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**Case Identifier:** 0662b20d-4dbb-561a-bdc4-778e09fb1773
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 18.03.2025 810 24 256 (810 2024 256)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-24-256_2025-03-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 18. März 2025 (810 24 256) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Errichtung einer Beistandschaft/Ernennung einer Mandatsperson 

 

 

 
Besetzung Präsident Pascal Leumann, Kantonsrichter Markus Clausen, Hans 

Furer, Daniel Ivanov, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Gerichtsschreiber 
i.V. Cedric Pfister 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 
C.____, Beschwerdegegner, vertreten durch Christina Reinhardt,  
Advokatin 
 

  
  
Betreff Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft  

(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
31. Oktober 2024) 

 
 
 
A. D.____ (geb. XX.XX.2018) ist das gemeinsame Kind von A.____ und C.____. Mit 
Scheidungsurteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West (Zivilkreisgericht) vom 
21. September 2022 wurde die Ehe der Eltern geschieden. Die elterliche Sorge wurde beiden 

 

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Ehegatten belassen. In der genehmigten Scheidungsvereinbarung haben sich die Parteien auf 
hälftige Betreuungsanteile mit Wechsel alle zwei bis drei Tage geeinigt. Diese Regelung konnte 
bis ungefähr im Sommer 2024 durch die Kindseltern erfolgreich umgesetzt werden. 
 
B. Mit Schreiben vom 12. Juni 2024 gelangte der Kindesschutzdienst E.____ (Kindes-
schutzdienst) mit einer Gefährdungsmeldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
B.____ (KESB) und führte aus, dass der Vater von D.____ im Rahmen einer freiwilligen Bera-
tung über sexuelle Übergriffe der Mutter gegenüber dem gemeinsamen Sohn berichtet habe. 
Der Gefährdungsmeldung sei ein USB-Stick beigelegt gewesen, welcher eine Audiodatei ent-
halte, auf welcher der Sohn von sexuellen Übergriffen der Mutter erzähle. Daraufhin eröffnete 
die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (Staatsanwaltschaft) ein Strafverfahren gegen die 
Mutter und ersuchte die KESB um Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft für D.____. 
 
C. Mit Entscheid vom 2. Juli 2024 errichtete die KESB eine Kollisionsbeistandschaft für 
D.____ nach Art. 306 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 
1907 und ernannte F.____, Advokatin, als Beiständin. Sie wurde beauftragt, D.____ im Straf-
verfahren gegen die Kindsmutter betreffend allfällige sexuelle Handlungen zum Nachteil von 
D.____ zu vertreten.  
 
D. Mit Schreiben vom 12. Juli 2024 erteilte die KESB dem Kindesschutzdienst gestützt auf 
Art. 446 Abs. 2 ZGB einen Abklärungsauftrag betreffend das Kindeswohl von D.____. 
 
E. Mit Abklärungsbericht des Kindesschutzdienstes vom 27. September 2024 wurde die 
Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft empfohlen und als Beiständin G.____, Kindes-
schutzdienst E.____, vorgeschlagen.  
 
F. Mit E-Mail vom 10. Oktober 2024 wurden die Kindseltern über den Antrag des Kindes-
schutzdienstes, eine Erziehungsbeistandschaft zu errichten, informiert und erhielten die Mög-
lichkeit Stellung zu nehmen. Gleichentags äusserte sich die Kindsmutter dahingehend, dass sie 
die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft befürworte, jedoch nicht bereit sei, sich an den 
Kosten zu beteiligen. Der Kindsvater reichte keine Stellungnahme ein. 
 
G. Mit Entscheid vom 31. Oktober 2024 errichtete die KESB für D.____ eine Erziehungs-
beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB mit den Aufgabenbereichen, die Kindseltern in 
ihrer Sorge um D.____ mit Rat und Tat zu unterstützen; die Eltern besonders in schulischen 
und erzieherischen Angelegenheiten, im angemessenen Umgang miteinander sowie betreffend 
die angemessene Aufteilung der Betreuung zu unterstützen; zwischen den Eltern allgemein 
betreffend die Kinderbelange und besonders bei der Aufteilung sowie Umsetzung der Betreu-
ung zu vermitteln und bei Uneinigkeit im zulässigen Rahmen selbst über Daten und Modalitäten 
zu entscheiden sowie allgemein freiwillige und angeordnete Kindesschutzmassnahmen zu or-
ganisieren und zu überwachen. Als Beiständin wurde G.____, Kindesschutzdienst E.____, er-
nannt. Einer allfälligen Beschwerde entzog die KESB die aufschiebende Wirkung. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'020.60 auferlegte die KESB je zur Hälfte den Kind-
seltern.  

 

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H. Dagegen erhob die Kindsmutter mit Eingabe vom 9. November 2024 Beschwerde beim 
Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Die Beschwer-
deführerin beantragt sinngemäss, von der Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft abzuse-
hen. Weiter sei sie von den im Entscheid der KESB vom 31. Oktober 2024 aufgeführten Kosten 
zu entlasten. Diese seien vollumfänglich dem Kindsvater und der abklärenden Person des Kin-
desschutzdienstes aufzuerlegen. Darüber hinaus sei eine unterlassene Hilfeleistung der KESB 
zu prüfen, da sich diese geweigert habe, von der Beschwerdeführerin eingereichte Audio- und 
Videodateien von D.____, die auf eine Misshandlung durch den Kindsvater und dessen Partne-
rin hindeuten würden, in deren Verfahren zu berücksichtigen. Schliesslich verlangt sie einen 
gerichtlichen Entscheid bezüglich der Betreuungsregelung zwischen den Kindseltern. 
 
I. Mit Stellungnahme vom 3. Dezember 2024 beantragt der Kindsvater, vertreten durch 
Christina Reinhardt, Advokatin in Basel, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen; unter 
o/e-Kostenfolge. 
 
J. Mit Vernehmlassung vom 17. Dezember 2024 beantragt die Vorinstanz die kostenfälli-
ge Abweisung der Beschwerde. 
 
K. Mit Verfügung vom 23. Dezember 2024 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 
überwiesen und angeordnet, dass das Urteil schriftlich eröffnet werde. 
 
L. Mit Eingabe vom 13. Januar 2025 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdegeg-
ners ihre Honorarnote ein. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer 
Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des 
kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 
2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB die Abteilung Ver-
fassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts für zuständig. Das Verfahren richtet sich 
nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen 
Verwaltungsprozessrechts, des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (Verwaltungsprozessordnung, VPO) vom 16. Dezember 1993, anwendbar (§ 66 Abs. 2 
EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren 
beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich ge-
schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben 
(Ziff. 3). Als direkte Verfahrensbeteiligte ist die Kindsmutter zur Beschwerdeerhebung legiti-
miert.  
 
1.2 Zu prüfen ist, ob auf alle Rechtsbegehren eingetreten werden kann. Die Beschwerde-
führerin ist der Auffassung, dass die KESB, indem sie nicht auf die von ihr aufgenommenen 

 

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Audiodateien eingegangen sei, eine unterlassene Hilfeleistung begangen habe. Sie führt in die-
sem Zusammenhang ferner an, dass dadurch ein Schadenersatzanspruch entstehen könnte. 
Diese Rügen betreffen nicht die Errichtung der Beistandschaft, welche vorliegend angefochten 
ist, und können folglich nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden. Demzufolge 
kann darauf nicht eingetreten werden. Auch die von der Beschwerdeführerin verlangte Anord-
nung einer Betreuungsregelung geht über den vorliegenden Verfahrensgegenstand hinaus und 
wäre beim Zivilkreisgericht zu beantragen. Soweit die gestellten Begehren die Anordnung der 
Erziehungsbeistandschaft und die der Beschwerdeführerin auferlegten Verfahrenskosten betref-
fen, ist auf die Beschwerde ohne weiteres einzutreten. 
 
1.3 Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach den Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 
Abs. 2 EG ZGB und §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, ist mit Ausnahme der vorstehenden Erwägung 
auf die Beschwerde einzutreten. Da es sich um einen klaren Fall nach § 1 Abs. 4 VPO handelt, 
wird vorliegend im Zirkulationsverfahren entschieden. 
 
1.4 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen 
(Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un-
angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der 
Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
2.1 Strittig ist zunächst, ob die Anordnung einer Erziehungsbeistandschaft zu Recht erfolg-
te. 
 
2.2 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, dass die Eltern von D.____ stark 
zerstritten und zurzeit nicht in der Lage seien, die in der Scheidung vereinbarte Betreuungsre-
gelung einvernehmlich und zum Wohle des Kindes zu besprechen und zu regeln. D.____ stehe 
zwischen den Elternteilen und habe dem Anschein nach das Gefühl, er müsse bei beiden Eltern 
je schlecht über den anderen Elternteil sprechen. Nachdem der Kindsvater eine dieser Aussa-
gen von D.____ aufgenommen und dem Kindesschutzdienst weitergeleitet habe, was ein Straf-
verfahren gegen die Kindsmutter ausgelöst habe, versuche die Kindsmutter den Kindsvater in 
ein schlechtes Licht zu rücken und nehme D.____ ihrerseits wiederholt per Audiodatei auf. 
D.____ lerne dadurch, dass er bei Vater und Mutter gut ankomme, wenn er böse über den an-
deren Elternteil rede. Dieses Verhalten sei einer gesunden Entwicklung des Kindes abträglich 
und die Eltern müssten schnellstmöglich von einer Fachperson begleitet und unterstützt wer-
den.  
 
2.3 In ihrer Eingabe beanstandet die Beschwerdeführerin den im angefochtenen Entscheid 
festgestellten Sachverhalt, insbesondere in Bezug auf den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs. 
Weiter sei schwergewichtig ihre finanzielle Lage behandelt worden, obwohl diese keine Auswir-
kungen auf das Wohl ihres Sohnes habe. Sie sei vollumfänglich in der Lage, sich um D.____ zu 
kümmern. Zudem sei die zerstrittene Situation zwischen ihr und dem Beschwerdegegner auf 
das Vorgehen der KESB zurückzuführen. Sie mache den Beschwerdegegner nicht schlecht. In 
Bezug auf die ihr auferlegten Kosten stellt sie sich auf den Standpunkt, dass sie kein Verfahren 

 

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bezahle, welches sich gegen sie richte. Die dadurch entstandenen Verfahrenskosten seien dem 
Beschwerdegegner und der KESB aufzuerlegen.  
 
2.4 Der Beschwerdegegner führt in seiner Stellungnahme aus, dass die vom Zivilkreisge-
richt gesprochene Betreuungsregelung bis vor kurzem funktioniert habe und sich die Kinds-
eltern gut hätten absprechen können. Die Betreuungsaufteilung zwischen den Kindseltern sei 
bis anhin so abgelaufen, dass der Kindsvater jeweils in der zweiten Monatshälfte die beidersei-
tigen Betreuungszeiten des Folgemonats in einem gemeinsamen Kalender eingetragen habe, 
welcher der Kindsvater der Kindsmutter zur Bestätigung und Anpassung habe zukommen las-
sen. Die direkte mündliche Kommunikation zwischen den Eltern sei seit der Trennung oft 
schwierig gewesen. Dennoch habe man sich zum Wohle des gemeinsamen Sohnes über 
Whatsapp austauschen und einigen können. Nachdem sich der Kindsvater an den Kindes-
schutzdienst gewandt habe, habe die Kindsmutter diese Kommunikation verweigert. Aufgrund 
der fehlenden Kommunikation zwischen den Kindseltern sei eine Beistandschaft erforderlich, 
erst recht bei alternierender hälftiger Obhut mit mehreren Wechseln pro Woche. 
 
2.5 Die Vorinstanz weist zunächst darauf hin, dass sie in Konstellationen wie der vorlie-
genden dem Kind eine angemessene rechtliche Vertretung an die Seite stelle, nicht aber über 
allfällige strafbare sexuelle Handlungen befinde, was die Beschwerdeführerin verkenne. Sie 
führt weiter aus, dass es zutreffend sei, dass sie die Audiodatei des Beschwerdegegners an die 
Staatsanwaltschaft weitergeleitet habe. Demgegenüber habe sie die von der Beschwerdeführe-
rin aufgezeichneten Audiodateien nicht weitergeleitet. Sie führt diesbezüglich aus, dass es der 
Beschwerdeführerin frei stehe, Strafanzeige zu erstatten, soweit es sich aus ihrer Sicht dabei 
um strafrechtlich relevante Vorkommnisse handle. In Bezug auf die errichtete Erziehungsbei-
standschaft sei nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen die Beschwerdeführerin damit nicht 
einverstanden sei, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie dieser zunächst zugestimmt 
habe. Zudem seien die Kindseltern nach wie vor nicht (mehr) in der Lage, die Betreuungsrege-
lung in direkter Absprache festzulegen und auf diese Weise im Interesse des Kindes zu han-
deln. D.____ wisse teilweise nicht, wer ihn am Abend von der Kita abhole. Dies verunsichere 
ihn stark und sei einer gesunden Entwicklung abträglich. Die Vorinstanz hält schliesslich fest, 
dass die zerstrittene Situation zwischen den Kindseltern eine Kindeswohlgefährdung darstelle 
und dass die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft eine geeignete und verhältnismässige 
Massnahme sei, um der Kindeswohlgefährdung zu begegnen. 
 
3.1 Nach Art. 307 Abs. 1 ZGB ist die Kindesschutzbehörde bei einer Gefährdung des Kin-
deswohls verpflichtet, die geeigneten Massnahmen zum Schutze des Kindes zu ergreifen, wenn 
die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande sind. Ob das Wohl des 
Kindes durch die gegebenen Umstände gefährdet ist oder nicht, hat die KESB aufgrund der 
Untersuchungsmaxime von Amtes wegen abzuklären, wobei die am Verfahren beteiligten Per-
sonen und Dritte mitzuwirken haben. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt, in dem 
das Gericht oder die Behörde den Entscheid trifft (vgl. KURT AFFOLTER-FRINGELI/URS VOGEL, 
Berner Kommentar ZGB, Bern 2016, N 14 zu Art. 307 ZGB mit Hinweisen). Zum Kindeswohl 
gehören die Förderung und Entwicklung in geistiger, körperlicher und seelischer Hinsicht, ein 
Umfeld von Kontinuität und Stabilität, die Möglichkeit einer inneren Bindung des Kindes an die 

 

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Beziehungspersonen sowie die Achtung des Willens des Kindes und seines Selbstbestim-
mungsrechts (BGE 146 III 313 E. 6.2.2; BGE 129 III 250 E. 3.4.2). Unter Gefährdung wird im 
Allgemeinen die objektiv fassbare Gefahr einer Beeinträchtigung des körperlichen, sittlichen 
oder geistigen Wohls verstanden. Diese muss – wenn auch regelmässig prognostische Elemen-
te miteinzubeziehen sind – einigermassen konkret sein (YVO BIDERBOST, in: Breitschmid/Jungo 
[Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht inkl. Kindes- 
und Erwachsenenschutz, 3. Auflage, Zürich 2016, N 9 zu Art. 307 ZGB). Vorausgesetzt ist fer-
ner eine Gefährdung des Kindeswohls von einer gewissen Erheblichkeit. 
 
3.2 Im Allgemeinen bezwecken die Kindesschutzmassnahmen also die Abwendung einer 
Gefährdung des Kindeswohls (CYRIL HEGNAUER, Grundriss des Kindesrechts, 5. Auflage, Bern 
1999, N 27.09). Sie müssen zur Erreichung dieses Ziels erforderlich sein (Subsidiarität) und es 
ist immer die mildeste erfolgsversprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese 
soll elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität; zum Ganzen, 
HEGNAUER, a.a.O., N 27.10 ff.; Urteile des Bundesgerichts 5A_765/2016 vom 18. Juni 2017 
E. 3.2 und 5A_932/2012 vom 5. März 2013 E. 5.1). 
 
3.3 Besteht ein generelles Bedürfnis nach begleitender Hilfe und berücksichtigt die Mass-
nahme alle Aspekte der Verhältnismässigkeit (BIDERBOST, a.a.O., N 3 zu Art. 308 ZGB), er-
nennt die KESB dem Kind gestützt auf Art. 308 Abs. 1 ZGB einen Beistand, der die Eltern in 
ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt. Die Beistandschaft zielt auf aktives, autori-
tatives und kontinuierliches Einwirken auf die Erziehungsarbeit der Eltern und das Gebaren des 
Kindes ab (PETER BREITSCHMID, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar ZGB I, 
7. Auflage, Basel 2022, N 2 zu Art. 308 ZGB). Wird bei der Erfüllung einer Einzelaufgabe ein 
besonderer Schwächezustand festgestellt, überträgt die KESB dem Beistand im Sinne von 
Art. 308 Abs. 2 ZGB zudem besondere Befugnisse (BIDERBOST, a.a.O., N 5 zu Art. 308 ZGB). 
Die Erziehungsbeistandschaft soll durch den Kontakt mit Eltern und Kind erzieherische Miss-
stände abbauen. Dem Beistand stehen dafür Instrumente wie Vermittlung, Anleitung oder Wei-
sung gegenüber den Eltern, dem Kind und Dritten zur Verfügung, wobei alle Beteiligten zur Zu-
sammenarbeit mit dem Beistand verpflichtet sind. Das elterliche oder familiäre Umfeld bleibt 
erhalten, soll aber durch stete persönliche Kontakte (insbesondere auch Hausbesuche) beo-
bachtet werden. Der Beistand ist Vertrauens- und Ansprechperson aller Betroffenen und soll 
zum Kind eine tragfähige Beziehung aufbauen (BREITSCHMID, a.a.O., N 4 zu Art. 308 ZGB; vgl. 
zum Ganzen Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 
[KGE VV], vom 15. September 2021 [810 21 9] E. 4.1 f.; KGE VV vom 20. Januar 2021 [810 20 
193] E. 4.4.4; KGE VV vom 29. Juli 2020 [810 19 357] E. 4.1 ff.). 
 
4. Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Eltern von D.____ stark zerstritten sind und die 
familiäre Situation sehr belastet ist. Das bisher im Hinblick auf die Kinderbelange funktionieren-
de Verhältnis zwischen den Eltern wurde durch das im Juni 2024 eingeleitete Strafverfahren 
gegen die Kindsmutter betreffend mögliche sexuelle Handlungen zum Nachteil ihres Sohnes 
und dem Intervenieren der KESB belastet. Die Kindsmutter ist aktuell kaum in der Lage, in Kon-
takt mit dem Kindsvater zu treten, da die Vorkommnisse im Sommer 2024 für sie einen grossen 
Vertrauensbruch darstellten. Die Kommunikation zwischen den Kindseltern erweist sich grund-

 

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sätzlich als stark eingeschränkt. Zudem ergibt sich aus den Akten, dass sich der sechsjährige 
D.____ seither in einem Loyalitätskonflikt gegenüber den Kindseltern befindet, wodurch dessen 
gesunde Entwicklung beeinträchtigt wird. Nach dem Gesagten ist der Vorinstanz beizupflichten, 
dass die Entwicklung von D.____ aufgrund der bestehenden Verhältnisse gefährdet ist. Dieser 
Gefährdung kann durch die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft begegnet werden. 
 
5.1 Zu prüfen ist, ob sich die Errichtung der Erziehungsbeistandschaft als verhältnismässig 
erweist. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, der das gesamte Kindesschutzrecht be-
herrscht, verlangt, dass die verfügte Massnahme zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung 
geeignet und erforderlich ist (vgl. Art. 389 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 440 Abs. 3 ZGB). Damit darf 
der Gefahr insbesondere nicht durch eine der weniger einschneidenden Massnahmen nach 
Art. 307 ZGB vorgebeugt werden können (vgl. BGE 146 III 313 E. 6.2.7; BGE 140 III 241 E. 2.1, 
in: Die Praxis [Pra] 103/2014 Nr. 109). Kindesschutzmassnahmen sollen elterliche Bemühun-
gen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Grundsatz der Komplementarität; vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 5A_765/2016 vom 18. Juni 2017 E. 3.2). Die Kindesschutzbehörden sind damit zur 
Zurückhaltung aufgerufen, sofern die Eltern einer Kindeswohlgefährdung effektiv begegnen. 
Kindesschutzmassnahmen orientieren sich allerdings stets am Wohl des Kindes und sind auf 
die Zukunft gerichtet. Kindesschutz verlangt daher ein vorausschauendes Handeln der Behör-
den. Diese sind gehalten, zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit gezielten Massnahmen möglichst 
präventiv die festgestellte Kindeswohlgefährdung abzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 
5A_765/2016 vom 18. Juni 2017 E. 3.3). 
 
5.2 Wie bereits ausgeführt, herrscht zwischen der Beschwerdeführerin und dem Kindsvater 
ein stark getrübtes Verhältnis. Die Kommunikation zwischen den Kindseltern ist erheblich ein-
geschränkt. Die Nutzung des zur bisherigen Koordination der Betreuungsaufteilung verwende-
ten Kommunikationskanals über Whatsapp wurde – gemäss den Akten – im September 2024 
eingestellt. Nebst der fehlenden Verständigung zwischen den Kindseltern steht D.____ in einem 
Loyalitätskonflikt, welcher einer gesunden Entwicklung des Kindes abträglich ist. Es darf mit der 
Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft im 
vorliegenden Fall geeignet ist, um die Kommunikation zwischen den Kindseltern zu fördern und 
zu begleiten sowie diese bei der Umsetzung der Betreuungsregelung zu unterstützen. Aufgrund 
dieser Ausgangslage ist eine mildere, gleich geeignete Kindesschutzmassnahme nicht ersicht-
lich, zumal es gerade in dieser Situation auch für D.____ wichtig ist, eine neutrale Ansprechper-
son zu haben und Unterstützung in allen Belangen zu erhalten, welche momentan für seine 
Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen. Dem Erziehungsbeistand kommt gegenüber den 
Eltern in erster Linie eine allgemeine Betreuungsfunktion zu, wodurch ihnen ermöglicht werden 
soll, in den Kinderbelangen weitestgehend selbstständig zu handeln. Trotzdem ist die Errich-
tung einer Erziehungsbeistandschaft als einschneidende Massnahme zu beurteilen. Unter Ab-
wägung mit der in Frage stehenden Kindeswohlgefährdung erscheint die im vorliegenden Fall 
vorgesehene Kindesschutzmassnahme jedoch als zumutbar. Demgemäss ist die Anordnung 
einer Erziehungsbeistandschaft, um die Erziehungsberechtigten bei einer angemessenen Auf-
teilung der Betreuung zu unterstützen und ihnen mit Rat und Tat beizustehen, zu bestätigen. 
Damit erweist sich die von der Vorinstanz errichtete Erziehungsbeistandschaft als rechtmässig 
und angemessen. 

 

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6.1 Des Weiteren ist der vorinstanzliche Kostenentscheid zu überprüfen. 
 
6.2 Die Beschwerdeführerin verlangt, dass die im vorinstanzlichen Verfahren entstandenen 
Kosten von der KESB und dem Beschwerdegegner zu tragen seien. Sie bringt vor, dass die 
anfallenden Kosten durch ein anderes Vorgehen hätten umgangen werden können. Sie sehe 
den Kindsvater und die abklärende Person des Kindesschutzdienstes als alleinige Verursacher 
dieser Kosten, weshalb diese die Kosten auch zu tragen hätten. Zudem habe die Errichtung der 
Beistandschaft für sie keine Entlastung, sondern einzig eine Mehrbelastung gebracht.  
 
6.3 Die Vorinstanz setzte die Gesamtkosten des Verfahrens auf Fr. 2'041.25 fest. Dieser 
Betrag setzt sich zusammen aus dem Aufwand des Kindesschutzdienstes in der Höhe von 
Fr. 1'601.25 und der KESB in Höhe von Fr. 420.-- sowie den Auslagen für die Verfahrensfüh-
rung in der Höhe von Fr. 20.--. Die Gesamtkosten wurden gestützt auf § 17a Abs. 1 lit. a der 
Verordnung über die Gebühren zum Zivilrecht (GebV) vom 8. Januar 1991 um die Hälfte redu-
ziert und gestützt auf § 6 Abs. 2bis GebV beiden Elternteilen je hälftig auferlegt. Demzufolge 
wurden den Kindseltern je Kosten in der Höhe von Fr. 510.30 auferlegt.  
 

6.4 Die Kosten von Kindesschutzmassnahmen und damit namentlich auch die Kosten für 
eine Beistandschaft gehören gemäss ausdrücklicher bundesgesetzlicher Regelung (Art. 276 
Abs. 2 ZGB) zum von den Eltern zu tragenden Kindesunterhalt (BGE 141 III 401 E. 4). Da auch 
Rechtsschutz Teil des Unterhalts bildet (BGE 119 Ia 134; BGE 127 I 202), erfasst die elterliche 
Unterhaltspflicht ebenfalls Verfahrenskosten, die dem Kind entstehen (vgl. CHRISTIANA 
FOUNTOULAKIS, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], a.a.O., N 22 zu Art. 276 ZGB; vgl. zum Ganzen 
KGE VV vom 11. September 2019 [810 19 130] E. 7.3). Nach § 6 Abs. 2

bis 
GebV werden Ge-

bühren und Auslagen, die in kindesschutzrechtlichen Verfahren betreffend Minderjährige anfal-
len, beiden Eltern je zur Hälfte auferlegt. In besonderen Fällen kann eine andere Kostenauftei-
lung verfügt werden. Es ist darauf hinzuweisen, dass nach dem klaren Wortlaut von § 6 Abs. 2

bis
 

GebV die hälftige Aufteilung der Verfahrenskosten auf die Kindseltern die Regel und eine Ab-
weichung davon die Ausnahme darstellt. Ein besonderer Fall im Sinne von § 6 Abs. 2

bis
 Satz 2 

GebV kann mithin nicht leichthin angenommen werden (vgl. KGE VV vom 8. Dezember 2021 
[810 21 263] E. 7.2; KGE VV vom 19. September 2019 [810 18 339] E. 5.2). Wenn die Be-
schwerdeführerin geltend macht, dass sämtliche Aufwendungen der KESB auf diese selbst und 
den Beschwerdegegner zurückzuführen sind, so kann ihr nicht gefolgt werden. Die KESB hat im 
vorliegenden Fall keine Kosten zu tragen. Wie dargelegt, werden die Kosten in kindesschutz-
rechtlichen Verfahren betreffend Minderjährige in der Regel beiden Eltern je zur Hälfte aufer-
legt. Vorliegend tragen beide Elternteile ihren Anteil an der fehlenden Kommunikation unterei-
nander sowie auch am vorherrschenden Loyalitätskonflikt. Zudem haben beide Elternteile kos-
tenpflichtige Aufwendungen bei der KESB verursacht. Schliesslich ist zu beachten, dass die 
KESB, indem sie die Kosten um die Hälfte reduziert hat, den Kindseltern bereits entgegenge-
kommen ist. Nach dem Gesagten ist die vorinstanzliche Kostenverlegung nicht zu beanstanden.  
 
7. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die Beschwerde insgesamt als unbegründet 
abzuweisen ist, soweit auf sie eingetreten werden kann. 

 

Seite 9 

 
8.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Gemäss § 20 
Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten 
umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemesse-
nem Ausmass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Beim 
vorliegenden Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Verfahrenskosten in der Höhe 
von Fr. 1'500.-- der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.-- zu verrechnen. 
 
8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den 
Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Be-
schwerdegegner eine Parteientschädigung zulasten der Beschwerdeführerin zuzusprechen. Die 
Rechtsvertreterin des obsiegenden Beschwerdegegners macht in ihrer Honorarnote vom 
13. Januar 2025 einen Aufwand von 6.4 Stunden zu einem Stundenansatz in der Höhe von 
Fr. 280.-- sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 44.30 geltend. Der geltend gemachte Stunden-
aufwand ist nicht zu beanstanden. Gemäss § 3 der Tarifordnung für die Anwältinnen und An-
wälte (Tarifordnung) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar pro Stunde, je nach Schwie-
rigkeit und Bedeutung der Sache, der damit verbundenen Verantwortung und der persönlichen 
und finanziellen Verhältnisse der zahlungspflichtigen oder der auftraggebenden Person, 
Fr. 200.-- bis Fr. 350.-- pro Stunde. Im vorliegenden Fall ist der Stundenansatz praxisgemäss 
auf Fr. 250.-- zu reduzieren. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner damit eine 
reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'777.50 (6.4 Stunden à Fr. 250.-- und Aus-
lagen in der Höhe von Fr. 44.30 zuzüglich 8.1 % MWST) zu bezahlen.  
 
  

 

Seite 10 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 1'500.-- verrechnet. 

   
 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner eine Parteient-

schädigung in der Höhe von Fr. 1'777.50 (inkl. Auslagen und 8.1 % 
MWST) auszurichten. 

 
 
 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber i.V.