# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3479b36e-a8b4-5a6b-8327-e1b8b0432be1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Morbus Crohn (remittiert), Anpassungsstörung und Schwerhörigkeit; gestützt auf asim-Gutachten als Logistiker EBA zu 70% arbeitsfähig; Festanstellung zu 50 % (nach beruflicher Eingliederung durch die IV) belegt, dass die AF ohne Lohneinbusse verwertbar; IVG < 40 %
**Docket/Reference:** IV.2018.00395
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00395.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00395
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
5.
September 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Maron
Maron
Zirngast
Rechtsanwälte
Schaffhauserstrasse
345, 8050 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1993,
wurde
infolge einer beidseitigen mittel- bis hoch
gradigen Schallleitungsschwerhörigkeit (
Urk.
7/10/5)
erstmals im Jahr 2006 von seinen Eltern zum Leistungsbezug bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
angemeldet (
Urk.
7/4). Diese leistete Kostengutsprache
für zwei Hörgeräte (
Urk.
7/18).
Im Dezember 2009
ersuchte der Vater
die
IV-Stelle,
dem Versicherten
eine
Eid
genössische Berufsattest
(
EBA
)
-Ausbildung im
Y.___
zu ermöglichen (
Urk.
7/21).
Nach Beendigung der Schule
nahm der
Versicherte
an einem Berufsintegration
s
jahr
der
Institution
Z.___
teil
,
das
er
jedoch
im April 2011 ab
brach
(
Urk.
7/66/6
-
11
).
A
ufgrund
einer
Hör- und Lernbehinderung sowie
eines
Morbus Crohn (
Urk.
7/66/1)
übernahm die IV-Stelle schliesslich
die Mehrkosten
für eine
erstmalige
berufliche
Ausbildung
des Versicherten
zum Logistiker EBA
, welche
er
(inkl. Vorbereitungszeit) vo
n
Juni 2011 bis August 2013
in der Institu
tion
A.___
und der
B.___
in
Zürich
absolvierte
(
Urk.
7/64
und
7/100
).
Die IV-Stelle sprach ihm f
ür die Dauer der Ausbildung ein Tag
geld zu (
Urk.
7/78-79 und 7/88
) und schloss n
ach
erfolgreichem
Lehrab
schluss
(
Urk.
7/114/4)
die berufliche
n Massnahmen
Ende
September 2013
ab (
Urk.
7/104).
1.2
Letztmals meldete sich der
Versichert
e im November 2013
bei der Invalidenver
sicherung
an
(
Urk.
7/107).
Mit formloser Mitteilung vom 23. September 2014 übernahm diese die Kosten der Abklärung, der Vermittlungsprämie und des Coachings
/
Bewerbungstrainings durch die Institution
C.___
(
heute
:
D.___
) während
eines
Praktikums des Versicherten als Logistiker bei der
E.___
von August 2014 bis März 2015 (
Urk.
7/115).
Praktikum und Kostengutsprache wurden
später
bis Mitte September 2015 verlängert (
Urk.
7/129).
Für die Dauer des Praktikums erbrachte die Invalidenversicherung erneut Taggeldleistungen
(
Urk.
7/11
8
, 7/126 und 7/134
-136
).
Am 1
8.
September 2015
konnte
der Versicherte
schliesslich im gleichen Betrieb
eine Festanstellung mit einem 50%-Pensum an
treten (
Urk.
7/140). Hierauf schloss
die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen
abermals
ab
und stellte die Rentenprüfung in Aussicht
(
Urk.
7/142)
.
1.3
Hernach holte sie ein
psychiatrische
s
-
gastroenterologische
s
Gutachten beim
F.___
ein. Dieses datiert
vom 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
7/163)
.
Gestützt darauf
stellte
sie
dem Versicherten mit Vorbescheid vom
1.
November 20
1
7 die Verneinung eines Rentenanspruchs
in Aussicht
(
Urk.
7/167)
. Dagegen erhob dieser Einwand (
Urk.
7/169). Am 1
4.
März 2018 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
7.
April 2018 Beschwerde (
Urk.
1). Darin beantragte er, ihm rückwirkend ab
1.
September 2015 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort
vom
8.
Juni 2018
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6
)
, was dem Versicherten am 1
1.
Juni 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versi
cherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein renten
ausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4). Die Annahme eines solchen setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen).
Zudem entschie
d das Bundesgericht
mi
t BGE 143 V 418, dass grundsätzlich sämt
liche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7;
ferner auch
BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Das für somatoforme Schmerzstö
rungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Be
weisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichti
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kom
pensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich er
reichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindika
toren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3). Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledig
ten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hänge mit dem psychischen Gesundheitszustand zusammen
, d
er Morbus Crohn
sei
zurzeit remittiert.
Da die veränderte medikamentöse Be
handlung die psychische Beeinträchtigung verbessert habe, sei nicht mit einer längerdauernden Einschränkung zu rechnen.
Die abwe
ichende Beurteilung des
gleichen Sachverhalts
durch den
Behandler
sei
unbeachtlich (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt indes dafür, seine Coaches, Betreuer und Arbeitgeber hätten ihn nie
als voll arbeitsfähig erachtet. Zuletzt sei von der
D.___
berichtet worden, dass
die Versuche, das 50%-Pensum zu steigern, regelmässig zu längerdauernden Ausfällen geführt hätten.
Gemäss Gutachten sei
er aufgrund des Morbus Crohn und der psychiatrischen Begleitsymptomatik seit dem Jahr 2010 zu 50
%
arbeitsunfähig
gewesen.
Welche Medikamentenumstellung kürz
lich zu einer Besserung geführt haben soll
e
, sei unklar. Die Darmerkrankung sei seit Juni 2011 optimal eingestellt
, die L
eistungsfähigkeit
dennoch
eingeschränkt. So befürworte auch der behandelnde Arzt einen
Eurokey
wegen teils imperativen Stuhldrangs.
Zusammenfassend habe er aufgrund der seit langem bestehenden Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf eine Teilrente ab
1.
September 2015 (
Urk.
1).
3.
3.1
Für die Feststellung
des medizinischen Sachverhalts stützte sich die Beschwerde
gegnerin
vorab
auf das
bidisziplinäre
F.___
-
Gutachten vom 1
2.
Mai 201
7.
Darin wurde einzig der Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Re
aktion (ICD-10: F.43.21) ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
beigemessen
.
Als nicht bedeutsam
wurden ein Status nach mittel
-
bis
schwergradiger
depressiver Episode
(ICD-10: F32.1/2), ein Morbus Crohn, derzeit in Remission
(ICD-10: K50.0)
,
sowie der Verdacht auf ein Rei
z
darm
-S
yndrom (ICD-10: K58.0) diagnos
tiziert
(
Urk.
11/163/5)
.
Der Beschwerdeführer
selbst gab
gegenüber den Gutach
tern an
, er habe nur noch gelegentlich Bau
ch
schmerzen, die Stuhlfrequenz habe
sich auf drei- bis viermal täglich eingespielt. Im Vordergrund stehe für ihn die Müdigkeit
,
zumal er nachts höchstens drei Stunden schlafen könne und vorwie
gend fernsehe (
Urk.
7/163/5 f.).
3.2
Die Gutachter erläuterten, a
nlässlich der
gastroenterologischen
Untersuchung sei festgestellt worden, dass der Beschwerdeführer seit Juni 2011 mit
Remicade
-In
fusionen alle vier Wochen behandelt werde, was zu einer deutlichen Besserung der gastrointestinalen Beschwerden geführt habe. Im Jahr 2010 sei versucht wor
den, die Behandlung mit
Imurek
zu pausieren, worauf es prompt zu einem Rezidiv gekommen sei. Bei der letzten Koloskopie im Mai 2015 habe man keinen wesent
lichen Befund erheben können. Auch bei der aktuellen Untersuchung müsse eine Vollremission des Morbus Crohn konstatiert werden, da sämtliche relevanten Pa
rameter im Normbereich seien. Die beklagte leichte gastrointestinale Symptoma
tik in Form einer etwas erhöhten Stuhlfrequenz könne nicht mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung objektiviert werden. Wahrscheinlich habe der Beschwerdeführer zusätzlich ein Reizdarm-Syndrom. Ein Zusammenhang der be
klagten chronischen Müdigkeit mit dem Morbus Crohn sei sehr unwahrscheinlich; dies aufgrund der langjährigen Erfahrung und auch unter Berücksichtigung der vorliegenden Laborwerte (
Urk.
7/163/6).
3.3
3.3.1
In der psychiatrischen Exploration habe der Beschwerdeführer angegeben, dass
sich
die reduzierte Belastbarkeit nach Umstellung der Medikation vor etwa
zehn
Tagen
deutlich verbessert habe. Er fühle sich nun wacher und habe mehr Energie. Dies bedeute, dass die Umstellung von
Mianserin
und
Anafranil
auf
Valdoxan
am Abend und
Vortioxetinum
morgen
s
Wirkung gezeigt habe. So seien die noch im September 2016 beschriebenen Merkmale, wie gedrückte Stimmung, Interes
sen- und Freudverlust, Verminderung des Antriebs und sozialer Rückzug, aktuell nicht mehr
eruierbar
. Man gehe davon aus, dass sich die Symptome im Rahmen der mittel- bis
schwergradig
ausgeprägten depressiven Episode durch die Neuein
stellung der antidepressiven Medikation und die Verbesserung der Grunderkran
kung (Morbus Crohn) soweit verbessert
hätten
, dass
nur noch von einer depres
siven Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung zu sprechen sei. Die Angst vor einer Verschlechterung des Morbus Crohn sei unverändert vor
ha
nden. So werde es auch im weiteren Krankheitsverlauf möglich sein, dass bei einer Ver
schlechterung des Morbus Crohn die depressive Symptomatik wieder auftrete. In den Labor-Untersuchungen sei noch nach den al
t
en Me
dikamenten gefahndet worden
und ein positiver Nachweis auf Methadon habe sich in der nach
ge
forder
ten
chromatographischen
Analyse nicht bestätigt. Man gehe von einer Kreuzre
aktion aus. Dies passe auch zum beschriebenen Alltagsverhalten des Beschwer
deführers (
Urk.
7/163/6).
3.3.2
Die Einschätzung des behandelnden Psychiaters, dass es sich um eine
infauste Prognose handle, teile man –
insbesondere unter Berücksichtigung des erfreuli
chen Behandlungsverlaufs
– nicht
.
Die depressive Symptomatik erreiche aktuell nicht den Ausprägungsgrad
, um die
Diagnose einer depressiven Episode
stellen zu können
. Ebenso schätze man die Funktionalität divergent ein. Der beschrie
bene Tagesablauf lasse nicht erkennen, dass der Beschwerdeführer bei den alltäg
lichen Lebensverrichtungen regelmässig auf die Hilfe
Dritter angewiesen wäre (
Urk.
7/163/8
f.
).
3.3.3
Zu den
Belastungsfaktoren und Ressourcen sei festzu
halten
, dass d
er Beschwer
deführer von seiner Familie unterstützt
werde bzw.
gut in die Familienstruktur eingebunden
sei
. Er sei in regelmässiger ambulanter psychiatrischer Behandlung inkl. medikamentöser Therapie, die unlängst optimiert worden sei.
Bezüglich der relevanten
Persönlichkeitsfaktoren
sei zu erwähnen
, dass beim Beschwerdeführer vor dem Hintergrund des Morbus Crohn selbstunsichere, sensible und perfektio
nistische Persönlichkeitszüge und eine durch Schlafstörungen gekennzeichnete Beeinträchtigung der Affektivität nebst leichten Konzentrations- und Gedächt
nisstörungen, Insuffizienzgefühlen, einer Störung der Vitalgefühle, Gereiztheit und
einer
erhöhten Tagesmüdigkeit z
u berücksichtigen seien. Es seien jedoch keine Normabweichungen im Denken, Fühlen, der Wahrnehmung und im Ver
halten in einem Ausmass erkennbar,
als
dass die Kriterien gemäss ICD-10 für eine Persönlichkeitsstörung erfüllt wären. Schliesslich seien die Angaben des Be
schwerdeführers soweit nachvollziehbar, wenngleich er beim
Gastroenterologen
über eine starke Tagesmüdigkeit geklagt und einen Tag später der Psychiaterin
eine Beschwerdebesserung
durch die neue Medikation berichtet habe. Der Angst-behaftete und vulnerable Umgang mit dem Morbus Crohn-Symp
t
om sei auf Basis der Persönlichkeitszüge zu interpretieren.
Ein
Anhalt für
Aggravation oder Simu
lation sei nicht ersichtlich (
Urk.
7/163/7).
3.4
Die Gutachter
schlussfolgerten
,
der Beschwerdeführer sei seit
dem Jahr 2010 auf
grund des Morbus Crohn und der (damals stärker ausgeprägten) psychiatrischen Begleitsymptomatik nachvollziehbar zu 50
%
in seiner Arbeitsfähigkeit einge
schränkt. Seit
September 2015
sei er
in einem 50
%
-Pensum als Logistiker tätig. Es sei nachvollziehbar, dass dieses bis zum Untersuchungszeitraum nicht habe gesteigert werden können. Jetzt aber sei die Medikation optimiert. Zudem habe sich der Morbus
Crohn stabilisiert. Ab
dem
Datum des Gutachtens lasse sich des
halb in der bisherigen Tätigkeit nur noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 30
%
begründen. Dies
e
gründe in der längeren depressiven Reaktion im Rah
men der
– aktuell mittelgradig ausgeprägten –
Anpassungsstörung vor dem Hin
tergrund des Morbus Crohn.
Aus
gastroenterol
o
gischer
Sicht lasse sich
derzeit
keine Einschränkung begründen. Zusammenfassend bestehe aktuell somit ein
e
Arbeitsfähigkeit von 70
%
aufgrund der psychiatrischen Symptomatik. Diese
hänge unmittelbar von der Symptomschwere des Morbus Crohn ab und sei nicht durch eine Anpassung d
es Arbeitsplatzes zu verbessern
. Möglicherweise komme es dadurch intermittierend zu Krankheitsausfällen, bei Beschwerdefreiheit hin
sichtlich der Grunderkrankung könne sich
aber
auch eine Remission der Anpas
sungsstörung
ergeben (
Urk.
7/163/8 f.).
4.
4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
4.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen um
fassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklag
ten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwen
dende Person sie prüfend nachvollziehen kann, und ob die Experten nicht aus
zuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fra
gen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich machen (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
4.3
4.3.1
Das
vorliegende
F.___
-Gutachten erfüllt die
vom Bundesgericht formulierten
be
weisrechtlichen Anforderungen. Es ist für die streitigen Belange umfassend und berücksichtigt die geklagten Beschwerden, zumal den Hörbeschwerden bereits bei der
Berufswahl
Rechnung getragen wurde und der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang selbst keine Einschränkung seiner Leistungsfähigkeit als Logis
tiker geltend machte
(vgl. E. 3.1 und
Urk.
1)
.
Die von ihm mitgeteilte Revisions-
Tympanoplastik
mit
Antroto
m
ie
am rechten Ohr Anfang 2018 führte
denn auch
lediglich zu einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit von
knapp vier Wochen
und
hat
somit
keinen
Einfluss
auf den Leistungsanspruch (
Urk.
3/4)
.
Die klini
schen
Untersuchungen der Gutachter
waren zudem ausreichend
,
nachdem weder die von ihnen erhobenen Laborwerte (
Urk.
7/163/42) noch die
Vorakten
auf eine
Verschlechterung der Darmerkr
ankung seit der letzten
Ano-Prok
to
-
und Ko
losko
pie vom 1
2.
Mai 2015 hindeutet
en
.
4.3.2
Damals wurde keine relevante Aktivität des Morbus Crohn festgestellt, allenfalls eine diskrete Inflammation in den letzten 2 cm des terminalen Ileums (
Urk.
7
/152/1)
.
Die
vom begutacht
enden
Gastr
oenterologen
nach Konsultation aktueller Laborwerte
konstatierte Vollremission des Morbus Crohn steht
folglich
im Einklang mit den
Vorakten
. D
ie von ihm attestierte volle Arbeitsfähigkeit aus
fachärztlicher
Sicht ist
damit
ohne weiteres
nachvollziehbar; anderslautende Ar
beitsfähigkeitseinschätzungen im Zusammenhang mit dem Morbus Crohn sind keine aktenkundig.
Al
lein der Umstand, dass der behandelnde Mediziner
die Be
antragung eines
Eurokey
im Hinblick auf d
as
unstrittig vorhandene Grund
leiden
unterstützt
(
Urk.
3/3)
, indiziert
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
noch
keine andauernde
relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Insbeson
dere ist damit kein regelmässiger imperativer Stuhldrang bei anhaltender Voll
remission dargetan. Der Beschwerdeführer
selbst gab
denn auch nur eine
leicht erhöhte Stuhlfrequenz mit gelegentlichen Bauchschmerzen
an
(vgl. E. 3.1)
, wel
che ihn offenbar nicht daran hindert,
sein
bisherige
s
50%-Pensum im Rahmen fixer Arbeitszeiten zu
erbringen
(
vgl.
Urk.
7/163/32
Tageslablauf;
Urk.
7/163/3
2 Selbsteinschätzung).
Schliesslich wurde i
m Gutachten zwar
auf mögliche Rezidive und Krankheitsausfälle hingewiesen
, diesen aber bei der
E
inschätzung
der Ar
beitsfähigkeit
zu Recht keine Beachtung geschenkt
.
Für regelmässige
,
durch den Morbus Crohn bedingte Krankheitsabsenzen
gibt es aufgrund des bisherigen Krankheitsverlaufs mit nur zwei Schüben
, der letzte im Jahr 2010 (
Urk.
7/152/1),
derzeit
keine
objektiven
Anhaltspunkte.
Eine Neuanmeldung im Falle einer län
gerdauernden erheblichen
gesundheitlichen
Verschlechterung
ist jederzeit
mög
lich.
4.
3
.3
Die psychiatrische Begutachtung erfolgte ebenfalls
in Kenntnis
und Auseinan
dersetzung
mit den
Vorakten
. Wie der Beschwerdeführer zutreffend geltend machte, attestiert ihm d
er behandelnde Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
Dr.
med.
G.___
, seit dem 1. Juli 2015
(
Urk.
7/137)
eine
andauernde
Arbeits
unfähigkeit von 50
%
. G
emäss Schreiben
von
Dr.
G.___
vom
2
6.
Oktober 2017, erstellt
also
einige Monate nach der Begutachtung, zeigte sich das klinische Bild unverändert (
Urk.
3/2). In den «stets nachweisbaren» Befunden im Verlaufsbericht vom 29. September 2016
(
Urk.
7
/152/7-9)
skizzierte
er
in diesem Zusammenhang eine ausgeprägte depressive Symptomatik, welche nicht nur im klaren Wider
spruch zu den Befunden der begutachtenden Fachärztin
(
Urk.
7/163/33 f.)
, son
dern auch zur
gutachterlich beim Beschwerdeführer erhobenen Sozialanamnese (
Urk.
7/163/32)
und dessen regelmässige
n
, guten Arbeitsleistung (
Urk.
7/138/2)
steht
.
So
ist davon auszugehen, dass ein
Patient
mit einer mittel- bis
gar
schwer
gradigen
depressiven Episode nur noch unter erheblichen Schwierigkeiten bzw. in sehr begrenzter Form in der Lage ist, seine sozialen, häuslichen und beruflichen Tätigkeiten fortzusetzen
(vgl.
Dilling
,
Mombour
, Schmidt [
Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien, 1
0.
Aufl. 2015, S.
173 f.)
.
Schliesslich
fällt
besonders auf,
dass
Dr.
G.___
annimmt
, der Beschwerdeführer sei im geschützten Rahmen beschäftigt
.
Dies trifft nicht zu, selbst wenn sich die Arbeitgeberin
mit
der Verlängerung des T
rainings
vor der Festanstellung
sicherlich entgegenkommend zeigte.
Z
udem
sprach
Dr.
G.___
mit keinem Wort die
vom Beschwerdeführer
geklagte
(
Urk.
7/163/29)
Aggressivität
an
.
A
m Rande sei erwähnt, dass
auch
in keinem anderen Arztbericht
auf e
ine depressive Verstimmung oder
eine
ähnliche Ver
dachtsdiagnose
hingewiesen wurde,
wie dies bei
psychische
n
Beschwerden
von beträchtlichem Ausmass
zu erwarten wäre.
Es bleibt
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
behandelnde
Arztpersonen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfas
sende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter
schiedliche Natur von Behandlung
s
-
und Begutachtungsauftrag (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum An
lass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschät
zungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende –
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie
ben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Solche
Aspekte vermochte
Dr.
G.___
nicht
aufzuzeigen
. Insbesondere wurde von der be
gutachtenden Psychiaterin
auch
die Schwerhörigkeit als Problem in der zwi
schenmenschlichen Kommunikation erkannt (
Urk.
7/163/33) und in der Gesamt
beurteilung darauf hingewiesen, dass die Unsicherheit des Beschwerdeführers möglicherweise auch damit verbunden sei (
Urk.
7/163/7).
4.4
Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Unterlagen der beruflichen Eingliede
rung beruft, ist daran zu erinnern, dass
nach der Rechtsprechung die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der ob
jektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erho
benen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten
ist
(Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November
2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis).
4.5
Wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht
, wurde im Rahmen der beruflichen Eingliederung wiederholt eine reduzierte Leistungsfähigkeit befürwortet, aller
dings keine unter 70
%
als Logistiker
.
Zunächst konnte der Beschwerdeführer d
ie Berufsausbildung vollzeitig und ohne zeitliche Verzögerung absolvieren (
Urk.
7/76/1 und 7/114/4).
Am Ende der Ausbildung wurde seine Leistungsfähig
keit vom Ausbildungsbetrieb auf 80
%
geschätzt unter Hinweis
darauf
, dass eine Steigerung des Arbeitstempos und damit
das
Erreichen einer vollen Arbeitsfähig
keit als möglich erscheine (
Urk.
7/100/8).
Im Bericht der
C.___
vom 2
4.
September 2014 findet sich der Hinweis, der Beschwerdeführer könne problemlos 10 oder 11 Stunden am Tag und dies bis zu drei Tag
e
hintereinander arbeiten. Er benötige einfach die Sicher
heit, danach einen freien Vor-
/
Nachmittag einfügen zu können, um sich zu er
holen (
Urk.
7/119/3). Dem Schlussbericht der
D.___
vom
1.
Oktober 2015
ist
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im 50%-Pensum keine kör
perl
ichen Beschwerden gehabt habe.
Er habe keine/kaum Fehltage gehabt und seine Arbeitsleistung sei mit gut bewertet worden. Habe er
jedoch
in einem 70%-Pensum gearbeitet, habe sein Körper reagiert und er sei teilweise ganze Arbeits
wochen ausgefallen.
Habe man d
as
P
ensum wieder reduziert, habe er
erneut
gute Arbeitsresultate gezeigt. Der Arbeitgeber sei über die starken Schwankungen und Fehlzeiten bei einer Mehrbelastung erstaunt, betone jedoch, dass der Beschwer
deführer, wenn er anwesend gewesen sei, immer eine gute Arbeitsleistung erzielt habe
(
Urk.
7/138/2).
Zusammenfassend
findet sich
also auch
in den
Unterlagen der beru
flichen Ein
gliederung keine Erklärung für die gezeigte
tiefe
Leistungsfähigkeit
von 50
%
. Darin wird letztlich bloss festgestellt,
dass der Beschwerdeführer bei Erhöhung des Pensums (vielfach unentschuldigt
,
Urk.
7/131/3
) nicht zur Arbeit er
schien.
Während der Arbeit beobachtete Einschränkungen wurden keine genannt.
4.6
Damit erweist sich
das Gutachten
sowohl
mit Bezug auf die
attestierte volle Ar
beitsfähigkeit aus somatischer Sicht, als auch
mit Bezug auf die aus psychiatri
scher Sicht aktuell um 30
%
eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit im erlernten Beruf als medizinisch nachvollziehbar und schlüssig begründet. Klarzustellen ist, dass
auch für die Vergangenheit k
eine längerdauernde
höhergradige
Arbeits
un
fähig
keit
als überwiegend wahrscheinlich erscheint. So konnte
d
er
Beschwerdeführer
wie erwähnt
seine vollzeitige Berufsausbildung im üblichen Zeitrahmen von zwei Jahren im Herbst 2013 abschliessen (
vgl. E. 4.5
). Ende 2014 heiratete er und wurde Vater (
Urk.
7/128). Erst Anfang 2015 begannen sich
dann
die Fehltage in seiner Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
– von bis dahin durchschnittlich einem Tag pro Woche – z
u häufen (
Urk.
7/119/3 und 7/131/2 ff.).
Schliesslich
wurde
der Beschwerdeführer
vom behandelnden Psychiater
–
bei frag
licher
Erst
konsultation
schon
Ende 2014
(
Urk.
7/163/31
) und nachdem er wiederholt
er
folglos
zur Einreichung eines Arztzeugnisses aufgefordert worden war (
Urk.
7/1
45-148
)
–
ab
1.
Juli 2015
zu 50
%
krank
geschrieben. Dieser beurteilt
e
das klinische Bild
im Oktober 2017
als seither
unverändert
(
vgl. E. 4.3.3
).
Dem
entsprechend finden sich auch keine Anhaltspunkte dafür, dass
sich
der
vom Be
schwerdeführer geschilderte
Tagesablauf
nur auf die Zeit
nach der gemäss
Gut
achten
entscheidend
en
Medikamentenumstellung
wenige Tage
zuvor bezieht
.
So
weit
daher im Gutachten ohne nähere Begründung
für die Vergangenheit eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
angenommen wird, kann dem nicht gefolgt werden.
4.7
4.7.1
Wie eingangs dargelegt, ist bei einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit infolge psy
chischer Beschwerden alsdann ein strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 durchzuführen. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist dieses auch nicht entbehrlich, wenn aus medizinischer Sicht nur eine geringfügige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, die von vornherein keinen ren
tenrelevanten Invaliditätsgrad zu begründen vermag (vgl. dazu Urteil des Bun
desgerichts 8C_309/2018 vom
2.
August 2018 E. 5.3.2).
4.7.2
Die erste Kategorie «funktioneller Schweregrad» umfasst die Komplexe «Gesund
heitsschädigung», «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» (BGE 141 V 281 E. 4.3). Zunächst ist hervorzuheben, dass die begutachtende Psychiaterin die typischen
Symptome einer depressiven Episode (vgl. dazu
Dilling
,
Mombour
, Schmidt [
Hrsg.],
a.a.O.
, S.
169) explizit verneinte und infolgedessen bloss eine depressive Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung diagnostizierte. Im Sinne einer Komorbidität wies sie zwar auf die Abhängigkeit derselben von der Grunderkran
kung Morbus Crohn hin (vgl. E. 3.3.1), die derzeit jedoch remittiert ist (vgl.
E. 4.3.1). Zudem sprach der Beschwerdeführer letztlich gut auf die psychiatrische Behandlung an (vgl. E. 3.3.1). Indessen stellte die begutachtende Psychiaterin beim Beschwerdeführer selbstunsichere, sensible und perfektionistische Persön
lichkeitszüge fest, auf die sie den ängstlichen und vulnerablen Umgang mit der Komorbidität des Morbus Crohn zurückführte. Die Persönlichkeitszüge erschwe
ren folglich den Umgang mit den gesundheitlichen Beschwerden und trugen wohl auch zum etwas verlangsamten Arbeitstempo in der Ausbildung bei (vgl. E. 4.5). Die begutachtende Psychiaterin verneinte allerdings klar das Ausmass einer Per
sönlichkeitsstörung und verzichtete selbst auf eine Z-Kodierung. Im Übrigen ist der Beschwerdeführer gut in die Familienstruktur eingebunden (vgl. E. 3.3.3), trifft sich in der Freizeit mit Freunden (
Urk.
7/163/32) und sein Verhältnis zu den Arbeitskollegen ist unbeeinträchtigt (
Urk.
7/163/29).
4.7.3
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Gesichtspunkt der «Kon
sistenz» (BGE 141 V 281 E. 4.4). An dieser Stelle ist deshalb zu betonen, dass beim Beschwerdeführer derzeit weder im Privat- (vgl.
Urk.
7/163/32) noch im Arbeits
leben (vgl. E. 4.5) grössere Einschränkungen auszumachen sind. Schliesslich be
ansprucht er zwar eine gesprächstherapeutische und psychopharmakologische Therapie, nahm diese aber erst während des laufenden invalidenversicherungs
rechtlichen Verfahrens auf, nachdem seine Arbeitgeberin wiederholt ein Arzt
zeugnis für die Absenzen verlangte hatte (vgl.
Urk.
7/131). Positiv zu vermerken ist zudem, dass er trotz der Beschwerden im ersten Arbeitsmarkt eingegliedert werden konnte (vgl.
Urk.
7/140).
4.7.4
Demnach lässt sich anhand der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 – und damit auch aus der Optik des Rechtsanwenders, der die ärztlichen Einschät
zungen und Schlussfolgerungen auf ihre sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat – eine leicht reduzierte Arbeitsfähigkeit als Lo
gistiker EBA bestätigen. Eine solche erscheint aufgrund der depressiven Reaktion auf den Morbus Crohn in Kombination mit der Persönlichkeit des Beschwerde
führers plausibel (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom
1.
Feb
ruar 2018 E. 5.3). Die konsequente Therapie deutet zudem auf einen gewissen Leidensdruck hin, doch wirken sich die psychischen Beschwerden im Alltags- und Berufsleben kaum merkbar aus.
5
.
Mit seiner
Anlehre
als
Logistiker
mit eidgenössischem Berufsattest (
Urk.
7/114/4
)
hat der Beschwerdeführer gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
zu
reichende berufliche Kenntnisse
im Sinne von
Art.
26
Abs.
1
d
er
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
erworben
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_335/2017 vom
6.
Oktober 2017 E. 6.)
.
Mit seiner nun bereits länger dauernden Festanstellung auf dem ersten Arbeits
markt hat er zudem bewiesen, dass er die erworbenen Fähigkeiten auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt auch verwerten kann.
Dabei ergeben sich
aus den Ak
ten keine Hinweise für einen
Soziallohn
oder e
ine unterdurchschnittliche
Entl
ö
h
nung
, selbst wenn die
Akten
keine Auskunft über allfällige
Lohnerhöhungen sei
t
Anstellungsbeginn
im Herbst
2015 geben (vgl.
Urk.
7/140
und 7/100/8; ferner
Jean-Marc Jung,
L
ohnbuch
Schweiz 2018
, Mindestlöhne sowie orts- und berufs
übliche Löhne
, ermittelt durch den Leistungsbereich Arbeitsbedingungen des Am
tes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich in Zusammenarbeit mit Arbeit
geber- und Arbeitnehmerverbänden, S. 292)
.
6
.
Zusammenfassend ist
für den medizinischen Sachverhalt somit auf
das
F.___
-Gut
achten abzustellen.
Zudem ist – i
nsbesondere unter Berücksichtigung
d
er aktuel
len Anstellungsbedingungen
– davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer
im zumutbaren 70%-Arbeitspensum als Logisti
k
er EBA ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen
kann
. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Be
schwerdegegnerin
mit der angefochtenen Verfügung einen Rentenanspruch
des Beschwerdeführers
verneint
e
. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert i
m Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und
aus
gangsgemäss dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jürg Maron
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrBonetti