# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbca47ba-632e-5df6-9ebd-94d2305fd3ff
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.02.2015 SB130268
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130268_2015-02-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130268-O/U/hb 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, die Ersatzoberrich-

ter lic. iur. Ernst und lic. iur. Muheim sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Schneeberger 

 

Urteil vom 25. Februar 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Erstberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Groth,  

Anklägerin und Zweitberufungsklägerin 

 
betreffend versuchte vorsätzliche Tötung etc.   

 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 
26. März 2013 (DG120120) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. De-

zember 2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. 
Art. 22 Abs. 1 StGB,  

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB, sowie 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB. 

2. Vom Vorwurf der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 195 Tage 

durch bisherige Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 400.–. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen und die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der 

Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5. Der mit Verfügung vom 16. November 2012 der Staatsanwaltschaft IV, Büro 

C-1, beschlagnahmte Staubsauger ROTEL 1300W wird eingezogen und ist 

nach Eintritt der Rechtskraft durch die Bezirksgerichtskasse Bülach zu ver-

nichten. 

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6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'500.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 1'763.65   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 1'040.–   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 6'212.20   diverse Kosten 

Fr.         amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtli-

chen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 

Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. Vorbehalten blei-

ben allfällige Rückerstattungen durch die Krankenversicherung des Be-

schuldigten an die Gerichtskasse. 

Berufungsanträge: 

a) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 228 S. 1) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei der versuchten (direkten) vorsätzlichen 

Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 

zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit 8 Jahren Freiheitsstrafe sowie einer Busse 

von Fr. 400.– zu bestrafen.  

3. Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, 2. Abteilung, vom 

26. März 2013 bezüglich der Verurteilung wegen Drohung im Sinne 

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von Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB sowie der mehrfachen Tätlichkeiten im 

Sinne von Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB, der Nebenfolgen des Urteils und 

der Kostenfolgen zu bestätigen. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 219 S. 23 f.; Urk. 229 S. 4 f.) 

1.  Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen der Drohung gemäss 

Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB, 

 eventuell der Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB. 

2. Er sei mit 150 Tagessätzen zu Fr. 10.– zu bestrafen 

 eventuell sei er mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten zu 

bestrafen, 

 unter Anrechnung der seit dem 12.09.2012 erstandenen Untersu-

chungs- und Sicherheitshaft. 

3. Es sei ihm für die erlittene Überhaft eine angemessene Genugtuung 

zuzüglich Zins zu 5% zuzusprechen. 

4. Ausgangsgemäss Kostenfolge. 

5. Es sei der Beschuldigte unverzüglich aus der Sicherheitshaft zu entlas-

sen.  

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richts Bülach vom 26. März 2013 meldeten sowohl der Beschuldigte als auch die 

Staatsanwaltschaft mit Eingaben vom 27. März resp. 2. April 2013 gemäss 

Art. 399 Abs. 1 StPO rechtzeitig Berufung an (Urk. 103 und Urk. 106). Das be-

gründete Urteil der Vorinstanz wurde der Staatsanwaltschaft am 3. Juli 2013 und 

dem Verteidiger des Beschuldigten am 4. Juli 2013 zugestellt (Urk. 118). Inner-

halb der gesetzlichen Frist nach Art. 399 Abs. 3 StPO reichten Staatsanwaltschaft 

und Verteidigung ihre Berufungserklärungen vom 14. resp. 15. Juli 2013 bei der 

hiesigen Berufungsinstanz ein (Urk. 126 und Urk. 128/1). Innert angesetzter Frist 

gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO (Urk. 129) ging keine Anschlussberufung ein.  

2. In der Berufungserklärung beantragte der Verteidiger des Beschuldigten di-

verse Beweisergänzungen (Urk. 128/1, S. 3 ff.), worüber mit Beschlüssen vom 

18. Oktober 2013, 2. Dezember 2013 und 11. Februar 2015 einstweilen entschie-

den wurde (Urk. 136, Urk. 143 und Urk. 216). Demnach wurden ergänzend fol-

gende Gutachten als Beweismittel beigezogen: 

a) Gutachten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, Zentrum für Foren-

sische Begutachtung, über den körperlichen und geistigen Zustand des Be-

schuldigten und dessen Schuldfähigkeit zur Zeit der Tat, vom 21. August 

2014 (kurz: forensisches Gutachten, Urk. 193) mit internistischem Gutachten 

vom 22. Juli 2014 (Anhang zum Gutachten, Urk. 193) 

b) Pharmakologisch-toxikologisches Ergänzungsgutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 13. Dezember 2013 (kurz: Ergän-

zungsgutachten IRM, Urk. 147) 

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c) Mündliche Ergänzung, resp. Erläuterung des Gutachtens des Instituts für 

Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM), Abteilung Forensische Medizin 

& Bildgebung, vom 3. Oktober 2012 über die körperliche Untersuchung der 

Privatklägerin (kurz: IRM-Gutachten/Privatklägerin, Urk. 8/6) durch Dr. med. 

F._____ (Prot. II S. 17-30) 

Weitere Beweisanträge stellte der Verteidiger mit Eingabe vom 17. Oktober 2014 

(Urk. 199, S. 3), wobei er diese anlässlich der Berufungsverhandlung wieder fal-

len liess (Prot. II S. 45), weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.  

Die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin stellten ihrerseits keine Beweisan-

träge (Urk. 126). 

3. Nachdem sein Haftentlassungsgesuch rechtskräftig abgewiesen wurde, be-

findet sich der Beschuldigte seit seiner Verhaftung am 12. September 2012, 14.30 

Uhr, bis heute nunmehr in Sicherheitshaft im Gefängnis Winterthur (Urk. 16/1; 

Urk. 16/13 und Urk. 26; Urk. 27 und Urk. 45 sowie Urk. 102 und Urk. 125). Da der 

Beschuldigte bereits vor der Tat an diversen schweren Krankheiten litt (chroni-

sche inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie [CIDP], assozi-

iert mit Diabetes mellitus, chronische Niereninsuffizienz, Stadium III, ebenfalls as-

soziiert mit Diabetes mellitus, Diabetes mellitus Typ 2, Hyperparathyreoidismus, 

normochrome normocytäre Anämie, arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie und 

schwere, nicht proliferative diabetische Retinopathie mit diabetischer Makulopa-

thie; Urk. 193, S. 16), war er während der Inhaftierung verschiedene Male im In-

selspital Bern in einem Spezialtrakt hospitalisiert, um die Dialyse zu gewährleisten 

(Urk. 193, S. 50 f.). Im April 2014 wurde ihm operativ ein Zugang gelegt, wodurch 

es ihm ermöglicht werden sollte, die Dialyse zukünftig selbst im Gefängnis Win-

terthur vorzunehmen (Urk. 165). Gemäss Gutachten wies der Katheter jedoch ei-

ne Dysfunktion auf (Urk. 193, S. 52). Nach wie vor leidet der Beschuldigte an ei-

ner dialysepflichtigen, chronischen Niereninsuffizienz mit rascher Verschlechte-

rung (im Juni 2014 Stadium V) und bis im Juni 2014 erfolgten therapeutische Im-

munglobulingaben und eine Immunsuppression durch Gabe von Prednison. Aus-

serdem wird der Diabetes mellitus mit oraler Medikation behandelt, wobei die 

Krankheit bereits zu Endorganschäden führte (Urk. 193, S. 52 f.). Gemäss Anga-

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ben des Kantonsspitals Winterthur vom 1. Dezember 2014 steht der Beschuldigte 

seit 2 Jahren auf der Transplantationsliste, weshalb ihn die Transplantationsabtei-

lung des Universitätsspitals Zürich kontaktiert habe (Urk. 220/2, S. 2). Zur Hafter-

stehungsfähigkeit ergeben sich gemäss forensischem Gutachten hinsichtlich des 

diesbezüglichen medizinischen Gutachtens des Instituts für Rechtsmedizin der 

Universität Zürich vom 12. Februar 2013 (Urk. 68/1) keine grundsätzlichen Kor-

rekturen (Urk. 193, S. 77). 

4. Die Stellungnahme zum forensischen Gutachten seitens der Verteidigung 

ging innert erstreckter Frist am 21. Oktober 2014 bei der Berufungskammer ein 

(Urk. 199), worauf mit Vorladung vom 5. November 2014 die Berufungsverhand-

lung auf den heutigen Termin angesetzt wurde (Urk. 201), zu welcher der Be-

schuldigte mit seinem amtlichen Verteidiger (Urk. 14/2), die Vertreterin der Ankla-

gebehörde und die Privatklägerin als Zuschauerin erschienen (Prot. II S. 14). 

 

II. Prozessuales 

Teilrechtskraft 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO), das heisst, die 

Berufung wird entsprechend der Berufungserklärung des Beschuldigten und der 

Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 399 Abs. 4 StPO auf die angefochtenen Tei-

le des vorinstanzlichen Urteils beschränkt. Auch wenn das Berufungsgericht nur 

die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein insgesamt neues Ur-

teil, worin die neu überprüften und die (teil-) rechtskräftigen Punkte bezeichnet 

werden (vgl. hierzu Eugster in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-

tar, Schweizerische Strafprozessordnung (kurz: BSK StPO), 2. A. Basel 2014, 

Art. 402, N 2; Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozess-

rechts, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013, N 1557 und 1549). Wird die Berufung auf die 

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Anfechtung von Schuld- oder Freisprüchen beschränkt, muss eine Gutheissung 

automatisch dazu führen, dass die mit dem Schuldpunkt verknüpften Teile des Ur-

teils wie z.B. Sanktion, Nebenfolgen, Zivilpunkt, Kosten- und Entschädigungsfol-

gen, neu überprüft werden, selbst wenn diesbezüglich keine ausdrücklichen An-

träge vorliegen (Hug/ Scheidegger in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kom-

mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A. Zürich-Basel-Genf 2014, 

N 19 zu Art. 399; ebenso Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, 

Praxiskommentar, 2. A. Zürich/St. Gallen 2013, N 19 zu Art. 399).  

2.1. Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Berufung auf den Schuldspruch der 

versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB und die Bemessung der Strafe, wobei sie eine Freiheitsstrafe 

von acht Jahren für angemessen hält (Urk. 126; Urk. 228, S. 1).  

In seiner schriftlichen Berufungserklärung ficht der Verteidiger die erstinstanzli-

chen Schuldsprüche wegen der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und der mehrfachen Tätlich-

keiten im Sinne von Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB an und verlangt diesbezüglich 

Freisprüche. Heute beantragt er ausdrücklich einen Schuldspruch betreffend Dro-

hung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB, eventuell einen Schuldspruch we-

gen Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB. Er beantragt dafür eine Stra-

fe von 150 Tagessätzen zu Fr. 10.–, eventualiter eine bedingte Freiheitsstrafe von 

16 Monaten (Urk.  229, S. 4). Ausdrücklich wird auch der Vollzug der Strafe ange-

fochten. Schliesslich beantragt die Verteidigung, es sei dem Beschuldigten aus 

der Staatskasse eine angemessene Genugtuung samt 5 % Zins zuzusprechen, 

unter entsprechender neuer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen 

(Urk. 128/1, S. 1 f. und Urk.  229, S. 5). 

2.2. Unangefochten blieben demnach die Dispositiv Ziffer 2 (Freispruch betr. ein-

fache Körperverletzung) und Ziffer 5 (Einziehung Staubsauger), so dass die 

Rechtskraft dieser Regelungen vorab mit Beschluss festzustellen ist. 

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Beweisverwertbarkeit  

3.1. Die Verteidigung verlangt wie schon im erstinstanzlichen Verfahren, die ers-

te polizeiliche Einvernahme und die Hafteinvernahme des Beschuldigten seien in-

folge Unverwertbarkeit aus den Akten zu entfernen, da der Beschuldigte anläss-

lich dieser Einvernahmen nicht anwaltlich vertreten gewesen sei, obwohl eine 

Verteidigung bereits zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Strafandrohung ohne wei-

teres erkennbar notwendig gewesen wäre und die Einvernahmen in einer eröffne-

ten Untersuchung betreffend Tötungsversuch stattgefunden hätten (Urk. 128/1, 

Rz 32 und Urk. 199, S. 1 f. und S. 4). Ausserdem habe es sich bei der Einver-

nahme anlässlich der Hafteröffnung nicht um die erste staatsanwaltschaftliche 

Einvernahme gehandelt, da die erste - von der Staatsanwaltschaft an die Polizei 

delegierte - Befragung bereits als staatsanwaltschaftliche Einvernahme gelte 

(Urk. 199, S. 2). Hinsichtlich des forensischen Gutachtens erwog die Verteidi-

gung, da die unverwertbaren Einvernahmen den Gutachter beeinflusst haben 

könnten, sei wenn nicht gar ein neues Gutachten, dann zumindest eine ergän-

zende Stellungnahme des Gutachters einzuholen, worin er sich dazu äussern sol-

le, ob sich hinsichtlich seiner Beurteilung des Beschuldigten etwas ändere, wenn 

die genannten Einvernahmen ausser Acht gelassen würden (Urk. 199, S. 3). 

3.2.1. Gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO sind Beweise, die unter Anwendung 

verbotener Beweiserhebungsmethoden im Sinne von Art. 140 Abs. 1 StPO erho-

ben wurden, in keinem Fall verwertbar. Dasselbe gilt, wenn Beweise, welche die 

Behörden in strafbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften 

erhoben haben, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Strafta-

ten unerlässlich (Art. 141 Abs. 2 StPO). Im weiteren gilt es die neuere Rechtspre-

chung zu den allgemeinen Beweisverwertungsvorschriften in Art. 141 Abs. 4 

StPO zu beachten, wonach Folgebeweise, welche im Anschluss an die rechtswid-

rige Beschaffung eines primären Beweismittels an sich legal erhoben werden, un-

verwertbar sind, wenn sie ohne den rechtswidrig beschafften primären Beweis im 

Sinne eines hypothetischen Ermittlungsverlaufs zumindest mit einer grossen 

Wahrscheinlichkeit nicht hätten erhältlich gemacht werden können (BGE 138 IV 

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169, Erw. 3.1. a.E. und Erw. 3.3.3. sowie Urteil des Bundesgerichts 6B_1021/ 

2013 vom 29. September 2014, Erw. 2.3.2.). 

3.2.2. Gemäss Art. 131 Abs. 2 StPO ist die notwendige Verteidigung nach der 

ersten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft, jedenfalls aber vor Eröffnung 

der Untersuchung, sicherzustellen, sofern die Voraussetzungen notwendiger Ver-

teidigung (Art. 130 StPO) bei Einleitung des Vorverfahrens erfüllt sind. Die Frage, 

ob bei einer sich bereits zu Beginn des Vorverfahrens abzeichnenden notwendi-

gen Verteidigung eine solche allenfalls bereits vor der ersten Einvernahme zu be-

stellen sei, hat der Gesetzgeber dahingehend entschieden, dass die Bestellung 

erst nach der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme erfolgen muss. Es 

kann namentlich bei schweren Straftaten im Sinne von Art. 307 StPO (sog. Brand-

tourgeschäften) geboten sein, dass die Staatsanwaltschaft sofort statt der Polizei 

selbst die Leitung des Vorverfahrens übernimmt und dann schon früh im Verfah-

ren und noch vor der formellen, rein deklaratorischen, Eröffnung der Untersu-

chung selbst die erste Einvernahme durchführt, um entscheiden zu können, ob 

ausreichender Tatverdacht besteht, Haft beantragt, weiter ermittelt oder das Ver-

fahren eingestellt werden soll, womit insoweit noch keine Sicherstellungspflicht 

besteht (Schmid, Handbuch, a.a.O., N 737 und N 1228; Lieber in: Donatsch/ 

Hansjakob/ Lieber [Hrsg.], a.a.O., N 5 und 7 zu Art. 131 sowie N 7 zu Art. 224; 

Franz Riklin, Kommentar zur schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A., Zürich 

2014, Verlag Orell Füssli [kurz: OFK - StPO], N 12 zu Art. 309 und N 3 zu 

Art. 131; Urteil des Bundesgerichts 1B_183/2012 vom 20. November 2012, 

Erw. 3).  

3.2.3. Allerdings ist die beschuldigte Person nach Art. 158 Abs. 1 StPO zu 

Beginn der ersten Einvernahme von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft in ei-

ner ihr verständlichen Sprache darauf hinzuweisen, dass sie unter anderem be-

rechtigt ist, eine Verteidigung zu bestellen oder gegebenenfalls eine amtliche Ver-

teidigung zu beantragen (lit. c) und dass sie eine Übersetzerin oder einen Über-

setzer verlangen kann (lit. d). Gemäss Vorschrift in Art. 158 Abs. 2 StPO sind Ein-

vernahmen ohne diese Hinweise nicht verwertbar.  

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Es besteht von Gesetzes wegen jedoch keine Verpflichtung der Strafbehörden, 

vor der ersten Einvernahme des Beschuldigten durch die Staatsanwaltschaft und 

vor Eröffnung der Untersuchung dem Beschuldigten von sich aus einen Verteidi-

ger beizugeben. Die beschuldigte Person muss dieses Recht selbst einfordern, 

kann aber auch darauf verzichten (Godenzi in: Donatsch/Hansjakob/ Lieber 

[Hrsg.], a.a.O., N 1 ff. zu Art. 159; Schmid, Handbuch, a.a.O., N 866; Schmid, 

Praxiskommentar, a.a.O., N 2 zu Art. 159). 

3.3. Der Beschuldigte wurde am 12. September 2012, um 14.30 Uhr, an seinem 

Wohnort verhaftet (Urk. 16/1). Da gleichentags auf dem Polizeiposten E._____ 

festgestellt wurde, dass er aus medizinischen Gründen nicht hafterstehungsfähig 

war, wurde er ins Spital Bülach überwiesen (Urk. 16/1, S. 3 und angehängte Ver-

fügung sowie Urk. 9/4). Noch am selben Tag, 12. September 2012, wurde als 

Gewaltschutzmassnahme ein Rayonverbot erlassen (Urk. 18/1) und die Kantons-

polizei Zürich, Fachstelle Häusliche Gewalt, orientiert, welche nach der Entlas-

sung des Beschuldigten aus dem Spital am folgenden Tag, 13. September 2012, 

um 14.25 Uhr, die erste polizeiliche Einvernahme durchführte. Die Einvernahme 

wurde übersetzt und dem Beschuldigten wurde gleich zu Beginn der Gegenstand 

der Strafuntersuchung, nämlich Tötungsversuch und Drohung etc., bekannt ge-

geben und er wurde desgleichen weiter vollständig im Sinne von Art. 158 Abs. 1 

StPO belehrt. Er wurde namentlich auch darauf hingewiesen, dass er berechtigt 

ist, eine Verteidigung zu bestellen oder eine amtliche Verteidigung zu beantragen. 

In Kenntnis sämtlicher Hinweise war er sodann bereit, die Fragen zu beantworten 

und erklärte, im Moment keinen Anwalt zu benötigen (Urk. 3/1, S. 1). Am darauf-

folgenden Morgen, 14. September 2012, fand die Hafteinvernahme durch die 

Staatsanwältin von 8.40 Uhr bis 9.28 Uhr statt, ebenfalls im Beisein eines Über-

setzers für Tamil (Urk. 3/2). Auch zu Beginn dieser Einvernahme wurde der Be-

schuldigte im Sinne von Art. 158 Abs. 1 StPO belehrt (Urk. 3/2, S. 1). Er erklärte, 

dies verstanden zu haben und bereit zu sein, ohne Anwalt Aussagen zu machen 

(Urk. 3/2, S. 2). Unmittelbar im Anschluss an diese Einvernahme stellte die 

Staatsanwältin um 9.45 Uhr an das Zwangsmassnahmengericht Antrag auf An-

ordnung von Untersuchungshaft (Urk. 16/7). Damit war gegen den Beschuldigten 

die Untersuchung eröffnet, was die Staatsanwältin auch formell verfügte (Urk. 5). 

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Gleichzeitig beantragte sie bei der Oberstaatsanwaltschaft die Bestellung einer 

amtlichen Verteidigung (Urk. 14/1), mit der ebenfalls noch am gleichen Tag 

Rechtsanwalt X._____ betraut wurde (Urk. 14/2). Nachdem es sich vorliegend um 

einen Fall häuslicher Gewalt handelte, bei dem - soweit bei Ermittlungsbeginn er-

sichtlich - keine Zeugen anwesend waren und der zu einer Gewaltschutzmass-

nahme gegenüber dem Beschuldigten geführt hatte, handelte die Staatsanwältin 

durchaus gesetzeskonform, indem sie sich persönlich ein Bild vom Beschuldigten 

und der Sachlage machte, um zu entscheiden, ob und gegebenenfalls was für ei-

ne Strafuntersuchung zu eröffnen sei. Bei der ersten polizeilichen Einvernahme 

handelte es sich vorliegend gemäss Aktenlage denn auch entgegen der Ansicht 

der Verteidigung nicht um eine sogenannte delegierte Einvernahme (Urk. 3/1). 

Die Rüge der Verteidigung erweist sich mithin vorliegend als unbegründet, so 

dass die in Nachachtung von Art. 131 Abs. 1 StPO, Art. 158 und 159 StPO sowie 

Art. 224 StPO korrekt erhobenen ersten Einvernahmen des Beschuldigten bei der 

Kantonspolizei Zürich und bei der Staatsanwaltschaft (Hafteinvernahme) ohne 

weiteres verwertbar sind. Die Frage des Verbots der Fernwirkung auf das Gutach-

ten, wie von der Verteidigung geltend gemacht, stellt sich daher vorliegend nicht. 

4.1. Die Verteidigung macht weiter formelle Mängel bei der Erstellung des IRM-

Gutachtens/Privatklägerin geltend, indem sich das Gutachten unter anderem auf 

mündliche Angaben von Frau B._____ stütze, welche mangels Dokumentation 

des Mitteilungsinhaltes nicht auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden könnten 

(Urk. 128/1, Rz 11). Zusammen mit den inhaltlichen Mängeln, wonach zentrale 

Fragen hinsichtlich Verletzungsbild und Übereinstimmung mit den dem Beschul-

digten in der Anklage vorgeworfenen Tathandlungen offen geblieben seien, drän-

ge es sich auf, ein Ergänzungsgutachten bezüglich der körperlichen Untersu-

chung der Privatklägerin oder eine mündliche Erläuterung des bereits vorliegen-

den Gutachtens durch die Ärztin als sachverständige Zeugin einzuholen 

(Urk. 128/1, Rz 8 - 14). 

4.2. Vorab ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass es sich bei der im IRM-

Gutachten/Privatklägerin unter dem Titel "Zur Verfügung stehende Unterlagen" 

aufgeführten Frau B._____ (Urk. 8/6, S. 1) um die rapportierende Wachtmeisterin 

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der Kantonspolizei Zürich, Station E._____, handelte, welche gemäss Rapport 

Seite 6 die Privatklägerin nach deren Erstbefragung nach Zürich ins IRM begleitet 

hatte (Urk. 1, S. 1 und S. 6). Mit den Angaben im Gutachten übereinstimmend hält 

sie auf Seite 7 des Polizeirapportes fest, dass sie bei dieser Gelegenheit mit Frau 

Dr. C._____ vom IRM sprach (Urk. 1, S. 7). Wie sich aus dem IRM-Gutachten/ 

Privatklägerin ergibt, stand der sachverständigen Ärztin zudem das Einvernah-

meprotokoll der Kantonspolizei Zürich vom 12. September 2012, Ges.-Nr. ... zur 

Verfügung (Urk. 8/6, S. 1), bei welchem es sich um das Einvernahmeprotokoll 

über die polizeiliche Erstbefragung der Privatklägerin handelt (Urk. 4/1). 

4.3. Gemäss Art. 185 Abs. 4 StPO kann die sachverständige Person einfache 

Erhebungen, die mit dem Auftrag in engem Zusammenhang stehen, selber vor-

nehmen und zu diesem Zweck Personen aufbieten. Im Vordergrund steht die Be-

schaffung jener Informationen und Hilfstatsachen, die unmittelbar der Erstellung 

des Gutachtens und der Beantwortung der Gutachterfragen dienen. So kann bei-

spielsweise ein Arzt Personen aus dem Umfeld des Exploranden formlos zu des-

sen familiären Situation befragen, falls sich dies zur Erfüllung seines Gutach-

tensauftrages als notwendig erweist und falls die Befragung nicht über eine bloss 

informatorische Befragung hinausgeht (Donatsch in: Donatsch/Hansjakob/ Lieber 

[Hrsg.], a.a.O., N 26 zu Art. 185 mit Hinweisen). Bei solchen informellen Erhebun-

gen handelt es sich nicht um eigentliche Beweiserhebungen, die den Strafbehör-

den vorbehalten sind, weshalb der Sachverständige auch nicht zu einem formali-

sierten Vorgehen wie etwa der Durchführung eigentlicher Einvernahmen mit ent-

sprechender Protokollierung nach Art. 76 ff. StPO verpflichtet ist und entspre-

chend der Verteidigung auch kein Teilnahmerecht bei der Erstellung des Gutach-

tens zusteht (Urteil des Bundesgerichts 6B_20/2014 vom 14. November 2014, 

Erw. 5.2.; ZR 110 (2011) Nr. 41, Erw. II.3).  

4.4. Die sachverständige Ärztin legt im schriftlichen Gutachten offen, dass sie 

mündliche Angaben der die Privatklägerin zum IRM begleitenden Kantonspolizis-

tin entgegen nahm und führt unter dem Titel "Angaben zum Sachverhalt" aus, von 

welchen Angaben sie ausgeht und worauf sich das Gutachten stützt (Urk. 8/6, 

S. 1 f.). Solche anamnestischen Angaben durfte die Sachverständige zweifellos 

- 14 - 

formlos entgegen nehmen, zumal die Polizeibeamtin die Einvernahme der Privat-

klägerin unter Zuhilfenahme eines Übersetzers selbst durchgeführt hatte 

(Urk. 4/1, S. 1). Die Angaben, die die Polizeibeamtin gestützt darauf machen 

konnte, waren zweifellos durch den Gutachtensauftrag gedeckt, denn es gehört ja 

gerade auch zur Aufgabe des Sachverständigen, aufzuzeigen, ob und inwiefern 

die festgestellten Verletzungen im Einklang mit dem geschilderten Tathergang 

stehen können. Ausserdem erleichtert es der Gutachterin die Aufnahme der 

Anamnese, da bei der körperlichen Untersuchung gemäss Aktenstand kein Über-

setzer zugegen war. Nachdem der Gutachterin schliesslich auch das Protokoll der 

ersten Einvernahme der Privatklägerin für die Ausarbeitung des Gutachtens vor-

lag, besteht anhand der gesamten Umstände kein Zweifel an der gesetzeskon-

form und korrekt erfolgten Erarbeitung des Gutachtens des IRM. Inwiefern die 

sachverständige Ärztin in ihrem Gutachten von einem aktenwidrigen Sachverhalt 

ausgeht oder von einem solchen, der nicht nachvollzogen werden kann, ist nicht 

ersichtlich und wird vom Verteidiger auch nicht ausgeführt. Somit erweist sich 

auch diese Rüge der Verteidigung als unbegründet. Da kein Zweifel verbleibt, 

dass das Gutachten rechtmässig erhoben wurde, ist es grundsätzlich verwertbar. 

Auf den weiteren Beweisantrag der Verteidigung betreffend inhaltliche Ergänzung 

des Gutachtens ist nachfolgend bei der Beweiswürdigung einzugehen. 

Beweisgrundsätze 

5.1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-

halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argu-

mente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus 

Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, 

dass der einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 137 IV 219, 

E. 7.3. mit Hinweisen; BGE 127 I 38, E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_617/ 

2013, E. 1.2., vom 4. April 2014). Angesichts der Unschuldsvermutung besteht 

Beweisbedürftigkeit, d.h. der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objek-

tiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (Schmid, Handbuch, 

a.a.O., N 216) und nicht der Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38, E. 2a). 

- 15 - 

Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht 

von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes über-

zeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu un-

terdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat 

(BGE 138 V 74, E. 7; BGE 128 I 81, E. 2 mit Hinweisen). Die Überzeugung des 

Richters muss auf einem verstandesmässig einleuchtenden Schluss beruhen und 

für den unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/ Hart-

mann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6.A. Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.).  

5.2. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu 

beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl 

von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des 

Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer 

Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel be-

stehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist mithin auch der 

Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdich-

ten, welche die ausser Acht gelassenen entlastenden Umstände als unerheblich 

erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014, 

E. 3.3. mit Hinweisen). 

5.3. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-

dung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne 

dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich in-

soweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

legt werden muss (Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., Art. 10, N 2a; Tophinke in: 

Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.],BSK StPO, a.a.O., Art. 10, N 21). 

5.4. Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in 

objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von ei-

nem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an des-

- 16 - 

sen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 Abs. 3 StPO; Max Guldener, Be-

weiswürdigung und Beweislast, S. 7; BGE 124 IV 88, 120 1a 31 E. 2c). Es liegt in 

der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Si-

cherheit in der Beweisführung erreicht werden kann. Daher muss es genügen, 

dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abs-

trakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche 

immer möglich sind (BGE 138 V 74, E. 7 mit Hinweisen). Es genügt also, wenn 

vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können. Hingegen darf 

ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. 

5.5. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind die-

se frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher Umstände, die 

sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt 

der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben er-

folgten. Nach neueren Erkenntnissen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit der 

befragten Person kaum mehr Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahr-

heitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkre-

ten Aussagen, welche durch eine methodische Analyse ihres Inhaltes darauf zu 

überprüfen sind, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben ei-

nem tatsächlichen Erleben des Befragten entspringen. Damit eine Aussage als 

zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein 

von Realitätskriterien und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu 

überprüfen. Dabei wird zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade 

nicht realitätsbegründet ist, und erst wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) 

aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird ge-

schlossen, dass die Aussage einem wirklich Erlebten entspricht und wahr ist 

(BGE 133 I 33, E. 4.3. mit Hinweisen; Niklaus Ruckstuhl/Volker Dittmann/Jörg 

Arnold, Strafprozessrecht, Zürich - Basel - Genf 2011, § 9 N 505).  

Die wichtigsten Realitätskriterien sind dabei die "innere Geschlossenheit" und 

"Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufs", "konkrete und an-

schauliche Wiedergabe des Erlebnisses" sowie die "Schilderung des Vorfalles in 

- 17 - 

so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den 

Vorfall selber miterlebt hat", "Kenntlichmachung der psychischen Situation von 

Täter und Zeuge bzw. unter Mittätern", "Selbstbelastung oder unvorteilhafte Dar-

stellung der eigenen Rolle", "Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschul-

digten" und "Konstanz der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich 

aber sowohl Formulierungen als auch die Angaben über Nebenumstände verän-

dern können" (Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit Be-

rücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 316; Bender/Nack/Treuer, Tat-

sachenfeststellung vor Gericht, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Verneh-

mungslehre, 3. A. München 2007, N 310 ff.). Andererseits sind wie erwähnt auch 

allfällige Phantasiesignale zu berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen 

gelten "Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen", 

"Zurücknahme oder erhebliche Abschwächungen in den ursprünglichen Anschul-

digungen", "Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlaufe von mehreren 

Einvernahmen", "unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten" sowie 

"gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen". Als allgemeine Phan-

tasiesignale nennen Bender/Nack/Treuer die "Schwarz-Weiss-Malerei", die "Ver-

armung der Aussage", das "Flucht- und Begründungssignal" und die "behauptete 

Akzeptanz gegenüber bezweifelbaren Rechtsverkürzungen", wobei weiter festge-

halten wird, den "Phantasiebegabten" falle es ganz allgemein leichter, von eige-

nen Aussagen und Aktivitäten zu berichten, als die Antworten und Reaktionen der 

Gegenseite zu erfinden. Wenn das eine oder andere Phantasiesignal auftritt, 

braucht die Aussage nicht verworfen zu werden. Es ist dann aber eine ausrei-

chende Zahl von erstklassigen Realitätskriterien zu fordern. Bei häufigem Auftre-

ten von Phantasiesignalen sollten an die Zahl und Qualität der Realitätskriterien 

strenge Anforderungen gestellt werden, damit eine Aussage als zuverlässig ein-

gestuft werden kann (Bender/Nack/Treuer, a.a.O., N 427 ff. und N 350 ff.). 

 

- 18 - 

III. Sachverhalt 

1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der Anklageschrift, die diesem 

Urteil beigeheftet ist (Urk. 24, S. 2 f.), und aus der Zusammenfassung im vor-

instanzlichen Urteil (Urk. 123, S. 5 f.), worauf gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO 

verwiesen werden kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden. 

2. Aufgrund des Untersuchungsergebnisses ist erstellt, dass es zwischen dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin in einer ersten Phase in der Zeit von Diens-

tag, 11. September 2012, 18.00 Uhr, bis Mittwoch, 12. September 2012, 03.10 

Uhr, in der ehelichen Wohnung an der D._____-strasse ... in E._____ zu einem 

verbalen Streit kam, in dessen Verlauf der Beschuldigte mehrere Gegenstände 

wie ein Bügelbrett, Kartonschachteln, Spielsachen und einen Teller nach der Pri-

vatklägerin warf und diese dadurch die in der Anklageschrift aufgeführten Verlet-

zungen erlitt. Ebenfalls steht fest, dass der Beschuldigte die Privatklägerin, als 

diese zu fliehen versuchte, mit der flachen Hand und der Faust ins Gesicht bzw. 

auf den Kopf schlug.  

Diese Sachdarstellungen hat der Beschuldigte denn auch bereits zu Beginn der 

Untersuchung eingestanden (Urk. 3/1, S. 2 und S. 5-8) oder im Rahmen des erst-

instanzlichen Hauptverfahrens und des Berufungsverfahrens anerkannt (Prot. I 

S. 19; Prot. II S. 39). Zudem decken sich seine Aussagen zum Tatgeschehen im 

Kern mit den Aussagen der Privatklägerin (Urk. 4/1, S. 4; Urk. 4/2, S. 5) und dem 

Befund im IRM Gutachten/Privatklägerin (Urk. 8/6, S. 2 f.). Dies hat auch die Vor-

instanz zurecht erkannt, auf deren Ausführungen verwiesen werden kann 

(Urk. 123, S. 22; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3. Nachdem der Beschuldigte zunächst bestritt, die Privatklägerin in der zwei-

ten Phase der Auseinandersetzung in der Nacht vom 11. auf den 12. September 

2012 nach 03.10 Uhr während der Strangulation bedroht zu haben (Urk. 3/1, S. 8; 

Urk. 3/2, S. 4 f.), räumte er im Verlauf der Untersuchung, vor Vorinstanz und an-

lässlich der Berufungsverhandlung ein, er habe möglicherweise geäussert, dass 

er sie umbringe (Urk. 3/3, S. 3) bzw. es könne sein, dass er der Privatklägerin ge-

droht habe, sie fertig zu machen oder sie zu erledigen (Urk. 96, S. 6; Prot. II S. 38 

- 19 - 

f.). Darauf ist der Beschuldigte zu behaften. Hinzukommend sind die diesbezügli-

chen Aussagen der Privatklägerin, welche konstant von Drohungen durch den 

Beschuldigten spricht (Urk. 4/2, S. 11 und Urk. 95, S. 5 ff.), im Kontext der Stran-

gulation glaubhaft. Dass die Privatklägerin aufgrund der konkreten Begebenheiten 

und der Äusserungen des Beschuldigten in Angst und Schrecken versetzt wurde, 

anerkannte dieser bereits vor Vorinstanz (Urk. 96, S. 6) und ergibt sich auch aus 

den Aussagen der Privatklägerin und dem Umstand, dass sie barfuss auf die 

Strasse flüchtete (Urk. 4/1, S. 2 f. und Urk. 4/2, S.13). Es ist somit erstellt, dass 

der Beschuldigte, während er die Privatklägerin mit dem Staubsaugerkabel stran-

gulierte, eine Drohung mit den Äusserungen gemäss Anklagesachverhalt 

(Urk. 24, S. 3 unten) aussprach.  

4. Vom Beschuldigten durchwegs und auch anlässlich der Berufungsverhand-

lung bestritten geblieben sind die Vorkommnisse in der zweiten Phase der Ausei-

nandersetzung in der Nacht vom 11. auf den 12. September 2012 nach 03.10 Uhr 

(Prot. II S. 36 ff.), weshalb aufgrund der vorhandenen Beweismittel nachfolgend 

zu prüfen ist, ob sich der diesbezügliche Anklagesachverhalt rechtsgenügend er-

stellen lässt.  

4.1. Als Beweismittel liegen neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3/1-4; 

Urk. 96 und Prot. II S. 30 ff.) die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 4/1-2 und 

Urk. 95), die Fotodokumentationen der ehelichen Wohnung und der Verletzungen 

der Privatklägerin (Urk. 6/1-2), die medizinischen Unterlagen und Gutachten be-

treffend den Beschuldigten (Urk. 9/1-6, Urk. 11/1-15; Urk. 68/1 und 68/2 [medizi-

nisches Gutachten zur Hafterstehungsfähigkeit mit Beilagen]; Urk. 70/1-2; Urk. 77 

und 78 und Urk. 147 sowie Urk. 193 [forensisches Gutachten]), die medizinischen 

Unterlagen, Spurenberichte und das IRM-Gutachten betreffend die Privatklägerin 

(Urk. 7, Urk. 8/1-6 und Urk. 10/1-7) sowie die Aussagen des sachverständigen 

Rechtsmediziners anlässlich der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 17 ff.), die Ak-

ten betreffend die Gewaltschutzmassnahme (Urk. 18/1-2) und die Sicherstel-

lungsakten betreffend den Staubsauger (Urk. 12/1-2) sowie die Beizugsakten der 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland betreffend Körperverletzung etc. 

- 20 - 

(2/2010/3791; Strafbefehl vom 6. Juni 2011) vor. Auf diese Beweismittel ist im 

Folgenden – soweit für die Urteilsfindung relevant – einzugehen.  

4.2. Die Vorinstanz hat die im vorliegenden Verfahren relevanten Aussagen und 

Beweismittel sehr umfassend, vollständig und korrekt aufgeführt und zusammen-

gefasst (Urk. 123, S. 8-14). Sie hat sich detailliert mit der vorliegenden Beweisla-

ge auseinandergesetzt. Dabei hat sie die vorhandenen Beweise sowohl einzeln 

als auch in ihrer Gesamtheit gewürdigt und insbesondere die vorliegend massge-

blichen Personalbeweise einer eingehenden Glaubhaftigkeitsprüfung unterzogen. 

Sie hat sich namentlich mit dem - im Zusammenhang mit dem Strafbefehlsverfah-

ren betreffend Körperverletzung - von der Vormundschaftsbehörde über die Pri-

vatklägerin in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten des Universitätsspi-

tals Zürich, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. August 2010 (Bei-

zugsakten, act. 5/4), und mit dem IRM-Gutachten/Privatklägerin eingehend be-

fasst (Urk. 123, S. 15-17 und 19-21). Sie hat so insgesamt eine sorgfältige und 

nachvollziehbare Sachverhaltserstellung vorgenommen, die nicht zu beanstanden 

ist (Urk. 123, S. 8-24). Entsprechend kann darauf zwecks Vermeidung von Wie-

derholungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz gelangte 

nach Würdigung sämtlicher Beweismittel und Umstände zum Schluss, dass die 

lebensnahen, im Kern konstanten und nachvollziehbaren Aussagen der Privatklä-

gerin glaubhaft seien und überzeugender als jene des Beschuldigten. Dem kann 

unter Verweis auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz zugestimmt 

werden. Insbesondere sei auch hier in Übereinstimmung mit der Vorinstanz und 

entgegen der Ansicht der Verteidigung nochmals festgehalten, dass sich aus dem 

psychiatrischen Gutachten über die Privatklägerin von 2010 nicht von vornherein 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin aufdrängen. Ei-

nerseits datieren die Erkenntnisse des Gutachtens aus einer Zeit rund zwei Jahre 

vor den inkriminierten Ereignissen und andererseits befand sich die Privatklägerin 

damals in einer völlig anderen Situation, wollte sie doch mit ihrem damaligen Ver-

halten und ihren damals durchaus manipulativen Aussagen einer möglichen 

Fremdplatzierung der Kinder entgegen wirken, wohingegen sie im vorliegenden 

Verfahren Aussagen zu einem real erlebten tätlichen Ehestreit machte, mit wel-

chen sie, wie sich aus der Beweiswürdigung ergibt, den Beschuldigten nicht unge-

- 21 - 

rechtfertigt belasten wollte, worauf die Vorinstanz zu Recht hinwies (Urk. 123, 

S. 16). Die folgenden Ausführungen verstehen sich daher lediglich als Ergänzun-

gen, resp. Präzisierungen, zum vorinstanzlichen Urteil. 

4.3.  Hinsichtlich der Umstände, weshalb es in der Nacht vom 11. auf den 

12. September 2012 nach 03.10 Uhr erneut zu einer tätlichen Auseinanderset-

zung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin kam, machte jener 

durchwegs und glaubhaft geltend, Auslöser für die Auseinandersetzung sei die 

Zerstörung des Mobiltelefons und die Nichtrückgabe seines (Ausländer-) Auswei-

ses durch die Privatklägerin gewesen (Urk. 3/1, S. 4; Urk. 3/2, S. 4; Urk. 3/3, 

S. 3 f.; Urk. 3/4, S. 3 f.; Urk. 96, S. 6). Sie habe ihm bereits am Nachmittag das 

gesamte Portemonnaie weggenommen, worauf es zu einem ersten Streit ge-

kommen sei, welcher aber sofort aufgehört habe, als er dieses von ihr zurücker-

halten habe. Mitten in der Nacht sei er aufgewacht und habe den Inhalt des 

Portemonnaies kontrolliert und festgestellt, dass die wichtigen Sachen, mitunter 

auch sein Ausweis, gefehlt hätten. Er sei aufgestanden und ins Wohnzimmer ge-

gangen, wo seine Frau auf dem Sofa geschlafen habe. Ihre Handtasche sei eben-

falls auf dem Sofa gelegen und der Inhalt seines Portemonnaies habe sich in ihrer 

Handtasche befunden. Er habe die Handtasche ergriffen, wobei die Privatklägerin 

versucht habe, ihm die Handtasche wieder wegzunehmen. Sie habe ihm versi-

chert, den Ausweis zurückzugeben, was sie dann aber doch nicht getan habe 

(Prot. II S. 42 f.). Er sei wütend gewesen und ausgerastet (Prot. II S. 38).  

Auf diese Darstellung des Beschuldigten ist mangels anderer Beweise und auf-

grund der damit übereinstimmenden Ausführungen der Privatklägerin, die letztlich 

einräumte, es sei zum Streit gekommen, weil sie seinen Ausweis behalten habe 

(Urk. 95, S. 5), abzustellen.  

4.4. Der Beschuldigte bestritt im Zusammenhang mit den konkreten Gescheh-

nissen in der Tatnacht, die Privatklägerin mit dem Staubsaugerkabel stranguliert 

zu haben (Urk. 3/1, S. 7; Urk. 3/2, S. 5 f.; Urk. 3/3, S. 4; Urk. 3/4, S. 9; Urk. 96, 

S. 4 ff. und Prot. II S. 36). Im Rahmen der Untersuchung führte er hierzu aus, die 

Privatklägerin mit dem Staubsaugerkabel geschlagen zu haben (Urk. 3/1, S. 6 ff.). 

Er habe sie zweimal wie mit einer Peitsche geschlagen und sie am Kopf getroffen, 

- 22 - 

sie habe sich aber geduckt, und das Kabel sei von ihrem Hinterkopf abgerutscht 

(Urk. 3/3, S. 4 und Urk. 3/4, S. 3 f.). Er habe sie jedoch nicht gewürgt, weshalb er 

auch die akute Lebensgefahr nicht anerkenne (Urk. 3/1, S. 6 und Urk. 3/4, S. 5; 

Prot. II S. 37). Erstmals vor Vorinstanz und damit übereinstimmend anlässlich der 

Berufungsverhandlung räumte er präzisierend ein, er habe mit dem ausgezoge-

nen Staubsaugerkabel in beiden Händen nach der Privatklägerin geschlagen bzw. 

er habe das Kabel von vorne um ihren Hals gelegt, um sie zu sich heranzuziehen, 

da er Mühe gehabt habe, zu laufen (Urk. 96, S. 4 bis 6.; Prot. II S. 37). Eine 

Strangulation und eine akute Lebensgefahr bestreite er aber, die im Rahmen der 

körperlichen Untersuchung der Privatklägerin festgestellten Befunde könnten 

auch andere Ursachen haben, er habe einen Karton nach ihr geworfen, dadurch 

habe sie sich verletzt (Prot. II S. 37).  

4.5.1. Die Anklage stützt sich hinsichtlich der Strangulation, der von der Pri-

vatklägerin erlittenen Verletzungen und der akuten Lebensgefahr im Wesentlichen 

auf die medizinischen Akten zu den Verletzungen der Privatklägerin (Urk. 8/1-6) 

und die am Institut für Rechtsmedizin erstellte Fotodokumentation darüber 

(Urk. 6/2). Das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 13. Oktober 2012 

zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin führt unter anderem folgende 

Befunde auf (Urk. 8/6, S. 2 und S. 3):  

− die Bindehäute des Sehweiss beidseits gerötet; im linken Unterlid eine 

punktförmige, amarenafarbene Verfärbung (Einblutung). Die übrigen Lidbin-

dehäute ohne Verfärbungen 

− die Lippen und Wangenschleimhäute unverletzt und ohne farbliche Verände-

rungen 

− die Ohrmuscheln sowie die Haut hinter den Ohren ohne Verletzungen. Die 

Trommelfelle bzw. die inneren Gehörgänge unauffällig 

− an der Halsvorderseite, auf Höhe des Kehlkopfskeletts, leicht rechtsseitig 

gelegen, eine wolkige, angedeutete S-förmige, unscharf nach aussen aus-

laufende, dezente, ca. 1,5 x 1,7 cm messende Hautrötung 

- 23 - 

− auf Höhe des rechten Ansatzes des Kopfwendermuskels am Schlüsselbein 

eine weitere dezente, unscharf nach aussen auslaufende, roséfarbene, ca. 1 

x 0,5 cm messende Hautrötung 

− über dem linken Schlüsselbein, leicht seitlich neben dem Schlüssel-/ Brust-

beingelenk, gruppiert stehende, unscharf nach aussen auslaufende, nicht 

abblassbare Hautrötungen, die max. 1,2 x 1 cm messen und insgesamt auf 

einer 2 x 2,5 cm grossen Fläche angeordnet sind 

− die linke und rechte Halsseite sowie der Nacken ohne sichtbare Verletzun-

gen 

In der Schlussfolgerung wird festgehalten, dass aufgrund der Schilderungen der 

Privatklägerin von einem Drosseln ausgegangen werden müsse. Dabei könne es 

zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn kommen. Wiederum aufgrund der von der 

Privatklägerin geschilderten Symptome sowie dem Nachweis einer sogenannten 

Stauungsblutung im linken Unterlid müsse von einer relevanten Kompression der 

Halsgefässe mit sauerstoffmangelbedingten Bewusstseinsstörungen ausgegan-

gen werden. Entsprechend habe bei der Privatklägerin akute Lebensgefahr vorge-

legen. Aufgrund nachgewiesener Stauungsbefunde sowie geschilderter Bewusst-

seinsstörungen sei zusammenfassend eine Lebensgefahr durch das geltend ge-

machte Drosseln zu bejahen (Urk. 8/6, S. 4).  

4.5.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde der stellvertretende Abtei-

lungsleiter der Abteilung für Forensische Medizin und Bildgebung des Instituts für 

Rechtsmedizin Zürich, Dr. med. F._____, zum Gutachten zur körperlichen Unter-

suchung der Privatklägerin - auf Antrag der Verteidigung - ergänzend befragt 

(Prot. II S. 17 ff.). Anlässlich der Einvernahme erläuterte er zunächst, der Befund 

einer punktförmigen, amarenafarbenen Verfärbung im linken Unterlid (Einblutung) 

sei fachlich identisch mit einer Stauungsblutung. Eine derartige Stauungsblutung 

entstehe, wenn der Blutabfluss vom Kopf über die Venen behindert sei. Dadurch 

werde das Gehirn nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt, weshalb der 

Druck steige und kleine Gefässe platzten, was sich letztlich in diesen punktförmi-

gen Einblutungen darstelle (Prot. II S. 20 f.). Als denkbare Ursachen für eine sol-

che Stauungsblutung kämen neben einer Strangulation nur noch ein Herzinfarkt, 

- 24 - 

eine Lungenembolie, starke Presswehen oder ein grosser Druck auf den Brust-

korb in Frage (Prot. II S. 21). Könne man diese Umstände als Ursachen für die 

Einblutung ausschliessen, müsse man zum Schluss gelangen, dass eine akute 

Blutstauung im Kopfbereich bestanden habe, welche von einem Komprimieren 

der Halsvenen herrühre (Prot. II S. 27). Hingegen sei es nicht möglich, dass eine 

derartige Stauungsblutung von einem Bewerfen mit Kartonschachteln oder einem 

Sturz herrühre, ohne dass andere Verletzungen im Gesichtsbereich vorkommen 

würden (Prot. II S. 23). Im Übrigen komme es sehr häufig vor, dass bei einer 

strangulierenden Gewalt gegen den Hals wenig bis gar keine äusseren Verlet-

zungen festgestellt werden können. Der Umstand, dass keine äusserlichen Spu-

ren einer Strangulation sichtbar seien, schliesse aber nicht aus, dass eine Stran-

gulation stattgefunden habe (Prot. II S. 24 f.). Die Befunde, welche bei der Privat-

klägerin festgestellt worden seien und die fotodokumentarisch festgehaltenen Ver-

letzungen entsprächen einem Verletzungsbild nach einer Strangulation und seien 

mit dem in der Anklageschrift geschilderten Ablauf vereinbar (Prot. II S. 25). Aus-

serdem sei auszuschliessen, dass es sich bei der Furche, welche am Hals der 

Privatklägerin festgestellt worden sei, um eine Hautfalte und nicht um eine Stran-

gulationsfurche handle. Die geschilderte Hautrötung sei asymmetrisch, was bei 

einer Hautfalte nicht zu erwarten wäre (Prot. II S. 26). Bei einer strangulierenden 

Gewalt gegen den Hals komme es zum Abklemmen der Blutgefässe, was dazu 

führe, dass das Gehirn mit zu wenig sauerstoffreichem Blut versorgt werde. Da 

das Gehirn sehr sauerstoffmangelempfindlich sei, handle es sich dabei um einen 

äusserst lebensgefährlichen Zustand, welcher ohne Weiteres zum Tode führen 

könne (Prot. II S. 28).  

4.5.3.  Die Feststellungen und Schlussfolgerungen im Gutachten des IRM und 

insbesondere die ausführlichen und präzisierenden Erläuterungen des sachver-

ständigen Rechtsmediziners sind nachvollziehbar und eindeutig. Aufgrund der 

festgestellten Einblutung im linken Unterlid der Privatklägerin und des Umstandes, 

dass sämtliche anderen dafür in Frage kommenden Ursachen ausgeschlossen 

werden können, steht fest, dass eine strangulierende Gewalt gegen ihren Hals 

stattgefunden hat. Eine anderweitige Erklärung für den im Gutachten aufgeführten 

Befund der Stauungsblutung offenbart sich dem Gericht nicht, weshalb zwingend 

- 25 - 

auf eine Strangulation der Privatklägerin durch den Beschuldigten geschlossen 

werden muss. Auch ist aufgrund des Gutachtens zweifelsfrei erstellt, dass die Pri-

vatklägerin aufgrund des strangulierenden Einwirkens des Beschuldigten in akute 

Lebensgefahr gebracht worden war.  

4.5.4. Die Bestreitungen und Erklärungsversuche des Beschuldigten vermö-

gen die gutachterlichen Schlüsse nicht umzustossen. Zwar blieb der Beschuldigte 

anlässlich der Berufungsverhandlung auch nach Vorhalt der Schlussfolgerungen 

des Rechtsmediziners dabei, die Privatklägerin nicht gewürgt, sondern lediglich 

mit dem Staubsaugerkabel zu sich herangezogen zu haben (Prot. II S. 36), im-

merhin aber gab er zu, ihr das Kabel von vorne um den Hals gelegt bzw. gewor-

fen und mit Kraft auf sie eingewirkt zu haben (Prot. II S. 37).  

Das forensische Gutachten bestätigt die Aussagen des Beschuldigten zu seiner 

schlechten körperlichen Verfassung, namentlich dass er wegen seiner Krankheit 

eine Schwäche in den Beinen hatte und wenig Kraft, was er von Anfang an wahr-

heitsgemäss deponiert hatte (Urk. 3/1, S. 5). Die im Jahre 2010 diagnostizierte 

Grunderkrankung (Diabetes mellitus) verursachte beim Beschuldigten verschie-

dene Endorganschäden, was neben der Stoffwechselstörung zu einer Beein-

trächtigung der Sehfähigkeit, der Nierenfunktion, der peripheren Nervenfunktionen 

(Lähmungen, Sensibilitätsstörungen) und der Herz-Kreislauf-Funktionen führte 

(Urk. 193, S. 68). So war im Januar 2012 über wenige Wochen beim Beschuldig-

ten ein rascher Sensibilitätsverlust der Beine bei gleichzeitigem Befall der Hände 

sowie eine Kraftabnahme in den Beinen mit Gangstörungen aufgetreten, was an-

fangs 2012 infolge Tetraplegie zu einer ersten Hospitalisation des Beschuldigten 

führte (Urk. 193, S. 17). Beim Beschuldigten wurde sodann eine CIDP (chronisch 

inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie) diagnostiziert. Bei 

diesem neurologischen Leiden handelt es sich um eine seltene Erkrankung des 

peripheren Nervensystems. Bedingt durch die Schädigung der peripheren Nerven 

können unter anderem Muskelschwächen und Sensibilitätsstörungen auftreten 

(Urk. 68/1, S. 10). Nachdem die Diagnose einer CIDP bestätigt worden war, wur-

de der Beschuldigte bis Ende August 2012 sechs Mal hospitalisiert und einer spe-

zifischen Behandlung mit Plasmapherese und einer intravenös verabreichten Im-

- 26 - 

munglobulin-Therapie unterzogen (Urk. 193, S. 16), was zu einer kontinuierlichen 

Besserung der Sensibilität als auch der Kraft führte, so dass der Beschuldigte 

nach einer Phase im Rollstuhl mit der Zeit - zunächst an Krücken, respektive mit-

hilfe des Rollators - wieder laufen konnte (Urk. 193, S. 68). Vom 28. bis 30. Au-

gust 2012 befand sich der Beschuldigte zum letzten Mal vor der Tat für diese Im-

munglobulingaben im Kantonsspital Winterthur. Gemäss dortigem Therapiebericht 

zeigte sich insgesamt beim Beschuldigten eine Kraftzunahme, so dass er ohne 

Gehhilfen bis zu einem Kilometer zurücklegen konnte. Dennoch zeigte sich wei-

terhin eine eingeschränkte Sensibilität an beiden Beinen (Urk. 193, S. 16). Auch 

im medizinischen Gutachten zur Hafterstehungsfähigkeit des Beschuldigten vom 

12. Februar 2013 wurden unter anderem ebenfalls das unsichere Gangbild und 

leichte Gleichgewichtsstörungen festgestellt (Urk. 68/1, S. 12). Ausserdem hält 

das forensische Gutachten bezüglich dem Umfeld des Tatgeschehens fest, dass 

auch ein veränderter Schlafrhythmus, erhöhte Ermüdbarkeit, Energie- und Lustlo-

sigkeit sowie körperliche Missempfindungen und eine Verlangsamung auf Verhal-

tensebene unmittelbare Auswirkungen der körperlichen Erkrankung des Beschul-

digten und der verabreichten Medikamente auf seine psychische Verfassung wa-

ren (Urk. 193, S. 71). Sein schlechter gesundheitlicher Zustand sowie die Tatsa-

che, dass sich im Wohnzimmer zufolge des bevorstehenden Umzuges diverse 

gepackte Kartonschachteln befanden, erschwerten es dem Beschuldigten, die 

Privatklägerin, die von ihm wegrannte, zu erreichen. Aufgrund dieser Indizien ist, 

zusätzlich zu den überzeugenden Angaben der Privatklägerin, überdies auch 

plausibel, dass der Beschuldigte das lange, voll ausgezogene Staubsaugerkabel 

behändigte, um damit trotz seines krankheitsbedingten Nachteils seine Frau "ein-

zufangen" (Prot. II S. 37). Zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 

bestehen denn auch körperlich keine grossen Unterschiede, steht dem Gewicht 

der Privatklägerin von 66,6 kg und einer Grösse von 158 cm das Gewicht des Be-

schuldigten von 64,2 kg bei einer Grösse von 169 cm gegenüber (Urk. 8/6, S. 2 

und Urk. 11/12, S. 2). Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass der 

Beschuldigte aufgrund seines Körperbaus an sich - und noch ohne Berücksichti-

gung seiner Erkrankung - der Privatklägerin überlegen war. Unter Einbezug der 

gesundheitlichen Gegebenheiten ist ganz im Gegenteil davon auszugehen, dass 

- 27 - 

die Privatklägerin dem Beschuldigten sowohl kräftemässig als auch in Bezug auf 

ihre Wendigkeit und Beweglichkeit wenn nicht gar überlegen, so doch mindestens 

ebenbürtig, war. 

Dass eine Strangulation durch überkreuztes Zusammenziehen der Kabelenden 

durch den Beschuldigten stattgefunden hat - was sich bereits aus den gutachterli-

chen Feststellungen ergibt - wird zusätzlich durch die Aussagen der Privatklägerin 

gestützt, welche wenngleich nicht in jedem Detail widerspruchsfrei, dennoch 

nachvollziehbar, authentisch und im Kern glaubhaft, schilderte, dass der Beschul-

digte sie durch ein Zusammenziehen der Kabelenden gewürgt habe (Urk. 4/1, 

S. 5; Urk. 4/2, S. 10; Urk. 4/4 und Urk. 95, S. 4). Hinzukommend sagte der Be-

schuldigte übereinstimmend mit der Privatklägerin aus, sie habe das Kabel mit 

beiden Händen ergriffen und sich gewehrt (Urk. 4/1, S. 5; Urk. 4/2, S. 10; Urk. 96, 

S. 5), was gleichermassen ein Indiz dafür darstellt, dass sich der Vorfall gemäss 

den Sachdarstellungen in der Anklageschrift abgespielt und sich die Privatklägerin 

gegen den Würgevorgang zu wehren versucht hat. Schliesslich anerkannte auch 

der Verteidiger des Beschuldigten in der Berufungsverhandlung, dass die Privat-

klägerin sich aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten in unmittelbarer Le-

bensgefahr befunden hatte (Prot. II S. 46). Zusammenfassend ergibt somit die 

Würdigung der vorliegenden Beweismittel, dass keine unüberwindbaren Zweifel 

bestehen, dass sich der Vorfall in der Nacht vom 11. auf den 12. September 2012 

wie in der Anklageschrift beschrieben zugetragen hat, der Beschuldigte demnach 

die Privatklägerin mit dem Staubsaugerkabel strangulierte, indem er ihr dieses 

von vorne um den Hals warf und durch Überkreuzen der beiden Kabelenden zu-

sammenzog, so dass sich diese in der Folge in unmittelbarer Lebensgefahr be-

fand und ausserdem die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen erlitt.  

4.6. Hinsichtlich der Beendigung des Streits kann auf die vorinstanzlichen Erwä-

gungen verwiesen werden, wonach erstellt ist, dass die Privatklägerin versuchte, 

sich zur Wehr zu setzten und sich etwas Luft zu verschaffen, indem sie ihre Hand 

zwischen das Kabel und den Hals führte und zudem gegen die Beine des Be-

schuldigten trat und es ihr schliesslich gelang, sich loszureissen und zu fliehen 

(Urk.123, S. 23). 

- 28 - 

4.7. Zusammengefasst ist somit für die zweite Phase der ehelichen Auseinan-

dersetzung von folgendem Sachverhalt auszugehen: Nachdem der Beschuldigte 

in der Nacht vom 11. auf den 12. September 2012 aufwachte und feststellte, dass 

ihm die Privatklägerin zwar sein Portemonnaie, nicht aber seinen Ausweis zu-

rückgegeben hatte, ging er ins Wohnzimmer, wo die Privatklägerin auf dem Sofa 

schlief. Der Beschuldigte ergriff ihre Handtasche, in welcher sich der Inhalt seines 

Portemonnaies befand. Es kam zu einem Handgemenge um die Handtasche, in 

deren Verlauf die Privatklägerin dem Beschuldigten versprach, den Ausweis zu-

rückzugeben, worauf dieser ihr die Handtasche herausgab, jene in der Folge den 

Ausweis aber dennoch nicht retournierte. Aus dem Grund, und weil die Privatklä-

gerin in der Wohnung herumrannte, ergriff der Beschuldigte das ausgezogene 

Staubsaugerkabel und legte der Privatklägerin dieses von vorne um den Hals und 

zog sie zu sich heran. Dabei überkreuzte er die Enden des Staubsaugerkabels 

und zog zu, so dass er die Privatklägerin während 30 bis 60 Sekunden strangu-

lierte und diese sich in Folge der Strangulation in akuter Lebensgefahr befand, 

wodurch sie die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen erlitt. Während 

der Beschuldigte die Privatklägerin würgte, bedrohte er sie, indem er sagte, er 

werde sie erledigen und fertig machen, worauf diese in Angst und Schrecken ver-

setzt wurde. Die Privatklägerin wehrte sich, konnte sich schliesslich losreissen 

und fliehen, nachdem sie gegen die Beine des Beschuldigten getreten hatte. 
 

IV. Rechtliche Würdigung 

A. Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB bzw. Art. 126 Abs. 2 lit. b 

StGB  

1. Die Vorinstanz erwog zu Recht, dass nur geringfügige und vorübergehende 

physische Beeinträchtigungen, wie sie vorliegend bei der Privatklägerin als durch 

den Beschuldigten verursacht erstellt wurden, unter den objektiven und subjekti-

ven Tatbestand der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB zu subsumieren 

sind. Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen kann insoweit verwiesen 

werden (Urk. 123, S. 29 f.). Ausserdem kann infolge des Verbotes der reformatio 

in peius die allfällige Subsumption unter den Tatbestand der einfachen Körperver-

- 29 - 

letzung im Sinne von Art. 123 StGB vorliegend nicht mehr geprüft werden, da der 

diesbezügliche Freispruch durch die Vorinstanz infolge Nichtanfechtung durch 

beide Parteien rechtskräftig wurde. 

2. Die Verurteilung wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

setzt einen gültigen Strafantrag gemäss Art. 30 und 31 StGB voraus. Nach 

Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB wird der Täter von Amtes wegen verfolgt, wenn er die 

Tat wiederholt an seinem Ehegatten während der Ehe oder bis zu einem Jahr 

nach der Scheidung begeht. Nur auf Antrag bestraft wird nach Art. 126 Abs. 2 

StGB e contrario hingegen eine einmalige Tätlichkeit auch gegenüber einem 

Ehegatten (Urteil des Bundesgerichts 6B_856/2013 vom 3. April 2014, Erw. 2.1). 

Eine Wiederholung ist laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung dann gegeben, 

wenn die Tätlichkeit mehrmals gegenüber demselben Opfer begangen wurde und 

auf eine gewisse Gewohnheit hindeutet (BGE 134 IV 189, Erw. 1.2, übersetzt in 

Pra 97 [2008] Nr. 148). Einzelne oder vereinzelte Tätlichkeiten sind dagegen nicht 

unter dem Begriff der wiederholten Begehung zu verstehen (Roth/Keshelava in: 

Niggli/ Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. A. Basel 2013 

(kurz: BSK StGB), N 10 zu Art. 126; siehe dazu auch Riedo/Allemann in: BSK 

StGB, a.a.O., N 55 zu Art. 55a). 

3.  In concreto griff der Beschuldigte seine Ehefrau in der Nacht vom 11. auf 

den 12. September 2012 zum ersten Mal überhaupt während ihrer ganzen bishe-

rigen Ehedauer von 13 Jahren tätlich an, wobei sich die konkreten einzelnen Tat-

handlungen im Rahmen eines zusammenhängenden Handlungskomplexes ereig-

neten, so dass keine wiederholte Tatbegehung vorliegt. Der Beschuldigte ist somit 

vom Vorwurf der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 2 lit. b 

StGB freizusprechen.  

4. Die Bestrafung des Beschuldigten wegen mehrfacher Tätlichkeiten gemäss 

Art. 126 Abs. 1 StGB setzt den Strafantrag seiner Ehefrau voraus. 

4.1. Die Privatklägerin stellte den Strafantrag gegen den Beschuldigten gültig 

und rechtzeitig anlässlich der Anzeigeerstattung vom 12. September 2012 mittels 

unterzeichnetem Formular bei der Kantonspolizei Zürich in E._____ (Urk. 2). Da 

- 30 - 

somit im vorliegenden Fall das Antragsrecht ausgeübt worden ist, kann darauf 

nicht mehr nach Art. 30 Abs. 5 StGB verzichtet werden. Es bleibt lediglich die 

Möglichkeit des Rückzugs des Strafantrags (BGE 86 IV 145; Christof Riedo, in: 

BSK StGB, a.a.O., N 117 zu Art. 30). Gestützt auf Art. 33 Abs. 1 StGB kann der 

Rückzug erfolgen, solange das Urteil der zweiten kantonalen Instanz noch nicht 

eröffnet ist. Allerdings muss der Wille, einen Strafantrag zurückzuziehen, unmiss-

verständlich, wenn auch nicht in expliziten Worten, zum Ausdruck kommen (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_978/2013 vom 19. Mai 2014, Erw. 2.4. mit Hinweisen; 

Trechsel/Jean-Richard in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetz-

buch, Praxiskommentar, 2.A. Zürich/St. Gallen 2013, Art. 33 N 3). Verlangt ist die 

Kundgabe des Willens, dass die mit dem Antrag verbundenen Rechtswirkungen 

aufgehoben werden (Christof Riedo, Der Strafantrag, Diss. Freiburg 2004, 

S. 600). In formeller Hinsicht wird verlangt, dass der Rückzug schriftlich erklärt 

oder mündlich zu Protokoll gegeben wird (Riedo, in: BSK StGB, a.a.O., N 7 zu 

Art. 33). 

4.2. Die Privatklägerin rief nach der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten 

nicht die Polizei an, um Hilfe zu ersuchen und verlangte von der Betreuerin ihrer 

Kinder, die sie statt dessen anrief, ebenfalls nichts dergleichen. Da diese sie unter 

Angabe der entsprechenden Telefonnummer an einen Notarzt verwiesen hatte, 

kontaktierte sie Schutz und Rettung, welche sich aber als nicht zuständig erklär-

ten, worauf sie via Einsatzzentrale von der Polizei zurückgerufen wurde (Urk. 1, 

S. 4 f. und Urk. 4/1, S. 2 f.). Die an den Tatort ausgerückte Polizeipatrouille ver-

wies die Privatklägerin an eine Beratungsstelle der Gemeinde und somit ebenfalls 

nicht zwingend an die Polizei, nannte aber alternativ die örtliche Polizeistation. 

Wohl aus diesem Grunde erschien denn auch die Privatklägerin im Verlaufe des 

gleichen Tages am Schalter der Stadtpolizei E._____ (Urk. 1, S. 5). Erst im Zuge 

der darauf folgenden ersten Befragung bei der Kantonspolizei E._____ unter-

zeichnete sie den bereits erwähnten Strafantrag (Urk. 2). Bereits bei ihrer Einver-

nahme durch die Staatsanwaltschaft betonte die Privatklägerin, dass nicht sie die 

Polizei alarmiert habe und dass sie auch nicht als erstes die Polizei angerufen 

habe, sondern die Betreuerin ihrer Kinder und es diejenigen von der Notarztzent-

rale gewesen seien, die ihr gesagt hätten, das sei ein Fall für die Polizei (Urk. 4/2, 

- 31 - 

S. 13). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte die Privatkläge-

rin denn auch gleich zu Beginn ausdrücklich, dass sie nicht wolle, dass ihr Mann 

bestraft werde (Urk. 95, S. 2).  

4.3.  Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Stellung des Strafantrages 

nicht auf die direkte Initiative der Privatklägerin hin, sondern vielmehr erst im Zu-

sammenhang mit der polizeilichen Befragung bei der Kantonspolizei erfolgte und 

in Anbetracht des Umstandes, dass die Privatklägerin, die zuvor während ihrer 

13-jährigen Ehe noch nie eine tätliche Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann 

erlebt hatte, durch dessen erstmalige heftige Reaktion auf ihre Weigerung, ihm 

seinen Ausweis zurückzugeben, gemäss ihren eigenen Worten "schockiert" (Urk. 

4/1, S. 4) und von der Situation offenbar überfordert war, erfolgte die Desinteres-

se-Erklärung der Privatklägerin klar und unmissverständlich. Sie kann sinnge-

mäss und besonders unter der Prämisse, dass die Privatklägerin angesichts der 

Anklage davon ausgehen durfte, dass die Behörden von Amtes wegen ermittel-

ten, nicht anders verstanden werden, als dass eine Strafverfolgung des Beschul-

digten gegen ihren Willen nicht stattfinden solle. Damit hat in eindeutiger Weise 

der Strafantrag hinsichtlich der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

als zurückgezogen zu gelten. 

4.4. Wurde ein gültiger Strafantrag zurückgezogen, fehlt es damit hinsichtlich des 

Tatbestands der Tätlichkeiten nach Art. 126 Abs. 1 StGB an einer Prozessvo-

raussetzung (Urteil 6B_856/2013 vom 3. April 2014, Erw. 2.3), so dass das be-

reits begonnene Verfahren diesbezüglich in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. d 

StPO i.V.m. Art. 379 StPO einzustellen ist. 

B.  Drohung gemäss Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB 

1.  Vorweg ist festzuhalten, dass der Tatbestand der Drohung während der Ehe 

im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB im Gegensatz zur Tätlichkeit auch dann 

als Offizialdelikt ausgestaltet ist, wenn es sich um eine einmalige und nicht wie bei 

der Tätlichkeit um eine wiederholte Tatbegehung handelt. Entsprechend ist der 

Rückzug des Strafantrages durch die Privatklägerin (vgl. vorstehend Erw. IV. 1.4.) 

in Bezug auf die Drohung unbeachtlich. 

- 32 - 

2. Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale der 

Drohung gemäss Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB zutreffend aufgeführt und ist zum 

Schluss gekommen, der Beschuldigten habe den Tatbestand erfüllt. Es kann vor-

ab, um Wiederholungen zu vermeiden, auf ihre diesbezüglichen zutreffenden Er-

wägungen verwiesen werden (Urk. 123, S. 28 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3. Hinsichtlich des objektiven Tatbestandes ist präzisierend zu den vorinstanz-

lichen Erwägungen Folgendes anzuführen: Die Vorinstanz erachtete es als erwie-

sen, der Beschuldigte habe der Privatklägerin mit dem Tod gedroht (Urk. 123, 

S. 28 f.). Der Beschuldigte führte aber immer wieder aus, es sei ihm während der 

gesamten Auseinandersetzung nur darum gegangen, seinen Ausweis zurückzu-

erhalten (vgl. vorstehend Erw. IV. 3.2.). Dass die Privatklägerin ihm den Ausweis 

vorenthielt, provozierte ihn und versetzte ihn derart in Rage, dass die Auseinan-

dersetzung zwischen ihm und seiner Frau erstmals in ihrer damals 13-jährigen 

Ehe zu einer tätlichen wurde. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung platzierte der 

Beschuldigte dann auch die Drohung, wonach er die Privatklägerin "fertig ma-

chen" und "sie erledigen" werde. Den Vorwurf, er habe seine Frau umbringen wol-

len, was eine Todesdrohung nahelegen würde, bestritt er konsequent. Er habe 

der Privatklägerin Angst machen und sie unter Druck setzen wollen, damit sie ihm 

seine Ware zurückgebe, er habe aber nie vorgehabt, sie zu verletzen oder umzu-

bringen (Urk. 3/3, S. 3; Urk. 96, S. 6). Allein aufgrund der Wortwahl des Beschul-

digten kann nicht auf eine Todesdrohung geschlossen werden.  

Im Zusammenhang mit der Fremdplatzierung der beiden Kinder der Parteien en-

dete das vom Jugendsekretariat der Bezirke ... und ... angestrengte Strafverfah-

ren wegen Körperverletzung zum Nachteil beider Kinder (Beizugsakten, act. 1) 

mit der Einstellung des Verfahrens gegen den heutigen Beschuldigten, weil die 

Untersuchung ergeben hatte, dass er selber die Kinder nie geschlagen hatte (Bei-

zugsakten, act. 19). Aus diesen Beizugsakten ergibt sich, dass sich der Beschul-

digte während der gesamten Phase der vormundschaftlichen Massnahmen abso-

lut und unbedingt loyal zu seiner Frau verhielt, obwohl er die Kinder nicht ge-

schlagen hatte. So habe er geäussert, Einzelgespräche mit ihm seien nicht wich-

tig, da er genau dieselbe Meinung habe wie seine Frau (Beizugsakten, act. 6/3, 

- 33 - 

S. 1). Bei den Ereignissen des 15. März 2010, die zur Krisenintervention führten, 

fiel der Beschuldigte nach der Heimkehr und bei der Abwesenheit seiner Frau in 

einen depressiven Zustand und äusserte Suizidabsichten (Beizugsakten, act. 6/3, 

S. 3 und act. 1, S. 5). Der Beschuldigte wird denn auch von der Privatklägerin als 

sehr anständig geschildert, wobei sie angibt, seit er krank sei, sei er sehr unge-

duldig und werde auch schnell wütend (Prot. I S. 3). Das deckt sich mit den Fest-

stellungen, resp. Erhebungen, des Gutachters (Urk. 193, S. 70), so dass zuguns-

ten des Beschuldigten davon auszugehen ist, dass er während der bisherigen 

langen Ehedauer weder gewaltbereit noch aggressiv gegenüber seiner Ehefrau 

reagiert hatte, namentlich auch nicht während der belastenden Fremdplatzie-

rungsphase ihrer Kinder, sondern dass er grundsätzlich als ruhig und freundlich 

zu charakterisieren ist.  

Daher ist aufgrund der Umstände zugunsten des Beschuldigten vielmehr davon 

auszugehen, dass seine Drohung im Kontext der Auseinandersetzung über den 

Ausweis fiel und in diesem Zusammenhang darauf abzielte, den Ausweis zurück-

zuerhalten. Dem stehen auch die Zugaben des Beschuldigten nicht entgegen. Er 

anerkannte lediglich, es sei möglich, dass er so etwas wie "ich mache dich fertig" 

oder "ich erledige dich" gesagt habe. Wenn ihm so etwa herausgerutscht sei, ha-

be er es aber nicht ernst gemeint (Urk. 96, S. 6; Prot. II S. 38 f.). Es ist somit nicht 

von einer eigentlichen Todesdrohung seitens des Beschuldigten auszugehen, 

aber dass er gegenüber der Beschuldigten mindestens mit schwerwiegenden 

ernstlichen Nachteile drohte und zum Ausdruck brachte, sich die Vorenthaltung 

des Ausweises nicht mehr länger gefallen zu lassen. 

4. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass es zwischen dem Beschuldigten 

und der Privatklägerin gemäss übereinstimmenden Aussagen in der Tatnacht 

zum ersten Mal zu einer derartigen Auseinandersetzung kam. Der Beschuldigte 

konnte demnach nicht abschätzen, wie seine drohenden Äusserungen auf die 

Privatklägerin wirken würden, bzw. ob sie ihnen überhaupt Glauben schenken 

würde. Aufgrund der Tatumstände, insbesondere der Tatsache, dass der Be-

schuldigte die Drohung gegenüber der Privatklägerin während des Strangulati-

onsvorganges aussprach, lässt keinen anderen Schluss zu, als dass er zumindest 

- 34 - 

in Kauf nahm, die Privatklägerin durch seine Äusserungen in Angst und Schre-

cken zu versetzen. Hingegen steht aufgrund der Tatumstände nicht fest, dass der 

Beschuldigte die Privatklägerin unmittelbar in Angst und Schrecken versetzen 

wollte, vielmehr dürften ihm die Äusserungen aufgrund seiner eigenen Aufge-

brachtheit herausgerutscht sein, wie er ja selbst glaubhaft einräumt. Es ist dem-

nach entgegen den vorinstanzlichen Schlussfolgerungen (Urk. 123, S. 29) von ei-

ner eventualvorsätzlichen Tatbegehung auszugehen.  

5. Der Beschuldigte ist im Sinne der vorstehenden Ausführungen der Drohung 

gemäss Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB schuldig zu sprechen.  

C.  Versuchte vorsätzliche Tötung gemäss Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 StGB / Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB 

1. Die Anklagebehörde und die Vorinstanz haben das Würgen der Privatkläge-

rin durch den Beschuldigten als versuchte Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 

i.V.m. Art. 22 StGB qualifiziert. Die Verteidigung will für diesen Vorgang im Even-

tualstandpunkt den Tatbestand der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB angewendet sehen (Urk. 128/1, S. 2 und Urk. 229, S. 4). 

2.1. Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, wird nach Art. 111 StGB mit Frei-

heitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Bleibt es beim Versuch, weil der zur 

Vollendung der Tat gehörende Erfolg, vorliegend der Tod des Opfers, nicht ein-

tritt, kann der Täter in Anwendung von Art. 22 Abs. 1 StGB milder bestraft wer-

den. 

2.2. Gemäss Art. 129 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geld-

strafe bestraft, wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Le-

bensgefahr bringt. Objektiv ist eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr erforder-

lich. Eine solche liegt vor, wenn sich aus dem Verhalten des Täters nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit 

der Todesfolge ergibt (BGE 133 IV 1 Erw. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_794/2015 vom 9. Februar 2015, Erw. 3.2.2.). Bezüglich der unmittelbaren Le-

bensgefahr ist direkter Vorsatz erforderlich. Der Gefährdungsvorsatz ist gegeben, 

- 35 - 

wenn der Täter die Gefahr sicher gekannt und trotzdem gehandelt hat. Hingegen 

muss er die Verwirklichung der Gefahr nicht gewollt haben (Urteil des Bundesge-

richts 6B_208/2014 vom 28. Januar 2015, Erw. 1.2.1.). Vom Eventualvorsatz auf 

Tötung unterscheidet sich der in Art. 129 StGB geforderte Vorsatz dadurch, dass 

der Täter darauf vertraut, die Gefahr werde sich nicht im Tod des Opfers verwirk-

lichen. Dies setzt voraus, dass er annimmt, die drohende Gefahr könne durch 

sein eigenes Verhalten oder durch eine Reaktion der gefährdeten Person abge-

wendet werden. Bleibt dem Zufall überlassen, ob die Gefahr sich verwirklicht oder 

nicht, liegt (versuchte) eventualvorsätzliche Tötung vor (Andreas Donatsch, Straf-

recht III, Delikte gegen den Einzelnen, 10. A., Zürich 2013, S. 77 f.; Stefan Mae-

der in: BSK-Strafrecht II, 3.A. Basel 2013, N 46 zu Art. 129; Urteil des Bundesge-

richts 6B_794/2015 vom 9. Februar 2015, Erw. 3.2.3.). Gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung ist unter dem Tatbestandsmerkmal der Skrupellosigkeit ein 

in schwerem Grade vorwerfbares, rücksichts- oder hemmungsloses Verhalten zu 

verstehen (Urteil 6B_782/2013 vom 10. Februar 2014, Erw. 1.3.2), das angesichts 

des Tatmittels und des Tatmotivs unter Berücksichtigung der Tatsituation den all-

gemein anerkannten Grundsätzen von Sitte und Moral zuwiderläuft und nicht we-

nigstens teilweise einem positiven oder legitimen Zweck dient (Donatsch, a.a.O., 

S. 78 mit Hinweisen; Trechsel/Fingerhuth in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013,Art. 129 

N 5). 

2.3. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB), aber dennoch handelt, weil 

er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag 

er ihm auch unerwünscht sein. Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf den 

Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrschein-

lich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftiger-

weise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 

Erw. 4.2.3 S. 4, BGE 134 IV 26 Erw 3.2.2 S. 28 f., je mit Hinweisen).  

- 36 - 

3.1. Das Beweisverfahren hat zweifelsfrei ergeben, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin durch die Strangulation mit dem Staubsaugerkabel in unmittelbare 

Lebensgefahr brachte, ihr aber keine schweren Verletzungen sondern hauptsäch-

lich lediglich vollständig abheilende Hämatome zufügte. Mithin bleibt vorliegend 

zu klären, ob das Verhalten des Beschuldigten als direkt- oder eventualvorsätzli-

che versuchte Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB oder als Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB zu 

qualifizieren ist, wobei wie dargelegt die Abgrenzung über die subjektiven Tatbe-

standsmerkmale erfolgt (Maeder, a.a.O., N 18 zu Art. 129 StGB).  

3.2. Die Vorinstanz hat insoweit zutreffend festgehalten, dass der Beschuldig-

te um die drohende unmittelbare Lebensgefahr infolge einer Strangulation und der 

dadurch bewirkten Unterbrechung der Sauerstoff- resp. Blutzufuhr, zum Gehirn 

wusste, worauf verwiesen werden kann (Urk. 123, S. 25). Zutreffend ist im weite-

ren, dass aus dem Wissen des Erfolgseintritts allein noch nicht auf dessen In-

kaufnahme und damit auf Eventualvorsatz geschlossen werden darf und noch viel 

weniger auf direkten Vorsatz. Der gutachterlichen Beurteilung sowie der Vor-

instanz folgend ist das Bestehen einer unmittelbaren Lebensgefahr im Sinne von 

Art. 129 StGB bei der Privatklägerin – verursacht durch das Würgen mit dem 

Staubsaugerkabel durch den Beschuldigten – als gegeben zu betrachten und der 

objektive Tatbestand damit erfüllt. 

Es ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte noch nie auch nur tätlich ge-

gen seine Ehefrau geworden war, und dass namentlich die wiederholte, über 

mehrere Stunden dauernde (von Beginn des Streites am Abend des 11. Septem-

ber 2012 an) und trotz mehrfacher Aufforderung hartnäckige - objektiv nicht nach-

vollziehbare - Weigerung der Privatklägerin, dem Beschuldigten seinen Ausweis 

auszuhändigen, schrittweise zur Eskalation eines anfänglich lediglich verbalen 

ehelichen Streites führte. Aus diesem Tatgeschehen aber lässt sich kein direkter 

Tötungswille des Beschuldigten ableiten, vielmehr zeigt sich auch im Umstand, 

dass sich die Situation nach der vermeintlichen bzw. der tatsächlichen Rückgabe 

des Ausweises an den Beschuldigten schlagartig beruhigte, dass es diesem ein-

zig um den Wiedererhalt seines Ausweises ging. Die Beteuerungen des Beschul-

- 37 - 

digten, er habe die Privatklägerin nie töten wollen, es sei ihm immer nur darum 

gegangen, seinen Ausweis zurückzuerhalten (Urk. 3/2, S. 5; Urk. 3/3, S. 3; 

Urk. 3/4, S. 4), sind denn auch aufgrund sämtlicher äusserer Umstände durchaus 

als glaubhaft und nicht als blosse Schutzbehauptungen einzustufen. So hielt er 

den Eintritt des Todes trotz seines Wissens nicht einmal für möglich und vertraute 

stattdessen darauf, dass sich die Lebensgefahr nicht verwirklichen würde. Dieses 

Vertrauen gründete in den konkreten Umständen, wonach ihn seine eigenen ge-

sundheitlichen Probleme massiv in seiner Gehfähigkeit, seiner Sehfähigkeit und 

seiner allgemeinen körperlichen Verfassung einschränkte und sich die Privatklä-

gerin ihrerseits allein schon aufgrund der Körpergrösse und der Kräfteverhältnisse 

zur Wehr setzen und sich letztlich auch aus der Strangulationssituation lösen 

konnte. Es ist unter Hinweis auf den Gesundheitszustand des Beschuldigten zu 

seinen Gunsten davon auszugehen, dass er nicht mit aller erdenklichen Kraft das 

Kabel zusammenzog. So schilderte die Privatklägerin denn auch glaubhaft, dass 

sie ihre Hände unter das Kabel bringen und so den Druck auf ihren Hals abdämp-

fen konnte, was kaum vorstellbar ist, wenn ein erwachsener Mann wie der Be-

schuldigte ohne gesundheitliche Einschränkung mit voller Kraft das Kabel zuzie-

hen würde. Es ist anzunehmen, dass er, wenn er denn die Privatklägerin hätte tö-

ten wollen, auf eine massivere Art und Weise zugezogen hätte, so dass daraus 

stärkere Verletzungen am Hals und Nacken sowie dem Brust-/Schulterbereich re-

sultiert hätten. Dieser Umstand und die Geringfügigkeit der Verletzungen deuten 

darauf hin, dass sich der Todeseintritt für den Beschuldigten eben nicht als derart 

wahrscheinlich aufdrängte, dass er nur schon als in Kauf genommen zu gelten 

hat. Entgegen den Ausführungen der Anklagebehörde (Urk. 228, S. 3 f.) sprechen 

die Indizien dafür, dass der Beschuldigte die Privatklägerin nicht töten wollte, so 

dass ein direkter Tötungsvorsatz zu verneinen ist. Gegen den Tötungsvorsatz 

spricht auch, dass die Privatklägerin nach dem Polizeieinsatz ohne weitere Vor-

kehrungen und trotz entsprechendem Angebot zur Hilfe (Unterbringung des Ag-

gressors an einem anderen Ort durch die Polizei) erneut an den Tatort, die eheli-

che Wohnung, zurückkehrte, um dort die restliche Nacht und den darauffolgenden 

Morgen bis zur Anzeigeerstattung um 11.30 Uhr in unmittelbarer Nähe und dem 

Zutrittsbereich des Täters zu verbringen. Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, 

- 38 - 

dass entgegen der Vorinstanz nicht erstellt ist, dass der Beschuldigte die Privat-

klägerin mit dem Tode bedrohte, so dass aus den im Ärger ausgestossenen 

Äusserungen des Beschuldigten jedenfalls im Kontext des Geschehens nicht auf 

einen Tötungsvorsatz geschlossen werden kann, was durch das Indiz bekräftigt 

wird, dass die Privatklägerin nicht die Polizei alarmierte, sondern die Betreuerin 

ihrer Kinder, was mit der Rückkehr in die eheliche Wohnung den Schluss zulässt, 

dass sie selbst nicht ernsthaft um ihr Leben fürchtete. Die Vorinstanz geht über-

dies davon aus, der Beschuldigte habe nicht von sich aus von der Privatklägerin 

abgelassen und willentlich das Würgen beendet, was ein Indiz für den Tötungs-

vorsatz darstelle (Urk. 123, S. 25). Dem ist entgegen zu halten, dass nicht erstellt 

ist, dass der Beschuldigte mit aller Kraft auf die Privatklägerin einwirkte und na-

mentlich nicht, dass er dadurch ihren Tod beabsichtigte. Der Beschuldigte bekräf-

tigte denn auch, dass er nicht vor gehabt habe, seine Frau zu verletzen oder gar 

sie umzubringen. Er habe ihr nur seine verletzten Gefühle gezeigt (Urk. 3/3, S. 4). 

Zu seinen Gunsten ist aufgrund sämtlicher Umstände und seines konstant geäus-

serten Willens, dass er nie seine Frau umbringen wollte, davon auszugehen, dass 

er die Einwirkung von sich aus abgebrochen hätte, wäre ihm der Grad der Ge-

fährdung klar gewesen und hätte sich nicht die Privatklägerin schon davor entzie-

hen können. So sagte der Beschuldigte durchaus glaubhaft und nachvollziehbar 

aus, die Privatklägerin habe sich geduckt und habe auch ausweichen können, er 

sei nicht stark genug gewesen, um sie mit dem Kabel umzubringen und er habe 

gewusst, dass er sie damit nicht töten könne, auch weil er wegen seiner schwa-

chen Beine schlecht habe stehen können (Urk. 3/3, S. 4; Prot. II S. 6). Auch die 

Aussage des Beschuldigten, wonach er keine Verletzungen an der Privatklägerin 

sah, welche aus der Staubsaugerkabel-Episode resultierten (Urk. 3/2, S. 4), sind 

als Indiz dafür zu werten, dass er trotz grundsätzlicher Kenntnis der Folgen einer 

Strangulation die Auswirkungen des Heranziehens der Privatklägerin mit dem Ka-

bel auf deren Gesundheit falsch einschätzte und angesichts sämtlicher Umstände 

darauf vertraute, dass die Privatklägerin keine gravierende Verletzungen davon-

tragen würde, und ging keinesfalls davon aus, dass sie deshalb sterben könnte. 

So war es in concreto nicht nur dem Zufall überlassen, dass sich der Erfolg nicht 

verwirklichte, sondern ist auf den schlechten Gesundheitszustand und die man-

- 39 - 

gelnde Kraft zurückzuführen, weswegen der Beschuldigte, was glaubhaft und 

nachvollziehbar erscheint, darauf vertraute, dass die Privatklägerin nicht einmal 

schwerwiegend verletzt werde. Damit ist aber gleichzeitig erstellt, dass der Be-

schuldigte die Gefahr der Tötung durch Strangulation sicher gekannt hat, aber 

trotzdem handelte, womit der Gefährdungsvorsatz im Sinne von Art. 129 StGB 

vorliegend gegeben ist.  

Indem der Beschuldigte sich dazu hinreissen liess, die Privatklägerin mittels Her-

an- und Zuziehen des Staubsaugerkabels letztlich nur zur Wiedererlangung sei-

nes Ausweises zu bringen und sie dadurch in unmittelbare Lebensgefahr zu brin-

gen, steht das Tatmittel zu dem vom Beschuldigten geltend gemachten und un-

bestrittenen Tatmotiv in keiner Relation und lässt jeglichen positiv zu wertenden 

Aspekt vermissen. Dem Beschuldigten ist zugute zu halten, dass er von der Pri-

vatklägerin provoziert wurde, wie er von Anfang an betonte (Urk. 3/1, S. 2, S. 4 f.; 

Urk. 3/2, S. 2; Urk. 3/3, S. 5). Das räumte denn auch die Privatklägerin anlässlich 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung selbst ein (Urk. 95, S. 5), nachdem sie be-

reits früher im Verfahren wiederholt beteuert hatte, dass sie damit nicht gerechnet 

habe und es auch "nicht ihr Ziel" gewesen sei, dass es soweit komme (Urk. 4/2, 

S. 11). Die konstante Weigerung der Privatklägerin, dem Beschuldigten seinen 

Ausweis zurückzugeben, ist nicht nachvollziehbar, rechtfertigt aber klarerweise 

keinesfalls eine solche lebensgefährdende Handlung, wie sie der Beschuldigte 

vornahm und muss als völlig unverhältnismässig und hemmungslos bezeichnet 

werden. Das Verhalten des Beschuldigten ist daher ohne weiteres als skrupellos 

im Sinne des Tatbestandsmerkmales der Gefährdung des Lebens zu qualifizie-

ren. 

3.3. Der Beschuldigte ist den vorstehenden Erwägungen folgend - entgegen der 

Anklage und der Vorinstanz - infolge Fehlens eines Tötungsvorsatzes der Ge-

fährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB schuldig zu sprechen. 

 

- 40 - 

V. Strafzumessung  

1. Betreffend die allgemeinen Regeln der Strafzumessung und die Bildung ei-

ner Gesamtstrafe kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (Urk. 123, S. 31 - 33). Sie hat insbesondere in Nachachtung der 

ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteil 6B_466/2013 vom 25. Juli 

2013, Erw. 2.1 und 2.3.2; mit Hinweisen, bestätigt in Urteil 6B_375/2014 vom 

28. August 2014, Erw. 2.6. a. E.) korrekterweise bei der Festsetzung der Einsatz-

strafe zunächst alle objektiven und subjektiven verschuldensrelevanten Umstände 

beachtet, in einem weiteren Schritt die übrigen Delikte beurteilt und aufgezeigt, in 

welchem Ausmass die Einsatzstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips zu 

erhöhen ist und schliesslich erst nach Festlegung der (hypothetischen) Gesamt-

strafe für sämtliche Delikte die allgemeinen Täterkomponenten berücksichtigt 

(Urk. 123, S. 34-38). 

2. Ausgangspunkt der Strafzumessung ist die vom Beschuldigten verübte Ge-

fährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB als schwerstes Delikt, womit der abs-

trakte Strafrahmen von Geldstrafe bis 5 Jahre Freiheitsstrafe reicht. Es liegen kei-

ne besonderen Umstände vor, welche eine Erweiterung des Strafrahmens recht-

fertigen würden (BGE 136 IV 55 ff.). Die Strafschärfungsgründe der mehrfachen 

Tatbegehung und der Deliktsmehrheit sowie der Strafmilderungsgrund der ver-

minderten Schuldfähigkeit sind daher bei der Verschuldensbewertung straferhö-

hend bzw. strafmindernd zu berücksichtigen.  

War der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Unrecht seiner Tat einzu-

sehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Gericht die Strafe 

(Art. 19 Abs. 2 StGB). Das Gericht ist dabei nicht an die angedrohte Mindeststrafe 

gebunden. Des Weiteren kann das Gericht auf eine andere als die angedrohte 

Strafart erkennen, ist aber an das gesetzliche Höchst- und Mindestmass der 

Strafart gebunden (Art. 48a StGB). 

3.1.  Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldig-

te die Privatklägerin immerhin während mindestens 30 Sekunden mit einem 

- 41 - 

Staubsaugerkabel strangulierte, damit auf eine sensible Körperstelle einwirkte 

und eine für die Privatklägerin lebensgefährliche Situation schuf. Da beim Stran-

gulieren die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen oder zumindest beeinträchtigt 

wird, ist die Gefahr von erheblichen Schäden als gross einzustufen, wenngleich 

die Wahrscheinlichkeit des Todeseintritts aufgrund des Verletzungsbildes der Pri-

vatklägerin im konkreten Fall noch nicht als aussergewöhnlich hoch einzustufen 

war. Bleibende Schäden oder schwere Verletzungen hat die Privatklägerin denn 

auch nicht davon getragen. Die Art und Weise des Vorgehens, der Beschuldigte 

griff die Privatklägerin spontan und ohne Vorwarnung mit dem Kabel an, zeugt 

von einer im Tatzeitpunkt offenbarten Gleichgültigkeit bezüglich der Gesundheit 

seiner eigenen Ehefrau und Mutter seiner Kinder. Dies äussert sich nicht zuletzt 

darin, dass der Beschuldigte den Würgevorgang und die Verwirklichung der Le-

bensgefahr aufgrund der Verwendung des Staubsaugerkabels als Würgewerk-

zeug nur beschränkt steuern konnte. Insgesamt ist von einem recht schweren ob-

jektiven Verschulden auszugehen, was eine hypothetische Einsatzstrafe von 4 

Jahren als angemessen erscheinen lässt.  

3.2.1. In Bezug auf die subjektive Tatschwere fällt zunächst ins Gewicht, dass 

der Beschuldigte aus einem objektiv nichtigen Beweggrund recht eigentlich aus-

rastete. Sein Ziel war einzig die Wiedererlangung seines Ausweises, was eine 

derart massive Gewaltanwendung jedenfalls nicht zu entschuldigen vermag. Zwar 

ist durchaus nachvollziehbar, dass der Beschuldigte seinen Ausweis zurückhaben 

wollte, dennoch war sein Verhalten letztlich von einem egoistischen Motiv getrie-

ben. Der Beschuldigte wollte die Weigerung seiner Frau, ihm seinen Ausweis 

wieder auszuhändigen, nicht akzeptieren und die Rückgabe erzwingen. Selbst 

wenn sich dem Gericht nicht erschliesst, was der Hintergrund dieser Weigerung 

seitens der Privatklägerin war und sie daher nicht nachvollziehbar ist, gipfelte das 

hartnäckige Bestehen auf der Rückgabe seines Ausweises mitten in der Nacht 

seitens des Beschuldigten statt in einem vernunftgemässen Gespräch in der le-

bensbedrohlichen Attacke des Beschuldigten. Dieser Umstand ist leicht verschul-

denserhöhend zu berücksichtigen. Andererseits ist dem Beschuldigten die Provo-

kation durch die Privatklägerin entlastend anzurechnen, denn jedenfalls machte 

diese keine wichtigen Gründe geltend, die ihre Weigerung zumindest verständlich 

- 42 - 

erscheinen liessen und attackierte er die Privatklägerin nicht gänzlich ohne 

Grund, was aber keinesfalls sein Verhalten entschuldigen kann. 

3.2.2. In Nachachtung des Antrages der Verteidigung und im Auftrag der er-

kennenden Kammer erstellte Prof. Dr. med. G._____, ... [Funktion] der Klinik für 

Forensische Psychiatrie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich unter 

dem Datum vom 21. August 2014 ein Gutachten zur Abklärung einer allfälligen 

psychischen Störung beim Beschuldigten bzw. zur Frage einer allfälligen Vermin-

derung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit und der allfälligen Einflüsse der 

vom Beschuldigten eingenommenen Medikamente und seiner damaligen sozialen 

Situation auf das Tatverhalten (Urk. 193). Der Gutachter stellt für den Tatzeitraum 

zwei separate Diagnosen, nämlich eine Anpassungsstörung mit gemischter Stö-

rung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10: F43.24) und eine kurzfristig vari-

ierende organische Störung mit kognitiven, affektiven und asthenischen Anteilen 

(ICD-10: F06.9) aufgrund einer körperlichen Erkrankung. Der Schweregrad des 

letztgenannten Störungsanteils wird als leicht bis allenfalls mittelschwer beurteilt 

(Urk. 193, S. 71 f.). Der Gutachter hält weiter fest, dass davon auszugehen ist, 

dass die vorgeworfenen Taten in einem Zusammenhang mit den diagnostizierten 

Störungsanteilen gestanden hätten und es ohne das Zusammentreffen der ver-

schiedenen Störungskomponenten nach fachlicher Einschätzung nicht zu den 

gewalttätigen Eskalationen gekommen wäre (Urk. 193, S. 73 f.). Der Gutachter 

kommt zum Schluss, dass die affektive Labilisierung im Vorfeld, die akut zuge-

spitzte Emotionalität und die damit verknüpfte verbale und körperliche Impulsivität 

aus forensisch-psychiatrischer Sicht die Annahme eines erheblich beeinträchtig-

ten Steuerungsvermögens rechtfertigt. Dies führe, so der Gutachter, zur Ein-

schätzung einer leicht verminderten Schuldfähigkeit (Urk. 193, S. 74). In der ab-

schliessenden Beantwortung der Frage nach einer allfälligen Verminderung der 

Schuldfähigkeit hält der Gutachter fest, die vorgenommenen Analysen sprächen 

für eine forensisch relevante Minderung der Steuerungsfähigkeit. Korrespondie-

rend hierzu werde die Schuldfähigkeit als leicht vermindert eingeschätzt (Urk. 

193, S. 77). 

- 43 - 

Die Ausführungen im Gutachten von Prof. Dr. med. G._____ sind plausibel und 

nachvollziehbar. Nicht vollständig erschliesst sich jedoch dem Gericht, weshalb 

der Gutachter trotz einer "relevanten" Minderung der Steuerungsfähigkeit, resp. 

eines "erheblich" beeinträchtigten Steuerungsvermögens die Schuldfähigkeit den-

noch nur als "leicht" vermindert einschätzt. Zugunsten des Beschuldigten ist nach 

Überzeugung der erkennenden Kammer gestützt auf die Ausführungen im Gut-

achten von einer leichten bis mittleren Verminderung der Schuldfähigkeit des Be-

schuldigten in Bezug auf die Tathandlungen auszugehen. 

Dies ist in angemessenem Ausmass zu berücksichtigen. Die vorerwähnten sub-

jektiven Faktoren führen insgesamt zu einer Reduktion des Verschuldens, womit 

dieses noch als erheblich einzustufen und die hypothetische Einsatzstrafe um ein 

Jahr auf 3 Jahre Freiheitsstrafe zu reduzieren ist.  

4. Zurecht hat die Vorinstanz festgehalten, bei der Drohung handle es sich um 

ein Begleitdelikt, welches gegenüber dem Hauptdelikt in den Hintergrund trete 

(Urk. 123, S. 35). Zu berücksichtigen ist zudem, dass es sich bei der vom Be-

schuldigten ausgesprochenen Drohung eben nicht um eine Todesdrohung han-

delte, durch die Formulierung des Beschuldigten der Privatklägerin aber auch 

nicht klar war, welches Übel ihr konkret angedroht wurde, womit sie nicht minder 

in Angst und Schrecken versetzt wurde. Entgegen den vorinstanzlichen Erwägun-

gen handelte der Beschuldigte auch nicht direkt- sondern eventualvorsätzlich, 

was sich im Übrigen entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen nicht schulder-

höhend auswirken würde, sondern verschuldensmindernd zu berücksichtigen ist. 

Insgesamt rechtfertigt es sich, das Verschulden in Bezug auf die Drohung als 

noch leicht einzustufen und die hypothetische Einsatzstrafe unter Berücksichti-

gung des Asperationsprinzips um drei Monate auf insgesamt 39 Monate zu erhö-

hen.  

5. Hinsichtlich der Täterkomponenten ist zunächst auf die vorinstanzlichen Er-

wägungen zu den persönlichen Verhältnissen, dem Vorleben und der Vorstrafen-

losigkeit des Beschuldigten zu verweisen (Urk. 123, S. 35 f.). Zu Recht erkannte 

die Vorinstanz, dass diese keinen Einfluss auf die Strafzumessung haben 

(Urk. 123, S. 36).  

- 44 - 

Ebenfalls erkannte die Vorinstanz, das teilweise Geständnis des Beschuldigten 

sei leicht strafmindernd zu berücksichtigen (Urk. 123, S. 38). Dies ist zutreffend, 

immerhin gab der Beschuldigte von Beginn weg zu, mit der Privatklägerin eine tät-

liche Auseinandersetzung gehabt und letztlich auch mit dem Staubsaugerkabel 

auf sie eingewirkt zu haben. 

Mit Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen ist beim Beschuldigten aufgrund 

seiner sehr schweren Erkrankungen, die wiederholte verschiedene stationäre Kli-

nikaufenthalte bedingen und die nicht alle adäquat im Haftregime zu behandeln 

sind, wie sich aus dem Bericht des Kantonsspitals Winterthur vom 1. Februar 

2013 und vom 1. Dezember 2014 ergibt. So ist es angesichts der sehr stark ein-

geschränkten Sehschärfe des Patienten und der neurologischen Erkrankung mit 

einer grossen Unsicherheit und Kraftlosigkeit in den Fingern sehr schwierig, die 

Bauchfelldialyse im Gefängnis selbst durchzuführen, so dass wegen der Unge-

schicklichkeit der Hände immer eine Kontaminationsgefahr bestehe, die zu einem 

Bauchfellinfekt führen könne. Ausserdem wäre aus nephorologischer Sicht eine 

intensive Physiotherapie sinnvoll, da die dialysepflichtige Niereninsuffizienz mit 

einem Muskelabbau einhergehe. Dies sei aber unter Gefängnisbedingungen illu-

sorisch, da der Patient das Fahrradergometer nur gelegentlich und nicht regel-

mässig benutzen könne (Urk. 68/2, S. 2 und Urk. 220/2, S. 2) . Es ist in Würdi-

gung dieser besonderen Umstände von einer erhöhten Strafempfindlichkeit des 

Beschuldigten auszugehen, welche eine leichte Strafreduktion rechtfertigt. Im üb-

rigen kann ergänzend auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 123, S. 37).  

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz rechtfertigen die Täterkomponenten ins-

gesamt eine Strafreduktion um 6 Monate (Urk. 123, S. 37).  

6. Der Beschuldigte ist unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips und der 

Tat- und Täterkomponenten demnach als Gesamtstrafe mit einer Freiheitstrafe 

von 33 Monaten zu bestrafen. 

 

- 45 - 

VI. Vollzug 

1. Für Freiheitsstrafen von mehr als 2 und höchstens 3 Jahren sieht das Ge-

setz den teilbedingten Vollzug vor (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB). Der 

Gesetzgeber geht davon aus, bei Freiheitsstrafen in dieser Höhe wiege das Ver-

schulden so schwer, dass trotz günstiger bzw. nicht ungünstiger Prognose ein Teil 

der Strafe zum Ausgleich des Verschuldens zu vollziehen ist (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_538/2007 vom 2. Juni 2008, E. 3.1.3; BGE 134 IV 241). Dabei darf 

der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 

Abs. 2 StGB). Zudem muss sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollzie-

hende Teil der Freiheitsstrafe mindestens 6 Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 

Satz 1 StGB). 

2. Innerhalb dieses gesetzlichen Rahmens liegt die Festsetzung im pflichtge-

mässen Ermessen des Gerichts. Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, 

dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und 

dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Je 

günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat sind, desto grös-

ser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbedingt vollziehba-

re Strafteil darf das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene 

Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 97, E. 6.3.4.3; BGE 134 IV 1, E. 5.6; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_389/2012 vom 6. November 2012 E. 7.2). 

3. Der Beschuldigte ist Ersttäter, weshalb ein Strafaufschub nach Art. 42 bzw. 

Art. 43 StGB grundsätzlich vorzunehmen ist. Der zu vollziehende Teil muss min-

destens 6 Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 StGB) und darf die Hälfte der ausge-

fällten Strafe von 33 Monaten nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 3 StGB). Es sind 

somit zwischen 6 und 16.5 Monate zu vollziehen. Unter Berücksichtigung des 

Tatvorwurfes, des erheblichen Verschuldens und der dargelegten objektiven und 

subjektiven Tatkomponenten sowie des Umstandes, dass die Legalprognose in 

Bezug auf den Beschuldigten als günstig zu beurteilen ist, ist ihm der teilbedingte 

Strafvollzug zu gewähren. Der Vollzug von 14 Monaten Freiheitsstrafe trägt den 

erwähnten Kriterien genügend Rechnung.  

- 46 - 

4. Für den bedingt aufgeschobenen Teil von 19 Monaten Freiheitsstrafe ist ei-

ne Probezeit von 2 Jahren f