# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc658adc-d5b3-5b2f-a229-0ac900e6c232
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.04.2025 D-1884/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1884-2025_2025-04-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1884/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Gerichtsschreiberin Irina Wyss. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Syrien,   

handelnd durch  

E._______,  

und durch 

D._______,  

vertreten durch Salahaddin Al Beati,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl);  

Verfügung des SEM vom 7. Februar 2025 / N (…). 

 

 

D-1884/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Schreiben vom 14. Oktober 2023 (Eingang beim SEM gemäss Stempel 

am 12. November 2024) ersuchten die minderjährigen Beschwerdeführen-

den (damals handelnd durch die Kindsmutter D._______) das SEM um 

Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft des Kindsvaters E._______ (N …).  

B.  

Am 22. November 2024 unterbreitete das SEM den Beschwerdeführenden 

einen Fragenkatalog zur persönlichen Beziehung zwischen ihnen und ih-

rem Vater. Zudem forderte es sie auf, das Gesuch von ihrem Vater unter-

zeichnen zu lassen und erkundigte sich nach den Gründen, weshalb sie 

das Gesuch erst jetzt stellen würden. Am 5. Dezember 2024 beantworteten 

die Beschwerdeführenden diese Fragen.  

C.  

Mit Verfügung vom 7. Februar 2025 (eröffnet am 15. Februar 2025) lehnte 

das SEM das Gesuch der Beschwerdeführenden um Einbezug in die 

Flüchtlingseigenschaft ihres Vaters ab. Dabei verwies es auf die Ausfüh-

rungen der Kindsmutter in ihrer Stellungnahme vom 5. Dezember 2024, 

wonach zwischen den Kindern und ihrem Vater keinerlei Kontakt bestehe, 

die Eltern geschieden seien und in getrennten Haushalten lebten. Das 

SEM folgerte gestützt auf diese Auskünfte, dass keine schützenswerte Be-

ziehung gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) vorhanden sei.  

D.  

Am 24. Februar 2025 reichten die Beschwerdeführenden, handelnd durch 

ihre Eltern D._______ und E._______, bei der Vorinstanz ein Schreiben 

mit dem Titel "Gesuch um Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft" ein.  

E.  

Das SEM übermittelte diese Eingabe am 19. März 2025 an das Bundes-

verwaltungsgericht mit der Bitte zu überprüfen, ob es sich dabei um eine 

Beschwerde handle.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. März 2025 forderte die Instruktionsrichte-

rin die Beschwerdeführenden auf, innert Frist ihren Beschwerdewillen zu 

erklären und diesfalls Beschwerdeverbesserung einzureichen.  

D-1884/2025 

Seite 3 

G.  

Mit Eingabe vom 30. März 2025 erklärten die Beschwerdeführenden ihren 

Beschwerdewillen und reichten eine Beschwerdeverbesserung ein. Darin 

beantragten sie, die Verfügung des SEM sei aufzuheben und es sei fest-

zustellen, dass sie gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG in die Flüchtlingseigen-

schaft ihres Vaters einzubeziehen seien.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie die Aussetzung allfälliger 

Rückkehrmassnahmen gemäss Art. 46 Abs. 2 AsylG sowie die beschleu-

nigte Behandlung des Gesuchs wegen Kindeswohlgefährdung.  

Der Beschwerde lagen Kopien der ausländerrechtlichen Ausweise der Be-

schwerdeführenden und ihrer Eltern sowie die Kopie einer "Mitteilung eines 

rechtskräftigen Ehescheidungsurteils" des Bezirksgerichts (…) vom 9. Ja-

nuar 2020 betreffend die Eltern der Beschwerdeführenden bei.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist – nach Einreichung der Beschwerdeverbesserung 

vom 30. März 2025 mit Rechtsbegehren und Begründung (vgl. Zwischen-

verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. März 2025; vgl. Art. 52 

Abs. 1 VwVG) – formgerecht eingereicht worden.  

1.3 Die Eingabe der Beschwerdeführenden vom 24. Februar 2025 erging 

mit der Adressierung an das SEM nach Erlass seiner materiellen Verfügung 

vom 7. Februar 2025 zwar an die für die Eingabe nicht mehr zuständige 

Behörde. Da die Eingabe aber innerhalb der 30-tägigen Beschwerdefrist 

erfolgte (vgl. Art. 108 Abs. 6 AsylG) und eine Frist auch dann als gewahrt 

gilt, sofern eine Partei rechtzeitig an eine unzuständige Behörde gelangt 

(vgl. Art. 21 Abs. 2 VwVG), gilt die Beschwerde als rechtzeitig eingereicht.  

D-1884/2025 

Seite 4 

1.4 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teil-

genommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-

miert (Art. 105 AsylG; Art. 48 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Die Beschwerdeführenden wurden im vorinstanzlichen Verfahren ledig-

lich durch ihre Mutter vertreten. Ob diese angesichts der gemeinsamen el-

terlichen Sorge (vgl. dazu "Mitteilung eines rechtskräftigen Ehescheidungs-

urteils" des Bezirksgerichts […] vom 9. Januar 2020 betreffend die Eltern 

der Beschwerdeführenden, SEM-Akte A4) ohne Zustimmung des Kindsva-

ters dazu überhaupt berechtigt war, kann angesichts dessen, dass die Be-

schwerdeführenden im vorliegenden Beschwerdeverfahren durch beide El-

ternteile vertreten werden und der Kindsvater mit der Beantragung des Ein-

bezugs in seine Flüchtlingseigenschaft daher offenbar einverstanden ist, 

offengelassen werden.  

1.6 Auf die Beschwerde ist diesen Erwägungen zufolge – mit Ausnahme 

der nachfolgenden Erwägung 4 – einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet.  

4.  

Die Beschwerdeführenden beantragen, allfällige Rückkehrmassnahmen 

seien gemäss Art. 46 Abs. 2 AsylG auszusetzen. Angesichts dessen, dass 

sich diese Bestimmung auf den Wegweisungsvollzug bezieht, die Be-

schwerdeführenden aber vorläufig aufgenommen sind und somit zurzeit 

keine Rückkehr- beziehungsweise Vollzugsmassnahmen getroffen werden 

können, ist auf diesen Antrag mangels Rechtsschutzinteresses nicht ein-

zutreten.  

D-1884/2025 

Seite 5 

5.  

Die Beschwerdeführenden beantragen ferner die beschleunigte Behand-

lung der Beschwerde wegen der Gefährdung des Kindeswohls. Inwiefern 

aber eine solche Gefährdung aus der Verfahrensdauer resultieren soll, er-

läutern die Beschwerdeführenden nicht und ist auch aus den Akten nicht 

ersichtlich (vgl. hierzu auch unten E. 6.3). Ergänzend ist festzuhalten, dass 

es sich bei den in Art. 109 AsylG statuierten gesetzlichen Verfahrensfristen 

um Ordnungsfristen handelt. Der entsprechende Antrag ist demnach abzu-

weisen.   

6.  

6.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und 

ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, 

wenn keine besonderen Umstände dagegen sprechen. Dem Einbezug in 

die Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung entgegenstehende "be-

sondere Umstände" sind praxisgemäss insbesondere anzunehmen, wenn 

das Familienleben während einer längeren Zeit nicht gelebt wurde und er-

kennbar ist, dass die Familienmitglieder nicht den Willen haben, als Familie 

zusammenzuleben (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/32 E. 5.1).  

6.2 Grundgedanke des Familienasyls gemäss Art. 51 AsylG ist es, der ge-

samten Familie eines Flüchtlings einen einheitlichen Rechtsstatus zu ge-

währleisten. Dies setzt aber ein Zusammenleben respektive eine effektiv 

gelebte Familienbeziehung des den Einbezug beantragenden Kindes mit 

dem Elternteil, dem die Flüchtlingseigenschaft originär zuerkannt wurde, 

voraus. Massgeblicher Zeitpunkt zur Feststellung, ob die Voraussetzungen 

des Familienasyls erfüllt sind, ist derjenige des Entscheids (vgl. Urteil des 

BVGer D-1119/2024 vom 26. Februar 2024 E. 4.2 m.H.). 

7.  

7.1 Dem Vater der Beschwerdeführenden, E._______, wurde gemäss dem 

Zentralen Migrationsinformationssystem ZEMIS am 5. Juni 2018 die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG zuerkannt und es wurde ihm 

Asyl gewährt. Die Beschwerdeführenden sind die minderjährigen Kinder 

von E._______, sie wurden am 2. April 2015 wegen Unzumutbarkeit vor-

läufig in der Schweiz aufgenommen. Damit erfüllen sie grundsätzlich die 

Voraussetzungen für die Zuerkennung der derivativen Flüchtlingseigen-

schaft gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG. Es bleibt zu prüfen, ob ein besonderer 

Umstand gegen den Einbezug in den ihrem Vater zuerkannten Flüchtlings-

status spricht. 

D-1884/2025 

Seite 6 

7.2 Gemäss Angaben der Kindsmutter (Stand: Dezember 2024) haben die 

Beschwerdeführenden zu ihrem Vater keine Beziehung. Der Vater habe die 

Kinder seit Jahren nicht gesehen und verweigere jeglichen Kontakt sowie 

jegliche Mitwirkung bei der Betreuung der Kinder. Er zeige keinen Willen 

oder Interesse, zu ihnen eine Beziehung aufzubauen. Die Eltern seien seit 

dem Jahr 2020 geschieden und lebten in getrennten Haushalten (vgl. SEM-

Akte A4 mit Beilagen ["Mitteilung eines rechtskräftigen Ehescheidungsur-

teils" des Bezirksgerichts (…) vom 9. Januar 2020 betreffend die Eltern der 

Beschwerdeführenden]). Das Sorgerecht obliege zwar beiden Elternteilen; 

die Kindsmutter übe aber die alleinige Obhut über die Kinder aus und be-

treue und versorge diese seit Jahren vollständig alleine.  

7.3 Aufgrund dieser Ausführungen kam das SEM zu Recht zum Schluss, 

dass keine schützenswerte Beziehung gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG zwi-

schen den Beschwerdeführenden und ihrem Vater als originär anerkannter 

Flüchtling vorhanden sei. Die im zweiten Gesuch um Einbezug in die 

Flüchtlingseigenschaft (vgl. Beilage zur Beschwerdeakte Nr. 1) vorhan-

dene Darlegung der Gründe, weshalb der Kontakt zwischen dem Kindsva-

ter und seinen Kindern abgebrochen sei, ändert nichts an der Tatsache, 

dass die Vater-Kind-Beziehung zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr gelebt 

wird. Auch die Einwände auf Beschwerdeebene führen nicht zu einer an-

deren Einschätzung, beschränken sie sich doch einerseits darauf, auf die 

bestehende landesweite Reisewarnung für Syrien hinzuweisen. Anderer-

seits verweisen die Beschwerdeführenden auf eine Kindeswohlgefähr-

dung, sollten sie nicht in die Flüchtlingseigenschaft ihres Vaters einbezo-

gen werden, und begründen dies damit, dass der Vater "Hauptbezugsper-

son für schulische Integration in der Schweiz" sei. Zudem werde durch die 

Verweigerung des Familienasyls das gemeinsame Sorgerecht ignoriert.  

Eine allfällige Kindeswohlgefährdung im Hinblick auf eine Rückkehr nach 

Syrien wäre lediglich im Rahmen einer Prüfung von Vollzugshindernissen 

zu beurteilen. Diese Prüfung ist aber nicht Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens. Inwiefern die Beurteilung des Aufenthaltsstatus' eine solche 

begründen könnte, ist hingegen nicht ersichtlich. Auch liegt im Dunkeln, 

inwiefern das gemeinsame Sorgerecht durch den Entscheid des SEM ig-

noriert worden sein soll, ist es doch der Kindsvater selbst, der seinen dar-

aus erwachsenen Pflichten offensichtlich nicht nachkommt. Des Weiteren 

ist kein Zusammenhang zwischen dem zugesprochenen gemeinsamen 

Sorgerecht und dem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft erkennbar be-

ziehungsweise erschliesst sich dem Gericht nicht, inwiefern aus dem 

D-1884/2025 

Seite 7 

gemeinsamen Sorgerecht entsprechende Rechtsansprüche im Zusam-

menhang mit dem Familienasyl abgeleitet werden könnten.  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist abzuweisen.  

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1884/2025 

Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Irina Wyss 

 

 

Versand: