# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44e00499-49ef-518c-9278-52a7311f3dc5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.09.2021 IV 2020/66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-66_2021-09-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/66

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.06.2022

Entscheiddatum: 03.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 03.09.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG; Art. 43 Abs. 2 IVG; Art. 88 a IVV; Art. 
88bis IVV: Auf die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von abgestuft 
100 % bzw. 50 % kann abgestellt werden. Aufgrund seines 
gastroenterologischen Leidens benötigt der Beschwerdeführer vermehrte 
Pausen, die Möglichkeit, die Arbeit kurzfristig zu unterbrechen und 
geeignete sanitäre Installationen. Mit Rücksicht auf das Alter und die 
Adaptionskriterien und die Rechtsprechung ist die Verwertbarkeit der 
50%igen Restarbeitsfähigkeit zu bejahen. Der von der Beschwerdegegnerin 
gewährte Tabellenlohnabzug von 10 % ist angemessen. Die Frist gemäss 
Art. 88a IVV schliesst sich an den Unterbruch der Rentenausrichtung zufolge 
Taggeldbezugs an. Die Beschwerde abzuweisen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. September 2021, IV 
2020/66).

Entscheid vom 3. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Corinne Schamback; Gerichtsschreiberin 

Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2020/66

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Hardy Landolt, Schweizerhofstrasse 14, 

Postfach 1576, 8750 Glarus,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 5. Januar 2015 wegen eines 

Diabetes, Folgen einer Dickdarmentfernung und Augenproblemen bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Er ist ausgebildeter ___ 

und arbeitete bis 2009 bei der B.___ AG im Bereich Logistik (IV-act. 1-4, 3).

A.a. 

Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab am 19. Januar 2015 

unter anderem an, der Versicherte leide unter rezidivierender Diarrhoe und Stuhl­

inkontinenz, einem Diabetes mellitus, einer Pankreasinsuffizienz und einer peripheren 

arteriellen Verschlusskrankheit. Im Februar 2015 sei eine Operation (vollständige 

Dickdarm-Resektion bei Colitis ulcerosa) geplant (IV-act. 8-1 f.). Die IV-Stelle beschied 

dem Versicherten mit Mitteilung vom 23. Januar 2015, aufgrund seines 

Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich (IV-act. 12). In den Arztberichten vom 9. März 2015 (IV-act. 13) und vom 

5. Juni 2015 (IV-act. 16) hielt Dr. C.___ fest, aufgrund der 1999 erstdiagnostizierten 

Colitis ulcerosa sei im Jahr 2010 eine subtotale Cholektomie erfolgt. Am 25. Februar 

2015 sei die laparoskopische Restprotektomie und am 24. April 2015 die 

A.b. 

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Ileostomarückverlagerung vorgenommen worden. Als weitere Diagnose hielt er einen 

chronischen Alkoholkonsum fest, der sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Mit 

Mitteilung vom 16. Juni 2015 wurde das Gesuch hinsichtlich beruflicher Massnahmen 

erneut abgewiesen (IV-act. 21). Ein vom 1. März bis 31. Mai 2016 vorgesehenes 

Einsatzprogramm beim D.___ musste per 31. März 2016 wegen vieler 

krankheitsbedingter Absenzen und bevorstehender Operation (Implantation einer 

Stimulationselektrode; Austrittsbericht Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrin- und 

Transplantationschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 4. Mai 2016, IV-

act. 68-38 f.) vorzeitig abgebrochen werden (Mitteilungen vom 29. Februar 2016, IV-

act. 47, und vom 29. März 2016, IV-act. 51). Bezüglich der peripher arteriellen 

Verschlusskrankheit berichtete das Spital E.___ am 6. Juli 2016 über ein weiterhin 

gutes Ergebnis bei Status nach PTA (perkutane transluminale Angioplastik) und 

Stenting der A. iliaca communis rechts im April 2008 und Status nach Instent-

Rezidivstenosen iliacal rechts im Dezember 2015 (IV-act. 68-30 f.).

Der Versicherte wurde vom 16. März bis 6. November 2017 im Rahmen der 

zugesprochenen Arbeitsvermittlung von einer Coachin beim Bewerben betreut und 

absolvierte vom 21. August 2017 bis 16. Februar 2018 einen Arbeitsversuch bei der 

F.___ AG in einem Pensum von 50 % jeweils nachmittags (Mitteilung Zusprache vom 

29. August 2017, IV-act. 97; Schlussbericht Coaching vom 6. November 2017, IV-

act. 101; Protokoll Eingliederung per 16. Februar 2018, IV-act. 103). Mit Mitteilung vom 

19. Februar 2018 schloss die IV-Stelle die Eingliederung ab, da die Integration in den 

Arbeitsmarkt nicht gelungen sei (IV-act. 105).

A.c. 

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrin- und Transplantationschirurgie des 

KSSG hielt im Arztbericht vom 16. Oktober 2017 fest, beim Versicherten bestehe eine 

Stuhlinkontinenz mit major LARS (low anterior resection syndrome), aktuell 38 von 42 

möglichen Punkten, Wexner Score 14 von 20 möglichen Punkten. Der Verlauf sei 

unverändert schwer (IV-act. 100). Dr. C.___ führte im Verlaufsbericht vom 8. März 2018 

aus, der Gesundheitszustand sei seit Januar 2017 stationär. Eine Tätigkeit im zeitlichen 

Umfang von 50 % wäre möglich, wenn der Versicherte jederzeit die Möglichkeit hätte, 

eine Toilette aufzusuchen (IV-act. 106-2 f.).

A.d. 

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Die RAD-Ärztin Dr. med. G.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nahm 

am 27. März 2018 Stellung. Es sei aufgrund der Krankengeschichte gesichert, dass der 

Versicherte unter einer Stuhlinkontinenz leide. Allerdings seien viele anamnestische 

Angaben sowohl bezüglich der Schwere der Inkontinenz wie auch seines Diabetes-

Managements im Strassenverkehr teilweise widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. 

Nehme man den Bedarf an lnkontinenzartikeln, die Angaben des Hausarztes Dr. C.___ 

und die Beobachtungen im Rahmen des Arbeitsversuchs bei der F.___ AG als 

Grundlage, so bestätige sich die Einschätzung des RAD vom 13. Januar 2017 (IV-

act. 74) bezüglich der Arbeitsfähigkeit (100 % Pensum, 20 % Leistungsminderung; IV-

act. 115). Gegen die nach Vorbescheidverfahren (IV-act. 118; IV-act. 120; IV-act. 123) 

von der IV-Stelle erlassene abweisende Verfügung vom 20. Juli 2018 (IV-act. 126) liess 

der Versicherte mit Beschwerde vom 11. September 2018 geltend machen, die 

attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit sei nicht nachvollziehbar und unverwertbar. 

Eventualiter sei ihm ein Tabellenlohnabzug von mindestens 15 % zu gewähren, womit 

sich ein Invaliditätsgrad von 57,5 % ergebe (IV-act. 129). Nach Intervention des 

Rechtsdienstes (Stellungnahme vom 12. November 2018, IV-act. 141) widerrief die IV-

Stelle am 12. November 2018 die angefochtene Verfügung vom 20. Juli 2018 (IV-

act. 143), und das Versicherungsgericht schrieb das hängige Beschwerdeverfahren mit 

Verfügung vom 27. November 2018 ab (IV-act. 147; Verfahren IV 2018/295).

A.e. 

Die IV-Stelle liess den Versicherten polydisziplinär begutachten, wobei der Auftrag 

auf das Zentrum für medizinische Begutachtung (ZMB) Basel entfiel (Gutachten vom 

28. Mai 2019, IV-act. 163; Dr. med. H.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin; 

Dr. med. I.___, Facharzt für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. 

J.___, Facharzt für Neurologie; Dr. med. K.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie; Untersuchungen vom 22. bis 30. April 2019). Die Gutachter 

diagnostizierten eine Colitis ulcerosa, Erstdiagnose 1999 mit therapierefraktärem 

Verlauf unter konventioneller medikamentöser Therapie, St. n. laparoskopischer 

subtotaler Colektomie und lleorectostomie im November 2010, St. n. Rezidiv-Proctitis 

im Mai 2013 mit erneut therapierefraktärem Verlauf, St. n. Single-Port-laporoskopischer 

Restproktectomie und lleopouch-Anastomose am 5. Februar 2015, lleostoma-

Rückverlagerung im April 2015 und Stuhlinkontinenz bei LARS (low anterior resection 

syndrome), Wexner-Score 14, eine Augenmotilitätsstörung mit Amblyopie links (nach 

A.f. 

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Schieloperation links), sowie psychologische Faktoren bei andernorts klassifizierten 

Krankheiten (lCD-10: F54) als Gesundheitsbeeinträchtigungen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Diabetes mellitus, 

pankreopriv, insulinpflichtig, Erstdiagnose 2013, aktuell ohne klinische Hinweise auf 

eine Polyneuropathie, eine chronische Pankreasinsuffizienz, Erstdiagnose März 2017, 

am ehesten aethyltoxisch-bedingt, eine peripher-arterielle Verschlusskrankheit, 

Stadium I rechts mit St. n. PTA und Stenting der Arterie ilioca communis rechts im April 

2008, Dezember 2015, Dezember 2017 und April 2018 und einen St. n. ASD-

Direktverschluss bei offenem Foramen ovale im Oktober 1999, den Verdacht auf 

alkoholische Steatohepatitis im Oktober 2016, einen Eisenmangel ohne Anämie sowie 

eine Alkoholabhängigkeit bei derzeitiger Abstinenz (ICD-10: F10.20; teilweise verkürzte 

Wiedergabe von IV-act. 163-7 f.). Sie kamen zum Ergebnis, der Versicherte sei sowohl 

in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig (IV-

act. 163-9). Aus gastroenterologischer Sicht sei ihm ein 50 %-Pensum in leichten und 

gelegentlich mittelschweren Arbeitstätigkeiten zuzumuten. Es müssten vermehrte 

Pausen und relativ unvorhergesehene und rasche Arbeitsunterbrüche möglich und 

Zugang zu ausreichenden sanitären Installationen vorhanden sein (was beispielsweise 

bei einer Tätigkeit als Chauffeur oder im Aussendienst nicht gegeben sei; IV-

act. 163-50). Die psychiatrische Gutachterin befand, der Versicherte sei rein 

psychiatrisch gesehen aufgrund des vermehrten Aufwandes infolge seiner Magen-

Darm-Problematik in seiner emotionalen Belastbarkeit eingeschränkt und deshalb 

schneller erschöpft. Die Leistungsfähigkeit sei deshalb um 40 % eingeschränkt, was 

sich in vermehrtem Pausen- und Erholungsbedarf manifestiere (IV-act. 163-57). 

Retrospektiv attestierten die Gutachter mit Verweis auf die medizinischen Akten ab 

Beginn des Jahres 2015 eine 100%ige, ab 1. November 2015 eine 50%ige, ab 28. April 

2016 bis 31. Juli 2017 eine 100%ige und ab 1. August 2017 wiederum eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 163-6 f.).

Die RAD-Ärztin Dr. G.___ nahm am 7. Juni 2019 Stellung. Das Gutachten 

entspreche im Wesentlichen den geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien und 

könne für die Beurteilung des Sachverhalts herangezogen werden (IV-act. 165). Mit 

Vorbescheid vom 5. Juli 2019 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das rechtliche 

Gehör zur vorgesehenen Zusprache einer halben Rente ab 1. Januar 2016, einer 

A.g. 

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B.  

ganzen Rente vom 1. Juli 2016 bis 31. August 2017 und vom 1. Februar bis 30. April 

2018 sowie einer halben Rente ab 1. Mai 2018. Für die Zeit vom 1. September 2017 bis 

31. Januar 2018 werde die IV-Rente wegen Bezugs eines bereits bezogenen IV-

Taggeldes eingestellt. Wegen des notwendigen höheren Pausenbedarfes werde ein 

Leidensabzug von 10 % gewährt. Gemäss Einkommensvergleich resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 55 % (IV-act. 169). Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte 

am 26. August 2019 vorsorglich (IV-act. 170) und am 15. Oktober 2019 begründet 

Einwand erheben. Er machte im Wesentlichen geltend, die Annahme einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit sei im Hinblick auf die bestehenden Diagnosen in Zweifel zu ziehen. 

Sie sei nicht verwertbar. Eventualiter beantragte er einen Tabellenlohnabzug von 25 % 

(IV-act. 175).

Mit Verfügung vom 18. Februar 2020 entschied die IV-Stelle gemäss Vorbescheid. 

Zur Begründung führte sie an, der geltend gemachte höhere Tabellenlohnabzug könne 

nicht gewährt werden; die Einschränkungen seien bereits in der anerkannten 

Arbeitsunfähigkeit von 50% berücksichtigt worden. Der Abzug von 10 % 

berücksichtige die konkreten Einschränkungen genügend. Die Ausführungen im 

Einwand vom 16. Oktober 2019 vermöchten zu keinem anderen Ergebnis zu führen (IV-

act. 178-2; IV-act. 182 ff.).

A.h. 

Gegen die Verfügung vom 18. Februar 2020 lässt A.___ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. H. Landolt, am 18. März 

2020 Beschwerde erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge und unter Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 6. Januar 2015 (unter 

Berücksichtigung allfälliger Wartefristen) eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. 

Eventualiter sei ihm mindestens eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Begründung 

bringt er vor, er leide unter einer starken Stuhlinkontinenz mit bis zu 20 Stuhlgängen 

täglich und zusätzlich starker Stuhldrangsymptomatik, welche das Aufsuchen der 

Toilette bedinge, um ungewollten Stuhlverlust zu vermeiden. Die therapeutischen 

Massnahmen seien bis auf einen dauerhaften künstlichen Darmausgang ausgeschöpft. 

Er sei knapp _0-jährig, habe in der Vergangenheit vorwiegend Lager- und Hilfsarbeiten 

B.a. 

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verrichtet und verfüge über keine breite Berufserfahrung. Hinzu kämen psychische 

Einschränkungen. Krankheitsbedingte Ausfälle seien daher in Zukunft wahrscheinlich. 

Schliesslich sei er seit 10 Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen. Es sei sodann mit 

dem Grundsatz der Gleichbehandlung nicht vereinbar und nicht sachgerecht, wenn 

ihm, der nur noch eingeschränkt leichteste Verweisungstätigkeiten ausführen könne, 

ein ungekürzter Tabellenlohn, der auch eine Vielzahl von anderen schweren bzw. 

kognitiv anspruchsvolleren Verweisungstätigkeiten umfasse, angerechnet werde. Er 

könne nur noch stark eingeschränkt für Hilfsarbeiten eingesetzt werden. Damit werde 

er bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters konfrontiert bleiben, weshalb er 

nicht nur im Zusammenhang mit der Suche einer geeigneten Arbeitsstelle stark 

eingeschränkt bleibe, sondern aufgrund seines instabilen Gesundheitszustands auch 

einer hohen Kündigungswahrscheinlichkeit ausgesetzt sein werde. Vor diesem 

Hintergrund sei ein Tabellenlohnabzug von mindestens 20 % gerechtfertigt, was einen 

Invaliditätsgrad von mindestens 60 % ergebe (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung macht sie geltend, das ZMB-Gutachten 

vom 28. Mai 2019 sei von qualifizierten Fachärzten lege artis vorgenommen worden 

und sei formell und materiell beweiskräftig. In Industrie und Gewerbe gebe es 

verschiedene einfache Hilfstätigkeiten, welche den in den ZMB-Gutachten 

festgehaltenen Anforderungsprofilen Rechnung trügen. In Anbetracht der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die für die Unverwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden entwickelt habe, sei das 

Finden einer Stelle für den Beschwerdeführer zwar erschwert, nicht aber von 

Vornherein ausgeschlossen. Aufgrund der gesamten Umstände sei der 

Beschwerdeführer ohne Weiteres als Hilfsarbeiter zu qualifizieren. Validen- und 

Invalideneinkommen seien gestützt auf denselben Tabellenlohn zu bestimmen, somit 

ergebe sich ein Prozentvergleich. Aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen 

und des damit einhergehenden sozialen Entgegenkommens eines potentiellen 

Arbeitgebers sei ihm ein Abzug vom Tabellenlohn von 10 % gewährt worden. Ein 

weiterer Abzug sei ihm nicht zu gewähren. Der Pausenbedarf sei bereits bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50 % berücksichtigt worden und ein Teilzeitabzug sei 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/19

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.  

bei der vorliegend möglichen ganztägigen Umsetzung der Arbeitsfähigkeit nicht 

angezeigt (act. G 5).

Der Beschwerdeführer verzichtet auf die Einreichung von für die Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege eingeforderten Unterlagen sowie auf eine Replik 

(act. G 7 f.).

B.c. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.2. 

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2.

Der Beschwerdeführer beanstandet die von den Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit 

von 50 % in adaptierten Tätigkeiten nicht bzw. macht unter Hinweis auf den 

Verlaufsbericht des KSSG vom 30. April 2018 geltend, es ergebe sich eine mindestens 

50%ige Arbeitsfähigkeit in jeder Verweistätigkeit (act. G 1-6). Die polydisziplinären 

Untersuchungen erscheinen in Anbetracht der geltend gemachten Beschwerden und 

der vorhandenen medizinischen Berichte umfassend.

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

1.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Das Gericht hat 

seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; 

BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

1.4. 

Hinsichtlich des Diabetes wurde im Gutachten festgehalten, die 

Blutzuckerstoffwechsellage sei weitgehend kompensiert; es bestünden keine Hinweise 

auf diabetische Spätkomplikationen oder eine periphere Neuropathie (IV-act. 163-4). In 

den Berichten des Spitals M.___ wurde zwar jeweils eine unzureichend eingestellte 

2.1. 

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diabetische Stoffwechsellage vermerkt, wobei der Beschwerdeführer wegen 

Blutzuckerentgleisungen vom 7. bis 14. Oktober 2016 hospitalisiert war und auch eine 

Malcompliance festgehalten wurde (Berichte vom 16. März 2018, IV-act. 110, vom 

14. Oktober 2016, IV-act. 68-15 f., vom 6. Oktober 2016, IV-act. 68-26 f., und vom 

15. April 2016, IV-act. 68-43 f.). Negative Auswirkungen der im Bereich von 7,2 % bis 

7,9 % liegenden HbA1c-Werte wurden indes nicht beschrieben. Im Gutachten wurde 

sodann ausgeführt, auch angiologisch sei die Situation kompensiert; 

Claudicatiobeschwerden würden nicht beklagt (IV-act. 163-5). Dies stimmt mit den 

Berichten über die Behandlung im Spital E.___ überein, wonach die Stent-Eingriffe zu 

einem guten Ergebnis geführt hätten (Berichte vom 14. März 2016, IV-act. 68-50 f., und 

vom 6. Juli 2016, IV-act. 68-30 f.). Zur bildgebend erhobenen Lebersteatose und zum 

Verdacht auf eine alkoholische Fettleber wurde im Gutachten ausgeführt, die 

Laborwerte der Transaminasen seien normal. Es sei von einer kompensierten 

Leberfunktion auszugehen (IV-act. 163-5). Diesbezüglich liegen keine objektivierten 

medizinischen Aussagen vor, welche die Beurteilung des Gutachtens in Frage stellen.

Die Auswirkungen der Colitis ulcerosa und der durch sie notwendig gewordenen 

Dickdarmentfernung ist unbestritten. Die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrin- und 

Transplantationschirurgie des KSSG hielt im Verlaufsbericht vom 30. April 2016 fest, 

die (damals vom RAD geschätzte) 80%ige Arbeitsfähigkeit sei bei chronischer 

nächtlicher Übermüdung sowie morgendlichen Drangattacken nicht nachvollziehbar 

(IV-act. 124). Eine tiefere Arbeitsfähigkeit als die von den Gutachtern geschätzten 50 % 

attestierte sie indes nie. Der gastroenterologische Gutachter erklärt seine Einschätzung 

letztlich damit, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten intestinalen 

Beschwerden nachvollziehbar seien und mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit und 

Implikationen auf den Alltag konsistent dargestellt würden (IV-act. 163-5, 49).

2.2. 

Ob die in psychiatrischer Hinsicht aufgrund der Diagnose psychologische Faktoren 

bei andernorts klassifizierten Krankheiten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % 

nachvollziehbar ist, kann dahingestellt bleiben. Sie wird nicht durch den 

psychiatrischen Befund, sondern damit begründet, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund des vermehrten Aufwandes infolge seiner Magen-Darm-Problematik in seiner 

emotionalen Belastbarkeit eingeschränkt und deshalb schneller erschöpft sei, was sich 

in vermehrtem Pausen- und Erholungsbedarf manifestiere (IV-act. 163-57). Die 

gastroenterologischen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehen einerseits im 

vermehrten Pausenbedarf, der für die Toilettengänge benötigt wird, und andererseits in 

einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit durch vermehrte Tagesmüdigkeit als Folge 

der Schlafunterbrüche. Beide Faktoren sind in der Arbeitsfähigkeitsschätzung des 

2.3. 

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3.  

gastroenterologischen Gutachters berücksichtigt, zumal diese der subjektiven 

Einschätzung des Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 163-30, 53 f.) und derjenigen des 

Hausarztes entspricht (Arztbericht Dr. C.___ vom 8. März 2018, IV-act. 106). Die 

psychiatrische Einschätzung geht daher in der gastroenterologischen auf.

Zur retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, diese 

sei mangels konkreter Angaben schwierig. Ende 2014 sei eine schwere entzündliche 

Proctitis ulcerosa festgestellt worden und am 25. Februar 2015 der operative Eingriff 

mit Ileostoma erfolgt, sodass ab Beginn des Jahres 2015 von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auszugehen sei. In Übereinstimmung mit dem 

Bericht des Hausarztes Dr. C.___ vom 29. Oktober 2015 sei ab 1. November 2015 von 

einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten auszugehen. Im März 2016 sei 

die berufliche Abklärung in der Firma WTL erfolgt, ebenfalls mit 50 %-Pensum. Im April 

2016 sei dem Versicherten eine sakrale Stimulationselektrode implantiert worden, 

sodass ab dem 28. April 2016 (Operationsdatum) bis August 2017 (Beginn des 

Arbeitsversuches in der Firma F.___ AG ab 1. August 2017) von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten ausgehen sei (IV-act. 163-6 f.). Vom 

1. August 2017 bis 16. Februar 2018 (Arbeitsversuch in der Firma F.___ AG) habe 

erneut eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Für die Zeit ab März 2018 lägen keine 

ärztlichen Berichte mit Angaben zur Arbeitsfähigkeit vor, sodass gestützt auf die 

anamnestischen Angaben und die aktuellen gutachterlichen Untersuchungen bis zum 

Gutachtensdatum weiterhin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (IV-

act. 163-7).

2.4. 

Zusammenfassend erweist sich das Gutachten als umfassend, nachvollziehbar 

und schlüssig. Es sind den Akten keine objektiven Befunde zu entnehmen, welche die 

Gutachter nicht berücksichtigt hätten und die zu einer anderen Einschätzung führen 

würden. Die retrospektive Einschätzung erscheint ebenfalls plausibel begründet. Somit 

ist auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung der Gutachter abzustellen.

2.5. 

Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, aufgrund der Notwendigkeit, 

während seiner Anwesenheit am Arbeitsplatz mehrfach die Toilette aufsuchen zu 

müssen, aufgrund des Alters und des Umstandes, dass er nur noch Hilfsarbeiten 

ausführen könne, sowie hinzukommender psychischer Einschränkungen und 

wahrscheinlicher zukünftiger Krankheitsausfälle sei kein Arbeitgeber bereit, ihn zu 

beschäftigen bzw. sei seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar (act. G 1-8 ff.). Die 

Beschwerdegegnerin führte aus, das Finden einer Stelle sei zwar erschwert, nicht aber 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

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zum Vornherein aussichtslos. Damit sei beim Beschwerdeführer die erwerbliche 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen (act. G 5).

Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf 

dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten 

Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und 

Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare 

Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine 

theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die 

verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit 

einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unverwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die zumutbare 

Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 

des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4 mit Verweisen). 

Massgebend für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der 

Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer 

(Teil-)erwerbstätigkeit. Diese ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine 

zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 461 f. E. 3.3 f.).

3.2. 

Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt der Begutachtung im April 2019 5_ Jahre 

und _ Monate alt, womit seine verbleibende Aktivitätsdauer mehr als _ Jahre beträgt 

und mit Blick auf die nachfolgend noch genauer zu prüfenden Adaptionskriterien sowie 

die bundesgerichtliche Rechtsprechung rein vom Alter her nicht auf eine 

Unverwertbarkeit geschlossen werden kann. Das Bundesgericht selbst bezeichnet die 

Anforderungen dafür als hoch (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 6. Januar 

2020, 9C_797/2019, E. 5 mit Hinweisen).

3.3. 

Der Beschwerdeführer absolvierte die Ausbildung zum uniformierten Postbeamten 

(IV-act. 3-11). Vom 2. Mai 1983 bis 31. Mai 2004 verrichtete er bei der L.___ AG diverse 

Arbeiten im Bereich Logistik und Maschinenbedienung. Die Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses erfolgte mit Hinweis auf den wachsenden Leistungs- und 

Qualitätsdruck und auf Augenprobleme (Arbeitszeugnis vom 8. Juli 2004, IV-act. 3-5). 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/19

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Gemäss Angaben in seinem Lebenslauf bediente der Beschwerdeführer 

Drehautomaten, Mehrspindeldrehautomaten, verrichtete Schleiferarbeiten und erfüllte 

Aufgaben im Bereich Einlagern, Beschriften, Bestellen und Ausliefern diverser Artikel 

(IV-act. 3-1). Vom 1. März 2007 bis 30. September 2009 war er für die B.___ AG als 

Logistikassistent mit Springerfunktion tätig (Verpackung, Be- und Entladung von 

externen Speditionsfahrzeugen, Mitarbeit im Wareneingang und Lager). Die Stelle 

wurde ihm aufgrund der wirtschaftlichen Situation bzw. Restrukturierung des 

Unternehmens gekündigt (Arbeitszeugnis vom September 2009, IV-act. 3-3).

Aus gastroenterologischer Sicht adaptiert sind Tätigkeiten, die in einem 

Arbeitsumfeld stattfinden, welches dem Versicherten ein vermehrtes Pausenpensum 

erlaubt und zusätzlich ermöglicht, dass Arbeitsprozesse relativ unvorhergesehen und 

rasch unterbrochen werden können. Arbeiten, welche schlechten Zugang zu sanitären 

Installationen respektive ungenügende sanitäre Installationen bedingen oder mit sich 

bringen, sind nicht möglich (IV-act. 163-10, 50). Aufgrund des vermehrten Aufwandes 

infolge seiner Magen-Darm-Problematik ist der Beschwerdeführer in seiner 

emotionalen Belastbarkeit eingeschränkt und deshalb schneller erschöpft (IV-

act. 163-57). Der Beschwerdeführer berichtete von einer Häufigkeit von bis zu 12 

Stuhlgängen innert 24 Stunden bzw. etwa 7 Stuhlgängen tagsüber; eine 

Inkontinenzproblematik wird ausschliesslich nachts beschrieben (IV-act. 163-37, 46, 

51). Weiter gab er an, beim Einkaufen müsse er darauf achten, wo sich die 

nächstgelegene Toilette befinde (IV-act. 163-45). Nach dem Arbeitsversuch bei der 

F.___ AG vom 21. August 2017 bis 16. Februar 2018 habe man aufgrund der 

Defäkationsprobleme auf eine Weiterbeschäftigung verzichtet (IV-act. 163-37). Gemäss 

Angaben des Unternehmens konnte dem Beschwerdeführer keine Stelle angeboten 

werden, da sämtliche Tätigkeiten in Zweierteams ausgeführt würden, so dass sich die 

Leistung des Teamkollegen auch reduzieren würde, da dieser nicht weiterarbeiten 

könne, während der Beschwerdeführer die Toilette aufsuchen müsse (Assessment- 

und Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 3. November 2017, IV-act. 103-6). Aus 

neurologischer Sicht sind Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an die Sehfähigkeit, 

insbesondere an das Stereosehen, ungeeignet (IV-act. 163-43). 

Persönlichkeitsauffälligkeiten liegen beim Beschwerdeführer nicht vor (IV-act. 163-56). 

Sprachliche Probleme bestehen bei deutscher Muttersprache nicht.

3.5. 

Das Bundesgericht hielt in Bezug auf einen an vergleichbaren 

gastroenterologischen und zusätzlich unter Wirbelsäulenproblemen leidenden 

Beschwerdeführer fest, obwohl aufgrund der Darmproblematik die Möglichkeit 

bestehen müsse, den Arbeitsprozess jederzeit unterbrechen zu können, und daher 

3.6. 

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4.  

Maschinenbedienungs- und Kontrollfunktionen sowie Sortier-, Prüf- und 

Verpackungsarbeiten grundsätzlich nicht geeignet seien, sei die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit gegeben und habe nicht weiter abgeklärt werden müssen (Urteil 

vom 19. Januar 2016, 8C_858/2015 E. 3.1 und 3.4). In den vom Beschwerdeführer 

angeführten Urteilen ging es im Wesentlichen um Betroffene, denen nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens die bisher mehr oder weniger ausschliesslich ausgeübte oder 

eine dieser ähnlichen Tätigkeit nicht mehr zumutbar war bzw. um die Frage, unter 

welchen Bedingungen, namentlich bis zu welchem Alter, eine berufliche 

Neuorientierung noch zumutbar sei (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 

9C_954/2012, E. 3.2.1, BGE 138 V 457 E. 2.1, 3.2 und 3.4; Urteile des Bundesgerichts 

vom 19. März 2009, 9C_437/2008, E. 4.3, und vom 23. Oktober 2003, I 392/02, E. 3.3). 

Im Unterschied dazu bezieht sich die Einschränkung des Beschwerdeführers weniger 

auf die Art der Tätigkeit, sondern vor allem auf die Gegebenheiten am Arbeitsplatz: der 

Arbeitsprozess muss kurzfristig unterbrechbar sein und es muss dem 

Beschwerdeführer eine innert Kürze erreichbare Toilette zur Verfügung stehen. Dies 

begründet mit Blick auf die eingangs erwähnte Rechtsprechung keine Unverwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer hat auch Erfahrung in Tätigkeiten, die 

ohne Veränderung der Örtlichkeit ausgeführt werden und unterbrochen werden 

können, so beispielsweise das Be- und Entladen von Speditionsfahrzeugen oder die 

Bedienung oder Überwachung von Maschinen, die er selbständig ein- und ausschalten 

kann, was beispielsweise bei Drehautomaten und Schleifmaschinen, aber teilweise 

auch im Bereich der Lagerarbeiten der Fall sein dürfte. Die Beschwerdegegnerin hat 

daher die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu Recht als gegeben angesehen.

Die Auflösung der Arbeitsverhältnisse bei der L.___ AG und der B.___ AG erfolgte 

zumindest nicht vordergründig wegen eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten 

Gesundheitsschadens (vgl. E. 4.4).  Sodann schöpft der Beschwerdeführer seit Beginn 

seiner Invalidität seine Arbeitsfähigkeit nicht aus. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu 

Recht für die Bemessung beider Vergleichseinkommen die Lohnstrukturerhebung (LSE) 

des Bundesamtes für Statistik (BFS) herangezogen und den Invaliditätsgrad nach 

einem Prozentvergleich bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 24. Januar 

2019, 9C_492/2018, E. 4.3.2, vom 12. Juli 2017, 9C_648/2016, E. 6.2.1; vom 

24. August 2016, 9C_237/2016, E. 2.2 und vom 14. Juli 2016, 9C_225/2016, E. 6.2.2), 

was vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird.

4.1. 

Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25 % gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

4.2. 

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gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit einem unterdurchschnittlichen erwerblichen Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 146 V 16 E. 4.1). Ist von einem genügend breiten 

Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel 

leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch 

auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil 

des Bundesgerichts vom 19. September 2017, 9C_421/2017, E. 2.4). Nach der 

Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne 

herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch 

von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich 

leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie 

und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen sind. Eine schematische Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 

126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). 

Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem 

Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich 

leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 146 V 16 

E. 4.1). Sind hingegen leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen 

auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der 

Tabellenlohn Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren 

Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 2017, 8C_805/2016, 

E. 3.4.2). Bestehen über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum hinaus 

zusätzliche Einschränkungen, wie beispielsweise ein vermindertes Rendement pro 

Zeiteinheit wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen 

Pausen oder ist die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne 

weiteres mit den Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen 

betrieblichen Abläufen ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten 

Abzugs vom statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 5.3.1).

Die Beschwerdegegnerin gewährt dem Beschwerdeführer einen Leidensabzug von 

10 % aufgrund des notwendigen höheren Pausenbedarfs (Vorbescheid vom 5. Juli 

2019, IV-act. 169; Verfügung vom 18. Februar 2020, IV-act. 178-1). Der 

Beschwerdeführer lässt geltend machen, mit Blick auf das fortgeschrittene Alter, die 

ausgewiesenen funktionellen Einschränkungen in der Erwerbsfähigkeit sowie der 

verhältnismässig tiefer entlöhnten Teilzeittätigkeit rechtfertige sich ein 

4.3. 

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5.  

Tabellenlohnabzug von mindestens 20 % (act. G 1-12). In der Beschwerdeantwort 

bringt die Beschwerdegegnerin vor, ein Teilzeitabzug entfalle, da die Arbeitsfähigkeit 

ganztägig umsetzbar sei. Sodann seien ihm gemäss Gutachten nicht nur leichteste, 

sondern leichte und gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten zumutbar (act. G 5, Ziff. 5).

Die gutachterlich festgelegte gesamthafte 50%ige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit ist mit erhöhtem Pausenbedarf aufgrund der Notwendigkeit, jeweils 

Pausen für den Toilettengang einlegen zu müssen, und mit der psychischen 

Minderbelastbarkeit begründet. Dem Beschwerdeführer sind sowohl leichte als auch 

gelegentlich mittelschwere Arbeitstätigkeiten zuzumuten (IV-act. 163-9, 50). Ein Abzug 

mit der Begründung, es seien nur noch körperlich leichteste Tätigkeiten möglich, kann 

ihm daher nicht zugestanden werden. Die gutachterlich attestierte Leistungsfähigkeit 

berücksichtigt sodann die Leistungseinbusse infolge der Darmproblematik 

vollumfänglich; diese kann daher nicht mehr Gegenstand eines Leidensabzugs bilden. 

Ein Tabellenlohnabzug rechtfertigt sich somit lediglich insoweit, als für den Arbeitgeber 

über die reduzierte Leistung hinaus Nachteile entstehen, namentlich durch plötzliche 

Arbeitsunterbrüche. Das Gutachten äussert sich nicht direkt zur Frage, ob die 

Arbeitsfähigkeit, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht wird, nur nachmittags 

umgesetzt werden kann. In Anbetracht der Begründung mit vermehrtem Pausenbedarf 

ist allerdings aus gutachterlicher Sicht von einer ganztägigen Umsetzbarkeit 

auszugehen. Folglich ist kein Teilzeitabzug zu gewähren (Urteil des Bundesgerichts 

vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 5.3). Ohnehin betrüge die Lohneinbusse bei einer 

Teilzeittätigkeit im Umfang von 50 % lediglich 4 % (Bundesamt für Statistik [BFS], 

Lohnstrukturerhebung [LSE] 2018, T18, Männer ohne Kaderfunktion, gesamt 

Fr. 6'138.--, 50%-Pensum Fr. 5'897.--). Insgesamt erscheint somit der gewährte 

Tabellenlohnabzug von 10 % angemessen. Bei einem Prozentvergleich - wie von der 

Beschwerdegegnerin vorgenommen - ergibt sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % 

somit ein IV-Grad von 55 % und Anspruch auf eine halbe Rente.

4.4. 

Der Beschwerdeführer meldete sich am 1. Januar 2015 bei der 

Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Der geltend gemachte 

Rentenanspruch besteht daher frühestens ab 1. Juli 2015 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). 

Mit angefochtener Verfügung vom 18. Februar 2020 sprach die Beschwerdegegnerin 

dem Beschwerdeführer eine Rente ab dem 1. Januar 2016 zu (IV-act. 178-1). Sie geht 

damit von einem Beginn des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG am 1. Januar 

2015 aus. Dies erscheint nachvollziehbar, nachdem aufgrund einer seit Mai 2013 

bestehenden massiven Proktitis im Februar 2015 eine laparoskopische 

5.1. 

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Restproktektomie mit vorübergehender Anlage eines Ileostomas notwendig wurde (vgl. 

dazu Bericht Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie Spital E.___ vom 

25. November 2014, IV-act. 8-3; Arztbericht Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrin- 

und Transplantationschirurgie des KSSG vom 5. August 2015 (IV-act. 25).

Auch die Gutachter legten den Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf den 

Anfang des Jahres 2015. Diese dauerte bis 31. Oktober 2015. Anschliessend war der 

Beschwerdeführer ab 1. November 2015 bis zum 28. April 2016 zu 50 %, danach bis 

31. Juli 2017 zu 100 % und ist seit 1. August 2017 wiederum zu 50 % arbeitsfähig (vgl. 

Feststellungen der Gutachter zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit, 

wiedergegeben in E. 3.4). Vom 1. bis 31. März 2016 und vom 21. August 2017 bis 16. 

Februar 2018 bezog er IV-Taggelder (Verfügungen vom 8. April 2016, IV-act. 55, vom 6. 

September 2017, IV-act. 98, und vom 20. Dezember 20127, IV-act. 102).

5.2. 

Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer ab dem 1. Januar bis 

30. Juni 2016 eine halbe Rente zu. Die Rückforderung für das vom 1. bis 31. März 2016 

ausbezahlte Taggeld verrechnete sie mit der Rentennachzahlung (IV-act. 182). Ab 

1. Juli 2016 bis 31. August 2017 gewährte sie dem Beschwerdeführer eine ganze 

Rente. Die Rückforderung für die Zeit vom 21. bis 31. August 2017 bezogenen 

Taggelder verrechnete sie mit der Rentennachzahlung. Vom 1. September 2017 bis 31. 

Januar 2018 sprach sie wegen des durchgehenden Bezugs von Taggeldern keine 

Rente zu (IV-act. 183). Vom 1. Februar bis 30. April 2018 legte sie weiterhin einen 

Anspruch auf eine ganze Rente fest (IV-act. 184). Ab 1. Mai 2018 verfügte sie die 

Herabsetzung auf eine halbe Rente (IV-act. 185).

5.3. 

Sind die Anspruchsvoraussetzungen für ein Taggeld der Invalidenversicherung 

erfüllt, besteht kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (Art. 43 Abs. 2 

IVG). Nach der Rechtsprechung wird während einer Eingliederungsmassnahme, welche 

zu einer länger als drei Monate dauernden Taggeldberechtigung führt, die 

Rentenzahlung unterbrochen. Nach Wegfall des Taggeldanspruchs lebt die Rente 

wieder auf (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2015, 9C_317/2015, E. 6.2). 

Eine Prüfung des Rentenanspruchs hat für die Zukunft unter dem Gesichtspunkt der 

Revision zu erfolgen (Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 

[IVG], 3. Aufl. 2014, N. 2 zu Art. 43 IVG, mit Hinweisen). Eine Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 

Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 

voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und 

voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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6.

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich 

Anspruch auf Arbeitsvermittlung im Sinne von Art. 18 IVG hat: Die leistungsspezifische 

Invalidität ist gegeben, wenn die versicherte Person bei der Suche nach einer 

geeigneten Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat und die 

Behinderung bleibend oder während voraussichtlich längerer Zeit Probleme bei der - in 

einem umfassenden Sinn verstandenen - Stellensuche selber verursacht; genannt 

werden daneben sich aus invaliditätsbedingten Gründen ergebende spezielle 

Anforderungen an den Arbeitsplatz (etwa Sehhilfen) oder den Arbeitgeber (etwa 

Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt notwendigen Ruhepausen), die für das Finden 

einer Stelle das Fachwissen und entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden 

erfordern (H.-J. Mosimann, AHVG/IVG Kommentar, Zürich 2018, N 3 Art. 18 IVG, mit 

Verweis auf Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 

2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 24. März 2006, I 427/05, 

E. 4.1.1). Der Anspruch auf Arbeitsvermittlung besteht insbesondere, wenn besondere 

Möglichkeiten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden müssen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 12. Januar 2016, 8C_641/2015, E. 2). Der Beschwerdeführer 

benötigt einen Arbeitsplatz mit besonderen Anforderungen und es dürfte für ihn 

schwierig sein, in Betracht kommende Tätigkeiten selbständig zu auszumachen. Er war 

zudem seit rund 12 Jahren nicht mehr im ersten Arbeitsmarkt tätig und ist auf ein 

entgegenkommendes Arbeitsumfeld angewiesen. Der Beschwerdeführer kann sich 

daher jederzeit bei der Beschwerdegegnerin melden, um Arbeitsvermittlung in 

Anspruch zu nehmen.

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Ist der Rentenanspruch einer bestimmten 

Stufe entstanden, richtet sich der Übergang auf eine Invalidenrente einer anderen Stufe 

nach Art. 88a und Art. 88  IVV. Dies gilt auch bei der rückwirkend erfolgten 

abgestuften Rentenzusprechung, wobei Art. 88  IVV nicht anwendbar ist (Meyer/

Reichmuth, a.a.O., N. 10 zu Art. 29 IVG). Es ist in anfechtungs- und 

streitgegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer 

abgestuften und/oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen 

gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste, BGE 125 V 413, E. 2.2 und 

2.3).

bis

bis

Mit Blick auf die genannten Grundlagen sowie auf den bis zum 16. Februar 2018 

dauernden Arbeitsversuch sind die Abstufung der Rentenleistungen sowie der Erlass 

mehrerer separater Verfügungen nicht zu beanstanden.

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.7.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen und durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

7.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.09.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG; Art. 43 Abs. 2 IVG; Art. 88 a IVV; Art. 88bis IVV: Auf die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von abgestuft 100 % bzw. 50 % kann abgestellt werden. Aufgrund seines gastroenterologischen Leidens benötigt der Beschwerdeführer vermehrte Pausen, die Möglichkeit, die Arbeit kurzfristig zu unterbrechen und geeignete sanitäre Installationen. Mit Rücksicht auf das Alter und die Adaptionskriterien und die Rechtsprechung ist die Verwertbarkeit der 50%igen Restarbeitsfähigkeit zu bejahen. Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Tabellenlohnabzug von 10 % ist angemessen. Die Frist gemäss Art. 88a IVV schliesst sich an den Unterbruch der Rentenausrichtung zufolge Taggeldbezugs an. Die Beschwerde abzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. September 2021, IV 2020/66).

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