# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ce8cacd-2c87-5da2-996a-572bed8c6dd9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-12
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 12.01.2018 SK 2017 181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-181_2018-01-12.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 181

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. Januar 2018

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichter Kiener, 
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Günter

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________

Strafkläger

und

D.________

Strafkläger

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte, Beschimpfung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 3. März 2017 (PEN 2016 442)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht) erklärte A.________ am 
3. März 2017 schuldig;

1. der versuchten schweren Körperverletzung, mehrfach begangen am 31. Januar 
2014 in EE.________ z.N. von Angestellten des E.________(psychiatrische Kli-
nik) (pag. 666, Ziff. I. 1. des erstinstanzlichen Urteils).

2. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, mehrfach begangen
2.1. am 10. Mai 2014 in Bern, z.N. von C.________;
2.2. am 8. Juni 2014 in Bern, z.N. von D.________ und F.________;
2.3. am 26. September 2014 in Thun, z.N. von G.________ (pag. 666, Ziff. I. 2. 

des erstinstanzlichen Urteils).

3. der Beschimpfung, mehrfach begangen
3.1. am 10. Mai 2014 in Bern, z.N. von C.________, H.________ und 

I.________;
3.2. am 8. Juni 2014 in Bern, z.N. von D.________ und F.________;
3.3. am 26. September 2014 in Thun, z.N. von J.________;
3.4. am 26. September 2014 in Thun, z.N. von G.________ und K.________;
3.5. am 26. September 2014 in Thun, z.N. von G.________ und K.________ 

(pag. 666, Ziff. I. 3. des erstinstanzlichen Urteils).

4. des Diebstahls in Form eines geringfügigen Vermögensdelikts, mehrfach be-
gangen
4.1. am 9. Juni 2014 in Bern, z.N. von L.________ (Deliktssumme CHF 5.80);
4.2. am 25. Juni 2014 in Bern, z.N. von M.________ (Deliktssumme CHF 17.10; 

pag. 666, Ziff. I. 4. des erstinstanzlichen Urteils).

5. der Sachbeschädigung, begangen am 6. Oktober 2014 in Thun, z.N. von 
N.________AG (Schadenssumme CHF 500.00; pag. 666, Ziff. I. 5. des erstin-
stanzlichen Urteils).

6. des Hausfriedensbruchs, begangen am 9. Juni 2014 in Bern, z.N. von 
L.________ (pag. 666, Ziff. I. 6. des erstinstanzlichen Urteils).

7. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen
7.1. durch Einfuhr von Chloro-Diazepam-Tabletten, festgestellt am 31. August 

2015 beim Zollinspektorat Basel Flughafen;
7.2. in der Zeit vom 4. März 2014 bis zum 7. Dezember 2015 in Bern und an-

derswo durch Erwerb, Besitz und Konsum von Marihuana und Amphetami-
nen (pag. 666, Ziff. I. 7. des erstinstanzlichen Urteils).

Die Vorinstanz verurteilte A.________ in Anwendung der einschlägigen Gesetzes-
bestimmungen zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, unter Anrechnung der 
ausgestandenen Polizeihaft von insgesamt zwei Tagen. Sie ordnete eine stationäre 

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Suchtbehandlung an, die dem Vollzug der Freiheitsstrafe vorausgeht. Weiter verur-
teilte sie ihn zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu CHF 10.00, ausmachend 
total CHF 1‘600.00, und zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00, wobei die 
Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 5 Tage festgesetzt wurde. 
Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 28‘435.20 wurden A.________ auferlegt 
(pag. 667, Ziff. I des erstinstanzlichen Urteils).

Die Vorinstanz setzte die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecher B.________ fest 
(pag. 668, Ziff. II des erstinstanzlichen Urteils). Ferner verfügte sie, dass die be-
schlagnahmten Drogen und Drogenutensilien zur Vernichtung eingezogen werden, 
von A.________ zur Erstellung des DNA-Profils eine Probe zu entnehmen und er 
gleichzeitig erkennungsdienstlich zu erfassen ist (pag. 668, Ziff. III des erstinstanz-
lichen Urteils).

2. Berufung

Gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 3. März 2017 meldete 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter), vertreten durch Fürsprecher 
B.________, am 13. März 2017 die Berufung an (pag. 671). In der am 23. Mai 
2017 form- und fristgerecht eingereichten Berufungserklärung beschränkte er die 
Berufung auf den Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung 
gemäss Ziff. I. 1. des erstinstanzlichen Urteildispositivs sowie auf die Strafzumes-
sung und die Anordnung einer stationären Suchtbehandlung (pag. 731).

Mit Verfügung vom 24. Mai 2017 forderte die Verfahrensleitung die Verteidigung 
auf, die Berufungserklärung hinsichtlich der angefochtenen Strafzumessung zu 
verdeutlichen und anzugeben, welche Abänderungen diesbezüglich verlangt wür-
den (pag. 733 f.). In seiner Eingabe vom 8. Juni 2017 präzisierte Fürsprecher 
B.________ die entsprechenden Berufungsanträge wie folgt (pag. 736):

1. A.________ sei zu einer Geldstrafe von nicht mehr als 160 Tagessätzen zu CHF 10 zu verurtei-
len, unter Anrechnung der Polizeihaft und unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer 
Probezeit von 3 Jahren.

2. Die Übertretungsbusse sei angemessen herabzusetzen.

3. Von der Anordnung einer stationären Suchtbehandlung sei abzusehen. Eventuell sei eine ambu-
lante Suchtbehandlung anzuordnen.

Mit Verfügung vom 9. Juni 2017 wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, innert 
einer Frist von 20 Tagen ab Zustellung der Verfügung die Anschlussberufung zu 
erklären und/oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 
(pag. 739 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 22. Juni 2017 auf die 
Erklärung einer Anschlussberufung und die Geltendmachung von Nichteintretens-
gründen (pag. 744 f.). Die Strafkläger liessen sich innert Frist nicht vernehmen 
(vgl. pag. 747).

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3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden von Amtes wegen folgen-
de Unterlagen und Berichte über den Beschuldigten eingeholt:

- aktueller Strafregisterauszug, datiert vom 20. Dezember 2017 (pag. 775 ff.);
- Leumundsbericht, datiert vom 20. Dezember 2017 (pag. 767 ff.);
- ergänzender Therapieverlaufsbericht, datiert vom 5. Januar 2018 (pag. 779 f.).

In der Hauptverhandlung vom 12. Januar 2018 wurde der Beschuldigte zudem zur 
Person und zur Sache befragt (pag. 784 ff.).

4. Anträge der Parteien

Fürsprecher B.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 12. Januar 2018 namens des Beschuldigten folgende Anträge 
(pag. 790 und 797):

I.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil bezüglich Ziffer I.2, I.3, I.4, I.5, I.6 und I.7 sowie 
Ziffer II und Ziffer III rechtskräftig ist.

II.
A.________ sei frei zu sprechen von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung, 
angeblich mehrfach begangen am 31.01.2014 in EE.________ z.N. von Angestellten des 
E.________(psychiatrische Klinik),

unter Ausrichtung einer Entschädigung für die Verteidigungskosten und unter Übernahme der an-
teilsmässigen Verfahrenskosten durch den Staat.

III.
A.________ sei zu verurteilen
1. zu einer Geldstrafe von nicht mehr als 160 Tagessätzen zu CHF 10.00, unter Anrechnung der Po-

lizeihaft und unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von 3 Jahren
2. zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00
3. zu seinem Anteil der Verfahrenskosten

IV.
Von der Anordnung einer stationären Suchtbehandlung sei abzusehen. Eventuell sei eine ambulante 
Suchtbehandlung anzuordnen und der Vollzug der Strafe zugunsten von der ambulanten Massnahme 
aufzuschieben.

V.
Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss Kostennote gerichtlich festzusetzen.

Staatsanwältin O.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung namens der Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge 
(pag. 792 f. und 800 f.):

I.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Dreierbesetzung) vom 3. März 2017 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

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1. der Schuldsprüche wegen mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, mehr-
facher Beschimpfung, mehrfachen geringfügigen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruchs und mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz;

2. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung der beschlagnahmten Drogen und Drogenutensi-
lien und der Probeentnahme bei A.________ zur Erstellung eines DNA-Profils und der erken-
nungsdienstlichen Erfassung.

II.
A.________ sei zusätzlich schuldig zu erklären wegen versuchter schwerer Körperverletzung, 
mehrfach begangen am 31.01.2014 in EE.________ z.N. von Angestellten des 
E.________(psychiatrische Klinik);
und er sei gestützt hierauf sowie aufgrund der rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung von 
Art. 19 Abs. 2, 22, 30, 34, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 56, 57, 60, 106, 122, 139 Ziff. 1, 144 Abs. 1, 172ter, 
177 Abs. 1, 186, 285 Ziff. 1 StGB, Art. 19 Abs. 1, 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 426 ff. StPO

III.
zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft von 
2 Tagen;
es sei eine stationäre Suchtbehandlung anzuordnen, wobei der Vollzug der Massnahme der 
Freiheitsstrafe vorausgeht;

2. zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu CHF 10.00, ausmachend total CHF 1‘600.00;
3. zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen);
4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-

bühr gemäss Art. 21 VKD)
IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:
1. Die Zustimmung zur Löschung des zu erstellenden DNA-Profils sei nach Ablauf der Frist durch 

das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).
2. Die Zustimmung zur Löschung der zu erhebenden biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 

sei nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 
Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Gemäss Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; 
SR 311.0) überprüft das Berufungsgericht den erstinstanzlichen Entscheid nur in 
den angefochtenen Punkten.

Infolge der inhaltlich beschränkten Berufung des Beschuldigten hat die Kammer 
das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf den Schuldspruch wegen versuchter vor-
sätzlicher Körperverletzung, angeblich mehrfach begangen am 31. Januar 2014 in 
EE.________ z.N. von Angestellten des E.________(psychiatrische Klinik), zu 
überprüfen (pag. 666, Ziff. I. 1. des erstinstanzlichen Urteils). Weiter hat die Kam-
mer die Strafzumessung und die Anordnung der stationären Suchtbehandlung zu 
beurteilen. Sie verfügt dabei in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_1068/2015 vom 
2. November 2016 E. 1.4.2 mit Hinweisen).

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Nicht angefochten und somit rechtskräftig sind die in Ziff. I. 2. bis 7. des erstin-
stanzlichen Urteils enthaltenen Schuldsprüche wegen Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte, Beschimpfung, geringfügigen Diebstahls, Sachbeschädi-
gung, Hausfriedensbruchs und wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz sowie die in Ziff. III. 1. getroffene Verfügung betreffend die beschlag-
nahmten Drogen und Drogenutensilien.

Über die allfällige Anordnung einer Probeentnahme beim Beschuldigten zur Erstel-
lung eines DNA-Profils bzw. über die Anordnung seiner erkennungsdienstlichen Er-
fassung inklusive Auswertung des erkennungsdienstlichen Materials sowie die mit 
der Zustimmung zur Löschung des allfällig zu erstellenden DNA-Profils und der zu 
erhebenden erkennungsdienstlichen Daten in Zusammenhang stehenden Verfü-
gungen (Ziff. III. 2. bis 4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) ist neu zu befin-
den.

Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten ist die Kammer an das Ver-
schlechterungsverbot gebunden und darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Be-
schuldigten abändern (Art. 391 Abs. 2 StPO; sogenanntes «Verbot der reformatio 
in peius»). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeines

Das urteilende Gericht hat zu prüfen, ob es die Vorwürfe gemäss Anklageschrift als 
erwiesen erachtet. Bewiesen ist ein Sachverhalt, wenn das Gericht zur inneren 
Überzeugung gelangt, der Beschuldigte habe die in der Anklageschrift begangenen 
Taten begangen. Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei 
nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnen Überzeugung. Bestehen un-
überwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der an-
geklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren 
Sachlage aus (in dubio pro reo; Art. 10 Abs. 3 StPO). Nach der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung heisst dies, dass sich das Gericht nicht von der Existenz ei-
nes für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn 
bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel beste-
hen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 127 I 38 E. 2a). Unüberwind-
liche Zweifel sind nicht schon dann gerechtfertigt, wenn der direkte Beweis nicht 
erbracht werden kann. Der Beweis kann auch mittels Indizien geführt werden, wel-
che für sich allein noch keinen Schuldspruch zu rechtfertigen vermöchten, zusam-
mengenommen aber ein Bild ergeben, welches eindeutig für die für die beschuldig-
te Person ungünstigere Sachverhaltsvariante spricht. Eine absolute Gewissheit ist 
jedoch weder erforderlich noch erreichbar; einzelne Zweifel dürfen durchaus 
zurückbleiben, solange diese das Beweisergebnis nicht ernsthaft in Frage zu stel-
len vermögen, was nach dem Gesetzeswortlaut nur der Fall ist, wenn die Zweifel 
«unüberwindlich» oder im Sinne der Rechtsprechung «erheblich und nicht zu un-
terdrücken» sind. Gefordert wird damit ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit 
(TROPHINKE, in: Basler Kommentar, StPO, 2. Auflage 2014, Art. 10 N. 83).

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7. Rechtskräftige Schuldsprüche

Die Schuldsprüche wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Be-
schimpfung, geringfügigen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs 
und wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. I. 2. bis 7. 
des erstinstanzlichen Dispositivs) blieben unangefochten. Der Beschuldigte zeigte 
sich in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung bezüglich der angeklagten Sachver-
halte geständig und liess durch seinen Verteidiger entsprechende Schuldsprüche 
beantragen (pag. 700, S. 18 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). Es kann 
damit oberinstanzlich von den angeklagten und durch die Vorinstanz als erwiesen 
erachteten Sachverhalten ausgegangen werden. Es wird auf Ziff. 2 bis 7 der An-
klageschrift vom 3. Juni 2016 verwiesen (pag. 543 f.).

8. Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Sachverhaltsmässig ist lediglich der Vorwurf der versuchten schweren Körperver-
letzung gemäss Ziff. I. 1. der Anklageschrift zu prüfen (pag. 542 f.).

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, sich der versuchten schweren Körperverlet-
zung, mehrfach begangen am 31. Januar 2014 in EE.________ z.N. von Angestell-
ten des E.________(psychiatrische Klinik) (E.________(psychiatrische Klinik)) 
schuldig gemacht zu haben. Als Sachverhalt wird in der Anklageschrift Folgendes 
umschrieben:

1. Am 31.01.2014 um ca. 15.00 Uhr wurde A.________ in seinem Patientenzimmer im Haus 
________ im E.________ eröffnet, dass er das Zentrum augenblicklich zu verlassen habe. In der 
Folge ergriff A.________ einen sich im Zimmer befindlichen ca. 5 kg schweren Stuhl aus Holz und 
Metallgestänge, hob diesen auf bzw. über seinen Kopf und versuchte damit auf den Kopf der vor 
ihm stehenden Pflegefachfrau P.________ in Verletzungsabsicht einzuschlagen eventuell diesen 
gegen das Opfer in Verletzungsabsicht zu werfen, was jedoch durch das sofortige Einschreiten 
von umstehenden Personen verhindert werden konnte.

2. Nachdem A.________ vor das Haus ________ im E.________ geführt wurde, ergriff der Beschul-
digte draussen einen rund 4 kg schweren Stein und warf diesen durch das Fenster des Sitzungs-
zimmers, dies im Wissen, dass sich darin mehrere Personen aufhielten. Der Stein, welcher an der 
gegenüberliegenden Wand am «Whiteboard» einschlug, prallte in der Folge im hinteren Teil des 
Zimmers auf den Boden, ohne jemanden zu treffen. Durch die Vorgehensweise des A.________ 
nahm dieser in Kauf, dass er mit dem Stein eine der im Zimmer anwesenden Personen hätte tref-
fen und diese hätte schwer verletzten (recte: verletzen) können.

9. Beweismittel

9.1 Objektive Beweismittel

9.1.1 Übersicht über die objektiven Beweismittel

Als objektive Beweismittel befinden sich folgende Dokumente in den Akten:

- Meldung des E.________(psychiatrische Klinik) vom 3. März 2014 (pag. 22 f.);
- Anzeigerapport der C.________ vom 19. August 2014 (pag. 24 ff.);
- Fotodokumentation von Q.________, aufgenommen am 31. Januar 2014 

(pag. 29 f.);

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- Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes vom 16. Juni 2014 inklusive Tatre-
konstruktion (pag. 35 ff.).

9.1.2 Meldung des E.________(psychiatrische Klinik) vom 3. März 2014

Mit Bericht vom 3. März 2014 meldete das E.________ die Vorfälle vom 31. Januar 
2014 der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern. Gemäss diesem Bericht habe sich 
der Beschuldigte am besagten Tag in einem Wutzustand befunden, nachdem der 
zuständige Arzt im Gespräch mit einer anderen Patientin gewesen sei und seinen 
Gesprächswunsch nicht augenblicklich erfüllt habe. Aus Ärger habe der Beschul-
digte dann randaliert, mehrfach gegen die Türe eines Stationszimmers geschlagen 
und dabei in Kauf genommen, dass eine hochschwangere Mitarbeiterin, die sich zu 
diesem Zeitpunkt hinter der Türe aufgehalten habe, verletzt werde. Dieser Vorfall 
sei anschliessend mit dem Pflegeteam besprochen worden, wobei sich gezeigt ha-
be, dass sowohl das Personal als auch vier Mitpatienten stark verängstigt gewesen 
seien. Angesichts der wiederholten Regelverstösse sei schliesslich beschlossen 
worden, den Beschuldigten der Station zu verweisen. Während des Gesprächs be-
treffend seinen Klinikverweis habe sich der Beschuldigte zuerst unterwürfig und 
angepasst verhalten. Völlig unvermittelt habe er dann versucht, mit einem Stuhl 
gezielt gegen den Kopf einer Pflegerin zu schlagen. Durch Glück und das beherzte 
Eingreifen des geschulten Pflegepersonals habe dies in allerletzter Sekunde ver-
hindert werden können. Im weiteren Verlauf sei der Beschuldigte vor die Eingangs-
türe geführt worden. Draussen habe er einen «kindskopfgrossen» Stein behändigt 
und damit ein Fenster zerstört. Auch durch diesen Steinwurf sei eine erhebliche 
Gefahr für das Personal und die Mitpatienten ausgegangen. Die hinzugezogene 
Polizei habe den Beschuldigten dann in ein Isolierzimmer begleitet, wo er weitere 
Drohungen ausgesprochen habe (pag. 22).

9.1.3 Anzeigerapport der C.________ vom 19. August 2014

Gemäss dem Anzeigerapport der C.________ vom 19. August 2014 habe der Be-
schuldigte beim Eintreffen der Polizei auf der Aussentreppe des Gebäudes geses-
sen. Ein Fenster des Gebäudes sei auf der Strassenseite zerbrochen gewesen. 
Der Beschuldigte habe sich dann freiwillig und ohne Gegenwehr in ein Isolations-
zimmer führen und sich dort fixieren lassen (pag. 26).

9.1.4 Fotodokumentation von Q.________, aufgenommen am 31. Januar 2014

Es wird auf die Fotos des vom Steinwurf betroffenen Stationszimmers auf pag. 29 f. 
verwiesen.

9.1.5 Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes vom 16. Juni 2014 inklusive Ta-
trekonstruktion

Es wird auf den Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes und die dazugehörige 
Dokumentation der Tatrekonstruktion auf pag. 35 ff. verwiesen.

9.2 Subjektive Beweismittel

9.2.1 Übersicht über die subjektiven Beweismittel

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer die Aussagen von folgenden Per-
sonen vor:

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- Q.________ (pag. 55 ff., polizeiliche Einvernahme vom 4. April 2014);
- R.________ (pag. 62 ff., polizeiliche Einvernahme vom 23. April 2014; pag. 66 

ff., staatsanwaltschaftliche Befragung vom 12. März 2015);
- P.________ (pag. 73 ff., polizeiliche Einvernahme vom 23. April 2014);
- S.________ (pag. 77 ff., polizeiliche Einvernahme vom 23. April 2014; 

pag. 80 ff., staatsanwaltschaftliche Befragung vom 12. März 2015);
- T.________ (pag. 87 ff., polizeiliche Einvernahme vom 24. April 2014);
- U.________ (pag. 90 ff., polizeiliche Einvernahme vom 26. April 2014);
- V.________ (pag. 93 ff., polizeiliche Einvernahme vom 8. Mai 2014; pag. 96 ff., 

staatsanwaltschaftliche Befragung vom 18. Juni 2015);
- W.________ (pag. 118 ff., polizeiliche Einvernahme vom 14. Mai 2014);
- A.________ (pag. 220 ff., staatsanwaltschaftliche Befragung vom 20. November 

2014; pag. 594 ff., Einvernahme anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 17. Oktober 2016; pag. 655 ff., Einvernahme anlässlich der vorinstanz-
lichen Fortsetzungsverhandlung vom 3. März 2017; pag. 784 ff., Befragung an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 12. Januar 2018).

9.2.2 Aussagen der Auskunftsperson Q.________ 

Q.________ (leitender Arzt) war Verfasser der Meldung vom 3. März 2014 an die 
zuständige Staatsanwaltschaft, welche sich in den Akten befindet. Er gab an, 
P.________ habe dem Beschuldigten den Verweis aus der Klinik eröffnet, als die-
ser plötzlich und ohne Vorwarnung mit beiden Händen einen Metallstuhl an der 
Rückenlehne ergriffen und damit versucht habe, auf Kopfhöhe auf P.________ ein-
zuschlagen. Der Stuhl habe die Pflegefachfrau aber nicht getroffen, weil ein Pfleger 
– entweder V.________ oder R.________ – den Schlag habe abwehren können. 
Der Schlag mit dem Stuhl «hätte ohne diese genannte Abwehr Frau P.________ 
von oben herab auf den Kopf getroffen». Ungezielte Gewalt seien sie sich im 
E.________(psychiatrische Klinik) gewohnt. Demgegenüber komme gezielte Ge-
walt selten vor, weswegen sie darauf nicht vorbereitet gewesen seien (pag. 56 f., 
Einvernahmeprotokoll vom 4. April 2014).

Zum Vorfall mit dem Stein sagte Q.________ aus, nachdem der Beschuldigte 
durch die Pfleger V.________ und R.________ im «Sicherheitsgriff» vor die 
Haupteingangstüre der Station ________ gebracht worden sei, habe der Beschul-
digte draussen nach einem Stein gegriffen und «gegen das Fenster des Stations-
zimmers» geworfen. Der Stein habe die Scheibe durchschlagen und sei danach im 
Zimmer zu Boden gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich mehrere Personen 
– glaublich T.________, S.________ und er selber – in diesem Stationszimmer be-
funden. Nach Vorwarnung von T.________ hätten sie sich alle geduckt, so dass sie 
vom Stein nicht getroffen werden konnten (pag. 57 Z. 74-83, Einvernahmeprotokoll 
vom 4. April 2014).

9.2.3 Aussagen des Zeugen R.________

Gemäss den Aussagen von R.________ (Pflegefachmann) sei er als «personelle 
Unterstützung» zum Gespräch mit dem Beschuldigten beigezogen worden. 
P.________ sei die Wortführerin gewesen. Der Beschuldigte habe uneinsichtig re-

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agiert, sei vom Bettrand aufgestanden und habe einen massiven Holzstuhl mit ei-
ner Lehne gepackt. Diesen Holzstuhl habe er aufgezogen und gegen den Kopf von 
P.________ einsetzen wollen. Der Stuhl habe sich bereits über dem Kopf des Be-
schuldigten befunden, woraufhin er (R.________) und V.________ interveniert hät-
ten. Sie hätten ihn am Oberkörper gepackt und ihn bauchwärts auf das Bett ge-
drückt (pag. 63, Einvernahmeprotokoll vom 23. April 2014). Vor der Staatsanwalt-
schaft bestätigte R.________ seine bisherigen Aussagen. Er führte aus, dass der 
Beschuldigte den Stuhl «gerade nach oben» gehalten habe, seine Arme jedoch 
noch «angewinkelt» gewesen seien. Er könne sich heute nicht mehr daran erin-
nern, wo genau der Beschuldigte den Stuhl ergriffen habe – vermutlich aber an der 
Rückenlehne. Er (R.________) habe blitzschnell reagiert, weil er erkannt habe, 
dass die Situation brandgefährlich sei. Er sei auf den Beschuldigten zu gerannt und 
habe seine Arme an den Oberarmen nach unten an den Körper gedrückt. Der Stuhl 
sei glaublich hinter seinem Rücken auf den Boden gefallen. Er sei überzeugt, dass 
der Beschuldigte Frau P.________ zu 99,9% mit dem Stuhl auf den Kopf geschla-
gen hätte, wäre er nicht eingeschritten (pag. 68, Einvernahmeprotokoll vom 
12. März 2015; vgl. pag. 691 f., S. 41 f. der erstinstanzlichen Entscheidbegrün-
dung).

Den Vorfall mit dem Stein schilderte R.________ wie folgt: Der Beschuldigte sei 
glaublich durch V.________ und ihn nach draussen geführt und auf der Eingangs-
treppe abgesetzt worden. W.________ habe sich ebenfalls in ihrer Nähe befunden. 
P.________ habe währenddessen die Effekten des Beschuldigten im Zimmer zu-
sammengepackt. Der Beschuldigte habe einen Turnschuh nach ihm geworfen und 
ihn am linken Arm getroffen, was aber keine Verletzung zur Folge gehabt habe. Als 
sie sich zur Eingangstüre zurückbegeben hätten, sei er auf der Treppe der Station 
________ sitzen geblieben. Dann sei er aufgestanden, hin und her gegangen und 
habe vor sich her geschimpft. Soweit er sich erinnern könne, habe der Beschuldig-
te nach einem ca. 15 cm grossen Stein gegriffen, woraufhin sie sich ins Innere des 
Gebäudes begeben hätten. Sie seien davon ausgegangen, dass er den Stein ge-
gen sie werfen würde. Als sie sich wieder auf der Station befunden hätten, habe er 
den Stein gegen die Fensterscheibe geworfen, hinter der sie sich befunden hätten. 
Es sei allerdings niemand mehr direkt hinter der Scheibe gestanden. Er 
(R.________) könne nicht genau sagen, ob der Beschuldigte den Stein gezielt ge-
gen eine Person oder einfach gegen die Scheibe habe werfen wollen. Als die Poli-
zei eingetroffen sei, habe er sich widerstandslos in der Klinik fixieren lassen (pag. 
63, Einvernahmeprotokoll vom 23. April 2014). Anlässlich der staatsanwaltschaftli-
chen Einvernahme bestätigte R.________, dass er sich in jenem Büro befunden 
habe, in welchem der Stein gelandet sei. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich mehrere 
Personen darin aufgehalten. Er glaube sich daran erinnern zu können, dass je-
mand gerufen habe «Achtung ein Stein kommt», weswegen sie sich dann zurück-
gezogen hätten. Er wisse sicher, dass er gesehen habe, wie der Beschuldigte den 
Stein in der Hand gehalten habe, er wisse aber nicht mehr genau, ob er gesehen 
habe, wie er den Stein tatsächlich geworfen habe. Er denke aber, dass der Be-
schuldigte von draussen habe sehen können, dass sich im betreffenden Zimmer 
Leute aufgehalten hätten (pag. 69 f., Einvernahmeprotokoll vom 12. März 2015; 
vgl. pag. 691 f., S. 9 f. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

11

9.2.4 Aussagen der Auskunftsperson P.________

P.________ (Pflegefachfrau) sagte aus, der Beschuldigte habe sich zum besagten 
Zeitpunkt freiwillig im E.________(psychiatrische Klinik) befunden. Aufgrund ver-
schiedener Regelverstösse sei beschlossen worden, den Beschuldigten aus der 
Klinik zu verweisen. Sie habe sich mit Dr. Q.________, dem leitenden Arzt, sowie 
weiteren Mitarbeitern der Klinik ins Patientenzimmer des Beschuldigten begeben, 
um ihm diesen Entscheid mündlich zu eröffnen. Er habe sich sitzend auf der Bett-
kante befunden, während sie ihm direkt gegenübergestanden sei und mit ihm das 
Gespräch geführt habe. Ihr Abstand zu ihm habe ca. 1,5 m betragen und ihre Kol-
legen seien unmittelbar neben ihr gestanden. Nachdem sie dem Beschuldigten den 
Verweis aus der Klinik mitgeteilt habe, sei dieser aufgestanden und habe nach ei-
nem schwarzen Holzstuhl gegriffen. Er habe den Stuhl gegen sie aufgezogen und 
ihn bereits auf Kopfhöhe gehalten, als ihre Kollegen unverzüglich eingegriffen, da-
mit den Schlag gestoppt und den Beschuldigten auf das Bett geführt hätten. Das 
Ganze sei allerdings sehr schnell abgelaufen, so dass sie es kaum habe realisieren 
können. Sie wisse noch, dass Dr. Q.________ nachträglich zu ihr gesagt habe, 
dass der Stuhl sie «voll am Kopf getroffen hätte, wenn die Kollegen nicht reagiert 
hätten» (pag. 74, Einvernahmeprotokoll vom 23. April 2014).

Betreffend den Steinwurf gab P.________ zu Protokoll, sie hätten nach dem Vorfall 
mit dem Stuhl den Personenalarm betätigt und den Beschuldigten nach draussen 
geführt. Jemand habe noch seine nötigsten Sachen zusammengepackt und sie ha-
be ihm seine Schuhe ausgehändigt. Nachdem sie den Beschuldigten auf der Ein-
gangstreppe der Station ________ abgesetzt hätten, seien sie unmittelbar danach 
ins «Stationsbüro» zurückgegangen. Wegen des ausgelösten Alarms seien weitere 
Personen dazugekommen. Jemand habe beobachten können, wie der Beschuldig-
te draussen nach einem Stein gegriffen habe. Diese Person habe sie gerade noch 
warnen können, schon sei der ca. 15 cm grosse Stein durch die Scheibe des Fens-
ters geflogen, habe aber glücklicherweise niemanden verletzt. Sie gehe davon aus, 
dass der der Beschuldigte den Stein nicht gezielt gegen jemanden habe werfen 
wollen, sondern diesen in seiner Wut einfach gegen die Scheibe geworfen habe 
(pag. 74, Einvernahmeprotokoll vom 23. April 2014).

9.2.5 Aussagen des Zeugen S.________

S.________ (Assistenzarzt) deponierte, er habe sich am besagten Tag zusammen 
mit dem leitenden Arzt und dem Pflegepersonal ins Patientenzimmer des Beschul-
digten begeben. Der Beschuldigte sei unmittelbar vor P.________ gestanden und 
habe in Sekundenschnelle einen Metallstuhl mit einer Lehne ergriffen und ihn be-
wusst gegen deren Kopf schlagen wollen. Er habe den Stuhl jedoch nicht ganz he-
ben können, da die anderen Mitarbeiter sofort interveniert hätten. Der Stuhl habe 
ihm weggenommen werden können und habe somit niemanden getroffen (pag. 78, 
Einvernahmeprotokoll vom 23. April 2014). Vor der Staatsanwaltschaft bestätigte 
S.________ seine bisherigen Aussagen. Er führte aus, er könne sich daran erin-
nern, dass der Beschuldigte den Stuhl mit beiden Händen über seinen Kopf geho-
ben habe. Unabhängig wie hoch er den Stuhl nun genau gehalten habe, hätte er 
mit dem Stuhl eine Bewegung gegen den Kopf von Frau P.________ machen kön-
nen. Seiner Meinung nach habe er mit dem Stuhl «schon zuschlagen» wollen. Es 

12

wäre «schon etwas passiert», wenn nicht eingegriffen worden wäre (pag. 82 f., 
Einvernahmeprotokoll vom 12. März 2015; vgl. pag. 693 f., S. 11 f. der erstinstanz-
lichen Entscheidbegründung).

Gemäss den Aussagen von S.________ habe der Beschuldigte zu fluchen begon-
nen, als er vor die Eingangstüre der Station ________ geführt worden sei. Er habe 
einen ca. 26 cm grossen Stein behändigt und diesen gegen die Scheibe eines 
Fensters geworfen. Ihm sei dabei bewusst gewesen, dass sich dahinter Leute be-
funden hätten, da er sie von draussen habe sehen können. Zum Glück sei aber 
niemand getroffen worden. Er könne nicht sagen, ob der Beschuldigte sie habe 
treffen oder einfach etwas zerstören wollen. Danach sei die Polizei avisiert und der 
Beschuldigte auf die forensisch-psychiatrische Station verbracht worden (pag. 78, 
Einvernahmeprotokoll vom 23. April 2014). Vor der Staatsanwaltschaft präzisierte 
S.________, er sei zusammen mit Dr. Q.________, P.________ und weiteren 
Pflegern im «Sitzungszimmer» gewesen als sie gesehen hätten, wie der Beschul-
digte einen Stein hochgehoben habe. Kaum hätten sie das Zimmer verlassen, habe 
er den Stein auch schon geworfen. Zum Zeitpunkt des Steinwurfs bzw. Fensterklir-
ren habe er (S.________) sich nicht mehr im Zimmer aufgehalten. Er könne sich 
nicht daran erinnern, ob noch jemand im Zimmer gewesen sei (pag. 83, Einver-
nahmeprotokoll vom 12. März 2015; vgl. 693 f., S. 11 f. der erstinstanzlichen Ent-
scheidbegründung). 

9.2.6 Aussagen der Auskunftsperson T.________

T.________ (Stationsleiter Pflege) gab an, nachdem dem Beschuldigten sein Ver-
weis aus der Klinik mitgeteilt worden sei, habe dieser «ohne weitere Vorwarnung 
und unmittelbar» einen Stuhl gepackt, diesen über den Kopf gegen Frau 
P.________ aufgezogen und damit unmittelbar zuschlagen wollen. Die Distanz zur 
Pflegefachfrau habe etwa einen Meter betragen. Die Herren R.________ und 
V.________ hätten unmittelbar eingreifen und den Schwung des Stuhls unterbre-
chen können. Ohne dieses Eingreifen hätte der Stuhl Frau P.________ am Kopf 
getroffen (pag. 88, Einvernahmeprotokoll vom 24. April 2014).

Zum Steinwurf sagte T.________ aus, nach dem Vorfall mit dem Stuhl sei er 
zurück ins Patientenzimmer gegangen und habe die restlichen Effekten des Be-
schuldigten zusammengepackt. Als er zurück ins Büro gekommen sei, habe er ei-
nen ca. 15 cm grossen Stein auf dem Boden liegen sehen. Das Fenster sei zerbro-
chen gewesen. Zum Zeitpunkt des Steinwurfs habe sich U.________ im Büro be-
funden, es hätten sich aber noch weitere Mitarbeiter im Büro aufhalten können 
(pag. 88, Einvernahmeprotokoll vom 24. April 2014).

9.2.7 Aussagen des Zeugen V.________

V.________ (Pflegefachmann) schilderte den Vorfall mit dem Stuhl wie folgt: 
Während des Wortwechsels sei der Beschuldigte vom Bett aufgestanden, habe 
plötzlich einen Metallstuhl mit Lehne und Sitzfläche aus Sperrholz gepackt und ihn 
«beidhändig» über seinen Kopf gezogen. Er habe versucht, den Stuhl mit voller 
Wucht gegen die Personen, zuvorderst Frau P.________, «zu schwingen». Er wis-
se nicht mehr, ob er den Stuhl gegen die Personen habe schleudern oder schlagen 
wollen; dies weil der Beschuldigte durch Mitarbeitende des 

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E.________(psychiatrische Klinik) habe ergriffen und auf dem Bett festgehalten 
werden können (pag. 94, Einvernahmeprotokoll vom 8. Mai 2014). Anlässlich der 
staatsanwaltschaftlichen Befragung ergänzte V.________, dass der Beschuldigte 
«beim halb Zurückgehen den Stuhl gehoben und eine Schwungbewegung ge-
macht» habe. Er (V.________) habe von hinten aber nicht genau erkennen kön-
nen, ob er den Stuhl habe werfen oder schwingen wollen. Er habe lediglich erken-
nen können, dass er den Stuhl mit Schwung hochgehoben habe. Das sei schliess-
lich auch der Moment gewesen, in welchem sie eingegriffen hätten. Die beiden 
Herren, welche zur Unterstützung anwesend gewesen seien, hätten von vorne an-
gegriffen, während er wegen des fallenden Stuhls zuerst einen Schritt nach hinten 
habe machen müssen. Als der Stuhl am Boden gewesen sei, habe er von hinten 
eingegriffen, den Beschuldigten am Rücken festgehalten und zusammen mit den 
anderen auf das Bett gedrückt. Die Distanz zwischen dem Beschuldigten und Frau 
P.________ habe ungefähr zwei Meter betragen. Der Beschuldigte habe den Stuhl 
sicher 90 Grad vom Boden nach oben bzw. zur Seite gehoben, aber ob sich der 
Stuhl über seinem Kopf befunden habe, könne er zum heutigen Zeitpunkt nicht 
mehr sagen. Seiner Meinung nach wäre der Stuhl «eher geflogen», als dass der 
Beschuldigte damit geschlagen hätte. Genau könne er es aber nicht sagen (pag. 
98 f., Einvernahmeprotokoll vom 18. Juni 2014; vgl. pag. 694 f., S. 12 f. der erstin-
stanzlichen Entscheidbegründung).

V.________ deponierte bei der Polizei betreffend den Vorfall mit dem Stein, dass 
Dr. Q.________ nach dem Stuhleinsatz beschlossen habe, den Beschuldigten hin-
ausstellen zu lassen. Daraufhin hätten R.________ und er den Beschuldigten mit-
tels «Kontrollgriff» vor die Station geführt. Als sie ihn losgelassen hätten, sei er auf 
der Treppe sitzen geblieben und habe verbal reklamiert. P.________ habe ihm 
noch seine Schuhe gereicht, woraufhin sie sich zurückgezogen und die Eingangs-
türe geschlossen hätten. Während dem Herausgehen habe er den «Personen-
alarm» betätigt, weshalb noch mehr Personal dazugekommen sei, welches in der 
Folge aber nicht habe involviert werden müssen. Beim Hin- und Hergehen habe 
der Beschuldigte einen ca. 25 cm grossen Stein aufgehoben, sich gegen die Stati-
on gewendet und ihn mit seiner rechten Hand auf Kopfhöhe aufgezogen. Er 
(V.________) habe «Achtung hinaus» gesagt und der Beschuldigte habe in dem 
Moment den Stein geworfen. Der Stein habe das Fenster durchschlagen und hin-
ten an der Stationstafel eine «Delle» hinterlassen. Dadurch, dass sie das Zimmer 
vorher verlassen hätten, sei niemand getroffen worden. Seiner Meinung nach sei 
der Stein «nicht gegen jemand persönlich» geworfen worden (pag. 94, Einvernah-
me vom 8. Mai 2014). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung gab 
V.________ zu Protokoll, dass sich neben ihm drei bis vier Personen im Sitzungs-
zimmer befunden hätten. Er habe gesehen, wie der Beschuldigte den Stein aufge-
hoben habe und deswegen die anderen gewarnt. Als der Stein die Fensterscheibe 
durchschlagen habe, sei niemand mehr in der Gefahrenzone gewesen. Er selber 
habe das Zimmer in Richtung Stationsgang verlassen. Es könne aber sein, dass 
ein bis zwei Personen im Zwischenbüro in Deckung gegangen seien. Er wisse 
noch, dass es vom Stein «vis-à-vis am Whiteboard» einen Abdruck gegeben habe. 
Der Beschuldigte habe wahrscheinlich gesehen, dass sich im Büro Leute aufgehal-
ten hätten und habe den Stein «aus Frust» gegen die Fensterscheibe geworfen, 

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aber damit nicht gezielt jemanden treffen wollen (pag. 100 f., Einvernahmeprotokoll 
vom 18. Juni 2015; vgl. pag. 694 f., S. 12 f. der erstinstanzlichen Entscheidbegrün-
dung).

9.2.8 Aussagen der Auskunftsperson W.________

W.________ (Pflegefachmann) gab an, im Verlaufe des Gesprächs habe sich der 
Beschuldigte von seinem Bett erhoben, unvermittelt einen Stuhl behändigt und die 
Pflegefachfrau damit angegriffen. Er habe den Stahlrohrstuhl mit Rückenlehne mit 
beiden Händen auf Brust- bzw. Kopfhöhe gehalten. Zwei Kollegen hätten den An-
griff schliesslich stoppen können. Es sei keine Drohung gewesen, sondern der Be-
schuldigte hätte den Angriff ausgeführt, wenn nicht eingeschritten worden wäre 
(pag. 119, Einvernahmeprotokoll vom 14. Mai 2014).

Gemäss der Aussage von W.________ sei der Beschuldigte durch das Pflegeper-
sonal kontrolliert vor die Türe gebracht worden und auf der untersten Stufe abge-
setzt worden. Seine persönlichen Sachen und seine Schuhe seien ihm zeitgleich 
nach draussen getragen worden. Als sie sich hätten zurückziehen wollen, habe er 
gezielt einen Turnschuh nach ihnen geworfen, aber glaublich niemanden damit ge-
troffen. Sie hätten sich im Eingangsbereich der Station aufgehalten, als sie ein 
«lautes Splittern» gehört hätten. Danach sei glaublich ein ca. 15 cm grosser Stein 
auf dem Boden des Stationsbüros gelegen. Der Beschuldigte sei draussen auf der 
Strasse gewesen und das Büro habe sich im Hochparterre befunden. Seiner Ein-
schätzung nach habe der Beschuldigte nicht sehen können, ob sich eine Person 
am Schreibtisch oder sonst irgendwo befunden habe (pag. 119, Einvernahmepro-
tokoll vom 14. Mai 2014).

9.2.9 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte sagte vor der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland aus, nach dem 
Steinwurf sei die Polizei gekommen und er sei in ein Sitzungszimmer an einen lan-
gen Tisch mit «u huere viu Lüt» gebracht worden. Es sei darum gegangen, ob er 
fremdgefährdend sei. Er habe gesagt, dass er, wenn er jemanden verletzen möch-
te, dies jeder Zeit wieder machen könnte. Er sei aufgestanden, habe den Stuhl 
über seinen Kopf gehalten und gesagt, dass er den Stuhl jemandem gegen den 
Kopf schlagen könnte, wenn er möchte, dies aber nicht machen würde. Dann sei er 
von jemandem gepackt worden (pag. 231 Z. 274-280; Einvernahmeprotokoll vom 
20. November 2014). Dieser Vorfall habe sich «glaublich» nach dem Steinwurf zu-
getragen; genau wisse er es aber nicht mehr (pag. 231 Z. 274 f.). Es sei darüber 
geschrieben worden, dass er den Stuhl aufgezogen und damit direkt auf den Kopf 
der Pflegefachfrau gezielt hätte – nur dank dem geschulten Personal habe der 
Stuhl wenige Zentimeter vor dem Kopf der Frau gestoppt werden können. Dabei 
habe er mit dem Stuhl nur zeigen wollen, dass er nicht gefährlich sei bzw. dass er 
zwar damit zuschlagen könnte, es aber nicht machen wolle. Er gebe zu, dass es 
eine «saublöde Idee» gewesen sei und er nachvollziehen könne, dass sich 
P.________ bedroht gefühlt und eine «Scheissangst» gehabt habe – was ihm auch 
leid tue. Der leitende Arzt habe den Vorfall in seinem Bericht an die zuständige 
Staatsanwaltschaft ziemlich ausgeschmückt, indem er darin festgehalten habe, er 
(der Beschuldigte) sei bereits «am Schlagen» gewesen (pag. 231 Z. 281-290). Es 
sei aber nicht seine Absicht gewesen, mit dem Stuhl gegen Frau P.________ zu 

15

schlagen. Körpersprachlich sei es «schon klar eine Drohgebärde» gewesen und er 
habe den Stuhl «schon nach hinten gezogen» (pag. 231 f. Z. 306-312). Hätte er mit 
dem Stuhl zugeschlagen, hätte P.________ «schwere Verletzungen davon tragen 
können» (pag. 232 Z. 318, Einvernahmeprotokoll vom 20. November 2014; vgl. 
auch pag. 696, S. 14 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte zu Proto-
koll, er habe keine Erinnerungen mehr an einen solchen Vorfall im Patientenzim-
mer. Er bleibe dabei, dass er P.________ mit dem Stuhl nicht habe verletzen, son-
dern ihr damit lediglich habe drohen wollen (pag. 598 Z. 23-29, Einvernahmeproto-
koll vom 17. Oktober 2016). 

An der Berufungsverhandlung bestätigte er im Wesentlichen seine bisherigen Aus-
sagen. Es sei korrekt, dass er den Stuhl hochgehoben und nach hinten gezogen 
habe; eine Vorwärtsbewegung habe er damit aber nicht gemacht. Es habe sich da-
bei lediglich um eine «Drohgebärde» gehandelt. Der Vorfall sei für die Pflegefach-
frau sicherlich schlimm gewesen und habe ihr entsprechend Angst eingejagt. Dass 
er den Stuhl in Verletzungsabsicht gegen sie gerichtet habe, treffe jedoch nicht zu. 
Er hätte den Stuhl der Frau niemals über den Kopf geschlagen (pag. 786 Z. 30-33 
und pag. 787 Z. 16-24, Einvernahmeprotokoll vom 12. Januar 2018). Bei der Be-
fragung vor der Staatsanwaltschaft habe er «den Vorfall im Zimmer» glaublich mit 
der späteren Tatrekonstruktion im E.________(psychiatrische Klinik) durcheinan-
dergebracht. Er habe wahrscheinlich anlässlich dieser Rekonstruktion gegenüber 
dem Klinikpersonal gesagt, er könnte den Stuhl jemandem gegen den Kopf schla-
gen, wenn er möchte, würde dies aber nicht tun. Er habe den eigentlichen Vorfall 
mit dem Stuhl später mit der Tatrekonstruktion verwechselt und gemeint, er habe 
sich auch bei der Tat so geäussert (pag. 786 Z. 40-44). Daran, dass sich der ei-
gentliche Vorfall im Patientenzimmer zugetragen habe, könne er sich nicht mehr er-
innern (pag. 787 Z. 15 f., Einvernahmeprotokoll vom 12. Januar 2018).

Der Beschuldigte sagte vor der zuständigen Staatsanwaltschaft zum Vorfall mit 
dem Stein aus, er sei glaublich nur mit einem T-Shirt bekleidet vor die Eingangstüre 
der Station geführt worden. Er sei dann von der Treppe aufgestanden und habe 
gegen die Türe gepoltert und gesagt, dass er seine Sachen haben wolle. Es sei 
«einfach nichts passiert». Es sei draussen bereits dunkel gewesen und «im Zimmer 
hinter dem Sitzungszimmer» habe Licht gebrannt, aber niemand habe sich darin 
befunden. In einem weiteren Zimmer sei es dunkel gewesen und dort habe er den 
«kindskopfgrossen» Stein hineingeworfen (pag. 230 f. Z. 264-273, Einvernahme-
protokoll vom 20. November 2014). Er habe zwar nicht bis ganz hinten ins Zimmer 
gesehen, aber dennoch angenommen, dass sich darin niemand aufhalte, zumal 
darin kein Licht gebrannt habe. Es wäre «ungesund» gewesen, hätte er mit dem 
Stein jemanden getroffen (pag. 232 Z. 330 f. und pag. 233 Z. 348, Einvernahme-
protokoll vom 20. November 2014). 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung deponierte der Beschuldigte, er 
habe den Stein im Wissen darum geworfen, dass sich zu dem Zeitpunkt niemand 
im betreffenden Zimmer aufgehalten habe. Das Zimmer daneben sei beleuchtet 
gewesen und es sei ein Lichtschein ins Zimmer gefallen, in welches er den Stein 
geworfen habe. Er sei nur mit einem T-Shirt bekleidet draussen gewesen und sie 

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hätten keine Anstalten gemacht, ihm seine Sachen auszuhändigen. Aus diesem 
Grund habe er den Stein geworfen. Sein Plan sei schliesslich aufgegangen und die 
Polizei gekommen (pag. 598 Z. 33-47, Einvernahmeprotokoll vom 17. Oktober 
2016). 

In der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe den Stein 
geworfen, weil er vor die Türe gesetzt worden sei. Er habe einfach eine Sachbe-
schädigung begehen wollen. Beim Zimmer, dessen Fenster auf dem Foto Nr. 15 
der Rekonstruktion (pag. 52) durch den Baum verdeckt sei, handle es sich um das 
«Stationsbüro». Wegen des eingeschalteten Lichts habe er gesehen, dass sich das 
Klinikpersonal im Stationsbüro aufgehalten habe. Aus diesem Grund habe er den 
Stein nicht in dieses Zimmer, sondern ins angrenzende und unbeleuchtete Bespre-
chungszimmer bzw. Eckzimmer geworfen. Durch einen «Lichtschein», welcher vom 
Stationsbüro ins Nebenzimmer gefallen sei, habe er erkennen können, dass sich 
zu diesem Zeitpunkt niemand darin befunden habe (pag. 787 Z. 30-45, Einvernah-
meprotokoll vom 12. Januar 2018). Wäre durch den Steinwurf jemand getroffen 
worden, dann sicherlich in der unteren Körperhälfte (pag. 788 Z. 12 f., Einvernah-
meprotokoll vom 12. Januar 2018).

10. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

10.1 Unbestrittener Sachverhalt

In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz sowie gestützt auf die 
objektiven und subjektiven Beweismittel ist die Vorgeschichte zu den beiden ange-
klagten Vorfällen vom 31. Januar 2014 unbestritten (vgl. pag. 22 und 230). Der Be-
schuldigte hat am Nachmittag des besagten Tages im Haus ________ des 
E.________(psychiatrische Klinik) (E.________(psychiatrische Klinik)) ein Ge-
spräch mit dem zuständigen Arzt gesucht. Als dieser ihn vertröstete, ging er nervös 
im Stationsgang auf und ab und trat aus Ungeduld und Verärgerung mit dem Fuss 
heftig gegen die Türe eines Stationszimmers (pag. 38, «Arbeitsraum Pflege» 
gemäss Rekonstruktion). Infolgedessen wurde dem Beschuldigten mündlich eröff-
net, dass er die Klinik umgehend zu verlassen habe.

Ebenso wird vom Beschuldigten nicht bestritten, dass er während eines Gesprächs 
mit Angestellten des E.________(psychiatrische Klinik) nach einem Stuhl griff, die-
sen anhob, nach hinten zog und dabei die vor ihm stehende Pflegefachfrau 
P.________ anvisierte (pag. 231 Z. 283 ff. und 787 Z. 16 ff.). Ferner ist unbestrit-
ten, dass der Beschuldigte, als er vom Klinikpersonal vor die Eingangstüre geführt 
wurde, draussen aus Wut einen «kindskopfgrossen» Stein behändigte und diesen 
anschliessend gegen die Fensterscheibe eines Stationszimmers des Hauses 
________ des E.________(psychiatrische Klinik) warf, wobei der Stein die Scheibe 
durchschlug und im hinteren Teil des Zimmers zu liegen kam (pag. 22, pag. 30 und 
pag. 230 f.). 

10.2 Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte hat anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 
20. November 2014 vorgebracht, er sei vom Pflegepersonal, nachdem er auf dem 
Stationsgang randaliert habe, nach draussen geführt worden. Er habe gefroren und 
sei immer wütender geworden, weswegen er einen kindskopfgrossen Stein aufge-

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hoben und gegen das Fenster eines personenverlassenen Sitzungszimmers ge-
worfen habe. Nach diesem Steinwurf sei die Polizei gekommen und er sei in ein 
Sitzungszimmer geführt worden, wo sich der Vorfall mit dem Stuhl ereignet hätte. 
Dabei habe es sich lediglich um eine Drohgebärde gehandelt und er habe nicht be-
absichtigt, P.________ mit dem hochgehobenen Stuhl zu verletzen (pag. 230 f., 
pag. 598, pag. 786 Z. 30 ff. und pag. 787 Z. 24 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen 
und oberinstanzlichen Hauptverhandlung hat der Beschuldigte eingeräumt, dass er 
sich nicht mehr daran erinnern könne, in welchem Zimmer sich der Vorfall mit dem 
Stuhl zugetragen habe (pag. 598 Z. 24 f. und pag. 787 Z. 15 f.). Im Weiteren kann 
in Übereinstimmung mit den objektiven und subjektiven Beweismitteln davon aus-
gegangen werden, dass es sich dabei um das Patientenzimmer des Beschuldigten 
handelte.

Bestritten und Gegenstand der oberinstanzlichen Beweiswürdigung sind somit fol-
gende Fragen:

1. In welcher zeitlichen Reihenfolge haben sich die angeklagten Vorfälle vom 
31. Januar 2014 ereignet?

2. Wollte der Beschuldigte den Stuhl gegen den Kopf von P.________ schlagen 
bzw. werfen oder stellte das Hochheben des Stuhls lediglich eine Drohgebärde 
dar?

3. Haben sich zum Zeitpunkt des Steinwurfs im betreffenden Stationszimmer An-
gestellte der Klinik aufgehalten oder war das Zimmer personenverlassen? Wenn 
sich darin tatsächlich Personen befanden, wusste der Beschuldigte darum?

11. Würdigung durch die Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete es als erwiesen, dass sich am 31. Januar 2014 zuerst der 
Vorfall mit dem Stuhl und danach derjenige mit dem Stein ereignet hat. Sie ging 
weiter davon aus, dass der Beschuldigte den Stuhl gegen den Kopf von 
P.________ geschlagen bzw. geworfen hätte, wäre das anwesende Pflegepersonal 
nicht rechtzeitig eingeschritten. Betreffend den Vorfall mit dem Stein war für die 
Vorinstanz erstellt, dass der Beschuldigte den Stein gegen das Fenster eines Stati-
onszimmers warf, im Wissen darum, dass sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Ange-
stellte der Klinik darin aufhielten (pag. 697 ff., S. 15 ff. der erstinstanzlichen Ent-
scheidbegründung).

Zum Beweisergebnis führte die Vorinstanz sinngemäss aus, dass die einvernom-
menen Zeugen und Auskunftspersonen die zeitliche Reihenfolge als auch die Vor-
kommnisse im Kerngeschehen übereinstimmend und glaubhaft geschildert hätten. 
Der vom Beschuldigten geltend gemachte Geschehensablauf finde demgegenüber 
in den Akten keine Stütze. Hätte der Vorfall mit Stuhl tatsächlich nach dem Stein-
wurf und damit nach dem Eintreffen und in Anwesenheit der Polizei stattgefunden, 
könne davon ausgegangen werden, dass dieser Vorfall im Anzeigerapport der Poli-
zei vom 19. August 2014 erwähnt worden wäre (pag. 697, S. 15 der erstinstanzli-
chen Entscheidbegründung). Auf die Aussagen des Beschuldigten könne demnach 
nicht ohne weiteres abgestellt werden. Auch sei festgestellt worden, dass er die 
stattgefundenen Vorfälle im Nachhinein verharmlose und bagatellisiere. Die Zeu-
gen und Auskunftspersonen seien davon überzeugt gewesen, dass es sich beim 

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Hochheben des Stuhls nicht bloss um eine Drohgebärde seitens des Beschuldigten 
gehandelt habe, sondern dass dieser den Stuhl gegen den Kopf der Pflegefachfrau 
geschlagen bzw. geworfen hätte, wäre er nicht rechtzeitig aufgehalten worden. 
Dass er sich zu diesem Zeitpunkt in einem emotionalen Ausnahmezustand befun-
den habe, gehe bereits aus dem Umstand hervor, dass er im Nachhinein nicht 
mehr in der Lage gewesen sei, die Vorkommnisse zeitlich einzuordnen. Auch die 
Tatsache, dass er im Anschluss an diesen Vorfall draussen nach einem Stein ge-
griffen und in ein Stationszimmer geworfen habe, zeige, dass er bereit gewesen 
sei, über eine reine Drohgebärde hinaus zur tatsächlichen Ausführung zu schreiten 
(pag. 698, S. 16 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). Mehrere Auskunfts-
personen und Zeugen hätten denn auch ausgesagt, dass der Beschuldigte den 
Stein gegen die Fensterscheibe geworfen habe, hinter welcher sie sich befunden 
hätten. Da rechtzeitig bemerkt worden sei, wie er einen grossen Stein aufgehoben 
habe, hätten sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Ein Zeuge habe fer-
ner angegeben, der Beschuldigte sei sich bewusst gewesen, dass sich im betref-
fenden Stationszimmer Personen aufgehalten hätten, zumal er sie von draussen 
habe sehen können (pag. 699, S. 17 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

12. Vorbringen der Parteien

12.1 Vorbringen der Verteidigung

Fürsprecher B.________ brachte vor, bei den Personen, welche sich im Zeitpunkt 
des Vorfalls mit dem Stuhl beim Beschuldigten im Patientenzimmer befunden hät-
ten, habe es sich um geschultes Fachpersonal gehandelt. Nachdem der Beschul-
digte in seiner Wut zuvor mehrfach gegen die «Türfalle» eines Stationszimmers ge-
treten habe, könne man nicht davon sprechen, dass sich der Vorfall mit dem Stuhl 
«überraschend und unvermittelt» zugetragen hätte. Das Pflegepersonal habe mit 
weiteren Eskalationen seitens des Beschuldigten rechnen müssen. Zudem hätten 
sich alle Personen stehend im Patientenzimmer befunden und sich somit rechtzei-
tig in Sicherheit bringen können. Die Wahrnehmungen der Zeugen und Auskunfts-
personen würden ferner auseinandergehen. Betreffend den Vorfall mit dem Stuhl 
hätten sie auf die Frage, wie der Beschuldigte den Stuhl gehalten habe, nicht ein-
heitlich geantwortet, weshalb ihre Aussagen kritisch gewürdigt werden müssten. 
Während einige davon sprechen würden, dass er mit dem Stuhl auf die Pflegefach-
frau habe einschlagen wollen, habe der Zeuge V.________ angegeben, der Stuhl 
wäre wohl eher «geflogen», als er damit geschlagen hätte. Stelle man auf die 
glaubhaften Aussagen dieses Zeugen ab, sei der Stuhl als Tatmittel nicht geeignet 
gewesen, P.________ schwer zu verletzen. Es habe sich zudem um einen grossen 
und sperrigen Stuhl gehandelt, weshalb es kein Leichtes gewesen wäre, jemandem 
damit eine schwere Körperverletzung zuzufügen. Es komme insbesondere auf die 
mit dem Hochheben des Stuhls verfolgte Absicht des Beschuldigten an. Dieser ha-
be damit lediglich auf sich aufmerksam machen wollen (pag. 790 f., Protokoll der 
oberinstanzlichen Verhandlung vom 12. Januar 2018). 

Betreffend den Vorfall mit dem Stein machte Fürsprecher B.________ geltend, der 
Beschuldigte habe anlässlich der oberinstanzlichen Befragung ausgesagt, er habe 
wegen eines «Lichtscheins», der vom Stationsbüro ins betreffende Sitzungszimmer 
gefallen sei, erkennen können, dass sich darin keine Personen befunden hätten. 

19

Die Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen zur Frage, ob sich zum Zeit-
punkt des Steinwurfs Angestellte der Klinik im Sitzungszimmer aufgehalten hätten, 
seien widersprüchlich. Gemäss der Aussage des Zeugen S.________ habe sich 
niemand mehr in der Gefahrenzone befunden, als der Beschuldigte den Stein ge-
worfen habe. Aufgrund dessen könne davon ausgegangen werden, dass das Pfle-
gepersonal und die Ärzte genügend Zeit gehabt hätten, um sich rechtzeitig in Si-
cherheit zu bringen. Im Übrigen habe der Beschuldigte viel Kraft aufwenden müs-
sen, um den grossen und 4 kg schweren Stein überhaupt werfen zu können. We-
gen der relativ grossen Distanz sei es nicht möglich gewesen, mit dem Stein auf 
jemanden zu zielen. Der Zeuge V.________ habe schliesslich auch ausgesagt, 
dass der Beschuldigte den Stuhl nicht gezielt gegen jemanden habe werfen wollen 
(pag. 791, Protokoll der oberinstanzlichen Verhandlung vom 12. Januar 2018).

12.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin O.________ entgegnete, es sei beweismässig erstellt, dass es sich 
beim Vorfall mit dem Stuhl nicht, wie vom Beschuldigten dargetan, um eine blosse 
«Drohgebärde» gehandelt habe. Die Aussagen der Zeugen und Auskunftsperso-
nen seien stimmig, nachvollziehbar, nicht widersprüchlich und nicht übermässig be-
lastend. Dass nicht alle anwesenden Personen gesehen hätten, wie weit der Be-
schuldigte den Stuhl hochgehoben habe und nicht alle die Situation gleich interpre-
tiert hätten, sei in Anbetracht des dynamischen Geschehens logisch und spreche 
nicht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Der Beschuldigte habe an der 
Fortsetzungsverhandlung vom 2. März 2017 selber zugegeben, dass er den Stuhl 
vollständig über seinen Kopf gehoben und nach hinten gezogen habe. V.________ 
sei der Einzige gewesen, der davon gesprochen habe, dass der Beschuldigte den 
Stuhl eher habe werfen als damit habe schlagen wollen. Der Zeuge habe die Be-
wegung des Stuhls als «schwingen» interpretiert, ansonsten sei er in seiner Aus-
sage aber ganz klar gewesen und habe deponiert, dass der Vorfall mit dem Stuhl 
für ihn mehr gewesen sei als eine blosse «Drohgebärde». Ferner habe 
Q.________ angegeben, er habe gehört, wie der Beschuldigte sinngemäss zu 
P.________ gesagt habe, «dich mache ich fertig». Alle befragten Personen seien 
sich einig, dass der Stuhl die Pflegefachfrau am Kopf getroffen hätte, wäre das 
Pflegepersonal nicht rechtzeitig eingeschritten. Es habe sich um ein dynamisches 
Geschehen gehandelt, in welchem der Schwung des Stuhls habe unterbrochen 
werden müssen (pag. 793 f., Protokoll der oberinstanzlichen Verhandlung vom 
12. Januar 2018). 

Gemäss den Ausführungen von Staatsanwältin O.________ sei die Aussage des 
Beschuldigten, wonach er mit dem Steinwurf niemanden habe verletzen wollen, 
ebenso als reine Schutzbehauptung zu qualifizieren. Die Zeugen und Auskunfts-
personen seien sich einig, dass sich im Zimmer, durch dessen Fenster er den Stein 
geworfen habe, Personen befunden hätten. Dass sich diese Personen rechtzeitig in 
Sicherheit gebracht hätten, könne keine Rolle spielen. Der Beschuldigte habe eine 
enorme Kraft aufwenden müssen, um einen Stein in dieser Grösse und mit diesem 
Gewicht zu werfen. Nur weil die Distanz relativ gross gewesen sei, könne nicht be-
hauptet werden, durch den Steinwurf hätte keine schwere Körperverletzung entste-
hen können (pag. 794, Protokoll der oberinstanzlichen Verhandlung vom 12. Janu-
ar 2018). 

20

13. Beurteilung durch die Kammer

13.1 Allgemeines zur Beweiswürdigung und Aussagenanalyse

Bezüglich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagen-
analyse kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 689 f., S. 7 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

13.2 Zur Reihenfolge der Vorfälle vom 31. Januar 2014

Die einvernommenen Zeugen R.________, S.________, V.________ als auch die 
befragten Auskunftspersonen Q.________, P.________, T.________ und 
W.________ schilderten den Geschehensablauf vom 31. Januar 2014 deckungs-
gleich. Gemäss ihren Aussagen habe sich der Vorfall mit dem Stuhl vor demjeni-
gen mit dem Stein ereignet. Der Beschuldigte gab die zeitliche Reihenfolge der 
beiden Vorfälle hingegen als Einziger umgekehrt wieder. So führte er aus, nach-
dem er vom Klinikpersonal vor die Eingangstüre geführt worden sei, habe er einen 
«kindskopfgrossen» Stein aufgehoben und gegen das Fenster eines personenver-
lassenen Stationszimmers geworfen. Nach dem Eintreffen der Polizei sei er in ein 
Sitzungszimmer geführt worden, wo sich schliesslich der Vorfall mit dem Stuhl zu-
getragen habe (vgl. pag. 230 f., Einvernahmeprotokoll des Beschuldigten vom 
20. November 2014). Indem der Beschuldigte aussagte, der Vorfall mit dem Stuhl 
habe sich «glaublich» nach demjenigen mit dem Stein ereignet bzw. er wisse es 
nicht mehr genau, legte er bereits in seiner ersten Einvernahme Zweifel an der von 
ihm geltend gemachten Reihenfolge offen (vgl. pag. 231 Z. 274 f.).

Es ist unwahrscheinlich, dass sich die bei den Vorfällen anwesenden Angestellten 
des E.________(psychiatrische Klinik) in der zeitlichen Reihenfolge der Vorfälle al-
lesamt geirrt haben. Auch findet der vom Beschuldigten geltend gemachte Ge-
schehensablauf in den Akten keine Grundlage. In seiner Version hätten die ausrü-
ckenden Polizeibeamten den Stuhleinsatz mitbekommen müssen. Aus dem Journal 
bzw. dem Anzeigerapport der C.________ vom 19. August 2014 geht jedoch nichts 
dergleichen hervor (pag. 26). Seine Version ist denn auch wenig plausibel. Wäre 
der Steinwurf zuerst erfolgt, hätte sich das Klinikpersonal im Anschluss daran nicht 
noch mit ihm zu einer «Nachbesprechung» im Sitzungszimmer getroffen. Sinn 
macht somit einzig der von den Zeugen und Auskunftspersonen beschriebene Ge-
schehensablauf. 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist für die Kammer erstellt, dass sich am 
31. Januar 2014 zuerst der Vorfall mit dem Stuhl und erst danach derjenige mit 
dem Stein ereignet hat.

13.3 Zu Ziff. 1.1. der Anklageschrift (Vorfall mit dem Stuhl)

13.3.1 Würdigung der Aussagen der Auskunftspersonen und Zeugen

Die einvernommenen Zeugen und Auskunftspersonen schilderten den Vorfall in 
Bezug auf dessen Anlass und Geschehensablauf sachlich, differenziert und über-
einstimmend. Danach sei am 31. Januar 2014 aufgrund verschiedener Regelver-
stösse beschlossen worden, den Beschuldigten aus der Klinik zu verweisen. Um 
ihm diesen Entscheid mündlich zu eröffnen, hätten sich der leitende Arzt 
Dr. Q.________, der Assistenzarzt S.________, das Pflegepersonal P.________, 

21

R.________, V.________, W.________ und T.________ zur personellen Unter-
stützung ins Patientenzimmer des Beschuldigten begeben. Es sei vorher vereinbart 
worden, dass Dr. Q.________ und P.________ das Gespräch mit dem Beschuldig-
ten führen würden (P.________, pag. 74 Z. 20-24; Q.________, pag. 56 Z. 56-58; 
R.________, pag. 63 Z. 27-34; S.________, pag. 78 Z. 26 f.; T.________, pag. 88 
Z. 23-35; V.________, pag. 94 Z. 15-22; W.________, pag. 119 Z. 16-23). Der Be-
schuldigte habe sich sitzend auf der Bettkante befunden, während P.________ ihm 
direkt gegenübergestanden sei und ihm den Klinikverweis mitgeteilt habe. Der Be-
schuldigte habe diesem Ansinnen widersprochen, sei während des Wortwechsels 
aufgestanden, habe sich vor dem Bett hin und her bewegt und «plötzlich und un-
vermittelt» nach einem «Metallstuhl mit Sitzfläche und Rückenlehne aus Sperrholz» 
(Standartstuhl in der Klinik) gegriffen (V.________, pag. 94 Z. 24-29 und pag. 98 
Z. 83-86; R.________, pag. 63 Z. 34-39; S.________, pag. 78 Z. 27-31; 
Q.________, pag. 56 Z. 58-61; P.________, pag. 74 Z. 26-28; T.________, 
pag. 88 Z. 34-38; W.________, pag. 119 Z. 25-28).

Gemäss den Aussagen des Zeugen R.________ und der Auskunftspersonen 
Q.________, P.________ und T.________ habe der Beschuldigte den Stuhl mit 
beiden Händen an der Rückenlehne gepackt und «auf Kopfhöhe» gegen 
P.________ aufgezogen, die ihm in einer Entfernung von einem bis zwei Metern 
gegenübergestanden sei. Dadurch, dass die Pfleger R.________ und V.________ 
blitzschnell reagiert und den Beschuldigten am Oberkörper gepackt hätten, habe 
der Schwung des Stuhls rechtzeitig unterbrochen bzw. der Schlag abgewendet 
werden können (R.________, pag. 63 Z. 38-42 und pag. 68 Z. 68-90; Q.________, 
pag. 56 Z. 61-64; P.________, pag. 74 Z. 27 f.; T.________, pag. 88 Z. 37-41). Die 
Zeugen V.________ und S.________ schilderten das Kerngeschehen des Vorfalls 
im Wesentlichen übereinstimmend mit den übrigen Zeugen und Auskunftsperso-
nen. Abweichend davon gab V.________ an, der Beschuldigte habe den Stuhl 
hochgehoben und damit eine Schwungbewegung gemacht, wobei er aus seiner 
Perspektive nicht habe erkennen können, ob der Beschuldigte diesen habe «wer-
fen oder nur schwingen» wollen. Seiner Ansicht nach wäre der Stuhl «eher geflo-
gen» als er damit geschlagen hätte (V.________, pag. 99 Z. 85-87 und 113 f.). 
Gemäss den Aussagen des Zeugen S.________ und der Auskunftsperson 
W.________ habe der Beschuldigte den Stuhl nicht ganz anheben können bzw. 
habe er den Stuhl mit beiden Händen auf Brust-/Kopfhöhe gehalten (S.________, 
pag. 78 Z. 31 f.; W.________, pag. 119 Z. 28 f.). Auf diese abweichende Darstel-
lung angesprochen, sagte S.________ vor der Staatsanwaltschaft aus, soweit er 
sich daran erinnern könne, habe sich der Stuhl «über dem Kopf» des Beschuldig-
ten befunden. Unabhängig wie hoch er den Stuhl genau gehalten habe, hätte er 
damit eine Bewegung gegen den Kopf von P.________ machen können 
(S.________, pag. 82 Z. 91-93). Ungeachtet dieser Abweichungen waren sich alle 
einvernommenen Zeugen und Auskunftspersonen einig, dass es sich nicht um eine 
blosse «Drohgebärde» seitens des Beschuldigten gehandelt habe, sondern dass 
der Stuhl P.________ von oben herab «am Kopf getroffen» hätte, wäre das Pfle-
gepersonal nicht rechtzeitig eingeschritten (Q.________, pag. 56 Z. 63 f.; 
R.________, pag. 68 Z. 83; S.________, pag. 83 Z. 98-100; T.________, pag. 88 
Z. 42 f.; V.________, pag. 99 Z. 110; W.________, pag. 119 Z. 33 f.).

22

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Zeugen betreffend den Stuhleinsatz, insbe-
sondere in Bezug auf das Kerngeschehen als glaubhaft erachtet und dies überzeu-
gend begründet. Darauf kann verwiesen werden (pag. 691 ff., S. 9 ff. der erstin-
stanzlichen Entscheidbegründung). Auch die einvernommenen Auskunftspersonen 
schilderten den Geschehensablauf stimmig, detailreich und nicht übermässig be-
lastend. Sie führten nachvollziehbar aus, was sie gesehen haben und was nicht 
bzw. was sie noch wissen und was nicht. W.________ gab beispielsweise zu Pro-
tokoll, dass er sich nicht mehr daran erinnern könne, wer neben R.________ den 
Stuhl abgewehrt habe und wo es Frau P.________ getroffen hätte, wäre nicht 
rechtzeitig eingegriffen worden (W.________, pag. 119 Z. 31 und 34 f.). 
P.________ räumte ein, dass sie den Vorfall aufgrund des schnellen und dynami-
schen Geschehens kaum habe realisieren können und Dr. Q.________ im Nach-
hinein zu ihr gesagt habe, dass der Stuhl sie «voll am Kopf getroffen» hätte, wäre 
der Schlag nicht abgewehrt worden (P.________, pag. 74 Z. 28-30). Sie verzichte-
te dabei gänzlich auf Übertreibungen und Ausschmückungen.

13.3.2 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten

Im Unterschied zu den Schilderungen der einvernommenen Zeugen und Aus-
kunftspersonen wirken die Aussagen des Beschuldigten zum Kerngeschehen in-
haltlich karg, wenig plausibel, konstruiert und unglaubhaft. Die von ihm geschilderte 
Reihenfolge der Ereignisse hat sich bereits als falsch herausgestellt und er hat an-
fänglich den Vorfall mit dem Stuhl (entgegen den Aussagen aller Zeugen und Aus-
kunftspersonen) ins Sitzungszimmer anstatt ins Patientenzimmer verortet (pag. 231 
Z. 275 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hat er dann selber 
eingeräumt, dass er nicht mehr wisse, wo sich dieser Vorfall zugetragen habe 
(pag. 598 Z. 24 f.). Ganz abgesehen davon leuchtet nicht ein, wenn der Beschul-
digte behauptet, er habe den Stuhl über seinen Kopf gehalten und gesagt, «wenn 
ich möchte, könnte ich jemandem diesen Stuhl über den Kopf schlagen, aber ich 
würde es ja nicht machen» (pag. 231 Z. 278-280) bzw. er habe mit dem Stuhl nur 
zeigen wollen, dass er nicht gefährlich sei, obschon er damit zuschlagen könnte 
(pag. 231 Z. 283-285). Dass er sich während des Vorfalls auf diese Weise äusser-
te, wurde von niemandem bestätigt. In der Berufungsverhandlung darauf ange-
sprochen, gab der Beschuldigte zu Protokoll, bei der Befragung vor der Staatsan-
waltschaft den eigentlichen Vorfall im Zimmer mit einer angeblich später stattfin-
denden Tatrekonstruktion im E.________(psychiatrische Klinik) durcheinanderge-
bracht zu haben, weswegen er gemeint habe, er hätte sich auch bei der Tat so 
geäussert (pag. 786 Z. 40-44 und pag. 787 Z. 15 f.). Damit versuchte er nicht nur 
seine früheren Aussagen inhaltlich zu glätten, sondern gab auch implizit zu, dass er 
sich während des Vorfalls gegenüber dem Klinikpersonal nicht geäussert hat. Der 
Beschuldigte machte in sämtlichen Einvernahmen geltend, beim Vorfall mit dem 
Stuhl habe es sich um eine «blosse Drohgebärde» gehandelt (pag. 231 Z. 306 f., 
pag. 598 Z. 11, pag. 787 Z. 17 f. und 24). Zu einer Drohung würde jedoch passen, 
dass die entsprechende Geste (Hochheben des Stuhls) mit Worten bekräftigt wird, 
um dem potenziellen Opfer ein Übel in Aussicht zu stellen. Auch ist angesichts der 
unbestrittenen Vorgeschichte zu bezweifeln, dass der Beschuldigte zu diesem 
Zeitpunkt noch in der Verfassung gewesen wäre, bloss verbale Drohungen auszu-
stossen und diese dann kontrolliert und abgeklärt mit entsprechenden Gesten zu 

23

untermauern. Der Beschuldigte hat zugegebenermassen zuvor heftig gegen die 
Türe eines Stationszimmers getreten und ist in der Folge immer aufgebrachter ge-
worden (pag. 230 Z. 260 und 270). Im Anschluss an den Vorfall mit dem Stuhl hat 
er draussen nach einem Stein gegriffen und diesen gegen das Fenster eines Stati-
onszimmers geworfen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, verdeutlicht die-
se Handlung, dass der Beschuldigte bereit war, über eine reine Drohgebärde hin-
aus zur tatsächlichen Ausführung zu schreiten. Dass er sich während dieser Vorfäl-
le in einem emotionalen Ausnahmezustand befunden haben muss, zeigt sich ferner 
auch daran, dass er im Nachhinein nicht mehr in der Lage war, die stattgefundenen 
Vorfälle richtig einzuordnen (vgl. pag. 698, S. 16 der erstinstanzlichen Entscheid-
begründung). Im Gutachten des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes der Univer-
sität Bern (FPD) vom 1. Februar 2016 wurde dem Beschuldigten angesichts von 
dessen eigener Darstellung, wonach er sich vor dem Angriff in einem Zustand af-
fektiver Anspannung befunden habe, eine leichtgradige Verminderung der (tatzeit-
bezogenen) Schuldfähigkeit attestiert (pag. 471 f., S. 46 f. des forensisch-
psychiatrischen Gutachtens).

13.3.3 Zu den Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung machte geltend, der Vorfall mit dem Stuhl habe sich für das ent-
sprechend geschulte Fachpersonal nicht plötzlich und unvermittelt zugetragen. 
Auch würden die Wahrnehmungen der Zeugen und Auskunftspersonen betreffend 
das Kerngeschehen – insbesondere wie der Beschuldigte den Stuhl gehalten bzw. 
hochgehoben habe, was er damit für eine Bewegung gemacht und was er damit 
habe bezwecken wollen – auseinandergehen. Fast alle Zeugen und Auskunftsper-
sonen gaben an, dass sich der Vorfall «plötzlich und unvermittelt» zugetragen hät-
te. Q.________ führte diesbezüglich aus, dass das Klinikpersonal des 
E.________(psychiatrische Klinik) «ungezielte Gewalt» (zum Beispiel mit dem Fuss 
gegen einen Stuhl) von Patienten grundsätzlich gewohnt sei, «gezielte Gewalt» 
(wie im Falle des Beschuldigten) demgegenüber aber selten vorkomme. Das Per-
sonal sei darauf nicht vorbereitet und auch nicht eigens dafür ausgebildet 
(Q.________, pag. 56 f. Z. 65-68). Ausgehend von den übereinstimmenden und 
glaubhaften Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen ist somit davon auszu-
gehen, dass sich der Vorfall im Patientenzimmer für alle Beteiligten plötzlich und 
unvermittelt zugetragen hat und das Klinikpersonal nicht damit hatte rechnen müs-
sen. Zudem ist in Anbetracht des schnellen und dynamischen Geschehens logisch, 
dass nicht alle anwesenden Personen die Situation (aus ihrer Perspektive) iden-
tisch wahrgenommen und interpretiert haben. Dies spricht nicht gegen, sondern 
vielmehr für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen, zumal es aufzeigt, dass sich die 
Zeugen und Auskunftspersonen untereinander nicht abgesprochen haben. Auch 
wenn der Zeuge S.________ und die Auskunftsperson W.________ aussagten, 
der Beschuldigte habe den Stuhl nicht ganz anheben können bzw. er habe den 
Stuhl mit beiden Händen auf Brust-/
Kopfhöhe gehalten, ist für die Kammer erstellt, dass er den Stuhl mit beiden Hän-
den an der Rückenlehne gepackt, vollständig über seinen Kopf gehoben und nach 
hinten gezogen hat. Schliesslich hat der Beschuldigte dies selber zugegeben 
(pag. 231 Z. 277 f. und pag. 655) und anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung mit einem Holzstuhl demonstriert (pag. 787 Z. 13). Anders als die übrigen 

24

Zeugen und Auskunftspersonen hat V.________ die Bewegung des Stuhls als 
«Schwingen» interpretiert und angegeben, er habe aus seiner Perspektive nicht er-
kennen können, ob der Beschuldigte den Stuhl habe «werfen» oder habe «schla-
gen» wollen (V.________, pag. 94 Z. 34-36 und pag. 98 Z. 85-88). Ansonsten war 
für ihn aber ebenfalls klar, dass es sich dabei nicht bloss um eine Drohgebärde sei-
tens des Beschuldigten gehandelt hat (V.________, pag. 99 Z. 110 f.). An seiner 
Gestik und Mimik konnte das beim Vorfall anwesende Klinikpersonal die Intention 
des Beschuldigten erkennen. Als Fachpersonen einer psychiatrischen Institution 
verfügen sie über Erfahrung mit Personen, welche unter grosser affektiver Anspan-
nung stehen. Schätzen diese Personen die betreffende Situation übereinstimmend 
als gefährlich ein, so kann auf ihre Einschätzung abgestellt werden. Entgegen der 
Behauptung des Beschuldigten wurde der Stuhl vom Pflegepersonal noch in der 
Schwungbewegung gestoppt, weswegen er nicht im Begriff gewesen sein kann, 
den Stuhl wieder hinzustellen (vgl. V.________, pag. 98 Z. 85-89; T.________, 
pag. 87 Z. 40 f.). Auch wenn nicht von allen einvernommenen Personen explizit so 
dargestellt, darf im Weiteren als erstellt gelten, dass der Beschuldigte mit dem 
Stuhl den Kopf von P.________ anvisierte (vgl. Q.________, pag. 56 Z. 63 f.; 
R.________, pag. 68 Z. 83; S.________, pag. 78 Z. 30 f. und pag. 82 Z. 90-93; 
T.________, pag. 88 Z. 42 f.). Der Stuhl hätte demnach die Pflegefachfrau am Kopf 
getroffen, wenn nicht rechtzeitig interveniert worden wäre. Dem Beschuldigten war 
ferner bewusst, dass P.________ durch den Angriff schwere Verletzungen im 
Kopfbereich hätte davon tragen können (pag. 232 Z. 318, Einvernahmeprotokoll 
des Beschuldigten vom 20. November 2014).

13.3.4 Erstellter Sachverhalt 

Zusammenfassend erachtet die Kammer den anklagten Sachverhalt in Überein-
stimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz als erstellt. Demnach ist von fol-
gendem Beweisergebnis auszugehen:

Am 31. Januar 2014 um ca. 15 Uhr wurde dem Beschuldigten in seinem Patienten-
zimmer im Haus ________ des E.________(psychiatrische Klinik) durch den lei-
tenden Arzt Dr. Q.________ und die Pflegefachfrau P.________ mündlich eröffnet, 
dass er aus der Klinik verwiesen werde. Der Beschuldigte widersprach diesem An-
sinnen, bewegte sich vor dem Bett hin und her und griff plötzlich und unvermittelt 
nach einem sich im Zimmer befindenden ca. 5 kg schweren Metallstuhl mit Sitz-
fläche und Lehne aus Sperrholz. Er packte diesen mit beiden Händen an der Rü-
ckenlehne, hob sich diesen mit Schwung über seinen Kopf, zog ihn nach hinten 
und versuchte ihn in Verletzungsabsicht gegen den Kopf der ihm in einer Entfer-
nung von ein bis zwei Metern gegenüberstehenden Pflegefachfrau zu schlagen 
bzw. zu werfen, was jedoch durch das sofortige Einschreiten des umstehenden 
Pflegepersonals verhindert werden konnte.

13.4 Zu Ziff. 1.2. der Anklageschrift (Vorfall mit dem Stein)

13.4.1 Würdigung der Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen

Die einvernommenen Zeugen und Auskunftspersonen schilderten den Gesche-
hensablauf betreffend den Vorfall mit dem Stein wie folgt: 

25

Nach dem Vorfall im Patientenzimmer sei der Beschuldigte durch die Pfleger 
R.________ und V.________ im «Sicherheits- bzw. Kontrollgriff» vor die Hauptein-
gangstüre der Station ________ des E.________(psychiatrische Klinik) geführt und 
auf der Eingangstreppe abgesetzt worden (V.________, pag. 94 Z. 40 f.; 
R.________, pag. 63 Z. 47; Q.________, pag. 57 Z. 74 f.; W.________, pag. 119 
Z. 36 f.; P.________, pag. 74 Z. 34 f.). Währenddessen hätten T.________ und 
P.________ seine restlichen Effekte zusammengepackt und ihm seine Schuhe 
nach draussen getragen (T.________, pag. 88 Z. 44-46; P.________, pag. 74 
Z. 33 f.; R.________, pag. 63 Z. 47, V.________, pag. 94 Z. 43; W.________, 
pag. 119 Z. 38 f.). Der Beschuldigte sei auf der Treppe sitzen geblieben und habe 
gezielt einen Turnschuh nach dem Pflegepersonal geworfen. Dabei habe er 
R.________ am linken Arm getroffen, was aber keine Verletzung zur Folge gehabt 
habe (R.________, pag. 63 Z. 48-50; W.________, pag. 119 Z. 39-41). Nachdem 
sich das Klinikpersonal ins Gebäudeinnere zurückgezogen habe, sei der Beschul-
digte aufgestanden, sei hin und her gegangen und habe vor sich her geschimpft 
(R.________, pag. 63 Z. 51-53; V.________ pag. 94 Z. 41 f. und 46 f.; 
S.________, pag. 78 Z. 33 f.). Beim Herausgehen habe V.________ den «Perso-
nenalarm» betätigt, weswegen noch mehr Personal dazugekommen sei, welches in 
der Folge aber nicht habe involviert werden müssen (V.________, pag. 94 Z. 45 f.; 
P.________, pag. 74 Z. 37 f.). P.________ sagte aus, dass sie danach wieder ins 
«Stationszimmer» zurückgegangen seien (P.________, pag. 74 Z. 36 f.). 
Q.________ glaubte sich daran zu erinnern, dass sich ausser ihm noch 
S.________ und T.________ im betreffenden Zimmer aufgehalten hätten 
(Q.________, pag. 57 Z. 80-82). Letzterer sagte jedoch aus, er sei erst ins Büro 
zurückgekommen als der Stein bereits auf dem Boden gelegen sei. Seiner Mei-
nung nach habe sich U.________ im Moment des Steinwurfs darin befunden, was 
diese anlässlich ihrer Einvernahme aber nicht bestätigen konnte (T.________, 
pag. 88 Z. 47 und 49 f.; vgl. Einvernahmeprotokoll der Auskunftsperson 
U.________ vom 26. April 2014, pag. 91 Z. 37-42). Gestützt auf die Aussagen der 
übrigen Zeugen und Auskunftspersonen hätten sich Dr. Q.________, S.________, 
P.________, R.________ und V.________ nach der Herausbeförderung des Be-
schuldigten ins Stationsbüro bzw. ins angrenzende Sitzungs-/Eckzimmer begeben 
(S.________, pag. 83 Z. 122; P.________, pag. 74 Z. 36 f.; R.________, pag. 69 
Z. 109; V.________, pag. 100 Z. 146-148). S.________, R.________ und 
V.________ gaben an, gesehen zu haben, wie der Beschuldigte draussen einen 
grossen Stein hochgehoben und in der Hand gehalten habe (S.________, pag. 83 
Z. 108 f.; R.________, pag. 69 Z. 109; V.________, pag. 100 Z. 152 f.). 
P.________, R.________ und S.________ sagten aus, dass jemand eine Warnung 
ausgestossen habe, woraufhin sie sich dann zurückgezogen hätten (P.________, 
pag. 74 Z. 40 f.; R.________, pag. 69 Z. 120-122 und pag. 70 Z. 135; S.________, 
pag. 83 Z. 128-130). Q.________ meinte, sie hätten sich nach Vorwarnung von 
T.________ geduckt, so dass der Stein sie nicht habe treffen können (Q.________, 
pag. 57 Z. 82 f.). V.________ bestätigte, dass er diejenige Person gewesen sei, 
welche die anderen gewarnt habe. Als er wahrgenommen habe, wie der Beschul-
digte den ca. 25 cm grossen Stein mit seiner rechten Hand auf Kopfhöhe aufgezo-
gen und sich damit gegen die Station gewandt habe, habe er «Achtung hinaus» ge-
rufen. In dem Moment habe der Beschuldigte den Stein sogleich geworfen. Der 

26

Stein habe das Fenster durchschlagen und an der gegenüberliegenden Stationsta-
fel (White-Board) eine «Delle» hinterlassen. Dadurch, dass sie das Zimmer bzw. 
die Gefahrenzone vorher verlassen hätten, sei niemand getroffen worden. Er selber 
habe das Zimmer in Richtung Stationsgang verlassen; es könne aber sein, dass 
ein bis zwei Personen im Zwischenbüro in Deckung gegangen seien (V.________, 
pag. 94 Z. 46-51 und pag. 100 Z. 152-154, 157-159 und 167). Auch S.________ 
war der Auffassung, dass sie das Zimmer verlassen hätten, bevor der Stein das 
Fenster durchschlagen habe. Er könne sich jedenfalls nicht daran erinnern, dass zu 
diesem Zeitpunkt noch jemand im Zimmer gewesen sei (S.________, pag. 83 
Z. 110-113 und 117-119). Gemäss S.________, R.________ und V.________ ha-
be der Beschuldigte von draussen her sehen können, dass sich im betreffenden 
Zimmer Personen aufgehalten hätten (S.________, pag. 78 Z. 35 f. und pag. 84 
Z. 140 f.; R.________, pag. 70 Z. 140; V.________, pag. 101 Z. 177 f.). Demge-
genüber war W.________ der Meinung, dass der Beschuldigte von seinem Stand-
ort aus nicht habe sehen können, ob sich jemand darin aufgehalten habe, zumal 
sich das Büro bzw. das Sitzungszimmer im Hochparterre befinde (W.________, 
pag. 119 Z. 43-45). Die einvernommenen Zeugen und Auskunftspersonen konnten 
nicht beurteilen, ob der Beschuldigte mit dem Stein tatsächlich jemanden habe tref-
fen oder lediglich eine Sachbeschädigung habe begehen wollen (vgl. S.________, 
pag. 78 Z. 39; R.________, pag. 63 Z. 57 f.). P.________ und V.________ gingen 
ferner davon aus, dass der Beschuldigte den Stein in seiner Wut bzw. aus Frust 
gegen die Scheibe geworfen habe, aber nicht gezielt jemanden damit habe verlet-
zen wollen (P.________, pag. 74 Z. 43 f.; V.________, pag. 101 Z. 176 f.).

In Bezug darauf, ob sich im Zeitpunkt des Steinwurfs Personen im betreffenden 
Sitzungszimmer befunden hätten und welche Intention der Beschuldigte damit ver-
folgte, gehen die Aussagen der befragten Zeugen und Auskunftspersonen teilweise 
auseinander. Angesichts dessen, dass spätestens nach Auslösung des Personen-
alarms auf der Station eine allgemeine Hektik ausgebrochen ist und unter Berück-
sichtigung, dass die Einvernahmen mehrere Monate resp. mehr als ein Jahr nach 
dem Vorfall durchgeführt wurden, sind die Abweichungen verständlich. Ansonsten 
führten die Zeugen und Auskunftspersonen wiederum nachvollziehbar aus, was sie 
gesehen haben und was nicht bzw. woran sie sich noch erinnern und woran nicht. 
So sagte R.________ beispielsweise aus, dass er glaublich gesehen habe, wie der 
Beschuldigte den Stein geworfen habe, er sich aber nicht zu 100% sicher sei 
(R.________, pag. 69 Z. 111 f.). S.________ meinte, sie hätten nicht sehen kön-
nen, wie er den Stein geworfen habe und er könne sich nicht daran erinnern, wer 
sich zu diesem Zeitpunkt wo aufgehalten habe (S.________, pag. 83 Z. 112 f. und 
130 f.). In ihren Aussagen war weder eine Aggravation ersichtlich noch waren sie 
übermässig belastend. Die Zeugen und Auskunftspersonen liessen im Hinblick auf 
die Absicht des Beschuldigten denn auch offen, ob er lediglich eine Sachbeschädi-
gung habe begehen oder mit dem Stein gezielt jemanden habe treffen wollen.

13.4.2 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten

Der Steinwurf als solcher wird vom Beschuldigten nicht bestritten. Er stellt sich je-
doch auf den Standpunkt, er habe mit dem «kindskopfgrossen» Stein lediglich eine 
Sachbeschädigung begehen wollen, weil er wegen der Herauskomplementierung 
aus der Klinik wütend gewesen sei und ihm das Klinikpersonal seine Sachen nicht 

27

ausgehändigt habe (pag. 230 f. Z. 269-272, pag. 598 Z. 45-47 und pag. 787 
Z. 30 f.). Es sei draussen bereits dunkel gewesen und im Zimmer hinter dem Sit-
zungszimmer habe Licht gebrannt (pag. 230 f. Z. 269-272). Während er vor der 
Staatsanwaltschaft aussagte, es sei auch niemand im beleuchteten Stationszimmer 
gewesen (pag. 230 f. Z. 271 f.), erklärte er anlässlich der Berufungsverhandlung, er 
habe gesehen, dass sich das Klinikpersonal dort aufgehalten habe, weswegen er 
den Stein ins angrenzende, unbeleuchtete Sitzungszimmer geworfen habe 
(pag. 787 Z. 36-38 und 42 f.). Wegen eines Lichtscheins, der vom beleuchteten 
Stationsbüro ins angrenzende Sitzungszimmer gefallen sei, habe er erkennen kön-
nen, dass sich zu diesem Zeitpunkt niemand darin aufgehalten habe (pag. 787 
Z. 43-45 und pag. 598 Z. 34 f.). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung 
hat er demgegenüber noch eingeräumt, es sei im Sitzungszimmer dunkel gewesen 
und er habe deswegen nicht bis ganz hinten ins Büro gesehen. Er habe einfach 
angenommen, dass sich niemand dort aufhalte, weil kein Licht gebrannt habe 
(pag. 232 Z. 330 f.).

Im Anzeigerapport vom 19. August 2014 wurde festgehalten, dass der Beschuldig-
te den Stein gegen das Fenster des «Stationsbüros» geworfen habe (pag. 24). In 
der Anklageschrift vom 3. Juni 2016 ist hingegen von einem «Sitzungszimmer» die 
Rede (pag. 543). Beim «Stationsbüro» handelt es sich um jenes Zimmer, dessen 
Fenster auf dem Foto Nr. 15 der Rekonstruktion des Kriminaltechnischen Dienstes 
durch ein Gebüsch verdeckt ist (pag. 52). Der Stein wurde nicht durch dieses Fens-
ter geworfen, sondern durch das Fenster links davon, welches zum Sitzungs- bzw. 
Eckzimmer gehört. Dies ergibt sich sowohl aus dem Foto Nr. 16 der Rekonstruktion 
(pag. 53) als auch aus den am 31. Januar 2014 durch Dr. Q.________ erstellten 
Fotos, auf welchen das beschädigte Fenster des Sitzungszimmers sowie der auf 
dem Boden liegende Stein zu sehen ist (pag. 29 f.). Auch hatte der Beschuldigte 
von seinem Standort aus nur auf das Fenster des Sitzungszimmers, nicht aber auf 
jenes des Stationsbüros uneingeschränkte Sicht bzw. freie «Wurfbahn» (vgl. pag. 
52, Foto Nr. 15). Das Gewicht des grössenmässig bezeichneten Steines betrug 
rund 4 kg (vgl. pag. 54, Foto Nr. 17). Gemäss der Aussage des Zeugen 
V.________ und der Anklageschrift sei der Stein auf der gegenüberliegenden 
Wand an der Stationstafel bzw. am Whiteboard eingeschlagen, abgeprallt und im 
hinteren Teil des Zimmers zu liegen gekommen (V.________, pag. 94 Z. 49 f. und 
pag. 100 Z. 167; pag. 543, Anklageschrift vom 3. Juni 2016). Die von V.________ 
erwähnte «Delle» an der Stationstafel ist von keinem der übrigen Zeugen und Aus-
kunftspersonen erwähnt oder mittels Fotoaufnahmen dokumentiert worden.

13.4.3 Zu den Vorbringen der Verteidigung

Entgegen der Darstellung der Verteidigung (pag. 791) hatte die Masse des ca. 4 kg 
schweren Steins nach Überzeugung der Kammer durchaus Gefährdungspotenzial. 
Auch die Distanz war nicht derart gross, als dass der Beschuldigte mit dem Stein 
nicht auf jemanden hätte zielen können (vgl. pag. 52, Foto Nr. 15). Folgt man 
schliesslich den Aussagen des Zeugen V.________, wonach der Stein an der sich 
auf Augenhöhe befindenden Stationstafel («Whiteboard») eingeschlagen sei, so 
hätte der Stein eine Person auf Kopfhöhe getroffen und nicht, wie vom Beschuldig-
ten geltend gemacht (pag. 788 Z. 12 f.), in der unteren Körperhälfte. Der Verteidi-
gung ist jedoch beizupflichten, dass aus den Schilderungen der einvernommenen 

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Zeugen und Auskunftspersonen nicht eindeutig hervorgeht, ob sich zum Zeitpunkt 
des Steinwurfs im betreffenden Sitzungs- bzw. Eckzimmer Personen aufgehalten 
haben. P.________ sagte, das Klinikpersonal habe sich nach der Herauskomple-
mentierung des Beschuldigten ins angrenzende «Stationsbüro» begeben 
(P.________, pag. 74 Z. 36 f.). Demgegenüber meinte R.________, der Beschul-
digte habe den Stein gegen jene Fensterscheibe geworfen, hinter welcher sie sich 
zu dem Zeitpunkt befunden hätten (R.________, pag. 63 Z. 55 f.). Seiner Aussage 
entsprechend hat sich das Klinikpersonal nicht im Stationsbüro, sondern im Sit-
zungszimmer aufgehalten. Die Zeugen und Auskunftspersonen haben zwar mehr-
heitlich ausgesagt, gesehen zu haben, wie der Beschuldigte den Stein aufhoben 
und in den Händen gehalten hat, doch konnte niemand zweifelsfrei angeben, den 
Steinwurf mit eigenen Augen gesehen zu haben (R.________, pag. 69 Z. 111 f.; 
S.________, pag. 83 Z. 118; W.________, pag. 119 Z. 41 f.). Dies lässt den 
Schluss zu, dass sich zum Zeitpunkt des Steinwurfs, wie von den Zeugen 
S.________ und V.________ dargelegt (S.________, pag. 83 Z. 110 f. und 129 f.; 
V.________, pag. 94 Z. 50 f. und pag. 100 Z. 157 f.), niemand mehr in der Gefah-
renzone befunden hat. Nur weil das Klinikpersonal den Beschuldigten von der Sta-
tion aus gesehen hat, bedeutet das nicht, dass der Beschuldigte die Personen von 
draussen ebenfalls sehen konnte. Aufgrund der Lichtverhältnisse im Januar bzw. 
der früh einsetzenden Dämmerung als auch wegen der Lage der betreffenden Sta-
tionszimmer im Hochparterre ist nicht erstellt, dass der Beschuldigte von seinem 
Standpunkt aus gesehen hat, dass sich (vor dem Steinwurf) im betreffenden Sit-
zungs- bzw. Eckzimmer Personen aufgehalten haben (vgl. W.________, pag. 119 
Z. 43-45). Ferner gingen die einvernommenen Zeugen und Auskunftspersonen 
mehrheitlich nicht davon aus, dass der Beschuldigte den Stein gezielt gegen je-
manden geworfen hat. Nach P.________ und V.________ hat der Beschuldigte 
den Stein in seiner Wut gegen die Fensterscheibe geworfen und damit lediglich ei-
ne Sachbeschädigung begehen wollen (P.________, pag. 74 Z. 43 f.; V.________, 
pag. 101 Z. 176 f.).

13.4.4 Erstellter Sachverhalt

Nach dem Grundsatz «in dubio pro reo» ist gestützt auf die vorangehenden Aus-
führungen in Abweichung des angeklagten Sachverhalts von folgendem Beweiser-
gebnis auszugehen:

Nach dem Vorfall mit dem Stuhl führte das Klinikpersonal den Beschuldigten vor 
das Haus ________ des E.________(psychiatrische Klinik) und traf sich danach zu 
einer Nachbesprechung im Stationsbüro. Von dort aus konnten mehrere Angestell-
te erkennen, wie der Beschuldigte draussen einen rund 4 kg schweren Stein 
behändigte, diesen hochhob und sich damit der Station zuwandte. Auf Vorwarnung 
des Zeugen V.________ verliessen daraufhin alle anwesenden Personen den 
Raum bzw. gingen in Deckung. In seiner Wut über seine Herauskomplementierung 
warf der Beschuldigte den Stein sogleich gegen die Fensterscheibe des angren-
zenden und unbeleuchteten Sitzungs- bzw. Eckzimmers. Aufgrund der damaligen 
Lichtverhältnisse, seines Standorts draussen auf der Strasse und der Lage des be-
treffenden Sitzungszimmers im Hochparterre, konnte der Beschuldigte nicht erken-
nen, ob sich darin Personen aufhielten. Der Stein durchschlug die Fensterscheibe 

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und kam im hinteren Teil des Zimmers zu liegen, ohne dabei jemanden zu verlet-
zen.

III. Rechtliche Würdigung

14. Versuchte schwere Körperverletzung

14.1 Allgemeine Ausführungen zu Art. 122 i.V.m. Art. 22 StGB 

In Bezug auf die theoretischen rechtlichen Ausführungen kann auf die zutreffenden 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 700 f., S. 18 f. der erstinstanz-
lichen Entscheidbegründung).

Gemäss Art. 122 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) macht 
sich strafbar, wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), 
wer vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen ver-
stümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Men-
schen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht 
eines Menschen arg und bleibend entstellt (Abs. 2), wer vorsätzlich eine andere 
schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit 
eines Menschen verursacht (Abs. 3). Unter der in Art. 3 festgehaltenen General-
klausel kommt nur eine Beeinträchtigung in Frage, die mit den in Abs. 1 und 2 ge-
nannten Beispielen in ihrer Schwere vergleichbar ist und etwa mit einer langen Be-
wusstlosigkeit, einem schweren und lang dauernden Krankenlager, einem ausser-
ordentlich langen Heilungsprozess oder einer Arbeitsunfähigkeit während eines 
grossen Zeitraums verbunden ist (BGE 124 IV 57 E. 2).

Sowohl beim Vorfall mit dem Stuhl als auch beim Vorfall mit dem Stein kam nie-
mand zu Schaden. Damit sind die objektiven Voraussetzungen einer schweren 
Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB nicht erfüllt. Es ist daher zu prüfen, ob sich 
der Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 
i.V.m. Art. 22 StGB schuldig gemacht hat.

Gestützt auf Art. 22 StGB liegt ein Versuch vor, wenn der Täter, nachdem er mit 
der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare 
Tätigkeit nicht zu Ende führt oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg 
nicht eintritt oder nicht eintreten kann. Beim Versuch erfüllt der Täter sämtliche sub-
jektiven und objektiven Tatbestandsmerkmale und manifestiert seine Tatentschlos-
senheit, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind. Zum Ta-
tentschluss, also dem auf die Begehung gerichteten Willen, gehört stets Vorsatz, 
wobei (wie beim vollendeten Delikt) Eventualvorsatz genügt (BGE 103 IV 68 f.; 
NIGGLI/MAEDER, in: Basler Kommentar, StGB I, 3. Auflage 2013, Art. 22 N. 2). Der 
Vorsatz muss sich ferner auf die Schwere der Schädigung selbst beziehen 
(ROTH/BERKENMEIER, in: Basler Kommentar, StGB II, 3. Auflage 2013, Art. 122 
N. 25). 

Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Täter den Erfolgseintritt für (ernsthaft) möglich 
hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts billigt, 
sich mit ihm abfindet, auch wenn er ihm unerwünscht sein mag (BGE 131 IV 1). Für 
den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht – soweit der Täter nicht ge-

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ständig ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfah-
rungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die 
innere Einstellung des Täters erlauben. Zu den äusseren, massgebenden Umstän-
den gehören neben dem Ausmass des dem Täter bekannten bzw. von ihm ange-
nommenen Risikos auch die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung sowie die Be-
weggründe und die Art der Tathandlung. Aus dem Wissen des Täters um den mög-
lichen Erfolg darf auf das Wollen geschlossen werden, aber nur wenn sich der Er-
folg des Täters als so wahrscheinlich aufdrängte, dass sein Verhalten vernünfti-
gerweise nicht anders denn als Billigung dieses Erfolgs ausgelegt werden kann 
(BGE 109 IV 137; NIGGLI/MAEDER, a.a.O., Art. 12 N. 54). 

14.2 Subsumtion betreffend Ziff. 1.1. der Anklageschrift (Vorfall mit dem Stuhl)

Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, bestreitet der Beschuldigte die Wis-
sensseite des Vorsatzes nicht. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernah-
me vom 20. November 2014 hat er auf die Frage, was für Verletzungen 
P.________ durch das Zuschlagen mit dem stabilen Stuhl hätte erleiden können, 
geantwortet: «Klar hätte sie schwere Verletzungen davon tragen können» 
(pag. 232 Z. 318). Hingegen bestreitet der Beschuldigte die Willensseite. Diesbe-
züglich kann auf das Ergebnis der Beweiswürdigung verwiesen werden. In Über-
einstimmung mit der Vorinstanz zweifelt die Kammer nicht daran, dass der Be-
schuldigte den Stuhl gegen den Kopf von P.________ geschlagen bzw. geworfen 
hätte, wäre das Klinikpersonal nicht rechtzeitig eingeschritten. Im Gutachten des 
FPD vom 1. Februar 2016 wurde denn auch festgehalten, dass es sich beim Vorfall 
mit dem Stuhl um ein «spontan-reaktives, impulsives, rücksichtsloses und verant-
wortungsloses Verhalten» des Beschuldigten handelte, «ohne vorausschauend zu 
planen» (pag. 470, S. 45 des forensisch-psychiatrischen Gutachtens). Durch diese 
psychiatrische Einschätzung wird die Auffassung der Kammer gestützt, wonach der 
in Rage geratene Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt keineswegs mehr in der Ver-
fassung gewesen wäre, bloss verbale Drohungen auszustossen und diese dann 
kontrolliert und abgeklärt mit entsprechenden Gesten zu untermauern (vgl. Ziff. II. 
13.3.2 vorne).

Während des Gesprächs mit dem Klinikpersonal im Patientenzimmer hat der Be-
schuldigte plötzlich und unvermittelt nach einem sich im Zimmer befindenden 
ca. 5 kg schweren Metallstuhl mit Sitzfläche und Rückenlehne aus Sperrholz gegrif-
fen, diesen mit Schwung über seinen Kopf gehoben und nach hinten gezogen, um 
ihn gegen den Kopf der ihm in einer Entfernung von ein bis zwei Metern gegenü-
berstehenden P.________ zu schlagen bzw. zu werfen. Hätten die umstehenden 
Personen in dieses dynamische Geschehen nicht rechtzeitig eingegriffen und ver-
hindert, dass die Pflegefachfrau getroffen wird, hätte sie ohne weiteres schwere 
Verletzungen im Kopfbereich im Sinne von bleibenden Beeinträchtigungen oder 
entstellenden Narben davon tragen können. Entgegen den Vorbringen der Vertei-
digung war der ca. 5 kg schwere Klinikstuhl zur Begehung einer schweren Körper-
verletzung als Tatmittel geeignet. Auch wenn der Stuhl relativ gross und sperrig 
war, konnte der Beschuldigte ihn ohne weiteres über seinen Kopf anheben und ge-
gen den Kopf von P.________ einsetzen. Ferner ist hierunter zu beachten, dass 
der Beschuldigte während des Vorfalls unbestrittenermassen unter grosser affekti-
ver Anspannung stand, wodurch eine gewisse Heftigkeit des Schlages bzw. des 

31

Wurfs entstehen kann. Der Beschuldigte hat zumindest eventualvorsätzlich gehan-
delt und eine schwere Körperverletzung von P.________ in Kauf genommen.

Neben dem Tatentschluss setzt der Versuch den Beginn der Ausführungshandlung 
voraus. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zählt dazu jede Tätig-
keit, «die nach dem Plan, den sich der Täter gemacht hat, auf dem Weg zum Erfolg 
den letzten entscheidenden Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück 
mehr gibt, es sei denn wegen äusserer Umstände, die eine Weiterverfolgung der 
Absicht erschweren oder verunmöglichen» (BGE 99 IV 153, BGE 104 IV 181, 
BGE 114 IV 112). Indem der in Rage geratene Beschuldigte den Stuhl schwungvoll 
auf Kopfhöhe aufzog und dabei P.________ anvisierte, hat er die Schwelle zum 
Versuch bereits überschritten. Der Erfolg ist nur deshalb nicht eingetreten, weil die 
beiden Pfleger R.________ und V.________ den Schwung des Stuhls rechtzeitig 
unterbrechen und somit eine schwere Körperverletzung von P.________ verhin-
dern konnten.

Nach dem Gesagten hat sich der Beschuldigte der versuchten schweren Körper-
verletzung gemäss Art. 122 i.V.m. Art. 22 StGB schuldig gemacht, indem er am 
31. Januar 2014 einen Stuhl schwungvoll über seinen Kopf hob und versuchte, ihn 
in Verletzungsabsicht gegen der Kopf von P.________ zu schlagen bzw. zu wer-
fen.

14.3 Subsumtion betreffend Ziff. 1.2. der Anklageschrift (Vorfall mit dem Stein)

Der Beschuldigte bestreitet auch hier die Wissensseite des Vorsatzes nicht. Auf die 
Frage, was hätte passieren können, wenn er mit dem Stein jemanden getroffen 
hätte, gab er vor der Staatsanwaltschaft zu Protokoll: «Ungesund wäre das gewe-
sen» (pag. 233 Z. 348, Einvernahmeprotokoll vom 20. November 2014). Der Be-
schuldigte machte hingegen geltend, er habe lediglich eine Sachbeschädigung be-
gehen und mit dem Stein niemanden verletzen wollen (pag. 787 Z. 30 f., Einver-
nahmeprotokoll vom 12. Januar 2018). Damit bestreitet der Beschuldigte den Even-
tualvorsatz.

Auf der Wissensseite stimmen Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit übe-
rein; in beiden Fällen ist dem Täter «die Möglichkeit, das Risiko der Tatbestands-
verwirklichung» bewusst (BGE 125 IV 251; BGE 130 IV 61; BGE 133 IV 3). Somit 
liegt die entscheidende Differenz auf der Willensseite des Vorsatzes. Wer jene 
Möglichkeit erkennt, kann sich dennoch (selbst leichtfertig) über sie hinwegsetzen, 
d.h. darauf «vertrauen» bzw. mit der Einstellung handeln, dass «schon nichts pas-
sieren» werde, obschon er den Eintritt des Erfolgs innerlich ablehnt. Das ist der Fall 
der bewussten Fahrlässigkeit. Demgegenüber erfordert der Eventualvorsatz, dass 
der Täter sich für die Tatbestandsverwirklichung entscheidet, sie in Kauf nimmt 
bzw. «ernstlich in Rechnung stellt». Als Faustregel gilt, dass die Vermutung, der 
Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, umso näher liegt, je 
wahrscheinlicher es ihm erschien, dass sie eintreten könnte, und je weniger er sie 
innerlich ablehnte. Wesentlich ist die Unterscheidung im Hinblick darauf, dass die 
folgenlose Fahrlässigkeit in aller Regel straflos bleibt (NIGGLI/MAEDER, a.a.O., 
Art. 12 N. 58 und 84).

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Beweismässig ist erstellt, dass sich das Klinikpersonal nach der Herauskomple-
mentierung des Beschuldigten im Stationsbüro getroffen hat. In diesem hat – von 
aussen her erkennbar – das Licht gebrannt, während das danebenliegende Sit-
zungs- bzw. Eckzimmer unbeleuchtet war. Aufgrund der Lichtverhältnisse im Janu-
ar zur besagten Tageszeit (nach 15 Uhr) und der Lage der betreffenden Räumlich-
keiten im Hochparterre, konnte der Beschuldigte von seinem Standort draussen auf 
der Strasse nicht erkennen, ob sich darin Personen aufhielten. In seiner Wut über 
den Klinikverweis griff er nach einem rund 4 kg schweren Stein und warf diesen 
gegen die Fensterscheibe des unbeleuchteten Sitzungs- bzw. Eckzimmers, in wel-
chem sich zu diesem Zeitpunkt niemand mehr aufhielt. Fraglich ist, womit der Be-
schuldigte vernünftigerweise rechnen musste, als er den Stein dagegen geworfen 
hat.

Beim vom Steinwurf betroffenen Zimmer handelte es sich nicht, wie im Anzeige-
rapport vom 19. August 2014 erwähnt (pag. 24), um das Stationsbüro, sondern um 
ein daran angrenzendes Sitzungszimmer. Im Gegensatz zum Stationsbüro brannte 
darin kein Licht. Dass sich das Klinikpersonal nach seiner Herauskomplementie-
rung im unbeleuchteten Sitzungs- bzw. Eckzimmer aufhalten könnte, wurde vom 
Beschuldigten als wenig wahrscheinlich erachtet (vgl. pag. 232 Z. 330 f, Einver-
nahmeprotokoll vom 20. November 2014; pag. 787 Z. 36-45, Einvernahmeprotokoll 
vom 12. Januar 2018). Gestützt auf die oben erwähnte Faustregel ist deshalb «in 
dubio pro reo» davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Tatbestandsverwirk-
lichung der schweren Körperverletzung nicht bew