# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1afe3cde-2ed6-555d-b320-97a87867ee75
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.10.2025 D-7774/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7774-2025_2025-10-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7774/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Lukas Müller, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer; 

Gerichtsschreiber Ronny Fischer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

sowie deren Kinder 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

alle Türkei, 

alle vertreten durch MLaw Saban Murat Özten,  

Rechtsbüro, (…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 10. September 2025. 

 

 

 

D-7774/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden suchten am 15. Mai 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 24. Mai 2023 fand die Personalienaufnahme und am 21. Au-

gust 2023 die Anhörung zu den Asylgründen statt. Am 7. März 2024 fand 

eine ergänzende Anhörung mit dem Ehemann (nachfolgend: Beschwerde-

führer 1) und am 12. März 2024 mit der Ehefrau (nachfolgend: Beschwer-

deführerin 2) statt. 

Der Beschwerdeführer 1 machte geltend, er sei türkischer Staatsangehöri-

ger kurdischer Ethnie. Nach seinem Studium in E._______ und F._______ 

sei er in seine Heimatstadt G._______ zurückgekehrt, habe (…) geheiratet 

und als selbständiger (…) gearbeitet. Im Jahr (…) sei er mit seiner Familie 

nach H._______ umgezogen. Im Jahr (…) habe die Polizei in G._______ 

versucht, ihn als «Geheimzeugen» zu missbrauchen, um seinen Cousin, 

den damaligen Bürgermeister von I._______, politisch zu belasten. Man 

habe ihm ein vorformuliertes Protokoll vorgelegt, in dem er seinen Cousin 

bezichtigen sollte, Unterstützer der Partiya Karkerên Kurdistanê (PKK) zu 

sein. Nach seiner Weigerung sei er gleichentags freigelassen und sein 

Cousin später zu 10 Jahren Haft verurteilt worden. Der politische Konkur-

rent seines Cousins sei Teil einer staatlich unterstützten «Kontrastruktur» 

und habe die Wahlen 2019 dann auch gewonnen. Im Jahr (…) seien zwei 

Personen in sein Büro in G._______ gekommen und hätten versucht, ihn 

als Spitzel für diese «Kontrastruktur» anzuwerben. Nach seiner Weigerung 

sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen, woraufhin er sich entschieden 

habe, nach H._______ umzuziehen. Am (…) sei er Mitglied der Halkların 

Demokratik Partisi (HDP) geworden mit der Absicht, (…) für das Bürger-

meisteramt in I._______ zu kandidieren. Am (…) sei er in H._______ von 

zwei Personen, die wohl ebenfalls dieser «Kontrastruktur» angehörten, er-

neut angegriffen und geschlagen worden. Einige Monate später hätten sie 

ihn erneut in seinem Büro aufgesucht, um ihn anzuwerben. Im Februar (…) 

sei schliesslich der Bürgermeister von I._______ persönlich in seinem Büro 

in H._______ erschienen und habe ihn unter Druck gesetzt, mit ihm zu-

sammenzuarbeiten und nach G._______ zurückzuziehen. Eingeschüch-

tert habe er den Rat seines Onkels befolgt und am (…) mit seiner Familie 

die Türkei illegal mit gefälschten Pässen verlassen. Nach seiner Ausreise 

hätten die Behörden seinen Vater und Bruder aufgesucht. Er habe über 

seinen Anwalt erfahren, dass er vom Bürgermeister von I._______ wegen 

einer angeblichen Drohung auf einem gefälschten Twitter-Profil angezeigt 

worden sei. Aufgrund dieser Anzeige liege in der Türkei ein Vorführbefehl 

gegen ihn vor. 

D-7774/2025 

Seite 3 

Die Beschwerdeführerin 2 machte geltend, sie sei türkische Staatsangehö-

rige kurdischer Ethnie. Sie persönlich habe nie konkrete Probleme mit den 

türkischen Behörden oder Dritten gehabt und sei auch nicht politisch tätig 

gewesen. Der einzige Grund für die Ausreise seien die Bedrohungen ge-

gen ihren Ehemann durch eine vom Staat unterstützte Gruppierung gewe-

sen, die ihn habe töten wollen. 

Zur Substantiierung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden 

diverse Beweismittel ein (vgl. angefochtene Verfügung S. 4). 

B.  

Am 28. August 2023 wurde das Asylverfahren der Beschwerdeführenden 

dem erweiterten Verfahren zugeteilt. 

C.  

Mit Verfügung vom 10. September 2025 (gleichentags zugestellt) stellte 

das SEM fest, die Beschwerdeführenden würden die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfüllen, lehnte die Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung 

aus der Schweiz, ordnete deren Vollzug an, beauftragte den zuständigen 

Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte die editionspflichti-

gen Akten aus. 

D.  

Mit Schreiben vom 16. September 2025 teilte die vormalige Rechtsvertre-

tung der Beschwerdeführenden mit, sie habe ihr Mandat niedergelegt. Mit 

Vollmacht vom 24. September 2025 mandatierten die Beschwerdeführen-

den die rubrizierte Rechtsvertretung. 

E.  

Mit Eingabe vom 9. Oktober 2025 erhoben die Beschwerdeführenden Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragten die Anerken-

nung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl unter Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung. Eventualiter beantragten sie die vor-

läufige Aufnahme aufgrund Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs, subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vo-

rinstanz zur Neubeurteilung. In prozessualer Hinsicht beantragten sie die 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung beziehungsweise die Aus-

setzung des Wegweisungsvollzugs sowie die Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege und der amtlichen Rechtsverbeiständung. 

F.  

Mit Schreiben vom 10. Oktober 2025 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist – mit nachfolgendem Vorbehalt (E. 4.) – einzutreten 

(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zwei-

ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufge-

zeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch 

zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Auf den Antrag, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen 

bzw. vom Vollzug der Wegweisung einstweilen abzusehen, ist nicht einzu-

treten. Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wir-

kung zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG). Mangels ausdrücklichen Entzugs dieser 

Wirkung durch die Vorinstanz (Art. 55 Abs. 2 VwVG) dürfen die Beschwer-

deführenden den Ausgang des Beschwerdeverfahrens ohnehin in der 

Schweiz abwarten (vgl. Art. 42 AsylG). 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

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Seite 5 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.3 Nach eingehender Prüfung der Akten ist festzustellen, dass die Vor-

bringen der Beschwerdeführenden die Voraussetzungen der Flüchtlingsei-

genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erfüllen. In tatsächlicher und rechtli-

cher Hinsicht ist den Erwägungen der Vorinstanz zu folgen; auf diese kann 

verwiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung S. 5–9). Die vorinstanzli-

che Schlussfolgerung ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerdevorbringen 

sind nicht geeignet, zu einer von der Vorinstanz abweichenden Betrach-

tungsweise zu gelangen, vermögen sie dieser doch nichts Stichhaltiges 

entgegenzuhalten (vgl. Beschwerde S. 10 ff.). 

5.3.1 Hinsichtlich des beschwerdeweisen Vorbringens, die Bezeichnung 

«Kontrastruktur» sei eine Fehlübersetzung des Begriffs «Kontraguerilla» 

und diese bezeichne eine vom Staat gelenkte, illegale Organisation, wes-

halb die Verfolgung als staatlich zu qualifizieren sei, ist darauf hinzuweisen, 

dass die asylrechtliche Beurteilung sich nicht auf abstrakte Definitionen 

stützt, sondern auf die konkreten, vom Beschwerdeführer 1 selbst geschil-

derten Umstände. Dieser hat die für ihn relevante Gruppierung als «freiwil-

lige Menschen, die nicht in einer staatlichen Struktur sind, aber vom Staat 

unterstützt werden» beschrieben (vgl. SEM-act. 28/10 F54; 51/20 F46); da-

für, dass es sich bei den Personen, die ihn behelligt hätten, tatsächlich um 

Mitglieder der «Kontraguerilla» handelt, gibt es in seinen Aussagen keine 

konkreten Anhaltspunkte. Mit dieser eigenen Definition hat der Beschwer-

deführer 1 die Akteure ausserhalb der formellen staatlichen Organe veror-

tet. Damit handelt es sich um eine Verfolgung durch Dritte. Bei einer sol-

chen ist die asylsuchende Person gemäss dem Subsidiaritätsprinzip, wo-

nach internationaler Schutz erst dann beansprucht werden kann, wenn die 

Schutzmöglichkeiten im Heimatstaat ausgeschöpft wurden (vgl. Referenz-

urteil des BVGer E-1948/2018 vom 12. Juni 2018 E. 5.2.2), gehalten, den 

Schutz der heimatlichen Behörden in Anspruch zu nehmen. Die blosse Ver-

mutung des Beschwerdeführers 1, seine Verfolger würden mit den lokalen 

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Seite 6 

Behörden zusammenarbeiten, entbindet ihn nicht von dieser Pflicht. Die 

heimatlichen Behörden können nicht für eine Schutzverweigerung verant-

wortlich gemacht werden, wenn sie von den relevanten Vorfällen keine 

Kenntnis hatten. Gemäss dem zitierten Referenzurteil wird von Betroffenen 

die Ausschöpfung der verfügbaren Rechtsmittel erwartet; die subjektive 

Einschätzung, diese seien nutzlos, genügt zur Entbindung von dieser 

Pflicht nicht (vgl. dazu das Referenzurteil des BVGer E-1948/2018 vom 

12. Juni 2018 E. 5.3 und 5.3.1). Indem der Beschwerdeführer 1 es unter-

liess, nach den Übergriffen die Behörden erneut anzurufen, hat er es letzt-

lich unterlassen, die ihm obliegende Beweislast für ein definitives Versagen 

des Staates in seinem Einzelfall zu erbringen. Dies wiegt umso schwerer, 

als der Beschwerdeführer 1 nach eigenen Angaben in der Türkei anwaltlich 

vertreten war (vgl. SEM-act. 28/10 F58; 51/20 F9, 53) und von einem 

Rechtsbeistand die Aufklärung über die Notwendigkeit einer Strafanzeige 

zur Aktivierung staatlicher Schutzmechanismen erwartet werden darf. 

Folglich ist das Vorbringen nicht geeignet, die Schutzunwilligkeit oder -un-

fähigkeit der türkischen Behörden darzutun, zumal das Bundesverwal-

tungsgericht von einer grundsätzlichen Schutzfähigkeit und Schutzwillig-

keit der türkischen Behörden auch gegenüber der kurdischen Bevölkerung 

ausgeht (vgl. zum Ganzen Referenzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 

8. November 2024; D-4435/2022 vom 24. Oktober 2022). 

5.3.2 Soweit die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe die In-

tensität der erlittenen Verfolgungsmassnahmen verkannt, ist auf die Aus-

sagen des Beschwerdeführers 1 zu verweisen. Dieser hat den ersten tätli-

chen Angriff in G._______ als «kleinen Vorfall» qualifiziert, bei dem er nicht 

verletzt worden sei und den er nicht einmal seiner Familie mitgeteilt habe, 

weil er ihn «sowieso nicht übertreiben» wollte (vgl. SEM-act. 51/20 F37, 

40). Diese Eigendarstellungen relativieren die auf Beschwerdeebene gel-

tend gemachte unmittelbare Lebensgefahr erheblich und stützen die Ein-

schätzung der Vorinstanz, wonach die erlittenen Übergriffe zwar eine mas-

sive Belästigung und Einschüchterung darstellten, aber objektiv nicht die 

für die Flüchtlingseigenschaft erforderliche Intensität erreichten, die ein 

menschenwürdiges Leben im Heimatland verunmöglicht hätte. Dies gilt 

auch bezüglich des persönlichen Besuchs des Bürgermeisters von 

I._______ im Büro des Beschwerdeführers in H._______, anlässlich wel-

chem dieser ihn unter Druck gesetzt habe, mit ihm zusammenzuarbeiten 

und nach G._______ zurückzuziehen. Die Massnahmen dienten offen-

sichtlich der Einschüchterung und dem Absehen von einer politischen Kan-

didatur, nicht aber der physischen Vernichtung. 

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5.3.3 Hinsichtlich des Vorbringens, eine innerstaatliche Fluchtalternative 

habe aufgrund der zentralistischen und landesweiten Struktur der «Kontra-

guerilla» nicht bestanden, widerspricht das eigene Verhalten des Be-

schwerdeführers 1 dieser Annahme. Er ist nach den ersten Vorfällen ledig-

lich ins nahegelegene H._______ umgezogen und hegte von dort aus wei-

terhin die Absicht, in I._______ – dem Zentrum der behaupteten Verfolgung 

– für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren (vgl. SEM-act. 28/10 

F58). Ein solches Verhalten ist mit der Furcht vor einer mutmasslich lan-

desweit operierenden, übermächtigen Organisation, der man sich nur 

durch die Flucht ins Ausland entziehen kann, unvereinbar. Die Vorinstanz 

hat folglich zutreffend geschlossen, dass dem Beschwerdeführer 1 eine in-

nerstaatliche Fluchtalternative in einer anderen Region oder einer Gross-

stadt der Türkei, ausserhalb des Einflussbereichs seiner lokalen Widersa-

cher, offengestanden hätte. Die pauschale Behauptung einer landesweiten 

Gefahr wurde denn nicht durch konkrete Anhaltspunkte untermauert und 

ist auch anderweitig nicht ersichtlich. 

5.3.4 Soweit die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe das po-

litische Profil des Beschwerdeführers 1 zu Unrecht als nicht exponiert ein-

gestuft, ist festzuhalten, dass für die Beurteilung der Gefährdung nicht pri-

mär der familiäre Hintergrund, sondern die persönliche Exponiertheit des 

Asylsuchenden massgeblich ist. Der Beschwerdeführer 1 ist zwar Mitglied 

der HDP geworden, hatte zum Zeitpunkt seiner Ausreise jedoch keine be-

sondere Rolle innerhalb der HDP und auch kein politisches Amt inne (vgl. 

SEM-act. 51/20 F20 f.). Seine Ambitionen für das Bürgermeisteramt hatte 

er zwar kundgetan, aber noch keinen Wahlkampf gestartet (vgl. SEM-

act. 28/10 F58). Entscheidend ist zudem, dass gegen ihn während seiner 

gesamten Zeit in der Türkei nie ein Verfahren aufgrund seiner politischen 

Tätigkeiten eröffnet wurde. Dies bekräftigt die Schlussfolgerung der Vo-

rinstanz, dass sein persönliches politisches Profil nicht derart exponiert 

war, dass er deswegen ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu 

befürchten hätte. 

5.3.5 Hinsichtlich des nach der Ausreise gegen den Beschwerdeführer 1 

eingeleiteten Strafverfahrens ist den Erwägungen der Vorinstanz vollum-

fänglich zu folgen. Es handelt sich formell nicht um einen Haft-, sondern 

um einen Vorführbefehl zum Zwecke der Einvernahme (vgl. Urteile des 

BVGer E-1472/2024 vom 12. April 2024 E. 6.2; D-994/2024 vom 10. April 

2024 E. 6.3). Angesichts der geringen Strafandrohung für den Tatbestand 

der leichten Drohung (Art. 106 Abs. 1 tStGB) und des Umstands, dass der 

Beschwerdeführer 1 strafrechtlich unbescholten ist, ist die Wahrscheinlich-

keit einer unbedingten Haftstrafe als äusserst gering einzuschätzen. Die 

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Seite 8 

türkische Rechtspraxis sieht für solche Fälle bei Ersttätern regelmässig be-

dingte Strafen oder einen Aufschub der Urteilsverkündung vor. Selbst eine 

allfällige unbedingte Haftstrafe von bis zu zwei Jahren müsste er mit hoher 

Wahrscheinlichkeit nicht im geschlossenen Vollzug verbüssen. Eine objek-

tiv begründete Furcht vor einem ernsthaften Nachteil im Sinne einer asyl-

relevanten Verfolgung lässt sich aus diesem Verfahren somit nicht ableiten 

(vgl. zum Ganzen vgl. Urteil des BVGer E-1472/2024 vom 12. April 2024). 

Mithin ist auch nicht von einem untergeschobenen Verfahren auszugehen, 

zumal mit dem SEM davon auszugehen ist, dass in so einem Fall ein deut-

lich schwerwiegenderes Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer ein-

geleitet worden wäre.   

5.3.6 Soweit die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz hätte die 

Echtheit der eingereichten Verfahrensakten technisch prüfen müssen, ist 

festzuhalten, dass die Vorinstanz ihre Zweifel am Beweiswert solcher Do-

kumente zutreffend auf die gefestigte Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts gestützt hat (vgl. Urteile des BVGer D-7109/2023 vom 14. 

November 2024 E. 3.6; E-1067/2023 vom 24. April 2024 E. 7.2). Entschei-

dend ist jedoch, dass die Vorinstanz die Frage der Echtheit explizit offen-

lassen konnte, da das Verfahren – selbst bei Annahme der Echtheit der 

Dokumente – aus den in der vorangehenden Erwägung dargelegten Grün-

den keine asylrelevante Verfolgung begründet (vgl. Referenzurteil des 

BVGer E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 9.6). Eine technische Prü-

fung der Dokumente war daher für den Ausgang des Verfahrens nicht er-

forderlich. 

5.3.7 Soweit die Beschwerdeführenden schliesslich erstmals auf Be-

schwerdeebene subjektive Nachfluchtgründe in Form von exilpolitischen 

Aktivitäten geltend machen, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 1 

derartige Aktivitäten im gesamten vorinstanzlichen Verfahren nicht geltend 

gemacht hat. Dieses neue Vorbringen steht zudem in direktem Wider-

spruch zur aktenkundigen Aussage der Beschwerdeführerin 2, wonach sie 

sich niemals politisch betätigt habe (vgl. SEM-act. 30/6 F36). Unabhängig 

davon begründet die blosse Teilnahme an Demonstrationen in der Schweiz 

für sich allein noch kein asylrelevantes Risikoprofil. Es wurden keine An-

haltspunkte für eine exponierte, organisatorische oder führende Rolle der 

Beschwerdeführenden innerhalb der kurdischen Diaspora, welche die Auf-

merksamkeit der türkischen Behörden auf sich ziehen würde, dargelegt 

und sind anderweitig auch nicht ersichtlich. Demnach ist dieses Vorbringen 

nicht nur verspätet und damit unglaubhaft, sondern würde bei Wahrunter-

stellung auch keine begründete Furcht vor Verfolgung bei einer Rückkehr 

darzutun vermögen. 

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Seite 9 

5.3.8 Die Asylgründe der Beschwerdeführerin 2 sind vollumfänglich von 

denjenigen ihres Ehemannes abgeleitet. Sie hat wiederholt bestätigt, per-

sönlich nie Probleme mit den türkischen Behörden oder Dritten gehabt zu 

haben und sich nicht politisch betätigt zu haben (vgl. SEM-act. 30/6 F34 ff.; 

52/9 F21).  

5.4 Zusammenfassend liegen keine konkreten Hinweise darauf vor, dass 

die Beschwerdeführenden einer asylbeachtlichen Verfolgung oder einer 

entsprechenden Verfolgungsgefahr ausgesetzt waren oder im Falle ihrer 

Rückkehr ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu gewär-

tigen hätten. Folglich hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft verneint und die Asylgesuche abgelehnt. Insofern rechtfertigt sich 

eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung nicht. 

Das Subeventualbegehren ist abzuweisen. 

6.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere we-

der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen 

Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

Da es den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-

liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, findet der in 

Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-

den Verfahren keine Anwendung. Eine Rückkehr der Beschwerdeführen-

den in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Be-

schwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher 

D-7774/2025 

Seite 10 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Auch die allge-

meine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungs-

vollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem 

Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als 

auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle Gründe wirt-

schaftlicher oder sozialer Natur lassen auf eine konkrete Gefährdung der 

Beschwerdeführenden im Fall einer Rückkehr schliessen. In diesem Zu-

sammenhang kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung S. 9 f.). Die auf 

Beschwerdeebene vorgebrachten allgemeinen Ausführungen zur ange-

spannten politischen Lage in der Türkei, einschliesslich der Verhaftung von 

Oppositionspolitikern, ändern nichts an dieser Einschätzung. Die Be-

schwerdeführer 1 und 2 sind im erwerbsfähigen Alter. Der Beschwerdefüh-

rer 1 verfügt über eine gute Ausbildung als (…), Berufserfahrung aus seiner 

langjährigen Selbstständigkeit sowie über ein breites familiäres Netz in der 

Türkei, auf welches die Familie zurückgreifen konnte. Vor diesem Hinter-

grund ist davon auszugehen, dass sie auch künftig auf familiäre Unterstüt-

zung zählen können. Aufgrund der Ausbildung des Beschwerdeführers 1, 

seiner bisherigen Berufserfahrung und der guten finanziellen Lage der Fa-

milie ist davon auszugehen, dass sie in der Lage sein werden, für ihren 

Lebensunterhalt aufzukommen und bei einer Rückkehr in die Türkei in 

keine existenzbedrohende Notlage zu geraten. Zudem wurden keine me-

dizinischen Gründe geltend gemacht oder sind anderweitig ersichtlich, wel-

che dem Vollzug der Wegweisung entgegenstehen könnten. 

7.3.2 Unter dem Aspekt des Kindeswohls (Art. 3 Abs. 1 KRK) sind sämtli-

che Umstände zu würdigen, die im Hinblick auf den Vollzug einer Wegwei-

sung wesentlich erscheinen.  

D-7774/2025 

Seite 11 

Der ältere Sohn ist in der Türkei geboren, türkischer Staatsangehöriger und 

hat vor seiner Ausreise vier Jahre dort gelebt. Aufgrund seines jungen Al-

ters und der relativ kurzen Aufenthaltsdauer von etwas mehr zwei Jahren 

ist er noch nicht entscheidend in der Schweiz verwurzelt. Sein jüngerer 

Bruder wurde zwar in der Schweiz geboren, ist aber mit einem Lebensalter 

von wenigen Monaten noch vollständig auf seine Eltern fixiert. Eine Rein-

tegration in ihrem Heimatland an der Seite ihrer Eltern erscheint daher zu-

mutbar und mit dem Kindeswohl vereinbar. Zudem werden die Kinder in 

der Türkei in ihrem bekannten kulturellen und sprachlichen Umfeld auf-

wachsen, wo mit der erweiterten Familie der Beschwerdeführenden wei-

tere familiäre Bezugspersonen vorhanden sind, die als zusätzliches sozia-

les Stütznetz dienen können. 

7.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung so-

wohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführern, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

Das Eventualbegehren ist abzuweisen. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

9.  

9.1 Die Beschwerdeführenden ersuchen um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Da ihre Begehren 

gemäss den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu gelten haben, 

ist eine der kumulativ erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt. Das Ge-

such ist daher abzuweisen. Aus demselben Grund ist auch dem Gesuch 

um amtliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG nicht zu 

entsprechen. 

D-7774/2025 

Seite 12 

9.2 Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 1'000.– festzuset-

zen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-7774/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsver-

beiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lukas Müller Ronny Fischer 

 

 

Versand: