# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5776d54-1321-59ed-bd67-3bb5c64944ad
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 E-278/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-278-2012_2012-02-17.pdf

## Full Text

3 Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­278/2012

U r t e i l   v om   1 7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richter Thomas Wespi, Richterin Regula Schenker Senn,
Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe.

Parteien A._______, geboren am (…),
B._______, geboren am (…),
C._______, geboren am (…),
Sri Lanka,
alle vertreten durch lic. iur. Yves Reich, Fürsprecher,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz

Gegenstand Aufhebung vorläufige Aufnahme; Verfügung des BFM vom 
28. November 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der tamilische Beschwerdeführer K.V. verliess eigenen Angaben zufolge 
seinen letzten Wohnort D._______ (Jaffna­District) am 14. Oktober 2007 
zusammen  mit  seiner  Ehefrau  und  seinen  zwei  Kindern.  Nach  einem 
zwanzigtägigen  Aufenthalt  in  Colombo  sei  die  Familie  über  Damaskus 
(Syrien) und die Türkei nach Griechenland gelangt. Kurz darauf habe sich 
die Ehefrau von K.V. getrennt. Im Januar 2008 habe er für sich und seine 
Kinder  in  Athen  ein  Asylgesuch  gestellt.  Am  10. November  2009  sei  er 
von Italien herkommend mit seinen Kindern in die Schweiz eingereist, wo 
er  gleichentags  um  Asyl  nachsuchte.  Die  Ehefrau  sei  in  Griechenland 
verblieben.

Am 13. November 2009 wurde der Beschwerdeführer K.V. im Empfangs­ 
und  Verfahrenszentrum  Kreuzlingen  summarisch,  und  am  29. Januar 
2010  eingehend  zu  seiner  Asylbegründung  befragt.  Dabei  machte  er 
geltend,  dass  seine  Ehefrau,  die  sehr  gut  singhalesisch  spreche,  mit 
Soldaten,  die  in  der  Nähe  von  D._______  in  einem  SLA­Camp 
untergebracht  gewesen seien und aus demselben Ort wie  sie  stammen 
würden, Probleme gehabt habe.

B. 
Mit  Verfügung  vom  23. Februar  2010  verneinte  das  BFM  die 
Flüchtlingseigenschaft,  lehnte  die  Asylanträge  ab  und  wies  die 
Beschwerdeführer  aus  der  Schweiz weg.  Indes wurde  die Wegweisung 
aus  Gründen  der  Unzumutbarkeit  nicht  vollzogen  und  die 
Beschwerdeführer wurden vorläufig aufgenommen.

C. 
Am  22. August  2011  gewährte  das  BFM  den  Beschwerdeführern 
aufgrund  einer  verbesserten  Situation  in  Sri  Lanka  und  des  Fehlens 
individueller Gründe gegen einen Vollzug der Wegweisung das rechtliche 
Gehör zu einer allfälligen Aufhebung der vorläufigen Aufnahme.

D. 
Mit  Schreiben  vom  7. November  2011  reichten  die  Beschwerdeführer 
über ihren Rechtsvertreter eine Stellungnahme ein. Dabei verlangten sie, 
es  sei  von  der  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  abzusehen  und 
ihnen  gestützt  auf  Art. 84  Abs. 5  und  Art. 30  Abs. 1  Bst. b  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer (AuG, SR 142.20) eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.

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Dabei  wurde  argumentiert,  dass  ein  schwerwiegender  persönlicher 
Härtefall  vorliege,  da  es  sich  beim  Beschwerdeführer  K.V.  um  einen 
alleinerziehenden Vater handle und die Kinder sich  in der Schweiz sehr 
gut  integriert  hätten.  Zudem  pflege  K.V.  hier  eine  enge  Beziehung  zu 
einer  schweizerischen Staatsbürgerin,  die  von  ihrem Ehemann  getrennt 
lebe.  Nach  Beendigung  der  jeweiligen  Scheidungsverfahren  würden 
beide  zu  heiraten  gedenken.  Gleichzeitig  wurden  diverse  Beweismittel 
eingereicht.

E. 
Mit Verfügung vom 28. November 2011 – eröffnet am 30. November 2011 
– hob  das  BFM  seine  Verfügung  vom  23. Februar  2010  betreffend  die 
damals  angeordnete  vorläufige  Aufnahme  auf  und  ordnete  an,  die 
Beschwerdeführer  hätten  die  Schweiz  bis  am  23. Januar  2012  zu 
verlassen.

Begründet  wurde  diese  Verfügung  mit  dem  Ende  des  Bürgerkrieges 
zwischen  der  srilankischen  Regierung  und  den  separatistischen 
Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  und  der  damit  verbundenen 
Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage. Die beiden Kinder seien 
noch in einem sehr jungen und anpassungsfähigen Alter. Auch aufgrund 
des  erst  zweijährigen  Aufenthalts  würde  für  die  Kinder  noch  keine 
genügend starke und persönliche Bindung an die Schweiz bestehen, die 
einer Rückkehr  ins Heimatland  im Wege stehen dürfte. Der Vollzug der 
Wegweisung sei daher zulässig, zumutbar und möglich.

Die  aufgeworfene  Frage,  ob  in  casu  ein  schwerwiegender  persönlicher 
Härtefall vorliege, sei nicht Gegenstand dieses Verfahrens; es bleibe dem 
Kanton  vorbehalten,  mit  Zustimmung  des  Bundesamtes  eine 
Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen,  falls  wegen  fortgeschrittener 
Integration ein solcher Härtefall vorliegen würde.

F. 
Mit  Beschwerde  vom  16. Januar  2012  (Poststempel)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht beantragten die Beschwerdeführer über  ihren 
Rechtsvertreter,  die  angefochtene  Verfügung  sei  wegen 
Rechtsverweigerung  aufzuheben.  Eventualiter  sei  sinngemäss  von  der 
Aufhebung der vorläufigen Aufnahme abzusehen, da der alleinerziehende 
Vater und seine Kinder sich sehr gut  integriert hätten und der Vater die 
Absicht habe, eine Schweizer Staatsbürgerin zu heiraten. Auf die Details 

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dieser  Begründung  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

In  prozessrechtlicher  Hinsicht  sei  das  Beschwerdeverfahren  bis  zum 
Vorliegen  einer  rechtskräftigen  Verfügung  hinsichtlich  des  Gesuchs  um 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  wegen  eines  schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalls gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 84 Abs. 5 
AuG zu sistieren. Ferner sei den Beschwerdeführern eine angemessene 
Parteientschädigung zuzusprechen.

In  der  Beilage  befanden  sich  die  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren 
eingereichten  Beweismittel  (Schreiben  der  […]  vom  17. Oktober  2011 
über  die  Integration  des  ältesten  Kindes  G.V.,  Taufurkunde  der 
E._______ Church vom Juli 2010 von K.V. sowie Scheidungsunterlagen 
von Frau F._______ und des Beschwerdeführers K.V.).

G. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  25. Januar  2012  wurden  die 
Beschwerdeführer  vom  Bundesverwaltungsgericht  aufgefordert,  einen 
Kostenvorschuss von Fr. 600.­ zu leisten; dieser Anordnung wurde innert 
der angesetzten Frist Folge geleistet. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich der Aufhebung der 
vorläufigen  Aufnahme  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 3  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Im  vorliegenden Fall  ist  zu  prüfen,  ob die Vorinstanz  die  vorläufige 
Aufnahme  zu  Recht  aufgehoben  hat.  Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 

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nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich,  so  wird  das 
Anwesenheitsverhältnis  nach  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme nach dem AuG geregelt (Art. 44 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31],  Art. 83  Abs. 1  AuG).  Das  Verfahren 
richtet  sich  folglich  nach  den  allgemeinen  Bestimmungen  der 
Bundesrechtspflege (Art. 112 AuG).

1.3. Die Beschwerde  ist  frist­ und  formgerecht eingereicht  (Art. 37 VGG, 
Art. 50  und  Art. 52  VwVG).  Die  Beschwerdeführer  haben  am Verfahren 
vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung 
besonders  berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde  legitimiert  (Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG).

2.2.  Gestützt  auf  Art.  57 Abs. 1  VwVG  (e  contrario)  wurde  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet, da sich die Beschwerde, wie  in den nachfolgenden 
Erwägungen  dazulegen  ist,  als  aussichtslos  und  damit  als  von  vornherein 
unbegründet im Sinne der erwähnten Bestimmung erweist.

3.  

3.1.  In  formeller  Hinsicht  beantragen  die  Beschwerdeführer,  die 
Verfügung des BFM sei wegen Rechtsverweigerung aufzuheben, da das 
BFM  den  in  der  Stellungnahme  vom  7. November  2011  enthaltenen 
Antrag, es sei ihnen gestützt auf Art. 84 Abs. 5 i.V.m. Art. 30 Abs. 1 Bst. b 
AuG  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen,  "schlicht  und  ergreifend 
ignoriert"  habe.  Selbst  wenn  nicht  das  BFM,  sondern  der  zuständige 
Kanton  für  die  materielle  Behandlung  von  Härtefallgesuchen  zuständig 
sei,  wäre  es  verpflichtet  gewesen,  das  Gesuch  an  den  zuständigen 
Kanton weiterzuleiten.

3.1.1. Von  formeller  Rechtsverweigerung  ist  dann  die Rede,  wenn  eine 
Behörde die Vorbringen einer Partei aus unhaltbar scheinenden formellen 
Gründen nur mangelhaft prüft oder überhaupt nicht behandelt. Dies kann 
z.B.  der  Fall  sein,  wenn  auf  ein  Begehren  durch  zu  Unrecht  geltend 

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gemachte  Unzuständigkeit  wie  Verneinung  der  Zuständigkeit  gar  nicht 
eingetreten  wird  (vgl.  RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA 
KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches 
Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, N. 277). 

3.1.2.  Das  BFM  hat  in  seiner  Verfügung  vom  28. November  2011 
festgehalten, dass ein solches Gesuch eines persönlichen Härtefalls nicht 
Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  –  die  Aufhebung  der 
vorläufigen  Aufnahme  betreffend  –  sei.  Es  bleibe  dem  Kanton 
vorbehalten, einer Person wegen fortgeschrittener Integration oder wegen 
Eheschliessung mit einer Schweizer Bürgerin eine Aufenthaltsbewilligung 
zu erteilen.

In  der  Tat  verhält  es  sich  so,  dass  gemäss  Art. 40  Abs. 1  AuG 
Bewilligungen  nach  Art. 32  bis  35  und  Art. 37  bis  39  AuG  von  den 
Kantonen erteilt werden; so auch die Aufenthaltsbewilligung nach Art. 33 
AuG  (vgl.  dazu  auch  Art. 98  AuG).  Der  Bund  hat  nur  –  wie  in  Art. 84 
Abs. 5 AuG angedeutet – Zustimmungsrechte, die der Koordination und 
der  Harmonisierung  der  kantonalen  Praxis  dienen  sollen.  Aus  dieser 
Tatsache,  dass  es  sich  beim  BFM  hinsichtlich  Aufenthaltsbewilligungen 
nicht  um  die  zuständige  Behörde  handelt,  muss  die  vorliegende  Rüge 
einer  formellen Rechtsverweigerung als unbegründet qualifiziert werden. 
Daran  ändert  auch  die  Meinung  des  Rechtsvertreters  nichts,  dass  das 
Bundesamt verpflichtet gewesen wäre, das Gesuch an den Kanton Bern 
weiterzuleiten.

3.2.  Im Weiteren wird  gerügt,  das BFM habe  den Sachverhalt  unrichtig 
und  unvollständig  festgestellt,  da  das  BFM  sich  in  der  angefochtenen 
Verfügung  in  "keiner  Art  und  Weise  mit  den  Besonderheiten  der 
persönlichen  Situation"  insbesondere  der  beiden  Kinder 
auseinandersetze,  die  jedoch  ausführlich  in  der  Stellungnahme  vom 
7. November  2011  dargelegt  worden  seien.  Damit  wird  implizit  die 
Verletzung der Begründungspflicht durch das BFM gerügt.

3.2.1.  Für  die  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  im 
Verwaltungsverfahren  ist  der  Untersuchungsgrundsatz  die  prägende 
Verfahrensmaxime  (Art. 12  VwVG).  Die  Behörde  muss  die  für  das 
Verfahren  notwendigen  Sachverhaltsunterlagen  beschaffen  und  die 
rechtlich relevanten Umstände abklären sowie darüber ordnungsgemäss 
Beweis  führen  (vgl.  Alfred  KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren 
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N. 268).

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Der Anspruch  auf  rechtliches Gehör  findet  seine Erfüllung  im Umstand, 
dass  die  Behörde  die  Vorbringen  einer  Partei  nicht  nur  hört,  sondern 
sorgfältig  und  ernsthaft  prüft  und  beim  Entscheid  berücksichtigt  (vgl. 
BGE 129 I  232  E. 3.2).  Daraus  lässt  sich  die  Pflicht  der  Behörden  zur 
Begründung ihres Entscheides ableiten, welche so abgefasst sein muss, 
"dass der Betroffene über die Tragweite  des Entscheides Rechenschaft 
geben  und  ihn  in  voller  Kenntnis  der  Sache  an  die  höhere  Instanz 
weiterziehen kann"  (BGE 134 I 83 E. 4.1, vgl. auch Entscheidungen und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  1995 
Nr. 12 E. 12c). Indes hat die verfügende Behörde sich nicht ausdrücklich 
mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand 
auseinanderzusetzen,  sondern  darf  sich  auf  die  wesentlichen 
Gesichtspunkte  beschränken  (vgl.  BGE 126  I  97  E. 2b,  EMARK  1993 
Nr. 3 E. 4b). Soweit weitergehend, richten sich die Anforderungen an die 
Begründungsdichte  nach  dem  Verfügungsgegenstand,  den 
Verfahrensumständen und den Interessen der Betroffenen. 

Die  Vorinstanz  verfügt  im  Bereich  der  Anordnung  des 
Wegweisungsvollzugs,  bzw.  der  Aufhebung  dieser  Anordnung,  über 
einen erheblichen Ermessensspielraum. Dieser Umstand wirkt sich direkt 
auf die erforderliche Begründungsdichte aus: Im Rahmen der Prüfung der 
Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sind  die  Vorbringen  der 
betroffenen Person, ihre persönliche Situation sowie die allgemeine Lage 
im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  zu  würdigen,  und  die  auf  diese Weise 
erlangten Befunde  sind  an  verhältnismässig  offenen Rechtsbegriffen  zu 
messen.  Die  Begründung  des  angeordneten  Wegweisungsvollzugs  hat 
demnach dichter und ausführlicher auszufallen, als wenn  lediglich – wie 
bei  der  Anordnung  der Wegweisung  –  eine  gesetzlich  vorgeschriebene 
Rechtsfolge  angewandt  wird.  Die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  kann  sich  aus  der  allgemeinen  Lage  im 
Heimatstaat  oder  aus  den  persönlichen  Verhältnissen  der  betroffenen 
Person  ergeben.  Zur  Begründung  einer  Verfügung,  mit  welcher  die 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festgestellt  wird,  hat  die 
Vorinstanz  daher  einerseits  ausdrücklich  darzutun,  dass  die  betroffene 
Person  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  unter  Würdigung  der  dort 
herrschenden  politischen,  sicherheitstechnischen  und  wirtschaftlichen 
Verhältnisse keiner konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Andererseits 
muss  dargelegt werden,  dass  auch  aufgrund  der  persönlichen Situation 
der  betroffenen  Person  keine  konkrete  Gefährdung  zu  befürchten  ist. 
Insgesamt  gilt  es  die  humanitären  Aspekte  im  Zusammenhang  mit  der 
Situation,  in  der  sich  die  betroffene  Person  bei  einer  Rückkehr  ins 

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Heimatland befinden würde, gegen das öffentliche  Interesse am Vollzug 
der Wegweisung abzuwägen. Aus der Begründung muss ersichtlich sein, 
dass diese Abwägung vorgenommen wurde  (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2, 
EMARK 2006 Nr. 4 E. 5.1 m.w.H.).

3.2.2. Vorliegend hat  sich das BFM  innerhalb der Zumutbarkeitsprüfung 
hinsichtlich  der  Kinder  genügend mit  der  Tatsache  auseinandergesetzt, 
dass  es  im  Hinblick  auf  das  Kindeswohl  Kriterien  von  gewichtiger 
Bedeutung zu beachten gilt  (vgl. dazu BVGE 2009/51 E. 5.6). So hat es 
sich  insbesondere  zur  Dauer  des  Aufenthalts  in  der  Schweiz  und  zum 
Grad der erfolgten hiesigen Integration geäussert. Von daher gesehen, ist 
die Begründungspflicht vorliegend nicht verletzt.

3.3. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Antrag auf Rückweisung der 
Sache an die Vorinstanz abzuweisen ist.

3.4. Ferner wurde das Begehren gestellt, das vorliegende Verfahren sei 
bis zum Erlass einer rechtskräftigen Verfügung hinsichtlich des Gesuchs 
um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wegen eines schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalls  gemäss Art. 30  Abs. 1  Bst. b  AuG  i.V.m.  Art. 84 
Abs. 5 AuG zu sistieren.

Bei Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls ermöglicht 
Art. 84 Abs. 5 AuG  i.V.m. Art. 31 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 
über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201) 
unter  bestimmten  Voraussetzungen  die  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  an  vorläufig  aufgenommene  Personen.  Ein 
solches  Gesuch  obliegt  unter  Vorbehalt  der  Zustimmung  des 
Bundesamtes  –  wie  das  BFM  in  seiner  Verfügung  vom  28. November 
2011 richtig festgestellt hat (vgl. E. 3.1.2) – dem zuständigen Kanton. Die 
Gesuche von vorläufig aufgenommenen Personen, die sich seit mehr als 
fünf Jahren in der Schweiz aufhalten, werden unter Berücksichtigung der 
Integration,  der  familiären  Verhältnisse  und  der  Zumutbarkeit  einer 
Rückkehr in den Heimatstaat vertieft geprüft (vgl. Art. 84 Abs. 5 AuG). 

Im vorliegenden Fall – der Beschwerdeführer K.V. hat für sich und seine 
zwei  Kinder  am  10. November  2009  in  der  Schweiz  einen  Asylantrag 
gestellt  –  scheint  es,  dass  ein  solches  Gesuch  um  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  nach  Art. 84  Abs. 5  AuG  von  den  zuständigen 
Behörden nicht behandelt werden dürfte, da allem Anschein nach bereits 
in  zeitlicher Hinsicht die Kriterien nicht erfüllt  sein dürften. Folglich sieht 

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das  Bundesverwaltungsgericht  keinen  Anlass,  das  vorliegende 
Beschwerdeverfahren  zu  sistieren,  weshalb  dieses Gesuch  abzuweisen 
ist. 

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Seite 10

4. 

4.1.  Die  vorläufige  Aufnahme  ist  eine  Ersatzmassnahme  für  den  nicht 
durchführbaren  Vollzug  der  Wegweisung,  die  in  casu  mittels  der 
Verfügung des BFM vom 23. Februar 2010 unangefochten in Rechtskraft 
erwuchs.  Gemäss  Art. 83  Abs. 1  AuG  ist  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
verfügen,  wenn  der  Vollzug  der  Weg­  oder  Ausweisung  nicht  möglich, 
nicht  zulässig  oder  nicht  zumutbar  ist.  Das  BFM  hebt  die  vorläufige 
Aufnahme wieder auf und ordnet den Vollzug der Wegweisung an, wenn 
die Voraussetzungen im Einzelfall dafür nicht mehr gegeben sind (Art. 84 
Abs. 2 AuG). Wie schon erwähnt, gilt es nun zu prüfen, ob das BFM zu 
Recht die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführer aufhob.

4.2.  Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009, N. 11.148).

5. 

5.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

5.1.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

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(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

5.1.2.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  vom 
28. November  2011  zutreffend  darauf  hin,  dass  bereits  rechtskräftig 
festgestellt wurde, dass die Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft 
nicht  erfüllen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  im vorliegenden Verfahren keine 
Anwendung findet. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
K.V. noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er und seine Kinder 
für den Fall einer Ausschaffung  in den Heimatstaat dort mit beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer], Saadi  gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum 
heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.

5.1.3.  Nach  Art. 8  EMRK  gilt  es  ferner  das  Familienleben  zu  achten. 
Unter gewissen Umständen lässt sich daraus ein Anspruch auf Erteilung 
einer Anwesenheitsbewilligung ableiten, wenn mittels einer Wegweisung 
ein Familienleben nicht ausgelebt werden kann. Voraussetzung ist indes, 
dass  zumindest  ein  Familienangehöriger  hier  über  ein  gefestigtes 
Aufenthaltsrecht – wie z.B. ein Schweizer Bürgerrecht – verfügt (vgl. BGE 
126  II  335 E. 2a m.w.H.).  Der  Familienbegriff  umschliesst  grundsätzlich 
die  Kernfamilie,  mithin  die  Ehegatten  und  ihre  minderjährigen  Kinder; 
Konkubinatspartner  sind  den  Ehegatten  gleichgestellt  (vgl.  BVGE 
2008/47 E. 4.1.1 m.w.H.; EMARK 2001 Nr. 21 E. 8bb). Geschützt werden 
soll mit dieser Regelung ein tatsächlich gelebtes Familienleben. Hinweise 
für  eine  solche  Beziehung  sind  das  Zusammenleben  in  einem 
gemeinsamen  Haushalt,  eine  finanzielle  Abhängigkeit,  speziell  enge 
familiäre  Bande,  regelmässige  Kontakte  oder  die  Übernahme  von 
Verantwortung  für  eine  andere  Person  etc.  (vgl.  Entscheid  des 
Bundesgerichts vom 2. Februar 2009 2C_693/2008 E. 3.1).

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Aus  den  Akten  geht  vorliegend  lediglich  hervor,  dass  der 
Beschwerdeführer  K.V.  eine  Liebesbeziehung  zu  einer  Schweizer 
Staatsbürgerin  pflegt.  Nach  Abschluss  der  jeweiligen 
Scheidungsverfahren  haben  die  beiden  vor,  zu  heiraten.  Schon  jetzt 
würden  sie  viel  Zeit miteinander  verbringen,  wohnen  aber  offensichtlich 
nicht  zusammen.  Aus  dieser  Verbindung  kann  –  trotz  Heiratsabsicht – 
das  Bundesverwaltungsgericht  indes  kein  tatsächlich  gelebtes 
Familienleben erkennen, weswegen Art. 8 EMRK in casu nicht verletzt ist.

Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne 
der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

5.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

5.2.1.  Gemäss  dem  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011  ist  der 
Wegweisungsvollzug  in  die  Nordprovinz  –  mit  Ausnahme  des  Vanni­
Gebietes – zumutbar (vgl. BVGE E­6220/2006 E. 13.2.1). Hinsichtlich des 
Distrikts  Jaffna,  aus welchem die Beschwerdeführer  stammen,  gelangte 
das Bundesverwaltungsgericht zur Einschätzung, dass sich die Lage dort 
deutlich verbessert und die Versorgungslage sich entspannt habe. Ferner 
hätten  die  Polizei­  und  Zivilbehörden  ihre  Funktionen  und  Tätigkeiten 
wieder aufgenommen, so dass keine Situation allgemeiner Gewalt mehr 
herrsche. Auch hätten einige Schulen wieder eröffnet und Spitäler seien 
wieder  eingerichtet.  Daher  könne  die  Rückkehr  dorthin  als  generell 
zumutbar eingestuft werden.

5.2.2. Angesichts der  im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach 
wie  vor  fragilen  Lage  ist  im  Hinblick  auf  den  Wegweisungsvollzug  in 
dieses  Gebiet  indes  eine  sorgfältige,  zurückhaltende  Beurteilung  der 
individuellen  Zumutbarkeitskriterien  vorzunehmen;  neben  den 
allgemeinen Faktoren (wie sozioökonomische und medizinische Aspekte, dem 
Kindeswohl  usw.)  ist  auch  dem  zeitlichen  Element  gebührend  Rechnung  zu 
tragen  (vgl.  a.a.O.  E. 13.2.1).  Namentlich  die  Existenz  eines  tragfähigen 
Beziehungsnetzes  und  die  konkreten  Möglichkeiten  der  Sicherung  eines 

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Existenzminimums  und  der  Wohnsituation  sind  massgebliche  Faktoren  (vgl. 
a.a.O. E. 13.2.1.2).

Die  Beschwerdeführer  haben  D._______  (Jaffna­District)  im  Herbst  2007 
verlassen. Dort habe K.V. seit 1985 – abgesehen von den Jahren 1995 bis 2000, 
die  er  als  Lagermitarbeiter  in  G._______  verbracht  habe  –  als  Schweisser  bei 
einem Mann  gearbeitet,  der  ein  selbständiges  Geschäft  geführt  habe  (vgl.  A1, 
S. 2  und  4).  Ferner  lebe  eine  Schwester  mit  ihren  fünf  Kindern  in  H._______ 
(Jaffna­District) sowie die Familien seiner Brüder, die in G._______ arbeitstätig 
seien,  in der Nordprovinz,  zu denen er  telefonischen Kontakt pflege  (A22, S. 2 
und  5 f.).  Folglich  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführer  bei  einer 
Rückkehr  nach  Sri  Lanka  auf  ein  tragfähiges  familiäres  Netz  zurückgreifen 
können. Auch  ist hinsichtlich einer Wiedereingliederung  in Sri Lanka nicht mit 
erheblichen Hindernissen  zu  rechnen,  da  der Beschwerdeführer K.V.  über  eine 
langjährige  Arbeitserfahrung  verfügt  und  die  Dauer  seiner  Landesabwesenheit 
nicht  von  ausserordentlicher  Bedeutung  ist.  So  sind  insbesondere  keine 
Anhaltspunkte dafür erkennbar, dass er und seine Kinder nach einer Rückkehr in 
eine finanzielle Notlage geraten würden.

Ferner  bildet  das  Kindeswohl  einen  Gesichtspunkt  von  gewichtiger 
Bedeutung (Art. 83 Abs. 4 AuG; Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 
20. November 1989 über die Rechte des Kindes [KRK, SR 0.107]). Dabei 
sind  namentlich  Alter  des  Kindes,  Reife,  Abhängigkeiten,  Art  (Nähe, 
Intensität,  Tragfähigkeit)  seiner  Beziehungen,  Eigenschaften  seiner 
Bezugspersonen,  Stand  und  Prognose  bezüglich  Entwicklung  und 
Ausbildung  sowie  Grad  der  erfolgten  Integration  bei  einem  längeren 
Aufenthalt in der Schweiz (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6).

Die  Kinder  des  Beschwerdeführers  K.V.  sind  heute  (…)  und  bald  (…) 
Jahre  alt  und  leben  seit mehr  als  zwei  Jahren  in  der  Schweiz.  Dies  ist 
eine  zu  kurze  Zeitspanne,  um  darin  eine  Verwurzelung  in  der  Schweiz 
erkennen  zu  können.  Zwar wird  dem  älteren Kind  durch  seine  Lehrerin 
eine gute Integration in der Schweiz attestiert, doch sind die Kinder noch 
sehr  jung  und  haben  tatsächlich  nur  eine  relativ  kurze Sozialisierung  in 
der Schweiz erlebt. Es ist aus den Akten keine weitere Assimilierung wie 
z.B. Vereinsaktivitäten etc.  erkennbar. Auch  ist wohl  die Beziehung des 
Vaters  zu  seiner  Freundin  als  zu  kurz  und  zu  wenig  intensiv  zu 
bezeichnen,  als  dass  man  sie  als  Ersatz  für  die  fehlende  Mutter 
bezeichnen  könnte.  Es  kann  ferner  davon  ausgegangen  werden,  dass 
sich die Kinder in Sri Lanka – wo einige Schulen wieder eröffnet wurden – 

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auch  dank  ihrer  zahlreichen  Cousins  und  Cousinen  wieder  gut  zurecht 
finden werden. Vor diesem Hintergrund ist das Kindeswohl nicht verletzt.

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 
zumutbar.

5.3.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführern,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und  dazu  auch  BVGE 2008/34  E. 12),  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

5.4. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
ist die vom Bundesamt verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahme zu 
bestätigten.

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 49  VwVG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den 
Beschwerdeführern  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art. 1  –  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Dieser Betrag  ist mit 
dem bereits in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Das Gesuch um Sistierung des Beschwerdeverfahrens wird abgewiesen.

2. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

4. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige 
kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe

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