# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 598cdd4f-0150-5e91-8469-07cb6ad85753
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-26
**Language:** de
**Title:** Berufliche Massnahmen, ungenügende medizinische Abklärungen
**Docket/Reference:** IV.2013.00498
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00498.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00498
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Bachmann
Urteil
vom
26. September 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1969,
absolvierte
eine
Anlehre
als Feinschweisser, welche
Tätigkeit er
von 1998
bis 2001 ausübte
(Urk. 8/55 S. 2)
, jedo
ch aus gesundheit
li
chen Gründen
aufgab
.
Danach
war er arbeitslos
und
im Jahr 20
0
2
während sechs
Monaten
im Rahmen eines
Einsatzprogramm
s
für Stellensuchende tätig
(Urk. 8/1 S.
3)
. Zuletzt arbeitete er von Januar bis Februar 2009 als
Technical
Assi
stant
bei der
Y.___
AG
, welche
s Arbeitsverhältnis
im gegen
seitigen Einvernehmen
auf
ge
löst
wurd
e, da der Versicherte aus gesundheitlichen
Gründen
für die
se
Tätigkeit
nicht gee
i
gnet war
(Urk.
8/2
S.
2
; vgl. auch Urk. 8/44
)
.
Mit Gesuch vom
28.
April 2010 meldete sich
X.___
erstmals
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stel
le, zum
Leis
tungs
bezug
an (Urk.
8/10)
. Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in medizinischer Hin
sicht
, holte namentlich einen Bericht beim
(
damal
s)
behandelnden Hausarzt ein (Urk.
8/13).
Na
ch Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 8/16 ff.)
ver
neinte die IV-Stelle
mit
Verfügung vom 14.
Oktober 2010 den Anspruch des Ver
sicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Rente und berufliche Mas
s
nahmen)
,
was sie damit begründete
, da
ss
sowohl in der bisherigen wie in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbe
itsfähigkeit bestehe (vgl. Urk.
8/23).
Diese Verfügung
blieb unangefochten.
2.
Am 7.
März 2012 meldete sich
X.___
erneut zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an
(Urk.
8/27 und
Urk.
8/28). Die IV-Stelle
holte in der
Folge
bei der Hausärztin sowie den behandelnden Ärzten
der
Allergiestation der
D
ermatologischen Klinik
des
Z.___
medizinische
Be
richte
(Urk.
8/31
und U
rk.
8/36
)
sowie
bei der
Y.___
AG
einen
Ar
beitgeberbericht
ein (Urk.
8/34)
.
Mit Vorbescheid vom 29.
Oktober 2012 stellte sie
dem Versicherten die Abweisung des Leist
ungsbegehrens in Aussicht (Urk.
8/3
9
).
Einen dagegen erhobenen Einwand
, mit welchem
der Versicherte
unter anderem ein
en zutreffenden
(den Versicherten und nic
ht
, wie dem Vorbescheid zugrunde
lie
gend,
eine Drittperson betreffenden
) Arbeitgeberbericht
einreichen liess
(Urk. 8/45
)
,
hiess die Verwaltung
mit Verfügung vom 2. Mai 2013
in dem Sinne
gut, als sie
nunmehr
einen Anspruch des Versicherten auf Arbeit
s
vermittlung
be
jahte
,
hingegen
den Anspruch auf eine Rente oder
Umschulung
weiterhin
ver
neinte
(Urk.
2).
3.
Dagegen liess der Versicherte
, vertreten durch das
Patronato
INCA,
hierorts mit
Eingabe vom
28. Mai 2013
(Urk. 1)
Beschwerde erheben mit dem
Rechts
begeh
ren
, es sei
en
ihm in Aufhebung der
angefochtenen
Verfügung vom 2. Mai 2013 be
rufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung zuzusprechen (1.), es sei dem
Beschwerdeführer der unentgeltliche Prozess zu gewähren (2.) und ihm eine an
ge
messene Parteientschä
digung zuzusprechen (3.; Urk. 1 S. 2).
Mit Vernehmlassung vom 1. Juli 2013 beantragte die Verwaltung die Abwei
sung
der Beschwerde (Urk. 7), was dem Versicherten am 4. Juli 2013 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 9).
Mit Schreiben v
om 13. September 2013 zeigte das
Patro
nato
INCA
dem Gericht die
N
iederlegung
des Mandates
an (Urk. 10).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundes
ge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf
eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert wer
den kann (Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wie
dereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Umschu
lung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer In
validität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der
Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsein
busse
von etwa 20 Prozent erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert han
delt (BGE 124 V 108 f. E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488
f
. E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
1.3
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die
materiell
recht
liche
Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung eingetretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von
Ein
gliederungsleistungen
ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass
Einglie
derungs
leistungen
gleich wie Renten und
Hilflosenentschädigungen
zu behandeln sind
und dass demzufolge Art. 17 ATSG sowie die dazugehörigen
Verordnungs
bestim
mung
en
in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungsleistungen angewendet werden müssen. Art. 87 Abs. 3 IVV betrifft - trotz seiner Stellung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der
Hilflosenentschädigung
» - zwar nicht die eigentliche
materiellrechtliche
Revision laufender Leistungen, sondern einen andern Sachverhalt, nämlich die Neuprüfung nach vorangegangener
Leis
tungsverweigerung
. Es rechtfertigt sich aber, die vorerwähnte Rechtsprechung auch auf Art. 87 Abs. 3 IVV auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in
ana
loger Weise auf Eingliederungsleistungen anzuwenden. Aufgrund der dor
ti
gen
Verweisung auf Art. 87 Abs. 2 IVV ist daher, wenn eine
Eingliederungs
leistung
verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prüfen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64 ff. E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 125 V 410 E. 2b, 109 V 119 E. 3a; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Verwaltung
hatte mit Verfügung vom 14. Oktober 2010 einen Anspruch des
Versicherten
auf Leistungen der Invalidenversicherung (Rente und berufliche Mass
nahmen)
abgelehnt
,
davon ausgehend, dass weder in der angestammten noch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeits
fähig
k
eit bestehe. A
uf die Neuanmeldung
des Versicherten ist sie eingetreten, womit sich die
Eintretensfrage
erübrigt.
2.2
Ihre
Verfügung vom 2.
Mai 2013 begründete die Verwaltung zur Hauptsache
da
mit, dass dem Versicherten eine behinderungsange
passte Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von
15 bzw. 14
% und somit jedenfalls
unter 20 %, weshalb weder Anspruch auf eine Rente
noch auf Umschulung bestehe. Hingegen bestehe Anspruch auf Arbeits
vermittlung
(Urk. 2)
.
In
der
Vernehmlassung
bringt die Verwaltung
ergänzend
vor,
bei der Invaliditätsbemessung sei
ein leidensbedingter Abzug
vom
Invali
den
einkommen
nicht angezeigt
.
I
m Bereich der Hilfsarbeiten
bestehe
ein sehr breit gefächertes Stellenangebot
und
den Einschränkungen
sei
mit dem Abstell
en
auf das Niveau 4 genügend Rechnung getragen worden
(Urk.
7).
2.3
Dag
egen lässt der Versicherte zur
Hauptsache ge
ltend machen, dass - entgegen dem Vorgehen
der Verwaltung
-
beim Invalideneinkommen ein Abzug von min
destens 10 % vorzunehmen sei, was einen Invaliditätsgrad von mehr als 20 % ergebe. Es stelle sich zudem die Frage, ob der Gesundheitszustand nicht einlässlicherer Abklärung bedürfe, da gemäss den behandelnden Ärzten even
tuell eine höhere Arbeitsunfähigkeit vorliege (Urk. 1).
2.4
Zwischen den Parteien
ist nach dem Gesagten
nicht streitig
,
dass der Versicherte
Anspruch auf Arbeitsvermittlung
hat.
Streitig und zu prüfen ist
hingegen
, ob
ei
ne
Erwerbsunfähigkeit und somit ein
Invaliditätsgrad in Höhe
von
(etwa) 20 %
bes
t
eht,
welcher grundsätzlich
Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne einer U
mschulung begründet.
3.
3.1
Dr. med.
A.___
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin und seit März 2012
Hausärztin des Versicherten,
stellte in
ihrem Bericht vom 14.
Mai 2012
zuhan
den
der
IV-Stelle
– soweit leserlich -
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
1. Chronische physikalische Urtikaria mit
Angioödemkomponente
-
Auslöse
r: Wasser, Druck, Kälte, Wärme, Gummi
, unklare weitere Sub
stanzen
-
2.
Atopische
Diathese
-
3. Teils Medikamentenallergie auf
Antihistaminika
(…)
-
4. Allergisches
Asthma seit Kindesalter
(1993 mehrere
Hospitalisationen
)
Nachtruhestörung
-
5.
Hämorrhag
. Diathese auf
…..
Dr.
A.___
führte im Wesentlichen aus, das Problem
sei das Anschwellen von Händen
/Gesicht aus dem Nichts mit
a
sthmatischer Komponente
; der Versicherte müsse dann stoppen, er sei deswegen heimgeschickt und gekündigt worden.
Als PC-
Supporter
bestehe seit 2009 bis anhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Eine selbständige Tätigkeit am PC wäre möglich, eine verminderte Leistungs
fähigkeit be
stehe bei
Kälte und Hitze.
Der Versicherte wünsche eine Unter
stüt
zung zum Web-Designer, doch sei es fraglich
,
ob er so leben könnte. Ein MEDAS Untersuch sei angezeigt
. Dem Bericht legte Dr.
A.___
einen Bericht des
Z.___
, Dermatologische Klinik
, vom 5.
März 2012 sowie verschiedene Unter
lagen zu durchgeführten
(
Allergie
-)T
estungen bei
(Urk.
8/31)
.
3.2
Die verantwortlich zeichnenden Ärzte des
Z.___
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 17. September 2012 zuhanden der IV-Stelle mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
ebenfalls
eine chronische ph
y
s
ikalische Urtikaria
mit
Angioödem
komponente
; als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
erhoben sie
eine
a
to
pische
Diathese mit
Rhi
nokonjunktivitis
allergica
saiso
nalis
sowie ein Asthma bronchiale.
Sie gaben im Wesentlichen an,
Arbeiten mit starker phy
s
ikalischer Belastung (Wasser, Kälte, körperliche Anstrengung
, rasche Temperaturwechsel
)
seien
erschwert
,
da sie eine Urtikaria auslösen könnten
.
Als PC-
Supporte
r
be
stehe -
soweit beurteilbar
-
keine verminderte Leistungsfähigkeit, die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar (Urk.
8/36)
.
4.
4
.1
In medizinischer Hinsicht gehen die Ärzte
in diagnostischer Hinsicht darin einig, dass beim Versicherten
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine chro
nische physikalische Urtikaria im Vordergrund steht,
im Rahmen welcher es - infolge einer (krankhaften)
Reaktion
der Haut
auf physikalische Einwirkungen oder Substanzen
-
zu
Schwellungen
im Bereich
der Hände und des Gesichts kommt
.
Ebenfalls stimmen sie darin überein
,
dass
der Versicherte
auch an
wei
te
ren
Allergien
sowie
an
Asthma bronchiale
leidet
.
Doch während
bezüglich der Diagnosen
weitgehend
Einigkeit herrscht,
divergieren die Angaben zur Arbeits
fähigkeit
.
4.2
Was die vorliegenden ärztlichen Berichte betrifft, kann allerdings
für die Bestim
m
ung der relevanten Arbeitsfähigkeit
we
der auf den
jenigen
von
Dr.
A.___
noch
auf denjenigen d
es
Z.___
abgestellt werden
.
So äussern
sich
beide Berichte
nicht
zur Arbeitsf
ähigkeit in der
tatsächlich
angestammten
Tätigkeit als
Fein
schweisser
, sondern
beziehen
sich
auf
eine
Täti
gkeit als PC-
Supporter
.
Doch der V
ersicherte
hat
nie als EDV
Supporter
gearbeitet und
die
von ihm belegten
EDV-
Kurse
genügten
auch nicht
,
um
als PC-
Supporter
eine Anstellung zu fin
den
(
vgl. Urk. 8/55 S. 2)
, weshalb
vorliegend nicht
die Arbeitsfähigkeit in dieser
Tä
tig
keit massgebend sein kann
.
Betreffend
eine
Verweistätigkeit enthält alsdann
keiner der beiden Berichte
klare
Angaben zum
(
prozentualen
)
Umfang der
Ar
beitsfähigkeit
,
noch
hinreichende Ausführungen
zum in Betracht fallenden
Ar
beits
profil
.
Zwar werden
Einschränkungen
bezüglich „Kälte“ und „Hitze“ (Dr.
A.___
; Urk. 8/31 S. 2
) bzw. „Wasser“, „körperliche Anstrengung“, „rasche Tempe
ra
turwechsel“ (
Z.___
; Urk. 8/36 S. 2
)
genannt
und scheint auch –
gemäss Akten
-
(wohl
:
phy
s
ikalischer)
„
Druck
“
(
Z.___
Urk.
8/31 S. 5
)
ein Auslöser für eine Urti
ka
ria
zu sein
. Doch werden diese
Einschränkungen
nicht
näher
konkretisiert,
sodass
daraus
für den medizinischen Laien
nicht
hinreichend
zuverlässig gefol
gert
werden kann
,
welche
(Verweisungs-)
Tätigkeiten dem Versicherten
vor die
sem Hintergrund
zumutbar sind
.
Diesbezüglich
sind jedoch
konkrete
Angaben
unerlässlich.
Zu beachten ist
schliesslich
, dass auf
die vorliegenden Berichte
aber
auch
daher
nicht abgestellt werden
kann
, als sie in einzelnen Punkten nicht
nachvollziehbar
sind.
So attestierte Dr.
A.___
dem
Versicherten
eine voll
ständige A
rbeitsunfähig
keit
als PC-
Supporter
,
eine selbstständ
ige Tätigkeit am PC
– bei verminderter Leistungsfähigkeit bei Käl
t
e und Hitze
–
erachtete sie hin
gegen
als möglich
(Urk. 8/31 S. 2)
, was
widersprüchlich erscheint
.
Alsdann wird
im
Bericht des
Z.___
einerseits -
wenn auch bezogen auf die [vorliegend u
n
mass
gebliche] Tätigkeit als PC-
Supporter
– ausgeführt
, es bestehe
„soweit ersicht
lich“ keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
in dieser Tätigkeit
(Urk.
8/36 S. 2)
,
an
anderer Stelle
hingegen
angegeben
, infolge der chronischen Erkrankung bestehe
(
wohl
generell)
eine (nicht näher bezeichnete
)
Einschränkung der Belastbarkeit (Urk. 8/36 S. 4)
, was ebenso
wenig schlüssig erscheint
.
4.3
Zusammenfassend
erweisen sich die
vorliegenden
medizinis
chen
B
erichte
weder vollständig noch
n
achvollziehbar,
weshalb
die erwerblich relevante Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
gestützt darauf
nicht
bestimmt
werden kann.
D
ie Sache
ist daher
an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie
zur Frage der Ar
beitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Feinschweisser
wie
auch
in einer
Verweistätigkeit
den rechtsprechung
sg
emässen Anforderungen
(
vgl. E.
1
.
4
hievor
)
genügende
medizinische Abklärungen tätige und
hernach
über den Anspruch auf berufliche Massnahmen (Umschulung)
neu verfüge.
5.
5.1
In erwerblicher Hinsicht ist m
it Blick auf den
neu vorzunehmenden
Ein
kommensvergleich
a
nzumerken
,
dass
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die
selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll
leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig be
nach
teiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen
Lohnan
sätz
en
rechnen müssen
.
Daher ist n
ach der Rechtsprechung
das
i
m Rahmen des
Ein
kommensvergleichs
aufgrund von Tabellenlöhnen
ermittelte
Invalidenein
kommen
bei eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und/oder behinderungsbedingten zu
sätzlichen Limitierungen
in aller Regel
zu kürzen
(
vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75
)
. Dieser
Abzug
erfolgt
sowohl
bei Versicherten, welche vollzeitig eine ihrer Behinderung angepasste Tätigkeit ausüben
,
als auch
bei
solchen
,
die
bloss
teil
zeitlich
einsetzbar sind (vgl. zum Ganzen Meyer, Rechtsprechung des Bundes
gerichts zum IVG
, Art. 28a, S. 314
).
Da
ss
– wie die Verwaltung in ihrer Ver
nehmlassung geltend macht -
im Bereich der Hilfsarbeiten
ein
breit gefächertes Stellenangebot besteht
beziehungsweise davon ausgegangen werden kann, dass der
(hypothetisch)
ausgeglichene Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten bietet, wel
che dem medizinischen Tätigkeitsprofil entsprechen,
trifft zwar zu
. D
och
ändert
dies
nicht
s daran, dass
bei
den
im Falle des Beschwerdeführers
offensichtlich
vorhandenen, jedoch bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit noch
unklaren
Einschränkungen
ein
diesen
Limitierungen
angemessener
Abzug
ge
mäss höchstrichterlicher Rechtsprechung noch zu prüfen
sein wird
(vgl.
dazu
Urteil d
es Bundesgerichts 8C_
4
97/20
13
vom
5.
Sept
ember 20
13
)
.
5.2
Soweit die Verwaltung
in der angefochtenen
Verfügung den Anspruch auf Um
s
chulung
schliesslich
auch
unter Hinweis darauf
verneint,
dass
der Versicherte
keine Ausbildung gemacht
,
sich
jedoch in einer Hilfsarbeitertätigkeit (als
Fein
schweisser
) qualifiziert
habe
und im Übrigen
die
von ihm initiierte Ausbildung
als PC-
Supporter
nie wirtschaftlich umgesetzt
habe
,
wird im Rahmen der
Neu
ver
fügung
über den
Umschulungsanspruch
auch
zu beachten
sein
, dass Art. 17 IVG nicht nach dem Vorhandensein oder dem Fehlen einer beruflichen Ausbildung differenziert
. S
o sind
grundsätzlich auch Ungelernte u
mschulungsberechtigt
,
wenn erst der dauernde und erhebliche Gesundheitsschaden ihnen die Aus
üb
ung
der bisherigen Hilfsar
beitertätigkeit verunmöglicht (v
gl.
E.1.2
hievor
sowie
wie
de
rum Meyer, a.a.O., Art. 17, S.
191
; vg
l
. auch etwa Urteil der Bundesgerichts 8C_168/2008 E.
7 vom 11. August 2008
).
6
.
6
.1
Die in Anwendung von Art.
69 Abs. 1
bis
IVG auszufällende Gerichtskosten
pau
schale ist auf Fr. 700.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Ver
fah
rens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Damit wird das Gesuch um unent
geltliche Prozessführung gegenstandslos.
6
.2
Der
bei Beschwerdeeinreichung noch vertreten gewesene
Beschwerdeführer hat
ge
genüber der Beschwerdegegnerin ausgangsgemäss Anspruch auf eine ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses zu bemessende Entschädigung (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer; § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialver
sicherungs
ge
richt
[
GSVGer
] in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG), welche auf Fr.
800
.
-
- festzusetzen ist.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gut
ge
heissen, als die Verfügung vom
2. Mai 2013
,
in
soweit sie einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen (Umschulung)
verneint,
auf
gehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen
wird
, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rechnung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3
.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
ei
ne
Prozessent
schädigung
von Fr. 800
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
ge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBachmann
DM/BA/ESversandt