# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d73c5d88-d10a-515d-9c3a-ef7727176aaf
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-01
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 01.06.2015 605 2013 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2013-85_2015-06-01.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2013 85

Urteil vom 1. Juni 2015

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud
Richter: Josef Hayoz, Gabrielle Multone
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Michael 
Weissberg

gegen

ALLIANZ SUISSE VERSICHERUNGS-GESELLSCHAFT AG, Vorinstanz     

Gegenstand Unfallversicherung – Rentenrevision, Valideneinkommen

Beschwerde vom 1. Mai 2013 gegen den Einspracheentscheid vom 
28. März 2013

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1974, wohnhaft in B.________, kaufmännische Angestellte mit einer 
Zusatzausbildung zur Marketingplanerin, arbeitete seit Mai 1997 als Projektleiterin/Marketing-
Planerin für die C.________ AG in D.________. Sie war über ihre Arbeitgeberin bei der Elvia, 
heute Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz) gegen Berufs- und 
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert.

Am 30. August 1999 wurde sie als Beifahrerin auf einem Motorrad Opfer eines schweren Ver-
kehrsunfalls und erlitt ein Polytrauma mit konsekutiver kompletter Paraplegie sub. Th 10. Ein von 
September 2000 bis Ende Juli 2002 durchgeführter Arbeitsversuch bei der aus der C.________ 
AG hervorgegangenen E.________ AG scheiterte. Im Herbst 2003 nahm die Versicherte an der 
F.________ ein Studium in G.________ auf.

Mit Einspracheentscheid vom 16. Mai 2007 sprach ihr die Allianz unter anderem eine Invaliden-
rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 66% zu. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde 
vom Gericht mit Urteil vom 11. Dezember 2009 (Dossier 5S 2007 269) teilweise gutgeheissen, der 
Invaliditätsgrad auf 84% festgesetzt (Valideneinkommen von CHF 78'081, Invalideneinkommen 
von CHF 12'440) und die Sache an die Allianz für den Erlass einer neuen Rentenverfügung zu-
rückgewiesen. Dies geschah durch rechtskräftige Verfügung der Allianz vom 26. März 2010.

B. Seit Dezember 2009 arbeitet A.________ als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der 
H.________ AG, Nottwill, und erzielt ein Jahreseinkommen von CHF 35'100 (Leistungslohn von 
CHF 28'600 und Soziallohn von CHF 6'500).

Im Dezember 2011 leitete die Allianz eine Rentenrevision ein und nahm erwerbliche Abklärungen 
vor. Mit Verfügung vom 22. November 2012, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 28. März 
2013, reduzierte sie die Rente basierend auf einen Invaliditätsgrad von 66% (Valideneinkommen 
von CHF 84'750, Invalideneinkommen von CHF 28'600).

C. Im parallel laufenden IV-Verfahren sprach ihr die Invalidenversicherungsstelle des Kantons 
Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle), Givisiez, mit rechtskräftigen Verfügungen vom 30. Januar und 
20. Februar 2004 ab dem 1. August 2000 eine ganze Invalidenrente zu (Invaliditätsgrad von 80%), 
was zuletzt am 4. Mai 2012 bestätigt wurde. Mit Verfügung vom 24. Januar 2013 nahm die IV-
Stelle eine Wiedererwägung vor und reduzierte nach Neufestsetzung der Validen- und Invaliden-
einkommen den Rentenanspruch auf eine Dreiviertelsrente (Invaliditätsgrad von 68%). 
A.________ erhob gegen diesen Entscheid Beschwerde. Das Verfahren ist derzeit beim Gericht 
hängig (605 2013 23). 

D. Gegen den Einspracheentscheid der Allianz vom 28. März 2013 erhebt A.________, 
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Weissberg am 1. Mai 2013 Beschwerde am Kantonsgericht 
und stellt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen den Antrag, der Einspracheentscheid vom 
28. März 2013 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Allianz zurückzuweisen. 
Sie bestreitet die Höhe des Valideneinkommens und erklärt, sie hätte sich auch ohne Unfall 
beruflich weiterentwickelt, weshalb das Valideneinkommen auf mindestens CHF 120'000 ange-
hoben werden müsse, was einen Invaliditätsgrad von 77% ergebe.

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In ihren Bemerkungen vom 6. Juni 2013 bestätigt die Allianz ihren Einspracheentscheid und bean-
tragt die Abweisung der Beschwerde. Ebenfalls im Revisionsverfahren werde für das Validenein-
kommen grundsätzlich der zuletzt erzielte Verdienst beigezogen. Zudem sei die Grundlage des 
Valideneinkommens aufgrund des rechtskräftigen Urteils des Gerichts vom 11. Dezember 2009 in 
Rechtskraft erwachsen.

Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels bringen die Parteien keine wesentlichen neuen Argu-
mente vor.

Am 8. Mai 2015 werden die Parteien darüber informiert, dass dem Verfahren das Dossier der IV-
Stelle aus dem parallelen Invalidenversicherungs-Verfahren beigefügt wurde.

Es fand kein zusätzlicher Schriftenwechsel zwischen den Parteien statt.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massgebend, 
aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1. Die Beschwerde vom 1. Mai 2013 gegen den Einspracheentscheid der Allianz vom 28. März 
2013 ist durch einen ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter fristgerecht bei der sachlich und 
örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein 
schutzwürdiges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob sie 
Anspruch auf eine höhere Invalidenrente hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird gemäss Art. 17 
des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 Bundesgesetzes vom 20. März 
1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] zur Anwendung kommt, die Rente von Amtes 
wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. 
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Der zeitliche 
Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der ver-
sicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des 
Rentenanspruches mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durch-
führung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen 
Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur 
Wiedererwägung (BGE 133 V 108, 130 V 71 Erw. 3.2.3).

Bei der Festlegung der zeitlichen Wirkung einer revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung 
der Rente im Bereich der Unfallversicherung ist es sachgerecht, auf den Verfügungszeitpunkt ab-
zustellen, wenn feststeht, dass bereits an diesem Tag die Revisionsvoraussetzungen materiell er-
füllt sind. Damit erfolgt die Rentenherabsetzung bzw. –aufhebung auf den ersten Tag des Monats, 
welcher der Verfügung folgt  (BGE 140 V 70 Erw. 4.2).

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b) Hinsichtlich der Rechtskraft von Entscheiden über Dauerleistungen hat sich das Bundes-
gericht ausführlich in BGE 136 V 369 geäussert und festgestellt, diese erstrecke sich auch auf die 
Voraussetzungen der Leistungsberechtigung, welche zeitlich abgeschlossene Sachverhalte betref-
fen. Im beurteilten Fall ging es um die Erfüllung der versicherungsmässigen Voraussetzungen 
nach Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; 
SR 831.20), eine Voraussetzung der Leistungsberechtigung, welche einen abgeschlossenen 
Sachverhalt betraf und worüber rechtskräftig entschieden worden war. Darauf konnte die Vorin-
stanz nicht mehr zurückkommen. In BGE 136 V 369 findet sich hingegen keine Aussage des In-
halts, dass im Falle einer Revision (Art. 17 ATSG) die früheren Rentenberechnungselemente wie 
Arbeitsunfähigkeitsgrad oder hypothetische Validen- und Invalideneinkommen zufolge Rechtskraft 
nicht mehr überprüft werden könnten (Urteil des Bundesgerichts [nachfolgend: BGer] 9C_185/2014 
vom 2. Juli 2014 Erw. 3.1). Vielmehr ist das Valideneinkommen als eine der Vergleichsgrössen 
beim Einkommensvergleich im Rentenrevisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 1 ATSG frei über-
prüfbar, wenn die Aktenlage oder die Parteivorbringen dazu Anlass geben (Urteil des BGer 
9C_163/2008 vom 1. Juli 2008 Erw. 3.3, bestätigt in Urteil des BGer 8C_90/2011 vom 8. August 
2011 Erw. 5.3.2).

c) Die Ermittlung des ohne gesundheitliche Beeinträchtigung mutmasslich erzielbaren Ver-
dienstes (Valideneinkommen) hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Dabei ist entscheidend, was 
der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der 
Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an-
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätig-
keit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 Erw. 4.1 mit Hinweisen). Ein beruflicher Aufstieg 
im Gesundheitsfall beispielsweise aufgrund einer Weiterbildung und ein entsprechend höheres 
Einkommen ist zu berücksichtigen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen. Blosse Absichts-
erklärungen der versicherten Person genügen nicht. Es müssen bereits bei Eintritt des Gesund-
heitsschadens entsprechende konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ab-
legung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Dies gilt grundsätzlich auch bei jungen Ver-
sicherten (Urteil des BGer 9C_757/2010 vom 24. November 2010 Erw. 4.2 mit Hinweisen).

Auch im Rentenrevisionsverfahren bleibt für das Valideneinkommen als Bezugsgrösse grundsätz-
lich der zuletzt erzielte Verdienst bestehen, ausser es finden sich genügend konkrete Anhalts-
punkte für eine berufliche Weiterentwicklung. Indessen kann nicht jede tatsächlich erfolgte Lohn-
verbesserung als Invalider mit einer gleich verlaufenden Entwicklung des Valideneinkommens 
gleichgesetzt werden, kann dies doch eine Folge günstiger Umstände sein, die sich die versicherte 
Person im Rahmen der Schadenminderungspflicht als neues Invalideneinkommen anrechnen las-
sen muss, ohne dass deswegen zugleich das Valideneinkommen auf der Grundlage neuer Bemes-
sungskriterien zu bestimmen ist. Bei der Beurteilung, was die versicherte Person ohne versicherte 
Gesundheitsschädigung beruflich-erwerblich erreicht oder wie sich ihr Lohn seit der erstmaligen 
Rentenfestsetzung entwickelt hätte, sind die gesamten bis zum Revisionszeitpunkt eingetretenen 
Umstände massgebend. Hat sich die versicherte Person seit dem erstmaligen Rentenentscheid 
beruflich etwa durch Weiterbildung, hohen leistungsmässigen Einsatz oder eine ausserordentliche 
berufliche Bewährung besonders qualifiziert und hat sich dies bei gleich gebliebenem Gesund-
heitszustand beim Invalideneinkommen lohnwirksam niedergeschlagen, ist dies zumindest bei 
einer versicherten Person, welche ihre angestammte Tätigkeit auch nach dem Unfall (in einem re-

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duzierten Pensum) weiterführen konnte, ein gewichtiges Indiz dafür, dass sie als gesunde Person 
eine äquivalente Entwicklung durchlaufen hätte (Urteile des BGer 8C_90/2011 vom 8. August 
2011 Erw. 5.3.2 mit zahlreichen Hinweisen sowie 8C_864/2011 vom 1. Februar 2012 Erw. 5.2.1). 
Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht 
ohne weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare 
Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (soeben erwähntes Urteil 8C_864/2011 
Erw. 5.2.1).

Für die Indexierung des Valideneinkommens gemäss dem Nominallohnindex, ist das (seinerseits 
bereits indexierte) Vorjahreseinkommen für jedes Jahr einzeln zu indexieren (Urteil des BGer 
8C_193/2013 vom 4. Juni 2013 Erw. 3.2).

3. Nicht streitig ist, dass die Voraussetzungen für eine Rentenrevision gegeben waren. Eben-
falls sind sich die Parteien darüber einig, dass vorliegend ein Vergleich der Situation im Moment 
des Einspracheentscheides vom 16. Mai 2007 mit derjenigen im Moment der Verfügung vom 
22. November 2012 zu erfolgen hat, da die Verfügung von 2010 einzig eine Umsetzung des Urteils 
des Gerichts vom 11. Dezember 2009 darstellte und nicht das Resultat einer neuerlichen ma-
teriellen Prüfung war.

Hinsichtlich des Invalideneinkommens wird im Einspracheentscheid vom 28. März 2013 ein Betrag 
von CHF 28'600 festgehalten. Insofern die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde ein solches 
von CHF 27'100 wiedergibt, muss es sich um einen Schreibfehler handeln, bzw. wurde fälschli-
cherweise das Invalideneinkommen aus dem parallelen IV-Verfahren angegeben. Die Allianz hat in 
ihren Bemerkungen vom 6. Juni 2013 auf diesen Umstand hingewiesen. In ihren Gegenbemer-
kungen geht die Beschwerdeführerin auf diesen Punkt indes nicht ein, weshalb im Unfallverfahren 
von einem unbestrittenen Invalideneinkommen von CHF 28'600 auszugehen ist.

Streitig ist hingegen die Höhe des von der Allianz festgehaltenen Valideneinkommens.

a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe trotz schweren körperlichen Einschränkungen 
ein anspruchsvolles Universitätsstudium mit Erfolg abgeschlossen und sich beruflich integriert. 
Dieser Leistungsausweis lasse zwingend Rückschlüsse auf ihre berufliche Weiterentwicklung ohne 
Unfallereignis zu. Es könne deshalb nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegan-
gen werden, ohne Unfall hätte sie sich nicht beruflich weiterentwickelt. Zudem habe sie schon vor 
dem Unfall eine Weiterbildung geplant gehabt, was vom ehemaligen Arbeitgeber bestätigt werde.

b) Die Allianz ihrerseits ist der Ansicht, auch im Rentenrevisionsverfahren bleibe beim Vali-
deneinkommen als Bezugsgrösse grundsätzlich der zuletzt erzielte Verdienst bestehen. Zudem sei 
das Urteil des Gerichts vom Dezember 2009 mit den darin festgesetzten Leistungsbemessungs-
faktoren in materielle Rechtskraft erwachsen. Das damals ermittelte Valideneinkommen könne 
deshalb nicht neu geprüft werden und es liege eine abgeurteilte Sache vor. Die Festsetzung des 
Valideneinkommens auf CHF 84'750 für das Jahr 2012 (Basis Valideneinkommen 2006 von CHF 
78'081 unter Hinzurechnung der Nominallohnentwicklung bis 2012) sei deshalb korrekt. Ferner 
würde es nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststehen, dass die Beschwerdeführerin 
auch ohne Unfall eine berufliche Weiterentwicklung vorgenommen hätte, wie sie es jetzt mit ihrem 
Universitätsstudium gemacht habe. Hierfür fehle es an konkreten Hinweisen.

c) Entgegen der Ansicht der Allianz ist vorliegend – trotz des Urteils des Gerichts vom De-
zember 2009 – in Bezug auf das Valideneinkommen einzig von einer abgeurteilten Sache in dem 

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Sinne auszugehen, dass die ursprüngliche Festsetzung des Valideneinkommens durch das 
Gericht in Rechtskraft getreten ist. Demgegenüber ist das Valideneinkommen, wie oben darge-
stellt, als eine der Vergleichsgrössen beim Einkommensvergleich im Rentenrevisionsverfahren 
nach Art. 17 ATSG frei überprüfbar.

Dennoch bleibt auch im Rentenrevisionsverfahren als Bezugsgrösse für das Valideneinkommen 
grundsätzlich der zuletzt erzielte Verdienst bestehen, ausser es finden sich genügend konkrete An-
haltspunkte für eine berufliche Weiterentwicklung. Es ist durchaus anerkennend zu vermerken, wie 
es die Beschwerdeführerin erreichte, sich nach ihrem schweren Unfall beruflich neu auszurichten. 
So absolvierte sie erfolgreich ein Studium der G.________ an der F.________ und ist seit 
Dezember 2009 bei der H.________ AG als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt und strebt 
nun offenbar ein Doktorat an. Indessen darf jedoch, wie dargestellt, aus einer erfolgreichen 
Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich, wie es hier der Fall ist, nicht ohne weiteres 
abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch 
im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht.

So finden sich in den vorhandenen Unterlagen keine konkreten Hinweise darauf, dass die Be-
schwerdeführerin tatsächlich eine Ausbildung zur Marketingleiterin geplant hatte, wie sie es vor-
gibt. Beispielsweise wird dies im Bericht über die Berufsberatung vom 17. August 2000 (IV-Akten, 
S. 101 f.) nicht erwähnt. Die Beschwerdeführerin legt auch keine Belege vor, dass sie bereits für 
eine Ausbildung eingeschrieben war oder Kurse besucht hatte. Sie belegt ihre Sichtweise mit zwei 
Dokumenten. Zum einen mit einem Schreiben vom 5. Dezember 2012 eines ehemaligen Ge-
schäftsleitungsmitglied der I.________ AG, wonach die Beschwerdeführerin im Sommer 1999 
bekannt gegeben habe, sie wolle die Ausbildung zur Marketingleiterin in Angriff nehmen. Das 
Unternehmen sei damit einverstanden gewesen und habe sie in ihren Plänen unterstützt. Wegen 
des Unfalls sei es dann aber nicht dazu gekommen. Zum anderen reichte sie zusammen mit ihren 
Gegenbemerkungen ein Schreiben vom 29. Mai 2002 der E.________ AG ein, wonach sich ihr 
Gehalt von CHF 71'500 im Jahr 2000 auf CHF 84'500 im Jahr 2003 erhöht hätte. In Bezug auf das 
Schreiben vom 5. Dezember 2012 ist einerseits erstaunlich, dass der ehemalige Arbeitgeber eine 
solche Bestätigung nicht schon anlässlich des letzten Beschwerdeverfahrens eingereicht hat, war 
doch damals der Validenlohn ebenfalls ein streitiger Punkt, sondern erst nach der 
rentenreduzierenden Verfügung der Allianz vom 22. November 2012. Andererseits handelt es sich 
dabei einzig und allein um eine Bestätigung einer angeblich vorhandenen Absichtserklärung für die 
Aufnahme einer Weiterbildung, was gemäss der dargestellten Rechtsprechung nicht genügt als 
Beleg für eine berufliche Weiterentwicklung. Was das Schreiben der E.________ AG vom 29. Mai 
2002 anbelangt, erübrigt sich jeder weiterer Kommentar, da eine solche Lohnentwicklung als 
Valide bereits im Urteil des Gerichts vom Dezember 2009 als nicht überwiegend wahrscheinlich 
betrachtet worden war.

Es ist zwar – angesichts ihrer Invalidenkarriere – durchaus möglich, dass sich die Beschwerde-
führerin ebenfalls als Valide beruflich weiterentwickelt hätte. Doch steht dies nicht mit dem im So-
zialversicherungsrecht notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, na-
mentlich auch unter Berücksichtigung ihres beruflichen Werdeganges vor dem Unfall. Gemäss 
dem Bericht des Schadenaussendienstes der ELVIA vom 24. November 1999 (UV-Akten, 
Nr. 1014) absolvierte die Beschwerdeführerin nach der obligatorischen Schulzeit (Primar- und Se-
kundarschule) eine dreijährige KV-Lehre. Nach der Lehre machte sie einen einjährigen USA-Auf-
enthalt an einer High School, arbeitete gut drei Jahre als Direktionssekretärin bei einer Versiche-
rung, machte einen dreimonatigen Sprachaufenthalt in Italien, war für wenige Monate bei der 

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J.________ SA angestellt, was ihr aber nicht gefallen habe und anschliessend hat sie während 7 
Monaten Temporärstellen ausgeübt. Ab Mai 1997 arbeitete sie schliesslich bei der I.________ AG 
und bildete sich berufsbegleitend zur Eidg. Dipl. Marketingplanerin aus. Auch anlässlich des 
Gesprächs mit dem Schadensinspektor am 17. November 1999 wurde kein Hinweis auf eine 
geplante Weiterbildung gemacht, was zu erwarten gewesen wäre, wenn eine solche tatsächlich 
konkret beabsichtigt gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin muss sich damit im Rahmen der 
Schadenminderungspflicht das neu festgesetzte und unbestrittene Invalideneinkommen anrechnen 
lassen, ohne dass deswegen zugleich das Valideneinkommen auf der Grundlage neuer Bemes-
sungkriterien zu bestimmen ist.

d) Abgesehen von der Beanstandung der Festsetzung des Valideneinkommens äussert die 
Beschwerdeführerin keine konkrete Kritik an der Berechnung des Invaliditätsgrades durch die 
Allianz. Gemäss dem Urteil des Gerichts vom Dezember 2009 betrug das Valideneinkommen im 
Jahr 2006 CHF 78'081. Unter der Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2012 
setzte die Allianz dieses auf CHF 84'750 fest. Gemäss der dargelegten Rechtsprechung hat die In-
dexierung eines Einkommens gemäss dem Nominallohnindex für jedes Jahr einzeln und nicht ge-
samthaft zu erfolgen. Dermassen berechnet, ergibt sich für 2012 ein Valideneinkommen von CHF 
85'034.10 (Tabelle T.1.2.93_V "Nominallohnindex Frauen 2002–2010" des Bundesamtes für 
Statistik [nachfolgend: BFS], Abschnitt J-K Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen: 
2007 1.7%, 2008 1.5%, 2009 2.1%, 2010 1.2% sowie Tabelle T1.10 Nominallohnindex 2011–2014 
des BFS, Wirtschaftszweig J Information und Kommunikation: 2011 1.7%, 2012 0.4%) und damit 
bei einem unbestrittenen Invalideneinkommen ohne Soziallohn von CHF 28'600 ein Invaliditäts-
grad von 66.36%, gerundet 66% womit es im Ergebnis am von der Allianz festgehaltenen Inva-
liditätsgrad von 66% nichts auszusetzten gibt.

e) Demgegenüber kann der Allianz aber hinsichtlich des Zeitpunkts, ab welchem die Rente 
herabgesetzt wurde, nicht gefolgt werden. Relevant ist gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
der Moment der Revisionsverfügung (22. November 2012) und nicht das Datum des Schreibens 
der Allianz vom 6. September 2012, mit welcher die Beschwerdeführerin über die Herabsetzung 
der Rente informiert wurde und ihr vor dem Erlass einer einsprachefähigen Verfügung das recht-
liche Gehör gewährt wurde. Die Rente ist deshalb erst ab dem 1. Dezember 2012 zu reduzieren.

4. Zusammenfassend hat die Allianz das Valideneinkommen richtig festgesetzt, womit sich eine 
Reduktion des Rentenanspruchs basierend auf einem Invaliditätsgrad von 66% ergibt. Demgegen-
über ist die Rente erst ab dem 1. Dezember 2012 zu reduzieren. Einzig in diesem Sinn wird die 
Beschwerde teilweise gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 

Gemäss dem hier zur Anwendung kommenden Prinzip der Kostenlosigkeit des Verfahrens werden 
keine Gerichtskosten erhoben.

Da die Beschwerdeführerin nur in einem sehr geringen Ausmass obsiegt, hat sie Anspruch auf 
eine partielle Parteientschädigung zu Lasten der Allianz. Diese wird auf CHF 500 festgesetzt, wo-
bei dieser Betrag Honorar und Auslagen des Rechtsvertreters sowie die Mehrwertsteuer umfasst.

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird teilweise gutgeheissen.

Der Einspracheentscheid vom 28. März 2013 wird in dem Sinne abgeändert, dass die 
Reduktion auf eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 66% erst ab 
dem 1. Dezember 2012 erfolgt. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. A.________ wird eine Parteientschädigung von CHF 500 inklusive Auslagen und 
Mehrwertsteuer zu Lasten der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG zugesprochen.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
eingereicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die 
Beschwerdeschrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen 
die Gründe angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das 
Bundesgericht die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der 
angefochtene Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor 
dem Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 1. Juni 2015/bsc

Präsidentin Gerichtsschreiber-Berichterstatter