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**Case Identifier:** 51a5d9e5-f125-5798-b991-63a4f92720dc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.05.2024 200 2024 150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-150_2024-05-30.pdf

## Full Text

200 24 150 IV
SCI/IMD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. Mai 2024

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Isliker
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

betreffend Verfügung vom 29. Januar 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2024, IV/24/150, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im September 2022 unter Hinweis auf diverse gesundheitliche 
Einschränkungen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV [act. II] 1, 4). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen; insbesonde-
re veranlasste sie eine orthopädisch-psychiatrische Begutachtung durch 
die MEDAS B.________ (Gutachten vom 14. Februar 2023 [act. II 53.1-
53.5]). Mit Vorbescheid vom 2. Mai 2023 (act. II 76) kündigte die IVB die 
Verneinung eines Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 20 % 
an. Nach dagegen erhobenen Einwänden (act. II 78) verfügte sie am 
29. Januar 2024 (act. II 83) wie in Aussicht gestellt.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 15. Februar 2024 Be-
schwerde mit zahlreichen Anträgen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 20. März 
2024 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. März 2024 stellte der Instruktions-
richter fest, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 
einzig über den Anspruch auf eine IV-Rente befunden habe, während der 
Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend mache, nie eine Rente 
beantragt zu haben und weder einen Antrag auf eine Rente stelle, noch 
darlege, inwieweit der Entscheid betreffend die Rente mangelhaft sein sol-
le. Vielmehr beantrage er zusammengefasst die Ausrichtung von Taggeld, 
die Kostenübernahme von medizinischen Massnahmen und Therapien, 
Massnahmen der beruflichen Eingliederung, eine volle Rückzahlung der 
aufgelaufenen Sozialhilfekosten und die Kostenübernahme des Beschwer-
deverfahrens. Unter diesen Umständen werde das Gericht auf die Be-

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schwerde nicht eintreten können. Der Instruktionsrichter setzte dem Be-
schwerdeführer Frist bis zum 17. April 2024, innert welcher er Stellung 
nehmen könne zur Frage des Eintretens, gegebenenfalls seine Beschwer-
de verbessern oder zurückziehen könne.

Der Beschwerdeführer beantragte mit Eingabe vom 7. April 2024 (Postauf-
gabe am 8. April 2024) sinngemäss, auf die Beschwerde sei einzutreten. 
Anstatt eines Taggeldes beantrage er die Zusprache einer Rente. Darüber 
hinaus beantragte er, es sei festzustellen, dass "auf unentgeltliche Pro-
zesskostenhilfe schnellstens einzutreten" sei.

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. April 2024 stellte der Instruktions-
richter fest, dass der Beschwerdeführer bis anhin kein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege gestellt und den einverlangten Kostenvorschuss 
fristgerecht geleistet habe, es ihm aber freistehe, ein entsprechendes Ge-
such samt den notwendigen Belegen innert Frist bis zum 23. April 2024 
einzureichen. 

Mit vom 7. April 2024 datierter Eingabe (Postaufgabe am 10. April 2024) 
stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. Januar 2024 
(act. II 83), mit welcher (einzig) über den Anspruch auf eine Rente der IV 
entschieden wurde. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwer-
deführers auf eine Rente der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invali-
ditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht 
Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invali-
ditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-

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rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Akten – soweit ent-
scheidwesentlich – das Folgende:

3.1.1 Dem Bericht der Klinik C.________ vom 12. Juli 2011 (act. II 
23.16) ist die Diagnose einer schweren Arthrose des oberen Sprungge-
lenks (OSG) bei Status nach Osteosynthese einer Trimalleolär-OSG-
Fraktur Typ C von 1987 zu entnehmen. 

3.1.2 Im Bericht der D.________ AG vom 15. April 2020 (act. II 27 S. 38 
ff.) wurde u.a. ein Verdacht auf eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0), diagnosti-
ziert. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert.

Im Bericht derselben Klinik vom 12. August 2020 (act. II 9 S. 16 ff.) wurde 
festgehalten, klinisch sowie aufgrund der durchgeführten Abklärungen kön-
ne die Diagnose einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung 
(ICD-10 F90.0) gestellt werden. Die Kriterien für eine ADHS-Störung nach 
ICD-10 seien erfüllt.

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3.1.3 Im Bericht des Spitals E.________ über die radiologische Unter-
suchung vom 2. August 2021 (act. II 9 S. 10 f.) mittels Magnetresonanzto-
mographie des Schädels und Magnetresonanzangiographie der hirnversor-
genden Arterien wurden ein älterer Verschluss der proximalen Arteria caro-
tis interna links und wohl ischämisch bedingte Läsionen im Versorgungs-
gebiet der Arteria cerebri media und der "thalamusderen" Äste links sowie 
eine Reperfusion der distalen Arteria carotis interna links über piale Anas-
tomosen festgehalten.

3.1.4 Am 7. September 2021 berichtete die Klinik F.________ über ei-
nen vom 28. Juli bis zum 10. August 2021 erfolgten stationären Aufenthalt 
(act. II 9 S. 4 ff.). Diagnostiziert wurden eine mittelgradige depressive Epi-
sode (ICD-10 F32.1) und eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeits-
störung (ICD-10 F90.0). Während des Aufenthalts sei prophylaktisch eine 
medikamentöse Alkoholentzugstherapie eingestellt und die bisherige Medi-
kation mit Focalin aufgrund einer ausgeprägten inneren Unruhe abgesetzt 
worden. Der Patient habe im Verlauf darauf sehr gut reagiert: Die innere 
Anspannung/Unruhe sei reduziert. Er habe auch eine gewisse Verbesse-
rung der Stimmung erlebt, fraglich auch im Zusammenhang mit der Norma-
lisierung der inneren Anspannung. Der Patient habe sich aufgrund des auf-
fälligen MR-Befundes (vom 2. August 2021) und des Wunsches einer ge-
nauen neurovaskulären Abklärung für einen frühzeitigen Austritt entschie-
den.

3.1.5 Dem Bericht des Spitals G.________ vom 5. Oktober 2021 (act. II 
27 S. 16 ff.) ist die Diagnose von zerebralen Ischämien im Mediastromge-
biet links (asymptomatisch) bei ACI-Verschluss links zu entnehmen. In der 
klinischen Untersuchung hätten sich keine Auffälligkeiten gezeigt. Die Ar-
beitsfähigkeit sei nicht beurteilt worden.

Im Bericht über die neuropsychologische Untersuchung vom 11. Januar 
2022 derselben Klinik (act. II 9 S. 1 ff.) wurde festgehalten, im Vergleich zu 
entsprechenden Alters- und Bildungsnormen bestünden beim Patienten 
leichte Hirnfunktionsstörungen. Diese beträfen eher verbalgebundene Ge-
dächtnis- und exekutive Funktionen. Weiter sei von Auffälligkeiten im 
Kommunikationsverhalten und von Hinweisen für eine depressive Sympto-
matik auszugehen. Bezüglich der Ätiologie der leichten Hirnfunktions-

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störungen könnten diese einerseits mit den in der Bildgebung objektivierten 
v.a. linkshemisphärischen Auffälligkeiten im Zusammenhang stehen. Sie 
könnten aber auch im Kontext einer anzunehmenden depressiven Sym-
ptomatik betrachtet werden. Insgesamt könnten die neuropsychologischen 
Befunde alleine die subjektiven Klagen nur teilweise erklären. Gerade die 
Symptome eines verminderten Antriebs mit Gleichgültigkeit und Lustlosig-
keit dürften eher mit der depressiven Symptomatik zu begründen sein.

3.1.6 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
gab im Bericht vom 24. Oktober 2022 (act. II 27 S. 1 ff.) an, er habe keine 
Arbeitsunfähigkeiten attestiert, retrospektiv bestehe jedoch seit Herbst 
2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen. An 
einem strukturierten Arbeitsplatz mit klarer Aufgabenzuteilung und ohne 
grossen Kontakt mit Kunden oder Geschäftspartnern wäre wahrscheinlich 
eine Erwerbstätigkeit im angestammten Beruf als … oder eine verwandte 
Tätigkeit wieder möglich. Die Selbstständigkeit und eine Tätigkeit mit re-
gelmässigem Kunden- oder Publikumskontakt sei nicht mehr realistisch.

3.1.7 Dem von Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirur-
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Prof. Dr. med. 
J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurolo-
gie, verfassten Gutachten der MEDAS B.________ vom 14. Februar 2023 
(act. II 53.1-53.5) sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen (act. II 53.1 
S. 8 Ziff. 4.2):

- Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung persistierend im 
Erwachsenenalter (ICD-10 F90.0)

- Leichte kognitive Störung bei St. n. Mediainfarkt links (ICD-10 F06.7)
- Beginnend chronifizierte Depression; gegenwärtig leichtgradig (ICD-10 

F32.8) mit/bei:
- Problemen in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 

Z59)
- Problemen in Verbindung mit Berufstätigkeit (ICD-10 Z56)
- Anpassungsproblemen bei Veränderungen der Lebensumstände 

(ICD-10 Z60)
- Problemen in der Verbindung zum Lebenspartner (ICD-10 Z63)
- Akzentuierung der Persönlichkeit mit narzisstischen Anteilen (ICD-10 

Z73.1)
- Belastungsabhängig vermehrtes lumbosakrales Schmerzsyndrom ohne 

Radikulopathie (ICD-10 M54.97) mit/bei:
- Haltungsinsuffizienz und muskulärer Dysbalance
- Moderater Spondylarthrose L5/S1

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- Belastungs- und Bewegungseinschränkung des rechten oberen Sprung-
gelenkes bei fortgeschrittener posttraumatischer Arthrose nach im Jahre 
1987 erlittener trimalleolärer OSG-Luxationsfraktur (ICD-10 S82.2 und 
ICD-10 M17.1) mit/bei:
- einem Streckdefizit des rechten OSG von 20°
- einer hälftigen Bewegungseinschränkung des USG
- Status nach im Jahre 1987 erfolgter offener Reposition und Osteosyn-

these des lateralen und medialen Malleolus.

3.1.7.1 Dr. med. I.________ hielt im orthopädisch-traumatologischen Teil-
gutachten (act. II 53.2) fest, der Versicherte sei in der biomechanischen 
Funktion seiner Lendenwirbelsäule sowie in Bezug auf die beiden unteren 
Extremitäten in der Funktion des rechten Sprunggelenkes limitiert mit einer 
daraus unweigerlich erwachsenden Einschränkung der Steh- und Geh-
fähigkeit. Die festgestellten wesentlichen Gesundheitsstörungen auf or-
thopädisch-chirurgischem Gebiet ergäben Leistungseinschränkungen in 
qualitativer Hinsicht. Unter Berücksichtigung der qualitativen Schonkriterien 
bestehe in einer leidensadaptierten, körperlich leichten, wechselbelasten-
den, optimal angepassten, überwiegend sitzenden Tätigkeit aus orthopä-
disch-versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Arbeitspen-
sum eine quantitativ unlimitierte Arbeitsfähigkeit von 100 % (act. II 53.2 S. 
57 f. Ziff. 8). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … könne als adaptiert an-
gesehen werden (act. II 53.2 S. 59 Ziff. 1).

3.1.7.2 Prof. Dr. med. J.________ führte im psychiatrischen Teilgutachten 
(act. II 53.3) aus, die beschriebenen Störungen in der Interaktionalität seien 
in der Untersuchung sehr gut nachvollziehbar gewesen. Der Versicherte 
habe logorrhoisch, unstrukturiert, ausufernd und wenig zielorientiert zu sei-
ner Beschwerdesymptomatik mit sehr lauter Stimme berichtet. Er könne 
sein interaktionelles Problem zwar wahrnehmen, jedoch sei der Rededrang 
von ihm willentlich nur unzureichend regulierbar. Dabei lenke er sich immer 
wieder durch seine Angaben so stark von der eigentlichen Fragestellung 
ab, dass er diese regelhaft im Gespräch vergesse und dann inkohärent, 
umständlich, weitschweifig berichte. Der Versicherte habe deutliche 
Schwierigkeiten, Kunden durch seine gestörte Interaktionalität zu akquirie-
ren. Auch sei es ihm nicht gelungen, in Vorstellungsgesprächen seine 
Fachlichkeit adäquat zum Ausdruck zu bringen, obschon er in der Erledi-
gung von …-Aufgaben weiterhin leistungsstark geblieben sei. So sei die 
Diagnose eines persistierenden ADHS im Erwachsenenalter plausibel und 

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gut nachvollziehbar (act. II 53.3 S. 22 Ziff. 6.2). Bezüglich einer affektiven 
Symptomatik sei zu sagen, dass diese allfällig reaktiv auf die gesundheitli-
chen und lebensbiografischen Ereignisse bestehe. Affektiv sei der Versi-
cherte in der Untersuchung schwingungsfähig gewesen (act. II 53.3 S. 23 
Ziff. 6.3). Es liege ein mässiggradiges, jedoch durch leitliniengerechte 
störungsspezifische Behandlung therapeutisch innert nützlicher Zeit (ca. 
drei bis sechs Monate) besserbares psychiatrisches Leiden vor, welches 
gemäss MINI-ICF interaktionelle Störungen hervorrufe, bei fehlender Grup-
penfähigkeit und reduziertem Durchsetzungsvermögen. Somit sei gegen-
wärtig von einem instabilen Gesundheitszustand aus psychiatrischer Sicht 
auszugehen (act. II 53.3 S. 27 Ziff. 7.2). Der Versicherte sei nicht in der 
Lage, Tätigkeiten durchzuführen, in welchen er mit anderen Menschen aus 
beruflichen Gründen kommunizieren müsse. Bezüglich der selbstständigen 
Tätigkeit sei ihm daher die Akquise von Neukunden verunmöglicht. Allfällig 
könne er noch ihm bekannte Kunden weiterbetreuen. In einer ...-Tätigkeit 
ohne Kundenkontakt sei der Versicherte gegenwärtig zu mindestens 80 % 
einsetzbar, jedoch benötige er Hilfe bei der Stellensuche (act. II 53.3 S. 29 
Ziff. 8.1). Die entsprechende Einschränkung von 20 % habe sich nach der 
Rückkehr aus … im Herbst 2019 entwickelt (act. II 53.3 S. 25 Ziff. 7.1).

3.1.7.3 Der Konsensbeurteilung der beiden Gutachter Dr. med. 
I.________ und Prof. Dr. med. J.________ ist zu entnehmen, dass die Ge-
samtarbeitsunfähigkeit bzw. -arbeitsfähigkeit primär psychiatrisch determi-
niert werde. Ein additiver Effekt der skizzierten Funktionseinschränkungen 
auf somatischem und psychiatrischem Fachgebiet liege nicht vor (act. II 
53.1 S. 14 Ziff. 4.9).

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte die Verfügung vom 29. Januar 
2024 (act. II 83) in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten der MEDAS 
B.________ vom 14. Februar 2023 (act. II 53.1-53.5). Dieses Gutachten – 
basierend auf einer orthopädisch-traumatologischen und einer psychiatri-
schen Untersuchung – erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert eines Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 3.2.2 hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen 
Abklärungen, sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nach-
vollziehbar begründet. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes erfolgte 
unter Einbezug der hier relevanten medizinischen Fachdisziplinen und be-

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ruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich der interdisziplinären Kon-
sensbeurteilung (vgl. act. II 53.1 S. 6 f. Ziff. 4.1). Das Gutachten steht – 
was die Beurteilung der Befunde und die Diagnostik betrifft – in Überein-
stimmung mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte (vgl. E. 3.1.1 ff. 
hiervor). Das von den Gutachtern erstellte Zumutbarkeitsprofil (act. II 53.1 
S. 9 f. Ziff. 4.3) trägt den körperlichen und psychischen Einschränkungen 
des Beschwerdeführers umfassend Rechnung. Dem Gutachten (inkl. Teil-
gutachten) kommt somit voller Beweiswert zu.

Die divergierende Auffassung des Hausarztes Dr. med. H.________, der 
aus psychischen Gründen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf 
dem ersten Arbeitsmarkt ausgeht und advokatorisch für eine Berentung 
plädiert, ist nicht geeignet, den Beweiswert der Expertise zu erschüttern. Er 
vermag im Bericht vom 24. Mai 2023 (act. II 78 S. 5) keine wichtigen As-
pekte zu benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un-
gewürdigt geblieben sind (vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV 
Nr. 31 S. 117 E. 3). Für die postulierte vollständige Arbeitsunfähigkeit für 
jegliche Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt fehlt eine Begründung, zu-
mal der Arzt selbst im Bericht vom 24. Oktober 2022 eine Arbeitsfähigkeit 
in einer angepassten Tätigkeit als möglich erachtete (act. II 27 S. 3 Ziff. 
2.7) und auch der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit gegenüber dem 
psychiatrischen Gutachter nicht als aufgehoben einschätzte (act. II 53.3 
S.13). Ob die psychiatrisch attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
von 20 % (act. II 53.1 S. 14 Ziff. 4.8) der rechtlichen Prüfung anhand des 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (vgl. E. 2.2 hiervor) standhielte 
und dieser damit überhaupt invalidenversicherungsrechtliche Relevanz 
zukommt, kann offen bleiben, da aus einer Indikatorenprüfung keine höhe-
re Arbeitsunfähigkeit resultieren kann als die medizinisch attestierte (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 29. Oktober 2020, 
9C_507/2020, E. 3.2.1) und ein Rentenanspruch auch unter Berücksichti-
gung einer Leistungseinschränkung von 20 % zu verneinen ist (vgl. E. 4.4 
hiernach).

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2024, IV/24/150, Seite 13

Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Aufgrund der im 
September 2022 erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug (act. II 1, 4) ist 
der frühestmögliche (hypothetische) Beginn des Rentenanspruchs auf März 
2023 festzusetzen (Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG).

4.2 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das Valideneinkommen bestimmt sich an-
hand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbsein-
kommens. Unterlag das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität er-
zielte Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein ange-
messenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). Kann 
das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend 
genau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne Invalidität nach 
statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher 
Ausbildung und entsprechenden beruflichen Verhältnissen festgelegt 
(Art. 26 Abs. 4 IVV).

Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 IVV vorgesehenen Gleichstellung der inva-
lidenversicherungsrechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichsein-
kommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Erwerbseinkommen 
kann das Valideneinkommen von Selbstständigerwerbenden zumeist auf-
grund der Einträge im Individuellen Konto bestimmt werden. Weist das bis 
zum Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig 
kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den 
während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzu-
stellen (SVR 2023 IV Nr. 40 S. 136 E. 3.2.2, 2017 IV Nr. 6 S. 17 E. 4.6.2).

4.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Invali-
deneinkommen; Art. 16 ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verblie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2024, IV/24/150, Seite 14

bene funktionelle Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Er-
werbstätigkeit bestmöglich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anre-
chenbares Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität 
nach statistischen Werten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt (Art. 26bis 
Abs. 2 Satz 1 IVV). Kann die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität 
nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 
Abs. 1bis IVV von 50 % oder weniger tätig sein, so werden vom statistisch 
bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV in 
der bis 31. Dezember 2023 gültig gewesenen Fassung). In der ab 1. Janu-
ar 2024 geltenden Fassung lautet Art. 26bis Abs. 3 IVV wie folgt: Vom statis-
tisch bestimmten Wert nach Abs. 2 werden 10 % abgezogen. Kann die 
versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionel-
len Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder weniger 
tätig sein, so werden 20 % abgezogen. Weitere Abzüge sind nicht zulässig 
(AS 2023 635).

Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statisti-
sche Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstruktur-
erhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) massgebend. Andere 
statistische Werte können beigezogen werden, sofern das Einkommen im 
Einzelfall nicht in der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die sta-
tistischen Werte nach Abs. 3 sind an die betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung anzupassen 
(Art. 25 Abs. 4 IVV).

4.4 Die Beschwerdegegnerin bemass das Validen- und das Invaliden-
einkommen auf der Grundlage desselben Tabellenlohns gemäss 
LSE 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 62-63 ("Informationstechno-
logie u. Informationsdienstl."), Kompetenzniveau 2, Männer (act. II 83 
S. 1 f.). Unter Berücksichtigung der gutachterlich attestierten Arbeitsun-
fähigkeit von 20 % (vgl. E. 3.3 hiervor) resultierte ein Invaliditätsgrad in der-
selben Höhe (act. II 83 S. 2).

Der Beschwerdeführer schloss im Jahr … eine Lehre als … mit dem … ab 
(act. II 6 S. 19). Im Jahr … erlangte er ein …. (act. II 6 S. 18), daneben ab-
solvierte er diverse Kurse im Bereich … (act. II 6 S. 8 f., 12 ff.). Nach einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2024, IV/24/150, Seite 15

im Jahr 2001 aufgenommenen Tätigkeit in der fachlichen Führung der … 
einer … (act. II 7 S. 2 f.) wanderte er Ende 2012 nach … aus; im Septem-
ber 2018 kehrte er in die Schweiz zurück (act. II 1 S. 4 Ziff. 4.1, 14 S. 4, 
53.3 S. 9). Gemäss seinen Angaben führte er während seiner Zeit in … als 
"…" des Einzelunternehmens "K.________" Projekte für Private sowie für 
kleinere und mittlere ... (…) aus (act. II 95 S. 2). Nach der Rückkehr in die 
Schweiz meldete sich der Beschwerdeführer im Dezember 2018 bei der 
Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB) mit dem Einzelunternehmen 
"L.________" als Selbstständigerwerbender in der Branche "…" an. Dabei 
gab er gegenüber der AKB an, "L.________" sei die momentane Weiter-
führung der "K.________", die er wahrscheinlich in die Schweiz überführen 
werde. Zwischenzeitlich würden die bestehenden schweizerischen Kunden 
der "K.________" ab dem 1. Januar 2019 durch die "L.________" betreut 
(act. II 59.9 S. 1 f.). 

Da der Beschwerdeführer seine selbstständigerwerbende Tätigkeit auch 
nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung weiterhin ausübt 
(vgl. act. II 53.3 S. 10), besteht keine Veranlassung dazu, davon auszuge-
hen, ohne gesundheitliche Beeinträchtigung würde sich dies anders dar-
stellen. Das Valideneinkommen ist damit grundsätzlich anhand des zuletzt 
vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens zu be-
stimmen (vgl. E. 4.2 hiervor). Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerde-
führer in den Jahren 2019 und 2020 mit seiner selbstständigen Erwerbs-
tätigkeit ein Einkommen von lediglich knapp Fr. 9'400.-- (act. II 13 S. 1). 
Aus den Buchhaltungsunterlagen ergibt sich für das Jahr 2021 ein Gewinn 
von Fr. 18'491.48 (act. II 59.3 S. 4; vgl. auch act. II 59.4 S. 2) und für das 
Jahr 2022 ein solcher von Fr. 6'102.-- (act. II 59.2 S. 3). Inwieweit die ge-
sundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers dafür verantwort-
lich sind, dass die aus der selbstständigen Erwerbstätigkeit erzielten Ein-
kommen derart tief sind, lässt sich gestützt auf die Aktenlage nicht absch-
liessend beantworten. Insbesondere sind auch keine Unterlagen dafür vor-
handen, dass der Beschwerdeführer während der Jahre im Ausland ein 
massgeblich höheres Einkommen erzielt hat. Solches machte er im Übri-
gen auch nie geltend. Die Frage kann aber offen bleiben, da auch kein 
Rentenanspruch resultiert, wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2024, IV/24/150, Seite 16

Valideneinkommen anhand eines wesentlich höheren LSE-Tabellenlohns 
bestimmt wird.

Mit der Beschwerdegegnerin sind diesfalls Validen- und Invalideneinkom-
men auf der Grundlage desselben Tabellenlohns gemäss der LSE 2020 zu 
ermitteln, da der Beschwerdeführer auch weiterhin im …-Bereich arbeiten 
kann. Damit erübrigt sich die genaue Ermittlung der Vergleichseinkommen. 
Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter 
Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (in 
BGE 148 V 321 nicht publizierte E. 6.2 des Entscheids des BGer vom 
27. Juni 2022, 8C_104/2021). Damit resultiert bei einer Arbeitsunfähigkeit 
von 20 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit ab März 2023 (vgl. E. 4.1 
hiervor) ein Invaliditätsgrad von höchstens 20 % (vgl. E. 3.3 hiervor am 
Ende) bzw. selbst unter Berücksichtigung des Abzugs von 10 % beim Inva-
lideneinkommen gemäss der seit 1. Januar 2024 gültigen Fassung von 
Art. 26bis Abs. 3 IVV (vgl. E. 4.3 hiervor) ein solcher von höchstens 28 %. 
Folglich hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Invaliden-
rente zu Recht verneint (vgl. E. 2.3 hiervor). Die gegen die Verfügung vom 
29. Januar 2024 (act. II 83) erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG). 

Die Prozessarmut ist aufgrund der eingereichten Unterlagen ausgewiesen 
(Akten des Beschwerdeführers [act. IA] 1 ff.). Zwar ist das Recht auf unent-
geltliche Rechtspflege nicht darauf angelegt, eine Partei rückwirkend von 
Vorschussleistungen zu befreien, die bereits erbracht worden sind 
(vgl. etwa Entscheid des BGer vom 26. Januar 2012, 8C_665/2011, E. 5.4). 
Der Umstand, dass es dem Beschwerdeführer (allenfalls durch die Inan-
spruchnahme eines Darlehens) möglich war, den Kostenvorschuss zu leis-
ten, schliesst die Prozessarmut jedoch nicht aus. Zudem kann das Verfah-
ren gerade noch nicht zum vornherein als aussichtslos bezeichnet werden, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2024, IV/24/150, Seite 17

womit die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten erfüllt sind. Das entspre-
chende Gesuch ist somit gutzuheissen.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 800.-- festgesetzt und dem un-
terliegenden Beschwerdeführer auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund 
der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege ist er – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zah-
lungspflicht zu befreien (Art. 113 VRPG). Der vom Beschwerdeführer ge-
leistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückzuerstatten.

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2024, IV/24/150, Seite 18

Fr. 800.-- wird ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurücker-
stattet.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.