# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ccbb5c25-e59c-506f-bd3a-a47bbda41f13
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230540-O1
**Docket/Reference:** SB230540-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230540-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230540-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Sieber

Urteil vom 16. Januar 2025

in Sachen

A.______, 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X.______, 

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B.______,  

Privatklägerin und II. Berufungsklägerin sowie Anschlussberufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y.______, 

und

C.______ AG, 

Verfahrensbeteiligte und III. Berufungsklägerin

betreffend mehrfache Veruntreuung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 20. September 2023 (DG230028)

- 2 -

Anklage: 
(Urk. D1/36)

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. Februar 2023 ist 

diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 82)

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A.______ ist schuldig der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 

Ziff. 1 Abs. 2 StGB.

2.

Vom Vorwurf der Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB wird der Beschuldigte freigespro-

chen.

3.

4.

5.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 17. Juni 2022 beschlagnahmten beziehungs-

weise sich bei den Akten befindlichen Gegenstände 

1 Bundesordner violett, B._____, ZKB Bankbelege 2017

A014'509'854

1 Bundesordner schwarz, B._____, ZKB Bankbelege 2018

A014'509'865

1 Bundesordner blau, B._____, ZKB Bankbelege 2019

A014'509'876

6 

Papierbündel, 

ZKB 

B._____, 

Kontobelege 

A014'509'989

2010-2015

1  Papierbündel,  Heiz-  und  Nebenkosten,  Erfolgsrechnung 

A014'509'990

2010-2012

1 Papierbündel, Unterhaltskosten 2008-2010

A014'510'000

1 Sichtmappe, Liegenschaftsabrechnungen 2014

A014'510'011

1 Sichtmappe rot, Übergabeprotokoll vom 29.06.2020

A014'510'022

1 USB-Stick, Daten 2015-2020

A014'510'044

- 3 -

1  Ordner  grün,  B._____,  Credit  Suisse  Vermögensausweise 

A014'509'887

2018

CD mit den kopierten USB-Daten

A015'089'686

werden mit Ausnahme des USB-Sticks der Privatklägerin nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen herausgegeben, ansonsten sie von 

der Lagerbehörde bzw. der Bezirksgerichtskasse vernichtet werden.

Der  USB-Stick  wird  der  anderen  Verfahrensbeteiligten  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  dieses 

Entscheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen herausgegeben, ansonsten er von 

der Lagerbehörde bzw. der Bezirksgerichtskasse vernichtet werden.

6.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von CHF 167'390.55 zu-

züglich 5% Zins 

a)

b)

c)

d)

e)

f)

g)

h)

i)

j)

k)

l)

auf CHF 16'238.10 ab 31. Januar 2012

auf CHF 6'458.40 ab 3. Dezember 2014

auf CHF 3'913.50 ab 29. Dezember 2014

auf CHF 3'488.40 ab 6. Januar 2015

auf CHF 3'233 ab 8. Mai 2015

auf CHF 6'900 ab 1. Juni 2016

auf CHF 50'000 ab 8. Juni 2016

auf CHF 2'265.10 ab 20. Juni 2016

auf CHF 20'000

 ab 30. Juni 2016

auf CHF 10'675 ab 30. Juni 2016

auf CHF 20'000 ab 25. Oktober 2016

auf CHF 5'145.65 ab 4. August 2016

m)

auf CHF 2'265.10 ab 24. August 2016

n)

o)

p)

auf CHF 7'099.15 ab 8. November 2016

auf CHF 5'767.70 ab 28. November 2016

auf CHF 3'941.45 ab 16. Januar 2017

(Dossier 1)  zu  bezahlen.  Im  Mehrbetrag  (Dossier 2)  wird  das  Schadenersatzbegehren  auf 

den Zivilweg verwiesen. 

- 4 -

7.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

CHF

CHF

CHF

5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

1'100.00   Gebühr Strafuntersuchung.

250.00   ½ Gerichtsgebühr ZMG Geschäftsnr: GT200144-L

  gem. D2/11714

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

8.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

zu fünf Sechsteln auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

9.

Dem  Beschuldigten  wird  eine  auf  einen  Sechstel  reduzierte  Prozessentschädigung  für  an-

waltliche Verteidigung von CHF 6'462 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zugesprochen.

10.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das gesamte Verfahren eine auf fünf 

Sechstel reduzierte Prozessentschädigung von CHF 32'310 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

11.

(Mitteilungen)

12.

(Rechtsmittel)

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 3 ff.)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 98 S. 2)

1.

2.

3.

A.______ sei vollumfänglich freizusprechen.

B.______ sei nicht als Privatklägerin zuzulassen.

Eventualiter seien die Zivilforderungen abzuweisen oder auf den Zivil-

weg zu verweisen.

4.

Es seien die beschlagnahmten Akten der anderen Verfahrensbeteiligten 

C.______ AG herauszugeben.

5.

Es sei der Privatklägerin keine Entschädigung zuzusprechen.

- 5 -

6.

Die  Kosten  für  das  gesamte  Verfahren  seien  auf  die  Staatskasse  zu 

nehmen.

7.

A.______ sei für die Kosten seiner Verteidigung vollumfänglich zu ent-

schädigen.

b)

Der Privatklägerin: 

(Urk. 100 S. 1 f.)

1.

Der Beschuldigte sei in Gutheissung der Anschlussberufung der Privat-

klägerin vom 7. Dezember 2023 und damit unter Aufhebung bzw. Abän-

derung  von  Dispositivziffer  2  des  vorinstanzlichen  Urteils  anklagege-

mäss der Sachentziehung i.S.v. Art. 141 StGB schuldig zu sprechen.

2.

Es sei der Beschuldigte in Gutheissung der Berufung der Privatklägerin 

vom 13. November 2023 und damit unter Aufhebung bzw. Abänderung 

der  Dispositivziffer  10  des  vorinstanzlichen  Urteils  zu  verpflichten,  der 

Privatklägerin  für  die  notwendigen  Aufwendungen  bis  und  mit  erstin-

stanzlichem  Verfahren  eine  Prozessentschädigung 

in  Höhe  von 

CHF 58'686.05 (inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen.

3.

Die  Kosten  des  Untersuchungsverfahrens  und  des  erstinstanzlichen 

gerichtlichen Verfahrens seien in Gutheissung der Berufung der Privat-

klägerin vom 13. November 2023 und damit unter Aufhebung bzw. Ab-

änderung der Dispositivziffer 8 des vorinstanzlichen Urteils umfassend 

und vollständig dem Beschuldigten aufzuerlegen; ausgangsgemäss sei 

dem Beschuldigten keine Prozessentschädigung für die anwaltliche Ver-

tretung  zuzusprechen  (Aufhebung  bzw.  Abänderung  von  Dispositiv-

ziffer 9 des vorinstanzlichen Urteils).

4.

Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil unter Abweisung der Berufung 

des Beschuldigen vollumfänglich zu bestätigen.

5.

Es  sei  der  Beschuldigte  zu  verpflichten,  der  Privatklägerin  für  die 

notwendigen Aufwendungen im Berufungsverfahren SB230540-O eine 

- 6 -

Entschädigung  in  Höhe  von  mindestens  CHF  16'274.25  (inkl.  Spesen 

und MwSt.) zu bezahlen.

6.

Sämtliche  Kosten  des  Berufungsverfahrens  SB230540-O  seien  dem 

Beschuldigten  aufzuerlegen  und  diesem  sei  ausgangsgemäss  keine 

Prozessentschädigung für die anwaltliche Vertretung im Berufungsver-

fahren zuzusprechen;

7.

Allfällige weiteren Kosten zu Lasten des Beschuldigten, eventualiter der 

Staatskasse.

c)

Der anderen Verfahrensbeteiligten: 

(Urk. 102 S. 2)

Es  seien  die  mit  Verfügung  der  Staatsanwaltschaft  vom  17.  Juni  2022 

beschlagnahmten bzw. sich bei den Akten befindlichen Gegenstände in ihrer 

Gesamtheit (inkl. USB-Stick) der anderen Verfahrensbeteiligten nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Verfahrens an die andere Verfahrensbeteiligte zurück-

zugeben;

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gerichtskasse. 

d)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 90)

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils.

- 7 -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Die  Privatklägerin  B.______  (nachfolgend:  Privatklägerin)  erstattete  gegen 

A.______  (nachfolgend:  Beschuldigter)  am  7.  Januar  2020  Strafanzeige  wegen 

mehrfacher Veruntreuung (Urk. D1/1). Mit Strafanzeige vom 29. September 2020 

warf sie ihm zusätzlich Sachentziehung vor (Urk. D2/1). Nach durchgeführter Stra-

funtersuchung erhob die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (nachfolgend: Staats-

anwaltschaft) am 20. Februar 2023 beim Bezirksgericht Zürich Anklage gegen den 

Beschuldigten  wegen  Veruntreuung  und  Sachentziehung  (Urk.  D1/36).  Am 

20. September 2023 fällte die Vorinstanz das eingangs im Dispositiv wiedergege-

bene Urteil (Urk. 82). Zum Verfahrensgang im Einzelnen ist zur Vermeidung von 

Wiederholungen auf die Darstellung der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 82 S. 8 ff.).

2.  Gegen das Urteil vom 20. September 2023 meldete der Beschuldigte recht-

zeitig Berufung an (Prot. I S. 24), ebenso die weitere Verfahrensbeteiligte C.______ 

AG  (nachfolgend:  Verfahrensbeteiligte;  Urk.  76)  und  die  Privatklägerin  (Urk. 77). 

Die Berufungserklärungen gingen allesamt fristgerecht hier ein (Urk. 83 i.V.m. Urk. 

81/2 [Beschuldigter]; Urk. 85 i.V.m. Urk. 81/4 [Verfahrensbeteiligte]; Urk. 86 i.V.m. 

Urk. 81/3 [Privatklägerin]).

3. Mit  Präsidialverfügung  vom  15.  November  2023  wurden  die  Berufungs-

erklärungen den jeweils anderen Parteien zugestellt und ihnen Frist angesetzt zur 

Erhebung  einer  Anschlussberufung  bzw.  zum  Antrag  auf  Nichteintreten  auf  die 

jeweilige  Berufung  (Urk. 87).  Mit  Eingabe  vom  7.  Dezember  2023  erhob  die 

Privatklägerin  Anschlussberufung  zur  Berufung  des  Beschuldigten  (Urk. 89).  Die 

Staatsanwaltschaft erklärte innert Frist ihren Verzicht auf Anschlussberufung und 

beantragte die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils (Urk. 90). 

4.  Am 3. Oktober 2024 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

16. Januar 2025 vorgeladen (Urk. 91), woraufhin die Staatsanwaltschaft ihren Ver-

zicht auf Teilnahme mitteilte (Urk. 93). 

- 8 -

5.  Am 18. Dezember 2024 stellte der Verteidiger ein Rechtsgutachten in Aus-

sicht, das er an der Berufungsverhandlung einreichen werde (Urk. 94). 

6.  Am 8. Januar 2025 wurde über den Beschuldigten ein neuer Strafregisteraus-

zug eingeholt (Urk. 97).

7. 

Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines 

erbetenen  Verteidigers  Rechtsanwalt  Dr.  iur.  X._____,  Rechtanwalt  Dr. iur. 

Y._____ namens und in Begleitung der Privatklägerin sowie Prof. Dr. D._____ für 

die andere Verfahrensbeteiligte (Prot. II S. 3). Vorfragen waren anlässlich der Be-

rufungsverhandlung  keine  zu  entscheiden  (Prot. 

II  S. 6).  Anlässlich  der 

Berufungsverhandlung  reichte  der  Verteidiger  des  Beschuldigten  das  von  ihm  in 

Aussicht  gestellte  Privatgutachten  von  Prof. em.  Dr.  E._____  ins  Recht,  welches 

sodann im Einverständnis sämtlicher Parteien als Urk. 99 zu den Akten genommen 

wurde (Prot. II S. 7).

8.

Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

1.  Anwendbares Recht

II. Prozessuales

1.1. Per 1. Januar 2024 ist die revidierte StPO in Kraft getreten. Gemäss Art. 448 

Abs. 1 StPO werden Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, 

nach  neuem  Recht  fortgeführt,  soweit  die  nachfolgenden  Bestimmungen  nichts 

anderes  vorsehen.  Verfahrenshandlungen,  die  vor  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes 

angeordnet oder durchgeführt worden sind, behalten ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 

StPO).  Ist  ein  Entscheid  vor  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  gefällt  worden,  so 

werden Rechtsmittel dagegen nach bisherigem Recht, von den bisher zuständigen 

Behörden, beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO). Das Verfahren richtet sich folglich nach 

bisherigem Recht.

1.2. Laut Anklage soll der Beschuldigte die Handlungen gemäss Dossier 1 in der 

Zeit zwischen 31. Januar 2012 und 16. Januar 2017 begangen haben (Urk. D1/36 

S. 2 f.), jene gemäss Dossier 2 in der Zeit zwischen 9. Juli 2020 und 29. September 

- 9 -

2020 (Urk. D1/36 S. 4 f.). In diesem Deliktszeitraum hat das StGB Teilrevisionen 

erfahren, so in Bezug auf die Verfolgungsverjährung (per 1. Januar 2014). Weiter 

trat per 1. Januar 2018 eine Teilrevision des Sanktionenrechts in Kraft. Schliesslich 

wurde  per  1. Juli  2023  das  Bundesgesetz  vom  17.  Dezember  2021  über  die 

Harmonisierung  der  Strafrahmen  in  Kraft  gesetzt.  Die  revidierten  Bestimmungen 

des Strafgesetzbuches kommen auch auf Straftaten zur Anwendung, die vor ihrem 

Inkrafttreten  begangen  wurden,  aber  erst  nachher  beurteilt  werden,  sofern  das 

neue Recht das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB; vgl. hierzu im Übrigen nachfolgende 

Ziff. 4.1. und Erw. V.).

2.  Umfang der Berufung

2.1.  Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 

StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in Rechtskraft. Das 

Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-

nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

2.2. Gemäss den oben angeführten Berufungsanträgen wurden sämtliche Dispo-

sitiv-Ziffern  des  Urteils  vom  20.  September  2023  angefochten  (Urk. 83,  Urk. 85, 

Urk. 86  und  Urk.  89).  Damit  steht  der  angefochtene  Entscheid  im  Rahmen  des 

Berufungsverfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes gesamthaft 

zur Dispositionion (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3.  Rügen des Beschuldigten betreffend die Stellung von B.______ als Privat-

klägerin und betreffend das Anklageprinzip

3.1. Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  machte  der  Beschuldigte  geltend, 

B.______ sei gar kein Schaden entstanden und in der Anklage sei auch kein sol-

cher umschrieben. Infolgedessen beantragte der Beschuldigte, B.______ sei nicht 

als Privatklägerin zuzulassen und der Beschuldigte sei schon deshalb der Verun-

treuung freizusprechen (Urk. 98 S. 5, S. 20 ff. sowie S. 26 ff.; vgl. auch Prot. II S. 8 

f.).

3.2. Wie noch zu zeigen sein wird, sind diese Rügen zu verwerfen. Die Rügen des 

Beschuldigten basieren auf der falschen Annahme, dass die Vermögenswerte des 

- 10 -

ZKB-Mietzinskontos nicht fremd gewesen seien. Wie später darzulegen sein wird, 

erlitt B.______ – entgegen der Ansicht des Beschuldigten – als wirtschaftlich Be-

rechtigte  am  ZKB-Mietzinskonto  einen  Schaden  im  Umfang  der  Überweisungen 

des Beschuldigten und konstituierte sich damit als geschädigte Person im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 118 Abs. 1 StGB rechtsgültig als Privatklägerin 

(als Zivil- und Strafklägerin; vgl. Urk. D1/16/2). 

Ferner ist auch die implizite Rüge des Beschuldigten einer Verletzung des Ankla-

geprinzips unbegründet. Laut Anklage war B.______ an den finanziellen Mitteln des 

ZKB-Mietzinskontos  wirtschaftlich  berechtigt  (Urk. D1/36  S. 3).  Der  Beschuldigte 

hat gemäss Anklageschrift die darin aufgeführten Zahlungen für seine persönlich-

privaten Zwecke ohne das Wissen der Geschädigten – von B.______ –, entgegen 

dem von ihr der C._____ AG erteilten Auftrag, zu ihrem finanziellen Nachteil getätigt 

(Urk. D1/36 S. 4). Damit umschreibt die Anklageschrift die inkriminierenden Hand-

lungen des Beschuldigten und sämtliche notwendigen Tatbestandsmerkmale der 

Veruntreuung. Es liegt keine Verletzung des Anklageprinzips vor.

4.  Verjährung

4.1.  Der Tatbestand der Veruntreuung sieht seit der Harmonisierung der Strafrah-

men (vgl. oben Ziff. 1.2.) unverändert eine Höchststrafe von Freiheitsstrafe bis zu 

fünf  Jahren  oder  Geldstrafe  vor  (Art.  138  Abs.  1  StGB).  Eine  Veruntreuung  wird 

dem Beschuldigten für die Jahre 2012 bis 2017 vorgeworfen (Urk. D1/36 S. 2 f.). 

4.2.  Nach dem bis Ende 2013 geltenden Verjährungsrecht trat die Verjährung für 

ein Delikt der vorliegenden Art in 15 Jahren ein (Art. 97 Abs. 1 lit. b aStGB [Fassung 

bis 31. Dezember 2013]). So sieht es auch das insofern neue, d.h. ab 1. Januar 

2014 geltende Verjährungsrecht vor (Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB). Die Verfolgungs-

verjährung  war  demnach  im  Zeitpunkt  des  Erlasses  des  erstinstanzlichen  Urteils 

noch nicht eingetreten.

5.

Allgemeines

Unter dem Gesichtspunkt des Gehörsrechts ist darauf hinzuweisen, dass die Ent-

scheidbegründung kurz die wesentlichen Überlegungen nennen muss, von denen 

- 11 -

sich das Gericht leiten liess und auf die es seinen Entscheid stützt. Es muss sich 

nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich auseinandersetzen (BGE 146 IV 297 

mit Hinweisen). Im Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die für ihren Ent-

scheid  wesentlichen  Punkte  beschränken  (vgl.  BGE 141  IV 249  E. 1.3.1  S. 253; 

141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit Hinweisen). Wo im Folgenden auf die Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO. 

Wird davon abgewichen, wird dies explizit erwähnt.

III. Sachverhalt 

A.

Ausgangslage

1.  Anklagevorwurf

1.1.  Zusammengefasst wird dem Beschuldigten unter Dossier 1 vorgeworfen, er 

habe als Liegenschaftsverwalter der Verfahrensbeteiligten ab dem 31. Januar 2012 

bis 16. Januar 2017 über das Liegenschaftskonto seiner Auftraggeberin und heuti-

gen Privatklägerin 16 Mal Rechnungen im Umfang von total CHF 167'390.55 für 

sich  und  seine  damalige  Ehefrau  [heutige  Zeugin  F._____;  nachfolgend:  Zeugin 

F._____] zu seinem persönlich-privaten Zweck bezahlt. Er sei dabei zu keiner Zeit 

bereit gewesen, diese Zahlungen zurückzuerstatten. In diesem Umfang habe sich 

der Beschuldigte unrechtmässig bereichert und die Privatklägerin geschädigt (Dos-

sier 1; Vorwurf der Veruntreuung). Sodann habe er nach der Kündigung des Man-

dats die verlangten Unterlagen über die Liegenschaft und die Verwaltung nicht her-

ausgegeben.  Dadurch  habe  er  der  Privatklägerin  im  Rahmen  der  neuen  Liegen-

schaftsverwaltung unnötigerweise grossen Mehraufwand und finanziellen Schaden 

im Umfang von CHF 6'399.75 verursacht (Dossier 2; Vorwurf der Sachentziehung). 

1.2. Für Einzelheiten des eingeklagten Sachverhalts ist auf die Anklageschrift vom 

20. Februar 2023 zu verweisen (Urk. D1/36).

1.3. Der Beschuldigte bestreitet ein strafrechtlich relevantes Verhalten und bean-

tragt weiterhin einen Freispruch (vgl. nachfolgende lit. B und C).

2. Grundsätze der Beweiswürdigung

- 12 -

2.1.  Auf die in allen Teilen korrekten einleitenden Erwägungen der Vorinstanz zu 

den  theoretischen  Grundsätzen  der  Beweiswürdigung  sowie  zur  einschlägigen 

Lehre und Rechtsprechung kann vorab vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 82 

S. 15 ff.).

2.2.  Die Vorinstanz hat sich auch zur Glaubwürdigkeit der aussagenden Personen 

geäussert (Urk. 82 S. 17 f.). Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang, dass der 

allgemeinen Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft 

nach heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von Aussagen kaum mehr relevante 

Bedeutung zukommt. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, 

im  Prozess  relevanten  Aussagen.  Dieser  Ansatz  wurde  vom  Bundesgericht  vor 

kurzem in BGE 147 IV 534, E. 2.3.3., bestätigt. Dies bedeutet, dass Auskunftsper-

sonen und Zeugen nicht a priori glaubwürdiger sind als der mit erheblichen Vorwür-

fen konfrontierte Beschuldigte. In diesem Sinne legte denn auch die Vorinstanz den 

Fokus  auf  die  Aussagenanalyse  (Urk.  82  S.  17  f.  und  S.  34).  Inhaltlich  kann  ihr 

diesbezüglich ebenfalls zugestimmt werden (Urk. 82 S. 23 f. und S. 29). 

B. Dossier 1 (Vorwurf der Veruntreuung)

1.  Ausgangslage

Die  Vorinstanz  gelangte  nach  eingehender  Begründung  zum  Schluss,  dass  sich 

der Sachverhalt gemäss Dossier 1 erstellen lasse (Urk. 82 S. 41). 

2.

Familiärer und geschäftlicher Kontext

2.1. Die  Vorinstanz  hat  an  verschiedenen  Stellen  kurz  dargelegt,  vor  welchem 

Hintergrund sich die dem Beschuldigten  vorgeworfenen Taten abgespielt haben. 

Zum besseren Verständnis und auch mit Blick auf die Positionen und die jeweilige 

Interessenlage beim Aussageverhalten  der Involvierten ist nachfolgend der inso-

fern unbestrittene geschäftliche und private Kontext nochmals zusammenzufassen.

2.2.  Der  Beschuldigte  hat  gemäss  eigener  Darstellung  nach  der  Matura  ein 

Ökonomiestudium abgeschlossen. Er ist in der Steuerberatung tätig (Urk. D1/13/1 

S. 2). Er ist zusammen mit Prof. Dr. D._____ [Mitbeschuldigter gemäss Dossier 2 

- 13 -

betreffend Sachentziehung bzw. Beschuldigter im separaten Verfahren SB230541-

O; nachfolgend: Mitbeschuldigter D._____] Gründer der Verfahrensbeteiligten (ge-

gründet im tt.1999). Die Verfahrensbeteiligte bezweckt gemäss Handelsregisterein-

trag die Führung eines Beratungsunternehmens; sie ist hauptsächlich auf den Ge-

bieten des Steuerrechts, Wirtschaftsrechts (Handels- und Gesellschaftsrecht) und 

Zivilrechts tätig und kann sich an anderen Unternehmen beteiligen sowie Grund-

stücke erwerben, halten und veräussern. Der Beschuldigte ist seit Mai 2012 Präsi-

dent  des  Verwaltungsrates,  der  Mitbeschuldigte  seit  2000  Mitglied  des  Verwal-

tungsrats. Beide sind einzelzeichnungsberechtigt. Gemäss Erklärung des Verwal-

tungsrates  vom  23.  Januar  2009  untersteht  die  Gesellschaft  keiner  ordentlichen 

Revision und verzichtet sie auf eine eingeschränkte Revision (https://...). 

2.3.  Der Beschuldigte war ab tt. September 1996 mit der Zeugin F._____ verhei-

ratet.  Aus  der  Ehe  sind  drei  Kinder  entsprungen  (geb.  1999,  2000  und  2003; 

Urk. D1/13/1  S. 3).  Am  25.  April  2019  reichten  die  Eheleute  ein  gemeinsames 

Scheidungsbegehren ein (Urk. 69 S. 8 f.). Seit 3. Februar 2022 sind der Beschul-

digte und die Zeugin F._____ rechtskräftig geschieden (Urk. 70/14 S. 6). 

2.4. Die Privatklägerin ist die Mutter der Zeugin F._____ und war somit im ankla-

gerelevanten Zeitraum die Schwiegermutter des Beschuldigten (Urk. 70/14 S. 6).

2.5.  Die Privatklägerin war zusammen mit ihrer Mutter G._____ Eigentümerin der 

Liegenschaft  an  der  H._____-strasse  …  in  I._____  (Mehrfamilienhaus;  nachfol-

gend: Liegenschaft; Urk. 70/14 S. 6).

2.6.  Mit Verwaltungsvertrag vom 4. März 1999 (nachfolgend: Verwaltungsvertrag), 

seitens der Verfahrensbeteiligten unterzeichnet vom einzelzeichnungsberechtigten 

Beschuldigten, übertrugen die damaligen Eigentümerinnen die Verwaltung über die 

Liegenschaft rückwirkend per 1. Februar 1999 an die heutige Verfahrensbeteiligte 

(Urk. D1/11/2). Nach dem Tod von G._____ am tt.mm.2001 lief der Verwaltungs-

vertrag  allein  mit  der  Privatklägerin  als  testamentarische  Alleinerbin  ihrer  Mutter 

und folglich als Alleineigentümerin der Liegenschaft fort (Urk. 70/14 S. 6 ff.). Der 

Beschuldigte  war  als  Präsident  des  Verwaltungsrates  der  Verfahrensbeteiligten 

- 14 -

auch operativ im Unternehmen tätig und in dieser Funktion Hauptverantwortlicher 

für die Verwaltung der Liegenschaft. 

2.7.  Mit Kaufvertrag vom 28. November 2011 erwarb die Zeugin F._____ die Lie-

genschaft von ihrer Mutter bzw. der Privatklägerin ins Alleineigentum (Urk. D1/2/3). 

Der Privatklägerin wurde am Grundstück gleichzeitig die lebenslange Nutzniessung 

im Sinne von Art. 745 ff. ZGB eingeräumt (Urk. D1/2/3, Ziff. 9). Der Verwaltungs-

vertrag wurde nicht auf die Zeugin F._____ übertragen. 

2.8.  Die  Verfahrensbeteiligte  hat  die  Privatklägerin  nach  gescheitertem  Schlich-

tungsverfahren  am  22.  August  2022  am  Bezirksgericht  Meilen  für  ausstehendes 

Honorar  (CHF 124'487.90  [Urk.  70/14  S.  28]  gemäss  Schlussrechnung  vom 

23. Dezember 2020 [Urk. 70/17]) aus dem Verwaltungsvertrag vom 4. März 1999 

und  zusätzlich  aus  einem  Steuerberatungsvertrag  eingeklagt  (Urk.  70/14).  Sie 

fordert von der Privatklägerin mit einer Teilklage CHF 70'000.– (Urk. 70/14 S. 28). 

Die  Privatklägerin  bestreitet  die  Forderung  (Urk.  59/B).  Der  Zivilprozess  ist  noch 

pendent (Urk. 96).

3.

Standpunkt des Beschuldigten

3.1.  Der  Beschuldigte  machte  im  Rahmen  der  polizeilichen  Einvernahme  vom 

11. Mai 2020 zur Sache keine Aussagen (Urk. D1/13/1). Auch an der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 2. Juni 2021 berief er sich auf sein Aussageverwei-

gerungsrecht (Urk. D1/14/4). Stattdessen äusserte er sich zu den gegen ihn erho-

benen Vorwürfen via Verteidigung gleichentags schriftlich im Rahmen einer 27-sei-

tigen Stellungnahme (Urk. D1/18), welcher er einen Ordner mit 26 Beweisurkunden 

beilegte (Urk. D1/19/1-26). Er liess ein strafrechtlich relevantes Verhalten, inklusive 

eines Schadens, bestreiten (Urk. D1/18; Urk. 69), so auch an der Berufungsver-

handlung,  an  der  er  sich  abermals  auf  sein  Aussageverweigerungsrecht  berief 

(Prot. II S. 6). Auf die einzelnen Argumente ist nachfolgend einzugehen.

3.2. Der Beschuldigte stellt sich auf den Standpunkt, dass diese Überweisungen 

rechtens  gewesen  seien.  Einerseits  habe  eine  Berechtigung  für  Honorarbezug 

bestanden (Urk. 69 S. 30 ff.). Andererseits seien diese Zahlungen durch die Privat-

- 15 -

klägerin  genehmigt  worden  (Urk.  69  S.  32  f.).  Der  Beschuldigte  macht  sodann 

geltend, die Verfahrensbeteiligte habe während ihrer Verwaltungstätigkeit lediglich 

Akonto-Rechnungen für ihre Leistungen gestellt. lm Zeitraum vom 14. Mai 1999 bis 

14. Januar 2016 seien 40 Akonto-Rechnungen gestellt worden. Die Verfahrensbe-

teiligte habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um Akonto-Zahlungen 

handle. Der Text dazu habe jedes Jahr wie folgt gelautet (Urk. 69 S. 34 f. i.V.m. 

Urk. 70/11):

"Liebe B._____

Gestützt auf den Liegenschaftenverwaltungsauftrag vom 4. März 1999 erlauben wir 

uns akonto Verwaltungshonorar Rechnung zu stellen und diese dem Mietzinskonto 

zu belasten."

3.3.  Da die Privatklägerin während der 20-jährigen Verwaltungstätigkeit der Ver-

fahrensbeteiligten mit möglichst wenig "Papierkram" zu tun gewollt habe, seien die 

Akonto-Rechnungen bei der Verfahrensbeteiligten aufbewahrt worden (Urk. D1/18 

S. 5 f.). Für die Privatklägerin sei ohne weiteres ersichtlich gewesen, dass seitens 

der  Verfahrensbeteiligten  noch  nicht  das  ganze  Honorar  in  Rechnung  gestellt 

worden sei (Urk. 69 S. 33 f.). Hinzu komme, dass sich entgegen den Ausführungen 

der Privatklägerin die Genehmigung gemäss Ziffer 4 des Vertrages nicht auf das 

Honorar gemäss Ziffer 5 beziehe. Es handle sich hier um zwei unabhängig vonein-

ander bestehende Klauseln womit sich Ziffer 4 nicht auf Ziffer 5 erstrecken könne. 

Sodann sei nicht vereinbart, welche Rechtswirkungen die Genehmigung nach sich 

ziehe.  Dass  damit  eine  Akonto-Rechnung  zu  einer  definitiven  Rechnung  werde, 

hätten die Parteien mit Sicherheit nicht vereinbart. Schon gar nicht angesichts ihrer 

freundschaftlichen  und  familiären  Verbundenheit.  Falls  sich  die  Genehmigung 

damit überhaupt auf den Honoraranspruch ausgewirkt habe, was jedoch bestritten 

werde,  würde  sich  diese  allerhöchstens  auf  die  Akonto-Rechnung  beziehen,  im 

Wissen darum, dass noch ein Restbetrag zu bezahlen sein werde. So seien den 

Liegenschaftenabrechnungen die Akonto-Beträge jeweils aufgeführt und nur aller-

höchstens  auf  diese  habe  sich  die  Genehmigung  beziehen  können,  wenn  über-

haupt (Urk. 69 S. 34).

- 16 -

3.4.  Der Beschuldigte führte in seiner schriftlichen Stellungnahme aus, die Privat-

klägerin habe im Jahr 2014 der Verfahrensbeteiligten noch einen (Rest-)Betrag im 

Umfang  von  CHF  151'494.80  geschuldet.  Statt  dass  er  entsprechend  höhere 

Akonto-Rechnungen  gestellt  habe,  habe  er  in  Absprache  mit  seinem  Geschäfts-

partner einige private Rechnungen (bspw. für Gartenarbeiten und Vorhänge für das 

gemeinsame eheliche Haus und die Liegenschaft von F._____ in J._____) seiner 

damaligen Frau F._____ (heutige Zeugin F._____) und sich selber über das ZKB-

Mietzinskonto  bezahlt.  Immerhin  habe  die  Anzeigeerstatterin  und  Auftraggeberin 

der Verfahrensbeteiligten in diesem und höherem Umfang noch Honorar geschul-

det und seien diese Schulden im Umfang der bezahlten Rechnungen getilgt wor-

den. lm Übrigen habe er die Privatklägerin und die Zeugin mehrfach über dieses 

Vorgehen informiert, auch wenn sie von dem heute vermutlich nichts mehr wissen 

wollten. Schliesslich habe es sich hierbei um ein Mandat mit familiärem Hintergrund 

gehandelt,  weshalb  das  Honorarguthaben  teilweise  auf  diese  Weise  bezogen 

worden sei (Urk. D1/18 S. 6). 

3.5.  Das offene Guthaben der Verfahrensbeteiligten habe im Jahre 2015 sodann 

CHF 162'685.28  betragen.  Die  angeklagten  Bezüge  aus  dem  Jahre  2016  hätten 

somit getätigt werden können, ohne die Privatklägerin zu schädigen. Das gelte für 

alle  angeklagten  Zahlungen.  Diese  seien  in  Anrechnung  an  das  noch  offene 

geschuldete Honorar erfolgt. lnfolge der noch nicht gestellten Rechnungen der Fol-

gejahre  habe  die  Verfahrensbeteiligte  einen  Anspruch  gegenüber  der  Privat-

klägerin von über CHF 120'000.–. Damit sei der Privatklägerin kein Schaden ent-

standen (Urk. 69 S. 35). 

3.6. Selbst wenn man der Anklagehypothese Glauben schenken sollte, dass der 

Beschuldigte  die  Rechnungen  für  die  Zeugin  F._____  und  die  Familie  B._____-

F._____ nicht direkt vom ZKB-Mietzinskonto hätte bezahlen dürfen, so hätte der 

Beschuldigte während des gesamten anklagerelevanten Zeitraums über genügend 

finanzielle  Mittel  verfügt,  um  sämtliche  Rechnungen  aus  seinem  Privatvermögen 

bzw. dem Familienvermögen zu bezahlen. Er sei nicht auf das Honorar aus dem 

Verwaltungsmandat  der  Verfahrensbeteiligten  angewiesen  gewesen  (Urk. 69 

S. 38) und jederzeit ersatzwillig und ersatzbereit gewesen (Urk. 69 S. 49). Da sich 

- 17 -

die Privatklägerin weigere, die Schlussrechnung zu bezahlen, sei die Verfahrens-

beteiligte gezwungen gewesen, den Klageweg zu beschreiten, was sie auch getan 

habe (Urk. 69 S. 35). Damit nimmt der Beschuldigte Bezug auf den oben erwähn-

ten, derzeit am Bezirksgericht Meilen hängigen Forderungsprozess (Urk. 70/14). 

3.7. Der Beschuldigte sieht den Grund für eine Falschbelastung der Privatklägerin 

in seinem Scheidungsverfahren. Die Strafzeige habe dem Ziel der Privatklägerin 

gedient,  ihre  Tochter  bzw.  die  heutige  Zeugin  F._____,  im  Scheidungsverfahren 

gegen ihn zu unterstützen. Da er und die Zeugin F._____ nun rechtskräftig geschie-

den seien und sich die Zeugin F._____ von ihren galaktischen Unterhaltsforderun-

gen habe verabschieden müssen, habe die Strafanzeige der Privatklägerin ihren 

Zweck verloren. Um die Fassade bzw. den Mythos dennoch aufrecht zu erhalten, 

bleibe der Privatklägerin heute – nach Abschluss des Scheidungsverfahrens [ihrer 

Tochter] –  keine  andere  Möglichkeit  mehr,  als  an  der  Strafanzeige  festzuhalten. 

Ansonsten würde das nicht nur gegenüber dem Gericht, sondern auch gegenüber 

ihren Enkelkindern zu einem Gesichtsverlust führen. Damit seien die Aussagen der 

Privatklägerin und der Zeugin F._____ mit Vorsicht zu geniessen (Urk. 69 S. 15).

3.8.

Im Rahmen der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte seinen 

bisherigen Standpunkt und liess zu seiner Verteidigung erneut geltend machen, die 

Zahlungen seien im Wissen und Einverständnis der Privatklägerin und der Zeugin 

F._____ erfolgt (Urk. 98 S. 5 ff.). Der Verteidiger taxierte die Aussagen der beiden 

als völlig unglaubhaft (Urk. 98 S. 9 ff.). Ferner rügte der Verteidiger, dass der Be-

schuldigte auch nicht "zumindest sinngemäss" eine Verrechnung geltend gemacht 

habe.  Die  Verfahrensbeteiligte  habe  aus  der  Liegenschaftsverwaltung  Anspruch 

auf ein Honorar gehabt und habe dieses direkt und selber vom ZKB-Konto beziehen 

können. Durch die getätigten Zahlungen – jeweils in Anrechnung und Tilgung der 

Forderung  der  Verfahrensbeteiligten  gegenüber  der  Privatklägerin  –  hätte  sich 

diese Forderung jeweils in diesem Umfang reduziert. Somit sei der Privatklägerin 

kein Schaden entstanden (Urk. 98 S. 23 f.). Letztlich betonte der Verteidiger erneut, 

dass die Verfahrensbeteiligte berechtigt, aber nicht verpflichtet gewesen sei, ihr Ho-

norar per Monatsende dem ZKB-Konto zu belasten und eine Verwirkung der Hono-

rarforderung nicht vereinbart worden sei (Urk. 98 S. 25).

- 18 -

4.

Konkrete Beweiswürdigung

4.1.  Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel angeführt (Urk. 82 S. 18 f.). 

Es  liegen  –  nebst  der  erwähnten  schriftlichen  Stellungnahme  des  Beschuldigten 

(Urk. D1/18), welche im Rahmen des Plädoyers der Verteidigung in wesentlichen 

Punkten  wiederholt  wurde  (vgl.  Urk.  69)  –  zum  einen  die  Aussagen  der  Privat-

klägerin als Auskunftsperson (Urk. D1/14/1) und der Zeugin F._____ (Urk. D1/14/2 

und  Urk. D1/14/3)  vor.  Zum  andern  sind  als  Beweismittel  zahlreiche  Urkunden 

(Verträge,  Liegenschaftenabrechnungen,  Steuererklärungen,  Bankauszüge  etc.) 

vorhanden. Die massgeblichen Beweismittel finden bei der nachfolgenden Beweis-

würdigung konkret Erwähnung, soweit ihnen Relevanz zukommt.

4.2.  Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin und der Zeugin F._____ 

im  angefochtenen  Urteil  zutreffend  zusammengefasst,  worauf  verwiesen  werden 

kann (Urk. 82 S. 19 ff.). In einem zweiten Schritt hat die Vorinstanz diese Aussagen 

(Urk. 82 S. 24 ff. und S. 29 ff.), den Verwaltungsvertrag (Urk. 82 S. 31 f.) und die 

Stellungnahme des Beschuldigten vom 2. Juni 2021 (Urk. 82 S. 32 ff.) gewürdigt. 

Sie kam zum Schluss, dass sich der Sachverhalt gemäss Dossier 1 im Sinne der 

Anklage  erstellen  lasse  (Urk. 82  S.  35  ff.).  Auf  die  zutreffende  Beweiswürdigung 

kann verwiesen werden. Die folgenden Erwägungen sind lediglich wiederholender 

und teilweise ergänzender Natur.

4.3. Richtig und (letztlich) unbestritten ist, dass der Beschuldigte als Verwaltungs-

ratspräsident  mit  Einzelunterschrift  (Urk.  D1/2/2)  und  deren  Vertreter  für  die 

Verfahrensbeteiligte im Jahr 1999 mit der Privatklägerin sowie G._____ einen Ver-

waltungsvertrag betreffend die Liegenschaft an der H._____-strasse … in I._____ 

abgeschlossen hat. Ebenso ist unbestritten und durch die Akten belegt (vgl. Urk. 

D1/22/1-7 und Urk. D1/23), dass der Beschuldigte für die Verfahrensbeteiligte bei 

der  Zürcher  Kantonalbank  das  Bankkonto  Nr. 1  bzw.  IBAN  CH2  (nachfolgend: 

"ZKB-Mietzinskonto")  eröffnet  hat,  welches  Konto  von  der  Verfahrensbeteiligten 

einzig  für  diesen  Liegenschaftsverwaltungsauftrag  geführt  wurde.  Über  dieses 

Konto liefen sämtliche Einnahmen und Ausgaben betreffend die Liegenschaft, auch 

der Honorarbezug der Verfahrensbeteiligten. 

- 19 -

4.4. Der Beschuldigte war seit dem 26. März 1999 als Vertreter der Verfahrens-

beteiligten  bezüglich  dieses  Liegenschaftsverwaltungs-  bzw.  ZKB-Mietzinskontos 

einzelzeichnungsberechtigt  (vgl.  Urk.  D1/22/2,  Urk.  D1/22/4;  Urk.  69  S.  26).  Seit 

demselben  Datum  war  auch  die  Privatklägerin  kollektivzeichnungsberechtigt 

(vgl. Urk. D1/23, 1. Registereinlage). Der Zeugin F._____ wurde erst nach dem hier 

angeklagten Deliktszeitraum, nämlich am 15. Februar 2018 eine generelle Einzel-

zeichnungsvollmacht sowie am 26. September 2018 eine ergänzte Vollmacht mit 

E-Banking von der Verfahrensbeteiligten ausgestellt (Urk. D1/11/1 S. 2 f.; Urk. 69 

S. 26).

4.5.  Weiter  hat  die  Vorinstanz  zutreffend  festgehalten,  dass  der  Beschuldigte 

anerkannt hat, dass er die in der Anklage angeführten Rechnungen ab dem ZKB-

Mietzinskonto beglichen hat und es sich dabei um private Rechnungen von ihm und 

seiner  damaligen  Ehefrau  (der  Zeugin  F._____)  handelte  (Urk.  69  S. 27  ff.  und 

S. 42 f.). Die Einschränkung des Beschuldigten, wonach es sich bei den Belastun-

gen vom 31. Januar 2012 über CHF 16'238.10 zugunsten des Notariats Küsnacht 

(Rechnungsdatum 08.12.2011) und vom 3. Dezember 2014 über CHF 6'458.40 zu-

gunsten von K._____ (Rechnungsdatum 06.08.2014) um Zahlungen allein zuguns-

ten seiner damaligen Ehefrau (Zeugin F._____) handle (Urk. 69 S. 27), mag zutref-

fen. Es ändert aber nichts daran, dass es eine Überweisung und damit eine Verrin-

gerung des Saldos durch einen insofern Dritten für nicht zweckgebundene Ausla-

gen war. Die Vorinstanz wies in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass 

mit einer Veruntreuung auch Dritte begünstigt werden können (Urk. 82 S. 35). Auf 

die Frage, ob diese Belastungen mit Zustimmung der Privatklägerin erfolgten, wie 

der Beschuldigte behaupten lässt, ist nachfolgend einzugehen. Die übrigen Zah-

lungen – vierzehn an der Zahl, CHF 144'694.05 im Total und alle zugunsten der 

Familie des Beschuldigten und der Zeugin F._____ – wurden vom Beschuldigten 

anerkannt, mit dem Hinweis, dass sämtliche damit bezahlten Dienstleistungen in 

die  ehemalige  Familienliegenschaft  am  L._____-weg  …  in  M._____  geflossen 

seien (Urk. 69 S. 30). Die einzelnen Zahlungen finden ihre Bestätigung in den Ban-

kunterlagen  und  den  entsprechend  adressierten  Rechnungen,  welche  die  Vorin-

stanz korrekt tabellarisch zusammengefasst hat (Urk. 82 S. 36 f.). Diese Zahlungen 

- 20 -

hat der Beschuldigte persönlich als Einzelzeichnungsberechtigter ausgelöst (Urk. 

69 S. 27 f.). 

4.6.1. Die Vorinstanz ist nach differenzierter Würdigung der Aussagen der Privat-

klägerin zum Schluss gelangt, dass auf deren Schilderung abgestellt werden kann, 

wonach sie keine Kenntnis von den anklagegegenständlichen Zahlungen ab dem 

ZKB-Mietzinskonto gehabt und dafür auch keine Zustimmung erteilt hatte (Urk. 82 

S. 24 ff.). Richtig ist zwar, dass in den Schilderungen der Privatklägerin gewisse 

Ungereimtheiten  auszumachen  sind.  So  konnte  sie  sich  nicht  an  den  massge-

blichen  Verwaltungsvertrag  erinnern,  obwohl  sie  diesen  unterzeichnet  hatte 

(Urk. D1/14/1 S. 5). Zu beachten ist aber, dass die Liegenschaft vorher ihren Eltern 

gehörte und der Beschuldigte schon damals die Verwaltung für ihren Vater gemacht 

hatte. Sie sei froh gewesen, dass sie jemand in der Familie gehabt habe, der das 

könne  und  gut  mache  (Urk. D1/14/1  S.  3).  Faktisch  bedeutet  dies,  dass  sich  die 

Privatklägerin wohl nie gross mit der Verwaltung der Liegenschaft beschäftigte, was 

im Übrigen auch der Beschuldigte bestätigte (Urk. 98 S. 13). Deshalb ist es auch 

erklärbar, dass sich die im Zeitpunkt der Einvernahme vom 2. Juni 2021 bereits 79-

jährige Privatklägerin nicht mehr an den schriftlichen Vertrag aus dem Jahre 1999 

zu erinnern vermochte. Das Gleiche gilt für das vereinbarte Pauschal-Honorar von 

5 % (Urk. D1/14/1 S. 4) oder das Aufwandhonorar für ausserordentliche Arbeiten 

mit einem Stundenansatz von CHF 150.– und den Umstand, dass sie nicht über 

die Entschädigung sprachen. Von Bedeutung ist in diesem Kontext aber, dass die 

Privatklägerin sagte, sie habe sicher gedacht, dass er (gemeint wohl der Beschul-

digte) die Hausverwaltung nicht gratis machen müsse (Urk. D1/14/1 S. 4). Sie habe 

die  Dienstleistungen  nicht  gratis  haben  sollen,  aber 

im 

familiären  Sinn 

(Urk. D1/14/1  S. 13).  Die  Privatklägerin  habe  bis  zu  den  von  ihr  festgestellten 

Unregelmässigkeiten denn auch volles Vertrauen in den Beschuldigten und "immer 

ein  gutes  Verhältnis"  gehabt  (Urk. D1/14/1  S. 11).  Diese  Aussagen  zeigen  auch, 

dass  die  Privatklägerin  den  Beschuldigten  nicht  einfach  in  ein  schlechtes  Licht 

rückte, sondern auch positiven Seiten erwähnte, wonach er die Liegenschaftenver-

waltung gut mache bzw. "es könne und es gut mache" (Urk. D1/14 S. 3).

- 21 -

4.6.2.  Auf  Vorhalt  der  konkreten  Rechnungen  bzw.  Überweisung  gab  die  Privat-

klägerin bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll, davon nichts gewusst zu haben 

und kein Einverständnis dazu gegeben zu haben (Urk. D1/14/1 S. 9 ff.). Das sagte 

sie  insbesondere  auch  in  Bezug  auf  die  Notariatskosten  über  CHF 16'238.10  im 

Rahmen der Übertragung der Liegenschaft an ihre Tochter bzw. Zeugin F._____ 

(Urk. D1/14/1 S. 12) und die Gartenarbeiten über CHF 6'440.45 an einer weiteren 

Liegenschaft ihrer Tochter (Urk. D1/14/1 S. 9 und S. 14). Sie habe auch mit ihrer 

Tochter nicht darüber gesprochen, wieso die Zahlung für Arbeiten an ihrer Liegen-

schaft  ab  ihrem  (privatklägerischen)  Mietzinskonto  erfolgen  soll  (Urk. D1/14/1 

S. 14).  Für  die  Sicht  der  Privatklägerin  spricht,  dass  im  Kaufvertrag  vom 

28. November 2011 zur Übertragung der Liegenschaft zwischen ihr und ihrer Toch-

ter vereinbart wurde, dass die Tochter als erwerbende Partei die Notariatskosten 

übernehmen  müsse  (Urk. D1/10/1  S. 3  f.),  was  auch  der  Beschuldigte  bestätigte 

(Urk. 98 S. 7). Vor dem Hintergrund dieser Vereinbarung ergibt die Bezahlung der 

Notariatskosten  am  31. Januar  2021  über  das  Mietzinskonto  der  Privatklägerin 

keinen Sinn (vgl. in Urk. 98 S. 7, die Verteidigung mit gegenteiliger Ansicht). 

4.6.3.  Die  Privatklägerin  lieferte  sodann  einen  plausiblen  Grund,  weshalb  sie 

"stutzig" geworden und es schliesslich zur Anzeige gegen den Beschuldigten ge-

kommen sei. So seien ihr im Jahre 2017 statt der vierteljährlichen Überweisungen 

von CHF 25'900.– drei Mal nur CHF 20'000.– auf ihr Sparkonto überwiesen worden. 

Das habe sie ihrer Tochter gesagt und sie habe gewollt, dass diese auch eine Voll-

macht bekomme, da sie selber kein E-Banking habe und dies nicht habe kontrollie-

ren können (Urk. D1/14/1 S. 3). Diese Angaben finden in den Akten Bestätigung 

(Urk. 82 S. 24 mit Hinweisen). Ebenso trifft zu, dass die Vollmacht für die Zeugin 

F._____ erst 2018 und in zwei Schritten ausgestellt wurde (vgl. oben Ziff. 4.4.).

4.6.4.  Prima  vista  mag  es  eigenartig  erscheinen,  dass  die  Privatklägerin  den 

Beschuldigten  nicht  direkt  auf  diese  und  die  später  von  der  Zeugin  F._____  im 

Jahre  2019  festgestellten  Ungereimtheiten  ansprach,  zumal  er  bzw.  die  Verfah-

rensbeteiligte als Vertragspartei die Verwaltung inne hatte und auch die finanziellen 

Angelegenheiten der Liegenschaft betreute. Andererseits ist zu beachten, dass der 

Beschuldigte  und  die  Zeugin  F._____  ab  Februar  2017  getrennt  waren 

- 22 -

(Urk. D1/14/2 S. 3) und sie sich ab April 2019 im Scheidungsprozess gegenüber-

standen, was eine direkte Kommunikation oder Konfrontation der damals 77-jähri-

gen  Privatklägerin  mit  ihrem  Noch-Schwiegersohn  wohl  erschwert  haben  dürfte. 

Dass die Privatklägerin entgegen ihrer Angabe, seit "dem Schock" keinen Kontakt 

zum Beschuldigten zu haben (Urk. D1/14/1 S. 16), sich im Dezember 2019 beim 

Beschuldigten für ein Paket bedankt und ihn im Januar 2020 bei einem gemeinsa-

men Geburtstagsessen ihres Enkels angetroffen habe (vgl. Urk. 98 S. 10), erschüt-

tert die glaubhaften und nachvollziehbaren Aussagen der Privatklägerin zum ge-

schilderten  Schock  über  den  Vertrauensmissbrauch  keineswegs.  Ebenso  wenig 

sind  im  Zuwarten  mit  der  Kündigung  des  Verwaltungsvertrags  bis  im  Juni  2020 

Lügensignale der Privatklägerin zu erkennen (vgl. Urk. 98 S. 11 f.). Der Vertretung 

der Privatklägerin ist beizustimmen (Urk. 100 S. 6), dass aufgrund der gewonnenen 

Kontrolle über das Mietzinskonto keine Veranlassung für eine übereilte Kündigung 

bestand,  insbesondere  auch  vor  dem  Hintergrund,  dass  die  letzte  fragwürdige 

private Zahlung im Januar 2017 erfolgte. Ausserdem musste eine geeignete Nach-

folge gefunden werden, was einige Zeit beanspruchen kann.

4.6.5. Damit erscheint es glaubhaft, dass die Privatklägerin keine Kenntnis von den 

ab dem ZKB-Mietzinskonto bezahlten privaten Rechnungen des Beschuldigten und 

der Zeugin F._____ hatte. Ebenso wenig ergeben ihre Aussagen, dass die Privat-

klägerin  diese  Belastungen  als  Nutzniesserin  der  Liegenschaft  und  damit  als 

wirtschaftlich Berechtigte am Konto genehmigt hatte. 

4.7.1. Gefolgt werden kann der Vorinstanz auch in der Würdigung der Aussagen 

der Zeugin F._____ (Urk. 82 S. 30 f.). Entgegen der Verteidigung (Urk. 98 S. 15) 

nannte die Zeugin F._____ einen plausiblen Auslöser für ihre Recherchen, nament-

lich  ebenfalls  die  zu  tiefen  Zahlungen  an  ihre  Mutter  im  Jahre  2017.  Ergänzend 

sagte  die  Zeugin  F._____  in  diesem  Zusammenhang,  der  Beschuldigte  und  sie 

seien seit Februar 2017 getrennt gewesen (Urk. D1/14/2 S. 3). Sie habe ihn – auf 

Bitte  ihrer  Mutter  –  darauf  angesprochen  und  eine  Erklärung  erhalten,  "[…]  ich 

weiss auch nicht mehr genau, was er dazu sagte, er sagte irgendetwas wegen der 

Hypothek, ich bin auch nicht recht schlau geworden daraus" (Urk. D1/14/2 S. 3). 

Die Zeugin bestätigte auch die Umstände um die Vollmacht, deren Ausstellung eine 

- 23 -

Weile gedauert habe (Urk. D1/14/2 S. 3 f.). Erst ab Oktober 2018 habe sie die Be-

rechtigung für das E-Banking erhalten. Sie habe reingeschaut, als sie für sich Zah-

lungen [meint wohl: vom E-Banking der ZKB aus; vgl. die Ausführungen der Vertei-

digung  in  Urk. 98  S. 14]  gemacht  habe  (Urk. D1/14/2  S. 4).  Am  Anfang  habe  sie 

geschaut, ob die Mietzinse reingekommen seien. Dann sei sie etwas zurückgegan-

gen und habe festgestellt, sie glaube im [betreffend] 2016, dass Ungereimtheiten 

bestehen  würden.  Sie  habe  festgestellt,  dass  Rechnungen,  die  an  ihre  Familie 

adressiert gewesen seien, von diesem Konto bezahlt worden seien. Sehr aufgefal-

len sei ihr natürlich die Rechnung von Hauser Gärten. Als sie das gesehen habe, 

habe sie fast den Mund nicht mehr zugebracht. Sie sei völlig perplex gewesen. Sie 

habe dann noch andere Rechnungen gesehen. Sie sei halt immer wieder ins E-

Banking und habe immer weiter zurückgeschaut und es sei immer mehr zum Vor-

schein gekommen. Sie habe es kaum glauben können und es sei ihr auch unglaub-

lich peinlich gewesen. Sie habe dem Beschuldigten vollkommen vertraut, sie habe 

es kaum fassen können, dass er das Geld ihrer Mutter genommen habe. Sie habe 

entschieden, weiter zu recherchieren. Es sei schon ca. Mitte 2019 gewesen und sie 

hätten eine Verhandlung mit ihren Scheidungsanwälten gehabt. Es sei dann auch 

ein Darlehen ihrer Mutter zur Sprache gekommen. Sie habe in diesem Zusammen-

hang ihre Mutter über die Rechnungen orientiert (Urk. D1/14/2 S. 4 f.). 

4.7.2. Auch hier mutet es vordergründig komisch an, dass die Zeugin F._____ ihren 

Noch-Ehemann  –  den  Beschuldigten  –  nicht  auf  diese  Feststellungen  angespro-

chen hat, weil sie "[…] fand, er hätte meine Mutter darauf ansprechen müssen und 

dass ich mit diesem Zeug nichts zu tun habe", und "Wissen Sie, wieso sollte ich ihn 

ansprechen?  Er  hat  mir  ja  damals  gesagt,  dass  er  die  Sachen  bezahle,  er  hat 

gesagt, er bezahle das mit unserem Geld" (Urk. D1/14/2 S. 6). Er sei für Zahlungen 

zuständig gewesen; sie hätten eine klassische Rollenteilung gehabt (Urk. D1/14/2 

S. 4). Er habe ihr die Steuerklärungen am Ende des Jahres zur Unterschrift gege-

ben  (Urk. D1/14/2  S. 7).  Sie  sei  davon  ausgegangen,  dass  es  um  die  "Familien-

finanzen" in der Zeit von 2014 bis 2017 sehr gut gestanden habe. Er habe ihr immer 

gesagt,  er  verdiene  sehr  gut.  Er  habe  ihr  einmal  gesagt,  er  verdiene  so  um 

CHF 680'000.– plus pro Jahr. Sie habe deshalb auch nie Zweifel gehabt, dass sie 

sich den Gartenumbau nicht leisten könnten. Sie habe nie den Eindruck gehabt, 

- 24 -

dass  sich  finanzielle  Schwierigkeiten  anbahnen  würden  (Urk. D1/14/2  S. 6).  Sie 

selber habe vom Beschuldigten nie verlangt, dass das Geld zurückerstattet werde. 

Er habe, seitdem die Zahlungen bekannt seien, nie Bereitschaft gezeigt, das Geld 

ihrer Mutter zurückzuerstatten (Urk. D1/14/2 S. 7). 

4.7.3.  Da  die  Zeugin  F._____  angesichts  der  festgestellten  Ungereimtheiten  ge-

mäss eigenen Angaben schockiert, perplex und enttäuscht gewesen und es ihr un-

glaublich peinlich gewesen sei (Urk. D1/14/2 S. 4 f.), erscheint es mit der Verteidi-

gung  (Urk. 98  S. 16)  nicht  gerade  naheliegend,  dass  erstens  die  Aufklärung  der 

Ungereimtheiten nicht umgehend an die Hand genommen wurde und die Zeugin 

F._____ diesen in der Folge nur schrittweise und über eine längere Zeit nachge-

gangen ist. Gleiches gilt für den Umstand, dass sie die Privatklägerin erst über ein 

Jahr später darüber informiert haben will (Urk. 69 S. 17 f.). Aber auch hier ist ein 

Zusammenhang  mit  dem  Scheidungsverfahren  auszumachen,  welches  notori-

scherweise  per  se  emotional  belastend  ist  und  in  dem  sich  die  Zeugin  F._____ 

möglicherweise durch die an den Beschuldigten gerichteten Vorwürfe eine bessere 

Position in finanzieller Hinsicht erhoffte, worauf die Ausführungen des Beschuldig-

ten im Zusammenhang mit dem wechselhaften Standpunkt der Zeugin F._____ be-

treffend das von der Privatklägerin gewährte Darlehen hindeuten (Urk. 69 S. 22). 

4.7.4. Auch wenn sich die Privatklägerin und die Zeugin F._____ im Rahmen dieses 

Verfahren ausgetauscht haben (Urk. 82 S. 26) und die Zeugin F._____ die Privat-

klägerin auch zu ihrem Rechtsvertreter begleitete (Urk. D1/14/2 S. 6), kann im Er-

gebnis doch festgestellt werden, dass der Grund für die späteren Recherchen und 

letztlich die Strafanzeige nicht nur gleich beschrieben wurde, sondern die entspre-

chenden Abweichungen im Jahre 2017 in den Bankunterlagen Bestätigung finden 

(Urk. 82 S. 24), ebenso die bezahlten privaten Rechnungen in den Jahren 2012 bis 

2017 (Urk. 82 S. 36 f.). Es ist daher davon auszugehen, dass die Zeugin F._____ 

nichts von den via ZKB-Mietkonto getätigten privaten Rechnungen von ihr und ih-

rem Mann – dem Beschuldigten – wusste. 

4.8.1. Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der äussere Sachver-

halt grösstenteils unbestritten ist respektive bereits anhand der Bankauszüge und 

Rechnungen erstellt werden kann. Dass die Privatklägerin keine Zustimmung zur 

- 25 -

Zahlung privater Rechnungen um Umfang von über CHF 160'000.– erteilt hat, wie 

dies die Privatklägerin behauptet hat und wovon die Zeugin F._____ ausgeht, er-

scheint nicht nur aufgrund der bezüglich Kenntnis und Zustimmung im Kern gleich-

lautenden Aussagen plausibel, sondern auch vor dem Hintergrund des konkreten 

Verwaltungsvertrags,  welchen  die  Vorinstanz  in  den  wichtigsten  Punkten  darge-

stellt hat (Urk. 82 S. 31 f.). Darauf ist vorab zu verweisen. 

4.8.2.  Der  Verwaltungsvertrag  wurde  nur  für  die  Liegenschaft  an  der  H._____-

strasse … in I._____ geschlossen. Vertragsparteien waren die Verfahrensbeteiligte 

und die damaligen Eigentümerinnen der Liegenschaft. Die Rechte und Pflichten der 

Beauftragten wurden ebenso klar definiert, wie die Kompetenzen, die Abrechnung 

und das Honorar (Urk. D1/11/2).

4.8.3. Gemäss Ziff. 3 des Verwaltungsvertrags war die Auftragnehmerin berechtigt, 

selbständig, d.h. ohne Rückfrage bei den Auftraggeberinnen, die gesamten laufen-

den ordentlichen Geschäftsvorfälle ohne Beschränkung auf einen bestimmten Aus-

gabenbetrag abzuwickeln, insbesondere soweit es um Handlungen und Verpflich-

tungen  ging,  die  der  Aufrechterhaltung  des  normalen  Liegenschaftsbetriebs  und 

der allgemeinen Administration dienten. Vorbehalten absoluter Dringlichkeit waren 

die Beauftragten allerdings verpflichtet, bevorstehende Ausgaben aus diesem Auf-

wandbereich vor dem Eingehen von Verbindlichkeiten den Auftraggeberinnen zur 

Genehmigung vorzulegen, sofern sie den ordentlichen Rahmen des Liegenschafts-

budgets überschritten. Als ausserordentlich zu bezeichnende Investitionen waren 

den  Auftraggeberinnen 

in 

jedem  Fall  zur  Genehmigung  zu  unterbreiten 

(Urk. D/1/11/2, Ziff. 3). 

Zwar  ging  es  bei  den  anklagegegenständlichen  Überweisungen  nicht  um 

Investitionen an der verwalteten Liegenschaft. Umso mehr wäre aber ein analoges 

Vorgehen bei zweckfremden Belastungen – sofern solche aufgrund des familiären 

Hintergrunds  überhaupt  jemals  zur  Diskussion  gestanden  hätten  –  angezeigt 

gewesen. Demgemäss wären Kontobelastungen zugunsten von Dritten, wie dem 

Beschuldigten und seiner damaligen Frau bzw. der Zeugin F._____, auf jeden Fall 

zur Genehmigung vorzulegen gewesen und hätten die Auftraggeberinnen die Ge-

- 26 -

nehmigungsanfragen  der  Beauftragten  möglichst  umgehend,  in  der  Regel  nicht 

später als innert 14 Tagen zu beantworten gehabt (Urk. D/1/11/2, Ziff. 3 Abs. 2-3).

Der  Beschuldigte  hatte  hier  behaupten  lassen,  er  habe  gar  kein  Motiv  für 

heimliche Bezahlungen gehabt. Er habe die Privatklägerin und die Zeugin F._____ 

mehrfach  über  dieses  Vorgehen  informiert,  sie  hätten  über  alles  gesprochen, 

ebenso über die angeklagten Zahlungen, auch wenn sie von dem heute vermutlich 

nichts mehr wissen wollten (vgl. Urk. D1/18 S. 6 und Urk. 98 S. 6 f.). Vordergründig 

liegt tatsächlich kein Motiv auf der Hand. Es sind jedoch ohne Weiteres verschie-

dene  Motive  denkbar.  Abgesehen  davon,  lässt  es  der  Beschuldigte  bei  einer 

blossen  Behauptung  bewenden.  Der  Beschuldigte  hat  insbesondere  keine  den 

anklagegegenständlichen  Belastungen  entsprechende  Genehmigungsanfragen 

oder  -antworten  oder  sonstwie  verschriftlichte  Zustimmungen  vorlegen  können. 

Dies wäre von der Verfahrensbeteiligten – einer professionellen Liegenschaftsver-

waltung – zu erwarten gewesen, auch wenn die Mandatsführung durch die Familie 

geprägt  war  (Urk. 69  S. 7;  Urk.  98  S.  5  ff.  und  Prot.  II  S. 12  f.),  zumal  trotz  des 

familiären  Verhältnisses  ein  Verwaltungsvertrag  aufgesetzt  wurde  und  die  Ver-

tragsparteien die Privatklägerin und die Verfahrensbeteiligte waren. Der Behaup-

tung  des  Beschuldigten,  wonach  die  Überweisungen  für  private  Rechnungen 

bekannt und genehmigt worden seien, wird damit durch nichts untermauert, was 

die glaubhafte Schilderung der Privatklägerin erschüttern könnte. Das Vorbringen 

der Verteidigung, die Zustimmung der Privatklägerin habe nicht der Beschuldigte 

zu beweisen (Urk. 98 S. 8; Prot. II S. 12 f.), ist grundsätzlich korrekt. Weigert sich 

ein Beschuldigter, zu seiner Entlastung erforderliche Angaben zu machen, obschon 

eine Erklärung angesichts der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise er-

wartet werden dürfte, ist dies jedoch der Beweiswürdigung zugänglich (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 6B_1018/2021 vom 24. August 2022 E. 1.3.1; 6B_1202/2021 

vom  11. Februar  2022  E. 1.8.2;  6B_582/2021  vom  1.  September  2021  E. 4.3.1; 

6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.3.3; 6B_453/2011 vom 20. Dezember 

2011 E. 1.6, nicht publ. in: BGE 138 IV 47). Die zitierte Rechtsprechung führt – ent-

gegen der Ansicht der Verteidigung (Prot. II S. 12) – nicht zu einer Beweislastum-

kehr, sondern lediglich dazu, dass auf die belastenden Beweise abgestellt werden 

- 27 -

darf (Urteil des Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4, nicht 

publ. in: BGE 147 IV 176). 

4.8.4.  Zur  Abrechnungspflicht  hält  der  Verwaltungsvertrag  unter  Ziff.  4  einleitend 

fest:  "Über  sämtliche,  sich  aus  der  Verwaltung  ergebenden  Einnahmen  und 

Ausgaben führt die Beauftragte Buch und erstattet den Auftraggeberinnen jährlich 

Abrechnung.  Ohne  schriftliche  Einreden  innert  30  Tagen  gilt  die  Abrechnung  als 

genehmigt.  Die  Bücher  und  Belege  stehen  den  Auftraggeberinnen  nach  Rück-

sprache mit der Beauftragten zur Einsichtnahme zur Verfügung." Mit der jährlichen 

Abrechnungspflicht war demnach zu erwarten, dass die Abrechnung inhaltlich voll-

ständig und zeitgerecht erfolgt. 

Insofern ist schon grundsätzlich nicht nachvollziehbar, dass die Verfahrens-

beteiligte erst Jahre später vollständig abrechnet, nämlich am 23. Dezember 2020 

für  die  Jahre  1999  bis  2020  über  einen  angeblich  offenen  Restbetrag  von 

CHF 119'052.95, wenn auch noch eine Steuerberatung über CHF 55'061.30 ent-

haltend (vgl. Urk. D1/19/22-23). Hinzu kommt, dass sich die Verwaltung auf bloss 

ein Objekt beschränkte, mit offenbar sieben Wohnungen (vgl. Urk. D1/19/10) und 

Brutto-Mietzinseinnahmen in den Jahren 2012 und 2017 zwischen CHF 234'853.– 

und CHF 258'149.40, was – vor allem für eine professionelle Verwaltung – zu einer 

zahlenmässig sehr überschaubaren Verwaltungstätigkeit und -pauschale zwischen 

CHF 11'742.65 und CHF 12'907.47 führte (Urk. D1/19/24).

Der  Beschuldigte  bringt  nichts  vor,  was  ein  derartiges  Akonto-Management 

der Verfahrensbeteiligten rechtfertigen würde. Richtig ist zwar, so die Verteidigung, 

dass Ziff. 5 Abs. 1 des Verwaltungsvertrags vorsieht, dass die Beauftragte berech-

tigt war, ihr Honorar jeweils per Monatsende dem unter Ziff. 4.3. erwähnten Konto 

zu  belasten  (hier  das  ZKB-Mietzinskonto).  Wenn  sie  aber  dafür  hält,  dass  die 

Beauftragte nicht verpflichtet gewesen sei, das Honorar am Ende jedes Monats zu 

beziehen, sondern dieses auch später beziehen oder in Rechnung stellen könne 

und sich am Honoraranspruch nichts ändere (Urk. 69 S. 30 und Urk. 98 S. 25), so 

kann dem nur noch grundsätzlich gefolgt werden. Denn die Rechenschaftspflicht 

stellt (nebst der Ablieferungspflicht) ein zentrales Element der Fremdnützigkeit des 

Auftrags dar (BGE 143 III 353). Die Rechenschaftspflicht bildet sowohl Grundlage 

- 28 -

als auch Voraussetzung der Ablieferungs- bzw. Herausgabepflicht und findet ihre 

Grenzen im Vertragsinhalt und im Grundsatz von Treu und Glauben (BSK OR I-

Oser/Weber, Art. 400 N 1a). Sie dient der Transparenz. Das Vorgehen der Verfah-

rensbeteiligten mit jahrelangen Akonto-Rechnungen erweist sich in ihrer zeitlichen 

Dimension jedenfalls als atypisch. Ob darin eine zivilrechtliche Leistungsstörung zu 

sehen ist, hat allerdings nicht das Strafgericht, sondern das Zivilgericht zu beurtei-

len. Von Bedeutung ist hier nur, ob die Privatklägerin um diese zweckfremden Über-

weisungen gewusst hat, sie diese genehmigt hat oder von einer faktischen Geneh-

migung auszugehen ist, was das Vorgehen des Beschuldigten rechtfertigen würde. 

Dass  die  Privatklägerin  die  Akonto-Rechnungen  im  Gesamtbetrag  von 

CHF 173'293.65,  welche  der  Beschuldigte  in  seiner  Stellungnahme  vom  2.  Juni 

2021 aufführt (Urk. D1/18 S. 5 f.), nie gesehen hat, erscheint insofern plausibel, als 

der Beschuldigte selber einräumte, dass die Akonto-Rechnungen bei der Verfah-

rensbeteiligten  aufbewahrt  worden  seien,  wie  die  Privatklägerin  richtig  festhielt 

(Urk. D1/20 S. 9). Folglich ist auch hier davon auszugehen, dass keine Genehmi-

gung für das Bezahlen von privaten Rechnungen ab dem ZKB-Mietzinskonto vor-

lag.

4.8.5.  Gemäss  den  vom  Beschuldigten  selber  eingereichten  Liegenschaftenab-

rechnungen resultierte in den relevanten Jahren stets, auch unter Berücksichtigung 

von Leerständen und Eigennutzung, ein Gewinn (Urk. D1/19/7):

2012:

2013:

2014:

2015:

2016:

2017:

CHF 165'674.95

CHF 190'499.42

CHF 129'479.34

CHF 164'265.35

CHF 176'509.79

(in der Erfolgsrechnung mit Minus verbucht)

CHF 175'919.15

Auf dieser Basis lässt sich nicht erklären, weshalb die Verfahrensbeteiligte bei 

gegebener Liquidität über Jahre faktisch gratis arbeitete bzw. den Honorarbezug 

hinausschob, was für die Jahre 1999 bis 2020 zu einer angeblichen Restanz von 

- 29 -

CHF 119'052.89 geführt haben soll (Urk. D1/19/23), wenn man der Argumentation 

des Beschuldigten folgen würde. 

Mit  den  Liegenschaftenabrechnungen  und  den  zu  den  Akten  zugestellten 

Akonto-Zahlungen wurde der Privatklägerin als Auftraggeberin ein unvollständiges 

Bild vermittelt. Aus den gestützt darauf erstellten Steuerklärungen, deren Vollstän-

digkeit und wahrheitsgetreue Verfassung die Privatklägerin unterschriftlich bestä-

tigte, lässt sich – entgegen der Verteidigung (Urk. 69 S. 32) – daher auch keine 

Genehmigung für die insofern versteckten privaten Belastungen des Beschuldigten 

herleiten. 

Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass in Bezug auf 

die Liegenschaft nur Erfolgsrechnungen, aber keine Bilanzen vorliegen. Dies hat 

gemäss  dem  polizeilichen  Ermittler  einen  offensichtlichen  Grund:  "Die  Liegen-

schaftsabrechnungen, so wie sie die C._____ AG erstellte, genügten steuerlichen 

Zwecken. Sie zeigen aber nicht die ganze Finanzentwicklung, eben insbesondere 

nicht die Entwicklung des Eigentümerkontos mit den Abschlagszahlungen an den 

Eigentümer" (Urk. D1/11/1 S. 4). Der Verteidigung ist zwar zuzustimmen, dass die 

Verfahrensbeteiligte nicht dazu verpflichtet war, eine Bilanz zu erstellen (Urk. 98 S. 

21 f.). Dennoch führten die Liegenschaftenabrechnungen – wie erwähnt – zu einem 

unvollständigen  Bild.  Mit  der  jährlichen  Abrechnungspflicht  gemäss  Ziff. 4  Abs. 1 

des  Verwaltungsvertrags  wäre  jedoch  zu  erwarten  gewesen,  dass  die  jährlichen 

Abrechnungen ein vollständiges Bild sämtlicher, sich aus der Verwaltung ergeben-

den Einnahmen und Ausgaben aufzeigen. 

4.8.6. Ferner ergibt sich aus den Bestimmungen zur Abrechnung gemäss Ziff. 4.3. 

klar, dass das zu führende Konto ausschliesslich für diesen Auftrag und damit für 

die  Liegenschaft  bestimmt  war:  "Die  Mieter  zahlen  die  Mietzinse,  Nebenkosten 

sowie alle weiteren aus dem Mietverhältnis sich ergebenden Verbindlichkeiten auf 

ein von der Beauftragten ausschliesslich für diesen Auftrag geführtes Konto (Bank-

Konto)." Eine andere Zweckbestimmung ergibt daraus nicht, und schon gar kein 

Spielraum  für  eine  private  Verwendung  des  Guthabens  durch  einen  Dritten 

(Urk. D1/11/2, Ziff. 4.3). 

- 30 -

4.8.7. Soweit der Beschuldigte geltend machen liess, die Verfahrensbeteiligte habe 

im Zeitpunkt der Bezahlung der privaten Rechnungen gegenüber der Auftraggebe-

rin  (bzw.  der  Privatklägerin)  ein  höheres  Guthaben  als  alle  Rechnungsbeträge 

zusammen gehabt, und er damit – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 98 

S. 23  f.)  –  sinngemäss  eine  Verrechnung  geltend  macht,  kann  ihm  nicht  gefolgt 

werden. Gemäss Verteidigung habe sich durch die getätigten Zahlungen – jeweils 

in Anrechnung und Tilgung der Forderung der Verfahrensbeteiligten gegenüber der 

Privatklägerin  –  diese  Forderung  jeweils  in  diesem  Umfang  reduziert  (Urk. 98 

S. 24).  Eine  Gegenseitigkeit  der  Schuldpflichten  liegt  hier  jedoch  nicht  vor.  Die 

Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die Forderung aus der Bezah-

lung  der  privaten  Rechnungen  zwischen  der  Privatklägerin  (als  Gläubigerin)  und 

dem Beschuldigten (und/oder allenfalls F._____, als Schuldner) besteht, während 

die Verfahrensbeteiligte als Vertragspartei des Verwaltungsvertrags die Gläubige-

rin  der  Honorarforderung  gegenüber  der  Privatklägerin  ist.  Der  Beschuldigte  hat 

den Verwaltungsvertrag (nur) als Vertreter und Organ der Verfahrensbeteiligten ge-

schlossen, er persönlich ist nicht Vertragspartei bzw. Auftragnehmer, was er selber 

anerkennt (vgl. Urk. D1/18 S. 2; Urk. 69 S. 6 f.; Urk. 98 S. 28 f.). Auftragnehmerin 

ist die Verfahrensbeteiligte als juristische Person, die über eine eigene Rechtsper-

sönlichkeit verfügt. Eine Verrechnung kommt demzufolge nicht in Frage. Da es sich 

bei der Verfahrensbeteiligten nicht um eine Einmanngesellschaft handelt, stellt sich 

auch die Frage eines (umgekehrten) Durchgriffs, bei dem die rechtliche Selbststän-

digkeit  einer  juristischen  Person  ausnahmeweise  nicht  beachtet  wird,  nicht  (vgl. 

hierzu BGE 149 III 145 E. 4.3.3.). 

An  der  fehlenden  Gegenseitigkeit  der  Forderungen  ändert  auch  die  gesell-

schaftsinterne  Abmachung  bei  der  Verfahrensbeteiligten  nichts,  wonach  anstatt 

noch  höhere  Akonto-Rechnungen  zu  stellen,  der  Beschuldigte  in  Absprache  mit 

seinem Geschäftspartner (dem Mitbeschuldigten D._____) einige private Rechnun-

gen (bspw. für Gartenarbeiten und Vorhänge für das gemeinsame eheliche Haus 

und die Liegenschaft der Zeugin F._____ in J._____) seiner damaligen Frau und 

von  sich  selber  über  das  ZKB-Mietzinskonto  bezahlte  (Urk.  D1/18  S.  6;  Urk.  69 

S. 47). Da keine Gegenseitigkeit und damit keine Verrechnungslage bestand und 

eine entsprechende Verwendung des Guthabens auf dem ZKB-Mietzinskonto we-

- 31 -

der genehmigt noch zweckentsprechend war (vgl. Urk. 82 S. 41), braucht auf die 

Eventualbegründung  der  erfolgten  Genehmigung  der  Liegenschaftenabrechnun-

gen nicht mehr eingegangen zu werden (Urk. 82 S. 40 f.).

Anzumerken bleibt jedoch, dass der Beschuldigte auch vor dem Berufungs-

gericht behaupten liess, dass er mit D._____ übereingekommen sei, Rechnungen 

der Familie F._____, insbesondere im Zusammenhang mit ihrem Haus in M._____ 

zu Lasten des ZKB-Kontos, bezahlen zu dürfen (Urk. 98 S. 24). Auch in Bezug auf 

die behauptete interne Abmachung lässt es der Beschuldigte bei einer Behauptung 

bewenden, obwohl eine solche Vereinbarung gemäss eingereichtem Privatgutach-

ten in einem Memo vom 12. März 2008 angeblich verschriftlicht worden sein soll. 

Danach  sei  vereinbart  worden,  dass  es  dem  Beschuldigten  gestattet  sei,  insbe-

sondere im Hinblick auf die Finanzierung des Grundstücks in M._____ Guthaben 

der Verfahrensbeteiligten zu beziehen (Urk. 99 S. 6). Dass das angeblich die Sicht 

des Beschuldigten stützende Dokument nicht im Strafverfahren eingereicht wurde, 

ist nicht nachvollziehbar (vgl. Prot. II S. 11, gemäss Verteidigung sei das genannte 

Memo einzig im Zivilverfahren eingereicht worden). Ferner mutet es komisch an, 

dass  es  angesichts  der  angeblichen  Übereinkunft  im  2008  zur  Gestattung  von 

Zahlungen zur Finanzierung des Grundstücks in M._____, welches im Jahr 2007 

bezogen  worden  sei  (Urk. 99  S. 6),  im  Januar  2012  zu  einer  ersten  persönlich-

privaten Zahlung betreffend die Notariatskosten zur Übertragung der Liegenschaft 

in I._____ und erst ab Dezember 2014 zu Zahlungen im Zusammenhang mit der 

Liegenschaft in M._____ gekommen ist. Wie es auch die Vertretung der Privatklä-

gerin festhält (Prot. II S. 9), ist das geltend gemachte Vorgehen des Beschuldigten 

nicht naheliegend. Es leuchtet nicht ein, weshalb ein seit 1999 nie bezogenes Ho-

norar der Verfahrensbeteiligten aus dem Verwaltungsvertrag der Liegenschaft auf 

einmal ab 2012 über private Zahlungen des Beschuldigten und damit auf eine für 

die Privatklägerin intransparente Weise quasi über ein "Dreieck" bezogen worden 

sein  soll.  Dieses  Vorgehen  ist  nicht  nachvollziehbar.  Die  Argumentation  des  Be-

schuldigten mit den Akonto-Rechnungen sowie mit einer internen Übereinkunft von 

2008 wirkt konstruiert. Letztlich gilt es festzuhalten, dass selbst eine interne Abma-

chung zwischen dem Beschuldigten und dem Mitbeschuldigten zur Gestattung von 

Zahlungen  über  das  Mietzinskonto  nichts  daran  ändert,  dass  die  Privatklägerin 

- 32 -

nichts von den zweckfremden, persönlich-privaten Zahlungen wusste und das ver-

einbarte berechenbare Pauschal-Honorar von 5 % der Verfahrensbeteiligten und 

nicht dem Beschuldigten persönlich zustand.

4.9.  Nach  dem  Gesagten  ging  die  Vorinstanz  richtigerweise  von  einem  Vermö-

gensschaden im Umfang der zweckfremden Überweisungen von CHF 167'390.55 

aus (Urk. 82 S. 41).

4.10. Die  Ausführungen  der  Vorinstanz  zum  Wissen  des  Beschuldigten  können 

übernommen werden: Der Beschuldigte hat ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen 

und war schon lange in der Steuerberatung tätig. Ihm musste daher bewusst sein, 

dass  er  ab  einem  Liegenschafts-  bzw.  Mietzinskonto  einer  Mandantin  seiner 

Gesellschaft  keine  Überweisungen  zur  Bezahlung  privater  Rechnungen  vorneh-

men durfte. Ferner war ihm auch klar, dass die Verfahrensbeteiligte eine eigene 

Rechtspersönlichkeit aufweist und sie – und nicht er persönlich – Anspruch auf das 

Honorar aus dem Verwaltungsvertrag der Liegenschaft an der H._____-strasse … 

in  I._____  hatte  und  er  diese  Forderung  in  diesem  Verhältnis  nicht  verrechnen 

konnte.

4.11. Zusammenfassend ist der Sachverhalt gemäss Dossier 1 erstellt.

C. Dossier 2 (Sachentziehung)

1.

In Bezug auf Dossier 2 sah die Vorinstanz von einer Erstellung des Sachver-

halts  ab,  da  sich  der  Anklagevorwurf  aus  ihrer  Sicht  auch  zutreffendenfalls  nicht 

unter  den  Tatbestand  der  Sachentziehung  subsumieren  lasse,  weshalb  sie  den 

Beschuldigten in diesem Punkt frei sprach (Urk. 82 S. 47 ff.).

2.

Der  Vorinstanz  ist  in  diesem  Punkt  zuzustimmen,  wie  nachfolgend  aufzu-

zeigen ist (vgl. Erw. IV.B.). Weiterungen erübrigen sich an dieser Stelle. 

IV.
Rechtliche Würdigung

A. Dossier 1

- 33 -

1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für die private Verwendung der Gelder 

der Privatklägerin der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB schuldig gesprochen (Urk. 82, Dispositiv-Ziffer 1). Sie hat hierzu die relevan-

ten theoretischen Grundlagen zutreffend aufgeführt, worauf vorab verwiesen wird 

(Urk. 82  S.  42  ff.).  Rekapitulierend  und  teilweise  ergänzend  sind  die  wichtigsten 

Aspekte nachfolgend nochmals zusammenzufassen.

1.2.  Der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, 

wer  sich  eine  ihm  anvertraute  fremde  bewegliche  Sache  aneignet,  um  sich  oder 

einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB macht sich strafbar, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in 

seinem  oder  eines  anderen  Nutzen  verwendet.  Die  Strafdrohung  lautet  auf  Frei-

heitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 3 StGB).

1.3.  Das subsidiäre Tatobjekt der Vermögenswerte meint ausschliesslich obliga-

torische  Ansprüche:  Gegenstände  (vertretbare  oder  unvertretbare  bewegliche 

Sachen), die ins Eigentum des Täters übergehen (z.B. Geld, das auf ein Bankkonto 

einbezahlt  wird),  aber  auch  Forderungen  oder  Buchgeld.  Diesbezüglich  ist  der 

Treuhänder verpflichtet, anstelle des Eigentums dem Treugeber den Wert der frag-

lichen Vermögenswerte ständig zu erhalten (Donatsch, Strafrecht III, S. 137; BSK 

StGB-Niggli/Riedo, Art. 138 N 27 ff., 34). Als anvertraut gilt, was jemand mit der 

Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu 

verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen ab-

zuliefern. Eine solche Verpflichtung kann auf ausdrücklicher oder stillschweigender 

Abmachung beruhen. Daneben ist erforderlich, dass das Empfangene dem Treu-

händer wirtschaftlich fremd ist. Dies ist der Fall, wenn der Treuhänder verpflichtet 

ist,  dem  Treugeber  das  Eigentum  an  der  Sache  bzw.  den  Wert  der  fraglichen 

Vermögenswerte ständig zu erhalten (zum Ganzen BGE 133 IV 21 E. 6.2). 

1.4. Bei  der  Veruntreuung  von  Vermögenswerten  besteht  die  Tathandlung  in 

einem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den 

obligatorischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln (BGE 133 IV 21 E. 6.1.1), 

m.a.W. in der Verwendung der anvertrauten Vermögenswerte entgegen den Ver-

einbarungen bzw. Weisungen in zweckwidriger Weise. Das pflichtwidrige Zurück-

- 34 -

behalten der empfangenen Werte reicht demgegenüber nicht aus; vielmehr muss 

der Täter die ihm obliegende Verwendung zumindest vortäuschen, eingegangene 

Zahlungen  "abdisponieren"  oder  mindestens  ihren  Eingang  verschleiern  bzw. 

pflichtwidrig verheimlichen. In der unrechtmässigen Verwendung liegt bei der Ver-

untreuung  von  Vermögenswerten  denn  auch  der  Vermögensschaden;  dieser  gilt 

somit  als  ungeschriebenes  Tatbestandsmerkmal  (Urteil  des  Bundesstrafgerichts 

SK.2013.30 vom 29. September 2014 E. 2.4.1.).

1.5. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz und ein Handeln in unrechtmässiger Berei-

cherungsabsicht erforderlich (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2). Als Bereicherung gilt jede 

wirtschaftliche  Besserstellung,  auf  die  ihr  Empfänger  keinen  Rechtsanspruch 

besitzt (BGE 114 IV 133 E. 2b). An der Absicht unrechtmässiger Bereicherung kann 

es fehlen, wenn der Täter Ersatzbereitschaft aufweist, d.h. wenn dieser den Willen 

und  die  Möglichkeit  hatte,  seine  Treuepflicht  zeitgerecht  zu  erfüllen  (BSK  StGB-

Niggli/Riedo, Art. 138 N 116). 

Nach der Rechtsprechung bereichert sich mithin unrechtmässig, wer Vermö-

genswerte,  die  er  dem  Berechtigten  jederzeit  zur  Verfügung  zu  halten  hat,  in 

seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu 

ersetzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2).

2.

Seitens des Beschuldigten wird auch im Berufungsverfahren ein Freispruch 

beantragt (Urk. 83 S. 1;  Urk. 98 S. 3).  Er liess in subjektiver Hinsicht ausführen, 

dass er jederzeit ersatzbereit- und willig gewesen sei (Urk. 69 S. 49). 

3.1.  Die Verteidigung reichte hinsichtlich der rechtlichen Würdigung anlässlich der 

Berufungsverhandlung ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten von Prof. em. 

Dr. E._____  ins  Recht,  welches  sich  zu  Fragen  im  Zusammenhang  mit  der 

Veruntreuung äussert (Urk. 99). 

3.2.  Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die rechtliche Würdigung des Sachver-

halts ureigene Aufgabe des Gerichts ist (Art. 350 Abs. 1 StPO). Es gilt der Grund-

satz "iura novit curia". Weiter kommt hinzu, dass das eingereichte Gutachten bloss 

ein Parteigutachten ist. Parteigutachten haben nach konstanter Praxis des Bundes-

- 35 -

gerichts  nicht  den  gleichen  Stellenwert  wie  ein  Gutachten,  das  von  der  Unter-

suchungsbehörde oder von einem Gericht eingeholt wurde. Den Ergebnissen eines 

im  Auftrag  des  Beschuldigten  erstellten  Parteigutachtens  kommt  lediglich  die 

Bedeutung  einer  der  freien  Beweiswürdigung  unterliegenden  Parteibehauptung 

bzw. eines Bestandteils der Parteivorbringen zu, nicht die Qualität eines Beweis-

mittels  (BGE  141  IV  369,  E.  6.2,  m.w.H.).  Das  Gericht  kann  sich  daher  auch  in 

Bezug  auf  das  Gutachten  auf  die  für  ihren  Entscheid  wesentlichen  Punkte 

beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit 

Hinweisen).

4.1.  Gemäss  erstelltem  Sachverhalt  wurde  im  Sinne  von  Ziff.  4.3.  des  Verwal-

tungsvertrags auf den Namen der Verfahrensbeteiligten ein Konto bei der Zürcher 

Kantonalbank eröffnet und geführt. Über das ZKB-Mietzinskonto liefen sämtliche 

Einnahmen und Ausgaben betreffend die Liegenschaft, auch der Honorarbezug für 

die Liegenschaftenverwaltung durch die Verfahrensbeteiligte.

4.2.  Der Beschuldigte war seit 26. März 1999 für das ZKB-Mietzinskonto einzel-

zeichnungsberechtigt. Seit demselben Datum war auch die Privatklägerin kollektiv-

zeichnungsberechtigt (Urk. D1/23, 1. Registereinlage). 

4.3. Die  Privatklägerin  war  Nutzniesserin  des  Grundstücks  und  damit  die 

wirtschaftlich Berechtigte am ZKB-Mietzinskonto. Für die Verfahrensbeteiligte und 

den Beschuldigten – als Organ der Verfahrensbeteiligten und Einzelzeichnungsbe-

rechtigter – handelte es sich damit um wirtschaftlich fremde Vermögenswerte, auch 

wenn das Konto auf den Namen der Verfahrensbeteiligten lief. Der Umstand, dass 

die Verfahrensbeteiligte berechtigt war, ihren Honoraranspruch direkt monatlich zu 

beziehen, vermag daran aufgrund der klaren Zweckbestimmung nichts zu ändern. 

Der Ansicht der Verteidigung, wonach das Guthaben auf dem ZKB-Konto im Um-

fang  des  zugunsten  der  Verfahrensbeteiligten  bestehenden  Honoraranspruchs 

nicht anvertraut war und in diesem Umfang eine Veruntreuung per so unmöglich 

sei (Urk. 69 S. 46; Urk. 98 S. 28), kann daher nicht gefolgt werden. Es ist auf die 

Vorinstanz zu verweisen, die zutreffend festgehalten hat, dass eine unrechtmäs-

sige Verwendung im Nutzen des Täters oder eines andern regelmässig darin liege, 

dass der Täter das Empfangene weisungswidrig verwendet (OFK/StGB-Donatsch, 

- 36 -

Art. 138  N 20).  Der  Beschuldigte  hat  die  Gelder  des  Mietzinskontos  –  erstellter-

massen  –  weisungswidrig  verwendet  und  hielt  der  Privatklägerin  keine  entspre-

chenden Werte zur Verfügung, selbst wenn er – wovon zu Gunsten des Beschul-

digten ausgegangen werden muss – die Privatklägerin wohl aus seinem eigenen 

Vermögen jederzeit hätte schadlos können, wie die Vorinstanz – unter dem subjek-

tiven Tatbestand – zutreffend festhält (Urk. 82 S. 43). 

4.4. Der  Vorinstanz  kann  auch  in  Bezug  auf  den  Vermögensschaden  gefolgt 

werden (Urk. 82 S. 44). Bei der Veruntreuung von Vermögenswerten i.S.v. Art. 138 

Ziff. 1 Abs. 2 StGB ist das Tatobjekt für den Täter nicht rechtlich, sondern nur wirt-

schaftlich fremd. Wirtschaftliche Fremdheit aber bedeutet nichts anderes, als dass 

gegenüber  dem  Täter  ein  obligatorischer  Anspruch  besteht.  Vermögenswerte 

stellen denn auch ausschliesslich obligatorische Ansprüche bzw. Forderungen dar 

(höchstens Forderungen auf Übertragung einer Sache). 

Beide Elemente stellen mithin nichts anderes dar, als die Umschreibung eines Ver-

mögensschadens.  Denn:  Genau  dann,  und  nur  dann,  wenn  die  Tathandlung  die 

Verwirklichung  des  obligatorischen  Anspruchs  des  Treugebers  gefährdet,  kann 

eine Veruntreuung vorliegen. Geschieht dies aber, ist dieser auch an seinem Ver-

mögen geschädigt, denn seine Forderung gegenüber dem Täter ist in ihrem Wert 

gemindert (BSK StGB-Niggli/Riedo, Art. 138 N 110 mit Hinweisen). 

Durch die zweckwidrigen Kontobelastungen wurde das Guthaben der Privat-

klägerin vermindert. Nach der Rechtsprechung gefährdet, wer einen Vermögens-

wert unrechtmässig verwendet, somit die Forderung des Treugebers, womit diese 

an Wert verliert. Einer illiquiden Forderung kommt demnach ein geringerer Wert zu 

als  einer  liquiden  Forderung.  Mithin  bedeutet  die  Gefährdung  der  Verwirklichung 

des obligatorischen Anspruchs des Treugebers für diesen einen Vermögensscha-

den (Urteil des Bundesgerichtes 6B_936/2019 vom 20. Mai 2020 E. 4.4). Damit ist 

erstellt,  dass  die  Privatklägerin  durch  die  unrechtmässigen  Transaktionen  des 

Beschuldigten einen Schaden erlitt.

4.5. Gemäss dem vom Beschuldigten eingereichten Privatgutachten stellt sich der 

Gutachter  Prof. em.  Dr. E._____  ebenfalls  auf  den  Standpunkt der  Verteidigung, 

- 37 -

dass  die  Vermögenswerte  maximal  im  Umfang  des  Saldos  auf  dem  ZKB-Konto 

anvertraut gewesen seien, nicht aber im Umfang des zugunsten der Verfahrens-

beteiligten bestehenden Honoraranspruchs (Urk. 99 S. 9 f. und 16 f.; so auch die 

Verteidigung in Urk. 69 S. 46 und Urk. 98 S. 28). Gemäss Gutachter habe es keine 

zweckwidrige Verwendung der Vermögenswerte gegeben, da die Verfahrensbetei-

ligte gemäss Verwaltungsvertrag berechtigt gewesen sei, die Aufwendungen und 

auch  das  Pauschal-Verwaltungshonorar  zu  beziehen  (Urk. 99  S. 10).  Dieser  An-

sicht ist mit Verweis auf die voranstehenden Ausführungen sowie die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz nicht zu folgen (vgl. hierzu voranstehende Ziff. 4.3./4. 

und Urk. 82 S. 42 ff.). Einerseits stand der Bezug des Honorars der Verfahrensbe-

teiligten und nicht dem Beschuldigten zu, wie es im Übrigen auch der Gutachter 

festhielt. Andererseits lag für die – erstelltermassen – zweckwidrigen Kontobelas-

tungen auch keine Genehmigung der Privatklägerin vor. Daran ändert auch eine 

angebliche interne Ermächtigung seitens der Verfahrensbeteiligten nichts. Indem 

der Beschuldigte private Rechnungen von sich persönlich und seiner Ehefrau be-

zahlte, setzte er sich über den festgelegten Verwendungszweck der Kontogelder 

hinweg und handelte weisungswidrig.

Des  Weiteren  vertritt  der  Gutachter  eine  von  der  ständigen  Rechtsprechung  des 

Bundesgerichts  abweichende  Lehrmeinung.  Danach  müsse  der  Täter  analog  zu 

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB – wonach Alleingewahrsam des Täters verlangt werde 

– auch  im  Falle  von  Art. 138  Ziff. 1  Abs. 2  StGB  alleinige  Verfügungsmacht  über 

die  anvertrauten  Vermögenswerte  haben.  Entsprechend  seien  die  betreffenden 

Vermögenswerte trotz Bevollmächtigung eines Treuhänders dann nicht anvertraut, 

wenn der Treugeber ebenfalls über die dem Konto gutgeschriebenen Vermögens-

werte verfügen könne. Folglich seien die Vermögenswerte aus der Bewirtschaftung 

der  Liegenschaft  der  Verfahrensbeteiligten  nicht  anvertraut  gewesen,  weil  die 

Privatklägerin und ihre Mutter G._____ (sel.) zur Verfügung über die betreffenden 

Vermögenswerte  kollektivzeichnungsberechtigt  gewesen  seien  (Urk. 99  S. 11). 

Vorliegend ist der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu folgen, wo-

nach die fraglichen Vermögenswerte unabhängig davon, ob der Treugeber selbst 

noch  darüber  verfügen  könne  oder  nicht,  demjenigen  anvertraut  sind,  dem  vom 

Kontoinhaber eine Vollmacht ausgestellt worden ist (BGE 119 IV 127 E. 2; 133 lV 

- 38 -

21  E.  6.2;  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_621/2019  vom  3. Dezember  2019 

E. 1.2.2).

Den  vom  Gutachter  gemachten  Überlegungen  zum  Tatbestand  gemäss  Art. 159 

StGB  (Missbrauch  von  Lohnabzügen)  kann  ebenfalls  nicht  gefolgt  worden  (vgl. 

Urk. 99 S. 12 f.). Art. 159 StGB ist vorliegend nicht einschlägig. Auch der gemachte 

Vergleich  mit  einem  bundesgerichtlichen  Entscheid  zu  einem  Vertrag  zwischen 

einem  Milchhändler  und  einem  Milchlieferanten  passt  auf  den  vorliegenden  Fall 

nicht (vgl. Urk. 99 S. 12, verweist auf das Urteil des Bundesgericht 6B_362/2013 

E. 1.4.1.,  wobei  eine  konkludente  Vereinbarung  zwischen  drei  Vertragsparteien 

bestand). Vorliegend lag keine Genehmigung der Privatklägerin vor, den Honorar-

anspruch der Verfahrensbeteiligten weisungswidrig zu beziehen. Ferner stützt sich 

der Gutachter in seiner Argumentation auf eine angebliche Vereinbarung zwischen 

dem Beschuldigten und dem D._____ (vgl. Urk. 99 S. 13 Rz. 40 bzw. die auf S. 6 

Rz. 11 genannte "Memo"), welche weder im vorliegenden Strafverfahren aktenkun-

dig ist noch dem Gutachter selbst vorgelegen hat (vgl. Urk. 99 S. 19).

4.6.  Damit ist der objektive Tatbestand der Veruntreuung von Vermögenswerten 

i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt.

5.1.  Die  Vorinstanz  hat  die  Tatbestandvoraussetzungen  auch  in  subjektiver 

Hinsicht korrekt dargelegt (Urk. 82 S. 44 f.). Darauf und obige Erw. III.4.10. ist zu 

verweisen.

5.2.  Der Beschuldigte handelte als Organ der Verfahrensbeteiligten und damit als 

Verantwortlicher gemäss Art. 29 lit. a StGB. Ihm musste klar sein, dass er Überwei-

sungen  zur  Begleichung  privater  Rechnungen  nicht  mit  Honoraransprüchen  der 

Verfahrensbeteiligten  verrechnen  konnte.  Es  liegt  ferner  auf  der  Hand,  dass  das 

Ziel dieser Überweisungen darin lag, sich selber und seine Familie unrechtmässig 

zu bereichern. Damit handelte er vorsätzlich.

5.3.1. Die Vorinstanz wies zurecht darauf hin, dass es an der Absicht unrechtmäs-

siger  Bereicherung  fehlen  kann,  wenn  der  Täter  sogenannte  Ersatzbereitschaft, 

d.h. Ersatzwillen und -fähigkeit, aufweist. Der Täter muss mithin zum Zeitpunkt der 

- 39 -

Tat den Willen haben, fristgerecht Ersatz zu leisten, und darüber hinaus auch fähig 

sein, dies zu tun (BSK StGB-Niggli/Riedo, Art. 138 N 116). 

5.3.2. Angesichts der Aussagen der Zeugin F._____, gemäss welchen keine finan-

ziellen Schwierigkeiten bestanden hätten und den eigenen Angaben des Beschul-

digten (Urk. 18 S. 18 N 68; Urk. 69 S. 38 N 133) muss – zu Gunsten des Beschul-

digten – davon ausgegangen werden, dass er in der Lage gewesen wäre, die Rech-

nungen auch aus der eigenen Tasche bzw. dem eigenen Vermögen zu begleichen, 

selbst wenn sich die Beträge im Sommer 2016 auf über CHF 100'000.– belaufen 

haben.  Die  Ersatzfähigkeit  des  Beschuldigten  kann  somit  nicht  grundsätzlich  in 

Frage gestellt werden. 

5.3.3. Wenn die Vorinstanz hingegen einen Ersatzwillen verneint (Urk. 82 S. 45 f.), 

so ist diese Ansicht zu teilen. Die ersten Belastungen erfolgten im Januar 2012, es 

folgten zwei Überweisungen im Dezember 2014 sowie zwei weitere im Jahr 2015. 

Von Juni 2016 bis Mitte Januar 2017 kam es zu elf weiteren Belastungen des Miet-

zinskontos der Privatklägerin. Bis zum heutigen Zeitpunkt unternahm der Beschul-

digte  keinerlei  Anstrengungen,  die  inkriminierten  Beträge  zurückzuerstatten.  Erst 

im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren bzw. nach dessen Eröffnung 

bringt er nun vor, die Privatklägerin habe zufolge Anrechnung an die Honoraran-

sprüche  etc.  keinen  Anspruch  mehr  auf  diese  (unrechtmässig)  verwendeten 

Gelder. Angesichts dieser Umstände kann nicht (mehr) davon ausgegangen wer-

den,  dass  der  Beschuldigte  zum  Tatzeitpunkt  (also  bereits  in  den  Jahren  2012, 

2014, 2016 und 2017) den Willen hatte, fristgerecht Ersatz für die unrechtmässigen 

Zahlungen zu leisten. Das eigenmächtige Handeln des Beschuldigten stellt daher 

eine unrechtmässige Bereicherung dar.

6.  Die  einzelnen  Zahlungen  lagen  Monate  oder  Jahre  auseinander.  Die 

Vorinstanz nimmt daher zu Recht an, dass der Beschuldigte vor jeder einzelnen 

Zahlung  einen  neuen  Vorsatz  gefasst  hat  (Urk. 82  S.  46).  Demzufolge  liegt  eine 

mehrfache Tatbegehung vor. 

7.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor. 

- 40 -

8.

Der  Beschuldigte  ist  damit  der  mehrfachen  Veruntreuung  im  Sinne  von 

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.

B. Dossier 2

1.

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten in Bezug auf die vorgeworfene Sach-

entziehung freigesprochen (Urk. 82, Dispositiv-Ziffer 2), was von der Privatklägerin 

im Rahmen der Anschlussberufung angefochten wird (Urk. 89 S. 1).

2.1. Die relevanten theoretischen Grundlagen zur Sachentziehung im Sinne von 

Art. 141 StGB wurden von der Vorinstanz zutreffend dargestellt. Es kann vorab dar-

auf verwiesen werden (Urk. 82 S. 47 ff.). Rekapitulierend und teilweise ergänzend 

sind die wichtigsten Aspekte nachfolgend nochmals zusammenzufassen.

2.2.  Der  Sachentziehung  gemäss  Art.  141  StGB  macht  sich  strafbar,  wer  dem 

Berechtigten ohne Aneignungsabsicht eine bewegliche Sache entzieht und ihm da-

durch einen erheblichen Nachteil zufügt. Der Sachbegriff entspricht demjenigen bei 

den  Aneignungsdelikten.  Es  kommen  somit  nur  körperliche  Gegenstände  in 

Betracht, unabhängig von ihrem Aggregatszustand (fest, flüssig, gasförmig). Keine 

Sachen sind elektronische Daten, doch kann an deren Träger (z.B. USB-Stick) eine 

Sachentziehung begangen werden (BSK StGB-Weissenberger, Art. 141 N 4). 

Im Unterschied zu den Aneignungsdelikten schützt die Bestimmung nicht nur 

den  Fahrniseigentümer  (Art.  713  ff.  ZGB),  sondern  jeden  (auch  nur  beschränkt) 

dinglich Berechtigten. Geschützt ist auch die auf einem Gebrauchs- oder Nutznies-

sungsrecht beruhende Herrschaftsmacht über eine Sache. Das Tatobjekt braucht 

daher nicht fremd zu sein. Sachentziehung ist auch an eigener Sache zum Nachteil 

eines anderweitig Berechtigten möglich (BSK StGB-Weissenberger, Art. 141 N 6). 

Rein obligatorische Ansprüche, die keinerlei dinglichen Rechte als Grundlage 

haben  (z.B.  Besitz),  wie  etwa  der  Anspruch  des  Käufers  auf  Lieferung  der  noch 

nicht  übereigneten  Sache,  scheiden  hingegen  aus  (BSK  StGB-Weissenberger, 

Art. 141 N 8). 

- 41 -

3.1.  Die  Privatklägerin  führte  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  aus,  es  sei 

nicht nur die Herausgabe von elektronischen Daten, sondern auch von physischen 

Unterlagen  und  Dokumenten  von  der  Verfahrensbeteiligten  verlangt  worden 

(Urk. 100  S. 21).  Dieser  Umstand  ist  vorliegend  nicht  massgebend,  da  in  der 

Anklage – abgesehen von den Papierakten der Kontoauszügen 2015, 2017, 2018, 

2019 des ZKB Mietzinskontos – nur elektronische Unterlagen genannt werden, wel-

che  in  den  Firmenräumlichkeiten  der  Verfahrensbeteiligten  vorgefunden  worden 

seien (Urk. D1/36 S. 6 f.).

3.2. Die Vorinstanz hat richtigerweise festgestellt, dass die elektronischen Unter-

lagen  (2015  Dossier  Liegenschaftsabrechnung,  2016  Dossier  Liegenschaftsab-

rechnung,  2017  Dateiordner,  2018  Dateiordner,  2019  Dossier  Liegenschaftsab-

rechnung 2019) nicht beweglich und damit keine Sachen im Sinne des Tatbestan-

des von Art. 141 StGB sind. Sie kommen als mögliches Tatobjekt von vornherein 

nicht in Frage (Urk. 82 S. 48).

3.3. Es kann der Vorinstanz auch gefolgt werden, was die verbleibenden Papierak-

ten betrifft (Urk. 82 S. 49). Kontoinhaberin des ZKB-Mietzinskontos war die Verfah-

rensbeteiligte.  Die  Privatklägerin  hatte  an  diesen  Unterlagen  noch  keinen  Besitz 

erlangt. Als Auftraggeberin des Verwaltungsvertrags hat sie – entgegen der Ansicht 

der Privatklägerin, die zudem ein dingliches Nutzniessungsrecht herleitet (Urk. 100 

S. 19) – nur einen obligatorischen Anspruch gestützt auf Art. 400 OR. Eine allfällige 

Verweigerung, sie zurückzugeben, würde also gegen eine vertragliche Rückgabe-

pflicht verstossen. Die Verletzung einer solchen vertraglichen Pflicht fällt aber nach 

dem  Gesagten  nicht  unter  die  Sachentziehung.  Für  solche  Fälle  besteht  auch 

– unter dem Gesichtspunkt des Vermögensschutzes – kein Bedürfnis für eine straf-

rechtliche Sanktion; vielmehr genügen hier die zivilrechtlichen Rechtsschutzmög-

lichkeiten (vgl. BGE 115 IV 207 E. 1.b)aa)). Der Anspruch würde sich im Übrigen 

gegen die Auftragnehmerin richten. Dabei handelt es sich um die Verfahrensbetei-

ligte und nicht dessen Vertreter bzw. Organ, was der Beschuldigte in dieser Kon-

stellation ist. Das betrifft die Kontoauszüge des ZKB-Mietzinskontos. Dies gilt aber 

auch für die anderen aus dem Vertragsverhältnis herausverlangten Unterlagen, für 

die sich die Privatklägerin an ihre Vertragspartei zu halten hätte. 

- 42 -

4. 

Folgerichtig ist der Beschuldigte vom Vorwurf der Sachentziehung freizuspre-

chen (Urk. 82 S. 50). 

V.
Sanktion und Vollzug

A

Ausgangslage und Grundsätze der Strafzumessung

1.  Die  Vorinstanz  bestrafte  den  Beschuldigten  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

15 Monaten  (Urk. 82,  Dispositiv-Ziffer  3).  Die  Verteidigung  beantragt  einen 

Freispruch  (Urk.  83  S.  1).  Die  Staatsanwaltschaft  verlangt  die  Bestätigung  des 

vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 90).

2.1.  Die  Vorinstanz  hat  die  theoretischen  Grundlagen  der  Strafzumessung  im 

angefochtenen Urteil korrekt aufgezeichnet, weshalb zur Vermeidung von Wieder-

holungen  vorab  darauf  (Urk.  82  S.  50  ff.)  und  auf  die  bundesgerichtliche  Recht-

sprechung hierzu zu verweisen ist (u.a. BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen; 

BGE 144 IV 217 E. 3.5.1 ff.). 

2.2.  Die Vorinstanz befasste sich vor dem Hintergrund der mehrfachen Tatbege-

hung auch mit dem Thema der Gesamtstrafe und der Asperation. Sie wies darauf 

hin,  dass  zufolge  der  mehrfachen  Tatbegehung  methodisch  korrekt  von  der 

schwersten Veruntreuung ausgegangen und dafür die Einsatzstrafe ermittelt wer-

den müsste und hernach die weiteren Veruntreuungen gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB 

im Rahmen der Asperation zu berücksichtigen wären. Allerdings hielt sie im vorlie-

genden Fall dafür, dass nach der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

eine  Gesamtfreiheitsstrafe  ausgesprochen  werden  dürfe,  wenn  viele  Einzeltaten 

zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft seien und eine blosse Geldstrafe 

bei keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet sei in 

genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken (Verweis auf Urteil des 

Bundesgerichtes 6B_382/2021 vom 25. Juli 2022 E. 2.4.2 m.w.H.). Angesichts des 

identischen  Tatvorgehens  betreffend  sämtliche  Veruntreuungen  mit  derselben 

Geschädigten und demselben betroffenen Bankkonto sowie des – grösstenteils – 

vorhandenen zeitlichen Zusammenhangs seien alle diese Veruntreuungshandlun-

- 43 -

gen eng miteinander verknüpft. Es dränge sich daher eine gemeinsame Beurteilung 

und angesichts dieser hartnäckigen Delinquenz die Ausfällung einer Freiheitsstrafe 

auf (Urk. 82 S. 52). 

2.3.  Das Vorgehen der Vorinstanz erweist sich aus den nachfolgenden Überlegun-

gen  als  angezeigt:  Bei  der  Frage,  an  welche  Handlung  für  die  Festlegung  der 

schwersten  Tat  anzuknüpfen  ist,  wäre  zu  beachten,  dass  der  Beschuldigte  über 

einen Zeitraum von rund fünf Jahren in erheblicher Zahl (16 Mal), in gleichgelager-

ten  Vorgängen,  teilweise  mehrmals  monatlich  das  Vermögen  seiner  Schwieger-

mutter treuwidrig geschmälert und sich gleichsam unberechtigterweise bereichert 

hat.  Sein  Verhalten  weist  so  Züge  einer  Dauerdelinquenz  auf,  auch  wenn  kein 

Dauerdelikt vorliegt. Ein gewerbsmässiges Handeln sieht der Tatbestand der Ver-

untreuung nicht vor. Betragsmässig bewegten sich die einzelnen unrechtmässigen 

Transaktionen mit CHF 2'265.10 bis CHF 50'000.– im vier- bis fünfstelligen Bereich, 

was aber im Total zur erklecklichen Deliktssumme von CHF 167'390.55 führte. Bei 

der Vielzahl von Vorgängen sticht betragsmässig die unberechtigte Überweisung 

vom  8. Juni  2016  über  CHF  50'000.–  heraus  (Urk.  36  S.  3).  Dabei  nützte  der 

Beschuldigte seine Position als Organ und Vertreter der Verfahrensbeteiligten, der 

den ganzen Zahlungsverkehr für die Liegenschaft betreute, aus, um über das von 

ihm  geführte  Mandat  Geld  zu  privaten  Zwecken  abzuzweigen.  Das  jahrelange 

Akonto-Management für das Honorar für die Leistungen aus dem Verwaltungsver-

trag weist auf eine gewisse Verschleierungstaktik hin. Das Vorgehen des Beschul-

digten  war  zwar  plump  und  brauchte  keine  besondere  Raffinesse,  ist  aber  im 

Gesamten  Ausdruck  einer  gewissen  kriminellen  Energie.  Der  Beschuldigte 

handelte direktvorsätzlich und aus egoistischen Motiven. Eine finanzielle Notsitua-

tion lag nie vor und würde ein derartiges eigenmächtiges Vorgehen ohnehin nicht 

rechtfertigen. Das Tatverschulden dieser Einzelhandlung wiegt für sich alleine noch 

leicht und würde bei isolierter Betrachtung eine Freiheitsstrafe im Bereich von acht 

Monaten  respektive  (altrechtlich)  auch  noch  eine  Geldstrafe  im  Bereich  von 

240 Tagessätzen erlauben.

Behält  man  aber  die  Gesamtheit  der  Handlungen  im  Blick,  wäre  bei  einer 

Gesamtbetrachtung des Verschuldens der vielen zeitlich sowie sachlich eng mit-

- 44 -

einander verknüpften Einzeltaten über einen Zeitraum von über fünf Jahren eine 

bei 360 Tagessätzen gedeckelte Geldstrafe (aArt. 34 StGB) nicht mehr verschul-

densadäquat.  Eine  Geldstrafe  wäre  nicht  nur  hinsichtlich  des  Schuldausgleichs 

keine äquivalente Sanktion, sie erschiene vor dem Hintergrund der langjährigen, 

hartnäckigen Delinquenz unter dem Gesichtspunkt der Spezialprävention ebenso 

wenig  angezeigt.  Schliesslich  erweist  sich  auch  gemäss  der  erwähnten  neueren 

Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  als  zulässig  (Urteile  6B_244/2021  und 

6B_254/2021  vom  17.  April  2023,  E.  5.3.2.).  Es  ist  daher  auch  im  Sinne  der 

präventiven Effizienz eine (Gesamt-)Freiheitsstrafe auszufällen.

B

Konkrete Strafzumessung

1. Was  zur  schwersten  Einzelhandlung  gesagt  wurde,  gilt  gleichsam  für  die 

weiteren  Einzelhandlungen.  In  objektiver  Hinsicht  ist  festzuhalten,  dass  sich  der 

Beschuldigte insgesamt mit 16 Vorgängen durch Überweisung von Geld zu seinen 

Gunsten bzw. durch Bezahlung privater Rechnungen über ZKB-Mietzinskonto der 

Privatklägerin über rund fünf Jahre hinweg systematisch bereichert und damit der 

Privatklägerin einen beträchtlichen Schaden von CHF 167'390.55 zugefügt hat. Er 

war der Schwiegersohn der Privatklägerin, welche aufgrund des familiären Kontex-

tes  besonders  auf  das  Vertrauensverhältnis  setzte,  welches  der  Beschuldigte 

schamlos ausnutzte, indem er sich eigenmächtig mit Geld bediente. Dies ist – im 

Rahmen  des  schon  gegebenen  tatbestandsmässigen  Treuebruchs  –  besonders 

verwerflich. Die hohe Zahl der Transaktionen und die lange Zeitdauer der Delin-

quenz zeigen eine erhebliche kriminelle Energie. Angesichts des Beweisergebnis-

ses stand es ihm nicht zu, das ZKB-Mietzinskonto als einen Selbstbedienungsladen 

für private Zwecke zu missbrauchen. Die Vorinstanz wies andererseits darauf hin, 

dass  keine  besondere  Raffinesse  nötig  war.  Wenn  die  Vorinstanz  die  objektive 

Tatschwere als noch leicht bezeichnet, ist ihr zuzustimmen (Urk. 82 S. 55). 

2.

Auch  in  Bezug  auf  die  subjektive  Tatschwere  kann  der  Vorinstanz  gefolgt 

werden (Urk. 82 S. 55). Damit bleibt es bei einem noch leichten Verschulden. 

- 45 -

3.  Die  vor  diesem  Hintergrund  ermittelte  hypothetische  Einsatzstrafe  von 

15 Monaten erscheint im bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmen 

angemessen.

4. 

Zur  Täterkomponente  hat  die  Vorinstanz  das  Erforderliche  festgestellt  und 

namentlich  zu  Recht  darauf  hingewiesen,  dass  sich  diese  nicht  auf  die  auszu-

fällende  Strafe  auswirkt  (Urk.  82  S.  56  f.).  Die  Berufungsverhandlung  hat  nichts 

ergeben,  was  zu  einer  anderen  Einschätzung  führen  würde,  zumal  der  Beschul-

digte keine Aussagen machte (Prot. II S. 6). 

5.

Insgesamt erscheint damit eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten als verschul-

densadäquat. 

6. 

Im Einklang mit der Vorinstanz ist der Vollzug der Freiheitsstrafe in Berück-

sichtigung  der  Ersttäterschaft  des  Beschuldigten  bei  einer  Probezeit  von  zwei 

Jahren aufzuschieben (vgl. Urk. 82 S. 57 f.). 

VI.
Sicherstellungen, Einziehungen, Ersatzforderung, Beschlagnahmungen

1.  Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Einziehung und Verwertung 

von sichergestellten und beschlagnahmten Vermögenswerten sowie das Thema 

der Ersatzforderungen einlässlich und korrekt dargestellt. Es kann darauf verwie-

sen werden (Urk. 82 S. 59 ff.).

2. 

In Bezug auf die Einziehung bzw. Ersatzforderung hat die Vorinstanz zutref-

fende  Ausführungen  gemacht  (Urk.  82  S.  62).  Weiterungen  dazu  erübrigen  sich 

auch mangels entsprechender Berufungsanträge.

3. 

In  Bezug  auf  die  beschlagnahmten  Gegenstände  kam  die  Vorinstanz  zum 

Schluss, dass diese – soweit überhaupt noch vorhanden – mit Ausnahme des USB-

Sticks, welcher im Eigentum der Verfahrensbeteiligten stehe und dieser herauszu-

geben  sei,  an  die  Privatklägerin  herauszugeben  seien  (Urk.  82  S.  64  f.).  Zur 

Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  dass  die  Verfahrensbeteiligte  nicht 

- 46 -

mehr  für  die  Privatklägerin  tätig  sei  und  diese  Unterlagen  nicht  mehr  benötigt 

würden (Urk. 82 S. 64). 

4.1. Während  die  Privatklägerin  diese  Regelung  akzeptiert  hat  (Urk. 86  und 

Urk. 89), verlangt die Verfahrensbeteiligte mit ihrer Berufung die Herausgabe auch 

der Papierakten an sie (Urk. 85 S. 1; Urk. 102 S. 2). 

4.2.  Vor  Vorinstanz  hatte  die  Verfahrensbeteiligte  selber  keine  Anträge  gestellt 

(vgl. Urk. 82 S. 2 ff.). Mit ihrer Berufungserklärung macht die Verfahrensbeteiligte 

im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe eine aktenwidrige Annahme getrof-

fen. Diese Akten würden ihr – der Verfahrensbeteiligten – gehören. Die Übergabe 

der Akten in Bezug auf die Liegenschaftenverwaltung durch sie – die Verfahrens-

beteiligte – an die N._____ GmbH habe am 29. Juni 2020 stattgefunden. Die Quit-

tung gemäss A014'510'022 gehöre daher ihr. Bei Verweigerung der Herausgabe 

hätte sie keinen Originalbeleg mehr für die Aktenübergabe. 

Nicht anders liege die Situation bei den übrigen Akten. Hierbei handle es sich 

um Aktenkopien, die ihr gehörten und die sie, um ihrer Aufbewahrungspflicht nach-

kommen zu können, auch weiterhin benötige. Der Privatklägerin stehe an diesen 

Unterlagen kein Eigentum zu, zumal diese ihr – der Verfahrensbeteiligten – gehö-

renden  Doppel  auch  nicht  benötige,  was  z.B.  daraus  ersichtlich  sei,  dass  die 

Liegenschaftsabrechnung 2014 (Liste lit. h) auch in den am 29. Juni 2020 überge-

benen Akten enthalten gewesen sei. Auch alle Ordner mit ZKB-Belegen gehörten 

ihr, habe das ZKB-Konto doch explizit auf "C._____ AG" (bzw. die Verfahrensbe-

teiligten)  gelautet.  Dass  etliche  Ordner  mit  "B.______"  beschriftet  seien,  habe 

nichts  mit  Eigentumsverhältnissen  am  Inhalt  der  Ordner  zu  tun,  sondern  beruhe 

einzig  darauf,  dass  sie  als  Eigentümerin  an  den  Aktenordnern  und  deren  Inhalt 

diese Akten, welche zum Mandat "B.______" gehörten, von Akten anderer Klienten 

unterscheiden konnten (Urk. 85 S. 1 f.).

5.1. Gestützt  auf  Art. 263  Abs. 1  lit. a  StPO  wurden  am  17. Juni  2022  folgende 

Gegenstände beschlagnahmt (Urk. D2/12/1):

a)

1 Bundesordner grün, B._____, 1001.02 Liegenschaft I._____  A014'508'237 

- 47 -

b)

c)

d)

e)

f)

g)

h)

i)

j)

1 Bundesordner violett, B._____, ZKB Bankbelege 2017

A014'509'854

1 Bundesordner schwarz, B._____, ZKB Bankbelege 2018

A014'509'865

1 Bundesordner blau, B._____, ZKB Bankbelege 2019

A014'509'876

6 Papierbündel, ZKB H. B._____, Konto

A014'509'989

belege 3

1 Papierbündel, Heiz- und Nebenkosten, Erfolgsrechnung 

A014'509'990

2010-2012

1 Papierbündel, Unterhaltskosten 2008-2010

A014'510'000

1 Sichtmappe, Liegenschaftsabrechnungen 2014

A014'510'011

1 Sichtmappe rot, Übergabeprotokoll vom 29.06.2020

A014'510'022

1 USB-Stick, Daten 2015-2020

A014'510'044

5.2.  Diese Gegenstände wurden in den Büroräumlichkeiten der Verfahrensbetei-

ligten sichergestellt (Urk. D2/12/5). Weitere sichergestellte Unterlagen wurden dem 

Beschuldigten und dem Mitbeschuldigten D._____ mit Verfügung der Staatsanwalt-

schaft vom 17. Juni 2022 bereits herausgegeben (Urk. D2/12/3-4). 

5.3. Aufgrund der plausiblen Erklärung der Verfahrensbeteiligten in Bezug auf das 

Übergabeprotokoll ist das Asservat A014'510'022 (Sichtmappe rot, Übergabepro-

tokoll vom 29.06.2020) antragsgemäss der Verfahrensbeteiligten herauszugeben.

5.4.  In  Bezug  auf  die  übrigen  Akten  ist  anzunehmen,  dass  diese  Unterlagen  im 

Zusammenhang  mit  dem  Verwaltungsvertrag  und  der  Steuerberatung  standen. 

Auch das ZKB-Mietzinskonto wurde ausschliesslich für die Verwaltung der Liegen-

schaft  H._____-strasse  …  in  I._____  geführt.  Wirtschaftlich  berechtigt  am  Konto 

war indessen die Privatklägerin als Nutzniesserin des Grundstücks. 

5.5.  Aus  dem  Verwaltungsvertrag  ergibt  sich  eine  Herausgabepflicht  für  den 

Beauftragten nach Art. 400 OR. Die Privatklägerin verlangte explizit, es seien ihr 

- 48 -

ebendiese beschlagnahmten Gegenstände herauszugeben (Urk. 64 S. 1 f.). Damit 

macht sie faktisch ihren obligatorischen Anspruch geltend. 

5.6.  Gemäss Art. 400 Abs. 1 OR ist der Beauftragte schuldig, auf Verlangen jeder-

zeit  über  seine  Geschäftsführung  Rechenschaft  abzulegen  und  alles,  was  ihm 

infolge derselben aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu erstatten. Gestützt 

auf  die  gehörige  Rechenschaftsablegung  hat  der  Beauftragte  angesichts  der 

Fremdnützigkeit  des  Auftrags  das  Erlangte  dem  Auftraggeber  abzuliefern.  Abzu-

liefern  hat  der  Beauftragte  alles,  was  ihm  bei  der  Ausführung  des  Auftrags  vom 

Auftraggeber (z. B. Vorschuss) oder von Dritten (z. B. Provisionen) zugekommen ist 

sowie alles, was  er selbst geschaffen hat  (z. B. Röntgenbilder) und nicht  bestim-

mungsgemäss  verbraucht  ist  (allgemein  zum  Umfang  der  auftragsrechtlichen 

Aktenherausgabepflicht BGE 143 III 354; |122 IV 322). Dazu gehören Vermögens-

werte  (z. B.  Liberierungsbetrag  für  zu  zeichnende  Aktien:  SJ  1960,  426  ff.;  In-

kassobeträge:  RVJ  1979,  135;  Bucheffekten:  BGE  138  III  137,  ZBJV  2014). 

Voraussetzung für die Ablieferungspflicht ist ein innerer Zusammenhang mit dem 

konkreten Auftrag (BSK OR I-Oser/Weber, Art. 400 N 10 ff.). Zur Sicherung seiner 

Ansprüche hat der Beauftragte ein obligatorisches Retentionsrecht bzw. ein (von 

Lehre  und  Rechtsprechung  anerkanntes)  Zurückbehaltungsrecht  an  den  heraus-

zugebenden Vermögenswerten (BGE 94 II 267 ff.; 78 II 378; Rep 1961, 109 ff.; BK-

Fellmann,  N 186  ff.).  Kein  obligatorisches  Retentionsrecht  besteht  an  Urkunden, 

die nicht verwertbar sind (BGE 78 II 379; RVJ 1989, 338; ZBJV 1945, 269 f., Bau-

pläne; BGE 122 IV 322, 327 ff.; SJ 1999, 14 ff. = AJP 1999, 325; RVJ 1992, 268, 

Anwaltsakten; SJ 1948, 313 ff., Krankengeschichte; Schmid, 292 ff.; Bucher, BT, 

231);  zu  den  Grenzen  des  Zurückbehaltungsrechts  BK-Fellmann,  N  194  ff).  Die 

Einrede des nicht erfüllten Vertrags aus Art. 82 OR steht regelmässig nicht zur Ver-

fügung, da die Ablieferungspflicht i. d. R. nicht in einem Austauschverhältnis zu den 

Leistungspflichten des Auftraggebers steht (so insb. zur Honorarpflicht oder zum 

Auslagenersatz;  BGE  122  IV  327;  Tercier/Bieri/Carron,  Les  contrats  spéciaux, 

Rz 4498). 

5.7.  Die Verfahrensbeteiligte akzeptierte die Kündigung des Verwaltungsvertrags 

per Ende Juni 2020 (Urk. 70/14 S. 10). Mit Beendigung des Mandats ist Abliefe-

- 49 -

rungspflicht  fällig  geworden.  Ein  Retentionsrecht  an  Dokumenten  besteht  wie 

dargelegt nicht. Die Beauftragte bzw. die Verfahrensbeteiligte ist zur vollständigen 

Herausgabe der mit der Liegenschaft zusammenhängenden Unterlagen verpflich-

tet.  Die  Voraussetzungen  für  eine  Herausgabe  an  die  Auftraggeberin  sind  daher 

erfüllt.  Demzufolge  sind  die  restlichen  Gegenstände  –  mit  Ausnahme  des  USB-

Sticks (A014'510'044) – aus dem Beschlag zu entlassen und der Privatklägerin her-

auszugeben 

(A014'509'854,  A014'509'865,  A014'509'876,  A014'509'989, 

A014'509'990, A014'510'000, A014'510'011, A014'509'887 und A015'089'686).

VII.
Zivilansprüche

1.

Allgemeines

Die  Voraussetzungen  für  eine  Adhäsionsklage  und  einen  Anspruch  auf  Leistung 

von Schadenersatz finden sich im angefochtenen Urteil (Urk. 82 S. 65).

2.  Schadenersatz

2.1. Der Schuldspruch der Vorinstanz ist in Bezug auf die Veruntreuung zu bestä-

tigen. Ebenso findet der Freispruch hinsichtlich der Sachentziehung Bestätigung. 

2.2.

In  der  konkreten  Beurteilung  der  Schadenersatzforderung  ist  auf  die  Erwä-

gungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 82 S. 66 ff.). Erstelltermassen hat der 

Beschuldigte unrechtmässig CHF 167'390.55 ab dem ZKB-Mietzinskonto, an dem 

die  Privatklägerin  wirtschaftlich  berechtigt  war,  bezogen.  Die  übrigen  Voraus-

setzungen  für  die  Zusprechung  von  Schadenersatz  geben  zu  keinen  weiteren 

Bemerkungen Anlass und liegen vor. Der Beschuldigte ist demzufolge zu verpflich-

ten,  der  Privatklägerin  Schadenersatz  von  CHF  167'390.55  zu  bezahlen.  Hinzu 

kommt jeweils 5% Zins seit Abbuchung der jeweiligen Zahlung. 

2.3. Nachdem bezüglich Dossier 2 ein Freispruch ergeht, ist das Schadenersatz-

begehren  der  Privatklägerin  im  Mehrbetrag  (Zivilforderung  von  CHF  6'399.75 

zuzüglich 5 % Zins) in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg 

zu verweisen. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass für diese Forderung 

- 50 -

im  Zivilverfahren  vor  Bezirksgericht  Meilen  von  der  Privatklägerin  eventualiter 

Verrechnung erklärt wurde (Urk. 59B S. 24).

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Kostenfolgen im erstinstanzlichen Verfahren

Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenfestsetzung und -auflage zu bestä-

tigen (Dispositiv-Ziffetrn 7 und 8). Für die erstinstanzlich zugesprochenen reduzier-

ten Parteientschädigungen für die anwaltliche Verteidigung des Beschuldigten und 

die  anwaltliche  Vertretung  der  Privatklägerin  ist  (vorab)  auf  die  Begründung  der 

Vorinstanz zu verweisen ist (Urk. 82 S. 69 f.). Die erstinstanzlich zugesprochene, 

auf einen Sechstel reduzierte Parteientschädigung für die anwaltliche Verteidigung 

des  Beschuldigten  von  CHF  6'462.–  (inkl.  MwSt.)  ist  zu  bestätigen  (Dispositiv-

Ziffer 9). Aufgrund des Mehraufwands der anwaltlichen Vertretung der Privatkläge-

rin  infolge  des  prozessualen  Verhaltens  des  Beschuldigten  erscheint  in  Abwei-

chung  von  der  Vorinstanz  (Urk. 82  S. 69)  eine  volle  Parteientschädigung  von 

CHF 45'000.–  angemessen.  Damit  resultiert  eine  auf  fünf  Sechstel  reduzierte 

Prozessentschädigung von CHF 37'500.– (inkl. MwSt.) der Privatklägerin, welche 

der Beschuldigte zu bezahlen hat.

2.

Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren

2.1.  Die Gerichtsgebühr ist auf CHF 4'500.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 

StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des Ober-

gerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres  Obsiegens  oder  Unterliegens  (Art. 428  Abs. 1  StPO).  Ob  eine  Partei  im 

Rechtsmittelverfahren  als  obsiegend  oder  unterliegend  gilt,  hängt  davon  ab,  in 

welchem  Ausmass  ihre  vor  Beschwerdeinstanz  bzw.  Berufungsgericht  gestellten 

Anträge gutgeheissen wurden (BSK StPO-Domeisen, Art 428 StPO, N 6). 

2.2.  Der Beschuldigte strebte mit seiner Berufung einen Freispruch vom Vorwurf 

der Veruntreuung mit entsprechenden Folgen an. Er unterliegt vollumfänglich. Die 

Privatklägerin  unterliegt  mit  ihren  Anträgen  in  Bezug  auf  die  Sachentziehung 

gemäss Dossier 2, die Kostenauflage und teilweise die geltend gemachte Partei-

- 51 -

entschädigung,  die  Verfahrensbeteiligte  in  Bezug  auf  die  Herausgabe  von 

beschlagnahmten Gegenständen. In der Gesamtbetrachtung erscheint es gerecht-

fertigt, die Kosten zu 12/15 dem Beschuldigten, zu 2/15 der Privatklägerin und zu 

1/15 der Verfahrensbeteiligten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

2.3. Ausgangsgemäss steht dem Beschuldigten keine Entschädigung für die 

erbetene Verteidigung im Berufungsverfahren zu.

2.4. Die  Privatklägerin  unterliegt  mit  ihren  Anträgen  im  Berufungsverfahren 

grossmehrheitlich. Sie obsiegt einzig marginal mit ihrem Antrag in Bezug auf die 

geltend gemachte Parteientschädigung aufgrund einer geringfügigen Erhöhung. 

Dabei handelt es sich um einen Ermessensentscheid, welcher keinen Anspruch 

auf Prozessentschädigung nach sich zieht.

2.5.  Auch die Verfahrensbeteiligte unterliegt im Rechtsmittelverfahren und hat 

daher keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, wobei sie im Übrigen eine 

solche auch nicht beantragt hat (Urk. 102 und Prot. II S. 11).

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A.______ ist schuldig der mehrfachen Veruntreuung im 

Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB.

2.

Vom Vorwurf der Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB wird der Beschul-

digte freigesprochen.

3.

4.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.

5.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 17. Juni 2022 beschlagnahm-

ten beziehungsweise sich bei den Akten befindlichen Gegenstände 

1 Bundesordner violett, B._____, ZKB Bankbelege 

A014'509'854

2017

- 52 -

1 Bundesordner schwarz, B._____, ZKB Bankbe-

A014'509'865

lege 2018

1 Bundesordner blau, B._____, ZKB Bankbelege 

A014'509'876

2019

6 Papierbündel, ZKB H. B._____, Kontobelege 3

A014'509'989

1 Papierbündel, Heiz- und Nebenkosten, Erfolgs-

A014'509'990

rechnung 4

1 Papierbündel, Unterhaltskosten 2008-2010

A014'510'000

1 Sichtmappe, Liegenschaftsabrechnungen 2014

A014'510'011

1 Sichtmappe rot, Übergabeprotokoll vom 

A014'510'022

29.06.2020

1 USB-Stick, Daten 2015-2020

A014'510'044

1 Ordner grün, B._____, Credit Suisse Vermögens-

A014'509'887

ausweise 2018

CD mit den kopierten USB-Daten

A015'089'686

werden mit Ausnahme des USB-Sticks (A014'510'044) und der Sichtmappe 

rot, Übergabeprotokoll vom 29.06.2020 (A014'510'022) der Privatklägerin 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis drei Monate danach auf 

erstes Verlangen herausgegeben, ansonsten sie von der Lagerbehörde bzw. 

der Bezirksgerichtskasse vernichtet werden.

Der USB-Stick (A014'510'044) und die Sichtmappe rot, Übergabeprotokoll 

vom 29.06.2020 (A014'510'022) werden der anderen Verfahrensbeteiligten 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis drei Monate danach auf 

erstes Verlangen herausgegeben, ansonsten sie von der Lagerbehörde bzw. 

der Bezirksgerichtskasse vernichtet werden.

6.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von 

CHF 167'390.55 zuzüglich 5% Zins 

a)

b)

auf CHF 16'238.10 ab 31. Januar 2012

auf CHF 6'458.40 ab 3. Dezember 2014

- 53 -

c)

d)

e)

f)

g)

h)

i)

j)

k)

l)

auf CHF 3'913.50 ab 29. Dezember 2014

auf CHF 3'488.40 ab 6. Januar 2015

auf CHF 3'233.– ab 8. Mai 2015

auf CHF 6'900.– ab 1. Juni 2016

auf CHF 50'000.– ab 8. Juni 2016

auf CHF 2'265.10 ab 20. Juni 2016

auf CHF 20'000.– ab 30. Juni 2016

auf CHF 10'675.– ab 30. Juni 2016

auf CHF 20'000.– ab 25. Oktober 2016

auf CHF 5'145.65 ab 4. August 2016

m)

auf CHF 2'265.10 ab 24. August 2016

n)

o)

p)

auf CHF 7'099.15 ab 8. November 2016

auf CHF 5'767.70 ab 28. November 2016

auf CHF 3'941.45 ab 16. Januar 2017

(Dossier 1) zu bezahlen. Im Mehrbetrag (Dossier 2) wird das Schadener-

satzbegehren auf den Zivilweg verwiesen. 

7.

Die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen werden in Bezug 

auf die Dispositiv-Ziffern 7-9 bestätigt.

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für die Untersuchung 

und das erstinstanzliche Verfahren eine auf 5/6 reduzierte Prozessentschä-

digung von CHF 37'500.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

9.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 4'500.–. 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu 12/15 dem Beschuldigten, 

zu 2/15 der Privatklägerin und zu 1/15 der Verfahrensbeteiligten auferlegt.

11. Es werden für das Berufungsverfahren keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

- 54 -

12. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(vorab per Inca-Mail)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (vorab per geschützter interner 
Mail)

den Vertreter der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 
Privatklägerin (vorab per Inca-Mail)

die Verfahrensbeteiligte C.______ AG

und hernach als begründetes Urteil an









die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat

den Vertreter der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 
Privatklägerin

die Verfahrensbeteiligte C.______ AG

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an 









die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Bezirksgerichtskasse gem. Dispositiv-Ziffer 5

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD-DR, mit separatem Schreiben 
gemäss § 54a PolG

und gem. Dispositiv-Ziffer 5 bzw. Herausgabefrist an 





die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 
Privatklägerin

die Verfahrensbeteiligte C.______ AG.

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

- 55 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 16. Januar 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Prinz

MLaw A. Sieber

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht bezahlt werden. 

Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen 

(Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 

StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.