# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ecc6dc0-0b03-5415-9f80-1b637021dccc
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 17.10.2023 VBE.2023.148
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-148_2023-10-17.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2023.148 / ms / fi 
Art. 124 

 

 

Urteil vom 17. Oktober 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Merkofer  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch MLaw Adrienne Roggo, Protekta Rechtsschutz-

Versicherung AG, Monbijoustrasse 5, Postfach, 3011 Bern    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich   

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1963 geborene Beschwerdeführer ist als Vorsorgeberater angestellt 

und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen 

Unfallfolgen versichert. Am 2. September 2020 verletzte er sich beim Fuss-

ballspiel am rechten Knie. In der Folge erbrachte die Beschwerdegegnerin 

die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung) bis sie diese am 23. Juni 

2021 formlos einstellte. 

 

Am 17. Mai 2022 meldete der Beschwerdeführer, die Kniebeschwerden 

hätten sich wieder verschlimmert. Die Beschwerdegegnerin tätigte darauf-

hin medizinische Abklärungen und verneinte mit Verfügung vom 5. August 

2022 das Vorliegen eines Rückfalls zum Unfallereignis vom 2. September 

2020 und dementsprechend einen erneuten diesbezüglichen Leistungsan-

spruch des Beschwerdeführers. Die dagegen erhobene Einsprache wies 

sie mit Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. März 2023 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

 " 1. Der Einspracheentscheid der Helsana Unfall AG vom 17.02.2023 sei 
aufzuheben. 

 
2. Unserem Versicherungsnehmer seien weiterhin die gesetzlichen Leis-

tungen nach UVG auszurichten. 
 
3. Eventualiter sei eine unabhängige Drittbeurteilung des Sachverhalts 

(medizinisches Gutachten) vornehmen zu lassen. 
  
  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge". 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 11. April 2023 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 (Vernehm-

lassungsbeilage [VB] 35) führte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die 

Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. B._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie sowie Traumatologie des Bewegungsapparates, 

aus, die neuerlichen Beschwerden am rechten Kniegelenk würden mit dem 

 - 3 - 

 

 

 

Unfallereignis vom 2. September 2020 nicht mit dem nötigen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusam-

menhang stehen (VB 35 S. 4 ff.). 

 

Der Beschwerdeführer macht demgegenüber im Wesentlichen unter Hin-

weis auf die von ihm im Beschwerdeverfahren eingereichte Aktenbeurtei-

lung von Dr. med. C._____, Fachärztin für Chirurgie, vom 9. März 2023 

(Beschwerdebeilage [BB] 4) geltend, die Beschwerden könnten nicht mit 

der von Dr. med. B._____ gestellten Diagnose einer Chondropathie 

Grad 1-2 erklärt werden. Da sich die Beurteilungen von Dr. med. C._____ 

und Dr. med. B._____ widersprechen würden, seien weitere Abklärungen 

angezeigt (vgl. Beschwerde S. 4 ff.). 

 

Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 17. Februar 2023 (VB 35) ihre Leistungspflicht be-

züglich der ihr am 17. Mai 2022 gemeldeten Beschwerden am rechten Knie 

zu Recht mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs abgelehnt 

hat. 

 

2. 

2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürli-

cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein 

der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden 

kann (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinwei-

sen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 

S. 406). 

 

2.2. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht 

im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialver-

sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt 

für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 

E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Die Sozialversicherungsorgane und das Ge-

richt haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von 

allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen 

(BGE 126 V 353 E. 5b S. 360). 

 

 - 4 - 

 

 

 

2.3. 

Gemäss Art. 11 UVV werden die Versicherungsleistungen auch für Rück-

fälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere 

revisionsrechtliche Tatbestände dar (Art. 22 UVG; vgl. BGE 127 V 456 

E. 4b S. 457 und 118 V 293 E. 2d S. 297). Bei einem Rückfall handelt es 

sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so 

dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Ar-

beitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar 

geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psy-

chische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheits-

bild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 S. 254). Rückfälle und Spätfol-

gen schliessen sich somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis 

(Grundfall) an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (dama-

ligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend 

gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlit-

tenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzu-

sammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2018 vom 6. No-

vember 2018 E. 2.2; BGE 118 V 293 E. 2c S. 296). 

 

3. 

Betreffend den gesundheitlichen Zustand des rechten Kniegelenks des Be-

schwerdeführers ist den medizinischen Unterlagen im Wesentlichen Fol-

gendes zu entnehmen: 

 

3.1. 

Im Sprechstundenbericht vom 21. Juni 2022 stellte Dr. med. D._____, 

Facharzt für Chirurgie, folgende Diagnosen: 

 

 " Kniedistorsion/Valgisation rechts 02.09.2020 
- Symptomatischer traumatischer Riss des medialen Meniscushinterhor-

nes 
- St.n. Zerrung/Partialruptur mediales Kollateralband 
- Chondropathie Grad II medial femoral 
- Kniearthroskopie rechts, Teilmeniskektomie medial. Plicaresektion am 

04.11.20 
- Postoperative Tibiale Enthesopathie und Periostitis des medialen Kolla-

teralbandes". 

 

Dr. med. D._____ hielt fest, die Flexion/Extension sei schmerzfrei mit leich-

tem Spannungsgefühl medial am Kollateralband tibial, aber heute auch 

femoral am Ansatz, jedoch minimst. Es bestehe eine punktuelle Druckdo-

lenz am medialen Gelenkspalt, ventralbetont am Rand des Femurkondylus. 

Im Übrigen stellte er einen unauffälligen Befund fest. Zum Procedere führte 

er aus, es werde eine Infiltration durchgeführt. Um die Entwicklung der me-

dialen Chondropathie genau zu eruieren, sei ein MRI des rechten Knies 

anzufertigen. Nach Befunderhalt erfolge eine Besprechung (VB 28 S. 1 f.). 

 

 - 5 - 

 

 

 

3.2. 

Im Bericht der Klinik E._____ vom 29. Juni 2022 über die gleichentags 

durchgeführte MRI-Untersuchung des rechten Knies wurde festgehalten, 

es bestehe eine Chondropathie Grad 1-2 in der medialen Gelenkfacette 

des femoropatellaren Gleitlagers retropatellar. Weiter bestehe ein Status 

nach Teilmeniskektomie (TME) des Innenmeniskus und Darstellung von 

minimen Unterflächenläsionen und eines differentialdiagnostisch 

residuellen fissuralen minimen radiären Einrisses im Hinterhorn des 

Innenmeniskus, differentialdiagnostisch handle es sich um postoperative 

Veränderungen. Weiter wurde ein geringgradiger, suprapatellar 

akzentuierter Kniegelenkserguss festgestellt (VB 29). 

 

3.3. 

Mit Aktenbeurteilung vom 3. August 2022 stellte Dr. med. B._____ 

folgende Diagnosen (VB 27 S. 2): 

 

 " Chondropathie retropatellar rechts medial Grad 1-2 
 
Status nach Meniskuschirurgie 2017 
 
Status nach Arthroskopie und Teilmeniskektomie medial 4.11.2020". 

 

Er führte aus, der Hauptbefund im MRI vom 29. Juni 2022 sei der Knorpel-

schaden an der Patella. Dieser sei nicht unfallkausal und sei bei der Arth-

roskopie vom 4. November 2020 nicht festgestellt worden. Man habe bei 

dieser Arthroskopie zwar eine Chondropathie am medialen Femurkondylus 

Grad 2 festgestellt, die im aktuellen MRI aber nicht mehr gesehen worden 

sei und ohnehin ein Vorzustand gewesen wäre. Die Unfallkausalität sei 

nicht gegeben (VB 27 S. 2 f.). 

 

3.4. 

Mit Aktenbeurteilung vom 9. März 2023 führte Dr. med. C._____ aus, ob 

die gestellten Diagnosen einer Chondropathie Grad I-II sowie einer Un-

terflächenläsion im Bereich des Innenmeniskus rechts und die geltend ge-

machten Beschwerden überwiegend wahrscheinlich Folgen des Unfalls 

seien, könne nicht beurteilt werden, weil die Beschwerden unklar seien. 

Von orthopädischer Seite werde eine postoperative tibiale Enthesiopathie 

und Periostitis des medialen Kollateralbandes behandelt, welche kein "MR-

Korrelat" finden würden. Der schriftliche MR-Befund Knie rechts vom 

29. Juni 2022 dokumentiere eine Chondropathie Grad 1 bis 2 im Bereich 

der medialen Gelenkfacette des femoropatellären Gleitlagers retropatellär 

und eine minime Unterflächenläsion im Bereich des Innenmeniskus rechts. 

Zu beiden Läsionen werde orthopädisch nicht Stellung genommen. Zusam-

menfassend werde mit dem einzigen orthopädischen Bericht vom 21. Juni 

2022 nicht ausgewiesen, worauf die beklagten Beschwerden zurückzufüh-

ren seien. Basierend auf diesen fehlenden Angaben sei es auch nicht mög-

lich, eine Unfall-/Rückfallkausalität zu beurteilen. Die Chondropathie Grad 

 - 6 - 

 

 

 

1 bis 2 an der medialen Kniescheibenrückfläche habe keinen Zusammen-

hang mit dem Ereignis vom 2. September 2020. Eine allfällige Residuallä-

sion im Bereich der Unterfläche nach Teilmeniskektomie des medialen Hin-

terhorns sei bzw. wäre klar unfallkausal zuzuordnen. Es sei aber basierend 

auf den wenigen Unterlagen nicht möglich, dazu Stellung zu nehmen, ob 

diese Läsion überhaupt relevant sei. Die anderen im Raum stehenden Di-

agnosen seien schwer nachvollziehbar, da sie weder MR-tomographisch 

noch klinisch ausgewiesen seien (BB 4 S. 2). Basierend auf den vorliegen-

den Akten sei es nachvollziehbar, dass Dr. med. B._____ zuhanden der 

Unfallversicherung die Rückfallkausalität ablehne. Konkret liege MR-

tomographisch tatsächlich vor allem eine Chondropathie Grad 1 bis 2 

retropatellär vor, ansonsten finde sich nichts Konkretes. Ihres Erachtens 

sei die gesamte Situation aber unklar und die Chondropathie erkläre die 

beklagten Beschwerden im Sitzen, Laufen, Aufstehen und den 

Dauerschmerz nicht. Der Fall sei basierend auf den vorliegenden 

Informationen nicht zu beurteilen. Es seien die Verlaufseinträge des 

behandelnden Orthopäden seit der Operation vom 4. November 2020 

nachzureichen. Wahrscheinlich sei eine orthopädische Zweitmeinung 

angebracht bei unklarer Schmerzursache (BB 4 S. 3).  

 

3.5. 

Am 31. März 2023 nahm Dr. med. B._____ zur Beurteilung von 

Dr. med. C._____ Stellung und hielt fest, diese bestätige seine 

Stellungnahme. Es sei nachvollziehbar, dass er eine Rückfallkausalität 

abgelehnt habe (VB 41 S. 2). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

4.2. 

Beratende Ärzte eines Versicherungsträgers sind, was den Beweiswert ih-

rer ärztlichen Beurteilungen anbelangt, versicherungsinternen Ärzten 

gleichzusetzen (Urteile des Bundesgerichts 8C_355/2021 vom 25. Novem-

ber 2021 E. 3.2; 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweis). 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder 

einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

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S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann beweistauglich sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (statt vieler: 

Urteil des Bundesgerichts 9C_411/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 4.2 mit 

Hinweis). 

 

5. 

Dr. med. B._____ nahm in seiner Beurteilung vom 3. August 2022 einzig 

zum im MRI vom 29. Juni 2022 festgestellten Knorpelschaden an der 

Patella Stellung und hielt fest, dieser sei nicht unfallkausal und sei bei der 

Arthroskopie vom 4. November 2020 nicht festgestellt worden (VB 27 S. 2). 

Zu den im MRI vom 29. Juni 2022 überdies festgestellten minimen 

Unterflächenläsionen am Innenmeniskus sowie der Differentialdiagnose 

eines residuellen fissuralen minimen radiären Einrisses im Hinterhorn des 

Innenmeniskus nach Teilmeniskektomie (VB 29) äusserte sich 

Dr. med. B._____ nicht. Diesbezüglich wies Dr. med. C._____ jedoch 

darauf hin, dass Zweitere bzw. eine "allfällige Residualläsion im Bereich 

der Unterfläche nach Teilmeniskektomie mediales Hinterhorn" 

gegebenenfalls klar unfallkausal zuzuordnen sei. Es sei aber basierend auf 

den wenigen Unterlagen nicht möglich, Stellung dazu zu nehmen, ob diese 

Läsion überhaupt relevant sei (VB 42 S. 2). Weiter führte sie aus, dass die 

Chondropathie die beklagten Beschwerden nicht erklären würde (VB 42 

S. 3). Demnach ist davon auszugehen, dass für eine abschliessende 

Beurteilung weitergehende Untersuchungen erforderlich sind. 

 

Weiter ist unklar, gestützt auf welche Unterlagen Dr. med. B._____ den 

Heilungsverlauf nach der Kniearthroskopie vom 4. November 2020 als "gut" 

beurteilen und feststellen konnte, dass die objektiven Befunde und subjek-

tiven Angaben des Beschwerdeführers übereinstimmen würden (vgl. VB 27 

S. 2), liegen doch keinerlei Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte vor 

und seitens des Beschwerdeführers wurde von seit der Operation per-

sistierenden Kniebeschwerden berichtet (vgl. VB 22 S. 1; 33 S. 1). Zudem 

ist nicht ersichtlich, ob Dr. med. B._____ der Bericht über die MRI-Unter-

suchung vom 1. Oktober 2020 (vgl. VB 9 S. 1) überhaupt vorgelegen hatte, 

denn dieser ist in den Akten nicht enthalten. 

 

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Der Beurteilung von Dr. med. B._____ mangelt es daher an einer 

nachvollziehbaren Begründung und sie basierte nicht auf einem 

feststehenden Sachverhalt (vgl. E. 4. hiervor). Vor diesem Hintergrund 

kann die Frage, ob die Beschwerdegegnerin für die ihr am 17. Mai 2022 

gemeldeten rechtsseitigen Kniebeschwerden leistungspflichtig ist, nicht 

zuverlässig beantwortet werden. Damit erweist sich der medizinische 

Sachverhalt im Lichte der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 

125 V 193 E. 2 S. 195) als nicht rechtsgenüglich erstellt. Die Sache ist zu 

ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 

(BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). 

Anschliessend hat sie neu über den Leistungsanspruch des 

Beschwerdeführers zu verfügen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 aufzu-

heben und die Sache zu weiteren Abklärungen und zur Neuverfügung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.  

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz seiner 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzen-

der Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 

V 215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 17. Februar 2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung 

im Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegeg-

nerin zurückgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 1'000.00 zu bezahlen. 
 

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Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 17. Oktober 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Schweizer