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**Case Identifier:** 82173c26-347b-510b-a3b1-e4fbc92d3b32
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 04.04.2025 SR2 2024 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR2-2024-51_2025-04-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Beschluss vom 4. April 2025

Gegen dieses Urteil wurde Beschwerde erhoben. Der Fall ist am Bundesgericht 
hängig (7B_404/2025).

Referenz SR2 24 51

Instanz Zweite strafrechtliche Kammer

Besetzung Nydegger, Vorsitz
Bergamin und Audétat
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Gesuchsteller
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Bundi
Meisser & Partners AG, Postfach 232, Schulstrasse 1, 7302 
Landquart

gegen

B._____
Gesuchsgegner 1

C._____
Gesuchsgegner 2

D._____
Gesuchsgegner 3

E._____
Gesuchsgegner 4
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. LL.M. Mauro Lardi
SwissLegal Lardi & Partner AG, Reichsgasse 65, 7000 Chur

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F._____
Gesuchsgegner 5
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Flavia Buchli Jörimann
Buchli Just Advokatur und Notariat, Postfach 414, 
Masanserstrasse 35, 7001 Chur

G._____
c/o H._____, I._____ und J._____
Gesuchsgegner 6
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. LL.M. Mauro Lardi
SwissLegal Lardi & Partner AG, Reichsgasse 65, 7000 Chur

K._____
Gesuchsgegnerin 7
vertreten durch MLaw Sophie Matjaz, Hombuger AG, Prime 
Tower, Hardstrasse 201, 8005 Zürich

L._____ AG
Gesuchsgegnerin 8

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Gesuchsgegnerin 9

Gegenstand Ausstand

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Sachverhalt

A. Die Staatsanwaltschaft Graubünden erhob im gegen A._____ seit dem Jahr 
2015 geführten Untersuchungsverfahren am 13. September 2022 Anklage beim 
Regionalgericht M._____ (Anklageziffer 1.1 Hauptanklagesachverhalt: 
gewerbsmässiger Betrug gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB; 
Eventualanklagesachverhalt: Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. 
Ziff. 2 StGB; Subeventualanklagesachverhalt: Gewerbsmässiger Betrug gemäss 
Art. 146 Abs. 2 StGB, eventuell Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. 
Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB sowie ungetreue Geschäftsbesorgung gemäss Art. 
158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB; Anklageziffer 1.2: Schwere Geldwäscherei gemäss Art. 
305bis Ziff. 2 lit. c StGB; Anklageziffer 1.3: Mehrfache Urkundenfälschung gemäss 
Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB; Anklageziffer 1.4: Mehrfache Unterlassung der 
Buchführung gemäss Art. 166 StGB; Anklageziffer 1.5: Betrügerischer Konkurs und 
Pfändungsbetrug; Anklageziffer 1.6: Zweckentfremdung von 
Arbeitnehmerbeiträgen gemäss Art. 87 Abs. 4 AHVG). Das Gerichtsverfahren wird 
unter der Prozessnummer 515-2022-40 geführt.

B. Gemäss Anklageschrift treten im Verfahren F._____, E._____, G._____ bzw. 
dessen Erbinnen (H._____, I._____ und J._____), die L._____ AG sowie die 
K._____ als Privatkläger gemäss Art. 118 ff. StPO auf.

C. Der Sachverhalt sowie die sich stellenden Rechtsfragen erweisen sich als 
komplex und umfangreich, die Akten belaufen sich auf rund 34 Bundesordner.

D. Nach dreimaligem Wechsel des verfahrensleitenden Richters obliegt die 
Verfahrensleitung nunmehr Richter B._____, was den Parteien mit Schreiben vom 
22. November 2023 angezeigt worden war.

E. Mit Verfügung vom 9. Februar 2024 wurden die Parteien zur 
Hauptverhandlung vom 24.-26. Juni 2024 vorgeladen. Den Privatklägern wurde 
Frist bis zum 10. Juni 2024 zur Bezifferung und Begründung ihrer Zivilklagen 
gesetzt. Zugleich wurde den Parteien Frist bis zum 4. März 2024 angesetzt, 
begründete Beweisanträge zu stellen.

F. Die in der Folge von E._____ sowie den Erben von G._____ sowie auch von 
A._____ beantragten Fristerstreckungsgesuche wurden bewilligt und die Frist bis 
zum 4. April 2024 erstreckt. Die Fristen zur Einreichung von Beweisanträgen 
wurden auf erneutes Ersuchen hin allen Parteien bis zum 29. April 2024 letztmalig 
erstreckt.

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G. Die persönliche Zustellung der Vorladung zur Hauptverhandlung an den 
nunmehr in Deutschland unter unbekannter Adresse wohnhaften A._____ erwies 
sich als schwierig, weswegen dessen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Marco Bundi, 
ersucht wurde, bis spätestens 4. April 2024 ein persönliches Zustelldomizil seines 
Klienten bekanntzugeben, andernfalls die Vorladung per öffentlicher 
Bekanntmachung erfolgen werde. Die Vorladung wurde letztlich von A._____ am 
23. April 2024 persönlich am Schalter des Regionalgerichts M._____ abgeholt.

H. Mit Eingaben vom 29. April 2024 reichten A._____, E._____ sowie die Erben 
von G._____ diverse Beweisanträge ein, welche den übrigen Parteien übermittelt 
wurden, mit freigestellter Stellungnahme bis zum 10. Mai 2024.

I. Innert (teilweise erstreckter) Frist nahmen die Staatsanwaltschaft 
Graubünden, A._____, E._____, die Erben von G._____ sowie die K._____ zu den 
jeweiligen Beweisanträgen Stellung.

J. Mit Verfügung vom 12. Juni 2024 wies der vorsitzende Richter, B._____, 
sämtliche Beweisanträge von A._____ sowie dessen Sistierungsgesuch ab.

K. Mit Eingabe vom 17. Juni 2024 reichten E._____ sowie die Erben von 
G._____ ihre begründeten und bezifferten Zivilklagen ein. Die ursprünglich auf den 
10. Juni 2024 angesetzte Frist war ihnen mit Stempelverfügung vom 11. Juni 2024 
auf den 17. Juni 2024 erstreckt worden. 

L. Die Zivilklagen wurden A._____ sowie der Staatsanwaltschaft am 18. Juni 
2024 per Post zugesandt. 

M. Mit Schreiben vom 20. Juni 2024, vorab per E-Mail übermittelt, ersuchte der 
Rechtsvertreter von A._____, Rechtsanwalt Marco Bundi, den Gerichtsvorsitzenden 
um Verschiebung der Hauptverhandlung um mindestens 20 Tage. Begründend 
führte er aus, aufgrund der Abweisung sämtlicher Beweisanträge sowie der 
kurzfristigen Übermittlung der Zivilklagen müsse er sich, gemeinsam mit seinem 
Mandanten, auf die neue Situation – auch strategisch – vorbereiten.

N. Der Vorsitzende wies das Gesuch mit Verfügung vom 21. Juni 2024 ab. Mit 
separater Verfügung wies er zudem ein am 21. Juni 2024 telefonisch gestelltes 
Gesuch von Rechtsanwalt Marco Bundi, seinem Mandanten freies Geleit für die 
Hauptverhandlung zu gewähren, ab. 

O. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 24. Juni 2024 wurde die Abwesenheit 
von A._____ festgestellt. Dessen Verteidiger, Rechtsanwalt Marco Bundi, erneuerte 

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eingangs den Antrag auf Verschiebung der Hauptverhandlung. Nachdem den 
anwesenden Parteien das rechtliche Gehör zum Antrag gewährt worden war, wies 
das Gericht den Antrag von Rechtsanwalt Marco Bundi ab und es stellte fest, dass 
A._____ als beschuldigte Person der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
unentschuldigt ferngeblieben sei, weshalb im Folgenden nach Art. 366 StPO 
vorgegangen werde. 

P. Mit Verfügung vom 11. Juli 2024 lud der Gerichtsvorsitzende die Parteien zur 
2. Hauptverhandlung vom 16. bis 18. September 2024 vor. Den Parteien wurde Frist 
zur Einreichung neuer Beweisanträge bis zum 5. August 2024 gesetzt. 

Q. Rechtsanwalt Marco Bundi übermittelte dem Gericht mit Eingabe vom 16. Juli 
2024 diverse Bemerkungen und Anträge (Antrag auf Korrektur des Protokolls, 
Anfragen zur fehlenden Information über die gewährte Fristverlängerung der 
Privatkläger sowie zur Rechnung vom 12. Juli 2024, Antrag auf freies Geleit für 
A._____ für die Hauptverhandlung vom 16.-18. September 2024 sowie neue 
Beweisanträge bzw. Erneuerung von bereits gestellten Beweisanträgen und 
Hinweis auf deren Erneuerung vor dem Gericht). 

R. Der Vorsitzende wies mit Verfügung vom 18. Juli 2024 den Antrag von 
A._____ auf Protokollberichtigung ab, beantwortete die Anfragen und übermittelte 
den übrigen Parteien den Antrag auf freies Geleit, um allfällige Stellungnahmen 
einzureichen.

S. Mit Verfügung vom 16. August 2024 hiess der Vorsitzende das Gesuch um 
freies Geleit gut und wies die Beweisanträge von E._____ bzw. der Erben von 
G._____ ab. Sodann hielt er fest, dass A._____ keine neuen Beweisanträge gestellt 
habe und lediglich an seinen bisherigen und bereits beurteilten Beweisanträgen 
festhalte und sich vorbehalte, diese an der 2. Hauptverhandlung erneut zu stellen. 

T. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 16. September 2024 stellte A._____ 
im Rahmen der Klärung der Vorfragen diverse Verfahrensanträge (1. 
Verfahrenssistierung, 2. Rückweisung der Anklageschrift, 3. Einstellung von Ziff. 1.6 
der Anklageschrift infolge Verjährung, 4. Teilweise Einstellung von Ziff. 1.4 infolge 
Verjährung, 5. Einstellung der gesamten Strafsache aufgrund besonders krasser 
Verletzung des Beschleunigungsgebotes). Mit Ausnahme von Antrag 1.3 
(Verfahrenseinstellung hinsichtlich des Anklagesachverhaltes Ziffer 1.6) wurden 
sämtliche Anträge abgewiesen. 

U. Ferner stellte A._____ diverse neue Beweisanträge bzw. erneuerte seine – 
teilweise bereits vom Vorsitzenden abgewiesenen – Beweisanträge. Unter anderem 

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beantragte er, einen vom Vorsitzenden eingeholten und anlässlich der 
Hauptverhandlung ausgehändigten Kontoauszug aus dem Recht zu weisen. 
Sodann beantragte er den Beizug von Verfahrensakten der Strafverfahren 
VV.2022.1061 gegen N._____ sowie VV.2019.2584 gegen O._____, die Edition 
diverser Kontodaten und Bankkorrespondenzen sowie die Einvernahme diverser 
Zeugen. Der Antrag auf Beizug der Verfahrensakten sowie die Editionsanträge 
wurden seitens des Gerichts abgewiesen. Ebenfalls wurden die beantragten 
Zeugeneinvernahmen abgewiesen, einzig der Antrag auf Befragung der 
beschuldigten Person, A._____, wurde gutgeheissen. 

V. Auch die von der Privatklägerschaft gestellten Beweisanträge wurden 
abgewiesen. 

W. Vor Verlesen der Plädoyers reichte der Rechtsvertreter von A._____ (fortan: 
Gesuchsteller), Rechtsanwalt Marco Bundi, ein schriftliches Ausstandsgesuch 
gegen den vorsitzenden Richter sowie die beisitzenden Richter ein. Darin werden 
diverse Sachverhalte aufgeführt, welche nach seinem Dafürhalten deren 
Befangenheit begründen.

X. Der vorsitzende Richter (fortan: Gesuchsgegner 1), B._____, überbrachte 
dem damaligen Kantonsgericht von Graubünden das Ausstandsgesuch am 19. 
September 2024 samt eigener Stellungnahme. In der Stellungnahme beantragt er 
die vollumfängliche Abweisung des Ausstandsgesuches. Die vom 
Ausstandsgesuch betroffenen beisitzenden Richter, C._____ (fortan: 
Gesuchsgegner 2) sowie D._____ (fortan: Gesuchsgegner 3) liessen sich nicht 
vernehmen.

Y. Der Gesuchsteller replizierte innert erstreckter Frist mit umfangreicher 
Eingabe vom 10. Oktober 2024.

Z. Mit Schreiben vom 15. Oktober 2024 ersuchte Rechtsanwalt Mauro Lardi 
namens der Privatkläger E._____ sowie der Erben von G._____ den Vorsitzenden 
der II. Strafkammer um Fristansetzung zur Einreichung einer Stellungnahme zum 
Ausstandsgesuch. Von den übrigen Privatklägern gingen keine Schreiben ein.

A.1. Es wurden lediglich die Verfahrensakten des Verfahrens Nr. 515-2022-40 
beigezogen, auf die Übermittlung der weiteren umfangreichen Akten wurde 
verzichtet. Die Angelegenheit erweist sich als spruchreif.

Erwägungen

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1. Das Ausstandsgesuch vom 16. September 2024 ging am 19. September 
2024 beim (damaligen) Kantonsgericht von Graubünden ein, welches daraufhin das 
Verfahren SK2 24 51 eröffnete. Per 1. Januar 2025 erfolgte die Zusammenführung 
des Kantonsgerichts von Graubünden und des Verwaltungsgerichts Graubünden 
zum Obergericht des Kantons Graubünden. Das Verfahren SK2 24 51 wird fortan 
vom Obergericht des Kantons Graubünden unter der Referenz SR2 24 51 
weitergeführt, wie den Verfahrensbeteiligten mit separatem Schreiben mitgeteilt 
wurde.

2. Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person 
verlangen, so hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes 
Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat; die den Ausstand 
begründenden Tatsachen sind glaubhaft zu machen (Art. 58 Abs. 1 StPO). Die 
betroffene Person nimmt zum Gesuch Stellung (Art. 58 Abs. 2 StPO). Wird – wie im 
vorliegenden Fall (vgl. dazu E. 4.1) – ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. f StPO 
geltend gemacht, entscheidet die Beschwerdeinstanz, wenn die erstinstanzlichen 
Gerichte betroffen sind (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO). 

3. Der Gesuchsgegner 1 weist in seiner Stellungnahme (act. A.2) zutreffend 
darauf hin, der Ausstand müsse in den nächsten Tagen nach Kenntnis des 
Ausstandsgrundes verlangt werden, andernfalls der Anspruch verwirke (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_137/2023 vom 20. Oktober 2023 E. 2 m.w.H.). Auch der 
Hinweis, der Gesuchsteller habe die Sachverhalte in der Mehrheit verspätet geltend 
gemacht, trifft – jedenfalls im Rahmen einer isolierten Betrachtung der einzelnen 
Gründe – grundsätzlich zu. Der Gesuchsteller erkennt jedoch aufgrund einer 
Gesamtwürdigung der erwähnten Vorkommnisse die Befangenheit der 
Gesuchsgegner (so explizit in act. A.3, Ziffer 34 ff.). Soweit erst eine Kumulation 
mehrerer Vorfälle Anlass zur Besorgnis wegen Befangenheit gibt, ist bei der 
Beurteilung der Rechtzeitigkeit dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der 
Gesuchsteller nicht vorschnell reagieren kann und gegebenenfalls zunächst 
zuwarten muss, um das Risiko zu vermeiden, dass sein Gesuch als unbegründet 
abgewiesen wird. Es muss daher zulässig sein, in Verbindung mit neu entdeckten 
Umständen auch bereits früher bekannte Tatsachen geltend zu machen, wenn erst 
eine Gesamtwürdigung zur Bejahung eines Ausstandsgrundes führt, während die 
isolierte Geltendmachung der früheren Tatsachen die Stellung eines solchen 
Begehrens nicht hätte rechtfertigen können. Begründen mehrere Vorkommnisse 
erst zusammen den Ausstandsgrund, so ist der Zeitpunkt zur Geltendmachung 
dann gekommen, wenn nach Auffassung des Gesuchstellers der "letzte Tropfen das 
Fass zum Überlaufen" gebracht hat (Urteil des Bundesgerichts 1B_209/2021 vom 

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10. August 2021 E. 5.3 m.w.H.). Vor diesem Hintergrund ist auf das Gesuch 
grundsätzlich einzutreten und die einzelnen Vorkommnisse sind gesamthaft zu 
würdigen. 

4.1. Wie bereits erwähnt, stützt sich der Gesuchsteller zur Begründung seines 
Ausstandsgesuches im Wesentlichen auf diverse mutmasslich fehlerhafte 
Verfahrenshandlungen der Gesuchsgegner 1 bis 3. Die einzelnen Beispiele finden 
sich dabei verteilt in den anlässlich der zweiten Hauptverhandlung vom 16. 
September 2024 eingereichten Plädoyernotizen zum Ausstandsbegehren (act. A.1) 
sowie den diesbezüglichen, anlässlich der Verhandlung protokollierten Einschüben 
(RG-act. 117, S. 19). Sie werden indessen lediglich aufzählungsweise und 
mehrheitlich stichwortartig (ohne eine Kontextualisierung) aufgezählt. Immerhin 
trägt die Replik des Gesuchstellers zur Stellungnahme des Gesuchsgegners 1 zu 
einer teilweisen Konkretisierung der Umstände bei. Die Begründung des 
Ausstandsgesuches bleibt indessen nach wie vor eher schwer verständlich. Der 
Gesuchsteller scheint sich zur Begründung seines Ausstandsgesuches auf die in 
Art. 56 lit. f StPO enthaltene Generalklausel zu stützen. So wirft er dem 
Gesuchsgegner 1 etwa das Folgende vor:

- Nichtmitteilung des Fristerstreckungsgesuches der Privatkläger und 
überraschende Zustellung der begründeten Zivilklagen sehr kurz vor der 
Hauptverhandlung;

- Verweigern einer Antwort der Verteidigung, warum dieses 
Fristerstreckungsgesuch nicht mitgeteilt wurde, bis heute gab es keine 
Begründung;

- Ablehnen des anschliessenden Verschiebungsgesuchs, obwohl sich 
niemand dagegen gestellt hatte;

- Der Vorsitzende hatte es der Verteidigung faktisch verunmöglicht, sich 
auf die Klagen vorzubereiten;

- Es gab eine konstante Ablehnung aller Anträge der Verteidigung;

- Ablehnung der Einvernahme [der] Anzeigeerstattern [sic!] als 
Zeuge/Auskunftsperson, obwohl der Vorsitzende genau wissen muss, 
dass es ein unabdingbares Recht des Beschuldigten gibt, seine 
Äusserungen in Zweifel zu ziehen, für uns nicht nachvollziehbar;

- Ablehnung des beantragten Zeugen und Parteikollegen U._____

- Ablehnung des beantragten Zeugen und Präsidenten V._____ am 
hiesigen Gericht

- Es gab nach unserem Dafürhalten eine mangelhafte Prüfung der 
Verfahrensleitung der Anklage auf Verfahrenshindernisse und das zeigt 
uns, dass der Vorsitzende nach zwei Jahren nun das Verfahren mit aller 
Gewalt durchboxen möchte, ohne die Rechte des Beschuldigten zu 
wahren.

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Die Befangenheit der Gesuchsgegner 2 und 3 wird, soweit ersichtlich, einzig damit 
begründet, der Vorsitzende habe anlässlich der Hauptverhandlung vom 16. 
September 2024 im Namen des Gerichts darauf hingewiesen, die Verhandlung 
würde lediglich drei Tage dauern. Dadurch habe das Gericht, so der Gesuchsteller, 
bereits zu Beginn zum Ausdruck gebracht, sämtliche Beweisanträge ablehnen zu 
wollen. Dies sei letztlich auch so geschehen (vgl. etwa RG-act. 117, S. 19). 

4.2. Der Gesuchsgegner 1 hält dem Gesuchsteller entgegen, das Gesuch sei in 
weiten Teilen verspätet erfolgt. Betreffend das Gesamtgericht beschränke sich der 
Verteidiger darauf, den Antrag dahingehend zu begründen, dass das Gesamtgericht 
anlässlich der Hauptverhandlung vom 16. September 2024 seine Anträge zu den 
Vorfragen bzw. seine Beweisanträge grösstenteils abgewiesen habe. Daraus 
ergebe sich von Vornherein kein Ausstandsgrund gegen die Gesuchsgegner 2 und 
3. Im Hinblick auf sich selbst weist der Gesuchsgegner 1 darauf hin, der Verteidiger 
habe einige Beispiele eingebracht, welche seiner Meinung nach den Anschein der 
Voreingenommenheit aufzeigen sollen. Die beanstandeten Verfahrenshandlungen 
seien grösstenteils verspätet erfolgt. Es verstosse gegen das Gebot von Treu und 
Glauben, dass der Verteidiger mit seinem Ausstandsbegehren zugewartet habe. 

Auch den Vorwurf der Nichtmitteilung des Fristerstreckungsgesuches der 
Privatkläger und die monierte überraschende Zustellung der begründeten 
Zivilklagen sehr kurz vor der Hauptverhandlung, das gerügte Verweigern einer 
Antwort, warum dieses Fristerstreckungsgesuch nicht mitgeteilt wurde, und den 
Vorwurf, der Vorsitzende habe es der Verteidigung faktisch verunmöglicht, sich auf 
die Klagen vorzubereiten, lässt der Gesuchsgegner 1 nicht gelten. Die Privatkläger 
hätten mit separaten Gesuchen vom 10. Juni 2024 eine Fristverlängerung der mit 
Vorladung vom 9. Februar 2024 gesetzten Frist zur Einreichung der Zivilklagen 
beantragt. Diese seien mit Stempelverfügungen gleichentags gewährt worden. Dem 
Verteidiger sei bekannt, dass solche Fristverlängerungen nicht sämtlichen Parteien 
mitgeteilt würden. Ihm sei ebenfalls eine beantragte Fristverlängerung in gleicher 
Weise bewilligt worden. Die Zivilklagen seien dem Verteidiger unverzüglich nach 
deren Eingang am 18. Juni 2024 zur Kenntnisnahme zugestellt worden. Er habe sie 
zwei Werktage vor der Hauptverhandlung erhalten. Eine längere Zeit für die 
Bearbeitung der je zehnseitigen (exkl. Beilagen) Zivilklagen sei nicht notwendig. 
Das monierte Abweisen des Verschiebungsgesuches vor erster Hauptverhandlung 
sei nicht zu beanstanden. Das Gesuch sei am 20. Juni 2024 mündlich und am 21. 
Juni 2024 schriftlich eingegangen und am 21. Juni 2021 abgewiesen worden. Darin 
sei kein Ausstandsgrund ersichtlich.

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Weiter führt der Gesuchsgegner 1 zum Vorwurf des systematischen Ablehnens aller 
Anträge der Verteidigung, der Ablehnung der Einvernahme der Anzeigeerstatter als 
Zeuge/Auskunftsperson, die Ablehnung des Zeugen und Präsidenten P._____ bzw. 
Zeugen und Richterkollegen Q._____ aus, die Anträge seien sowohl vorgängig zur 
Hauptverhandlung als auch anlässlich der zweiten Hauptverhandlung ausführlich 
beraten und der Entscheid darüber mündlich begründet worden. Zudem seien 
einzelne Anträge auch gutgeheissen worden. Anlässlich der zweiten 
Hauptverhandlung habe der Verteidiger diverse neue Beweisanträge gestellt, 
obwohl ihm sowohl betreffend die erste als auch die zweite Hauptverhandlung in 
der Vorladung ausdrücklich mitgeteilt worden sei, dass Beweisanträge innert 
gesetzter Frist einzugehen hätten, unter Hinweis auf die Kostenfolgen verspäteter 
Anträge. Der Hinweis auf diese gesetzliche Folge könne keine 
Voreingenommenheit belegen.

Ebenso wenig begründe der Hinweis auf den Verfahrensablauf anlässlich der 
zweiten Hauptverhandlung eine Befangenheit der Gesuchsgegner.

Schliesslich sei auch der Vorwurf unbegründet, die Verfahrensleitung habe trotz 
Verjährung einzelner Taten diese nicht vorgängig angesprochen. Anlässlich der 
Hauptverhandlung sei das Verfahren im Hinblick auf einen Anklagepunkt 
antragsgemäss eingestellt worden, auf einen anderen Anklagepunkt sei auf die 
mögliche Verjährung hingewiesen worden. Da die Parteien diesbezüglich jedoch 
divergierende rechtliche Einschätzungen gehabt hätten, habe ihnen das Gericht die 
Möglichkeit gegeben, dazu zu plädieren.

4.3. In seiner Replik gibt der Gesuchsteller einleitend die Prozessgeschichte 
wieder. Sodann nimmt er zu den Ausführungen des Gesuchsgegners 1 Stellung und 
führt aus, jener übersehe, dass Befangenheit nicht nur durch eine einzelne 
Aussage, sondern durch das Zusammenspiel aller Umstände offensichtlich werde. 
Aus diesem Grund sei es für den Beschuldigten entscheidend, aufzuzeigen, dass 
der Prozess von Beginn an von einem ausgesprochen einseitigen und 
voreingenommenen Gericht geprägt gewesen sei. Höhepunkt der Befangenheit 
habe sich bei der zweiten Hauptverhandlung offenbart. Das Gericht habe erneut 
höchst fragwürdig beschaffte Beweise präsentiert. Trotz der Kenntnis, dass 
umfassende Beweisanträge der Verteidigung vorgelegen hätten, habe der 
Vorsitzende den Ablauf der Verhandlung bereits mit seinen Richterkollegen 
festgelegt. Hinzu gekommen seien unnötige Hinweise hinsichtlich verspäteter 
Anträge und drohender Kostenfolgen. Das Gericht habe willkürlich und einseitig 
Informationen weitergegeben. So sei die Korrespondenz im Zusammenhang mit der 
neuen Strafanzeige und den Anträgen auf Inhaftierung nicht an den Gesuchsteller 

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weitergleitet worden. Weil der Gesuchsgegner 1 bis dato nicht begründet habe, 
weshalb er den Gesuchsteller wiederholt durch enge Fristen benachteiligt habe, 
liege der Verdacht nahe, dass er befangen sei. Das Gericht habe mehrfach 
Bankbelege kurzfristig vor der Verhandlung eingeholt und diese den Parteien ohne 
ordnungsgemässe Editionsverfügung oder Erklärung präsentiert. Die Parteien 
würden ungleich behandelt, indem den Privatklägern wiederholt Raum für 
Beweisführung und Argumentation gegeben werde (lange Fristen würden erstreckt 
und ihm nicht). Der vorsitzende Richter habe bereits zu Beginn der Verhandlung 
geplant, das Verfahren zügig durchzuführen, womit er signalisiert habe, die Anträge 
nicht ernsthaft zu prüfen. Ferner bestünden besondere Beziehungen des 
Vorsitzenden zu den Zeugen am selben Gericht. So seien zwei Richterkollegen des 
Vorsitzenden, die als Zeugen geladen werden sollten, vom Gesamtgericht als 
solche abgelehnt worden. Das Gericht könne nicht neutral sein, wenn es um die 
Einvernahmen des Präsidenten und des Vizepräsidenten gehe.

5.1. Art. 56 StPO zählt verschiedene Gründe auf, die zum Ausstand von in einer 
Strafbehörde tätigen Person führen. Nach Art. 56 lit. f StPO trifft dies namentlich 
aus anderen (als den in lit. a-e der gleichen Bestimmung genannten) Gründen zu, 
insbesondere, wenn die in der Strafverfolgung tätige Person wegen Freundschaft 
oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand befangen sein könnte. 
Art. 56 StPO konkretisiert die Bestimmungen von Art. 30 Abs. 1 BV sowie Art. 6 
Abs. 1 EMRK. Danach hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von 
einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter unter 
Einschluss weiterer am Entscheid wesentlich beteiligter Gerichtspersonen 
(insbesondere Gerichtschreibern) ohne Einwirken sachfremder Umstände 
entschieden wird. Die Garantie des verfassungsmässigen Richters soll zu der für 
einen korrekten und fairen Prozess erforderlichen Offenheit des Verfahrens im 
Einzelfall beitragen und damit ein gerechtes Urteil ermöglichen. Sie wird verletzt, 
wenn bei objektiver Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der 
Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. 
Solche Umstände können entweder in einem bestimmten Verhalten der 
betreffenden Gerichtsperson oder in gewissen äusseren Umständen funktioneller 
oder organisatorischer Natur begründet sein (BGE 138 I 425 E. 4.2.1). Bei der 
Beurteilung solcher Gegebenheiten ist nicht auf das subjektive Empfinden einer 
Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in 
objektiver Weise begründet erscheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die 
bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und 
Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der 
Richter tatsächlich befangen ist (BGE 141 IV 178 E. 3.2.1 m.w.H.).

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5.2. Kein Ausstandsgrund liegt vor, wenn der Richter einen für die Partei 
ungünstigen Entscheid erlässt, in rechtlicher Hinsicht eine dieser nicht genehme 
Ansicht vertritt, in seinem Aufgabenbereich Verfahrens- oder Ermessensfehler 
begeht, ja selbst willkürliche Prozesshandlungen trifft (Beschluss des 
Bundesstrafgerichts BB.20216.395 vom 17. Februar 2017 E. 2.1 m.w.H.). 
Verfahrens- und Einschätzungsfehler der in der Strafbehörde tätigen Person 
begründen für sich noch keine Befangenheit. Solche können nur ausnahmenweise 
die Unbefangenheit einer Gerichtsperson infrage stellen. Dabei müssen objektiv 
gerechtfertigte Gründe zur Annahme bestehen, dass sich in Rechtsfehlern 
gleichzeitig die Haltung manifestiert, die auf fehlender Distanz und Neutralität 
beruht. Wird der Ausstandsgrund aus materiellen oder prozessualen Rechtsfehlern 
abgeleitet, so sind diese nur wesentlich, wenn sie besonders krass sind oder 
wiederholt auftreten, sodass sie einer schweren Amtspflichtverletzung 
gleichkommen und sich einseitig zulasten einer der Prozessparteien auswirken 
(BGE 143 IV 69 E. 3.2 m.w.H.). Die richterliche Funktion zwingt zu einer raschen 
Entscheidung über oft umstrittene und heikle Elemente. Darüber hinaus ist es 
Aufgabe der normalerweise zuständigen Rechtsmittelgerichte, etwaige Fehler, die 
in diesem Rahmen begangen werden, festzustellen und zu korrigieren. Das 
Ablehnungsverfahren soll es den Parteien also nicht ermöglichen, die Art und Weise 
der Durchführung der Untersuchung zu beanstanden und die verschiedenen 
Zwischenentscheide, die insbesondere von der Verfahrensleitung getroffen wurden, 
in Frage zu stellen (Urteile des Bundesgerichts 1B_409/2016 vom 3. Januar 2017 
E. 3.2 und 1B_46/2016 vom 29. April 2016 E. 3.1). 

6.1. Die vom Gesuchsteller monierten Verfahrenshandlungen bzw. 
Vorkommnisse vermögen auch im Rahmen einer Gesamtwürdigung keine 
mangelnde Neutralität und schon gar keine wiederholten, krassen 
Amtspflichtverletzungen darzutun, wie nachfolgend aufzuzeigen ist.

6.1.1. Weder das Fristerstreckungsgesuch von Rechtsanwalt Mauro Lardi zur 
Einreichung der begründeten und bezifferten Zivilklagen der Privatkläger E._____ 
und der Erben G._____ noch die diese gutheissenden Stempelverfügungen wurden 
dem Gesuchsteller zur Kenntnis gebracht (vgl. RG-act. 81 und 82). Infolgedessen 
sah er sich offensichtlich unerwartet kurzfristig vor der ersten Hauptverhandlung mit 
den entsprechenden Zivilklagen konfrontiert und ihm standen lediglich noch zwei 
Werktage zur Verfügung. Den daraus resultierenden Ärger sowie das 
Unverständnis kann die Beschwerdeinstanz zumindest teilweise nachvollziehen, 
zumal den Privatklägern mit Fristerstreckung über vier Monate zur Verfügung 
standen, die Zivilklagen zu begründen und zu beziffern. In einer Konstellation wie 

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der vorliegenden wäre es durchaus wünschenswert, sowohl das 
Fristerstreckungsgesuch als auch die diesbezügliche Fristerstreckungsverfügung 
den Parteien zur Kenntnis zu bringen, damit sich diese entsprechend vorbereiten 
können. Gleichwohl ist darin kein gravierender Verfahrensfehler zum 
ausschliesslichen Nachteil des Gesuchstellers zu erblicken. Die Praxis des 
Regionalgerichts M._____ scheint zwar nicht durchwegs konsequent angewandt zu 
werden (vgl. etwa die Mitteilung der Fristerstreckungsverfügungen vom 27. März 
2024 sowie 4. April 2024, RG-act. 60 und 63). Gleichwohl erfolgten im vorliegenden 
Verfahren etliche Fristerstreckungen (auch solche zugunsten des Gesuchstellers) 
mittels einfacher Stempelverfügung und ohne Kenntnisgabe an die übrigen Parteien 
(vgl. RG-act. 51, 52, 53, 75, 81, 82). Dass es sich hierbei um eine Praxis des 
Regionalgerichts handelt, anerkennt auch der Gesuchsteller zumindest implizit 
("fragwürdige Praxis des Regionalgerichts M._____" [act. A.3, Ziff. 9]). Erfolgte die 
Handlung indessen praxisgemäss, entbehrt der Vorwurf, sie sei einzig zum Nachteil 
des Gesuchstellers erfolgt, jeglicher Grundlage. In diesem Zusammenhang erhebt 
der Gesuchsteller den Vorwurf, das Gericht schweige sich bewusst über die Gründe 
der Nichtmitteilung der Fristerstreckungen aus. Daraus scheint er abzuleiten, das 
Gericht habe den wahren Grund verheimlichen wollen. Ein entsprechender Schluss 
lässt sich unter Berücksichtigung des soeben Ausgeführten nicht ziehen. Auch die 
ungleich langen Fristen zum Verfassen der Zivilklagen bzw. zum Verfassen der 
Stellungnahmen im Hinblick auf die Hauptverhandlung offenbaren keine 
Befangenheit des Gesuchsgegners 1. Der am 1. Januar 2024 in Kraft getretene Art. 
123 Abs. 2 StPO sieht nun zwar vor, dass die Bezifferung und Begründung innert 
der von der Verfahrensleitung gemäss Art. 331 Abs. 2 StPO angesetzten Frist zu 
erfolgen habe. Nach altem Recht war eine Bezifferung noch bis spätestens im 
Parteivortrag möglich (Art. 123 Abs. 2 aStPO). Die Bestimmung der vorgängigen 
Bezifferung wurde auch eingeführt, um der beschuldigten Person die Möglichkeit zu 
geben, auf die Zivilforderung zu reagieren (Botschaft zur Änderung der 
Strafprozessordnung, BBl 2019 6729). Wie viele Tage vor angesetzter 
Hauptverhandlung die Zivilklagen zu begründen und zu beziffern sind, definiert die 
Bestimmung nicht. Es liegt mithin im Ermessen des Richters, unter 
Berücksichtigung der Gesamtumstände eine Frist so zu setzen, dass der 
beschuldigten Person genügend Zeit verbleibt, sich dazu zu äussern. Diese ist 
vorliegend zwar knapp, aber nicht willkürlich erfolgt. Es bestehen keine 
Anhaltspunkte dafür, der Gesuchsgegner 1 habe bewusst zum Nachteil des 
Gesuchstellers unterschiedlich lange Fristen gesetzt. Es lässt sich mithin nicht auf 
eine bewusste Behinderung dessen Verteidigungsmöglichkeiten schliessen, worauf 
auch der in diesem Kontext erhobene Vorwurf, das Verschiebungsgesuch der 
ersten Hauptverhandlung sei abgewiesen worden, abzielt. Der Gesuchsgegner 1 

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hatte den hinsichtlich der ersten Hauptverhandlung gestellten Antrag auf deren 
Verschiebung mit Verfügung vom 21. Juni 2024 abgewiesen (RG-act. 91). Die darin 
enthaltene ausführliche Begründung erscheint nachvollziehbar und überzeugend. 
Sie widerlegt die Behauptung, sachfremde bzw. willkürliche Gründe hätten zur 
Abweisung des Verschiebungsgesuches geführt. Zwar erscheinen zwei Werktage 
zur Vorbereitung der Stellungnahmen zu den beiden Zivilklagen eher knapp 
bemessen. Es ist jedoch mit dem Gesuchsgegner 1 festzuhalten, dass die 
Grundlagen der Zivilklagen bereits aufgrund des beanzeigten und angeklagten 
Sachverhaltes erkennbar gewesen waren. Kommt hinzu, dass der materielle (und 
relevante) Teil der Zivilklagen lediglich sieben bzw. sechs Seiten umfasst (vgl. RG-
act. 85, S. 2-10 und RG-act 86, S. 3-9). Der Gesuchsteller kann sich sodann 
aufgrund seiner Parteirolle im Adhäsionsprozess – zumindest in einem ersten 
Schritt – auf ein reines Bestreiten der gegnerischen Behauptungen beschränken, 
während die Privatkläger ihre Forderungen eingehend substantiieren müssen. Ganz 
allgemein ist auch in dieser Hinsicht festzuhalten, dass es nicht Sinn und Zweck des 
Ausstandsverfahrens ist, einen verfahrensleitenden Entscheid des Richters einer 
inhaltlichen Überprüfung im Lichte des gesamten Prozessstoffs zu unterziehen 
(Urteil des Bundesgerichts 1B_409/2016 vom 3. Januar 2017 E. 3.2). Es bestehen 
keine Anhaltpunkte dafür, wonach der Gesuchsgegner 1 aus sachfremden Gründen 
das Verschiebungsgesuch abgewiesen hätte. 

Ins Leere zielt auch der Vorwurf des Gesuchstellers, sämtliche Richter seien 
befangen, weil sie seinem Gesuch um Verschiebung der Hauptverhandlung in der 
ersten Hauptverhandlung nicht stattgegeben haben. Nachdem bereits der 
Gesuchsgegner 1 im Rahmen der Verfahrensinstruktion das entsprechende 
Gesuch abgewiesen hatte, konnte das Gericht nicht erneut auf diesen endgültigen 
Entscheid zurückkommen (Art. 331 Abs. 5 StPO).

6.1.2. Inwieweit die Nichtmitteilung der Untersuchungskosten (act. 3) auf eine 
Befangenheit des Gesuchsgegners 1 schliessen lassen soll, bleibt unklar. Es 
besteht keine gesetzliche Pflicht zu deren Mitteilung. Die Untersuchungskosten 
wurden gemeinsam mit der Anklageschrift zu den Akten genommen. Der 
Gesuchsteller hätte jederzeit Einsicht nehmen können. Schliesslich geht auch nicht 
hervor, dass die Nichtmitteilung einzig zu dessen Nachteil erfolgt sein soll. Auch die 
übrigen Parteien wurden nicht mit der Aufstellung der Kosten bedient. Der 
Gesuchsteller moniert in ähnlicher Weise die unterbliebene Übermittlung der 
Eingaben von R._____ und S._____ (RG-act. 44/1 und RG-act. 43) sowie T._____ 
(RG-act. 34) an ihn. Abgesehen davon, dass diese Korrespondenz auch den 
übrigen Parteien nicht zur Kenntnis zugestellt worden war, war sie für vorliegendes 

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Verfahren schlicht irrelevant. Aus dem Umstand, dass in RG-act. 43 die Inhaftierung 
des Gesuchstellers beantragt worden war, ändert daran nichts, zumal dies ohnehin 
nicht die Kompetenz des Gesuchsgegners 1 als Instruktionsrichter beschlagen 
hätte. 

6.1.3. Der Gesuchsteller moniert sodann die vor beiden Hauptverhandlungen 
jeweils vom Gesuchsgegner 1 telefonisch eingeholten Kontoauszüge (RG-act. 88 
und RG-act 110). Inwieweit eine solche Beweiserhebung unter der Maxime des 
Untersuchungsgrundsatzes des Gerichts eine gravierende Verletzung prozessualer 
Vorschriften darstellen soll, erhellt – auch unter Berücksichtigung der Vorbringen 
des Gesuchstellers – nicht. Zudem bleibt unklar, ob die eingeholten Unterlagen als 
Beweismittel den Gesuchsteller be- oder entlasten würden. Der Gesuchsteller 
äussert sich nicht dazu. Kommt hinzu, dass auch den übrigen Parteien die 
Dokumente erst anlässlich der Hauptverhandlung ausgehändigt wurden.

6.1.4. In der Hauptsache moniert der Gesuchsteller, die Ablehnung sämtlicher 
Beweisanträge offenbare die fehlende Neutralität der Gesuchsgegner 1, 2 und 3. 
Das Vorbringen zielt ins Leere. Entgegen der Ansicht des Gesuchstellers kann in 
der Abweisung der Anträge keine Systematik erkannt werden (vgl. act. A.3, Ziff. 42). 
So wurden auch sämtliche Beweisanträge der Privatkläger E._____ und der Erben 
von G._____ abgelehnt (vgl. etwa RG-act. 83, S. 4 f.; RG-act. 107, S. 3 ff., RG-act. 
117, S. 15 f. und S. 19). Sodann wurden Anträge des Gesuchstellers vereinzelt 
bewilligt (vgl. etwa freies Geleit [RG-act. 107], RG-act. 117, S. 15, 2. Absatz, S. 19). 
Die Entscheide wurden jeweils nachvollziehbar und schlüssig begründet. Wiederum 
fehlen Anhaltspunkte dafür, wonach die Abweisungen aus sachfremden Gründen 
erfolgt sein sollen. Nur weil ein Richter einen für die Partei ungünstigen Entscheid 
trifft bzw. deren Beweisanträge abweist, liegt kein Ausstandsgrund vor 
(vgl. E. 6.1.1). Dies gilt – hinsichtlich der vom Gesuchsgegner 1 als 
Instruktionsrichter abgelehnten – Beweisanträge umso mehr, als sie anlässlich der 
Hauptverhandlung erneut gestellt werden konnten (vgl. Art. 331 Abs. 3 StPO). Der 
Gesuchsteller moniert, aufgrund des vom Gesuchsgegner 1 in Aussicht gestellten 
Verhandlungsablaufs sei ersichtlich gewesen, dass das Gericht die Beweisanträge 
nicht gutheissen werde. Die Planung und Durchführung der Hauptverhandlung 
obliegt dem instruierenden Richter. Es liegt in der Natur der Sache, dass jener sich 
hierzu auf Annahmen und eine – aus sämtlichen Gegebenheiten resultierende – 
Prognose zu stützen hat, wie viel Zeit für die Hauptverhandlung benötigt werde. 
Dabei kommt ihm ein erhebliches Ermessen zu. Der Gesuchsteller hatte bereits im 
Vorfeld der zweiten Hauptverhandlung darauf hingewiesen, an seinen umfassenden 
Beweisanträgen festzuhalten und neue vorzutragen (vgl. RG-act. 100, S. 4). Freilich 

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hätte der Gesuchsgegner 1 bei dieser Ausgangslage insbesondere für das 
Beweisverfahren mehrere Verhandlungstage einplanen können. Aus dem Umstand, 
dass er es bei drei Tagen beliess, kann nun aber nicht darauf geschlossen werden, 
die Gesuchsgegner hätten bereits zu Beginn der Hauptverhandlung beschlossen, 
keine Beweisanträge mehr abzunehmen. Über die Anträge wurde einlässlich 
beraten und die Entscheide eingehend und nachvollziehbar begründet (vgl. RG-act. 
117, S. 10 ff.). Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die dagegen sprechen, dass 
der Gesuchsgegner 1 die Verhandlung falls nötig zeitlich erweitert hätte. Sodann 
fehlen objektive Anhaltspunkte, welche darauf schliessen liessen, das Gericht habe 
bereits zu Beginn der Hauptverhandlung beabsichtigt, die Anträge abzuweisen. 
Inwieweit der vom Gesuchsteller monierte Hinweis auf die möglichen Kostenfolgen 
verspätet eingereichter Beweisanträge Gegenteiliges belegen soll, erschliesst sich 
der Beschwerdeinstanz nicht. Der Gesuchsgegner 1 ist grundsätzlich von Gesetzes 
wegen zu entsprechendem Hinweis gehalten (Art. 331 Abs. 2 StPO). Von einem 
"unnötigen Androhen" (vgl. act. A.3, Ziff. 43) kann mithin keine Rede sein. Die 
unterschiedliche Auffassung des Gesuchstellers hinsichtlich der Anwendbarkeit von 
Art. 331 Abs. 2 StPO, wenn Beweisanträge – infolge fehlender Begründung – 
abgelehnt worden waren und dann – mit einlässlicherer Begründung – erneuert 
wurden, ist für die vorliegende Beurteilung einer möglichen Befangenheit irrelevant. 
Wie erwähnt zwingt die richterliche Funktion zu einer raschen Entscheidung über 
oft umstrittene und heikle Elemente. Über etwaige Fehler, die ihm Rahmen der 
Verfahrensleitung begangen werden, hat grundsätzlich das Rechtsmittelgericht zu 
befinden. Diese sollen nicht Frage eines Ausstandsverfahrens bilden (vgl. E. 5.2).

6.1.5. Hinsichtlich der vom Gesuchsteller monierten Ablehnung seiner Anträge auf 
Einvernahme von Q._____ sowie P._____ als Zeugen kann auf die Begründung in 
E. 6.1.4. verwiesen werden. Entgegen der Ansicht des Gesuchstellers bestehen 
keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass deren Stellung am Gericht Grund für die 
Abweisung war.

6.1.6. Schliesslich geht der Vorwurf fehl, der Gesuchsgegner 1 habe trotz 
offensichtlicher Verjährung einzelner Anklagesachverhalte diese nicht 
angesprochen bzw. das Verfahren nicht eingestellt. Art. 329 Abs. 5 StPO sieht 
explizit die Möglichkeit vor, dass die Verfahrensleitung Einstellungsentscheide, die 
– wie im vorliegenden Fall – nur einzelne Anklagepunkte betreffen, erst zusammen 
mit dem Urteil fällen kann. Abgesehen davon wurde einem Antrag des 
Gesuchstellers hinsichtlich eines Anklagepunktes stattgegeben und diesbezüglich 
das Verfahren eingestellt. Ein Entscheid über die Einstellung eines weiteren 
Anklagepunktes wurde aufgrund unterschiedlicher Rechtsauffassungen der 

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Parteien zusammen mit dem Urteil in Aussicht gestellt, wobei darauf hingewiesen 
wurde, dass die Verjährung in Frage komme. Inwiefern dieses Vorgehen zum 
Nachteil des Gesuchstellers erfolgt sein soll, geschweige denn eine Befangenheit 
offenbaren würde, erschliesst sich der Beschwerdeinstanz nicht.

6.2. Zusammenfassend geben die vom Gesuchsteller monierten 
Verfahrenshandlungen – auch im Rahmen einer Gesamtwürdigung – keinen 
Anlass, an der Unvoreingenommenheit der Gesuchsgegner 1 bis 3 zu zweifeln. Das 
Ausstandsgesuch ist daher abzuweisen. Infolgedessen ist auf die Einholung einer 
Stellungnahme der Privatkläger zu verzichten. Die von Rechtsanwalt Mauro Lardi 
beantragte Fristansetzung zur Einreichung einer Stellungnahme wird mit dem 
vorliegenden Entscheid obsolet, zumal der Gesuchsteller die Voreingenommenheit 
der Gesuchsgegner 1 bis 3 mit zu seinem Nachteil ausgefallenen 
Verfahrenshandlungen und Entscheidungen begründete und die von Rechtsanwalt 
Mauro Lardi vertretenen Privatkläger diesbezüglich kein eigenes schützenswertes 
Interesse geltend machen könnten. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten gemäss Art. 59 Abs. 4 
StPO dem Gesuchsteller aufzuerlegen. Die Kosten werden in Anwendung von 
Art. 10 Abs. 1 VGS (BR 350.210) i.V.m. Art. 421 Abs. 2 lit. c StPO auf CHF 2'000.00 
festgesetzt. Den Privatklägern sind keine nennenswerten Aufwendungen 
entstanden, sodass ihnen keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind.

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Es wird erkannt:

1. Das Ausstandsgesuch wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens von CHF 2'000.00 gehen zu Lasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

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