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**Case Identifier:** 44d46e3c-9f31-59a4-9c6d-b1ed822e7c3c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 19.01.2022 810 21 251
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-251_2022-01-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 19. Januar 2022 (810 21 251) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strassen und Verkehr 

 

 

Warnungsentzug des Führerausweises / Mindestentzugsdauer 

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Claude Jeanneret,  

Markus Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiber i.V. 
Matthias Plattner 
 
 

Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Yann Moor, Rechtsanwalt 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Warnungsentzug des Führerausweises  

(RRB Nr. 1139 vom 24. August 2021) 
 
 

 
A. Am 9. Mai 2020, um ca. 13:55 Uhr, führte die Polizei Basel-Landschaft bei A.____ an-
lässlich einer Kontrolle in B.____ eine Atemalkoholmessung durch, welche einen Wert von  
1.03 mg/l (entspricht einem Blutalkoholwert von 2.06 ‰) ergab. In der Folge nahm die Polizei 
A.____ den Führerausweis auf der Stelle ab. 
 

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B. Mit Verfügung der Polizei Basel-Landschaft, Ressort Administrativmassnahmen (Poli-
zei), vom 16. Juli 2020 wurde A.____ der Führerausweis vorsorglich entzogen und gleichzeitig 
eine verkehrsmedizinische Fahreignungsuntersuchung der Stufe 4 angeordnet. 
 
C. Am 23. Juni 2020 erliess die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (Staatsanwaltschaft) 
einen Strafbefehl gegen A.____ wegen der Führung eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem 
Zustand und verurteilte ihn zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 100 Tagessätzen  
à Fr. 210.-- sowie zu einer Busse von Fr. 4'000.--.  
 
D. Die von A.____, vertreten durch Yann Moor, Rechtsanwalt, gegen den Strafbefehl vom 
23 Juni 2020 erhobene Einsprache wurde mit Entscheid der Staatsanwaltschaft vom 
23. Februar 2021 gutgeheissen und A.____ neu zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 
50 Tagessätzen à Fr. 210.-- sowie zu einer Busse in der Höhe von Fr. 2’100.-- verurteilt.  
 
E. Am 8. September 2020 wurde die verkehrsmedizinische Begutachtung von A.____ in 
der Verkehrsmedizin C.____ durchgeführt. In deren Anschluss wurde der vorsorgliche Siche-
rungsentzug mit Verfügung der Polizei vom 2. Oktober 2020 aufgehoben. 
 
F. Mit Schreiben der Polizei vom 31. März 2021 wurde A.____ das rechtliche Gehör hin-
sichtlich eines geplanten Warnungsentzuges des Führerausweises mit einer vorgesehenen 
Dauer von sechs Monaten, abzüglich der bereits vollzogenen 146 Tage, gewährt. A.____ nahm 
dazu mit Schreiben vom 12. April 2021 Stellung und beantragte eine Reduktion der Dauer des 
Warnungsentzuges von sechs auf viereinhalb Monate.  
 
G. Am 12. Mai 2021 verfügte die Polizei gegen A.____ den Warnungsentzug des Führer-
ausweises mit einer Dauer von sechs Monaten abzüglich der bereits vollzogenen 146 Tage.  
 
H. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vom 25. Mai 2021 Beschwerde 
beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat).  
 
I. Mit Beschluss Nr. 1139 vom 24. August 2021 wies der Regierungsrat die Beschwerde 
ab und ordnete an, dass A.____ seinen Führerausweis bis spätestens am 15. September 2021 
der Polizei per eingeschriebenem Brief zuzustellen habe. Zur Begründung wurde im Wesentli-
chen ausgeführt, aufgrund des reduzierten Strafmasses des Strafbefehls könne nicht direkt auf 
eine verringerte Schuldfähigkeit von A.____ geschlossen werden. Im vorliegenden Fall sei ein 
schweres Verschulden gegeben, weshalb die Polizei die Entzugsdauer von 6 Monaten korrekt 
bemessen habe.  
 
J. Mit Eingabe vom 6. September 2021 erhob A.____, nach wie vor durch Yann Moor 
anwaltlich vertreten, gegen den Entscheid des Regierungsrats Beschwerde beim Kantonsge-
richt Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Der 
Beschwerdeführer beantragt, der angefochtene Entscheid sei unter o/e-Kostenfolge aufzuhe-
ben und die Entzugsdauer sei auf viereinhalb Monate, abzüglich der bereits vollzogenen 146 
Tage, zu reduzieren. 

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K. In seiner Vernehmlassung vom 21. September 2021 beantragt der Regierungsrat die 
Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge.  
 
L. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 24. November 2021 wurde der Fall der Kam-
mer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Re-
gierungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder 
ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand 
vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele-
genheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Entscheid in schutzwür-
digen Interessen betroffen und damit zur Beschwerde legitimiert (§ 47 Abs. 1 lit. a VPO). Die 
weiteren formellen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzu-
treten ist. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von 
hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 
 
3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Warnungsentzug des Führerausweises für 
die Dauer von sechs Monaten zu Recht erfolgte.  
 
4.1 Nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Ver-
fahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, wird der Füh-
rerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen (Art. 16 Abs. 2 des Strassenver-
kehrsgesetzes [SVG] vom 19. Dezember 1958). Das Strassenverkehrsgesetz unterscheidet 
zwischen der leichten, mittelschweren und schweren Widerhandlung gegen die Strassenver-
kehrsvorschriften (Art. 16a bis Art. 16c SVG). In besonders leichten Fällen wird auf jegliche 
Massnahme verzichtet (Art. 16a Abs. 4 SVG). Der Warnungsentzug dient der Besserung von 
Fahrzeuglenkern bzw. Fahrzeuglenkerinnen sowie der Bekämpfung von Rückfällen. Er hat ei-
nen präventiven und erzieherischen Charakter. Der Warnungsentzug bezweckt im Allgemeinen, 
die Betroffenen zu mehr Verantwortung und Sorgfalt zu erziehen und sie dadurch von weiteren 
Verkehrsdelikten abzuhalten (RENÉ SCHAFFHAUSER, Grundriss des schweizerischen Strassen-
verkehrsrechts, Band III: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, N 2236; BGE 131 II 248 
E. 4; 123 II 97 E. 2c/bb, 116 Ib 146 E. 2a).  
 

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4.2 Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG stuft das Fahren in angetrunkenem Zustand als schwere Wi-
derhandlung ein, wenn der Motorfahrzeugführer eine qualifizierte Blutalkoholkonzentration 
(BAK) aufweist, selbst wenn keine weitere Verkehrsregelverletzung vorliegt (HANS GIGER, ORK 
SVG, 8. Aufl., Zürich 2014, N 36 zu Art. 16c). Im Gegensatz zu anderen Bereichen von Wieder-
handlungen (z.B. Geschwindigkeitsüberschreitungen) hat der Gesetzgeber hinsichtlich des Fah-
rens in angetrunkenem Zustand schematische Regeln aufgestellt, um den Schweregrad zu be-
stimmen. Gemäss der Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte im Stras-
senverkehr vom 15. Juni 2012 gilt eine Atemalkoholkonzentration von mindestens 0,4 mg Alko-
hol bzw. eine BAK von mindestens 0.8 Gewichtspromille als qualifizierte Alkoholkonzentration. 
Dabei handelt es sich um eine unwiderlegbare Rechtsvermutung, welche unabhängig von wei-
teren Beweisen und der Alkoholverträglichkeit gilt (BERNHARD RÜTSCHE/DENISE WEBER, in: 
Marcel Alexander Niggli/Thomas Probst/Bernhard Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum 
Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 107 ff. zu Art. 16 SVG). Nach Art. 16 Abs. 2 lit. a SVG 
ist sodann eine Mindestentzugsdauer des Führerausweises von drei Monaten vorgesehen, so-
fern kein Fall von Art. 16c Abs. 2 lit. abis-f vorliegt. 
 
4.3 Durch die Mindestentzugsdauer wird das Auswahlermessen der Entzugsbehörde nach 
unten begrenzt. Das den Behörden zustehende Ermessen ist – wie jedes Verwaltungsermes-
sen – pflichtgemäss auszuüben (RÜTSCHE/WEBER, a.a.O., N 112 f. zu Art. 16 SVG). Nach 
Art. 16 Abs. 3 SVG sind bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisent-
zugs die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Ver-
kehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche 
Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unter-
schritten werden, ausser wenn die Strafe nach Artikel 100 Ziffer 4 dritter Satz gemildert wurde. 
Die Berücksichtigung der konkreten Umstände dient zwar der Einzelfallgerechtigkeit, steht aber 
in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den Geboten der Rechtsgleichheit und Rechtssi-
cherheit. Entsprechend haben sich die Behörden, zur Gewährleistung einer rechtsgleichen und 
vorhersehbaren Praxis, bei der Ausübung des Ermessens an vergleichbaren Fällen zu orientie-
ren, welche sich vorrangig aus der bundesrechtlichen Judikatur ergeben (RÜTSCHE/WEBER, 
a.a.O., N 116 f. zu Art. 16 SVG; BGE 128 II 173 E. 4g). Die rechtsanwendenden Behörden wer-
den durch die entwickelte Rechtsprechung mit schematischen Limiten aber nicht von der Be-
rücksichtigung der konkreten Umstände im Einzelfall enthoben (BGE 124 II 44 E. 1; PHILIPPE 
WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl, 
Zürich 2014, N 30 zu Art. 16). 
 
4.4 Im Bereich der Ahndung von Straftaten im Strassenverkehr kennt das schweizerische 
Recht das System des Dualismus von Straf- und Administrativverfahren: Typischerweise findet 
nach einer Widerhandlung gegen Strassenverkehrsvorschriften sowohl ein Straf- als auch ein 
Verwaltungsverfahren statt (BGE 137 I 363 E. 2.3; GUNHILD GODENZI/JANA HRABEK, Zur Rechts-
natur des Führerausweisentzugs zu Warnzwecken, in: Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum 
Strassenverkehrsrecht 2007, St. Gallen 2007, S. 223). Das Strafurteil vermag die Verwaltungs-
behörde grundsätzlich nicht zu binden. Allerdings gebietet der Grundsatz der Einheit der 
Rechtsordnung, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden, wes-
halb die Verwaltungsbehörde beim Entscheid über die Massnahme von den tatsächlichen Fest-

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stellungen des Strafrichters nur abweichen darf, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Ent-
scheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise er-
hebt oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle 
Rechtsfragen abgeklärt, namentlich die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat. 
In der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts – namentlich auch des Verschuldens – ist die 
Verwaltungsbehörde demgegenüber frei, ausser die rechtliche Qualifikation hängt stark von der 
Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt, etwa weil er den Beschuldigten 
persönlich einvernommen hat (BGE 136 II 447 E. 3.1; BGE 127 II 302 nicht publ. E. 3a; BGE 
124 II 103 E. 1c/bb; Urteil des Bundesgerichts 1C_424/2012 vom 15. Januar 2013 E. 2.3). Auch 
in diesem Zusammenhang hat sie jedoch den eingangs genannten Grundsatz (Vermeiden wi-
dersprüchlicher Urteile) gebührend zu berücksichtigen (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung 
Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 25. April 2018 [810 17 226] E. 5). 
 
5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet zu Recht nicht, dass durch das Fahren in angetrun-
kenem Zustand (FiaZ) im vorliegenden Fall eine schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c 
SVG vorliegt, für welche eine Mindestentzugsdauer von drei Monaten vorgesehen ist. Er macht 
jedoch geltend, dass die Polizei für die Bemessung der Entzugsdauer zu Unrecht einzig auf 
seine unbestrittenermassen erhebliche Alkoholisierung abgestellt habe, ohne das Verschulden 
konkret zu prüfen. Der Regierungsrat habe diesen Umstand in seinem Entscheid zwar aner-
kannt, sei aber in willkürlich anmutender Weise zum Schluss gekommen, dass die weiteren 
Umstände des Einzelfalls genügend berücksichtigt worden seien. Er leite die uneingeschränkte 
Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers, deren Verminderung gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung ab einer BAK von 2 ‰ vermutet werde, in einem Zirkelschluss aus der Tatsa-
che ab, dass der Beschwerdeführer in der Lage gewesen sei, ein Fahrzeug unfallfrei zu lenken. 
Ausserdem macht der Beschwerdeführer geltend, dass im Lichte des den Empfehlungen der 
Schweizerischen Staatsanwälte-Konferenz (SSK) zugrundeliegenden "Norm-Sachverhalts" kein 
klassischer FiaZ-Fall vorliege, da die kurze Fahrt nicht unmittelbar nach dem Alkoholkonsum 
erfolgt sei (vgl. Strafmassempfehlungen der SSK zum SVG [Stand DV 2016]). Auch sei in der 
verkehrsmedizinischen Untersuchung nachgewiesen worden, dass der Beschwerdeführer nicht 
über die vermutete "Giftfestigkeit" verfügt habe und deshalb bloss von einer eingeschränkten 
Schuldfähigkeit auszugehen sei. 
 

5.2 Der Regierungsrat erwog, dass die Polizei ihre Verfügung in erster Linie auf die hohe 
Alkoholisierung abgestützt habe und die internen Richtlinien der Polizei bei Blutalkoholwerten 
von 2,01 ‰ bis 2,4 ‰ einen Warnungsentzug von 6 Monaten vorsehen würden. Die Polizei ar-
beite mit Massnahmerichtlinien, um eine einheitliche und rechtsgleiche Behandlung sicherzu-
stellen. Weiter bezieht sich der Regierungsrat auf einen nicht veröffentlichten Regierungsrats-
beschluss, wonach das reduzierte Strafmass der Staatsanwaltschaft der kantonalen Praxis in 
solchen Fällen entspreche und die Reduktion somit nachvollziehbar sei. Aufgrund einer BAK 
von über 2 ‰ sei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht zwangsläufig eine ver-
minderte Schuldfähigkeit anzunehmen, sondern eine solche komme lediglich in Betracht. Trotz 
Nachforschung und Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft hätten sich keine Hinweise auf die 
konkreten Umstände finden lassen, welche diese zu einer derart deutlichen Strafmassreduzie-
rung veranlasst hätten. Die Annahme der Staatsanwaltschaft einer verminderten Schuldfähig-

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keit des Beschwerdeführers im Tatzeitpunkt habe sich somit nicht erhärten lassen. Vorliegend 
sei von einem schweren Verschulden auszugehen, zumal der Beschwerdeführer genug ein-
sichts- und steuerungsfähig gewesen sei, um ein Auto unfallfrei zu fahren und die Fahrt aus 
nichtigem Grund (Fahrt zu einem Imbiss, obwohl er sich auch etwas hätte bestellen können) 
unternommen habe. Im Ergebnis sei die Bemessung der Entzugsdauer durch die Polizei kor-
rekt. Es sei praxisgemäss von einer Entzugsdauer von sechs Monaten auszugehen und die 
Umstände des Einzelfalls seien vorliegend nicht massnahmemindernd, da in den internen 
Richtlinien bereits von einem positiven automobilistischen Leumund ausgegangen werde. Dem 
Beschwerdeführer sei insofern beizupflichten, als es unbefriedigend erscheine, dass die 
Staatsanwaltschaft zwei bezüglich Strafmass sehr unterschiedliche Strafbefehle mit gleicher 
Begründung erlassen habe. 
 

6.1 Der Verfügung der Polizei vom 12. Mai 2021 kann nicht entnommen werden, dass und 
in welchem Umfang bei der Bemessung der Entzugsdauer nebst der BAK auch die übrigen Kri-
terien wie das Verschulden oder der automobilistische Leumund geprüft worden wären. In der 
Verfügung heisst es lediglich, dass das Verschulden hoch sei, ansonsten keine schwere Wider-
handlung vorliegen würde, und sich die Entzugsdauer aus der hohen Alkoholisierung (gemäss 
den internen Richtlinien der Polizei) ergebe. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs bestätigte die 
Polizei mit Schreiben vom 23. April 2021 sodann ausdrücklich, dass sie hinsichtlich der vorge-
sehenen Entzugsdauer in erster Linie auf den gemessenen Alkoholwert abstelle, weil nur so bei 
vergleichbaren Fällen die Gleichbehandlung gesichert werden könne. Somit begründete die 
Polizei die angeordnete Entzugsdauer im Wesentlichen einzig mit dem hohen Alkoholgehalt, 
ohne die übrigen Umstände des Falles zu prüfen. Dass im Rahmen sogenannter Massendelin-
quenz wie im Strassenverkehrsrecht interne Richtlinien zur Festlegung des Strafmasses oder 
der Entzugsdauer genutzt werden, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, zumal sich dadurch 
eine rechtsgleiche und vorhersehbare Praxis sicherstellen lässt. Wie bereits festgehalten, ste-
hen solche Richtlinien jedoch in einem gewissen Spannungsverhältnis zu Art. 16 Abs. 3 SVG, 
welcher die Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls vorsieht. Durch das Vor-
handensein von Richtlinien und die Rechtsprechung wird die rechtsanwendende Behörde dem-
nach nicht von dieser Einzelfallbeurteilung entbunden (E. 4.3 hiervor). Die Polizei durfte sich mit 
Blick auf das ihr zustehende Ermessen und die von Gesetzes wegen zu berücksichtigenden 
Kriterien nicht einzig auf den hohen Alkoholisierungsgrad abstützen. Auch wenn ihr bei Mas-
sendelinquenz im Sinne der Prozessökonomie ein gewisser Schematismus zugestanden wer-
den kann, so hat sie sich im Rahmen des rechtlichen Gehörs zumindest mit Rügen der be-
troffenen Partei auseinanderzusetzen und dazu Stellung zu nehmen. 
 
6.2. Der Regierungsrat macht seinerseits geltend, dass er bei der Bemessung der Dauer 
des Warnungsentzugs nebst dem gemessenen Alkoholwert insbesondere das Verschulden des 
Beschwerdeführers berücksichtigt habe. Die Umstände des Einzelfalls würden sich vorliegend 
jedoch nicht massnahmemindernd auswirken. Soweit der Regierungsrat zum Schluss kommt, 
dass im vorliegenden Fall ein schweres Verschulden vorliege, sind seine diesbezüglichen Über-
legungen allerdings nicht vollständig nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer gibt an, dass es 
aufgrund eines Beziehungsstreits am Vorabend zu einem exzessiven nächtlichen Alkoholkon-
sum gekommen sei, welcher zur massiven Alkoholisierung am nächsten Tag geführt habe. Der 

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Regierungsrat leitet aus diesem aktenkundig einmaligen Vorfall ab, dass der Beschwerdeführer 
offensichtlich dazu neige, nach Streitigkeiten oder heftigen Gemütsbewegungen zu trinken, und 
den Alkoholkonsum und das Autofahren nicht zu trennen vermöge. Da dem Beschwerdeführer 
gemäss der verkehrsmedizinischen Untersuchung kein regelmässiger Alkoholkonsum nachge-
wiesen werden konnte und er über einen einwandfreien automobilistischen Leumund verfügt, ist 
diese Schlussfolgerung des Regierungsrats in ihrer Absolutheit nicht nachvollziehbar. Im Weite-
ren bleibt durch den Regierungsrat unerwähnt, dass bei einer BAK zwischen 2 ‰ und 3 ‰ eine 
Vermutung für die Verminderung der Zurechnungsfähigkeit besteht, sofern diese nicht im Ein-
zelfall durch Gegenindizien (z.B. Gewöhnung, Persönlichkeit und Tatsituation) umgestossen 
wird (BGE 122 IV 49 E. 1b). Auf mögliche Gegenindizien, welche im vorliegenden Fall die Ver-
mutung einer verminderten Zurechnungsfähigkeit entkräften könnten, sind weder die Polizei 
noch der Regierungsrat eingegangen. Da gemäss der verkehrsmedizinischen Untersuchung 
kein regelmässiger Alkoholkonsum festgestellt werden konnte, sind keine Indizien ersichtlich, 
welche die entsprechende Vermutung umstossen würden. Auch der Umstand, dass die Staats-
anwaltschaft in ihrem Strafbefehl – auf die explizite Rüge des Beschwerdeführers betreffend die 
strafmildernden Umstände hin – eine Reduktion der Normstrafe (gemäss den Empfehlungen 
der SSK) um 50 % vorgenommen hatte, ist im vorliegenden Fall eher zu Gunsten des Be-
schwerdeführers zu interpretieren.  
 

7.1 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass weder die Polizei noch der Regierungsrat 
bei der Bemessung der Entzugsdauer des Führerausweises die Umstände des vorliegenden 
Falls hinreichend berücksichtigt haben.  
 
7.2 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuhe-
ben. Da es dem Kantonsgericht aufgrund der eingeschränkten Kognition (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO) 
verwehrt ist, die Entzugsdauer wie vom Beschwerdeführer beantragt selbst festzulegen, ist die 
Angelegenheit zu neuem Entscheid unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden 
Einzelfalls an die Polizei zurückzuweisen.  
 

8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegen-
den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Ver-
fahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem 
Regierungsrat aufzuerlegen. 
 
8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist dem Be-
schwerdeführer eine Parteientschädigung zulasten des Regierungsrats zuzusprechen. Da der 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers keine Honorarnote eingereicht hat, ist das Honorar von 
Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen (§ 18 Abs. 1 und 2 Tarifordnung für die Anwältinnen 
und Anwälte vom 17. November 2003). Für das Verfahren vor Kantonsgericht erscheint ein Ho-
norar von pauschal Fr. 2'000.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) als angemessen.  
 

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8.3 Bezüglich der Kosten des vorinstanzlichen Verfahren ist die Sache zu deren Neuverle-
gung an den Regierungsrat zurückzuweisen. 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Beschluss des Regierungs-

rats Nr. 1139 vom 24. August 2021 aufgehoben und die Angelegenheit 
zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Polizei Basel-
Landschaft zurückgewiesen. 

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat zurückgewiesen. 
   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- werden dem Regie-

rungsrat auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 1'500.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

   
 4. Der Regierungsrat hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-

gung in der Höhe von Fr. 2'000.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu 
bezahlen. 

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber i.V.