# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 902e5cfe-11a5-537b-8f1b-6463dacdaf66
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 08.06.2017 S 2016 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2016-71_2017-06-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 71

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Stecher
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 8. Juni 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Müller,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ erlitt wahrscheinlich in der Zeit vor 1989 einen Defekt am Len-

denwirbel LKW3. Seit dieser Zeit litt er auch wiederholt unter thorakover-

tebralen und lumbovertebralen Syndromen. Im September 1992 verletzte 

er sich während des Militärdienstes am rechten Knie und seit einem Au-

tounfall, unter Alkoholeinfluss, im August 1994 litt er unter langanhalten-

den cervikalen Beschwerden, die sich nach einem weiteren Autounfall im 

April 1995 verschlechterten. Im Jahr 2012 wurde eine Diskushernie an 

der Halswirbelsäule operiert, im Jahr 2013 eine stabilisierende Operation 

im Lendenbereich des Rückens durchgeführt. Von da an besserte sich die 

Schmerzsymptomatik des Rückens. A._____ konsumiert seit 1985 Alko-

hol und Cannabis, zudem ab 1992 zeitweise Heroin und Kokain sowie 

andere Substanzen.

2. A._____ meldete sich am 28. Oktober 2010 bei der Invalidenversicherung 

zur Prüfung von beruflichen Massnahmen bzw. von Rentenleistungen an. 

Mit Vorbescheid vom 22. April 2014 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass 

kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, zumal der IV-Grad unter 

40% liege.

3. Gegen diesen Vorbescheid erhob A._____ am 19. Mai 2014 bzw. 25. Juni 

2014 Einwand mit dem Antrag auf Absehen vom vorgesehenen Ent-

scheid, Neubeurteilung nach rechtsgenüglicher Abklärung des medizini-

schen Sachverhalts (Einholung eines IV-Arztberichts beim behandelnden 

Psychiater Dr. med. B._____, Psychiatrie Baselland, und Durchführung 

einer polydisziplinären Erstbegutachtung) sowie Gewährung einer Invali-

denrente. In der Folge stellte A._____ der IV-Stelle die Stellungnahme 

des behandelnden Neurochirurgen Dr. med. C._____, Universitätsspital 

Basel, vom 26. Juni 2014 zur medizinischen Situation von A._____ zu. 

Die IV-Stelle gab beim SMAB Bern ein polydisziplinäres Gutachten in Auf-

trag. Dieses wurde am 31. Juli 2015 erstattet. Die Gutachter stellten die 

Diagnosen – mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – eines chronischen, 

lumbovertebralen Schmerzsyndroms nach Fusion/Stabilisation L2/3 Juni 

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2013 ohne radikuläre Ausfallssymptomatik mit guter Wirbelsäulenfunktion 

und einer alkoholtoxischen Polyneuropathie sowie die Diagnosen – ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – einer Alkoholabhängigkeit, einer Po-

lytoxikomanie (gegenwärtig abstinent), einer Leberschädigung, eines 

chronischen, cervicovertebralen Schmerzsyndroms im Zustand nach Dis-

kektomie und ventraler Fusion HWK 5/6 April 2012 mit guter Funktion, ei-

nes retropatellaren Schmerzsyndroms, einer Metatarsalgie bei Spreiz-

fussdeformität, eines Verdachts auf chronische Bronchitis, einer unklaren 

Durchfallsymptomatik und einer Nikotinabhängigkeit. Sie attestierten 

A._____ eine aus neurologischer Sicht seit Juni 2013 reduzierte Arbeits-

fähigkeit von 80% in einer leidensangepassten Tätigkeit und verneinten 

eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen, insbesondere eine 

Folgeerkrankung wegen des Suchtgeschehens oder eine zusätzliche 

psychiatrische Erkrankung.

4. Mit Vorbescheid vom 13. Oktober 2015 teilte die IV-Stelle A._____ erneut 

mit, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, zumal der IV-

Grad weiterhin unter 40% liege. Auch gegen diesen Vorbescheid erhob 

A._____ Einwand, nämlich mit Eingabe vom 11. November 2015 bzw. 

vom 9. Dezember 2015, mit dem Antrag auf Absehen vom vorgesehenen 

Entscheid, Neubeurteilung der invalidenversicherungsrechtlichen Leistun-

gen und Gewährung von mindestens einer ¼- bzw. einer ganzen Invali-

denrente. Zudem sei eine Abklärung zum funktionellen Leistungsvermö-

gen von A._____ vorzunehmen sowie das polydisziplinäre Gutachten des 

SMAB Bern zurückzuweisen. Gleichzeitig reichte A._____ den Arztbericht 

von Dr. med. B._____ vom 15. Juli 2015 sowie einen Arztbericht von Dr. 

med. D._____ vom 4. Dezember 2015 ein und verlangte deren Berück-

sichtigung bei der erneuten Beurteilung.

5. Mit Verfügung vom 20. April 2016 entschied die IV-Stelle, dass A._____ 

kein Anspruch auf eine Invalidenrente für die Zeit bis zum 4. Januar 2016 

zustehe. Sie stellte jedoch aufgrund von schweren Verbrennungen, die 

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der Beschwerdeführer im Januar 2016 erlitten hatte, neue Abklärungen 

und einen neuen Entscheid für die Zeit ab 5. Januar 2016 in Aussicht.

6. Gegen diese Verfügung reichte A._____ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rer) am 25. Mai 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden ein. Darin beantragte er die kosten- und entschädigungsfälli-

ge Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer 

ganzen Rente, eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit zur 

Durchführung weiterer Abklärungen an die IV-Stelle. Zudem beantragte er 

die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung, die Befreiung von all-

fälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen und die Rechtsverbeistän-

dung durch den unterzeichnenden Rechtsanwalt.

7. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte mit Ver-

nehmlassung vom 2. Juni 2016 die kostenfällige Abweisung der Be-

schwerde und verwies zur Begründung im Wesentlichen auf die ange-

fochtene Verfügung vom 20. April 2016.

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und in 

den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

cherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen di-

rekt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. An-

fechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 20. April 2016, sodass die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden zu be-

jahen ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

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sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Ad-

ressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt, 

und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

Änderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die überdies frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzutre-

ten. 

b) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die starken und chronischen Rü-

ckenschmerzen des Beschwerdeführers Ursache bzw. zumindest eine 

erhebliche Teilursache der jahrelangen exzessiven Alkohol- bzw. Drogen-

sucht des Beschwerdeführers waren/sind oder nicht und die Beschwer-

degegnerin damit zu Recht die Ausrichtung einer Invalidenrente verwei-

gert hat oder nicht. 

2. a) Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die-

se wird gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beein-

trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver-

ursachte und nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verblei-

bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Die Invalidität kann 

nach Art. 4 Abs. 1 IVG Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Un-

fall sein. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung begründen 

Alkoholismus, Medikamentenmissbrauch und Drogensucht keine Invali-

dität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invaliden-

versicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit 

oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geisti-

ger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden einge-

treten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zu-

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kommt (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 

23. Mai 2014 E.2.2 und 8C_951/2010 vom 30. Mai 2011 E.4.1, beide mit 

Hinweis auf BGE 124 V 265 E.3c S. 268; BGE 99 V 28 E.2.). Was die 

krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invali-

denversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass 

dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die 

Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrun-

de liegt, die zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht dar-

stellt (Urteil des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E.2.2). 

Ob die Sucht ursächlich für eine andere Gesundheitsschädigung war oder 

erst in Folge einer solchen auftrat, ist nicht von Belang. Erforderlich ist 

stets lediglich, dass auch ein anderer Gesundheitsschaden vorliegt, der 

mit der Sucht in Zusammenhang steht. Ist dies erfüllt, so geht es nicht 

darum, den auf die Sucht entfallenden Anteil der Arbeitsunfähigkeit abzu-

spalten und als nicht invalidisierend zu bezeichnen. Vielmehr ist bei Beja-

hung eines solchen Zusammenhangs mit einer anderen Erkrankung auch 

die Sucht vollumfänglich zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Versiche-

rungsgerichtes des Kantons St. Gallen IV 2011/254 vom 12. Juli 2012 

E.3.3). In diesem Fall ist auf den gesamten, unter Mitberücksichtigung der 

Folgen der Suchtmittelabhängigkeit bestehenden Arbeits- beziehungs-

weise Erwerbsunfähigkeitsgrad abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerich-

tes 8C_951/2010 vom 30. Mai 2011 E.4.1; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichtes I 169/06 vom 8. August 2006 E.2.2). 

b) Die Beschwerdegegnerin gelangte gestützt auf das Abklärungsergebnis, 

insbesondere gestützt auf das Gutachten des SMAB Bern vom 31. Juli 

2015 und die Angaben von Dr. med. E._____ im RAD-Abschlussbericht 

vom 11. August 2015 zum Schluss, dass kein psychisches Leiden mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Diagnosen mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit bestünden hingegen aus dem orthopädischen und 

neurologischen Fachbereich. Der Beschwerdeführer habe sich in der Zeit 

vom 24. Juni bis 31. Oktober 2013 einer Rückenoperation unterziehen 

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müssen, die Wartezeit werde daher per 24. Juni 2013 eröffnet. Die davor 

bestandene Arbeitsunfähigkeit sei rein durch das Abhängigkeitsverhalten 

begründet gewesen, was bei der Beurteilung des Anspruchs nicht 

berücksichtigt werden könne. Bei einem ermittelten Valideneinkommen 

von Fr. 69'808.-- und einem Invalideneinkommen (bei einer Arbeitsfähig-

keit von 80%) von Fr. 53'583.-- ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 

23.24%. Da dieser unter 40% liege, sei der Rentenanspruch zu vernei-

nen.

Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass Dr. med. C._____ vom 

Universitätsspital Basel in seiner neurochirurgischen Stellungnahme vom 

26. Juni 2014 (act. 101) eine Fehlheilung des Lendenwirbelkörpers fest-

gestellt und dabei auf die intermittierend sehr starken Rückenschmerzen 

seit dem ersten Unfall im Jahr 1992 hingewiesen habe. Dieser habe auch 

festgehalten, dass die Schmerzen, die der Beschwerdeführer teilweise mit 

sehr starken Medikamenten zu kontrollieren versuchte, wahrscheinlich 

wesentlich zur Drogen-Abhängigkeit beigetragen hätten. Im neurologi-

schen Untergutachten des SMAB Bern (act. 128 S. 40 ff.) sei gerade die-

ser Bericht von Dr. med. C._____ vom 26. Juni 2014 nicht erwähnt und 

der begutachtende Neurologe nehme denn auch nicht Stellung zum Ver-

lauf der neurologischen Problematik zwischen dem Unfall und der Opera-

tion, was den Beweiswert des Gutachtens erheblich schmälere. Die ana-

mnestischen Angaben zur Sucht seien äusserst dürftig ausgefallen. Nur 

dies habe wohl dazu geführt, dass die Psychiaterin in ihrem Untergutach-

ten zum Schluss gekommen sei, es könne "nicht gänzlich" nachvollzogen 

werden, dass der Suchtmittelkonsum wegen der Rückenschmerzen er-

folgt sei. Demgegenüber zeige der Abschlussbericht von Dr. med. 

B._____, Psychiatrie Baselland, vom 15. Juli 2015 (act. 144 S. 7 ff.) deut-

liche Parallelen zwischen den Unfällen aus den Jahren 1992 und 1994 

und der Suchtentwicklung auf. Auch in der Synthese (S. 21 ff.) des SMAB 

Bern werde nur die Aussage der Psychiaterin wiederholt, jedoch eine so-

matische Ursache der Suchtmittelerkrankung nicht einmal in Erwägung 

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gezogen. Die psychiatrische Beurteilung im Gutachten des SMAB Bern 

sei aber, weil nicht einmal ansatzweise auf die Rückenschmerzen und de-

ren Ursachen eingegangen werde, völlig unzureichend und vermöge in 

keiner Art und Weise zu überzeugen. Dem Gutachten des SMAB Bern 

müsse daher jeglicher Beweiswert abgesprochen werden. In der ange-

fochtenen Verfügung werde ebenfalls lediglich gemäss psychiatrischem 

Untergutachten wiederholt, der Suchtmittelgebrauch sei keine Folge einer 

psychiatrischen Erkrankung. Zur Frage allerdings, ob diesem eine körper-

liche Erkrankung zugrunde liege, habe sich die Beschwerdegegnerin gar 

nicht geäussert. Da der Beschwerdeführer jedoch infolge Fehlbehandlung 

jahrelang unter invalidisierenden Schmerzen gelitten habe und infolge-

dessen in einen invalidisierenden Suchtmittelkonsum gerutscht sei, habe 

er aufgrund der deswegen seit vielen Jahren bestehenden Arbeitsun-

fähigkeit ab dem 1. Oktober 2011 (ein Jahr nach Anmeldung bei der IV) 

Anspruch auf eine ganze IV-Rente.

3. a) Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht, gemäss dem die Verwaltung und das Sozialversi-

cherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen haben. Dabei gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträ-

ger und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung 

an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-

digen (BGE 125 V 351 E.3a). Für das Beschwerdeverfahren bedeutet 

dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-

scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-

lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 E.3a). 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be-

richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu 

würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf 

die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E.3a). Hinsicht-

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lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Be-

richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1.). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismit-

tels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3.a).

Die Rechtsprechung hat es allerdings mit dem Grundsatz der freien Be-

weiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdi-

gung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3.b). So weicht das Gericht bei Ge-

richtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der 

Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, 

seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um 

einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 351 

E.3.b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichts-

expertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes 

Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen 

gelangt (BGE 125 V 351 E.3.b/aa). Abweichende Beurteilung kann ferner 

gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 

Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit 

des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprü-

fung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 

Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 

Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E.3.b/aa mit Hinweisen).

b) Die Gutachter geben an, dass die Suchterkrankung des Beschwerdefüh-

rers bereits vor Jahrzehnten begann (act. 128 S. 24), sie verneinen aber 

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das Vorliegen einer Folgeerkrankung, die sich wegen des Suchtgesche-

hens entwickelt hätte, oder einer zusätzlichen psychiatrischen Erkrankung 

(act. 128 S. 24). So halten sie im Gutachten des SMAB Bern fest, dass 

neben den Suchterkrankungen keine psychiatrisch eigenständigen Er-

krankungen zu eruieren seien (act. 128 S. 22). Allerdings weisen sie im 

Rahmen ihrer polydisziplinären Synthese darauf hin, dass aufgrund des 

seit Jahrzehnten persistierenden Alkoholkonsums mittelfristig mit Organ-

schäden zu rechnen sei, die dann auch ausserhalb der reinen Suchtpro-

blematik zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen dürften (act. 128 

S. 25). Die Prognose bezüglich des Suchtgeschehens wurde daher offen 

gelassen (act. 128 S. 25 und S. 62).

Darüber hinaus halten die Gutachter auch fest, die Behauptung des Ver-

sicherten, der Suchtmittelkonsum sei auf die Rückenschmerzen zurückzu-

führen, könne nicht gänzlich nachvollzogen werden (act. 128 S. 22 und 

S. 28). In der Folge verneinen sie einen sogenannten sekundären Sucht-

mittelgebrauch (act. 128 S. 22 und S. 28). Richtig ist, wie der Beschwer-

deführer geltend macht, dass die Gutachter diese Schlussfolgerung nicht 

näher begründen, sondern im Rahmen der polydisziplinären Synthese der 

entsprechenden – ebenfalls nicht näher begründeten – Beurteilung der 

Psychiaterin folgen (act. 128 S. 61). Letzteres ist allerdings nicht weiter zu 

beanstanden, zumal dies als Zeichen übereinstimmender Beurteilung 

durch sämtliche Gutachter anzusehen ist. Der Beschwerdeführer bean-

standet allerdings auch, dass die anamnestischen Angaben zur Sucht 

äusserst dürftig ausgefallen seien und die Psychiaterin nicht auf die Rü-

ckenschmerzen und deren Ursachen eingegangen sei. Dies sei wohl der 

Grund dafür, dass sie keinen Zusammenhang zwischen den Schmerzen 

und der Sucht erkannt habe, mithin habe sie eine somatische Ursache 

der Suchtmittelerkrankung nicht einmal in Erwägung gezogen. 

Die Suchtproblematik und deren Verlauf waren der Psychiaterin sowohl 

aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers als auch aufgrund der Ak-

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ten bekannt. Dasselbe gilt in Bezug auf die Rückenproblematik. Zutref-

fend ist auch, dass die Psychiaterin in ihrem Teilgutachten nicht näher auf 

die Schmerzproblematik eingeht, sondern lediglich die diesbezüglichen 

Angaben des Beschwerdeführers wiedergibt. Zu beachten ist allerdings, 

dass selbst der Beschwerdeführer in der psychiatrischen Anamnese 

(act. 128 S. 57) nicht behauptet, er habe wegen der Schmerzen Alkohol 

und Drogen zu konsumieren begonnen, sondern vielmehr angab, das Al-

koholtrinken sei eigentlich ein Geselligkeitstrinken gewesen und erst "in-

zwischen" konsumiere er Alkohol auch gegen seine Rückenschmerzen. 

Dasselbe gelte für das Heroin, auch dieses habe er "in den letzten Jah-

ren" – also nicht von Beginn weg – eigentlich wegen seiner Rücken-

schmerzen genommen (act. 128 S. 57). Auch im Rahmen der neurologi-

schen Anamnese gab der Beschwerdeführer an, wegen der Schmerzen 

sei er zu harten Drogen (Heroin, Kokain) gekommen (act. 128 S. 40). 

Hinsichtlich dieses Teilgutachtens rügt der Beschwerdeführer, dass der 

Neurologe verschiedene Berichte des Universitätsspitals Basel erwähne, 

jedoch nicht den Bericht von Dr. med. C._____ vom 26. Juni 2014. Dies 

bedeutet allerdings nicht, dass die neurologische Beurteilung allein des-

wegen weniger Beweiswert hätte. Auch dem Neurologen standen nebst 

den unter dem Stichwort "Würdigung der Akten" explizit erwähnten vier 

Berichten des Universitätsspitals Basel (drei davon stammen von 

Dr. med. C._____) sämtliche Akten zur Verfügung, also auch der Bericht 

von Dr. med. C._____ vom 26. Juni 2014, der im Anfangsteil des Gutach-

tens ausführlich wiedergegeben wird (vgl. act. 128 S. 17 f.). Der Be-

schwerdeführer beanstandet in diesem Zusammenhang, dass der Neuro-

loge keine Stellung zum Verlauf der neurologischen Problematik zwischen 

dem Unfall im Jahr 1992 und der Operation im Jahr 2013 genommen ha-

be. Der Neurologe weist im Rahmen seiner Beurteilung (act. 128 S. 44 f.) 

auf die seit Jahren bestehenden Rückenschmerzen hin und erwähnt, 

dass der Beschwerdeführer diese als wesentliche Ursache für seine aus-

geprägte Suchterkrankung betrachte, d.h. der Neurologe war sich der 

entsprechenden Problematik durchaus bewusst. Er gibt dann an, dass es 

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nach den Rückenoperationen zu einer deutlichen Besserung der Schmer-

zen gekommen sei, neu seien hingegen Schmerzen und partielle Gefühl-

losigkeit in den Füssen (act. 128 S. 44). Sowohl bei der psychiatrischen 

als auch bei der neurologischen Begutachtung fällt auf, dass tatsächlich 

keiner der Gutachter auf die Frage näher eingeht, ob die seit Jahren be-

stehenden Rückenschmerzen eine wesentliche (Teil-)Ursache für die 

Suchtproblematik des Beschwerdeführers sein könnten oder nicht, sie 

gehen jedoch davon aus, dass bis im Juni 2013 keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestanden habe 

(act. 128 S. 45 und S. 62). Die ohne weitere Ausführungen dazu gemach-

te und im Rahmen des polydisziplinären Konsenses übernommene 

Schlussfolgerung der Psychiaterin, ein Zusammenhang zwischen Rü-

ckenproblematik und Suchterkrankung sei nicht gänzlich nachvollziehbar, 

muss daher im Lichte der übrigen Krankengeschichte geprüft werden.

Die Krankengeschichte des Beschwerdeführers ist seit 1992 dokumen-

tiert. Aus den Akten der Beschwerdegegnerin geht hervor, dass der Be-

schwerdeführer im Jahr 1992 eine Knieverletzung (act. 1 S. 15 ff.) und im 

Jahr 1994 einen Autounfall mit Rippenfrakturen, LWS-Kontusion, Schleu-

dertrauma und möglicherweise einer Hirnerschütterung erlitten hatte 

(act. 1 S. 46). Dr. med. F._____ schrieb in einem (undatierten) Bericht im 

Zusammenhang mit der Abklärung von beruflichen Massnahmen (act. 1 

S. 184, vgl. auch act. 1 S. 152), dass bereits im Februar 1989 auf einer 

Röntgenaufnahme ein Defekt des Lendenwirbels LKW3 (Lendenwirbellä-

sion, act. 1 S. 46) ersichtlich war. Dem Arztbericht von Dr. med. F._____ 

vom 5. August 1997 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit 

anfangs 1989 wiederholt unter thorakovertebralen und lumbovertebralen 

Syndromen, seit dem Autounfall im August 1994 unter langanhaltenden 

cervikalen Beschwerden litt und dass sich die cervikale Situation nach ei-

nem weiteren Autounfall im April 1995 verschlechtert habe (act. 1 S. 91). 

Im Rahmen der internistischen Anamnese beim SMAB Bern gab der Be-

schwerdeführer an, dass der Autounfall im Jahr 1994 das wesentliche 

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auslösende Moment gewesen sei, an dem seine Rückenbeschwerden ih-

ren Anfang genommen hätten (act. 128 S. 47 f.). So gesehen, hätte der 

Beschwerdeführer auch erst ab jenem Zeitpunkt mit dem Konsum von Al-

kohol und Drogen begonnen haben müssen. Dem war allerdings nicht so, 

begann doch der Suchtmittelgebrauch bereits mehrere Jahre früher, an-

gegeben werden die Jahre 1985 (Alkohol- und Cannabiskonsum, vgl. 

act. 144 S. 8), 1989 (auffälliger Alkoholkonsum, vgl. act. 144 S. 8) und 

1992 (Heroin- und Kokainkonsum, vgl. act. 144 S. 8) und Dr. med. 

F._____ sprach damit übereinstimmend von Alkoholproblemen, die ihm 

seit 1992 bekannt waren (act. 1 S. 91). Wenn aber der Hausarzt von sol-

chen Problemen Kenntnis erlangt hatte, musste die Sucht bereits einige 

Zeit vorher tatsächlich und ausgeprägt bestanden haben, das heisst hier 

also schon vor 1992.

Aufgrund dieser Krankengeschichte erscheint ein Kausalzusammenhang 

zwischen den Rückenschmerzen und der Suchtproblematik des Be-

schwerdeführers als nicht überwiegend wahrscheinlich. Zwar bestehen 

erste Hinweise auf Rückenbeschwerden für das Jahr 1989, doch ist un-

bekannt, in welcher Intensität und in welcher Häufigkeit diese auftraten. 

Der Beschwerdeführer gab als Beginn der erheblichen Rückenproblema-

tik den Autounfall im Jahr 1994 an (act. 128 S. 47). Dr. med. B._____, 

Psychiatrie Baselland, auf dessen Bericht der Beschwerdeführer verwies, 

führte in seinem Abschlussbericht vom 15. Juli 2015 aus, dass der Be-

schwerdeführer bereits mit 14 Jahren erstmals Alkohol und Cannabis und 

mit 21 Jahren erstmals Heroin und Kokain konsumierte, dass der auffälli-

ge Konsum von Alkohol mit 18 Jahren und der auffällige Konsum von He-

roin mit 23 Jahren begonnen habe (act. 144 S. 8). Zudem seien später 

nebst dem Tabakkonsum auch andere Drogen hinzugekommen (act. 144 

S. 8). Der Beschwerdeführer sieht auffällige Parallelen zwischen der Zu-

nahme des – bereits bestehenden – Alkohol- und Drogenkonsums in den 

Jahren, in denen sich auch verschiedene Bagatellunfälle (um 1989, vgl. 

dazu act. 1 S. 91, damals war der Beschwerdeführer 18 Jahre alt), die 

Knieverletzung (1992, mit 21 Jahren) und die Autounfälle (1994 und 1995, 

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mit 22 und 23 Jahren) ereigneten. Dies mag zwar zutreffen, doch begann 

der Alkohol- und Cannabiskonsum bereits im Jahr 1985 (mit 14 Jahren) 

und der erste Heroinkonsum im Jahr 1992 (mit 21 Jahren). Der damals 

behandelnde Arzt Dr. med. F._____ erwähnt keinen Zusammenhang zwi-

schen den Schmerzen und der Sucht, sondern weist vielmehr auf die Al-

koholproblematik des Vaters (recte wohl Stiefvater) hin (act. 1 S. 91). Erst 

Dr. med. C._____, Universitätsspital Basel, meint in seinem Bericht vom 

26. Juni 2014, dass der Beschwerdeführer versucht habe, die Rücken-

schmerzen teilweise mit starken Medikamenten zu kontrollieren, und dass 

die Schmerzen wahrscheinlich wesentlich zur Drogen-Abhängigkeit bei-

getragen hätten (act. 101 S. 2). Auch Dr. med. D._____ führt in seinem 

Schreiben vom 4. Dezember 2015 (act. 144 S. 10) aus, der Beschwerde-

führer benötige seit dem Unfall aus dem Jahr 1992 Schmerzmedikamen-

te, zudem therapiere er seine Schmerzen unter anderem durch den Alko-

holkonsum, der übermässige Alkoholkonsum sei somit eine Folge der 

somatisch bedingten Schmerzen. Dass eine gewisse Wechselwirkung 

zwischen den chronischen körperlichen Symptomen und der Suchtpro-

blematik besteht, dass der Beschwerdeführer Alkohol, Drogen und Medi-

kamente – zumindest in den letzten Jahren – auch konsumierte, um die 

chronischen Schmerzen zu betäuben bzw. zu ertragen, ist aufgrund der 

gemachten Ausführungen nachvollziehbar. Tatsache ist aber auch, dass 

der Alkoholkonsum und erste Drogenerfahrungen des Beschwerdeführers 

noch früher, nämlich auch vor dem Beginn der körperlichen Symptomatik 

erwähnt werden und, wie Dr. med. F._____ im Jahr 1997 schrieb, zu 

deutlichen beruflichen Schwierigkeiten und sozialen Schäden führten 

(act. 1 S. 91). Auffallend ist dabei auch, dass der Beschwerdeführer auf-

grund gravierender Vorkommnisse in seinem Elternhaus und mit seinem 

Stiefvater (wobei er den leiblichen Vater nie kennengelernt habe, act. 128 

S. 57) schon früh auf sich allein gestellt war, sein Leben in die eigene 

Hand nehmen musste und auch deswegen früh in Kontakt mit Alkohol 

und Drogen kam. Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung berichte-

te er von gravierenden Problemen mit seinem Stiefvater (Schläge, 

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Demütigungen, Alkohol), die ihn mit 14 Jahren dazu bewogen hätten, von 

zu Hause auszuziehen (act. 128 S. 57). Präzisierend fügte er bei, dass 

der Konsum von Alkohol und Drogen anfänglich in Gesellschaft erfolgte 

(act. 128 S. 57) und nennt gerade nicht die Rückenschmerzen als Auslö-

ser für den Konsum. Die körperliche Symptomatik dürfte daher zwar einen 

Aspekt dargestellt haben, jedoch bestehen keine klaren Hinweise darauf, 

dass die Rückenproblematik die grundsätzliche bzw. tiefergreifende 

(Teil-)Ursache der Suchtproblematik war bzw. ist (vgl. act. 144 S. 8, 

S. 10). 

Wie bereits ausgeführt, weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 

ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Exper-

ten ab (BGE 125 V 351 E.3.b/aa). Vorliegend standen den Gutachtern für 

ihre Beurteilung sämtliche medizinischen Berichte seit Januar 1992 zur 

Verfügung. Das Gutachten ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersu-

chungen, erging in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) und berücksichtigt 

auch die geklagten Beschwerden. Dass die Gutachter zum Schluss ka-

men, der Suchtproblematik des Beschwerdeführers liege keine körperli-

che Erkrankung, mithin kein körperlicher oder geistiger Gesundheitsscha-

den mit Krankheitswert zugrunde, kann im Lichte der vorerwähnten Kran-

kengeschichte nachvollzogen werden. Insofern leuchtet das Gutachten 

des SMAB Bern vom 31. Juli 2015 auch in der Beurteilung der medizini-

schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-

on ein, auch wenn durchaus zu wünschen gewesen wäre, dass die 

Schlussfolgerungen der Gutachter in diesem fraglichen Punkt eindeutiger 

begründet worden wären. Auch Dr. med. E._____ kam in ihrer RAD-

Abschlussbeurteilung vom 11. August 2015 (act. 157 S. 23) zum Schluss, 

dass das Gutachten umfassend, konsistent und abschliessend sei.

Zusammenfassend erachtet das Gericht das Gutachten des SMAB Bern 

vom 31. Juli 2015 im Zusammenhang mit der gesamten Krankenge-

schichte als schlüssig und umfassend. Diesem ist somit uneingeschränk-

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ter Beweiswert zuzuerkennen. Damit ergibt sich, dass die Rücken-

schmerzen zwar die Sucht wohl verstärkten bzw. negativ beeinflussten, 

jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich deren eigentliche (Teil-)Ursache 

im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung waren. Zudem beste-

hen, trotz schwieriger Kindheit und Jugend, auch keine Hinweise auf psy-

chische Störungen, die den Alkohol- und Drogenkonsum verursacht ha-

ben könnten. Damit ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegeg-

nerin vom 20. April 2016 zu bestätigen, es ist von einer Arbeitsfähigkeit in 

einer leidensangepassten Tätigkeit von 80% auszugehen, womit ein Inva-

liditätsgrad unter der relevanten Grösse von 40% resultiert und ein Ren-

tenanspruch ausgeschlossen ist. 

4. a) Die angefochtene Verfügung vom 20. April 2016 ist somit aufgrund der 

vorstehenden Erwägungen zu schützen, was zur Abweisung der Be-

schwerde vom 25. Mai 2016 führt. 

b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren − in Abwei-

chung von Art. 61 lit. a ATSG − bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsge-

richt kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens, der mit einem 

durchschnittlichen Aufwand verbunden war, werden die Kosten ermes-

sensweise auf Fr. 700.-- festgelegt. Sie sind dem Beschwerdeführer als 

unterliegender Partei (Art. 73 Abs. 1 VRG) zu überbinden. Der obsiegen-

den Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 

lit. g ATSG e contrario).

5. a) Bei diesem Prozessausgang bleibt das Gesuch des Beschwerdeführers 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung) zu prüfen. Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Per-

son, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unent-

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geltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-

scheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie aus-

serdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. Diese Regelung 

wird für das sozialversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren betref-

fend die Bewilligung und Verweigerung von Leistungen der Invalidenver-

sicherung in Art. 76 VRG (Verfahrenskosten) und Art. 61 lit. f ATSG (un-

entgeltliche Rechtsverbeiständung) konkretisiert. Laut diesen Bestim-

mungen sind die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die 

Partei bedürftig und die Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine 

Anwältin geboten erscheint (BGE 125 V 201 E.4a mit weiteren Hinwei-

sen). Bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG ist eine Partei, die zur 

Leistung der Parteikosten die Mittel zur Deckung des Grundbedarfs für 

sich und ihre Familie angreifen müsste (BGE 135 I 221 E.5.1; BGE 128 I 

225 E.2.5; BGE 127 I 202 E.3b; KIESER, Kommentar zum ATSG, Zürich 

2015, Art. 61 Rz. 179). Dabei liegt die Grenze der Bedürftigkeit höher als 

diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (SVR 2007 AHV 

Nr. 7 S. 20). Aussichtslos ist ein Prozess, dessen Gewinnchancen be-

trächtlich geringer sind als die Verlustgefahr und kaum als ernsthaft be-

zeichnet werden können. Hingegen darf nicht von Aussichtslosigkeit aus-

gegangen werden, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr unge-

fähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Mass-

gebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei 

vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine 

Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht 

führen würde, nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kos-

tet (zum Ganzen: BGE 138 III 217 E.2.2.4 mit Hinweisen; KIESER, a.a.O., 

Art. 61 Rz. 173 ff.). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten beste-

hen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen Prüfung 

der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einrei-

chung des Gesuchs massgebend sind (BGE 138 III 217 E.2.2.4).

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b) Mit der Frage nach dem Beweiswert des Gutachtens des SMAB Bern und 

damit einhergehend nach der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bot 

die vorliegende Streitigkeit einige rechtliche Schwierigkeiten. Für die 

Wahrung seiner Interessen war der Beschwerdeführer, der über keine 

besonderen Rechtskenntnisse verfügt, daher auf eine anwaltliche Vertre-

tung angewiesen. Ausserdem erschien die Möglichkeit, dass der Be-

schwerdeführer mit seinen Anträgen durchdringen würde, nicht von vorn-

herein derart gering, dass auch eine Person, die über ausreichend Geld 

für die Finanzierung des Beschwerdeverfahrens verfügt, von einer Be-

schwerdeerhebung abgehalten würde, da sie die Gewinnchance als nicht 

ernsthaft in Betracht zu ziehen eingestuft hätte. Der Beschwerdeführer 

bezieht zudem, wie seinen eigenen Angaben und der entsprechenden 

Bestätigung des Zweckverbandes Sozialregion G._____ vom 13. Mai 

2016 zu entnehmen ist (Beschwerdeführer [Bf] - act. 3), Sozialhilfe, so-

dass auch seine Bedürftigkeit zu bejahen ist. Nach dem Gesagten ist dem 

Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege stattzugeben. Demzufolge gehen die Gerichtskosten von 

Fr. 700.-- zulasten der Gerichtskasse und als unentgeltlicher Rechtsbei-

stand des Beschwerdeführers wird Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Müller 

eingesetzt. 

c) Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte keine Honorarnote 

ins Recht, weshalb die Entschädigung nach Ermessen festgesetzt wird 

(Art. 5 Abs. 2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, BR 310.250, [HV]). Der unentgelt-

liche Rechtsvertreter kann für seinen Aufwand ein Honorar von Fr. 160.-- 

pro Stunde zuzüglich notwendiger Barauslagen und Mehrwertsteuer be-

anspruchen (Urteil des Verwaltungsgerichts S 09 127 vom 2. Februar 

2010; Art. 76 Abs. 3 VRG i.V.m. Art. 16 des kantonalen Anwaltsgesetzes 

[BR 310.100]) und Art. 5 HV). Das Verwaltungsgericht erachtet eine Ent-

schädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen und setzt die Entschädigung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 HV 

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ermessensweise auf diesen Betrag fest. Der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers ist somit aus der Gerichtskasse mit Fr. 2'000.--, inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer, zu entschädigen.

d) Wenn sich die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Beschwer-

deführers gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlas-

sene und die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. a) In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden 

die Kosten von Fr. 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse 

übernommen. 

b) A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Müller ein 

Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die Ge-

richtskasse mit Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) ent-

schädigt. 

c) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG). 

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]