# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8d6fc40-a655-5558-bf23-2adef053bee9
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-04-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.04.2017 BB.2016.370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2016-370_2017-04-04.pdf

## Full Text

Beschluss vom 4. April 2017 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Roy Garré und Cornelia Cova 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A., Rechtsanwalt,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

OBERGERICHT DES KANTONS AARGAU, Straf-

gericht, 1. Kammer,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

(Art. 135 Abs. 3 StPO) 

 
 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2016.370 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- Rechtsanwalt A. im Strafverfahren gegen B. als amtlicher Verteidiger bestellt 

wurde; 

 

- das Bezirksgericht Zofingen mit Urteil vom 8. Juli 2015 die Entschädigung 

des amtlichen Verteidigers für das erstinstanzliche Verfahren auf 

Fr. 23‘410.85 festsetzte (vgl. Akten BB.2016.93, act. 1.1, S. 6); 

 

- die 1. Kammer des Strafgerichts am Obergericht des Kantons Aargau (nach-

folgend «Obergericht») mit Urteil vom 17. März 2016 (Akten BB.2016.93, 

act. 1.1) die Entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren auf 

Fr. 13‘500.– herabsetzte (Ziff. 8b des Dispositivs) und dem amtlichen Vertei-

diger für das Berufungsverfahren eine Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 2‘200.– gewährte (Ziff. 10 des Dispositivs); 

 

- die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts die von A. hiergegen erho-

bene Beschwerde mit Beschluss BB.2016.93 vom 8. September 2016 gut-

hiess, Ziff. 8b und 10 des Dispositivs des angefochtenen Urteils aufhob und 

zu neuer Entscheidung an das Obergericht zurückwies (act. 1.4);  

 

- das Obergericht mit Urteil vom 22. September 2016 die Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren auf Fr. 13‘500.– 

und für das Berufungsverfahren auf Fr. 2‘200.– festlegte (act. 1.1); 

 

- A. hiergegen am 3. November 2016 bei der Beschwerdekammer erneut Be-

schwerde erhob, mit welcher er die Bestätigung der erstinstanzlich zugespro-

chenen Entschädigung und die Ausrichtung einer Entschädigung für das Be-

rufungsverfahren in der Höhe von Fr. 15‘013.10 beantragt (act. 1). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- sie zuständig ist zur Beurteilung der Beschwerde gegen das Urteil des kan-

tonalen Berufungsgerichts, mit welchem die Entschädigung der amtlichen 

Verteidigung sowohl für das erstinstanzliche wie auch für das zweitinstanzli-

che Verfahren festgesetzt wird, wenn ausschliesslich diese beiden Punkte 

angefochten werden (BGE 141 IV 187 E. 1.2; 140 IV 213 E. 1.6 S. 216 mit 

Hinweis); 

 

- 3 - 

 

 

- die vorliegende Beschwerde angesichts des strittigen, Fr. 5‘000.– überstei-

genden Betrags in Dreierbesetzung zu behandeln ist (Art. 38 StBOG; 

Art. 395 lit. b StPO e contrario); 

 

- die Beschwerde innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen ist 

(Art. 396 Abs. 1 StPO); 

 

- im Falle eines Urteils die Beschwerdefrist mit der Eröffnung des schriftlich 

begründeten Entscheides beginnt (BGE 6B_654/2016 vom 16. Dezem-

ber 2016, E. 3.4.4); 

 

- das vorliegend angefochtene Urteil dem Beschwerdeführer am 4. Okto-

ber 2016 in schriftlich begründeter Form eröffnet worden ist (act. 1, Ziff. I.3; 

act. 1.1, 4); 

 

- die Beschwerdefrist nach Art. 396 Abs. 1 StPO demnach am 14. Okto-

ber 2016 abgelaufen ist; 

 

- sich die am 3. November 2016 erhobene Beschwerde als verspätet erweist; 

 

- der Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Urteils zwar kein Hinweis auf 

die Beschwerdefrist entnommen werden kann; 

 

- der Beschwerdeführer aus dieser unvollständigen Rechtsmittelbelehrung je-

doch nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, da er als Rechtsanwalt mittels 

systematischer Lektüre des Gesetzes die Rechtsmittelfrist selber hätte er-

mitteln können (vgl. BGE 141 III 270 E. 3.3 für den Fall einer fehlerhaften 

Rechtsmittelbelehrung); 

 

- auf die Beschwerde nach dem Gesagten nicht einzutreten ist; 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO); 

 

- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 200.– festzusetzen ist (Art. 73 StBOG 

i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundes-

strafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]); 

 

 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 4. April 2017 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt A. 

- Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.