# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1b15ffe-154c-5c17-b104-8607597da54c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-03-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 01.03.2005 S 2004 179
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2004-179_2005-03-01.pdf

## Full Text

S 04 179

1. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 1. März 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Schadenersatz nach AHVG

1. Die … in … beschäftigte Personal und war der Ausgleichskasse … bis zur 

Konkurseröffnung angeschlossen. Ab dem Geschäftsjahr 1999/2000 wurde 

die Geschäftsführung für das der … gehörende Hotel … und das 

gleichnamige Restaurant an ... übertragen, welcher zudem im Handelsregister 

als Direktor mit Kollektivunterschrift eingetragen war.

Am 25. November 2003 wurde über die … das Konkursverfahren eröffnet. 

Weil dieses mangels Aktiven am 3. Dezember 2003 eingestellt werden 

musste, erlitt die Ausgleichskasse … in der Folge einen Verlust. Mit Verfügung 

vom 9. August 2004 machte sie gegen ... eine Schadenersatzforderung von 

Fr. 13'870.75 für entgangene Beiträge aus den Jahren 2002/2003 geltend, 

wogegen dieser umgehend Einsprache erhob. Diese wurde mit ausführlich 

begründetem Einspracheentscheid vom 12. November 2004 abgewiesen.

2. Dagegen liess ... am 8. Dezember 2004 beim Verwaltungsgericht frist- und 

formgerecht Beschwerde einreichen mit dem Begehren, es sei der 

angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben. Er führte im Wesentlichen 

aus, dass er keinen entscheidenden Einfluss auf die Willensbildung der … 

gehabt habe. Insbesondere habe er keinen Einblick in die Bücher gehabt und 

auch die finanzielle Lage der Firma nicht gekannt. Er habe der … die 

Lohnsummenmeldungen zugestellt, die Abrechnungen entgegen genommen, 

die Zahlungsaufträge für ein Konto erstellt, wo er zusammen mit … 

zeichnungsberechtigt gewesen sei. Es sei aber ausschliesslich an diesem 

gelegen, der Bank den Zahlungsauftrag auch zukommen zu lassen. Ob die 

Zahlungen dann auch effektiv erfolgten, entziehe sich seiner Kenntnis. Die 

Rechnung der … sei sodann durch eine Buchhaltungsstelle geprüft worden, 

wobei allfällige Ausstände durch diese zu beurteilen gewesen seien und dem 

Verwaltungsratspräsidenten hätten durchgegeben werden müssen. Auch auf 

diese Vorgänge hätte er keinen Einfluss gehabt, weshalb er zu Unrecht für 

den geltend gemachten Schaden haftbar gemacht werde. Per Ende Mai 2003 

sei im Übrigen das Arbeitsverhältnis zwischen ihm und der … beendet 

worden.

3. Die … reduzierte in ihrer Vernehmlassung den Schaden auf Fr. 13'788.55. Es 

treffe zu, dass ... nur bis Ende Mai 2003 für die … gearbeitet habe, weshalb 

der ihm entgegengehaltene Schaden sich auch um Fr. 82.20 vermindere.

4. Mit Schreiben vom 23. Februar 2005 änderte die Beschwerdegegnerin ihr 

Rechtsbegehren insoweit ab, als sie verlangte, dass der Beschwerdeführer 

zu verpflichten sei, ihr Fr. 7'731.10 Schadenersatz zu bezahlen. 

Zwischenzeitlich habe der ehemalige Verwaltungsratspräsident 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 6'057.45, weshalb der ursprünglich 

geltend gemachte Schaden entsprechend zu reduzieren sei.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) in Kraft getreten und haben in 

einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen 

geführt. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt sodann der allgemeine 

übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu 

Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen 

Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 

1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Demzufolge ist der gegenüber dem 

Beschwerdeführer geltend gemachte Schaden für die Zeit bis 31. Dezember 

2002 aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen 

Normen zu prüfen (BGE 130 V 329). Für den Verfahrensausgang ist dies 

jedoch von untergeordneter Bedeutung, weil sich weder aus der 

bundesrätlichen Botschaft zur 11. AHV-Revision noch den Materialien zum 

ATSG Anhaltspunkte für ein Abweichen von der feststehenden Praxis des 

EVG zur Organhaftung ergeben (BGE 129 V 11). Das Rechtsmittel gegen den 

geltend gemachten Schaden kann mithin als Beschwerde im Sinne von Art. 

56 ATSG entgegengenommen und behandelt werden.

b) Im vorliegenden Verfahren hat sich ergeben, dass ein Teil der eingeklagten 

Schadenssumme zwischenzeitlich durch den ebenfalls in die Pflicht 

genommenen, ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten der … bezahlt 

worden ist.  Beschwerdegegenstand bildet daher lediglich noch der 

verbleibende Ausstand von insgesamt Fr. 7'731.10 des mit der 

Schadenersatzverfügung vom 9. August 2004 und mit Einspracheentscheid 

vom 12. November 2004 bestätigten Schadens. Unbestritten ist sodann auch, 

dass die geschuldeten Beiträge in diesem Umfang wegen 

Zahlungsunfähigkeit des beitragspflichtigen Arbeitgebers nicht mehr im 

ordentlichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden können (BGE 

126 V 444 Erw. 3a, 121 III 384 Erw. 3bb, 388 Erw. 3a, je mit Hinweisen). Zu 

prüfen ist, ob der Beschwerdeführer für diesen Schaden einzustehen hat.

2. a) Das Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) 

statuiert in Art. 52 die Haftung des Arbeitgebers für den Schaden, welchen er 

durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften 

gegenüber der Ausgleichskasse verschuldet hat.

b) Die Praxis hat unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung den 

Begriff des Arbeitgebers, wie er in Art. 52 AHVG verwendet wird, auch auf die 

für eine juristische Person handelnden (formellen und materiellen) Organe 

ausgedehnt (vgl. umfassend PVG 1986 Nr. 66). Die Haftung der Personen mit 

Organfunktion ist allerdings eine subsidiäre. Wie das Eidgenössische 

Versicherungsgericht (EVG) wiederholt ausgeführt hat, bedeutet die 

Subsidiarität der Haftung der Organe, dass sich die Ausgleichskasse zuerst 

an die juristische Person als Arbeitgeberin halten muss und erst dann, wenn 

sich ihre Schadensersatzforderung derselben gegenüber als uneinbringlich 

erweist, eine Organperson belangen kann. Nicht vorausgesetzt wird, dass 

sich die Arbeitgeberfirma in Konkurs befindet und dieser schon 

abgeschlossen sein muss. Ein Verwaltungsrat kann bereits ins Recht gefasst 

werden, wenn in einer Betreibung für Beiträge gegen eine Aktiengesellschaft 

ein Pfändungsverlustschein resultiert. Nicht anders verhält es sich, wenn nach 

Widerruf eines Konkursaufschubes das summarische Konkursverfahren 

mangels Aktiven durchgeführt werden muss, so dass die noch ausstehenden 

Sozialversicherungsbeiträge nicht gedeckt werden können. Die Organhaftung 

setzt aber voraus, dass sowohl die Arbeitgeberin wie auch ihre Organe ein 

Verschulden trifft. - Haben mehrere Organe oder Organträger einer 

juristischen Person einen Schaden verursacht, so haften sie solidarisch, wenn 

sie für den gleichen Schaden verantwortlich sind. Die Ausgleichskasse kann 

von jedem Schuldner den ganzen Schadenersatz verlangen, wobei es ihr 

freisteht, welchen oder welche Solidarschuldner sie belangen will. Eine 

Abstufung des Verschuldens findet im Aussenverhältnis nicht statt. Es gilt 

nach wie vor - in Abweichung zur aktienrechtlichen Konzeption - die absolute 

Solidarität (Nussbaumer, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 

AHVG, publiziert in: AJP 1996 S. 1082; AHI-Praxis, 6/96 S. 294).

c) Die Schadenersatzpflicht gemäss Art. 52 AHVG setzt ein widerrechtliches 

Verhalten voraus. Mit Blick auf die konkret zu beurteilende Streitfrage ist auf 

Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 f. der Verordnung zum AHVG 

(AHVV) hinzuweisen, welche vorschreiben, dass der Arbeitgeber bei jeder 

Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen 

mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Der 

Arbeitgeber hat der Ausgleichskasse periodisch Abrechnungsunterlagen über 

die von ihm an seine Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit 

die entsprechenden Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die 

Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine 

gesetzlich vorgeschriebene öffentlich-rechtliche Aufgabe. Als Ergänzung zu 

diesen Pflichten führt der Gesetzgeber mit Art. 52 AHVG die Haftung des 

Arbeitgebers ein. Die sozialversicherungsrechtliche Schadenersatzpflicht für 

geschuldete Arbeitnehmerbeiträge steht neben der aktienrechtlichen 

Verantwortlichkeit gemäss Art. 754 OR. Die Nichterfüllung dieser öffentlich-

rechtlichen Aufgabe bedeutet eine Missachtung der Vorschriften im Sinne von 

Art. 52 AHVG und zieht die volle Schadendeckung nach sich (BGE 118 V 195 

Erw. 2a, 111 V 173 Erw. 3; ZAK 1985 S. 619 Erw. 3a). 

d) Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach 

dem Wortlaut von Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absichtlich oder 

grobfahrlässig Vorschriften der AHV-Gesetzgebung verletzt hat und dass 

durch diese Missachtung ein Schaden verursacht wurde. Art. 52 AHVG 

statuiert somit eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. 

Grobfahrlässigkeit liegt dann vor, wenn ein Arbeitgeber das ausser Acht lässt, 

was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter gleichen 

Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen. Das Mass der zu 

verlangenden Sorgfalt ist entsprechend der Sorgfaltspflicht abzustufen, die in 

den kaufmännischen Belangen von jener Arbeitgeberkategorie, welcher der 

Betroffene angehört, üblicherweise erwartet werden kann (BGE 112 V 159; 

Nussbaumer, a.a.O., S. 1077). Dabei sind an die Sorgfaltspflicht einer 

Aktiengesellschaft hinsichtlich der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften 

grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen. Ähnlich ist zu differenzieren, 

wenn es darum geht, die subsidiäre Haftung der Organe des Arbeitgebers zu 

ermitteln (BGE 108 V 202 Erw. 3a; ZAK 1985 S. 51 Erw. 2a, 620 Erw. 3b). Die 

Schadenersatzpflicht ist jedoch nur dann begründet, wenn nicht besondere 

Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers 

als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im Sinne von 

Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen (ZAK 1985 S. 576, 619). 

Nicht jedes einer Firma als solches anzulastende Verschulden muss auch ein 

solches ihrer sämtlichen Organe sein. Vielmehr ist abzuwägen, ob und 

inwieweit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im Hinblick auf 

dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma zuzurechnen ist. 

Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von der 

Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person 

übertragen wurden (BGE 108 V 202 Erw. 3a; ZAK 1985 S. 620 Erw. 3b). 

e) Neben den Haftungsvoraussetzungen der Widerrechtlichkeit und des 

absichtlichen bzw. grobfahrlässigen Verhaltens des Arbeitgebers bzw. der 

seiner (formellen und/oder materiellen Organe) setzt Art. 52 AHVG voraus, 

dass zwischen dem eingetretenen Schaden und dem pflichtwidrigen 

Verhalten ein adäquater Kausalzusammenhang vorliegen muss. Ein Ereignis 

hat dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an 

sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des Eingetretenen herbeizuführen, 

der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt 

erscheint (BGE 119 V 406; vgl. auch BGE 122 V 189 sowie 119 Ib 343 Erw. 

3c). 

3. Die Ausgleichskasse, welche feststellt, dass sie einen durch Missachtung von 

Vorschriften entstandenen Schaden erlitten hat, darf aufgrund der Praxis 

davon ausgehen, dass der Arbeitgeber die Vorschriften absichtlich oder 

grobfahrlässig verletzt hat, sofern keine Anhaltspunkte für die 

Rechtmässigkeit des Handelns oder die Schuldlosigkeit des Arbeitgebers 

bestehen (BGE 108 V 186). Gestützt darauf verfügt sie im Sinne von Art. 81 

Abs. 1 AHVV den Ersatz des Schadens durch den Arbeitgeber. Es liegt dann 

an diesem, sich zu exkulpieren bzw. den Nachweis zu erbringen, dass sein 

Handeln oder Untätigbleiben gerechtfertigt war. Die Ausgleichskasse prüft in 

Anwendung der Untersuchungsmaxime die vorgebrachten Einwände. 

Erachtet sie die Rechtfertigungsgründe als gegeben, so heisst sie die 

Einsprache gut; besteht sie aber weiterhin auf ihrer Schadenersatzforderung, 

weist sie die Einsprache ab und der in die Pflichtgenommene hat gemäss Art. 

56 Abs. 1 ATSG Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu erheben.

4. a) Die für die Haftung nach Art. 52 AHVG vorausgesetzte Widerrechtlichkeit ist 

im vorliegenden Fall in der Verletzung von Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung 

mit Art. 34 f. AHVV zu sehen. Indem die Arbeitgeberin die in den erwähnten 

Bestimmungen als öffentlich-rechtliche Aufgabe statuierte Beitragszahlungs- 

und Abrechnungspflicht nicht erfüllte, hat sie widerrechtlich gehandelt. Neben 

dem widerrechtlichen Verhalten auf Seiten der Arbeitgeberin muss aber auch 

dem belangten Organ ein pflichtwidriges Verhalten vorgeworfen werden 

können. Vorliegend hatte der Beschwerdeführer ab dem 

Geschäftsjahr1999/2000 die Geschäftsführung für das der … gehörende 

Hotel … und das gleichnamige Restaurant inne und war zudem im 

Handelsregister als Direktor mit Kollektivunterschrift eingetragen. 

Nachfolgend sind vorab noch die von der Rechtsprechung an die 

Sorgfaltspflicht gestellten Anforderungen im Einzelnen zu umschreiben, und 

die Haftungsvoraussetzungen für den Beschwerdeführer zu prüfen.

b) Nach ständiger Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der 

öffentlichrechtlichen Aufgaben der Arbeitgeberin als Institution der 

Versicherungsdurchführung ohne weiteres als qualifiziertes Verschulden ihrer 

Organe im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten (BGE 121 V 244; 108 V 186). 

Absichtliches oder grobfahrlässiges Missachten von Vorschriften setzt 

vielmehr einen Normverstoss von einer gewissen Schwere voraus. Die 

Nichtbezahlung der Beiträge als solche darf nicht einem qualifizierten 

Verschulden gleichgesetzt werden, weil dies auf eine nach Gesetz und 

Rechtsprechung unzulässige, in Art. 52 AHVG nicht vorgesehene 

Kausalhaftung hinausliefe (vgl. ZAK 1985 S. 51). Die Schadenersatzpflicht ist 

jedoch im konkreten Fall immer dann begründet, wenn nicht besondere 

Umstände gegeben sind, welche die Nichtbefolgung der einschlägigen 

Vorschriften als gerechtfertigt erscheinen lassen oder ein Verschulden im 

Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. So kann es sein, 

dass es einem Arbeitgeber durch das Nichtbezahlen der Beiträge gelingt, das 

Überleben des Unternehmens zu sichern. Damit aber später ein solches 

Handeln nicht im Sinne von Art. 52 AHVG vorwerfbar werden kann, muss 

feststehen, dass der Arbeitgeber im Zeitpunkt, in welchem er diese 

Entscheidung trifft, mit ernsthaften und sachlichen Gründen davon ausgehen 

durfte, die Forderung innert nützlicher Frist befriedigen zu können (BGE 108 

V 188).

c) Bei einfachen Verhältnissen muss vom einzigen Verwaltungsrat einer 

Aktiengesellschaft, der als solcher die Verwaltung der Gesellschaft als einzige 

Person in Organstellung zu besorgen hat, in der Regel der Überblick über alle 

wesentlichen Belange der Firma verlangt werden, und dies selbst dann, wenn 

er seine Befugnisse weitgehend an einen Geschäftsführer delegiert hat. Er 

kann mit der Delegation der Geschäftsführung nicht zugleich auch seine 

Verantwortung als einziges Verwaltungsorgan an den Geschäftsführer 

delegieren (BGE 108 V 203 Erw. 3b). Dies bedeutet jedoch nicht, dass der 

Geschäftsführer einer Aktiengesellschaft beziehungsweise ihre 

Direktionsmitglieder ihrerseits aus der Verantwortung entlassen wären. Als 

(materielle) Organe der Gesellschaft haften sie grundsätzlich solidarisch 

neben Mitgliedern des Verwaltungsrates (vgl. etwa SVR 1997 AHV 126 Erw. 

3b).

Der Beschwerdeführer war seit dem Geschäftsjahr 1999/2000 mit der 

Geschäftsführung betraut und gleichzeitig kollektivunterschriftsberechtigter 

Direktor der …. Bei dieser AG handelte es sich um ein Kleinstunternehmen 

mit einfacher Verwaltungsstruktur und nur wenigen Angestellten. Bei derart 

einfachen und leicht überschaubaren Verhältnissen muss vom 

Geschäftsführer und einzigem Direktor der Aktiengesellschaft verlangt 

werden, dass er den Überblick über alle wesentlichen Belange des 

Unternehmens hat und auch den ihn und seine Firma treffenden 

Verpflichtungen nachkommt. In diesem Zusammenhang muss sich der 

Beschwerdeführer wenigstens den Vorhalt machen lassen, dass die … in den 

Jahren 2002/2003 zwar Lohnzahlungen ausgerichtet hat, der 

Beschwerdegegnerin jedoch Sozialversicherungsbeiträge (inklusive 

Nebenkosten) von insgesamt Fr. 13’870.75 schuldig blieb (vgl. tableau 

irrécouvrables/récapitulation vom 11. Juni 2004), wovon – angesichts der 

Präzisierungen im vorliegenden  Verfahren – noch Fr. 7'731.10 relevant sind. 

Indem der Beschwerdeführer zuliess (oder es gar veranlasste), dass den 

Lohnzahlungen Priorität vor der Beitragsentrichtung eingeräumt wurde, 

verletzte er gegenüber der Beschwerdegegnerin seine öffentlichrechtlichen 

Pflichten als Geschäftsführer von Hotel und Restaurant … und als Direktor 

der …. Dies bereits deshalb, weil ihn im Lichte der zitierten Rechtsprechung 

die Verpflichtung getroffen hat, dafür besorgt zu sein, dass die Gesellschaft 

nur Löhne ausrichtet, für die sie auch die entsprechenden 

Sozialversicherungsbeiträge zu leisten imstande ist (vgl. statt vieler: Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 27. Juli 2000, H 417/99). Der 

schleppende Geschäftsgang, die schlechte finanzielle Lage der Gesellschaft 

musste dem Beschwerdeführer ebenso bekannt sein, wie der Umstand, dass 

in solchen Situationen nur so viel Lohn ausbezahlt werden darf, als die darauf 

unmittelbar kraft Gesetzes entstandenen Beitragsforderungen auch gedeckt 

sind (vgl. SVR 1995 AHV Nr. 70 214 E. 5). Was der Beschwerdeführer nun in 

diesem Zusammenhang vorbringen lässt, erschöpft sich letztlich in reinen 

Schutzbehauptungen. Rechtlich relevante Rechtfertigungs- oder 

Schuldausschlussgründe, die wiederum als besondere Umstände, welche die 

Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als gerechtfertigt erscheinen 

lassen oder ein Verschulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit 

ausschliessen würden, können darin jedenfalls nicht erblickt werden. Dem 

Einwand, dass er entgegen der in der Vereinbarung vom Dezember 1998 

vorgesehenen Beteiligung (Erwerb von 50 Inhaberaktien zum Nominalwert 

von je Fr. 1'000.-- nach der Unterzeichnung; zudem Möglichkeit des Erwerbs 

zusätzlicher Aktien) gar keine Aktien erworben und mithin auch keinen 

Einfluss auf den Geschäftsgang gehabt habe, kommt ebenso wenig eine 

entscheidende Bedeutung zu wie dem Umstand, dass der Beschwerdeführer 

seiner Abrechnungspflicht nachgekommen ist. Entscheidend ist, dass er sich 

- sei es in seiner Funktion als Direktor (bis zum Erlöschen seiner 

Unterschriftsberechtigung Ende Januar 2003) oder als Geschäftsführer (bis 

Ende Mai 2003)  - die ihn treffende Beitragszahlungspflicht verletzt hat.

5. Bejaht werden muss vorliegend auch die Voraussetzung der grobfahrlässigen 

Verletzung der ihn treffenden Pflichten, weil solches nicht nur durch ein 

(aktives) Tun, sondern auch durch ein passives Verhalten erfüllt werden kann, 

was angesichts der oben geschilderten Gegebenheiten ohne weiteres zu 

bejahen ist. Der Kausalzusammenhang wurde auch nicht etwa durch die vom 

Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände unterbrochen. Dies umso 

weniger, als es an einem adäquaten Kausalzusammenhang nur dann fehlen 

würde, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten den Schaden nicht hätte 

verhindern können. Das ist vorliegend nicht der Fall: Hätte der Beklagte dafür 

gesorgt, dass die … ihren Abrechnungs- und Zahlungspflichten rechtzeitig 

und gehörig nachgekommen wäre, wäre die Klägerin nicht geschädigt 

worden. Die Beschwerde ist aufgrund des Dargelegten demnach abzuweisen 

und der angefochtene Einspracheentscheid im Umfang des geltend 

gemachten Schadens von Fr. 7'731.10 zu bestätigen.

6. Gestützt auf Art. 61 Abs. 1 lit. a ATSG ist das Verfahren für die Parteien, von 

hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, kostenlos. Eine 

aussergerichtliche Entschädigung steht der AHV-Ausgleichskasse 

praxisgemäss nicht zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.