# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 34c8d4df-cb11-59c8-a02b-8f179cc4ce9f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 03.07.2017 SK 2016 309
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-309_2017-07-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 16 309

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. Juli 2017 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), 
Oberrichter Vicari und Oberrichterin Hubschmid Volz
Gerichtsschreiberin Bank

Verfahrensbeteiligte A.________, 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

 

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Wider-
handlungen gegen das Ausländergesetz, Widerhandlung gegen 
das Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 15.6.2016 (PEN 2016 10/15)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau (Kollegialgericht) vom 
15.6.2016 wurde Folgendes erkannt (pag. 911 ff.):

I.
A.________ wird, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfah-
renskosten, freigesprochen von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das 
Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, angeblich begangen in der Zeit 
vom 01.10.2014 bis zum 11.02.2015 in M.________ und N.________.

II.
A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und teilweise qualifiziert 
begangen (banden- und gewerbsmässig)

1.1. in der Zeit vom 01.09.2013 bis zum 11.02.2015 in N.________ und O.________ begangen 
durch Finanzierung, Anbau und Besitz von Drogenhanf, gemeinsam mit C.________, indem 
der Beschuldigte gemeinsam mit seinem Mittäter C.________ eine Indooranlage aufbaute 
und betrieb, darin eine unbekannte Menge betäubungsmittelfähiger Hanfpflanzen anbaute 
und sieben Ernten à 1'200 Pflanzen machte, die insgesamt einen Ertrag von ca. 160 kg kon-
sumfähiger Marihuanablüten abwarfen, womit im Grosshandel ein Umsatz von 
ca. CHF 1'040'000.00 erzielt werden kann;

1.2. am 11.02.2015 in O.________ durch Besitz von 212 Mutterpflanzen THC-reicher Hanfsorten 
und 2'714 Stecklingen THC-reicher Hanfsorten sowie Anstalten Treffen zum Anbau von Dro-
genhanf;

1.3. in der Zeit vom 01.09.2013 bis zum 11.02.2015 in P.________, begangen durch Verkauf und 
Abgabe einer unbekannten Menge Marihuanablüten an D.________ und evtl. weitere Ab-
nehmer, wobei er in dieser Zeit einen Umsatz von mindestens CHF 200'000.00 bzw. einen 
Ertrag von mindestens CHF 20'000.00 erwirtschaftete;

1.4. in der Zeit vom 01.09.2013 bis zum 11.02.2015 in P.________ durch Verkauf von fünf Steck-
lingen THC-reicher Hanfsorten an D.________ zum Preis von CHF 8.00 bis CHF 10.00 pro 
Stück; 

2. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, begangen in der Zeit vom 15.04.2012 bis 
zum 30.04.2014 in M.________, N.________ und O.________ durch Beschäftigen eines Auslän-
ders ohne Bewilligung und Erleichtern des illegalen Aufenthalts;

3. der Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung, begangen in der Zeit von anfangs 2013 bis zum 30.09.2014 in 
M.________ und N.________

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und er wird in Anwendung der Artikel 
34, 40, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB, 
19 Abs. 1 lit. a, c, d, g, 19 Abs. 2 lit. b, c BetmG
116 Abs. 1 lit. a, 117 Abs. 1 AuG
87 AHVG
70 IVG
426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 491 Tagen werden im Umfang von 491 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 6'600.00.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 21'522.50 und Ausla-
gen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 26'153.90, insgesamt bestimmt auf 
CHF 47'676.40 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 32'139.85).

[…]

III.
1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 02.12.2011 für eine Geldstrafe 

von 40 Tagessätzen à CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug wird nicht widerrufen.

2. Die Probezeit wird um 1 Jahr verlängert.

3. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ auferlegt 
(vide Ziff. II.).

IV.

[Amtliches Honorar]

V.
Weiter wird verfügt:

[…]

2. Berufung

Gegen das erstinstanzliche Urteil vom 15.6.2016 meldete A.________ (nachfol-
gend der Beschuldigte), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, am 
20.6.2016 frist- und formgerecht die Berufung an (pag. 924). 

Mit gleicher Eingabe stellte er ein Gesuch um vorzeitigen Strafantritt, welches am 
5.7.2016 mit Verfügung der Vorinstanz gutgeheissen wurde (pag. 934 f.).

Am 14.9.2016 beschränkte der Beschuldigte mit Berufungserklärung die Berufung. 
Ausdrücklich nicht angefochten wurden Ziff. I, Ziff. II.1.2, Ziff. II.1.4, Ziff. II.2, 
Ziff. II.3, Ziff. III und Ziff. IV des erstinstanzlichen Dispositivs. Rechtsanwalt 
B.________ beantragte, den Beschuldigten vom Vorwurf der Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121), mehrfach und qualifiziert be-

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gangen, nach Ziff. 1.3 der Anklageschrift freizusprechen, ein Drittel der Verfahrens-
kosten sei dem Staat aufzuerlegen und dem Beschuldigten sei eine Entschädigung 
im Umfang eines Drittels der eingereichten Honorarnote auszurichten. Er beantrag-
te in Abänderung von Ziff. I.1.1. der Anklageschrift einen Schuldspruch wegen 
mehrfacher und qualifizierter (bandenmässiger) Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz in der Zeit vom 1.9.2013 bis 11.2.2015 in O.________, 
begangen durch Anbau und Besitz von Drogenhanf, gemeinsam mit C.________, 
indem der Beschuldigte mit diesem eine Indooranlage aufbaute und betrieb sowie 
darin eine unbekannte Menge betäubungsmittelfähiger Hanfpflanzen anbaute. Sein 
Tatbetrag habe hauptsächlich in der Finanzierung des Aufbaus und des Betriebs 
der Indooranlage (Bezahlung der Miete der Halle und des Stroms), dem Aufbau der 
Indooranlage, dem Beschaffen der Stecklinge und der Samen gelegen. Der Be-
schuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von maximal 27 Monaten, unter Anrechnung 
der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft, sowie zu zwei Drittel der 
Verfahrenskosten zu verurteilen. Betreffend Verfügungen seien dem Beschuldigten 
mit Ausnahme der Betäubungsmittel und der Installationen der Indooranlage sämt-
liche beschlagnahmten Gegenstände gemäss pag. 631 bis 638 zurückzugeben 
(pag. 995 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 21.9.2016 mit, sie erkläre 
weder die Anschlussberufung noch beantrage sie ein Nichteintreten auf die Beru-
fung des Beschuldigten (pag. 1002).

Mit Verfügung vom 29.9.2016 gab die Verfahrensleitung den Parteien Frist zur Stel-
lungnahme, um mitzuteilen, ob sie mit der Durchführung des schriftlichen Verfah-
rens nach Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; 
SR 312.0) einverstanden seien (pag. 1007 f.).

Am 4.10.2016 erklärte sich die Generalstaatsanwaltschaft mit der Durchführung 
des schriftlichen Verfahrens einverstanden (pag. 1011). Rechtsanwalt B.________ 
gab am 25.10.2016 ebenfalls bekannt, mit der Durchführung des schriftlichen Ver-
fahrens einverstanden zu sein (pag. 1012).

Nach dreimaliger Fristerstreckung (pag. 1027 ff.; pag. 1034 ff.; pag. 1072 ff.) reich-
te Rechtsanwalt B.________ am 26.1.2017 die schriftliche Berufungsbegründung 
ein (pag. 1078 ff.).

Die schriftliche Berufungsantwort wurde von der Generalstaatsanwaltschaft nach 
einmaliger Fristerstreckung (pag. 1092 ff.) am 22.2.2017 eingereicht (pag. 1096 ff.).

Nach zweimaliger Fristerstreckung (pag. 1110 ff.; pag. 1114 ff.) stellte Rechtsan-
walt B.________ der Kammer die Replik vom 4.4.2017 (pag. 1118 ff.) sowie seine 
Honorarnote (pag. 1125 f.) zu.

Mit Schreiben vom 10.4.2017 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf eine 
Duplik (pag. 1131 f.).

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3. Oberinstanzliche Beweismassnahmen

Von Amtes wegen wurden der Führungsbericht der Anstalten Witzwil vom 
8.11.2016 (pag. 1021 f.) sowie der Strafregisterauszug vom 9.11.2016 (pag. 1024 
ff.) eingeholt. 

Mit Eingabe vom 7.12.2016 stellte Rechtsanwalt B.________ den Beweisantrag, es 
sei das beigelegte Dispositiv des Urteils des Strafappellationshofes des Kantonsge-
richts Freiburg vom 28.11.2016 (pag. 1035 ff.; pag. 1042 ff.) zu den Akten zu er-
kennen (pag. 1034 ff.). Der Antrag wurde mit Verfügung vom 8.12.2016 gutgeheis-
sen (pag. 1040 f.). 

Die Verfahrensleitung verfügte am 24.2.2017 den Beizug der Strafakten betreffend 
Urteil des Strafappellationshofes des Kantonsgerichts Freiburg vom 28.11.2016 
(pag. 1105 f.). Am 19.12.2016 erkannte die Verfahrensleitung die Begründung des 
Urteils des Strafappellationshofes des Kantonsgerichts Freiburg vom 28.11.2016 
(pag. 1047 ff.) zu den Akten (pag. 1070 f.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte in der schriftlichen Berufungsbegründung vom 
26.1.2017 folgende Anträge (pag. 1079 f.):

I.

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 15. Juni 
2016 in folgenden Punkten in Rechtskraft erwachsen ist:

- Ziffer I. Freispruch von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das AHVG, angeblich 
begangen in der Zeit vom 1.10.2014 bis zum 11.2.2015

- Ziffer II.1.2. Schuldspruch wegen Besitzes von 212 Mutterpflanzen und 2714 Stecklingen

- Ziffer II.1.4. Schuldspruch wegen Verkaufs von 5 Stecklingen an D.________

- Ziffer II.2. Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz

- Ziffer II.3. Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen das AHVG

- Ziffer III. Nichtwiderruf des bedingten Vollzugs gemäss Urteil der Staatsanwaltschaft Solothurn 
vom 2.12.2011 mitsamt Nebenfolgen

- Ziffer IV. Festsetzung des Honorars der Unterzeichnenden für die amtliche Verteidigung vor 
dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau, jedoch mit Ausnahme der Rückerstattungspflicht 
zu Lasten von A.________ (letzter Absatz)

2. Herr A.________ sei vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehr-
fach und qualifiziert begangen, gemäss den Umständen der Ziffer 1.3 der Anklageschrift, freizu-
sprechen.

3. Ein Drittel der Verfahrenskosten sei dem Staat aufzuerlegen.

4. Im Umfang eines Drittels der eingereichten Honorarnote sei festzustellen, dass die Vergütung des 
amtlichen Verteidigers vom Staat zu übernehmen ist und nicht vom freigesprochenen Beschuldig-
ten zurückverlangt werden darf. 

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II.

In Abänderung der Tatbeschreibung gemäss Ziff. I.1.1. der Anklageschrift sei Herr A.________ 
schuldig zu sprechen wegen:

1. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und qualifiziert (bandenmäs-
sig) begangen:

a) in der Zeit vom 01.09.2013 bis 11.02.2015 in O.________, begangen durch Anbau und Besitz 
von Drogenhanf, gemeinsam mit C.________, indem er gemeinsam mit C.________ eine In-
dooranlage aufbaute und betrieb, darin eine unbekannte Menge betäubungsmittelfähiger 
Hanfpflanzen anbaute.

Sein Tatbeitrag lag hauptsächlich in der Finanzierung des Aufbaus und des Betriebs der In-
dooranlage (Bezahlung der Miete der Halle und des Stroms), dem Aufbau der Indooranlage, 
dem Beschaffen der Stecklinge und Samen.

III.

1. Herr A.________ sei zu einer Freiheitsstrafe von höchstens 27 Monaten, unter Abzug der er-
standenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft und unter Feststellung des vorzeitigen Strafantritts 
am 29. Juli 2016 zu verurteilen.

2. Herr A.________ sei zu zwei Dritteln der vorinstanzlichen Verfahrenskosten zu verurteilen.

3. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

IV.

Im Sinne einer Verfügung

1. Mit Ausnahme der Betäubungsmittel sowie der Installationen der Indooranlage in O.________ 
[recte: O.________] seien sämtliche beschlagnahmten Gegenstände gemäss pag. 631 bis 638 
Herrn A.________ zurückzuerstatten.

2. Herrn A.________ sei eine Entschädigung für die Kosten der amtlichen Verteidigung im oberin-
stanzlichen Verfahren gemäss der noch einzureichenden Honorarnote auszurichten.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte am 22.2.2017 folgende Anträge (pag. 1097 
f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 15. Juni 2016 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist als dass

1. A.________ freigesprochen wurde von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Bun-
desgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (Ziff. I. Urteilsdispositiv);

2. A.________ schuldig gesprochen wurde

2.1 der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und teilweise banden-
mässig begangen

a) durch Besitz von 212 Mutterpflanzen THC-reicher Hanfsorten und 2‘714 Stecklingen THC-
reicher Hanfsorten sowie Anstalten Treffen zum Anbau von Drogenhanf (Ziff. II.1.2 Urteils-
dispositiv);

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b) durch Verkauf von fünf Stecklingen THC-reicher Hanfsorten an D.________ (Ziff. II.1.4 Ur-
teilsdispositiv);

2.2. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz (Ziff. II.2 Urteilsdispositiv);

2.3. der Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung (Ziff. II.3 Urteilsdispositiv);

3. die von der Staatsanwaltschaft Solothurn am 2.12.2011 ausgesprochene bedingte Geldstrafe 
nicht widerrufen, die Probezeit um 1 Jahr verlängert und die Verfahrenskosten des Widerrufsver-
fahrens A.________ auferlegt wurden (Ziff. III. Urteilsdispositiv). 

II.

A.________ sei hingegen in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils für schuldig zu erklären der Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz,

1. banden- und gewerbsmässig zusammen mit C.________ begangen in der Zeit vom 01.09.2013 
bis zum 11.02.2015 in N.________ und O.________ durch Finanzierung, Anbau und Besitz von 
Drogenhanf, indem der Beschuldigte zusammen mit C.________ eine Indooranalge [recte: In-
dooranlage] aufbaute und betrieb, darin eine unbekannte Menge betäubungsmittelfähiger Hanf-
pflanzen anbaute und sieben Ernten à 1‘200 Pflanzen machte, die insgesamt einen Ertrag von 
ca. 160 kg konsumfähiger Marihuanablüten abwarfen, womit im Grosshandel ein Umsatz von 
ca. CHF 1‘040‘000.00 erzielt werden kann;

2. mehrfach begangen in der Zeit vom 01.09.2013 bis zum 11.02.2015 in P.________ durch Ver-
kauf und Abgabe einer unbekannten Menge Marihuanablüten an D.________ und evtl. weitere 
Abnehmer, wobei er in dieser Zeit einen Umsatz von mindestens CHF 200‘000.00 bzw. einen Er-
trag von mindestens CHF 20‘000.00 erwirtschaftete.

III.

A.________ sei zu verurteilen

1. zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten. Die Untersuchungs- und die Sicherheitshaft von 491 
Tagen seien an die Freiheitsstrafe anzurechnen.

2. zu einer Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 6‘600.00. 

3. zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

IV.

1. Die Verfügungen gemäss Ziff. V.2-5 Urteilsdispositiv seien zu bestätigen.

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) sei nach Ablauf der 
Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 15.6.2016 wurde 
durch den Beschuldigten nur in Teilen angefochten. Das Berufungsgericht über-

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prüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 
StPO).

Rechtskräftig sind der Freispruch von den Widerhandlungen gegen das Bundesge-
setz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10; Ziff. I des 
erstinstanzlichen Dispositivs) sowie die Schuldsprüche wegen den Widerhandlun-
gen gegen das BetmG nach Ziff. II.1.2, II.1.4 des erstinstanzlichen Dispositivs, den 
Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz (AuG; SR 142.20; Ziff. II.2 des erst-
instanzlichen Dispositivs) und den Widerhandlungen gegen das AHVG (Ziff. II.3 
des erstinstanzlichen Dispositivs; pag. 912). Weiter in Rechtkraft erwachsen sind 
die Regelungen betreffend Widerrufsverfahren (Ziff. III. des erstinstanzlichen Dis-
positivs; pag. 913).

Nicht rechtskräftig und durch die Kammer zu überprüfen sind die Schuldsprüche 
betreffend Widerhandlungen gegen das BetmG nach Ziff. II.1.1 und Ziff. II.1.3 des 
erstinstanzlichen Dispositivs sowie im Strafpunkt die Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von 40 Monaten und – sinngemäss – auch die Verurteilung zu einer un-
bedingten Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend 
CHF 6‘600.00 und die Verlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten (Ziff. II. 
Urteilsspruch Ziff. 1 bis Ziff. 3; pag. 913). Ebenfalls nicht rechtskräftig sind die Ver-
fügungen (Ziff. V des erstinstanzlichen Dispositivs; pag. 914 ff.). Ferner ist das amt-
liche Honorar bzw. der Rückerstattungsanspruch noch nicht rechtskräftig (Ziff. IV 
des erstinstanzlichen Dispositivs; pag. 914).

Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten ist die Kammer an das Ver-
schlechterungsverbot (auch «Verbot der reformatio in peius» genannt) nach 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden und darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Be-
schuldigten abändern. Die Kammer hat volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkungen

Die Schuldsprüche gemäss Ziff. II.1.2, Ziff. II.1.4, Ziff. II.2. und Ziff. II.3 des erstin-
stanzlichen Dispositivs (pag. 912) blieben unangefochten. Es kann damit oberin-
stanzlich von dem diesbezüglich durch die Vorinstanz als erwiesen erachteten 
Sachverhalt ausgegangen werden. Es wird auf die entsprechenden Erwägungen 
verwiesen (pag. 961 f., S. 14 f. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

7. Beweismittel

Dem Gericht liegen diverse objektive Beweismittel vor. Es wurden die den Be-
schuldigten betreffenden Verfahrensakten des Kantonsgerichts Freiburg (Verfahren 
501 15 141+142), des Gerichtskreises VI Signau-Trechselwald (Verfahren S 05 
186 f. und S 07 205 ff.) und der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn (Verfah-
ren STA.2008.2062) sowie die Verfahrensakten betreffend C.________ (Verfahren 
PEN 15 274) ediert. Des Weiteren befinden sich in den Akten im Wesentlichen der 
Anzeigerapport vom 25.9.2015 betreffend den Beschuldigten (pag. 150 ff.), der An-
zeigerapport vom 24.6.2015 betreffend C.________ (pag. 169 ff.), der Rapport des 

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Kriminaltechnischen Diensts (KTD) vom 31.3.2015 inkl. Fotodokumentation 
(pag. 174 ff.), der forensisch-chemische Abschlussbericht des Instituts fürs 
Rechtsmedizin (IRM) vom 20.4.2015 (pag. 191 f.), die Rechnungen der 
E.________ GmbH (pag. 425 ff.), die Broschüre «Soft Secrets 2013, Strain Speci-
al» und die Internetausdrucke zu den Cannabissorten (pag. 429 ff.), die Berech-
nungstabelle der Kantonspolizei und des IRM betreffend Cannabismenge 
(pag. 437), diverse Rechnungen der F.________ GmbH (pag. 438 ff.), der Mietver-
trag der Liegenschaft in N.________ (pag. 493 ff.), die Rechnungen der 
G.________ GmbH (pag. 538 ff.), die Unterlagen zu den Hausdurchsuchungen in 
N.________ und O.________ (pag. 544 ff.; pag. 552 ff.; pag. 558 ff.), die Angaben 
zum Stromverbrauch vom 20.3.2015 und die Stromrechnungen 2015 (pag. 586 ff.; 
pag. 590 ff.; pag. 601 ff.), die TK-Protokolle (pag. 660 ff.), die Angaben der Steuer-
daten des Beschuldigten aus dem Jahr 2013 (pag. 729 f.) sowie der Handelsregis-
terauszug der H.________ GmbH (pag. 752 ff.). 

Weiter sind zahlreiche subjektive Beweismittel in den Akten. Es handelt sich dabei 
um die Aussagen des Beschuldigten (pag. 12 ff.; pag. 196 ff.; pag. 198 ff.; pag. 204 
ff.; pag. 216 ff.; pag. 224 ff.; pag. 893 ff.), von C.________ (pag. 234 ff.; pag. 245 
ff.; pag. 253 ff.; pag. 268 ff.), I.________ (pag. 282 ff.; pag. 307 ff.; pag. 333 ff.), 
J.________ (pag. 342 ff.; pag. 345 ff.), K.________ (pag. 357 ff.), D.________ 
(pag. 371 ff.; pag. 389 ff.; pag. 399 ff.) sowie L.________ (pag. 886 ff.). Es wird auf 
die entsprechenden Aktenstellen verwiesen. Die jeweiligen Aussagen werden in 
der nachfolgenden Beweiswürdigung nur soweit notwendig wiedergegeben.

8. Zu Ziff. II.1.1 des erstinstanzlichen Dispositivs (Hanfindooranlage)

8.1 Vorwurf gemäss Ziff. 1.1. der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 12.1.2015 Folgendes zur Last 
gelegt (pag. 803.2 f.):

1. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

mehrfach und qualifiziert (bandenmässig und gewerbsmässig)

1.1. in der Zeit vom 01.09.2013 bis 11.02.2015 (Anhaltung) in N.________ und O.________ be-
gangen durch Anbau und Besitz von Drogenhanf, gemeinsam mit C.________ 
(sep. Verfahren), indem der Beschuldigte gemeinsam mit seinem Mittäter C.________ eine 
Indooranlage aufbaute und betrieb, darin eine unbekannte Menge betäubungsmittelfähiger 
Hanfpflanzen anbaute und ca. sieben Ernten à 1‘200 Pflanzen machte, die insgesamt einen 
Ertrag von 168 kg konsumfähigen Marihuanablüten abwarfen, womit im Grosshandel ein Um-
satz von bis zu CHF 1.3 Mio. erzielt werden kann. Sein Tatbeitrag lag hauptsächlich in der Fi-
nanzierung des Aufbaus und des Betriebs der Indooranlage (Bezahlung der Miete und des 
Stroms), dem Aufbau der Indooranlage, dem Beschaffen der Stecklinge und Samen, der so-
wie der Instruktion und Ferienvertretung von C.________, der für die Pflege der Pflanzen, die 
Ernte, das Rüsten und den Transport der gerüsteten Marihuanablüten an das Domizil von 
A.________ zuständig war. Eine Bewilligung für den Anbau von THC-reichem Hanf lag nicht 
vor. 

Mittäter: C.________

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8.2 Bestrittener/Unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, vom 1.9.2013 bis 11.2.2015 in O.________ eine 
Hanfindooranlage mit einer unbekannten Menge betäubungsmittelfähiger Hanf-
pflanzen finanziert, aufgebaut und betrieben zu haben. Oberinstanzlich nicht mehr 
bestritten ist ferner, dass der Beschuldigte die Indooranlage gemeinsam mit 
C.________ betrieb. 

Hingegen bestreitet der Beschuldigte, die Hanfpflanzen im fraglichen Deliktszeit-
raum mehr als einmal geerntet zu haben und damit Drogenhanf habe produzieren 
bzw. verkaufen wollen. Der Beschuldigte macht geltend, seine Hanfindooranlage 
sei ein eigentliches Forschungslabor gewesen, um THC-niedrige Hanfpflanzen zu 
züchten, mit welchen er ätherische Öle hätte herstellen können. 

8.3 Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ bringt vor, der Beschuldigte habe die Hanfsorten Moby 
Dick, Grapefruit, B52 und Kolumbia Gold deshalb ausgewählt, weil sie gemäss der 
bei den Akten liegenden Broschüren als besonders aromareich gelten würden. 
Diese zentrale Eigenschaft sei bei Sorten mit niedrigem THC-Gehalt nicht gege-
ben. Die Forschungsmethode des Beschuldigten habe darin bestanden, aromarei-
che Sorten allmählich «hinunterzukreuzen» – vor allem mit der Industriehanfsorte 
Fedora75 – um dabei das Aroma zu behalten und gleichzeitig den THC-Gehalt bis 
unter 1% zu senken. Das Ziel des Beschuldigten THC-arme Sorten zu züchten, sei 
erst nach längerer Zeit zu erreichen gewesen. Aus diesem Grund widersetze sich 
der Beschuldigte auch nicht der Verurteilung wegen unbefugten Anbaus und Besit-
zes von Drogenhanf. Es dürfe daraus aber nicht der Schluss gezogen werden, der 
Beschuldigte habe die Herstellung von THC-reichem Hanf zum Verkauf bezweckt 
(pag. 1082).

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet, der Beschuldigte habe gemäss glaub-
haften Aussagen von C.________ die Hanfsorten nicht immer selber ausgesucht, 
sondern die Auswahl grösstenteils C.________ überlassen. Der THC-Gehalt der 
Pflanzen sei dabei nie ein Thema gewesen. Es sei unwahrscheinlich, dass sich der 
Beschuldigte zuerst die Mühe gemacht hätte, eine THC-arme Pflanze herunterzu-
züchten, anstatt direkt eine für die Destillation geeignete Sorte zu säen. Ohnehin 
verwende man für die Herstellung von Hanfölen normalerweise getrocknete und 
nicht frische [recte: normalerweise frische und nicht getrocknete] Pflanzen, nur die 
Blüten und nicht das ganze Gewächs. Abgesehen vom Getränkehändler 
K.________ seien keine Abnehmer von Hanfessenzen bekannt. Dieser habe zum 
letzten Mal im Juli 2013, also noch vor Einrichtung der Halle in O.________, beim 
Beschuldigten eingekauft. Das beim Beschuldigten aufgefundene Material habe ei-
nen THC-Gehalt von weit mehr als 11% aufgewiesen (pag. 1100). C.________ ha-
be betreffend den Anzahl Ernten nicht konstant ausgesagt. Es könne sein, dass es 
zum Teil schlechtere Ernten gegeben habe. Demgegenüber sei davon auszuge-
hen, dass bei besseren Ernten auch der Ertrag überdurchschnittlich hoch gewesen 
sei. Dem Berechnungsblatt der Polizei sei zu entnehmen, dass die 1‘200 Pflanzen 
pro Ernte rund 24 kg betäubungsmittelfähiges Cannabis ergeben hätten. 
C.________ habe den Ertrag selber nicht genau schätzen können. Die Berechnun-

11

gen der Kantonspolizei dürften daher weitaus zutreffender sein. Auch bei sechs 
Ernten liege der Ertrag noch immer bei 144 kg, was für gewerbsmässiges Handeln 
spreche (pag. 1102).

Rechtsanwalt B.________ repliziert, das Hauptkriterium für die Herstellung von 
ätherischen Ölen sei das Aroma gewesen. Nach dem aktuellen Stand der For-
schung würden die aromatischen Sorten jedoch einen zu hohen THC-Gehalt auf-
weisen. Deshalb mache die Kreuzung zwischen aromastarken und THC-
schwachen Sorten Sinn. Hätte der Beschuldigte von vornherein Sorten mit einem 
legalen THC-Gehalt angebaut, wären die daraus erzeugten Essenzen aufgrund 
des schlechten Aromas unverkäuflich gewesen. Die Generalstaatsanwaltschaft ha-
be ferner die Aussagen des Getränkehändlers K.________ unvollständig wieder-
gegeben. Aus den Aussagen von K.________ würden sich die Schlussfolgerungen 
aufdrängen, wonach a) der Beschuldigte mit Essenzen gehandelt und diese auch 
hergestellt habe, b) ein wesentlicher Teil des Geschäfts des Beschuldigten darin 
bestanden habe, Getränke zu kaufen und weiterzuverkaufen, c) diese Händler-
tätigkeit auch einen wesentlichen Teil der Geschäftsbeziehung mit D.________ 
dargestellt habe, und d) die Geschäftstätigkeit des Beschuldigten in der 
H.________ GmbH völlig ausser Acht gelassen worden sei. Es sei ferner durchaus 
realistisch von einer durchschnittlichen Menge von 5 bis 6 kg pro Ernte auszuge-
hen. Das ergebe eine Gesamtmenge von 30 kg (pag. 1120 ff.).

8.4 Würdigung durch die Kammer

8.4.1 Zur Frage des Zwecks der Indooranlage

C.________ führte wiederholt aus, für den Beschuldigten in der Indooranlage gear-
beitet zu haben (pag. 235, Z. 48 ff.; pag. 258, Z. 224 ff.). Der Beschuldigte habe 
ihm gesagt, mit dem aus der Indooranlage produzierten Hanf wolle er ätherische 
Öle produzieren (pag. 235, Z. 33 ff.; pag. 237, Z. 128; pag. 240, Z. 331;). 
C.________ hatte jedoch zumindest erhebliche Zweifel daran (pag. 240, Z. 284 f., 
Z. 298; pag. 241, Z. 375 f.; pag. 249, Z. 126 ff.; pag. 262, Z. 434 f.) bzw. bestätigte 
in der Folge, geahnt oder gewusst zu haben, dass es sich um die Produktion von 
Cannabis als Droge gehandelt habe (pag. 272, Z. 144; pag. 272, Z. 152 ff.; 
pag. 275, Z. 247 ff.).

Im erstinstanzlichen Verfahren behauptete der Beschuldigte durchgehend, alleine 
für die H.________ GmbH oder in der Indooranlage gearbeitet zu haben (pag. 200, 
Z. 73 f.; pag. 206, Z. 54, pag. 206, Z. 86 f.; pag. 208, Z. 180 ff.; pag. 210, Z. 288 ff.; 
pag. 211, Z. 351 ff.). Dabei sagte er jedoch nachweislich falsch aus. Denn zwi-
schen der H.________ GmbH und C.________ wurde ein Arbeitsvertrag abge-
schlossen (pag. 483 ff.). Zudem gab C.________, der am 17.12.2015 im abgekürz-
ten Verfahren unter anderem wegen gewerbs- und bandenmässig qualifizierter Wi-
derhandlung gegen das BetmG, begangen gemeinsam mit dem Beschuldigten in 
der Zeit vom 1.9.2013 bis 11.2.2015 in N.________ und O.________ durch Anbau 
und Produktion von Drogenhanf verurteilt wurde (vgl. edierte Akten PEN 15 274), 
von Beginn an und wiederholt zu, für den Beschuldigten in O.________ die Hanfin-
dooranlage betrieben zu haben (pag. 235, z.49 ff.; pag. 247, Z. 58 ff.; pag. 269 f., 
Z. 41 ff.). Die konstanten und glaubhaften Aussagen von C.________ werden 

12

durch die objektiven Beweismittel untermauert, zumal der KTD bei der Hausdurch-
suchung in O.________ an der im Vorraum gefundenen Atemmaske die DNA von 
C.________ feststellen konnte (pag. 175; vgl. Foto der Maske pag. 182). Ferner 
wusste C.________ sowohl über die Anzahl und Sorten der in der Indooranlage 
vorhandenen Pflanzen Bescheid (pag. 237, Z. 138 ff.; pag. 260, Z. 321 ff.), als auch 
über die konkrete Dauer der jeweiligen Belichtung je nach Wachstums- oder 
Blütenphase (pag. 239, Z. 261 ff.). Die Kammer hat folglich keine Zweifel daran, 
dass C.________ für den Beschuldigten in der Indooranlage arbeitete und sich um 
die Hanfpflanzen kümmerte. Der Beschuldigte bestreitet denn auch die Zusamme-
narbeit mit C.________ oberinstanzlich nicht mehr.

Der Beschuldigte führte aus, er habe die Indooranlage aus Forschungszwecken 
betrieben. Sie würden dort Hanf kreuzen, um den THC-Gehalt zu reduzieren. Es 
gehe beim Kreuzen aber auch um das Aroma (pag. 201, Z. 100 ff.). Der Beschul-
digte machte geltend, man habe in der Indooranlage nur Mutterpflanzen mit dem 
Ziel gekreuzt, den Hanf anzupflanzen, mit welchem man ätherische Öle hätte her-
stellen können (pag. 206, Z. 80 ff.). Er erklärte, die Indooranlage nur als Hobby – 
bzw. um ätherische Öle herzustellen – betrieben zu haben (pag. 207, Z. 107 f.). 
Dabei führte der Beschuldigte aus, man könne auch trocken destillieren. Er habe 
die geernteten Pflanzen trocknen müssen, weil er sonst keine Möglichkeit gehabt 
habe, diese bis nächsten Sommer (zur Destillation) aufzubewahren (pag. 210, 
Z. 266 ff.). Obwohl der Beschuldigte mehrfach behauptete, dass er mit den in der 
Indooranlage angebauten Pflanzen Destillat hätte machen wollen bzw. im Delikts-
zeitraum ätherische Öle hergestellt habe (pag. 209, Z. 211; pag. 209, Z. 222 ff.; 
pag. 213, Z. 437), gab er anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erst-
mals an, einzig ein Forschungslabor gehabt zu haben, welches ausschliesslich 
zum Ziel gehabt habe, eine Pflanze zu entwickeln, mit welcher er im legalen Rah-
men hätte Aromastoffe herstellen können (pag. 893, Z. 15 ff.). Schliesslich gab er 
in der Hauptverhandlung in unlogischer Weise zu Protokoll: «Nein, ich hätte nie de-
stillieren wollen. Bei dem Missverständnis war es so, dass ich gefragt wurde, was 
mit dem Hanf passiert wäre, den man in den Fässern gefunden hatte. Ich sagte 
dann, das hätte ich destillieren wollen» (pag. 895, Z. 42 ff.). Kurzum später ver-
suchte er dann erneut sich zu erklären und behauptete, er hätte die fertig gezüchte-
ten Pflanze zuerst draussen angebaut und erst danach destillieren lassen. Das ha-
be er ursprünglich sagen wollen (pag. 896, Z. 5 ff.). Diesbezüglich stellt sich jedoch 
die Frage, warum der Beschuldigte die geernteten Pflanzen hätte trocknen sollen, 
wenn er doch nur beabsichtigt hätte, die fertig gezüchteten (legalen) Pflanzen an-
schliessend draussen anzupflanzen. 

Die Angaben des Beschuldigten zum effektiven Zweck der Indooranlage sind mit-
hin widersprüchlich, nicht nachvollziehbar und unglaubhaft. Obwohl der Beschul-
digte geltend machte, ein Forschungslabor geführt zu haben, um den THC-Gehalt 
der Hanfpflanzen mit Kreuzungen zu reduzieren, wusste er nicht über den THC-
Gehalt seiner Pflanzen Bescheid. Er gab einzig an, zu hoffen, dass dieser tief sei 
(pag. 209, Z. 217 f.). Während der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab er al-
lerdings an, die Pflanzen habe er von 25% auf 11% THC heruntergezüchtet 
(pag. 893, Z. 21). Dies erstaunt doch sehr, zumal er ursprünglich nie von 25% 
sprach und behauptete, den THC-Gehalt nicht zu kennen (die 11% THC konnte der 

13

Beschuldigte der ihm damals bereits zugänglichen IRM Analyse entnehmen). Es ist 
nicht überzeugend, für ein Forschungslabor über 1‘200 Pflanzen zu pflanzen und 
diese nach der Ernte trocknen zu lassen, ohne den THC-Gehalt zu bestimmen. 
Ferner waren keine Aufzeichnungen der angeblichen Forschungen vorhanden und 
der Beschuldigte war nicht bemüht, eine Bewilligung für die Forschung einzuholen. 
Zudem überliess er die Auswahl der zur Anpflanzung bestimmten Hanfsorten 
grösstenteils C.________ (pag. 271, Z. 111 ff.).

Der Beschuldigte behauptete anfänglich, das Saatgut für die Hanfpflanzen würde 
aus der Q.________ Genossenschaft stammen (pag. 201, Z. 102). Auch diese 
Aussagen des Beschuldigten vermögen nicht zu überzeugen. Einerseits sind die 
vom Beschuldigten angebauten Hanfsorten (Moby Dick, Grapefruit, B52, Kolumbia 
Gold, Super Skunk – vgl. pag. 207, Z. 121 ff.) nicht wie behauptet im Sortiment der 
Q.________ Genossenschaft erhältlich, zumal sie alle eindeutig zu Rauschzwe-
cken verwendet werden (vgl. pag. 429 ff.). Andererseits widersprach sich der Be-
schuldigte gleich selbst, indem er später angab, die Samen von irgendjemandem 
irgendwo in Bern gekauft zu haben (pag. 207, Z. 130 f.). Entgegen den Behauptun-
gen der Verteidigung sprach der für die Pflanzen verantwortliche C.________ nie 
davon, die Industriehanfsorte Fedora75 angepflanzt zu haben – welche für die Her-
stellung ätherischer Öle ohnehin ungeeignet gewesen wäre (vgl. nachfolgende 
Ausführungen).

Der Beschuldigte machte auch zu seiner (legalen) beruflichen Tätigkeit generell wi-
dersprüchliche Aussagen. Zu Beginn führte er aus, selbständig zu sein und von der 
Produktion von ätherischen Ölen aus Kräutern (bspw. Zitronenmelisse, Minze und 
Hanf) zu leben. Er mache dies auf seinen gepachteten Feldern mit fahrbaren De-
stillationsanlagen. Zu den jeweiligen Abnehmern seiner Produkte wollte er aller-
dings keine Angaben machen (pag. 199, Z. 43 ff.). Den fraglichen Betrieb führe er 
unter der H.________ GmbH (pag. 200, Z. 70 f.). Auf Frage seines Verteidigers 
gab der Beschuldigte später an, seinen Lebensunterhalt zum Zeitpunkt der Anlage 
aus der Herstellung von ätherischen Ölen, Verkauf von Gartenartikeln, Verkauf von 
Getränken und Kleidern aus der Zeit, in welcher der Verkaufsladen noch bestanden 
habe, zu bestreiten (pag. 213, Z. 437 f.). Während er zu Beginn des Verfahrens nur 
davon sprach, von der Herstellung ätherischer Öle zu leben (pag. 199, 43 ff.), 
sprach er später davon, auch mit Getränken (pag. 206, Z. 92 f.), dann auch mit Ein-
richtungsmaterial für Anlagen (pag. 208, Z. 150 f.) und später mit Kevlar-Hosen zu 
handeln (pag. 895, Z. 9 ff.). Letzteres sei sogar sein Hauptgeschäft gewesen und 
er habe bei sich zu Hause in N.________ mehrere tausend Stück dieser Hosen 
gehabt (pag. 895, Z. 10 ff.). Dabei erstaunt, dass er die Kevlar-Hosen – sein an-
gebliches Kerngeschäft – erst zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung erwähnte. Zu-
dem wurden diese Hosen bei der Hausdurchsuchung nicht aufgefunden, obwohl 
sie in grosser Anzahl hätten vorhanden sein sollen. Zudem ist nicht nachvollzieh-
bar, warum er sich – im Falle einer legalen beruflichen Tätigkeit – nicht zu seinen 
Abnehmern, den konkreten Verkaufsvorgängen oder den finanziellen Verhältnissen 
der sich seit dem 15.5.2014 in Liquidation befindenden H.________ GmbH (vgl. 
pag. 752 ff.) äussern wollte. Der Beschuldigte gab einzig auf Vorhalt zu, von 
K.________ Getränke bezogen zu haben. Er habe diese Getränke in verschiede-
nen Clubs verkauft. Lieferscheine etc. habe er jedoch nicht mehr. Er verkaufe im 

14

Umfang von ca. CHF 6‘000.00 Getränke in P.________ (pag. 211, Z. 302 ff.). 
K.________ habe er in den letzten zwei Jahren zudem ca. 12 bis 15 Liter ätheri-
sche Öle geliefert bzw. gegen Getränke getauscht, welche er weitervertrieben habe 
(pag. 211, Z. 317 ff.; pag. 893, Z. 34 ff.). Das an K.________ gelieferte Öl stamme 
jedoch nicht aus der Indooranlage (pag. 893, Z. 36).

K.________ bestätigte, vom Beschuldigten ätherische Öle erhalten zu haben. Er 
habe die Essenzen mit Getränken bezahlt. Am 22.7.2013 habe er 22 ½ Liter und 
am 14.4.2013 fünf Liter vom Beschuldigten erhalten (pag. 359, Z. 86 ff.). Die Liefe-
rungen fanden damit bereits vor Betrieb der Indooranlage statt. 

K.________ führte aus, der Beschuldigte habe als Einziger Hanföle aus getrockne-
ten Pflanzen geliefert (pag. 361, Z. 176 f.). Die Essenzen habe er vom Beschuldig-
ten in Aluminiumbehältnissen erhalten (pag. 361, Z. 188). Bei den Aussagen von 
K.________ fällt auf, dass der Beschuldigte offensichtlich vor Betrieb der Indooran-
lage effektiv ätherische Öle aus getrockneten Hanfpflanzen hergestellt hatte bzw. 
solche besass. Die Herkunft der ätherischen Öle lässt sich denn auch erklären. Bei 
der Hausdurchsuchung vom 11.2.2015 in N.________ wurden ätherische Öle in 
Aluminiumkannen gefunden (pag. 552 ff.). Der Beschuldigte bejahte selbst, bei sich 
zu Hause ca. 300 Liter ätherische Öle in Alukannen gelagert zu haben (pag. 214, 
Z. 478 f.). Auch C.________ bestätigte, beim Beschuldigten zu Hause habe es vie-
le ätherische Öle, welche noch von früher stammten und bereits einmal von der Po-
lizei konfisziert worden seien (pag. 249, Z. 143; pag. 262, Z. 406 ff.). Im Verfahren 
des Kantons Freiburg wurden effektiv ätherische Öle beschlagnahmt. Damals wur-
de gegen den Beschuldigten betreffend einer Hanfindoor- und Outdooranlage er-
mittelt und bei einer Hausdurchsuchung wurden diverse Alubehälter mit Destillat 
gefunden, welche gemäss Auskunft des IRM einen THC-Gehalt von unter 1% auf-
gewiesen hätten. Die Alubehältnisse wurden dem Beschuldigten daher zurückge-
geben (vgl. Akten Kanton Freiburg 501 15 141+142, pag. 2009; pag. 2162 ff.). Im 
Rahmen des Freiburger Verfahrens wurde die entdeckte Outdooranlage untersucht 
und Hanfpflanzen mit einem THC-Gehalt nahe bei 1% oder unter 1% gefunden 
(vgl. Akten Kanton Freiburg 501 15 141+142, pag. 2039 ff.). Der Beschuldigte hatte 
folglich bereits zuvor in grossen Mengen ätherische Öle hergestellt bzw. war im 
Besitz davon. Aufgrund der zeitlichen Abläufe muss es sich bei den Verkäufen an 
K.________ um ältere ätherische Öle gehandelt haben. 

Bezüglich der Rentabilität einer Indooranlage ist ferner Folgendes zu beachten: 
K.________ gab an, für die Herstellung von einem Liter ätherischer Öle brauche es 
ca. 1000 Pflanzen (pag. 360, Z. 139). Dies bestätigte auch L.________ (ausgewie-
sener Spezialist bei der Destillierung von Hanf), der angab für 1.5 Liter ätherisches 
Hanföl brauche es ca. 1000 kg frisch geerntete Hanfblüten (pag. 887, Z. 27 ff.). Be-
reits aus diesen Angaben zeigt sich, dass die Indooranlage, mit rund 1‘200 Pflan-
zen zur Herstellung von ätherischen Hanfölen nicht hätte rentieren können, was 
L.________ nachvollziehbar bestätigte (pag. 889, Z. 5 ff.). L.________ erklärte fer-
ner, bei den getrockneten Pflanzen seien die Aromastoffe nicht mehr so stark, da-
her sei die Qualität von ätherischen Ölen aus getrockneten Hanfpflanzen geringer 
(pag. 887, Z. 35 ff.). Dies bestätigte sinngemäss auch K.________, der angab, auf-
grund der schlechten Qualität beim Hanföl des Beschuldigten 8% mehr Essenz ge-

15

braucht zu haben (pag. 361, Z. 176 ff.). Die Aussage des Beschuldigten, aus ge-
trockneten Pflanzen ergebe es das hochwertigere Öl (pag. 210, Z. 266 ff.), ist folg-
lich offensichtlich falsch. Hätte der Beschuldigte effektiv qualitativ hochstehendes 
Öl produzieren wollen, hätte er dafür gesorgt, die Pflanzen frisch verarbeiten zu 
lassen – was sich in Anbetracht der Grösse der Anlage allerdings nicht rentiert hät-
te. Dies war dem Beschuldigten bewusst (pag. 893, Z. 38 ff), der zuvor eine Out-
dooranlage von rund 22‘000 Pflanzen betrieb und dort «grün» hätte destillieren wol-
len (vgl. Akten Kanton Freiburg 501 15 141+142, pag. 2039 ff und pag. 3008, 
Z. 315 f.). Zudem bestätigte L.________, dass die Sorte Fedora75 für den Anbau 
zwecks Herstellung ätherischer Öle nichts tauge, zumal sie zu wenig Grünmasse 
liefere (pag. 889, Z. 13 ff.). Folglich wäre es vom Beschuldigten sinnwidrig gewe-
sen, Fedora75 (eine Industriehanfsorte) für den Anbau bzw. die Kreuzung von 
Hanfsorten zwecks Herstellung ätherischer Öle zu verwenden (vgl. Aussage 
L.________, pag. 890, Z. 30 ff. – es würde rund 10 Jahre brauchen, um mit Fedo-
ra75 eine geeignete Kreuzung zu züchten). C.________, der die Sorten sonst gut 
benennen konnte, hat die Verwendung von Fedora75 denn auch nicht bestätigen 
können (pag. 237, Z. 138 ff.; pag. 260, Z. 321 ff.; pag. 273, Z. 170 ff.). Zudem exis-
tiert nach dem aktuellen Stand der Rechtslage eine für die Herstellung von ätheri-
schen Ölen geeignete Sorte (Dioica 88), welche auch in der Schweiz angebaut 
werden darf (gestützt auf Anhang 6 Artikel 5 des Abkommens zwischen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über den 
Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen [SR 0.916.026.81] sind Hanfsorten, 
die in der Europäischen Gemeinschaft zugelassen sind, auch in der Schweiz zuge-
lassen [Art. 20 Bst. a und Art. 27 Abs. 1 Bst. c der Saat- und Pflanzgut-Verordnung 
des WBF, SR 916.151.1]; vgl. zudem Aussage L.________, pag. 890, Z. 23 ff.). 
Den Beschreibungen der vom Beschuldigten verwendeten Hanfsorten kann ferner 
deutlich entnommen werden, dass sie primär dem Rauscheffekt dienen (vgl. 
pag. 429 ff.; pag. 956, S. 9 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung), was eben-
falls gegen eine Indooranlage zwecks Forschung oder Herstellung ätherischer Öle 
spricht.

Der Beschuldigte behauptete ferner, die Pflanzen in den luftdicht verschlossenen 
Regentonnen getrocknet zu haben, um sie später zu destillieren (pag. 209, Z. 211). 
C.________ gab jedoch an, dem Beschuldigten die getrockneten und gerüsteten 
Hanfernten jeweils in Papiersäcken nach Hause gebracht zu haben (pag. 249, 
Z. 126 ff.). In der Lagerhalle in O.________ wurden aufgehängte getrocknete und 
nicht in Fässern verschlossene Hanfpflanzen aufgefunden (pag. 262; pag. 184) und 
C.________ gab an, lediglich die Rüstabfälle bzw. die Stängel in die blauen Ton-
nen und Abfallsäcke getan zu haben (pag. 248, Z. 91 ff.; pag. 360, Z. 337 ff.). Ge-
rade die Stängel wären für die Produktion von ätherischen Ölen ungeeignet gewe-
sen, weil sie einen zu bitteren Geschmack aufweisen (vgl. Aussagen L.________, 
pag. 888, Z. 10 ff.). 

Der Beschuldigte behauptete, dass die Indooranlage zwar zu Beginn nicht rentier-
te, sie jedoch dann beim Weiterverkauf der gezüchteten Samen rentiert hätte 
(pag. 893, Z. 38 ff.). Diese Aussage wirkt nachgeschoben, zumal äusserst fragwür-
dig ist, wie der Beschuldigte seinen Lebensunterhalt während den noch unrenta-
blen Monaten bzw. Jahren der Indooranlage hätte bestreiten sollen. Der Beschul-

16

digte war im Deliktszeitraum von rund 17 Monaten für seine sechsköpfige Familie 
verantwortlich. Seine Frau arbeitete nicht. Sie hatten CHF 3‘200.00 Miete für die 
Wohnung in N.________ zu bezahlen (pag. 493 ff.), CHF 2‘000.00 für die Lagerhal-
le in O.________ und dafür Nebenkosten von mindestens CHF 1‘600 
(CHF 28‘681.70 Stromkosten für 17 Monate; pag. 601 f., pag. 590 ff.). Die Kinder 
des Beschuldigten gingen in die R.________(Privatschule), deren Kosten ebenfalls 
zu tragen waren. Der Beschuldigte entschädigte C.________ für seine Arbeit in der 
Lagerhalle mit CHF 3‘000.00 pro Monat bzw. CHF 2‘000.00 inkl. Kost und Logis. 
Der Beschuldigte hatte damit hohe monatliche Fixkosten, welche ohne ordentliches 
Einkommen nicht zu bewältigen gewesen wären. Ein derart kostspieliges Hobby, 
bei welchem allenfalls erst nach geraumer Zeit ein Ertrag hätte erwirtschaftet wer-
den können, wäre für den Beschuldigten nicht finanzierbar gewesen. Der Beschul-
digte behauptete zwar, für die Lagerhalle nur CHF 600.00 pro Monat bezahlt zu 
haben, weil er einen Maler und eine Lehrerin als Untermieter/in gehabt habe 
(pag. 206, Z. 76 ff.). Auf diese Angaben kann jedoch nicht abgestellt werden. Denn 
die Ehefrau des Beschuldigten sprach lediglich von einem Maler als Untermieter, 
der die Miete nie bezahlt habe (pag. 349, Z. 158 ff.) und C.________ gab an, die 
Räume in der Lagerhalle hätten ausschliesslich der Cannabisgewinnung gedient 
(pag. 236, Z. 76 ff.). Bei der Hausdurchsuchung in O.________ wurden ferner kei-
ne Räume gefunden, welche nicht in den Zusammenhang mit der Indooranlage 
gebracht werden konnten (vgl. Liste Durchsuchung Erdgeschoss und Keller, 
pag. 460 ff.). Hinzu kamen die hohen Kosten für den Aufbau der Anlage. Entgegen 
den Aussagen des Beschuldigten (pag. 208, Z. 150 ff.) muss davon ausgegangen 
werden, dass die Anlagen und Materialien zu einem grossen Teil neu gekauft wur-
den und insgesamt relativ teuer waren (vgl. Aussagen C.________, pag. 238 f., 
Z. 217 ff. – sie hätten die Materialien in Biel gekauft; Rechnungen der F.________ 
GmbH mit Sitz in Biel von insgesamt CHF 78‘249.55 zwischen dem 24.1.2012 bis 
9.2.2015 bzw. alleine CHF 14‘928.40 ab dem 7.10.2013). Zudem befand sich die 
H.________ GmbH ab dem 15.5.2014 in Liquidation (pag. 752 ff.) und gemäss 
Aussagen von C.________ sei das Geschäft der H.________ GmbH zirka 2013 
eingegangen (pag. 257, Z. 175 f.). Sollte der Beschuldigte dennoch legale Ge-
schäfte mit der H.________ GmbH oder als Einzelunternehmer abgewickelt haben, 
erstaunt doch sehr, dass er diese nicht offenlegen wollte und generell keine stim-
migen Aussagen machte, was das legale Geschäft der H.________ GmbH beinhal-
tet habe (vgl. obige Ausführungen). 

Die Kammer erachtet nach dem Gesagten als erstellt, dass die Indooranlage des 
Beschuldigten weder ein Forschungslabor darstellte, noch der Herstellung ätheri-
scher Hanföle diente. Der Beschuldigte betrieb die Indooranlage vielmehr zwecks 
Produktion von Drogenhanf.

8.4.2 Zur Frage der geernteten Menge Hanfblüten

Der Beschuldige bestritt erstinstanzlich vehement, zusammen mit C.________ die 
Indooranlage betrieben zu haben, worauf jedoch nicht abzustellen ist (vgl. 
Ziff. 8.4.1 hiervor). Der Beschuldigte gab an, die Installation der Anlage habe ab 
dem 1.9.2013 2 ½ bis 3 Monate gedauert (pag. 895, Z. 1 ff.). Man habe in der In-
dooranlage zum ersten Mal Hanf gesetzt. Vorher habe man nur Mutterpflanzen ge-

17

kreuzt (pag. 206, Z. 80 f.). Für die Mutterpflanzen habe man etwa ein Jahr ge-
braucht. Erst danach habe man angepflanzt (pag. 207, Z. 142 f.; pag. 208, Z. 186; 
pag. 895, Z. 6 f.). Nach den Aussagen von C.________ war die älteste Mutter-
pflanze bei der Hausdurchsuchung vom 11.2.2015 jedoch maximal ¾ Jahre alt 
(pag. 273, Z. 179 f.). 

Gemäss Messwertübersicht (Elektrizität) der Lagerhalle in O.________ betrug die 
Stromleistung bis zum 10.10.2013 (Ablesedatum) 6‘000 kW und bis zum 4.11.2013 
9‘000 kW. Danach betrug die Leistung jeweils mindestens 21‘000 kW bzw. meist 
zwischen 24‘000 und 30‘000 kW pro Monat (pag. 586 ff.). Gestützt auf die Mess-
werte, welche ab November 2013 einen immensen Anstieg der Stromleistung 
bestätigen, die bis Januar 2015 auf konstant hohem Niveau war, kann davon aus-
gegangen werden, dass die Indooranlage spätestens ab November 2013 durchge-
hend im grossen Stil geführt wurde. Dass – wie vom Beschuldigten behauptet – 
zuerst nur Mutterpflanzen gezüchtet worden wären, ist nicht glaubhaft, zumal diese 
nur in einem Raum vorhanden waren und alleine durch die Zucht der Mutterpflan-
zen ein derart konstant hoher Stromverbrauch nicht erklärt werden könnte. 

In Bezug auf die angebauten Hanfpflanzen und die Ernten ist auf die glaubhaften, 
ausführlichen und konstanten Aussagen von C.________ abzustellen, der sich 
damit selbst enorm belastete und – trotz seiner Angst vor dem Beschuldigten und 
der S.________ (Gruppe) (pag. 236, Z. 93 f.; pag. 240, Z. 308; pag. 244, Z. 500 f.; 
pag. 247, Z. 70 ff.) – bereit war, Aussagen zu machen. C.________ führte aus, die 
Montage der Anlage habe rund zwei Wochen gedauert (pag. 238, Z. 214) und sie 
hätten im September 2013 damit begonnen (pag. 238, Z. 182 ff.; pag. 247, Z. 75). 
C.________ erklärte, der Wachstumszyklus bis zur Ernte würde rund zwei Monate 
betragen (pag. 238, Z. 168; pag. 239, Z. 248). Es sei möglich, pro Jahr 6 Ernten zu 
produzieren (pag. 240, Z. 326; pag. 259, Z. 264 ff.). Dies bestätigte der Beschuldig-
te sinngemäss selbst, indem er angab, die Wachstums- und Blütephase (ab der 
Anpflanzung in der Anlage bis zur Ernte) würde etwa 2 ½ Monate dauern 
(pag. 208, Z. 186).

C.________ gab zu Protokoll, sie hätten insgesamt 5 bis 6 Mal ernten können 
(pag. 239, Z. 256; pag. 240, Z. 326; pag. 247, Z. 78). Später sprach C.________ 
von 7 Ernten (pag. 259, Z. 275), was er bei einer weiteren Einvernahme bestätigte 
(pag. 271, Z. 84 ff.). 

Die Indooranlage wurde insgesamt 17 Monate lang betrieben (September 2013 bis 
11.2.2015). Grundsätzlich wären bei einem Zyklus von zwei Monaten damit insge-
samt 8 Ernten möglich gewesen. C.________ führte jedoch aus, man habe auch 
Pausen gehabt und seit er in der Schweiz sei, sei er zirka 7 Mal für 1 bis 4 Wochen 
in die Slowakei in den Ferien gewesen (pag. 250, Z. 179 ff.). Zugunsten des Be-
schuldigten geht die Kammer – anders als die Vorinstanz (7 Ernten) – von 6 Ernten 
aus.

C.________ erklärte, pro Ernte habe es zirka 5 bis 6 vollgestopfte Papiersäcke er-
geben (pag. 240, Z. 286 ff.). Er könne es nicht genau sagen, es seien vielleicht 5 
bis 6 Kilogramm gewesen (pag. 259, Z. 291). Das sei jedoch nur seine Einschät-
zung. Es könnten auch mehr Kilogramm gewesen sein (pag. 271, Z. 94 ff.). Durch-

18

schnittlich hätten sie pro Ernte etwa 1‘200 Pflanzen geerntet (pag. 248, Z. 88; 
pag. 259, Z. 284). Die Pflanzen hätten jedoch teilweise auch Pilze gehabt 
(pag. 248, Z. 97 ff.) und es habe nicht immer gleich gut funktioniert (pag. 259, 
Z. 266 f.; pag. 259, Z. 287 f.). Er habe zwei Mal die Hälfte der Ernte vernichten 
müssen. Die letzte und die erste Ernte seien sicherlich die besten Ernten gewesen 
(pag. 263, Z. 473 ff.). Gemäss Angaben des Beschuldigten, habe man zum 
Schluss 1‘212 Pflanzen geerntet, wobei aus 400 Pflanzen (Kolumbia Gold) nichts 
geworden sei. Er könne aber keine Angaben zum Gewicht machen, weil ihn nur 
das Aroma interessiert habe (pag. 209, Z. 194 ff.). 

Am 11.2.2015 fand in der Lagerhalle in O.________ eine Hausdurchsuchung statt. 
Neben 212 Mutterpflanzen und 2‘714 Stecklingen konnten insgesamt 811 getrock-
nete Pflanzen (40-60 cm) aufgefunden werden (pag. 560 ff.). Gestützt auf die über-
einstimmenden und mit der Hausdurchsuchung in Einklang zu bringenden Anga-
ben der Anzahl Pflanzen (Ernte von ca. 1‘200 Pflanzen, 400 Kolumbia Gold ver-
nichtet, 811 getrocknete Pflanzen aufgefunden), geht die Kammer von einer durch-
schnittlichen Ernte von 1‘200 Hanfpflanzen aus. C.________ und der Beschuldigte 
waren geübte Hanfanbauer. Daher ist nicht von Anfangsschwierigkeiten auszuge-
hen, zumal C.________ selber betonte, die erste Ernte sei eine der besten gewe-
sen. Ferner züchteten sie die Mutterpflanzen selbst, womit sie nicht durchgehend 
auf den Markt angewiesen waren, um Stecklinge oder Samen zu kaufen. Es han-
delte sich um eine äusserst professionelle Anlage. Dennoch gab C.________ auch 
glaubhaft an, nicht jede Ernte sei gleich gut gewesen. Er habe zwei Mal die Hälfte 
vernichten müssen. Gestützt auf diese Aussagen geht die Kammer auch hier zu 
Gunsten des Beschuldigten von insgesamt 4 Ernten à 1‘200 Pflanzen und 2 Ernten 
à 600 Pflanzen aus.

Das Institut für Rechtsmedizin (IRM) untersuchte am 20.4.2015 eine Hanfblüte von 
6.1 Gramm Gewicht aus der Lagerhalle in O.________, auf den THC-Gehalt. Die-
ser betrug 11% (pag. 191 f.). Folglich handelte es sich eindeutig um THC-reiche, il-
legale Hanfpflanzen. Gemäss der vom IRM auf die Richtigkeit überprüften Berech-
nungstabelle ist pro Hanfpflanze von einem Ertrag von 20 Gramm Marihuana aus-
zugehen (pag. 437). Dieser vom IRM bestimmte Minimalertrag ergibt sich aus den 
Erfahrungswerten des IRM und Literaturangaben (vgl. Urteil des Obergerichts des 
Kantons Bern SK 13 134 vom 7.8.2014 E. II.2). Das Abstellen auf den Durch-
schnittswert von 20 Gramm ist vorliegend angemessen. Bei einem Gewicht von 6.1 
Gramm für eine Blüte und einer Pflanze von 40 bis 60 cm Höhe, war sicherlich ein 
Ertrag von durchschnittlich 20 Gramm zu erzielen. Dies gilt umso mehr, als die ge-
pflanzten Hanfsorten im Freilandbereich einen erheblichen Ertrag abwerfen würden 
(vgl. Beschreibungen: Grapefruit durchschnittlich hoher Ertrag pro Pflanze, 
pag. 429 S. 14; Original Amnesia bis 1‘200 Gramm pro Pflanze, pag. 435; Moby 
Dick bis 180 Gramm, pag. 436). Der vom IRM für eine Indooranlage durchschnittli-
che Ertrag von 20 Gramm pro Pflanze erscheint daher angemessen.

Zugunsten des Beschuldigten geht die Kammer vom günstigeren Grosshandels-
preis aus (vgl. Berechnungstabelle der Kantonspolizei pag. 437; durchschnittlicher 
Grosshandelspreis CHF 6.50 pro Gramm). 

19

8.5 Erstellter Sachverhalt

Gestützt auf die obigen Ausführungen geht die Kammer von folgendem Beweiser-
gebnis aus:

Der Beschuldigte baute in der Zeit vom 1.9.2013 bis 11.2.2015 gemeinsam mit 
C.________ eine Indooranlage auf und betrieb diese. Der Tatbeitrag des Beschul-
digten lag hauptsächlich in der Finanzierung des Aufbaus, des Betriebs der In-
dooranlage (Bezahlung der Miete der Halle und des Stroms), dem Aufbau der In-
dooranlage, dem Beschaffen der Stecklinge und Samen sowie der Instruktion und 
Ferienvertretung von C.________. C.________ war für die Pflege der Pflanzen, die 
Ernte, das Rüsten und den Transport der gerüsteten Marihuanablüten an das Do-
mizil des Beschuldigten zuständig. Eine Bewilligung für den Anbau von THC-
reichem Hanf lag nicht vor. 

Der Beschuldigte generierte mit den zu seinen Gunsten getroffenen Annahmen ei-
nen Gesamtertrag von 120 kg betäubungsmittelfähigem Cannabis mit einem THC-
Gehalt von rund 11%, was einem potentiellen Umsatz von CHF 780‘000.00 ent-
spricht (6 Ernten, wovon 4 Ernten à 1‘200 Pflanzen und 2 Ernten à 600 Pflanzen zu 
jeweils 20 Gramm Marihuanablüten pro Pflanze). 

9. Zu Ziff. II.1.3 des erstinstanzlichen Dispositivs (Verkauf und Abgabe von Ma-
rihuanablüten)

9.1 Vorwurf gemäss Ziff. 1.3 der Anklageschrift

In Ziff. 1.3 der Anklageschrift vom 12.1.2015 wird dem Beschuldigten folgender 
Sachverhalt zur Last gelegt (pag. 803.3):

1. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz

mehrfach und qualifiziert (bandenmässig und gewerbsmässig)

1.3. in der Zeit vom 01.09.2013 bis 11.02.2015 (Anhaltung) in P.________, begangen durch Ver-
kauf und evtl. Abgabe einer unbekannten Menge Marihuanablüten an D.________ und even-
tuell weitere Abnehmer, wobei er in dieser Zeit einen Umsatz von mindestens 
CHF 100‘000.00 resp. einen Ertrag von mindestens CHF 10‘000.00 erwirtschaftete.

9.2 Vorbemerkungen zum Anklagegrundsatz

9.2.1 Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ bringt vor, der erstinstanzliche Schuldspruch laute – 
entgegen den Angaben in der Anklageschrift – auf einen Umsatz von mindestens 
CHF 200‘000.00 und einen Ertrag von mindestens CHF 20‘000.00. Diese zu kei-
nem Zeitpunkt angekündigte Erschwerung der Anklage verletze den Anklage-
grundsatz. Auch die in der Anklageschrift verwendete Formulierung «mindestens» 
erlaube es dem Gericht nicht, einen beliebig höherliegenden Umsatz oder Ertrag 
anzunehmen, zumal der Umsatz auch einen erheblichen Einfluss auf die Strafzu-
messung habe (pag. 1081 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet, die bundesgerichtlichen Vorgaben des 
Anklagegrundsatzes seien vorliegend gewahrt. Mit der Formulierung «mindestens» 
habe man in der Anklage zum Ausdruck gebracht, dass eine Erweiterung gegen 

20

oben möglich sei. Der Beschuldigte habe daher gewusst, was ihm vorgeworfen 
worden sei und habe damit rechnen müssen, auch wegen einem höheren Umsatz 
bzw. Ertrag verurteilt zu werden. Die Vorinstanz habe die Anklage lediglich präzi-
siert. Davon seien die Verteidigungsrechte des Beschuldigten nicht betroffen 
(pag. 1099).

9.2.2 Theoretische Ausführungen

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; 
SR 101) sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 Bst. a und b der Konvention zum Schut-
ze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) abgeleiteten An-
klagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfah-
rens. Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens können nur Sachverhalte sein, die 
dem Angeklagten in der Anklageschrift vorgeworfen werden (sogenannte «Um-
grenzungsfunktion» und «Immutabilitätsprinzip»). Letztere muss die Person des 
Angeklagten sowie die ihm zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzi-
se umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genü-
gend konkretisiert sind. Das Anklageprinzip bezweckt damit zugleich den Schutz 
der Verteidigungsrechte des Angeklagten und dient dem Anspruch auf rechtliches 
Gehör (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_225/2008 vom 7.10.2008 E. 1.1; 
BGE 126 I 19 E. 2a; BGE 120 IV 348 E. 2c). Der Beschuldigte muss unter dem 
Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen können, wessen 
er angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entschei-
dend ist, dass der Betroffene genau weiss, welcher konkreten Handlung er be-
schuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner 
Verteidigung richtig vorbereiten kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Ge-
richtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_344/2011 vom 16.9.2011 E. 3 und 6B_315/2015 vom 7.9.2015 
E. 1.2). Ungenauigkeiten sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für 
die beschuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Verhal-
ten ihr vorgeworfen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_373/2015 vom 3.12.2015 
E. 2.2).

9.2.3 Ausführungen der Kammer

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten für einen Umsatz von mindestens 
CHF 200‘000.00 bzw. einen Ertrag von mindestens CHF 20‘000.00 (pag. 912).

Die Anklageschrift muss sich für einen Schuldspruch nicht in jedem Fall zur Identi-
tät des Drogenlieferanten (und damit folglich auch des Drogenabnehmers) und der 
exakten Höhe des weiterzuleitenden Drogenerlöses äussern (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 6B_518/2014 vom 4.12.2014 E. 6.3). Ob eine Verdoppelung der ange-
klagten Mindestzahlen – wie von der Verteidigung moniert – den Anklagegrundsatz 
per se verletzt oder nicht, braucht bei vorliegender Würdigung durch die Kammer 
nicht näher geprüft zu werden (vgl. Ziff. 9.5 ff. hiernach).

9.3 Bestrittener/Unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte gab einzig zu, D.________ Getränke geliefert zu haben. Er be-
stritt hingegen, D.________ jemals Marihuanablüten oder Ähnliches verkauft zu 
haben. 

21

9.4 Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ führt aus, der Beschuldigte habe einen beträchtlichen 
Teil der gemieteten Lagerhalle untervermietet und so einen Nebenverdienst von 
mehreren tausend Franken erwirtschaftet. Ferner sei die Indooranlage bloss eine 
Nebenbeschäftigung des Beschuldigten gewesen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau 
habe er das Gärtnereiartikelgeschäft H.________ GmbH geführt. Dies sei aller-
dings nicht überprüft worden. In dubio sei davon auszugehen, dass der grösste Teil 
der Lebenshaltungskosten für den Beschuldigten und dessen Familie durch den 
Umsatz der H.________ GmbH finanziert worden sei. Daher könnten die Berück-
sichtigung der Lebenshaltungskosten nicht als Grundlage für die Annahme dienen, 
die Indooranlage habe einen Umsatz von CHF 100‘000.00 oder sogar 
CHF 200'000.00 abgeworfen (pag. 1082 f.). Der Beschuldigte bestreite ferner, Dro-
genhanf an D.________ oder andere Personen verkauft oder sonst wie abgegeben 
zu haben. Das habe auch D.________ nie zugegeben. Bei 396 telefonischen Kon-
takten, sei es erstaunlich, nur bei wenigen Nachrichten oder Gesprächen Codie-
rungen wie «Schweizer Schokolade» oder «Mödeli Anke» zu gebrauchen. Die 
Aussagen von I.________ seien zwar belastend. Sie habe ausgesagt, D.________ 
habe vom Beschuldigten Gras bezogen. Sie habe aber nicht davon gesprochen, 
der Beschuldigte sei der einzige Lieferant von D.________ gewesen. Man könne 
daher klarerweise nicht von einem Umsatz von CHF 200‘000.00 oder einem Ertrag 
von CHF 20‘000.00 ausgehen (pag. 1083). 

Die Generalstaatsanwaltschaft macht geltend, es müsse bezweifelt werden, dass 
die H.________ GmbH namhafte Gewinne abgeworfen habe, zumal die Gesell-
schaft letztes Jahr liquidiert worden sei. Gemäss Steuererklärung des Beschuldig-
ten habe er im Jahr 2013 lediglich CHF 10‘000.00 steuerbares Einkommen gehabt. 
Bei den Hausdurchsuchungen in O.________ und N.________ habe man auch 
keine Unterlagen gefunden, die auf weitere Einnahmequellen schliessen lassen 
würden. Es werde bezweifelt, dass der Beschuldigte die Lagerhalle untervermietet 
habe, zumal dies für ihn aufgrund der Indooranlage ein beträchtliches Risiko dar-
gestellt hätte. Selbst im Falle einer effektiven Untervermietung, habe dieses Ein-
kommen sicherlich nicht ausgereicht, um den gesamten Lebensunterhalt der Fami-
lie zu decken. Die Berechnung der Vorinstanz könne sogar zu grosszügig ausgefal-
len sein (pag. 1101). Es sei nicht ersichtlich, warum I.________ den Beschuldigten, 
den sie kaum kenne, falsch hätte belasten sollen, zumal sie sich mit ihren Aussa-
gen auch allfälliger Racheaktionen der S.________ (Gruppe), denen der Beschul-
digte und vermutlich D.________ angehören würden, ausgesetzt habe. 
D.________ habe keine Aussagen machen wollen, weil ihm die Polizei in seinen 
Augen nicht genügend Schutz habe bieten können. Die Aussagen von I.________ 
würden von den Ergebnissen der Telefonüberwachung gestützt. Der Beschuldigte 
sei daher nicht nur der Getränke-, sondern vor allem der Drogenlieferant von 
D.________ gewesen (pag. 1101).

Rechtsanwalt B.________ repliziert, die H.________ GmbH habe erst einen Ein-
bruch erlitten, als der Beschuldigte in Untersuchungshaft gewesen sei. Bei der 
Hausdurchsuchung in der Lagerhalle seien palettenweise Gärtnereiartikel und Ge-
tränke sichergestellt worden. Demnach habe die H.________ GmbH zu diesem 

22

Zeitpunkt noch floriert. In dubio müsse daher davon ausgegangen werden, der Be-
schuldigte habe den grössten Teil seiner Lebenshaltungskosten der Familie mit 
dem Umsatz der H.________ GmbH erzielt (pag. 1121). I.________ sei lediglich 
Zeugin vom Hörensagen. Das sei zu vage, um auf ihre Aussage abzustellen 
(pag. 1121 f.).

9.5 Würdigung durch die Kammer

9.5.1 Zur Geschäftsbeziehung zwischen dem Beschuldigten und D.________

Der Beschuldigte führte aus, er habe nie mit Drogen gehandelt (pag. 205, Z. 35) 
und behauptete zu Beginn, nicht zu wissen, wer D.________ sei (pag. 211, Z. 301). 
Erst einige Fragen später gab der Beschuldigte zu, D.________ zu kennen. Er ha-
be diesem Getränke verkauft. Er habe aber nur sehr wenig Kontakt mit ihm gehabt 
(pag. 211, Z. 330 ff.). 

D.________ behauptete anfänglich ebenfalls «A.________» nicht zu kennen 
(pag. 372, Frage 3). Erst auf nochmalige Frage gab er an, bei «A.________» hand-
le es sich um den Beschuldigten. Er sei sein Getränkelieferant gewesen (pag. 372, 
Frage 4). Er habe den Beschuldigten zirka Juni/Juli 2013 im S.________ (Gruppe) 
Club kennen gelernt (pag. 372 f., Frage 6 f.; pag. 400, Z. 24 ff.). Er bestritt, vom 
Beschuldigten Marihuana erhalten zu haben (pag. 376 f., Frage 45 ff.; pag. 401, 
Z. 66 f.). D.________ verstrickte sich allerdings in mehrere Widersprüche. Auf Vor-
halt eines Telefongesprächs vom 26.8.2014 (15.21 Uhr) gab D.________ an, er 
habe bei diesem Gespräch Kühlwagen bestellt (vgl. pag. 377 f., Frage 55 f.; 
pag. 384). Nach mehrmaligem Nachfragen gab er zu Protokoll, er habe am Telefon 
doch keine Kühlwagen bestellt, sondern erst am Abend, als der Beschuldigte bei 
ihm vorbeigekommen sei (pag. 378, Frage 60 f.). Der Beschuldigte habe an diesem 
Abend aber nichts geliefert (pag. 378, Frage 62). Auf Vorhalt eines Bildes des Be-
schuldigten vom 26.8.2014, um 17.10 Uhr (vgl. pag. 385), auf welchem der Be-
schuldigte eine Kartonkiste trägt, lachte D.________ und führte aus, er wisse es 
auch nicht mehr genau. Es sei einfach um die Getränke gegangen (pag. 378 f., 
Frage 67). Bei der nächsten Frage wusste er jedoch, dass es sich um Red Bull und 
Hanfgetränke gehandelt habe (pag. 379, Frage 68). Bei einer späteren Einvernah-
me sagte D.________ auf Vorhalt desselben Telefongesprächs vom 26.8.2014 
nichts mehr von einem Kühlwagen. Er führte vielmehr aus, es habe sich bei «tutti» 
um ein Getränkepaket gehandelt (pag. 403, Z. 165 ff.). Die widersprüchlichen Aus-
sagen von D.________ und die lockere Art und Weise wie der Beschuldigte am 
26.8.2014 den Karton trug, sprechen nicht für Getränkelieferungen.

Auf Vorhalt des Telefongesprächs vom 19.9.2014 (13.23 Uhr) führte D.________ 
aus, mit der Formulierung «Schweizer Schokolade» habe er «seine Dings, ähm 
seine Energydrinks» bestellt (pag. 380, Frage 84). Zudem behaupte D.________ 
bei diesem Gespräch insgesamt 10 Cageot, das heisst 240 einzelne Getränke, be-
stellt zu haben (pag. 381, Frage 86). Auf Vorhalt des Fotos, welches am 19.9.2014, 
um 16.51 Uhr aufgenommen wurde, führte er aus, der Beschuldigte sei halt schon 
unterwegs gewesen (pag. 381, Frage 87 ff.). Auf dem Foto ist der Beschuldigte zu 
sehen, wie er einen Papiersack in einer Hand trägt. Dabei handelt es sich klarer-
weise und entgegen den Behauptungen von D.________ nicht um die 240 bestell-

23

ten Getränke (vgl. pag. 388). In einer späteren Einvernahme behauptete 
D.________ ferner, bei der «Schweizer Schokolade» handle es sich effektiv um 
Schokolade, denn der Beschuldigte habe zwei verschiedene Sorten gehabt. Es ha-
be sich um Hanfschokolade gehandelt und die sei ihm ausgegangen (pag. 403, 
Z. 192 f.). Nur kurz darauf führte D.________ aus, nicht zu wissen, was im Papier-
sack gewesen sei. Er würde sagen Papiere und/oder Headshop-Artikel (pag. 404, 
Z. 258 f.). Die Aussagen von D.________ überzeugen nicht und widersprechen 
auch jenen des Beschuldigten, der angab, die Schweizer Schokolade im 
T.________ Shop geholt zu haben (pag. 894, Z. 2).

Der Beschuldigte wurde am 26.8.2014 und 19.9.2014 folglich nur wenige Stunden 
nach den jeweiligen Telefongesprächen betreffend «Kühlwagen», «tutti» und 
«Schweizer Schokolade» observiert, wie er eine kleine Kartonkiste und einen Pa-
piersack zu D.________ brachte. Dass es sich bei beiden Lieferungen um Geträn-
kelieferungen handelte, lässt sich bereits an der lockeren Art und Weise wie der 
Beschuldigte die Lieferungen trug und anhand des Umfangs der Verpackungen 
ausschliessen. D.________ sagte zu beiden Gesprächen widersprüchlich und un-
logisch aus. Er widersprach sich auch punkto Bezahlung der Lieferungen in bar 
oder per Rechnung (pag. 374, Frage 20 – alles in bar; pag. 403, Z. 179, pag. 405, 
Z. 303 – immer alles in bar; pag. 379, Frage 74 – die Rechnung habe er später er-
halten). Die Aussagen von D.________ sind insgesamt widersprüchlich und ver-
mögen nicht zu überzeugen. Schliesslich ist an dieser Stelle auf die Aussage von 
C.________ hinzuweisen, wonach er die getrockneten Pflanzen jeweils in normale 
Denner Einkaufstüten verpackt und dem Beschuldigten so übergeben habe 
(pag. 252, Z. 241 f.). Dies wurde so auch von der Ehefrau des Beschuldigten 
bestätigt (pag. 349, Z. 143). Es liegt folglich nahe, dass der Beschuldigte mit dem 
Papiersack getrocknete Marihuanablüten lieferte. 

D.________ gab gegenüber der Polizei bekannt, er werde nie den Namen eines 
Hanflieferanten nennen, weil er von der Polizei keinen Schutz bekomme (pag. 395, 
Frage 45). Offensichtlich hatte D.________ Angst. Nach Vorhalt von zahlreichen 
Fotographien und Telefonprotokollen gab D.________ schliesslich zu, gewusst zu 
haben, dass man vom Beschuldigten Hanfstecklinge beziehen konnte (pag. 404, 
Z. 218 f.). Es sei aber nie zu einer Übergabe gekommen (pag. 404, Z. 222). Später 
korrigierte D.________ jedoch auch diese Aussage und gab an, vom Beschuldigten 
5 Stecklinge zu CHF 8.00 bis CHF 10.00 erhalten zu haben (pag. 404, Z. 228 ff.; 
vgl. auch rechtskräftige Verurteilung Ziff. II.1.4 des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs, pag. 912).

Die Aussagen von D.________ und dem Beschuldigten überzeugen nicht. Einer-
seits sprach der Beschuldigte – neben zahlreichen anderen Sachen, mit welchen er 
gehandelt haben will – nie von Kühlwagen, Schokolade oder Blumen. Ferner ma-
chen weder die angeblichen Blumenlieferungen (vgl. pag. 403; pag. 415) noch die 
Lieferung von Schokolade aus dem T.________ Shop (vgl. pag. 387) bei einem 
Getränkelieferanten Sinn. Vorab behauptete der Beschuldigte denn auch nie, mit 
Blumen oder Schokolade gehandelt zu haben. Wäre der Beschuldigte effektiv der 
Getränkelieferant von D.________ gewesen, wären derart widersprüchliche, unlo-
gische und ausweichende Aussagen nicht notwendig gewesen. Die Fotos, auf wel-

24

chen die Lieferungen des Beschuldigten zu sehen sind, sind nicht mit den Aussa-
gen der beiden Beteiligten in Einklang zu bringen. Der Beschuldigte hatte weder 
Belege für die Lieferungen noch war er bereit, detaillierte oder überhaupt Auskunft 
zu den angeblich legalen Lieferungen zu machen oder seine Abnehmer bekannt zu 
geben. Sollte der Beschuldigte D.________ effektiv nur im legalen Rahmen Ge-
tränke geliefert haben, so erstaunt ein solches Verhalten.

Entgegen den Behauptungen der Vorinstanz kann zwar weder die SMS vom 
29.10.2014 («Hoi A.________ chasch mer du am fryti es mödeli anke brenge», 
pag. 660) noch jene vom 3.10.2014 («Hoi A.________ Chönntsch mer du ersatztei-
li uftribe bes höt obe», pag. 660) D.________ zugeordnet werden (vgl. pag. 958 f., 
S. 11 f. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). Diese SMS wurden von einem 
anderen «DD.________» mit der Nummer ________ verschickt, was aufgrund der 
eindeutigen Codierung für einen weiteren Abnehmer spricht. Es gibt keine Hinwei-
se dafür, dass es sich bei diesem «DD.________» um D.________ handelte. Aller-
dings sprechen die zahlreichen telefonischen Kontakte zwischen dem Beschuldig-
ten und D.________ auch nicht dafür, dass es sich beim Beschuldigten um den 
Getränkelieferanten von D.________ handelte. Bei der Auswertung des Mobiltele-
fons des Beschuldigten konnten zwischen dem 7.10.2014 und 17.10.2014 6 SMS 
mit folgenden Inhalten von D.________ an den Beschuldigten gefunden werden: 
«Ja gute Tag meld dich biete wen du das siest danke viel mal», «Ja gute Abend ig 
söt die umbediengt gseh danke u Gruss», «Ig söt die Gseh DRINGEND», «Ja hallo 
no wach und im Land gruss», «Ja hallo du ig kumme nach üsere Siezung», «Drin-
gend mälde» (pag. 660). Die dringenden Aufforderungen innert weniger Tage spre-
chen nicht für Getränkelieferungen. Bei der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation 
des Beschuldigten (Nr. ________) vom 23.8.2014 bis zum 23.2.2015 konnten fer-
ner insgesamt 68 Verbindungen zwischen D.________ (Nr. ________) und dem 
Beschuldigten festgestellt werden (vgl. pag. 661). Gestützt auf die Ergebnisse der 
Telefonkontrolle der Kantonspolizei Solothurn konnten zwischen D.________ und 
dem Beschuldigten insgesamt 396 weitere Verbindungen in der Zeit vom 22.2.2014 
bis 19.8.2014 festgestellt werden (pag. 159; pag. 376). Die zahlreichen Telefonge-
spräche – teils in codierter Sprache («Schweizer Schokolade», pag. 663; «Tutti», 
pag. 384; «tutti quanti», «Blumen», pag. 664), teils mehrmals täglich innert weniger 
Monate sind bezeichnend. Auch die Mitteilung des Beschuldigten beim Telefonge-
spräch vom 28.8.2014 mit D.________, er habe ihm einmal 8 Kartons mit Red Bull 
gebracht und werde nun eines zurücknehmen, damit er diese als Muster verteilen 
könne (pag. 662), ist nicht nachvollziehbar. Hätte es sich dabei wirklich um Red 
Bull gehandelt, ist äusserst fraglich, warum es bei dieser bekannten und geschütz-
ten Marke notwendig oder nützlich gewesen wäre, Muster zu verteilen, zumal der 
Beschuldigte nicht für Red Bull arbeitete. Eine derart häufige Kontaktaufnahme, die 
Dringlichkeit der mehrfachen Anfragen, die Wünsche nach Schweizer Schokolade, 
Kühlwagen, Tutti oder Blumen lassen sich nicht durch die angeblich bestellten Ge-
tränkelieferungen erklären. 

I.________ belastet den Beschuldigten zudem schwer. Anfänglich sagte sie zwar 
aus, sie habe einfach nur gewusst, dass D.________ mit «A.________» zu tun ge-
habt habe. Ob es um etwas anderes als Getränke gegangen sei, wisse sie nicht 
(pag. 285, Frage 19). Daraufhin führte sie aus, sie wisse nicht genau, um was es 

25

gegangen sei, aber es sei die Rede von Gras gewesen. Sie wisse aber nicht, ob es 
nur Gras gewesen sei (pag. 285, Frage 20). Bei einer weiteren Einvernahme einige 
Tage später gab sie auf die Frage, ob sie Ergänzungen anzubringen habe, von sich 
aus an, sie habe gewusst, dass der Beschuldigte der Graslieferant von 
D.________ gewesen sei. Sie habe einfach nicht andere Leute belasten wollen 
(pag. 308, Frage 1). Sie habe von den Graslieferungen gewusst. Sie wisse aber 
nicht, ob auch noch Hasch dabei gewesen sei (pag. 308, Frage 5). Zwar konnte 
I.________ effektiv nie eine Lieferung zwischen D.________ und dem Beschuldig-
ten beobachten. Sie hatte die Information, beim Beschuldigten handle es sich um 
den Marihuanalieferanten, allerdings von D.________ selber (pag. 308, Frage 7). 
Sie war bestens über die Drogengeschäfte von D.________ informiert und küm-
merte sich nach dessen Inhaftierung um seine Geschäfte. Interessanterweise 
sprach I.________ auch davon, sie habe nie gesehen wie der Beschuldigte 
D.________ einen «Sack» übergeben habe (pag. 308, Frage 8). Dies spricht eben-
falls für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen, zumal der Beschuldigte D.________ ef-
fektiv teilweise mit Säcken belieferte (vgl. pag. 388; pag. 416). I.________ habe 
zudem ein Gespräch mit dem Beschuldigten geführt, wo sie ihn um Graslieferun-
gen für zwei Freunde gebeten habe. Der Beschuldigte habe ihr aber klar gesagt, 
dass er mit Fremden nichts zu tun haben wolle, sondern nur mit ihr «etwas machen 
würde» (pag. 309, Frage 15 f.). Bei der polizeilichen Einvernahme vom 10.8.2015 
bestätigte I.________, dass es sich beim Beschuldigten um einen Drogenlieferan-
ten von D.________ gehandelt habe (pag. 335, Z. 76 f.; pag. 335, Z. 101). Sie 
konnte den Beschuldigten zwar nicht eindeutig identifizieren. Immerhin gab sie an, 
die Person auf der Fotodokumentation (bei welcher es sich effektiv um den Be-
schuldigten handelte) schon einmal im S.________ (Gruppe) Club gesehen zu ha-
ben. Die Person habe sich aber verändert und sie könne nicht sagen, ob es sich 
um den Beschuldigten handle (pag. 334, Z. 38 ff.). Es erstaunt nicht, dass 
I.________ den Beschuldigten nicht erkennen konnte. Sie hat ihn gemäss ihren ei-
genen Aussagen nur wenige Male gesehen (pag. 334, Z. 19; pag. 337, Z. 178 – sie 
liess sich den Beschuldigten von jemandem im S.________ (Gruppe) Club zeigen; 
pag. 338, Z. 253 f.), seit der Inhaftierung des Beschuldigten waren bereits 6 Mona-
te vergangen und der Beschuldigte hatte sich auf der vorgehaltenen Fotographie 
die Haare geschnitten, obwohl er sie üblicherweise lang trug. 

Auf die Aussagen von I.________ ist abzustellen. Sie sind konstant und stringent. 
Sie konnte genau differenzieren, was sie selber erlebt und was sie von D.________ 
erfahren hatte und versuchte nicht, den Beschuldigten übermässig zu belasten. Es 
ist kein Grund ersichtlich, warum I.________ den Beschuldigten zu Unrecht hätte 
belasten sollen, zumal sie ihn nicht näher kennt und offenbar Angst hatte, gegen 
ihn oder die S.________ (Gruppe) auszusagen (vgl. pag. 310, Frage 19).

Die Kammer hat nach dem Gesagten keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte 
im Zeitraum vom 1.9.2013 bis zum 11.2.2015 D.________ und evtl. anderen Ab-
nehmern mehrmals eine unbekannte Menge Marihuanablüten verkauft bzw. abge-
geben hat.

26

9.5.2 Zum vom Beschuldigten erzielten Umsatz bzw. erzielten Ertrag

Betreffend den vom Beschuldigten erzielten Umsatz kann vorab auf die hohen Le-
benshaltungskosten des Beschuldigten verwiesen werden (vgl. Ausführungen unter 
Ziff. 8.4.1 hiervor). Der Beschuldigte hatte für eine sechsköpfige Familie zu sorgen. 
Er gab an, keine Schulden zu haben (pag. 205, Z. 29). Monatlich hatte er feste 
Ausgaben von mindestens CHF 8‘800.00 zu tragen (CHF 3‘200.00 Miete für die 
Wohnung in N.________; CHF 2‘000.00 für die Lagerhalle in O.________; mindes-
tens CHF 1‘600.00 für die Nebenkosten der Lagerhalle; Kosten für die 
R.________(Privatschule) der Kinder; CHF 2‘000.00 für den Lohn von 
C.________). Das Argument der Verteidigung, der Beschuldigte habe für die La-
gerhalle aufgrund der Untervermietung kaum Miete zahlen müssen, greift nicht (vgl. 
Ausführungen unter Ziff. 8.4.1 hiervor). Bei diesen festen Ausgaben sind die Le-
benshaltungskosten für Nahrung, Versicherungen, Kleider und Freizeitaktivitäten 
der Familienmitglieder und des Beschuldigten noch nicht berücksichtigt. Zudem 
hatte der Beschuldigte hohe Rechnungen der F.________ GmbH zu bezahlen 
(CHF 78‘249.55 zwischen dem 24.1.2012 bis 9.2.2015 bzw. alleine CHF 14‘928.40 
ab dem 7.10.2013). Seine Gesellschaft – mit welcher der Beschuldigte behauptete, 
sein Einkommen zu erzielen – befand sich ab dem 15.5.2014 – und damit deutlich 
vor seiner Inhaftierung – in Liquidation (pag. 752 ff.). Die Lieferungen an 
K.________ fanden vor dem 1.9.2013 statt. Es kann nicht mit Sicherheit ausge-
schlossen werden, dass der Beschuldigte nicht auch einige Einnahmen mit den 
vorhandenen Getränkebeständen erzielte (vgl. Hausdurchsuchungsprotokoll der 
Lagerhalle O.________ mit diversen Paletten Getränken, pag. 565). Da dem Be-
schuldigten nicht nachgewiesen werden kann, welche Menge Hanfblüten er 
tatsächlich verkauft hat, kann der erzielte Umsatz letztlich nur geschätzt werden. 
Eine genaue Berechnung ist unter diesen Umständen nicht möglich. Aufgrund der 
durch das Beweisverfahren erhärteten Fakten wie namentlich den zahlreichen Kon-
takten und Verkaufshandlungen mit D.________, den Aussagen von I.________ 
und C.________ sowie der äusserst aufwändigen, professionellen und grossen 
Hanfindooranlage, den exorbitanten Ausgaben des Beschuldigten und des fehlen-
den festen Einkommens geht die Kammer davon aus, dass der Beschuldigte im 
angeklagten Zeitraum einen Umsatz von mindestens CHF 100‘000.00 bzw. einen 
Ertrag von mindestens CHF 10‘000.00 erwirtschaftete. Dies gilt umso mehr, als mit 
den zurückhaltend berechneten Anzahl und Ertrag der Ernten im Grosshandel ein 
potentieller Umsatz von CHF 780‘000.00 hätte erzielt werden können. Unter 
Berücksichtigung der recht langen Zeitspanne von knapp 17 Monaten erscheint ein 
Umsatz von mindestens CHF 100‘000.00 bzw. ein Ertrag von mindestens 
CHF 10‘000.00 durchaus plausibel.

9.6 Erstellter Sachverhalt

Nach dem Gesagten geht die Kammer – anders als die Vorinstanz (pag. 961) und 
im Einklang mit Ziff. 1.3. der Anklageschrift (pag. 803.3) – von folgendem Bewei-
sergebnis aus:

Der Beschuldigte verkaufte in der Zeit vom 1.9.2013 bis zum 11.2.2015 an 
D.________ und evtl. weitere Abnehmer eine unbekannte Menge Marihuanablüten. 

27

Dabei erwirtschaftete der Beschuldigte einen Umsatz von mindestens 
CHF 100‘000.00 bzw. einen Ertrag von mindestens CHF 10‘000.00.

III. Rechtliche Würdigung

10. Rechtskräftige Schuldsprüche

Die rechtliche Würdigung betreffend Ziff. II.1.2, Ziff. II.1.4, Ziff. II.2. und Ziff. II.3 des 
erstinstanzlichen Dispositivs (pag. 912) blieben unangefochten. Es kann integral 
auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 962 ff., S. 15 ff. und 
pag. 965 ff., S. 18 ff. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

11. Zu den Widerhandlungen gegen das BetmG

11.1 Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ führt aus, die Bandenmässigkeit sei zwar zu bejahen, 
es fehle aber am Qualifikationsmerkmal der Gewerbsmässigkeit. Eine Berech-
nungsmethode aufgrund der Lebenshaltungskosten sei fehlerhaft, weil die Einnah-
men aus der Untervermietung der Gewerbehalle einerseits, dem legalen Geschäft 
mit Gärtnereiartikel andererseits, völlig unberücksichtigt geblieben seien 
(pag. 1084).

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet, der Beschuldigte habe einen beträcht-
lichen Teil seines Lebensunterhalts mit dem Verkauf von Cannabis finanziert. So 
sei auch dem Strafregisterauszug zu entnehmen, dass der Beschuldigte in der 
Vergangenheit schon mehrfach mit Betäubungsmittelhandel zu tun gehabt habe. 
Auch in Österreich sei bereits gegen ihn und seinen Schwager ermittelt worden. 
Die Anlage in O.________ sei äusserst professionell aufgebaut und darauf ausge-
richtet gewesen, einen erheblichen Ertrag zu generieren. Zudem habe sein Schwa-
ger vermutet, dass noch weitere Anlagen geplant gewesen seien. Es sei von einer 
gewerbsmässigen Deliktsbegehung auszugehen (pag. 1102).

11.2 Theoretische Ausführungen

Betreffend die theoretischen Ausführungen zur rechtlichen Würdigung von Art. 19 
Abs. 1 und Abs. 2 des BetmG kann vollumfänglich auf die korrekten Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 962 ff., S. 15 ff. der erstinstanzlichen Ent-
scheidbegründung).

11.3 Subsumtion unter den Grundtatbestand von Art. 19 Abs. 1 BetmG

Vorliegend hat das Beweisverfahren gezeigt, dass der Beschuldigte Hanf angebaut 
und eine Menge von insgesamt rund 120‘000 Gramm bzw. 120 kg Hanfblüten ge-
erntet hat. Der Tatbestand des Anbaus von Betäubungsmitteln gemäss Art. 19 
Abs. 1 Bst. a BetmG ist somit in objektiver Hinsicht erfüllt. Die professionell gehal-
tene Indooranlage wurde mit den finanziellen Mitteln des Beschuldigten (Kauf der 
Materialien für den Aufbau, Bezahlung für den Betrieb im Sinne der Miete der La-
gerhalle und des Stroms, Beschaffung von Stecklingen und Samen) bestritten und 
die sich in der Indooranlage befindlichen Pflanzen gehörten ihm, weshalb auch der 
objektive Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 Bst. d und Bst. e BetmG erfüllt ist. Mindes-

28

tens einen Teil der Ernte hat der Beschuldigte an D.________ und evtl. andere Ab-
nehmer verkauft. Dadurch hat der Beschuldigte auch den objektiven Tatbestand 
des Veräusserns von Betäubungsmitteln nach Art. 19 Abs. 1 Bst. c BetmG erfüllt. 
Die bei der Hausdurchsuchung gefundenen 2‘714 Stecklinge waren ferner zweifel-
los für den Anbau bestimmt und damit wurde der Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 
Bst. g BetmG erfüllt.

Die Voraussetzungen des subjektiven Tatbestands von Art. 19 Abs. 1 BetmG sind 
ohne Weiteres zu bejahen. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Er war 
sich der Strafbarkeit seines Handelns bewusst, zumal er bereits diverse Male we-
gen Anbau von Cannabis in Strafverfahren involviert war. Der Beschuldigte hatte 
Kenntnis von Charakter bzw. Wirkung der Hanfblüten als Betäubungsmittel und 
baute den Hanf zu diesem Zweck an. 

11.4 Subsumtion unter die Qualifikation der Bandenmässigkeit (Art. 19 Abs. 2 
Bst. b BetmG)

Durch die Formulierung von Ziff. 1.1 der Anklageschrift «Mittäter: C.________» ist 
erkennbar, dass einzig dieser Sachverhalt als bandenmässig begangen angeklagt 
wurde. In Übereinstimmung mit den (zu) kurz gehaltenen Ausführungen der Vorin-
stanz bejaht auch die Kammer das unbestrittene Qualifikationsmerkmal der Ban-
denmässigkeit (pag. 965, S. 18 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). 

Der Beschuldigte handelte während der gesamten Deliktsdauer vom 1.9.2013 bis 
11.2.2015 – das heisst in einem Zeitraum von rund 17 Monaten – gemeinsam mit 
C.________. Sie hatten eine professionelle und gut funktionierende Rollenteilung, 
indem der Beschuldigte primär für die Finanzierung und den (allem voran elektri-
schen) Aufbau verantwortlich war, C.________ mit Stecklingen und Samen belie-
ferte und diesen für seine Arbeit in der Indooranlage finanziell (inkl. Kost und Logis) 
entschädigte. C.________ pflegte die Hanfpflanzen vor Ort, erntete, trocknete und 
rüstete sie. Daraufhin übergab C.________ dem Beschuldigten die getrockneten 
und gerüsteten Pflanzen. Die Zusammenarbeit war intensiv und sie waren über ei-
nen längeren Zeitraum ein stabiles, eingespieltes Team. 

Auch in subjektiver Hinsicht war sich der Beschuldigte der Zielrichtung der Ban-
denmässigkeit bewusst. Er manifestierte den Willen, die Indooranlage gemeinsam 
mit C.________ zu betreiben und damit eine Mehrzahl von Betäubungsmitteldelik-
ten zu begehen.

11.5 Subsumtion unter die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit (Art. 19 Abs. 2 
Bst. c BetmG)

Gemäss Anklageschrift ist davon auszugehen, dass alle vier Widerhandlungen ge-
gen das BetmG als gewerbsmässig begangen angeklagt sind. Gekennzeichnet ist 
die so umschriebene rechtliche Einheit objektiv durch gleichartige Handlungen, die 
gegen das gleiche Rechtsgut gerichtet sind und in einem örtlichen und zeitlichen 
Zusammenhang stehen. Wirft die Anklage Gewerbsmässigkeit vor, kommt es we-
niger auf die Erwähnung jeder einzelnen Tathandlung in der Anklageschrift als 
vielmehr auf die Erkennbarkeit einer Verbrechenseinheit an (vgl. Urteile des Bun-
desgerichts 6B_528/2007 vom 7.12.2007 E. 2.1.5, 6B_254/2007 vom 10.8.2007 
E. 3.2, 6B_451/2009 vom 23.10.2009 E. 2.2). Dies trifft vorliegend zu, zumal sämt-

29

liche deliktischen Handlungen des Beschuldigten im selben Deliktszeitraum statt-
fanden und ihren Ursprung in derselben Indooranlage haben. 

Die Kammer kann sich auch hier dem ebenfalls zu kurz begründeten Ergebnis der 
Vorinstanz anschliessen (pag. 965, S. 18 der erstinstanzlichen Entscheidbegrün-
dung). 

Gemeinsam und in Arbeitsteilung mit Schwager/Mittäter C.________ baute der Be-
schuldigte eine äusserst professionell gehaltene Indooranlage auf, finanzierte diese 
im Wesentlichen und betrieb diese. Er besass am 11.2.2015 noch 212 Mutterpflan-
zen und 2‘714 Stecklinge. Er verkaufte an D.________ und evtl. weitere Abnehmer 
eine unbekannte Menge Marihuanablüten und an D.________ zudem fünf Steck-
linge. Die aufgebaute Organisation und die Tätigkeiten rund um die Indooranlage 
können als der berufliche Mittelpunkt des Beschuldigten bezeichnet werden. Auf-
grund des (Zeit-)Aufwands für den Verkauf der Marihuanablüten und Stecklingen, 
der Menge der Pflanzen, aber vor allem auch der investierten Mittel in die In-
dooranlage sowie dem daraus erzielten bzw. erzielbaren Umsatz und Ertrag, muss 
von einem berufsmässigen Handeln gesprochen werden. Als weiteres Element 
kommt hinzu, dass der Beschuldige bezweckte, mit dem Betrieb der Indooranlage 
und dem daraus resultierenden Verkaufserlös einen nicht unwesentlichen Beitrag 
zur Finanzierung der recht hohen Lebenshaltungskosten seiner sechsköpfigen Fa-
milie zu erzielen. 

Gemäss Beweisergebnis ist erstellt, dass der Beschuldigte in der Zeit vom 
1.9.2013 bis zum 11.2.2015 6 Ernten à insgesamt 120‘000 Gramm bzw. 120 kg 
Marihuanablüten erlangen konnte. Durch die Ernten hätte der Beschuldigte im 
Grosshandel einen Umsatz von rund CHF 780‘000.00 erzielen können. Der grosse 
Umsatz bzw. der erhebliche Gewinn muss allerdings effektiv erzielt, d.h. realisiert 
worden sein. Daran mangelt es, solange bspw. der Preis für das verkaufte Betäu-
bungsmittel nicht bezahlt worden ist. Die blosse Aussicht oder Erwartung eines 
entsprechenden Umsatzes oder Gewinnes reicht nicht aus (FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, BetmG Kommentar, 3. Aufl. 2016, N. 220 zu Art. 19). Der 
potentielle Gewinn der Indooranlage von CHF 780‘000.00, welcher der Beschuldig-
te hätte erzielen können, reicht für die Gewerbsmässigkeit alleine noch nicht aus, 
obwohl bereits daraus ein aufwändiges, zeitintensives und damit berufsmässiges 
Handeln abgeleitet werden kann. Der Beschuldigte verkaufte vom 1.9.2013 bis zum 
11.2.2015 mindestens einen Teil der Ernten an D.________ und allenfalls weitere 
Abnehmer. Hinzu kommt der Verkauf von fünf Stecklingen, für welche der Beschul-
digte je CHF 8.00 bis CHF 10.00 erhielt – einer weiteren, zwar angeklagten Hand-
lung, die aber betragsmässig vernachlässigbar ist. Der Beschuldigte erzielte mit der 
Indooranlage einen Umsatz von mindestens CHF 100‘000.00 bzw. einen Ertrag 
von mindestens CHF 10‘000.00. Damit ist der erzielte Umsatz und der erzielte Er-
trag nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts «gross» im Sinne von Art. 19 
Abs. 2 Bst. c BetmG (vgl. BGE 129 IV 188 E. 3.1.3). Mithin ist auch die zweite Qua-
lifikation des gewerbsmässigen Handelns zu bejahen und der entsprechende vor-
instanzliche Schuldspruch zu bestätigen.

30

IV. Strafzumessung

12. Allgemeine Ausführungen

Es kann vorab auf die korrekten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur 
Strafzumessung und zur Gesamtstrafenbildung (Art. 49 Abs. 1 des Schweizeri-
schen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]) verwiesen werden (pag. 967 ff., S. 20 
ff. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gelangt Art. 49 Abs. 1 StGB bei ge-
werbsmässigen Delikten als Kollektivdelikten nicht zur Anwendung, da die Straf-
schärfung bereits durch die Qualifizierung im besonderen Teil des StGB vorgese-
hen ist. Von diesem Grundsatz ist nur abzuweichen, wenn während verschiedener, 
voneinander getrennter Zeitabschnitte gewerbsmässig delinquiert wurde, ohne 
dass den einzelnen Phasen ein umfassender Entschluss zugrunde lag und die De-
liktsserien auch objektiv nicht als Einheit im Sinne eines zusammenhängenden Ge-
schehens erscheinen (BGE 116 IV 121 E. 2b/aa, Urteil des Bundesgerichts 
6B_207/2013 vom 10.9.2013 E. 1.3.1)

Der Beschuldigte hat sich der doppelt qualifizierten – nämlich banden- und ge-
werbsmässig begangenen – Widerhandlung gegen das BetmG im Sinne von 
Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 Bst. b und Bst. c BetmG schuldig gemacht. Sämtliche 
Delikte betreffen den Betrieb derselben Indooranlage, beschlagen den gleichen 
Zeitraum und sind aus demselben wirtschaftlichen Zweck begangen worden. Zumal 
die bandenmässig begangene Widerhandlung gegen das BetmG einen Teil der 
gewerbsmässigen Tätigkeit betrifft, sind alle Delikte unmittelbar miteinander ver-
bunden, weshalb vorliegend in der Delinquenz des Beschuldigten nicht von einem 
zeitlichen Unterbruch die Rede sein kann. 

Die Strafandrohung für qualifizierte Widerhandlungen gegen das BetmG beträgt 
Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr, womit eine Geldstrafe verbunden werden 
kann (Art. 19 Abs. 2 BetmG). Trotz dem Strafmilderungsgrund von Art. 19 Abs. 3 
Bst. a BetmG (Anstaltentreffen zum Anbau von Drogenhanf) sind vorliegend keine 
aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, aufgrund welcher der ordentliche Straf-
rahmen zu verlassen wäre (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5). Der massgebliche (ordentli-
che) Strafrahmen reicht somit von einem Jahr bis 20 Jahren Freiheitsstrafe, mit der 
Möglichkeit einer kombinierten Geldstrafe. 

Die Kammer hat wie bereits erwähnt das Verbot der reformatio in peius zu beach-
ten, weshalb sie an die Maximalstrafen von 40 Monaten Freiheitsstrafe und 220 
Tagessätzen Geldstrafe gebunden ist. Demgegenüber können in der Berechnung 
die Strafanteile für die einzelnen Delikte auch mit höheren Werten eingesetzt wer-
den, als sie von der Vorinstanz verwendet wurden, denn das Verschlechterungs-
verbot wirkt sich nur auf das Ergebnis, mithin das Dispositiv, des Urteils aus, nicht 
auf dessen Begründung (BGE 139 IV 282 E. 2.6).

Bezüglich den qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG ist eine Freiheits-
strafe auszusprechen (vgl. Ziff. 14 ff.). Demgegenüber erachtet auch die Kammer – 
in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz (pag. 969, S. 22 der 

31

erstinstanzlichen Entscheidbegründung) – bezüglich der Widerhandlungen gegen 
das AuG und das AHVG eine Geldstrafe als angezeigt.

Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht über umfas-
sende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung, doch sind die Kammern bei gleich-
bleibenden Schuldsprüchen und vergleichbarer Gewichtung der übrigen Strafzu-
messungsfaktoren bezüglich einer allfälligen Abweichung von der durch die Vorin-
stanz festgelegten Sanktion zurückhaltend, da die erstinstanzlichen Gerichte von 
allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren Eindruck gewinnen und 
in bestimmten Deliktskategorien über eine reiche Praxis mit vielen Vergleichsmög-
lichkeiten verfügen. Für gleiche Schuldsprüche ist daher in solchen Fällen eine Kor-
rektur im Strafmass durch die Kammer nur angezeigt, wenn wesentliche Tat- oder 
Täterkomponenten oder Abstufungen unter Teilnehmern unberücksichtigt geblie-
ben oder falsch gewürdigt worden sind oder wenn seit dem erstinstanzlichen Urteil 
wesentliche, die Strafzumessung beeinflussende Änderungen eingetreten sind.

13. Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ bemängelt, die Vorinstanz habe lediglich in zwei Zeilen 
festgehalten, das Verschulden des Beschuldigten sei «recht erheblich» und daher 
sei eine Einsatzstrafe von 30 Monaten angemessen. Diese Einsatzstrafe sei im 
Verhältnis zu ähnlichen Fällen viel zu hoch. Gemäss FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JUCKER gelte folgender Strafzumessungsgrundsatz: «Die für den 
gewerbsmässigen Anbau und Vertrieb von Cannabis gesprochenen Strafen bewe-
gen sich in der Praxis selbst bei (zu vermutenden bzw. hochrechenbaren) Umsät-
zen im Millionenbereich eher im unteren Bereich des Strafrahmens der Qualifikati-
on». Im Vergleich zur Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. pag. 1084) und der 
kantonalen Gerichte (pag. 1087) erweise sich die Einsatzstrafe von 30 Monaten 
ebenfalls als deutlich zu hoch. Vielmehr sei eine Einsatzstrafe von maximal 15 Mo-
naten angemessen (pag. 1084). Die Vorinstanz habe dem damals noch nicht ab-
geschlossenen Strafverfahren des Kantons Freiburg eine besondere Bedeutung 
beigemessen. Der Beschuldigte sei dort nur wegen einer einfachen Widerhandlung 
gegen das BetmG zu einer unbedingten Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu 
CHF 20.00 verurteilt worden. Die Täterkomponenten würden nur zu einer leichten 
Erhöhung des Verschuldens führen, so dass eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten 
nicht überschritten werden dürfe, selbst wenn die Qualifikation der Gewerbsmäs-
sigkeit wider Erwarten bejaht werden würde (pag. 1085).

Betreffend Widerhandlungen gegen das AuG sei nicht berücksichtigt worden, dass 
der Beschuldigte seit der Einreise seines Schwagers intensiv um die Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung mit Ermächtigung zur Erwerbstätigkeit bemüht gewesen sei. 
Insgesamt sei daher eine Geldstrafe von 150 Strafeinheiten (30 für die Erleichte-
rung des rechtswidrigen Aufenthalts und 120 für die Beschäftigung ohne Bewilli-
gung) angemessen, wobei der Tagessatz auf CHF 30.00 festzulegen sei 
(pag. 1085).

Die Generalstaatsanwaltschaft führt dagegen aus, die Vorinstanz habe das Ver-
schulden des Beschuldigten ausreichend bedacht. Unter Berücksichtigung des 

32

Strafrahmens von bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe, sei die Einsatzstrafe von 30 
Monaten angemessen. Es sei auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts in 
BGE 135 IV 191 E. 3.1 hinzuweisen. Vorliegend sei kein Ermessensmissbrauch er-
sichtlich. Daher könne der Beschuldigte mit der Auflistung anderer Urteile nichts zu 
seinen Gunsten ableiten. Es sei zudem nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz 
dem Strafverfahren des Kantons Freiburg eine besondere Bedeutung beigemessen 
habe. Es habe sich dort um einen völlig anderen Lebenssachverhalt gehandelt und 
die beiden Verfahren hätten keine Berührungspunkte. Es könne daraus nichts zu 
Gunsten des Beschuldigten abgeleitet werden (pag. 1103).

Betreffend die Strafzumessung zu den Widerhandlungen gegen das AuG habe der 
Beschuldigte nicht dargetan, wie die geltend gemachten Bemühungen des Be-
schuldigten ausgesehen hätten. Dies gehe auch nicht aus den Akten hervor. Die 
erstinstanzliche Strafzumessung sei nicht zu beanstanden (pag. 1103).

Rechtsanwalt B.________ repliziert, das Verfahren in Österreich dürfe nicht zu 
Lasten des Beschuldigten berücksichtigt werden, zumal dieses eingestellt worden 
sei. Die Vorinstanz habe die gesetzlichen Anforderungen an die Strafzumessung 
verletzt (vgl. BGE 118 IV 14). Es sei unstatthaft, bei der Strafzumessung keine 
Präzedenzfälle heranzuziehen. Das Bundesgericht habe im Urteil 6P.100/2005 
vom 13.1.2006 E. 3.3.2 selbst eine lange Liste von vergleichbaren Urteilen beige-
zogen. Ferner habe die Vorinstanz das Doppelverwertungsverbot verletzt. Die Um-
schreibungen «professionell», «planmässig», «darauf ausgelegt, mit seinen Dro-
gengeschäften möglichst viel Gewinn zu erzielen» und «monetären egoistischen 
Beweggründen» seien Elemente der Qualifikation, weshalb sie bei der Strafzumes-
sung nicht erneut hätten berücksichtigt werden dürfen. Der Ausgang des Strafver-
fahrens im Kanton Freiburg spiele zudem eine wesentliche Rolle, weil der Beschul-
digte bisher nur wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt 
worden sei. Eine Erhöhung aufgrund der Täterkomponenten um 10 Monate sei da-
her willkürlich (pag. 1122 f.).

In den Akten sei klar ersichtlich, dass sich der Beschuldigte um eine gesetzeskon-
forme Regelung des Aufenthalts seines Schwagers C.________ bemüht habe. Er 
habe mit ihm schriftliche Arbeitsverträge abgeschlossen (pag. 483; 486), zuhanden 
der Behörden Lohnausweise und -abrechnungen erstellt (pag. 489 ff.), ein Gesuch 
um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung beim Migrationsdienst des Kantons Bern 
gestellt (pag. 492) und im Rahmen des Briefwechsels mit dem Migrationsdienst 
verschiedene Formulare ausgefüllt (pag. 500 ff.). Daher sei eine Geldstrafe von le-
diglich 150 Strafeinheiten angemessen (pag. 1124).

14. Konkrete Strafzumessung für die Widerhandlungen gegen das BetmG

14.1 Vorbemerkungen

Entgegen den Ausführungen der Verteidigung ist die Strafzumessung der Vorin-
stanz nicht zu bemängeln, weil sie ihrer schriftlichen Begründung keine Referenzur-
teile zu Grund legte. Denn die Strafe ist nicht nach dem Erfolg, sondern nach dem 
Verschulden zuzumessen. Dieses bezieht sich auf den gesamten Unrechts- und 
Schuldgehalt der Straftat und bildet damit das wesentliche Strafzumessungskriteri-
um. Bei der Bestimmung der Schwere des Verschuldens hat das Gericht die Um-

33

stände der Tat zu beachten. Das Bundesgericht rügte im Urteil 6B_991/2015 vom 
24.5.2016 das Vorgehen der Vorinstanz, weil sie für die Festsetzung der Einsatz-
strafe von einer Referenzstrafe ausging, bei welcher die konkreten Tatumstände 
nicht in allen Details bekannt waren (E. 7 ff.). Die Strafzumessung ist für die jewei-
lige Tat einzeln durchzuführen. Dabei kann sich das Gericht an einzelnen Urteilen 
orientieren, was im Hinblick auf die Gleichbehandlung der Straftäter sachgerecht 
sein kann (wobei die Fallumstände nie genau gleich sind). Die Gerichte sind indes-
sen nicht verpflichtet, ihren schriftlichen Begründungen zwingend Referenzurteile 
zu Grunde zu legen (vgl. BGE 135 IV 191 E. 3.1). Vielmehr hat das Gericht nach 
Art. 50 StGB die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren 
Gewichtung festzuhalten. Es muss die Überlegungen, die es bei der Bemessung 
der Strafe vorgenommen hat, in den Grundzügen wiedergeben, so dass die Straf-
zumessung nachvollziehbar ist (BGE 134 IV 17 E. 2.1). 

Der Beschwerdeführer kann mithin aus den von der Verteidigung zitierten Urteilen 
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Anzufügen bleibt, dass die von der Verteidigung 
kritisierte und aus Sicht der Kammer unzutreffende verbale Bewertung des Tatver-
schulden durch die Vorinstanz als «recht erheblich» – in Relation zum vorliegend 
massgeblichen Strafrahmen bis 20 Jahre Freiheitsstrafe – zu einer wesentlich 
höheren Einsatzstrafe hätte führen müssen.

Ferner ist das Doppelverwertungsverbot so lange nicht verletzt, als das Gericht die 
zum höheren Strafrahmen führenden Umstände innerhalb des abgeänderten Straf-
rahmens nicht noch einmal als Straferhöhungsgrund berücksichtigt (BGE 141 IV 14 
E. 5.4). Daraus kann jedoch noch kein Verbot entsprechender Formulierungen ab-
geleitet werden, solange diese nicht zweimal erhöhend berücksichtigt werden.

14.2 Tatkomponenten

14.2.1 Objektives Tatverschulden (objektive Tatschwere)

Das Betäubungsm