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**Case Identifier:** e8d711fe-21fe-51f2-bcdd-9f00206d4ad3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-29
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 29.08.2023 SST.2022.242
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-242_2023-08-29.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

SST.2022.242 

(ST.2020.251; StA.2019.6267) 

 

 

Urteil vom 29. August 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Ersatzrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin i.V. Kaileswaran 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1977, von Kosovo, 

[…] 

Zustellungsdomizil: c/o Andreas Josephsohn, 

[…] 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Andreas Josephsohn,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

  
 

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Am 7. Dezember 2020 erhob die Staatsanwaltschaft Baden Anklage gegen 

den Beschuldigten wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbe-

schädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Beschimpfung und Unge-

horsams im Betreibungs- und Konkursverfahren.  

 

1.2. 

Mit Urteil vom 16. März 2022 sprach die Präsidentin des Bezirksgerichts 

Baden den Beschuldigten im Sinne der Anklage schuldig und verurteilte ihn 

hierfür zu einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten, einer Geldstrafe von 

20 Tagessätzen à Fr. 100.00 sowie zu einer Busse von Fr. 200.00, 

ersatzweise 2 Tage Freiheitsstrafe. Auf den Widerruf des mit Urteil des 

Gerichtspräsidiums Baden vom 22. September 2017 für eine Geldstrafe 

von 120 Tagessätzen à Fr. 100.00 gewährten bedingten Vollzug wurde 

verzichtet und stattdessen der Beschuldigte verwarnt und die Probezeit um 

ein Jahr verlängert. Der Beschuldigte wurde verpflichtet, dem Betreibungs-

amt Q._____ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 500.00 zu bezahlen; die 

weiteren Zivilforderungen wurden auf den Zivilweg verwiesen. Schliesslich 

wurde der Beschuldigte für 5 Jahre des Landes verwiesen, unter 

Anordnung der Ausschreibung im Schengener Informationssystem.  

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte beantragte mit Berufungserklärung vom 29. September 

2022 einen Freispruch von den Vorwürfen des mehrfachen Diebstahls, der 

mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs. 

Ferner sei er lediglich wegen Beschimpfung zu verurteilen, wobei von einer 

Bestrafung i.S.v. Art. 177 Abs. 3 StGB abzusehen sei. Er sei mit einer 

Busse von Fr. 200.00 zu bestrafen. Auf die Verlängerung der Probezeit 

sowie auf eine Landesverweisung sei zu verzichten, die Zivilklagen seien 

abzuweisen und dem Beschuldigten eine Entschädigung und Genugtuung 

zzgl. Zins in angemessener Höhe ab mittlerem Verfall zuzusprechen. Die 

Kosten seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

2.2. 

Mit Anschlussberufungserklärung vom 24. Oktober 2022 verlangte die 

Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von 

12 Monaten sowie einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer Busse 

von Fr. 200.00 zu bestrafen.  

 

2.3. 

Die Berufungsverhandlung fand am 29. August 2023 statt.  

 

 - 3 - 

 

 

 

 
  

 

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die Schuldsprüche 

wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehr-

fachen Hausfriedensbruchs und Beschimpfung und damit einhergehend 

die Strafzumessung, die Landesverweisung, die Zivilforderungen sowie die 

Kostenfolgen. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft beschränkt 

sich auf die Bemessung der Strafe. In den übrigen, nicht angefochtenen 

Punkten findet grundsätzlich keine Überprüfung statt (Art. 404 Abs. 1 

StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in der Anklageziffer 1.1 

zusammengefasst vor, im Zeitraum vom 5. bis 6. Juni 2019, zwischen 

ca. 18.35 bis 07.05 Uhr, alleine oder evtl. in Begleitung eines unbekannten 

Mittäters in die Räumlichkeiten des Betreibungsamtes S._____, […], 

eingedrungen zu sein, indem er oder ein Mittäter mittels 28 mm 

Flachwerkzeug auf der Gebäuderückseite ein Fenster aufgewuchtet habe. 

Er soll einen nicht befestigten, ca. 190 kg schweren Tresor abtransportiert, 

im nahe gelegenen Wiesland geöffnet und Bargeld in verschiedener 

Stückelung im Gesamtbetrag von Fr. 3'025.40 entwendet haben. Der von 

der Täterschaft verursachte Sachschaden belaufe sich auf insgesamt ca. 

Fr. 15'870.55. 

 

2.2. 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten in diesem Punkt des Diebstahls, 

der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs schuldig. Sie erwog 

im Wesentlichen, gestützt auf die Ergebnisse der Randdatenauswertung 

sowie eines DNA-Hits an einem Handschuh, welcher in unmittelbarer 

Tatortnähe aufgefunden worden sei, bestünden keine Zweifel daran, dass 

der Beschuldigte an diesen Delikten beteiligt gewesen sei (vorinstanzliches 

Urteil E. 3.3. f.). 

 

Der Beschuldigte verlangt demgegenüber einen Freispruch und rügt 

sinngemäss eine fehlerhafte Beweiswürdigung. Da Beweise für eine 

Täterschaft des Beschuldigten fehlten, sei er vom Vorwurf des Diebstahls 

und damit einhergehend der Sachbeschädigung und des Hausfriedens-

bruchs freizusprechen (GA act. 70 ff.; Plädoyer Verteidigung S. 4 f.).  

 

2.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen 

 - 4 - 

 

 

 

Voraussetzungen der Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio 

pro reo»). Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, 

weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt 

werden kann. Der Grundsatz «in dubio pro reo» ist erst anwendbar, 

nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise 

erhoben und ausgewertet worden sind und nach erfolgter 

Beweiswürdigung als Ganzem Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen 

offensichtlich erheblicher Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in 

dubio pro reo» zu begründen vermag (BGE 144 IV 345).  

 

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten 

Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind 

(Indizien) auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache 

geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine betrachtet 

mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder 

Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, können in ihrer 

Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen 

rechtsgenüglichen Beweis von Tat und Täter erlaubt (statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 mit 

Hinweisen).  

 

2.4. 

In sachverhaltlicher Hinsicht ist erstellt und insoweit unbestritten, dass sich 

der Einbruchsdiebstahl in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 2019 ereignet 

hat. Dies ergibt sich denn auch unzweifelhaft aus der Anzeigemeldung, 

welche via Notruf am 6. Juni 2019 durch die stellvertretende Leiterin des 

Betreibungsamtes um 07.17 Uhr abgesetzt wurde (UA act. 36). Entwendet 

wurde dabei ein nicht befestigter Tresor. Der Fundort desselben wurde der 

Polizei kurz nach dem Notruf, um 08.30 Uhr, gemeldet (UA act. 37).  

 

2.5. 

2.5.1. 

Ein sehr starkes Indiz für die Täterschaft des Beschuldigten bildet der 

Umstand, dass in unmittelbarer Nähe zum Fundort des Tresors (vgl. dazu 

Fotodokumentation, UA act. 42 ff.) Handschuhe mit seiner DNA-Spur 

sichergestellt werden konnten (UA act. 51). Der linke Handschuh weist auf 

der Innenseite ein DNA-Mischprofil des Beschuldigten und des Mit-

beschuldigten A._____ (Beizugsakten ST.2023.33: UA act. 147 f.) auf.  

 

Es liegt ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise, dass die 

Handschuhe mit dem DNA-Profil des Beschuldigten in unmittelbarer Nähe 

zum Fundort gelangt sind, ohne dass er sich selbst dort aufgehalten hätte. 

Der Beschuldigte selbst hat denn auch keine plausible Erklärung dazu, wie 

diese Handschuhe legal an diesen Ort gelangen konnten. Insoweit er 

 - 5 - 

 

 

 

geltend macht (Plädoyer Verteidigung S. 8, Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 5), die DNA-Mischspur könne bei der vom 

Bezirksgericht Baden angenommenen Täterschaft von A._____ 

(rechtskräftiges Verfahren ST.2023.33) nicht auch Beweis für seine 

Beteiligung bilden bzw. es könne durch die Mischspur nur entweder 

A._____ oder der Beschuldigte belastet werden, denn wenn einer der 

beiden den Handschuh getragen habe, dann könne ihn der andere nicht 

auch getragen haben, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Umstand, dass 

auch DNA-Spuren des Mitbeschuldigten A._____ auf dem Handschuh zu 

finden sind, führt nicht zur Annahme, dass der Beschuldigte am fraglichen 

Einbruchdiebstahl nicht mitgewirkt hat. Im Gegenteil: Es ist dies vielmehr 

ein weiterer Hinweis darauf, dass der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte 

– wie angeklagt – arbeitsteilig vorgegangen und die Tathandlungen 

zusammen ausgeführt haben. Der Tresor hatte ein Gewicht von ca. 190 kg. 

Es liegt deshalb auf der Hand, dass dieser nicht von einer Person alleine 

hat abtransportiert werden können. Wie genau vorgegangen wurde bzw. 

wie es sich zugetragen hat, kann jedoch offen bleiben. Die Mischspur lässt 

sich jedenfalls ohne Weiteres damit erklären, dass beim Einbruchdiebstahl 

und dem Abtransport als auch beim Waldrand, wo der Tresor gefunden 

worden ist, Handschuhe getragen worden sind und der schliesslich 

aufgefundene Handschuh mit der DNA-Mischspur dabei bewusst oder 

versehentlich abwechslungsweise sowohl durch den Beschuldigten als 

auch A._____ getragen worden ist. Dafür, dass beim Einbruchdiebstahl 

Handschuhe benutzt wurden, spricht denn auch der Umstand, dass weder 

am Tatort (Betreibungsamt S._____) noch am Tresor selbst DNA-Spuren 

oder Fingerabdrücke sichergestellt werden konnten. Abwegig ist die 

Erklärung des Beschuldigten, er habe früher im Kosovo zusammen mit 

A._____ auf einer Baustelle gearbeitet, wo solche Handschuhe verwendet 

worden seien und womit die Mischspur zu erklären sei (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3). Dabei handelt es sich um eine offensichtliche 

Schutzbehauptung. Der Beschuldigte wollte keine Aussage dazu machen, 

was er früh morgens in der Nähe des Fundorts, d.h. am Waldrand zu 

suchen hatte. Es handelt sich dabei um einen Ort, an welchem er sich 

normalerweise nicht aufhält, was sich aus der Auswertung der Randdaten 

ergibt (vgl. UA act. 251, Datei HD_2019111199348.xls). Im 

Zusammenspiel mit den übrigen Umständen kann seine 

Aussageverweigerung nur so gewertet werden, als dass er über kein Alibi 

verfügt resp. keine vernünftige Erklärung dazu hat, was er frühmorgens am 

Fundort zu erledigen hatte und weshalb ein Handschuh mit seinem DNA-

Profil in unmittelbarer Nähe dazu aufgefunden wurde. 

 

2.5.2. 

Im Einklang mit dem aus dem DNA-Mischprofil gewonnenen Beweis-

ergebnis stehen die Auswertungen der Randdatenerhebung. Aus den 

Akten folgt, dass der Beschuldigte in der Tatnacht – insbesondere 

zwischen 02.06 Uhr und 02.12 Uhr – aktiv war, verschiedene SMS-

 - 6 - 

 

 

 

Nachrichten erhielt sowie Telefonate tätigte. Der Zeitpunkt und die 

Häufigkeit dieser Kontakte, lassen darauf schliessen, dass dieser 

Austausch der Planung und der Koordination der Tat diente. Sehr auffällig 

erscheint weiter, dass im Zeitraum zwischen 02.07 Uhr und 06.04 Uhr auf 

der Nummer des Beschuldigten keine Antennenstandorte verzeichnet 

wurden. Dies lässt stark vermuten, dass der Beschuldigte sein Mobiltelefon 

während dieser Zeit bewusst ausgeschaltet hat. Weiter ist ersichtlich, dass 

das Mobiltelefon des Beschuldigten am 6. Juni 2019 um 06.04 Uhr mit dem 

Funkmast «W-Strasse […]» verbunden war, womit schliesslich erstellt ist, 

dass er sich im Umkreis des Fundorts des Tresors aufgehalten hat 

(UA act. 251).  

 

Insofern der Beschuldigte vorbringt, die RTI-Daten würden zwar Angaben 

über das Mobiltelefon des Beschuldigten geben, nicht aber über ihn selbst  

bzw. über seine Anwesenheit am Tatort (Plädoyer Verteidigung S. 4), ist 

ihm nicht zu folgen. Für das Obergericht bestehen keine unüberwindbaren 

Zweifel daran, dass das Mobiltelefon effektiv mit dem Funkmast «W-

Strasse […]» verbunden war, weil sich der Beschuldigte auch tatsächlich 

dort befunden hat. Der Beschuldigte hat denn auch nicht behauptet, dass 

sein Mobiltelefon durch eine andere Person genutzt oder gestohlen worden 

ist, was zu erwarten gewesen wäre, wenn dem so gewesen wäre. Vielmehr 

hat er anlässlich der delegierten Einvernahme vom 5. November 2019 zu 

Protokoll gegeben, dass er allein der Benutzer der Mobiltelefonnummer […] 

sei (UA act. 68). Auch dem Vorbringen des Beschuldigten, dass die 

Auswertung der RTI-Daten viel zu kompliziert und komplex sei, als dass sie 

einfach von einem Gericht ohne Hilfe eines Sachverständigen bewältigt 

werden könne (Plädoyer Verteidigung S. 5), ist nicht zu folgen. Auf der CD 

(UA act. 251) sind drei verschiedene Excel-Dateien zu finden. Die eine 

Excel-Datei gibt Auskünfte über den Standort des Mobiltelefons, 

wohingegen die andere Excel-Datei Auskünfte über die Telefon-

verbindungen gibt. In einem separaten Excel-Dokument ist ebenfalls eine 

ausführliche Legende zu den gelieferten Daten zu finden, welches dem 

Gericht ermöglicht, die gelieferten Daten korrekt zu lesen, ohne dafür auf 

diesem Gebiet besonders technisch versiert zu sein. Aus den RTI-Daten 

ergibt sich bzw. kann ohne weitere Kenntnis abgelesen werden, dass sich 

das Mobiltelefon des Beschuldigten in der Tatnacht in der Nähe des Tatorts 

befunden hat. Nach dem Gesagten ist auch der Antrag auf Beizug eines 

Sachverständigen abzuweisen (Art. 139 Abs. 2 StPO). 

 

2.5.3. 

In einer Gesamtbetrachtung aller relevanten Umstände bestehen für das 

Obergericht keine ernstzunehmenden Zweifel daran, dass der 

Beschuldigte am Einbruch vom 5./6. Juni 2019 beteiligt war. Dieses 

Ergebnis steht denn auch im Einklang mit dem rechtskräftigen Urteil des 

Bezirksgerichts Baden ST.2023.33 vom 5. April 2023, mit welchem der in 

diesem nachträglich geführten Verfahren als Mittäter des Beschuldigten 

 - 7 - 

 

 

 

angeklagte A._____ hinsichtlich des Vorwurfs des Einbruchdiebstahls in 

die Räumlichkeiten des Betreibungsamtes S._____ schuldig gesprochen 

worden ist. 

 

2.6. 

Was die rechtliche Würdigung betrifft, kann auf die vorinstanzlichen 

Erwägungen (vorinstanzliches Urteils E. 5.2. ff.) verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO). Diese sind im Berufungsverfahren zurecht unbestritten 

geblieben. 

 

Für das Obergericht ist erstellt, dass der Beschuldigte in massgeblicher Art 

und Weise mit A._____ in Mittäterschaft zusammengewirkt hat (siehe dazu 

oben). Der Beschuldigte ist somit als Mittäter zu qualifizieren und es sind 

ihm nebst seinem eigenen Tatbeitrag auch sämtliche Tatbeiträge des 

Mitbeschuldigten A._____ anzurechnen. Der Beschuldigte hat sich somit 

des Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des 

Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Seine Berufung ist in diesem Punkt 

als unbegründet abzuweisen. 

 

2.7. 

Soweit der Beschuldigte in formeller Hinsicht vorbringt, es liege eine 

Verletzung des Anklagegrundsatzes vor, da ihm in der Anklageschrift mit 

keinem Wort Mittäterschaft vorgeworfen werde (Plädoyer Verteidigung 

S. 8 f.), ist ihm nicht zu folgen. 

 

Die angeklagten Tatbestände sind in der Anklageschrift (vgl. Anklage vom 

7. Dezember 2020, Anklageziffer 1.1) so aufgeführt, dass für den 

Beschuldigten und dessen Verteidigung klar ersichtlich ist, welcher 

Handlungen er konkret beschuldigt wird. Die Anklageschrift gibt 

hinreichend Auskunft über Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der 

Tatausführung. Ferner schildert sie die Art der Tatausführungen und nennt 

die entsprechenden Folgen präzise. Aus der Anklage geht zudem auch 

genügend klar hervor, dass die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten 

vorsätzliches Handeln vorwirft. Es wird dem Beschuldigten auch 

vorgeworfen, nicht allein gehandelt zu haben, sondern «evtl. in Begleitung 

eines unbekannten Mittäters» oder «evtl. mit Unterstützung des Mittäters». 

Die Qualifikation der Täterschafts- resp. Teilnahmeform 

(u.a. Mittäterschaft) ist aber ohnehin eine Rechtsfrage, die den 

Anklagegrundsatz nicht tangiert. Es spielt also keine Rolle, ob ein 

Beschuldigter ausdrücklich als Mittäter angeklagt worden ist. Für die 

Wahrung des Anklagegrundsatzes genügt, wenn die Anklageschrift die 

Sachverhaltselemente nennt, welche zur Annahme von Mittäterschaft 

führen. Vorliegend sind die erforderlichen Sachverhaltselemente, die auf 

Mittäterschaft schliessen lassen, in der Anklageschrift zureichend 

umschrieben worden. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines 

gleichwertigen, koordinierten Zusammenwirkens, so dass auch der 

 - 8 - 

 

 

 

Beschuldigte als Hauptbeteiligter dasteht. Vor diesem Hintergrund ist 

– entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (Plädoyer der Verteidigung 

S. 9) – auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs ersichtlich. 

 

3. 

3.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in der Anklageziffer 1.2 

zusammengefasst vor, im Zeitraum vom 7. bis 8. Juni zwischen ca. 13.00 

bis 09.00 Uhr, alleine oder evtl. in Begleitung eines unbekannten Mittäters, 

in die Räumlichkeiten des Betreibungsamtes Q._____, […], gewaltsam 

eingedrungen zu sein, indem er oder ein Mittäter durch mehrfaches 

Ansetzen eines 12 mm Flachwerkszeugs ein kleines Aussenfenster 

aufgebrochen hat. In den Räumlichkeiten des Betreibungsamtes sollen sie 

den dort fest montierten Tresor aus der Verankerung gebrochen, 

abtransportiert und in der Nähe des ca. 350 Meter entfernten Friedhofs 

direkt neben dem dort befindlichen Parkplatz gewaltsam geöffnet haben. 

Die Täterschaft habe aus dem Tresor Geld in unterschiedlicher Stückelung 

im Gesamtbetrag von ca. Fr. 1'458.15 entwendet und einen Sachschaden 

von insgesamt ca. Fr. 7'570.85 verursacht.  

 

3.2. 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten auch in diesem Punkt wegen 

Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. Sie sah es 

gestützt auf die Auswertung der Randdaten sowie aufgrund desselben 

modus operandi als erstellt an, dass der Beschuldigte an diesem 

Einbruchdiebstahl beteiligt war (vorinstanzliches Urteil, E. 4.4. f.).  

 

Der Beschuldigte beantragt, er sei von diesen Vorwürfen freizusprechen 

(Berufungsbegründung S. 1). 

 

3.3. 

Der Vorwurf des Einbruchsdiebstahls in Anklageziffer 1.2 erschöpft sich 

darin, dass sich der Beschuldigte zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts 

aufgehalten habe und sich das Tatvorgehen mit dem Vorwurf gemäss 

Anklageziffer 1.1 decke. Zwar ist der Umstand, dass sich der Beschuldigte 

zur fraglichen Zeit tatortnah aufgehalten hat, als ein starkes Indiz zu werten. 

Dieses genügt für sich alleine jedoch nicht, um seine Täterschaft zu 

beweisen, nachdem weder DNA-Spuren noch weitere Beweismittel auf 

eine Tatbeteiligung hinweisen. Auch der Hinweis auf einen ähnlichen 

modus operandi ist vorliegend nicht ausreichend, ist die Vorgehensweise 

doch nicht derart einzigartig, als dass sie nur dem Beschuldigten oder 

einem Mittäter zugeordnet werden könnte. Der Anklagesachverhalt 

gemäss Ziff. 1.2 lässt sich somit nicht rechtsgenügend erstellen. 

 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 

diesem Punkt somit als begründet und er ist hinsichtlich der Anklageziffer 

 - 9 - 

 

 

 

1.2 von den Vorwürfen des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des 

Hausfriedensbruchs freizusprechen. Dieses Ergebnis steht denn auch im 

Einklang mit dem rechtskräftigen Urteil des Bezirksgerichts Baden 

ST.2023.33 vom 5. April 2023, mit welchem der in diesem nachträglich 

geführten Verfahren als Mittäter des Beschuldigten angeklagte A._____ 

vom Vorwurf des Einbruchdiebstahls in die Räumlichkeiten des 

Betreibungsamtes Q._____ freigesprochen worden ist. 

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten gestützt auf die Anklageziffer 4 der 

Beschimpfung schuldig gesprochen.  

 

Hinsichtlich des Schuldspruchs wegen Beschimpfung wendet sich der 

Beschuldigte gegen die Verurteilung wegen Mehrfachbegehung; auf den 

Vorwurf der Beschimpfung vor der Haustüre sei nicht einzutreten 

(Berufungserklärung S. 2). Nachdem der Beschuldigte aber lediglich wegen 

einfacher Beschimpfung verurteilt worden ist, er folglich diesbezüglich gar 

nicht beschwert ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zu diesem Punkt. 

Hinsichtlich den Beschimpfungen am Telefon sei ein Schuldspruch ohne 

Aussprechen einer Sanktion im Sinne von Art. 177 Abs. 3 StGB 

vorzunehmen (Plädoyer Verteidigung S. 2).  

 

4.2. 

Beschimpfung ist nur auf Antrag strafbar. Die antragsberechtigte Person 

kann ihren Strafantrag zurückziehen, solange das Urteil der zweiten 

kantonalen Instanz noch nicht eröffnet ist (Art. 33 Abs. 1 StGB). Der 

Rückzug ist endgültig (Art. 33 Abs. 2 StGB).  

 

C._____ hat anlässlich der Berufungsverhandlung seinen Strafantrag 

zurückgezogen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2). Damit fehlt es 

hinsichtlich dieses Antragsdelikts an einer Prozessvoraussetzung, weshalb 

das Verfahren in Bezug auf die Beschimpfung einzustellen ist (Art. 329 

Abs. 4 StPO). 

 

5. 

5.1. 

Der Beschuldigte hat sich wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs, 

mehrfacher Sachbeschädigung und wegen Ungehorsams im Betreibungs- 

und Konkursverfahren schuldig gemacht, wofür er angemessen zu 

bestrafen ist.  

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt – anschlussberufungsweise eine 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten, der Beschuldigte – ausgehend von den 

von ihm beantragten Freisprüchen – eine Busse von Fr. 200.00.  

 

 - 10 - 

 

 

 

5.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB widerholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313 ff.; BGE 144 

IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden.  

 

5.3. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1).  

 

Der Beschuldigte ist, teilweise einschlägig, vorbestraft. Sein aktueller 

Strafregisterauszug umfasst acht Seiten, wobei es sich durchwegs nicht 

um Bagatellen handelt. Mit Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 16. März 

2011 wurde der Beschuldigte unter anderem wegen bandenmässigen 

Diebstahls zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren verurteilt. Die 

Freiheitsstrafe wurde vollzogen. Trotz dieses längeren Freiheitsentzugs 

trat der Beschuldigte ab dann regelmässig strafrechtlich in Erscheinung 

und wurde mit teil- und unbedingten Geldstrafen sanktioniert. So wurde er 

mit Urteil des Gerichtspräsidiums Baden vom 22. September 2017 zu einer 

teilbedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen à Fr. 100.00, davon 

120 Tagessätze bedingt vollziehbar, und am 23. September 2019 mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden zu einer unbedingten Geldstrafe 

von 180 Tagessätzen à Fr. 110.00 sowie zu einer Busse von Fr. 1'000.00 

verurteilt. Selbst während des vorliegenden, hängigen Strafverfahrens, 

nota bene nach Anklageerhebung und somit in Kenntnis der beantragten 

Sanktionen, delinquierte er weiter und wurde deswegen mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Baden vom 17. Februar 2021 wegen grober Verletzung 

der Verkehrsregeln und Nötigung zu einer unbedingten Geldstrafe von 

50 Tagessätzen à Fr. 70.00 verurteilt. Angesichts der offensichtlichen 

Ungerührtheit des Beschuldigten gegenüber dem hiesigen Straf- und 

Vollzugssystems kommt nur noch eine Freiheitsstrafe als zweckmässige 

und angemessene Sanktion in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_782/2011 vom 3. April 2012 E. 4.1).  

 

Somit ist für den Diebstahl, die Sachbeschädigungen und den 

Hausfriedensbruch eine Gesamtfreiheitsstrafe auszufällen. Für die 

Übertretung (Ungehorsam im Betreibungs- und Konkursverfahren) ist eine 

Busse auszufällen. 

 

5.4. 

Hinsichtlich der mit einer Freiheitsstrafe zu bestrafenden Delikte ist die 

Einsatzstrafe für die qua Strafrahmen schwerste Straftat und somit für den 

 - 11 - 

 

 

 

Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB festzusetzen. Dazu ergibt sich 

Folgendes: 

 

Der Tatbestand des Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB sieht eine 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Das Gericht misst die 

Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens nach dem Verschulden zu 

(Art. 47 Abs. 1 StGB). Ausgangspunkt für die Bestimmung des 

Verschuldens ist die Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Durch Art. 139 StGB wird 

das Vermögen geschützt (Urteil des Bundesgerichts 6B_786/2014 vom 

10. April 2015 E. 1.5.3). Der Beschuldigte hat durch eine einzige Handlung 

Bargeld im Gesamtbetrag von ca. Fr. 3'025.40 erbeutet. Zu berücksichtigen 

ist in diesem Zusammenhang, dass er mit dem Bestreibungsamt bewusst 

eine Lokalität ausgewählt hat, bei welcher er davon ausgehen konnte, 

erhebliche Barmittel vorzufinden und möglichst viel zu erbeuten. Dafür 

spricht auch der Umstand, dass er nicht nur einfach Behältnisse nach 

Bargeld durchsuchte, sondern einen Tresor abtransportierte. Es darf 

folglich ohne Weiteres geschlossen werden, dass sich sein Vorsatz auf 

eine erheblich grössere Summe richtete als die effektiv erbeuteten 

Fr. 3'025.40. Bei einem massgeblichen Deliktsbetrag von mindestens 

Fr. 10'000.00 durch einen einzigen Diebstahl ist von einer hohen Intensität 

der deliktischen Tätigkeit auszugehen. Unter Berücksichtigung des 

grossen Spektrums möglicher Deliktssummen ist jedoch von einem noch 

vergleichsweise leichten bis mittelschweren Taterfolg auszugehen.  

 

Verschuldenserhöhend wirkt sich die Art und Weise der Tatbegehung und 

damit einhergehend die Verwerflichkeit des Handelns aus. Der 

Beschuldigte ist nicht etwa plump oder unbedarft vorgegangen, sondern 

agierte äusserst professionell. Er brach nachts und somit gezielt 

ausserhalb der Öffnungszeiten in die Räumlichkeiten des Betreibungs-

amtes S._____ ein, von wo aus er – zusammen mit einem Mittäter – einen 

nicht befestigten Tresor von 190 kg abtransportierte. Aufgrund des 

Gewichts des Deliktsguts ist davon auszugehen, dass ein Fahrzeug für den 

Transport bereitstand und er gemeinsam mit A._____ handelte. Entgegen 

dem Vorbringen des Beschuldigten (Plädoyer Verteidigung S. 11), ist 

ausgeschlossen, dass der Tatbeitrag des Beschuldigten bloss von 

untergeordneter Natur war und sich in einem reinen «Schmiere stehen» 

erschöpft hätte. Vielmehr war das eigenhändige oder ihm anrechenbare 

Handeln planmässig und organisiert; es ist insgesamt damit deutlich über 

die blosse Erfüllung des Tatbestandes hinausgegangen. 

 

Der Beschuldigte handelte aus monetären Gründen, was jedem 

Vermögensdelikt immanent ist und bei Diebstahl bereits durch das 

Tatbestandsmerkmal der ungerechtfertigten Bereicherungsabsicht erfasst 

wird. Dieser Umstand darf deshalb bei der Tatkomponente nicht nochmals 

 - 12 - 

 

 

 

verschuldenserhöhend berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1327/2015 vom 16. März 2016 E. 4.2). Verschuldenserhöhend 

ist jedoch das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit zu berücksichtigen, 

über das der Beschuldigte bei der Begehung des Diebstahls verfügte. Je 

leichter es für ihn gewesen wäre, das fremde Vermögen zu respektieren, 

desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und somit auch das 

Verschulden (BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 

vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). Der Beschuldigte war im Zeitpunkt der 

Tatbegehung nach eigenen Angaben erwerbstätig und erwirtschaftete mit 

seiner eigenen Firma ein Nettoeinkommen zwischen Fr. 5'500.00 und 

Fr. 6'000.00 (UA act. 10 f.). Von einer finanziellen Notlage kann folglich 

nicht gesprochen werden. Es sind keine Gründe ersichtlich, welche seine 

Entscheidungsfreiheit im Tatzeitpunkt massgeblich beeinträchtigt hätten. 

 

Insgesamt ist in Bezug auf den Diebstahl vom 5./6. Juni 2019 von einem 

mittelschweren Tatverschulden und in Relation zum Strafrahmen von 

einem bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe von einer angemessenen 

Einsatzstrafe von 16 Monaten auszugehen.  

 

5.5. 

Diese Einsatzstrafe für den Diebstahl ist in Anwendung des 

Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen.  

 

5.6. 

Hinsichtlich der anlässlich des Einbruchsdiebstahls begangenen Sachbe-

schädigung ergibt sich Folgendes:  

 

Der Täter, der eine Sachbeschädigung begeht, wird gemäss Art. 144 

Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder – hier nicht 

zweckmässiger – Geldstrafe bestraft. Hat der Täter einen grossen Schaden 

verursacht, wovon ab einem Sachschaden von Fr. 10'000.00 auszugehen 

ist (BGE 136 IV 117 E. 4.3.1), kann gemäss Art. 144 Abs. 3 StGB auf eine 

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren erkannt werden. Durch Art. 144 StGB 

wird das Eigentum von Sachen und das Gebrauchs- und Nutzungsrecht 

daran geschützt.  

 

Der Beschuldigte ist zur Begehung des Diebstahls in der Nacht vom 

5./6. Juni 2019 zusammen mit A._____ in die Räumlichkeiten des 

Betreibungsamtes S._____ durch das Fenster eingedrungen. Durch das 

Aufbrechen des Fensters entstand ein Sachschaden in der Höhe von mehr 

als Fr. 7'000.00 (UA act. 75). Andererseits wurde der nicht befestigte Tresor 

aus dem Betreibungsamt S._____ entfernt, abtransportiert und gewaltsam 

aufgebrochen. Der Zeitwert des komplett zerstörten Tresors beläuft sich 

auf ca. Fr. 3'000.00. Damit ist hinsichtlich beider Sachbeschädigungen von 

einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Taterfolg auszugehen. 

 

 - 13 - 

 

 

 

Das Vorgehen des Beschuldigten und von A._____ bestand darin, das 

Fenster aufzuwuchten, den nicht befestigten Tresor abzutransportieren 

und an einem geschützten Ort gewaltsam aufzubrechen. Die Art und Weise 

des Vorgehens ging somit nicht wesentlich über die blosse Erfüllung des 

Tatbestandes hinaus, was sich jedoch neutral auswirkt. Verschuldens-

erhöhend zu berücksichtigen ist hingegen das hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit, über welches der Beschuldigte verfügte. Es kann 

dazu auf die obigen Erwägungen zum Diebstahl verwiesen werden.  

 

Insgesamt ist bei isolierter Betrachtungsweise hinsichtlich der Sach-

beschädigung des Fensters von einem mittelschweren und hinsichtlich des 

Tresors von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden und 

dafür angemessene Einzelstrafen von 8 Monaten bzw. 4 Monaten 

auszugehen. 

 

Im Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass die 

Sachbeschädigungen nicht das primäre Ziel des Beschuldigten waren, 

sondern als gleichsam notwendige Begleiterscheinung mit dem 

Einbruchsdiebstahl des Tresors einhergingen. Folglich standen die 

Sachbeschädigungen in einem engen, sachlichen, zeitlichen und situativen 

Zusammenhang mit dem Diebstahl. Entsprechend geringer fällt bei der 

Bildung der Gesamtstrafe ihr Gesamtschuldbeitrag aus. Angemessen 

erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 6 Monate für die beiden 

Sachbeschädigungen auf eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten.  

 

5.7. 

In Bezug auf den anlässlich des Einbruchs begangenen Hausfriedens-

bruchs ergibt sich Folgendes: 

 

Der Täter, der einen Hausfriedensbruch begeht, wird gemäss Art. 186 

StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder – hier nicht zweckmässiger 

– Geldstrafe bestraft. Durch Art. 186 StGB wird das Hausrecht bzw. die 

Unverletzlichkeit der vom Hausfriedensbruch geschützten Räumlichkeiten 

und umfriedeten Orte geschützt.  

 

Der Beschuldigte ist in das Betreibungsamt S._____ eingedrungen. Das 

Vorgehen ging nicht über die Erfüllung des Tatbestands hinaus, was sich 

neutral auswirkt. Zwar betraf der Hausfriedensbruch keine Wohn-

liegenschaften, bei denen die Gefahr bestanden hätte, dass sich die 

Verletzung der Privatsphäre besonders nachteilig auf das Sicherheits -

gefühl der Hausberechtigten auswirkt. Das Fehlen von verschuldens-

erhöhenden Faktoren ist jedoch nicht strafmindernd, sondern neutral zu 

gewichten. Wiederum verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist das 

hohe Mass an Entscheidungsfreiheit, über welches der Beschuldigte 

verfügte (siehe dazu oben).  

 

 - 14 - 

 

 

 

Insgesamt ist hinsichtlich des Hausfriedensbruchs von einem noch leichten 

Verschulden und bei isolierter Betrachtung von einer dafür angemessenen 

Einzelstrafe von 3 Monaten auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist die 

sachliche, räumliche und zeitliche Nähe des Hausfriedensbruchs zum 

Diebstahl und zur Sachbeschädigung zu berücksichtigen. Entsprechend 

geringer fällt bei der Bildung der Gesamtstrafe in Anwendung des 

Asperationsprinzips sein Gesamtschuldbeitrag aus. Angemessen erscheint 

eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 1 Monat auf 23 Monate Freiheitsstrafe.  

 

5.8. 

Im Rahmen der Täterkomponente fallen die Vorstrafen des Beschuldigten 

straferhöhend ins Gewicht, auch wenn diese nur teilweise einschlägig sind 

und teilweise bereits länger zurückliegen (siehe dazu oben), denn er hat 

nicht die nötigen Lehren daraus gezogen (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2). 

 

Der Beschuldigte verweigerte hinsichtlich der Vorwürfe des Einbruchs-

diebstahls sowohl im Untersuchungsverfahren als auch an der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung die Aussage, was sein Recht ist 

(Art. 113 Abs. 1 StPO). Von der Berufungsverhandlung hat er sich 

dispensieren lassen. Wer, wie der Beschuldigte nicht geständig ist, kann 

hinsichtlich des begangenen Unrechts auch nicht einsichtig und reuig sein. 

Unter diesen Umständen ist eine Strafminderung, wie sie bei einem von 

Anfang an geständigen, einsichtigen und reuigen Täter möglich ist, 

ausgeschlossen.  

 

Die übrigen persönlichen Verhältnisse bieten zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Der Beschuldigte ist bereits im November 2022 in den Kosovo […] 

übersiedelt und lebt seither getrennt von seiner Ehefrau, mit welcher er 

zwei gemeinsame Kinder hat (UA act. 11). Im Kosovo hat er ein Geschäft 

übernommen und sich dort als Geschäftsführer eingesetzt. Er zahlt sich 

zurzeit einen Monatslohn in der Höhe von Euro 500.00 aus (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3; anlässlich der Berufungsverhandlung 

eingereichter Arbeitsvertrag).  

 

Weitere Faktoren, welche sich strafmindernd oder straferhöhend 

auswirken, sind nicht ersichtlich. Insbesondere ist nicht von einer erhöhten 

Strafempfindlichkeit auszugehen. Die Rechtsprechung hat wiederholt 

betont, dass eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei aussergewöhnlichen 

Umständen zu bejahen ist (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.4 mit Hinweisen). Solche 

Umstände sind vorliegend zu verneinen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern 

der Beschuldigte von der auszusprechenden Freiheitsstrafe härter 

betroffen würde, als jede andere beruflich, sozial und familiär integrierte 

Person. Auch der Umstand, dass er Vater von zwei minderjährigen Kindern 

ist, führt nicht automatisch zur Annahme einer besonderen 

Strafempfindlichkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_102/2011 vom 

 - 15 - 

 

 

 

14. Februar 2012 E. 9.3; 6B_738/2014 vom 25. Februar 2015 E. 3.4), 

zumal er bereits heute von diesen getrennt lebt.  

 

Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich, die negative Täterkomponente im 

Umfang von einem Monat straferhöhend zu berücksichtigen. 

 

5.9. 

Zusammenfassend erscheint dem Obergericht für den Diebstahl, die 

Sachbeschädigungen sowie den Hausfriedensbruch eine Freiheitsstrafe 

von 24 Monaten dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des 

Beschuldigten angemessen. 

 

Aus dem Umstand, dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung 

lediglich eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten beantragt hat, kann der 

Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das Obergericht fällt ein 

neues Urteil (Art. 408 StPO) und hat die Strafe nach seinem eigenen 

Ermessen festzusetzen. Unter dem Vorbehalt der «reformatio in peius» 

muss sich die Berufungsinstanz nicht daran orientieren, wie die erste 

Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet. Die Anträge der 

Staatsanwaltschaft sind nicht bindend (Art. 391 Abs. 1 lit. a StPO; vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1194/2015 vom 3. Juni 2016 E. 2.3.2). Auch 

bei einem teilweisen Freispruch muss nicht automatisch eine mildere 

Bestrafung erfolgen (Urteil des Bundesgerichts 6B_485/2022 vom 

12. September 2022 E. 8.4.1). 

 

Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschuldigte sodann daraus ableiten, 

dass der Mitbeschuldigte A._____ für den Einbruchsdiebstahl ins 

Betreibungsamt S._____ vom Bezirksgericht Baden mit Urteil vom 5. April 

2023 rechtskräftig «nur» zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten und einer 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen verurteilt worden ist. Aus formellen 

Gründen kann das Obergericht vorliegend nur über die Strafe des 

Beschuldigten befinden, nicht aber über jene von A._____. Hätte das 

Obergericht gleichzeitig auch die Strafe für den Mittäter A._____ festsetzen 

dürfen, so wäre diese bei gleicher Tat- und Täterkomponente auch in 

gleicher Höhe wie jene des Beschuldigten auszufällen gewesen. Da dies 

nicht möglich ist, bleibt es bei einem Missverhältnis, da der Beschuldigte 

keinen Anspruch auf «Gleichbehandlung im Unrecht» hat (vgl. BGE 135 IV 

191 E. 3.2). 

 

5.10. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei 

Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig 

erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der 

letzten fünf Jahre vor der Tat (nach dem bis Ende 2017 geltenden 

Sanktionenrecht) zu einer Geldstrafe von mehr als 180 Tagessätzen 

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 - 16 - 

 

 

 

verurteilt, ist der Aufschub des Vollzugs einer Strafe nur zulässig, wenn 

besonders günstige Umstände vorliegen (Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 19. Juni 2015 zu Art. 42 Abs. 2 StGB in der seit 1. Januar 

2018 geltenden Fassung). Art. 42 Abs. 2 StGB erfasst gemäss der 

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 19. Juni 2015 somit auch 

Geldstrafen von mehr als 180 Tagessätzen, welche mit der auf den 

1. Januar 2018 in Kraft getretenen Gesetzesänderung abgeschafft wurden 

(vgl. Art. 34 Abs. 1 StGB). Besonders günstig sind Umstände, die 

ausschliessen, dass die Vortat die Prognose verschlechtert (BGE 145 IV 

137 E. 2.2 f.).  

 

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Gerichtspräsidiums Baden vom 

22. September 2017 zu einer teilbedingten Geldstrafe von 240 Tages-

sätzen, davon 120 Tagessätze bedingt, à Fr. 100.00 verurteilt. Aufgrund 

dessen ist der Aufschub der vorliegend auszusprechenden Freiheitsstrafe 

nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen (Übergangs-

bestimmung zur Änderung vom 19. Juni 2015 zu Art. 42 Abs. 2 StGB in der 

seit 1. Januar 2018 geltenden Fassung). Wie nachfolgend aufgezeigt wird, 

sind dem Beschuldigten jedoch keine besonders günstigen Umstände, 

sondern eine eigentliche Schlechtprognose zu attestieren:  

 

Der Beschuldigte lebt seit November 2022 getrennt von seiner Familie im 

Kosovo, wo er auch einer Arbeit nachgeht. Selbst wenn unter diesen 

Umständen von stabilen Verhältnissen auszugehen wäre, kann er daraus 

nichts zu seinen Gunsten ableiten, vermochten ihn diese doch bereits in 

der Vergangenheit nicht von der Begehung von neuen Straftaten 

abzuhalten. Er ist mehrfach, teilweise sogar einschlägig, vorbestraft, und 

nicht bloss im Bereich der Vermögensdelikte. Dies ist bei der 

Prognosestellung als erheblich ungünstiges Element zu gewichten. Zu 

berücksichtigen ist, dass er sich weder durch eine 2-jährige, unbedingte 

Freiheitsstrafe, geschweige denn von unbedingten, und in Anbetracht der 

finanziellen Verhältnisse, spürbaren Geldstrafen beeindrucken liess. 

Negativ zu würdigen ist auch der Umstand, dass er während des vorliegend 

hängigen Strafverfahrens und somit in Kenntnis der von der Staatsanwalt-

schaft beantragten unbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten erneut 

straffällig wurde und mit Strafbefehl vom 17. Februar 2021 wegen grober 

Verletzung der Verkehrsregeln und Nötigung zu einer unbedingten 

Geldstrafe von 50 Tagessätzen à Fr. 70.00 verurteilt wurde. Zusammen-

fassend hat der Beschuldigte trotz seiner Vorstrafen ein sehr grosses Mass 

an Gleichgültigkeit und Unbekümmertheit gegenüber der Rechtsordnung 

gezeigt. Dem Beschuldigten ist somit eine eigentliche Schlechtprognose zu 

stellen und von besonders günstigen Umständen kann erst recht keine 

Rede sein, weshalb die Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu vollziehen ist. 

 

 - 17 - 

 

 

 

5.11. 

Die Vorinstanz hat darauf verzichtet, den vom Gerichtspräsidium Baden mit 

Urteil vom 22. September 2017 für die Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

à Fr. 100.00 gewährten bedingten Strafvollzug zu widerrufen. Stattdessen 

hat sie den Beschuldigten verwarnt und die Probezeit von 4 Jahren um 

1 Jahr verlängert.  

 

In Anbetracht der Nichtbewährung des Beschuldigten und der ihm auch 

unter Berücksichtigung des Vollzugs der neu auszufällenden Strafen zu 

stellenden Schlechtprognose, hätte das Obergericht auch den für die 

Geldstrafe von 120 Tagessätzen gewährten bedingten Vollzug widerrufen. 

Nachdem jedoch die Staatsanwaltschaft diesen Punkt mit Anschluss-

berufung nicht angefochten hat und das Verschlechterungsverbot nur in 

den von ihr angefochtenen Punkten aufgehoben wird (BGE 148 IV 89 

E. 4.3), hat es damit sein Bewenden. 

 

Vor diesem Hintergrund ist aber auch der vom Beschuldigten mit Berufung 

beantragte Verzicht auf eine Verlängerung der Probezeit nicht angezeigt. 

Es kann offensichtlich nicht davon ausgegangen werden, dass bei einem 

Verzicht auf die Verlängerung der Probezeit eine genügende Warnwirkung 

bestehen würde, um den Beschuldigten von weiterer Straffälligkeit 

abzuhalten. Es bestehen erhebliche Bedenken an der Legalbewährung des 

Beschuldigten, da er trotz Vorstrafen ein grosses Mass an Gleichgültigkeit 

und Unbekümmertheit gegenüber der Rechtsordnung offenbart und 

insbesondere noch während laufender Probezeit erneut delinquiert hat. 

Entsprechend ist mit der Vorinstanz die Probezeit von 4 Jahren um 1 Jahr 

zu verlängern und der Beschuldigte zu verwarnen. Entgegen dem 

Vorbringen des Beschuldigten (Plädoyer Verteidigung S. 16), können die 

verschiedenen Ersatzmassnahmen nicht nur alternativ, sondern auch 

kumulativ angeordnet werden, geht es doch darum, dem Beschuldigten 

den Ernst der Lage vor Augen zu führen und so die Legalprognose zu 

verbessern (ACHERMANN, in: Annotierter Kommentar StGB, 2020, N. 11 zu 

Art. 46 StGB; BGE 98 IV 76 E. 1). 

 

5.12. 

Die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse für die Übertretung 

(Ungehorsam im Betreibungs- und Konkursverfahrens) in der Höhe von 

Fr. 200.00, ersatzweise 2 Tage Freiheitsstrafe, wurde nicht angefochten, 

weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 

 

6. 

6.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. d 

StGB für die Dauer von fünf Jahren des Landes verwiesen, unter 

Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS).  

 - 18 - 

 

 

 

6.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung nach 

Art. 66a StGB unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR zu 

Art. 8 EMRK wiederholt dargelegt (BGE 146 IV 311; BGE 146 IV 172; 

VGEW 146 IV 105; BGE II 1; BGE 145 IV 455; BGE 145 IV 364). Darauf 

kann verwiesen werden.  

 

6.3. 

Vorliegend liegt mit dem Schuldspruch wegen Diebstahls in Verbindung mit 

einem Hausfriedensbruch eine Katalogtat für eine obligatorische 

Landesverweisung gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB vor. Der 

Beschuldigte ist somit grundsätzlich für die Dauer von 5 bis 15 Jahre aus 

der Schweiz zu verweisen.  

 

Von der Anordnung der Landesverweisung kann ausnahmsweise unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1) einen 

schweren persönlichen Härtefäll bewirken würde und (2) die öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a 

Abs. 2 erster Satz StGB). Art. 66a StGB ist EMRK-konform auszulegen. 

Die Interessenabwägung im Rahmen der Härtefallklausel von Art. 66a 

Abs. 2 StGB hat sich daher an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach 

Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu orientieren 

 

6.4. 

6.4.1. 

Der heute 46-jährige Beschuldigte stammt aus dem Kosovo. Er ist im 

Kosovo geboren, wo er aufwuchs und die Schule besuchte. Er reiste am 

11. Juli 2006 im Alter von 29 Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in 

die Schweiz ein. Mit D._____ (deutsche Staatsangehörige) ist er seit dem 

8. August 2006 nach Schweizer Recht verheiratet (MIKA-Akten). Er 

verfügte über eine Aufenthaltsbewilligung B (MIKA-Akten, vgl. CD = 

UA act. 280). Im November 2022 hat er die Schweiz – wohl aus 

ausländerrechtlichen Gründen – verlassen müssen und ist zurück in den 

Kosovo gekehrt. Dort lebt er getrennt von seiner Ehefrau und den beiden 

minderjährigen Kindern im Alter von 14 und 9 Jahren, die in der Schweiz 

geblieben sind. Er hat im Kosovo eine Firma übernommen und sich als 

Geschäftsführer eingesetzt (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2).  

 

Die persönliche und gesellschaftliche Integration des Beschuldigten bis zu 

seiner Ausreise ist nicht über das hinausgegangen, was in Anbetracht 

seiner Aufenthaltsdauer in der Schweiz zu erwarten gewesen ist. Er 

verfügte über keine Ausbildung und war während seinem Aufenthalt in der 

Schweiz u.a. für eine längere Zeit arbeitslos (GA 59 f.). Zu berücksichtigen 

sind weiter die hohen Schulden; der vierseitige Betreibungsregisterauszug 

(UA act. 26 f.) weist Schulden, hauptsächlich öffentliche Abgaben wie 

 - 19 - 

 

 

 

Steuern, Krankenkassen-, Versicherungsprämien und Kosten aus 

Strafverfahren, in der Höhe von mehreren Fr. 10'000.00 auf. Mithin 

erscheint seine berufliche und wirtschaftliche Integration in der Schweiz in 

beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht als unterdurchschnittlich. 

 

Dem Beschuldigten gelang es nicht, sich an die schweizerische 

Rechtsordnung zu halten. Kurz nach seiner Einreise 2006 wurde er ein 

erstes Mal verurteilt, danach folgten in regelmässigen Abständen weitere 

Verurteilungen. Sein delinquentes Verhalten führte auch dazu, dass er 

mehrfach ausländerrechtlich verwarnt wurde (vgl. Verfügung vom 3. April 

2018), was ihn nicht vor erneuter Straffälligkeit abhielt. Er hat mit diesem 

Verhalten eine eindrückliche Unbekümmertheit gegenüber der hiesigen 

Rechtsordnung gezeigt; ein deliktfreies Leben ist ihm praktisch nicht 

gelungen. Im Gegenteil ist eine Steigerung der Delinquenz festzustellen.  

 

6.4.2. 

Die Integrationschancen in seinem Heimatland erweisen sich für den 

Beschuldigten als intakt, was sich bereits daraus ergibt, dass er sich seit 

November 2022 wieder im Kosovo befindet und dort auch einer 

Erwerbstätigkeit nachgeht. Ferner verfügt er dort über Angehörige und ist 

bestens mit der dortigen Kultur und der Sprache vertraut. 

 

In Bezug auf die Auswirkungen der Landesverweisung auf das Leben des 

Beschuldigten ist unter dem Titel von Art. 8 Abs. 2 EMRK auch das Recht 

auf Familienleben zu berücksichtigen. Hinsichtlich des Rechts auf 

Familienleben gemäss Art. 8 EMRK ist grundsätzlich die Beziehung zur 

Ehefrau und den in der Schweiz lebenden gemeinsamen minderjährigen 

Kindern relevant. Die blosse Anwesenheit eines Ehepartners und von 

Kindern in der Schweiz genügt indes nicht, erforderlich ist vielmehr eine 

gelebte Beziehung. Der Beschuldigte lebt – wie bereits erwähnt – nunmehr 

getrennt von seiner Ehefrau und den Kindern. Ob ein Eheschutzverfahren 

bereits in die Wege geleitet wurde, ist nicht bekannt (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 2). Die Ehefrau lebt zusammen mit den beiden 

minderjährigen Kindern weiterhin in der Schweiz. Nachdem der 

Beschuldigte in den Kosovo übersiedelt ist, kann schwerlich von intakten 

familiären Beziehungen gesprochen werden. Der Beschuldigte lebt 

inzwischen seit mindestens zehn Monaten (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 2) getrennt von seiner Frau D._____ (UA act. 17) 

und seinen beiden Töchtern. Mithin verfügt er weder zu seiner Ehefrau 

noch zu seinen Töchtern über eine besonders nahe, echte und tatsächlich 

gelebte Beziehung im Sinne einer eigenen Kernfamilie. Daran ändert auch 

der Umstand nichts, dass er für die beiden Töchter Unterhaltsbeiträge in 

der Höhe von je Euro 100.00 bezahlen soll (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3). Jedenfalls scheint es dem Beschuldigten 

nach Verbüssung der Freiheitsstrafe für die Dauer der Landesverweisung 

ohne Weiteres möglich, die Beziehung zu seiner Frau und den Töchtern in 

 - 20 - 

 

 

 

einem vergleichbaren Ausmass – wie bereits seit seinem Wegzug in den 

Kosovo im November 2022 – weiterzuführen, z.B. mit modernen 

Kommunikationsmittel oder Besuchen im Kosovo. 

 

6.4.3. 

Das – aktuell rein hypothetische – Interesse des Beschuldigten an einem 

Verbleib bzw. einer Rückkehr in die Schweiz ist nach dem Gesagten zwar 

nicht unerheblich, jedoch vergleichsweise gering. 

 

Demgegenüber ist von einem hohen öffentlichen Interesse an einer 

Wegweisung bzw. Fernhaltung aus der Schweiz, das sein privates 

Interesse an einem Verbleib bzw. einer Rückkehr in die Schweiz deutlich 

überwiegt, auszugehen: Der Beschuldigte wird vorliegend wegen 

Einbruchdiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren verurteilt. Eine 

Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe (zu deren Begriff 

vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1; BGE 139 I 145 E. 2.1; je mit Hinweisen) begründet 

für sich bereits ein erhebliches öffentliches Interesse an einer 

Landesverweisung (Urteil des Bundesgerichts 6B_959/2021 vom 

9. November 2022 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_225/2023 vom 

7. Juli 2023 E. 1.5.2). Der Beschuldigte hat eine erhebliche kriminelle 

Energie an den Tag gelegt. Er ist in die Räumlichkeiten des 

Betreibungsamtes S._____ eingebrochen und hat dort zusammen mit 

einem Mittäter einen Tresor abtransportiert. Mit seinem Verhalten hat er 

erneut ein hohes Ausmass an Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen 

Rechtsordnung manifestiert. Es ist von einer entsprechend hohen Gefahr 

für die öffentliche Sicherheit und Ordnung auszugehen. Seit seiner Einreise 

2006 wurde der Beschuldigte regelmässig straffällig und zeigte dadurch, 

dass er entweder nicht gewillt oder nicht in der Lage ist, sich an das hiesige 

Rechtssystem zu halten. Ihm ist denn auch eine sehr schlechte 

Legalprognose zu stellen, was sich auch daran zeigt, dass er noch während 

des hängigen Strafverfahrens erneut straffällig geworden ist.  

 

6.4.4. 

Nach dem Gesagten liegt weder ein persönlicher Härtefall vor, noch 

überwiegt sein privates Interesse an einem Verbleib bzw. einer Rückkehr 

in die Schweiz das deutlich höhere öffentliche Interesse an einer 

Wegweisung bzw. Fernhaltung aus der Schweiz. 

 

Damit sind die die Voraussetzungen für eine Landesverweisung erfüllt. 

Diese erweist sich sowohl unter dem Blickwinkel von Art. 66a Abs. 2 StGB 

als auch unter demjenigen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK als verhältnismässig und 

rechtskonform. 

 

 - 21 - 

 

 

 

6.5. 

Die von der Vorinstanz ausgesprochene Landesverweisung von 5 Jahren 

entspricht dem gesetzlichen Minimum, womit es aufgrund des 

Verschlechterungsverbots sein Bewenden hat. 

 

Vom Beschuldigten geht eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung im Sinne von Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung aus (vgl. BGE 147 

IV 340). Mit der Vorinstanz ist die Landesverweisung somit im Schengener 

Informationssystem (SIS) auszuschreiben. 

 

7. 

7.1. 

Die Vorinstanz hat die Zivilklage der Stadt S._____ und des 

Betreibungsamts S._____ auf den Zivilweg verwiesen (vorinstanzliches 

Urteil E. 12.3.4). 

 

Der Beschuldigte beantragt, die Zivilforderungen seien abzuweisen 

(Berufungserklärung S. 3). Auf diesen Antrag ist mangels Beschwer des 

Beschuldigten nicht einzutreten. Nur die Privatklägerschaft kann im 

Strafprozess eine Zivilforderung adhäsionsweise geltend machen. Dem 

Beschuldigten ist es hingegen verwehrt, im Sinne einer negativen 

Feststellungklage einen materiellen Entscheid über eine Zivilforderung, die 

zufolge Verweisung auf den Zivilweg nicht beurteilt wird, im Rahmen des 

Strafverfahrens herbeizuführen. 

 

7.2. 

Die Vorinstanz hat die Zivilklage des Betreibungsamts Q._____ 

gutgeheissen und ihm Schadenersatz in der Höhe von Fr. 500.00 

zugesprochen. Der Beschuldigte beantragt wiederum, die Zivilforderung 

sei abzuweisen (Berufungserklärung S. 3). 

 

Das Gericht entscheidet über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es 

den Beschuldigten freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 

Abs. 1 lit. b StPO). In tatsächlicher Hinsicht ist nicht erstellt, dass der 

Beschuldigte die angeklagten Handlungen zum Nachteil des 

Betreibungsamts Q._____ begangen hat, weshalb er diesbezüglich von 

Schuld und Strafe freizusprechen ist. Der Sachverhalt ist gestützt auf das 

Beweisergebnis auch hinsichtlich der zivilrechtlich bedeutsamen Fragen 

des widerrechtlich und kausal verursachten Schadens als Grundlage für 

eine adhäsionsweise Zivilklage spruchreif. Aufgrund fehlender Täterschaft 

hinsichtlich Anklageziffer 1.2 entfällt die Grundlage für die Zusprechung 

einer Genugtuung oder von Schadenersatz, weshalb die Zivilforderung des 

Betreibungsamts Q._____ abzuweisen ist. 

 

 - 22 - 

 

 

 

Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob dem Betreibungsamt 

Q._____ überhaupt Rechtspersönlichkeit zukommt, was Voraussetzung für 

eine adhäsionsweise geltend gemachte Zivilforderung wäre. 

8. 

8.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Der Beschuldigte erwirkt mit seiner Berufung, dass er von den Vorwürfen 

gemäss Anklageziffer 1.2 freigesprochen und damit einhergehend die 

Zivilklage des Betreibungsamts Q._____ abgewiesen wird. Im Übrigen ist 

seine Berufung jedoch abzuweisen. Die Anschlussberufung der 

Staatsanwaltschaft ist demgegenüber gutzuheissen und die Freiheitsstrafe 

auf 2 Jahre zu erhöhen. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, dem 

Beschuldigten die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 

(§ 18 VKD) vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO).  

 

8.2. 

8.2.1. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte seine Parteikosten im 

Berufungsverfahren für seinen freigewählten Verteidiger selber zu tragen 

(Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario).  

 

8.2.2. 

Dem früheren amtlichen Verteidiger des Beschuldigten sind im 

Berufungsverfahren keine zu entschädigenden Aufwendungen entstanden 

(siehe Eingabe des früheren amtlichen Verteidigers vom 19. Oktober 

2022). 

  

8.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO i.V.m Art. 426 Abs. 1 StPO).  

 

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die 

Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird sie bei mehreren 

angeklagten Straftaten nur teilweise schuldig gesprochen, im Übrigen aber 

freigesprochen oder das Verfahren eingestellt, sind die Verfahrenskosten 

anteilsmässig aufzuerlegen. Dies gilt jedenfalls, soweit sich – wie 

vorliegend – die verschiedenen Anklagekomplexe klar auseinanderhalten 

lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_993/2016 vom 24. April 2017 E. 5.3; 

6B_904/2015 vom 27. Mai 2016 E. 7.4 f.). 

 

Der Beschuldigte wurde lediglich für den Einbruchsdiebstahl vom 

5./6. Juni 2019 verurteilt, für den zweiten Vorfall vom 7./8. Juni 2019 wurde 

 - 23 - 

 

 

 

er hingegen mangels Beweisen freigesprochen. Das Verfahren hinsichtlich 

des Vorwurfs der Beschimpfung ist zufolge Rückzug des Strafantrags 

einzustellen. Es rechtfertigt sich somit, ihm die vorinstanzlichen 

Verfahrenskosten zur Hälfte aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

 

8.4. 

8.4.1. 

Die dem früheren amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Patrick Bürgi, von 

der Vorinstanz für das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene 

Entschädigung von Fr. 2'422.00 (GA act. 31 ff.) ist im Berufungsverfahren 

unangefochten geblieben, weshalb diese nicht zu überprüfen ist (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). 

 

Sie ist vom Beschuldigten zur Hälfte zurückzufordern, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

8.4.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte Anspruch auf die Hälfte seiner 

Parteikosten für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte im 

erstinstanzlichen Verfahren (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).  

 

Die dem Beschuldigten zuzusprechende Entschädigung ist gestützt auf die 

Kostennote seines freigewählten Verteidigers für einen Aufwand von 16.70 

Stunden – jedoch bei einem Stundensatz von Fr. 220.00 statt Fr. 330.00 

(§ 9 Abs. 2bis AnwT) – zuzüglich der diesbezüglich geltend gemachten 

Auslagen von Fr. 290.50 (reduziert beim Aufwand für Fotokopien, da die 

Entschädigung pro kopierte Seite gemäss § 13 Abs. 3 AnwT Fr. 0.50 

beträgt) und der gesetzlichen Mehrwertsteuer auf gerundet Fr. 4'270.00 

festzusetzen. Davon ist dem Beschuldigten – unter Vorbehalt der 

Verrechnung (Art. 442 Abs. 4 StPO) – die Hälfte, d.h. Fr. 2'135.00, 

auszurichten. 

 

9. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
  

 

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Das Strafverfahren wird bezüglich des Vorwurfs der Beschimpfung 

eingestellt.  

 

 - 24 - 

 

 

 

2. 

Der Beschuldigte wird von den Vorwürfen des Diebstahls, des 

Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung gemäss Anklageziffer 1.2 

freigesprochen.  

3. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB; 

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB; 

- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB; 

- des Ungehorsams im Betreibungs- und Konkursverfahren gemäss 

Art. 323 Ziff. 1 StGB [in Rechtskraft erwachsen].  

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 3 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB und Art. 106 StGB  

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren, 

 

und zu einer Busse von Fr. 200.00, ersatzweise 2 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt.  

 

4.2. 

Der dem Beschuldigten mit Urteil des Gerichtspräsidiums Baden vom 

22. September 2017 für die Geldstrafe von 240 Tagessätzen im Umfang 

von 120 Tagessätzen à Fr. 100.00 gewährte bedingte Strafvollzug wird 

nicht widerrufen [in Rechtskraft erwachsen]. 

 

Stattdessen wird der Beschuldigte verwarnt und die Probezeit von 4 Jahren 

um 1 Jahr verlängert. 

 

5. 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB für 5 Jahren 

des Landes verwiesen. 

 

Die Landesverweisung wird im SIS ausgeschrieben. 

 

6.  

6.1. 

Die Zivilklage des Betreibungsamts Q._____ wird abgewiesen.  

 

6.2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Zivilklage der Stadt S._____ und des Betreibungsamts S._____ werden 

auf den Zivilweg verwiesen. 

 - 25 - 

 

 

 

 

7. 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Der Beschuldigte hat seine Parteikosten für das Berufungsverfahren selbst 

zu tragen. 

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 9'448.70 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 1'050.00) werden dem Beschuldigten zur Hälfte mit 

Fr. 4'724.35 auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen.  

 

8.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem früheren amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt 

Patrick Bürgi, für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 2'422.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zur Hälfte mit Fr. 1'211.00 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

8.3. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – unter Vorbehalt der Verrechnung 

– angewiesen, dem Beschuldigten für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'135.00 auszurichten. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

 - 26 - 

 

 

 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
  

  

Aarau, 29. August 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Six Kaileswaran