# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3180ce78-99f5-5c3a-bf44-70013f9c9bfd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 19.06.2023 S 2022 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2022-113_2023-06-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 113

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin von Salis

Aktuar ad hoc Gacinovic

URTEIL

vom 19. Juni 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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I. Sachverhalt:

1. A._____ war zuletzt als Betreuerin tätig. Am 1. Februar 2022 meldete sie 

einen Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 

50 % ab selbigem Datum an.

2. Im Zuge eines Beratungstermins beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) am 27. Juni 2022 wurde A._____ über 

eine Übereinstimmung ("Matching") für eine Stelle bei der B._____ als 

Haushelferin informiert, so dass sie sich umgehend bewerben solle, und 

es erfolgte die Zuweisung der Kontaktdaten von A._____ an die B._____. 

In Folge erhielt A._____ am 29. Juni 2022 einen Telefonanruf einer 

Mitarbeiterin der B._____, die den Arbeitsbereich erläuterte. A._____ bat 

daraufhin um Bedenkzeit. Am 5. Juli 2022 bestätigte eine Mitarbeiterin der 

B._____ dem RAV per E-Mail, dass bis dahin kein Arbeitsverhältnis 

zustande gekommen war. Am 7. Juli 2022 forderte das Amt für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) A._____ in diesem 

Zusammenhang zu einer Stellungnahme auf.

3. In ihrer Stellungnahme vom 15. Juli 2022 teilte A._____ mit, dass es sich 

bei der Stelle um eine Reinigungskraft handle. Diese Stelle sei für sie 

aufgrund ihres Alters, ihrer Fähigkeiten und Ausbildung sowie ihrer 

bisherigen Tätigkeiten nicht zumutbar. Auch rügte A._____, dass ihre 

Daten ohne ihre Zustimmung an die B._____ weitergegeben worden 

seien. Ihre Kontaktdaten und Bewerbungsunterlagen könnten jedoch nach 

Datenschutzvereinbarung nur mit ihrer Zustimmung im Einzelfall 

weitergegeben werden.   

4. Mit Verfügung vom 1. September 2022 stellte das KIGA A._____ für 

37 Tage in ihrem Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung wegen 

Nichtbefolgung von Kontrollvorschriften/Weisungen des RAV ein. Zwar 

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habe sich die Versicherte auf Anweisung durch das RAV, sich bei der 

B._____ auf eine offene Stelle zu bewerben, zwar gemeldet, doch sei das 

Arbeitsverhältnis nicht zustande gekommen, weil die Versicherte 

anlässlich der Kontaktnahme mitgeteilt habe, dass sie sich das zuerst 

noch überlegen müsse, da sie Naturheilpraktikerin sei. Man habe 

vereinbart, dass sie sich melden werde. Zur Stellungnahme aufgefordert, 

habe die Versicherte keine Rechtfertigungsgründe im Sinne des AVIG 

angeführt. Damit sei erstellt, dass die Versicherte durch ihr Verhalten eine 

zugewiesene, zumutbare Stelle faktisch abgelehnt habe. 

5. Dagegen erhob A._____ am 21. September 2022 (Datum 

Eingangsstempel KIGA) Einsprache und beantragte, die Verfügung sei 

ganz aufzuheben oder - als Eventualantrag – es sei die Anzahl Einstelltage 

zu reduzieren. Begründend machte sie geltend, sie habe zwar versucht, 

die Zuständigen der B._____ zu erreichen, jedoch erfolglos. Aber auch 

wenn ein Telefonat zustande gekommen wäre, wäre kein Arbeitsverhältnis 

zustande gekommen. Die Beschäftigung als reine Reinigungskraft sei 

weder angemessen auf ihre Konstitution, Fähigkeiten und Ausbildung 

noch auf ihre bisherige Tätigkeit auf sie ausgerichtet. Es handle sich aus 

ihrer Sicht um eine schlicht unzumutbare Stelle. Sie habe noch nie als 

Reinigungskraft gearbeitet. Aufgrund ihres Alters verfüge sie nicht über die 

erforderliche Kraft, eine solche körperlich anstrengende Tätigkeit als 

Reinigungskraft auszuüben. Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen lägen in 

der Gesundheits- und Präventionsberatung von Belegschaften in 

Betrieben. Wiederum machte sie eine Datenschutzverletzung geltend, da 

ihre Daten ohne Einwilligung bekannt gegeben worden seien.  

6. Mit Einspracheentscheid vom 27. September 2022 wies das KIGA die 

Einsprache ab. Begründend hielt es fest, dass eine Haushaltshilfe 

Menschen zu Hause unterstütze und hauswirtschaftliche Aufgaben 

übernehme. Die Aufgaben beschränkten sich nicht auf die Reinigung der 

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Wohnung, sondern umfassten auch die Unterstützung im Alltag. Der 

Einsprecherin wäre zudem freigestanden, den SRK-Kurs zu absolvieren. 

Diesfalls wäre nach Angaben der B._____ auch eine Anstellung als 

Pflegehelferin nicht ausgeschlossen gewesen. Worin die Unzumutbarkeit 

dieser Stelle liege, sei nicht ersichtlich. Die entsprechende Behauptung 

der Einsprecherin bleibe denn auch unbewiesen. Die Einstelldauer 

entspreche den Vorgaben der SECO-Weisung AVIG-Praxis ALE D79 und 

sei nicht zu beanstanden. Die Einsprecherin könne aus dem Umstand, 

dass ihre Kontaktdaten und Bewerbungsunterlagen an die B._____ 

weitergeleitet wurden, keine Unzumutbarkeit oder Verletzung ihrer Rechte 

ableiten. Dem geäusserten Wunsch gemäss Formular "Weitergabe der 

Daten einer stellensuchenden Person" sei Genüge getan worden, da die 

Daten noch im Beisein der Einsprecherin übermittelt worden seien.

7. Mit Eingabe vom 25. Oktober 2022 (Datum Poststempel) erhob A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte, was folgt: 

1. Es sei der Entscheid des KIGA vom 27. September 2022 ganz aufzuheben.

2. Eventualiter seien die Anzahl Einstelltage zu reduzieren.

3. Unter allfälliger gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Gunsten 

der Beschwerdeführerin. 

8. Begründend hielt sie im Wesentlichen fest, dass die Stelle aufgrund ihrer 

Konstitution, ihres Alters, ihrer Fähigkeiten und Ausbildung sowie ihrer 

bisherigen Tätigkeit nicht zumutbar sei. Sie habe bisher noch nie als 

Reinigungskraft gearbeitet und ihr fehle die entsprechende Ausbildung. So 

sei unter anderem bei der Reinigung der Böden stets darauf zu achten, 

dass die richtigen Mittel in der richtigen Menge verwendet würden. Dazu 

sei eine fundierte Ausbildung unerlässlich. Da sie bei der B._____ alleine 

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arbeiten sollte, wäre auch keine Begleitperson vorhanden, die ihr vor Ort 

die nötigen Anweisungen vermitteln könnte. Für ein Studium der Mittel und 

deren Anwendung vor Ort fehlte die Zeit. Auch sei sie bald 61 Jahre alt 

und nicht gewohnt, sich körperlich so anstrengen zu müssen, und habe 

nicht mehr die dafür erforderlichen Kräfte. Ihr sei darüber hinaus nie eine 

Stelle als Haushaltshilfe angeboten worden, da ihr Frau C._____ am 

Telefon explizit bestätigt habe, ihre Tätigkeit bestehe ausschliesslich in der 

Ausübung von Reinigungsarbeiten. Zur Vermeidung einer finanziellen Not 

habe sie sich bei der Arbeitsvermittlung abmelden müssen. 

Gegebenenfalls sei die Höhe der Einstelltage zu korrigieren. Das KIGA 

gehe von schweren Verschulden aus, da sie die Stelle ohne 

entschuldbaren Grund abgelehnt haben soll. Es sei nicht nachvollziehbar, 

dass ihr Alter und ihre persönlichen Umstände (nie als Reinigungskraft 

tätig, andere Ausbildungen und bisherige Tätigkeit) nicht als 

entschuldbare Gründe berücksichtigt worden seien. Da sie sich per 29. 

Juli 2022 von der Arbeitsvermittlung abgemeldet habe, sei sie mit der 

aktuellen Höhe der Einstelltage gezwungen CHF 1'867.20 mehr 

zurückzuzahlen, als sie für den Monat Juli beziehen würde. Dies könne 

nicht rechtens sein. Das Vorgehen der Personalberaterin des RAV 

verstosse darüber hinaus gegen die Datenschutzbestimmungen, da diese 

sie ohne ihr Einverständnis als Kandidatin vorgeschlagen und ihre 

persönlichen Daten ausgehändigt habe. 

9. Mit Vernehmlassung vom 14. November 2022 hielt das KIGA 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) am Entscheid fest und beantragte die 

Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher Kostenfolge. Die B._____ 

habe eine Stelle als Haushelferin mit Perspektive als Pflegehelferin 

inseriert. Da für die Pflegehelferin ein SRK-Kurs notwendig sei, den die 

Beschwerdeführerin nicht absolviert hat, sei ihr eine Stelle als 

Haushaltshilfe im Umfang vom 50 % angeboten worden. Unbestritten 

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bleibe, dass ein Telefongespräch zwischen der Stellenverantwortlichen 

der B._____ und der Beschwerdeführerin stattgefunden habe, an welchem 

die Art der Tätigkeit besprochen wurde. Ein erneutes Gespräch sei nicht 

zustande gekommen. Und selbst wenn, wäre laut Beschwerdeführerin 

ohnehin kein Arbeitsverhältnis zustande gekommen, da sie das 

Stellenangebot infolge Unzumutbarkeit abgelehnt hätte. Eine 

Haushaltshilfe unterstütze Menschen zu Hause und übernehme 

hauswirtschaftliche Aufgaben und es beschränke sich ihre Aufgabe nicht 

auf die Reinigung der Wohnungen, sondern umfasse auch die 

Unterstützung im Alltag. Der Beschwerdeführerin wäre zudem 

freigestanden, den SRK-Kurs zu absolvieren. Diesfalls wäre nach 

Angaben der B._____ auch eine Anstellung als Pflegehelferin nicht 

ausgeschlossen gewesen. Wenngleich Reinigungsarbeiten effektiv Teil 

der Stellenbeschreibung gewesen seien, sei nicht nachvollziehbar, 

weshalb eine 60-jährige Person die Arbeit nicht ausüben könne. Die Stelle 

sei betreffend das Alter nicht unzumutbar. Weiter bringe die 

Beschwerdeführerin keine Arztzeugnisse vor, die altersbedingte 

gesundheitliche Einschränkungen belegen würden. Somit könne eine 

angebliche Unzumutbarkeit auch nicht in der Gesundheit der 

Beschwerdeführerin begründet sein. Die Beschwerdeführerin habe 

langjährige Erfahrung in der Betreuung einer pflegebedürftigen Person 

und dürfte zumindest Grundkenntnisse in der Reinigung haben. Allfällig 

fehlendes Wissen hätte sie sich ohne Weiteres während der Ausübung der 

Tätigkeit aneignen können. Es sei somit nicht ersichtlich, worin die 

Unzumutbarkeit der betreffenden Stelle liege. Die Beschwerdeführerin 

habe somit eine Stelle abgelehnt, ohne dass die Unzumutbarkeit der Stelle 

nachgewiesen sei. Bei der Bemessung der Höhe der Einstelltage wiege 

die Ablehnung einer Stelle schwer. Die Dauer der 37 Einstelltage 

entspreche der diesbezüglich relevanten SECO-Weisung AVIG-Praxis 

ALE D79 und sei nicht zu beanstanden. Für die Strafzumessung sei 

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unbeachtlich, dass sich die Beschwerdeführerin vom Bezug von 

Arbeitslosenversicherungstaggeldern abgemeldet habe. Zur Weiterleitung 

der Kontaktdaten und Bewerbungsunterlagen der Beschwerdeführerin an 

die B._____ vertiefte der Beschwerdegegner seinen bisherigen 

Standpunkt gemäss Einspracheentscheid dahingehend, als dass die 

Personalberaterin nicht verpflichtet gewesen sei, eine schriftliche 

Zustimmungserklärung einzuholen. Selbst wenn die Beschwerdeführerin 

die Zustimmung zur Weitergabe ihrer Daten nicht erteilt hätte, was 

bestritten werde, könne die Beschwerdeführerin daraus nicht das Recht 

ableiten, die Stelle abzulehnen, hätte die Personalberaterin sie doch 

jederzeit anweisen können, sich auf die offene Stelle zu bewerben.

10. Mit Replik vom 25. November 2022 vertiefte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen ihre Argumentation. Zwar sei ihr eine Stelle bei der B._____ 

in Aussicht gestellt worden, ihr sei jedoch unbekannt, um was für eine 

Stelle es sich gehandelt habe, weil ihr die Unterlagen nie zugestellt worden 

seien. Weiter habe sie keine Erfahrung mit pflegebedürftigen Personen 

und sei noch nie als Reinigungskraft tätig gewesen. Die Seniorin, die sie 

psychologisch betreut habe, sei nie pflegebedürftig gewesen. Ihre 

Aufgaben hätten darin bestanden, sich mit ihr zu unterhalten und sie zum 

Coiffeur oder Arzt zu begleiten. Sie habe bisher keine Taggelder für den 

Monat Juli erhalten. Es sei sehr stossend, wenn das KIGA Taggelder für 

die Dauer von 37 Tage zurückfordern könnte, die gar nie ausgerichtet 

wurden.   

11. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2022 verzichtete der Beschwerdegegner 

auf eine Duplik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

in den Akten wird, soweit rechtserheblich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

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II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des Beschwerdegegners vom 27. September 2022 (vgl. 

Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 12). Gegen 

Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

(Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 56 und 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Beschwerde beim 

kantonalen Versicherungsgericht eingereicht werden. Örtlich zuständig ist 

gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über 

die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; 

SR 837.02) für die Beurteilung von Verfügungen (Einspracheentscheide) 

einer kantonalen Amtsstelle das Versicherungsgericht desselben 

Kantons. Da der angefochtene Einspracheentscheid vom KIGA 

Graubünden als kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen 

wurde, erweist sich demzufolge das angerufene Gericht als örtlich 

zuständig (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 1 des Einführungsgesetzes 

zur Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung [EGzAVG/AVIG; BR 

545.100] i.V.m. Art. 1 Abs. 1 der Verordnung zum Einführungsgesetz zur 

Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung [VOzEGzAVG/AVIG; BR 

545.270]). Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. 

a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Die Beurteilung der vorliegenden Streitsache fällt somit in die 

Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als Adressatin des 

Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin überdies berührt und 

weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung 

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auf (vgl. Art. 1 AVIG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (vgl. Art. 60 und 61 ATSG).

 

1.2. Nach Art. 43 Abs. 1 VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in der Regel 

in der Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern. In einzelrichterlicher 

Kompetenz entscheidet das Verwaltungsgericht, wenn der Streitwert von 

CHF 5'000.-- nicht überschritten wird (vgl. Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG) und 

keine Fünferbesetzung (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG) vorgeschrieben ist. 

Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist vorliegend der 

versicherte Verdienst (vgl. Art. 23 AVIG) der Beschwerdeführerin von CHF 

3'166.-- (vgl. Bg-act. 1). Dieser Verdienst wird ihr im Umfang von 80 % 

(vgl. Art. 22 Abs. 1 AVIG) entschädigt (vgl. Bg-act. 1). Die 

Beschwerdeführerin hat demnach Anspruch auf ein Taggeld von CHF 

116.70 (ermittelt aus CHF 3'166.-- x 0.8 : 21.7 Tage [Art. 40a AVIV]). Aus 

der vom Beschwerdegegner verfügten, hier angefochtenen 

Einstellungsdauer von 37 Tagen in der Anspruchsberechtigung ergibt sich 

ein Streitwert von insgesamt CHF 4'317.90 (37 x CHF 116.70). Da der 

Streitwert somit unter CHF 5'000.-- liegt und die Streitsache nicht in 

Fünferbesetzung entschieden werden muss, ist die Zuständigkeit der 

Einzelrichterin gegeben.

2.1. Die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, 

hat im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht alles Zumutbare zu 

unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. 

Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch 

ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühungen 

nachweisen können (vgl. Art. 17 Abs. 1 AVIG). Die Versicherte hat eine 

vermittelte zumutbare Arbeit unverzüglich anzunehmen (vgl. Art. 17 Abs. 

3 Satz 1 AVIG). 

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2.2. Die verschiedenen damit verbundenen Pflichten sind als blosse 

Obliegenheiten nur insofern durchsetzbar, als deren Verletzung 

leistungsrechtliche Sanktionen in Form der Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung (vgl. Art. 30 AVIG) nach sich zieht. Diese hat die 

Funktion einer Haftungsbegrenzung für Schäden, die die versicherte 

Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als 

verwaltungsrechtliche Sanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, 

Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_468/2020 vom 27. Oktober 2020 E.3.1; 

NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. 

XIV, 3. Auflage, Basel 2016, S. 2511, Rz. 828). 

2.3. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften 

oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich 

eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine arbeitsmarktliche 

Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren 

Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder 

verunmöglicht. Soweit diese Bestimmung nicht die ausdrücklich dort 

genannten Tatbestände betrifft, hat sie die Funktion eines 

Auffangtatbestands. Als solcher erfasst sie sämtliche vorwerfbaren 

Verletzungen der Kontrollvorschriften und der Weisungen der zuständigen 

Amtsstelle, soweit ein bestimmtes Verhalten nicht durch einen eigenen 

Einstellungstatbestand geregelt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_40/2019 vom 30. Juli 2019 E.5.2; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2520, Rz. 

852). Der Tatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG (Nichtannahme einer 

zumutbaren Arbeit) ist nach der Rechtsprechung auch dann erfüllt, wenn 

der Versicherte die Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch 

sein Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird. 

Mithin erfasst der Tatbestand jedes Verhalten, welches das 

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Zustandekommen des Arbeitsvertrags scheitern lässt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_750/2019 vom 10. Februar 2020 E.4.1.; NUSSBAUMER, 

a.a.O., S. 2520, Rz. 850).   

2.4. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung nach Art. 30 Abs. 1 lit. d 

AVIG setzt nicht (zwingend) den Nachweis eines Kausalzusammenhangs 

zwischen dem Verhalten der versicherten Person und der Verlängerung 

der Arbeitslosigkeit, mithin dem (auch) der Arbeitslosenversicherung 

entstandenen Schaden voraus. Vielmehr werden bestimmte Handlungen 

und Unterlassungen bereits dann sanktioniert, wenn sie ein 

Schadensrisiko in sich bergen. (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_24/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.1 mit weiteren Hinweisen).

2.5. Die Frage der Zumutbarkeit der zugewiesenen Arbeitsstelle beurteilt sich 

nach Art. 16 AVIG. Die Versicherte muss gemäss Art. 16 Abs. 1 AVIG zur 

Schadensminderung grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen. 

Diese Bestimmung erklärt jede Arbeit im Grundsatz als zumutbar und die 

versicherte Person hat somit jede Arbeitsgelegenheit wahrzunehmen, 

insbesondere auch Arbeit ausserhalb ihres bisherigen Berufes (vgl. Art. 17 

Abs. 1 Satz 2 AVIG; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2355, Rz. 292). In Art. 16 

Abs. 2 AVIG regelt der Gesetzgeber abschliessend, welche Arbeit 

unzumutbar ist. Diese Arbeitsstellen sind von der Annahmepflicht 

ausgenommen. Die Unzumutbarkeitsbestände müssen kumulativ 

ausgeschlossen sein, damit eine Arbeit als zumutbar qualifiziert werden 

kann (vgl. NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2355, Rz. 293).  

2.6. In beweisrechtlicher Hinsicht müssen die dem Einstellungstatbestand 

zugrunde liegenden Tatsachen mit dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein 

(vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE] C 115/01 

vom 13. Mai 2002 E.1b mit weiteren Hinweisen). Die blosse Möglichkeit 

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eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es 

von allen möglichen Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält 

(vgl. BGE 144 V 427 E.3.2).

3. Gemäss den Akten wurde eine Stelle als Haushelferin mit Perspektive als 

Pflegehelferin von der B._____ inseriert (vgl. Bg-act. 7). In tatsächlicher 

Hinsicht steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin die 

Stelle der B._____ nicht angenommen hat. Nach eigener Aussage, hätte 

sie die Stelle ohnehin nicht angenommen, selbst wenn ein 

Telefongespräch zustande gekommen wäre (vgl. Bg-act. 11). Es spielt 

dabei keine Rolle, ob die Stelle zugewiesen, selbst gefunden, von Dritten 

vermittelt oder angeboten wurde, damit ein Ablehnen geahndet werden 

kann (vgl. EVGE C 17/07 vom 22. Februar 2007 E.2.2).  Das Verhalten 

der Beschwerdeführerin ist gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG 

grundsätzlich mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu 

ahnden. 

4. Streitig und zu prüfen ist, ob die zugewiesene Stelle als Haushelferin mit 

Perspektive als Pflegehelferin für die Beschwerdeführerin unzumutbar war 

und somit ein Rechtfertigungsgrund für das Ablehnen der Stelle vorliegt. 

Die Beschwerdeführerin stützt sich bei ihrer Argumentation darauf, dass 

sie nie als Haushelferin und insbesondere nie als Reinigungskraft, worum 

es sich bei der Stelle angeblich ausschliesslich gehandelt hätte, gearbeitet 

habe und dass diese Arbeit angesichts ihrer Fähigkeiten und 

Ausbildungen, ihrer bisherigen Tätigkeiten und ihres Alters für sie 

unzumutbar gewesen sei. Sie beruft sich somit sinngemäss auf Art. 16 

Abs. 2 lit. b sowie Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG. 

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4.1. Zunächst ist zu klären, welche Tätigkeiten die Stelle als Haushelferin bei 

der B._____ umfasst und welche Berufserfahrungen und Ausbildungen die 

Beschwerdeführerin besitzt.  

4.1.1. Eine Haushelfende erfüllt, wie dem Bewerbungsportal der B._____ zu 

entnehmen ist, folgende Aufgaben: Unterstützung in der Alltagsgestaltung 

und Haushaltsführung; Schnittstelle zwischen Kunden und 

verantwortlicher Fachperson; Erkennung, Förderung und Erhaltung von 

Ressourcen der Kunden; Dokumentation der Tätigkeiten; Übernahme von 

Rollen wie Dienstplanung, Einsatzplanung, Begleitung von Mitarbeitenden 

(vgl. https://D._____; besucht am 19. Juni 2023).  

4.1.2. Nach Angaben in ihrem Lebenslauf schloss die Beschwerdeführerin eine 

Lehre als Modeverkäuferin ab. Danach machte sie eine Weiterbildung im 

kaufmännischen Bereich und schloss diese mit einem Handelsdiplom ab. 

So war die Beschwerdeführerin mit Unterbrüchen von 1982 bis 1994 als 

kaufmännische Angestellte tätig. Im Jahr 1996 erhielt sie die Bewilligung 

als Naturheilpraktikerin; dies auch nach zwei Praktika in einer 

Naturheilpraxis und einer ärztlichen Praxis, wo sie Patienten betreute. Bis 

heute praktiziert die Beschwerdeführerin als selbständige 

Naturheilpraktikerin. Darüber hinaus machte die Beschwerdeführerin Aus- 

und Weiterbildungen in Phytotherapie, klassischer Homöopathie und eine 

Fachfortbildung in Ernährungslehre und Diätetik. Im Jahr 2009 absolvierte 

sie eine Weiterbildung in Psychotherapie bei der G._____. In den Jahren 

2011/2012 versah die Beschwerdeführerin ein Praktikum auf der 

Palliativstation des Spitals H._____ zur Begleitung Schwerkranker und 

Sterbender. Sie betreute eine Seniorin ab 2015 bis zu ihrem Ableben 

psychologisch, d.h. mit Unterhaltungen und Begleitungen zum Arzt oder 

Coiffeur, und ebenso intensiv ihren Vater bis zu seinem Ableben (vgl. Bg-

act. 9). 

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4.2. Es ist nun zu prüfen, ob die Stelle als Haushelferin angemessen auf die 

Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin 

Rücksicht nimmt (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG). 

4.2.1. Eine Arbeit ist unzumutbar, wenn sie nicht angemessen auf die 

Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person 

Rücksicht nimmt. Daraus hat die Rechtsprechung geschlossen, spezielle 

Berufe mit einem kleinen Stellenangebot dürften nicht von Anfang an vom 

Versicherungsschutz ausgeschlossen werden (vgl.  Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 15 69 vom 3. Mai 

2016 E.5c). Damit bremst die gesetzliche Forderung der angemessenen 

Rücksichtnahme auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person auch 

die Möglichkeit der Zuweisung einer ausserberuflichen Arbeit ab (vgl. 

Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], 

Band I, Bern 1987, Art. 16 N. 18). Der Begriff "Fähigkeiten" bezieht sich 

dabei auf die körperlichen, geistigen und fachlichen Fähigkeiten. Die 

Arbeit darf eine versicherte Person bezüglich ihrer Fähigkeiten 

unterbeanspruchen, jedoch nicht überfordern (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_364/2021 vom 17. November 2021 E.2.2; Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 200 17 413 ALV vom 18. August 

2017 E.2.2; Weisung AVIG ALE [AVIG-Praxis ALE] Rz. B285, 

herausgegeben vom Staatssekretariat für Wirtschaft [SECO]; Stand 1. 

Januar 2023). Es soll vor allem eine Überforderung der versicherten 

Person in Bezug auf ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten sowie 

fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse verhindert werden.  Eine 

Unterforderung bzw. Unterbeanspruchung begründet keine 

Unzumutbarkeit. Dabei sind nicht nur die beruflichen Fähigkeiten 

beizuziehen, sondern jegliche Fähigkeiten, die sich die versicherte Person 

auf welche Art und Weise auch immer erworben hat (vgl. Gerhards, a.a.O., 

Art. 16 N.16). Die versicherte Person muss in der Lage sein, die 

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angebotene Arbeit sachgerecht ausführen zu können, weil sich andernfalls 

der Arbeitgeber getäuscht sehen und das Arbeitsverhältnis wieder 

auflösen könnte. Ein hohes Fähigkeitsniveau erweitert die Möglichkeiten 

der Vermittlung von zumutbarer Arbeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_364/2021 vom 17. November 2021 E.2.2 mit weiteren Hinweisen). Die 

Rücksichtnahme auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person ist 

jedoch beschränkt. Der versicherten Person ist grundsätzlich zunächst 

erlaubt, dass sie sich in ihrem bisherigen Berufs- oder Tätigkeitsbereich 

umsieht. Voraussetzung ist jedoch, dass in dem betroffenen Berufs- und 

Tätigkeitsfeld überhaupt Stellen vorhanden sind. Wenn im bisherigen 

Berufszweig kein Stellenmangel besteht, hat die Rücksichtnahme längere 

Zeit zu dauern (vgl. AVIG-Praxis ALE Rz. B286). Bei längerer Dauer der 

Arbeitslosigkeit besteht innerhalb der Schranken von Art. 16 Abs. 2 lit. b 

AVIG für die Annahme einer ausserberuflichen Tätigkeit indes eine 

erhöhte Pflicht (vgl. VGU S 15 69 vom 3. Mai 2016 E.5c). 

4.2.2. Die Beschwerdeführerin hat bisher noch nie als Haushilfe gearbeitet. 

Gemäss Stellenausschreibung ("Alltagsgestaltung und 

Haushaltsführung") ist davon auszugehen und wird seitens des 

Beschwerdegegners auch bestätigt, dass Reinigungsarbeiten zum 

Tätigkeitsgebiet der Haushilfe gehören, doch ist nicht erstellt, dass – wie 

die Beschwerdeführerin nicht substanziiert und nicht belegt dartut – die 

Tätigkeit allein Reinigungsarbeiten umfasst hätte. So bestehen die 

Aufgaben durchaus auch in der Betreuung von Personen ("Erkennung, 

Förderung und Erhaltung von Ressourcen der Kunden"). Die 

Beschwerdeführerin hat als Betreuerin von Patienten in einer Naturheil- 

und einer ärztlichen Praxis wie auch als Betreuerin von Schwerkranken 

und Sterbenden auf der Palliativstation im Spital H._____ gewirkt (vgl. Bg-

act. 9). Weiter hat sie ihren Vater bis zum Ableben intensiv betreut. 

Schliesslich war sie auch als Betreuerin einer Seniorin von 2015 bis zu 

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ihrem Ableben tätig. Es ist somit festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin mit den betreuerischen Aspekten der Stelle nicht 

überfordert wäre. Weiter kann davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin Grundkenntnisse in der Haushaltsarbeit hat. 

Beachtet man die Stellenbeschreibung gemäss Job-Room (Bg-act. 7), 

benötigt es weder eine Qualifikation noch Erfahrung im hauspflegerischen 

Bereich. Was die körperliche Belastbarkeit anbelangt, umfasste die 

Reinigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur einen Teil der Arbeit. 

Es sind keine Gründe rechtsgenüglich substanziiert worden, weshalb die 

Beschwerdeführerin nicht in der Lage wäre, die Stelle zu bewältigen. So 

bringt sie zwar das Alter von 61 Jahren und fehlende Kraft vor, nennt aber 

keine konkreten körperlichen Beschwerden, die ihr den hauspflegerischen 

Anteil an ihrer Arbeit als Haushilfe erschwert oder gar verunmöglicht 

hätten. Die ausgeschriebene Stelle sah sogar die Möglichkeit zur 

Weiterbildung als Pflegehelferin vor, wodurch der hauspflegerische Anteil 

reduziert worden oder weggefallen wäre. Zusammenfassend ist 

festzuhalten, dass die Stelle als Haushilfe die Beschwerdeführerin nicht 

überfordern würde.

4.2.3. Die Stelle als Haushilfe würde die Beschwerdeführerin nicht überfordern. 

Sie nimmt somit angemessen auf die Fähigkeiten oder die bisherigen 

Tätigkeiten der Beschwerdeführerin Rücksicht und ist deshalb nicht 

unzumutbar im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG. 

4.3. Es bleibt zu prüfen, ob die Stelle aufgrund des Alters, der persönlichen 

Verhältnisse oder des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin für 

diese nicht zumutbar wäre (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG). 

4.3.1. Da die Beschwerdeführerin kein Arztzeugnis einreicht, ein 

aussagekräftiges ärztliches Zeugnis oder andere geeignete Beweismittel 

jedoch erforderlich sind, erübrigt sich die Prüfung der Unzumutbarkeit 

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aufgrund des Gesundheitszustands (vgl. BGE 124 V 234 E.4b/4bb; VGU 

S 22 42 vom 10. Februar 2023 E. 2.6. mit weiteren Hinweisen; AVIG-

Praxis ALE Rz. B290). 

4.3.2. Zu den persönlichen Verhältnissen gehören u.a. der Zivilstand, die Zahl 

der zu betreuenden Kinder, eine Betreuungspflicht gegenüber Eltern und 

Verwandten, die Verwurzelung, ein Eigenheim am Wohnort sowie die 

religiöse Überzeugung (vgl. NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2357, Rz. 297; 

KUPFER BUCHER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2019, S. 124 f.). Da 

die Kinder der Beschwerdeführerin bereits erwachsen sind und die 

Arbeitsstelle am Wohnort in E._____ wäre, sind keine 

Unzumutbarkeitsgründe aufgrund persönlicher Verhältnisse ersichtlich 

oder von der Beschwerdeführerin vorgebracht. Somit ist die Stelle als 

Haushilfe bei der B._____ auch aufgrund der persönlichen Verhältnisse 

nicht unzumutbar. 

4.3.3. Schliesslich ist noch zu prüfen, ob die Stelle aufgrund des Alters für die 

Beschwerdeführerin nicht zumutbar wäre. Dabei sind ältere Arbeitnehmer 

solche, die 55 Jahre alt sind, aber das AHV-Rentenalter noch nicht erreicht 

haben (vgl. GERHARDS, a.a.O., Art. 16 Rz. 26; EVGE C 179/04 vom 21. 

August 2006 E.3.1). Für ältere Arbeitnehmer gibt es zwar keine 

eigentlichen Schutzbestimmungen, jedoch soll dem Alter der Versicherten 

unter vernünftiger Würdigung aller Umstände Rechnung getragen werden. 

So ist denkbar, dass gewisse Arbeiten wie Heben, Tragen oder 

Fortbewegen schwerer Lasten, nicht mehr generell zugemutet werden 

dürfen (vgl. GERHARDS, a.a.O., Art. 16 Rz. 26). Auch muss berücksichtigt 

werden, dass Personen im Alter möglicherweise einen längeren Zeitraum 

in ein und demselben Erwerbszweig tätig waren (vgl. NUSSBAUMER, a.a.O., 

S. 2357, Rz. 297). Der Aussage der Beschwerdeführerin, dass die Stelle 

aufgrund des Alters für sie unzumutbar wäre, kann nicht zugestimmt 

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werden. Zwar handelt es sich um eine durchaus körperlich belastende 

Tätigkeit. Da jedoch die Reinigung nur einen Teil der Arbeitstätigkeit 

umfasst und das Heben, Tragen oder Fortbewegen von Lasten nicht über 

die alltäglichen Anstrengungen hinausgeht, ist die Stelle auch für eine 

Person im Alter der Beschwerdeführerin zumutbar. Auch handelte es sich 

um eine Anstellung in einem Teilzeitpensum von 50 % Stelle, womit sich 

die tägliche körperliche Belastung im Rahmen hielte. Damit begründet 

auch das Alter der Beschwerdeführerin von 61 Jahren keine 

Unzumutbarkeit im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG.

4.4. Nach dem oben Gesagten kann die Stelle als Haushilfe bei der B._____ 

nicht als unzumutbar im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. b und c AVIG 

eingestuft werden. Die Beschwerdeführerin hat somit eine zumutbare 

Stelle ohne Rechtfertigungsgrund abgelehnt. 

5. Damit bleibt zu prüfen, ob die Dauer der Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung von 37 Tagen angemessen ist.

5.1. Nach Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung in 

der Anspruchsberechtigung nach dem Grad des Verschuldens, das sich 

die versicherte Person vorwerfen lassen muss und beschlägt eine typische 

Ermessensfrage (vgl. AVIG-Praxis ALE Rz. D59-D61, D72, D79). Die 

Einstellung dauert 1 bis 15 Tage bei leichtem Verschulden, 16 bis 30 Tage 

bei mittelschwerem Verschulden und 31 bis 60 Tage bei schwerem 

Verschulden (vgl. Art. 45 Abs. 3 AVIV). Die Kognition des 

Verwaltungsgerichts ist bei dieser Prüfung nicht auf Rechtsverletzung 

beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf die Beurteilung der 

Angemessenheit der Verwaltungsverfügung. Bei der Angemessenheit 

geht es um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde 

nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen 

Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht 

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zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Da es sich dabei um 

eine typische Ermessensfrage handelt, bei welcher der Verwaltung ein 

grosser Ermessensspielraum zusteht, ist dem Verwaltungsgericht bei der 

Beurteilung der Einstellungsdauer aber Zurückhaltung geboten. Es darf 

sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der 

Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur auf 

Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende 

Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (vgl. statt 

vieler: BGE 126 V 75 E.6, 123 V 150 E.2; Urteil des Bundesgerichts 

8C_332/2019 vom 18. September 2019 E.3.3).

Gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. b AVIV liegt schweres Verschulden vor, wenn 

die versicherte Person eine zumutbare Arbeit ohne entschuldbaren Grund 

abgelehnt hat (vgl. auch AVIG-Praxis ALE Rz. D79, 2.B1). Zur 

Feststellung des individuellen Verschuldens und für die Bemessung der 

Einstellung bei schwerem Verschulden ist gemäss Bundesgericht vom 

Mittelwert der Spanne von 31 bis 60 Tagen - d.h. 45 Tagen - auszugehen 

(vgl. Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV; BGE 123 V 150 E.3c; VGU S 21 56 vom 4. 

Oktober 2022 E.5.2).  Dabei kann der entschuldbare Grund nicht 

dahingehend verstanden werden, dass ein Verschulden ausgeschlossen 

wird, sondern dass besondere Gründe des Einzelfalls vorliegen, die das 

Verschulden als lediglich mittelschwer oder leicht erscheinen lassen und 

dadurch den für schweres Verschulden in Art. 45 Abs. 3 AVIV 

vorgesehenen Rahmen unterschritten werden kann (vgl. BGE 130 V 125 

E.3.5). Es kann sich auf subjektive Situationen der betroffenen Person 

(etwa gesundheitliche Probleme, familiäre Situation, 

Religionszugehörigkeit) oder auf eine objektive Gegebenheit (z.B. 

befristete Stelle) beziehen. Der entschuldbare Grund muss jedoch mit dem 

vorgeworfenen Verhalten in Verbindung stehen. Wenn ein solcher Grund 

vorliegt, ist Art. 45 Abs. 4 AVIV nicht anwendbar und die Einstellungsdauer 

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bemisst sich nach der allgemeinen Regel des Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG 

(vgl. NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2524, Rz. 864). 

5.2. Da die Beschwerdeführerin eine zumutbare Stelle ohne 

Rechtfertigungsgrund abgelehnt hat, ist sie grundsätzlich im schweren 

Verschulden zu sanktionieren. Vorliegend gilt es jedoch zu 

berücksichtigen, dass die Zuweisung der Beschwerdeführerin durch die 

Beraterin des RAV an die B._____, sofern sie denn tatsächlich noch im 

Beisein der Beschwerdeführerin am 27. Juni 2022 erfolgt ist oder erst 

danach, ohne ihre Zustimmung erfolgt ist (vgl. Beschwerdeführerische 

Akten [Bf-act.]  4 [Bestätigung F._____ vom 25. Oktober 2022], Replik 

Beilage 3 [Bestätigung F._____ vom 20. November 2022]). Die 

Beschwerdeführerin hat in der Vereinbarung "Weitergabe der Daten einer 

stellensuchenden Person" explizit angegeben, dass sie lediglich eine 

Weiterleitung der Kontaktdaten und Bewerbungsunterlagen nach 

Zustimmung im Einzelfall wünscht (vgl. Bf-act. 3). Zudem vermittelt die 

Beschwerdeführerin glaubhaft, dass sie Unterlagen erwartete, wie eine 

schriftliche Zuweisung an sie, sich bei der ausgeschriebenen und 

beschriebenen Stelle bei der B._____ zu melden. Daraus kann 

geschlossen werden, dass sie die Beschreibung gemäss Job-Room nicht 

kannte. Wie der Beschwerdegegner aber richtigerweise vorbringt, hätte 

das RAV jederzeit der Beschwerdeführerin eine solche schriftliche 

Zuweisung zuschicken können und das hätte am Ergebnis der Ablehnung 

der Stelle durch die Beschwerdeführerin nichts geändert. Weiter bringt die 

Beschwerdeführerin vor, dass sie zweimal (am 30. Juni und 1. Juli) 

versucht hat, die B._____ zu erreichen (vgl. Replik Beilage 4). Dieses 

Vorbringen ist gemäss Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt. Somit ist die Behauptung des Beschwerdegegners widerlegt, dass 

sich die Beschwerdeführerin bei der B._____ nie gemeldet hat (vgl. den 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. September 2022 

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Sachverhalt Ziff. 2 S. 2). Aufgrund des Gesagten ist im vorliegenden 

Einzelfall eine abweichende Ermessensausübung naheliegend und es ist 

das Verschulden im untersten Bereich des schweren Verschuldens 

anzusiedeln, was zu einer Reduktion der Einstelltage auf 31 Tage führt. 

Ein Grund, der das Verschulden leichter als schwer erscheinen lässt, ist 

indessen nicht ersichtlich. 

Eine allfällige Rückforderung von Arbeitslosenversicherungstaggeldern 

bildete nicht Gegenstand des Einspracheverfahrens bzw. des 

angefochtenen Einspracheentscheids und ist somit einer Überprüfung im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zugänglich (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_281/2022 vom 24. Oktober 2022 E.4.1). 

6. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als teilweise begründet. 

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. September 2022 ist 

aufzuheben und die Anzahl Einstelltage auf 31 Tage festzulegen.

7.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen 

kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht 

das Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen Streitigkeiten vor, so 

kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, 

Gerichtskosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht statuiert und 

weder Mutwilligkeit noch Leichtsinn vorliegt, sind keine Kosten 

aufzuerlegen.

7.2. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). Ein Anspruch auf 

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Parteientschädigung besteht auch dann, wenn die Beschwerde führende 

Person - wie vorliegend - bloss teilweise obsiegt (vgl. KIESER, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 61 Rz. 225 mit weiteren 

Hinweisen). Da die Beschwerdeführerin jedoch nicht anwaltlich vertreten 

ist, steht ihr praxisgemäss kein Parteikostenersatz zu.

III. Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

des Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden vom 27. 

September 2022 aufgehoben und die Anzahl Einstelltage auf 31 Tage 

festgelegt. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]