# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75b13d57-86f3-5ceb-a3d6-0c521453c52e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.10.2015 SB150057
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150057_2015-10-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150057-O/U/jv 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos und Ersatzoberrichter lic. iur. J. Meier sowie die  

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Grieder 

 
Urteil vom 22. Oktober 2015 

 
in Sachen 

 
A._____ AG,  

Privatklägerin und I. Berufungsklägerin 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 
 

sowie 
 
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

vertreten durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin (Rückzug) 
 

gegen 
 
B._____,  

Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 
 

betreffend  
Urkundenfälschung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht, vom  

30. Oktober 2014 (GG140024) 

 

 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 24. Juni 

2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 21). 

 

Urteil der Vorinstanz: 

 
Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird freigesprochen. 

2. Die Zivilklage der Privatklägerin wird auf den Zivilweg verwiesen. 

3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

4. Dem Beschuldigten wird eine Entschädigung aus der Gerichtskasse in der 

Höhe von Fr. 18'000.– zugesprochen. 

5. Der Privatklägerin wird keine Entschädigung zugesprochen. 

6. (Mitteilungen) 

7. (Rechtsmittel) 

 

Berufungsanträge:  

a) Des Vertreters der Privatklägerin: 

 (Urk. 58 S. 2, Prot. II S. 12) 

 1. Unter vollständiger Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils sei 

B._____ im Sinne der Anklage der Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland vom 24. Juni 2014 der mehrfachen Urkundenfälschung, der 

mehrfachen versuchten Nötigung und der Datenbeschädigung schuldig 

zu sprechen, und er sei zu einer angemessenen Strafe zu verurteilen.  

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 2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin Fr. 334'555.00 

plus 5% Zins seit 21. Oktober 2011 zu bezahlen. Eventualiter sei der 

Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin Schadenersatz im 

Grundsatz zuzusprechen.  

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschuldigten.  

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 96 S. 1) 

Es sei die Berufung abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil in sämtlichen 

Punkten zu bestätigen; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zzgl. MwSt.) zu Lasten 

der Privatklägerin. 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 66) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang / Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Am 20. Januar 2012 erstattete Rechtsanwalt Dr. X._____ im Auftrag der 

A._____ AG Strafanzeige gegen den Beschuldigten, wobei diesem Urkundenfäl-

schung, Nötigung und Datenbeschädigung vorgeworfen wurde (Urk. 3/1). In der 

Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland ein Strafverfahren 

gegen den Beschuldigten (Urk. 13/1), welches in die Anklage vom 24. Juni 2014 

mündete (Urk. 21). Mit Verfügung vom 27. Juni 2014 setzte das Einzelgericht in 

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Strafsachen am Bezirksgericht Hinwil die Hauptverhandlung auf den Dienstag, 

21. Oktober 2014, an und setzte den Parteien gleichzeitig eine Frist, um Beweis-

anträge zu stellen (Urk. 25). Mit Eingabe vom 15. August 2014 liess der Beschul-

digte beantragen, es seien die Akten AN120002 i.S. B._____ / A._____ AG am 

Arbeitsgericht Hinwil beizuziehen und im Strafverfahren gegen den Beschuldigten 

zu verwerten, und es sei der Privatklägerin eine Mailadresse des Gerichts anzu-

geben, wohin die Mails des Beschuldigten vom 20. Juni 2011 samt den Anhängen 

"Arbeitsvertrag B._____ per 1.5.2011" und "Beiblatt Arbeitsvertrag" (act. 3/2/6) 

sowie "Ferienliste 2008.xls" (act. 4/6) zugestellt werden könnten, und die Eigen-

schaften der Mails und der Anhänge (act. 4/6+7) seien vom Gericht zu untersu-

chen (Urk. 28). Mit Verfügung vom 26. August 2014 wurden die Akten des pen-

denten Prozesses AN120002 vom Arbeitsgericht des Bezirks Hinwil beigezogen 

und der zweite Beweisantrag wurde abgelehnt (Urk. 30 S. 3). Mit Eingabe vom 

4. September 2014 offerierte der Vertreter der Privatklägerin erneut den Mail-

Beweis (Urk. 32) und legte den ausgedruckten Mailverkehr bei (Urk. 33). Eine 

Kopie der Eingabe vom 4. September 2014 wurde dem Verteidiger des Beschul-

digten mit Kurzbrief vom 5. September 2014 (Urk. 34) zugestellt. Zur Hauptver-

handlung vom 21. Oktober 2014 erschienen der Beschuldigte in Begleitung sei-

nes Verteidigers Rechtsanwalt Y._____ und Rechtsanwalt Dr. X._____ als Vertre-

ter der Privatklägerin in Begleitung von C._____, Geschäftsführer der Privatkläge-

rin (Prot. I S. 4). Das Urteil erging am 30. Oktober 2014 (Urk. 39). 

1.2. Mit dem vorstehend aufgeführten Urteil sprach die Vorinstanz den Be-

schuldigten frei. Die Zivilklage der Privatklägerin wurde auf den Zivilweg verwie-

sen. Die Entscheidgebühr wurde ausser Ansatz gesetzt und die übrigen Kosten 

auf die Gerichtskasse genommen. Dem Beschuldigten wurde eine Entschädigung 

in der Höhe von Fr. 18'000.-- aus der Gerichtskasse zugesprochen. Der Privat-

klägerin wurde keine Entschädigung zugesprochen (Urk. 53).  

1.3. Das am 30. Oktober 2014 ergangene Urteil konnte den Parteien per Post 

am 4. November 2014 und 5. November 2014 (Urk. 40) im Dispositiv zugestellt 

werden. Mit Verfügung vom 6. November 2014 wurde den Parteien mitgeteilt, 

dass die Privatklägerin gegen das Urteil Berufung angemeldet habe (Urk. 42). Mit 

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einer weiteren Verfügung vom 11. November 2014 wurde den Parteien mitgeteilt, 

dass auch die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland Berufung angemeldet ha-

be (Urk. 44). Das begründete Urteil (Urk. 49) konnte den Parteien am 22. Januar 

2015 zugestellt werden (Urk. 51). Mit Verfügung vom 2. Februar 2015 wurden die 

Akten an das Obergericht des Kantons Zürich überwiesen (Urk. 54). 

1.4. Mit Eingabe vom 26. Januar 2015 zog die die Staatsanwaltschaft Win-

terthur / Unterland ihre Berufung zurück (Urk. 55), wovon Vormerk zu nehmen ist. 

Am 11. Februar 2015 reichte der Vertreter der Privatklägerin die Berufungserklä-

rung (Urk. 58) ein, stellte einen Beweisantrag auf Aktenbeizug des Arbeitsprozes-

ses des Beschuldigten gegen die Privatklägerin (Urk. 58 S. 2) und reichte diverse 

Unterlagen ins Recht (Urk. 59/1-4). Mit Präsidialverfügung vom 13. Februar 2015 

wurde der Privatklägerin eine Frist von 20 Tagen ab Zustellung angesetzt, um zur 

Deckung von allfälligen Prozesskosten und Entschädigungen an die Gegenpartei 

eine Prozesskaution von einstweilen Fr. 10'000.-- zu leisten mit der Androhung, 

dass im Säumnisfall auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde (Urk. 61). Die 

Prozesskaution wurde von der Privatklägerin innert Frist geleistet (Urk. 63). Mit 

Präsidialverfügung vom 9. März 2015 wurde dem Beschuldigten und der Staats-

anwaltschaft je eine Kopie der Berufungserklärung der Privatklägerin zugestellt, 

um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Be-

rufung zu beantragen, und der Beschuldigte wurde aufgefordert, das Daten-

erfassungsblatt und die aufgelisteten Unterlagen einzureichen (Urk. 64).  

1.5. Mit Eingabe vom 17. März 2015 beantragte die Staatsanwaltschaft die Be-

stätigung des vorinstanzlichen Urteils, verzichtete auf das Stellen von Beweis-

anträgen und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsver-

handlung (Urk. 66). Der Verteidiger teilte mit Eingabe vom 1. April 2015 (Urk. 68) 

mit, dass der Beschuldigte keine Anschlussberufung erhebe, beantragte die Ab-

weisung des Beweisantrages der Privatklägerin und reichte diverse Unterlagen 

(Urk. 71/1-10) ein. Mit Präsidialverfügung vom 7. April 2015 wurde den Parteien 

diverse Unterlagen zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 72). Die 

Staatsanwaltschaft verzichtete auf Stellungnahme (Urk. 74). Mit der Stellungnah-

me vom 15. April 2015 (Urk. 75) reichte der Vertreter der Privatklägerin diverse 

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Unterlagen ein (Urk. 77/1-4). Dem Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft 

wurde mit Präsidialverfügung vom 28. April 2015 je eine Kopie von Urk. 75 und 

77/1-4 zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 78). Die Staatsanwalt-

schaft verzichtete auf Vernehmlassung (Urk. 80). Die Stellungnahme des Vertei-

digers vom 11. Mai 2015 (Urk. 82) wurde je mit Kurzbrief vom 12. Mai 2015 

(Urk. 84/1+2) den übrigen Parteien zugestellt. In der Folge wurde mit Präsidialver-

fügung vom 1. Juni 2015 der Beweisantrag der Privatklägerin auf Aktenbeizug 

des arbeitsrechtlichen Verfahrens AN120002 gutgeheissen (Urk. 86).  

1.6. Am 19. Juni 2015 wurde auf den 22. Oktober 2015 zur Berufungsverhand-

lung vorgeladen (Urk. 88).  

1.7. Mit Schreiben vom 28. September 2015 wurden die Akten AN120002 

i.S. A._____ AG ca. B._____ betreffend arbeitsrechtliche Forderung beigezogen.  

1.8. Am 22. Oktober 2015 fand die Berufungsverhandlung statt. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Die Privatklägerin verlangt die vollständige Aufhebung des erstinstanz-

lichen Urteils und beantragt einen Schuldspruch des Beschuldigten betreffend 

mehrfache Urkundenfälschung, mehrfache versuchte Nötigung und Daten-

beschädigung und die Verpflichtung des Beschuldigten, der Privatklägerin den 

Betrag von Fr. 334'555.00 plus 5% Zins seit 21. Oktober 2011 bzw. eventualiter 

der Privatklägerin Schadenersatz im Grundsatz zu bezahlen (Urk. 58 S. 2, Prot. II 

S. 12). 

2.2. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Beschuldigte beantragen die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 66 und Urk. 96 S. 1).  

2.3. Es ist somit das ganze vorinstanzliche Urteil zu überprüfen.  

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3. Strafantrag 

Datenbeschädigung im Sinne von Art. 144bis StGB ist ein Antragsdelikt. Die Pri-

vatklägerin hat mit der Strafanzeige vom 19. Januar 2012 einen entsprechenden 

Strafantrag gestellt (Urk. 3/1).  

II.  Schuldpunkt 

Ausgangslage 

1. Dem Beschuldigten werden drei Sachverhalte vorgeworfen, die er vollumfäng-

lich bestreitet.  

2. Somit ist im Folgenden zu prüfen, ob die eingeklagten Sachverhalte aufgrund 

der Akten rechtsgenügend nachgewiesen werden können.  

3. Die vorinstanzlichen allgemeinen Ausführungen zum Beweis sind zutreffend 

(Urk. 53 S. 5 f; Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzu-

weisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerle-

gen muss. Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid we-

sentlichen Punkte beschränken (BGE 138 I 232 E. 5.1 m.w.H.).  

4. Die Privatklägerin lässt in ihrer Berufungserklärung vom 11. Februar 2015 die 

Sachverhaltsfeststellung zu allen drei Anklagepunkten des vorinstanzlichen Ent-

scheids bemängeln (Urk. 58 S. 3).  

A. Anklageziffer 1. a) Urkundenfälschung  

1. Tatvorwurf 

Dem Beschuldigten wird in Ziffer 1 lit. a) der Anklageschrift Folgendes vor-

geworfen: Am Donnerstag, 23. Juni 2011, um ca. 12.15 Uhr, hätten er und sein 

Arbeitgeber C._____ am Geschäftssitz der A._____ AG an der …-Strasse … in 

D._____ (Gemeinde E._____) die Arbeitsverträge der A._____ AG und F._____ 

AG (jeweils in Doppel), rückdatiert auf den 29. April 2011, unterzeichnet. Die Fir-

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men-Originalexemplare der A._____ AG und der F._____ AG seien dem Be-

schuldigten mit dem Auftrag übergeben worden, diese noch am gleichen Tag am 

Geschäftssitz ins Fach des Buchhalters G._____ zu legen, was der Beschuldigte 

jedoch nicht getan habe. Stattdessen habe der Beschuldigte alle Originalverträge 

mit sich genommen und diese zwischen Donnerstag, 23. Juni 2011, ca. 12.15 

Uhr, und Mittwoch, 27. Juli 2011, 17.00, an einem nicht näher bekannten Ort in 

der Schweiz, mutmasslich an seinem Wohnort an der … [Adresse] oder im Ge-

schäft an der …-Strasse … in D._____, mit einem nicht näher bekannten Compu-

ter und Drucker abgeändert.  

Zu den dem Beschuldigten vorgeworfenen einzelnen Änderungen im Arbeits-

vertrag sei auf die Anklageschrift verwiesen (Urk. 21 S. 2 f.). 

Die geänderten Firmen-Originalverträge der A._____ AG und der F._____ AG 

habe der Beschuldigte zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt zwischen dem 

23. Juni 2011 und dem 27. Juli 2011, verpackt in ein B4-Couvert, auf den Schreib-

tisch von C._____ am Geschäftssitz in D._____ gelegt.  

Der Beschuldigte habe gewusst, dass die von ihm vorgenommenen Änderungen 

nicht dem von C._____ am 23. Juni 2011 unterzeichneten Vertragsinhalt entspro-

chen habe und in dieser Form von C._____ nie unterzeichnet worden wären. Mit 

seinen Korrekturen habe der Beschuldigte erreicht, wie vom ihm beabsichtigt, 

dass er gegenüber seinem Arbeitgeber höhere finanzielle Ansprüche habe gel-

tend machen und gleichzeitig weniger zur Verantwortung habe gezogen werden 

können (Urk. 21 S. 3).  

2. Unbestrittener Sachverhaltsteil 

Der Beschuldigte hat sowohl in der Untersuchung als auch im gerichtlichen Ver-

fahren anerkannt, den fraglichen Arbeitsvertrag hergestellt zu haben (Urk. 4/3 S. 4 

und 8; Prot. I S. 19 ff.; Urk. 94 S. 3 ff.).  

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3. Bestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte bestreitet zusammenfassend den der Anklage zugrunde liegen-

de Sachverhalt, soweit dies das Ändern von einzelnen Vertragsbestandteilen 

nach der Unterzeichnung, den Aktengang der zwei unterschriebenen Arbeit-

geberoriginale und das Hinlegen der geänderten Firmen-Originalverträge, ver-

packt in einem B4-Couvert, betrifft (Urk. 4/3 S. 4 ff.). Die Vorinstanz hat den 

Standpunkt des Beschuldigten und dessen Verteidiger zutreffend dargestellt, 

weshalb auf die diesbezüglichen Ausführungen verwiesen werden kann (Urk. 53 

S. 3 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4. Beweismittel 

4.1. Als Beweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten, diejenigen des 

als Auskunftsperson befragten C._____ sowie die Zeugenaussagen von H._____ 

und G._____ vor. In den Akten befinden sich sodann die beiden Arbeitsverträge 

im Original (Urk. 9/4/6), zwei Kurzberichte des FOR vom 12. September 2012 und 

vom 12. Dezember 2012 (Urk. 9/1 u. 9/3) und das Gutachten des FOR vom 7. Ja-

nuar 2014 (Urk. 10/6). Ebenfalls bei den Akten liegen die vom Zeugen H._____ 

anlässlich seiner Befragung bei der Kantonspolizei Zürich vom 14. März 2013 

eingereichten Vertragsentwürfe (Urk. 6/2-4). Mit der Strafanzeige wurde sodann 

der Ausdruck eines E-Mails vom 20. Juni 2011 samt Anhang eingereicht (Urk. 

3/2/7). Die Akten des Zivilverfahrens B._____ gegen A._____ AG betreffend For-

derung/Arbeitszeugnis (AN120002) wurden beigezogen und, soweit für den vor-

liegenden Strafprozess von Bedeutung, kopiert und einakturiert (Urk. 99/1-26).  

4.2. Gemäss Aktennotiz von Fw I._____, Kantonspolizei Zürich, vom 

13. September 2012, betreffend den beim Beschuldigten sichergestellten USB-

Memorystick-Verbatim (vgl. Sicherstellung durch Kantonspolizei Graubünden vom 

7. Juli 2012, Urk. 12/8), habe am 29. Juni 2011 ein Zugriff auf die gesamten sechs 

Dateien mit den Titeln "F._____ Arbeitsvertrag B._____ per 1.5.2011 und 

A._____ AG Arbeitsvertrag B._____ per 1.5.2011" stattgefunden. Von wem und 

was dabei vorgenommen worden sei, könne nicht gesagt werden. Alle Dateien 

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seien unwiederbringlich überschrieben bzw. könnten nicht wieder hergestellt wer-

den (Urk. 11/2).  

4.3. Aus dem Bericht - EDV Datensicherung vom 6. August 2012 geht hervor, 

dass die Daten des bei der A._____ AG sichergestellten Notebooks ACER Tra-

velmate 8571Gm, gesichert wurden (Urk. 11/3). Gemäss dem Auszug der EDV-

Dateien befand sich auf dem Notebook eine Datei "Muster Arbeitsvertrag", welche 

am 9. Mai 2011 erstellt worden war (Urk. 11/4). Auf dem Muster erscheint der Be-

schuldigte als Arbeitnehmer (Urk. 11/4 S. 3).  

4.4. Aussagen des Beschuldigten 

4.4.1. Am 22. Februar 2013 wurde der Beschuldigte bei der Kantonspolizei Zürich 

befragt (Urk. 4/1). Er gab auf entsprechende Frage zu Protokoll, dass er das erste 

Vertragsmuster für einen Arbeitsvertrag eingebracht habe, da C._____ Mühe ge-

habt habe, ein Vertragsmuster zu beschaffen. Nachdem er C._____ sein Ver-

tragsmuster als Mail zugestellt gehabt habe, sei längere Zeit "Funkstille" gewe-

sen. Erst auf seine Anfrage hin, habe es wieder ein Zeichen von C._____ gege-

ben. Dieser habe dann doch keinen schriftlichen Arbeitsvertrag mit ihm erstellen 

wollen. Nach Rücksprache mit H._____ habe er aber auf einen schriftlichen Ver-

trag bestanden (Urk. 4/1 S. 3 Frage und Antwort 7). Die Verhandlungen hätten 

C._____ und er persönlich geführt. Es seien keine anderen Personen dabei ge-

wesen. Die Verhandlungen hätten sie an verschiedenen Daten durchgeführt. Es 

seien eher zähe Verhandlungen gewesen. Teilweise hätten sie auch nur einen 

Punkt des Vertrages besprochen (Urk. 4/1 S. 3 f. Frage und Antwort 10). Bei den 

einzelnen Vertragsbesprechungen hätten C._____ und er immer ein Exemplar in 

Papierform gehabt. Die Änderungen bzw. Abmachungen seien handschriftlich no-

tiert worden. Die einzelnen Änderungen habe er nicht jedes Mal geändert, weil sie 

ja teilweise nur einzelne Punkte besprochen hätten. Es seien seiner Erinnerung 

nach schlussendlich drei Exemplare mit nachgeführten Änderungen gewesen. Vor 

der Unterzeichnung der Verträge durch C._____ im Juni 2011 habe er diese 

H._____ zur Begutachtung vorgelegt (Urk. 4/1 S. 4 Frage und Antwort 13). Auf 

Frage bestätigte der Beschuldigte, dass jeder einzelne Punkt zwischen C._____ 

und ihm besprochen worden sei. Die Änderungen auf den Arbeitsverträgen habe 

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er alle ausgeführt. C._____ selber habe ja nichts gemacht. Die Arbeitsverträge 

habe er auf einem ihm gehörenden Stick gespeichert und er habe die Verträge 

auf dem ihm eigentlich zugeteilten Laptop der Firma bearbeitet. Er habe aber 

feststellen müssen, dass C._____ oder Mitglieder seiner Familie des öfteren "sei-

nen Laptop" benutzt hätten, wenn er ihn am Abend nicht nach Hause genommen 

habe. Das Passwort sei sowohl C._____ als auch G._____ bekannt gewesen. 

Diese beiden seien in EDV-Belangen am meisten versiert gewesen (Urk. 4/1 S. 4 

f. Fragen und Antworten 14-16).  

Auf Vorhalt der Aussage von C._____, wonach er diesem jeweils ein Exemplar in 

Papierform für die Verhandlungen ausgehändigt habe, sagte der Beschuldigte, 

dass dies so nicht ganz stimme. Er seien fortlaufend Handnotizen auf ihren 

Exemplaren angebracht worden. Es könne schon sein, dass C._____ hin und 

wieder einen neuen Ausdruck von ihm erhalten habe, weil dieser dessen 

Exemplar nicht gerade zur Hand gehabt habe. Den definitiven Vertrag habe er 

aus zwei oder drei Exemplaren mit den Handnotizen erstellt. Die handbeschrie-

benen Exemplare habe er nicht mehr (Urk. 4/1 S. 5 Fragen und Antworten 20 und 

21).  

Der Beschuldigte führte auf entsprechenden Vorhalt, wonach gemäss den An-

gaben von C._____ die beiden Arbeitsverträge am 23. Juni 2011, um die Mittags-

zeit, unterzeichnet worden seien, aus, dass er eher meine, es sei der 22. Juni 

2011 gewesen. Aber die Mittagszeit stimme. Er habe je zwei Exemplare der Ar-

beitsverträge (A._____ AG und F._____ AG [d.h. A._____ AG und F._____ AG]) 

in einem Couvert mitgebracht. Es sei nochmals durch C._____ bestätigt worden, 

dass die Anstellung für die A._____ AG sei und nur aus administrativen Gründen 

zwei Arbeitsverträge ausgestellt würden. Die Verträge seien nochmals in seinem 

Büro durch ihn und C._____ durchgelesen und als in Ordnung befunden worden. 

Danach hätte sie gegenseitig unterzeichnet und sich die Hand gegeben. C._____ 

habe die unterzeichneten zwei Arbeitsverträge F._____ AG und A._____ AG im 

mitgebrachten Couvert mitgenommen. Er – der Beschuldigte – habe die anderen 

zwei Originalverträge mitgenommen und am 29. Juni 2011, 12.00 Uhr, H._____ 

im Restaurant … in Meilen getroffen. Dort habe er diesem die Originalverträge 

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übergeben (Urk. 4/1 S. 6 Frage und Antwort 25). Auf die Frage, weshalb er 

H._____ diese Verträge übergeben habe, sagte der Beschuldigte Folgendes: "Ich 

bin geschieden und in der Scheidungskonvention sind meine finanziellen Verhält-

nisse aufgelistet. Vor allem die Alimente sind von meinem Lohn abhängig. 

H._____ war damals unser Mediator und aus diesem Grund gab ich ihm meine 

Verträge. Irrtümlicherweise gab ich ihm zuerst meine Originalverträge. In der Zwi-

schenzeit wechselten wir. Er erhielt Kopien und ich die Originale" (Urk. 4/1 S. 7 

Frage und Antwort 26).  

Am Nachmittag der Vertragsunterzeichnung (22. Juni 2011) sei er wieder in sei-

nem Büro in D._____ gewesen. Dort habe ihm G._____ bestätigt, dass er das 

Couvert mit den Arbeitsverträgen in seinem Postfächli im Hauptbüro  

A._____ AG in D._____ empfangen habe (Urk. 4/1 S. 7 Frage und Antwort 28). 

C._____ habe angegeben, dass er seine Exemplare G._____ übergeben würde. 

G._____ habe ihm dann am Nachmittag bestätigt, dass er das Couvert mit den 

Verträgen in seinem Fach vorgefunden habe. Aus den Aussagen von G._____ 

habe er dann geschlossen, dass C._____ entgegen seinen Angaben das Couvert 

G._____ nicht persönlich übergeben, sondern in dessen Fach deponiert habe 

(Urk. 4/1 S. 7 Frage und Antwort 31).  

4.4.2. Am 15. Mai 2014 wurde der Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft ein-

vernommen (Urk. 4/3). Der Beschuldigte ergänzte zu seinen Angaben, wonach 

C._____ die unterzeichneten zwei Arbeitsverträge im mitgebrachten Couvert mit-

genommen habe, dass daraufhin G._____ ihm den Lohn Mai von beiden Firmen 

überwiesen habe. Er habe dann zum ersten Mal Lohn bekommen. G._____ habe 

erst damit gewusst, welcher Lohn ausbezahlt werde (Urk. 4/3 S. 3 f.).  

In der Nacht vor Arbeitsbeginn, am 4. Mai 2011, um 0 Uhr, habe er von C._____ 

eine E-Mail erhalten, wonach der Arbeitsvertrag später ausgestellt werde. Er habe 

somit bei Arbeitsbeginn keinen schriftlichen Vertrag gehabt. Es sei eigentlich die 

Abmachung gewesen, dass er den Vertragsentwurf erhalte und sie ihn dann an 

seinem ersten Arbeitstag durchsehen und unterzeichnen würden (Urk. 4/3 S. 4). 

C._____ und er seien sich schlussendlich in allen Punkten einig gewesen. Es sei 

einfach sehr mühsam gewesen. Sie hätten Punkt für Punkt abarbeiten müssen. 

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Manchmal habe es Tage gedauert, bis sie einen Punkt abgearbeitet hätten. Dann 

wiederum sei plötzlich ein abgearbeiteter Punkt wieder aufgenommen worden. 

Auf den Vorhalt, wonach C._____ gesagt habe, es sei nie über eine Abfindung 

gesprochen worden und eine solche Summe stehe im Gegensatz dazu, dass es 

der Firma wirtschaftlich nicht gut gehe, sagte der Beschuldigte das Folgende: "Er 

hat die Verträge unterschrieben, die bei Ihnen eingereicht worden sind, mit allen 

Modalitäten. Zu dem, was er gesagt hat, möchte ich mich nicht äussern. Bereits 

am 18. April 2011, bei unserem zweiten Treffen in D._____, waren die Hauptpa-

rameter für die Arbeitsmodalitäten, zumindest das Salär, keine Probezeit und So-

zialabzüge für AHV, ALV und Pensionskasse, geregelt" (Urk. 4/3 S. 5).  

Der Beschuldigte führte auf entsprechende Frage aus, dass er die Arbeitsverträge 

seit dem 22. Juni 2011, ca. 12.30 Uhr, nicht mehr gesehen habe. Er sei davon 

ausgegangen, dass G._____ die Originalverträge erhalten und ihm gestützt da-

rauf den Mai-Lohn ausbezahlt habe (Urk. 4/3 S. 5). Seine Originalverträge habe 

er bei sich, zu Hause, aufbewahrt. Die Exemplare befänden sich heute am Be-

zirksgericht Hinwil. Die Arbeitgeberexemplare habe er seit dem 22. Juni 2011, 

12.30 Uhr, nicht mehr gesehen (Urk. 4/3 S. 9). 

Auf Vorhalt der Ergebnisse des Urkundengutachtens vom 7. Januar 2014 

(Urk. 10/6), wonach die letzte Seite eine zusätzliche Klammerung aufweise, sagte 

der Beschuldigte, das sei durchaus möglich. Sie hätten so viele verschiedene Un-

terlagen zusammen gesetzt und wieder auseinander genommen. Er habe die Ver-

träge hergestellt. Darüber müssten sie nicht diskutieren (Urk. 4/3 S. 8).  

4.4.3. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 21. Oktober 2014 gab der Beschul-

digte zu Protokoll, er meine, dass die Vertragsunterzeichnung am Mittwoch, den 

22. Juni 2011 stattgefunden habe. Er wisse das, weil er am Donnerstag zum ers-

ten Mal den Lohn auf dem Konto gehabt habe. Am Freitag habe er dann frei ge-

habt und sich bei der Gemeinde … angemeldet. Nach der Unterzeichnung habe 

jeder seine zwei Exemplare mit sich genommen. Er könne pauschal sagen, dass 

er an den unterschriebenen Arbeitsverträgen nichts mehr geändert habe. Er sei 

gar nicht im Besitz dieser Verträge gewesen (Prot. I S. 14). 

- 14 - 

4.4.4. In der Berufungsverhandlung vom 22. Oktober 2015 erklärte der Beschul-

digte (Urk. 94), an seinen bisherigen Aussagen festzuhalten. Er habe vor dem 

22./23. Juni 2011 keinen Lohn bekommen. Die Eckdaten des Lohns hätten den-

jenigen des späteren Arbeitsvertrags entsprochen. Auch die Arbeitszeit habe dem 

entsprochen, was man zuvor besprochen hätte.   

Er habe die Dateien auf dem USB-Stick nicht absichtlich überschrieben. Er habe 

überhaupt nichts am Stick gemacht. Er habe erst gesagt, der Stick sei kaputt, als 

er dies von der Polizei erfahren habe.   

Er wisse nicht mehr, wie und aus welchem Grund das Mail vom 20. Juni 2011 

verschickt worden sei und ob das überhaupt von ihm gekommen sei. Er habe 

C._____ verschiedentlich ein Skript gegeben, da er der Meinung gewesen sei, 

dass dieser als Arbeitgeber den Vertrag hätte aufsetzen müssen, auch wenn man 

die Dinge miteinander aushandle. Das sei aber nie geschehen, was dann auch 

der Hauptgrund gewesen sei, weshalb er schlussendlich auf Anraten von H._____ 

gesagt habe, dass er den Vertrag mache und ihn C._____ vorlege. Aber betref-

fend den 20. Juni 2011 wisse er nicht mehr genau, wie das damals abgelaufen 

sei. Es sei für ihn schon mühsam gewesen, dass er bis zu diesem Zeitpunkt kei-

nen Arbeitsvertrag gehabt habe, obschon dieser ihm versprochen worden sei und 

dass er dann selber ein Muster eines Vertrags habe bringen müssen, obschon 

der Arbeitgeber eigentlich für den Arbeitsvertrag zuständig sei. Sie hätten den 

Vertrag schlussendlich miteinander so ausgehandelt, wie er unterschrieben wor-

den sei. Jeder habe ihn vor dem Unterzeichnen nochmals durchgelesen. Er wisse 

nicht, was das Mail vom 20. Juni 2011 genau gewesen sei. Möglicherweise habe 

er dadurch C._____ nochmals ein Skript zukommen lassen. Er wisse einfach, 

dass sie die dem Gericht eingereichten Verträge gegenseitig unterzeichnet hät-

ten. C._____ habe dann je ein Exemplar für jede Firma mitgenommen und er ha-

be die anderen beiden Exemplare behalten. Die Verträge seien bereits vor der 

Unterzeichnung gebostitcht gewesen. Dass die vorderen Seiten einmal mehr ge-

bostitcht gewesen seien als die hinterste, erkläre er sich so, dass sie so viele Ma-

le Sachen ausgetauscht hätten. Es sei möglich, dass er vor der Unterschrift noch 

Änderungen habe einfliessen lassen und die Seiten nochmals frisch gebostitcht 

habe. Es könne aber auch sein, dass der Bostitch nicht richtig funktioniert habe 

- 15 - 

und er nochmals alles habe auseinandernehmen müssen. Er könne im Nach-

hinein nicht mehr sagen, wie es zu dieser doppelten Lochung gekommen sei. Er 

wisse einfach, dass diese Verträge gebostitcht gewesen seien, als sie sie unter-

zeichnet hätten. Sie hätten immer über die Ecke aufgemacht und dann auf der 

letzten Seite unterzeichnet.   

Er wisse nicht mehr, wer die Bostitch und warum gelöst habe. Auf die Frage, 

wieso C._____ den Vertrag insbesondere bezüglich der Abfindung von 

Fr. 60'000.-- so hätte unterschreiben sollen, gab der Beschuldigte zu Protokoll, er 

könne das nicht beantworten. Sie hätten das ausgearbeitet und er habe das un-

terzeichnet. Das müsse man ihn fragen. Sie seien immer wieder auf Punkte zu-

rückgekommen, von denen sie gedacht hätten, dass sie die schon fertig diskutiert 

hätten. Das, was am 22./23. Juni 2011 auf dem Tisch gelegen habe, sei das, was 

dem Gericht heute eingereicht worden sei. Das hätten sie miteinander unter-

zeichnet, nachdem er es nochmals durchgelesen gehabt habe.   

Auf Vorhalt, dass es etwas erstaune, dass lange keine Reaktion auf die Mit-

teilungen von C._____ erfolgt sei, dass er den Vertrag nicht akzeptiere, wie er 

vorliege und dass er nicht dem entspreche, was abgemacht worden sei, erklärte 

der Beschuldigte, er habe sich an die vertragliche Abmachung gehalten, die sie 

geschlossen hätten. Er habe nach der Kündigung durch F._____ AG zu 100% bei 

A._____ AG weitergearbeitet. Für ihn sei es normal gewesen, dass er sich an den 

Vertrag halte und ihn erfülle. Er wüsste nicht, wieso er ihm hätte schreiben müs-

sen. C._____ habe ihm ein Mail geschrieben, mit dem habe es sich gehabt. Er 

(der Beschuldigte) habe gesagt, man könne immer darüber reden, er wolle jedoch 

eine rechtliche Unterstützung. Er habe ausserdem schon gesagt, dass der Ver-

trag so gelte, wie sie ihn unterschrieben hätten. Er habe jedoch erst mit der 

Schriftlichkeit angefangen, als er nur noch 50% des Lohnes bekommen habe. Er 

habe die Firma dann aufgefordert, ihm den zweiten Teil noch zu bezahlen.   

Er lüge nicht, er wüsste nicht, wieso. Er habe erst von der Kündigung durch  

F._____ AG erfahren, als er die Kündigung erhalten habe. Er habe nicht gewusst, 

dass die Firma Konkurs gehe, er sei in diesen Prozess nicht involviert gewesen. 

Er habe gewusst, dass es der Firma nicht rosig gegangen sei, er habe aber nicht 

vertieft gewusst, wie die finanziellen Möglichkeiten der A._____ AG gewesen sei-

- 16 - 

en. Er habe nach der Kündigung durch die F._____ AG zwischendurch für den 

Konkursverwalter noch Arbeiten organisiert. Das sei auf Geheiss von C._____ 

gewesen, seinem Vorgesetzten. Für ihn – den Beschuldigten – sei die Arbeit bei 

der A._____ AG weiter gegangen. Sie hätten genügend Objekte gehabt. Es sei 

eine Verlagerung der Arbeit von der F._____ AG zur A._____ AG gewesen, es 

seien aber andere Arbeiten gewesen. Es treffe nicht zu, dass es nach der Kündi-

gung für ihn nur noch 50% Arbeit gegeben habe. Es habe für ihn mehr als genug 

Arbeit mit den grösseren Baustellen gegeben. Er habe ein 100% Pensum gehabt. 

Für ihn sei die Klausel so gewesen, dass wenn 50% bei F._____ AG wegfallen, er 

zu 100% für die A._____ AG arbeiten könne. Das sei dann auch so gewesen. Er 

könne nicht mehr sagen, wer die Idee der Austrittsentschädigung gehabt habe. Er 

wisse auch nicht mehr, wie es zur Erhöhung von Fr. 40'000.-- auf Fr. 60'000.-- 

gekommen sei. Er habe eine detaillierte Stundenkarte geführt, um seine Arbeits-

zeiten festzuhalten. Er könne heute nicht mehr beantworten, wieso der Verzicht 

auf eine Probezeit in Ziff. 12 gelandet sei (Urk. 94 S. 3-9, S. 13 f.). 

4.5. Aussagen Auskunftsperson C._____ 

4.5.1. C._____, der Geschäftsführer und Eigentümer der Privatklägerin, wurde am 

31. Januar 2013 bei der Kantonspolizei Zürich befragt (Urk. 5/1). C._____ bestä-

tigte, dass bei Stellenantritt des Beschuldigten per 1. Mai 2011 noch kein schriftli-

cher Arbeitsvertrag bestanden habe (Urk. 5/1 S. 2 Fragen und Antworten 9 und 

11). Bei Stellenantritt sei die Funktion des Beschuldigten besprochen und abge-

macht gewesen, so wie sie dann in den Arbeitsverträgen festgeschrieben worden 

sei. Er und der Beschuldigte hätten diesbezüglich detaillierte Gespräche geführt 

und diesem sei klar gewesen, was ihn bezüglich Arbeit erwartet habe (Urk. 5/1 

S. 2 Frage und Antwort 12). Die Mustervorlage für die beiden späteren Arbeitsver-

träge seien ihm vom Beschuldigten gemailt worden. Sie hätten diesen ersten 

Entwurf in einem persönlichen Gespräch in D._____ besprochen (Urk. 5/1 Frage 

und Antwort 14, 15 und 17). Er habe eine Probezeit von drei Monaten mit dem 

Beschuldigten abgemacht. Dieser habe zuerst keine gewollt. Es habe darüber 

verschiedene Gespräche mit dem Beschuldigten gegeben. Er habe von Anfang 

an auf die Probezeit bestanden. Der Beschuldigte habe entgegnet, dass er das 

- 17 - 

noch nie gehabt habe, habe aber eingewilligt. Er habe dies seinem Berater, 

J._____, mitgeteilt und diesem auch im Anhang den Vertragsentwurf zugestellt 

(Urk. 5/1 S. 3 Frage und Antwort 18). Auf Vorhalt von verschiedenen Urkunden 

führte C._____ aus, dass er mit dem Beschuldigten bei jedem Vertragsentwurf die 

einzelnen Punkte besprochen habe. Er habe dann handschriftliche Bemerkungen 

und Ausrufezeichen gemacht, wo der Vertrag noch habe angepasst werden sollen 

(Urk. 5/1 S. 4 Frage und Antworten 22 und 23). Der Beschuldigte habe dann je-

weils die Verträge nach der Besprechung selber abgeändert und diese ihm wieder 

zugemailt. Er habe die Arbeitsverträge nach den Änderungen jedes Mal kontrol-

liert und sich ein Exemplar ausgedruckt. Das habe dann auch die Grundlage für 

die nächste Besprechung mit dem Beschuldigten gebildet (Urk. 5/1 S. 4 f. Fragen 

und Antworten 24 und 27).  

Am 23. Juni 2011 sei der Beschuldigte um 12.15 Uhr mit den Verträgen in Papier-

form, je 2 Exemplare (A._____ AG und F._____ AG) erschienen und habe ihm 

diese vorgelegt. Er habe diese Verträge kontrolliert und unterschrieben. Vor allem 

habe er die zuvor besprochenen und abgeänderten Punkte der Verträge kontrol-

liert. Unter anderem die Probezeit auf der ersten Seite, Lohnzahlen, drei Wochen 

Ferien, Lohnauszahlung am 5. des Folgemonats. Lediglich bei der Probezeit auf 

der letzten Vertragsseite müsse er darüber "gestolpert" sein, weil er es erst am 

27. Juli 2011 bemerkt und handschriftlich korrigiert habe (Urk. 5/1 S. 5 Antwort zu 

Frage 29).  

Auf Vorhalt von Punkt 8 der Anzeige, wonach der Beschuldigte die unterschrie-

benen Arbeitsverträge wieder an sich genommen und ins Fächli von G._____ ge-

legt haben soll, und auf Frage, ob er das fragliche Couvert im Fach von G._____ 

gesehen habe, sagte C._____, dass er das nicht gesehen habe. Er sei um ca. 

12.45 Uhr nach oben in seine Wohnung zum Mittagessen gegangen und der Be-

schuldigte habe anerboten, die Verträge weiterzuleiten (Urk. 5/1 S. 5 Frage und 

Antwort 30).  

Auf die Frage, ob das Couvert verschlossen gewesen sei, sagte C._____, dass er 

das nicht wisse. Nach seiner Unterzeichnung habe der Beschuldigte die Verträge 

nicht sofort in ein Couvert gepackt (Urk. 5/1 S. 5 Frage und Antwort 31). 

- 18 - 

G._____ habe das Couvert in der zweiten Hälfte der Woche 26 bemerkt. Er habe 

das Couvert auch im Fach von G._____ gesehen und mit diesem darüber ge-

sprochen. Auf dem Couvert habe er die Initialen B._____ erkannt (Urk. 5/1 S. 5 

Frage und Antwort 32). 

Das Couvert habe sich von der 2. Hälfte der Woche 26 bis zum 27. Juli 2011 nicht 

mehr bei G._____ oder ihm befunden. Am 27. Juli 2011 habe er das Couvert ge-

öffnet und habe die beiden Verträge durchgelesen und festgestellt, dass die "be-

anzeigten" Änderungen vorgenommen worden seien. Reflexartig habe er auf der 

letzten Seite den Satz "3 Monate Kündigungsfrist gem. Abmachung" angefügt, 

habe aber die Probezeit gemeint (Urk. 5/1 S. 6 Frage und Antwort 33 und 34). 

4.5.2. Am 15. Mai 2014 wurde C._____ bei der Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland als Auskunftsperson befragt (Urk. 5/2). Auf Vorhalt seiner Aus-

sagen bei der Kantonspolizei Zürich vom 31. Januar 2013 (Urk. 5/1) führte 

C._____ aus, dass er sich nicht sicher sei, ob der ganze Sachverhalt mit dem Un-

terschreiben der Verträge richtig verstanden worden sei. Er sei am 23. Juni 2011 

ins Büro zurückgekommen, das sei um die Mittagszeit gewesen. Da sei der Be-

schuldigte zu ihm gekommen und habe gesagt, dass seine Verträge nun unbe-

dingt unterschrieben werden müssten und zwar heute. Er habe bereits um 13.30 

Uhr wieder einen externen Termin bei Kunden gehabt. Dann hätten sie das zwi-

schen ca. 12.00 Uhr und 12.30 Uhr angepackt. Dann habe ihm der Beschuldigte 

diese Verträge vorgelegt. Das sei im Büro des Beschuldigten gewesen. Sie hätten 

diese Verträge überflogen und das Schriftbild habe für ihn mit den Entwürfen 

übereingestimmt, denn diese habe er schon sehr gut gekannt. Er habe diese 

Punkte nochmals kontrolliert, 3 Monate Probezeit, 3 Wochen Ferien anstatt 6 Wo-

chen und die Auszahlung des Lohn am 5. des Folgemonats statt am 25. Dann 

habe er weiter die Zahlen überprüft, die Lohnhöhe. Dies habe auch gestimmt; das 

sei Fr. 87'600.-- gewesen. Dann hätten sie unterschrieben, weil es keine Abwei-

chungen gegeben habe. Ihm sei jetzt aufgefallen, wenn er die Verträge ansehe, 

dass auf der letzten Seite oben ein ganz anderer Zeilenabstand drin sei, als sie zu 

Beginn in den Entwürfen gehabt hätten. Das könne er im Moment nicht nachvoll-

- 19 - 

ziehen. Ob dort eine Lücke gewesen sei und man das nachträglich eingefügt ha-

be. Die Titelverschiebung und den Text hätten sie auch nicht so gehabt.  

Er habe dann die Verträge zu sich nehmen wollen. Der Beschuldigte habe an-

geboten, die Verträge sauber zu kopieren und G._____ ins Fach zu legen, für die 

Ablage. Dem habe er zugestimmt. Zu diesem Zeitpunkt habe er sich nicht er-

träumt, dass man so über den Tisch gezogen werden könne. Dann sei er in den 

Mittag gegangen. Der Beschuldigte sei alleine im Büro gewesen. Nachher sei er 

um 13.20 Uhr zurück gekommen für eine Sitzung auswärts in D._____. Da sei 

noch nichts gewesen mit Couvert im Fächli (Urk. 5/2 S. 5).  

Das Couvert sei dann erst, er wisse es nicht mehr genau, Ende der Woche 26, 

das sei zwischen dem 27. Juni und 1. Juli 2011, im Fächli von G._____ gesichtet 

worden. Und dann sei es wieder verschwunden. Er könne einfach nicht sagen, an 

welchem Tag das genau gewesen sei. Es sei eine Woche später gewesen. Und 

dann sei das Couvert erst am 27. Juli 2011 wieder aufgetaucht. Es habe auf sei-

nem Tisch gelegen und sei heruntergefallen, wie man das bereits bei den Zeu-

geneinvernahmen gehört habe. Das sei am 27. Juli 2011 um 17.00 Uhr gewesen, 

als er zurückgekehrt sei.  

Auf die Frage, wie er dem Beschuldigten die Vertragsexemplare der Firma über-

geben habe, sagte C._____, dass dieser einen erhöhten Korpus habe, dort hätten 

sie unterschrieben. Er habe sie diesem nicht übergeben müssen. Sie hätten ein-

fach auf dem Korpus gelegen und seien nicht in einem Couvert drin gewesen.  

C._____ bejahte die Frage, ob er das Couvert im Fächli von G._____ selber ge-

sehen habe, und sagte, er glaube, dass sie das damals zusammen gesehen hät-

ten (Urk. 5/2 S. 6). 

 

 

4.6. Zeugen 

4.6.1. G._____ 

- 20 - 

4.6.1.1. Am 13. März 2013 wurde G._____ bei der Kantonspolizei Zürich befragt 

(Urk. 7/1). Er führte auf entsprechende Frage aus, dass er nicht über den Ver-

handlungsstand der Arbeitsverträge informiert worden sei. Soviel er wisse, habe 

der Beschuldigte die Vorlage für seinen Arbeitsvertrag gebracht. Er habe "norma-

le" Arbeitsverträge auch schon erstellt, aber nicht für so eine Stelle. Auf die Frage, 

ob man ihm die einzelnen Entwürfe gezeigt habe, sagte G._____, dass er sich 

nicht daran erinnern könne. Er wisse aber, dass es zwischen C._____ und dem 

Beschuldigten Diskussionen über die dreimonatige Probezeit gegeben habe. 

C._____ habe diese gewollt und der Beschuldigte nicht. Es habe dann noch Dis-

kussionen über die Lohnhöhe und ein Geschäftsauto gegeben. Diese Details ha-

be er von C._____ erfahren. Der Beschuldigte sei hin und wieder zu ihm gekom-

men und habe sich beklagt, dass er doch schon einige Zeit hier arbeiten würde 

und immer noch keinen Vertrag habe. Er sei wiederum zu C._____ gegangen und 

habe ihm davon erzählt und nach dem Stand des Vertrages gefragt. Dabei habe 

er dann wieder etwas von C._____ erfahren (Urk. 7/1 S. 3 Fragen und Antworten 

14-16).  

Auf Vorhalt, wonach die Arbeitsverträge am 23. Juni 2011 um die Mittagszeit von 

C._____ unterschrieben worden seien und auf Frage, ob er sich an diesen Tag 

erinnern könne, sagte G._____, dass er sich an das genaue Datum nicht mehr er-

innern könne. Er habe aber mitbekommen, dass eine Einigung stattgefunden ha-

be und die Verträge unterschrieben worden seien. Ob ihm das  

C._____ und der Beschuldigte erzählt hätten, wisse er nicht mehr. Er wisse, dass 

die Verträge um die Mittagszeit unterschrieben worden seien. Er habe die Ar-

beitsverträge erst in der drauffolgenden Woche erhalten. Da sei er sich ganz si-

cher. An welchem Tag der "darauffolgenden Woche" wisse er aber nicht mehr 

genau (Urk. 7/1 S. 4 Fragen und Antworten 17,19 und 20).  

4.6.1.2. Am 15. Mai 2014 wurde G._____ bei der Staatsanwaltschaft als Zeuge 

befragt (Urk. 7/2). Er führte aus, dass er seit zwei Jahren nicht mehr bei der 

A._____ AG arbeite. C._____ sei sein früherer Arbeitgeber gewesen. Auf ent-

sprechende Frage führte der G._____ aus, dass er bei der Erstellung der fragli-

chen Arbeitsverträge der F._____ AG und der A._____ AG mit dem Beschuldig-

- 21 - 

ten nicht involviert gewesen sei. Er sei bei der A._____ AG für die normalen Ar-

beitsverträge zuständig gewesen. Das sei jedoch ein spezieller Vertrag gewesen 

und er habe keine Vorlage gehabt. Die Verträge seien vom Beschuldigten einge-

bracht worden. Seine Verträge seien vorgegebene Muster vom Baumeisterver-

band gewesen (Urk. 7/2 S. 3). Auf die Frage, wann er die Originalverträge, also 

die Exemplare der A._____ AG und der F._____ AG, erhalten habe, sagte der 

G._____, dies müsse eine Woche später gewesen sein. Wie er mitbekommen 

habe, also nicht selber gesehen habe, habe der Beschuldigte die Exemplare be-

kommen und hätte sie ihm für die Ablage geben müssen. Es sei etwa eine Woche 

später gewesen, dass diese in seinem Fächli gewesen seien. Er müsse es richtig 

sagen, dass es ein Couvert gewesen sei, auf dem auf der Rückseite die Unter-

schrift des Beschuldigten gewesen sei. Ob die Verträge da drin gewesen seien, 

könne er nicht sagen. Er nehme es einfach an, es sei ein Couvert gewesen. Er 

habe das Couvert nicht gleich in sein Büro gebracht, weil er am Mittag ausser 

Haus gegangen sei. Er habe gesehen, dass ein Couvert dort liege, habe es wie-

der reingeschoben und sei in den Mittag gegangen. Als er vom Mittag zurück ge-

kommen sei, sei das Couvert nicht mehr da gewesen. Er habe angenommen, 

dass es Herr C._____ herausgenommen habe. Er habe auch nicht nachgefragt, 

das müsse er auch sagen. Es sei nach dem Mittag einfach nicht mehr dort gewe-

sen. Während seiner Zeit seien die Personaldossier, so auch dasjenige des Be-

schuldigten, in seinem Büro aufbewahrt worden (Urk. 7/2 S. 4). 

Die Vertragsunterlagen und Besprechungsnotizen von C._____ und dem Be-

schuldigten hätten sich bei C._____ befunden. Seine – G._____s – Arbeit habe 

sich auf fertige Dokumente beschränkt, z.B. Lohnausweise, Arbeitszeugnisse und 

Arbeitsverträge von Polieren und Angestellten (Urk. 7/2 S. 5).  

Auf entsprechenden Vorhalt der Aussagen von C._____, wonach in der zweiten 

Hälfte der Woche 26 G._____ und C._____ das Couvert im Fach von G._____ 

gesehen und darüber gesprochen hätten, fragte der Zeuge G._____ nach, ob das 

der Tag der Unterzeichnung gewesen sei. Er wisse nicht, ob sie darüber gespro-

chen hätten. Er könne sich nicht mehr daran erinnern. Er wisse nicht, ob sie sich 

über dieses Couvert ausgetauscht hätten. Er könne sich noch daran erinnern, 

- 22 - 

dass er das Couvert bei C._____ auf dem Pult habe liegen sehen. Es sei herunter 

gefallen, weshalb es ihnen auch aufgefallen sei. Dies habe seine Meinung bestä-

tigt, dass das Couvert dort gewesen sei, weil er ja gedacht habe, dass es 

C._____ genommen habe. Er sei nicht verwundert gewesen. C._____ sei sehr 

verwundert gewesen (Urk. 7/2 S. 6). C._____ habe dann das Couvert im Beisein 

von ihm aufgemacht. Er glaube, es sei das Couvert gewesen, das er dort in sei-

nem Fächli gesehen habe. Er glaube dies, weil er nicht jeden Tag ein B4-Couvert, 

unterschrieben vom Beschuldigten, gehabt habe. Es habe genau gleich ausgese-

hen (Urk. 7/2 S. 7).  

4.6.2. H._____ 

H._____ wurde am 15. Mai 2014 bei der Staatsanwaltschaft Winterthur/ Unterland 

als Zeuge befragt (Urk. 6/9). Auf entsprechende Fragen führte er aus, dass er den 

Beschuldigten über den Kiwanis-Club, wo sie beide Mitglieder seien, kenne. Aus 

dem habe sich eine Freundschaft ergeben, welche seit 10 bis 15 Jahren bestehe. 

Er habe mit dem Beschuldigten über den Fall gesprochen, aber dieser habe ihm 

keine Weisungen gegeben, was er heute sagen müsse (Urk. 6/9 S. 2). Er habe 

damals den Beschuldigten bei den Vertragsverhandlungen als Freund beraten, 

weil dieser gewusst habe, dass er in zwei Grossunternehmen relativ lange Perso-

naldirektor gewesen sei und weil dieser darauf vertraut habe, dass er wisse, wie 

ein Arbeitsvertrag auszusehen habe und was ein Solcher sein solle. Er sei vom 

Beschuldigten ungefähr Mitte Juni 2011 wegen der Arbeitsverträge kontaktiert 

worden. Auf die Frage, worum es bei diesem ersten Kontakt gegangen sei, sagte 

der Zeuge H._____, dass es ungewöhnlich gewesen sei, dass der Beschuldigte 

den Arbeitsvertrag habe entwerfen müssen. Der Beschuldigte habe ihn deshalb 

gefragt, ob er sich den Entwurf ansehen könne (Urk. 6/9 S. 3). Von Seiten des 

Arbeitgebers sei plötzlich gekommen, dass er nicht in einer Firma arbeite, son-

dern zwei Arbeitsverträge bekomme. Materiell sei die Anstellung eine solche für 

die Gruppe gewesen. Er habe dem Beschuldigten gesagt, dass das in den Ver-

trägen seinen Niederschlag finden sollte. Es sei aus administrativen Gründen ge-

wesen, dass man diese Aufteilung gemacht habe. Er habe dem Beschuldigten 

gesagt, dass man diese Verträge dann gegenseitig voneinander abhängig ma-

- 23 - 

chen müsse. Das habe er handschriftlich in den Entwurf geschrieben. Dieses Do-

kument sei seines Wissens in den Akten. Der Zeuge verwies in diesem Zusam-

menhang auf das Dokument Urk. 6/2, das er anlässlich seiner Befragung bei der 

Kantonspolizei Zürich vom 14. März 2013 (Urk. 6/1) zu den Akten gegeben hatte. 

Er zitierte den entsprechende Passus wie folgt: "Diese Aufteilung erfolgt aus in-

ternen Gründen. Beide Unternehmen haften solidarisch für die integrale Erfüllung 

der beiden AV (Arbeitsverträge)". Dies habe er vermutlich bei der Besprechung 

am 20. Juni 2011 bei sich zu Hause in … vorgeschlagen. Auf entsprechende Fra-

ge sagte H._____, dass er wisse, dass dieser Passus umgesetzt worden sei, weil 

er am 29. Juni 2011 den Beschuldigten in Meilen getroffen habe, also nach Un-

terschrift der Verträge. Er habe ihm die unterschriebenen Verträge gezeigt. Dort 

sei dieser Passus drin gewesen. Er habe ihm gesagt, dass es ok sei. Er habe 

nichts von diesem mitgenommen, weder einen Vertrag noch sonst etwas. Dann 

sei er auf die Fähre und heimwärts gegangen (Urk 67 S. 4).  

Es sei vor allem um Ziffer 1 gegangen, dass es im Grunde genommen eine An-

stellung gewesen sei, die aus rein administrativen, technischen Gründen auf zwei 

Firmen aufgeteilt worden sei. Das andere sei in Ordnung gewesen. Es sei ein 

normaler Arbeitsvertrag gewesen. Er habe dem Beschuldigten gesagt, dass er 

nicht speziell aufpassen müsse. Auf Vorhalt der von ihm bei der Kantonspolizei 

eingereichten Vertragsexemplare (Urk. 6/3 und 6/4) sagte H._____, dass der Be-

schuldigte ihm diese Entwürfe gezeigt oder per E-Mail geschickt habe, das könne 

er nicht mehr sagen. Er habe diesem gesagt, dass sie in Ordnung seien. Er könne 

sich nicht daran erinnern, ob ganz zu Beginn der Vertragsverhandlungen eine 

Probezeit vorgesehen gewesen sei. Auf die Frage, ob er mit dem Beschuldigten 

über eine Probezeit in den Verträgen gesprochen habe, sagte H._____, dass er 

es nicht mehr wisse. Aufgrund seiner Erfahrung bei der K._____ und der L._____ 

AG wisse er nur, dass es auf Stufe Direktion nicht üblich sei, eine Probezeit fest-

zulegen. Der Grund dafür sei, dass wenn bei jemandem auf dieser Stufe Unsi-

cherheiten bestehen würden, man ihn gar nicht anstelle. Er wisse nicht mehr, ob 

bei seinen Besprechungen mit dem Beschuldigten der Punkt "Abfindung" ein 

Thema gewesen sei (Urk. 6/9 S. 6). Es stimme, dass ihm der Beschuldigte die 

Originalverträge mit den Unterschriften gezeigt habe, aber er habe sie nicht mit-

- 24 - 

genommen (Urk. 6/9 S. 8). Auf den Vorhalt der Aussage des Beschuldigten, wo-

nach dieser am 29. Juni 2011, um ca. 12.00 Uhr, dem Zeugen H._____ irrtümli-

cherweise zuerst seine Originalverträge gegeben habe und diese inzwischen wie-

der erhalten und H._____ Kopien habe, sagte dieser, dass das falsch sei. Er habe 

die Originalverträge an diesem 29. Juni 2011 in Meilen gesehen, aber nie mit 

nach … genommen (Urk.6/9 S. 8). Auf die Frage, ob es für ihn als Freund des 

Beschuldigten denkbar sei, dass dieser etwas an den Originalverträgen abgeän-

dert habe, sagte H._____, dass das für ihn undenkbar wäre, dass dieser so etwas 

mache. Und wenn er ihn so etwas gefragt hätte, hätte er ihm eine Ohrfeige gege-

ben. So etwas mache man nicht (Urk. 6/9 S 9). Auf eine Ergänzungsfrage des 

Geschädigtenvertreters und insbesondere nach dem Vorhalt des E-Mails des Be-

schuldigten an C._____ vom 20. Juni 2011 betreffend Vorschlag Entwurf Arbeits-

vertrag / Herleitung auf Beiblatt (Urk. 3/2/6), sagte H._____, dass er das E-Mail 

nicht gesehen habe. Am 20. Juni habe er den Beschuldigten in … getroffen und 

sie hätten sicher über diese Beilage gesprochen. Auf die Frage, wenn er am 

20. Juni 2011 am Abend diesen Entwurf besprochen habe, wie es dann sein kön-

ne, dass er damals zu Ziffer 1 diesen Passus mit der "Solidarhaftung" eingefügt 

habe, sagte der Zeuge H._____, dass dies vorher gewesen sein müsse. Offen-

sichtlich hätten der Beschuldigte und er schon zuvor Kontakt gehabt. Nach Anga-

ben des Beschuldigten sei dieser am 8. Juni 2011 bei ihm gewesen. In seiner 

Agenda finde sich kein Eintrag. Aber wenn dieser ihn am Mittag anrufe und 

abends vorbeikomme, trage er das nicht in seiner Agenda ein. Im Moment, als er 

die zwei Verträge gesehen habe, habe er das gesagt, dass es einen Vertrag ge-

ben müsse. Als Mittel habe er diese Solidarhaftung vorgeschlagen. Am 20. Juni 

2011 habe man nochmals die Entwürfe angeschaut und er habe gesagt, dass sie 

in dieser Form in Ordnung seien (Urk. 6/9 S. 10 f.). 

Auf sein E-Mail an I._____, Kantonspolizei Zürich, vom 15. März 2013, angespro-

chen und auf die Frage, ob er sich vor diesem E-Mail mit dem Beschuldigten be-

sprochen habe, sagte H._____, dass er sich nicht daran erinnern könne. Er halte 

es für möglich. Die Klageantwort von Dr. X._____ habe ihm der Beschuldigte zu-

kommen lassen (Urk. 6/9 S. 12).  

- 25 - 

4.7. Urkunden 

4.7.1. Bei den Akten befinden sich die beiden unterschriebenen Arbeitsverträge 

im Original (Urk. 10/7/1-2). Sie tragen beide das Datum vom 29. April 2015.  

4.7.2. Von H._____ sind anlässlich seiner Befragung bei der Kantonspolizei Zü-

rich vom 14. März 2013 (Urk. 6/1) drei Urkunden eingereicht worden (Urk. 6/2, 

Urk. 6/3, Urk. 6/4).  

Beim Dokument Urk. 6/2 handelt es sich um einen Entwurf, auf dem H._____ 

handschriftliche Bemerkungen und Korrekturen angebracht hat. Der Entwurf ent-

hält unter der Ziffer 5 mit dem Titel "Gratifikation" eine Entlassungsabfindung in 

der Höhe von Fr. 54'000.--. In Ziffer 10 mit dem Titel "Ferien" wird ein Ferien-

anspruch von 3 Wochen (50%) vereinbart, und allfällige Betriebsferien und Vor-

holtage gemäss dem jeweils gültigen Arbeitskalender sind nicht eingerechnet. In 

der Ziffer 12 mit dem Titel "Dauer des Vertrages und Kündigung" ist ausdrücklich 

festgehalten, dass keine Probezeit vereinbart wird.  

Das Dokument Urk. 6/3 ist ein Entwurf des Arbeitsvertrages zwischen der  

F._____ AG und dem Beschuldigten. In diesem Exemplar wurde die von H._____ 

vorgeschlagene Solidarhaftung in Ziffer 1 aufgenommen. Die Entlassungsabfin-

dung ist auf Fr. 60'000.-- festgesetzt. Ansonsten entspricht das Dokument dem 

Entwurf in Urkunde 6/2 und ist – abgesehen vom Titel in Ziffer 5, der im unter-

schriebenen Original "Gratifikation / Entlassungsabfindung" lautet – identisch mit 

diesem (Urk. 10/7/1).  

Das Dokument Urk. 6/4 ist der Arbeitsvertrag zwischen der A._____ AG und dem 

Beschuldigten. Dieses Dokument ist ebenfalls nicht unterzeichnet. Es ist, abgese-

hen von der Arbeitgeberin, mit dem Dokument Urk. 6/3 identisch und stimmt – 

ausser dem ergänzten Titel der Ziffer 5 "Gratifikation / Entlassungsabfindung" – 

mit dem unterschriebenen Originalvertrag (Urk. 10/7/2) überein.  

4.7.3. Bei den Akten befindet sich auch das E-Mail des Beschuldigten an C._____ 

vom 20. Juni 2011, 08:50 Uhr, samt eines Entwurfes eines Arbeitsvertrages, wel-

ches mit der Strafanzeige von der Privatklägerin eingereicht wurde (Urk. 3/2/7). 

- 26 - 

Der Entwurf dieses Arbeitsvertrages enthält unter der Ziffer 1 mit dem Titel "Ver-

tragsbeginn" eine Probezeit von 3 Monaten. Eine Entlassungsabfindung ist unter 

der Ziffer 5 mit dem Titel "Gratifikation" nicht enthalten. Der Ferienanspruch in der 

Ziffer 10 beträgt 6 Wochen. Der Entwurf trägt das Datum vom 1. Mai 2011. 

4.7.4. Ein weiteres Dokument, das der Strafanzeige beigelegt wurde, ist ein "Ent-

wurf 2" (Urk. 3/2/8). Hier sind handschriftliche Korrekturen bei den Ferien unter 

Ziffer 10 und bei den Repräsentations- und Kleinspesen in Ziffer. 11.3. ange-

bracht. Ansonsten entspricht das Dokument der Urkunde 3/2/7.  

4.7.5. In den beigezogenen Akten des Bezirksgerichtes Hinwil, Geschäfts-Nr. 

AN120002 in Sachen B._____ gegen A._____ AG betreffend Forderung / Arbeits-

zeugnis, befindet sich die Urkunde 99/12/9, ebenfalls überschrieben mit "Entwurf 

2", allerdings in Klammern, welche vom Vertreter der Privatklägerin als Beweis-

mittel ins Recht gelegt wurde. Auf dem Dokument sind handschriftliche Korrektu-

ren in der gleichen Schrift wie auf dem Dokument Urk. 3/2/8, allerdings inhaltlich 

andere.  

4.8. Gutachten FOR vom 7. Januar 2014 sowie Kurzberichte FOR vom 

12. September 2012 und vom 12. Dezember 2012 

4.8.1. Die Vorinstanz hat die Erkenntnisse des Gutachtens korrekt zusammen-

gefasst (Urk. 53 S. 7 Ziff. 2.2.3.). Es kann darauf verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO).  

4.8.2. Im Kurzbericht vom 12. September 2012 wird festgehalten, dass die These 

der Privatklägerin, wonach die letzten Seiten der abgeänderten Verträge zwei 

weitere Löcher von Heftklammern aufweisen und deshalb von einer Klammer ab-

getrennt und dann nochmals neu geklammert worden seien, nicht zutreffe. Es be-

fänden sich vielmehr je vier Löcher in jeder Seite. Ein weiteres Merkmal seien die 

doppelten Eindrücke der Klammerenden, die am stärksten auf Seite 4 seien und 

gegen Seite 1 schwächer würden. Diese Merkmale würden darauf hinweisen, 

dass alle Seiten der beiden Verträge zweimal geklammert worden seien. Es be-

stünden auch keine Diskrepanzen bezüglich Falzungen in den Seitenecken (so-

- 27 - 

genannte Eselsohren) (Urk. 9/1 S. 2). Die Überprüfung des fraglichen Materials 

auf Zeilenparallelität gab keine Hinweise darauf, dass nachträglich Passagen ein-

gefügt worden seien. Der Vergleich des Arbeitsvertrags 9b mit dem Vertrags-

entwurf 8 ergebe, dass sich dieser in Teilpassagen auf allen vier Seiten unter-

scheide.  

Auf der letzten Seite der beiden fraglichen Verträge 9b und 9c würden sich die 

maschinenschriftlichen Einträge (Tonablagerungen bei den Unterschriftslinien) mit 

den Unterschriften, welche mit Kugelschreiber geleistet worden seien, kreuzen. 

Bei der raumbildmikroskopischen Untersuchung sei festgestellt worden, dass die 

Kugelschreiberpaste der Originalunterschriften über den Tonerablagerungen lie-

gen würden, d.h. die Unterschriften seien nicht blanko geleistet worden. Beim 

Vertrag 9b sei im Bereich der Unterschrift von C._____ keine konkrete Kreu-

zungsstelle mit dem Tonmaterial ersichtlich. Im Bereich dieser Unterschriften 

würden sich Streutonerpartikel feststellen lassen. Eine Aussage bezüglich Strich-

abfolge wäre mit einer zusätzlichen Untersuchung im Rasterelektronenmikroskop 

möglich.  

Die Experten kamen zum Schluss, dass sich anhand der durchgeführten Unter-

suchungen keine Hinweise auf Manipulationen der Arbeitsverträge 9b und 9c er-

geben würden (Urk. 9/1 S. 2-6). 

4.8.3. Im zweiten Kurzbericht des FOR vom 12. Dezember 2012 wird fest-

gehalten, dass das Spurenbild der unterzeichneten Arbeitsverträge 

(Urk. 9/4/6=Urk. 59/2a u. Urk. 59/2b) darauf schliessen lasse, dass Seite 4 zwei-

mal geheftet worden sei. Beim Eingang der beiden Verträge 9b und 9c hätten die 

ursprünglichen Heftklammern gefehlt und die Verträge seien dem Urkundenlabor 

mit einer anderen Heftklammerbefestigung eingereicht worden. Da bei der Er-

stellung des ersten Berichts die Fotos 10b bis 10e (Urk. 10/7/3) noch nicht zur 

Verfügung gestanden hätten, sei den fraglichen Seiten 4 zu wenig Beachtung ge-

schenkt worden, was zu einer Fehlinterpretation geführt habe. Das Spurenbild 

weise darauf hin, dass die Seiten 4 im Gegensatz zu den Seiten 1-3 eine weitere 

Klammerung aufweisen. Somit sei davon auszugehen, dass die Seiten 1-3 aus-

getauscht worden seien (Urk. 9/3 S. 3).  

- 28 - 

5. Würdigung und Fazit 

5.1. Es ist einzig zu prüfen, ob der Beschuldigte den ihm in der Anklageschrift 

vorgeworfenen Sachverhalt erfüllt hat. Sehr viele Ausführungen (insbesondere 

der Parteivertreter), die sich teilweise mit den Vorbringen im arbeitsgerichtlichen 

Prozess überschneiden, sind hier deshalb nicht von unmittelbarer Relevanz. Für 

die Darstellung in der Anklageschrift liegen keine direkten Beweise vor. Die an der 

Vertragsunterzeichnung beteiligten Personen, der Beschuldigte und C._____, sa-

gen wie aufgezeigt (oben Ziff. 4.4. u. 4.5.) diametral verschieden aus. Es ist des-

halb ein Indizienprozess zu führen. Dabei muss vorliegend – nachdem sich die 

Staatsanwaltschaft nicht mehr am zweitinstanzlichen Verfahren beteiligt – die Pri-

vatklägerin den dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalt so beweisen, 

dass daran keine vernünftigen Zweifel mehr bestehen. Im Gegensatz zum Zivil-

prozess ist im Strafprozess die Beweislast immer gleich – einseitig – verteilt. Zu-

sätzlich gilt, dass der Grundsatz "in dubio pro reo" die Latte des erforderlichen 

Beweismasses relativ hoch ansetzt. Er verlangt einen Freispruch, wenn bei objek-

tiver Würdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechter-

dings nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Beschuldigten fortbe-

stehen (so zuletzt BGE 138 V 74 E. 7 m.w.H.). 

5.2. Die Privatklägerin hat in der Strafanzeige (Urk. 3/1 S. 2 ff.), vor Vorinstanz 

(Urk. 36 S. 1 ff.), in ihrer Berufungserklärung (Urk. 58 S. 4 ff.) und auch anlässlich 

der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 12 ff.) ausführlich ihre Argumente dargelegt, 

warum bestimmte Indizien für ihre Sachdarstellung sprächen. Es ist ihr zuzuge-

stehen, dass es einige Punkte gibt, die Zweifel daran aufkommen lassen, dass 

C._____ am 22. bzw. 23. Juni 2011 die vorliegenden Arbeitsverträge in (vollstän-

diger) Kenntnis deren Inhalts wissentlich und willentlich unterzeichnet hat. Jedoch 

ist durch allenfalls vorhandene Zweifel ein strafprozessual genügender Beweis für 

die dem Beschuldigten vorgeworfene Fälschungshandlung noch nicht erbracht, 

vielmehr verhält es sich umgekehrt, d.h. es bedarf der Abwesenheit von Zweifeln 

hinsichtlich des von der Staatsanwaltschaft bzw. der Privatklägerin zu erbringen-

den Beweises. Dabei fällt nun ins Gewicht, dass auch bezüglich der Darstellung 

der Privatklägerin einige Zweifel bestehen. Darauf ist im Folgenden einzugehen: 

- 29 - 

5.2.1. Es ist davon auszugehen, dass C._____ die letzte Seite der Verträge so 

unterschrieben hat, wie sie vorliegen; demnach also insbesondere mit der sich auf 

der letzten Seite befindlichen Abrede, dass keine Probezeit vereinbart wird. Die 

Theorie der Privatklägerin, dass vom Beschuldigten im Nachhinein etwas auf die 

bereits unterschriebene Seite gedruckt worden sein könnte, ist nach den Erkennt-

nissen des Gutachtens des FOR auszuschliessen (Urk. 10/6 S. 6 Mitte). Dadurch 

wird die Position der Privatklägerin bereits empfindlich geschwächt, stellt sie sich 

doch auf den Standpunkt, es sei eben gerade eine Probezeit vereinbart worden. 

Das wirft die Frage auf, ob C._____ allenfalls wider besseres Wissen behauptet, 

Verträge mit einem andern Inhalt als dem vorliegenden unterschrieben zu haben, 

oder ob er möglicherweise das unterschriebene Papier vorgängig nicht (richtig) 

gelesen und damit etwas unterschrieben hat, was er gar nicht wollte. Beide Vari-

anten sind nicht ausgeschlossen. Wenn man nun davon ausginge, dass er die 

letzte Seite nicht (richtig) gelesen haben könnte, wäre deshalb auch denkbar, 

dass er den ganzen Rest nicht richtig gelesen, sondern höchstens überflogen und 

die Verträge so, wie sie bei den Akten liegen, unterschrieben hat. Diese Variante 

würde in gewisser Weise gestützt durch die Aussage von C._____ in der staats-

anwaltschaftlichen Befragung, wonach er die Verträge "überflogen" und nur punk-

tuell überprüft habe (Urk. 5/2 S. 5). Ob es sich aber bei einem "untergeschobe-

nen, nicht gewollten Vertragstext" ebenfalls um eine strafrechtlich relevante Ur-

kundenfälschung handelte, wie vom Vertreter der Privatklägerin behauptet (Urk. 

58 S. 30 N 103), muss nicht überprüft werden, da ein solcher Sachverhalt nicht 

von der Anklageschrift umfasst ist.  

5.2.2. Weiter ist überhaupt nicht klar, wann welcher Entwurf wie abgeändert wur-

de. Es liegen hierzu widersprechende Behauptungen der Parteien vor: Seitens 

der Privatklägerin wurde dabei auf Entwürfe von Arbeitsverträgen verwiesen, wel-

che mit der Strafanzeige eingereicht wurden (Urk. 3/2/3, Urk. 3/2/4, Urk. 3/2/6, 

Urk. 3/2/8), seitens des Beschuldigten dagegen auf die von H._____ vorgelegten 

Arbeitsvertragsentwürfe (Urk. 6/2 - Urk. 6/4). Grundsätzlich erscheinen auch hier 

beide Darstellungen nicht als von vornherein abwegig. Jene der Privatklägerin 

wird jedoch dadurch relativiert, weil offenbar auch ihrerseits nicht mehr rekonstru-

iert werden kann, wie sich der chronologische Ablauf der Vertragsverhandlungen 

- 30 - 

genau ausgestaltete: So weist der Vertreter der Privatklägerin in der Berufungser-

klärung vom 11. Februar 2015 auf das E-Mail des Beschuldigten vom 20. Juni 

2011 an die Privatklägerin samt Anlagen hin (Urk. 3/2/7) und bezeichnet dieses 

als Hauptbelastungsindiz (Urk. 58 S. 5). In der Berufungsverhandlung bezeichnet 

er dieses E-Mail gar als "Vorhängeschloss der Indizienkette" (Prot. II S. 12). In der 

Anlage dieses Mails findet sich der Entwurf eines Arbeitsvertrages zwischen 

F._____ AG und B._____, welcher gemäss Privatklägerin in der Folge von 

C._____ und dem Beschuldigten besprochen worden sei, wobei handschriftlich 

u.a. zwei Änderungen angebracht worden seien, und so als "Entwurf 2" in die Ak-

ten Eingang gefunden habe (Urk. 3/1 S. 4 u. Urk. 3/2/8). Interessant ist in diesem 

Zusammenhang nun allerdings, dass der Vertreter der Privatklägerin im Rahmen 

des Zivilverfahrens als Beweismittel ebenfalls einen "Entwurf 2" eingereicht hatte 

(Urk. 99/12/9), der aber inhaltlich andere handschriftliche Ergänzungen aufweist 

als der "Entwurf 2", welcher der Strafanzeige beigelegt wurde. Die Handschrift 

kann C._____ zugeordnet werden, was sich bei einem Vergleich mit seinen Be-

sprechungsnotizen in Urk. 3/2/2 und Urk. 3/2/5 ergibt. Es steht also fest, dass es 

vom von der Privatklägerin in den beiden Verfahren eingereichten "Entwurf 2" 

(mindestens) zwei verschiedene Versionen gibt. Die Privatklägerin macht dann 

weiter geltend, das E-Mail von C._____ an seinen Berater J._____ mit einem Ver-

tragsentwurf im Anhang und dem Kommentar "Für die ersten 3 Monate haben wir 

Probezeit abgemacht" bedeute, dass effektiv eine Probezeit abgemacht worden 

sei (Urk. 58 S. 9). Es ist aber bezeichnend, dass gemäss dem mitgesandten Ar-

beitsvertragsentwurf gerade keine Probezeit vereinbart wird (Urk. 3/2/4). Die ver-

meintlich "harten Fakten", wie sie der Vertreter der Privatklägerin immer wieder 

beschwört (Urk. 58 S. 9 oben), werden dadurch immer weiter abgeschwächt. Er-

schwerend kommt schliesslich dazu, dass keiner der Entwürfe datiert ist, was ei-

ner Beweisführung offensichtlich ebenfalls abträglich ist.  

5.2.3. Die Vorinstanz hat sich sodann bereits zutreffend zu den von der Privatklä-

gerin ins Feld geführten Argumenten betreffend Bostitchspuren, Seitendarstellun-

gen der Verträge, den Zeitpunkt und die Art und Weise, wie der Vertrag zum Vor-

schein gekommen sei, die Aussagen von H._____ oder die überschriebenen Da-

- 31 - 

teien auf dem Stick des Beschuldigten geäussert, worauf zur Vermeidung von 

Wiederholungen zu verweisen ist (Urk. 53 S. 7 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5.2.4. Die Privatklägerin hat im Berufungsverfahren mehrfach und dezidiert darauf 

hingewiesen, dass der Beschuldigte auf das E-Mail vom 29. Juli 2011 von  

C._____, wonach die nun vorliegenden, unterzeichneten Arbeitsverträge nicht 

dem entsprächen, was sie abgemacht hätten, gar nicht reagiert habe. Das sei so 

unnatürlich, dass das Gericht nicht darum herumkomme, sich damit auseinander 

zu setzen (Urk. 58 S. 12, S. 14, Prot. II S. 17). Man kann sich nun durchaus mit 

der Privatklägerin auf den Standpunkt stellen, dass jemand in einer solchen Situa-

tion normalerweise – was immer das heissen mag – schneller oder heftiger rea-

gieren könnte. Aber auf der anderen Seite ist umgekehrt auch dem Beschuldigten 

zuzustimmen, wonach es ungewöhnlich ist, dass die Privatklägerin den Beschul-

digten nach der Entdeckung der angeblichen Fälschung der Arbeitsverträge am 

27. Juli 2011 noch bis zum 21. Oktober 2011 weiterbeschäftigt hat. Das notwen-

dige Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer muss ja offen-

sichtlich völlig zerstört sein, wenn ein Arbeitgeber feststellt, dass ihm der Arbeit-

nehmer einen gefälschten Vertrag untergeschoben hat. Solches bildete denn 

auch sicher einen Grund für eine fristlose Kündigung. Dass die Privatklägerin den 

Beschuldigten nach der angeblichen Entdeckung der gefälschten Arbeitsverträge 

noch während knapp dreier Monate weiterbeschäftigt hat, ist darum auch kaum 

"normal" und spricht sicher eher gegen deren Darstellung als dafür.   

Mithin entsprechen die Verhaltensweisen sowohl des Beschuldigten als auch von 

C._____ bzw. der Privatklägerin in den aufgezeigten Situationen nicht ganz dem, 

was man gemeinhin als "normal" empfinden würde. Das mag damit von der jewei-

ligen Gegenpartei mit nachvollziehbaren Gründen als Indiz für die eigene Darstel-

lung angeführt werden. Insgesamt neutralisieren sich die Argumente aber. Jeden-

falls kann vor dem Hintergrund der Beweisbedürftigkeit des Anklagesachverhaltes 

nicht davon ausgegangen werden, dass damit etwas für die Privatklägerin ge-

wonnen wäre.  

5.3. Angesichts dieser Ausgangslage käme eine Verurteilung des Beschuldig-

ten nur noch dann in Betracht, wenn sich dieser geradezu selber belasten würde. 

- 32 - 

Bei einigen seiner Aussagen fällt nun schon auf, dass er vorab aus taktischen 

Gründen jeweils ein weitgehendes Nichtwissen behauptet haben könnte – bei-

spielsweise im Zusammenhang mit Details zum Zustandekommen des Vertrags 

(Urk. 94 S. 4 ff.), obschon er zugegebenermassen die treibende Kraft dahinter 

war und selber Vertragsentwürfe in die Verhandlungen einbrachte. Ebenso gab er 

bezüglich des vom ihm versendeten E-Mails vom 20. Juni 2011 mitsamt Arbeits-

vertragsentwurf an, nicht mehr zu wissen, wie und aus welchem Grund dieses 

Mail verschickt worden sei und ob das überhaupt von ihm gekommen sei (Urk. 94 

S. 4 f.), was angesichts der kurz darauf erfolgten Vertragsunterzeichnung merk-

würdig wirkt. Schliesslich erklärte er sogar, nicht mehr zu wissen, wer die Idee ei-

ner Austrittsentschädigung gehabt habe (Urk. 94 S. 13), obschon bei der ge-

gebenen Interessenlage offensichtlich ist, dass der Anstoss zum betreffenden 

Vertragspunkt kaum von der Privatklägerin ausgegangen sein wird. Diese Auf-

fälligkeiten reichen jedoch angesichts des fehlenden Beweisfundaments nicht 

aus, um von einer beweisrelevanten indiziellen Selbstbelastung auszugehen. 

Der unter Anklageziffer 1. a) eingeklagte Sachverhalt lässt sich damit nicht 

rechtsgenügend erstellen, weshalb ein Freispruch zu erfolgen hat.  

B. Anklageziffer 1. b) Mehrfache versuchte Nötigung 

1. Tatvorwurf 

Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 1. b) zusammenfassend vorgeworfen, er 

habe, obwohl er mit Schreiben vom 12. Oktober 2011 von seinem Arbeitgeber 

A._____ AG aufgefordert worden sei, bis zum 14. Oktober 2011, 18 Uhr, die 

Ausmasse der Baustellen … Wetzikon, … Zumikon, … Forch und … Wald her-

auszugeben, diese Unterlagen innert Frist nicht am Geschäftssitz in D._____ ein-

gereicht. Auch den beiden weiteren schriftlichen Aufforderungen habe er keine 

Folge geleistet. Obwohl er drei Mal schriftlich und zuvor mündlich mehrmals vom 

Arbeitgeber aufgefordert worden sei, die Ausmasse für die bereits genannten 

Baustellen herauszugeben, habe der Beschuldigte von der A._____ AG aus dem 

gemäss a) gefälschten Arbeitsvertrag eine Lohnzahlung von 50% für August 

2011, d.h. Fr. 6'218.75, gefordert, indem er jeweils von seinem Wohnort an der … 

- 33 - 

[Adresse] aus handelnd am 20. September 2011 zu C._____ gesagt habe, dass 

wenn dieser seinen Arbeitsvertragsverpflichtungen nachkomme, er auch seinen 

nachkommen würde und im E-Mail vom 22. September 2011 und dem Schreiben 

vom 16. Oktober 2011 festgehalten habe, dass die A._____ AG ihren Arbeitge-

berverpflichtungen bezüglich seiner ausstehenden Lohnzahlungen für August 

2011 nicht nachkomme. Dies habe der Beschuldigte im Wissen darum getan, 

dass die A._____ AG ohne die Lieferung dieser Ausmasse Rechnungsbeträge 

von ca. 100'000.-- nicht einfordern könne. Er habe damit auf diesem Weg die Be-

zahlung seiner strittigen Forderung zu erzwingen versucht. Zum genauen Wort-

laut der Anklage sei auf die Anklageschrift verwiesen (Urk. 21 S. 3 f.).  

2. Parteidarstellungen 

Die Vorinstanz hat die Standpunkte der Parteien zutreffend wiedergegeben 

(Urk. 53 S. 18-20). Es kann auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3. Beweismittel 

3.1. Als Beweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten und des als Aus-

kunftsperson befragten C._____ sowie die Zeugenaussagen von G._____ und 

M._____ vor. Sodann liegen diverse E-Mails bei den Akten. Auch im beigezoge-

nen Zivilprozess finden sich diverse E-Mails und Kopien von Ausmassen. 

3.2. Aussagen des Beschuldigten 

3.2.1. Anlässlich seiner Befragung bei der Kantonspolizei Zürich am 22. Februar 

2013 (Urk. 4/1) sagte der Beschuldigte auf entsprechenden Vorhalt, wonach er 

zwecks Einforderung der Lohnzahlung Ausmasse zurück behalten haben soll, 

dass er das nicht gemacht habe. Er habe fortlaufend die Ausmasse erstellt und 

abgeliefert. Er könne dazu auch noch Mitarbeiter und Bauleitungen benennen, die 

ihm vor Ort beim Erstellen der Ausmasse behilflich gewesen seien (Urk. 4/1 S. 9). 

Er habe auch noch bei M._____ nachfragen müssen, um die Schnittstellen der 

Ausmasse zu klären. Mit der Ablieferung und Erstellung der Ausmasse sei er im 

Zeitplan gewesen. Äusserungen, wie sie in der Anzeige erwähnt seien, habe er 

- 34 - 

nie gemacht. Auf entsprechenden Vorhalt, wonach er unter anderem auch noch 

die Ausmasse der Baustelle "…" und "…" zurück behalten habe, sagte der Be-

schuldigte, dass … Wetzikon ein Pauschalvertrag gewesen sei, bei dem keine 

Ausmasse für die Endabrechnung massgebend gewesen seien. Bei … habe 

M._____ die Ausmasse der Baumeisterarbeiten abgeschlossen (Urk. 4/1 S. 10).  

3.2.2. Am 15. Mai 2014 wurde der Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft ein-

vernommen (Urk. 4/3). Auf entsprechenden Vorhalt, wonach sowohl C._____ als 

auch G._____ gesagt hätten, dass er (der Beschuldigte) sich mehrmals dahinge-

hend geäussert habe, dass er seinen Verpflichtungen – dem Ausliefern der Aus-

masse – nachkommen werde, wenn die A._____ AG ihrer (Zahlungs-

)Verpflichtung nachkomme, sagte der Beschuldigte, dass man da nicht das eine 

mit dem anderen vermischen dürfe. Die Ausmasse seien alle abgeliefert worden. 

Diese seien auch dem Bezirksgericht Hinwil eingereicht worden. Diese Unterla-

gen hätten sie beim Bezirksgericht Hinwil wegen des Beweisverfahrens einge-

reicht. Interessanterweise würden diese Unterlagen die Unterschrift von G._____ 

tragen. Es sei übrigens zutreffend, dass M._____ am 25. August 2011 sämtliche 

Unterlagen mit den Ausmassen C._____ übergeben habe. Wenn er sich richtig 

erinnere, habe dieser sich das quittieren lassen. Im August 2011 habe man 

Fr. 109'774.-- als Akontozahlungen und Kleinrechnungen in Rechnung stellen 

können, damals seien auch Betriebsferien gewesen. Für den September 2011 

seien Fr. 227'287.70 in Form von Akontos und Kleinrechnungen in Rechnung ge-

stellt worden. Per Oktober 2011 habe er infolge der fristlosen Entlassung per 

21. Oktober 2011 nicht fertig verrechnen können (Urk. 4/3 S. 10). 

Bis zum letzten Ausmass im Oktober habe er laufend alles abgerechnet, da sei er 

ähnlich wie M._____. Das heisse aber nicht, dass wenn die Unterlagen bei ihm 

weg gewesen seien, dann auch von der Administration fakturiert worden seien. Er 

habe keine Ausmasse zurückbehalten und er habe nie zu spät abgeliefert 

(Urk. 4/3 S. 11).  

3.2.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 22. Oktober 2015 erklärte der 

Beschuldigte, keine Ausmasse zurückbehalten zu haben. Es gebe genügend Leu-

te, die wüssten, dass er die Ausmasse pünktlich abgegeben habe und auch die 

- 35 - 

Rechnungen zum richtigen Zeitpunkt gestellt worden seien. Die Privatklägerin ha-

be nichts eingereicht. Er könne das belegen. Es habe sogar einen Stempel des 

Buchhalters auf den Rechnungen, wobei das Datum und der Betrag ersichtlich 

seien. Es sei richtig, dass er gesagt habe, die Privatklägerin solle den Vertrag er-

füllen. Ein Ausmass sei ein laufender Prozess. Gewisse Sachen könne man erst 

ausmessen, wenn man zum Beispiel die Rechnung des Lieferanten habe. Aber 

bis dann könne man die anderen Sachen ausmessen, was er gemacht habe. Bei 

… in Wald seien die falschen Steine gekommen. Man habe neue Steine herstel-

len müssen. Aber alles andere sei ausgeführt, ausgemessen und verrechnet ge-

wesen. Er könne ja aber nicht Steine verrechnen, die man weder produziert noch 

verlegt habe. Das wäre nicht statthaft. Es sei zutreffend, dass alle Ausmasse im-

mer rechtzeitig abgeliefert worden seien. Das sehe man auch daran, dass die 

Kontozahlungen rechtzeitig ausgelöst worden seien. Das hätten sie eingereicht. 

Betreffend das E-Mail von N._____ vom 17. Oktober 2011 und der darin enthalte-

nen Mahnung bezüglich der Ablieferung von Ausmassen erklärte der Beschuldig-

te, das nicht mehr genau zu wissen. Sie hätten einen Zusatzauftrag betreffend 

Flachdacharbeiten bei diesem … gehabt. Das sei neben der Pauschale gelaufen. 

Das habe ein Flachdachspezialist machen müssen. Sie hätten das Ausmass ab-

gegeben, aber es habe eben noch Ergänzungsarbeiten gegeben. Vor dem 

17. hätten sie auf dem Platz noch eine Besprechung gehabt. Sie hätten damals 

Fristen ausgemacht, bis wann die Schlussausmasse und -rechnungen hätten pa-

rat sein müssen. Das sei ein normaler Prozess gewesen.   

Wenn man in den Akten nachschaue, sehe man die Chronologie der Akonto in 

diesen Bereichen. Er meine, er sei bei diesem Flachdach schon beim zweiten 

Akonto gewesen oder es sei sogar schon die Schlussrechnung draussen gewe-

sen. Zu den Zeugenaussagen von G._____, wonach der Beschuldigte andauernd 

mal da und mal dort Ausmasse nicht oder zu spät abgeliefert habe, weil er zuerst 

die anderen 50% des Lohnes gewollt habe, erklärte der Beschuldigte, dass das 

"interessant" sei. G._____ sei ja ausgerechnet derjenige, der mit Stempel und 

seiner Unterschrift am Schluss die Kontozahlungen visiert habe und zwar in den 

Fällen, bei welchen er gesagt habe, die Ausmasse hätten nicht vorgelegen. Auf 

Vorhalt der Zeugenaussagen von G._____, wonach man aufgrund des Rapports 

- 36 - 

und der Datierung gesehen habe, dass die Ausmasse schon zuvor bestanden 

hätten, der Beschuldigte diese also schon gehabt, aber nicht abgeliefert habe, 

und auf die Frage, ob G._____ lüge, erklärte der Beschuldigte, dass Letzteres zu-

treffe und G._____ aus seiner Sicht lüge.   

Auf Vorhalt, dass man gemäss G._____ bei der Baustelle … Wetzikon wegen des 

fehlenden Ausmasses Fr. 100'000.-- nicht habe verrechnen können, gab der Be-

schuldigte zu Protokoll, er meine, der ursprüngliche Betrag sei um Fr. 140'000.-- 

gewesen und dass sie diesen zu 90% schon lange drin gehabt hätten. Die ande-

ren Zusatzaufträge seien laufend fakturiert worden, was aus den Gerichtsunterla-

gen hervorgehe. Die Aussage von G._____ sei deshalb nicht zutreffend. Es stim-

me nicht, dass man Fr. 100'000.-- nicht habe verrechnen können. Auf Ergän-

zungsfrage des Vertreters der Privatklägerin, wonach soeben ausgeführt worden 

sei, dass am 18. Oktober 2011 an der Sitzung mit N._____ auch über dieses 

Ausmass gesprochen worden sei, der Beschuldigte dagegen bei der Polizei aus-

geführt habe, es seien keine Ausmasse besprochen worden, da es ein Pauschal-

vertrag gewesen sei, antwortete der Beschuldigte, sie hätten einen Hauptvertrag 

gehabt, das sei eine Pauschale gewesen, wobei dort keine Ausmasse gemacht 

werden müssten. Bezüglich des Flachdachs hätten sie eine Nachzugsofferte ge-

habt, da habe man Ausmasse machen müssen. Das habe man ganz fertig ma-

chen müssen. Das sei Bestandteil dieser Besprechung gewesen. Das habe nicht 

die Pauschale betroffen (Urk. 94 S. 9 ff.).  

3.3. Aussagen Auskunftsperson C._____ 

Anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 15. Mai 2014 

(Urk. 5/2) sagte C._____, dass er selbst während der Anstellungszeit des Be-

schuldigten festgestellt habe, dass dieser absichtlich Ausmasse nicht oder zu spät 

abgegeben habe. Er habe das festgestellt, indem ihm das der Beschuldigte ge-

sagt habe. Der Beschuldigte habe gesagt, dass er die Ausmasse erst herausge-

be, wenn er – C._____ – seinen Verpflichtungen nachgekommen sei. Dies habe 

der Beschuldigte direkt zu ihm gesagt. Das sei im September oder Oktober 2011 

gewesen und das sei mehrmals vorgekommen (Urk. 5/2 S. 11). Auf die Frage, ob 

noch jemand anwesend gewesen sei, als das der Beschuldigte zu ihm gesagt ha-

- 37 - 

be, sagte C._____ das Folgende: "Ich würde meinen, dass ich nicht immer alleine 

war" (Urk. 5/2 S. 11). Insgesamt habe der Beschuldigte ca. 20 mal zu spät und 5 

bis 10 Mal gar nicht abgeliefert (Urk. 5/2 S. 12).  

3.4. Zeugenaussagen 

3.4.1. G._____ 

Anlässlich seiner Befragung bei der Staatsanwaltschaft vom 15. Mai 2014 als 

Zeuge (Urk. 7/2) sagte G._____ auf entsprechende Frage, dass der Beschuldigte 

für die Ablieferung der Ausmasse zuständig gewesen sei. Er habe jeweils ge-

wusst, dass der Beschuldigte hätte die Ausmasse abliefern sollen. Dieser habe 

gesagt, dass er das nicht mache, weil er noch Lohn haben wolle. Er habe das mit 

dem begründet: "Macht ihr eure Pflicht, dann mache ich meine". Das "Theater" 

hätten sie am Schluss wöchentlich gehabt. Seine Nachkalkulation habe gesagt, 

dass er soviel haben müsse, aber er habe die Ausmasse nicht dazu gehabt. Er 

könne nicht mehr sagen, wie oft der Beschuldigte die Ausmasse gar nicht abgelie-

fert habe, aber es sei vor allem eine Baustelle gewesen, bei der es kritisch gewe-

sen sei. Das sei am …, … Wetzikon, eine grössere Geschichte gewesen. Das 

seien über Fr. 100'000.-- gewesen, die sie nie in Rechnung hätten stellen können, 

weil die Ausmasse vom Beschuldigten nie gekommen seien. Auf die Frage, wie 

oft der Beschuldigte die Ausmasse zu spät abgeliefert habe, sagte der Zeuge 

G._____, dass er keine Zahl nennen könne. Es sei andauernd mal da und mal 

dort gewesen. Es seien auch später Ausmasse rausgekommen, dass man gese-

hen habe, aufgrund des Rapports und der Datierung, dass sie bereits zuvor be-

standen hätten, dass dieser sie bereits gehabt hätte (Urk. 7/2 S. 8). Er wisse 

nicht, wie viel das gewesen sei. Er könne nicht sagen, ob es zehn oder zwanzig 

Rapporte gewesen seien. Er könne sich aber noch erinnern, dass die Summe 

immer grösser geworden sei von den Akontos, die sie den Bauherren nicht hätten 

stellen können. Es habe Bauherrschaften gegeben, die gesagt hätten, sie sollen 

einen Teil der Akontos schicken und die Ausmasse abliefern. Andere Bau-

herrschaften hätten gesagt, ohne Ausmass kein Akonto (Urk. 7/2 S. 9). Der Be-

schuldigte habe die Ausmasse nicht oder zu spät abgeliefert. Der Beschuldigte 

habe immer wieder gesagt, "zahlen den ganzen Lohn" – damit habe dieser den 

- 38 - 

A._____ und den F._____-Teil gemeint –, "dann liefere ich auch meine Aus-

masse". Das sei jetzt keine Aussage im wörtlichen Sinn. Auf die Frage, wie häufig 

das der Beschuldigte zu ihm gesagt habe, sagte der Zeuge G._____, dass er sich 

an einmal erinnern könne, als dieser bei ihm im Büro gewesen sei. Das sei ener-

gisch, aufgewühlt, oder wie auch immer gewesen. Dieser habe ihm gesagt, sie 

sollten ihm den Lohn zahlen. Sie hätten dem Beschuldigten immer gesagt, dass 

der Arbeitsvertrag mit der F._____ nicht mehr zähle (Urk. 7/2 S. 10).  

Auf die Frage, weshalb diese Aufgabe der Ausmasse nicht jemand anders aus 

der Firma übernommen habe, sagte der G._____, dass das ganz schwierig sei. 

Diese Ausmasse seien teilweise sehr komplex. C._____ habe andere Projekte 

gehabt. Zu diesem Zeitpunkt sei nur C._____ in Frage gekommen. Dazu brauche 

man das entsprechende Spezialwissen (Urk. 7/2 S. 11). Auf die Frage, wieso 

C._____ diese Aufgabe der Ausmasse nicht übernommen habe, sagte der 

G._____, das hätte schlicht seine Kapazität gesprengt. Dieser habe auch noch 

eine Architektur gehabt. Sie seien zudem mitten in der Liquidation von F._____ 

AG gewesen, mit allem was dazu gehöre. Es sei unmöglich, alles zu machen 

(Urk. 7/2 S. 11).  

Auf die Frage, ob der Beschuldigte ihm gegenüber einmal gesagt habe, dass er 

die Ausmasse absichtlich zurückhalte, um seine Lohnforderung durch zusetzten, 

sagte der G._____, dass er sich nur an allgemein gehaltene Aussagen erinnern 

könne und nicht an "so konkrete, wie Sie mich jetzt gefragt haben" (Urk. 7/2 

S. 12). Die Frage, ob er bestätigen könne, dass der Beschuldigte ihm gegenüber 

am 2. September 2011 mehrmals gedroht habe, gewisse Arbeiten/Ausmasse zu-

rückzubehalten, wenn dieser nicht den ganzen Lohn erhalten werde, sagte der 

G._____, dass es für ihn unmöglich sei. Er könne nicht sagen, was er am 

2. September 2011 mit dem Beschuldigten besprochen habe (Urk. 7/2 S. 12).  

 

3.4.2. M._____ 

- 39 - 

Am 15. Mai 2014 wurde M._____ bei der Staatsanwaltschaft Zürich als Zeuge be-

fragt (Urk. 8/2). Auf entsprechende Frage führte er aus, dass er zwischen Juli und 

Oktober 2011 vorwiegend Ausmasse gemacht habe für laufende Baustellen. Das 

seien Projekte der A._____ AG und der F._____ AG gewesen. Das sei damals 

ein schöner Teil seiner Arbeit gewesen. Er habe die Funktion eines Bauführers 

gehabt und sei vom 1. Juli 2009 bis zum 25. August 2011 für die Firmen von 

C._____ tätig gewesen. Er wisse nicht, wer seine Arbeit übernommen habe (Urk. 

8/2 S. 3). Er habe die Unterlagen am 25. August 2011 abgegeben, wenn er sie 

nicht bereits zuvor abgegeben habe. Das seien alles Unterlagen von laufenden 

Baustellen gewesen, auch der Ausmass-Ordner. Er habe das alles sowie die 

Baustelle … Wetzikon an C._____ übergeben. Auf den Vorhalt, wonach G._____ 

gesagt habe, dass es eine Übergangsphase gegeben habe, in welcher er 

(M._____) den Beschuldigten unterstützt habe, sagte der M._____, er habe die-

sen im Ausmass unterstützt. Das seien Baustellenabrechnungsvorbereitungen, 

welche zum grössten Teil aus Ausmassen bestünden. Das habe er dort intensiv 

für die Baustelle in Wetzikon gemacht. Es habe keine Probleme für ihn gegeben, 

weil es eine reine Tätigkeit vor Ort sei, die abgelaufenen Arbeiten im Ausmass zu 

dokumentieren. Es seien noch in den laufenden Projekten Zumikon, …-Strasse, 

…-Strasse in Zumikon, … in Hombrechtikon, … Wald, …-Strasse in E._____, … 

in D._____ und die … in Wetzikon, Ausmasse zu erstellen gewesen (Urk. 8/2 

S. 4). Als er die Projekte übergeben habe, seien alle à jour gewesen. Es sei ideal, 

wenn man à jour sei, eigentlich das, was gerade gemacht worden sei. Das könne 

sich aber auch hinziehen, bis zu zwei bis drei Monate nach Fertigstellung der 

Baustelle. Es komme auf die Lieferanten-Rechnungen an. Es gäbe keinen Tag X. 

In seinem Fall hätten sie einfach abgemacht, dass er am 25. August 2011, alles 

was laufe, im Ausmass aufnehme und abgebe. Das habe er gemacht. Es sei toll 

gewesen. Das sei aussergewöhnlich gewesen, aber er habe es gemacht. Es 

brauche einen Effort. Es sei eine reine Fleiss-Leistung, man müsse das auf Pa-

pier bringen und vor Ort überprüfen und kontrollieren. Wenn man Zeit habe und 

dran sitzen könne, gehe es zügig. Die Abgabe der Ausmasse könne sich verzö-

gern, weil man nicht alle Angaben habe, nicht alle Rapporte, z.B. vom Polier habe 

oder Lieferantenrechnungen nicht habe. Oder der Arbeitsteil, der auf der Baustel-

- 40 - 

le zu leisten sei, noch nicht geleistet worden sei, weil das Endprodukt noch nicht 

hergestellt worden sei (Urk. 8/2 S. 5). Von seiner Seite her sei alles zu 100% fer-

tig gewesen. Er habe keine Pendenzen gehabt, als er gegangen sei. Die Frage, 

ob er selber während der Anstellungszeit vom Beschuldigten, als er noch dort tä-

tig gewesen sei, festgestellt habe, dass der Beschuldigte absichtlich Ausmasse 

nicht oder zu spät abgegeben habe, verneinte der Zeuge (Urk. 8/2 S. 6). Auf Er-

gänzungsfrage, was genau die Aufgabe des Beschuldigten gewesen sei, nach-

dem er diesem das Dossier … übergeben habe, sagte der M._____ das Folgen-

de: "Im Normalfall wäre daraus die Rechnungsstellung geflossen. Diese Baustelle 

war zu diesem Zeitpunkt sicher fertig. Man hätte unmittelbar daraus die Rechnung 

stellen können. Es gab nichts, was dem im Weg stand, von meiner Seite her" 

(Urk. 8/2 S. 7).  

 

3.5. Urkunden 

3.5.1. Bei den Akten liegt ein E-Mail von O._____ an C._____ vom 20. September 

2011 mit einer Aktennotiz betreffend eine Aussage des Beschuldigten am 

20. September 2011, 8.10 Uhr (Urk. 3/2/18). Darin steht: "Nachfrage von C._____ 

bei B._____ bezüglich AK-Zahlungen. B._____ sagt: Wenn Du Deinen Arbeitsver-

tragsverpflichtungen nachkommst, komme ich meinen auch nach!".  

3.5.2. Das Dokument Urk. 3/2/23 ist eine Abmahnung vom 12. Oktober 2011 von 

C._____ an den Beschuldigten. Darin wird der Beschuldigte aufgefordert, "alle 

von ihm zurückbehaltenen Ausmasse und Geschäftsdokumente" an C._____ zu 

übergeben;. "insbesondere die aktuellsten Ausmasse der Baustelle … Wetzikon, 

… Zumikon, … Forch und … Wald". 

3.5.3. Am 14. Oktober 2011 erfolgte eine zweite Abmahnung betreffend Ausmass-

Dokumente etc. (Urk. 3/2/25).  

3.5.4. Die Stellungnahme des Beschuldigten vom 16. Oktober 2011 zur Abmah-

nung vom 12. Oktober 2011 findet sich in Urk. 3/2/27. Darin nimmt der Beschul-

- 41 - 

digte zu jeder einzelnen Baustelle Stellung und begründet, weshalb die Ausmasse 

noch nicht erstellt werden könnten.  

3.5.5. Die 3. Abmahnung seitens der A._____ AG erfolgte mit Schreiben vom 

19. Oktober 2011 (Urk 3/2/28). 

3.6. Urkunden aus den beigezogenen Akten 

3.6.1. Der Beschuldigte hält in einer E-Mail an C._____ und G._____ vom 

23. September 2011 fest, welche Akontozahlungsgesuche bei der Administration 

abgegeben und welche Kleinbaustellen zur Fakturierung abgegeben wurden 

(Urk. 99/12/38).  

3.6.2. Das Dokument Urk. 99/12/39 ist ein E-Mail-Wechsel zwischen G._____ und 

dem Beschuldigten, worin es um die Kostensituation Anbau Wohnhaus … geht.  

3.6.3. Das Dokument Urk. 99/12/41 ist ein E-Mail-Wechsel zwischen C._____ und 

dem Beschuldigten zwischen dem 22. September 2011 und dem 30. September 

2011. Darin fordert C._____ den Beschuldigten auf, eine vollständig gerechnete 

Offerte für zwei Einfamilienhäuser … [Adresse] in der Administration abzugeben. 

Der Beschuldigte schreibt in seinem Antwortmail, dass er noch den ausstehenden 

Stellenbeschrieb zur Gegenzeichnung erwarte. Der Beschuldigte weist darauf hin, 

dass er infolge Unvollständigkeit der Unterlagen den Termin nicht einhalten könne 

und noch immer die Subunternehmergrundlagen fehlen würden. Im letzten Absatz 

hält der Beschuldigte fest, dass die A._____ AG ihren Arbeitgeberverpflichtungen 

bezüglich seiner ausstehenden Lohnzahlung August 2011 nicht nachkomme.  

3.6.4. Die Urkunde 99/12/55 enthält mehrere Mails bezüglich … AG. In einem 

Mail vom 11. Oktober 2011, 08:55, von N._____ an C._____, ersucht jener um 

das Ausmass zusammen mit der Schlussabrechnung für das Projekt Flach-

dachsanierung bis Ende der Woche. Er weist darauf hin, dass die Akontorech-

nung vor Erhalt der Schlussrechnung zusammen mit dem prüfbaren Ausmass 

nicht freigegeben werden könne. Sodann hält N._____ noch fest, dass er für die 

gemeinsame Sitzung zur Bereinigung der Kosten die geprüften Unterlagen als 

- 42 - 

Grundlage zusammen mit dem Werkvertrag, welche sie von der A._____ AG 

noch nicht zurückerhalten hätten, benötige.  

In einem Mail vom 11. Oktober 2011, 12:23 Uhr, schreibt O._____ an den Be-

schuldigten, dass N._____ ein Mail geschickt habe, weil er für die Abrechnung 

das Ausmass Flachdach Baumeisterarbeiten brauche und fragt, ob er ihr das ge-

ben könne, damit sie es erfassen könne. 

Mit Mail vom 17. Oktober 2011 schreibt N._____ an den Beschuldigten und bittet 

diesen um die fristgerechte Ausführung der aufgelisteten Arbeiten und darum, ihm 

das Ausmass für die Bauarbeiten der A._____ AG für das Projekt Flachdachsa-

nierung bis morgen, 18. Oktober 2011, zukommen zu lassen, damit er es vor sei-

nem Urlaub (ab KW 43) noch prüfen könne.  

3.6.5. Die Urkunde 99/12/61 umfasst 22 Doppelseiten Ausmassangaben.  

4. Würdigung und Fazit 

Die Vorinstanz hat die Aussagen von C._____ zutreffend gewürdigt und ist zum 

Schluss gekommen, dass mit diesen die in der Anklage aufgeführte Aussage des 

Beschuldigten nicht bewiesen werden könne (Urk. 53 S. 20 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Wenn die Privatklägerin im Berufungsverfahren kritisiert, die Vorinstanz 

habe die Aussagen des Zeugen G._____ "nicht wahrgenommen" (Urk. 58 S. 34), 

stimmt dies insofern, als dass diese im vorinstanzlichen Urteil tatsächlich keinen 

Niederschlag fanden. Es fällt jedoch auf, dass G._____ in der Zeugeneinvernah-

me bei der Staatsanwaltschaft auf die Frage, ob der Beschuldigte ihm gegenüber 

einmal gesagt habe, dass er die Ausmasse absichtlich zurückhalte, um seine 

Lohnforderung durchzusetzen, zur Antwort gab, er könne sich nur an "allgemein 

gehaltene Aussagen" erinnern und nicht an "so konkrete" (Urk. 7/2 S. 12). Offen-

bar hat G._____ demnach nie konkret gehört, wie der Beschuldigte die eingeklag-

te Aussage gemacht hätte. Es ist zwar wohl zutreffend, dass der Beschuldigte 

immer wieder darauf hingewiesen hat, dass ihm die Privatklägerin Lohnzahlungen 

schuldig sei, und es ist auch verständlich, dass sich C._____ dadurch aus seiner 

subjektiven Warte "genötigt" gefühlt haben mag. Es geht jedoch weder aus den 

- 43 - 

aufgeführten Dokumenten, noch aus den Aussagen der beteiligten Personen her-

vor, dass der Beschuldigte dreimal in tatbestandsmässiger, widerrechtlicher Art 

und Weise geäussert hätte, dass er bis zur Lohnzahlung abgabefähige Ausmasse 

absichtlich zurückbehalte. Dagegen lässt sich aus den erwähnten Dokumenten 

ableiten, dass der Beschuldigte die Anfragen bezüglich Ausmasslieferungen ernst 

nahm und diese auch nachlieferte. Wenn ihm dies nicht möglich war, hat er es de-

tailliert und nachvollziehbar begründet. Mit der Vorinstanz kommt schliesslich hin-

zu, dass der Arbeitnehmer nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung seine 

Arbeitsleistung verweigern darf, wenn der Arbeitgeber sich mit verfallenen Lohn-

zahlungen im Rückstand befindet (Urk. 53 S. 23, mit Hinweisen auf die entspre-

chenden Bundesgerichtsentscheide). Genau dies hätte der Beschuldigte – zu-

mindest aus seiner Sicht – getan, wenn er die Ausmasse im Sinne einer Verwei-

gerung seiner Arbeitsleistung zurückbehalten hätte, bei gleichzeitiger Einforde-

rung des ihm seiner Meinung nach zustehenden Lohnanteils bei der A._____ AG.  

Mit der Vorinstanz kann der diesbezügliche Sachverhalt nicht erstellt werden, 

weshalb der Beschuldigte auch in diesem Punkt freizusprechen ist.  

C. Anklageziffer 1. c) Datenbeschädigung 

1. Tatvorwurf 

Dem Beschuldigten wird unter diesem Titel zusammenfassend vorgeworfen, er 

habe zwischen Freitag, 21. Oktober 2011, ca. 15.50 Uhr, und Samstagabend, 

22. Oktober 2011, auf den Datenbestand seines Firmen-iPhones der A._____ AG 

zugegriffen und sämtliche sich darauf befindenden Daten, u.a. auch Fotos von 

Baustellen der A._____ AG, gelöscht. Da die neuesten Fotos der Baustellen nicht 

auf dem Geschäftsserver abgespeichert worden seien, habe die A._____ AG die-

se dadurch unwiderruflich verloren. Zu den Details des Anklagesachverhaltes sei 

auf die Anklageschrift verwiesen (Urk. 21 S. 4 f.).  

- 44 - 

2. Parteidarstellungen 

Die Vorinstanz hat die Parteidarstellungen zutreffend und vollständig zusammen-

gefasst (Urk. 53 S. 24). Eine Ergänzung erübrigt sich und es kann auf die ent-

sprechenden Ausführungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3. Beweismittel 

3.1. Zu diesem Anklagesachverhalt liegen einzig die Aussagen von C._____ 

und des Beschuldigten vor. Bei den Akten liegt zudem ein E-Mail-Wechsel zwi-

schen C._____ und dem Beschuldigten vom 24. Oktober 2011 (Urk. 3/2/40). 

3.2. Aussagen Auskunftsperson C._____ 

C._____ sagte anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 

15.Mai 2014 als Auskunftsperson (Urk. 5/2), dass der Beschuldigte das ganze 

iPhone "geresettet" habe. Dessen Geschäfts-Account wie auch Fotos von Bau-

stellen seien dort drauf gewesen. Diese Fotos würden heute im Geschäft fehlen. 

Einen Teil der Fotos habe der Beschuldigte schon auf dem Server abgespeichert, 

aber nicht die neuesten. Der Beschuldigte habe ihm diese einmal gezeigt. Mit den 

Fotos würden sie den Arbeitsfortschritt belegen. Von Kanalisationen würden sie 

auch Fotos machen, um das Ausmass zu belegen. Das sei ein wichtiges Doku-

ment, das sie häufig den Ausmassen beilegen würden. Sie würden es vor allem 

brauchen, wenn die Bauleitung sage, das Ausmass stimme nicht. Dann müssten 

sie das belegen können, dann seien Fotos Beweisdokumente (Urk. 5/2 S. 14 f.).  

3.3. Aussagen Beschuldigter 

3.3.1. Anlässlich seiner Befragung bei der Kantonspolizei Zürich vom 22. Februar 

2013 (Urk. 4/1) sagte der Beschuldigte auf entsprechenden Vorhalt, dass er keine 

Geschäftsdaten auf diesem iPhone gelöscht habe. Das Geschäfts-iPhone und die 

Mailaccounts seien durch G._____ für ihn eingerichtet worden. Dieser habe die 

entsprechenden Zugriffsrechte gehabt. Er habe zudem auch hin und wieder fest-

gestellt, dass C._____ auf seine Mails und Daten zugegriffen habe. Er habe ja die 

Passwörter als Sicherheit hinterlegen müssen. Als die Kündigung am 21. Oktober 

2011 ausgesprochen worden sei, habe C._____ auf Frage von Rechtsanwalt Dr. 

- 45 - 

X._____ betreffend das Passwort zugegeben, dass er dieses nicht benötige. 

C._____ habe Zugriff auf die Geräte. Auf die Frage, ob er von extern Daten auf 

dem iPhone gelöscht habe, sagte der Beschuldigte, dass es zutreffe, dass er ein 

ME-Konto habe. C._____ habe gewusst, dass er das habe, zumal dieses ja von 

G._____ eingerichtet worden sei. Am 21. Oktober 2011 nach seinem Weggang in 

D._____ oder am drauffolgenden Morgen habe er von zu Hause aus seine per-

sönlichen Daten via ME-Konto auf dem iPhone gelöscht. Geschäftsdaten habe er 

keine gelöscht. Geschäftsdaten habe er fortlaufend vom iPhone auf dem Ge-

schäftsserver unter der jeweiligen Baustelle abgespeichert (Urk. 4/1 S. 10 f.). 

3.3.2. Am 15. Mai 2014 führte der Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft aus 

(Urk. 4/3), dass sich am 21. Oktober 2011 keine Geschäftsunterlagen mehr auf 

dem iPhone befunden hätten. Er habe regelmässig und jeden Abend Daten auf 

dem Geschäftsserver unter den jeweiligen Baustellen gesichert. Das habe er am 

21. Oktober 2011, am frühen Nachmittag, auch noch gemacht. Weil er das Handy 

abends teilweise im Geschäft gelassen und C._____ den Pin gekannt und er kein 

Vertrauen mehr gehabt habe, habe er nichts dergleichen auf dem Handy gelas-

sen. E-Mails habe er sicher nicht verloren, diese seien alle auf dem Server ge-

speichert. Die Fotos seien abgelegt gewesen. Es habe keine Geschäftsdaten 

mehr darauf gehabt. Er habe sein ME-Konto gelöscht. Das sei wie ein Gmx-

Konto, heute sei es iCloud (Urk. 4/3 S. 13).  

3.3.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 22. Oktober 2015 und dem Vor-

halt, wonach G._____ ausgesagt habe, auf dem iPhone des Beschuldigten keinen 

privaten Account installiert zu haben, gab der Beschuldigte zu Protokoll, dass 

G._____ es aber gewesen sei. Er selber kenne bei der Firma A._____ keine 

Passwörter. Um etwas zu installieren, brauche man die aber. Das wüssten nur die 

Administratoren, er habe das nicht selber machen können. Das sei übrigens ein 

Geschäftstelefon gewesen, darauf installiere er ohnehin nichts. G._____ habe ihm 

das iPhone gebracht. Sie hätten das angeschaut und G._____ habe das dann in-

stalliert. Mehr könne er dazu nicht sagen. Das Firmen-iPhone habe er primär zum 

Telefonieren und Fotografieren benutzt. Die Fotos der Baustellen habe er dann 

jeweils am Abend auf den Server überspielt und sie dann auf dem Telefon ge-

- 46 - 

löscht. Ausserdem habe er die Firmen-Mails von unterwegs gelesen. Er sei je-

weils am späteren Nachmittag oder am Abend im Büro gewesen und habe dann 

die Daten immer überspielt und dann das Handy im Büro gelassen, da er nicht 

zwei Handys in seiner Freizeit benötigt habe. Es sei ihm einmal im Leben pas-

siert, dass Daten nicht gesichert gewesen seien, das passiere ihm nicht mehr. 

Deshalb habe er immer die Daten auf den Geschäftsserver überspielt. Sowohl 

Mails wie auch Fotos seien auf dem Geschäftsserver gewesen. Es sei so, dass er 

seine persönlichen Daten auf diesem Geschäftskonto von extern gelöscht habe, 

jedoch keine Geschäftsdaten. Da sei er sich sicher, er habe nichts mehr drauf ge-

habt. Via iCloud habe er seine privaten Daten gelöscht (Urk. 94 S. 12 f.).  

3.4. Das Dokument Urk. 3/2/40 ist ein E-Mail -Wechsel zwischen C._____ und 

dem Beschuldigten vom 24. Oktober 2011. C._____ schreibt darin das Folgende: 

"Wir halten fest, dass Du die Daten auf dem Geschäfts-iPhone über Fernzugriff 

gelöscht hast. Wir fordern Dich auf, sämtliche Geschäftsdokumente wieder herzu-

stellen und uns zukommen zu lassen (Mails, Fotos, etc.)". Der Beschuldigte 

schreibt zurück, dass sämtliche geschäftsrelevanten Unterlagen (Abrechnungs-

vorlagen, Fotos, Mails usw.) in den Projektunterlagen oder bei den Projekten auf 

dem System abgelegt seien. Die Fotos seien bei den Projekten und Rubrik Bau-

stellen abgelegt und die Geschäfts-Mails auf dem Server. Das iPhone habe keine 

Geschäftsdokumente (Mails, Fotos) enthalten. Die Accounts "Info@F._____ AG" 

und "B._____@F._____ AG" habe er schon von einiger Zeit, nach Mitteilung bzw. 

Rücksprache mit G._____, wegen der Viren-Mails vom iPhone gelöscht.  

4. Würdigung und Fazit 

Entscheidend ins Gewicht fällt, dass C._____ keine konkreten Angaben dazu ma-

chen konnte, welche sich noch nicht auf