# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f489bd6-96e8-5e1b-8792-cbc1cc642b02
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-05-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 27.05.2003 SF 2003 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2003-15_2003-05-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 27. Mai 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 03 15 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

(Abwesenheitsurteil)

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Heinz-Bommer, Sutter-Ambühl, Schäfer 
und Burtscher, Aktuar ad hoc L. Duff.

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In der Strafsache

des D., Angeklagter, amtlich verteidigt durch lic. iur. Petra Thöny, c/o Anwaltsbüro 
Schnyder, Hauptstrasse 94, 7220 Schiers,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 2. April 2003

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz

in Anklagezustand versetzt, 

hat sich ergeben:

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A. D. wurde am K. in F./H. geboren und wuchs anschliessend zusammen 
mit einem jüngeren Bruder in J./H. bei seinen Eltern in geordneten 
Familienverhältnissen auf. Als er zwölf Jahre alt war, verstarben seine Eltern bei 
einem Verkehrsunfall. In J. besuchte D. zwei Jahre die Schule; weitere 
Ausbildungen absolvierte er nicht. Er betätigte sich aber mehrere Jahre als 
Strassenverkäufer. Nachdem eigenen Angaben zufolge sein Bruder im Jahre 2002 
in H. erschossen wurde, verliess D. sein Heimatland und reiste in die Schweiz ein, 
wo er ein Asylgesuch stellte. Zunächst war er in L., dann in O. und schliesslich seit 
Mai 2002 in E. untergebracht. Das Asylgesuch wurde abgewiesen. Im 
Betreibungsregister ist er mit einer Betreibung aus dem Jahre 2003 über Fr. 468.-- 
verzeichnet. Am 5. Februar 2003 wurde er von der Fremdenpolizei in sein 
Heimatland H. ausgeschafft. Seine Adresse ist unbekannt.

Mit Strafmandat vom 28. August 2002 wurde D. vom Kreispräsidenten Chur 
wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 5 Tagen Gefängnis, 
bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt.

Vom 8. Januar 2003 bis 5. Februar 2003 befand sich D. in E. in 
Untersuchungshaft. Anschliessend wurde er in sein Heimatland ausgeschafft. Die 
Strafanstalt Sennhof stellt ihm ein gutes Führungszeugnis aus.

Am 18. Oktober 2002 und am 26. November 2002 leistete D. ein Depositum 
in Höhe von Fr. 120.-- bzw. Fr. 200.--.

B. D. wird der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG und der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG angeklagt. Dieser Anklage 
liegt nach Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 2. April 2003 der 
folgende Sachverhalt zugrunde:

„1. Zwischen anfangs Juni 2002 und seiner Festnahme vom 8. Januar 2003 
verkaufte der vollumfänglich geständige Angeklagte in E. über zehn verschiedenen 
Personen 140 gr Kokain in Form von 700 Kokainkugeln à je 0.2 gr für total CHF 
14'000.--. Pro Kugel erwirtschaftete er einen Gewinn von Fr. 5.-- bis Fr. 25.--, also 
mindestens Fr. 3'500.--. Diesen Reinerlös verwendete er für die Bestreitung des 
Lebensunterhaltes, so für den Ankauf von Kleidern und Schuhen. Die 
Verbindungsaufnahme mit den Kokainabnehmern erfolgte gewöhnlich mit dem 
Mobiltelefon. Am 8. Januar 2003 war der Angeklagte im Besitze von 26 Kokain-
kugeln im Gesamtgewicht von 5.2 gr Kokain, die er verkaufen wollte.

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Im einzelnen werden D. folgende Verkäufe zur Last gelegt:

a) An N. von Oktober bis anfangs Dezember 2002 total 120 gr Kokain. Die 
Abgaben erfolgten in Form von 600 Kokainkügelchen à 0.2 gr für je Fr. 20.-- bis Fr. 
40.--, wobei der Angeklagte täglich mehrere solcher Kokainkügelchen an N. 
verkaufte.

b) An C. im Sommer 2002 unter mehreren Malen mindestens 2 gr Kokain. 
Die Abgaben erfolgten in Form von total 10 Kokainkugeln à 0.2 gr zum Preis von je 
Fr. 20.--. 

c) An A. im Sommer/Herbst 2002 auf der Gasse in E. unter drei Malen total 
mindestens 7 Kokainkugeln à je 0.2 gr.

d) An R. im Oktober 2002 mindestens 4 Kugeln à je 0.2 gr Kokain. Pro 
Kügelchen musste R. Fr. 20.-- bezahlen.

e) An G. im Dezember 2002 unter drei Malen total mindestens 9 
Kokainkügelchen à je 0.2 gr Kokain zum Preis von Fr. 20.-- pro Kugel.

f) An T. im Dezember 2002 unter drei verschiedenen Malen total 12 
Kokainkügelchen à je 0.2 gr Kokain.

g) An V. im Oktober 202 unter vier Malen total 8 Kokainkügelchen à je 0.2 gr 
Kokain. Pro Kügelchen musste V. Fr. 80.-- bezahlen.

h) An M. im Oktober 2002 auf der Gasse in E. unter mehreren Malen total 4 
Kokainkügelchen à je 0.2 gr Kokain für total Fr. 80.--.

i) An I. im September 2002 auf der Gasse in E. 2 Kokainkugeln à je 0.2 gr 
Kokain für total Fr. 40.--.

j) An Y. ca. im Oktober 2002 unter vier verschiedenen Malen insgesamt 5 
Kokainkugeln à 0.2 gr Kokain.

k) An namentlich unbekannte Abnehmer total 39 Kokainkugeln à 0.2 gr 
Kokain. Diese Abnehmer mussten in der Regel Fr. 20.-- pro Kugel bezahlen.

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2. Die Analyse des am 8. Januar 2003 bei D. sichergestellten Kokains ergab 
einen Reinheitsgehalt von 27 bis 30%. Eine bei N. sichergestellte Kokainkugel, die 
vom Angeklagten stammte, wies einen Reinheitsgehalt von 49 bis 55% auf. Geht 
man bezüglich der von D. gehandelten 726 Kokainkugeln à 0.2 gr Kokain (total 
145.2 gr Kokain) von diesen Reinheitsgehalten aus, hat er demgemäss 39.2 bis 
79.8 gr reines Kokain verkauft oder hiezu Anstalten getroffen.

3. Anlässlich der am 8. Januar 2003 erfolgten Festnahme wurden bei ihm 
neben Fr. 300.--, die aus dem Drogenhandel stammen, 7.8 gr Kokain sowie zwei 
Mobiltelefone sichergestellt. Das Kokain war für den Weiterverkauf bestimmt; mit 
den beiden Mobiltelefonen der Marke Nokia vereinbarte der Angeklagte 
Drogenübergaben. Die Mobiltelefone, das Bargeld und das Kokain wurden 
beschlagnahmt.

4. In der Zeit von Mai 2002 bis zu seiner Festnahme vom 8. Januar 2003 
konsumierte D. vorwiegend auf der Gasse in E. pro Woche zwei Joints mit 
Marihuana durch Rauchen.“

C. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Mai 2003 vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden waren die amtliche Verteidigerin des Angeklagten 
und der zuständige Untersuchungsrichter, lic. iur. X., zugegen. Der Angeklagte war 
bereits am 5. Februar 2003 nach H. ausgeschafft worden und nahm demzufolge am 
Verfahren nicht teil. Es gelangt deshalb das Abwesenheitsverfahren zur 
Anwendung.

Der Untersuchungsrichter, lic. iur. X., stellte und begründete an der 
Hauptverhandlung folgende Anträge:

"1. D. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

 2. Dafür sei er - als teilweise Zusatzstrafe zum Strafmandat des 
Kreispräsidenten Chur vom 28. August 2002 - mit 21/2 Jahren 
Gefängnis unter Abzug der erstandenen Untersuchungshaft zu 
bestrafen.

3. Der bedingte Vollzug der 5 Tage Gefängnis gemäss Strafmandat 
vom 28. August 2002 des Kreispräsidenten Chur sei zu 
widerrufen.

4. Der Angeklagte sei für eine vom Gericht zu bestimmende Dauer 
unbedingt des Landes zu verweisen.

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5. Die sichergestellten 7.8 g Kokain seien richterlich einzuziehen und 
der Vernichtung zuzuführen. Weiter seien die sichergestellten Fr. 
620.-- und die beiden Mobiltelefone richterlich einzuziehen.

6. Gesetzliche Kostenfolge.“

Die amtliche Verteidigerin anerkannte den in der Anklageschrift relevierten 
Sachverhalt sowie die vom Untersuchungsrichter vorgenommene rechtliche 
Subsumtion grundsätzlich. Einwendungen wurden zunächst bezüglich des 
Reinheitsgehaltes der an N. veräusserten insgesamt 600 Kokainkügelchen 
vorgebracht. Die Darstellung in der Anklageschrift, wonach die bei N. vorgefundene 
Kugel vom Angeklagten stamme und gemäss Laborbericht einen Reinheitsgehalt 
von 49 - 55 % aufweise, beruhe lediglich auf ihren Angaben und sei somit nicht 
rechtsgenüglich nachgewiesen. Entsprechend sei, was den Reinheitsgehalt 
anbelangt, einzig auf die Analyseergebnisse der bei D. sichergestellten 
Kokainkugeln abzustellen, welcher gemäss Laborbericht zwischen 27 - 30 % liege. 
Die massgebliche Verkaufsmenge reinen Kokains liege demnach zwischen 39.2 
und 43.5 g. Bei der Strafzumessung sei zu berücksichtigen, dass - ausgehend von 
einer Gefängnisstrafe von 12 Monaten bei einem Umsatz von 18 g reinem Kokain - 
angesichts der vom Angeklagten gehandelten Menge ein Strafmass von 15 
Monaten in Betracht falle. In erheblichem Masse strafmindernd sei sodann das 
vollumfängliche Geständnis des Angeklagten zu berücksichtigen, was eine 
Reduktion des Strafmasses von drei bis fünf Monaten zur Folge habe. Zudem habe 
sich D. während des gesamten polizeilichen Ermittlungsverfahrens sehr kooperativ 
und einsichtig gezeigt und sich in der Untersuchungshaft vorbildlich verhalten, wie 
dem Führungsbericht der Strafanstalt Sennhof entnommen werden könne. 
Hinsichtlich des vom Angeklagen konsumierten Marihuanas dürfe nicht ausser Acht 
gelassen werden, dass D. aus eigenem Antrieb ein vollumfängliches Geständnis 
abgelegt habe; ohne dieses hätte ihm eine Verletzung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
nicht nachgewiesen werden können. Auch dieser Aspekt sei strafmindernd zu 
berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund erscheine die von der Staatsanwaltschaft 
geforderte Gefängnisstrafe von 30 Monaten als unangemessen und mit dem 
rechtsstaatlichen Prinzip der Rechtsgleichheit nicht vereinbar. Die Verteidigerin 
plädierte abschliessend dafür, D. eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten aufzuerlegen.

Auf die weiteren Ausführungen zu den Anträgen wird, soweit erforderlich, in 
den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

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Das Kantonsgericht zieht in Erwägung :

1. Art. 19 Ziff. 1 BetmG stellt den unbefugten Handel mit Betäubungsmitteln 
unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich 
betrachtet wird. Um dieser Gefahr zu begegnen, hat der Gesetzgeber diejenigen 
Handlungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen können, dass 
Betäubungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten 
zugänglich gemacht werden (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach 
Art. 1 Abs. 1 BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungs-
typen Morphin, Kokain und Cannabis. Unter anderem macht sich strafbar, wer 
unbefugt Betäubungsmittel auszieht (Abs. 2), unbefugt lagert (Abs. 3), unbefugt 
anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder 
abgibt (Abs. 4), wer sie unbefugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt 
(Abs. 5) oder wer hierzu Anstalten trifft. Für die einfache Tatbegehung droht das 
Gesetz Gefängnis bis zu drei Jahren (Art. 36 StGB) oder Busse bis zu Fr. 40'000.-- 
(Art. 48 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) an, wobei Gefängnis und Busse gemäss Art. 50 Abs. 2 
StGB miteinander verbunden werden können. In schweren Fällen reicht die 
Strafandrohung von mindestens einem Jahr Gefängnis bis zu zwanzig Jahren 
Zuchthaus (Art. 35 StGB)

a) Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 BetmG insbesondere vor, 
wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine 
Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in 
Gefahr bringen kann. Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 
334), während eine Gesundheitsgefährdung - angesichts der erheblichen 
Verschärfung der Strafdrohung für einen schweren Fall ist Ziff. 2 lit. a von Art. 19 
BetmG restriktiv auszulegen - nicht schon zu bejahen ist, wenn der Gebrauch einer 
Droge psychisch abhängig machen kann. Vielmehr ist dies erst dann der Fall, wenn 
der Konsum der Droge seelische oder körperliche Schäden verursachen kann, 
wobei die Gefahr für die Gesundheit ausserdem eine nahe liegende und ernstliche 
sein muss (BGE 121 IV 333; BGE 125 IV 93). Massgebend ist dabei allein, wie viele 
Konsumenten gefährdet werden könnten und nicht, wie viele tatsächlich gefährdet 
worden sind, ist Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG doch als abstraktes Gefährdungsdelikt 
ausgestaltet. Unerheblich ist auch, ob durch die Tathandlung neue Abnehmerkreise 
erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig sind (BGE 118 IV 205 f.; 
BGE 120 IV 338).

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 Das Bundesgericht hat unter Beachtung der in konstanter Rechtsprechung 
entwickelten Kriterien den massgeblichen Grenzwert bei Heroin auf 12 Gramm und 
bei Kokain auf 18 Gramm festgelegt, wobei es keine Rolle spielt, ob der Täter die 
Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Portion oder in vielen kleinen 
Teilmengen in Verkehr bringt (BGE 109 IV 145; BGE 114 IV 167; BGE 112 IV 363). 
Bei der Ermittlung der massgeblichen Menge ausser Betracht fallen lediglich die 
vom Täter für den Eigenkonsum verwendeten Mengen (BGE 110 IV 99). 
Entscheidend für die Subsumtion unter Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist stets die Menge 
reinen Stoffes (BGE 122 IV 363). Handelt ein Täter mit verschiedenen 
Betäubungsmittelarten, ist eine Verurteilung nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG nicht 
nur zulässig, wenn in Bezug auf je eine dieser Arten der Grenzwert erreicht wird; 
abzustellen ist stets auf die Gesamtmenge. So liegt ein schwerer Fall insbesondere 
auch dann vor, wenn der Täter beispielsweise 6 Gramm Heroin (50% von 12 
Gramm) und 9 Gramm Kokain (50% von 18 Gramm) verkauft, weil mit dieser Menge 
von Drogen die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr gebracht werden kann (BGE 
112 IV 112 f.).

b) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, dass der Täter 
weiss oder annehmen muss, dass er mit seinem Tun die Gesundheit vieler 
Menschen gefährden kann. Diese Wissen um das Gefährdungspotential des 
umgesetzten Rauschgiftes dürfte im Rahmen zentraleuropäischer Verhältnisse im 
Hinblick auf die umfassende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogen-
missbrauch in der Regel bereits bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine 
Erfahrungen mit Drogen gemacht haben (BGE 104 IV 215). In Bezug auf die grosse 
Menge genügt Eventualvorsatz; ein vorgefasster Entschluss, eine solche Menge 
umzusetzen, ist demnach nicht erforderlich (BGE 112 IV 113). Entscheidend ist 
folglich, ob der Täter durch sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von ihm 
gehandelten Menge eine grosse Zahl von Menschen in Gefahr zu bringen.

2. Der Angeklagte hat den in der Anklageschrift relevierten Sachverhalt 
vollumfänglich anerkannt. Bereitet demzufolge die rechtliche Subsumtion seines 
Verhaltens unter die Tatbestände der Art. 19 Ziff. 2 lit. a und Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
keine grösseren Schwierigkeiten, drängen sich zur Anklageschrift dennoch einige 
Bemerkungen grundsätzlicher Natur auf. Im Einzelnen ergibt sich folgendes:

a) Gemäss Ziff. 1 der Anklageschrift verkaufte D. insgesamt 700 
Kokainkugeln à je 0.2 Gramm an verschiedene, namentlich bekannte und 
unbekannte Abnehmer. Weitere 26 Kugeln im Gesamtgewicht von 5.2 Gramm 

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wurden bei ihm anlässlich der Hausdurchsuchung am 8. Januar 2003 sichergestellt. 
In Ziff. 2, wo es um den Reinheitsgrad des gehandelten Kokains geht, ist - leicht 
missverständlich - von insgesamt 726 gehandelten Kugeln die Rede; effektiv 
verkauft wurden indes 700 Kugeln an die gemäss Ziff. 1 lit. a - k aufgeführten, teils 
bekannten, teils unbekannten Abnehmer, während die restlichen 26 Kugeln nur für 
den Verkauf bestimmt waren. Zuzustimmen ist der Staatsanwaltschaft darin, dass 
dies für die Bestimmung der Gesamtmenge bzw. für die Strafbarkeit des 
Angeklagten unerheblich ist; diese liegt gemäss Ziff. 2 der Anklageschrift somit bei 
145.2 Gramm Kokain, entsprechend 726 Kugeln à 0.2 Gramm. Im Gegensatz zu 
Ziff. 2 ist in Ziff. 3 der Anklageschrift nun plötzlich die Rede von 7.8 Gramm Kokain, 
welches anlässlich der Festnahme vom 8. Januar 2003 nebst Fr. 300.-- Bargeld 
sowie zwei Mobiltelefonen sichergestellt worden waren. Daraus könnte nun der 
Eindruck entstehen, diese 7.8 Gramm seien zusätzlich zu den anlässlich der 
Leibesvisitation von D. zum Vorschein gekommenen 26 Kugeln entdeckt worden, 
was jedoch nicht der Fall ist. Vielmehr verhält es sich so, dass sich gemäss Rapport 
des Spezialdienstes 4 der Kantonspolizei Graubünden (act. 4.2) 26 Kugeln à 0.3 
Gramm in der Unterhose des Angeklagten befanden, was einer Menge von 7.8 
Gramm entspricht. Offenbar wurde das Gewicht versehentlich und in Abweichung 
der restlichen 700 verkauften Kugeln mit 0.3 Gramm je Kugel beziffert und von der 
Staatsanwaltschaft unbesehen in die Anklageschrift übernommen. Auch wenn es 
sich in Bezug auf die Gesamtmenge um keine grosse Abweichung handelt, sollten 
solche Diskrepanzen zur Vermeidung von Unklarheiten und Missverständnissen 
nach Möglichkeit vermieden werden. Auszugehen ist somit von einer Gesamtmenge 
von 145.2 Gramm Kokain.

b) Wie bereits erwähnt, werden in der Anklageschrift als Abnehmer der 
tatsächlich verkauften 700 Kokainkugeln verschiedene Personen namentlich 
aufgeführt (vgl. lit. a-j), während insgesamt 39 Kokainkugeln einer unbekannten 
Abnehmerschaft zugeordnet werden (lit. k). Für die Strafbarkeit des Angeklagten ist 
es zwar unerheblich, ob die Abnehmer der von ihm zugestandenermassen 
verkauften Kokainmenge namentlich bekannt sind oder nicht, hat er sich doch in 
jedem Fall der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG schuldig gemacht, wobei 
- wie noch aufzuzeigen sein wird - aufgrund der umgesetzten Menge reinen Stoffes 
und der Anzahl der Abnehmer ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG vorliegt. Daraus lässt sich allerdings nicht ohne weiteres schliessen, dass 
es auf die in der Anklageschrift namentlich aufgeführten Abnehmer ohnehin nicht 
ankomme, werden diese doch aufgrund der Aussagen des Angeklagten ebenfalls 
der Widerhandlung gegen das BetmG beschuldigt und müssen sie, wie aus dem 

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Polizeirapport hervorgeht, mit der Eröffnung eines entsprechenden Strafverfahrens 
rechnen. Stellt nun das Kantonsgericht bei seiner Verurteilung auf die Angaben in 
der Anklageschrift ab, so gibt es damit zugleich kund, dass es die darin enthaltene 
Sachverhaltsdarstellung als zutreffend erachtet. Dies hat zur Folge, dass die in lit. 
a - j namentlich aufgeführten Personen von Angeklagten die in der Anklageschrift 
erwähnten Mengen Kokainkugeln tatsächlich gekauft haben. In diesem 
Zusammenhang stellt sich nun zwangsläufig die Frage, wie sich die von D. 
belasteten Personen zu dessen Aussagen stellen, das heisst ob sie diese ganz oder 
teilweise anerkennen oder aber bestreiten. Wird nun im heutigen Urteil auf die 
Angaben von D. über die Abgabe von Kokain in dem in der Anklageschrift 
erwähnten Umfang an die namentlich genannten Personen abgestellt, so hat dies 
in den nachfolgenden Verfahren gegen diese Abnehmer zur Folge, dass sich die 
Strafverfolgungsbehörde im Bestreitungsfall erfahrungsgemäss auf das Urteil des 
Kantonsgerichts beruft. Dabei wird regelmässig geltend gemacht, das Kantons-
gericht habe damals die Abgabe und die Menge an die genannten Bezüger 
ausdrücklich als ausgewiesen erachtet. Es besteht mit anderen Worten die 
Möglichkeit, dass das gegen D. gefällte Urteil eine präjudizielle Wirkung auf die 
gegen die einzelnen Abnehmer geführten Verfahren entfaltet. Aus diesem Grund ist 
bereits jetzt der Tatsache zu begegnen, durch eine solche Vorgehensweise die 
Gefahr widersprüchlicher Urteile zu schaffen. Das bedeutet, dass selbst beim 
geständigen Angeklagten von Amtes wegen anhand der Verfahrensakten zu prüfen 
ist, ob seine Angaben auch bezüglich der von ihm genannten Abnehmer und der 
hierbei jeweils angegebenen Menge ausgewiesen ist. Bekanntermassen liegt die 
Beweislast für die dem Beschuldigten zur Last gelegten Tat grundsätzlich beim 
Staat (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden 
[StPO], 2. Auflage, Chur 1996, S. 306). Bei der Würdigung der Beweismittel 
entscheidet das Gericht nach freier, in der Hauptverhandlung  gewonnener 
Überzeugung, wobei es sich verbietet, einzelnen dieser Beweismittel eine 
vorrangige Bedeutung zuzumessen (Art. 125 Abs. 2 StPO). An den Tatbeweis sind 
hohe Anforderungen zu stellen; verlangt wird mehr als eine blosse 
Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft, denn mit 
solcher Gewissheit lassen sich infolge der Unzulänglichkeit des menschlichen 
Erkenntnisvermögens Tatsachen kaum je beweisen (Padrutt, a.a.O., S. 306). 
Insbesondere das Geständnis ist nur ein Beweismittel unter mehreren und es bildet 
keine wesentliche Voraussetzung mehr für eine Verurteilung, auch wenn es in aller 
Regel als relativ sichere Basis für eine solche erscheint (Schmid, Niklaus: 
Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 613). Vor diesem Hintergrund geht es 
nicht an, a priori auf die Aussagen des Angeklagten abzustellen und 

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unberücksichtigt zu lassen, ob und in welchem Masse diese von den einzelnen 
Abnehmern bestritten werden. Dies umso weniger, als vorliegend die Möglichkeit 
bestanden hätte, die teils doch erheblich voneinander abweichenden Angaben im 
Rahmen eines Konfrontverhörs zu verifizieren. Darauf wird in den nachfolgenden 
Erwägungen näher einzugehen sein. Sodann darf nicht ausser Acht gelassen 
werden, dass der Angeklagte nicht zur Wahrheit verpflichtet ist und ohne direkte 
strafprozessuale Sanktionen lügen kann (Padrutt, a.a.O., S. 204). Geht man nun 
die Anklageschrift und die Akten unter diesem Aspekt durch, ergibt sich, dass sie 
den hohen Beweisanforderungen nicht zu genügen vermögen und der Nachweis 
bei einigen Abnehmern gänzlich, bei anderen zumindest teilweise fehlt. Dazu ist im 
Einzelnen folgendes festzuhalten:

aa) In Bezug auf die in der Anklageschrift genannten Abnehmer N. und C. 
(vgl. Ziff. 1 lit. a und b) kann festgehalten werden, dass ihre Aussagen mit 
denjenigen des Angeklagten übereinstimmen. In der polizeilichen Aussage vom 5. 
Dezember 2002 machte N. geltend, bei D. am meisten Kokainkugeln gekauft zu 
haben, wobei sie die Anzahl auf etwa 600 Stück schätzte (act. 5.1 S. 4). Der 
Angeklagte bestätigte diese Menge und räumte ebenfalls ein, N. sei seine beste 
Abnehmerin gewesen (act. 6.5 S. 2; act. 6.6). C. hat die Angaben von D. über den 
Erwerb von 10 Kokainkugeln ebenfalls bestätigt (act. 5.5 S. 2). Von den insgesamt 
700 gehandelten Kokainkugeln wurden somit deren 610 an die vorstehend 
genannten Abnehmer verkauft.

bb) Die in Ziff. 1 lit. c, e, f und g genannten Personen, welche aus-schliesslich 
von der Polizei befragt wurden, haben durchwegs eine geringere Menge 
Kokainkugeln angegeben, welche sie vom Angeklagten bezogen haben wollen. So 
machte A. geltend, vom Angeklagten eine Kokainkugel erworben zu haben, 
während die Anklageschrift in Ziff. 1 lit. c deren  sieben aufführt (act. 5.4 S. 4; 6.4 S. 
4 und 6.6 S. 3). G. will 6 Kugeln gekauft haben, während in Ziff. 1 lit. e der 
Anklageschrift 9 Kugeln erwähnt sind (act. 5.6 S. 2, 6.4 S. 4). An T. verkaufte D. 
gemäss Ziff. 1 lit. f der Anklageschrift 12 Kugeln, während dieser geltend macht, nur 
eine Kugel gekauft zu haben (act. 5.7 S. 2; 6.4 S. 4). An den in Ziff. 1 lit. g erwähnten 
V. hat der Angeklagte nach Darstellung der Staatsanwaltschaft 8 Kugeln verkauft; 
V. selbst spricht von „ein paar Kugeln Kokain“, wobei er über den bezahlten Betrag 
oder die Menge keine Angaben machen konnte (act. 5.8 S. 3; 6.4 S. 5). Eine 
Konfronteinvernahme hat in keinem dieser Fälle stattgefunden; vielmehr stellte die 
Staatsanwaltschaft in der Anklage vollumfänglich auf die Angaben des Angeklagten 
ab. Im Rahmen seines Parteivortrages führte der zuständige Untersuchungsrichter 

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an der Hauptverhandlung aus, die Angaben geringerer Mengen durch einige der 
Abnehmer sei nicht weiter relevant. Es sei nichts Aussergewöhnliches, dass 
polizeierfahrene Drogenkonsumenten ihren Konsum zu verniedlichen versuchten. 
Dies mag zwar zutreffend sein und den Erfahrungen der Strafverfolgungsbehörden 
im Umgang mit solchen Delinquenten entsprechen. Den Nachweis für den 
tatsächlichen Erwerb der in der Anklageschrift aufgeführten Mengen wird dadurch 
allerdings nicht erbracht. Es stellt sich ohnehin die Frage, weshalb den Aussagen 
des Angeklagten von vorneherein ein grösserer Wahrheitsgehalt zukommen und 
diese ohne weiteres zutreffend sein sollten. Die Tatsache allein, dass sich D. 
geständig zeigte, reicht hierfür nicht aus, können doch die Gründe für ein solches 
mannigfaltig sein. Der Angeklagte wollte, dass die Angelegenheit so schnell als 
möglich erledigt werde (vgl. act. 3.3 S. 4); daraus zu folgern, er habe gegenüber der 
Polizei und dem zuständigen Untersuchungsrichter möglichst wahrheitsgetreue 
Angaben über die an einzelne Personen verkauften Mengen machen wollen, wäre 
wohl eher spekulativ. Als der Angeklagte einen Tag nach seiner Verhaftung 
polizeilich befragt wurde, sagte er aus, er wisse nicht, wie viele Kokainkugeln er 
insgesamt verkauft habe; nach seiner Schätzung seien es einige hundert gewesen. 
Auf die Frage, an welche Personen er Kokain verkauft habe, sagte er, dass es sich 
um viele weisse Leute, Frauen und Männer, handelte. Insgesamt habe er Kokain 
an über 20 verschiedene Personen verkauft, deren Namen er jedoch nicht kenne 
(act. 6.4 S. 5). Erstaunlich ist dabei, dass er jeweils genaue Angaben über die von 
diesen bezogenen Kokainkugeln machen konnte. Die in dieser polizeilichen 
Befragung angegebenen Personen (insgesamt 9) und die dort genannten Mengen 
wurden in der Folge in die Anklageschrift übernommen. D. bezifferte die 
Gesamtzahl der verkauften Kokainkugeln auf 700, wobei er die Menge nicht genau 
angeben konnte. Dass unter diesen Umständen hinsichtlich der Zuweisung von 
Kokainkugeln an namentlich genannte und mittels Vorlage von Fotografien 
identifizierte Leute eine gewisse Vorsicht geboten ist, vor allem wenn diese 
durchgehend eine teilweise erheblich geringere Menge angeben und zudem kein 
Konfrontverhör durchgeführt wurde, liegt nahe. Dies umso mehr, als auch N., 
welche gemäss eigenen Angaben von verschiedenen Dealern ein grosse Anzahl 
Kokainkugeln bezogen und anschliessend an namentlich genannte Abnehmer 
verkauft hatte, nicht angeben konnte, wie viele Kugeln ein jeder von diesen 
tatsächlich erworben hatte; dies war nach ihrem Dafürhalten sehr schwierig 
anzugeben (act. 5.1 S. 3). Es ist nicht nachvollziehbar, wie D., welcher einen 
Abnehmerkreis von über zwanzig ihm namentlich nicht bekannten Personen hatte - 
N. konnte ihre Kokainbezüger namentlich angeben; es seien vorwiegend Personen 
aus der Szene E. gewesen - in der Lage sein sollte, derart genaue und verlässliche 

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Angaben zu machen. Aus dem Gesagten folgt, dass von den insgesamt verkauften 
700 Kugeln den in der Anklageschrift unter Ziff. 1 lit. c, e, f und g genannten 
Personen nur so viele zuzuordnen sind, wie diese eingestanden haben. Der 
jeweilige Rest ist, jedenfalls im vorliegenden Verfahren, als Verkauf an namentlich 
unbekannte Abnehmer zu betrachten. Dieser Schluss drängt sich vor allem auch 
deshalb auf, als sich die einzelnen Abnehmer, wie bereits ausgeführt, ebenfalls 
strafrechtlich zu verantworten haben werden. Es liesse sich zwar einwenden, diese 
fielen zumindest teilweise unter den privilegierten Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 
BetmG, welcher für jene Beschaffungshandlungen, die ausschliesslich dem 
eigenen Konsum dienen und demnach keine Drittpersonen gefährden, nur Haft oder 
Busse androhe. Dies darf indessen nicht dazu führen, die Anforderungen an die 
Beweislast herabzusetzen. Selbst wenn es für die Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 
BetmG auf die Quantität des konsumierten Stoffes nicht wesentlich ankommt, so 
darf doch nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Menge bei der 
Strafzumessung eine wichtige - wenn auch keine vorrangige - Rolle spielt. 
Insbesondere besteht gemäss Art. 19a Ziff. 2 BetmG zudem die Möglichkeit, in 
leichten Fällen das Verfahren einzustellen oder von einer Bestrafung abzusehen. 
Bei der Beurteilung, ob ein Fall leicht ist, hat der Richter die gesamten objektiven 
und subjektiven Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen, wobei er nicht nur 
auf ein einziges Element, etwa die Art der Droge, die Vorstrafen des Täters oder auf 
die Umstände, unter denen er gehandelt hat, abstellen darf (Fingerhuth, 
Thomas/Tschurr, Christoph: Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz, Zürich 
2002, S. 159 f.). Es steht ausser Frage, dass auch die konsumierte Menge ein zu 
berücksichtigendes Kriterium darstellt und ein leichter Fall je weniger anzunehmen 
ist, je mehr der Täter von einer bestimmten Droge konsumiert hat. Es ist demnach 
alles andere als unerheblich, ob - um nur ein Beispiel zu nennen - der in Ziff. 1 lit. f 
der Anklageschrift genannte Abnehmer T. vom Angeklagten nur eine Kokainkugel 
oder aber deren zwölf bezogen hat.

cc) In Ziff. 1 lit. d, h, i und j werden mit R., M., I. und Y. vier weitere Personen 
namentlich aufgeführt, die von D. Kokain erworben haben sollen. Hinsichtlich dieser 
Abnehmer liegen weder polizeiliche noch untersuchungsrichterliche Einvernahmen 
bei den Akten. Dem Polizeirapport ist dazu zu entnehmen, dass über diese 
Personen weiter ermittelt und zu einem späteren Zeitpunkt rapportiert werde (act. 
4.2 S. 7). In Bezug auf V. ist dies denn auch tatsächlich erfolgt, hinsichtlich der 
übrigen, eingangs erwähnten Personen jedoch nicht. Was nun vorstehend unter lit. 
bb zu den einvernommenen, teilweise geständigen Personen gesagt wurde, muss 
umso mehr für jene Personen gelten, von denen nicht einmal eine Befragung bei 

13

den Akten liegt. Es verbietet sich dem Gericht unter solchen Umständen, diese 
Verweigerung des rechtlichen Gehörs nicht zu beachten und einfach auf die 
Aussagen des Angeklagten abzustellen. Anders zu entscheiden hiesse, den 
Grundsatz, wonach an den Tatbeweis hohe Anforderungen zu stellen sind, letztlich 
seines Inhalts zu entleeren. Zudem wäre eine solche Vorgehensweise auch nicht 
mit dem in Art. 125 Abs. 2 StPO statuierten Prinzip der freien Beweiswürdigung 
vereinbar, käme doch dem Geständnis des Angeklagten vorrangige, ja gar 
ausschliessliche Bedeutung zu. Zu beachten ist ausserdem, dass vorliegend das 
Abwesenheitsverfahren zur Durchführung gelangt und sich das Gericht daher selbst 
kein abschliessendes Bild über die Glaubhaftigkeit der Aussagen von D. machen 
kann. Insbesondere bleibt letztlich unbeantwortet, aus welchem Grund er sich denn 
so gut an die Menge der den einzelnen Abnehmern verkauften Kokainkugeln 
erinnern konnte. Nach dem Dargelegten ist der Beweis, dass der Angeklagte den 
unter Ziff. 1 lit. d, h, i und j genannten Personen Kokain abgegeben hat, gestützt auf 
die vorliegenden Akten nicht rechtsgenüglich erbracht. Auch hier gilt jedoch, dass 
dieser Umstand D. selbst nicht zu entlasten vermag. Die von der Staatsanwaltschaft 
in Ziff. 1 lit. d, h, i und j der Anklageschrift aufgeführten Kokainmengen sind 
demnach unter dem Titel „namentlich unbekannte Abnehmer“ zuzuordnen.

dd) In Ziff. 2 der Anklageschrift wird dem Angeklagten der Verkauf von 39.2 
bis 79.8 g Kokain zur Last gelegt. Diese Differenz ist im Verhältnis zu der in Frage 
stehenden Kokainmenge erheblich. Geht man von der Minimalmenge von 39.2 g 
aus (entsprechend einem Reinheitsgrad von 27%), so beträgt diese ungefähr das 
Doppelte der vom Bundesgericht für das Vorliegen eines schweren Falles auf 18 g 
festgesetzten Menge reinen Stoffes. Stellt man auf einen Reinheitsgrad von 55% 
ab, ergäbe dies insgesamt 79.8 g, was eine rund vierfache Überschreitung des 
Grenzwertes bedeutete. Die Frage, wie gross die Menge des verkauften reinen 
Stoffes war, spielt hinsichtlich der rechtlichen Subsumtion keine Rolle, hat D. doch 
in jedem Fall den Grenzwert von 18 g überschritten. Bei der Strafzumessung 
hingegen ist die Menge der verkauften reinen Drogen ein wichtiger Faktor, wenn 
auch nicht von vorrangiger Bedeutung (Wiprächtiger, Hans: Basler Kommentar zum 
Strafgesetzbuch, Art. 1-110 StGB, Basel 2003, N 52 f. zu Art. 63). Im Rahmen der 
Tatkomponente ist unter anderem das Ausmass des verschuldeten Erfolges zu 
berücksichtigen; demgemäss bildet die Menge der vom Täter in Umlauf gebrachten 
Betäubungsmittel ein verschuldensrelevantes Kriterium (BGE 117 IV 113 f.). Der 
Umstand der grossen Spannweite ist vorliegend darauf zurückzuführen, dass die 
bei D. sichergestellte Kokainkugel einen Reinheitsgehalt von mindestens 27% 
aufwies, während gemäss Laborbericht des Instituts für Rechtsmedizin am 

14

Kantonsspital St. Gallen der Reinheitsgehalt der bei N. sichergestellten Kokainkugel 
mindestens 49% betrug (vgl. act. 4.7 und 4.8). Damit ist aber noch nicht die Frage 
beantwortet, mit wie viel Gramm reinem Kokain der Angeklagte von der 
Strafverfolgungsbehörde nun tatsächlich belastet wird; ist es die Minimalmenge, die 
Maximalmenge oder eine irgendwo dazwischen liegende Menge. D. hat 
grundsätzlich Anspruch darauf zu wissen, in welchem Umfange er eines 
Drogendelikts bezichtigt wird beziehungsweise welche Menge die 
Staatsanwaltschaft als ausgewiesen erachtet. Weisen, wie vorliegend, die an 
verschiedene Abnehmer verkauften Kokainkugeln unterschiedliche Reinheitsgrade 
auf, sollte sich daher die Anklageschrift darüber auszusprechen, wie viele 
Kokainkugeln mit welchem Reinheitsgrad der Täter verkauft hat, um dergestalt die 
massgebliche Menge reinen Stoffes zu ermitteln. Auch wenn auf Grund der in der 
Anklageschrift angegebenen Minimal- und Maximalmenge nicht gesagt werden 
kann, sie genüge der formellen Anforderungen nicht, ändert dies nichts daran, dass 
ein klarerer Vorhalt im Interesse aller am Strafverfahren Beteiligten liegt.

Das Kantonsgericht ging bei der Festlegung der reinen Kokainmenge von 
folgenden Überlegungen aus: Der Angeklagte selbst konnte über die Qualität der 
Kokains keine Angaben machen; er habe stets fertig abgepackte Kokainkugeln 
erhalten und diese nicht mit Fremdsubstanzen gestreckt (vgl. act. 6.4 S. 6 und 6.5 
S. 2). Die Analyseergebnisse hat er vollumfänglich anerkannt (act. 6.5 S. 2). N., 
welche insgesamt 600 Kokainkugeln beim Angeklagten bezogen hat, sagte aus, die 
Qualität sei immer mittelmässig bis gut gewesen (act. 5.2 S. 2). Diese Aussage 
erscheint durchaus als glaubhaft, ansonsten hätte sie bei D. wohl nicht eine solche 
Menge gekauft. Kannte sie neben D. noch andere Dealer, so machte sie geltend, 
bei diesem am meisten Kokain bezogen zu haben (act. 5.2 S. 4). Dass die Qualität 
in Ordnung war, bestätigt sodann auch die Analyse einer ihr abgenommenen, 
gemäss eigenen Angaben vom Angeklagten gekauften Kokainkugel, welche einen 
Reinheitsgehalt von 49 bis 55% aufwies. Schliesslich kann auch nicht ernsthaft 
angezweifelt werden, dass die bei N. anlässlich der Hausdurchsuchung 
sichergestellte Kokainkugel tatsächlich vom Angeklagten stammte; zum einen sagte 
sie selbst aus, dass D. der Verkäufer sei, zum anderen bestätigte sie, in den 
Monaten Oktober und November 2002 täglich Kokain bei ihm bezogen zu haben 
(act. 5.3 S. 2 sowie 5.2 S. 2). Der Einwand der amtlichen Verteidigerin, die Herkunft 
der betreffenden Kokainkugel beruhe lediglich auf einer Aussage von N. und sei 
demnach nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, erweist sich bei dieser Sachlage als 
unbehelflich. Nach den letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen (vgl. SJZ 95 
[1999] Nr. 21, S. 511) weist Kokain bei Kleinmengen und bei guter Qualität einen 

15

Reinheitsgrad von durchschnittlich 71% und bei mittlerer Qualität einen solchen von 
38% auf. Der bei der Kokainkugel von N. festgestellte Reinheitsgrad von min-
destens 49% liegt demzufolge im Schnitt von mittlerer und guter Qualität. Es 
rechtfertigt sich daher, bezüglich der an N. verkauften Menge von insgesamt 120 g 
Kokain (600 Kugeln à 0.2 g) auf einen durchschnittlichen Reinheitsgrad von 49% 
abzustellen, was 58.8 g reines Kokain ergibt. 

Über die Qualität der an weitere, bekannte und unbekannte Drittpersonen 
veräusserten Menge Kokainkugeln liegen keine gesicherten Angaben vor. C. 
machte zwar geltend, die von ihm bei D. gekauften 10 Kokainkugeln hätten eine 
mittelmässige bis gute Qualität aufgewiesen, doch liessen sich diese Angaben nicht 
mittels eines Labortests verifizieren (act. 5.5 S. 2). Sowohl bezüglich V. als auch 
bezüglich der übrigen Abnehmer ist daher zugunsten des Angeklagten von einem 
Reinheitsgrad von 27% auszugehen, womit die verbleibenden 25.2 g Kokain (126 
Kokainkugeln à 0.2 g) 6.8 g reinen Stoff ergeben. Dem Angeklagten ist somit der 
Verkauf von insgesamt 65.6 g reinem Kokain zur Last zu legen.

3. Mit dem Verkauf von insgesamt 65.6 g reinem Kokain an über 20 
Abnehmer hat der Angeklagte den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG zweifellos erfüllt, hat er doch die für die Annahme eines schweren Falles 
festgesetzte Menge von 18 g um mehr als das dreifache überschritten. In subjektiver 
Hinsicht ist für die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG Vorsatz 
erforderlich. Vorsätzlich handelt gemäss Art. 18 Abs. 2 StGB, wer ein Verbrechen 
oder Vergehen mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört nur das auf die 
objektiven Merkmale des Tatbestandes bezogene Wissen und Wollen, nicht 
hingegen das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Strafbarkeit 
(BGE 107 IV 207). Der Täter muss wissen, dass der verkaufte Stoff Heroin, Kokain 
oder ein anderes Betäubungsmittel ist (Albrecht, Peter: Kommentar zum 
Schweizerischen Strafrecht, Sonderband Betäubungsmittelstrafrecht, Art. 19-28 
BetmG, Bern 1995, N 85 f. zu Art. 19). Vorliegend besteht kein Zweifel, dass D. 
vorsätzlich mit Kokain handelte. Zudem war beim Angeklagten aufgrund der 
einschlägigen Vorstrafe das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit des Handels mit 
diesem Betäubungsmittel klar vorhanden. Aufgrund seiner zahlreichen, über einen 
verhältnismässig kurzen Zeitraum von einem halben Jahr - bereits kurz nach seiner 
Einreise im Mai 2002 begann er mit seiner deliktischen Tätigkeit und setzte diese 
bis zu seiner Verhaftung am 8. Januar 2003 fort - getätigten Verkäufe nahm es der 
Angeklagte zumindest in Kauf, eine solche Menge von Betäubungsmitteln 
abzusetzen, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (BGE 

16

112 IV 113). Wie erwähnt, wurde er bereits einmal wegen Widerhandlung gegen 
Art. 19 Ziff. 1 BetmG verurteilt, was ihn indessen nicht davon abhielt, unmittelbar im 
Anschluss danach und während hängiger Probezeit weiter zu delinquieren. Somit 
liegt auch subjektiv ein schwerer Fall eines Verstosses gegen das 
Betäubungsmittelgesetz vor.

4. Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 begeht. In leichten Fällen kann das 
Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden; es kann auch eine 
Verwarnung ausgesprochen werden.

a) Für die Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG kommt es auf die Quantität 
des konsumierten Stoffes nicht an; selbst der einmalige Gebrauch einer 
geringfügigen Menge ist strafbar. Im Übrigen erfasst der Tatbestand nur jene 
Beschaffungshandlungen, die ausschliesslich dem eigenen Drogenkonsum dienen 
und somit eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen ist. Insbesondere schliessen 
Beschaffungshandlungen, die zum Drogenkonsum Dritter führen oder konkret 
führen können - so etwa Verkauf oder Vermittlung - die Anwendung von Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG aus (Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., S. 156). Ob ein leichter Fall im Sinne 
von Ziff. 2 der Bestimmung vorliegt, ist anhand aller objektiver und subjektiver 
Umstände des Einzelfalles zu prüfen, wobei dem Richter ein weiter 
Ermessensspielraum zusteht. Auch bei Konsum von Haschisch ist nicht stets ein 
leichter Fall gegeben. Die Annahme eines leichten Falles ist ausgeschlossen, wenn 
jemand regelmässig Haschisch konsumiert und nicht die Absicht hat, sein Verhalten 
zu ändern (BGE 124 IV 44).

b) D. ist geständig, in der Zeit von Mai 2002 bis zu seiner Festnahme am 8. 
Januar 2003 wöchentlich zwei Joints mit Marihuana durch Rauchen konsumiert zu 
haben. Damit steht fest, dass er mehrfach gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG verstossen 
hat. Der regelmässige Konsum während einer Zeitspanne von über einem halben 
Jahr macht deutlich, dass vorliegend nicht mehr von einem leichten Fall im Sinne 
von Ziff. 1 der genannten Bestimmung gesprochen werden kann. Demgemäss ist 
der Angeklagte der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
schuldig zu sprechen. 

5. Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das 

17

Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des 
Verschuldens bezieht sich dabei auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 
konkreten Straftat. Im Rahmen der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten 
das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung 
sowie die Beweggründe des Schuldigen, während die Täterkomponente vor allem 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren - beispielsweise Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit - umfasst 
(BGE 117 IV 113 f.). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken 
strafmindernd oder straferhöhend, wobei die Überlegungen des Richters 
nachvollziehbar sein müssen.

a) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere 
Freiheitsstrafen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem in Art. 68 StGB 
statuierten Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren 
Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht 
um mehr als die Hälfte überschreiten und ist dabei zudem an das gesetzliche 
Höchstmass der Strafart gebunden. Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den 
mit der höchsten Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die 
Strafzumessung ist daher im vorliegenden Fall der in Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung 
mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG vorgesehene Strafrahmen, der von einem Jahr 
Gefängnis bis zu Zuchthaus in der Höhe von 20 Jahren reicht. Damit kann zusätzlich 
eine Busse bis zu einer Million Franken verbunden werden. 

Der Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass die Widerhandlung 
gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG als ernstzunehmendes Delikt zu qualifizieren ist. 
Die objektive Schwere des Delikts im konkreten Einzelfall zeigt sich aber 
insbesondere aufgrund des Ausmasses des deliktischen Erfolgs sowie der Art und 
Weise der Ausführung des Vergehens. Diese erlauben dem Gericht eine Ver-
feinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet hat. Die Menge der 
umgesetzten Drogen ist zwar für die Strafzumessung nicht von ausschlaggebener 
Bedeutung, sie bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den 
kriminellen Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 1996 Nr. 28; BGE 118 IV 348). 
Auch der Gesetzgeber hat bei der Umschreibung des schweren Falles dem 
quantitativen Aspekt erhebliches Gewicht beigemessen; denn wer eine grosse 
Menge Rauschgift in Umlauf setzt und damit Leben und Gesundheit vieler 
Menschen gefährdet, nimmt eine besonders skrupellose und menschen-
verachtende Haltung ein, die grundsätzlich ein hohes Verschulden offenbart.

18

b) D. hat über eine Zeitspanne von etwas mehr als einem halben Jahr 
intensiv delinquiert und insgesamt 65.6 g reines Kokain an über 20 verschiedene 
Abnehmer verkauft. Wie bereits erwähnt, ist das Ausmass des vom Täter 
verursachten Erfolges ein Kriterium, welches ihm Rahmen der Tatkomponente zu 
beachten und für die Bemessung des Verschuldens von Bedeutung ist. Der 
Angeklagte hat den für die Annahme eines schweren Falles massgeblichen 
Grenzwert von 18 g reinem Kokain um mehr als das dreifache überschritten und hat 
dabei einen nicht unbedeutenden Umsatz sowie Gewinn erzielt. Zudem ist zu 
berücksichtigen, dass D. selbst nicht rauschgiftsüchtig ist und aus rein egoistischen 
Beweggründen handelte, indem er das Geld für den Kauf von Kleidern und für den 
gelegentlichen Besuch eines Nachtclubs verwendete (act. 6.4 S. 6). Es bestand mit 
anderen Worten keine irgendwie geartete Notlage, die sein Verhalten in einem 
milderen Licht erscheinen liesse. Das Verschulden ist daher als erheblich 
einzustufen. Zu Ungunsten des Angeklagten fällt des Weiteren ins Gewicht, dass er 
kurz nach seiner Einreise in die Schweiz mit seiner deliktischen Tätigkeit begonnen 
hat und diese ununterbrochen bis zu seiner Festnahme fortsetzte, indem er - 
zumindest zeitweise - täglich Kokain verkaufte. 

Straferhöhend ist die einschlägige Vorstrafe vom 28. August 2002 zu 
berücksichtigen, nach welcher D. zumindest einen Teil der vorliegend zu 
beurteilenden Delikte verübte, zu werten. Ebenso muss das Delinquieren während 
der Probezeit straferhöhend Berücksichtigung finden.

  Strafschärfend wirken sich die mehrfache Tatbegehung und das Zusam-
mentreffen mehrerer strafbarer Handlungen aus. Strafmindernd ist der gute 
Führungsbericht der Strafanstalt Sennhof sowie das kooperative Verhaltens des 
Täters im Strafverfahren zu berücksichtigen. Das vollumfängliche Geständnis von 
D. wirkt ebenfalls strafmindernd, doch erscheint es als fraglich, dieses 
gewissermassen schematisch - je nach den Umständen - im Umfang von einem 
Fünftel bis zu einem Drittel zu gewichten. Die Gründe für das Ablegen eines solchen 
können vielfältig sein und reichen vom Willen, im eigenen Leben eine Kehrtwende 
zu vollziehen über prozesstaktische Überlegungen bis hin zu der im betreffenden 
Fall aussichtslosen Beweislage (Wiprächtiger, a.a.O., N 108 zu Art. 63). In der 
Literatur besteht  keine Einigkeit darüber, in welchem Ausmass das Geständnis 
strafmindernd zu gewichten ist. Letztlich liegt der Entscheid im Ermessen des 
Richters, welcher sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalls zu beachten hat. 
Vorliegend ist zugunsten von D. anzuführen, dass er, ohne entsprechenden Vorhalt, 

19

von sich aus seinen Marihuanakonsum zugestanden hat. Strafmilderungsgründe 
liegen nicht vor.

c) Zu beachten ist sodann, dass der Angeklagte die vorliegend zu beur-
teilenden Delikte zum Teil vor seiner Verurteilung durch den Kreispräsidenten Chur 
am 28. August 2002 begangen hat. So muss für diese neu zu beurteilenden Taten 
eine teilweise Zusatzstrafe ausgefällt werden. Bei der Bemessung der Zusatzstrafe 
ist darauf zu achten, dass der Täter durch die doppelte Aburteilung nicht besser und 
nicht schlechter gestellt wird, als wenn alle zu einem Zeitpunkt verfolgbaren Taten 
in einem Urteil abgehandelt worden wären (Art. 68 Ziff. 2 StGB). 

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es als 
angemessen und gerechtfertigt, D. - teilweise als Zusatz zu der vom Kreispräsidium 
Chur am 28. August 2002 ausgesprochenen Strafe von 5 Tagen Gefängnis - eine 
Gefängnisstrafe von zwei Jahren aufzuerlegen.

d) Nach Art. 69 StGB rechnet der Richter dem Verurteilten die Unter-
suchungshaft auf die Freiheitsstrafe an, sofern der Täter diese nicht durch sein 
Verhalten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Von der Anrechnung darf 
nach der neueren Praxis des Bundesgerichts nur abgesehen werden, wenn der 
Beschuldigte durch ein gemäss rechtsstaatlichen Grundsätzen objektiv vor-
werfbares Verhalten, welches ihm zum Verschulden gereicht, die Untersuchungs-
haft in der Absicht herbeigeführt oder verlängert habe, den Strafvollzug zu ver-
kürzen oder zu umgehen (BGE 117 IV 406). Als solches Verhalten gilt weder die 
blosse Verweigerung von Aussagen noch das blosse Leugnen der Tat, denn der 
Beschuldigte ist nicht zur Offenbarung von Straftaten verpflichtet, zu denen er nicht 
befragt wurde. Die Anrechnung hat indessen zu unterbleiben, wenn der 
Beschuldigte die Behörden durch unwahre Behauptungen und Einwendungen zu 
weiteren und unnötigen Erhebungen veranlasste oder wenn er seine Verteidigungs-
rechte zur Erreichung sachfremder Zwecke missbrauchte (BGE 117 IV 406; BGE 
105 IV 241). Ablehnungsgründe im Sinne der aufgeführten Rechtsprechung 
bestehen in Bezug auf D. keine, so dass einer Anrechnung der erstandenen 
Untersuchungshaft von 29 Tagen an die ausgefällte Strafe nichts entgegensteht.

6. Da D. die vorliegend zu beurteilenden Delikte teilweise während der mit 
Urteil des Kreispräsidums Chur vom 28. August 2002 bedingt ausgesprochenen 
Gefängnisstrafe von 5 Tagen begangen hat, ist gemäss Art. 41 Ziff. 3 StGB auch 
über den Widerruf derselben zu befinden.

20

a) Ein Absehen vom Widerruf ist nur dann möglich, wenn begründete 
Aussicht auf Bewährung besteht und die zu beurteilenden Verfehlungen als leicht 
zu qualifizieren sind (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB).  Bei der Beurteilung der günstigen 
Prognose gelten die gleichen Kriterien wie bei Art. 41 Ziff. 1 StGB; es ist somit 
danach zu fragen, ob beim Täter begründetes Vertrauen auf dauerndes 
Wohlverhalten vorhanden ist. Vorerst steht in diesem Zusammenhang einmal fest, 
dass sich D. im kriminologischen Spezialrückfall befindet; es ist demnach davon 
auszugehen, dass ihn die Strafe vom 28. August 2002 nur wenig zu beeindrucken 
vermochte (vgl. PKG 1994 Nr. 28). Bereits dieser Umstand eröffnet mehr als nur 
vage Hoffnungen, dass sich der Verurteilte inskünftig bewähren werde, weshalb die 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges nicht als angezeigt erscheint (PKG 1993 
Nr. 24). 

b) Fehlt es demnach an der subjektiven Voraussetzung der günstigen 
Prognose, kann die Prüfung unterbleiben, ob vorliegend ein leichter Fall im Sinne 
des Gesetzes vorliegt. Nur beiläufig sei erwähnt, dass dies bei einer Gefängnis-
strafe von zwei Jahren zu verneinen ist. Für die Frage, ob eine Straftat noch als  
leicht angesehen werden kann, kommt dem Strafmass massgebliche Bedeutung 
zu, wobei die Grenze im Regelfall bei drei Monaten liegt (BGE 122 IV 161; 117 IV 
101 ff. sowie PKG 1994 Nr. 28). Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine starre 
Regel, die keine Ausnahmen zulässt; bei Vorliegen besonderer Umstände - etwa 
wenn der nachträgliche Vollzug der aufgeschobenen Strafe für den Täter eine 
unverhältnismässige Härte bedeuten würde - kann auch bei einer höheren Strafe 
noch ein leichter Fall vorliegen. Zu beachten ist dabei, dass die Freiheitsstrafe stets 
in der Nähe von drei Monaten liegen muss, womit sich die Frage nach der oberen 
Grenze stellt. Verneint wurde das Vorliegen eines leichten Falles bei einer 
Freiheitsstrafe von sieben Monaten (BGE 122 IV 156;  Schneider, Roland M.: Basler 
Kommentar, a.a.O., N 233 ff. zu Art. 41). Im Lichte dieser Erwägungen bedarf es 
keiner weiteren Begründung, dass die im vorliegenden Fall ausgesprochene Strafe 
von zwei Jahren Gefängnis einen Verzicht auf den Widerruf der durch das 
Kreispräsidium Chur ausgesprochenen Gefängnisstrafe von fünf Tagen 
ausschliesst.

7.a) Gemäss Art. 55 Abs. 1 StGB kann der Richter den Ausländer, der zu 
Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt wird, für drei bis fünfzehn Jahre aus dem 
Gebiet der Schweiz verweisen. Bei Rückfall kann die Verweisung auf Lebenszeit 
erfolgen. Die Landesverweisung ist Nebenstrafe und Sicherungsmassnahme 
zugleich (BGE 114 Ib 3 f.). Auch wenn der zweite Gesichtspunkt im Vordergrund 

21

steht, verlangt ihre Eigenschaft als Nebenstrafe, dass sie in Anwendung von Art. 63 
StGB nach dem Verschulden des Täters festgesetzt wird, unter Berücksichtigung 
der Beweggründe, des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse des 
Schuldigen. Damit ist der Sicherungszweck jedoch nicht ausgeschaltet; das 
Sicherungsbedürfnis wird in der Regel um so höher sein, je grösser das im Einzelfall 
zu berücksichtigende Verschulden des Täters ist. Es ist Sache des Richters, im 
Einzelfall dem Straf- und des Sicherungszweck der Landesverweisung Rechnung 
zu tragen (BGE 123 IV 108 f.). Lebt der Ausländer bereits seit langem in der 
Schweiz, ist er hier verwurzelt und bestehen kaum mehr Beziehungen zum Ausland, 
darf diese nur mit Zurückhaltung ausgesprochen werden (BGE 123 IV 109). 
Bezüglich der Länge des Landesverweises ist anzumerken, dass zwischen der 
Dauer der Hauptstrafe und jener der Nebenstrafe eine gewisse Übereinstimmung 
bestehen sollte. Dies deshalb, weil, wie bereits erwähnt, bei einem schweren 
Verschulden in der Regel ein erhöhtes Sicherungsbedürfnis gegeben ist, welches 
bei leichtem Verschulden entsprechend geringer einzustufen ist. Das schliesst nicht 
aus, dass bei einer verhältnismässig tiefen Hauptstrafe eine lange 
Landesverweisung (und umgekehrt) ausgesprochen werden kann, doch hat der 
Richter diesfalls seinen Entscheid hinreichend und in einer für den Betroffenen 
nachvollziehbaren Weise zu begründen (BGE 123 IV 110 f.). 

b) D. ist in der Schweiz mehrfach straffällig geworden; das Ausmass seiner 
deliktischen Tätigkeit wird verdeutlicht durch die vorliegend ausgesprochene 
Freiheitsstrafe von zwei Jahren Gefängnis. Die Anordnung eines Landesverweises 
ist somit grundsätzlich zulässig und erscheint sowohl unter  Berücksichtigung des 
Straf- als auch des Sicherungszwecks als angezeigt. Das Tatverschulden von D. 
wiegt, wie bereits im Rahmen der Strafzumessung ausgeführt wurde, schwer, 
delinquierte er doch innerhalb kürzester Zeit in einem erheblichen Ausmass. Dabei 
handelte er vorwiegend aus egoistischen Motiven. Art und Umfang der getätigten 
Drogengeschäfte zeigen, dass D. bei einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz ein 
beträchtliches Risiko für die öffentliche Sicherheit darstellen würde. Im Hinblick auf 
die persönliche Bindung zur Schweiz ist festzuhalten, dass er hier nicht speziell 
verwurzelt ist, verfügt er doch weder über familiäre noch über sonstige Bindungen, 
deren Abbruch für ihn eine unverhältnismässige Härte zur Folge hätten. Angesichts 
der Tatsache, dass D. unmittelbar nach seiner Einreise mit dem Drogenhandel 
begonnen hat und seine Drogengeschäfte zeitweise sogar täglich abwickelte, 
drängt sich keine besondere Zurückhaltung bei der Aussprechung einer 
Landesverweisung auf. Dies umso weniger, als ihn die Verurteilung durch den 
Kreispräsidenten Chur am 28. August 2002 offensichtlich unbeeindruckt liess und 

22

er seine deliktische Tätigkeit weitergeführt hat. Im Lichte des Sicherungszwecks 
besteht daher ein grosses Interesse daran, D. von der Schweiz fernzuhalten und 
die Gefahr seines erneuten Einstiegs in den Drogenhandel zu unterbinden. Unter 
Berücksichtigung der Schwere der in der Schweiz begangenen Straftaten, der 
Beweggründe für die Tatbegehung sowie des berechtigten öffentlichen Interesses, 
ausländische Drogendealer von der Schweiz fernzuhalten, erscheint es im 
vorliegenden Fall als angemessen, D. für die Dauer von fünf Jahren des Landes zu 
verweisen.

b) Unabhängig vom Entscheid über die Hauptstrafe ist zu prüfen, ob für die 
ausgesprochene Landesverweisung der bedingte Vollzug gewährt werden kann. 
Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter deren Vollzug aufschieben, 
wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch 
von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Ob die Landesverweisung 
bedingt aufgeschoben oder vollzogen werden soll, hängt einzig von der Prognose 
über das zukünftige Verhalten des Verurteilten in der Schweiz ab. Es ist aufgrund 
einer Gesamtwürdigung zu entscheiden, ob bei D. begründete Aussicht auf 
zukünftiges Wohlverhalten besteht. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben 
den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, 
die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner 
Bewährung zulassen (BGE 123 IV 111 f.; 118 IV 100 f.). Von einer schematischen 
Übergewichtung einzelner dieser Beurteilungskriterien ist Abstand zu nehmen; 
andererseits geht es auch nicht an, einzelne von ihnen völlig ausser Acht zu lassen. 
Kann der Richter begründetes Vertrauen gewinnen, soll der Vollzug der Strafe 
aufgeschoben werden. Wo hingegen zwischen vager Hoffnung und Bedenken 
geschwankt wird, ist die Gewährung des bedingten Strafvollzuges nicht angezeigt 
(PKG 1993 Nr. 24).

Vorliegend gilt es zu beachten, dass D. kurz nach seiner Einreise in die 
Schweiz mit dem Verkauf von Kokain begonnen hat. Die insgesamt umgesetzte 
Menge von 65.6 g zeugt von einem erheblichen kriminellen Willen. Ebenso 
bedenklich sind die Beweggründe für die Tat sowie die Tatsache, dass der 
Verurteilte gleich nach Erlass des Strafmandats durch den Kreispräsidenten Chur 
weiter delinquierte. Diese Umstände bilden Anzeichen für eine rücksichtslose 
Gesinnung gegenüber Leib und Leben der Mitmenschen. Zweifellos ist D. nicht 
gewillt, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten. Zwar zeigte er sich im Rahmen 
der Strafuntersuchung einsichtig und gab seine Taten unumwunden zu; 
andererseits war er aber auch an einer möglichst raschen Erledigung des 

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Strafverfahrens interessiert und sind keine Anzeichen für einen Gesinnungswandel 
ersichtlich, inskünftig das eigene Verhalten zu ändern. Insgesamt erhalten die 
Anhaltspunkte für eine negative Prognose ein deutliches Übergewicht, weshalb die 
Landesverweisung unbedingt auszusprechen ist.

8. Gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, sofern diese 
Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche 
Ordnung gefährden.

Anlässlich der polizeilichen Hausdurchsuchung vom 8. Januar 2003 wurden 
bei D. unter anderem 5.2 g Kokain in Form von 26 Kugeln zu je 0.2 g sowie zwei 
Mobiltelefone der Marke Nokia (Modelle 3410 und 3330) sichergestellt. Die 
beschlagnahmten Gegenstände werden gestützt auf Art. 58 StGB gerichtlich 
eingezogen. Die sichergestellten Betäubungsmittel sind überdies der Vernichtung 
zuzuführen.

9.a) Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von 
Vermögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder die 
dazu bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, 
sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustandes ausgehändigt werden. Sind die der Einziehung unterliegenden 
Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, erkennt der Richter auf eine 
Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe (Art. 59 Ziff. 2 StGB). Indessen kann 
der Richter von einer Ersatzforderung absehen, wenn diese voraussichtlich 
uneinbringlich wäre oder die Widereingliederung des Betroffenen ernstlich behin-
dern würde (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
postuliert in diesem Zusammenhang eine dem Entscheid vorausgehende, 
umfassende Beurteilung der finanziellen Lage des Betroffenen (BGE 122 IV 302). 

b) Es ist erstellt, dass D. eine Menge von über 65 g reinem Kokain umgesetzt 
hat. Der insgesamt durch den Verkauf der Betäubungsmittel  erzielte Gewinn lässt 
sich nicht genau eruieren; der Täter selbst schätzt diesen auf mindestens Fr. 3'500.-
- (act. 6.6). Fest steht indes, dass der Erlös nur mehr im Umfang von Fr. 620.-- 
vorhanden ist; diesen Betrag hat die Kantonspolizei Graubünden D. unter drei 
Malen abgenommen (Fr. 120.-- am 18. Oktober 2002, Fr. 200.-- am 26. Oktober 

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2002 sowie Fr. 300.-- anlässlich der Hausdurchsuchung vom 8. Januar 2003). Der 
Täter hat denn auch ohne weiteres zugestanden, dass dieses Geld aus dem 
Drogenhandel stammt, so dass einer gerichtlichen Einziehung gestützt auf Art. 59 
Ziff. 1 StGB nichts im Wege steht. Für den restlichen aus dem Verkauf erzielten, 
nicht mehr vorhandenen Gewinn steht dem Staat grundsätzlich eine 
Ersatzforderung in gleicher Höhe zu. Angesichts der Tatsache jedoch, dass der 
Angeklagte das Geld verbraucht hat, zur Tragung sämtlicher Verfahrenskosten 
verpflichtet ist und nach seiner Ausschaffung in sein Heimatland H. unbekannten 
Aufenthaltes ist, sieht das Gericht  infolge Uneinbringlichkeit von der Erhebung einer 
Ersatzabgabe ab. 

10. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der angerechneten Unter-
suchungshaft und des Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 
StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. D. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG und der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Dafür wird er in Abwesenheit, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafmandat des 
Kreispräsidenten Chur vom 28. August 2002, mit 2 Jahren Gefängnis 
bestraft, abzüglich der erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft von 29 
Tagen.

3. Der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Chur vom 28. August 2002 
gewährte bedingte Strafvollzug wird widerrufen. Die Strafe von 5 Tagen 
Gefängnis ist zu vollziehen. 

4. D. wird gestützt auf Art. 55 StGB für die Dauer von 5 Jahren des Landes 
verwiesen.

5. Die beschlagnahmten Mobiltelefone Nokia 3410 und 3330 sowie das 
beschlagnahmte Kokain werden gestützt auf Art. 58 StGB gerichtlich 
eingezogen; das Kokain ist zu vernichten.

6. Der sichergestellte Deliktsbetrag von insgesamt Fr. 620.-- wird gestützt auf 
Art. 59 Ziff. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden gerichtlich 
eingezogen. Im Übrigen wird von der Erhebung einer Ersatzabgabe gestützt 
auf Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

7. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr.  2'285.--

 - der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.--
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 1'000.--
total somit Fr. 5'285.--

gehen zu Lasten des Verurteilten. Die Kosten der angerechneten Polizei- und 
Untersuchungshaft sowie jene des Strafvollzugs trägt der Kanton 
Graubünden.

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8. a) Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts 
geltend gemacht werden will, beim Kassationshof des schweizerischen 
Bundesgerichts Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung 
des Entscheides in der gemäss Art. 273 des Bundesgesetzes über die 
Bundesstrafrechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für 
die Beschwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzungen gelten die 
Art. 268 ff. BStP.

b) Der Verurteilte kann beim Kantonsgericht von Graubünden die Aufhebung 
dieses Abwesenheitsurteils und die Durchführung des ordentlichen 
Verfahrens verlangen. Diese ist innert 60 Tagen seit Kenntnis des Urteils und 
der Möglichkeit sich zu stellen, zu verlangen. 

9. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgericht von Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar ad hoc