# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64c6ae82-100f-5c05-87de-608b0be834ba
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-10
**Language:** de
**Title:** Umweltrecht. Lärmschutz. Sportanlage. Änderungen bei einer Altanlage. Lärmermittlungspflicht.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0194/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2022-7.pdf

## Full Text

BRGE I Nr. 0194/2021 vom 10. Dezember 2021 in BEZ 2022 Nr. 7 

2.  Der  rekurrierende  Nachbar  hatte  bei  der  Vorinstanz  eine  Lärmklage 
hinsichtlich einer Sportanlage auf dem Areal einer Schulanlage eingereicht. Die 
Baubehörde  hatte  diese  abgewiesen  und  festgestellt,  dass  die  Sportanlage 
baubewilligungskonform betrieben werde. Hiergegen gelangte der Nachbar mit 
Rekurs an das Baurekursgericht. 

Aus den Erwägungen: 

Der  Rekurrent  beanstandet  vorab,  dass  der  im  angefochtenen  Entscheid 
von der Vorinstanz eingenommene Standpunkt, wonach die A.-Anlage vor dem 
Stichtag vom 1. Januar 1985 erstellt worden sei und die nach diesem Stichtag 
erfolgten Änderungen als geringfügig einzustufen seien, nicht zutreffe. (…) 

3.2 Das Umweltschutzgesetz (USG) unterscheidet von der Konzeption her 
bestehende,  geänderte  und  neue  ortsfeste  Anlagen.  Stichtag  ist  dabei  das 
Inkrafttreten  des  USG  am  1. 
(Art. 47  Abs.1  der 
Lärmschutzverordnung [LSV]). 

Januar  1985 

Neue  Anlagen  dürfen  dabei  nur  errichtet  werden,  wenn  die  durch  diese 
Anlagen  allein  erzeugten  Lärmimmissionen  die  Planungswerte 
in  der 
Umgebung  nicht  überschreiten  (Art. 25  Abs. 1  USG).  Erleichterungen  können 
nach  Massgabe  von  Art. 25  Abs. 2  USG  bis 
(maximal)  zu  den 
Immissionsgrenzwerten  (IGW)  gewährt  werden.  Für  Strassen  und  andere 
öffentliche  oder  konzessionierte  Anlagen  sind  weitergehende  Erleichterungen 
möglich.  Diesfalls  müssen  die  vom  Lärm  betroffenen  Gebäude  durch 
Schallschutzfenster oder ähnliche bauliche Massnahmen geschützt werden, auf 
Kosten des Inhabers der lärmigen Anlage (Art. 25 Abs. 3 USG). 

Bestehende  Anlagen,  die  den  gesetzlichen  Vorgaben  nicht  entsprechen, 
müssen  saniert  werden  (Art. 16  Abs. 1  USG),  und  zwar  so  weit,  als  dies 
technisch  und  betrieblich  möglich  sowie  wirtschaftlich  tragbar  ist  und  die 
Immissionsgrenzwerte  nicht  überschritten  werden  (Art. 13  Abs. 2  LSV). Würde 
eine  Sanierung  im  Einzelfall  (unverhältnismässige)  Betriebseinschränkungen 
oder  Kosten  verursachen  oder  stehen  ihr  überwiegende  Interessen  entgegen, 
können  Erleichterungen  gewährt  werden,  jedoch  darf  der  Alarmwert  für 
Lärmimmissionen nicht überschritten werden (Art. 17 USG; Art. 14 LSV). Auch 
diesbezüglich  gilt  eine  Ausnahme  für  bestehende  Strassen  und  andere 
öffentliche  oder  konzessionierte  ortsfeste  Anlagen:  Lassen  sich  die 
Immissionen  auf  bestehende  Gebäude  in  der  Umgebung  durch  Massnahmen 
an  der  Quelle  nicht  unter  den  Alarmwert  herabsetzen,  müssen  –  in  der  Regel 
auf  Kosten  des  Anlageinhabers  –  passive  Schallschutzmassnahmen 
angeordnet werden (Art. 20 Abs. 1 USG). 

Im Allgemeinen kommt dem Bundesrat die Kompetenz zur Statuierung von 
Vorschriften über die Anlagen, den Umfang der zu treffenden Massnahmen, die 
Fristen und das Verfahren zu (Art. 16 Abs. 2 USG). 

 
 
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3.3 Dieses Konzept wird ergänzt durch die besonderen Bestimmungen des 
USG und der LSV für (wesentlich) geänderte bestehende Anlagen (Altanlagen). 

Art. 18  Abs.  1  USG  bestimmt, dass eine  sanierungsbedürftige  Anlage  nur 
umgebaut  oder  erweitert  werden  darf,  wenn  sie  gleichzeitig  saniert  wird.  In 
diesem  Rahmen  können  (bereits  gewährte)  Erleichterungen  (im  Sinne  von 
Art. 17 USG) eingeschränkt oder aufgehoben werden. Die Botschaft zu Art. 18 
USG führt aus, dass Anlagen, die (wesentlich) umgebaut oder erweitert werden, 
grundsätzlich den gleichen Anforderungen genügen müssen wie neue Anlagen. 
Erleichterungen,  wie  sie  für  die  Sanierung  alter  Anlagen  gewährt  werden 
können, sollten dabei – von Härtefällen abgesehen – wegfallen (Botschaft des 
Bundesrates  vom  31.  Oktober  1979  zu  einem  Bundesgesetz  über  den 
Umweltschutz [BBl 1979 III 798]). 

oder 

Änderungen 

Erweiterungen 

Unwesentliche 

keine 
Sanierungspflicht  für  die  bestehenden  Anlageteile  aus.  Gemäss  Art. 8  Abs. 1 
LSV  müssen  nur  die  Lärmemissionen  der  neuen  oder  geänderten  Anlageteile 
soweit  begrenzt  werden,  als  dies  technisch  und  betrieblich  möglich  sowie 
wirtschaftlich tragbar ist. Für die Sanierung der bestehenden Anlageteile bleibt 
es  in  einem  solchen  Fall  bei  den  Vorgaben von  Art. 16 f.  USG  i.V.m.  Art. 14 f. 
LSV.  

lösen 

oder 

geänderte 

Wesentlich 

erweiterte  Anlagen  müssen 

die 
Immissionsgrenzwerte  einhalten  und  nicht  –  wie  bei  Neuanlagen  gemäss 
Art. 25  Abs. 1  USG  –  die  Planungswerte.  Werden  jedoch  Erleichterungen 
gewährt,  müssen  –  wie  bei  Neubauten  gemäss  Art. 25  Abs. 3  USG  –  ab 
Überschreitung  der 
Immissionsgrenzwerte  Schallschutzmassnahmen  an 
bestehenden  Bauten  angeordnet  und  vom  Eigentümer  der  lärmigen  Anlage 
finanziert werden (Art. 8 Abs. 2 i.V.m. Art. 10 und 11 LSV).  

Diese Regelung wurde von Rechtsprechung und Literatur insofern ergänzt, 
als  in  bestimmten  Fällen  eine  vollständige  Gleichstellung  mit  Neubauten 
geboten  ist.  Dies  ist  der  Fall,  wenn  eine  bestehende  ortsfeste  Anlage  in 
konstruktiver  oder  funktionaler  Bedeutung  so  weit  verändert  wird,  dass  der 
weiterbestehende  Teil  der  Anlage  von  geringerer  Bedeutung  erscheint  als  der 
erneuerte  Teil  (sog.  übergewichtige  Erweiterung).  Gleiches  gilt  bei  einer 
vollständigen Zweckänderung (zum Ganzen BGE 141 II 483, E. 3).  

3.4  Wie  bereits  erwähnt,  ist  für  die  Beantwortung  der  Frage,  ob  eine 
wesentliche Änderung im Sinne von Art. 8 Abs. 2 und 3 LSV vorliege, in erster 
Linie  massgeblich,  ob  die  Änderung  wahrnehmbar  stärkere  Lärmimmissionen 
(der  Anlage  selbst  oder  zufolge  Mehrbeanspruchung  bestehender  [bspw.: 
Verkehrs-]Anlagen) zur Folge habe (Art. 8 Abs. 3 USG; BGE 141 II 483, E. 4.2; 
BGr,  18.  August  2010,  1C_372/2009,  E. 3.2,  mit  weiteren  Hinweisen  zur 
Rechtsprechung).  Diese  Sichtweise  erweist  sich  –  entgegen  vereinzelter 
Lehrmeinungen  –  als  bundesrechtskonform  und  steht  insbesondere  nicht  im 
Widerspruch zum Anordnungsgehalt von Art. 18 USG, zumal es sich bei Art. 8 
(teilweise) 
Abs. 2  und 3  LSV  um  eine  kompetenzgemäss  erlassene 
gesetzesvertretende  Verordnungsbestimmung  handelt  (BRGE  I  Nr.  0116/2021 
vom 16. Juli 2021, E. 2.4-2.6, mit Hinweisen). 

 
 
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sie  nicht  nur  der  Sanierung, 

Nach  der  Rechtsprechung  ist  die  Frage  nach  einer  Erhöhung  der 
Immissionen  aber  nicht  das  einzige  Kriterium,  welches  im  Lichte  von  Art. 8 
Abs. 2  und 3  LSV  der  Betrachtung  bedarf.  Das  Bundesgericht  verwies  in 
BGr 1C_372/2009  auf  die  weiteren,  von  der  Literatur  entwickelten  Kriterien 
(weitreichender  Eingriff  in  die  Bausubstanz,  erhebliche  Kosten),  ohne  dazu 
konkret  Stellung  zu  nehmen.  Es  verneinte  im  konkreten  Fall  eine  erhebliche 
Änderung  des  infrage  stehenden  Flugfelds,  zumal  die  streitigen  Bauten  (von 
erheblichem  Ausmass)  keine  Änderung  des  Flugbetriebs  bewirken  könnten, 
solange  das  Betriebsreglement  nicht  geändert  worden  sei.  Die  Prüfung  sei 
daher 
im  Rahmen  des  Verfahrens  zur  Genehmigung  des  neuen 
Betriebsreglements vorzunehmen. In verschiedenen Urteilen – zumeist anhand 
von Schiessanlagen oder Flughäfen – wurde eine wesentliche Änderung dann 
bejaht,  wenn 
sondern  auch  der 
Kapazitätserweiterung  diente.  Geboten  ist  indes  eine  gesamthafte  Abwägung 
(BGE 141 II 483, E. 4.2, mit Hinweisen; BGr, 18. August 2010, 1C_372/2009, E. 
3.2; BGE 133 II 181, E. 7.2). Das Bundesgericht führte unter Bezugnahme auf 
die  Gesetzesmaterialien  weiter  aus,  der  Bundesrat  habe  die  Verpflichtung  zur 
gleichzeitigen  Sanierung  von  Anlagen,  die  vor  Ablauf  der  Sanierungsfrist 
umgebaut  oder  erweitert  werden,  damit  begründet,  dass  die  Kosten  für  eine 
Sanierung  bedeutend  niedriger  seien,  wenn  diese  in  einem  Zug  mit  einem 
Umbau  oder  einer  Erweiterung  durchgeführt  werden  könne.  Dieses  Anliegen 
lasse sich nur sinnvoll umsetzen, wenn auch grössere bauliche Veränderungen 
der bestehenden Anlage als wesentlich gelten würden. Andernfalls könnte eine 
sanierungspflichtige Anlage vor Ablauf der Sanierungsfrist umfassend erneuert 
werden,  ohne  dass  gleichzeitig  die  eigentlich  notwendige  Lärmsanierung 
durchgeführt  werden  müsste.  Dies  wäre  nicht  sachgerecht  und  widerspräche 
dem  Anliegen  des  historischen  Gesetzgebers.  Der  für  das  Sanierungsrecht 
massgebliche Grundsatz des Vertrauensschutzes verliere an Bedeutung, wenn 
der  Eigentümer  den  bestehenden  Zustand  und  damit  die  zuvor  getätigten 
Investitionen  freiwillig  aufgebe.  Bei  Nationalstrassen  und  anderen  öffentlichen 
Anlagen  stehe  indes  weniger  der  Vertrauensschutz  im  Vordergrund,  sondern 
das  öffentliche 
Interesse  am  Weiterbetrieb  von  gesamtwirtschaftlich 
bedeutsamen  Anlagen  einerseits  und  an  der  Finanzierbarkeit  der  sehr  hohen 
Sanierungskosten für das Gemeinwesen andererseits. Werde bereits mit hohen 
Kosten  in  die  Bausubstanz  eingegriffen  und  damit  die  Funktionsfähigkeit  der 
Anlage  durch  Baustellen  über  längere  Zeit  beeinträchtigt,  müssten  gleichzeitig 
(BGE 
die  notwendigen  Sanierungsmassnahmen  vorgenommen  werden 
141 II 483, E. 4.4, mit Hinweisen). 

3.5 Vorliegend ist nicht ersichtlich – und wird vom Rekurrenten auch nicht 
geltend  gemacht  –  dass  hinsichtlich  der  A.-Anlage  (insbesondere:  der 
Sportfelder)  vor  dem  Jahr  2016  ein  (lärmrechtlicher)  Sanierungsbedarf 
bestanden habe. Zur Beurteilung steht mithin einzig die Frage der (rechtlichen) 
Implikationen der mit Bauentscheid vom 7. Juni 2016 bewilligten Umgestaltung 
(Neuerstellung  und  Vergrösserung  des  Hartsportplatzes,  neue  Laufbahn  und 
neuer Spielplatz). Dabei kann letztlich offen bleiben, ob vorliegend die Schwelle 
einer  wesentlichen  Änderung  im  Sinne  von  Art. 8  Abs. 2  und 3  LSV  erreicht 
bzw. überschritten wurde oder nicht. Auch wenn letzteres bejaht würde, wären, 
wie Art. 8 Abs. 2 LSV zutreffend festhält, vorliegend die Immissionsgrenzwerte 
(und nicht etwa die Planungswerte für Neuanlagen) anwendbar. 

 
 
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Die Schwelle für eine übergewichtige Erweiterung, welche die Anwendung 
der Planungswerte für Neuanlagen (Art. 23 USG) zur Folge hätte, vermögen die 
im  Jahr  2016  bewilligten  Änderungen  bei  Weitem  nicht  zu  erreichen.  Eine 
übergewichtige  Erweiterung  ist  –  wie  bereits  erwähnt  –  nur  zu  bejahen,  wenn 
eine bestehende  ortsfeste Anlage  in  konstruktiver  oder funktionaler  Beziehung 
so  weit  verändert  wird,  dass  der  weiterbestehende  Teil  der  Anlage  von 
geringerer  Bedeutung  erscheint  als  der  erneuerte  Teil  (BGE 141 II 483,  E. 
3.3.3, mit Hinweisen). Vorliegend war und ist die (gesamte) A.-Anlage in der – 
wie  auch  der  Rekurrent  ausführt  –  gebotenen  Gesamtbetrachtung 
flächenmässig genau gleich gross wie vor der Umgestaltung. (…) Der Hartplatz 
(roter  Tartanbelag)  wurde  neu  längs  statt  quer  zur  Anlage  ausgerichtet  und 
(eher  geringfügig)  vergrössert.  Bereits  vor  der  Umgestaltung  sind  namentlich 
verschiedene  Spielfelder 
(…)  zu  erkennen.  Neu  besteht  auf  einem 
(untergeordneten)  Teil  der  vormaligen  (Rasen-)Spielfläche  eine  Laufbahn.  (…) 
Eine  grundlegende  Änderung  der  Funktionsweise  ging  mit  den  Modifikationen, 
wie  aufgrund  von  deren  Beschrieb  und  den  tatsächlichen  Gegebenheiten  vor 
Ort ohne weiteres klar wird, nicht einher. 

Nicht  relevant  für  die  Frage  einer  übergewichtigen  Erweiterung  ist 
namentlich,  ob  die  A.-Anlage  –  wie  vom  Rekurrenten  geltend  gemacht  –  in 
ihrem heutigen Zustand vom Publikum intensiver genutzt werde und ob die für 
die  im  Jahr  2016  anhand  genommene  Umgestaltung  erhebliche  Kosten 
angefallen  seien.  Wie  erläutert,  wären  diese  Fragen  nur  dann  relevant,  wenn 
gleichsam  die  Frage  einer  Sanierungspflicht  (Art. 18  Abs. 1  USG)  im  Raum 
stünde. 

3.6 Im Ergebnis ist die A.-Anlage (Schulanlage und Sportfelder), da sie vor 
dem  Inkrafttreten  des  USG  am  1.  Januar  1985  erstellt  wurde  und  keine 
übergewichtige  Erweiterung  vorliegt,  umweltrechtlich als  (vor-)bestehende  (Alt-
)Anlage  zu  qualifizieren.  Für  die  nachfolgende  Beurteilung  sind  im  Sinne  von 
Art.  8  Abs.  2  LSV  –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Ausführungen  zum 
Vorgehen  bei  der  Lärmermittlung  bei  Sportanlagen  im  Einzelnen,  zumal  die 
LSV  für  Sportlärm  keine  Belastungsgrenzwerte  festlegt  –  grundsätzlich  die 
Immissionsgrenzwerte (bzw.: Immissionsrichtwerte) massgeblich. 

4.1 Der Rekurrent beanstandet im Weiteren, dass die Vorinstanz anlässlich 
der  Beurteilung  des  mit  Bauentscheid  vom  7. Juni 2016  bewilligten 
Bauvorhabens  (Neuerstellung  und  Vergrösserung  des  Hartsportplatzes,  neue 
Laufbahn  und  neuer  Spielplatz)  das  Entwicklungs-  und  Lärmpotenzial  der 
Anlage völlig unterschätzt habe. (…) Die Vorinstanz habe sich mit dem üblichen 
Hinweis  begnügt,  dass  im  Falle  berechtigter  Lärmklagen  die  Anordnung 
zusätzlicher  baulicher  und/oder  betrieblicher  Massnahmen  vorbehalten  bleibe. 
(…) 

4.2  Nach  Art. 11  Abs. 2  USG  sind  Emissionen  (Luftverunreinigungen, 
Lärm,  Erschütterungen  und  Strahlen)  im  Rahmen  der  Vorsorge  so  weit  zu 
begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar 
ist  (vorsorgliche  Emissionsbegrenzung).  Der  rechtliche  Ansatz  zur  Beurteilung 
der  wirtschaftlichen  Tragbarkeit  ist  auf  gewinnorientierte  Unternehmungen 
bezogen. Wird der Ansatz auch auf Anlagen angewendet, die nicht (nur) nach 

 
 
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marktwirtschaftlichen  Prinzipien  betrieben  werden,  so  verdichtet  sich  die 
Verwandtschaft  mit  dem  allgemeinen  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  zur 
völligen  Identität  (Schrade/Loretan,  Kommentar  zum  Umweltschutzgesetz,  2. 
A., 1998 ff., Art. 11 Rz. 35a). 

Gemäss  Art. 11  Abs. 3  USG  werden  die  Emissionsbegrenzungen 
verschärft,  wenn  feststeht  oder  zu  erwarten  ist,  dass  die  Einwirkungen  (der 
Anlage)  unter  Berücksichtigung  der  bestehenden  Umweltbelastung  schädlich 
oder  lästig  werden  (verschärfte  Emissionsbegrenzung),  andernfalls  bestimmt 
Art. 11 Abs. 2 USG das Mass der Emissionsbegrenzung abschliessend. Für die 
Beurteilung  der  schädlichen  oder  lästigen  Einwirkungen  legt  der  Bundesrat 
durch  Verordnung  Immissionsgrenzwerte  fest  (Art. 13  USG).  Diese  sind  so 
festzulegen,  dass  nach  dem  Stand  der  Wissenschaft  oder  der  Erfahrung 
Immissionen  unterhalb  dieser  Werte  die  Bevölkerung  in  ihrem  Wohlbefinden 
nicht erheblich stören (Art. 15 USG). Hinsichtlich Lärm gilt, dass Anlagen ohne 
Belastungsgrenzwerte,  deren  Lärmemissionen  sich  –  wie  vorliegend  –  auf 
Wohnzonen  der  Lärmempfindlichkeitsstufe  II  (vgl.  Art.  43  Abs.  1  lit.  b  LSV) 
auswirken, nach der Rechtsprechung ein Immissionsniveau einzuhalten haben, 
bei welchem höchstens geringfügige Störungen auftreten (zum Ganzen BRGE 
II Nr. 0108/2012 vom 3. Juli 2012, E. 3.4.1 und E. 3.4.2). 

4.3  Bei  der  Beurteilung  einer 

(möglichen)  Verschärfung  der 
Immissionsbegrenzungen  kann  es  sich  –  soweit  die  LSV,  wie  erwähnt,  für 
Anlagen  mit  entsprechenden  Lärmcharakteristika  keine  Belastungsgrenzwerte 
festlegt  –  aufdrängen,  bei  der  Beurteilung  einer  Anlage  auf  besondere 
Vollzugshilfen zurückzugreifen. So hat das BAFU hinsichtlich der Ermittlung der 
von  Sportanlagen  ausgehenden  Lärmemissionen 
letztmals  2017  eine 
Vollzugshilfe  für  die  Ermittlung  und  Beurteilung  von  Sportlärm  publiziert 
(nachfolgend: Vollzugshilfe BAFU 2017). Diese Vollzugshilfe basiert methodisch 
auf  den  Vorschriften  der  deutschen  Sportanlagenlärmschutzverordnung 
(Achtzehnte 
Bundes-
Immissionsschutzgesetzes vom 18. Juli 1991 [18. BlmSchV]), unter Anpassung 
der beschriebenen Methode an die schweizerischen Verhältnisse. (…) 

Durchführung 

Verordnung 

des 

zur 

Dabei  ist  stets  in  Erinnerung  zu  rufen,  dass  eine  direkte  Anwendung  der 
Immissionsrichtwerte  der  18.  BlmSchV  nach  der  bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung  ausser  Betracht  fällt.  Massgeblich  für  die  Beurteilung  ist 
schweizerisches  Lärmschutzrecht  (BGr,  31.  Januar  2011,  1C_278/2010, 
E. 4.4.3;  BGr,  5.  Dezember  2008,  1C_169/2008,  E. 3.4).  Aus  der  Konzeption 
der  18.  BlmSchV  direkt  und  damit  (auch)  aus  den  Vollzugshilfen  des  BAFU 
kann  der  Rekurrent  zu  seinen  Gunsten  jedenfalls  direkt  nichts  ableiten  (zum 
Ganzen  BRGE I  Nr. 0011/2019  vom  8.  Februar  2019,  E. 4.3  und  E. 4.4,  mit 
weiteren Hinweisen). 

4.4 Dass die Vorinstanz im Rahmen des Bauentscheids vom 7. Juni 2016 
sowie  bei  der  Beurteilung  im  angefochtenen  Entscheid  die  einschlägigen 
Vollzugshilfen des BAFU nicht zur Anwendung brachte, vermag damit nicht von 
vornherein  eine  Rechtsverletzung  zu  induzieren.  Indes  ist  vorliegend  die 
gemäss  § 7  VRG  und  Art. 36  LSV  geltende  Untersuchungspflicht  jedenfalls 
dahingehend  verletzt,  als  dass  Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  dass  eine  recht 

 
 
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ist 

starke  und  unter  lärmrechtlichen  Gesichtspunkten  nicht  zu  unterschätzende 
Benutzung  der  Aussenplätze  erfolgt.  (…)  Ohne  dies  mit  präjudizieller  Wirkung 
für  andere  Schul(aussen)anlagen  (…)  festhalten  zu  wollen,  erheischt  der 
Betrieb auf der A.-Anlage angesichts der relativen Intensität des Betriebs somit 
einlässlichere  Ermittlungen,  welche  die  Vorinstanz  (…)  nachzuholen  hat. 
Jedenfalls macht es sich die Baubehörde zu einfach, wenn sie es ohne weitere 
Ermittlungen  bei  der  rudimentären  Statuierung  einer  nächtlichen  Sperrzeit 
belässt  (BRKE  II  Nr.  0056/2004  =  BEZ  2004  Nr.  44,  E. 5  und  E. 6, 
www.baurekursgericht-zh.ch).  (…)  Die  Einbettung  der  Sportfelder  in  die 
Schulanlage 
rechtlich  nicht  von  Belang.  Die  Anwendbarkeit  des 
Lärmschutzrechts  setzt  keine  (eigentliche)  betriebliche  Unabhängigkeit  der 
lärmemittierenden  Anlage  voraus.  So  hat  die  Rechtsprechung  den  (separaten) 
Anlagecharakter  –  beispielsweise  –  auch  hinsichtlich  eines  auf  dem  Gelände 
eines 
gelegenen 
Ballspielplatzes bejaht (BRKE I Nr. 243/2009 vom 18. September 2009, E. 6.6, 
bestätigt  mit  VGr,  17.  November  2010,  VB.2009.00605,  dieser  bestätigt  mit 
BGr,  27.  Juli  2011,  1C_34/2011).  Indem  die  Vorinstanz  auf  eine  einlässliche 
bzw.  gutachterliche  Beurteilung  der  Sachlage  verzichtete,  hat  sie  mithin 
ist 
Bundesrecht  verletzt.  Die  erforderliche 
nachzuholen,  weshalb  die  Angelegenheit  antragsgemäss  zur  weiteren 
lärmmässigen  Untersuchung  (Begutachtung)  und  neuer  Entscheidung  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist. 

lärmrechtliche  Beurteilung 

historischen  Strandbads 

(Strandbad  Wollishofen) 

4.5  Bemerkungsweise 

im  Rahmen  der 
vorzunehmenden Ermittlungen in der Sache eine Berücksichtigung der auf der 
18.  BlmSchV  basierenden  Vollzugshilfen  des  BAFU  (2013,  2017)  kaum 
vermeidbar sein dürfte. (…)  

festzuhalten,  dass 

ist  (…) 

Ferner  ist  –  analog  zur  bereits  zitierten  Rechtsprechung  –  festzuhalten, 
dass bei der Prüfung von allfälligen Einschränkungen der Benützungszeiten die 
eigentlichen Bedürfnisse des Schulbetriebes voraussichtlich auszunehmen sein 
werden.  (…)  Im  einigermassen  geordneten  Normalbetrieb  sind  gewisse 
Belärmungen  hinzunehmen.  Abends  und  an  den Wochenenden  sind  bei  einer 
Sportanlage  hingegen  Einschränkungen  des  Betriebes  durchaus  denkbar,  da 
die  gegenläufigen  Interessen  der  Nachbarn  zu  diesen  Zeiten  stärker  ins 
Gewicht fallen. (…)  

Ob die Mittagsruhe, welche zwar in der Allgemeinen Polizeiverordnung (…) 
normiert  wird,  im  höherrangigen  Lärmschutzrecht  indessen  nicht  explizit 
vorgesehen  ist,  hier  nach  Massnahmen  ruft,  wird  die  Vorinstanz  mit  den 
Bedürfnissen des Schulbetriebs abzuwägen haben. (…)