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**Case Identifier:** 21d8bbfc-258b-54e5-9370-9687616e914f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.08.2021 200 2020 717
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-717_2021-08-16.pdf

## Full Text

200 20 717 IV
LOU/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. August 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer) wurde am 7. Mai 2009 und 25. Oktober 2010 jeweils in 
eine Auffahrkollision verwickelt (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB 
oder Beschwerdegegnerin; act. II] 23.4, 33.1/9). Die C.________ stellte für 
beide Unfallereignisse ihre Leistungen per 17. März 2013 ein und verneinte 
einen Anspruch auf weitere Geldleistungen, was das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 
13. Januar 2014, UV/2013/482 (act. II 42/2), schützte. 

B.

Bereits am 19. Dezember 2009 (AB 2) meldete sich der Versicherte unter 
Hinweis auf seit dem Unfall vom 7. Mai 2009 vorliegende Einschränkungen 
im Nackenbereich und an der Halswirbelsäule (HWS) bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. In der Folge tätigte die IVB erwerbliche und berufliche 
Abklärungen. Mit Verfügung vom 9. September 2014 (act. II 52) und der 
Begründung, es bestehe keine Invalidität im Sinne des Gesetzes, verneinte 
sie einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. Die dagegen 
erhobene Beschwerde (act. II 56/3) wies das Verwaltungsgericht mit Urteil 
vom 6. März 2015, IV/2014/923 (act. II 61), ab. Die dagegen erhobene 
Beschwerde (act. II 63/2) wies das Bundesgericht (BGer) mit Entscheid 
vom 22. Oktober 2015, 8C_255/2015 (act. II 67), ab. 

C.

Im November 2015 (act. II 73) meldete sich der Versicherte mit Hinweis auf 
seit ca. 2010 bestehende psychische Probleme erneut bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 4. März 2016 (act. II 92) trat die IVB 
mit der Begründung, der Versicherte habe nicht glaubhaft dargelegt, dass 
sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 3

verändert hätten, auf das Leistungsbegehren nicht ein. Die Verfügung blieb 
unangefochten. 

D.

Mit Schreiben vom 6. Dezember 2018 (act. III 100) wies sich 
Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als neue Rechtsvertreterin des 
Versicherten aus und machte einen verschlechterten Gesundheitszustand 
geltend. Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; vgl. 
Beurteilungen vom 17. Dezember 2018 [act. II 104 ff.]) teilte die IVB dem 
Versicherten am 14. Februar 2019 (act. II 124) mit, sie erachte eine 
polydisziplinäre Begutachtung in den Fachrichtungen Allgemeine Innere 
Medizin, Kardiologie, Neurologie und Psychiatrie für notwendig. Weiter 
stellte sie ihm den vorgesehenen Fragekatalog zu und gewährte ihm die 
Möglichkeit, Zusatzfragen einzureichen. Am 24. Februar 2019 (act. II 126) 
ersuchte der Versicherte, die Begutachtung auf zusätzliche Disziplinen 
(Orthopädie, Neuropsychologie, Neuroophthalmologie) auszudehnen; 
weiter beantragte er eine Anpassung bzw. Ergänzung des Fragenkatalogs. 
Mit Zwischenverfügung vom 27. März 2019 (act. II 128) hielt die IVB am 
zuvor mitgeteilten Vorgehen fest. Die dagegen erhobene Beschwerde 
(Akten der IVB [act. IIA] 144/3) hiess das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 
3. September 2019, IV/2019/372 (act. IIA 153), insofern teilweise gut, als 
es die angefochtene Zwischenverfügung dahingehend abänderte, als sich 
die in Aussicht gestellte Begutachtung zusätzlich auf die Fachdisziplin 
Rheumatologie zu erstrecken hat und sich die Fragestellung zum 
neuanmeldungsrechtlichen Beweisthema auf eine wesentliche Änderung 
des Gesundheitszustandes seit der Verfügung vom 9. September 2014 
bezieht. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab. Das Urteil blieb 
unangefochten.

In der Folge fand die Begutachtung durch die D.________ (MEDAS; vgl. 
polydisziplinäres Gutachten vom 12. März 2020 inkl. Teilgutachten [act. IIA 
171.1-171.10]) statt. Mit Vorbescheid vom 20. März 2020 (act. IIA 173) 
stellte die IVB mit der Begründung, seit der Verfügung vom 9. September 
2014 (act. II 52) habe sich der Gesundheitszustand nicht massgeblich 

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verändert, in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen. Nach 
hiergegen erhobenen Einwänden (act. IIA 176, 179, 183) entschied sie mit 
Verfügung vom 17. Juli 2020 (act. IIA 187) dem Vorbescheid entsprechend. 

E.

Mit Eingabe vom 14. September 2020 erhob der Versicherte, weiterhin 
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, dagegen Beschwerde. 
Er beantragt, die angefochtene Verfügung vom 17. Juli 2020 sei 
aufzuheben und die Beschwerdesache sei zu neuer Abklärung des 
Sachverhalts und zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei ein polydisziplinäres 
Gerichtsgutachten anzuordnen und es seien dem Beschwerdeführer 
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung sowie eine 
Invalidenrente zu gewähren. Am 17. September 2020 reichte er dem 
Gericht eine bereinigte Fassung der Beschwerde inkl. Beilagen (Akten des 
Beschwerdeführers [act. I] 1-17) ein.

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 19. 
Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Replik vom 30. November 2020 beantragt der Beschwerdeführer, ein 
gerichtliches Obergutachten anzuordnen. Er reichte dem 
Verwaltungsgericht zudem diverse Beilagen (act. I 18-25) ein.

Am 21. Dezember 2020 liess der Beschwerdeführer dem Gericht eine 
weitere Eingabe inkl. Beilage (act. I 26) zukommen. 

Mit Duplik vom 28. Dezember 2020 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem 
Rechtsbegehren fest. 

Eine weitere Eingabe des Beschwerdeführers ging beim 
Verwaltungsgericht am 20. Januar 2021 ein. Hierzu nahm die 
Beschwerdegegnerin am 4. Februar 2021 Stellung. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Juli 2021 stellte der 
Instruktionsrichter diese Eingabe dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zu 

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und überliess ihm die Entscheidung, bis am 28. Juli 2021 eine 
abschliessende Stellungnahme einzureichen. Eine ersuchte 
Fristverlängerung vom 28. Juli 2021 bewilligte der Instruktionsrichter am 
29. Juli 2021 einmalig und bis zum 2. August 2021. Am 2. August 2021 
ersuchte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers per Fax abermals 
um eine Fristverlängerung. Dieses Gesuch wies der Instruktionsrichter mit 
prozessleitender Verfügung vom 3. August 2021 ab. Am 4. August 2021 
gingen beim Verwaltungsgericht Schlussbemerkungen ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 17. Juli 2020 
(act. IIA 187). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der In-
validenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorab macht der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs und ein Verstoss gegen Treu und Glauben durch die 
Gutachterstelle geltend. Zur Begründung bringt er vor, er sei daran 
gehindert worden, während der gutachterlichen Exploration 
Tonbandaufnahmen zu erstellen. Zudem werde ihm die Einsicht in die von 
den Gutachtern angefertigten Tonbandaufnahmen verweigert (Beschwerde 
S. 3, Replik S. 4 f. sowie Eingabe vom 19. Januar 2021 S. 2).

2.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht grundsätzlich 
kein Anspruch auf Einsicht in interne Dokumente einer begutachtenden 
Person, wozu auch die während der Begutachtung erstellten 
Tonbandaufnahmen gehören. Das Gericht kann jedoch zum Beizug solcher 
Dokumente verpflichtet sein, wenn dies im Einzelfall zur Überprüfung der 
Grundlagen und Schlussfolgerungen eines Sachverständigengutachtens 
angezeigt erscheint (Entscheid des BGer vom 10. September 2019, 
9C_376/2019, E. 2.2). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Insbesondere sind 
allfällige Tonaufnahmen nicht geeignet, Aufschluss über die von den 
Gutachtern berichteten Inkonsistenzen bzw. Feststellungen zu geben. 
Vielmehr obliegt die medizinische Auswertung der vom Beschwerdeführer 
geltend gemachten akustischen Wahrnehmungen, die sich bei den 
Untersuchungen ergeben haben sollen, der Fachkompetenz der Gutachter. 
Dass eine künftige „Gesetzesrevision“ ausdrücklich vorsieht, dass die 
Gespräche, sofern es der Untersuchte nicht anders bestimmt, in die Akten 

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aufgenommen werden (Beschwerde S. 3 Ziff. 1), ändert daran nichts. Die 
Inkraftsetzung der diesbezüglich beschlossenen Änderung (nArt. 44 Abs. 6 
ATSG) ist auf den 1. Januar 2022 vorgesehen (vgl. 
Ausführungsbestimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung [Weiterentwicklung der IV] vom 4. Dezember 2020, 
S. 3 i.V.m. 11) und eine frühere Anwendung käme einer unzulässigen 
positiven Vorwirkung gleich (Entscheid des BGer vom 18. Dezember 2017, 
9C_553/2017, E. 6.2). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist damit 
vorliegend zu verneinen. Daran ändern auch die am 4. August 2021 beim 
Verwaltungsgericht eingegangenen Schlussbemerkungen nichts. 

Das Gleiche gilt betreffend des geltend gemachten Verstosses gegen das 
Gebot von Treu und Glauben. Der Beschwerdeführer wurde – anders als 
von ihm vorgebracht (Beschwerde S. 3 Ziff. 1 sowie Eingabe vom 19. 
Januar 2021 S. 2) – weder daran gehindert, eigene Tonaufnahmen zu 
erstellen, noch wurde ihm die Aushändigung der von den Gutachtern 
erstellten Tonbandaufnahmen zugesichert. Vielmehr wurde darauf 
hingewiesen, dass solche durch die Experten erfolgten, womit er sich auch 
einverstanden erklärte (act. IIA 171.10). 

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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3.2

3.2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 
zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die versicherte 
Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliede-
rungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die 
nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (vgl. Art. 8 
Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstel-
len, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 142 V 
523 E. 6.3 S. 535). Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs. 1 IVG) nennt 
das Gesetz keinen Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmass-
nahmen gewährt werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Wenn es um 
keine besonders kostspielige Massnahme geht, genügt zur Anspruchsbe-
gründung bereits ein relativ geringes Mass an gesundheitlich bedingter Be-
einträchtigung (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.4

3.4.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) In-
validität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall ob-
liegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Be-
messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

3.4.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 

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Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

3.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Be-
rücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlagge-
benden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

4.

4.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom 6. Dezember 2018 
(act. II 100) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden die Verfügung vom 9. Septem-
ber 2014 (act. II 52) – mit welcher letztmals eine allseitige Überprüfung der 
Leistungsvoraussetzungen erfolgte und ein Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung verneint wurde – und die nunmehr angefochtene 
Verfügung vom 17. Juli 2020 (act. IIA 187; vgl. E. 3.4.3 vorne). Die Verfü-
gung vom 4. März 2016 (act. II 92), mit welcher auf eine Neuanmeldung 
nicht eingetreten wurde, stellt keine Vergleichsbasis dar, erfolgte doch kei-
ne umfassende Überprüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom-
mensvergleichs (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114).

4.2 Die Verfügung vom 9. September 2014 (act. II 52) basierte im We-
sentlichen auf dem zu Handen der C.________ erstellten psychiatrischen 
Gutachten von Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 11. Oktober 2012 (act. II 33.1/305). Darin diagnostizierte 
dieser mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine remittierte mittelgradige de-
pressive Episode (ICD-10 F32.1; S. 334 Ziff. 1). Bereits vor den beiden 
Autounfällen 2009 und 2010 dürfte eine chronische Schmerzerkrankung 

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vorgelegen haben, die jedoch weniger symptomatisch verlaufen sei und 
nicht zu einer schwerwiegenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt 
habe. Diese vorbestehende Schmerzerkrankung dürfte sich nun nach den 
beiden Autounfällen verschlechtert und leicht modifiziert lokalisiert haben. 
Trotz intensiver und aufwändiger Behandlung leide der Versicherte weiter-
hin unter Beschwerden und die Arbeitsfähigkeit betrage derzeit 50%. Auf-
grund der damaligen psychopathologischen Beschreibungen mit Störungen 
der Konzentration, der Antriebsstörung, der affektiven Komponenten (de-
pressive Stimmungslage, Affektinkontinenz), den Schlafproblemen und 
auch des sozialen Rückzugs könne der damals in der Klinik F.________ 
2011 gestellten Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode rück-
wirkend zugestimmt werden (S. 328). Vom Verlauf her sei davon auszuge-
hen, dass sich das depressive Bild in der Zwischenzeit unter der Behand-
lung mit einer antidepressiven Medikation und der begleitenden Betreuung 
durch einen Psychologen aufgehellt haben dürfte. Aktuell sei keine Störung 
des depressiven Formenkreises mehr erkennbar. Weiterhin zentral aber 
seien die Schmerzen und hier insbesondere die Nackenschmerzen, welche 
in den Hinterkopf und die beiden Schultern ausstrahlten. Aufgrund der Kli-
nik sei nicht von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 
F45.4) auszugehen, weil der Versicherte die Kernkriterien (andauernder, 
schwerer und quälender Schmerz) nicht erfülle (S. 330). In Anbetracht der 
Aufhellung der depressiven Befunde sei aus psychiatrischer Sicht eine Ar-
beitsfähigkeit von 80% realistisch, allerdings unter der Voraussetzung, dass 
die tägliche Arbeit von 7 Stunden bzw. 35 Wochenstunden auf 10 Halbtage 
zu je 3.5 Stunden pro Woche verteilt werde. Über Mittag sollte der Versi-
cherte eine grössere Pause von 2.5 Stunden machen können, die es ihm 
ermögliche, sich hinzulegen und eine Behandlung mit dem Tens-Gerät zu 
absolvieren. Die Steigerung des Arbeitspensums sollte schrittweise über 
die nächsten Monate erfolgen, sodass Anfangs 2013 oder spätestens im 
Frühjahr 2013 die 80% realisiert werden könnten, mithin eine Arbeitsun-
fähigkeit von 20% vorliege. Insgesamt sei von einem stabilen Zustand aus-
zugehen; wesentliche Verbesserungen seien im Sinne des überwiegend 
Wahrscheinlichen nicht zu erwarten (S. 332 f.). 

4.3 Die Verfügung vom 17. Juli 2020 (act. IIA 187) basiert im 
Wesentlichen auf dem polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 12. März 

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2020 inkl. Teilgutachten (act. IIA 171.1-171.10). Darin wurden mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen gestellt (S. 12 f. 
Ziff. 4.2):

1. Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)

- Chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom mit Generalisierungstendenz

• Zervikogenes Schmerzsyndrom
• Multifaktorielle Cephalea

2. Koronare 2-Ast-Erkrankung

3. Rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradig (ICD-10 F33.0)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine mittelschwere Mi-
tralinsuffizienz bei Prolaps des posterioren Segels, eine arterielle 
Hypertonie, eine Hypercholesterinämie, eine muskuläre Dysbalance am 
Schultergürtel beidseits, unspezifische thoracale und lumbale 
Rückenschmerzen mit pseudoradikulärer Ausstrahlung in die Beine, 
klinisch Heberden-Arthrosen an der rechten Hand sowie ein leichter Knick-
/Senkfuss beidseits (S. 14 Ziff. 4.2). 

4.3.1 Aus allgemein-internistischer Sicht konnte weder eine Diagnose mit 
noch eine ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden 
(allgemein-internistisches Teilgutachten vom 28. Januar 2020 [act. IIA 
171.2] S. 13 Ziff. 6).

4.3.2 Im kardiologischen Teilgutachten vom 4. Februar 2020 (act. IIA 
171.3) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare 2-Ast-
Erkrankung diagnostiziert (S. 14 Ziff. 6). Aufgrund der aktuellen Situation 
mit fehlenden Ischämiezeichen, gut eingestellten Risikofaktoren und fehlen-
dem relevantem Klappenvitium sei dem Versicherten die bisherige Arbeit in 
einem Spritzwerk zu 100% zumutbar. Aus rein kardiologischer Sicht habe 
für die Zeit des Infarktes vom 9. Januar 2017 bis nach der Rehabilitation, 
wahrscheinlich bis Ende Mai 2017, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden. Danach wäre für einen Monat eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit 
und ab Juli 2017 eine volle Arbeitsfähigkeit zu vermuten. Aus rein 
kardiologischer Sicht benötige der Versicherte keine angepasste Tätigkeit, 
zumal er auch in der angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei (S. 
17 Ziff. 8).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 13

4.3.3 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 12. März 2020 (act. IIA 171.4) 
wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Schmerzstörung mit 
körperlichen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine 
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradig (ICD-10 F45.41), 
diagnostiziert (S. 13 Ziff. 6). Es bestehe eine Körpersymptomatik, die aus 
somatischer Sicht nicht im angegebenen Ausmass nachvollzogen werden 
könne. Es müsse angenommen werden, dass im Hintergrund eine 
psychosozial belastende Situation diesen Zustand unterhalte, weswegen 
die Diagnose einer Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen 
Faktoren anzunehmen sei. Begleitend entwickle der Versicherte je nach 
momentanen Belastungen eine affektive Störung, die teilweise bis gar zur 
Suizidalität gereicht habe. Es fänden sich Hinweise auf emotional instabile 
Persönlichkeitszüge, welche erklärten, dass der Versicherte sein Verhalten 
teilweise nicht genügend kontrollieren könne. Die Kriterien für eine 
Persönlichkeitsstörung seien nicht klar erfüllt; dazu reichten die Angaben 
nicht aus. Es beständen keine Hinweise darauf, dass der Versicherte vor 
seiner Erkrankung allfällige zwischenmenschliche oder berufliche 
Schwierigkeiten aufgrund seines Verhaltens gehabt hätte, auch in der 
Lebensführung seien keine derartigen Schwierigkeiten bekannt und in den 
Unterlagen werde nie auf eine Persönlichkeitsauffälligkeit hingewiesen. Es 
sei daher anzunehmen, dass es sich um ein reaktives Verhalten im 
Rahmen von Anpassungsschwierigkeiten handle. Der Versicherte 
beschreibe eine teilweise depressiv anmutende Stimmungslage mit 
Verstimmungen, teilweise Antriebsschwierigkeiten, erhöhter Ermüdbarkeit 
und Rückzugstendenz. Ein dauerhafter Interessenrückgang oder eine 
ausgesprochen dauerhafte Freudlosigkeit bestehe allerdings nicht. Die 
Stimmung scheine ebenfalls stark zu variieren, weswegen eine allfällig 
leichte depressive Störung angenommen werden könne. Je nach 
Umständen dürfte diese stärker vorhanden sein, doch handle es sich dabei 
um eine reaktive Verstimmung, die mit geeigneten Massnahmen schnell 
gebessert werden könne, weswegen daraus kein dauerhafter Einfluss 
abgeleitet werden könne. Hinweise auf eine anderweitig psychiatrisch 
relevante Störung könnten nicht gefunden werden. Es finde sich demnach 
im Vergleich zur Begutachtung aus dem Jahre 2012 ein im Wesentlichen 
ähnlicher Versicherter, ohne dauerhafte oder längerfristige 
Verschlechterung, auch wenn der Zustand zwischenzeitlich geschwankt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 14

habe. Die psychosoziale Situation sei äusserst belastend. Der Versicherte 
sei grundsätzlich in der Lage, alltägliche Termine wahrzunehmen und eine 
Routine beizubehalten, könne auch Aufgaben strukturieren sowie sich 
verschiedenen Bedingungen anpassen. Er sollte in der Lage sein, die 
fachlichen Kompetenzen anzuwenden, könne sich ein Urteil bilden und 
Entscheide fällen. Die Durchhaltefähigkeit sei allenfalls vermindert, er 
dürfte verlangsamt sein und erhöhten Pausenbedarf aufweisen, dies 
einerseits bedingt durch die affektive Beeinträchtigung und andererseits 
auch durch die Körperschmerzproblematik, die sich hemmend auswirken 
könne. Der Versicherte könne sich selbst behaupten, die Kontakte hätten 
abgenommen, weil er nicht über seine Krankheit sprechen wolle. Die 
Gruppenfähigkeit sei grundsätzlich vorhanden und er pflege eine familiäre 
Beziehung. Intime Beziehungen bestünden seit längerer Zeit nicht mehr. Er 
gehe nur wenigen Aktivitäten nach und ziehe sich weitgehend zurück. Die 
Selbstpflege sei nicht beeinträchtigt, ebenfalls nicht die Verkehrs- und 
Wegfähigkeit. Es bestünden demnach leichtere Beeinträchtigungen, die 
sich durch den psychischen Zustand begründen liessen (S. 11 ff. Ziff. 6). 
Eine klar strukturierte Tätigkeit, ohne Übernahme von Verantwortung, sollte 
der Versicherte durchführen können. Aufgrund der körperlichen 
Problematik mit Schmerzen seien körperliche Schwerarbeiten ungeeignet, 
da die Gefahr bestehe, die Schmerzen zu stark zu provozieren, was sich 
wieder ungünstig auf den Gesamtzustand auswirke. Aufgrund der 
affektiven Störung sei weiterhin eine verminderte Belastbarkeit 
anzunehmen, dadurch eine leichte Verlangsamung und ein erhöhter 
Pausenbedarf, wodurch eine Leistungseinschränkung von 20% bestehe. 
Insgesamt sei daher von einer 20%-igen Leistungseinschränkung in einer 
ähnlichen Tätigkeit wie bisher oder jeder alternativen Arbeit auszugehen, 
da sich diese Einschränkung bei jeder Tätigkeit auswirken würde. In 
diesem Sinne sei seit der letzten Begutachtung im Jahr 2012 keine 
wesentliche dauerhafte Änderung der Arbeitsfähigkeit eingetreten (S. 15 
Ziff. 8).

4.3.4 Im rheumatologischen Teilgutachten vom 5. Februar 2020 (act. IIA 
171.5) wurde dargelegt, ohne Berücksichtigung der 
Kopfschmerzproblematik und mit Bezug auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, 
da der Versicherte seit 2013 nicht mehr gearbeitet habe, bestehe keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 15

rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der 
zu beurteilenden Zeitspanne ab 2014. Ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit bestünden ein chronisches Zervikalsyndrom mit 
spondylogener Ausstrahlung bei degenerativen HWS-Veränderungen, 
betont distal-zervikal, eine muskuläre Dysbalance am Schultergürtel 
beidseits, unspezifische thoracale und lumbale Rückenschmerzen mit 
pseudoradikulärer Ausstrahlung in die Beine, klinisch Heberden-Arthrosen 
an der rechten Hand sowie ein leichter Knick-/Senkfuss beidseits (S. 9 f. 
Ziff. 6). Aufgrund der symptomatischen degenerativen Veränderungen an 
der HWS bestehe eine verminderte Belastbarkeit in diesem 
Wirbelsäulenabschnitt. Etwas weniger deutlich gelte dies auch für die 
unspezifischen Rückenschmerzen thoracal und lumbal. Es müssten sowohl 
quantitative als auch qualitative Beeinträchtigungen attestiert werden. 
Diese seien allerdings gemäss Aktenlage und Anamnese schon seit Jahren 
vorhanden. Der Versicherte habe über eine im Verlauf zunehmende 
Schmerzsymptomatik berichtet, was unter Berücksichtigung der in der 
klinischen Untersuchung gefundenen schmerzhaften Fibromyalgie-
Druckpunkte auch im Sinne einer zunehmenden Schmerzsensibilisierung 
resp. im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitung zu interpretieren sei, wie 
dies auch in der Aktenlage schon früher beurteilt worden sei. Aus 
rheumatologischer Sicht seien dem Versicherten nur noch körperlich leichte 
bis intermittierend mittelschwere Gewichtsbelastungen zumutbar. Eine 
Arbeitstätigkeit müsste rückenadaptiert sein, insbesondere für die HWS, 
d.h. ohne Zwangshaltungen rekliniert oder vornübergeneigt und ohne 
repetitive Rotationsbewegungen. Insofern wären auch Überkopfarbeiten 
längerdauernd oder wiederholt nicht zumutbar (S. 10 f. Ziff. 7.2). In der 
zuletzt ausgeübten Tätigkeit mit Kontrollaufgaben im ...bereich bestehe aus 
rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, sofern 
die erwähnten Limiten eingehalten werden könnten. Eine leichte bis 
intermittierend mittelschwere und rückenadaptierte Arbeit insbesondere 
bezüglich der HWS sei als angepasst anzusehen. In einer derartigen 
Tätigkeit könne aus rein rheumatologischer Sicht weder eine 
Einschränkung der Arbeits- noch Leistungsfähigkeit attestiert werden. 
Diese Beurteilung gelte aktuell und retrospektiv seit 2014 (S. 11 Ziff. 8). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 16

4.3.5 Im neurologischen Teilgutachten vom 8. Februar 2020 (act. IIA 
171.6) wurden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches 
zervikozephales Schmerzsyndrom mit Generalisierungstendenz mit einem 
organischen Beschwerdekern in Form von degenerativen 
Wirbelsäulenveränderungen sowie der stattgehabten Unfälle 2009 und 
2010 mit HWS-Distorsion, wobei der Schmerzverlauf und die 
Schmerzausprägung zu wesentlichen Teilen funktionell überlagert seien, 
diagnostiziert. Diese Einschätzung decke sich auch mit den Feststellungen 
des behandelnden Hausarztes, der über stabilisierte ehemalige 
Unfallfolgen berichtet habe mit jedoch wesentlich komplizierendem Faktor 
durch die psychische Situation. Die bestehende Arbeitseinschränkung 
werde vor allem durch die psychische Entwicklung geprägt (S. 21 f. Ziff. 6 
sowie S. 26 Ziff. 7.1). Aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms und 
der degenerativen Wirbelsäulenveränderungen sei von einer reduzierten 
Belastbarkeit des Achsenskeletts bei mittelschweren und schweren Hebe- 
und Tragebelastungen auszugehen. Beim anzunehmenden organischen 
Beschwerdekern sei eine generelle leichte Leistungseinschränkung infolge 
des chronischen Schmerzsyndroms zu berücksichtigen (Ziff. 7.2). Aufgrund 
der reduzierten Belastbarkeit des Achsenskeletts sollten körperlich schwere 
und häufig mittelschwere Trage- und Hebebelastungen vermieden werden. 
Zumutbar sei ein Belastungsprofil mit wechselbelastender Tätigkeit, limitiert 
auf leichte bis intermittierend mittelschwere Belastungen, ohne repetitive 
Überkopfarbeiten. In einer dieser Kriterien angepassten Tätigkeit bestehe 
aus neurologischer Sicht eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit. Unter 
Berücksichtigung des organischen Beschwerdekerns und der komplexen 
Kopfwehproblematik sei in jeglicher Tätigkeit eine Leistungsminderung von 
20% zu attestieren. Diese Angaben würden ab dem Zeitpunkt der 
Verfügung vom 9. September 2014 gelten. Aus neurologischer Sicht sei 
seitdem keine relevante Zustandsveränderung eingetreten (S 27 ff. Ziff. 8). 

4.3.6 Aus gesamtmedizinischer Sicht sahen die Gutachter keine 
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit September 2014 und 
attestierten in der zuletzt ausgeübten wie auch einer leidensangepassten 
Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 20% 
(act. IIA 171.1 S. 17 ff. Ziff. 4.7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 17

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2). Eine von ande-
ren mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung 
vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört 
vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenma-
terial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. 
Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 18

waltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweis-
würdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

4.5 Am 9. Januar 2017 erlitt der Beschwerdeführer einen akuten ST-He-
bungsinfarkt infero-lateral, der zu einer Hospitalisierung führte (vgl. Bericht 
der Klinik G.________ vom 13. Januar 2017 [act. IIA 162/107]). Am 3. März 
2017 erfolgte im Spital H.________ eine Echokardiographie, bei welcher 
eine normale systolische linksventrikuläre Funktion ohne regionale Moti-
litätsstörung mit einer Ejektionsfraktion von 55% beschrieben wurde. Es 
wurde die Aufnahme in ein kardiales Rehabilitationsprogramm empfohlen 
(Berichte des Spitals H.________ vom 3. März 2017 [act. IIA 162/96 ff.]), 
welches in der Folge durchgeführt und per 5. Mai 2017 beendet wurde. Bei 
Austritt fand sich eine mittelschwer eingeschränkte körperliche Leistungs-
fähigkeit mit 84 Watt, entsprechend 52% der Sollleistung. Limitierend war 
die muskuläre Situation. Eine pulmonale oder kardiale Einschränkung war 
nicht zu erkennen. Es fehlten die Zeichen einer belastungsinduzierten 
Ischämie und es wurde am Ende der Rehabilitation erwähnt, dass der Be-
schwerdeführer motiviert wurde für eine regelmässige körperliche Aktivität. 
Eine Rückkehr in den beruflichen Alltag zu 100% wurde als möglich erach-
tet (Bericht der Klinik G.________ vom 9. Mai 2017 [act. IIA 162/92]). Im 
kardiologischen MEDAS-Teilgutachten vom 4. Februar 2020 wurde aus 
rein kardiologischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 9. Janu-
ar bis Ende Mai 2017 und danach für einen Monat eine 50%-ige Arbeitsun-
fähigkeit attestiert (act. IIA 171.3/17 Ziff. 8). Damit ist entgegen der Ansicht 
der Beschwerdegegnerin (act. II 187; vgl. auch Beschwerdeantwort S. 2 
Ziff. 10) erstellt, dass sich aus kardiologischer Sicht die gesundheitlichen 
Verhältnisse seit der rentenablehnenden Verfügung vom 9. September 
2014 (act. II 52) vorübergehend über die Dauer von wenigstens drei Mona-
ten massgeblich verändert haben. Daher ist der Rentenanspruch nachfol-
gend in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (vgl. E. 3.4.4 hiervor). 

4.6 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 12. März 2020 (act. IIA 
171.1) sowie die diesbezüglichen Teilgutachten (allgemein-internistisches 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 19

Teilgutachten vom 28. Januar 2020 [act. IIA 171.2], kardiologisches Teilgut-
achten vom 4. Februar 2020 [act. IIA 171.3], psychiatrisches Teilgutachten 
vom 12. März 2020 [act. IIA 171.4], rheumatologisches Teilgutachten vom 
5. Februar 2020 [act. IIA 171.5] und neurologisches Teilgutachten vom 8. 
Februar 2020 [act. IIA 171.6]) erfüllen die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens ge-
stellten Anforderungen (vgl. E. 4.4 hiervor). Die Feststellungen der Exper-
ten beruhen auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kennt-
nis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 
und Einschränkungen getroffen worden. Die Ausführungen in den Beurtei-
lungen der medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen Belange 
umfassend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand werden nachvollziehbar und einleuchtend begründet. Den Gutachten 
kommt volle Beweiskraft zu und es kann diesbezüglich darauf abgestellt 
werden. 

4.6.1 Das psychiatrische Teilgutachten hielt eine im Vergleich zum Refe-
renzzeitpunkt im Wesentlichen unveränderte psychische Situation mit seit-
her gleichgebliebener Arbeitsunfähigkeit von 20% fest (act. IIA 171.4/15 
Ziff. 8). Unter diesen Umständen bedarf es keiner Indikatorenprüfung, zu-
mal diese keine höheren Einschränkungen ergeben könnte als die attestier-
te 20%-ige Arbeitsunfähigkeit (Entscheid des BGer vom 25. September 
2018, 8C_241/2018, E. 7.5.2).

4.6.2 Anhand des psychiatrischen Teilgutachtens und der übrigen Teilgut-
achten sind dem Beschwerdeführer weiterhin Tätigkeiten wie jene, auf 
welche er nach den Unfällen vom 7. Mai 2009 und 25. Oktober 2010 
umgeschult wurde (vgl. Arbeitsplatzabklärung vom 24. Mai 2011 [act. II 
28/3]), wie auch jede andere leidensangepasste Tätigkeit mit einer 
Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 20% zumutbar (act. IIA 171.1/17 
ff. Ziff. 4.7 ff.). Daran vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers – 
wie nachfolgend dargelegt – nichts zu ändern.

Der Sachverhalt erweist sich damit als durch die Beschwerdegegnerin 
genügend abgeklärt und von ergänzenden Abklärungen (vgl. insbesondere 
Beschwerde S. 1 und Replik S. 7) ist in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. 
BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 20

162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) und gestützt auf die nachfolgenden 
Ausführungen zu verzichten.

4.6.3 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte im Beschwer-
deverfahren diverse Unterlagen ein (act. I 4 ff.). Was die diesbezüglichen 
Internetauszüge, Aufsätze und Fotodokumentationen betrifft (act. I 4-8, 11, 
13 f., 18 f., 23 f.), beziehen sie sich entweder nicht auf den konkreten Fall, 
wiederspiegeln offenkundig die Meinung der Rechtsvertreterin, können eine 
medizinische Beurteilung nicht ersetzen bzw. widerlegen (Entscheid des 
BGer vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 4.3 f.) oder vermögen keinen 
Aufschluss über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu 
geben. Zudem sind die Ausführungen der Rechtsvertreterin zu den gutach-
terlichen Feststellungen bereits deshalb unbehelflich, weil sie als medizini-
sche Laiin hierfür offensichtlich nicht befähigt ist (Entscheid des BGer vom 
21. Juni 2016, 9C_614/2015, E. 5.1). 

4.6.3.1 Was die im Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Un-
terlagen (Berichte der Klinik I.________ vom 31. Juli 2009 [act. I 22], der 
Kliniken J.________ und K.________ vom 9. August 2011 [act. I 20], der 
Klinik L.________ vom 25. April 2016 [act. I 25] sowie der MRI-Befund vom 
22. Dezember 2016 [act. I 21]) betrifft, ist auf das Folgende hinzuweisen: 
Durch die Neuanmeldung vom 6. Dezember 2018 (act. III 100) hätte der 
Beschwerdeführer frühestens ab Juni 2019 Anspruch auf Rentenleistungen 
der Invalidenversicherung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), mithin waren die 
erwähnten Berichte zu diesem Zeitpunkt schon mindestens über 
zweieinhalb Jahre alt und hinsichtlich des Neuanmeldungsverfahrens 
wenig aussagekräftig; grösstenteils (act. I 20, 22 und 25) lagen sie zudem 
auch den Gutachtern vor (act. IIA 171.1/29, 171.6/5 f.) und flossen in deren 
Expertisen ein. Soweit erforderlich wird auf die besagten Berichte im 
Nachfolgenden eingegangen. Betreffend die übrigen im 
Beschwerdeverfahren eingereichten ärztlichen Unterlagen (Berichte des 
Zentrums M.________ vom 3 Juli 2020 [act. I 12], des Zentrums 
N.________ vom 22. Juli 2020 [act. I 9], des Spitals O.________ vom 4. 
August 2020 [act. I 10] und der behandelnden Psychiaterin Dr. med. 
P.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. 
Dezember 2020 [act. I 26]) ist darauf hinzuweisen, dass diese nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 21

MEDAS-Gutachten datieren, jedoch nichts an dessen Schlüssigkeit zu 
ändern vermögen. Praxisgemäss kann es nicht angehen, ein Administrativ-
gutachten stets dann in Frage zu stellen und weitere Abklärungen vorzu-
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachträglich zu unterschiedlichen 
Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden 
Auffassungen festhalten (Entscheid des BGer vom 24. November 2015, 
9C_353/2015, E. 4.1). Soweit erforderlich wird auch auf diese besagten 
Berichte nachfolgend eingegangen. 

4.6.3.2 Was die vom zuständigen Krankentaggeldversicherer eingeholten 
Gutachten vom 1. Februar und 6. März 2015 (act. IIA 144/17 und act. IIA 
144/27) betrifft, so führt der Beschwerdeführer in Einklang mit den Akten 
aus, dass sich die MEDAS-Gutachter dazu nicht äusserten (Beschwerde S. 
4). Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die beiden Gutachten von Anfang 
2015 datieren. Da der Beschwerdeführer frühestens ab Juni 2019 
Anspruch auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung hat (vgl. 
Ausführungen hiervor), mithin die Gutachten zu diesem Zeitpunkt schon 
über vier Jahre alt waren, sind sie hinsichtlich des 
Neuanmeldungsverfahrens wenig aussagekräftig, zumal darin die 
psychosozialen Belastungsfaktoren zwar erwähnt, aber – soweit ersichtlich 
– bei der funktionellen Leistungsfähigkeit keine Berücksichtigung fanden 
(act. IIA 144/41) und orthopädisch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
vorlag (act. IIA 144/22 Ziff. 5.2).

4.6.3.3 Soweit der Beschwerdeführer bemängelt, bezüglich den von den 
Gutachtern behaupteten Inkonsistenzen seien im Rahmen der 
psychiatrischen Untersuchung keine Tests- bzw. Fragebogen verwendet 
worden (Beschwerde S. 3 f. Ziff. 2), dringt er nicht durch. Wie die 
Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 11), 
ist die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung 
und Verhaltensbeobachtung entscheidend und Testverfahren kommt im 
Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung höchstens eine ergänzende 
Funktion zu (Entscheid des BGer vom 21. März 2019, 9C_728/2018, E. 
3.3). Dabei konnten anlässlich der gutachterlichen Exploration eindeutige 
Inkonsistenzen festgestellt werden und der Vorwurf des 
Beschwerdeführers, diese seien vage und äusserst knapp formuliert, ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 22

nicht nachvollziehbar (Beschwerde S. 3 f. Ziff. 2 sowie Replik S. 4 f.). Denn 
der Beschwerdeführer gab anlässlich der psychiatrischen Exploration 
diverse, durch den Untersucher allesamt nicht zu bestätigende 
Beschwerden an (Kopfschmerzen, Schmerzen im Schulter-, Rücken- und 
Armbereich. Manchmal bestünden auch Beschwerden in den Beinen. Die 
Schmerzen würden während des Tages zunehmen. Weiter sei der Schlaf 
nicht erholsam, er leide unter Durchschlafschwierigkeiten, schlafe schlecht, 
sei tagsüber erschöpft und leide teilweise an Schwindel- und 
Magenbeschwerden sowie Schmerzen im Brustbereich. Er habe Mühe, 
sich zu konzentrieren, und habe keine Kraft. Die Schmerzen seien 
zwischen schwach bis nicht mehr erträglich. Auch habe der 
Beschwerdeführer über Sensibilitätsstörungen in den Fingern geklagt und 
angegeben, er fühle sich depressiv und traurig, habe passiven 
Todeswunsch sowie Ängste in spezifischen Situationen; act. IIA 171.4/5 
Ziff. 3.1). So gab der Gutachter an, der Beschwerdeführer sei unauffällig 
herübergekommen, ebenfalls sein Gang ins Untersuchungszimmer. Zudem 
sei es ihm problemlos möglich gewesen, in der etwa gleichen Stellung im 
Stuhl zu sitzen und zu bleiben, ohne Angaben von Beschwerden (act. IIA 
171.4/8 Ziff. 4.3). Der Gutachter führte unmissverständlich aus, es hätten 
sich anlässlich seiner Untersuchung keine wesentlichen 
Beeinträchtigungen gezeigt, weshalb er gestützt auf seine Untersuchung 
sowie die Akten zu Recht von Inkonsistenzen ausgeht (act. IIA 171.4/14 
Ziff. 7.3). Auch der neurologische Gutachter kam zum Schluss, dass die 
vom Beschwerdeführer geltend gemachte Intensität der Schmerzen und die 
daraus resultierenden Einschränkungen nicht zwanglos nachvollziehbar 
sind und er führte diesbezüglich aus, das mit hohem Ausmass bezifferte 
Schmerzniveau werde im allgemeinen Bewegungsverhalten, in der Gestik 
und in der Mimik nicht ersichtlich. Beim Aus- und Ankleiden waren denn 
auch keine relevanten Bewegungseinschränkungen erkennbar (act. IIA 
171.6/19 Ziff. 4.1 sowie 171.6/27 Ziff. 7.5). Auch der kardiologische 
Gutachter (act. IIA 171.3/16 Ziff. 7.5) sowie der allgemein-internistische 
Gutachter (act. IIA 171.2/13 f.) bestätigten das Vorliegen von Inkonsisten-
zen. 

4.6.3.4 Was das Vorbringen des Beschwerdeführers, die von ihm geklagte 
Erschöpfbarkeit sei weder beim Schweregrad der Depression noch im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 23

Zusammenhang mit einer allfälligen Schmerzstörung berücksichtigt worden 
(Beschwerde S. 4, Replik S. 5 f. sowie Eingabe vom 19. Januar 2021 [in 
den Gerichtsakten]), betrifft, ergibt sich aufgrund der Akten ein anderes 
Bild: Der Beschwerdeführer gab anlässlich der psychiatrischen Exploration 
an, dass er müde und erschöpft sei, tagsüber wiederholt schlafe und 
nachts teilweise unter Schlafstörungen leide, was vom psychiatrischen Gut-
achter auch so festgehalten wurde (act. IIA 171.4/5 Ziff. 3.2, 171.4/11 ff. 
Ziff. 6) und bei der Leistungseinschränkung von 20% insbesondere mit dem 
vom Gutachter für nötig gehaltenen erhöhten Pausenbedarf genügend 
berücksichtigt wurde (act. IIA 171.4/15 Ziff. 8). Zudem ist es die Aufgabe 
des Gutachters, als medizinischer Experte unabhängig von den subjektiven 
Schmerzangaben zu beurteilen, welche Schmerzen und Einschränkungen 
gestützt auf die objektiven Befunde nachvollziehbar und zu berücksichtigen 
sind (Entscheid des BGer vom 15. Dezember 2011, 8C_784/2011, E. 3.3). 
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, der pychiatrische Gutachter 
äussere sich nicht zum Schweregrad der somatoformen Schmerzstörung 
und prüfe diese erst gar nicht (Beschwerde S. 4), kann ihm nicht gefolgt 
werden: Bereits Dr. med. E.________ verneinte im Gutachten vom 11. 
Oktober 2012 das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung, da die Kernkriterien (andauernder, schwerer und 
quälender Schmerz) nicht erfüllt seien (act. II 33.1/330). Das 
Verwaltungsgericht erachtete in der Folge in VGE IV/2014/923 das 
Gutachten als beweiskräftig und stellte darauf ab (act. II 61/14 Ziff. 3.2.2). 
Seither hat sich diesbezüglich nichts geändert, zumal der psychiatrische 
Gutachter zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführer trotz der 
angegebenen Schmerzen – angeblich teilweise schwergradigen 
Ausmasses – nicht beeinträchtigt wirkt (act. IIA 171.4/11 Ziff. 6) und sich 
seit der Begutachtung 2012 im Wesentlichen ein ähnlicher Explorand ohne 
dauerhafte oder längerfristige Verschlechterung findet (act. 171.4/12 Ziff. 
6). Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl. Replik S. 
2 f.) sowie der eingereichte Aufsatz (act. I 23) nichts.

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, psychosoziale Umstände, die 
einen krankhaften Zustand aufrechterhalten oder verschlimmern würden, 
seien invalidenversicherungsrechtlich relevant (Replik S. 6), kann er daraus 
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn wie der psychiatrische Gutachter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 24

festhält, war es u.a. die psychosoziale Situation, welche zur Stellung der 
Diagnose Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren 
führte (act. IIA 171.4/11 Ziff. 6), d.h. die psychosoziale Situation wurde sehr 
wohl (indirekt) berücksichtigt.

Der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht der behandelnden 
Psychiaterin Dr. med. P.________ vom 21. Dezember 2020 (act. I 26) 
vermag – anders als vom Beschwerdeführer vorgebracht (vgl. Eingabe vom 
21. Dezember 2020 [in den Gerichtsakten]) – keine Zweifel an der 
Beurteilung des MEDAS-Gutachtens zu wecken. Der Inhalt des Berichts 
deckt sich im Wesentlichen mit dem Bericht vom 20. Mai 2019 (act. IIA 
147), welcher den Gutachtern vorlag (act. IIA 171.4/4 Ziff. 2) und 
insbesondere Eingang ins psychiatrische Teilgutachten fand (act. IIA 
171.4/10 Ziff. 6, 171.4/14 Ziff. 7.3). Weiter ist der Einwand des 
Beschwerdeführers, der psychiatrische Gutachter blende den Schweregrad 
des psychischen Schmerzverlaufs und der Schmerzausprägung 
„vollständig“ aus (Eingabe des Beschwerdeführers vom 19. Januar 2021 [in 
den Gerichtsakten]), unbegründet und findet im diesbezüglichen 
Teilgutachten keine Stütze.

4.6.3.5 Weiter versucht der Beschwerdeführer mit Verweis auf den Bericht 
des Zentrums M.________ vom 3. Juli 2020 (act. I 12) und einem darin 
nachgewiesenen Blutdruckabfall, was ein Hinweis auf eine Ischämie sei, 
eine Veränderung zum MEDAS-Gutachten zu begründen (Beschwerde S. 
4). Dem ist nicht zu folgen, zumal in der gleichentags durchgeführten 
Echokardiographie im Vergleich zum Vorbefund keine Veränderung 
festgestellt werden konnte (act. I 12/4). Weiter nimmt der Bericht nirgends 
Stellung zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit bzw. welche konkreten 
Einschränkungen in Bezug auf eine Tätigkeit bestehen, so dass er per se 
nicht geeignet ist, Zweifel an den Schlussfolgerungen im kardiologischen 
Teilgutachten zu wecken. Gleich verhält es sich mit der vom 
Beschwerdeführer postulierten Leistungseinbusse von 30% (Beschwerde 
S. 4), welche keine Stütze in den übrigen Akten findet.

4.6.3.6 Auch betrachtet der Beschwerdeführer das MEDAS-Gutachten als 
nicht vollständig, da keine neuroophtalmologische und neurootologische 
Begutachtung erfolgt sei (Beschwerde S. 4 sowie Replik S. 6 f.). Damit 

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dringt er nicht durch: Bereits mit unangefochten in Rechtskraft 
erwachsenem Urteil IV/2019/372 entschied das Verwaltungsgericht 
rechtskräftig, dass sich aufgrund der Akten kein zwingender Bedarf zum 
Einbezug der Neuroophthalmologie erkennen lässt, zumal eine 
Untersuchung im Fachgebiet Neurologie vorgesehen ist und es in der 
Kompetenz der Sachverständigen liegen wird, im Zusammenhang mit dem 
geltend gemachten Augenflimmern gegebenenfalls Zusatzabklärungen zu 
veranlassen (act. IIA 153/9 f. Ziff. 4.2). Diesbezüglich sahen die Gutachter 
anlässlich ihrer Explorationen keinen Grund und die im März 2020 
durchgeführte ophthalmologische Untersuchung (vgl. Bericht des Zentrums 
Q.________ vom 26. März 2020 [act. IIA 184]) vermag den Beweiswert der 
Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten nicht zu entkräften, zumal der 
Bericht auch keine Angaben zu einer diesbezüglichen Einschränkung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit enthält.

4.6.3.7 Was die Wirbelsäule betrifft, hat der rheumatologische Gutachter 
die diesbezüglichen Einschränkungen – entgegen dem Vorbringen des Be-
schwerdeführers (Replik S. 6) – sehr wohl berücksichtigt, indem er als 
leidensadaptierte Tätigkeiten körperlich leichte bis intermittierend 
mittelschwere sowie rückenadaptierte Arbeiten bezeichnete, d.h. ohne 
Zwangshaltungen rekliniert oder vornübergeneigt und ohne 
Rotationsbewegungen und ohne längerdauernde oder wiederholende 
Überkopfarbeiten (act. IIA 171.5/11 f. Ziff. 7.2 und 8). Auch der 
neurologische Gutachter berücksichtigte diese Einschränkungen und kam 
zum Schluss, aufgrund der reduzierten Belastbarkeit des Achsenskeletts 
sollten körperlich schwere und häufig mittelschwere Trage- und 
Hebebelastungen vermieden werden. Als zumutbar erachtete er 
wechselbelastende Tätigkeiten, limitiert auf leichte bis intermittierend 
mittelschwere Belastungen ohne repetitive Überkopfarbeiten. Solche 
Arbeiten beurteilte er als ganztags zumutbar bei einer Leistungsminderung 
von 20% (act. IIA 171.6/28 Ziff. 8). An den gutachterlichen 
Schlussfolgerungen vermögen zudem die im Beschwerdeverfahren 
eingereichten Berichte des Zentrums N.________ vom 22. Juli 2020 (act. I 
9) sowie des Spitals O.________ vom 4. August 2020 (act. I 10), 
insbesondere auch die im ersteren Bericht genannten Ergebnisse der MRI-
Untersuchungen der LWS und HWS vom 10. Juli 2020, nichts zu ändern.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 26

4.6.3.8 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Arbeitsfähigkeit dürfe 
nicht so hoch angesetzt werden, da sonst keine Zeit für Therapien mehr 
bestehe (Beschwerde S. 4), ist ihm nicht zu folgen. Den Gutachtern war die 
Zeit, welche der Beschwerdeführer für Arzt- und Therapiebesuche in 
Anspruch nimmt, bekannt und sie kamen aufgrund sämtlicher Umstände 
zum Schluss, er könne bei einer gesamtmedizinischen Einschränkung von 
20% vollschichtig arbeitstätig sein (act. IIA 171.1/19 Ziff. 4.9). Zudem war 
vorliegend die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit zu beurteilen, 
welche losgelöst von allfälligen Terminkollisionen zwischen Arzt-/Therapie-
besuchen und der Arbeitszeitgestaltung zu erfolgen hat. Es ist denn auch 
zumutbar und alltäglich, dass Arzt- und Therapiebesuche auf Randzeiten 
oder auf freie Tage anzusetzen sind. Soweit der Beschwerdeführer 
vorbringt, es leuchte nicht ein, warum sich die psychische und physische 
Arbeitsunfähigkeit nicht addieren würden (Beschwerde S. 4), ist auf die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach die Kombination 
mehrerer Funktionsstörungen nicht notwendigerweise zu einer Addition der 
in verschiedenen Fachdisziplinen attestierten Arbeitsunfähigkeiten führt. 
Bei ihrem Zusammentreffen überschneiden sich die erwerblichen 
Auswirkungen in der Regel, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit 
grundsätzlich in einer Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist (Entscheid des 
BGer vom 29. April 2015, 9C_204/2015, E. 6). Es ist denn auch nicht 
ersichtlich, weshalb die psychischen oder physischen Probleme sich im 
Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit kumulieren sollten. 

4.7 Aufgrund des Dargelegten ist zusammenfassend erstellt, dass der 
Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit, auf welche er nach den 
beiden Unfällen von 2009 und 2010 umgeschult wurde und die er zuletzt 
ausübte, vollzeitig und mit einer Einschränkung von 20% arbeits- und 
leistungsfähig ist. Das Gleiche gilt für jede andere leidensangepasste Arbeit 
(act. IIA 171/17 ff. Ziff. 4.7 f.). Damit besteht mindestens eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 80%. Selbst wenn zusätzlich ein leidensbedingter 
Abzug von maximal 10% gewährt würde, was vorliegend nicht gerechtfer-
tigt wäre, läge kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40% oder 
mehr vor. Bei dieser Sachlage besteht weiterhin kein Rentenanspruch. Die 
angefochtene Verfügung vom 17. Juli 2020 (act. IIA 187) erweist sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 27

betreffend Invalidenrente somit als rechtens und die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

5.

Die Beschwerdegegnerin verneint einen Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung, ohne sich konkret zu beruflichen Massnahmen zu 
äussern. Den Akten sind keine Hinweise zu entnehmen, dass seit 2013 
berufliche Massnahmen geprüft worden wären. Jedoch zeigen die 
Rechtsschriften wie die Akten, dass sich der Beschwerdeführer im 
Zeitpunkt der Verfügung vom 17. Juli 2020 nicht eingliederungsfähig fühlte. 
Mit Blick auf das unter E. 3.2.2 hiervor Dargelegte genügt jedoch bereits 
ein relativ geringes Mass an gesundheitlich bedingter Beeinträchtigung, um 
einen Anspruch auf niederschwellige berufliche Massnahmen wie nament-
lich die Berufsberatung nach (Art. 15 IVG) oder die Arbeitsvermittlung (Art. 
18 IVG) zu begründen. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden 
die Akten daher an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie 
den Beschwerdeführer – gegebenenfalls unter Anwendung des Mahn- und 
Bedenkzeitverfahrens – darauf hinweist, dass er an zu prüfenden 
beruflichen Massnahmen im Rahmen des von den Gutachtern festgelegten 
Rendements mitwirke, ansonsten diese abgebrochen würden.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden dem Be-
schwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe entnommen. Daran ändert der Umstand, dass die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2021, IV/20/717, Seite 28

Beschwerde in einem geringen Masse (berufliche Massnahmen) teilweise 
gutgeheissen wird, nichts, wurde der diesbezügliche Antrag vom Be-
schwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreterin doch in keiner Weise be-
gründet.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]). Das geringe teilweise Obsiegen des Beschwerdeführers 
(berufliche Massnahmen) ändert daran nichts, zumal das entsprechende 
Rechtsbegehren durch die Rechtsvertreterin unbegründet blieb (E. 6.1) und 
ihr diesbezüglich keine Kosten entstanden. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 17. Juli 2020 soweit berufliche Mass-
nahmen betreffend aufgehoben und die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurückgewiesen zum Vorgehen im Sinne von Erw. 5. Soweit 
weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe vom 3. August 2021)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

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Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.