# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af7bc848-8612-589c-b458-d5c59086c1fc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.08.2019 SK 2018 494
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-494_2019-08-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 494

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. August 2019 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), 
Obergerichtssuppleant Horisberger, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Garo

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Veruntreuung, ungetreue Geschäftsführung, Unterlassung der 
Buchführungspflicht und Widerhandlung gegen das AHVG

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 20. Juni 2018 (PEN 17 195)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 20. Juni 2018 (pag. 1704 ff.) stellte das Regionalgericht Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht in Dreierbesetzung; nachfolgend Vorinstanz) das 
Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend Beschuldigter) wegen der An-
schuldigung der Widerhandlung gegen das AVIG, angeblich begangen in der Zeit 
zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 2. Februar 2015 in Langenthal und an-
derswo z.N. der D.________ (Arbeitslosenkasse), ein, ohne Ausrichtung einer Ent-
schädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Ziff. I. des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs; pag. 1704 f.). 

Weiter sprach die Vorinstanz den Beschuldigten von der Anschuldigung der Urkun-
denfälschung, evtl. Anstiftung dazu, angeblich mehrfach begangen in der Zeit zwi-
schen dem 15. Januar 2013 und dem 28. November 2013 und/oder zu einem 
späteren Zeitpunkt in Langenthal und anderswo z.N. der E.________ (GmbH) 
(gelöscht), frei, unter Auferlegung von 1/8 der gesamten erstinstanzlichen Verfah-
renskosten (CHF 3‘228.10) an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer an-
teilsmässigen Entschädigung (CHF 2‘700.00; inkl. Auslagen und MwSt.) für die 
Verteidigung des Beschuldigten an Rechtsanwalt B.________ (Ziff. II. erstinstanzli-
ches Urteilsdispositiv; pag. 1705). 

Hingegen erklärte die Vorinstanz den Beschuldigten wie folgt schuldig (Ziff. III.1. -
 4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 1705): 

1. der Veruntreuung, mehrfach begangen z.N. der E.________ (GmbH) 
(gelöscht):

1.1. in der Zeit zwischen dem 4. November 2013 und dem 24. Oktober 2014 
in Langenthal und anderswo (Deliktsbetrag: CHF 42‘000.00); 

1.2. in der Zeit zwischen dem 1. August 2013 und dem 31. August 2014 in 
Langenthal und anderswo (Deliktsbetrag: CHF 66‘695.10); 

1.3. in der Zeit zwischen dem 10. Dezember 2013 und dem 16. Juni 2014 in 
Langenthal und anderswo (Deliktsbetrag: CHF 7‘871.35); 

1.4. in der Zeit zwischen dem 21. Dezember 2013 und dem 21. Januar 2014 
an verschiedenen Orten im Ausland (Deliktsbetrag: CHF 3‘123.11); 

2. der ungetreuen Geschäftsführung, qualifiziert begangen in der Zeit zwischen 
dem 20. Februar 2014 und dem 4. September 2014 in Langenthal und an-
derswo z.N. der E.________ (GmbH) (gelöscht; Deliktsbetrag: 
CHF 540‘000.00); 

3. der Unterlassung der Buchführungspflicht, begangen in der Zeit ab anfangs 
2014 (ca. Februar) und dem 27. November 2014 in Langenthal und anderswo; 

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4. der Widerhandlung gegen das AHVG, begangen in der Zeit zwischen dem 
22. Februar 2014 und dem 4. September 2014 in Langenthal und anderswo 
z.N. der F.________ (Ausgleichskasse)

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten in Anwendung der einschlägigen Ge-
setzesbestimmungen in der Folge (Ziff. III.1. - 3. erstinstanzliches Urteilsdispositiv; 
pag. 1706):

1. Zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 35 Monaten, wovon 12 Monate zu 
vollziehen sind, unter Aufschiebung des Vollzuges für eine Teilstrafe von 
23 Monaten sowie unter Festsetzung der Probezeit auf 3 Jahre; 

2. zu einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausma-
chend total CHF 4‘200.00, unter Festsetzung der Probezeit auf 3 Jahre; 

3. zu den auf den Schuldspruch [recte: die Schuldsprüche] entfallenden erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten (CHF 22‘596.65). 

Schliesslich traf die Vorinstanz die notwendigen Verfügungen (Ziff. IV. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 1706 f.): 

1. Sie bestimmte die amtliche Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertre-
tung von C.________

2. zog den beschlagnahmten Personenwagen, Porsche Cayenne TDI (weiss), 
G.________ (Kennzeichen), Fahrgestellnummer H.________ (inkl. 2 Fahr-
zeugschlüssel), in Anwendung von Art. 70 Abs. 1 StGB zur Verwertung ein, 
wobei verfügt wurde, der dannzumalige Nettoerlös (Verkaufspreis abzüglich 
Lagerungskosten) werde zur (anteilsmässigen) Deckung der vom Beschuldig-
ten zu tragenden Verfahrenskosten verwendet (Ziff. IV.2. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs; pag. 1707); 

3. verfügte in Bezug auf diverse Gegenstände die Rückgabe an den Beschuldig-
ten bzw. die Entsorgung (Ziff. IV.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 1707); 

4. verfügte die Übergabe diverser Gegenstände an die regionale Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau zu Handen des Verfahrens EO 16 11664 
(Ziff. IV.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 1707); 

5. verfügte die Aufhebung der Kontosperre für das auf den Beschuldigten lauten-
de Konto bei der I.________ (Bank) (IBAN J.________) nach Eintritt der 
Rechtskraft (Ziff. IV.5. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 1708). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ am 2. Juli 2018 namens 
und auftrags des Beschuldigten fristgerecht Berufung an (pag. 1719). Die Beru-
fungserklärung vom 12. Dezember 2018 (pag. 1822 ff.) ging am 13. Dezem-
ber 2018 ebenfalls fristgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein. 

Mit Eingabe vom 21. Dezember 2018 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass 
weder Anschlussberufung erklärt noch Nichteintreten auf die Berufung des Be-
schuldigten beantragt werde (pag. 1830 f.). 

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3. Antrag auf Rückweisung und Verfahrensvereinigung

Mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 beantragte die Verteidigung, das Urteil der 
Vorinstanz sei aufzuheben und die Sache sei zur Beurteilung und Vereinigung mit 
dem Strafverfahren gegen C.________ (EO 16 11664) an die erste Instanz 
zurückzuweisen (pag. 1822). Die Generalstaatsanwaltschaft nahm in ihrer Eingabe 
vom 21. Dezember 2018 dazu Stellung (vgl. pag. 1831). 

Mit begründetem Beschluss vom 4. Februar 2019 (pag. 1833 f.) wies die Kammer 
den Antrag des Beschuldigten auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und 
Rückweisung an die Vorinsatnz zur neuen Beurteilung und Vereinigung mit dem 
Strafverfahren gegen C.________ (EO 16 11664) ab.

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Auf Antrag der Verteidigung (vgl. pag. 1823) wurden bei der regionalen 
Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau die Akten des Strafverfahrens EO 16 
11664 gegen C.________ ediert. Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung 
wurde zudem von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 
15. Juli 2019, pag. 1865) eingeholt. Ausserdem wurde der Beschuldigte in der 
oberinstanzlichen Verhandlung erneut befragt (pag. 1875 ff.; vgl. dazu auch den 
entsprechenden Antrag der Verteidigung, pag. 1823). 

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete in der oberinstanzlichen Ver-
handlung für den Beschuldigten die folgenden Anträge (pag. 1880): 

«[…]

1. Es sei festzustellen, dass Ziffer I und II des Urteils des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
vom 20. Juni 2018 in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. A.________ sei von sämtlichen verbleibenden Anklagepunkten der Anklageschrift vom 
12. Juli 2017 freizusprechen. 

3. Die beschlagnahmten Gegenstände seien den Berechtigten zurückzugeben. 

4. Die Kosten des Verfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

5. A.________ seien die Aufwendungen der Verteidigung gemäss Kostennoten zu ersetzen.»

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt K.________ beantragte seinerseits für die 
Generalstaatsanwaltschaft Folgendes (pag. 1885 f.):

« I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 20. Juni 2018 
in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Strafverfahrens wegen der Anschuldigung der Widerhandlung gegen 
das AVIG, angeblich begangen in der Zeit zwischen dem 01.01.2013 und dem 02.02.2015 
in Langenthal und anderswo z.N. der D.________ (Arbeitslosenkasse), ohne Ausrichtung 
einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten; 

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2. des Freispruchs von der Anschuldigung der Urkundenfälschung, ev. Anstiftung dazu, 
angeblich mehrfach begangen in der Zeit zwischen dem 15.01.2013 und dem 28.11.2013 
und/oder zu einem späteren Zeitpunkt in Langenthal und anderswo z.N. der E.________ 
(GmbH) (gelöscht), unter Auferlegung von 1/8 der gesamten Verfahrenskosten, 
ausmachend CHF 3'228.10, an den Kanton Bern und Ausrichtung einer anteilsmässigen 
Entschädigung von pauschal CHF 2'700.00 an Rechtsanwalt B.________ für die 
Verteidigung. 

II.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der Veruntreuung, mehrfach begangen z.N. der E.________ (GmbH) (gelöscht) wie folgt:

1.1 in der Zeit zwischen dem 04.11.2013 und dem 24.10.2014 in Langenthal und anderswo 
(Deliktsbetrag: CHF 42'000.00);

1.2 in der Zeit zwischen dem 01.08.2013 und dem 31.08.2014 in Langenthal und anderswo 
(Deliktsbetrag: CHF 66`695.10);

1.3 in der Zeit zwischen dem 10.12.2013 und dem 16.06.2014 in Langenthal und anderswo 
(Deliktsbetrag: CHF 7`871.35);

1.4 in der Zeit zwischen dem 21.12.2013 und dem 21.01.2014 an verschiedenen Orten im 
Ausland (Deliktsbetrag: CHF 3'123.11);

2. der ungetreuen Geschäftsbesorgung, qualifiziert begangen in der Zeit zwischen dem 
20.02.2014 und dem 04.09.2014 in Langenthal und anderswo z.N. der E.________ (GmbH) 
(gelöscht; Deliktsbetrag: CHF 540`000.00);

3. der Unterlassung der Buchführung, begangen in der Zeit ab Anfang 2014 (ca. Februar) und 
dem 27.11.2014 in Langenthal und anderswo; 

4. der Widerhandlung gegen das AHVG, begangen in der Zeit zwischen dem 22.02.2014 und 
dem 04.09.2014 in Langenthal und anderswo z.N. der Ausgleichskasse des Kantons Bern;

und er sei zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 35 Monaten.

Davon seien 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 23 Monaten sei der 
Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf 3 Jahre festzusetzen.

2. zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total 
CHF 4`200.00.

Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 3 Jahre festzusetzen. 

3. zur Bezahlung der restanzlichen erstinstanzlichen und den gesamten oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten.

III.

Es seien die weiteren Verfügungen zu treffen.»

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6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer
Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil nur teilweise angefochten; er liess 
seine Berufung mit Berufungserklärung vom 12. Dezember 2018 (pag. 1822 ff.) auf 
die Schuldsprüche wegen mehrfacher Veruntreuung (Ziff. III.1. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs), qualifizierter ungetreuer Geschäftsführung (Ziff. III.2. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), Unterlassung der Buchführungspflicht 
(Ziff. III.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und Widerhandlung gegen das 
AHVG (Ziff. III.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) beschränken bzw. bean-
tragte diesbezüglich die Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils und Rückweisung 
an die Vorinstanz (pag. 1705). In der oberinstanzlichen Verhandlung beantragte 
der Beschuldigte in Bezug auf diese Punkte Freisprüche (vgl. dazu pag. 1880 bzw. 
I.5. Anträge der Parteien hiervor). Demgegenüber liess er in Bezug auf die Verfah-
renseinstellung betreffend die Anschuldigung der Widerhandlung gegen das AVIG 
(Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie bezüglich den Freispruch von 
der Anschuldigung der Urkundenfälschung, evtl. der Anstiftung dazu (Ziff. II. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) die Feststellung der Rechtskraft des erstin-
stanzlichen Urteils beantragen (pag. 1822 bzw. pag. 1880). Somit sind im vorlie-
genden Berufungsverfahren nur die Ziff. III.1. - 4. (Schuldsprüche wegen mehrfa-
cher Veruntreuung, qualifizierter ungetreuer Geschäftsführung, Unterlassung der 
Buchführungspflicht und Widerhandlung gegen das AHVG), III.1. - 3. (Sanktions- 
und Kostenpunkt), IV.1. (amtliche Entschädigung), IV.2. (Verfügung betreffend den 
beschlagnahmten Porsche Cayenne), IV.3. (Rückgabe oder Vernichtung beschlag-
nahmter Gegenstände) sowie IV.4. (Übergabe beschlagnahmter Gegenstände an 
die regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau) des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs durch die Kammer neu zu beurteilen.

Dabei verfügt die Kammer über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels 
Anschlussberufung seitens der Generalstaatsanwaltschaft darf das erstinstanzliche 
Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden, es gilt das Ver-
schlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

7. Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren?

Rechtsanwalt B.________ rügte namens und auftrags des Beschuldigten in der 
oberinstanzlichen Verhandlung eine mehrfache Verletzung der Fairnessgebots 
gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK und machte geltend, insgesamt seien vorliegend derart 
viele elementare Vorschriften verletzt worden, dass die Ausfällung eines Urteils in 
seinen Augen unerträglich wäre (vgl. pag. 1880). Zur Begründung brachte Rechts-
anwalt B.________ zunächst vor, eine Verfahrensvereinigung sei nun zwar nicht 
mehr möglich, es sei aber ein wichtiger Grundsatz verletzt worden. Diesbezüglich 
verweist die Kammer vorab auf die protokollierten Ausführungen des Vorsitzenden 
in der oberinstanzlichen Verhandlung (pag. 1879). Weiter hält sie fest, dass den 
Parteien seitens der Staatsanwaltschaft aktenkundig bereits am 3. Mai 2017 in An-
wendung von Art. 318 StPO unter Beilage eines Entwurfes der Anklageschrift mit-
geteilt wurde, es werde beabsichtigt, die Strafuntersuchung gegen C.________ un-
ter Berücksichtigung des Beschleunigungsgrundsatzes abzutrennen und separat 
weiterzuführen (vgl. pag. 1402). Dabei erfolgte die Verfahrenstrennung durch die 
Staatsanwaltschaft aus sachlichen Gründen, zumal sich die Verfahren gegen die 

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beiden Beschuldigten in unterschiedlichen Verfahrensstadien befanden. Die Ver-
teidigung opponierte zudem lange Zeit nicht gegen die erwähnte Verfügung. Erst 
über ein Jahr später, am 14. Juni 2018, und bloss vier Tage vor der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung vom 18. bis 20. Juni 2018, stellte Rechtsanwalt 
B.________ den Antrag, das Verfahren gegen den Beschuldigten sei zwecks Ver-
einigung mit der Strafuntersuchung gegen C.________ an die Staatsanwaltschaft 
Emmental-Oberaargau zurückzuweisen (pag. 1632 f.). Zu diesem Zeitpunkt war 
C.________ jedoch bereits seiner Wegweisung aus der Schweiz gefolgt und be-
fand sich in Portugal, es war mithin nicht einmal klar, ob er überhaupt an der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung erscheinen würde (vgl. die Eingabe von Fürsprecher 
L.________ vom 19. Februar 2015, das Rechtliche Gehör zur Prüfung der beding-
ten Entlassung vom 6. Februar 2015, das am 26. Juni 2018 an eine portugiesische 
Adresse adressierte Couvert sowie die Vollmacht mit portugiesischer Adresse vom 
27. Juni 2018; alles im Faszikel Parteien/Anwälte im Band 4/4 der Akten EO 16 
11664). Weiter war vorliegend auch nicht etwa eine mittäterschaftliche Begehung 
zu beurteilen, es wurde keine solche angeklagt (vgl. die Formulierungen im Straf-
befehl vom 10. Oktober 2018 gegen C.________ [Faszikel Strafbefehl im Band 4/4 
der Akten EO 16 11664] sowie die Formulierungen in der Anklageschrift vom 
12. Juli 2017 [pag. 1413 ff.]). Schliesslich machte die Verteidigung in der oberin-
stanzlichen Verhandlung zu Recht nicht geltend, durch die getrennte Verfahrens-
führung seien ihr Recht auf Akteneinsicht oder andere Verfahrensrechte verletzt 
worden. Angesichts all dessen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf eine Rückweisung der Anklage gegen den 
Beschuldigten zwecks erneuter Vereinigung mit dem Strafverfahren gegen 
C.________ verzichtete (vgl. pag. 1652). Zusammenfassend hält die Kammer fest, 
dass die ursprüngliche Verfahrenstrennung angezeigt und auch auf eine spätere 
Wiedervereinigung zu Recht verzichtet wurde, mithin darin keine Verletzung von 
Art. 6 Ziff. 1 EMRK zu sehen ist. 

Weiter brachte Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung 
vor, er habe für seinen Mandanten die amtliche Verteidigung beantragt, dieser An-
trag sei aber nicht behandelt worden (pag. 379). Für die Staatsanwaltschaft sei im 
Mai 2017 angeblich noch nicht klar gewesen, dass es sich um einen Fall notwendi-
ger Verteidigung handle, schon zwei Monate später habe sie dann aber Anklage 
erhoben (vgl. pag. 1880). Zwar trifft zu, dass Rechtsanwalt B.________ mit Einga-
be vom 8. März 2017 seine Einsetzung als amtlicher Verteidiger beantragte 
(pag. 1360). In der Folge informierte Staatsanwalt M.________ in der Einvernahme 
vom 23. März 2017 dahingehend, dass er das Gesuch nur gutheissen könne, wenn 
er vom Beschuldigten noch Informationen zu dessen wirtschaftlichen Verhältnissen 
erhalte (pag. 379 Z. 19 ff. und Z. 23 ff.). Mit Schreiben vom 2. Mai 2017, auf wel-
ches sich Rechtsanwalt B.________ bezieht, teilte die Staatsanwaltschaft der Ver-
teidigung sodann mit, dass die übermittelten Unterlagen zwecks Prüfung der Mittel-
losigkeit mangels Aktualität nicht genügten und sie aufforderte, sachdienliche Un-
terlagen mit aktuellen Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschul-
digten einzureichen (vgl. pag. 1380). An diesem Vorgehen ist nichts zu bemängeln, 
zumal aus der Optik der beschuldigten Person die notwendige Verteidigung primär 
Verteidigungszwang auf eigene Kosten bedeutet, ausser im Falle der Bedürftigkeit 

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(vgl. BSK StPO- RUCKSTUHL, N 3 zu Art. 130). In der Folge fragte Rechtsanwalt 
B.________ bei der Staatsanwaltschaft jedoch nicht nur nicht mehr nach, wie von 
ihm selber in der oberinstanzlichen Verhandlung ausgeführt (vgl. pag. 1880), son-
dern er verzichtet darüber hinaus auch darauf, die erforderlichen Unterlagen nach-
zureichen. Dass das Gesuch um Gewährung der amtlichen Verteidigung in der 
Folge nicht weiter behandelt bzw. nicht mangels Nachweis der Bedürftigkeit förm-
lich abgewiesen wurde, ist zwar unschön. Darin liegt aber keine unfaire Behand-
lung begründet, da der Beschuldigte durch Rechtsanwalt B.________ privat vertei-
digt war, seine Interessen mithin gleichermassen vertreten wurden wie diejenigen 
des ehemaligen Straf- und Zivilklägers (vgl. dazu auch die zutreffenden Ausführun-
gen von Generalstaatsanwalt K.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 1886). Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass C.________, 
welcher zu diesem Zeitpunkt noch Straf- und Zivilkläger im Strafverfahren gegen 
den Beschuldigten war, im Unterschied zu letzterem das Recht zur unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt worden war. 

Sodann trifft das Argument der Verteidigung, die erstinstanzliche Gerichtspräsiden-
tin habe die nicht dem Anklagegrundsatz genügende Anklageschrift in der erstin-
stanzlichen Verhandlung gleich selber geändert (vgl. pag. 1880), nicht zu. Gemäss 
Protokoll der erstinstanzlichen Verhandlung gab Gerichtspräsidentin N.________ 
bekannt, dass nach ihrem Dafürhalten im Sachverhalt gemäss Ziff. I.1. der Ankla-
geschrift für den Tatbestand der Misswirtschaft die Umschreibung der Konkur-
seröffnung und des Kausalzusammenhangs fehle. In der Folge gab sie der Staats-
anwaltschaft in Anwendung von Art. 333 Abs. 1 StPO Gelegenheit, die Sachverhal-
te entsprechend zu ergänzen (vgl. pag. 1649). Dabei unterbreitete sie der Staats-
anwaltschaft gleich selber einen Formulierungsvorschlag. Dieses Vorgehen war 
nach Auffassung der Kammer zwar nicht lege artis, hätte die Gerichtspräsidentin 
N.________ die Staatsanwaltschaft lediglich zur Ergänzung auffordern dürfen und 
letztere die Ergänzungen selber ausformulieren müssen. Die Begründung von Ge-
richtspräsidentin N.________, der Formulierungsvorschlag ihrerseits sei aus pro-
zessökonomischen Gründen erfolgt (vgl. pag. 1650), vermag nicht restlos zu über-
zeugen, zumal ein Verhandlungsunterbruch von kurzer Dauer und eine entspre-
chende Verzögerung im Verhandlungsablauf wohl kaum ein Problem gewesen sein 
dürften. Dennoch hält die Kammer fest, dass das Vorgehen der Vorinstanz nicht 
zum Nachteil des Beschuldigten gereicht, zumal der Tatbestand der Misswirtschaft 
vorliegend nicht geprüft wird. Ausserdem war das Verhalten der erstinstanzlichen 
Gerichtspräsidentin noch nicht dergestalt, dass man es als Übernahme der Rolle 
des Anklägers bezeichnen müsste. Schliesslich lässt sich daraus auch kein An-
schein von Befangenheit der Gerichtspräsidentin N.________ ableiten, da die 
Staatsanwaltschaft nicht zur Änderung der Anklageschrift verpflichtet werden konn-
te und es sich bloss um einen Zwischenentscheid des Gerichts handelte, der ledig-
lich die Prüfung einer anderen Tatbestandsvariante ermöglichte, mitnichten hinge-
gen den Verfahrensausgang fixierte (vgl. dazu BSK StPO-
STEPHENSON/ZALUNARDO-WALSER, N 7 zu Art. 333). 

Ob der seitens der Verteidigung in der oberinstanzlichen Verhandlung geäusserte 
Vorwurf, der Parteivortrag von Rechtsanwalt B.________ sei in erster Instanz völlig 
ungenügend protokolliert worden (vgl. pag. 1880), zutrifft, kann die Kammer nicht 

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verifizieren. Jedenfalls hatte Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzlichen 
Verhandlung erneut Gelegenheit, sämtliche seiner Argumente umfassend darzutun 
(vgl. pag. 1880 ff.). Diese fanden Eingang in die geheime Urteilsberatung der 
2. Strafkammer. 

Dass schliesslich die mündliche Urteilseröffnung durch die Vorinstanz nicht proto-
kolliert wurde (vgl. die entsprechende Rüge von Rechtsanwalt B.________ in der 
oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1880), schadet nicht. Wie der stellvertretende 
Generalstaatsanwalt in seinem Parteivortrag zu Recht ausführte, ist eine Protokol-
lierung der anlässlich der mündlichen Urteilseröffnung gemachten mündlichen Ur-
teilserwägungen im Kanton Bern nicht üblich (vgl. pag. 1887) – auch darin ist keine 
Verletzung der Fairness zu erkennen. 

Die Kammer hält somit zusammenfassend fest, dass das Recht auf ein faires Ver-
fahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK vorliegend nicht verletzt wurde. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorin-
stanz verwiesen werden (vgl. pag. 1727 ff., S. 5 ff. erstinstanzliche Urteilsbegrün-
dung). 

9. Beweismittel

Der Kammer liegen folgende objektiven Beweismittel zur Würdigung vor: Die Kon-
toauszüge der O.________ (Bank) (pag. 1127 ff.) und der P.________ (Bank) 
(pag. 824 ff. und pag. 858 ff.), Unterlagen bezüglich der Überbauung Q.________ 
(pag. 186 ff.) sowie Buchhaltungsunterlagen der E.________ (GmbH) 
(pag. 1245 ff., vgl. Ordner E.________ (GmbH) Buchhaltung 2012 und 2013). Die 
Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass gestützt auf die Buchhaltungs- und 
Bankunterlagen sowie die Werkverträge vieles bereits objektiv belegt und damit 
beweismässig nachgewiesen ist (vgl. pag. 1726 f., S. 4 f. erstinstanzliche Urteils-
begründung). Darüber hinaus sind auch die Aussagen des Beschuldigten, diejeni-
gen von C.________ sowie jene der übrigen einvernommenen Personen zu würdi-
gen. 

10. Allgemeine Beweiswürdigung

10.1 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde insgesamt fünf Mal befragt; in den polizeilichen Einver-
nahmen vom 29. Januar 2015 (pag. 329 ff.) und vom 18. März 2015 (pag. 337 ff.), 
in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. März 2017 (pag. 378 ff.), in 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 18. Juni 2018 (pag. 1663 ff.) sowie in 
der oberinstanzlichen Verhandlung (pag. 1875). 

Während der Beschuldigte gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft von 
seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, machte er in der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung erstmals Aussagen zur Sache. In der oberinstanzli-

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chen Verhandlung verweigerte er wiederum die Aussage. Die Vorinstanz hat dies-
bezüglich zwar zu Recht festgehalten, dass es das Recht des Beschuldigten ist, die 
Aussage zur Sache zu verweigern und dass ein solches Aussageverhalten nicht zu 
seinen Ungunsten gewertet werden darf (vgl. pag. 1730, S. 8 erstinstanzliche Ur-
teilsbegründung). Im Widerspruch dazu wurde die seitens des Beschuldigten ver-
weigerte Aussage in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung in der Folge jedoch 
wiederholt erwähnt (vgl. pag. 1731 f., S. 9 erstinstanzliche Urteilsbegründung; 
pag. 1733, S. 11 erstinstanzliche Urteilsbegründung) und zumindest indirekt, 
mehrmals aber auch unumwunden explizit gewertet. So hielt die Vorinstanz bei-
spielsweise fest, es müsse dem Beschuldigten aufgrund seiner Persönlichkeit 
schwer gefallen sein, im Vorverfahren keine Aussagen zu machen (vgl. pag. 1730, 
S. 8 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Weiter warf die Vorinstanz die Frage auf, 
weshalb der Beschuldigte nicht früher ausgesagt habe, wenn sich tatsächlich alles 
so zugetragen hätte, wie vom Beschuldigten in der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung zu Protokoll gegeben. Sie schlussfolgerte, dass der Beschuldigte durch 
die Aussageverweigerung habe verhindern wollen, dass Widersprüche in seinen 
Aussagen auffallen könnten (vgl. pag. 1731 f., S. 10 f. erstinstanzliche Urteilsbe-
gründung). Solche Schlüsse sind unzulässig. 

Die Vorinstanz hat jedoch zu Recht festgehalten, dass in Bezug auf die vom Be-
schuldigten in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gemachten Aussagen zur 
Sache auffällt, dass dieser seine Geschichte –obwohl er teilweise unterbrochen 
wurde – in einem Fluss von A bis Z und ohne Sprünge im Handlungsablauf erzähl-
te (vgl. pag. 1731, S. 9 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Dabei wich er den Zwi-
schenfragen der Gerichtspräsidentin aus und erzählte weiter stur seine Geschichte 
(vgl. pag. 1667 Z. 19 f., Z. 35 f.). Dieses Aussageverhalten begründet den Verdacht 
einer nicht selbst erlebten, sondern zurechtgelegten bzw. erfundenen und einstu-
dierten Geschichte. Hätte der Beschuldigte die geschilderten Geschehnisse 
tatsächlich so erlebt, so hätte er sie zum einen viel sprunghafter erzählt, zum ande-
ren wäre er in der Lage gewesen, auch die nicht in den chronologischen Ablauf 
seiner Erzählung passenden (Zwischen-)Fragen der erstinstanzlichen Gerichtsprä-
sidentin zu beantworten. 

Gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht weiter, dass der Beschuldigte 
stets versuchte, sich selber in einem guten Licht zu präsentieren und gleichzeitig 
C.________ schlecht dastehen zu lassen. So will er selber nicht aus eigenem An-
trieb gehandelt, sondern nur das gemacht haben, was C.________ ihm gesagt 
bzw. womit ihn dieser beauftragt habe (pag. 1666 Z. 2 ff und Z. 11 ff., pag. 1671 
Z. 19 f. und Z. 21 ff.). Das Projekt Überbauung Q.________ will er beispielsweise 
nur deshalb mit seiner eigenen Firma, der R.________ (GmbH), statt mit der 
E.________ (GmbH) ausgeführt haben, weil C.________ ihn darum gebeten habe 
– er stellte sich mit anderen Worten gar als den Retter dar, welcher eine für alle 
Parteien befriedigende Lösung anbot (pag. 1668 Z. 22 ff.: «Nachdem ich mit 
C.________ über den Verkauf der E.________ (GmbH) gesprochen habe. Danach 
hat Herr C.________ von diesem Projekt erfahren. C.________ hat mir gesagt, 
dass ich das Projekt nehmen solle und durch meine GmbH übernehmen solle. 
C.________ wusste darüber Bescheid. C.________ konnte das Projekt 
S.________ [recte: S.________] nicht übernehmen, weil er im Gefängnis war. 

11

T.________ hat das Projekt nicht stemmen können. Darum habe ich der 
S.________ [recte: S.________] den Vorschlag gemacht, wenn sie einverstanden 
sind, dass ich das Projekt mit der R.________ (GmbH) übernehmen werde.»). 
Auch soll C.________ ihn regelrecht dazu gedrängt haben, während dessen Ge-
fängnisaufenthaltes die Geschäftsführung der E.________ (GmbH) zu übernehmen 
(vgl. pag. 1666 Z. 24 ff., Z. 32 ff.). Die Vorinstanz hat überzeugend dargelegt, dass 
es wohl kaum so gewesen sein dürfte, zumal die Übertragung der Geschäfts-
führung ohne eigene finanzielle Gegenleistung für den Beschuldigten, um welchen 
es überdies finanziell nicht gut stand und welcher in Sachen Betriebswirtschaft, 
Management und Geschäftsleitung grösstenteils unerfahren war, eine grosse 
Chance gewesen sein muss (vgl. pag. 1733 Z. 11 erstinstanzliche Urteilsbegrün-
dung). Schliesslich versuchte der Beschuldigte eigenes Fehlverhalten damit zu er-
klären, dass er sich vor C.________ habe schützen müssen. So gab er beispiels-
weise zu Protokoll, er habe die Buchhaltungsunterlagen nur deshalb nicht zurück-
gegeben, weil er befürchtet habe, C.________ wolle ihm etwas anhängen (pag. 
1671 Z. 7 ff.). Auch dies spricht gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Be-
schuldigten. 

Weiter sind die Aussagen des Beschuldigten teilweise in sich selber nicht nachvoll-
ziehbar und widersprüchlich. So gab er in der erstinstanzlichen Verhandlung an, 
C.________ habe die E.________ (GmbH) verkaufen wollen, weil er angeblich aus 
dem Geschäft habe aussteigen und sich auf andere Sachen habe konzentrieren 
wollen (pag. 1667 Z. 2 f., pag. 1673 Z. 19 ff.). Warum C.________ dies ausgerech-
net zum Zeitpunkt, in welchem der Zuschlag für den lukrativen Auftrag Q.________ 
bevorstand, gewollt haben sollte, konnte der Beschuldigte nicht nachvollziehbar er-
klären und verstrickte sich in Ausflüchte, wonach Q.________ zu diesem Zeitpunkt 
noch nicht fix gewesen sei (vgl. pag. 1673 Z. 23 ff.) bzw. wich auf erneute Nachfra-
ge aus und gab an, er habe dies bereits erklärt, er habe nichts mehr zu ergänzen 
(pag. 1673 Z. 28 ff.). Konfrontiert mit dem expliziten Vorhalt, es sehe so aus, als 
habe er, der Beschuldigte, der E.________ (GmbH) den Auftrag abgeluchst, wich 
er noch deutlicher aus und gab nichts aussagende Floskeln zu Protokoll (pag. 1672 
Z. 31 ff.): «Ich habe vorhin alles gesagt. Es ist so wie es ist. Es ist mir wichtig, dass 
sie die ganze Geschichte kennen. Ich habe nichts mehr zusagen [recte: zu sa-
gen].». Weiter will der Beschuldigte nicht gewusst haben, für wie lange C.________ 
ins Gefängnis gehen musste. Er machte in der erstinstanzlichen Verhandlung gel-
tend, C.________ habe ihn betreffend die tatsächliche Dauer des Gefängnisauf-
enthaltes getäuscht bzw. ihm angegeben, er müsse für bloss sechs Monate ins Ge-
fängnis. Nach Ablauf dieser sechs Monate habe C.________ ihn dann immer wie-
der mit einer angeblich baldigen Entlassung vertröstet (vgl. pag. 1666 Z. 37 f., 
Z. 44 ff.). Fest steht, dass C.________ im August 2013 den Vollzug einer Freiheits-
strafe von 40 Monaten antreten musste, wobei 202 Tage bereits durch die Unter-
suchungshaft getilgt worden waren; zu vollziehen waren somit noch rund 33 Mona-
te bzw. 2 ¾ Jahre. Selbst unter Berücksichtigung einer allfälligen Spekulation auf 
eine (nicht gewährte) bedingte Entlassung nach Verbüssung von zwei Dritteln der 
Strafe, hatte er im August 2013 somit einen Strafvollzug von weit mehr als einem 
Jahr bzw. fast zwei Jahren in Aussicht (vgl. Rechtliches Gehör zur Prüfung der be-
dingten Entlassung vom 6. Februar 2015 im Faszikel Parteien/Anwälte im Band 4/4 

12

der Akten EO 16 11664 bzw. pag. 1389). Für die Kammer ist vor diesem Hinter-
grund schlicht nicht nachvollziehbar, weshalb C.________ den Beschuldigten in 
Bezug auf die Dauer des Gefängnisaufenthaltes hätte belügen bzw. ihm einen we-
sentlich kürzeren Gefängnisaufenthalt hätte vormachen sollen, war es doch gerade 
in seinem Interesse, dass der Beschuldigte während der gesamten Dauer seiner 
Abwesenheit die Geschäftsführung der E.________ (GmbH) übernahm. Wäre sein 
Gefängnisaufenthalt wesentlich kürzer gewesen – beispielsweise nur sechs Mona-
te, wie dies der Beschuldigte behauptet – so hätte C.________ überdies gar nicht 
erst einen Ersatz für die Geschäftsleitung in der E.________ (GmbH) suchen müs-
sen. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte und C.________ gemäss ihren überein-
stimmenden Aussagen bereits seit langer Zeit befreundet waren und sich auch ihre 
Familien kannten (vgl. pag. 332 Z. 103 f., pag. 391 Z. 92 f.). Angesichts dessen wä-
re es für C.________ äusserst schwierig, wenn nicht unmöglich gewesen, dem Be-
schuldigten und dessen gesamter Familie die lange Dauer des bevorstehenden 
Freiheitsentzuges zu verheimlichen (vgl. dazu auch pag. 1732 f., S. 10 f. erstin-
stanzliche Urteilsbegründung). 

Sodann hat die Vorinstanz richtig festgestellt, dass in den Aussagen des Beschul-
digten auch Widersprüche zu aktenkundigen Tatsachen auszumachen sind (vgl. 
pag. 1732, S. 10 erstinstanzliche Urteilsbegründung). So gab der Beschuldigte bei-
spielsweise an, den Betrag von CHF 3‘123.11 für den Kauf von PVC-Fenstern ver-
wendet zu haben (pag. 1669 Z. 17 ff.). Gemäss Kontoauszug der P.________ wur-
de dieser Betrag jedoch in elf Teilbeträgen bar und in unterschiedlichen Währun-
gen bezogen (pag. 74 ff.), was eindeutig nicht zum angeblichen Verwendungs-
zweck passt. 

Zusammenfassend hält die Kammer fest, dass in den Aussagen des Beschuldigten 
diverse Lügesignale auszumachen sind und bei der Würdigung bezüglich der ein-
zelnen Anklagevorwürfe jedenfalls nicht unbesehen auf die Aussagen des Be-
schuldigten abgestellt werden kann. 

10.2 Aussagen von C.________

C.________ wurde im Strafverfahren gegen den Beschuldigten am 30. Septem-
ber 2014 (pag. 389 ff.) und am 26. Februar 2015 (pag. 416 ff.) durch die Polizei 
sowie in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 18. Juni 2018 durch die Vor-
instanz (pag. 1656 ff.) befragt. 

Die Vorinstanz hat in ihrer Urteilsbegründung zu Recht festgehalten, dass 
C.________ mehrfach vorbestraft ist, dass er insgesamt rund zehn Jahre im Straf-
vollzug verbracht hat, er sich entsprechend mit dem schweizerischen Justizsystem 
auskennt, insbesondere weiss, wie man sich in einem Strafverfahren vorteilhaft 
präsentieren kann, und dass diese Tatsache bei der Würdigung seiner Aussagen 
zu berücksichtigen ist (vgl. pag. 1733 f., S. 11 f. erstinstanzliche Urteilsbegrün-
dung). Umso mehr überrascht es, dass die vorinstanzliche Würdigung der Aussa-
gen des ehemaligen Straf- und Zivilklägers (vgl. pag. 1733 ff., S. 11 ff. erstinstanz-
liche Urteilsbegründung) auffallend positiv ausfällt. Nach Auffassung der Kammer 
gilt es bei der Würdigung der Aussagen von C.________ nämlich ebenfalls zu 
berücksichtigen, dass dieser als Anzeigeerstatter (vgl. pag. 2) auch eigene Interes-

13

sen am Ausgang des Strafverfahrens hatte, zumal die meisten angeklagten Delikte 
zum Nachteil seiner Firma, der E.________ (GmbH), begangen wurden – dies zu-
mindest solange er noch als Straf- und Zivilkläger zugelassen war bzw. Parteista-
tus hatte und gegen den Beschuldigten eine Schadenersatzforderung geltend 
machte (vgl. pag. 1381 f.). Weiter ist bei der Aussagenwürdigung von Belang, dass 
C.________ wegen mit den vorliegend zu beurteilenden Vorwürfen in Zusammen-
hang stehenden Delikten bereits rechtskräftig verurteilt wurde (vgl. den Strafbefehl 
vom 10. Oktober 2018 [Faszikel Strafbefehl im Band 4/4 der Akten EO 16 11664], 
womit C.________ unter anderem ebenfalls wegen Veruntreuung, ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung, Unterlassung der Buchführung sowie Widerhandlungen gegen 
das AHVG zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je CHF 80.00 
und einer Verbindungsbusse von CHF 2‘400.00 verurteilt wurde). Damit hatte 
C.________ im Strafverfahren gegen den Beschuldigten auch ein Interesse daran, 
sich mit den eigenen Aussagen nicht selber zu belasten. Vor diesem Hintergrund 
lassen sich die folgenden Widersprüche in den Aussagen von C.________ selber 
bzw. im Vergleich zu den objektiven Beweismitteln erklären. So gab C.________ 
beispielsweise an, die CHF 70‘000.00, mit welchen der Beschuldigte den Porsche 
Cayenne gekauft habe, stammten von seinem privaten Geld und seien für die Fer-
tigstellung seines Hauses bestimmt gewesen (vgl. pag. 418 Z. 108 ff.). Auf Nach-
frage gab er zu Protokoll, das Geld sei in zwei Teilbeträgen von CHF 50‘700.00 
und CHF 17‘800.00 von seinem Liegenschaftskonto auf das Firmenkonto überwie-
sen worden (pag. 419 Z. 113 ff.). Auf entsprechende Frage bestätigte er zwar, dass 
das Geld somit nicht ihm persönlich, sondern vielmehr der E.________ (GmbH) 
weg gekommen sei, nicht aber ohne sofort anzufügen, er habe dafür jedoch keine 
Gegenleistungen erhalten (pag. 419 Z. 134 ff.). Ein Vergleich mit dem entspre-
chenden Kontoauszug der P.________ (vgl. pag. 824 ff.) zeigt ausserdem, dass 
die Angaben von C.________ nicht stimmen können; dem Kontoauszug lässt sich 
zwar am 31. Oktober 2013 tatsächlich eine Gutschrift in der Höhe von 
CHF 50‘750.00 mit dem Buchungstext «Vergütung gemäss Rechnung vom 21. Ok-
tober 2013» entnehmen (pag. 827). Dieser Vergütungszweck nennt jedoch explizit 
die Begleichung von in Rechnung gestellten Arbeiten – ohne dass notabene der 
Überweisende ersichtlich ist –, wohingegen nichts darauf schliessen lässt, dass es 
sich um eine Gutschrift vom privaten Liegenschaftskonto von C.________ ohne 
entsprechende Gegenleistung handelte. Weiter findet sich im erwähnten Kontoaus-
zug am 10. Dezember 2013 tatsächlich eine Gutschrift mit Text «Gutschrift 
C.________, U.________ und T.________» (pag. 829). Auch in Bezug auf diese 
Gutschrift ist jedoch nicht ausgewiesen, zu welchem Zweck sie erfolgte. 

Demgegenüber stimmen die Aussagen von C.________ in Bereichen, in welchen 
er nicht Gefahr lief, sich selber zu belasten, weitgehend mit den Angaben der Zeu-
gen und mit objektiven Beweismitteln überein. So gab C.________ beispielsweise 
stets gleichbleibend an, er selber, sein Sohn und der Beschuldigte hätten alle den 
gleichen Lohn in Höhe von CHF 5‘000.00 verdient (pag. 395 Z. 282, pag. 421 
Z. 218 f., pag. 422 Z. 266 f.; bestätigt auch in der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung, vgl. pag. 1656 Z. 29 f.). Er selber habe den Lohn jeweils bar vom Konto der 
GmbH bezogen, wobei es jeweils nicht CHF 5‘000.00 gewesen seien, sondern er 
einfach das genommen habe, was er gebraucht habe (pag. 421 Z. 226 f.). Diese 

14

Angaben stimmen mit den Arbeitsverträgen und den Kontoauszügen überein 
(pag. 520, pag. 524 ff., pag. 858 ff. und pag. 1127 ff.). 

Nach dem Gesagten werden die Aussagen von C.________ in Bezug auf die ein-
zelnen Anklagesachverhalte einer genauen Würdigung zu unterziehen und damit 
deren Glaubhaftigkeit im konkreten Einzelfall zu prüfen sein. 

10.3 Aussagen der Auskunftspersonen

Der Buchhalter der E.________ (GmbH), V.________, wurde am 12. Februar 2015 
als Auskunftsperson polizeilich einvernommen (pag. 509 ff.). Es sind weder aus 
den Akten Gründe ersichtlich, weshalb er den Beschuldigten fälschlicherweise be-
lastet haben könnte, noch ergeben sich entsprechende Hinweise aus seinen Aus-
sagen. Die Aussagen von V.________ sind vielmehr sachlich, nachvollziehbar und 
widerspruchsfrei und decken sich zudem mit den objektiven Beweismitteln (vgl. im 
Einzelnen die Erwägungen unter II.10.4. Rahmengeschehen, insbesondere zur 
E.________ (GmbH) hiernach). Es kann beweiswürdigend grundsätzlich darauf 
abgestellt werden. 

AQ.________ war bei der AP.________ (AG) als Projektleiter für das Projekt 
Q.________ zuständig (vgl. pag. 574 Z. 16 ff.). Er wurde am 16. April 2015 durch 
die Polizei als Auskunftsperson einvernommen (pag. 573 ff.). Auch in Bezug auf ihn 
sind keine Anhaltspunkte für eine Falschaussage ersichtlich. Er sagte nachvoll-
ziehbar, in sich stimmig und mit den objektiven Beweismitteln übereinstimmend 
aus. Als Beispiel seien seine Angaben erwähnt, wonach die mit dem Beschuldigten 
ausgehandelten Offerten für die Überbauung Q.________ über die E.________ 
(GmbH) gelaufen seien, das Projekt bzw. die Werkverträge aber dann mit der 
R.________ (GmbH) gemacht worden seien (pag. 574 Z. 35 ff., pag. 575 Z. 79 ff., 
Z. 91 f., Z. 95 ff., pag. 576 Z. 118 f.). Diese Aussagen stimmen mit den Offertver-
gleichen (pag. 580 ff.) und den erwähnten Werkverträgen (pag. 583 ff.) überein. 
Somit kann im Rahmen der Beweiswürdigung auch auf seine Aussagen abgestützt 
werden.

Der Sohn von C.________, T.________, wurde am 19. Februar 2015 als beschul-
digte Person befragt (pag. 294 ff.). Er konnte grundsätzlich keine sachdienlichen 
Angaben machen. Soweit seine Aussagen im Zusammenhang mit der Gründung 
der E.________ (GmbH) relevant sind, wird direkt in diesem Zusammenhang dar-
auf eingegangen (vgl. dazu die Erwägungen unter II. 10.4. Rahmengeschehen, 
insbesondere zur E.________ (GmbH) hiernach). Die beiden Auskunftspersonen 
W.________ und X.________ wurden im Zusammenhang mit dem rechtskräftigen 
Freispruch von der Anschuldigung der Urkundenfälschung, evtl. Anstiftung dazu, 
befragt. Im Zusammenhang mit den noch zu beurteilenden Delikten sind sie nicht 
von Relevanz. 

10.4 Rahmengeschehen, insbesondere zur E.________ (GmbH)

Die E.________ (GmbH) wurde gemäss Handelsregisterauszug vom 19. Janu-
ar 2015 (pag. 58) am 16. Mai 2012 ins Handelsregister eingetragen, mithin gegrün-
det. Der damals 19-jährige, alleinige Gesellschafter T.________ war als Gesell-
schafter und Geschäftsführer, sein Vater C.________ als Vorsitzender der Ge-
schäftsführung eingetragen. Letzterer war somit von deren Gründung an für die 

15

Geschäftsführung der E.________ (GmbH) verantwortlich. Demgegenüber arbeite-
te T.________ lediglich auf den Baustellen und trug keine Verantwortung in der 
Geschäftsführung (vgl. dazu auch die übereinstimmenden Angaben von 
T.________ [pag. 295 Z. 33 f. und Z. 42 f.] und C.________ [pag. 391 Z. 77, 
pag. 422 Z. 295, pag. 1656 Z. 28 f.]). C.________ bezahlte in seiner Funktion als 
Geschäftsführer Rechnungen und Löhne, kommunizierte mit Architekten, organi-
sierte Aufträge und Arbeiter und besorgte Material (pag. 420 Z 198 f., pag. 421 
Z. 212 f. und Z. 232; bestätigt auch in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, vgl. 
pag. 1657 Z. 13 f., Z. 20 ff., Z. 24 f., Z. 27 f., Z. 30 f. und Z. 33 f., wobei er sich auch 
für die Überweisung der Sozialversicherungsbeiträge, die Sammlung und Weiterlei-
tung der Belege für die Buchhaltung sowie die Verwaltung des Geschäftskontos 
und der Kasse verantwortlich nannte). Gemäss den übereinstimmenden, glaubhaf-
ten Angaben von C.________ (pag. 421 Z. 230 ff.) und V.________ (pag. 510 
Z. 21, pag. 512 Z. 124 f., Z. 135 f. und Z. 139 ff.), erledigte V.________ bereits 
während der Zeit, als C.________ noch für die Geschäftsführung der E.________ 
(GmbH) besorgt war, mithin bis August  2013, sowohl die Buchhaltung, als auch 
sonstige administrative Aufgaben wie das Ausstellen der Arbeitsverträge, die 
Lohnabrechnungen, die Mehrwertsteuer und die Steuererklärungen.

Am 5. August 2013 musste C.________ eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten antre-
ten (vgl. pag. 1388, pag. 1389 und pag. 419 Z. 140). Da sein Sohn zu diesem Zeit-
punkt erst 19-jährig und nach seinem Dafürhalten noch nicht in der Lage gewesen 
sei, das Unternehmen alleine zu leiten, habe er bereits Monate zuvor einen älteren 
und erfahreneren Stellvertreter gesucht, welcher ihn während seines Gefängnis-
aufenthaltes hätte vertreten sollen (vgl. pag. 391 Z. 68 ff., Z. 73 f., pag. 423 
Z. 324 f., Z. 328 ff.). Die Kammer erachtet diese gleichbleibend vorgebrachten An-
gaben von C.________ als glaubhaft. Dass er die Geschäftsführung der 
E.________ (GmbH) während eines solch langen Strafvollzuges nicht selber be-
sorgen konnte, ist offensichtlich und war C.________ wohl nicht zuletzt auch auf-
grund seiner früheren Gefängnisaufenthalte bekannt (vgl. dazu auch die Aussagen 
des Beschuldigten in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung [pag. 1668 Z. 25 f.], 
wonach C.________ das Projekt S.________ [recte: S.________] nicht habe über-
nehmen können, weil er im Gefängnis gewesen sei.). Dass er seinen noch recht 
jungen und in Sachen Geschäftsführung komplett unerfahrenen Sohn nicht damit 
betrauen wollte, leuchtet ebenfalls ein. 

Gemäss den übereinstimmenden Angaben des Beschuldigten (pag. 332 Z. 103 f., 
pag. 331 Z. 64 f.) und denjenigen von C.________ (pag. 391 Z. 92 f., Z. 100 ff.) 
kannten sich die beiden bereits seit ungefähr 15 Jahren und wurde der Beschuldig-
te bereits im Jahr 2011 von der E.________ (GmbH) als Gipser eingestellt. 
C.________ schilderte glaubhaft, dass er sich aufgrund der langen Bekanntschaft, 
der Sympathie, des Alters des Beschuldigten und der Tatsache, dass dessen Um-
gang mit den Architekten und auch alles andere stimmte, entschied, dem Beschul-
digten für die Dauer seines Gefängnisaufenthaltes ab August 2013 die Geschäfts-
führung der E.________ (GmbH) zu übertragen (pag. 391 Z. 65 ff., pag. 419 
Z. 138 ff., pag. 420 Z. 194 f. und Z. 197 f., pag. 423 Z. 329 ff., pag. 1660 Z. 44 ff., 
pag. 1661 Z. 1 f.; vgl. dazu auch die Angaben des Beschuldigten im Konkursver-
fahren, wonach er die Geschäftsleitung im August 2013 übernommen habe 

16

[pag. 324]). Bis zum Gefängniseintritt von C.________ im August 2013 verblieb die 
Geschäftsleitung mit allen administrativen Aufgaben aber bei ihm (vgl. pag. 423 
Z. 338 f.: «Bis ich gegangen bin, habe ich alles gemacht und er war dabei. Aber so-
lange ich da war, habe ich die Rechnungen gemacht.», pag. 1657 Z. 9 ff.: «Ich 
brauchte etwa drei Monate Zeit um ihn einzuführen, wie die Geschäfte laufen. Ein 
paar Monate später musste ich nach Witzwil.», pag. 1657 Z. 13 f.). Die bereits für 
sich glaubhaften Angaben von C.________ wurden durch den Buchhalter 
V.________ bekräftigt (pag. 510 Z. 21 ff.). Auch der Beschuldigte selber bestätigte 
in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (vgl. pag. 1666 Z. 24 ff.) und auch in der 
Konkurseinvernahme (pag. 324 ff.), dass er im August 2013 die Geschäftsleitung 
der E.________ (GmbH) übernommen hatte. 

Von den Schilderungen von C.________ abweichend behauptete der Beschuldigte 
aber, C.________ sei mit der Geschäftsführung der E.________ (GmbH) schon vor 
dessen Gefängniseintritt überfordert gewesen und habe ihn, den Beschuldigten, 
deshalb ins Boot geholt (vgl. pag. 1666 Z. 19 ff.). Ausserdem sei er erst nach sei-
ner Eintragung als Gesellschafter im Handelsregister von C.________ über dessen 
bevorstehenden Gefängnisaufenthalt informiert worden, wobei dieser angegeben 
habe, sechs Monate ins Gefängnis gehen zu müssen (pag. 1666 Z. 36 ff.). Nach 
Ablauf der sechs Monate habe er sich auf das Ende gefreut, jedoch habe sich die 
Entlassung verzögert und er sei immer wieder mit anderen Ausreden vertröstet 
worden bzw. ihm sei gesagt worden, C.________ werde bald entlassen (pag. 1666 
Z. 44 ff.; pag. 1667 Z. 1 f.). Irgendeinmal habe C.________ ihm dann mitgeteilt, 
dass er die GmbH verkaufen wolle (pag. 1667 Z. 2 ff.). Für die Kammer ist klar, 
dass dies so nicht gewesen sein kann; wie unter II.10.1. Aussagen des Beschuldig-
ten hiervor bereits ausgeführt, sind diese Aussagen des Beschuldigten nicht glaub-
haft. Es ist vielmehr gestützt auf die glaubhaften Angaben von C.________ davon 
auszugehen, dass dieser den Beschuldigten bloss aufgrund seines bevorstehen-
den Gefängnisaufenthaltes für den Posten des Geschäftsführers auserwählte; An-
haltspunkte dafür, dass es noch andere Gründe für eine Übertragung der Ge-
schäftsleitung bereits zu einem früheren Zeitpunkt gegeben haben könnte, liegen 
keine vor. Aus dem Handelsregisterauszug geht sodann hervor, dass am 
18. April 2013 100 Stammanteile (entsprechend 50% aller Stammanteile) von 
T.________ auf den Beschuldigten übertragen wurden. Während C.________ sei-
ne Funktion als Vorsitzender der Geschäftsführung und T.________ jene als Ge-
sellschafter und Geschäftsführer je mit Einzelzeichnungsberechtigung behielten, 
wurde zusätzlich der Beschuldigte ebenfalls als Gesellschafter und Geschäftsführer 
mit Einzelzeichnungsberechtigung im Handelsregister eingetragen (pag. 58). 
C.________ gab glaubhaft an, er habe vom Beschuldigten für den Erwerb der 
Stammanteile nichts verlangt, weil der Beschuldigte ohnehin von Anfang an kein 
Geld gehabt habe (pag. 1660 Z. 37 ff., Z. 41 f.). Dass C.________ dem nicht sol-
venten Beschuldigten die Hälfte der Stammanteile der E.________ (GmbH) ohne 
entsprechende Gegenleistung, mithin kostenlos überliess bzw. ihm die Beteiligung 
an der GmbH schenkte, ist ein weiteres Indiz für die Zwangssituation, in welcher 
sich C.________ aufgrund des bevorstehen Strafvollzugs befunden haben muss 
(vgl. dazu auch die bereits zitierten Angaben von C.________ in der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung, pag. 1660 Z. 44 ff.). Weiter ist auch nicht ersichtlich, wes-

17

halb C.________ den Beschuldigten in Bezug auf die Dauer des bevorstehenden 
Freiheitsentzugs hätte anlügen sollen (vgl. dazu auch die Erwägungen unter 
II.10.1. Aussagen des Beschuldigten hiervor). Und schliesslich liegen erst recht 
keine Hinweise dafür vor, dass C.________ selber fälschlicherweise von einer zu 
vollziehenden Freiheitsstrafe von bloss sechs Monaten ausgegangen sein sollte – 
wäre dem so gewesen, hätte er dem Beschuldigten für die kurze Dauer seiner Ab-
wesenheit wohl kaum gleich die Hälfte der Anteile seiner Firma übertragen – nota 
bene ohne irgendeine Gegenleistung. 

Der Beschuldigte machte weiter geltend, er habe während seiner Zeit als Ge-
schäftsführer der E.________ (GmbH) jeweils nur ausgeführt, was C.________ ihm 
gesagt habe; er habe täglich mit diesem telefoniert und C.________ habe ihm ge-
sagt, was er zu machen habe (pag. 1666 Z. 2 ff.). Auch C.________ gab an, dass 
er während seines Aufenthaltes in Witzwil mit dem Beschuldigten in telefonischem 
Kontakt gestanden sei, er sei auch im Gefängnis über den Geschäftsgang der 
E.________ (GmbH) orientiert gewesen (pag. 1661 Z. 10 f., Z. 15 ff.). Der Beschul-
digte habe ihm jeweils gesagt, alles funktioniere perfekt, bis ihn, C.________, dann 
die Architekten im Gefängnis kontaktiert und gefragt hätten, wo der Beschuldigte 
sei und wieso er nicht ans Telefon gehe (pag. 1661 Z. 10 ff.). Mit der Vorinstanz 
hält die Kammer fest, dass es sich bei der Justizvollzugsanstalt Witzwil zwar um 
eine offene Vollzugsanstalt handelt, welche über geringere Sicherheitsvorkehrun-
gen verfügt als eine geschlossene Vollzugseinrichtung. Dabei besteht für die In-
sassen die Möglichkeit zu Telefonieren bereits ab dem ersten Tag. Sie ist jedoch 
auf die Zeit ausserhalb der Arbeitstätigkeit und des Zelleneinschlusses beschränkt 
und setzt weiter den Besitz einer Telefonkarte voraus, welche vorgängig mit eige-
nem Geld gekauft werden kann. Entsprechend ist die Möglichkeit der Insassen zu 
Telefonieren doch erheblich eingeschränkt und es kann keine Rede sein von einer 
jederzeitigen Erreichbarkeit (vgl. zum Ganzen auch die Ausführungen der Vorin-
stanz, pag. 1741, S. 19 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Somit dürfte es 
C.________ in der Justizvollzugsanstalt Witzwil kaum möglich gewesen sein, stän-
dig über den Geschäftsgang der E.________ (GmbH) informiert zu sein. Erst recht 
nicht, zumal er nicht die Möglichkeit hatte, die Geschäftskonten und Geschäfts-
bücher einzusehen. Es mag also zwar zutreffen, dass er von seiner Ehefrau, sei-
nem Sohn, dem Beschuldigten und V.________ sporadisch informiert und mehr 
oder weniger auf dem Laufenden gehalten wurde. Selbst wenn dies der Fall gewe-
sen sein sollte, so war er aber in Bezug auf die E.________ (GmbH) ab Antritt der 
Freiheitsstrafe dennoch faktisch handlungsunfähig. Wie er z.B. aus dem Strafvoll-
zug heraus Offerten hätte erstellen sollen, erhellt nicht. Dies sah im Übrigen offen-
bar auch der Beschuldigte so, machte er doch in der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung geltend, C.________ habe das Projekt der S.________ (AG) gar nicht 
übernehmen können, weil er ja im Gefängnis gewesen sei (vgl. pag. 1668 Z. 25 ff.). 
Hinzu kommt, dass auch W.________ aussagte, C.________ habe den Beschul-
digten als Angestellten vorgestellt, welcher während seines Gefängnisaufenthalts 
die Geschäftsführung übernehme werde (pag. 739 Z. 83 f.). Ebenso nahm 
X.________ offenbar eine Geschäftspartnerschaft an (vgl. pag. 705 Z. 124 f. und 
Z. 127 ff.). Die Vorinstanz ging vor diesem Hintergrund zu Recht davon aus, dass 
C.________ den Beschuldigten gegenüber seinen Geschäftspartnern kaum als 

18

Geschäftsführer seiner Firma für die Zeit seines Gefängnisaufenthalts vorgestellt 
hätte, wenn er selber vom Gefängnis aus das Geschäft weiter geführt hätte und der 
Beschuldigte lediglich sein «Strohmann» gewesen wäre (vgl. pag. 1742, S. 20 erst-
instanzliche Urteilsbegründung). Aufgrund all dessen ist die Kammer der Überzeu-
gung, dass der Beschuldigte während des Strafvollzugs von C.________ die Ge-
schäftsführung der E.________ (GmbH) selber besorgte und dabei eigenmächtig 
alle erforderlichen Entscheidungen traf bzw. das Sagen hatte sowie die Verantwor-
tung für den Geschäftsgang des Unternehmens trug. 

Betreffend die konkreten Aufgaben des Beschuldigten im Arbeitsalltag, ist gestützt 
auf die glaubhaften Angaben von C.________ beweismässig davon auszugehen, 
dass der Beschuldigte ab Übernahme der Geschäftsführung im August 2013 für die 
Mitarbeiter, die Überweisung der Löhne und die Sozialversicherungen derselben, 
die Sammlung und Weiterleitung der Buchhaltungsbelege, die Bezahlung der 
Rechnungen sowie das Geschäftskonto und die Kasse zuständig war (pag. 1657 
Z. 20 ff., Z. 24 f., Z. 27 f., Z. 30 f., Z. 33 f.). Allerdings deuten bereits die ebenfalls 
glaubhaften Angaben von V.________ darauf hin, dass der Beschuldigte nicht allen 
seinen Aufgaben gewissenhaft nachkam und die relativ enge Zusammenarbeit mit 
V.________, wie sie C.________ gepflegt hatte, vernachlässigte. So gab 
V.________ zu Protokoll, der Beschuldigte sei nie zu ihm gekommen, er habe den 
Beschuldigten von August 2013 bis Januar 2014 vielleicht vier Mal gesehen 
(pag. 512 Z. 149 f., Z. 155 f.). Er habe den Beschuldigten einmal gefragt, wie er 
überhaupt die Löhne zahlen könne, wenn er ja keine Lohnabrechnungen von ihm 
habe, woraufhin der Beschuldigte einmal zu ihm gekommen sei und sie die Lohn-
abrechnungen nachgeholt hätten (pag. 512 Z. 150 ff.). 

Schliesslich besteht für die Kammer auch kein Zweifel daran, dass sich der Be-
schuldigte in Bezug auf seine Position und die damit einhergehende Verantwortung 
bewusst war. Dies wird unter anderem ebenfalls belegt durch die glaubhaften An-
gaben von V.________, wonach der Beschuldigte ihm gegenüber gesagt habe, er 
sei Geschäftsführer der E.________ (GmbH) und könne mit dem Geld machen, 
was er wolle (vgl. pag. 510 Z. 26 f. und Z. 31). Die Tatsache, dass sich V.________ 
nach dieser Aussage des Beschuldigten unbestrittenermassen weigerte, dem Be-
schuldigten die Buchhaltungsunterlagen auszuhändigen (vgl. die Aussagen von 
V.________ [pag. 510 Z. 32 ff.] sowie diejenigen des Beschuldigten [pag. 1669 
Z. 45 ff.]), spricht klar gegen eine Falschbelastung durch V.________. Und auch 
die Tatsache, dass der Beschuldigte V.________ daraufhin das Mandat entzog, 
vermag nicht den Verdacht zu begründen, letzterer könnte den Beschuldigten zu 
Unrecht belastet haben – der Entzug des Buchhaltungsmandates der E.________ 
(GmbH) dürfte für V.________ kaum gravierend, geschweige denn existenzbedro-
hend gewesen sein (vgl. dazu auch pag. 515 Z. 291 ff. und pag. 518 Z. 430, wo-
nach V.________ auch für diverse weitere Unternehmen die Buchhaltung machte 
sowie pag. 1322, woraus hervor geht, dass V.________ für das Jahr 2013 ein Ho-
norar von CHF 2‘000.00 überwiesen wurde). 

In Bezug auf die nachfolgende Würdigung der einzelnen Anklagevorwürfe ist weiter 
von Belang, dass C.________ den Beschuldigten vor der Übernahme der Ge-
schäftsleitung in die Geschäftstätigkeit der E.________ (GmbH) einführte. Insbe-

19

sondere muss er ihm auch gezeigt haben, wie die Bargeldbezüge ab dem Ge-
schäftskonto über das Buchhaltungskonto «Kasse» verbucht werden können – der 
Beschuldigte führte dies dann auch weiter (vgl. dazu die Aussagen von 
C.________, pag. 1658 Z. 44 ff., pag. 1659 Z. 1 ff.). Betreffend die Konti der 
E.________ (GmbH) ist schliesslich gestützt auf die edierten Kontounterlagen der 
P.________ (pag. 844 ff.) und der O.________ (Bank) (pag. 1118 ff.) sowie die 
übereinstimmenden, glaubhaften Angaben von C.________ (pag. 392 Z. 124 ff.) 
und V.________ (pag. 510 Z. 22 ff.) erstellt, dass die E.________ (GmbH) 
zunächst ein Konto bei der O.________ (Bank) hatte und C.________ dann kurz 
vor Antritt seiner Freiheitsstrafe ein Bankkonto bei der P.________ (IBAN 
Y.________) eröffnete, über welches auch der Beschuldigte verfügen konnte (vgl. 
die Vollmacht über das Konto [pag. 848 ff.] sowie den Nachweis, dass der Be-
schuldigte für das Konto eine Maestro Karte [Nr. .________] erhielt [pag. 851). Auf 
das vorgängige Konto der E.________ (GmbH) bei der O.________ (Bank) (IBAN 
Z.________, vgl. pag. 1127 ff.) hatten C.________ und sein Sohn Zugriff (Karte Nr. 
.________, lautend auf C.________, und Karte Nr. .________, lautend auf 
T.________, vgl. pag. 1084). Der Beschuldigte hatte für dieses Konto zwar keine 
Vollmacht (vgl. pag. 327), gemäss den übereinstimmenden Angaben von 
C.________ (pag. 420 Z. 165 ff., pag. 1658 Z. 1 ff.) und denjenigen des Beschul-
digten (pag. 327) gab C.________ dem Beschuldigten aber vor seinem Gefängni-
seintritt zur kurzfristigen zeitlichen Überbrückung bzw. bis die Maestro Karten für 
das Konto bei der P.________ (Bank) ausgestellt sein würden (diese wurden erst 
am 12. August 2013 beantragt [pag. 848 und pag. 852 f.] und am 20. August 2013 
durch die Bank freigegeben [vgl. pag. 853]), die O.________-Kreditkarte seines 
Sohnes.

Abschliessend erachtet es die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte in der 
Zeit von Mai bis Juli 2014 mit der R.________ (GmbH) ein eigenes Unternehmen 
gründete, wobei diese den identischen Zweck aufwies wie die E.________ 
(GmbH). Gemäss Handelsregisterauszug vom 19. Januar 2015 wurde die 
R.________ (GmbH) am 14. Juli 2014 mit dem Beschuldigten als einzigem Gesell-
schafter und Geschäftsführer mit Einzelzeichnungsberechtigung im Handelsregister 
eingetragen (pag. 61). Kurze Zeit später, am 18. August 2014, erklärte der Be-
schuldigte der E.________ (GmbH) schriftlich seinen Rücktritt als Mitglied der Ge-
schäftsleitung (pag. 411). Zusammen mit der Erklärung sandte er C.________ ei-
nen «Vertrag betreffend Übertragung von Stammanteilen der E.________ 
(GmbH)» zu (pag. 412 ff.; vgl. dazu auch die Aussagen von C.________, pag. 394 
Z. 244 ff.). Da C.________ diesen Rückübernahmevertrag nie unterzeichnete (vgl. 
pag. 414, pag. 415 und auch pag. 394 Z. 246) und sein Rücktritt als Geschäftsfüh-
rer offenbar auch dem Handelsregister nie gemeldet wurde (pag. 58 f.), blieb der 
Beschuldigte bis zur Löschung der E.________ (GmbH) Gesellschafter und auch 
Geschäftsführer derselben (pag. 58 f). 

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11. Veruntreuung

11.1 Vorbemerkung

Die Kammer folgt in ihrer Urteilsbegründung dem Aufbau des erstinstanzlichen Mo-
tivs und behandelt zunächst den Vorwurf gemäss Ziff. I.1.4. der Anklageschrift, ge-
folgt von den Vorwürfen gemäss den Ziff. I.1.3., I.1.2. und I.1.1. der Anklageschrift 
(vgl. pag. 1744 ff., S. 22 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung). 

11.2 Bargeldbezüge in ausländischer Währung (Ziff. I.1.4. der Anklageschrift)

11.2.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I.1.4. der Anklageschrift vom 12. Juli 2017 
(pag. 1415) bzw. der Anklageergänzung vom 18. Juni 2018 (pag. 1649 f.) zum 
Vorwurf gemacht, er habe sich in der Zeit zwischen dem 21. Dezember 2013 und 
dem 21. Januar 2014 an verschiedenen Orten im Ausland z.N. der E.________ 
(GmbH) der Veruntreuung, evtl. der Misswirtschaft schuldig gemacht, indem er 
Bargeldbezüge in der Höhe von CHF 3‘123.11 in ausländischen Währungen ab 
dem Konto bei der P.________ (Bank) Y.________, lautend auf die E.________ 
(GmbH) mit der Maestro Karte .________, lautend auf A.________, getätigt habe 
und dafür keine Rechtsgründe im Zusammenhang mit der E.________ (GmbH) er-
sichtlich seien. Daraus folge, dass sich der Beschuldigte diesen Vermögenswert 
zwecks persönlicher Bereicherung und ohne jeglichen Bezug zur Geschäftstätigkeit 
angeeignet habe (pag. 1415). Dadurch habe der Beschuldigte die E.________ 
(GmbH) finanziell geschädigt, was schliesslich Mitursache für die Konkurseröffnung 
über diese am 27. November 2014 gewesen sei (pag. 1649 f.). 

Die Vorinstanz brachte ausserdem in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung in 
Anwendung von Art. 344 StPO einen Würdigungsvorbehalt an und behielt sich vor, 
den Anklagesachverhalt gemäss Ziff. I.1.4. der Anklageschrift rechtlich auch als 
ungetreue Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 StGB zu würdigen 
(pag. 1649).

11.2.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, die Bargeldbezüge ab dem Konto der 
E.________ (GmbH) in der Höhe von insgesamt CHF 3‘123.11 getätigt zu haben 
(vgl. pag. 1669 Z. 18 ff.). Er macht jedoch geltend, er habe in Bosnien PVC-Fenster 
bestellt, welche er mit dem Geld bar bezahlt habe (pag. 1669 Z. 18 ff.). Somit be-
streitet der Beschuldigte mit anderen Worten, das ab dem Geschäftskonto der 
E.________ (GmbH) bezogene Geld für geschäftsfremde Zwecke verwendet zu 
haben. 

11.2.3 Beweiswürdigung

Dem Kontoauszug des Geschäftskontos der E.________ (GmbH) bei der 
P.________ (IBAN Y.________, vgl. pag. 824 ff.) lassen sich für den Zeitraum vom 
21. Dezember 2013 bis am 21. Januar 2014 neun im Ausland getätigte Bargeldbe-
züge sowie einen Einkauf entnehmen, welche alle mit der Maestro-Karte des Be-
schuldigten (Maestro-Karten-Nr. .________) getätigt wurden (pag. 830 f., 
pag. 851). Das Geld wurde in unterschiedlichen ausländischen Währungen, immer 

21

jedoch etwa in dreistelliger Höhe und nie den Betrag von CHF 700.00 überstei-
gend, bezogen (pag. 830 f.). Dem Kontoauszug kann weiter entnommen werden, 
dass unter anderem in Odzak (Bosnien) und in Belgrad (Serbien) Bargeld bezogen 
wurde (pag. 830 f.). 

Die Vorinstanz schlussfolgerte nach Auffassung der Kammer zu Recht, dass zwi-
schen den einzelnen Bargeldbezügen in unterschiedlichen ausländischen Währun-
gen und dem Kauf der PVC-Fenster kaum ein Zusammenhang bestanden haben 
kann (vgl. pag. 1745 f., S. 23 f. erstinstanzliche Urteilsbegründung): Erstens be-
schränkte sich die Geschäftstätigkeit der E.________ (GmbH) ausschliesslich auf 
die Schweiz und die Rechnungen des Unternehmens wurden stets in Schweizer 
Franken bezahlt (vgl. pag. 828 ff., pag. 858 ff., gelbe Bundesordner E.________ 
(GmbH) Buchhaltung 2012 und 2013). Weshalb der Beschuldigte neun Bargeldbe-
züge an unterschiedlichen Tagen und Orten sowie nota bene in unterschiedlichen 
Währungen tätigen sollte, um bestellte PVC-Fenster zu bezahlen, erschliesst sich 
der Kammer nicht. Zwar findet sich abweichend von den vorinstanzlichen Feststel-
lungen in den Buchhaltungsunterlagen der E.________ (GmbH) tatsächlich ein Be-
leg betreffend in Bosnien gekaufte PVC-Fenster; im gelben Bundesordner 
E.________ (GmbH) Buchhaltung 2013 findet sich im gelben Faszikel hinten eine 
Rechnung der Speditionsfirma AA.________ (AG) vom 28. November 2013, wel-
che die Registrierung und Verzollung von PVC-Fenstern («FINESTRE PVC» und 
ebenfalls gekauften Türen, «PORTE») abwickelte. Aus der Rechnung geht als Ab-
sender der Sendung (italienisch «mittente») AB.________, aus AC.________ (Dorf 
in Bosnien Herzegowina), hervor, als Empfänger/Adressat (italienisch «destinata-
rio») die E.________ (GmbH). Ebenso geht jedoch aus den Buchhaltungsunterla-
gen hervor, dass dem Verkäufer der Fenster, AB.________, bereits am 4. Novem-
ber 2013 – mithin rund einen Monat vor der Lieferung und sogar zwei Monate be-
vor der Beschuldigte die neun fraglichen Bargeldbezüge tätigte – per E-Banking 
EUR 1‘420.00 bzw. CHF 1‘700.03 überwiesen worden waren (vgl. Kontoauszug der 
P.________, S. 7 von 14 im grünen Faszikel). Damit ist erstellt, dass die 
E.________ (GmbH) zwar tatsächlich PVC-Fenster aus Bosnien bezog, diese je-
doch zum Zeitpunkt der Bargeldbezüge längst bezahlt waren. Die Angaben des 
Beschuldigten gehen somit gleich in mehrfacher Hinsicht nicht auf und sind als 
nicht glaubhafte Schutzbehauptung zu qualifizieren. Vielmehr drängt sich der 
Kammer aufgrund der bloss dreistelligen Höhe der bezogenen Beträge und der 
verschiedenen Bezugsstandorte der Verdacht auf, dass der Beschuldigte mit dem 
Geld seine länger dauernden Ferien von Dezember 2013 bis Januar 2014 in seiner 
Heimat finanzierte (vgl. dazu die Aussagen des Beschuldigten, wonach er im De-
zember 2013 in Bosnien gewesen sei [pag. 1669 Z. 18] sowie auch die Angaben 
von V.________, wonach der Beschuldigte von Dezember 2013 bis Januar 2014 
lange weg bzw. in seiner Heimat gewesen sei [pag. 512 Z. 156 f.]). Dass die Bar-
geldbezüge keinen geschäftlichen Bezug zur E.________ (GmbH) hatten und ent-
sprechend keine Quittungen vorhanden waren, belegt schliesslich auch die Tatsa-
che, dass die im Dezember 2013 getätigten Bargeldbezüge durch den Buchhalter 
V.________ über das Kontokorrent des Beschuldigten verbucht wurden (vgl. das 
Kontoblatt Nr. 1401 der Buchhaltung 2013 [pag. 1278], konkret die drei Buchungen 
vom 21. Dezember 2013 [«Bezug EUR»] und vom 27. Dezember 2013 [beide Male 

22

«Bezug BAM»]); es handelt sich bei diesem Kontokorrent um ein Buchhaltungskon-
to, in welchem alle Bargeldbezüge und Zahlungen des jeweiligen Geschäftsführers 
aufgenommen wurden, für welche keine Quittungen vorlagen und die nicht einen 
offensichtlichen geschäftlichen Bezug aufwiesen (pag. 510 Z. 53 ff., pag. 514 
Z. 260 ff.; vgl. auch die zutreffenden erstinstanzlichen Urteilserwägungen, 
pag. 1746 f., S. 24 f. erstinstanzliche Urteilsbegründung). 

Zusammenfassend erachtet es die Kammer somit als erstellt, dass der Beschuldig-
te die Bargeldbezüge ab dem Konto der E.________ (GmbH) in der Höhe von ins-
gesamt CHF 3‘123.11 für geschäftsfremde Zwecke verwendete. 

11.3 Bezahlung privater Rechnungen (Ziff. I.1.3. der Anklageschrift)

11.3.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Mit Ziff. I.1.3. der Anklageschrift vom 12. Juli 2017 (pag. 1415) bzw. der Anklageer-
gänzung vom 18. Juni 2018 (pag. 1649 f.) wird dem Beschuldigten weiter vorge-
worfen, er habe sich der Veruntreuung, evtl. der Misswirtschaft schuldig gemacht, 
indem er Vermögenswerte der E.________ (GmbH) in der Höhe von CHF 7‘871.35 
dazu verwendet habe, um private Zahlungsausstände ohne Bezug zur Geschäft-
stätigkeit zu begleichen. Insgesamt habe er achtzehn Vergütungsaufträge ab dem 
P.________ (Bank) Konto Y.________, lautend auf die E.________ (GmbH), 
getätigt (pag. 1415). Dadurch habe der Beschuldigte die E.________ (GmbH) fi-
nanziell geschädigt, was schliesslich Mitursache für die Konkurseröffnung über die-
se am 27. November 2014 gewesen sei (pag. 1649 f.).

Die Vorinstanz brachte ausserdem in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung in 
Anwendung von Art. 344 StPO einen Würdigungsvorbehalt an und behielt sich vor, 
den Anklagesachverhalt gemäss Ziff. I.1.3. der Anklageschrift rechtlich auch als 
ungetreue Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 StGB zu würdigen 
(pag. 1649).

11.3.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte private Rechnungen über das Geschäfts-
konto der E.________ (GmbH) beglich (pag. 1669 Z. 4 ff.). Er macht jedoch gel-
tend, er habe die privaten Überweisungen im Einverständnis mit C.________ 
getätigt und sie stets als solche deklariert (pag. 1669 Z. 6 ff.). 

11.3.3 Beweiswürdigung

Dem Kontoauszug des Geschäftskontos der E.________ (GmbH) bei der 
P.________ lassen sich im fraglichen Zeitraum vom 10. Dezember 2013 bis am 
16. Juni 2014 18 Vergütungsaufträge entnehmen (pag. 868 ff.), mit welchen unter 
anderem Rechnungen von AD.________ (AG), der AE.________ (AG), der 
AF.________ (AG), der AG.________ (AG), der AH.________ (GmbH), der 
AI.________ (AG) und der AJ.________ (AG) bezahlt wurden. Für sämtliche dieser 
Posten finden sich entsprechende Rechnungen im blauen Bundesordner «Privat – 
Rechnungen bezahlt – 2013 – A.________». Daraus geht beispielsweise hervor, 
dass das private AK.________ (AG)-Abo des Beschuldigten über die AH.________ 
(GmbH) lief und der Strom für die Privatwohnung des Beschuldigten von der 
AF.________ (AG) in Rechnung gestellt wurde. Weiter ist daraus ersichtlich, dass 

23

der Beschuldigte regelmässig Bestellungen bei AD.________ (AG) machte, er sei-
ne Steuern an die Einwohnergemeinde AR.________ (Ortschaft) zahlte, sein Han-
dy mit der Rufnummer AL.________ über die AE.________ (AG) lief und er den 
Mietzins von CHF 1‘550.00 bzw. CHF 95.00 für seine Mietwohnung inkl. Parkplatz 
an die Immobilienverwaltung AJ.________ (AG) zahlte. Hingegen fehlen entspre-
chende Rechnungen in den Buchhaltungsunterlagen der E.________ (GmbH). Im 
Sinne eines Zwischenfazits hält die Kammer somit fest, dass zwischen den durch 
den Beschuldigten getätigten Überweisungen und der Geschäftstätigkeit der 
E.________ (GmbH) keinerlei Zusammenhang besteht, die Überweisungen viel-
mehr ganz offensichtlich zwecks Bezahlung privater Rechnungen des Beschuldig-
ten getätigt wurden. Der angeklagte Sachverhalt gemäss Ziff. I.1.3. der Anklage-
schrift ist somit erstellt. 

Der Beschuldigte machte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung geltend, er 
habe C.________ gesagt, er habe offene Privatrechnungen, worauf dieser ihm ge-
antwortet habe, er könne dies über das E-Banking machen (pag. 1669 Z. 5 ff.). Er 
gab an, gleichzeitig die Geschäftsrechnungen und seine privaten Rechnungen be-
zahlt zu haben, jedoch nicht mehr zu wissen, warum er das gemacht habe 
(pag. 1669 Z. 10 ff.). Mit der Vorinstanz hält die Kammer fest, dass die erste private 
Rechnung des Beschuldigten am 10. Dezember 2013 über das Geschäftskonto 
bezahlt wurde (Buchungstext «AI.________ (AG), Kontoinhaber A.________, Kar-
tennr. .________»), die letzte am 16. Juni 2014 (Buchungstext «AE.________ (AG) 
(Schweiz) AG, Bern, Tel.Nr.: AL.________»); sämtliche fraglichen Überweisungen 
wurden mithin während des Gefängnisaufenthaltes von C.________ getätigt. Vor 
dem Hintergrund, dass C.________ angab, vor seinem Gefängniseintritt selber 
auch bereits private Rechnungen des Beschuldigten über das Geschäftskonto be-
zahlt zu haben (vgl. pag. 419 Z. 144 ff., und Z. 151 ff., insbes. pag. 153 ff.), kann 
nicht ausgeschlossen werden, dass er dem Beschuldigten tatsächlich gesagt hatte, 
dieser könne seine privaten Rechnungen über das Geschäftskonto der E.________ 
(GmbH) bezahlen. Die Vorinstanz hielt jedoch zu Recht fest, dass ein allfälliges 
Einverständnis von C.________ absolut unerheblich wäre und den Beschuldigten 
nicht zu entlasten vermöchte (vgl. pag. 1748 f., S. 26 f. erstinstanzliche Urteilsbe-
gründung sowie die Erwägungen unter III.15.3. Subsumtion Ziff. I.1.3. hiernach). 
Dass sich der Beschuldigte im Klaren darüber war, dass er als Privatperson und 
die E.________ (GmbH) wirtschaftlich voneinander getrennt waren, belegt 
schliesslich die Bevollmächtigung des Beschuldigten bei der P.________, welche 
er zwei Mal unterschreiben musste – einmal seitens der E.________ (GmbH) und 
einmal als Privatperson und Bevollmächtigter (vgl. pag. 852 f.). Dasselbe Vorgehen 
findet sich auch beim Arbeitsvertrag, welchen der Beschuldigte doppelt unterzeich-
net hat (vgl. pag. 525 f.). 

11.4 Barbezüge (Ziff. I.1.2. der Anklageschrift)

11.4.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Ziff. I.1.2. der Anklageschrift vom 12. Juli 2017 (pag. 1414) bzw. der Anklageergän-
zung vom 18. Juni 2018 (pag. 1649 f.) wirft dem Beschuldigten sodann vor, er habe 
sich der Veruntreuung, evtl. der Misswirtschaft schuldig gemacht, indem er sich 
Vermögenswerte der E.________ (GmbH) in der Höhe von CHF 66‘695.10 ange-

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eignet und ohne jeglichen Bezug zur Geschäftstätigkeit verwendet habe. Konkret 
habe er diverse Bargeldbezüge in der Höhe von total CHF 371‘694.72 innerhalb 
der Schweiz ab dem P.________ (Bank)-Konto Y.________, lautend auf die 
E.________ (GmbH), mit der Maestro-Karte .________, lautend auf A.________, 
getätigt. In den Buchhaltungsunterlagen seien allerdings nur quittierte echte Rech-
nungen für Barzahlungen in der Höhe von CHF 228‘019.62 enthalten. Ziehe man 
diesen buchhalterisch belegten Betrag und die Deliktssumme für den Kauf des 
Porsche Cayenne von CHF 42‘000.00 ab, ergebe dies ein Total von 
CHF 101‘945.10 für bezogene Bar-Vermögenswerte, die in der Verantwortung des 
Beschuldigten als Geschäftsführer der E.________ (GmbH) bezogen worden sei-
en, und ab dem Zeitpunkt des Bezuges nicht mehr nachvollziehbar seien. Von die-
sen CHF 101‘945.10 gelte es die ausstehenden Lohnbestandteile des Beschuldig-
ten abzuziehen. Gemäss sichergestelltem Arbeitsvertrag sei ein Verdienst von mo-
natlich CHF 5‘000.00 vereinbart gewesen. Folglich habe der Beschuldigte für den 
Zeitraum vom 1. August 2013 bis am 31. August 2014 (13 Monate) einen Verdienst 
von CHF 65‘000.00 zu erwarten gehabt. Vergütungsaufträge von CHF 29‘750.00 
an die Privatperson könnten in den Akten festgestellt werden. Der fehlende Betrag 
von CHF 35‘250.00 sei daher – trotz fehlender Quittungen des Beschuldigten – als 
Lohnauszahlungen in bar anzurechnen. Daraus folge, dass die Verwendung des 
Betrages in der Höhe von total CHF 66‘695.10 (CHF 101‘945.10 - CHF 35‘250.00) 
nicht nachvollzogen werden könne und davon ausgegangen werden müsse, dass 
sich der Beschuldigte diesen Vermögenswert zwecks persönlicher Bereicherung 
und ohne jeglichen Bezug zur Geschäftstätigkeit angeeignet habe (pag. 1414). Da-
durch habe der Beschuldigte die E.________ (GmbH) finanziell geschädigt, was 
schliesslich Mitursache für die Konkurseröffnung über diese am 27. Novem-
ber 2014 gewesen sei (pag. 1649 f.).

Die Vorinstanz brachte ausserdem in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung in 
Anwendung von Art. 344 StPO einen Würdigungsvorbehalt an und behielt sich vor, 
den Anklagesachverhalt gemäss Ziff. I.1.2. der Anklageschrift rechtlich auch als 
ungetreue Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 StGB zu würdigen 
(pag. 1649).

11.4.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, die Bargeldbezüge gemacht zu haben (vgl. 
pag. 1666 Z. 1 f.). Er bringt jedoch vor, er habe mit diesem Geld Subunternehmer 
bezahlt und das gemacht, was C.________ ihm gesagt habe (pag. 1666 Z. 2 f.). 
Bestritten wird vorliegend somit wiederum lediglich der angeklagte fehlende Bezug 
der Bargeldbezüge zur Geschäftstätigkeit der E.________ (GmbH). 

11.4.3 Beweiswürdigung

Dem Kontoauszug des Geschäftskontos der E.________ (GmbH) bei der 
P.________ lässt sich entnehmen, dass im Zeitraum vom 1. August 2013 bis zum 
31. August 2014 diverse Bargeldbezüge in der Höhe von gesamthaft 
CHF 371‘964.72 gemacht wurden (pag. 858 ff., pag. 110). Bezüglich die am Schal-
ter getätigten Bargeldbezüge finden sich überdies einzelne durch den Beschuldig-
ten eigenhändig unterschriebene Quittungen in den Akten (pag. 111 ff.). Für die 

25

restlichen am Schalter getätigten Barbezüge kann dem Kontoauszug der Vermerk 
«Auszahlung an A.________» entnommen werden (vgl. z.B. Auszahlung vom 
16. September 2013, pag. 860). Die Vorinstanz folgerte daraus nach Ansicht der 
Kammer zu Recht, dass sich der Beschuldigte mit einer Identitätskarte ausgewie-
sen oder seine Bankkarte vorgelegt haben muss (vgl. pag. 1750, S. 28 erstinstanz-
liche Urteilsbegründung). Bei den am Bankomat getätigten Barbezügen ist auf dem 
Kontoauszug die Nummer der Maestro-Karte des Beschuldigten – .________ – er-
sichtlich (pag. 851; vgl. z.B. auch den Bezug am 12. September 2013, pag. 860). 
Angesichts dessen bleibt kein Raum für die Argumentation der Verteidigung, wo-
nach die Bargeldbezüge nicht zweifellos dem Beschuldigten zugeordnet werden 
könnten, diese mithin auch von T.________ getätigt worden sein könnten (vgl. 
pag. 1882). Die Kammer erachtet es vor diesem Hintergrund vielmehr als erstellt, 
dass alle Bargeldbezüge durch den Beschuldigten vorgenommen wurden. 

Von der vorinstanzlichen Würdigung abweichend geht die Kammer nicht von einer 
Gerichtsnotorietät betreffend Barzahlungen im Baugewerbe aus. Vielmehr sind Ba-
rzahlungen – zumindest bei seriös geführten und kreditwürdigen Betrieben –  eher 
nicht üblich. Es mag jedoch zutreffen, dass zunächst C.________ und später der 
Beschuldigte im Namen der E.________ (GmbH) viel bar bezahlten (vgl. dazu die 
Aussagen von C.________, wonach er z.B. die Arbeiter am Samstag, Rechnungen 
oder Material bar bezahlt habe [pag. 1659 Z. 2 ff.]). So oder anders war sowohl 
C.________ (pag. 1659 Z. 9 f.), als auch dem Beschuldigten (pag. 1669 Z. 38 ff.) 
bewusst, dass jede Barzahlung mit einer Quittung belegt werden musste. In den 
Buchhaltungsunterlagen der E.________ (GmbH) (vgl. gelber Bundesordner 
E.________ (GmbH), Buchhaltung 2013 und sowie blauer Bundesordner Buchhal-
tung bis 31.07.2014) finden sich denn auch Quittungen für die «echten Rechnun-
gen» gemäss der polizeilichen Zusammenstellung (vgl. pag. 170 ff.). Diese Quit-
tungen wurden sowohl durch die Vorinstanz, als auch durch die Kammer einge-
hend geprüft. Gestützt darauf kommt die Kammer zum Schluss, dass für einen Be-
trag von total CHF 228‘019.62 Quittungen vorliegen. 

Von diesem Betrag ist weiter der Kaufpreis des Porsche Cayenne in der Höhe von 
CHF 42‘000.00 abzuziehen, da diesbezüglich separat Anklage erhoben wurde (vgl. 
dazu die Erwägungen unter II.11.5. Porsche Cayenne (Ziff. I.1.1. der Anklage-
schrift) hiernach. 

Damit ergibt sich ein Betrag von CHF 101‘945.10 für welchen gemäss Buchhaltung 
keine Quittungen vorliegen (CHF 371‘964.72 - CHF 228‘019.62 - CHF 42‘000.00). 
Zu Gunsten des Beschuldigten ist weiter dessen Lohnanspruch zu berücksichtigen 
(vgl. dazu den Kontoauszug des Geschäftskontos der E.________ (GmbH) bei der 
P.________, woraus hervor geht, dass C.________ und T.________ auch immer 
wieder Bargeldbezüge in unterschiedlicher Höhe getätigt bzw. ihren Lohn bar ab 
diesem Konto bezogen hatten [pag. 1127 ff.] bzw. die entsprechenden Aussagen 
von C.________ [pag. 421 Z. 225 ff.]); gestützt auf die glaubhaften Angaben von 
C.________ (pag. 420 Z. 175 f.) sowie den Arbeitsvertrag vom 1. März 2013 
(pag. 525 f.) geht die Kammer davon aus, dass der Beschuldigte einen monatlichen 
Lohnanspruch von CHF 5‘000.00 hatte. Für den relevanten Zeitraum vom 1. Au-
gust 2013 bis am 31. August 2014 hatte er mithin Anspruch auf insgesamt 

26

CHF 65‘000.00 (13 Monate x CHF 5‘000.00). Für denselben Zeitraum können dem 
Kontoauszug des Geschäftskontos der E.________ (GmbH) bei der P.________ 
Vergütungsaufträge an den Beschuldigten in der Höhe von total CHF 29‘750.00 
entnommen werden (pag. 173, pag. 861 ff.), der Beschuldigten hatte somit noch 
eine Lohnforderung von CHF 35‘250.00 gegenüber der E.________ (GmbH), zu 
seinen Gunsten ist davon auszugehen, dass die unbelegten Bargeldbezüge in die-
sem Umfang Lohncharakter aufwiesen. Nach Abzug dieses Betrages verbleiben 
noch Bargeldbezüge in der Höhe von CHF 66‘695.10 (CHF 101‘945.10 – 
CHF 35‘250.00), welche nicht belegt sind bzw. in Bezug auf welche eine geschäftli-
che Verwendung fraglich ist. 

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte Folgendes zu Pro-
tokoll (pag. 1666 Z. 2 ff.): «Mit diesem Geld habe ich Subunternehmen bezahlt. Ich 
habe eigentlich das gleiche gemacht, was mir Herr C.________ gesagt hat. Seit 
dem Moment als er in Witzwil war, habe ich tagtäglich mit ihm telefoniert. Er hat mir 
gesagt, was [recte: ich] wie zumachen habe. Somit habe ich auch Bargeld genom-
men und die Rechnungen bezahlt. […] Ich habe x-mal / ein paar Mal ein Telefon 
erhalten von Herr C.________. Er hat mir gesagt, dass ich ein Betrag von so und 
so viel an seine Frau übergeben solle. Wenn er raus kommt, werde er sich um die 
Verbuchung kümmern.». Hätte der Beschuldigte mit dem Geld tatsächlich Subun-
ternehmer bezahlt, wären dafür entsprechende Quittungen vorhanden – wie hiervor 
bereits ausgeführt, liegen für die Beträge, mit welchen der Beschuldigte im Namen 
der E.________ (GmbH) Rechnungen bar bezahlte, mithin für einen Totalbetrag 
von CHF 228‘019.62, denn auch entsprechende Quittungen vor. Weiter bestätigten 
auch X.________ (pag. 703 Z. 50 ff., pag. 704 Z. 87 ff.) und W.________ (pag. 738 
Z. 52 ff., pag. 739 Z. 60 ff.), welche beide mit ihren Unternehmungen als Subunter-
nehmen für die E.________ (GmbH) gearbeitet hatten, dass sie für ihre Arbeiten 
jeweils Rechnungen gestellt bzw. Barzahlungen quittiert hatten. Weshalb Barzah-
lungen in der Höhe von CHF 66‘695.10 nicht hätten quittiert werden sollen, ist vor 
diesem Hintergrund nicht ersichtlich. Damit kann ausgeschlossen werden, dass der 
Beschuldigte das vom Geschäftskonto bezogene Bargeld für die Bezahlung von 
Subunternehmern verwendete, seine entsprechenden Aussagen sind blosse 
Schutzbehauptungen, mithin unglaubhaft. 

Entgegen den Ausführungen von Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzli-
chen Verhandlung liegt (vgl. pag. 1882) keine Umkehr der Beweislast vor. Die Ver-
teidigung verkennt, dass dem Beschuldigten mit Blick auf die rechtliche Würdigung 
lediglich nachgewiesen werden muss, dass er Gelder der GmbH ohne Rechtsgrund 
und ohne Zusammenhang zu deren Geschäftstätigkeit bezog. Hingegen ist der 
Nachweis, für was der Beschuldigte das Geld im Anschluss tatsächlich verwende-
te, für die Prüfung des Tatbestandes der Veruntreuung nicht erforderlich. Ein sol-
cher Beweis wäre unter Umständen auch gar nie möglich, wenn der Beschuldigte 
das Geld beispielsweise gar nicht ausgegeben, sondern nach wie vor für sich per-
sönlich aufbewahrt oder es zum Beispiel in kleinen Teilbeträgen für den Lebensun-
terhalt verwendet hätte. Ein solches Verhalten wäre jedoch selbstredend genauso 
strafbar.

27

Die Kammer hält deshalb zusammenfassend fest, dass aus den Akten keinerlei 
Bezug zwischen den getätigten Bargeldbezügen und der Geschäftstätigkeit der 
E.________ (GmbH) ersichtlich ist und der Beschuldigte das Fehlen von Quittun-
gen für den Betrag von CHF 66‘695.10 auch nicht nachvollziehbar erklären konnte. 
Die Kammer erachtet den angeklagten Sachverhalt als erstellt; insbesondere, dass 
der Beschuldigte das bezogene Bargeld für private Zwecke verwendete. 

11.5 Porsche Cayenne (Ziff. I.1.1. der Anklageschrift)

11.5.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

In Ziff. I.1.1. der Anklageschrift vom 12. Juli 2017 (pag. 1414) bzw. der Anklageer-
gänzung vom 18. Juni 2018 (pag. 1649 f.) wird dem Beschuldigten schliesslich vor-
geworfen, er habe sich der Veruntreuung, evtl. Misswirtschaft schuldig gemacht, 
indem er in seiner Rolle als Geschäftsführer der E.________ (GmbH) ein Fahrzeug 
mit Firmengeldern in der Höhe von CHF 42‘000.00 gekauft und unrechtmässig in 
seinen Privatbesitz habe übergehen lassen. Konkret habe der Beschuldigte am 
4. November 2013 bei der Firma AM.________ (AG) mit Geldmitteln, welche er zu-
vor vom P.________ (Bank)-Konto Y.________, lautend auf die E.________ 
(GmbH), bezogen habe, einen Porsche Cayenne zum Preis von CHF 42‘000.00 
erworben. Mit Datum vom 5. November 2013 habe er diesen mit dem Kontrollschild 
G.________ (Kennzeichen) auf den Halter A.________ eingelöst. Am 28. Au-
gust 2014 habe er das Fahrzeug sodann auf seinen Bruder, AN.________, über-
schrieben mit dem Kontrollschild AO.________ und am 24. Oktober 2014 schliess-
lich auf seine Firma, die R.________ (GmbH). Weder in den Buchhaltungsunterla-
gen der E.________ (GmbH), noch in den Privatunterlagen des Beschuldigten fän-
den sich Dokumente, die darauf schliessen lassen würden, dass das Fahrzeug im 
Namen der E.________ (GmbH) an AN.________ oder ein Vermögenswert im Zu-
sammenhang mit dem Fahrzeug disponiert worden wäre. Daraus folge, dass sich 
der Beschuldigte Gesellschaftsvermögen zwecks persönlicher Bereicherung und 
ohne jeglichen Bezug zur Geschäftstätigkeit angeeignet habe (pag. 1413 f.). Da-
durch habe der Beschuldigte die E.________ (GmbH) finanziell geschädigt, was 
schliesslich Mitursache für die Konkurseröffnung über diese am 27. November 
2014 gewesen sei (pag. 1649 f.).

Die Vorinstanz brachte ausserdem in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung in 
Anwendung von Art. 344 StPO einen Würdigungsvorbehalt an und behielt sich vor, 
den Anklagesachverhalt gemäss Ziff. I.1.1. der Anklageschrift rechtlich auch als 
ungetreue Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 StGB zu würdigen 
(pag. 1649).

11.5.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, den Porsche Cayenne zum Kaufpreis von 
CHF 42‘000.00 mit Geldern der E.________ (GmbH) gekauft und auf sich selber 
eingelöst zu haben (vgl. pag. 1665 Z. 27 f.). Bestritten wird auch nicht, dass der 
Beschuldigte den Porsche im August 2014 zunächst auf seinen Bruder 
AN.________ und anschliessend auf seine eigene Firma, die R.________ (GmbH), 
umschrieb (vgl. pag. 1673 Z. 32 ff. und Z. 37 ff.). Der Beschuldigte macht jedoch 
geltend, der Kauf des Porsches sei mit C.________ abgesprochen gewesen. Ab-

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gemacht sei gewesen, dass er, der Beschuldigte, das Auto für sich kaufe und es 
sowohl als Geschäfts-, als auch als Privatauto nutze. Eine Rückzahlungspflicht sei 
nicht vereinbart worden (pag. 1665 Z. 30 ff.). 

11.5.3 Beweiswürdigung

Zunächst ist gestützt auf den Kontoauszug des Geschäftskontos der E.________ 
(GmbH) bei der P.________ (pag. 828) sowie angesichts der auf dem Mobiltelefon 
des Beschuldigten sichergestellten Fotos, welche ein Bündel Tausendernoten ab-
bilden (pag. 92 ff.) objektiviert, dass der Beschuldigte am 4. November 2013 ab 
dem Geschäftskonto der E.________ (GmbH) einen Bargeldbezug in der Höhe von 
CHF 70‘000.00 tätigte. Weiter liegt der Kammer die an die E.________ (GmbH) 
adressierte Rechnungskopie der AM.________ (AG) vom 4. November 2013 zur 
Würdigung vor, gemäss welcher der fragliche Porsche Cayenne zu einem Preis 
von CHF 42‘000.00 verkauft wurde (pag. 89). Auf der Rechnungskopie ist die 
Adresse der E.________ (GmbH) vermerkt, was jedoch noch nicht bedeutet, dass 
diese Eigentümerin des Porsches Cayenne wurde. Die Kammer hält fest, dass es 
sich entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen (vgl. pag. 1753 f., S. 31 f. erstin-
stanzliche Urteilsbegründung) nämlich gerade nicht um die Kopie eines Kaufvertra-
ges handelt. Dass es der Beschuldigte war, welcher den Kauf des Porsches jeden-
falls faktisch abwickelte – sei es als Privatperson oder sei es in seiner Eigenschaft 
als Geschäftsführer der E.________ (GmbH) – und diesen anschliessend in seinen 
Besitz nahm, ist nicht nur unbestritten, sondern auch durch die bereits erwähnten 
Aufnahmen der Tausendernoten sowie die ebenfalls auf seinem Mobiltelefon si-
chergestellten Fotos vom 4. November 2013, auf welchen der Porsche mit Kon-
trollschild G.________ zu sehen ist (pag. 95 f.), belegt. Schliesslich ist gestützt auf 
die sich in den Akten befindlichen Kopien des Fahrzeugausweises (pag. 97 ff.) 
auch erstellt, dass der Porsche vom 5. November 2013 bis am 28. August 2014 auf 
den Beschuldigten eingelöst war, vom 28. August 2014 bis am 1. September 2014 
der Bruder des Beschuldigten, AN.________, als Halter eingetragen war und der 
Porsche am 24. Oktober 2014 schliesslich – wiederum mit dem ursprünglichen 
Kennzeichen G.________ – auf die R.________ (GmbH) als Halterin übertragen 
wurde. 

Zu klären sind in einem nächsten Schritt die folgenden Beweisfragen: 

1. Erwarb der Beschuldigte den Porsche in seiner Eigenschaft als Geschäftsfüh-
rer für die E.________ (GmbH) oder als Privatperson für sich selber? 

2. Wie sehen die zivilrechtlichen Eigentumsverhältnisse aus – in wessen Eigen-
tum ging der Porsche über?

3. Verwendete der Beschuldigte zum Kauf des Porsches Geldmittel der 
E.________ (GmbH), welche er sich zuvor unrechtmässig angeeignet hatte?

Der Beschuldigte führte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung aus, er habe 
den Porsche Cayenne auf einem Portal entdeckt, er sei im Vergleich mit anderen 
Autos preisgünstig gewesen. Er habe C.________ gesagt, dass dieses Auto sein 
Traum wäre, worauf C.________ geantwortet habe, sie würden schauen, ob es 
aufgehe. Die Abmachung sei gewesen, dass er, der Beschuldigte, das Auto für sich 
kaufe und es sowohl als Geschäfts-, als auch als Privatauto nutze. Bevor er das 

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Auto gekauft habe, habe C.________ gesagt, er dürfe es kaufen und auf sich ein-
lösen. Es sei nie die Rede davon gewesen, dass er es einmal zurückbezahlen 
müsse (pag. 1665 Z. 30 ff.). Weiter gab der Beschuldigte auf Frage, ob es sich um 
ein Geschenk gehandelt habe, Folgendes zu Protokoll (pag. 1665 Z. 38 ff.): «Wie 
sie das verstehen, ist eine andere Frage. Es war so abgemacht. Ich habe mehr als 
8 Stunden gearbeitet pro Tag. Ich habe min. 13h pro Tag gearbeitet. Ich habe kei-
ne Spesen erhalten. Es war so vereinbart.». C.________ seinerseits gab in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu Protokoll, der Beschuldigte habe ihn betref-
fend die CHF 70‘000.00, resp. CHF 44‘000.00 gefragt. Er habe dem Beschuldigten 
gesagt, er solle das Auto nehmen, wenn es ihm gefalle, er müsse das Geld aber 
zurückgeben (pag. 1659 Z. 14 f.). Die Aussagen des Beschuldigten und diejenigen 
von C.________ widersprechen sich somit lediglich in Bezug auf die Vereinbarung 
einer Rückzahlungspflicht. Hingegen sind sich der Beschuldigte und C.________ 
einig, dass letzterer mit dem Bezug des Geldes ab dem Geschäftskonto der 
E.________ (GmbH) zwecks Kaufes des Porsches einverstanden war. Die Kam-
mer erachtet die diesbezüglichen Aussagen als glaubhaft und stellt darauf ab. Hin-
gegen pflichtet die Kammer der Vorinstanz insofern bei, als dass der Porsche im 
Wert von mehr als CHF 40‘000.00 kaum als eine Art Bonus oder gar ein Geschenk 
an den Beschuldigten gegangen sein kann, die entsprechenden Aussagen des Be-
schuldigten sind nicht glaubhaft (vgl. dazu pag. 1756 f., S. 34 f. erstinstanzliche Ur-
teilsbegründung). So wäre ein Bonus in der Höhe von CHF 42‘000.00 bei einem 
vereinbarten Jahreslohn von CHF 60‘000.00 – nota bene nach bloss dreimonatiger 
alleiniger Geschäftsführung – absolut unverhältnismässig. Ausserdem war es um 
die E.________ (GmbH) in finanzieller Hinsicht kaum so gut bestellt, als dass sie 
sich die Auszahlung von derart hohen Boni hätte leisten können. Hingegen sind die 
Angaben von C.________, wonach vereinbart worden sei, der Beschuldigte müsse 
das Geld zurückzahlen, in sich stimmig, nachvollziehbar, lebensnah und damit 
glaubhaft. Gestützt darauf ist somit in dubio pro reo davon auszugehen, dass 
C.________ dem Beschuldigten im Namen der E.________ (GmbH) für den Kauf 
des Porsches zumindest ein Darlehen gewährte, damit der Beschuldigte den Por-
sche für sich selber als Privatperson kaufen konnte. Damit ging der Porsche mit 
Kauf vom 4. November 2013 zivilrechtlich vom Eigentum der AM.________ (AG) 
ins Eigentum des Beschuldigten über. 

Offenbar bezahlte der Beschuldigte die vom Geschäftskonto der E.________ 
(GmbH) bezogene Summe in der Folge nicht zurück (vgl. dazu die Aussagen von 
C.________, wonach er den Beschuldigten aufgefordert habe, den Betrag zurück-
zuzahlen [pag. 390 Z. 30 ff., pag. 394 Z. 252 ff.] sowie die hektischen SMS-
Konversation zwischen dem Beschuldigten und seinem Bruder [pag. 104 f.], wor-
aus hervor geht, dass der Beschuldigte am 27. August 2014 schrieb, dass er den 
Verkauf des Porsches noch gleichentags erledigen müsse, weil C.________ von 
ihm CHF 50‘000.00 verlange). Dass die zivilrechtliche Schuld des Beschuldigten 
der E.________ (GmbH) gegenüber somit weiter besteht, ändert indessen nichts 
an der Tatsache, dass der Beschuldigte als rechtmässiger Eigentümer die Verfü-
gungsmacht über den Porsche innehatte und damit entgegen den vorinstanzlichen 
Erwägungen (vgl. pag. 1754 f., S. 32 f. erstinstanzliche Urteilsbegründung sowie 

30

pag. 1756, S. 34 erstinstanzliche Urteilsbegründung) berechtigt war, diesen auf 
seinen Bruder und anschliessend auf die R.________ (GmbH) zu übertragen. 

Zusammenfassend hält die Kammer fest, dass der angeklagte Sachverhalt insofern 
nicht erstellt ist, als der Beschuldigte den Porsche nicht in seiner Rolle als Ge-
schäftsführer für die E.________ (GmbH), sondern als Privatperson für sich selber 
erwarb. In zivilrechtlicher Hinsicht ging das Eigentum am Porsche mit dem Kauf auf 
den Beschuldigten über, weshalb sachverhaltsmässig auch nicht von einer un-
rechtmässigen Überführung des Fahrzeugs in seinen Privatbesitz gesprochen wer-
den kann. Die Geldmittel zur Bezahlung des Kaufpreises schliesslich stammten 
zwar tatsächlich aus dem Gesellschaftsvermögen der E.________ (GmbH), da be-
weismässig in dubio pro reo davon auszugehen ist, dass letztere ihm ein entspre-
chendes Darlehen gewährt hatte, ist sachverhaltsmässig eine Aneignung durch 
den Beschuldigten zwecks persönlicher Bereicherung ebenfalls zu verneinen. Der 
angeklagte Sachverhalt ist somit nicht erstellt und der Beschuldigte ist vom Vorwurf 
der Veruntreuung, evtl. der Misswirtschaft, angeblich begangen in der Zeit zwi-
schen dem 4. November 2013 und dem 24. Oktober 2014 in Langenthal und an-
derswo, freizusprechen. 

Der Vollständigkeit halber weist die Kammer im Zusammenhang mit diesem Ankla-
gesachverhalt auf die folgenden problematischen Punkte in der Anklageschrift hin: 
Zunächst ist der Tatbestand der Veruntreuung kein Dauerdelikt, womit kein Delikts-
zeitraum angeklagt werden kann. Wenn schon hätte der Deliktszeitpunkt auf das 
Datum der Einlösung des Porsches auf den Namen des Beschuldigten (trotz Kau-
fes des Porsches für die E.________ (GmbH)) festgelegt werden müssen. Zudem 
ist die Anklageschrift in der Formulierung insofern missverständlich, als dass nicht 
klar ist, ob dem Beschuldigten die Veruntreuung einer Sache (des Porsches) oder 
von Vermögenswerten (Gesellschaftsvermögen bzw. dem vom Konto der 
E.________ (GmbH) bezogenen Geld) vorgeworfen wird. Ob der Anklagegrundsatz 
vorliegend verletzt ist, kann jedoch zufolge materiellen Schuldspruchs offen gelas-
sen werden.

12. Ungetreue Geschäftsbesorgung

12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I.2. der Anklageschrift vom 12. Juli 2017 vorgewor-
fen, er habe sich der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, begangen in 
der Zeit zwischen dem 20. Februar 2014 und dem 4. September 2014 in Langen-
thal und anderswo z.N. der E.________ (GmbH), schuldig gemacht (pag. 1415). 
Konkret wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe in seiner Rolle als Ge-
schäftsführer der E.________ (GmbH) und in der Absicht, sich damit selber zu be-
reichern, den Abschluss von drei Werkverträgen mit der S.________ Generalun-
ternehmung AG [recte: S.________ Generalunternehmung AG; nachfolgend 
S.________ GU AG] in Ertragshöhe von CHF 540‘000.00 unterlassen, obwohl die-
se der E.________ (GmbH) in Aussicht gestanden seien. Gegenüber der 
S.________ GU AG habe der Beschuldigte angegeben, er habe eine neue Firma 
und wolle das Projekt mit dieser durchführen. So seien die Werkverträge stattdes-
sen zwischen der S.________ GU AG und der Firma des Beschuldigten, der 

31

R.________ (GmbH), gezeichnet und erfüllt worden. Durch das pflichtwidrige Un-
terlassen des Abschlusses der gewinnbringenden Verträge im Namen der 
E.________ (GmbH) und die Erfüllung der Verträge durch die R.________ (GmbH) 
habe der Beschuldigte die E.________ (GmbH) bewusst am Vermögen geschädigt 
und sich selber bzw. seine Firma mit Absicht bereichert (pag. 1415).

12.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, in seiner Rolle als Geschäftsführer seiner Fima, 
der R.________ (GmbH), mit der S.________ (AG) drei Werkverträge mit einem 
Geschäftsvolumen von CHF 540‘000.00 abgeschossen zu haben. Er bestreitet 
auch nicht, diese Verträge zuvor für die E.________ (GmbH) ausgehandelt zu ha-
ben bzw. dass der Vertragsabschluss der E.________ (GmbH) in Aussicht stand 
(pag. 1667 Z. 12 ff.). Er macht jedoch geltend, C.________ habe zum Zeitpunkt der 
Vertragsverhandlungen bereits beschlossen gehabt, die E.________ (GmbH) zu 
verkaufen (pag. 1667 Z. 2 ff., pag. 1668 Z. 34 ff., pag. 1668 Z. 43 f., pag. 1673 
Z. 19 ff.). Er selber habe deshalb eine eigene Firma gegründet, die R.________ 
(GmbH). C.________ sei sowohl mit der Gründung der R.________ (GmbH), als 
auch mit der Übernahme der Werkvertragsofferten der S.________ (AG) durch die 
R.________ (GmbH), einverstanden gewesen (pag. 1667 Z. 6 ff., pag. 1667 Z. 23 
f., pag. 1668 Z. 22 ff., pag. 1668 Z. 32 ff.). 

12.3 Beweiswürdigung

Zunächst hält die Kammer fest, dass sich aus den Akten keinerlei Hinweise darauf 
finden lassen, dass C.________ die E.________ (GmbH) zum Zeitpunkt der Ver-
tragsverhandlungen mit der S.________ (AG) verkaufen wollte. Und auch der Be-
schuldigte selber konnte auf Nachfrage der erstinstanzlichen Gerichtspräsidentin 
hin keine genaueren Angaben zum angeblichen Verkauf der E.________ (GmbH) 
machen (vgl. pag. 1668 Z. 34 ff.). Seine diesbezüglichen Angaben sind somit als 
reine Schutzbehauptung abzutun. Sie stehen ausserdem im Widerspruch zu den 
Angaben des Beschuldigten in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, wonach 
C.________ das Projekt ja gar nicht habe übernehmen können, weil er ja im Ge-
fängnis gewesen sei (pag. 1668 Z. 25). Ausserdem versuchte er sein Handeln bzw. 
die Übernahme des Projekts mit der eigenen GmbH, wenig überzeugend damit zu 
rechtfertigen, dass auch T.________ das Projekt angeblich nicht habe stemmen 
können (pag. 1668 Z. 26). Nur deshalb will er der S.________ (AG) den Vorschlag 
gemacht haben, das Projekt mit der R.________ (GmbH) zu übernehmen 
(pag. 1668 Z. 26 ff.). Weiter lassen sich die Angaben des Beschuldigten auch nicht 
mit denjenigen von C.________ in Einklang bringen. Dieser stellte in Abrede, im 
Jahr 2014 den Verkauf der E.________ (GmbH) geplant zu haben (pag. 1661 
Z. 31 f.). In anderem Zusammenhang hatte er denn auch nachvollziehbar und 
glaubhaft zu Protokoll gegeben, dass er die GmbH für seine Familie, insbesondere 
für seinen Sohn T.________ aufgezogen habe, was ebenfalls gegen Verkaufsab-
sichten spricht. Und schliesslich wäre ein Verkauf der E.________ (GmbH) zu die-
sem Zeitpunkt bzw. kurz vor dem lukrativen Zuschlag für einen Werkvertrag mit ei-
nem Auftragsvolumen von rund einer halben Million nach Auffassung der Kammer 
schlicht auch nicht logisch gewesen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass 
C.________ mit dem Verkauf zumindest bis nach Abschluss der Verträge zugewar-

32

tet hätte. Auf diesen Widerspruch angesprochen, konnte der Beschuldigte in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung keine nachvollziehbare Erklärung dafür liefern 
und verstieg sich in Ausflüchte (vgl. pag. 1673 Z. 23 ff. und Z. 28 ff.). Auch die ver-
meintliche Erklärung des Beschuldigten, wonach C.________ aus dem Geschäft 
habe aussteigen und sich auf anderen Sachen konzentrieren wollen, vermag nicht 
zu überzeugen (vgl. pag. 1673 Z. 19 ff.). Denn hätte C.________ die E.________ 
(GmbH) tatsächlich unbedingt loswerden wollen, so hätte er wohl einen Verkauf 
wenn schon bereits vor seinem längeren Gefängnisaufenthalt geplant und nicht 
noch zuerst den Beschuldigten als seine Vertretung organisiert, eingearbeitet und 
nota bene zu 50% am Unternehmen beteiligt.

C.________ gab zudem glaubhaft an, erst im Nachhinein erfahren zu haben, dass 
die R.________ (GmbH) anstelle der E.________ (GmbH) die Werkverträge über-
nommen hatte. Er habe beim Bauleiter der Firma AP.________ (AG) nachgefragt 
was los sei, nachdem er nach eineinhalb Monaten noch immer kein Akonto auf 
dem Konto gehabt habe. Dieser habe ihm dann erklärt, dass der Auftrag und die 
Überweisung an die R.________ (GmbH) gegangen seien, weil der Beschuldigte 
angegeben habe, er, C.________, sei im Gefängnis (pag. 417 Z. 52 ff.). Dies deu-
tet