# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52d78eda-077f-51bf-bf18-db653278d36b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.02.2012 C-7393/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7393-2010_2012-02-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­7393/2010

U r t e i l   v om   6 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richterin Marianne Teuscher,
Richter Antonio Imoberdorf,
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

Parteien A._______,
Beschwerdeführer,
vertreten durch lic. iur. Alain Joset, Advokat,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Reisedokumente für ausländische Personen.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  1972  geborener  serbischer 
Staatsangehöriger, gelangte  im Oktober 2000  illegal  in die Schweiz und 
ersuchte  hier  um  Asyl.  Anlässlich  seiner  ersten  Anhörung  in  der 
Empfangsstelle  Basel  machte  er  geltend,  er  gehöre  zur  Minderheit  der 
Roma und sei von ethnischen Serben unterdrückt und zu Geldzahlungen 
genötigt worden. Mit  Behörden  habe  er  demgegenüber  keine Probleme 
gehabt.  Einen  Reisepass  habe  er  nie  besessen.  Zwar  habe  er  Jahre 
zuvor einmal einen beantragt, aus  ihm unbekannten Gründen aber nicht 
erhalten. 

B. 
Im Dezember 2000 gelangten auch die Ehefrau des Beschwerdeführers 
und die zwei gemeinsamen Kinder als Asylbewerber in die Schweiz. 

C. 
Mit Verfügung vom 19. Dezember 2000 lehnte das damalige Bundesamt 
für  Flüchtlinge  (BFF)  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab. 
Gleichzeitig  ordnete  es  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  deren 
Vollzug  an.  Gegen  diese  Verfügung  erhob  der  Beschwerdeführer  am 
18. Januar  2001  Rechtsmittel  bei  der  damals  zuständigen 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK).  Dabei  machte  er 
nunmehr geltend, er sei in seiner Heimat unter falschen Anschuldigungen 
in  ein  Strafverfahren  wegen  Betrugsangelegenheiten  verwickelt  und 
deswegen  während  vier  Monaten  in  Untersuchungshaft  gewesen.  Die 
wahren  Täter  –  ethnische  Serben  –  hätten  ihn  massiv  unter  Druck 
gesetzt,  damit  er  ein  Geständnis  ablege.  Zudem  hätten  sie  die 
Untersuchungs­  und  Gerichtsbehörden  bestochen,  damit  er  verurteilt 
werde. Nach Bezahlung einer Kaution sei er aus der Untersuchungshaft 
entlassen worden. 

D. 
Am 7. Mai 2002  lehnte das BFF auch die Asylgesuche der Ehefrau des 
Beschwerdeführers  und  ihrer Kinder  ab. Mit  gleicher Verfügung ordnete 
das  Bundesamt  die Wegweisung  der  Betroffenen  aus  der  Schweiz  an, 
wobei der Vollzug der Wegweisung als rechtmässig erachtet wurde. Auch 
gegen diese Verfügung wurde Beschwerde bei der ARK erhoben.

E. 
Mit  Urteil  des  inzwischen  zuständigen  Bundesverwaltungsgerichts  vom 

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26.  Mai  2009  wurden  die  beiden  Beschwerden  in  Bezug  auf  die 
Asylgewährung abgewiesen,  in Bezug auf den Vollzug der Wegweisung 
jedoch  gutgeheissen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtete  einen 
solchen  für  die  ganze  Familie  als  nicht  zumutbar;  dies  aufgrund  der 
Situation  der  Kinder  und  wegen  gesundheitlicher  Schwierigkeiten  der 
Mutter bzw. Ehefrau. 

F. 
Mit  Verfügung  vom  9.  Juni  2009  ordnete  das  BFM  die  vorläufige 
Aufnahme des Beschwerdeführers und seiner Familie an.

G. 
Am  2.  September  2010  beantragte  der  Beschwerdeführer  bei  der 
Migrationsbehörde  des  Kantons  Basel­Landschaft  einen 
Identitätsausweis  mit  Bewilligung  zur  Wiedereinreise.  In  einem 
Zusatzformular  betreffend Schriftenlosigkeit  hielt  er dazu  fest,  er erhalte 
von  der  Serbischen  Vertretung  in  der  Schweiz  keinen  nationalen 
Reisepass.  Zum  Beweis  reichte  er  eine  Bestätigung  der  Serbischen 
Botschaft  in Bern ein, datiert vom 24. August 2010. Darin wird bestätigt, 
dass dieser keinen serbischen Reisepass besitze.

H. 
Mit  Verfügung  vom  13.  September  2010  lehnte  die  Vorinstanz  das 
Gesuch ab. Der Beschwerdeführer könne nicht als schriftenlos betrachtet 
werden,  womit  es  an  einer  zwingenden  Voraussetzung  für  die 
Ausstellung  eines  Identitätsausweises  (mit  Bewilligung  zur 
Wiedereinreise)  fehle.  Aufgrund  seines  Status  als  rechtskräftig 
abgewiesener  Asylbewerber  mit  vorläufiger  Aufnahme  sei  es  ihm 
grundsätzlich  zumutbar  und  möglich,  bei  der  heimatlichen  Vertretung 
einen  Reisepass  zu  beantragen.  Zwar  habe  er  Kontakt  mit  der  für  ihn 
zuständigen  Serbischen  Vertretung  in  der  Schweiz  aufgenommen,  sich 
aber, soweit ersichtlich, nicht um den Erhalt eines Reisepasses bemüht, 
sondern  lediglich  eine  Bestätigung  dafür  angefordert,  dass  er  nicht  im 
Besitze eines serbischen Reisepasses sei.

I. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  14.  Oktober  2010  lässt  der 
Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  beantragen,  die 
verweigernde  Verfügung  sei  aufzuheben,  und  es  sei  ihm  ein 
Identitätsausweis  mit  Bewilligung  zur  Wiedereinreise  auszustellen.  Zur 
Begründung rügt er im Wesentlichen, die Vorinstanz habe das Vorliegen 

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einer Schriftenlosigkeit  zu Unrecht  verneint.  Ihm  könne  nicht  zugemutet 
werden,  zur  Beschaffung  eines  heimatlichen  Reisepasses  bei  den 
serbischen Behörden vorzusprechen, da er sonst im Zusammenhang mit 
dem  in seinem Heimatland gegen  ihn geführten Strafverfahren verhaftet 
würde.

J. 
Die Vorinstanz  verzichtete  in einer Vernehmlassung vom 12. November 
2010  auf  weitere  Ausführungen,  hielt  an  der  angefochtenen  Verfügung 
fest  und  schloss  auf  Abweisung  der  Beschwerde.  Die  Vernehmlassung 
wurde  dem  Beschwerdeführer  vom  Bundesverwaltungsgericht  zur 
Kenntnisnahme zugestellt.

K. 
Mit  einer  Eingabe  vom  11.  April  2011  liess  der  Beschwerdeführer  die 
Kopie  einer Erklärung  des Obergerichts  in Pancevo  (Republik Serbien), 
datiert vom 31. März 2011, zu den Akten reichen. Gemäss mitgereichter 
Übersetzung  wird  darin  unter  anderem  bestätigt,  dass  der 
Beschwerdeführer wegen Betrugs angeklagt und ein  ihm am 18. August 
1994 ausgestellter  und bis 18. August  1999 gültiger Reisepass gestützt 
auf  einen  Entscheid  des  Untersuchungsrichters  des  Bezirksgerichts 
Pancevo vom 19. Juli 1999 beschlagnahmt worden sei. Dem Dokument 
kann  im  Weiteren  entnommen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer 
gestützt  auf  eine  "Haftbebehlsausstellung"  vom  2.  März  2001  zur 
"Inhaftierung bestimmt" sei.

L. 
Mit  einer  weiteren  Eingabe  vom  24.  Mai  2011  schliesslich  liess  der 
Beschwerdeführer  eine  Erklärung  der  Serbischen  Botschaft  in  Bern, 
datiert  vom  23.  Mai  2011,  zu  den  Akten  reichen.  Darin  wird  bestätigt, 
dass  ein  von  ihm  deponierter  Antrag  auf  Ausstellung  eines  nationalen 
Reisepasses  nicht  entgegen  genommen  werden  könne,  weil  er  "keine 
entsprechende Aufenthaltsbewilligung (B­Visum) für die Schweiz" besitze. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  –  unter 
Vorbehalt  der  in  Art. 32  VGG  genannten  Ausnahmen  –  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

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20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  in  Art. 33 
VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  unter 
anderem  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Ausstellung  von 
Reisedokumenten  für  ausländische  Personen  (vgl.  Art. 59  des 
Ausländergesetzes  vom  16. Dezember  2005  [AuG,  SR  142.20]).  Das 
vorliegende  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  endgültig  (Art. 83 
Bst. c  Ziff. 6  des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [BGG, SR 
173.110]).

1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts 
anderes bestimmt.

1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  gemäss  Art.  48  Abs.  1  VwVG  zur 
Erhebung  des  Rechtsmittels  legitimiert.  Auf  die  frist­  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie,  wenn  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat,  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl. 
BVGE2011/1 E. 2).

3. 
3.1. Am 1. März 2010 wurde die Verordnung vom 20. Januar 2010 über 
die Ausstellung von Reisedokumenten für ausländische Personen (RDV, 
SR 143.5)  in Kraft gesetzt. Sie ersetzt die Verordnung vom 27. Oktober 
2004  über  die  Ausstellung  von  Reisedokumenten  für  ausländische 
Personen (vgl. AS 2004 45779). Machte die Verordnung vom 27. Oktober 
2004  über  die  Ausstellung  von  Reisedokumenten  für  ausländische 
Personen bei schriftenlosen schutzbedürftigen, vorläufig aufgenommenen 
oder asylsuchenden Personen das Ausstellen eines  Identitätsausweises 
mit  Rückreisevisum  noch  vom  Nachweis  spezifischer  Reisegründe 

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abhängig (vgl. Art. 5 Abs. 2 Bst. a bis c RDV von 2004), so verzichtet die 
revidierte  RDV  vom  20.  Januar  2010  für  vorläufig  aufgenommene  und 
schutzbedürftige  Personen  auf  diese  Reiserestriktionen.  Gemäss  Art.  4 
Abs. 4 RDV wird diesen beiden Personengruppen  für Auslandreisen auf 
Gesuch hin eine Bewilligung zur Wiedereinreise ausgestellt. Zwingend ist 
für  vorläufig  aufgenommene Personen  und Schutzbedürftige  jedoch  der 
Nachweis  der  Schriftenlosigkeit,  wenn  zusätzlich  ein  Identitätsausweis 
ausgestellt werden soll.

3.2. Als schriftenlos im Sinne der RDV gilt eine ausländische Person, die 
keine  gültigen  Reisedokumente  ihres  Heimat­  oder  Herkunftsstaates 
besitzt  und  von  der  nicht  verlangt  werden  kann,  dass  sie  sich  bei  den 
zuständigen  Behörden  ihres  Heimat­  oder  Herkunftsstaates  um  die 
Ausstellung  oder  Verlängerung  eines  Reisedokuments  bemüht  (Art.  6 
Abs.  1  Bst.  a  RDV),  oder  für  welche  die  Beschaffung  von 
Reisedokumenten  unmöglich  ist  (Art.  6  Abs.  1  Bst.  b  RDV).  Die 
Schriftenlosigkeit  wird  im Rahmen  der Gesuchsprüfung  durch  das  BFM 
festgestellt (Art. 6 Abs. 4 RDV).

3.3.  Vorliegend  ist  demnach  vorab  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  eine 
Schriftenlosigkeit zu Recht verneint hat, indem sie sowohl die Möglichkeit 
der  Beschaffung  eines  heimatlichen  Reisepasses  als  auch  die 
Zumutbarkeit  entsprechender  Bemühungen  bei  den  zuständigen 
heimatlichen  Behörden  als  gegeben  erachtete.  Die  Frage  der 
Zumutbarkeit,  mithin  diejenige,  ob  von  einer  gesuchstellenden  Person 
verlangt  werden  kann,  dass  sie  sich  vorgängig  bei  den  heimatlichen 
Behörden um Ausstellung eines nationalen Reisepasses bemüht hat,  ist 
dabei  nicht  nach  subjektiven,  sondern  nach  objektiven  Massstäben  zu 
beurteilen  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.335/2006  vom 
18. Oktober 2006 E. 2.1 mit Hinweis).

4. 
4.1.  Im  Sinne  einer  Vorbemerkung  ist  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer im Asylverfahren – zu seinen Ausweispapieren befragt 
– offensichtlich wahrheitswidrig ausgesagt hatte. Er hatte dort bestritten, 
je  einen  nationalen  Reisepass  besessen  zu  haben.  Aus  den  im 
Beschwerdeverfahren  edierten  Unterlagen  zu  schliessen,  hatte  er  aber 
einen  solchen  Reiseausweis  und  dieser  wurde  in  Serbien  im 
Zusammenhang mit  einem  gegen  ihn  geführten  Strafverfahren  kurz  vor 
Ablauf seiner Gültigkeit eingezogen. 

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4.2.  An  der  im  Beschwerdeverfahren  anfänglich  geltend  gemachten 
Unzumutbarkeit,  sich  bei  den  serbischen  Behörden  um  einen  neuen 
Reisepass zu bemühen, hält der Beschwerdeführer inzwischen zu Recht 
nicht mehr  fest. Das  in diesem Zusammenhang behauptete Risiko einer 
Verhaftung  in  den  Räumlichkeiten  der  serbischen  Botschaft  in  der 
Schweiz  ist  realitätsfremd  und  ein  solcher  Kontakt  muss  –  aus  der 
Bestätigung der serbischen Botschaft vom 24. August 2010 zu schliessen 
– bereits während des Gesuchsverfahrens stattgefunden haben. Nur der 
Vollständigkeit halber ist zu ergänzen, dass sich der Beschwerdeführer in 
diesem  Zusammenhang  nicht  erfolgreich  auf  Umstände  hätte  berufen 
können, die er zum Gegenstand seines inzwischen definitiv abgelehnten 
Asylgesuches  gemacht  hatte.  In  diesem  Zusammenhang  kann  auf  das 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­7229/2008  /  D­7039/2006  vom 
26. Mai 2009 verwiesen werden. Darin wurde dem Beschwerdeführer die 
Glaubwürdigkeit  abgesprochen,  soweit  er  das  gegen  ihn  eingeleitete 
Strafverfahren  als  asylrelevante  Verfolgungsmassnahme  darzustellen 
versuchte. Das Bundesverwaltungsgericht stellte unter anderem fest, das 
zum  Beweis  vorgelegte  Gerichtsdokument  lasse  keine  Indizien  dafür 
erkennen,  dass  das  Strafverfahren  nicht  nach  rechtsstaatlich  fairen 
Grundsätzen geführt worden wäre (E. 7.3). 

Dass  die  Schweiz  nicht  gehalten  sein  kann,  dem  Bürger  eines 
Drittstaates durch Ausstellung von Ersatz­Reisepapieren zu ermöglichen, 
sich einer (legitimen) Strafverfolgung zu entziehen, liegt auf der Hand und 
bedarf keiner weitergehenden Erläuterungen.

4.3. Der Beschwerdeführer beruft sich demgegenüber darauf, es sei ihm 
nicht  möglich,  einen  heimatlichen  Reisepass  zu  beschaffen.  Mit  den  in 
diesem  Zusammenhang  im  Gesuchs­,  bzw.  im  Beschwerdeverfahren 
eingereichten  Bestätigungen  der  Serbischen  Botschaft  in  Bern  vom  24. 
August 2010 und 23. Mai 2011 will er offenbar belegen, dass er sich bei 
der  zuständigen  Behörde  in  der  Schweiz  wiederholt  erfolglos  um 
Ausstellung  eines  nationalen  Reisepasses  bemüht  hat.  Anlass  und  Ziel 
der Kontaktnahmen, die zu den erwähnten Bestätigungen der serbischen 
Vertretung  führten,  sind allerdings nicht  transparent. Mit  ersterem Attest 
wurde  einzig  bestätigt,  dass  der  Beschwerdeführer  keinen  serbischen 
Pass besitze. Mit dem im Beschwerdeverfahren edierten Attest wird zwar 
behauptet,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Voraussetzungen  für  eine 
Passausstellung  durch  die  serbische  Vertretung  in  der  Schweiz  nicht 
erfülle. Weshalb sein Status in der Schweiz einer Annahme des Antrages 
entgegen stehen soll, wird aber nicht ausgeführt und ist auch nicht ohne 

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Weiteres  nachvollziehbar.  Schliesslich  kann  der  Bestätigung  auch  nicht 
entnommen werden, dass der Beschwerdeführer auf keine andere Weise 
zu einem heimatlichen Reisepass kommen kann. Die Bestätigung hat  in 
der abgegebenen Form nicht mehr als den Charakter einer Gefälligkeit, 
was  mit  dem  Hinweis,  wonach  sie  auf  Antrag  des  Beschwerdeführers 
ausgestellt worden sei, noch unterstrichen wird. 

5. 
Alles  in  allem  kann  nicht  davon  ausgegangen  werden,  der 
Beschwerdeführer  habe  sich  bisher  ernsthaft  um  Ausstellung  eines 
heimatlichen  Reisepasses  bemüht  und  es  sei  für  ihn  unmöglich,  einen 
solchen  Ausweis  erhältlich  zu machen.  Entsprechend  kann  er  nicht  als 
schriftenlos im Sinne von Art. 6 Abs. 1 RDV betrachtet werden, womit es 
an  einer  zwingenden  Voraussetzung  zur  Ausstellung  eines 
schweizerischen  Identitätsausweises mit  Bewilligung  zur Wiedereinreise 
fehlt.  Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  somit  im  Lichte  von 
Art. 49 VwVG als rechtmässig und die Beschwerde ist dementsprechend 
abzuweisen.

6. 
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art.  1, 2 und 3 
Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 9

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  800.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref­Nr. N […])
– die Migrationsbehörde des Kantons Basel­Landschaft ad BL […]

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

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