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**Case Identifier:** f0298cc0-4356-5b61-a29f-d34e87877192
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.11.2014 BVGE 2014/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2014-47_2014-11-20.pdf

## Full Text

Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 2014/47 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 815 

 

3 Strafrecht – Strafrechtspflege – Strafvollzug  
Droit pénal – Procédure pénale – Exécution 
Diritto penale – Procedura penale – Esecuzione 

47 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung Abteilung III 
i.S. Kanton Zürich gegen das Bundesamt für Justiz 

C‒6196/2010 vom 20. November 2014 

Teilung eingezogener Vermögenswerte. Sachlicher Anwendungsbe-

reich der Bestimmungen über das internationale Sharing. Gegen-

recht. Übergangsrecht. 

Art. 2 Abs. 2, Art. 11 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2, Art. 17 Abs. 2 TEVG. 

1. Sachlicher Anwendungsbereich und Inhalt der Bestimmungen 
des 2. Kap. TEVG über das nationale Sharing (E. 2.3) und des 

3. Kap. TEVG über das internationale Sharing (E. 2.2 und 2.4). 

Aktives und passives internationales Sharing (E. 2.2 und 5.2). 

2. Die Mitwirkung eines anderen Staates an einem schweizerischen 
Strafverfahren, in dem Vermögenswerte eingezogen werden, öff-

net den Anwendungsbereich der Bestimmungen über das inter-

nationale Sharing. Eine solche Mitwirkung setzt nicht notwen-

digerweise voraus, dass der andere Staat auf schweizerisches 

Rechtshilfeersuchen hin Rechtshilfe für dieses Strafverfahren 

leistet. Es kann genügen, dass die Einziehung gestützt auf Infor-

mationen erfolgt, mit denen der andere Staat ein eigenes Rechts-

hilfeersuchen an die Schweiz begründet hat (E. 5.7 und 5.8). 

3. Voraussetzung des Gegenrechts nach Art. 11 Abs. 2 TEVG beim 
internationalen Sharing. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn 

der andere Staat in der Teilungsvereinbarung Gegenrecht für 

vergleichbare strafbare Handlungen zusichert (E. 4.2 und 6). 

4. Die übergangsrechtliche Regelung des Art. 17 Abs. 2 TEVG, die 
sich auf das internationale Sharing bezieht, erfasst auch die 

Aufteilung des schweizerischen Anteils an den eingezogenen Ver-

mögenswerten zwischen dem Bund und den beteiligten Kantonen 

nach Art. 15 TEVG (E. 2.5 und 7). 

2014/47 Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 

 

 

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Partage de valeurs patrimoniales confisquées. Champ d'application 

matériel des dispositions sur le partage international. Réciprocité. 

Droit transitoire. 

Art. 2 al. 2, art. 11 al. 1 let. a et al. 2, art. 17 al. 2 LVPC. 

1. Champ d'application matériel et contenu des dispositions du 
chap. 2 LVPC concernant le partage national (consid. 2.3) et du 

chap. 3 LVPC concernant le partage international (consid. 2.2 et 

2.4). Partage international actif et passif (consid. 2.2 et 5.2). 

2. Les dispositions sur le partage international sont applicables si 
un autre Etat participe à une procédure pénale suisse dans le 

cadre de laquelle des valeurs patrimoniales sont confisquées. Une 

telle participation ne présuppose pas nécessairement que l'autre 

Etat prête son concours à la procédure pénale en cause en exé-

cution d'une demande d'entraide judiciaire lui ayant été pré-

sentée par la Suisse. Suivant les circonstances, il peut suffire que 

la confiscation intervienne sur la base d'informations dont l'autre 

Etat s'est servi pour motiver une demande d'entraide judiciaire 

qu'il a adressée à la Suisse (consid. 5.7 et 5.8). 

3. Condition de réciprocité prévue à l'art. 11 al. 2 LVPC en matière 
de partage international. Cette exigence est satisfaite si, dans 

l'accord de partage, l'autre Etat garantit la réciprocité pour des 

infractions comparables (consid. 4.2 et 6). 

4. La disposition transitoire de l'art. 17 al. 2 LVPC, qui se rapporte 
au partage international, s'applique aussi à la répartition interne 

(entre la Confédération et les cantons concernés) ‒ prévue à 

l'art. 15 LVPC - de la part des valeurs confisquées revenant à la 

Suisse (consid. 2.5 et 7). 

Ripartizione di valori patrimoniali confiscati. Campo d'applicazione 

materiale delle disposizioni sulla ripartizione internazionale. Reci-

procità. Diritto transitorio. 

Art. 2 cpv. 2, art. 11 cpv. 1 lett. a e cpv. 2, art. 17 cpv. 2 LRVC. 

1. Campo d'applicazione materiale e contenuto delle disposizioni 
del cap. 2 della LRVC sulla ripartizione nazionale (consid. 2.3) e 

del cap. 3 sulla ripartizione internazionale (consid. 2.2 e 2.4). 

Ripartizione internazionale attiva e passiva (consid. 2.2 e 5.2). 

Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 2014/47 

 

 

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2. Le disposizioni sulla ripartizione internazionale sono applicabili 
in caso di partecipazione di un altro Stato ad un procedimento 

penale svizzero in cui vengono confiscati valori patrimoniali. Tale 

partecipazione non implica che, su richiesta di assistenza giu-

diziaria svizzera, l'altro Stato fornisca un aiuto giudiziario ai fini 

del procedimento penale svizzero nell'ambito del quale sono stati 

confiscati dei valori patrimoniali. La partecipazione può essere 

riconosciuta anche nel caso in cui la confisca avviene grazie ad 

informazioni fornite da un altro Stato per motivare una propria 

richiesta di assistenza giudiziaria alla Svizzera (consid. 5.7 e 5.8). 

3. Garanzia di reciprocità ai sensi dell'art. 11 cpv. 2 LRVC in caso 
di ripartizione internazionale. La condizione della reciprocità è 

sufficientemente adempiuta se, nell'ambito dell'accordo sulla ri-

partizione, l'altro Stato garantisce la reciprocità per reati ana-

loghi (consid. 4.2 e 6). 

4. La norma transitoria dell'art. 17 cpv. 2 LRVC relativa alla ripar-
tizione internazionale si applica anche alla ripartizione prevista 

all'art. 15 LRVC tra la Confederazione e i Cantoni coinvolti della 

quota dei valori confiscati assegnata alla Svizzera (consid. 2.5 e 

7). 

 

Ende November 2003 leitete die Bezirksanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich (im Weiteren: BAK IV) gegen den japanischen Staatsangehörigen 

Susumu Kajiyama, ein führendes Mitglied einer der grössten japanischen 

Yakuza-Gruppierungen, ein Strafverfahren ein wegen Geldwäscherei und 

sperrte zwei auf ihn lautende Konten bei der Credit Suisse (CS) in Zürich 

mit einem Guthaben von rund 60 Millionen Franken. 

Die Informationen wurden an die japanischen Behörden weitergeleitet, 

die daraufhin die Schweiz um Rechtshilfe zugunsten eines eigenen Straf-

verfahrens gegen Susumu Kajiyama ersuchten. Unter anderem baten sie 

um eine Fortführung der bestehenden Kontensperre.  

Dem japanischen Rechtshilfeersuchen kam die BAK IV am 28. April 

2004 nach und ordnete nebst anderen Massnahmen an, dass die Konten-

sperre bestehen blieben, bis die japanischen Behörden rechtskräftig über 

die Vermögenswerte entschieden hätten. 

Im Juni 2004 stellt die BAK IV ihr Strafverfahren gegen Susumu 

Kajiyama wegen Verdachts auf Geldwäscherei, Wucher und Mitglied-

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schaft in einer kriminellen Organisation ein und zog die sichergestellten 

Gelder gestützt auf das Bundesstrafrecht zugunsten der Zürcher Staats-

kasse definitiv ein. 

Nach mehrjährigen Verhandlungen, an der auch der Kanton Zürich betei-

ligt war, schlossen die Schweiz und Japan am 22. April 2008 eine Verein-

barung über die Teilung der eingezogenen Vermögenswerte. Diese sah 

vor, dass der nach Abzug der Kosten des Teilungsverfahrens resultieren-

de Nettobetrag von rund 58 Millionen Franken hälftig auf die Schweiz 

und Japan aufgeteilt wird. 

Im Anschluss daran leitete das Bundesamt für Justiz (nachfolgend: Vor-

instanz) ein Verfahren auf innerstaatliche Teilung des schweizerischen 

Anteils zwischen dem Bund und dem Kanton Zürich ein. Der Kanton 

Zürich stellte sich dabei auf den Standpunkt, dass der Bund keinen 

Anspruch auf Teile der eingezogenen Gelder habe und beanspruchte den 

gesamten Betrag für sich. 

Die Vorinstanz verfügte am 2. Juli 2010, dass vom schweizerischen An-

teil am eingezogenen Geld im Betrag von rund 29 Millionen Franken ein 

Anteil von 7/10 (rund 20.3 Millionen Franken) an den Kanton Zürich 

und 3/10 (8.7 Millionen Franken) an den Bund geht. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die gegen diese Verfügung erho-

bene Beschwerde des Kantons Zürich ab. 

Aus den Erwägungen: 

2.  
2.1 Das auf den 1. August 2004 in Kraft gesetzte Bundesgesetz vom 
19. März 2004 über die Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG, 

SR 312.4) regelt die Teilung eingezogener Gegenstände und Vermögens-

werte einschliesslich Ersatzforderungen unter Kantonen, Bund und aus-

ländischen Staaten (Art. 1 TEVG). Es unterscheidet zwischen der inner-

staatlichen Teilung (nationales Sharing), die zwischen Bund und den 

Kantonen erfolgt und ihre Ausgestaltung im 2. Kap. findet, und der inter-

nationalen Teilung zwischen Staaten (internationales Sharing), der das 

3. Kap. gewidmet ist. 

2.2 In den Anwendungsbereich der Bestimmungen des 3. Kap. über 
das internationale Sharing fallen gemäss Art. 2 Abs. 2 TEVG Teilungen 

von Vermögenswerten zwischen der Schweiz und ausländischen Staaten, 

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wenn die Vermögenswerte im Rahmen der internationalen Rechtshilfe in 

Strafsachen gestützt auf schweizerisches Recht (aktive internationale Tei-

lung) oder gestützt auf ausländisches Recht eingezogen wurden (passive 

internationale Teilung). Das Gesetz soll auch Anwendung finden, wenn 

das ausländische Recht nicht eine Einziehung, sondern eine vergleich-

bare Massnahme vorsieht (vgl. zum Ganzen Botschaft vom 24. Oktober 

2001 betreffend das Bundesgesetz über die Teilung eingezogener Vermö-

genswerte, BBl 2002 441, 454 und 461, nachfolgend: Botschaft zum 

TEVG). Die Bestimmungen des 1. Kap. über das nationale Sharing dage-

gen sind einschlägig, wenn die Einziehung durch schweizerische Be-

hörden gestützt auf Bundesstrafrecht ausserhalb eines internationalen 

Rechtshilfeverfahrens erfolgt (Art. 2 Abs. 1 TEVG). 

2.3 Die Bestimmungen des 2. Kap. über das nationale Sharing er-
fassen nach Massgabe ihres sachlichen Geltungsbereichs, wie er in Art. 2 

Abs. 1 TEVG geregelt wird, reine Binnensachverhalte ohne relevanten 

Auslandsbezug. Die Teilung der eingezogenen Vermögenswerte erfolgt 

ausschliesslich zwischen Kantonen und Bund, wobei im Regelfall die 

Teilungsregeln des Art. 5 Abs. 1‒3 TEVG zur Anwendung gelangen, die 

einen fixen Teilungsschlüssel vorsehen (5/10 für das einziehende Ge-

meinwesen, 2/10 für den Kanton am Ort der eingezogenen Ver-

mögenswerte, 3/10 für den Bund). Die Teilung selbst erfolgt auf dem 

Nettobetrag, das heisst nach Abzug vermutlich nicht einbringlicher Ver-

fahrenskosten und der Verwendungen zugunsten der Geschädigten ge-

stützt auf das StGB (Art. 4 TEVG). Die beteiligten Kantone und der 

Bund können freilich über ihre Anteile abweichende Vereinbarungen tref-

fen (Art. 5 Abs. 4 TEVG).  

2.4 Das 3. Kap. über das internationale Sharing sieht ein zweistu-
figes Verfahren vor mit auf einer zwischenstaatlichen Vereinbarung beru-

hender internationaler Teilung der eingezogenen Vermögenswerte zwi-

schen der Schweiz und einem ausländischen Staat (Art. 11‒14 TEVG) 

einerseits und einer sich daran anschliessenden innerstaatlichen Teilung 

des schweizerischen Anteils zwischen dem Bund und den beteiligten 

Kantonen andererseits (Art. 15 TEVG). Wurden die Vermögenswerte von 

schweizerischen Behörden in der Schweiz eingezogen, ist der schweize-

rische Anteil gemäss den für das nationale Teilungsverfahren geltenden 

Regeln des Art. 5 TEVG aufzuteilen (Art. 15 Abs. 1 TEVG). Über die 

Verteilung entscheidet das Bundesamt, wobei die Regelung des Art. 4 

TEVG betreffend Teilung auf den Nettobetrag sinngemäss anwendbar ist 

(Art. 15 Abs. 4 TEVG).  

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2.5 Die Bestimmungen des 2. Kap. über das nationale Sharing und 
diejenigen des 3. Kap. über das internationale Sharing erfahren in Art. 17 

TEVG eine unterschiedliche intertemporale Regelung. Art. 17 Abs. 1 

TEVG knüpft für das nationale Sharing des 2. Kap. an den Zeitpunkt der 

Rechtskraft der Einziehungsverfügung an. Nur Teilungssachverhalte, in 

denen die Einziehungsverfügung nach Inkrafttreten des TEVG am 1. Au-

gust 2004 rechtskräftig wurde, unterstehen dem neuen Recht. Im Gegen-

satz dazu stellt Art. 17 Abs. 2 TEVG für das internationale Sharing des 

3. Kap. auf den Zeitpunkt der Unterzeichnung der Teilungsvereinbarung 

ab. Dies gilt nach ausdrücklichem Gesetzeswortlaut selbst dann, wenn 

der Einziehungsentscheid bereits vor Inkrafttreten des TEVG in Rechts-

kraft erwachsen ist.  

3. Die Vorinstanz entschied mit der angefochtenen Verfügung, dass 
der von der BAK IV mit Einstellungs- und Einziehungsverfügung vom 

18. Juni 2004 in der Strafsache Kajiyama eingezogene und nach der Auf-

teilung in der Schweiz verbleibende Betrag von netto Fr. 28 979 738.88 

zwischen dem Kanton Zürich und dem Bund im Verhältnis 7/10 zu 3/10 

aufgeteilt werde. Dem Kanton Zürich stehe daher der Betrag von 

Fr. 20 285 817.22 und dem Bund der Betrag von Fr. 8 693 921.66 zu. Der 

Kanton Zürich wurde verpflichtet, den letzteren Betrag zuzüglich eines 

Anteils von 3/10 an der im internationalen Teilungsverfahren zurückbe-

haltenen Kostendeckungspauschale von Fr. 467 415.10 (0.8 % des einge-

zogenen Bruttobetrags), ausmachend Fr. 140 224.50, dem Bund zu über-

weisen. Die Vorinstanz stützte ihren Teilungsentscheid auf das TEVG, 

namentlich auf Art. 15 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 TEVG. 

Die Anwendbarkeit des TEVG begründete die Vorinstanz damit, dass ein 

internationales Sharing im Sinne von Art. 2 Abs. 2 TEVG vorliege, in 

dessen Rahmen nach Inkrafttreten des TEVG eine zwischenstaatliche 

Teilungsvereinbarung unterzeichnet worden sei. Nach Massgabe von 

Art. 17 Abs. 2 TEVG gelangten daher ungeachtet der Rechtskraft der 

Einstellungs- und Einziehungsverfügung des BAK IV vom 18. Juni 2004 

die Bestimmungen des 3. Kap. des TEVG über das internationale Sharing 

zur Anwendung, der mit Art. 15 TEVG die innerstaatliche Teilung des 

nach der Teilungsvereinbarung in der Schweiz verbliebenen Anteils regle 

und zu diesem Zweck auf die Teilungsregeln des Art. 5 TEVG verweise. 

Die zu teilenden Vermögenswerte hätten sich im Kanton Zürich befunden 

und seien vom Kanton Zürich beschlagnahmt worden. Ihm stünden daher 

nach Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b TEVG 5/10 zuzüglich 2/10 des Netto-

betrags der eingezogenen Vermögenswerte zu. Der verbleibende Anteil 

von 3/10 ginge nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c TEVG an den Bund. 

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4. Der Kanton Zürich vertritt die Auffassung, dass das TEVG we-
der im Aussenverhältnis Schweiz/Japan noch im Binnenverhältnis Bund/ 

Kanton Zürich zur Anwendung gelangt. 

4.1 Was das Aussenverhältnis angeht, so macht der Kanton Zürich 
geltend, dass die Einziehung durch die BAK IV im Rahmen einer kan-

tonalen Strafuntersuchung gestützt auf das Bundesstrafrecht erfolgt sei, 

ohne dass bei dieser Einziehung in die eine oder andere Richtung interna-

tionale Rechtshilfe geleistet worden wäre. Daher habe gemäss Art. 2 

Abs. 2 und Art. 11 Abs. 1 TEVG kein Raum für eine internationale Tei-

lung mit einer an sie anknüpfenden nationalen Teilung bestanden. Der 

Kanton Zürich hätte sich aus rechtlicher Sicht auf Teilungsverhandlungen 

mit Japan gar nicht einlassen müssen. Mit Blick auf die nationalen In-

teressen der Schweiz (Freihandelsabkommen), die sehr guten bilateralen 

Beziehungen zu Japan (die Schweiz sei der fünftgrösste ausländische 

Investor in Japan) und die zu erwartende internationale Kritik seien die 

Zürcher Behörden jedoch von Beginn an bereit gewesen, zu einer poli-

tisch ausgehandelten Lösung Hand zu bieten. Dabei hätten sie sich an das 

Instrumentarium des TEVG angelehnt, ohne jedoch in eine direkte An-

wendbarkeit des TEVG und insbesondere den Teilungsschlüssel gemäss 

Art. 15 in Verbindung mit Art. 5 TEVG einzuwilligen. Nachdem das 

TEVG auf den Fall nicht anwendbar sei, könne der Verteilungsschlüssel 

nicht gestützt auf TEVG verfügt, sondern müsse zwischen dem Bund und 

dem Kanton Zürich individuell ausgehandelt werden. 

4.2 Doch selbst wenn das TEVG im Aussenverhältnis zu Japan als 
anwendbar zu erachten wäre, was bestritten werde, hätte eine solche Tei-

lung unter anderem am Erfordernis der Gegenseitigkeit scheitern müssen, 

zumal in Japan analoge Rechtsgrundlagen dafür fehlten. Die in Japan im 

Kontext Kajiyama ausgelöste Rechtssetzung betreffe ausschliesslich die 

Befriedigung von Geschädigten krimineller Organisationen, sodass nur 

für analoge Konstellationen Gegenrecht zugesichert werden könnte. Hin-

zu trete, dass Art. 17 Abs. 2 TEVG in Zusammenhang mit der Über-

gangsregelung des Art. 17 Abs. 1 TEVG gelesen werden müsse. Gemäss 

dieser Regel gelte nämlich das 2. Kap. betreffend die innerstaatliche Tei-

lung nur, wenn die Einziehungsverfügung nach Inkrafttreten des TEVG 

am 1. August 2004 rechtskräftig geworden sei. Diese Voraussetzung sei 

nicht erfüllt (vgl. dazu weiter unten). Es sei nicht einzusehen, weshalb in 

einem Verfahren betreffend die Teilung von eingezogenen Vermögens-

werten mit einem anderen Staat auch eine innerstaatliche Teilung statt-

finden solle, während eine solche ausser Betracht falle, ginge es einzig 

2014/47 Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 

 

 

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um eine innerstaatliche Angelegenheit. Dies würde gegen das Rückwir-

kungsverbot verstossen. Davon ausgehend werde die Auffassung vertre-

ten, dass selbst dann, wenn ein internationaler Sharing-Fall nach Art. 2 

Abs. 2 TEVG angenommen werde, das TEVG keinesfalls im Innenver-

hältnis zwischen Bund und Kanton Zürich Anwendung finde. 

4.3 Nach Auffassung des Kantons Zürich liegt ein reiner Binnen-
sachverhalt vor, auf den sich Art. 2 Abs. 1 TEVG bezieht und der im 

2. Kap. des Gesetzes geregelt wird. Der Anwendung des Gesetzes stehe 

jedoch die übergangsrechtliche Regel des Art. 17 Abs. 1 TEVG entgegen. 

Danach gälten die Bestimmungen über die innerstaatliche Teilung ein-

gezogener Vermögenswerte (2. Kap.) für Einziehungsverfügungen, die 

nach dem Inkrafttreten des Gesetzes rechtskräftig geworden seien. Ent-

scheidend sei demnach im vorliegenden Fall, wann die Einstellungs- und 

Einziehungsverfügung der BAK IV vom 18. Juni 2004 in formelle 

Rechtskraft erwachsen sei. Dies sei am 18. Juni 2004 geschehen, weil 

Susumu Kajiyama weder auf die öffentliche Bekanntmachung noch auf 

die rechtshilfeweise Zustellung fristgerecht eine gerichtliche Beurteilung 

der Einziehung verlangt habe und in einem solchen Fall die Rechtskraft 

nach ganz allgemein herrschender Lehre auf den Zeitpunkt der Ausfäl-

lung der Verfügung zurückbezogen werde. Als Fazit lasse sich somit fest-

halten, dass das TEVG auch im Binnenverhältnis nicht zur Anwendung 

gelangen könne, weil die Einstellungs- und Einziehungsverfügung der 

BAK IV vor Inkrafttreten des TEVG rechtskräftig geworden sei. 

5. Nachfolgend ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die Streit-
sache in den sachlichen Geltungsbereich der Bestimmungen des 3. Kap. 

des TEVG über die internationale Teilung fällt. 

5.1 Der Wortlaut des massgeblichen Art. 2 Abs. 2 TEVG lautet in 
der deutschsprachigen Fassung wie folgt: « Es [dieses Gesetz] gilt auch 

für die Teilung von Vermögenswerten zwischen der Schweiz und aus-

ländischen Staaten, wenn die Vermögenswerte gestützt auf schweizeri-

sches Recht im Rahmen eines internationalen Rechtshilfeverfahrens in 

Strafsachen eingezogen werden oder gestützt auf ausländisches Recht 

einer Einziehung oder einer vergleichbaren Massnahme unterliegen. » 

Die französisch- und italienischsprachigen Fassungen haben den folgen-

den Wortlaut: « Elle [la présente loi] régit également, en cas d'entraide 

internationale en matière pénale, le partage, entre la Suisse et les Etats 

étrangers, des valeurs patrimoniales qui sont confisquées en vertu du 

droit suisse ou qui font l'objet d'une mesure de confiscation ou d'une me-

sure analogue en vertu du droit étranger. » « La presente legge si applica 

Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 2014/47 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 823 

 

anche in caso di assistenza internazionale in materia penale per quanto 

concerne la ripartizione tra la Svizzera e gli Stati esteri dei valori 

patrimoniali confiscati in virtù del diritto svizzero o che sono oggetto di 

una misura di confisca o di una misura analoga in virtù del diritto 

estero. » 

5.2 Den Materialien kann entnommen werden, dass sich die beiden 
durch die Konjunktion « oder » verbundenen Nebensätze von Art. 2 

Abs. 2 TEVG auf die aktive und passive internationale Teilung beziehen. 

Darauf wurde bereits weiter oben kurz eingegangen. Eine aktive interna-

tionale Teilung, die im Kontext des 3. Kap. Art. 11 Abs. 1 Bst. a TEVG 

näher beschreibt, ist dadurch gekennzeichnet, dass ein ausländischer 

Staat an einem von schweizerischen Behörden geführten Strafverfahren 

rechtshilfeweise mitwirkt, in dessen Rahmen es zu einer Einziehung von 

Vermögenswerten gestützt auf das Bundesstrafrecht kommt. Diese liegen 

regelmässig, jedoch nicht notwendigerweise in der Schweiz. In letzterem 

Fall kann die Mitwirkung des ausländischen Staates darin liegen, dass er 

Rechtshilfe beim Vollzug der Einziehung leistet. Alsdann bietet die 

Schweiz dem ausländischen Staat aufgrund der im Strafverfahren ge-

leisteten Zusammenarbeit einen Teil der eingezogenen Vermögenswerte 

an. Eine passive internationale Teilung, auf die im Kontext des 3. Kap. 

Art. 11 Abs. 1 Bst. b TEVG näher eingeht, liegt dagegen vor, wenn die 

Schweiz rechtshilfeweise an einer von ausländischen Behörden geführten 

Strafuntersuchung mitwirkt, in deren Rahmen die ausländischen Behör-

den gestützt auf eigenes Recht eine Einziehung oder eine vergleichbare 

Massnahme verfügen. Die rechtshilfeweise Mitwirkung der schweizeri-

schen Behörden kann etwa in der Übermittlung von Beweismitteln oder 

Informationen (Art. 67a IRSG, SR 351.1) oder in der rechtshilfeweisen 

Übergabe in der Schweiz sichergestellter Vermögenswerte deliktischer 

Herkunft zur Einziehung oder Rückerstattung an die Berechtigten 

(Art. 59 oder 74a IRSG) bestehen. Im Gegenzug kann der ausländische 

Staat der Schweiz einen Teil der eingezogenen Vermögenswerte überlas-

sen (vgl. zum Ganzen Botschaft zum TEVG, BBl 2002 441, 454, 461 

und 473). 

5.3 Im vorliegenden Fall führte die BAK IV eine eigene Strafunter-
suchung gegen Susumu Kajiyama wegen Geldwäscherei, Wucher und 

Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, die mit Verfügung vom 

18. Juni 2004 aus Gründen der Opportunität eingestellt wurde. Die BAK 

IV ordnete gleichzeitig an, dass die Vermögenswerte Kajiyamas von rund 

61 Millionen Franken, die ursprünglich auf seinen Konten bei der CS 

2014/47 Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 

 

 

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lagen und später auf ein Sperrkonto der BAK IV bei der Zürcher Kan-

tonalbank (ZKB) überwiesen wurden, definitiv zugunsten der Zürcher 

Staatskasse eingezogen werden. Rechtsgrundlage der Einziehung bildete 

eine Norm des Bundesstrafrechts, nämlich aArt. 59 Ziff. 3 StGB (Fas-

sung vom 18. März 1994, entspricht dem geltenden Art. 72 StGB), der 

besagt, dass der Richter zwingend die Einziehung aller Vermögenswerte 

anzuordnen hat, die der Verfügungsmacht einer kriminellen Organisation 

unterliegen, wobei die Verfügungsmacht bei Vermögenswerten einer Per-

son, die sich an dieser kriminellen Organisation beteiligt oder sie unter-

stützt, vermutet wird. Die Zürcher Behörden ersuchten im Rahmen dieser 

Strafuntersuchung keinen ausländischen Staat um Rechtshilfe. Insoweit 

scheint mangels direkter rechtshilfeweiser Mitwirkung eines ausländi-

schen Staates ein reiner Binnensachverhalt gemäss Art. 2 Abs. 1 TEVG 

vorzuliegen, dessen Unterstellung unter die Bestimmungen des 2. Kap. 

von der Beantwortung der Frage abhängt, wann die Einziehungsverfü-

gung in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 17 Abs. 1 TEVG). 

5.4 Indessen kann das Zürcher Strafverfahren nicht isoliert betrach-
tet werden. Denn gleichzeitig waren die Zürcher Behörden mit einem 

von ihnen selbst angestossenen Rechtshilfeersuchen der japanischen Be-

hörden zuhanden eines in Japan hängigen Strafverfahrens gegen Susumu 

Kajiyama und andere Angeschuldigte befasst. Dieses betraf den ganz 

überwiegenden Teil eines grenzüberschreitenden Sachverhalts, von dem 

nur ein untergeordneter und fragmentarischer Bereich Gegenstand des 

schweizerischen Strafverfahrens bildete. Susumu Kajiyama wurde näm-

lich zur Last gelegt, dass er ab ca. 1995 als Vizeboss einer der grössten 

Yakuza-Gruppierungen sogenannte « loan sharking-Gruppen » organi-

siert habe, die mittels Drohungen und Repressalien von Darlehensschuld-

nern illegal hohe Zinsen erpresst hätten. Von den Gewinnen seien 

umgerechnet rund 60 Millionen Franken auf Konten der CS in Zürich 

transferiert worden, die später von der BAK IV gesperrt wurden. Nebst 

der Ergreifung anderer Massnahmen ersuchten die japanischen Behörden 

um Fortführung dieser Sperren. Am 5. April 2004 trat die BAK IV auf 

das Rechtshilfegesuch Japans ein. Sie ordnete unter anderem eine Sperre 

über alle Vermögenswerte Kajiyamas bei der CS an bis zum rechtskräf-

tigen Abschluss des Rechtshilfeverfahrens. Mit Schlussverfügung vom 

28. April 2004 entsprach die BAK IV dem japanischen Rechtshilfeer-

suchen und verfügte unter anderem, dass die mit Verfügung vom 5. April 

2004 bei der CS angeordnete Kontensperre bestehen bleibe, bis die 

ersuchende japanische Behörde über die sichergestellten Vermögens-

Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 2014/47 

 

 

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werte rechtskräftig entschieden habe. Bis zu diesem Zeitpunkt entsprach 

das Vorgehen einer passiven internationalen Teilung. 

5.5 Dann aber erging am 18. Juni 2004, das heisst weniger als zwei 
Monate nach der Schlussverfügung im Rechtshilfeverfahren, die Einstel-

lungs- und Einziehungsverfügung der BAK IV. Dieselben Vermögens-

werte, die gemäss Schlussverfügung bis zum rechtskräftigen Entscheid 

der ersuchenden japanischen Behörde über deren Schicksal sichergestellt 

bleiben sollten, wurden zunächst auf ein Sperrkonto der BAK IV bei der 

ZKB überwiesen und anschliessend mit der genannten Einstellungs- und 

Einziehungsverfügung definitiv für die Zürcher Staatskasse eingezogen. 

Auf die widersprechenden Anordnungen, die die BAK IV zuvor im 

Rechtshilfeverfahren getroffen hatte, wurde mit keinem Wort eingegan-

gen. Mit konkurrierenden Strafansprüchen mehrerer Staaten und der ein-

geschränkten Geltung des Grundsatzes « ne bis in idem », die vom Kan-

ton Zürich kursorisch in diesem Zusammenhang genannt werden, kann 

dieses Vorgehen kaum erklärt werden. Anfänglich war es so auch nicht 

gedacht. Den Akten kann entnommen werden, dass die BAK IV der 

Vorinstanz am 21. Juni 2004 orientierungshalber eine (nicht unterzeich-

nete) Fassung einer Einstellungs- und Einziehungsverfügung übermit-

telte, in der eine spätere Aufteilung der eingezogenen Vermögenswerte 

mit Japan ausdrücklich vorbehalten war (…). Die Staatsanwaltschaft des 

Kantons Zürich, deren Genehmigung notwendig war, setzte jedoch 

durch, dass jeder Hinweis auf eine Teilung der eingezogenen Vermögens-

werte mit Japan aus dem Dispositiv der Verfügung und deren Begrün-

dung ersatzlos entfernt wurde (…).  

5.6 Dennoch liess der Kanton Zürich der Vorinstanz am 5. Novem-
ber 2004 unter ausdrücklicher Nennung von Art. 12 Abs. 1 TEVG als 

Rechtsgrundlage die Mitteilung zukommen, dass im Kanton Vermögens-

werte eingezogen worden seien, deren Teilung mit Japan in Frage 

komme. In der Folge wurden mit Japan Sharing-Verhandlungen geführt, 

an denen der Kanton Zürich beteiligt war und die am 29. November 2007 

mit einer Einigung auf Delegationsebene abgeschlossen wurden. Zu 

dieser Einigung gab der Kanton Zürich am 19. Dezember 2007 seine 

Zustimmung, wobei er erneut ausdrücklich und vorbehaltlos auf Bestim-

mungen des TEVG Bezug nahm. Noch am 26. November 2008 beant-

wortete der Regierungsrat des Kantons Zürich die parlamentarische 

Anfrage Nr. 1830 von Kantonsrätin Rosmarie Frehsner (SVP) dahinge-

hend, dass die Teilung der eingezogenen Vermögenswerte mit Japan 

gestützt auf das TEVG erfolgt sei (KR-Nr. 299/2008). Die Einschlägig-

2014/47 Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 

 

 

826 BVGE / ATAF / DTAF 

 

keit des TEVG hatte er im Übrigen bereits aus Anlass der Beantwortung 

einer früheren parlamentarischen Anfrage Nr. 557 derselben Fragestel-

lerin aus dem Jahr 2005 (KR-Nr. 33/2005) bejaht. Es kann daher nicht 

gesagt werden, dass der Kanton Zürich stets die Auffassung vertreten ha-

be, es liege keine internationale Teilung im Sinne des TEVG vor. Strittig 

war, soweit ersichtlich, lange Zeit nur, ob die sich anschliessende inner-

staatliche Teilung vom zeitlichen Geltungsbereich des Gesetzes, wie er in 

Art. 17 TEVG geregelt wird, erfasst ist beziehungsweise ob gestützt auf 

Art. 15 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 5 Abs. 4 TEVG zwischen Bund 

und Kanton eine vom gesetzlichen Verteilungsschlüssel abweichende 

Vereinbarung getroffen werden solle. Den sachlichen Geltungsbereich 

des TEVG thematisierte der Kanton Zürich erst in seiner Stellungnahme 

vom 24. Februar 2010 gestützt auf das Rechtsgutachten Prof. Dr. 

Schwarzeneggers. Zuvor vertrat einen analogen Standpunkt die Ober-

staatsanwaltschaft des Kantons Zürich in ihrem Schreiben vom 29. No-

vember 2006 an die Direktion der Justiz- und des Innern des Kantons 

Zürich (…). Zur offiziellen Haltung des Kantons Zürich jedoch wurde 

dieser Standpunkt vorerst nicht. 

5.7 In welchem Verfahrensstadium der Kanton Zürich welche Hal-
tung zur sachlichen Anwendbarkeit des TEVG auf die internationale Tei-

lung der Schweiz mit Japan einnahm, ist jedoch für die rechtliche Be-

urteilung der vorliegenden Streitsache ohne Belang. Massgebend ist 

allein, was das Gesetz zu seiner eigenen Anwendbarkeit in Art. 2 Abs. 2 

TEVG sagt. Für die Beantwortung dieser Frage ist von Bedeutung, dass 

sich die Einstellungs- und Einziehungsverfügung der BAK IV vom 

18. Juni 2004 massgeblich auf Informationen aus dem japanischen 

Rechtshilfeersuchen stützt. Die BAK IV führt dazu in ihrer Verfügung 

aus, der Sachverhalt, wie er sich aus dem japanischen Rechtshilfeersu-

chen ergebe, und weitere japanische Verfahrensakten liessen es als er-

stellt erscheinen, dass Susumu Kajiyama oberstes Führungsmitglied einer 

kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB sei, weshalb die 

ihm zuzurechnenden Vermögenswerte vermutungsweise der Verfügungs-

macht einer kriminellen Organisation unterlägen und gemäss aArt. 59 

Ziff. 3 StGB (entspricht dem geltenden Art. 72 StGB) zwingend einzu-

ziehen seien (…). Die Relevanz der Informationen aus dem japanischen 

Rechtshilfeverfahren wird ‒ wenn auch abgeschwächt ‒ vom Regie-

rungsrat des Kantons Zürich in der Mitteilung an die Vorinstanz gemäss 

Art. 12 Abs. 1 TEVG vom 5. November 2004 und der Beantwortung der 

parlamentarischen Anfrage Nr. 1830 vom 26. November 2008 (KR-

Nr. 299/2008) hervorgehoben. 

Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 2014/47 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 827 

 

5.8 Diese Mitwirkung der japanischen Behörden im Rahmen eines 
internationalen Rechtshilfeverfahrens in Strafsachen genügt, um den 

sachlichen Anwendungsbereich der Bestimmungen des 3. Kap. des 

TEVG über das internationale Sharing zu öffnen. Dass es nicht die 

schweizerischen Behörden waren, die Japan um internationale Rechts-

hilfe zuhanden ihrer schweizerischen Strafuntersuchung ersuchten, das 

Ersuchen vielmehr von den japanischen Behörden zuhanden eines ei-

genen Strafverfahrens gestellt wurde, ist jedenfalls in der vorliegenden 

Konstellation unerheblich, in der beide Seiten einen einheitlichen, grenz-

überschreitenden Sachverhalt untersuchten, wobei das schweizerische 

Verfahren nur ein untergeordnetes und « fragmentarisches Teilelement » 

betraf (…). Ein wesentliches Ziel des TEVG ist es nämlich, durch die 

Beteiligung anderer Staaten am Erfolg einer internationalen Zusammen-

arbeit einen gerechten Ausgleich zu bewirken und die zwischenstaatliche 

Solidarität zu fördern; dies im Bewusstsein, dass die Staaten bei der 

Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität in aller Regel auf 

Zusammenarbeit angewiesen sind (Botschaft zum TEVG, BBl 2002 441, 

453 und 461 f.). Es stünde im Widerspruch zu dieser Zielsetzung und 

wäre stossend, kämen die Bestimmungen des TEVG über die internatio-

nale Teilung nicht zur Anwendung, weil die Zürcher Behörden die inter-

nationale Rechtshilfe nicht in Anspruch nehmen mussten, nachdem sie 

dem kurz zuvor gestellten japanischen Rechtshilfeersuchen die notwen-

digen Informationen bereits entnehmen konnten. Der Wortlaut von Art. 2 

Abs. 2 TEVG steht diesem Ergebnis nicht entgegen, denn die Einziehung 

« im Rahmen eines internationalen Rechtshilfeverfahrens in Strafsa-

chen » heisst weder, dass die Einziehung gestützt auf das IRSG zu erfol-

gen hat, noch zwangsläufig, dass die Rechtshilfe eigens für das schwei-

zerische Strafverfahren geleistet werden musste, in dem die Einziehung 

erfolgt. Die französisch- und italienischsprachigen Fassungen von Art. 2 

Abs. 2 TEVG verwenden denn auch die diesbezüglich neutralen Formu-

lierungen « en cas d'entraide internationale » beziehungsweise « in caso 

di assistenza internazionale ». 

6. Die nachgeordnete Rüge des Kantons Zürich, dass mangels Ge-
genrechts für eine internationale Teilung mit Japan auf der Grundlage des 

TEVG gar kein Raum bestanden habe, ist offensichtlich unbegründet. 

Art. 11 Abs. 2 TEVG, der die Teilung mit einem ausländischen Staat « in 

der Regel » von der Gewährung von Gegenrecht abhängig macht, wurde 

im vorliegenden Fall dadurch rechtsgenüglich Rechnung getragen, dass 

als Ziff. 2 der Teilungsvereinbarung eine Zusicherung des Gegenrechts 

für vergleichbare strafbare Handlungen aufgenommen wurde. Zu Recht 

2014/47 Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 

 

 

828 BVGE / ATAF / DTAF 

 

ging der Regierungsrat des Kantons Zürich in seiner weiter oben bereits 

zitierten Antwort vom 26. November 2008 auf die parlamentarische An-

frage Nr. 1830 von Kantonsrätin Rosmarie Frehsner denn auch davon 

aus, dass die gesetzlichen Voraussetzungen der internationalen Teilung 

erfüllt sind (Antwort auf Frage 3). 

7. Nachdem feststeht, dass die vorliegende Streitsache in den sach-
lichen Geltungsbereich der Bestimmungen des 3. Kap. des TEVG über 

das internationale Teilungsverfahren fällt und der internationalen Teilung 

auch nicht fehlendes Gegenrecht entgegensteht, ist in einem weiteren 

Schritt auf den zeitlichen Geltungsbereich des Gesetzes einzugehen. 

7.1 Art. 17 Abs. 2 TEVG legt fest, dass die « Bestimmungen über 
die internationale Teilung eingezogener Vermögenswerte (3. Kap.) » für 

Teilungsverfahren gelten, bei denen die Teilungsvereinbarung nach In-

krafttreten dieses Gesetzes unterzeichnet wird, selbst wenn der Einzie-

hungsentscheid vor Inkrafttreten dieses Gesetzes rechtskräftig wurde. 

Art. 15 TEVG, der im internationalen Bereich die innerstaatliche Teilung 

des der Schweiz nach der Teilungsvereinbarung zustehenden Anteils re-

gelt, ist Bestandteil des 3. Kap. des TEVG, auf den Art. 17 Abs. 2 TEVG 

mit einem Klammerausdruck verweist. Wortlaut und Systematik des Ge-

setzes legen daher die Annahme nahe, dass die übergangsrechtliche Ord-

nung von Art. 17 Abs. 2 TEVG auch die innerstaatliche Teilung gemäss 

Art. 15 TEVG erfasst. Dieses Normverständnis wird durch die Materia-

lien bestätigt. Der Bundesrat stellt in seiner Botschaft ausdrücklich klar, 

dass der von ihm vorgeschlagene Art. 17 Abs. 2 TEVG nicht nur die 

internationale, sondern auch die sich anschliessende nationale Teilung 

erfasst. Ungeachtet des Zeitpunkts der Rechtskraft eines Einziehungsent-

scheids komme das neue Recht zur Anwendung, sofern nur die zwischen-

zeitliche Teilungsvereinbarung nach dessen Inkrafttreten unterzeichnet 

wurde (Botschaft zum TEVG, BBl 2002 441, 476 f.). Nachdem die 

vorgeschlagene Übergangsordnung im Rahmen der parlamentarischen 

Beratungen nicht in Frage gestellt wurde, ist davon auszugehen, dass 

Art. 17 Abs. 2 TEVG auch für die innerstaatliche Teilung nach Art. 15 

TEVG massgebend ist. 

7.2 Der Einwand des Kantons Zürich, ein solches Normverständnis 
laufe auf eine Verletzung des Rückwirkungsverbots hinaus, ist schon des-

halb nicht zielführend, weil Art. 190 BV Bundesgesetze der Normen-

kontrolle entzieht. Art. 17 Abs. 2 TEVG wäre daher selbst dann anzu-

wenden, wenn der Einwand des Kantons Zürich begründet wäre. Allein 

ist es weder ersichtlich noch wird vom Kanton Zürich näher dargetan, 

Teilung eingezogener Vermögenswerte (TEVG) 2014/47 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 829 

 

weshalb eine Rückwirkung neuen Rechts auf einen bereits vor seinem 

Inkrafttreten abgeschlossenen Sachverhalt vorliegen würde, falls die 

Übergangsregelung von Art. 17 Abs. 2 TEVG trotz rechtskräftigem Ein-

ziehungsentscheid die innerstaatliche Teilung nach Art. 15 TEVG erfas-

sen würde. Die Tatsache, dass Art. 17 Abs. 1 TEVG für reine Binnen-

sachverhalte die Rechtskraft des Einziehungsentscheides als Anknüpfung 

wählt und die unterschiedliche Regelung für den Kanton Zürich nicht 

ohne Weiteres nachvollziehbar ist, soweit sie sich auf die innerstaatliche 

Teilung des der Schweiz verbliebenen Anteils bezieht, rechtfertigt den 

Vorwurf einer Verletzung des Rückwirkungsverbots noch nicht. Im Übri-

gen ist darauf hinzuweisen, dass das TEVG nicht in Rechtspositionen 

von Bürgern eingreift, sondern die wirtschaftliche Beteiligung mehrerer 

Gemeinwesen am Erfolg der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in 

Strafsachen regelt. Die Kantone, um deren wirtschaftliche Interessen es 

geht, waren in den Gesetzgebungsprozess naturgemäss eng eingebunden; 

sie konnten dort ihre Standpunkte in qualifizierter Weise einbringen. 

Dem Rückwirkungsverbot, das in erster Linie den Bürger schützen will, 

kommt in dieser Situation ‒ wenn überhaupt ‒ nur eine untergeordnete 

Bedeutung zu. Der Einwand des Kantons Zürich muss daher auch in der 

Sache als unbegründet zurückgewiesen werden. 

8. Abschliessend ist festzustellen, dass die vorliegende Streitsache 
in den sachlichen und zeitlichen Geltungsbereich des TEVG fällt. Die 

innerstaatliche Teilung zwischen dem Kanton Zürich und dem Bund hat 

daher auf der Grundlage des Art. 15 Abs. 1 TEVG zu erfolgen, der hin-

sichtlich des Teilungsschlüssels auf Art. 5 TEVG verweist. Damit wird 

allen Einwänden die Grundlage entzogen, die von einer freiwilligen Zu-

sammenarbeit des Kantons Zürich ausserhalb des Geltungsbereichs des 

TEVG ausgehen. Dass Art. 5 TEVG von der Vorinstanz rechtsfehlerhaft 

angewendet worden wäre, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht be-

hauptet. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtmässig 

(Art. 49 VwVG), und die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.