# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a2ea1e6-9f3a-5870-9b60-3b5d1c792854
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.11.2010 D-7807/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7807-2010_2010-11-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7807/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

A._______, geboren B._______,
alias A._______, geboren C._______,
Nigeria,
D._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 2. November 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7807/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
Nigeria am 11. September 2010 verliess, auf dem Seeweg in ein ihm 
unbekanntes  Land  gelangte,  von  wo  aus  er  seine  Reise  auf  dem 
Landweg fortsetzte und am 3. Oktober 2010 illegal in die Schweiz ge -
langte, wo er gleichentags im E._______ um Asyl nachsuchte,

dass  er  nach  Einreichung  seines  Asylgesuchs  ins  F._______ 
transferiert wurde,

dass am 7. Oktober 2010 beim Beschwerdeführer eine radiologische 
Knochenaltersbestimmung durchgeführt  wurde,  die  ein  wahrscheinli-
ches chronologisches Alter von G._______ Jahren oder mehr ergab,

dass  dem  Beschwerdeführer  am  15. Oktober  2010  im  Rahmen  der 
Kurzbefragung im F._______ das rechtliche Gehör zum Ergebnis der 
Knochenanalyse gewährt wurde,

dass er nebst der Kurzbefragung im F._______ am 25. Oktober 2010 
in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
AsylG,  SR  142.31) durch  das  Bundesamt  zu  den  Asylgründen  an-
gehört wurde, 

dass er zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend 
machte, er habe für das Oberhaupt des Dorfes gearbeitet, wobei man 
ihn beauftragt habe, die Waschung von Händen und Füssen der Ehe-
frau des Dorfoberhauptes durchzuführen,

dass er von dieser Frau zum Beischlaf aufgefordert worden sei, was er 
zunächst abgelehnt habe,

dass  sie  ihm  aber  die  Tür  versperrt  und  ihm  verbal  gedroht  habe, 
worauf er notgedrungen eingewilligt habe,

dass sie ihm nämlich erklärt  habe, sie würde ihrem Mann erzählen, 
dass sie von ihm vergewaltigt worden sei, falls er nicht mit ihr schlafen 
würde,

dass sich zwischen ihnen eine Liebesbeziehung entwickelt  habe und 
sie noch mehrere Male miteinander geschlafen hätten,

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dass sie  im April  2010 von einem Wärter  des  Dorfoberhaupts  beim 
Beischlaf entdeckt worden seien, 

dass er daraufhin von den Untergebenen des Dorfoberhaupts festge-
nommen worden sei, 

dass diese ihm Brandverletzungen zugefügt und anschliessend in ei-
nen Käfig gesteckt hätten,

dass er am 10. September 2010 von einem Wächter freigelassen wor-
den sei, worauf sie gemeinsam geflüchtet seien,

dass ihm der Wächter am darauffolgenden Tag zur Ausreise verholfen 
habe, 

dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfü-
gung vom 2. November 2010 – eröffnet am gleichen Tag – in Anwen-
dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat und die Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, 

dass  das  BFM  bezüglich  der  Altersangabe  des  Beschwerdeführers 
anführte,  dieser habe als Geburtsdatum den C._______ angegeben, 
gemäss der Knochenaltersbestimmung vom 7. Oktober 2010 betrage 
das  chronologische  Alter  des  Beschwerdeführers  jedoch  G._______ 
Jahre oder mehr, 

dass  die  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission (EMARK) 2000 Nr. 19 aufgestellte Praxis, wo-
nach das Knochenwachstum – in einem nach Ethnie und Geschlecht 
unterschiedlichen Mass – individuell variieren könne und eine Abwei-
chung bis drei  Jahre zwischen dem Knochenalter und dem tatsächli-
chen Alter noch als innerhalb des Normalbereiches betrachtet werden 
könne, auch vom Bundesverwaltungsgericht übernommen worden sei,

dass die Abweichung innerhalb des erwähnten Toleranzbereiches von 
drei Jahren liege, womit die Identitätstäuschung durch die Knochenal-
tersanalyse allein nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei, 

dass aufgrund der offensichtlich unzutreffenden Angaben zum Reise-
weg, der pflichtwidrigen Nichtabgabe von Ausweisdokumenten sowie 
der  widersprüchlichen  biographischen  Angaben  davon  auszugehen 
sei, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine volljährige Person 

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handle, die ihre wahre Identität sowie den tatsächlichen Reiseweg ge-
genüber den Schweizer Behörden zu verheimlichen versuche,

dass er darüber am 15. Oktober 2101 im Rahmen des rechtlichen Ge-
hörs in Kenntnis gesetzt worden sei, wobei er angemerkt habe, dass 
er so alt sei, wie er gesagt habe, indessen diese Aussage die Erwä-
gungen des BFM nicht umzustossen vermöge,

dass  das  BFM zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
anführte, der Beschwerdeführer habe den Asylbehörden innerhalb der 
ihm eingeräumten Frist von 48 Stunden keine Reise- oder Identitäts-
papiere  abgegeben  und  könne  dafür  keine  entschuldbaren  Gründe 
vorbringen,

dass er erklärt habe, in Nigeria nie über Ausweisdokumente verfügt zu 
haben, indessen ein solches Desinteresse, ein amtliches Ausweisdo-
kument  für  den  jederzeitigen  Nachweis  der  Identität  zu  besitzen, 
grundsätzlich unplausibel erscheine, 

dass seine Aussage, wonach man sich in Nigeria frei  bewege, ohne 
dass  Ausweiskontrollen  stattfinden  würden,  realitätsfremd  und  als 
Schutzbehauptung zu werten sei,

dass  seine  Erklärung,  wonach  er  keinerlei  Kontaktmöglichkeiten  zu 
Bezugspersonen in  Nigeria  habe und deshalb  keine Ausweispapiere 
nachreichen  könne,  als  Standardvorbringen  vieler  Gesuchsteller  zu 
werten sei,  welche nicht  gewillt  seien,  den Asylbehörden ihre Identi-
täts- und Reisepapiere auszuhändigen,

dass als starkes Indiz für die bewusste Nichtabgabe von Papieren zu 
werten  sei,  wie  der  Beschwerdeführer  die  Reise  von  seinem  Her-
kunftsland nach Europa habe bewältigen können, 

dass nämlich seine diesbezüglichen Aussagen äusserst oberflächlich 
ausgefallen  seien,  so  habe  er  nicht  angeben  können,  an  welchem 
Hafen und in welchem Land er mit dem Schiff angekommen sei und 
auf welchem Weg er in die Schweiz gereist sei,

dass er ebenso wenig gewusst habe, wer seine Reise finanziert habe 
und welcher Betrag dafür ausgegeben worden sei,

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dass der Beschwerdeführer auf der ganzen Reise nie kontrolliert wor -
den  sei,  widerspreche  der  allgemeinen  Erfahrung,  zumal  sämtliche 
Schengen-Vertragsstaaten gemäss dem Schengener Abkommen ver-
pflichtet  seien,  die  strengen  EU-Einwanderungsbestimmungen  mit 
Visa-  und  Passkontrollen  einzuhalten,  und es  deshalb  realitätsfremd 
und  somit  unglaubhaft  erscheine,  dass  der  Beschwerdeführer  auf 
spontane Art und Weise und auf Geheiss der Ehefrau des Dorfober-
hauptes dem Schiffskapitän übergeben worden sei,

dass die Aussagen des Beschwerdeführers darauf schliessen liessen, 
er beabsichtige, nicht nur die wahren Umstände zu seinem Reiseweg 
und seine wahre Identität zu verheimlichen, sondern auch nicht offen-
legen  wolle,  mit  welchen  Reisepapieren  er  in  Wirklichkeit  in  die 
Schweiz gereist sei,

dass aufgrund der pflichtwidrigen Nichtabgabe von Ausweisdokumen-
ten die Identität des Beschwerdeführers nicht feststehe,

dass somit keine entschuldbaren Gründe vorliegen würden, die es ihm 
verunmöglicht hätten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen,

dass seine Angaben über seinen angeblichen Herkunftsort H._______ 
offensichtlich  unzutreffend seien,  weshalb seinen Vorbringen,  welche 
sich vollumfänglich auf angebliche Ereignisse in H._______ bezögen, 
jegliche Grundlage entzogen sei,

dass  seine  Ausführungen  zu  den  Asylgründen  bezeichnenderweise 
schematisch und knapp seien, so fehlten den Darstellungen die typi -
schen Merkmale (Realkennzeichen) wie Detailreichtum, die Beschrei-
bungen von Emotionen und Gedankengängen, die räumliche und zeitli-
che  Verknüpfung  der  erzählten  Ereignisse  sowie  die  Schilderungen 
von  nebensächlichen  und  ausgefallenen  Einzelheiten,  die  normaler-
weise die Schilderungen von tatsächlich erlebten Begebenheiten prä-
gen würden,

dass  ferner  vor  allem seine  Erläuterung  unglaubhaft  sei,  wonach  in 
H._______  traditionsgemäss  halbjährlich  alle  Verbrecher  öffentlich 
hingerichtet  würden und er  nicht  wisse,  ob die  nigerianische Polizei 
davon Kenntnis habe,

dass selbst bei Wahrheitsunterstellung der Beschwerdeführer nicht auf 
den Schutz eines Drittstaates angewiesen sei, da er sich nach seiner  

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Befreiung der Rache des Dorfoberhauptes leicht durch den Wegzug in 
einen anderen Landesteil hätte entziehen können und sich wegen sei-
ner Schwierigkeiten in H._______ an die nigerianische Behörden hätte 
wenden können, was er jedoch nicht getan habe,

dass die Aussage, wonach Personen, die sich mit einem solchen An-
liegen an die Polizei  wendeten, vom Dorfoberhaupt umgebracht wür-
den, als Schutzbehauptung einzustufen sei,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich 
nicht erfülle, weshalb aufgrund der Aktenlage auch keine zusätzlichen 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses erforderlich seien,

dass der Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. November 2010 (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und sinngemäss um Aufhebung der vorinstanzlichen 
Verfügung und um Gewährung von Asyl ersuchte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  5.  November  2010  vollständig 
beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 
172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]; 
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.119]), 

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG), 

dass sich namentlich aus den Verfahrensakten keine Anhaltspunkte er -
geben, welche zu Zweifeln an der Urteilsfähigkeit  des nach eigenen 
Angaben am C._______ geborenen Beschwerdeführers Anlass geben 
würden,  weshalb  er  unter  diesen  Umständen,  ungeachtet  einer  all-

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fälligen Glaubhaftigkeit seiner geltend gemachten Minderjährigkeit, als 
prozessfähig zu erachten ist,

dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten ist  (Art. 108 Abs. 2  AsylG; Art.  105 AsylG i.V.m. Art.  37 
VGG und Art. 52 VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter li-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  deshalb  bei  Begründetheit  der  Beschwerde  die  angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 
f.), 

dass bei dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nichteintretenstat-
bestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welchen sich 
die hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass 
das BFM im Rahmen einer summarischen Prüfung das offenkundige 
Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und 
das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu 
beurteilen hat (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb inso-
weit bei dagegen erhobenen Beschwerden auch die Flüchtlingseigen-
schaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

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dass  in  der  Frage  der  Wegweisung  und  deren  Vollzugs  die  Be-
urteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  be-
schränkt ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in 
Verbindung mit Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auch mate-
riell zur Sache zu äussern hatte,

dass  die  Frage der  Gewährung von Asyl  nicht  Gegenstand des  an-
gefochtenen Nichteintretensentscheides bildet, weshalb auf den sinn-
gemässen Antrag nicht einzutreten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder 
wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) 
oder  wenn  sich  auf  Grund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätz-
licher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder 
eines Vollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), 

dass  der  Beschwerdeführer  innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einrei-
chung des Asylgesuches keine Identitäts- oder Reisepapiere im Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG abgab,

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Voraussetzung 
für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend erfüllt ist,

dass der Beschwerdeführer erklärte, er habe weder einen Pass noch 
eine Identitätskarte und habe auch nie ein solches Dokument bean-
tragt (vgl. A 1/13, S. 3 f.),

dass er ohne Reisedokumente in die Schweiz gelangt und weder auf 
dem Schiff  noch auf  seiner Weiterreise in  die Schweiz je kontrolliert  
worden sei (vgl. A 1/13, S. 7 f.),

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dass er nichts zur Beschaffung von Ausweisdokumenten unternommen 
habe und auch in Zukunft keine Dokumente nachreichen werde (vgl. 
A 1/13, S. 4 f.),

dass er mit niemandem in Nigeria Kontakt aufnehmen könne, weil er  
keine Telefonnummern habe (vgl. A 13/10, S. 2),

dass  das  BFM zutreffend  festhielt,  die  Vorbringen  des  Beschwerde-
führers bezüglich der Identitätspapiere seien unglaubhaft,

dass insbesondere nicht glaubhaft ist, der Beschwerdeführer habe nie 
über Identitätspapiere verfügt und sei ohne Ausweisdokument von Ni-
geria in die Schweiz gelangt,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  seinem gesamten  Aussageverhalten 
den auch im Beschwerdeverfahren nicht widerlegten Eindruck vermit-
telt, er versuche, seine wahre Identität und genaue Herkunft durch die 
pflichtwidrige Nichtabgabe von Ausweisdokumenten zu verschleiern, 

dass  das  BFM  zu  Recht  davon  ausgegangen  ist,  für  das  Nichtein-
reichen von Reise- oder Identitätspapieren innerhalb der Frist von 48 
Stunden nach  Einreichen des  Asylgesuchs  würden  keine  entschuld-
baren  Gründe  vorliegen,  zumal  der  Beschwerdeführer  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe diesbezüglich keine Einwände erhebt,

dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben am C._______ ge-
boren wurde, somit nach dem massgebenden schweizerischen Recht 
(vgl.  EMARK 1994  Nr. 11  E. 4d  S. 92)  noch  minderjährig  wäre  und 
mithin grundsätzlich den Normen des Übereinkommens vom 20. No-
vember 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) unterliegen 
würde, 

dass  die  Vorinstanz  aber  zu  Recht  auf  diesbezügliche  Erwägungen 
und allenfalls  weitere  Abklärungen im Heimatstaat  des Beschwerde-
führers verzichten konnte, da sie zutreffend davon ausging, dass der 
Beschwerdeführer  die  von  ihm  behauptete  Minderjährigkeit  nicht 
glaubhaft machen konnte,

dass gestützt auf die Praxis bei der Prüfung der Altersangaben einer 
minderjährigen Person zunächst von allenfalls eingereichten Identitäts-
dokumenten auszugehen ist  (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6 ff.),  vor-

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liegend der Beschwerdeführer jedoch – wie dargelegt – keine rechts-
genüglichen Identitätsdokumente einreichte,

dass bei Fehlen rechtsgenüglicher Identitätsausweise sodann auch auf 
wissenschaftliche Methoden im Sinne von Art. 7 Abs. 1 AsylV 1, bei-
spielsweise die so genannte Knochenaltersanalyse abgestellt  werden 
kann,  sofern  sie  bestimmten  Kriterien  entspricht  (vgl.  EMARK  2001 
Nr. 23 E. 4),

dass  die  Vorinstanz  ihre  Ausführungen  zum  Alter  des  Beschwerde-
führers nicht allein auf das Ergebnis einer Knochenaltersanalyse ab-
gestellt,  sondern sich insbesondere mit  seinen Vorbringen zur Frage 
seines Alters und den Gesamtumständen auseinandergesetzt hat, 

dass das BFM in der  angefochtenen Verfügung insgesamt  mit  über-
zeugenden Argumenten dargelegt hat, weshalb den Angaben des Be-
schwerdeführers  über  sein  Alter  nicht  geglaubt  werden  könne,  und 
sich bei seiner Beurteilung zutreffend auf die offenkundig unsubstanzi-
ierten und realitätsfremden Angaben –  insbesondere sein  Alter,  den 
Reiseweg sowie seine Identitätspapiere betreffend – gestützt hat, 

dass gemäss gefestigter Praxis eine asylsuchende Person die objekti -
ve Beweislast für die behauptete Minderjährigkeit und die Folgen der 
Beweislosigkeit trägt (vgl. EMARK 2001 Nrn. 22 und 23), und es dem 
Beschwerdeführer vor dem Hintergrund der Erwägungen nicht gelun-
gen ist, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, 

dass  die  vom  BFM  angenommene  Volljährigkeit  des  Beschwerde-
führers in der Beschwerdeschrift im Übrigen nicht bestritten wird, 

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass  die  Prüfung  der  Akten  ergibt,  dass  die  Vorinstanz  die  Verfol-
gungsvorbringen des Beschwerdeführers zu Recht und zutreffend als 
unglaubhaft  qualifizierte,  wobei  vorab auf  die  entsprechenden Erwä-
gungen des BFM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden 
kann,

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dass es der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe vollstän-
dig unterlässt,  sich mit  den festgestellten Unglaubhaftigkeitsmerkma-
len auseinanderzusetzen,  sondern  es  dabei  belässt,  in  rudimentärer 
Weise den bereits aktenkundigen Sachverhalt wiederholt aufzuführen, 

dass diese Ausführungen in der Beschwerde in keiner Weise geeignet 
sind, die festgestellten Unglaubhaftigkeitsmerkmale auszuräumen und 
zu einer vom BFM abweichenden Beurteilung führen,

dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen im Sinne 
von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorlie-
gend der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt  hat  und zudem 
kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 
Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetz-
lichen Bestimmungen steht  und demnach vom Bundesamt zu Recht 
angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht -
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  er-
sichtlich sind, die in Nigeria droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini -
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las -
sen,

dass der Beschwerdeführer jung und den Akten zufolge gesund ist, er  
gemäss  eigenen  Angaben  über  eine  fünfjährige  Schulbildung  sowie 
über  Berufserfahrung  in  der  I._______  verfügt,  weshalb  ihm  der 
Aufbau  einer  wirtschaftlichen  Existenzgrundlage  in  Nigeria  möglich 
sein dürfte,

dass  ebenso  –  auch  wenn  die  Eltern  im  Jahre  2009  infolge  eines 
J._______ verstorben sein sollen – von einem in Nigeria bestehenden 
familiären  Beziehungsnetz  auszugehen  ist,  soll  doch  eine  Tante  in 
H._______  wohnhaft  sein  und  dort  die  Geschwister  des 
Beschwerdeführers betreuen (vgl. A 1/13, S. 3),

dass  keine  weiteren  persönlichen  Gründe  ersichtlich  sind,  aufgrund 
derer geschlossen werden könnte, der junge Beschwerdeführer gerate 
im Falle der Rückkehr in sein Heimatland in eine existenzbedrohende 
Situation, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  somit  nicht  unzumutbar  im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei -
matstaat  auch  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen 

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(Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei der 
Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass somit keine Wegweisungsvollzugshindernisse vorliegen, weshalb 
die Anordnung der vorläufigen Aufnahme nicht in Betracht fällt und der 
Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-  
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 13

D-7807/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des  F._______ 
(Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, F._______ (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N _______, 
mit  der  Bitte  um Eröffnung  des  Urteils  an den  Beschwerdeführer 
und um Zustellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an das 
Bundesverwaltungsgericht)

- das K.______ (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: 

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