# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29a16bfe-4cbf-5b96-9b61-d2bf9c4b9bb4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.07.2023 A-4501/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4501-2022_2023-07-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4501/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richter Pierre-Emmanuel Ruedin, Richter Keita Mutombo, 

Gerichtsschreiberin Katharina Meienberg. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch  

lic. iur. Markus Heer, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Grundlagen, Sektion Recht,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Entzug Lohnbrennereikonzession. 

 

 

 

A-4501/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ verfügt über die Brennereianlage Nr. (…) mit drei Brenne-

reien und seit dem 1. Januar 1964 über die Konzession Nr. (…) für eine 

Lohnbrennerei, ausgestellt durch die ehemalige Eidgenössische Alkohol-

verwaltung (nachfolgend: EAV; vgl. Akten des Bundesamts für Zoll und 

Grenzsicherheit [nachfolgend: act.] 1). Die letztmalig erteilte Konzession 

für eine Lohnbrennerei datiert vom 3. März 2006, mit automatischer Ver-

längerung um fünf Jahre, sofern die Bewilligungsvoraussetzungen erfüllt 

sind (act. 2).  

A.b Im Zeitraum von 2008 bis 2015 führte die EAV diverse Kontrollen bei 

A._______ durch, wobei in 8 von 14 Fällen eine oder mehrere Beanstan-

dungen festgehalten wurden (act. 8-23).  

A.c Die EAV wurde per 1. Januar 2018 in die Eidgenössischen Zollverwal-

tung (nachfolgend: EZV) integriert. Bei einer Betriebsprüfung vom 9. März 

2018 stellte die EZV diverse formelle und materielle Verstösse fest 

(act. 25f). Aufgrund dieser Beanstandungen erliess die EZV am 1. Juni 

2018 einen Strafbescheid im abgekürzten Verfahren (act. 25u). Die EZV 

forderte mit Schreiben vom 2. Juli 2018 aufgrund des festgestellten Sach-

verhalts Alkoholsteuern bei A._______ nach (act. 25w). Teilweise waren 

Steuerforderungen aber bereits verjährt (act. 25f, S. 5). 

A.d Die EZV führte am 27. Oktober 2020 eine erneute Betriebsprüfung 

durch, anlässlich welcher wiederum diverse Mängel festgestellt wurden 

(act. 27y und 27s). Mit Datum vom 16. November 2020 erliess die EZV ei-

nen weiteren Strafbescheid gegen A._______ im abgekürzten Verfahren. 

A.e Am 17. Dezember 2020 teilte die EZV A._______ mit, dass sie auf-

grund der mehrfachen Verstösse beabsichtige, ihm die Lohnbrennereikon-

zession zu entziehen und gewährte ihm das rechtliche Gehör (act. 28). In-

nert Frist beantragte A._______ sinngemäss, ihm sei die Konzession nicht 

zu entziehen. Er erklärte, er werde sich in Zukunft an die Vorschriften hal-

ten (act. 29). 

A.f Am 5. Februar 2021 entzog die EZV A._______ die Lohnbrennereikon-

zession und verfügte, die Brennapparate Nr. (…) nach Eintritt der Rechts-

kraft zu plombieren (act. 30).  

B.  

A-4501/2022 

Seite 3 

B.a Gegen diese Verfügung erhob A._______ am 3. März 2021 Einspra-

che bei der EZV (act. 31). Nach erfolgter Akteneinsicht reichte A._______ 

am 12. April 2021 eine ergänzte Einsprachebegründung nach. Insgesamt 

brachte er zusammengefasst vor, er sei seit mehr als 60 Jahren erfolgreich 

als Brenner tätig und habe sich ausser den beschriebenen Verfehlungen 

noch nie etwas zu Schulden kommen lassen. Es handle sich denn auch 

nur um wenige Beanstandungen im administrativen Bereich der Deklarati-

onspflicht, welche materiell unbedeutend seien. Der Zweck der Alkoholge-

setzgebung sei nicht gefährdet und das Pflichtenheft sei nicht verletzt. Er 

verfüge über einen tadellosen Leumund und habe erklärt, sich künftig an 

alle Vorschriften zu halten, weshalb der Entzug der Konzession als willkür-

lich zu qualifizieren sei.  

B.b Die EZV wurde per 1. Januar 2022 in Bundesamt für Zoll und Grenz-

sicherheit (nachfolgend: BAZG oder Vorinstanz) umbenannt. Das BAZG 

wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 8. September 2022 ab. 

Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, es obliege dem Lohnbren-

ner seine Tätigkeit exakt zu deklarieren. Aufgrund der Selbstdeklaration 

würden die Spirituosensteuern erhoben, sodass Steuerhinterziehung vor-

liege, wenn Erklärungen nicht bzw. nicht korrekt eingereicht würden. Die 

Pflichtverletzungen an sich seien nicht bestritten, es handle sich dabei nicht 

um tolerierbare Nachlässigkeiten. 

C.  

C.a Am 5. Oktober 2022 erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rer) Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht und beantragt, der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 8. September 2022 sei vollum-

fänglich aufzuheben, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung im 

Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen und ihm (dem 

Beschwerdeführer) sei die Lohnbrennereikonzession zu belassen bzw. zu 

erneuern, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Er argumentiert, vor 

dem Hintergrund, dass er einen wesentlichen Teil seines Lebensunterhalts 

mit dem Betrieb der Brennerei bestreite, sei der Entzug der Konzession 

unverhältnismässig, insbesondere auch, da die Beanstandungen nur den 

administrativen Bereich der Brennerei beträfen. Es hätten zunächst mil-

dere Massnahmen angeordnet werden und der Entzug hätte vorgängig an-

gedroht werden müssen. Es liege eine ungebührliche Härte vor. Im Übrigen 

stellt der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Beschwerde ein Aktenein-

sichtsgesuch und beantragt sinngemäss bereits die Ansetzung eines zwei-

ten Schriftenwechsels. 

A-4501/2022 

Seite 4 

C.b Mit Vernehmlassung vom 5. Dezember 2022 beantragt die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Es handle sich nicht um 

Bagatellfälle. Das geltende Selbstdeklarationsprinzip stelle hohe Anforde-

rungen an die Lohnbrenner. Der Beschwerdeführer habe wiederholt und 

schwerwiegend gegen das Alkoholgesetz verstossen. Der Entzug der Kon-

zession liege im öffentlichen Interesse. 

C.c Mit Replik vom 28. Februar 2023 hält der Beschwerdeführer, nach Ge-

währung der beantragten Akteneinsicht, an seinen Anträgen fest und 

macht ergänzende Ausführungen. Er habe weder Spirituosen illegal herge-

stellt, noch schwer oder wiederholt gegen das Alkoholgesetz verstossen. 

Die Voraussetzungen für den Entzug der Konzession seien nicht gegeben.  

C.d Mit Duplik vom 7. März 2023 nimmt die Vorinstanz nochmals Stellung 

und hält am Antrag auf Abweisung fest.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die Akten wird – soweit und 

sofern erforderlich – im Rahmen der folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Der an-

gefochtene Einspracheentscheid vom 8. September 2022 stellt eine solche 

Verfügung dar. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor und die 

Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG. Demnach ist 

das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der Beschwerde zustän-

dig. Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

– nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwer-

deführung legitimiert. Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereicht wurde (Art. 20 i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 

VwVG), ist auf diese einzutreten. 

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Seite 5 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einsprache-

entscheid in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann ne-

ben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrich-

tigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 

Bst. c VwVG). 

1.4 Nach der Rechtsprechung kann das Beweisverfahren geschlossen 

werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweisanträge eine nicht er-

hebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, etwa weil 

ihnen die Beweiseignung abgeht oder umgekehrt die betreffende Tatsache 

aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist und angenommen werden 

kann, dass die Durchführung des Beweises im Ergebnis nichts ändern wird 

(«antizipierte Beweiswürdigung»; statt vieler: BGE 141 I 60 E. 3.3 und 
131 I 153 E. 3; Urteile des BVGer A-714/2018 vom 23. Januar 2019 E. 2.3, 

A-477/2018 vom 11. September 2018 E. 1.7.3 und A-1746/2016 vom 

17. Januar 2017 E. 1.5.5). 

1.5 Die Herstellung, Reinigung, Einfuhr, Aus- und Durchfuhr, der Verkauf 

und die fiskalische Belastung gebrannter Wasser ist den Vorschriften des 

Bundesgesetzes über die gebrannten Wasser vom 21. Juni 1932 (AlkG, 

SR 680) unterstellt (Art. 1 AlkG), wobei der Bundesrat gestützt auf Art. 70 

Abs. 1 und 78 AlkG die Alkoholverordnung vom 15. September 2017 [AlkV, 

SR 680.11] bzw. die Alkoholverordnung vom 12. Mai 1999 [aAlkV, AS 1999 

1731] erlassen hat. Die AlkV ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten; zuvor 

galt die aAlkV. Der zu beurteilende Sachverhalt erstreckt sich über die 

Jahre 2008-2020. Vorliegend stützt die Vorinstanz den Entzug der Bren-

nereikonzession aber auf den Sachverhalt der Jahre 2018-2020. Vorlie-

gend kommt somit die AlkV zur Anwendung. 

2.  

2.1 Gemäss der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ist die Gesetzgebung über Herstel-

lung, Einfuhr, Reinigung und Verkauf gebrannter Wasser Sache des Bun-

des (Art. 105 BV). Der hauptsächliche Zweck der Alkoholordnung liegt im 

Schutz der öffentlichen Gesundheit (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer 

A-2514/2021 vom 2. Februar 2022 E. 3.1, A-477/2018 vom 11. September 

2018 E. 2.1 und A-5752/2015 vom 15. Juni 2016 E. 2.1.1; ebenso bereits 

in der Botschaft zum Entwurf eines Alkoholgesetz vom 1. Juni 1931 [nach-

folgend: Botschaft zum AlkG 1931], BBl 1931 I 697, 700 f., die von der 

«Verminderung des Branntweinverbrauches» spricht; MARC D. VEIT ET AL., 

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Seite 6 

in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische 

Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, Art. 105 Rz. 2 und 4). 

2.2 Nach Art. 3 Abs. 1 AlkG steht das Recht zur Herstellung und zur Reini-

gung gebrannter Wasser ausschliesslich dem Bund zu (sog. Alkoholmono-

pol). Die Ausübung dieses Rechts wird allerdings genossenschaftlichen 

und anderen privatwirtschaftlichen Unternehmungen durch Brennereikon-

zessionen übertragen (Art. 3 Abs. 2 AlkG). 

2.3 Seinen gesundheitspolitischen Auftrag erfüllt der Bund insbesondere 

durch Reduktion der Nachfrage nach gebrannten Wassern mittels fiskali-

scher Belastung (vgl. Art. 131 Abs. 1 Bst. b BV). Gleichzeitig reguliert er 

über das Alkoholmonopol das Angebot (vgl. Urteile des BVGer 

A-4911/2021 vom 1. März 2022 E. 3.2, A-2514/2021 vom 2. Februar 2022 

E. 3.3 und A-477/2018 vom 11. September 2018 E. 2.3; VEIT ET AL., a.a.O., 

Art. 105 Rz. 5). Das System der Konzessionierung erlaubt zum einen eine 

Herabsetzung der Zahl der aktiven Brennereien und zum anderen eine 

bessere Qualitätskontrolle ihrer Erzeugnisse. Diese Wirkungen wurden be-

reits anlässlich der Schaffung des Alkoholgesetzes als Hauptziele genannt 

(Botschaft zum AlkG 1931, S. 701). Sodann bedingt die Durchsetzung des 

Systems der Konzessionierung eine effiziente Missbrauchsbekämpfung. 

Um eine solche zu gewährleisten, stehen die konzessionspflichtigen Bren-

nereien unter der Kontrolle des BAZG (Art. 7 Abs. 1 AlkG; zum Ganzen: 

Urteile des BVGer A-4911/2021 vom 1. März 2022 E. 4.2 und A-2514/2021 

vom 2. Februar 2022 E. 3.3, je mit weiterem Hinweis). 

2.4 Das geltende Alkoholgesetz unterscheidet grundsätzlich zwischen 

«Gewerbebrennereien» (Art. 4 ff. AlkG) und «Hausbrennereien» (Art. 14 ff. 

AlkG). Die «Lohnbrennereien» (Art. 13 AlkG) stellen eine Art der Gewerbe-

brennerei dar, für die es eine Konzession benötigt. In der jeweiligen Kon-

zession werden insbesondere die erlaubten Brennereirohstoffe, die Grösse 

und die Leistung der Brennerei sowie allfällige Bedingungen und Auflagen 

festgelegt (Art. 3 Abs. 2 AlkV; vgl. zum Ganzen auch: Urteil des BVGer 

A-2514/2021 vom 2. Februar 2022 E. 3.4). «Brennaufträge» werden in 

Art. 19 AlkG sowie Art. 7 AlkV geregelt (Urteil des BVGer A-4911/2021 vom 

1. März 2022 E. 5.1 mit Hinweis). 

2.4.1 Konzessionen zum Betrieb einer Lohnbrennerei werden gemäss 

Art. 13 Abs. 1 AlkG für fahrbare Brennereien, und nur soweit diese nicht 

ausreichen oder wo örtliche oder bereits bestehende sonstige Verhältnisse 

es rechtfertigen, auch für feststehende Brennereien erteilt. 

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Seite 7 

Lohnbrennereien dürfen, soweit sie nicht eine weitere Konzession gemäss 

Art. 4 AlkG besitzen, nicht auf eigene Rechnung, sondern nur kraft Bren-

nauftrags brennen. Ausserdem dürfen sie für ihre Auftraggeber nur die in 

Art. 14 AlkG genannten Rohstoffe verarbeiten (Art. 13 Abs. 2 AlkG). Das 

Brennerzeugnis ist dem Auftraggeber auszuhändigen (Art. 13 Abs. 3 AlkG; 

zum Ganzen: Urteile des BVGer A-4911/2021 vom 1. März 2022 E. 5.2 und 

A-335/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 3.2.2). Die sich aus der Konzession 

ergebenden Pflichten des Lohnbrenners bzw. der Lohnbrennerin sind über-

dies im Pflichtenheft festgehalten. 

2.4.2 Laut Art. 6 Abs. 3 AlkG kann das BAZG nach Anhörung des 

Konzessionsinhabers einen Entzug der Brennereikonzession anordnen, 

wenn die Konzessionsbedingungen nicht eingehalten werden oder eine 

Voraussetzung der Konzessionserteilung wegfällt. Insbesondere, wenn 

eine Person bereits wegen schwerer oder wiederholter Widerhandlung 

gegen das Alkohol- oder das Lebensmittelrecht oder gegen entsprechende 

ausländische Vorschriften bestraft worden ist, kann ihr die Konzession 

verweigert oder entzogen werden (Art. 4 Abs. 2 AlkV). Art. 6 der 

Konzessionsbedingungen des Beschwerdeführers vom 3. März 2006 

(act. 2; nachfolgend Konzessionsbedingungen des Beschwerdeführers) 

konkretisiert diese Vorschriften und listet vier Tatbestände auf, die zum 

Entzug der Konzession führen können: a) wenn die Konzessions-

bedingungen, die Vorschriften des Pflichtenheftes oder die Weisungen der 

EAV (recte: des BAZG) wiederholt nicht eingehalten werden; b) wenn der 

Inhaber bzw. die Inhaberin oder deren Organe, Familienangehörige oder 

Angestellte wegen schwerer Widerhandlungen oder wegen wiederholten 

Widerhandlungen in den letzten fünf Jahren gegen die Alkohol- oder 

Lebensmittelgesetzgebung oder gegen entsprechende ausländische 

Vorschriften bestraft worden sind; c) bei mangelhaftem Zustand der 

Brennereieinrichtungen oder mangelhafter Betriebsführung, sofern der 

Mangel trotz Mahnung innert der gesetzten Frist nicht behoben wird; d) bei 

Wegfall der Voraussetzungen der Konzessionserteilung.  

2.5 Nach Art. 23 Abs. 2 AlkG ist jeder Steuerpflichtige gehalten, die Auf-

zeichnungen zu machen, die Formulare auszufüllen und die Anzeigen zu 

erstatten, die zur Veranlagung erforderlich sind. Darüber hinaus können die 

zuständigen Organe jederzeit und ohne Voranmeldung Kontrollen durch-

führen (Art. 23 Abs. 3 erster Satz AlkG). Gemäss Ziff. 3.1.2 und Ziff. 3.2 

des Pflichtenhefts des Beschwerdeführers für Lohnbrennerinnen und 

Lohnbrenner, die ihre Deklarationen schriftlich oder mit der Software 

LB-Win erstellen, vom August 2019 (act. 6, nachfolgend: Pflichtenheft LB), 

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Seite 8 

bedarf es bei Entgegennahme der Rohstoffe und für die Ausführung eines 

Brennauftrages einer Erklärung. Ohne Vorliegen einer solchen Erklärung 

dürfen keine Rohstoffe von Dritten gelagert oder Brennaufträge ausgeführt 

werden. Die Brenner müssen unabhängig davon, ob sie für Dritte (Lohn-

brand) oder für sich selber (Eigenbrand) tätig sind, den Grundsatz der 

Selbstdeklaration anwenden (Ziff. 3.4 Pflichtenheft LB). Für die korrekte 

Angabe von Menge und Alkoholgehalt der hergestellten Spirituosen sind 

die Brenner selber verantwortlich. Sobald die Rohstoffe gebrannt sind, 

muss der Kunde oder die Kundin benachrichtigt und die vollständig ausge-

füllte Erklärung durch den Lohnbrenner innert 30 Tagen an die zuständige 

Behörde weitergeleitet werden (Ziff. 3.4.4 Pflichtenheft LB).  

2.6 Das Gebot der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV; vgl. auch Art. 36 

Abs. 3 BV) verlangt, dass die vom Gesetzgeber oder von der Behörde ge-

wählten Massnahmen für das Erreichen des gesetzten Zieles geeignet, 

notwendig und für die betroffene Person zumutbar sind. Der angestrebte 

Zweck muss in einem vernünftigen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln 

bzw. zu den zu seiner Verfolgung notwendigen Beschränkungen stehen. 

Die staatliche Massnahme darf in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und per-

soneller Hinsicht nicht einschneidender sein als erforderlich und hat zu un-

terbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für den 

angestrebten Erfolg ausreichen würde (vgl. BGE 128 II 292 E. 5.1 mit Hin-

weisen).  

3.  

Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob die Vorinstanz dem Beschwerdefüh-

rer zu Recht die Lohnbrennereikonzession entzogen hat. Dafür wird zu-

nächst geprüft, ob die Voraussetzungen zum Entzug der Konzession erfüllt 

sind (E. 3.1) und sodann, ob der Entzug der Konzession im vorliegenden 

Fall auch verhältnismässig ist (E. 3.2). 

3.1  

3.1.1 Der Beschwerdeführer trägt in Bezug auf die Voraussetzungen zum 

Entzug der Konzession vor, es handle sich nur um wenige Beanstandun-

gen im administrativen Bereich der Deklarationspflicht, welche materiell 

unbedeutend seien. Der Beschwerdeführer habe die neuen elektronischen 

Deklarationsvorschriften aufgrund fehlender EDV-Anlagen nicht einhalten 

können, sodass er die Deklaration physisch vorgenommen habe, was von 

der Vorinstanz toleriert worden sei. Der Zweck der Alkoholgesetzgebung 

sei nicht gefährdet und das Pflichtenheft sei nicht verletzt. Er habe weder 

Spirituosen illegal hergestellt noch schwer oder wiederholt gegen das 

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Seite 9 

Alkoholgesetz verstossen. Die Voraussetzungen für den Entzug der Kon-

zession seien daher nicht gegeben.  

3.1.2 Die Vorinstanz vertritt die Auffassung, dass es sich um wesentliche 

Verstösse gehandelt habe, die einen Entzug der Brennereikonzession 

ohne Weiteres rechtfertigen. Es liege eine Gefährdung der Steuersicher-

heit vor und es seien wegen der Widerhandlungen zwei Strafbescheide 

gegen den Beschwerdeführer erlassen worden. 

3.1.3 Als Gründe für den Entzug der Lohnbrennereikonzession kommen 

vorliegend wiederholte Verletzungen von Vorschriften des Pflichtenhefts 

(Art. 6 Abs. 3 AlkG i.V.m. Art. 6 Bst. a der Konzessionsbedingungen des 

Beschwerdeführers) und wiederholte Widerhandlungen gegen die Alkohol-

gesetzgebung in den letzten fünf Jahren (Art. 4 Abs. 2 AlkV und Art. 6 

Bst. b der Konzessionsbedingungen des Beschwerdeführers) in Betracht 

(vgl. E. 2.4.2 vorstehend).  

3.1.3.1 Es ist durch die Akten erstellt und unbestritten, dass der Beschwer-

deführer wiederholt die erforderlichen Beschriftungen nicht korrekt vorge-

nommen hat, sodass die Rohstoffbehälter sowie die Endprodukte nicht je-

derzeit hinreichend identifizier- bzw. zuordbar waren, respektive die erfor-

derlichen Angaben betreffend Rohstoff und Alkoholgehalt fehlten (act. 25; 

25f; 25i; 27o; 27s). Der Beschwerdeführer trägt zwar vor, die erforderlichen 

Angaben hätten jederzeit mündlich gemacht werden können, er bestreitet 

jedoch nicht, dass entsprechende Beschriftungen wiederholt fehlten. Damit 

sind Verstösse gegen Ziff. 3.2 und Ziff. 3.4.4 des Pflichtenhefts LB ausge-

wiesen (vgl. E. 2.5 vorstehend). Diese Verstösse wurden auch wiederholt 

festgestellt, sowohl unter der Zuständigkeit der EAV im Zeitraum zwischen 

2008 und 2015 als auch durch die Vorinstanz bei den Kontrollen vom 

9. März 2018 und vom 27. Oktober 2020. Damit liegen Verstösse gegen 

Vorschriften des Pflichtenhefts (Art. 6 Bst. a der Konzessionsbedingungen 

des Beschwerdeführers) vor. 

3.1.3.2 Neben diesen Verletzungen gegen Vorschriften des Pflichtenhefts 

liegen aber auch wiederholte Widerhandlungen gegen die Alkoholgesetz-

gebung vor. Da der Beschwerdeführer wiederholt Erklärungen abgab, auf 

welchen fälschlicher Weise das Feld «eigene Rohstoffe» angekreuzt war, 

wurden steuerliche Begünstigungen zu Unrecht gewährt (act. 25m). Zu-

dem brannte der Beschwerdeführer bewusst wahrheitswidrig auf den Na-

men seines Sohnes oder seines Bruders, um die Schwelle der Jahrespro-

duktion für Gewerbeproduzenten von 200 Litern nicht zu erreichen (act. 25i 

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Seite 10 

und 25m). Auch dadurch wurden steuerliche Vorteile zu Unrecht gewährt. 

Diese Sachverhalte stellen Widerhandlungen gegen das Alkoholgesetz, 

namentlich eine Hinterziehung von Abgaben gemäss Art. 54 AlkG, dar. Auf-

grund dieses Sachverhalts wurde gegen den Beschwerdeführer am 1. Juni 

2018 ein erster Strafbescheid erlassen (act. 25u). Da anlässlich der Kon-

trolle vom 27. Oktober 2020 erneut unrichtige bzw. unvollständige Erklä-

rungen vorgefunden wurden, erliess die Vorinstanz am 16. November 2020 

einen weiteren Strafbefehl gegen den Beschwerdeführer wegen Gefähr-

dung der Hoheitsrechte (Art. 53 AlkG; act. 27v). Mit den beiden Strafbe-

scheiden im abgekürzten Verfahren, welche der Beschwerdeführer jeweils 

unterzeichnete und damit anerkannte, sind wiederholte Widerhandlungen 

gegen die Alkoholgesetzgebung erstellt. Diese erfolgten auch innerhalb 

von fünf Jahren (2018 und 2020), sodass die Voraussetzung für den Ent-

zug der Konzession gemäss Art. 6 Bst. b der Konzessionsbedingungen 

des Beschwerdeführers erfüllt ist (vgl. E. 2.4.2 vorstehend).  

3.1.3.3 Damit sind die Ausführungen des Beschwerdeführers, der behaup-

tet, der Zweck der Alkoholgesetzgebung sei nicht gefährdet und das Pflich-

tenheft sei nicht verletzt, widerlegt. Es liegen vielmehr wiederholte und teils 

schwerwiegende Verstösse gegen das Alkoholgesetz vor. Insbesondere 

die bewusste Umgehung der Schwellenwerte für Gewerbeproduzenten zur 

Erschleichung von steuerlichen Begünstigungen und die wahrheitswidrige 

Angabe, dass eigene Rohstoffe verwendet würden, stellen gravierende 

Verstösse dar, die zu Nachforderungen von Alkoholsteuern geführt haben. 

Das Argument des Beschwerdeführers, es habe sich um ein Missverständ-

nis gehandelt und er habe über den Obstnutzen des Landwirtschaftsbetrie-

bes seines Sohnes auch nach der Übergabe des Betriebes verfügen dür-

fen, wurde aktenmässig nicht belegt und stellt eine reine Schutzbehaup-

tung dar. Diese ist denn auch durch die Protokolle der Vorinstanz widerlegt, 

in welchen der Beschwerdeführer den Sachverhalt eingestand und auch 

der Sohn des Beschwerdeführers die gemachten Aussagen bestätigte 

(act. 25i, S. 5). Selbst wenn diese Behauptung zutreffen würde, änderte 

sich nichts am Ergebnis des Vorliegens wiederholter Verstösse gegen die 

Alkoholgesetzgebung, wurden doch nicht nur bei eigenen Erklärungen fal-

sche Angaben gemacht, sondern auch Kundenerklärungen mit falschen 

Angaben ungeprüft weitergeleitet und auch der eingestandene Umge-

hungssachverhalt bliebe bestehen. Unerheblich ist letztlich auch, dass der 

Beschwerdeführer die Deklarationen schriftlich und nicht elektronisch vor-

nahm. Gemäss Art. 2 Bst. b AlkV ist auch eine schriftliche Übermittlung der 

Aufzeichnungen und Meldungen, die zur Veranlagung erforderlich sind, zu-

lässig. Der Beschwerdeführer kann folglich nichts zu seinen Gunsten 

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Seite 11 

ableiten, wenn er vorträgt, er habe über keine EDV-Anlagen für die Dekla-

ration verfügt.  

3.1.4 Bei diesem Ergebnis kann die Frage offenbleiben, ob auch der Ent-

zugsgrund gemäss Art. 6 Bst. c der Konzessionsbedingungen des Be-

schwerdeführers (mangelhafter Zustand der Brennereieinrichtungen oder 

mangelhafte Betriebsführung) gegeben wäre (vgl. Prüfbericht vom 4. Juli 

2018 [act. 25f, S. 4]).  

3.1.5 Der Sachverhalt ist durch die Akten nachgewiesen. Es liegen Prüfbe-

richte, Feststellungsprotokolle und Strafbescheide vor, welche oftmals 

auch vom Beschwerdeführer unterzeichnet sind (act. 25u; 27s; 27v). Vor 

diesem Hintergrund sind keine weiteren Abklärungen nötig, sodass auf die 

beantragte Befragung des Beschwerdeführers und seiner Frau sowie auf 

die offerierte Einholung eines Gutachtens, Vornahme eines Augenscheins 

und Einholung schriftlicher Auskünfte in antizipierter Beweiswürdigung ver-

zichtet werden kann (vgl. Ziff. 1.4 vorstehend).  

3.1.6 Der Beschwerdeführer hat mehrfach gegen die mit der Konzession 

verbundenen Bedingungen und Auflagen und gegen die Alkoholgesetzge-

bung verstossen. Die Voraussetzungen für den Entzug der Konzession ge-

mäss Art. 6 Abs. 3 AlkG, Art. 4 Abs. 2 AlkV und Art. 6 Bst. a und b der Kon-

zessionsbedingungen des Beschwerdeführers sind erfüllt. 

3.2  Zu prüfen bleibt, ob der Entzug der Brennereikonzession im konkreten 

Einzelfall auch verhältnismässig ist. 

 

3.2.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass der Ent-

zug der Lohnbrennereikonzession nicht verhältnismässig sei. Er sei seit 

mehr als 60 Jahren erfolgreich als Brenner tätig und habe sich ausser den 

beschriebenen Verfehlungen noch nie etwas zu Schulden kommen lassen. 

Er verfüge über einen tadellosen Leumund und habe erklärt, sich künftig 

an alle Vorschriften zu halten, weshalb der Entzug der Konzession als will-

kürlich zu qualifizieren sei. Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass 

er einen wesentlichen Teil seines Lebensunterhalts mit dem Betrieb der 

Brennerei bestreite, sei der Entzug der Konzession unverhältnismässig 

und verhindere die freie Berufsausübung, was gegen Art. 27 BV verstosse. 

Dies gelte umso mehr, als die Beanstandungen nur den administrativen 

Bereich der Brennerei beträfen. Es hätten zunächst mildere Massnahmen 

angeordnet und der Entzug vorgängig angedroht werden müssen. Es liege 

eine ungebührliche Härte vor. Die Vorinstanz stelle die Verstösse in den 

A-4501/2022 

Seite 12 

Vordergrund, würdige dabei aber die Kontrollen ohne Beanstandungen zu 

wenig, sodass das Ermessen nicht korrekt ausgeübt werde.  

3.2.2 Die Vorinstanz ist anderer Meinung und führt aus, der Entzug der 

Konzession liege im öffentlichen Interesse. Die finanzielle Situation des Be-

schwerdeführers könne für die rechtliche Beurteilung nicht berücksichtigt 

werden, da das öffentliche Interesse am Entzug der Konzession überwiege 

und ansonsten eine Ungleichbehandlung mit anderen Konzessionären ent-

stünde.  

3.2.3 Werden – wie vorliegend – die Konzessionsbedingungen nicht ein-

gehalten (E. 3.1 ff.), kann die Vorinstanz die Konzession gemäss Gesetz 

nach Anhörung des Inhabers entziehen (E. 2.4.2). Durch die Formulierung 

«kann» wird der Vorinstanz ein gewisser Ermessensspielraum eingeräumt. 

Die sorgfältige und umfassende Abwägung und Bewertung der im Konflikt 

stehenden Interessen ist dabei nach pflichtgemässem Ermessen, allenfalls 

nach Rücksprache mit Dritten und unter Berücksichtigung des Verhältnis-

mässigkeitsprinzips vorzunehmen (vgl. E. 2.6 vorstehend).  

3.2.3.1 Zunächst ist der Vorinstanz zu widersprechen, wenn sie argumen-

tiert, die finanzielle Situation des Beschwerdeführers könne bei der rechtli-

chen Beurteilung nicht berücksichtigt werden, da ansonsten eine Ungleich-

behandlung mit anderen Konzessionären vorläge. Es ist gerade Sinn und 

Zweck der Verhältnismässigkeitsprüfung zu kontrollieren, ob die Auswir-

kungen der Rechtsanwendung im konkreten Fall zu einer unzumutbaren 

Härte führen würden. Dabei ist selbstredend auch die finanzielle Bedeu-

tung des Konzessionsentzugs ein Aspekt, den es zu würdigen gilt. Käme 

man zum Schluss, dass die privaten Interessen die öffentlichen Interessen 

überwögen, so läge auch keine unzulässige Ungleichbehandlung vor, da 

gerade ein Differenzierungskriterium vorläge und die Ungleichbehandlung 

somit gerechtfertigt wäre (RAINER J. SCHWEIZER, in: Ehrenzeller/Schind-

ler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], a.a.O., Art. 8 Rz. 21; vgl. auch BGE 132 II 

485 E. 8.6).  

3.2.3.2 Der Entzug der Konzession dient dem Ziel der Durchsetzung der 

Alkoholgesetzgebung und ist grundsätzlich geeignet, dieses Ziel zu errei-

chen. Eine Verwarnung wäre zwar ein milderes Mittel, dieses wäre aber 

nicht gleichermassen geeignet, um das angestrebte Ziel zu erreichen und 

ist im Übrigen auch keine notwendige Voraussetzung bei den vorliegenden 

Tatbeständen (vgl. Art. 6 Bst. a und b der Konzessionsbedingungen des 

Beschwerdeführers). Dies im Gegensatz zum Sachverhalt der 

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Seite 13 

mangelhaften Betriebsführung, bei welcher für einen Entzug der Konzes-

sion zuvor zwingend eine Mahnung erfolgen muss (Art. 6 Bst. c der Kon-

zessionsbedingungen des Beschwerdeführers). Dem Beschwerdeführer 

waren die Anforderungen und Bedingungen der Konzession bekannt oder 

sie hätten ihm für die sorgfältige Ausübung seiner Tätigkeit zumindest be-

kannt sein müssen. In Art. 6 der Konzessionsbedingungen des Beschwer-

deführers sind die Voraussetzungen für den Entzug der Konzession klar 

definiert. Diese sind Bestandteil der Konzession und dieser direkt angefügt. 

Vorliegend wäre eine Verwarnung nach Erlass des ersten Strafbescheids 

zwar durchaus sinnvoll gewesen, um dem Beschwerdeführer bewusst zu 

machen, dass jede weitere Verfehlung zum Entzug der Brennereikonzes-

sion führen könnte. Das Fehlen einer Verwarnung führt jedoch entgegen 

den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht zur Unverhältnismässig-

keit des Entzugs. Auch hätte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer keinen 

«Brenncoach» zur Seite stellen müssen. Eine solche Massnahme ist im 

Alkoholgesetz bzw. in der Alkoholverordnung nicht vorgesehen und wurde 

vom Beschwerdeführer bis zur Beschwerde vor dem Bundesverwaltungs-

gericht auch nie thematisiert. Der Beschwerdeführer trägt als Konzessionär 

die Verantwortung für die ordnungsgemässe Durchführung der Brennvor-

gänge inklusive aller administrativer Belange. Es wäre in seiner Pflicht ge-

standen, falls notwendig Hilfspersonen beizuziehen oder an Schulungen 

teilzunehmen, um einen ordnungsgemässen Betrieb sicherzustellen. Da-

mit erweist sich der Entzug der Konzession als geeignet und erforderlich; 

mildere, ebenso geeignete Mittel sind nicht ersichtlich.  

3.2.3.3 Letztlich ist die Angemessenheit, also die Verhältnismässigkeit im 

engeren Sinne zu prüfen. Dabei ist eine Interessenabwägung der betroffe-

nen Belange vorzunehmen. Vorliegend stehen sich das öffentliche Inte-

resse des Schutzes der öffentlichen Gesundheit inklusive der Teilgehalte 

der Reduktion der Nachfrage sowie der Qualitäts- und Missbrauchskon-

trolle (E. 2.3 vorstehend) und das private, in erster Linie finanzielle Inte-

resse des Beschwerdeführers gegenüber. Der Beschwerdeführer trägt vor, 

der Entzug führe zu einer unzumutbaren Härte und betreffe seine finanzi-

elle Existenz, da er einen wesentlichen Teil seines Lebensunterhalts mit 

der Brennerei bestreite. Dazu ist auszuführen, dass der Beschwerdeführer 

immer darauf achtete, nur im Umfang eines Kleinproduzenten mit einer 

Jahresproduktion von weniger als 200 Litern reinen Alkohols tätig zu sein, 

sodass nicht von einer Haupterwerbstätigkeit auszugehen ist. Dies macht 

der Beschwerdeführer denn auch nicht geltend, redet er doch von einem 

Umsatz von rund Fr. 12'000.- pro Jahr. Bei diesem Umfang ist von einem 

Neben- oder Zuerwerb auszugehen, was zu einer weniger starken 

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Seite 14 

Gewichtung im Rahmen der Abwägung führt. Die Haupteinnahmequelle 

des Beschwerdeführers ist seine AHV-Rente. Ihm steht es sodann jederzeit 

frei, Ergänzungsleistungen zur AHV-Rente zu beantragen, wenn seine 

Rente allein nicht ausreicht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Es 

ist daher nicht ersichtlich, dass der Entzug der Konzession für den Be-

schwerdeführer eine unzumutbare wirtschaftliche Härte bedeuten würde. 

Auch das Argument, der Entzug widerspreche seinem verfassungsmässi-

gen Anspruch auf freie Berufsausübung, verfängt nicht. Der Anspruch auf 

freie Berufswahl und -ausübung befreit – sofern sich der Beschwerdeführer 

im konzessionierten Monopolbereich darauf überhaupt berufen kann – 

nicht von der Verpflichtung zu einer sorgfältigen und gesetzeskonformen 

Ausübung des Berufs (vgl. BGE 132 II 485 E. 8.5). Dies gilt umso mehr als 

ein Konzessionär eine Aufgabe des Bundes ausführt und anstelle des Bun-

des handelt, womit höhere Anforderungen an die ordnungsgemässe Aus-

führung bestehen, wie die Vorinstanz zutreffend ausführt.  

Auf der anderen Seite ist das öffentliche Interesse zu würdigen, welchem 

mit dem Schutz der öffentlichen Gesundheit ein gewichtiger Stellenwert zu-

kommt. Neben diesem Schutzgut ist auch das fiskalische Interesse an der 

korrekten Besteuerung zu nennen, welches durch die Nachbesteuerung 

und die Verjährung einiger Steuerforderungen vorliegend ebenfalls tangiert 

ist. In Anbetracht der Tatsache, dass der Strafbescheid aus dem Jahr 2018 

nicht ausreichte, um den Beschwerdeführer Anlass zu geben, sein Verhal-

ten zu ändern und bereits zwei Jahre später ein neuer Strafbescheid aus-

gestellt wurde, lassen weitere Verletzungen möglich, wenn nicht gar wahr-

scheinlich erscheinen. Dabei dürfen auch die Verstösse während des Zeit-

raums 2008 bis 2015 gewürdigt werden, wenn auch mit weniger Gewicht, 

da diese Verstösse lange zurückliegen und unter die Zuständigkeit der EAV 

fielen. Der Vorinstanz kann diesbezüglich jedoch nicht vorgeworfen wer-

den, sie habe den Kontrollen ohne Beanstandung zu wenig Gewicht bei-

gemessen. Dass der Beschwerdeführer grundsätzlich verstanden hat, was 

von ihm verlangt wird und auch in der Lage war, dies entsprechend umzu-

setzen, ergibt sich aus dem Protokoll der Nachkontrolle vom 4. April 2018 

(act. 25i), bei welcher festgestellt wurde, dass fast alle anlässlich der Kon-

trolle vom 9. März 2018 festgestellten Mängel (insbesondere betreffend die 

korrekten Beschriftungen und Erklärungen) behoben wurden. Dennoch 

wurden bereits zwei Jahre später bei der Kontrolle vom 27. Oktober 2020 

wieder ähnliche Missstände vorgefunden. Unter Würdigung all dessen 

überwiegen die öffentlichen Interessen am Entzug der Brennereikonzes-

sion das private Interesse des Beschwerdeführers an der Fortsetzung sei-

ner Tätigkeit. Folglich ist das Verhältnismässigkeitsprinzip gewahrt, der 

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Seite 15 

Entzug der Konzession erweist sich als rechtmässig und es liegt kein 

Verstoss gegen das Willkürverbot nach Art. 9 BV vor.   

3.2.4 Auch betreffend die Tatsachen und Vorbringen in Bezug auf die Ver-

hältnismässigkeitsprüfung ist der Sachverhalt vorliegend zur Genüge 

nachgewiesen und es sind von einer Partei- oder Zeugenbefragung oder 

anderen Beweisabnahmen keine neuen sachdienlichen Erkenntnisse zu 

erwarten, weshalb auf diese in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten 

ist (vgl. E. 1.4 vorstehend). 

3.2.5 Das rechtliche Gehör wurde vor Erlass der Verfügung gewährt 

(act. 28) und der Beschwerdeführer hatte Gelegenheit sich zu äussern 

(act. 29). Allerdings vermag die Erklärung des Beschwerdeführers vom 

9. Januar 2021, er werde sich künftig an alle Vorschriften halten (act. 29), 

nichts an der Rechtmässigkeit des Entzugs der Konzession zu ändern. Da-

mit ist auch die Voraussetzung der vorgängigen Anhörung gemäss Art. 6 

Abs. 3 AlkG erfüllt.  

3.2.6 Die durch die Vorinstanz ergriffenen Massnahmen entsprechen dem 

Gesetz. Sie mögen unter den gegebenen Umständen zwar hart erschei-

nen, der Beschwerdeführer hat allerdings über Jahre hinweg seine Pflich-

ten als Konzessionär mehrfach und in gravierender Weise verletzt. Mit 

Blick auf die Erhebungssicherheit, auf die Ziele der Alkoholgesetzgebung, 

wozu der Schutz der öffentlichen Gesundheit als zentrales Element zählt, 

und zur Prävention weiterer Verstösse ist eine strikte Anwendung des Ge-

setzes erforderlich und im konkreten Fall auch nicht unverhältnismässig. 

3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen zum 

Entzug der Konzession gegeben sind und sich dieser unter Berücksichti-

gung der konkreten Situation auch als verhältnismässig erweist. Die Be-

schwerde ist folglich vollumfänglich abzuweisen.  

4.  

4.1 Ausgangsgemäss hat der unterliegende Beschwerdeführer die Verfah-

renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.– fest-

zulegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in glei-

cher Höhe ist zur Bezahlung dieser Kosten zu verwenden. 

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Seite 16 

4.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 

VGKE).  

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Katharina Meienberg 

  

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Seite 17 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

 

  

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Seite 18 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)