# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d90df38b-b9cd-5fa6-a86c-7d04b65f9bf1
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-19
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 und Einschätzung 2008
**Docket/Reference:** DB.2010.255
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2010_255_vf.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2010.255 
2 ST.2010.352 

Entscheid 

19. Dezember 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter 
Alexander Widl und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2008 und Einschätzung 2008 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  die  Pflichtige)  arbeitete  im  Jahr  2008  in  unselbständiger 

Stellung  bei  verschiedenen  Arbeitgebern  als  Filmtechnikerin.  Zur  Absicherung  gegen 

Erwerbsausfall  bei  Krankheit  und  Unfall  während  längerer  Phasen  ohne  Anstellung 

schloss sie eine Krankentaggeldversicherung ab. Deren Prämien von Fr. 928.80 mach-

te sie in der Steuererklärung 2008 als Berufskosten geltend.  

Im  Einschätzungsentscheid  vom  20. April  2010  betreffend  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2008,  und  dem  gleichzeitig  erfolgten  Hinweis  über 

die  Veranlagung  der  direkte  Bundessteuer  2008,  die  formell  am  3.  Mai  2010  eröffnet 

wurde, liess das kantonale Steueramt den geltend gemachten Abzug nicht zu und ver-

anlagte  die  Pflichtige  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2008,  mit 

einem steuerbaren Einkommen von Fr. 36‘900.- und einem steuerbaren Vermögen von 

Fr. 1‘000.-.  Für  die  direkte  Bundessteuer,  Steuerperiode  2008,  wurde  das  steuerbare 

Einkommen auf Fr. 37‘600.- festgesetzt. 

B.  Dagegen  erhobene  Einsprachen  wies  das  kantonale  Steueramt  am 

28. Oktober 2010 ab. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  26.  November  2010  liess  die  Pflichtige 

der  Steuerrekurskommission  beantragen,  die  geltend  gemachte  Krankentaggeldversi-

cherungsprämie  bei  den  übrigen  Berufskosten  zu  berücksichtigen  und  dementspre-

chend das steuerbare Einkommen für die Staats- und Gemeindesteuern, Steuerperio-

de  2008,  auf  Fr. 36‘000.-  und  für  die  direkte  Bundessteuer  2008  auf  Fr. 36‘700.- 

herabzusetzen. 

In der Beschwerde- und Rekursantwort vom 17. Dezember 2010 schloss das 

kantonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Die  bisherigen  Steuerrekurskommissionen  sind  per  1.  Januar  2011  zum 

Steuerrekursgericht  mutiert  (vgl.  §§  112  -  153  des  Steuergesetzes  in  der  alten  und 

neuen  Fassung  vom  8.  Juni  1997  bzw.  13.  September  2010,  StG).  Das  vorliegende 

noch bei der Steuerrekurskommission eingegangene Geschäft ist als Folge dieser Än-

derung der 2. Abteilung des Steuerrekursgerichts zugeteilt worden und wird unter den 

Geschäftsnummern  2  DB.2010.255  (betreffend  Direkte  Bundessteuer  2008)  und 

2 ST.2010.352  (betreffend  Staats-  und  Gemeindesteuern  2008)  weitergeführt.  Da  die 

Pflichtige  die  Rechtsmittel  im  Interesse  des  Berufsverbands  D  erhob  und  eine  Frage 

von allgemeiner Bedeutung zu entscheiden ist, wurde die Sache einer Dreierbesetzung 

zum Entscheid unterbreitet (§ 114 Abs. 3 StG).  

2. a) Gemäss Art. 25 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 

14. Dezember 1990 (DBG) und § 25 StG werden zur Ermittlung des Reineinkommens 

die  gesamten  steuerbaren  Einkünfte  um  die  zu  ihrer  Erzielung  notwendigen  Aufwen-

dungen  und  die  allgemeinen  Abzüge  vermindert.  Dazu  gehören  bei  unselbständiger 

Erwerbstätigkeit  die  Berufskosten  (Art.  26  DBG;  §  26  StG)  und  bei  selbständiger  Er-

werbstätigkeit  die  geschäfts-  oder  berufsmässig  begründeten  Kosten  (Art.  27  Abs.  1 

DBG; § 27 Abs. 1 StG). 

b)  Da  die  Prämien  für  die  freiwillige  Krankentaggeldversicherung  bei  unselb-

ständig  erwerbenden  Personen  aufgrund  eines  Entscheids  des  Bundesgerichts  vom 

12.  Dezember  2008  (2C_681/2008,  www.bger.ch)  keine  Berufskosten  sind,  sondern 

nur im Rahmen des – hier bereits ausgeschöpften – allgemeinen Versicherungsabzugs 

abzugsfähig sind, ist zu prüfen, ob die Pflichtige in der Steuerperiode 2008 eine selb-

ständige Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 18 DBG resp. § 18 StG ausübte. Denn nur 

dann  können  die  streitbetroffenen  Prämien  als  geschäftsmässig  begründete  Kosten 

abgezogen werden. Das Bundesgericht hielt die Abzugsfähigkeit der Prämien bei selb-

ständig  erwerbenden  Personen  deshalb  für  gerechtfertigt,  weil  die  Versicherungsleis-

tung  der  Aufrechterhaltung  des  Betriebs  diene. Dabei  hielt  es  fest,  dass  die Situation 

eines Arbeitnehmers mit derjenigen eines Arbeitgebers nicht ohne Weiteres vergleich-

bar  sei.  Folgedessen  könne  eine  unselbständig  erwerbende  Person  hinsichtlich  der 

Abzugsfähigkeit  der  streitbetroffenen  Versicherungsprämien  keinen  Anspruch  auf 

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Gleichbehandlung  ableiten.  Somit  steht  aufgrund  der  bundesgerichtlichen  Rechtspre-

chung fest, dass eine unselbständig erwerbstätige Person die Prämien für eine freiwil-

lig  abgeschlossene  Krankentaggeldversicherung  unter  keinem  Rechtstitel  als  berufli-

che Gewinnungskosten abziehen kann.  

3.  a)  Die  selbständige  Erwerbstätigkeit  ist  dadurch  gekennzeichnet,  dass  ihr 

Träger durch Einsatz von Arbeitsleistung und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisa-

tion  nach  aussen  sichtbar  zum  Zweck  der  Gewinnerzielung  am  wirtschaftlichen  Ver-

kehr  teilnimmt.  Um  steuerlich als  haupt-  oder  nebenberuflich Selbständigerwerbender 

zu  gelten,  muss  der  Steuerpflichtige  seine  ausserhalb  eines  privat-  oder  öffentlich 

rechtlichen  Arbeitsverhältnisses  stehende,  wirtschaftlich  erhebliche  Leistung  nament-

lich  fortdauernd,  planmässig,  nach  aussen  sichtbar  und  auf  Erzielung  eines  Gewinns 

ausgerichtet  entfalten  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG, 

2. A., 2009, Art. 18 N 6 DBG, und Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuerge-

setz, 2. A., 2006, § 18 N 8 StG; StRK I, 18. März 1993 = StE 1995 B 23.1 Nr. 30 mit 

Verweisungen,  auch  zum  Folgenden;  vgl.  auch  Markus  Reich,  Der  Begriff  der  selb-

ständigen Erwerbstätigkeit im DBG, in: Problèmes actuels de droit fiscal [FS Oberson], 

1995,  S.  124).  Mit  dieser  Umschreibung  wird  die  selbständige  Erwerbstätigkeit  abge-

grenzt  einerseits  von  der  unselbständigen  Erwerbstätigkeit  gemäss  Art.  17  DBG  und 

§ 17 StG und von der gelegentlichen nebenberuflichen Beschäftigung auf nichtarbeits-

vertraglicher Grundlage sowie andrerseits von jeder Tätigkeit, die in die private Sphäre 

fällt.  

Ob  selbständige  oder  unselbständige  Erwerbstätigkeit  vorliegt,  ist  wegen  der 

Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte nach den gesamten 

Umständen des Einzelfalles zu beurteilen. Die Bezeichnung in einem Vertrag  und die 

AHV-rechtliche Qualifikation, die um der Einheit und Widerspruchslosigkeit der gesam-

ten  Rechtsordnung  willen  mit  der  steuerrechtlichen  Einstufung  übereinstimmen  sollte, 

liefern  zwar  gewisse  Anhaltspunkte  für  die  steuerrechtliche  Beurteilung.  Doch  kommt 

diesen Merkmalen keine ausschlaggebende Bedeutung zu. Massgebend sind vielmehr 

die  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  (BGE  129  III  664  E.3.1;  BGr,  26.  April  2011, 

9C_132/2011,  www.bger.ch).  Die  einzelnen  Begriffsmerkmale  dürfen  dabei  nicht  iso-

liert  betrachtet  werden.  Sie  können  nämlich  in  unterschiedlicher  Intensität  auftreten. 

Deshalb  kann  eine  selbständige  Erwerbstätigkeit  im  Einzelfall  auch  dann  vorliegen, 

wenn einzelne Merkmale (z.B. der selbständige Marktauftritt nach aussen), die für eine 

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selbständige  Erwerbstätigkeit  charakteristisch  sind,  fehlen.  Wo  bei  der  Gesamtwürdi-

gung Merkmale beider Erwerbsarten zutage treten, muss sich der Entscheid oft danach 

richten,  welche  dieser  Merkmale  im  konkreten  Fall  überwiegen  (BGr,  17.  September 

2009, 2C_271/2009, StR 2010, 314). 

b) Wie sich aus dem Einschätzungsvorschlag vom 3. Juni 2010 und den dar-

auf Bezug nehmenden Einschätzungsentscheiden ergibt, hat die Vorinstanz eine selb-

ständige Erwerbstätigkeit verneint, da die Pflichtige im vorliegenden Fall keine erhebli-

chen  Investitionen  getätigt  und  keine  eigenen  Geschäftsräumlichkeiten  benützt  habe. 

Ferner habe das Unternehmerrisiko (Verlustrisiko) gefehlt. Schliesslich seien die Sozi-

alleistungen durch die verschiedenen Arbeitgeber abgerechnet worden und liege keine 

Buchführungspflicht vor.  

c)  Die  Pflichtige  wendet  sich  nicht  in  grundsätzlicher  Hinsicht  gegen  diese 

Feststellungen.  Das  heisst,  sie  strebt  mit  ihren  Rechtsmitteln  nicht  direkt  den  Status 

einer selbständig erwerbenden Person mit entsprechenden sozialversicherungsrechtli-

chen  Konsequenzen  an.  Dazu  gehört,  dass  Selbständigerwerbende  keine  Arbeitslo-

senversicherungs-Beiträge leisten, was allmählich dazu führt, dass mangels der erfor-

derlichen  Beitragszeit  kein  Anspruch  mehr  auf  Arbeitslosenentschädigung  besteht 

(Art. 2  Abs. 1  und  Art.  8  Abs. 1  lit. e  des  Bundesgesetzes  über  die  obligatorische  Ar-

beitslosenversicherung  und  die  Insolvenzentschädigung  [AIVG]).  Die  Pflichtige  be-

zweckt  mit  ihren  Rechtsmitteln  vielmehr  die  Gleichbehandlung  von  Selbständigerwer-

benden  und  Unselbständigerwerbenden  hinsichtlich  der  Abzugsfähigkeit  der 

Krankentaggeldversicherungsprämien. Nach ihrer Auffassung ist die Tätigkeit des Film-

technikers  (…)  wirtschaftlich  viel  näher  beim  Selbständigerwerbenden  als  beim  Un-

selbständigerwerbenden  und  Arbeitslosen  anzusiedeln.  Im  Unterschied  zu  den  ge-

wöhnlichen  Arbeitslosen  gehöre  die  kurzfristige  und  regelmässig  wiederkehrende 

Arbeitslosigkeit zur Natur der Tätigkeit eines Filmtechnikers. Denn sie leisteten teilwei-

se  eine  grosse  Anzahl  verschiedener  kurzer  Einsätze  pro  Jahr,  und  dies  bei  unter-

schiedlichen  Filmprojekten.  Die  Einsätze  und  deren  Entlöhnung  erfolgten  tageweise. 

Dazwischenliegende Perioden seien unbezahlt. Die auf den Lohnausweisen aufgeführ-

te Dauer der Erwerbstätigkeit sei oft irreführend, da die Dauer des gesamten Projekts 

aufgeführt  werde,  während  tatsächlich  unter  Umständen  lediglich  fünf  Tageseinsätze 

geleistet  worden  seien.  In  den  unbezahlten  Perioden  müsse  der  Filmtechniker  neue 

Aufträge suchen und Vorbereitungsarbeiten leisten. Wie beim Selbständigerwerbenden 

müsse  der  Filmtechniker  jedes  einzelne  Projekt  selber  akquirieren.  Das  wichtigste 

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Merkmal  der  selbständigen Erwerbstätigkeit  sei  bei  allen  Filmtechnikern die  selbstän-

dige Beschaffung von Aufträgen. Ohne diese Tätigkeit entfalle die wirtschaftliche Exis-

tenz  vollständig.  Alle  weiteren  Merkmale  der  selbständigen  Erwerbstätigkeit  seien 

daneben nicht mehr relevant. Der einzige Unterschied zu den Selbständigerwerbenden 

sei  ihre  sozialversicherungsrechtliche  Qualifikation  als  Unselbständigerwerbstätige. 

Ansonsten  träfen  viele  Merkmale  sowohl  auf  selbständig  als  auch  auf  unselbständig 

registrierte Filmtechniker gleichermassen zu. Der Arbeitgeber stelle den Filmtechnikern 

keinen Arbeitsplatz zur Verfügung. Zwischen den einzelnen Engagements seien  Film-

techniker nicht gegen Erwerbsausfall wegen Krankheit und Unfall versichert. Filmtech-

niker  seien  Kleinstunternehmen  mit  eigener  Infrastruktur  sowie  festen  und  variablen 

Kosten.  

d)  Soweit  die  Pflichtige  damit  zum  Ausdruck  bringen  will,  dass  sie  bei  wirt-

schaftlicher  Betrachtungsweise  eine  selbständige  Erwerbstätigkeit  ausübe,  kann  ihr 

nicht  gefolgt  werden.  Denn  nach  der  Lehre  handelt  der  Selbständigerwerbende  auf 

eigene  Rechnung  und  Gefahr,  wogegen  der  Unselbständigerwerbende  nicht  sich 

selbst,  sondern seinen Arbeitgeber  verpflichtet. Die  Tragung  des  Verlustrisikos  ist  ein 

zentrales  Abgrenzungskriterium  der  selbständigen  Erwerbstätigkeit.  Die  Entlöhnung 

von  Unselbständigerwerbenden  ist  zwar  zuweilen  auch  erfolgsabhängig  ausgestaltet, 

Arbeitnehmer  partizipieren  jedoch  nicht  am  Verlust  des  Arbeitgebers.  Sodann  organi-

siert  und  gestaltet  der  Selbständigerwerbende  seine  Aktivitäten  weitgehend  selber.  

Er zeichnet sich dadurch aus, dass er in der Gestaltung der innerbetrieblichen Abläufe, 

der  Auswahl  der  Mitarbeiter  sowie  in  der  Pflege  der  Geschäftsbeziehungen  mit  

Dritten  grundsätzlich  unabhängig  ist  und  über  seine  Zeit  beliebig  verfügen  kann.  

Die Bindung an Weisungen Dritter ist nur in beschränktem Umfang mit einer selbstän-

digen  Erwerbstätigkeit  vereinbar  (Markus  Reich,  Steuerrecht,  2009,  S.  334;  vgl.  auch 

Duss/Greter/von Ah, Die Besteuerung Selbständigerwerbender, 2004, S. 4).  Hinweise 

darauf, ob eine selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, lassen sich 

zudem  der  zivilrechtlichen  Qualifikation  des  zugrundeliegenden  Vertragsverhältnisses 

(Abgrenzung Arbeitsvertrag/Auftrag: Art. 319 ff. bzw. 394 ff. OR) und bis zu einem ge-

wissen  Grad  auch  der  sozialversicherungsrechtlichen  Zuordnung  entnehmen.  Ent-

scheidend  ist  jedenfalls  das  Mass  der  persönlichen  und  wirtschaftlichen  Selbständig-

keit,  das  dem  Erwerbstätigen  in  der  Erfüllung  seiner  Aufgabe  zukommt  (vgl.  Locher, 

Einführung in das interkantonale Steuerrecht, 3. A., 2009, S. 61 f.). Der Bundesrat hat 

sich in seinem Bericht über eine einheitliche und kohärente Behandlung von selbstän-

diger bzw. unselbständiger Erwerbstätigkeit im Steuer- und im Sozialversicherungsab-

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gaberecht vom 14. November 2001 zu den Abgrenzungskriterien geäussert (BBl 2002, 

1126 ff.,  1141 f.,  auch  zum  Folgenden).  Danach  deuten  die  folgenden  Umstände  auf 

Arbeitnehmende  hin:  keine  oder  nur  sehr  geringe  Investitionen;  keine  eigenen  Ge-

schäftsräumlichkeiten;  nur  persönliche  Leistungspflicht;  kein  Unternehmerrisiko;  Tra-

gen der Verantwortung nach aussen durch den Arbeitgeber; Arbeit praktisch für einen 

einzigen Arbeitgeber. Auf die Arbeitgebendenseite weisen dagegen die nachstehenden 

Punkte hin:  Vornahme erheblicher  Investitionen; eigene Geschäftsräumlichkeiten;  Be-

schäftigung  von  eigenem  Personal,  Unternehmerrisiko  (z.B.  Fehlkalkulation);  Tragen 

der  vollen  Verantwortung  gegen  aussen;  verschiedene  und  wechselnde  Auftraggeber 

je nach konkreter Auftragslage. 

e) Im Licht dieser Kriterien ist die von der Pflichtigen ausgeübte Tätigkeit als 

Filmtechnikerin  (…)  bei  verschiedenen  Arbeitgebern  im  überwiegenden  Ausmass  als 

unselbständige  Erwerbstätigkeit  zu  qualifizieren.  Denn  wie  das  kantonale  Steueramt 

zutreffend erwog, musste sie für die Ausübung ihres Berufs keine bedeutenden Investi-

tionen  vornehmen.  Sie  verfügt  weder  über  eigene  Geschäftsräume  noch  ist  sie  zur 

Verrichtung ihrer Tätigkeit in nennenswertem Umfang auf kostspielige Berufswerkzeu-

ge und Fachliteratur angewiesen. Sie nutzt lediglich ein Arbeitszimmer in der gemein-

sam mit ihrem Lebenspartner bewohnten Dreizimmerwohnung. Dieses ist – soweit aus 

dem  eingereichten  Foto ersichtlich ist  – mit  einem  Schreibtisch  und  einem  Bücherge-

stell ausgestattet. Das betreffende Zimmer samt Einrichtung lässt sich auch privat nut-

zen,  was  bei  einer  von  zwei  Personen  bewohnten  Dreizimmerwohnung  wohl  unver-

meidlich sein dürfte. Gleiches gilt bezüglich der getätigten Investitionen für EDV (Hard- 

und Software), Bürolampe, Fotoapparat, Handy, CD-Kasten, Laptoptasche, I-Pod. Ab-

gesehen davon, dass diese Investitionen nur einen verhältnismässig geringen Umfang 

aufweisen,  lassen sich diese  Güter  unabhängig von  einer  geschäftlichen  oder  berufli-

chen Tätigkeit auch privat verwenden. Dass die jeweiligen Arbeitgeber der Pflichtigen 

keinen Arbeitsplatz mit der üblichen Infrastruktur zur Verfügung stellen, stellt vorliegend 

kein  entscheidendes  Merkmal  für  das  Vorliegen  einer  selbständigen  Erwerbstätigkeit 

dar.  Denn  die  berufliche  Tätigkeit  wird  bei  Filmschaffenden  im  überwiegenden  Aus-

mass an den von den Produzenten bzw. von den Auftraggebern bestimmten Drehorten 

ausgeübt, so dass zu Hause oder an anderen Standorten hauptsächlich nur noch zeit-

lich untergeordnete Vorbereitungsarbeiten anfallen. Die Pflichtige beschäftigt kein Per-

sonal  und  handelte  nie  auf  eigene  Rechnung,  sondern  erhielt  immer  einen  nach  Ar-

beitszeit (Stunden, Tage oder Wochen) bemessenen Lohn (inkl. Ferienentschädigung). 

Sie trug damit kein Inkassorisiko. Die allgemein verbindlichen Anstellungsbedingungen 

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für  freie  technische  und  künstlerische  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeiter  der  Film  und 

Audiovisionsprodukion,  Ausgabe  2007/Wochenengagement,  enthalten  ferner  umfang-

reiche Regeln über Treue- und Sorgfaltspflichten (u.a. auch die Pflicht, Weisungen der 

vom  Produzenten  bestimmten  Vorgesetzten  zu  befolgen),  Arbeits-  und  Ruhezeiten, 

Pausen  und  Arbeitsunterbrüche,  Ruhezeiten,  freie  Tage,  Grundlohn,  Überzeit,  Zu-

schläge,  Kompensation  und  Spesenregelung  etc..  Diese  Anstellungsbedingungen 

schränken  die  bei  selbständig  erwerbstätigen  Personen  grundsätzlich  vorhandenen 

Gestaltungsfreiheiten  hinsichtlich  der  Entschädigungsansprüche und der  betrieblichen 

Abläufe  erheblich  ein  und  deuten  klar  auf  ein  Abhängigkeitsverhältnis  hin.  Eine  nach 

aussen gerichtete  Kundgabe,  ihre  Leistungen  als  selbständig  erwerbende  Person an-

zubieten, liegt ebenfalls nicht vor. Dass es aufgrund der befristeten Anstellungsverhält-

nisse  dennoch  an  ihr  lag,  sich  bei  verschiedenen  Filmproduzenten  immer  wieder  als 

Filmtechnikerin anzubieten, geht nicht über das hinaus, was auch der Arbeitnehmer bei 

der Suche einer neuen Stelle unternimmt. Im Übrigen ist aufgrund der unsicheren Be-

schäftigungssituation in der Filmbranche mit mehr oder weniger langen Perioden ohne 

Arbeit davon auszugehen, dass Filmschaffende im überwiegenden Ausmass kein Inte-

resse  haben,  ihre  Leistungen  in  selbständiger  Stellung  zu  erbringen.  Denn  in  diesem 

Fall  besteht  bei  Arbeitslosigkeit  wegen  fehlender  Beitragszahlungen  in  die  Arbeitslo-

senkasse kein Anspruch  mehr  auf  Erhalt  von  Arbeitslosenentschädigung.  Dies  erklärt 

auch, dass gemäss den Angaben der Pflichtigen nur gerade 5% aller Filmtechniker ihre 

Arbeit AHV-rechtlich selbständig verrichten.  

f)  Erheblich  –  auch unter  dem  Aspekt  der Gleichbehandlung  von  selbständig 

und unselbständig erwerbstätigen Personen – fällt zudem ins Gewicht, dass die Pflich-

tige kein Geschäfts- bzw. Verlustrisiko zu tragen hatte. Das heisst u.a., dass sie im Fall 

des Ausbleibens von Einkünften keine unabhängig von einem Arbeitserfolg anfallende 

Betriebskosten (z.B. Personalkosten, Miete des Geschäftslokals) zu tragen hätte, weil 

sie wie erwähnt weder Personal beschäftigt noch Geschäftsräume gemietet hat. Schon 

aus diesem Grund stellen die Prämien für die Krankentaggeldversicherung keine beruf-

lich oder geschäftsmässig begründete Aufwendungen dar, weil die Versicherungsleis-

tungen nicht, wie dies beim Selbständigerwerbenden häufig der Fall ist, der Aufrecht-

erhaltung  des  Betriebes  dienen.  Vielmehr  kommen  die  Versicherungsleistungen  der 

Versicherten persönlich zu. Somit handelt es sich bei den betreffenden Versicherungs-

prämien  mangels  einer selbständigen  Erwerbstätigkeit  um keine  geschäftsmässig  be-

gründete Kosten im Sinn von Art. 27 Abs. 1 DBG und § 27 Abs. 1 StG. Ebenso wenig 

können  diese  Aufwendungen  als  Berufskosten  im  Sinn  von  Art.  26  Abs.  1  DBG  und 

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§ 26 Abs. 1 StG abgezogen werden. Ein Abzug dieser Prämien ist nur im Rahmen des 

bereits ausgeschöpften allgemeinen Versicherungsabzugs gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. g 

DBG und § 31 Abs. 1 lit. g StG möglich. Aufgrund der dargelegten erheblichen Unter-

schiede  zwischen  selbständiger  und  unselbständiger  Arbeit  ist  der  Grundsatz  der 

Gleichbehandlung nicht verletzt, wenn der Abzug der Prämien für die Krankentaggeld-

versicherung nur beim Selbständigerwerbenden gewährt wird. Dies hat das Bundesge-

richt im erwähnten Entscheid vom 12. Dezember 2008 ausdrücklich festgehalten.  

Somit sind Beschwerde und Rekurs abzuweisen. 

4. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Pflichtigen auf-

zuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen 

[…] 

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