# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3dfd07a1-d335-50be-bf82-d43fd49306da
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.07.2021 IV 2020/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-2_2021-07-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/2

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 04.01.2022

Entscheiddatum: 06.07.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 06.07.2021
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter 
Berücksichtigung medizinischer Berichte. Einkommensvergleich. Kein 
rentenbegründender Invaliditätsgrad. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juli 
2021, IV 2020/2).

Entscheid vom 6. Juli 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2020/2

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roman Schmidlin, Hofmann Gehler Schmidlin, 

Lattenhofweg 4, Postfach 2151, 8645 Jona,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im August 2018 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, eine Anlehre als Schreiner absolviert zu 

haben. Die Arbeitgeberin gab am 17. September 2018 an (IV-act. 8), der Versicherte sei 

vom 1. Juli 2004 bis 31. Juli 2018 als Bankschreiner in einem Vollzeitpensum (41.5 

Stunden pro Woche) tätig gewesen. Seit dem Januar 2017 habe der Jahreslohn Fr. 

71'500.-- betragen.

A.a. 

Am 11. Oktober 2018 berichtete der Chefarzt Dr. med. B.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, von der 

chirurgischen Klinik/Orthopädie des Spitals C.___ der IV-Stelle (IV-act. 10), der 

Versicherte leide an einem Status nach Vorfusskorrektur rechts (Scarf/Akin-

Osteotomie, Weiloste-Osteotomie Dig. II) sowie Mallet Toe Korrektur Dig. II rechts vom 

25.06.2018 mit einem chronischen, aktuell jedoch abgeheilten, Ulkus Dig. II medial und 

Metatarsalgie Dig. II. Weiter gaben die Fachärzte folgende Nebendiagnosen an: 

Koronare Herzkrankheit (mit Status nach Implantation eines Stents 09/2018, mit 

kardiovaskulären Risikofaktoren: Dyslipidämie, Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas 

Grad I), Diabetes mellitus Typ 2, ED 2005 (mit sekundärer Insulinpflicht seit 2007, mit 

Folgeschäden: Nephropathie, erektile Dysfunktion, periphere Polyneuropathie, 

diabetisches Fusssyndrom Grad 1c), periphere arterielle Verschlusskrankheit Stadium 1 

(mit Verschluss der Arteria tibialis anterior links), Polymialgia rheumatica, obstruktives 

Schlafapnoesyndrom, medial betonte Pangonarthrose rechts. Der Versicherte habe 

angegeben, die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund von lateral lokalisierten, 

belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich der Grosszehe rechts eingeschränkt. 

Dem Versicherten sei eine für die Füsse weniger belastende Tätigkeit in vorwiegend 

A.b. 

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sitzender Position in einem Pensum von 100% möglich. Postoperativ zeige sich ein 

komplikationsloser Verlauf; mit Tragen von Schuheinlagen könnten sich die Schmerzen 

im weiteren Verlauf erneut verbessern. Am 5. November 2018 gab der Hausarzt Dr. 

med. E.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, gegenüber der IV-

Stelle telefonisch an (IV-act. 13-4), die Situation des Versicherten sei komplex. Die 

Ulcussituation mit der Nekrose beinahe bis auf den Knochen sei gravierend gewesen. 

Auffallend sei, dass die Schmerzen im Fuss auch postoperativ noch gravierend seien; 

der Versicherte sei aus diesem Grund im Stehen und Gehen stark eingeschränkt. Die 

Situation müsse abgeklärt werden; der Grund für die Schmerzen sei noch unklar. 

Neben einem Diabetes leide der Versicherte auch an einer koronaren Erkrankung 

(Einsetzen von Stents im September 2018). Auffallend seien auch die rheumatischen 

Beschwerden. Eine Arbeitsfähigkeit in einer stehend, gehenden Tätigkeit sei weiterhin 

nicht gegeben. Mit der Wiederaufnahme der Tätigkeit als Bankschreiner sei während 

der laufenden Kündigungsfrist (aufgrund der Sperrfrist noch laufend bis 31. Januar 

2019) nicht mehr zu rechnen. Zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit könne er keine Aussage machen. Er wolle dazu eine Zweitmeinung einholen. 

Die RAD-Ärztin Dr. med. D.___ führte am 15. November 2018 aus (IV-act. 14), aktuell 

sei der Gesundheitszustand des Versicherten nach einer Vorfusskorrektur rechts am 

25. Juni 2018 bei chronischem Ulkus Dig. II medial und Hallux valgus als instabil 

anzusehen, da der Versicherte noch erhebliche Schmerzen habe und kaum auftreten 

könne. Als Schreiner oder in anderen vorwiegend gehenden und stehenden Tätigkeiten 

sei der Versicherte voll arbeitsunfähig. Für vorwiegend sitzende Tätigkeiten bestehe 

eine ganztägige Arbeitsfähigkeit.

Am 9. Januar 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 30), sein 

Gesuch vom 20. Dezember 2018 für die Kostengutsprache von orthopädischen 

Serienschuhen einschliesslich deren Fertigstellung werde gutgeheissen.

A.c. 

Der Hausarzt Dr. E.___ gab am 13. März 2019 an (IV-act. 34), der Versicherte 

könne wohl nicht mehr in seinem alten Beruf als Schreiner arbeiten. Der Versicherte 

könne nur noch kurze Zeit schmerzfrei stehen. Die bisherige Tätigkeit sei dem 

Versicherten daher weniger als 4 Stunden pro Tag zumutbar. Eine leidensangepasste 

Tätigkeit könne mehr als 4 Stunden pro Tag ausgeübt werden, wobei die Prognose zur 

Eingliederung schwierig sei. Die Fachärzte der F.___ Klinik, Abteilung Fusschirurgie, 

A.d. 

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hatten am 22. Januar 2019 berichtet (IV-act. 34-7 f.), der Versicherte habe angegeben, 

er leide seit der im Juni 2018 durchgeführten Vorfusskorrektur rechts an 

persistierenden Schmerzen im Bereich des 1. und 2. Mittelfussköpfchens mit dadurch 

bedingtem antalgischem Fehlbelasten der Fussaussenseite. Schmerzen träten 

belastungsabhängig, jedoch nicht immer zuverlässig reproduzierbar auf. Er habe nach 

Geh- oder Stehbelastungen nicht unbedingt, jedoch beim Wiederanlaufen dann 

stärkste Schmerzen. Die Fachärzte gaben an, die vom Versicherten beschriebenen 

Beschwerden gingen von einer ausgeprägten Metatarsalgie 1 und 2 bei einer starken 

Verkürzung der Wadenmuskulatur aus. Neben der Schuhversorgung sei mehrmals 

täglich eine Dehnung der verkürzten Wadenmuskulatur notwendig. Bei 

Beschwerdepersistenz könne eine CT-Untersuchung durchgeführt werden und damit 

die Frage klären, ob die Schraube im Metatarsale 2-Köpfchen eventuell zu lang sei und 

ob die Osteotomien konsolidiert seien.

Die RAD-Ärztin Dr. D.___ notierte am 25. März 2019 (IV-act. 35), der Versicherte 

weise eine multifaktoriell bedingte Fussproblematik mit Spätkomplikationen eines 

Diabetes mellitus auf, weshalb vorwiegend stehende oder gehende Tätigkeiten nicht 

mehr ausgeübt werden könnten. Dabei handle es sich um ein chronisches Leiden, 

welches sich nicht wesentlich verbessern werde. Als Schreiner oder in anderen, 

vorwiegend gehenden und stehenden Tätigkeiten bestehe keine oder höchstens eine 

geringe Arbeitsfähigkeit. Auch das regelmässige Ersteigen von Leitern und Gerüsten 

sowie schwere Hebe- und Tragebelastungen seien nicht mehr möglich. In einer 

leidensadaptierten Tätigkeit bestehe medizinisch-theoretisch eine ganztägige 

Arbeitsfähigkeit mit einer etwa 20%igen Leistungsminderung wegen eines erhöhten 

Pausenbedarfs. Eine adaptierte Tätigkeit sollte überwiegend sitzend oder 

fussentlastend und körperlich leicht bis gelegentlich mittelschwer sein sowie keine 

Nachschichten umfassen.

A.e. 

Mit einem Vorbescheid vom 26. Juni 2019 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 43). Am 31. Oktober 2019 beantragte 

der Versicherte die Zusprache einer Viertelsrente (IV-act. 49). Zur Begründung führte er 

aus, die IV-Stelle habe bei der Berechnung des Invaliditätsgrades nicht berücksichtigt, 

dass er italienischer Staatsangehöriger sei, nur eine Anlehre gemacht habe, bereits 6_ 

Jahre alt sei und nur noch Teilzeit arbeiten könne. Für ihn sei es weiter schwierig, eine 

A.f. 

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B.  

leidensadaptierte Tätigkeit zu finden, zumal er auch auf einen erhöhten Pausenbedarf 

angewiesen und somit für einen potenziellen Arbeitgeber nicht voll einsetzbar wäre. 

Damit sei auch die Anzahl an Verweistätigkeiten erheblich reduziert. Zudem habe er mit 

einem sehr viel tieferen Lohn zu rechnen als ein gesunder Mensch. All dies rechtfertige 

einen "leidensbedingten Abzug" von 15%, womit ein IV-Grad von 42% resultiere. 

Aufgrund der fehlenden Möglichkeit, sich in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, 

stelle sich auch die Frage, ob nicht eine ganze Invalidenrente geschuldet sei. Am 21. 

November 2019 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt die Abweisung des 

Rentenbegehrens (IV-act. 50). In der Begründung gab sie an, ein fortgeschrittenes 

Alter, eine niedrige berufliche Qualifikation und mangelnde Sprachkenntnisse 

rechtfertigten keinen Abzug vom Invalideneinkommen, da es sich um invaliditätsfremde 

Faktoren handle. Diese Gesichtspunkte würden berücksichtigt, indem das 

Invalideneinkommen gemäss der niedrigsten Anforderungsstufe anhand der 

Tabellenlöhne berechnet werde. Nachdem gemäss der medizinischen Einschätzung 

auch mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien, entfalle ein Anspruch auf einen 

"Leidensabzug". Ein Teilzeitabzug sei ebenfalls nicht gerechtfertigt, da der 

Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit in einer Ganztagesstelle verwerten könne; 

die Einschränkungen seien in der um 20% verminderten Leistungsfähigkeit 

berücksichtigt.

Am 7. Januar 2020 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 21. November 2019 der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) erheben (act. G 1). Er beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer Viertelsrente. In seiner Begründung 

wiederholte er im Wesentlichen, was er bereits am 31. Oktober 2019 gegen den 

Vorbescheid vorgebracht hatte (vgl. Bst. A.f).

B.a. 

Am 12. Februar 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung gab sie an, der Umstand, dass nur noch 

adaptierte Tätigkeiten möglich seien, bilde keinen Grund für einen zusätzlichen 

leidensbedingten Abzug, denn der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 umfasse eine 

Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten. Auch der erhöhte Pausenbedarf 

B.b. 

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sei mit der Leistungsminderung von 20% berücksichtigt worden. Weiter sei sowohl 

aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs als auch wegen der nur noch teilzeitlich 

möglichen Erwerbstätigkeit kein Abzug gerechtfertigt, wenn eine grundsätzlich 

vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitsbedingt lediglich reduziert 

leistungsfähig sei. Da Hilfsarbeiter auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

altersunabhängig nachgefragt würden, stelle auch das Alter keinen Grund für einen 

Abzug dar. Es treffe zwar zu, dass der Beschwerdeführer vom 1. Juli 2004 bis zum 31. 

Juli 2018 beim gleichen Arbeitgeber tätig gewesen sei und den bisher allenfalls 

lohnrelevanten Vorteil der bisherigen Dienstjahre verliere. Diesbezüglich sei jedoch zu 

berücksichtigen, dass sich das Anfangseinkommen in einer neuen Firma in der Regel 

nicht isoliert nach der Anzahl Dienstjahre, sondern auch aufgrund der mitgebrachten 

Berufserfahrungen bestimme. Zudem sei dies auch positiv zu werten, indem die durch 

die langjährige Betriebstreue ausgewiesenen Zuverlässigkeit und Tüchtigkeit sich bei 

einem anderen Arbeitgeber im Anfangslohn niederschlage. Vor allem bleibe aber zu 

beachten, dass die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnehme, je 

niedriger das Anforderungsprofil sei. Damit sei auch aufgrund der Dienstjahre kein 

Abzug vorzunehmen. Auch rechtfertige die tiefere berufliche Qualifikation keinen Abzug 

vom Invalideneinkommen, da eine Hilfstätigkeit definitionsgemäss keine berufliche 

Ausbildung verlange. Mit Blick auf die ausländische Herkunft ergebe sich, dass gemäss 

der Tabelle T12 der LSE 2016 Männer mit einer Niederlassungsbewilligung C ohne eine 

Kaderfunktion zwar weniger als ein Schweizer, aber mehr als das für die 

Invaliditätsbemessung herangezogene Durchschnittseinkommen verdienten. Damit 

rechtfertige auch die Nationalität keinen Abzug vom Invalideneinkommen. Im Übrigen 

seien die Anstellungschancen trotz des fortgeschrittenen Alters auf dem von Gesetzes 

wegen als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt als intakt zu erachten, zumal die 

dem Beschwerdeführer offenstehenden zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten im Rahmen 

eines Vollzeitpensums ausgeübt werden könnten. Demnach sei die erwerbliche 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen.

In seiner Replik vom 29. April 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

fest (act. G 8). Ergänzend führte er aus, dass ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug 

zu gewähren sei, wenn die versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. Dies sei bei ihm 

B.c. 

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Erwägungen

1.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 21. November 2019 hat die 

Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen. Da 

das Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel 

hat, muss es sich auf den in der Verfügung enthaltenen Gegenstand beschränken. 

Folglich ist nur zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

gehabt hat.

2.  

gegeben. Er werde aufgrund seines Alters lediglich noch rund vier Jahre auf dem 

Arbeitsmarkt aktiv sein. Ein Arbeitgeber werde prüfen, ob sich die Einarbeitung, welche 

sich aufgrund der verminderten Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers stark 

verlängere, eines 61-Jährigen noch lohne, welcher länger brauche, um die Arbeiten 

vollumfänglich zu übernehmen und zusätzlich nach sehr kurzer Zeit in Pension gehen 

werde. Auch stellten die höheren Sozialversicherungskosten ein Hindernis für ältere 

Arbeitnehmende dar. Dies finde auch Niederschlag in der Einkommensbemessung. 

Viele Unternehmen versuchten, die höheren Sozialversicherungskosten über niedrigere 

Lohnkosten zu kompensieren. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt finde sich kein 

Arbeitgeber mehr für ihn; seine Restarbeitsfähigkeit sei damit nicht verwertbar.

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 27. Mai 2020 auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G 10).

B.d. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

2.1. 

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3.  

SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

2.2. 

Der Beschwerdeführer hat sich im August 2018 mit einem Leistungsbegehren 

angemeldet. Ab Januar 2018 ist der Beschwerdeführer durchschnittlich mehr als 40% 

arbeitsunfähig gewesen (Fremdakten act. 1-26 ff.). Unter der Berücksichtigung des 

Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und der sechsmonatigen Frist nach Art. 29 

Abs. 1 IVG ist der potentielle Rentenbeginn daher auf den Februar 2019 festzusetzten. 

Basis für den Einkommensvergleich bilden somit die Verhältnisse im Jahr 2019.

2.3. 

Der Beschwerdeführer hat eine Anlehre als Schreiner absolviert und ist bis zum 

Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung als Schreiner tätig gewesen. Zuletzt hat 

er im Jahr 2017 einen Jahreslohn von Fr. 71'500.-- erzielt (IV-act. 8-5). Der 

Nominallohnindex hat für Männer im Jahr 2017 129.00 Punkte betragen (BfS, 

Nominallohnindex 1993-2010, T1.93). Im Jahr 2019 hat sich ein neuer 

Nominallohnindexstand von 130.7 Punkten ergeben (BfS, Nominallohnindex 

1993-2010, T1.93). Der Jahreslohn (=Valideneinkommen) hätte sich damit im Jahr 2019 

auf Fr. 72'442.25 belaufen.

3.1. 

Dem Beschwerdeführer ist gemäss den übereinstimmenden Einschätzungen der 

behandelnden Ärzte und der RAD-Ärztin die bisherige Tätigkeit als Schreiner nicht 

mehr zumutbar. Die Invalidenkarriere besteht daher in der (zumutbaren) Verrichtung 

von Hilfsarbeiten. Im Jahr 2018 hat das monatliche Bruttoeinkommen bei einer 

Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche für einen Hilfsarbeiter Fr. 5'417.-- betragen 

(Bundesamt für Statistik, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen, 

Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, TA1). Umgerechnet auf ein 

Bruttojahreseinkommen für Hilfsarbeiter im Jahr 2018 bei einer betriebsüblichen 

Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt dies Fr. 67'766.65 (5'417/40 × 41.7 × 12). Der 

3.2. 

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Nominallohnindex hat für Männer im Jahr 2018 129.6 Punkte betragen (BfS, 

Nominallohnindex 1993-2010, T1.93). Im Jahr 2019 hat sich ein neuer 

Nominallohnindexstand von 130.7 Punkten ergeben (BfS, Nominallohnindex 

1993-2010, T1.93). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung hätte sich der 

Jahresbruttolohn für Hilfsarbeiter im Jahr 2019 folglich auf Fr. 68'341.85 belaufen. Dem 

Beschwerdeführer steht wegen seinen gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr 

das ganze Spektrum der auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

existierenden Hilfsarbeiten zur Verfügung. Aus den medizinischen Akten geht hervor, 

dass dem Beschwerdeführer aufgrund der Fussschmerzen noch eine überwiegend 

sitzende oder fussentlastende, körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere 

Tätigkeit zumutbar ist, die keine Nachtschichten umfasst. Das regelmässige Ersteigen 

von Leitern und Gerüsten sowie schwere Hebe- und Tragebelastungen sind nicht 

möglich. Auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt existiert aber eine 

Vielzahl von Hilfsarbeitsstellen, die nicht unzumutbar belastend, also ideal 

leidensadaptiert sind. Bleibt die Frage zu beantworten, wie hoch die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers für solche ideal leidensadaptierte Hilfsarbeitstätigkeiten ist. Dr. 

B.___ hat am 11. Oktober 2018 angegeben, dem Versicherten sei eine für die Füsse 

weniger belastende Tätigkeit in vorwiegend sitzender Position in einem Pensum von 

100% möglich. Postoperativ zeige sich ein komplikationsloser Verlauf; mit Tragen von 

Schuheinlagen könnten sich die Schmerzen im weiteren Verlauf erneut verbessern. Der 

Hausarzt Dr. E.___ hat für eine adaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 4 

Std. pro Tag angegeben. Die RAD-Ärztin Dr. D.___ ist zum Schluss gekommen, dass 

dem Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit 

einer etwa 20%igen Leistungsminderung wegen eines erhöhten Pausenbedarfs 

zumutbar sei. Die behandelnden Ärzte sowie auch die RAD-Ärztin sind sich darin einig, 

dass der Beschwerdeführer aufgrund der belastungsabhängigen Fussschmerzen als 

Spätkomplikation eines Diabetes mellitus und damit aufgrund einer klar abgrenzbaren 

somatischen Gesundheitsbeeinträchtigung nur noch eine adaptierte Tätigkeit ausüben 

kann. Eine persönliche Untersuchung durch die RAD-Ärztin hätte allenfalls eine 

zuverlässigere Beurteilung geliefert; eine solche ist aber nicht notwendig gewesen, um 

über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers befinden zu können. Im 

Sozialversicherungsrecht genügt nämlich das Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 138 V 218, E. 6). Tatsachen müssen mit anderen Worten 

nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit oder soweit erstellt sein, dass 

kein vernünftiger Zweifel mehr möglich ist. Es genügt vielmehr, wenn von mehreren 

Möglichkeiten eine als wahrscheinlicher als die andern zu qualifizieren ist. Die 

behandelnden Ärzte haben alle dieselbe (hier relevante) Diagnose erhoben und deren 

Ausprägung bzw. Schwere gleich eingeschätzt. Damit ist die rein medizinische 

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Beweislage ausreichend belegt. Die RAD-Ärztin Dr. D.___ hat auch die notwendigen 

Fach- und Sachkenntnisse, um anhand der ihr vorliegenden Berichte über den 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers eine zuverlässige Beurteilung abgeben zu 

können. Als praktische Ärztin hat Dr. D.___ damit über all jene Informationen verfügt, 

die sie benötigt hat, um eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. In 

antizipierter Beweiswürdigung kann daher davon ausgegangen werden, dass eine 

persönliche Untersuchung durch die RAD-Ärztin oder eine Begutachtung keinen 

anderen medizinischen Sachverhalt ergeben hätte. Worauf Dr. D.___allerdings ihre 

Auffassung stützt, die Schmerzen wären auch in einer adaptierten Erwerbstätigkeit so 

schwer, dass sie einen zusätzlichen Pausenbedarf im Umfang von 20% der 

Tagesarbeitszeit erfordern würden, kann nicht nachvollzogen werden. Denn in den 

Behandlerberichten, die der RAD-Ärztin als Grundlage gedient haben, findet sich 

nirgends die Angabe, wonach ein zusätzlicher Pausenbedarf notwendig wäre. Ob der 

zusätzliche Pausenbedarf nun 20% der Tagesarbeitszeit beträgt oder doch tiefer ist, 

kann vorliegend offenbleiben. Denn wie sich nachfolgend zeigt, ergibt sich auch bei der 

Annahme eines 20%igen Pausenbedarfs bzw. einer mindestens 80%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit kein rentenauslösender IV-Grad von 40% 

oder mehr.

Bleibt die Frage nach einem Tabellenlohnabzug zu beantworten. Ausschlaggebend 

für die Beantwortung dieser Frage ist, ob es dem Beschwerdeführer bei einer vollen 

Ausschöpfung der ihm aus medizinischer Sicht zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80% 

in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit objektiv möglich wäre, denselben 

betriebswirtschaftlich-ökonomischen Mehrwert zu generieren wie ein gesunder, 

durchschnittlich leistungsfähiger Arbeitnehmer, der dieselbe Tätigkeit in einem Pensum 

von 80% Prozent verrichtet. Statistisch ist kein Hinweis darauf vorhanden, dass leichte 

leidensadaptierte Tätigkeiten tiefer entlohnt würden. Auch liegen keine Erfahrungswerte 

vor, wonach Hilfsarbeiter mit Migrationshintergrund einen tieferen Lohn enthalten 

würden. Weiter trifft es zwar zu, dass ältere Arbeitnehmer auf dem realen Arbeitsmarkt 

erfahrungsgemäss mehr Schwierigkeiten als jüngere Konkurrenten haben, eine neue 

Arbeitsstelle zu finden, aber dieses Problem weist keinen Zusammenhang mit dem 

versicherten Risiko der Invalidität auf, sondern ist vollumfänglich dem Risiko der 

Arbeitslosigkeit zuzuordnen. Eine Notwendigkeit, die im Bereich der 

Invalidenversicherung massgebende Definition des allgemeinen und ausgeglichenen 

Arbeitsmarktes so zu modifizieren, dass sie auch strukturellen Problemen des realen 

Arbeitsmarktes und damit zumindest teilweise dem Risiko Arbeitslosigkeit Rechnung 

tragen würde, ist nicht ersichtlich. Das Risiko Arbeitslosigkeit muss im Bereich der 

Invalidenversicherung konsequent ausgeblendet werden, weshalb unter anderem von 

3.3. 

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4.  

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Sie ist 

vollumfänglich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der unterliegende 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung; das 

entsprechende Begehren ist abzuweisen.

Entscheid

einem Gleichgewicht zwischen Angebot an und Nachfrage nach Arbeitnehmern 

ausgegangen werden muss. Bei einem solchen (fiktiven) Gleichgewicht spielt das Alter 

eines Arbeitnehmers keine Rolle. Die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers ist also ohne Weiteres zu bejahen. Allerdings ist im Rahmen des 

ökonomischen Invaliditätsbegriffs den höheren Lohnnebenkosten Rechnung zu tragen, 

auf die der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu Recht hingewiesen hat. 

Ebenfalls zu beachten ist, dass ein älterer Arbeitnehmer gemäss den Bestimmungen in 

den Gesamtarbeitsverträgen oft einen längeren Ferienanspruch hat (vgl. dazu auch 

Geertsen Philipp, Der Tabellenlohnabzug, in: Kieser/Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum 

Sozialversicherungsrecht 2012, S. 143 f.). Dem Beschwerdeführer als Neuanfänger 

würde als Ausgleich bei einer rein betriebs-wirtschaftlich-ökonomischen 

Betrachtungsweise ein entsprechend tieferer Lohn ausbezahlt werden, um diese 

Nachteile auszugleichen, denn ein strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnder 

Arbeitgeber wird diese Mehrkosten durch einen entsprechend tieferen Bruttolohn 

kompensieren müssen, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer strikt 

betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet nicht in der Lage gewesen sein dürfte, 

einen durchschnittlichen (Brutto-) Lohn zu erzielen. Diesem Umstand ist, um die 

Berücksichtigung eines Soziallohnanteils im Invalideneinkommen zu vermeiden, mit 

einem Tabellenlohnabzug von praxisgemäss 5% Rechnung zu tragen.

Dem Valideneinkommen von Fr. 72'442.25 steht folglich ein zumutbarerweise 

erzielbares Invalideneinkommen von Fr. 68'341.85 × 95 Prozent × 80 Prozent = Fr. 

51'939.80 gegenüber. Das ergibt einen Invaliditätsgrad von gerundet 28.3%. Da erst ab 

einem Invaliditätsgrad von 40% ein Rentenanspruch bestehen würde, hat die 

Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-

Rente verneint. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.

3.4. 

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese 

sind durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

3. Das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.07.2021
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter Berücksichtigung medizinischer Berichte. Einkommensvergleich. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juli 2021, IV 2020/2).

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		2025-07-19T02:38:05+0200
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