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**Case Identifier:** 9b390e9f-af03-5969-9952-beb99dee56f9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 26.06.2023 ZVE.2022.49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2022-49_2023-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 2. Kammer 

 

 

ZVE.2022.49 

(VZ.2020.18)  

 

 

Urteil vom 26. Juni 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichterin Vasvary  

Oberrichter Giese 

Gerichtsschreiber Stutz 

 

 
   

Kläger 1  A._____,  

[…] 

 

Klägerin 2  B._____,  

[…] 

 

beide vertreten durch Rechtsanwalt David Hofstetter,  

[…] 

 

 
    

Beklagte   C._____ AG,  

[…] 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Niklaus Brändli,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Werkvertraglicher Nachbesserungsanspruch 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Kläger haben als Bauherren in Q. ein Wohn- und Verwaltungsgebäude 

erstellen lassen, wofür sie für die Planungs- und Bauleitungsarbeiten den 

Architekten D. («E. Architekten HTL/STV») beigezogen haben. Mit Werk-

vertrag vom 26. Mai 2016 (Klagebeilage 2) beauftragten die Kläger, 

vertreten durch D., die Beklagte mit Flachdach- und Spenglerarbeiten 

(dazu gehörte u.a. auch das Erstellen von bituminösen Abdichtungen), die 

diese in der Folge auch ausführte. Im Oktober 2017 entdeckten die Kläger 

Feuchtigkeit im Untergeschoss des Wohn- und Verwaltungsgebäudes. In 

der Folge beauftragten sie F. («G. Architekt HTL/STV») mit der Ursachen-

forschung. Mit Schreiben vom 18. März 2019 (Klagebeilage 16) bzw. vom 

15. Mai 2019 (Klagebeilage 17) zeigten die Kläger der Beklagten an, dass 

das von ihr erstellte Werk mangelhaft sei und von ihr nachgebessert 

werden müsse. 

 

2. 

2.1. 

Mit Klage vom 4. Mai 2020 beantragten die Kläger, die Beklagte sei unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, die undichte Stelle im 

Bereich Untergeschoss/Erdgeschoss auf der Südostseite beim Einfamilien-

haus (Wohn- und Verwaltungsgebäude) an der X-Strasse, Q., fachgerecht 

nachzubessern, unter Anordnung einer Ordnungsbusse von Fr. 500.00 für 

jeden Tag der Nichterfüllung. 

 

2.2. 

Mit Klageantwort vom 24. Juni 2020 beantragte die Beklagte die kosten-

fällige Abweisung der Klage. 

 

2.3. 

Mit Replik vom 2. Dezember 2020, Duplik vom 5. Juli 2021 und einer 

weiteren Stellungnahme der Kläger vom 13. Juli 2021 hielten die Parteien 

an ihren Anträgen fest. 

 

2.4. 

Am 22. Februar 2022 fand die Hauptverhandlung vor Vorinstanz statt, 

anlässlich welcher die Parteien befragt und die Schlussvorträge gehalten 

wurden. 

 

2.5. 

Mit Urteil vom 22. Februar 2022 wies der Präsident des Bezirksgerichts 

Bremgarten die Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

der Kläger ab. 

 

 - 3 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

Gegen das Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts Bremgarten vom 

22. Februar 2022 erhoben die Kläger am 12. September 2022 Berufung 

und stellten folgende Anträge: 

 
1. 
Der Entscheid des Bezirksgerichts Bremgarten vom 22. Februar 2022 im Verfahren 
VZ.2020.18 sei vollumfänglich aufzuheben. 
 
2. 
Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, die undichte Stelle im Bereich Unter-
geschoss/Erdgeschoss auf der Südostseite beim Einfamilienhaus (Wohn- und 
Verwaltungsgebäude) an der X-Strasse, Q., fachgerecht nachzubessern, unter Anordnung 
einer Ordnungsbusse von CHF 500.00 für jeden Tag der Nichterfüllung. 
 
Eventualiter sei die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 
3. 
Die Prozesskosten des Berufungsverfahrens und die Prozesskosten des vorinstanzlichen 
Verfahrens (jeweils zuzüglich MWST) seien der Berufungsbeklagten aufzuerlegen. 

 

3.2. 

Mit Berufungsantwort vom 27. Oktober 2022 beantragte die Beklagte die 

kostenfällige Abweisung der Berufung. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz hat die Klage abgewiesen und dies im Wesentlichen damit 

begründet, dass es den Klägern einerseits nicht gelungen sei, den Beweis 

zu erbringen, dass der Werkvertrag zwischen den Parteien eine Über-

lappung der von der Beklagten erstellten oberen bituminösen Abdichtung 

über die von der H. AG erstellten unteren Combiflex-Abdichtung an der 

angeblich undichten Stelle im Bereich Untergeschoss/Erdgeschoss auf der 

Südostseite des Gebäudes beinhaltet habe (von der Beklagten als 

Zusammenschlussabdichtung bezeichnet). Entsprechend könne aus dem 

Fehlen dieser Überlappung – da dann keine Vertragswidrigkeit im Sinne 

von Art. 166 SIA-Norm 118 vorliege – nicht auf einen Mangel geschlossen 

werden, womit den Klägern auch keine Mängelrechte zur Verfügung stehen 

würden (vorinstanzliches Urteil E. II.5). Anderseits sei es den Klägern 

ebenfalls nicht gelungen, den Beweis dafür zu erbringen, dass die Beklagte 

eine Pflichtverletzung im Sinne von Art. 25 SIA-Norm 118 (Anzeige- und 

Abmahnpflichten des Unternehmers) oder Art. 30 SIA-Norm 118 (Neben-

unternehmer) begangen habe (vorinstanzliches Urteil E. II.6). 

 

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1.2. 

Die Kläger bringen mit ihrer Berufung im Wesentlichen vor, die Vorinstanz 

habe mit ihrem Urteil ihr Recht auf Beweis verletzt sowie die übrigen 

Beweise in rechtsverletzender Weise gewürdigt, indem sie einerseits ohne 

Einholung eines gerichtlichen Gutachtens und trotz Vorliegens einer von 

ihnen beigebrachten privaten Expertise und andererseits ohne (von ihnen 

beantragten) Befragung des Privatgutachters – somit gänzlich ohne eigene 

Fachkenntnisse – Rückschlüsse zum angeblich geschuldeten Leistungs-

inhalt der Beklagten und zur geschuldeten Gebrauchstauglichkeit des 

Werkes gemacht habe (Berufung S. 5 ff.). Überdies wende die Vorinstanz 

die Bestimmungen der SIA-Norm 118 über den Mangelbegriff und über die 

Anzeige- und Abmahnpflichten falsch an (Berufung S. 26). 

 

1.3. 

Die Beklagte entgegnet dem in ihrer Berufungsantwort, die Vorinstanz habe 

die Klage zu Recht abgewiesen, nachdem den Klägern der Beweis nicht 

gelungen sei, dass die Beklagte vertraglich dazu verpflichtet gewesen sei, 

einen Zusammenschluss der von ihr erstellten bituminösen Abdichtung mit 

einer anderen Abdichtung zu erstellen (Berufungsantwort S. 5 ff.). 

Entsprechend liege auch kein von der Beklagten zu verantwortender 

Mangel vor (Berufungsantwort S. 17). Da die besagte Abdichtung nicht 

Gegenstand des Werkvertrages gewesen sei, fehle es denn auch an der 

Erheblichkeit des von den Klägern beantragten Gutachtens zur Ursache 

des Wassereintritts (Berufungsantwort S. 4). Überdies habe die Vorinstanz 

korrekt erwogen, dass der Beklagten keine Abmahnpflichten oblegen 

hätten (Berufungsantwort S. 13 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Mit der Berufung können die unrichtige Rechtsanwendung und die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz geltend 

gemacht werden (Art. 310 ZPO). Abgesehen von offensichtlichen Mängeln 

beschränkt sich die Berufungsinstanz darauf, die Beanstandungen zu 

beurteilen, welche die Parteien in ihren schriftlichen Begründungen gegen 

das erstinstanzliche Urteil erheben. Inhaltlich ist die Rechtsmittelinstanz 

dabei weder an die Argumente, welche die Parteien zur Begründung ihrer 

Beanstandungen vorbringen, noch an die Erwägungen der ersten Instanz 

gebunden. Sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und 

verfügt über freie Kognition in Tatfragen, weshalb sie die Berufung auch mit 

einer anderen Argumentation gutheissen oder diese auch mit einer von der 

Argumentation der ersten Instanz abweichenden Begründung abweisen 

kann. Die vorgebrachten Beanstandungen geben zwar das Prüfprogramm 

vor, binden die Rechtsmittelinstanz aber nicht an die Argumente, mit denen 

diese begründet werden (BGE 147 III 176 E. 4.2.1). 

 

 - 5 - 

 

 

 

2.2. 

Mit Werkvertrag vom 26. Mai 2016 haben die Parteien – mit Ausnahme 

einiger hier nicht einschlägigen Abweichungen (vgl. Klagebeilage 2, S. 4) – 

unbestrittenermassen die Anwendbarkeit der SIA-Norm 118 (Ausgabe 

2013) vereinbart. 

 

Die Kläger fordern von der Beklagten die Nachbesserung des von ihr 

erstellten Werkes. Die Nachbesserung als ein Mängelrecht setzt selbst-

redend voraus, dass ein Mangel – also eine Abweichung des Werkes vom 

Vertrag (Art. 166 Abs. 1 SIA-Norm 118) – vorliegt. Entscheidend ist mithin 

die Abweichung der tatsächlichen Beschaffenheit von der vertraglich 

geschuldeten. Kann zwischen dem Werkvertrag und dem erstellten Werk 

keine Abweichung ausgemacht werden, bestehen entsprechend keine 

Mängelrechte. 

 

2.3. 

Die Kläger haben mit ihrer Klage ein Privatgutachten, das die Ursachen-

forschung des Feuchtigkeitseintritts im Untergeschoss besagter Baute zum 

Inhalt hat, ins Recht gelegt. Dem Privatgutachten zufolge sei die Ursache, 

die zum Schaden beim Büroboden geführt habe, eindeutig baulich bedingt 

und liege nachweislich an der undichten äusseren Abdichtung der Fuge 

beim Übergang zwischen der Aussen- und Innendämmung. Die Leckstelle 

befinde sich beim Übergang zwischen der Combi-Flex-Abdichtung und der 

Bitumenbahn-Abdichtung. Die obere bituminöse Abdichtung hätte die 

untere Combiflex-Abdichtung ausreichend überlappen müssen. Statt-

dessen sei ein Abstand und die Dämmung zwischen den Betonbauteilen 

sichtbar, wodurch Regenwasser der oberen horizontalen Abdichtung 

zwischen die Bauteile gelange (Klagebeilage 9, S. 5). 

 

Die Kläger behaupten demnach, die Mangelhaftigkeit des Werkes liege in 

der fehlenden Überlappung der von der Beklagten erstellten oberen 

bituminösen Abdichtung über die von der H. AG erstellten unteren 

Combiflex-Abdichtung, was zur Folge habe, dass Wasser durch die 

darunterliegende horizontale Fuge zwischen Betondecke und Betonwand 

in das Untergeschoss gelange. 

 

Die Beklagte bestreitet sowohl die Feststellung des Privatgutachters, dass 

der Feuchtigkeitseintritt auf das Fehlen dieser Überlappung zurück-

zuführen sei, als auch die Behauptung der Kläger, dass es der Beklagten 

oblegen habe, für eine solche überlappende Abdichtung bzw. eine 

gesonderte Zusammenschlussabdichtung besorgt zu sein (Duplik S. 4; 6). 

 

Die von den Klägern behauptete Mangelhaftigkeit erschöpft sich in der 

fehlenden (abdichtenden) Überlappung. Unbestritten ist, dass eine solche 

(abdichtende) Überlappung nicht erstellt worden ist. Ob aber das Fehlen 

dieser Überlappung eine Abweichung des abgelieferten Werkes vom 

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vertraglich geschuldeten darstellt – also ein Mangel im Sinne von Art. 166 

Abs. 1 SIA-Norm 118 gegeben ist – und ob diese fehlende Überlappung für 

den Feuchtigkeitseintritt verantwortlich ist, kann mit Blick auf das 

Nachfolgende jedoch offen bleiben. 

 

2.4. 

2.4.1. 

Hat der Unternehmer das Werk vollendet, leitet er die Abnahme dadurch 

ein, dass er der Bauleitung die Vollendung anzeigt (Art. 158 Abs. 1 SIA-

Norm 118). Auf die Anzeige hin wird das Werk von der Bauleitung 

gemeinsam mit dem Unternehmer innert Monatsfrist geprüft (Art. 158 

Abs. 2 SIA-Norm 118). Eine solche gemeinsame Prüfung hat am 

3. Februar 2017 unter der Anwesenheit der Beklagten, vertreten durch I., 

und der Bauleitung, vertreten durch J. von «E. Architekten HTL/STV», 

stattgefunden, wobei ein Prüfungsprotokoll geführt wurde (Klageantwort-

beilage 5). Diesem Prüfungsprotokoll zufolge sind keine Mängel festgestellt 

worden. 

 

Nach Art. 163 Abs. 1 SIA-Norm 118 gilt das Werk für einen Mangel, soweit 

er erkannt wurde, als genehmigt, wenn die Bauleitung bei der ge-

meinsamen Prüfung auf dessen Geltendmachung ausdrücklich oder still-

schweigend verzichtet. Nach Art. 163 Abs. 2 der Norm wird stillschwei-

gender Verzicht vermutet für erkannte Mängel, die ein allfälliges Prüfungs-

protokoll nicht aufführt; ferner für Mängel, die bei der gemeinsamen 

Prüfung offensichtlich waren, jedoch nicht geltend gemacht worden sind. 

Im zweiten Fall ist die Vermutung unwiderleglich. 

 

Offensichtliche Mängel im Sinne von Art. 163 Abs. 2 SIA-Norm 118 sind 

dadurch charakterisiert, dass sie offen zutage liegen, weshalb sie für die 

an der Prüfung beteiligte Bauherrschaft oder deren Hilfspersonen ohne 

weiteres erkennbar sind. Offensichtlich müssen sowohl die tatsächliche 

Beschaffenheit des Werkes wie auch der Umstand sein, dass diese 

Beschaffenheit vertragswidrig ist (Urteil des Bundesgerichts 4A_646/2016 

vom 8. März 2017 E. 2.3). Wird unverzüglich ein Prüfungsprotokoll 

aufgenommen und unterzeichnet (Art. 158 Abs. 3 SIA-Norm 118), kann 

eine rechtzeitige Rüge noch bis und mit der Unterzeichnung erfolgen 

(GAUCH/STÖCKLI, in: Kommentar zur SIA-Norm 118 [Ausgabe 2013], 

2. Aufl., Zürich 2017, N. 17.3 zu Art. 163). 

 

2.4.2. 

Die Kläger machen geltend, die Mangelhaftigkeit des Werkes liege in der 

fehlenden Überlappung der bituminösen Abdichtung über die Combiflex-

Abdichtung, wodurch die darunterliegende horizontale Fuge zwischen den 

Betonteilen offen liege. Wie der von den Klägern beigebrachten Foto-

dokumentation entnommen werden kann, ist eine solche Überlappung 

offensichtlich nicht vorhanden (Klagebeilage 10, S. 2 ff.). Das ist vor allem 

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deshalb augenscheinlich – wie auch das Privatgutachten ausführt (Klage-

beilage 9, S. 5) –, weil ein deutlicher Abstand zwischen der bituminösen 

Abdichtung und der Combiflex-Abdichtung sichtbar ist und deshalb die 

Dämmung bzw. Fuge zwischen den darunterliegenden Betonbauteilen 

sowie auch die Betonbauteile selbst zum Vorschein kommen (vgl. 

insbesondere Klagebeilage 10, S. 3 f.). 

 

An der gemeinsamen Prüfung des Werkes vom 3. Februar 2017 wurden 

die Kläger von der Bauleiterin J. von «E. Architekten HTL/STV» vertreten 

(Klageantwortbeilage 5). Die «E. Architekten HTL/STV» haben für die 

Kläger nicht nur die Bauleitungs-, sondern auch bereits die Planungs-

arbeiten besagter Baute vollzogen. Ist davon auszugehen, dass eine 

solche Überlappung gemäss Werkvertrag tatsächlich geschuldet gewesen 

wäre, muss von der fachkundigen Bauleitung erwartet werden, dass sie 

einerseits über den Inhalt des Werkvertrages und somit über die 

geschuldete Leistung des Unternehmers Bescheid weiss und dass ihr 

andererseits bei der gemeinsamen Prüfung mit dem Unternehmer das 

augenscheinliche bzw. offensichtliche Nichtvorhandensein dieser Über-

lappung auffällt, sie dies sodann gegenüber dem Unternehmer rügt und 

entsprechend im Prüfungsprotokoll vermerkt. Unterlässt die Bauleitung 

jedoch die Rüge einer offensichtlichen Abweichung des abgelieferten 

Werkes zum werkvertraglich geschuldeten, greift die (unwiderlegliche) 

Fiktion nach Art. 163 Abs. 2 SIA-Norm 118 und der Mangel gilt als 

stillschweigend genehmigt (vgl. GAUCH/STÖCKLI, in: Kommentar zur SIA-

Norm 118 [Ausgabe 2013], 2. Aufl., Zürich 2017, N. 19 zu Art. 163). 

 

2.4.3. 

Soweit die Kläger darüber hinaus die Mangelhaftigkeit des abgelieferten 

Werkes darin erblicken, dass es aufgrund der undichten Stelle nicht 

gebrauchstauglich sei, da die Beklagte die ihr vertraglich obliegenden 

Abdichtungsarbeiten auch ohne spezifische vertragliche Vereinbarung so 

hätte erstellen müssen, dass sie das Bauwerk auch tatsächlich abdichten 

(Berufung S. 19 ff.), kann ebenfalls auf die vorstehenden Ausführungen 

verwiesen werden. Wenn die behauptete fehlende Gebrauchstauglichkeit 

und darin die Vertragswidrigkeit des abgelieferten Werkes einzig im 

Nichtvorhandensein besagter Überlappung liegen soll, dann wäre dieser 

Umstand – wie oben dargelegt – bereits bei der gemeinsamen Prüfung mit 

der Bauleitung und der Beklagten ohne weiteres ersichtlich gewesen. Es 

ist offensichtlich, dass eine nicht vorhandene Abdichtung bzw. Über-

lappung an dieser Stelle auch nicht abdichtet und entsprechend an diesem 

spezifischen Ort nicht «gebrauchstauglich» ist. Da aber eine ent-

sprechende Rüge durch die Bauleitung unterblieben ist, würde auch hier 

die Fiktion nach Art. 163 Abs. 2 SIA-Norm 118 greifen und der Mangel gälte 

als stillschweigend genehmigt. Es wird denn auch nicht geltend gemacht, 

das Werk der Beklagten – das hauptsächlich Flachdacharbeiten über 

Terrain zum Inhalt hatte und nicht Abdichtungsarbeiten unter Terrain, die 

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grundsätzlich vom Unternehmen H. AG erstellt worden sind – sei an einer 

von der Beklagten tatsächlich bearbeiteten Stelle undicht und 

beeinträchtige deshalb die Gebrauchstauglichkeit der eigentlichen Flach-

dacharbeit (bspw. ein rinnendes Flachdach wegen qualitativ schlechter 

Ausführung des Unternehmers). Eine solche Undichtigkeit wäre ge-

gebenenfalls auch nicht offensichtlich gewesen. Die vorliegend behauptete 

Undichtigkeit beschränkt sich vielmehr einzig auf das augenscheinliche 

bzw. offensichtliche Nichtvorhandensein einer Überlappung zweier von 

jeweils verschiedenen Unternehmer erstellten Werke. 

 

Es ist an dieser Stelle zudem festzuhalten, dass die Beklagte un-

bestrittenermassen nicht die einzige Unternehmerin war, die bei der 

Erstellung dieses Wohn- und Verwaltungsgebäudes Abdichtungsarbeiten 

vorgenommen hat, entsprechend hat sie auch nicht die Verantwortung für 

die Dichtigkeit der gesamten Baute zu tragen. Im Gegenteil, gerade wenn 

verschiedene Unternehmer mit sachlich gleich gelagerten Aufgaben 

betraut sind – also als sog. Nebenunternehmer hantieren –, obliegt es dem 

Bauherrn bzw. der ihn vertretenden Bauleitung, durch entsprechende 

Gestaltung der einzelnen Werkverträge dafür besorgt zu sein, dass die 

Arbeiten der verschiedenen Unternehmer zweckmässig miteinander 

koordiniert sind (vgl. Art. 30 Abs. 2 SIA-Norm 118). Koordinationsfehler des 

Bauherrn bzw. der von ihr beauftragten Bauleitung bei der Vertrags-

gestaltung begründen ein Selbstverschulden (HÜRLIMANN, in: Kommentar 

zur SIA-Norm 118 [Ausgabe 2013], 2. Aufl., Zürich 2017, N. 9 zu Art. 30). 

Sodann hat bei der Bauausführung die Bauleitung für die rechtzeitige 

Koordination der Arbeiten aller am Bauwerk beteiligter Unternehmer zu 

sorgen (Art. 34 Abs. 3 SIA-Norm 118). Der Bauherr bzw. die von ihm 

beauftragte Bauleitung hat nicht nur die einzelnen Werkverträge inhaltlich 

aufeinander abzustimmen (Art. 30 Abs. 2 SIA-Norm), sondern muss auch 

auf der Baustelle während der Vorbereitungs- und Ausführungsphase die 

einzelnen Arbeiten in sachlicher und zeitlicher Hinsicht koordinieren; 

versäumt es der Bauherr, den Einsatz der jeweiligen Nebenunternehmen 

richtig, zweckmässig oder überhaupt zu koordinieren, hat er dies selbst zu 

vertreten (vgl. HÜRLIMANN, in: Kommentar zur SIA-Norm 118 [Ausgabe 

2013], 2. Aufl., Zürich 2017, N. 12.1 ff. zu Art. 34). Daraus ergibt sich auch, 

dass bei einer gemeinsamen Prüfung mit den Unternehmern und der 

Bauleitung auf Schlüsselstellen, an welchen zwei Werke unterschiedlicher 

Unternehmer aufeinandertreffen, besonderes Augenmerk gelegt werden 

muss. Denn grundsätzlich hat einzig die Bauleitung beim Bau einer 

grösseren Baute die Gesamtschau über sämtliche daran beteiligten 

Unternehmen und über die Reihenfolge, in welcher die jeweiligen 

Unternehmer ihre Werke am Gesamtwerk erstellen. Bleibt eine Schlüssel-

stelle wie der Zusammenschluss zweier Werke (Flachdacharbeiten und 

Abdichtungsarbeiten unter Terrain), für welche sich keiner der beiden 

Unternehmer verantwortlich sah, offensichtlich ungelöst, läge es an der 

Bauleitung, dies spätestens bei der gemeinsamen Prüfung zu erkennen 

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und den dafür verantwortlichen Unternehmer in die Pflicht zu nehmen bzw. 

für den Fall, dass tatsächlich kein Unternehmer verantwortlich gewesen 

wäre, einen der Unternehmer damit im Rahmen von Nachtragsarbeiten 

zusätzlich zu beauftragen. 

 

2.4.4. 

Im Ergebnis kann damit offen bleiben, ob die besagte Überlappung im 

Werkvertrag explizit vereinbart worden ist bzw. aufgrund der vertraglich 

geschuldeten Gebrauchstauglichkeit ohnehin hätte erstellt werden 

müssen. Denn wenn es der Beklagten oblegen hätte, für diese besorgt zu 

sein, wäre deren offensichtliches Nichtvorhandensein für die fachkundige 

Bauleitung bei der gemeinsamen Prüfung mit der Beklagten ohne weiteres 

erkennbar gewesen und hätte gerügt werden müssen. Da eine 

entsprechende Rüge unterblieben ist, würde der offensichtliche Mangel als 

stillschweigend genehmigt gelten, womit auch eine Haftung des Unter-

nehmers entfallen würde (Art. 174 Abs. 1 Satz 2 SIA-Norm 118). Könnte 

demgegenüber zwischen dem Werkvertrag und dem erstellten Werk gar 

nicht erst eine Abweichung ausgemacht werden, würden mangels Werk-

mangel auch keine Mängelrechte bestehen (zu den Anzeige- und Abmahn-

pflichten vgl. nachfolgend). 

 

3. 

3.1. 

Zu prüfen bleibt das klägerische Vorbringen, dass die Beklagte ihre 

Anzeige- und Abmahnpflichten gemäss Art. 25 bzw. Art. 30 Abs. 5 SIA-

Norm 118 verletzt habe, indem sie – wie das vorinstanzliche Verfahren 

gezeigt habe – offenbar genau gewusst habe, wie sie ihr Werk (in 

Abweichung zum Werkvertrag) korrekt hätte abdichten müssen, sodass 

kein Wasser eindringen würde, eine entsprechende Anzeige an die 

Bauleitung nach Art. 25 SIA-Norm 118 aber unterlassen habe. Die Kläger 

führen aus, die Beklagte hätte auch anzeigen müssen, dass sie über kein 

Abdichtungskonzept des Gebäudes verfügt habe und entsprechend ihre 

Abdichtungsarbeiten gar nicht korrekt habe ausführen können. Schliesslich 

sei die Beklagte auch Nachfolgeunternehmerin des Baumeisters («H. AG») 

gewesen und habe ihr Werk an das Werk des Baumeisters angeschlossen. 

Wäre sie der Meinung gewesen, sie hätte aufgrund der Vorarbeiten 

ihrerseits ihr Werk nicht korrekt erstellen können, so hätte sie dies nach 

Art. 30 Abs. 5 SIA-Norm 118 ebenfalls der Bauleitung anzeigen müssen. 

Da die Beklagte ihre Anzeigepflichten verletzt habe, treffe sie die 

nachteiligen Folgen, d.h. die Verantwortlichkeit für den aufgetretenen 

Mangel (Berufung S. 19, 23 ff.). 

 

3.2. 

Die Kläger haben mit ihrer Klage beantragt, die Beklagte sei zu einer 

Nachbesserung zu verpflichten. Es stellt sich daher vorweg die Frage, ob 

die Verletzung einer Anzeige- bzw. einer Abmahnpflicht vorliegend 

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überhaupt zu einem Nachbesserungsanspruch führen kann. Diese Frage 

ist – wie im Folgenden aufzuzeigen ist – zu verneinen. 

 

Nach Art. 25 Abs. 1 SIA-Norm 118 hat der Unternehmer Verhältnisse, die 

eine gehörige oder rechtzeitige Ausführung des Werkes gefährden, der 

Bauleitung ohne Verzug anzuzeigen. Verletzt er diese Pflicht, so fallen 

nachteilige Folgen ihm selbst zur Last; es sei denn, die Bauleitung habe 

von den betreffenden Verhältnissen auch ohne Anzeige nachweisbar 

Kenntnis gehabt. Der Unternehmer hat weiter die ihm übergebenen Pläne, 

den von ihm zu bearbeitenden Baugrund und die bestehende Bausubstanz 

nur zu prüfen, wenn der Bauherr weder durch eine Bauleitung vertreten 

noch selbst sachverständig, noch durch einen beigezogenen Sach-

verständigen beraten ist. Doch zeigt der Unternehmer Unstimmigkeiten 

oder andere Mängel, die er bei der Ausführung seiner Arbeit erkennt, 

unverzüglich gemäss Abs. 1 und 2 an und macht die Bauleitung auf 

nachteilige Folgen aufmerksam (Abmahnung; Art. 25 Abs. 3 SIA-

Norm 118). Den Unternehmer trifft die gleiche Abmahnungspflicht, wenn er 

bei der Ausführung seiner Arbeit feststellt oder nach den Umständen 

feststellen muss, dass ihm erteilte Weisungen der Bauleitung fehlerhaft 

sind oder ihm Verantwortungen auferlegen, die er glaubt, nicht 

übernehmen zu dürfen (Art. 25 Abs. 4 SIA-Norm 118). Erkennt der 

Unternehmer schliesslich Mängel oder Verzögerungen bei der Arbeit eines 

Nebenunternehmers, welche Einfluss auf die vertragsgemässe Ausführung 

der eigenen Arbeit haben können, so macht er der Bauleitung ebenfalls 

rechtzeitig Anzeige; andernfalls hat er die sich für seine Arbeit ergebenden 

Folgen zu tragen (Art. 30 Abs. 5 SIA-Norm 118). 

 

Art. 25 oder Art. 30 SIA-Norm 118 zufolge kann eine Anzeige- bzw. 

Abmahnpflicht nur dann bestehen, wenn Umstände vorliegen, die 

(negativen) Einfluss auf die vertragsgemässe Ausführung der Arbeit des 

Unternehmers haben, ohne dass diese Umstände bzw. deren allfällige 

Beseitigung oder Behebung bereits Gegenstand der vertraglich 

vereinbarten Leistung des Unternehmers sind. Was ohnehin bereits so 

vertraglich vereinbart und damit vom Unternehmer geschuldet ist, gilt es 

nicht noch zuerst abzumahnen. Verletzt der Unternehmer jedoch tat-

sächlich bestehende Anzeige- bzw. Abmahnpflichten, so fallen nachteilige 

Folgen ihm selbst zur Last. 

 

Nach dem Gesagten kann eine Anzeige- bzw. Abmahnpflicht nur in Frage 

kommen, sofern eine Überlappung der bituminösen Abdichtung über die 

Combiflex-Abdichtung nicht bereits vertraglich geschuldet gewesen wäre, 

andernfalls kein Anlass zur Anzeige bzw. Abmahnung bestehen würde. Ob 

die Beklagte jedoch zu einer allfälligen Anzeige bzw. Abmahnung 

verpflichtet gewesen wäre, ist vorliegend im Ergebnis unerheblich, denn die 

Verletzung einer Anzeige- bzw. Abmahnpflicht kann nicht dazu führen, 

dass sich die Nachbesserungspflicht der Beklagten auf nicht von ihr zu 

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erstellende Werke erstreckt oder nicht zum Werkvertrag gehörende, 

zusätzliche Leistungen generiert. Vielmehr würde sich in einer solchen 

Konstellation die Frage stellen, ob der Unternehmer aufgrund der 

Verletzung seiner Anzeige- bzw. Abmahnpflicht und damit der Verletzung 

einer vertraglichen Nebenpflicht schadenersatzpflichtig für den daraus 

resultierenden Schaden werden würde, was es aber aufgrund des 

vorliegend zu behandelnden Streitgegenstands nicht zu prüfen gilt. Es ist 

zwar richtig, dass in der Lehre und Rechtsprechung unter den «nachteiligen 

Folgen» der Unterlassung einer Anzeige oder Abmahnung auch Gewähr-

leistungspflichten verstanden werden (vgl. GAUCH, Der Werkvertrag, 

6. Aufl., Zürich 2019, N. 1988; HÜRLIMANN, in: Kommentar zur SIA-Norm 

118 [Ausgabe 2013], 2. Aufl., Zürich 2017, N. 7.3 zu Art. 25; Urteil des 

Obergerichts Zürich HG120094 vom 8. Mai 2014 E. 3.3.4). Dies bezieht 

sich jedoch jeweils auf die Konstellation, in welcher die Unterlassung der 

Anzeige bzw. Abmahnung zu einem Mangel am vom Unternehmer 

erstellten Werk selbst führt, weil der Unternehmer beispielsweise den vom 

Besteller gelieferten (mangelhaften) Stoff oder den angewiesenen 

Baugrund verwendet hat. In einer solchen Situation wird der Unternehmer 

für den Mangel an seinem Werk gewährleistungspflichtig, obschon die 

Ursache des Mangels an sich aus dem Verantwortungsbereich des 

Bestellers oder des Nebenunternehmers stammt. Vorliegend handelt es 

sich aber gerade nicht um einen Mangel am Werk der Beklagten selbst, 

sondern um eine fehlende Überlappung zweier von unterschiedlichen 

Unternehmer erstellten Abdichtungen, deren Erstellung – da sonst ohnehin 

keine Anzeige- bzw. Abmahnpflicht bestehen würde – vertraglich nicht 

vereinbart war. Mithin ist die fehlende Überlappung vorliegend allein die 

Folge der fehlenden Koordination, die sowohl bei der Vertragsgestaltung 

als auch der Bauausführung allein dem Bauherrn bzw. der von ihr 

beauftragten Bauleitung obliegt (siehe dazu oben). Eine Nachbesserung 

des Unternehmers kann sich folglich nicht auf diese (zusätzliche) Arbeit 

erstrecken. Anders würde es sich gegebenenfalls verhalten, wenn ein vom 

Unternehmer entdeckter Planfehler oder Mangel des Werkes des Neben-

unternehmers zu einem Wassereintritt ausserhalb des vom Unternehmer 

zu erstellenden Werkes führen würde, der Unternehmer diesen 

(entdeckten) Umstand der Bauleitung nicht zur Anzeige bringt und dieser 

Wassereintritt in der Folge das Werk des Unternehmers selbst be-

schädigen würde. Ein aus einer solchen Situation entstandener Mangel am 

Werk des Unternehmers könnte dann aufgrund der Verletzung seiner 

Anzeige- bzw. Abmahnpflicht zu einer Nachbesserungspflicht an seinem 

eigenen Werk führen, nicht aber zur Behebung des nicht in seinem 

Verantwortungsbereich liegenden Wassereintritts. 

 

3.3. 

Zusammengefasst steht den Klägern auch kein Nachbesserungsanspruch 

gestützt auf eine allfällige Verletzung von Anzeige- oder Abmahnpflichten 

nach Art. 25 oder Art. 30 Abs. 5 SIA-Norm 118 zu. 

 - 12 - 

 

 

 

 

4. 

Die Berufung der Kläger ist abzuweisen. Ausgangsgemäss sind ihnen die 

Kosten des obergerichtlichen Verfahrens unter solidarischer Haftbarkeit 

vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 95 Abs. 1 ZPO). 

Die obergerichtliche Spruchgebühr ist – ausgehend von einem von der 

Vorinstanz auf Fr. 7'500.00 festgesetzten Streitwert (Art. 91 ZPO; act. 227), 

der im Berufungsverfahren unbestritten geblieben ist – auf Fr. 1'685.00 

festzusetzen (§ 11 Abs. 1 VKD i.V.m. § 7 Abs. 1 VKD) und mit dem von den 

Klägern geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'490.00 zu verrechnen 

(Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Überschuss von Fr. 805.00 ist ihnen zurück-

zuerstatten. 

 

Zudem sind die Kläger unter solidarischer Haftbarkeit eines jeden für den 

ganzen Betrag zu verpflichten, der Beklagten ihre zweitinstanzlichen 

Parteikosten zu ersetzen. Diese werden, ausgehend vom Streitwert von 

Fr. 7'500.00 (siehe dazu oben) und einer Grundentschädigung von 

Fr. 2'730.00 (§ 8 Abs. 1 i.V.m. § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 AnwT), einem Abzug 

von 20 % gemäss § 6 Abs. 2 AnwT (keine Verhandlung), sowie einem 

Abzug von 25 % gemäss § 8 Abs. 1 AnwT (Rechtsmittelverfahren) und 

einer Auslagenpauschale von 3 % (§ 13 Abs. 1 AnwT), auf gerundet 

Fr. 1'685.00 festgesetzt. Eine Mehrwertsteuer ist im Rahmen der Partei-

entschädigung nicht geschuldet, da die Beklagte für die Anwaltskosten in 

einem Prozess mit ihrer Unternehmertätigkeit voll vorsteuerabzugsberech-

tigt ist. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Berufung der Kläger wird abgewiesen. 

 

2. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 1'685.00 wird den Klägern 

auferlegt und mit dem von ihnen bezahlten Kostenvorschuss verrechnet. 

Der Überschuss von Fr. 805.00 wird ihnen zurückerstattet. 

 

3. 

Die Kläger haben der Beklagten für das obergerichtliche Verfahren unter 

solidarischer Haftbarkeit beider Kläger für den ganzen Betrag eine 

Parteientschädigung von Fr. 1'685.00 zu bezahlen.  

 - 13 - 

 

 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögens-

rechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- 

und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen 

mindestens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von 

grundsätzlicher Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und 

Nachlassrichters (Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 

1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 7'500.00. 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben 

werden, soweit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 

1, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungs-

beschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen (Art. 

119 Abs. 1 BGG). 

 

 

 - 14 - 

 

 

 

   

Aarau, 26. Juni 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 2. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

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