# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7eb3ff9c-4d69-5e96-a495-73cee30ad764
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.11.2009 B-891/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-891-2009_2009-11-05.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-891/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Hans Urech (Vorsitz), 
Richter Francesco Brentani, Richter Marc Steiner, 
Gerichtsschreiber Urs Küpfer.

X._______ AG,
vertreten durch Fürsprecher A._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Gesundheit BAG,
Vergabestelle,

Y._______ GmbH,
Beschwerdegegnerin / Zuschlagsempfängerin.

öffentliches Beschaffungswesen - Kurierdienst BAG.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-891/2009

Sachverhalt:

A.
Das  Bundesamt  für  Gesundheit  (BAG,  Vergabestelle)  schrieb  am 
12. November 2008 unter dem Projekttitel "Kurierdienst BAG" im offe-
nen  Verfahren  Dienstleistungen  der  Kategorie  "Landverkehr  ein-
schliesslich  Geldtransport  und  Kurierdienste  ohne  Postverkehr"  im 
Raum  Bern  aus  (Schweizerisches  Handelsamtsblatt,  SHAB, 
Nr. 220/2008).  Bis  anhin  wurden  diese  zum  einen  Teil  durch  die 
X._______  AG  (Beschwerdeführerin),  zum  anderen  durch  die 
Y._______  GmbH  (Beschwerdegegnerin,  Zuschlagsempfängerin)  er-
bracht.

B.
Mit Datum vom 19. Dezember 2008 unterbreitete die Beschwerdefüh-
rerin  der  Vergabestelle  ein  Angebot  zu  einem  Pauschalpreis  von 
Fr. [...]. Drei weitere Anbieterinnen reichten ebenfalls Offerten ein.

C.
Am 2. Februar 2009 erteilte die Vergabestelle den Zuschlag an die Be-
schwerdegegnerin. Sie veröffentlichte diesen Entscheid im SHAB vom 
3. Februar  2009 (Nr. 22/2009)  und gab dabei  eine  Preisspanne von 
Fr. 276'094.-  bis  777'544.-  an. Zur  Begründung hielt  sie  fest: "Unser 
Zuschlag basiert auf Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das öf-
fentliche  Beschaffungswesen  (BoeB),  wonach auf  der  Basis  der  be-
kanntgegebenen Zuschlagskriterien  das  wirtschaftlich  günstigste  An-
gebot ausgewählt wird."

D.
Mit  Eingabe vom 9. Februar  2009 focht  die Beschwerdeführerin  den 
Zuschlag beim Bundesverwaltungsgericht  an. Sie beantragte sinnge-
mäss, die entsprechende Verfügung sei aufzuheben, und der Zuschlag 
sei ihr zu erteilen. Dabei berief sie sich auf die "finanzielle Wirtschaft-
lichkeit" und begründete ihre Beschwerde im Wesentlichen wie folgt:

Der von ihr offerierte Jahrespreis von Fr. [...] liege unter der im SHAB 
gestützt auf die vier eingegangenen Angebote publizierten Preisspan-
ne von Fr. 276'094.- bis 777'544.- für die Auftragsdauer von 48 Mona-
ten. Nach der Veröffentlichung des Zuschlags habe die Vergabestelle 
bei der mündlichen Erläuterung der Absagegründe vom 4. und 5. Feb-
ruar 2009 auf den fehlenden Nachweis der ISO-Zertifizierung verwie-

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sen. Gemäss der öffentlichen Ausschreibung vom 12. November 2008 
sei  der  Nachweis  eines  Quality  Management  Systems  (unter  Punkt 
3.8) aber nicht verlangt worden, weshalb er bei der Bewertung und im 
Quervergleich mit den Mitbewerbern auch nicht berücksichtigt werden 
könne.

In der über elfjährigen Auftragsausübung durch die Beschwerdeführe-
rin seien seitens des BAG keine signifikanten Beanstandungen bezüg-
lich  Termintreue,  Flexibilität  und  Ausführung  gemacht  worden.  Des 
Weiteren werde die Kundenzufriedenheit gegenüber den Kurieren und 
ihrer Arbeitsleistung durch die Übernahme eines langjährigen Mitarbei-
ters der Beschwerdeführerin bestätigt. Die mündlich mitgeteilte Bean-
standung, beim Ausfall der Hauptkurierin sei kein Ersatz geleistet wor-
den,  entspreche nicht  den Tatsachen. Der  damalige  Kurierersatz  sei 
durch einen langjährigen Mitarbeiter gewährleistet worden, der vorgän-
gig bereits eineinhalb Jahre beim BAG im Einsatz gewesen sei und so-
mit das notwendige auftragsbezogene Wissen mit seiner fundierten Er-
fahrung abzudecken vermöge.

Als Nachweis eines Qualitätsmanagementsystems übersandte die Be-
schwerdeführerin  dem  Bundesverwaltungsgericht  zusammen  mit  der 
Beschwerdeschrift einen Bestätigungsbrief der Z._______ AG vom 9. 
Februar 2009, wonach sich die Beschwerdeführerin "im Aufbau eines 
Quality Management System ISO 9001-2000" befindet und die hierfür 
notwendigen Dokumentationen in ihrem Unternehmen zum Teil schon 
umgesetzt hat.

E.
Am 20. Februar 2009 ersuchte die Beschwerdeführerin das Bundes-
verwaltungsgericht  schriftlich  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wir-
kung.  Gleichzeitig  bezeichnete  sie  gewisse  Angaben  in  ihren  Be-
schwerdebeilagen als Geschäftsgeheimnisse.

F.
Durch Zwischenverfügung vom 20. Februar 2009 ordnete das Bundes-
verwaltungsgericht  an,  dass  alle  Vollzugsvorkehrungen,  welche  den 
Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  präjudizieren  könnten,  nament-
lich der Vertragsabschluss mit der Zuschlagsempfängerin, bis zu sei-
nem  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Erteilung  der  aufschiebenden 
Wirkung zu unterbleiben hätten.

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G.
Mit  Verfügung  vom  25.  Februar  2009  ersuchte  das  Bundesverwal-
tungsgericht  die Vergabestelle,  bis 11. März 2009 zum prozessualen 
Antrag der Beschwerdeführerin, es sei der Beschwerde die aufschie-
bende Wirkung zu erteilen, Stellung zu nehmen und die vollständigen 
Akten einzureichen. Im Weiteren räumte es der Zuschlagsempfängerin 
die Möglichkeit ein, sich bis 11. März 2009 ebenfalls zu diesem Antrag 
zu  äussern.  Dabei  hielt  es  fest,  die  Zuschlagsempfängerin  werde  – 
insbesondere in Bezug auf das mit der Parteistellung verbundene Kos-
tenrisiko – als eigentliche Gegenpartei behandelt, sofern sie in diesem 
Verfahren formelle Anträge stelle.

Mit Eingabe vom 11. März 2009 beantragte die Vergabestelle, das Ge-
such um Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei  abzuweisen. Die 
Zuschlagsempfängerin  nahm innerhalb  der  ihr  gesetzten  Frist  keine 
Stellung zum Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung.

Mit  Zwischenentscheid vom 23. März 2009 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht  das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um  Erteilung  der 
aufschiebenden  Wirkung  gut.  Gegen  diesen  Entscheid  wurde  kein 
Rechtsmittel ergriffen.

H.
Mit Schreiben vom 25. März 2009 beantragte die Zuschlagsempfänge-
rin  sinngemäss Parteistellung und ersuchte das Bundesverwaltungs-
gericht  um  Akteneinsicht  sowie  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  im 
Hauptverfahren.

Durch Verfügung vom 27. März 2009 liess das Bundesverwaltungsge-
richt die Zuschlagsempfängerin formell als Gegenpartei zum Verfahren 
zu. Gleichzeitig sandte es ihr die noch nicht übermittelten entscheidre-
levanten Unterlagen und gab ihr Gelegenheit, bis 20. April 2009 eine 
Beschwerdeantwort einzureichen.

I.
Die Vergabestelle beantragte in ihrer  Vernehmlassung vom 27. März 
2009, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zulasten der Beschwerde-
führerin abzuweisen. Sie begründete dies folgendermassen:

Die  Beschwerdeführerin  beschränke  ihre  Rügen  auf  die  Kriterien 
"Preis" und "Qualität" und anerkenne demnach implizite die Evaluation 
und Gewichtung der  übrigen Vergabekriterien. Beim obligatorisch zu 

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erfüllenden  Kriterium  "Kosten"  habe  die  Beschwerdeführerin  sowohl 
beim Preis-/Leistungsverhältnis als auch beim Kosten-/Nutzenverhält-
nis  die  maximale  Bewertung  5  (gewichtet  insgesamt  30)  erhalten. 
Demgegenüber habe die Zuschlagsempfängerin mit  24 Punkten den 
zweiten Platz erreicht ("Preis-/Leistungsverhältnis" sowie "Kosten-/Nut-
zenverhältnis" je 4, gewichtet je 12 Punkte). Das wirtschaftlich güns-
tigste Angebot sei aber nicht gleichbedeutend mit dem billigsten.

In der Ausschreibung vom 12. November 2008 sei das Zuschlagskrite-
rium "Qualität" an zweiter Stelle genannt worden. Allein aufgrund der 
Reihenfolge der Kriterien habe für die Beschwerdeführerin ersichtlich 
sein müssen, dass der Qualität eine grosse Bedeutung zukomme. Die 
Beschwerdeführerin habe jedoch weder eine anerkannte Zertifizierung 
noch einen anderen objektiven Qualitätsnachweis vorgelegt,  sondern 
einzig  und  allein  auf  ihre  bisherige  Leistungserbringung  verwiesen. 
Aufgrund verschiedener Vorkommnisse (Regelung der Stellvertretung, 
Nichtweiterleitung  eingeschriebener  Briefe,  mangelnde  Rechnungs-
stellung usw.) habe das BAG signifikante Beanstandungen gegenüber 
der Beschwerdeführerin angebracht. Im Übrigen arbeite auch die Zu-
schlagsempfängerin seit  längerer  Zeit  für  die Vergabestelle und dies 
zu deren voller Zufriedenheit. Die Vergabestelle habe aber nicht allein 
auf  die  bisherige  Leistungserbringung  abstellen  können,  denn  dies 
hätte eine Ungleichbehandlung derjenigen Anbieter zur Folge gehabt, 
die bisher nicht mit der Vergabestelle zusammengearbeitet hätten.

Ein Vergleich und eine Bewertung der verschiedenen Angebote sei nur 
möglich,  wenn  überhaupt  Unterlagen  zur  Qualitätssicherung  einge-
reicht würden. Die Vergabestelle könnte gegenüber den Mitbewerbern 
kaum objektiv begründen, warum ein Angebot, welches eine ISO-Zerti-
fizierung  oder  einen  anderen  objektiven  Qualitätsnachweis  enthalte, 
gleich oder sogar schlechter bewertet werde als ein Angebot ohne sol-
chen Nachweis.

Das Angebot der Beschwerdeführerin  habe beim Kriterium "Qualität" 
immerhin 3 von 5 Punkten erreicht. Wie das Kriterium "Preis", so sei 
jedoch auch das Kriterium "Qualität" für den Zuschlagsentscheid nicht 
allein massgebend. Das Angebot der Beschwerdeführerin habe in drei 
anderen Kategorien eine klar tiefere Bewertung als dasjenige der Zu-
schlagsempfängerin  erhalten  (2.  Durchführende  (Person,  Team);  3. 
Projekt, Auftrag; 4. Offerte). Selbst wenn die Beschwerdeführerin eine 
vollständige Offerte einschliesslich eines objektiven Qualitätsnachwei-

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ses eingereicht und aufgrund dessen eine höhere oder sogar die maxi-
male Punktezahl (5) erhalten hätte, wäre die Punktzahl in der Katego-
rie 1 (offerierende Firma/Institution) lediglich auf 87 (gegenüber 90 der 
Zuschlagsempfängerin) und die totale Punktzahl auf 278 (gegenüber 
280 der Zuschlagsempfängerin) gestiegen.

J.
Durch Eingabe vom 20. April  2009 beantragte die Zuschlagsempfän-
gerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Ihren Antrag begründete sie im 
Wesentlichen wie folgt:

Bei  neuartigen,  nicht  vom alten  Vertrag  mit  der  Beschwerdeführerin 
abgedeckten Dienstleistungen sei  die Vergabestelle  offen für  andere 
Anbieter  gewesen. Daraus könne geschlossen werden,  dass  sie  mit 
der laufenden Dienstleistung der Beschwerdeführerin unzufrieden ge-
wesen sei. Demgegenüber habe sich die Vergabestelle seit  gut zwei 
Jahren von der Qualität der Dienstleistung der Zuschlagsempfängerin 
überzeugen können.

Sie, die Zuschlagsempfängerin, verfüge über ein solides Qualitätsma-
nagementsystem, das seit 2005 jährlich von einer Zertifizierungsstelle 
überprüft werde. Im Jahr 2008 sei sie rezertifiziert worden, womit eine 
tiefgehende Prüfung des Systems und seiner  Umsetzung verbunden 
gewesen sei.

K.
Mit Schreiben vom 1. Mai 2009 meldete sich Fürsprecher A._______ 
beim Bundesverwaltungsgericht als Rechtsvertreter  der Beschwerde-
führerin im vorliegenden Verfahren und ersuchte um Zustellung der ge-
samten Akten.

Durch Verfügung vom 13. Mai 2009 liess ihm das Bundesverwaltungs-
gericht die von der Vergabestelle nicht als interne vertrauliche Akten 
bezeichneten Beilagen zu deren Eingabe vom 11. März 2009 an das 
Bundesverwaltungsgericht (Beilagen 1-5) zukommen.

Daraufhin  ersuchte  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Schreiben vom 18. Mai  2009 um Her-
ausgabe der Beilagen 6-14, eventualiter der Beilagen 6, 8, 9 und 14 zu 
den Vernehmlassungen der Vergabestelle an das Bundesverwaltungs-
gericht vom 11. März 2009 (Beilagen 6-11) bzw. 27. März 2009 (Beila-
gen 12-14).

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Mit Eingabe vom 25. Mai 2009 beantragte die Zuschlagsempfängerin 
beim  Bundesverwaltungsgericht  die  Herausgabe  derjenigen  Akten, 
welche auch die Beschwerdeführerin erhalten würde.

Die  Vergabestelle  sprach sich  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 28. Mai 
2009  zum Akteneinsichtsgesuch  der  Beschwerdeführerin  für  dessen 
teilweise Gutheissung durch Herausgabe der Beilagen 6, 8, 9 und 11 
aus.

Mit  Zwischenverfügung  vom  16.  Juni  2009  wies  das  Bundesverwal-
tungsgericht die Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin und 
der Zuschlagsempfängerin ab. Diese Zwischenverfügung wurde nicht 
angefochten.

L.
In ihrer Replik vom 30. Juni 2009 formulierte die Beschwerdeführerin 
folgende Rechtsbegehren:

"1. Die  Verfügung  der  Vergabestelle  vom  2.  Februar  2009  respektive  der  erfolgte 

Zuschlag an die Beschwerdegegnerin sei aufzuheben und der Zuschlag für den in 

Frage stehenden Kurierdienst sei an die Beschwerdeführerin zu erteilen;

2. Eventualiter: Die Verfügung der Vergabestelle vom 2. Februar 2009 respektive der 

erfolgte Zuschlag an die Beschwerdegegnerin sei aufzuheben und es sei für den in 

Frage stehenden Kurierauftrag eine neue Ausschreibung durchzuführen;

unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

Zur Begründung führt  sie aus, ihr Angebotspreis liege deutlich unter 
demjenigen  der  Zuschlagsempfängerin.  Entsprechend  habe  die  Be-
schwerdeführerin  bei  den  Muss-Kriterien  "Preis-/Leistungsverhältnis" 
sowie "Kosten-/Nutzenverhältnis" – nota bene als einzige Anbieterin – 
je die Maximalpunktzahl 5 erhalten. Auch bei vielen anderen Kriterien, 
insbesondere bei den Muss-Kriterien "Einschätzung Zusammenarbeit 
mit  Firma/Institution"  sowie  "Interesse  der  Firma/Institution  für  das 
Projekt", habe sie je die Maximalpunktzahl erreicht.

Die (geringfügigen) Punktedifferenzen bei anderen Kriterien beruhten 
einerseits  auf  unzulässigen  Bewertungsgrundlagen  (nicht  verlangtes 
ISO-Zertifikat,  bestrittene  Beanstandungen)  und  seien  andererseits 
nicht nachvollziehbar. Überdies beträfen die (geringfügigen) Punktedif-

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ferenzen (Wunsch-) Kriterien, die insbesondere im Vergleich zum Kri-
terium "Preis" geringere Bedeutung genössen.

Auffallend sei zudem, dass die Zuschlagsempfängerin trotz des erheb-
lichen Mehrpreises von knapp 20% bei den Kriterien "Preis-/Leistungs-
verhältnis"  sowie  "Kosten-/Nutzenverhältnis"  jeweils  die  zweithöchste 
Punktzahl 4 erhalten habe. Es stelle sich hier – aber auch bei den übri-
gen Kriterien – grundsätzlich die Frage, ob die von der Zuschlagsemp-
fängerin erreichte Punktzahl gerechtfertigt sei. Entgegen den Ausfüh-
rungen der Vergabestelle in deren Stellungnahme vom 27. März 2009 
beschränke die Beschwerdeführerin ihre Rügen nicht nur auf die Krite-
rien "Preis" und "Qualität".

Für  die  Beschwerdeführerin  nicht  nachvollziehbar  sei  der  Umstand, 
dass  sie  für  die  Bewertungskriterien  "Projekt,  Auftrag"  und  "Offerte" 
nur 48 bzw. 42 Punkte erreicht habe, wogegen die drei Mitkonkurren-
ten bei den gleichen Kriterien allesamt 50 bzw. 45 Punkte erreicht hät-
ten.  Sodann  bekunde  sie  Mühe  damit,  dass  der  Faktor  (3)  für  die 
Musskriterien  der  gleiche  sei  wie  derjenige  für  die  Wunschkriterien. 
Diese sollten im Verhältnis zu jenen (Musskriterien) weniger stark ge-
wichtet werden.

M.
Die Vergabestelle verwies in ihrer Duplik vom 11. August 2009 auf ihre 
Vernehmlassung vom 27. März 2009 und hielt  ergänzend mit  Bezug 
auf die Replik unter anderem Folgendes fest:

Das Versäumnis  der  Beschwerdeführerin,  eine  anerkannte  Zertifizie-
rung einzureichen, könne nicht mit dem Vorbringen wettgemacht wer-
den,  die  von  den  übrigen  Anbietern  und  insbesondere  von  der  Zu-
schlagsempfängerin eingereichten Zertifizierungen seien nicht zu be-
rücksichtigen. Die  Bemühungen der  Anbieter,  ihre  Offerten  mit  nicht 
ausdrücklich  verlangten  Nachweisen  zu  verbessern,  sollten  bei  der 
Vergabe berücksichtigt werden.

Die Preisdifferenz zwischen dem Angebot der Zuschlagsempfängerin 
und  demjenigen  der  Beschwerdeführerin  betrage  lediglich  15,5%. 
Demgegenüber liege der Offertpreis des Anbieters 1 rund 30%, derje-
nige  des  Anbieters  2  rund  65%  über  dem  Angebotspreis  der  Be-
schwerdeführerin. Die Preisdifferenz zwischen dem Angebot der  Be-
schwerdeführerin  und demjenigen der Zuschlagsempfängerin sei  da-
her  im  Gesamtkontext  als  gering  zu  betrachten.  Entsprechend  den 

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Preisdifferenzen habe die Beschwerdeführerin beim Kriterium "Preis" 
auch die maximale Anzahl Punkte, nämlich deren 30, erhalten.

Die Wunschkriterien seien nicht weniger wichtige Kriterien, die weniger 
stark gewichtet werden sollten. Zudem gälten die Gewichtungsfaktoren 
immer für die Hauptkategorien (offerierende Firma, Institution; Durch-
führende  etc.),  die  jeweils  in  zwei  Unterkategorien  mit  obligatorisch 
auszufüllenden Kriterien und Wunschkriterien unterteilt seien. Es wäre 
nicht  nur höchst  intransparent,  sondern auch rechtlich kaum haltbar, 
für  diese  Unterkategorien  wiederum  unterschiedliche  und  von  der 
Hauptkategorie  abweichende  Gewichtungsfaktoren  zu  verwenden. 
Letztlich  sei  die  Unterscheidung  zwischen  "Musskriterien"  und 
"Wunschkriterien" für die Evaluation der Offerten irrelevant, da alle An-
bieter nach denselben Kriterien beurteilt worden seien.

Welche Qualitätsstufe einer bestimmten Leistung noch die Höchstnote 
verdiene  und  mit  welchen  Abstufungen  mindere  Qualitäten  jeweils 
schlechtere Noten erhielten, betreffe zwar die Gleichbehandlung, ge-
höre aber zu den von den Vergabejustizbehörden nicht überprüfbaren 
Ermessensfragen  –  ebenso  wie  die  Frage,  welche  Referenzen  als 
gleichwertig zu betrachten seien.

Das Resultat des Vergabeverfahrens sei sehr knapp zu Ungunsten der 
Beschwerdeführerin  ausgefallen.  Allein  aufgrund  eines  knappen  Zu-
schlagsresultats könne man aber nicht auf ein fehlerhaftes Verhalten 
schliessen, wie dies die Beschwerdeführerin offensichtlich tue.

N.
Mit  Duplik  vom 13. August  2009 hielt  die  Zuschlagsempfängerin  am 
Antrag auf Abweisung der Beschwerde gemäss ihrer Stellungnahme in 
der Hauptsache vom 20. April 2009 fest. Ergänzend brachte sie unter 
Bezugnahme auf die Replik insbesondere Folgendes vor:

Die  Beschwerdeführerin  bestreite,  im  Einsatz  für  die  Vergabestelle 
Qualitätsprobleme gehabt zu haben. Sie weise dabei insbesondere da-
rauf  hin,  dass  das  BAG offenbar  mit  dem eingesetzten langjährigen 
Mitarbeiter zufrieden gewesen sei. Blicke man jedoch auf den Bewer-
tungsbogen, so stelle man fest, dass die Beschwerdeführerin bei der 
Organisation und nicht  etwa beim Personal schlechter abgeschnitten 
habe als die Zuschlagsempfängerin. Das stimme damit überein, dass 
die Beanstandungen der Vergabestelle offenbar im Bereich der Rege-
lung der Stellvertretung ergangen seien.

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Die Beschwerdeführerin  räume dem Preiskriterium ein überragendes 
Gewicht ein. Sie berufe sich dazu auf die Tatsache, dass der Preis un-
ter Ziff. 3.9 der Ausschreibung als erstes für den Zuschlag massgeben-
des Kriterium genannt worden sei. Ebenso zu berücksichtigen sei al-
lerdings,  dass  das BAG das Qualitätskriterium an zweiter  Stelle  ge-
nannt und ihm ein gleich grosses Gewicht wie dem Preiskriterium ein-
geräumt habe.

O.
Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und auf eine Beschwerde 
einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen 
und mit freier Kognition (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen).

1.1 Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vor-
schriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) massgebend, soweit das Bun-
desgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen vom 16. Dezember 
1994 (BoeB, SR 172.056.1) und das Bundesgesetz über das Bundes-
verwaltungsgericht  vom  17.  Juni  2005  (Verwaltungsgerichtsgesetz, 
VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BoeB und 
Art. 37 VGG).

1.2 Die Vergabestelle ist als Bundesamt Teil der allgemeinen Bundes-
verwaltung und untersteht daher dem BoeB (Art. 2 Abs. 1 lit. a BoeB). 
Gegenstand der Ausschreibung "Kurierdienst BAG" ist ein Dienstleis-
tungsauftrag (Landverkehr) im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. b BoeB. Der 
gemäss  Art.  1  lit.  b  der  Verordnung  des  Eidgenössischen  Volkswirt-
schaftsdepartementes (EVD) vom 27. November 2008 über die Anpas-
sung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für das 
Jahr 2009 (SR 172.056.12)  i.V.m. Art. 6  Abs. 2 BoeB für  Dienstleis-
tungsaufträge massgebliche Schwellenwert  von Fr. 248'950.-  wird im 
vorliegenden  Fall  überschritten  (Preisspanne  laut  Ziff.  3.2  der  Zu-
schlagspublikation: Fr. 276'094.- bis 777'544.-;  vgl. auch Art. 15 lit. a 
der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 11. De-

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zember  1995,  VoeB, SR 172.056.11,  sowie Ziff. 2.10 der  Ausschrei-
bungspublikation). Demnach sind die Regeln des BoeB auf die hier zu 
beurteilende Submission anzuwenden.

1.3 Gegen Verfügungen der Auftraggeberin in Vergabeverfahren steht 
die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen  (Art.  27 
Abs. 1 BoeB).

1.3.1 Die  Zuschlagsempfängerin  argumentiert  in  ihrer  Duplik  vom 
13. August 2009,  die  "Festlegung  der  Bewertungskriterien  und  ihrer 
Gewichtung  in  der  Ausschreibung"  sei  verbindlich.  Soweit  die  Be-
schwerdeführerin die Bewertungsregeln selbst kritisiere, sei ihr Vorge-
hen eindeutig zu spät. Es sei ihr freigestanden, innerhalb von 20 Ta-
gen  nach  Publikation  im  SHAB  Beschwerde  gegen  die  Ausschrei-
bungsregeln zu führen und in der Ausschreibungsphase näheren Auf-
schluss über die genaue Gewichtung der Kriterien sowie über das von 
der Behörde angewendete Punktesystem zu verlangen.

1.3.2 Als durch Beschwerde selbständig anfechtbare Verfügungen gel-
ten nach Art. 29 BoeB insbesondere die Ausschreibung des Auftrags 
(lit. b) und der Zuschlag (lit. a). Einwände, welche die Ausschreibung 
betreffen, können im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen ei-
nen späteren Verfügungsgegenstand grundsätzlich nicht mehr vorge-
bracht werden (Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für 
das  öffentliche  Beschaffungswesen,  BRK,  vom 16.  November  2001, 
BRK 2001-011, publiziert  in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden, 
VPB 66.38, E. 2c/aa mit Hinweisen). Mängel in den Ausschreibungsun-
terlagen sind dagegen nicht selbständig, sondern mit dem nächstfol-
genden Verfahrensschritt, der in eine Verfügung gemäss Art. 29 BoeB 
mündet, in der Regel also mit dem Zuschlag, anzufechten (Entscheid 
der BRK vom 16. November 2001,  BRK 2001-011, publiziert  in VPB 
66.38, E. 3c/cc).

1.3.3 Wie es sich im vorliegenden Fall mit Einwänden gegen die Aus-
schreibung verhält,  kann insoweit offengelassen werden, als sich die 
Beschwerde (auch) gegen den Zuschlag richtet. Soweit sich die Rügen 
der Beschwerdeführerin allerdings nur auf die Ausschreibung beziehen 
sollten, wäre zu prüfen, ob sie verspätet vorgebracht wurden. Letzteres 
würde sich jedoch nur dann aufdrängen, wenn die Beschwerde nicht 
bereits aufgrund der Rügen gegen den Zuschlag gutzuheissen wäre.

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1.4 Als bisherige Auftragnehmerin, welche an der Neuausschreibung 
teilgenommen hat,  ist die Beschwerdeführerin gemäss Art. 48 Abs. 1 
VwVG zur Beschwerde berechtigt. Frist und Form sind gewahrt (Art. 50 
Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kostenvorschuss wurde fristge-
recht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG).

Auf die Beschwerde ist demzufolge einzutreten.

2.
Die Vergabestelle bringt  in ihrer Vernehmlassung vom 27. März 2009 
sowie in der Duplik vom 11. August 2009 vor, die Beschwerdeführerin 
habe nur gegen die Evaluation der Kriterien "Preis"  sowie "Qualität" 
Beschwerde  erhoben  und  anerkenne  demnach  die  Evaluation  bzw. 
Gewichtung der übrigen Vergabekriterien (regionale Verankerung, Ter-
mintreue,  Flexibilität,  Ausführung,  Verwaltungserfahrung)  implizite. 
Dies bestreitet die Beschwerdeführerin in der von ihrem Rechtsvertre-
ter abgefassten Replik vom 30. Juni 2009.

Laut  Beschwerdeschrift  vom 9. Februar 2009 sollte  der Zuschlag "in 
Anbetracht der finanziellen Wirtschaftlichkeit" an die Beschwerdefüh-
rerin gehen. Bei der Ausschreibung für den Kurierdienst BAG sei die 
Erteilung  des  Zuschlags  auf  einer  für  die  Beschwerdeführerin  nicht 
nachvollziehbaren  Ebene  verlaufen.  Sinngemäss  rügt  die  (seinerzeit 
noch nicht anwaltlich vertretene) Beschwerdeführerin damit die Verlet-
zung von Bundesrecht (vgl. Art. 49 lit. a VwVG i.V.m. Art. 31 BoeB), 
nämlich Verstösse gegen die gesetzliche Regelung der Zuschlagskrite-
rien bzw. der Zuschlagserteilung (Art. 21 BoeB) und gegen das Trans-
parenzprinzip (Art. 1 Abs. 1 lit. a BoeB), auch wenn sich ihre Begrün-
dung über weite Strecken mit den Vergabekriterien "Preis" und "Quali-
tät" auseinandersetzt.

Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht sagen, die Beschwerdeführerin 
habe sich (jedenfalls in der Beschwerdeschrift  vom 9. Februar 2009) 
auf  Rügen gegen die  Evaluation  der  Kriterien  "Preis"  und "Qualität" 
beschränkt, zumal sich etwa eine Veränderung im (relativen) Gewicht 
eines  Kriteriums  auch  auf  dasjenige  der  anderen  auswirkt  und  das 
wirtschaftlich  günstigste  Angebot  unter  Berücksichtigung  aller  Zu-
schlagskriterien zu ermitteln ist (Art. 21 Abs. 1 BoeB). Abgesehen da-
von bindet  die  Begründung  der  Begehren die  Beschwerdeinstanz  in 
keinem Fall (Art. 62 Abs. 4 VwVG; vgl. dazu auch den Entscheid der 
BRK vom 11. März 2005, BRK 2004-014, veröffentlicht in VPB 69.79, 
E. 1d mit Hinweisen sowie E. 3).

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3.
Nach Art. 1 Abs. 1 lit. a BoeB will der Bund mit diesem Gesetz das Ver-
fahren zur Vergabe von öffentlichen Liefer-, Dienstleistungs- und Bau-
aufträgen transparent  gestalten. Gemäss Art. 21 Abs. 1 BoeB erhält 
das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag. Es wird ermittelt, 
indem  verschiedene  Kriterien  berücksichtigt  werden,  insbesondere 
Termin,  Qualität,  Preis,  Wirtschaftlichkeit,  Betriebskosten,  Kunden-
dienst, Zweckmässigkeit der Leistung, Ästhetik, Umweltverträglichkeit 
und technischer Wert (Art. 21 Abs. 1 BoeB). Aus diesen Gesetzesbe-
stimmungen ergeben sich für die Festlegung und Bekanntmachung der 
Vergabekriterien  sowie  für  die  Evaluation  der  Offerten  insbesondere 
die nachfolgend dargestellten Grundsätze.

3.1 Die Zuschlagskriterien – einschliesslich aller sonstigen Gesichts-
punkte, die bei der Beurteilung der Angebote in Betracht gezogen wer-
den (Ziff. 6 Anhang 5 zur VoeB) – sind in der Ausschreibung bzw. in 
den  Ausschreibungsunterlagen  in  der  Reihenfolge  ihrer  Bedeutung 
aufzuführen (Art. 21 Abs. 2 BoeB; BGE 130 I 241 E. 5.1; Entscheid der 
BRK  vom  18.  Mai  2006,  BRK  2005-025,  E.  3a/aa).  Dies  beinhaltet 
auch die Bekanntgabe allfälliger Unterkriterien und der Beurteilungs-
matrix, soweit solche zusätzlichen Hilfsmittel im konkreten Fall zur An-
wendung  gelangen  (Entscheide  der  BRK  vom  18.  Mai  2006,  BRK 
2005-025, E. 3a/aa, sowie vom 30. Mai 2005, BRK 2005-002, E. 2b/bb 
mit  Hinweisen; Entscheid der BRK vom 5. Juli  2001, BRK 2001-003, 
veröffentlicht  in  VPB 65.94,  E. 2a  mit  Hinweisen).  Als  Beurteilungs- 
matrix wird in der Praxis das Gesamtsystem von Zuschlags- und Un-
terkriterien inklusive der für jedes Kriterium festgelegten Gewichtung 
bezeichnet (Entscheid der BRK vom 29. Januar 2003, BRK 2002-007, 
E. 3d mit Hinweis).

3.2 Wird ein Unterkriterium, das sich nicht deutlich aus den festgeleg-
ten Zuschlagskriterien ergibt, in die Bewertung einbezogen, so ist die 
Vergabebehörde verpflichtet, dieses ebenfalls vorab bekanntzugeben. 
Die Verwendung eines sehr offenen und unbestimmten Begriffs erfor-
dert zwangsläufig eine nähere Umschreibung durch Sub- oder Teilkri-
terien. Es ist unstatthaft, erst im Rahmen der Offertevaluation bei der 
Bewertung eines offenen Zuschlagskriteriums einzelne Teilaspekte he-
rauszuschälen und unterschiedlich zu gewichten (Entscheid der BRK 
vom 18. Mai 2006, BRK 2005-025, E. 3a/aa mit Hinweisen; Entscheid 
der  BRK  vom  11.  März  2005,  BRK  2004-014,  veröffentlicht  in  VPB 
69.79, E. 3 a/aa).

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3.3 Der Grundsatz der Transparenz verlangt weiter, dass die Vergabe-
behörde das (relative) Gewicht, das sie den einzelnen Kriterien beizu-
messen beabsichtigt, zum Voraus deutlich präzisiert und bekanntgibt. 
Könnte  sie  die  relative  Gewichtung der  einzelnen Zuschlagskriterien 
nämlich  erst  nachträglich,  in  Kenntnis  der  eingegangenen  Offerten, 
festsetzen, so bestünde die Gefahr der Manipulation bzw. der Begüns-
tigung eines bestimmten Anbieters (Entscheid der BRK vom 18. Mai 
2006,  BRK  2005-025,  E.  3a/aa,  unter  Hinweis  auf  BGE  125  II  86 
(E. 7c)  sowie  den  Entscheid  der  BRK  vom  15.  Juni  2004,  BRK 
2003-032, E. 3a).

3.4 Die Vergabebehörde ist  grundsätzlich  an die Ausschreibung und 
die  Ausschreibungsunterlagen  gebunden.  Diese  Bindung  ergibt  sich 
insbesondere aus dem Transparenzgebot und aus dem Gleichbehand-
lungsgrundsatz (Art. 1 Abs. 2 BoeB). So ist es der Vergabebehörde un-
tersagt,  die  den  Anbietenden  bekanntgegebenen  Vergabekriterien 
nachträglich  zu  ändern  (Entscheid der  BRK vom 6. Juni  2006,  BRK 
2005-024,  E. 3b). Wenn sie  bekanntgegebene Kriterien  ausser  Acht 
lässt,  ihre Bedeutungsfolge umstellt,  andere Gewichtungen vornimmt 
oder Kriterien heranzieht,  die  sie nicht  bekanntgegeben hat,  handelt 
sie  vergaberechtswidrig (Zwischenentscheid des Bundesverwaltungs-
gerichts B-3311/2009 vom 16. Juli  2009 E. 5.2,  mit  Hinweis auf  den 
Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-4621/2008 vom 
6. Oktober 2008 E. 4.1; Entscheid der BRK vom 18. Mai 2006, BRK 
2005-025,  E. 3a/aa,  unter  Hinweis  auf  den Entscheid  der  BRK vom 
3. September 1999, BRK 1999-006, veröffentlicht in VPB 64.30, E. 3c; 
Entscheid der BRK vom 5. Juli 2001, BRK 2001-003, veröffentlicht in 
VPB 65.94, E. 6a).

3.5 Entsprechend  dem  Grundsatz  der  Transparenz  muss  ferner  die 
Prüfung der  Offerten aufgrund der  Zuschlagskriterien (Art. 25 VoeB) 
durch die Vergabestelle dokumentiert werden und nachvollziehbar sein 
(Entscheid der BRK vom 15. Juni 2004, BRK 2003-032, E. 3b mit Hin-
weisen).

4.

4.1 Die  öffentliche  Ausschreibung  im  SHAB  nannte  folgende  Zu-
schlagskriterien (in der angegebenen Reihenfolge): Preis (Gewichtung 
3),  Qualität  (Gewichtung  3),  regionale  Verankerung  (Gewichtung  2), 
Termintreue  (Gewichtung  3),  Flexibilität  (Gewichtung  3),  Ausführung 
(Gewichtung 3) sowie Verwaltungserfahrung (Gewichtung 1).

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4.2 Gemäss Art. 16 Abs. 1 VoeB hat die Ausschreibung die im Anhang 
4  zu  dieser  Verordnung  aufgeführten  Mindestangaben  zu  enthalten. 
Die Zuschlagskriterien sind demnach in der Ausschreibung selbst auf-
zulisten,  sofern  keine  Ausschreibungsunterlagen  abgegeben  werden 
(Ziff. 14). Andernfalls müssen die Zuschlagskriterien einschliesslich al-
ler sonstigen Gesichtspunkte, welche bei der Beurteilung der Angebo-
te in Betracht gezogen werden, in den Ausschreibungsunterlagen auf-
geführt werden (Art. 18 Abs. 1 lit. a VoeB i.V.m. Ziff. 6 des Anhangs 5 
zur VoeB). Nach Art. 17 Abs. 1 VoeB erstellt  die Auftraggeberin Aus-
schreibungsunterlagen, soweit der Auftrag dies erfordert.

4.3 Ziff. 3.10  der  Ausschreibung vom 12. November  2008  nennt  die 
Bedingungen für den Erhalt der Ausschreibungsunterlagen. In den Ak-
ten finden sich keine Hinweise darauf, dass diese Unterlagen zusätzli-
che Vergabekriterien oder andere für den Zuschlag massgebliche Ge-
sichtspunkte  anführen würden. Überhaupt  wurde im Beschwerdever-
fahren nirgends auf  Ausschreibungsunterlagen verwiesen,  noch wur-
den solche dem Bundesverwaltungsgericht eingereicht.

4.4 Es ist deshalb davon auszugehen, dass alle vor dem Zuschlag be-
kanntgegebenen  Vergabekriterien  in  der  Ausschreibungspublikation 
vom 12. November 2008 enthalten waren.

5.

5.1 Für die Evaluation der Offerten benutzte die Vergabestelle ein of-
fensichtlich für eine Mehrzahl von Submissionsverfahren vorgefertigtes 
"Raster  zur  Beurteilung  von  Angeboten".  Statt auf  den  in  der  Aus-
schreibung vom 12. November 2008 bekanntgegebenen Zuschlagskri-
terien basiert dieses strukturell auf folgenden, (so) nicht vorgängig pu-
blizierten "Merkmalen", welche ihrerseits in "obligatorisch auszufüllen-
de  Kriterien  (MUSS)"  und  "Wunschkriterien  (KANN)"  zerfallen  (mit 
Ausnahme des "Merkmals" "Kosten", das nur  "obligatorisch auszufül-
lende Kriterien" aufweist): 1 "Offerierende Firma, Institution" (Gewich-
tung 3), 2 "Durchführende (Person, Team)" (Gewichtung 1), 3 "Projekt, 
Auftrag" (Gewichtung 2), 4 "Offerte" (Gewichtung 3), 5 "Termineinhal-
tung" (Gewichtung 3), 6 "Kosten" (Gewichtung 3).

5.2 Eines der in Ausschreibung publizierten Zuschlagskriterien ("Re-
gionale Verankerung") wurde gar nicht evaluiert, während sich die übri-
gen, verstreut  und  mit  zusätzlichen  Kriterien  vermischt, im  Beurtei-
lungsraster verlieren. Sie finden sich dort teils als Hauptkriterien bzw. 

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"Merkmale", teils lediglich als Subkriterien wieder. Das ausgeschriebe-
ne Zuschlagskriterium "Qualität"  beispielsweise erscheint  im Beurtei-
lungsraster  als  Subkriterium  111  "Qualitätssicherung  (ISO-Norm  er-
füllt?)"  unter  dem "Merkmal"  1  "Offerierende  Firma,  Institution",  das 
(gleich  gewichtete)  Kriterium  "Preis"  demgegenüber  als  eigenes 
"Merkmal" "Kosten" mit zwei Subkriterien. Beim Kriterium "Ausführung" 
wiederum erscheint eine Subsumtion unter verschiedene "Merkmale" 
bzw.  Kriterien  des  Beurteilungsrasters  denkbar  (z.B.  Kriterium  308 
"Wahrscheinlichkeit der 100%-Zielerreichung" unter dem "Merkmal" 3 
"Projekt,  Auftrag"  oder  Kriterium  310  "Erscheinungsbild  der  Offerte" 
unter  dem  gleichen  "Merkmal"  bzw. 402  "Erscheinungsbild/Eindruck 
(Professionalität)" unter dem "Merkmal" 4 "Offerte"). Umgekehrt fehlen 
zum Beispiel die "Merkmale" 1 "Offerierende Firma, Institution" und 2 
"Durchführende (Person, Team)" sowie die Subkriterien 310 "Erschei-
nungsbild der Offerte" (unter dem nicht ausgeschriebenen "Merkmal" 3 
"Projekt, Auftrag") und 402 "Erscheinungsbild/Eindruck (Professionali-
tät)" (unter dem ebenfalls nicht ausgeschriebenen "Merkmal" 4 "Offer-
te")  in  der  Liste  der  (vorgängig)  bekanntgegebenen Vergabekriterien 
(Ziff. 3.9 der Ausschreibungspublikation).

5.3 Die Evaluation mittels des standardisierten Rasters wirkt sich na-
mentlich auf die (tatsächliche) Gewichtung des Preiskriteriums aus. In-
terpretiert  man die in der Ausschreibungspublikation bekanntgegebe-
nen Gewichtungen als Teile einer Summe und addiert man sie, so ge-
langt man zu einem Gesamtwert von 18. Mit einer Gewichtung von 3 
liegt  das  Zuschlagskriterium  "Preis"  diesfalls bei  16,7%  (gerundet). 
Wendet man nun die gleiche Berechnungsmethode auf die Gewichtun-
gen der "Merkmale" des Auswertungsrasters der Vergabestelle an, er-
gibt sich für das ebenfalls mit der Zahl 3 gewichtete "Merkmal" 6 "Kos-
ten" wegen der geringeren Gesamtsumme der Gewichtungen (15) ein 
Wert von 20%. Allerdings relativiert sich dieser in der Endauswertung 
stark, weil die angegebenen Gewichtungen dort als Faktoren (Multipli-
katoren) dienen und weil die "Merkmale" in selbständig benotete Krite-
rien aufgegliedert sind, deren Anzahl erheblich variiert. So zerfällt das 
mit dem Faktor 3 gewichtete "Merkmal" 1 "Offerierende Firma, Instituti-
on" in sechs bewertete Kriterien, was bei einer maximalen Punktzahl 
von fünf pro Kriterium eine Höchstbenotung von 90 Punkten für dieses 
"Merkmal" zur Folge hat. Beim gleich gewichteten "Merkmal" 6 "Kos-
ten" kann demgegenüber höchstens eine Gesamtpunktzahl von 30 er-
zielt werden, denn das "Merkmal" besteht nur aus zwei Kriterien. Die 
übrigen  "Merkmale"  erlauben  folgende  Maximalpunktzahlen:  "Merk-

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mal" 2 "Durchführende (Person, Team)": 45 (Gewichtung 1, 9 benotete 
Kriterien); "Merkmal" 3 "Projekt, Auftrag": 50 (Gewichtung 2, 5 benote-
te  Kriterien);  "Merkmal"  4  "Offerte":  45  (Gewichtung  3,  3  Kriterien); 
"Merkmal" 5 "Termineinhaltung": 30 (Gewichtung 3, 2 benotete Kriteri-
en). Insgesamt beträgt die nach dem Bewertungsraster  im vorliegen-
den Vergabeverfahren erreichbare Maximalpunktzahl  290. Gemessen 
an  dieser  möglichen  Höchstbenotung  hat  das  "Merkmal"  6  "Kosten" 
(bzw. das  Preiskriterium)  mit  einer  maximalen  Punktzahl  von  30  in 
Wirklichkeit nur ein Gewicht von rund 10%.

Die  Verwendung der Gewichtungen als Faktoren, mit denen  überdies 
jeweils  nicht  die  Bewertung  eines  einzelnen  bekanntgegebenen  Zu-
schlagskriteriums, sondern die Summe der Benotungen mehrerer un-
ter einem "Merkmal" zusammengefasster Kriterien multipliziert wurde, 
verzerrt die ausgeschriebene Gewichtung der Zuschlagskriterien we-
gen der unterschiedlichen Anzahl Kriterien eines "Merkmals" in erheb-
lichem Masse. Dadurch wurde  insbesondere das Gewicht des Kriteri-
ums  "Preis"  bzw. "Kosten"  in  der  Evaluation  im  Vergleich  zur  Aus-
schreibung stark verringert (von 16,7% auf rund 10%).

5.4 Das im Beurteilungsraster der Vergabestelle als "Merkmal" 6 "Kos-
ten" aufgeführte Zuschlagskriterium "Preis" gliedert sich in die (in der 
Ausschreibung  nicht  bekanntgegebenen)  Subkriterien  "Preis-/Leis-
tungsverhältnis" sowie "Kosten-/Nutzenverhältnis". Beide Unterkriterien 
beinhalten bereits eine Abwägung, welche richtigerweise erst das Er-
gebnis  der Gesamtevaluation aller  Zuschlagskriterien zwecks Ermitt-
lung des wirtschaftlich günstigsten Angebotes sein kann (Art. 21 Abs. 
1 BoeB) und sich deshalb nicht unter das "Merkmal" "Kosten" bzw. das 
Preiskriterium subsumieren lässt (vgl. Entscheid der BRK vom 1. Sep-
tember 2000,  BRK 2000-009, E. 3;  PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH 
LANG/EVELYNE CLERC,  Praxis  des  öffentlichen  Beschaffungsrechts, 
2. Aufl., 1. Bd., Zürich/Basel/Genf 2007, N. 526). Auch dadurch verän-
derte die Vergabestelle die Gewichtung der Zuschlagskriterien.

5.5 Indem sie  bei  der  Offertevaluation  zum Teil  nicht  vorgängig  be-
kanntgegebene Zuschlagskriterien verwendete und das Gewicht der in 
der Ausschreibung bekanntgegebenen Zuschlagskriterien nachträglich 
änderte, verletzte die Vergabestelle das Transparenzgebot.  Ihre Aus-
wertung  der  Angebote  mit  Hilfe  des  vorgefertigten,  standardisierten 
Beurteilungsrasters  ist  überdies  nur  schwer  nachvollziehbar,  zumal 
sich dieses Raster strukturell nicht an den publizierten Vergabekriteri-

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en orientiert. Auch darin liegt ein Verstoss gegen das Transparenzge-
bot.

5.6 Als Verletzung des Transparenzgebotes zu werten ist ausserdem 
die vorgängig nicht angekündigte Einbeziehung eines Qualitätssiche-
rungsnachweises in Form eines ISO-Zertifikates bei der Evaluation der 
eingereichten Angebote (Ziff. 111 des Beurteilungsrasters: "Qualitäts-
sicherung (ISO-Norm erfüllt?)"). Ein Offerent  muss nicht  damit  rech-
nen,  im  Rahmen  der  Zuschlagskriterien  eine  solche  Bescheinigung 
vorlegen zu müssen, denn diese ist anbieterbezogen, also ein Mehr-
eignungsnachweis (vgl. Art. 9 BoeB, Art. 9 Abs. 1 VoeB i.V.m. Ziff. 10 
des Anhangs 3 zur VoeB sowie die in Ziff. 3.7 der Ausschreibung ge-
nannten  Eignungskriterien  "Erfahrungen  im  regionalen  Verankerung 
und  adäquater  Fahrzeugpark",  laut  französischer  Fassung  "Expéri-
ence, ancrage régional et parc de véhicules adéquats"). Ohne vorheri-
ge  Bekanntgabe  darf  demnach  für  ein  fehlendes Zertifikat  über  das 
Vorliegen  eines  Qualitätsmanagementsystems  jedenfalls  kein  Abzug 
gemacht werden, selbst soweit die Berücksichtigung der Mehreignung 
zulässig  sein  sollte,  was  vorliegend  aber  ohnehin  fraglich  erscheint 
(vgl. Entscheid der BRK vom 30. Juni 2004, CRM 2004-004, E. 4).

6.

6.1 Das Transparenzgebot ist formeller Natur; wurde es verletzt, so ist 
der  angefochtene  Entscheid  grundsätzlich  auch  dann  aufzuheben, 
wenn  eine  Kausalbeziehung  zwischen  Verfahrensfehler  und  Zu-
schlagserteilung fehlt bzw. nicht dargetan ist (Entscheid der BRK vom 
18. Mai 2006, BRK 2005-025, E. 3a/aa mit Hinweisen; vgl. Urteil  des 
Bundesgerichts 2P.299/2000 vom 24. August 2001 E. 4,  wonach der 
Zuschlagsentscheid  regelmässig  dann nicht  aufrechterhalten  werden 
kann, wenn den Bewerbern entscheidende Zuschlagskriterien vorent-
halten bzw. wenn solche nachträglich, d.h. während des hängigen Ver-
fahrens, massgeblich verändert worden sind). Im vorliegenden Fall ist 
daher  die  Zuschlagsverfügung  vom  2.  Februar  2009  (publiziert  im 
SHAB Nr. 22 vom 3. Februar 2009) aufzuheben, denn die Vergabestel-
le hat bei der Ausschreibung bzw. bei der Offertevaluation für den Ku-
rierdienst  BAG in  mehrfacher  Hinsicht  gegen  das  Transparenzgebot 
verstossen.

6.2 Gemäss Art. 32 Abs. 1 BoeB entscheidet das Bundesverwaltungs-
gericht in der Sache selbst oder weist diese mit verbindlichen Weisun-
gen an die Auftraggeberin zurück. Ersteres wäre vorliegend nur dann 

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am Platz,  wenn  die  Sache  nach  Aufhebung  des  angefochtenen  Zu-
schlags als offenkundig spruchreif erschiene und für die Entscheidfin-
dung insbesondere keine (neue) Bewertung der Offerten mehr erfor-
derlich wäre (vgl. dazu die Entscheide der  BRK vom 15. Juni  2004, 
BRK 2003-032, E. 5a, vom 26. Juni 2002, BRK 2002-004, E. 7b, sowie 
vom 1. September 2000, BRK 2000-009, E. 5a). Diese Voraussetzun-
gen sind jedoch nicht erfüllt.

6.3 Demnach ist die Sache zur Neuevaluation des wirtschaftlich güns-
tigsten Angebotes im Sinne der vorstehenden Erwägungen an die Ver-
gabestelle zurückzuweisen. In die Neubeurteilung einzubeziehen sind 
nur die Zuschlagsempfängerin und die Beschwerdeführerin, da die üb-
rigen Anbieterinnen den Zuschlag nicht  angefochten haben (vgl. die 
Entscheide der BRK vom 18. Mai 2006, BRK 2005-025, E. 5b sowie 
vom 15. Juni 2004, BRK 2003-032, E. 5b; vgl. auch den Entscheid der 
BRK  vom  11.  März  2005,  BRK  2004-014,  publiziert  in  VPB  69.79, 
E. 5a).  Der  Vergabebehörde  wird  es  freigestellt  (vgl.  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B-5084/2007 vom 28. Januar 2008 E. 3 mit 
Hinweis), ob sie gestützt auf die vorhandenen Akten direkt zu neuer, 
gesetzeskonformer Evaluation und Zuschlagserteilung schreiten oder 
die Zuschlagsempfängerin und die Beschwerdeführerin  vorab auffor-
dern will, ihre Offerten in Kenntnis sämtlicher (allenfalls noch bekannt-
zugebender) Vergabekriterien sowie ihrer Gewichtung nachzubessern.

7.
Abschliessend ist noch über die Verfahrenskosten und allfällige Partei-
entschädigungen zu befinden.

7.1 Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit 
der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Par-
teien (Art. 63 Abs. 4bis  VwVG; Art. 2 Abs. 1 des Reglementes über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, 
VGKE, SR 173.320.2). Für Streitigkeiten mit Vermögensinteresse legt 
Art. 4 VGKE den Gebührenrahmen aufgrund des Streitwertes fest. Pra-
xisgemäss beläuft sich dieser bei Beschwerdeverfahren über den Zu-
schlag in der Regel auf 10% des Auftragsvolumens. Im vorliegenden 
Fall beträgt er rund Fr. 30'000.-, was nach Art. 4 VGKE zu einer Ge-
richtsgebühr zwischen Fr. 1'000.- und Fr. 5'000.- führt. Unter Berück-
sichtigung der mit  diesem Urteil  zu verlegenden Kosten für den Zwi-
schenentscheid  vom  23.  März  2009  (betreffend  aufschiebende  Wir-

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kung)  und für  die Zwischenverfügung vom 16. Juni  2009 (betreffend 
Akteneinsicht) ist die Gerichtsgebühr auf Fr. 3'000.- festzusetzen.

Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.- sind den Parteien nach Massgabe 
ihres Unterliegens aufzuerlegen (Art. 63 VwVG; Art. 1 ff. VGKE); der 
Vergabestelle werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 
VwVG). In der Hauptsache sowie beim Zwischenentscheid über die Er-
teilung der  aufschiebenden Wirkung hat  die  Beschwerdeführerin  ob-
siegt, während die – erst im Anschluss an diesen Zwischenentscheid 
als  Partei  aufgetretene  –  Zuschlagsempfängerin  in  der  Hauptsache 
unterlegen ist. Da die Gründe, die zur Gutheissung in der Hauptsache 
geführt  haben,  in  erster  Linie bei  der Vergabestelle  zu suchen sind, 
werden  die  der  Zuschlagsempfängerin  aufzuerlegenden  Verfahrens-
kosten für die Hauptsache auf Fr. 800.- reduziert (Art. 6 lit. b VGKE). 
Mit  Bezug auf  die  Zwischenverfügung über  die  Akteneinsicht  ist  so-
wohl die Beschwerdeführerin als auch die Zuschlagsempfängerin als 
unterliegend anzusehen. Diese Zwischenverfügung ist mit einem Auf-
wand von 1/5 (Fr. 600.-) zu veranschlagen, welcher zur Hälfte der Be-
schwerdeführerin, zur Hälfte der Zuschlagsempfängerin aufzuerlegen 
ist. Demnach hat die Zuschlagsempfängerin insgesamt Fr. 1'100.-, die 
Beschwerdeführerin Fr. 300.- der Verfahrenskosten zu tragen.

7.2 Die Beschwerdeführerin hat nach Massgabe ihres Obsiegens An-
spruch  auf  eine  (reduzierte)  Parteientschädigung  (Art.  64  Abs.  1 
VwVG; Art. 7 ff. VGKE). Da von ihrer  Seite  keine Kostennote einge-
reicht wurde, setzt das Gericht die Entschädigung aufgrund der Akten 
fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Angemessen erscheint eine reduzierte Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 2'700.- (inkl. MWST). Sie ist der 
unterliegenden  Zuschlagsempfängerin  aufzuerlegen  (Art.  64  Abs.  2 
und  3  VwVG),  wobei  das  BAG für  die  Entschädigung  haftet,  soweit 
sich  diese  als  uneinbringlich  herausstellen  sollte  (Art.  64  Abs.  4 
VwVG).

Seite 20

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen; der Zuschlag vom 2. Februar 2009 
in der Ausschreibung "Kurierdienst BAG" wird aufgehoben. Die Sache 
wird zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vergabestel-
le zurückgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  werden  im  Umfang  von  Fr.  1'100.-  der  Zu-
schlagsempfängerin und im Umfang von Fr. 300.- der Beschwerdefüh-
rerin auferlegt. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Verfahrenskos-
ten  werden  mit  dem  von  dieser  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 2'800.-  verrechnet.  Der  Überschuss  von  Fr. 2'500.-  wird  der  Be-
schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtkraft des vorliegenden Urteils 
zurückerstattet.

3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  zu  Lasten  der  Zuschlagsempfängerin 
eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'700.- (inkl. MWST) zu-
gesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Beschwerdegegnerin/Zuschlagsempfängerin (Gerichtsurkunde)
- die Vergabestelle (Ref-Nr. SHAB Nr. 22; Gerichtsurkunde).

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Urech Urs Küpfer

Seite 21

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, BGG, SR 173.110), wenn 
der geschätzte Wert des zu vergebenden Auftrags den massgebenden 
Schwellenwert erreicht und sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 
Bedeutung stellt (Art. 83 lit. f Ziff. 1 und 2 BGG). Die Rechtsschrift ist in 
einer Amtssprache abzufassen und  hat die Begehren, deren Begrün-
dung mit  Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu enthalten. 
Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 6. November 2009

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