# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 322c7971-4430-59d4-9658-7514cbd70674
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 30.11.2023 UV 2023/29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2023-29_2023-11-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/29

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 29.01.2024

Entscheiddatum: 30.11.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 30.11.2023
Art. 6 UVG; Leistungseinstellung. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die 
Beurteilung der Frage der Unfallkausalität der 
Rotatorenmanschettenverletzung des Beschwerdeführers. Rückweisung zur 
weiteren Abklärung und neuer Verfügung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. November 2023, UV 
2023/29).

Entscheid vom 30. November 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Tanja Petrik-Haltiner; a.o. Gerichtsschreiberin Lea Schneider

Geschäftsnr.

UV 2023/29

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Tomas Kempf, Webernstrasse 5, Postfach, 

8610 Uster,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Schreinereiangestellter bei der B.___ 

GmbH tätig und dadurch obligatorisch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert. Am 15. Oktober 2020 meldete die Arbeitgeberin der 

Suva einen Berufsunfall des Versicherten vom 12. Oktober 2020. Der Versicherte sei 

beim Dachausbau im dritten Stock auf einer Holzplatte ausgerutscht und mit dem 

ganzen Körpergewicht direkt auf den rechten Arm/die rechte Schulter gefallen. Er habe 

sofort gespürt, dass er den rechten Arm nicht mehr hochheben könne. Ein 

Arbeitskollege habe ihn dann direkt ins Spital C.___ zur Untersuchung gefahren, wo 

auch die medizinische Erstbehandlung erfolgt sei. Als verletzter Körperteil wurde in der 

Schadenmeldung die rechte Schulter und als Schädigung ein eventueller Sehnenriss 

angegeben. Dort bestehe eventuell ein Sehnenriss. Seit dem 12. Oktober 2020 bestehe 

eine Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1).

A.a. 

Aus den von der Suva angeforderten medizinischen Unterlagen geht Folgendes 

hervor: Am Unfalltag, dem 12. Oktober 2020, hatte sich der Versicherte im Institut für 

Notfallmedizin, dem Stadtspital C.___, vorgestellt. Die behandelnden Ärzte stellten an 

der rechten Schulter eine nach dorsal dislozierte laterale Clavicula, kein klares 

Klaviertastenphänomen und keine Druckdolenz fest. Es bestehe eine Druckdolenz über 

dem anterioren Gelenk, differenzialdiagnostisch der Bicepssehne. Schmerzbedingt sei 

der Biceps nicht testbar. Zudem sei keine Druckdolenz über der Scapula, dem 

Humeruskopf oder anderweitigen ossären Strukturen vorhanden. Die Schultermotorik 

A.b. 

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sei aufgrund der Schmerzen kaum testbar. Es seien nur geringgradige Bewegungen in 

alle Richtungen durchführbar. Die Sensibilität peripher und über dem Nervus-axillaris-

Gebiet sei intakt, die periphere Motorik sei schmerzbedingt reduziert und die 

Durchblutung intakt. Die erhobenen Befunde beurteilten die behandelnden Ärzte als 

Schulterkontusion rechts, bei Verdacht auf eine Bicepssehnen-/SLAP-Läsion, 

differenzialdiagnostisch eine ROM-Läsion (Suva-act. 7).

Im radiologischen Befundbericht vom 12. Oktober 2020 von Dr. med. D.___, 

Fachärztin für Radiologie, Stadtspital C.___, hielt diese zur Röntgenuntersuchung vom 

selben Tag fest, der Humeruskopf sei regelrecht auf das Glenoid zentriert. Es bestehe 

weder ein Hinweis auf eine Luxation noch auf eine frische traumatische ossäre Läsion. 

Das AC-Gelenk weise degenerative Veränderungen auf. Je nach Klinik sei eine 

ergänzende Schulter Panoramaaufnahme axial zu erwägen. Der miterfasste 

Rippenthorax sei unauffällig (Suva-act. 12). In ihrem Bericht vom 15. Oktober 2020 zum 

Arthro-MRT der rechten Schulter von diesem Tag, hielt sie fest, es bestehe kein 

Nachweis einer Fraktur. Hingegen bestehe der Verdacht auf einen sublabralen 

kleinvolumigen Recessus, differenzialdiagnostisch eine kleinvolumige SLAP-Läsion. 

Zudem bestehe ein erhaltener Knorpelüberzug glenohumeral. Das Labrum sei allseits 

intakt. Dr. D.___ kam zu dem Schluss, posttraumatisch zeige sich das Bild einer 

Rotatorenmanschetten-Massenruptur mit Retraktion der Supraspinatussehne Patte 

Grad II und Pulley Läsion. Die Rotatorenmanschettenmuskulatur zeige keine Atrophien 

(Goutallier Grad I) (Suva-act. 13).

A.c. 

Am 4. November 2020 führte Dr. med. E.___, Facharzt für Chirurgie, Spital F.___, 

beim Versicherten eine Schulterarthroskopie rechts mit 

Rotatorenmanschettenrekonstruktion, Tenodese der langen Bizepssehne, 

Acromioplastik und AC-Gelenksresektion durch (vgl. dazu den Operationsbericht vom 

5. November 2020 [Suva-act. 24]). Eine radiologische Verlaufskontrolle zwei Tage 

postoperativ habe keine weiteren Auffälligkeiten gezeigt. Der Versicherte habe am 

9. November 2020 nach Hause entlassen werden können (vgl. zum Ganzen den 

Austrittsbericht vom 19. November 2020 [Suva-act. 23]).

A.d. 

Am 17. Dezember 2020 untersuchte Dr. E.___ den Versicherten erneut. Seine aktiv 

assistive Untersuchung habe eine Flexion und Abduktion von je 90° ergeben. Die 

A.e. 

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Innenrotation sei bis gut zum lateralen Oberschenkel möglich gewesen. Die 

Aussenrotation betrage 15°. Den Rotatorenmanschettentest habe er nicht durchgeführt 

(Suva-act. 28). Am selben Tag führte Dr. med. G.___, Fachärztin für Radiologie, Spital 

F.___, eine Röntgenuntersuchung des rechten Schultergelenks durch. Dazu hielt sie 

Folgendes fest: "Unveränderte Aufnahme in Behelfstechnik. Nach 

Rotatorenmanschettenrekonstruktion einliegender Sehnenanker in Projektion auf den 

Humeruskopf. Relativer Humeruskopftiefstand, glenohumerale Arthrose. Flaue 

Verkalkung in Projektion auf die Hill Sachs Läsion. Postoperative 

Weichteilschwellung" (Suva-act. 32).

In seinem Bericht vom 8. Februar 2021 führte Dr. E.___ hinsichtlich der am gleichen 

Tag erfolgten chirurgischen Sprechstunde folgende Befunde auf: "ROM nur noch 

endständig eingeschränkt, Innenrotation L3, die anderen Bewegungsausmasse sind 

nur diskret eingeschränkt, Rotatorenmanschettentest im vorsichtigen Untersuch 

negativ." Die Physiotherapie sei weiterzuführen und es solle ein langsamer Kraftaufbau 

stattfinden. Der Versicherte sei weiterhin arbeitsunfähig (Suva-act. 38).

A.f. 

Anlässlich eines Gesprächs mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Suva am 

16. März 2021 führte der Versicherte unter anderem aus, der Unfall sei am 12. Oktober 

2020 während der Arbeit, auf einer Baustelle in H.___ passiert. Sie hätten sich in einem 

Estrich befunden und hätten Platten und die Isolation von der Wand entfernen müssen. 

Die Platten hätten sich hinten an den Wänden von Kästen befunden. Er habe die am 

Boden stehende Platte mit links gehalten. Dann habe er mit dem rechten Fuss in die 

Platte hineingeschlagen, um sie zu halbieren. Dabei sei er auf der Platte ausgerutscht 

und deshalb auf die rechte Körperseite gefallen. So viel er noch wisse, sei er mit dem 

angewinkelten rechten Arm nach hinten gestürzt und so direkt auf den rechten 

Ellbogen gefallen. Den Arm habe er ziemlich körpernah angewinkelt gehabt. Er habe 

einen sehr starken Schlag auf den Ellbogen erhalten, wobei es ihm den Ellbogen nach 

oben gedrückt habe. So habe es auch stark in der rechten Schulter geschmerzt. 

Exakter könne er den Sturzmechanismus nicht angeben. Er habe aber sofort bemerkt, 

dass er den rechten Arm nicht mehr über den Kopf habe anheben können (vgl. zum 

Ganzen das Gesprächsprotokoll vom 17. März 2021 [Suva-act. 39]).

A.g. 

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Am 15. April 2021 nahm der Kreisarzt Dr. med. I.___, Facharzt für Chirurgie, 

speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Stellung zum Fall des Versicherten. 

Dr. I.___ ersuchte darum, die intraoperativen Videoprintbilder einzuholen, um die 

Ausdehnung der Läsion zu klären. Das Rupturausmass sei für ihn im MRT-Bild deutlich 

kleiner als im MRT- und OP-Bericht beschrieben. Weiter hielt Dr. I.___ fest: "Atrophie 

SSP mit knapp positivem Tangentenzeichen. Retraktion II. Geröllzystchen am Ansatz 

SSC, SSP und ISP. Im OP-Bericht werden zudem eine Tendinitis calcarea Bizepsanker 

und interstitiell Supraspinatussehne beschrieben." Ebenfalls lasse sich eine schwere, 

symptomatische AC-Gelenksarthrose mit inferiorem Osteophyten klavikulär und 

acromial feststellen. Die dortige Ruptureinteilung sei nicht klassifiziert. Bisher sei das 

Unfallereignis mit dem Sturz nach hinten das einzige Argument für ein Trauma (Suva-

act. 41).

A.h. 

Auf Nachfrage der Suva (Suva-act. 42) teilte das Spital F.___ am 21. April 2021 mit, 

ihnen würden keine intraoperativen Videoprints vorliegen (Suva-act. 43-1). Am 23. April 

2021 führte Dr. I.___ aus, für eine Beurteilung fehle ihm der präoperative Bericht, 

welcher die Indikation zur Operation begründe und in dem auch die präoperative 

Funktion beschrieben sein sollte (Suva-act. 44). Am 28. April 2021 ging, gemäss dem 

Aktenverzeichnis der Suva, der Bericht von Dr. E.___ vom 29. Oktober 2020 zur 

chirurgischen Sprechstunde vom gleichen Tag ein. Darin hatte Dr. E.___ folgende 

Befunde festgehalten: "Pseudoparalytische Schulter aktiv assistiv bis 90° Flexion, 

Abduktion möglich, jedoch mit deutlicher Schmerzangabe, drop-arm-sign, 

Aussenrotation 1 Kraft M3, knapp kein Lag, belly-press-Test M3 mit massiven 

Schmerzen, Sulcus stark dolent, AC-Gelenk frei. MR-diagnostisch zeigt sich die oben 

genannte Läsion bei subluxierender langer Bizepssehne und Massenruptur sowie guter 

Muskelqualität ist die Indikation zum Eingriff gegeben" (Suva-act. 45).

A.i. 

Am 29. April 2021 nahm Dr. I.___ zum Fall des Versicherten Stellung, wobei er zu 

dem Schluss kam, der Unfall habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 

zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt, welche objektivierbar seien. Auch sei der 

Schaden, welcher am 4. November 2020 operiert worden sei, nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen. Distorsionen würden in der Regel 

drei Monate nach dem Unfallereignis als abgeheilt gelten und demnach im 

A.j. 

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Beschwerdebild mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr spielen (Suva-

act. 46).

Mit formlosem Schreiben vom 3. Mai 2021 teilte die Suva dem Versicherten mit, 

dass sie ihre Versicherungsleistungen per 31. Mai 2021 einstellen werde. Aufgrund der 

Beurteilung ihres Kreisarztes seien die heute bestehenden Beschwerden an der 

rechten Schulter nicht mehr unfallbedingt. Der Zustand, wie er sich auch ohne den 

Unfall vom 12. Oktober 2020 eingestellt hätte, sei gemäss medizinischer Beurteilung 

spätestens drei Monate nach dem Unfallereignis erreicht gewesen (Suva-act. 47).

A.k. 

Am 2. Juni 2021 erhob der Versicherte "Einsprache gegen den Entscheid vom 

3. Mai 2021". Darin führte er unter anderem aus, er sei nie von einem Arzt untersucht 

worden und Fakt sei, dass er immer noch sehr starke Schmerzen habe, je nach 

Bewegung seines rechten Arms. Er habe in seinem Leben sehr viel Sport getrieben und 

habe nie Probleme mit seiner Schulter gehabt. Dr. E.___ und auch die behandelnde 

Physiotherapeutin hätten ihm gesagt, eine Heilungsdauer von bis zu einem Jahr sei 

normal. Er rechne für die Heilung seiner rechten Schulter bis mindestens Ende 

Oktober 2021. Gemäss dem aktuellen Zeugnis von Dr. E.___ sei er noch bis anfangs 

September 2021 arbeitsunfähig. Die Suva solle die Versicherungsleistungen bis Ende 

August 2021 erbringen (Suva-act. 57). Seiner Eingabe legte der Versicherte den Bericht 

von Dr. E.___ vom 31. Mai 2021 zur chirurgischen Sprechstunde vom selben Tag bei. In 

diesem Bericht hatte Dr. E.___ folgende Befunde festgehalten: "ROM vollumfänglich 

bis auf die Innenrotation 1, welche bis L3 geht, hohe Rotation noch etwas schmerzhaft, 

etwas painfull arc, Rotatorenmanschettentest negativ und kräftig seitengleich." 

Ausserdem führte Dr. E.___ aus, er habe den Versicherten weiterhin zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben, da er schwere Arbeiten verrichten müsse. Es handle sich 

hier bei dieser grossen Rotatorenmanschettenläsion mit Sub- bis Luxation der langen 

Bizepssehne eindeutig um ein Unfallereignis, da die Muskelqualität im MRT, welches 

relativ zeitnah nach dem Unfall durchgeführt worden sei, perfekt sei und überhaupt 

keine Atrophiezeichen aufweise. Natürlich zeigten sich etwas eine AC-Arthrose und 

Osteophyten humeral. Jedoch könne sich auch ein Unfallereignis mit den oben 

genannten grossen Sehnenverletzungen bei vorbestehenden degenerativen Zeichen 

ereignen. Insbesondere die höhergradige Subscapularisläsion und die Subluxation der 

langen Bizepssehne könnten degenerativ ohne Atrophiezeichen am Subscapularis 

A.l. 

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nicht auftreten. Auch bei einer grösseren postero-superioren 

Rotatorenmanschettenläsion – falls diese vorbestehend bereits vorhanden gewesen 

wäre – hätten Atrophiezeichen am Supra- und Infraspinatus vorhanden gewesen sein 

müssen, weswegen es sich hier seiner Meinung nach eindeutig um ein Unfallereignis 

handle (Suva-act. 58).

Am 4. Juni 2021 forderte die Suva Dr. I.___ auf, den vorliegenden Fall erneut zu 

beurteilen (Suva-act. 59). In seiner Beurteilung vom 8. Juni 2021 führte Dr. I.___ aus, 

der Unfallmechanismus sei nur bedingt geeignet, eine traumatische Zertrennung der 

Rotatorenmanschette herbeizuführen. Eine traumatische Durchtrennung der 

Rotatorenmanschette führe zu einem unmittelbaren Funktionsverlust, mit der 

Unmöglichkeit einer Abduktion des Arms über 90°. Im zeitnahen Bericht vom 

29. Oktober 2020 werde aber festgestellt, die Abduktion, wenn auch mit deutlicher 

Schmerzangabe, sei möglich gewesen. Im Arthro-MRT, welches drei Tage nach dem 

Unfall angefertigt worden sei, würden sich multiple degenerative subchondrale Zysten 

am Ansatz der Subscapularis-, Supraspinatus- und Infraspinatussehne zeigen. Zudem 

sei die Muskulatur der genannten Sehnen erstgradig verfettet und der Supraspinatus 

volumen-gemindert bei noch knapp positivem Tangenten-Zeichen. Diese Verfettungen 

und auch die von ihm zusätzlich festgestellte Volumenminderung der 

Supraspinatusmuskulatur seien klare Zeichen vorbestehender Befunde und könnten 

nicht innert drei Tagen seit dem Unfall entstanden sein. Die beschriebenen Befunde 

würden allesamt degenerativen Veränderungen entsprechen. Die im MRT-

Befundbericht beschriebene und im OP-Bericht diagnostizierte Massenruptur liege 

definitionsgemäss nicht vor. Zudem habe das Intervall eröffnet, das glenohumerale 

Gelenk reseziert und die Subscapularissehne mobilisiert werden müssen, was bei einer 

traumatischen Läsion, die nicht einmal vier Wochen zurückliege, nicht notwendig 

gewesen wäre, da einerseits das Intervall in diesen Fällen in der Regel zerrissen sei und 

andererseits die Sehne mobil bleibe und nicht hätte mobilisiert werden müssen. 

Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass aufgrund der klinischen 

Untersuchung mit fehlender Pseudoparalyse sowie der MRT- und intraoperativen 

Befunde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könne, 

dass es – bei diesem zum Unfallzeitpunkt knapp 67-jährigen Versicherten mit 

vorbestehenden degenerativen Läsionen der Schulter und insbesondere der 

A.m. 

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B.  

Rotatorenmanschette mit Verkalkungen und interstitiellen Läsionen, wie sie aufgrund 

des Lebensalters häufig zu beobachten und in der Regel asymptomatisch seien – 

durch das Unfallereignis zu einer vorübergehenden Verschlimmerung dieses 

Vorschadens ohne zusätzliche strukturelle Schädigung gekommen sei. Entsprechend 

könne davon ausgegangen werden, dass die Unfallfolgen drei Monate nach dem 

Unfallereignis abgeheilt gewesen seien (Suva-act. 60).

Mit Verfügung vom 10. Juni 2021 stellte die Suva – gestützt auf die Beurteilungen 

von Dr. I.___ – ihre Versicherungsleistungen per 31. Mai 2021 ein (Suva-act. 61).

A.n. 

Am 17. Juni 2021 nahm Dr. E.___ Stellung zur Beurteilung von Dr. I.___, mit 

welcher er nicht einverstanden sei. Im Wesentlichen argumentierte Dr. E.___, es habe – 

entgegen den Ausführungen von Dr. I.___ – eine Pseudoparalyse vorgelegen. Zudem 

liege eine Massenruptur vor. Weiter stimme die Aussage von Dr. I.___ nicht, dass bei 

einem Unfall das Intervall zerrissen sein müsste und deshalb bei einer Operation nicht 

eröffnet werden könnte. Das Intervall müsse immer eröffnet werden, um die conjoint 

tendon und den Coracoidbogen darzustellen, die Subscapularissehne zu mobilisieren 

und überhaupt arthroskopisch die Subscapularissehne von intra- und extraartikulär zu 

reparieren. Auch dies spreche somit nicht gegen einen Unfall (Suva-act. 68).

B.a. 

Mit Einsprache vom 29. Juni 2021 beantrage der Versicherte, nunmehr vertreten 

durch Rechtsanwalt lic. iur. Tomas Kempf, Uster, die Verfügung der Suva vom 10. Juni 

2021 sei aufzuheben und es seien ihm weiterhin, d. h. auch über den 31. Mai 2021 

hinaus, die nach UVG versicherten Leistungen (Taggeld, Heilungskosten, Rente, 

Integritätsentschädigung etc.) auszurichten (Suva-act. 69).

B.b. 

Am 7. Juli 2021 nahm Dr. I.___ nochmals Stellung zum Fall des Versicherten. Darin 

verneinte er weiterhin das Vorliegen einer Pseudoparalyse sowie einer Massenruptur. 

Bezüglich des Intervalls stimme er der Aussage, das Intervall müsse für eine 

Rekonstruktion der Subscapularissehne immer eröffnet werden, zu. Es erstaune ihn 

jedoch, dass bei einer nur drei Wochen zurückliegenden Subscapularissehne-Ruptur 

diese bereits habe mobilisiert werden müssen, denn Verwachsungen könnten in dieser 

kurzen Zeit kaum entstanden sein. Zudem korrigierte sich Dr. I.___, indem er ausführte, 

B.c. 

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er habe in seiner Beurteilung fälschlicherweise geschrieben, das Tangentenzeichen des 

SPP sei noch knapp positiv. Es müsste noch knapp negativ heissen (Suva-act. 70).

Am 5. Oktober 2021 gingen bei der Suva – gemäss Aktenverzeichnis – diverse 

Berichte des Spitals F.___ sowie des Stadtspitals C.___ ein (Suva-act. 77 ff.), welche 

sich grösstenteils bereits bei den Akten befanden. Neu wurde ein Bericht des Spitals 

F.___ vom 17. September 2021 zu einer Infiltration der Schulter rechts subacromial 

unter Ultraschall zu den Akten genommen. Diese sei primär erfolgreich verlaufen (Suva-

act. 78).

B.d. 

Am 13. Januar 2022 nahm Dr. I.___ nochmals detailliert zum Fall Stellung, wobei er 

an seinen bisherigen Einschätzungen, insbesondere dem Fehlen einer Pseudoparalyse 

sowie einer Massenruptur, festhielt (Suva-act. 85).

B.e. 

Mit Schreiben vom 8. Februar 2022 nahm Rechtsanwalt Kempf im Auftrag des 

Versicherten zu der erneuten Beurteilung von Dr. I.___ vom 13. Januar 2022 Stellung, 

wobei weiterhin an der Einsprache festgehalten wurde (Suva-act. 89). Seiner Eingabe 

legte er eine neuerliche Stellungnahme von Dr. E.___ vom 31. Januar 2022 bei, in 

welcher dieser nochmals seine Argumentation dargelegt hatte, weshalb es sich seiner 

Ansicht nach um unfallkausale Gesundheitsschäden handle (Suva-act. 90).

B.f. 

Am 5. Januar 2023 nahm der Versicherungsmediziner Dr. med. J.___, Facharzt für 

Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie, im Auftrag der 

Rechtsabteilung zum Fall der Versicherten Stellung. Dabei gelangte er – nach 

eingehender Würdigung der medizinischen Beurteilungen sowie der bildgebenden 

Untersuchungen – zu dem Schluss, dass es anlässlich des Unfallereignisses vom 

12. Oktober 2022 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen neu aufgetretenen 

strukturellen Veränderungen gekommen sei. Der Schaden, der operiert worden sei, sei 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall zurückzuführen. Er könne 

die Beurteilung des Kreisarztes voll unterstützen (Suva-act. 94).

B.g. 

Mit Schreiben vom 10. Februar 2023 nahm der Rechtsvertreter des Versicherten – 

nach Rücksprache mit Dr. E.___ bzw. gestützt auf dessen Beurteilung vom 26. Januar 

2023, welche der Eingabe beigelegt wurde – Stellung zur medizinischen Beurteilung 

von Dr. J.___ vom 5. Januar 2023 (Suva-act. 96). Dr. E.___ hatte festgehalten, dass ein 

B.h. 

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Sturz mit dem vollen Gewicht auf den Ellbogen ein geeigneter Unfallmechanismus 

darstelle, um sich eine Rotatorenmanschettenverletzung zuzuziehen. Weiter hatte er 

ausgeführt, er habe aktiv assistiv untersucht, was bedeute, dass der Untersucher den 

Arm führe und der Versicherte möglichst versuche mitzumachen. Dann werde versucht, 

den Arm in 90° Abduktion in der Ebene der Scapula zu halten. Wenn der Arm nicht 

gehalten werden könne, dann komme es zum drop-arm-sign. Der Vollständigkeit halber 

sei anzufügen, dass das rotator cable sowohl vorne als auch hinten durchtrennt sein 

müsse, um eine drop-arm-Situation auszulösen, was vorliegend der Fall gewesen sei. 

Zudem seien am Subscapularis keine Atrophien vorhanden. Bei der von Dr. I.___ 

beschriebenen Atrophie handle es sich um ausgelaufenes Kontrastmittel. Es habe 

überhaupt keine fettigen Infiltrationen im Subscapularis. Ausserdem würden sich in den 

vorderen Anteilen der Supraspinatussehne deutliche Kinking-Veränderungen – eine 

gewellte Supraspinatussehne – zeigen, was ebenfalls ein Hinweis für eine traumatische 

Rotatorenmanschettenverletzung sei. Weiter liege eine Massenruptur vor. Was die 

Fettlamellen im Supraspinatus angehe, könne bei einer traumatischen Ruptur sehr wohl 

die Supraspinatussehne auffasern und Kontrastmittel dazwischen fliessen. Hinsichtlich 

vorbestehender Abnützungsveränderungen am AC-Gelenk hatte Dr. E.___ erklärt, 

Traktionszysten im Bereiche der Rotatorenmanschette könnten sehr wohl vorhanden 

sein ohne Rotatorenmanschettenverletzung. Überdies würden degenerative 

Veränderungen an der Schulter überhaupt nicht vor einem Unfall schützen (Suva-act. 

97).

Mit Einspracheentscheid vom 31. März 2023 wies die Suva die Einsprache ab im 

Wesentlichen mit der Begründung, der Unfall vom 12. Oktober 2020 habe keine neuen 

strukturellen Verletzungen mit sich gebracht. Es sei sodann auch davon auszugehen, 

dass die durch den Unfall verursachte vorübergehende Verschlimmerung nach drei 

Monaten und jedenfalls zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 31. Mai 2021 – 

nach mithin gut siebeneinhalb Monaten – abgeschlossen gewesen sei. In diesem 

Zusammenhang sei der Klarheit halber erwähnt, dass die Suva für die Kosten der eben 

nicht unfallbedingte Läsionen betreffenden Operation vom 4. November 2020 

rechtsprechungskonform aufgekommen sei, da diese innerhalb des Zeitraums der 

vorübergehenden Verschlimmerung erfolgt sei (Suva-act. 99).

B.i. 

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C.  

Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 31. Mai 2021 

Mit Beschwerde vom 12. Mai 2023 beantragte der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Kempf, der 

Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 31. März 2023 

sei aufzuheben. Ihm seien über den 31. Mai 2021 hinaus die nach UVG versicherten 

Leistungen (Taggeld, Rente, Integritätsentschädigung etc.) auszurichten. Eventualiter 

sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen; unter Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7 %) zu 

Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).

C.a. 

Mit Eingabe vom 13. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde, wobei sie auf eine umfassende Beschwerdeantwort 

verzichtete (act. G 3). Aufgrund der Ausführungen von Dr. E.___ zum Fehlen einer 

Atrophie bzw. der Darstellung des Kontrastmittels in seiner Beurteilung vom 26. Januar 

2023 (Suva-act. 97; vgl. vorstehend Sachverhalt B.h) hatte die Beschwerdegegnerin 

Dr. J.___ zu diesem Punkt nochmals Stellung nehmen lassen (act. G 3.1), wobei dieser 

in seiner Stellungnahme vom 6. Juni 2023 klarstellte, dass er eine Atrophie im Bereich 

des Musculus supraspinatus – und nicht des Musculus subscapularis – bejaht hatte. Er 

stimme mit Dr. E.___ überein, dass sich am Oberrand des Musculus subscapularis 

Kontrastmittel darstellen würde (act. G 3.2).

C.b. 

Mit Replik vom 13. Juni 2023 hielt der Beschwerdeführer an seinen bisherigen 

Anträgen fest (act. G 7). Zudem reichte er nochmals eine Stellungnahme von Dr. E.___ 

vom 10. Juli 2023 ein, in welcher dieser – bezugnehmend auf die erfolgte 

Stellungnahme von Dr. J.___ – weiterhin daran festhielt, dass die 

Rotatorenmanschettenverletzung traumatischer Genese sei (act. G 7.1).

C.c. 

Mit Duplik vom 16. Oktober 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 

auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 11).

C.d. 

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hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. In diesem 

Zusammenhang ist im Wesentlichen die Unfallkausalität der rechtsseitigen 

Rotatorenmanschettenverletzung zwischen den Parteien strittig.

2.  

Der Unfallversicherer hat bei Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser 

in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; 

SR 832.20]; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise 

oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist. Es genügt, dass das 

schädigende Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung 

verantwortlich, d. h. zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele. Ein adäquater Kausalzusammenhang liegt vor, wenn ein Ereignis nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet 

ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 

Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 

3.1 f. und 117 V 376 ff. E. 3a und 4a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 96 f., U 413/05, E. 4.1 mit 

Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 53 und 57). Für die Beantwortung der 

Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Expertinnen und Experten 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten 

Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 

2.1. 

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65 f. und N 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 54 f. und 58). Im Bereich klar 

ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinne von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 

Kausalität deckt (vgl. BGE 134 V 111 E. 2.1 und 127 V 103 E. 5b/bb, je mit Hinweisen; 

SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45; BSK UVG-Hofer, N 80 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, 

a. a. O., S. 58 f.).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen bzw. hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht für einen 

Gesundheitsschaden einmal anerkannt, so entfällt seine Leistungspflicht erst dann, 

wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens darstellt. Die Leistungspflicht entfällt also erst dann, wenn der 

Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 

Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar 

vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 

sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne 

Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 

blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt 

nicht (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 2022, 8C_734/2021, 

E. 2.2.2 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; vgl. auch 

Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 54).

2.2. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (BGE 

125 V 195 E. 2 und 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. 

E. 3.2). Der Versicherungsträger – bzw. im Beschwerdefall das Gericht – hat demnach 

die Untersuchungen so lange weiterzuführen, bis die Akten vollständig sind, d. h. bis 

die inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen, welche an die einzelnen 

Beweismittel gestellt werden, erfüllt sind und eine Würdigung dieser Beweismittel mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Sachverhalt 

ergibt (vgl. Ueli Kieser, ATSG Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 29 zu Art. 43 mit Hinweisen).

2.3. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d. h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

2.4. 

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3.  

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von 

beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden. Auf 

deren Ergebnis kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an 

ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (betreffend die internen Ärzte siehe BGE 135 V 465 E. 4.4, 

4.6 f.; in Bezug auf die beratenden Ärzte siehe Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juni 

2018, 8C_281/2018, E. 3.2.2 mit Hinweisen). Reine Aktengutachten können 

beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur 

um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 

den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, 

E. 6.1).

Die Beschwerdegegnerin anerkannte mit Schreiben vom 16. bzw. 19. November 

2020 zu Recht, dass der Beschwerdeführer am 12. Oktober 2020 einen Unfall im Sinne 

von Art. 4 ATSG mit einer schädigenden Einwirkung auf den Körper erlitten hatte und 

erbrachte entsprechend – zumindest vorläufig – die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen (Suva-act. 11 bzw. 18). Mit Verfügung vom 10. Juni 2021 bzw. 

Einspracheentscheid vom 31. März 2023 hat die Beschwerdegegnerin die 

Versicherungsleistungen per 31. Mai 2021 eingestellt, da zwischenzeitlich der Status 

quo sine eingetreten sei. Der Beschwerdeführer macht jedoch einen Anspruch auf 

Versicherungsleistungen über das Einstellungsdatum hinaus geltend. In diesem 

Zusammenhang ergibt sich aus den Akten insbesondere, dass er über den 

Einstellungszeitpunkt hinaus arbeitsunfähig war (vgl. Suva-act. 55 und 82).

3.1. 

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4.  

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

und von der untersuchenden Person und den Angaben des Patienten bzw. der 

Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-

strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit – 

wissenschaftlich anerkannten – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, 

MRT, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli 2015, 8C_139/2015, E. 4.1.1 mit Hinweisen).

3.2. 

Vorliegend konnten beim Beschwerdeführer unbestrittenermassen strukturelle 

Gesundheitsschäden an der Rotatorenmanschette rechts, namentlich Läsionen der 

Supraspinatus-, Infraspinatus und Subscapularissehnen, nachgewiesen werden 

(vgl. dazu insbesondere den Bericht zum Arthro-MRT vom 15. Oktober 2020 [Suva-

act. 13]). Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob zwischen den strukturellen 

Gesundheitsschäden an der rechten Schulter des Beschwerdeführers und dem 

Unfallereignis vom 15. Oktober 2020 ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Die 

Beschwerdegegnerin verneint einen solchen gestützt auf die Beurteilungen der 

Versicherungsmediziner Dr. I.___ und Dr. J.___. Der Beschwerdeführer bestreitet dies 

hingegen und geht gestützt auf die Beurteilungen seines behandelnden Arztes, 

Dr. E.___, vom Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs aus.

3.3. 

Soweit zwischen den Parteien bzw. den involvierten medizinischen Fachpersonen 

strittig ist, ob der Unfallmechanismus geeignet war, die vorliegend in Frage stehende 

Rotatorenmanschettenverletzung herbeizuführen, ist darauf hinzuweisen, dass dem 

Unfallmechanismus gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ohnehin keine 

übergeordnete Bedeutung zukommen kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. 

Dezember 2021, 8C_167/2021, E. 4.1, 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 4.1.3, und 

7. April 2021, 8C_740/2020, E. 4.2). Wie auch Dr. J.___ in seiner Beurteilung vom 

5. Januar 2023 (Suva-act. 94-24) korrekt ausgeführt hat, liegen unterschiedliche 

Angaben des Beschwerdeführers zum Unfallmechanismus vor, weshalb dieser nicht 

mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ermittelt und demnach auch nicht zur 

sicheren Differenzierung zwischen einer traumatischen sowie einer degenerativen 

Genese beigezogen werden kann. Nachfolgend ist somit – in Übereinstimmung mit der 

vorerwähnten Rechtsprechung – auf die weiteren Indizien zur Genese der 

Schulterverletzungen einzugehen.

4.1. 

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Sodann sei anzumerken, dass – gemäss Stellungnahme von Dr. E.___ vom 

31. Januar 2022 – das Argument des Alters des Beschwerdeführers (66 Jahre im 

Zeitpunkt des Unfallereignisses) nicht stichhaltig ist, um eine Unfallkausalität 

auszuschliessen, zumal der Beschwerdeführer vor dem Unfall keine Beschwerden 

gehabt hätte und die Schulterbeschwerden direkt nach dem Unfall aufgetaucht seien 

(Suva-act. 90-2). Statistische Werte allein vermögen im Einzelfall tatsächlich keinen 

Beweis zu erbringen. Folglich lässt das Alter des Beschwerdeführers – wie Dr. E.___ 

korrekt vorträgt – keinen Rückschluss auf die Ätiologie der 

Rotatorenmanschettenläsion zu.

4.2. 

Überdies ist zwischen den Parteien strittig, ob eine Massenruptur vorliege. 

Während diese von Dr. E.___ bejaht wird (vgl. dazu zuletzt seine Stellungnahme vom 

10. Juli 2023 [act. G 7.1]), verneint Dr. I.___ eine solche (vgl. dazu zuletzt seine 

Beurteilung vom 13. Januar 2022 [Suva-act. 85]). Aus den vorliegenden medizinischen 

Akten wird deutlich, dass es in der medizinischen Literatur verschiedene 

Definitionsversuche einer Massenruptur anhand der Ausdehnung des Defekts gibt und 

dieses Erscheinungsbild offensichtlich umstritten ist (vgl. insbesondere Suva-act. 90). 

Im vorliegenden Fall kann die Frage, ob es sich nun um eine Massenruptur handelt 

oder nicht, aussen vorgelassen werden, da die Ausdehnung des Defekts keinen 

Schluss zulässt auf einen traumatischen oder degenerativen Ursprung der 

Rotatorenmanschettenverletzung – was auch von Dr. J.___ explizit so festgestellt wird 

(Suva-act. 94-35).

4.3. 

 4.4. 

Strittig ist ebenfalls, ob beim Beschwerdeführer unmittelbar nach dem 

Unfallereignis ein Funktionsverlust bzw. eine Pseudoparalyse der Schulter eingetreten 

ist. Dr. I.___ führte in diesem Zusammenhang in seiner Beurteilung vom 9. Juni 2021 

aus, dass eine traumatische Durchtrennung der Rotatorenmanschette zu einem 

unmittelbaren Funktionsverlust führe, mit der Unmöglichkeit einer Abduktion des Arms 

über 90°. Im zeitnahen Bericht vom 29. Oktober 2020 sei aber festgestellt worden, 

dass die Abduktion, wenn auch mit deutlicher Schmerzangabe, möglich gewesen sei. 

Zusammenfassend hielt er sodann fest, dass insbesondere aufgrund der fehlenden 

Pseudoparalyse davon auszugehen sei, dass es durch das Unfallereignis lediglich zu 

einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorschadens ohne zusätzliche 

strukturelle Schädigung gekommen sei (Suva-act. 60-3 f.). In den darauffolgenden 

Beurteilungen bzw. Stellungnahmen wurde zwischen Dr. I.___ und Dr. E.___ diskutiert 

bzw. war umstritten, ob beim Beschwerdeführer eine Pseudoparalyse vorlag oder nicht 

4.4.1. 

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(vgl. dazu unter anderem die Stellungnahme von Dr. E.___ vom 17. Juni 2021 [Suva-

act. 68] und die Beurteilungen von Dr. I.___ vom 7. Juli 2021 [Suva-act. 70] und vom 

13. Januar 2022 [Suva-act. 85-5]). Dabei wies Dr. I.___ in seiner Beurteilung vom 

13. Januar 2022 darauf hin, dass die Definition der Pseudoparalyse in der Literatur sehr 

uneinheitlich sei. Bei einer Pseudoparalyse sei – entgegen dem Dafürhalten von 

Dr. E.___ – nicht einmal mehr eine aktiv assistierte ROM möglich. Entscheidend sei 

aber letztlich die Aussage des Beschwerdeführers im Aussendienstrapport vom 

6. März 2021 (gemeint wohl das Protokoll vom 17. März 2021 zum Gespräch mit dem 

Versicherten vom 16. März 2021 [Suva-act. 39]), wonach er den Arm nicht mehr habe 

Überkopf anheben können. Demnach habe er den Arm wohl noch anheben können, 

aber nicht bis über den Kopf, was allen erwähnten Definitionen der Pseudoparalyse 

widerspreche (Suva-act. 85-5).

Aus der vorerwähnten Beurteilung von Dr. I.___ vom 9. Juni 2021 (Suva-act. 60) 

kann geschlossen werden, dass dieser eine "Pseudoparalyse" als Unmöglichkeit der 

Abduktion des Arms über 90° definiert. Entgegen der Ansicht von Dr. I.___ in seiner 

Beurteilung vom 13. Januar 2022 (Suva-act. 85) kann hinsichtlich der Beurteilung des 

Vorliegens einer Pseudoparalyse nicht ohne Weiteres auf die Aussagen des 

Beschwerdeführers anlässlich eines rund fünf Monate nach dem Unfallereignis 

erfolgten Gesprächs (vgl. zu diesen das Protokoll vom 17. März 2021 [Suva-act. 39]) 

abgestellt werden. Vielmehr sind vorliegend die zeitnah zum Unfallereignis erfolgten 

medizinischen Untersuchungen wesentlich, wobei aus Sicht des Gerichts – nachdem 

eine Testung der Beweglichkeit am Unfalltag kaum möglich war (vgl. Suva-act. 7-2) – 

die Untersuchung vom 29. Oktober 2020, mithin 17 Tage nach dem Unfallereignis, 

massgebend erscheint. Im Bericht zu dieser Untersuchung hatte Dr. E.___ unter 

anderem folgende Befunde festgehalten: "Pseudoparalytische Schulter aktiv assistiv 

bis 90° Flexion, Abduktion möglich, jedoch mit deutlicher Schmerzangabe [...]" (Suva-

act. 45-2). Aus der Stellungnahme vom 17. Juni 2021 von Dr. E.___ (Suva-act. 68) 

ergibt sich sodann, dass diese Formulierung – entgegen dem Verständnis von Dr. I.___ 

in seiner Beurteilung vom 13. Januar 2022 (Suva-act. 85-5 Ziff.1) sowie dem von 

Dr. J.___ in seiner Beurteilung vom 5. Januar 2023 (Suva-act. 94-25) – dahingehend zu 

verstehen ist, dass sowohl die Flexion als auch die Abduktion (nur) bis 90° möglich war. 

Dies ergibt sich insbesondere aus folgender Formulierung: "Der Patient konnte aktiv 

nicht bis 90° flektieren und nicht abduzieren [...]" (Suva-act. 68-1). Zudem führte 

Dr. E.___ nachvollziehbar aus, eine aktiv assistierte Bewegung sei etwas komplett 

anderes, als eine aktive (Suva-act. 68-1). Demnach ging Dr. E.___ – im Gegensatz zu 

Dr. I.___ (Suva-act. 85-5 Ziff. 1) – davon aus, dass bei Notwendigkeit einer aktiv 

4.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/23

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assistiven Untersuchung eine Pseudoparalyse vorliege (vgl. dazu explizit auch die 

Stellungnahme von Dr. E.___ vom 31. Januar 2022 [Suva-act. 90-2]: "Dies ist meiner 

Meinung nach eine pseudoparalytische Schulter, wenn aktiv der Arm nicht gehoben 

werden kann und schon gar nicht bei 90° gehalten werden kann").

Aufgrund der Ausführungen von Dr. E.___ bzw. der von ihm erhobenen Befunde 

ist (unbestrittenermassen) zumindest vom Vorliegen von Bewegungs- bzw. 

Funktionseinschränkungen zeitnah nach dem Unfallereignis auszugehen. Dies deckt 

sich im Übrigen auch mit der Angabe des Beschwerdeführers in der Unfallmeldung 

(Suva-act. 1-2). Unabhängig davon, ob diese Einschränkungen letztlich als 

Pseudoparalyse zu qualifizieren sind oder nicht, bestehen demnach zumindest geringe 

Zweifel am Argument von Dr. I.___ – welchem auch Dr. J.___ in seiner Beurteilung vom 

5. Januar 2023 (Suva-act. 94) zugestimmt hatte – hinsichtlich des Fehlens einer 

Pseudoparalyse bzw. von Funktionseinschränkungen.

4.4.3. 

Zwischen den Parteien ist weiter umstritten, ob Begleitverletzungen vorliegen 

müssten, wenn es sich vorliegend um eine Rotatorenmanschettenruptur traumatischen 

Ursprungs handeln würde. Dr. J.___ legte in seiner Beurteilung vom 5. Januar 2023 dar, 

es wäre bei einer traumatisch bedingten Zerreissung der Rotatorenmanschette eine 

Verletzung der kapsuloligamentären Strukturen zu erwarten. Typische 

Begleitverletzungen seien ein Muskelödem sowie eine Einblutung in das Schultergelenk 

und in den Schleimbeutel (Suva-act. 94-15). Auch Dr. I.___ hielt in seiner Beurteilung 

vom 9. Juni 2021 fest, für die Annahme einer frischen traumatischen Läsion fehle eine 

Hämatobursa, ein Ödem in den Muskelabschnitten der zerschlissenen Sehnen, 

Sehnenreste und ein Bone bruise am Tuberculum majus oder auch eine Art Kinking der 

zurückgezogenen Sehne (Suva-act. 60-3 f.). Dr. E.___ hielt in seiner Stellungnahme 

vom 31. Januar 2022 dagegen, dass seiner Erfahrung nach nicht unbedingt 

Hämatobursen vorhanden sein müssten bei Massenrupturen, wenn die 

Rotatorenmanschette bei einer luxationsähnlichen Bewegung direkt abgesichert werde. 

Auch sei es nicht zwingend, dass Tuberculum majus Ödeme vorhanden sein müssten. 

Die lange Bicepssehne sei subluxiert und partial-rupturiert gewesen. Ausserdem seien 

Luxationen der langen Bicepssehne häufig traumatisch zu sehen und seien das 

traumatische Agens der Subscapularisruptur (Suva-act. 90-2). Dr. E.___ begründet 

demnach das Fehlen von Hämatobursen mit dem Unfallmechanismus. Dieser kann – 

wie bereits ausgeführt (E. 4.1) – vorliegend nicht mehr mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit rekonstruiert werden. Seine Ausführungen vermögen aber 

zumindest geringe Zweifel an den Einschätzungen der versicherungsinternen Ärzte 

hinsichtlich des Fehlens von Begleitverletzungen bzw. ihrem Rückschluss auf die 

4.5. 

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fehlende Unfallkausalität zu wecken. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass an 

der Argumentation von Dr. J.___ in seiner Beurteilung vom 5. Januar 2023 an sich 

bereits geringe Zweifel bestehen. Er hielt nämlich im Rahmen seiner theoretischen 

Ausführungen selber – unter Verweis auf einschlägige medizinische Literatur – fest, 

dass Knochenödeme sowohl bei traumatischen wie degenerativ begründeten Läsionen 

nur selten vorkommen würden und allein aufgrund der MRT-Bildgebung nicht zwischen 

traumatischer und degenerativer Rotatorenmanschettenläsion unterschieden werden 

könne (Suva-act. 94-22). Trotzdem argumentierte er – im Widerspruch zu seinen 

eigenen vorerwähnten Aussagen – zusammenfassend, im MRT drei Tage nach dem 

Unfallereignis hätten sich keine Hinweise auf eine akute strukturelle Veränderung 

gefunden; es gäbe weder ein Muskelödem noch ein Knochenödem oder gar einen 

ausgeprägten Hämarthros (Suva-act. 9-4-35).

Zwischen den Parteien ist weiter umstritten, ob Degenerationen vorliegen bzw. 

was aus diesen zu schliessen ist.

4.6. 

Dr. E.___ führte in seinem Bericht vom 31. Mai 2021 aus, dass das 

Schultergelenk degenerative Schädigungen aufweise, namentlich eine AC-Arthrose und 

Osteophyten humeral. Die Muskelqualität im MRT, welches relativ zeitnah nach dem 

Unfall durchgeführt worden sei, sei jedoch perfekt und weise überhaupt keine 

Atrophiezeichen auf (Suva-act. 58). Aus dem Fehlen einer relevanten fettigen Atrophie 

kann kein Rückschluss auf den Ursprung der Rotatorenmanschettenmassenruptur 

erfolgen (vgl. dazu bereits den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen vom 27. April 2023, UV 2022/11, E. 6.5), weshalb die Argumentation von 

Dr. E.___ nicht verfängt. Zudem führte Dr. J.___ in seiner Beurteilung vom 5. Januar 

2023 – unter Verweis auf einschlägige medizinische Literatur [vgl. UV-act. 94-37 Ziff. 9]) 

aus – eine Atrophie und fettige Infiltration der betroffenen Muskelbäuche sei ein 

Zeichen einer seit Jahren bestehenden Rotatorenmanschettenläsion (Suva-act. 94-27). 

Bezugnehmend auf die Arthro-MRT-Untersuchung vom 15. Oktober 2022 durch 

Dr. D.___ (Suva-act. 13) wies er sodann darauf hin, dass diese einzelne Fettlamellen 

(Goutailler Grad I) des Musculus subscapularis, infraspinatus und supraspinatus sowie 

einen etwas volumengeminderten Muskelbauch des Musculus supraspinatus 

beschrieben habe. Diese Befunde würden für eine länger bestehende 

Funktionsstörung, respektive eine vorbestehende Läsion sprechen. Es komme nicht in 

drei Tagen nach einer Sehnenruptur zur Verfettung der Muskulatur (Suva-act. 94-27). 

Die Fettlamellen in allen drei Muskeln und die grenzwertige Atrophie des Musculus 

supraspinatus seien ein Hinweis auf eine länger bestehende Läsion (Suva-act. 94-35). 

Auch wenn vorliegend nur einzelne Fettlamellen und bloss ein etwas 

4.6.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/23

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volumengeminderter Muskelbauch des Musculus supraspinatus bzw. eine 

grenzwertige Atrophie vorliegen, sprechen diese drei Tage nach dem Unfallereignis 

erhobenen Befunde bzw. Pathologien, welche gemäss überzeugenden Ausführungen 

von Dr. J.___ auf eine seit längerer Zeit bestehende Läsion hinweisen, im vorliegenden 

Fall für das Vorliegen eines unfallfremden Vorzustands. Sowohl Dr. I.___ als auch Dr. 

J.___ wiesen in ihren Beurteilungen vom 9. Juni 2021 (Suva-act. 60) bzw. 5. Januar 

2023 (Suva-act. 94) darauf hin, dass in den zeitnah nach dem Unfallereignis 

durchgeführten bildgebenden Untersuchungen diverse degenerative Veränderungen 

(unter anderem Zysten an den Sehnenansätzen, eine AC-Gelenksarthrose und eine 

Verkalkung am Bizepsanker) festgestellt worden seien, bei welchen es sich um 

unfallfremde Vorzustände handle (vgl. Suva-act. 60 3, 94 26 und 94 35). Wie Dr. E.___ 

jedoch bereits in seinem Bericht vom 31. Mai 2021 (Suva-act. 58-2) sowie auch in 

seiner Stellungnahme vom 26. Januar 2023 (Suva-act. 97-3) nachvollziehbar ausgeführt 

hat, schliessen degenerative Veränderungen an der Schulter einen Unfall bzw. 

unfallkausale Verletzungen nicht aus. Aus dem Ausgeführten folgert das Gericht, dass 

die unbestrittenermassen vorliegenden degenerativen Veränderungen keinen 

überwiegend wahrscheinlichen Ausschluss eines traumatischen Ursprungs oder 

zumindest einer unfallkausalen Verschlimmerung eines Vorzustands zulassen.

Umstritten ist weiter, welche Schlussfolgerungen hinsichtlich der Ursache der 

Beschwerden aufgrund der erfolgten Intervallseröffnung anlässlich der Operation vom 

4. November 2020 (vgl. Suva-act. 24-2) resp. der fehlenden Intervallsruptur gezogen 

werden können. Zwischen den Medizinern in diesem Zusammenhang letztlich 

unumstritten ist, dass das Intervall für eine Rekonstruktion der Subscapularissehne 

immer eröffnet werden muss (Suva-act. 70; vgl. Bericht von Dr. I.___ vom 8. Juni 2021 

[Suva-act. 60-3] und Beurteilung von Dr. E.___ vom 17. Juni 2021 [Suva-act. 68]). 

Dr. I.___ vertrat in seinen Beurteilungen vom 9. Juni und 7. Juli 2021 aber überdies den 

Standpunkt, dass zum einen bei einer traumatischen Ruptur der Subscapularissehne 

das Intervall ebenfalls gerissen sei und zum anderen die Sehne bei einer drei Wochen 

zurückliegenden traumatischen Läsion mobil bleibe und nicht mobilisiert werden 

müsse, da Verwachsungen in dieser kurzen Zeit kaum entstehen könnten (Suva-

act. 60-3 und 70-2). Dem widerspricht Dr. E.___ in seiner Stellungnahme vom 

31. Januar 2022: Bei Komplettrupturen der Subscapularissehne rupturiere das Intervall 

nicht, sondern der Subscapularis rupturiere und ziehe das Intervall Richtung Coracoid 

(Suva-act. 90-1). Dr. E.___s für das Gericht nachvollziehbare Darstellung vermag an der 

Beurteilung von Dr. I.___, wonach bei einer traumatischen Läsion das Intervall in der 

Regel zerrissen sei (Suva-act. 60-3), zumindest geringe Zweifel zu erwecken, weshalb 

4.6.2. 

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5.

Zusammengefasst lässt die vorliegende Aktenlage – aufgrund der obigen 

Ausführungen – keine überwiegend wahrscheinliche Beurteilung der Unfallkausalität 

der Rotatorenmanschettenverletzung zu. Die Beschwerdegegnerin stellte den 

Sachverhalt – in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. dazu vorstehende 

E. 2.3) – unvollständig fest, indem sie trotz bestehender Unklarheiten auf weitere 

Beweiserhebungen hinsichtlich der Unfallkausalität dieser Gesundheitsschäden 

verzichtete. Demnach ist nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen, dass per 

Datum der Leistungseinstellung (31. Mai 2021) keine unfallkausalen 

Gesundheitsschäden bzw. Beschwerden mehr vorlagen. Die Angelegenheit ist nach 

dem Gesagten zur Veranlassung weiterer Abklärungen zur Unfallkausalität der 

vorliegend nicht auf diese abgestellt werden kann. Zum Argument von Dr. I.___, 

wonach bei einer frischen traumatischen Verletzung eine Mobilisierung nicht notwendig 

wäre, äussert er sich hingegen nicht, weshalb seine Beurteilung in dieser Hinsicht als 

unvollständig erscheint und seitens des Gerichts nicht beurteilt werden kann, ob auch 

an dieser Argumentation von Dr. I.___ Zweifel bestehen.

Der Vollständigkeit halber ist zudem darauf hinzuweisen, dass sich aus dem 

Notfallbericht des Stadtspitals C.___ und vom 12. Oktober 2020 ergibt, dass beim 

Beschwerdeführer die linke Schulter früher einmal operiert worden sei (Suva-act. 7-2). 

Anlässlich des Gesprächs vom 16. März 2021 gab der Beschwerdeführer gegenüber 

dem Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin hingegen an, er habe in seinem 

Leben schon 15 Operationen gehabt, wobei keine die Schulter betroffen habe (Suva-

act. 39-3). Weitere Abklärungen zu der Frage, ob bzw. weshalb gegebenenfalls früher 

eine Operation der linken Schulter erfolgt war, sind aus den Akten nicht ersichtlich. 

Gegebenenfalls könnten die Notwendigkeit einer (nicht unfallbedingten) Operation auf 

der gegenüberliegenden Körperseite sowie allenfalls bestehende bildgebende Befunde 

dazu jedoch Rückschlüsse auf die Genese der rechtsseitigen Schulterläsionen 

zulassen. Die Aktenlage erscheint demnach in dieser Hinsicht als unvollständig und 

wird von der Beschwerdegegnerin noch zu vervollständigen sein.

4.6.3. 

Aufgrund der vorherigen Erwägungen bestehen zumindest geringe Zweifel an den 

Einschätzungen der fehlenden Unfallkausalität der Rotatorenmanschettenverletzungen 

seitens Dr. I.___ und Dr. J.___, weshalb auf diese nicht abgestellt werden kann. 

Hingegen vermögen die Beurteilungen der behandelnden Ärzte, namentlich Dr. E.___, 

eine Unfallkausalität der Schulterverletzungen ebenfalls nicht überwiegend 

wahrscheinlich nachzuweisen.

4.7. 

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Rotatorenmanschettenverletzung bzw. zur Einholung einer externen fachmedizinischen 

Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 31. März 

2023 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Im Sinne der vorherigen Erwägungen ist die Beschwerde vom 12. Mai 2023 unter 

Aufhebung des Einspracheentscheids vom 31. März 2023 dahingehend gutzuheissen, 

dass die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen bzw. zur Veranlassung einer 

externen fachmedizinischen Beurteilung und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

6.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

6.2. 
bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung zu weiteren Abklärungen bzw. 

neuem Entscheid gilt hinsichtlich der Prozesskosten praxisgemäss als volles Obsiegen 

(Urteil des Bundesgerichts vom 19. April 2021, 9C_525/2020, E. 6 mit Hinweisen). Die 

Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Mit Blick auf vergleichbare Fälle erscheint eine 

pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 

demnach eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- zu bezahlen (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer).

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/23

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3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- zu bezahlen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.11.2023
	Art. 6 UVG; Leistungseinstellung. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der Frage der Unfallkausalität der Rotatorenmanschettenverletzung des Beschwerdeführers. Rückweisung zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. November 2023, UV 2023/29).

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