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**Case Identifier:** eefc4ac2-1a1f-58d7-9754-c30f2ae545c4
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 02.12.2021 SK.2021.17
**Docket/Reference:** SK.2021.17
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2021-17_2021-12-02

## Full Text

Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG;;Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG;;Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG;;Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG

Urteil vom 2. Dezember 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Einzelrichterin Joséphine Contu Albrizio, 

Gerichtsschreiberin Fiona Krummenacher 

 

 

Parteien  1. BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 

Staatsanwältin des Bundes Lucienne Fauquex, 

 

und 

 

2. EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT, 

Generalsekretariat EFD, vertreten durch Christian 

Heierli, Leiter Strafrechtsdienst EFD,  

 

 
gegen 

  A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwälte Michael 

Mráz und Daniel S. Weber 

 

 

Gegenstand  
Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2021.17 

- 2 - 

SK.2021.17 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

Die Bundesanwaltschaft stellt keine Anträge. 

 

Anträge des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD): 

1. A. sei schuldig zu sprechen der Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung 

gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG, begangen in der Zeit 

vom 28. Dezember 2017 bis zum 12. Februar 2018, und zu verurteilen zu einer 

Freiheitsstrafe von 240 Tagen, bedingt erlassen auf eine Probezeit von 2 Jahren, 

sowie zu einer Busse von Fr. 20'000.--. 

 Eventualiter: 

 A. sei schuldig zu sprechen der Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung 

gemäss Art. 44 Abs. 1 i.V.m. Art. 44 Abs. 2 FINMAG und Art. 14 Abs. 1 GwG, 

begangen in der Zeit vom 28. Dezember 2017 bis zum 12. Februar 2018, und zu 

verurteilen zu einer Busse von Fr. 25'000.--. 

 

2. A. sei zu verurteilen zur Bezahlung der Verfahrenskosten, inkl. der Kosten des 

Vorverfahrens des EFD und der Anklageführung von Fr. 4'000.--. 

 

Anträge der Verteidigung: 

1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen, 

2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse. 

  

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SK.2021.17 

Prozessgeschichte: 

A. Gestützt auf eine Strafanzeige der Finanzmarktaufsicht (nachfolgend: FINMA) 

vom 28. Juni 2019 eröffnete das Eidgenössische Finanzdepartment (nachfol-

gend: EFD) am 22. Oktober 2019 in Sachen B. AG, heute firmierend unter C. AG, 

gegen unbekannt ein Verwaltungsstrafverfahren nach dem Bundesgesetz über 

das Verwaltungsstrafrecht vom 22. März 1974 (VStrR, SR 313.0) wegen Ver-

dachts auf Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung gemäss Art. 44 des 

Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom 

22. Juni 2007 (Finanzmarktaufsichtsgesetz [FINMAG], SR 956.1) i.V.m. 

Art. 14 des Bundesgesetzes vom 10. Oktober 1997 über die Bekämpfung der 

Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung im Finanzsektor (Geldwä-

schereigesetz [GwG], SR 955.0; Akten EFD [Verfahrens-Nr. 442.3-151] 040-

0001). 

B. Mit Schreiben vom 31. Januar 2020 teilte das EFD A. (nachfolgend: der Beschul-

digte) die Eröffnung des Verwaltungsstrafverfahrens mit (EFD 020-0001 f.). 

C. Mit Strafverfügung vom 20. Januar 2021 (nachfolgend: Strafverfügung) sprach 

das EFD den Beschuldigten wegen vorsätzlicher Tätigkeit als Finanzintermediär 

ohne Bewilligung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG, be-

gangen vom 28. Dezember 2017 bis zum 12. Februar 2018, schuldig und verur-

teilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 440.-- bei ei-

ner zweijährigen Probezeit und zu einer Busse von Fr. 13'200.-- sowie zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten von Fr. 2'750.-- (EFD 100-0001 ff.). 

D. Der Beschuldigte verlangte mit Schreiben vom 1. Februar 2021 beim EFD die 

gerichtliche Beurteilung (Art. 72 VStrR; EFD 100-0027 ff.). 

E. Mit Übermittlungsschreiben vom 19. April 2021 überwies das EFD die Akten ge-

mäss Art. 50 Abs. 2 FINMAG an die Bundesanwaltschaft zuhanden des Bun-

desstrafgerichts. Das EFD beantragte, der Beschuldigte sei entsprechend der 

Strafverfügung wegen vorsätzlicher Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilli-

gung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG schuldig zu spre-

chen, begangen vom 28. Dezember 2017 bis zum 12. Februar 2018, und zu ei-

ner bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 440.-- bei einer Probezeit 

von zwei Jahren und zu einer Busse von Fr. 13'200.-- sowie zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten von Fr. 2'750.-- zu verurteilen. Eventualiter sei der Beschul-

digte wegen fahrlässiger Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung ge-

mäss Art. 44 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 FINMAG und Art. 14 Abs. 1 GwG schuldig zu 

sprechen und zu einer Busse von Fr. 25'000.-- zu verurteilen (SK 7.100.004 ff.). 

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F. Am 21. April 2021 reichte die Bundesanwaltschaft die Akten des EFD zusammen 

mit dem Begehren um gerichtliche Beurteilung beim Bundesstrafgericht ein 

(SK 7.100.002 ff.). 

G. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Einzelgericht von Amtes wegen 

einen Straf- sowie einen Betreibungsregisterauszug und die den Beschuldigten 

betreffenden Steuerunterlagen ein (SK 2.231.1.002, 2.231.3.002, 

2.231.2.004 ff.). Mit Verfügung vom 17. Juni 2021 wurden die Beweisanträge des 

Beschuldigten auf Einvernahme von D. und E. gutgeheissen (SK 7.250.001 f.). 

H. Die Hauptverhandlung fand am 30. November 2021 in Anwesenheit der Vertre-

tung des EFD sowie der Verteidigung und des Beschuldigten vor der Einzelrich-

terin der Strafkammer des Bundesstrafgerichts am Sitz des Gerichts statt 

(SK 7.720.001 ff.). Die Bundesanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme 

(Art. 75 Abs. 4 VStrR). Anlässlich der Hauptverhandlung hat das Gericht den Be-

schuldigten sowie E. als Zeugen und D. als Auskunftsperson einvernommen 

(SK 7.731.001 ff.; 7.761.001 ff.; 7.771.001 ff.). 

 

Die Einzelrichterin erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Anwendbares Recht 

1.1.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 2 VStrR wird nach geltendem Recht beur-

teilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat 

(sog. Rückwirkungsverbot; vgl. auch hinten E. 2.4.2). Dies gilt auch für Übertre-

tungen (Art. 104 StGB). Massgebend ist der Zeitpunkt der Vornahme der tatbe-

standsmässigen Handlung (vgl. RIKLIN, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner 

Teil, Verbrechenslehre, 3. Aufl. 2007, § 8 N. 5; POPP/BERKEMEIER, in: Nig-

gli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 2 StGB N. 5). Als 

Ausnahme bestimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass eine Tat, welche vor Inkrafttreten 

des Gesetzes begangen wurde, nach dem neuen Recht zu beurteilen ist, wenn 

dieses für den Täter das mildere ist («lex mitior»). 

1.1.2 Gemäss Anklage soll sich der Beschuldigte im Zeitraum 28. Dezember 2017 bis 

12. Februar 2018 strafbar gemacht haben. Die vorliegend relevante Strafbestim-

mung der finanzintermediären Tätigkeit ohne Bewilligung hat durch das Bundes-

gesetz über die Finanzdienstleistungen vom 15. Juni 2018 (Finanzdienstleis-

tungsgesetz [FIDLEG], SR 950.1) sowie das Bundesgesetz über die Finanzinsti-

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tute vom 15. Juli 2018 (Finanzinstitutsgesetz [FINIG], SR 954.1) keine relevan-

ten Änderungen erfahren und ist somit nicht milder. Es ist daher das im anklage-

relevanten Zeitpunkt geltende FINMAG anwendbar. 

1.1.3 Das materielle Verwaltungsrecht war im tatrelevanten Zeitpunkt im GwG und in 

der Verordnung über die Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfi-

nanzierung vom 11. November 2015 (Geldwäschereiverordnung [GwV], 

SR 955.01) geregelt. Anwendbar ist vorliegend die im Zeitpunkt einer möglichen 

Verletzung von Art. 44 FINMAG in Kraft stehende Version des GwG und der 

GwV. 

1.1.4 Ferner anwendbar ist zudem das Rundschreiben 2011/1 der FINMA betreffend 

«Tätigkeit als Finanzintermediär nach GwG, Ausführungen zur Geldwäscherei-

verordnung (GwV) vom 20. Oktober 2010» (nachfolgend: FINMA-RS 11/1). 

1.2 Zuständigkeit 

1.2.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 Satz 2 FINMAG ist das EFD verfolgende und urteilende 

Behörde bei Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FINMAG und 

der übrigen Finanzmarktgesetze i.S.v. Art. 1 Abs. 1 FINMAG. Art. 50 Abs. 2 FIN-

MAG sieht u.a. vor, dass die strafbare Handlung der Bundesgerichtsbarkeit un-

tersteht, wenn die gerichtliche Beurteilung verlangt wurde. In diesem Fall über-

weist das EFD die Akten der Bundesanwaltschaft zuhanden des Bundesstrafge-

richts. Die Überweisung gilt dabei als Anklage. 

1.2.2 Das vorliegende Verfahren hat den Verdacht auf eine Widerhandlung gegen das 

FINMAG i.V.m. dem GwG zum Gegenstand. Das GwG zählt zu den Finanzmarkt-

gesetzen (Art. 1 Abs. 1 lit. f FINMAG). Nachdem der Beschuldigte fristgerecht 

nach Eröffnung der Strafverfügung die gerichtliche Beurteilung verlangt hat (vgl. 

vorne lit. D), ist die Zuständigkeit der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ge-

geben (Art. 72 VStrR i.V.m. Art. 35 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 

19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes, Strafbehör-

denorganisationsgesetz [StBOG], SR 173.71). 

Die Kompetenz des Einzelgerichts der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 StBOG. 

1.3 Verfahren 

Das Verfahren vor Bundesstrafgericht bestimmt sich nach Massgabe der  

Art. 73–80 VStrR (Art. 81 VStrR); subsidiär sind die Bestimmungen der StPO 

heranzuziehen (Art. 82 VStrR). Das Gericht entscheidet in der Sache und bezüg-

lich der Kosten neu (vgl. HAURI, Verwaltungsstrafrecht, 1998, S. 155 f.); hierbei 

kommt ihm freie Kognition zu (vgl. HAURI, a.a.O., S. 149 f.). Das Urteil ist mit den 

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wesentlichen Entscheidungsgründen den Parteien schriftlich zu eröffnen, unter 

Angabe der Rechtsmittelbelehrung (Art. 79 Abs. 2 VStrR).  

2. Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung (Art. 44 FINMAG) 

2.1 Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, als Verwaltungsrat der 

B. nicht unterbunden zu haben, dass die Gesellschaft nach Durchführung eines 

«Initial Coin Offering» (nachfolgend: ICO) im Zeitraum 28. Dezember 2017 bis 

12. Februar 2018 den Token «M.» (nachfolgend: M.) ins private «Wallet» der je-

weiligen Investoren übertragen und dadurch als Zahlungsmittel ausgegeben 

habe, unter Überschreitung der Schwellenwerte zur Berufsmässigkeit. Dabei 

habe B. sich vorab keiner anerkannten Selbstregulierungsorganisation (nachfol-

gend: SRO) angeschlossen oder über keine Bewilligung der FINMA verfügt. 

Der Beschuldigte weist den Anklagevorwurf von sich unter Hinweis, dass der M. 

im anklagerelevanten Zeitpunkt kein Zahlungsmittel dargestellt habe (EFD 100-

0027 ff. Rz. 8, 26 ff.; 090-0012 Rz. 6 und -0014 ff.; SK 7.721.031 ff. Rz. 2 ff.). 

Eventualiter sei er einem Verbotsirrtum unterlegen, da er nicht gewusst habe, 

sich rechtswidrig zu verhalten (EFD 100-0027 ff. Rz. 72 ff.; SK 7.721.031 ff. 

Rz. 75 ff.). 

2.2 Rechtliches 

2.2.1 Nach Art. 44 Abs. 1 GwG macht sich strafbar, wer vorsätzlich ohne Bewilligung, 

Anerkennung, Zulassung oder Registrierung eine nach den Finanzmarktgeset-

zen bewilligungs-, anerkennungs-, zulassungs- oder registrierungspflichtige Tä-

tigkeit ausübt. Ebenfalls strafbar ist, wer dabei fahrlässig handelt (Art. 44 

Abs. 2 FINMAG). 

2.2.2 Die Strafnorm von Art. 44 FINMAG dient der Durchsetzung der Bewilligungs-

pflicht und schützt die Funktionsfähigkeit des Finanzmarktes. Bei Art. 44 FIN-

MAG handelt es sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt (vgl. SCHWOB/WOHL-

ERS, in: Watter/Bahar [Hrsg.], Basler Kommentar, 3. Aufl. 2019, Art. 44 FINMAG 

N. 2 ff.).  

2.2.3 Bewilligungspflichtige Tätigkeit eines Finanzintermediärs 

2.2.3.1 Der Straftatbestand von Art. 44 FINMAG setzt zunächst voraus, dass die Tätig-

keit eines Finanzintermediärs vorliegt. Als Finanzintermediäre gelten auch Per-

sonen, die berufsmässig fremde Vermögenswerte annehmen oder aufbewahren 

oder helfen, sie anzulegen oder zu übertragen (Art. 2 Abs. 3 GwG). Darunter fal-

len insbesondere Personen, die Dienstleistungen für den Zahlungsverkehr er-

bringen, namentlich für Dritte elektronische Überweisungen vornehmen oder 

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Zahlungsmittel wie Kreditkarten und Reiseschecks ausgeben oder verwalten 

(Art. 2 Abs. 3 lit. b GwG). Eine Dienstleistung für den Zahlungsverkehr liegt ins-

besondere vor, wenn der Finanzintermediär nicht in Bargeld bestehende Zah-

lungsmittel ausgibt oder verwaltet und seine Vertragspartei damit an Dritte Zah-

lungen leistet (Art. 4 Abs. 1 lit. b GwV). Virtuelle Währungen gelten als Zahlungs-

mittel (Art. 4 Abs. 2 GwV). Eine abschliessende Liste der Zahlungsmittel existiert 

im Schweizer Recht nicht. Grundsätzlich ist die Herausgabe von Zahlungsmitteln 

und das Betreiben von Zahlungssystemen, die Drittparteien die Übertragung von 

Vermögenswerten ermöglichen, dem GwG unterstellt (FINMA-RS 11/1 Rz. 63). 

Die Ausgabe von Zahlungsmitteln ist dann dem GwG unterstellt, wenn sie von 

einer Ausgabestelle erfolgt, die nicht mit den Benutzern des Zahlungsmittels 

identisch ist (z.B. Käufer und Verkäufer). Ist beispielsweise der Emittent des Zah-

lungsmittels auch der Verkäufer einer Ware, für dessen Bezahlung das Zahlungs-

mittel eingesetzt wird, so liegt ein gewöhnliches Zweiparteienverhältnis vor und 

der Emittent ist kein Finanzintermediär (FINMA-RS 11/1 Rz. 64). 

2.2.3.2 Berufsmässigkeit  

Finanzintermediäre Tätigkeiten wie die Ausgabe eines Zahlungsmittels nach 

Art. 2 Abs. 3 lit. b GwG sind nur dann dem GwG unterstellt, wenn sie nach 

Art. 7 GwV berufsmässig ausgeübt werden. Berufsmässig wird die Finanzinter-

mediation durch einen Finanzintermediär gemäss Art. 7 Abs. 1 GwV u.a. ausge-

übt, wenn er damit pro Kalenderjahr einen Bruttoerlös von mehr als Fr. 50'000.-- 

erzielt (lit. a) oder Transaktionen durchführt, deren Gesamtvolumen Fr. 2 Mio. 

pro Kalenderjahr überschreitet (lit. d). Art. 7 Abs. 1 lit. d GwV setzt mindestens 

zwei Transaktionen voraus; als Transaktion ist grundsätzlich jede Form der Um-

wandlung und jede Übertragung von Vermögenswerten zu verstehen (FINMA-

RS 11/1 Rz. 146). 

2.2.4 Fehlender SRO-Anschluss/fehlende Bewilligung 

2.2.4.1 Gemäss Art. 14 Abs. 1 GwG müssen Finanzintermediäre nach Art. 2 Abs. 3 GwG 

entweder bei einer anerkannten SRO angeschlossen sein oder bei der FINMA 

eine Bewilligung für die Ausübung ihrer Tätigkeit einholen. Der objektive Tatbe-

stand von Art. 44 FINMAG setzt somit weiter voraus, dass der für die bewilli-

gungspflichtige Tätigkeit notwendige SRO-Anschluss bzw. die Bewilligung nicht 

vorliegt. Entscheidend ist allein, ob im Zeitpunkt der Ausübung der Tätigkeit ein 

SRO-Anschluss bzw. eine formell gültige Bewilligung vorgelegen hat oder nicht 

(vgl. SCHWOB/WOHLERS, a.a.O., Art. 44 FINMAG N. 28). 

2.2.4.2 Wer von einer nichtberufsmässigen zu einer berufsmässigen Tätigkeit als Fi-

nanzintermediär wechselt, muss gemäss Art. 11 Abs. 1 GwV unverzüglich die 

Pflichten nach den Art. 3–11 GwG einhalten (lit. a); und innerhalb von zwei Mo-

naten nach dem Wechsel bei einer SRO ein Gesuch um Anschluss oder bei der 

FINMA ein Gesuch um Bewilligung für die berufsmässige Ausübung der Tätigkeit 

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einreichen (lit. b). In der Schwebezeit, d.h. bis zum Zeitpunkt des Anschlusses 

an eine SRO oder bis zur Erteilung einer Bewilligung durch die FINMA, ist es 

diesen Finanzintermediären untersagt, als Finanzintermediär Handlungen vorzu-

nehmen, die weitergehen als diejenigen, die zwingend zur Erhaltung der Vermö-

genswerte erforderlich sind (Art. 11 Abs. 2 GwV). 

2.2.5 Verantwortlichkeit 

2.2.5.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 VStrR wird eine Widerhandlung, die beim Besorgen von 

Angelegenheiten juristischer Personen begangen wird, denjenigen natürlichen 

Personen zugerechnet, welche die Tat verübt haben. 

2.2.5.2 Als Täter einer Widerhandlung gegen Art. 44 FINMAG kommt namentlich in 

Frage, wer es als Geschäftsherr vorsätzlich oder fahrlässig in Verletzung einer 

Rechtspflicht unterlässt, eine Widerhandlung des Untergebenen, Beauftragten 

oder Vertreters abzuwenden oder in ihren Wirkungen aufzuheben (Art. 6 

Abs. 2 VStrR). Bei der strafrechtlichen Geschäftsherrenhaftung gemäss Art. 6 

Abs. 2 VStrR handelt es sich um ein echtes Sonderdelikt, wobei im VStrR keine 

Legaldefinition für den Geschäftsherrn besteht. Unter den Begriff des Geschäfts-

herrn sind diejenigen Organe sowie natürlichen Personen zu subsumieren, die 

auf Grund ihrer Weisungs- und Kontrollbefugnisse in der Lage sind, dem strafba-

ren Verhalten einer weisungsunterworfenen Person Einhalt zu gebieten (vgl. EI-

CKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafverfahrensrecht, 2012, S. 52; ACKER-

MANN, in: Ackermann/Heine [Hrsg.], Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, 2. Aufl. 

2020, § 4 N. 86 ff.). 

Die Verletzung einer Rechtspflicht i.S.v. Art. 6 Abs. 2 VStrR setzt eine Garanten-

stellung voraus, d.h. eine bestimmte rechtliche Pflicht, das fragliche Verhalten 

durch Überwachung, Weisungen und falls notwendig durch Eingreifen zu verhin-

dern. Solche Garantenpflichten können sich insbesondere aus dem Obligatio-

nenrecht (nachfolgend: OR) ergeben. Soweit sich die Bestimmungen des Ver-

waltungsrechts in der Regel an den Geschäftsherrn richten, ist dieser rechtlich 

verpflichtet, deren Anwendung sicherzustellen und deren Verletzung zu verhin-

dern (vgl. BGE 142 IV 315 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1304/2017 

vom 25. Juni 2018 E. 4.3.2 und E. 4.4.2). 

2.2.5.3 Als Geschäftsherren i.S.v. Art. 6 Abs. 2 VStrR gelten u.a. Verwaltungsräte einer 

Aktiengesellschaft. Zu den unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben des 

Verwaltungsrats gehört gemäss Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 OR die Oberaufsicht über 

die mit der Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die 

Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen. Bezogen auf 

eine Tätigkeit im Finanzmarktbereich folgt daraus die Pflicht der Verwaltungsräte, 

sich mit den finanzmarktrechtlichen Bestimmungen und insbesondere mit Bewil-

ligungspflichten zu befassen und wo nötig die entsprechenden Informationen ein-

zuholen, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften durch die Tätigkeit der 

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Gesellschaft sicherzustellen. Die Ordnungsmässigkeit des Geschäftsbetriebes 

ist zu kontrollieren und Geschäftspraktiken, die der Finanzmarktgesetzgebung 

zuwiderlaufen, sind zu verhindern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1304/2017 

vom 25. Juni 2018 E. 4.4.2; TPF 2017 85 E. 4.2.2.2). Art. 717 Abs. 1 OR verlangt 

von jedem Mitglied des Verwaltungsrats, den Bereich seiner Aufgaben zu be-

stimmen und diesen sorgfältig und unter Aufwendung der notwendigen Zeit zu 

erfüllen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_54/2008 vom 9. Mai 2008 E. 6.4.1; 

TPF 2017 85 E. 4.2.2.2). Demnach hat der Verwaltungsrat durch interne Kon-

trollmassnahmen ständig sicherzustellen, dass er über die Tätigkeit der Gesell-

schaft orientiert bleibt, um nötigenfalls einschreiten zu können (vgl. WATTER/PEL-

LANDA, in: Honsell/Vogt/Watter [Hrsg.], Basler Kommentar, 5. Aufl. 2016, 

Art. 716a OR N. 23 ff.). Hat er solche Vorkehren unterlassen und deshalb von 

Straftaten keine Kenntnis erlangt, macht er sich dennoch für diese strafbar (vgl. 

BGE 122 IV 103 S. 126 ff.). In jedem Fall muss ein Verwaltungsrat unabhängig 

von seiner konkreten Stellung fundierte Kenntnisse der Gesellschaft und der Be-

triebsorganisation, des Geschäftszweigs sowie der grundlegenden rechtlichen 

Pflichten haben. Wird ein Mandat als Verwaltungsrat trotz mangelnder Fähigkei-

ten oder Kenntnisse angetreten, ist der betreffenden Person ein Übernahmever-

schulden vorzuwerfen. Unter diesen Umständen darf die Stellung als Verwal-

tungsrat gar nicht angetreten werden. Wird sich der Verwaltungsrat des Fehlens 

der erforderlichen Kenntnisse oder Fähigkeiten nach Antritt des Mandates be-

wusst, so hat er dieses ohne Verzug niederzulegen (vgl. Urteil der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts SK.2015.23 vom 24. September 2015 E. 4.3.4 m.H.).  

2.2.6  

2.2.6.1 In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 44 Abs. 1 FINMAG Vorsatz, wobei Eventual-

vorsatz ausreicht (Art. 12 Abs. 1 StGB). Eventualvorsätzlich handelt, wer eine 

Tätigkeit aufnimmt, von der er weiss, dass sie bewilligungspflichtig ist. Gleiches 

gilt auch für denjenigen Täter, der wenigstens die Möglichkeit erkannt hat, dass 

es sich um eine bewilligungspflichtige Tätigkeit handeln könnte. Für Eventualvor-

satz reicht es jedoch nicht aus, dass der Täter um die Bewilligungspflicht der von 

ihm ausgeführten Tätigkeit hätte wissen müssen (vgl. SCHWOB/WOHLERS, a.a.O., 

Art. 44 FINMAG N. 35 f.). 

2.3 Beweismittel 

2.3.1 Involvierte Personen und Gesellschaften 

2.3.1.1 B., seit 14. Juli 2020 firmierend als C. AG, ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in 

Z. Gemäss Handelsregisterauszug bezweckt die Gesellschaft u.a. die Erarbei-

tung eines Konzepts und Business Modells, eines Geschäfts- und eines Imple-

mentierungsplanes für den Einsatz moderner Computertechnologien, insbeson-

dere auf der Basis der Distributed Ledger-Technologie, zum Betrieb eines Zah-

lungssystems mit Tokens als Zahlungsmittel (EFD 031-0740 ff.; 011-0006). Seit 

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Gründung der B. im Oktober 2017 bis Anfangs Januar 2018 war der Beschuldigte 

deren einziges Verwaltungsratsmitglied mit Einzelzeichnungsberechtigung. Per 

3. Januar 2018 mutierte er zum Vizepräsident des Verwaltungsrats mit Kollek-

tivunterschrift zu zweien (EFD 011-0006). 

2.3.1.2 Am 2. April 2019 stellte B. im Zusammenhang mit einer geplanten Escrow-Tätig-

keit und dem Wechsel von Krypto- in Fiat-Währungen ein Gesuch um Mitglied-

schaft bei der SRO, L. (nachfolgend: L.; EFD 032-0095 ff.). Seit dem 9. Mai 2019 

ist die Gesellschaft als Mitglied beim L. angeschlossen (EFD 033-0008). 

2.3.2 Geschäftstätigkeit der B. 

2.3.2.1 Gemäss «White Paper» vom 2. November 2017 (nachfolgend: White Paper; 

EFD 010-0056 ff.), welches auf der Homepage der B. abrufbar und neben Eng-

lisch in zahlreichen anderen Sprachen übersetzt war (EFD 031-0575 ff.), ent-

wickle die Gesellschaft eine auf der Blockchain basierte Zahlungsplattform, über 

die Käufer Zahlungen für Waren und Dienstleistungen an die teilnehmenden Ver-

käufer abwickeln können. Der Verkäufer soll dabei den Preis in der gewünschten 

Währung, welche eine Fiat- oder Kryptowährung sein könne, erhalten. Im Ge-

genzug soll der Käufer in einer beliebigen Kryptowährung bezahlen dürfen 

(EFD 010-0014 f., -0059 f., -0066, -0068-72, -0094, -0125). Damit bezwecke die 

Zahlungsplattform der B. im Wesentlichen dasselbe anzubieten wie diejenige der 

PayPal Pte. Ltd., Singapur, im Unterschied dazu allerdings mit Einbezug von 

Blockchain und Kryptowährungen (EFD 010-0066-72, -0094 f.). 

2.3.2.2 Weiter ist dem White Paper zu entnehmen, dass es für die Geschäftstätigkeit der 

B. zentral sei, eine eigene Kryptowährung herauszugeben, mit der zu Vorzugs-

bedingungen auf der Zahlungsplattform bezahlt werden könne (EFD 010-0080). 

Auf der Webseite informierte B. in diesem Zusammenhang wie folgt: «B. is not 

only a payment platform. We will issue our own crypto-currency – the B. token 

(M.). You can buy/sell/send/receive your M. in the platform, convert it to fiat, other 

crypto, or simply keep safe in your wallet and see its value grow in synergy with 

the platform. Transactions using the B. token will be converted internally and ben-

efit of zero exchange fee.» (EFD 010-0027; ferner auch White Paper: -0073, -

0080 ff.). Laut Schreiben des Beschuldigten vom 22. Dezember 2017 an die 

FINMA habe B. den eigenen Token M. geschaffen, bei dem es sich um einen 

«Smart Contract» basierend auf dem ERC-20 Standard der Ethereum Block-

chain handle, womit der M. durch jedes «Wallet», welches ERC-20-Token ak-

zeptiere, gehalten werden könne (EFD 010-0099 f.).  

2.3.3 «Initial Coin Offering» (ICO) 

2.3.3.1 Weiter ist dem Schreiben des Beschuldigten vom 22. Dezember 2017 zu entneh-

men, dass B. vom 2. bis 20. November 2017 ein ICO zwecks Ausgabe des M. 

durchgeführt habe (EFD 010-0095; ferner auch White Paper: -0016, -0060, -0081 

- 11 - 

SK.2021.17 

und Geschäftsbedingungen der B.: -0432). Der Ausgabepreis sei auf USD 0.065 

pro M. festgelegt worden, wie B. bereits vorab im White Paper festgehalten hatte 

(EFD 010-0082, -0102). Insgesamt habe B. im Rahmen des ICO von 12'800 In-

vestoren 528 Bitcoins (nachfolgend: BTC) und 18'476 Ether (nachfolgend: ETH), 

entsprechend dem damaligen Gegenwert von UDS 17.875 Mio., entgegenge-

nommen (EFD 010-0097; ferner auch White Paper: -0082 und Schreiben des 

Beschuldigten vom 20. April 2020 an FINMA: EFD 020-0014).  

2.3.3.2 Laut Angaben des Beschuldigten gegenüber der FINMA seien die im Zusam-

menhang mit dem ICO eingenommenen Gelder über einen Escrow-Agent in Por-

tugal einbezahlt worden. Die eingegangenen Beträge in BTC und ETH seien auf 

jedem Teilnehmer individuell zugeteilten Escrow-Wallet-Adressen entgegenge-

nommen worden. Erst nach Abschluss des «Know Your Customer-Prozesses» 

(nachfolgend: KYC-Prozess; vgl. auch hinten E. 2.3.4) seien die M.s in die priva-

ten «Wallet» der Teilnehmer transferiert und die den Escrow-Wallet-Adressen 

zugeordneten Einzahlungsbeträge der Teilnehmer an B. gesendet worden 

(EFD 010-0095-99, -0423; ferner auch White Paper: -0074 f.). Schliesslich hätten 

11'447 Teilnehmer nach Abschluss des KYC-Prozesses effektiv M.s erhalten 

(vgl. auch hinten E. 2.3.4.3).  

2.3.3.3 Am 28. August 2017, noch vor der Gründung der B., habe von Portugal aus ein 

Pre-ICO des M. (Vorverkaufsphase) stattgefunden. Dabei seien 50 Mio. M.s an 

1'200 Personen ausgegeben und im Gegenzug BTC 147 und ETH 4'117 im Ge-

genwert von USD 1.5 Mio. eingenommen worden (EFD 010-0097). Zudem seien 

im Rahmen dieses Pre-ICO Zusicherungen von 738 sogenannten akkreditierten 

US-Privatinvestoren in der Höhe von USD 11 Mio. eingeholt worden, wobei diese 

Gelder vorläufig noch nicht entgegengenommen worden seien. Die dafür vorge-

sehenen 100 Mio. Tokens hätten nach dem Prinzip «first come, first served» bis 

zu einem Betrag von USD 2 Mio. verteilt werden sollen (EFD 010-0096 f.). 

2.3.3.4 Das ICO machte B. insbesondere auf ihrer Homepage bekannt. Darüber hinaus 

warb sie über diverse andere digitale und herkömmliche Medien, wie bspw. in 

Blogs und Zeitungen, auf Twitter, Facebook sowie an Konferenzen und Anlässen 

(EFD 010-0098, -0433, -0427). Laut Geschäftsbedingungen der B. vom 1. No-

vember 2017 hänge für die Teilnehmer des ICO die Verwendung von M. als Zah-

lungsmittel von der Entwicklung der Zahlungsplattform und ihrer Regulierung 

durch die Schweizer Gesetze ab. Deshalb könne ein M. als Zahlungsmittel erst 

nach Abklärung der regulatorischen Fragen mit der FINMA verwendet werden, 

entweder durch Erhalt eines «no-action letter» oder einer entsprechenden Bewil-

ligung (EFD 010-0429 Ziff. 3.2 lit. e; ferner -0075 f.). Im White Paper wies B. 

ebenfalls darauf hin, dass der M. zu Beginn keine Funktionen habe («At the be-

ginning the tokens will not have any features. The use as a means of payment 

will only be possible after the regulatory status of the B. platform has been clari-

fied with FINMA.» [EFD 010-0083]). Auf ihrer Webseite informierte B. stetig über 

- 12 - 

SK.2021.17 

die unternommenen Schritte und erreichten Ziele. Im Dezember 2017 vermel-

dete sie, dass die M.s bis Ende Monat an die ICO-Teilnehmer ausgegeben wür-

den und kurz darauf auf zwei Plattformen handelbar seien («Tokens will be re-

leased to investors by the end of this month. Shortly after that, they will become 

tradable on HitBTC and KuCoin.» [EFD 010-0447]). Laut Schreiben des Beschul-

digten vom 14. September 2019 war die Zahlungsplattform der B. bis dato noch 

nicht in Betrieb (EFD 090-0019 Rz. 35). 

2.3.3.5 Gemäss Angaben des Beschuldigten gegenüber der FINMA habe B. den M. in 

erster Linie als ein Instrument verstanden, das preisgünstig Zugang zur B.-Platt-

form verschaffe sowie darin als Zahlungsmittel genutzt werden könne und damit 

Transaktionen erleichtere. Der Beschuldigte hob gegenüber der Aufsichtsbe-

hörde hervor, der M.-Inhaber habe einzig einen Anspruch auf Verwendung als 

Zahlungsmittel (EFD 010-0100 Rz. 3.3 f., -0104 Rz. 6.5 ff.). Der M. vermittle «[...] 

keinerlei Anrecht auf Zins, Dividenden, Aktien, Gewinn- oder Liquidationsanteile 

oder Stimmrechte. [...] weder Mitbestimmungs- und/oder Beteiligungsrechte 

noch einen Anspruch gegenüber der B. auf direkte finanzielle Vorteile jeglicher 

Art.» (EFD 010-0100 Rz. 3.3 f.). Allenfalls könne der M.-Inhaber in Zukunft von 

einer Wertsteigerung profitieren, wenn der M. an einer Krypto-Börse gehandelt 

werde. B. fördere diese Wertsteigerung. Sie beabsichtige, künftig einen gewissen 

Prozentsatz der entgegengenommenen Gebühren in den Rückkauf von M.s zu 

investieren. Die gekauften M.s sollten anschliessend vernichtet werden. Der 

Rückkauf liege im Ermessen der B.; die M.-Inhaber würden keinen diesbezügli-

chen Anspruch haben (EFD 010-0100 Rz. 3.4, -0496 f.). Sobald die M.s an die 

privaten «Wallet» der ICO-Teilnehme gesendet seien, würden diese mittels des 

im «Wallet» gespeicherten «Private Key» selbständig über die M.s verfügen kön-

nen (EFD 010-0101 Rz. 3.7). Bei der Frage, ob der M. neben der Funktion als 

Zahlungsmittel einen anderen Nutzen habe, vermerkte der Beschuldigte «Ent-

fällt» (EFD 010-0104 Rz. 6.7). 

2.3.3.6 Die Rechtsvertreter der B., Rechtsanwälte D. und F. der Anwaltskanzlei G. AG, 

führten mit Schreiben vom 6. Februar 2018 gegenüber der FINMA ebenfalls aus, 

der einzige Anspruch eines Token-Inhabers bestehe darin, «in Zukunft – bei In-

betriebnahme der Plattform nach Entwicklung und regulatorischer Klärung – über 

die B.-Plattform mit dem M. Waren und Dienstleistungen kaufen» zu können, 

«ohne eine Umrechnungsgebühr bezahlen zu müssen». Für Zahlungen mit an-

deren Kryptowährungen als dem M. werde jeweils eine Umrechnungsgebühr be-

lastet werden (EFD 010-0496 Rz. 4). Weiter führten die Rechtsvertreter aus, es 

sei technisch auch ohne weiteres möglich, M.s bilateral als Zahlungsmittel ein-

zusetzen. ICO-Teilnehmer würden die M.s ohne jegliches Zutun seitens der B. 

nutzen können (EFD 010-0497 Rz. 5). Aufgrund der Dezentralität könne der M. 

auf einzelnen (Dritt-)Handelsplattformen nach deren eigenen Ermessen zum 

Handel zugelassen werden. M.s seien bereits auf verschiedenen Handelsplatt-

- 13 - 

SK.2021.17 

formen gehandelt worden (EFD 010-0496 Rz. 3). Die M.s seien für die ICO-Teil-

nehmer frei verfüg- und handelbar, sobald sie an die privaten «Wallets» der ICO-

Teilnehmer ausgegeben würden (EFD 010-0444, -0496; ferner auch: -0101).  

2.3.4 «Know your Customer»-Prozess der B. und Ausgabe der M.s 

2.3.4.1 B. gab die M.s erst nach Durchführung eines KYC-Prozesses an die Teilnehmer 

aus (EFD 010-0095 f., -0423, -0447). Entsprechend vereinbarte sie am 3. No-

vember 2017 mit H. Corp., USA, bzw. am 4. Dezember 2017 mit I. AG, dass 

diese den KYC-Prozess für B. durchführen würden (EFD 010-0483 ff. bzw.  

-0450 ff.). Der Vertrag mit I. hielt einleitend fest, dass B. gemäss Art. 3 

Abs. 1 GwG verpflichtet sei, bei der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen die 

Vertragspartei mittels eines beweiskräftigen Dokuments zu identifizieren. Ge-

mäss Ziff. 1.3 des Vertrages bietet I. der B. die Video-Identifizierung von natürli-

chen Personen als Kunden sowie das «e-Signing» an. «Weitergehende oder zu-

sätzliche Sorgfaltspflichten gemäss GwG und/oder GwV-FINMA, VSB 16 oder 

dergleichen, welche B. gegenüber ihren von I. identifizierten B.-Kunden zu erfül-

len hat (z.B. Prüfung verbotener Geschäftsbeziehung, Prüfung von Geschäftsbe-

ziehungen mit erhöhten Risiken, Feststellung wirtschaftlich Berechtigter etc.) bie-

tet I. im Rahmen der Identifikationsdienstleistung unter diesem Vertrag ausdrück-

lich nicht an.» (EFD 010-0451-454, -0457; 031-0009 ff.). Denselben Prüfungs-

standard sah auch die Vereinbarung betreffend Zusammenarbeit mit H. vor 

(EFD 010-0483 ff.). Gemäss Angaben der Rechtsvertreter der B. gegenüber der 

FINMA sei die wirtschaftliche Berechtigung der ICO-Teilnehmer an den von ihnen 

verwendeten Mitteln mittels eines «Formular A» abgeklärt worden (sog. Selbst-

deklaration; EFD 010-0499). 

2.3.4.2 Weiter wiesen die Rechtsvertreter der B. die FINMA darauf hin, die ICO-Teilneh-

mer seien am 22. November 2017 zum KYC-Prozess eingeladen worden. Am 

28. Dezember 2017 seien die ersten M.s ausgegeben worden (EFD 010-0495). 

Laut Internet-Handelsauszug erfolgten am 28. Dezember 2017 insgesamt 3'761 

Transaktionen über M. 93'768'554.96, entsprechend USD 18'647'330.57 

(EFD 011-0002 f.). Der Wert des M. hatte sich von USD 0.065 im Zeitpunkt des 

ICO im November 2017 (vgl. vorne E. 2.3.3.1) auf USD 0.209511 bei der Aus-

gabe der Tokens erhöht. Laut B. sei per 3. Februar 2018 für 11'827 ICO-Teilneh-

mer der KYC-Prozess erfolgreich abgeschlossen gewesen (EFD 010-0498 

Ziff. 9.1). Dieser Anzahl Teilnehmer entsprachen eingegangene Zahlungen in 

Höhe von BTC 519.66 (entsprechend dem Umrechnungskurs vom 3. Feb-

ruar 2018 USD 4.8 Mio. [EFD 011-0005]) sowie ETH 17'973.48 (entsprechend 

dem Umrechnungskurs vom 3. Februar 2018 USD 17.5 Mio. [EFD 011-0004]). 

Weitere Guthaben in der Höhe von BTC 137.66 und ETH 5'485.07 seien zu die-

sem Zeitpunkt zur Weiterleitung freigeschaltet und in weiteren Etappen an B. 

überwiesen worden. Teilnehmer, die bis am 12. Februar 2018 nicht erfolgreich 

identifiziert werden würden, sollten die geleisteten Mittel von B. zurücküberwie-

sen erhalten (EFD 010-0498 Ziff. 9.1). 

- 14 - 

SK.2021.17 

2.3.4.3 Die vorgenannten Angaben der B. zum durchgeführten KYC-Prozess wurden 

durch die GwG-Prüfgesellschaft J. AG (nachfolgend: Prüfbeauftragte) im Rah-

men des gegen B. geführten Abklärungsverfahrens der FINMA nachträglich 

überprüft (EFD 010-0504 ff.). Durch eine GwG-Spezialprüfung klärte die Prüfbe-

auftragte ab, ob B. im Rahmen des durchgeführten ICO und der damit verbunde-

nen Ausgabe von M.s die Pflichten nach GwG eingehalten hatte und der ord-

nungsgemässe Zustand wiederhergestellt worden war. Die Prüfbeauftragte hielt 

in ihrem Prüfbericht vom 29. Oktober 2018 fest, dass B. beim ICO einen KYC-

Prozess zur Identifizierung der Investoren und Abklärung der wirtschaftlichen Be-

rechtigung an den investierten Mitteln etabliert habe. Weiter stellte sie fest, dass 

bei 12'007 Investoren der KYC-Prozess erfolgreich abgeschlossen worden sei, 

wovon mindestens 11'447 Investoren Tokens beantragt und daraufhin von B. M.s 

in ihr «Wallet» übertragen erhalten hätten (EFD 010-0509). Es sei jeweils eine 

Video-Identifizierung vorgenommen worden, wobei erleichterte Sorgfaltspflichten 

bei Investitionen unter USD 500.-- gegolten hätten. Im Sommer 2018 habe B. 

zudem ein «Screening» sämtlicher Geschäftsbeziehungen hinsichtlich eines all-

fälligen PEP-Status (PEP für Politisch exponierte Person), einer möglichen Sank-

tion oder negativer Presse durchführen lassen (EFD 010-0512 ff.). Die einzelnen 

Investitionsbeträge der insgesamt 11'447 Investoren hätten zwischen USD 55.-- 

und USD 93'300.-- gelegen. Im Zeitraum 26. Dezember 2017 bis 18. Okto-

ber 2018 hätten auf dem «Smart Contract» von B. insgesamt 78'594 Transaktio-

nen stattgefunden. Davon seien insgesamt 17'498 Transaktionen von der der B. 

zuzuordnenden Ursprungs-Adresse an die Transferadressen der ICO-Teilneh-

mer getätigt worden (EFD 010-0510; 011-0002 f.). Die Prüfbeauftragte kam zum 

Schluss, dass B. die Sorgfaltspflichten nach GwG trotz KYC-Prozess materiell 

nicht eingehalten habe. Konkret führte sie im Prüfbericht aus: «Im Rahmen un-

serer Prüfungshandlungen stellten wir zusammenfassend fest, dass das im Rah-

men des ICO angewandte GwG-Dispositiv erhebliche organisatorische Mängel 

aufwies, keine geeigneten Kontroll- und Überwachungsmassnahmen eingesetzt 

wurden, interne Vorgaben verletzt und damit die Einhaltung der Sorgfaltspflichten 

nicht gewährleistet werden konnte.» (EFD 010-0513). Als eingehalten stellte die 

Prüfbeauftragte im Wesentlichen nur GwG-Pflichten fest, die nicht relevant seien 

(EFD 010-0511, -0520). Gestützt auf die festgestellten GwG-Verletzungen hielt 

die Prüfbeauftragte insgesamt neun Beanstandungen fest. Bei sämtlichen der 

geprüften Dossiers habe B. gegen die Identifizierungspflichten betreffend die 

Vertragspartner verstossen und bei über der Hälfte von diesen seien die wirt-

schaftlich Berechtigten mangelhaft festgestellt worden (EFD 010-0519 f.). 

2.3.5 Kontakte der B. mit der FINMA und deren Abklärungsverfahren 

2.3.5.1 Am 20. September 2017 kontaktierte B. bzw. ihr Rechtsvertreter D. im Zusam-

menhang mit dem geplanten ICO per E-Mail den FinTech-Desk der FINMA bzw. 

konkret den FINMA-Mitarbeiter E. und stellte diesem das Geschäftsmodell vor, 

wonach die Gesellschaft ein Zahlungsmittel in Form eines Tokens auszugeben 

beabsichtige (EFD 010-0526, -0103 Rz. 6.4). 

- 15 - 

SK.2021.17 

2.3.5.2 Am Folgetag meldete sich D. erneut per E-Mail bei E., Mitarbeiter des FinTech-

Desks der FINMA, und reichte weitere Informationen zum Geschäftsmodell der 

B. nach (EFD 010-0524 ff.). D. vertrat die Ansicht, dass die reine Finanzierung 

nicht nach einem aufsichtsrechtlichen Eingreifen der FINMA rufe. «Der sprin-

gende Punkt ist [,] dass der Token nachdem das System operationell ist [,] als 

Zahlungsmittel verwendet werden kann.». Der Token werde erst bei der Produk-

tionsaufnahme als Zahlungsmittel einsetzbar und bis zu diesem Zeitpunkt solle 

eine Banklizenz vorliegen. D. ersuchte darum, ihm eiligst Auskunft zu geben, ob 

die Geldaufnahme mittels ICO aufgrund der künftigen Verwendung als Zahlungs-

mittel im Zeitpunkt, wenn eine Bankbewilligung vorliege, unter dem Aspekt der 

verbotenen Entgegennahme von Publikumseinlagen relevant sei (EFD 010-

0526). 

2.3.5.3 Am 27. September 2017 teilte E. dem Rechtsvertreter D. der B. per E-Mail mit, 

dass die FINMA gegenwärtig die Details hinsichtlich ihrer Position zu ICO-Mo-

dellen finalisiere und davon auszugehen sei, dass in wenigen Tagen eine Aktu-

alisierung erfolgen werde (EFD 010-0528). 

2.3.5.4 Am 28. September 2017 richtete sich D. wiederum mittels E-Mail an E. und teilte 

ihm mit, dass seines Erachtens B. keine finanzmarktrelevante Tätigkeit ausübe, 

da die Gesellschaft mit den Tokens bloss GeId aufnehme, um ein Zahlungssys-

tem zu errichten, und die Tokens erst als Zahlungsmittel würden verwendet wer-

den können, wenn das Zahlungssystem operationell werde (EFD 010-0527). Ab-

schliessend ersuchte D. um raschest mögliche Mitteilung, ob Einwände gegen 

das geplante Vorgehen – die Durchführung eines ICO im 4. Quartal 2017 und 

den operationellen Start des Zahlungssystems nach Klärung regulatorischer Fra-

gen mit der FINMA – bestehen würden (EFD 010-0528). 

2.3.5.5 Am 2. Oktober 2017 gelangte D. abermals per E-Mail an E. des FinTech-Desks 

der FINMA und bat um eine telefonische Besprechung, da die Klientin B. auf 

Klärung dränge (EFD 031-0424 f.). E. antwortete D. noch gleichentags und 

machte ihn auf die am 29. September 2017 erlassene Aufsichtsmitteilung 

04/2017 der FINMA betreffend «Aufsichtsrechtliche Behandlung von Initial Coin 

Offerings» (nachfolgend: FINMA-Aufsichtsmitteilung 04/2017; abrufbar unter 

«https://www.finma.ch/de/~/media/finma/dokumente/dokumentencen-

ter/myfinma/4dokumentation/finma-aufsichtsmitteilungen/20170929-finma-auf-

sichtsmitteilung-04-2017.pdf?la=de», letztmals besucht am 22. Februar 2022) 

aufmerksam (EFD 031-0424). E. stellte D. diese elektronisch zu mit dem Hin-

weis, dass die FINMA Unterstellungsanfragen im Rahmen dieser Auslegeord-

nung beurteilen werde (EFD 031-0424). Der Aufsichtsmitteilung der FINMA war 

zu entnehmen, dass die Schaffung eines Tokens durch einen Anbieter von ICOs 

eine Ausgabe eines Zahlungsmittels darstellt und unter das GwG fällt. Weiter 

machte sie darauf aufmerksam, dass es aufgrund der grossen inhaltlichen Nähe 

von ICOs bzw. «Token Generating Events» mit Vorgängen des traditionellen Fi-

- 16 - 

SK.2021.17 

nanzmarkts wahrscheinlich ist, dass verschiedene ICO-Modelle in den Anwen-

dungsbereich von zumindest einem der Finanzmarktgesetze fallen. Dies gilt auch 

für ICO-Aktivitäten, die auf eine Umgehung von geltendem Finanzmarktrecht ab-

zielt. Wegen der sehr unterschiedlichen Ausgestaltung von ICO-Modellen kann 

die FINMA eine abschliessende aufsichtsrechtliche Beurteilung nur im konkreten 

Einzelfall vornehmen. Im Falle einer Verletzung oder Umgehung werden En-

forcement-Verfahren initiiert (vgl. FINMA-Aufsichtsmitteilung 04/2017 S. 3). Im 

Übrigen hielt die Aufsichtsmitteilung fest, dass das Schweizer Finanzmarktrecht 

dem Prinzip der Technologieneutralität folgt (vgl. FINMA-Aufsichtsmitteilung 

04/2017 S. 2, Ziff. 2). 

2.3.5.6 Mit Schreiben vom 5. Dezember 2017 – nach der Durchführung des ICO (vgl. 

vorne E. 2.3.3), jedoch noch vor der Ausgabe des M. durch B. (vgl. vorne 

E. 2.3.4.2) – teilte der Geschäftsbereich Enforcement der FINMA der B. mit, ab-

zuklären, ob die Gesellschaft eine bewilligungspflichtige Tätigkeit ausübe 

(EFD 010-0106 ff.). Zusätzlich zum Hinweis auf eine mögliche Strafbarkeit ge-

mäss Art. 44 FINMAG wies die Aufsichtsbehörde B. erneut auf die FINMA-Auf-

sichtsmitteilung 04/2017 hin und stellte der Gesellschaft zu ihrer Tätigkeit weiter-

gehende Fragen. 

2.3.5.7 Am 5. Dezember 2017 stellte die Rechtsvertreterin F. der B. im Hinblick auf eine 

Besprechung des Projekts der B. E. per E-Mail ein Memorandum mit weiteren 

Informationen zu (EFD 010-0529, -0531 f.). Das Memorandum beschränkte sich 

auf Ausführungen zum Erfordernis einer Bankbewilligung und zu einer allfälligen 

Qualifizierung als Zahlungssystem. Am 12. Dezember 2017 fand schliesslich 

zwischen der Rechtsvertretung der B. und der FINMA eine Besprechung in den 

Büroräumlichkeiten der Aufsichtsbehörde statt (EFD 010-0103 f., -0529). Im 

Nachgang zur Besprechung und in Beantwortung des Schreibens der FINMA 

vom 5. Dezember 2017 verfasste B. am 22. Dezember 2017 das bisher mehr-

mals erwähnte, vom Beschuldigten unterzeichnete Schreiben mit der ausführli-

chen Beschreibung des Projekts (EFD 010-0094 ff., -0104). B. zeigte der Auf-

sichtsbehörde darin u.a. an, dass noch keine M.s ausgegeben worden seien; die 

M.s würden voraussichtlich Ende Dezember 2017 durch den «Smart Contract» 

freigegeben werden (EFD 010-0095 f.). 

2.3.5.8 Mit Schreiben vom 20. April 2018 stellte die FINMA gegenüber B. fest, dass die 

Gesellschaft im Rahmen des ICO einen Zahlungs-Token ausgegeben habe 

(EFD 031-1418 ff., -1423), ohne einer anerkannten SRO angeschlossen oder im 

Besitz einer Bewilligung der FINMA zu sein (EFD 031-1424). Weiter stellte die 

Aufsichtsbehörde fest, dass B. damit als berufsmässiger Finanzintermediär fi-

nanzmarktrechtlich unerlaubt tätig gewesen sei (EFD 031-1423 f.). 

2.3.5.9 Weiter stellte die FINMA mittels Schreiben vom 23. Januar 2019 gegenüber 

B. – u.a. gestützt auf die Prüfungsergebnisse der Prüfbeauftragten (vgl. vorne 

E. 2.3.4.3) – fest, dass die Gesellschaft die ihr obliegenden Pflichten nach GwG 

- 17 - 

SK.2021.17 

nicht eingehalten und das Aufsichtsrecht in schwerer Weise verletzt habe 

(EFD 032-0139 ff.). Durch Nachholen der GwG-Pflichten, d.h. durch eine nach-

trägliche Identifikation der Investoren, könne der ordnungsgemässe Zustand 

nicht wiederhergestellt werden. Da die M.s frei auf der Blockchain übertragbar 

und ausserhalb der Verfügungsmacht der B. seien, habe die Gesellschaft kein 

(Druck-)Mittel, um das Nachholen der GwG-Sorgfaltspflichten bei den ursprüng-

lichen Investoren durchzusetzen. Investoren, die mit dem Erwerb des M. Gelder 

zu waschen beabsichtigten, dürften die Kooperation verweigern, so dass das 

Nachholen der GwG-Sorgfaltspflichten für die Vergangenheit keine Wirkung er-

ziele. Somit könne der ordnungsgemässe Zustand nicht wiederhergestellt und 

folglich der Zustand der schweren Verletzung des Aufsichtsrechts nicht beseitigt 

werden (EFD 032-0142). 

2.3.6 Standpunkt des Beschuldigten im Vorverfahren 

2.3.6.1 Mit Einsprache vom 14. September 2019 gegen die Strafverfügung des EFD 

machte der Beschuldigte in Bezug auf den objektiven Tatbestand zusammenge-

fasst geltend, es habe sich beim M. bei dessen Ausgabe nicht um einen Zah-

lungs-Token gehandelt (EFD 090-0009 ff.). Im White Paper sei explizit darauf 

hingewiesen worden, dass die ausgegebenen M.s erst nach dem «Go Live» des 

Zahlungssystems der B. als Zahlungsmittel verwendet werden sollten. Das ICO 

sei einzig zwecks Finanzierung der Entwicklung des Zahlungssystems durchge-

führt worden. Es habe sich daher beim M. im Zeitpunkt der Herausgabe bis zur 

Fertigstellung der Zahlungsplattform der B. um einen «Asset-Token» gehandelt, 

der die einzige Funktion gehabt habe, zukünftig als potentielles Zahlungsmittel 

eingesetzt zu werden. Im Zeitpunkt des ICO habe es entsprechend auch keine 

virtuelle Gemeinschaft gegeben, die den M. als Zahlungsmittel akzeptierte. Erst 

ab Fertigstellung des Zahlungssystems würden M.-Inhaber über die B.-Plattform 

Waren und Dienstleistungen von Verkäufern erwerben können. Im Zeitpunkt des 

ICO habe deshalb mangels Verkäufer kein Dreiparteiensystem bestanden. Zu-

dem sei der M. auch keine akzeptierte Währung gewesen. Die rechtliche Situa-

tion sei im Zeitpunkt des ICO, d.h. im November 2017, unklar gewesen. Es sei 

damals nicht bekannt gewesen, ab wann ein Token als Zahlungsmittel im Sinne 

des GwG qualifiziere und ab welchem Zeitpunkt das GwG anwendbar sei. Die 

FINMA habe erstmals in der FINMA Wegleitung für Unterstellungsanfragen be-

treffend ICOs vom16. Februar 2018 (nachfolgend: FINMA-Wegleitung ICO) klar-

gestellt, dass bereits ein ICO von zukünftigen Zahlungs-Token eine unterstel-

lungspflichtige Ausgabe von Zahlungsmitteln darstelle. Ein SRO-Anschluss für 

die Ausgabe von Zahlungs-Token sei daher erst ab Februar 2018 erforderlich 

gewesen. Die FINMA-Wegleitung ICO dürfe jedoch nicht rückwirkend angewen-

det werden. Im Übrigen hätte B. von der Aufsichtsbehörde einen Hinweis erwar-

ten dürfen, wenn sie das ICO bereits im November 2017 als Ausgabe eines Zah-

lungsmittels qualifiziert hätte. In Bezug auf den subjektiven Tatbestand machte 

- 18 - 

SK.2021.17 

der Beschuldigte sinngemäss geltend, keine Abklärungspflichten verletzt zu ha-

ben, da B. von ausgewiesenen Rechtsanwälten beraten gewesen sei und die 

FINMA kontaktiert habe. 

2.3.6.2 Mit Ersuchen um gerichtliche Beurteilung vom 1. Februar 2021 anerkannte der 

Beschuldigte, dass B. ein Blockchain-basiertes Zahlungssystem entwickle und 

zu dessen Finanzierung im November 2017 ein ICO durchgeführt habe, womit 

rund USD 17.875 Mio. eingenommen worden seien (EFD 100-0027 ff.). Der Be-

schuldigte stellte sich jedoch auf den Standpunkt, der M. sei als ein «Asset-To-

ken» herausgegeben worden, der erst später zu einem Zahlungs-Token mutiert 

sei. Der M. habe in einer ersten Phase weder als Zahlungsmittel verwendet wer-

den sollen noch habe er dazu verwendet werden können, da das Zahlungssys-

tem im Zeitpunkt des ICO noch nicht existiert habe. Der M. sei nie auf einer B.-

Plattform verwendet bzw. als Zahlungsmittel eingesetzt worden, sondern zwi-

schen Dritten als Investitionsobjekt auf «Crypto-Exchanges» bilateral bzw. 

«peer-to-peer» erworben und veräussert worden. Insofern habe keine Dienstleis-

tung für den Zahlungsverkehr i.S.v. Art. 2 Abs. 3 lit. b GwG vorgelegen und der 

M. sei nicht als Zahlungsmittel zu qualifizieren. Im Übrigen sei die rechtliche Si-

tuation im Zeitpunkt des ICO im November 2017 unklar gewesen. Man habe nicht 

gewusst, wann ein Token als Zahlungsmittel im Sinne des GwG qualifiziere. Der 

FINMA-Mitarbeiter E. habe gegenüber dem Rechtsvertreter D. der B. mündlich 

festgehalten, dass ICOs grundsätzlich kein «Ruling» bedürfen und ohne FINMA-

Ruling stets «gewisse Restrisiken» verbleiben würden. Die FINMA sei jedoch da-

von ausgegangen, dass die Risiken beim ICO der B. «nicht besonders hoch 

seien». In subjektiver Hinsicht machte der Beschuldigte geltend, die Rechtslage 

sorgfältig analysiert zu haben. Gestützt auf die Beratung durch in diesem Bereich 

führende Rechtsanwälte und nach Austausch mit der FINMA habe er im Novem-

ber 2017 in guten Treuen davon ausgehen dürfen, dass die blosse Ausgabe des 

M. als «Asset-Token» ohne operationelles Zahlungssystem noch keine Heraus-

gabe eines Zahlungsmittels darstelle. 

2.3.7 Personalbeweise anlässlich der Hauptverhandlung 

2.3.7.1 Der Beschuldigte verweigerte die Aussage vor Gericht (SK 7.731.001 ff.). In sei-

nem persönlich verlesenen «Statement» führte er jedoch anlässlich der Haupt-

verhandlung zusammengefasst aus (SK 7.721.001 ff.), sich im Oktober/Novem-

ber 2017 im Bereich von FinTech und ICOs nicht vertieft ausgekannt, sondern 

bloss ein Grundverständnis besessen zu haben. D. als Rechtsvertreter der B. 

habe den «Lead» übernommen bzw. das ICO vorangetrieben. Für sämtliche re-

gulatorische Fragen, insbesondere auch zur Beantwortung des Schreibens der 

FINMA vom 5. Dezember 2017, habe er sich auf den Rechtsrat von D., der im 

Übrigen in direktem Kontakt mit der FINMA gestanden sei, verlassen. Er habe 

das von D. vorbereitete Antwortschreiben an die FINMA sorgfältig gelesen und 

am 22. Dezember 2017 unterzeichnet. Aufgrund der Ausführungen von D., na-

mentlich dessen Berichterstattung hinsichtlich dessen Kontakte mit der FINMA, 

- 19 - 

SK.2021.17 

sei er von einem rechtskonformen Vorgehen ausgegangen. D. kenne er schon 

lange und er erachte ihn als den versiertesten Schweizer Rechtsanwalt im Be-

reich FinTech und Token-Qualifikation, zumal D. vom Bundesrat in eine Exper-

tenkommission berufen worden sei. Über B. und deren Projekt habe er sich sorg-

fältig und regelmässig informiert, indem er die vorhandenen Unterlagen wie das 

White Paper oder weitere Präsentationen der B. studiert und regelmässig aktiv 

an Telefonkonferenzen und «Meetings» teilgenommen habe. Laut seines Ver-

ständnisses sei der M. zu Beginn eine leere «Hülse» gewesen, die aktiviert 

würde, sobald das Zahlungssystem funktioniere. Da es kein Zahlungssystem ge-

geben habe, habe der M. auch nicht eingesetzt werden können. Dies erscheine 

ihm auch heute noch logisch. Es sei ihm zu keinem Zeitpunkt in den Sinn gekom-

men, dass der M. bereits bei dessen Ausgabe ein Zahlungsmittel hätte darstellen 

können. Andernfalls wäre dies diskutiert worden.  

2.3.7.2 Der Zeuge E. führte vor Gericht zusammengefasst aus (SK 7.761.001 ff.), im an-

klagerelevanten Zeitpunkt beim FinTech-Desk der FINMA gearbeitet und Unter-

stellungsanfragen betreffend ICOs bewirtschaftet zu haben. Der FinTech-Desk 

habe B. keine schriftliche Stellungnahme zu deren Unterstellungsanfrage abge-

geben, denn die Gesellschaft habe die bewilligungspflichtige Tätigkeit bereits 

aufgenommen gehabt, so dass seine Abteilung die Anfrage der B. an den Ge-

schäftsbereich Enforcement der FINMA weitergereicht habe. Beim Projekt der B. 

sei es um die Herausgabe eines Zahlungs-Tokens gegangen. Diesbezüglich sei 

er mit D., nicht hingegen mit dem Beschuldigten, in Kontakt gestanden. Der 

Zeuge bestätigte, D. im Zusammenhang mit ICO-Anfragen getroffen zu haben. 

An spezifische mündliche Äusserungen gegenüber D. konnte sich E. nicht erin-

nern. Seine E-Mail vom 2. Oktober 2017 an D. rühre daher, dass die FINMA da-

mals auf dem Markt einen Bedarf an rechtlicher Klarheit festgestellt habe bzw. 

es einer Kommunikation der Aufsichtspraxis bedurft habe. Der FinTech-Desk 

habe daher im Sinne einer generischen Information diverse Anwaltskanzleien auf 

die FINMA-Aufsichtsmitteilung 04/2017 hingewiesen. Da die Aufsichtsmitteilung 

relativ generischer Natur gewesen sei, habe sich die FINMA veranlasst gesehen, 

diese mittels der FINMA-Wegleitung ICO zu konkretisieren. Dass die FINMA in 

ihrer Medienmitteilung im Februar 2018 auf eine «auslegungsbedürftige Rechts-

lage» hingewiesen habe, sei auf zwei Phänomene zurückzuführen. Erstens seien 

die Gesetze in der Schweiz generell «Prinzipien-basiert» formuliert; sie würden 

nicht angeben, wie ein Token unter das geltende Recht falle; dies stehe im Auf-

sichtsermessen der FINMA. Zweitens habe es eine substantielle Anzahl an sol-

chen Geschäftsmodellen gegeben, weshalb sich die FINMA veranlasst gesehen 

habe, den Markt mittels der FINMA-Wegleitung ICO auf die geltende Rechtslage 

hinzuweisen. Die Wegleitung habe das geltende Recht bloss konkretisiert, denn 

die FINMA sei nicht kompetent, das GwG anzupassen. Hinsichtlich der Tokens 

sei die Praxis neu und im Februar 2018 publiziert worden. Die Grundzüge seien 

jedoch bereits in der FINMA-Aufsichtsmitteilung 04/2017 publiziert worden. Le-

diglich die Granularität habe es im November 2017 noch nicht gegeben. 

- 20 - 

SK.2021.17 

2.3.7.3 Als Auskunftsperson führte D. vor Gericht zusammengefasst aus 

(SK 7.771.001 ff.), B. habe ihn mandatiert, bei der FINMA abzuklären, ob für de-

ren Projekt regulatorische Anforderungen bestünden. Er sei mehrfach per E-Mail 

oder per Telefon mit E. des FinTech-Desks der FINMA in Kontakt gestanden. 

Dieser habe ihm im September 2017 telefonisch mitgeteilt, dass ICOs grundsätz-

lich kein «Ruling» bedürfen und «ohne FINMA-Ruling stets gewisse Restrisiken» 

verbleiben würden; die FINMA würde allerdings beim ICO der B. davon ausge-

hen, dass diese Risiken «nicht besonders hoch seien» und die Faktenlage «klar» 

sei. Diese Auskünfte von E. habe er an den Beschuldigten weitergegeben, der 

selber nicht mit der FINMA in Kontakt gestanden sei. Die Token-Welt sei kompli-

ziert; im Zeitpunkt des ICO-Hypes sei es umstritten gewesen, was als ein Token 

qualifiziere. Die FINMA habe die Token-Klassifizierung erst nach dem ICO der B. 

vorgenommen. Man habe gespürt, dass die Aufsichtsbehörde vor deren Token-

Klassifizierung nicht gewusst habe, wie sie mit Tokens umgehen solle. Daher 

habe man (Anm. vermutlich gemeint: B./D.) gesagt, «jetzt machen wir es ganz 

deutlich. Wir schreiben, es ist kein Zahlungsmittel bis alles klar ist». Nachdem 

gerüchteweise zu hören gewesen sei, gewisse ICOs seien widerrechtlich, habe 

der Beschuldigte von ihm wissen wollen, ob das Vorgehen der B. zulässig sei. Er 

habe ihm geantwortet, dass es so gehe, da sie (Anm. vermutlich gemeint: B./D.) 

entsprechend strukturiert hätten. Er habe gegenüber E. von Anfang an deutlich 

gemacht, dass das Projekt der B. aus zwei Phasen bestehe, der Entwicklungs-

phase und der operationellen Phase. Diese zwei Phasen seien der springende 

Punkt des Ganzen. In der ersten Phase, der Finanzierungsphase, habe der To-

ken einzig der Geldaufnahme gedient. Er habe dies mit der griffigen Formulierung 

«Token with no features» zusammengefasst und von der Gesellschaft verlangt, 

im White Paper zu erwähnen, dass der Token vorerst noch nicht als Zahlungs-

mittel eingesetzt werden könne. Der Token hätte erst als Zahlungsmittel verwen-

det werden können, wenn die FINMA das Projekt der B. abgesegnet hätte und 

die Plattform entwickelt worden wäre. Ohne funktionierende Plattform habe der 

Token als Zahlungsmittel nicht verarbeitet werden können und es habe entspre-

chend auch keine «Merchants» gegeben, womit der Token ein Finanzierungs-

Token dargestellt habe. Um zu verhindern, dass der M. als Zahlungsmittel ver-

wendet würde, habe einzig die Möglichkeit bestanden, im White Paper festzuhal-

ten, dass der M. erst ein Zahlungsmittel darstelle, wenn die FINMA ihr Einver-

ständnis erteile und die Plattform vorliege. Sobald der Token ausgegeben wor-

den sei, sei dessen Verwendung in der Privatautonomie des Token-Inhabers ge-

standen. Am 12. Dezember 2017 habe ein Treffen mit der FINMA stattgefunden. 

E. sei zwar damals nicht konkret auf das Projekt der B. eingegangen; er habe 

jedoch von der Aufsichtsbehörde bloss Beruhigendes vernommen. Die «Guide-

lines» der FINMA-Wegleitung ICO, die die FINMA schliesslich im Jahr 2018 er-

lassen habe, seien damals bereits im Raum «geschwebt». Aufgrund der «Zwei-

phasigkeit» sei er der Ansicht gewesen, dass der M. keinen Zahlungscharakter 

aufgewiesen habe und in der ersten Phase nicht dem GwG unterstanden sei, 

zumal E. in der E-Mail-Korrespondenz nichts gegen das geplante ICO und die 

- 21 - 

SK.2021.17 

geplante Ausgabe des M. eingewendet habe. Zudem habe weder die FINMA-

Aufsichtsmitteilung 04/2017 noch das Schreiben des Geschäftsbereichs Enforce-

ment der FINMA vom 5. Dezember 2017 das B.-Projekt adressiert. Schliesslich 

habe die FINMA auch anlässlich des Treffens vom 12. Dezember 2017 keine 

Einwände gehabt. Da B. den Investoren versprochen habe, den M. in die «Wal-

lets» zu übertragen, sobald der KYC-Prozess durchlaufen sei, habe die Gesell-

schaft am 28. Dezember 2017 begonnen, den M. auszugeben. 

2.4 Einwand Verstoss gegen das Legalitätsprinzip 

2.4.1 Der Beschuldigte macht wiederholt geltend, die Ausgabe eines «zukünftigen» 

Zahlungs-Token qualifiziere erst seit Erlass der FINMA-Wegleitung ICO vom 

16. Februar 2018 als bewilligungspflichtige finanzintermediäre Tätigkeit. Im No-

vember 2017, d.h. im Zeitpunkt des ICO der B., habe sich die FINMA noch nicht 

konkret zur Behandlung von ICOs geäussert gehabt. Es sei damals unklar gewe-

sen, in welchen Fällen das GwG anwendbar gewesen sei, da man sich bis zum 

16. Februar 2018 auf keine «Praxis der FINMA» habe abstützen können. Es 

würde daher gegen das Legalitätsprinzip – konkret gegen das Rückwirkungsver-

bot – verstossen, die Qualifikation entsprechend der FINMA-Wegleitung ICO auf 

zeitlich vorgelagerte Handlungen anzuwenden (EFD 100-0041 Rz. 63 f.; SK 

7.521.006 ff. Rz. 9 ff., 28, 32 f.; 7.721.031 ff. Rz. 17 ff., 59, 62 ff.; siehe auch 

vorne E. 2.3.6.1 f.). 

2.4.2 Gemäss des in Art. 1 StGB normierten Legalitätsprinzips («nulla poena sine 

lege») darf eine Strafe nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz 

ausdrücklich unter Strafe stellt. Zudem darf eine Tat entsprechend des in Art. 2 

Abs. 1 StGB verankerten Rückwirkungsverbots («nulla poena sine lege praevia») 

bloss bestraft werden, wenn sie bereits zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe be-

droht war (siehe auch vorne E. 1.1.1). Festzuhalten ist, dass Aufsichtsmitteilun-

gen und Wegleitungen Kommunikationsinstrumente der FINMA darstell(t)en, wo-

mit sie im Rahmen ihrer Aufsichtstätigkeit Beaufsichtigte sowie die Öffentlichkeit 

und die Politik informiert (vgl. BLATTER, Rechtsstaatliche Garantien im En-

forcementverfahren der FINMA, Ausgewählte Aspekte in der Institutsaufsicht und 

in Unterstellungssachen, in: ZStöR, Band/Nr. 267, 2019, N. 101). Mit anderen 

Worten stellt die FINMA damit sicher, dass einer Gruppe von Bewilligungsträgern 

transparent, flexibel und nötigenfalls ad hoc nützliche Informationen zur Verfü-

gung stehen. Im Unterschied zu FINMA-Verordnungen und FINMA-Rundschrei-

ben stellen Aufsichtsmitteilungen und Wegleitungen gerade keine Regulierungs-

instrumente dar, sondern dienen der reibungslosen Anwendung von Vorschriften 

in der Praxis. Sie sind auf den Taterfolg und nicht auf die Rechtswirkung ausge-

richtet (Art. 7 Abs. 1 FINMAG; siehe auch Leitlinien der FINMA zur Kommunika-

tion vom 25. September 2014 Ziff. 3.1.3, abrufbar unter «https://www.finma.ch 

/~/media/finma/dokumente/dokumentencenter/myfinma/3durchsetzung/leitlinien 

-zur-kommunikation.pdf», zuletzt aufgerufen am 22. Februar 2022). 

- 22 - 

SK.2021.17 

Weder das GwG noch die GwV haben sich in Bezug auf die Regelungen zur 

Ausgabe eines Zahlungsmittels im Zeitraum des ICO (2. bis 20. November 2017; 

vgl. vorne E. 2.3.3.1) und der Herausgabe der M.s (ab 28. Dezember 2017 bis 

12. Februar 2018; vgl. vorne E. 2.3.4.2) geändert. Das Schweizer Finanzmarkt-

recht – mithin das GwG – ist bewusst technologieneutral ausgestaltet, um auch 

technologische Entwicklungen abzudecken. Das im anklagerelevanten Zeitpunkt 

geltende GwG umfasste entsprechend auch Tätigkeiten im Zusammenhang mit 

Kryptowährungen und ICOs (vgl. FINMA-Aufsichtsmitteilung 04/2017 S. 2, Ziff. 2; 

siehe ferner auch vorne E. 2.3.5.5 sowie Bericht des Bundesrates betr. «Recht-

liche Grundlagen für Distributed Ledger-Technologie und Blockchain in der 

Schweiz, Eine Auslegeordnung mit Fokus auf dem Finanzsektor, vom 14. De-

zember 2018» [nachfolgend: Blockchain-Bericht] S. 145, Ziff. 7.4; S. 148, 

Ziff. 7.4.2 und S. 149, Ziff. 7.5; abrufbar unter «https://www.newsd.ad-

min.ch/newsd/message/attachments/55150.pdf», letztmals besucht am 22. Feb-

ruar 2022). Die Ausgabe von kryptobasierten Zahlungsmitteln qualifizierte somit 

bereits vor Erlass der FINMA-Wegleitung ICO als finanzintermediäre Tätigkeit mit 

Anschlusspflicht an eine SRO, sofern sie berufsmässig erfolgte. Anzumerken 

bleibt, dass die FINMA bereits am 29. September 2017 – und mithin vor der Aus-

gabe der M.s durch B. – die FINMA-Aufsichtsmitteilung 04/2017 publiziert hatte, 

worin sie den Initianten von ICOs mitteilte, was bereits damals gestützt auf die 

Finanzmarktgesetze galt: Die Schaffung und Ausgabe eines Tokens mit Zah-

lungsmittelfunktion untersteht dem GwG und setzt bei berufsmässiger Ausübung 

einen SRO-Anschluss voraus. Letzteres hielt grundsätzlich auch die anschlies-

send publizierte FINMA-Wegleitung ICO fest mit spezifischem Hinweis darauf, 

dass ein in einem ICO ausgegebener Token als Zahlungsmittel qualifiziert, wenn 

er entweder tatsächlich oder der Absicht des Herausgebers nach als Zahlungs-

mittel für den Erwerb von Waren oder Dienstleistungen eingesetzt werden soll 

(vgl. FINMA-Wegleitung ICO, S. 6 f., Ziff. 3.6, abrufbar unter 

«https://www.finma.ch/~/media/finma/dokumente/dokumentencenter/myfinma/ 

1bewilligung/fintech/wegleitung-ico.pdf», zuletzt aufgerufen am 22. Feb-

ruar 2022; ferner Blockchain-Bericht S. 148, Ziff. 7.4.2.1). Die FINMA-Wegleitung 

ICO besitzt nicht die Qualität einer Rechtsgrundlage und enthält materiell keine 

Abweichungen vom damals geltenden Recht. Sie diente bloss der weiteren Er-

läuterung, worauf im Übrigen auch E. anlässlich seiner Einvernahme vor Gericht 

hingewiesen hat (vgl. vorne E. 2.3.7.2). Entgegen der vom Beschuldigten vertre-

tenen Ansicht wird somit vorliegend nicht neues Recht rückwirkend angewendet. 

2.4.3 Sofern der Beschuldigte sinngemäss eine Verletzung des strafrechtlichen Be-

stimmtheitsgebots monieren sollte, wäre seine Rüge ebenfalls verfehlt, wie nach-

folgend aufzuzeigen ist. 

Das strafrechtliche Bestimmtheitsgebot («nulla poena sine lege certa») gilt als 

Teilgehalt des Legalitätsprinzips auch im Verwaltungsstrafrecht (vgl. BGE 141 IV 

279 E. 1.3.3; EICKER, in: Frank/Eicker/Markwalder et al [Hrsg.], Basler Kommen-

- 23 - 

SK.2021.17 

tar, 2020, Art. 1 VStrR N. 42). Es verlangt eine hinreichend genaue Umschrei-

bung der Straftatbestände. Da allerdings auch Strafgesetze der Auslegung be-

dürfen, darf das Bestimmtheitsgebot nicht in absoluter Weise verstanden wer-

den. Das Bestimmtheitsgebot enthält kein Verbot der schrittweise erfolgenden 

Klärung der Vorschriften durch richterliche Auslegung; es ist gerade die Aufgabe 

der Gerichte, verbleibende Auslegungszweifel zu beheben. Der Grad der erfor-

derlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt u.a. von der 

Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität, der angedrohten 

Strafe und der Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen Entscheidung, 

von den Normadressaten, von der Schwere des Eingriffs in Verfassungsrechte 

und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerech-

ten Entscheidung ab. Dabei steht es dem Erfordernis der Vorhersehbarkeit nicht 

entgegen, wenn das betroffene Unternehmen in einem vernünftigen, den Um-

ständen entsprechenden Masse rechtlichen Rat einholen muss, um die mögli-

chen Folgen eines bestimmten Handelns zu ermitteln (vgl. BGE 139 I 72 E. 8.2.1 

und E. 8.2.3; 138 IV 13 E. 4.1; je m.w.H.). Das Verwaltungsstrafrecht zeichnet 

sich dadurch aus, überwiegend als akzessorisches Strafrecht ausgestaltet zu 

sein. Damit ist gemeint, dass bei einer Vielzahl von Straftatbeständen für deren 

Auslegung und Anwendung andere Rechtsvorschriften und Rechtsquellen mas-

sgeblich sind. Auch der vorliegend angeklagte Straftatbestand von Art. 44 FIN-

MAG ist akzessorisch ausgestaltet, verweist er doch ausdrücklich auf die Finanz-

marktgesetze und damit auf Vorschriften in anderen Rechtsquellen (sog. aus-

drückliche Aussenverweisung; vgl. zum Ganzen EICKER, a.a.O., Art. 1 VStrR, 

N. 44). Beim Anklagevorwurf gegenüber dem Beschuldigten ist Art. 44 FINMAG 

vorliegend akzessorisch zu Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 3 lit. b GwG, Art. 4 

Abs. 1 und Abs. 2 GwV. Um dem Bestimmtheitsgebot zu entsprechen, hat der 

Gesetzgeber hinsichtlich des Begriffs Zahlungsmittel im Wege der Regelbeispiel-

technik einen Auslegungsmassstab gegeben (vgl. Art. 2 Abs. 3 GwG und 

Art. 4 GwV bzw. vorne E. 2.2.3.1). In Berücksichtigung der vorstehend erwähn-

ten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist zudem anzumerken, dass die Straf-

norm von Art. 44 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG durch die technologieneut-

rale Ausgestaltung sowie den Normsinn des GwG bzw. aus geldwäschereiprä-

ventiver Sicht (vgl. dazu auch hinten E. 2.5.1.1c) ebenfalls Rechtssicherheit ge-

winnt bzw. Vorhersehbarkeit erfährt. Schliesslich tragen auch die Aufsichtsmittei-

lungen und Wegleitungen der FINMA als Auslegungshilfe hierzu bei. Hinzu 

kommt, dass die Aufsichtsbehörde durch Etablierung des FinTech-Desks die 

Möglichkeit, rechtlichen Rat einzuholen, institutionalisiert hat. Damit stellte sie si-

cher, dass Unternehmen das Risiko einer Fehlbeurteilung des eigenen Verhal-

tens nicht selber tragen müssen. Mittels Unterstellungsanfrage hat es jeder in der 

Hand, die materielle Rechtslage im Zweifelsfall abklären zu lassen und damit der 

Gefahr einer Sanktion zu entgehen. Insoweit stellt die Möglichkeit, eine Unter-

stellungsanfrage zu deponieren, ein Korrektiv zu unbestimmten Normtexten dar 

und ist Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG auch deswegen als hin-

reichend bestimmt zu betrachten, um als gesetzliche Grundlage für eine allfällige 

- 24 - 

SK.2021.17 

Sanktionierung der vorliegenden Ausgangslage zu dienen (vgl. insbesondere 

BGE 139 I 72 E. 8.2.3 S. 90).  

2.4.4 Zusammenfassend qualifiziert die FINMA-Wegleitung ICO nicht als Rechts-

grundlage und enthält im Übrigen materiell auch keine Abweichungen vom 

Ende 2017 geltenden Recht. Vielmehr weist die FINMA-Wegleitung ICO die 

Marktteilnehmer darauf hin, was gestützt auf die geltende Finanzmarktgesetzge-

bung im Falle eines ICO zu beachten ist. Dass die Ausgabe von Zahlungs-To-

kens im Rahmen von ICOs als finanzintermediäre Tätigkeit gilt, stand aufgrund 

der technologieneutral ausgestalteten Finanzmarktgesetze somit entgegen der 

Behauptung des Beschuldigten nicht erst im Februar 2018, sondern bereits im 

Zeitpunkt der Herausgabe des M. fest. B. bzw. der Beschuldigte hatte die Mög-

lichkeit, im Voraus eine Unterstellungsfrage bei der FINMA zu beantragen, um 

nicht zu riskieren, das eigene Verhalten falsch zu beurteilen. Seine Rüge, eine 

allfällige Verurteilung würde gegen das Legalitätsprinzip verstossen, erweist sich 

somit als unbegründet. 

2.5 Beweiswürdigung und Subsumtion 

2.5.1 In objektiver Hinsicht 

2.5.1.1 Zur finanzintermediären Tätigkeit: 

a) Wie erwähnt (vgl. E. 2.2.3.1), gelten virtuelle Währungen als Zahlungsmittel 

(Art. 4 Abs. 2 GwV); deren Ausgabe ist dann dem GwG unterstellt, wenn ein Drei-

parteienverhältnis vorliegt (FINMA-RS 11/1 Rz. 64). Die Schaffung und Ausgabe 

von Tokens mit Zahlungsmittelfunktion fällt unter das GwG (vgl. FINMA-Auf-

sichtsmitteilung 04/2017 bzw. vorne E. 2.3.5.5), ob diese nun tatsächlich oder 

der Absicht des Herausgebers nach als Zahlungsmittel für den Erwerb von Wa-

ren oder Dienstleistungen eingesetzt werden sollen (vgl. FINMA-Wegleitung ICO 

S. 6 f., Ziff. 3.6; ferner Blockchain-Bericht S. 148, Ziff. 7.4.2.1). 

b) Aus dem Handelsregistereintrag, dem White Paper, den Geschäftsbedingun-

gen und den schriftlichen Ausführungen der B. gegenüber der FINMA erschliesst 

sich, dass die Gesellschaft zum Ziel hatte, eine neue, weltweit verfüg- und han-

delbare digitale Währung bzw. ein Zahlungsmittel zu erschaffen (vgl. vorne 

E. 2.3.1.1, E. 2.3.2 und E. 2.3.3.4 ff.). Neben der Tatsache, dass eine Block-

chain-Anwendung naturgemäss bzw. systembedingt weltweit zugänglich ist und 

sich grundsätzlich an einen globalen Markt richtet, hat B. ihre Ambitionen durch 

die Übersetzung des White Papers in diverse Sprachen unterstrichen (vgl. vorne 

E. 2.3.2.1). Dass B. beabsichtigte, den M. als Zahlungsmittel zwischen von ihr 

unabhängigen Käufern und Verkäufern, d.h. in einem Dreiparteienverhältnis, für 

die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen verwenden zu lassen, ist grund-

sätzlich auch anerkannt. Strittig ist, ab welchem Zeitpunkt der M. als Zahlungs-

mittel zu qualifizieren war (vgl. vorne E. 2.3.6). Der Beschuldigte stellt sich auf 

- 25 - 

SK.2021.17 

den Standpunkt, im November 2017 habe der M. noch kein Zahlungsmittel dar-

gestellt, sondern sei bloss als «Asset-Token», d.h. als Investitionsmöglichkeit für 

Dritte, herausgegeben worden, um die nötigen Mittel zur Finanzierung des Zah-

lungssystems bzw. der eigenen Blockchain-basierten Zahlungsplattform zu ge-

nerieren (EFD 100-0030 Rz. 7, -0037 Rz. 41, -0044 Rz. 77; SK 7.721.031 ff. 

Rz. 3). Entsprechend habe B. den Token im White Paper als «token with no fea-

tures» bezeichnet (EFD 100-0034 Rz. 41 und -0037 Rz. 38; SK 7.721.031 ff. 

Rz. 28) und darauf hingewiesen, dass er erst nach Abschluss der regulatorischen 

Abklärungen mit der FINMA funktionsfähig würde (EFD 100-0037 Rz. 39; 

SK 7.721.031 ff. Rz. 30). Der M. habe erst mit Inbetriebnahme der projekteige-

nen Zahlungsplattform der B. ein Zahlungsmittel dargestellt (EFD 100-0034 

Rz. 26; SK 7.721.003; 7.721.031 ff. Rz. 4, 6, 26 ff.).  

Zur Beurteilung, ob ein Token als Zahlungsmittel qualifiziert, ist für das Gericht 

zunächst entscheidend, zu welchem Zweck der Token genutzt werden sollte. 

Vorliegend ist daher zu beurteilen, wie der M. dem Erwerber dienen sollte bzw. 

was dessen Funktion für den Erwerber war. Gemäss White Paper, laut den Ein-

trägen auf der Webseite und entsprechend den Ausführungen der B. gegenüber 

der FINMA verschaffte der M. zwar den ICO-Teilnehmern mittelbar auch den kos-

tenfreien Zugang zu der von der Gesellschaft (noch) zu erstellenden Plattform, 

jedoch sollte auf dieser auch mit anderen virtuellen Währungen bezahlt werden 

können – dies gegen Entrichtung einer Gebühr (vgl. vorne E. 2.3.2.1 f. und 

E. 2.3.3.6). Daraus erhellt, dass für den Zugang zur Zahlungsplattform der B. der 

Besitz von M.s nicht vorausgesetzt war. Mithin stand für die Erwerber nicht der 

Zugang zur Plattform der B. und zu den dort angebotenen Waren und Dienstleis-

tungen im Vordergrund, sondern die Möglichkeit der Bezahlung mittels der er-

worbenen M.s, ohne eine zusätzliche Umwandlungsgebühr entrichten zu müs-

sen. Anzunehmen, die ICO-Teilnehmer hätten Vermögenswerte von über 

USD 17 Mio. geleistet, um sich den blossen Zugang zu einer noch nicht produk-

tiven Plattform mit Waren und Dienstleistungen zu erkaufen oder einzig deren 

Erstellung zu finanzieren, erscheint nicht plausibel. Dass dies nicht überzeugt, ist 

auch aus der Aussage von D. zu folgern, der vor Gericht erklärt hat: «Es (Anm. 

gemeint: der M.) ist ja nichts», solange kein «Merchant» ihn zur Zahlung zulasse 

(SK 7.771.004 Z. 27 f.). Für das Gericht ist es naheliegend, dass die ICO-Teil-

nehmer den M. als Kryptowährung verstanden und ihn zwecks Verwendung als 

Zahlungsmittel erwarben. Sie erhofften sich, mit ihrer Investition, eine neue virtu-

elle Währung zu erwerben. Die ICO-Teilnehmer haben die M.s folglich mit der 

Absicht erworben, sie als Zahlungsmittel einzusetzen oder über Handelsplattfor-

men zu handeln. Wie jede Blockchain war der M. seit seiner Ausgabe unverän-

derbar und fälschungs- sowie manipulationssicher. Die ICO-Teilnehmer konnten 

über die M.s selbständig verfügen, sobald diese in ihre «Wallets» übertragen 

worden waren, wie auch der Beschuldigte gegenüber der FINMA anerkannte 

(vgl. vorne E. 2.3.3.5). Ein einmal ausgegebener M. unterlag nicht mehr dem Ein-

flussbereich der B.; die Gesellschaft konnte ihn nach Ausgabe weder verändern 

- 26 - 

SK.2021.17 

noch dessen Verwendung als Zahlungsmittel durch die Marktteilnehmer kontrol-

lieren. Ein herausgegebener M. war der «endgültige» Token. Somit konnte B. 

entgegen ihren Hinweisen im White Paper, in den Geschäftsbedingungen und 

ihrem Schreiben vom 6. Februar 2018 an die FINMA (vgl. vorne E. 2.3.3.4 und 

E. 2.3.3.6), nicht darüber bestimmen, ob der M. erst nach Klärung der FINMA 

funktionsfähig wurde. Insofern ist es für die Beurteilung, ob der M. Zahlungsfunk-

tion besass, irrelevant, dass der Token vorab als Zahlungsmittel für den Handel 

auf der noch nicht einsatzbereiten Plattform der B. herausgegeben wurde, denn 

der M. konnte (und wurde auch) bereits vor Inbetriebnahme dieser Plattform auf 

dem Sekundärmarkt bilateral zwischen Dritten als Zahlungsmittel eingesetzt und 

insbesondere in andere Währungen gewechselt werden. In diesem Zusammen-

hang sei am Rande angemerkt, dass ein Wechsel von Kryptowährungen gegen 

staatliche Währungen oder gegen andere Kryptowährungen gemäss Praxis der 

FINMA eine finanzintermediäre Tätigkeit darstellt (vgl. FINMA-Wegleitung ICO 

S. 7, oben), was auch der Beschuldigte im Parteivortrag anerkannt hat 

(SK 7.721.031 ff. Rz. 51). B. selber hatte diese Verwendungsmöglichkeit im 

White Paper und sodann auf ihrer Homepage angepriesen, indem sie darauf hin-

wies, der M. sei auf den Exchange-Börsen «HitBTC» und «KuCoin» handelbar 

(vgl. vorne E. 2.3.2.2 und E. 2.3.3.4). Dass der M. entgegen der Auffassung des 

Beschuldigten (EFD 100-0035 Rz. 33 ff.) – trotz fehlender Zahlungsplattform der 

B. – eine akzeptierte Währung darstellte, ergibt sich auch aus dem Schreiben 

vom 6. Februar 2018, worin B. darauf hinwies, M.s seien bereits auf verschiede-

nen Handelsplattformen gehandelt worden (vgl. vorne E. 2.3.3.6). Angemerkt sei 

zudem, dass es für die rechtliche Einordnung des M. als Zahlungsmittel nicht 

ausschlaggebend ist, ob der Token von einer genügend grossen Anzahl an 

Marktteilnehmern als Zahlungsmittel anerkannt und akzeptiert wird. Anders zu 

entscheiden würde bedeuten, dass ein Token nach dessen Ausgabe überwacht 

und beobachtet werden müsste, was nicht praktikabel wäre. Entgegen der Dar-

stellung des Beschuldigten ist der Handel mit M.s nicht mit an Börsen gehandel-

ten Aktien zu vergleichen (SK 7.721.031 ff. Rz. 45), zumal mit Aktien Anteile ei-

nes Unternehmens erworben werden, was jedoch auf den M. nicht zutraf. Dieser 

vermittelte dem Erwerber keinerlei Anrechte auf Zins, Dividenden, Aktien, Ge-

winn- und Liquidationsanteile oder Stimmrechte. Mitbestimmungs- und/oder Be-

teiligungsrechte sowie ein Anspruch gegenüber B. auf direkte finanzielle Vorteile 

jeglicher Art schloss B. explizit aus (vgl. vorne E. 2.3.3.5). M.-Inhaber besassen 

einzig einen Anspruch auf Verwendung der M.s als Zahlungsmittel, wie den 

Schreiben des Beschuldigten und der B.-Rechtsvertreter an die FINMA explizit 

zu entnehmen ist (vgl. vorne E. 2.3.3.5 f.). Da B. jede anderweitige Funktion des 

M., wie sie beispielsweise für Anlage-Tokens charakteristisch ist, gerade ausge-

schlossen hatte (vgl. vorne E. 2.3.3.5), handelte es sich beim M. entgegen der 

Behauptung des Beschuldigten nie um einen Anlagetoken («Asset-Token»). Ein-

ziger Zweck des M. war die im Kern angelegte Verwendung als Zahlungsmittel. 

Nur im Hinblick auf diese Zweckbestimmung besass der M. einen «inneren 

Wert», für den jemand auf einer Handelsplattform bzw. auf dem Sekundärmarkt 

- 27 - 

SK.2021.17 

an einen Erwerber eines M. zu zahlen bereit war. Dies unterscheidet den M. als 

prädestiniertes Zahlungsmittel von einer Aktie. 

Wie erwähnt, konnte B. die Verwendung der einmal ausgegebenen M.s nicht be-

einflussen. Für das Gericht erscheint daher die Darstellung des Beschuldigten 

(und der Gesellschaft), wonach der M. nicht von Beginn weg ein Zahlungsmittel 

gewesen sei (vgl. vorne E. 2.3.2.2, 2.3.3.4, E. 2.3.3.6, E. 2.3.6 und E. 2.3.7.1), 

konstruiert. B. hatte die Nutzbarkeit des M. auf die eigene, noch zu erstellende 

Plattform weder beabsichtigt noch technisch vorgesehen. Die Aussage der Aus-

kunftsperson D. untermauert, dass B. bewusst mittels eines «Kunstgriffs» ver-

suchte, sich der Qualifikation als Zahlungsmittel zu entziehen und entsprechend 

die Bezeichnung «token with no features» kreiert hatte. Dies sei laut D. die ein-

zige Möglichkeit gewesen, um den Token nicht als Zahlungsmittel erscheinen zu 

lassen (vgl. vorne E. 2.3.7.3). Zu versuchen, den M. als eine Art «suspensiv be-

dingtes» Zahlungsmittel darzustellen, erscheint auch daher gekünstelt, da B. 

bzw. der Beschuldigte die Funktion des M. im laufenden Verfahren verändert 

darstellte. Währenddem B. im White Paper und den Geschäftsbedingungen an-

gegeben hatte, der M. habe anfänglich keinen projektinternen Nutzen gehabt, da 

die Nutzung als Zahlungsmittel auf der projekteigenen Plattform erst nach Klä-

rung des regulatorischen Status mit der FINMA hätte möglich sein sollen (vgl. 

vorne E. 2.3.3.4), argumentierte der Beschuldigte später vor der FINMA, der M. 

sei ein Nutzungstoken, der kostengünstig den Zugang zur Plattform garantiere 

(vgl. vorne E. 2.3.3.5). Schliesslich machte er geltend, es handle sich beim M. 

um einen Anlage- bzw. Finanzierungstoken, der bloss zur Finanzierung des Zah-

lungssystems gedient habe. Diesbezüglich vermischt der Beschuldigte die Funk-

tion des Tokens und die Projektfinanzierung. Zwar diente das ICO der Kapitalbe-

schaffung für die Finanzierung einer eigenen Zahlungsplattform. Dies ist aller-

dings Sinn und Zweck eines jeden ICO. Es geht dabei lediglich um die Verwen-

dung der entgegengenommenen Gelder, was jedoch nichts über die Natur und 

Zweck des herausgegebenen Tokens aussagt. Vielmehr ist – wie aufge-

zeigt – danach zu fragen, welchen Nutzen der Token im Rahmen des Geschäfts-

modells für den Teilnehmer haben soll. Verfehlt ist schliesslich auch der Versuch 

des Beschuldigten, den M. mit einem noch nicht aufgeladenen E-Money-Daten-

träger zu vergleichen und unter Hinweis auf das FINMA-Rundschreiben 2011/1 

zu behaupten, die Ausgabe des M. habe keine finanzintermediäre Tätigkeit dar-

gestellt (SK 7.521.006 ff. Rz. 25; 7.721.031 ff. Rz. 42 ff.). Wie bereits dargelegt, 

lag der Wert des M. in seiner vorgesehenen Einsetzbarkeit als Zahlungsmittel. 

Dieser «innere Wert» konnte sich ohne Zutun und ohne weitere Zahlung des In-

habers von M.s sowie ohne Inbetriebnahme der geplanten Plattform realisieren. 

Demgegenüber muss ein leerer E-Money-Datenträger vom Besitzer aktiv und 

kostenpflichtig aufgeladen werden. Ein «Aufladen» des M. war demgegenüber 

gerade nicht erforderlich. Nichts für seinen Standpunkt ableiten kann der Be-

schuldigte schliesslich aus der von der Universität Y. erarbeiteten Token-Klassi-

- 28 - 

SK.2021.17 

fizierung («To Token or not to Token: Tools for Understanding Blockchain To-

kens», 2018), denn diese verweist explizit darauf, dass Tokens eine Kryptowäh-

rung und damit ein Zahlungsmittel darstellen, wenn sie eine globale digitale Wäh-

rung sind oder werden sollen (« […], which are or aspire to become global digital 

currencies» [SK 7.521.006 ff. Rz. 17 f.]). Gleiches ergibt sich im Übrigen auch 

aus der vom Beschuldigten angeführten, noch nicht erschienenen, Basler Kom-

mentierung von My Chau Bachelard und D. zu Art. 2 Abs. 3 lit. b GwG 

(SK 7.521.018 ff. N. 31 f.) sowie aus dem von ihm genannten Bericht der inter-

departementalen Koordinationsgruppe zur Bekämpfung der Geldwäscherei und 

der Terrorismusfinanzierung (KGGT) vom Oktober 2018 (SK 7.521.006 ff. 

Rz. 13). 

c) Dass M.s als Zahlungsmittel im Sinne des GwG zu qualifizieren sind, ergibt 

sich im Übrigen auch aus geldwäschereipräventiver Sicht zwingend, da andern-

falls der Gesetzeszweck vereitelt würde. Die Wahrnehmung spezifischer Sorg-

faltspflichten in Bezug auf die Einhaltung des GwG sind seitens Ausgeber eines 

Tokens bloss im Zeitraum zwischen der Entgegennahme der Vermögenswerte 

und vor oder spätestens bei Ausgabe der Kryptowährung möglich. Sind die To-

kens einmal ausgegeben, können sie frei und ohne Kontrolle des Ausgebers 

übertragen werden (vgl. vorne E. 2.3.5.9). Da die Einhaltung der GwG-Sorgfalts-

plichten nach der Ausgabe eines mit einer Zahlungsfunktion ausgestalteten To-

kens aufgrund der freien Übertragbarkeit nicht mehr durchgesetzt werden kön-

nen, folgt, dass der mit Zahlungsfunktion ausgestaltete M. aus geldwäscherei-

präventiver Sicht zwingend bereits im Zeitpunkt seiner Ausgabe als Zahlungsmit-

tel im Sinne des GwG zu qualifizieren ist, auch wenn der Einsatz auf der projekt-

eigenen Plattform der B. erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden konnte. 

Entsprechend sah sich auch B. bemüssigt bzw. gemäss ihrer Vertragsvereinba-

rung «verpflichtet», die Vertragspartner i.S.v. Art. 3 Abs. 1 GwG zu identifizieren 

(vgl. vorne E. 2.3.4.1). Ihre nachträglichen Ausführungen vor der FINMA, diese 

Abklärung bloss präventiv und vorsichtshalber für den Fall einer möglichen zu-

künftigen Anwendbarkeit der Geldwäschereivorschriften im Rahmen der künfti-

gen operativen Tätigkeit eingehalten zu haben (EFD 010-0004, -0497 f. Ziff. 7, 

-0502), überzeugt nicht. Würde der Ansicht des Beschuldigten gefolgt, wonach 

der M. zu Beginn lediglich eine leere «Hülse» dargestellt habe (vgl. vorne 

E. 2.3.7.1), könnte das GwG systematisch ausgehebelt werden, indem Tokens 

generell als nicht dem GwG unterstellte Nutzungs- bzw. Finanzierungstokens de-

klariert und als solche ausgeben würden, die erst später als Zahlungsmittel ein-

gesetzt werden könnten. Dies würde eine Umgehung des GwG darstellen; ein 

unzulässiges Verhalten, auf das die FINMA in der Aufsichtsmitteilung 04/2017 

warnend hinwies (vgl. vorne E. 2.3.5.5). Zusammenfassend ist vor diesem Hin-

tergrund die Auffassung des Beschuldigten (und der B.), der M. gelte erst dann 

als Zahlungsmittel, sobald die eigene Plattform operativ werde, nicht haltbar. Die 

- 29 - 

SK.2021.17 

eigenmächtige Deklaration der B., wonach der M. erst später als Zahlungsmittel 

gelte, ändert an der diesem bereits ab dessen Ausgabe immanente, und als sol-

che unveränderbare Zahlungsfunktion nichts und ist daher unbeachtlich. Es kann 

im Übrigen nicht sein, dass B. mittels eines «Tricks» ausserhalb des regulatori-

schen Rahmens operiert, der mitunter – mittels Bekämpfung der Terrorismusfi-

nanzierung – die nationale Sicherheit zu schützen bezweckt. 

d) Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die ICO-Organisatorin B. als Heraus-

geberin des transaktionsfähigen Zahlungs-Tokens M. dem GwG untersteht. Mit 

der Übertragung des M. ab dem 28. Dezember 2017 in die «Wallets» der ICO-

Teilnehmer (vgl. vorne E. 2.3.4.2) handelte es sich ab diesem Zeitpunkt um ein 

Zahlungsmittel im Sinne einer virtuellen Währung gemäss Art. 2 Abs. 3 

lit. b GwG i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GwV. Indem B. den M. im Zeitraum 28. Dezember 

2017 bis 12. Februar 2018 als nicht in Bargeld bestehendes Zahlungsmittel ge-

mäss Art. 4 Abs. 1 lit. b GwV ausgab (vgl. vorne E. 2.2.3.1; ferner FINMA-Auf-

sichtsmitteilung 04/2017 S. 3, oben; FINMA-Wegleitung ICO S. 3 und S. 6 f.), 

übte sie eine finanzintermediäre Tätigkeit aus. 

2.5.1.2 Zur Berufsmässigkeit: 

B. übte die finanzintermediäre Tätigkeit i.S.v. Art. 7 Abs. 1 lit. a und lit. d GwV 

berufsmässig aus, da sie mit der Ausgabe der ersten funktionsfähigen 

93.8 Mio. M.s am 28. Dezember 2017 rund USD 18.6 Mio. vereinnahmte (vgl. 

vorne E. 2.3.4.2). 

2.5.1.3 Zum fehlenden SRO-Anschluss/zur fehlenden Bewilligung: 

Ohne eine offizielle Unterstellungsanfrage an die FINMA gestellt bzw. deren ver-

bindliche rechtliche Einschätzung abgewartet zu haben, führte B. das geplante 

ICO vom 2. bis 20. November 2017 durch. Trotz des Hinweises der Aufsichtsbe-

hörde, dass gemäss FINMA-Aufsichtsmitteilung 04/2017 bei der Ausgabe eines 

Zahlungs-Tokens ein SRO-Anschluss notwendig ist (vgl. vorne E. 2.3.5.5 f.), gab 

B. vom 28. Dezember 2017 bis 12. Februar 2018 M.s aus, indem sie diese in die 

privaten «Wallets» der Investoren übertrug (vgl. vorne E. 2.3.4.2). B. verfügte 

über keine Bewilligung der FINMA und war in diesem Zeitpunkt auch keiner SRO 

angeschlossen; die Gesellschaft stellte erst am 2. April 2019 beim L. ein An-

schlussgesuch und ist seit dem 9. Mai 2019 dieser SRO als Mitglied angeschlos-

sen (vgl. vorne E. 2.3.1.2). Dies widersprach den Vorgaben von Art. 11 GwV (vgl. 

vorne E. 2.2.4). 

2.5.1.4 Im Ergebnis übte B. im Zeitraum 28. Dezember 2017 bis 12. Februar 2018 be-

rufsmässig eine bewilligungspflichtige finanzintermediäre Tätigkeit aus, ohne ei-

ner SRO angeschlossen gewesen zu sein oder über eine Bewilligung der FINMA 

verfügt zu haben. Damit erfüllt sie den objektiven Tatbestand von Art. 44 

Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG. 

- 30 - 

SK.2021.17 

 

2.5.2 Verantwortlichkeit des Beschuldigten 

Der Beschuldigte war im Zeitpunkt der Vorbereitung und Durchführung des ICO 

sowie der initialen Ausgabe des M. einziger Verwaltungsrat der B. Per 4. Ja-

nuar 2018 mutierte er zum Vizepräsidenten des Verwaltungsrats (vgl. vorne 

E. 2.3.1.1). Als einziger Verwaltungsrat und sodann auch als Verwaltungsrats-

mitglied der B. kam ihm in der Gesellschaft die Stellung eines Geschäftsherrn 

i.S.v. Art. 6 Abs. 2 VStrR zu (vgl. vorne E. 2.2.5.3). Seine diesbezügliche Garan-

tenstellung ergibt sich aus dem OR. Demnach war der Beschuldigte als Verwal-

tungsrat der B. für deren gesamte Geschäftstätigkeit und insbesondere für die 

Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen verantwortlich (vgl. vorne 

E. 2.2.5.2 f.). Mithin wäre er verpflichtet gewesen zu unterbinden, dass B. nach 

Überschreitung der Schwellenwerte zur Berufsmässigkeit ohne SRO-Anschluss 

die virtuelle Währung M. ausgab. Diese Pflicht gehörte zu seinen unentziehbaren 

und unübertragbaren Aufgaben. Für eine SRO-Unterstellung war letztlich der Be-

schuldigte als Verwaltungsrat verantwortlich und nicht der von der Gesellschaft 

mandatierte Rechtsanwalt D. Weder wird geltend gemacht noch bestehen Hin-

weise dafür, dass der Beschuldigte die Geschäftsführung der B. faktisch nicht 

beeinflussen konnte. Im Übrigen hätte er diesfalls das Verwaltungsratsmandat 

niederlegen müssen, da ihm andernfalls ein Übernahmeverschulden vorzuwer-

fen gewesen wäre (vgl. vorne E. 2.2.5.3). Dem Beschuldigten ist somit die be-

rufsmässige finanzintermediäre Tätigkeit der B. ohne Bewilligung bzw. ohne 

SRO-Anschluss im Zeitraum 28. Dezember 2017 bis 12. Februar 2018 i.S.v. 

Art. 6 Abs. 2 VStrR strafrechtlich zurechenbar. 

2.5.3 In subjektiver Hinsicht 

2.5.3.1 Als Verwaltungsrat der B. wusste der Beschuldigte, dass der M. einzig be-

zweckte, als Zahlungsmittel zwischen von B. unabhängigen Käufern und Verkäu-

fern für die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen zu dienen. Weiter wusste 

er, dass der M. nach dessen Ausgabe übertragbar war und bereits vor Inbetrieb-

nahme der Zahlungsplattform der B. auf verschiedenen Exchange-Börsen zum 

Handel zugelassen war, wie er auch selber gegenüber der FINMA hervorhob 

(vgl. vorne E. 2.3.3.4 f.). Dem Beschuldigten war bekannt, dass die M.s ab dem 

Zeitpunkt der Übertragung in die privaten «Wallets» der ICO-Teilnehmer für diese 

frei verfügbar waren, zumal er dies ebenfalls gegenüber der FINMA herausstrich 

(vgl. vorne E. 2.3.3.5). Aufgrund des in Portugal durchgeführten Pre-ICO, bei 

dem an einem einzigen Tag USD 1.5 Mio. eingenommen wurden (vgl. vorne 

E. 2.3.3.3), war ihm bekannt, dass B. mit der Ausgabe der M.s innert kürzester 

Zeit die Schwellenwerte für die Berufsmässigkeit überschreiten würde. Weiter 

war sich der Beschuldigte der mit der Ausgabe eines Tokens als Zahlungsmittel 

verbundenen aufsichtsrechtlichen Problematik bewusst, zumal B. im White Pa-

per und in den Geschäftsbedingungen darauf hingewiesen hatte, dass mit der 

- 31 - 

SK.2021.17 

Ausgabe eines Tokens als Zahlungsmittel eine aufsichtsrechtliche Problematik 

verbunden sei (vgl. vorne E. 2.3.3.4) und noch offene Fragen mit der FINMA zu 

klären seien («Once all the regulatory questions have been clarified with the 

Swiss Regulator [FINMA], the B. platform will be a payment system that will ena-

ble you to use the token and spend it independently alongside a system that 

grows in synergy with the token.» [EFD 010-0073]). Aufgrund des Klärungsbe-

darfs mandatierte der Beschuldigte Rechtsanwalt D. als Rechtsvertreter der B., 

wie er selber vor Gericht ausführte und auch D. anlässlich seiner Einvernahme 

bestätigte (vgl. vorne E. 2.3.7.1 und E. 2.3.7.3). Der Beschuldigten erhielt am 

8. November 2017 per E-Mail den zwischen B. und I. abgeschlossenen Vertrag 

vom 3. November 2017 zugestellt (SK 7.721.007 ff.). Er wusste somit, dass vor 

Ausgabe des M. eine KYC-Prüfung i.S.v. Art. 3 Abs. 1 GwG durchgeführt werden 

sollte und die Auffassung bestand, B. sei hierzu verpflichtet (vgl. vorne 

E. 2.3.4.1). Mit anderen Worten war dem Beschuldigten die Anwendbarkeit des 

GwG bekannt. Weiter kannte der Beschuldigte das Schreiben der FINMA vom 

5. Dezember 2017, worin die Aufsichtsbehörde unter Hinweis auf die FINMA-

Aufsichtsmitteilung 04/2017 B. auf eine mögliche Strafbarkeit hinwies und zu-

gleich mitteilte, dass der Geschäftsbereich Enforcement ein Abklärungsverfahren 

eröffnet habe. Er wusste somit, dass gemäss FINMA-Aufsichtsmitteilung 04/2017 

die Ausgabe von Tokens mit Zahlungsmittelfunktion unter das GwG fällt und die 

FINMA wegen der sehr unterschiedlichen Ausgestaltung von ICO-Modellen eine 

abschliessende aufsichtsrechtliche Beurteilung nur im konkreten Einzelfall vor-

nehmen kann (vgl. vorne E. 2.3.5.5 bis E. 2.3.5.7). Da der Beschuldigte von den 

laufenden Abklärungen des Geschäftsbereichs Enforcement der FINMA Kennt-

nis hatte, musste ihm noch vor der Ausgabe der Tokens bewusst gewesen sein, 

dass ohne Anschluss der B. an eine SRO eine Widerhandlung gegen die Finanz-

marktgesetze vorliegen könnte. Indem der Beschuldigte geltend macht, die 

FINMA habe B. darauf hingewiesen, es würden ohne ein FINMA-Ruling stets 

«gewisse Restrisiken» verbleiben, anerkennt er, die Gefahr gekannt zu haben. 

Gleichzeitig hob er wiederholt hervor, E. des FinTech-Desks der FINMA habe 

diese Risiken beim ICO der B. als «nicht besonders hoch» eingestuft (vgl. vorne 

E. 2.3.6.2 bzw. EFD 100-0042 Rz. 67 und SK 7.521.001 ff. Rz. 6). Da Risiken, 

die «nicht besonders hoch» sind, gleichwohl solche bleiben, kann der Beschul-

digte nichts aus diesem Vorbringen für sich ableiten und es kann dahingestellt 

bleiben, ob E. sich in dieser Art geäussert hat. Im Übrigen wären allfällige derar-

tige Äusserungen auch deswegen irrelevant, da sie laut Aussage von D. im Sep-

tember 2017 gefallen sein sollen (vgl. vorne E. 2.3.7.3). Angebliche vertrauens-

erweckende Äusserungen von E. zur Situation im Herbst 2017 waren im Zeit-

punkt der M.-Ausgabe nicht (mehr) aktuell, da sie im Vorfeld der Eröffnung des 

Abklärungsverfahrens durch die FINMA erfolgt wären. Kommt hinzu, dass E. 

auch kein Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Enforcement der FINMA war. Damit 

wäre er erst noch unzuständig gewesen, eine derartige «Auskunft» zu erteilen. 

Inwiefern anderweitige Mitarbeitende der FINMA anlässlich des Treffens vom 

17. Dezember 2017 vertrauenserweckende Aussagen gegenüber B. geäussert 

- 32 - 

SK.2021.17 

haben sollen, die die Gesellschaft hätten glauben lassen, die Herausgabe der 

M.s sei nicht bewilligungspflichtig, ist nicht erkenntlich. Im Gegenteil: Das pen-

dente Abklärungsverfahren des Geschäftsbereichs Enforcement der FINMA war 

Hinweis genug für B. bzw. für den Beschuldigten, dass es sich um eine bewilli-

gungspflichtige Tätigkeit handeln könnte, was eventualvorsätzliches Handeln be-

gründet (vgl. vorne E. 2.2.6.1). Anzumerken ist schliesslich, dass die FINMA an-

lässlich des Treffens keine «Bringschuld» traf, da ihre schriftliche Stellungnahme 

(bekanntermassen) ausstehend war. Der Einwand des Beschuldigten, die Auf-

sichtsbehörde hätte darauf hinweisen müssen, dass die Ausgabe der M.s als 

Zahlungsmittel qualifiziere, ist daher ebenfalls nicht zu hören. 

Obwohl der Beschuldigte die gesetzlichen Rahmenbedingungen und das Risiko 

eines strafbaren Verhaltens kannte, unternahm er als Verwaltungsrat nichts, um 

zu verhindern, dass B. durch die Ausgabe der M.s an Investoren die Schwellen-

werte zur Berufsausübung erreichte. Der Beschuldigte hat die Möglichkeit er-

kannt, dass es sich um eine bewilligungspflichtige Tätigkeit handeln könnte. Die 

Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung lag somit auf der Hand. Der 

Beschuldigte hat daher in Kauf genommen, dass B. berufsmässig eine finanzin-

termediäre Tätigkeit ohne SRO-Anschluss oder Bewilligung ausübte.  

2.5.3.2 Zusammenfassend hat der Beschuldigte den Tatbestand von Art. 44 Abs. 1 FIN-

MAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG eventualvorsätzlich erfüllt. 

2.5.3.3 Sachverhaltsirrtum 

a) Mit seinem Ersuchen um gerichtliche Beurteilung brachte der Beschuldigte 

sinngemäss vor, über den Sachverhalt geirrt zu haben. Er sei davon ausgegan-

gen, beim M. habe es sich um ein «potentielles Zahlungsmittel zu einem späteren 

Zeitpunkt» gehandelt, welcher «in einer ersten Phase als Asset-Token» gedient 

habe. Im November/Dezember 2017 habe er (noch) nicht die Absicht gehabt, den 

Token als Zahlungsmittel einzusetzen. Er sei davon ausgegangen, dass dieser 

nicht als Zahlungsmittel qualifiziere und dessen Herausgabe entsprechend keine 

finanzintermediäre Tätigkeit darstelle (EFD 100-0030 Rz. 7 f., -0042 Rz. 70 f.). 

Diesen Standpunkt hat der Beschuldigte auch im Rahmen seines persönlichen 

Statements vor Gericht wiederholt (vgl. vorne E. 2.3.7.1). Zu prüfen ist nachfol-

gend, ob der Beschuldigte einem den Vorsatz ausschliessenden Sachverhaltsirr-

tum unterlag. 

b) Handelt der Täter in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so beurteilt 

das Gericht die Tat zu Gunsten des Täters nach dem Sachverhalt, den er sich 

vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB; sog. Sachverhaltsirrtum). Ein den Vorsatz 

des Täters ausschliessender Sachverhaltsirrtum wird demnach angenommen, 

wenn der Täter das betreffende Bewilligungserfordernis zwar kennt, jedoch zu 

Unrecht davon ausgeht, dass seine konkrete Tätigkeit nicht davon erfasst ist. Er 

hat in diesem Fall keine oder eine falsche Vorstellung von einem Merkmal des 

- 33 - 

SK.2021.17 

Straftatbestandes (vgl. BGE 129 IV 238 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_804/2018 vom 4. Dezember 2018 E. 3.1.1). Unzutreffende Vorstellungen 

über solche rechtlich geprägten Tatbestandsmerkmale führen jedoch nicht in je-

dem Fall zum Ausschluss des Vorsatzes (vgl. BGE 129 IV 238 E. 3.2.2). Das für 

den Vorsatz notwendige Wissen verlangt nicht die juristisch exakte Erfassung 

des gesetzlichen Begriffs. Vielmehr genügt es, wenn der Täter den Tatbestand 

so verstanden hat, wie es der landläufigen Anschauung eines Laien entspricht 

(sog. Parallelwertung in der Laiensphäre). Er muss also die Tatbestandsmerk-

male nicht in ihrem genauen rechtlichen Gehalt erfassen, sondern lediglich eine 

zutreffende Vorstellung von der sozialen Bedeutung seines Handelns haben. Die 

dem Merkmal innewohnende rechtliche Wertung muss bloss in dem Umfang voll-

zogen werden, als es für einen Nichtjuristen möglich ist (vgl. BGE 129 IV 238 

E. 3.2.2; 99 IV 57 E. 1a S. 59). Eine solche «Parallelwertung» kommt der für den 

Vorsatz erforderlichen Kenntnis gleich, weil Gegenstand des Vorsatzes nicht die 

rechtlichen Begriffe oder die Rechtswidrigkeit sind. Vielmehr bezieht sich der Vor-

satz auf die Tatumstände, d.h. die äusseren Gegebenheiten mitsamt ihrer sozi-

alen Bedeutung (vgl. zum Ganzen BGE 129 IV 238 E. 3.2.2 S. 243; vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts 6B_804/2018 vom 4. Dezember 2018 E. 3.1.1). Kein 

Sachverhaltsirrtum ist deshalb beispielsweise gegeben, wenn der Täter sich ge-

mäss den üblichen Vorstellungen eines Nichtjuristen bewusst ist, dass er ein Fi-

nanzprodukt anbietet und dieses möglicherweise Gegenstand einer verwaltungs-

rechtlichen Regelung ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_917/2014 vom 

26. November 2015 E. 3.2). Ein Sachverhaltsirrtum ist ferner ausgeschlossen, 

wenn der Täter sich im Moment seines Handelns darüber im Klaren ist, dass ihm 

faktische oder juristische Informationen fehlen, die für die Beurteilung des eige-

nen Verhaltens wichtig wären (vgl. BGE 135 IV 12 E. 2.3.1 S. 16 f.); wenn ihm 

bewusst ist, dass die Zulässigkeit seines Verhaltens zweifelhaft ist (vgl. zum Gan-

zen Urteil des Bundesgerichts 6B_63/2017 vom 17. November 2017 E. 3.2 f.). 

B. hatte telefonisch und per E-Mail eine Unterstellungsanfrage betreffend ihre 

Geschäftstätigkeit an den FinTech-Desk der FINMA gestellt, die jedoch nicht ver-

bindlich beantwortet worden war. Die FINMA hatte B. jedoch auf ihre Aufsichts-

mitteilung 04/2017 aufmerksam gemacht und insbesondere darauf hingewiesen, 

dass die Ausgabe eines Tokens mit Zahlungsfunktion als Ausgabe eines Zah-

lungsmittels betrachtet werden könnte. Schliesslich hatte der Geschäftsbereich 

Enforcement der FINMA am 5. Dezember 2017 B. schriftlich mitgeteilt, ein Ab-

klärungsverfahren eröffnet zu haben, da Hinweise bestünden, dass die Gesell-

schaft nach den Finanzmarktgesetzen bewilligungspflichtige Tätigkeiten ausübe. 

Der Beschuldigte kannte den Hinweis der FINMA auf ihre Aufsichtsmitteilung 

04/2017. Aus der Aufsichtsmitteilung ging hervor, dass ICO-Modelle voraussicht-

lich unter ein Finanzmarktgesetz fallen – dies auch bei die Finanzmarktgesetze 

umgehenden ICO-Aktivitäten – und die FINMA bloss einzelfallgerecht eine auf-

sichtsrechtliche Beurteilung vornehmen kann. In Beantwortung des Schreibens 

- 34 - 

SK.2021.17 

erteilte der Beschuldigte der FINMA am 22. Dezember 2017 die vom Geschäfts-

bereich Enforcement der FINMA verlangten Auskünfte (vgl. vorne E. 2.3.5), wie 

er selber vor Gericht bestätigt hat (vgl. vorne E. 2.3.7.1). Vor diesem Hintergrund 

musste der Beschuldigte somit im Zeitpunkt der Ausgabe des M., d.h. 

Ende 2017, von einer nicht geklärten Situation ausgehen. Da er wusste, dass es 

zweifelhaft war, inwiefern die Geschäftstätigkeit der B. – deren Verwaltungsrat er 

war – zulässig war (vgl. dazu auch bereits vorne E. 2.5.3.1), ist ein den Vorsatz 

ausschliessender Sachverhaltsirrtum gemäss vorerwähnter Rechtsprechung des 

Bundesgerichts ausgeschlossen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_63/2017 

vom 17. November 2017 E. 3.2 f.). Hinzu kommt, dass sich der Beschuldigte 

auch gemäss den üblichen Vorstellungen eines Nichtjuristen bewusst war, dass 

er bzw. B. ein Finanzprodukt anbot und dieses möglicherweise Gegenstand einer 

verwaltungsrechtlichen Regelung sein könnte. Aufgrund dieser Parallelwertung 

in der Laiensphäre ist in Berücksichtigung der eingangs erwähnten Rechtspre-

chung ein Sachverhaltsirrtum entsprechend dem zivilrechtlichen Grundsatz von 

«wer weiss, dass er nichts weiss, irrt nicht» ebenfalls ausgeschlossen (vgl. 

BGE 135 IV 12 E. 2.3.1 S. 17; Urteil des Bundesgerichts 6B_917/2014 vom 

26. November 2015 E. 3.2). 

c) Im Ergebnis ist festzuhalten, dass der Beschuldigte keinem Sachverhaltsirrtum 

i.S.v. Art. 13 Abs. 1 StGB unterlag. 

2.5.4 Rec