# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4684a857-14cc-526e-b462-a7232328c431
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2018 F-4030/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4030-2016_2018-11-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 14.11.2019 (2C_21/2019) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4030/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  N o v e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richter Gregor Chatton,    

Gerichtsschreiber Daniel Brand. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,   

vertreten durch lic. iur. Jürg Federspiel, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der Aufent-

haltsbewilligung und Wegweisung. 

 

 

 

F-4030/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin (albanische Staatsangehörige, geb. 1976) reiste 

am 1. Juli 2008 zwecks Vorbereitung der Heirat in die Schweiz ein, wo sie 

am 25. Juli 2008 den 1982 geborenen Schweizer Bürger B._______ heira-

tete (vgl. SEM-act. 6/64-67). In der Folge erhielt sie eine Aufenthaltsbewil-

ligung zwecks Verbleibs beim Ehemann im Kanton Aargau (SEM-act. 

6/79). 

B.  

Im Auftrag des Migrationsamtes des Kantons Aargau (im Folgenden: Mig-

rationsamt) ermittelte die Regionalpolizei Lenzburg erstmals am 4. März 

2010 wegen des Verdachts einer Scheinehe zwischen den Ehegatten 

(SEM-act. 6/133-134). Gestützt darauf gewährte das Migrationsamt der 

Beschwerdeführerin am 17. Mai 2011 das rechtliche Gehör zur Nichtver-

längerung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung aus der 

Schweiz (SEM-act. 6/183-184). Nach erfolgter Einvernahme der Ehegatten 

(SEM-act. 6/192-204) und nach Eingang der Stellungnahme der Be-

schwerdeführerin vom 7. Juli 2011 (SEM-act. 6/207-210) verlängerte das 

Migrationsamt am 31. Oktober 2011 deren Aufenthaltsbewilligung bis zum 

31. Juli 2012 (SEM-act.6/217).  

Aufgrund von umfangreichen Ermittlungen und Einvernahmen der Ehegat-

ten und verschiedener Zeugen wurde gegen die Beschwerdeführerin ein 

Strafverfahren wegen Täuschung der Behörden (Art. 118 Abs. 1 AuG, SR 

142.20) eingeleitet. Nachdem diese zu einer Geldstrafe und einer Busse 

verurteilt worden war (vgl. Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg- 

Aarau vom 28. August 2013, SEM-act. 2/45-48), wurde auf ihre Einsprache 

hin das Strafverfahren am 22. August 2014 eingestellt, da der Betroffenen 

für den jeweiligen Zeitpunkt kein strafrechtlich relevantes Verhalten rechts-

genügend nachgewiesen werden konnte (SEM-act. 3/49-52). 

C.  

Am 20. Februar 2014 wurde dem Migrationsamt die freiwillige Trennung 

der Ehegatten per 31. Januar 2014 angezeigt (SEM-act. 6/273).  

D.  

Das Migrationsamt ersuchte die Vorinstanz mit Antrag vom 1. Juni 2015 

um Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung (SEM-act. 

5/56-59).  

F-4030/2016 

Seite 3 

E.  

Mit Schreiben vom 6. Juli 2015 (SEM-act. 9/488-489) sowie 2. Dezember 

2015 (SEM-act. 16/506-507) teilte das SEM der Beschwerdeführerin mit, 

dass es erwäge, die Zustimmung zu verweigern und die Wegweisung aus 

der Schweiz anzuordnen und gab ihr im Rahmen des rechtlichen Gehörs 

Gelegenheit zur Stellungnahme, wovon diese am 2. Oktober 2015 (SEM-

act. 14/500-502) und 5. Januar 2016 (SEM-act. 17/512-513) Gebrauch 

machte. 

F.  

Mit Verfügung vom 24. Mai 2016 verweigerte die Vorinstanz die Zustim-

mung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und wies die Beschwer-

deführerin aus der Schweiz weg. Mit dem Vollzug wurde das Migrationsamt 

des Kantons Aargau beauftragt. 

Die Vorinstanz führte im Wesentlichen aus, das eheliche Zusammenleben 

in der Schweiz zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann 

habe lediglich vom 25. Juli 2008 bis längstens am 22. September 2010 – 

mithin weniger als drei Jahre (vgl. Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG) – gedauert. 

Des Weiteren lägen keine wichtigen persönlichen Gründe für einen nach-

ehelichen Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG vor, da der so-

zialen und wirtschaftlichen Wiedereingliederung im Heimatland der Be-

schwerdeführerin keine unüberwindbaren Hindernisse entgegenstehen 

würden (SEM-act. 18/514-522). 

G.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 27. Juni 2016 beantragt die Beschwerdefüh-

rerin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Zustimmung 

zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Eventualiter seien weitere 

Sachabklärungen vorzunehmen oder vornehmen zu lassen. 

Zur Begründung lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ausführen, 

das SEM habe sich über die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aargau vom 22. August 2014 hinweggesetzt und in willkürlicher 

Würdigung der Fakten angenommen, sie habe mit ihrem Ehemann weni-

ger als drei Jahre in ehelicher Gemeinschaft zusammengelebt. Zutreffend 

sei jedoch, dass sie bis mindestens Mitte 2012 in ehelicher Gemeinschaft 

mit ihrem Schweizer Ehemann gelebt habe. Zwar sei sie erst mit 32 Jahren 

in die Schweiz gekommen, habe mittlerweile aber klar hier ihren Lebens-

mittelpunkt, sei sie doch sprachlich, beruflich, sozial und auch wirtschaftlich 

bestens hierzulande integriert. Abgesehen davon lägen auch wichtige 

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Seite 4 

Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b vor, da sie sich als Frau in Alba-

nien nicht mehr reintegrieren könne.  

H.  

In ihrer Vernehmlassung vom 18. August 2016 beantragte die Vor- 

instanz die Abweisung der Beschwerde.  

I.  

Trotz ausdrücklich eingeräumtem Replikrecht liess sich die Beschwerde-

führerin vorerst nicht mehr vernehmen. 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Juni 2018 wurde dem Antrag auf persön-

liche Befragung der Eheleute bzw. von damaligen Nachbarn nicht stattge-

geben, der Beschwerdeführerin jedoch die Möglichkeit eingeräumt, bis 

zum 13. Juli 2018 stattdessen entsprechende schriftliche Stellungnahmen 

nachzureichen, sich zu den seit Mitte 2013 bis Ende Mai 2018 unternom-

menen Auslandreisen zu äussern sowie den Sachverhalt zu aktualisieren 

und abschliessende Bemerkungen anzubringen. 

K.  

In ihrer abschliessenden Stellungnahme vom 31. August 2018 weist der 

Rechtsvertreter darauf hin, dass die Beschwerdeführerin erst seit Februar 

2014 von ihrem Ehemann getrennt sei (vgl. Bst. C des Sachverhalts). Im 

Weiteren äussert er sich auch zu den fraglichen Auslandreisen seiner Man-

dantin und betont erneut deren überdurchschnittlich gute Integration in der 

Schweiz. Gleichzeitig wurden entsprechende Bestätigungen zu den Akten 

gereicht. 

L.  

Neben den Vorakten zog das Bundesverwaltungsgericht auch die die Be-

schwerdeführerin betreffenden Akten des kantonalen Migrationsamtes bei. 

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Vom SEM erlassene Verfügungen betreffend Verweigerung der Zustim-

mung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Anordnung der 

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Seite 5 

Wegweisung sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht an-

fechtbar (vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Als Adressatin der Verfügung ist die Beschwerdeführerin zu deren An-

fechtung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen Sachur-

teilsvoraussetzungen sind erfüllt (vgl. Art. 50 und 52 VwVG).  

2.  

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von 

Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermes-

sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Gericht wendet das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist 

nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Massgebend ist grundsätzlich 

die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheids (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 

m.H.). 

3.  

3.1 Der im Verwaltungsverfahren geltende Untersuchungsgrundsatz weist 

die Verantwortung für die Ermittlung der materiellen Wahrheit in erster Linie 

der Behörde zu, welche den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen 

hat (Art. 12 Abs. 1 VwVG). Die Untersuchungspflicht der Behörde wird je-

doch durch die Mitwirkungs- und Beweisbeschaffungspflicht der Parteien 

relativiert (vgl. Art. 13 VwVG; Art. 90 AuG; Urteil des BGer 2C_1047/2013 

vom 24. Juni 2014 E. 4.1). Die Parteien sind verpflichtet, diejenigen Tatsa-

chen darzulegen, welche ihnen besser bekannt sind als der Behörde und 

welche diese ohne Mitwirkung der Betroffenen gar nicht oder nicht mit ver-

nünftigem Aufwand erheben kann (vgl. BGE 138 II 465 E. 8.6.4). Die Amts-

ermittlung endet, wenn der rechtserhebliche Sachverhalt bewiesen ist oder 

wenn in antizipierter Beweiswürdigung willkürfrei ausgeschlossen werden 

kann, dass weitere Abklärungen zu einem zusätzlichen Erkenntnisgewinn 

führen, ferner wenn die Partei die ihr zumutbare Mitwirkung an der Abklä-

rung des Sachverhalts verweigert. In den letzteren beiden Fällen entschei-

det die Behörde aufgrund des gesammelten Tatsachenmaterials nach 

Massgabe der Beweislastverteilung im Verfahren (vgl. Urteil des BVGer 

C-3769/2011 vom 6. Oktober 2014 E. 4.2 m.H.). 

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3.2 Entsprechend dem Regelbeweismass gilt eine Tatsache als bewiesen, 

wenn die Behörde nach einem regelkonform durchgeführten Beweisver-

fahren im Rahmen der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 19 VwVG i.V.m. 

Art. 40 BZP [SR 273]) willkürfrei zur Überzeugung gelangt, dass sie tat-

sächlich vorliegt. Absolute Sicherheit ist nicht erforderlich. Es genügt, wenn 

das Beweisverfahren die Überzeugung der Behörde begründet, dass am 

Zutreffen der zu beweisenden Tatsache kein erheblicher Zweifel mehr be-

steht. Kann das geforderte Beweismass nicht erreicht werden, stellt sich 

die Beweislastfrage, d.h. die Frage, zu wessen Lasten der beweislose Zu-

stand geht. Die Antwort darauf ergibt sich aus dem Rechtsgrundsatz, dass 

derjenige die (objektive) Beweislast für das Vorliegen einer Tatsache trägt, 

der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). In casu liegt die Beweislast dem-

nach bei der Beschwerdeführerin (vgl. Urteil des BVGer C-1481/2013 vom 

27. Mai 2014 E. 3.3; C-3769/2011 E. 4.3 m.H.). 

3.3 Erkenntnisquellen der Sachverhaltsermittlung bilden das Fachwissen 

der entscheidenden Behörde, das allgemeine notorische Wissen sowie die 

Beweismittel, welche die Behörde im Rahmen des Beweisverfahrens er-

hebt. Dazu gehören gemäss Art. 12 VwVG Urkunden, Auskünfte von Par-

teien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittpersonen, Augenschein und Gut-

achten von Sachverständigen. Die Durchführung einer Zeugeneinver-

nahme ist vor Bundesverwaltungsgericht möglich, falls sich ein Sachver-

halt nicht auf andere Weise hinreichend abklären lässt (vgl. Art. 14 VwVG). 

In casu erschliesst sich der entscheidwesentliche Sachverhalt jedoch in 

hinreichender Weise aus den Akten. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 40 AuG sind die Kantone für die Erteilung und Verlänge-

rung von Bewilligungen zuständig. Vorbehalten bleibt die Zuständigkeit des 

SEM für das Zustimmungsverfahren (vgl. Art. 99 AuG i.V.m. Art. 85 der Ver-

ordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-

tätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Stammt die Ausländerin oder der Ausländer 

nicht aus einem Mitgliedstaat der EU oder EFTA und wird die Verlängerung 

der Aufenthaltsbewilligung nach der Auflösung der ehelichen Gemein-

schaft oder nach dem Tod des schweizerischen oder ausländischen Ehe-

gatten beantragt, so ist der Antrag zur Zustimmung dem SEM zu unterbrei-

ten (vgl. Art. 85 Abs. 2 VZAE i.V.m. Art. 4 Bst. d der Verordnung des EJPD 

vom 13. August 2015 über die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden 

ausländerrechtlichen Bewilligungen und Vorentscheide [SR 142.201.1]). 

Das SEM kann die Zustimmung ohne Bindung an die Beurteilung durch 

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den Kanton verweigern oder mit Bedingungen verbinden (vgl. Art. 86 

Abs. 1 VZAE). 

4.2 Die Beschwerdeführerin, albanische Staatsangehörige, beantragte die 

Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der ehelichen 

Gemeinschaft. Folglich ist das SEM vorliegend für die entsprechende Zu-

stimmung oder Verweigerung des kantonalen Antrags zuständig.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von 

Schweizerinnen und Schweizern, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, 

Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und – 

nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf 

Jahren – Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung (Art. 42 

Abs. 3 AuG). Nach Auflösung der Ehe- oder Familiengemeinschaft – mit-

gemeint ist auch die eheliche Gemeinschaft – besteht der Anspruch des 

Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthalts-

bewilligung nach Art. 42 und 43 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft 

mindestens drei Jahre bestanden hat und die ausländische Person erfolg-

reich integriert ist (Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG) oder wenn wichtige persönli-

che Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen 

(Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG). Die Ansprüche aus Art. 50 AuG erlöschen, 

wenn sie rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um 

die Vorschriften dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen 

über die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 1 Bst. a 

AuG). 

5.2 Von Art. 51 Abs. 1 Bst. a AuG erfasst wird insbesondere die sogenannte 

Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe. Ein Bewilligungsanspruch entfällt 

demnach, wenn zum Vornherein nie der Wille bestand, eine dauerhafte 

Gemeinschaft zu begründen, und der einzige Zweck der Heirat darin liegt, 

dem Ausländer zu einer ausländerrechtlichen Bewilligung zu verhelfen (vgl. 

BGE 127 II 49 E. 4a m.H.). Selbst wenn ursprünglich keine Ausländer-

rechtsehe eingegangen worden ist, kann sich die Berufung auf die gesetz-

liche Anspruchsnorm als rechtsmissbräuchlich erweisen. Nach bundesge-

richtlicher Rechtsprechung liegt Rechtsmissbrauch vor, wenn der Auslän-

der sich auf eine Ehe beruft, die nur formell besteht, weil entweder ihm 

selber jeglicher Wille zum Führen der ehelichen Gemeinschaft fehlt oder 

für ihn erkennbar ist, dass keine ernsthafte Aussicht auf ein (weiteres) ehe-

liches Zusammenleben bzw. auf die Führung einer Lebensgemeinschaft 

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mit dem schweizerischen Ehegatten mehr besteht, wobei es auf die Ursa-

chen der Trennung nicht ankommt. Das durch die Rechtsordnung vorge-

sehene Anwesenheitsrecht kann nicht unabhängig vom Bestand einer ehe-

lichen Beziehung beansprucht werden (BGE 130 II 113 E. 4.2 m.H., bestä-

tigt im Urteil 2C_273/2011 vom 5. Oktober 2011 E. 3.2). Die rechtsmiss-

bräuchliche Berufung auf eine inhaltsleere Ehe darf nicht leichthin ange-

nommen werden. Es müssen eindeutige Hinweise dafür bestehen, dass 

die Führung einer ehelichen Lebensgemeinschaft nicht mehr beabsichtigt 

und nicht mehr zu erwarten ist (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.2). 

5.3 Der Begriff der Ehegemeinschaft von Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG ist im 

Lichte von Art. 42 und 43 AuG auszulegen. Eine Ehe erfüllt die Anforderun-

gen an die Ehegemeinschaft, wenn und solange die Ehegatten zusammen 

wohnen, oder – falls die Ehegatten verschiedene Wohnorte haben – nach 

den Voraussetzungen von Art. 49 AuG. Wo das Getrenntleben gestützt auf 

Art. 49 AuG aus wichtigen Gründen und in Anerkennung der fortbestehen-

den Ehegemeinschaft erfolgt, ist auch diese (vorübergehende) Bezie-

hungsperiode an die Dauer der Ehegemeinschaft anzurechnen (vgl. MARC 

SPESCHA, in: Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 

4. Aufl. 2015, Art. 50 AuG N 4). Von einer (relevanten) Ehegemeinschaft ist 

gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung dann auszugehen, wenn die 

eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille 

besteht. Dabei ist im Wesentlichen auf die Dauer der nach aussen wahr-

nehmbaren ehelichen Wohngemeinschaft abzustellen (BGE 138 II 229 E. 2 

m.H.).  

6.  

6.1 Im vorliegenden Fall ist zunächst zu prüfen, ob die eheliche Gemein-

schaft im Sinne eines gemeinsam geführten Haushalts die nach Art. 50 

Abs. 1 Bst. a AuG erforderlichen drei Jahre gedauert hat. 

6.2 Die Vorinstanz geht davon aus, dass das eheliche Zusammenleben in 

der Schweiz zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann – ent-

gegen ihren Ausführungen in den Stellungnahmen vom 2. Oktober 2015 

sowie 5. Januar 2016 – weniger als drei Jahre gedauert hat, d.h. vom 

25. Juli 2008 bis längstens am 22. September 2010. Zwischen der Be-

schwerdeführerin und ihrem Ehemann habe spätestens seit September 

2010 keine tatsächlich gelebte Beziehung (mehr) bestanden.  

Demgegenüber wird auf Beschwerdeebene geltend gemacht, die Eheleute 

hätten seit der Heirat bis mindestens Mitte 2012 in ehelicher Gemeinschaft 

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gelebt. Für die Behauptung der Vorinstanz, wonach die Eheleute weniger 

als drei Jahre zusammengelebt hätten, fehle es klar an Beweisen. 

6.3 Der Beschwerdeführerin, die in den Jahren zuvor mit Kurzaufenthalts-

bewilligungen als Sängerin einer albanisch/mazedonischen Musikgruppe 

in verschiedenen Dancings in der Schweiz aufgetreten war (SEM-act. 1/1-

43), wird vom SEM vorgeworfen, bereits im Jahre 2004 versucht zu haben, 

mittels einer Heirat mit einem im Kanton Zürich wohnhaften Schweizer Bür-

ger eine Aufenthaltsbewilligung zu erlangen. Die Eheschliessung sei da-

mals zweimal verschoben und schlussendlich abgesagt worden (SEM-act. 

6/108-128). Im vorliegenden Fall hätten die Eheleute, die sich nur sehr 

schlecht auf Deutsch hätten verständigen können, in den polizeilichen Ein-

vernahmen widersprüchliche Aussagen gemacht. Der Schweizer Ehemann 

kenne weder die Familie seiner Ehefrau, den Namen ihrer Trauzeugin noch 

habe er das Hochzeitsdatum nennen können. Überdies habe kein Hoch-

zeitsfest stattgefunden und Fotos der zivilen Hochzeit seien auch keine 

vorhanden.  

6.4 Aus den umfangreichen vorinstanzlichen Akten ergibt sich folgender 

Sachverhalt:  

6.4.1 Abklärungen der Regionalpolizei Lenzburg wegen Verdachts des Be-

stehens einer Scheinehe hatten ergeben, dass die Beschwerdeführerin zur 

damaligen Zeit zwar in Lenzburg (…) bei ihrem Ehemann B._______, an-

gemeldet, aber dort nicht wohnhaft war (vgl. Bericht vom 4. März 2010, 

SEM-act. 6/133-134). Bei dieser 2-Zimmer-Wohnung handelte es sich um 

eine "Wohnung von Unverheirateten" (vgl. Mietvertrag vom 2. März 2006 

[AG-act. S. 24-25]). Entsprechend sei dem damaligen Vermieter denn auch 

nicht bekannt gewesen, dass sein Mieter verheiratet sei; ebenso wenig 

habe er je eine weibliche Person in der fraglichen Wohnung gesehen (vgl. 

Aktennotiz des Migrationsamtes vom 6. Januar 2009 [AG-act. S. 22] sowie 

Erhebungsbericht der Regionalpolizei Lenzburg vom 11. Januar 2011 

[SEM-act. 156-160]). In der Folge teilte die Einwohnerkontrolle Lenzburg 

dem Migrationsamt mit Schreiben vom 22. September 2010 mit, sie habe 

von B._______ die Meldung erhalten, dass sich seine Ehefrau nicht mehr 

in Lenzburg aufhalte und zurzeit bei einer Freundin in Zürich weile. Der 

genaue Aufenthaltsort sei ihm jedoch nicht bekannt, da er keinen Kontakt 

mit ihr habe (SEM-act. 6/143).  

6.4.2 Vom Migrationsamt mit Schreiben vom 27. September 2010 um Mit-

teilung über die ehelichen Verhältnisse aufgefordert (SEM-act. 6/144), liess 

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Seite 10 

B._______ verlauten, er wohne mit seiner Ehefrau an der (…) in Aarau (vgl. 

Aktennotiz des Migrationsamtes vom 10. Januar 2011 [SEM-act. 6/148] so-

wie Zuzugsmeldung des Stadtbüros Aarau vom 6. Dezember 2010 [SEM-

act. 6/146]). In diesem Zusammenhang erstaunt jedoch, dass auch dieser 

Mietvertrag – für lediglich ein einzelnes Zimmer in einer WG – nicht von 

den Eheleuten gemeinsam, sondern vom Ehemann und dessen Vater als 

Solidarmieter abgeschlossen wurde (SEM-act. 6/150) und dem Vermieter 

über die Anmeldung der Ehefrau in Aarau nichts bekannt war (vgl. Kurzbrief 

des Stadtbüros Aarau vom 20. Januar 2011 an die Regionalpolizei Lenz-

burg [SEM-act. 6/152]). Es liegt denn auch keine schriftliche Einverständ-

niserklärung des Vermieters betreffend deren (angeblichen) Einzug vor. 

Völlig zu Recht weist das SEM darauf hin, es sei nicht ersichtlich, inwiefern 

ein einzelnes Zimmer in einer WG tatsächlich als eheliche Wohnung die-

nen solle. Vielmehr sei anzunehmen, dass sich die Beschwerdeführerin le-

diglich bei ihrem Ehemann angemeldet habe mit dem Ziel, eine Verlänge-

rung ihrer Aufenthaltsbewilligung zu erwirken. Auf entsprechende Frage 

des Migrationsamtes gab B._______ zu Protokoll, er wisse auch nicht, 

wieso seine Ehefrau nicht für die Mietkosten aufkomme (vgl. Einvernahme-

protokoll vom 15. Juni 2011 [SEM-act. 6/201]).  

6.4.3 Am 4. Februar 2013 wurde durch die Kantonspolizei Aargau an der 

(…) in Aarau eine Hausdurchsuchung durchgeführt (vgl. Rapport vom 20. 

Februar 2013 [SEM-act. 6/252-259]), bei welcher festgestellt wurde, dass 

beide Ehegatten, die zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend waren, je ein 

Einzelzimmer in der fraglichen Wohnung bewohnten. Im Zimmer der Be-

schwerdeführerin befand sich laut Polizeirapport lediglich ein Bettsofa, wel-

ches zum fraglichen Zeitpunkt zugeklappt war. Bei der Wohnungsdurchsu-

chung konnten keine Dokumente, Unterlagen oder Briefe lautend auf die 

Beschwerdeführerin, gemeinsame Fotos des Ehepaars oder Pflegepro-

dukte für Frauen im Badezimmer aufgefunden werden. Gemäss Auskunft 

der beiden angetroffenen WG-Bewohner würden sie die Beschwerdefüh-

rerin lediglich zwei- bis dreimal im Monat bzw. ca. einmal in der Woche in 

der WG antreffen, wobei sie nichts Konkretes zum Zusammenleben der 

Eheleute oder zu deren Lebensmittelpunkt aussagen konnten. Auf telefo-

nische Anfrage hin behauptete die Beschwerdeführerin gegenüber dem zu-

ständigen Polizeibeamten, sie befinde sich an ihrem Wohnort in Aarau, um 

schliesslich zuzugeben, sich in Wettingen bei einer Kollegin aufzuhalten. 

Kommt hinzu, dass die Handy-Auswertung von B._______ – der bei der 

polizeilichen Einvernahme vom 4. Februar 2013 weder das Hochzeitsda-

tum noch die Augenfarbe seiner Ehefrau angeben konnte (vgl. SEM-act. 

6/231 u. 235) – ergeben hatte, dass dieser in innigem Kontakt mit der 

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Seite 11 

Schweizer Bürgerin C._______ (einer gebürtigen Marokkanerin [geb. 

1978]) steht, deren Telefonnummer auf seinem Smartphone unter der Be-

zeichnung "Schatz" abgespeichert war. Dieser Frau gab er denn auch mit-

tels SMS zu verstehen, dass er in sie verliebt sei und sich von seiner Ehe-

frau scheiden lassen möchte (SEM-act. 6/253 u. 254). Die Profil-Überprü-

fung via Facebook bestätigte, dass er mit C._______ seit längerem in Kon-

takt steht, wobei auch ein gemeinsames Foto festgestellt werden konnte. 

Demgegenüber gab die Beschwerdeführerin anlässlich der polizeilichen 

Einvernahme vom 4. Februar 2013 zu Protokoll, auch nach fast fünfjähriger 

Ehedauer verfüge sie über kein gemeinsames Foto mit ihrem Ehemann, 

seien sie doch beide nicht die Typen, die Fotos bräuchten oder machten 

(SEM-act. 6/247).  

6.5 Aus all diesen Gründen steht für das Bundesverwaltungsgericht ausser 

Zweifel, dass in casu der Wille zur Führung einer Lebensgemeinschaft im 

Sinne einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, körperlichen und spiri-

tuellen Verbindung spätestens im September 2010 erloschen war und sich 

die Beschwerdeführerin somit rechtsmissbräuchlich auf eine nur (noch) for-

mell bestehende Ehe – ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederauf-

nahme der ehelichen Gemeinschaft – beruft (vgl. dazu E. 5.2 und 5.3).  

Soweit vom Rechtsvertreter geltend gemacht wird, die Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau habe bereits in ihrer Einstellungsverfügung vom 22. Au-

gust 2014 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Juli 2008 bis 

Mitte 2012 eine eheliche Gemeinschaft geführt habe, gilt es mit der Vor-

instanz darauf hinzuweisen, dass die Ausländerbehörden gemäss höchst-

richterlicher Rechtsprechung bei ihrem Entscheid nicht generell an die Ein-

schätzungen durch die Strafbehörde gebunden sind, gelten doch im Straf-

verfahren in Bezug auf die Beweisanforderungen strengere Regeln als im 

Verwaltungs- bzw. Verwaltungsbeschwerdeverfahren (Unschuldsvermu-

tung etc. [vgl. dazu Urteil des BGer 2C_804/2013 vom 3. April 2014 E. 4]). 

Die Staatsanwaltschaft hielt denn auch in diesem Zusammenhang fest, die 

anlässlich der am 4. Februar 2013 durchgeführten Hausdurchsuchung ge-

machten Feststellungen – auf die sie sich hauptsächlich stützte – stellten 

primär eine Momentaufnahme dar und liessen nur bedingt beweistechni-

sche Rückschlüsse auf die Situation im Zeitpunkt der Einreichung der Ver-

längerungsgesuche in den Jahren 2009 – 2012 zu. Der Beschuldigten 

könne demnach kein strafrechtlich relevantes Verhalten nach Art. 118 

Abs. 1 AuG rechtsgenügend nachgewiesen werden. 

F-4030/2016 

Seite 12 

6.6 Nach dem Gesagten steht somit fest, dass in casu die dreijährige Frist 

gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG im Sinne eines gemeinsam geführten 

Haushalts nicht erfüllt ist, hat doch die eheliche Gemeinschaft – wenn über-

haupt – lediglich vom 25. Juli 2008 bis längstens am 22. September 2010 

gedauert, d.h. bis zur Meldung des Ehemannes an die Einwohnerkontrolle 

Lenzburg, wonach sich seine Ehefrau nicht mehr in Lenzburg aufhalte (vgl. 

zur absoluten Frist: Urteil des BGer 2C_985/2014 vom 5. November 2014 

E. 2.2; Urteil des BVGer F-1216/2016 vom 26. Juni 2017 E. 6). Dement-

sprechend fällt ein auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG gestützter Anspruch auf 

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht in Betracht, zumal wichtige 

Gründe für ein vorübergehendes Getrenntleben im Sinne von Art. 49 AuG 

i.V.m. Art. 76 VZAE weder ersichtlich sind noch geltend gemacht werden.  

Die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe bis mindestens Mitte 

2012 – mithin mehr als drei Jahre – mit ihrem Ehemann zusammengelebt, 

konnte im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens nicht anhand geeigneter 

Belege nachgewiesen werden. An dieser Einschätzung vermögen weder 

die vagen, teils unglaubhaften und widersprüchlichen Aussagen der Ehe-

leute selber noch die am 31. August 2018 nachgereichten "Bestätigungen" 

der Schwiegereltern, Bekannten und damaligen Nachbarn etwas zu än-

dern.  

6.7 Da – wie eben erwähnt – keine dreijährige Ehegemeinschaft im Sinne 

von Art. 50 Abs. 1 Bst. a erster Teilsatz AuG gegeben ist, erübrigt es sich, 

den Integrationsgrad der Beschwerdeführerin gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. a 

zweiter Teilsatz AuG zu prüfen. 

7.  

7.1 Zu prüfen ist hingegen, ob wichtige persönliche Gründe vorliegen, die 

einen weiteren Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz erforder-

lich machen (vgl. Art 50 Abs. 1 Bst. b AuG). Wichtige persönliche Gründe 

können namentlich vorliegen, wenn die betroffene ausländische Person 

Opfer ehelicher Gewalt wurde, die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen 

wurde oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefähr-

det erscheint (vgl. Art. 50 Abs. 2 AuG). Neben den in Art. 50 Abs. 2 AuG 

beispielhaft aufgeführten Gründen, kann sich eine besondere Härte auch 

aus anderen Gesichtspunkten des Einzelfalles ergeben (vgl. Art. 31 Abs. 1 

VZAE und BGE 137 II 345 E. 3.2.3). 

7.2 Es ist insbesondere zu prüfen, wie die Möglichkeiten zur (sozialen) 

Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in Albanien zu beurteilen 

F-4030/2016 

Seite 13 

sind (vgl. Art. 50 Abs. 2 AuG und Art. 31 Abs. 1 Bst. g VZAE). Entscheidend 

ist, ob die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung als 

stark gefährdet zu gelten hat, und nicht, ob ein Leben in der Schweiz ein-

facher wäre. Vorausgesetzt ist eine erhebliche Intensität der Konsequen-

zen für das Privat- und Familienleben der ausländischen Person, die mit 

ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen des abgeleiteten Anspruchs 

auf Aufenthalt verbunden sind (BGE 137 II 345 E. 3.2.3 m.H.).  

Die Beschwerdeführerin kam 2008, als 32-jährige Erwachsene, dauerhaft 

in die Schweiz und es ist davon auszugehen, dass ihr soziales Netz aus 

Familienmitgliedern und Freunden in Albanien nach wie vor besteht. Dies 

wird durch den Umstand, dass sie in der Vergangenheit oft in ihr Heimat-

land gereist ist, bestätigt. Aus dem (elektronischen) Informationssystem 

namens ORBIS (nationale Visa-Datenbank) geht diesbezüglich hervor, 

dass der Beschwerdeführerin vom Migrationsamt seit Mitte 2013 insge-

samt elfmal ein Rückreisevisum ausgestellt wurde, letztmals am 31. Mai 

2018. Als Hauptreisezweck wurden stets "familiäre Gründe" genannt. In ih-

rer Stellungnahme vom 31. August 2018 bekräftigte sie denn auch, oft nach 

Albanien gereist zu sein, weil ihr Vater schwer erkrankt und im Jahre 2016 

schliesslich verstorben sei. Ausserdem scheint die Beschwerdeführerin ei-

nen guten Kontakt zu ihrer Mutter zu pflegen, die nach dem Tod ihres Ehe-

gatten nun offenbar alleine und ohne weitere Familienangehörige in Alba-

nien lebt. Die Kontakte mit Freunden und weiteren Bekannten dürften sich 

zwar in den rund zehn Jahren gelockert haben; es wird der Beschwerde-

führerin jedoch mit grosser Wahrscheinlichkeit möglich sein, an ihre frühe-

ren Beziehungen anzuknüpfen, was ihr die Wiedereingliederung erleich-

tern wird. Es ist ebenfalls davon auszugehen, dass der Beschwerdeführe-

rin ihre beruflichen Qualifikationen bei der Rückkehr in ihren Heimatstaat 

helfen werden. Weitere Elemente, welche ihre soziale Wiedereingliede-

rung ernsthaft gefährden könnten, sind nicht ersichtlich. 

7.3 Gesamthaft kann festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin 

beruflich sowie sozial gut in der Schweiz integriert ist und sich auch um die 

Erlernung der deutschen Sprache bemüht hat (vgl. zur sprachlichen In-

tegration [SEM-act. 6/319-327] und zur wirtschaftlichen/beruflichen In-

tegration [SEM-act. 6/309-318]). Sie war denn auch nie von der Sozialhilfe 

abhängig (SEM-act. 6/307 u. 308) und hat sich auch strafrechtlich – ausser 

einem Strafbefehl vom 9. Mai 2011 wegen Missachtung des Vortritts beim 

Linksabbiegen sowie Mitführens eines ungenügend gesicherten Kindes bis 

12 Jahre in Motorfahrzeug (SEM-act. 6/180-181) und einem weiteren Straf-

befehl vom 12. Juni 2014 wegen mehrfachen Parkierens des Fahrzeuges 

F-4030/2016 

Seite 14 

im Parkierverbot (SEM-act. 6/274-275) – nichts zu Schulden kommen las-

sen, zumal das Strafverfahren wegen Täuschung der Behörden (Art. 118 

Abs. 1 AuG) von der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau am 22. August 

2014 eingestellt wurde (SEM-act. 3/49-52). Das genügt indes nicht, um ei-

nen schwerwiegenden Härtefall und damit einen Anspruch nach Art. 50 

Abs. 1 Bst. b AuG zu begründen (vgl. Urteil des BGer 2C_985/2014 vom 

5. November 2014 E 2.4.1). Es müsste sich vielmehr eine so enge Bezie-

hung zur Schweiz entwickelt haben, dass es der betroffenen Person nicht 

mehr zugemutet werden kann, im Ausland, insbesondere in ihrem Heimat-

land zu leben (vgl. THOMAS HUGI YAR, Von Trennungen, Härtefällen und 

Delikten – Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemein-

schaft, in: Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 

2012/2013, S. 82 f.). Die insoweit geforderte Verknüpfung von Integration 

und Unmöglichkeit der Wiedereingliederung im Herkunftsland ist im Fall 

der Beschwerdeführerin nicht gegeben. 

7.4 Aus diesen Erwägungen wird deutlich, dass keine persönlichen Gründe 

ersichtlich sind, welche den weiteren Aufenthalt der Beschwerdeführerin in 

der Schweiz erforderlich machen würde (vgl. Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG), 

zumal keine weiteren Familienangehörigen in der Schweiz, jedoch ein Bru-

der in Finnland und eine Schwester in Mazedonien leben sollen. Die sozi-

ale Eingliederung im Herkunftsland erscheint nicht stark gefährdet (vgl. 

Art. 50 Abs. 2 AuG) und unter Berücksichtigung des nicht allzu langen Auf-

enthalts sowie der weiteren Umstände des Einzelfalls ist nicht von einem 

Härtefall auszugehen.  

8.  

Nach dem Gesagten kann sich die Beschwerdeführerin weder auf einen 

Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG noch aus Art. 50 

Abs. 1 Bst. b AuG berufen. Zudem ist keine unter den Schutz von Art. 8 

EMRK (Garantie des Familien- und Privatlebens) fallende Beziehung er-

kennbar. Die Verweigerung der Vorinstanz zur Zustimmung zur Verlänge-

rung der Aufenthaltsbewilligung ist daher nicht zu beanstanden. 

9.  

Als gesetzliche Folge der nicht mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung 

hat die Beschwerdeführerin die Schweiz zu verlassen (vgl. Art. 64 Abs. 1 

Bst. c AuG). Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass dem Vollzug der Weg-

weisung Hinderungsgründe im Sinne von Art. 83 Abs. 2 – 4 AuG entgegen-

stehen. 

F-4030/2016 

Seite 15 

10.  

Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Ergeb-

nis als rechtmässig zu bestätigen ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist 

demzufolge abzuweisen.  

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese sind durch den be-

reits geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Eine Parteientschädigung steht 

ihr aufgrund ihres Unterliegens nicht zu (Art. 64 Abs. 1 VwvG). 

12.  

Der vorliegende Entscheid kann ans Bundesgericht weitergezogen wer-

den, soweit in der Beschwerde ein Anspruch auf Bewilligungserteilung dar-

getan werden kann (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 BGG). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-4030/2016 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 1'000.- werden der Beschwerde-

führerin auferlegt. Sie sind durch den am 18. Juli 2016 in gleicher Höhe 

geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Akten Ref-Nr. […] zurück) 

– das Migrationsamt des Kantons Aargau 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Fulvio Haefeli Daniel Brand 

 

  

F-4030/2016 

Seite 17 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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