# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a11c7e6b-e02e-50bd-bd45-baaf5a7e65ff
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.05.2024 D-1274/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1274-2024_2024-05-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1274/2024 

law/gnb 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger; 

Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

vertreten durch Delphine Salaverry, AsyLex, 

(…),  

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 29. Januar 2024 / N (…). 

 

 

 

D-1274/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer 

Ethnie, am 30. Oktober 2023 in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags 

um Asyl nachsuchte, 

dass das SEM den Beschwerdeführer am 18. Dezember 2023 zu seinem 

persönlichen Hintergrund und zu seinen Asylgründen anhörte, 

dass er dabei erklärte, er sei in B._______ geboren und habe in 

B._______, C._______, D._______ und E._______ gelebt, 

dass er nach dem Abschluss des Berufsgymnasiums im zweiten Anlauf bei 

der Aufnahmeprüfung für die Universität die von ihm gewünschte Punkt-

zahl erreicht, jedoch nicht studiert, sondern von (…) 2022 bis (…) 2023 im 

(…) in E._______ als (…) gearbeitet habe, 

dass er zuvor als selbständiger (…) tätig gewesen sei, 

dass er im April 2021 angefangen habe, die Jugendabteilung der HDP 

(Halkların Demokratik Partisi) zu unterstützen und in diesem Zusammen-

hang auf deren Social Media-Seite politische Inhalte gepostet, Plakate und 

Slogans designt und aufgehängt und an Märschen teilgenommen habe, 

dass ihn Polizisten im (…) 2022 zwischen 21 und 23 Uhr mit einem Fahr-

zeug mitgenommen und in ein verlassenes Waldstück gebracht hätten, wo 

sie ihn gefoltert und zu überzeugen versucht hätten, für sie als Spion zu 

arbeiten, 

dass er, nachdem er nichts habe verraten wollen, verprügelt worden und 

während ein oder zwei Stunden ohne Bewusstsein gewesen sei, 

dass er schliesslich per Anhalter nach Hause gegangen sei und mit seiner 

Familie entschieden habe abzuwarten und zu beobachten, ob er verfolgt 

würde, 

dass er nach diesem Vorfall wegen seiner parteipolitischen und humanitä-

ren Aktivitäten rund zwanzig Mal in Untersuchungshaft genommen und des 

Öfteren an abgelegene Orte gebracht, verprügelt und beleidigt und zudem 

sein Telefon zehn bis fünfzehn Mal zerstört worden sei, 

dass ab und zu, zuletzt (…) 2023, die Polizei gekommen sei und versucht 

habe, ihn zur Arbeit als Spion zu überreden, 

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Seite 3 

dass er am (…) 2023 bis 22 oder 23 Uhr im Parteigebäude gearbeitet habe 

und danach von zwei oder drei Personen gezwungen worden sei, in ein 

Fahrzeug einzusteigen, 

dass die Entführer ihm die Augen verbunden, ihn in einen Wald gebracht, 

ihn geschlagen und ihm eine Waffe an den Kopf gehalten hätten, um ihn 

zur Zusammenarbeit zu zwingen, 

dass er während zwei oder drei Stunden bewusstlos gewesen, danach per 

Anhalter nach Hause gefahren und später ins Krankenhaus gegangen sei, 

dass er seit diesem Vorfall (…), 

dass er die Türkei am (…) 2023 legal und mit eigenen Papieren auf dem 

Luftweg verlassen habe, 

dass seither mehrere Razzien bei seinen Eltern und bei Verwandten statt-

gefunden hätten, 

dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren seine Identitäts-

karte, seinen Wahlbeobachterausweis, das Berufsgymnasiumsdiplom vom 

(…) 2021, ein Dankesschreiben des (…) von (…) 2023 sowie ein Spitalat-

test vom (…) 2023 zu den Akten reichte, 

dass das SEM am 20. Dezember 2023 die Zuweisung ins erweiterte Ver-

fahren und am 27. Dezember 2023 die Zuteilung an den Kanton F._______ 

verfügte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 29. Januar 2024 – eröffnet am 1. Feb-

ruar 2024 – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht (Dispositivziffer 1), sein Asylgesuch ablehnte (Dispositivzif-

fer 2), die Wegweisung aus der Schweiz verfügte (Dispositivziffer 3), ihn 

verpflichtete, das Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schengen-Raum bis 

am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, dies zur 

Rückreise in seinen Heimatstaat beziehungsweise in seinen Herkunfts-

staat oder zur Weiterreise in ein Land, das sich ausserhalb des Schengen-

Raumes befinde und in dem er aufgenommen werde, dies verbunden mit 

dem Hinweis, dass die Wegweisung unter Zwang vollzogen werden könne, 

wenn er seiner Verpflichtung nicht innert Frist nachkomme (Dispositivzif-

fer 4), und den Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte (Dis-

positivziffer 5), 

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Seite 4 

dass beim Bundesverwaltungsgericht am 28. Februar 2024 eine E-Mail  

(E-Mail via die Plattform Incamail, jedoch ohne anerkannte qualifizierte 

elektronische Signatur [Art. 21a Abs. 1 und 2 VwVG] des Absenders) der 

rubrizierten Rechtsvertreterin einging, aus welcher hervorgeht, dass auf 

Wunsch des Beschwerdeführers eine Beschwerde gegen den Asylent-

scheid des SEM vom 29. Januar 2024 eingereicht werde, wobei die Be-

schwerde zusammen mit Beilagen im Anhang zu finden sei, 

dass sich in besagtem Anhang die angefochtene Verfügung, eine Voll-

macht, eine Substitutionsvollmacht, das (vorerwähnte) Spitalattest vom 

(…) 2023 (inkl. englische Übersetzung) und eine Videodatei befanden, 

dass die Rechtsvertretung gleichentags mit elektronischer Eingabe  

(E-Mail via die Plattform Incamail, mit anerkannter qualifizierter elektroni-

scher Signatur des Absenders) eine «Beschwerdeergänzung» mit einem 

Foto eines Therapieberichts von lic. phil. G._______ vom 27. Februar 2024 

nachreichte, 

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 6. März 2024 fest-

stellte, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, und ihn aufforderte, innert sieben Tagen ab Erhalt der 

Verfügung eine Beschwerdeverbesserung einzureichen, ansonsten auf die 

Beschwerde nicht eingetreten werde, 

dass der Beschwerdeführer mit elektronischer Eingabe seiner Rechtsver-

treterin vom 8. März 2024 (E-Mail via die Plattform Incamail, mit anerkann-

ter qualifizierter elektronischer Signatur des Absenders) die Beschwerde 

vom 28. Februar 2023 nachreichen und beantragen liess, es sei die vor-

instanzliche Verfügung vom 29. Januar 2024 betreffend Ablehnung Asylge-

such und Wegweisung aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft an-

zuerkennen und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die vorläufige Auf-

nahme anzuordnen, subeventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurtei-

lung und vertieften Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass in prozessualer Hinsicht beantragt wurde, es sei dem Beschwerde-

führer zufolge Mittellosigkeit die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 

und auf einen Kostenvorschuss zu verzichten, 

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 9. April 2024 die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses abwies und den Be-

schwerdeführer aufforderte, bis zum 24. April 2024 einen Kostenvorschuss 

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von Fr. 750.– einzuzahlen, mit dem Hinweis, bei ungenutzter Frist werde 

auf die Beschwerde nicht eingetreten, 

dass der Kostenvorschuss am 24. April 2024 eingezahlt wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), nachdem der erhobene Kostenvorschuss fristge-

recht eingezahlt wurde, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5) richten, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird 

(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um 

ein solches Rechtsmittel handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu 

begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

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begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken, gelten (Art. 3 Abs. 2 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass das SEM mit ausführlicher und weitgehend überzeugender Begrün-

dung, auf welche vorab verwiesen werden kann, die vom Beschwerdefüh-

rer geltend gemachte Verfolgung aufgrund seiner politischen Tätigkeiten 

für die Jugendabteilung der HDP als nicht glaubhaft qualifiziert, 

dass es insbesondere zu Recht festhält, es wäre dem türkischen Justizap-

parat ein Leichtes gewesen, ein oder mehrere Verfahren gegen den Be-

schwerdeführer zu eröffnen, sofern dessen politischen Tätigkeiten das 

Missfallen der türkischen Behörden geweckt hätten, 

dass die Vorinstanz weiter überzeugend ausführt, es sei fragwürdig, wes-

halb die türkischen Behörden den Beschwerdeführer hätten als Spitzel ge-

winnen wollen, und unglaubhaft, dass sich die Polizei die Mühe machen 

sollte, jemanden mit einem dermassen tiefen politischen Profil etwa zwan-

zig Mal in Untersuchungshaft zu nehmen, um auf ihn einzuwirken, und 

überdies in diesem Zusammenhang nie Dokumente ausgestellt worden 

seien, 

dass das SEM sodann ausführlich begründet, weshalb die unsubstantiier-

ten und stereotypen Antworten des Beschwerdeführers in Bezug auf die 

Verschleppungen, Festnahmen und Tätigkeiten für die Partei nicht zu über-

zeugen vermöchten, 

dass es ergänzend festhält, bei Wahrunterstellung der Verfolgungsvorbrin-

gen handle es sich um Probleme mit den lokalen Polizeibehörden, welchen 

sich der Beschwerdeführer durch einen Umzug in einen anderen Landes-

teil entziehen könne, 

dass die Vorinstanz schliesslich zu Recht ausführt, die Zugehörigkeit zur 

kurdischen Ethnie sei als nicht flüchtlingsrechtlich relevant zu qualifizieren, 

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dass die Einwände in den Rechtsschriften nicht geeignet sind, um die vom 

SEM als unglaubhaft qualifizierten Aussagen des Beschwerdeführers in ei-

nem anderen Lichte erscheinen zu lassen, 

dass der Einwand, der Beschwerdeführer habe gewusst, wer im HDP-Ge-

bäude ein- und ausgehe, wer dort arbeite, wie diese Personen heissen und 

wo sie wohnen würden, nicht geeignet ist, um das geltend gemachte 

grosse Interesse der türkischen Behörden an seiner Verfolgung plausibel 

erscheinen zu lassen, 

dass selbst, wenn die Behörden den Beschwerdeführer als Informanten 

hätten rekrutieren wollen, nicht nachvollziehbar ist, dass dieser im vorge-

brachten Ausmass behelligt worden wäre, 

dass der Einwand, es entspreche bei einer illegalen Verhaftung dem natür-

lichen Lauf der Dinge, keine Dokumente auszustellen, angesichts der Viel-

zahl der Unglaubhaftigkeitselemente nicht geeignet ist, zu einer von derje-

nigen des SEM abweichenden Einschätzung hinsichtlich der Vorbringen 

des Beschwerdeführers zu führen, 

dass die Kritik, der Beschwerdeführer habe gar nie behauptet, er sei auf-

grund der Social Media-Posts festgenommen worden, unbehilflich ist, zu-

mal er auf die Frage, weshalb er im August in Untersuchungshaft gewesen 

sei, antwortete: «Damit sie mein Mobiltelefon, mein Tablet und den Com-

puter überprüfen konnten. Sie liessen mich frei, weil sie nichts Belastendes 

an meinen Posts gefunden hatten.» (vgl. SEM-act. […]-14/20 F163), 

dass in diesem Zusammenhang festzuhalten ist, dass das SEM nicht ver-

pflichtet ist, einem Asylgesuchsteller jeden einzelnen Widerspruch vorzu-

halten, 

dass entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht die Aussagen 

des Beschwerdeführers zu den Verschleppungen, Festnahmen und Tätig-

keiten für die Partei kaum Realkennzeichen enthalten und auch nicht er-

sichtlich ist, inwiefern seitens des SEM zu wenig erfragt worden wäre, 

dass vielmehr die stereotypen und detailarmen Ausführungen des Be-

schwerdeführers nicht auf tatsächlich erlebte Ereignisse schliessen lassen, 

dass die Aussagen des Beschwerdeführers vielmehr den Anschein erwe-

cken, er versuche durch diverse Übertreibungen – etwa in Bezug auf die 

Anzahl der Verhaftungen oder der Zerstörungen seiner Geräte oder in 

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Bezug auf die Dauer der Bewusstlosigkeit (vgl. etwa SEM-act. […]-14/20 

F88, F90, F151 ff. und F170), – seinen Vorbringen Gewicht zu verleihen, 

dass hinsichtlich der im Zusammenhang mit den beiden Verschleppungen 

im (…) 2022 und am (…) 2023 geltend gemachten Bewusstlosigkeit von 

ein/zwei Stunden beziehungsweise zwei/drei Stunden (vgl. SEM-act. […]-

14/20 F88 und F90) darauf hinzuweisen ist, dass bereits eine Bewusstlo-

sigkeit von länger als fünf Minuten für ein mittelschweres Schädel-Hirn-

Trauma spricht (vgl. Neurologen und Psychiater im Netz, Diagnostik und 

Einteilung der Schweregrade bei Schädel-Hirn-Traumata, https://www.neu-

rologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/schaedel-

hirn-trauma/diagnostik-und-schweregrade/; abgerufen am 29.04.2024), im 

eingereichten ärztlichen Attest vom (…) 2023 hingegen von zehn bis zwölf 

Stockschlägen auf den Rücken die Rede ist, 

dass zwar zutrifft, dass das SEM das erwähnte Attest nicht in seine Erwä-

gungen einbezog, dieses jedoch im Sachverhalt angeführt und für sich al-

lein nicht geeignet ist, die geltend gemachte Entführung vom (…) 2023 als 

glaubhaft erscheinen zu lassen, 

dass dem Beschwerdeführer zwar insofern zuzustimmen ist, als er in der 

Anhörung eine Mitgliedschaft bei der HDP, nicht jedoch eine solche bei der 

Jugendabteilung der HDP verneint haben dürfte (vgl. SEM-act. […]-14/20 

F92 und F109 f.), dieses Missverständnis jedoch nichts am Ausgang des 

Beschwerdeverfahrens ändert, 

dass im Übrigen eine Mitgliedschaft bei der und eine niederschwellige Tä-

tigkeit für die Jugendabteilung der HDP für sich allein flüchtlingsrechtlich 

unbeachtlich wäre, 

dass nicht ersichtlich ist, inwiefern das auf Beschwerdeebene eingereichte 

Video geeignet sein könnte, die Verfolgungsvorbringen des Beschwerde-

führers zu untermauern, 

dass hinsichtlich des Einwandes, es falle Folteropfern schwer, über trau-

matische Erfahrungen zu sprechen, und dem Beschwerdeführer hätte 

mehr Raum gegeben werden müssen, um vom Erlebten erzählen zu kön-

nen, festzuhalten ist, dass er zwar gemäss dem eingereichten Therapiebe-

richt vom 27. Februar 2024 an einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) 

und damit einhergehend (unter anderem) an Konzentrations- und Gedächt-

nisdefiziten leide, 

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/schaedel-hirn-trauma/diagnostik-und-schweregrade/
https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/schaedel-hirn-trauma/diagnostik-und-schweregrade/
https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/schaedel-hirn-trauma/diagnostik-und-schweregrade/

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dass er jedoch anlässlich der Anhörung vom 18. Dezember 2023 lediglich 

von Schlafproblemen berichtete (vgl. etwa SEM-act. […]-14/20 F5) und, 

auch wenn er vereinzelt aussagte, sich nicht genau erinnern zu können 

(vgl. etwa SEM-act. […]-14/20 F131, F141, F156), sich dem Protokoll keine 

Hinweise auf krankheitsbedingte Konzentrations- oder Gedächtnisdefizite 

entnehmen lassen und auch die damalige Rechtsvertretung keine entspre-

chenden Einwände erhob, 

dass im Übrigen allfällige Konzentrations- oder Gedächtnisdefizite die vom 

SEM aufgezeigten Unglaubhaftigkeitselemente nicht zu erklären vermögen 

und zudem auffällt, dass im Therapiebericht lediglich von der Verschlep-

pung vom (…) 2023 die Rede ist, nicht jedoch von einer solchen im (…) 

2022, 

dass sich aus dem Anhörungsprotokoll auch nicht ergibt, es sei über die 

Frage 175 hinaus zu Verständigungsproblemen gekommen, und im Übri-

gen in der Beschwerde nicht konkret dargelegt wird, inwiefern das Protokoll 

falsch wäre oder der Beschwerdeführer sich nicht wie gewünscht hätte 

ausdrücken können, 

dass demzufolge der Einwand, die Anhörung sei zu kurz gewesen und es 

hätte unbedingt eine weitere Anhörung unter Berücksichtigung der Beein-

trächtigungen des Beschwerdeführers durchgeführt werden müssen, un-

behilflich ist, 

dass nach dem Gesagten kein Grund besteht, die Sache zur Neubeurtei-

lung und vertieften Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen, und das 

SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint 

und dessen Asylgesuch abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom SEM ebenfalls zu Recht angeordnet wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]),  

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Seite 10 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.),  

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),  

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, 

dass sodann mit Verweis auf die vorstehenden Erwägungen zum Asylpunkt 

keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende 

menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass – mit Verweis auf die vollumfänglich zu bestätigenden Erwägungen 

des SEM – weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle 

Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen 

lassen, 

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dass das SEM überzeugend darlegt, dass der Beschwerdeführer nicht aus 

einer von den schweren Erdbeben vom 6. Februar 2023 betroffenen Re-

gion stamme, eine solide Schulbildung und Arbeitserfahrung als (…) sowie 

als (…) habe und überdies über ein grosses Beziehungsnetz und eine ge-

sicherte Wohnsituation verfüge, sodass die soziale Wiedereingliederung 

problemlos erfolgen könne, 

dass es schliesslich dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung 

allenfalls notwendiger Papiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 

der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 

Abs. 1 AIG), 

dass das SEM nach dem Gesagten den Vollzug der Wegweisung zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat, weshalb eine Anord-

nung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1–4 AIG), 

dass sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, dass die angefoch-

tene Verfügung einer Überprüfung gemäss Art. 106 Abs. 1 AsylG standhält 

und die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten desselben von 

Fr. 750.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG), 

dass der am 24. April 2024 eingezahlte Kostenvorschuss von Fr. 750.– zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden ist. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der eingezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

Walter Lang Barbara Gysel Nüesch 

 

 

Versand: