# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcab8ccb-d3e6-52f1-b89e-640c84a95731
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.09.2011 UV 2011/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-12_2011-09-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/12

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 31.03.2020

Entscheiddatum: 08.09.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2011
Art. 6 UVG: Verneinung einer objektivierbaren, unfallkausalen organisch-
strukturellen Gesundheitsschädigung. Bejahung einer 
schleudertraumaähnlichen Verletzung mit typischem Beschwerdebild, 
jedoch Verneinung fortdauernder natürlich-kausaler Unfallfolgen über das 
Datum der Leistungseinstellung hinaus. Vorliegen einer psychischen 
Fehlentwicklung; Adäquanzbeurteilung nach BGE 115 V 133 (Urteil des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. September 2011, UV 
2011/12). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_816/2011.

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider,

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 8. September 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war als Walzendreher bei der B.___ AG tätig und dadurch bei der Suva 

unfallversichert, als er am 2. oder 3. Januar 2008 auf einer eisigen Treppe vor seinem 

Haus stürzte und sich eine Prellung an der linken Schulter und am Kopf zuzog. Nach 

dem Sturz war der Versicherte kurze Zeit benommen, stand dann aber mit starken 

Kopfschmerzen wieder auf (UV-act. 1, 20). Die Erstbehandlung erfolgte am 6. Januar 

2008 bei seinem Hausarzt Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, der im 

Arztzeugnis vom 26. Januar 2008 als Befunde eine Druckdolenz im okzipitalen Bereich 

sowie eine eingeschränkte und dolente Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS) 

erhob. Eine MRI-Untersuchung der HWS hatte eine Diskushernie C6/7 mit minimaler 

Einengung links rezessal ergeben. Als Diagnosen hielt Dr. C.___ einen Status nach 

Sturz sowie eine Diskushernie C6/7 ohne Nervenirritation fest und bescheinigte dem 

Versicherten bis 18. Januar 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 2). Die Suva 

anerkannte ihre Leistungspflicht.

A.b   Wegen anhaltender Beschwerden, d.h. in erster Linie wegen eines Tinnitus, einer 

Lärm- und Geräuschempfindlichkeit, Ohrdruck, Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen 

und Augenflimmern, wies Dr. C.___ den Versicherten Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, für eine audio-neurootologische 

(UV-act. 4) und Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Neurologie, für eine neurologische 

Beurteilung zu (UV-act. 8).

A.c   Der Versicherte bezog wegen langdauernder Krankheit, insbesondere wegen einer 

depressiven Störung und einem chronischen Schmerzsyndrom bei bekannten 

Wirbelsäulenveränderungen, gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50% ab 

1. November 2004 eine halbe Rente der Invalidenversicherung (IV-act. 91, 98, 101). 

Laut Bericht von Dr. med. F.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 

30. März 2009 an die IV-Stelle des Kantons St. Gallen stand der Versicherte bei diesem 

seit 25. August 2004 wegen seiner psychischen Beschwerden in Behandlung. Seit dem 

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Unfall vom 6. (richtig: 2. oder 3.) Januar 2008 sei es zu einer Verschlechterung des 

gesundheitlichen Zustands gekommen (UV-act. 16). Vom 8. Juni bis 17. Juli 2009 

befand sich der Versicherte in der Klinik Teufen zur psychosomatischen Rehabilitation 

in einer ambulanten Behandlung (UV-act. 21). Am 25. August 2009 erfolgte im Auftrag 

der kantonalen IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung - psychiatrisch und 

neurologisch - durch die Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel. Das 

entsprechende Gutachten datiert vom 13. Oktober 2009 (UV-act. 33.1). Am 

17. Dezember 2009 und 12. August 2010 holte die Suva bei Kreisarzt Dr. med. G.___, 

Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, eine ärztliche 

Beurteilung zur Frage der Arbeitsunfähigkeit des Versicherten aufgrund verifizierbarer 

somatischer Beschwerden und deren natürlicher Kausalität zum Unfallereignis vom 

2. oder 3. Januar 2008 ein (UV-act. 28, 34), die dieser am 28. Dezember 2009 bzw. 

17. August 2010 abgab (UV-act. 29, 35). Gestützt auf das ABI-Gutachten hob die 

kantonale IV-Stelle mit Verfügung vom 22. März 2010 den Anspruch des Versicherten 

auf eine Rente der Invalidenversicherung ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 

31% per 30. April 2010 revisionsweise auf (UV-act. 30).

A.d   Mit Verfügung vom 13. September 2010 eröffnete die Suva dem Versicherten die 

Einstellung der Versicherungsleistungen auf den 31. August 2010. Zur Begründung 

legte sie dar, die bei ihm festgestellten organischen Beschwerden seien nicht mehr mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 6. (richtig: 

2. oder 3.) Januar 2008 zurückzuführen. Die Unfall-Adäquanz sei zu verneinen (UV-act. 

36).

B.     

Die gegen diesen Entscheid am 11. Oktober 2011 erhobene Einsprache (UV-act. 40) 

wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 7. Januar 2011 ab (UV-act. 47).

C.       

C.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 7. Januar 2011 richtet sich die Beschwerde 

des Versicherten vom 9. Februar 2011 mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die Leistungen im 

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Rahmen von 100% Arbeitsunfähigkeit auszurichten sowie die Rentenfrage und die 

Frage der Integritätsentschädigung zu prüfen. Zusammen mit der Beschwerde legte 

der Beschwerdeführer weitere Berichte von Dr. D.___ und Dr. F.___ vom 1. bzw. 

8. Februar 2011 vor.

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 21. März 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Einspracheentscheids.

C.c   Mit Replik vom 11. April 2011 hält der Beschwerdeführer an seinem Antrag fest. 

Nachdem sich daraus im Übrigen aber keine neuen Erkenntnisse ergeben haben, hat 

das Versicherungsgericht den Schriftenwechsel mit Schreiben vom 13. April 2011 

abgeschlossen.

C.d   Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften bzw. 

medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.      

Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an 

das Unfallereignis vom 2. oder 3. Januar 2008 ausgerichtet wurden, auf den 31. August 

2010 eingestellt werden durften.

2.        

2.1    Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

Bestimmung über die Leistungspflicht des Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) bzw. die diesbezügliche 

Voraussetzung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem 

Unfallereignis und dem Gesundheitsschaden zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in 

Bezug auf den massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit und 

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den Beweiswert von medizinischen Berichten. Darauf (Erwägung 1 und 2) kann 

verwiesen werden.

2.2    Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/

bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma erlitten, 

gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben 

die Abklärungen indessen das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss 

geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung 

gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen 

Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). 

Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 

festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der 

HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen 

und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis 

zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 

E. 3b). Die zu den Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte 

Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 

335, 117 V 359) ist auch auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie 

Schädel-Hirntraumata anwendbar, wenn und soweit sich deren Folgen mit jenen eines 

Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 17. August 2004, U 243/03; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; 

BGE 117 V 377 E. 3c).

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3.        

3.1    Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung erst dann gesprochen werden, wenn die 

erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden 

können (vgl. BGE 134 V 121 f. E. 9, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 [U 479/05] 

E. 5.4 S. 82 mit Hinweisen), wobei die Untersuchungsmethoden überdies 

wissenschaftlich anerkannt sein müssen (BGE 134 V 232 f. E. 5.1 mit Hinweisen). Eine 

manuelle ärztliche Untersuchung fördert klinische, nicht aber somatisch-strukturelle 

Ergebnisse zu Tage. Als solche gelten Ergebnisse, die reproduzierbar und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde 

lediglich auf die Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen 

Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht. Entsprechend können ein Thoracic 

outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde, 

Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie 

Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit für sich allein nicht als organisch hinreichend 

nachweisbare Unfallfolgen betrachtet werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen 

bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 

17. Oktober 2008, 8C_124/2008, mit zahlreichen Hinweisen sowie vom 7. Februar 2008 

U 13/07, E. 3.2 und 3.3).

3.2    Im vorliegenden Fall zeigte eine am 11. Januar 2008 durchgeführte MRI-

Untersuchung der HWS eine Dehydratation der zervikalen Bandscheiben, diskrete 

rechtslaterale Protrusionen C3/4 und C4/5 sowie eine deutlich ausgeprägte medio-

linkslaterale Protrusion C6/7 ohne Wurzel- oder Myelonkompression. Bei diesen an 

sich klaren organischen Substraten handelt es sich unbestrittenermassen um 

degenerative Vorzustände. Ebensolche weist der Beschwerdeführer an der 

Lendenwirbelsäule (LWS) auf Höhe L4/5 in Form einer Dehydratation der Bandscheibe 

mit zirkumferenzieller Protrusion und konsekutiver Einengung der Recessi laterales 

beidseits auf. Der Beschwerdeführer leidet bereits seit 2003 unter einem 

Schmerzsyndrom im Bereich der LWS und bezog unter anderem deshalb eine halbe 

Rente der Invalidenversicherung. Eine Tangierung der LWS anlässlich des 

Unfallereignisses vom 2. oder 3. Januar 2008 steht auch nicht zur Diskussion. Eine 

MRI-Untersuchung des Schädels vom 22. Januar 2008 ergab keinerlei sichtbare 

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Auffälligkeiten (UV-act. 2, 16, 21, 33.1). Auch die Durchführung eines EEG zeigte laut 

neurologischem Bericht von Dr. E.___ vom 19. November 2008 einen Normalbefund 

ohne epilepsieverdächtige Potentiale und ohne Hinweise auf ein 

Aufmerksamkeitsdefizit oder eine subkortikale Temporalhirnfunktionsstörung. Vermerkt 

ist schliesslich die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Migräne (UV-act. 8). 

Der neurologische Begutachter des ABI, Dr. med. H.___, FMH Neurologie, hielt zwar im 

polydisziplinären Gutachten vom 13. Oktober 2009 (UV-act. 33.1) aus neurologischer 

Sicht insofern eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest, als dem Beschwerdeführer 

wegen der Kopfschmerzproblematik Tätigkeiten in lauten Räumen unzumutbar seien. 

Dass diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf eine unfallbedingte organisch-

strukturelle Läsion zurückzuführen wäre, kann seinen Ausführungen jedoch nicht 

entnommen werden. Dr. H.___ erhebt mit der Kopfschmerzproblematik eine 

gesundheitliche Störung, erachtet diese jedoch als unfallfremd. Anlässlich der 

klinischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer seit dem Unfall andauernde 

konstante Nacken- und Kopfschmerzen beschrieben, die sich im Verlauf noch 

akzentuiert hätten. Wegen des Kopfwehs nehme er täglich zwischen ein bis drei 

Aspégic forte 1000 mg ein, was jeweils zu einer kurzen Linderung der Beschwerden 

führe. Abrupte Nackenbewegungen habe der Beschwerdeführer vermieden. Die aktive 

HWS-Beweglichkeit sei leicht eingeschränkt. Palpatorisch finde sich kein relevanter 

Hartspann der paravertebralen Muskulatur im zervikalen Bereich. Am zervikothorakalen 

Übergang würden Druckdolenzen angegeben. Anhaltspunkte für eine radikuläre Reiz- 

oder Ausfallssymptomatik fehlten. Die MRI-Bilder vom 11. Januar 2008 zeigten leichte 

degenerative Veränderungen, ohne Wurzelkompression oder Myelopathie. Wenn ein 

Zervikalsyndrom klinisch als Vorhandsein von Beschwerden und Befunden definiert 

werde, könne ein solches beim Beschwerdeführer zum aktuellen Zeitpunkt nicht (mehr) 

nachgewiesen werden. Deskriptiv liege ein zervikales Schmerzsyndrom vor. 

Angegebene Beschwerden und objektivierbare Befunde seien hier diskrepant, ohne 

dass Anhaltspunkte für eine Aggravation vorlägen. Es sei von einer 

Schmerzfehlverarbeitung auszugehen. Davon abzugrenzen seien die Kopfschmerzen. 

Die Angabe des Beschwerdeführers, dass es sich um eine Ausstrahlung vom Nacken 

nach oben handle, lasse zwar zervikogene Kopfschmerzen vermuten. Bei Fehlen eines 

relevant pathologischen Befundes im Bereich des Nackens könnten diese Schmerzen 

aber nicht so interpretiert werden. Phänomenologisch erfüllten sie aufgrund der 

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angegebenen starken Intensität, des pulsierenden Charakters, der einseitigen 

Betonung, der begleitenden vegetativen Zeichen sowie der Überempfindlichkeit auf 

äussere Reize die Diagnose einer Migräne ohne Aura. Die von Dr. E.___ gestellte 

Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Migräne könne also bestätigt werden, 

wobei aber die Kopfschmerzen zum aktuellen Zeitpunkt gestützt auf die IHS-

Klassifikation (IHS = International Headache Society) bei täglicher Einnahme von 

Analgetika als medikamenteninduziert, d.h. als Medikamentenübergebrauchskopfweh, 

zu klassifizieren seien. Anhaltspunkte für eine anderweitige sekundäre Kopfwehform 

(als der medikamenteninduzierten) würden sich weder klinisch noch 

kernspintomographisch ergeben. Entsprechend diagnostizierte Dr. H.___ ein 

Medikamentenübergebrauchskopfweh (ICD-10 G44.4) mit ursprünglich 

wahrscheinlicher Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0) sowie einen Status nach 

Treppensturz mit Contusio capitis und HWS-Distorsionstrauma am 6. (richtig: 2. oder 

3.) Januar 2008 (ICD-10 S13.6) bei chronischem zervikalem Schmerzsyndrom mit 

degenerativen HWS-Veränderungen (MRI). In den Diagnosen von Dr. E.___ und 

Dr. H.___ wird an sich auf ein Trauma bzw. den Treppensturz Bezug genommen, doch 

sprechen diese letztlich nicht für ein unfallkausales organisches Substrat. Der von 

Dr. E.___ verwendete Begriff "posttraumatisch" vermag juristisch gesehen nichts über 

die allfällige Unfallkausalität auszusagen (Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, S. 460 N 1205; BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb in fine), sondern 

drückt nur aus, dass die Beschwerden nach einem Unfall aufgetreten sind. Bei einem 

Syndrom handelt es sich sodann um ein sich stets mit etwa den gleichen 

Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem 

"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, 

durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Zur 

entsprechenden Diagnose führt somit eher das vom jeweiligen Patienten subjektiv 

angegebene "Symptommuster" als ein objektiv erhobener organischer Befund. Im 

Übrigen führt Dr. H.___ im Zusammenhang mit dem zervikalen Syndrom die 

degenerativen bzw. unfallfremden HWS-Veränderungen an. Auch eine 

Chronifizierungstendenz spricht nicht für ein unfallkausales organisches Substrat. Im 

Verlauf einer Chronifizierung wird das ursprünglich erlittene Verletzungsmuster für das 

Ausmass der erlebten Behinderung immer bedeutungsloser. Andere Faktoren, wie zum 

Beispiel das Individuum selber, Arbeitsumstände, das soziale Umfeld, das 

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medizinische und legale System sowie ökonomische Umstände spielen eine 

massgebende Rolle (vgl. Erich Bär/Bertrand Kiener, Medizinische Mitteilungen der 

Suva Nr. 67 vom Dezember 1994, S. 45 ff.).

3.3    Hinsichtlich des seit dem Treppensturz beklagten Tinnitus und der 

Schwindelbeschwerden stellt Dr. D.___ in seinen Berichten vom 24. April 2008 (UV-act. 

4) und 1. Februar 2011 (UV-act. 48) die Diagnosen eines Status nach Contusio capitis 

Regio nucho-occipitalis mit HWS-Abknicktrauma und Commotio labyrinthi pp links im 

Rahmen des Treppensturzes vom 6. (richtig: 2. oder 3.) Januar 2008 sowie einer 

posttraumatischen Labyrinthopathie linksbetont mit Hochtonsenke/Abfall bds pp links, 

cochleo-motorischem Tinnitus aurium utq pp links, peripher-vestibulärer 

Funktionsstörung links mit Dysfunktion entlang des vestibulo-oculären und vestibulo-

spinalen Reflexes. Er führte dazu zahlreiche Untersuchungen durch. Laut Dr. D.___ 

müssen obige Diagnosen aufgrund des Unfallhergangs mit dem Hinterkopfanschlag 

gegen den Treppenrand in Übereinstimmung mit der posttraumatisch ausgelösten 

Symptomatik angenommen werden. Die audio-neuro-otometrischen Befunde würden 

ebenfalls eindeutig für eine Labyrinthopathie links in allen drei Teilen des Innenohrs 

sprechen. - Dr. I.___ führt drei konkrete Funktionsstörungen (cochleäre 

Funktionsstörung im Hochtonbereich mit mittelgradiger C5-Senke mit Störung des 

biologischen Innenohrverstärkers, Sacculus-Läsion bzw. Funktionsstörung des 

Otolithensystems links, periphere vestibuläre Funktionsstörung links im Bereich des 

lateralen Bogengangs), jedoch keine strukturellen Läsionen an. In Bezug auf die von 

ihm durchgeführten Tests bzw. Untersuchungen fällt zudem auf, dass diese 

mehrheitlich im Normbereich liegen oder lediglich geringfügig auffällige Befunde 

ergeben haben. Damit ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, woraus sich die von 

Dr. D.___ festgestellten Funktionsstörungen letztlich ergeben. Hinzu kommt, dass der 

als mittel- bis hochgradig erhobene Schweregrad des Tinnitus unter anderem auf 

subjektiven - und damit nicht objektivierbaren - Lautangaben des Beschwerdeführers 

basiert. Solchen kann jedoch kein Beweiswert entsprechend einem ärztlich 

objektivierten Befund zukommen. Die peripher-vestibuläre Funktionsstörung links 

konnte im Übrigen von Dr. H.___ klinisch nicht nachgewiesen werden. Ihm gegenüber 

beklagte der Beschwerdeführer auch keine entsprechenden Beschwerden. Dr. E.___ 

führte sodann den Tinnitus auf die posttraumatische Migräne und nicht auf eine 

strukturelle Läsion im Bereich des Hirns oder der HWS zurück (UV-act. 8). Wie von der 

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Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 21. März 2011 festgestellt, 

werden in den Berichten von Dr. D.___ zahlreiche Fachbegriffe aneinander gereiht, die 

für den medizinischen Laien nur schwer verständlich sind, wodurch die 

Nachvollziehbarkeit seiner Berichte massiv erschwert ist. Die von ihm angenommene 

Unfallkausalität bzw. seine Feststellung organischer Unfallfolgen richtet sich 

schliesslich insbesondere nach der Formel, Gesundheitsbeeinträchtigungen müssten 

unfallbedingt sein, wenn sie vor dem Unfall keine Beschwerden verursacht hatten 

("post hoc ergo propter hoc"), die nach ständiger Rechtsprechung beweisrechtlich für 

sich allein nicht ergiebig ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007] E. 7.2.4 S. 54 mit 

Hinweisen; Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205). Zu den von Dr. D.___ festgestellten 

Befunden ist schliesslich allgemein festzuhalten, dass es sich nach der 

Rechtsprechung bei der Posturographie zwar um eine in Fachkreisen nicht 

unbestrittene, jedoch weit verbreitete und auch in Universitätskliniken schon seit 

längerer Zeit verwendete Untersuchungsmethode handelt, deren Wissenschaftlichkeit 

nach dem heutigen Stand der Medizin kaum zu bestreiten ist. Die damit zu 

gewinnenden Erkenntnisse sind indessen beschränkt. Die Posturographie liefert zwar 

zusätzliche Informationen und es lassen sich damit sonst nicht fassbare 

Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Sie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur 

Ätiologie des Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen. Auch lässt 

sich daraus nicht unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 

schliessen. Sie bildet deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei der Beurteilung 

vestibulärer Störungen (vgl. die Urteile des EVG vom 29. März 2006, U 254/04, E. 2.3.2, 

und U 197/04, E. 3.2, bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 

2009, 8C_964/2008, E. 3.2.3).

3.4    Zusammenfassend ist mithin festzustellen, dass die medizinischen Abklärungen, 

insbesondere auch diejenigen von Dr. D.___, - wie von Dr. G.___ in seiner ärztlichen 

Beurteilung vom 17. August 2010 schlüssig festgehalten - keine durch den Unfall 

bedingte, objektiv ausgewiesene organisch-strukturelle Befunde ergeben haben.

4.        

4.1    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt, dass 

bei Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare 

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pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 E. 5d/aa). Ist ein 

Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert 

und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, 

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch 

BGE 117 V 379 f. E. 3e). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteile vom 

30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06) muss bei einem 

Schleudertrauma bzw. einer äquivalenten Verletzung das typische Beschwerdebild mit 

einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb 

von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn 

sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - bei einem 

Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen - manifestieren. Die andern im 

Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise 

auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum 

manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen Kausal­

zusammenhangs auszugehen.

4.2    Dr. C.___ stellte anlässlich der Erstkonsultation vom 6. Januar 2008 die Diagnose 

eines Status nach Sturz sowie einer Diskushernie C6/7 ohne Nervenirritation und erhob 

die Befunde einer Druckdolenz im okzipitalen Bereich sowie einer eingeschränkten und 

dolenten Beweglichkeit (UV-act. 2). Dr. D.___ stellte sodann in seinem Bericht vom 

24. April 2008 die Diagnose eines Status nach Contusio capitis Regio nucho-occipitalis 

mit HWS-Abknicktrauma und einer Commotio labyrinthi pp links. Ihm gegenüber klagte 

der Beschwerdeführer über weitere schleudertraumatypische Beschwerden, wie 

Tinnitus, Lärmempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Augenflimmern (UV-act. 

4; vgl. dazu Liste in Hans Schmidt, Jürg Senn, Hrsg., Schleudertrauma - neuester 

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Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, Zürich 2004, S. 14 f.). 

Gegenüber Dr. E.___ fügte der Beschwerdeführer am 12. November 2008 ausserdem 

Merkfähigkeitsstörungen an (UV-act. 7, 8). Laut Suva-Bericht vom 26. Mai 2009 

gestaltete sich die Anfangsphase nach dem Unfall mit Kopfschmerzen und einer 

kurzzeitigen Benommenheit. Aktuell stünden Kopfbeschwerden (Schmerzen, 

eingeschränkte Beweglichkeit) und der Tinnitus im Vordergrund. (UV-act. 20). Dr. F.___ 

diagnostizierte in seinem Bericht vom 24. Juli 2009 eine mittelgradige depressive 

Störung sowie einen Status nach Unfall mit Hinterkopfverletzung sowie Abknicktrauma 

der HWS. Der Beschwerdeführer klage insbesondere über eine Angstsymptomatik, 

eine bedrückte Stimmungslage, Schlafstörungen und Kopfschmerzen (UV-act. 21). 

Laut ABI-Gutachter Dr. H.___ ist aufgrund des Unfallmechanismus sowie den 

nachfolgenden Beschwerden und Befunden einerseits von einer stattgehabten 

Contusio capitis und andererseits von einem HWS-Distorsionstrauma auszugehen (UV-

act. 33.1). - Angesichts der von den Ärzten insgesamt gestellten Diagnosen sowie des 

von Dr. H.___ angeführten Unfallmechanismus ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer anlässlich des 

Unfalls vom 2. oder 3. Januar 2008 eine Verletzung im HWS- und/oder 

Schädelhirnbereich durchgemacht hat. Die dafür typischen, - wenn auch hinsichtlich 

Latenzzeit nicht gänzlich einzuordnenden - gehäuft aufgetretenen Beschwerden sind 

mithin in einer ersten Phase überwiegend wahrscheinlich als natürlich-kausale 

Unfallfolge einer schleudertraumaähnlichen Verletzung zu betrachten. Entsprechend 

hat die Beschwerdegegnerin zunächst auch einen Leistungsanspruch des 

Beschwerdeführers anerkannt. Per 31. August 2010 stellte sie dann ihre Leistungen ein. 

Bis zu diesem Zeitpunkt waren seit dem Unfall zweieinhalb Jahre vergangen und es 

stellt sich die Frage, ob anhand der vorliegenden medizinischen Akten mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine unfallkausale gesundheitliche 

Beeinträchtigung per Einstellungsdatum zu verneinen ist.

5.        

5.1    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Weil es 

sich dabei um eine leistungsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast nicht 

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bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des EVG vom 

15. Oktober 2003, U 154/03; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45).

5.2    Hinsichtlich der Nackenbeschwerden lassen die klinischen 

Untersuchungsergebnisse von Dr. H.___ bzw. seine Ausführungen dazu im ABI-

Gutachten (vgl. Erwägung 3.2 hievor) keine über den 31. August 2010 hinaus gehende 

natürliche Unfallkausalität annehmen. In Bezug auf die Kopfschmerzen wurde im 

Übrigen in Erwägung 3.2 bereits dargelegt, dass diese ebenfalls nicht als natürlich-

kausale Folgen der am 2. oder 3. Januar 2008 erlittenen schleudertraumaähnlichen 

Verletzung mehr betrachtet werden können, sondern die medizinische Aktenlage 

einstimmig auf ein unfallfremdes Medikamentenübergebrauchskopfweh bzw. eine 

unfallfremde Migräne hinweist und hierin auch die Ursache für die von Dr. H.___ 

festgehaltene, neurologisch bedingte Arbeitsunfähigkeit liegt. Der Tinnitus ist als 

Begleiterscheinung der Migräne und damit - entgegen der Auffassung von Dr. D.___ 

(vgl. Erwägung 3.3 hievor) - ebenfalls als unfallfremd zu betrachten. Dr. H.___ erläutert 

überzeugend, dass die Fakten im konkreten Fall gegen eine relevante traumatische 

Hirnschädigung sprechen würden, so dass eine solche auch nicht in die Diagnoseliste 

übernommen worden sei. Der Beschwerdeführer sei nach dem Unfall gleichentags 

noch in der Lage gewesen, mit dem Auto aus J.___ in die Schweiz zurückzufahren. - Zu 

beachten ist hierbei die Beweismaxime, wonach die sogenannten "Aussagen der 

ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere 

Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen 

versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn ein 

Versicherter seine Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die er 

kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen nach 

Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (Alexandra Rumo-Jungo, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 21; BGE 115 V 133 mit Hinweisen). 

In diesem Sinn vermag die erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vorgebrachte 

Behauptung des Beschwerdeführers, nicht er, sondern sein Sohn habe den 

Personenwagen von J.___ in die Schweiz gelenkt, nicht zu überzeugen. - Die 

überwiegend wahrscheinliche Heilung der natürlich-kausalen Unfallfolgen findet ihre 

Bestätigung sodann insbesondere auch in den Erkenntnissen der medizinischen 

Forschung (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch 

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Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus: Grenzbereich zum "leichten" 

Schädel-Hirn-Trauma, in: SZS 1996 S. 462 ff.), wonach der typische posttraumatische 

Verlauf nach einem leichten Schädel-Hirntrauma bzw. einer Beschleunigungsverletzung 

einer Erholung innert sechs bis zwölf Wochen entspricht. Ungewöhnlich lang dauernde 

und schwere Verläufe nach Beschleunigungsverletzung würden bei Fehlen der 

klinischen Kriterien einer traumatischen Hirn- bzw. HWS-Schädigung nach einer 

Interpretation ausserhalb einer hirnorganischen Schädigung bzw. Schädigung im HWS-

Bereich rufen (S. 469 mit Hinweis und S. 463; vgl. auch Bogdan P. Radanov, Über den 

Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, 

in: SZS 1996 S. 471 ff. und S. 475). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich den 

medizinischen Akten nach dem 31. August 2010 keine konkreten Anhaltspunkte für das 

Weiterbestehen von unfallkausalen organischen Beschwerden entnehmen lassen.

6.        

6.1    Entsprechend dieser Schlussfolgerung zeigen die medizinischen Akten zur Zeit 

der Leistungseinstellung eine wesentliche psychische Komponente auf. Laut Bericht 

von Dr. F.___ vom 30. März 2009 (UV-act. 16) stand der Beschwerdeführer seit dem 

25. August 2004 und damit bereits längere Zeit vor dem streitigen Unfallereignis wegen 

eines depressiven Zustands bei ihm in psychiatrischer Behandlung und bezog unter 

anderem deshalb eine halbe Rente der Invalidenversicherung (IV-act. 91, 98, 101). Der 

Zustand sei vor dem Treppensturz längere Zeit unverändert geblieben. Nach dem 

erlebten Trauma sei der Beschwerdeführer im Affekt labil, meistens depressiv, innerlich 

angespannt und gereizt gewesen und habe unter Schlafstörungen gelitten. Durch das 

fragliche Trauma sei es mithin zu einer Verschlechterung des gesundheitlichen 

Zustands gekommen. Dr. F.___ diagnostizierte eine mittelgradige depressive Störung 

mit somatischen Symptomen (ICD-10: F 32.11; UV-act. 16). In seinem Bericht vom 

8. Februar 2011 bestätigte er die vorbestehende Depression, die durch das 

Unfallereignis eine klare, sich bis jetzt als therapieresistent erwiesene Verstärkung 

gezeigt habe. Das Leiden wirke sich stark auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers aus. Aus psychiatrischer Sicht sei er zumindest 60% arbeitsunfähig 

(UV-act. 49). Auch die Klinik Teufen schliesst sich in ihrem Bericht vom 24. Juli 2009 

der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung mit somatischem Syndrom 

(ICD-10: F 32.11) mit starker Angstkomponente an und erwähnt das Vorliegen eines 

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depressiven Vorzustands, aber auch die Zunahme der Beschwerden durch das 

fragliche Unfallereignis (UV-act. 21).

6.2    Angesichts der dargelegten medizinischen Aktenlage kann das Vorliegen einer 

natürlichen Teilkausalität zwischen Unfallereignis und psychischer Problematik nicht in 

Abrede gestellt werden. Hingegen erhellt aus dem Umstand des psychischen 

Vorzustands und dessen Verschlechterung durch den Unfall, dass die - als allfällige 

Folgen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung zu wertenden - funktionellen 

Beeinträchtigungen (Depression, Nackenschmerzen, Konzentrationsstörungen etc.) mit 

der Zeit in den Hintergrund gerieten bzw. insofern in eine sekundäre Rolle gedrängt 

wurden, als ihr Erscheinungsbild vor allem auch von den psychischen 

Belastungsfaktoren abhängig war. Unter diesen Gegebenheiten kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass die psychischen Befunde lediglich Teil des (grundsätzlich 

gleichwertigen) Gemenges physischer und psychischer Symptome bilden, wie es die 

auf ein Schleudertrauma der HWS oder schleudertraumaähnliche Unfallmechanismen 

zurückzuführenden Verletzungsbilder kennzeichnet (BGE 134 V 121 ff. E. 9). Vielmehr 

liegt ein eigenständiges psychisches Geschehen vor, das die übrigen 

Gesundheitsstörungen im gesamten Verlauf dominierte. Es ist davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer insbesondere aufgrund des psychischen Vorzustands nicht in 

der Lage war, den Unfall vom 2. oder 3. Januar 2008 in adäquater Weise zu 

verarbeiten, wodurch es zu einer erheblichen psychischen Fehlentwicklung kam. 

Hierfür kann nicht der Umstand verantwortlich gemacht werden, dass sich der 

Beschwerdeführer beim besagten Vorfall eine schleudertraumaähnliche Verletzung 

zugezogen hat. Unter diesen Umständen ist die - in casu erforderliche (vgl. Erwägung 2 

hievor) - Adäquanzprüfung nicht nach den Kriterien gemäss BGE 134 V 109, sondern 

nach der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133), mithin unter 

Ausschluss psychischer Aspekte, vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin legte im 

angefochtenen Einspracheentscheid die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens 

eines adäquat-kausalen Zusammenhangs bei psychogenen Unfallfolgen zutreffend dar 

(Erwägung 6a); darauf ist zu verweisen.

6.3    Der Beschwerdeführer schlug beim Sturz auf einer eisigen Treppe mit dem Kopf 

auf einer Treppenstufe auf, zog sich dabei aber keine ossären oder ligamentären 

Läsionen zu. Nach dem Sturz war der Beschwerdeführer für kurze Zeit benommen und 

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litt unter Kopfschmerzen. Er war indessen fähig, noch am Unfalltag mit seinem 

Personenwagen von J.___ in die Schweiz zurückzufahren. Während die 

Beschwerdegegnerin dieses Unfallereignis im angefochtenen Einspracheentscheid als 

mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifizierte, ging sie 

in der Beschwerdeantwort nur noch von einem leichten Unfall aus. Bei leichten Unfällen 

ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den nachfolgenden 

psychischen Beschwerden in der Regel ohne weiteres zu verneinen, weil auf Grund der 

allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer 

Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet 

ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 117 V 366 E. 6a mit 

Hinweise). Auch die Annahme eines mittelschweren Ereignisses im Grenzbereich zu 

den leichten Unfällen führt jedoch im konkreten Fall zu einer Verneinung der Adäquanz, 

weshalb die Frage der genauen Qualifikation offen gelassen werden kann. Von den 

weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/aa) müssten hier für eine 

Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs entweder ein einzelnes der in die 

Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise oder aber 

mehrere in gehäufter oder auffallender Weise (mindestens vier Kriterien) erfüllt sein (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009).

6.4    Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls kann konkret nicht gesprochen werden. Sodann vermag 

die Diagnose einer schleudertraumaähnlichen Verletzung die Schwere oder besondere 

Art der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen 

Schwere der für die schleudertraumaähnliche Verletzung typischen Beschwerden oder 

besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese 

können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den 

dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Solche Umstände sind hier jedoch nicht 

gegeben. Im konkreten Fall ist zu beachten, dass das vom Beschwerdeführer erlittene 

Schädel-Hirntrauma lediglich als leicht einzustufen ist. Irgendwelche äusseren 

organischen oder strukturellen Läsionen hat er sich keine zugezogen. Ebenfalls nicht 

vorhanden ist sodann eine besondere Schwere der für eine schleudertraumaähnliche 

Verletzung typischen Beschwerden. Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen 

Behandlung liegt ebenfalls nicht vor, zumal Abklärungsmassnahmen und blossen 

ärztlichen Kontrollen verbunden mit einer medikamentösen Behandlung nach der 

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höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht die Qualität einer regelmässigen, 

zielgerichteten Behandlung zukommt und sie dementsprechend bei der Prüfung dieses 

Adäquanzkriteriums nicht zu beachten sind (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 

2007, U 37/06, E. 7.3). Als bedeutsam treten in den medizinischen Akten lediglich die 

wegen der psychischen Problematik durchgeführten Therapien hervor (UV-act. 16, 21, 

49). Die psychiatrischen Behandlungen können jedoch gerade hier, wo es um die 

Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und physisch 

bedingter Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit geht, keine Berücksichtigung finden (BGE 

117 V 366 E. 6a; Urteil des EVG vom 18. September 2006, U 242/06, E. 2.3). Sollten 

also somatische Beschwerden aufgrund psychischer Probleme intensiver empfunden 

werden, so können im vorliegenden Fall dennoch nur die organisch objektivierten 

Beschwerden berücksichtigt werden. In diesem Sinn gilt es auch das Kriterium der 

körperlichen Dauerschmerzen zu verneinen. Es ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerden des Beschwerdeführers im Laufe der Zeit immer mehr eine starke 

psychische Mitbeteiligung erfahren haben und letztlich überhaupt nur noch durch die 

psychische Komponente unterhalten wurden. Eine ärztliche Fehlbehandlung, ein 

schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sind aus den Akten nicht 

ersichtlich. Der Beschwerdeführer war ab 7. Januar 2008 100% arbeitsunfähig (UV-act. 

1, 2). Laut Zwischenbericht von Dr. C.___ vom 3. Juni 2008 erfolgte ab 5. Mai 2008 die 

Wiederaufnahme der Arbeit zu 100% (UV-act. 5). Ob allenfalls zu einem früheren 

Zeitpunkt bereits eine teilweise Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt ist, geht aus den 

Akten mangels Unfallschein nicht hervor. Eine weitere 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

folgte erst rund ein Jahr später, d.h. ab 16. März 2009 (UV-act. 10, 28). Laut ABI-

Gutachten ist der Beschwerdeführer aus neurologischer Sicht insofern in seiner 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, als ihm wegen der Kopfschmerzen Tätigkeiten in lauten 

Räumen nicht zumutbar sind und er wegen des chronischen Lumbovertrebralsyndroms 

in einer angepassten Tätigkeit 20% arbeitsunfähig ist. Die Einschränkungen in der 

Arbeitsfähigkeit sind also unfallfremd. Die 20%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen 

Gründen ist nicht zu berücksichtigen (UV-act. 33.1). Angesichts der dargelegten 

Aktenlage ist damit auch das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen.

6.5    Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass keines der erforderlichen 

Adäquanzkriterien als erfüllt betrachtet werden kann, womit dem streitigen Unfall auch 

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bei dessen Einstufung als mittelschweres Unfallereignis im Grenzbereich zu den 

leichten Unfällen keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 

31. August 2010 hinaus andauernden Beschwerden zukommt. Die Einstellung der 

Leistungen auf den 31. August 2010 ist demgemäss zu Recht erfolgt.

7.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2011
	Art. 6 UVG: Verneinung einer objektivierbaren, unfallkausalen organisch-strukturellen Gesundheitsschädigung. Bejahung einer schleudertraumaähnlichen Verletzung mit typischem Beschwerdebild, jedoch Verneinung fortdauernder natürlich-kausaler Unfallfolgen über das Datum der Leistungseinstellung hinaus. Vorliegen einer psychischen Fehlentwicklung; Adäquanzbeurteilung nach BGE 115 V 133 (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. September 2011, UV 2011/12). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_816/2011.

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