# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b104970-b13a-5e1e-a7a6-61836bcbe32c
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-10-29
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2014 und 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014 und 2015
**Docket/Reference:** DB.2018.155
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2018.155--2-st.2018.185.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2018.155 
2 ST.2018.185 

Entscheid 

 29. Oktober 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Micheline Roth, Steuerrichter Alexander Widl, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiber Benjamin Briner 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch B,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

gegen 

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2014 und 2015 sowie 
Staats- und Gemeindesteuern 2014 und 2015 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  deklarierte  in  der  Steuererklärung  2014  ein 

steuerbares  Einkommen  von  Fr.  28'800.- 

(direkte  Bundessteuer  2014)  bzw. 

Fr. 27'900.-  sowie  ein steuerbares  Vermögen  von  Fr.  0.- (Staats-  und Gemeindesteu-

ern  2014)  und  in  der  Steuererklärung  2015  ein  steuerbares  Einkommen  von 

Fr. 42'600.- (direkte Bundessteuer 2015) bzw. Fr. 42'000.- sowie ein steuerbares Ver-

mögen von Fr. 355'000.- (Staats- und Gemeindesteuern 2015). Während der Pflichtige 

in der Steuererklärung 2014 (wie in den Jahren zuvor) eine Schuld gegenüber der ihm 

gehörenden  C  AG  per  31.  Dezember  2014  in  der  Höhe  von  Fr. 356'091.-  geltend 

machte, wies er in der Steuererklärung 2015 eine solche nicht mehr aus.  

Hinsichtlich  der  Steuerperiode  2014  erging  daraufhin  am  19.  Februar  2018 

bzw. 4. April 2018 eine Auflage in Bezug auf die per 13. Oktober 2014 bei der C AG im 

Konto  "A  /  Darlehen"  verbuchte  Haben-Position  "Kauf  Liegenschaft  D"  im  Betrag  von 

Fr. 155'000.-. Der Pflichtige liess daraufhin Unterlagen einreichen.  

Hinsichtlich  der  Steuerperiode  2014  veranlagte  das  kantonale  Steueramt 

den  Pflichtigen  mit  Entscheiden  vom  9. Juli  2018  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von Fr. 241'100.- (direkte Bundessteuer 2014) und schätzte ihn mit einem steuerbaren 

Einkommen  von  Fr.  381'800.-  (davon  Ertrag  aus  qualifizierten  Beteiligungen  von 

Fr. 353'900.-)  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  355'000.-  ein  (Staats-  und 

Gemeindesteuern 2014). Die Steuerbehörde ging dabei pro 2014 von einem simulier-

ten Darlehen in der Höhe von Fr. 353'892.- aus und rechnete diesen Betrag als Wert-

schriftenertrag  auf.  Im  Umfang  der  (gerundeten)  Aufrechnung  von  Fr.  353'900.-  be-

trachtete es die Einkünfte als Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen.  Vermögensseitig 

strich  es  die  geltend  gemachte  Schuld  gegenüber  der  C  AG  in  der  Höhe  von 

Fr. 356'091.-.  

Die  entsprechende  Betrachtungsweise führte  pro 2015  zu  einer  Veranlagung 

des  Pflichtigen  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  61'600.-  (direkte  Bundes-

steuer  2015)  bzw.  Einschätzung  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  73'700.- 

(davon Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen von Fr. 31'700.-) und einem steuerbaren 

Vermögen von Fr. 350'000.- (Staats- und Gemeindesteuern 2015).  

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B. Hiergegen erhob der Pflichtige am 30. Juli 2018 Einsprache und beantragte 

je  die  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  gemäss  den  eigenen  Deklarationen.  Diverse 

unglückliche  Umstände  hätten  ihn  in  der  Vergangenheit  dazu  veranlasst,  sein  Privat-

konto bei der C AG zu belasten. In den nächsten Jahren würden diese Ausstände je-

doch zurückbezahlt. Am 27. August 2018 fand in den Räumlichkeiten des kantonalen 

Steueramts  eine  persönliche  Anhörung  des  Pflichtigen  statt.  Mit  Entscheiden  vom  4. 

September 2018 wies die Steuerbehörde die Einsprache ab.  

C.  Am  26.  September  2018  erhob  der  Pflichtige  gegen  die  Einsprache-

entscheide  Beschwerde  bzw.  Rekurs  und  beantragte  je  die  Veranlagung  bzw.  Ein-

schätzung  2014  und  2015  gemäss  Deklaration.  Ferner  verlangte  er  eine  Parteient-

schädigung.  Mit  Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort  vom  24. Oktober 2018  schloss das 

kantonale  Steueramt  auf  kostenfällige  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Der  Pflichtige 

nahm dazu am 5. Dezember 2018 erneut Stellung. Die Eidgenössische Steuerverwal-

tung liess sich nicht vernehmen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Nach  Art. 20  Abs. 1 lit. c  des  Bundesgesetzes über  die  direkte  Bundes-

steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 20 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes vom 

8. Juni 1997 (StG) sind u.a. Einkünfte aus beweglichem Vermögen steuerbar, wie Divi-

denden,  Gewinnanteile,  Liquidationsüberschüsse,  Kapitalrückzahlungen  für  Gratisak-

tien und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art. Zu den letztgenannten Leistun-

gen  gehören  namentlich  auch  offene  und  verdeckte  Gewinnausschüttungen  sowie 

Zuwendungen von Aktiengesellschaften an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehen-

de  Dritte,  die  einem  Aussenstehenden  nicht  oder  zumindest  nicht  in  gleichem  Masse 

gewährt würden.  

Geldwerte  Leistungen  sind  nach  der  Rechtsprechung  immer  dann  anzuneh-

men,  wenn  (a)  die  Gesellschaft  keine  oder  keine  gleichwertige  Gegenleistung  erhält, 

(b)  der  Aktionär  bzw.  Anteilsinhaber  direkt  oder  indirekt  (z.B.  über  eine  ihm  naheste-

hende  Person  oder  Unternehmung)  einen  Vorteil  empfängt,  der  einem  Dritten  unter 

gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern unge-

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wöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkenn-

bar war (vgl. BGE 119 Ib 116 E. 2 S. 119 f.; 115 Ib 274 E. 9b S. 279; ASA 69, 202 E. 2; 

68, 246 E. 3a; je mit weiteren Hinweisen).  

Der  Grund  solcher  Vorteilszuwendungen  liegt  nicht  in  der  Geschäftstätigkeit 

der Gesellschaft, sondern im Beteiligungsverhältnis. Mit der Ausrichtung von geldwer-

ten  Vorteilen  kommt  die  Gesellschaft  nicht  geschäftlichen  Verpflichtungen  nach,  son-

dern verwendet Gewinn im Interesse ihrer Aktionäre (Art. 660 OR; Markus Reich, Ver-

deckte Vorteilszuwendungen zwischen verbundenen Unternehmen, in: ASA 54, 621 f.).  

Ob  eine  Leistung  der  Gesellschaft  an  den  Inhaber  von  Beteiligungsrechten 

gerade  wegen  dieser  Eigenschaft  erfolgt  ist  und  einem  Dritten  nicht  erbracht  worden 

wäre,  bestimmt  sich  danach,  ob  die  Leistung  ungewöhnlich  ist  und  sich  mit  einem 

sachgemässen  Geschäftsgebaren  nicht  vereinbaren  lässt,  also  als  geschäftsmässig 

nicht  begründet  erscheint  (BGE  113  Ib  23  E.  2c).  Anzustellen  ist  dazu  ein  Drittver-

gleich.  Dabei  sind  in  jedem  Einzelfall  alle  konkreten  Umstände  des  zwischen  der 

Gesellschaft  und  dem  Anteilseigner  abgeschlossenen  Geschäfts  zu  berücksichtigen 

und es muss  davon  ausgehend  bestimmt  werden,  ob  das Geschäft  in gleicher Weise 

mit  einem  der  Gesellschaft  nicht  Verbundenen  auch  abgeschlossen  worden  wäre  

(BGr, 10. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 58 und ASA 66, 554 und 559).  

b)  Eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  kann  nicht  nur  in  einem  Wertzufluss 

an den Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person liegen, sondern auch in der 

Verhinderung eines entsprechenden Wertabflusses. Eine derartige Vorteilszuwendung 

wird  insbesondere  angenommen,  wenn  eine  Gesellschaft  den  genannten  Personen 

ohne betrieblichen Grund ein Darlehen gewährt im Bewusstsein, auf eine Rückzahlung 

allenfalls dereinst verzichten zu müssen. Unter solchen Umständen erscheint das hin-

gegebene Darlehen als simuliertes, ungültiges Rechtsgeschäft (Art. 18 Abs. 1 OR).  

Als Kriterien, die dafür sprechen, dass ein Dritter das Darlehen nicht gewährt 

hätte,  fallen  u.a.  in  Betracht:  die  Höhe  der  Darlehenssumme  im  Verhältnis  zu  den 

eigenen  Mitteln  des  Darlehensnehmers,  die  Darlehenszinsen  werden  nicht  bezahlt 

bzw.  zum  Kapital  geschlagen,  die  Gewährung  des  Darlehens  steht  mit  dem  statutari-

schen  Zweck  der  darlehensgebenden  Gesellschaft  in  keinerlei  Zusammenhang,  die 

Verwendung des Darlehens für private Lebenshaltungskosten, die fehlende Bonität des 

Schuldners,  das  Fehlen  von  Sicherheiten  und  von  Bestimmungen  über  die  Rückzah-

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lung  des  Darlehens,  die  tatsächlich  fehlende  Rückzahlung,  die  laufende  Erhöhung 

der Schuldsumme, fehlende Dividendenzahlungen, das Fehlen eines schriftlichen Dar-

lehensvertrags  und  ein  Klumpenrisiko  bei  der  darlehensgebenden  Gesellschaft  (vgl. 

BGr  Urteile  vom  30. April  2002  =  StE  2002  B  24.4  Nr.  67,  E.  3.2.1  und  vom  27. Ja-

nuar 2003 = ASA 72, 736, E. 2.2; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, 

Art. 58 N 114 DBG, je mit Hinweisen).  

Alle  vorgenannten  Elemente  stellen  freilich  bloss  Teile  der  erforderlichen 

Gesamtbetrachtung  des  Einzelfalls  dar  und  es  darf  mithin  nicht  ein  Aspekt  zum  alles 

entscheidenden  Kriterium  erhoben  werden  (so  ausdrücklich:  BGr,  23. August 2007, 

2C_72/2007, unter Bezugnahme auf einen die Schuldnerbonität zu stark gewichtenden 

Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 10. Mai 2006 [SB.2006.00008]).  

c)  Die gebotene Gesamtbetrachtung  hat  grundsätzlich  aus  der  Sicht  im  Zeit-

punkt  des  Vertragsabschlusses  bzw.  der  Hingabe  des  Darlehensbetrags  zu  erfolgen; 

spätere  Entwicklungen  können  nur  insoweit  berücksichtigt  werden,  als  sie  zu  diesem 

Zeitpunkt  bereits  bekannt  oder  zumindest  absehbar  waren  (BGr,  3. Februar  1995  = 

ASA  64,  641  und  646).  Bei  der  in  diesem  Sinn  anzustellenden  Gesamtbetrachtung 

steht im Vordergrund, ob die Gesellschaft einem unbeteiligten Dritten unter den nämli-

chen Bedingungen das zur Diskussion stehende Darlehen ebenfalls gewährt hätte (vgl. 

VGr,  22. November  2000  =  StE 2001  B 24.4  Nr. 60).  Ist  dies  auszuschliessen,  ist  da-

von  auszugehen,  die  Darlehensgewährung  bzw.  -erhöhung  entspreche  nicht  einem 

betrieblichen  Vorgang,  sondern  sei  im  Beteiligungsverhältnis  zwischen  Gesellschaft 

und Aktionär begründet.  

d)  Liegt  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  vor,  ist  die  steuerliche  Gewinn-

korrektur bei der leistenden Gesellschaft in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem 

sich der Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg der Gesellschaft auswirkt (RB 1976 

Nr. 47; Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band, 

1969, § 45 N 86 mit Hinweisen). Das gilt auch dann, wenn sich ein Darlehenskontrakt 

im  Ergebnis  von  Anfang  an  als  simuliert  erweist,  weil  etwa  mit  der  Rückzahlung  der 

Darlehenssumme  aufgrund  der  gegebenen  besonderen  Verhältnisse  nicht  ernsthaft 

gerechnet werden kann. Diesfalls hat die gebotene ertragssteuerliche Aufrechnung bei 

der leistenden Gesellschaft somit erst im Moment der Verbuchung einer Wertberichti-

gung  auf  dem  Guthaben  zu  erfolgen  (StE 1989  B 24.4  Nr. 17  mit  Hinweisen;  StRK  I, 

7. November 1991, I 28/1991). Beim Gesellschafter wird demgegenüber die verdeckte 

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Gewinnausschüttung grundsätzlich im Zeitpunkt erfasst, in welchem er mit der Abliefe-

rung des Erhaltenen nicht mehr rechnen muss (RB 1981 Nr. 50). Dies gilt auch für Dar-

lehen der Gesellschaft an ihren Aktionär oder diesem nahestehende Personen. Bei von 

Anbeginn  an  simulierten  Darlehen  fliesst  die  verdeckte  Gewinnausschüttung  dement-

sprechend  bereits  bei  der  Darlehenshingabe  zu  (StRK I,  27. August  1992  =  StE 1993 

B 24.4. Nr. 32; ASA 53, 54 und 64 f.). Wird das Darlehen erst im Lauf der Zeit unein-

bringlich, weil sich die finanzielle Lage des nahestehenden Schuldners erst allmählich 

verschlechtert,  ist  das  Darlehen  beim  Borger  bzw. – bei  Darlehen  unter Schwesterge-

sellschaften – beim  gemeinsamen  Aktionär  in  dem  Zeitpunkt  und  in  dem  Umfang  als 

verdeckte  Gewinnausschüttung  aufzurechnen,  in  welchem  sich  die  Uneinbringlichkeit 

objektiv verwirklicht hat (vgl. StRK I, 4. Mai 1995, I 87/1994, 17. April 1997, I 65/1996 

sowie VGr, 28. August 1996, SB.95.00043).  

e)  Macht  die  Steuerbehörde  geltend,  ein  Darlehen  sei  simuliert,  hat  sie  auf-

grund ihrer  Untersuchungen  den  steuerbegründenden Tatbestand der  Simulation auf-

zuzeigen,  mithin  darzutun,  dass  eine  Leistung  der  Gesellschaft  ganz  oder  teilweise 

nicht  geschäftsmässig  begründet  sein  kann  (vgl.  StE 1990  B 24.4. Nr. 25;  Reimann/ 

Zuppinger/Schärrer, § 45 N 82). Dabei dürfen die Anforderungen an den Nachweis der 

Steuerbehörde  naturgemäss  nicht  allzu  hoch  angesetzt  werden.  Es  genügt  vielmehr, 

dass sie den behaupteten Sachverhalt glaubhaft macht bzw. dass sich dieser in sach-

gemässer  Würdigung  der  Verhältnisse  als  sehr  wahrscheinlich  erweist  (vgl.  StRK  I, 

16. Dezember  1991,  R 148/90).  Diesfalls  obliegt  es alsdann  der steuerpflichtigen Ge-

sellschaft  bzw.  dem  begünstigten  Aktionär,  die  begründete  Vermutung  zu  entkräften 

und den Gegenbeweis für die geschäftsmässige Begründetheit der streitigen Leistung 

zu  erbringen  (vgl.  Reimann/Zuppinger/Schärrer,  § 45  N 83  f.).  Die  Begünstigungsab-

sicht  des  Leistungserbringers  darf  bei  alledem  in  der  Regel  ohne  besonderen  Nach-

weis  der  Steuerbehörden  vorausgesetzt  werden  (vgl.  VGr,  24. November  1977  =  ZBl 

1978, 265 = ZR 1978 Nr. 59; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 84). 

f)  Aus  der  Beurteilung  eines  Sachverhaltes  in  einer  früheren  Steuerperiode 

vermag ein Steuerpflichtiger nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Jede Steuerperiode 

wird neu beurteilt, ohne Rücksicht auf vorgängige, allenfalls unrichtige Veranlagungen 

(BGr, 31. Juli 2017, 2C_99/2017, E. 3.3.5).  

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2. a) Der Pflichtige, gemäss Steuererklärung E bzw. IV-Rentner, ist Alleinakti-

onär (unter anderem) der C AG mit Sitz in F/SZ. Die Gesellschaft wurde per … 2004 in 

das  Handelsregister  des  Kantons  Schwyz  eingetragen  mit  einem  Aktienkapital  von 

Fr. 100'000.-.  Die  C  AG  bezweckt  gemäss  Handelsregistereintrag  in  erster  Linie  den 

Handel, Kauf, Verkauf und die Verwaltung von Immobilien und Liegenschaften aller Art. 

Gemäss Akten wurde kurz nach der Gründung per 24. September 2004 eine Kapitaler-

höhung  um  Fr. 400'000.-  beschlossen,  wobei  die  Person  G  die  Kapitalerhöhung  zu 

100%  durch  Sacheinlage  liberierte.  Sie  brachte  auf  den  Pflichtigen  lautende  Schuld-

briefe im Umfang von Fr. 400'000.- ein, welche hernach im Umlaufvermögen als Aktiv-

darlehen  der  C  AG  an  den  Pflichtigen  eingebucht  wurden.  Überdies  ist  bzw.  war  der 

Pflichtige auch für die H AG mit Sitz in I/AR und die J AG in K/TG einzelzeichnungsbe-

rechtigt. Zweck der H AG ist gemäss Handelsregister … . Die (mittlerweile im Handels-

register gelöschte) J bezweckte gemäss Eintrag im Handelsregister die Erbringung von 

Dienstleistungen im Immobilienbereich sowie in der Gastronomie.  

Während  der  Pflichtige  in  der  Einsprache  betreffend  Steuerperioden  2014 

und  2015  geltend  macht,  dass  er  sein  Kontokorrent-  bzw.  das  als  Darlehenskonto 

bezeichnete Konto bei der C AG für die Begleichung privater Auslagen hätte belasten 

müssen,  ergibt  sich  aus  den  Kontoauszügen  ebenso,  dass  der  Pflichtige  Verbindlich-

keiten der C AG teilweise aus eigener Tasche bezahlte. Insgesamt standen jedenfalls 

der  "Darlehensschuld"  des  Pflichtigen  laufend  variierende  Gegenforderungen  gegen-

über. 

b)  Der  vorliegende  Streit  dreht  sich  darum,  dass  das  kantonale  Steueramt 

die per 13. Oktober 2014 in diesem Konto Nr. 1065 gebuchte Schuldrückzahlung aus 

dem  "Kauf  Liegenschaft  D"  als  ungerechtfertigt  erachtet,  weshalb  die  "Rückzahlung" 

nicht zu beachten sei. Es sei sodann die gesamte Darlehensschuld als simuliertes Dar-

lehen zu betrachten und als Einkommen aufzurechnen. Dies, weil die Aktiven der C AG 

zu über 90% aus dem Darlehen des Alleinaktionärs bestünden, kein Darlehensvertrag 

und  keine  Rückzahlungsvereinbarung  vorhanden  und  keine  Sicherheiten  hinterlegt 

worden seien. Der Schuldenabzug entfalle sodann.  

Für die Steuerperiode 2015 qualifizierte das kantonale Steueramt die neuerli-

che  Schuldzunahme  wiederum  als  simuliert.  Der  entsprechende  Betrag  sei  einkom-

mensseitig aufzurechnen sowie die entsprechende Schuld zu streichen.  

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c)  Der  Pflichtige  bringt  demgegenüber  vor,  dass  er  per  13.  Oktober  2014  im 

Zusammenhang mit einer in D gelegenen Liegenschaft Fr. 155'000.- in die C AG ein-

gebracht habe, womit sich seine Schuld zu Recht um diesen Betrag reduziert habe. Da 

es  gemäss  öffentlich  beurkundetem  Kaufvertrag  vom  …  2013  die  C  AG  war,  welche 

die Liegenschaft der H AG abkaufte, muss der Standpunkt des Pflichtigen sinngemäss 

so  verstanden  werden,  dass  er  den  Kaufpreis  für  die  Liegenschaft  in  D  anstelle  der 

C AG beglichen habe. Dem entspricht jedenfalls auch die Verbuchung des Betrags von 

Fr. 155'000.-  mit  dem  Betreff  "Kauf  Liegenschaft  D"  auf  der  HABEN-Seite  des  

(Aktiv-)Darlehenskontos.  

d)  Da  der  Pflichtige  wohl  in  diesem  Zusammenhang  per  31. Dezember 2015 

gegenüber der Vorperiode eine Vermögenszunahme – allerdings um rund Fr. 355'000.- 

– deklariert hatte, versuchte das kantonale Steueramt im Einschätzungsverfahren mit-

tels Auflagen vom 19. Februar 2018 und 4. April 2018 zu klären, was es mit dem Kauf 

der Liegenschaft in D auf sich trug und insbesondere, mit welchen Mitteln der Erwerb 

(vom  Pflichtigen)  finanziert  wurde.  Der  Pflichtige  liess  daraufhin  unter  anderem  den 

erwähnten  öffentlich beurkundeten  Kaufvertrag vom  …  2013  zwischen  der  H  AG  und 

der  C  AG  betreffend  Verkauf  der  Liegenschaften  Nr. …,  Nr. …  und  Nr.  …  in  D  zum 

Preis von Fr. 155'000.- einreichen. Am … 2014 liessen die H AG und die C AG sodann 

noch einen Nachtrag zu diesem Kaufvertrag beurkunden, worin vereinbart wurde, dass 

der von der C AG geschuldete Kaufpreis in der Höhe von Fr. 155'000.- durch die Abtre-

tung einer Forderung der C AG gegenüber der J AG an die H AG getilgt werden sollte. 

Ursprünglich  sei  diese  Forderung  per  22.  Oktober  2013  vom  Pflichtigen  schriftlich  an 

die C AG abgetreten worden.  Bereits vor dieser geltend gemachten Forderungsabtre-

tung, nämlich per … 2013, war jedoch die J AG im Handelsregister gelöscht worden.  

Wieso  sich  also  die  angebliche  Schuld  des  Pflichtigen  hätte  reduziert 

haben  sollen,  erschliesst  sich  aufgrund  des  Gesagten  demnach  nicht  ohne Weiteres, 

schon  gar  nicht  im  Umfang  von  rund  Fr.  356'000.-,  wie  dies  aufgrund  der  eigenen 

Deklarationen  geltend  gemacht  wird  (Schuld  per  31.12.2014:  Fr.  356'091.-;  Schuld 

per  31.12.2015:  Fr.  0.-.).  Diese  Deklaration  steht  im  Übrigen  im  Widerspruch  zu 

den  im  vorliegenden  Verfahren  vom  Pflichtigen  selber  eingereichten  Unterlagen  der 

C AG,  wonach  die  Schuld  per  31.12.2014  Fr. 198'892.45  und  per  31.12.2015 

Fr. 230'579.45 betrug und somit gemäss Akten im Gegenteil einen Zuwachs erfuhr.  

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e) Ein Hinweis auf den strittigen Betrag von Fr. 155'000.- findet sich im eben-

falls eingereichten Kaufrechtsvertrag vom 30. September 2010. Dieser wurde zwischen 

der J AG und der H AG abgeschlossen und räumte der Letztgenannten ein Kaufsrecht 

an der Liegenschaft Nr. … ("Restaurant L") in der Gemeinde K ein. Ob das Kaufsrecht 

ausgeübt  wurde,  ist  nicht  ersichtlich.  Jedenfalls  sollte  der  Kaufpreis  Fr. 400'000.-  be-

tragen und im Umfang von Fr. 155'000.- durch Verrechnung untergehen, dies "im Zu-

sammenhang  mit  Grundstückkauf  über  die  Liegenschaft  Nr.  …  Grundbuch  M", 

…strasse 3.  

Offenbar  spielten  demnach  drei  verschiedene  Liegenschaften  in  diesem 

Kontext  eine  Rolle,  nämlich  jene,  welche  Gegenstand  des  Kaufvertrags  vom  29.  Au-

gust 2013  war  (Liegenschaft  1,  D),  jene,  welche  Gegenstand  des  Kaufrechtsvertrags 

vom  30. September  2010  war  (Liegenschaft  2,  Restaurant  L,  K)  sowie  jene,  welche 

darin zusätzlich erwähnt wird (Liegenschaft 3, Verrechnung, M). 

Aufgrund  der  Akten  ist  sodann  davon  auszugehen,  dass  die  H  AG  einst  ge-

genüber der J AG eine Forderung von Fr. 155'000.- aus dem Grundstückgeschäft be-

treffend Liegenschaft 3. Nur so ergibt jedenfalls die Formulierung im Kaufrechtsvertrag 

betreffend Liegenschaft 2 Sinn (ausseramtliche Verrechnung der Kaufrechtsberechtig-

ten H AG mit einer Forderung von ihr gegenüber der Kaufrechtsgeberin im Umfang von 

Fr.  155'000.-  aus  dem  Verkauf  der  Liegenschaft  3).  N,  wohl  Grundbuchbeamter  im 

Kanton  St.  Gallen,  kommt  in  der  Notiz  vom  12.  August  2014  allerdings  zum  Schluss, 

dass im Gegenteil die H AG die Schuldnerin der Fr. 155'000.- gegenüber der J AG ge-

wesen  sei.  Dieselbe  Auffassung  vertritt  grundsätzlich  das  kantonale  Steueramt,  aller-

dings lediglich in "abgeleiteter Weise" unter Hinweise auf die entsprechende Notiz. Wie 

erwähnt findet diese Auffassung in den Akten aber keine Stütze.  

Ob die (angebliche) Forderung des Pflichtigen gegenüber der J AG überhaupt 

jemals bestand, ob sie allenfalls mit den obenerwähnten Umständen zu tun hatte oder 

ob es sich von vornherein um eine Forderung nicht des Pflichtigen persönlich, sondern 

einer  seiner  Gesellschaften  handelte,  lässt  sich  den  Akten  nicht  zweifelsfrei  entneh-

men. Erwiesen ist jedoch wie erwähnt, dass die J AG, deren Alleininhaber der Pflichti-

ge war, per … 2013 im Handelsregister gelöscht wurde. Die geltend gemachte und im 

Nachgang  zum  Kaufvertrag  beurkundete  "Forderungsabtretung"  vom  …  2013  vom 

Pflichtigen an die C AG hätte daher einen Nonvaleur betroffen. Sie fand sodann bereits 

lange  vor  der  Einbuchung  des  Kaufpreises  bei  der  C  AG  per  13.  Oktober  2014  statt, 

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weshalb  die  Forderungsabtretung  ungeachtet  des  soeben  Ausgeführten  von  vornhe-

rein keinen Einfluss auf die hier streitbetroffenen Steuerperioden 2014 und 2015 haben 

konnte.  Schliesslich  spricht  auch  die  fehlende  Deklaration  dieser  Forderung  in  den 

Steuererklärungen  des  Pflichtigen  gegen  deren  Bestand. Weitere  Abklärungen  hierzu 

erübrigen sich daher. 

3. a) Aufgrund des Gesagten erfolgte – in Übereinstimmung mit dem kantona-

len Steueramt – die Reduktion der Darlehensschuld des Pflichtigen bei der C AG per 

13. Oktober 2014 um Fr. 155'000.- demnach zu Unrecht. Mithin verzichtete die C AG in 

diesem Zeitpunkt offensichtlich im Umfang von Fr. 155'000.- auf die Rückzahlung der 

Darlehensschuld, wobei dieses Vorgehen dem Drittvergleich nicht standhält. Dass die 

C AG einem unabhängigen Dritten dessen Darlehensschuld um Fr. 155'000.- reduziert 

hätte aufgrund der (behaupteten) Abtretung einer Forderung, deren Bestand einerseits 

nicht  nachgewiesen  werden  konnte  und  welche  überdies  mangels  Existenz  des 

Schuldners  im  Zeitpunkt  der  Verbuchung  schon  gar  nicht  mehr  gegeben  war,  kann 

nicht  ernsthaft  bejaht  werden.  Mithin  handelt  es  sich  bei  dieser  Verbuchung  um  eine 

ungerechtfertigte Vorteilszuwendung durch die C AG an den Pflichtigen, welche ihren 

Grund im Beteiligungsverhältnis hat. Dies führt dazu, dass der Betrag von Fr. 155'000.- 

beim Pflichtigen als geldwerte Leistung pro 2014 aufzurechnen ist.  

b)  Auch  hinsichtlich  der  restlichen  "Darlehensschuld"  ist  dem  kantonalen 

Steueramt  zuzustimmen,  dass  diese  dem  Drittvergleich  nicht  standhält,  da  keine  ge-

schäftsmässige  Begründetheit  ersichtlich  ist  und  ein  Darlehensvertrag  fehlt,  keine 

Rückzahlungsvereinbarung getroffen wurde, der Pflichtige nebst den Aktien der C AG 

lediglich  Vermögenswerte (Landwirtschaftsland)  in  der  Höhe  von  Fr. 5'000.-  ausweist, 

die  Aktiven  der  C  AG  zu  über  90%  aus  dem  Darlehen  an  den  Alleinaktionär  bzw. 

Pflichtigen  bestehen  und  überdies  keine  Sicherheiten  für  das  Darlehen  hingegeben 

wurden (die Schuldbriefe im Umfang von Fr. 400'000.- stellen wie erwähnt bereits die 

Sacheinlage im Rahmen der Kapitalerhöhung dar und können nicht zusätzlich als Dar-

lehenssicherung betrachtet werden). Damit sind aber die Voraussetzungen für die An-

nahme  eines  simulierten  Darlehens  erfüllt.  Was  den  Zeitpunkt  der  Aufrechnung  pro 

2014 betrifft, so ist dieser nicht zu beanstanden, nachdem spätestens seit der verbuch-

ten  (ohne  Grund  erfolgten)  Reduzierung  der  Darlehensschuld  im  Umfang  von 

Fr. 155'000.-  per  13.  Oktober  2014  ersichtlich  war,  dass  eine  Rückzahlung durch  den 

Pflichtigen nicht mehr erwartet wurde.  

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c)  Der  Vollständigkeit  halber  ist  sodann  anzufügen,  dass  sich  bereits  die  Bu-

chung  vom  22.  November  2004  nicht  nachvollziehen  lässt,  welche  unter  dem  Titel 

"Sacheinlagevertrag Schuldbriefe"  Fr.  400'000.-  im  Konto  A  /  Darlehen  vorgenommen 

wurde. Der Pflichtige begründet dies damit, dass mit dem Einbringen der Schuldbriefe 

seine Darlehensschuld entstanden sei. Allerdings war es so, dass die Schuldbriefe von 

G zu Liberierungszwecken als Sacheinlage in die Gesellschaft eingebracht wurden und 

mithin  den  Gegenwert  für  die  ausgegebenen  Aktien  darstellten  (richtigerweise  hätten 

sie  wohl  unter  dem  Konto  Wertschriften  bilanziert  werden  müssen).  Die  Kapitalerhö-

hung  mittels  Hingabe  der  Schuldbriefe  hatte  im  Übrigen  bereits  per  24.  September 

2004 stattgefunden, weshalb der Bezug zum Datum der Einbuchung am 22. November 

2004 auch nicht nachvollziehbar ist.  

4.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  von  Beschwerde  und  Rekurs. 

Die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  sind  dem  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144 

Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG) und die Zusprechung einer Parteientschädigung entfällt 

(Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1 - 3  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/6. September 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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