# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf1a41ae-81a0-528d-b986-e992da5f55b7
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-19
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 19.03.2024 601 2023 99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2023-99_2024-03-19.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

601 2023 99

Urteil vom 19. März 2024

I. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud 
Richter: Dominique Gross

Stéphanie Colella 
Gerichtsschreiber: Timothy Schertenleib 

Parteien A.________, Beschwerdeführer,

gegen

ANWALTSKOMMISSION, Vorinstanz

Gegenstand Anwälte, Notare – Verletzung der anwaltlichen Sorgfaltspflicht – Verletzung 
der Grenzen zulässiger Werbung

Beschwerde vom 12. Juli 2023 gegen die Verfügung vom 15. Mai 2023

Kantonsgericht KG
Seite 2 von 11

Sachverhalt

A. Am 30. März 2021 reichte Rechtsanwalt B.________, in Vertretung von C.________ und der 
D.________ AG, bei der Anwaltskommission (Vorinstanz) eine Anzeige gegen Rechtsanwalt 
A.________ (Beschwerdeführer) wegen Verletzung der Berufsregeln ein. Demnach vertrete der 
Beschwerdeführer im Rahmen einer gerichtlichen Mietrechtsstreitigkeit die Mieterin, die eine rück-
wirkende Mietzinsreduktion verlange, weil es der Vermieter unterlassen habe, beim Abschluss des 
Mietvertrages auf dem amtlichen Formular die Miete des Vormieters bekanntzugeben. In der Folge 
seien ihm Mietverträge diverser, nicht am Prozess beteiligter Liegenschaftsverwaltungen gerichtlich 
zugestellt worden. Gestützt auf diese habe er festgestellt, dass es diese Verwaltungen teilweise 
ebenfalls unterlassen hätten, ihren Mietern das amtliche Formular vorzulegen. Daraufhin habe der 
Beschwerdeführer ein Werbeschreiben an alle betroffenen Mieter verfasst. Darin würden diese mit 
einer kostenlosen Beratung von 45 Minuten mit dem Ziel des Abschlusses eines kostenpflichtigen 
Mandatsvertrags geködert. Der Anzeige lag ein Schreiben des Beschwerdeführers vom 24. März 
2021 an E.________ bei, der Mieter in einer der betroffenen Liegenschaften gewesen und dessen 
Mietvertrag dem Beschwerdeführer zugestellt worden war.

B. Die Vorinstanz leitete die Anzeige am 9. April 2021 zur Stellungnahme an den Beschwerde-
führer weiter. Dieser äusserte sich in der Folge mehrfach zur Angelegenheit und reichte der Vorin-
stanz am 12. Juli 2021 seine Stellungnahme zu den Akten. Darin rügte er die Verfahrens- und 
Dossierführung und stellte diverse Anträge, insbesondere ein Ausstandsgesuch gegen mehrere 
Kommissionsmitglieder.

Im Juni 2022 (Zustellung 29. Juni 2022) wies die Vorinstanz das Ausstandsgesuch ab und legte die 
Zusammensetzung der Kommission für das Hauptverfahren fest.

C. Mit Entscheid vom 15. Mai 2023 stellte die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe die 
Sorgfaltspflicht und die Grenzen zulässiger Werbung verletzt, und sprach eine Verwarnung aus. Zur 
Begründung führte sie aus, das Schreiben vom 24. März 2021 habe zum Ziel gehabt, ein kosten-
pflichtiges Mandat mit dem angeschriebenen Mieter abzuschliessen. Es handle sich um Werbung, 
die aufdringlich sei und nicht dem Informationsbedürfnis entsprochen habe, weil eine kostenlose 
Erstberatung angeboten worden sei, um den Mieter selbst dann zu einer anwaltlichen Beratung zu 
verleiten, wenn dieser kein Bedürfnis danach verspüren sollte. Zudem habe der Beschwerdeführer 
die Sorgfaltspflicht verletzt, indem er Informationen, die er nur im Rahmen eines Gerichtsverfahrens 
erhalten habe, zweckwidrig verwendet habe.

D. Gegen diesen Entscheid hat der Beschwerdeführer am 12. Juli 2023 Beschwerde beim 
Kantonsgericht erhoben. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids; das Diszipli-
narverfahren gegen ihn sei einzustellen und ihm sei zu Lasten der Staatskasse eine Entschädigung 
von CHF 1'000.- nebst MwSt. zuzusprechen. In formeller Hinsicht rügt er insbesondere die Verfah-
rens- und Dossierführung der Vorinstanz sowie eine Verletzung der Begründungspflicht. Materiell 
bringt er vor, im Schreiben vom 24. März 2021 seien die Berufsregeln eingehalten und in keiner 
Weise überschritten worden. 

E. In ihren Bemerkungen vom 29. September 2023 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der 
Beschwerde. 

Der Beschwerdeführer reichte am 12. Oktober 2023 seine Gegenbemerkungen ein.

Kantonsgericht KG
Seite 3 von 11

F. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die 
Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.

Das Kantonsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 114 Abs. 1 Bst. a des kanto-
nalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1] i.V.m. Art. 
37 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 12. Dezember 2002 über den Anwaltsberuf [AnwG; 
SGF 137.1] und Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der 
Anwältinnen und Anwälte [BGFA; SR 935.61]). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechts-
mittels legitimiert (Art. 76 VRG). Die Beschwerdefrist wurde eingehalten (Art. 79 Abs. 1 VRG). Der 
Kostenvorschuss wurde rechtzeitig bezahlt (Art. 128 VRG). Auf die Beschwerde ist daher einzutre-
ten.

2.

Mit Beschwerde an das Kantonsgericht können nach Art. 77 VRG die Verletzung des Rechts 
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Rüge der Unange-
messenheit ist vorliegend ausgeschlossen (Art. 78 Abs. 2 VRG).

3.

3.1. Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht die Art und Weise der Verfahrens- und 
Dossierführung bei der Vorinstanz. So seien Schreiben der Vorinstanz mannigfach "i.V." oder von 
einer Praktikantin unterzeichnet worden. Die Vorinstanz habe am 14. Juli 2021 bestätigt, dass die 
Korrespondenz und Dossiers nicht von den übrigen Akten des Amtes für Justiz getrennt seien. Das 
bedeute, dass amtsintern jeder Mitarbeiter Zugang dazu habe. Auch wenn das Amt für Justiz gene-
rell für das Sekretariat zuständig sei, dürfe erwartet werden, dass Disziplinarakten separat und nicht 
zugänglich gelagert würden. Weiter rügt er eine Verletzung der Begründungspflicht: Die Vorinstanz 
begründe nicht überzeugend, warum vorliegend zusätzlich zur Verletzung des Werbegebots nach 
Art. 12 Bst. d BGFA auch die anwaltliche Sorgfaltspflicht nach Art. 12 Bst. a BGFA verletzt sei.

3.2. Das Amt für Justiz bereitet die Entscheide der Anwaltskommission vor und führt sie aus. Es 
führt das Sekretariat der Kommission (Art. 8 Abs. 1 AnwG). Die Anwaltskommission kann die Instruk-
tion und die Vorbereitung der Entscheide dem Amt für Justiz übertragen (Art. 5 Abs. 3 AnwG; vgl. 
zudem Botschaft Nr. 6 vom 26. Februar 2002 des Staatsrats an den Grossen Rat zum Entwurf des 
AnwG, Ziff. 1.2.1.b, S. 8). Das Disziplinarverfahren richtet sich nach dem BGFA, den Bestimmungen 
des siebten Abschnitts des AnwG sowie dem VRG (Art. 32 Abs. 2 AnwG). Das Verfahren ist grund-
sätzlich schriftlich (Art. 32 Abs. 1 VRG). Weitere einschlägige Vorschriften zur Verfahrens- und 
Dossierführung enthalten weder das BGFA, das AnwG noch das VRG.

3.3. Die Rügen des Beschwerdeführers betreffend die Verfahrens- und Dossierführung der Vorin-
stanz beziehen sich hauptsächlich auf deren allgemeine Arbeitsweise. Es erscheint daher bereits 
fraglich, ob sie überhaupt einen relevanten Bezug zum inhaltlichen Verfahrensgegenstand, der 

Kantonsgericht KG
Seite 4 von 11

Prüfung einer Verletzung der Berufsregeln und einer allfälligen Disziplinarsanktion, haben. Allgemei-
ne Unrechtmässigkeiten bei der Verfahrens- und Dossierführung der Vorinstanz wären vielmehr 
gegebenenfalls in einer Aufsichtsbeschwerde (vgl. Art. 112 VRG) geltend zu machen. Soweit der 
Beschwerdeführer die Rügen jedoch in Zusammenhang mit der Führung seines konkreten Diszipli-
nardossiers erhebt und diese auch von der Vorinstanz behandelt wurden, wird nachfolgend dennoch 
darauf eingegangen:

Der Vorinstanz steht es nach der Gesetzgebung (E. 3.2 hiervor) frei, die Verfahrensinstruktion durch 
das Amt für Justiz durchführen zu lassen. Selbstredend muss die Verwaltung ihr Funktionieren im 
täglichen operativen Betrieb sicherstellen können. Dazu gehören auch Vertretungsregelungen für 
die tägliche Post bei Abwesenheiten von Zeichnungsberechtigten. Müsste jede einzelne Sendung 
verwaltungsintern zwingend durch den gesetzlich designierten Zeichnungsberechtigten, z.B. den 
Amtsvorsteher, unterzeichnet werden, würde die Effizienz der Verwaltung stark beeinträchtigt. Zwar 
hat die Vorinstanz keine interne Vertretungsregelung vorgelegt. Das Kantonsgericht hat jedoch 
keinen Grund zu zweifeln, dass die Personen, welche die Korrespondenz an den Beschwerdeführer 
unterzeichnet haben, hierzu befugt waren, hat die Vorinstanz doch z.B. in ihrem Schreiben vom 
27. April 2021 bestätigt, dass das "i.V." unterzeichnete Schreiben vom 9. April 2021 durch den Präsi-
denten und die Sekretärin validiert worden sei. Der angefochtene Entscheid selbst wurde gültig vom 
Präsidenten und der Sekretärin signiert. Der Beschwerdeführer bringt denn auch nicht vor, welche 
konkreten Verfahrensgarantien, -ansprüche oder -vorschriften er verletzt sieht.

Was den amtsinternen Zugang auf die Dossiers angeht, muss das Amt für Justiz sicherstellen, dass 
alle damit arbeitenden Personen über Zugriffsmöglichkeiten verfügen. Die Mitarbeiter des Amts für 
Justiz unterliegen, wie alle Mitarbeiter des Staats Freiburg, dem Amtsgeheimnis. Es ist ihnen unter-
sagt, dienstliche Angelegenheiten zu verbreiten, die ihrer Natur und den Umständen nach geheim 
zu halten sind oder amtliche Dokumente Dritten zugänglich zu machen (vgl. Art. 60 Abs. 1 und 2 
des kantonalen Gesetzes vom 17. Oktober 2001 über das Staatspersonal [StPG; SGF 122.70.1]). 
Diese Geheimhaltungspflicht bleibt auch nach der Auflösung des Dienstverhältnisses bestehen 
(Art. 60 Abs. 3 StPG). Darüber hinaus sind Mitarbeiter, die Personendaten bearbeiten, verpflichtet, 
die Gesetzgebung über den Datenschutz zu befolgen (Art. 64 Abs. 1 StPG). Sie dürfen Personen-
daten nur rechtmässig und zweckgemäss bearbeiten (Art. 6 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes vom 
25. September 2020 über den Datenschutz [DSG; SR 235.1]). Unbeteiligte Mitarbeiter (z.B. aus 
anderen Abteilungen des Amts für Justiz) würden deshalb bereits beim Zugriff auf Disziplinardos-
siers gegen ihre Mitarbeiterpflichten verstossen. Das kann zu personalrechtlichen Massnahmen 
führen (vgl. Art. 75 StPG). Der Schutz der Personendaten der Betroffenen ist dadurch bereits durch 
das Gesetz und die Pflichten der Mitarbeiter sichergestellt. Aus dem allfälligen Fehlen weitergehen-
der Massnahmen zur Sicherstellung, dass unberechtigte Mitarbeiter keinen Zugang zu den Dossiers 
haben, z.B. spezielle interne Zugriffssperren oder anderweitige Blockaden, kann der Beschwerde-
führer daher jedenfalls für das vorliegende Verfahren nichts für sich ableiten.

Es bestehen nach dem Gesagten keine Anhaltspunkte dafür, dass durch die Verfahrens- und 
Dossierführung der Vorinstanz Vorschriften verletzt wurden. Selbst wenn dies der Fall wäre, könnte 
die Verletzung im vorliegenden Verfahren geheilt werden (vgl. Urteil BGer 8C_419/2017 vom 
16. April 2018 E. 4.3.2; Urteil KG FR 602 2023 114 vom 6. Dezember 2023 E. 4.2).

3.4. Hinsichtlich der Rüge, wonach die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt 
habe, ist darauf hinzuweisen, dass aus diesem Anspruch nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
vom 18. April 1999 (BV; SR 101) unter anderem das Recht der von einem Entscheid betroffenen 
Person fliesst, dass die Behörde ihre Vorbringen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheid-

Kantonsgericht KG
Seite 5 von 11

findung berücksichtigt. Entsprechend ist die Behörde verpflichtet, ihren Entscheid zu begründen. 
Dabei muss sie sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte 
beschränken. Der Begründungspflicht ist Genüge getan, wenn sich der Betroffene über die Tragwei-
te des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz 
weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 
von denen sich die Behörde leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 143 III 65 
E. 5.2; 141 III 28 E. 3.2.4).

3.5. Die Vorinstanz zeigte im angefochtenen Entscheid auf, weshalb sie eine Verletzung der 
Sorgfaltspflicht nach Art. 12 Bst. a BGFA erblickte: Der Beschwerdeführer habe Informationen aus 
einem anderen gerichtlichen Verfahren zweckwidrig verwendet, um Werbung für sich zu machen. 
Dabei führte sie auch an, auf welche juristische Lehre sie sich stützte. Die Begründung mag kurz 
sein, zeigt aber die Entscheidfindung und die zugrungeliegenden Erwägungen vollumfänglich auf. 
Dem Beschwerdeführer ist es denn auch ohne Weiters gelungen, den Entscheid sachgerecht anzu-
fechten. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist daher nicht ersichtlich.

3.6. Nach dem Gesagten sind die formellen Rügen des Beschwerdeführers abzuweisen.

4.

Materiell rügt der Beschwerdeführer im Wesentlichen, die Vorinstanz habe zu Unrecht auf eine 
Verletzung der Sorgfaltspflicht sowie der Grenzen zulässiger Werbung erkannt. Die im Schreiben 
vom 24. März 2021 angebotene Beratung wäre für den Mieter unverbindlich gewesen. Solche Bera-
tungen würden regelmässig im Rahmen von Berufs- oder Interessenorganisationen erfolgen. Es 
handle sich nicht um aufdringliche Werbung, sondern um eine objektive, aber zielgerichtete Informa-
tion über eine individuelle Situation. Der Mieter solle nicht zum Abschluss eines Mandates verführt 
werden. Dass ein bekannter Mieteranwalt einen Mieter auf den Fehler von professionellen Liegen-
schaftsverwaltungen und die daraus folgenden Konsequenzen aufmerksam mache, könne ihm nicht 
zum Vorwurf gemacht werden; erst recht nicht, wenn er seine Beratung freiwillig, unentgeltlich und 
absolut unverbindlich erbringe. Die Bedingungen von Art. 12 Bst. d BGFA seien eingehalten worden. 
Ferner sei nicht ersichtlich, weshalb sein Schreiben eine unsorgfältige Berufsausübung gewesen 
sein solle. Jedenfalls könne einem Anwalt nicht vorgeworfen werden, dass er sich für die Interessen 
seiner Klientin einsetze.

Die Vorinstanz verweist auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Darin führte sie aus, das 
Schreiben vom 24. März 2021 habe zum Ziel, mit dem angeschriebenen Mieter ein kostenpflichtiges 
Mandat abzuschliessen. Es handle sich somit um Werbung. Der Mieter habe aber kein Interesse an 
der Thematik gezeigt. Vielmehr habe der Beschwerdeführer Informationen aus einem anderen 
Gerichtsverfahren verwendet, um ihn unaufgefordert und persönlich anzuschreiben. Dabei habe er 
eine kostenlose Erstberatung angeboten, um ihn auch ohne dahingehendes Bedürfnis zu einer 
Beratung zu verleiten. Die Werbung sei aufdringlich und habe nicht dem Informationsbedürfnis der 
Öffentlichkeit entsprochen. Damit habe er gegen die Grenzen zulässiger Werbung gemäss Art. 12 
Bst. d BGFA verstossen. Zudem habe der Beschwerdeführer Informationen aus einem anderen 
Gerichtsverfahren zweckwidrig verwendet, um Werbung für sich selbst zu machen, und damit seine 
Sorgfaltspflicht nach Art. 12 Bst. a BGFA verletzt.

4.1. Anwälte können Werbung machen, solange diese objektiv bleibt und dem Informationsbe-
dürfnis der Öffentlichkeit entspricht (Art. 12 Bst. d BGFA). 

Kantonsgericht KG
Seite 6 von 11

Unter Werbung im Sinne von Art. 12 Bst. d BGFA ist insbesondere all jene Kommunikation zu verste-
hen, die planvoll darauf angelegt ist, andere dafür zu gewinnen, die von einem Anwalt angebotenen 
Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Der Begriff der Werbung darf nicht zu eng verstanden 
werden (BGE 139 II 173 E. 3.1 f., mit Hinweisen). Anwaltswerbung soll Werbung informativer Art 
sein und gestützt auf den Grundsatz der Objektivität auf reisserische, aufdringliche und markt-
schreierische Methoden verzichten. Zurückhaltende und sachlich zutreffende Werbung ist zulässig. 
Die gebotene Zurückhaltung bezieht sich sowohl auf den Inhalt wie auf die Form(en) und Methoden 
der Anwaltswerbung. Das Kriterium des Informationsbedürfnisses der Öffentlichkeit betrifft im 
Wesentlichen die Existenz der Kanzlei und deren Tätigkeitsgebiete, die Kontaktangaben sowie 
zusätzliche Angaben wie etwa "beratend und prozessierend". Je nach Ort kann das Informationsbe-
dürfnis der (dortigen) Öffentlichkeit höher oder niedriger sein (BGE 139 II 173 E. 6.2.2; Urteile BGer 
2C_1006/2022 vom 28. November 2023 E. 4.1.2; 2C_259/2014 vom 10. November 2014 E. 2.3.1, 
jeweils mit Hinweisen). Anwaltswerbung hat sodann den Grundsatz von Treu und Glauben zu 
respektieren (Urteil BGer 2C_985/2021 vom 16. November 2022 E. 4.3). Weil jede Werbung als 
Ganzes wirkt, muss in Berücksichtigung aller Umstände beurteilt werden, ob sie den Anforderungen 
von Art. 12 Bst. d BGFA standhält (Urteil BGer 2C_259/2014 vom 10. November 2014 E. 3.2.1).

4.2.

4.2.1. Gemäss einem Teil der Lehre ist die sog. zielgruppenorientierte Werbung zulässig, worunter 
namentlich brieflich versandte oder abgegebene Rundschreiben, Einladungen und Informationen an 
Nichtmandanten (bspw. Empfehlungsschreiben im Rahmen einer Informationsveranstaltung) zählen 
sollen (siehe Beschluss der Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte des Kantons Zürich vom 
6. Mai 2004, in ZR 104/2005 S. 161; FELLMANN, in Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwalts-
gesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 12 V.-VI. N. 115d; zudem SCHÜTZ, Anwaltswerbung in der Schweiz – UWG 
als Alternative zu Art. 12 lit. d BGFA?, 2010, S. 377 ff., jeweils mit Hinweisen). Die Autoren äussern 
sich nicht dazu, ob Rundschreiben etc. an Personen zulässig sind, die nicht als "Interessenten" zu 
bezeichnen sind. Ein generelles Verbot von Direktwerbung in Form von Briefkastenwerbung kann 
aus Art. 12 Bst. d BGFA zumindest nicht abgeleitet werden (SCHÜTZ, S. 378, mit Hinweisen).

4.2.2. In einem weiteren Teil der Lehre wird Art. 12 Bst. d BGFA insoweit restriktiver ausgelegt, als 
vertreten wird, dass der Empfängerkreis von Werbung auf Klienten, Personen mit Geschäfts- oder 
Korrespondenzbeziehung und Dritte, welche die Werbung angefordert haben, beschränkt ist. Eine 
Übermittlung an unbekannte oder unbestimmte Empfänger sei grundsätzlich unzulässig. Unaufge-
forderte Direktwerbung könne sehr aufdringlich sein. Es rechtfertige sich bei der Beurteilung ein 
strenger Massstab, wenn die Werbung die Akquisition eines konkreten Mandats zum Ziel habe, 
namentlich wenn ein Informationsgefälle zwischen Anwalt und Werbungsadressat bestehe. So sei 
ein Schreiben, das sich auf einen bestimmten Sachverhalt bezieht, rechtswidrig, wenn es geeignet 
sei, den Adressaten zum Aufsuchen eines Anwalts zu bewegen. Werbung, die einen Gutschein für 
eine Gratisberatung enthalte, sei ebenfalls unzulässig, da sie die Entscheidungsfreiheit beeinflussen 
und Personen zur Konsultation eines Anwalts verleiten könne (vgl. BOHNET/MARTENET, Droit de la 
profession d’avocat, 2009, N. 1537 f.; VALTICOS, in Commentaire romand, Loi sur les avocats, 
2. Aufl. 2022, Art. 12 N. 201).

Kantonsgericht KG
Seite 7 von 11

4.3. Vorliegend stützte sich die Vorinstanz für die Verwarnung auf das Schreiben des Beschwer-
deführers vom 24. März 2021 an E.________. Es ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht von einer 
Verletzung von Art. 12 Bst. d BGFA ausgegangen ist. Das Schreiben hat folgenden Inhalt:

Das Schreiben bezweckt damit, den Mieter zur Inanspruchnahme einer ersten anwaltlichen (kosten-
losen) Dienstleistung zu bewegen, und damit in der Folge ein Mandat (gegebenenfalls für eine 
Prozessführung) zu akquirieren. Im Lichte der weiten Auslegung des Begriffs der Werbung im Sinne 
von Art. 12 Bst. d BGFA (E. 4.1 hiervor) ist das Schreiben daher offensichtlich als Werbung zu quali-
fizieren.

Weiter behauptet der Beschwerdeführer nicht, dass er und der Mieter einander vor Versand des 
Schreibens bekannt waren oder in Kontakt standen. Aus den Akten ergibt sich ebenfalls keine 
entsprechende Beziehung. Der Mieter hat gegenüber dem Beschwerdeführer auch zu keinem Zeit-
punkt Interesse an Werbung oder der Thematik von Mietzinsrückforderungen bekundet. Der 
Beschwerdeführer hat demzufolge unaufgefordert und direkt (per persönlich adressierter Briefpost) 
eine Person angeschrieben, der er bislang unbekannt war und die vorgängig kein Interesse an 
Werbungszustellung oder an der betroffenen Thematik bekundet hatte.

Dieses Vorgehen ist schon unter Berücksichtigung der zitierten Lehre und Rechtsprechung zur ziel-
gruppenorientierten Werbung (E. 4.2.1 hiervor) unzulässig: So kann es doch nicht sein, unter dem 
Begriff der zielorientierten Werbung auch Kontaktaufnahmen zu verstehen, die – wie die vorliegende 
– an Personen ohne vorgängig bekundetes Interesse am Thema der Werbung gerichtet sind. Die 
"Zielgruppe" (bzw. eine Person aus dieser) muss sich bereits zum Vornherein als solche ausgewie-
sen oder zu erkennen gegeben haben. Sie hat ihr Interesse an der Thematik in irgendeiner Form 
ausdrücklich oder konkludent bekundet, z.B. durch die Anmeldung und/oder Teilnahme an einer 
Informationsveranstaltung, Anmeldung an einem einschlägigen Newsletter oder durch konkrete 
Anfragen. Für den werbenden Anwalt ist in diesem Fall klar ersichtlich, dass bei den Adressaten der 
Werbung zumindest ein Grundinteresse besteht. So war es denn auch im zitierten Beschluss vom 
6. Mai 2004 der Aufsichtskommission des Kantons Zürich, wo der fragliche Anwalt sich in einem 
"Empfehlungsschreiben" an die "BesucherInnen des Informationsabends X" wandte (ZR 104/2005 
S. 161). Die Adressaten hatten durch ihre Teilnahme am Informationsabend zumindest ein Grund-

Kantonsgericht KG
Seite 8 von 11

interesse bekundet. Vorliegend hat sich der Beschwerdeführer jedoch unaufgefordert, gezielt und 
direkt mit persönlich adressierter Sendung beim Mieter gemeldet, obwohl dieser zu keinem Zeitpunkt 
ein Interesse bekundet hat. Es kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer in seiner Werbung über 
die reine Information hinaus bereits das weitere Vorgehen mit den Modalitäten skizziert und offeriert 
hat (direkte Vereinbarung eines kostenlosen Besprechungstermins von 45 Minuten durch Kontakt-
aufnahme mit dem Sekretariat, Prüfung der Prozessfinanzierung und damit Eruierung der Möglich-
keit einer kostenlosen Prozessführung). Da die Werbung daher nicht nur Informationen übermittelt, 
sondern die (möglichen) konkreten Handlungsschritte nahelegt und offeriert, wird deren Wirkung auf 
den Adressaten weiter erhöht; insbesondere vermag der subtile Hinweis auf die Möglichkeit einer 
kostenlosen Prozessführung bei den Beworbenen den Eindruck zu erwecken, dass sie nichts verlie-
ren können, wenn sie die beworbene Dienstleistung beanspruchen. Damit kann die Werbung nicht 
als zurückhaltend im Sinne des Grundsatzes der Objektivität (E. 4.1) von Art. 12 Bst. d BGFA quali-
fiziert werden. Das Schreiben stellt keineswegs ein allgemeines Informations- oder Empfehlungs-
schreiben an ausgewählte Adressaten dar. Dies gilt umso mehr, wenn dem restriktiveren Teil der 
Lehre gefolgt wird (vgl. E. 4.2.2 hiervor), wird doch beim Adressaten des Schreibens der Entschluss 
ausgelöst oder zumindest begünstigt, den in den Raum gestellten Anspruch auf Mietzinsrückforde-
rung von einem Anwalt näher prüfen zu lassen.

4.4. An dieser Einschätzung ändern auch die Ausführungen des Beschwerdeführers nichts. Die 
vorliegende Situation ist nicht vergleichbar mit einer Beratung (und damit Werbung) im Rahmen von 
Berufs- oder Interessenorganisationen. Die Adressaten der dortigen Beratung haben ihr Interesse 
daran klar bekundet, indem sie entweder an entsprechenden Informationsveranstaltungen teil-
nehmen oder sich explizit für (z.B. durch die Interessenorganisation gesponserte) Beratungen 
anmelden. E.________ jedoch hat kein Interesse bekundet. 

Zudem ändert der Hinweis des Beschwerdeführers im fraglichen Schreiben auf die Unverbindlichkeit 
der Erstberatung weder den Gesamteindruck noch die Wirkung dieses Schreibens. Das Ziel der 
Werbung war es, den Adressaten zu einer (vorerst kostenlosen) anwaltlichen Dienstleistung zu 
bewegen. Ebenso kann auch der Einwand nicht gehört werden, wonach die Feststellungen im 
Schreiben (Missachtung von Vorschriften durch die Liegenschaftsverwaltungen; nichtiger Anfangs-
mietzins) juristisch korrekt gewesen seien.

Nach dem Gesagten ist das Schreiben vom 24. März 2021 zu aufdringlich und verstösst daher gegen 
das Kriterium der Objektivität von Art. 12 Bst. d BGFA. Es kann daher vorliegend offenbleiben, ob 
das Schreiben auch gegen das Kriterium des Informationsbedürfnisses der Öffentlichkeit verstösst, 
wie dies die Vorinstanz geschlossen hatte.

4.5. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid weiter geschlossen, dass eine unsorgfältige 
Berufsausübung i.S.v. Art. 12 Bst. a BGFA vorliege. Der Beschwerdeführer tritt dem in seiner 
Beschwerde entgegen.

4.6. Anwältinnen und Anwälte üben ihren Beruf sorgfältig und gewissenhaft aus (Art. 12 Bst. a 
BGFA). 

Diese Verpflichtung hat für die gesamte Berufstätigkeit Geltung und erfasst neben der Beziehung 
zum eigenen Klienten sowohl die Kontakte mit der Gegenpartei als auch jene mit den Behörden. 
Eine Verletzung von Art. 12 Bst. a BGFA liegt praxisgemäss nur vor, wenn eine qualifizierte Norm- 
bzw. Sorgfaltswidrigkeit gegeben ist; erforderlich ist somit ein bedeutsamer Verstoss gegen die 
Berufspflichten. Da die Verwarnung die mildeste gesetzlich vorgesehene Disziplinarmassnahme 
darstellt, sind an die Schwere der Pflichtverletzung allerdings keine hohen Anforderungen zu stellen. 

Kantonsgericht KG
Seite 9 von 11

Der Anwendungsbereich der Generalklausel von Art. 12 Bst. a BGFA wird nicht durch die konkreten 
Berufsregeln begrenzt (Art. 12 Bst. b-j und Art. 13 BGFA). Die Anwendung der Generalklausel ist 
daher nicht bundesrechtswidrig, wenn ein Verhalten auch gegen eine konkrete Berufsregel verstösst 
(Urteile BGer 2C_985/2021 vom 16. November 2022 E. 4.2; 2C_742/2021 vom 28. Dezember 2021 
E. 4.4). Generell ist es unzulässig, dass ein Anwalt die Rechte und Privilegien zweckentfremdet oder 
missbraucht, die ihm das Verfahrensrecht einräumt (Urteil KG FR 601 2019 14 vom 7. Oktober 2019 
E. 3.1, wobei es dort um Vorschriften des Strafprozesses ging).

So verletzte etwa ein Anwalt die Sorgfaltspflicht, der Informationen aus einem laufenden Strafver-
fahren, in dem er den Beschuldigten verteidigte, an einen Dritten weiterleitete. Die Verwendung und 
Weitergabe dieser Informationen, die er nur durch seine Stellung als Rechtsanwalt erhalten konnte, 
wurde als grober Vertrauensbruch gegenüber der Untersuchungsbehörde qualifiziert (vgl. hierfür 
FELLMANN, Art. 12 II. N. 45a, der auf den entsprechenden Beschluss KG 050011/U vom 1. Dezem-
ber 2005 der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte im Kanton Zürich E. IV.1.3 
verweist).

4.7. Vorliegend erhielt der Beschwerdeführer durch die gerichtliche Edition in einem Mietverfah-
ren Kenntnis über den Mietvertrag, der zum Schreiben vom 24. März 2021 führte: Dort verlangte der 
Beschwerdeführer namens der klagenden Mieterin, F.________, die richterliche Festsetzung des 
Anfangsmietzinses mit der Begründung, dass die beklagte Vermieterin, die D.________ AG, bei 
Vertragsbeginn das im Kanton damals vorgeschriebene Formular mit dem Mietzins des Vormieters 
nicht abgegeben habe. Auf Beweisantrag der Beklagten hin edierte das Mietgericht zahlreiche Miet-
verträge verschiedener anderer Vermieter. Unter den Verträgen war auch derjenige von 
E.________. Dieser war am Mietverfahren gänzlich unbeteiligt. Gemäss den übereinstimmenden 
Ausführungen des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Verfahren sowie denjenigen in der Anzei-
ge vom 30. März 2021 ist die Gerichtsedition erfolgt, weil sich die Beklagte zur Festsetzung des 
Anfangsmietzinses auf die Ortsüblichkeit berief und sich dafür auf die Mietverträge von Vergleichs-
objekten stützen wollte. Der Mietvertrag wurde folglich aufgrund des von der Beklagten gestellten 
Antrags zum Zweck ediert, im Mietverfahren als Vergleichsobjekt (neben anderen Mietverträgen) 
zur Festsetzung des Anfangsmietzinses zu dienen.

Der Beschwerdeführer verwendete den Mietvertrag in der Folge jedoch ausserhalb des Mietverfah-
rens, um für sich Werbung zu betreiben (vgl. dazu E. 4.3 f. hiervor). Selbstredend sprengt diese 
Verwendung zu Werbezwecken den ursprünglichen Zweck. Der Beschwerdeführer hat damit einer-
seits den Mietvertrag für eigene Zwecke ausserhalb des Verfahrens benutzt resp. zweckentfremdet; 
andererseits hat er Informationen, die ihm im Rahmen eines Zivilverfahrens und nur durch seine 
Position als Rechtsanwalt in diesem Verfahren zugekommen sind, an unbeteiligte Dritte weitergelei-
tet. Unter Berücksichtigung dieser Umstände und der vorstehenden Rechtsprechung (E. 4.6) hat der 
Beschwerdeführer mit seinem Vorgehen daher die Sorgfaltspflicht von Art. 12 Bst. a BGFA verletzt.

Dabei spielt es entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers keine Rolle, dass die Edition 
auf Antrag der Beklagten angeordnet wurde. Aus welchem Grund oder auf wessen Begehren Doku-
mente Eingang in die Verfahrensakten finden, ist unerheblich. Die Sorgfaltspflicht von Art. 12 Bst. a 
BGFA gilt unverändert für die gesamte Berufstätigkeit als Rechtsanwalt und auch gegenüber den 
Behörden und Gerichten (E. 4.6 hiervor). Darüber hinaus ist auch nicht ersichtlich, welche Interessen 
seiner Klientin F.________ der Beschwerdeführer durch sein Schreiben an E.________ verfolgt 
hätte, und eine entsprechende Interessenlage wird von ihm auch nicht behauptet.

Kantonsgericht KG
Seite 10 von 11

4.8. Im Ergebnis hat die Vorinstanz damit zu Recht darauf geschlossen, dass der Beschwerdefüh-
rer mit seinem Schreiben vom 24. März 2021 die Grenzen zulässiger Anwaltswerbung gemäss Art. 
12 Bst. d BGFA überschritten und die Sorgfaltspflicht gemäss Art. 12 Bst. a BGFA verletzt hat.

5.

5.1. Bei Verletzung des BGFA kann die Aufsichtsbehörde eine Verwarnung, einen Verweis, eine 
Busse bis zu CHF 20'000.-, ein befristetes Berufsausübungsverbot für längstens zwei Jahre oder 
ein dauerndes Berufsausübungsverbot anordnen (Art. 17 Abs. 1 Bst. a-e BGFA). Eine Disziplinar-
massnahme setzt voraus, dass das Fehlverhalten dem Betroffenen subjektiv zugerechnet werden 
kann, was auch ohne Absicht, fahrlässig, unbewusst oder durch Unkenntnis einer Regel begangen 
werden kann (Urteil BGer 2C_985/2021 vom 16. November 2022 E. 4.6, mit Hinweisen). 

5.2. Die vorliegend ausgesprochene Sanktion ist nicht zu beanstanden: Das Fehlverhalten ist 
dem Beschwerdeführer subjektiv zuzurechnen; er hätte erkennen müssen, dass er mit dem Schrei-
ben vom 24. März 2021 die Grenzen erlaubter Werbung überschreitet und die Verwendung des 
Mietvertrags zu Werbezwecken eine Sorgfaltspflichtverletzung darstellt. 

Die Verwarnung stellt zudem die mildeste Disziplinarsanktion dar. Die Vorinstanz hat damit insbe-
sondere dem Umstand Rechnung getragen, dass es sich nicht um eine gravierende Pflichtverletzung 
handelt. Darüber hinaus nahm sie richtigerweise ein geringes Verschulden an und berücksichtigte 
auch, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr ggg als Anwalt tätig ist und bisher noch nie eine 
Disziplinarmassnahme gegen ihn ausgesprochen wurde. Die Verwarnung ist folglich auch verhält-
nismässig.

6.

Im Ergebnis ist die Beschwerde damit abzuweisen und die angefochtene Verfügung vom 15. Mai 
2023 zu bestätigen.

7.

Die Gerichtskosten, die auf CHF 2'000.- festgelegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet werden, sind dem Verfahrensausgang entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerle-
gen (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 des Tarifs vom 17. Dezember 1991 der Verfahrenskosten 
und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]).

Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 137 Abs. 1 und Art. 139 VRG).

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

Kantonsgericht KG
Seite 11 von 11

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

II. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 2'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

III. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten ist innert 30 Tagen die 
Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides 
angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 19. März 2024/tsc

Die Präsidentin Der Gerichtsschreiber