# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 102199bb-2376-5aa0-8a58-728e40865c30
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 22.02.2021 SK 2019 269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-269_2021-02-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 19 269

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. Februar 2021 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichter Gerber, 
Obergerichtssuppleantin Weingart
Gerichtsschreiberin Ragonesi

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
amtlich vertreten durch Rechtsanwältin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand sexuelle Nötigung, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 12. Februar 2019 (PEN 2018 360)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht, nachfolgend: Vorinstanz) 
vom 12. Februar 2019 wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) schuldig 
erklärt der sexuellen Nötigung, begangen am 11. November 2017 zwischen ca. 
08.00 Uhr und 10.30 Uhr in E.________, F.________, zum Nachteil von 
C.________ (nachfolgend: Privatklägerin) sowie der Übertretung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, durch Erwerb, Besitz und Konsum von Marihuana in der Zeit 
vom 10. November 2017 bis 11. November 2017 in E.________, F.________, und 
zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten (unter Anrechnung von einem Tag Polizei-
haft, unter Gewährung des bedingten Vollzugs und Ansetzung einer Probezeit von 
zwei Jahren) sowie zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00 (1 Tag Ersatzfrei-
heitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung) verurteilt. In Anwendung von Art. 66a 
Abs. 1 Bst. h StGB wurde eine Landesverweisung von fünf Jahren ausgesprochen. 
Ferner wurden dem Beschuldigten die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 
18‘189.60 auferlegt und das amtliche Honorar der Verteidigung und der unentgeltli-
chen Rechtsvertretung der Privatklägerin bestimmt. Weiter wurde der Beschuldigte 
zur Bezahlung von CHF 15'000.00 Genugtuung (zzgl. Zins zu 5% seit dem 11. No-
vember 2017) sowie einer Parteientschädigung von CHF 9'063.60 an die Privatklä-
gerin verurteilt und festgehalten, dass sich diese die Geltendmachung von Scha-
denersatz vorbehalte. Für den Zivilpunkt wurden keine Kosten ausgeschieden. 
Schliesslich wurden die notwendigen Verfügungen (DNA und biometrische erken-
nungsdienstliche Daten) erlassen und die Ausschreibung der Landesverweisung im 
Schengener Informationssystem (SIS) angeordnet (pag. 405 ff.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Verteidigung des Beschuldigten, Rechtsanwalt 
B.________, mit Schreiben vom 21. Februar 2019 frist- und formgerecht die Beru-
fung an (pag. 412). Die Berufungserklärung erfolgte am 22. Juli 2019 (pag. 458 ff.). 
Angefochten wurden der Schuldpunkt der sexuellen Nötigung und die diesbezügli-
chen Verurteilungen, Kostenfolgen und die Landesverweisung, die Zivilklage sowie 
die administrativen Folgen des Schuldspruchs. In Bezug auf die Übertretung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz wurde das erstinstanzliche Urteil hingegen nicht be-
anstandet. Namens des Beschuldigten stellte Rechtsanwalt B.________ sodann 
die Anträge, es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland 
vom 12. Februar 2019 betreffend Ziffer I. Ziffer 2 (Übertretung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz) in Rechtskraft erwachsen sei. Der Beschuldigte sei freizuspre-
chen vom Vorwurf der sexuellen Nötigung und der sexuellen Belästigung (mehr-
fach), angeblich begangen am 11. November 2017 zwischen ca. 08.00 Uhr und ca. 
10.30 Uhr in E.________, F.________, zum Nachteil der Privatklägerin. Dem Kan-
ton Bern seien die auf den Freispruch entfallenden Verfahrenskosten des erstin-
stanzlichen Verfahrens sowie des Rechtsmittelverfahrens aufzuerlegen. Dem Be-

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schuldigten sei für im erstinstanzlichen Verfahren sowie im Rechtsmittelverfahren 
entstandene Verteidigungskosten eine Entschädigung gemäss eingereichten Kos-
tennoten sowie eine Entschädigung von CHF 100.00 für die ungerechtfertigte Poli-
zeihaft von einem Tag auszurichten. Die erhobenen DNA-Profile seien zu löschen 
und die Klage der Privatklägerin sei abzuweisen. Unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (pag. 458 f). 

Mit Eingabe vom 29. Juli 2019 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass sie 
weder Anschlussberufung erkläre noch ein Nichteintreten auf die Berufung des Be-
schuldigten beantrage (pag. 466 f). Am 30. Juli 2019 teilte die Privatklägerin eben-
falls mit, weder Anschlussberufung erklären zu wollen noch ein Nichteintreten auf 
die Berufung des Beschuldigten zu beantragen (pag. 468).

Die Berufungsverhandlung vom 11./12. Mai 2020 wurde auf Antrag des Beschul-
digten sowie unter Einreichung eines ärztlichen Attests abgesetzt (pag. 511 f., pag. 
522 f., pag. 525 ff.) und mit Vorladung/Verfügung vom 27. Mai 2020 auf den 
22./23. Februar 2021 verschoben (pag. 544 ff.).

Die Privatklägerin wurde mit Ausnahme ihrer eigenen Befragung von der Verhand-
lung dispensiert. Ebenso wurde eine Konfrontation vermieden und die Öffentlichkeit 
während ihrer Befragung ausgeschlossen (vgl. Anträge vom 16. April 2020 [pag. 
497] und 16. Februar 2021 [pag. 566] sowie Verfügungen vom 20. April 2020 [pag. 
500 ff.] und 17. Februar 2021 [pag. 568 f.]). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen Strafregister-
auszüge (pag. 517, pag. 557) und ein Leumundsbericht über den Beschuldigten 
(pag. 491) eingeholt. 

Die vom Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichten Doku-
mente (Schreiben von G.________ vom 17. Februar 2021, Studienverlaufsbe-
scheinigung, Immatrikulationsbestätigung, Kopie des Studierendenausweises der 
Universität H.________, pag. 600 ff.) wurden zu den Akten erkannt (pag. 580). 
Ferner wurden die Privatklägerin und der Beschuldigte ergänzend einvernommen 
(pag. 581 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der Berufungsver-
handlung namens und auftrags des Beschuldigten die folgenden Anträge (pag. 
605, Hervorhebungen im Original):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 12. Februar 2019 be-
treffend Ziffer I. Ziffer 2 (Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz) in Rechtskraft erwach-
sen ist.

2. Der Beschuldigte sei

freizusprechen

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vom Vorwurf der sexuellen Nötigung (Art. 189 StGB) und der sexuellen Belästigung (Art. 198 
StGB), angeblich begangen mehrfach am 11.11.2017 zwischen ca. 08:00 Uhr und 10.30 Uhr in 
E.________, F.________, z.N. von Frau C.________. 

3. Die auf den Freispruch entfallenden Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens sowie 
der Rechtsmittelverfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

4. Dem Beschuldigten sei für im erstinstanzlichen Verfahren entstandenen Verteidigungskosten ei-
ne Entschädigung gemäss dort eingereichter Kostennote auszurichten.

5. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung im oberinstanzlichen Verfahren sei gemäss 
eingereichter Kostennote festzusetzen.

6. Dem Beschuldigten sei für ungerechtfertigte Polizeihaft von 1 Tag eine Entschädigung von 
CHF 100.00 auszurichten.

7. Die erhobenen DNA-Profile seien zu löschen.

Im Zivilpunkt:

8. Die Zivilklage sei abzuweisen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

Der Stv. Generalstaatsanwalt I.________ stellte anlässlich der Berufungsverhand-
lung seitens der Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 609 f., Hervor-
hebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 12.02.2019 insofern in 
Rechtskraft erwachsen ist, als

1. A.________ schuldig gesprochen wurde der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
durch Erwerb, Besitz und Konsum von Marihuana in der Zeit vom 10.11 bis 11.11.2017 in 
E.________, F.________;

2. A.________ verurteilt wurde zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00, unter Festsetzung 
der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 1 Tag;

3. die amtliche Entschädigung sowie das amtliche Honorar festgelegt wurden.

II.

A.________, sei schuldig zu sprechen der sexuellen Nötigung, begangen am 11.11.2017 zwischen 
ca. 08:00 und 10:30 Uhr in E.________, F.________, z. N. von C.________ und in Anwendung der 
einschlägigen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten unter Anrechnung von einem Tag Untersuchungshaft. 
Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben mit einer Probezeit von 2 Jahren;

2. Es sei in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB eine Landesverweisung von 5 Jahren aus-
zusprechen.

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3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (zzgl. Gebühr gemäss Art. 21 
VKD von Fr. 600.00).

III.

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung etc.).

Rechtsanwältin D.________ stellte namens und auftrags der Privatklägerin folgen-
de Anträge (pag. 611, Hervorhebungen im Original):

Das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 12. Februar 2019 sei zu bestätigen und

I. A.________ sei

schuldig zu sprechen

wegen

sexueller Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) begangen am 11. November 2017, zwischen ca. 
08:00 Uhr und ca. 10:30 Uhr in E.________ z.N. C.________.

II. A.________ sei

zu verurteilen

1. zu einer angemessenen Strafe;

2. zur Bezahlung einer Genugtuung an C.________ in der Höhe von CHF 15'000 zuzüglich Zins 
zu 5% seit dem 11. November 2017;

3. zur Bezahlung einer Parteientschädigung an C.________ in der Höhe von 
CHF 9'063.60 für das erstinstanzliche Verfahren;

4. zur Bezahlung einer Parteientschädigung an C.________ in der Höhe von 
CHF 6'698.85 für das oberinstanzliche Verfahren;

5. zur Bezahlung der gesamten erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

III. Weiter sei zu

verfügen

Das Honorar der amtlichen Rechtsbeiständin von C.________ sei für das erstinstanzliche Verfahren 
zu bestätigen und für das oberinstanzliche Verfahren gemäss eingereichter Honorarnote gerichtlich 
festzusetzen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Urteil der Vorinstanz wurde nur teilweise angefochten und ist damit betreffend 
den Schuldspruch für die Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie die 
in diesem Zusammenhang ausgesprochene Übertretungsbusse von CHF 100.00 
(inkl. Ersatzfreiheitsstrafe) in Rechtskraft erwachsen. Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens bildet damit der Schuldspruch wegen sexueller Nötigung (Ziff. I.1. des 
erstinstanzlichen Dispositivs), die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Mo-
naten, die Landesverweisung von fünf Jahren und die Auferlegung der Verfahrens-
kosten (Ziff. I.1., 3.-4. des erstinstanzlichen Dispositivs), die amtlichen Entschädi-
gungen inkl. Rück- und Nachzahlungspflichten (Ziff. II. des erstinstanzlichen Dispo-

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sitivs) sowie der gesamte Zivilpunkt (Ziff. III. und IV. des erstinstanzlichen Disposi-
tivs) und die weiteren Verfügungen (Ziff. V. des erstinstanzlichen Dispositivs). Die 
Kammer überprüft das Urteil mit voller Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO), ist auf-
grund der alleinigen Berufung des Beschuldigten allerdings an das Verschlechte-
rungsverbot (Verbot der sog. «reformatio in peius», Art. 391 Abs. 2 StPO) gebun-
den.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. I.1. der Anklageschrift vom 5. September 
2018 folgender Sachverhalt vorgeworfen (pag. 335 f.):

A.________ begab sich am Abend des 10.11.2017 ans Domizil der C.________, wobei er der 
Einladung von C.________ folgte, welche während der Ferienabwesenheit ihrer Eltern eine Party 
veranstaltete.

C.________ begab sich am frühen Morgen des 11.11.2017 zwischen 02:00 Uhr und 03:00 Uhr in ihr 
eigenes Schlafzimmer, zog sich nackt aus, legte sich ins Bett und schlief in der Folge ein.
Am Morgen erwachte C.________, als A.________ nur mit Unterhosen bekleidet zu ihr ins Bett stieg. 
Dabei legte sich A.________ hinter C.________, zog seine Unterhosen aus, umfasste sie mit seinem 
rechten Arm und begann, C.________ mit seiner rechten Hand an deren Brüsten zu berühren und zu 
streicheln, worauf sie erklärte, dass sie das nicht will. Dennoch berührte A.________ mit seiner 
rechten Hand erneut die Brüste der C.________, welche erneut mehrfach erklärte, dass sie das nicht 
will. In der Folge hörte A.________ kurz auf, C.________ zu berühren, begann jedoch kurze Zeit 
später die Vagina der C.________ mit seiner linken Hand zu berühren, während er nach wie vor 
hinter C.________ lag und sie mit seinem rechten Arm umfasste und leicht festhielt. Anschliessend 
führte A.________ einen Finger der linken Hand in die Vagina der C.________ ein, obschon sie ihn 
ausdrücklich aufforderte, die Handlungen zu beenden und sie dies mehrmals in deutscher und 
englischer Sprache mit den Worten „Nein!" bzw. „Stop it!" sagte, was A.________ auch verstand. In 
der Folge kam A.________ dieser deutlich, für ihn erkennbar und verständlich geäusserten und durch 
ihn auch verstandenen Aufforderung, die Handlungen zu beenden, erneut nicht nach und er begann – 
nach wie vor hinter C.________ liegend und sie mit seinem rechten Arm am Brustkorb festhaltend – 
seinen Penis an ihr zu reiben, worauf er letztlich ohne Kondom insgesamt drei Mal gegen den zuvor 
ihm gegenüber deutlich geäusserten Willen anal in C.________ eindrang.
C.________ befand sich ab dem Zeitpunkt, als A.________ einen Finger in ihre Vagina einführte, 
aufgrund des leichten Festhaltens und der körperlichen Überlegenheit des A.________ aus Angst in 
einer „Schockstarre", setzte sich körperlich nicht zur Wehr und äusserte sich auch verbal nicht mehr 
weiter. Nachdem A.________ drei Mal anal in sie eingedrungen war, vermochte sich C.________ von 
ihm zu lösen, sprang aus dem Bett und forderte A.________ mehrmals mit den Worten „I said no! Get 
out!" auf, das Zimmer zu verlassen, was dieser auch tat, ohne zuvor zu einem Samenerguss 
gekommen zu sein.

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7. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte nach ihrer Beweiswürdigung zu folgendem Ergebnis (S. 14 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 436): 

Das Gericht folgt den glaubhaften Ausführungen der Privatklägerin, welche sich mit den übrigen Aus-
sagen und weiteren Beweismitteln in den massgeblichen Punkten übereinstimmen. Dagegen haben 
sich die Aussagen des Beschuldigten als unglaubhaft erwiesen. Das Gericht stützt sich zur rechtli-
chen Würdigung auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift.

8. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

8.1 Verteidigung

Die Verteidigung brachte im Rahmen der Berufungsverhandlung im Wesentlichen 
vor, die Privatklägerin sei vom Beschuldigten nie zurückgehalten worden und habe 
jederzeit aufstehen können. Betreffend Schockstarre würden einige Fragezeichen 
bestehen. Es sei in der Literatur und Wissenschaft anerkannt, dass ein Opfer Läh-
mungsgefühle entwickeln und sich nicht mehr bewegen könne. Vorgängig werde 
aber im Sinne eines Kampfreflexes jeweils Adrenalin ausgeschüttet. Aus Sicht der 
Verteidigung sei es vor diesem Hintergrund abwegig, dass die Privatklägerin in 
solch einer Schockstarre gewesen sei. In den gesamten Akten finde sich kein Hin-
weis, wonach der Beschuldigte die Privatklägerin unter Gewalt oder unter Gewalt-
androhung gefügig gemacht habe. Der Beschuldigte sei unter Alkoholeinfluss nicht 
mehr in der Lage gewesen, die kleinsten Signale zu empfangen. Es sei bestritten 
und nicht beweisbar, dass im Voraus verbal klargemacht worden sei, dass die Pri-
vatklägerin dies nicht wolle. Wenn man sich den Ablauf nochmals anschaue, falle 
auf, dass die Privatklägerin für den Beschuldigten keine Matratze bezogen habe. 
Zudem habe sie nackt im Bett geschlafen, obwohl so viele andere Leute dort ge-
wesen seien. Es sei auch nachvollziehbar, dass sie sich am nächsten Morgen 
empört habe, weil sie unter Drogen- und Alkoholeinfluss gewisse Dinge gemacht 
habe. Zu berücksichtigen sei ferner das Gutachten vom 22. Dezember 2017, wo-
nach bei stattgefundenem Analverkehr grundsätzlich kleinste Verletzungen sichtbar 
wären, ausser wenn dies eine sehr leichte Penetration ohne Abwehr gewesen wä-
re. Es sei also nicht denkbar, dass der Beschuldigte mit seiner körperlichen Über-
legenheit etwas erzwungen habe, was sie gar nicht gewollt habe. Es könne gut 
sein, dass der Beschuldigte die Nähe im Unterleibsbereich gesucht habe. Man 
müsse sich dann aber fragen, wie dieser hätte erkennen sollen, dass es nun nicht 
mehr in Ordnung sei. Zu berücksichtigen seien ferner die Aussagen von 
J.________, wonach die Privatklägerin sehr betrunken gewesen sei. Die Privatklä-
gerin gebe demgegenüber an, sie habe alles im Griff gehabt, was nicht gerade für 
ihre Glaubwürdigkeit spreche. Es sei auch sehr speziell, dass sie den Chat mit dem 
Beschuldigten am nächsten Tag gelöscht habe. Zudem falle auf, dass sie hinsicht-
lich des Drogenkonsums des Beschuldigten übertreibe. Die Aussagen der Privat-
klägerin seien zwar grösstenteils schlüssig, stringent und es würden nicht gross 
Lügensignale hervortreten. Ein gleichbleibendes Aussageverhalten sei aber neutral 
zu werten. Es stimme, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht alle plausibel 
und glaubhaft seien. Dies betreffe jedoch nicht das Kerngeschehen und es sei zu 
berücksichtigen, dass der Beschuldigte anders aufgewachsen sei und gleich in ei-

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ne Abwehrhaltung gewechselt habe. Es sei vom Grundsatz der Unschuldsvermu-
tung auszugehen (pag. 591 ff.).

8.2 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft könne sich der Einschätzung der Vorinstanz ansch-
liessen. Es gebe nur wenige objektive Beweismittel. Aus der körperlichen Untersu-
chung würden sich nur wenige Rückschlüsse ziehen lassen. Es werde im Bericht 
jedoch festgehalten, dass bei analem Verkehr nicht zwingend Spuren zu finden 
seien. Die Privatklägerin sei unmittelbar nach dem Vorfall durch die Polizei einver-
nommen worden. Auch in den späteren Einvernahmen habe sie das Geschehene 
mit minimalen Abweichungen geschildert. Dass es zu Abweichungen gekommen 
sei (z.B. auf welcher Seite sie gelegen habe) zeige, dass es sich um Selbsterlebtes 
handle und sie die Geschichte nicht auswendig gelernt habe. Es handle sich auch 
nur um geringfügige Abweichungen, welche durch den Zeitablauf durchaus ver-
ständlich seien. Auffallend sei weiter, dass die Privatklägerin keine Aggravierungs-
tendenzen gezeigt habe. Auf Frage nach Schmerzen habe sie angegeben, sie ha-
be seelische Schmerzen und leichte Schmerzen am Anus. Diesbezüglich sei sie 
sehr differenziert geblieben und habe den Beschuldigten nicht übermässig belastet. 
Weiter spreche die starke emotionale Färbung ihrer Aussagen für ihre Glaubhaftig-
keit. Ihre Ausführungen seien zudem äusserst detailreich. Sie erzähle Nebensäch-
lichkeiten und ein Realitätskriterium sei auch, dass sie sich Lücken eingestanden 
habe. Sie habe sich sofort um Richtigstellung bemüht, wenn sie etwas falsch aus-
gesagt habe (z.B. betreffend Drogenkonsum des Beschuldigten). Mit Blick auf die 
Aussagen der übrigen Anwesenden sei auch verständlich, dass die Privatklägerin 
geglaubt habe, der Beschuldigte habe Drogen konsumiert. Es sei ferner kein Grund 
ersichtlich, weshalb sie den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. Dass sie ei-
ne andere Person ins Gefängnis bringen wolle, sei als Schutzbehauptung des Be-
schuldigten abzutun. Wenn die Privatklägerin den Beschuldigten zu Unrecht hätte 
belasten wollen, so hätte sie den Vorfall wohl anders und heftiger geschildert. Der 
Vorfall habe bei ihr weiter eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) aus-
gelöst, sie habe sogar Suizidgedanken gehabt, leide an Flashbacks und ihre Medi-
kation habe angepasst werden müssen. All diese Folgen wären kaum eingetreten, 
wenn sie den Vorfall erfunden hätte. Die Aussagen des Beschuldigten würden 
demgegenüber richtiggehend absurd wirken. Er versuche sich konsequent in ein 
gutes Licht zu rücken und sei an die Party gegangen, um seine sinnlichen Gelüste 
zu befriedigen. Auch J.________ habe von einem Übergriff durch den Beschuldig-
ten berichtet. Für seine sexuellen Absichten spreche auch, dass sich der Beschul-
digte vorab in einschlägigen Sex-Chats aufgehalten habe. Alleine der Umstand, 
dass man im eigenen Bett nackt schlafe, könne nicht als Ausdruck sexuellen Ver-
langens verstanden werden. Im Übrigen habe auch niemand bestätigen können, 
dass die Privatklägerin dem Beschuldigten sexuelle Avancen gemacht habe. Die 
Nachrichten, welche er angesprochen habe, seien nicht aufgefunden worden. Sei-
ne Erklärung hierzu überzeuge nicht. 2017 habe man Chat-Nachrichten noch nicht 
auf anderen Handys löschen können und es sei in solch einem Fall ohnehin er-
kennbar, dass eine Nachricht gelöscht worden sei. Im Übrigen könne man eine 
Nachricht nur eine Stunde nach deren Versand löschen. Der Beschuldigte habe 
ferner versucht, die Privatklägerin aufgrund ihres Alkohol- und Drogenkonsums als 

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unglaubwürdig abzutun. Derart verladen könne sie aber nicht gewesen sein, sei der 
Alkohol im Zeitpunkt der Blutentnahme doch bereits abgebaut gewesen. Merkwür-
dig sei schliesslich auch das Verhalten des Beschuldigten nach dem Vorfall. Es sei 
nicht zu erkennen, weshalb ihn dieser Vorfall – wie er ihn schildere – derart verstört 
haben sollte (pag. 593 ff.).

8.3 Privatklägerschaft

Es handle sich um ein typisches «Vieraugendelikt», weshalb die Aussagen der Be-
teiligten genau unter die Lupe genommen werden müssten. Grundsätzlich werde 
betreffend Beweiswürdigung vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz 
und der Generalstaatsanwaltschaft verwiesen. Die Privatklägerin habe den Vorfall 
unmittelbar nach dem Übergriff der Polizei geschildert. Ihre Schilderungen habe sie 
bei der Staatsanwaltschaft wiederholt. Auch die Aussagen anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung seien absolut stimmig und widerspruchsfrei. Die Pri-
vatklägerin habe ihre eigenen Gefühle geschildert, etwa ihre Angst und Scham. In 
ihren Aussagen seien zahlreiche spontane Äusserungen enthalten, die mit dem 
Kerngeschehen in keinem Zusammenhang stehen würden. Zu berücksichtigen sei 
auch, dass sie den Vorfall nicht dramatisiert habe. Im Gegenteil habe sie ausge-
sagt, wie sie in eine Schockstarre gekommen sei. Sie habe von sich aus angege-
ben, dass sie neun Monate vorher Sex mit dem Beschuldigte gehabt habe und 
hierbei betont, dass dies einvernehmlich gewesen sei. Sie habe den Beschuldigten 
nicht schlechtmachen wollen. Nur weil man einmal einvernehmlichen Geschlechts-
verkehr gehabt habe und nackt im eigenen Bett schlafe, sei man nicht Freiwild. Es 
sei kaum davon auszugehen, dass die Privatklägerin mit den schlimmen Nebenwir-
kungen einer Anti-HIV-Therapie leben und eine Therapie machen würde, nur damit 
sie den Beschuldigten falsch belasten könne. In den Aussagen des Beschuldigten 
sei demgegenüber eine starke Dramatisierungstendenz zu erkennen. Auf kritische 
Fragen des Gerichts habe er keine nachvollziehbaren Antworten liefern können. Er 
sei stets darum bemüht gewesen, alle anderen Personen in ein schlechtes Licht zu 
rücken und habe immer wieder erwähnt, dass er das Opfer gewesen sei. Der von 
ihm geschilderte Alkohol- und Drogenexzess der Privatklägerin könne nicht derart 
extensiv gewesen sei, dies zeige der vorliegende Blutalkoholtest. Demgegenüber 
sei die rückgerechnete Blutalkoholkonzentration des Beschuldigten sehr hoch ge-
wesen. Der Beschuldigte habe zudem auf die manipulative Art der Privatklägerin 
verwiesen und wie sie schon mehrmals andere Männer habe hinter Gitter bringen 
wollen bzw. dies bei ihrem Ex-Freund auch geschafft habe. Dies sei aber nach-
weislich nicht der Fall. Angeblich soll ihm dies sein guter Freund, der Drogendealer 
K.________, gesagt haben. Ein Antrag auf Befragung dieses K.________’s sei 
aber nie gestellt worden. Weiter solle die Privatklägerin dem Beschuldigten sexuel-
le Avancen per Handy gemacht haben. Die Auswertung seines Mobiltelefons habe 
aber ein anderes Bild ergeben. Wie die Nachrichten angeblich gelöscht worden 
seien, dafür habe er auch eine abenteuerliche Schutzbehauptung. Dass ein Chat 
einfach so gelöscht werde, sei aber schlicht nicht möglich. Nicht stimmen würden 
ferner die Angaben des Beschuldigten, wonach er die Privatklägerin wohl einmal 
unabsichtlich an den Brüsten berührt habe. Gemäss Genitalabstrich seien die 
Merkmale des Profils des Beschuldigten komplett als Hauptkomponente festgestellt 
worden. Es habe also nachweislich ein anderer Kontakt als das bloss versehentli-

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che Berühren der Brüste stattgefunden. Der Beschuldigte sei nach dem Gesagten 
höchst unglaubwürdig und es sei vom Sachverhalt, wie er von der Privatklägerin 
geschildert worden sei, auszugehen. (pag. 595 ff.).

9. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Es ist vorliegend unbestritten, dass der Beschuldigte auf Einladung der Privatkläge-
rin am 10. November 2017 an einer Party an deren Domizil teilgenommen und sich 
Letztere alleine und nackt in ihrem Schlafzimmer schlafen gelegt hat. Ebenso ist 
unbestritten, dass sich der Beschuldigte am Morgen des 11. November 2017 nur 
mit Unterhosen bekleidet zu der Privatklägerin ins Bett gelegt, diese an den Brüs-
ten berührt (wobei dies im Halbschlaf gewesen sei, pag. 37 Z. 114 f., pag. 39 
Z. 192), kurz seinen Arm um die Privatklägerin gelegt (pag. 383 Z. 44 f.) und ab ei-
nem gewissen Zeitpunkt mit entblösstem und erigierten Penis hinter ihr gelegen ist 
(pag. 37 Z. 116), wobei es einen Kontakt zwischen dem Po der Privatklägerin und 
dem Penis des Beschuldigten gegeben hat (pag. 37 Z. 114, pag. 383 Z. 34 f. und 
26 ff.). 

Bestritten ist demgegenüber, dass der Beschuldigte die Vagina der Privatklägerin 
(gegen ihren erkennbaren Willen) berührt habe und mit seinem Penis anal in sie 
eingedrungen sei. Im Allgemeinen ist – wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat 
– weiterhin bestritten, dass irgendwelche Handlungen vom Beschuldigten aus ent-
standen seien. Gemäss seinen Schilderungen habe sich die Privatklägerin anläss-
lich dieser Party sexuell aufgedrängt und die aktive Rolle übernommen (sich an ihn 
gedrückt, ihm die Unterhose runtergezogen, sich an ihn gepresst etc. [pag. 37 
Z. 113 f. und 118; pag. 45 Z. 71 f., pag. 383 Z. 29 f. und 38 f.]). Unklar ist ferner, in 
welchem Zustand (Alkohol- und/oder Drogeneinfluss) sich der Beschuldigte und die 
Privatklägerin an diesem Abend bzw. Morgen befunden haben.

10. Beweismittel

Der Kammer liegen ein Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes (KTD) vom 
27. November 2017 inkl. Material- und Spurenverzeichnis (pag. 72 ff.) sowie ein 
Rapport des KTD vom 8. April 2018 inkl. Material- und Spurenverzeichnis vom 
8. April 2018 (pag. 211 ff.), ein rechtsmedizinisches Gutachten des Instituts für 
Rechtsmedizin (IRM) der Universität Bern betreffend die körperliche und gynäkolo-
gische Untersuchung der Privatklägerin (pag. 78 ff.), eine forensisch-toxikologische 
Alkoholbestimmung vom 15. November 2017 und ein forensisch-toxikologischer 
Abschlussbericht betreffend die Privatklägerin vom 14. Dezember 2017 (pag. 85 ff., 
pag. 89 f.), ein rechtsmedizinisches Gutachten des IRM vom 4. Dezember 2017 be-
treffend die körperliche Untersuchung des Beschuldigten (pag. 92 ff.), eine foren-
sisch-toxikologische Alkoholbestimmung vom 15. November 2017 und ein foren-
sisch-toxikologischer Abschlussbericht vom 28. November 2017 betreffend den 
Beschuldigten (pag. 96 ff., pag. 99 f.), ein Extraktionsbericht betreffend die Auswer-
tung des Mobiltelefons des Beschuldigten (pag. 106 ff.), ein Verlaufsbericht der 
Psychotherapie vom 7. Juni 2018 bzw. ein Schreiben vom 14. Februar 2018 von 
Frau lic. phil. L.________ und Herrn Dr. med. M.________ betreffend die Privatklä-
gerin (pag. 33, pag. 222 f.), ein forensisch-molekularbiologisches Gutachten des 
IRM vom 14. März 2018 (pag. 224 ff.), drei forensisch-molekularbiologische Analy-

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senberichte vom 15. März 2018 (pag. 228 ff., pag. 232 ff., pag. 235 ff.), der Anzei-
gerapport vom 21. November 2017 (pag. 6 ff.) sowie die anlässlich der Berufungs-
verhandlung seitens der Verteidigung eingereichten Dokumente (Schreiben von 
G.________ vom 17. Februar 2021, Studienverlaufsbescheinigung, Immatrikulati-
onsbestätigung, Kopie des Studierendenausweises der Universität H.________, 
pag. 600 ff.) vor.

Ferner liegen der Kammer die Aussagen der Privatklägerin (pag. 12 ff., pag. 20 ff., 
pag. 385 ff., pag. 581 ff.), diejenigen des Beschuldigten (pag. 34 ff., pag. 43 ff., 
pag. 382 ff., pag. 586 ff.) sowie die Aussagen weiterer Personen (N.________ [pag 
55 f., pag. 388 f.], O.________ [pag. 57 f.], P.________ [pag. 59 f.], Q.________ 
[pag. 61 f.], R.________ [pag. 63] und J.________ [65 f.]) vor.

Die Vorinstanz brachte die relevanten und bis zur erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung vorliegenden objektiven und subjektiven Beweismittel grundsätzlich korrekt ins 
Verfahren ein und gab diese richtig zusammengefasst wieder. Darauf wird vollum-
fänglich verwiesen (S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 429 ff.). 
Es wird mit Blick auf die nachfolgende Beweiswürdigung darauf verzichtet, die 
Aussagen der übrigen Personen zusammengefasst wiederzugeben (vgl. Ziff. 11.3.3 
hiernach). Der guten Ordnung halber werden die wichtigsten Erkenntnisse aus den 
objektiven Beweismitteln nachfolgend kurz wiederholt:

Die Privatklägerin wurde am Tag des zu beurteilenden Vorfalls körperlich bzw. gy-
näkologisch untersucht. Dem diesbezüglichen Gutachten des IRM ist zu entneh-
men, dass genital wie auch anal keine Verletzungen festgestellt werden konnten, 
wobei eine gegen den Willen stattgefundene vaginale oder anale Penetration, ins-
besondere bei fehlender Abwehr, keine Verletzungen hinterlassen müsse. Ethanol 
konnte im Zeitpunkt der Blutentnahme bei der Privatklägerin nicht nachgewiesen 
werden. Es wurde festgehalten, dass seit dem mutmasslichen Ereignis ca. 8 Stun-
den vergangen seien und allfällig im Blut vorhanden gewesener Trinkalkohol 
während dieser Zeit vollständig abgebaut worden sei. Die Urinuntersuchungen ha-
ben sodann einen Hinweis auf den Konsum von Cannabis und MDMA ergeben. 
Ebenso konnten im Urin der Privatklägerin Nachweise eines Antidepressivums (im 
subtherapeutischen Bereich), eines Schmerzmittels und eines Blutdrucksenkers 
nachgewiesen werden (pag. 82). Dem forensisch-molekularbiologischen Gutachten 
vom 14. März 2018 ist ferner zu entnehmen, dass im Bereich des Genitalabstrichs 
perianal der Privatklägerin DNA-Spuren des Beschuldigten festgestellt werden 
konnten, wobei diese Spuren für sich noch keine Penetration belegen würden, 
sondern auch aufgrund des Ablaufs gemäss den Schilderungen des Beschuldigten 
entstanden sein könnten (pag. 224 ff.). Im Rahmen der körperlichen Untersuchung 
des Beschuldigten durch das IRM wurde gutachterlich eine auf den Zeitpunkt des 
zu beurteilenden Vorfalls zurückgerechnete Blutalkoholkonzentration zwischen 
2.22 – 3.47 Promille errechnet. Zudem fanden sich Hinweise auf den Konsum von 
Cannabis (pag. 94).

Der vorliegende Extraktionsbericht (pag. 106 ff.) zeigt auf, dass der Beschuldigte in 
der Zeit um den Vorfall herum relativ aktiv in Sex-Chats aufgetreten ist. Dem Ver-
laufsbericht betreffend die psychotherapeutische Behandlung der Privatklägerin ist 
schliesslich zu entnehmen, dass diese aufgrund des Vorfalls vom 11. November 

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2017 unter Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leide 
(pag. 222 f.).

Auf die der Kammer vorliegenden Aussagen des Beschuldigten, der Privatklägerin 
sowie der übrigen Personen wird – soweit relevant – direkt im Rahmen der nach-
folgenden Beweiswürdigung eingegangen. Dies gilt auch für die anlässlich der Be-
rufungsverhandlung gemachten Aussagen. 

11. Beweiswürdigung der Kammer

11.1 Allgemeines und Verwertbarkeit der Aussagen

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen 
und der Aussagenanalyse im Besonderen wird auf die zutreffenden Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (S. 3 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 
425 ff.).
Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO normiert den Grundsatz der Parteiöffentlichkeit der 
Beweiserhebungen im Untersuchungs- und Hauptverfahren und bestimmt, dass die 
Parteien das Recht haben, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft 
und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu 
stellen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass ein Strafurteil auf Aussagen von 
Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem Beschuldigten wenigstens einmal ange-
messene und hinreichende Gelegenheit gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu 
ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen. Ohne Konfrontation ist für die Ver-
wertbarkeit von Aussagen erforderlich, dass der Beschuldigte zu den belastenden 
Aussagen hinreichend Stellung nehmen konnte, die Aussagen sorgfältig geprüft 
wurden und ein Schuldspruch sich nicht allein darauf abstützt bzw. diesen bei der 
Beurteilung des Falls nicht alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung zukommt. 
Ein streitiges Zeugnis von ausschlaggebender Bedeutung kann ohne Konfrontation 
mit dem Belastungszeugen verwertbar sein, wenn ausreichend kompensierende 
Faktoren gegeben sind, die den Anspruch des Beschuldigten auf ein faires Verfah-
ren und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismittels gewährleisten (Urteil 
des Bundesgerichts [BGer] 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 1.3).

11.2 Würdigung der objektiven Beweismittel

Wie die Vorinstanz richtigerweise festgehalten hat, lassen sich den objektiven Be-
weismitteln nur bedingt relevante Erkenntnisse für den vorgeworfenen und bestrit-
tenen Sachverhalt entnehmen. So stützen die rechtsmedizinischen Feststellungen 
den Sachverhalt etwa insoweit, als er vom Beschuldigten nicht bestritten wird. Dem 
molekularbiologischen Gutachten kann u.a. entnommen werden, dass ein körperli-
cher Kontakt zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin stattgefunden hat 
(pag. 226). Die Urinuntersuchungen haben bei der Privatklägerin – wie bereits fest-
gehalten – einen Hinweis auf den Konsum von Cannabis und MDMA sowie Nach-
weise eines Antidepressivums (im subtherapeutischen Bereich), eines Schmerzmit-
tels und eines Blutdrucksenkers ergeben. Allfälliger getrunkener Alkohol war im 
Zeitpunkt der Blutentnahme bei ihr vollständig abgebaut (pag. 82). Für den Be-
schuldigten wurde eine auf den Zeitpunkt des zu beurteilenden Vorfalls zurückge-
rechnete Blutalkoholkonzentration zwischen 2.22 – 3.47 Promille errechnet und 
Hinweise auf den Konsum von Cannabis festgestellt (pag. 94), wobei dieser angab, 

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nach dem Vorfall bzw. auf dem Nachhauseweg noch eine halbe Flasche Rum ge-
trunken zu haben (pag. 47, Z. 126).

Die rechtsmedizinischen Untersuchungen vermögen den angeklagten Sachverhalt 
damit weder auszuschliessen, noch ihn über das Gesagte hinaus zu bestätigen. 
Gleiches gilt auch für die auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten aufgefundenen 
Nachrichten und Sex-Chats (pag. 102 ff.). Etwaige sexualbezogene Nachrich-
ten/Bilder der Privatklägerin an den Beschuldigten oder ein Austausch betreffend 
den Vorfall waren auf seinem Mobiltelefon nicht auszumachen (zu der Erklärung 
des Beschuldigten, vgl. Ziff. 11.3.2 hiernach). Dem Verlaufsbericht vom 7. Juni 
2018 ist schliesslich zu entnehmen, dass die Privatklägerin aufgrund des Vorfalls 
vom 11. November 2017 gesundheitlich erheblich angeschlagen ist, was 
grundsätzlich für die Schilderungen der Privatklägerin spricht (pag. 222). Genaue 
Rückschlüsse auf den Ablauf des vorgeworfenen Sachverhalts lassen sich gestützt 
auf den entsprechenden Bericht aber keine ziehen. Auf die übrigen objektiven Be-
weismittel wird – sofern relevant – im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdi-
gung näher eingegangen.

Zur Beurteilung des angeklagten Sachverhalts sind – wie so oft bei sogenannten 
Vieraugendelikten – damit die Aussagen der Beteiligten von entscheidender Be-
deutung (vgl. Ziff. 11.3 hiernach).

11.3 Würdigung der subjektiven Beweismittel

11.3.1 Zu den Aussagen der Privatklägerin

Die Privatklägerin wurde am 11. November 2017, d.h. nur wenige Stunden nach 
dem angeblichen Vorfall, polizeilich einvernommen (pag. 12 ff.). Im Rahmen dieser 
ersten Einvernahme schilderte sie in freier Erzählung, was sich am besagten 
Abend bzw. Morgen abgespielt habe. Sie gab zum Kerngeschehen zu Protokoll, 
dass sie nach der Party nackt in ihrem Bett geschlafen habe, als sich der Beschul-
digte um ca. 08:00 Uhr neben sie gelegt habe und sie aufgewacht sei. Er habe sie 
in der Folge mit seinen Armen umfasst und sie an den Brüsten berührt. Sie habe 
ihm daraufhin gesagt, dass sie dies nicht wolle. Dann habe er mit seinem Finger ih-
re Vagina berührt, worauf sie ihm erneut gesagt habe, dass er aufhören solle. Sie 
habe ihm dies ca. 20 Mal gesagt, auch auf Englisch, da er nicht so gut Deutsch 
spreche. Er habe daraufhin einen Finger in ihre Vagina eingeführt, worauf sie ihm 
erneut gesagt habe, dass sie dies nicht wolle. Sie sei dann in eine Art Schockstarre 
gekommen. Er habe angefangen, seinen Penis an ihr zu reiben und habe sie anal 
mit ca. drei Stössen penetriert. Als sie plötzlich aus ihrer Schockstarre herausge-
kommen sei, habe sie ihm erneut sagen können, dass er aufhören solle. Als sie 
begonnen habe laut zu schreien und gesagt habe «I said no, get out», sei 
N.________ ins Zimmer gekommen (pag. 15, Z. 147 ff.). Sie sei auf der linken Kör-
perseite gelegen und der Beschuldigte habe sie mit der linken Hand berührt (pag. 
14, Z. 87 ff.). Es sei für sie ein «klares Nein» gewesen. Beim ersten Berühren der 
Brüste bzw. der Vagina habe sie noch gedacht, dass er aufhöre, dann habe sie 
gemerkt, dass er es ernst meine und sie habe ihm immer wieder «stop it» gesagt 
(pag. 14, Z. 102 ff.). Auch im Rahmen der späteren Einvernahmen bei der Staats-
anwaltschaft und der Vorinstanz hat die Privatklägerin ihre Aussagen zum eigentli-

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chen Kerngeschehen kaum verändert. So gab sie bei der Staatsanwaltschaft zu 
Protokoll, dass der Beschuldigte am besagten Morgen in ihr Bett gekommen sei, 
den Arm um sie gelegt und begonnen habe, ihre Brust anzufassen. Sie habe 
«nein» gesagt. Als er sie an der Vagina berührt habe, habe sie wiederum «nein» 
und «stop it» gesagt. Er habe einen Finger in ihre Vagina eingeführt. Sie sei in eine 
Art Schockstarre gekommen, dann habe er seinen Penis an ihr gerieben, in ihr 
Rektum eingeführt und ca. drei Mal zugestossen. Daraufhin habe sie geschrien 
(pag. 23, Z. 94 ff.). Diesen Ablauf wiederholte sie im Wesentlichen auch im Rah-
men der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, wo die Privatklägerin zum eigentli-
chen Kerngeschehen angab, der Beschuldigte habe sich an diesem Morgen zu ihr 
ins Bett gelegt und den Arm um sie gelegt. Er habe ihre Brüste und anschliessend 
ihre Vagina berührt, sie habe immer wieder «no» und «stop» gesagt. Daraufhin sei 
der Beschuldigte mit seinem Penis in ihren Anus eingedrungen und habe ein bis 
zwei Mal zugestossen. In diesem Moment sei sie aus dem «Freeze» aufgewacht, 
habe geschrien und sei aufgesprungen (pag. 385 f., Z. 28 ff.). Im Rahmen der Be-
rufungsverhandlung bestätigte sie ihre bisherigen Aussagen (pag. 583, Z. 1 ff.). Die 
Privatklägerin machte demnach im gesamten Verfahren gleichbleibende Aussagen 
zum eigentlichen Kerngeschehen. 

Weiter mangelt es in ihren Aussagen nicht an inhaltlichen Besonderheiten bzw. 
ebenso wurden von ihr ungewöhnliche respektive originelle Details erwähnt. So 
sprach sie etwa davon, wie sie mit N.________ um 02:00 Uhr eine Matratze bezo-
gen habe (pag. 13, Z. 53), der Katze noch Katzenfutter gegeben habe (pag. 17, Z. 
210), dass sie aufgrund ihrer bestehenden Herzprobleme nur einen Viertel MDMA 
konsumiert habe (pag. 13, Z. 51 f., pag. 22, Z. 89) und dass sie Material an ihrem 
Körper gespürt habe, als sich der Beschuldigte am besagten Morgen zu ihr gelegt 
habe (pag. 14, Z. 82 ff.). Darüber hinaus enthalten die Aussagen der Privatklägerin 
Beschreibungen diverser eigener psychischer Vorgänge. So sprach sie durchge-
hend von einem «Schockzustand» bzw. auch «Freeze», in welchen sie im Rahmen 
des Vorfalls geraten sei (pag. 14, Z. 74, pag. 23, Z. 105 f., pag. 385, Z. 45). Sie ha-
be Schmerzen verspürt und sich geschämt bzw. sich dreckig sowie gedemütigt ge-
fühlt (pag. 14, Z. 99). Im Rahmen ihrer Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft 
und bei der Vorinstanz sprach sie erneut von Scham (pag. 25, Z. 200 f., pag. 385, 
Z. 42 f.) und wie sie sich gedemütigt und «schlimm» gefühlt habe (pag. 385, Z. 42 
f.). Sie ergänzte, dass sie in diesem Moment auch Angst gehabt habe (pag. 25, Z. 
200, pag. 385, Z. 43). Bei diesen Aussagen der Privatklägerin stand nicht der kör-
perliche Schmerz, sondern das eigene psychische Befinden bzw. insbesondere die 
Scham und Demütigung im Vordergrund, was als klares Realkennzeichen zu wer-
ten und als Reaktion durchaus nachvollziehbar ist. Bezeichnend ist denn auch ihre 
Aussage, wonach sie «seelische» Schmerzen verspüre (pag. 15, Z. 143) und sich 
geschämt habe, dass ihr dies passiere (pag. 25, Z. 200 f.). Die Privatklägerin war 
anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme emotional angespannt und brach in 
Tränen aus (pag. 23, Z. 116). Sie bestätigte in mehreren Einvernahmen, dass der 
Vorfall sie psychisch beschäftige (pag. 23, Z. 124 ff., pag. 387, Z. 19 ff., pag. 581, 
Z. 17 ff., pag. 582, Z.32 ff.), was auch dem Bericht der Psychotherapie zu entneh-
men ist (pag. 222 f.). Dass Opfer von Sexualdelikten während des eigentlichen Vor-
falls in eine Art Schockstarre verfallen, ist nicht abwegig und aus ähnlichen Fällen 

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bekannt. Der guten Ordnung halber ist festzuhalten, dass es aber keine generellen 
Erkenntnisse darüber gibt, wie sich ein Opfer während oder nach einem negativen 
Ereignis verhält bzw. zu verhalten hat.

Nennenswerte spontane Selbstkorrekturen, Zugeben von Erinnerungslücken und 
Zweifel an der Richtigkeit der eigenen Aussagen sind in den Aussagen der Privat-
klägerin kaum auszumachen. Hingegen ist festzustellen, dass sie den Beschuldig-
ten nicht unnötig belastete, gerade in Bezug auf den eigentlichen Vorfall. So korri-
gierte sie von sich aus, dass es wohl ein bis zwei Stösse anal und nicht drei gewe-
sen seien, wobei er nicht mehrmals «raus und rein» gegangen sei (pag. 386, Z. 2 
f.). Sie ergänzte, dass der Beschuldigte keinen Samenerguss gehabt (pag. 15, 
Z. 137) und keine Gewalt angewendet habe, sondern körperlich überlegen bzw. sie 
in einer Schockstarre gewesen sei und sich nicht bewegt habe (pag. 14, Z. 107, 
pag. 15, Z. 131, pag. 23, Z. 106). Würde die Privatklägerin den Beschuldigten zu 
Unrecht belasten, wäre sie kaum um diese Präzisierungen zu Gunsten des Be-
schuldigten bemüht und hätte – ohne den hier zu behandelnden Vorfall bagatelli-
sieren zu wollen – weitaus erheblichere Vorwürfe erheben können. 

Es gibt in den gesamten Akten aber auch keine überzeugenden Hinweise dafür, 
dass die Privatklägerin Freude am Denunzieren hätte bzw. jemanden falsch be-
schuldigen und ins Gefängnis bringen möchte (vgl. die diesbezüglichen Aussagen 
des Beschuldigten, Ziff. 11.3.2 hiernach). In diesem Zusammenhang ist anzumer-
ken, dass die Privatklägerin kaum die nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen 
einer HIV-Prophylaxe (pag. 386, Z. 34 f.) in Kauf nehmen und eine Psychotherapie 
machen würde, nur damit sie den Beschuldigten – mit welchem sie notabene ein 
freundschaftliches Verhältnis pflegte, ihn zu ihrer Party einlud und mit dem sie be-
reits sexuelle Kontakte hatte (pag. 13, Z. 42 f., pag. 16, Z. 173 und 180 ff., pag. 24, 
Z. 132 ff.) – falsch belasten könnte. Darüber hinaus machte die Privatklägerin auch 
Aussagen zu Umständen, die für sie nicht günstig erscheinen. So gab sie von sich 
aus zu Protokoll, dass sie anlässlich der Party Alkohol getrunken und einen Viertel 
einer MDMA-Tablette konsumiert habe (pag. 13, Z. 51 ff., pag. 17, Z. 209 ff., pag. 
22, Z. 88 f.) oder dass sie sich eben körperlich nicht gegen den Übergriff gewehrt 
habe bzw. nicht habe wehren können. Aus der Tatsache, dass die Privatklägerin 
nackt in ihrem eigenen Bett übernachtet hat, kann nichts zu Gunsten des Beschul-
digten bzw. zu Ungunsten der Privatklägerin abgeleitet oder dies gar etwa als Aus-
druck sexuellen Verlangens der Privatklägerin verstanden werden, selbst wenn die 
Beteiligten in der Vergangenheit unbestrittenermassen bereits sexuellen Kontakt 
hatten und anlässlich der besagten Party mehrere Personen am Domizil der Privat-
klägerin übernachtet haben.

Die wenigen Ungenauigkeiten in den Aussagen der Privatklägerin, insbesondere 
betreffend die Fragen, auf welcher Seite sie gelegen habe, als der Beschuldigte zu 
ihr ins Bett gestiegen sei (pag. 14, Z. 87, pag. 385, Z. 30) und zu welchem Zeit-
punkt ihr Kollege N.________ ins Zimmer gekommen sei (pag. 14, Z. 75 ff., pag. 
15, Z. 147 ff., pag. 23, Z. 109 ff. pag. 385 f., Z. 44 ff.), vermögen an der grundsätz-
lichen Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nichts zu ändern. Diese Unstimmigkeiten 
lassen sich problemlos mit dem Zeitablauf seit dem besagten Morgen im November 
2017 oder mit der Tatsache erklären, dass der Mensch von Natur aus traumatische 

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Ereignisse zu verdrängen und/oder zu vergessen versucht. Im Weiteren ist es auf-
grund des häufig dynamischen Ablaufes solcher Geschehnisse praktisch unmög-
lich, alles chronologisch aufzuzählen, sämtliche Einzelheiten in Erinnerung zu ha-
ben und diese dann auch noch in jeder Befragung genau gleich wiederzugeben. Es 
ist im Übrigen ohne Weiteres nachvollziehbar, dass sich die Privatklägerin in die-
sem Moment auf etwas Anderes fokussiert hat als auf diejenige Person, die ihr 
Zimmer betreten hat. Diesen kleinen Unstimmigkeiten ist in Anbetracht der übrigen 
stringenten und konstanten Aussagen der Privatklägerin keine übermässige Be-
deutung beizumessen. Sie sind denn auch ein Hinweis darauf, dass es sich dabei 
nicht um eine erfundene bzw. auswendig gelernte Geschichte handelt. Dafür, dass 
an diesem Morgen tatsächlich etwas passiert ist, spricht schliesslich auch die Tat-
sache, dass sich die Privatklägerin sehr schnell bei der Polizei gemeldet hat.

Ihre Ausführungen, wonach sie sich am fraglichen Abend nicht an den Beschuldig-
ten herangemacht habe und aufgrund seines Zustands und Verhaltens vielmehr 
auf Distanz zu ihm gegangen sei (pag. 17, Z. 220 f., pag. 22, Z. 83 ff., pag. 28, Z. 
307 f., pag. 386, Z. 46 f., pag. 583, Z. 23 f., pag. 584, Z. 19 ff.), erfolgten einerseits 
konstant im gesamten Verfahren und stehen andererseits – wie nachfolgend zu 
sehen sein wird – auch nicht im Widerspruch zu den Aussagen anderer Gäste 
(vgl. Ziff. 11.3.3 hiernach).

Insgesamt kommt die Kammer zu keinem anderen Schluss als die Vorinstanz. In 
den Aussagen der Privatklägerin sind keine Lügensignale ersichtlich, sie sind frei 
von Übertreibungen und Aggravierungen im Laufe der Zeit. Ein Motiv, weshalb sie 
den Beschuldigten fälschlicherweise belasten sollte, ist ebenso wenig ersichtlich. 
Die erwähnten kleineren Unstimmigkeiten vermögen ihre Glaubwürdigkeit als Per-
son bzw. die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht in Frage zu stellen. Die Kammer 
konnte sich anlässlich der Berufungsverhandlung auch einen persönlichen Ein-
druck der Privatklägerin machen. Es bestehen im Gesamtkontext keine Gründe für 
eine Falschbelastung des Beschuldigten durch die Privatklägerin. Im Fazit kann 
und muss auf die Aussagen der Privatklägerin abgestellt werden.

11.3.2 Zu den Aussagen des Beschuldigten

Demgegenüber wirken die Aussagen des Beschuldigten wenig überzeugend. Der 
Beschuldigte wurde insgesamt vier Mal einvernommen und hat sich bei den einzel-
nen Einvernahmen in zahlreiche Widersprüche verstrickt und zum Teil reichlich le-
bensfremde bzw. gar abstruse Ausführungen gemacht. So gab er anlässlich seiner 
ersten Einvernahme betreffend das Kerngeschehen zu Protokoll, er habe auf dem 
Sofa geschlafen, als die Privatklägerin versucht habe, ihn «sexuell aufzuwecken», 
indem sie ihre Brüste gegen seine Brust und ihr Gesicht gegen seines gedrückt 
habe (pag. 37, Z. 90 ff, 97 f.). Sie habe ihn zu sich ins Zimmer geholt, sie hätten je-
doch keinen Sex gehabt (pag. 37, Z. 91 f.). Er habe zwar nicht in ihrer Nähe schla-
fen wollen, sei aber dann doch zu ihr ins Bett und habe sich vorher bis auf die Un-
terhosen ausgezogen. Daraufhin habe er sich weggedreht und sei eingeschlafen. 
Als er aufgewacht sei, habe sich die Privatklägerin gegen ihn gedrückt sowie seine 
Unterhosen nach unten und ihren Po an seinen Penis gedrückt, wobei er im Halb-
schlaf noch ihre Brüste berührt habe. Er habe bemerkt, wie sein Penis steif gewor-
den sei, da habe er sie weggestossen und habe sich an den Rand des Bettes ge-

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legt und geschlafen (pag. 37, Z. 109 ff.). Ihre Vagina habe er nicht berührt, aber sie 
habe sich immer wieder gegen ihn gedrückt (pag. 38, Z. 178 f.). Er sei nicht anal in 
sie eingedrungen, ausser sie habe «dies» gemacht, während dem er geschlafen 
habe (pag. 39, Z. 198 f.). Als er ihre Brust berührt habe, habe er bemerkt, dass sie 
sich nicht wohl fühle, weshalb er sich weggedreht habe (pag. 39, Z. 192 ff.). In sei-
ner zweiten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft gab er demgegenüber zu Pro-
tokoll, dass er selber in das Zimmer der Privatklägerin gegangen sei und nicht sie, 
sondern er sich selber in ihrem Bett die Unterwäsche ausgezogen habe (pag. 45, 
Z. 61 ff.). Der Beschuldigte wiederholte zwar, dass sich die Privatklägerin sexuell 
aufgedrängt habe, er habe dann aber aufgehört, weil er sich nicht wohl gefühlt ha-
be (pag. 45, Z. 67 ff.). Nur wenig später führte er wiederum aus, es sei der Privat-
klägerin gelungen, dass er mit ihr mitgegangen sei (Anmerkung der Kammer: in ihr 
Zimmer bzw. ihr Bett, pag. 48, Z. 176 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung führte der Beschuldigte aus, alles was die Privatklägerin gesagt habe, 
abgesehen vom ganz leichten Berühren am Anfang, sei nicht richtig (pag. 382, Z. 
41 ff.). Er wiederholte, dass sich die Privatklägerin sexuell aufgedrängt und an ihn 
gepresst und er sehr viel Glück gehabt habe, dass sein Penis nicht in sie einge-
drungen sei. Diese Vorstellung scheint reichlich lebensfremd, wenn nicht gar abs-
trus. Er sei eingeschlafen und habe dann erst realisiert, dass die Privatklägerin sei-
ne Unterwäsche bis zur Hüfte heruntergezogen habe, worauf er sie (die Unterwä-
sche) selber komplett ausgezogen habe (pag. 383, Z. 26 ff.). 

Der Beschuldigte machte nach dem Gesagten nicht nur unterschiedliche Angaben 
zum Ausziehen seiner Unterwäsche, sondern auch zur Frage, ob er von sich aus in 
das Zimmer der Privatklägerin gegangen oder von ihr sozusagen abgeholt worden 
ist und wer sich in der darauffolgenden Situation unwohl gefühlt hat. Wenn die Pri-
vatklägerin sich dem Beschuldigten tatsächlich sexuell aufgedrängt hätte, wäre 
nicht erklärbar, weshalb sie sich währenddessen unwohl gefühlt haben sollte und 
der Beschuldigte deshalb habe «aufhören müssen». Mit was genau der Beschul-
digte habe «aufhören müssen», ist der Kammer zudem nicht klar, zumal die Initiati-
ve, gemäss seinen Angaben, klar von der angeblich sexuell aufdringlichen Privat-
klägerin ausgegangen sei. Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung er-
folgte insofern eine Änderung der Verteidigungsstrategie, als die Verteidigung in ih-
rem Schlussvortrag anmerkte, der Beschuldigte habe die Nähe zum Unterleibsbe-
reich der Privatklägerin möglicherweise gesucht und es sei danach zu fragen, wie 
dieser hätte erkennen sollen, dass die Privatklägerin dies nicht wolle (pag. 592). In 
die gleiche Richtung ging der Beschuldigte auch im Rahmen seines «letzten Wor-
tes» anlässlich der Berufungsverhandlung (pag. 597 f.). Dennoch bestätigte er sei-
ne bisher im Verfahren gemachten Aussagen als richtig (pag. 587, Z. 9 ff.).

Auffällig ist ferner, dass der Beschuldigte bereits bei der ersten Befragung und 
konstant durch alle Befragungen hindurch zum Gegenangriff überging. So sei es 
die Privatklägerin gewesen, welche ihn habe «sexuell aufwecken» wollen (pag. 37, 
Z. 90), sich gegen ihn bzw. ihren Po gegen seinen Penis gedrückt habe (pag. 37, 
Z. 113 f., pag. 383, Z. 26 ff.), sexuell sehr aggressiv und aufdringlich gewesen sei, 
er sie immer wieder von sich habe wegstossen müssen (pag. 38, Z. 157 f., vgl. 
auch pag. 45, Z. 67 ff., pag. 383, Z. 26, Z. 44 f.), sie ihre Vagina gegen ihn gedrückt 
(pag. 38, Z. 183) und seine Unterhose herunter- oder ausgezogen bzw. an ihr ge-

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zogen habe (pag. 52, Z. 339 f., pag. 383, Z. 29 ff., pag. 588, Z. 38). Dass die Pri-
vatklägerin am Morgen auf einmal unvermittelt geschrien (pag. 37, Z. 118, pag. 39, 
Z. 187 f.) bzw. immer wieder «nein, nein, nein» gesagt habe (pag. 45, Z. 72 f.), 
macht aber schlicht keinen Sinn, wenn den Ausführungen des Beschuldigten ge-
folgt wird, wonach die Privatklägerin sich ihm derart sexuell aufgedrängt habe.

Es entsteht der Eindruck, als wolle sich der Beschuldigte als Opfer der angeblich 
sexuell aufdringlichen Privatklägerin darstellen. So gab er etwa an, er sei sehr 
durcheinander gewesen (pag. 47, Z. 127 ff.), die Privatklägerin mache ihm Angst 
(pag. 48, Z. 160) und die Situation sei nicht sehr angenehm gewesen (pag. 45, 
Z. 68). Einmal sprach er gar davon, dass er sich vergewaltigt fühle und dies der 
schlimmste Tag in seinem Leben sei (pag. 40, Z. 257 f.). Dass er das Bett der Pri-
vatklägerin unter diesen Umständen nicht verlassen bzw. sich überhaupt hingelegt 
hat, obwohl die Situation – gemäss seinen eigenen Angaben – seltsam, unange-
nehm und bizarr gewesen sei, erscheint reichlich lebensfremd. Entsprechende 
Fragen beantwortete der Beschuldigte dahingehend, dass die Privatklägerin die 
einzige Person gewesen sei, mit der er sich einigermassen wohl gefühlt habe (pag. 
384, Z. 10, Z. 13 f.), dass er keinen anderen Schlafplatz gefunden (pag. 48, Z. 166) 
und ihr Bett bequem und warm bzw. komfortabel gewesen sei (pag. 48, Z. 176 f., 
pag. 588, Z. 41 ff.). Diese Aussagen vermögen – insbesondere vor dem Hinter-
grund der Ausführungen zu seinem Befinden – nicht zu überzeugen. Dies umso 
weniger, als der Beschuldigte auch noch angab, die Privatklägerin habe Freude am 
Denunzieren bzw. sie habe ihm selber von ihrem Versuch erzählt, «dies» einem 
anderen jungen Mann anzutun und ihn hinter Gitter zu bringen (pag. 51, Z. 299 ff., 
pag. 51, Z. 309 ff.). Anhaltspunkte auf etwaige Falschbelastungen durch die Privat-
klägerin lassen sich den Akten jedoch keine entnehmen. Der Beschuldigte machte 
auch unterschiedliche Angaben dazu, wie er von den besagten Falschbeschuldi-
gungen bzw. angeblichen Bestrebungen der Privatklägerin erfahren habe. So gab 
er zunächst zu Protokoll, dass die Privatklägerin ihm dies selber erzählt habe, sei-
ne Frau sei auch dabei gewesen (pag. 51, Z. 299 ff.). Anlässlich der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung ergänzte der Beschuldigte, er habe dies auch von 
«K.________» gehört (pag. 589, Z. 4 ff.). Der Beschuldigte konnte allerdings keine 
näheren Angaben zu diesem «K.________» machen, obwohl es sich – gemäss ei-
genen Angaben – um einen «guten Freund» handle (pag. 587, Z. 39 ff.). Die ent-
sprechenden Vorbringen des Beschuldigten sind vor diesem Hintergrund als 
Schutzbehauptung abzutun. 

Die Beschreibung, die der Beschuldigte betreffend das Verhalten der Privatklägerin 
anlässlich der besagten Party an ihrem Domizil abgibt, nämlich, dass sie ihn immer 
wieder sexuell bedrängt und er sie mehrfach habe abweisen müssen (pag. 37, Z. 
85 f., pag. 38, Z. 157 f., pag. 44 f., Z. 46 ff., pag. 50, Z. 239 ff.), wird – wie nachfol-
gend zu sehen sein wird – von niemand anderem bestätigt (vgl. Ziff. 11.3.3 hier-
nach). Den parteiöffentlichen Aussagen der übrigen Anwesenden und denjenigen 
der Privatklägerin ist vielmehr zu entnehmen, dass der Beschuldigte an diesem 
Abend sexuell aufgeladen gewesen ist. In diese Richtung geht denn auch seine 
Aussage, wonach er ein anderes Mädchen, an dem er interessiert gewesen sei, an 
der Party habe treffen wollen (pag. 44, Z. 43 f., pag. 46, Z. 91 ff.). Schliesslich 
passte der Beschuldigte seine diesbezüglichen Aussagen auch dem Verfahrens-

19

stand an. So erklärte er zunächst noch, die Freunde der Privatklägerin hätten mit-
bekommen, wie diese sich an ihn gedrängt habe (pag. 47, Z. 156), dass er die Pri-
vatklägerin bereits während der Party habe wegstossen müssen (pag. 50, Z. 238 f.) 
und sie sehr stark mit ihm geflirtet habe, auch als andere Leute dabei gewesen 
seien (pag. 50, Z. 244 f.). Auf Vorhalt der Aussagen einzelner Gäste änderte er 
seine Aussagen dahingehend, dass die Privatklägerin (sexuell) aggressiv sei, wenn 
sonst niemand anwesend sei (pag. 50, Z. 268 f.) bzw. sie an diesem Abend nicht 
offensiv, sondern ihm gegenüber sexuell aggressiv gewesen sei (pag. 52, Z. 332). 
Sie sei immer dann auf ihn zugekommen, wenn keine anderen Leute dabei gewe-
sen seien (pag. 588, Z. 27 f.).

Der Beschuldigte sprach weiter davon, am fraglichen Abend von der Privatklägerin 
sexuelle Avancen per SMS und Nacktbilder erhalten zu haben (pag. 36, Z. 50 ff., 
pag. 38, Z. 153 ff., pag. 50, Z. 258 f., pag. 587, Z. 13 ff.); belegen konnte er dies je-
doch nicht. Den Umstand, dass man auf seinem ausgewerteten Mobiltelefon keine 
entsprechenden Nachrichten und Bilder gefunden hat, erklärte der Beschuldigte 
umständlich mit einem neuen WhatsApp-Programm und seiner Vermutung, dass 
die Privatklägerin diese Mitteilungen auf seinem Handy gelöscht habe (pag. 46, Z. 
118 ff., pag. 587, Z. 20 ff.). Dies ist klar als Schutzbehauptung abzutun, zumal eine 
solche Löschung bekanntlich nur unter gewissen Einschränkungen (Löschung nur 
innert gewisser Zeit nach Versand, unter Anmerkung «Diese Nachricht wurde 
gelöscht») möglich ist. Auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten wurden allerdings 
weder entsprechend einschlägige Nachrichten/Bilder der Privatklägerin noch Hin-
weise darauf gefunden, dass allfällige Nachrichten gelöscht worden sind.

Auffällig ist ferner, wie der Beschuldigte durchwegs und auf vielfältige Art und Wei-
se versuchte, die Privatklägerin und die übrigen Partygäste schlecht zu machen. 
So führte er etwa aus, es seien am Domizil der Privatklägerin sehr viele Drogen 
konsumiert worden (pag. 36, Z. 66, Z. 82), die Privatklägerin habe sich ihm – wie 
bereits mehrfach erwähnt – sexuell stark und in aggressiver Weise aufgedrängt 
(beispielhaft pag. 38, Z. 157 f.), sie habe wohl eine Überdosis MDMA und THC-
Brownies gehabt bzw. sei unter vielen Drogen gestanden (pag. 37, Z. 93 f., pag. 
51, Z. 293), sei sehr betrunken gewesen (pag. 37, Z. 105) und es sei nicht das ers-
te Mal, dass sie Personen belüge oder andere mit solchen «Sachen» beschuldige 
(pag. 40, Z. 255 ff.). Demgegenüber war der Beschuldigte stets darum bemüht, 
sich selber in ein gutes Licht zu rücken. So gab er etwa zu Protokoll, wie er sich um 
seine Freunde gesorgt respektive sich für sie verantwortlich gefühlt habe (pag. 36, 
Z. 44 ff.) und er selber nur wenig getrunken und keine (harten) Drogen konsumiert 
habe, da er dies in seinem Alter nicht mehr nötig habe (pag. 36, Z. 44 f. und Z. 75). 
Seine Aussage, wonach er an der Party zu seinen Freunden habe schauen müs-
sen, erscheint nicht zuletzt mit Blick auf seine späteren Ausführungen fraglich, wo-
nach keine der anwesenden Personen ihn gekannt hätten oder seine Freunde ge-
wesen seien (pag. 52, Z. 333 f.). Er führte weiter aus, er habe die Privatklägerin 
hinsichtlich ihres Drogenkonsums stoppen wollen (pag. 39, Z. 205 f.), er sei nicht 
auf sie eingegangen (pag. 51, Z. 292 f.) und er habe ein erfülltes Sexleben bzw. 
habe das ihm vorgeworfene Verhalten nicht nötig (pag. 53, Z. 373 ff.). 

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Insgesamt wirken die Aussagen des Beschuldigten nicht glaubhaft, er hat sich in 
zahlreiche Widersprüche verstrickt, die Privatklägerin laufend schlecht gemacht, 
lebensfremde Abläufe geschildert und verschiedene Versionen des selben Ge-
schehens abgeliefert. Auf die Aussagen des Beschuldigten kann demnach nicht 
abgestellt werden, sofern sie nicht ohnehin unbestritten sind.

11.3.3 Zu den Aussagen der übrigen Personen

Vorab ist festzuhalten, dass O.________, P.________, Q.________ und 
R.________ nie parteiöffentlich befragt wurden. Sie konnten zum eigentlichen Tat-
geschehen aber ohnehin keine Angaben machen, weshalb ihren Aussagen keine 
ausschlaggebende Bedeutung zukommt. Der guten Ordnung halber folgen den-
noch einige kurze Anmerkungen.

O.________ wurde am 11. November 17 durch die Polizei befragt (pag. 57 f). Er 
gab an, den Eindruck gehabt zu haben, der Beschuldigte sei auf Drogen, dies we-
gen seines aggressiven Verhaltens. Der Beschuldigte sei passiv aggressiv mit ei-
ner sexuellen Lust gewesen. Zum Kerngeschehen konnte O.________ keine An-
gaben machen. Er habe am besagten Morgen von den übrigen Anwesenden erfah-
ren, was passiert sei. Bei der Party habe er gesehen, wie der Beschuldigte einen 
Joint geraucht und Alkohol getrunken habe, was von diesem nicht bestritten wird. 

Gleichentags wurde auch P.________ polizeilich befragt (pag. 59 f). Dabei führte 
sie aus, der Beschuldigte und die Privatklägerin hätten an besagtem Abend ab und 
an zusammen gesprochen. Sie glaube aber nicht, dass die Privatklägerin mehr mit 
ihm als mit anderen Personen gesprochen habe. Sie hätten aber definitiv nichts 
miteinander gehabt. Sie habe nachträglich erfahren, was passiert sei. Ob ausser 
Alkohol auf der Party sonst noch etwas konsumiert worden sei, wisse sie nicht. 
Auch P.________ vermochte nach dem Gesagten keine Aussagen zum Tather-
gang zu machen.

Q.________ gab am 11. November 17 zu Protokoll (pag. 61 f.), dass der Beschul-
digte ziemlich rasch negativ aufgefallen, laut gewesen sei und sich abwertend über 
die europäische Kultur geäussert habe. In der Nacht sei er ins Zimmer geplatzt und 
habe eine Schlafgelegenheit gesucht. Am Morgen seien er selber und seine 
Freundin informiert worden, dass die Polizei unterwegs sei, da der Beschuldigte die 
Privatklägerin wohl vergewaltigt habe. Auch diese Aussagen helfen zur Klärung 
des Kerngeschehens nicht weiter. 

Auch N.________ und J.________ konnten sich zum eigentlichen Kerngeschehen 
nicht äussern. Ihre Aussagen sind für die vorliegende Beurteilung zwar nicht aus-
schlaggebend, dennoch ergeben sich daraus gewisse Hinweise, welche die Um-
stände an besagtem Abend bzw. am nächsten Morgen etwas verdeutlichen.

N.________ wurde insgesamt zwei Mal befragt, wobei die erste Befragung nicht 
parteiöffentlich erfolgte. Er wurde im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung als Zeuge vorgeladen und ergänzend befragt. Dabei erhielt auch die Verteidi-
gung Gelegenheit zur Stellung von Ergänzungsfragen, womit dem Konfrontations- 
und Fragerecht des Beschuldigten Genüge getan ist. Es handelt sich bei ihm um 
einen Kollegen der Privatklägerin. Für eine Absprache bestehen nach Auffassung 
der Kammer allerdings keine Anhaltspunkte, zumal N.________ noch vor der Pri-

21

vatklägerin einvernommen wurde und das eigentliche Kerngeschehen bis auf den 
Zeitpunkt, indem er das Zimmer betreten hat, auch nicht selber beobachten konnte 
bzw. zum Betreten des Zimmers ohnehin von der Privatklägerin abweichende An-
gaben machte. N.________ gab an, dass ein Typ namens «A.________» eine kur-
ze Zeit neben ihm auf dem Gästesofa gelegen habe. Ca. um 10:00 Uhr sei er auf-
gewacht und habe bei der Privatklägerin an die Zimmertüre geklopft und gefragt, 
ob sie auch aufstehe. Weinerlich habe sie durch die Türe verneint, ebenso habe sie 
seine Frage verneint, ob alles in Ordnung sei. Als er die Tür geöffnet habe, habe er 
den Beschuldigten neben der Privatklägerin liegen sehen. Diese sei aufgesprungen 
und habe den Beschuldigten angeschrien, er solle gehen und sie wolle ihn nicht 
mehr sehen. Daraufhin sei dieser aus dem Zimmer gekommen und habe ihm ge-
genüber gesagt «i can’t handle her like that». Er sei sich nicht sicher, aber er glau-
be, dass der Beschuldigte etwas auf Englisch gesagt habe wie, er habe schon mal 
mit ihr Sex gehabt. Die Privatklägerin habe sich ihm dann anvertraut und erzählt, 
dass der Beschuldigte zu ihr ins Bett gestiegen sei, sie berührt und anal vergewal-
tigt habe. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wiederholte er seine 
Aussagen, wonach sich der Beschuldigte in dieser Nacht zunächst zu ihm gelegt 
(pag. 388, Z. 20) und er am Morgen an der Türe der Privatklägerin gefragt habe, ob 
sie auch aufstehe und alles in Ordnung sei. Er ergänzte, dass er gefragt habe, ob 
er ins Zimmer kommen dürfe, wobei wiederum ein «nein» von der Privatklägerin 
gekommen sei (pag. 388, Z. 28 ff.). Er habe die Türe nur einen Spalt aufgemacht 
und das Zimmer nicht betreten (pag. 388, Z. 41 f.). Die Privatklägerin sei dann 
recht laut geworden und der Beschuldigte habe das Zimmer verlassen und gesagt, 
er habe schon etwas mit der Privatklägerin gehabt (pag. 388, Z. 32 ff.). Annähe-
rungsversuche der Privatklägerin gegenüber dem Beschuldigten habe er nicht fest-
stellen können (pag. 389, Z. 12 f.). Die Aussagen von N.________ helfen zur 
Klärung des eigentlichen Kerngeschehens nicht weiter. Auch er schilderte jedoch, 
dass an besagtem Morgen offenbar etwas nicht in Ordnung gewesen und der Be-
schuldigte aus dem Zimmer der Privatklägerin gekommen ist. Damit vermögen sie 
eher die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin zu stützen. Dies nicht zu-
letzt auch deshalb, weil N.________ keine Annäherungsversuche von der Privat-
klägerin gegenüber dem Beschuldigten beobachtet hatte, obwohl sich diese – 
gemäss Aussagen des Beschuldigten – an diesem Abend «sexuell aggressiv» an 
ihn herangemacht habe.

J.________ wurde am 21. November 2017 in Gegenwart der Rechtsbeiständin der 
Privatklägerin sowie einer Substitutin der Verteidigung polizeilich befragt. Sie gab 
zu Protokoll, dass sie vor dieser Party weder die Privatklägerin noch den Beschul-
digten gekannt habe. Nach der Party habe sie auf dem Sofa geschlafen, als sie um 
ca. 06:00 Uhr erwacht sei, weil der Beschuldigte ihr mit seiner Hand über den Po 
gestreichelt habe. Sie habe sich daraufhin entfernt, worauf er ihr gefolgt sei. Der 
Beschuldigte habe sie auf Englisch nach einer Zigarette gefragt, was sie mit der 
Begründung verneint habe, dass er sie «begrabscht» habe. Er habe dann so getan, 
als wisse er von allem gar nichts mehr, was sie ihm zugetraut habe, da er total ne-
ben den Schuhen gewesen sei (pag. 66 f., Z. 47 ff.). Er sei ihr von Anfang an sehr 
unsympathisch gewesen und sie habe ein suspektes Gefühl gehabt (pag. 67, Z. 75 
f.). Sie denke, er habe sexuelle Absichten gehabt (pag. 67, Z. 88 f.). Sie habe ihn 

22

Alkohol trinken sehen, aber nicht übermässig viel. Sie gehe davon aus, dass er ge-
kifft habe und man habe ihm angesehen, dass er nicht nur Alkohol konsumiert ha-
be (pag. 68, Z. 143 ff.). Die Privatklägerin habe von etwas zu viel gehabt, sei sehr 
betrunken gewesen, habe gekifft und beim Gehen teilweise geschwankt bzw. sei 
«ziemlich parat» gewesen (pag. 68, Z. 113 ff. und 126 ff.). Ihr sei nicht aufgefallen, 
dass die Privatklägerin und der Beschuldigte etwas zusammen gehabt hätten (pag. 
69, Z. 167 f.). Zum eigentlichen Kerngeschehen konnte damit auch J.________ 
keine näheren Angaben machen. Insofern helfen ihre Aussagen nicht weiter. Auch 
sie bestätigte jedoch, dass sie keine Annäherungsversuche der Privatklägerin ge-
genüber dem Beschuldigten beobachten konnte. 

11.4 Gesamtwürdigung und erstellter Sachverhalt
Alles in allem ist festzuhalten, dass die Aussagen der Privatklägerin sehr glaubhaft 
sind und erlebnisbasiert wirken. Es gibt – entgegen der Auffassung der Verteidi-
gung – keine generellen Erkenntnisse darüber, wie ein Opfer sich während einem 
negativen Ereignis verhält bzw. verhalten sollte (Stichwort: Adrenalinausschüttung 
vor einem Schockzustand). In den Aussagen der Privatklägerin sind ferner keine 
Auffälligkeiten auszumachen. Dass sie wenige Details (auf welcher Seite sie gele-
gen und wann ihr Freund N.________ das Zimmer betreten habe) nicht im gesam-
ten Verfahren gleich schildern konnte bzw. bezüglich letzterem von den Aussagen 
von N.________ abwich, ist angesichts des Zeitablaufs und der Dynamik entspre-
chender Vorfälle ohne Weiteres nachvollziehbar. Diese Abweichungen sprechen 
ferner gegen eine erfundene bzw. auswendig gelernte Geschichte. Die Privatkläge-
rin schilderte das Kerngeschehen gleichbleibend und legte im gesamten Verfahren 
Wert darauf, den Beschuldigten hinsichtlich der erhobenen Vorwürfe nicht über-
mässig zu belasten. Sie war stets um eine präzise Schilderung sowohl des Rah-
men- als auch des Kerngeschehens bemüht und korrigierte etwa von sich aus, 
dass es im Rahmen der analen Penetration weniger Stösse gewesen seien. Sie 
schilderte nicht nur die eigentlichen Geschehnisse des besagten Morgens, sondern 
auch ihre psychischen Nachwirkungen lebensnah. Auch stimmen die Aussagen der 
Privatklägerin insofern mit den objektiven Beweismitteln überein, als diese einen 
körperlichen Kontakt zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten sowie 
den Nachweis gewisser konsumierter Substanzen belegen und keine einschlägigen 
Nachrichten und/oder Bilder auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten aufgefunden 
werden konnten. Dass genital sowie auch anal keine Verletzungen bei der Privat-
klägerin festgestellt werden konnten, spricht nicht gegen ihre Schilderungen des 
Vorfalls, zumal auch eine gegen den Willen stattgefundene Penetration nicht zwin-
gend Verletzungen hinterlassen muss (pag. 82) und die Privatklägerin ohnehin 
schilderte, wie sie währenddessen in einer Art Schockstarre gewesen sei. Daran 
vermag – nicht zuletzt mit Blick auf die Feststellung des IRM, wonach im Zeitpunkt 
der Blutentnahme kein Ethanol im Blut der Privatklägerin nachgewiesen werden 
konnte (pag. 82) – auch die Aussage von J.________ nichts zu ändern, wonach die 
Privatklägerin am besagten Abend bzw. in der besagten Nacht nicht mehr in gutem 
Zustand, sondern «ziemlich parat» gewesen sei. Zum eigentlichen Kerngeschehen 
konnten die übrigen Personen keine Angaben machen.

23

Die Aussagen des Beschuldigten fielen demgegenüber vage, widersprüchlich und 
teilweise nicht nachvollziehbar bzw. lebensfremd aus. Er machte unterschiedliche 
Angaben zum eigentlichen Kerngeschehen und war im gesamten Verfahren darum 
bemüht, die Privatklägerin schlecht zu machen, die von ihr geschilderten Vorfälle 
ins Gegenteilige umzudrehen und sich selber in ein gutes Licht zu rücken. Zusam-
menfassend vermögen seine Aussagen nicht zu überzeugen. Auch die Kammer 
geht nach dem Gesagten davon aus, dass die Privatklägerin anlässlich der Ge-
schehnisse an besagtem Morgen ihre Ablehnung ohne Weiteres deutlich machte, 
bevor sie in eine Art «Schockstarre» verfiel. Aus der Würdigung der vorliegenden 
Beweismittel ergibt sich damit ein stimmiges Gesamtbild, wonach die von der Pri-
vatklägerin geschilderten Berührungen und Penetrationen durch den Beschuldigten 
stattgefunden haben und sich dieser währenddessen bewusst über ihren Willen 
hinwegsetzte. Es bestehen damit keine unüberwindlichen Zweifel an den tatsächli-
chen Voraussetzungen der angeklagten Tat (Art. 10 Abs. 3 StPO). 

Für die Kammer ergibt sich nach Würdigung der vorliegenden Beweismittel ein Ge-
samtbild, das dem angeklagten Sachverhalt gemäss Ziff. I.1.der Anklageschrift ent-
spricht: 

Die Privatklägerin legte sich nach der Party an ihrem Domizil nackt in ihrem eige-
nen Bett schlafen. Am Morgen legte sich der Beschuldigte, nur mit seiner Unterho-
se bekleidet, neben die Privatklägerin. Er zog sich in der Folge seine Unterhose 
aus, umfasste die Privatklägerin mit einem Arm und berührte sie an deren Brüsten. 
Obwohl die Privatklägerin erklärte, dies nicht zu wollen, berührte er sie weiter an 
den Brüsten. Daraufhin berührte er ihre Vagina und führte einen Finger ein, obwohl 
die Privatklägerin den Beschuldigten mehrfach aufforderte, die Handlungen zu be-
enden («nein» bzw. «no», «stop-it»). Die Privatklägerin befand sich daraufhin in ei-
ner Art Schockstarre, setzte sich körperlich nicht zur Wehr und äusserte sich auch 
verbal nicht weiter. Der Beschuldigte begann – nach wie vor hinter der Privatkläge-
rin liegend und sie umfassend – seinen Penis an ihr zu reiben, worauf er einmal 
anal in die Privatklägerin eindrang und ein bis zweimal zustiess. Daraufhin 
vermochte sich die Privatklägerin aus ihrer Schockstarre und vom Beschuldigten zu 
lösen, sprang auf und forderte ihn auf, ihr Zimmer zu verlassen, was der 
Beschuldigte auch tat, ohne zuvor zu einem Samenerguss gekommen zu sein.

III. Rechtliche Würdigung

12. Theoretische Ausführungen zur sexuellen Nötigung (Art. 189 Abs. 1 aStGB)

Betreffend die allgemeinen rechtlichen Ausführungen kann grundsätzlich auf die 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 14 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 436 ff.). Zur besseren Übersicht und der 
Vollständigkeit halber werden die relevanten theoretischen Grundlagen vorliegend 
nochmals wiedergegeben und ergänzt:

Gemäss Art. 189 Abs. 1 aStGB wird bestraft, wer eine Person zur Duldung einer 
beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich in-
dem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum 

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Widerstand unfähig macht. Unter sexueller Handlung ist zunächst jede körperliche 
Betätigung zu verstehen, die nach ihrem äusseren Erscheinungsbild vom Stand-
punkt eines objektiven Betrachters aus betrachtet eindeutig sexualbezogen ist. Die 
Handlung muss sich daher jedenfalls auf geschlechtsspezifische oder mindestens 
erogene Körperteile beziehen. Erfasst werden u.a. orale und anale Penetrationen, 
Einführung von Gegenständen in Vagina oder Anus, Reiben des Geschlechtsteils 
des Täters an den Genitalien oder an der (weiblichen) Brust des Opfers, Berühren 
des nackten männlichen oder weiblichen Geschlechtsteils, Berührung der nackten 
Brust einer Frau (auch unter dem Büstenhalter oder unter den Kleidern), das länge-
re oder intensive Betasten des weiblichen oder männlichen Geschlechtsteils über 
der Kleidung oder Zungenküsse. Eine Vielzahl von an sich noch nicht erheblichen 
sexuellen Verhaltensweisen kann in einem Gesamtkontext unter Umständen als 
sexuelle Handlung qualifiziert werden (MAIER, Basler Kommentar StGB/JStG, 
4. Aufl. 2019 N 11 zu Art. 187 StGB). Die Tatmotive, das subjektive Empfinden 
oder die Bedeutung solcher eindeutig sexualbezogener Handlungen für Täter und 
Opfer sind dabei belanglos (WEDER, StGB/JStG Kommentar, 20. Aufl. 2018, N 5 f. 
zu Art. 187 StGB mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, N 5 zu 
Art. 189 StGB). Nötigen kann der Täter durch Gewalt, Drohung oder psychischen 
Druck. Gewalt liegt dann vor, wenn auf das Opfer mit chemisch oder physikalisch 
fassbaren Mitteln eingewirkt oder physisch in seine Rechtssphäre eingegriffen wird. 
Dabei schaltet der Täter entweder den Widerstand des Opfers aus oder verhindert 
eine allfällige Gegenwehr, bevor das Opfer reagieren kann. Eine gewisse Einwir-
kung auf den Körper ist erforderlich, wobei die notwendige Intensität nach relativen 
Kriterien zu bestimmen ist. Keine Rolle spielt es, ob das Opfer Widerstand leistet 
und dieser allenfalls gebrochen wird. Bereits ein Niederdrücken oder mit überlege-
ner Körperkraft festhalten kann unter Umständen als Gewalt definiert werden. Es 
genügt aber grundsätzlich diejenige Gewalt, die nötig war, um das konkrete Opfer 
gefügig zu machen (MAIER, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 189 StGB). Bei der Beurteilung 
des Ausmasses der Gewaltanwendung sind auch Opfergesichtspunkte mit zu 
berücksichtigen. Die von der Rechtsprechung geforderte Widersetzlichkeit des Op-
fers ist nichts Anderes als eine tatkräftig und manifestierte Willensbezeugung, mit 
welcher dem Täter unmissverständlich klargemacht wird, die sexuelle Handlung 
nicht zu wollen, wobei der entgegengesetzte Wille durch das Opfer unzweideutig 
manifestiert werden muss (MAIER, a.a.O., N 23 zu Art. 189 StGB, vgl. auch Urteil 
des BGer 6B_304/2012 vom 8. November 2012 E. 2.1 f.). Das Opfer muss die Tat 
dulden (TRECHSEL/BERTOSSA, Praxiskommentar StGB, 3. Aufl. 2018, N 10 zu Art. 
189). Zwischen der Nötigungshandlung und dem Dulden der sexuellen Handlung 
muss Kausalität bestehen; der Täter muss gerade durch die Nötigungshandlung 
die Duldung der sexuellen Handlung erzwungen haben, ansonsten kommt nur Ver-
such in Betracht (TRECHSEL/BERTOSSA, a.a.O., N 11 zu Art. 189).

Subjektiv verlangt der Tatbestand Vorsatz, bezüglich des Erkennens eines «Neins» 
des Opfers mindestens Eventualvorsatz. Der Täter muss um die Bedeutung des 
auf- und abgenötigten Verhaltens wissen. Dazu gehört auch, dass er zumindest in 
Kauf nimmt, sich über den entgegenstehenden Willen des Opfers hinwegzusetzen 
(MAIER, a.a.O., N. 54 zu Art. 189 StGB).

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13. Vorbemerkungen

Vorweg ist bezüglich der rechtlichen Würdigung darauf hinzuweisen, dass die An-
klageschrift dem Beschuldigten für den Vorfall vom 11. November 2017 sexuelle 
Nötigung und mehrfache sexuelle Belästigung zur Last legt (pag. 335 f.), ohne al-
lerdings zu präzisieren, welche Handlungen welchen Tatbestand erfüllen sollen. 

Die Vorinstanz hat sich hierzu nicht geäussert und es erfolgte lediglich ein Schuld-
spruch wegen sexueller Nötigung als Ganzes. Nach Ansicht der Kammer ist es 
aufgrund des räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs vertretbar, den gesamten 
Vorfall als ein einheitliches Ereignis anzusehen, wobei einer abweichenden Be-
trachtungsweise ohnehin das Verschlechterungsverbot entgegenstehen würde. Der 
Umstand, dass der Beschuldigte im Rahmen des Vorfalls vom 11. November 2017 
verschiedene Handlungen begangen hat, wird in der nachfolgenden Strafzumes-
sung zu berücksichtigen sein. Damit hat für die (ebenfalls) angeklagte mehrfache 
sexuelle Belästigung kein Freispruch zu ergehen.

14. Subsumtion

Das Beweisergebnis hat im vorliegenden Fall ergeben, dass sich der Beschuldigte 
am Morgen des 11. Novembers 2017 hinter die nackte Privatklägerin ins Bett ge-
legt hat, sie mit einem Arm umfasste und an den Brüsten und ihrer Vagina berühr-
te, anschliessend einen Finger in ihre Vagina einführte und in der Folge seinen Pe-
nis an ihr rieb und – nach wie vor hinter der Privatklägerin liegend und sie umfas-
send – seinen Penis anal einführte und ein bis zwei Mal zustiess. Die vom Be-
schuldigten an der Privatklägerin vorgenommenen Handlungen stellen zweifellos 
sexuelle Handlungen im Sinne des Gesetzes dar.

Obwohl sich die Privatklägerin körperlich nicht zur Wehr gesetzt hat, brachte sie ih-
ren Willen dennoch klar und unzweideutig verbal zum Ausdruck und sagte dem 
Beschuldigten bereits nach den ersten Berührungen, er solle aufhören. Sie sagte 
mehrere Male «nein» bzw. «no» oder «stop it». Trotz den bestimmten Aufforderun-
gen, entsprechende Handlungen zu unterlassen, setzte sich der Beschuldigte über 
den für ihn erkennbaren verbalen Widerstand der Privatklägerin hinweg, in dem er 
einen Finger in ihre Vagina einführte, bevor er dann – die Privatklägerin weiterhin 
umfassend – seinen Penis an ihr gerieben und anal in sie eingedrungen ist. Dass 
die Privatklägerin in eine Art Schockzustand verfiel und sich für einen kurzen Mo-
ment auch verbal nicht mehr widersetzte, ist angesichts der für sie schwierigen Si-
tuation nachvollziehbar. So befand sich die Privatklägerin alleine und nackt zuhau-
se in ihrem Bett, in einer vermeintlich sicheren Umgebung. Dem dominant auftre-
tenden Beschuldigten war sie zweifelsohne körperlich unterlegen und dieser setzte 
sich auch über den von ihr geäusserten Willen ohne Weiteres hinweg bzw. intensi-
vierte seine sexuellen Handlungen weiter (vom vergleichsweise harmlosen 
Berühren der Brüste bis hin zur analen Penetration). Für die Erfüllung des Tatbe-
stands von Art. 189 Abs. 1 aStGB ist eben gerade nicht erforderlich, dass sich das 
Opfer andauernd wehrt oder widerstandsunfähig wird. Das Erstere ist dem Opfer 
nicht zuzumuten und Letzteres stimmt oft nicht mit den Tatabläufen überein. Viele 
Opfer geben nach dem ersten Angriff des Täters den Widerstand auf, sammeln 
dann aber wieder ihre Kräfte und versuchen anschliessend erneut, sich zur Wehr 

26

zu setzen (MAIER, a.a.O. N. 22 zu Art. 189, vgl. auch Urteil des BGer 6B_304/2012 
vom 8. November 2012 E. 2.1 f.). So war es denn auch bei der Privatklägerin, wel-
che ihre Blockade bzw. den Schockzustand schliesslich überwinden, aufspringen 
und sich so vom Beschuldigten lösen konnte. Die Straf- und Zivilklägerin hat sich 
anlässlich der Übergriffe soweit gewehrt, als es ihr unter den gegebenen Umstän-
den und in Anbetracht ihrer persönlichen Verhältnisse möglich und zumutbar war, 
um sich den nötigenden Einwirkungen des Beschuldigten zu entziehen.

Auch die Kammer geht nach dem Gesagten davon aus, dass der Beschuldigte mit 
seinem Verhalten auf die Willensbildung der Privatklägerin eingewirkt hat. Die hier-
für erforderliche – vor dem geschilderten Hintergrund erklärbar – vergleichsweise 
geringe, aber immerhin bestimmte Vorgehensweise des Beschuldigten, stellt eine 
gewaltsame Nötigung dar. Durch das entsprechende Verhalten des Beschuldigten 
war es ihm überhaupt erst möglich, die sexuellen Handlungen gegen den vorab 
unzweideutig geäusserten Willen der Privatklägerin zu vollziehen. Der Beschuldigte 
musste den verbalen Widerstand der Privatklägerin auch sprachlich verstehen, 
zumal sich diese sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache entsprechend 
äusserte. Daran ändert – wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat – nichts, 
dass der Beschuldigte mit der Privatklägerin zu einem früheren Zeitpunkt schon 
einmal Geschlechtsverkehr hatte. 

Aufgrund der mehrfachen verbalen Äusserungen der Privatklägerin («nein» bzw. 
«no» oder «stop it») musste dem Beschuldigten bewusst sein, dass er gegen den 
Willen der Privatklägerin handelte. Er wollte den sexuellen Kontakt mit ihr und setz-
te sich dabei über ihren unzweideutig geäusserten Willen hinweg. Der Beschuldigte 
handelte damit direktvorsätzlich. Damit ist der Tatbestand der sexuellen Nötigung 
sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. Es sind weder Rechtfer-
tigungs- noch Schuldausschliessungsgründe ersichtlich oder dargetan. Bezüglich 
des angeblichen Rauschzustandes des Beschuldigten wird auf Ziff. 17.2 hiernach 
verwiesen.

Nach dem Gesagten hat sich der Beschuldigte der sexuellen Nötigung zum Nach-
teil der Privatklägerin schuldig gemacht.

IV. Strafzumessung

15. Allgemeines

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zum anwendbaren Recht, zur Straf-
zumessung und zum massgebenden Strafrahmen sind zutreffend. Darauf kann an 
dieser Stelle verwiesen werden (S. 17 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 439 f.). 

16. Vorbemerkungen

Der erstinstanzliche Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz durch Erwerb, Besitz und Konsum von Marihuana und die diesbezüg-
lich ausgesprochene Übertretungsbusse von CHF 100.00 (Ziff. I.2. des erstinstanz-
lichen Dispositivs) sind in Rechtskraft erwachsen und somit nicht mehr Gegenstand 

27

dieses Verfahrens. Im Rahmen der nachfolgenden Strafzumessung ist damit ledig-
lich die sexuelle Nötigung zu berücksichtigen. Die Vorinstanz hat den Beschuldig-
ten hierfür zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt, den Vollzug der Frei-
heitsstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgelegt. Aufgrund 
des geltenden Verschlechterungsverbotes kann die Kammer das Urteil auch hin-
sichtlich der im Rahmen der Strafzumessung auszufällenden Sanktion nur bestäti-
gen oder zugunsten des Beschuldigten abändern.

17. Tatkomponenten

17.1 Objektive Tatschwere

Schwere der Verletzung respektive Gefährdung des betroffenen Rechtsguts:

Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, ist unter diesem Titel der Erfolgsun-
wert der Tat zu beurteilen. Das vorliegend betroffene Rechtsgut ist die sexuelle In-
tegrität der Privatklägerin. Wie das Beweisergebnis zeigt, nahm der Beschuldigte 
an der Privatklägerin sexuelle Handlungen vor (Berühren der Brüste und der Vagi-
na, Einführen eines Fingers in die Vagina, Reiben des Penis am Po und anale Pe-
netration mit dem Penis). Die Ausführungen der Vorinstanz können grundsätzlich 
bestätigt werden; Der Beschuldigte hat die sexuelle Integrität der Privatklägerin 
durch das anale Eindringen mit dem Penis in relativ schwerer Weise verletzt. Ana-
les Eindringen gehört grundsätzlich zu den schwereren Fällen der Rechtsgutverlet-
zung, zumal damit auch weitere gesundheitliche Folgen einhergehen können. An-
zumerken gilt es, dass die Vorinstanz im Rahmen ihrer Urteilsbegründung nur von 
der analen Penetration spricht und die übrigen Handlungen des Beschuldigten bei 
der Schwere der Verletzung nicht mehr erwähnt, obwohl gerade auch das Eindrin-
gen mit einem Finger in die Vagina einen erheblichen Eingriff in die sexuelle 
Selbstbestimmung der Frau bedeutet. Gesamthaft ist relativierend zu berücksichti-
gen, dass der Beschuldigte «nur» einmal eingedrungen ist und etwa ein bis zwei 
Mal zugestossen hat, ohne zu ejakulieren und der ganze Vorfall nach einigen Minu-
ten vorbei gewesen ist. Der Vorfall dauerte in zeitlicher Hinsicht zwar nicht lange, 
dennoch zeugte er von einer gewissen Hartnäckigkeit des Beschuldigten, fanden 
doch mehrere sexuelle Handlungen in nur kurzer Zeit statt. Die Vorinstanz hat die 
Schwere der Verletzung des Rechtsguts sodann als mittelschwer beurteilt. Sicher-
lich ist der ganze Vorfall nicht zu bagatellisieren – im Gegenteil. Bei der Privatklä-
gerin hat der Vorfall nebst körperlichen Schmerzen auch zu psychischen Proble-
men geführt, welche bis heute andauern. Die Qualifikation mittelschwer bedeutet 
allerdings, dass dafür eine Strafe im Bereich von drei bis sechs Jahren auszuspre-
chen wäre. Die Kammer geht nach dem Gesagten von einem leichten Verschulden 
aus.

Verwerflichkeit des Handelns: 

Zu beurteilen ist unter diesem Titel der Handlungsunwert der Tat. Wie die Vorin-
stanz zu Recht festgehalten hat, musste der Beschuldigte keine besonders hohe 
kriminelle Energie an den Tag legen. Die Übergriffe erfolgten – soweit ersichtlich – 
spontan und ohne vorgängige Planung. Der Beschuldigte hat allerdings nicht nur 
das Vertrauen der Privatklägerin ausgenutzt, er hat sie auch in einem sehr verletz-
lichen Moment mehr oder weniger überrumpelt und er hat sie in ihrem Bett bzw. ih-

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rem Zimmer, einem Ort, an dem man sich geborgen und sicher fühlen darf, sexuell 
genötigt. Dem vorliegenden Bericht der Psychotherapie vom 7. Juni 2018 (pag. 222 
f.). kann denn auch entnommen werden, dass die Privatklägerin durch die Möbel 
ihres Zimmers getriggert wurde und sie etwa neue Bettwäsche etc. kaufen musste, 
was ein klares Zeichen dafür ist, dass das Vorgehen des Beschuldigten ihr ge-
genüber in dieser Umgebung perfid war. 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung der objektiven Tatkomponenten noch von ei-
nem leichten Tatverschulden auszugehen.

17.2 Subjektive Tatschwere

Willensrichtung und Beweggründe:

Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Ihm ging es um die Befriedigung 
seiner sexuellen Bedürfnisse, was als rein egoistischer Beweggrund zu betrachten 
ist. Dies wirkt sich indes neutral aus, da diese Umstände deliktsimmanent sind. 

Vermeidung der Gefährdung oder Verletzung des betroffenen Rechtsguts:

Hätte der Beschuldigte tatsächlich nur eine Schlafgelegenheit gesucht, hätte er 
sich auch an den Rand des Bettes der Privatklägerin legen können. Der Beschul-
digte hätte damit die Rechtsgutverletzung ohne Weiteres vermeiden und sich dem 
ihm bekannten Willen der Privatklägerin fügen können. Auch unter Berücksichti-
gung der subjektiven Komponenten ist noch von einem leichten Verschulden aus-
zugehen.

Die Kammer kann sich schliesslich auch den Ausführungen der Vorinstanz ansch-
liessen, wonach beim Beschuldigten im Tatzeitpunkt nicht von einer verminderten 
Schuldfähigkeit auszugehen ist (S. 19 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 441 f.). Zwar hat der Beschuldigte unbestrittenermassen und auch gemäss ei-
genen Angaben in der Nacht vor der Tat Alkohol getrunken. Bis zum eigentlichen 
Tatzeitpunkt sind allerdings noch einige Stunden vergangen, in denen der Be-
schuldigte geschlafen hat und der Alkohol entsprechend abgebaut werden konnte. 
Die im Gutachten des IRM festgestellte und auf den Tatzeitpunkt zurückgerechnete 
Blutalkoholkonzentration von minimal 2.22 Promille und maximal 3.47 Promille 
(pag. 98) ist insofern zu relativieren, als der Beschuldigte – gemäss eigenen Anga-
ben – auf dem Nachhauseweg, d.h. zwischen dem Tatzeitpunkt und der Blutent-
nahme, noch eine halbe Flasche Rum getrunken hat (pag. 47, Z. 126). Gestützt auf 
die am 11. November 2017 um 16.25 Uhr vorgenommenen Blutentnahme und der 
auf diesen Zeitpunkt festgestellten Blutalkoholkonzentration von 1.88 Promille (vgl. 
pag. 93) sowie unter Berücksichtigung des besagten Nachtrunks, ist von einem im 
Tatzeitpunkt deutlich unter 2 Promille liegenden Wert auszugehen. Der Vollstän-
digkeit halber ist anzumerken, dass sich auch aus dem sonstigen Benehmen des 
Beschuldigten nicht schliessen lässt, er sei am besagten Morgen bzw. im Tatzeit-
punkt sehr stark alkoholisiert gewesen.

17.3 Fazit Tatverschulden

Es ist ohne Weiteres vertretbar, sich nebenbei (auch) am abstrakten Strafrahmen 
der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 aStGB zu orientieren, zumal ein vagi-
nales Eindringen mit einem Finger und eine anale Penetration mit dem Penis 

29

durchaus mit Handlungen vergleichbar sind, die unter Art. 190 Abs. 1aStGB sub-
sumiert werden. Das gesamte Tatverschulden des Beschuldigten ist nach Ansicht 
der Kammer noch als leicht einzustufen. Aufgrund dieser Überlegungen und den 
obenstehend ausgeführten Gründen erachtet die Kammer im vorliegenden Fall ei-
ne Strafe im Bereich von 24 Monaten als dem Tatverschulden angemessen 
(vgl. aber Ziff. 17.5 hiernach).

17.4 Täterkomponenten

Wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat, ist der Beschuldigte im Schweizerischen 
Strafregister nicht verzeichnet. Dies wirkt sich allerdings neutral aus. Auch die per-
sönlichen Verhältnisse des Beschuldigten sind als neutral zu werten. Der Beschul-
digte stammt aus den S.________, ist im Dezember 2014 in die Schweiz eingereist 
und seit dem 6. Februar 2015 mit einer Schweizerin verheiratet. Gemäss eigenen 
Angaben studiert er T.________ in einem Masterprogramm an der Universität 
H.________ und ist zurzeit wirtschaftlich von seiner Ehefrau abhängig. Der Be-
schuldigte befindet sich damit in grundsätzlich geordneten privaten Verhältnissen. 
Er hat sich nach der Tat nichts mehr zu Schulden kommen lassen und hat sich im 
Strafverfahren korrekt und anständig verhalten, was jedoch erwartet werden darf. 
Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe hat er das gesamte Verfahren hindurch 
grundsätzlich abgestritten. Dies ist sein Recht. Strafmindernde Reue und Einsicht 
sind somit allerdings nicht vorhanden. Aussergewöhnliche Umstände, welche 
schliesslich auf eine erhöhte Strafempfindlichkeit des Beschuldigten schliessen 
lassen würden, sind nicht ersichtlich (vgl. Urteile des BGer 6B_1079/2016 vom 21. 
März 2017 E. 1.4.5; 6B_249/2016 vom 19. Januar 2017 E. 1.4.4.; 6B_243/2016 
vom 8. September 2016 E. 3.4.2; 6B_748/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 1.3). Ins-
gesamt sind die Täterkomponenten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als 
neutral zu werten. 

17.5 Gesamtfazit

Nach dem Gesagten würde die Kammer eine Strafe im Bereich 24 Monaten als 
angemessen erachten. Da das Urteil aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht 
zu Ungunsten des Beschuldigten abgeändert werden darf, ist die Kammer an die 
von der Vorinstanz ausgesprochene Strafhöhe von 18 Monaten gebunden. 

18. Strafart, Vollzug und Anrechnung der ausgestandenen Haft
Aufgrund der Höhe der ausgefällten Strafe (18 Monate) ist vorliegend einzig eine 
Freiheitsstrafe zulässig (Art. 34 Abs. 1 aStGB e contrario).

Gemäss Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht 
notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 
Vergehen abzuhalten. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teil-
weise auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren 
(Art. 44 Abs. 1 aStGB). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bildet der 
Strafaufschub die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose ab-
gewichen werden darf (Urteil des BGer 6B_254/2018 vom 6. September 2018 
E. 1., BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). 

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Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, sind vorliegend keine Umstände er-
sichtlich, welche der Gewährung des bedingten Vollzugs entgegenstehen würden. 
Die Freiheitsstrafe von 18 Monaten wird somit aufgeschoben, unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von zwei Jahren. Der guten Ordnung halber ist festzuhalten, dass 
oberinstanzlich ohnehin das Verbot der reformatio in peius zu beachten wäre.

In Anwendung von Art. 51 aStGB ist die vom Beschuldigten ausgestandene Haft 
(vorläufige Festnahme) im Umfang von einem Tag an die ausgesprochene Frei-
heitsstrafe anzurechnen.

V. Landesverweisung

19. Zur Anordnung der Landesverweisung / Ausschreibung im SIS

19.1 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt hierzu folgendes fest (S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 444): 

Die sexuelle Nötigung ist gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB eine Katalogtat, womit eine obligatorische 
Landesverweisung zu erfolgen hat. Es sind keine Umstände ersichtlich, wonach ein schwerer persön-
licher Härtefall gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB vorliegen würde: Der Beschuldigte ist in den S.________ 
aufgewachsen, verfügt nach wie vor über die Staatsbürgerschaft der S.________ und befindet sich 
erst seit wenigen Jahren in der Schweiz. Er ist zwecks Eheschliessung in die Schweiz gekommen und 
seit dem 6. Februar 2015 verheiratet. Er ist in der Schweiz nicht sonderlich integriert und geht auch 
keiner geregelten Arbeit nach. Er hat keine Kinder. Der Beschuldigte verfügt über verwandtschaftliche 
Beziehungen in den S.________, jedoch nicht in der Schweiz. Es sind sodann keine Umstände be-
kannt, die eine Wiedereingliederung in den S.________ als nicht möglich erscheinen liessen.

Aufgrund des Verschuldens des Beschuldigten ist vorliegend eine Landesverweisung von 5 Jahren 
verhältnismässig (vgl. zu den Bemessungskriterien BSK StGB-ZURBRÜGG/HRUSCHKA, 4. Aufl. 
2018, Art. 66a N 27 ff.)

19.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung brachte diesbezüglich im Wesentlichen vor, dass der Beschuldig-
te seit sechs Jahren mit einer Schweizerin verheiratet und zurzeit an seinem Mas-
terabschluss sei und sich mit seiner Ehefrau um deren betagte Grosseltern küm-
mere, welche die beiden nicht in die S.________ begleiten oder sie dort besuchen 
könnten. Die Grosseltern hätten in der Schweiz niemanden mehr, womit eine ana-
loge Situation wie bei Kindern vorliege. Wenn kein Härtefall angenommen werde, 
so stelle sich die Frage einer Ausschreibung im SIS. Die vorliegende Strafandro-
hung kenne keine Mindeststrafe im Sinne von Art. 96 SDÜ. Selbst wenn von der 
konkret ausgefällten Strafe ausgegangen werde, habe eine Verhältnismässig-
keitsprüfung zu erfolgen, nach welcher es im Einzelfall geboten sein könne, aus be-
ruflichen oder familiären Gründen auf eine Ausschreibung zu verzichten. Letztlich 
komme es auf die Gefahr für die Öffentlichkeit an, welche mit Blick auf den vorlie-
genden Fall als gering einzustufen sei (pag. 592 f.).

31

Die Generalstaatsanwaltschaft erachtete die von der Vorinstanz angeordnete fünf-
jährige Landesverweisung als angemessen (pag. 595). Die Privatklägerschaft äus-
serte sich nicht zu einer allfälligen Landesverweisung des Beschuldigten.

20. Grundlagen zur Landesverweisung

Gemäss dem am 1. Oktober 2016 in Kraft getretenen Art. 66a Abs. 1 Bst. h aStGB 
verweist das Gericht einen Ausländer, der wegen sexueller Nötigung verurteilt wur-
de, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5 bis 15 Jahre aus der Schweiz. Die 
obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a 
Abs. 1 aStGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tatschwere (BGE 
144 IV 332 E. 1.3.1). Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur «aus-
nahmsweise» unter den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass 
sie (1.) einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentli-
chen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des 
Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a Abs. 2 erster 
Satz aStGB). Diese sog. Härtefallklausel dient der Umsetzung des Verhältnismäs-
sigkeitsprinzips (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 145 IV 364 E. 3.2; 144 IV 332 E. 3.1.2; 
je mit Hinweisen). Sie ist restriktiv anzuwenden (BGE 144 IV 332 E. 3.3.1). Nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur Prüfung des Härtefalls im 
Sinne von Art. 66a Abs. 2 aStGB der Kriterienkatalog der Bestimmung über den 
«schwerwiegenden persönlichen Härtefall» in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 
24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 
142.201) heranziehen. Zu berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönli-
chen und wirtschaftlichen) Integration, einschliesslich familiärer Bindungen des 
Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat, Aufenthaltsdauer und Resozialisie-
rungschancen. Ebenso ist der Rückfallgefahr und wiederholter Delinquenz Rech-
nung zu tragen (vgl. BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteil des BGer 
6B_587/2020 vom 12. Oktober 2020 E. 2.1.1).

Art. 66a Abs. 1 aStGB sieht als Dauer der obligatorischen Landesverweisung einen 
Rahmen von fünf bis 15 Jahren vor. Die Bemessung der Dauer im Einzelfall liegt im 
Ermessen des Gerichts, welches sich dabei insbesondere am Verhältnismässig-
keitsgrundsatz zu orientieren hat (Botschaft vom 26. Juni 2013 zur Änderung des 
Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes, BBl 2013 5975 ff., S. 6021). Wie 
diese Verhältnismässigkeitsprüfung im Detail auszugestalten ist bzw. an welchen 
Kriterien sich die Ermessensausübung zu orientieren hat, ist jedoch nicht offen-
sichtlich. Das Bundesgericht hielt in seinem Urteil 6B_627/2018 vom 22. März 2019 
fest, die Rechtsfolge, d.h. die Dauer der Landesverweisung, sei aufgrund des Ver-
schuldens und der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu bestimmen (E. 1.3.4., 
vgl. ferner auch ZURBRÜGG/HRUSCHKA, Basler Kommentar StGB/JStG, 4. A. 2019, 
N 27 ff. zu Art. 66a StGB). Dabei besteht zwischen der Dauer der Strafe und jener 
der Landesverweisung in der Regel eine gewisse Übereinstimmung (vgl. zum alten 
Recht BGE 123 IV 107). Die Kammer berücksichtigt gemäss eigener Rechtspre-
chung bei der Bemessung der Dauer der Landesverweisung ebenfalls das Verhält-
nis zur Strafhöhe bzw. zum Verschulden des Beschuldigten sowie die Art des De-
likts bzw. das geschützte Rechtsgut und die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit 
durch das bestehende Rückfallrisiko. Dabei kommt diesen Aspekten unterschiedli-

32

ches Gewicht zu, je nachdem, welche privaten Interessen des Beschuldigten einer 
Rückkehr in sein Heimatland entgegenstehen (vgl. beispielhaft Urteile des Oberge-
richts des Kantons Bern SK 20 41/42 vom 8. Dezember 2020, SK 18 442 vom 
25. Juli 2019 E. 19, SK 18 87 vom 23. August 2018 E. V.25.).

21. Beurteilung der Landesverweisung durch die Kammer

21.1 Vorliegen einer Katalogtat

Der Beschuldigte ist S.________ Staatsbürger und verfügt gemäss eigenen Anga-
ben zurzeit nicht über einen Aufenthaltstitel in der Schweiz (pag. 590, Z. 27 f.). Er 
ist Ausländer im Sinne von Art. 66a Abs. 1 aStGB und wird gemäss den vorstehen-
den Ausführungen u.a. wegen sexueller Nötigung verurteilt. Dabei handelt es sich 
um ein Katalogdelikt (Ar