# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ac3acde-1a76-5ee2-bc79-18c62e94d8a3
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.01.2024 BB.2024.6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2024-6_2024-01-25.pdf

## Full Text

Beschluss vom 25. Januar 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

A.,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,   

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 

Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO); Unent-

geltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfahren 

(Art. 29 Abs. 3 BV); Amtliche Verteidigung im Be-

schwerdeverfahren (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2024.6 

Nebenverfahren: BP.2024.4  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Bundesanwaltschaft im Strafverfahren SV.20.1585 gegen A., dessen 

Ehefrau B. und weitere Personen wegen Bruchs amtlicher Beschlagnahme 

im Sinne von Art. 289 StGB, Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im 

Sinne von Art. 292 StGB etc. am 23. August 2023 das kantonale Steueramt 

Zürich um Übermittlung ausgewählter Steuerunterlagen der C. AG ersuchte 

(s. act. 1.1 S. 1 f.); 

 

- das kantonale Steueramt Zürich der Bundesanwaltschaft am 4. September 

2023 – anstelle der Steuerunterlagen der C. AG – die Steuerunterlagen von 

A., dessen Frau und der weiteren Beschuldigten zustellte (s. act. 1.1 S. 2); 

 

- mit Verfügung vom 9. Januar 2024 die Bundesanwaltschaft die zugestellten 

Steuerunterlagen «unwiderruflich» aus den Akten des Strafverfahrens 

SV.20.1585 entfernte, da sie vom Ersuchen an das Steueramt nicht umfasst 

waren (act. 1.1 S. 2); 

 

- dagegen A. mit Eingabe vom 15. Januar 2024 Beschwerde an die Beschwer-

dekammer des Bundesstrafgerichts erhebt und folgende Anträge stellt: 

 

 «1.  Es sei mir unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

2.  Es sei meine Pflichtverteidigerin RAin D., Bern, als Pflichtverteidigerin in diesem 

Beschwerdeverfahren einzusetzen. 

3.  Es sei festzustellen, dass die Bundesanwaltschaft BA vorsätzlich während vier 

Monaten ohne jeglichen Grund aus den Steuerunterlagen der vier Beschuldig-

ten, welche ihr durch einen Irrtum der Steuerverwaltung zugestellt wurden, Ein-

sicht und Nutzen gezogen hat. Dementsprechend ist die Bundesanwaltschaft 

BA zu verpflichten, allen vier Beschuldigten und Geschädigten je Fr. 1000 Ent-

schädigung zu überweisen. 

4.  Die vierjährige Strafuntersuchung der Bundesanwaltschaft BA gegen die vier 

Beschuldigten wegen Bruchs amtlicher Beschlagnahme und Ungehorsam ge-

gen sämtliche Verfügung hat keinerlei Beweise ergeben und ist einzustellen. 

5.  Sämtliche Kosten gehen zulasten der Eidgenossenschaft». 

 

 

 

 

 

 

 

 

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben wer-

den kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- zur Beschwerde jede Partei oder jeder andere Verfahrensbeteiligte mit ei-

nem rechtlich geschützten Interesse an der Aufhebung oder Änderung des 

angefochtenen Entscheides berechtigt ist (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 

Abs. 1 StPO); 

 

- die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert 

zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO); 

 

- mit ihr Rechtsverletzungen gerügt werden können, einschliesslich Über-

schreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO), wie auch die unvollständige 

oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 393 Abs. 2 lit. b StPO) 

und die Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 lit. c StPO); 

 

- der Beschwerdeführer vorliegend nicht die mit der angefochtenen Verfügung 

angeordnete Entfernung seiner Steuerunterlagen kritisiert; er mit der Be-

schwerde nicht einen anderen Entscheid in der Sache herbeiführen möchte 

(vgl. Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO); 

 

- daran der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin nach Darstellung des Be-

schwerdeführers die Aktenentfernung viel früher hätte verfügen müssen, 

nichts ändert;  

 

- die Anträge Nr. 3 (Antrag auf Feststellung und Entschädigung) und Nr. 4 

(Antrag auf Einstellung) nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung bil-

deten; 

 

-  bei dieser Sachlage auf die Beschwerde demnach ohne Schriftenwechsel 

nicht einzutreten ist (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario); 

 

- der Beschwerdeführer um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertre-

tung ersucht (BP.2024.4, act. 1);  

 

-  dieses Gesuch infolge der Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen 

ist (vgl. Art. 29 Abs. 3 BV);  

- 4 - 

 

 

-  bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Kosten zu 

tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO);  

 

-  diese auf Fr. 2‘000.-- festzusetzen sind (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 

Abs. 1 BStrKR). 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung wird abge-

wiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 25. Januar 2024  

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.