# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a4bd1c2-e763-56e8-81d8-1dc07c4973ae
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-13
**Language:** de
**Title:** Heimatschutz. Unterschutzstellung unter Zulassung Ersatzneubau (ohne Substanzschutz). Verhältnismässigkeit von Schutzmassnahmen. Schutz- und Erhaltensfähigkeit.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0103/2023
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_iv_nr._0103_2023_vom_13._juli_2023.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2022.00166 
0103/2023       

Entscheid vom 13. Juli 2023       

Mitwirkende 

Abteilungsvizepräsidentin  Petra  Röthlisberger,  Baurichter  Reto  Philipp,  Er-
satzrichter Andreas Madianos, Gerichtsschreiberin Andrea Schaeppi     

in Sachen 

Rekurrent 

Zürcher Heimatschutz ZVH, Neptunstrasse 20, 8032 Zürich  

gegen 

Rekursgegner 

1.  Gemeinderat X, […]  

Mitbeteiligter 

2.  A, […] 

Nr. 2 vertreten durch […] 

betreffend 

Beschluss des Gemeinderates vom 6. September 2022; Unterschutzstellung 
Volumetrie Gebäude […] 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 6. September 2022 stellte der Gemeinderat X das Ge-

bäude  auf  dem  Grundstück  Kat.-Nr.  1  an  der  B-Strasse  29a  in  X  unter 

Schutz. 

B. 

Gegen diesen Entscheid erhob der Zürcher Heimatschutz ZVH mit Eingabe 

vom 13. Oktober 2022 fristgerecht Rekurs beim Baurekursgericht des Kan-

tons Zürich und stellte folgende Anträge: 

"1.  Der Gemeinderatsbeschluss Nr. 138 vom 6. September 2022 sei aufzu-

heben. 

2.  Es sei das ehemalige Bauernhauses B-Strasse 29a in seiner schutzwür-
digen historischen Substanz unter Schutz zu stellen. Soweit nicht erhal-
tungsfähig, sei diese zu rekonstruieren. 

3.  Es sei ein Abteilungsaugenschein durchzuführen. 

4.  Zum Schutz des Gebäudes und zur Vermeidung weiterer Schäden seien 
unverzüglich  die  erforderlichen  Notmassnahmen  zu  treffen,  insbeson-
dere die Errichtung eines Notdachs und die Sicherstellung einer genü-
genden Belüftung der Räume mit hoher Feuchtigkeit. Der Gemeinderat 
sei anzuweisen, die Durchführung dieser Massnahmen zu überwachen.  

5.  Die Kosten des Verfahrens seien ausgangsgemäss zu verlegen." 

C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  14.  Oktober  2022  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk  genommen  und  das  Vernehmlassungsverfahren  eröffnet.  Gleich-

zeitig wurde der Vorinstanz und A eine Frist zur Stellungnahme zum Gesuch 

um Anordnung vorsorglicher Massnahmen angesetzt. 

D. 
Mit Eingabe vom 24. Oktober 2022 beantragte die Vorinstanz, das Gesuch 

um  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen  sei  abzuweisen,  soweit  darauf 

R4.2022.00166 

Seite 2 

 
 
einzutreten  sei.  Der  Mitbeteiligte  beantragte  mit  Eingabe  vom  28.  Okto-

ber 2022 ebenfalls die Abweisung des Gesuchs. 

E. 

Am  1. November  2022  führte eine  Delegation  der  4. Abteilung  des  Baure-

kursgerichts im Beisein der Parteien einen Augenschein vor Ort durch. An-

lässlich dieses Augenscheins zog der Rekurrent sein Gesuch um Anordnung 

vorsorglicher Massnahmen zurück.  

Das Verfahren wurde sodann mit Präsidialverfügung vom gleichen Tag sis-

tiert. 

F. 

Mit  Eingabe  vom  6. Februar  2023  ersuchte  der  Rekurrent  um  Fortsetzung 

des Rekursverfahrens.  

G. 

Am  13. Februar  2023  wurde  das  Verfahren  mit  Präsidialverfügung  fortge-

setzt. 

H. 

In  ihrer  Vernehmlassung  vom  3. März  2023  beantragte  die  Vorinstanz  die 

Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei; unter Kostenfolgen 

zulasten des Rekurrenten. Der Mitbeteiligte beantragte in seiner Vernehm-

lassung  vom  6. März  2023  ebenfalls  die  Abweisung  des  Rekurses;  unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten des Rekurrenten. 

I. 

Mit Replik vom 28. März 2023 und Dupliken vom 17. und 24. April 2023 hiel-

ten  die  Vorinstanz  und  der  Mitbeteiligte  an  ihren  Anträgen  fest,  wobei  der 

Rekurrent bloss an seinen Anträgen Nrn. 1, 2 und 5 festhielt. Der Rekurrent 

stellte in der Replik zudem den Antrag um eine angemessene Parteientschä-

digung. 

R4.2022.00166 

Seite 3 

 
 
Es kommt in Betracht: 

1. 

Gemäss § 338b Abs. 1 lit. a Planungs- und Baugesetz (PBG) sind gesamt-

kantonal tätige Vereinigungen, die sich seit wenigstens zehn Jahren im Kan-

ton  statutengemäss  dem  Natur-  und  Heimatschutz  oder  verwandten,  rein 

ideellen  Zielen  widmen,  zum  Rekurs  gegen Anordnungen  und  Erlasse  be-

rechtigt, soweit diese sich auf den III. Titel (Natur- und Heimatschutz, §§ 203-

217 PBG) oder § 238 Abs. 2 PBG stützen. Der Rekurrent erfüllt diese Vo-

raussetzungen unbestrittenermassen. Da auch die übrigen Prozessvoraus-

setzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 

Das  streitbetroffene  Gebäude  an  der  B-Strasse  29a  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr. 1 liegt in der Kernzone KI gemäss Bau- und Zonenordnung der Ge-

meinde X (BZO). Es ist Teil eines Gebäudekomplexes (C-Gässli 1, B-Strasse 

29a, 29b und 29c; Vers.-Nr. 1), welcher im kommunalen Inventar der schutz-

würdigen  Bauten  der  Gemeinde  X  figuriert.  Die  Gebäude  C-Gässli  1,  B-

Strasse 29b und 29c wurden Ende des 20. Jahrhunderts durch Neubauten 

ersetzt. Strittig ist vorliegend der mit dem angefochtenen Beschluss festge-

legte Schutzumfang für das Gebäude B-Strasse 29a. 

Das Gutachten der Y vom 2. Dezember 2021 beurteilt die Schutzwürdigkeit 

wie folgt: 

Bedeutung als Einzelobjekt  

Bei  dem  Gebäude  B-Strasse  29a/b  handelt  es  sich  um  ein  ehemaliges 

Vielzweckbauernhaus  mit  Kern  aus  dem  16./17.  Jahrhundert.  Der  Kernbau  war  ein 

Mehrreihenständerbau  sowie  Bohlenständerbau.  lm  18.  und/oder  frühen  19.  Jahrhundert 

wurde  das  Haus  an  beiden  Giebelseiten  um  eine  Querzone  vergrössert.  Das  Innere  des 

Wohnhauses und der Ökonomie wurden im Eigentum unterteilt und teilweise neu gegliedert. 

Bei  der  Erstversicherung  1812  sind  drei  Hauseigentümer  ausgewiesen:  die  beiden 

Tischmacher D und E (vermutlich Vater und Sohn) sowie der Wirt F. Letzterer erhielt 1806 

das Weinschenkpatent.  

R4.2022.00166 

Seite 4 

 
 
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde der bis dato reine Holzbau mit Fach- und Mauerwerk 

ertüchtigt.  Dabei  erhielt  das  Haus  seine  bis  heute  erhaltene  klassizistische 

Fassadengestaltung mit Sichtfachwerk im Obergeschoss des Wohnteils. Zudem wurde auch 

die  Innenausstattung  erneuert.  1898  wurde  das  Haus  durch  einen  Schopfanbau  an  der 

nördlichen  Traufseite  mit  dem  Nachbarhaus  C-Gässli  3  verbunden.  Im  20. Jahrhundert 

erfolgten  weitere  Bautätigkeiten:  1951  wurde  das  Wohnhaus  renoviert,  wobei  das 

zwischenzeitlich verputzte Fachwerk im Obergeschoss der Hauptfassade freigelegt und mit 

Brettern aufgedoppelt wurde. 1963 wurde im Erdgeschoss des Wohnhauses die rückseitige 

Binnengliederung  weitgehend  neu  erstellt.  1996-98  schliesslich  wurde  der  Ökonomieteil 

abgebrochen und als Ersatzbau zu Wohnzwecken im gleichen Volumen und mit ähnlicher 

Erscheinung neu erstellt. In diesem Zusammenhang ebenfalls abgebrochen, mit ähnlichen 

Volumen  und  Erscheinung  und  neuer  Nutzung  wiedererstellt  wurden  der  Anbau  an  der 

nördlichen  Traufseite  des  Wohnhauses  (= C-Gässli  1)  und  der  ehemalige  Schopf  an  der 

Südwestecke des ehemaligen Ökonomieteils (= B-Strasse 29c). 

Der  Bestand  des  Kernbaus  aus  dem  16./17.  Jahrhundert  beschränkt  sich  heute  auf  das 

Holzgerüst  in  der  ehemaligen  Scheidewand  sowie  auf  das  Dachwerk  des Wohnteils.  Die 

übrigen  Hochständer  in  den  Vollgeschossen  sind  entweder  gekappt/entfernt  oder  im 

Bestand  nicht  mit  Sicherheit  fassbar.  Die  Umfassungs-  und  Binnenwände  in  Fach-  und 

Mauerwerk  entstammen  grösstenteils  dem  18.  und  19.  Jahrhundert.  lm  Erdgeschoss 

wurden  die  Binnenwände  in  der  rückseitigen  Raumschicht  im  20.  Jahrhundert  (1963) 

erneuert. Die dreiraumtiefe Gliederung des Wohnteils, die das Gerüst des Kernbaus vorgab, 

ist  bis  heute  weitgehend  erhalten  geblieben.  An  historischer  baugebundener  Ausstattung 

sind  vor  allem  die  Ausstattungen  der  beiden  Stuben  im  Erdgeschoss  (Wandtäfer, 

Felderdecken,  Türen,  Schränke,  in  der  westlichen  Stube  zudem  Kachelofen)  und  der 

Türbestand 

im  Obergeschoss  erhalten.  Sie  stammen  weitestgehend  aus  dem 

19. Jahrhundert. 

Der  Wohnteil  bezeugt  mit  seinem  Dachwerk  einerseits  den  Kernbau  aus  dem 

16./17. Jahrhundert und mit seinen beiden Wohngeschossen und der Fassadengestaltung 

andererseits  die  Erneuerung  und  Erweiterung  im  18./19.  Jahrhundert.  Die  vorliegende 

Variante  des  Mehrreihendständerbaugerüst  des  Kernbaus  ist  für  das  17.  Jahrhundert 

regional- und zeittypisch. Die Konstruktion ist im Dachbereich nahezu vollständig erhalten. 

Dort  ist  durch  den  Kniestock  und  die  erhaltenen  Binnenständer  auch  das  ursprüngliche 

Gesamtsystem  bis  heute  gut  lesbar.  Die  Erweiterung  und  Umbauten  des  18.  und 

19. Jahrhunderts,  die  den  ursprünglichen  Bohlenständerbau  zu  einem  Fachwerk-  und 

Massivbau  mit  klassizistischer  Erscheinung  wandelten,  sind  ebenso  regional-  und 

zeittypisch.  Bemerkenswert 

ist,  dass  die  dabei  entstandene  Anlage  als  Doppel-

R4.2022.00166 

Seite 5 

 
 
Vielzweckbauernhaus  mit  der  vom  Kernbau  stammenden  dreiraumtiefen  Gliederung  im 

Wohnteil bis heute weitgehend erhalten geblieben ist. Zum guten Eindruck dieser Wandlung 

tragen auch die Ausstattungen aus dem 19. Jahrhundert in den beiden Stuben wesentlich 

bei. 

Bedeutung im siedlungshistorischen und ortsbaulichen Kontext 

Bei dem ehemaligen Vielzweckbauernhaus B-Strasse 29a/b handelt es sich um eines der 

zahlreichen Häuser im Ortskern von X, die in das 17. Jahrhundert zurückreichen. lm Ortsbild 

des  Oberdorfs  ist  es  als  eines  der  markantesten  Häuser  anzusprechen,  wobei  dazu  ver-

schiedene Faktoren beitragen. Das Haus B-Strasse 29a/b ist eines der unmittelbar um die 

Kirche gelegenen Gebäude, dabei deren Vordergrund gegen die B-Strasse bildend. An einer 

der verschiedenen Strassengabelungen des Oberdorfs gelegen, ist es mit seinem Wohnteil 

übereck auf diese Gabelung ausgerichtet und verfügt entsprechend über eine wesentliche 

raumbildende  Wirkung.  Dabei  bildet  es  an  dieser  Strassengabelung  zusammen  mit  dem 

zugehörigen, freistehenden Ökonomiegebäude Vers.-Nr. 2 eine Hofsituation und ein quali-

tätsvolles bäuerlich geprägtes Ensemble. lm Weiteren ist es in seiner Erscheinung als ehe-

maliges Vielzweckbauernhaus mit klassizistisch geprägtem Wohnteil gut erhalten. 

Schutzwürdigkeit 

Aus der obigen Zusammenfassung ergibt sich für das ehemalige Vielzweckbauernhaus B-

Strasse 29a/b, Vers.-Nr. 1, Kat.-Nr. 1 in der Folge architektonisch-typologisch, siedlungsge-

schichtlich sowie in Bezug auf das Ortsbild von X eine wichtige Bedeutung. Als ehemalige, 

frühe Weinschenke des 19. Jahrhunderts ist das Haus auch gemeindegeschichtlich von ge-

wisser Bedeutung. Das Haus erfüllt die Anforderungen an ein Schutzobjekt im Sinne von 

§ 203 Abs. 1 lit. c PBG. 

Schutzbegründend sind die Grundsubstanz des Kernbaus aus dem 16./17. Jahrhundert und 

der  Gebäudevergrösserung  und  -erneuerung  aus  dem  18.  und  19.  Jahrhundert  des 

Wohnteils (B-Strasse 29a), die ablesbare Gebäudegliederung des ehemaligen Vielzweck-

bauernhauses, das Erscheinungsbild des Wohnteils sowie die historischen Ausstattungen 

aus  dem  19.  Jahrhundert  in  den  beiden  Stuben.  Der  ehemalige  Ökonomieteil  (B-Strasse 

29b) ist ein gänzlicher Ersatzneubau aus dem Zeitraum 1996

98 und daher als materieller 

Zeuge nicht mehr geeignet. Für das Verständnis des Gesamtgebäudes als ehemaliges Viel-

‑

zweckbauernhaus und für dessen Wirkung im Ortsbild sind das Volumen und die äussere 

Erscheinung des ehemaligen Ökonomieteils jedoch von wesentlicher Bedeutung. 

R4.2022.00166 

Seite 6 

 
 
Ohne denkmalpflegerische Bedeutung sowie von untergeordneter Bedeutung für das Orts-

bild sind die Hausteile B-Strasse 29c und C-Gässli 1, beide ebenfalls Vers.-Nr. 1, Kat.-Nr. 1. 

Beide Hausteile sind Ersatzneubauten von 1996-98. 

3. 

Im angefochtenen Beschluss vom 6. September 2022 sind die zusammen-

fassenden Schlussfolgerung zur Schutzwürdigkeit aus dem Gutachten wie-

dergegeben.  Bezüglich  Schutzfähigkeit  nimmt  der  Beschluss  auf  die  vom 

Mitbeteiligten in Auftrag gegebene statische Zustandsbeurteilungen vom In-

genieurbüro G AG und von der H AG sowie auf den von der Gemeinde in 

Auftrag gegebene Statikbericht von der I AG Bezug. Aufgrund des schlech-

ten Zustands der Liegenschaft und den horrenden Mehrkosten einer Sanie-

rung gegenüber einem Ersatzbau sei auf eine Unterschutzstellung der Ge-

bäudesubstanz zu verzichten. Die Substanz habe zwar auch eine gewisse 

geschichtliche Bedeutung, jedoch werde diese nicht als besonders hoch ein-

gestuft. Somit wäre eine Unterschutzstellung für den Eigentümer aus finan-

zieller  Sicht  unverhältnismässig  teuer  und  könne  mit  dem Prinzip  der  Ver-

hältnismässigkeit nicht vereinbart werden. Von grösserer Bedeutung als die 

Gebäudesubstanz  seien  jedoch  der  Bezug  zum  Ortsbild  des  Gebäudes, 

seine  Volumetrie  sowie  sein  Erscheinungsbild.  Diese  könnten  auch  unter 

Schutz gestellt werden, ohne die oben erwähnte Verhältnismässigkeit zu ver-

letzen. Mit dem Schutzumfang blieben folgende Veränderungen zulässig: Es 

könne ein Ersatzneubau gemäss den Kernzonenbestimmungen erstellt wer-

den, der in Volumetrie und Lage dem bisherigen Gebäude entspreche. Es 

dürfe insbesondere kein Quergiebel erstellt werden. Möglich seien kleinere 

Dachaufbauten,  die  den  Anforderungen  der  Kernzonenbestimmungen  ent-

sprächen. Die Fenstergliederung sei weitgehend vom Bestand zu überneh-

men, wobei der heutige Küchenfensterausbruch den übrigen Fenstern anzu-
gleichen  sei.  First-  und  Traufhöhen  seien  vom  Bestand  zu  übernehmen. 

Dementsprechend wird auch der Schutzumfang im Dispositiv festgelegt. 

4.1. 

Der Rekurrent macht geltend, dass vorliegend der Situationswert schutzwür-

dig sei, in erster Linie aber auch der Eigenwert. Es sei vor allem die sehr alte, 

leider nicht dendrodatierte Holzkonstruktion, welche unbedingt erhalten wer-

den  müsse.  Der  von der  Vorinstanz  beschlossene  Schutz  gehe nicht  über 

R4.2022.00166 

Seite 7 

 
 
das hinaus, was für jeden Ersatzbau an dieser Stelle bereits aufgrund der 

Kernzonenbestimmungen  gelten  würde.  Vorliegend  sei  aufgrund  des  Gut-

achtens der Y erstellt, dass das Wohnhaus B-Strasse 29a ein Schutzobjekt 

im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG sei. Die angefochtene Verfügung habe 

einen  rechtlich  unmöglichen  Inhalt,  nämlich  nicht  eine  Unterschutzstellung 

des Gebäudes, sondern die Bewilligung zum Abbruch und Neubau nach den 

Kernzonenbestimmungen. Die angefochtene Verfügung widerspreche auch 

diametral der Rechtsprechung, wonach stets – sogar, wenn ein Gebäude nur 

seines Situationswerts halber unter Schutz gestellt werde – die historische 

Bausubstanz zu schützen sei. Bei einem Gebäude, dessen Eigenwert auch 

im  denkmalpflegerischen  Gutachten  als  hoch  eingestuft  werde,  gelte  dies 

umso  ausgeprägter.  Die  Unterschutzstellung  eines  Neubaus  sei  ebenfalls 

abwegig. Das Gebäude erweise sich als grundsätzlich erhaltensfähig. Es sei 

am  Augenschein  nichts  von  drohender  Einsturzgefahr  zu  sehen  gewesen, 

auch sonst sei das Gebäude weitgehend intakt oder zumindest reparierbar 

gewesen. Eine Erhaltung sei nicht unverhältnismässig. Falls das Traggerüst 

des Hauses einen Dachausbau nicht zulassen sollte, sei auf einen solchen 

zu  verzichten.  Das  Nutzungskonzept  sei  dem  Bauwerk  anzupassen  und 

nicht umgekehrt. Beschränke sich die Renovation indessen auf den Ersatz 

der schadhaften Holzteile oder deren Verstärkung durch Aufdoppelung, dann 

seien  –  wie  allgemein  bei  Baudenkmälern  –  die  für  Neubauten  statuierten 

Normen  nicht  uneingeschränkt  anwendbar.  Ob  mit  differenzierten  Sanie-

rungsmassnahmen Mehrkosten gegenüber den Kosten eines Neubaus ver-

bunden seien, könne nach der Rechtsprechung zur Verhältnismässigkeit bei 

vernachlässigtem Unterhalt nicht wirklich relevant sein. Sodann scheine die 

Frage der Verhältnismässigkeit bei allen Gutachtern den Blick für die Mög-

lichkeiten  zur  Gebäudesanierung  getrübt  zu  haben.  Von  ihrer  beruflichen 

Ausrichtung her möge es verständlich erscheinen, dass sie als Baufachleute 

bei den gegebenen Schäden bald einmal für die Variante "Neubau" optierten. 
Ginge es vorliegend nicht um ein Schutzobjekt, könnte man ihnen hierin wohl 

auch folgen. Der Respekt vor einem vier- oder fünfhundert Jahre alten Bau 

verlange indessen, dass man dies nicht nur unter Kostenaspekten beurteile, 

sondern zunächst die Möglichkeiten der Erhaltung detailliert kläre. 

4.2. 

Die Vorinstanz stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass sie mit 

dem angefochtenen Beschluss offensichtlich verschiedene, über die blossen 

R4.2022.00166 

Seite 8 

 
 
Kernzonenvorschriften  hinausgehende  Vorgaben  zum  Schutz  der  Liegen-

schaft und zur Sicherstellung des Situationswerts erlassen habe. Diese fielen 

umso mehr ins Gewicht, als gemäss Art. 6 BZO in der betroffenen Kernzone I 

grundsätzlich auch Neubauten zulässig wären, die sich nicht als Ersatzbau-

ten im Sinne von Art. 5 BZO direkt am bisherigen Gebäude orientieren müss-

ten. Die Vorinstanz habe sich vertieft und mit der gebotenen Sorgfalt mit der 

sich  stellenden  Frage  der  Schutzwürdigkeit  und  -fähigkeit  des  Gebäudes 

auseinandergesetzt. Unzutreffend sei, dass der Entscheid der Gemeinde ei-

nen rechtlich unmöglichen Inhalt habe. Der Verweis auf die Rechtsprechung, 

wonach stets die historische Bausubstanz zu schützen sei, sei unbehilflich; 

die  betreffenden  Entscheide  äusserten  sich  zur  Unterschutzstellung  auf-

grund eines hohen Situationswerts, ohne gleichzeitig einen generellen oder 

gar unbeschränkten Substanzschutz zu postulieren. Mit einer derart engen 

Auslegung  der  denkmalschützerischen  Bestimmungen  würde  letztlich  die 

Unterscheidung zwischen Eigen- und Situationswert unterlaufen. Nicht nach-

vollziehbar sei sodann die Aussage, wonach die Unterschutzstellung eines 

Neubaus abwegig  sei.  Mit  der  vorliegenden Schutzverfügung  laufe  es fak-

tisch auf eine weitgehende Rekonstruktion des Gebäudes hinaus. Da in der 

Kernzone Abbrüche grundsätzlich nur dann bewilligt würden, wenn keine Lü-

cke  entstehe  (siehe Art. 8  BZO),  müsse folglich  vor  dem Abbruch der  Lie-

genschaft ein bewilligtes Projekt für einen Ersatzneubau vorliegen, der sich 

gemäss den beschlossenen Schutzmassnahmen gestalterisch nur mit klei-

nen Abweichungen vom heutigen Bau unterscheiden dürfe. Lediglich im In-

neren (z.B. Ausbau des Dachgeschosses) seien so gegenüber dem aktuel-

len Bau Abweichungen möglich, da bei einer Rekonstruktion selbstverständ-

lich  statische  Verbesserungen  erfolgen  dürften  (und  sogar  müssten). 

Schliesslich sei zu beachten, dass die Gemeinde im Baubewilligungsverfah-

ren  nicht  nur  rechtlich  die  Möglichkeit  habe,  darauf  hinzuwirken,  dass  der 

Ersatzbau alle wesentlichen Elemente der bestehenden Baute übernehme, 
sondern  –  unterstützt  durch  eine  kompetente  Kommission  (siehe  Art.  8b 

BZO) – diese Möglichkeit gerade auch in diesem sensiblen Fall effektiv nut-

zen werde. Der Sachverhalt sei mit Bezug auf die Erhaltensfähigkeit durch 

die vorliegenden Gutachten ausreichend abgeklärt worden. Die Vorinstanz 

sei gestützt auf die diversen vorgenommenen Abklärungen und die Einschät-

zung von Fachpersonen letztlich unter Abwägung der sich teilweise wider-

sprechenden  Interessen  in  gesetzeskonformer  Ausübung  des  ihr  offenste-

henden – und durch die Gemeindeautonomie geschützten – Ermessens zum 

R4.2022.00166 

Seite 9 

 
 
Schluss gekommen, auf die Verpflichtung zu einer Sanierung bzw. die Un-

terschutzstellung  der  Gebäudesubstanz  zu  verzichten  und  detaillierte 

Schutzmassnahmen  betreffend  die  Sicherstellung  des  Situationswertes  zu 

erlassen.  

4.3. 

Der  Mitbeteiligte  macht  geltend,  dass  durch  die  statische  Verbindung  des 

Wohnteils mit dem in den Jahren 1996 bis 1998 neu erstellten Ökonomieteil 

aktuell die Stabilität noch knapp gewährleistet werde. Die Instabilität und Ver-

schiebung der tragenden Elemente hätten am Augenschein begutachtet wer-

den  können,  wobei  auch  festgestellt  worden  sei,  dass  nicht  die  angeblich 

eintretende  Feuchtigkeit  mangelursächlich  sei.  Wie  die  vom  Mitbeteiligten 

und vom Rekursgegner eingeholten Gutachten über die Statik des Gebäu-

des voneinander unabhängig erklärten, sei die Instabilität auf Schwächungen 

und Unterdimensionierungen an den sekundären Tragelementen zurückzu-

führen. Insbesondere die Unterdimensionierungen könnten auf die Bautätig-

keiten  während  den  vergangenen  Jahrzehnten  zurückgeführt  werden.  Ur-

sächlich für die Setzungen sei gemäss der Einschätzung des Mitbeteiligten 

unter anderem die Erweiterung des Kellers (1963) und die damit einherge-

hende Mehrbelastung der verbleibenden vertikalen Ständer. Da diese nicht 

fest mit dem Untergrund verbunden seien, kippten diese unter der Belastung 

ostseitig weg. Diese vertikalen Ständer trügen weiterhin die horizontalen Ele-

mente,  wie  Zwischenböden  und  -decken.  Durch  die  Setzung  der  Ständer 

seien somit auch die Zwischenböden verschoben worden, was eine Senkung 

der  Gipsdecken  –  wie  am  Augenschein  festgestellt  –  in  den  Zimmern  zur 

Folge gehabt habe. Bevor in den 1990er Jahren das Dach saniert worden 

sei,  sei es  zu  Feuchtigkeitserscheinungen  gekommen,  die  zu  Schäden  an 

den  Holzbalken  (vertikal  und  horizontal)  geführt  hätten,  was  die  Statik  zu-

sätzlich belastet habe. Die Holztragstruktur sei in der jüngeren Vergangen-
heit  durch  zahlreiche  Sicherungsmassnahmen  des  Mitbeteiligten  verstärkt 

bzw. verspriesst worden, wodurch das Gebäude weiterhin bewohnbar gewe-

sen  sei.  Entgegen  den  Behauptungen  des  Rekurrenten  verweise  die  Vo-

rinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  nicht  lediglich  auf  die  Kernzonenbe-

stimmungen, sondern gehe in Bezug auf das äussere Erscheinungsbild weit 

darüber  hinaus.  Der  Mitbeteiligte  bestreite  den  schutzwürdigen  Eigenwert 

des Gebäudes. Die Liegenschaft sei in der Vergangenheit mehrfach umge-

baut worden, was zu einer sichtbaren Veränderung insbesondere des Inne-

ren der Liegenschaft geführt habe. Die Liegenschaft verfüge kaum noch über 

R4.2022.00166 

Seite 10 

 
 
schützenswerte  Elemente  aus  der  Erstellungszeit.  Dazu  sei  anzumerken, 

dass  heute  lediglich  noch  die  Scheidewand  und  das  Dachwerk  aus  dem 

16./17. Jahrhundert  vorhanden  seien.  Die  Gutachter  nähmen  zudem  an, 

dass weitere Hochständer aus dem Ständerbau entfernt, gekappt oder mit 

Sicherheit  nicht  mehr  fassbar  seien.  Ebenfalls  seien  die  Binnenwände  im 

20. Jahrhundert erneuert worden, wobei lediglich noch die Raumgliederung 

erhalten sei. Das Federtäfer und die Decke der östlichen Stube, die im Gut-

achten als aus dem 19. Jahrhundert stammend beschrieben worden seien, 

seien nach Einbau der Zentralheizung aus Elementen von Täfelungen und 

günstigem  Holz  anderer  Häuser  wieder  zusammengesetzt  worden.  Einzig 

die  Schrankwand  dieses  Zimmers  stamme  aus  dem  19. Jahrhundert.  Das 

Gebäude  verfüge über  einen  gewissen  Situationswert,  was  sich  in dessen 

Lage und äusserem Erscheinungsbild wiedergebe. Das Y-Gutachten spre-

che von einer "raumbildenden Wirkung" und streiche die Bedeutung für das 

bäuerlich geprägte Gebäudeensemble mit Hofsituation hervor. Es bestünden 

jedoch  erhebliche  Zweifel,  ob  nicht  die  Kernzonenbestimmungen  der  Ge-

meinde X genügt hätten, um den Situationswert zu erhalten. Dabei sei her-

vorzuheben, dass auch die übrigen Teile des Gebäudeensembles auf dem 

Grundstück des Mitbeteiligten unter den Kernzonenbestimmungen bewusst 

saniert worden seien und dem Charakter des historischen X Rechnung trü-

gen. Unrichtig sei, dass der Gutachter der Vorinstanz davon ausgehe, dass 

das Gebäude den für Neubauten entsprechenden Normen zu entsprechen 

habe.  Vielmehr  gehe  der  Gutachter  von  der  zur  Wiederherstellung  der 

Gebäudesicherheit 

(Bauphysik  bzw.  statische  Sicherheit)  absolut 

notwendigen Baumassnahmen aus. Er weise lediglich als Nebenbemerkung 

darauf hin, dass ein Bauprojekt, das die geltenden Normen erfüllen müsse, 

sich nicht sinnvoll realisieren lasse. Vorwiegend gehe der Gutachter auf die 

Gebäudeertüchtigung  und  die  absolut  notwendigen  Erneuerungen  der 

Wand-, Decken- und Dachflächen ein und komme zum Schluss, dass auf-
grund des Zustands des schützenswerten Holztragwerks aufwendige Siche-

rungen  erforderlich  seien.  Diese  Sicherungsmassnahmen  beurteile  er  als 

äusserst ineffizient und kostspielig. Mit anderen Worten weise er darauf hin, 

dass Sicherungsmassnahmen womöglich nicht genügten ("ineffizient"), um 

die  Statik  des  Gebäudes  zu  gewährleisten.  Unter  Berücksichtigung  dieser 

Ungewissheit  komme  er  nach  Bewertung  der  Höhe  der  Baukosten  zum 

Schluss,  dass  eine  Sanierung  des  Gebäudes  unverhältnismässig  sei.  Die 

Vorinstanz habe dementsprechend anhand einer fundierten Analyse ihr Er-

R4.2022.00166 

Seite 11 

 
 
messen ausüben können und habe einem Totalersatz zugestimmt. Die Bau-

fälligkeit bzw. Instabilität der Baute sei nicht auf ein durch den Grundeigen-

tümer vernachlässigten Unterhalt zurückzuführen. Vorliegend handle es sich 

bei der Schutzanordnung nicht um eine Strafmassnahme, sondern um das 

Ergebnis der Interessensabwägung der Vorinstanz. Ein Wiederaufbau bzw. 

ein Ersatzbau könne als Schutzmassnahme verfügt werden. Einem Abbruch 

müsse keine Inventarentlassung vorangehen. Die für die Erhaltung der noch 

vorhandenen Bausubstanz erforderlichen Sanierungsmassnahmen habe die 

Vorinstanz  berechtigterweise  als  unverhältnismässig  qualifiziert.  Die  bauli-

che Substanz der Liegenschaft sei in einem ausgesprochen schlechten Zu-

stand, der einen Erhalt kaum zulasse. Erhaltenswert seien die Stellung und 

Erscheinung  der  Liegenschaft  im  historischen  Ortsbild,  welche  mit  der 

Schutzverfügung gesichert seien. Die Erhaltung des Erscheinungsbilds sei 

kein  Argument  für  die  Erhaltung  der  Bausubstanz.  Der  ausgesprochen 

grosse Aufwand für die Erhaltung der Liegenschaft stehe in keinem Verhält-

nis  zum  Gewinn  für  das  Gemeinwesen  durch  den  Erhalt  eines  Zimmers 

(Stube West) mit einem Interieur aus dem 19. Jahrhundert, dessen Boden 

sich  wegen  fehlender  Stabilität  um  32 cm  gesenkt  habe,  sodass  der  Ofen 

seit  mehr  als  60  Jahren  nicht  mehr  funktionsfähig  sei,  und  einer  Schrank-

wand in der Stube Ost. In Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips sei 

der Entscheid der Gemeinde zu schützen und ein Ersatzbau, der sich unver-

ändert ins Ortsbild einfüge, zuzulassen. 

In der Duplik macht der Mitbeteiligte sodann geltend, dass sich die Frage der 

Schutzwürdigkeit  gar  nicht  stelle,  wenn  die  Sanierung/Ertüchtigung  eines 

Gebäudes – wie vorliegend – derart starke Eingriffe in die Bausubstanz ver-

lange,  dass  von  der  zu  schützenden  Bausubstanz  von  vorneherein  nichts 

mehr  übrigbleibe,  also  auch  das  Schutzziel  nicht  mehr  erreicht  werden 

könne. Gemäss der Zusammenfassung des statischen Gutachtens von I AG 
käme die notwendige Ertüchtigung der Liegenschaft einem Neubau gleich, 

was die fehlende Erhaltungsfähigkeit der Liegenschaft belege.  

5.1.1. 

Schutzobjekte  sind  unter  anderem  Ortskerne,  Quartiere,  Strassen  und 

Plätze, Gebäudegruppen, Gebäude und Teile sowie Zugehör von solchen, 

die als wichtige Zeugen einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder bau-

R4.2022.00166 

Seite 12 

 
 
künstlerischen Epoche erhaltenswürdig sind oder die Landschaft oder Sied-

lungen wesentlich mitprägen, samt der für ihre Wirkung wesentlichen Umge-

bung (§ 203 Abs. 1 lit. c PBG). 

Aus  der  vom  Gesetz  alternativ  zur  landschafts-  oder  siedlungsprägenden 

Wirkung  vorausgesetzten  Zeugeneigenschaft  ergibt  sich  das  Erfordernis, 

dass ein Objekt, über welches Schutzmassnahmen verhängt werden sollen, 

namentlich  auf  Grund  seiner  ortsbaulichen,  baulichen  oder  ausstattungs-

mässigen Eigenschaften von einer Epoche Zeugnis abzulegen, d.h. die be-

treffende Epoche zu veranschaulichen und im eigentlichen Wortsinne zu do-

kumentieren vermag. Allein der Umstand, dass ein Objekt einer Epoche zu-

geordnet  werden  kann,  ist  somit  für  die  Bejahung  der  Zeugeneigenschaft 

noch nicht ausreichend. Zudem lässt das Gesetz auch die blosse Zeugenei-

genschaft  noch  nicht  genügen;  das  betreffende  Objekt  muss  vielmehr  ein 

wichtiger Zeuge sein. Diese Qualifikation kann sich aus verschiedenen, hier 

nicht abschliessend aufzuzählenden Gründen ergeben. Ein wichtiger Zeuge 

liegt namentlich dann vor, wenn die betreffende Baute auf Grund ihrer ge-

samten Beschaffenheit eine Epoche besonders aussagekräftig und qualitäts-

voll zu dokumentieren vermag. 

Mit dem Begriff der Epoche werden vom Gesetz auch Ereignisräume anvi-

siert, die zeitlich oder lokal vergleichsweise eng begrenzt sind und daher im 

Allgemeinen kaum als "Epochen" zu bezeichnen wären. Namentlich mit Blick 

auf die baukünstlerischen Epochen gilt sodann, dass auch Bauten, die Über-

gänge zwischen solchen bezeugen, Schutzobjekte sein können. Zu verlan-

gen ist allerdings stets, dass die betreffende politische, wirtschaftliche, sozi-

ale oder baukünstlerische Epoche klar definiert werden kann. 

Mit der Erfassung von Gebäuden und Gebäudegruppen, die Landschaften 
oder Siedlungen wesentlich mitprägen, bezweckt § 203 Abs. 1 lit. c PBG an-

ders  als  mit  dem  Schutz  wichtiger  Zeugen  nicht  die  Dokumentation  ge-

schichtlicher Epochen, sondern die Erhaltung qualifizierter Landschafts- und 

Siedlungsbilder. In der Praxis wird hierbei oftmals auch vom Situationswert 

eines Objektes gesprochen. Da das Gesetz die beiden Voraussetzungen für 

eine Unterschutzstellung – Zeugeneigenschaft oder prägende Wirkung – al-

ternativ aufzählt, lässt sich auch allein schon mit letzterer die Anordnung von 

Schutzmassnahmen an Gebäuden oder Gebäudegruppen begründen. Aller-

R4.2022.00166 

Seite 13 

 
 
dings rechtfertigt nicht jede Optimierung von Siedlungs- oder Landschaftsbil-

dern die Anordnung von Schutzmassnahmen; die positiv prägende Wirkung 

muss vielmehr objektiv ausgewiesen und begründet sein, was etwa bei für 

das geschützte Ortsbild wichtigen Kernzonenbauten der Fall sein kann (VB 

2009.00608 vom 4. Mai 2011). 

5.1.2. 

Bei sich auf § 203 Abs. 1 PBG stützenden Schutzentscheiden kommt den 

kommunalen  und  kantonalen  Denkmalpflegebehörden  eine  gewisse  Ent-

scheidungsfreiheit zu. Diese bezieht sich vor allem auf die Qualifikation eines 

Objektes  als  Schutzobjekt,  auf  den  konkreten  Umfang  einer  Schutzmass-

nahme, gegebenenfalls auf die Auswahl unter mehreren in Betracht fallen-

den Schutzobjekten oder aber auf den Verzicht auf Schutzmassnahmen. In-

soweit hat sich die Rekursinstanz bei der Entscheidüberprüfung Zurückhal-

tung aufzuerlegen. Beruht der kommunale Entscheid auf einer vertretbaren 

Würdigung der massgebenden Umstände, so hat ihn die Rekursinstanz zu 

respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur  dann  einschreiten,  wenn  die  Be-

hörde ihren Ermessensspielraum überschreitet, indem sie sich von unsach-

lichen, dem Zweck der in Frage stehenden Regelung fremden Erwägungen 

leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Willkür o-

der den Grundsatz der Verhältnismässigkeit, verletzt. Dabei darf sich die Re-

kursinstanz  jedoch  nicht  auf  eine  blosse Willkürprüfung  beschränken,  viel-

mehr muss die Eingriffsschwelle tiefer gesetzt  werden (vgl. BGE 145 I 52, 

E. 3.6.,  mit  Hinweisen).  Die  Entscheidungsfreiheit  der  Denkmalpflegebe-

hörde ist stets gegen den Anspruch auf wirksamen Rechtsschutz abzuwägen 

(Art.  77  der  Kantonsverfassung  [KV]  und  Art.  29a  der  Bundesverfassung 

[BV];  Marco  Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3.  Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 

2014, § 20 Rz. 64 ff.), zumal Schutzmassnahmen in der Regel einen schwe-

ren Eingriff in das Grundeigentum bilden. 

Im Übrigen besteht in der Regel keine Kognitionseinschränkung. Die Frage, 

was unter einem Schutzobjekt im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu ver-

stehen  ist,  kann  die  Rekursinstanz  frei  beantworten.  Auch  steht  ihr  in  der 

Regel  eine  freie Würdigung  der  örtlichen  Verhältnisse  zu,  soweit  ihr  diese 

hinreichend bekannt sind. Geht es um bautechnische Fragen, namentlich um 

solche  der  Erhaltungs-  und  Renovationsfähigkeit  von  Schutzobjekten  oder 

von Teilen hiervon, ist das Baurekursgericht als Fachgericht in Bausachen 

R4.2022.00166 

Seite 14 

 
 
zu deren Beantwortung nicht weniger berufen als die Denkmalpflegebehör-

den. 

5.2. 

Aufgrund der vorliegenden Akten, der Feststellungen anlässlich des Augen-

scheines sowie aufgrund des detaillierten und nachvollziehbaren Gutachtens 

der  Y  ergibt  sich,  dass  dem  streitbetroffenen  Gebäudekomplex  ein  schüt-

zenswerter Zeugen- und Situationswert zukommt.  

5.2.1. 

Was  den  Zeugenwert  anbelangt,  bestätigte  sich  anlässlich  des  Augen-

scheins, dass im Inneren des Gebäudes noch reichlich historische Bausub-

stand vorhanden ist. Dem Mitbeteiligten ist zunächst zwar dahingehend zu-

zustimmen,  dass heute  nur  noch  die Scheidewand  und das  Dachwerk  mit 

Sicherheit  in  das  16./17. Jahrhundert  verortet  werden  können,  während  in 

den Vollgeschossen diverse bauzeitliche Holzständer gekappt/entfernt wor-

den oder im Bestand nicht mehr mit Sicherheit fassbar sind. Alleine, dass die 

historische Mehrreihenständer- und Ständerbohlenkonstruktion im Dachge-

schoss noch weitgehend erhalten ist, führt jedoch dazu, dass die Zeugen-

schaft qualifiziert belegt werden kann. Anhand des insbesondere durch den 

Kniestock und die Binnenständer gut ablesbaren bauzeitlichen Gesamtsys-

tems  ist  der  diesbezügliche  historische  Zeugniswert  auch  für  den  durch-

schnittlichen Betrachter ohne weiteres erkennbar. Der Mitbeteiligte lässt wei-

ter ausser Acht, dass auch die Erweiterungen aus dem 18./19. Jahrhundert 

gemäss  Gutachten  eine  siedlungsgeschichtlich  wichtige  Bedeutung  haben 

und insofern schutzwürdig sind. Es stammen nicht nur die Umfassungs- und 

Binnenwände in Fach- und Mauerwerk grösstenteils aus dieser Epoche, son-

dern auch diverse baugebundene Innenausstattungen in den Stuben im Erd-

geschoss sowie der Türbestand im Obergeschoss können darin verortet wer-
den. Hierbei ist davon auszugehen, dass entsprechend dem Gutachten und 

entgegen der nicht belegten Behauptung des Mitbeteiligten nicht nur Innen-

ausstattungen  der  Stube West,  sondern  auch  die  meisten Wand- und  De-

ckenelemente der Stube Ost aus dem 19. Jahrhundert stammen, wobei nur 

die  Randleisten  erst  im  20. Jahrhundert  sekundär  ergänzt  worden  sind 

(act. 10.2/21.2, S. 30). Sodann lassen sich auch im Dachgeschoss die Bau-

tätigkeiten aus dieser Zeit (Umfassungsmauern, Erweiterung gegen Osten) 

anschaulich identifizieren. Was die Binnenwände anbelangt, geht der Mitbe-

teiligte ohne nähere Begründung davon aus, dass sämtliche Binnenwände 

R4.2022.00166 

Seite 15 

 
 
im 20. Jahrhundert erneuert worden seien. Dies trifft jedoch nur auf die Bin-

nenwände  der  rückseitigen  Raumschicht  im  Erdgeschoss  zu  (siehe  dazu 

Grundrissplan der Baugesuchsakten 1963, act. 10.2/21.2, S. 53, Abb. 111). 

Bezeugend ist sodann, dass die dreigliedrige Raumgliederung nach wie vor 

– auch für einen Laien – gut ablesbar ist. Der Schlussfolgerung des Mitbe-

teiligten, dass die zahlreichen Umbauten und Veränderungen dazu geführt 

hätten,  dass  die  Liegenschaft  kaum  noch  über  schützenswerte  Elemente 

verfüge, erweist sich nach den obigen Ausführungen als unzutreffend. Hin-

zuweisen  ist  sodann  darauf,  dass  es  sich  bei  einem  Denkmalschutzobjekt 

kaum vermeiden lässt, dass es durch Umbauten und notwendige Sanierun-

gen – oftmals verbunden mit einer Anpassung an die im Verlaufe der Jahr-

hunderte ändernden Nutzungsbedürfnisse – im Verlaufe der Zeit (hier über 

einen Zeitraum von 300 bis 400 Jahren) einen gewissen Substanzverlust er-

leidet. Massgeblich ist diesbezüglich, ob das Denkmalschutzobjekt eine Epo-

che trotz dieser Veränderungen besonders aussagekräftig und qualitätsvoll 

dokumentiert.  Dies  ist  vorliegend  der  Fall.  Auch  ohne  die  verdeckten  Ele-

mente (insbesondere allenfalls vorhandene Ständer aus der Entstehungszeit 

im Erdgeschoss und Obergeschoss) genügt die vorhandene und besonders 

aussagekräftige  historische  Gebäudesubstanz  ohne  weiteres,  um  einen 

schützenswerten  Eigenwert  des  Gebäudes  zu  belegen.  Der  Schlussfolge-

rung  im  Gutachten  zur  Schutzwürdigkeit,  dass  dem  Gebäude  architekto-

nisch-typologisch  und  siedlungsgeschichtlich  eine  wichtige  Bedeutung  zu-

komme, ist zuzustimmen. Insbesondere aufgrund des Seltenheitswerts des 

–  zumindest  im  Dachgeschoss  –  weitgehend  intakten  Gebäudekerns  aus 

dem 16./17. Jahrhundert kommt dem Gebäude ein hoher Zeugenwert zu. 

5.2.2. 

Das Gutachten zur Schutzwürdigkeit räumt dem Gebäude auch in Bezug auf 

das Ortsbild von X eine wichtige Bedeutung ein. Dass dies zutrifft, bestätigte 
sich ebenfalls anlässlich des Augenscheins. Das ehemalige Vielzweckbau-

ernhaus  mit  Kern  aus  dem  16./17. Jahrhundert  sowie  Erweiterungen  aus 

dem 18./19. Jahrhundert liegt am Rande des historischen Dorfkerns und bil-

det mit dem Nebengebäude B-Strasse 1.1 (Vers.-Nr. 2) eine historisch ge-

prägte  Hofsituation,  welche  insbesondere  im  Kontext  zur  im  Hintergrund 

sichtbaren Kirche einen markanten  Blickpunkt  in  der  Kernzone bildet.  Ent-

lang des C-Gässlis verläuft zudem ein historischer Verkehrsweg von lokaler 

Bedeutung.  Dem  vorliegend  strittigen Wohnteil  (B-Strasse  29a)  kommt  in-

folge seiner übereck und an die Strassengabelung ausgerichteten Lage eine 

R4.2022.00166 

Seite 16 

 
 
besondere  Stellung  innerhalb  des  qualitätsvollen  bäuerlich  geprägten  En-

sembles zu. Zur wesentlichen raumbildenden sowie ortsbildprägenden Wir-

kung des Gebäudeteils trägt weiter einerseits die nach wie vor gut ablesbare 

historische Trennung des Wohn- vom Ökonomieteil bei. Andererseits beför-

dert auch die vorhandene – von aussen erkennbare – historische Gebäudes-

ubstanz (insbesondere das unter dem Verputz erkennbare Fach- und Mau-

erwerk an der Fassade) die wichtige siedlungsprägende und identifikations-

stiftende Wirkung. Entgegen der nicht näher begründeten Ansicht des Mitbe-

teiligten ist nach dem Gesagten nicht nur von einem gewissen, sondern von 

einem hohen bis sehr hohen Situationswert auszugehen.  

5.3. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der streitbetroffenen Liegenschaft 

sowohl ein bedeutender Eigenwert als auch ein (sehr) hoher Situationswert 

zukommt. Der Grad der Schutzwürdigkeit ist damit als hoch bis sehr hoch zu 

qualifizieren. 

6.1. 

Massnahmen des Natur- und Heimatschutzes müssen im öffentlichen Inter-

esse liegen und verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). Das Ver-

hältnismässigkeitsprinzip im engeren Sinne verlangt, dass eine Schutzmass-

nahme durch ein das private Interesse überwiegendes öffentliches Interesse 

gerechtfertigt  ist.  Nur  in  diesem  Fall  ist  sie  den  Privaten  zumutbar  (Ulrich 

Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., 

Zürich/St.  Gallen  2020,  Rz.  556  ff.).  Ein  durch  Schutzmassnahmen  verur-

sachter  Grundrechtseingriff  ist  namentlich  dann  unverhältnismässig,  wenn 

eine ebenso geeignete mildere Anordnung für den angestrebten Erfolg aus-

reicht oder eine Massnahme nicht zwecktauglich ist.  

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Verhältnismässigkeit von 

Schutzmassnahmen im engeren Sinne vermag das finanzielle Interesse an 

einer  gewinnbringenden  oder  gar  höchstmöglichen  Ausnützung  einer  Lie-

genschaft für sich allein das öffentliche Interesse an Denkmalschutzmass-

nahmen grundsätzlich nicht zu überwiegen (BGE 120 Ia 270 ff., E. 6c). Dies 

ist allerdings nicht so zu verstehen, dass den wirtschaftlichen Interessen pri-

vater Eigentümer bei der Interessenabwägung überhaupt keine Bedeutung 

R4.2022.00166 

Seite 17 

 
 
zukommt. Sehr erhebliche finanzielle Interessen können der Verfolgung ei-

nes weniger gewichtigen öffentlichen Interesses durchaus im Wege stehen. 

Hingegen müssen unter Umständen auch sehr grosse finanzielle Interessen 

der Grundeigentümer öffentlichen Interessen weichen, weil das Gemeinwe-

sen sonst kaum noch Bauten unter Schutz stellen könnte. Die Frage der Ver-

hältnismässigkeit im engeren Sinne darf nicht isoliert nur anhand der zu er-

wartenden finanziellen Aufwendungen beurteilt werden. Vielmehr ist im Rah-

men der Interessenabwägung auch das Mass des öffentlichen Interesses an 

der Unterschutzstellung und damit der Grad der Schutzwürdigkeit zu berück-

sichtigen.  Dabei  sind Rentabilitätsüberlegungen  umso  geringer  zu  gewich-

ten, je schutzwürdiger eine Baute ist (BGr 1C_168/2012 vom 2. November 

2012, E. 6.4, mit weiteren Hinweisen). 

6.2.1. 

Zunächst ist festzuhalten, dass die von der Vorinstanz in der Schutzverfü-

gung getroffenen Schutzmassnahmen einen Ersatzbau gemäss Kernzonen-

vorschriften unter Beibehaltung von Lage und Volumen, First- und Trauhö-

hen,  Dachgestaltung  sowie  Fenstergliederung  erlauben.  Dieser  Schutz  ist 

zur Bewahrung des hohen Situations- und Eigenwerts des Gebäudes nicht 

geeignet. Einerseits stellt die auf Substanzschutz ausgerichtete Bestimmung 

von § 203 lit. c PBG keine gesetzliche Grundlage für einen solchen Volumen-

schutz  dar  (VB.2020.00787  vom  7. Oktober  2021,  E.  3.3;  VB.2015.00362 

vom 14. Juli 2016, E. 3.3; je mit Hinweisen). Andererseits würden vorliegend 

zum Schutz des hohen Eigen- und Situationswerts des Gebäudes die Kern-

zonenbestimmungen – selbst wenn wie mit der Schutzverfügung festgelegt 

nur ein Ersatzbau (vgl. Art. 5 BZO) und kein Neubau (vgl. Art. 6 BZO) zuge-

lassen würde – klarerweise nicht genügen. Gemäss ständiger verwaltungs-

gerichtlicher Rechtsprechung kommt eine Unterschutzstellung mittels Kern-

zone  als  Massnahme  des  Planungsrechts  (vgl.  § 205  lit.  a  PBG)  nicht  in 
Frage, wenn es sich beim Schutzobjekt um ein Einzelobjekt mit qualifizierter 

Zeugeneigenschaft  (hohem  Eigenwert)  oder  besonderer  landschafts-  bzw. 

siedlungsprägender Wirkung (hohem Situationswert) oder allenfalls mit einer 

Kombination  von  Zeugeneigenschaft  und  landschafts-  oder  siedlungsprä-

gender Wirkung handelt. Trägt eine Baute auch von ihrer besonderen Ge-

staltung und Erscheinung her sowie hinsichtlich der vorhandenen Bausub-

stanz zur prägenden Wirkung bei, so vermögen Ersatzbauten den Verlust an 

Originalsubstanz an für das Ortsbild prägenden Lagen nicht auszugleichen. 

Es  entspricht  einer  Erfahrungstatsache,  dass  von  einer  Ersatzbaute  nicht 

R4.2022.00166 

Seite 18 

 
 
dieselbe Wirkung  auszugehen  vermag  wie  von  einer  renovierten  Altbaute. 

Die Eigenart einer Altbaute bleibt auch im (fachgerecht) renovierten Zustand 

ablesbar. Beim Ersatz eines solchen Gebäudes durch einen Neubau würde 

demgegenüber das Ursprüngliche und für das Haus Charakteristische zer-

stört  (VB.2020.00618/638  vom  4. März  2021,  E. 4.1;  VB.2021.00453  vom 

27. Januar 2022, E. 6.3.1; je mit Hinweisen). 

6.2.2. 

Strittig  und  im  Rahmen  der  Verhältnismässigkeitsprüfung  relevant  ist  so-

dann, ob das streitbetroffene Gebäude schutz- und erhaltensfähig ist. Müss-

ten nämlich allzu viele der die Zeugenhaftigkeit der Liegenschaft ergebenden 

Teile ersetzt werden, wäre die Unterschutzstellung nicht mehr geeignet, das 

angestrebte Ziel der Erhaltung eines historischen Zeugen in seiner Substanz 

zu  erreichen.  Insoweit  würde  die  Unterschutzstellung  das  Kriterium  der 

Zwecktauglichkeit  nicht  mehr  erfüllen.  Demgegenüber  wäre  die  Erhaltung 

der siedlungsprägenden Wirkung des Gebäudes hiervon höchstens in unter-

geordnetem Masse betroffen. 

Der von der Vorinstanz in Auftrag gegebene Bericht zur Beurteilung der Trag-

struktur der I AG kommt bezüglich der vertikal wirkenden Tragstruktur zum 

Schluss, dass die Firstpfette keinen Durchhang aufweise, weshalb die Last-

abtragung über die Hauptelemente Aussenwände und die hochgehenden In-

nenpfosten  als  funktionierend  beurteilt  werde.  Hingegen  seien  deutliche 

Schwächungen  und  Unterdimensionierungen  an  den  sekundären  Tragele-

menten  (deckeninterne  Holzbalkenkonstruktionen)  auszumachen.  Die  De-

cken  über  dem  Erdgeschoss  und  über  dem  Obergeschoss  erfüllten  nach 

heutigen Anforderungen die an die Gebrauchstauglichkeit gestellten Bedin-

gungen nicht. Zudem dürften bei genauerem Hinsehen (Blick unter die Ver-

schalungen)  deutliche  Defizite  an  der  Tragsicherheit  auszumachen  sein. 
Nachträglich  eingebaute  Hilfskonstruktionen  (Stützspiesse)  im  Erd-,  im 

Ober- wie auch im Dachgeschoss zeigten dies deutlich. Bezüglich der hori-

zontal stabilisierend wirkenden Tragstruktur wird im Bericht ausgeführt, dass 

die Liegenschaft B-Strasse 29a in beide Gebäuderichtungen stabilisierende 

Elemente  aufweise.  Das  Gebäude  sei  gegen  das  Nachbargebäude  B-

Strasse 29b hin mit mehreren hochgehenden Wandscheiben deutlich besser 

ausgesteift  als  in  die  andere  Richtung.  Infolge  dieser  Unregelmässigkeit 

könne das Gebäude statisch nicht als genügend stabilisierend beurteilt wer-

den. Am Dachstuhl fehlten örtlich stabilisierende Elemente. Die vorhandene 

R4.2022.00166 

Seite 19 

 
 
Stabilität könne mit nachträglich angebrachten Ausschwertungen (Proviso-

rien) erklärt werden. Betreffend Zustand der Materialien lässt sich dem Be-

richt entnehmen, dass die sichtbaren Holzoberflächen des Dachgeschosses 

Spuren von Feuchtstellen oder Schädlingsbefall aufwiesen. An den Haupt-

tragelementen schienen jedoch noch keine einschränkenden Querschnitts-

verluste vorhanden zu sein. Sekundäre Tragelemente wie Bodenbretter etc. 

seien in schlechtem Zustand, sodass der Dachboden nicht mehr ohne Ein-

sturzgefahr  begangen  werden  könne.  Die  bekleideten  Holzbalken  der  Ge-

schossdecken im EG und OG dürften erfahrungsgemäss in einem schlech-

teren  Zustand  sein  und  nicht  mehr  mit  den  ursprünglichen  Querschnitten 

wirksam sein. Die gemauerten Gebäudeteile der Aussenfassaden schienen 

in  einem  noch  ordentlichen  Zustand  zu  sein.  Die  örtlich  vorhandenen 

Schwachstellen  dürften  auf  früheren  Umbaumassnahmen  zurückzuführen 

sein, seien aber auch mit dem Zustand des Holztragwerks erklärbar, welches 

nicht mehr die ursprüngliche Tragsubstanz aufweise. Ein allfälliges Baupro-

jekt  sei  an  Anforderungen  der  Bauphysik,  des  Brandschutzes  und  weitere 

Vorgaben  gebunden,  welche  sich  unter  Beibehaltung  der  heutigen  Trags-

trukturen nicht sinnvoll realisieren lasse. Für eine taugliche Gebäudeertüch-

tigung sei der Ersatz der Geschossdecken über dem Erd- und dem Oberge-

schoss  sowie  des  Dachstuhls  notwendig.  Zudem  erfordere  die  erdbeben-

technische Sicherung des Gebäudes eingreifende Konzeptänderungen und 

Verstärkungsmassnahmen an Innenwänden. Für den Bau der notwendigen 

Erneuerungen  der  Decken, Wand-  und  Dachflächen  seien  aufwendige  Si-

cherungen  der  stehen  bleibenden  Gebäudeelemente  erforderlich.  Die  Er-

tüchtigungen der internen Wand- und Deckenflächen dürften sich äusserst 

ineffizient und kostspielig gestalten. Als Zusammenfassung folgert der Be-

richt, dass die Tragstruktur den heutigen Ansprüchen nicht mehr genüge. Zur 

gefahrlosen Nutzung des Ständerbaus hätten in jüngerer Vergangenheit di-

verse Provisorien eingebaut werden müssen. Die notwendige Ertüchtigung 
der  Liegenschaft  komme  einem  Neubau  der  internen  Gebäudestrukturen 

gleich. Die vom Mitbeteiligten in Auftrag gegebenen Zustandsbeurteilungen 

durch die G  AG  vom 27. Juli  2021  und durch  die  H  AG  vom  28. Juli  2021 

kommen im Ergebnis zu einem ähnlichen Schluss wie der Bericht der I AG, 

weshalb auf die Einzelheiten dieser Berichte nicht weiter einzugehen ist.  

Aus den drei Statikberichten geht hervor, dass die Tragstruktur in einem kri-

tischen Zustand ist und zur Gewährleistung einer genügenden Stabilität Er-

R4.2022.00166 

Seite 20 

 
 
tüchtigungen notwendig sind. Die Berichte gehen davon aus, dass diese auf-

wendig ("ineffizient") und kostspielig sind, nicht jedoch unmöglich. Den Aus-

führungen der I AG ist sodann zu entnehmen, dass die sichtbaren Haupttra-

gelemente und die Umfassungsmauern in einem soliden Zustand sind und 

nicht bzw. nur teilweise ertüchtigt werden müssen, was sich auch anlässlich 

des Augenscheins bestätigte. Gerade diese noch funktionierenden Elemente 

der  Tragstruktur  sind  bezeichnend  für  den  schutzwürdigen  Eigenwert  des 

Gebäudes. Erhaltensfähig sind sodann auch die sich grösstenteils in intak-

tem Zustand befindlichen baugebundenen Ausstattungen in den Stuben im 

Erdgeschoss sowie der historische Türbestand. Weiter ist davon auszuge-

hen, dass auch der defekte Kachelofen in der westlichen Stube – bestätigt 

durch die Aussagen des Mitbeteiligten am Augenschein – grundsätzlich re-

novations- und erhaltensfähig ist (wobei allenfalls die Zumutbarkeit der Re-

novation aufgrund der hohen Kosten zweifelhaft ist). Die Schlussfolgerung 

des Berichts der I AG, wonach für eine taugliche Gebäudeertüchtigung der 

Dachstuhl (als Ganzes) ersetzt werden müsse, ist nicht schlüssig und wider-

spricht  den  Feststellungen  im  Gutachten,  dass  an  den  Hauttragelementen 

keine  einschränkenden  Querschnittsverluste  vorhanden  seien.  Anlässlich 

der Begehung des Dachstuhls vor Ort zeigte sich sodann, dass nur einzelne 

Holzoberflächen  durch  vergangenes  Eindringen  von  Feuchtigkeit  und  ver-

gangenen Schädlingsbefall mangelhaft sind. Dies betrifft vor allem die Bo-

denbretter, welche durch diese Schäden weitgehend in nicht mehr tragfähi-

gem Zustand sind. Der Ersatz des gesamten Dachstuhls zur Wiederherstel-

lung der Tragfähigkeit erscheint jedenfalls nicht als nötig. Die Stabilität kann 

mit  geeigneten  Massnahmen  insbesondere  durch  Ersatz  beschädigter 

Holzelemente sowie Aufdoppelungen massgeblich verbessert werden. Nicht 

nachvollziehbar und den übrigen Ausführungen im Bericht widersprechend 

ist sodann die zusammenfassende Schlussfolgerung, dass die notwendige 

Ertüchtigung der Liegenschaft einem Neubau der internen Gebäudestruktu-
ren gleichkomme. Zutreffend ist, dass wohl die Geschossdecken weitgehend 

erneuert  werden  müssen.  Diverse  andere  Bauteile  sind  jedoch  wie  bereits 

gesagt auch gemäss Bericht intakt. Zur erdbebentechnischen Sicherung des 

Gebäudes sind sodann zweifellos gewisse Konzeptänderungen sowie Ver-

stärkungsmassnahmen  an  Innenwänden  erforderlich.  Hingegen  gilt  zu  be-

achten,  dass  bei  Sanierungen  an  Denkmalschutzobjekten  diesbezüglich 

nicht der gleiche Massstab gilt wie bei Neubauten. Bei Denkmalschutzobjek-

ten ist zwingend eine differenzierte Überprüfung sowie eine denkmalpflege-

R4.2022.00166 

Seite 21 

 
 
risch  abgestimmte  Beurteilung  der  Verhältnismässigkeit  von  Erdbebensi-

cherheitsmassnahmen  vorzunehmen  (siehe  dazu  Bundesamt  für  Umwelt 

[BAFU], Bundesamt für Kultur [BAK] und Bundesamt für Bevölkerungsschutz 

[BABS], Erdbebensicherheit von Baudenkmälern, Idealtypischer Prozess bei 

Bauvorhaben: Eine interdisziplinäre Wegleitung für die Praxis, Bern 2021). 

Es ist davon auszugehen, dass die erhaltensfähigen Bauteile mittels geeig-

neter Massnahmen ergänzt und verstärkt werden können, ohne dass sie – 

wie bei einem Neubau – ersetzt werden müssten. Die notwendige Ertüchti-

gung von gewissen (vor allem sekundären) Tragelementen führt nach dem 

Gesagten nicht dazu, dass das Ziel der Erhaltung eines historischen Zeugen 

in seiner Substanz nicht mehr erreicht werden könnte. Die Erhaltensfähigkeit 

des  Gebäudes  hinsichtlich  seines  schützenswerten  Eigenwertes  ist  daher 

gegeben. Umso mehr noch muss dies für den Situationswert gelten, da das 

Mass an vorhandenem Eigenwert dafür generell nur von untergeordneter Be-

deutung ist und andererseits die wesentlich zur siedlungsprägenden Wirkung 

beitragenden  historischen  Umfassungsmauern  intakt  sind.  Die  Zwecktaug-

lichkeit von Massnahmen zum Schutz der Gebäudesubstanz ist damit grund-

sätzlich zu bejahen. 

6.2.3. 

Was die Verhältnismässigkeit im engeren Sinn anbelangt, ist das öffentliche 

Interesse  an  der  Unterschutzstellung  bzw.  der  Grad  der  Schutzwürdigkeit 

gegen die privaten Interessen abzuwägen. 

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz in ihrem Beschluss bei 

der Prüfung der Verhältnismässigkeit entgegen den ebenfalls im Beschluss 

wiedergegebenen Schlussfolgerungen des Gutachtens zur Schutzwürdigkeit 

sowie  ohne  weitere  Begründung  bzw.  Auseinandersetzungen  mit  diesen 

Schlussfolgerungen davon ausgeht, dass der Substanz nur eine gewisse ge-
schichtliche Bedeutung zukomme, welche nicht als hoch eingestuft werde. 

Dies ist nicht vertretbar. Wie oben aufgezeigt, kommt der Substanz des Ge-

bäudes nicht nur eine gewisse, sondern eine wichtige siedlungsgeschichtli-

che sowie eine wichtige architektonisch-typologische Bedeutung zu, weshalb 

dem Gebäude wie gesagt auch ein bedeutender schützenswerter Eigenwert 

zukommt. Für den hohen Situationswert ist die vorhandene Substanz – ins-

besondere die von aussen erkennbaren Umfassungsmauern – ebenfalls von 

R4.2022.00166 

Seite 22 

 
 
grosser Wichtigkeit. Infolge des hohen Grades an Schutzwürdigkeit des Ge-

bäudes  ist  das  öffentlichen  Interesse  an  der  Unterschutzstellung  sodann 

hoch zu gewichten. 

Die Vorinstanz verzichtete aufgrund des ihrer Ansicht nach schlechten Zu-

stands  sowie  der  horrenden  Mehrkosten  einer  Sanierung  auf  eine  Unter-

schutzstellung. Was die mit einer Sanierung verbundenen Mehrkosten anbe-

langt, ist darauf hinzuweisen, dass angesichts des hohen Grades an Schutz-

würdigkeit  diese  finanziellen  Interessen  –  auch  bei  Mehrkosten  von  über 

50% – gegenüber den öffentlichen Interessen des Denkmalschutzes zurück-

zutreten haben (siehe dazu E. 6.1). Der Zustand des Gebäudes führt sodann 

zwar dazu, dass nicht alle historischen Gebäudeteile erhalten bzw. geschützt 

werden können. Es ist jedoch genügend schutzwürdige und intakte Eigen-

substanz vorhanden, dass eine Unterschutzstellung der Substanz angezeigt 

und – angesichts des wichtigen und von der Vorinstanz verkannten Zeugen-

werts sowie des hohen Situationswerts – im Grundsatz zumutbar bzw. ver-

hältnismässig ist. 

6.3. 

Zusammenfassend erweist sich eine Unterschutzstellung sowohl hinsichtlich 

des Eigen- als auch des Situationswerts im Rahmen der Prüfung der Ver-

hältnismässigkeit als grundsätzlich möglich und zulässig. Die Vorinstanz hat 

ihr Ermessen mit dem Erlass der Schutzverfügung, die keine Massnahmen 

zum Schutz der Substanz beinhaltet und einen vollständigen Ersatzneubau 

zulässt,  nicht  mehr  vertretbar  gehandhabt.  Der  detaillierte  Schutzumfang 

wird durch die Vorinstanz unter eingehender Prüfung der Verhältnismässig-

keit  einzelner  Schutzmassnahmen  erstinstanzlich  festzulegen  sein,  wobei 

sie sich grundsätzlich an den Erwägungen des vorliegenden Entscheides zu 

orientieren haben wird. 

7. 

Es  ergibt  sich,  dass  der  Rekurs  gutzuheissen  ist.  Der  angefochtene  Be-

schluss des Gemeinderats X vom 6. September 2022 ist aufzuheben und der 

Gemeinderat X einzuladen, das streitbetroffene Gebäude im Sinne der vor-

stehenden Erwägungen unter Schutz zu stellen.  

R4.2022.00166 

Seite 23 

 
 
8. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten dem Gemeinderat X aufzuerle-

gen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse fest.  Liegt  wie  hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein 

grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'200.-- festzusetzen. 

9. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte  oder 

den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-

triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der  Rekurrent  bittet  das  hiesige  Gericht  in  seiner  Eingabe  vom  6.  Feb-

ruar 2023 sowie in der Begründung der Replik vom 28. März 2023 die exter-

nen Kosten, welche dem Rekurrenten durch den Beizug des Holzfachmanns 
J im Zusammenhang mit dem Augenschein vom 1. November 2022 sowie 

einer weiteren Verhandlung vom 31. Januar 2023 entstanden seien, bei der 

Regelung der Parteientschädigung zu berücksichtigen bzw. ihm eine Partei-

entschädigung zuzusprechen. Einen (formellen) Antrag auf Zusprechung ei-

ner  Umtriebsentschädigung  stellt  der  durch  seinen  juristisch  bewanderten 

Präsidenten  vertretene  Rekurrent  jedoch  in  keiner  seiner  Rechtsschriften, 

weshalb  ihm  schon  deshalb  grundsätzlich  keine  solche  zuzusprechen  ist. 

Unabhängig  davon  zählen  die  durch  den  Beizug  des  Holzfachmanns  ent-

standen  Kosten  nicht  zu  den  notwendigen  bzw.  entschädigungspflichtigen 

R4.2022.00166 

Seite 24 

 
 
Kosten. Da die Behörden die nötige Sachkenntnis zur Beurteilung der rechts-

erheblichen Fragen in der Regel selber aufbringen müssen, besteht für die 

Parteien im Allgemeinen keine Notwendigkeit, unaufgefordert selber eine Ex-

pertise beizuziehen, so dass für entsprechende Aufwendungen grundsätz-

lich kein Entschädigungsanspruch besteht. Eine Entschädigung rechtfertigt 

sich ausnahmsweise dann, wenn ein Gutachten wesentliche neue Erkennt-

nisse ermöglicht, eine nützliche Entscheidgrundlage darstellt oder ein neut-

rales Gutachten entbehrlich macht (Plüss, § 17 Rz. 77 mit Hinweisen). Dies 

ist vorliegend nicht der Fall, weshalb dem Rekurrenten – selbst bei der An-

nahme eines entsprechenden Antrags – die geltend gemachten Kosten nicht 

zu ersetzen wären. 

Dem Mitbeteiligten steht infolge seines Unterliegens keine Umtriebsentschä-

digung zu.  

R4.2022.00166 

Seite 25