# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1fe42726-3daf-54a3-a3da-cacb6d1c423c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-17
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 17.11.2023 SK 2023 401
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-401_2023-11-17.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Beschluss
SK 23 401

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 17. November 2023 

Besetzung Oberrichterin Schwendener (Präsidentin)
Oberrichter Wuillemin, Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte B.________
v.d. Rechtsanwalt C.________

Verurteilter/Gesuchsteller

gegen

 

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gesuchsgegnerin

Gegenstand Revisionsgesuch vom 23. August 2023 betr. Urteil der 2. Straf-
kammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2019 
(SK 18 205)

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Mit Urteil vom 19. Juni 2019 (SK 18 205) erklärte die 2. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern B.________ (nachfolgend Gesuchsteller) der qualifizierten 
bandenmässig begangenen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
begangen durch Transport und Verarbeitung von mindestens 6’945 Kilogramm 
Hanfblüten von Anfang Oktober 2005 bis am 3. November 2005, für schuldig. Sie 
verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten und zur Tragung von Ver-
fahrenskosten (Akten SK 18 205, pag. 1760 ff.). Eine Beschwerde gegen dieses 
Urteil wies das Bundesgericht am 4. Februar 2020 ab, soweit es darauf eintrat (Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_960/2019 vom 4. Februar 2020; Akten SK 18 205, 
pag. 1856 ff.). Das Urteil vom 19. Juni 2019 gegen den Gesuchsteller erwuchs in 
Rechtskraft.

2. Am 20. April 2020 beantragte der anwaltlich vertretene Gesuchsteller beim Oberge-
richt des Kantons Bern die Revision des obgenannten Urteils. Dieses Gesuch wies 
die 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern mit Beschluss vom 4. Juni 
2022 ab (Akten SK 20 177, pag. 93 ff.). Auf eine gegen diesen Beschluss erhobene 
Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 27. Juli 2020 nicht ein (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_833/2020 vom 27. Juli 2020; Akten SK 20 177, pag. 139 ff.).

3. Am 23. August 2023 reichte der Gesuchsteller, neu vertreten durch Rechtsanwalt 
C.________, erneut ein Gesuch um Revision des Urteils vom 19. Juni 2019 ein und 
beantragte Folgendes (Akten SK 23 401, pag. 1 ff.; Hervorhebungen im Original):

1. D.________ sei im Rahmen der Vorprüfung des vorliegenden Revisionsgesuchs parteiöffentlich 
durch das Berufungsgericht einzuvernehmen;

2. Eventualiter zu Ziff. 1 sei D.________ im Rahmen der Vorprüfung des vorliegenden Revisions-
gesuchs im Auftrag des Berufungsgerichts parteiöffentlich durch die Kantonspolizei Bern einzu-
vernehmen;

3. Auf das vorliegende Revisionsgesuch sei einzutreten und das Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Bern vom 19. Juni 2019 sei aufzuheben;

4. Die vorliegende Angelegenheit sei zur Durchführung einer ergänzenden Untersuchung an die 
Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland zurückzuweisen;

5. Eventualiter zu Ziff. 4 sei die vorliegende Angelegenheit zur Durchführung einer erneuten erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung samt parteiöffentlicher Einvernahme von D.________ zurückzu-
weisen;

6. Subeventualiter zu Ziff. 4 sei eine mündliche Berufungsverhandlung samt parteiöffentlicher Ein-
vernahme von D.________ durchzuführen;

7. Die gesamten Verfahrenskosten des ursprünglichen erst- und oberinstanzlichen Verfahrens so-
wie des vorliegenden Revisionsverfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und 
B.________ seien die Verteidigungskosten des ursprünglichen erst- und oberinstanzlichen Ver-
fahrens sowie des vorliegenden Revisionsverfahrens zu ersetzen;

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8. Der unterzeichnete Rechtsanwalt sei Herr B.________ für das Revisionsverfahren als amtlicher 
Verteidiger beizuordnen;

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. 7.7% MWST im
erst- und oberinstanzlichen Verfahren sowie im Revisionsverfahren

4. Mit Verfügung vom 31. August 2023 bestätigte die 1. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern den Erhalt des Revisionsgesuchs des Gesuchstellers samt 
Beilagen und stellte den Beizug der amtlichen Akten des Hauptverfahrens SK 18 
205, der Akten des Revisionsverfahren SK 20 177 sowie die vorläufige Prüfung des 
Gesuchs gemäss Art. 412 StPO in Aussicht (Akten SK 23 401, pag. 35 ff.). 

II. Formelles

5. Wer durch ein rechtskräftiges Strafurteil oder einen Strafbefehl beschwert ist, kann 
nach Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO die Revision verlangen, wenn neue, vor dem Ent-
scheid eingetretene Tatsachen oder neue Beweismittel vorliegen, die geeignet 
sind, einen Freispruch oder eine wesentlich mildere Bestrafung der verurteilten 
Person herbeizuführen. Unter Tatsachen sind Umstände zu verstehen, die im 
Rahmen des dem Urteil zugrundeliegenden Sachverhalts von Bedeutung sind. Mit 
Beweismitteln wird der Nachweis von Tatsachen erbracht (BGE 137 IV 59 
E. 5.1.1).

Revisionsrechtlich neu sind Tatsachen, wenn sie zum Zeitpunkt des früheren Ur-
teils zwar bereits bestanden haben, die Strafbehörde im Zeitpunkt der Urteilsfällung 
aber keine Kenntnis von ihnen hatte, sie ihr mithin nicht in irgendeiner Form zur 
Beurteilung vorlagen (BGE 137 IV 59 E. 5.1.2; 130 IV 72 E. 1; Urteil des Bundesge-
richts 6B_562/2020 vom 23. Juni 2020 E. 2.4). Neue Tatsachen sind erheblich, 
wenn sie geeignet sind, die tatsächlichen Grundlagen des zu revidierenden Urteils 
so zu erschüttern, dass aufgrund des veränderten Sachverhalts ein wesentlich mil-
deres Urteil möglich ist (BGE 137 IV 59 E. 5.1.4; 130 IV 72 E. 1; Urteil des Bun-
desgerichts 6B_833/2020 vom 27. Juli 2020 E. 1.1). Möglich ist eine Änderung des 
früheren Urteils aber nur dann, wenn sie sicher, höchstwahrscheinlich oder wahr-
scheinlich ist (BGE 120 IV 246 E. 2b; 116 IV 353 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 
6B_14/2020 vom 20. April 2020 E. 3.3.1). Das Rechtsmittel der Revision steht nicht 
zur Verfügung, um rechtskräftige Entscheide jederzeit infrage zu stellen oder frühe-
re prozessuale Versäumnisse zu beheben (BGE 130 IV 72 E. 2.2).

Das Revisionsverfahren gliedert sich grundsätzlich in eine Vorprüfung (Art. 412 
Abs. 1 und 2 StPO) und eine nachfolgende materielle Prüfung der geltend gemach-
ten Revisionsgründe (Art. 412 Abs. 3 und 4 sowie Art. 413 StPO). Gemäss Art. 412 
Abs. 2 StPO tritt das Gericht auf das Revisionsgesuch nicht ein, wenn es offen-
sichtlich unzulässig oder unbegründet ist oder es mit den gleichen Vorbringen 
schon früher gestellt und abgelehnt wurde. Bei dieser vorläufigen und summari-
schen Prüfung sind grundsätzlich die formellen Voraussetzungen zu klären. Das 
Gericht kann auf ein Revisionsgesuch aber auch nicht eintreten, wenn die geltend 
gemachten Revisionsgründe offensichtlich unwahrscheinlich oder unbegründet sind 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_14/2020 vom 20. April 2020 E. 3.3.2; 6B_966/2017 

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vom 14. Dezember 2017 E. 1.1; 6B_616/2016 vom 27. Februar 2017 E. 3.5, nicht 
publ. in: BGE 143 IV 122; vgl. zu allem Urteil des Bundesgerichts 6B_442/2021 
vom 30. September 2021 E. 3.1 f.).

6. Die Vorprüfung des Revisionsgesuchs erfolgt in einem schriftlichen Verfahren 
(Art. 412 Abs. 1 StPO). Bereits deshalb, aber auch im Lichte der nachfolgenden 
Ausführungen, ist der Antrag des Gesuchstellers auf parteiöffentliche Einvernahme 
von D.________ im Rahmen der Vorprüfung gemäss Rechtsbegehren Ziff. 1 und 2 
abzuweisen.

7. In seinem (ersten) Revisionsgesuch vom 20. April 2020 (SK 20 177) machte der 
Gesuchsteller neue Tatsachen bzw. Beweismittel geltend und führte dazu aus, ein 
gewisser D.________ sei ihm über den Weg gelaufen und könne bezeugen, dass 
er, der Gesuchsteller, am Transport von Hanf und dergleichen im Oktober 2005 
nicht beteiligt gewesen sei, sondern dass Herstellung, Verarbeitung und die ge-
samte Organisation von E.________ und F.________ alleine ausgegangen seien. 
Dies sei D.________ nicht nur von den beiden Herren bestätigt worden, sondern 
dieser habe es auch mit eigenen Augen gesehen. D.________ könne zudem be-
zeugen, dass A.________ zum Nachteil von ihm, dem Gesuchsteller, auf das 
Strafverfahren eingewirkt habe. D.________ und er, der Gesuchsteller, hätten sich 
vorher nicht gekannt und seien sich erst Anfang des Jahres 2020 über den Weg 
gelaufen. Das vorbestehende Wissen des Zeugen habe bis anhin nicht ins Straf-
verfahren eingebracht werden können und die Faktenlage gemäss den Aussagen 
von D.________ sei geeignet, zu einem wesentlich günstigeren Urteil für den Ge-
suchsteller zu führen (Akten SK 20 177, pag. 97 mit Verweis auf pag. 5 ff.). Die 
1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern erachtete den geltend ge-
machten Revisionsgrund von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO als nicht gegeben und wies 
das Gesuch in der Folge ab (Akten SK 20 177, pag. 101).

8. Im vorliegend zu beurteilenden Revisionsgesuch vom 23. August 2023 beruft sich 
der Gesuchsteller erneut auf den Revisionsgrund gemäss Art. 410 Abs. 1 lit. a 
StPO. Im Wesentlichen macht er geltend, er habe D.________ über gemeinsame 
Freunde kennengelernt. Vor rund zweieinhalb Monaten sei einer dieser gemeinsa-
men Freunde an ihn, den Gesuchsteller, herangetreten und habe ihm mitgeteilt, 
dass er Kenntnis davon habe, wer die vorliegend fragliche Tat begangen habe bzw. 
wer für den Transport und die Verarbeitung des Hanfs in G.________ im Jahre 
2005 tatsächlich verantwortlich gewesen sei. D.________ habe am 11. Juli 2022 
schriftlich eine Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland be-
treffend die fragliche Tat deponiert. Am 24. November 2022 habe er zudem ein 
weiteres Schreiben an die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland gerichtet und 
sich nach der Bearbeitung seiner Selbstanzeige erkundigt, da er nichts gehört ha-
be. In der Selbstanzeige führe D.________ sinngemäss aus, dass er im Jahr 2005 
resp. im Oktober 2005/anfangs November 2005 in G.________ zusammen mit ei-
nem gewissen «H.________» aus I.________ Hanf transportiert und verarbeitet 
habe. Er, D.________, sei hierfür alleine verantwortlich gewesen, er habe sowohl 
den Transport alleine organisiert als auch die Verarbeitung des Hanfs alleine vor-
genommen. Der Gesuchsteller führt weiter aus, es scheine, dass D.________ nicht 

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mehr länger mit der von ihm begangenen Tat umgehen könne. Der Grund für das 
Einreichen der Selbstanzeige rund 16,5 Jahre später scheine darin zu bestehen, 
dass D.________ mittlerweile zu seinen Verfehlungen stehen möchte, damit nicht 
weiter unschuldige Personen strafrechtlich die Verantwortung hierfür übernehmen 
müssten. Mit der Selbstanzeige von D.________ liege ein neues Beweismittel vor, 
welches den Sachverhalt des vorliegenden Falles in ein neues Licht rücken lasse. 
Dieses Beweismittel lege nahe, dass D.________ von Anfang Oktober 2005 bis am 
3. November 2005 in G.________ alleine bzw. zusammen mit einem gewissen 
«H.________» aus I.________ Hanfblüten transportiert und verarbeitet habe, wo-
mit eine Täterschaft von ihm, dem Gesuchsteller, ausgeschlossen erscheine. Das 
neue Beweismittel sei deshalb nicht nur geeignet, die tatsächlichen Feststellungen 
des Obergerichts in seinem Urteil vom 19. Juni 2019 zu erschüttern, sondern auch 
einen Freispruch oder eine wesentlich mildere Bestrafung von ihm, dem Gesuch-
steller, herbeizuführen. Die Selbstanzeige sei deshalb als ein neues und erhebli-
ches Beweismittel zu bezeichnen. Ihm, dem Gesuchsteller, sei es zudem im ur-
sprünglichen Straf- bzw. Gerichtsverfahren nicht möglich gewesen, D.________ als 
tatsächlichen Täter benennen zu können. Er habe erst vor rund zweieinhalb Mona-
ten Kenntnis von der Selbstanzeige bzw. vom Geständnis von D.________ erhal-
ten. Somit sei auch klar, dass die tatsächliche rechtliche Unmöglichkeit der Ein-
bringung in das Verfahren gegeben sei (Akten SK 23 401, pag. 7 ff.).

9. Wie unter Ziff. 5 hiervor bereits ausgeführt, tritt das Berufungsgericht auf ein Revi-
sionsgesuch nicht ein, wenn dieses offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist 
oder mit den gleichen Vorbringen schon früher gestellt und abgelehnt wurde 
(Art. 412 Abs. 2 StPO). Die erneute Aufrufung der gleichen neuen Tatsache oder 
des gleichen neuen Beweismittels in einem zweiten Wiederaufnahmegesuch ist je-
denfalls dann nicht zulässig, wenn damit der frühere Antrag nur wiederholt wird. 
Dies gilt ungeachtet der Frage, von wem das Novum vorgebracht wird oder wes-
halb es Gegenstand des früheren Revisionsverfahrens war. Anders verhält es sich, 
wenn die Vorbringen der gesuchstellenden Person im früheren Revisionsverfahren 
unberücksichtigt blieben bzw. als nicht relevant erachtet wurden. Die Sperre der 
bereits einmal geltend gemachten Revisionsgründe spielt somit einzig dann, wenn 
deren materielle Prüfung schon einmal erfolgt ist (MARIANNE HEER/JAQUELINE CO-
VACI, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N 8 zu 
Art. 412). Das Berufungsgericht kann ferner auf das Revisionsgesuch nicht eintre-
ten, wenn die geltend gemachten Revisionsgründe offensichtlich unwahrscheinlich 
oder unbegründet sind (HEER/COVACI, a.a.O., N 9a zu Art. 412).

Der Gesuchsteller machte mit Revisionsgesuch vom 20. April 2020 bereits einmal 
geltend, D.________ könne bezeugen, dass er, der Gesuchsteller, am Transport 
von Hanf und dergleichen im Oktober 2005 nicht beteiligt gewesen sei. Gemäss 
damaliger Begründung soll die Herstellung, Verarbeitung und Organisation von 
E.________ und F.________ alleine ausgegangen sein (Akten SK 20 177, pag. 5). 
Das vorliegende Revisionsgesuch vom 23. August 2023 begründet der Gesuchstel-
ler wiederum mit einer Aussage von D.________, wobei er diesmal ausführt, 
gemäss Selbstanzeige vom 11. Juli 2022 habe dieser zusammen mit einem 
«H.________» aus I.________ das Hanf transportiert und verarbeitet bzw. sei al-
leine dafür verantwortlich gewesen und habe sowohl den Transport als auch die 

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Verarbeitung des Hanfs alleine vorgenommen (Akten SK 23 401, pag. 9). Damit 
begründet der Gesuchsteller sein Revisionsgesuch mit dem gleichen Vorbringen, 
welches bereits im Verfahren SK 20 177 erfolglos geltend gemacht wurde, zumal 
es sich beide Male um die gleiche Person handelt, welche die Unschuld des Ge-
suchstellers angeblich bezeugen können soll. Der frühere Antrag wird damit fak-
tisch nur wiederholt, was gemäss Rechtsprechung nicht zulässig ist. Die 1. Straf-
kammer des Obergerichts des Kantons Bern hat sich im Verfahren SK 20 177 so-
dann bereits eingehend damit auseinandergesetzt, ob eine angeblich entlastende 
Aussage von D.________ als neues Beweismittel eine erhebliche Tatsache im re-
visionsrechtlichen Sinne darstellt. Sie gelangte damals unter anderem zur Über-
zeugung, die Aussage von D.________ sei inhaltlich nicht geeignet, die Erkennt-
nisse aus der Beweiswürdigung der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons 
Bern im Urteil vom 19. Juni 2019 umzustossen, insbesondere, weil der Gesuchstel-
ler auch durch die glaubhaften und übereinstimmenden Aussagen von J.________ 
und K.________ belastet worden sei. Überdies habe auch A.________ den Ge-
suchsteller als Beteiligten identifiziert und Letzterer sei zudem von der Polizei in ei-
nem Lieferwagen, der gemäss Aussage von J.________ für den Transport von 
Hanf verwendet worden sei und dessen Laderaum stark nach Hanf gerochen habe, 
beobachtet und später auch angehalten worden (Akten SK 20 177, pag. 99 ff.). 
Damit wurde eine einlässliche materielle Prüfung der angeblich neuen Tatsache in 
Form einer entlastenden Aussage von D.________ vorgenommen, aufgrund ande-
rer, den Gesuchsteller belastenden Aussagen und Umstände jedoch als nicht ge-
eignet erachtet, um die Beweisergebnisse des Urteils vom 19. Juni 2019 erschüt-
tern zu können. Gleiches hat auch in Bezug auf die vorliegende Selbstanzeige von 
D.________ zu gelten, zumal diese ebenfalls nichts daran zu ändern vermag, dass 
der Gesuchsteller damals auch von anderen Personen und durch andere Umstän-
de belastet wurde. Hinzu kommt, dass D.________ im ersten Revisionsverfahren 
des Gesuchstellers noch bezeugen können wollte, dass Herstellung, Verarbeitung 
und Organisation von E.________ und F.________ alleine ausgegangen seien, 
während im vorliegenden Revisionsverfahren er [D.________] alleine dafür verant-
wortlich gewesen sein bzw. mit einem gewissen «H.________» aus I.________ 
zusammengearbeitet haben soll. Das Hin und Her des angeblichen Entlastungs-
zeugen trägt nicht zur Glaubhaftigkeit der Entlastungsgründe bei. Damit erweist 
sich das Revisionsgesuch vom 23. August 2023 als offensichtlich unwahrscheinlich 
bzw. unbegründet. 

Auf das Revisionsgesuch vom 23. August 2023 ist gestützt auf diese Ausführungen 
nicht einzutreten.

III. Amtliche Verteidigung

10. Der Gesuchsteller beantragte in seinem Revisionsgesuch vom 23. August 2023 die 
Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Verteidiger. Gestützt auf 
Art. 132 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 130 lit. d StPO führte der Gesuchsteller begründend 
aus, die Generalstaatsanwaltschaft trete im vorliegenden Revisionsverfahren per-
sönlich auf, weshalb ein Fall notwendiger Verteidigung vorliege. Allfällige Aus-

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führungen zur Bedürftigkeit würden sich erübrigen, da diese keine Voraussetzung 
[für eine notwendige Verteidigung] sei (Akten SK 23 401, pag. 15).

11. Die Begründung des Gesuchstellers betreffend notwendige Verteidigung, mithin, 
dass die Generalstaatsanwaltschaft vorliegend persönlich auftrete und damit ein 
Fall einer notwendigen Verteidigung vorliege, greift nicht. Gemäss herrschender 
Lehre sind Verfahren, die an ein rechtskräftiges Urteil anschliessen, insbesondere 
Revisionsverfahren und nachträgliche Widerrufs- und Vollzugsentscheide von Ge-
richts- und Vollzugsbehörden, nicht vom Gesetz bzw. Art. 130 StPO erfasst, sofern 
nicht Spezialbestimmungen des StGB oder der StPO etwas Anderes vorschreiben. 
Nach bisheriger Gerichts- und Verwaltungspraxis ist eine amtliche Verteidigung 
damit nur im Sinne von Art. 132 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 StPO möglich (NIKLAUS 
RUCKSTUHL, Basler Kommentar StPO, N 11 zu Art. 130 mit Verweis auf BGE 117 
Ia 277 E. 5b). 

Eine amtliche Verteidigung ist anzuordnen, wenn die beschuldigte bzw. gesuchstel-
lende Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur 
Wahrung ihrer Interessen geboten ist (Art. 132 Abs. 1 Bst. b StPO). Zur Wahrung 
der Interessen ist die Verteidigung namentlich geboten, wenn es sich nicht um eine 
Bagatelle handelt und sich in rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bieten, denen die 
beschuldigte bzw. gesuchstellende Person allein nicht gewachsen wäre (Art. 132 
Abs. 2 StPO). Rechtliche Schwierigkeiten sind gemäss Lehre und Rechtsprechung 
bei Schwierigkeiten bei der Stellung eines Revisionsgesuchs zu bejahen (RUCK-
STUHL, a.a.O., N 39 zu Art. 132 mit Verweis auf Urteil des Bundesgerichts 
6B_79/2017 vom 22. März 2017 E. 2.2.). Stellt sich die Frage nach einer amtlichen 
Verteidigung im Rahmen eines Revisionsverfahrens, kann die Verfahrensleitung 
auch die Erfolgsaussichten des Wiederaufnahmebegehrens prüfen (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_616/2016 vom 27. Februar 2017 E. 4.3 mit Hinweisen). Das 
Rechtsmittel darf demnach nicht aussichtslos erscheinen (RUCKSTUHL, a.a.O., N 10 
zu Art. 132).

Ob der Gesuchsteller über die erforderlichen Mittel verfügt oder nicht, ist unklar. 
Unter Berücksichtigung der nachfolgenden Ausführungen kann dies jedoch offen-
gelassen werden. Ebenfalls offengelassen werden kann, ob sich für ihn als juristi-
scher Laie Schwierigkeiten beim Stellen des vorliegenden Revisionsgesuchs erga-
ben. Mit Blick auf die Erwägungen gemäss Ziff. 9 hiervor muss das vorliegende 
Revisionsgesuch nämlich als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden, was 
der Rechtsvertretung des Gesuchstellers bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit auch 
bewusst gewesen wäre. Vor Einreichung des Revisionsgesuchs hätte in Erfahrung 
gebracht werden müssen, was in der Sache bisher geschehen ist. Dafür werden 
praxisgemäss die Akten ediert. Mit Verfügung vom 31. August 2023 hatte die Ver-
fahrensleitung den Parteien sodann mitgeteilt, dass von Amtes wegen die Akten 
der Verfahren SK 18 205 (Hauptverfahren) sowie SK 20 177 (erstes Revisionsver-
fahren) beigezogen würden (Akten SK 23 401, pag. 35 ff.). Spätestens dann hätte 
der Rechtsvertreter die Aktenedition beantragen müssen und festgestellt, dass ein 
praktisch identisches Revisionsgesuch bereits einmal gestellt und begründet ab-
gewiesen worden ist. Das Gesuch um Beiordnung einer amtlichen Verteidigung ist 
somit zufolge anfänglicher Aussichtslosigkeit abzuweisen.

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IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Gesuchsteller aufzuerle-
gen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Diese werden bestimmt auf CHF 600.00 (Art. 25 Abs. 1 
lit. a des Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]). Anspruch auf Entschädi-
gung hat der Gesuchsteller nicht.

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Die 1. Strafkammer beschliesst:

1. Die Beweisanträge gemäss Ziff. 1 und 2 des Rechtsbegehrens (parteiöffentliche Ein-
vernahme von D.________ im Rahmen der Vorprüfung) werden abgewiesen.

2. Auf das Revisionsgesuch vom 23. August 2023 wird nicht eingetreten.

3. Das Gesuch um Beiordnung einer amtlichen Verteidigung wird abgewiesen.

4. Die Kosten des Revisionsverfahrens, bestimmt auf CHF 600.00, werden dem Ge-
suchsteller zur Bezahlung auferlegt.

5. Zu eröffnen:
- dem Verurteilten/Gesuchsteller, v.d. Rechtsanwalt C.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Bern, 17. November 2023 Im Namen der 1. Strafkammer

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schwendener

Die Gerichtsschreiberin:

Hebeisen

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.