# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f84d4572-737e-543f-b54f-4cebf7cdff21
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 25.10.2022 SST.2022.131
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-131_2022-10-25.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

 

SST.2022.131 
(ST.2021.117; StA.20220.5831) 

 

 

Urteil vom 25. Oktober 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Egloff  

Gerichtsschreiberin Wanner        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, 

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

Privatklägerin   A._____, 

[…]  

vertreten durch B._____,  

[…]   

 

    
    

Beschuldigter   C._____,  

geboren am tt.mm.1962, von Oesterreich, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dominik Rothacher,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Tätlichkeit 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm erliess gegenüber dem 

Beschuldigten am 18. Dezember 2020 den folgenden Strafbefehl: 

 

 "Sachverhalt: 
 
- Mehrfache Beschimpfung 
- Tätlichkeiten 
 
Der Beschuldigte beleidigte A. am 18. August 2020, um ca. 9.00 Uhr, in 
der Waschküche des Mehrfamilienhauses an der [Adresse], indem er ihr 
zunächst den Mittelfinger zeigte und ihr anschliessend ins Gesicht 
spuckte. 
 
Weiter packte er A. am 11. September 2020, um ca. 14.00 Uhr, im 
Treppenhaus des Mehrfamilienhauses an der [Adresse] derart fest am 
linken Oberarm, dass diese grossflächige Hämatome davontrug. 
 
 
Dieses Verhalten ist strafbar gemäss: 

 
Art. 126 Abs. 1 StGB, Art. 177 Abs. 1 StGB (mehrfache Begehung), Art. 
49 Abs. 1 StGB 
 
Der Beschuldigte wird verurteilt zu: 
 
1. Einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 30.00, bedingt 

aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren. 
 
2. Einer Busse von CHF 500.00 
 Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen. 
 
3. Den Kosten 
 
 - Strafbefehlsgebühr CHF 600.00 
 

Rechnungsbetrag CHF 1'100.00 
 

Über Auslagen, die nach Erlass des vorliegenden Strafbefehls 
eingehen, wird separat verfügt. 

 
4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 
5. Das Urteil wird im Strafregister eingetragen." 

 

1.2. 

Gegen diesen Strafbefehl erhob der Beschuldigte am 31. Dezember 2020 

Einsprache. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm hielt an ihrem 

Strafbefehl fest und überwies die Akten mit Verfügung vom 5. Oktober 2021 

an das Bezirksgericht Zofingen zur Durchführung des Hauptverfahrens. 

 - 3 - 

 

 

 

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 6. November 2021 reichte die Privatklägerin ein ärztliches 

Verhandlungsunfähigkeitszeugnis datiert vom 3. November 2021 ein und 

beantragte, an der Hauptverhandlung durch ihren Sohn B. vertreten zu 

werden.  

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 16. November 2021 wurde der Privatklägerin die 

Teilnahme an der Hauptverhandlung vom 23. Dezember 2021 freigestellt. 

 

2.3. 

Am 23. Dezember 2021 fand die Hauptverhandlung vor dem Präsidenten 

des Bezirksgerichts Zofingen mit Befragung des Beschuldigten statt. 

 

2.4. 

Der Beschuldigte stellte anlässlich der Hauptverhandlung den Antrag, von 

sämtlichen Vorwürfen freigesprochen zu werden. 

 

2.5. 

Die Privatklägerin stellte anlässlich der Hauptverhandlung sinngemäss den 

Antrag, der Beschuldigte sei gemäss Anklage schuldig zu sprechen. 

 

2.6. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Zofingen erkannte gleichentags: 

 

 "1. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage der mehrfachen 
Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB. 
 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
 
- der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB. 
 
3. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 2 erwähnten 
Bestimmung sowie gestützt auf Art. 106 Abs. 1 und Abs. 3 StGB mit einer 
Busse von Fr. 500.00 bestraft. 
 
4. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird gestützt auf Art. 106 Abs. 
2 und Abs. 3 StGB eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen vollzogen. 
 
5. 
5.1. 
Die Anklagegebühr wird auf Fr. 700.00 festgesetzt und zur Hälfte mit 
Fr. 350.00 dem Beschuldigten auferlegt. Der Restbetrag geht zu Lasten 
des Staates. 
 

 - 4 - 

 

 

 

5.2. 
Die weiteren Verfahrenskosten bestehen aus: 
 
a) der Gerichtsgebühr von Fr. 1'200.00 
b) den Spesen von Fr. 66.00 
 
Total Fr.  1'266.00 
 
Diese Kosten werden dem Beschuldigten zur Hälfte mit Fr. 633.00 
auferlegt. Der Rest geht zu Lasten des Staates. 
 
6. 
Der Beschuldigte hat seine Parteikosten selber zu tragen." 

 

2.7. 

Mit Eingabe vom 15. Januar 2022 meldete der Beschuldigte Berufung 

gegen das ihm am 8. Januar 2022 zugestellte Urteilsdispositiv an. Das 

begründete Urteil wurde ihm in der Folge am 1. Juni 2022 zugestellt. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 21. Juni 2022 stellte der Beschuldigte die 

folgenden Anträge: 

 

 "1. Die Ziffern 2 bis 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zofingen vom 23. 
Dezember 2021 seien aufzuheben und wie folgt neu zu fassen: 

 
 2. 
 Der Beschuldigte wird zusätzlich freigesprochen von der Anklage der 

Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB. 
 
 3. 
 Die Anklagegebühr von CHF 700.00 geht zu Lasten des Staates. 
 
 4. 
 Die weiteren Verfahrenskosten bestehen aus: 
  
 a)  der Gerichtsgebühr von Fr. 1'200.00 
 b)  den Kosten für Übersetzungen von Fr. 66.00 
 
 Total Fr. 1'266.00 
 
 Diese Kosten gehen zu Lasten des Staates. 
 
2. Die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse 

zu nehmen. 
 
3. Der Beschuldigte sei für die Kosten seiner Verteidigung im 

obergerichtlichen Verfahren aus der Staatskasse zu entschädigen." 

 

Ausserdem stellte er die folgenden Beweisanträge: 

 

 "1. Es seien die Vorakten beizuziehen. 
 

 - 5 - 

 

 

 

2. Es sei ein Gutachten eines Sachverständigen für Unfall- und 
Kriminaltechnik zur Frage der Entstehung der Verletzungen bei der 
Zivil- und Strafklägerin einzuholen." 

 

3.2. 

Mit Verfügung vom 22. Juni 2022 wurde die Berufungserklärung des 

Beschuldigten der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm sowie der 

Privatklägerin zugestellt. Ausserdem wurde den Parteien mitgeteilt, dass 

das schriftliche Berufungsverfahren vorgesehen sei, sofern die 

Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm weder einen Antrag auf Nichteintreten 

stelle noch die Anschlussberufung erkläre. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 26. Juni 2022 reichte die Privatklägerin eine 

Stellungnahme zur Berufungserklärung des Beschuldigten ein. 

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 5. Juli 2022 teilte die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm 

ihren Verzicht auf die Stellung eines Nichteintretensantrags sowie auf die 

Erklärung der Anschlussberufung mit und erklärte sich mit der 

Durchführung des schriftlichen Berufungsverfahren einverstanden. 

 

3.5. 

Mit Verfügung vom 19. Juli 2022 ordnete die Verfahrensleiterin im 

Einverständnis der Parteien das schriftliche Berufungsverfahren an. 

 

3.6. 

Mit Berufungsbegründung vom 29. Juli 2022 hielt der Beschuldigte an 

seinen in der Berufungserklärung vom 21. Juni 2022 gestellten Anträgen 

fest. 

 

3.7. 

Mit Berufungsantwort vom 10. August 2022 stellte die Staatsanwaltschaft 

Zofingen-Kulm den Antrag, die Berufung des Beschuldigten sei unter 

Kostenfolge abzuweisen. 

 

3.8. 

Mit Berufungsantwort vom 12. August 2022 stellte die Privatklägerin 

sinngemäss den Antrag, die Berufung des Beschuldigten sei abzuweisen. 

Die Berufungsantwort wurde den Parteien mit Verfügung vom 16. August 

2022 zur freigestellten Stellungnahme zugestellt. 

 

3.9. 

Mit Eingabe vom 17. August 2022 teilte die Staatsanwaltschaft Zofingen-

Kulm ihren Verzicht auf eine Stellungnahme zur Berufungsantwort der 

Privatklägerin mit. 

 

 - 6 - 

 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte hat das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme des 

Freispruchs vom Vorwurf der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 

Abs. 1 StGB vollumfänglich angefochten. Das Urteil ist somit in diesem 

Umfang zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat es als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin am 11. September 2020 um ca. 14.00 Uhr im Treppenhaus 

des Mehrfamilienhauses an der [Adresse] kräftig am linken Oberarm 

gepackt und ihr zwei blaue Flecken in der Form eines grossflächigen 

Hämatoms zugefügt habe. Da der Beschuldigte durch sein Verhalten eine 

solche Verletzung der Privatklägerin mindestens im Sinne des 

Eventualvorsatzes in Kauf genommen habe, habe er sich der Tätlichkeit 

gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig gemacht (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. III.B.2.2). 

 

2.2. 

Der Beschuldigte bestreitet, sich der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 

StGB schuldig gemacht zu haben. Dazu bringt er im Wesentlichen vor, er 

habe die Privatklägerin zum besagten Zeitpunkt zwar im Treppenhaus 

angetroffen, habe sie jedoch nie berührt, geschweige denn gepackt oder 

geschlagen. Dies ergebe sich bereits daraus, dass ein blosses Packen des 

Arms nicht zu einem derart grossflächigen Hämatom führen könne, wie es 

die Privatklägerin erlitten habe. Plausibel sei demgegenüber, dass die 

Privatklägerin sich das Hämatom selbst zugefügt und die Straftat erfunden 

habe, da sie ihn seit längerer Zeit als Mieter im Mehrfamilienhaus an der 

[Adresse] habe loswerden wollen (vgl. Berufungsbegründung S. 3 f.). 

 

3. 

Vorliegend ist unbestritten, dass sich der Beschuldigte und die 

Privatklägerin am Nachmittag des 11. September 2020 im Treppenhaus 

des Mehrfamilienhauses an der [Adresse] begegnet sind (vgl. 

Berufungsbegründung S. 4). 

 

Strittig und zu prüfen ist, was sich anlässlich dieser Begegnung im 

Treppenhaus abgespielt hat und ob sich der Beschuldigte durch sein 

Verhalten einer Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB strafbar gemacht 

hat. 

 

 - 7 - 

 

 

 

4. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel am Vorliegen der tatsächlichen Voraussetzungen 

der angeklagten Tat, ist zugunsten des Beschuldigten zu entscheiden 

(Art. 10 Abs. 3 StPO). Dies bedeutet, dass sich das Gericht nicht von der 

Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigeren Sachverhalts 

überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, 

ob sich der Sachverhalt so zugetragen hat. Lediglich abstrakte und 

theoretische Bedenken sind dabei jedoch nicht massgebend. Es muss sich 

vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln 

(BGE 144 IV 345; Urteil des Bundesgerichts 6B_328/2011 vom 

16. September 2011 E. 2.2; jeweils mit Hinweisen). Das Prinzip «in dubio 

pro reo» hält das Gericht somit nicht dazu an, entgegen aller 

Wahrscheinlichkeit, gestützt auf eine blosse Möglichkeit den Nachweis des 

tatbestandsmässigen Verhaltens als nicht zweifelsfrei erbracht 

anzunehmen (TOPHINKE, in: Basler Kommentar, Schweizerische 

Strafprozessordnung II, 2. Aufl. 2014, N. 83 zu Art. 10 StPO). Vielmehr ist 

anhand sämtlicher Umstände zu untersuchen, welche Darstellung der 

Ereignisse insgesamt überzeugend ist. Nur wenn eine solche Überzeugung 

weder in die eine noch in die andere Richtung hin zu gewinnen ist, hat das 

Gericht im Zweifel für den Beschuldigten zu entscheiden. 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Die Privatklägerin wurde am 12. September 2020 und am 10. Juni 2021 

anlässlich einer Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten zu den 

Vorfällen des 11. September 2020 befragt (vgl. Untersuchungsakten [UA] 

act. 38 ff., UA act. 68 ff.). Anlässlich beider Befragungen gab sie an, dass 

es sich beim Beschuldigten um einen ihrer Nachbarn handle. Das Ganze 

habe sich um etwa 14.05 Uhr zugetragen, als sie die Wohnung verlassen 

habe, um nach Q. ins Altersheim einen Kaffee trinken zu gehen. Der 

Beschuldigte sei in diesem Moment mit seinem Fahrrad um die Ecke 

gekommen. Als sie die Haustüre habe öffnen wollen, habe er das Fahrrad 

hingeworfen und sei unvermittelt auf sie zugestürmt. Sie sei sofort die 

Treppe hinaufgegangen und habe mehrmals laut um Hilfe gerufen, da sie 

Panik und Angst um ihr Leben gehabt habe. Im ersten Stock habe sie der 

Beschuldigte bereits erwischt. (vgl. UA act. 41 f., UA act. 70 f.). Zunächst 

habe der Beschuldigte sie am Nacken und danach am linken Oberarm 

gepackt, wo man die blauen Flecken gut sehe. Er habe sie nicht direkt 

geschlagen, aber ihr sicher 5-6 Mal auf den Arm geboxt bzw. immer wieder 

auf die linke Seite getrommelt. Sie habe um Hilfe gerufen und dann sei der 

gemeinsame Nachbar, F., gekommen und sei dazwischen gegangen. Der 

Beschuldigte habe sie losgelassen und sei auf Herrn F. losgegangen. Dann 

sei Frau F. heruntergekommen und habe ihm gesagt, er solle aufhören. 

 - 8 - 

 

 

 

Danach sei der Beschuldigte gegangen (vgl. UA act. 41 f., UA act. 70 ff.). 

Zum allgemeinen Verhältnis mit dem Beschuldigten gab die Privatklägerin 

anlässlich der Ersteinvernahme vom 12. September 2020 an, dass der 

Beschuldigte ihr während der Auseinandersetzung im Treppenhaus 

vorgeworfen habe, ihn bei seinem Chef angeschwärzt zu haben und dass 

er deshalb so wütend auf sie gewesen sei. Sie kenne seinen Chef jedoch 

gar nicht und wisse auch nicht, weshalb sie ihn anschwärzen sollte. Sie 

habe lediglich bei der Verwaltung angerufen und mitgeteilt, dass er sie 

schikaniere. Diese Probleme habe sie mit ihm seit nunmehr zwei Jahren. 

Er habe ihre Garage gewollt und diese nicht bekommen, weshalb er nach 

dem Tod ihres Mannes damit angefangen habe, gegen sie vorzugehen. Er 

schikaniere die Leute und sei aggressiv. So habe er sie auch schon in der 

Vergangenheit beschimpft und attackiert. Sie habe ihm nie etwas zu Leide 

getan (vgl. UA act. 41 f.). 

 

5.1.2. 

Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Zofingen am 

23. Dezember 2021 liess die Privatklägerin sich aufgrund ärztlich 

attestierter Verhandlungsunfähigkeit (vgl. Gerichtsakten [GA] act. 14) durch 

ihren Sohn B. vertreten. Dieser gab an, dass die Privatklägerin weiterhin 

an sämtlichen Aussagen und auch am Strafantrag festhalte. Ein Rückzug 

sei nicht in ihrem Sinne, da sich alles so zugetragen habe. Sie habe nie 

Forderungen gestellt und wolle nur Gerechtigkeit sehen (vgl. GA act. 34 f.). 

 

5.2. 

F. wurde am 23. September 2020 als Auskunftsperson und am 30. Juni 

2021 als Zeuge einvernommen (vgl. UA act. 45 ff., UA act. 78 ff.). Er gab 

anlässlich beiden Befragungen übereinstimmend an, am 11. September 

2020 mit seiner Frau in der Wohnung des Mehrfamilienhauses zugegen 

gewesen zu sein, als sie plötzlich lautes Geschrei aus dem Treppenhaus 

gehört hätten. Sie seien sofort aus dem dritten Stock in das zweite 

Stockwerk gerannt. Dort habe er gesehen, wie der Beschuldigte auf die 

Privatklägerin losgegangen sei. Die Privatklägerin habe sich vor ihrer 

Wohnungstüre im zweiten Stock befunden und der Beschuldigte sei die 

Treppe heraufgekommen. Die Privatklägerin habe gejammert, dass der 

Beschuldigte sie am Arm gepackt habe und dieser nun schmerze. Ihr Arm 

sei auch schon ein wenig blau gewesen. Selbst habe er jedoch nicht 

gesehen, dass sie gepackt worden sei (vgl. UA act. 48 f., UA act. 79 f.). Er 

sei sodann zwischen den Beschuldigten und die Privatklägerin gestanden. 

Der Beschuldigte habe daraufhin versucht, "durch ihn hindurch" noch 

einmal an die Privatklägerin heranzukommen. Dann habe es ein 

Wortgefecht gegeben. Während der Auseinandersetzung habe der 

Beschuldigten der Privatklägerin gesagt, sie sei daran schuld, dass er seine 

Stelle verloren habe. Das sei das Hauptthema im Treppenhaus gewesen. 

Da er sich nicht mehr beruhigt habe, habe er ihn dazu aufgefordert, so 

schnell wie möglich zu gehen (vgl. UA act. 48, UA act. 79). Der Austausch 

 - 9 - 

 

 

 

habe maximal 5-10 Minuten gedauert, dann sei der Beschuldigte die 

Treppe hinuntergegangen und habe das Haus verlassen. Die Privatklägerin 

sei in ihre Wohnung zurückgegangen, um die Polizei zu verständigen (vgl. 

UA act. 50, UA act. 80). Am nächsten Tag habe er sie zusammen mit seiner 

Frau zur Polizei begleitet. Da sei der ganze Oberarm schon blau gewesen 

(vgl. UA act. 49). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Der Beschuldigte wurde erstmals am 23. September 2020 durch die 

Kantonspolizei Aargau zu den Geschehnissen befragt (vgl. UA act. 30 ff.). 

Anlässlich dieser Befragung gab er an, dass die Vorwürfe der Privatklägerin 

absoluter Blödsinn seien. Er habe an besagtem Tag seinen Briefkasten 

geleert und habe wieder zurück ins Haus gehen wollen. Die Privatklägerin 

sei dabei innen vor der Haustüre gestanden. Als er die Tür geöffnet habe, 

sei sie die Treppen hinaufgerannt und habe "Hilfe, Hilfe" geschrien. Er sei 

ihr sodann nachgegangen (vgl. UA act. 32). Zwischen ihm und der 

Privatklägerin bestehe schon länger ein generelles Problem. Er habe den 

Verdacht, dass sie ihm zerknüllte Werbeprospekte in den Briefkasten werfe 

und beim Aufeinandertreffen an der Haustüre wegen eines schlechten 

Gewissens in Panik geraten sei. Aufgrund ihrer Schreie seien dann 

Nachbarn, ein Mann und eine Frau, gekommen. Daraufhin habe man 

diskutiert. Er habe jedoch weder die Privatklägerin noch den Nachbarn 

berührt, weshalb auch die Verletzungen am Arm der Privatklägerin nicht 

von ihm stammen würden. Er habe die Privatklägerin jedenfalls nicht 

gepackt und so etwas hätten auch die Nachbarn nicht beobachtet (vgl. UA 

act. 33 f.). Er wisse nicht, weshalb er durch die Privatklägerin und den 

Nachbarn beschuldigt werde. Er wohne seit acht Jahren im besagten 

Mehrfamilienhaus. Er habe kein Problem mit der Privatklägerin. Vielleicht 

möge sie ihn nicht, er wisse es nicht (vgl. UA act. 34 f.). 

 

5.3.2. 

Anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit der Privatklägerin vom 

10. Juni 2021 hielt der Beschuldigte weiterhin daran fest, dass er die 

Privatklägerin weder gepackt noch geschlagen habe (vgl. UA act. 68 ff.). Er 

gab jedoch erstmals zu Protokoll, dass die Privatklägerin im 2. Stock über 

die Treppe gefallen und mit der rechten Hand an die Lifteinbuchtung im 

Zwischenstock gestossen sei. Vielleicht sei es auch links gewesen (vgl. UA 

act. 71). Als die Nachbarn gekommen seien, sei sie in der Ecke im 2. Stock 

gelegen (vgl. UA act. 74). Er habe in Erinnerung, dass sie mit der rechten 

Hand gegen den Lift gefallen sei, was nichts mit der linken Seite zu tun 

habe. Sie greife sich immer an die linke Schulter, aber der blaue Fleck sei 

auf der rechten Seite gewesen. Das verstehe er nicht (vgl. UA act. 73). 

Ausserdem habe er sie nur zur Rede stellen wollen, da sie mit dem Besen 

in seinem Keller Dinge umgestossen und Verpackungen zerstört habe (vgl. 

UA act. 72). Die Privatklägerin arbeite als Eigentümerin seit 8 Jahren daran, 

 - 10 - 

 

 

 

dass er als Mieter ausziehe, was sie nun erreicht habe (vgl. UA act. 73). 

Selbiges gab er auch an der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht 

Zofingen vom 23. Dezember 2021 an. Er hielt weiter fest, dass sich die 

Privatklägerin zur Erreichung dieses Ziels den blauen Fleck am Arm selbst 

zugefügt habe. Es sei gar nicht möglich, dass durch blosses Packen ein 

solch grossflächiges Hämatom entstehen könne (vgl. GA act. 27). Er habe 

gesehen, wie sie gegen die Lifttüre gerannt sei. Dann sei sie an der 

Aussenwand am Boden gelegen, als der Nachbar gekommen sei (vgl. GA 

act. 29). 

 

5.4. 

5.4.1. 

Aus den Befragungen sämtlicher Beteiligter geht hervor, dass zwischen der 

Privatklägerin und dem Beschuldigten im Zeitpunkt des Vorfalls offenbar 

ein äusserst angespanntes Verhältnis herrschte. Vor diesem Hintergrund 

sind sodann auch die Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten 

zu den Geschehnissen vom 11. September 2020 zu werten. Die 

Privatklägerin hat diese über die Zeitachse hinweg kongruent dargelegt. 

Sie hat an beiden persönlichen Befragungen übereinstimmend ausgeführt, 

dass sie den Beschuldigten an der Haustüre angetroffen habe und er in der 

Folge auf sie zugestürmt sei, weshalb sie das Treppenhaus hochgeeilt sei 

und um Hilfe gerufen habe. Er habe sie sodann am linken Arm gepackt und 

habe ihr Schläge zugefügt, welche zu einem grossen blauen Fleck und 

Schmerzen am Oberarm geführt hätten. Dabei habe er ihr vorgeworfen, ihn 

bei seinem ehemaligen Chef angeschwärzt zu haben, was jedoch nicht 

stimme. Schliesslich habe der herbeieilende Nachbar F. dazwischen gehen 

müssen, um den Beschuldigten zu beruhigen. Die Privatklägerin sagte 

weiter übereinstimmend aus, sie habe grosse Angst vor dem Beschuldigten 

gehabt, zumal er sehr aggressiv sei und sie bereits seit einiger Zeit 

schikaniere (vgl. Ziff. 5.1.1). Diese Furcht hat die Privatklägerin offenbar 

auch Dr. G. geschildert, welcher sie von der Teilnahme an der 

Hauptverhandlung dispensierte (vgl. GA act. 14). Im Übrigen werden die 

als glaubhaft zu erachtenden Aussagen der Privatklägerin weitgehend 

durch den Nachbar F. gestützt. Dieser bestätigte an beiden Befragungen, 

aufgrund der Schreie der Privatklägerin in die Auseinandersetzung 

zwischen ihr und dem Beschuldigten im Treppenhaus eingeschritten zu 

sein. Den Angriff selber habe er nicht gesehen. Der Beschuldigte sei, als 

er sich zwischen ihn und die Privatklägerin gestellt habe, erneut auf sie 

losgegangen und es sei zu einem Wortgefecht gekommen. Der 

Beschuldigte habe sich kaum beruhigt und so habe er sich dazwischen 

gestellt und ihn auffordern müssen, zu gehen (vgl. Ziff. 5.2). Aus den 

Aussagen des Zeugen geht glaubhaft hervor, dass er im Zeitpunkt seines 

Einschreitens eine sehr angespannte Situation antraf und dass der 

Beschuldigte offenbar trotz seiner Anwesenheit versuchte, auf die 

Privatklägerin loszugehen (vgl. Ziff. 5.2). Nach dem Gesagten sind sowohl 

 - 11 - 

 

 

 

die Aussagen der Privatklägerin als auch jene von F. in sich stimmig und 

als glaubhaft zu erachten. 

 

5.4.2. 

Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen demgegenüber aus mehreren 

Gründen unglaubhaft. Anlässlich der Ersteinvernahme vom 23. September 

2020 beschränkte er sich auf die Aussage, die Privatklägerin weder 

gepackt noch geschlagen zu haben, weshalb auch der blaue Fleck nicht 

durch ihn entstanden sei. Ebenfalls gab er an, nicht zu wissen, weshalb die 

Privatklägerin die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erfunden haben sollte. Er 

mutmasste lediglich, dass die Privatklägerin ihn "vielleicht nicht möge" (vgl. 

Ziff. 5.3.1). In den nachfolgenden Befragungen hielt er dann fest, dass die 

Privatklägerin die Verletzungen aus anderen Gründen erlitten respektive 

sich selbst zugefügt haben soll. So sprach er an der 

Konfrontationseinvernahme vom 10. Juni 2021 davon, dass die 

Privatklägerin von der Treppe gefallen und gegen die Lifteinbuchtung 

gestossen sei. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 23. Dezember 2021 

gab er dann an, dass die Privatklägerin sich die Verletzung selbst zugefügt 

habe, um ihm zu schaden. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2021 hielt er 

fest, dass sich die im Tatzeitpunkt 85-jährige und damit hochbetagte 

Privatklägerin das grossflächige Hämatom gezielt selbst zugefügt habe, 

indem sie sich mit vollem Eigengewicht auf die eigene Faust der rechten 

Hand gegen die Wand geworfen habe (vgl. UA act. 39, 

Berufungsbegründung S. 4), was gänzlich unplausibel erscheint. Es ist 

nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte, hätte er ein solches 

Verhalten der Privatklägerin tatsächlich beobachtet, nicht bereits anlässlich 

der ersten beiden Befragungen davon berichtete. Insgesamt sind die 

Aussagen des Beschuldigten zur Herkunft der blauen Flecken unglaubhaft. 

Der vom Beschuldigten vorgebrachte Einwand, wonach das von der 

Privatklägerin erlittene Hämatom nicht durch ein blosses Packen 

hervorgerufen worden sein könne, überzeugt ebenfalls nicht. Es kann als 

gerichtsnotorisch bezeichnet werden, dass die Elastizität des 

Hautgewebes sowie der Blutgefässe im Alter abnimmt, weshalb es bei 

älteren Menschen schon bei geringfügigen Einwirkungen zu grösseren 

Hauteinblutungen kommen kann (vgl. "Senile Purpura (Hauteinblutungen 

im Alter): Ursachen und Vorbeugung", Deutsches Bundesministerium für 

Gesundheit, https://gesund.bund.de/senile-purpura; zuletzt abgerufen am 

29. September 2022). Somit ist auch plausibel, dass ein kräftiges Packen 

des Oberarms einer 85-jährigen Person zu einem ausgeprägten Hämatom 

führen kann. 

 

5.5. 

Auf Grundlage der obigen Beweiswürdigung (vgl. Ziff. 5.4) bestehen keine 

vernünftigen Zweifel daran, dass sich der Vorfall vom 11. September 2020 

im Mehrfamilienhaus an der [Adresse] wie im Anklagesachverhalt 

beschrieben zugetragen hat. Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte die 

 - 12 - 

 

 

 

Privatklägerin an besagtem Zeitpunkt im Treppenhaus der vorgenannten 

Adresse kräftig am linken Oberarm packte und ihr dadurch ein Hämatom 

zufügte. Der Beweisantrag des Beschuldigten, wonach ein Gutachten eines 

Sachverständigen für Unfall- und Kriminaltechnik zur Frage der Entstehung 

des Hämatoms einzuholen sei, ist entsprechend abzuweisen. 

 

6. 

6.1. 

Wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des 

Körpers oder der Gesundheit zur Folge haben, wird, auf Antrag, mit Busse 

bestraft (Art. 126 Abs. 1 StGB). Gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung ist eine Tätlichkeit anzunehmen, wenn das allgemein übliche 

und gesellschaftlich geduldete Mass einer Einwirkung auf den Körper eines 

andern überschritten wird, die keine Schädigung des Körpers oder der 

Gesundheit zur Folge hat (BGE 134 IV 189 E. 1.2; BGE 117 IV E. 2a). Auf 

Tätlichkeit ist demnach zu erkennen, wenn Schürfungen, Kratzwunden, 

Quetschungen oder bloss blaue Flecken offensichtlich so harmlos sind, 

dass sie in kürzester Zeit vorbeigehen und ausheilen (ROTH/BERKEMEIER, 

in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 4 zu Art. 123 StGB). 

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz bezüglich der Tathandlung und des 

Taterfolgs vorausgesetzt, wobei Eventualvorsatz genügt (vgl. 

ROTH/KESHELAVA, a.a.O., N. 13 zu Art. 126 StGB). 

 

6.2. 

Die Privatklägerin hat bezüglich des Vorwurfs der Tätlichkeit am 

12. September 2020 einen gültigen Strafantrag gestellt (vgl. UA act. 16 ff.). 

 

6.3. 

Gemäss erstelltem Sachverhalt (vgl. Ziff. 5.4) packte der Beschuldigte die 

Privatklägerin kräftig am linken Oberarm und fügte ihr dadurch ein 

Hämatom zu, welches sowohl durch die Kantonspolizei Aargau als auch 

durch den Sohn der Privatklägerin fotografiert wurde. Auf beiden 

Fotografien ist ein ausgeprägtes Hämatom am linken Oberarm ersichtlich 

(vgl. UA act. 29, GA act. 13). Der Beschuldigte hat, indem er die 85-jährige 

Privatklägerin kräftig am Arm packte und ihr die vorgenannte Verletzung 

zufügte, das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass der 

Einwirkung auf ihren Körper bzw. ihre Gesundheit ohne Weiteres 

überschritten. Aufgrund seines Verhaltens ist zudem davon auszugehen, 

dass er eine Verletzung der Privatklägerin in Form der eingetretenen Art 

zumindest in Kauf nahm. Der objektive und subjektive Tatbestand der 

Tätlichkeit ist damit zu bejahen. 

 

Da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich sind, 

hat sich der Beschuldigte der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht. 

 

 - 13 - 

 

 

 

7. 

7.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (vgl. BGE 144 IV 313 E. 1.2; BGE 141 IV 61 

E. 6.1.1; je mit Hinweisen). Darauf kann vorab verwiesen werden. 

 

7.2. 

Der Beschuldigte hat sich der Tätlichkeit schuldig gemacht und ist hierfür 

angemessen zu bestrafen. Der ordentliche Strafrahmen reicht gemäss 

Art. 126 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB von Fr. 1.00 bis 

Fr. 10'000.00 Busse. Innerhalb dieses Strafrahmens muss die 

ausgesprochene Busse primär dem Verschulden und sekundär den 

finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen sein (Art. 106 

Abs. 3 StGB; vgl. BGE 134 IV 60 E. 7.3.3 S. 75 ff. mit weiteren Hinweisen). 

 

7.3. 

Hinsichtlich der Tatkomponente ist festzuhalten, dass die hochbetagte 

Privatklägerin dem im Tatzeitpunkt 58-jährigen Beschuldigten körperlich 

massiv unterlegen und seinem Angriff wehrlos ausgesetzt war. Vor diesem 

Hintergrund wurde das Verhalten des Beschuldigten von der Vorinstanz zu 

Recht als sehr verwerflich bezeichnet (vgl. vorinstanzliches Urteil E. IV.2.1). 

Weiter ist zu berücksichtigen, dass sich die Tat in Form eines Hämatoms 

zwar noch in geringem Mass auf die physische Gesundheit der 

Privatklägerin auswirkte, sie jedoch verängstigte und damit auch ihre 

psychische Gesundheit beeinträchtigte (vgl. UA act. 42 f., GA act. 14). 

Gleichwohl ist das Verschulden des Beschuldigten angesichts sämtlicher 

Tatumstände mit der Vorinstanz noch als leicht zu taxieren. Der 

Beschuldigte ist nicht vorbestraft, lebt alleine in einer Mietwohnung und 

geht einer Arbeitstätigkeit nach (vgl. GA act. 33). Die Täterkomponente 

wirkt sich somit neutral auf die Strafzumessung aus. Die von der Vorinstanz 

auf Fr. 500.00 festgesetzte Busse erscheint den vorliegend zu 

berücksichtigenden Strafzumessungsfaktoren angemessen und ist 

deshalb zu bestätigen. Ebenfalls zu bestätigen ist die von der Vorinstanz 

auf 5 Tage angesetzte Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall, dass die 

ausgesprochene Busse vom Beschuldigten schuldhaft nicht bezahlt wird 

(Art. 106 Abs. 2 und 3 StGB; vgl. Urteil E. IV.2.2). 

 

8. 

8.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. 

inwieweit eine Partei im Berufungsverfahren obsiegt oder unterliegt, hängt 

davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_997/2020 vom 

18. November 2021 E. 2.2). 

 

 - 14 - 

 

 

 

Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Anträgen im Berufungsverfahren 

vollumfänglich. Ausgangsgemäss hat er die Kosten des 

Berufungsverfahrens zu tragen. 

 

8.2. 

Nachdem der Beschuldigte mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich 

unterliegt, hat er seine Parteikosten im Rahmen des Berufungsverfahrens 

selber zu tragen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO e 

contrario). 

 

9. 

9.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 

auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO).  

 

Die vorinstanzliche Kostenregelung erweist sich weiterhin als korrekt und 

bedarf keiner Änderung. Dem Beschuldigten sind die Kosten des 

vorinstanzlichen Verfahrens zur Hälfte mit Fr. 633.00 aufzuerlegen. 

 

9.2. 

Der Beschuldigte hat seine Parteikosten im vorinstanzlichen Verfahren 

selber zu tragen. 

 

10. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

  

 - 15 - 

 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der mehrfachen 

Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB. 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB. 

 

3. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 2 erwähnten Bestimmung 

und gestützt auf Art. 47 StGB und Art. 106 StGB zu einer Busse von 

Fr. 500.00, ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt. 

 

4. 

4.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'618.00, bestehend aus 

der Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00 und den Auslagen von Fr. 118.00, 

werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

4.2. 

Der Beschuldigte trägt seine Parteikosten im obergerichtlichen Verfahren 

selber. 

 

5. 

5.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'266.00 werden dem 

Beschuldigten zur Hälfte mit Fr. 633.00 auferlegt. Die restlichen 

Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse genommen.  

 

5.2. 

Der Beschuldigte trägt seine Parteikosten im erstinstanzlichen Verfahren 

selber. 

 

  

 - 16 - 

 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 25. Oktober 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss     Wanner