-

menschlussvorhaben und kann sich nicht nachteilig für zukünftige Trans-

aktionsparteien auswirken.  

70.  An dieser Einschätzung vermag auch der Verweis der Beschwerde-

führerin auf das Urteil des deutschen Bundesgerichtshofs (vgl. E. 16), 

wonach bei einem Transaktionsabbruch ein Käufer ein erhebliches Inte-

resse an der Klärung der aufgeworfenen Tatsachen- und Rechtsfragen 

haben könne, wenn er damit rechnen müsse, dass ihm im Falle zukünfti-

ger Akquisitionen die Argumente aus der früheren Entscheidung entge-

gengehalten und zukünftige Zusammenschlussvorhaben ebenfalls unter-

sagt würden, keine Änderung herbeiführen. Denn dieses Urteil stellt 

ebenfalls – wie von der Beschwerdeführerin selbst auch vorgetragen – 

ausdrücklich darauf ab, dass bei einem Transaktionsabbruch nicht ohne 

Weiteres, sondern nur "in besonders gelagerten Fällen" ein Rechts-

schutzinteresse an der Überprüfung eines Unternehmenszusammen-

schlusses bestehen kann. Demzufolge entspricht die sich aus dem BGH-

Entscheid zum Rechtsschutzinteresse ergebende Rechtslage in Deutsch-

land dem Rechtszustand zu Art. 48 VwVG. 

71.  Wie ebenfalls bereits dargelegt (vgl. E. 50 ff.), sind bei der vorliegend 

zu entscheidenden Sachverhaltskonstellation keine solchen besonderen 

Umstände zu berücksichtigen. 

B-3859/2019 

Seite 28 

72. Es liegt entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch keine 

Sachverhaltskonstellation im Sinne der Rechtsprechungspraxis vor, bei 

der eine rechtzeitige gerichtliche Überprüfung der in Frage stehendenden 

Verfügung der Wettbewerbsbehörden in der Regel ausgeschlossen wird. 

Die Untersagung eines weiteren Zusammenschlussvorhabens durch die 

Wettbewerbskommission kann ohne Weiteres mit Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht angefochten werden, um eine Aufhebung dieses 

Rechtsakts wegen Rechtswidrigkeit zu erreichen. Eine rechtzeitige ge-

richtliche Überprüfung der Untersagung eines Zusammenschlussvorha-

bens ist daher im Einzelfall ohne Weiteres möglich.  

73.  Eine Beeinträchtigung dieser Möglichkeit zur rechtzeitigen gerichtli-

chen Überprüfung bei einem Abbruch der Transaktion ergibt sich aus-

schliesslich aufgrund eines eigenen, selbst zu verantwortenden Verhal-

tens der Transaktionsparteien. Denn gerade bei einem Transaktionsab-

bruch beruht die fehlende Möglichkeit zur rechtzeitigen gerichtlichen 

Überprüfung ausschliesslich auf einer eigenverantwortlich getroffenen 

Entscheidung zumindest einer der beteiligten Transaktionsparteien, das 

Zusammenschlussvorhaben zu beenden. 

74.  Die konkreten Gründe für den Abbruch des jeweiligen Zusammen-

schlussvorhabens sind für die Beurteilung des Rechtsschutzinteresses 

einer Transaktionspartei unerheblich. Das Vorbringen der Beschwerde-

führerin (vgl. E. 14), wonach eine neuerliche Untersagung eines zukünfti-

gen Zusammenschlussvorhabens nie rechtzeitig gerichtlich überprüft 

werden könnte, ist daher unzutreffend. 

75. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl. E. 15), wonach sich 

aufgrund des vorliegenden Untersagungsbescheids mit der Feststellung 

einer besonderen Marktstellung eine nachteilige Präjudizwirkung zu Las-

ten der Ticketcorner-Gruppe ergebe, weil diese als Erwerberin von Unter-

nehmensanteilen für potenzielle Verkäufer aufgrund der vorgenommenen 

konkreten behördlichen Feststellungen uninteressant sei und sie daher 

von vornherein nicht mehr als Käuferin in Frage käme, steht zum einen 

im Widerspruch zu einem anderen Vorbringen der Beschwerdeführerin 

und ist zum anderen sachlich unzutreffend. 

76.  Die Behauptung der Beschwerdeführerin steht zunächst im Wider-

spruch zu ihrem eigenen Vortrag (vgl. E. 9), wonach der relevante Markt 

der Fremdvertriebsdienstleistungen im Ticketing nach der Covid 19-

Pandemie völlig neu gestaltet worden sei. Wenn diese Aussage zutrifft, 

B-3859/2019 

Seite 29 

kann bei den bestehenden oder potentiellen Marktteilnehmern die Ein-

schätzung, dass den Feststellungen im Untersagungsbescheid aus dem 

Jahr 2017 auch heute noch eine relevante Bedeutung zukommt, nicht be-

stehen. Deshalb könnte sich auch keine negative Präjudizwirkung zu Las-

ten der Ticketcorner-Gruppe ergeben. Bereits aufgrund dieser Wider-

sprüchlichkeit sind die beiden Vorbringen als unbehelflich zu qualifizieren. 

77.  Ungeachtet dessen ist das Vorbringen auch in der Sache verfehlt. 

Angesichts der geringen Anzahl an Konkurrenten auf dem Markt für 

Fremdvertriebsdienstleistungen waren die Marktverhältnisse für alle 

Marktteilnehmer überschaubar. Aufgrund ihrer umfangreichen geschäftli-

chen Aktivitäten war Ticketcorner dabei für alle Marktteilnehmer beson-

ders gut erkenn- und einschätzbar.  

78. Darüber hinaus hat sich Ticketcorner selbst ihrer besonderen Stellung 

im Markt gerühmt. So verweist sie auf Marktstudien von Dritten, wonach 

(i) Ticketcorner die stärkste digitale Retail-Marke sei und (ii) noch vor in-

ternationalen Branchenriesen Platz 4 der meist genutzten Onlineshops in 

der Schweiz einnehme (vgl. Verfügung, Rz. 276 f.). Sie hat demzufolge 

gegenüber der Öffentlichkeit ihre Position auf dem relevanten Markt 

selbst als besonders bedeutsam eingeschätzt und hervorgehoben. Dem-

zufolge kann die besondere Marktstellung von Ticketcorner den anderen 

Marktteilnehmern offensichtlich nicht verborgen geblieben sein. 

79.  Allfällige Schwierigkeiten, als Erwerber von Unternehmensanteilen 

gegenüber potenziellen Verkäufern auftreten zu können, beruhen daher 

im Wesentlichen auf den geschäftlichen Aktivitäten der Ticketcorner-

Gruppe und ihrer eigenen Vermarktung gegenüber den Marktteilnehmern 

auf den betroffenen Märkten und nicht auf den Erwägungen des Untersa-

gungsbescheids. 

80. Da eine Untersagungsverfügung eine rechtliche Überprüfung von zu-

künftigen Unternehmenszusammenschlüssen weder rechtlich noch fak-

tisch ausschliesst, kommt der Beschwerdeführerin auch insoweit kein 

schutzwürdiges Interesse an der Überprüfung des vorliegenden Untersa-

gungsbescheids zu.  

81.  Das Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl. E. 17 f.), wonach sich 

das Rechtsschutzinteresse aus einer entsprechenden Anwendung der 

Wettbewerbspraxis der EU ergebe, zielt auf eine Übernahme des EU-

Rechts hinsichtlich der Zulässigkeitsanforderungen für ein Rechtsmittel 

B-3859/2019 

Seite 30 

zur Beurteilung der Beschwerdelegitimation gemäss Art. 48 VwVG ab. 

Das Verfahrensrecht der EU und die dazu ergangene Praxis der EU-

Gerichte sind jedoch im vorliegenden Zusammenhang nicht anwendbar. 

Es fehlen auf EU-Recht verweisende Bestimmungen des KG oder des 

VwVG (vgl. BGE 143 II 297 E. 6.2.3, 6.4.4, Gaba) sowie Hinweise in den 

Materialien, dass der Gesetzgeber die Bestimmungen über die Zulässig-

keit von Rechtsmitteln in gleicher Weise wie im EU-Recht ausgestaltet 

und angewendet haben wollte. Die entsprechenden Vorbringen gehen 

deshalb ins Leere.  

82.  Eine solche Übernahme ist auch sachlich nicht geboten. Denn nach 

der ständigen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union 

(EuGH) kommt einem Rechtsmittelführer nur dann ein Rechtsschutzinte-

resse zu, wenn ihm das Rechtsmittel im Ergebnis einen Vorteil verschaf-

fen kann (vgl. EuGH, C-501/06 P, EU:C:2009:610, Rz. 23, GlaxoSmith 

Kline; EuGH, C-50/00 P, EU:C:2002:462, Rz. 21, Union de Pequeños Ag-

ricultores; EuGH, C-174/99 P, EU:C:2000:412, Rz. 33, Richard). Ein Inte-

resse an der Nichtigerklärung einer angefochtenen Entscheidung sei da-

her nur dann vorhanden, wenn die Nichtigerklärung der Entscheidung 

selbst Rechtswirkungen erzeugen könne (vgl. EuGH, 53/85, 

EU:C:1986:256, Rz. 16 f., Akzo Chemie). Dabei handle es sich um eine 

unverzichtbare Voraussetzung für die Zulässigkeit eines Rechtsmittels, 

die von Amtes wegen zu berücksichtigen sei (vgl. EuGH, 108/86, 

EU:C:1987:426, Rz. 16, Grégoire-Foulon; EuG, T-45/91, EU:T:1993:11, 

Rz. 22, McAvoy). 

83.  Diese Voraussetzungen der Vorteilserlangung und der notwendigen 

Rechtswirkung werden denn auch ausdrücklich in den von der Be-

schwerdeführerin zitierten Urteilen in den Verfahren Gencor (vgl. EuG, T-

102/9, EU:T:1999:65, Rz. 40) und MCI (vgl. EuG, T-310/00, 

EU:T:2004:275, Rz. 44 f.) aufgeführt. 

84.  Für den hier massgeblichen Sachverhalt wurde dargelegt, dass der 

vorliegende Untersagungsbescheid keine Rechtswirkungen hat und der 

Beschwerdeführerin somit aus der Gutheissung des Rechtsmittels kein 

Vorteil zukommen kann. Demzufolge entspricht die Feststellung eines 

fehlenden Rechtsschutzinteresses der Beschwerdeführerin inhaltlich der 

Rechtsprechung der EU-Gerichte zum Rechtsschutzinteresse als Vo-

raussetzung für die Zulässigkeit eines Rechtsmittels an die EU-Gerichte. 

B-3859/2019 

Seite 31 

85.  An dieser Einschätzung vermag auch die zitierte Rechtsprechung 

des EuG im Wettbewerbsrecht zu den besonderen Fällen der Vorkaufs-

rechtskonstellation, der Entflechtungskonstellation und der Rücknahme-

konstellation nichts zu ändern. Denn bei diesen Sachverhaltskonstellatio-

nen würden auch die im Rahmen von Art. 48 VwVG anwendbaren Ausle-

gungsgrundsätze zu einer Anerkennung des Rechtsschutzinteresses ei-

ner Transaktionspartei führen, soweit deren rechtlicher und tatsächlicher 

Status durch eine Untersagungsverfügung jeweils nachteilig tangiert wür-

de (vgl. E. 27 ff.). 

86.  Dieser EU-Rechtsprechung lässt sich zudem lediglich entnehmen, 

dass der Verzicht einer Transaktionspartei auf die Weiterverfolgung des 

intendierten Zusammenschlussvorhabens nicht das allein massgebliche 

Kriterium für die Beurteilung des Rechtsschutzinteresses darstellt. Damit 

wird allerdings nur ausgeschlossen, dass nicht allein wegen eines Ver-

zichts auf eine weitere Verfolgung des Zusammenschlussvorhabens das 

Rechtsschutzinteresse ohne eine weitere Abklärung des Vorliegens einer 

anderweitigen Statusveränderung verneint werden kann. Eine entspre-

chende Aussage ergibt sich implizit aber auch bereits aus dem massge-

blichen allgemeinen Rechtsgrundsatz zur Zulässigkeit von Rechtsmitteln 

im EU-Recht.  

87.  Die Rechtsprechung des EuG bringt damit für die jeweils vorliegen-

de, besondere Sachverhaltskonstellation zum Ausdruck, dass für die Be-

urteilung des Rechtsschutzinteresses nicht allein auf den Wegfall der Ver-

tragsgrundlage abzustellen sei, sondern die übrigen Umstände ebenfalls 

berücksichtigt werden müssen.  

88.  Dementsprechend hält das EuG im Verfahren MCI denn auch aus-

drücklich fest, dass der Transaktionsabbruch "daher hier für sich allein" 

eine Kontrolle des Kommissionsentscheids nicht ausschliesse (vgl. EuG, 

T-310/00, EU:T:2004:275, Rz. 49). 

89.  Demnach ist davon auszugehen, dass auch nach der EU-

Wettbewerbspraxis bei einem Transaktionsabbruch das Rechtsschutzin-

teresse eines Beschwerdeführers an einer materiell-rechtlichen Überprü-

fung der Untersagungsverfügung regelmässig entfällt, soweit diese nicht 

aufgrund von besonderen Umständen auf den rechtlichen oder tatsächli-

chen Status des Beschwerdeführers nachteilig einwirkt.  

B-3859/2019 

Seite 32 

90.  Bei einer verständigen Würdigung unterscheidet sich die Rechtspre-

chung der EU-Wettbewerbsgerichte zum Rechtsschutzinteresse eines 

Rechtsmittelführers – soweit hier von Belang – im Ergebnis somit nicht 

von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Beschwerdelegitimation 

gemäss Art. 48 VwVG. 

II. ERGEBNIS 

91.  Zusammenfassend ist festzustellen, dass auf Seiten der Beschwer-

deführerin kein aktuelles und praktisches Rechtsschutzinteresse vorliegt. 

Die Beschwerdeführerin ist somit nicht beschwerdelegitimiert. Mangels 

Beschwerdelegitimation ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

92.  Dieses Ergebnis wird nicht dadurch tangiert, dass das Bundesgericht 

mit dem Aufhebungsurteil die Beschwerde der Beschwerdeführerin gut-

geheissen und die Sache zu neuer Entscheidung an das Bundesverwal-

tungsgericht zurückverwiesen hat (vgl. Sachverhalt, H.c). Denn das Bun-

desgericht hat in seinem Aufhebungsurteil ausdrücklich darauf hingewie-

sen, dass das Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Beschwerde-

verfahren einen erneuten Nichteintretensentscheid vornehmen könne, 

soweit sich dieser auf veränderte Tatsachen stütze (vgl. Sachverhalt, 

H.c). 

93.  Tamedia hat am 20. Dezember 2020 gegenüber der Beschwerdefüh-

rerin ihren Rücktritt von der Transaktionsvereinbarung erklärt und am 

9. Januar 2021 öffentlich mitgeteilt, dass die Anteile an Starticket an eine 

ausländische Gesellschaft veräussert worden seien. Beide Vorgänge stel-

len neue Tatsachen dar, welche zum Zeitpunkt des Aufhebungsurteils 

noch nicht bekannt waren und daher in dessen Rahmen auch nicht be-

rücksichtigt werden konnten. Der Erlass eines erneuten Nichteintretens-

entscheids wegen dieser Vorgänge steht daher in Einklang mit dem Auf-

hebungsurteil des Bundesgerichts. 

94.  Darüber hinaus hat das Bundesgericht in seinem Aufhebungsurteil 

ausdrücklich festgestellt, dass die Beschwerdelegitimation dann entfalle, 

wenn feststehe, dass eine Partei nicht mehr am Zusammenschluss inte-

ressiert sei (vgl. Sachverhalt, H.c). Das fehlende Interesse von Tamedia 

als eine Zusammenschlusspartei am streitigen Zusammenschlussvorha-

ben manifestiert sich unzweifelhaft im Verkauf von Starticket.  

95.  Schliesslich wird das Ergebnis auch nicht dadurch tangiert, dass die 

Beschwerdeführerin sowohl gegen den vorsitzenden Richter (vgl. Sach-

B-3859/2019 

Seite 33 

verhalt, I.g) als auch gegen den Gerichtsschreiber Ralf Straub (vgl. Sach-

verhalt, I.k) aus unterschiedlichen Gründen jeweils ein Ausstandsbegeh-

ren gestellt hat. Die beiden Ausstandsbegehren wurden – wie erwähnt – 

vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen (vgl. Sachverhalt, I.h und 

Sachverhalt, I.n). Unabhängig davon ist zwischenzeitlich ein anderer Ge-

richtsschreiber mit dem Fall befasst. 

96.  Das von der Beschwerdeführerin gestellte Sistierungsbegehren (vgl. 

Sachverhalt, I.o) ist gegenstandslos, weil das Urteil unter Mitwirkung ei-

nes anderen Gerichtsschreibers anstelle von Ralf Straub, gegen den ein 

Ausstandsbegehren gerichtet ist, erlassen wird.  

III.  VERFAHRENSKOSTEN  

97.  Die Auferlegung der Verfahrenskosten, die sich aus Gerichtsgebühr 

und Auslagen zusammensetzen, richtet sich nach Art. 63 VwVG sowie 

den Bestimmungen des Reglements des Bundesverwaltungsgerichts vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). 

98.  Gemäss Art. 2 Abs. 1 VGKE bemisst sich die Gerichtsgebühr nach 

Umfang und Schwere der Streitigkeit, der Art der Prozessführung und der 

finanziellen Lage der Parteien, wobei Art. 3 und 4 VGKE Rahmengebüh-

ren für bestimmte Angelegenheiten vorgeben. Unter Berücksichtigung 

dieser Vorgaben sind die Verfahrenskosten vorliegend auf CHF 35'000.– 

festzusetzen.  

99. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdeführe-

rin die unterliegende Partei. Folglich hat sie die Verfahrenskosten in der 

Höhe von CHF 35'000.– zu leisten. Der Vorinstanz sind keine Verfahrens-

kosten aufzuerlegen. 

100.  Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 

VwVG, Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

 

 

 

B-3859/2019 

Seite 34 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Der Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin auf Sistierung des Be-

schwerdeverfahrens ist gegenstandslos. 

2.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

3.  

Die Verfahrenskosten von CHF 35'000.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils wird der 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe zur Bezahlung der Kosten 

verwendet. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und das 

Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

  Der vorsitzende Richter: 

 

  Der Gerichtsschreiber: 

  

  Stephan Breitenmoser   Robert Weyeneth 

 

 

 

 

B-3859/2019 

Seite 35 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist 

ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist 

beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-

schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die Beschwerde führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 21. Dezember 2023 

  

B-3859/2019 

Seite 36 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde); 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 41-0816; Gerichtsurkunde); 

– das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und 

Forschung WBF (Gerichtsurkunde).