# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60697590-85c1-516e-85f2-d2465adf1b1a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2009 C-8072/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-8072-2007_2009-08-24.pdf

## Full Text

taf_011_d(01)

Abtei lung II I
C-8072/2007/<ABR>  
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Alberto Meuli (Vorsitz), Richter Michael Peterli, 
Richterin Franziska Schneider, 
Gerichtsschreiber Roger Stalder.

A._______
vertreten durch Herrn lic. iur. Gojko Reljic, Rechtsbera-
tung für Ausländer, Go-Re-Ma, Quaderstrasse 18/2, 
7000 Chur,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-8072/2007

Sachverhalt:

A.
Der 1956 geborene, aus Serbien stammende A._______ (im Folgen-
den: Versicherter  oder  Beschwerdeführer)  war  ab  Juli  1987  bei  der 
B._______ (im Folgenden: Arbeitgeberin) als Hilfsmechaniker tätig und 
leistete  die  obligatorischen  Beiträge  an  die  schweizerische  Alters-, 
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (im Folgenden: AHV resp. 
IV). Am 29. November 1991 erlitt er einen Betriebsunfall und zog sich 
dabei Prellungen am rechten Daumen sowie eine Rissquetschwunde 
am rechten  Unterschenkel  zu  (Akten  [im  Folgenden: act.]  der  Suva 
1-2; act. der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA 
oder Vorinstanz] 1,3-4). Ab dem 3. Februar 1992 wurde der Versicherte 
von der SUVA wieder voll arbeitsfähig geschrieben (Suva-act. 3-4).

B.
Am 10. Mai  1994 meldete  sich  der  Versicherte  zufolge  diverser  ge-
sundheitlicher Beeinträchtigungen (Kopf-, Rücken-, Nacken-, Magen-, 
Hand-  und  Beinschmerzen,  ständige  Nervosität,  Tumor  im  Kopf, 
Schwindel)  erstmals zum Bezug von Leistungen der  IV in  Form von 
beruflichen Massnahmen und einer Rente an (IVSTA-act. 1). Nach Vor-
liegen des Gutachtens der C._______ vom 7. März 1996 – in welchem 
unter anderem die Diagnose eines Postdiscectomiesyndroms gestellt 
und dem Versicherten in  einer  leichten,  vorzugsweise wechselbelas-
tenden  Tätigkeiten  ohne  Heben  schwerer  Lasten  eine  100%ige  Ar-
beitsfähigkeit attestiert worden war (IVSTA-act. 43) – wurde das Leis-
tungsgesuch mit Verfügung vom 4. Oktober 1996 abgewiesen (IVSTA-
act. 2). Dieser Entscheid ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.

C.
Mit Schreiben vom 5. Dezember 2003 liess der Versicherte, vertreten 
durch lic. iur. Reljic, einen Rückfall geltend machen und die Suva da-
hingehend orientieren,  dass er die Schweiz im Jahre 1996 endgültig 
verlassen habe (Suva-act. 21). Nach einer ärztlichen Beurteilung der 
medizinischen  Situation  durch  den  Suva-Kreisarzt  Dr.  med. 
E._______,  Facharzt  FMH  für  Chirurgie,  vom  9.  März  2004  (Suva-
act. 82) verneinte die Suva mit Verfügung vom 31. März 2004 und spä-
ter  mit  dem unangefochten in  Rechtskraft  erwachsenen Einsprache-
entscheid  vom  11. August  2004  einen  weiteren  Leistungsanspruch 
(Suva-act. 83-84, 87).

Seite 2

C-8072/2007

D.
Mit Neuanmeldung vom 9. Dezember 2003 liess der Versicherte durch 
seinen  Rechtsvertreter  bei  der  IV-Stelle  Nidwalden  (im  Folgenden: 
IVNW)  nebst  einer  unfallbedingten  (vgl.  Bst.  C.  hiervor)  auch  eine 
krankheitsbedingte  Verschlechterung  seines  Gesundheitszustandes 
geltend machen (IVSTA-act. 14). In der Folge überwies die IVNW das 
Leistungsgesuch samt ihren Akten (IVSTA-act. 32-43) am 20. Januar 
2004  zuständigkeitshalber  der  Vorinstanz  (IVSTA-act.  18).  Nachdem 
am 6. Dezember 2004 diverse ausländische Arztberichte aus den Jah-
ren 1997 bis  2004 übersetzt  worden waren (IVSTA-act. 44-54),  liess 
der  Versicherte  am  14.  Februar  bzw.  2.  Juni  2005  weitere  Arzt- 
bzw. Spitalberichte aus den Jahren 2004 und 2005 einreichen (IVSTA-
act. 57,  61-69). Aufgrund der  neuen ärztlichen Unterlagen erachtete 
der IV-Stellenarzt Dr. med. D._______, Innere Medizin FMH, Arbeits-
medizin,  am 13. November 2005 die anfänglich von ihm empfohlene 
stationäre  Beurteilung  in  der  Rheumaklinik  F._______  und  die 
psychiatrische  Untersuchung  (IVSTA-act. 56)  als  überflüssig  (IVSTA-
act. 74).

Nach der Prüfung weiterer Arztberichte vom November 2005 (IVSTA-
act. 70-73) kam Dr. med. G._______, Allgemeine Medizin FMH, vom 
medizinischen Dienst der IVSTA am 15. Dezember 2005 zum Schluss, 
dass der Versicherte zufolge der Zustände nach Kopf- (Tumor; 1993) 
und Diskushernienoperation L5/S1 (Oktober 1993; mit Restparese des 
linken Beines), der Reoperation auf Höhe L5/S1, der anhaltenden de-
pressiven Störung sowie der schweren Osteoporose der Wirbelsäule 
seit dem 7. September 1993 im angestammten Beruf zu 70 % und in 
einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig sei (IVSTA-
act. 55,  76). Nach Durchführung des Einkommensvergleichs (IVSTA-
act.  81)  und  auf  entsprechende  Bemerkungen  der  Sachbearbeitung 
hin führte Dr. med. G._______ am 2. Mai 2006 aus, effektiv habe sich 
der Gesundheitszustand seit  der  C._______-Begutachtung nicht  ver-
ändert und die Beurteilung von damals sei plausibel bzw. zu überneh-
men. Er  korrigiere  den  Grad  der  Arbeitsunfähigkeit  für  eine  Verwei-
sungstätigkeit auf neu 0 % (IVSTA-act. 83). 

In der Folge erliess die IVSTA am 15. Mai 2006 eine Verfügung, mit 
welcher  das  Rentenbegehren  des  Versicherten  abgewiesen  wurde 
(IVSTA-act. 87). Hiergegen liess der Versicherte am 18. Mai 2006 (vor-
sorglich)  Einsprache  erheben  und  beantragen,  die  Verfügung  vom 
15. Mai 2006 sei aufzuheben und es sei ihm eine IV-Rente auszurich-

Seite 3

C-8072/2007

ten (IVSTA-act. 88); die entsprechende Begründung datiert vom 8. Juni 
2006 (IVSTA-act. 89). Nach Eingang weiterer spezialärztlicher Berichte 
vom Februar,  Mai  und  Juni  2006  (IVSTA-act. 90-91)  nahm Dr. med. 
G._______ am 8. August 2007 erneut  Stellung bzw. bestätigte seine 
frühere Beurteilung vom 2. Mai 2006 (IVSTA-act. 92). Auf entsprechen-
de Anfrage hin (IVSTA-act. 94) liess er sich am 23. Oktober 2007 er-
neut vernehmen und hielt dafür, dass den medizinischen Grundlagen 
seit 1996 weder in psychischer noch in physischer Hinsicht eine Ver-
schlechterung zu entnehmen sei  (IVSTA-act. 95). Gestützt  auf  diese 
Ausführungen wurde die Einsprache mit Entscheid vom 8. November 
2007 abgewiesen (IVSTA-act. 96). 

E.
Hiergegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter mit Ein-
gabe  vom  28.  November  2007  beim  Bundesverwaltungsgericht  (im 
Folgenden: BVGer)  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  der  Ein-
spracheentscheid vom 8. November 2007 sei aufzuheben und es sei 
ihm eine ganze IV-Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache er-
neut abzuklären. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, 
Dr. med. G._______ habe in seiner Beurteilung vom 23. Oktober 2007 
nur die Zeugnisse "desselben Arztes" (Dr. med. H._______) und nicht 
auch  die  Berichte  der  übrigen  Spezialärzte  berücksichtigt.  In  Anbe-
tracht  der  gänzlich  unterschiedlichen  Beurteilungen  des  physischen 
und psychischen Zustands dränge  sich  eine multidisziplinäre  Begut-
achtung des Beschwerdeführers in der Schweiz auf (BVGer-act. 1).

Mit Eingabe vom 3. März 2008 liess der Beschwerdeführer zwei spezi-
alärztliche Berichte vom 18. Februar und 14. März 2008 nachreichen 
(BVGer-act. 5-6).

In ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2008 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde bzw. die Bestätigung des angefochte-
nen Einspracheentscheids. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 
aus, entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers weise man auf 
den Bericht von Dr. med. G._______ vom 8. August 2007 hin, welcher 
die  einspracheweise  unterbreiteten  Arztberichte  der  Dres. med. 
L._______, M._______ und N._______ beurteilt habe. Dabei sei er zur 
Schlussfolgerung gelangt,  dass seit  der  C._______-Begutachtung im 
Jahre  1996  keine  Verschlechterung  weder  psychischer  noch  physi-
scher Natur eingetreten sei. Insofern könne sowohl an der Einschät-
zung einer 70%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit  im Beruf  als 

Seite 4

C-8072/2007

Hilfsmechaniker seit dem 7. September 1993 als auch an einer vollen 
Arbeitsfähigkeit in leichteren Verweisungstätigkeiten festgehalten wer-
den. Mangels  neuer  Sachverhaltselemente  sei  von der  beschwerde-
weise  beantragten  Ergänzung  durch  weitere  Gutachten  abzusehen 
(BVGer-act. 7).

Mit ergänzender Stellungnahme vom 30. April 2008 reichte die Vorin-
stanz einen Bericht von Dr. med. G._______ vom 23. April 2008 ein, 
hielt  an  den  in  der  Vernehmlassung  dargelegten  Ausführungen  fest 
und  beantragte  die  Bestätigung  des  angefochtenen  Einspracheent-
scheids bzw. die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 10).

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Mai 2008 wurde der Schriften-
wechsel geschlossen (BVGer-act. 11).

Mit Zwischenverfügung vom 10. September 2008 wurde der Beschwer-
deführer  unter  Fristansetzung  aufgefordert,  einen  Kostenvorschuss 
von Fr. 300.-- zu leisten (BVGer-act. 13); dieser Kostenvorschuss wur-
de fristgerecht geleistet (BVGer-act. 15).

Mit Schreiben vom 29. Januar, 9. März und 5. Mai 2009 liess der Be-
schwerdeführer weitere Arztberichte nachreichen (BVGer-act. 16-18).

Auf den Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien wird, 
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG  genannten  Behörden.  Die 
IVSTA  ist  eine  Vorinstanz  im  Sinne  von  Art.  33  Bst.  d  VGG.  Die 
Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  zur  Beurteilung  von 
Beschwerden gegen Verfügungen dieser IV-Stelle ist zudem in Art. 69 

Seite 5

C-8072/2007

Abs.  1  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  vom  19.  Juni  1959  über  die 
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) ausdrücklich vorgesehen.

1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt 
(vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversi-
cherungsrechtlichen  Verfahren  die  besonderen  Bestimmungen  des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. 

1.3 Die  Beschwerde  wurde  frist-  und  formgerecht  eingereicht 
(vgl. Art. 38  ff.  und  Art.  60  ATSG,  Art.  52  VwVG). Als  Adressat  des 
angefochtenen Entscheides ist der Beschwerdeführer berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder  Änderung 
(vgl. Art.  59  ATSG,  Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Nachdem  auch  der 
Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist  auf die Beschwerde 
einzutreten.

1.4 Anfechtungsobjekt  bildet  der Einspracheentscheid der Vorinstanz 
vom 8. November 2007. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch 
des Beschwerdeführers und in diesem Zusammenhang die Frage, ob 
die Vorinstanz den Sachverhalt insbesondere in medizinischer Hinsicht 
rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat. 

2.

2.1 Die Schweiz hat mit Serbien – im Unterschied zu anderen Nach-
folgestaaten  des  ehemaligen  Jugoslawien  –  kein  neues  Sozialversi-
cherungsabkommen  abgeschlossen,  weshalb  das  Abkommen  zwi-
schen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen 
Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 
(SR 0.831.109.818.1)  weiterhin  anwendbar  ist  (vgl.  BGE 126 V  198 
E. 2b, BGE 122 V 381 E. 1 mit Hinweisen). Nach Art. 2 dieses Abkom-
mens  stehen  die  Staatsangehörigen  der  Vertragsstaaten  in  ihren 
Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, 
zu welchen die schweizerische Bundesgesetzgebung über die Invali-
denversicherung  gehört,  einander  gleich,  soweit  nichts  anderes  be-
stimmt  ist.  Bestimmungen,  die  hinsichtlich  der  Voraussetzungen  des 
Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente und der anwendba-
ren Verfahrensbestimmungen von dem in Art. 2 des Abkommens auf-
gestellten Grundsatz der Gleichstellung abweichen, finden sich weder 
im  Abklommen  selbst  noch  in  den  seitherigen  schweizerisch-

Seite 6

C-8072/2007

jugoslawischen Vereinbarungen. Die Frage, ob und gegebenenfalls ab 
wann  ein  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  Leistungen  der 
schweizerischen  Invalidenversicherung  besteht,  bestimmt  sich  dem-
nach  allein  aufgrund  der  schweizerischen  Rechtsvorschriften 
(vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). 

2.2 Nach den intertemporalrechtlichen Regeln sind in verfahrensrecht-
licher  Hinsicht  diejenigen Rechtssätze massgebend,  welche im Zeit-
punkt  der  Beschwerdebeurteilung  in  Kraft  stehen  (BGE  130  V  1 
E. 3.2), unter Vorbehalt spezialgesetzlicher Übergangsbestimmungen. 
In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  diejenigen Rechtssätze massge-
bend,  die bei  der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachver-
halts  Geltung haben  (BGE 130 V 329  E. 2.3). Nach der  Rechtspre-
chung stellt  das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer 
Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des 
streitigen Einspracheentscheides eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 
129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen), sofern der IV-Rentenanspruch nicht be-
reits zuvor erloschen ist (Art. 30 IVG). Für das vorliegende Verfahren 
ist deshalb das per 1. Januar 2003 in Kraft getretene ATSG anwend-
bar. Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der Verordnung 
über  die  Invalidenversicherung  vom  17. Januar  1961  (IVV,  SR 
831.201) ist sodann auf die jeweilige Fassung gemäss den am 1. Ja-
nuar  2004 in  Kraft  getretenen Änderungen (4. IV-Revision; AS 2003 
3837,  3859)  abzustellen. Die am 1. Januar 2008 in  Kraft  getretenen 
Änderungen des IVG vom 6. Oktober 2006 (5. IV-Revision; AS 2007 
5129), einschliesslich der damit verbundenen Modifikationen anderer 
Erlasse wie des ATSG, sind vorliegend nicht anwendbar (vgl. BGE 132 
V 215 E. 3.1.1). Im Folgenden werden deshalb jeweils die ab 1. Januar 
2004 bis Ende 2007 gültigen Bestimmungen des IVG und der IVV zi-
tiert.

2.3 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung vom 15. Mai  2006 (IVSTA-
act. 87)  –  welche mit  dem angefochtenen Einspracheentscheid  vom 
8. November 2007 bestätigt worden war (IVSTA-act. 96) – die Bestim-
mungen und Grundsätze über die Begriffe der Invalidität (Art. 8 Abs. 1 
ATSG; Art. 4 IVG), die Voraussetzungen, den Umfang und die Entste-
hung des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 bzw. Abs. 1ter IVG [vgl. hier-
zu ergänzend BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1] in Verbindung mit Art. 29 
Abs. 1 IVG) sowie die Bemessung des Invaliditätsgrades bei erwerbs-
tätigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 
ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 130 V 343 E. 3.4.2) 

Seite 7

C-8072/2007

zutreffend dargelegt,  weshalb darauf  verwiesen werden kann. Zu er-
gänzen ist was folgt:

2.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades ver-
weigert oder aufgehoben, so wird nach Art. 87 Abs. 4 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) 
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss 
Abs. 3 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Zusammenhang 
mit einer Neuanmeldung – analog zu einem Revisionsgesuch – glaub-
haft  zu  machen,  dass  sich  der  Grad der  Invalidität  der  versicherten 
Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.

Tritt die Verwaltung – wie im vorliegenden Fall – auf die Neuanmeldung 
ein, so hat sie die Sache materiell  abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände-
rung des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach 
in  analoger  Weise  wie  bei  einem Revisionsfall  nach  Art.  17  Abs.  1 
ATSG vorzugehen (vgl. BGE 130 V 71 E. 3.2.2). Danach beurteilt sich 
die Frage, ob beim Beschwerdeführer eine wesentliche Änderung ein-
getreten ist, welche geeignet ist, den IV-Grad und damit den Renten-
anspruch im Sinne von Art. 17 ATSG zu beeinflussen, durch Vergleich 
des Sachverhaltes, wie er zur Zeit der ursprünglichen Verfügung vom 
4.  Oktober  1996  (IVSTA-act.  2)  bestanden  hatte,  grundsätzlich  mit 
demjenigen, der bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 8. No-
vember 2007 (IVSTA-act. 96) eingetreten war (vgl. hierzu E. 3.2 hier-
nach). Stellt sie sodann fest, dass der IV-Grad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung,  die auf einer umfassenden Abklärung des 
(insbesonders medizinischen) Sachverhalts basierte (vgl. BGE 133 V 
108 E. 5.4),  keine Veränderung erfahren hat,  so weist  sie  das neue 
Gesuch ab.

Unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten – welche wie erwähnt glei-
chermassen für das Neuanmeldungsverfahren gelten (vgl. BGE 133 V 
108 E. 5.2)  – ist  die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli-
chen  unverändert  gebliebenen  Sachverhaltes  unerheblich  (vgl.  BGE 
112 V 371 E. 2b mit Hinweisen).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Seite 8

C-8072/2007

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar-
beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti-
ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 
der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 
256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen  beruht,  auch  die  geklagten  Beschwerden  berücksichtigt,  in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar-
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen be-
gründet  sind. Ausschlaggebend für  den Beweiswert  ist  grundsätzlich 
somit weder die Herkunft  eines Beweismittels noch die Bezeichnung 
der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be-
richt oder Gutachten, sondern dessen Inhalt  (BGE 125 V 351 E. 3a; 
AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 487 S. 345 E. 5.1).

3.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht den Anspruch 
auf eine IV-Rente verneint hat. 

3.1 Beim Erlass der  ursprünglichen Verfügung vom 4. Oktober 1996 
stützte  sich  die  damals  zuständige  IVNW  auf  das  interdisziplinäre 
C._______-Gutachten vom 7. März 1996 (IVSTA-act. 43). Darin wurde 
ein  Postdiscectomiesyndrom  mit  persistierendem,  nicht  radikulärem 
Schmerzsyndrom  des  linken  Beines  und  vermutlich  psychogener 
Pseudoparese,  ein Status nach Fenestration und Diskektomie L5/S1 
links im Oktober 1993 sowie eine postoperative Narbenbildung L5/S1 
diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden fol-
gende  Diagnosen  gestellt:  Narzisstisch  gekränkte  Persönlichkeit  in 
psychosozialer  Belastungssituation,  zervikospondylogenes  Syndrom 
mit leichtgradiger PHS tendopathica rechts bei Fehlhaltung und mus-
kulärer  Dysbalance,  arterielle  Hypertonie,  Adipositas,  Nikotinabusus 
sowie rezidivierende Gastritis (S. 19). Weiter führten die Experten aus, 
die angestammte Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar, 
da es sich um eine eigentliche Schwerarbeit handle. Limitierend wür-
den sich  die  orthopädisch-rheumatologischen Befunde auswirken. In 
sämtlichen  leichten,  vorzugsweise  wechselbelastenden  Tätigkeiten 
ohne Heben schwerer Lasten sei der Versicherte vollständig arbeitsfä-
hig (S. 20).

Seite 9

C-8072/2007

3.2 Im Rahmen des Neuanmeldungsverfahrens erhielt die Vorinstanz 
Kenntnis von zahlreichen ausländischen Arztberichten, welche den IV-
Stellenärzten zur Beurteilung vorgelegt wurden. 

Zwar gilt der Grundsatz, dass das Sozialversicherungsgericht die Ge-
setzmässigkeit des angefochtenen Einspracheentscheids in der Regel 
nach dem Sachverhalt  beurteilt,  der  zur  Zeit  des  Erlasses gegeben 
war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen 
im  Normalfall  Gegenstand  einer  neuen  Verwaltungsverfügung  sein 
(BGE 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b mit Hinweis). Vorliegend zu 
würdigen sind jedoch auch die diversen Berichte, die nach Erlass des 
angefochtenen Einspracheentscheids vom 8. November 2007 verfasst 
wurden. Denn diese stehen mit dem Streitgegenstand in engem Sach-
zusammenhang und sind geeignet,  die Beurteilung im Zeitpunkt  des 
Erlasses des Einspracheentscheids vom 8. November 2007 zu beein-
flussen (vgl. BGE 116 V 80 E. 6b; ZAK 1989 S. 111 Erw. 3b mit Hinwei-
sen).

3.2.1 Offenbar  im  November  2003  berichtete  der  Neuropsychiater 
Dr. med. I._______, seit der Operation sei der Zustand des Versicher-
ten veränderlich, aber gegenwärtig mit stärkster Verschlechterung. Der 
Versicherte habe auch psychische Störungen, weswegen er seit  lan-
gem behandelt werde (IVSTA-act. 53, 54). Im Bericht vom 14. Januar 
2004  führte  Dr. med. H._______,  Spezialist  für  Arbeitsmedizin,  aus, 
der Versicherte sei wegen eines "Bruchs an der rechten Seite" operiert 
worden.  Er  höre  und  sehe  schwach.  Weiter  wurden  unter  anderem 
eine  Lumboischialgie  und  eine  Diskopathie  diagnostiziert  (IVSTA-
act. 50,51). In diversen weiteren Kurzberichten, verfasst zwischen Juli 
1997  und  Oktober  2003,  attestierte  Dr. med. H._______  dem Versi-
cherten  eine  Arbeitsunfähigkeit  zwischen  70 %  und  80 %  (IVSTA-
act. 44-49).

3.2.2 Im Austrittsbericht  des Spitals J._______ – wo der Versicherte 
vom 13. bis 29. Dezember 2004 stationär hospitalisiert  war – wurde 
eine Lumboischialgie (ICD-10: M54.3) sowie Diskushernien L4/L5 und 
L5/S1  diagnostiziert  (IVSTA-act.  64,  65).  Im  Austrittsbericht  des 
K._______ betreffend die Hospitalisation vom 31. Dezember 2004 bis 
10. Januar 2005 wurde nebst bereits bekannten Befunden eine Osteo-
porose erwähnt. Weiter wurde berichtet, man habe am 5. Januar 2005 
eine Transversektomie und eine Phasektomie lateral auf Höhe L5/S1 
durchgeführt.  Es  bedürfe  einer  physiotherapeutischen  Behandlung 

Seite 10

C-8072/2007

während  eines  Monats  im  Rehabilitationscenter  O._______  (IVSTA-
act. 62, 63). Im diesbezüglichen Austrittsbericht wurde betreffend die 
Behandlung vom 8. Februar bis 26. März 2005 ein Status nach einer 
Diskushernienoperation L5/S1 erwähnt (IVSTA-act. 66, 67). Am 1. Au-
gust  2005  führte  der  Neurochirurg  Dr. med.  M._______  aus,  die 
Schmerzen hätten sich Ende des Vorjahres intensiviert. Nach der Ope-
ration im Januar 2005 und anschliessender Rehabilitation hätten die 
Schmerzen in der Wirbelsäule persistiert. Der Versicherte verspüre ein 
Kribbeln  im linken  Bein,  begleitet  von einer  motorischen  Schwäche. 
Eine Spondylodese auf Höhe L5/S1 sei indiziert, aber wegen der aus-
gesprochenen Osteoporose nicht mehr praktikabel (IVSTA-act. 70, 71). 
Der  Neuropsychiater  Dr.  med.  P._______  diagnostizierte  mit  Datum 
vom 7. November 2005 nebst  dem Status nach der Reoperation der 
Diskushernie  L4/L5  eine  rezidivierende  depressive  Störung,  gegen-
wärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1; IVSTA-act. 73,74).

3.2.3 Am 7. Februar 2008 berichtete Dr. med. L._______, der Versi-
cherte  sei  aufgrund  von  Schmerzen  an  der  Halswirbelsäule,  Kopf-
schmerzen  und  psychischen  Störungen  (Übellaunigkeit,  Reizbarkeit, 
Mangel an Lebenslust, Schlaflosigkeit, etc.) zur Untersuchung gekom-
men. Er, Dr. med. L._______, empfehle eine neuropsychiatrische Be-
gutachtung. Eine Therapie werde sich zum Teil nach den Ergebnissen 
des  Neuropsychiaters  richten  (act.  5/3,  6/3).  Am  14.  Februar  2008 
diagnostizierte der Neuropsychiater Dr. med. Q._______ eine schwere 
depressive  Episode  mit  psychotischen  Symptomen  (ICD-10:  F32.2; 
Differentialdiagnose: schwere depressive Episode ohne psychotische 
Symptome  [ICD-10:  F32.2])  und  führte  aus,  wegen  unerträglicher 
Schmerzen  und  einer  unklaren  suizidalen  Rumination  sei  der  Versi-
cherte psychisch und physisch nicht stark belastbar. Es werde deshalb 
vorgeschlagen, ihn für längere Zeit der R._______ einzuweisen, wo er 
entsprechend psychiatrisch und psychologisch behandelt und von ei-
nem  Neurochirurgen  untersucht  werden  könne.  Eine  weitere  Krank-
schreibung  sei  erforderlich  (act.  5/2,  6/2).  In  seinem  Bericht  vom 
18. Februar 2008 führte der Neurochirurg Dr. med. M._______ im We-
sentlichen aus, nach der Operation 2005 sei eine physiologische Wei-
terbehandlung  erfolgt.  Es  bestünden  anhaltende  Schmerzen  in  der 
Lendenwirbelsäule  und eine Erschlaffung des linken Fusses. Wegen 
einer deutlichen Osteoporose könne die Spondylosis in Höhe L5 und 
S1 nicht behandelt  werden. Unter Berücksichtigung, dass ein ausge-
prägtes Schmerzsyndrom bestehe, welches sich bei physischen Aktivi-
täten verstärke, aber auch wegen des motorischen Defizits sei der Ver-

Seite 11

C-8072/2007

sicherte nicht arbeitsfähig. Aufgrund von deutlichen depressiven Reak-
tionen  und  des  Schmerzsyndroms  sei  eine  Konsultation  bei  einem 
Psychiater erforderlich (act. 5/1, 6/1).

3.3

3.3.1 Es  trifft  entsprechend  den  Ausführungen  von  Dr.  med. 
G._______  vom  23.  Oktober  2007  (IVSTA-act.  95)  zwar  zu,  dass 
Dr. med.  H._______  in  seinen  zahlreichen  Berichten  bei  der 
Beurteilung  der  Arbeitsfähigkeit  nicht  zwischen  der  angestammten 
(schweren)  und  einer  leidensadaptierten  (leichten)  Tätigkeit 
unterschied und dem Versicherten in diversen, zwischen Juli 1997 und 
Oktober  2003 verfassten  Berichten  eine  Arbeitsunfähigkeit  zwischen 
70 %  und  80 %  attestiert  hatte  (Suva-act. 11-19,  27-37;  IVSTA-
act. 44-49). Aufgrund der  Ausführungen und Diagnosestellungen der 
Neuropsychiater  Dres.  med.  I._______,  P._______  und  Q._______ 
bestehen jedoch Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand 
und  damit  die  Arbeits-  und  Leistungsfähigkeit  des  Versicherten  in 
psychiatrischer  Hinsicht  sowohl  in  der  bisherigen  als  auch  in  einer 
angepassten  Tätigkeit  in  rentenrelevantem  Ausmass  verschlechtert 
haben  könnte.  Während  die  Experten  der  C._______  in  ihrem  Gut-
achten vom 7. März 1996 in psychiatrischer Hinsicht keine Diagnosen 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellten und beim Versicher-
ten lediglich eine narzisstisch gekränkte Persönlichkeit beobachteten, 
berichteten  die  ausländischen  Ärzte  von  relativ  schwer  wiegenden 
psychiatrischen Befunden. So befand Dr. med. P._______, dass beim 
Versicherten  eine  rezidivierende  depressive  Störung,  gegenwärtig 
mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1),  vorliege. Dr. med. Q._______ 
hingegen war der Auffassung, dass der Versicherte an einer schweren 
depressiven  Episode  mit  psychotischen  Symptomen (ICD-10: F32.2; 
Differentialdiagnose: schwere depressive Episode ohne psychotische 
Symptome [ICD-10: F32.2]) leide.

Zwar kann zufolge der widersprüchlichen Diagnosen auf die entspre-
chenden Berichte nicht abgestellt  werden. Dass es sich bei den ent-
sprechenden Ausführungen jedoch bloss um andere, abweichende Be-
urteilungen  eines  im  Wesentlichen  gleich  gebliebenen  Sachverhalts 
handelt – was keine relevante Änderung darstellen würde (vgl. E. 2.4 
hiervor am Schluss) – ist nicht zweifelsfrei erstellt. Ob die neu von den 
ausländischen Ärzten in psychiatrischer Hinsicht gestellten Diagnosen 
tatsächlich  in  dieser  Form und Intensivität  existent  sind  bzw. ob die 

Seite 12

C-8072/2007

psychischen Symptome weiterhin als psychogene Pseudoparese einer 
narzisstisch gekränkten Persönlichkeit ohne Auswirkungen auf die Ar-
beits- bzw. Leistungsfähigkeit zu qualifizieren sind (vgl. IVSTA-act. 100 
bzw. act. 10/1),  hat  ein  Facharzt  für  Psychiatrie  und Psychotherapie 
FMH anlässlich einer psychiatrischen Expertise zu beantworten.

3.3.2 In  somatischer  Hinsicht  sind  den  eingereichten  ausländischen 
Arztberichten ebenfalls  Hinweise auf  eine  Verschlechterung des Ge-
sundheitszustands mit  Auswirkungen auf  die Arbeitsfähigkeit  zu  ent-
nehmen. 

In  Bezug  auf  die  im  Oktober  1993  stattgefundene  Fenestration  und 
Diskektomie  L5/S1  links  (Suva-act.  67,  68)  berichtete  Dr.  med. 
I._______ offenbar im November 2003, der Gesundheitszustand prä-
sentiere sich stärkst verschlechtert. Betreffend die am 5. Januar 2005 
durchgeführte Transversektomie/Phasektomie lateral auf der Höhe L5/
S1 mit anschliessender Rehabilitation führte Dr. med. M._______ aus, 
die Schmerzen in der Wirbelsäule hätten persistiert. Unter diesen Um-
ständen kann nicht rechtsgenüglich festgestellt werden, wie es sich mit 
dem  Gesundheitszustand  des  Versicherten  bzw. mit  seiner  Arbeits- 
und  Leistungsfähigkeit  durch  die  Operation  im  Januar  2005  verhält 
resp. ob es nach der von Dr. med. I._______ attestierten Verschlechte-
rung seit dem Jahre 1993 im Anschluss an den operativen Eingriff vom 
Januar  2005 allenfalls  wieder  zu  einer  Verbesserung  gekommen ist. 
Zweifel daran könnten sich allenfalls aus dem Umstand ergeben, dass 
beim Versicherten offenbar eine Spondylodese auf  Höhe L5/S1 indi-
ziert  ist,  die  gemäss Dr. med. M._______ aufgrund der Osteoporose 
jedoch nicht durchgeführt werden kann. 

Im Zusammenhang mit  der  unter  anderem von Dr. med. M._______ 
diagnostizierten  Osteoporose  führte  Dr.  med.  G._______  in  seiner 
Stellungnahme vom 23. April 2008 aus, auch dieser Befund sei seit 15 
Jahren bekannt. Dies trifft  –  soweit  aufgrund der  Akten ersichtlich – 
nicht zu, denn diese Diagnose wurde weder im C._______-Gutachten 
vom 7. März 1996 noch in der ärztlichen (Abschluss-)Beurteilung des 
Suva-Kreisarztes Dr. med. E._______ vom 9. März 2004 (Suva-act. 82) 
gestellt.  Hingegen  erwähnte  Dr.  med.  H._______  in  seinem  Bericht 
vom 14. Januar 2004, der Versicherte sei wegen eines "Bruchs an der 
rechten Seite"  operiert  worden. Soweit  aktenkundig,  sind diesbezüg-
lich keine aussagekräftigen Berichte vorhanden und es wäre denkbar, 
dass eine Osteoporose diesen Bruch zumindest mitverursacht haben 

Seite 13

C-8072/2007

könnte. Auch ist mit Blick auf die medizinischen Akten nicht erstellt, ob, 
und wenn ja, in welchem Umfang dieser Bruch zu einer (vorüberge-
henden) Arbeitsunfähigkeit geführt hat bzw. wie sich diesbezüglich die 
Situation aktuell präsentiert. Es bedarf demnach auch eines fachärztli-
chen Berichts über die Feststellung und das Ausmass der Osteoporo-
se bzw. deren allfällige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Im Weite-
ren kann auch nicht widerspruchsfrei geklärt werden, ob bzw. in wel-
chem Ausmass sich die von Dr. med. H._______ erwähnte Hör- und 
Sehschwäche auf die Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit des Versicherten 
auswirkt. Auch dieser Punkt ist weiter abzuklären.

Schliesslich ergeben sich auch aus den nachgereichten Berichten vom 
23. Februar bzw. 25. März 2009 (act. 17/1-17/2, 18/1), wonach der Ver-
sicherte auch an einer Arteriosklerose leidet  und sich einer Bypass-
Operation hatte unterziehen müssen, Hinweise auf eine Verschlechte-
rung des somatischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. 
Es sind demnach von der Vorinstanz auch diesbezüglich weitere Ab-
klärungen durchzuführen bzw. die sich aufgrund dieser Befunde stel-
lenden Fragen hinsichtlich der Arbeits-  und Leistungsfähigkeit  klären 
zu lassen.

3.3.3 Der IV-Stellenarzt Dr. med. G._______ hielt  bereits am 15. De-
zember 2005 dafür, dass der Versicherte seit dem 7. September 1993 
in der angestammten Tätigkeit zu 70 % und in einer leidensadaptierten 
zu 50 % arbeitsfähig sei (IVSTA-act. 55, 76). In der Folge korrigierte er 
den Grad der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 
nach  einer  Anfrage  der  Sachbearbeitung  nach  dem  Beginn  der 
50%igen Arbeitsunfähigkeit  in einer leidensangepassten Tätigkeit  am 
2. Mai 2006 auf 0 % (IVSTA-act. 83). Dr. med. G._______ liess dieser 
Meinungsänderung  keine  nachvollziehbare  und  schlüssige  Begrün-
dung folgen, weshalb nicht auf den Bericht vom 2. Mai 2006 abgestellt 
werden kann. Hinzu kommt, dass die vom Beschwerdeführer nachge-
reichten  Berichte  der  Dres.  L._______,  M._______  und  N._______ 
(IVSTA-act. 91) in den von der Vorinstanz zur Verfügung gestellten Ak-
ten, soweit ersichtlich, nicht enthalten sind und unter diesen Umstän-
den auch die Beurteilung von Dr. med. G._______ vom 8. August 2007 
(IVSTA-act. 92) nicht rechtsgenüglich nachvollzogen werden bzw. sei-
tens des angerufenen Gerichts keine Würdigung erfolgen kann. Auch 
seine  Stellungnahme  vom  23. Oktober  2007  vermag  nicht  als  Ent-
scheidgrundlage zu dienen, denn nach dem vorstehend Dargelegten 
ergeben sich durchaus Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszu-

Seite 14

C-8072/2007

stand des Versicherten seit  dem C._______-Gutachten von 1996 so-
wohl in psychischer als auch in somatischer Hinsicht in rentenrelevan-
ter  Weise  verändert  haben  könnte.  Unter  diesem  Gesichtspunkt  er-
weist  sich  auch  der  Bericht  von  Dr. med. G._______  vom 23.  April 
2008 (BVGer-act. 10/1), wonach die Berichte vom 7., 14. und 18. Feb-
ruar 2008 (vgl. E. 3.2.3 hiervor) keine unbekannten und/oder rentenre-
levante Elemente aufweisen würden, als nicht tauglich zum Beweis.

4.
Aufgrund der vorliegenden Akten ergibt sich demnach zusammenfas-
send, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. November 
2007 auf einem unvollständig ermittelten Sachverhalt beruht und dem-
nach  eine  rechtskonforme  Beurteilung  des  Rentenanspruchs  nicht 
möglich ist. Somit kann auch die Frage, ab welchem Zeitpunkt ein all-
fälliger  Rentenanspruch besteht,  nicht  schlüssig und zuverlässig  be-
antwortet werden. 

Die Beschwerde vom 28. November 2007 ist demnach insoweit gutzu-
heissen, als dass der angefochtene Entscheid vom 8. November 2007 
aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist; so-
weit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen. Die Vorinstanz hat 
– unter Beilage sämtlicher medizinischer Akten und unter Berücksichti-
gung aller bisher gestellten Diagnosen – ergänzende medizinische Ab-
klärungen in psychiatrischer und somatischer Hinsicht – wie dies be-
reits vom IV-Stellenarzt Dr. med. D._______, Facharzt für Innere Medi-
zin FMH, Arbeitsmedizin, am 10. Dezember 2004 vorgeschlagen wor-
den  war  (IVSTA-act. 56)  –  durchzuführen.  Weiter  hat  die  IVSTA die 
Fragen  hinsichtlich  der  Auswirkungen  allfälliger  Gesundheitsbeein-
trächtigungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerde-
führers  interdisziplinär  klären zu lassen. Die neue Begutachtung hat 
vorzugsweise in einer MEDAS in der Schweiz stattzufinden. Nach Vor-
liegen der entsprechenden Expertenergebisse hat die IVSTA über den 
Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfügen.

5.

5.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  gemäss  Art.  63  Abs.  1 
VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da 
eine Rückweisung praxisgemäss als  Obsiegen der  Beschwerde füh-
renden Partei gilt  ( BGE 132 V 215 E. 6), ist dem Beschwerdeführer 
der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300.-- zurückzuer-

Seite 15

C-8072/2007

statten.  Den  Vorinstanzen  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt 
(Art. 63 Abs. 2 VwVG).

5.2 Der Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbin-
dung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 
173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Ver-
waltung.  Da  keine  Kostennote  eingereicht  wurde,  ist  die  Entschädi-
gung auf Grund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). 
Unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwandes 
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 750.-- gerechtfertigt.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, als dass der ange-
fochtene Einspracheentscheid vom 8. November 2007 aufgehoben und 
die Sache im Sinne der Erwägungen zum Erlass einer neuen Verfü-
gung  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  wird.  Soweit  weitergehend 
wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Es werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben. Dem Beschwerdeführer 
wird  der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 300.--  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

3.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 750.-- zugesprochen. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr.)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Seite 16

C-8072/2007

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Alberto Meuli Roger Stalder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: >

Seite 17