# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b1eaac8-c950-520a-9e67-e32bb6b10184
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2014 D-954/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-954-2014_2014-03-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-954/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 1 4  

 

Besetzung 

 
Einzelrichter Martin Zoller, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; 

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Guinea-Bissau,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwä-

gungsentscheid / Nichteintreten);  

Verfügung des BFM vom 20. Februar 2014 / N (…). 

 

 

D-954/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das BFM das vom Beschwerdeführer am 23. Januar 2012 gestellte 

Asylgesuch mit Verfügung vom 21. September 2012 – eröffnet am 

24. September 2012 – ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,  

dass die Verfügung vom 21. September 2012 unangefochten in Rechts-

kraft erwuchs, 

dass der Beschwerdeführer mit an das (…) adressiertem, von diesem zu-

ständigkeitshalber dem BFM überwiesenem Schreiben vom 30. Januar 

2014 (Eingang beim […]: 31. Januar 2014) ein Gesuch um Wiedererwä-

gung der BFM-Verfügung vom 21. September 2013 (recte: 21. September 

2012) einreichte,  

dass er zur Begründung im Wesentlichen vorbrachte, es sei ihm im Asyl-

verfahren das rechtliche Gehör "nicht rechtsgenügend gewährt" worden, 

er habe seine Vorbringen aus sprachlichen Gründen nicht "klar und kon-

zis" darlegen können, es seien keine Protokolle geführt und der Sachver-

halt sei nicht vollständig abgeklärt worden, er habe keine Akteneinsicht 

erhalten und es sei ihm weder der negative Asylentscheid noch eine 

Rechtsmittelbelehrung ausgehändigt worden, 

dass er im Weiteren geltend machte, angesichts der aktuellen, instabilen 

Lage in Guinea-Bissau nicht dorthin zurückkehren zu können,  

dass das BFM auf das Wiedererwägungsgesuch vom 30. Januar 2014 

mit Verfügung vom 20. Februar 2014 – eröffnet am 21. Februar 2014 – 

nicht eintrat und seine Verfügung vom 21. September 2012 als rechtskräf-

tig und vollstreckbar erklärte, eine Gebühr von Fr. 600.– erhob und fest-

stellte, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung 

zu,  

dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, bei den Vor-

bringen handle es sich um Gründe, welche mit einer ordentlichen Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht hätten geltend gemacht 

werden können, wobei die Gesuchsgründe im Übrigen auch völlig haltlos 

seien, 

dass schliesslich ein Begehren um Wiedererwägung – analog zu Art. 67 

des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

D-954/2014 

Seite 3 

SR 172.021) – innert 90 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungs-

grundes zu stellen sei, welche Frist der Beschwerdeführer jedoch mit sei-

ner Eingabe vom 30. Januar 2014 nicht eingehalten habe,  

dass der Beschwerdeführer gegen die BFM-Verfügung vom 20. Februar 

2014 beim Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 24. Februar 2014 

Beschwerde einreichte und dabei darum ersuchte, die BFM-Verfügung 

vom 20. Februar 2014 sei "vollumfänglich aufzuheben" und auf das Wie-

dererwägungsgesuch – "unter Ansetzung eines Befragungstermins" – 

einzutreten, 

dass im Weiteren die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und der Erlass der mit Verfügung vom 

20. Februar 2014 erhobenen Gebühr von Fr. 600.– beantragt wurden,  

dass die vorinstanzlichen Akten am 26. Februar 2014 vollständig beim 

Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser – was in casu nicht vorliegt – bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass sich die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts für Be-

schwerden gegen das Nichteintreten auf Wiedererwägungsgesuche be-

ziehungsweise gegen die Ablehnung von Wiedererwägungsgesuchen aus 

dem Umstand ergibt, dass nach Lehre und Praxis Wiedererwägungsent-

scheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentli-

chen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können (vgl. BGE 113 Ia 

146 f.; VPB 1985 Nr. 24; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. 

Aufl., Bern 1983, S. 220; URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentli-

chen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der 

Kantone, Zürich 1985, S. 174 f.), 

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Seite 4 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass das Bundesverwaltungsgericht die angefochtenen Verfügung aus 

den in Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgesehenen Gründen überprüft,  

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ein gesetzlich nicht 

geregelter Rechtsbehelf ist, auf dessen Behandlung durch die verfügende 

Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht,  

dass gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesge-

richts jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten 

Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwä-

gung abgeleitet wird (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. mit weiteren Hin-

weisen), 

dass demnach auf ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten ist, wenn 

sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid 

beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen bezie-

hungsweise anrufbaren Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verän-

dert hat und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträg-

lich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist, 

dass sodann auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung 

begründen können, sofern sie sich auf eine in materielle Rechtskraft er-

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Seite 5 

wachsene Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben 

oder deren Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil ab-

geschlossen worden ist, wobei ein solchermassen qualifiziertes Wieder-

erwägungsgesuch grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfah-

rens zu behandeln ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 mit 

weiteren Hinweisen),  

dass eine Wiedererwägung hingegen nicht in Betracht fallen kann, wenn 

lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits be-

kannten Tatsachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt wer-

den, die bereits in einem ordentlichen Verfahren hätten geltend gemacht 

werden können (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104),  

dass ein Wiedererwägungsgesuch nach Lehre und Rechtsprechung zwar 

keiner bestimmten Frist unterliegt, sich eine zeitliche Schranke aber aus 

dem Grundsatz von Treu und Glauben ergibt (vgl. dazu EMARK 2000 

Nr. 5), 

dass – soweit die Eingabe als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu 

betrachten ist – die Begehren in Anwendung der Regeln des Revisions-

verfahrens innert 90 Tagen ab Entdeckung des Grundes einzureichen 

sind (Art. 67 Abs. 1 VwVG), 

dass mit den Vorbringen in der Eingabe vom 30. Januar 2014 (es sei dem 

Beschwerdeführer im Asylverfahren das rechtliche Gehör "nicht rechtsge-

nügend gewährt" worden, er habe seine Vorbringen aus sprachlichen 

Gründen nicht "klar und konzis" darlegen können, es seien keine Proto-

kolle geführt worden, der Sachverhalt sei nicht vollständig abgeklärt wor-

den, er habe keine Akteneinsicht erhalten und es sei ihm weder der nega-

tive Asylentscheid noch eine Rechtsmittelbelehrung ausgehändigt wor-

den) weder neue noch revisionsrechtlich erhebliche Tatsachen dargetan 

worden sind, sondern es sich vielmehr um Gründe handelt, welche mit 

einer ordentlichen Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht hätten 

geltend gemacht werden können und müssen,  

dass sich das Bundesverwaltungsgericht im Übrigen auch der Feststel-

lung des BFM, die im Wiedererwägungsgesuch enthaltenen Vorbringen 

seien völlig haltlos, anschliesst, wobei im Einzelnen auf die diesbezügli-

chen zutreffenden Ausführungen auf S. 2 der Verfügung vom 20. Februar 

2014 verwiesen werden kann,  

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dass daran weder die – ebenfalls völlig haltlose – Behauptung des Be-

schwerdeführers, keinen richtigen Entscheid mit einer "effektiven 

Rechtsmittelbelehrung", sondern lediglich "ein schriftliches Dokument in 

einer fremden Sprache" erhalten zu haben, noch die Bemerkung, die La-

ge in Guinea-Bissau habe sich laufend verschärft, so dass nicht von ei-

nem "fixen Stichtag" gesprochen werden könne, an dem der Wiederer-

wägungsgrund entdeckt worden sei (vgl. Beschwerde S. 3), etwas zu än-

dern vermögen, 

dass weder im Wiedererwägungsgesuch vom 30. Januar 2014 noch in 

der Beschwerdeschrift ein überzeugender Grund, weshalb der Be-

schwerdeführer mit der Einreichung des Wiedererwägungsgesuches 

mehr als 16 Monate zugewartet hat, genannt wird, 

dass vielmehr zu vermuten ist, die ihm nunmehr konkret drohende Aus-

schaffung in den Heimatstaat (aufgrund des von der Botschaft Guinea-

Bissaus ausgestellten "Laissez-Passer" hat der Rückflug bis spätestens 

Ende März 2014 zu erfolgen) habe den Beschwerdeführer zur Einrei-

chung des Wiedererwägungsgesuches veranlasst, 

dass das BFM unter diesen Umständen zu Recht auf die als Wiederer-

wägungsgesuch bezeichnete Eingabe vom 30. Januar 2014 nicht einge-

treten ist, 

dass die am 24. Februar 2014 eingereichte Beschwerde gegen den 

Nichteintretensentscheid des BFM nach dem Gesagten abzuweisen ist, 

wodurch das weitere Begehren um "Ansetzung eines Befragungstermins" 

gegenstandslos wird, 

dass das BFM nach bisherigem Recht gestützt auf Art. 17b Abs. 1 AsylG 

eine Gebühr erhob, wenn es das Gesuch einer Person, die nach rechts-

kräftigem Abschluss ihres Asyl- und Wegweisungsverfahrens ein Wieder-

erwägungsgesuch gestellt hatte, ablehnte oder darauf nicht eintrat,  

dass gemäss Abs. 2 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des 

Asylgesetzes vom 14. Dezember 2012 bei Wiedererwägungs- und Mehr-

fachgesuchen für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung (mithin 

am 1. Februar 2014) hängigen Verfahren bisheriges Recht in der Fas-

sung vom 1. Januar 2008 gilt, 

dass vorliegend das Wiedererwägungsgesuch am 30. Januar 2014 (Ein-

gang beim (…): 31. Januar 2014) gestellt wurde, weshalb das BFM zu 

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Seite 7 

Recht in Anwendung von Art. 17b Abs. 1 AsylG eine Gebühr in der Höhe 

von Fr. 600.– erhob, 

dass das BFM nach Einreichung des Wiedererwägungsgesuchs eine be-

dürftige Person, deren Begehren nicht von vornherein aussichtslos er-

scheinen, auf Gesuch hin von der Bezahlung von Verfahrenskosten be-

freit (Art. 17b Abs. 2 AsylG), 

dass es der Beschwerdeführer jedoch unterlassen hatte, mit seinem Wie-

dererwägungsgesuch auch ein Gesuch um Verzicht auf die Erhebung ei-

ner Gebühr beziehungsweise von Verfahrenskosten zu stellen,  

dass angesichts der Aktenlage ein derartiges Gesuch aber auch keine 

Aussicht auf Erfolg gehabt hätte, 

dass das weitere Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-

ge im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Beschwer-

debegehren – ungeachtet der Frage der Bedürftigkeit des Beschwerde-

führers (vgl. Ausführungen auf S. 1 f. der Beschwerde ) – als aussichtslos 

zu bezeichnen sind,  

dass bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens die Kosten von 

Fr. 1200.– (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen sind (Art. 37 VGG i.V.m. Art 63 Abs. 1 und 5 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.   

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Martin Zoller Kathrin Mangold Horni 

 

 

Versand: