# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8deeaa0-d50d-5dd1-b911-ee69ad6ca379
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-06-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.06.2016 D-2271/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2271-2015_2016-06-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2271/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  J u n i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner;   

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,  

c/o Schweizerische Botschaft in Beirut,   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des SEM vom 25. Februar 2015 / N _______. 

 

 

 

D-2271/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Mit Eingabe vom 12. September 2012 (Poststempel) reichte der Be-

schwerdeführer bei der schweizerischen Botschaft in Beirut (nachfolgend: 

Botschaft) schriftlich ein Asylgesuch ein. 

A.b Am 16. Mai 2013 fand die Anhörung des Beschwerdeführers in der 

Botschaft statt. 

A.c Der Beschwerdeführer machte im Rahmen der Anhörung sowie in sei-

ner Eingabe vom 12. September 2012 zur Begründung seines Asylgesu-

ches im Wesentlichen geltend, er habe sein Heimatland verlassen, weil er 

von den syrischen Sicherheitskräften gesucht worden sei. Er habe [für eine 

charity society] gearbeitet und im Rahmen dieser Tätigkeit Flüchtlinge mit 

Nahrungsmitteln und Medikamenten versorgt. Zudem sei die Militärpolizei 

auf der Suche nach ihm, denn er sollte den Militärdienst beginnen. Über-

dies habe er sein Wohnquartier in B._______ verlassen müssen, weil es 

eine Kampfzone geworden sei. Auch habe er seine Arbeit verloren, weil 

das Unternehmen stillgelegt worden sei. Ende 2012 sei er nach Beirut ge-

flohen, wo er einen Monat geblieben sei. Anschliessend sei er nach Dubai 

weitergereist. Er würde nun im Libanon bleiben, bis er von den Schweizer 

Behörden einen Entscheid erhalten würde. Im Libanon habe er keine be-

rufliche Zukunft. Ausserdem befürchte er, dass man ihn dort ausfindig ma-

chen könnte, da Syrien Beziehungen zum Libanon habe.  

A.d Mit E-Mail vom 23. Mai 2013 teilte der Beschwerdeführer der Botschaft 

mit, er habe gestern Abend telefonisch von der Familie seines Freundes 

erfahren, dass dieser vor einer Woche in B._______ von [einer islamischen 

Gerichtsbehörde] entführt worden und gestern gehängt worden sei. Nun 

befürchte der Beschwerdeführer, dass sein Freund diese über seine sexu-

elle Orientierung unterrichtet habe. Er habe Angst, dass er ebenfalls ge-

hängt werde, falls die Gerichtsbehörde ihn finden würde. Er habe keinen 

Ort, an dem er sich verstecken könne und er sei verloren. Er fühle sich 

überall unerwünscht und habe keinen Platz, wo er hingehen, leben oder 

sich verstecken könne. Er habe schon Suizidgedanken gehabt, um seinem 

Leiden ein Ende zu setzen. Auch im Libanon könne er nicht mehr "warten", 

da er befürchte, er werde umgebracht. 

A.e Für weitere Einzelheiten des geltend gemachten Sachverhalts wird auf 

die Akten verwiesen.  

D-2271/2015 

Seite 3 

A.f Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer diverse 

Dokumente im Original beziehungsweise in Kopie zu den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 25. Februar 2015, welche dem Beschwerdeführer am 

18. März 2015 eröffnet wurde, verweigerte das SEM dem Beschwerdefüh-

rer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab.  

B.a Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, das vorliegende 

Asylgesuch sei gemäss aArt. 20 Abs. 2 und 3 Asylgesetz (AsylG, 

SR 142.31) als eigenständiges Asylgesuch aus dem Ausland zu beurteilen. 

Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewillige das SEM Asylsuchenden die Ein-

reise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet wer-

den könne, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein an-

deres Land auszureisen; aArt. 20 Abs. 3 AsylG halte fest, dass einer ge-

suchstellenden Person die Einreise bewilligt werden könne, wenn sie 

glaubhaft mache, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Frei-

heit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. Die Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts erfordere vorliegend die Anwesenheit des 

Beschwerdeführers in der Schweiz nicht, denn gestützt auf die Befragung 

könne die Gefährdungssituation abschliessend beurteilt werden.  

B.b Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach aArt. 20 Abs. 2 und 3 

AsylG sei grundsätzlich an restriktive Voraussetzungen geknüpft, wobei 

den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukomme. Neben der erfor-

derlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG seien mit Blick auf den 

Ausschlussgrund von aArt. 52 AsylG namentlich die Beziehungsnähe zur 

Schweiz und zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive 

Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtli-

chen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu zie-

hen. Ausschlaggebend sei die Schutzbedürftigkeit der betreffenden Perso-

nen, d.h. die Beantwortung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von 

Art. 3 AsylG glaubhaft erscheine und der Verbleib am Aufenthaltsort für die 

Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden könne, beziehungs-

weise ob den betreffenden Personen – ohne nähere Prüfung einer allfälli-

gen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten sei, sich in einem 

anderen Staat um Aufnahme zu bemühen.  

B.c Wenn sich eine Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland stelle, in 

einem Drittstaat aufhalte, bedeute dies zwar nicht zwingend, dass es ihr 

auch zuzumuten sei, sich dort um Aufnahme zu bemühen, es sei jedoch in 

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solchen Fällen im Sinne einer Regelvermutung davon auszugehen, dass 

die betreffende Person bereits anderweitig in einem Drittstaat Schutz ge-

funden habe, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuches und zur 

Verweigerung der Einreisebewilligung führe (vgl. Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-7996/2008 vom 10. Dezember 2009 E. 2.2). In jedem Fall 

seien allerdings die Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in die-

sem Drittstaat als zumutbar erscheinen liessen, und diese seien mit einer 

allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen.  

B.d Den Akten seien keine konkreten Anhaltspunkte zu entnehmen, die 

darauf schliessen lassen würden, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt 

der Ausreise aus Syrien Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG erlitten habe 

oder von solchen bedroht gewesen sei. 

B.e Die Flüchtlingseigenschaft sei dann glaubhaft gemacht, wenn sie auf 

Grund des dargelegten Sachverhalts oder allfälliger Beweismittel als über-

wiegend wahrscheinlich erscheine. Die Schilderung eines Sachverhaltes 

genüge den Anforderungen an die Glaubhaftmachung jedoch nicht, wenn 

sie zu wenig begründet sei.  

Im vorliegenden Fall sei einer der Gründe, welcher zur Flucht aus Syrien 

geführt haben solle, nicht hinreichend begründet. Die vom Beschwerdefüh-

rer genannte Verfolgung durch Sicherheitskräfte wegen seiner angeblichen 

Tätigkeit [für eine charity society] sei nicht genügend substantiiert. Sie 

lasse daher nicht auf eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG schliessen. 

Der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, er werde von der syrischen 

Polizei gesucht, weil er mit dem Militärdienst beginnen sollte. Diesbezüg-

lich müsse er darauf hingewiesen werden, dass eine bevorstehende Rek-

rutierung keinen Grund für eine Einreisebewilligung in die Schweiz dar-

stelle. Des Weiteren habe er mitgeteilt, dass er sein Wohnquartier in 

B._______ habe verlassen müssen, weil es eine Kampfzone geworden sei. 

Zwar bedaure das SEM die von ihm erwähnten Begebenheiten, doch stelle 

es fest, dass in den Akten keine Indizien ersichtlich seien, aus denen man 

folgern könne, dass es sich bei dem genannten Vorkommnis um einen ein-

reiserelevanten Nachteil handeln würde. Der vom Beschwerdeführer be-

schriebene Sachverhalt müsse in den Zusammenhang des syrischen Bür-

gerkrieges gestellt werden und könne nicht als gezielte Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG eingestuft werden. Der Beschwerdeführer habe 

auch zu Protokoll gegeben, dass er in seinem Heimatland seine Arbeit ver-

loren habe, weil das Unternehmen habe stillgelegt werde müssen. Dazu 

müsse ihm das SEM leider mitteilen, dass eine schwierige Lebenssituation 

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keinen Grund für eine Einreisebewilligung in die Schweiz darstellen wür-

den.  

Zusammengefasst sei festzuhalten, dass den gesamten Akten keine Hin-

weise zu entnehmen seien, die darauf schliessen lassen würden, dass der 

Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise aus seinem Heimatland 

von einreiserelevanten Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG betroffen ge-

wesen sei.  

Somit sei die Schutzbedürftigkeit im Sinne des schweizerischen Asylgeset-

zes in seinem Fall nicht gegeben. Da keine anderen Gründe für eine Ein-

reisebewilligung sprechen würden und die Aktenlage eine abschliessende 

Beurteilung des Gesuches erlaube, werde gleichzeitig mit der Verweige-

rung der Einreisebewilligung in die Schweiz das Asylgesuch abgelehnt. 

Nach dem Gesagten seien sowohl das Asylgesuch als auch der Einreise-

antrag abzulehnen. 

C.  

Mit Eingabe an die Vertretung vom 13. April 2015 (Empfangsbestätigung 

des Bundesverwaltungsgerichts) erhob der Beschwerdeführer Be-

schwerde gegen die Verfügung des SEM vom 25. Februar 2015. Der Be-

schwerdeführer machte sinngemäss geltend, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und es sei ihm die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. 

Zur Begründung machte er erneut seine sexuelle Orientierung sowie seine 

Befürchtung geltend, sein Freund könnte das islamische Gericht darüber 

unterrichtet haben und nun befürchte er, ebenfalls gehängt zu werden. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

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Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde wird aus prozessökonomischen Gründen in Englisch 

akzeptiert und ist deshalb frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft getreten 

sind, wurden unter anderem die Bestimmungen betreffend die Einreichung 

von Asylgesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsbestim-

mung (Ziffer III) hält jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem Inkraft-

treten der Änderung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche die  

massgeblichen Artikel (aArt. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der 

bisherigen Fassung anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden 

Fall die altrechtlichen Bestimmungen betreffend das Asylverfahren anzu-

wenden. 

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5.  

Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer schwei-

zerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bun-

desamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens bei 

der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) 

vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung 

durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1); dies ist vorliegend der Fall. 

6.  

6.1 Die Vorinstanz kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 

wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann 

oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. 

Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die 

Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet 

werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein 

anderes Land auszureisen (vgl. vorstehend Bst. B.a). Bei diesem Ent-

scheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung 

grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein weiter Er-

messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, 

die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Be-

ziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objek-

tive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtli-

chen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu zie-

hen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei 

die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen, mithin die Prüfung der 

Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht 

wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhalts-

abklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und 

E. 5.1 S. 128; vgl. auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Ur-

teil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1).  

Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist festzustellen, dass die Vo-

rinstanz in der angefochtenen Verfügung überzeugend dargelegt hat, dass 

den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorkommnissen keine ein-

reiserelevante Bedeutung zukommt. Es kann deshalb vorab auf die vorin-

stanzlichen Erwägungen verwiesen werden (vgl. vorstehend Bst. B.d und 

Bst. B.e). Auf Beschwerdeebene verzichtete der Beschwerdeführer darauf, 

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zu den Ausführungen des SEM in der angefochtenen Verfügung Stellung 

zu nehmen und machte wie bereits in seiner E-Mail vom 23. Mai 2013 Be-

fürchtungen aufgrund seiner sexuellen Orientierung geltend (vgl. vorste-

hend Bst. A.d).  

Der Beschwerdeführer wurde am 16. Mai 2013 in der schweizerischen Bot-

schaft in Beirut zu seinen Asylgründen angehört. Zum Abschluss der An-

hörung wurde der Beschwerdeführer gefragt, ob er dem bisher Gesagten 

noch etwas beizufügen habe beziehungsweise, ob er noch etwas sagen 

möchte (vgl. Akten der Vorinstanz A4/15 S. 7). Abschliessend wurde ihm 

das Protokoll vorgelesen, wörtlich rückübersetzt und von ihm mit dem Hin-

weis unterzeichnet, dass es seinen Aussagen entspreche und er nichts hin-

zufügen habe (vgl. A4/15 S. 8). Somit ist die erstmals nach der Anhörung 

vom 16. Mai 2013 mit E-Mail vom 23. Mai 2013 geltend gemachte Homo-

sexualität des Beschwerdeführers nachgeschoben und deren Glaubhaf-

tigkeit zu bezweifeln. Doch auch unter Annahme einer homosexuellen Nei-

gung des Beschwerdeführers ist diesem ein Aufenthalt im Libanon zumut-

bar. Zwar verbietet Artikel 534 des libanesischen Strafgesetzbuches „wi-

dernatürliche“ sexuelle Beziehungen, und dieses Gesetz wurde häufig 

auch so ausgelegt worden, dass es ein Verbot des homosexuellen Ge-

schlechtsverkehrs enthalte. Demgegenüber haben jedoch libanesische 

Gerichte im Dezember 2009 und im Januar 2014 entschieden, dass homo-

sexueller Geschlechtsverkehr nicht widernatürlich und somit nicht illegal 

sei (vgl. ERIN KILBRIDE: Lebanon Just Did a Whole Lot More Than Legalize 

Being Gay in: Muftah, 8. März 2014). Gemäss öffentlich zugänglichen 

Quellen existiert im Libanon auch eine kleine Lesbian, Gay, Bisexual und 

Transgender (LGBT)-Bewegung sowie die Organisationen "Helem", die 

sich für die Rechte homosexueller Menschen im Libanon einsetzen. Der 

Beschwerdeführer hat somit aufgrund seiner sexuellen Orientierung im Li-

banon nichts zu befürchten (vgl. in diesem Zusammenhang auch: ULRIKE 

PUTZ: Beirut – Willkommen in Arabiens schwuler Party-Metropole in: Der 

Spiegel, 9. Mai 2010).  

Des Weiteren erklärte der Beschwerdeführer in seiner Rechtmitteleingabe 

vom 13. April 2016, sein Reisepass laufe ab und die syrische Botschaft in 

Beirut habe sich geweigert, seinen Reisepass zu verlängern. Indem der 

Beschwerdeführer wegen seines Reisepasses bei der syrischen Botschaft 

in Beirut vorstellig wurde, ist er nach der Ausreise aus Syrien freiwillig und 

persönlich in Kontakt zu den heimatlichen Behörden getreten und hat in 

der Absicht gehandelt, sich erneut unter den Schutz seines Heimatstaates 

zu stellen. Mit diesem Verhalten hat er gezeigt, dass er selbst nicht von 

http://muftah.org/lebanon-just-whole-lot-legalize-gay/
http://muftah.org/lebanon-just-whole-lot-legalize-gay/
https://de.wikipedia.org/wiki/Helem
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,692876,00.html

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einer asylrechtlich relevanten Verfolgung durch die heimatlichen Behörden 

ausgeht, da ansonsten nicht anzunehmen wäre, er hätte das Risiko, das 

mit einem persönlichen Erscheinen bei der Botschaft einhergegangen 

wäre, auf sich genommen. 

6.3 Somit ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine aktuelle Ge-

fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG aufzuzeigen, welche die Bewilligung 

der Einreise in die Schweiz rechtfertigen würde. Die Schutzbedürftigkeit 

des Beschwerdeführers im Sinne von aArt. 20 in Verbindung mit 

Art. 3 AsylG ist nicht gegeben. Im Übrigen ist auch eine Beziehungsnähe 

des Beschwerdeführers zur Schweiz zu verneinen (aArt. 52 Abs. 2 AsylG). 

Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die 

Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

7. 

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist daher 

abzuweisen. 

8. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-

waltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhe-

bung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die schweize-

rische Botschaft in Beirut. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy 

 

 

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