# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc320219-5a2a-5731-91d5-8777d97bee12
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.04.2017 SB160193
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160193_2017-04-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160193-O/U/cw 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichter lic. iur. Wenker sowie Gerichtsschreibe-

rin lic. iur. Neukom 

 

Urteil vom 7. April 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

 

gegen 

 

 
Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

 

sowie 

 

 
B._____, Genossenschaft …,  

Privatklägerin 

 

 

- 2 - 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend mehrfachen Betrug etc.   

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 

9. März 2016 (DG150156) 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 11. Mai 

2015 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 08003001). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigt ist schuldig 

− des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, 

− der mehrfachen Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 29 lit. a StGB,  

− der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 
Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie  

− des mehrfachen Verstosses gegen Art. 67 Abs. 1 lit. g URG (in Bezug 
auf die nicht im C._____ durchgeführten Veranstaltungen ab 
14. Januar 2011). 

2. Vom Vorwurf des mehrfachen Verstosses gegen Art. 67 Abs. 1 lit. g URG in 

Bezug auf die übrigen in Anklageziffer 37 aufgeführten Veranstaltungen wird 

der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei 

Jahre festgesetzt.  

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin folgende Beträge als 

Schadenersatz zu bezahlen: 

− CHF 122'283.60 zuzüglich 5% Zins ab 16. Oktober 2011, 

− CHF 111'051 zuzüglich 5% Zins ab 10. April 2011, 
− CHF 264'530.30 zuzüglich 5% Zins ab 16. Oktober 2011. 

 Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin mit ihrem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

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6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

CHF 9'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 30'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

CHF 1'792.71   Auslagen Untersuchung  
 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 58 S. 2) 

1. Ziff. 1 sowie Ziff. 3 bis 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
9. März 2016 (DG150156-L) seien vollumfänglich aufzuheben. 

2. Der Berufungskläger sei vollumfänglich freizusprechen. 

Eventualiter: der Beschuldigte sei mit einer bedingten Geldstrafe von 
nicht mehr als 50 Tagessätzen zu Fr. 10.– zu bestrafen. 

3. Die Zivilklage der Privatklägerin sei unter Kosten und Entschädigungs-
folgen zu Lasten der Privatklägerin vollumfänglich abzuweisen, soweit 
überhaupt darauf einzutreten ist. 

Eventualiter sei die Zivilklage auf den Zivilweg zu verweisen. 

4. Die gesamten Verfahrenskosten für das erst- und zweitinstanzliche 
Verfahren sowie für das Vorverfahren seien der Staatskasse zu über-
binden. 

5. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung (zzgl. 
MwSt.) für seine Anwaltskosten zuzusprechen, insbesondere für die 
Kosten seiner Vertretung im vorinstanzlichen Verfahren sowie bis zum 
5. Juli 2016, ebenso wie eine angemessene Genugtuung. 

6. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten sei für seine Auslagen und 
Aufwände im Berufungsverfahren aus der Staatskasse angemessen zu 
entschädigen, und zwar gemäss der Kostennote vom 29. März 2017 
für den Zeitraum vom 5. Juli 2016 bis 28. März 2017 sowie gemäss 
heute eingereichter Kostennote für die seitherigen Aufwendungen. 

- 5 - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich:  

(Urk. 60 S. 17) 

Bestätigung des vom Bezirksgericht Zürich ausgefällten Schuldspruchs so-
wie Bestätigung der Bestrafung mit 20 Monaten Freiheitsstrafe, bei beding-
tem Strafvollzug und Probezeit von drei Jahren. 

c) Des Rechtsvertreters der Privatklägerschaft: 

(Prot. S. 27) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

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Inhaltsverzeichnis Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 7 
II. Prozessuales 7 

1. Teilrechtskraft 7 
2. Strafantrag 8 

III. Sachverhalt und Rechtliche Würdigung 16 
A. Allgemeine Vorbemerkungen 16 
B. Anklagepunkte Misswirtschaft / ungetreue Geschäftsbesorgung 18 

1. Anklagevorwurf 18 
2. Einwendungen 20 
3. Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB 22 

3.1. Rechtsgrundlage 22 
3.2. Subsumtion 26 

4. Ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB 41 

4.1. Rechtsgrundlage 41 
4.2. Subsumtion 43 

C. Anklagepunkt Betrug 48 
1. Anklagevorwurf 48 
2. Einwendungen 50 
3. Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB 52 

3.1. Rechtsgrundlage 52 
3.2. Subsumtion 54 

D. Konkurrenzen und Fazit 66 
IV. Strafe und Vollzug 67 

1. Parteistandpunkte und Vorinstanz 67 
2. Allgemeine Strafzumessungsregeln und Gesamtstrafenbildung 68 
3. Konkrete Strafzumessung 69 

3.1. Vorinstanz 69 
3.2. Strafrahmen 69 
3.3. Strafart 70 
3.4. Hypothetische Einsatzstrafe 70 
3.5. Hypothetische Gesamtstrafe unter Berücksichtigung der übrigen 
Delikte 72 
3.6. Zwischenfazit 75 
3.7. Täter- und tatfremde Komponenten 76 
3.8. Fazit Gesamtstrafe 78 
3.9. Vollzug 78 

V. Zivilforderung 78 
1. Rechtsgrundlagen der Adhäsionsklage 78 
2. Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 80 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 81 
A. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 81 

1. Kostenfolgen 81 
2. Entschädigungsfolgen 83 

B. Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahren 84 
1. Kostenfolgen 84 
2. Entschädigungsfolgen 85 

- 7 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichtes Zü-

rich, 9. Abteilung, vom 9. März 2016, das gleichentags mündlich eröffnet und den 

Parteien im Dispositiv übergeben worden war (Prot. I S. 17 und 19; Urk. 36), mel-

dete der Verteidiger des Beschuldigten mit Eingabe vom 14. März 2016 rechtzei-

tig die Berufung an (Urk. 37).  

2. Nach Zustellung des begründeten Urteils der Vorinstanz an die Parteien am 

14. resp. 15. April 2016 (Urk. 42 und Urk. 41/1-3) reichte der Verteidiger des Be-

schuldigten bei der hiesigen Berufungsinstanz die Berufungserklärung vom 3. Mai 

2016 (Urk. 43) innert der gesetzlichen Frist nach Art. 399 Abs. 3 StPO ein. Da-

raufhin verzichteten innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO 

(Urk. 45 und 46/1-3) sowohl die Privatklägerin als auch die Anklägerin explizit auf 

eine Anschlussberufung (Urk. 47 und 48). 

3. Auf entsprechendes Gesuch wurde Rechtsanwalt lic. iur. X._____ mit Verfü-

gung vom 13. Juli 2016 als amtlicher Verteidiger bestellt (Urk. 49-51). Es wurden 

keine weiteren Beweisanträge gestellt, so dass schliesslich nach Rücksprache mit 

den Parteien bezüglich des Termins zur Berufungsverhandlung auf den 7. April 

2017 vorgeladen wurde (Urk. 53), zu welcher der Beschuldigte mit seinem amtli-

chen Verteidiger, der Vertreter der Anklagebehörde und der Rechtsvertreter der 

Privatklägerin erschienen (Prot. II S. 4). 

II. Prozessuales 

1. Teilrechtskraft 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

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sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile des Bundesgerichtes 

vom 3. April 2013 6B_482/2012 E. 5.3. und vom 14. November 2012 6B_99/2012 

E. 5.3.; Eugster in: Niggli/Heer/ Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schwei-

zerische Strafprozessordnung [kurz: BSK StPO], 2. A. Basel 2014, Art. 402 N 2; 

Hug/Scheidegger in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung [kurz: ZH StPO Komm.], 2. A. Zürich-

Basel-Genf 2014, N 2 zu Art. 402). 

2. Der Beschuldigte beantragt einen vollumfänglichen Freispruch und die Ab-

weisung der Zivilforderungen unter entsprechender Regelung der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (Urk. 43). Die Privatklägerin ersuchte ausdrücklich um Be-

stätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 47), ebenso wie die Staatsanwalt-

schaft heute vor Schranken (Urk. 60 S. 17). 

3. Anlässlich der Berufungsverhandlung präzisierte die Verteidigung ihre in der 

Berufungserklärung gestellten Anträge (Urk. 43 S. 2) dahingehend, dass Ziffer 1 

und Ziffer 3 bis 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2016 aufzu-

heben seien (Urk. 58 S. 2), hingegen nicht Ziffer 2. Es ist daher vorab festzustel-

len, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 9. März 2016 

hinsichtlich des Teilfreispruchs (Dispositiv Ziffer 2) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Strafantrag 

1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten unter Ziff. 36 einen qualifizierten 

Verstoss gegen das Urheberrechtsgesetz (URG) im Sinne von Art. 67 Abs. 1 lit. g 

i. V. m. Abs. 2 (gewerbsmässiges Handeln) vor (Urk. 080032001 S. 3 und 

S. 20 ff.). Die Vorinstanz hat jedoch das Vorliegen des qualifizierten Tatbestandes 

verworfen (Urk. 42 S. 106 und S. 136 Dispositiv Ziffer 1) und von der Strafbarkeit 

diejenigen Veranstaltungen ausgenommen, die vom Lizenzvertrag der D1._____ 

GmbH gedeckt waren und bis zum 13. Januar 2011 (gemäss Dispositiv Ziffer 1) 

- 9 - 

resp. bis zum 30. Juni 2011 (gemäss Erwägungen S. 102) durchgeführt wurden 

(Urk. 42 S. 101 - 105 und S. 136 Dispositiv Ziffern 1 und 2).  

2.1. Gemäss dem Verschlechterungsverbot im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO 

darf der Entscheid der Vorinstanz nicht zum Nachteil der beschuldigten oder ver-

urteilten Person abgeändert werden, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Guns-

ten eingereicht wurde. Für die Frage, ob eine unzulässige reformatio in peius vor-

liegt, ist allein das Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils massgebend, denn die 

von der Vorinstanz abweichenden Erwägungen der Rechtsmittelinstanz dürfen 

nicht zu einem schärferen Schuldspruch und auch nicht zu einer härteren Strafe 

führen, wenn ausschliesslich die beschuldigte oder verurteilte Person ein 

Rechtsmittel ergriff. Eine Verletzung des Verschlechterungsverbots liegt entspre-

chend dem gesetzgeberischen Willen daher nicht nur bei einer Verschärfung der 

Sanktion, sondern auch bei einer härteren rechtlichen Qualifikation der Tat vor. 

Dies ist der Fall, wenn der neue Straftatbestand eine höhere Strafdrohung vor-

sieht, d.h. einen höheren oberen Strafrahmen oder eine (höhere) Mindeststrafe, 

sowie bei zusätzlichen Schuldsprüchen (BGE 139 IV 282, E. 2.6). 

2.2. Nachdem weder die Staatsanwaltschaft noch die Privatklägerin Berufung 

oder Anschlussberufung erhoben haben, verbietet es sich in Nachachtung des 

Verbots der reformatio in peius auf die Frage, ob eine qualifizierte Widerhandlung 

gegen das Urheberrechtsgesetz vorliegt (Art. 67 Abs. 1 lit. g i. V. m. Abs. 2 [ge-

werbsmässiges Handeln] URG), zurückzukommen. Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens ist gemäss Anklageziffer 36 mithin noch, dass der Beschuldigte na-

mens der D1._____ GmbH resp. der D2._____ GmbH ohne Erlaubnis und ohne 

Lizenzerteilung der Privatklägerin, somit ohne Bezahlung der für das Aufführen-

Lassen der Musikstücke geschuldeten Urheberrechtsentschädigungen noch nach 

dem 14. Januar 2011 Konzerte gemäss der Tabelle in Ziffer 37 der Anklage 

(Urk. 08003001 S. 20 - 22) veranstalten liess, die nicht im C._____ durchgeführt 

wurden (Urk. 42 S. 136 Dispositiv Ziffern 1 und 2). 

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3.1. Nach der Gesetzesbestimmung von Art. 67 Abs. 1 lit. g URG, die wie folgt 

lautet 
"Auf Antrag der in ihren Rechten verletzten Person wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem 
Jahr oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich und unrechtmässig: 
[…] 
g. ein Werk direkt oder mit Hilfe irgendwelcher Mittel vorträgt, aufführt, vorführt oder an-

derswo wahrnehmbar macht" 

setzt die Strafverfolgung der einfachen Verletzung des Urheberrechtsgesetzes ei-

nen gültigen Strafantrag voraus. 

3.2. Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann gemäss Art. 30 Abs. 1 StGB je-

de Person, die durch sie verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantra-

gen. Das Vorliegen eines Strafantrages ist dabei eine Prozessvoraussetzung. Bei 

Fehlen eines gültigen Strafantrags fällt eine Strafverfolgung und damit eine Be-

strafung ausser Betracht (BGE 129 IV 305 E. 4.2.3.; Urteil des Bundesgerichts 

6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.3). Ist die Strafverfolgung bereits eröffnet 

worden, fehlt es aber an einem gültigen Strafantrag, ist das Verfahren in Anwen-

dung von Art. 329 Abs. 4 StPO i.V.m. Art. 379 StPO einzustellen (Christof Riedo 

in: Niggli/ Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. A. Basel 2013, 

Art. 30 N 108 [kurz: BSK Strafrecht I], Vor Art. 30 N 21; Urteil des Bundesgerichts 

6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.3). Es ist daher von Amtes wegen zu prüfen, 

ob ein gültiger Strafantrag vorliegt, wobei die Antragsfrist gemäss Art. 31 StGB 

mit dem Tag zu laufen beginnt, an welchem der antragsberechtigten Person der 

Täter bekannt wird, und nach Ablauf von drei Monaten erlischt. Diese Frist wird 

gemäss Art. 110 Abs. 6 StPO nach dem Kalender berechnet, wobei der Tag der 

Kenntnisnahme nicht mitgezählt wird (Art. 90 Abs. 1 StPO). Mit Bezug auf die 

Fristwahrung gelten die Grundsätze von Art. 91 StPO.  

3.3. Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt ein gültiger Strafantrag vor, wenn 

die antragsberechtigte Person innert Frist bei der nach kantonalem Recht zustän-

digen Behörde und in der vom kantonalen Recht vorgeschriebenen Form ihren 

bedingungslosen Willen zur Strafverfolgung des Täters so erklärt, dass das Straf-

verfahren ohne weitere Willenserklärung weiterläuft (BGE 141 IV 380 E. 2.3.4; 

BGE 115 IV 1 E. 2a). Dazu ist erforderlich, dass der Sachverhalt, der verfolgt 

werden soll, zweifelsfrei umschrieben wird. Hingegen ist es nicht Sache der an-

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tragsstellenden Person, den Sachverhalt rechtlich zu qualifizieren. Die rechtliche 

Würdigung obliegt der Strafbehörde. Weiss die antragsberechtigte Person zwar 

um das Vorliegen einer Straftat, vermag sie aber aufgrund fehlender Detailkennt-

nisse noch nicht einzuschätzen, ob es sich um ein Offizial- oder ein Antragsdelikt 

handelt, beginnt die Antragsfrist trotzdem bereits zu laufen. Ist etwa unklar, ob es 

sich bei der zu beurteilenden Straftat gegen die körperliche Integrität um ein Offi-

zial- oder ein Antragsdelikt handelt und will die antragsberechtigte Person nicht 

nur ein Offizialdelikt, sondern auch ein damit allfällig einhergehendes Antragsde-

likt verfolgt wissen, so muss sie sicherheitshalber stets einen Strafantrag einrei-

chen. Treffen verschiedene Tatbestände zusammen, steht es der antragsberech-

tigten Person frei, falls sie eine Anzeige in Bezug auf Offizialdelikte einreicht, auf 

eine Strafverfolgung von daneben einhergehenden Antragsdelikten zu verzichten 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_267/2008 vom 9. Juli 2008 E. 3.3 mit diversen 

Hinweisen). 

4.1. Die Vorinstanz erwog, der Strafantrag sei durch das Stellen der Strafanzeige 

seitens der Privatklägerin am 10. Dezember 2012 rechtzeitig erfolgt (Urk. 42 S. 15 

und S. 100/101). Dagegen wird das Vorliegen eines gültigen und rechtzeitigen 

Strafantrages von der Verteidigung ausdrücklich bestritten, unter Hinweis darauf, 

die Privatklägerin habe seit spätestens August 2011 gewusst, dass die Konzerte 

nicht gemeldet worden seien und habe trotzdem bis dato keinen Strafantrag ge-

stellt (Urk. 33 S. 44). 

4.2. Bei der Privatklägerin, der B._____, handelt es sich um eine der fünf kon-

zessionierten Verwertungsgesellschaften auf dem Gebiet des Urheberrechts im 

Sinne von Art. 40 ff. URG, die der Bundesaufsicht unterstehen. Ihr Zweck besteht 

in der treuhänderischen Wahrung der Rechte der Urheber und Urheberinnen von 

nichttheatralischen musikalischen Werken, welche ihr von ihren Urheberinnen und 

Urhebern oder ihrer Verlegerschaft zur Verwaltung übertragen werden. Es ist der 

Vorinstanz darin zuzustimmen, dass die Privatklägerin aufgrund der gesetzlichen 

Grundlagen und der vom Institut für geistiges Eigentum für ihre Tätigkeit erteilten 

Bewilligung (letztmalige Verlängerung am 4. Juni 2013) berechtigt ist, gegen die 

Verletzung von Rechten an nichttheatralischen musikalischen Werken vorzuge-

hen (Urk. 42 S. 12 f.). Es ist im Übrigen ohne Weiteres davon auszugehen, dass 

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der Privatklägerin das Urheberrechtsgesetz aufgrund ihres Geschäftsauftrages 

bestens bekannt ist, was ebenfalls für ihren Rechtsvertreter gilt.  

4.3. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass die Privatklägerin mit Einga-

be vom 10. Dezember 2012 durch ihren Rechtsvertreter bei der Staatsanwalt-

schaft III des Kantons Zürich Strafanzeige erstattete (Urk. 42 S. 8, 14 und 100). 

Die Privatklägerin bezog sich darin auf die Konkurse der vom Beschuldigten (mit-) 

beherrschten Konzertveranstaltungs-Gesellschaften D1._____ GmbH, D2._____ 

GmbH (wenn zusammen mit der D1._____ GmbH genannt: D._____ Gesellschaf-

ten) und E._____ GmbH (fortan E._____ GmbH), durch welche sie als Gläubige-

rin geschädigt worden und in deren Zuge sie bei Durchsicht der Konkursakten auf 

gravierende Unstimmigkeiten bezüglich zu wenig oder gar nicht geleisteter Urhe-

berrechtsentschädigungen sowie auf Hinweise wiederholter Verstösse gegen 

Strafnormen gestossen sei und davon ausgehen müsse, sie sei über Monate oder 

Jahre systematisch hintergangen worden (Urk. 010001 S. 7 ff.). Sie beantragte 

nicht nur die Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten, 

F._____ und allfällige weitere Personen wegen mehrfachen Betruges, ungetreuer 

Geschäftsbesorgung, Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung, Miss-

wirtschaft, Unterlassung der Buchführung und Unterdrückung von Urkunden, son-

dern konstituierte sich gleichzeitig ausdrücklich als Straf- und Zivilklägerin im Sin-

ne von Art. 118 Abs. 1 StPO (Urk. 010001 S. 2 - 5). Damit erklärte die Privatklä-

gerin ihren Willen zur Strafverfolgung ausdrücklich und eindeutig, wobei es sich 

bei den aufgeführten Delikten allesamt um offizialiter zu verfolgende handelte und 

für die Strafbarkeit ein formeller Strafantrag nicht vorausgesetzt war. Anträge be-

treffend Verstoss gegen das Urheberrechtsgesetz stellte die Privatklägerin in ihrer 

Strafanzeige vom 10. Dezember 2012 jedoch keine (Urk. 010001 S. 2 - 3), obwohl 

sie von ihrem rechtskundigen Vertreter eingereicht worden war und der beanzeig-

te Sachverhalt ihr Geschäftsfeld unmittelbar betraf (Urk. 010001 S. 5 f. Rz 8). Es 

ist daher zu prüfen, ob der nach Art. 67 Abs. 1 lit g URG erforderliche Strafantrag 

in Gestalt der Strafanzeige vom 10. Dezember 2012 dennoch - wie die Vorinstanz 

argumentiert - vorliegt und ob damit die Frist gemäss Art. 31 StGB eingehalten 

wurde. 

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4.4. Über die D1._____ GmbH wurde infolge ihrer Insolvenzerklärung der Kon-

kurs am 3. Oktober 2011 eröffnet und am 8. März 2012 geschlossen 

(Urk. 04001001 - 04001002). Über die D2._____ GmbH wurde ebenfalls am 3. 

Oktober 2011 der Konkurs infolge Insolvenzerklärung eröffnet (Urk. 04002004), 

jedoch wurde dieser erst am 7. Januar 2014 geschlossen (Urk. 54/1). Die Kon-

kurseröffnung über die E._____ GmbH erfolgte etwas später als bei den beiden 

anderen Gesellschaften am 10. Oktober 2011, ebenfalls gestützt auf die Insol-

venzerklärung der Geschäftsführer (Urk. 04003004), und der Konkurs wurde am 

24. Juli 2013 geschlossen (Urk. 54/2). Aus den vorliegenden Konkursakten geht 

hervor, dass der Rechtsvertreter der Privatklägerin am 12. Juni 2012 detailliert 

Einsicht in die Konkursakten dieser Gemeinschuldnerin nahm und sich zu diesem 

Zwecke zum Konkursamt … begeben hatte (Urk. 04002026). Die Kenntnis der bis 

dahin vorliegenden Konkursakten ist demnach der Privatklägerin entgegen zu hal-

ten. 

4.5. Die von der Privatklägerin an die vom Beschuldigten (mit-) geführten Veran-

staltungsgesellschaften gerichteten Rechnungen für die Urheberrechtsgebühren 

der einzelnen Veranstaltungen beruhten auf den vom Beschuldigten ausgefüllten 

und der Privatklägerin zugesandten Fragebogen für Konzerte / konzertähnliche 

Darbietungen, was unbestritten blieb. Sämtliche dieser Fragebogen bzw. Abrech-

nungen, die der Privatklägerin von den D1._____ Gesellschaften seit Januar 2009 

eingereicht worden waren, wurden der Staatsanwaltschaft von der Privatklägerin 

mit Eingabe vom 25. Februar 2013 übergeben (Urk. 013001 S. 10 und Beilagen 

57 bis 59 [Urk. 013070 - 013152]). 

Aus diesen Unterlagen ist ersichtlich, dass die Privatklägerin am 16. September 

2011 drei Rechnungen an die D1._____ GmbH gestellt hatte, die sie nicht wie 

sonst auf einen vom Beschuldigten ausgefüllten Fragebogen stützte, sondern 

aufgrund ihrer eigenen Einschätzung anfertigte (Urk. 013069). Es betrifft dies das 

Konzert der Band … vom tt. Februar 2009 im G._____ (Urk. 013072), dasjenige 

von "…" vom tt. November 2010 im H._____ … und die Konzerte vom tt. Novem-

ber 2010 und vom tt. Dezember 2010 in der I._____ in … (Urk. 013093) sowie die 

Konzerte vom tt. Januar 2011 von "…" im H._____ und vom tt. Januar 2011 von 

"…" im C._____ (Urk. 013104). Namentlich die Rechnung betreffend die Band … 

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betrifft ein mehr als zwei Jahre zurückliegendes Konzert, das offensichtlich nicht 

abgerechnet worden war, findet es sich doch auch nicht auf der Offenstandsliste 

vom 22. Oktober 2010, die der Schuldanerkennung vom gleichen Datum beilag 

und die zwar die abgerechneten, aber von der D1._____ GmbH (noch) nicht be-

zahlten Konzerte per 22. Oktober 2010 festhält (Urk. 06020006 [Schuldanerken-

nung] und Urk. 013021 [Offenstandsliste]). Allerdings ergibt sich die Tatsache, 

dass dieses Konzert von der D1._____ GmbH veranstaltet wurde, eindeutig aus 

den Buchhaltungsunterlagen, die per 21. Juli 2011 erstellt worden waren und der 

Privatklägerin aufgrund ihrer Notepad-Einträge schon vor der Konkurseröffnung 

bekannt wurden und jedenfalls in den Konkursakten aufzufinden waren 

(Urk. 06013031 S. 7 [Buchungsjournal 2009]). Spätestens am 16. September 

2011 hatte die Privatklägerin somit Kenntnis davon, dass der Beschuldigte ihr ge-

genüber auch Konzerte gänzlich verschwieg und nicht abrechnete. Tatsächlich 

erweist sich als erstellt, dass die Privatklägerin sicher seit dem 12. Juni 2009 

wusste, dass der Beschuldigte (im Namen der D._____ Gesellschaften) eine gan-

ze Anzahl von Konzerten gar nicht gemeldet hatte (Urk. 01908001). Dies wird un-

ter anderem belegt durch die interne "Notepad-Liste" der Privatklägerin, in wel-

cher sie stattgefundene Besprechungen - interne und mit Kunden - sowie Notizen 

zu Anrufen festhält (Urk. 01908032 S. 4, 6, S. 9-11), dem Ablauf-Memo der Pri-

vatklägerin vom 5. Oktober 2011 (Urk. 06020042 S. 2), den E-Mails zwischen der 

Privatklägerin und dem Beschuldigten (Urk. 01908002; Urk. 01908014 S. 1) sowie 

deren internen E-Mails (z.B. Urk. 01908007, letzter Abschnitt), der Schuldaner-

kennung vom 21. September 2011, die dem Beschuldigten übergeben worden 

war, von ihm aber nicht unterzeichnet wurde (Urk. 0733009 S. 2) und den damit 

übereinstimmenden Zeugenaussagen (Urk. 07044001 S. 5 [J._____]; 

Urk. 07038001 S. 5 ff. und S. 15 [K._____]; Urk. 07043001 S. 9 und S. 6 

[L._____]; Urk. 07041001 S. 3 [M._____]). Im Hinblick auf die Erstattung der 

Strafanzeige hatte die Privatklägerin dies (und auch die falsch gemeldeten Kon-

zerte) eingehender abgeklärt, z.T. unter Beizug des externen Buchhalters der 

D._____ Gesellschaften (Urk. 07043001 S. 6, 10 und 12 [L._____]; 

Urk. 07052001 S. 4 und S. 6 f. [N._____]; Urk. 07038001 S. 9, 14 f. [K._____] so-

wie Urk. 01908049 S. 3).  

- 15 - 

Damit ist erstellt, dass die Privatklägerin spätestens am 16. September 2011 si-

chere Kenntnis auch von gar nicht gemeldeten Konzerten der D._____ Gesell-

schaften hatte, was einen Verstoss gegen das Urheberrechtsgesetz darstellte, 

was sie ebenfalls wusste. Die Strafantragsfrist von drei Monaten gemäss Art. 31 

StGB begann daher zu laufen, auch wenn der Privatklägerin allenfalls noch De-

tailkenntnisse fehlten, und sie lief am 16. Dezember 2011 unbenutzt ab. Die Pri-

vatklägerin verlangte zudem auch nach Erstattung der Strafanzeige nie die Be-

strafung des Beschuldigten wegen eines Verstosses gegen das Urheberrechtsge-

setz; nicht einmal dann, als sie aufgrund der edierten Unterlagen bei der O._____ 

AG detaillierte und belegte Kenntnisse über mindestens 65 nicht gemeldete 

Konzertveranstaltungen der D._____ Gesellschaften erhalten hatte, wie aus der 

Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 15. Juli 2013 hervorgeht (Urk. 01904001 S. 

2). Dies unterliess sie notabene trotz dem im Notepad unter dem 25. Oktober 

2011 eingetragenen Hinweis von Staatsanwalt Jean-Richard-dit-Bressel, dass 

beim geschilderten Sachverhalt neben Gläubigerschädigung im Konkurs und 

Misswirtschaft des Weiteren auch eine Urheberrechtsverletzung zu prüfen sei und 

dass sie unbedingt Strafanzeige und Strafantrag stellen sollten (Urk. 01908033 

[Einzeleintrag]; Urk. 01908049 S. 1). Indem die Privatklägerin in ihrer Strafanzeige 

vom 10. Dezember 2012 lediglich die Strafverfolgung wegen Betrugs- und Kon-

kursdelikten verlangte, ist daher zweifellos davon auszugehen, dass sie auf eine 

Strafverfolgung des Beschuldigten wegen Verstosses gegen das Urheberrechts-

gesetz verzichtete.  

Mithin fehlt es vorliegend an einem rechtzeitigen und gültigen Strafantrag bezüg-

lich der Anklage wegen Verstoss gegen Art. 67 Abs. 1 lit. g URG (Ziffern 36 und 

37), so dass es an einer Prozessvoraussetzung fehlt und das Verfahren diesbe-

züglich einzustellen ist. 

- 16 - 

III. Sachverhalt und Rechtliche Würdigung 

A. Allgemeine Vorbemerkungen 

1. Dem vorliegenden Verfahren liegt neben den von der Vorinstanz aufgeführ-

ten zahlreichen Zeugenaussagen (Urk. 42 S. 16; Ordner XVI-XX) Aktenmaterial 

im Umfang von 22 Bundesordnern zugrunde, das zu einem beträchtlichen Teil 

aus schriftlichen Unterlagen der Privatklägerin stammt, welche die Geschäftsbe-

ziehung mit den D._____ Gesellschaften betreffen und sowohl Korrespondenz, 

Besprechungsnotizen und Rechnungsstellungen für Urheberrechtsentschädigun-

gen und vieles mehr beinhaltet (Ordner I-VIII, XI, XV). Zusätzlich wurden seitens 

der Anklagebehörde Aktenauszüge aus den Konkurs- und Steuerakten (Ordner 

X), den Buchhaltungs- und Finanzunterlagen der drei Gesellschaften D1._____ 

GmbH, D2._____ GmbH und E._____ GmbH (Ordner XII-XIII, XV) erhoben und 

die Zahlen der verkauften Tickets an den von den D._____ Gesellschaften veran-

stalteten Konzertanlässen von der O._____ AG ediert (Urk. 06026001 - 06026004 

[Daten-CD]). Die Vorinstanz hat in Bezug auf die Beweismittel ausdrücklich deren 

Verwertbarkeit bejaht (Urk. 42 S. 16 f.), was zutrifft, so dass darauf zur Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen wer-

den kann. 

2. Hinsichtlich der allgemeinen Regeln der Beweiswürdigung kann ebenfalls 

auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, wobei na-

mentlich die detaillierten und umfassenden Ausführungen zur Würdigung von Be-

weisaussagen nicht wiederholt zu werden brauchen (Urk. 42 S. 17 - 18). Ergän-

zend und präzisierend sei daher nur auf Folgendes hingewiesen: 

2.1. Bestreitet ein Beschuldigter wie vorliegend die ihm vorgeworfenen Taten, ist 

der Sachverhalt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorge-

brachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Ge-

mäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK veranker-

ten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu 

vermuten, dass der einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 

- 17 - 

137 IV 219 E. 7.3. mit Hinweisen; BGE 127 I 38 E. 2a). Das heisst der verfolgen-

de Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandsele-

mente nachzuweisen (Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafpro-

zessrechts, 2. A. Zürich/St. Gallen 2013 [kurz: Handbuch], N 216) und nicht der 

Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 

6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.2). Als Beweiswürdigungsregel be-

sagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den 

Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei ob-

jektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob 

sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 138 V 74 E. 7; BGE 128 I 81 E. 2 

mit Hinweisen). 

2.2. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-

dung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne 

dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich in-

soweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

legt werden muss (Niklaus Schmid, Praxiskommentar, 2.A., Zürich/St. Gallen 

2013 [kurz: Praxiskommentar StPO], Art. 10 N 2a; BSK StPO-Tophinke, Art. 10 

N 21). 

2.3. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu 

beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl 

von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des 

Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer 

Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel be-

stehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist mithin auch der 

Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdich-

ten, welche die ausser Acht gelassenen entlastenden Umstände als unerheblich 

erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 

E. 3.3. mit Hinweisen). 

- 18 - 

3. Auf die Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung und der Vertre-

tung der Privatklägerin zur Sache ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen 

einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Be-

hörde die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffe-

nen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. 

Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-

nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann 

sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen 

wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde 

hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1. 

mit Hinweisen). 

4. Wie oben unter Ziffer II.2.2. bereits erwähnt, ist vorliegend das Verbot der 

reformatio in peius zu beachten. Dies betrifft namentlich auch den Schuldspruch 

betreffend die (mehrfache) ungetreue Geschäftsbesorgung. Diesbezüglich ver-

neinte die Vorinstanz die von der Anklagebehörde geltend gemachte Qualifizie-

rung (Urk. 8003001 S. 8 und 23) mit der Begründung, in der Anklageschrift werde 

nicht umschrieben, inwiefern der Beschuldigte in Bereicherungsabsicht gehandelt 

haben solle (Urk. 42 S. 99). Gestützt auf Art. 391 Abs. 2 StPO ist daher einzig der 

Grundtatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu prüfen. 

B. Anklagepunkte Misswirtschaft / ungetreue Geschäftsbesorgung 

1. Anklagevorwurf 

Diesen Anklagepunkten liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt zugrunde, 

dessen Einzelheiten, darunter namentlich auch die Geschäftsbeziehungen der 

D._____ Gesellschaften zur Privatklägerin, die Darstellung ihrer Geschäftsgebiete 

und die Eckdaten der Konkursverfahren über die drei D._____ Gesellschaften, 

der Anklageschrift zu entnehmen sind (Urk. 08003001 S. 3 - 8, Ziffern 1 - 15): 

1.1. Der Beschuldigte sei Gesellschafter und einer von zwei Geschäftsführern 

mit Einzelunterschrift der D1._____ GmbH gewesen, habe als Gesellschafter mit 

- 19 - 

Einzelunterschrift zudem als faktischer Geschäftsführer der D2._____ GmbH ge-

amtet und sei als einzelzeichnungsberechtigter Gesellschafter auch einer der Ge-

schäftsführer der E._____ GmbH gewesen. Bei allen drei Gesellschaften sei der 

Beschuldigte hinsichtlich der Bereiche Administration und Finanzen federführend 

gewesen (Urk. 08003001 Ziff. 1 - 4).  

1.2. In der Zeit vor ihrem Konkurs sei die D1._____ GmbH aufgrund ihrer fast 

dreissigjährigen Zusammenarbeit in einem engen geschäftlichen Kontakt zur Pri-

vatklägerin gestanden, woraus sich ein langandauerndes Vertrauensverhältnis 

zwischen den Exponenten der D._____ Gesellschaften und der Privatklägerin, vor 

allem aber zwischen ihr und dem Beschuldigten, ergeben habe. Für die geschäft-

lichen Kontakte zur Privatklägerin sei namens und in Vertretung der drei genann-

ten Gesellschaften ausschliesslich der Beschuldigte zuständig gewesen (Urk. 

08003001 Ziff. 5). 

1.3. Die finanziellen Probleme der D1._____ GmbH hätten bereits zirka 2001 

begonnen, wobei sie seit Ende 2004 konstant einen Verlustvortrag ausgewiesen 

und zumindest ab Herbst 2007 mit offenkundigen Zahlungsschwierigkeiten zu 

kämpfen gehabt habe. Spätestens ab Frühling 2011 sei dem Beschuldigten der 

schon seit längerem bestehende und inzwischen sehr kritische und existenzge-

fährdende finanzielle Zustand der beiden D._____ Gesellschaften und - ange-

sichts der hohen Schulden - das Risiko von Konkursen bekannt gewesen (Urk. 

08003001 Ziff. 11).  

1.4. Trotzdem habe der Beschuldigte als federführende Person vor dem 23. Juni 

2011 namens der D2._____ GmbH die darlehensweise Übertragung von Geld 

aus dem Vermögen der beiden D._____ Gesellschaften und auch noch von Gel-

dern, die der D1._____ GmbH zustanden, als ungesicherten "Überbrückungskre-

dit" in der Höhe von zwischen Fr. 226'240.– und maximal ca. Fr. 750'000.– an die 

nahestehende E._____ GmbH veranlasst, um das von der E._____ GmbH veran-

staltete, mangels vorhandener Finanzen von einer kurzfristigen Absage bedrohte, 

Open Air "P._____" in … überhaupt durchführen zu können. Dabei habe der Be-

schuldigte gewusst, dass der Vorverkauf zu diesem Open Air miserabel gelaufen 

sei, die Durchführung nicht habe rentabel sein können, die E._____ GmbH bereits 

- 20 - 

gezwungen gewesen sei, die O._____ AG um vorgezogene Akontozahlungen zu 

bitten, welche sie im Umfang von Fr. 2'359'100.– auch erhalten habe, dass die 

E._____ GmbH keine finanziellen Reserven gehabt habe und die D._____ Ge-

sellschaften einen Ausfall in sechsstelliger Frankenhöhe finanziell nicht hätten 

verkraften können. Die Gewährung dieses ungesicherten, voraussehbar unein-

bringlichen und in der Folge denn auch tatsächlich nicht zurückbezahlten Darle-

hens sei direkt kausal für die bereits kurze Zeit später - nämlich per 3. Oktober 

2011 - eingetretene Zahlungsunfähigkeit der beiden D._____ Gesellschaften ge-

wesen, welche Folgen seiner leichtsinnigen Darlehensgewährung der Beschuldig-

te zumindest billigend in Kauf genommen habe (Misswirtschaft). Mit der Gewäh-

rung dieses Darlehens habe der Beschuldigte wissentlich und willentlich seine 

vermögenserhaltenden Obliegenheiten als Verwalter der Vermögenswerte der 

D._____ Gesellschaften verletzt, wodurch diesen ein massiver finanzieller Scha-

den in einem Betrag zwischen Fr. 226'240.– und Fr. 750'000.– zugefügt worden 

sei, was der Beschuldigte zumindest billigend in Kauf genommen habe (qualifi-

zierte ungetreue Geschäftsbesorgung; Urk. 08003001 Ziff. 12 - 15).  

2. Einwendungen 

2.1. Die Verteidigung anerkennt den äusseren Ablauf der Darlehensgewährung 

an die E._____ GmbH im Umfang von Fr. 226'240.– mittels dreier Überweisungen 

im Juni 2011 (Urk. 33 S. 46 Rz 111). Der Beschuldigte anerkennt zudem, dass er 

zusammen mit seinem Geschäftsführer F._____ den Entscheid zur Gewährung 

dieses Darlehens gefällt habe, bestreitet jedoch, die entsprechenden Überwei-

sungen veranlasst oder ausgelöst zu haben (Urk. 29 S. 25 f.; Urk. 58 S. 53 f.). 

Grundsätzlich wird jedoch bestritten, dass der Beschuldigte im Finanzbereich fe-

derführend gewesen sei, denn der Zahlungsverkehr sei in den Zuständigkeitsbe-

reich des im Handelsregister eingetragenen Geschäftsführers F._____ gefallen 

(Urk. 33 S. 55 Rz 130).  

2.2. Entgegen der Darstellung im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 42 S. 27) wird von 

Seiten des Beschuldigten zudem explizit bestritten, dass dieses Darlehen direkt 

kausal für die Konkurseröffnung über die D._____ Gesellschaften gewesen sei 

(Urk. 33 S. 55 Rz 129; Urk. 58 S. 52 f.). Diese hätten vielmehr auch dann irrepa-

- 21 - 

rablen Schaden erlitten, wenn keine Überweisungen an die E._____ GmbH ge-

währt worden wären, denn letztere hätte durch die Absage des Festivals die im 

Markt vorhandenen Erwartungen enttäuscht und sich dadurch als Veranstalterin 

von solchen Veranstaltungen disqualifiziert. Ausserdem sei ohnehin bereits ein 

Kredit gegenüber der E._____ GmbH von mehr als Fr. 200'000.– ausstehend ge-

wesen, denn per 1. Januar 2011 habe gemäss Kontoauszug eine solche Schuld 

bereits bestanden (Urk. 33 S. 47 ff. Rz 112 und 115; Urk. 58 S. 52 f.). In den Ta-

gen kurz vor den Überweisungen seien der D1._____ sodann diverse Zahlungen 

der O._____ AG zugeflossen, weshalb sie über eine recht gute Liquidität verfügt 

habe (Urk. 33 S. 47). Die Überweisungen zugunsten der E._____ GmbH seien 

schliesslich auch im Interesse der D._____ Gesellschaften und daher nicht 

pflichtwidrig erfolgt, da es sich diese aus geschäftspolitischen Überlegungen zum 

damaligen Zeitpunkt nicht hätten leisten können, das P._____ 2011 einfach abzu-

sagen, die E._____ GmbH Konkurs gehen zu lassen und damit eine Verärgerung 

und Enttäuschung der Stakeholder zu riskieren (Urk. 33 S. 47 f.; Urk. 58 S. 37 ff.). 

Bis zu den letzten Tagen vor dem P._____ 2011 habe eine berechtigte Hoffnung 

bestanden, dass mit der Durchführung dieses Festivals der Konkurs der E._____ 

GmbH gerade noch würde abgewendet werden können. Davon und dass es bes-

ser sei, das Festival durchzuziehen als es abzusagen, seien nicht nur der Be-

schuldigte und F._____, sondern auch die diversen anderen involvierten Perso-

nen ausgegangen (Urk. 33 S. 50 ff.; Urk. 58 S. 42 f.).  

2.3. Es habe sich somit nicht um eine leichtsinnige Darlehensgewährung, son-

dern um einen - zugegebenermassen risikobehafteten - Geschäftsentscheid ge-

handelt, der nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile und unter Rück-

sprache mit allen relevanten Branchenvertretern getroffen worden sei. Der Kredit-

zweck, die Ermöglichung der Durchführung des P._____s 2011 und die Abwen-

dung des Konkurses der E._____ GmbH sei klar definiert und eindeutig im Inte-

resse der D._____ Gesellschaften gewesen (Urk. 33 S. 54). Auch habe es - ab-

gesehen vom Beschuldigten und F._____ - keine Gesellschafter der D._____ Ge-

sellschaften gegeben, welche hätten geschädigt werden können (Urk. 33 S. 54 Rz 

128). 

- 22 - 

3. Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB 

3.1. Rechtsgrundlage 

3.1.1. Der Misswirtschaft macht sich schuldig, wer als Schuldner namentlich 

durch ungenügende Kapitalausstattung, unverhältnismässigen Aufwand, gewagte 

Spekulationen, leichtsinniges Gewähren oder Benützen von Kredit, Verschleudern 

von Vermögenswerten oder arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung oder 

Vermögensverwaltung seine Überschuldung herbeiführt oder verschlimmert, sei-

ne Zahlungsunfähigkeit herbeiführt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähig-

keit seine Vermögenslage verschlimmert, wenn über ihn der Konkurs eröffnet  

oder gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist und wird mit Freiheitsstra-

fe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 165 Ziff. 1 StGB).  

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zum inhaltlich vergleichbaren Vor-

gängertatbestand des leichtsinnigen Konkurses im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 

aStGB macht sich der Täter, selbst wenn mehrere Bankrotthandlungen zum 

leichtsinnigen Konkurs führten, nur der einfachen Tatbegehung schuldig. Das 

Bundesgericht erwog, die strafbaren Handlungen würden schon vom Gesetz als 

eine Einheit verstanden. Der Tatbestand erfordere daher eine Gesamtwürdigung 

der einzelnen Verhaltensweisen, da sich, nachdem der Konkurs eröffnet worden 

sei, kaum mehr im Einzelnen aufschlüsseln lasse, welche Einzelakte die Zah-

lungsunfähigkeit herbeigeführt hätten (BGE 123 IV 193 E. 2). An den Grundlagen, 

die zu dieser Einschätzung führten, hat sich mit der Revision der Bestimmung 

nichts geändert und es ist nach wie vor davon auszugehen, dass der Täter selbst 

dann wegen einfacher Misswirtschaft zu verurteilen ist, wenn der Tatbestand 

durch mehrere Handlungen erfüllt wird (Nadine Hagenstein in: Niggli/ Wiprächti-

ger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. A. Basel 2013 [kurz: BSK Straf-

recht II], Art. 165 N 106; Andreas Donatsch, Strafrecht III, Delikte gegen den Ein-

zelnen, 10. A. Zürich-Basel-Genf 2013 [kurz: Strafrecht III], S. 356, § 37 1.; 

Trechsel/Ogg, in: Trechsel/Pieth (Hrsg.), Schweizerisches Strafgesetzbuch, Pra-

xiskommentar, 2. A. Zürich/St. Gallen 2013 [kurz: Praxiskommentar StGB], N 14 

zu Art. 165). 

- 23 - 

3.1.2. Täter kann ausschliesslich der Schuldner selber oder eines der in 

Art. 29 StGB genannten Organe sein (Hagenstein in: BSK Strafrecht II, Art. 165 

N 4; Urteil des Bundesgerichts 6B_1047/2015 vom 28. April 2016 E. 4.3).  

3.1.3. a) Im Insolvenzstrafrecht kommt den Begriffen der Überschuldung 

und der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens eine zentrale Bedeutung zu, 

wobei diese nach den Regeln der Rechnungslegung ermittelt werden, welche im 

Obligationenrecht verankert sind (Dieter Gessler, Wirtschaftsstrafrecht der 

Schweiz, Hand- und Studienbuch, Bern 2013, § 16 IV 2.a, S. 466 N 22). Über-

schuldung tritt gemäss Art. 725 Abs. 2 OR dann ein, wenn die Aktiven die Ver-

bindlichkeiten nicht mehr decken. Dazu hielt das Bundesgericht fest, eine Über-

schuldung im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR liege jedenfalls dann vor, wenn das 

Fremdkapital die Aktiven übersteigt (Urteil 6B_231/2015 vom 18. April 2016 

E. 2.3.2). Unter Zahlungsunfähigkeit ist das dauerhafte Ausbleiben von Zah-

lungsmitteln zu verstehen, die erforderlich sind, um Schulden bei Fälligkeit zu be-

gleichen (Trechsel/Ogg, in: Praxiskommentar StGB, N 9 zu Art. 165; Hagenstein 

in: BSK Strafrecht II, Art. 165 N 54). 

b) Mit der Gründung oder Übernahme einer GmbH, d.h. mit der Eintragung als 

Organ oder Geschäftsführer einer solchen Gesellschaft ins Handelsregister, 

übernehmen die eintretenden natürlichen Personen von Gesetzes wegen unüber-

tragbare und unentziehbare Pflichten. Dazu gehören insbesondere die Buchfüh-

rungspflicht, die Finanzkontrolle sowie die Anzeigepflicht bei begründeter Besorg-

nis einer Überschuldung gemäss der aktienrechtlichen Bestimmung von Art. 725 

Abs. 2 OR (Art. 810 Abs. 2 Ziff. 3 und 7 OR und Art. 820 Abs. 2 OR). Bei juristi-

schen Personen sind ihre Organe namentlich zur sorgfältigen Vermögensverwal-

tung verpflichtet. Für den Geschäftsführer einer GmbH sowie Dritte, die mit der 

Geschäftsführung einer GmbH befasst sind, ist die Sorgfaltspflicht in Art. 812 OR 

und für die Gesellschafter in Art. 803 OR umschrieben. Damit gehört es zu den 

Pflichten des Verwaltungsrates einer AG oder des Geschäftsführers einer GmbH 

sicherzustellen, dass er zeitgerecht die nötigen Informationen erhält, um rechtzei-

tig eine drohende Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zu erkennen (Gessler, 

- 24 - 

a.a.O., § 16 IV 2.d, S. 469 N 28; dazu auch Urteil des Bundesgerichts 

6B_199/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 2.3.4).  

c) Gemäss Art. 804 OR stehen auch der Gesellschafterversammlung als dem 

obersten Organ der GmbH unübertragbare Befugnisse zu, worunter gemäss 

Abs. 2 Ziff. 5 und 7 der Bestimmung die Genehmigung der Jahresrechnung sowie 

die Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns und die Entlas-

tung der Geschäftsführer fallen. Nach Art. 805 Abs. 2 OR hat die ordentliche Ge-

sellschafterversammlung alljährlich innerhalb von sechs Monaten nach Schluss 

des Geschäftsjahres stattzufinden. 

d) Gemäss Art. 725 Abs. 2 OR muss eine Zwischenbilanz erstellt werden und 

diese einem zugelassenen Revisor zur Prüfung vorgelegt werden, wenn begrün-

dete Besorgnis einer Überschuldung besteht. Ergibt sich aus der Zwischenbilanz, 

dass die Forderungen der Gesellschaftsgläubiger weder zu Fortführungs- noch zu 

Veräusserungswerten gedeckt sind, so hat der Verwaltungsrat den Richter zu be-

nachrichtigen. Begründete Besorgnis besteht insbesondere bereits dann, wenn 

die Liquidität knapp wird und einzelne Rechnungen nicht mehr bezahlt werden 

können (Daniel Nussbaumer in: Blätter für Schuldbetreibungs- und Konkurs 

[BlSchK], 2016 S. 128 f. E. 3a). Unter Umständen kann der Verwaltungsrat bei 

Überschuldung die Benachrichtigung des Richters zwar für eine kurze Zeitspanne 

aufschieben, wenn eine kurzfristige Lösung des Problems besteht (Cathrine Ko-

nopatsch, Verspätete Überschuldungsanzeige als Misswirtschaft gemäss Art. 165 

Ziff. 1 StGB, ZStrR 134/2016, S. 196 ff. S. 200/201; Gessler, a.a.O., N 86; BGE 

132 III 564 E. 5.1; Urteil 6B_492/2009 vom 18. Januar 2010 E. 2.2; Hanspeter 

Wüstiner, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 5.A. Basel 2016, Art. 725 

N 40a). Doch setzt dieser Aufschub begründete und konkrete Aussichten auf eine 

aussergerichtliche finanzielle Sanierung und Wiederherstellung der Ertragskraft 

voraus. Übertriebene Erwartungen oder vage Hoffnungen reichen allerdings nicht 

aus (BGE 127 IV 110 E. 5a). Soweit die beabsichtigten Sanierungsmassnahmen 

den Unternehmenszusammenbruch lediglich hinauszögern, darf mit der Benach-

richtigung des Richters somit nicht zugewartet werden (Konopatsch, a.a.O.; 

- 25 - 

S. 209; Urteil des Bundesgerichts 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017 E. 4.2.1 

mit Hinweisen). 

Nach der Rechtsprechung liegt eine arg nachlässige Berufsausübung vor, wenn 

gesetzliche Bestimmungen der Unternehmensführung missachtet werden. Dazu 

gehören insbesondere die Vernachlässigung der Rechnungslegung oder die Ver-

letzung der Pflicht des Verwaltungsrats einer Aktiengesellschaft, den Richter im 

Falle der Überschuldung zu benachrichtigen. Ein leichtsinniges Gewähren von 

Kredit liegt vor, wenn Kredite ohne hinreichende Prüfung des Kreditzwecks und 

der Kreditwürdigkeit sowie ohne entsprechende Absicherung gewährt werden (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_1047/2015 vom 28. April 2016 E. 4.3. mit Hinweisen). 

Tatbestandsmässig ist jedoch nur ein krasses wirtschaftliches Fehlverhalten (Do-

natsch, Strafrecht III, S. 354 f.; Konopatsch, a.a.O., S. 208/209). Das Eingehen 

eines jeder Geschäftstätigkeit inhärenten Risikos ist nicht strafbar, auch wenn 

sich ex post herausstellt, dass eine Fehlentscheidung getroffen worden ist (Ha-

genstein in: BSK Strafrecht II, a.a.O., Art. 165 N 11).  

3.1.4. Zwischen der tatbestandsmässigen Verhaltensweise und der Ver-

schlimmerung der Vermögenslage bzw. dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit 

muss ein Kausalzusammenhang bestehen, doch brauchen die Bankrotthandlun-

gen nicht die einzige Ursache des tatbestandsmässigen Erfolges zu sein (Andre-

as Donatsch, Kommentar StGB, 19. A. Zürich 2013, Verlag Orell Füssli [kurz: 

OFK - StGB], N 6 zu Art. 165).  

3.1.5. Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz nur hinsichtlich der tatbe-

standsmässigen Bankrotthandlung, für die Vermögenseinbusse genügt grobe 

Fahrlässigkeit, denn bestraft wird nicht nur, wer die Zahlungsunfähigkeit will oder 

in Kauf nimmt, sondern auch wer sie in unverantwortlicher Weise bzw. unter Ver-

letzung elementarster Vorsichtspflichten (vgl. OR 717) verneint, weil ihm jegliches 

Verantwortungsgefühl fehlt, zumal in wirtschaftlich angespannter Situation eine 

erhöhte Aufmerksamkeit des Schuldners erwartet werden darf (Trechsel/Ogg, 

a.a.O., N 11 zu Art. 165 mit Hinweisen).  

- 26 - 

3.2. Subsumtion 

3.2.1. Gemäss dem Handelsregister des Kantons Zürich hatte die D1._____ 

GmbH per 2. Juli 1986 die einfache Gesellschaft "D3._____", bestehend aus 

Q._____ und dem Beschuldigten, übernommen. Die beiden Gesellschafter führ-

ten das Unternehmen als Geschäftsführer je mit Einzelunterschrift bis Q._____ 

per 21. Januar 1998 aus dem Unternehmen ausschied und der Beschuldigte das 

gesamte Stammkapital alleine übernahm und weiterhin Geschäftsführer mit Ein-

zelunterschrift blieb (Urk. 0300101-0300106). Per 4. Februar 2008 wurde alsdann 

F._____ neu als Geschäftsführer mit Einzelunterschrift im Handelsregister einge-

tragen und der Beschuldigte übernahm die Funktion des Gesellschafters und Vor-

sitzenden der Geschäftsleitung, ebenfalls mit Einzelunterschrift, wie bisher 

(Urk. 03001007).  

Per 15. März 2010 gründeten alsdann die beiden Geschäftsführer der D1._____ 

GmbH die D2._____ GmbH, wobei sie je hälftig die Stammanteile der Gesell-

schaft übernahmen, beide über Einzelzeichnungsberechtigungen verfügten, je-

doch nur F._____ als Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen wurde. Der 

Firmenzweck war der gleiche wie derjenige der D1._____ GmbH, wurde jedoch 

detaillierter gefasst und erweitert unter anderem um die Möglichkeit, Zweignieder-

lassungen und Tochtergesellschaften zu errichten und Finanzierungen für eigene 

oder fremde Rechnung vorzunehmen, Wertschriften zu erwerben, verwalten und 

verwerten, Darlehen und Bürgschaften zu gewähren sowie weitere kommerzielle 

und finanzielle Transaktionen durchzuführen (Urk. 03002001 - 03002004).  

Ebenfalls am 15. März 2010 gründeten die beiden Gesellschafter der D2._____ 

GmbH zusammen mit R._____ die E._____ GmbH mit dem Zweck, Open Air-

Veranstaltungen aller Art durchzuführen und Gastronomiedienstleistungen zu er-

bringen. Im Übrigen deckt sich der Zweck mit demjenigen der D2._____ GmbH. 

Ab dem 17. Januar 2011 fungierte R._____ jedoch nur noch als Gesellschafter 

ohne Zeichnungsberechtigung und ohne Geschäftsführungsauftrag. Gleichzeitig 

wechselte die E._____ GmbH, die bisher an der gleichen Adresse domiziliert war 

wie die D1._____ GmbH, an die Adresse der D2._____ GmbH (Urk. 03003001 - 

03003004).  

- 27 - 

An diesen Gegebenheiten änderte sich nichts mehr bis zu den Vorfällen gemäss 

Anklagesachverhalt. Demnach ergibt sich hinsichtlich den Zeichnungsberechti-

gungen und den Funktionen innerhalb der fraglichen drei Unternehmen folgendes 
Bild: 

 

 

Der Beschuldigte konnte demnach bis zuletzt namens der beiden D._____ Ge-

sellschaften, deren Gesellschafter er notabene auch war, mittels Einzelunter-

schrift Verbindlichkeiten eingehen. Die Vorinstanz wertete diesen Umstand zu 

Recht dahingehend, dass der Beschuldigte jedenfalls als faktischer Geschäftsfüh-

rer zu betrachten sei, wo er formell die Funktion nicht bekleidete (Urk. 42 S. 94). 

Damit übereinstimmend räumte der Beschuldigte vor der Vorinstanz ein, den Ent-

scheid betreffend die Gewährung der Darlehensbeträge an die E._____ GmbH 

zusammen mit seinem Geschäftsführer gefällt und diesen Entscheid auch getra-

gen zu haben (Prot. I S. 26), was wiederum im Einklang mit den Pflichten eines 

Gesellschafters im Sinne von Art. 804 Abs. 2 Ziff. 13 OR steht. Es ist daher zutref-

fend, dem Beschuldigten die unter diesem Anklagepunkt zu prüfenden Handlun-

gen der beiden D._____ Gesellschaften zuzurechnen, wobei die Verantwortlich-

keit des ebenfalls im Handelsregister als Geschäftsführer eingetragenen Gesell-

- 28 - 

schafters F._____ offen bleiben muss, da diese nicht Gegenstand der vorliegen-

den Anklage ist. 

3.2.2. Über alle drei Gesellschaften wurde der Konkurs eröffnet; über die 

D1._____ GmbH und die D2._____ GmbH am 3. Oktober 2011 (siehe oben Ziffer 

II.2. 4.4.), zulasten welcher anerkanntermassen die Darlehenssumme von min-

destens Fr. 226'240.– an die E._____ überwiesen worden war (Urk. 42 S. 27 f. E. 

3.2. und 3.4.). Mit der Vorinstanz ist daher die objektive Strafbarkeitsbedingung 

vorliegend erfüllt (Urk. 42 S. 95). 

3.2.3. Unbestritten sowie aus den Akten ersichtlich wurden die Buchhaltun-

gen und Jahresabschlüsse der D1._____ GmbH seit 1986 bis und mit 2009 von 

der S._____ GmbH erstellt (Urk. 0614004 S. 1), wobei der endgültige Jahresab-

schluss 2008 erst am 14. Juni 2011 (Urk. 06014004-6) und derjenige für 2009 erst 

am 11. Juli 2011 fertig gestellt wurde (Urk. 06014008-9). Ab dem Geschäftsjahr 

2010 übernahm die T._____ AG diesen Auftrag, welche den Jahresabschluss 

2010 (Urk. 06015004) und denjenigen per 30. Juni 2011 im Juli 2011 vorlegte 

(Urk. 0616013; Urk. 0614004 S. 1; Urk. 07026002 S. 2 [Beschuldigter]). Tabella-

risch dargestellt verhält es sich wie folgt: 

Damit übereinstimmend ergibt sich aus dem E-Mail der S._____ GmbH an 

U._____, CEO der O._____ AG, samt Beilagen, dass am 1. Juni 2011 nur der de-

finitive Abschluss des Geschäftsjahres 2007 vorlag und für das Geschäftsjahr 

2008 erst ein provisorischer, ohne Abgrenzungs- und Abschlussbuchungen 

(Urk. 07025007-9; Urk. 07019001 [U._____]). 

Übersicht Jahresabschlüsse der D1._____ GmbH (in CHF, abgerundet) 
 

Geschäfts-
jahr 

Abnahme an 
Gesellschaf-
terversamm-
lung 

Bilanz Erfolgsrechnung 

Ergebnis 
Aktenstel-
len 
(Urk.) Aktiven Passiven Aufwand Ertrag 

 

2004 7.4. 2006 589'551 663'472 3'582'669 3'508'748 - 73'920 06013017-18; 06022002 
2005 16.4. 2007 371'061 512'383 3'453'938 3'312'616 - 141'321 06013019-20; 06022003 

2006 13.10. 2008 486'655 559'270 4'427'101 4'354'487 - 72'614 
06013021-23; 
06022006 

2007 14.8. 2009 898'607 822'205 3'599'333 3'675'736    76'402 
06013024-5; 
06022007 

2008 16.6. 2011 803'423 818'044 7'903'842 7'889'221 - 14'621 06013028-29; 06022008 
2009 25.7. 2011 1'694'848 1'933'406 4'634'484 4'395'925 - 238'558 06013032-35 06022009 

- 29 - 

Wie oben unter Ziffer III. B. 3.1.2 b) dargelegt, muss die Jahresrechnung dann 

vorliegen, wenn die Gesellschafterversammlung tagt, also spätestens sechs Mo-

nate nach Schluss des Geschäftsjahres. Gemäss Art. 11 der Statuten der 

D1._____ GmbH erfolgt der Rechnungsabschluss jeweils auf den 31. Dezember 

jeden Jahres (Urk. 03001004 [Sammelbeilage]; Seite 3 der Statuten). Seit dem 

Geschäftsjahr 2004 (lediglich soweit zurück liegen die Akten vor) wurde demnach 

den gesetzlichen und den statutarischen Bestimmungen vorliegend schon nicht 

mehr nachgelebt und wurden die Jahresrechnungen konstant mindestens ein 

Jahr zu spät abgeschlossen und vorgelegt. Das wiegt vor dem Hintergrund, dass 

am 15. März 2010 von den Gesellschaftern der D1._____ GmbH die Firmen 

D2._____ GmbH und E._____ GmbH neu und mit dem gleichen Firmenzweck 

gegründet wurden, besonders schwer und war unter Berücksichtigung der konkre-

ten Umstände pflichtwidrig verspätet. So waren im Zeitpunkt der Neugründung 

dieser Firmen die Jahresabschlüsse der vergangenen zwei Jahre (2008 und 

2009) noch nicht vorhanden und demzufolge die effektiven Zahlen zur finanziellen 

Situation auch dem Beschuldigten noch nicht bekannt. In Anbetracht der erwirt-

schafteten Verluste in den Geschäftsjahren 2004 bis 2006 war eine zeitnahe 

Rechnungslegung unverzichtbar.  

Die Gefahr der Vermischung der Geschäftstätigkeiten der drei Gesellschaften war 

unter den gegebenen Umständen gross. Die Geschäftsfelder wurden nicht strikte 

getrennt (u.a. Urk. 04001002 [Konkursprotokoll D1._____ GmbH, Inventar S. 3]; 

Urk. 07022001 [V._____]; Urk. 07023001 S. 4 ff. [F._____]; Urk. 07029001 S. 4 

[W._____]; Urk. 07024001 S. 8 [AA._____]; Urk. 04001003 S. 9 und 12 [Beschul-

digter im Konkursverfahren]; Urk. 07006001 S. 4 f. und S. 17 [Beschuldigter]) und 

so verwendete der Beschuldigte im Briefverkehr bereits 2007 die nicht eingetra-

gene Firma "D2._____" (Urk. 02007004 [Schreiben an B._____ betr. ausstehende 

Abrechnungen und Zahlungen]) und (zumindest) die Privatklägerin B._____ be-

nutzte diese Anschrift denn auch bereits ab dem 31. Januar 2007 

(Urk. 02007002-03), obwohl die gleichnamige GmbH erst drei Jahre später ge-

gründet werden sollte. Schliesslich führte die unklare Situation dazu, dass der 

neue Buchhalter der D._____ Gesellschaften trotz der nicht erstellten Jahresab-

schlüsse der D1._____ GmbH für die Jahre 2008 und 2009 eine gemeinsame 

- 30 - 

Buchhaltung empfahl (Urk. 07012001 S. 5 f. [AB._____]), was auch umgesetzt 

wurde, so dass für die D1._____ GmbH und die D2._____ GmbH ab dem Ge-

schäftsjahr 2010 durch die T._____ AG eine gemeinsame Buchhaltung erstellt 

wurde (Urk. 06013047; Urk. 07022001 S. 5 [V._____]; Urk. 07012001 S. 5 f. 

[AB._____]). Dennoch wurde im Nachhinein per 31. Dezember 2010 und per 30. 

Juni 2011, was von den Vorschriften her unumgänglich war, je eine Bilanz und die 

Erfolgsrechnung für die D2._____ vorgelegt (Urk. 06013048-49 und 

Urk. 06013052 und 0601354), aber gleichzeitig über dieselbe Periode eine Er-

folgsrechnung zu Null und eine ausgeglichene Bilanz lediglich hinsichtlich des 

Stammkapitals erstellt (Urk. 06013050-51 sowie Urk. 06013053 und Urk. 0613054 

3. Seite). Gemäss den Stampa-Erklärungen vom 10. März 2010, welche der An-

meldung der D2._____ GmbH und der E._____ GmbH zur Eintragung ins Han-

delsregister beigelegt waren (Urk. 03002001 [D1._____ GmbH] und 

Urk. 03003001 [E._____ GmbH]), bekräftigte der unterschriftsberechtigte Gesell-

schafter und auch Geschäftsführer F._____, dass die Gesellschaften "weder von 

Beteiligten noch von einer diesen nahe stehenden Person irgendwelche Vermö-

genswerte (z.B. Grundstücke, Mobilien, Wertpapiere, Patente, Forderungen, Ge-

schäfte oder Vermögen mit Aktiven und Passiven) übernommen oder zu über-

nehmen sich verpflichtet" hatten, mit Ausnahme solcher Werte, die in den Statu-

ten aufgeführt sind (Ziff. 1). Ausserdem wurde mittels dieser Formulare weiter be-

stätigt, dass die Gesellschaft nicht die Absicht habe, von Beteiligten oder von ei-

ner diesen nahe stehenden Person "bestimmte Vermögenswerte von einer ge-

wissen Bedeutung zu übernehmen" mit Ausnahme solcher Werte, die in den Sta-

tuten aufgeführt sind (Ziff. 2). Im Widerspruch dazu hatten F._____ und der Be-

schuldigte bereits am 16. Dezember 2009 namens einer (in der Schweiz nicht 

eingetragenen) "E._____ Group GmbH" die Lizenzvereinbarung für die P._____s 

in der Schweiz unterzeichnet (Urk. 06011001 S. 1 und S. 8), worin sie sich zur 

Bezahlung einer hohen Lizenzgebühr von € 250'000.– und für jährlich wiederkeh-

rende "Central Office" Gebühren im Betrage von € 200'000.– verpflichtet hatten 

(Urk. 06011001). Die Lizenzvereinbarung wurde mithin - was unbestritten blieb - 

ganze drei Monate vor der Gründung und damit vor dem Bestehen der E._____ 

GmbH abgeschlossen und insbesondere auch vor der Anmeldung und der Unter-

schrift auf der Stampa-Erklärung, welche somit nachweislich nicht der Wahrheit 

- 31 - 

entsprach. Die Vermischung der Geschäftstätigkeiten wird auch dadurch veran-

schaulicht, dass die Bilanz der D1._____ GmbH bereits per 31. Dezember 2009, 

und damit zu einem Zeitpunkt, als die beiden neueren GmbH's noch gar nicht ge-

gründet waren, ein Darlehen zugunsten der E._____ GmbH im Betrage von 

Fr. 380'000.– aufführt (Urk. 06013033), ohne dass etwas Derartiges in den Statu-

ten vorgesehen gewesen wäre. Ausserdem wurde namens der D1._____ GmbH 

der Stand ihres Eigenkapitals per 31. Dezember 2009 mit Fr. 11'142.92 angege-

ben (Urk. 06013036), entgegen der schliesslich deponierten Bilanz per 31. De-

zember 2009, welche ein Eigenkapital von Fr. 249'701.17 auswies 

(Urk. 06013033). Darin waren namentlich Fr. 380'000.– freie Reserven enthalten, 

die in sämtlichen Bilanzen seit 2004 unverändert Bestandteil des Eigenkapitals 

waren, über deren Werthaltigkeit die Akten jedoch keine Auskunft geben. Auch 

über das dem Beschuldigten seitens der Firma gewährte Darlehen im Betrage 

von Fr. 290'000.–, das bereits in der Bilanz 2004 erscheint, ist nichts näheres be-

kannt, namentlich nicht Dauer, Verzinsung und Fälligkeit. Überdies hätten sich die 

Geschäftsführung und die Gesellschafterversammlung auch die Frage nach der 

Einbringlichkeit dieser Forderung stellen müssen, namentlich da sie einen gewich-

tigen Faktor in der Bilanz - ein Mehrfaches des Stammkapitals samt gesetzlicher 

Reserven - ausmachte. Angesichts dieser intransparenten Aspekte hätte die fi-

nanzielle Situation der D1._____ per Ende 2009 zweifellos möglichst rasch und 

eindeutig festgestellt werden müssen, um einerseits Klarheit über die tatsächli-

chen finanziellen Gegebenheiten, insbesondere die Schuldensituation, zu bringen 

und andererseits eine übersichtliche Ausgangslage für die Neugründung der wei-

teren beiden Firmen zu schaffen, und jedenfalls nicht erst lange nach Ablauf der 

Frist von sechs Monaten nach Ende des jeweiligen Geschäftsjahres. Der Verzicht 

auf eine zeitnahe Aufarbeitung der Jahresabschlüsse 2008 und 2009 stellt mithin 

eine gravierende und folgenschwere Pflichtverletzung in der Berufsausübung des 

Beschuldigten im Sinne der oben zitierten Rechtsgrundlagen dar. 

3.2.4. Des Weiteren kann auch nicht übersehen werden, dass die Geschäfts-

führung der D1._____ GmbH - und somit auch der Beschuldigte - bereits auf-

grund der Bilanzen 2005 bis 2007 und noch ohne Neugründungsabsichten hätte 

aktiv werden und ein besonderes Augenmerk auf die Verschuldens- und Liquidi-

- 32 - 

tätssituation hätte haben müssen. Der Liquiditätsgrad 2 oder Quick Ratio (Formel: 

[flüssige Mittel plus Forderungen] x 100 : kurzfristiges Fremdkapital) drückt die 

Zahlungsbereitschaft eines Unternehmens aus, indem er das Verhältnis der kurz-

fristigen Schulden gegenüber dem vorhandenen Geld und den Debitoren, die 

noch in kurzer Frist zahlen müssen, abbildet. Er sollte 100 % und mehr betragen. 

Die Kennzahl erlaubt somit eine Aussage darüber, ob das Unternehmen in der 

Lage ist, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten zu erfüllen. Im Falle der D1._____ 

GmbH lag der Liquiditätsgrad 2 seit dem Geschäftsjahr 2005 immer unter 100 %. 

Das alleine hätte schon besonderer Achtsamkeit der Geschäftsführung bedurft. In 

den Geschäftsjahren 2005 und 2006 betrug er gar nur 70,44 bzw. 61,25 %, was 

ein katastrophales Ergebnis darstellt, dennoch aber von der Geschäftsführung wie 

von der Gesellschafterversammlung pflichtwidrig ignoriert wurde. Die entspre-

chenden Zahlen sind aus folgender Darstellung ersichtlich und basieren auf den 

Bilanzen 2004 bis 2007 (Urk. 06013017, 06013019, 06013021 und 06013024): 
 
    294'896  x  100     77'857  x  100 
 2004: --------------------- = 157 %  2005: --------------------- = 70,44 % 
         187'696           110'527 
 
 
   183'001  x  100     599'753  x  100 
 2006: --------------------- = 61,25 %  2007: --------------------- = 94,55 % 
         298'736           634'285 
 

Wären die Geschäftsabschlüsse 2008 und 2009 unter den gegebenen Umstän-

den korrekterweise besonders zeitnah erfolgt, hätte sich daraus ebenfalls erge-

ben, dass höchste Alarmbereitschaft bezüglich der Zahlungsfähigkeit und eines 

allfälligen Konkurses angebracht gewesen wäre, da die kurzfristigen Verbindlich-

keiten bei weitem nicht zu 100 % mit den flüssigen Mitteln und den kurzfristigen 

Forderungen beglichen werden konnten, wie sich aus den erst viel zu spät erstell-

ten Bilanzen ergibt (Urk. 06013028 und 06013032): 
 
    506'719  x  100     1'207'239  x  100 
 2008: --------------------- = 91,51 %  2009: --------------------- = 71,7 % 
        553'722          1'683'705 
 
 

Demzufolge wäre der Beschuldigte verpflichtet gewesen, eine Zwischenbilanz er-

stellen zu lassen und gegebenenfalls den Richter zu benachrichtigen. 

- 33 - 

3.2.5. Dieses Bild wird durch die jedenfalls seit Herbst 2007 schriftlich doku-

mentierten Zahlungsschwierigkeiten der D1._____ GmbH bestätigt. So erinnerte 

die Privatklägerin den Beschuldigten am 15. Oktober 2007 unbestrittenermassen 

über ausstehende Zahlungen von Urheberrechtsentschädigungen im Betrage von 

Fr. 54'405.50, die bereits seit 22. Juli 2007 fällig waren, setzte eine letzte Zah-

lungsfrist an und stellte für den Fall der Nichtbezahlung die Forderung von Ver-

zugszins und die Beschreitung des Rechtswegs in Aussicht. Im gleichen Schrei-

ben forderte sie überdies die Bezahlung weiterer offener Rechnungen und hielt 

fest, dass nunmehr ein Totalbetrag von Fr. 95'605.80 fällig sei (Urk. 07045008). 

Der Beschuldigte erbat daraufhin für den überfälligen Betrag einen Zahlungsauf-

schub bis Ende des Monats (Urk. 07045009). Offensichtlich war er nicht in der 

Lage, sofort Fr. 54'405.50 zu bezahlen. Daran änderte sich in der Folge nichts, 

teilte er der Privatklägerin am 8. April 2008 doch mit, in den vergangenen Jahren 

habe der Druck auf die Veranstalter extrem zugenommen; der Markt sei äusserst 

schwierig für sie geworden; er sei bestrebt, einen Grossteil der Schulden bis Ende 

August abtragen zu können (Urk. 07042004). Auch im Januar 2009 bat der Be-

schuldigte unter Verweis darauf, sie hätten nebst den Hiobsbotschaften der Ban-

ken mit einigen Konzerten im vergangenen Jahr sehr grosses Pech gehabt, er-

neut um Verständnis und Geduld (Urk. 013011). Zu diesem Zeitpunkt betrugen 

die noch offenen Rechnungen vom 12. April 2008, also rund 9 Monate alte Rech-

nungen, bereits wieder Fr. 67'666.60. Dazu kamen vom November 2008 zusätzli-

che offene Rechnungen in der Höhe von Fr. 73'5632.70 (Urk. 013012). Auf 

schriftliches Ersuchen des Beschuldigten vom 15. November 2009 hin, in wel-

chem er unter anderem einen Teilforderungsverzicht seitens der Privatklägerin 

wünschte (Urk. 013014), bot diese Hand, indem sie nebst der einmaligen Bezah-

lung von Fr. 60'000.– monatliche Abzahlungen von Fr. 5'000.– akzeptierte, jedoch 

nicht den Forderungsverzicht (Urk. 013015). Darauf teilte der Beschuldigte am 25. 

Januar 2010 schriftlich mit, dass diese monatlichen Zahlungen sie extrem belas-

ten und voraussichtlich zur Entlassung einer Person aus dem Team führen wür-

den. Ausserdem wies der Beschuldigte darauf hin, dass sie bisher dank viel-

schichtiger Unterstützung trotz enormer Probleme bis jetzt hätten überleben kön-

nen und jeder in ihrem Büro alles dafür gebe, dass die Firma am Leben bleibe. 

Wie er schon beim letzten Gespräch gesagt habe, bräuchten sie aber wirklich Hil-

- 34 - 

fe (Urk. 013016). Schliesslich anerkannte der Beschuldigte namens der D1._____ 

GmbH am 22. Oktober 2010 schriftlich, der Privatklägerin Fr. 259'940.15 zu 

schulden und diesen Betrag in monatlichen Raten à Fr. 10'000.– abzuzahlen 

(Urk. 0602006). Diese für sich alleine schon aussagekräftigen Urkunden werden 

von den Zeugenaussagen gedeckt (Urk. 07038001 S. 13 und S. 5 ff. [K._____]; 

Urk. 07041001 S. 3 [M._____]; Urk. 07042001 S. 4, 7 f. [AC._____]; 

Urk. 07043001 S. 7 [L._____]; Urk. 07044001 S. 3 [J._____]; Urk. 07013001 S. 5 

[AD._____]; Urk. 07014001 S. 4 […]; Urk. 07015001 S. 4 [AE._____]). Sie fügen 

sich ausserdem nahtlos ein in die interne Notepad-Liste der Privatklägerin, worin 

sie Gespräche mit und ohne den Beschuldigten bezüglich der D1._____ GmbH 

festhielt (Urk. 01908049). Dabei fällt namentlich die Gesprächsnotiz vom 12. Juni 

2009 auf, wonach der Beschuldigte bereits im Juni 2009 über die Gründe berich-

tete, welche die Gesellschaft in die grösste Krise der Firmengeschichte gebracht 

habe. Es sei jetzt der Zeitpunkt, wo er um Hilfe dankbar sei. Zu viele Dinge seien 

ihm über den Kopf gewachsen und immer häufiger müssten Reserven aufge-

braucht werden, um Defizite aus Konzerten zu decken (Urk. 01908049 S. 11). 

Auch dieser Anklagepunkt ist somit erstellt und dem Beschuldigten ist die Kennt-

nis betreffend die fehlende Zahlungsbereitschaft der D1._____ GmbH mindestens 

seit Herbst 2007 anzurechnen. Alleine schon aufgrund der zunehmenden Zah-

lungsschwierigkeiten in sechsstelliger Höhe gegenüber dem zentralen Geschäfts-

partner B._____ und der Anzehrung der Reserven bereits im Sommer 2009 be-

stand im Rechtssinne begründete Besorgnis einer Überschuldung. 

3.2.6. Angesichts des schriftlichen Lizenzvertrages vom 16. Dezember 2009 

betreffend P._____ verbleibt kein Zweifel, dass das Darlehen im Betrage von 

Fr. 380'000.– an die E._____ GmbH, welches erstmals in der Bilanz der 

D1._____ GmbH per 31. Dezember 2009 erscheint, in einem direkten Zusam-

menhang mit den dort eingegangenen Verpflichtungen steht, machten doch die im 

Lizenzvertrag genannten € 250'000.– am 16. Dezember 2009 umgerechnet 

Fr. 377'550.90 aus (https://währungsrechner.com/?gclid=CL70xdzntdlCFWYq0wodXW0AyA), 

so dass mit dem Darlehen von Fr. 380'000.– die Lizenzgebühr bezahlt werden 

konnte, was der Beschuldigte in der Befragung durch den Staatsanwalt am 

22. Oktober 2013 denn auch bestätigte (Urk. 07006001 S. 15 und 17) und sodann 

- 35 - 

sowohl vom Beschuldigten als auch von F._____ am 14. Juni 2011 "to whom it 

concerns" schriftlich festgehalten wurde. Dort listeten sie unter dem Titel "Aktuelle 

Schuldenliste" auf, dass von D1._____ folgende Beträge in P._____ eingeschos-

sen worden seien (Urk. 06020032 S. 3 f.): 
 Fr. 250'000.– Vorkasse …/P._____ 
 Fr.   70'000.– Einschüsse versch. Beträge für laufende Kosten 
 Fr. 387'500.– 5 Jahres Franchise P._____ 

Neben den Lizenzgebühren von Fr. 380'000.–, die bereits am 15. Dezember 2009 

ab dem UBS Euro Konto der D1._____ GmbH bezahlt worden waren 

(Urk. 06013031 S. 41 [Buchhaltungsjournal 2009: Alle Buchungen nach Datum], 

ist jedoch auch die Überweisung von Fr. 244'000.– am 7. Dezember 2010 zulas-

ten der D1._____ GmbH ab ihrem UBS Dollar Konto (Buchhaltungskonto 1040) 

belegt (Urk. 06013038 [Hauptjournal] und Urk. 06016005 [Detailkontobelege], 

Kontoauszug Kontoblatt 1040). Überdies ergibt sich aus der Buchhaltung, dass 

zulasten der D1._____ GmbH am 23. März 2010 ab ihrem UBS Euro Konto der 

Betrag von Fr. 148'710.– an AF._____ für das Handling P._____ überwiesen 

wurde (Urk. 06013038 [Hauptjournal] und Urk. 06016005 [Detailkontobelege], 

Kontoauszug Kontoblatt 1030). Wenn im Kontoauszug des Kontoblattes 1165 

"Darlehen [an] E._____ GmbH" für das Geschäftsjahr 2010 dem bereits in der Bi-

lanz 2009 aufscheinenden Guthaben gegenüber der E._____ GmbH von 

Fr. 380'000.– aus Darlehen der Eingang des gleichen Betrages von der O._____ 

AG am 7. Januar 2010 gegenübergestellt wird (Urk. 06016005), erweckt dies ein 

falsches Bild, denn am 7. Januar 2010 musste die D1._____ GmbH der O._____ 

AG Fr. 950'000.– aus einer falschen Überweisung zurückleiten (Urk. 06016005 

Kontoblatt 1020 [UBS CHF Konto]). Im Weiteren ergibt sich aus den Buchhal-

tungsunterlagen per Ende Dezember 2010 auch die Bezahlung von Fr. 60'000.– 

zulasten der D1._____ GmbH zugunsten der E._____ GmbH unter dem Titel 

"Vorarbeiten P._____", da ab dem UBS CHF Konto am 23. Dezember 2010 

Fr. 60'000.– an die Konzertkasse (Buchhaltungskonto 1005) übertragen worden 

waren (Urk. 06016005 [Kontoblätter 1165 und 1020]). 

Damit übereinstimmend hatte der Beschuldigte gegenüber dem Konkursamt … 

ausdrücklich und schriftlich erklärt, dass für den Konkursausbruch der D1._____ 

GmbH der Kredit von insgesamt Fr. 750'000.– an die E._____ GmbH und die 

D2._____ GmbH ausschlaggebend gewesen sei (Urk. 07001001 S. 9). Auch 

- 36 - 

räumte der Beschuldigte ein, dass die Situation ab ca. 2009 wegen der P._____ 

Geschichte sehr schwer geworden sei und sie unheimlich unter Druck geraten 

und massiv überfordert gewesen seien (Urk. 07006001 S. 37). Wenn der Be-

schuldigte alsdann entgegen seinen ersten Aussagen, die sich überdies mit der 

von ihm schriftlich vorgelegten Erklärung vom 14. Juni 2011 im Kern decken, erst 

viel später im strafrechtlichen Untersuchungsverfahren auf die entsprechenden 

Vorhalte ausweichend mit "ich weiss das nicht mehr" antwortet, jedoch die Beträ-

ge aus dem Lizenzvertrag noch ausdrücklich bestätigt (Urk. 07033003 S. 4), kön-

nen diese Antworten nicht als qualifizierte Bestreitungen betrachtet werden. Im 

Gegenteil erscheinen sie auch als Schutzbehauptungen, die jedenfalls die Glaub-

haftigkeit seiner ersten Depositionen nicht zu erschüttern vermögen, selbst wenn 

der Beschuldigte im gerichtlichen Verfahren gemäss Ausführungen seiner Vertei-

digung bei seiner nachmaligen Bestreitung blieb (Urk. 33 S. 46). Zusammen mit 

den dokumentierten und vom Beschuldigten anerkannten Überweisungen vom 

Juni 2011 (Urk. 33 S. 46) ist somit erstellt, dass die D1._____ GmbH der E._____ 

GmbH (nebst kleineren Spesenbeträgen) namentlich folgende Geldbeträge als 

Darlehen bzw. im Sinne eines "Überbrückungskredits" der E._____ GmbH zur 

Verfügung gestellt hatte: 
 Fr.   380'000.– Lizenzgebühren P._____ 
 Fr.   244'000.– Vorkasse …/P._____ 
 Fr.   148'710.– AF._____ / Handling P._____ 
 Fr.    60'000.– Vorarbeiten P._____ 
 Fr.   226'240.– Überweisungen Juni 2011 P._____ 
 Fr. 1'058'950.– 

Damit ist in Nachachtung des Anklageprinzips und zugunsten des Beschuldigten 

immerhin vom in der Anklageschrift genannten "Maximalbetrag von zirka" 

Fr. 750'000.– auszugehen, der zwar einen diesen übersteigenden Betrag auch 

noch zuliesse, jedoch wohl nicht den erstellten Betrag von einer Million Franken. 

3.2.7. Aufgrund der Vermischung sowohl der Finanzen wie auch der Ge-

schäftsbereiche der drei Firmen und angesichts der Zugabe des Beschuldigten 

vom Juni 2011, der Vorschuss von Fr. 387'500.– (Franchise P._____) sei noch of-

fen (Urk. 06020032), und aufgrund der dargelegten Zahlungsschwierigkeiten kann 

entgegen dem Kontoblatt 1165 der D1._____ GmbH aus dem Geschäftsjahr 2010 

nicht davon ausgegangen werden, dass das Darlehen über Fr. 380'000.– zurück-

bezahlt wurde, was im Übrigen auch nicht geltend gemacht wird. Dies gilt umso 

- 37 - 

mehr, als die E._____ GmbH erst im März 2010 gegründet worden war und sich 

das P._____ im Jahr 2010 infolge eines Unwetters und der dadurch verursachten 

erheblichen Zusatzkosten unbestrittenermassen zu einem finanziellen Desaster 

entwickelt hatte, so selbst die Verteidigung (Urk. 33 S. 45) und auch die Vo-

rinstanz, wobei die genauen Ausmasse im Frühling 2011 infolge der fehlenden 

Rechnungsabschlüsse noch nicht einmal bekannt waren (Urk. 42 S. 41). Die Vo-

rinstanz erwog unter Einbezug der vorhandenen Akten und nach sorgfältiger 

Würdigung der wesentlichen und in ihrem Urteil wiedergegebenen Aussagen der 

Zeugen, des Beschuldigten und von F._____ überzeugend, dass den beiden 

Letztgenannten bekannt gewesen war, dass die E._____ GmbH wirtschaftlich 

nicht in der Lage war, das P._____ 2011 durchführen zu können und es allen be-

züglich der "Rettung" des Festivals Beteiligten, darunter AG._____, O._____ AG 

und die Privatklägerin, bewusst war, dass es zu einem wirtschaftlichen Verlust 

kommen werde (Urk. 42 S. 41). Man habe selbst im Optimalfall nach der Ein-

schätzung der Branchenkenner nicht davon ausgehen können, dass die E._____ 

GmbH mit dem P._____ 2011 überhaupt einen Gewinn erzielen könne, ge-

schweige denn einen Reingewinn im Bereich von mehreren Hunderttausend 

Franken, der jedoch erforderlich gewesen wäre, damit die E._____ GmbH den 

D._____ Gesellschaften das ihr gewährte Darlehen sofort hätte zurückbezahlen 

und diesen Gesellschaften ihre Liquidität wieder hätte zurückgeben können. Ihrer 

Liquidität hätten sich die D._____ Gesellschaften denn auch für diese Rettungs-

aktion komplett entledigt (Urk. 42 S. 42). Es ist der Vorinstanz weiter ebenfalls zu 

folgen, wenn sie als erwiesen festhält, auf den Beschuldigten und F._____ sei von 

Seiten des direkten Konkurrenten AG._____ und dessen Aktionären sowie der 

O._____ AG und der Privatklägerin dahingehend eingewirkt worden, eine Absage 

des P._____s 2011 mit allen Mitteln zu verhindern, um einen gefürchteten Image-

schaden von der Branche abzuwenden (Urk. 42 S. 40 und 42 f.). Schliesslich ist 

der Vorinstanz ebenfalls darin beizupflichten, dass sich aufgrund des Beweiser-

gebnisses der Schluss aufdrängt, der Beschuldigte selbst habe das finanzielle 

Desaster für die E._____ GmbH vorausgesehen, nachdem sowohl der Konkurs 

der E._____ GmbH als auch ein möglicher Konkurs der D._____ Gesellschaften 

thematisiert worden waren, er selbst eine persönliche Bürgschaft ablehnte und 

von Seiten der AG._____ und ihrer Geschäftspartner trotz grossen Interesses am 

- 38 - 

Kauf der D._____ Gesellschaften nach einer eingehenden Prüfung der finanziel-

len Situation davon Abstand genommen wurde (Urk. 42 S. 41 ff.). Auf die diesbe-

züglichen Erwägungen kann zwecks Vermeidung von Wiederholungen verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Festzuhalten bleibt, dass die Durchführung des 

P._____s 2011 unter den gegebenen Umständen keine Sanierungsmassnahme 

darstellte und die blosse vage "Hoffnung" des Beschuldigten, mit der Durchfüh-

rung könne der Konkurs der E._____ GmbH gerade noch abgewendet werden, 

nicht als ausreichend erfolgversprechend zu beurteilen ist, zumal dafür keinerlei 

objektive Anhaltspunkte vorlagen. Aufgrund der unbestritten gebliebenen schlech-

ten Vorverkaufszahlen und der Aussicht, dass das für die Abwendung des dro-

henden Konkurses der E._____ GmbH notwendige Geld mit der Durchführung 

des Festivals mit Sicherheit nicht eingebracht werden würde, wurde der unver-

meidliche Konkurs der E._____ GmbH nur hinausgezögert. Da aber durch den 

Konkurs der E._____ GmbH, in die praktisch sämtliche Mittel der D._____ Gesell-

schaften geflossen waren (namentlich mittels des nicht gesicherten sog. "Über-

brückungskredits"), auch die Konkurse der darlehensgebenden D1._____ GmbH 

und D2._____ GmbH aufgrund der erstellten wirtschaftlichen und personellen Zu-

sammenhänge unausweichlich waren, ist vorliegend die geforderte Intensität der 

Verletzung elementarster Sorgfaltspflichten durch den Beschuldigten gegeben.  

3.2.8. Der Beschuldigte handelte gleich mehrfach tatbestandsmässig: Indem 

er in Kenntnis der seit Jahren ungenügenden Liquidität und Zahlungsfähigkeit der 

D1._____ GmbH weder im Hinblick auf das Eingehen der Vertragsbeziehungen 

zu AF._____ (P._____ Lizenz), noch im Hinblick auf die Neugründung zweier wei-

terer GmbH's oder die finanzielle Unterstützung für das P._____ (E._____ GmbH) 

den zeitnahen Rechnungsabschluss des letzten Geschäftsjahres oder eine Zwi-

schenbilanz erstellte resp. erstellen liess, obwohl aufgrund der sich zuspitzenden 

Zahlungsschwierigkeiten gegenüber der Privatklägerin und anderen Gesell-

schaftsgläubigern begründete Besorgnis einer Überschuldung gegeben war, er-

füllte er den objektiven Tatbestand der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 

StGB. Der Beschuldigte schwächte die D1._____ GmbH, die bereits finanziell an-

geschlagen war, durch die Übernahme von Verpflichtungen für die neu gegründe-

te und noch nicht über ein ausreichendes finanzielles Polster verfügende E._____ 

- 39 - 

GmbH, welche die geborgten Geldbeträge infolge fehlendem Vermögen und feh-

lendem bisherigen Geschäftserfolg voraussichtlich nicht würde zurückbezahlen 

können ("Überbrückungskredit") so massiv, dass diese Handlungen unter den 

Begriff der argen Nachlässigkeit in der Berufsausübung zu subsumieren sind, 

zumal der gesamte Darlehensbetrag weder schriftlich fixiert, noch verzinst noch 

auf andere Art und Weise abgesichert worden war (siehe hierzu nachstehende 

Ziffer III.B.4.2). Unter den gegebenen Umständen muss auch dieses Verhalten 

des Beschuldigten insgesamt als wirtschaftlich krass falsch und damit tatbe-

standsmässig eingestuft werden.  

3.2.9. Das pflichtwidrige Unterlassen der rechtzeitigen Rechnungslegung und 

der Erstellung einer Zwischenbilanz durch den Beschuldigten war zusammen mit 

der unter den gegebenen Umständen wirtschaftlich krass falschen Darlehenshin-

gabe an die E._____ GmbH zweifellos kausal für die Verschlimmerung der Ver-

mögenslage der D1._____ GmbH (und der D2._____ GmbH) und insbesondere 

auch kausal für deren Zahlungsunfähigkeit, wie sich deutlich aus den Bilanzen 

ergibt und mit dem Konkurs am 3. Oktober 2011 offenkundig wurde.  

3.2.10. Der Beschuldigte wusste seit Herbst 2008 über die angespannte finan-

zielle Lage der D1._____ GmbH, die steigenden offenen Posten gegenüber ihren 

Gläubigern und über das zunehmend schwieriger werdende Umfeld, in welchem 

die Gesellschaft tätig war, Bescheid. Zumindest gegenüber der Privatklägerin 

kommunizierte er dies entsprechend bereits im Sommer 2009, wobei er unter an-

derem auf häufigere Konzertabsagen infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise, die 

unsichere Zukunft auch hinsichtlich Weiterbeschäftigung seines Personals und 

die "Verrohung" der Szene hinwies (Urk. 01908049 S. 11 und 10). Die schleppen-

de Abwicklung der Buchhaltung ist aber auch darauf zurückzuführen, dass der 

Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin nicht nur mit dem Bezahlen ausste-

hender Forderungen, sondern auch mit der Abrechnung veranstalteter Konzerte 

teilweise weit im Rückstand war, obwohl die Abrechnungen seitens der Privatklä-

gerin regelmässig immer wieder - teils auch mit Nachdruck - gemahnt worden wa-

ren. Der Beschuldigte nahm somit die pflichtwidrige Verspätung der Rechnungs-

legung in Kauf und handelte bezüglich der Darlehenshingabe an die E._____ 

GmbH gar vorsätzlich. Auch wenn dem Beschuldigten zu glauben ist, dass es 

- 40 - 

nicht schön sei, nach einer 40-jährigen Geschäftstätigkeit einen solchen Ab-

schluss zu haben (Urk. 07006001 S. 37; Prot. I S. 20) und damit sinngemäss ge-

meint ist, er habe die Gesellschaft nicht absichtlich Konkurs gehen lassen, hat er 

doch zumindest grob fahrlässig hinsichtlich der Vermögenseinbusse gehandelt, 

indem er sich vor der Übernahme der erheblichen und langfristigen Verbindlich-

keiten im Zusammenhang mit der Durchführung der P._____s als verantwortlicher 

Geschäftsführer der D1._____ GmbH nicht Rechenschaft darüber gab, wie die fi-

nanzielle Situation der Gesellschaft konkret und aktuell aussah und ob die Firma 

solche Verpflichtungen finanziell überhaupt tragen konnte, ohne dass sie im ent-

sprechenden Umfang mit einem ausreichenden Vermögenszuwachs alimentiert 

wurde. Etwas derartiges jedoch war nicht zu erwarten, da wie oben dargelegt der 

Beschuldigte im Gegenteil schon 2009 von schwierigen Zeiten und Marktverhält-

nissen für die Zukunft ausging und das P._____ 2010 unbestrittenermassen nicht 

nur nicht rentiert, sondern wegen Unwetterfolgeschäden riesige Forderungen und 

damit einen grossen Verlust eingetragen hatte. Durch sein schweres Versäumnis, 

sich trotz all dieser negativen Entwicklungen und den mindestens bis 2007 vorlie-

genden Warnhinweisen aus der Buchhaltung, nicht um die effektive Finanzlage 

der Firma (damals noch einzig die D1._____ GmbH) gekümmert zu haben, hat 

der Beschuldigte mindestens billigend die Verschlechterung der Vermögenssitua-

tion und die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft in Kauf genommen, indem er 

dessen ungeachtet zwei weitere GmbH's gründete, die für ihren Zweck ungenü-

gend mit Vermögen ausgestattet waren und zulasten welcher er in deren Namen 

das Stammkapital weit übersteigende Verbindlichkeiten einging (insbesondere mit 

der E._____ GmbH diejenigen hinsichtlich der P._____s), ohne dass diesen gesi-

cherte Einnahmen gegenüber standen. Gleichzeitig entzog der Beschuldigte der 

D1._____ GmbH und auch der D2._____ GmbH (deren Geschäftstätigkeiten inei-

nander übergingen und die weder personell noch finanziell getrennt waren) im 

Wissen um deren äusserst schlechte Finanzlage praktisch sämtliches Kapital, um 

es darlehenshalber, aber völlig ungesichert, der E._____ GmbH zur Verfügung zu 

stellen, obwohl die Rückzahlung innert nützlicher Frist nach menschlichem Er-

messen ausgeschlossen werden musste. Damit hat der Beschuldigte das Risiko 

der Insolvenz nicht nur der D1._____ GmbH, sondern auch der beiden anderen 

- 41 - 

von ihm vertretenen Gesellschaften, in derart unverantwortlicher Weise verneint, 

dass auch der subjektive Tatbestand der Misswirtschaft vorliegend erfüllt ist. 

3.2.11. Der Beschuldigte hat somit den Tatbestand durch mehrere Handlun-

gen, die auf der gleichen Grundhaltung (Ignorieren der konkreten Finanzlage, 

Verletzung elementarster Pflichten des Wirtschaftens) basierten und in globo die 

Gläubigerrechte gefährdeten, erfüllt, was in ihrer Gesamtheit zum Konkurs der 

beiden D._____ Gesellschaften führte. Auch wenn vorliegend formell betrachtet 

und entsprechend der Anklage zwei Gesellschaften betroffen waren, führte na-

mentlich deren Vermischung in geschäftlicher, finanzieller und personeller Hin-

sicht vor dem Hintergrund der Einzelzeichnungsberechtigung des Beschuldigten 

für sämtliche drei - formell unabhängige - Unternehmen (siehe hierzu vorstehend 

Ziffer III.B. 3.2.3.) dazu, dass wegen der Handlungen des Beschuldigten zulasten 

der beiden D._____ Gesellschaften über sie der Konkurs eröffnet werden musste. 

Die Vorinstanz sprach der Anklage folgend, jedoch wie diese ohne weitere Be-

gründung, den Beschuldigten der mehrfachen Misswirtschaft schuldig (Urk. 42 S. 

95 und Urk. 08003001 S. 23 und Urk. 30). Da der Beschuldigte als Organ bzw. 

faktischer Geschäftsführer mehrerer Unternehmen, nämlich der D1._____ GmbH 

und der D2._____ GmbH, tatbeständlich handelte, ist darin die mehrfache Tatbe-

gehung zu sehen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_492/2009 vom 18. Ja-

nuar 2010, worin die Beschwerde gegen das verurteilende Erkenntnis wegen 

mehrfacher Misswirtschaft abgewiesen wurde). 

Der Beschuldigte ist somit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz anklagegemäss 

der mehrfachen Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 29 lit. a StGB schuldig zu sprechen. 

4. Ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB 

4.1. Rechtsgrundlage  

4.1.1. Nach dem Treuebruchtatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung 

im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jah-

ren oder Geldstrafe bestraft, wer auf Grund des Gesetzes, eines behördlichen 

Auftrages oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, das Vermögen eines an-

- 42 - 

dern zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und 

dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am 

Vermögen geschädigt wird.  

4.1.2. Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB ist, wer in tatsächlich oder 

formell selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen 

für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die Stellung als 

Geschäftsführer fordert ein hinreichendes Mass an Selbständigkeit, mit welcher 

dieser über das fremde Vermögen oder über wesentliche Bestandteile desselben, 

über Betriebsmittel oder das Personal eines Unternehmens verfügen kann. Der 

Tatbestand ist namentlich anwendbar auf selbständige Geschäftsführer sowie auf 

operationell leitende Organe von juristischen Personen bzw. Kapitalgesellschaf-

ten. Geschäftsführer ist aber auch, wem die Stellung nur faktisch zukommt und 

wem sie nicht formell eingeräumt worden ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1203/ 

2015 vom 21. September 2016 E. 3.2 mit diversen Hinweisen u.a. auf BGE 129 IV 

124 E. 3.1, [zur Publ. in der AS vorgesehen]).  

4.1.3. Die im Gesetz nicht näher umschriebene Tathandlung der ungetreuen 

Geschäftsbesorgung besteht in der Verletzung jener spezifischen Pflichten, die 

den Täter in seiner Stellung als Geschäftsführer generell, aber auch bezüglich 

spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers bzw. des Geschäftsherrn 

treffen. Tätigkeiten, die sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsfüh-

rung halten, sind nicht tatbestandsmässig, selbst wenn die geschäftlichen Dispo-

sitionen zu einem Verlust führen. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die 

ein umsichtiger Geschäftsführer in derselben Situation nicht eingehen würde. Es 

ist daher in einem solchen Fall ex ante zu bestimmen, ob die eingegangenen Ri-

siken den getroffenen Vereinbarungen oder Weisungen des Auftraggebers zuwi-

derlaufen (Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2016 vom 7. November 2016 E. 6.3 

mit Hinweisen). 

4.1.4. Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. Ein solcher 

kann in einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Ver-

mehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung 

der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt bereits vor, wenn das Vermögen in einem 

- 43 - 

Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist. 

Dies ist der Fall, wenn der Gefährdung im Rahmen einer sorgfältigen Bilanzierung 

durch Wertberichtigung oder Rückstellung Rechnung getragen werden muss. 

Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermögensschaden muss ein 

Kausalzusammenhang bestehen (Urteil des Bundesgerichts 6B_199/2016 vom 

8. Dezember 2016 E. 2.2.2 mit Hinweisen).  

4.1.5. Subjektiv ist Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich auf die Pflichtwid-

rigkeit des Handelns oder Unterlassens, die Vermögensschädigung und den Kau-

salzusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden 

beziehen. Eventualvorsatz genügt. An dessen Nachweis sind hohe Anforderun-

gen zu stellen, da der objektive Tatbestand, namentlich das Merkmal der Pflicht-

verletzung, relativ unbestimmt ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1203/2015 vom 

21. September 2016 E. 3.2 mit Hinweisen, zur Publ. vorgesehen). 

4.2. Subsumtion  

4.2.1. Bezüglich der Tätereigenschaft des Beschuldigten kann vorab auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 42 S. 96) und sodann auf die Er-

wägungen zur Geschäftsführung unter dem Titel Misswirtschaft (Ziffer III. 

B. 3.2.1.) verwiesen werden, wonach der Beschuldigte ohne Zweifel als Ge-

schäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB zu betrachten ist (siehe dazu auch Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_199/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 2.2.2). 

4.2.2. Indem der Beschuldigte sinngemäss einwenden lässt, ausser den bei-

den Gesellschaftern der D._____ Gesellschaften (Beschuldigter und F._____) 

habe es keine anderen Gesellschafter gegeben, die hätten geschädigt werden 

können, verkennt er, dass Art. 158 StGB gemäss ständiger Rechtsprechung des 

Bundesgerichts nicht nur die Interessen der Gesellschafter schützt, sondern auch 

die Interessen der Gläubiger einer Gesellschaft am Erhalt des Gesellschaftsver-

mögens und vor dessen Gefährdung (BGE 141 IV 104 E. 3.2 S. 106 f.). Wie bei 

der Einpersonen-AG ist auch bei der GmbH das Gesellschaftsvermögen sowohl 

nach aussen wie auch gegenüber ihren Gesellschaftern ein fremdes und haftet 

entsprechend für Schulden der GmbH gemäss Art. 772 Abs. 1 OR auch nur das 

Gesellschaftsvermögen. Mithin schliesst der Umstand, dass keine weiteren Ge-

- 44 - 

sellschafter der D1._____ GmbH oder der D2._____ GmbH - die es ausser dem 

beteiligten F._____ auch tatsächlich gar nicht gab (siehe vorstehende Ziffer III. B. 

3.2.1.) - geschädigt wurden, die Anwendung von Art. 158 StGB auf den vorlie-

genden Sachverhalt nicht aus.  

4.2.3. In Bezug auf den Umfang und die Beschränkung der Vertretungsbe-

fugnisse der Geschäftsführer einer GmbH sowie für Verträge zwischen der Ge-

sellschaft und der Person, die sie vertritt, verweist Art. 814 Abs. 4 OR auf die ent-

sprechenden Vorschriften des Aktienrechts. Dort bestimmt Art. 718b OR, dass der 

Vertrag zwischen der Gesellschaft und derjenigen Person, welche die Gesell-

schaft vertritt, mit einer hier nicht interessierenden Ausnahme schriftlich abgefasst 

werden muss. Nach ständiger Rechtsprechung ist das Selbstkontrahieren grund-

sätzlich unzulässig, es sei denn der Vertretene habe den Vertreter besonders er-

mächtigt oder das Geschäft nachträglich genehmigt oder die Gefahr einer Be-

nachteiligung des Vertretenen sei nach der Natur des Geschäftes ausgeschlos-

sen, was namentlich dann der Fall ist, wenn ein Voranstellen eigener Interessen 

ausgeschlossen werden kann, weil objektive Kriterien - etwa Markt- oder Börsen-

preise - bestehen. Dieselben Regeln gelten gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung auch für die Doppelvertretung zweier Vertragsparteien durch ein und 

denselben Vertreter sowie die gesetzliche Vertretung juristischer Personen durch 

deren Organe (Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2016 vom 7. November 2016 

E. 4.4.2 mit Hinweisen zu Judikatur und Literatur). Bezüglich des von der 

D1._____ GmbH an die E._____ GmbH in mehreren Tranchen gewährten "Über-

brückungskredits" in der Höhe von zumindest zirka Fr. 750'000.– (siehe vorste-

hende Ziffer III.B. 3.2.6.) liegt weder ein protokollierter Beschluss der Gesellschaf-

terversammlung dem Grundsatz nach oder gar konkret vor, noch ein schriftlicher 

Darlehensvertrag mit den Einzelheiten des Rückzahlungsmodus oder der Verzins-

lichkeit, obwohl der Beschuldigte für beide Gesellschaften vertretungsbefugt und 

einzelzeichnungsberechtigt war und alleine schon aus diesem Umstand die gros-

se Gefahr bestand, dass dieses Rechtsgeschäft die eine oder andere Gesell-

schaft benachteiligen könnte. Spätestens im Zeitpunkt der Gründung der E._____ 

GmbH musste das auch dem Beschuldigten klar sein, hatte die D1._____ GmbH 

doch bereits ein Darlehen in der Höhe von Fr. 380'000.– ausbezahlt und wusste 

- 45 - 

er, dass die E._____ GmbH nur mit einem Stammkapital von Fr. 21'000.– ausge-

stattet war, wohingegen der gewährte Kredit ein Mehrfaches davon betrug, ohne 

dass objektive Anzeichen für die entsprechende Bonität der darlehensnehmenden 

Gesellschaft vorlagen und für das - offenbar zinslose - Darlehen auch keine Si-

cherheiten vorlagen (Prot. I S. 14) und kein Verrechnungsverbot vereinbart wurde, 

was angesichts der Vermischung der drei GmbH's für eine transparente Rech-

nungslegung unverzichtbar gewesen wäre. Im Übrigen verfügte sie, was der Be-

schuldigte infolge der Nähe der beiden Firmen zueinander, der Vermischung der 

Geschäftsfelder und der gleichen Protagonisten in beiden Gesellschaften wusste, 

über kein Vermögen und keine regelmässigen Einkünfte, da die E._____ GmbH 

namentlich dafür gegründet wurde, um die P._____s in der Schweiz durchzufüh-

ren. Nur schon den Darlehensvertrag über Fr. 380'000.– wäre ein umsichtiger 

Geschäftsführer bei dieser Konstellation nicht eingegangen, bestand angesichts 

der minimalen Vermögensausstattung der E._____ GmbH und der unsicheren 

Zukunft bezüglich einer neuen Sparte von Konzertveranstaltungen ein nicht kalku-

lierbares grosses Risiko, dieses Darlehen nicht oder zumindest nicht vollumfäng-

lich zurückbezahlt zu erhalten, zumal die generelle Situation in der Branche der 

Konzertveranstalter gemäss Einschätzung des Beschuldigten, der seit weit über 

30 Jahren in der Branche arbeitete, seit Jahren immer schwieriger geworden war. 

Dass die Durchführung des P._____s im Gründungsjahr 2010 infolge Unwetter-

folgeschäden gar zu einem grossen Verlust führte, war dem Beschuldigten im 

Zeitpunkt der weiteren Überweisungen an die E._____ GmbH vom Dezember 

2010 und Juni 2011 ebenfalls bekannt, musste gar die O._____ AG mit unbestrit-

tenen Akontozahlungen von über 2 Millionen Franken einspringen, damit das 

P._____ 2011 überhaupt stattfinden konnte (Urk. 33 S. 45 und 49). Selbst wenn 

zugunsten des Beschuldigten davon ausgegangen würde, dass F._____ die Kre-

ditgewährung bzw. Bevorschussung der Festivalkosten zugunsten der E._____ 

GmbH zumindest konkludent genehmigte (was unter Berücksichtigung des 

Schriftlichkeitserfordernisses jedoch nicht genügt), vermag dies die vielfältigen 

massiven Pflichtverletzungen des Beschuldigten als Geschäftsführer der 

D1._____ GmbH (und der D2._____ GmbH) nicht zu beheben oder in den Hinter-

grund zu rücken. Diese bestanden denn einerseits in der Gründung zweier zu-

sätzlicher - rechtlich unabhängiger - Gesellschaften mit beschränkter Haftung oh-

- 46 - 

ne Ausstattung mit ausreichend Stammkapital und Vermögen für den zu errei-

chenden Gesellschaftszweck und ohne deren genügende geschäftliche und wirt-

schaftliche Trennung sowie ohne dass sich der Beschuldigte im Vorfeld über die 

aktuelle finanzielle Situation der aufgrund der Vorjahreszahlen bekanntermassen 

finanziell arg angeschlagenen D1._____ GmbH durch Erstellen einer Zwischenbi-

lanz Rechenschaft gegeben hätte und andererseits in der Gewährung eines nicht 

schriftlich fixierten, nicht gesicherten, und das Eigenkapital der D1._____ GmbH 

(dem Beschuldigten bekannter Stand bis Dezember 2010, Geschäftsjahr 2007: 

Fr. 187'919.69 [Urk. 06013024]; effektiver Stand Eigenkapital gemäss Bilanz am 

31. Dezember 2009: Fr. 259'701.17 [Urk. 06013033]) weit übersteigenden Darle-

hens an eine neu gegründete Gesellschaft, bei der die Aussicht auf Rückzahlung 

alles andere als realistisch oder gar kalkulierbar war. Dass dies entgegen der An-

sicht des Beschuldigten nicht im Interesse der darlehensgebenden D1._____ 

GmbH gewesen sein konnte, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Damit handelte 

der Beschuldigte zweifellos mehrfach tatbestandsmässig im Sinne von Art. 158 

Ziff. 1 StGB. 

4.2.4. Entgegen der Vorinstanz (Urk. 42 S. 98) ist der spätere Konkurs der 

D._____ Gesellschaften irrelevant für die Bestimmung des Vermögensschadens, 

da ein daraus resultierender Schaden nicht eine unmittelbare Folge des pflicht-

widrigen Verhaltens des Beschuldigten gewesen wäre (Urteil des Bundesgerichts 

6B_300/2016 vom 7. November 2016 E. 3). Aufgrund vorstehender Ausführungen 

ergibt sich jedoch ohne Weiteres, dass ein Schaden im Sinne des Tatbestandes 

durch die Leistung des risikobehafteten und ungesicherten "Überbrückungskredi-

tes" gemäss Anklage von zirka Fr. 750'000.– insofern bereits durch dessen erste 

Tranche im Betrage von Fr. 380'000.– vorliegt, da wegen der Gewährung dieser 

für die D1._____ GmbH existenziell hohen Gesamtsumme bei der gegebenen 

Ausgangslage eine schadensgleiche Gefährdung des Vermögens der D1._____ 

GmbH (und später auch der D2._____ GmbH) gegeben war. Dieser hätte im 

Rahmen einer sorgfältigen Bilanzierung entweder durch eine Wertberichtigung 

oder durch entsprechende Rückstellungen begegnet werden müssen (siehe dazu 

auch BGE 122 IV 279 E. 2.a). Der Kausalzusammenhang zwischen den Pflicht-

verletzungen des Beschuldigten und des Vermögensschadens sowie bereits der 

- 47 - 

Vermögensgefährdung durch den "Überbrückungskredit" ist aufgrund der Ausfüh-

rungen zum Gefährdungsschaden offensichtlich gegeben, so dass sich Weiterun-

gen hierzu erübrigen. 

4.2.5. Was den subjektiven Tatbestand betrifft, ist zunächst auf die diesbe-

zügliche Erstellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz zu verweisen, die 

schlüssig und nachvollziehbar ist (Urk. 42 S. 40 - 43 i.V.m. S. 90), weshalb ihr zu 

folgen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO). Hervorzuheben ist dabei, dass der Beschuldigte 

und F._____ nicht bereit waren, eine