# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ac3b768-7387-5f01-a3b1-a0f60a05f46f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2011 E-5460/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5460-2010_2011-10-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5460/2010

U r t e i l   v om   2 4 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Markus König (Vorsitz),
Richterin Regula Schenker Senn, Richter Walter Stöckli,
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

Parteien A._______,
Sri Lanka,
p.A. Schweizer Botschaft in Colombo, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 25. Mai 2010 / N (…).

E­5460/2010

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

I.

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  in  B._______  lebender  Tamile,  mit 
Schreiben vom 1. Juni 2007 bei der Schweizer Botschaft in Colombo um 
Asyl und um Bewilligung der Einreise in die Schweiz nachsuchte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  6.  Juni  2008  (eröffnet  am  24.  Juni 
2008) dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz nicht bewilligte 
und das Asylgesuch ablehnte,

dass  der  Beschwerdeführer  am  18.  Juli  2008  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  erhob 
und das Bundesverwaltungsgericht dieses Rechtsmittel mit Urteil vom 9. 
Januar  2009  insoweit  guthiess,  als  es  die  Verfügung  des  BFM  vom  6. 
Juni  2008  aufhob  und  das  BFM  anwies,  dem  Beschwerdeführer  das 
rechtliche  Gehör  zu  gewähren,  gegebenenfalls  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt ergänzend vollständig festzustellen und in der Sache neu zu 
entscheiden,

II.

dass das BFM den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Juni 2009 
zur  Beantwortung  eines  individuellen  Fragenkatalogs  bis  zum  30.  Juli 
2009 aufforderte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  27.  Juli  2009 
(Eingangsstempel  der  Botschaft:  29.  Juli  2009)  seine  entsprechenden 
Ausführungen  zu  den  Akten  reichte  und  am  26.  Dezember  2009  eine 
Adressänderung mitteilte,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  vorbrachte,  seine  Familie  sowie  diejenige  seiner  Frau 
hätten  seit  den  1980er­Jahren  unter  der  gewaltsamen  Situation  in  Sri 
Lanka  gelitten  und  verschiedentlich  den  Wohnort  wechseln  müssen, 
Familienangehörige  seien  verletzt  worden,  ein  jüngerer  Bruder  seiner 
Frau  sei  1990  von  den  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE) 
zwangsrekrutiert  worden  und  zudem  sei  auch  die  wirtschaftliche  Lage 
prekär gewesen,

E­5460/2010

Seite 3

dass  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  Familie  bis  zum  Ende  des 
Waffenstillstands (2002)  in Colombo gelebt habe, diese Stadt aber habe 
verlassen müssen und daraufhin nach B._______ gezogen sei,

dass  er  das  Opfer  erpresserischer  Drohungen  gewesen  und  von  den 
LTTE unter Druck gesetzt worden sei,  für sie zu arbeiten, da er als  (...) 
über besonders wertvolle Kenntnisse verfügt habe,

dass  er  Verfolgungshandlungen  durch  die  LTTE,  paramilitärische 
tamilische Gruppen sowie staatliche Sicherheitskräfte befürchte, 

dass  er  sich  durch  die  herrschende  Lage  und  die  eingeschränkte 
Bewegungsfreiheit  sehr  unsicher  fühle,  über  kein  festes  Einkommen 
verfüge  und  in  prekären  finanziellen  sowie  psychischen  Verhältnissen 
lebe,

dass  sich  verschiedene  Familienangehörige  in  Camps  für  landesintern 
Vertriebene  (Internally Displaced Person,  IDP)  aufhalten würden  und  er 
nach  Besuchen  jeweils  von  den  Sicherheitskräften  kontrolliert,  befragt 
und eingeschüchtert worden sei,

dass er zum Beleg seiner Vorbringen mehrere Dokumente zu den Akten 
reichte,

dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. März 2010 
mitteilte, der Sachverhalt werde aufgrund der gesamten Akten als erstellt 
erachtet, weshalb sich eine Befragung durch die Botschaft erübrige,

dass beabsichtigt sei, das Asylgesuch abzuweisen und die Einreise in die 
Schweiz nicht zu bewilligen, wozu der Beschwerdeführer sich innert einer 
Frist von 30 Tagen äussern könne,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  25.  April  2010  Stellung 
bezog,  und  dabei  unter  anderem  vorbrachte,  die  Umstände,  die  er  in 
seinen  Eingaben  vom  1.  Juni  2007  sowie  vom  27.  Juli  2009  angeführt 
habe,  seien  nach  wie  vor  aktuell  und  im  Übrigen  in  keiner  Weise 
konstruiert,

dass  seine  Familie  und  er  in  den  letzten  sieben  Jahren  einem 
unerträglichen Druck und Stress unterworfen gewesen seien,

E­5460/2010

Seite 4

dass das BFM mit Verfügung vom 25. Mai 2010 erneut die Einreise des 
Beschwerdeführers in die Schweiz und sein Asylgesuch ablehnte und zur 
Begründung im Wesentlichen anführte, aufgrund der Akten sei nicht von 
einer  flüchtlingsrechtlich  relevanten Gefährdung  des Beschwerdeführers 
in seinem Heimatland auszugehen,

dass mit  Eingabe  vom  22.  Mai  2010  –  die  sich mit  der  angefochtenen 
Verfügung  vom  25.  Mai  2010  auf  dem  Postweg  kreuzte  –  ein  offenbar 
inzwischen bestellter Anwalt des Beschwerdeführers sinngemäss dessen 
Asylgesuch wiederholte und zur Bestätigung  respektive als Beweismittel 
ein  Schreiben  eines  Parlamentsabgeordneten  vom  10. Mai  2010  sowie 
einen Zeitungsartikel mit Übersetzung aus "C._______ Daily News" vom 
(...) 2010 nachreichte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  5.  Juli  2010 
(Eingangsstempel:  30.  Juli  2010)  auch  gegen  diesen  Entscheid 
Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  erhob  und  sinngemäss 
beantragt,  der  Entscheid  des  BFM  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihm  die 
Einreise in die Schweiz im Hinblick auf die Gewährung des Asyls oder zur 
weiteren Abklärung des Sachverhalts zu bewilligen,

dass  er  sich  dabei  auf  seine  in  erster  Instanz  eingereichten  Eingaben 
bezieht  und  in  Kopie  erneut  vorerwähnte Schreiben  eines Anwalts  vom 
22. Mai  2010  eines  Parlamentsabgeordneten  vom  10.  Mai  2010  sowie 
den  Zeitungsartikel  mit  Übersetzung  aus  "C._______  Daily  News"  vom 
(...)  2010  einreichte  sowie  neu  einen  weiteren  Artikel  aus  einer 
unbestimmten  Zeitung  aus  B._______  in  englischer  und  deutscher 
Übersetzung zu den Akten gab,

dass  er  zur  Begründung  im  Wesentlichen  die  im  erstinstanzlichen 
Verfahren aktenkundig gemachten Vorbringen wiederholt und ergänzt,

dass  mit  Zwischenverfügung  vom  24.  August  2010  die  vormals 
zuständige  Instruktionsrichterin  den  Beschwerdeführer  zur 
Beschwerdeverbesserung  (Nachreichung  des  handschriftlich  verfassten 
Teils  der  Beschwerde  in  lesbarer  Form  sowie  Angabe  der 
Verfahrensnummer) innert Frist aufforderte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  22.  September  2010 
(Eingangsstempel:  29.  September  2010)  im  Sinn  einer 
Beschwerdeverbesserung  eine  maschinengeschriebene  Version  der  im 

E­5460/2010

Seite 5

ersten  (mit  Kassationsurteil  vom  9.  Januar  2009  abgeschlossenen) 
Verfahren eingereichten Rechtsschrift zu den Akten gab,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. Mai 2011 bedauert, noch 
keinen  positiven  Entscheid  erhalten  zu  haben,  und  erneut  um  eine 
wohlwollende Beurteilung seiner Beschwerde ersucht,

und das Bundesverwaltungsgericht erwägt,

dass  es  auf  dem Gebiet  des  Asyls  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet, 
ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor 
welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31­33 
des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG, SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  in 
Berücksichtigung  der  nachstehenden Erwägung  einzutreten  ist  (Art. 108 
Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  betreffend  den  genauen  Zeitpunkt  der  Eröffnung  des  zweiten 
vorinstanzlichen  Entscheids  keine  Sicherheit  besteht,  aber  in  einem 
solchen Fall die Beweislast bei den Behörden liegt (vgl.   ANDRÉ MOSER  / 
MICHAEL  BEUSCH /  LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis,  Band  X, 
Basel  2008,  Rz. 3.150,  S.  166  f.)  und  demnach  zugunsten  des 
Beschwerdeführers  von  der  Rechtzeitigkeit  der  Beschwerdeeinreichung 
auszugehen ist,

E­5460/2010

Seite 6

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  das  BFM  gestützt  auf  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
vom  9.  Januar  2009  über  die  Botschaft  in  Colombo  den 
Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  19.  Juni  2009  zur  Beantwortung 
eines  umfassenden  individuellen  Fragenkatalogs  bis  zum  30.  Juli  2009 
einlud  und  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  27.  Juli  2009 
(Eingangsstempel  der  Botschaft:  29.  Juli  2009)  seine  entsprechenden 
Ausführungen  zu  den  Akten  gab,  womit  der  Sachverhalt  –  auch 
angesichts  der  umfangreichen  Eingaben  des  Beschwerdeführers  –  als 
vollständig festgestellt gelten kann,

dass das BFM dem Beschwerdeführer anschliessend mit Verfügung vom 
26.  März  2010  mitteilte,  es  erachte  den  Sachverhalt  aufgrund  der 
gesamten Akten als erstellt, eine Befragung durch die Botschaft erübrige 
sich  aus Sicht  des Bundesamts, welches  beabsichtige,  das Asylgesuch 
abzuweisen  sowie  die  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  zu  bewilligen,  und 
ihm zu diesen Feststellungen das rechtliche Gehör gewährte,

dass  bei  dieser  Sachlage  mit  Bezug  auf  das  zweite,  vom  BFM  wieder 
aufgenommene  Asylverfahren  ein  prozessual  korrekter  Ablauf 
festzustellen  ist und auch der Beschwerdeführer nichts Anderes geltend 
macht,

dass die Schweiz gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG Flüchtlingen grundsätzlich 
Asyl gewährt und eine ausländische Person als Flüchtling anerkannt wird, 
wenn sie  in  ihrem Heimatstaat oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnte, 
wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei als ernsthafte Nachteile 
namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  und 
Massnahmen  gelten,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck 
bewirken,

dass  das  BFM  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen  kann, 
wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 

E­5460/2010

Seite 7

können  oder  wenn  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet 
werden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 [Abs. 2] AsylG),

dass  das  Bundesamt  gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  Asylsuchenden  die 
Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes  bewilligt,  wenn  ihnen  nicht 
zugemutet werden  kann,  im Wohnsitz­  oder Aufenthaltsstaat  zu  bleiben 
oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen,  und  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3 
AsylG  das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD) 
schweizerische  Vertretungen  ermächtigen  kann,  Asylsuchenden,  die 
glaubhaft  machen,  dass  eine  unmittelbare  Gefahr  für  Leib  und  Leben 
oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG besteht, 
die Einreise zu bewilligen,

dass  bei  diesem  Entscheid  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung 
restriktive  Voraussetzungen  gelten,  wobei  den  Behörden  ein  weiter 
Ermessensspielraum zukommt und neben der erforderlichen Gefährdung 
im Sinn von Art. 3 AsylG namentlich die Art der persönlichen Beziehung 
zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die  Qualität  allfälliger  persönlicher  Beziehungen  zu  anderen 
Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  einer 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­ 
und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  sind  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e­g S. 131 ff.; die dort 
beschriebene Praxis hat angesichts der bloss  redaktionellen Anpassung 
des Gesetzestexts  anlässlich  bei  der  letzten  Totalrevision  nach wie  vor 
Gültigkeit),

dass zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer schutzbedürftig im Sinn von 
Art. 3 AsylG ist,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  sich  in  Würdigung  der  Akten  der 
Auffassung der Vorinstanz anschliesst, die vom Beschwerdeführer bisher 
angeblich  erlittenen  Nachteile  hätten  nicht  eine  Intensität  erreicht,  die 
eine  akute  Schutzbedürftigkeit  im  Sinn  von  Art.  3  AsylG  begründen 
würden,

dass der Beschwerdeführer den überzeugenden Ausführungen des BFM 
in  seiner  Beschwerde  vom  25.  April  2010  offensichtlich  nichts 
Stichhaltiges entgegenzuhalten vermag, 

E­5460/2010

Seite 8

dass  er  zu  seiner  Beschwerde  auch  die  Rechtsmitteleingabe  (in  Kopie 
sowie  als  Beschwerdeverbesserung  eine  mit  Computer  geschriebene 
Version)  aus  dem  ersten  (mit  Kassationsurteil  vom  9.  Januar  2009 
abgeschlossenen)  Verfahren  einreichte  und  dadurch  sinngemäss  auch 
inhaltlich auf diese Ausführungen verweist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Eingabe  unter  anderem  erwähnt,  er 
habe bei den staatlichen Behörden nicht um Schutz nachsuchen können, 
weil  andernfalls  seine  Familienangehörigen  direkten  oder  indirekten 
Reaktionen der LTTE ausgesetzt worden wären (vgl. Eingabe S. 4),

dass ferner seine sowie die Familie seiner Ehefrau in Folge des längsten 
ethnischen  Konflikts  auf  der  Welt  von  ständigen  Ortswechseln  und 
Schwierigkeiten betroffen seien (vgl. Eingabe S. 5),

dass aus diesen knappen und vagen Vorbringen  indessen nicht konkret 
gefolgert werden kann, der Beschwerdeführer sei einer in ihrer Intensität 
asyl­  und  einreiserelevanten  Verfolgungssituation  ausgesetzt  gewesen 
und wäre dies heute noch,

dass  im  Übrigen  dem  teilweise  etwas  wirr  erscheinenden  Text  keine 
Angaben  zu  entnehmen  sind,  welche  direkt  die  Person  des 
Beschwerdeführers  beträfen,  sondern  darin  sonst  im  Wesentlichen 
verschiedene  Schwierigkeiten  eines  Bruders  sowie  weiterer  Personen 
und auch anderweitige Vorkommnisse erwähnt werden,

dass  den  als  Beweismitteln  eingereichten  Unterlagen  (die 
Unterstützungsschreiben  eines  Anwalts  vom  22.  Mai  2010  und  eines 
Parlamentsabgeordneten  vom  10.  Mai  2010,  ein  Zeitungsartikel  mit 
Übersetzung aus "C._______ Daily News" vom (...) 2010 sowie ein Artikel 
aus  einer  unbestimmten  Zeitung)  ebenfalls  keine  asyl­  und 
einreiserelevante Gefährdung des Beschwerdeführers zu entnehmen ist,

dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Umstände auch vor 
dem Hintergrund der damaligen Situation in Sri Lanka nach dem Sieg der 
sri­lankischen Armee über die LTTE im Mai 2009 zu beurteilen sind und 
die  vom  Beschwerdeführer  erwähnten  wiederholten  Befragungen  und 
Kontrollen  nach  Besuchen  in  IDP­Camps  vorab  im  Rahmen  der 
Terrorabwehr  (Ermittlung  von  LTTE­Angehörigen  und  ­Unterstützenden) 
und  nicht  aus  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Motiven  erfolgt  zu  sein 
scheinen,

E­5460/2010

Seite 9

dass  sich  zudem  jeweils  offensichtlich  keine  konkreten 
Verdachtsmomente  gegen  den  Beschwerdeführer  ergeben  haben, 
andernfalls  er mit  Sicherheit  verhaftet  und  strafrechtlich  verfolgt worden 
wäre, 

dass  in  Anbetracht  der  aktuellen  Verhältnisse  im  Heimatland  nicht  von 
einem  realen  Verfolgungsinteresse  seitens  der  sri­lankischen  Behörden 
auszugehen  ist,  zumal  der  Beschwerdeführer  kein  spezifisches 
Risikoprofil  aufweist,  das  ihn  aktuell  aus  objektiver  Sicht  als  gefährdet 
erscheinen liesse,

dass  ausserdem  die  übrigen  vom  Beschwerdeführer  beschriebenen 
Schwierigkeiten,  wie  Drohungen  und  Erpressungsversuche  seitens 
Dritter,  keine  flüchtlingsrelevante  Intensität  erreichten  respektive 
erreichen,  und  er  gegen  diese Behelligungen  auch  den Schutz  des  sri­
lankischen Staates in Anspruch nehmen könnte,

dass die befürchteten Behelligungen seitens der LTTE jedenfalls seit der 
vollständigen Zerschlagung dieser Organisation im Jahr 2009 nicht mehr 
begründet sein können,

dass  schliesslich  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten 
wirtschaftlichen Probleme weder als asyl­ noch einreiserelevant erachtet 
werden können,

dass unter Würdigung der gesamten Akten nicht davon auszugehen  ist, 
der  Beschwerdeführer  habe  in  absehbarer  Zukunft  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  ernsthafte  Nachteile  im  Sinn  von  Art.  3  AsylG  zu 
befürchten, und es ihm somit nicht gelungen ist, eine Schutzbedürftigkeit 
im Sinn von Art. 20 AsylG darzutun,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Übrigen  auch  in  keiner  Weise  eine 
persönliche Beziehung zur Schweiz geltend gemacht hat,

dass  das  BFM  das  Gesuch  um  Einreise  und  Asylgewährung  damit  zu 
Recht abgelehnt hat,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder 
unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

E­5460/2010

Seite 10

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  wären  (Art.  63  Abs.  1  VwVG),  aus 
verwaltungsökonomischen Gründen vorliegend jedoch in Anwendung von 
Art.  63  Abs.  1  letzter  Satz  VwVG  und  Art.  6  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]  auf  die Erhebung von 
Verfahrenskosten zu verzichten ist.

E­5460/2010

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizer Botschaft  in 
Colombo und das BFM.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

Versand: