# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3792381c-2f6c-500c-8e04-53f9f04fce23
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-23
**Language:** de
**Title:** Mobilfunk-Basisstation. Einordnung. Definition der kleineren technisch bedingten Aufbaute bei solchen Anlagen (§ 292 PBG; Präzisierung der Rechtsprechung). Ideelle Immissionen. Standortdatenblattberechnungen. Abnahmemessungen. Zonenkonformität.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0052/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nr._0052-2019_vom_23._mai_2019.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2018.00066 
0052/2019  

Entscheid vom 23. Mai 2019  

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Reto Philipp, Baurichter Urs Hany, Baurichter Andreas 
Madianos, Gerichtsschreiber Roland Blaser   

in Sachen 

Rekurrentin 

Salt Mobile SA, [….] 

gegen 

Rekursgegner 

1.  Baubehörde X, [….]  

Beigeladene 

2.  Anlagestiftung Z, [….]  

3.  N. L., [….]  

betreffend 

Beschluss  der  Baubehörde  X  vom  14. März  2018;  Bauverweigerung  für 
Mobilfunkanlage  
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben:  

A.  

Mit  Beschluss  vom  14. März  2018  verweigerte  die  Baubehörde  X  der  Salt 

Mobile SA  die Erstellung einer Mobilfunk-Basisstation auf dem Mehrfamili-

enhaus Y-Weg 7 [….]. 

B. 

Dagegen rekurrierte die Salt Mobile SA mit Eingabe vom 18. April 2018 in-

nert gesetzlicher Frist an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und be-

antragte: 

"1.  Der Beschluss der Baubehörde X [….] vom 14. März 2018 sei aufzu-
heben  und  die  Baubehörde  X  sei  anzuweisen,  die  Baubewilligung 
betreffend  Bau  einer  Mobilfunkantennenanlage  [….]  am  Y-Weg  7  in  
X, zu erteilen; 

  2.  Es sei ein Augenschein durchzuführen; 

  3.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. der gesetzlichen 

Mehrwertsteuer zu Lasten der Rekursgegnerin." 

C. 

Mit Verfügung vom 19. April 2018 wurde der Eingang des Rekurses vorge-

merkt, diesem die aufschiebende Wirkung zuerkannt und das Vernehmlas-

sungsverfahren eröffnet.  

D.  

Mit Verfügungen vom 3. bzw. 7. Mai 2018 wurden die Anlagestiftung Z so-

wie N. L. antragsgemäss in das Rekursverfahren beigeladen. 

E. 

In  ihren  Rekursantworten  vom  16. Mai,  4.  und  8.  Juni  2018  beantragten 

sowohl die Vorinstanz als auch die Beigeladenen im Wesentlichen die Ab-

weisung  des  Rekurses.  Die  Vorinstanz  und  die  Beigeladenen  verlangten 

zudem die Zusprechung von Umtriebsentschädigungen. 

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Seite 2 

 
 
F.  

Die Replik der Rekurrentin datiert vom 2. Juli 2018; die Dupliken der Beige-

ladenen vom 13. bzw. 18. Juli 2018. 

G. 

Am  10. September  2018  führte  das  Baurekursgericht  in  Anwesenheit  der 

Parteien einen Augenschein vor Ort durch. Im Anschluss daran wurde das 

Rekursverfahren im Einvernehmen mit den Parteien informell sistiert.  

H. 

In ihrer E-Mail-Eingabe vom 4. April 2019 teilte die Rekurrentin dem Baure-

kursgericht  mit,  sie  halte  an  ihrem  Baugesuch  vollumfänglich  fest.  Lösun-

gen  im  Einvernehmen  mit  der  Rekursgegnerschaft  seien  in  der  Zwischen-

zeit keine gefunden worden.  

I. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  Ergebnisse  des  Augenscheins 

wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den  nachstehenden  Erwägungen  einge-

gangen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die  Rekurrentin  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen  Bauverweigerung 

mehr  als  irgendwelche  Dritte  oder  die  Allgemeinheit  in  ihren  eigenen  Inte-

ressen betroffen sowie aufgrund ihrer Rügen im Sinne von § 338a des Pla-

nungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  rechtsmittellegitimiert.  Weil  die  übrigen 

Prozessvoraussetzungen  ebenfalls  erfüllt  sind,  ist  auf  ihren  Rekurs  einzu-

treten.  Die  Beigeladenen  sind  Eigentümer  von  Wohnliegenschaften  in  der 

näheren Umgebung der geplanten Mobilfunk-Basisstation und zu Recht an-

tragsgemäss in das Rekursverfahren einbezogen worden. 

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Seite 3 

 
 
2. 

Die Rekurrentin beabsichtigt die Erstellung einer Mobilfunk-Basisstation auf 

dem  Walmdach  des  dreigeschossigen  Mehrfamilienhauses  Y-Weg 7.  Die 

vorgesehenen Antennenmodule sollen von aussen nicht sichtbar in ein Me-

tallrohr  (visuell  ähnlich  wie  ein  Rundkamin  oder  ein  Abluftrohr)  mit  einem 

Durchmesser von 0,50 m integriert werden und bilden quasi die obere Hälf- 

te  des  Antennenmastes.  Die  untere  Masthälfte  weist  einen  Durchmesser 

von 0,25 m auf. Dort soll eine klein dimensionierte Richtfunk-Rundantenne, 

in den Baugesuchsunterlagen als MW1 bezeichnet, für die notwendige Da-

tenübertragung ins Mobilfunknetz der Salt Mobile SA montiert werden. Die 
gesamte  ab  der  Dachoberfläche  sichtbare  Mastlänge  (ohne  Blitzableiter) 

beträgt 7 m; die Höhe über First 6,29 m. Diese konstruktiv als Pipe-Anlage 

oder  Rohrantenne  bezeichnete  Basisstation  soll  auf  verschiedenen  Fre-

quenzbändern  zwischen  800 MHz-2100 MHz  auf  den  Azimuten  (Grad-

Abweichung  von  der  Himmelsrichtung  N)  120°,  230°  und  340°  senden 

(act. 17.11).  Mit  einem  Output  von  insgesamt  3'425 WERP  handelt  es  sich 

leistungsmässig  um  eine  vergleichsweise  im  unteren  Bereich  liegende, 

durchschnittliche  Mobilfunkanlage.  Mit  Ausnahme  eines  kleineren  Aussen-

klimageräts  sind  die  übrigen  technischen  Komponenten  wie  die  Anlage-

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Seite 4 

 
 
 
steuerung in einem Technikraum im Estrich geplant und daher im Aussen-

bereich  nicht  sichtbar.  Das  Baugrundstück  [….]  liegt  in  der  Wohnzone 

W3.0. 

3.1.  

Die Rekurrentin führt zur Begründung hauptsächlich an, die geplante Mobil-

funk-Basisstation ordne sich trotz der vorhandenen Hanglage unproblema-

tisch  ins  umliegende,  vor  allem  mit  relativ  grossvolumigen  dreigeschossi-

gen  Mehrfamilienhäusern  überbaute  Wohnquartier  ein.  Im  Vergleich  zum 

Standortgebäude  selbst  trete  die  geplante  Pipe-Antenne  keineswegs  stö-

rend  in  Erscheinung,  sondern  sei  eine  heute  übliche,  durchschnittlich  di-

mensionierte  technische  Infrastrukturanlage.  Es  bestehe  keinesfalls  ein 

Missverhältnis  zwischen  der  Höhe  des  Standortgebäudes  und  der  Länge 

des  Antennenmastes.  Die  Basisstation  sei  als  kleinere  technisch  bedingte 

Aufbaute im Sinne von § 292 PBG zu qualifizieren und dürfe das zonenzu-

lässige hypothetische Gebäudeprofil entgegen vorinstanzlicher Auffassung 

deshalb  ohne  weiteres  durchstossen.  Auch  im  Übrigen  würden  sämtliche 

bau- und immissionsrechtlichen Vorschriften eingehalten, insbesondere die 

Immissions-  und  Anlagegrenzwerte  der  Verordnung  über  den  Schutz  vor 

nichtionisierender Strahlung vom 9. Dezember 1987 (NISV) sowie die ent-

sprechenden Ausführungsbestimmungen. 

3.2.   

Die Vorinstanz argumentiert zusammengefasst im Wesentlichen, die stritti-

ge  Basisstation  rage  mehr  als  6 m  über  den  First  des  Standortgebäudes 

hinaus und trete deshalb im Quartierbild übermässig und überdimensioniert 

in  Erscheinung.  Wegen  der  bestehenden  Hanglage  entstehe  ein  unge-

wöhnlicher Hochpunkt, welcher das Gesamtkonzept der Bebauungsstruktur 

erheblich störe. Bei der Planung dieser ungewöhnlich hohen Anlage seien 

weder  die  topografischen  noch  die  baulichen  Verhältnisse  im  Quartier  be-

rücksichtigt  worden,  weshalb  die  gesetzlichen  Gestaltungsanforderungen 

nicht  erfüllt  seien.  Zudem  durchstosse  die  Anlage  das  hypothetische  Ge-

bäudeprofil  gemäss  Ziffer 4.1.1  der  Bau-  und  Zonenordnung  X  (BZO)  auf 

unzulässige Weise. Von einer kleineren technisch bedingten Aufbaute, wel-

che  dieses  Profil  durchstossen  dürfte,  könne  jedenfalls  keine  Rede  sein. 

Offensichtlich  sei  zudem  ein  Missverhältnis  zwischen  der  Gebäudehöhe 

und der Antenne.  

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Im Übrigen bejahte die Vorinstanz im angefochtenen Beschluss die Zonen-

konformität der Anlage und hielt überdies fest, die gesetzlichen Grenzwerte 

würden eingehalten, was aus dem Fachbericht des Amtes für Abfall, Was-

ser,  Energie  und  Luft  (AWEL)  vom  27. Februar 2018  hervorgehe.  Dabei 

wären  aber  an  verschiedenen  Orten  Abnahmemessungen  nach  der  Inbe-

triebnahme der Basisstation nötig gewesen. 

3.3.  

Die beigeladene Anlagestiftung Z moniert kurz zusammengefasst ebenfalls 

eine im Sinne von § 238 Abs. 1 PBG ungenügende Einordnung des Streit-

objekts  in  die  bauliche  Umgebung  und  bezüglich  des  Standortgebäudes. 

Dieses  sei  eine  harmonisch  gestaltete  Baute,  die  sich durch  ihre  Schlicht-

heit und das homogene Zusammenspiel mit den benachbarten Gebäuden, 

die eine gewisse ruhige Gleichförmigkeit aufwiesen, auszeichne. Die Länge 

der Antennenanlage mit mehr als 6 m über den First des Standortgebäudes 

betrage  60 %  der  reglementarisch  zulässigen  Gebäudehöhe  von  10,50 m. 

Die bei weitem nicht mehr als durchschnittlich gross zu qualifizierende Ba-

sisstation trete entsprechend massiv in Erscheinung und würde nicht mehr 

als untergeordnetes technisches Element wahrgenommen. Die vorliegende 

Hanglage  sei  für  die  Realisierung  einer  solchen  Anlage  ungeeignet.  Das 

Erscheinungsbild  des  Standortgebäudes  sowie  die  harmonische  bauliche 

Quartierstruktur  würden  insgesamt  in  rechtswidriger  Weise  schwer  beein-

trächtigt.  Zudem  hätte  eine  Bewilligung  für  das  Antennenprojekt  eine  Sig-

nalwirkung für die Erstellung weiterer solcher Anlagen in der Umgebung.  

3.4.  

Der beigeladene N. L. hält im Wesentlichen fest, die geplante enorme An-

tenne,  ein  richtiggehender  negativer  "Eye-Catcher",  rage  viel  zu  weit  über 
das  zulässige  Dachprofil  hinaus  und  trete  im  Vergleich  zur  hergebrachten 

homogenen  Überbauungsstruktur  und  zum  Standortgebäude  selbst  mas-

sivst  störend  in  Erscheinung.  Die  Nah-  und  Fernwirkung  sei  wirklich  übel. 

Dies  obwohl  die  Anlage  sicher  schlanker  wirke  als  das  ursprüngliche  Pro-

jekt mit den grossen Richtstrahlelementen. Letztere könnten im Nachhinein 

im Sinne einer Salamitaktik jedoch wieder angebracht werden. Die Aussicht 

aus  seiner  Liegenschaft  werde  für  seine  Mieter  in  einem  nicht  mehr  tole-
rierbaren Mass beeinträchtigt. Das dünne Baugespann vermittle keinen ob-

jektiven  Eindruck  der  tatsächlich  geplanten  Anlage,  deren  Notwendigkeit 

und  Zonenkonformität  ohnehin  fraglich  sei.  Schliesslich  gelte  es  auch,  auf 

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die Ängste seiner Mieter und der übrigen Anwohner Rücksicht zu nehmen. 

Die  Vorbehalte  gegenüber  den  emittierten  Strahlen  solcher  Anlage  seien 

schon wegen der fehlenden Langzeitkontrolle berechtigt. Zudem führe hier 

ein häufig frequentierter Schulweg vorbei.  

4. 

Der beigeladene N. L. beanstandet die Art und Weise der Aussteckung. Die 

dünne  Stange  vermittle  keinen  objektiven  Eindruck  der  vorgesehenen  An-

tennenanlage. 

Zur Funktion der Aussteckung im Sinne von § 311 PBG ist Folgendes fest-

zuhalten: Sie soll vor allem Nachbarn auf ein geplantes Bauvorhaben und 

dessen  mögliche  Auswirkungen  auf  deren  Grundstücke  aufmerksam  ma-

chen  und  so  auf  die  öffentliche  Bekanntmachung  des  Vorhabens  (§ 314 

Abs. 1  PBG)  sowie  die  öffentliche  Auflage  der  Baugesuchsunterlagen 

(§ 314 Abs. 4 PBG) hinweisen. Dieser Zweck wurde hier ohne weiteres er-

füllt.  Die  Aussteckung  kann  sich  nämlich  auf  die  wesentlichen  Gebäude- 

und Anlageteile beschränken. Bezüglich der genauen Dimensionierung und 

Detailgestaltung sind die von der Bauherrschaft einzureichenden Gesuchs-

unterlagen  (§ 310  Abs. 1  PBG  und  §§ 3 ff.  der  Bauverfahrensordnung 

[BVV])  alleine  massgebend.  Bei  Mobilfunkantennen  genügt  es  gemäss 

Rechtsprechung  deshalb,  wenn  –  wie  im  vorliegenden  Fall  –  mit  der  Aus-

steckung  lediglich  die  vorgesehene  Masthöhe  und  nicht  auch  noch  der 

Durchmesser  des  Mastes  sowie  die  horizontale  Ausdehnung  der  Anten-

nenelemente  visualisiert  wird  (BRGE II  Nr. 0186/2015  vom  1. Dezember 

2015, E. 5). 

5.1. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und  in  ihrem  Zusammenhang  mit  der  baulichen  und  landschaftlichen  Um-

gebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine 

befriedigende  Gesamtwirkung  erreicht  wird,  welche  Anforderung  auch  für 

Materialien und Farben gilt. Die genannte Bestimmung enthält eine Grund-

anforderung  an  Bauten,  Anlagen  und  Umschwung.  Verlangt  wird  sowohl 
eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich als auch der Einordnung in die 

bauliche und landschaftliche Umgebung.  

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Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, ist gestützt 

auf objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Subjektives Emp-

finden  rechtfertigt  keinen  Eingriff  in  das  Eigentum.  Im  Kontext  mit  Anten-

nen, die als standardisierte technische Anlagen im konkreten Einzelfall (mit 

Ausnahme  der  Farbgebung  oder  allenfalls  möglicher  Kaschierung)  kaum 

individuell gestaltet werden können, stellt sich vor allem die Frage, ob eine 

genügende Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung be-

jaht werden kann.  

5.2. 

Gestützt  auf  § 238  Abs. 2  PBG  ist  auf  Objekte  des  Natur-  und  Heimat-

schutzes  besondere  Rücksicht  zu  nehmen.  In  rechtsrelevanter  Nähe  des 

Baugrundstücks  befinden  sich  unbestrittenermassen  keine  Schutzobjekte, 

weshalb hier ausschliesslich § 238 Abs. 1 PBG massgebend ist.  

5.3.  

Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-

nalen  Rechts  als  Ausfluss  der  Gemeindeautonomie  eine  besondere  Ent-

scheidungs-  und  Ermessensfreiheit  zukommt,  überprüft  das  Baurekursge-

richt entsprechende Entscheide mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale 

Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, 

so  hat  ihn  die  Rekursinstanz  zu  respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur 

dann einschreiten, wenn die Baubehörde ihren Ermessensspielraum über-

schreitet,  indem  sie  sich  von  unsachlichen,  dem  Zweck  der  in  Frage  ste-

henden  Regelung  fremden  Erwägungen  leiten  lässt  oder  allgemeine 

Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Willkür oder den Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit,  verletzt.  Dabei  darf  sich  die  Rekursinstanz  jedoch  nicht 

auf  eine  blosse  Willkürprüfung  beschränken,  vielmehr  muss  die  Eingriffs-
schwelle  tiefer  gesetzt  werden  (vgl.  BGr 1C_358/2017  vom  5. September 

2018, E. 3.6., mit Hinweisen). 

Ob  eine  Bestimmung  des  kantonalen  Rechts  den  Gemeinden  einen  auto-

nomen Entscheidungsspielraum einräumt, ist durch Auslegung zu ermitteln 

(Marco  Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014, 

§ 20  Rz. 62).  Nach  ständiger  Praxis  der  kantonalen  Instanzen  gilt  solches 

u.a. für die Einordnungsbestimmung von § 238 PBG.  

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Seite 8 

 
 
5.4. 

Das Baugrundstück mit dem Standortgebäude Y-Weg 7 liegt, wie auch der 

Augenschein  vom  10. September  2018  gezeigt  hat,  wohl  in  einem  ortbau-

lich  relativ  kompakten  Mehrfamilienhausquartier  an  mittlerer  Hanglage  im 

Geviert  Y-Weg  –  A-Weg  –  B-Weg  –  C-Strasse  (vgl.  Kartenausschnitt 

Google Maps; besucht am 26. April 2019; Prot. S. 19). Die zumeist dreige-

schossigen  Gebäude  mit  mittelgrossen  Kubaturen  und  schlichter  architek-

tonischer  Gestaltung  aus  den  fünfziger  und  sechziger  Jahren  des  vorigen 

Jahrhunderts  weisen  in  der  Mehrheit  Sattel-  oder  flache  Walmdächer  auf 

(vgl. Prot. S. 10, 13, 17 und 18). Aufgrund ihrer Flachdächer und ihrer ver-

gleichsweise  sehr  modernen  Architektursprache  fallen  jedoch  die  nördlich 

ans  Baugrundstück  angrenzenden  markanten  Mehrfamilienhäuser  C-

Strasse 9 und B-Weg 4, welche in den letzten Jahren abgebrochene ältere 

Gebäude  ersetzt  haben,  ziemlich  aus  dem  ortbaulichen  und  quartierübli-

chen Rahmen (vgl. Prot. S. 9, 11, 12, 15 und 16). Sie prägen das Quartier 

durchaus  prominent  mit.  Dadurch  liegt  in  der  einordnungsmässig  relevan-

ten  näheren  baulichen  Umgebung  entgegen  der  Auffassung  der  Rekurs-

gegnerschaft keine ortbaulich homogene bzw. einheitliche und gleichförmi-

ge Überbauungsstruktur vor. 

Das  Standortgebäude  selbst  ist  ein  unprätentiöses  Mehrfamilienhaus  mit 

drei Vollgeschossen und einem, wie der Fassadenplan 1:100 unter Ziffer 2 

der  Erwägungen  zeigt,  talseitig  teilweise  freigelegten  Kellergeschoss  bei 

der  Westfassade.  Das  eine  Firsthöhe  von  12,76 m  aufweisende  Gebäude 

hat  ein  relativ  flaches  Walmdach.  Der  vorgesehene  Antennenmast  misst 

7 m mit einer Höhe von 6,29 m über First. Die Antennenmodule in der obe-

ren  Masthälfte  sind  ähnlich  einem  runden  Lüftungskamin  ummantelt  und 

daher nicht sichtbar. Die Ummantelung hat einen Durchmesser von 0,50 m; 

die sichtbare untere Masthälfte einen solchen von 0,25 m. Die Komponen-
ten  der  Anlagesteuerung  sollen  von  aussen  visuell  nicht  wahrnehmbar  in 

einen Estrichraum eingebaut werden; die wenigen sichtbaren kleindimensi-

onierten  Anlagebestandteile  (Richtstrahl-Rundantenne,  Klimagerät)  fallen 

einordnungsmässig kaum ins Gewicht. 

Auch  wenn  das  Streitobjekt  wie  die  meisten  Mobilfunk-Basisstationen 

zweckentsprechend  und  funktionsbedingt  relativ  exponiert  und  durchaus 

gut  sichtbar  platziert  ist,  ordnet  es  sich  doch  im  Sinne  von  § 238  Abs. 1 

PBG  entgegen  vorinstanzlicher  Auffassung  klar  befriedigend  und  daher 

rechtsgenügend  ins  ortsbauliche  Umfeld  ein.  Die  Vorinstanz  bewegt  sich 

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vor  allem  wegen  der  wie  erwähnt  nicht  korrekt  berücksichtigten  näheren 

baulichen Umgebung deutlich ausserhalb ihres Ermessensspielraumes; ei-

ne Bauverweigerung wäre aufgrund der vorliegenden Sach- und Rechtsla-

ge  unverhältnismässig  für  die  Rekurrentin.  Daran  ändert  die  bestehende 

Hanglage nichts. Gebäude in Hanglagen sind nicht von vorherein ungeeig-

net  als  Standorte  für  Mobilfunkantennen,  was  der  vorliegende  Fall  zeigt. 

Positiv  auf  die  Einordnung  wirkt  sich  zudem  aus,  dass  der  Antennenmast 

nicht  direkt  auf  dem  First,  sondern  rund  2 m  davon  entfernt  in  der  Dach-

schräge  montiert  werden  soll.  Die  von  der  Vorinstanz  und  den  Beigelade-

nen  immer  wieder  betonte  Zerstörung  der  ortsbaulichen  Einheit  durch  die 

strittige  technische  Anlage  ist  eine  rein  subjektive  Betrachtungsweise  und 

realitätsfremd. Schliesslich bleibt festzuhalten, dass das Verhältnis von Ge-

bäudehöhe  zur  Höhe  des  Antennenmastes  noch  unproblematisch  ist.  Von 

einem störenden Missverhältnis kann jedenfalls nicht die Rede sein.  

Zudem  sind  die  Mobilfunkgesellschaften  im  Rahmen  von  Antennen-

Baubewilligungen  nebenbestimmungsweise  u.a.  regelmässig  zu  verpflich-

ten,  ihre  Basisstationen  bezüglich  Materialien,  Oberflächenbeschaffenheit 

und  Farbe  möglichst  unauffällig  zu  gestalten.  Eine  solche  Nebenbestim-

mung wäre auch in die vorliegend strittige Baubewilligung aufzunehmen. 

5.5. 

An  der  rechtsgenügenden  Einordnung  ändert  auch  die  Tatsache  nichts, 

dass die streitbetroffene Anlage von den benachbarten Liegenschaften der 

Beigeladenen aus zu sehen sein wird und dadurch bei ihren Mietern mög-

licherweise  psychisch  ungute  Gefühle  auslösen  könnte.  Solche  ideellen 

Immissionen  können  im  öffentlichen  Baurecht  generell  nur  dann  ein  rele-

vantes Beurteilungskriterium sein, wenn es um die Prüfung der Zonenkon-

formität von gewerblichen Betrieben in vorab dem Wohnen dienenden Zo-
nen geht (u.a. VB.2013.00078 vom 24. Oktober 2013, E. 3.5.1). Im Übrigen 

sind sie irrelevant (BRGE IV Nr. 0015/2016 vom 4. Februar 2016, E. 9.4.1). 

Erstere  Konstellation  trifft  hier  nicht  zu.  Somit  können  die  vorliegend  mo-

nierten  ideellen  Immissionen kein  Kriterium  für  die Beurteilung der  Bewilli-

gungsfähigkeit  der 

streitbetroffenen  Basisstation 

sein 

(BRGE III 

Nr. 0027/2018 vom 21. Februar 2018, E. 12.3 [bestätigt mit VB.2018.00177 

vom 14. März 2019]; www.baurekursgericht-zh.ch).  

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Seite 10 

 
 
5.6. 

Rechtlich unerheblich ist schliesslich der Einwand des beigeladenen N. L., 

die  Aussicht  seiner  Mieter  im  Mehrfamilienhaus  Y-Weg 9  werde  in  einem 

nicht tolerierbaren Mass beeinträchtigt. Weder die Einordnungsvorschriften 

noch andere Normen des PBG schützen die Sicht des Nachbarn vor geset-

zeskonformen  neuen  Bauten  und  Anlagen  (u.a.  BRGE II  Nrn. 0119-

0121/2015 vom 25. August 2015, E. 10). 

6.1. 

Mobilfunk-Basisstationen  der  üblichen  Art  weisen  keinen  Gebäudecharak-

ter im Sinne von § 2 Abs. 1 der Allgemeinen Bauverordnung (ABV) auf und 

unterliegen nicht den Vorschriften über die Gebäudehöhe, sofern sie nicht 

die  tatsächliche  oder  bei  Flachdachgebäuden  die  hypothetische  Schräg-

dachfläche,  die  mit  einem  Winkel  von  45°  maximal  einen  Meter  über  der 

Schnittlinie des Flachdaches mit der Fassade anzusetzen ist, durchstossen  

(BRGE IV Nr. 0029/2017 vom 16. März 2017 in BEZ 2017 Nr. 30, E. 3.2.2, 

und BRGE I Nr. 0172/2017 vom 17. November 2017, E. 6.3). Werden letz-

tere  Kriterien  wie  im  vorliegenden  Fall  nicht  erfüllt  (die  geplante  Pipe-

Antenne  durchstösst  die  hypothetische  Schrägdachfläche  unbestrittener-

massen  deutlich),  gelten  sie  – sofern  die  kommunale  Bau-  und  Zonenord-

nung  nichts  Abweichendes  bestimmt –  grundsätzlich  als  Dachaufbauten 

und haben somit der Vorschrift von § 292 PBG zu genügen. Gemäss der in 

X  noch  immer  geltenden  bisherigen  Fassung  dieser  kantonalen  Bestim-

mung dürfen Dachaufbauten, ausgenommen Kamine, Anlagen zur Nutzung 

von  Sonnenenergie  und  kleinere  technisch  bedingte  Aufbauten  insgesamt 

nicht  breiter  als  ein  Drittel  der  betreffenden  Fassadenlänge  sein  (vgl.  die 

Übergangsbestimmungen zur PBG-Änderung vom 14. September 2015, in 

Kraft seit 1. März 2017). Einen teilweise ähnlichen Wortlaut hat Ziffer 4.1.5 
Abs. 2  BZO,  wonach  die  Breite  von  Dachaufbauten  und  Dacheinschnitten 

gesamthaft höchstens ein Drittel der Fassadenlänge erreichen darf. 

6.2.  

Als privilegierte kleinere technisch bedingte Aufbauten im Sinne dieser Be-

stimmung  gelten  u.a.  durchschnittlich  dimensionierte  Mobilfunkantennen, 

soweit  diese  auf  dem  betreffenden  Gebäudedach  standortgebunden  sind 

(BRGE II Nr. 0108/2014 vom 12. August 2014, E. 7.3.2).  

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Seite 11 

 
 
Was in diesem Sinne noch als durchschnittlich zu qualifizieren ist, wird ge-

setzlich  nicht  festgehalten,  sondern  in  der  Praxis  einzelfallweise  definiert. 

Dazu hat die Rechtsprechung in zahlreichen Entscheiden bestimmte Krite-

rien  entwickelt.  Danach  gilt  die  Privilegierung  für  den  Mast,  die  Antennen-

module, die kleindimensionierten technischen Bestandteile und für die um-

mantelten Pipe-  bzw.  Rohrantennen  (unabhängig  davon,  ob diese  nun  als 

Teil einer Basisstation erkennbar sind oder als sonstige technische Anlage 

kaschiert  werden),  jedoch  nicht  für  Technikschränke  mit  der  Anlagesteue-

rung (zuweilen auch als Technik-Container, RBS-Box oder Equipment Ca-

binet  bezeichnet),  welche  betriebstechnisch  nicht  zwingend  auf  dem  Dach 

platziert  werden  müssten,  es  sei  denn,  die  gesuchstellende  Mobilfunkge-

sellschaft  könne 

letzteres 

im  konkreten  Einzelfall  explizit  beweisen 

(BRGE II  Nr. 0158/2011  vom  5. Juli 2011,  E. 9.3,  und  BRGE II  Nrn. 0202-

0203/2011 vom 6. September 2011, E. 16.2).  

Welche Komponenten noch als kleindimensionierte technische Bestandteile 

im  genannten  Sinne  oder  bereits  als  nicht  standortgebundener  Technik-

schrank,  RBS-Box  etc.  zu  qualifizieren  sind,  muss  ebenfalls  im  Einzelfall 

bestimmt werden. Immerhin impliziert der Begriff Schrank (oder auch Con-

tainer), dass ein vollständiger Witterungsschutz vorhanden sein  muss (da-

zu:  BRGE I  Nrn. 0125  und  0126/2014  vom  9. September 2014,  E. 6.3.2; 

bestätigt mit VB.2014.00581 und VB.2014.00591 vom 7. Mai 2015). Mitent-

scheidend  ist  aber  auch,  ob  solche  Schränke  bzw.  Boxen  in  allenfalls  be-

reits  vorhandene  Technikaufbauten  des  Standortgebäudes  integriert  wer-

den können. 

Bezüglich der Masthöhe hat die zahlreich vorhandene Rechtsprechung u.a. 

6 m bzw. 7 m hohe Masten mit antennenbedingten horizontalen Ausladun-

gen  von  bis  zu  1,20 m  noch  als  durchschnittlich,  somit  also  im  Sinne  von 

§ 292  PBG  zulässig,  qualifiziert  (BRGE II  Nrn. 0103-0104/2012  vom 

19. Juni 2012, E. 9.1 und 9.2, und BRGE I Nr. 0172/2017 vom 17. Novem-

ber 2017, E. 6.4.2).  

Das Bundesgericht hat in mehreren Urteilen diese Auslegung und Anwen-

dung  von  § 292  PBG  durch  die  kantonalzürcherischen  Rechtsmittelbehör-

den  als  rechtskonform  bezeichnet  (BGr 1C_5/2016  und  1C_9/2016  vom 

18. Mai 2016 sowie BGr 1C_432/2016 vom 9. Dezember 2016). 

R4.2018.00066 

Seite 12 

 
 
6.3.  

Wie bereits voranstehend im Rahmen der Prüfung der Einordnung erwähnt, 

weist der Antennenmast eine Gesamthöhe von 7 m auf; die Höhe über First 

beträgt  6,29 m.  Die  horizontale  Ausladung  ist  vergleichsweise  gering.  Im 

obersten Teil des Mastes sind die Antennenelemente auf einer Länge von 

2,80 m  mit  einem  Metallrohr  von  0,50 m  Durchmesser  ummantelt.  Dies  ist 

zugleich auch die grösste horizontale Ausladung der Antennenanlage. Der 

untere  Teil  des  Mastes  weist  einen  Durchmesser  von 0,25 m  auf;  die  dort 

vorgesehene  kleine  Richtfunk-Rundantenne  fällt  visuell  kaum  ins  Gewicht. 

Dasselbe  gilt  für  das  bescheiden  dimensionierte  Aussen-Klimagerät  beim 

Dachfirst. Die Anlagetechnik samt Steuerung soll von aussen nicht sichtbar 

im  Gebäudeinnern  (Estrich)  erstellt  werden.  Aufgrund  dieser  Dimensionen 

und  im  Lichte  der  dargelegten  Rechtsprechung  ist  die  streitbetroffene  Ba-

sisstation  noch  als  durchschnittlich  im  Sinne  der  erläuterten  Rechtspre-

chung und folglich als kleinere technisch bedingte Aufbaute zu qualifizieren. 

Im  Übrigen  würde  das  Streitobjekt  die  bereits  erwähnten  Kriterien  von 

§ 292  PBG  bzw.  Ziffer 4.1.5  Abs. 2  BZO  (Drittelsregel  etc.)  ohne  weiteres 

erfüllen.  

7. 

Erweist sich die strittige Anlage als einordnungsmässig sowie im Lichte von 

§ 292 PBG rechtskonform, ist im Folgenden ihre weitere Bewilligungsfähig-

keit  zu  prüfen.  Die  Vorinstanz  hat  nämlich  trotz  der  Bauverweigerung  be-

reits  eine  vollumfängliche  bau-  und  umweltschutzrechtliche  Prüfung  der 

strittigen  Basisstation  im  angefochtenen  Beschluss  vorgenommen.  Insbe-

sondere  ist  sie  auf  die  rechtlich  relevanten  Aspekte  des  Strahlenschutzes 

eingegangen und hat diesbezüglich auf den zustimmenden Fachbericht des 
AWEL  und  die  dort  erwähnten  notwendigen  Abnahmemessungen  verwie-

sen. Die Vorinstanz hat überdies festgehalten, dass die Anlage zonenkon-

form sei.  

8.1. 

Der  Schutz  der  Umwelt  vor  nichtionisierender  elektromagnetischer  Strah-
lung  wird  im  Bundesgesetz  über  den  Umweltschutz  (USG)  sowie  in  der 

NISV geregelt. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU; früher BUWAL) konkre-

tisierte  die  NISV  mit  Vollzugsempfehlungen  (Mobilfunk-  und  WLL-Basis-

R4.2018.00066 

Seite 13 

 
 
stationen,  Vollzugsempfehlung  zur  NISV,  BUWAL/BAFU,  Bern 2003  [Voll-

zugsempfehlung  NISV]).  Nichtionisierende  Strahlung  ist  im  Gegensatz  zur 

ionisierenden Strahlung (etwa Röntgenstrahlen, Radioaktivität) nicht in der 

Lage, Elektronen aus Atomen oder Molekülen  freizusetzen. Die Wirkungs-

weise dieser beiden Strahlenarten lässt sich folglich nicht vergleichen. 

Die  NISV  regelt  die  Begrenzung  von  nieder-  und  hochfrequenten  Strah-

lenemissionen, welche durch den Betrieb ortsfester Anlagen wie z.B. Mobil-

funk-Basisstationen  erzeugt  werden  (Art. 2  Abs. 1  lit. a  NISV).  Es  wurden, 

wie  im  genannten  Bundesgesetz  vorgeschrieben,  Immissionsgrenzwerte 

und in Umsetzung des gesetzlichen Vorsorgeprinzips zudem Anlagegrenz-

werte festgelegt. Die entsprechenden Grenzwerte sind von allen Mobilfunk-

anlagen mit einer Gesamtstrahlungsleistung von über 6 WERP zwingend ein-

zuhalten (Ziffer 61 Anhang 1 NISV).   

8.2. 

Die Immissionsgrenzwerte (IGW) gelten an allen Orten, wo sich Menschen 

normalerweise  aufhalten  können.  Dies  jedoch  nicht  permanent,  sondern 

jeweils  nur  für  kürzere  Dauer  (OKA;  Art. 13  Abs. 1  NISV).  Das  gilt  bei-

spielsweise für Passanten auf Strassen oder bei einem Aufenthalt in Lager-

räumen.  Die  Immissionsgrenzwerte  basieren  auf  den  Empfehlungen  bzw. 

Richtlinien  der  Weltgesundheitsorganisation  WHO  sowie  weiterer  Fach-

gremien  (www.who.int/peh-emf/standards/en).  Die  vorliegende  Basisstati-

on,  welche  auf  unterschiedlichen  Frequenzen  betrieben  werden  soll,  hat 

aufgrund der entsprechenden Summierungsvorschriften gemäss Anhang 2 

der NISV (vgl. auch Vollzugsempfehlung NISV, S. 22 f.) über alle Frequen-

zen  gerechnet  einen  Immissionsgrenzwert  von  44,2 V/m  (Volt  pro  m)  ein-

zuhalten. 

8.3. 

Die Anlagegrenzwerte (AGW) gehen erheblich über den Schutzumfang der 

Immissionsgrenzwerte  hinaus.  Sie  verlangen  in  Konkretisierung  der  Be-

stimmung  von  Art. 4  Abs. 1  NISV  über  die  vorsorgliche  Emissionsbegren-

zung an Orten mit empfindlicher Nutzung (OMEN), welche in Art. 3 Abs. 3 

NISV definiert werden, durchschnittlich um den Faktor 10 tiefere elektrische 

Feldstärken.  Als  OMEN  gelten  nach  dieser  Bestimmung  insbesondere 

Räume in Gebäuden, in denen sich Menschen regelmässig während länge-

rer Zeit aufhalten (Wohn- und Schlafräume, permanente Arbeitsplätze etc.) 

R4.2018.00066 

Seite 14 

 
 
oder  raumplanungsrechtlich  festgesetzte  Kinderspielplätze.  Die  Anlage-

grenzwerte bewegen sich frequenzabhängig im Bereich zwischen 4‒6 V/m. 

Für die hier in Frage stehende Basisstation, die in Frequenzbereichen zwi-

schen 800 MHz-2100 MHz betrieben werden soll, gilt gemäss Ziffer 64 lit. c 

Anhang 1 NISV ein maximal zulässiger Anlagegrenzwert von 5 V/m. 

8.4. 

Der  Bundesrat  hat  als  im  Sinne  von  Art. 13  Abs. 1  USG  zuständiger  Ge-

setzgeber  aufgrund  neuer  allgemeingültiger  wissenschaftlicher  Erkenntnis-

se  allenfalls  notwendige  Grenzwertanpassungen  vorzunehmen.  Im  Rah-

men  der  am  1. September 2009  in  Kraft  getretenen  Teilrevision  der  NISV 

hat der Bundesrat jedoch gestützt auf die damalige wissenschaftliche Aus-

gangslage  auf  eine  Grenzwertverschärfung  verzichtet.  Seither  bestand  für 

den  Gesetzgeber  aufgrund  des  objektiven  aktuellen  Wissensstands  keine 

Veranlassung,  die  Grenzwerte  zu  lockern  oder  zu  verschärfen  (BRGE III 

Nr. 0027/2018  vom  21. Februar 2018,  E. 8.4.1;  www.baurekursgericht-

zh.ch).  Der  Bund  beobachtet  jedoch  die  wissenschaftliche  Entwicklung  in 

diesem  Bereich  zusammen  mit  einer  beratenden  Expertengruppe,  um  al-

lenfalls  grenzwertmässig  reagieren  zu  können  (BGr 1C_340/2013  vom 

4. April 2014, E. 3.41 und 3.4.2). 

An dieser Stelle muss festgehalten werden, dass bei weitem  nicht jede im 

Internet auffindbare Publikation oder jeder Zeitungsartikel zum Thema Mo-

bilfunk,  Elektrosmog  etc.  wissenschaftlich  fundiert  ist,  zumal  diese  unkon-

trolliert von jedermann ins Netz gestellt oder in den Printmedien veröffent-

licht werden können.  

Bei  der  Überprüfung  der  Verfassungs-  und  Gesetzmässigkeit  der  Grenz-

wertregelung der NISV  hat das Bundesgericht  wiederholt und explizit fest-
gehalten,  die  Verordnung  halte  sich  an  den  vom  USG  vorgezeichneten 

Rahmen  des  Immissionsschutzes,  sei  auch  im  Übrigen  gesetzeskonform 

und  widerspreche  weder  der  Bundesverfassung  (BV)  noch  der  Europäi-

schen  Menschenrechtskonvention  (EMRK).  Folglich  ist  die  vorsorgliche 

Emissionsbegrenzung  mit  der  Festlegung  der  Anlagegrenzwerte  in  der 

NISV abschliessend geregelt, womit im Einzelfall, gestützt auf das Vorsor-

geprinzip  des  USG  oder  aus  anderen  Gründen,  keine  weitergehende  Be-
grenzung  der  elektromagnetischen  Mobilfunkstrahlung  verlangt  werden 

kann  (u.a.  BGr 1C_642/2013  vom  7. April 2014,  E. 3.1).  Eine  spezielle 

Elektrosensibilität bzw. Hypersensibilität auf elektromagnetische Strahlung, 

R4.2018.00066 

Seite 15 

 
 
welche  im  Übrigen  von  der  WHO  nicht  als  Krankheit  eingestuft  wird,  oder 

ein  erhöhter  Schutz  von  Kindern  und  älteren  Menschen  kann  deshalb  bei 

der  Beurteilung  eines  Baugesuchs  im  Einzelfall  keine  Grenzwertverschär-

fung bewirken. 

8.5. 

Diese  gesetzliche  Ausgangslage  sowie  die  dazu  entwickelte  Rechtspre-

chung haben ausserdem zur Folge, dass  

  gestützt  auf  die  umweltschutzrechtlichen  Vorschriften  von  den  Betrei-
bergesellschaften  kein  Unbedenklichkeitsnachweis  ihrer  Mobilfunkan-
lagen verlangt werden kann (u.a. BRGE I Nr. 0052/2012 vom 23. März 
2012, E. 4.3); 

  die Mobilfunkgesellschaften innerhalb der Bauzonen grundsätzlich kei-
nen  betrieblichen oder  sendetechnischen  Nachweis für  eine neue  Ba-
sisstation  beibringen  müssen  (BGr 1C_329/2013  vom  23. Oktober 
2013, E. 3.1, und BGr 1C_642/2013 vom 7. April 2014, E. 4.1). Ist eine 
Basisstation  wie  im  vorliegenden  Fall  zonenkonform,  bedarf  es  also 
keines  Bedürfnisnachweises,  etwa  wegen  fehlender  Abdeckung  oder 
mangelhafter  Kapazität.  Somit  ist  es  unmassgeblich,  ob  der  von  den 
Mobilfunkkonzessionen  geforderte  Abdeckungsgrad  jeweils  bereits  er-
reicht  ist  oder  mit  der  neuen  Funkzelle  mobile  Kommunikationsarten 
wie etwa SMS, MMS, Internet, E-Mail, TV-Empfang, Streaming-Dienste 
oder  andere  internetbasierte  Applikationen  optimiert  werden  können 
oder zusätzlich möglich sind (BRGE III Nr. 0027/2018 vom 21. Februar 
2018, E. 12.2; www.baurekursgericht-zh.ch). Damit ist der Einwand der 
Rekursgegnerschaft,  der  Handyempfang  sei  quartierbezogen  bereits 
jetzt gut und es werde von der Bauherrschaft keine eigentliche Versor-
gungslücke geltend gemacht, kein Kriterium bei der Prüfung der Bewil-
ligungsfähigkeit der streitbetroffenen Antennenanlage. 

8.6.1.  

Die Ermittlung der Immissions- und Anlagegrenzwerte erfolgt mit Hilfe des 

vom  BAFU  entwickelten  Berechnungsmodells  für  hochfrequente  nichtioni-

sierende  Strahlen,  den  sogenannten  Standortdatenblättern  (Art. 11  Abs. 1 

NISV). Damit lassen sich die künftigen elektromagnetischen Auswirkungen 

von  Mobilfunk-Basisstationen  ausreichend  genau  berechnen,  so  dass  im 

Normalfall  keine  weiteren  immissionsmässigen  Abklärungen  notwendig 

sind  (BRGE IV  Nr. 0118/2014  vom  16. Oktober 2014,  E. 6.1;  www.baure-

kursgericht-zh.ch).  

R4.2018.00066 

Seite 16 

 
 
Art. 11  Abs. 2  lit. c  Ziff. 1  und  2  NISV  verlangt  Berechnungen  einerseits 

beim  strahlenmässig  exponiertesten  OKA  und  andererseits  für  jene  drei 

OMEN, an denen die elektromagnetische Strahlung am grössten sein wird. 

Darüber  hinaus  sind  die  Mobilfunkgesellschaften  in  der  Regel  zu  keinen 

weiteren Grenzwertberechnungen verpflichtet (BRGE II Nr. 0146/2011 vom 

21. Juni 2011, E. 6.5).  

Die  Salt  Mobile  SA  hat  beim  OKA 1a  (Dachausstieg  für  den  Mastzugang) 

sowie  für  insgesamt  13  strahlenmässig  exponierte  Orte  mit  empfindlicher 

Nutzung  (OMEN 1b–12),  nach  den  gesetzlichen  Vorgaben  und  ihrer  Aus-

führungsbestimmungen  Grenzwertberechnungen  erstellt.  Darunter  sind 

auch die drei strahlenmässig exponiertesten Orte (OMEN 11a, 11b und 12). 

Gemäss  diesen  korrekt  vorgenommenen  rechnerischen  Feldstärkenprog-

nosen (nach dem Gesagten an weit mehr Orten als gesetzlich vorgeschrie-

ben),  werden  die  massgebenden  Immissions-  und  Anlagegrenzwerte  ein-

gehalten,  wovon  sich  die  erwähnte  kantonale  Fachstelle,  die  Vorinstanz 

sowie  das  Baurekursgericht  bei  der  Kontrolle  dieser  Berechnungen  über-

zeugen konnte.  

8.6.2. 

Beim OMEN 1b im Standortgebäude Y-Weg 7 ist zur Einhaltung des Anla-

gegrenzwerts  die  Applizierung  einer  Abschirmfolie  zwischen  der  dortigen 

Wohnung und der Antennenanlage notwendig. Dieses Vorgehen ist korrekt. 

In Ergänzung zur vorhandenen baulichen Dämpfung können zur Reduktion 

der elektromagnetischen Strahlung strahlendämmende Materialien (oftmals 

transparente  metallische  Gewebe  oder  Folien)  eingebaut  werden,  um  den 

Anlagegrenzwert  einhalten  zu  können.  Solche  Abschirmungen  bewirken  in 

der  Regel  eine  Dämpfung  von  15 dB  mit  einem  Korrekturfaktor  von  31,62 

(BRGE III  Nr. 0027/2013  vom  27. März 2013,  E. 6.3.1;  www.baurekurs- 
gericht-zh.ch). Praxisgemäss sind an solchen Orten nach der Inbetriebnah-

me  der  Anlage  Abnahmemessungen  vorzunehmen.  Damit  kann  geprüft 

werden, ob die Abschirmfolie fachgerecht eingebaut wurde. 

9.1. 

Ergeben die Standortdatenblattberechnungen eine deutliche Einhaltung der 
Immissions-  und  Anlagegrenzwerte,  ist  eine  Messung  der  elektromagneti-

schen Strahlung nach Inbetriebnahme einer Mobilfunk-Basisstation im Re-

gelfall nicht notwendig.  

R4.2018.00066 

Seite 17 

 
 
Abnahmemessungen im Sinne einer Kontrollmassnahme rechtfertigen sich 

nur dann, wenn die berechneten elektrischen Feldstärken relativ nahe beim 

Grenzwert  liegen.  Dies  hat  seine  Ursache  darin,  dass  die  rechnerische 

Prognose  zwar  auf  einem  Modell  basiert,  welches  der  Realität  sehr  nahe-

kommt, jedoch aus physikalischen Gründen nicht allen Feinheiten der Aus-

breitung  der  elektromagnetischen  Strahlung  Rechnung  tragen  kann  (Voll-

zugsempfehlung NISV, S. 20, Ziffer 2.1.8; vgl. auch Leitfaden Mobilfunk für 

Gemeinde und Städte, Bern 2010, S. 16, Ziffer 2.4.2).  

Gestützt  auf  diese  Empfehlung  des  Bundes  sind  gemäss  langjähriger  ge-

samtschweizerischer  Rechtspraxis  Abnahmemessungen  durchzuführen, 

wenn  die  rechnerische  Prognose  eine  Ausschöpfung  des  Grenzwerts  von 

80 %  oder  mehr  ergibt  (BGr 1C_244/2007  vom  10. April 2008,  E. 4.6; 

BRGE IV Nr. 0118/2014 vom 16. Oktober 2014, E. 9.1; Christoph Fritzsche/ 

Peter  Bösch/Thomas  Wipf,  Zürcher  Planungs-  und  Baurecht,  5. Auflage, 

Zürich 2011, Bd. 2, S. 1118). Zu weiteren Abnahme- oder gar periodischen 

Kontrollmessungen  können  die  Mobilfunkgesellschaften  in  der  Regel  nicht 

verpflichtet  werden  (BRKE III  Nr. 0083/2016  vom  6. Juli 2016,  E. 4.1.2; 

www.baurekursgericht-zh.ch). 

In  begründeten  Einzelfällen  kann  sich  aufgrund  der  konkreten  Sachum-

stände ausnahmsweise eine tiefere Kontrollschwelle als 80 % rechtfertigen. 

Für  dieses  Abweichen  müssen  unter  den  Gesichtspunkten  der  Gleichbe-

handlung und der Verhältnismässigkeit allerdings triftige Gründe vorliegen. 

Letztere müssen umso schwerer wiegen, je weiter die errechnete Strahlen-

belastung  unter  der  80 %-Schwelle  liegt  (VB.2006.00377  vom  28. März 

2007, E. 3.5; BRGE III Nr. 0134/2017 vom 14. September 2017; www.bau-

rekursgericht-zh.ch).  

9.2. 
Das Standortdatenblatt der Rekurrentin zeigt, dass die voraussichtlich ma-

ximal  emittierte  Gesamtfeldstärke  bei  den  OMEN 11b  (B-Weg 4),  11a  (B-

Weg 4),  12  (B-Weg 5)  und  3  (Y-Weg 9)  über  der  80 %-Schwelle  liegen 

wird.  Das  geht  ohne  weiteres  aus  der  nachfolgenden  tabellarischen  Über-

sicht der errechneten elektrischen Feldstärken (EFS) sowie deren Intensität 

in % des hier geltenden Anlagegrenzwerts von 5 V/m hervor. 

OMEN  

11b 

11a 

12 

3 

EFS 

4,67 V/m 

≙ 93,4 % 

4,40 V/m 

≙ 88,0 % 

4,40 V/m 

≙ 88,0 % 

4,29 V/m 

≙ 85,8 % 

R4.2018.00066 

Seite 18 

 
 
Aufgrund  der  genannten  Rechtspraxis  sind  im  Bereich  dieser  vier  OMEN 

zwingend Abnahmemessungen nach Inbetriebnahme der Basisstation not-

wendig.  Zudem  ist  unter  Bezugnahme  auf  Ziffer 8.6.2  der  vorstehenden 

Erwägungen beim OMEN 1b ebenfalls eine Abnahmemessung durchzufüh-

ren. 

10. 

Hinzuweisen  ist  schliesslich  auf  die  bestehenden  Qualitätssicherung-

Systeme  (QS-Systeme)  der  schweizerischen  Mobilfunkgesellschaften. 

Letztere  wurden  aufgrund  eines  Bundesgerichtsurteils  gestützt  auf  Art. 12 

NISV verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2006 ein QS-System für ihre Ba-

sisstationen  einzurichten,  bei  welchem  die  bewilligten  Antenneneinstellun-

gen  (Hard-  und  Softwarekomponenten)  zu  Kontrollzwecken  in  einheitlich 

aufgebaute  Datenbanken  implementiert  sind,  dort  laufend  aktualisiert,  re-

gelmässig  überprüft  und  – sofern  Unregelmässigkeiten  festgestellt  wür-

den –  innert  Kürze  auf  das  bewilligte  Mass  korrigiert  werden.  Die  QS-

Systeme  von  Salt,  Sunrise  und  Swisscom  wurden  von  den  Fach-  und 

Rechtsmittelbehörden  als  hinreichender  Qualitätsmanagementsnachweis 

u.a. im Sinne des die Mobilfunkgesellschaften verpflichtenden Rundschrei-

bens  des  BAFU  vom  16. Januar  2006,  welches  die  bundesgerichtlichen 

Kontrollvorgaben  beim  Betrieb  von  Mobilfunkanlagen  konkretisiert,  aner-

kannt (u.a. BRGE II Nr. 0179/2012 vom 6. November 2012, E. 10, mit wei-

teren Hinweisen auf die Rechtsprechung).  

Mit  den  QS-Systemen  der  schweizerischen  Mobilfunkgesellschaften  wer-

den  alle  relevanten  Parameter  einer  bewilligten  Basisstation,  also  selbst 

diejenigen,  welche  von  den  Netzzentralen  aus  gesteuert  werden  können 

(etwa  die  Abstrahlungswinkel),  erfasst.  Mittels  einer  automatisierten  Über-
prüfungsroutine  werden  einmal  pro  Arbeitstag  die  effektiv  eingestellten 

Sendeleistungen und Senderichtungen sämtlicher Antennen mit den bewil-

ligten Werten verglichen (VB.2010.00274 vom 8. September 2010, E. 6.2). 

Abweichungen  von  den  bewilligten  Antennenparametern  wären  folglich  in 

Kürze  erkennbar  und  könnten  umgehend  behoben  werden.  Zudem  haben 

die Mobilfunkgesellschaften gemäss erwähntem Rundschreiben des BAFU 

u.a.  den  kantonalen  Fachstellen  periodisch  allfällige  QS-Fehlerprotokolle 
zuzustellen.  Den  kantonalen  Fachstellen  steht  zudem  eine  Online-

Datenbank zur jederzeitigen unangemeldeten Kontrolle der bewilligten An-

tennenparameter zur Verfügung.  

R4.2018.00066 

Seite 19 

 
 
Das  Bundesgericht  hat  in  zahlreichen  Urteilen  festgehalten,  dass  dieses 

Prozedere, welches jedoch keine Offenlegung der Protokolle der Qualitäts-

sicherung  oder  der  Messprotokolle  der  Abnahmemessungen  oder  gar  ein 

"Besuchsrecht" der Betriebszentralen durch Dritte beinhaltet, die Einhaltung 

der  Grenzwerte  bei  den schweizerischen  Mobilfunk-Basisstationen vollum-

fänglich  gewährleiste  (u.a.  BGr 1C_685/2013  vom  6. März 2015,  E. 7.4). 

Aus  den  genannten  Gründen  darf  bei  den  Grenzwertberechnungen  –  wie 

im vorliegenden Fall – auf die im Baugesuch bzw. in den Standortdatenblät-

tern  deklarierten  Antennenleistungen  und  Neigungswinkel  (Tilts)  abgestellt 

werden,  auch wenn die  verwendeten  Komponenten aufgrund  ihres  techni-

schen  Potentials  grundsätzlich  eine  höhere  Leistung  zuliessen  (u.a. 

BRGE IV Nr. 0015/2016 vom 4. Februar 2016, E. 7).  

11. 

Zu  prüfen  ist  im  Weiteren  die  Zonenkonformität  des  Streitobjekts.  Diese 

wird von der Vorinstanz bejaht.  

Leistungsmässig  und  baulich  durchschnittlich  dimensionierte  Mobilfunk-

Basisstationen innerhalb des Bauzonengebiets werden regelmässig als zo-

nenkonforme  Infrastrukturanlagen  qualifiziert,  sofern  ein  funk-  bzw.  abde-

ckungstechnischer Bezug zur Zone besteht, in welcher sie errichtet werden 

sollen  (BGr 1C_642/2013  vom  7. April 2014,  E. 4.1,  mit  zahlreichen  Hin-

weisen  auf  die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung).  Erst  wenn  die  leis-

tungsmässigen  und  baulichen  Ausmasse  einer  Basisstation  den  Rahmen 

des  Üblichen  sprengen  oder  sie  im  Wesentlichen  nicht  den  Mobilfunkbe-

dürfnissen des Quartiers bzw. der jeweiligen Zone dient, sondern eine weit 

darüberhinausgehende Versorgungsfunktion wahrnimmt, kann eine derarti-

ge  Anlage  nicht  mehr  von  vorherein  als  zonenkonform  qualifiziert  werden 
(u.a. BRGE II Nr. 0186/2015 vom 1. Dezember 2015, E. 9).  

Im  Lichte  der  Zonenkonformität  ist  es  also  nicht  erforderlich,  dass  die  mit 

einer  Basisstation  aufgebaute  Funkzelle  ausschliesslich  die  Mobilfunkver-

sorgung im betreffenden Quartier bzw. in der betreffenden Zone sicherstellt 

(BRGE I Nr. 0083/2011 vom 29. April 2011, E. 15). Eine andere Rechtspra-

xis  wäre  denn  auch  nicht  praktikabel,  denn  aufgrund  ihrer  physikalischen 

Eigenschaften  macht  die  elektromagnetische  Mobilfunkstrahlung  nicht  an 

der  Quartier-  oder  Zonengrenze  punktgenau  halt,  sondern  versorgt  in  den 

meisten Fällen deshalb noch benachbarte Gebiete mit (BRKE III Nrn. 0163 

R4.2018.00066 

Seite 20 

 
 
und  0164/2010  vom  27. Oktober 2010,  E. 6.2;  BGr 1C_403/2010  vom 

31. Januar 2011, E. 4.3). 

Mit  einer  Gesamtleistung  von  3'425 WERP  sowie  einem  rund  7 m  hohen 

Mast, der sich nach dem Gesagten im Sinne von § 238 Abs. 1 PBG befrie-

digend ins Quartierbild einordnet, handelt es sich bei der strittigen Basissta-

tion  um  eine  zonenkonforme  Anlage  mit  einem  hinreichenden  funk-  und 

abdeckungstechnischen Bezug zum betreffenden Wohngebiet. Die Rechts-

praxis  bezeichnet  im  Übrigen  noch  deutlich  leistungsstärkere  Mobilfunk-

Basisstationen regelmässig als in Wohngebieten zonenkonforme Infrastruk-

turanlagen (statt vieler: BRKE III Nr. 0120/2009 vom 12. August, E. 15; be-

stätigt  mit  VB.2009.00511  vom  2. Dezember 2009,  E. 3.1,  dieser  bestätigt 

mit  BGr 1C_106/2010  vom  19. Oktober 2010,  E. 4;  jene  Anlage  hatte  eine 

Leistung von 5'880 WERP mit mehreren Antennenelementen und Richtfunk-
antennen an einem 6,3 m hohen Mast). Der Umstand, dass die strittige An-
lage  funktechnisch  bedingt  teilweise  noch  andere  Gebiete  in  X  mitversor-

gen kann, ändert also nichts an ihrer Zonenkonformität (BGr 1C_685/2013 

vom 6. März 2015, E. 5.3). 

Ist eine Basisstation zonenkonform, bedarf es – wie bereits eingehend dar-

gelegt  –  keines  Bedürfnisnachweises,  etwa  wegen  fehlender  Abdeckung 

oder mangelhafter Kapazität.  

Ob das Streitobjekt dereinst in das 5G-Netz integriert wird, ist gleichfalls ir-

relevant.  Zu  beurteilen  ist  hier  einzig  eine  Anlage,  welche  Bestandteil  der 

3G- und 4G-Netze der Salt Mobile SA sein soll. Ohnehin wird sich dann die 

Frage  stellen,  ob  es  zulässig  ist,  diese  neue  Funktechnologie  ohne  neue 

Baubewilligung  auf  die  bestehenden  Basisstationen  aufzuschalten,  was 

umstritten ist und bis jetzt noch nicht höchstrichterlich geprüft wurde.  

Im  Weiteren  sind  die Befürchtungen  des  beigeladenen  N.  L.,  die  Bauherr-

schaft  werde  die  bei  der  ersten  Projektvariante  vorgesehenen  grossen 

Richtfunkantennen im Nachhinein noch montieren, unberechtigt. Für diese 

bauliche  und  sendetechnische  Erweiterung  bräuchte  es  ein  neues  Bauge-

such. 

12. 

Schliesslich moniert der beigeladene N. L. eine Entwertung seiner Liegen-

schaft. Die Wahrung privatrechtlicher Ansprüche – wie zum Beispiel Scha-

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denersatzbegehren im Zusammenhang mit geplanten oder bereits realisier-

ten Bauvorhaben, Versicherungsfragen oder die Prüfung der Haftpflicht von 

Anlagebetreibern im Sinne der Art. 59a und 59b USG – ist vor den Zivilge-

richten geltend zu machen (§ 317 PBG) und kann deshalb nicht zum Inhalt 

von Baurekursen gemacht werden (BRKE I Nrn. 0026 und 0027/2006 vom 

3. Februar 2006, E. 18). 

13. 

Zusammengefasst  ist  der  Rekurs  gutzuheissen  und  der  Beschluss  der 

Baubehörde  X  vom  14. März  2018  [….]  ist  aufzuheben.  Die  Vorinstanz  ist 

einzuladen, die nachgesuchte Baubewilligung unter den erforderlichen Ne-

benbestimmungen zu erteilen.  

14. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten zu 1/2 der Baubehörde X so-

wie je zu 1/4 den beiden Beigeladenen aufzuerlegen. Die Kostenpflicht der 

Beigeladenen  ergibt  sich  aus  dem  Verfahrensausgang.  Auf  die  mögliche 

Kostenpflicht  sowie  auch  auf  die  Möglichkeit,  zu  einer  Umtriebsentschädi-

gung im Sinne von § 17 Abs. 2 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes 

(VRG) verpflichtet werden zu können, wurden die Beigeladenen hingewie-

sen (act. 7).  

Nach  § 338  Abs. 1  PBG  bzw.  § 2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-
richtsgebühr  in  der  Regel  Fr. 1'000.--  bis  Fr. 50'000.--  (§ 338  Abs. 2  PBG; 

§ 3  Abs. 3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.).  

In  Beachtung  dieser  Kriterien  ist  die  Gerichtsgebühr  im  vorliegenden  Fall, 

wo ein Abteilungsaugenschein sowie  ausführliche Schriftenwechsel durch-

geführt  wurden,  auf  Fr. 6'500.--  festzusetzen  (BGr 1C_566/2015  vom 

18. Februar 2016, E. 2; BGr 1C_244/2013 vom 4. Juli 2013, E. 4; BRGE II 

Nrn. 0162  und  0163/2012  vom  23. Oktober  2012,  E. 16,  in  BEZ 2014 

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Nr. 36; Entscheid bestätigt mit VB.2012.00774 vom 22. August 2013, dieser 

bestätigt  mit  BGr 1C_810/2013  vom  14.  Juli  2014;  www.baurekursgericht-

zh.ch).  

15.  

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr.  

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003,  E. 3.1.).  Demnach  ist  vorliegend  der  obsiegenden  an-

waltlich  vertretenen  Rekurrentin  zulasten  der  Vorinstanz  und  der  Beigela-

denen  antragsgemäss  eine  Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  Ange-

messen  erscheint  ein  Betrag  von  insgesamt  Fr. 2'000.--,  zahlbar  nach  

Massgabe  des  Verfahrenskostenverteilers.  Da  die  Umtriebsentschädigung 

pauschal festgelegt wird, entfällt die Zusprechung eines Mehrwertsteuerzu-

satzes  von  vornherein  (BRKE II  Nrn. 0247  und  0248/2007  in  BEZ 2007 

Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). 

Die Zusprechung von Umtriebsentschädigungen an die Vorinstanz oder an 

die Beigeladenen fällt angesichts des Verfahrensausgangs von vornherein 

ausser Betracht. 

[….]. 

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