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**Case Identifier:** a5a9ddc9-ba8e-5155-a274-28dfdbd97e4d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.09.2017 200 2017 560
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-560_2017-09-27.pdf

## Full Text

200 17 560 IV
KOJ/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. September 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________ 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2017, IV/17/560, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene und als … erwerbstätige A.________ (nachfolgend Versi-
cherte bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich im Oktober 2003 unter Hin-
weis auf eine „totale Ertaubung rechts“, einen Tinnitus sowie auf die Folgen 
eines im September 2003 erlittenen Hörsturzes links bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-
Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 17). 
Nachdem die IVB den Sachverhalt in erwerblicher und medizinischer Hin-
sicht abgeklärt hatte, verneinte sie mit unangefochten gebliebener Verfü-
gung vom 16. September 2004 (act. II 25) einen Rentenanspruch mit der 
Begründung, die Versicherte arbeite seit August 2004 „versuchsweise wie-
der mit einem 100%-Pensum.“ Für die im August 2005 und Juni 2011 ge-
stellten Gesuche um Abgabe eines Hörgeräts erteilte die IVB jeweils 
Kostengutsprache (act. II 40; 57). 

B.

Im Juli 2015 (act. II 60) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine 
einseitige Ertaubung durch Krankheit, einen Tinnitus sowie einen Erschöp-
fungszustand multifaktorieller Ätiologie, erneut bei der IV zum Leistungsbe-
zug an. Im November 2015 (act. II 80) erteilte die IVB Kostengutsprache für 
eine Hörhilfe mit implantierter Komponente; im Dezember 2015 erfolgte am 
rechten Ohr die Versorgung mittels Cochlea-Implantat (act. II 93 S. 3). 
Nachdem die IVB diverse Berichte der behandelnden Ärzte sowie ärztliche 
Berichte beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eingeholt und den 
Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht abgeklärt hatte, verneinte sie nach 
Durchführung des Vorbescheidverfahrens (act. II 99 ff.) mit Verfügung vom 
10. Mai 2017 (act. II 109) einen Anspruch auf Leistungen der IV. In der Be-
gründung hielt sie fest, es liege eine Arbeitsunfähigkeit von weniger als 
40% bzw. keine Invalidität vor. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2017, IV/17/560, Seite 3

C.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch die B.________, mit Einga-
be vom 12. Juni 2017 Beschwerde erheben. Sie stellt die folgenden Anträ-
ge: 

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.

2. Es sei der Beschwerdeführerin eine Rente zuzusprechen.

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur psychiatrischen Begutachtung 
und Neuverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

In der Begründung macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen gel-
tend, die IVB habe lediglich auf die medizinischen Tatsachen bezüglich des 
Gehörs abgestellt, nicht jedoch berücksichtigt, dass seit 2014 Hinweise für 
ein „pathologisch-psychiatrisches Geschehen“ beständen. Es liege insoweit 
eine verselbständigte psychische Störung vor, welche sich auf die Leis-
tungsfähigkeit in erheblichem Masse auswirke. Zwar sei gemäss dem Be-
richt von Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
vom 1. Juni 2017 (Akten der Beschwerdeführerin, [act. I], 3), durch die 
Pensumreduktion auf 50% eine gewisse Stabilisierung erreicht worden, 
eine Steigerung des Arbeitspensums sei jedoch nicht mehr möglich. 

Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbesondere geltend, ein 
(invalidisierendes) psychisches Leiden sei aufgrund der vorliegenden Akten 
nicht erstellt. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

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Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. Mai 2017 (act. II 
109). Mit Bezug auf den Streitgegenstand ist Folgendes festzuhalten: Zwar 
ist die angefochtene Verfügung mit „kein Anspruch auf IV-Leistungen“ über-
titelt und hat die Beschwerdegegnerin „das Leistungsbegehren“ abgewie-
sen und in der Verfügungsbegründung auch festgestellt, dass keine 
beruflichen Massnahmen angezeigt seien. Vorliegend beantragt die Be-
schwerdeführerin ausschliesslich die Zusprechung einer Invalidenrente. 
Streitig und zu prüfen ist demnach der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2

2.2.1 Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die 
Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi-
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades 
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei 
einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV 
Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im 
Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

2.2.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist u.a. bei einer 
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). 

2.2.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 

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– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden die Verfügung 
vom 16. September 2004 (act. II 25) – mit der ein Rentenanspruch verneint 
wurde – und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2017 (vgl. 
E. 2.2.3 vorne). 

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 16. September 2004 präsentierte 
sich die (medizinische) Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.2.1 Die Beschwerdeführerin litt seit 1995 (vgl. act. II 2 S. 5; 16 S. 3) an 
einer schweren chronischen Mittelohrentzündung des rechten Ohres, die 
auch nach mehrmaligen Operationen nur zögerlich abheilte. Im weiteren 
Verlauf verlor sie das Gehör vollständig bis zur totalen Ertaubung rechts, 
die in der Folge nicht mehr remittierte (vgl. act. II 26 S. 1). 

3.2.2 Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 13. November 2002 
(act. II 7 S. 1-4) unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im 
Wesentlichen eine Zyklothymie, einen Status nach seit September 1996 

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bestehender artifizieller Ertaubung rechts, einen Tinnitus links sowie einen 
Verdacht auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung fest (S. 1). 

3.2.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, hielt 
mit Bericht vom 22. Oktober 2004 (act. II 26 S. 1 f.) fest, seit September 
2003 habe die Beschwerdeführerin an einem schweren komplexen Krank-
heitsbild gelitten. Im Vordergrund sei eine bis heute unerklärliche schwere 
Entzündung des linken einzig hörenden Ohres mit progressivem Hörver-
lust, schwerem Gang, Unsicherheit und Schwindelgefühlen, schwerem Tin-
nitus, intermittierend mit Ohrschmerzen und Sekretionen, gestanden, die 
schliesslich im November zu einer Hospitalisation geführt habe. Wegen 
dieser schwereren Hörstörung am linken einzig hörenden Ohr bei vollstän-
diger Taubheit rechts sei eine Hörgeräteversorgung in die Diskussion ge-
bracht worden. In der Folge habe sich die Beschwerdeführerin stabilisiert 
und zunehmend besser hören können. Eine Kontrolluntersuchung am 
1. September 2004 habe eine weitgehende Normalisierung des Hörvermö-
gens am linken Ohr gezeigt. Die Beschwerdeführerin sei wieder stabilisiert 
gewesen, es gehe ihr sichtlich besser und eine Hörgeräteversorgung stehe 
nicht mehr zur Diskussion.

3.3 Für den Zeitraum zwischen Erlass der Verfügung vom 16. Sep-
tember 2004 und der hier angefochtenen Verfügung vom 10. Mai 2017 prä-
sentiert sich die Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Mit Bericht vom 19. Oktober 2015 (act. II 77 S. 2) hielt Dr. med. 
E.________ als Diagnosen eine einseitige erworbene Taubheit rechts mit 
schwerem Tinnitus sowie eine progressive Schwerhörigkeit links fest. Die 
Beschwerdeführerin habe sich vor 10 Jahren nach langen ausführlichen 
Beratungen und einer probeweisen Versorgung eines knochenverankerten 
Hörgerätes am Bügel für eine CROS-Versorgung entschieden, die sie aber 
wegen der grossen Beeinträchtigung durch Störlärm zeitweise nicht genutzt 
habe. Seit fünf Jahren werde die Cochlea-Implantation zur Rehabilitation 
einer einseitigen erworbenen Taubheit propagiert. Aufgrund der sehr guten 
Erfolge sei dieses Verfahren auch in der Schweiz vereinzelt angewendet 
worden. Auch die Beschwerdeführerin wünsche eine Cochlea-Implantation 
am rechten ertaubten Ohr (S. 2). 

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3.3.2 Dr. med. C.________ hielt im Bericht vom 22. Oktober 2015 (act. II 
81 S. 2 ff.) unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen 
seit Dezember 2014 bestehenden Erschöpfungszustand multifaktorieller 
Ätiologie mit/bei akuter und chronischer Überlastung im Beruf als … bei 
einseitiger Ertaubung rechts und Tinnitus beidseits, fest (S. 1). In prognos-
tischer Hinsicht werde – bezüglich der Ohrproblematik – die erneute Opera-
tion hoffentlich eine Verbesserung bringen; betreffend dem multifaktoriellen 
Erschöpfungszustand halte er eine wesentliche Besserung unter den ge-
gebenen Umständen für wenig wahrscheinlich. Die gegenwärtige Behand-
lung bestehe in hausärztlichen Kontrollen und Gesprächen, Neuraltherapie, 
HNO-ärztlicher Betreuung sowie entspannenden Massagen (S. 3). Die Ar-
beitsunfähigkeit betrage seit dem 1. Januar 2015 50% (S. 4). 

3.3.3 Mit Bericht vom 22. Dezember 2016 (act. II 94 S. 2-6) bezeichnete 
Dr. med. E.________ den Gesundheitszustand als stationär (S. 2). Der 
Gewinn in der sprachlichen Kommunikation mit dem Cochlea-Implantat sei 
für die Beschwerdeführerin von grosser Bedeutung, sie sei sehr zufrieden 
(S. 3). Die vollständige Ertaubung rechts werde sich nicht verändern; der 
Gewinn des Sprachverstehens am rechten Ohr sei bereits neun Monate 
nach Aktivierung des Sprachprozessors überdurchschnittlich. Sehr schwie-
rig sei für die Beschwerdeführerin das Hören der … (S. 4). Die Erwerbs-
tätigkeit als … sei seit Januar 2015 im Rahmen des 50%-Pensums möglich 
und werde von der Beschwerdeführerin auch unter erschwerten Umstän-
den bewältigt, dank ihrer hohen Motivation und dank ausreichender Ruhe-
phasen. Eine Steigerung des Arbeitspensums sei nicht zumutbar, 
hauptsächlich wegen der hohen Anforderungen an das Gehör und an die 
Konzentration. Bezüglich Gewichte heben, Tragen, Steh- und Sitzdauer 
sowie der Gehstrecke beständen keine Einschränkungen (S. 5). 

3.3.4 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, hielt im ärztlichen Bericht vom 17. Februar 2017 (act. II 98 
S. 3 ff.) fest, als funktionelle Einschränkung bestehe eine Taubheit rechts, 
welche jetzt mittels Cochlea-Implantat und Sprachprozessor teilweise aus-
geglichen sei. Mit Bezug auf die bisherige Tätigkeit sei eine Reduktion der 
Arbeitsfähigkeit um 20-30% (maximal 40%) für das Jahr 2015 nachvoll-
ziehbar, ab Januar 2016 (dank dem Sprachprozessor) nicht mehr. Es gäbe 

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viele angepasste Tätigkeiten, bei welchen sich die Störung weniger bis fast 
gar nicht auswirken würde, insbesondere alle Tätigkeiten, die nicht stark 
vom Gehör abhingen. Seit dem Einsetzen des Sprachprozessors werde 
auch die Sprache wieder recht gut verstanden (S. 6). 

3.3.5 Dr. med. C.________ hielt im zu Handen des Rechtsvertreters der 
Beschwerdeführerin verfassten Bericht vom 1. Juni 2017 (act. I 3) fest, im 
Verlaufe der 2. Jahreshälfte 2014 seien zunehmend Zeichen von Erschöp-
fung und verstärkter Ermüdbarkeit aufgetreten. Begleitend dazu habe es 
psychovegetative Symptome wie Schlafstörungen, Verdauungsunregel-
mässigkeiten und ähnliches gegeben. Zunehmend habe die Beschwerde-
führerin über Einschränkungen bei der Belastbarkeit, über eine verminderte 
Anpassungsfähigkeit respektive eine deutlich verlängerte Erholungszeit 
berichtet und es hätten sich auch Symptome eines eingeschränkten Auf-
fassungs- und Konzentrationsvermögens gezeigt, besonders im Tagesver-
lauf. Die Stimmung habe als zunehmend herabgestimmt beurteilt werden 
müssen. Trotz einem rasch ausgebauten therapeutischen Setting mit sup-
portiver hausärztlicher Gesprächstherapie, Medikamenten und entspan-
nenden Massnahmen wie regelmässiger rhythmischer Massage sei es zu 
einer Verschlechterung der Symptomatik gekommen, so dass ab dem 
1. Januar 2015 eine Krankschreibung zu 50% erfolgt sei. Der ausgeprägte 
und chronifizierte Erschöpfungszustand habe die Wahrnehmung und v.a. 
die Verarbeitung des Ohrenleidens verschlechtert, welches sich wiederum 
negativ auf den Erschöpfungszustand ausgewirkt habe. Die zuletzt durch-
geführte Cochlea-Implantation habe eine Verbesserung bezüglich des Oh-
renleidens bewirkt. Die Taubheit rechts bestehe jedoch nach wie vor. Es 
sei klar zu betonen, dass er – Dr. med. C.________ – die IV-Anmeldung 
der Beschwerdeführerin unterstütze, da die Anmeldung primär im Zusam-
menhang mit dem Erschöpfungszustand stehe und dass das Ohrleiden 
bezüglich der Anmeldung sowohl formal als auch inhaltlich sekundär sei. 
Durch die Krankschreibung zu 50% sei es gelungen, eine gewisse Stabilität 
zu erreichen, so dass die Beschwerdeführerin bisher in der Lage gewesen 
sei, dieses Pensum zu erfüllen. Das ausgebaute therapeutische Setting 
bestehe weiterhin. Es sei nach wie vor so, dass die Beschwerdeführerin 
häufig an ihre Belastungsgrenzen stosse und fast immer noch Überlas-
tungssymptome aufweise; aber dank des reduzierten Arbeitspensums ge-

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linge doch eine gewisse Regeneration, womit dieses Arbeitspensum wei-
tergeführt werden könne. Hingegen erachte er es als sehr unrealistisch, 
dass das Arbeitspensum in irgendeiner Weise oder in irgendeinem anderen 
Bereich erhöht werden könne. 

3.4

3.4.1 Im Sozialversicherungsverfahren gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Versicherten respektive der 
Parteien zu ermitteln. In diesem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, 
von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 
anders zu entscheiden ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen verletzt 
etwa dann Bundesrecht, wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare 
Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie 
namentlich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit einer versicherten 
Person, auf unvollständiger Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 23. Februar 2017, 
8C_344/2016, E. 2.1).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.4.3 Der Beweiswert von RAD-Berichten ist mit jenem externer 
medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den 
praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. E. 3.4.2 
vorne) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen 

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Qualifikationen verfügt. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher 
Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann jedoch dann 
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (vgl. Entscheid des BGer vom 
12. April 2017, 8C_839/2016, E. 3.2).  

3.5 Was zunächst den Revisionsgrund anbelangt (vgl. E. 2.2 vorne), 
so ist gemäss der in E. 3.3 seit der rentenablehnenden Verfügung vom 
16. September 2004 (act. II 25) dokumentierten Entwicklung des Gesund-
heitszustandes erstellt, dass mit dem im Dezember 2015 erfolgten Coch-
lea-Implantat und dem damit einhergehenden geänderten Hörvermögen 
eine potentiell anspruchsrelevante Veränderung in den tatsächlichen (me-
dizinischen) Verhältnissen eingetreten ist (vgl. E. 2.2.2 vorne). Der Renten-
anspruch ist demnach umfassend und ohne Bindung an die in der 
Verfügung vom 16. September 2004 getroffenen Feststellungen zu prüfen. 
Letzteres ist denn auch unbestritten. 

3.6 Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen 
Verfügung vom 10. Mai 2017 (act. II 109) einen Anspruch auf eine 
Invalidenrente mit der Begründung, es liege eine Arbeitsunfähigkeit von 
deutlich unter 40% und keine Invalidität (im Rechtssinne) vor. Dabei stützte 
sie sich insbesondere auf die Einschätzung von Dr. med. F.________ im 
ärztlichen Bericht vom 17. Februar 2017 ab (vgl. act. II 98 S. 3 ff.), worin 
die RAD-Ärztin festhielt, dass für das Jahr 2015 mit Bezug auf die 
angestammte Tätigkeit als … eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bis maximal 
40% „nachvollziehbar“ sei, „ab Januar 2016 nicht mehr“ (S. 6). 

3.7

3.7.1 Die Einschätzung von Dr. med. F.________ steht im Widerspruch 
zu jener von Dr. med. E.________ im Bericht vom 23. Dezember 2016 (act. 
II 94 S. 2 ff.), worin der behandelnde Ohrenarzt der Beschwerdeführerin 
aus fachärztlicher Sicht dauerhaft eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit als … attestierte. Dabei hielt er fest, dass die 
Bewältigung eines Teilzeitpensums von 50% als … durch die 
Beschwerdeführerin bemerkenswert und eine Steigerung des 
Arbeitspensums hauptsächlich wegen der sehr hohen Anforderungen an 

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das Gehör und an die Konzentration nicht zumutbar sei (S. 5). Zwar ist die 
von Dr. med. E.________ postulierte hälftige Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit in beweismässiger Hinsicht 
nicht hinreichend erstellt, nachdem die Beschwerdeführerin trotz Ertaubung 
am rechten Ohr offenbar über Jahre hinweg in der Lage war, ein volles 
Pensum zu absolvieren und mit der Cochlea-Implantation im Dezember 
2015 nach Auffassung von Dr. med. E.________ zudem objektiv eine 
Verbesserung des Hörvermögens resultierte. Indessen vermögen die 
fachärztlichen Schlussfolgerungen zumindest geringe Zweifel (vgl. E. 3.4.3 
vorne) an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Einschätzungen der 
Allgemeinmedizinerin Dr. med. F.________ zu wecken, indem die RAD-
Ärztin nicht auf den von Dr. med. E.________ ins Feld geführten, 
wesentlichen Aspekt eingeht, wonach zwar das Sprachverstehen besser 
geworden sei, jedoch das Hörvermögen sowohl mit Bezug auf selber 
gespielte wie auch von Schülern gespielter Musik offenbar Mühe bereite 
(vgl. S. 4). Inwieweit dieser Umstand mit audiologischen Befunden 
vereinbar ist, lässt sich aufgrund der im Recht liegenden Akten nicht 
schlüssig beurteilen. Unter diesen Umständen ist die von der 
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 10. Mai 2017 
zugrunde gelegte weitgehende Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit der Beschwerdeführerin als … und die daraus abgeleitete 
fehlende Invalidität nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. 

3.7.2 Sodann folgt aus den Akten zwar, dass die Beschwerdeführerin 
eine den Leiden angepasste Tätigkeit vollzeitig ausüben kann: So hält Dr. 
med. E.________ ausdrücklich fest, dass eine Steigerung des 
Arbeitspensums hauptsächlich wegen der Anforderungen an das Gehör 
und an die Konzentration nicht zumutbar sei, bezüglich Gewichte heben, 
dem Tragen, der Steh- und Sitzdauer sowie der Gehstrecke jedoch keine 
Einschränkungen beständen (S. 5). Wenn Dr. med. F.________ deshalb im 
ärztlichen Bericht vom 17. Februar 2017 (act. II 98 S. 3 ff.) festhielt, dass es 
viele Tätigkeiten gebe, bei welchen sich die Einschränkungen des Hörver-
mögens nicht oder fast nicht auswirkten (mithin alle Tätigkeiten, die nicht 
vom Gehör abhingen [S. 6]), so ist dies grundsätzlich nachvollziehbar und 
überzeugt. 

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Indessen gebricht es vorliegend an der Verwertbarkeit der medizinisch at-
testierten Arbeitsfähigkeit im als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt 
(Art. 7 Abs. 1 und 16 ATSG). Dabei ist der Zeitpunkt, in welchem die Frage 
nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter 
zu beantworten ist – mithin bei Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit 
der (Teil-)Erwerbsfähigkeit (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462) – vorliegend 
frühestens auf den 22. Dezember 2016 (Bericht Dr. med. E.________) zu 
veranschlagen. Damals war die am 11. Mai 1954 (act. II 2 S. 1) geborene 
Beschwerdeführerin bereits über 62,5jährig, womit ihr bis zum Erreichen 
des AHV-Pensionsalters noch eine Aktivitätsdauer von knapp 1,5 Jahren 
verblieb. Zwar ist dem Dargelegten zufolge eine vollständige Arbeitsfähig-
keit in einer den Leiden angepassten Tätigkeit medizinisch-theoretisch 
ausgewiesen; indessen hat die Beschwerdeführerin während ihrem gesam-
ten Erwerbsleben ausschliesslich die (sehr fachspezifische) Tätigkeit als … 
ausgeübt (act. II 88 S. 3-6) und somit keine weiteren Fähigkeiten erworben, 
welche ihre Vermittelbarkeit auf dem (hypothetisch) ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt begünstigten. Mit Blick auf die nur mehr knapp anderthalbjährige 
Aktivitätsdauer erscheint der bei einem Berufswechsel unbestrittenermas-
sen anfallende Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand somit unverhält-
nismässig. 

3.8

3.8.1 Demnach ist die Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bezo-
gen auf eine Verweistätigkeit zu verneinen, womit die Frage nach dem Vor-
liegen einer (rentenbegründenden) Invalidität anhand der Arbeitsfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin als … zu beantworten 
ist. Indem die Beschwerdegegnerin jedoch insoweit entscheidwesentlich 
auf die den beweismässigen Anforderungen (vgl. E. 3.4.2 vorne) nicht 
genügenden Einschätzungen der RAD-Ärztin Dr. med. F.________ (vgl. E. 
3.7.1 vorne) abgestellt und auf weitere Abklärungen verzichtet hat, verletzte 
sie den Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 3.4.1 vorne). Die medizinischen 
Berichte erweisen sich demnach vorab hinsichtlich der Frage, ob und wenn 
ja inwieweit das eingeschränkte Hörvermögen das funktionelle 
Leistungsvermögen in der angestammten Tätigkeit beeinflusst, als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2017, IV/17/560, Seite 14

unvollständig, weshalb der Sachverhalt weiterer medizinischer Abklärung in 
Form einer otologischen Untersuchung bedarf. 

3.8.2 Die Beschwerdeführerin macht unter Berufung auf den zu Handen 
ihres Rechtsvertreters verfassten Bericht von Dr. med. C.________ vom 
1. Juni 2017 (act. I 3) geltend, es beständen Hinweise auf ein seit 2014 
bestehendes „pathologisch-psychiatrisches Geschehen“ (Beschwerde, 
S. 3, Ziffer 6), welches die Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt re-
spektive nicht weiter abgeklärt habe. Nach der im fraglichen Bericht geäus-
serten Auffassung des Hausarztes der Beschwerdeführerin steht ein 
Erschöpfungszustand im Sinne einer „psychischen und psychovegetativen 
Krankheit“ im Vordergrund, wohingegen das Ohrenleiden sekundär sei. 

Nach BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50 setzt die Annahme eines (psychischen) 
Gesundheitsschadens eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose 
nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus. 
Obgleich geltend gemacht wird, dass das „pathologisch-psychiatrische[…] 
Geschehen“ bereits seit 2014 – mithin seit fast zweieinhalb Jahren – 
bestehe, liegen keine fachpsychiatrischen Berichte im Recht, welche mit 
Bezug auf den vorliegend massgebenden Überprüfungszeitraum zwischen 
dem 16. September 2004 und der angefochtenen Verfügung vom 10. Mai 
2017 eine entsprechende Diagnose (nach den klassifikatorischen 
Vorgaben) nennen oder auch nur Hinweise auf ein (potentiell 
invalidisierendes) psychisches Leiden liefern würden. Auch ist nicht 
ersichtlich und es wird nicht geltend gemacht, dass wegen des von Dr. 
med. C.________ als solchen bezeichneten Erschöpfungszustandes – den 
er ohne nähere Differenzierung „multifaktoriell“ charakterisiert (vgl. act. II 81 
S. 3) – je eine fachpsychiatrische Behandlung stattgefunden hätte oder 
eine solche je in Erwägung gezogen worden wäre, wovon jedoch ohne 
weiteres auszugehen wäre, wenn das geltend gemachte psychische Leiden 
die Beschwerdeführerin in ihrem Befinden wesentlich einschränken würde. 
Insofern ist auch darauf hinzuweisen, dass psychische Störungen 
rechtsprechungsgemäss nur dann invalidisierend sind, wenn sie schwer 
und therapeutisch nicht (mehr) angehbar sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 
S. 299), wovon bei vorliegend gegebener Konstellation nicht ausgegangen 
werden kann. Demnach ist eine psychisch bedingte Invalidität bis zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2017, IV/17/560, Seite 15

massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 10. Mai 2017 
nicht erstellt. Sollte sich jedoch im Rahmen der vorzunehmenden 
somatischen Abklärungen (vgl. E. 3.8.1 hiervor) ergeben, dass für eine 
allfällige Arbeitsunfähigkeit ab dem 11. Mai 2017 in der angestammten 
Tätigkeit (auch) andere als otologische Ursachen in Frage kommen, so 
wird die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen zu veranlassen haben. 

3.9 Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfü-
gung vom 10. Mai 2017 aufzuheben und die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im 
Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2017, IV/17/560, Seite 16

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Mit am 31. Juli 2017 eingereichter und nicht zu beanstandender 
Kostennote hat lic. iur. G.________ (B.________ ) ein Honorar von 
Fr. 1‘205.-- inklusive Spesen geltend gemacht. Der gesamte Parteikosten-
ersatz wird somit auf Fr. 1‘205.-- (inkl. Spesen) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. Mai 2017 aufgehoben und die Akten werden an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über den Rentenan-
spruch neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird der Beschwerdeführerin nach Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘205.--  (inkl. Spesen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2017, IV/17/560, Seite 17

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2017, IV/17/560, Seite 18

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.