# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94d2e191-a218-5c02-9261-7c07af2450d3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.06.2008 D-6608/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6608-2006_2008-06-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6608/2006
law/rep
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Bruno Huber, Richter Daniel Schmid, 
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Hans Peter Roth, Büro Timur, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF
vom 2. Juli 2003 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6608/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  -  ein  srilankischer  Staatsangehöriger 
tamilischer  Ethnie  aus  B._______  (Jaffna)  -  verliess  seine  Heimat 
eigenen Angaben zufolge am 15. April 2002 per Flugzeug und gelang-
te am 19. April 2002 via Italien illegal in die Schweiz, wo er am selben 
Tag um Asyl  nachsuchte. Am 25.  April  2002  erhob  das  BFF in  der 
damaligen Empfangsstelle (heute: Empfangs- und Verfahrenszentrum, 
EVZ)  C._______  seine  Personalien  und  befragte  ihn  zu  seinem 
Reiseweg sowie - summarisch - zu seinen Asylgründen. Am folgenden 
Tag wies ihn das BFF für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton 
D._______ zu. Am 27. Mai 2002 hörte das BFF den Beschwerdeführer 
zu seinen Asylgründen an.

Dabei  machte  der  Beschwerdeführer  namentlich  geltend,  er  sei  am 
15. Oktober  2000  in  E._______  (Colombo)  von  Angehörigen  der 
Polizei  festgenommen und  auf  den Posten  von F._______  verbracht 
worden. Dort habe man ihn eine Woche lang festgehalten, befragt und 
dabei  auch  misshandelt.  Am  sechsten  Tage  habe  man  ihm  zwei 
Personen vorgeführt und ihn gefragt, ob er diese kenne. Er habe die 
beiden  als  Angehörige  der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam (LTTE) 
wiedererkannt,  da  er  sie  früher  gelegentlich  zwischen  ihren 
Kampfeinsätzen mit Esswaren unterstützt habe. In der Folge habe er 
der Polizei unter Einwirkung von Folter die Identität der zwei Personen 
preisgegeben.  Wenig  später  sei  er  einem  Gericht  vorgeführt  und 
anschliessend  freigelassen  worden.  Gleichzeitig  sei  er  einer 
wöchentlichen  Meldepflicht  unterstellt  worden,  die  er  jedoch  nicht 
befolgt  habe  und  stattdessen  nach  Vavuniya  zu  seinen  Grosseltern 
gezogen sei.

Am  28.  März  2002  hätten  ihn  Mitglieder  der  LTTE  in  Vavuniya 
aufgesucht  und  festgenommen.  Anschliessend  hätten  sie  ihn  in  ein 
Camp im  Vanni-Gebiet  gebracht.  Dort  sei  er  während  zwei  Wochen 
festgehalten  und immer  wieder  heftig  misshandelt  worden,  wobei  er 
unter  anderem auch mit  Metallkabeln  geschlagen worden sei. Dabei 
habe man ihm immer wieder vorgehalten, im Oktober 2000 die beiden 
LTTE-Guerillas an die Polizei verraten zu haben. Nach zwei Wochen 
sei ihm die Flucht gelungen, weil der Lagerkoch sich seiner erbarmt 
und ihm einen Fluchtweg aus dem Lager gezeigt habe. In der Folge 
sei er zu seinem Grossvater nach Vavuniya zurückgekehrt, welcher ihn 

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angesichts  des  Geschehenen  unverzüglich  in  G._______  versteckt 
habe, wo er - ohne seine Wunden behandeln zu lassen - bis zu seiner 
Mitte April 2002 erfolgten Ausreise aus Sri Lanka geblieben sei.

B.
Der  Beschwerdeführer  reichte  im Rahmen des  vorinstanzlichen  Ver-
fahrens  diverse  Beweismittel  (mehrere  Fotos,  welche  Narben  an 
seinem  Oberkörper  dokumentieren,  ein  Arztzeugnis  von  Dr.  med. 
H._______, Allgemeine Medizin, I._______, FMH vom 12. Juni 2002, 
eine Haftbestätigung des srilankischen Verteidigungsministeriums Nr. 
J._______,  einen  undatierten  Haftbefehl  Case  No  K._______,  ein 
Schreiben  seiner  Schwester  vom  9. Dezember  2002,  eine 
Mitgliedschaftsbestätigung  der  LTTE  vom  20. Dezember  2002  für 
seine Schwester  und zwei  Fotos seiner Schwester  in  LTTE-Uniform) 
zu den Akten.

Am  20.  November  2002  unterzog  das  BFF  den  Haftbefehl  Case 
No K._______  sowie  die  Haftbestätigung  des 
Verteidigungsministeriums  Nr. J._______  einer  Dokumentenanalyse, 
legte  dem  Rechtsvertreter  deren  wesentlichen  Inhalt  mit 
Zwischenverfügung vom 25. November 2002 offen und räumte ihm ein 
Recht zur Stellungnahme ein, wovon der Rechtsvertreter mit Eingabe 
vom 5. Dezember 2002 Gebrauch machte.

C.
Mit Verfügung vom 2. Juli 2003 - eröffnet am 3. Juli 2003 - stellte das 
BFF fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht 
und  lehnte  sein  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnete  deren  Vollzug  an.  Zur 
Begründung  führte  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen  aus,  seine 
Gesamtvorbringen  genügten  den  Anforderungen  an  das 
Glaubhaftmachen  nicht,  da  sie  teilweise  widersprüchlich,  teilweise 
unsubstanziiert  ausgefallen  seien. Im Weiteren qualifizierte  das  BFF 
sowohl  den  Haftbefehl  als  auch  die  Haftbestätigung  als 
Blankofälschungen  und  zog  diese  gestützt  auf  Art.  10  Abs.  4  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ein.

D.
Mit  an die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission 
(ARK)  gerichteter  Eingabe  vom  4.  August  2003  beantragte  der 
Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter,  die  Verfügung  des 

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Bundesamtes für Flüchtlinge sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu 
gewähren.  Eventualiter  sei  die  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung 
festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu beantragen. Im Weiteren 
beantragte  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht,  es  sei  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses zu verzichten. Zur Begründung wurde namentlich 
ausgeführt, die zu den Akten gereichte Haftbestätigung sei entgegen 
der  Einschätzung  der  Vorinstanz  als  echt  einzustufen.  Die 
entsprechenden  Vorhaltungen  der  Vorinstanz  bezüglich  der 
Fälschungsmerkmale  seien nicht  nachvollziehbar. Es  sei  vor  diesem 
Hintergrund  angezeigt,  die  Echtheit  der  Haftbestätigung  über  die 
Schweizer  Botschaft  in  Colombo  abklären  zu  lassen.  Im  Weiteren 
seien  die  von  der  Vorinstanz  namhaft  gemachten  Widersprüche 
hinsichtlich  des  Ursprungs  der  Narben  auf  seinem  Oberkörper 
beziehungsweise  des  Zeitpunkts  ihrer  Zufügung  auf 
Übersetzungsfehler  zurückzuführen.  Darüber  hinaus  lasse  sich  der 
Vorwurf, er habe den Tagesablauf seiner zweiwöchigen Haft im LTTE-
Camp  nur  oberflächlich  zu  schildern  vermocht,  bei  objektiver 
Würdigung der Akten nicht aufrecht erhalten.

E.
Mit  Verfügung  vom  19.  August  2003  hielt  der  zuständige 
Instruktionsrichter  der  ARK  fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Gleichzeitig 
verzichtete er auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

F.
Mit Begleitschreiben vom 3. August 2004 reichte der Rechtsvertreter 
des  Beschwerdeführers  einen  diesen betreffenden ärztlichen Bericht 
von Frau Dr. med. L._______, Psychiatriezentrum M._______ vom 9. 
Juli  2004  zu  den  Akten.  Gemäss  diesem  Bericht  leide  der 
Beschwerdeführer  seit  etwa  Anfang  2003  an  Schlafstörungen 
verbunden  mit  Albträumen  sowie  unter  erhöhter  Nervosität  und 
Aggressivität. Er werde wegen der beschriebenen Symptomatik aktuell 
psychiatrisch  behandelt,  wobei  die  Behandlung  in  regelmässigen 
Gesprächen  sowie  einer  Psychopharmakatherapie  bestehe.  Die 
behandelnde  Ärztin  diagnostizierte  beim  Beschwerdeführer  eine 
leichte depressive Episode und den Verdacht auf das Bestehen einer 
posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

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G.
Mit  Eingabe  vom 12. Juli  2005 wies  der  Rechtsvertreter  darauf  hin, 
sein  Mandant  habe  eine  Schwester,  welche  zu  den  führenden 
Mitgliedern  der  LTTE zu  gehören  scheine,  da  sie  öfters  der  LTTE-
Delegation  an  internationalen  Konferenzen  angehöre,  was  durch 
mehrere Fotos dokumentiert  werde. Auf den eingereichten,  aus dem 
Jahre  2003  stammenden  Fotos  sei  die  Schwester  des 
Beschwerdeführers  als  Sprecherin  der  LTTE (Foto  1),  als  Teil  einer 
offiziellen LTTE-Delegation (Foto 2, neben Karuna und Tamil Selvan), 
auf Besuch bei der UNO in Genf (Fotos 3 bis 5) sowie zusammen mit 
dem  Beschwerdeführer  auf  dem  Flughafen  (Foto  6)  zu  erkennen. 
Letztmals  habe  die  Schwester  des  Beschwerdeführers  im  Februar 
2005 an einer Konferenz in der Schweiz teilgenommen. Die Stellung 
dieser Schwester innerhalb der LTTE sei einer der Gründe gewesen, 
weshalb  der  Beschwerdeführer  am  15.  Oktober  2000  von  der 
srilankischen Armee festgenommen, verhört und gefoltert worden sei. 
Im Weiteren sei einem Brief der Schwester des Beschwerdeführers zu 
entnehmen, dass dieser bei einer Rückkehr in seine Heimat gefährdet 
wäre und auch sie selber um ihr Leben fürchten müsse. Gleichzeitig 
halte die Schwester in besagtem Brief fest, dass sie nach wie vor für 
die  LTTE  arbeite  und  dabei  insbesondere  im  "Centre  for  Women's 
Development  and  Rehabilitation"  (CWDR),  einer  1992  gegründeten 
Nichtregierungsorganisation, tätig sei.

H.
Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 21. Juli 2005 die 
Abweisung  der  Beschwerde. Dabei  führte  die  Vorinstanz  namentlich 
aus, die Aussage des Beschwerdeführers, seine Schwester gehöre zu 
den führenden Mitgliedern der LTTE und habe in den Jahren 2003 und 
2005  an  LTTE-Konferenzen  in  der  Schweiz  teilgenommen,  vermöge 
mangels  eines  eigenen  politischen  Profils  nicht  zur  Annahme  einer 
begründeten Furcht wegen Reflexverfolgung zu führen.

I.
Mit Eingabe vom 29. August 2005 machte der Rechtsvertreter von dem 
ihm  mit  Verfügung  vom  12.  August  2005  eingeräumten  Replikrecht 
Gebrauch. Darin hielt er unter anderem fest, sein Mandant sei durch 
die erlittene Folter schwer traumatisiert. Er beantragte die Einholung 
eines  amtlichen  Gutachtens  bei  einem  Spezialisten.  Ein  solches 
Gutachten würde sich auch mit der Frage auseinandersetzen, warum 
Folteropfer  häufig  wesentliche  Bestandteile  ihrer  traumatischen 

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Erlebnisse nicht  mehr  rekonstruieren könnten und deshalb bei  einer 
standardisierten  Asylbefragung  den  Eindruck  von  Unglaubwürdigkeit 
erwecken  würden.  Das  Gutachten  würde  sich  zudem mit  der  Frage 
befassen,  ob sich die Narben am Körper seines Mandanten mit  den 
geschilderten Foltermethoden vereinbaren liessen. Hiervon abgesehen 
erhöhe  das  Vorhandensein  allfälliger  Narben  die  Wahrscheinlichkeit 
einer erneuten Verfolgung im Heimatland. Denn es sei bekannt, dass 
sowohl  die  srilankische  Armee  als  auch  die  mit  ihr  verbündeten 
tamilischen  Organisationen  Verdächtige  auf  Narben  hin  untersuchen 
würden,  welche  nicht  durch  gewöhnliche  Unfälle  entstanden  sein 
können.  Schliesslich  sei  sein  Mandant  wegen  seiner  prominenten 
Schwester  einer  hohen  Gefährdung  durch  Reflexverfolgung 
ausgesetzt.

J.
Mit  Verfügung  vom  22.  Februar  2008  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Vorinstanz  unter  Hinweis  auf  das  zur 
Publikation  vorgesehene Urteil  BVGE E-2775/2007 vom 14. Februar 
2008, worin das Gericht eine neue Lageanalyse hinsichtlich Sri Lanka 
vorgenommen  und  die  zukünftige  Praxis  festgelegt  hatte,  zu  einem 
weiteren Schriftenwechsel ein.

K.
Mit Verfügung vom 3. März 2008 zog das BFM die angefochtene Verfü-
gung  vom  2.  Juli  2003  teilweise  in  Wiedererwägung,  hob  deren 
Dispositivziffern 4 und 5 (Wegweisungsvollzug) auf und ordnete wegen 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme 
des Beschwerdeführers an.

L.
Mit  Verfügung  vom  14.  März  2008  teilte  der  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  dem  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  mit,  dass  das  BFM seine  Verfügung  vom 2. Juli 
2003 - soweit den Vollzug der Wegweisung betreffend - bezüglich des 
Beschwerdeführers  aufgehoben  habe,  womit  seine  Beschwerde  im 
Wegweisungsvollzugspunkt gegenstandslos geworden sei, und fragte 
den  Beschwerdeführer  an,  ob  er  bei  dieser  Sachlage  an  seiner 
Beschwerde im Asylpunkt festhalte oder diese allenfalls zurückziehen 
wolle.  Im  Falle  eines  Beschwerderückzugs  bis  zum  31.  März  2008 
werde  eine  Abschreibung  des  Verfahrens  ohne  Auferlegung  von 
Kosten  in  Aussicht  gestellt.  Bei  ungenutzter  Frist  werde  davon 

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ausgegangen, dass er vollumfänglich an seiner Beschwerde festhalte 
und das Verfahren in der gesetzlich vorgesehenen Weise fortgeführt.

M.
Der  Rechtsvertreter  hat  innert  der  vorgenannten  Frist  für  den 
Beschwerdeführer  keine  entsprechende  Rückzugserklärung 
eingereicht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die am 31. 
Dezember  2006  bei  der  vormaligen  ARK  hängigen  Rechtsmittel 
übernommen.  Die  Beurteilung  erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht 
(vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die 
unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 
1 AsylG).

1.4 Der  Beschwerdeführer  hat  das  Verfahren  vor  dem  Bundesamt 
eingeleitet, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Damit  ist  er  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG).

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1.5 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 
und 52 VwVG). Demzufolge ist auf die Beschwerde einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land,  in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft 
begründeterweise  befürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund 
bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt zu werden drohen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 7 und 
8  S. 190 ff.,  EMARK  2005  Nr.  21  E. 7  S. 193).  Aufgrund  der 
Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  ausserdem voraus, dass die 
betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz 
finden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Ausgangspunkt für 
die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft  ist  die Frage nach der im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  vorhandenen  Verfolgung  oder  begründete 
Furcht  vor  einer  solchen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des 
Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität 
der  Verfolgungsfurcht  ebenfalls  wesentlich.  Veränderungen  der 
objektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und 
Asylentscheid  sind  deshalb  zugunsten  und  zulasten  der  ein 

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Asylgesuch stellenden Person zu  berücksichtigen (vgl. EMARK 2000 
Nr. 2 E. 8b, EMARK 1994 Nr. 24 E. 8a; WALTER KÄLIN,  Grundriss des 
Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 1990, S.135 ff.). 

3.3 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

3.4 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in 
wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein  oder  der  inneren 
Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen 
Erfahrung  widersprechen. Darüber  hinaus muss die  gesuchstellende 
Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann 
nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet 
nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige 
Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  –  im 
Gegensatz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  und 
lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den 
Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer 
Gesamtwürdigung  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Asylsuchenden  sprechen,  überwiegen 
oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. 
Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

4.

4.1 Das  BFM  begründete  die  Ablehnung  des  Asylgesuchs  des 
Beschwerdeführers in ihrer  Verfügung vom 2. Juli  2003 vorab damit, 
der Beschwerdeführer habe sein zentrales Vorbringen, Mitte Oktober 
2000 in Colombo von der Polizei wegen Verdachts der Unterstützung 
der  LTTE festgenommen und eine Woche lang festgehalten,  verhört 
und  misshandelt  worden  zu  sein,  mittels  Einreichung  gefälschter 

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Dokumente  zu  belegen  versucht,  was  als  Indiz  gegen  die 
Glaubhaftigkeit seiner diesbezüglichen Ausführungen gewertet werden 
müsse. Hinsichtlich des im Original eingereichten Haftbefehls hielt die 
Vorinstanz fest, auf dem Dokument fehlten unter der Rubrik "name and 
address of complainant"  wichtige Angaben. Weiterhin fehlten auf der 
Vorderseite  des  Dokuments  Angaben  zur  ausstellenden  Person  des 
Haftbefehls  und  auch  die  Rückseite  enthalte  unkorrekte  Angaben. 
Abgesehen  hiervon  sei  nicht  nachvollziehbar,  wie  der 
Beschwerdeführer  in  den  Besitz  des  Haftbefehls  habe  gelangen 
können. Hinsichtlich der Haftbestätigung hielt das BFF fest, dass auch 
hier  wichtige  Rubriken  nicht  ausgefüllt  worden  seien  und  die 
Eintragungen  auf  dem  Dokument  aufgrund  des  Schriftbilds  von 
insgesamt drei verschiedenen Personen stammten.

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers räumte in Bezug auf den 
Haftbefehl  ein,  es  sei  denkbar,  dass  der  Anwalt  des 
Beschwerdeführers  in  Sri  Lanka  dessen  Ausstellung  durch  eine 
Geldzahlung erwirkt habe, was auch die vorhandenen Mängel erklären 
würde (vgl. Stellungnahme vom 5. Dezember 2002,  act. A17). Damit 
räumt er  implizit  ein,  dass der Haftbefehl tatsächlich eine Fälschung 
darstellt,  da  ein  Haftbefehl  korrekterweise  bereits  vor  der 
beabsichtigten Verhaftung eines Gesuchten ausgestellt  wird und das 
Original eines Haftbefehls in jedem Fall bei der ausstellenden Behörde 
verbleibt.  Bezüglich  der  Haftbestätigung  vertritt  der  Rechtsvertreter 
indessen den Standpunkt, diese sei echt und die vom BFF genannten 
Fälschungserkenntnisse  seien  "nicht  nachvollziehbar",  zumal 
sämtliche  Rubriken  (wenn  auch  nicht  vollständig)  ausgefüllt,  bloss 
zwei  verschiedene  Handschriften  erkennbar  seien  und  ihm  die 
Haftbestätigung  bei  der  Haftentlassung  persönlich  ausgehändigt 
worden  sei  (vgl.  act.  A17).  Diesbezüglich  stellt  das 
Bundesverwaltungsgericht  vorweg  fest,  dass  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  seiner  Anhörung  durch  das  BFF  vom  27. Mai  2002  die 
Frage,  ob  man  ihm  bei  seiner  Freilassung  vom  Posten  eine 
diesbezügliche Bestätigung oder sonst etwas Schriftliches mitgegeben 
habe, explizit verneint hat (vgl. act. A12 S. 7, Fragen und Antw. 58 und 
59). Gleichzeitig merkte er anlässlich der vorerwähnten Anhörung an, 
er werde durch seinen Grossvater noch "etwas [...] holen lassen und 
das  schicken  lassen"  (vgl.  act.  A12  S.  7,  Antw.  58).  Aufgrund  des 
Gesagten  ist  deshalb  anzunehmen,  dass  die  Haftbestätigung 
gleichfalls erst nachträglich ausgefertigt  worden ist,  was im Ergebnis 
gegen  die  Echtheit  der  Haftbestätigung  spricht.  Hinzu  tritt  die 

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Tatsache,  dass  die  darin  enthaltenen  handschriftlichen  Einträge 
tatsächlich drei Personen zuzuordnen sein dürften, was nicht plausibel 
erscheint.  Darüber  hinaus  fehlt  in  besagtem  Dokument  das 
Ausstellungsdatum,  was  angesichts  seines  Zwecks,  eine 
Haftverbüssung  und  insbesondere  auch  deren  jeweilige  Dauer  zu 
bestätigen,  als  gravierender  Formfehler  aufzufassen  ist.  Schliesslich 
fällt auf, dass der Beschwerdeführer in der Anhörung erklärte, er habe 
in Sri Lanka keinen Anwalt gehabt (vgl. act. A12 S. 7, Frage und Antw. 
54).  Mit  dieser  Aussage  lässt  sich  jedoch  die  Darstellung  in  der 
Stellungnahme  vom  5.  Dezember  2002  bzw.  in  der  Beschwerde, 
wonach  der  Anwalt  des  Beschwerdeführers  in  Sri  Lanka  für  die 
Beschaffung der eingereichten Dokumente besorgt gewesen sein soll, 
kaum vereinbaren. Auch dieser  Umstand  deutet  deshalb  darauf  hin, 
dass  die  eingereichten  Dokumente  nicht  von  den  zuständigen 
Personen  nach  den  vorgesehenen  Regeln  ausgestellt  worden  sind, 
zumal  unklar  bleibt,  auf  welchen  Wegen  diese  Dokumente  in  die 
Hände des Beschwerdeführers in die Schweiz gelangt sind.

Zusammenfassend  ist  deshalb  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  die 
beiden vorerwähnten Dokumente zu Recht als Fälschungen eingestuft 
und gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen hat. Gestützt auf das 
Gesagte  besteht  auch  keine  Veranlassung,  zwecks  nochmaliger 
Überprüfung  der  Haftbestätigung  an  die  Schweizer  Botschaft  in 
Colombo zu gelangen, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen 
ist.

4.2 Wie das Bundesamt in seiner Verfügung vom 2. Juli 2003 indessen 
selbst  eingeräumt  hat,  bildet  die  Tatsache  der  beiden  gefälschten 
Dokumente lediglich ein Indiz, welches gegen die Glaubhaftigkeit der 
behaupteten Ereignisse spricht, welche durch sie hätten belegt werden 
sollen.  Nachfolgend  ist  deshalb  zu  prüfen,  ob  bei  objektiver 
Betrachtungsweise  im  Rahmen einer  Gesamtwürdigung  die  Gründe, 
die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen, 
überwiegen oder  nicht,  wobei  namentlich  zu  untersuchen ist,  ob die 
vom BFF im Zusammenhang mit den beiden angeblichen Festnahmen 
des  Beschwerdeführers  aufgeführten  Widersprüche  und 
Ungereimtheiten geeignet sind, insgesamt auf Unglaubhaftigkeit seiner 
Vorbringen zu schliessen.

4.2.1 Das Bundesamt hielt  in diesem Zusammenhang zunächst fest, 
der  Beschwerdeführer  habe  anlässlich  der  Konsultation  bei  Dr. 

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H._______  am  6. Mai  2002  behauptet,  die  streifigen,  auf  seinem 
Rücken und seiner Brust sichtbaren Hautveränderungen seien ihm im 
Oktober  2000  während  Misshandlungen  durch  Angehörige  der 
srilankischen  Armee  zugefügt  worden,  wogegen  er  bei  der 
Kurzbefragung  in  der  Empfangsstelle  Kreuzlingen  behauptet  habe, 
diese Hautveränderungen rührten von Schlägen her, die er bei seiner 
Inhaftierung im LTTE-Camp am 28. März 2002 erlitten habe.

In  diesem  Zusammenhang  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer  nicht  nur  bei  der  Kurzanhörung  in  der 
Empfangsstelle,  sondern  auch  anlässlich  der  Bundesanhörung 
übereinstimmend erklärt hat, die Striemen am Oberkörper seien durch 
Schläge mit einem Metallkabel hervorgerufen worden, die er im LTTE-
Camp erlitten habe (vgl. act. A6 S. 4 f., Ziff. 15; act. A12 S. 3, Antw. 16). 
Wiewohl die Angaben im Arztzeugnis hinsichtlich des Ursprungs der 
Narben  tatsächlich  mit  den  entsprechenden  Aussagen  des 
Beschwerdeführers anlässlich seiner Anhörungen durch die Schweizer 
Asylbehörden  differieren,  kann  trotzdem  nicht  ausgeschlossen 
werden, dass die Angaben im Arztzeugnis auf Übersetzungsfehler des 
damals  anwesenden Dolmetschers  zurückzuführen sind,  zumal  nicht 
aktenkundig  ist,  dass  der  Dolmetscher  dem  Beschwerdeführer  den 
Inhalt  seiner  Übersetzung  im  Rahmen  jener  Arztvisite  überhaupt 
rückübersetzt  hat  (so  die  sinngemässe  Argumentation  in  der 
Beschwerde  S.  4).  Diese  Einschätzung  erscheint  auch  deshalb  als 
angemessen, weil die ärztliche Visite am 6. Mai 2002 stattfand, zeitlich 
also zwischen den beiden - am 25. April beziehungsweise am 27. Mai 
2002 erfolgten - Befragungen durch die schweizerischen Asylbehörden 
lag,  was  die  entsprechenden  Divergenzen  noch  weniger 
nachvollziehbar erscheinen lassen würde.

4.2.2 Das BFM hielt  im  Weiteren  fest,  der  Beschwerdeführers  habe 
sich  bei  den  Anhörungen  durch  die  Schweizer  Asylbehörden  auch 
hinsichtlich  des  Zeitpunkts,  an  dem  er  im  LTTE-Camp  mit  Kabeln 
misshandelt  worden  sei  soll,  widersprochen.  So  habe  er  bei 
Kurzbefragung in der Empfangsstelle angegeben, er sei am 28. März 
2002 -  dem Tag seiner Festnahme -  mit  Kabeln geschlagen worden 
(vgl. act. A6 S. 5), wogegen er bei der Bundesanhörung erklärt habe, 
er  sei  erst  vier  oder  fünf  Tage  nach  seiner  Festnahme  mit  einem 
Metallkabel geschlagen worden (vgl. act. A12 S. 13, Frage und Antw. 
116).

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Stellt man die beiden vorerwähnten, vom BFM zitierten Protokollstellen 
einander  direkt  gegenüber,  weisen  diese  tatsächlich  auf  einen 
deutlichen  Widerspruch  hin.  Nach  vollumfänglicher  Durchsicht  der 
beiden  Protokolle  erfährt  der  genannte  Widerspruch  jedoch  eine 
weitgehende Relativierung. So schilderte der Beschwerdeführer etwa 
zu  Beginn  der  Bundesanhörung  den  Ablauf  der  Geschehnisse  nach 
seiner  Überführung ins  LTTE-Camp auf  eine  Art  und Weise,  welche 
spontan  den  Eindruck  vermittelt,  er  sei  bereits  kurz  nach  seiner 
Festnahme  am  28.  März  2002  mit  einem  Metallkabel  misshandelt 
worden: "... Dann, am 28. März kam die Bewegung zu mir nach Hause, 
nahm mich fest und mit. Man hat meine Hände und Augen verbunden 
und mich in einem Kleinbus mitgenommen. Das geschah nachts. Dann 
hat  man  mich  mit  einem  Metallkabel  geschlagen  und  mich  gefragt, 
weshalb ich N._______ verraten habe. [...]" (vgl. act. A12 S. 3, Antw. 
16).  Diese  Einschätzung  wird  durch  die  wenig  später  erfolgte 
Präzisierung des Beschwerdeführers bestätigt, er sei unmittelbar nach 
seiner  Ankunft  im  Camp  in  ein  Zimmer  gebracht  und  dort  schwer 
zusammengeschlagen worden (vgl. act. A12 S. 5, Frage und Antw. 29). 
Die  Anschlussfrage,  womit  man  ihn  damals  geschlagen  habe, 
beantwortete  er  nämlich  dahingehend,  er  sei  mit  einem Metallkabel 
geschlagen worden (vgl. act. A12 S. 5, Frage und Antw. 33). Stellt man 
auf  all  diese  -  unmissverständlichen  -  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  ab,  ist  er  -  in  Übereinstimmung  mit  seinen 
entsprechenden Aussagen bei der Kurzanhörung - bereits kurz nach 
seiner Ankunft im LTTE-Camp mit Kabeln geschlagen worden.

Vor dem Hintergrund des Gesagten liegt letztlich im Dunkeln, weshalb 
der  Beschwerdeführer  gegen  Ende  der  Bundesanhörung  die 
gegenteilige  Aussage  gemacht  hat,  erst  vier  oder  fünf  Tage  nach 
seinem Eintritt in das LTTE-Camp mit Metallkabeln geschlagen worden 
zu  sein.  Angesichts  der  im  Zeitpunkt  jener  Frage  bereits 
fortgeschrittenen  Befragungsdauer  kann  auch  nicht  gänzlich 
ausgeschlossen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  kurzfristig  sein 
Konzentrationsvermögen verloren hat. Die letzterwähnte Aussage des 
Beschwerdeführers  kann  jedenfalls  in  Würdigung  seiner 
Gesamtaussagen nicht  zum Anlass genommen werden,  nachträglich 
seine zu Beginn der  Bundesanhörung recht  anschaulichen Angaben 
hinsichtlich der chronologischen Einordnung der Misshandlungen mit 
Kabeln entscheidend in Zweifel zu ziehen.

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4.2.3 Die  Vorinstanz  hielt  sodann  fest,  der  Beschwerdeführer  habe 
sich  auch  hinsichtlich  der  Anzahl  der  ihn  im  LTTE-Camp 
misshandelnden  Personen  widersprochen,  indem  er  in  der 
Empfangsstelle von einer Person, bei der Bundesbefragung indessen 
von mehreren Personen gesprochen habe.

Diese  Darstellung  der  Vorinstanz  erweist  sich  nach  Durchsicht  der 
Anhörungsprotokolle  als  tatsachenwidrig  beziehungsweise 
unzutreffend.  Der  Beschwerdeführer  erwähnte  zwar  anlässlich  der 
Bundesanhörung beiläufig, er sei zeitweise in ein dunkles, knöcheltief 
mit  Wasser gefülltes Zimmer gebracht worden, wo sich noch andere 
Leute aufgehalten hätten; diese hätten ihn geschlagen, wenn er sie in 
der Dunkelheit versehentlich angefasst habe (vgl. act. A12 S. 10, Frage 
und Antw. 83); ausserdem habe es in diesem Raum gestunken (vgl. 
act. A12 S. 14, Frage und Antw. 130). Bei den vorgenannten Personen 
handelte es sich indessen allem Anschein nach um Mitgefangene und 
nicht um Aufseher des LTTE-Camps. Soweit der Beschwerdeführer zur 
Frage  seiner  Misshandlung  durch  LTTE-Aufseher  Stellung  bezogen 
hat,  machte  er  nie  geltend,  gleichzeitig  von  mehreren  Personen 
misshandelt  worden  zu  sein,  weshalb  auch  keine  diesbezüglichen 
widersprüchlichen Aussagen bestehen.

4.2.4 Das  BFM  vertrat  schliesslich  in  seiner  Verfügung  vom  2.  Juli 
2003  den Standpunkt,  der  Beschwerdeführer  habe keine hinlänglich 
konkreten  Angaben  hinsichtlich  des  Motivs  seiner  Festnahme  durch 
die  srilankische  Polizei  machen  können.  Ebenso  seien  seine 
Schilderungen  hinsichtlich  eines  Tagesablaufs  während  seiner 
zweiwöchigen Haft im LTTE-Camp nur oberflächlich ausgefallen. Hinzu 
komme, dass seine Angaben zur genauen Lage dieses Camps bloss 
pauschaler  Natur  seien,  da  er  sich  diesbezüglich  auf  den  Hinweis 
beschränkt habe, es liege im Vanni-Gebiet.

An dieser Stelle ist festzuhalten, dass auch der vom BFM gegen die 
Glaubhaftigkeit  des Beschwerdeführers ins  Feld geführte  Mangel  an 
Substanziiertheit  einer  näheren Betrachtung nicht  standhält. So hielt 
der Beschwerdeführer - nach den Gründen für seine Festnahme durch 
die srilankische Polizei  befragt  -  fest,  seine ältere Schwester  sei  bei 
der Bewegung und jemand habe ihn (mutmasslich) verraten (vgl. act. 
A12  S.  6,  Frage  und  Antw. 43).  Danach  befragt,  weshalb  man  ihn 
verraten  habe,  äusserte  der  Beschwerdeführer  die  Vermutung,  man 
habe einfach behauptet,  auch er würde in der Bewegung mitmachen 

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(vgl. act. A12 S. 6,  Frage und Antw. 44). Angesichts  der -  auch von 
Seiten  der  Vorinstanz  nicht  bestrittenen  -  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer  tatsächlich  eine  ältere  Schwester  hat,  welche 
innerhalb  der  LTTE  eine  vergleichsweise  bedeutende  Position 
einnimmt,  ist  nicht  ersichtlich,  weshalb  dessen  Aussage,  auch  der 
Schwester  wegen  festgenommen  worden  zu  sein,  nicht  ein 
stichhaltiges Motiv  für  seine Mitte  Oktober  2000 erfolgte  Festnahme 
durch die srilankische Polizei gewesen sein sollte. Hinzu kommt, dass 
ihn  die  Polizisten  möglicherweise  gerade  deswegen  festgenommen 
haben,  weil  sie  die  Hoffnung  hegten,  mit  seiner,  durch  massive 
Misshandlungen erzwungenen Hilfe zwei LTTE-Kämpfer identifizieren 
zu können, was ihnen denn auch gelungen zu sein scheint. 

Hinsichtlich  des  Vorwurfs  fehlender  Prägnanz  bei  der  Schilderung 
eines Tagesablaufs im LTTE-Camp bleibt Folgendes festzuhalten. Der 
Beschwerdeführer  hat  zwar  tatsächlich  nicht  den  Versuch 
unternommen,  einen  chronologischen  Querschnitt  aus  dem  Lager-
Alltag  während  seiner  zweiwöchigen  Haft  zu  geben.  Seine 
Schilderungen weisen indessen bezüglich diverser Einzelheiten etliche 
Realkennzeichen  auf. So  hielt  er  beispielsweise  fest,  er  sei  längere 
Zeit zusammen mit anderen Personen in einem knöcheltief mit Wasser 
gefüllten und stinkenden Zimmer inhaftiert gewesen, wobei er zufolge 
völliger  Finsternis  das Zeitgefühl  verloren habe (vgl. act. A12 S. 10, 
Frage und Antw. 83 i.V.m. S. 15, Frage und Antw. 132). Das - nebst 
dem  teilweise  mit  Wasser  gefüllten  -  alternativ  von  ihm  bewohnte 
Zimmer  schilderte  er  dahingehend,  er  habe  darin  die  Beine  nicht 
strecken  können,  unter  Mücken  gelitten  und  keine  Decke  zum 
Zudecken  bekommen  (vgl.  act.  A12  S.  15,  Frage  und  Antw.  140). 
Emotional authentisch wirkt  auch die vom Beschwerdeführer auf das 
Ersuchen hin, einen Tagesablauf zu schildern,  gegebene Antwort,  er 
habe in seinem Herzen immer Angst gehabt, dabei stetig seinen Tod 
befürchtet und sein Denken formal auf diese Gefühle eingeengt (vgl. 
act. A12 S. 15, Frage und Antw. 139).

Nicht  zu  beanstanden  ist  schliesslich  die  Behauptung  des 
Beschwerdeführers, das LTTE-Camp befinde sich an einem ihm nicht 
näher  bekannten  Ort  im  Vanni-Gebiet.  Zunächst  hat  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Bundesanhörung  zum  Ausdruck 
gebracht, man habe ihm vor seinem zweieinhalbstündigen Transport in 
das besagte Camp die Augen verbunden (vgl. act. A12 S. 3, Antw. 16 
und  S.  5,  Frage  und  Antw.  28).  Darüber  hinaus  dürfte  es  auch 

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angesichts  des  Hinweises  des  Beschwerdeführers,  das  Lager  der 
LTTE habe im Walde gelegen (vgl. act. A6 S. 5), in der Tat nicht einfach 
sein,  nähere  Angaben  hinsichtlich  des  genauen  Standorts  jenes 
Lagers  zu  machen,  welche  über  die  Feststellung,  nach  der  Flucht 
innert einer Nacht wieder nach Hause gelangt zu sein (vgl. act. A12 S. 
16, Antw. 146), hinausgeht.

4.2.5 Im  Sinne  eines  Zwischenergebnisses  ist  nach  dem  Gesagten 
festzustellen,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers 
hinsichtlich seiner beiden Inhaftierungen in den Jahren 2000 und 2002 
durch  die  srilankische  Polizei  respektive  Angehörige  der  LTTE  den 
Anforderungen an das  Glaubhaftmachen zu genügen vermögen und 
insbesondere  davon  auszugehen  ist,  dass  dem  Beschwerdeführer 
mutmasslich während der zweiten Inhaftierung massive Verletzungen 
am ganzen Oberkörper zugefügt worden sind, welche noch heute als 
deutliche  streifenförmige  Narben  an  seinem  Oberkörper  erkennbar 
sind.

4.3 Es  bleibt  zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  aufgrund  der 
erlittenen Verfolgungshandlungen auch aktuell eine begründete Furcht 
vor künftiger Verfolgung geltend machen kann.

4.3.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  in  seinem  Urteil 
E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 einlässlich mit der aktuellen Lage 
in Sri Lanka befasst. Es kam dabei zum Schluss, dass sich seit Januar 
2006  die  dortige  Sicherheitslage  kontinuierlich  verschlechtert  hat. 
Bereits im August 2005 wurden nach der Ermordung des damaligen 
Aussenministers  Kadirgamar  die  Emergency  Regulations  reaktiviert 
und  seither  vom  Parlament  immer  wieder  verlängert.  Wiederholte 
Verstösse  gegen  die  Waffenstillstandsvereinbarung  sind  beiden 
Konfliktsparteien  zuzuschreiben.  Besonders  betroffen  von  diesen 
Verstössen  und  dem  daraus  resultierenden  Anstieg  von  schweren 
Menschenrechtsverletzungen  sind  die  bis  heute  mehrheitlich  von 
Tamilen  und  Muslimen  bewohnten  Gebiete  im  Norden  (Nordprovinz: 
Distrikte  Jaffna,  Kilinochchi,  Mullaitivu,  Mannar  und  Vavuniya)  und 
Osten (Ostprovinz: Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara). Im 
Dezember  2006  wurde  auf  den  Bruder  des  Staatspräsidenten,  den 
damaligen  Verteidigungsminister,  ein  Selbstmordanschlag  verübt. 
Obwohl  der Anschlag misslang,  wurden in der Folge die Emergency 
Regulations  verschärft  und  der  PTA  (Prevention  of  Terrorism  Act) 
wurde  damit  teilweise  wieder  anwendbar,  wodurch  den 

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Sicherheitskräften  weitergehende  Verhaftungs-  und 
Festhaltekompetenzen  zukamen.  Zu  Beginn  des  Jahres  2007 
intensivierte die Armee ihre Bemühungen, die Tamil  Tigers aus dem 
Osten  der  Insel  zu  vertreiben  und  konnte  einige  LTTE-Bastionen 
einnehmen.  Obwohl  in  verschiedenen  Gebieten  auf  dem  Rückzug, 
gelang  es  den  LTTE  immer  wieder,  Terrorakte  zu  verüben  und  sie 
brachten  am  26.  März  2007  mit  dem  erstmaligen  Einsatz  eines 
Kleinflugzeuges  (Bombardierung  eines  Militärflughafens  in  der  Nähe 
von  Colombo)  eine  neue  Dimension  in  den  Konflikt.  Weitere 
Luftangriffe erfolgten gegen Stellungen der Sicherheitskräfte in Jaffna 
und gegen Öl- und Gaslager im Grossraum Colombo. Am 11. Juli 2007 
vermeldeten die Regierungstruppen die Eroberung der im Osten des 
Landes  gelegenen  Festung  Thoppigala,  welche  als  eine  der 
wichtigsten Festungen und Rückzugsort der Tiger im Osten gilt. Dieser 
Sieg  und  die  damit  einhergehende  Vertreibung  der  tamilischen 
Rebellen aus dem Osten des Landes ermöglichte der Regierung, die 
gesamte  Ostprovinz  -  nach  über  14  Jahren  -  wieder  unter  ihre 
Kontrolle  zu  bringen.  Im  Nachgang  der  Eroberung  der  Thoppigala 
Festung  kündigten  sie  landesweite  Angriffe  auf  militärische  und 
wirtschaftliche  Ziele  an.  Nach  dem  Zurückdrängen  der  Rebellen  im 
Osten konzentriert  sich der Bürgerkrieg auf die Nordprovinz. Angriffe 
auf die Stellungen des jeweiligen Gegners gehören zur Tagesordnung. 
Seit  dem Wiederaufflammen des Bürgerkriegs zu Beginn des Jahres 
2006 sind in Sri  Lanka so viele Menschen eines gewaltsamen Todes 
gestorben wie während der blutigsten Zeit  des Bürgerkrieges in den 
1980er-  und  1990er-Jahren.  Hunderttausende  sind  zur  Flucht 
getrieben worden.

Diese  Entwicklung  hat  viele  Tamilen  und  Muslime  nach  Colombo 
getrieben. In der Stadt -  nicht aber im Distrikt  Colombo - sind heute 
mehr  Tamilen  als  Singhalesen  ansässig.  Eine  starke  Präsenz  von 
Armee  und  Polizei  im  Zentrum  von  Colombo  ist  angesichts  der 
zahlreichen  Checkpoints  augenfällig.  Auf  der  Grundlage  der 
Notstandsgesetzgebung,  der  verschärften  Sicherheitsbestimmungen 
und  der  Anti-Terrorismus-Massnahmen  haben  die  Sicherheitskräfte 
umfassende  Befugnisse.  So  ist  es  ihnen  beispielsweise  erlaubt, 
verhaftete Personen bis zu einem Jahr ohne Anklage in Haft zu halten. 
Dabei  sind  Tamilen generell  einem erhöhten Risiko von willkürlichen 
und missbräuchlichen Polizeimassnahmen ausgesetzt.  Dieses Risiko 
erhöht  sich  zusätzlich  für  Tamilen,  welche  keinen  in  Colombo 
ausgestellten  Geburtsausweis  vorweisen  können  oder  der 

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singhalesischen  Sprache  nicht  mächtig  sind.  Stammen  sie  zudem 
zusätzlich  aus  Gebieten,  welche  von  der  LTTE  kontrolliert  werden, 
werden  sie  behördlicherseits  als  potenzielle  LTTE-Mitglieder  oder 
-anhänger verdächtigt und deshalb mit höherer Wahrscheinlichkeit von 
Festnahmen, Haft, Entführungen oder gar Tötungen bedroht.

4.3.2 Der Beschwerdeführer ist tamilischer Herkunft und stammt aus 
B._______ (Jaffna) im Norden Sri Lankas. Als glaubhaft einzustufen ist 
seine Aussage,  wonach seine Festnahme Mitte  Oktober  2000 durch 
die srilankische Polizei insbesondere wegen seiner in den Reihen der 
LTTE  agierenden  Schwester  O._______  erfolgt  sei.  Glaubhaft  ist 
ferner, dass der Beschwerdeführer eine Woche nach seiner Verhaftung 
auf  polizeiliche  Veranlassung  hin  wieder  freigelassen  worden  ist, 
nachdem  er  unter  massiver  Anwendung  von  Gewalt  zwei  ihm 
persönlich bekannte LTTE-Kämpfer identifiziert hat. Es muss demnach 
davon  ausgegangen  werden,  dass  den  srilankischen 
Sicherheitsbehörden  einerseits  seine  nahe  verwandtschaftliche 
Beziehung zu seiner bei der LTTE agierenden Schwester, andererseits 
ziemlich  sicher  auch  seine  im  Oktober  2000  erfolgte  einwöchige 
Inhaftierung bekannt ist. Bei dieser Sachlage erachtet das Gericht das 
persönliche  Risiko  des  Beschwerdeführers,  nach  langjähriger 
Landesabwesenheit  bei  der  Einreise  an  einem  der  zahlreichen 
Kontrollpunkte  der  Polizei  oder  der  Armee  festgenommen  und 
aufgrund  seiner  Vorgeschichte  in  Haft  genommen  zu  werden,  als 
objektiv  erheblich,  zumal  seine  Freilassung  im  Oktober  2000 
augenscheinlich nicht deswegen erfolgte, weil man ihn nicht mehr als 
LTTE-Sympathisanten  verdächtigte,  sondern  weil  er  durch  die 
Identifizierung zweier Guerillas der LTTE mit den Sicherheitsbehörden 
"kollaboriert" hatte. In diesem Zusammenhang ist weiter zu vermerken, 
dass im Falle einer körperlichen Untersuchung des Beschwerdeführers 
auch  seine  zahlreichen  Narben  am  Oberkörper  entdeckt  würden, 
welche  die  staatlichen  Sicherheitsbehörden  in  ihrem  Verdacht,  es 
könne sich bei ihm um einen Aktivisten der LTTE handeln, bestärken 
dürften.  Eine  entsprechende  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor 
Verfolgung  erscheint  insbesondere  aufgrund  seiner  bisherigen 
Erfahrungen auch als subjektiv begründet.

4.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorbringen des Be-
schwerdeführers den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flücht-
lingseigenschaft  genügen; ferner bestehen aufgrund der Akten keine 
Hinweise auf das Vorliegen allfälliger Asylausschlussgründe im Sinne 

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von Art. 53 AsylG. Die Verfügung der Vorinstanz ist  aufzuheben und 
dem Beschwerdeführer ist Asyl zu gewähren. Demzufolge erübrigt es 
sich, auf weitere Beschwerdevorbringen einzugehen.

5.

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).

5.2 Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine 
Parteientschädigung für  die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten 
(Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]).  Seitens  der  Rechtsvertretung  wurde  keine  Kostennote 
eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann indes verzichtet 
werden,  da  im  vorliegenden  Verfahren  der  Aufwand  für  den 
Beschwerdeführer zuverlässig abgeschätzt werden kann und die von 
der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung von Amtes wegen 
und in Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren auf 
Fr. 800.-- (inkl. allfällige Spesen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die  angefochtene  Verfügung  vom  2.  Juli  2003  wird  betreffend  die 
Ziffern 1-3 des Dispositivs aufgehoben. 

3.
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu erteilen.

4.
Es werden keine Kosten erhoben.

5.
Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  der 
Beschwerdeinstanz  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von 
Fr. 800.-- zu entrichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Beila-
gen: sechs Fotos)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: 

Seite 20