# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e297406-4eb6-535e-a3bf-ffd2e8211f7f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.04.2025 D-2415/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2415-2025_2025-04-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2415/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), 

Richterin Thomas Segessenmann,  

Richterin Daniela Brüschweiler;  

Gerichtsschreiberin Leslie Werne. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

und deren Kinder 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

alle vertreten durch MLaw Tamara Trost,  

Rechtsschutz für Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region 

Zürich, (…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 28. März 2025 / N (…). 

 

 

D-2415/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden suchten am 23. November 2024 in der Schweiz 

um Asyl nach. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank Eurodac 

ergab, dass sie am 8. August 2024 bereits in Griechenland um Asyl nach-

gesucht hatten. Gemäss den von ihnen eingereichten Dokumenten waren 

sie dort als Flüchtlinge anerkannt worden.  

C.  

Mit Schreiben vom 28. November 2024 gewährte das SEM den Beschwer-

deführenden das rechtliche Gehör zum beabsichtigten Nichteintretensent-

scheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) und zur Wegwei-

sung nach Griechenland. 

D.  

Am 29. November 2024 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um 

Rückübernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EC des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück-

führungsrichtlinie) sowie das Abkommen vom 28. August 2006 zwischen 

dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Hellenischen Re-

publik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt 

(SR 0.142.113.729; nachfolgend Rückübernahmeabkommen).  

E.  

Die griechischen Behörden stimmten dem Rückübernahmeersuchen am 

2. Dezember 2024 zu und teilten mit, die Beschwerdeführenden seien am 

24. September 2024 in Griechenland als Flüchtlinge anerkannt worden. 

Sie verfügten über eine bis am 23. September 2027 gültige Aufenthalts- 

bewilligung.  

F.  

Mit Stellungnahme vom 5. Dezember 2024 äusserten sich die Beschwer-

deführenden zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid der Vorinstanz 

und zur Wegweisung nach Griechenland.  

D-2415/2025 

Seite 3 

Sie führten dabei im Wesentlichen aus, dass sie in Griechenland keinerlei 

Unterstützung erhalten hätten. Nach Erhalt des Schutzstatus seien sie auf 

sich alleine gestellt gewesen und hätten ihren Lebensunterhalt selbst be-

streiten müssen. Die griechischen Behörden hätten sie weder finanziell 

noch mit Nahrung oder Sachleistungen unterstützt und die minderjährigen 

Beschwerdeführenden hätten keine Schule besuchen können. Mit der fi-

nanziellen Hilfe von Familienangehörigen seien sie zunächst in einer Woh-

nung mit anderen Personen und später in einem Hotel untergekommen. 

Mangels Sprachkenntnisse könnten sie in Griechenland keiner Arbeit 

nachgehen und somit ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten.  

Ihren Gesundheitszustand betreffend gaben sie an, die volljährige Be-

schwerdeführerin habe ein Magenleiden, während der volljährige Be-

schwerdeführer psychisch belastet sei und Konzentrationsstörungen habe. 

Zudem habe der minderjährige Beschwerdeführer seit frühester Kindheit 

ein Herzleiden. Eine medizinische Behandlung dieser Leiden sei ihnen in 

Griechenland verwehrt worden. 

G.  

Am 14. Februar 2025 hörte das SEM die volljährigen Beschwerdeführen-

den sowie ihr ältestes Kind persönlich an.  

H.  

Am 28. März 2025 nahmen die Beschwerdeführenden durch ihre Rechts-

vertretung Stellung zum Entscheidentwurf des SEM. 

I.  

Mit Verfügung vom 28. März 2025 – eröffnet am 31. März 2025 – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf die Asylgesuche 

der Beschwerdeführenden nicht ein, wies sie aus der Schweiz weg und 

forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser 

Verfügung zu verlassen; ansonsten könnten sie in Haft genommen und un-

ter Zwang nach Griechenland zurückgeführt werden. Ferner beauftragte 

das SEM den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und 

ordnete die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis an.  

J.  

Mit Eingabe vom 7. April 2025 erhoben die Beschwerdeführenden gegen 

die vorinstanzliche Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungs- 

gericht. Sie beantragten die Aufhebung der Dispositivziffern 3 und 4 der 

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Seite 4 

angefochtenen Verfügung und die Gewährung der vorläufigen Aufnahme. 

Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, subeventu-

aliter sei das SEM anzuweisen, bei den griechischen Behörden individuelle 

Garantieerklärungen einzuholen. In prozessualer Hinsicht beantragten sie 

die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Kosten- 

vorschussverzicht.  

K.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

8. April 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Be-

schwerdeführung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist daher einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 

Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Hinsichtlich des Prozessgegenstands ergibt sich aus den Beschwerde- 

anträgen und deren Begründung, dass sich die Beschwerde ausschliess-

lich gegen den von der Vorinstanz angeordneten Vollzug der Wegweisung 

richtet. Die Dispositivziffern 1 und 2 der vorinstanzlichen Verfügung (Nicht-

eintreten auf die Asylgesuche und Wegweisung aus der Schweiz) sind 

mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen und bilden nicht Gegen-

stand des Verfahrens.  

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5).  

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Seite 5 

4.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet.  

5.  

5.1 In der Beschwerde wird die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

beantragt und pauschal damit begründet, dass das SEM den Sachverhalt 

unvollständig festgestellt habe. Zudem sei es auf die individuellen Um-

stände der Beschwerdeführenden und ihre Fähigkeiten nicht ausreichend 

eingegangen. Diese formellen Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie ge-

gebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung 

zu bewirken.  

5.2   

5.2.1 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts kann nach Art. 49 Bst. b VwVG gerügt werden. Unrich-

tig ist die Sachverhaltsfeststellung beispielsweise, wenn der Verfügung ein 

aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt 

wurde. Unvollständig ist sie, wenn die Behörde trotz der geltenden Unter-

suchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen rechtsgenüglich 

abgeklärt oder nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände 

berücksichtigt hat (BVGE 2008/43 E. 7.5.6; vgl. auch BENJAMIN SCHIND-

LER, in: Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 49 N. 29).  

5.2.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert sodann die Pflicht 

der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und 

in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforder-

lich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt 

(vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).  

5.3 Das SEM hat sich in der angefochtenen Verfügung mit der allgemeinen 

Situation von Personen mit Schutzstatus in Griechenland einlässlich aus-

einandergesetzt. Ausserdem hat es unter Bezugnahme auf die vorhande-

nen Akten und die Schilderungen der Beschwerdeführenden deren indivi-

duelle Situation, einschliesslich des Kindeswohls und ihres Gesundheits- 

zustandes, rechtsgenüglich abgeklärt. Weiter wurde in der angefochtenen 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

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Seite 6 

Verfügung eine Einzelfallprüfung vorgenommen und hinreichend nachvoll-

ziehbar aufgezeigt, von welchen Überlegungen die Vorinstanz sich leiten 

liess (vgl. A56/21 S. 6 ff.). Dabei durfte das SEM sich auf die wesentlichen 

Gesichtspunkte beschränken (BGE 143 III 65 E. 5.2), was es vorliegend 

getan hat. So sind den vorinstanzlichen Erwägungen detaillierte Ausfüh-

rungen zu der Situation und den Möglichkeiten der Beschwerdeführenden 

in Griechenland sowie der medizinischen Versorgung ebendort zu entneh-

men. Darüber hinaus war es den Beschwerdeführenden offensichtlich auch 

möglich, sich ein Bild über die Tragweite der angefochtenen Verfügung zu 

machen und diese mit einer achtseitigen Beschwerde sachgerecht anzu-

fechten. Dass sie die Auffassung und Schlussfolgerungen des SEM nicht 

teilen, stellt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, sondern betrifft 

die materielle Beurteilung der vorgebrachten Vollzugshindernisse.  

5.4 Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten als unbegrün-

det. Das eventualiter gestellte Rückweisungsbegehren ist daher abzuwei-

sen.  

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Ergebnis, 

die Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Griechenland sei grund-

sätzlich zulässig, zumutbar und möglich. Als Schutzberechtigte in Grie-

chenland könnten sie sich auf die Garantien der Richtlinie 2011/95/EU des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (soge-

nannte Qualifikationsrichtlinie) berufen. Zudem seien sie als anerkannte 

Flüchtlinge den griechischen Bürgerinnen und Bürgern gleichgestellt, etwa 

beim Zugang zu Gerichten, Erwerbstätigkeit, Fürsorge oder sozialer Si-

cherheit. Sie hätten sich nach der Schutzgewährung nur noch kurze Zeit in 

Griechenland aufgehalten und nicht dargetan, dass ihnen der Zugang zum 

Arbeitsmarkt, zu Sozialleistungen und Wohnraum ausserhalb der asyl-

rechtlichen Aufnahmestrukturen nach Erhalt des Schutzstatus durch die 

griechischen Behörden verwehrt worden wäre. Sie seien ausgereist, ohne 

sich zuvor selbständig oder mit Unterstützung der griechischen Behörden 

und/oder gemeinnütziger Organisationen länger um eine wirtschaftliche 

und gesellschaftliche Integration zu bemühen. Sie hätten offensichtlich nie 

die Absicht gehabt, in Griechenland zu verbleiben und sich dort eine Exis-

tenz aufzubauen. Bei den Beschwerdeführenden handle es sich mit Blick 

auf die Rechtsprechung denn um eine Familie, bei welcher grundsätzlich 

von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen sei, sofern 

günstige Voraussetzungen oder Umstände vorlägen, was in casu zu beja-

hen sei. Kenntnisse der Griechischen oder anderer Fremdsprachen und 

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eine Ausbildung seien nicht für jede Berufstätigkeit nötig, zumal der Be-

schwerdeführer durchaus Arbeitserfahrung aufweise und seinen eigenen 

Angaben nach in seiner Zeit in Griechenland sogar etwas Englisch gelernt 

habe. Bei allfälligen Problemen, den Lebensunterhalt selbständig zu be-

streiten, sei ein Antrag beim griechischen Staat auf das garantierte Min-

desteinkommen (EEE) möglich, einem umfassenden Unterstützungskon-

zept im finanziellen, sozialen und beruflichen Bereich, womit eine allfällige 

Notlage verhindert werden könne. Schliesslich bestehe auch die Möglich-

keit von Hilfe durch karitative Organisationen. Mit der anlässlich der 

Schutzgewährung automatisch ausgestellten griechischen Sozialversiche-

rungsnummer (AMKA) hätten die Beschwerdeführenden Zugang zum grie-

chischen Gesundheits- und Sozialversicherungswesen, zumal sie gemäss 

den Akten bereits über eine eigene Steuernummer verfügten und bei den 

griechischen Behörden registriert seien. Betreffend den Zugang zu Schul-

bildung sei festzuhalten, dass in Griechenland für alle Kinder (einschliess-

lich Schutzberechtigter) eine gesetzlich verankerte Schulpflicht besteht. 

Der Zugang zum dortigen Bildungssystem für die minderjährigen Be-

schwerdeführenden sei somit gesichert. Die gesundheitlichen Leiden der 

Beschwerdeführenden seien denn auch nicht derart gravierend, dass sie 

einer Wegweisung entgegenstünden. Ihre Beschwerden seien in Grie-

chenland behandelbar und mit Verweis auf die Qualifikationsrichtlinie sei 

denn auch die medizinische Versorgung sichergestellt.  

6.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe machen die Beschwerdeführenden im 

Wesentlichen geltend, das SEM nehme zu Unrecht das Vorliegen günstiger 

Voraussetzungen oder Umstände an. Die Legalvermutung der Zumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs nach Griechenland greife demnach in ihrem 

Fall nicht. Sie hätten sich nur wenige Monate in Griechenland aufgehalten, 

sprächen die Landesprache nicht und hätten als vierköpfige Familie kaum 

eine Möglichkeit, dauerhaft eine adäquate Unterkunft zu finden. Bei der 

Arbeit, welcher der volljährige Beschwerdeführer nachgegangen sei, habe 

es sich denn auch nur um Freiwilligenarbeit gehandelt, was nicht mit einem 

Zugang zum Arbeitsmarkt gleichzusetzen sei. Darüber hinaus hätten die 

Beschwerdeführenden in Griechenland kein soziales oder familiäres Um-

feld, welches sie unterstützen könne. Sie hätten Griechenland verlassen, 

da sie sich in einer existenziellen Notlage befunden hätten und ihnen die 

Obdachlosigkeit gedroht habe. Im Falle ihrer Rücküberstellung dorthin 

drohten sie erneut in eine solche zu geraten.  

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Seite 8 

7.   

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG).  

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG).  

7.2.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass eine 

Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist. Die 

Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung nach 

Griechenland von Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, 

hat grundsätzlich auch für vulnerable Personen – wie zum Beispiel Perso-

nen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwer-

wiegende Erkrankung einzustufen sind – Gültigkeit. Für Familien mit Kin-

dern ist der Vollzug der Wegweisung zumutbar, falls günstige Vorausset-

zungen oder Umstände vorliegen. In jedem Fall sind im Rahmen der Ab-

wägung die konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen (Alter, 

Gesundheitszustand, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse und Berufs-

erfahrung), aber auch ob und inwieweit sie eigene, ihnen zumutbare An-

strengungen unternommen haben beziehungsweise bereits versucht ha-

ben, in Griechenland Hilfen in Anspruch zu nehmen. Allein die Tatsache, 

dass sich die bisherige Integration als schwierig erwiesen hat, lässt den 

Vollzug der Wegweisung noch nicht als unzumutbar erscheinen. Entschei-

dend ist, ob die betroffenen Personen bei einer Rückkehr trotz ihnen zu-

mutbarer Anstrengungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in eine 

existenzielle Notlage geraten würden, die sie nicht aus eigener Kraft ab-

wenden könnten. Es obliegt den Betroffenen die Legalvermutung umzu-

stossen. Dazu haben sie ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, 

dass die Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihnen nicht 

den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Le-

bensumständen aussetzen würden respektive, dass sie in Griechenland 

aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder 

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gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würden 

(vgl. BVGer-Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.3 ff.). 

7.2.3 Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder 

der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in 

einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83  

Abs. 2 AIG).  

7.3 In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshinder-

nissen gilt gemäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der Beweis-

standard der Glaubhaftigkeit, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 

strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu ma-

chen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).  

8.  

8.1 Bei Griechenland handelt es sich um einen sicheren Drittstaat, in wel-

chem die Beschwerdeführenden Schutz vor Rückschiebung im Sinn von 

Art. 5 Abs. 1 AsylG finden. Das Land ist Signatarstaat der EMRK, der FoK 

und der FK sowie des FK-Zusatzprotokolls vom 31. Januar 1967 und 

kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grund-

sätzlich nach. Gemäss koordinierter Praxis ist nicht von einer Situation aus-

zugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene und 

erniedrigende Behandlung im Sinn einer Verletzung von Art. 3 EMRK dro-

hen würde (vgl. Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 

E. 11.2). Die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe zur Lage Schutzbe-

rechtigter ebendort fügen den der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts zugrundeliegenden Informationen zur Situation in Griechen-

land keine neue Dimension hinzu und vermögen an dieser Einschätzung 

nichts zu ändern. Die Beschwerdeführenden wurden in Griechenland als 

Flüchtlinge anerkannt und können sich dort somit – wie die Vorinstanz in 

ihrer Verfügung zu Recht aufgezeigt hat – auf die Garantien der Qualifika-

tionsrichtlinie berufen (insbesondere die Regeln betreffend den Zugang zu 

Beschäftigung [Art. 26], zu Bildung [Art. 27], zu Sozialhilfeleistungen 

[Art. 29], zu medizinischer Versorgung [Art. 30] und zu Wohnraum 

[Art. 32]), auf die sich das Land als EU-Mitgliedstaat behaften lassen muss. 

Auch unter Berücksichtigung der schwierigen Lebensbedingungen in Grie-

chenland ist nicht von einem "real risk" auszugehen, dass die Beschwer-

deführenden bei einer Rückkehr nach Griechenland einer menschen-

rechtswidrigen Behandlung ausgesetzt sein werden. Es obliegt ihnen, bei 

den zuständigen Behörden ihre Rechte geltend zu machen, nötigenfalls 

mithilfe einer der zahlreich vorhandenen Hilfsorganisationen. Folglich 

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deutet nichts darauf hin, die Beschwerdeführenden könnten bei einer 

Rückkehr nach Griechenland einer menschenunwürdigen oder erniedri-

genden Behandlung ausgesetzt sein. Schliesslich ergeben sich aus den 

Akten auch keine Hinweise darauf, dass das Kindeswohl nach Art. 3 KRK 

der gemeinsamen Überstellung der Beschwerdeführenden entgegenste-

hen könnte (vgl. BVGE 2015/30 E. 7.2 m.w.H.), zumal die minderjährigen 

Beschwerdeführenden, sich erst seit wenigen Monaten in der Schweiz auf-

halten und gemeinsam mit ihren Eltern weggewiesen werden.  

Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zulässig zu qualifizieren.   

8.2   

8.2.1 Vorliegend hat die Vorinstanz mit überzeugender Begründung aufge-

zeigt, weshalb sie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zur Er-

kenntnis gelangt, dass der Wegweisungsvollzug für die Beschwerdefüh-

renden zumutbar ist. Zudem liess sie ebenfalls im Sinne der bundesver-

waltungsgerichtlichen Rechtsprechung miteinfliessen, ob und inwieweit die 

Beschwerdeführenden eigene, ihnen zumutbare Anstrengungen unter-

nommen beziehungsweise bereits versucht hatten, in Griechenland Hilfe 

in Anspruch zu nehmen. Die Beschwerdeführenden müssen sich dabei 

vorhalten lassen, dass sie bereits kurze Zeit nach der Schutzgewährung 

ausreisten, was die Einschätzung der Vorinstanz, sie hätten nie beabsich-

tigt, sich in Griechenland eine Existenz aufzubauen, bestätigt. Auch auf 

Beschwerdeebene vermögen sie nicht darzutun, dass sie sich dort lang-

fristig um eine Verbesserung ihrer Situation bemüht hätten. Die ausführli-

chen Erwägungen der Vorinstanz enthalten zahlreiche Hinweise darauf, 

wie die Beschwerdeführenden in Griechenland zu Unterstützungsleistun-

gen gelangen können (bspw. mit Blick auf Arbeit, allfällig notwendige finan-

zielle, soziale oder medizinische Unterstützung). Dass die Beschwerdefüh-

renden bei einer Rückkehr dorthin trotz den von der Vorinstanz detailliert 

aufgezeigten Unterstützungsmöglichkeiten und den von den Beschwerde-

führenden in diesem Zusammenhang zu erwartenden Anstrengungen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit dennoch in eine existenzielle Notlage 

geraten werden, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden können, ist nicht 

zu erwarten. Weder die bislang noch fehlenden Kenntnisse der Landes-

sprache noch das Fehlen eines familiären Beziehungsnetzes vor Ort ste-

hen einer Erwerbstätigkeit in Griechenland dauerhaft entgegen. Mit ihren 

Aufenthaltsbewilligungen haben die Beschwerdeführenden Zugang zu So-

zialleistungen, zum griechischen Stellenmarkt und zur Gesundheitsversor-

gung sowie Anspruch auf diesbezügliche Gleichbehandlung mit griechi-

schen Staatsangehörigen. Insofern darf von ihnen erwartet werden, sich 

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Seite 11 

bei Unterstützungsbedarf und zur Geltendmachung ihrer Ansprüche an die 

griechischen Behörden zu wenden und die erforderliche Hilfe (nötigenfalls 

auf dem Rechtsweg) einzufordern.  

8.2.2 Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts ist zudem festzuhalten, 

dass nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schlies-

sen ist, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht 

zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefähr-

denden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Per-

son führen würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende 

medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer men-

schenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jeden-

falls noch nicht vor, wenn im Zielstaat eine nicht dem schweizerischen 

Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 

2011/50 E. 8.3, 2009/2 E. 9.3.2).  

Die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführenden steht ihrer Rück-

führung nach Griechenland nicht entgegen, zumal sich in den Akten keine 

Hinweise auf schwerwiegende Erkrankungen respektive einen akuten Be-

handlungsbedarf finden. Den sich bei den Akten befindenden medizini-

schen Berichten ist zu entnehmen, dass bei der volljährigen Beschwerde-

führerin am 13. Januar 2025 eine laparoskopische Cholezystektomie (Gal-

lenblasenentfernung) in der Schweiz durchgeführt wurde (vgl. A41/3 und 

A44/4). Zudem wurden zur Behandlung trockener Augen Medikamente ab-

gegeben (vgl. A50/1). Mangels anderweitiger Arztberichte ist davon auszu-

gehen, dass die jeweilige Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde. 

Belege für das geltend gemachte Herzleiden des minderjährigen und die 

psychischen Probleme des volljährigen Beschwerdeführers finden sich in 

den Akten keine.  

8.2.3 Die Beschwerdeführenden vermögen die oben umschriebene Legal-

vermutung somit nicht umzustossen und ernsthafte Anhaltspunkte dafür 

glaubhaft zu machen, dass sie aufgrund von individuellen Umständen so-

zialer oder wirtschaftlicher Art bei einer Rückkehr nach Griechenland in 

eine existenzielle Notlage geraten würden. Zwar dürften sie bei einer Rück-

kehr nach Griechenland mit Hindernissen zu kämpfen haben; diese er-

scheinen bei zumutbarer Eigeninitiative jedoch nicht unüberwindbar. Nach 

dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zumutbar.  

8.3 Unter diesen Umständen besteht auch keine Veranlassung, die Vor-

instanz anzuweisen, bei den griechischen Behörden individuelle Garantien 

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Seite 12 

für die Beschwerdeführenden einzuholen. Der entsprechende Subeventu-

alantrag ist abzuweisen.  

8.4 Nachdem die griechischen Behörden dem Rückübernahmeersuchen 

zugestimmt haben und die Beschwerdeführenden dort über gültige Aufent-

haltstitel verfügen (vgl. A29/3), ist der Vollzug der Wegweisung auch mög-

lich (Art. 83 Abs. 2 AIG), zumal es den Beschwerdeführenden obliegt, bei 

der Beschaffung allenfalls notwendiger Reisepapiere mitzuwirken 

(vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12).  

9.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 49 

VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.  

11.   

11.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.  

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). Da ihre Rechtsbegehren 

jedoch nicht von vornherein als aussichtslos betrachtet werden können und 

aufgrund der Akten von ihrer Bedürftigkeit auszugehen ist, ist das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG gutzuheissen. Es sind somit keine Verfahrenskosten zu erheben.  

(Dispositiv nächste Seite)  

D-2415/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Leslie Werne 

 

 

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