# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eef6b8b4-2a22-5463-ac5c-0357bd5b5170
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-31
**Language:** de
**Title:** Gemischte Methode; Qualifikation nicht bestritten; Beschwerdeführerin geht im vom behandelnen Facharzt attestierten Umfang einer Arbeitstätigkeit nach, woraus ein rentenausschliessendes Einkommen resultiert.
**Docket/Reference:** IV.2014.01299
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.01299.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.01299
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
31. Mai 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene
X.___
wurde
in den Jahr
e
n 1995 bis 2000 auf Kosten der Eidgenössischen Invalidenversicherung zur Tanz- und Bewegungstherapeutin umgeschult (vgl. Mitteilungen vom 3
0.
März 1995,
Urk.
6/34, vom 1
6.
Februar 1998,
Urk.
6/44, Schreiben
der Versicherten vom 6.
August 2000,
Urk.
6/70,
und
Verfügung vom 1
4.
November 2000,
Urk.
6/74)
. In der Folge arbeitete sie als Fachlehrperson Sekundarstufe ohne Lehrerpatent bei der Stiftung
Y.___
(vgl. Arbeitsvertrag vom 2
2.
April 2010
Ziff.
1,
Urk.
6/80/1-2). Am
1
3.
März 2012
(Eingangsdatum gemäss Aktenverzeichnis) meldete sie sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
7
5). Nachdem die IV-Stelle
mit der Versicherten
am 2
3.
März 2012 ein Ressourcengespräch durc
hgeführt hatte (Bericht vom 23.
März 2012,
Urk.
6/77), liess sie einen Aus
zug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 2
7.
April 2012,
Urk.
6/81) und holte Arztberichte von
Dr.
med.
Z.___
, Spezialarzt FMH f
ür Innere Medizin, (undatierter, am
4.
April 2012 bei der IV-Stelle eingegange
ner
Bericht
,
Urk.
6/78) und von Dr.
med.
A.___
, Spezialarzt FMH für physikalische Medizin
und
Rehabilitation und
für Rheumaerkrankungen,
(Bericht vom 2./
3.
Mai 2012,
Urk.
6/83) ein. Am
5.
Juli 2013 führte die IV-Stelle
an ihrem Sitz mit der Versicherten ein Haushaltsabklärungsgespräch
durch (Bericht vom
9.
Juli 2013,
Urk.
6/105). Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom 2
6.
März 2014,
Urk.
6/108, und Einwand vom
2
6.
April 2014,
Urk.
6/111) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom
6.
No
vember 2014 ein
en
Anspruch
der Ver
sicherten auf
eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte
am
4.
Dezember 20
14 Beschwerde und bean
tragte sinngemäss die Ausrichtung einer Invalidenrente (
Urk.
1). Die
Beschwer
degegnerin
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Januar 2015 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), wa
s der Beschwerdeführerin am 28.
Januar 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin ging i
n der angefochtenen Verfügung vom 6.
No
vember 2014 davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne
Gesundheits
schaden
in einem Pensum von 46
%
als Lehrerin arbeiten
würde. 40
% entfielen auf den Aufgabenbereich und 14
%
auf
die Freizei
t. Aus medizinischer Sicht sei der Beschwerdeführerin
die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Lehrerin noch zu 50
%
zumutbar. Im Aufgabenbereich bestehe eine Einschränkung vo
n 50
%
. Ins
gesamt resultiere so bei gewichteten Teilinvaliditätsgraden von 0
%
(
Erwerbs
bereich
) und 20
%
(Haushaltsbereich)
ein Invaliditätsgrad von 20
%
(
Urk.
2).
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte hiergegen im
Wesentlichen
vor
,
als
Fach
lehrerin
ohne Diplom sei sie
bei der
Y.___
angestellt gewesen.
Sie habe an dieser Schule ihren 46%-Job gekündigt, weil sie die Fächer Tanzen und Garten krankheitshalber nicht mehr habe anbieten sowie die vielen Trep
pen nicht mehr habe bewältigen
können. Sie arbeite heute noch 39
%
, 25
%
davon
bei der
Pri
marschule
B.___
(Fr. 23‘086.
--
pro Jahr) und erneut 14
%
bei der
Y.___
. Dies sei wieder möglich, weil das Unterrichtszimmer für textiles Gestalten in das Erdgeschoss verlegt worden sei. Sie könne Tanzen und Garten nicht mehr anbieten und daher
ihre ursprüngliche Lohnstufe
nicht mehr erreichen.
Sie könnte
bei einem 50%-Pensum an der
Primarschule
B.___
Fr. 46‘172.
--
ver
dienen oder
unter Beibehaltung des
14%
-Pensums bei der
Y.___
Fr. 51‘059.--.
Die Annahme, sie könne weiterhin das ursprüngliche Einkommen erzielen, sei daher nicht korrekt.
Dr.
A.___
habe sie bei der 46%-Anstellung zu 50
%
arbeitsfähig ge
schrieben (
Urk.
1).
2.
2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
2.2
2.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.2.2
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (
Art.
28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E.
3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemein
nützige und künstlerische Tätigkeiten (
Art.
27
der Verordnung über die Invali
denversicherung; IVV
).
In der Rechtsprechung wurde als
Aufgabenbereich
auch die unentgeltliche Pflege und Betreuung von Angehörigen anerkannt (BGE 141 V 15 E. 4.4 mit Hinweis auf das Urteil des damaligen Eidgenössischen
Versi
che
rungsgerichts
I 61/81 vom 1
9.
Oktober 1982).
2.2.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird
gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundegerichts
für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die
Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufga
benbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelte
n und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
3.
3.1
Dr.
Z.___
hielt
in seinem undatierten, am
4.
April 2012 bei der
Beschwer
de
gegnerin
eingegangenen Bericht
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
s
eronegative
Arthritis (nicht weiter qualifizierbar) bestehend seit der Jugend, Exazerbation seit 2006
-
s
ystemischer Lupus
erythematodes
bestehend seit 1988
-
Status nach zwei Jahren Behandlung mit Steroiden,
Antirheumatika
und
Imurek
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Status nach Febris
rheuma
tika
nach Angina mit
Kardiomegalie
bei erhaltener kardialer Leistungsfähigkeit und
residueller
Extrasy
s
tolie
.
Die Beschwerdeführerin sei wegen Gelenkschmerzen seit dem 2
2.
November 2010 zu 50
%
arbeits
un
fähig. Tanzen
sei
ihr
nicht mehr möglich
. Sonstige Tätig
keiten seien täglich je nach Schmerzen unterschiedli
ch
zumutbar
, im Durch
schnitt aber
nur in einem Pensum von
50
%
bzw. vier Stunden pro Tag
(
Urk.
6/78
).
3.2
Dr.
A.___
erklärte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2.
/
3.
Mai 2012, er habe die Beschwerdeführerin vom 1
6.
Februar bis 1
6.
März 2011 behandelt.
Als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
die
seronegative
Arthritis. Die bisherige Tätigkeit sei noch möglich, es bestehe jedoch eine verminderte Leistungsfähigkeit.
Während der Behandlung bei ihm habe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestande
n.
Falls die Gelenkerkrankung befriedigend eingestellt werden könne (Vermeidung der entzündlichen Schübe)
,
sei in einer körperlich
nicht
bel
a
st
e
nden Tätigke
it auch ein 100%-Pensum mög
lich
(
Urk.
6/83
/1-7
).
3.3
Mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
1
9.
November 2012 erklärte Dr.
A.___
, er habe die Beschwerdeführerin am 3
1.
Oktober 2012 erneut kon
trolliert. Zum Zeitpunkt der Untersuchung hätten weder subjektive Beschwerden noch kl
i
nisch oder laborchemisch entzündliche Befunde der nicht sicher
qualifi
zierbaren
seronegativen
Arthritis bestanden. Unter
Celebrex
200mg und
Homö
o
pathika
hätten keine Zeichen eines aktiven entzündlichen Gelenkgeschehens
vorgelegen
. Die Arbeitsfähigkeit als Lehrerin sei bis auf Weiteres 50
%
(
Urk.
6
/87/4-5).
3.4
Dr.
Z.___
erklärte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
4.
Januar 2013, die Beschwerdeführerin habe als Fachlehrerin für Werken unter Schmer
zen 46
%
gearbeitet. Dies sei mit häufige
n
Wechsel
n
zwischen Sitzen und Stehen einigermassen gegangen. Das Pensum sei wenn möglich auf 33
%
zu reduzieren.
Es gebe keine besser geeignete
Tätigkeit. Eine Tätigkeit im Büro
beispielsweise
wäre weniger geeignet, da die Beschwerdeführerin höchstens eine halbe Stunde am Stück
sitzend
arbeiten könne (
Urk.
6
/88).
3.5
Die Beschwerdeführerin wurde im April und Mai 2014 in der Klinik für Rheuma
tologie des
C.___
untersucht.
Dr.
med.
D.___
, Oberärztin, hielt mit Bericht an
Dr.
Z.___
vom 2
6.
Mai 2014 als Diagnosen fest:
-
s
eronegative
Polyarthritis
-
kli
nisch CTS rechts
-
(Akten-)an
a
mnestisch Status nach rheumatischem Fieber 1966 (7-jährig)
Sie könnten die Diagnose einer
seronegativen
Polyarthritis bestätigen.
Immunse
rologisch
fänden sich nach wie vor keine Hinweise für das Vorliegen eines
systemischen Lupus
erythematodes
oder einer
Seropositivität
. Der bishe
rige Verlauf sei glücklicherweise
anerosiv
. Sie würden das Einfüh
r
en einer
anti
entzündlichen
Basistherapie mit
Methotrexat
empfehlen. Die Beschwerdeführe
rin habe jedoch mitgeteilt, dass sie sowohl auf die Therapie mit
Methotrexat
als auch auf eine initial überlappende Behandlung mit Prednison verzichten wolle (
Urk.
6/115).
4.
Wie dargelegt (E. 1.1) erachtet die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit noch
als
zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
2; vgl. auch Stellungnahmen von
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vo
m Regionalen Ärztlichen Dienst
der
Beschwer
degegnerin
vom 1
5.
Mai 2012 und vom 3
0.
Januar 2013,
Urk.
6/107).
Diese
Beurteilung
steht in Übereinstimmu
ng mit der Einschätzung von Dr.
A.___
,
welcher der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bzw. vier Stun
den pro Tag attestiert
e
(vgl.
Urk.
6/83/3, E. 3.2 und E. 3.3). Dr.
Z.___
attestierte der Beschwerdeführerin in seinem am
4.
April 2012 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen Bericht ebenfalls
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bzw. vier Stunden pro Tag (
Urk.
6/
78, E. 3.1). Im Bericht vom 14.
Januar 2013 hielt er zwar fest, dass das Pensum wenn möglich auf 33
%
zu reduzieren sei, er erklärte jedoch weder, dass die Weiterleistung des zuvor erbrachten Arbeitspensums nicht
mehr
möglich sei
,
noch dass es zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sei (E. 3.4). Nachdem sich
Dr.
D.___
im Bericht vom 2
6.
Mai 2014 (E. 3.5) nicht zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin äusserte und aus ihrem Bericht auch keine Angaben hervorgehen, wel
che auf eine weitergehende als eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit schliessen liessen,
liegen keine Anhaltspunkte
dafür
vor, dass die Beschwerdeführerin nicht mindestens zu 50
%
arbeitsfähig ist.
Es ist denn auch aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2012 tatsächlich zu
rund
50
% arbeitstätig war (vgl. nachstehend
E. 7.3.2)
.
Wie nachfolgend zu zeigen ist, kann offen gelassen werden, ob die Beschwerdeführerin
(in angepasster Tätigkeit)
nicht
sogar
in einem weitergehenden Umfang noch arbeitsfähig ist, hat sie doch auch bei der Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit keinen Rentenanspruch.
5
.
Die
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation der Beschwerde
führerin als
im Gesun
dheitsfall zu 46
%
erwerbstätig und
zu 40
%
im Aufga
benbereich tätig
(vgl. E. 1.1)
wird von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt (
Urk.
1
; E. 1.2
)
. Die Qualifikation erweist sich denn auch als rechtens.
So gab die Beschwerdeführerin im Rahmen der Haushaltsabklärung vom
5.
Juli 2013 an, dass sie bei guter Gesundheit bei ihrer ursprünglichen Arbeitgeberin hätte bleiben wollen. Das Arbeitspensum von 46
%
habe genügend Einkünfte gebracht und habe ideal zu ihrer Lebensweise gepasst.
Sie
habe
weiterhin in
F.___
gelebt
und
in
G.___
ihrer Mutter bei der Betreuung des schwer dementen Vaters geholfen. Gesamthaft habe sie dafür zwei Wochentage investiert. Die restliche Zeit sei für ihre persönliche Freizeit reserviert gewesen (
Urk.
6/105/2).
6.
I
m Aufgabenbereich
erachtete die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als
zu 50
%
eingeschränkt (
Urk.
2, vgl. Abklä
rungsbericht
9.
Juli 2013, Urk.
6/105).
Diese Einschätzung basiert im Wesentlichen auf der nicht weiter überprüften Angabe der Beschwerdeführerin, sie könne nur noch einen Tag pro Woche ihre Mutter bei der Pflege des Vaters unterstützen (
Urk.
6/105/2).
Es kann offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich
im von ihr geltend gemachten Umfang im Aufgabenbereich ein
geschränkt ist, hat sie doch – wie nachfolgend zu zeigen ist - selbst bei der Annahme einer 50%igen Einschrän
kung im Aufgabenbereich keinen Rentenanspruch.
7
.
7.1
Für den Einkommensvergleich
z
ur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
sind die Ver
hältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grund
lage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichs
einkommen
bis zum Verfügungserlass respektive bis zum
Einsprache
entscheid
zu berücksichtigen sind. Bevor die Verwaltung über einen
Leistungs
anspruch
befindet, muss sie daher prüfen, ob allenfalls in der dem
Rentenbe
ginn
folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen wei
teren Einkommensvergleich durchzuführen (BGE 129 V 222 E. 4.2 in
fine
, 128 V 174, Urteil des Bundesgerichts I 156/02 vom 26. Mai 2003).
Nachdem
die Beschwerdeführerin
nach eigenen Angaben
ihre ursprüngliche Arbeits
stelle bei der
Y.___
aus gesundheitlichen Gründen per Februar 2011 gekündigt und sie sich
am
1
3.
März
2012 (Urk.
6
/
75
, Datum gemäss
Aktenver
zeichnis
) bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet hatte, war der frühestmögliche Rentenbeginn im
September
2012 (
vgl. E. 2.1
).
7.2
Die Beschwerdeführerin arbeitete bis Mitte Februar 2011 als Fachlehrperson Sekundarstufe 1 ohne Lehrerpatent i
n
einem Pensum von (gerundet) 46
%
bei der
Y.___
.
Dabei erzielte sie
ab August 2010
ein Einkommen von Fr. 57‘439.85
pro Jahr
. In den Jahren 2008 bis 2010 hatte sie Einkommen von Fr. 58‘148.-- bzw. Fr. 59‘041.
--
bzw. Fr. 59‘120.-- erzielt
(B
efristeter Arbeitsvertrag, Urk.
6/80/1-2;
Lohnausweise 200
8
bis 201
1
,
Urk.
6/99/2,
Urk.
6/9
9
/1,
Urk.
6
/97/2 und
Urk.
6/97/4
). Die Beschwerdeführerin
gab
gemäss ihren
eigenen Angaben die bei der
Y.___
ausgeübte Tätigkeit
aus gesundheitlichen Gründen auf
(
Urk.
6/91,
Urk.
1)
.
Das Einkommen des Jahres 20
09 in Höhe von Fr. 59‘041.--
-
welches bei der Anpassung an den Nominallohnindex ein höheres Einkommen ergibt als das nominal höhere Einkommen des Jahres 2010
von Fr. 59‘120.--
- entsprach in Anpassung an die Nomin
allohnentwicklung im Jahr 2012
einem Einkommen von Fr.
60‘
721.90
(Fr. 59‘
041
.-- :
106,4 x 107,6 :
100 x 1
01,7;
vgl.
die
Tabellen T1.2.05 [Nominallohnindex Frauen 2006-2010] M,N,O sowie
T1.2.10,
[
Nomi
nallohnindex
Frauen 2011-2015]
P
des Bundesamtes für Statistik
)
.
7.3
7.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
7.3.2
Die Beschwerdeführerin arbeitete nach dem Ende der Anstellung bei der
Y.___
v
om 2
1.
Februar bis 1
8.
März 2011 in e
inem
Pensum von 10,34
%
und vom
19.
März bis 3
1.
Juli 2011 eine einem Pensum von 17,24
%
für die
Primarschule
H.___
und erzielte dabei ein Einkommen von total Fr. 8'147.--
(Lohnausweis
Urk.
6/97/
6-
7)
.
Zusätzlich b
ezog
sie
Arbeitslosenentschädigung (
Bescheinigung vom
5.
Januar 2012,
Urk.
6
/97/3).
Ab
dem
1.
August 2011 arbeitete die Beschwerde
führerin in einem Pensum von 25
%
(7 Wochenlektionen)
bei der Primarschule
B.___
und erzielte dabei ein Einkommen von
Fr. 1‘923.90 pro Monat (
Fr.
23‘086.65
:
12;
Verfügung vom
9.
August 2011,
Urk.
6
/80/7-8
,
und Lohnausweis Urk.
6/97/8
)
.
Ab dem gleichen Zeitpunkt
war sie bei der Sekun
darschule
I.___
angestellt
(3 Wochenlektionen = 10,
71
Stellen
prozent
)
und erzielte ein Einkommen von Fr. 986.20 pro Monat (
Fr. 4‘931.
-- :
5;
Lohnausweis,
Urk.
6/97/5
;
Urk.
6/80/6
).
Ab dem
1.
Januar 2012 war die Beschwerdeführerin weiterhin bei der
Primar
schule
B.___
in einem Pensum von 25
%
angestellt und erzielte dabei im Jahr 2012
ein Einkommen von
Fr. 24‘702.-- (Aufstellung der Beschwerde
führe
rin,
Urk.
6/79, und Lohnausweis,
Urk.
6/97/12). Zudem arbeitete sie wieder bei der Primarschule
H.___
und zwar zunächst in einem Pensum von 10,71
%
und ab
1.
August 2012 in einem Pensum von 7,41
%
. Sie erzielte dabei im Jahr 2012 einen Lohn von Fr. 10‘167.-- (Lohnverfügung, Urk.
6/80/4-5, und
Lohn
ausweis
,
Urk.
6/97/10-11).
Vom
1.
Januar 2012
bis Ende Juli 2012 a
rbeitete die
Beschwerdeführerin ferner
in einem Pensum von 10,71
%
für die Sekun
darschule
I.___
(
Personalblatt,
Urk.
6/80/6)
und erzielte in dieser Zeit
ein
Einkommen
von
Fr. 7‘226.-- (Lohnausweis, Urk.
6/97/9).
Ab
dem
1.
August 2012 arbeitete
die Beschwerdeführerin wieder
in e
inem Pensum von 14
,29
%
bei der
Y.___
(
Urk.
6/84/1-2)
. Dabei erzielte sie bis Ende 2012 ein Einkommen von total Fr. 7‘425.--
(
Lohnausweis,
Urk.
6/97/14)
.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die
Beschwerdeführerin
in den genannten Tätigkeiten
im Jahr 2012 ein
rentenausschliessendes
Einkommen von Fr.
49‘520
.
--
erzielte
(
Fr. 24‘702.--
[
Urk.
6/97/12]
+ Fr. 10‘167.--
[
Urk.
6/97/10]
+ Fr. 7‘226.--
[
Urk.
6/97/9
]
+
Fr. 7‘425.--
[
Urk.
6/97/14
];
[Fr.
60‘721.90
- Fr.
49‘520
.--] :  Fr.
60‘721.90
=
18,4
%
;
18,4
%
x 0,46 x + 20
%
=
28,4
%
). Aus den
Ende 2012 noch inne gehabten Stellen bei der Primarschule
B.___
, der Primarschule
H.___
und der
Y.___
ergibt sich sogar ein Einkommen von Fr. 50‘592.
4
5 (Primarschule
B.___
: Fr. 24‘702.--; Primarschule
H.___
: Fr. 8‘
0
70.45 [Fr. 10‘167.-- : {7 x 0,1071 + 5 x 0,0741} x 0,0741
x 12
]
;
Y.___
: Fr. 17‘820.-- [Fr. 7‘425.-- : 5 x 12]).
Es liegen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass
es der Beschwerdeführerin nach dem Jahr 2012 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen wäre,
dieses Einkommen weiter zu
erzielen.
8.
I
n Anbetracht dessen, dass
die Schweiz betreffend das
Urteil der zweiten Kam
mer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR)
Di
Trizio
gegen
di
e Schweiz vom 2. Februar 2016 (7186/09), in welchem festgehalten wurde, dass
di
e Anwendung der gemischten Invali
di
tätsbemessungsmethode in der Invalidenversicherung unter Umständen Art. 14
der Europäischen
Menschen
rechtskonvention
(
EMRK;
Di
skriminierungsverbot) in Verbindung mit Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens)
verletze, die Über
weisung an die grosse Kammer beantragt hat (
Art.
43
Abs.
1 EMRK)
,
besteht kein Anlass, von der bisherigen Praxis abzuweichen. Nach dem Gesagten
erweist
sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
9.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend ist die Kostenpauschale auf Fr.
5
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler