# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2811fe3a-13a4-5b8a-b376-0dcd2960d817
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 01.12.2025 WPR.2025.114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-114_2025-12-01.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.114 / vk /bs / Bu 
ZEMIS [***]; N [***] 

 

 

Urteil vom 1. Dezember 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Kuzmanović 

Rechtspraktikant Strittmatter 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Bettina Attenberger, Bahnhofstrasse 88, 5000 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Algerien,  

alias B._____, geb. tt.mm.jjjj, von Algerien,  

alias C._____, geb. tt.mm.jjjj, von Algerien  

z.Zt. im Bezirksgefängnis, 5000 Aarau   

amtlich vertreten durch lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Zwischen den Toren 4, 5000 Aarau    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Ende Dezember 2022 reiste der Gesuchsgegner eigenen Angaben zufolge 

nach Italien und stellte dort ein Asylgesuch (Akten des Amts für Migration 

und Integration [MI-act.] 123). 

 

Am 6. Februar 2023 reiste der Gesuchsgegner illegal in die Schweiz ein 

und ersuchte am darauffolgenden Tag auch in der Schweiz um Asyl (MI-

act. 122).  

 

Am 18. April 2023 trat das Staatssekretariat für Migration (SEM) nicht auf 

das Asylgesuch ein und wies den Gesuchsgegner nach Italien, den 

zuständigen Dublin-Mitgliedstaat, weg (act. 2).  

 

Am 18. April 2024 wurde der Gesuchsgegner vom Bezirksgericht 

Laufenburg wegen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, 

Hausfriedensbruchs, geringfügigen Diebstahls sowie rechtwidriger Einreise 

und rechtswidrigen Aufenthalts zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten 

verurteilt und es wurde eine Landesverweisung für acht Jahre angeordnet 

(MI-act. 60 ff.). 

 

Am 14. Oktober 2024 wurde der Gesuchsgegner vom Bezirksgericht Aarau 

wegen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, Hausfriedensbruchs 

sowie Verweisungsbruchs zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten 

verurteilt und es wurde eine Landesverweisung für 20 Jahre angeordnet 

(MI-act. 130). 

 

Nachdem die Frist gemäss Dublin-Verfahren zur Überstellung des 

Gesuchsgegners an die italienischen Behörden abgelaufen war, nahm das 

SEM das Asylverfahren des Gesuchsgegners mit Verfügung vom 

8. November 2024 wieder auf und wies ihn dem Kanton Aargau zu (MI-

act. 114 ff.). 

 

Mit Entscheid vom 29. November 2024 lehnte SEM das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab und wies ihn aus der Schweiz weg (MI-act. 122 ff.). 

Dieser Entscheid erwuchs am 11. Dezember 2024 in Rechtskraft (MI-

act. 154). 

 

Anlässlich des am 8. Januar 2025 geführten Ausreisegesprächs gab der 

Gesuchsgegner zu Protokoll, er sei nicht bereit, in seinen Heimatstaat 

zurückzukehren (MI-act. 162 ff.).  

 

Ab dem 11. Juli 2025 galt der Gesuchsgegner als provisorisch vermisst 

(MI-act. 198). Zum für den 18. Juli 2025 geplante Ausreisegespräch 

erschien der Gesuchsgegner nicht (MI-act. 192).  

 - 3 - 

 

 

 

Der Gesuchsgegner wurde am 25. Juli 2025 durch das algerische 

Generalkonsulat in Genf als A._____ identifiziert (MI-act. 193).  

 

Anlässlich einer Polizeikontrolle wurde der Gesuchsgegner am 18. August 

2025 in Q._____ aufgrund von Ausschreibungen im polizeilichen 

Fahndungssystem (RIPOL) verhaftet (MI-act. 203 ff.). In der Folge 

verbüsste er im Vollzugszentrum Bachtel, Zürich, bis zum 3. September 

2025 diverse ausstehende Ersatzfreiheitsstrafen (MI-act. 211 ff.). Am 

28. August 2025 ordnete das MIKA die vorläufige Festnahme und direkte 

Zuführung im Anschluss an den Strafvollzug, d.h. per 3. September 2025, 

an (MI-act 217 ff.). 

 

Am 2. September 2025 wurde das MIKA von der Kantonspolizei Zürich 

informiert, dass der Gesuchsgegner am 1. September 2025 aus dem 

Vollzugszentrum Bachtel geflüchtet und eine Zuführung nicht möglich sei 

(MI-act. 224). 

 

Am 8. November 2025 wurde der Gesuchsgegner durch die Kantonspolizei 

Aargau verhaftet und zur Verbüssung der Restersatzfreiheitsstrafe der 

Haftkoordinationsstelle Zürich übergeben. Das MIKA ordnete am 

10. November 2025 erneut die vorläufige Festnahme und Zuführung nach 

Haftende an (MI-act. 227 f.). Gleichentags teilte das Migrationsamt Zürich 

dem MIKA mit, dass der Gesuchsgegner bereits entlassen worden sei (MI-

act. 230), worauf ihn das MIKA im RIPOL ausschrieb (MI-act. 232 f.). 

 

Am 29. November 2025 wurde der Gesuchsgegner durch die Kantons-

polizei Aargau in Aarau angehalten, vorläufig festgenommen und 

anschliessend dem MIKA zugeführt (MI-act. 234 f.). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

30. November 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 243 ff.). Im Anschluss an die Befra-

gung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungshaft 

wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 30. November 2025, 14:19 Uhr [richtig: 15:19 Uhr]. 
Sie wird in Anwendung von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 
28. Februar 2026, 12.00 Uhr angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut vollzogen. Soweit für die Befragung 

 - 4 - 

 

 

oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die 
Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 5, act. 32). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 6, act. 38): 

 

1. 
Die Haftanordnung der Gesuchstellerin vom 30. November 2025 sei 
aufzuheben und der Gesuchsgegner sei mit sofortiger Wirkung aus der 
Haft zu entlassen. 
 
2. 
Eventuell sei zu prüfen, ob der Gesuchsgegner hafterstehungsfähig ist. 
 
3. 
Eventuell sei die Haftentlassung mit Auflagen zu verbinden. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemes-

senheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund 

einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 30. November 2025, 

15.19 Uhr, angehalten (act. 32). Die mündliche Verhandlung begann am 

1. Dezember 2025, 13.30 Uhr; das Urteil wurde um 14.05 Uhr eröffnet. Die 

richterliche Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist von 

96 Stunden. 

 

 - 5 - 

 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landes-

verweisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei mig-

rationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei Lan-

desverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von Stra-

fen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugsverordnung, 

SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die Haftanord-

nung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde erlassen 

(act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den Gesuchs-

gegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug sicher-

stellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Gegen den Gesuchsgegner wurden mit Urteil des Bezirksgerichts 

Laufenburg vom 18. April 2024 (MI-act. 60 ff.) und mit Urteil des 

Bezirksgerichts Aarau vom 14. Oktober 2024 (MI-act. 130 ff.) zwei 

Landesverweisungen von acht bzw. 20 Jahren verfügt. Beide Urteile sind 

in Rechtskraft erwachsen. Zudem lehnte das SEM mit Entscheid vom 

29. November 2024 das Asylgesuch des Gesuchsgegners ab und wies ihn 

aus der Schweiz weg (MI-act. 122 ff.). Dieser Entscheid ist am 

11. Dezember 2024 in Rechtskraft erwachsen (MI-act. 154 f.). Damit liegen 

ein rechtsgenüglicher Wegweisungsentscheid und zwei erstinstanzliche 

Landesverweisungen vor. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Der Vertreter des Gesuchsgegners bringt vor, es sei aufgrund der 

persönlichen Situation und der ergangenen Gefängnistrafen höchst 

ungewiss, ob und wann ein Ersatzreisedokument ausgestellt werde 

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(act. 36). Zudem seien Rückschaffungen nach Algerien gegen den Willen 

der betroffenen Person auch mit Sonderflügen nicht vollziehbar (act. 37). 

 

Zum Ersatzreisedokument ist festzuhalten, dass bei algerischen 

Staatsangehörigen für die Beschaffung eines Ersatzreisedokuments zuerst 

die Teilnahme an einem Counseling mit den algerischen Behörden 

erforderlich ist. Das MIKA geht jedoch davon aus, dass der Gesuchsgegner 

im Januar oder Februar 2026 an einem Counseling-Gespräch teilnehmen 

kann. Ebenso haben sich entgegen der Auffassung des Vertreters des 

Gesuchsgegners die Rückführungsmöglichkeiten nach Algerien in den 

letzten Jahren wesentlich verbessert und es werden regelmässig begleitete 

Flüge durchgeführt (Protokoll S. 6, act. 44). Dementsprechend ist zum 

aktuellen Zeitpunkt nicht von einer tatsächlichen Unmöglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs auszugehen.  

 

Weitere Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in tatsächlicher 

oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen würden, sind ebenfalls 

keine ersichtlich. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzes-

bestimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person 

der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige Anhalts-

punkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung entziehen 

und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der Weg-

weisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

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beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], 

Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; 

JANINE SERT, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum 

Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 17 zu 

Art. 76). 

 

3.2. 

Der Gesuchsgegner ist aufgrund des rechtskräftigen Wegweisungs-

entscheids des SEM (MI-act. 122 ff.) sowie aufgrund der zwei 

rechtskräftigen Landesverweisungen gemäss Art. 66a StGB (MI-act. 60 ff. 

und 130 ff.) verpflichtet, die Schweiz auf legalem Weg zu verlassen. 

Dennoch erklärte er bereits anlässlich des Ausreisegesprächs am 

8. Januar 2025, dass er nicht zu einer freiwilligen Ausreise in sein 

Heimatland bereit sei (MI-act. 162 ff.) Auch anlässlich der Befragung zur 

Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 30. November 2025 wie auch an 

der heutigen Verhandlung wiederholte der Gesuchsgegner, nicht zur 

freiwilligen Ausreise nach Algerien bereit zu sein (MI-act. 245; 

Protokoll S. 3, act. 41). Hinzu kommt, dass der Gesuchsgegner einmal 

untergetaucht war (MI-act. 198) und darüber hinaus gemäss eigener 

Aussage aus Angst vor der Ausschaffungshaft aus dem Straffvollzug 

geflüchtet ist (MI-act. 243). Die von seinem Vertreter vorgebrachte 

Bereitschaft, nach Frankreich auszureisen (act. 36), ändert daran nichts, 

zumal er keine gültigen Papiere bzw. eine Aufenthaltsbewilligung vorlegen 

kann, die ihm eine legale Ausreise nach Frankreich erlauben würden. Mit 

seiner stetigen Weigerung zur Ausreise und der Flucht aus dem 

Strafvollzug setzte der Gesuchsgegner klare Anzeichen für eine 

Untertauchensgefahr, und es ist nicht davon auszugehen, dass er die 

Schweiz nach einer Entlassung aus der Ausschaffungshaft freiwillig in 

Richtung Algerien verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt.  

 

3.3. 

Weiter stützt das MIKA seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG, wonach eine Person in Haft genommen 

werden kann, wenn sie wegen eines Verbrechens verurteilt worden ist. Ver-

brechen sind gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB Taten, die mit einer Freiheits-

strafe von mehr als drei Jahren bedroht sind. Für den Haftgrund nach 

Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG ist erforderlich, dass 

eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt (ANDREAS ZÜND, a.a.O., N. 12 zu 

Art. 75 AIG). 

 

Das Bezirksgericht Laufenburg hat den Gesuchsgegner mit Urteil vom 

18. April 2024 wegen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, 

Hausfriedensbruchs, geringfügigen Diebstahls sowie rechtwidriger Einreise 

und rechtswidrigen Aufenthalts zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten 

 - 8 - 

 

 

rechtskräftig verurteilt (MI-act. 60 ff.). Mit Urteil vom 14. Oktober 2024 

verurteilte das Bezirksgericht Aarau den Gesuchsgegner rechtskräftig 

wegen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, Hausfriedensbruchs 

sowie Verweisungsbruchs zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten (MI-

act. 130 ff.). Diebstahl wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe geahndet und stellt somit ein Verbrechen dar. Damit wurde der 

Gesuchsgegner zwei Mal rechtskräftig wegen eines Verbrechens verurteilt. 

 

Somit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 

lit. h AIG ebenfalls erfüllt. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor, die 

geeignet wären, die Haft als unverhältnismässig zu bezeichnen. Der 

Gesuchsgegner bringt zwar vor, es befinde sich noch ein Metallteil in 

seinem Körper nach einer vorgängigen Operation und er müsse ein 

weiteres Mal in der Schweiz operiert werden, erläutert jedoch nicht, 

inwiefern er deswegen nicht hafterstehungsfähig sei (Protokoll S. 4 f., 

act. 42 f.). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich 

der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche 

gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner und sein 

Vertreter machen zwar geltend, dass die Hafterstehungsfähigkeit des 

Gesuchsgegners wegen möglicher gesundheitlicher Probleme als Folge 

einer Operation an der Hüfte fraglich sei. Sie konnten jedoch weder die 

medizinische Notwendigkeit einer etwaigen Operation zur Behebung dieser 

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gesundheitlichen Probleme noch die fehlende Hafterstehungsfähigkeit 

weiter begründen (Protokoll S. 3 ff.; act. 42 f). Da sich auch aus den Akten 

keine Hinweise ergeben, welche gegen die Hafterstehungsfähigkeit des 

Gesuchsgegners sprechen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts Gegenteiliges 

anzunehmen. Dennoch wird das MIKA angewiesen, die Hafterstehungs-

fähigkeit des Gesuchsgegners zu prüfen. Demnach sind insgesamt keine 

Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft als unverhältnismässig 

erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungsge-

such frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden kann 

(Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftverlängerung 

ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor Ablauf der 

bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 

 - 10 - 

 

 

   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 30. November 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

28. Februar 2026, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der 

Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaf-

tierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 2. Dezember 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungs-

haft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der Gesuchs-

gegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftent-

lassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

 - 11 - 

 

 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 1. Dezember 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

i.V. 

 

Busslinger Kuzmanović