# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 770305af-4b03-50fb-a02b-71a10d643bcd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.12.2022 UV 2021/78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-78_2022-12-08.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/78

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 16.02.2023

Entscheiddatum: 08.12.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2022
Art. 6 Abs. 1 UVG: An den Einschätzungen des Vertrauensarztes der 
Versicherung bestehen hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
zumindest geringe Zweifel, weshalb der Fall nicht spruchreif ist und die 
Sache an die Versicherung zurückgewiesen wird, damit diese, nach 
erfolgten Abklärungen (versicherungsunabhängige Klärung der Kausalität 
der Beschwerden bzw. der SLAP-Läsion zum Unfall) über die 
Leistungsansprüche der Versicherten neu verfügt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2022, UV 
2021/78).

Entscheid vom 8. Dezember 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane Gallati 

Schneider und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2021/78

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

Branchen Versicherung Genossenschaft, Sihlquai 255, Postfach, 8031 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gilles Benedick, LL.M., Benedick

Studio legale e notarile, Via Ariosto 6, P.O. Box 5251, 6901 Lugano,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend Versicherte) arbeitete seit dem 1. November 2020 als 

Produktionsmitarbeiterin bei der B.___ AG und war infolgedessen bei der Branchen 

Versicherung Genossenschaft, Zürich (nachfolgend: Versicherung), gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als sie am 16. Juni 2021 beim Bremsen ihres Fahrrads die 

Balance verlor, nach vorne stürzte und sich infolgedessen an der linken Schulter 

verletzte (vgl. Schadenmeldung UVG vom 21. Juni 2021, UV-act. A1).

A.a. 

Am 18. Juni 2021 erfolgte die hausärztliche Erstkonsultation bei dipl. Arzt C.___, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH. Im Arztzeugnis vom 25. Juni 2021 

berichtete der Allgemeinmediziner gestützt auf eine radiologische Untersuchung, dass 

regelgerechte Artikulationsverhältnisse und keine ossäre Läsion vorlägen. Er 

veranlasste eine Ruhigstellung der verletzten Schulter und verordnete Schmerzmittel 

(UV-act. M1). Auf Zuweisung des Hausarztes erfolgte am 9. August 2021 in der 

Radiologie D.___, Diagnosezentrum E.___, eine Arthrographie vor MR sowie eine 

direkte MR-Arthrographie der linken Schulter. Die Fachärzte für Radiologie, PD Dr. 

med. F.___ und Prof. Dr. med. G.___, erhoben insbesondere eine SLAP-Läsion 

(superiores Labrum von anterior nach posterior) vom Typ II (Abriss des Bizepsankers 

nach kranial), eine diskrete Zerrung der langen Bizepssehne im intraartikulären 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Segment bei geringer Signalanhebung, eine intakte Rotatorenmanschette und eine 

leichte Reizung der Bursa subacromialis/subdeltoidea (geringe posttraumatische 

Bursitis). Zudem beschrieben die Radiologen einen Buford-Komplex im 

glenohumeralen Gelenk (UV-act. M2). Daraufhin überwies Hausarzt C.___ die 

Versicherte zur Behandlung an die Orthopädie H.___. Im Arztbericht vom 19. August 

2021 diagnostizierte Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, gestützt auf die Untersuchung der 

Versicherten vom 16. August 2021 einen Status nach Schulterkontusion/-distorsion am 

16. Juni 2021 mit kernspintomographischem Verdacht auf eine SLAP-Läsion der linken 

Schulter. Es erfolgte eine konservative Behandlung mit Schmerzmitteln, Physiotherapie 

und muskulärer Therapie (UV-act. M4). Im Arztbericht vom 20. August 2021 verwies 

Hausarzt C.___ hinsichtlich der Befunde und Diagnosen auf die orthopädischen 

Arztberichte. Dabei ging er nicht von einer Beeinflussung durch unfallfremde 

Krankheiten, Gebrechen oder Folgen früherer Unfälle aus. Ob bleibende Nachteile zu 

erwarten seien, könne derzeit noch nicht gesagt werden (UV-act. M3).

Am 13. September 2021 nahm der Vertrauensarzt der Versicherung, Dr. med. 

J.___, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie FMH, zur Frage der Versicherung, ob 

die heutigen Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall als 

alleinige oder als Teilursache oder ausschliesslich auf ereignisfremde Faktoren 

zurückzuführen seien, wie folgt Stellung: Die SLAP-Läsion Typ II in der MRT-

Untersuchung der linken Schulter mit Kontrastmittel habe dreieinhalb Wochen nach 

dem gemeldeten Ereignis vom 16. Juni 2021 als gegebenenfalls Labrumeinriss ohne 

jegliche traumatische Hinweise imponiert. Dies beziehe sich auf fehlende Hämatome 

oder begleitende Sehnenaffektionen, so dass dieser Befund mit hoher 

Wahrscheinlichkeit und überwiegend vorbestehender Natur gewesen sei. Ein 

symptomatisch Werden nach dem Ereignis erfülle die initiale überwiegende Kausalität 

eindeutig nicht, so dass der Status quo ante vel sine spätestens vier Wochen nach 

dem Vorkommnis vom 16. Juni 2021 erreicht gewesen sei (UV-act. M6).

A.c. 

Mit Arztbericht ebenfalls vom 13. September 2021 berichtete Dr. I.___ bei 

gleichbleibender Diagnosestellung wie im früheren Arztbericht vom 19. August 2021 

(vgl. UV-act. M4), dass die Infiltration vorübergehend mehr Beschwerden und 

Nebenwirkungen ausgelöst habe. Derzeit bestünden wieder weitgehend unveränderte 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Beschwerden am lateralen Oberarm. Eine Indikation zu einem operativen Vorgehen 

bestehe nicht. Verordnet habe er weiterhin Physiotherapie und Schmerzmittel nach 

Bedarf. Die nächste Kontrolle sei in der Hausarztsprechstunde vorgesehen (UV-act. 

M5).

Mit Verfügung vom 23. September 2021 eröffnete die Versicherung der 

Versicherten, dass sie gestützt auf die Ausführungen ihres Vertrauensarztes Dr. J.___ 

vom 13. September 2021 die Leistungen per 21. Juli 2021 einstelle, wobei die MRI-

Kosten im Sinne von Abklärungskosten noch übernommen würden (UV-act. A3).

A.e. 

Am 6. Oktober 2021 erhob die Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 

23. September 2021. Sie sei nicht damit einverstanden, dass zwischen ihren 

Beschwerden und dem Unfall vom 16. Juni 2021 keine Kausalität bestehen solle. Sie 

forderte eine Beurteilung durch eine unabhängige Stelle (UV-act. A6).

B.a. 

Am 7. Oktober 2021 untersuchte Dr. med. K.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Orthopädie L.___, die vom 

Hausarzt C.___ zugewiesene Versicherte. Im Arztbericht vom 12. Oktober 2021 

diagnostizierte Dr. K.___ einen Status nach Sturz mit Schulterkontusion und 

posttraumatischer Bursitis subacromialis links. Mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit sei es beim Unfall zu einer schweren Schulterkontusion, unter 

Umständen auch mit Einblutung in die Bursa subacromialis gekommen. Dies erkläre 

die Beschwerden, welche unter Belastung (Arbeit) noch deutlich verstärkt seien. Acht 

Wochen nach dem Unfall könne nicht mehr erwartet werden, dass noch Hämatome 

vom Unfall selbst erkennbar seien. Die persistierende Bursitis lasse aber eine 

stattgehabte Einblutung hier annehmen. Die MR-tomographisch gesehene 

Veränderung im Bereich des Bizepsankers sei unfallunabhängig. Es liege eine 

Normvariante vor, welche die ventrale Stabilität des Bizepsankers vermindert habe und 

frühzeitig hier auch zur Degeneration führen könne. Bei einer traumatischen Läsion 

würde er eher eine subtotale Ablösung des Bizepsankers erwarten, welche nicht 

darstellbar sei. Er habe nochmals Physiotherapie verordnet und einen 

Therapeutenwechsel empfohlen (UV-act. M8).

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Versicherung beauftragte am 13. Oktober 2021 Dr. J.___ mit einer erneuten 

Aktenbeurteilung (UV-act. A7). In der noch gleichentags erstellten Beurteilung erklärte 

der Vertrauensarzt, dass die beklagten Beschwerden nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit in natürlichem Kausalzusammenhang zum gemeldeten Ereignis 

ständen. Es bestehe bei degenerativen anterioren Schulterveränderungen nach einer 

Kontusion hier mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine traumatische 

Labrumverletzung. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei bei einer subacromialen 

Enge mit Reizzuständen der Bursa subacromialis eine Kontusion nicht in der Lage, eine 

gemäss der MRT-Untersuchung der linken Schulter superiore Labrumläsion bis nach 

lateral ziehend passend zu einer SLAP-Läsion Typ II überwiegend wahrscheinlich zu 

erzeugen. Da sich die klinischen Befunde nicht einmal eindeutig dieser 

morphologischen Läsion zuordnen liessen, sei die natürliche Kausalität dieses 

Befundes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht gegeben. Der Status quo ante 

vel sine sei daher überwiegend wahrscheinlich spätestens vier Wochen nach dem 

Ereignis vom 16. Juni 2021 wieder eingetreten. Das reine symptomatisch Werden 

vorbestehender Befunde erfülle die natürliche Kausalität mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht. Gemäss dem MRT-Befund sei es sicher zu keiner 

objektivierbaren Verschlimmerung an der linken Schulter dieser genannten Befunde 

gekommen. Im Weiteren führte er aus, dass die Gesundheit der Versicherten schon vor 

dem Ereignis beeinträchtig gewesen sei. Es würde sich daher um ein reines 

symptomatisch Werden von in der MRT-Untersuchung der linken Schulter aufgeführten 

Befunden handeln. Ergänzende spezialärztliche Untersuchungen, eine 

versicherungsmedizinische Evaluation oder ein Gutachten seien nicht angezeigt (UV-

act. M7).

B.c. 

Mit Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2021 wies die Versicherung die 

Einsprache vom 6. Oktober 2021 gegen die Verfügung vom 23. September 2021 ab. 

Begründet wurde der Entscheid damit, dass gestützt auf die nachvollziehbare und 

schlüssige medizinische Beurteilung von Dr. J.___ vom 13. Oktober 2021 die 

Beschwerden an der linken Schulter ab dem 22. Juli 2021 nicht mehr auf den Unfall 

vom 16. Juni 2021 zurückzuführen seien (UV-act. A10).

B.d. 

Am 29. Oktober 2021 untersuchte Dr. K.___ die Versicherte erneut. Im Arztbericht 

vom 3. November 2021 erklärte der Facharzt bei unveränderter Diagnosestellung (vgl. 

B.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

UV-act. M8), dass die Schulterfunktion seitengleich frei sei. Die Impingementtests seien 

weiterhin nur angedeutet positiv. Es gebe eine Druckdolenz über dem Sulcus 

bicipitalis, jedoch ohne wesentliche Schmerzverstärkung bei der isometrischen 

Belastung bzw. bei den Bizepstests. Er empfahl die Belastung bzw. das 

Trainingsprogramm anzupassen, so dass kein Training im schmerzhaften Bereich 

erfolge. Eine Indikation für eine operative Intervention erachtete er weiterhin als nicht 

gegeben, da auch schwierig einzuschätzen sei, wie stark die Versicherte durch die 

Beschwerden tatsächlich eingeschränkt sei (UV-act. M9).

Gegen den Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2021 liess die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Laurent 

Häusermann, Amparo Anwälte und Notare, St. Gallen, am 29. November 2021 

Beschwerde erheben. Folgende Anträge wurden gestellt: 1. Der Einspracheentscheid 

vom 28. Oktober 2021 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien die 

gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere Heilbehandlung und Taggelder. 

2. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen oder die Angelegenheit für weitere 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 3. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Versicherung 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, 

dass die Schulterverletzung (SLAP-Läsion Typ II) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

auf das Unfallereignis vom 16. Juni 2021 zurückzuführen sei, da es keine 

wahrscheinlicheren Anhaltspunkte für eine alternative Schadensursache gebe. 

Insbesondere fehle es an ausreichenden Anhaltspunkten für einen degenerativ 

entstandenen Schaden. Ausserdem sei der Status quo sine vel ante noch nicht 

eingetreten (act. G1).

C.a. 

Am 29. November 2021 hielt Dr. K.___ im Verlaufsbericht (act. G15.6) fest, dass 

sich die Beschwerden nicht wie erwartet gebessert hätten. Er habe ein halbes Jahr 

nach dem Unfall bei einer einfachen Impingement-Symptomatik post Trauma wieder 

eine normale Schulterfunktion erwartet. Zur Beurteilung des Bizepsankers würden nun 

die MRT-Untersuchungen wiederholt. Er hoffe, man könne dann besser zwischen einer 

C.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Normvariante und Unfallfolgen differenzieren. In Abhängigkeit der Erkenntnisse aus der 

MRT-Untersuchung müsse eine operative Intervention nochmals erwogen werden.

Am 30. November 2021 wurde in der Radiologie D.___ erneut eine Arthrographie 

vor MR und eine direkte MR-Arthrographie der linken Schulter vorgenommen. Die 

Radiologin Dr. med. M.___ berichtete über eine stationäre Darstellung der SLAP-Läsion 

Typ II (stationäre Darstellung des Labrumrisses superior bis posterosuperior ohne 

Progredienz), eine vollständige Regredienz der Signalstörung der langen Bizepssehne 

im intraartikulären Abschnitt bei Status nach Zerrung und eine weiterhin intakte 

Rotatorenmanschette (act. G15.3).

C.c. 

Im Verlaufsberichtseintrag vom 1. Dezember 2021 erwähnte Dr. K.___ einen 

Status nach Schulterkontusion mit hochgradigem Verdacht auf eine SLAP-Läsion mit 

Impingement posttraumatisch links. Die wiederholte MRT-Untersuchung habe 

unverändert die erhebliche Signalstörung im Bereich des Bizepsankers im Sinne einer 

SLAP-Läsion bei zusätzlichem Buford-Komplex gezeigt. Unverändert sei auch die 

subakromiale Kompromittierung durch ein stark hypertrophes CA-Ligament mit Bursitis 

subacromialis. Die beurteilende Radiologin gehe zweifelsfrei und identisch von einer 

SLAP-Läsion aus. Der Entscheid zur operativen Evaluation sei getroffen worden. 

Intraoperativ werde ersichtlich sein, ob der Bizepsanker instabil sei und einer 

operativen Refixation bedürfe. Dies müsse dann ganz sicher zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin gewertet werden. Zudem werde auch eine Dekompression 

subakromial bei zusätzlich vorhandener Kompromittierung hier vorgenommen (act. 

G15.6-3).

C.d. 

Im Operations-/Austrittsbericht vom 14. Dezember 2021 berichtete Dr. K.___ über 

die durchgeführte Schulterarthroskopie mit SLAP-Repair und die subakromiale 

Bursektomie mit Akromioplastik links (act. G15.4).

C.e. 

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gilles Benedick, Lugano, die vollumfängliche 

Abweisung der Beschwerde vom 29. November 2021. Zur Begründung wurde 

insbesondere vorgebracht, dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht 

C.f. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geeignet seien, Zweifel an der vertrauensärztlichen Beurteilung von Dr. J.___ zu 

wecken (act. G3).

Im Arztbericht vom 10. Februar 2022 berichtete Dr. K.___, dass sich bereits 

unmittelbar postoperativ eine rasche, erhebliche Besserung eingestellt habe. Das 

nächste Ziel sei nun die muskuläre Stabilisation der Schulter selbst, glenohumeral (um 

das Impingement-Problem dauerhaft zu lösen). Eine Wiederaufnahme der 

Arbeitsbelastung sei noch nicht zumutbar. Eine nächste Beurteilung erfolge in vier 

Wochen. Im Weiteren erklärte der Facharzt, dass der intraoperative Befund der 

ventralen Bizepsankerläsion mit Beteiligung der Befestigung des MGHL (mittleres 

glenohumerales Ligament) und auch die Verklebungen zwischen MGHL und 

Subscapularis die traumatische Genese der Läsion stützen würden. Lediglich die 

subacromialen Veränderungen seien unfallunabhängig (act. G11.2).

C.g. 

Im Verlaufsberichtseintrag vom 7. April 2022 führte Dr. K.___ aus, dass die 

Physiotherapie abgeschlossen sei und die instruierten Übungen regelmässig 

selbständig fortgeführt würden. Hierunter habe sich eine deutliche Besserung der 

Schulterstabilität eingestellt. Diskrete Schmerzen bestünden nur noch oberhalb der 

Horizontalen bei bestimmten Rotationsbewegungen sowie bei der endgradigen 

Innenrotation. Er empfahl Belastungen in und über der Schulterebene möglichst auf 

lange Sicht zu vermeiden. Im Weiteren hielt er fest, dass der Beschwerdeführerin von 

Seiten der Arbeitgeberin gekündigt worden sei (act. G15.6-4f.).

C.h. 

In der Replik vom 25. Mai 2022 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen mit Ausnahme des eventualiter einzuholenden 

Gerichtsgutachtens fest (act. G11). Zur Widerlegung der Einschätzungen von Dr. J.___ 

wurde eine Beurteilung von Dr. med. N.___, Fachärztin für Chirurgie FMH, O.___ AG, 

vom 9. Mai 2022 eingereicht. Diese führte in der Beurteilung aus, dass das linke 

Schultergelenk wie das linke Schultereckgelenk (AC-Gelenk) nicht degenerativ 

verändert seien und die Rotatorenmanschette intakt sei. Die Abklärungen hätten das 

Vorliegen eines sogenannten Buford-Komplexes im Sinne eines Vorzustandes am 

Labrum (konkret fehle das antero-superiore Labrum in der Lokalisation eins bis drei 

Uhr) und eine SLAP-Läsion Typ II in posterosuperiorer Ausdehnung gezeigt. Die SLAP-

Läsion sei überwiegend wahrscheinlich unfallkausal verursacht worden. Es liege 

C.i. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

überwiegend wahrscheinlich eine durch den Unfall vom 16. Juni 2021 verursachte 

richtungsgebende Verschlimmerung eines anlagebedingten Vorzustandes am linken 

Labrum vor (act. G11.1).

Im Arztbericht vom 1. Juli 2022 berichtete Dr. K.___ über die Untersuchung der 

Versicherten vom 30. Juni 2022. Der Facharzt konnte objektiv eine sehr gute 

Schulterfunktion und auch Kraft feststellen. Er forderte die Beschwerdeführerin erneut 

auf, das Muskeltraining zur glenohumeralen Stabilisierung unbedingt selbstständig 

fortzusetzen, da sonst die Impingementtests vor allem im unphysiologischen 

Bewegungsbereich (neben der Körperebene, Retroversion) positiv bleiben würden. Eine 

Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess in schulteradaptierter Belastung (unterhalb 

der Schulterebene, nicht darüber) sah er als Teil der Therapie an. Seit der operativen 

Intervention seien nun bereits mehr als sechs Monate vergangen, was bei derartigen 

Verletzungen in der Regel ausreiche, um die Arbeitsbelastung wieder aufzunehmen 

(act. G15.7).

C.j. 

In der Duplik vom 16. August 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin 

unverändert die Abweisung der Beschwerde (act. G15). In der Begründung verwies sie 

auf den Bericht von Dr. J.___ vom 16. Juli 2022 (act. G15.1; vgl. Sachverhalt C.k), worin 

dieser eine krankheitsbedingte Labrumläsion feststellte. Die Beschwerdegegnerin ging 

weiterhin vom Erreichen des Status quo sine spätestens vier Wochen nach dem Unfall 

aus (act. G15). Zudem wurden von ihr weitere Akten eingereicht (act G15.1ff.).

C.k. 

In der Eingabe vom 6. September 2022 teilte die neue Rechtsanwältin der 

Beschwerdeführerin, Karin Herzog, mit, dass sie das Vertretungsmandat von 

Rechtsanwalt Laurent Häusermann infolge dessen Ausscheidens aus der 

Anwaltskanzlei übernommen habe. Zusätzlich zu den bereits mit der Beschwerde 

gestellten Rechtsbegehren liess die Beschwerdeführerin die Verpflichtung der 

Beschwerdegegnerin zur Erstattung der Kosten für die Kausalitätsbeurteilung von Dr. 

N.___ in der Höhe von Fr. 969.30 beantragen. Im Weiteren wurde erklärt, dass 

Kausalitätsbeurteilungen von drei Fachärztinnen und -ärzten vorlägen, von welchen Dr. 

K.___ und Dr. N.___ die Kausalität bejahten und Dr. J.___ sie verneine. Geltend 

gemacht wurde, dass die Beurteilungen von Dr. K.___ und Dr. N.___ ausreichten, so 

C.l. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.  

dass zumindest geringe Zweifel an der Beurteilung von Dr. J.___ beständen, weshalb 

auf diese nicht abgestellt werden dürfe (act. G17, G17.1ff.).

Mit Eingabe vom 21. September 2022 nahm die Beschwerdegegnerin zur 

Eingabe der Beschwerdeführerin vom 6. September 2022 Stellung. Erklärt wurde, dass 

die Beurteilung von Dr. N.___ keine Zweifel an der Einschätzung von Dr. J.___ zu 

begründen vermöge. Der Antrag, dass die Kosten für die Beurteilung von Dr. N.___ der 

Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin zu vergüten seien, sei abzuweisen 

(act. G19).

C.m. 

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2021 (UV-act. A10). Streitig und zu prüfen ist, ob 

die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch auf Versicherungsleistungen über 

den 21. Juli 2021 hinaus abgelehnt hat.

1.1. 

Die Beschwerdeführerin lässt in der Beschwerde vom 29. November 2021 (act. 

G1), der Replik vom 25. Mai 2022 (act. G11) und der Eingabe vom 6. September 2022 

(act. G17) geltend machen, dass die Beschwerden in der linken Schulter auf den Unfall 

vom 16. Juni 2021 zurückzuführen seien und der Status quo sine vel ante 

diesbezüglich noch nicht erreicht sei, weshalb die Beschwerdegegnerin auch über den 

21. Juli 2021 hinaus leistungspflichtig für Heilbehandlung und Taggelder sei. In der 

Begründung wird dazu ausgeführt, dass es zwei Hauptstreitpunkte gebe, einerseits 

den Unfallhergang (vgl. nachfolgende Erwägung 3) und andererseits die Kausalität der 

Beschwerden bzw. der SLAP-Läsion zum Unfall vom 16. Juni 2021 (vgl. nachfolgende 

Erwägung 4). Bezüglich des von der Beschwerdegegnerin bzw. von deren 

Vertrauensarzt Dr. J.___ angenommenen Unfallhergangs wird beanstandet, dass nicht 

auf denjenigen gemäss der Schadensmeldung UVG vom 21. Juni 2021 abgestellt 

worden sei (vgl. UV-act. A1: "Die Mitarbeiterin hat beim Bremsen ihres Fahrrades die 

Balance verloren, ist nach vorne gestürzt und hat sich dabei ihre linke Schulter 

verletzt."). Gerügt wird, dass die Beschwerdegegnerin bzw. ihr Vertrauensarzt den 

Unfallhergang mit dem Fall verglichen, bei dem eine Person mit einem Motorrad 

wegrutsche. Bei einem Sturz nach vorne, wie ihn die Beschwerdeführerin erlitten hat, 

würden jedoch ganz unterschiedliche Kräfte (auf den Arm und die Schulter) wirken. 

Hinzu komme, dass weder die Beschwerdegegnerin noch ihr Vertrauensarzt Dr. J.___ 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sie je um eine detaillierte Schilderung des Unfallhergangs gebeten hätten. Hinsichtlich 

der Kausalitätsbeurteilung der Beschwerdegegnerin bzw. ihres Vertrauensarztes wird 

beanstandet, dass diese, obwohl eine anatomische Anomalie vorliege (ein sogenannter 

Buford-Komplex) und das Schultergelenk sowie die Rotatorenmanschette keine 

degenerativen Schäden gezeigt hätten, vom Vorliegen eines degenerativen 

Vorzustandes ausgegangen seien. Sowohl Dr. K.___ als auch Dr. N.___ würden die 

Kausalität der SLAP-Läsion zum Unfall vom 16. Juni 2021 bejahen, nur Dr. J.___, 

welcher lediglich von einer erlittenen Prellung ausgehe, verneine diese. Da zumindest 

geringe Zweifel an der Beurteilung des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin 

bestünden, dürfe nicht auf diese abgestellt werden. Falls nicht auf die Beurteilung von 

Dr. N.___ (act. G11.1), welche viele Jahre als Kreisärztin für die Suva tätig gewesen sei, 

abgestellt werde, sei eine unabhängige Einschätzung einzuholen. Selbst wenn die 

SLAP-Läsion wider Erwarten nicht unfallkausal sein sollte, sei der Status quo sine oder 

ante wahrscheinlich nicht per 21. Juli 2021, sondern bisher noch nicht eingetreten. Dies 

habe eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin über den 21. Juli 2021 hinaus zur 

Folge.

Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Begründung des angefochtenen 

Einspracheentscheids (UV-act. A10) im Wesentlichen auf die Stellungnahmen ihres 

Vertrauensarztes Dr. J.___ vom 13. September 2021 (UV-act. M6; vgl. Sachverhalt A.c) 

und insbesondere vom 13. Oktober 2021 (UV-act. M7; vgl. Sachverhalt B.c). In der 

Beschwerdeantwort wird geltend gemacht, Dr. J.___ sei zum Schluss gekommen, dass 

der Status quo ante vel sine spätestens vier Wochen nach dem Unfall vom 16. Juni 

2021 wieder erreicht worden sei, denn eine Kontusion, wovon vorliegend auszugehen 

sei, könne überwiegend wahrscheinlich keine SLAP-Läsion vom Typ II verursachen. Die 

noch vorliegenden Beschwerden seien daher vorwiegend auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen (vgl. act. G3). In der Duplik wird gestützt auf die neu 

eingeholte Stellungnahme von Dr. J.___ vom 16. Juli 2022 (act. G15.1) erklärt, dass 

wegen der anatomisch bedingten fehlenden ventralen Labrumstruktur (Buford-

Komplex) und der somit fehlenden Stabilisierung, die superiore Labrumläsion (SLAP-

Läsion) überwiegend wahrscheinlich aufgrund krankhafter instabiler Belastungen 

zustande gekommen sei. Das reine symptomatisch Werden vorbestehender Befunde 

erfülle die natürliche Kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht. Der Status 

quo ante vel sine sei überwiegend wahrscheinlich vier Wochen nach dem Unfall 

eingetreten (vgl. act. G15). In der Eingabe vom 21. September 2022 wird erneut 

ausgeführt, dass die Beurteilung von Dr. N.___ nicht geeignet sei, die fachärztlichen 

Begutachtungen des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin in Zweifel zu ziehen 

(vgl. act. G19).

1.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt.

2.1. 

Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.2. 

Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; Alexandra Rumo-

Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 

53 ff.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/ Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]). 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 

deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher 

Weise oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h. 

zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 

E. 3.1 und 117 V 376 E. 3a mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die 

Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten 

Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 55 und 58 f.; KOSS UVG-Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK UVG-

Hofer, N 65 f. und 74 zu Art. 6).

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so 

entfällt sie erst dann wieder, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate 

Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender 

Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N. 58 f.). Da es sich hierbei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (Urteile des Bundesgerichts vom 3. August 2022, 8C_698/2021, E 3.3, 

und vom 24. August 2016, 8C_263/2016, E. 4.2; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 9. September 1999, U 355/98, E. 2, in: RKUV 2000 

Nr. U 363 S. 45). Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 

überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und 

sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 

erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen). Mit dem Erreichen des 

Status quo sine oder ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden 

Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht 

ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den 

Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter 

auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 

vom 11. März 2014, 8C_637/2013, E. 2.3.2).

2.4. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin bzw. ihr Vertrauensarzt Dr. J.___ 

bei der Leistungsanspruchsprüfung bzw. bei der Beurteilung der Kausalität der 

Beschwerden zum Unfall vom 16. Juni 2022 von einem unzutreffenden Unfallhergang 

ausgegangen sind.

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und 

Ärztinnen oder von ihren Vertrauensärztinnen und -ärzten einholen, Beweiswert 

beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4, 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Soll ein 

Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen oder vertrauensärztlichen Feststellungen, ist eine 

versicherungsexterne Begutachtung anzuordnen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 229 

E. 5.2 mit Hinweis, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).

Vorweg ist festzuhalten, dass es sich beim Ereignis vom 16. Juni 2021 (vgl. UV-act. 

A1) unbestrittenermassen um einen Unfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG handelt. Die 

Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch das Ereignis als Unfall und erbrachte 

gesetzliche Versicherungsleistungen (vgl. UV-act. A2-2).

3.1. 

Gemäss der Schadensmeldung UVG vom 21. Juni 2021 (UV-act. A1) hat die 

Beschwerdeführerin am 16. Juni 2021 beim Bremsen des Fahrrads die Balance 

verloren, ist nach vorne gestürzt und hat sich dabei die linke Schulter verletzt. Von 

diesem Unfallhergang ging die Beschwerdegegnerin denn auch in ihrer Verfügung vom 

22. September 2021 aus (vgl. UV-act. A3). Die Beschreibung des Unfallhergangs (im 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sinne einer Aussage der ersten Stunde) ist nachvollziehbar, plausibel und wird durch 

spätere Schilderungen der Beschwerdeführerin auch nicht in Frage gestellt (vgl. UV-

act. A6, act. G1-3, G11.1-3). Für die Annahme der Beschwerdegegnerin und ihres 

Vertrauensarztes, dass beim Unfall vom 16. Juni 2021 von einem seitlichen 

Wegrutschen und nicht von einem Sturz nach vorne auszugehen sei (vgl. act. G15-4, 

G15.1-3, G15.6-1, G17-2), gibt es keine Anhaltspunkte, und sie würde den 

ursprünglichen beschwerdeführerischen Angaben in der Schadensmeldung UVG vom 

21. Juni 2021 (vgl. UV-act. A1) widersprechen. Zudem ist es nicht aussergewöhnlich, 

dass bei starkem Abbremsen eines Fahrrades dessen Vorderrad blockiert und das 

Hinterrad sich infolgedessen vom Boden abhebt, so dass die Fahrradfahrerin bzw. der 

Fahrradfahrer in Folge des hohen Schwerpunktes und der wirkenden Kräfte über den 

Lenker des Fahrrades hinweg nach vorne stürzt. Bei diesem "Wegkatapultieren" lösen 

sich die Hände von den Lenkergriffen und die stürzende Person wird, da die Arme 

bereits in Sturzrichtung zeigen, in der Regel versuchen, den Aufprall auf dem Boden 

mit den Armen abzufedern. Folglich ist bei einem Sturz nach vorne mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Arme beim Aufprall nicht seitlich an 

den Körper angelegt waren. Zu den Ausführungen des Vertrauensarztes ist 

anzumerken, dass es bei Motorradunfällen oft zu einem seitlichen Wegrutschen 

kommt. Dies dürfte jedoch insbesondere auf den tiefen Schwerpunkt von Motorrad und 

Fahrzeuglenker/in in Kombination mit Fahrfehlern (nicht angepasste Geschwindigkeit in 

Kurven und falsche Bremsmanöver) zurückzuführen sein. Daraus lässt sich jedoch für 

den vorliegend zu beurteilenden Fahrradunfall nichts ableiten, sind doch die auf den 

Körper einwirkenden Kräfte bei einem seitlichen Wegrutschen (mit einem Motorrad) 

und bei einem Sturz nach vorne (über den Lenker eines Fahrrades hinweg) nicht 

vergleichbar, weil nur schon von unterschiedlichen Armpositionen (am Körper 

anliegend, vom Körper abstehend) beim Bodenkontakt (Aufprall) und auch sonst von 

einem gänzlich unterschiedlichen Bewegungsablauf auszugehen ist.

Nicht nachvollziehbar bzw. verständlich ist, dass die Beschwerdegegnerin den 

Unfallhergang, zumal sie von den Angaben der Beschwerdeführerin in der 

Schadensmeldung UVG vom 21. Juni 2021 (vgl. UV-act. A1) abwich (das nach vorne 

Stürzen wurde weggelassen, vgl. UV-act. A3-1, A7-2, M6, M7-1), nicht genauer 

abklärte, obschon die Beschwerdeführerin bereits in ihrer Einsprache angab, dass eine 

Zeugin alles gesehen habe (vgl. UV-act. A6). Infolgedessen fehlen Angaben zum Unfall 

wie Ausgangsgeschwindigkeit, Sturzweite, Endlage des Fahrrades und der 

Beschwerdeführerin sowie Beschädigungen an Fahrrad und Bekleidung. 

Entsprechende Informationen hätten genauere Rückschlüsse hinsichtlich der auf den 

Körper der Beschwerdeführerin einwirkenden Kräfte ermöglicht. Obwohl in der 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine Beurteilung 

der Kausalität der über den Leistungseinstellungszeitpunkt (21. Juli 2021) hinaus 

bestehenden Beschwerden bzw. der SLAP-Läsion zum Unfall vom 16. Juni 2021 

zulässt.

Schadensmeldung UVG vom 21. Juni 2021 im Feld Verletzung das Wort "Riss" 

eingetragen wurde (vgl. UV-act. 1), erfolgte nach vorliegendem Aktenstand seitens der 

Beschwerdegegnerin sodann keine Nachfrage hinsichtlich der Bedeutung dieses 

Eintrags.

Da die Unfallhergangsschilderung in der Schadensmeldung UVG (UV-act. A1) 

nachvollziehbar und stimmig erscheint, ist darauf abzustellen. Infolgedessen ist davon 

auszugehen, dass beim Sturz (Bodenaufprall) erhebliche (Scher-)Kräfte auf den linken 

Arm bzw. die linke Schulter der Beschwerdeführerin eingewirkt haben müssen.

3.4. 

Die Beschwerdeführerin gibt an, nach dem Unfall vom 16. Juni 2021 trotz der 

Schmerzen – aus Pflichtbewusstsein (vgl. UV-act. A6) – weiterhin ihrer Arbeit 

nachgegangen zu sein. Erst zwei Tage später konsultierte sie ihren Hausarzt, welcher 

gestützt auf eine klinische und radiologische Untersuchung eine Ruhigstellung der 

linken Schulter veranlasste und Schmerzmittel verordnete (UV-act. M1).

4.1. 

Erst als die vom Hausarzt erhoffte Verbesserung der Schmerzsituation nicht 

eintrat, veranlasste dieser knapp acht Wochen nach dem Unfall weitere bildgebende 

Untersuchungen der linken Schulter (Arthrographie, MRT durchgeführt am 9. August 

2021). Als Befund erhoben die Radiologen Dr. F.___ und Dr. G.___ hinsichtlich des 

Schultergelenkdachs ein AC-Gelenk ohne Arthrose oder Reizzustand, keinen 

Kontrastmitteldurchtritt nach subakromial/subdeltoidal, eine geringe Reizung der Bursa 

subakromialis/subdeltoidea, ein leicht verdicktes coracoacromiales Ligament mit 

leichter Eindellung der Bursa sowie ein Acromion Typ Bigliani I. Hinsichtlich der 

Rotatorenmanschette beschrieben sie intakte Sehnen (Supraspinatussehne, 

Infraspinatussehne und Teres minor-Sehne). Im Weiteren erhoben sie eine allseits gute 

Muskelqualität, keine Atrophie, kein Muskelödem und normale axilläre Weichteile. 

Hinsichtlich der langen Bizepssehne beschrieben sie eine geringe, eher unspezifische 

Signalerhöhung im intraartikulären Segment der langen Bizepssehne in der T1-

Sequenz. Die übrigen Sequenzen beurteilten sie als normal. Insbesondere gebe es 

keinen Hinweis auf eine Pully-Läsion. Die lange Bizepssehne sei im Sulcus 

intertubercularis zentriert. Zum glenohumeralen Gelenk führten sie aus, dass es keine 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

fokalen Knorpelschäden glenohumeral gebe. Es liege jedoch ein Buford-Komplex vor. 

Das superiore Labrum sei signalalternierend und die Signalveränderungen würden auch 

nach lateral in die Labrumsubstanz, insbesondere bis nach posterior, reichen, sodass 

der Befund zu einer SLAP-Läsion vom Typ II passe. Diese von den Radiologen 

vorgenommene Beurteilung (SLAP-Läsion vom Typ II, diskrete Zerrung der langen 

Bizepssehne im intraartikulären Segment, intakte Rotatorenmanschette, eine geringe 

posttraumatische Bursitis und das Vorliegen eines Buford-Komplexes) erscheint 

nachvollziehbar und wird grundsätzlich nicht in Frage gestellt. Für die 

Beschwerdegegnerin selbst ergaben sich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Zweifel 

bezüglich ihrer Leistungspflicht. Weiter finden sich im Arztbericht der Radiologen keine 

Aussagen zur Kausalität der Beschwerden bzw. der SLAP-Läsion zum Unfallereignis 

vom 16. Juni 2021 (vgl. UV-act. M2).

Aus den Arztberichten von Dr. I.___ vom 19. August 2021 (UV-act. M4; vgl. 

Sachverhalt A.b) und 13. September 2021 (UV-act. M5; vgl. Sachverhalt A.d) ergeben 

sich ebenfalls keine Erkenntnisse zur Kausalität der SLAP-Läsion zum Unfall vom 16. 

Juni 2021. Der Facharzt ging von einer Schulterkontusion/-distorsion und, da die 

klinische Untersuchung keine eindeutigen Symptome der kernspintomographisch 

erhobenen SLAP-Läsion zeigte, lediglich von einem Verdacht hinsichtlich des 

Vorliegens einer SLAP-Läsion aus.

4.3. 

Im Arztbericht vom 20. August 2021 (UV-act. M3; vgl. Sachverhalt A.b) 

beantwortete Hausarzt C.___ die von der Beschwerdegegnerin gestellten Fragen. Er 

ging offensichtlich ausschliesslich von unfallbedingten Diagnosen aus. Eine 

diesbezügliche Begründung enthält der Bericht jedoch nicht. Bei den weiteren Fragen 

verwies er auf die Berichte der Fachärzte (vgl. UV-act. M2, M4). Folglich hilft auch 

dieser Bericht hinsichtlich der eingangs gestellten Kausalitätsfrage nicht weiter. Nicht 

nachvollziehbar ist, dass die Beschwerdegegnerin zwar dem Allgemeinmediziner C.___ 

diesen Fragebogen zustellte, nicht jedoch den Fachärzten Dr. F.___ und Dr. G.___ 

sowie Dr. I.___, von denen aufgrund ihrer fachspezifischen Kenntnisse eher begründete 

Aussagen zur Kausalität zu erwarten gewesen wären.

4.4. 

In der Folge bat die Beschwerdegegnerin ihren Vertrauensarzt Dr. J.___ um eine 

Kausalitätsbeurteilung. Bei seiner Stellungnahme vom 13. September 2021 (UV-act. 

M6; vgl. Sachverhalt A.c.) handelt es sich um rein aktenbasierte Aussagen. Unklar ist, 

welche Akten und insbesondere welche Untersuchungsbilder Dr. J.___ zur Verfügung 

standen. Wie sich aus späteren Aktenstücken ergibt, dürfte er die Stellungnahme ohne 

Einsichtnahme in die Arthrographie-/MRT-Bilder erstellt haben (vgl. dazu die 

nachfolgenden Erwägungen 4.6 und 4.9). In medizinischer Hinsicht stellt der 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vertrauensarzt das Vorliegen von Beschwerden bzw. einer SLAP-Läsion nicht in Frage, 

die Kausalität zum Unfall vom 16. Juni 2021 jedoch schon. Begründet wird dies damit, 

dass es keine traumatischen Hinweise wie Hämatome oder begleitende 

Sehnenaffektionen gebe. Eine Auseinandersetzung mit den von den Radiologen 

erhobenen Befunden "geringe Reizung der Bursa subacromialis/subdeltoidea" erfolgte 

dagegen nicht, obwohl es sich dabei um eine Entzündung der Schleimbeutel zwischen 

dem oberen Ende des Oberarmknochens und der Schulterhöhe sowie zwischen dem 

oberen Ende des Oberarmknochens und dem Delta-Muskel handelt (vgl. dazu bspw. 

www.befunddolmetscher.de/bursitis-subacromialis-und-subdeltoidea; zuletzt 

abgerufen 31. Oktober 2022). Ebenso erfolgte keine Würdigung des leicht verdickten 

coracoacromialen Ligamentums. Zudem ist fraglich, ob aus dem Fehlen von 

Hämatomen oder begleitenden Sehnenaffektionen Wochen nach dem Unfallereignis 

überhaupt noch Schlüsse hinsichtlich der Kausalität der SLAP-Läsion gezogen werden 

können, da sich solche Begleitverletzungen einer Kontusion/Distorsion 

erfahrungsgemäss relativ rasch zurückbilden und die ersten fachärztlichen 

Untersuchungen erst im August 2021 und damit knapp zwei Monate nach dem Unfall 

stattfanden.

Am 13. Oktober 2021 beauftragte die Beschwerdegegnerin ihren Vertrauensarzt 

Dr. J.___ erneut mit einer Aktenbeurteilung. Dabei schrieb sie: "Sollten Sie die Bilder 

benötigen, werden wir Ihnen diese gerne noch bestellen und nachträglich 

zustellen" (vgl. UV-act. A7). Da Dr. J.___ die Aktenbeurteilung (UV-act. M7; vgl. 

Sachverhalt B.c) noch gleichentags erstellte, in den Akten Hinweise zur Zustellung der 

Untersuchungsbilder an den Vertrauensarzt fehlen und der Bericht auch kein Akten-/

Bilderverzeichnis enthält, muss davon ausgegangen werden, dass Dr. J.___ seine 

Einschätzungen ohne Einsichtnahme in die Untersuchungsbilder erstellte. Damit beruht 

die Beurteilung von 13. Oktober 2021 auf einer unvollständigen Aktenlage. Daran 

vermag der Vermerk, "Für Beurteilung erforderliche Akten vorhanden" (vgl. UV-act. 

M7-8) nichts zu ändern. Die Einschätzung von Dr. J.___, dass mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit keine traumatische Labrumverletzung (bzw. traumatische bedingte 

SLAP-Läsion) vorliege, begründete er im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

mit degenerativen anterioren Schulterveränderungen, ohne dabei auszuführen, 

aufgrund welcher Fakten er von einem degenerativen Vorzustand ausgeht. Die 

vertrauensärztliche Einschätzung steht denn auch im Widerspruch zu dem von den 

Radiologen erhobenen Befund eines AC-Gelenks ohne Arthrose (vgl. UV-act. M2). 

Zudem geht Dr. J.___ davon aus, dass eine (einfache) Kontusion nicht in der Lage sei, 

eine SLAP-Läsion überwiegend wahrscheinlich zu verursachen. Dass der Arzt nur vom 

Vorliegen einer (einfachen) Kontusion ausging, dürfte auf den angenommenen 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Unfallhergang (Sturz mit seitlichem Wegrutschen) zurückzuführen sein. Diese Annahme 

ist aber – wie in Erwägung 3.2 hiervor aufgezeigt – nicht korrekt. Folglich kann auf die 

Aussage von Dr. J.___ vorliegend nicht abgestellt werden. Schliesslich stellt sich die 

Frage was mit der Aussage, es bestehe "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bei 

degenerativen anterioren Schulterveränderungen nach einer Kontusion hier mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit keine traumatische Labrumverletzung" (UV-act. 

M7-5) beweismässig überhaupt zum Ausdruck gebracht werden sollte. Jedenfalls 

erscheint sie alles andere als sorgfältig und zuverlässig. Zusammenfassend ist 

festzuhalten, dass hinsichtlich der Stellungnahme von Dr. J.___ zumindest geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der vertrauensärztlichen Beurteilung 

bestehen.

Im Weiteren liegen die Arztberichte von Dr. K.___ vom 12. Oktober 2021 (UV-act. 

M8; vgl. Sachverhalt B.b), vom 3. November 2021 (UV-act. M9; vgl. Sachverhalt B.e), 

vom 14. Dezember 2021 (Operations-/Austrittsbericht, act. G15.4; vgl. Sachverhalt C.e) 

und vom 10. Februar 2022 (act. G11.2; vgl. Sachverhalt C.g) sowie der Verlaufsbericht 

mit letztem Eintrag vom 7. April 2022 (act. G15.6; vgl. Sachverhalt B.e) im Recht. 

Während Dr. K.___ im Bericht vom 12. Oktober 2021 von einer durch den Unfall 

bedingten schweren Schulterkontusion ausgegangen war und die MR-tomografisch 

gesehene Veränderung im Bereich des Bizepsankers (SLAP-Läsion) dazumal noch als 

überwiegend wahrscheinlich unfallunabhängig eingestuft hatte, ging er im Bericht vom 

10. Februar 2022 (act. G11.2) gestützt auf die erneute bildgebende Untersuchung vom 

30. November 2021 (act. G15.3; vgl. Sachverhalt C.c) und den interoperativen Befund 

(ventrale Bizepsankerläsion mit Beteiligung der Befestigung des MGHL und 

Verklebungen zwischen MGHL und Subscapularis; act. G15.4) von einer traumatischen 

Genese der Läsion aus (act. G11.2; vgl. dazu auch die Einträge von Dr. K.___ in seinem 

Verlaufsbericht, act. G15.6). Diese geänderte Einschätzung von Dr. K.___ hinsichtlich 

der Kausalität verdeutlicht die schwierige Einschätzung der Ursächlichkeit von inneren 

Verletzungen, die klinisch nicht einwandfrei erhebbar sind bzw. einen 

Interpretationsspielraum bieten, obwohl sie mit Arthrographie-/MRT-

Untersuchungsbildern bestimmbar/identifizierbar sind. Die Beurteilung durch 

(Fach-)Ärzte wird umso schwieriger, wenn besondere Umstände hinzukommen (wie 

vorliegend die anatomische Variante eines Buford-Komplexes) und infolgedessen 

aussagekräftige statistische Zahlen/Erhebungen fehlen. Vorliegend ist der 

Meinungswechsel aufgrund der anlässlich der Operation gewonnen Erkenntnisse – 

wohl in Kombination mit bei Patientengesprächen erhaltenen genaueren Informationen 

zum Unfallhergang – nachvollziehbar.

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Beschwerdeführerin reichte zum (zusätzlichen) Beweis der Kausalität der nach 

wie vor bestehenden Beschwerden zum Unfall vom 16. Juni 2021 mit der Replik vom 

25. Mai 2022 (act. G11) die chirurgisch-versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. 

N.___ vom 9. Mai 2022 ein (vgl. act. G11.1; vgl. Sachverhalt C.i.). Diese Fachärztin war 

in die Behandlung der Beschwerdeführerin nicht involviert. Sie verfügte für ihre 

Stellungnahme über sämtliche relevanten Akten – inklusive der Bilder der 

durchgeführten Untersuchungen (vgl. act. G11.1-1f.). In der Beurteilung ist der 

Sachverhalt in kurzer Form enthalten (vgl. act. G11.1-3). Einleitend hält die Fachärztin 

im Bericht fest, dass das linke Schultergelenk und auch das linke Schultereckgelenk 

nicht degenerativ verändert seien und die Rotatorenmanschette intakt sei. Dies steht 

im Widerspruch zur Aussage von Dr. J.___, der vom Vorliegen eines degenerativen 

Vorzustandes ausgeht (vgl. Erwägung 4.6 hiervor). Anschliessend erwähnt die 

Fachärztin sowohl den anlagebedingten Vorzustand (Buford-Komplex) als auch die 

koexistente SLAP-Läsion vom Typ II. Danach erfolgt eine Auseinandersetzung mit den 

Aussagen von Dr. J.___ in der Stellungnahme vom 13. Oktober 2021 (UV-act. M7). Die 

Fachärztin weist darauf hin, dass beim Unfallhergang das nach vorne Stürzen von der 

Beschwerdegegnerin und von ihrem Vertrauensarzt nicht berücksichtigt und 

infolgedessen fälschlicherweise lediglich von einer banalen Schulterkontusion 

ausgegangen worden sei (vgl. dazu auch Erwägung 4.6 hiervor). Im Weiteren erwähnt 

sie, dass bei einer SLAP-Läsion eine Abgrenzung zwischen Verschleiss und 

Unfallkausalität schwierig sei. Vorliegend gebe es zwei Unfallmechanismen, die in 

Betracht zu ziehen seien, den Traktionsmechanismus und den 

Kompressionsmechanismus. Dabei handle es sich um Unfallmechanismen, die durch 

ihre indirekte Krafteinwirkung zu einer SLAP-Läsion führen würden, ohne dass es dabei 

zu zusätzlichen Weichteilläsionen bzw. Blutergüssen komme. Vorliegend seien jedoch 

weder MR-tomographisch noch intraoperativ degenerative Veränderungen am Labrum 

dokumentiert; weder eine Ausfransung noch eine Abnützung des kranialen 

Labrumrandes. Die sechs Monate nach dem Unfall erfolgte Arthroskopie zeige 

Verklebungen zwischen dem mittleren glenohumeralen Ligament und dem 

Subscapularis, was ein Hinweis auf eine traumatische Krafteinwirkung sei. Ein 

degenerativer Schaden weise keine Verklebungen auf. Die Fachärztin folgerte, dass die 

SLAP-Läsion vom Typ II überwiegend wahrscheinlich unfallkausal verursacht worden 

sei. Es liege überwiegend wahrscheinlich eine durch den Unfall vom 16. Juni 2021 

verursachte richtungsgebende Verschlimmerung eines anlagebedingten Vorzustandes 

am linken Labrum vor. Die Fachärztin bestätigt damit die Einschätzungen von Dr. K.___ 

hinsichtlich der traumatischen Genese.

4.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Daraufhin bat die Beschwerdegegnerin ihren Vertrauensarzt Dr. J.___ um eine 

erneute Stellungnahme (vgl. act. G13). Mit der Duplik vom 16. August 2022 (act. G15) 

wurde eine solche vom 16. Juli 2022 eingereicht (act. G15.1; vgl. Sachverhalt C.k), und 

erwähnt, dass Dr. J.___ nun das gesamte Bildmaterial vorgelegen habe. Dass die 

Beschwerdegegnerin bei den gegebenen sich widersprechenden medizinischen 

Stellungnahmen erneut zu einer internen Beurteilung durch Dr. J.___ schritt (Bericht 

vom 16. August 2022, act. G15.1; vgl. Sachverhalt C.k), kann nicht nachvollzogen 

werden, sind doch beim Bestehen auch nur geringer Zweifel an der Zuverlässigkeit der 

ärztlichen Feststellungen versicherungsinterner Fachpersonen bzw. beratender Ärzte 

und Ärztinnen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit 

Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, 

E. 5.3; BGE 122 V 162 f. E. 1d). Inhaltlich vermag diese dritte Beurteilung die Zweifel an 

den vorherigen beiden Beurteilungen nicht auszuräumen, weil Dr. J.___ nach wie vor 

von einem unzutreffenden Unfallgeschehen ausging. Vor diesem Hintergrund kann 

auch die Relevanz der von ihm als Beweis angeführten Studie nicht beurteilt werden, 

bei welcher sechs Untersuchte den gleichen Buford-Komplex wie die 

Beschwerdeführerin aufgewiesen hätten. Deshalb können auch keine Folgerungen im 

Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit daraus abgeleitet werden. Es bedarf 

daher einer unabhängigen medizinischen Einschätzung der Situation in Form eines 

externen Gutachtens.

4.9. 

Wie die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 29. November 2021 (act. 

G1-7f.) zu Recht darauf hinweist, wäre im Falle der Verneinung der Kausalität zwischen 

der SLAP-Läsion und dem Unfall vom 16. Juni 2021 noch nicht erstellt, dass der Status 

quo sine oder ante – wie von der Beschwerdegegnerin vertreten und verfügt – zum 

Leistungseinstellungszeitpunkt (21. Juli 2021) bereits erreicht war. In diesem Falle 

bedürfte es zu dieser Frage ebenso einer unabhängigen medizinischen Einschätzung 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 24. 

Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4, vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E.4.1, 

und 5. April 2007, U 413/05, E. 4.2).

4.10. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich der medizinischen 

Einschätzungen von Dr. J.___ – entgegen den Ausführungen und Einschätzungen des 

Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (vgl. act. G3-6f.) 

und der Duplik (vgl. act. G15-2ff) – zumindest geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit bestehen. Da es sich bei Dr. J.___ um einen Vertrauensarzt der 

Beschwerdegegnerin handelt, bedarf es rechtssprechungsgemäss einer 

versicherungsexternen Klärung insbesondere der Frage der Kausalität der 

4.11. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Beschwerden bzw. der SLAP-Läsion zum Unfall vom 16. Juni 2021 (vgl. dazu 

Erwägung 2.5 hiervor).

Nach dem Gesagten folgt, dass die Sache nicht spruchreif ist, weil nicht geklärt ist, 

ob beziehungsweise inwieweit die von der Beschwerdeführerin geklagten 

Gesundheitsbeeinträchtigungen an der Schulter in einem natürlichen 

Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 16. Juni 2021 stehen. Auch für den 

Schluss, dass der Status quo sine am 21. Juli 2022 erreicht worden sei – wie in der 

Verfügung vom 23. September 2021 (UV-act. A3) explizit ausgeführt wurde –, bieten 

die Akten keine hinreichende Grundlage.

5.1. 

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2021 (UV-act. A10) ist 

somit in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen und 

deshalb aufzuheben. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 

sie ein verwaltungsunabhängiges Gutachten einhole, welches nicht nur die Frage der 

natürlichen Kausalität, sondern auch alle weiteren offenen medizinischen Fragen (etwa 

nach der Wertigkeit der noch bestehenden Schulterbeschwerden) nachvollziehbar 

beantwortet. Hernach wird die Beschwerdegegnerin über die Ansprüche der 

Beschwerdeführerin ab 22. Juli 2021 neu zu verfügen haben.

5.2. 

Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenpflichtig, wenn dies im 

jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. f ATSG). Im UVG ist eine solche 

Kostenpflicht nicht vorgesehen. Das Verfahren ist deshalb kostenlos.

5.3. 

Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung 

gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, 

seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30 HonO) pauschal Fr. 1'500.- bis Fr. 

15'000.-. Es rechtfertigt sich, diese vorliegend ermessensweise auf pauschal Fr. 

5'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen. Die 

Entschädigung beinhaltet dabei sowohl die Aufwendungen für die Rechtsvertretung, 

welche aufgrund des Aktenumfangs als unterdurchschnittlich einzustufen sind, als 

auch die von der Beschwerdeführerin beantragte Rückvergütung der Auslagen für den 

chirurgisch-versicherungsmedizinischen Bericht von Dr. N.___ vom 9. Mai 2022. Dieser 

Bericht ist für die Beurteilung des Anspruchs in dem Sinne als unerlässlich einzustufen, 

denn insbesondere damit wurden zumindest geringe Zweifel an den 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass der 

Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2021 aufgehoben und die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im 

Sinne der Erwägungen, über die Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin ab 22. 

Juli 2021 neu verfügt.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

5'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

vertrauensärztlichen Einschätzungen begründet (vgl. Art. 45 Abs. 1 ATSG; act. G11.1, 

G17-4, G17.3).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2022
	Art. 6 Abs. 1 UVG: An den Einschätzungen des Vertrauensarztes der Versicherung bestehen hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit zumindest geringe Zweifel, weshalb der Fall nicht spruchreif ist und die Sache an die Versicherung zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgten Abklärungen (versicherungsunabhängige Klärung der Kausalität der Beschwerden bzw. der SLAP-Läsion zum Unfall) über die Leistungsansprüche der Versicherten neu verfügt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2022, UV 2021/78).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte