# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d178c98-e02f-5384-8c2f-b3186c440139
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 08.11.2018 110 2018 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2018-96_2018-11-08.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2018/96 Bern, 8. November 2018

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführer 1

B.________
Beschwerdeführer 2

C.________
Beschwerdeführer 3

alle vertreten durch Herrn Fürsprecher D.________

und

Herrn E.________
Beschwerdegegner 1

Frau F.________
Beschwerdegegnerin 2

und

Einwohnergemeinde Thun, per Adresse Tiefbauamt der Stadt Thun, Industriestrasse 2, 
Postfach 145, 3602 Thun
von Amtes wegen am Verfahren Beteiligte

sowie

Regierungsstatthalteramt Thun, Scheibenstrasse 3, 3600 Thun

Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, Industriestrasse 2,
Postfach 145, 3602 Thun

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

RA Nr. 110/2018/96 2

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Thun vom 8. Juni 2018
(bbew 104/2017; Asphaltbelag)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin 2 und der Beschwerdegegner 1 sind Miteigentümerin bzw. 

Miteigentümer der Liegenschaften Thun 1 Grundbuchblatt Nrn. G.________ und 

H.________. Beide Parzellen liegen in der Landwirtschaftszone, die in diesem Bereich von 

einem Landschaftsbildgebiet gemäss Art. 35 GBR1 überlagert wird. Die Liegenschaften 

werden über den Weg J.________ erschlossen. Dabei handelt es sich um eine 

Hauptwanderroute, die über die K.________ nach L.________ führt.2 Eine direkte 

Fahrverbindung zu den Grundstücken der Beschwerdegegnerschaft besteht nicht.

Aufgrund eines Unwetters ereignete sich im Juni 2015 ein Hangrutsch auf dem 

Wanderweg. Um die Schäden rasch beheben zu können, versah das Tiefbauamt der Stadt 

Thun ein Teilstück des Wanderwegs ohne Bewilligung mit einem Asphaltbelag. Nach 

Abschluss der Arbeiten wurde u.a. auch auf Wunsch der Beschwerdegegnerschaft auf 

einen Rückbau des Hartbelags verzichtet. Am 16. November 2015 teilte der 

Oberingenieurskreis I des Tiefbauamts des Kantons Bern (OIK I) dem Bauinspektorat der 

Stadt Thun mit, er habe festgestellt, dass auf dem südlichen Zugangsweg in die 

K.________ ein Hartbelag eingebaut worden sei. Das Bauinspektorat der Stadt Thun 

leitete ein baupolizeiliches Verfahren ein. Anlässlich einer Begehung verlangte der OIK I, 

dass rund 100 m des Belags, der im Gewässerraum des Bachs lag, sofort zu entfernen 

seien. Dieser Rückbau erfolgte umgehend. Für die verbleibenden 125 m Asphaltbelag 

sowie für das Erstellen eines Ersatzwanderweges entlang des I.________ reichte die 

Beschwerdegegnerschaft am 3. Juli 2017 ein nachträgliches Baugesuch ein. Als 

Projektverfasser trat das Tiefbauamt der Stadt Thun auf. 

2. Das Regierungsstatthalteramt Thun publizierte das Baugesuch im Thuner Anzeiger 

vom 20. und 27. Juli 2017 und holte die erforderlichen Amts- und Fachberichte ein. Der 

Beschwerdeführer 1 erhob am 20. August 2017 für sich und für die Beschwerdeführer 2 

1 Baureglement der Stadt Thun vom 14. März 2002 (GBR)
2 Vgl. Sachplan Wanderroutennetz, abrufbar im Geoportal des Kantons Bern (<http://www.apps.be.ch/geo/de>)

RA Nr. 110/2018/96 3

und 3 Einsprache. In seinem Amtsbericht vom 17. August 2017 beantragte das Amt für 

Wald des Kantons Bern (KAWA), die Ausnahmebewilligung für Bauten in Waldesnähe für 

die Verlegung bzw. den Neubau eines Wanderwegabschnittes sei zu erteilen. In seinem 

Amtsbericht Wasserbaupolizei und Fachbericht Naturgefahren vom 24. August 2017 

beantragte der OIK I die Erteilung der wasserbaupolizeilichen Ausnahmebewilligung für 

den neu geplanten Wanderweg. In seinem Amtsbericht vom 29. August 2017 beantragte 

das Bauinspektorat der Stadt Thun, dem Bauvorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen und 

die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands sei anzuordnen. Zur Begründung 

machte es hauptsächlich geltend, das Bauvorhaben widerspreche den Schutzzielen des 

Landschaftsbildgebietes. In seinem Fachbericht Wanderwege vom 10. Januar 2018 

stimmte der OIK I der Verlegung des Wanderweges zu, da die bestehende Linienführung 

mit einem Belag versehen worden sei. In seiner Stellungnahme vom 12. Februar 2018 

teilte das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) mit, das Bauvorhaben sei gemäss 

Fachbericht des Amts für Landwirtschaft und Natur (LANAT) nicht zonenkonform. Eine 

Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Bauzone könne nicht erteilt werden. 

Aufgrund der ablehnenden Stellungnahmen des AGR und des Bauinspektorats der Stadt 

Thun erachtete das Regierungsstatthalteramt Thun das Baugesuch für den Neubau des 

Wanderwegs als hinfällig und erteilte mit Entscheid vom 8. Juni 2018 der 

Beschwerdegegnerschaft den Bauabschlag für die Asphaltierung des 

Erschliessungsweges, verzichtete aber auf die Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustandes. 

3. Gegen diesen Entscheid reichten die Beschwerdeführer 1 bis 3 am 11. Juli 2018 

Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie 

beantragen, die Ziffern 3.2 und 3.3 der Verfügung seien aufzuheben und es sei die 

Wiederherstellung des rechtmässigen und ursprünglichen Zustandes zu verfügen. Zur 

Begründung machen sie insbesondere geltend, das Regierungsstatthalteramt Thun habe 

keine eigentliche Interessenabwägung im Wiederherstellungsverfahren vorgenommen, 

sondern lediglich die privaten Interessen der Bauherrschaft hervorgehoben. Sämtliche 

öffentliche Interessen wie die Durchsetzung der bau- und planungsrechtlichen Vorschriften, 

des Schutzes und des Erhalts des Landschaftsbildgebietes usw. seien im 

Wiederherstellungsverfahren nicht berücksichtigt worden. 

4. In seiner Vernehmlassung vom 18. Juli 2018 beantragte das 

Regierungsstatthalteramt Thun, die Beschwerdelegitimation sei von Amtes wegen 

RA Nr. 110/2018/96 4

abzuklären. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Eventualiter 

sei das Geschäft zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zudem beantragte 

es, es sei ein Augenschein durchzuführen, sollte die Beschwerdeinstanz einen materiellen 

Entscheid treffen wollen.

Das AGR beantragte in der Stellungnahme vom 6. August 2018, die Beschwerde sei 

gutzuheissen. Die Bewirtschaftung des umliegenden Landes könne lediglich als 

hobbymässige Landwirtschaft bezeichnet werden. Der fragliche Weg werde überwiegend 

nichtlandwirtschaftlich genutzt. Das Bauvorhaben sei nicht zonenkonform und die 

Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Bauzone 

seien nicht gegeben. An der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bestehe ein 

gewichtiges öffentliches Interesse (Landschaftsbildgebiet). 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. August 2018 beantragte die Beschwerdegegnerschaft 

sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Sie sei nicht bösgläubig. Sie habe lediglich 

bei der Stadt Thun nach einem besseren Belag für den Weg gefragt und diese habe 

anschliessend gehandelt. Bei diesem kurzen schmalen Weg sei die Abweichung vom 

Erlaubten unbedeutend. Das kurze Stück Sickerasphalt erleichtere den Zugang für 

Sicherheitskräfte sehr und habe die Situation für die Beschwerdegegnerschaft wesentlich 

verbessert.

Das Bauinspektorat der Stadt Thun verzichtete mit Schreiben vom 10. August 2018 auf 

eine Stellungnahme.

5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3, holte beim 

Bauinspektorat der Stadt Thun die Vorakten zum baupolizeilichen Verfahren ein. Es 

beteiligte die Stadt Thun (Tiefbauamt) als Verhaltensstörerin von Amtes wegen am 

Beschwerdeverfahren, gab ihr Gelegenheit zur Stellungnahme und stellte ihr Fragen zur 

Herstellung des rechtmässigen Zustands. Diese liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

Das Rechtsamt gab dem Beteiligten daraufhin Gelegenheit, Schlussbemerkungen 

einzureichen. Die Beschwerdeführer und das AGR verzichteten ausdrücklich auf 

Schlussbemerkungen. Das Tiefbauamt der Stadt Thun wies in seinen 

3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2018/96 5

Schlussbemerkungen vom 23. Oktober 2018 auf die positiven Erfahrungen mit der 

befestigten Oberfläche hin. Auf diesem Teilstück hätten bisher weder Unterhalt noch 

Reparaturen getätigt werden müssen. Die übrigen Beteiligten liessen sich nicht 

vernehmen. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Bauentscheid, der im Rahmen eines nachträglichen 

Baubewilligungsverfahrens im Sinn von Art. 46 Abs. 2 Bst. c BauG4 ergangen ist. Dieser 

kann mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 

BauG). 

b) Die Beschwerdeführer 1 bis 3 sind von Gesetzes wegen zur Beschwerde befugt 

(Art. 40 Abs. 2 und Art. 46 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 35a BauG, Art. 65 Abs. 2 VRPG5 i.V.m. 

Art. 12 Abs. 1 Bst. b NHG6 sowie Art. 1 und Anhang Ziff. 6 VBO7), soweit sie sich von 

Anfang an am Verfahren beteiligt haben.8 Die Beschwerdeführer 2 und 3 haben sich im 

Einspracheverfahren durch ihre regionale Sektion (Beschwerdeführer 1) vertreten lassen, 

was nach Gesetz und Praxis zulässig ist (vgl. Art. 12 Abs. 5 NHG und Art. 35a Abs. 4 

BauG; vgl. auch Art. 15 Abs. 1 VRPG).9 Sie sind mit ihrem Antrag auf Wiederherstellung 

des rechtmässigen Zustands nicht durchgedrungen. Deshalb sind sie durch den 

vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung befugt (Art. 65 

Abs. 1 VRPG). 

4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
5 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
6 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451)
7 Verordnung vom 27. Juni 1990 über die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- 
und Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen (VBO; SR 814.076)
8 Vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 65 N. 22
9 BGE 123 II 289 E. la/ee

RA Nr. 110/2018/96 6

c) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1 und 

Art. 49 Abs. 1 BauG). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs. 2 

VRPG). Die BVE tritt auf die Beschwerde ein. 

d) Der rechtserhebliche Sachverhalt ergibt sich mit hinreichender Klarheit aus den 

Akten. Auf einen Augenschein oder ein Parteiverhör kann deshalb verzichtet werden. Die 

entsprechenden Beweisanträge der Beschwerdeführer und der Vorinstanz werden deshalb 

abgewiesen.

2. Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands

a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer 

Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens 

Vorschriften missachtet, so hat die zuständige Baupolizeibehörde von Amtes wegen ein 

Verfahren zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes einzuleiten (Art. 46 BauG). 

Reicht die pflichtige Person ein nachträgliches Baugesuch ein, hat die 

Baubewilligungsbehörde zu prüfen, ob das Bauvorhaben ganz oder teilweise bewilligt 

werden kann (Art. 46 Abs. 2 Bst. c BauG). Kommt sie zum Schluss, dass das Vorhaben 

nicht oder nur teilweise bewilligungsfähig ist, so hat sie zugleich darüber zu entscheiden, 

ob und inwieweit der rechtmässige Zustand wieder herzustellen ist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e 

BauG). Die Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen, 

verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Bei bösem 

Glauben der Bauherrschaft kann auf die Wiederherstellung nur verzichtet werden, wenn 

die Abweichung vom Erlaubten unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im 

öffentlichen Interesse liegt oder sonst wie unverhältnismässig wäre.10 Eine 

Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das 

angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen 

Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen 

Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.11

b) Die Beschwerde richtet sich einzig gegen den Verzicht auf die Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands. Der Bauabschlag ist demgegenüber unangefochten in 

10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9b Bst. e
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1

RA Nr. 110/2018/96 7

Rechtskraft erwachsen und bildet nicht Streitgegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens. Die Vorinstanz hat auf die Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands verzichtet, weil die Asphaltierung des Weges zu einer Verbesserung der 

ungenügenden Erschliessung des Wohnhauses der Beschwerdegegnerschaft führe. Die 

Beschwerdeführer machen geltend, damit seien lediglich die privaten Interessen der 

Beschwerdegegnerschaft berücksichtigt worden, nicht aber die entgegenstehenden 

öffentlichen Interessen. Gemäss den Akten würden weder die Rechtssicherheit noch der 

Vertrauensschutz einer Wiederherstellung entgegenstehen. Das öffentliche Interesse an 

der Durchsetzung der bau- und planungsrechtlichen Vorschriften sowie an der Wahrung 

der Ziele des Landschaftsbildgebietes sei als relativ hoch zu werten. Die Entfernung des 

Asphaltbelages sei absolut geeignet, erforderlich und zumutbar.

c) Das öffentliche Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ist 

im Allgemeinen gegeben. Das Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 

Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von Bauten und Anlagen, die der 

baurechtlichen Ordnung widersprechen, ist generell gross. Besonderes Gewicht kommt 

dem öffentlichen Interesse am konsequenten Vollzug des Bau-, Planungs- und 

Umweltrechts ausserhalb des Baugebiets zu.12 Ein äusserst gewichtiges öffentliches 

Interesse stellt dabei die Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet dar.13 Werden 

widerrechtlich errichtete, dem Raumplanungsrecht widersprechende Bauten und Anlagen 

nicht beseitigt, wird dieser Grundsatz untergraben und rechtswidriges Verhalten belohnt. 

Formell rechtswidrige Bauten und Anlagen, die nachträglich nicht bewilligt werden können, 

müssen deshalb grundsätzlich beseitigt werden.14 Die Asphaltierung des Weges ist nicht 

zonenkonform und widerspricht zudem dem Interesse am Schutz eines 

Landschaftsbildgebietes sowie der Fuss- und Wanderweggesetzgebung. Es sprechen 

somit sehr gewichtige öffentliche Interessen für die Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands. Das private Interesse der Beschwerdegegnerschaft an einer Verbesserung der 

Erschliessungssituation für sich und für die Sicherheitskräfte ist zwar ohne weiteres 

nachvollziehbar. Ihr Wohnhaus in der Landwirtschaftszone geniesst aber lediglich 

Bestandesschutz. Daraus kann kein Anspruch auf eine zeitgemässe Erschliessung 

abgeleitet werden.15 Zudem räumt die Beschwerdegegnerschaft selber ein, dass Schäden 

am Wanderweg meistens umgehend repariert wurden. Auch das öffentliche Interesse der 

12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9a mit Hinweisen
13 BGE 132 II 21 E. 6.4
14 BGE 136 II 359 E. 6 mit Hinweisen
15 BGer 1A.256/2004 vom 31. August 2005 E. 5 (publiziert in BVR 2006 S. 233)

RA Nr. 110/2018/96 8

von Amtes wegen Beteiligten an geringeren Unterhaltskosten und einer Erleichterung bei 

der Erfüllung ihrer Unterhaltspflicht an Wanderwegen und Gewässern ist zu 

berücksichtigen. Es vermag aber das bedeutende öffentliche Interesse an 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nicht zu überwiegen. Die von Amtes 

wegen Beteiligte, die den Hartbelag ohne Bewilligung eingebaut hat, kann zudem von 

vornherein nicht als gutgläubig gelten. Sie wusste oder hätte wissen müssen, dass die 

Asphaltierung eines Wanderweges, der sich zudem ausserhalb der Bauzone befindet, 

baubewilligungspflichtig ist. Der Beschwerdegegnerschaft kann zwar nicht vorgeworfen 

werden, sie hätte selber bösgläubig gehandelt. Allerdings muss sie sich das Wissen des 

Tiefbauamts der Stadt Thun anrechnen lassen. Im Übrigen handelt es sich sowohl bei der 

Wahrung der Zonenkonformität in der Landwirtschaftszone als auch beim Schutz der 

Landschaft und dem Grundsatz der uneingeschränkten Erhaltung des Wanderwegnetzes 

um derart gewichtige öffentliche Interessen, die selbst bei gutem Glauben für eine 

Wiederherstellung sprechen würden.16 Die vollständige Entfernung des eingebauten 

Asphaltbelags ist geeignet und erforderlich für die Herstellung des rechtmässigen 

Zustands. Ein milderes Mittel ist nicht ersichtlich. Angesichts der gewichtigen öffentlichen 

Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands und unter 

Berücksichtigung des Umstands, dass die Abweichung vom Erlaubten bei einer 

Asphaltierung eines Wanderweges auf einer Länge von über 100 m keineswegs als 

unbedeutend bezeichnet werden kann, ist die Wiederherstellung auch zumutbar.

d) Gemäss Art. 46 Abs. 2 BauG ist die Wiederherstellungsverfügung an den jeweiligen 

Grundeigentümer oder Baurechtsinhaber zu richten. Diese Regelung ist auf den Normalfall 

zugeschnitten, in dem die widerrechtlich handelnde Bauherrschaft zugleich Eigentümerin 

oder Baurechtsinhaberin des Baugrundstücks ist. Sind aber Bauherrschaft und 

Grundeigentümer nicht identisch und ist die Rechtswidrigkeit auf ein Handeln der 

Bauherrschaft zurückzuführen, so empfiehlt es sich, die Wiederherstellungsverfügung an 

beide zu richten. Denn nach den allgemeinen Grundsätzen des Verwaltungsrechts ist die 

Wiederherstellungsverfügung an den Störer zu richten. Als Störer gilt sowohl diejenige 

Person, die die Baurechtswidrigkeit verursacht hat (Verhaltensstörerin), also in der Regel 

die Bauherrschaft, als auch diejenige Person, die über die Sache, die den 

ordnungswidrigen Zustand bewirkt, rechtliche oder tatsächliche Gewalt hat 

16 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 46 N. 9b Bst. d 

RA Nr. 110/2018/96 9

(Zustandsstörerin), also in der Regel die Grundeigentümern oder der Grundeigentümer.17 

Sind mehrere Störerinnen und Störer gleich fähig oder geeignet, die Störung zu beseitigen, 

hat in erster Linie der Verhaltensstörer oder die Verhaltensstörerin für deren Beseitigung zu 

sorgen.18 Im vorliegenden Fall hat nicht die Beschwerdegegnerschaft, sondern das 

Tiefbauamt der Stadt Thun den Wanderweg asphaltiert. Es wäre deshalb unbillig, primär 

die Beschwerdegegnerschaft zu verpflichten, den rechtmässigen Zustand 

wiederherzustellen.19 Aus diesem Grund wird die von Amtes wegen am Verfahren 

Beteiligte, deren Tiefbauamt den baurechtswidrigen Zustand herbeigeführt hat und ohne 

weiteres in der Lage ist, diesen Zustand wider rückgängig zu machen, verpflichtet, den 

rechtmässigen Zustand wiederherzustellen. Die Beschwerdegegnerschaft hat die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu dulden.

3. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerschaft und die 

von Amtes wegen Beteiligte. Sie haben deshalb Verfahrenskosten je zur Hälfte zu tragen 

(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'200.00 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV20). Die Beschwerdegegnerschaft haftet 

für ihren Anteil solidarisch.

b) Die Beschwerdegegnerschaft und die von Amtes wegen Beteiligte haben zudem den 

Beschwerdeführern die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote 

des Rechtsvertreters der Beschwerdeführer gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die 

Beschwerdegegnerschaft und die von Amtes wegen Beteiligte haben somit den 

Beschwerdeführer die Parteikosten von Fr. 3'404.40 je zur Hälfte zu ersetzen. Die 

Beschwerdegegnerschaft haftet für ihren Anteil solidarisch.

17 BVR 2007 S. 362 E. 4.1; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., 
Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 12
18 BGer 1A.51/2005 vom 29. November 2005 E. 4.1, mit weiteren Hinweisen; BVR 2007 S. 362 E. 4.1; 
Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, N. 2628
19 Vgl. dazu VGE 21285 Vom 18. Februar 2002 E. 3a, mit weiteren Hinweisen
20 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 110/2018/96 10

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Ziffern 3.2 und 3.3 des Bauentscheids des 

Regierungsstatthalteramtes Thun vom 8. Juni 2018 werden aufgehoben. Die von 

Amtes wegen Beteiligte wird aufgefordert, den in den Wanderweg eingebauten 

Asphaltbelag bis zum 31. März 2019 zu entfernen und den früheren Zustand 

wiederherzustellen. Die Beschwerdegegnerschaft hat die Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands auf ihren Grundstücken zu dulden.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.00 werden der Beschwerdegegnerschaft und der 

von Amtes wegen Beteiligten je zur Hälfe, ausmachend je Fr. 600.00 zur Bezahlung 

auferlegt. Die Beschwerdegegnerschaft haftet bezüglich ihres Anteils solidarisch für 

den gesamten Betrag. 

Separate Zahlungseinladungen folgen, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen ist.

3. Die Beschwerdegegnerschaft und die von Amtes wegen Beteiligte haben den 

Beschwerdeführern die Parteikosten im Betrag von Fr. 3'404.40 (inkl. 

Mehrwertsteuer) je zur Hälfte, ausmachend je Fr. 1'702.20, zu ersetzen. Die 

Beschwerdegegnerschaft haftet bezüglich ihres Anteils solidarisch für den gesamten 

Betrag.

IV. Eröffnung

- Herrn Fürsprecher D.________, eingeschrieben

- Frau F.________ und Herrn E.________, eingeschrieben

- Einwohnergemeinde Thun, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Thun, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, A-Post

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

- Oberingenieurkreis I des Tiefbauamts des Kantons Bern, zur Kenntnis

RA Nr. 110/2018/96 11

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident