# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7a3fff4-d8dd-57ff-ad41-a3353eef58d5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.07.2023 D-3822/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3822-2023_2023-07-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3822/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richter Manuel Borla,    

Gerichtsschreiber Jonas Perrin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 4. Juli 2023 / N (…). 

 

 

D-3822/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer – ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer 

Ethnie – am 7. Juni 2023 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, und ein Ab-

gleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, 

dass er am 5. Juni 2023 bereits in Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatte, 

dass er anlässlich der Personalienaufnahme vom 13. Juni 2023 angab, er 

habe seinen Heimatstaat am 1. Juni 2023 verlassen und sei am 3. Juni 

2023 beziehungsweise am 4. Juni 2023 mit einem Lastkraftwagen nach 

Kroatien gelangt, 

dass das SEM dem Beschwerdeführer anlässlich des Dublin-Gesprächs 

gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufas-

sung) (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO) vom 

16. Juni 2023 das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Kro-

atiens für die Durchführung der Asylverfahren, zu einer allfälligen Rückkehr 

dorthin sowie zum medizinischen Sachverhalt gewährte, 

dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen geltend machte, er sei 

am 7. Januar 2023 von Istanbul nach Kroatien gelangt, wo er aufgegriffen 

worden, einen Tag geblieben, und anschliessend in einem geschlossenen 

Fahrzeug in die Schweiz gereist sei, 

dass er in Kroatien in einem überfüllten Zelt habe übernachten müssen, die 

hygienischen Zustände katastrophal gewesen seien und er weder mit Nah-

rung noch mit Flüssigkeit versorgt worden sei, 

dass die kroatische Polizei asylsuchende Personen im Allgemeinen sehr 

schlecht behandeln und Gewalt anwenden würde, 

dass er in Kroatien kein Asylgesuch habe stellen wollen, und er seine Fin-

gerabdrücke nur deswegen abgegeben habe, weil Personen, die sich einer 

Daktyloskopie verweigerten, von den kroatischen Beamten geschlagen 

worden seien, 

dass er zum Beleg seiner Identität die Kopie einer türkischen Identitäts-

karte einreichte, 

D-3822/2023 

Seite 3 

dass das SEM die kroatischen Behörden am 16. Juni 2023 um Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO ersuchten, 

dass die kroatischen Behörden dem Wiederaufnahmegesuch am 30. Juni 

2023 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zustimmten, 

dass das SEM mit Verfügung vom 4. Juli 2023 – eröffnet am 6. Juli 2023 – 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Kroatien anordnete und ihn aufforderte, die Schweiz spätes-

tens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. Juli 2023 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorin-

stanz sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten, 

dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung einschliesslich des Verzichts auf Erhebung eines Kostenvorschusses 

ersuchte, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

10. Juli 2023 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2023 

feststellte, die Begründung der Beschwerde sei nicht in einer Amtssprache 

verfasst worden, weshalb ihm unter Androhung des Nichteintretens eine 

Frist von drei Tagen seit Empfang der Verfügung zur Beschwerdeverbes-

serung einzuräumen sei, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Juli 2023 eine in deut-

scher Sprache verfasste Beschwerdebegründung einreichte, 

D-3822/2023 

Seite 4 

dass für die Eingabe vom 18. Juli 2023 ein neues Verfahren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht eröffnet und unter der Verfahrensnummer 

D-3993/2023 geführt wurde, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-3993/2023 vom 21. Juli 

2023 auf die als Beschwerde entgegengenommene Eingabe vom 18. Juli 

2023 mit der Begründung nicht eintrat, die Beschwerdefrist von fünf Ar-

beitstagen sei abgelaufen, 

dass die damalige Instruktionsrichterin des vorliegenden Verfahrens am 

27. Juli 2023 einen superprovisorischen Vollzugsstopp verfügte, 

dass der Vorsitz des vorliegenden Verfahrens aus organisatorischen Grün-

den am 28. Juli 2023 auf Richter Thomas Segessenmann übertragen 

wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am 7. Juli 2023 innerhalb der gesetzlich vor-

gesehenen Frist von Art. 108 Abs. 3 AsylG eine verbesserungsbedürftige 

Beschwerde einreichte, für welche in der Folge das vorliegende Beschwer-

deverfahren eröffnet wurde,  

dass der Beschwerdeführer der Aufforderung des Bundesverwaltungsge-

richts, innerhalb von drei Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung vom 

12. Juli 2023 – eröffnet am 17. Juli 2023 – eine in einer Amtssprache ver-

fasste Beschwerde einzureichen, mit Eingabe vom 18. Juli 2023 fristge-

recht Folge leistete, 

dass nach Eingang der Beschwerdeverbesserung vom 18. Juli 2023 ver-

sehentlich ein zweites Beschwerdeverfahren unter der Verfahrensnummer 

D-3993/2023 eröffnet und einer anderen vorsitzenden Richterin zugewie-

sen wurde, 

D-3822/2023 

Seite 5 

dass das Bundesverwaltungsgericht im besagten Verfahren mit Urteil vom 

21. Juli 2023 auf die fälschlicherweise als Beschwerde entgegengenom-

mene Eingabe vom 18. Juli 2023 nicht eintrat und dem Beschwerdeführer 

Verfahrenskosten von Fr. 250.– auferlegte, 

dass die Beschwerde vom 7. Juli 2023 nicht Gegenstand der gerichtlichen 

Beurteilung im Verfahren D-3993/2023 war,  

dass die Rechtskraft des Urteils D-3993/2023 auf das Nichteintreten be-

züglich der Eingabe vom 18. Juli 2023 sowie die Auferlegung der Verfah-

renskosten in diesem Verfahren beschränkt ist,  

dass jenes Urteil die Rechtshängigkeit des mit Eingabe vom 7. Juli 2023 

zuvor – rechtzeitig – eingeleiteten Beschwerdeverfahrens nicht tangiert,  

dass anderseits mit dem Entscheid im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

die Rechtskraft des Urteils D-3993/2023 vom 21. Juli 2023 nicht aufgeho-

ben wird,  

dass es dem Beschwerdeführer freisteht, eine Revision des besagten Ur-

teils zu verlangen, eine solche jedoch nicht von Amtes wegen geprüft wird 

(vgl. Art. 45 VGG i.V.m. Art. 121–123 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit – nachdem die Beschwerdeergänzung vom 18. Juli 2023 innert 

der in der Verfügung vom 12. Juli 2023 angesetzten Frist beim Bundesver-

waltungsgericht eingegangen ist – die Beschwerde frist- und formgerecht 

eingereicht worden und auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 

AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

D-3822/2023 

Seite 6 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) ge-

stützt auf Art. 23-25 Dublin-III-VO grundsätzlich keine (erneute) Zuständig-

keitsprüfung nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2019 VI/7 

E. 4-6; 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.), 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

Antragstellende, die während der Prüfung ihres Antrags in einem anderen 

Mitgliedstaat einen Antrag gestellt haben oder sich im Hoheitsgebiet eines 

anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhalten, nach Massgabe der 

Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederaufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-

III-VO),  

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, eine antragstellende Per-

son in den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es we-

sentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die 

Aufnahmebedingungen für Antragstellende in jenem Mitgliedstaat systemi-

sche Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen 

oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der 

Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, 

nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Re-

geln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt 

werden kann, 

D-3822/2023 

Seite 7 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn da-

für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend machte, er sei 

im Februar 2023 in Kroatien verhaftet worden, wo er drei Tage auf dem 

Polizeiposten sowie vier Tage im Gefängnis verbracht habe und dabei phy-

sischen Misshandlungen sowie Folter ausgesetzt gewesen sei, 

dass er zudem am 10. Februar 2023 in die Türkei abgeschoben worden 

sei, wo er von den türkischen Behörden zwei Stunden lang unter Anwen-

dung von Gewalt verhört worden und nach 24 Stunden gegen Unterschrift 

entlassen worden sei, 

dass er seine Rückschiebung in die Türkei dokumentiert darlegen könne, 

zumal er über eine Bescheinigung der kroatischen Behörden verfüge, und 

davon auszugehen sei, dass er im Falle einer Überstellung nach Kroatien 

erneut inhaftiert und gefoltert werde, 

dass er aufgrund der unmenschlichen Behandlung in Kroatien an psychi-

schen Beschwerden leide, 

dass das Bundesverwaltungsgericht feststellt, dass die grundsätzliche Zu-

ständigkeit Kroatiens gegeben ist, nachdem die kroatischen Behörden am 

30. Juni 2023 dem Wiederaufnahmeersuchen des SEM vom 16. Juni 2023 

zugestimmt hatten,  

dass daran auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe in Kroa-

tien kein Asylgesuch stellen wollen, nichts zu ändern vermag, zumal die 

daktyloskopische Erfassung von illegal einreisenden ausländischen Perso-

nen und Asylsuchenden sich auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) 

Nr. 603/2013 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 26. Juni 

2013 (Eurodac-Verordnung) stützt und sich – ungeachtet eines fehlenden 

D-3822/2023 

Seite 8 

Bewusstseins, ein Asylgesuch gestellt zu haben – als zuständigkeitsbe-

gründend erweist (vgl. Urteile des BVGer E-305/2023 vom 25. Januar 

2023 E. 7; F-1157/2023 vom 7. März 2023 E. 6.2), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem jüngsten Referenzurteil 

zum Dublin-Mitgliedstaat Kroatien gestützt auf eine Analyse diverser staat-

licher und nichtstaatlicher Quellen und unter Berücksichtigung der Recht-

sprechung anderer Dublin-Mitgliedstaaten seine bisherige Rechtspre-

chung bestätigt hat, wonach das kroatische Asyl- und Aufnahmesystem – 

sowohl betreffend Aufnahme- wie auch Wiederaufnahmeverfahren – keine 

systemischen Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf-

weist (vgl. dazu Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 

2023 E. 9.3 m.V.a. die früheren Referenzurteile E-3078/2019 vom 12. Juli 

2019 und D-1611/2016 vom 22. März 2016), 

dass die Beschwerdevorbringen betreffend die angebliche Inhaftierung, 

Folterung und Rückschiebung in die Türkei im Februar 2023 als nachge-

schoben zu bezeichnen sind, nachdem der Beschwerdeführer anlässlich 

der Personalienaufnahme vom 13. Juni 2023 (vgl. A8/7 5.01) sowie des 

«Questionaire Europa» (vgl. A3/1) den 1. Juni 2023 als Ausreisedatum aus 

seinem Heimatstaat angegeben hatte, und auch die verzeichneten Euro-

dac-Treffer (vgl. A6/1) nicht darauf hinweisen, dass sich der Beschwerde-

führer bereits im Februar 2023 in Kroatien aufgehalten hätte, 

dass auch das Vorbringen, er könne die geltend gemachten Ereignisse im 

Februar 2023 dokumentiert darlegen, unbelegt geblieben ist,  

dass die diesbezüglichen Vorbringen somit keine Abweichung von der Ein-

schätzung im Referenzurteil E-1488/2020 rechtfertigen, und auch die wei-

teren Vorbringen des Beschwerdeführers die Zuständigkeit der Schweiz 

nicht zu begründen vermögen, zumal es ihm nicht gelungen ist, ein kon-

kretes und ernsthaftes Risiko darzutun, wonach die kroatischen Behörden 

sich weigern würden, ihn wiederaufzunehmen und seinen Antrag auf inter-

nationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der EU-Verfahrensrichtlinie 

zu prüfen,  

dass den Akten entgegen den Vorbringen in der Beschwerde auch keine 

stichhaltigen Hinweise für die Annahme zu entnehmen sind, Kroatien 

werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und 

ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder 

seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder 

D-3822/2023 

Seite 9 

in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwun-

gen zu werden, 

dass auch seine im Beschwerdeverfahren geltend gemachten psychischen 

Beschwerden als nachgeschoben zu bezeichnen sind, zumal diese unbe-

legt geblieben sind und er anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 16. Juni 

2023 angegeben hatte, dass es ihm sehr gut gehe, 

dass – selbst bei Wahrunterstellung der vorgebrachten psychischen Be-

schwerden – diese nicht als derart gravierend zu bezeichnen sind, dass bei 

einer Rückführung nach Kroatien von einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustands ausgegan-

gen werden müsste,  

dass – soweit der Beschwerdeführer das Vorliegen von «humanitären 

Gründen» aufgrund seiner Furcht vor Gewaltanwendung seitens der kroa-

tischen Behörden sowie vor einer Rückschiebung in die Türkei und seiner 

vorgebrachten psychischen Beschwerden geltend macht – das SEM ge-

mäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts bei der Anwendung der 

Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessens-

spielraum verfügt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.), 

dass das Gericht seine Beurteilung im Wesentlichen darauf beschränkt, ob 

das SEM den Sachverhalt diesbezüglich korrekt und vollständig erhoben, 

allen wesentlichen Umständen Rechnung getragen und seinen Ermes-

sensspielraum genutzt hat (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a und b AsylG), 

dass den Akten keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein 

Über- respektive Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen sind, wes-

halb sich das Gericht in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen 

enthält,  

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Kroatien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

D-3822/2023 

Seite 10 

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3822/2023 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Jonas Perrin