# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1362ffea-f588-5640-ac87-bf87c5c8903b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 15.12.2011 R 2010 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2010-114_2011-12-15.pdf

## Full Text

R 10 114
5. Kammer 

URTEIL
vom 22. Februar 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. a) Die … AG (hiernach kurz Bergbahnen genannt) stellte am 29.04.2010 das 

Baugesuch für das Erstellen eines Busparkplatzes auf der Parzelle Nr. 263 

(…) in … Dieses Grundstück umfasst eine Fläche von 5'524 m2 und gehört 

der …, welche das Baugesuch mit unterzeichnet hat. Vorgesehen sind 10 

Busparkplätze.

b) Gegen dieses Vorhaben erhoben zahlreiche Nachbarn, 

zusammengeschlossen in einer Interessensgemeinschaft (IG) für das 

Wohnquartier …, Einsprache.

c) Am 12.10.2010 erteilte der … der Gemeinde … die Baubewilligung, 

gleichzeitig wies er die Einsprache der IG ab. 

d) Am 19.11.2010 reichte die Stockwerkeigentümergemeinschaft (StWEG) … 

dagegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

dem Begehren ein, die angefochtene Baubewilligung sei aufzuheben. Die 

Beschwerdelegitimation der StWEG sei gegeben, da sie sich in unmittelbarer 

Nachbarschaft zum genannten Busparkplatz befinde. Zehn Busse für 

Tagestouristen bedeuteten mindestens täglich 500 Personen, die einmal vom 

… zum … gelangten und dann meist alkoholisiert und lärmend wieder zum 

Parkplatz zurückkehrten. Dies stelle eine übermässige Immission für das 

Wohnquartier … dar. Es sei endlich Zeit, vor Ort die baulichen 

Voraussetzungen zu schaffen, damit die Busse direkt auf den … vor der 

Talstation gelangen könnten. Die Baubewilligung verletze Art. 23 Abs. 4 des 

Baugesetzes (BauG), denn die Bauherrschaft verfüge gar nicht über das 

erforderliche Durchgangsrecht. Auf der Parzelle Nr. 6147 der StWEG bestehe 

kein Fusswegrecht für die Bergbahnen, und das öffentliche Fusswegrecht 

über diese Parzelle sei bis zum 15.03.2003 befristet gewesen und inzwischen 

gelöscht worden. Die Bauparzelle befinde sich in der Zone für öffentliche 

Bauten (ZöBA). Gemäss Art. 67 BauG müssten die Bauten und Anlagen dort 

öffentlichen Interessen dienen. Hier sei eine private Nutzung geplant. Es 

stellten sich hier Fragen der Umweltschutzgesetzgebung. Immerhin habe die 

Baubehörde das Erstellen eines Elektranten verfügt, welcher das 

Laufenlassen der Motoren auf dem Parkplatz unterbinde. Das genüge aber 

nicht. Vor Ort müssten WC-Einrichtungen vorhanden sein und die 

Abfallentsorgung müsste gewährleistet sein. Offenbar seien Aufschüttungen 

geplant, bei einer Parkfläche von einigen 1000 m2 seien dies beträchtliche 

Massnahmen. Gemäss Art. 29 BauG seien Veränderungen des bestehenden 

Terrainverlaufs grundsätzlich nicht zulässig, ausser die Aufschüttung diene 

der besseren architektonischen Eingliederung der Baute in die Umgebung 

oder wenn es sich um unumgängliche Abgrabungen oder Aufschüttungen 

handle. Vorliegend sei ein solcher Ausnahmegrund aber nicht gegeben. 

Zudem werde die Aussicht des Mehrfamilienhauses (MFH) … tangiert. Es 

gebe geeignetere und näher liegende Möglichkeiten für einen Busparkplatz, 

etwa auf dem …parkplatz. Die Baubehörde hege zu Unrecht keine Bedenken 

wegen der Verkehrssicherheit. Auf der … vor der Einfahrt zum Busparkplatz 

würden sich unhaltbare Zustände ergeben, wenn morgens gleichzeitig 

mehrere Cars ankämen. 

2. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Gemeinde … (Vorinstanz) die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Der Einwand der fehlenden 

Zonenkonformität erweise sich als unbegründet. In der ZöBA seien nicht nur 

öffentliche Bauten, sondern auch Bauten und Anlagen, die den öffentlichen 

Interessen dienten, zulässig. In der Tourismusdestination … dienten 

Parkierungsmöglichkeiten für Touristenbusse diesen öffentlichen Interessen. 

Die Frage, ob ein solcher Parkplatz auch anderswo erstellt werden könne 

(Frage der Standortgebundenheit) stelle sich gar nicht. Auch die 

Befürchtungen betreffend übermässige Immissionen seien unbegründet. Wie 

die internen Abklärungen beim Umweltschutzdelegierten gezeigt hätten, sei 

ausgeschlossen, dass durch den Betrieb des Busparkplatzes Immissionen 

entstünden, welche die einschlägigen Grenzwerte überschritten. In der ZöBA 

gelte die Empfindlichkeitsstufe (ES) III. Um das Problem der lärm- und 

lufthygienischen Belastung zu entschärfen, habe der Umweltschutzdelegierte 

die Installation eines Elektranten empfohlen, welcher das Laufenlassen des 

Motors auf dem Busparkplatz unterbinde. Eine entsprechende Auflage sei mit 

der Baubewilligung verknüpft worden. Die Beschwerdeführerin lege nicht dar, 

welche zusätzlichen Massnahmen noch geeignet sein könnten. Die unter dem 

Titel Vorsorgeprinzip gestellte Forderung nach zusätzlichen WC-

Einrichtungen erweise sich als ungerechtfertigt. Während der Fahrt sei es 

Sache der Transporteure, die diesbezüglichen Bedürfnisse abzudecken. 

Nach der Ankunft gebe es in der benachbarten Talstation … eine WC-Anlage, 

so dass kein Bedürfnis für eine weitere WC-Anlage bestehe. Die Anfahrt der 

Busse erfolge zwischen 09.00 und 10.00 Uhr, die Wegfahrt zwischen 16.00 

und 17.00 Uhr. Sonst gebe es während des ganzen Tages und am Abend 

keinerlei Immissionen. Die aus- und einsteigenden Gäste verursachten 

zudem nur geringfügig und kurzfristigen Lärm. Auch aus Sicht der 

Verkehrssicherheit bestünden keine Bedenken. Die Parkierungsanlage könne 

gefahrlos benützt werden. Die Zu- und Wegfahrt der Busse sei mit den 

zuständigen Organen der Verkehrspolizei und dem kantonalen Tiefbauamt 

(TBA) abgesprochen (vgl. Verfügung TBA Graubünden vom 20.10. 2010). 

Ungerechtfertigt sei auch der Einwand des ungenügenden Zuganges. Die 

Gemeinde habe bereits im Einspracheentscheid dargetan, dass die Touristen 

vom Busparkplatz über die … und die untere … zur Talstation des … bzw. der 

… gelangen könnten, so dass eine valable Alternative bestehe. Zudem 

erscheine höchst unsicher, ob für den im Generellen Erschliessungsplan 

(GEP) eingezeichneten öffentlichen Durchgang überhaupt die Parzelle der 

Beschwerdeführerin beansprucht werden müsse. Soweit ersichtlich, verlaufe 

dieser Durchgang der Grenze der Parzelle Nr. 6147 entlang, also nicht über 

das Areal der Stockwerkeigentümer. Mehr als gesucht sei schliesslich der 

Einwand, dass eine unzulässige Aufschüttung vorliege. Es liege gar kein 

Anwendungsfall im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BauG vor. Es gehe nicht um eine 

selbständige Aufschüttung, sondern um eine Geländeveränderung, welche 

durch das Bauprojekt bedingt sei und mit diesem aufs engste 

zusammenhänge. Auf jeden Fall sei diese Terrainveränderung auch 

unumgänglich im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BauG. 

3. In ihrer Stellungnahme beantragten die Bergbahnen (Bauherrschaft) die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Es sei nur mit unwesentlichen 

Störungen respektive Immissionen zu rechnen. Der bestehende Strassenlärm 

sei ungleich stärker wahrnehmbar als der Lärm wegen der einmaligen An- und 

Wegfahrt von 10 Bussen. Eine Verlegung des Busparkplatzes auf den 

…parkplatz scheitere bereits an der fehlenden öffentlichen 

Zufahrtsmöglichkeit; denn die Unterführungen unter den RhB-Geleisen seien 

nicht geeignet. Das Baugrundstück sei sowohl in tatsächlicher wie in 

rechtlicher Hinsicht erschlossen, die Baureife sei deshalb gegeben. Es seien 

dies die … mit dem anschliessenden Strassennetz, die … und der Fussweg 

über die Brücke des … bis hin zur Talstation der Sesselbahn oder der 

Seilbahn. Das im Grundbuch eingetragene, befristete öffentliche 

Fusswegrecht entlang des Grundstücks Nr. 6147 der Beschwerdeführerin 

müsse daher seitens der Bauherrschaft gar nicht beansprucht werden. 

Tatsache sei aber, dass der besagte Weg seit jeher öffentlich zugänglich sei. 

Auch nach dem Ablauf der Dienstbarkeit sei der Durchgang niemandem 

verwehrt worden. Damit gehe faktisch eine Widmung zu Gunsten der 

Öffentlichkeit einher, auch wenn dies die Gemeinde anders beurteile. Der 

Busparkplatz sei zonenkonform, die Verwirklichung des Bauvorhabens 

benötige keine Umzonung. Art. 29 BauG lasse zudem unumgängliche 

Aufschüttungen zu. Hier handle es sich um eine solche. Die 

Verkehrssicherheit sei gewährleistet.

4. Der zweite Schriftenwechsel brachte keine wesentlich neuen Gesichtspunkte 

hervor.

5. Am 21.02.2011 führte eine Delegation des Verwaltungsgerichts (5. Kammer) 

einen Augenschein vor Ort durch, an welchem die StWEG … durch ihren 

Verwalter … (… AG) und fünf StW-Eigentümer vertreten war. Die Gemeinde 

(Vorinstanz/Beschwerdegegnerin 1) nahm durch die Gemeindearchitektin, 

den Bauinspektor und den Rechtsvertreter (RA …) teil. Die Bauherrschaft 

(Bergbahnen/Beschwerdegegnerin 2) war sodann durch ein Mitglied der 

Geschäftsleitung und den Rechtsvertreter (RA ….) vor Ort präsent. Anlässlich 

der Begehung wurde allen Anwesenden die Möglichkeit gegeben, sich an drei 

verschiedenen Standorten auch noch mündlich zur Sache zu äussern, wovon 

allseits Gebrauch gemacht wurde. Seitens des Gerichts wurden noch 

insgesamt acht Fotos über die örtlichen Verhältnisse erstellt und zu den Akten 

genommen. Von Seiten der Beschwerdeführer wurde zudem noch ein 

„Panoramafoto“ ab einem Balkon ihres Mehrfamilienhauses (ohne 

Schneemassen; mit früherer Nutzung als Buskehrplatz) eingereicht und dem 

Protokoll des Augenscheines beigefügt.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden (KRG) sind Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen (ZöBA) für 

öffentliche oder öffentlichen Interessen dienende Bauten und Anlagen 

bestimmt. Untergeordnete private Nutzungen sind zulässig, wenn sie mit 

zonenkonformen Bauten baulich verbunden sind. Ergänzend wird dazu in Art. 

67 Satz 1 des Baugesetzes (BauG) der betreffenden Gemeinde noch 

bestimmt: In der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen dürfen nur Bauten 

und Anlagen errichtet werden, die öffentlichen Interessen dienen. 

b) Nach Ansicht des Gerichtes ist die Zonenkonformität des geplanten Projektes 

(Errichtung Busparkplatz mit insgesamt 10 Abstellplätzen) auf der 5'524 m2 

grossen Parzelle Nr. 263 anstelle des bisherigen Buskehrplatzes im Sinne der 

gesetzlichen Vorschriften für Bauten/Anlagen in einer ZöBA (Art. 28 Abs. 1 

KRG i.V.m. Art. 67 Satz 1 BauG) klarerweise zu bejahen. Ein Busparkplatz - 

selbst im Zusammenhang mit dem Betrieb einer privatwirtschaftlich 

orientierten Bergbahnunternehmung (Beschwerdegegnerin 2) – kann in einer 

ausgesprochenen Touristikdestination mit vielen Tagesgästen bzw. Ski- und 

Schneesportlern von auswärts nämlich durchaus als eine den öffentlichen 

Interessen dienende Anlage bezeichnet werden, so dass ein solcher 

Parkplatz in der ZöBA zonenkonform ist und somit ohne Weiteres erstellt und 

betrieben werden darf. Das Abstellen von Bussen im Interesse und Nutzen 

breiter Bevölkerungskreise muss folglich in der ZöBA zulässig sein, da es für 

die dortige Zonenkonformität einzig auf den konkreten Verwendungszweck 

und nicht etwa auf die Eigentumsverhältnisse am fraglichen Grundstück 

(Parz. 263) ankommt. Wenn der geplante Busparkplatz jedoch eindeutig 

zonenkonform ist, stellt sich die von der Beschwerdeführerin aufgeworfene 

Frage, ob es der Beschwerdegegnerin 2 denn nicht allenfalls möglich wäre, 

einen „geeigneteren Standort“ für diesen Parkplatz zu finden, vorliegend 

überhaupt nicht mehr. Die von der Beschwerdeführerin angeregte 

Alternativlösung (Ausbau/Benutzung des unweit entfernt gelegenen 

…parkplatzes) muss deshalb hier auch nicht weiter geprüft und verbindlich 

entschieden werden.

2. a) Gemäss Art. 11 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (USG) sind 

Emissionen im Rahmen der Vorsorge – unabhängig von der bestehenden 

Umweltbelastung – so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich 

möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Abs. 2). Die Emissionsbegrenzungen 

werden verschärft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen 

unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich und 

lästig werden (Abs. 3). Nach Art. 7 der Verordnung über die 

Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV) besteht je nach Projekt eine Pflicht zur 

Erstellung eines Umweltverträglichkeitsberichts. Gemäss Anhang zur UVPV 

(Nr. 11.4) besteht eine solche UVP-Verpflichtung bei der Erstellung von 

Parkhäusern oder Parkplätzen für mehr als 500 Motorwagen. Nach Art. 64 

BauG ist die Zone für touristische Infrastrukturanlagen der Lärm-

empflichkeitsstufe (ES) III und die ZöBA (gemäss Art. 67 BauG) der ES II 

zugewiesen. Die Empfindlichkeitsstufen (ES) sind überdies in Art. 43 der 

eidgenössischen Lärmschutzverordnung (LSV) geregelt. Im Anhang 3 der 

LSV sind die Belastungswerte für den Strassenlärm in Ziff. 2 aufgelistet, wobei 

in der ES II der Planungswert bei 55 Dezibel (am Tag) und 45 dB (Nacht) bzw. 

der Immissionsgrenzwert bei 60 dB (Tag) und 50 dB (Nacht) liegt. Bei der ES 

III betragen die Planungswerte 60 dB und 50 dB bzw. die 

Immissionsgrenzwerte 65 dB und 55 dB. Bezüglich Ermittlungspflicht wird in 

Art. 36 Abs. 1 LSV stipuliert, dass die Vollzugsbehörde die 

Aussenlärmimmissionen ortsfester Anlagen zu ermitteln oder deren 

Ermittlung anzuordnen habe, wenn sie Grund zur Annahme habe, dass die 

massgebenden Belastungsgrenzwerte überschritten seien bzw. ihre 

Überschreitung zu erwarten sei.

b) Was den Einwand der (die Befürchtung von) „übermässigen Immissionen“ auf 

die mit einem Mehrfamilienhaus überbaute Wohnliegenschaft der 

Beschwerdeführerin betrifft, so kann keine Rede davon sein, dass die 

Benützung des Busparkplatzes mit nur 10 Bussen für die Nachbarschaft mit 

übermässigen Lärmimmissionen verbunden sei. Es gilt dabei speziell zu 

beachten, dass die Verwendung des fraglichen Parkplatzes im Wesentlichen 

auf die Touristiksaison (Wintermonate) befristet ist und dass sich die An- und 

Wegfahrt der maximal 10 Busse zeitlich bloss auf eine kurze Zeitspanne am 

Morgen (09.00-10.00 Uhr) und am Nachmittag (16.00-17.00 Uhr) beschränkt. 

Dabei erscheint die Darstellung der Beschwerdeführerin hinsichtlich der 

grölenden und alkoholisierten Skisportler sehr übertrieben und unrealistisch. 

Es wurde in dieser Beziehung ein Bild gezeichnet, das mitnichten dem 

Normzustand der überwiegend anständigen und zivilisierten Schneesportler 

entspricht. Auch die Forderung nach eigenständigen WC-Anlagen auf der 

Busparkparzelle 263 erscheint dem Gericht gänzlich unbegründet; denn die 

modernen Reisecars verfügen bereits über eigene WC-Anlagen, so dass die 

Gäste entweder diese benützen können oder nach der Ankunft am Zielort 

oder sonst vor der Abfahrt nach Hause noch die Toiletten und WC-Anlagen 

der Talstation der unweit entfernt situierten … frequentieren können. Die 

hierzu geäusserten Bedenken bezüglich der befürchteten Immissionen (Lärm 

sowie Gestank) erweisen sich daher als unbegründet. Dieser Einschätzung 

ist hier umso mehr beizupflichten, als von der nahen …strasse oberhalb des 

MFH der Beschwerdeführerin als stark frequentierter Hauptverkehrsachse ein 

beträchtlich höheres Lärm- und Störpotential als vom Busparkplatz ausgeht, 

da jene Strasse Tag und Nacht (24 Stunden) während des ganzen Jahres (12 

Monate) – zum Teil auch von Krankenwagen des nahegelegenen Spitals oder 

anderen Rettungs- und Blaulichtorganisationen – befahren wird, während der 

Busparkplatz eben nur periodisch genutzt werden wird. Hinzu kommt, dass 

das MFH der Beschwerdeführerin nicht direkt an die Busparkparzelle 263 

angrenzt (getrennt durch „…“), sondern – ganz im Gegensatz zum Nachbarn 

im Westen (Parz. 1316 mit Einfamilienhaus) – noch eine gewisse räumliche 

Distanz zum Parkierungsareal auf Parz. 263 aufweist. Ferner wird auch die 

Aussicht (Panoramablick) vom MFH der Beschwerdeführerin gegen Süden 

nicht negativ beeinflusst, da der talaufwärts positionierte Busparkplatz 

versetzt in Richtung Westen zu stehen käme und deshalb – im Vergleich zum 

bisherigen Wendeplatz für die öffentlichen Busverkehrsbetriebe – keine 

zusätzlichen Beeinträchtigungen aus optischer/visueller Sicht in Kauf 

genommen werden müssten (vgl. dazu illustratives „Panoramafoto“ ab Balkon 

der Beschwerdeführerin zu Jahreszeit ohne Schnee - erhalten anlässlich des 

winterlichen Augenscheins vom 21.02.2011 von Beschwerdeführerin – sowie 

Gerichtsfoto Nr. 7). Die bereits beim Aktenstudium gewonnenen Erkenntnisse 

haben sich im Zuge der erwähnten Ortsbegehung somit allesamt bestätigt und 

verifiziert.

3. a) Zur Verkehrssicherheit wird in Art. 36 BauG bestimmt: Bauliche Anlagen wie 

Einmündungen, Zu- und Ausfahrten sowie Ausgänge auf Strassen, Wege und 

Plätze dürfen die Benützer der Verkehrsanlagen nicht gefährden (Abs. 1). Die 

Baubehörde kann die Anpassung oder Beseitigung gefährlicher Anlagen 

verfügen (Abs. 2). Bezüglich der Erstellung und dem Betrieb von Parkplätzen 

wird in Art. 38 Abs. 2 Satz 1 BauG noch erwähnt, „Parkierungsanlagen 

müssten gefahrlos benützt werden können“ […].

b) Wie der gerichtliche Augenschein vom 21.02.2011 klar ergeben hat, vermag 

die Erstellung und der Betrieb des geplanten Parkplatzes für total 10 Busse 

auf Parz. 263 zu keiner Gefährdung der Verkehrssicherheit im Sinne von Art. 

36 i.V.m. Art. 38 Abs. 2 BauG zu führen. Sowohl das planmässig erstellte 

Parkleitkonzept (vgl. Übersichtspläne: „Einfahrt Parkplatz 5“, „Einfahrt 

Parkplatz 10“ und „Einfahrt/Ausfahrt für Entsorgung Schnee“ samt „Querprofil 

4“ betreffend Geländeprofile) für die Abstell- und Manövrierverhältnisse auf 

Parz. 263 selbst, als auch die Ein- und Ausfahrtsmündung ab Parz. 263 zur 

unmittelbar im Norden anschliessenden Hauptverkehrsache (Trottoir plus 

...strasse) sind gefahrlos nutzbar und stellen sicherlich noch kein 

unverantwortbares Gefahrenpotential für die dort zirkulierenden 

Verkehrsteilnehmer (Bustouristen; Gehsteigbenutzer sowie Automobilisten 

und übrige Strassenbenutzer) auf oder entlang der zeitweilig unbestritten 

stark frequentierten …strasse dar. Obwohl die …strasse eine leicht 

gekrümmte Kurve aufweist und in einer Entfernung von 60 Metern zur 

Parkplatzeinfahrt, d.h. im Westen auf Parz. 1316 (im Vorgarten zum EFH) 

eine hohe und dichte Baumgruppe existiert (vgl. Gerichtsfotos Nr. 1, 2 und 5), 

darf insgesamt doch klar festgehalten werden, dass die tatsächlichen 

Verkehrsverhältnisse objektiv noch als sehr übersichtlich und einfach 

bezeichnet werden können, weshalb auch der Einwand eines völlig 

inakzeptablen und sogar gesetzeswidrigen Sicherheitsrisikos durch den 

Busparkplatz auf Parz. 263 fehlt geht. 

4. a) Nach Art. 19 Abs. 1 Satz 1 des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes 

(RPG) ist eine Landparzelle dann erschlossen, wenn die für die betreffende 

Nutzung eine hinreichende Zufahrt besteht […]. Gemäss Art. 72 KRG werden 

Neubauten sowie wesentliche Umbauten und Veränderungen nur bewilligt, 

sofern das Grundstück baureif ist (Abs. 1). Ein Grundstück gilt dann als 

baureif, wenn seine Form und Grösse eine zonengemässe und 

zweckmässige Überbauung gestatten und das Grundstück für die 

beabsichtigte Nutzung vorschriftsgemäss erschlossen ist oder die 

Erschliessung bis zum Abschluss des Bauvorhabens ausgeführt wird (Abs. 

2). In Ergänzung zur zitierten Bestimmung des KRG wird in Art. 23 Abs. 3 

BauG zur Baureife noch konkretisiert: „Die Baubewilligung wird nur erteilt, 

wenn die Bauherrschaft nachweist, dass sie die erforderlichen dinglichen 

Rechte für die Erstellung und Benützung der Erschliessungsanlagen hat.“   

b) Wie der gerichtliche Augenschein auch in dieser Beziehung (genügender 

Zugang) eindeutig zeigte, können die künftigen Gäste des Busparkplatzes 

auch ohne Inanspruchnahme der Parzelle Nr. 6147 der Beschwerdeführerin 

(auf der linken Seite entlang des …; vgl. Gerichtsfotos Nr. 6 und 8) und auf 

sowohl rechtlich wie tatsächlich hinreichend gesichertem Weg (vgl. 

Gerichtsfotos Nr. 1, 2, 4, 5) zu den Lift- und Bahnanlagen der 

Beschwerdegegnerin 2 gelangen. Die dazu von der Beschwerdegegnerin 1 

aufgezeigte Marschroute ab der Parkplatzparzelle 263 auf dem 

angrenzenden Trottoir gegen Westen entlang der …strasse bis zur nächsten 

Strassenkreuzung, und von dort dann die …strasse hinab und auf dem 

Fussweg über die [untere] Brücke des … bis hin zur Talstation der Sesselbahn 

bzw. Seilbahn der Beschwerdegegnerin 2 ist realistisch und vermag als 

genügende Erschliessung bzw. Erschliessungsanlage im Sinne von Art. 19 

RPG, Art. 72 KRG sowie Art. 23 Abs. 3 BauG vollauf zu überzeugen. Die von 

der Beschwerdeführerin aufgeworfenen Frage, ob und wieweit das alte 

Wegrecht entlang ihrer Parzelle 6147 (Marschroute hier: Über die [obere] 

Brücke des … und dann am linken Ufer des … hinunter bis hin zur Talstation) 

überhaupt noch Gültigkeit habe und von der Öffentlichkeit in Anspruch 

genommen werden könne, stellt sich angesichts der praktikablen 

Alternativzugangsvariante (Umweg über untere …strasse) gar nicht mehr. 

5. a) Zu prüfen bleibt noch der Vorwurf der unzulässigen Geländeaufschüttung. 

Laut Art. 29 BauG sind Veränderungen des bestehenden Geländeverlaufs in 

der Regel nicht zulässig, ausser sie sind zur besseren architektonischen 

Eingliederung der Bauten in der Umgebung nötig (Abs. 1). Unumgängliche 

Abgrabungen und Aufschüttungen sind nach Abschluss der Arbeiten zu 

begrünen oder mit einheimischen Bäumen oder Sträuchern zu bepflanzen 

(Abs. 2). Die Baubehörde kann Wiederherstellungspläne verlangen (Abs. 3). 

Böschungen, Stütz- und Futtermauern sind auf das Unerlässliche zu 

beschränken (Abs. 4). Gestützt auf diese gesetzlichen Vorgaben gilt es zu 

entscheiden, ob die partielle Austarierung der Landfläche auf Parz. 263 zur 

Bereitstellung von 10 Busparkplätzen bereits als Geländeaufschüttung im 

Sinne von Art. 29 BauG zu qualifizieren ist. Sollte die Anwendbarkeit jener 

Vorschrift bejaht werden, ist das konkrete Vorhaben noch auf seine 

Verträglichkeit mit Art. 29 Abs. 2 BauG zu überprüfen.

b) Auch in diesem Punkt hat der gerichtliche Augenschein Klarheit gebracht. 

Zwar war bereits aus den eingereichten Akten und Unterlagen (vgl. dazu 

vorne: Erw. 3 b; Planskizze Querprofil 4 betreffend Geländehöhen 

„bestehend“ und „geplant“ mit Horizont 1'550.00 m.ü.M.) ersichtlich, dass 

überwiegend wohl nur eine „Ausebnung“ des bestehenden Geländes (mit 40 

cm Fundationsschicht) beabsichtigt war. Die Begehung vor Ort hat dazu nun 

jedoch noch bestätigt, dass die Erstellung des Parkplatzes wie jede andere 

bauliche Massnahme voraussetzt, dass das zum Teil unebene bzw. gar 

hügelige Terrain auf Parz. 263 (vgl. Gerichtsfoto Nr. 7) so ausgestaltet wird, 

dass ein tragfähiger und sicherer Abstellplatz angelegt werden kann. Die 

vorgenommenen Lückenfüllungen im Bodenterrain bzw. fragmentarischen 

Abgrabungen oder Nivellierungen können deshalb auch nicht schon als 

„bedeutende Veränderungen“ im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BauG angesehen 

werden. Vielmehr waren die kritisierten „Aufschüttungen“ eine sachliche 

Notwendigkeit, um die fragliche Landfläche auf Parz. 263 überhaupt als 

Abstellplatz für 10 Busse geordnet und sauber in Reih und Glied verwenden 

zu können. Wollte man diesen Art. 29 BauG aber trotzdem für anwendbar 

erklären, so käme Abs. 2 dieser Vorschrift zum Tragen, wonach 

Terrainveränderungen dann zulässig sind, wenn sie für das geplante 

Vorhaben unumgänglich sind. Um eine solche unverzichtbare 

Bodenveränderung handelt es sich hier aber gerade, denn anders liesse sich 

der fragliche Busparkplatz faktisch gar nicht realisieren.

6. a) Zusammengefasst ergibt sich, dass der angefochtene Baubewilligungs- und 

Einspracheentscheid der Gemeinde (Vorinstanz) vom 12.10.2010 somit in 

jeder Beziehung rechtens und verhältnismässig ist, was zu seiner Bestätigung 

und zur Abweisung der Beschwerde vom 19.11.2010 führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 des bündnerischen Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) 

umfassend und solidarisch der Beschwerdeführerin auferlegt. 

c) Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der anwaltlich vertretenen 

Gemeinde (Vorinstanz/Beschwerdegegnerin 1) nach Art. 78 Abs. 2 VRG nicht 

zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte. Die ebenfalls 

anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin 2 hat demgegenüber laut Art. 78 

Abs. 1 VRG einen Anspruch auf angemessene Entschädigung für die ihr aus 

dem Rechtsstreit notwendigerweise erwachsenen Kosten. Vorliegend kann 

dazu auf die vom Anwalt der Beschwerdegegnerin 2 eingereichte 

Honorarnote vom 28.01.2011 über Fr. 3'737.65 (gegliedert in: Arbeitsaufwand 

14.0 Std. à Honoraransatz Fr. 240.--/Std. = Fr. 3'360.00 plus Barauslagen 3% 

[= Fr. 100.80] zuzüglich 8% MWST auf Fr. 3'460.80 [= Fr. 276.85]; total Fr. 

3'737.65) verwiesen und diese betragsmässig unverändert übernommen 

werden. Die Beschwerdeführerin hat folglich noch an die 

Beschwerdegegnerin 2 einen Betrag von Fr. 3'737.65 zu bezahlen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 333.--

zusammen Fr. 3'333.--

gehen zulasten der Stockwerkeigentümergesellschaft (StWEG) … und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat die StWEG … die … AG mit Fr. 3'737.65 (inkl. MWST) 

zu entschädigen.

Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht am 10. November 2011 

gutgeheissen (1C_310/2011)