# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df78886b-04da-54cb-a9df-1c3e791dd436
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-11-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 15.11.2004 SKG 2004 58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SKG-2004-58_2004-11-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 15. November 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SKG 04 58

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Sutter-Ambühl und Schäfer 
Aktuarin ad hoc Bühler

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In der Schuldbetreibungs- und Konkurssache

des X., Schuldner, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer,

gegen

den Rechtsöffnungsentscheid des Bezirksgerichtspräsidenten Imboden vom 14. 
September 2004, mitgeteilt am 6. Oktober 2004, in Sachen des K r e i s a m t e s  Z . , 
Gläubiger, Gesuchsteller und Beschwerdegegner, vertreten durch das Betreibungs-
amt Z., gegen den Schuldner, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer, 

betreffend definitive Rechtsöffnung,

hat sich ergeben:

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A. Mit Zahlungsbefehl Nr. N. des Betreibungsamtes M. vom 8. Septem-
ber 2003, zugestellt am 10. September 2003, wurde X. für den Betrag von Fr. 130.-- 
nebst Zins zu 5% seit 16. Februar 2003 sowie für eine Mahngebühr in Höhe von Fr. 
10.-- betrieben. Dagegen erhob der Betriebene am Tag der Zustellung Rechtsvor-
schlag ohne weiteren Vermerk.

B. Mit Eingabe vom 31. August 2004 verlangte das Kreisamt Z., vertreten 
durch das Betreibungsamt Z., beim Bezirksgerichtspräsidium Imboden die Erteilung 
der definitiven Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 130.-- nebst Zins zu 5% seit 
26. April 2003. Als Rechtsöffnungstitel wurde das Strafmandat SM AV Nr. L. vom 9. 
Januar 2003 eingereicht, wonach der Beschwerdeführer wegen Missachtung eines 
Amtsverbots mit einer Busse von Fr. 80.-- sowie Verfahrenskosten von Fr. 50.-- 
belegt wurde. X. wurde Frist gesetzt, bis zum 14. September 2004 zum Rechtsöff-
nungsbegehren Stellung zu nehmen.

C. Der Beschwerdeführer reichte innert Frist keine Vernehmlassung ein, 
doch erschien er an der auf den 14. September 2004 angesetzten Rechtsöffnungs-
verhandlung. Das Betreibungsamt Z., als Vertreter des Kreisamtes Z., verzichtete 
mit Schreiben vom 10. September 2004 auf eine Teilnahme an der Verhandlung.

D. Mit Entscheid vom 14. September 2004, mitgeteilt am 6. Oktober 
2004, erkannte der Bezirksgerichtspräsident Imboden:

„1. Es wird die definitive Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. N. des Betrei-
bungsamtes M. für den Betrag von Fr. 130.00 nebst Zins zu 5% seit 26. 
April 2004 erteilt.

2. Die Kosten des Rechtsöffnungsverfahrens im Betrage von Fr. 100.00 
gehen zulasten des Gesuchsgegners. Sie werden beim Gesuchsteller 
unter Regresserteilung auf den Gesuchsgegner erhoben. 

Ausseramtlich hat der Gesuchsgegner den Gesuchsteller für seine Um-
triebe mit Fr. 80.00 zu entschädigen.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung)“

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass der – in Kopie – bei den Akten lie-
gende Brief vom 22. Januar 2003 zwar ohne weiteres als Einsprache zu qualifizie-
ren wäre, dass X. es jedoch unterlassen habe, urkundlich nachzuweisen, dass 
ebendiese Einsprache gegen das Strafmandat Nr. L. vom 9. Januar 2003 auch 
tatsächlich erhoben bzw. zugestellt worden sei, weshalb letzteres in Rechtskraft er-
wachsen sei. 

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E. Gegen diesen Entscheid erhob X. am 12. Oktober 2004 Beschwerde 
beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden mit dem sinngemässen Begeh-
ren, er sei aufzuheben. Im Einzelnen legte er dar, dass er sich nach wie vor gegen 
den Vorwurf wehre, das Amtsverbot missachtet zu haben, zumal die Parkplatzwäch-
terin ihm die Busse verhängt habe, bevor er die Möglichkeit gehabt habe, die Park-
platzgebühr zu bezahlen. 

F. Weder das Kreisamt Z. noch der Bezirksgerichtspräsident Imboden 
liessen sich vernehmen; letzterer verzichtete mit Schreiben vom 25. Oktober 2004 
ausdrücklich auf eine Stellungnahme.

Auf die Begründung des Antrages sowie die vorinstanzlichen Erwägungen 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Ausführungen eingegan-
gen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Entscheide des Bezirksgerichtspräsidenten in Rechtsöffnungssachen 
können innert zehn Tagen seit der schriftlichen Mitteilung beim Kantonsgerichtsaus-
schuss von Graubünden angefochten werden (Art. 236 Abs. 1 ZPO in Verbindung 
mit Art. 17. Abs. 1 Ziff. 2 GVV zum SchKG). Die Beschwerde hat gemäss Art. 236 
Abs. 3 in Verbindung mit Art. 233 Abs. 1 und 2 ZPO schriftlich zu erfolgen, wobei 
mit kurzer Begründung anzugeben ist, welche Punkte des Entscheides angefochten 
und welche Änderungen beantragt werden. Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde vom 12. Oktober 2004 wird eingetreten. 

2. Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft nach Art. 236 Abs. 3 in Ver-
bindung mit Art. 235 Abs. 1 ZPO nur im Rahmen der Beschwerdeanträge, ob der 
angefochtene Entscheid oder das diesem vorangegangene Verfahren Gesetzesbe-
stimmungen verletzt, welche für die Beurteilung der Streitfrage wesentlich sind. Ge-
genstand des Rechtsöffnungsverfahrens bildet dabei ausschliesslich die Frage, ob 
für den in Betreibung gesetzten Betrag ein Rechtstitel besteht, der die hemmende 
Wirkung des Rechtsvorschlages zu beseitigen vermag. Über den materiellen Be-
stand der Forderung hat der Rechtsöffnungsrichter dagegen nicht zu entscheiden 
(vgl. Amonn/Gasser, Grundriss des Schuldbetreibung- und Konkursrechts, 6. Auf-
lage, Bern 1997, S. 120 N 22). Beruht die Forderung auf einem vollstreckbaren ge-
richtlichen Urteil, so kann der Gläubiger beim Richter gemäss Art. 80 Abs. 1 SchKG 
die definitive Rechtsöffnung verlangen. Gerichtlichen Urteilen gleichgestellt sind in-

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nerhalb des Kantonsgebiets Verfügungen und Entscheide kantonaler Verwaltungs-
behörden über öffentlichrechtliche Verpflichtungen (Art. 27 GVV zum SchKG in Ver-
bindung mit Art. 80 Abs. 2 Ziff. 3 SchKG). 

3. Mit dem – gemäss Bescheinigung vom 24. November 2003 des Kreis-
amtes Z. in Rechtskraft erwachsenen und der definitiven Rechtsöffnung als Titel 
zugrunde liegenden – Strafmandat vom 9. Januar 2003, mitgeteilt am 16. Januar 
2003, wurde der Schuldner zur Bezahlung der in Betreibung gesetzten Forderung 
verpflichtet. Mit nämlichem Strafmandat wurde er auf die Möglichkeit hingewiesen, 
gegen dasselbe innert zehn Tagen seit der Zustellung beim Kreispräsidenten Z. 
schriftlich Einsprache zu erheben. Um den Anforderungen an einen definitiven 
Rechtsöffnungstitel zu genügen, muss eine Verfügung einer innerkantonalen In-
stanz vollstreckbar und formell rechtskräftig sein. Formell rechtskräftig ist eine Ver-
fügung, wenn sie eröffnet wurde und nicht mehr mit einem ordentlichen Rechtsmittel 
angefochten werden kann (Staehelin/Bauer/Staehelin, Kommentar zum Bundesge-
setz über Schuldbetreibung und Konkurs, SchKG I, Basel/Genf/ München 1998, N 
110 zu Art. 80 SchKG). In diesem Sinne bestimmt auch Art. 176 StPO, dass ein 
Strafmandat in Rechtskraft erwächst und gleich einem strafgerichtlichen Urteil voll-
ziehbar ist, wenn keine Einsprache dagegen erhoben bzw. diese zurückgezogen 
wird oder dahin fällt. Entgegen der vom Kreisamt Z. vertretenen Auffassung, wo-
nach das fragliche Strafmandat – in Übereinstimmung mit der dementsprechenden 
Bescheinigung vom 24. November 2003 – unwidersprochen in Rechtskraft erwach-
sen sei, brachte der Beschwerdeführer vor, er habe dagegen mit Schreiben vom 22. 
Januar 2003 Einsprache erhoben. Ob die Voraussetzungen der Vollstreckbarkeit 
und Rechtskraft gegeben sind, hat der Rechtsöffnungsrichter von Amtes wegen zu 
prüfen (BGE 105 III 44; Staehelin/Bauer/Staehelin, a. a. o., N 115 zu Art. 80 SchKG). 
Nachfolgender Prüfungsgegenstand ist demnach die Frage, ob das fragliche Straf-
mandat, auf das sich die definitive Rechtsöffnung stützt, in Rechtskraft erwachsen 
und vollstreckbar ist. 

4. Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, würde das Schreiben vom 
22. Januar 2003 eine rechtsgenügliche Einsprache im Sinne von Art. 174 StPO dar-
stellen. An die Form der Einsprache, die keiner Begründung bedarf, dürfen – wenn 
sie von einem Laien erhoben wird – keine zu strengen Voraussetzungen geknüpft 
werden. Es genügt nach ständiger kantonsgerichtlicher Praxis eine einfache schrift-
liche Erklärung des Betroffenen, er sei mit dem Strafmandat nicht einverstanden 
oder er bestreite die Straftat (W. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des 
Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 445 f.). Die Erklärung muss auch 

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nicht zwingend als Einsprache bezeichnet werden oder im Text diesen oder einen 
ähnlichen Ausdruck enthalten. Massgeblich ist die Willenserklärung des Betroffe-
nen, so wie sie auf Grund des gesamten Wortlautes und aller Umstände des Ein-
zelfalles nach Treu und Glauben zu verstehen ist (PKG 1980 Nr. 40; PKG 1992 Nr. 
44). Nachdem die Form der behaupteten fraglichen Einsprache nach den vorgängi-
gen Erwägungen nicht zu beanstanden wäre, liegt das Problem vorliegend, wie be-
reits das Bezirksgerichtspräsidium Imboden festgestellt hat, bei der Zustellung bzw. 
der mangelnden Nachweisbarkeit derselben. Die Sachlage präsentiert sich nämlich 
dergestalt, dass die geltend gemachte Einsprache vom 22. Januar 2003 gemäss 
Auskunft des Kreisamtes Z. bei diesem nicht eingegangen ist. Der Beschwerdefüh-
rer hat auch nichts zu den Akten gelegt, wonach auf eine ordnungsgemässe Zustel-
lung geschlossen werden könnte. Nach der allgemeinen Beweisregel des Art. 8 
ZGB, hat grundsätzlich derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache 
zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Nachdem es X. nicht gelungen ist, die 
Zustellung zu belegen, trägt er das Risiko des Zustellungsverlustes des (nicht ein-
geschriebenen) Briefes (vgl. BGE 105 III 43 ff.). Aus dem Ganzen folgt, dass das 
Strafmandat vom 9. Januar 2003 mangels nachgewiesener dagegen erhobener 
Einsprache in Rechtskraft erwachsen und vollstreckbar ist.

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass das Kreisamt Z. mit dem Straf-
mandat SM AV Nr. L. vom 9. Januar 2003 einen im Sinne von Art. 80 SchKG gülti-
gen definitiven Rechtsöffnungstitel vorgelegt hat. Die Beschwerde ist demnach ab-
zuweisen und der angefochtene Rechtsöffnungsentscheid des Bezirksgerichtsprä-
sidiums Imboden zu bestätigen. 

5. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerde-
verfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers. Sie werden gestützt auf Art. 48 GebV 
SchKG in Verbindung mit Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG bei Fr. 100.-- festgesetzt. 
Eine ausseramtliche Entschädigung nach Art. 62 Abs. 1 GebV SchKG wurde nicht 
beantragt. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 100.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: