# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12df38bd-d415-54ca-a7de-f4fcd07e35e0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.04.2024 720 23 333 / 87 (720 2023 333 / 87)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-333---87_2024-04-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. April 2024 (720 23 333 / 87) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Prüfung der Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einer versicherten Per-

son, die im 63. Altersjahr steht 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Jan Herrmann, Rechtsan-
walt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
A. A.____, geboren 1960, absolvierte eine Anlehre als B.____ und eine Anlehre als C.____. 
Zuletzt war er von Oktober 2014 bis Ende Dezember 2022 bei der D.____ AG als Lagerist und 
als Teamleiter Warenausgang in einem 100 % Pensum angestellt. Am 29. März 2022 verspürte 
er beim Ziehen eines Wagens in der rechten Schulter einen starken Schmerz. Am 14. Juni 2022 
wurden eine diagnostische Schulterarthroskopie, eine Subscapularis-Refixation, SAD, Acromio-
plastik und eine subpectorale Bicepstenodese durchgeführt. In der Folge entwickelte sich ein 
zwar erfreulicher, aber zögerlicher Verlauf. Mit Gesuch vom 30. August 2022 meldete er sich 

 

 
 
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unter Hinweis auf das Leiden in der rechten Schulter zum Bezug einer Invalidenrente bei der IV-
Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) an. Nach Einholung der Berichte der behandelnden Ärzte, der 
Beurteilung der gesundheitlichen Situation durch den Regionalen ärztlichen Dienst beider Basel 
RAD sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung 
vom 21. September 2023 bei einem Invaliditätsgrad von 3 % den Anspruch auf eine Invaliden-
rente ab. Sie stützte sich dabei auf eine Stellungnahme von Dr. med. E.____, Fachärztin für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, RAD, vom 14. Juni 2023. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Jan Herrmann, mit Eingabe vom 
20. Oktober 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht. Er liess unter o/e-Kostenfolge beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzu-
heben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm ab 1. März 2023 eine ganze In-
validenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 100 % zuzusprechen. Eventualiter sei die 
angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie ein medizinisches Gutachten einhole und danach neu über den Ren-
tenanspruch entscheide. In der Begründung brachte der Beschwerdeführer zusammenfassend 
vor, dass die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz verletzt habe, indem sie den 
Entscheid auf der Basis einer internen Aktenbeurteilung des RAD und ohne klinische Untersu-
chung gefällt habe. Eine Begutachtung hätte ein eingeschränkteres Belastbarkeitsprofil ergeben. 
Zudem gehe die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise davon aus, dass er mit Jahrgang 1960 
die ihm noch verbleibende Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wirtschaftlich 
verwerten könne. 
 
C. Unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. E.____ vom 31. Oktober 2023 beantragte 
die Beschwerdegegnerin mit Vernehmlassung vom 30. November 2023 die Abweisung der Be-
schwerde. 
 
D. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungsrecht 
des Kantonsgerichts vom 22. Dezember 2023 wurde die Angelegenheit der Dreierkammer zur 
Beurteilung überwiesen.  
 
E. Der Beschwerdeführer liess dem Kantonsgericht am 29. Dezember 2023 seine Replik 
zukommen. Der Eingabe legte er ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. med. F.____, Allge-
meine Innere Medizin FMH, vom 18. Dezember 2023 bei, worin dieser weiterhin eine 100 % Ar-
beitsunfähigkeit bescheinigte. 
 
F. In der Folge verzichtete die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 10. Januar 2024 auf 
eine weitere Stellungnahme. 
 
G. Die Angelegenheit wurde der Dreierkammer mit Instruktionsverfügung vom 21. Januar 
2024 erneut zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  

 

 
 
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1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde vom 20. Oktober 2023 ist einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ("Weiterentwick-
lung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 
2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die 
Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 
17. Januar 1961 in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fassung Anwendung. Vorliegend mel-
dete sich der Beschwerdeführer im August 2022 bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von 
Leistungen an. Unter Berücksichtigung des Wartejahres und der sechsmonatigen Wartezeit 
könnte ein allfälliger Rentenanspruch frühestens am 1. März 2023 entstehen. Damit sind die Ge-
setzesgrundlagen in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung anwendbar. Sie werden im Folgen-
den jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
3. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü-
gung vom 1. September 2023 entwickelte. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die 
zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 143 V 409 E. 2.1). Spätere Arzt-
berichte sind aber in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rückschlüsse auf die im Zeit-
punkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (BGE 121 V 
362 E. 1b). 
 
4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 
6 ATSG) gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind 
(lit. b). 
 
4.2 Bei Erwerbstätigen wird der lnvaliditätsgrad gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ermittelt durch 
den Vergleich des Erwerbseinkommens, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare 
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage nach Eintritt des Gesundheitsschadens und nach 
Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen erzielen könnte (lnvalideneinkommen), mit 
dem Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Validenein-
kommen).  
 
4.3 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 
2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, 

 

 
 
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Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 
1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Satz 2).  
 
4.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche – insbesondere bei 
der Feststellung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person – ist 
die rechtsanwendende Behörde auf verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen ange-
wiesen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversi-
cherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 
bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 
sind und danach zu entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizini-
sche These abgestellt wird (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen be-
gründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachper-
sonen kommt nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 
Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu. An die Beweiswür-
digung sind strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1). Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, 
dass das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungspro-
zess vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht sind. 
Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Gestützt auf den Untersuchungsgrund-
satz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bun-
desgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
5.1 Zwischen den Parteien ist zunächst umstritten, ob die Beschwerdegegnerin den medizi-
nischen Sachverhalt genügend abklärte und zu Recht gestützt auf die Beurteilung von Dr. E.____ 
von einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ausging. 
 

 

 
 
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5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er an einer Schulterverletzung leide, die ihn 
bis heute und dauerhaft auch für die Zukunft in seiner körperlichen Belastbarkeit einschränke. 
Hinzu komme, dass er auch unter einer Beeinträchtigung an der rechten Hand mit einer Schwell-
neigung, einem Flexionsproblem und Bewegungsschmerzen leide. Er habe diese Beschwerden 
noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung mittels einer Bildgebung abklären lassen. Grund 
für die Abklärung seien seit der Schulteroperation persistierende Schmerzen über dem Endglied 
des rechten Mittelfingers mit Druckdolenz. Die Sonographie habe keine Pathologie aufzeigen 
können. Eine neurologische Abklärung sei von der Beschwerdegegnerin aber nicht erfolgt, ob-
wohl die Vermutung bestehe, es sei anlässlich der Schulteroperation zu einer Nervenverletzung 
gekommen. Ein relevanter Mangel an der Beurteilung des RAD vom 14. Juni 2023 sei darin zu 
erblicken, dass die Beschwerden an der rechten Hand völlig unberücksichtigt geblieben seien. 
Es sei lediglich der Hinweis erfolgt, dass die Schmerzen am rechten Mittelfinger keinen Einfluss 
auf die 100 %-ige Arbeitsfähigkeit in der angepassten Tätigkeit/Verweistätigkeit mit Schulter-
schonprofil hätten. Eine Begründung für diese Einschätzung fehle. Eine klinische Untersuchung 
durch Dr. E.____ und eine Umschreibung des Belastungsprofils auch unter Berücksichtigung der 
Einschränkungen der rechten Hand wären daher zwingend angezeigt gewesen. 
 
5.3.1 Dr. E.____ gab in ihrer Aktenbeurteilung vom 14. Juni 2023 an, dass der Versicherte seit 
2016 unter rezidivierenden Schulterschmerzen rechts leide. Nach jahrelanger konservativer The-
rapie sei am 14. Juni 2022 die arthroskopische Subscapularis-Refixation erfolgt. Postoperativ sei 
der Verlauf eher zögerlich gewesen. Nach einer Cortisoninfiltration am 23. Dezember 2022 habe 
sich in der Kontrolle vom 17. Februar 2023 eine deutliche Besserung gezeigt. Aufgrund des Be-
schwerdebilds sei die angestammte Tätigkeit als Lagerist nicht mehr zumutbar. Nach der Kon-
sultation vom 17. Februar 2023 sei bei deutlicher Besserung der Symptomatik ab 18. Februar 
2023 aber von 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit auszugehen. 
Die Verweistätigkeit umfasse leichte, wechselnde Tätigkeiten und insbesondere keine repetitive 
Belastung der rechten Schulter, keine Arbeiten über Schulterniveau, keine Überkopfarbeiten und 
kein regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über 10 kg. Die am 23. Dezember 2022 erst-
malig dokumentierten Schmerzen am rechten Mittelfinger hätten keinen Einfluss auf die 100 %-
ige Arbeitsfähigkeit in der angepassten Tätigkeit mit Schulterschonprofil. In einer solchen Ver-
weistätigkeit bestehe weder eine zeitliche noch eine leistungsmässige Limitierung. 
 
5.3.2 Dr. E.____ stützte sich bei ihrer Einschätzung auf die Berichte der behandelnden medi-
zinischen Fachpersonen. In diesen Berichten wurden die Schulterproblematik und die Entwick-
lung nach dem operativen Eingriff vom 14. Juni 2022 gut dokumentiert. Die behandelnden Spe-
zialisten Prof. Dr. med. G.____, Orthopädische Chirurgie FMH, und Dr. med. H.____, Facharzt 
für Orthopädie und Unfallchirurgie, bestätigten die von ihnen attestierte 100 %-ige Arbeitsunfä-
higkeit nicht durchgehend, sondern verlängerten sie bei jedem Sprechstundentermin jeweils um 
einen Monat. Dr. E.____ ging ebenfalls von einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit aus, dies aber 
ausdrücklich bezogen auf die bisherige, körperlich schwere Tätigkeit als Lagerist. In einer lei-
densangepassten Tätigkeit attestierte sie demgegenüber eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit, dies 
allerdings erst seit dem 18. Februar 2023. Der Grund für diese Einschätzung findet sich im 
Sprechstundenbericht von Prof. G.____ vom 20. Februar 2023 über die bei ihm erfolgte Konsul-
tation vom 17. Februar 2023. Anlässlich seiner Untersuchung vom 17. Februar 2023 konnte er 

 

 
 
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eine deutliche Besserung der Situation feststellen. Mit der Begründung, dass der Patient Lagerist 
sei und sehr schwere Gewichte heben müsse, gab er aber weiterhin eine 100 %-ige Arbeitsunfä-
higkeit an. Zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit äusserte sich Prof. G.____ 
nicht. Vielmehr stellte er in den Vordergrund, dass der Patient 62 Jahre alt sei und Probleme 
habe, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Darum bestätigte er die Arbeitsunfähigkeit noch für 
einen weiteren Monat. 
 
5.3.3 Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht ist nicht ausschlaggebend, wie hoch die 
Wahrscheinlichkeit ist, dass der Beschwerdeführer in seinem Alter tatsächlich noch eine neue 
Stelle findet. Massgebend für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit ist 
die medizinische Situation. Die Frage nach den konkreten Einsatzmöglichkeiten auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt ist erst im Rahmen der Invaliditätsbemessung zu prüfen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 9. April 2018, 9C_273/2017, E. 3.2.3). Aus diesem Grund nahm Dr. E.____ 
zu Recht nicht nur dazu Stellung, inwieweit die letzte Tätigkeit als Lagerist noch möglich ist, son-
dern sie untersuchte auch, inwiefern der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit 
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Weil die Diagnose klar ist und Dr. E.____ durch die Be-
richte der behandelnden Ärzte auch über den Befund bei jeder Untersuchung der Schulter im 
Rahmen der Konsultationen bei den Spezialisten orientiert war, brauchte sie entgegen der An-
sicht des Beschwerdeführers zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit keine eigene Untersuchung. 
Sie konnte vollumfänglich auf die Untersuchungsergebnisse aus den regelmässigen spezialärzt-
lichen Untersuchungen abstellen. Auch die radiologischen Erkenntnisse waren ihr bekannt. Ein 
Widerspruch zwischen ihrer Einschätzung und der Einschätzung der Spezialärzte besteht zudem 
nicht. Alle involvierten Fachpersonen gehen einheitlich davon aus, dass die letzte, körperlich 
schwere Tätigkeit als Lagerist bleibend nicht mehr zumutbar ist. Wie auch Dr. E.____ attestierte 
Dr. F.____ dem Beschwerdeführer im IV-Bericht vom 26. Mai 2023 in einer den Leiden ange-
passten Tätigkeit ein volles Pensum. Er beschrieb eine Funktionseinschränkung an der rechten 
oberen Extremität. Die behandelnden Chirurgen dagegen machten sich keine Gedanken dazu, 
ob und inwieweit eine leidensangepasste Beschäftigung noch möglich ist. Es scheint, wie bereits 
erwähnt, dass sie diese Frage nicht als relevant hielten, weil sie davon ausgingen, dass der Be-
schwerdeführer wegen seines Alters sowieso keine Stelle mehr finden würde. Dr. E.____ verfügte 
deshalb über alle Angaben, um sich zu einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer dem Leiden 
angepassten Tätigkeit äussern zu können. Ihre Einschätzung, wonach in einem Verweisprofil 
eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit bestehe, ist somit zuverlässig abgestützt und auch nachvollzieh-
bar begründet, sodass darauf abgestellt werden kann. Weil keine, auch keine geringen, Zweifel 
daran bestehen, sind entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers keine weiteren Abklärungen 
notwendig. 
 
5.3.4 In Bezug auf die Schmerzen am rechten Mittelfinger ergibt sich nichts Abweichendes. 
Die Sonografie der Hand vom 30. Juni 2023 zeigte unauffällige Verhältnisse. Eine handchirurgi-
sche und/oder neurologische Abklärung wurde nach diesem Ergebnis nicht mehr in die Wege 
geleitet. Dass dies im Rahmen der Abklärung der Invalidenversicherung auch nicht notwendig 
war, wurde von Dr. E.____ in ihrem Bericht vom 31. Oktober 2023 schlüssig erklärt. Vor allem 
aber wäre eine angepasste Tätigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil auch mit einer Bewegungsein-

 

 
 
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schränkung des Mittelfingers zu vereinbaren, wenn eine leichte bimanuelle Tätigkeit (ohne kraft-
volle repetitive Beugung des Mittelfingers bzw. des betroffenen Mittelfingerendglieds) ausgeführt 
wird. 
 
5.4 Es bestehen somit keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr. E.____ 
betreffend das Zumutbarkeitsprofil. Die Beschwerdegegnerin durfte bei der Ermittlung der Invali-
dität davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % ar-
beits- und leistungsfähig ist. 
 
6.1 Der Beschwerdeführer stellt sich zudem auf den Standpunkt, dass die Restarbeitsfähig-
keit nicht mehr verwertbar und ihm eine ganze Rente zuzusprechen sei. Es sei aktenkundig, dass 
er am 22. Oktober 2023 63 Jahre alt werde. Im Zeitpunkt der Erstellung des RAD-Berichts vom 
14. Juni 2023 habe er sich in seinem 63. Lebensjahr befunden und es sei ihm bis zur Erreichung 
des ordentlichen Rentenalters ein Zeitraum von zwei Jahren und vier Monaten verblieben, in dem 
er seine Resterwerbsfähigkeit wirtschaftlich verwerten könne. Er befinde sich aktuell auf Stellen-
suche. Bis heute seien die Vermittlungsversuche des RAV erfolglos geblieben. Er verfüge über 
keine berufliche Ausbildung, die ihm heute für die Realisierung eines Invalideneinkommens von 
Vorteil wäre. Er verfüge lediglich über eine Anlehre als B.____. Es sei ihm möglich gewesen, eine 
Anlehre als C.____ zu machen. Dies liege auch bald 40 Jahre zurück. In Anbetracht des Um-
stands sodann, dass er einen Migrationshintergrund habe und Deutschkenntnisse in Wort und 
insbesondere in Schrift nur reduziert vorhanden seien, werde ersichtlich, dass seine Arbeitskraft 
auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt werde. Er sei kurz vor dem 
Pensionsalter, sei gesundheitlich angeschlagen und somit seien Krankheitsausfälle und eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands bei körperlicher Belastung vorprogrammiert. Replik-
weise bringt er ausserdem vor, dass der Zeitpunkt der Stellungnahme von Dr. E.____ vom 31. 
Oktober 2023 der früheste Zeitpunkt sei, um über die Frage der Verwertbarkeit der Resterwerbs-
fähigkeit zu entscheiden. Zu diesem Zeitpunkt habe er das 63. Altersjahr bereits überschritten, 
weshalb von einer fehlenden Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen sei. 
 
6.2 Umstritten ist die arbeitsmarktliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hängt die Möglichkeit einer ver-
sicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem allgemeinen ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt zu verwerten, von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab. Relevant sind recht-
sprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der 
absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand sowie in diesem Zusammenhang auch die 
Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Wer-
degang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Beim aus-
geglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, sodass nicht leichthin 
angenommen werden kann, die verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch 
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Menschen mit 
Behinderung mit einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unver-
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist namentlich dann anzunehmen, wenn die zumutbare Tä-
tigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt prak-
tisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen 

 

 
 
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Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle darum zum Vornherein 
als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2022, 
9C_464/2021 E. 4 mit Hinweisen). 
 
6.3.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass der Zeitpunkt der Stellungnahme von 
Dr. E.____ vom 31. Oktober 2023 der früheste Zeitpunkt sei, um über die Frage der Verwertbar-
keit der Resterwerbsfähigkeit zu entscheiden, kann ihm nicht gefolgt werden. Dr. E.____ äusserte 
sich in ihrer Stellungnahme zu allfälligen Diagnosen, Pathologien und Therapiemassnahmen in 
Bezug auf die Flexionseinschränkung des Mittelfingers der rechten Hand. In nachvollziehbarer 
Weise gelangte sie zum Schluss, dass von keinem versicherungsmedizinisch relevanten hand-
chirurgischen Gesundheitsschaden ausgegangen werden könne (vgl. dazu Erwägung 5.3.4 hier-
vor). Da sich das von Dr. E.____ am 14. Juni 2023 definierte Zumutbarkeitsprofil ohne Weiteres 
mit der Flexionseinschränkung des Mittelfingers der rechten Hand vereinbaren lässt, besteht kein 
Anlass, um vom von der Beschwerdegegnerin gewählten Zeitpunkt zur Beurteilung der Verwert-
barkeit der Restarbeitsfähigkeit abzuweichen. 
 
6.3.2 Im vorliegenden Fall sind lediglich die körperlich schwer belastenden Tätigkeiten nicht 
mehr zumutbar. Leidensangepasst ist der Beschwerdeführer aber zu 100 % und ohne weitere 
Leistungseinschränkung einsetzbar. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang 
behauptet, der Gesundheitszustand sei fragil und Krankheitsausfälle und eine Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes seien bei körperlicher Belastung vorprogrammiert, kann dieser Be-
hauptung mit Blick auf die Untersuchungsergebnisse der behandelnden Ärzte nicht gefolgt wer-
den. Wenn der Beschwerdeführer eine Tätigkeit verrichtet, die dem Verweisungsprofil entspricht, 
hat er durch die Arbeit keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu erwarten. Für kör-
perlich leichte Arbeiten in einem 100 %-Pensum gibt es auch für Personen ohne Berufsausbil-
dung ein weites Feld an Betätigungsmöglichkeiten. Ausserdem ist die psychische Funktionsfä-
higkeit nicht beeinträchtigt, so dass eine Umstellung von der Tätigkeit als Lagerist in eine körper-
lich leichte Hilfstätigkeit ohne Weiteres möglich sein sollte. Bei einer nicht weiter eingeschränkten 
Funktionsfähigkeit in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne repetitive Belastung der 
rechten Schulter kann auch das Alter (62.5 Jahre im Zeitpunkt der RAD-Stellungnahme vom Juni 
2023) keine ausschlaggebende Rolle spielen. Denn die Beschwerdegegnerin stellte beim lnvali-
deneinkommen auf den Verdienst in einer Hilfsarbeitertätigkeit ab, in der keine berufliche Erfah-
rung und darum auch keine zusätzlich ins Gewicht fallende Einarbeitungszeit notwendig ist. Aus 
diesem Grund ist der Zugang des Beschwerdeführers zum ausgeglichenen Arbeitsmarkt als in-
takt zu betrachten und die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit ist unter dem Gesichtspunkt 
des Lebensalters zu bejahen. In diesem Punkt ist auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zur Bedeutung des Alters bei invaliditätsbedingter Umstellung des Arbeitsfeldes auf eine einfache 
Hilfsarbeitertätigkeit hinzuweisen, die in Bezug auf die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeits-
fähigkeit sehr streng ist (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 18. Dezember 2019, 
9C_693/2019, E. 5 "[…] die Rechtsprechung hat für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
älterer Menschen relativ hohe Hürden aufgestellt […]"). 
 
7. Gegen den von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung durchgeführ-
ten Einkommensvergleich erhebt der Beschwerdeführer keine konkreten Einwände. Nachdem 

 

 
 
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sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes 
wegen durch das Kantonsgericht eine andere Einschätzung der Vergleichseinkommen vorzuneh-
men wäre, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Berechnungsparametern. 
Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der Beschwerde-
gegnerin in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 
 
8. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die angefochtene Verfügung vom 21. 
September 2023 nicht zu beanstanden ist. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als 
unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-
- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Kantonsgericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundes-
rechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über 
die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die 
Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. 
Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb er die Verfahrenskosten zu 
tragen hat. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrech-
net. 
 
9.2 Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädi-
gung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe 
von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht