# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb28bcd4-7bb2-52d5-b792-7ce5c7508b06
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.12.2022 200 2022 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-113_2022-12-13.pdf

## Full Text

200 22 113 UV
KOJ/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Dezember 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Visana Versicherungen AG
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 16
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 (Unfall-Nr.: 
19.047326)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 2002 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der Visana Versicherungen AG (Visana bzw. 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versi-
chert, als er gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 22. August 2019 am 
21. April 2019 anlässlich eines Fussballspiels bei der Ballabgabe einen 
plötzlichen Schmerz im Leistenbereich bzw. in der Hüftgegend verspürte 
(Akten der Visana, Antwortbeilage [AB] 1). Befragt zum Hergang des Er-
eignisses vom 21. April 2019 führte er aus, vor dem Abspielen des Balls 
ausgerutscht zu sein (AB 17). In der Folge gewährte die Visana im Zu-
sammenhang mit diesem Ereignis die gesetzlichen Unfallversicherungsleis-
tungen (AB 21 f.). Nachdem die Visana im März 2020 das medizinische 
Dossier ihrem beratenden Arzt zur Beurteilung vorgelegt hatte (AB 32 f.), 
teilte sie dem Versicherten mit Schreiben vom 20. April 2020 formlos mit, 
dessen Beschwerden seien ab dem 9. November 2019 überwiegend wahr-
scheinlich nicht mehr auf das Ereignis vom 21. April 2019 zurückzuführen, 
weshalb die Leistungen per 8. November 2019 eingestellt würden (AB 34). 
Da der Versicherte mit dieser Leistungseinstellung nicht einverstanden war 
(vgl. AB 37 ff.), verfügte die Visana am 27. November 2020 entsprechend 
(AB 50 ff.). Eine hiergegen erhobene Einsprache (AB 63 ff.) wies sie nach 
Einholung weiterer medizinischer Unterlagen (vgl. AB 86 ff.) und nach Kon-
sultation des beratenden Arztes (AB 103 ff.) mit Entscheid vom 19. Januar 
2022 (AB 111 ff.) ab.

B.

Hiergegen liess der Versicherte, wie schon im Einspracheverfahren durch 
Rechtsanwalt B.________ vertreten, mit Eingabe vom 18. Februar 2022 
Beschwerde erheben und beantragen, in Aufhebung des angefochtenen 
Einspracheentscheids seien ihm im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 
21. April 2019 die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen über den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 3

8. November 2019 hinaus zu erbringen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 21. März 2022 beantragte die Beschwerde-
gegnerin, in Abweichung vom Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 
sei festzustellen, dass das Ereignis vom 21. April 2021 kein Unfallereignis 
darstelle, und im Übrigen sei dieser Einspracheentscheid zu bestätigen und 
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

Mit Replik vom 5. Juli 2022 (samt Ergänzung vom 2. August 2022) und 
Duplik vom 17. August 2022 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Mit 
der Kostennote reichte der Beschwerdeführer am 24. August 2022 zusätz-
lich eine (Kurz-)Stellungnahme ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Januar 
2022 (AB 111 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerde-
führers auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im Zusam-
menhang mit dem Ereignis vom 21. April 2019 über den 8. November 2019 
hinaus.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, 
eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
[UVG; SR 832.20]). 

2.1.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

2.1.2 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelris-
se (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 

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129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

2.2.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 

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auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.3 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201).

Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heil-
behandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc 
et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwä-
gung oder der prozessualen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzusch-
liessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege – bei rich-
tiger Betrachtungsweise – gar nicht vor. In gleichem Sinne ist auch hin-
sichtlich der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen Unfall und Ge-
sundheitsschaden zu entscheiden. Danach kann der Unfallversicherer trotz 
vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung 
auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen 
und gestützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen. Nur im Rahmen 
einer allfälligen Leistungsrückerstattung sind die Rückkommensvorausset-
zungen zu beachten (vgl. BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384).

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2.4 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind (BGE 140 V 193 E. 3.2 
S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin macht vorab geltend, bei richtiger Be-
trachtung stelle das Ereignis vom 21. April 2019 gar keinen Unfall dar (Be-
schwerdeantwort S. 5 ff.; Duplik S. 2 ff.), was entsprechend festzustellen 
sei (Beschwerdeantwort S. 2 Antrag Ziff. 1).

3.2 Vorliegend ist ein Feststellungsinteresse der Beschwerdegegnerin 
zu verneinen, hat sie doch mit Verfügung vom 27. November 2020 (AB 50 
ff.) und bestätigt durch den Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 
(AB 111 ff.) die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld aner-
kannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et pro futuro eingestellt, womit 
hier ein rechtsgestaltender Verwaltungsakt im Streite liegt (vgl. BGE 130 V 
388 E. 2.4 S. 391).

3.3 Abgesehen davon besteht kein Anlass, von der ursprünglichen Ein-
schätzung der Beschwerdegegnerin gemäss ihrem Schreiben vom 
20. September 2019, wonach sie das fragliche Ereignis als Unfall aner-
kannte (AB 21 f.), abzuweichen. Damals stützte sie sich zu Recht auf die 
Angaben des Beschwerdeführers im Fragebogen vom 3. September 2019, 
wonach er vor dem Abspielen des Balls ausgerutscht ist (AB 17), was ei-
nen ungewöhnlichen Faktor darstellt (vgl. E. 2.1.1 hiervor; vgl. auch SVR 
2008 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.3). Dabei handelt es sich um die erstmalige Schil-
derung des Ereignisablaufs durch den Beschwerdeführer, mithin um des-
sen Angaben der ersten Stunde (vgl. dazu BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 
121 V 45 E. 2a S. 47). Daran ändert nichts, dass das Formular erst mehre-
re Monate nach dem Ereignishergang und zudem handschriftlich von sei-

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ner Mutter ausgefüllt wurde (vgl. Replik S. 4 f.), hat der Beschwerdeführer 
doch dasselbe – im Gegensatz zu der von der Arbeitgeberin eingereichten 
Bagatellunfall-Meldung (AB 1) – (mit-)unterzeichnet.

3.4 Da nach dem in E. 3.3 hiervor Ausgeführten beim Ereignis vom 
21. April 2019 von einem Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG auszu-
gehen ist, erübrigen sich spezifische Ausführungen zum Vorliegen einer 
unfallähnlichen Körperschädigung (vgl. E. 2.1.2 hiervor; vgl. auch Be-
schwerdeantwort S. 30, Replik S. 8 und Duplik S. 6): Ist nämlich eine Lis-
tenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, bleibt der Unfallversicherer so oder anders solange leistungspflich-
tig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, 
der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfrem-
den Ursachen beruht (BGE 146 V 51 E. 9.1 S. 70; vgl. auch E. 2.2.3 hier-
vor).

4.

4.1 Umstritten ist insbesondere die Frage der Kausalität zwischen dem 
Unfall vom 21. April 2019 und den nach wie vor geltend gemachten Be-
schwerden (vgl. E. 2.2 hiervor). Dazu lässt sich den medizinischen Akten 
im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

4.1.1 Wegen Schmerzen im Hüftgelenk konsultierte der 
Beschwerdeführer erstmals am 26. Juni 2019 seinen Hausarzt Dr. med. 
C.________, Praktischer Arzt und Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
und gab dabei an, sich beim Fussballspiel im April 2019 eine Zerrung zu-
gezogen zu haben. Der Hausarzt bescheinigte im Befund eine komplette 
Flexion rechts sowie unauffällige DMS (Kontrolle der Durchblutung, Motorik 
und Sensibilität) und bei der Diagnose den Verdacht auf eine Zerrung des 
Leistenbands rechts. Weiter bejahte er die Unfallkausalität und schlug eine 
offenkundig bereits eingeleitete spezialärztliche Beurteilung durch Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, vor (Bericht vom 30. August 2019 [AB 16 = Akten 
des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage {BB} 6]; vgl. auch AB 95).

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4.1.2 Dr. med. D.________ diagnostizierte im Bericht vom 27. August 
2019 zum einen Hüft-/Leistenschmerzen rechts bei Status nach Flexions-
trauma Hüfte rechts beim Fussball am 24. (recte: 21.) April 2019 mit Ver-
dacht auf Ausriss der Apophyse des Musculus rectus femoris und zum an-
deren eine Rotationsinstabilität OSG links bei Status nach Distorsionstrau-
ma 2013/14. Im Stehen zeige sich ein Beckenschiefstand nach rechts. 
Während die linke Hüfte keine Einschränkung der Beweglichkeit zeige, 
finde sich rechts ab gut 90° Flexion ein erhöhter Gewebewiderstand. Bei 
gleichzeitiger Adduktion und Innenrotation komme es zu einem inguinalen 
Schmerz. Es bestünden leichte Druckschmerzen im Bereich der Spina ilia-
ca anterior inferior, nicht aber im Bereich der Spina iliaca anterior superior. 
Die Bildgebung liefere keine Zeichen für ein femoroacetabuläres Impinge-
ment, doch zeige sich eine Verkalkung im Insertionsbereich des Musculus 
rectus femoris in Projektion auf die Spina ilica anterior inferior (AB 14 f. = 
BB 7; vgl. auch AB 10 f.).

4.1.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Radiologie, verneinte im Bericht 
vom 27. August 2019 eine frische ossäre Läsion und ein femoroaceta-
buläres Impingement, erkannte aber eine ovaläre Verdichtung (bzw. Trans-
parenzminderung) im rechten Hüftgelenk, welche am ehesten einem ak-
zessorischen Knochenelement entspreche (AB 12 = BB 8).

4.1.4 Die nachfolgende CT-Abklärung vom 6. September 2019 ergab ei-
nen Status nach Abriss der Apophyse der Spina iliaca anterior inferior 
rechts, wobei die Apophyse kaudal noch weitgehend vom restlichen Kno-
chen abgetrennt erscheine (4 mm breiter Spalt) und lediglich ventrokranial 
ein ossärer Durchbau bestehe (Bericht des Dr. med. F.________, Facharzt 
für Radiologie, vom 6. September 2019 [AB 20]; vgl. auch AB 23 = BB 9).

4.1.5 In der Folge diagnostizierte Dr. med. D.________ im Bericht vom 
7. Oktober 2019 einen "traumatischen Apophysenausriss Spina iliaca ante-
rior inferior rechts" und wies (infolge entsprechender Diagnosestellung erst 
im September 2019) auf einen protrahierten Verlauf hin (AB 25 = BB 10). 
Im KG-Eintrag vom 8. November 2019 empfahl er bei Status nach Apophy-
senausriss mit nun geheilter Knochenstruktur die Weiterführung der Phy-
siotherapie, wobei keine weiteren Verlaufskontrollen vereinbart worden 
seien (AB 27 = BB 14). Mit weiterem Bericht vom 26. Februar 2020 rekapi-

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tulierte er als Diagnose den Ausriss der Apophyse des Musculus rectus 
femoris rechts und wies wiederholt auf einen protrahierten Verlauf hin. 
Nach positivem Verlauf (mit Kraftaufbau) sollte dann der Abschluss der 
Behandlung erfolgen (AB 30 = BB 11).

4.1.6 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. 
G.________, Facharzt für Chirurgie sowie für Intensivmedizin, erkannte in 
der basierend auf der CT-Aufnahme vom 6. September 2019 (vgl. E. 4.1.4 
hiervor) erstellten 3D-Rekonstruktion des Beckens eine 'elefantenrüsselar-
tige' Veränderung an der Spina iliaca anterior inferior rechts. Dies stelle 
einen Vorzustand dar, der überwiegend wahrscheinlich nicht durch das 
Ereignis vom 21. April 2019 herbeigeführt worden sei. Im Bereich dieser 
Spina habe der Beschwerdeführer am 21. April 2019 einen knöchernen 
Abriss erlitten. Spätestens mit der Untersuchung vom 8. November 2019 
habe gemäss Dr. med. D.________ von einer geheilten Knochenstruktur 
ausgegangen werden können (vgl. E. 4.1.5 hiervor), womit der Status quo 
sine betreffend Situation der veränderten Spina iliaca anterior inferior er-
reicht worden sei (Bericht vom 19. März 2020 [AB 32 f. = BB 12]).

4.1.7 Am 15. Oktober 2020 kam es zu einer weiteren Verlaufskontrolle bei 
Dr. med. D.________ aufgrund anhaltender Schmerzen ventral an der 
rechten Hüfte, dies bei der Hüftflexion ab 95° in Normorotation und 
Schmerzzunahme bei gleichzeitiger Innenrotation. Es bestehe eine lokali-
sierte Druckdolenz mit Angabe des Maximalschmerzens im Bereich der 
Spina iliaca anterior inferior, wo im Seitenvergleich eine deutliche Promi-
nenz des Knochens zu palpieren sei. Im durchgeführten CT vom 6. Sep-
tember 2019 (vgl. E. 4.1.4 hiervor) zeige sich die möglicherweise nur parti-
ell konsolidierte Ausrissfraktur der Spina iliaca anterior inferior. Entspre-
chend müsse von einer anhaltenden Irritation resp. Sehnenreizung ausge-
gangen werden. Es stelle sich nun die Frage nach einer operativen Thera-
pie (Sprechstundenbericht vom 15. Oktober 2020 [AB 44 = BB 13]; vgl. 
auch AB 47). Anlässlich der Sprechstunde vom 13. Januar 2021 konkreti-
sierte Dr. med. D.________ das Prozedere dahingehend, dass mittelfristig 
bei anhaltenden Beschwerden die Indikation zur operativen Entfernung der 
schmerzhaften Verknöcherung bei Status nach Apophysenausriss gestellt 
werden müsse (Sprechstundenbericht vom 13. Januar 2021 [AB 77]).

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4.1.8 Mit Schreiben vom 14. Dezember 2020 äusserte Dr. med. 
D.________ sein Befremden zur Beurteilung des beratenden Arztes (vgl. 
E. 4.1.6 hiervor) dahingehend, dass dieser beim jungen Patienten nach 
stattgehabtem plausiblem Unfallereignis trotz der offensichtlichen Seitendif-
ferenz der knöchernen Strukturen von einem Vorzustand ausgehe. Auch 
wenn er (Dr. med. D.________) in der Untersuchung vom 8. November 
2019 von einer konsolidierten ossären Situation gesprochen habe (vgl. 
E. 4.1.5 hiervor), heisse das nicht, dass wieder ein normaler Vorzustand 
mit korrekten anatomischen Verhältnissen eingetreten sei. Er (Dr. med. 
D.________) gehe nicht davon aus, dass eine Instabilität des partiell kon-
solidierten Knochenfragments ursächlich sei; vielmehr sei die veränderte 
Anatomie mit lokal störendem ossärem Vorsprung für die Beschwerden 
verantwortlich. Entsprechend seien die Restbeschwerden unfallbedingt und 
voraussichtlich mache nur eine chirurgische Exzision dieser ossären Pro-
minenz eine langfristige Beschwerdereduktion möglich (AB 59 f. = BB 15).

4.1.9 Der die Beschwerdegegnerin ebenfalls beratende Dr. med. 
H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, erachtete es im Bericht vom 20. Oktober 2021 
(AB 103 ff.) als insgesamt wenig bestritten, dass beim Beschwerdeführer 
eine Affektion an der Spina iliaca anterior inferior (SIAI) rechts, dem proxi-
malen ossären Ansatz des Musculus rectus femoris ventral am Becken-
rand, vorliege. Dabei kämen im Grundsatz zwei Pathologien in Frage, ei-
nerseits eine entzündliche Veränderung im Sinne einer Apophysitis der 
SIAI durch eine chronische Überbelastung (typischerweise im Zusammen-
hang mit sportlichen Aktivitäten) und andererseits eine eigentliche Avulsi-
onsfraktur durch ein einzelnes Trauma. Da es auch im zweitgenannten Fall 
bei Jugendlichen nur gelegentlich zu einer – zudem meistens geringen – 
Dislokation des Knochens komme, sei eine Unterscheidung der beiden 
Entitäten allein anhand von bildgebenden Befunden oftmals erschwert. 
Dies gelte vor allem dann, wenn die Diagnostik erst mit einer grösseren 
Latenz zu einem potenziellen traumatischen Auslöser erfolge und Repara-
tionsvorgänge im Gange seien, die bei beiden erwähnten Pathologien in-
tensiv sein könnten. Aufgrund der Bildgebung lasse sich im vorliegenden 
Fall zwar eine klare Ursache für die vom Beschwerdeführer angegebenen 
Beschwerden ausmachen, doch lasse deren Ätiologie zumindest im 

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Grundsatz weiterhin beide genannten Möglichkeiten offen. So zeige sich 
auf den Röntgenbildern zwar ein vom Aspekt her eher lobuliertes Kno-
chenplus an der SIAI, doch liessen sich keine Frakturlinien abgrenzen.

In der medizinischen Literatur zu (traumatisch bedingten) akuten Avulsions-
frakturen an der SIAI werde neben Schmerz fast übereinstimmend eine 
unmittelbar auftretende funktionelle Schwäche beschrieben, wodurch typi-
scherweise das Gangbild beeinträchtigt werde und nicht selten sogar der 
Einsatz von Gehstöcken notwendig werde. Im Rahmen der radiologischen 
Abklärungen wäre bei einer Avulsionsfraktur an der SIAI zudem zu erwar-
ten, dass sich auch nach gut vier Monaten zumindest in der Schichtbildge-
bung noch Residuen einer ehemaligen Frakturlinie finden liessen. Anders 
präsentiere sich die Situation bei der ausschliesslich bei Jugendlichen auf-
tretenden Apophysitis der SIAI. Da es sich dabei um eine über einen lan-
gen Zeitraum ablaufende Pathologie handle, seien die Beschwerden oft-
mals undulierend und meistens abhängig von bestimmten Bewegungen. 
Obwohl auch traumatische Apophysen-Alterationen zu einer überschies-
senden Knochenreaktion führen könnten, sei dies für eine entzündliche 
Problematik besonders typisch und namentlich auch dadurch gekennzeich-
net, dass sich zu keinem Zeitpunkt eine eindeutig abgrenzbare Frakturlinie 
finden lasse. Übertrage man diese Erkenntnisse auf den konkreten Fall des 
Beschwerdeführers, falle primär auf, dass er nach dem Ereignis vom 
21. April 2019 ohne Unterbruch habe weiterarbeiten können, obwohl er in 
seiner Tätigkeit im Verkauf mehrheitlich im Stehen und Gehen beschäftigt 
sei. Auch sonst sei er im Alltag beschwerdefrei gewesen und habe andere 
Sportarten als Fussball durchführen können. Allein dies mache es somit 
wenig wahrscheinlich, dass es beim Fussballspielen an besagtem Tag zu 
einer Avulsionsfraktur der SIAI gekommen sei, da hierauf überwiegend 
wahrscheinlich die erwähnte eingeschränkte Gehfähigkeit zu erwarten ge-
wesen wäre. Auch zeigten die Bilddokumente nicht einmal residuelle Hin-
weise auf eine stattgehabte Fraktur mit einer eindeutig abgrenzbaren Frak-
turlinie. Hingegen passten sowohl der vorliegend dokumentierte klinische 
Verlauf mit den undulierenden und an bestimmte Bewegungen assoziierten 
Beschwerden wie auch die Bildgebung sehr gut zu einer chronischen Apo-
physitis der SIAI. Diese sei zwar überwiegend wahrscheinlich beim Fuss-
ballspiel am 21. April 2019 schmerzhaft aktiviert worden, doch habe in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 13

Folge nie der Nachweis erbracht werden können, dass sie dabei auch ma-
krostrukturell beeinflusst worden sei im Sinne einer richtunggebenden Ver-
änderung. Selbst bei sehr grosszügiger Beurteilung sei die schmerzhafte 
Aktivierung der daselbst bestehenden chronischen Veränderungen einer 
Apophysitis nach höchstens sechs Monaten folgenlos ausgeheilt, womit 
spätestens bei der Konsultation vom 8. November 2019 (vgl. E. 4.1.5 hier-
vor) von einem morphologischen Status quo sine habe ausgegangen wer-
den dürfen.

4.1.10 Der Beschwerdeführer konsultierte am 8. Februar 2022 Dr. med. 
I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates. Dieser diagnostizierte chronisch rezidivierende Hüft-
beschwerden rechts mit/bei Status nach Distorsion/Trauma der Hüfte 
rechts beim Fussball am 24. (recte: 21.) April 2019, extraartikulärem Im-
pingement bei Status nach Trauma sowie Status nach Ausriss der Apophy-
se des Musculus rectus femoris rechts beim Fussball am 24. (recte: 21.) 
April 2019. Es zeige sich eine chronische Schmerzsymptomatik im Bereich 
der rechten Hüfte bei Zustand nach Trauma. In der Bildgebung aus dem 
Jahr 2019 zeige sich eine Abrissfraktur der Apophyse über der SIAI. Wahr-
scheinlich seien die Schmerzen durch zweierlei Aspekte bedingt. Einerseits 
sei eine Enthesopathie sicherlich vorhanden über dem Rectus. Zusätzlich 
komme es zu einem extraartikulären Impingement durch die ungünstigen 
ossären Verhältnisse über der SIAI, nachdem diese nach dem Abriss un-
günstig sei. Ein Kausalzusammenhang bestehe vollumfänglich, solche Ver-
letzungen könnten bekannterweise auftreten, insbesondere bei Fussball-
spielern (BB 16).

4.1.11 Dr. med. H.________ nahm im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 
5. März 2022 Stellung zum Bericht des Dr. med. I.________ vom 8. Febru-
ar 2022 (vgl. E. 4.1.10 hiervor). Einleitend wies er darauf hin, dass sich 
Dr. med. I.________ erstmals knapp drei Jahre nach dem Ereignis vom 
21. April 2019 mit der Problematik an der rechten Hüfte des Beschwerde-
führers befasst habe, wobei er wohl nur eingeschränkten Zugang zu den 
zeitnah verfassten Dokumenten gehabt habe. Differenzialdiagnostische 
Überlegungen beispielsweise im Hinblick auf eine Apophysitis am proxima-
len Ansatz des Musculus rectus femoris (SIAI) würden fehlen. Schliesslich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 14

werde die Kausalität reichlich pauschal damit begründet, dass beim Fuss-
ballspiel eine erhöhte Gefahr für eine Affektion des Musculus rectus femo-
ris bestehe, unter anderem auch an seinem proximalen Ansatz an der SIAI 
(AB 142 ff.).

4.1.12 Am 11. Mai 2022 erfolgte die operative Entfernung der Verknöche-
rung der SIAI der rechten Hüfte durch Dr. med. I.________ (BB 20). Hier-
auf Bezug nehmend führte Dr. med. I.________ gegenüber dem Rechts-
vertreter des Beschwerdeführers am 1. Juni 2022 aus, der sich im Vorfeld 
sowohl klinisch als auch bildgebend (vgl. BB 19) gezeigte lokale Befund 
habe sich bestätigt, indem sich anlässlich der Operation ein Abriss der In-
sertion der Musculus rectus femoris-Sehne rechts gezeigt habe. Dort habe 
sich eine Verknöcherung gezeigt, bedingt durch den Abriss im sehnigen 
Anteil der Ursprungsstelle. Durch die Anamnese, die im Vorfeld der Opera-
tion erfolgte Bildgebung als auch durch den während der Operation ange-
troffenen anatomischen Situs könne aus orthopädischer Sicht klar bestätigt 
werden, dass eine Unfallkausalität durch die Hüftdistorsion, welche der 
Beschwerdeführer am 21. April 2019 erlitten habe, gegeben sei (BB 18).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 15

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.2 Beratende Ärzte eines Versicherungsträgers sind, was den Be-
weiswert ihrer ärztlichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten 
gleichzusetzen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. April 2021, 
8C_672/2020, E. 2.3). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner 
Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll-
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; 
BGer 8C_672/2020, E. 2.3).

Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis 
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objekti-
vität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, wenn ein frei praktizie-
render Arzt von einer Versicherung wiederholt für die Erstellung von Gut-
achten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche 
das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begrün-
det erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche 
den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpar-
teilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Trotz dieser 
grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinter-
ner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft 
zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Ver-
sicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. 
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 
zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der 
versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Be-
richt eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pau-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 16

schale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 
E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; BGer 
8C_672/2020, E. 2.3).

4.2.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

4.3 Die Beschwerdegegnerin stellt vorliegend auf die Aktenbeurteilun-
gen ihrer beratenden Ärzte Dres. med. G.________ (AB 32 f.) und 
H.________ (AB 103 ff., 142 ff.) ab, wonach mit der Affektion an der SIAI 
ein Vorzustand mit entzündlichem Geschehen im Sinne einer Apophysitis 
der SIAI vorgelegen habe und spätestens am 8. November 2019 der mor-
phologische Status quo sine wieder erreicht gewesen sei. Demgegenüber 
geht der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Einschätzungen seiner 
behandelnden Ärzte von einem Ab- bzw. Ausriss (Avulsionsfraktur) der 
Apophyse der SIAI rechts (so namentlich AB 20, 25, 27, 30, BB 16, 18) aus 
mit nachfolgenden ungünstigen ossären Verhältnissen (Verknöcherung; so 
namentlich BB 16, 18; vgl. auch AB 60). Unbestritten ist somit das Vorlie-
gen einer Affektion an der SIAI (vgl. auch AB 103), umstritten jedoch deren 
Genese (Abriss mit anschliessender störender Verknöcherung oder Vorzu-
stand mit entzündlichem Geschehen).

Die Berichte der beratenden Ärzte Dres. med. G.________ und 
H.________ sind für sich allein genommen zwar stimmig, doch begründen 
die Berichte der beratenden Ärzte Zweifel im Sinne der Rechtsprechung 
(vgl. E. 4.2.2 hiervor):

4.3.1 Gemäss Dr. med. G.________ stellt die 'elefantenrüsselartige' Ver-
änderung an der SIAI einen Vorzustand dar (AB 33). Er begründet diese 
Einschätzung jedoch nicht und setzt sich namentlich nicht mit der Möglich-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 17

keit einer ungünstigen knöchernen Verheilung nach erfolgtem Abriss der 
SIAI auseinander.

4.3.2 Dr. med. H.________ weist darauf hin, dass bildgebend keine fri-
sche ossäre Läsion festgestellt wurde (AB 104; vgl. auch AB 12 [betreffend 
Röntgenuntersuchung vom 27. August 2019]). Indessen wird nach einem 
CT des Beckens vom 6. September 2019 klar ein Status nach Abriss der 
Apophyse der SIAI befundet, wobei die Apophyse kaudal noch weitgehend 
vom restlichen Knochen abgetrennt erscheine (AB 20). Zu dieser Bildge-
bung hält Dr. med. H.________ fest, die eigentliche knöcherne Struktur der 
SIAI sei im Vergleich mit der linken Seite nahezu identisch (AB 104); dem-
gegenüber erwähnt Dr. med. D.________ am 14. Dezember 2020 eine 
offensichtliche Seitendifferenz der knöchernen Strukturen (AB 60). Auch 
gemäss Dr. med. I.________ zeigt die "Bildgebung aus dem Jahr 2019" 
eine Abrissfraktur der Apophyse über der SIAI (BB 16/2). Gemäss Bericht 
vom 1. Juni 2022 wurde dieser Befund anlässlich der Operation vom 
11. Mai 2022 bestätigt (BB 18).

4.3.3 Dr. med. H.________ hält zwar zu Recht fest, dass Dr. med. 
D.________ die Möglichkeit einer Apophysitis, d.h. eines entzündlichen 
Krankheitsbildes, nicht in Erwägung gezogen habe (AB 105 unten). Die 
Einschätzung von Dr. med. D.________ wird durch die vorerwähnte CT-
Bildgebung (AB 20) jedoch gestützt, womit für ihn offensichtlich kein Anlass 
für differentialdiagnostische Überlegungen bestand.

4.3.4 Dr. med. H.________ weist am 20. Oktober 2021 darauf hin, dass in 
der medizinischen Literatur bei akuten Avulsionsfrakturen an der SIAI ne-
ben dem Auftreten von Schmerzen regelmässig eine unmittelbar auftreten-
de funktionelle Schwäche beschrieben wird (AB 105 oben). Dies wird durch 
eine Internet-Recherche (vgl. z.B. <www.swiss-surgery.swiss/becken_chi-
rurgie/sehnenverletzungen-am-becken/>, <https://flexikon.doccheck.com/ 
de/Avulsionsfraktur>, <www.medlexi.de/Abrissfraktur> und <www.medizin-
kompakt.de/abrissfraktur>, zuletzt besucht am 24. November 2022) 
bestätigt. Vorliegend werden in den echtzeitlichen Unterlagen zwar 
Schmerzen erwähnt, nicht jedoch ein eigentlicher Funktionsausfall. So hat 
Dr. med. C.________ im KG-Eintrag vom 26. Juni 2019 festgehalten, dass 
der Beschwerdeführer aktuell zwar keinen Fussball spielen könne, jedoch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 18

keine Beschwerden beim sonstigen Sport oder im Alltag beständen (AB 
95). Dieser Bericht wurde indes mehr als zwei Monate nach dem fraglichen 
Ereignis verfasst und ist daher für die unmittelbar nach dem Ereignis herr-
schenden Verhältnisse nicht aussagekräftig. Sodann hat Dr. med. 
I.________ im Bericht vom 8. Februar 2022 (BB 16) anamnestisch festge-
halten, nach dem Ereignis sei eine Minderbelastbarkeit aufgetreten und der 
Beschwerdeführer habe kaum noch das Bein anheben können (wobei er 
sich hier wohl auf die Angaben des Beschwerdeführers gestützt haben dür-
fe).

4.3.5 Soweit die Dres. med. G.________ und H.________ auf die Fest-
stellung von Dr. med. D.________ im KG-Eintrag vom 8. November 2019 
hinweisen, wonach ein "St. n. Apophysenausriss mit nun geheilter Kno-
chenstruktur " bestehe (AB 27), heisst dies gemäss Dr. med. D.________ 
nicht, dass wieder ein normaler Vorzustand mit korrekten anatomischen 
Verhältnisse eingetreten sei (AB 60).

4.4 Gestützt auf die derzeitige Aktenlage und mit Blick auf den massge-
benden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. E. 2.2.1 
und 2.2.3 hiervor) bestehen zumindest geringe Zweifel an der Einschät-
zung der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin. Insofern erweist sich 
der Sachverhalt hinsichtlich des Eintritts des Status quo sine vel ante per 
8. November 2019 als nicht rechtsgenüglich erstellt, weshalb ein Urteil in 
der Sache nicht möglich ist. Somit ist der Sachverhalt in Form einer neutra-
len Begutachtung in der Disziplin Orthopädie weiter zu klären. Die Be-
schwerdegegnerin hat bisher kein externes Gutachten in Auftrag gegeben, 
was sie nun nachzuholen hat.

Folglich ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 
(AB 111 ff.) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie nach Veranlassung einer orthopädischen Be-
gutachtung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu 
verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 19

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhän-
gig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob das entsprechende Be-
gehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (SVR 2020 KV 
Nr. 23 S. 112 E. 11.1).

Mit Kostennote vom 24. August 2022 macht Rechtsanwalt B.________ 
einen Aufwand bzw. ein Honorar von Fr. 4'603.50 (17.05 h à Fr. 270.--) 
zuzüglich Auslagen von Fr. 158.50 und Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 
366.65 (7.7 % von Fr. 4'762.--), total Fr. 5'128.65 geltend, was insbesonde-
re mit Blick auf die sich stellenden Sachverhaltsfragen und den doppelten 
Schriftenwechsel nicht zu beanstanden ist. Die Parteientschädigung ist 
demnach auf Fr. 5'128.65 (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen; diesen 
Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Visana Versicherungen AG vom 19. Januar 2022 
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, UV/22/113, Seite 20

sen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwä-
gungen – neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 5'128.65 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Visana Versicherungen AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.