# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c9bde03-48fa-5e50-a212-3766cb9622b3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 27.06.2006 ZF 2006 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2006-30_2006-06-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 27. Juni 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 06 30

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene Berufung hat das Bundesgericht 
mit Urteil vom 05. April 2007 (4C.45/2007) abgewiesen.)

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger und Zinsli 
Aktuarin Duff Walser

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In der zivilrechtlichen Berufung

des W., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et 
oec. Pius Fryberg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur, mit Streitverkündung 
an O., vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Jörger, Alexanderstrasse 
1/Bahnhofstrasse 11, 7001 Chur, I., F . - A G , und, V., Eingerufene, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 13. Januar 2006, mitgeteilt am 31. März 
2006, in Sachen der A., Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechts-
anwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, gegen den 
Beklagten und Berufungskläger, 

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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A. A. verbrachte die Nacht vom 8. auf den 9. September 2001 in der Miet-
wohnung ihres damaligen Freundes V. am X.-Platz in S.. Die 1-Zimmer-Wohnung 
befindet sich im Dachgeschoss der Liegenschaft und ist mit einer Galerie ausge-
stattet, welche über eine Leiter erreicht werden kann. Diese Galerie wurde vom Mie-
ter als Schlafraum genutzt. Eigentümer der von V. gemieteten 1-Zimmer-Wohnung 
ist W., der die Liegenschaft am X.-Platz in S. aus dem Nachlass seiner Mutter er-
halten hat, welche im Jahre 2000 verstorben ist. 

Am frühen Morgen des 9. November 2001 wollte A. vom Schlafplatz auf der 
Galerie über die Leiter in das Wohnzimmer auf der unteren Ebene hinabsteigen. 
Dabei rutschte die Leiter weg, worauf die junge Frau auf den Parkettboden stürzte, 
wo sie zunächst bewusstlos liegen blieb und schliesslich von ihrem Freund versorgt 
wurde. Da sie in der Folge an starken Kopfschmerzen litt, suchte A. tags darauf 
ihren Hausarzt auf. Dieser diagnostizierte Prellungen am linken Kniegelenk und am 
rechten Oberschenkel, ein leichtes Thorax-Kompressionstrauma und eine leichte 
Commotio cerebri. In der Folge blieb A. zunächst von der Arbeit fern, versuchte aber 
ab 13. September 2001 wieder 100% zu arbeiten. Schliesslich wurde sie von ihren 
Hausarzt ab 26. Dezember 2001 bis auf weiteres vollumfänglich arbeitsunfähig ge-
schrieben.

B. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2002 wurde der Wohnungseigentü-
mer über den Unfall von A. in Kenntnis gesetzt und gebeten, das Schreiben an seine 
Haftpflichtversicherung weiterzuleiten. In seinem Antwortschreiben vom 6. Januar 
2003 teilte der damalige Rechtsvertreter von W. mit, dass er sich aufgrund der er-
folgten Abklärungen ausserstande sehe, die Haftpflichtversicherung einzuschalten, 
wobei er unter anderem auf die Eigenverantwortung von A. hinwies.

C. Am 27. Februar 2004 machte A. beim Vermittleramt des Kreises S. 
eine Forderungsklage gegen W. anhängig. 

Da der Mietvertrag zwischen V. und W. im März 2004 endete, stellte A. am 
10. März 2004 zudem ein Gesuch um Sicherstellung eines gefährdeten Beweises, 
welches das Bezirksgerichtspräsidium Plessur mit Verfügung vom 25. März 2004 
guthiess. Mit der Beweiserhebung wurde dipl. Arch. D. beauftragt, welcher die Ver-
hältnisse auf der Unfallstelle protokollarisch und fotografisch dokumentierte und am 
21. April 2004 einen Expertenbericht darüber erstellte. 

Am 5. Mai 2004 fand die Sühneverhandlung statt. Da anlässlich dieser keine 
Einigung erzielt werden konnte, bezog A. am 3. Juni 2004 den Leitschein und 

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reichte die Prozesseingabe am 9. Juni 2004 beim Bezirksgericht Plessur ein mit 
folgenden Rechtsbegehren:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 88'314.75 zu bezah-
len, abzüglich allfälliger Taggeldzahlungen der Zürich Unfallversiche-
rung für die Zeit vom 1. August 2002 bis 31. Dezember 2003, zuzüglich 
5% ab 26. Februar 2004.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beklagten.“

Demgegenüber liess W. mit Prozessantwort vom 30. September 2004 die 
Abweisung der Klage unter Kosten und Entschädigungsfolge beantragen. Gleich-
zeitig liess der Beklagte der F.-AG, Treuhand und Revisionsgesellschaft, sowie V. 
und dem Architekten O. den Streit verkünden.

D. Mit Replik vom 3. November 2004 bestätigte A. ihre Rechtsbegehren. 
Die F.-AG liess sich am 5. November 2004 vernehmen. O. reichte seine Replik am 
29. November 2004 mit dem Antrag ein, die Klage sei unter Kosten- und Entschä-
digungsfolge abzuweisen. Der Rechtsvertreter von A. verzichtete mit Schreiben 
vom 7. Februar 2005 auf die Einreichung einer Duplik.

Am 27. Juli 2005 liess W. sodann I. den Streit verkünden.

E. Mit Urteil vom 13. Januar 2006, mitgeteilt am 21. März 2006, erkannte 
das Bezirksgericht Plessur:

„1. W. wird verpflichtet, A. CHF 31'194.--, zuzüglich 5% Zins auf den Betrag 
von CHF 30'129.-- seit dem Februar 2004, zu bezahlen.

2. (Kosten).

3. (….).

4. (Mitteilung).“

F. Dagegen liess W. am 3. April 2006 Berufung an das Kantonsgericht 
von Graubünden erklären mit folgenden Rechtsbegehren:

„I. RECHTSBEGEHREN

1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Klage sei vollumfäng-
lich abzuweisen.

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge für beide Instanzen zu Lasten der Beklagten.

II. BEWEISANTRAG

Es sei ein Augenschein durchzuführen.“

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G. Am 27. Juni 2006 führte das Kantonsgericht in der Liegenschaft am 
X.-Platz in S. einen Augenschein durch, an dem beide Parteivertreter sowie A. und 
der Berufungskläger teilnahmen. Es wurden keine Einwände betreffend Zuständig-
keit und Zusammensetzung des Gerichts erhoben. Das Gericht besichtigte die 1-
Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss der Liegenschaft, wo die Berufungsbeklagte 
beim Verlassen des Schlafplatzes auf der Galerie über eine mobile Leiter verunfallt 
war. Dabei wurde festgestellt, dass der heutige Zugang zur Galerie nicht mehr 
demjenigen entspricht, wie er zur Zeit des Unfalls ausgestaltet war; die Originalleiter 
wurde durch eine mittels zweier am oberen Ende der Holme befindlichen Haken 
fixierte Aluminiumleiter mit einseitigem Handlauf ersetzt. Der ursprüngliche Zustand 
ist jedoch mehrmals fotografisch festgehalten worden und unter den Parteien unbe-
stritten. Zudem erhielten sowohl die Parteivertreter wie auch beide Parteien Gele-
genheit, an Ort und Stelle Ausführungen zu den ursprünglichen Verhältnissen zu 
machen. Dabei wandte W. ein, der Mieter habe trotz Nachfrage nie Mängel an der 
Wohnung beanstandet. Überdies sei die Galerie im Mietvertrag nicht als Schlafraum 
deklariert. Gleichzeitig räumte der Berufungskläger jedoch ein, dass es nahe lie-
gend sei, die Galerie als Schlafplatz zu nutzen. Die Berufungsbeklagte demons-
trierte schliesslich den Unfallablauf. Danach hat A. die mobile Leiter am Unfalltag - 
wie sie es auch sonst immer getan habe - zum Hinuntersteigen vorwärts bestiegen, 
wobei sie sich am oberen Holzbalken sowie an den Seitenbalken festhielt. Als sie 
hinuntersteigen wollte und entsprechend mit dem einen Fuss auf die erste Sprosse 
getreten sei, habe die  Leiter nachgegeben und sei weggerutscht. In der Folge ist 
die Berufungsbeklagte durch die Luke auf den Boden der Wohnung gestürzt. Die 
Sturzhöhe (vom Boden der Galerie bis zum unteren Boden der Wohnung) beträgt 
nach Messung des Vorsitzenden anlässlich des Augenscheins 2.27 Meter.

Anlässlich der Fortsetzung der Berufungsverhandlung im Gerichtssaal des 
Kantonsgerichts wurde die Berufungserklärung verlesen. Nach Abschluss des Be-
weisverfahrens bestätigte und begründete der Parteivertreter von W. die schriftlich 
gestellten Berufungsanträge. Rechtsanwalt Thöny beantragte die Abweisung der 
Berufung. Er erklärte sich gegenüber dem Vorsitzenden damit einverstanden, dass 
auf eine formfreie sowie eine formelle richterliche Befragung der Berufungsbeklag-
ten verzichtet wird. Beide Rechtsvertreter gaben schriftliche Ausfertigungen ihrer 
Vorträge zu den Akten (Art. 51 Abs. 1 lit. b OG). 

Auf die Ausführungen der Parteivertreter zur Begründung ihrer Rechtsbegeh-
ren sowie auf die Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil wird, soweit erforderlich, 
im Folgenden eingegangen.  

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Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 58 OR hat der Eigentümer eines Gebäudes oder eines 
andern Werkes den Schaden zu ersetzen, den dieses infolge von fehlerhafter An-
lage oder Herstellung oder mangelhafter Unterhaltung verursacht. Vorliegend hat 
das Bezirksgericht Plessur die Voraussetzungen einer Werkeigentümerhaftpflicht 
nach Art. 58 OR als gegeben erachtet und den Beklagten verpflichtet, A. Schaden-
ersatz in Höhe von Fr. 31'194.-- zu leisten. Demgegenüber bestreitet W. im Beru-
fungsverfahren - wie bereits vor Schranken der Vorinstanz - eine Leistungspflicht 
aus Art. 58 OR. Konkret macht er dazu vorweg geltend, dass es der mobilen Leiter, 
welche den Zugang zur Galerie bildete, am Werkcharakter im Sinne von Art. 58 OR 
fehle, womit eine Werkeigentümerhaftung schon aus diesem Grunde ausser Be-
tracht falle. Darüber hinaus rügt der Berufungskläger die Feststellung der Vorin-
stanz, wonach es sich bei der Galerie um einen Schlaftrakt handelte und bestreitet 
mit Hinweis darauf das Vorliegen eines Werkmangels. Ebenso beruft sich W. in die-
sem Zusammenhang auf die Selbstverantwortung der Berufungsbeklagten und 
weist entsprechend darauf hin, dass der Zugang zur Galerie unter Anwendung der 
nötigen Vorsicht ohne Risiko begehbar gewesen wäre. Schliesslich wendet der Be-
rufungskläger ein, dass A. aufgrund der Art und Weise wie sie die Leiter hinab ge-
stiegen sei ein Selbstverschulden treffe. Dieses sei als derart schwer einzustufen, 
dass selbst unter Annahme eines Werkmangels jegliche Haftung des Werkeigentü-
mers verneint werden müsse beziehungsweise der geltend gemachte Schadener-
satzanspruch wesentlich zu kürzen sei. Dieser Argumentation kann - wie nachste-
hend zu zeigen sein wird - nicht gefolgt werden. 

a) Den Ausführungen des Berufungsklägers ist zwar insoweit beizupflich-
ten, als  er der zur Diskussion stehenden Leiter, welche ursprünglich den Aufgang 
zur Galerie bildete, die Eigenschaft eines Werkes im Sinne von Art. 58 OR aber-
kennt. Diese Leiter war nämlich weder fest mit dem Boden verbunden noch am 
Holzbalken der Galerie verankert, sondern lediglich daran angelehnt und geniesst 
folglich keinen Werkcharakter. Gleichwohl stellt aber die Liegenschaft respektive die 
Wohnung als Ganzes ein Werk im Rechtssinne dar, in dessen Gesamtkonzeption 
der Leiteraufgang einen Werkmangel bilden kann. Entscheidend ist, ob die Konzep-
tion der Wohnung als solche, das heisst die Kombination der einzelnen Gebäude-
teile, seien diese Bestandteile oder Zugehör, mangelhaft ist. Auch wenn es sich bei 
der mobilen Leiter um bloss freistehendes Zugehör ohne Werkcharakter handelt, 
lässt sich somit aus diesem Umstand keineswegs auf das Fehlen der Vorausset-
zungen für eine Werkeigentümerhaftung nach Art. 58 OR schliessen, wobei hierzu 

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anstelle weiterer eigener Begründung auch auf die zutreffenden Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen werden kann (vgl. vorinstanzliches Urteil, E. 4. a, S.7/8 und 
4. bb, S. 9 mit Literaturhinweisen [Art. 229 Abs. 3 ZPO]).

b) Der Einwand des Berufungsklägers, dass die Vorinstanz zu Unrecht 
von einer zulässigen Nutzung der Galerie als Schlaftrakt ausgegangen sei, ist eben-
falls zu verwerfen. 

Im Mietvertrag werden die Räumlichkeiten des Mietobjekts zur Benützung als 
Wohnräume vermietet (vgl. KB 2, S. 1), was auch die mögliche Nutzung der gemie-
teten Räume als Schlafplatz beinhaltet. Demzufolge musste der Mieter die gemie-
teten Räumlichkeiten, zu denen ebenfalls die in der Wohnung befindliche Galerie 
gehört, unter anderem auch zum Schlafen nutzen können. Auch wenn die Galerie 
im Mietvertrag nicht ausdrücklich als Schlafraum vorgesehen ist, lässt sich daraus 
entgegen der Auffassung des Berufungsklägers somit nicht ableiten, dass eine sol-
che Nutzung durch den Mieter unzulässig war. Dies umso weniger, als sich die Nut-
zung der Galerie als Schlafplatz - wie das Kantonsgericht anlässlich des am 27. Juni 
2006 durchgeführten Augenscheins feststellen konnte - allein schon aus der Kon-
zeption der Wohnung ergibt. Auf der unteren Ebene der Wohnung befindet sich 
nämlich abgesehen vom Badezimmer nur ein einziger Raum, welcher sowohl den 
Wohn- wie auch den Koch- und Essbereich umfasst und dementsprechend keinen 
Platz mehr für die Einrichtung einer Schlafstelle bietet. Als Schlafplatz bleibt somit 
gezwungenermassen nur die Galerie übrig, welche - wie sich das Kantonsgericht 
anlässlich des Augenscheins ebenfalls davon überzeugen konnte - denn auch mit 
sämtlichen für einen Wohnraum nötigen elektrischen Installationen ausgestattet ist. 
Entsprechend hat der Berufungskläger anlässlich des Augenscheins selbst ein-
geräumt, es sei nahe liegend, dass die Galerie als Schlafraum genutzt werde. 
Tatsächlich war dies denn auch sowohl beim ehemaligen Freund der Berufungsbe-
klagten, V., wie auch bei den Vormietern der Fall. Die Galerie diente mithin seit 
jeher als Schlaftrakt, was auch der Beklagte mit seinen Ausführungen in der Pro-
zessantwort vom 30. September 2004 bestätigt hat. Darin wird nämlich festgehalten 
(vgl. act. II.3, S. 3): „V., der Freund der heutigen Klägerin, war seit Juli 1998 Mieter 
und somit Besitzer dieser Wohnung. Der Zugang zum Schlaftrakt erfolgte stets 
über die Leiter, welche nun als mangelhaft taxiert wird. Diese Leiter wurde im Jahre 
1984 angebracht. Weder V., noch seine Vormieter haben je den Zustand beanstan-
det.“ Wie sowohl nach dem Gesagten als auch unter Bezugnahme auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 4. b. ba, S. 9 
[Art. 229 Abs. 3 ZPO]) festzustellen bleibt, vermag mithin die Behauptung des Be-

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rufungsklägers, es handle sich bei der Galerie lediglich um einen Abstellraum, wel-
cher nicht zu Wohnzwecken genutzt werden durfte, nicht zu überzeugen. Daran än-
dert auch der berufungsklägerische Einwand nichts, wonach die Galerie gemäss 
Ergänzungen zum Expertenbericht aufgrund der zu geringen Höhe kein Wohnraum 
im Sinne des Baugesetzes sei. Nachdem der Mietvertrag selbst die Benützung als 
Wohnräume ausdrücklich vorsieht, der Werkeigentümer das Mietobjekt also gerade 
zu Wohnzwecken vermietet hat, musste der Berufungskläger damit rechnen, dass 
die Mieter die Räumlichkeiten einschliesslich Galerie auch zu diesen Zwecken nutz-
ten. Wenn sich nun der Berufungskläger im Nachhinein darauf beruft, dass eine 
solche Nutzung wegen zu geringer Höhe der Galerie unzulässig sei, erscheint seine 
Argumentation somit geradezu rechtsmissbräuchlich. 

c) Die Vorinstanz ist also bei der Beurteilung der Frage, ob ein Werk-
mangel vorliegt, zu Recht vom bestimmungsgemässen Gebrauch der Galerie als 
Schlaftrakt ausgegangen. Ebenso zutreffend und einlässlich hat das Bezirksgericht 
Plessur unter Bezugnahme auf den Expertenbericht und die Ergänzungen dazu dar-
gelegt, dass der Zugang zum Schlaftrakt über die lediglich angelehnte Leiter, wel-
che weder mit dem Holzbalken der Galerie verankert noch mit dem Boden fest ver-
bunden war, dem Benutzer bei bestimmungsgemässem Gebrauch keine genü-
gende Sicherheit bot und somit offensichtlich mangelhaft war. 

Der Experte hält in den Ergänzungen zu seinem Bericht ausdrücklich fest, 
dass der Leiter bei einer Nutzung der Galerie als Schlaftrakt eine Funktion zuge-
sprochen werde, welche nach den Regeln der Baukunst eine Treppe oder zumin-
dest eine mit dem Bauteil fest verbundene Leiter zu erfüllen hätte (vgl. act. VII.3, S. 
6, Ziff. 5). Mit anderen Worten hätte also der Zugang zum Schlaftrakt auf der Galerie 
gemäss Ausführungen von D., wenn nicht mit einer eingebauten Treppe, so doch 
zumindest mit einer hinreichend fixierten Leiter ausgestaltet werden müssen. Wie 
aus den weiteren Ausführungen des Experten deutlich wird, vermag der ursprüngli-
che Zugang zur Galerie diesen Anforderungen jedoch nicht zu genügen. Zwar wa-
ren bei der ursprünglichen Leiter gegen das Abgleiten auf dem Boden unten zwei 
Gummifüsse mit Noppen über die Holme gestülpt. Überdies waren am oberen Ende 
der Leiter zwei gerippte Gumminocken aufgeschraubt, welche als Anschlag am Bal-
ken dienten. Die leicht abgerundeten Gummifüsse lagen jedoch nicht bündig auf 
dem Boden auf. Auch die Gumminocken lagen nicht bündig an, da der Galeriebal-
ken unregelmässig abgeschrägt war. Entsprechend betrug die Auflagefläche nur 
wenige Zentimeter (vgl. act. XIV.1, S. 3, S. 6 [Detailskizze], S. 10 [Fotos]). Das Zu-
sammenspiel der beiden Sicherungsmassnahmen war laut Gutachter somit nur 

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dann gegeben, wenn die mobile Leiter genau im richtigen Winkel angelehnt war 
(vgl. act. XIV.1, S. 3). Überdies führte D. im Ergänzungsbericht aus, dass die feh-
lende Fixierung der Leiter am Anlagepunkt bei einem seitlichen oder vom Auflager 
wegführenden Angriff von Horizontalkräften zu einem Versagen des Tragwerkteils 
durch Gleiten führe (vgl. act. VII.3, S. 6, Ziff. 6). Die Leiter war also mangels Fixie-
rung am Holzbalken auch nicht gegen seitliches Verrutschen oder Wegklappen ge-
sichert (vgl. act. VII.3, S. 10. Ziff. 2). Die an der Leiter angebrachten Gummiele-
mente boten mithin - wie die Vorinstanz gestützt auf die Ausführungen des Experten 
richtig festgehalten hat - keine genügende Stabilität, denn es bestand trotz der Gum-
minocken an den oberen Enden und der Gummifüsse jederzeit die Gefahr, dass die 
Leiter beim Besteigen auf dem Parkett weggleitet beziehungsweise seitlich vom 
Auflager wegklappt. Entsprechend kam auch der Experte D. in seinem Ergänzungs-
bericht zum Schluss, dass die Gebrauchstauglichkeit der Leiter als permanente Ver-
bindung zum Schlaftrakt auf der Galerie nicht gegeben ist (vgl. act. VII.3, S. 6, Ziff. 
6). Die Vorinstanz hat mithin zu Recht und gestützt auf zutreffende Überlegungen 
festgestellt, dass der Zugang zum Schlafplatz auf der Galerie über die ursprüngliche 
mobile Leiter mangelhaft war. Dabei legte sie ebenfalls richtig dar, dass der Einbau 
der nötigen Sicherheitsvorkehrungen technisch ohne weiteres realisierbar und die 
entsprechenden Investitionen dem Beklagten durchaus zumutbar gewesen wären. 
Die Zivilkammer des Kantonsgerichts kann sich somit anstelle weiterer eigener Be-
gründung darauf beschränken, gemäss Art. 229 Abs. 3 ZPO auf die diesbezüglichen 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. vorinstanzliches Ur-
teil, E. 4. bc - bh, S. 9-11). 

Weitere Ausführungen hiezu erübrigen sich denn auch schon deshalb, weil 
sich der beklagtische Rechtsvertreter mit der Frage, ob die Ausgestaltung des Ga-
leriezugangs mangelhaft war und mit den diesbezüglichen Ausführungen der Vor-
instanz in seinem Vortrag vor Kantonsgericht in keiner Weise substanziert ausein-
andergesetzt hat. Er hat lediglich pauschal auf seine Ausführungen vor Vorinstanz 
verwiesen und ist in der Folge nur auf die Fragen der Eigenverantwortung und des 
Selbstverschuldens der Berufungsbeklagten eingegangen (vgl. auch Plädoyer 
Rechtsanwalt Fryberg, S. 2 Ziff. 2). Prüfungsgegenstand und -umfang der Berufung 
können sich aber nur aus dem mündlichen Plädoyer (Art. 226-227 ZPO) ergeben. 
Der Berufungskläger hat sich in seinem Vortrag substanziert mit dem angefochte-
nen Urteil auseinanderzusetzen; ein pauschaler Hinweis auf das erstinstanzliche 
Plädoyer genügt nach ständiger Rechtssprechung des Kantonsgerichts nicht. So-
weit der Berufungskläger lediglich pauschal auf seine früheren Ausführungen vor 
Bezirksgericht verweist, dass heisst diese nicht vor Kantonsgericht selbst erneut 

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vorbringt, hat sich folglich die Zivilkammer des Kantonsgerichts damit nicht zu be-
schäftigen (vgl. dazu PKG 2000 Nr. 7, S. 41, E. 3/5, S. 48/52; vgl.  auch Urteile der 
Zivilkammer des Kantonsgerichts vom 14. Februar 2006 [ZF 05 14], E. 1 c.aa., S. 
11, vom 28. Februar 2005 [ZF 04 62] E. 1.b, S. 11/12 und vom 3. Oktober 2005 [ZF 
05 24] E. 1.b, S. 9).

Ergänzend bleibt somit in diesem Zusammenhang lediglich darauf hinzuwei-
sen, dass auch ein Abstellraum, der nicht wie ein Schlaftrakt mehrmals täglich, son-
dern bloss sporadisch aufgesucht wird, jederzeit gefahrlos begehbar sein muss. 
Auch wenn ein Raum nicht oft aufgesucht wird, so muss doch der Zugang dazu 
dann, wenn er benutzt wird, sicher sein. Davon kann aber bei der vorliegenden Kon-
zeption des Galeriezugangs über eine mobile Leiter, die mangels Fixierung am obe-
ren Holzbalken und fehlender Stabilität der angebrachten Gummielemente beim Be-
steigen jederzeit auf dem Boden oder oben wegrutschen beziehungsweise seitlich 
wegklappen konnte, nicht die Rede sein. Dies um so weniger, als ein Estrich oder 
Abstellraum der Lagerung von Gegenständen dient, deren Transport über den Zu-
gang - auch wenn er nicht oft benutzt wird - je nach Grösse und Gewicht des Trans-
portgutes Gefahren birgt, denen durch eine genügende Stabilisierung des Aufgangs 
vorzubeugen ist. Selbst wenn es sich bei der Galerie - wie vom Berufungskläger 
behauptet - entgegen den vorstehenden Erwägungen nicht um einen Schlaftrakt, 
sondern um einen Abstellraum gehandelt hätte, müsste mithin der Zugang dazu, so 
wie er zum Unfallzeitpunkt ausgestaltet war, als mangelhaft betrachtet werden. Dies 
wird denn auch durch die Ausführungen des Gutachters untermauert, wonach mo-
bile Leitern generell als permanente Verkehrswege nicht vorgesehen sind, auch 
nicht zu beschränkt zugänglichen Räumen wie Estrichen (vgl. act. VII.3, S. 6, Ziff. 
5). 

 d) Was sodann die Frage der Selbstverantwortung anbelangt, kann die 
Zivilkammer des Kantonsgerichts zunächst ebenfalls auf die zu bestätigenden Aus-
führungen der Vorinstanz verweisen (vgl. vorinstanzliches Urteil, E. 4.a S. 8, E. 4. 
be und bg, S. 11 [Art. 229 Abs. 3 ZPO]). Ergänzend bleibt sodann festzuhalten, dass 
die Leiter weder am oberen Holzbalken noch am Boden fixiert war. Zwar waren, um 
das Abgleiten auf dem Boden zu verhindern, unten zwei Gummifüsse mit Noppen 
über die Holme gestülpt. Zudem war das obere Leiterende mit einer Anschlagsvor-
richtung aus zwei aufgeschraubten Gummielementen versehen. Diese Schutzvor-
kehrungen allein boten jedoch - wie oben dargelegt - ohne zusätzliche Fixierung 
keinen genügenden Halt. Es bestand also bei der Benutzung des Zugangs jederzeit 
die Gefahr, dass die Leiter abrutscht oder wegklappt. Der Zugang war somit 

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schlichtweg unstabil. Fehlte es aber aufgrund der mangelhaften Gesamtkonzeption 
an der Stabilität des Zugangs, so war das Risiko eines Absturzes - wie die Vorin-
stanz zutreffend dargelegt hat - auch mit einem Mindestmass an Vorsicht nicht zu 
vermeiden. Der Berufungskläger wendet zwar mit Hinweis auf Brehm ein, dass der 
Werkeigentümer nicht nur ein normales, sondern gar ein insofern vorsichtiges Ver-
halten des Benützers erwarten darf, als dieser selbst auf offenbare sowie kleine und 
für ihn leicht vermeidbare Risiken achtet. Dies ist denn auch richtig (vgl. Roland 
Brehm, in: Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Band VI: Obligati-
onenrecht, 1. Abteilung, 3. Teilband, 1. Unterteilband: Die Entstehung durch uner-
laubte Handlungen, Art. 41-61 OR, 2. Aufl., Bern 1998, N 88 zu Art. 58 OR mit Hin-
weisen auf Lehre und Praxis). Die Leiter als solche war aber völlig intakt und darüber 
hinaus zum Schutz des Abgleitens mit einer Auflagevorrichtung sowie mit Gum-
mifüssen ausgestattet. Von sichtbaren Unvollkommenheiten, für die ein entspre-
chend höheres Mass an Aufmerksamkeit zu fordern wäre, kann folglich im vorlie-
genden Fall nicht gesprochen werden. Ebensowenig lagen bloss untergeordnete, 
geringfügige Risiken wie beispielsweise Abnützungsschäden (vgl. dazu ebenfalls 
Brehm, a.a.O., N 88 zu Art. Art. 58 OR) vor. Die  mobile Leiter war am abgerundeten 
Holzbalken lediglich angelehnt. Es fehlte ihr somit mangels Fixierung und ungenü-
gender Abstimmung der getroffenen Vorkehrungen an der Stabilität. Fester Stand 
und genügender Halt sind aber für einen gefahrlosen Zugang über eine Leiter auf 
eine erhöht angelegte Fläche unabdingbar. Von offenbaren, kleinen Risiken, welche 
bei angepasstem und entsprechend vorsichtigem Verhalten der Klägerin leicht ver-
meidbar gewesen wären, wie sie hier vom Berufungskläger geltend gemacht wer-
den, kann demnach nicht die Rede sein. Unter diesen Umständen vermag sich der 
Berufungskläger somit nicht auf die Eigenverantwortung der Klägerin zu berufen.

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass es seit Anbringung der Leiter 
im Jahre 1984 bis zum Ereignis vom 9. September 2001 offenbar nie zu einem Un-
fall oder anderen Problemen mit der Leiter gekommen ist. Die Tatsache, dass ein 
Werk jahrelang ohne negative Folgen benutzt wurde, liefert keinen Beweis für die 
Mängelfreiheit des Werkes. Sie mag zwar ein Indiz dafür sein, hat jedoch bloss die-
selbe schwache Aussagekraft wie der Umstand, dass schon frühere Unfälle zu ver-
zeichnen sind (vgl. Brehm, a.a.O., N 73 zu Art. 58 mit Hinweisen). Allein aus der 
Tatsache, dass bis zum Vorfall am 9. September 2001 jahrelang nie etwas passiert 
ist, kann folglich nicht darauf geschlossen werden, dass der Zugang mängelfrei war 
und der Unfall der Berufungsbeklagten sich lediglich deshalb ereignet hat, weil letz-
tere beim Besteigen der Leiter die in ihrer Eigenverantwortung liegenden Sorgfalts-
pflichten verletzt hat. Zu berücksichtigen bleibt in diesem Zusammenhang, dass bis 

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zum Einbau des im Unfallzeitpunkt bestehenden Parkettbodens jahrelang ein 
Spannteppich auf dem Boden der Wohnung lag, wobei es entsprechend den Aus-
führungen der Berufungsbeklagten nachvollziehbar erscheint, dass der Teppich im 
Unterschied zum glatten Parkettboden die Füsse der mobilen Leiter zumindest et-
was zu stabilisieren vermochte. Dabei erscheint es wesentlich, dass der Einbau des 
Parketts im Herbst 2000 erfolgte und der Unfall sich im September 2001 ereignet 
hat. Die dargelegten Umstände deuten mithin darauf hin, dass die Stabilität des 
Zugangs durch den Einbau des Parkettbodens nicht lange vor dem Unfall abgenom-
men hat und das Gefährdungspotential damit wahrscheinlich wesentlich verstärkt 
worden ist, womit die ohnehin schwache Aussagekraft der jahrelangen Unfallfreiheit 
derart an Gewicht verliert, dass diesem Umstand kein überzeugender Indiziencha-
rakter zugemessen werden kann. Wenn zudem der Berufungskläger einerseits be-
hauptet, die ursprüngliche Leiter sei sowohl vom Wohnungsmieter als auch von den 
Vormietern jahrelang rege benutzt worden, ohne dass es zu Unfällen gekommen 
sei, sich aber gleichzeitig darauf beruft, dass es sich bei der Galerie um einen bloss 
sporadisch zu nutzenden Abstellraum gehandelt habe, erweist sich seine Argumen-
tation als offensichtlich widersprüchlich und erscheint daher um so weniger über-
zeugend. 

Dass die Risiken mit einem Mindestmass an Vorsicht vermeidbar gewesen 
wären und somit kein Mangel vorlag, vermag der Berufungskläger im Übrigen auch 
nicht daraus abzuleiten, dass sich in all den Jahren weder V. oder die Berufungs-
beklagte noch einer der Vormieter je über den mangelhaften Galeriezugang be-
schwert haben. Die Reklamation eines Mangels bedingt, dass der mangelhafte Zu-
stand vom Benutzer überhaupt erkannt worden ist.  Davon ist aber vorliegend eben 
gerade nicht auszugehen. Die Leiter selbst wies nämlich keine sichtbaren Defekte 
auf und war sogar mit Schutzvorrichtungen (Gummifüsse, Auflagevorrichtung) aus-
gestattet. Ausserdem ist vor dem Unfall vom 9. September 2001 auch noch nie et-
was passiert. Unter diesen Umständen bestand mithin für die Benutzer keine Ver-
anlassung, auf die Mangelhaftigkeit des Galeriezugangs zu schliessen. Es lag für 
sie daher auch kein Grund vor, gegenüber dem Werkeigentümer eine diesbezügli-
che Reklamation anzubringen. Was sodann das vom Berufungskläger ebenfalls an-
gesprochene Verhalten der Klägerin und ihres damaligen Freundes nach dem Unfall 
anbelangt, fällt zwar tatsächlich auf, dass der Werkeigentümer erst mehr als ein 
Jahr nach dem Ereignis über den Unfall in Kenntnis gesetzt worden ist (vgl. KB 8). 
Entgegen den Ausführungen des Berufungsklägers liegt darin jedoch keineswegs 
ein Beweis dafür, dass sowohl die Berufungsbeklagte als auch V. selbst der Ansicht 
waren, der Unfall sei auf mangelhafte Vorsichtsmassnahmen ihrerseits zurückzu-

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führen. Den Einwand des Berufungsklägers, wonach die Benutzung des Galeriezu-
gangs unter Anwendung der notwendigen Vorsicht gefahrlos möglich gewesen 
wäre und der Unfall demnach der Eigenverantwortung der Klägerin zuzurechnen 
sei, hat die Vorinstanz folglich zu Recht verworfen.

e) Der Berufungsklägers wendet schliesslich ein, dass A. aufgrund der 
Art und Weise, wie sie die mobile Leiter hinab gestiegen sei, ein Selbstverschulden 
treffe, aufgrund dessen der Schadenersatzanspruch entfalle oder zumindest zu kür-
zen sei. Dabei geht er - wie die Berufungsbeklagte beim Augenschein bestätigt hat 
- zu Recht davon aus, dass letztere die Leiter zum Hinuntersteigen vorwärts, das 
heisst mit dem Rücken zu ihr bestiegen hat. Soweit der Berufungskläger darin ein 
Selbstverschulden der Berufungsbeklagten zu erkennen glaubt, kann ihm allerdings 
nicht gefolgt werden. 

Ein solches wäre allenfalls dann in Betracht zu ziehen, wenn das Hinabstei-
gen der Berufungsbeklagten über eine Leiter von einem Obstbaum beurteilt werden 
müsste. In jenem Fall steigt nämlich der Benutzer, wenn er oben in der Baumkrone 
angekommen ist, nicht aus der Leiter aus. Vielmehr bleibt er auf der Leiter stehen, 
von wo aus er das Obst pflückt und in der Folge entsprechend so wieder hinabsteigt 
wie er hinaufgestiegen ist, also immer mit dem Gesicht zur Leiter. Ein Umdrehen 
des Körpers, um vorwärts abzusteigen, müsste mangels Aus- und Einstieg auf der 
Leiter vollzogen werden und wäre demnach nicht nur unsinnig, sondern auch ge-
fährlich. Beim Hinabsteigen von einem Obstbaum über eine Leiter ist mithin unter 
dem Aspekt einer möglichst sicheren Benutzung ein Abstieg mit dem Gesicht zur 
Leiter, so wie diese bestiegen wurde vorzuziehen. 

Etwas anders sieht es im konkret zu beurteilenden Fall aus. Beim Zugang zu 
einem auf einer Galerie angesiedelten, begehbaren Raum, wie er hier vorliegt, bleibt 
nämlich der Benutzer nicht auf der Leiter stehen. Vielmehr benutzt er die Leiter eben 
gerade, um den Raum aufzusuchen, womit zwangsläufig jedes Mal ein Ausstieg 
aus der Leiter in den Raum und beim Verlassen der Galerie danach wiederum ein 
Einstieg in die Leiter erfolgen muss. Im Gegensatz zum Besteigen eines Obstbaums 
erscheint es hier also aufgrund der äusseren Umstände nicht geboten, dass der 
Benutzer die Leiter so hinabsteigen muss, wie er sie hinaufgestiegen ist. Darüber 
hinaus bleibt für den vorliegenden Fall zu berücksichtigen, dass sich die Berufungs-
beklagte bei einem rückwärtigen Einstieg in die Leiter nirgends richtig festhalten 
konnte. Die mobile Leiter war am Querbalken angelehnt, der sich am Boden der 
Galerieöffnung befindet und diesen mit trägt. Die beiden Seitenbalken laufen vom 

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Querbalken am Galerieboden Richtung Abgang aus der Galerieöffnung hinaus, 
nicht jedoch in den Galerieraum hinein (vgl. act. XIV.1, S. 7, 8 [Fotos]). Bei einem 
Einstieg mit dem Gesicht zur Leiter liegt folglich sowohl in Richtung Galerie als auch 
seitlich bloss der offene Raum vor dem Benutzer. Er kann sich demnach weder - 
wie es die Berufungsbeklagte gemäss ihrer Demonstration beim Einsteigen vor-
wärts getan hat - an den Seitenbalken oder am oberen Holzbalken festhalten, noch 
findet er irgendwo sonst auf Körperhöhe Halt. Eine Möglichkeit, sich beim Einstei-
gen rückwärts festzuhalten, bietet zwar allenfalls der Querbalken auf Höhe des Ga-
leriebodens. Dies erfordert jedoch ein Bücken und damit eine Verlagerung des Kör-
perschwerpunkts in Richtung zum Abgang, was den Abstieg rückwärts jedenfalls 
nicht weniger gefährlich erscheinen lässt, als der von der Berufungsbeklagten ge-
wählte Abstieg vorwärts, der ihr erlaubte, sich beim Einstieg an den Seitenbalken 
und am oberen Holzbalken festzuhalten. 

Der Berufungsbeklagte vermag denn auch nicht nachzuweisen, dass 
der Schaden bei rückwärtigem Betreten der Leiter mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit nicht eingetreten oder geringer ausgefallen wäre. Gemäss der von der Ge-
genpartei vor Schranken ausdrücklich anerkannten Unfallschilderung der Beru-
fungsbeklagten ist sie beim Einstieg vorwärts in die Leiter mit dem einen Fuss auf 
die erste Sprosse getreten, worauf die Leiter nachgab und weggerutscht ist. Der 
Leiterzugang war zufolge fehlender Fixierung und ungenügender Sicherungsvor-
kehrungen derart instabil, dass das blosse Betreten mit dem einen Fuss deren Ab-
gleiten zur Folge hatte. Inwiefern das Wegrutschen der Leiter durch den Einstieg 
rückwärts, bei dessen Ausführung ebenfalls zunächst mit einem Fuss auf die erste 
Sprosse gestanden wird, hätte verhindert werden können, ist mithin nicht einzuse-
hen. Vielmehr ist aufgrund der fehlenden Stabilität des Zugangs davon auszugehen, 
dass die Leiter bei einem rückwärtigen Einstieg, sobald die erste Sprosse mit einem 
Fuss belastet worden wäre, wahrscheinlich ebenso nachgegeben hätte, wie beim 
Absteigen vorwärts. Was sodann den möglichen Sturzverlauf und dessen Folgen 
im Falle eines rückwärtigen Abstiegs anbelangt, lassen sich bloss Spekulationen 
und Mutmassungen anstellen. Jedenfalls hätte das Nachgeben der Leiter auch beim 
Absteigen rückwärts einen plötzlichen Sturz in die Tiefe zur Folge gehabt, wobei 
kaum vorausgesagt werden kann, inwieweit die Stürzende noch zu reagieren und 
sich irgendwo festzuhalten oder abzustützen vermocht hätte beziehungsweise mit 
welchem Körperteil und wie hart sie mit diesem auf dem Boden aufgeprallt wäre. 
Entgegen dem Einwand des Berufungsklägers lässt sich daher nicht darlegen, dass 
sich die Berufungsbeklagte bei einem rückwärtigem Abstieg weniger gravierende 
Verletzungen zugezogen hätte, als sie sie durch ihren Absturz beim Einstieg vor-

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wärts erlitten hat. Ein Selbstverschulden der Berufungsbeklagten lässt sich sodann 
entgegen der Auffassung des Berufungsklägers auch nicht daraus ableiten, dass A. 
ihren damaligen Freund oft in seiner Mietwohnung besuchte und diese demnach 
gut kannte. Die besonderen rechtlichen und tatbeständlichen Verhältnisse des Mie-
ters zum Mangel können ihr als dessen langjährige Freundin, wenn überhaupt, näm-
lich nur dann entgegengehalten werden, wenn sie beziehungsweise der Mieter den 
Mangel kannte (vgl. Brehm, a.a.O., N 126 zu Art. 58 OR mit Hinwiesen auf die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung). Davon ist aber, wie bereits weiter oben dargelegt 
(vgl. dazu oben E. 1.d, letzter Abschnitt, S. 11/12), vorliegend gerade nicht auszu-
gehen. Die Argumentation des Berufungsklägers, wonach der Berufungsbeklagten 
die relative Gefährlichkeit des Galeriezugangs bekannt gewesen sei und sie ihr Ver-
halten entsprechend hätte anpassen müssen, entbehrt somit jeder Grundlage. Dies 
im Übrigen umso mehr, als sich A. gemäss dem auch von der Gegenpartei aner-
kanntem Unfallverlauf beim Besteigen der Leiter am oberen Holzbalken sowie an 
den Seitenbalken festgehalten hat, das heisst also sehr vorsichtig gewesen ist. Von 
einer Sorgfaltspflichtverletzung ihrerseits, welche eine Haftungsreduktion zu be-
gründen oder gar die Kausalität zu unterbrechen vermöchte,  kann daher nach dem 
Gesagten nicht die Rede sein, wobei diesbezüglich anstelle weiterer eigener Aus-
führungen auch auf die zutreffenden Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil verwie-
sen werden kann (vgl. vorinstanzliches Urteil, E. 5.a S.12, 5.d S. 14/15, E. 8. a 
S.23/24).

e) Die vorinstanzliche Berechnung des Schadens wird im Berufungsver-
fahren nicht mehr angefochten. Die Zivilkammer des Kantonsgerichts hat sich folg-
lich damit wie auch mit den übrigen unangefochten gebliebenen Punkten nicht mehr 
zu beschäftigen (vgl. dazu auch weiter oben E. 1.c, 3. Abschnitt, S. 8/9). 

2. Ist die Berufung nach dem Gesagten abzuweisen, so sind die Kosten 
des Berufungsverfahrens vom Berufungskläger zu tragen, welcher überdies ver-
pflichtet wird, der Berufungsbeklagten für die Umtriebe im Verfahren vor Kantons-
gericht eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 122 Abs. 1 und 2 
ZPO). Der vom Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten geltend gemachte zeitliche 
Aufwand wie auch die Barauslagen erscheinen angemessen. Der Berufungskläger 
hat A. demnach ausseramtlich mit Fr. 3'979.15 einschliesslich Mehrwertsteuer zu 
entschädigen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von  Fr. 6'000.-- und Schreibgebühren von Fr. 240.--, insgesamt somit Fr. 
6'240.--, gehen zu Lasten des Berufungsklägers, der zudem die Berufungs-
beklagte ausseramtlich mit Fr. 3'979.15 zu entschädigen hat. 

3. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin