# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bc7ce5e-4520-5bc8-9cf9-3d57e432b26b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 01.09.2025 VBE.2024.582
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-582_2025-09-01.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.582 / ms / hf  
Art. 110 

 

 

Urteil vom 1. September 2025 
 
 

Besetzung  Oberrichterin Fischer, Vizepräsidentin  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichterin Hausherr  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Ivo Baumann, Rechtsanwalt, Badenerstrasse 21, 

Postfach, 8021 Zürich 1    

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 12. November 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1997 geborene Beschwerdeführer meldete sich am 28. April 2021 un-

ter Hinweis auf Rücken-, Hüft- und Oberschenkelbeschwerden bei der Be-

schwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration/Ren-

te) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Beschwerde-

gegnerin tätigte daraufhin Abklärungen in erwerblicher und medizinischer 

Hinsicht, holte die Akten der Krankentaggeldversicherung (B._____ AG) 

ein, nahm Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und 

führte vom 19. September 2023 bis 14. Januar 2024 berufliche 

Eingliederungsmassnahmen in Form eines Aufbautrainings durch. Nach 

durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die Beschwerdegegnerin 

mit Verfügung vom 12. November 2024 einen Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Rente. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 12. November 2024 erhob der Beschwerdefüh-

rer mit Eingabe vom 11. Dezember 2024 fristgerecht Beschwerde und 

stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung vom 12.11.2024 sei aufzuheben. 

 2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer 
die gesetzlichen Leistungen, namentlich eine IV-Rente, auszurichten.  

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin". 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 14. Januar 2025 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 21. Januar 2025 wurde die aus 

den Akten erkennbare berufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdefüh-

rers zum Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme ein-

geräumt. Diese teilte mit Eingabe vom 5. Februar 2025 mit, dass der Be-

schwerdeführer nicht bei ihr versichert sei, weshalb sie mit instruktionsrich-

terlicher Verfügung vom 12. Februar 2025 aus dem Verfahren entlas-

sen wurde. 

 

2.4. 

Mit Eingabe vom 21. Februar 2025 reichte der Beschwerdeführer eine Stel-

lungnahme seines Hausarztes vom 22. Dezember 2024 ein. 

 

 
   

 - 3 - 

 

 

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren 

des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 12. November 2024 (Vernehm-

lassungsbeilage [VB] 121) zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 traten die Änderungen des revidierten IVG in Kraft (Wei-

terentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, 

BBI 2017 2535), dies mitsamt entsprechendem Verordnungsrecht. Ent-

sprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist bei 

einem dauerhaften Sachverhalt, der teilweise vor und teilweise nach dem 

Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung eingetreten ist, der Anspruch auf 

eine Invalidenrente für die Zeit bis Ende 2021 nach den altrechtlichen Be-

stimmungen und ab Januar 2022 nach den neuen Normen zu prüfen 

(BGE 150 V 323 E. 4 S. 327 ff.). 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht im Wesent-

lichen auf die Beurteilung ihrer RAD-Ärztin Dr. med. C._____, Fachärztin 

für Allgemeine Innere Medizin, vom 26. Juli 2024 (VB 111). Diese führte 

gestützt auf die Akten aus, dass seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 

27. Juli 2020 nach Sturz mit Synkope ein lumbales Schmerzsyndrom mit 

Tremor-ähnlichen Zuckungen bestehe, welche "attackenweise" das linke 

Bein befallen würden und für die zahlreiche somatische Untersuchungen 

keinerlei Erklärung ergeben hätten (VB 111 S. 6). Im AEH-Gutachten vom 

15. Februar 2022 (VB 110.1 S. 23 ff.) mit FOMA (funktionsorientierte 

medizinische Abklärung) und EFL (Evaluation der arbeitsbezogenen 

funktionellen Leistungsfähigkeit) sei eine Arbeitsfähigkeit in angestammter 

Tätigkeit von 20 % festgehalten worden aufgrund des deutlich zu hohen 

Unfallrisikos aufgrund des starken Zitterns im linken Bein beim Autofahren 

(Kundenbesuche). Eine Tätigkeit mit Autofahren, auch mit einem 

Automaten, sei nicht zumutbar. Hingegen sei der Beschwerdeführer in 

einer angepassten Tätigkeit als zu 100 % arbeitsfähig zu erachten. Im 

Rahmen der psychiatrisch-psychopathologisch und 

verhaltensneurologisch-leistungspsychologischen gutachterlichen 

Untersuchung der Dres. med. D._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, und E._____, Fachärztin für Neurologie, vom 11. Februar 

2022 (Bericht vom 31. März 2022; VB 110.1 S. 9 ff.) habe die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Finanzberater in 

Ausbildung sowie für jede andere bildungsangepasste Tätigkeit keine 

relevante Einschränkung des arbeitsbezogenen Funktionspotenzials 

ergeben. Aus medizinischer Sicht könne auf die vorliegenden Gutachten 

abgestellt werden. Die Beurteilung einer Arbeitsfähigkeit von 20 % 

angestammt "ab der Häufigkeit- und Intensitätssteigerung des Muskelzit-

 - 4 - 

 

 

terns des Beines links ab Ende Oktober 2021" sei plausibel und nachvoll-

ziehbar. Aufgrund des starken Zitterns im linken Bein bestehe beim Auto-

fahren (Kundenbesuche und Arbeitsweg) ein erhebliches Sicherheitsrisiko. 

Eine Tätigkeit mit Autofahren sei auch mit einem Automaten nicht zumut-

bar. Der Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätigkeit als zu 100 % 

arbeitsfähig zu erachten (VB 111 S. 7 f.). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder 

einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Voll beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.1 mit Hinweis). 

Der medizinische Sachverständige muss sich insgesamt aufgrund der vor-

handenen Unterlagen ein lückenloses Bild machen können (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

 - 5 - 

 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen unter Hinweis auf die im Be-

schwerdeverfahren eingereichte Stellungnahme seines behandelnden 

Hausarztes Dr. med. F._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

vom 22. Dezember 2024 geltend, er sei aufgrund seiner somatischen 

Einschränkungen nicht in der Lage, 100 % zu arbeiten (vgl. Beschwerde 

S. 4; Eingabe vom 21. Februar 2025). 

 

5.2. 

Mit Stellungnahme vom 22. Dezember 2024 führte Dr. med. F._____ aus, 

es handle sich um eine äusserst komplexe Situation mit multifaktoriellen 

Schmerzen und Beschwerden, deren Ursache bisher mittels diverser 

Therapien nicht nachhaltig habe beeinflusst werden können. Sie hätten alle 

ambulanten und stationären Abklärungen und Therapien durchgeführt und 

würden schlichtweg nicht weiterkommen. Das Problem des Beschwerde-

führers seien einerseits die blande Bildgebung und neurologische Abklä-

rung und andererseits die fehlende psychiatrische Diagnose. Somit sei die 

Konklusion einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

die logische Aussage für einen Versicherungsmediziner. Als Hausarzt, der 

den Beschwerdeführer intensiv begleite, wiederholt untersucht habe und 

Therapien und Rückmeldungen koordiniere, stehe er klar zur 100%igen Ar-

beitsunfähigkeit, da auch mit dem SVA-Arbeitsversuch keine Steigerbarkeit 

des Pensums habe erzielt werden können. Es sei zudem nicht ersichtlich, 

wie sich der Arbeitsmediziner eine angepasste Tätigkeit denn konkret vor-

stelle.  

 

5.3. 

Aus der Beurteilung von Dr. med. F._____ geht jedoch nicht hervor, mit 

welchen Befunden respektive anhand welcher konkreten funktionellen 

Einschränkungen dieser die von ihm festgestellte 100%ige Arbeitsunfähig-

keit begründet. Der von Dr. med. F._____ erwähnte Arbeitsversuch lässt 

sodann keine zuverlässigen Rückschlüsse bezüglich des Gesund-

heitszustandes des Beschwerdeführers bzw. dessen Arbeitsfähigkeit zu, 

weil es sich bei den diesbezüglichen Berichten (vgl. VB 91; 95; 97) nicht 

um medizinische Einschätzungen handelt und die im Rahmen eines Ar-

beitsversuchs von der versicherten Person gezeigte Leistungsfähigkeit 

nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden kann mit deren – invalidenver-

sicherungsrechtlich massgebendem – medizinisch-theoretisch bestehen-

dem Leistungsvermögen. Die von Dr. med. F._____ nicht weiter be-

gründete Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vermag daher keine Zweifel an 

der Beurteilung von RAD-Ärztin Dr. med. C._____ zu begründen. Zudem 

wurde im AEH-Gutachten vom 3. Februar 2022, auf welches RAD-Ärztin 

Dr. med. C._____ verweist (VB 111 S. 6), durchaus ein Belastungsprofil für 

eine angepasste Tätigkeit festgelegt: So sei der Beschwerdeführer für eine 

wechselbelastende (Wechselbelastung wegen des Rückens), mittelschwe-

 - 6 - 

 

 

re Tätigkeit unter Einbezug der Einschränkungen unter Punkt 3.3. des Gut-

achtens ("Vorgeneigt Stehen, Rotation im Sitzen, Knien, Hockestellung und 

wiederholte Kniebeugen sollten nur selten [d.h. max. 3 Stunden pro Tag, 

verteilt] vorkommen. Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an das Gleich-

gewicht sollten nicht vorkommen."; vgl. VB 110.1 S. 26) und mit möglichst 

kurzen Zeitspannen im öffentlichen Raum und ohne berufliches Autofah-

ren, als 100 % arbeitsfähig zu erachten (VB 110.1 S. 27). 

 

Schliesslich hielt auch Dr. med. F._____ mit Stellungnahme vom 

22. Dezember 2024 fest, dass die Ursache [der gesundheitlichen Be-

schwerden] bisher mittels diverser Therapien nicht nachhaltig habe beein-

flusst werden können. Die Bildgebung und die neurologischen Abklärungen 

seien bland gewesen und es fehle eine psychiatrische Diagnose. Soweit 

der Beschwerdeführer daher weitere Abklärungen zur Herkunft seiner Be-

schwerden fordert (vgl. Beschwerde S. 4), ist darauf hinzuweisen, dass der 

Untersuchungsgrundsatz zwar eine Beweislast im Sinne einer Beweisfüh-

rungslast der versicherten Person begriffsnotwendig ausschliesst. Bei Be-

weislosigkeit fällt der Entscheid jedoch rechtsprechungsgemäss zu Un-

gunsten jener Partei aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachver-

halt Rechte ableiten wollte (BGE 140 V 290 E. 4.1 S. 297 f.; 139 V 547 

E. 8.1 S. 563 und 117 V 261 E. 3b S. 264), da grundsätzlich von der Vali-

dität der versicherten Person auszugehen ist und diese den Nachweis der 

Einschränkung zu erbringen hat (BGE 141 V 281 E. 3.7.2., bestätigt mit 

BGE 142 V 106 E. 4.3.). Da sämtliche medizinischen Abklärungen zur 

Ätiologie der geltend gemachten Beschwerden ergebnislos blieben, hat der 

Beschwerdeführer die Folgen dieser Beweislosigkeit zu tragen und die Be-

schwerdegegnerin hat zu Recht in antizipierter Beweiswürdigung auf die 

Veranlassung weiterer Abklärungen verzichtet (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2 

S. 69; 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_280/2015 

vom 8. August 2015 E. 2.3). 

 

5.4. 

Zusammenfassend bestehen an der Beurteilung von RAD-Ärztin 

Dr. med. C._____ keine auch nur geringen Zweifel, weshalb darauf 

abzustellen ist (Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, vgl. 

BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181). Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt erweist sich vor 

diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt. Gestützt auf die Beurteilung 

von RAD-Ärztin Dr. med. C._____ ist davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Finanzplaner seit 

Ende Oktober 2021 noch zu 20 % arbeitsfähig ist. In einer angepassten 

wechselbelastenden, (höchstens) mittelschweren Tätigkeit besteht 

hingegen eine volle Arbeitsfähigkeit (VB 111 S. 6, 8). 

 

 - 7 - 

 

 

6. 

6.1. 

Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens er-

rechnete die Beschwerdegegnerin gestützt auf die LSE 2020, Tabelle TA1, 

Ziffer 66, Kompetenzniveau 1, Männer, unter Berücksichtigung der Nomi-

nallohnentwicklung von 2020 bis 2021 ein Valideneinkommen von 

Fr. 82'502.00. Bei Gegenüberstellung mit dem gestützt auf den sich aus 

der LSE 2020 ergebenden Medianlohn für Tätigkeiten des Kompetenzni-

veaus 1, Männer, Total, ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 65'322.00 

resultiere ein Invaliditätsgrad von 21 % (VB 121 S. 2). 

 

6.2. 

6.2.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, das Valideneinkommen sei nicht 

korrekt ermittelt worden. Er habe eine Ausbildung zum Finanzplaner abge-

schlossen. Der von der Beschwerdegegnerin angewendete Tabellenlohn 

bilde das Einkommen eines Finanzplaners in keiner Weise ab. Unter Hin-

weis auf die Website www.jobs.ch macht der Beschwerdeführer geltend, 

der Median liege bei einem Jahreseinkommen in Höhe von Fr. 126'000.00 

(Beschwerde S. 3). 

 

6.2.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (BGE 131 

V 51 E. 5.1.2 S. 53; 128 V 174; Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 

vom 5. September 2008 E. 6.4). Dabei wird in der Regel am zuletzt erziel-

ten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an-

gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tä-

tigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen 

von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1 

S. 300 f.; 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.; 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). 

 

Kann das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht hin-

reichend genau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne Invalidität 

nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei 

gleicher Ausbildung und entsprechenden beruflichen Verhältnissen festge-

legt (Art. 26 Abs. 4 IVV). Gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV sind die Zentralwerte 

der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik massge-

bend. Andere statistische Werte können beigezogen werden, sofern das 

Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE abgebildet ist. 

 

http://www.jobs.ch/

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6.2.3. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist seine angestammte Tä-

tigkeit als Finanzplaner in der LSE, Tabelle TA_1, unter Ziffer 66 abgebildet 

(vgl. https://www.kubb-tool.bfs.admin.ch/de/noga/2025/661900), weshalb 

sich die Anwendung der LSE-Tabellenlöhne durch die Beschwerdegegne-

rin als korrekt erweist (vgl. Art. 25 Abs. 3 IVV). Demnach ist nicht auf den 

vom Beschwerdeführer geltend gemachten Wert abzustellen. Dieser ba-

siert ohnehin lediglich auf nicht weiter verifizierbaren, anonymen Lohnan-

gaben auf einem Online-Stellenvermittlungsportal. 

 

Eventualiter beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Anwendung 

des Tabellenlohns des Kompetenzniveaus 3 (Beschwerde S. 3). Das Kom-

petenzniveau 3 umfasst komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein gros-

ses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen (vgl. zum Ganzen auch 

BGE 150 V 354 E. 6.1 S. 359 f.). Der Beschwerdeführer ist gelernter Koch 

EFZ und war in diesem Beruf bis im Jahr 2019 unregelmässig bei verschie-

denen Arbeitgebern beschäftigt, wobei er unter anderem auch mehrere Mo-

nate arbeitslos war (vgl. VB 11 S. 1 ff.; 15 S. 2). Im Zeitpunkt der Anmel-

dung zum Leistungsbezug war er noch in Ausbildung zum Finanzplaner 

(vgl. VB 1 S. 5). Die Ausbildung zum Finanzplaner hat er gemäss eigenen 

Angaben im Sommer 2023 zwar abgeschlossen (vgl. VB 55), jedoch hat er 

diesen Beruf (auch aus gesundheitlichen Gründen) ausweislich der Akten 

nie regelmässig ausgeübt. Aus den Akten ergeben sich auch keine konkre-

ten Anhaltspunkte für Weiterbildungsabsichten oder andere zusätzlichen 

Qualifikationen. Demnach rechtfertigt sich die Anwendung von Kompetenz-

niveau 3 nicht. Das von der Beschwerdegegnerin errechnete Validenein-

kommen von Fr. 82'502.00 ist somit nicht zu beanstanden. 

 

6.3. 

6.3.1. 

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, aufgrund seiner erheblichen 

Einschränkungen sei ein Abzug vom Invalideneinkommen von mindestens 

15 % vorzunehmen. Wegen der Muskelzuckungen sowie der weiteren Ein-

schränkungen sei er auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt stark benach-

teiligt (Beschwerde S. 4). 

 

6.3.2. 

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von lohnstatistischen 

Angaben ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür-

zen. Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne (in Anwendung 

des bis zum 31. Dezember 2021 in Kraft gestandenen Rechts [vgl. E. 2]) 

herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-

grad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen 

sind. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, 

 - 9 - 

 

 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Per-

son wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich be-

dingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit un-

terdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung 

der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale 

auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellen-

lohnes zu begrenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 

S. 327 f.; 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 S. 78 ff.]). 

 

6.3.3. 

Gestützt auf die Beurteilung von RAD-Ärztin Dr. med. C._____ ist davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer (höchstens) 

mittelschweren angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist (VB 111 

S. 6 ff.; vgl. auch VB 110.1 S. 27). Allein der Umstand, dass einer 

versicherten Person nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten möglich 

sind, ist kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, da der Tabellenlohn 

im hier angewandten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten 

und mittelschweren Tätigkeiten umfasst. Bei den beim Beschwerdeführer 

bestehenden weiteren Anforderungen an das Belastungsprofil (vgl. E. 5.3) 

handelt es sich nicht um Einschränkungen des Tätigkeitsprofils, welche 

einen Abzug unter dem Merkmal "leidensbedingte Einschränkung" 

rechtfertigen würden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_410/2023 vom 

5. Dezember 2023 E. 5.4.2.3 mit Hinweisen). Die weiteren Merkmale (Alter, 

Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) 

lassen vorliegend offensichtlich ebenfalls keinen Abzug zu. Folglich hat die 

Beschwerdegegnerin zu Recht keinen leidensbedingten Abzug gewährt. 

 

Die Invaliditätsbemessung durch die Beschwerdegegnerin wird im Übrigen 

vom rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer nicht gerügt und ist aus-

weislich der Akten nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin hat 

einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 12. No-

vember 2024 somit zu Recht verneint. 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

7.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

 

 - 10 - 

 

 

7.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-

zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.00 werden dem Beschwer-

deführer auferlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 1. September 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Schweizer