# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5b77812-0620-5468-9d97-10a0f41ed2d8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.03.2007 AVI 2006/37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2006-37_2007-03-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2006/37

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 06.03.2020

Entscheiddatum: 15.03.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2007
Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG; Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV. Aufhebung der Einstellung 
in der Anspruchsberechtigung, da Verhalten, welches zur Kündigung geführt 
hat, nicht nachgewiesen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 15. März 2007, AVI 2006/37).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 15. März 2007

In Sachen

B.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, Neugasse 55,

9000 St. Gallen,

gegen

UNIA Arbeitslosenkasse, Bahnhofstrasse 24, Postfach 142, 9443 Widnau,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Arbeitgeberkündigung)

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hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- B.___ stellte per 1. November 2005 Antrag auf Leistungen der 

Arbeitslosenversicherung, nachdem ihr letztes Arbeitsverhältnis bei der A.___ von der 

Arbeitgeberin auf den 31. Oktober 2005 aufgelöst worden war (act. G 6.1). In der 

Arbeitgeberbescheinigung gab die A.___ an, das persönliche Verhalten der 

Versicherten habe nicht den A.___-Standards entsprochen (act. G 6.5). Mit 

Stellungnahme vom 31. Januar 2006 führte die Arbeitgeberin dazu aus, diverse 

disziplinarische Vorkommnisse hätten zur Kündigung geführt. Dazu hätten mangelnde 

Zuverlässigkeit und der Umgangston gehört. Ausserdem sei die Versicherte unter 

anderem wegen der Unterschlagung von Firmengeld verwarnt worden (act. G 6.7). 

Demgegenüber führte die Versicherte in ihrer Stellungnahme vom 10. Januar 2006 

(Eingang Unia: 19. Januar 2006) aus, sie sei nach dem Tod ihres Stiefvaters verdächtigt 

worden, unter Suchtproblemen zu leiden. Als sie diese Anschuldigung ärztlich habe 

widerlegen können, sei sie mit der Begründung entlassen worden, sie hätte keinen 

Respekt vor Vorgesetzten und sei unloyal (act. G 6.8). Mit Verfügung vom 6. Februar 

2006 wurde die Versicherte für 50 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt, da 

sie wegen der nicht sofortigen Weiterleitung von Kundengeldern aus eigenem 

Verschulden arbeitslos sei (act. G 6.10). Die Einsprache vom 17./23. Februar 2006, mit 

welcher die Versicherte unter anderem geltend machte, dass keine eigentlichen 

Kündigungsgründe vorhanden gewesen seien, wurde mit Entscheid vom 1. März 2006 

abgewiesen (act. G 6.13 und 14).

B.- a) Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 6. März/3. 

April 2006 mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid vom 1. März 2006 

sowie die Einstellungsverfügung vom 6. Februar 2006 seien aufzuheben und es sei auf 

eine Einstellung zu verzichten. Der Beschwerdeführerin seien sodann die gesetzlichen 

Leistungen auszurichten. Weder habe die Beschwerdeführerin Gelder unterschlagen 

noch habe sie Suchtprobleme gehabt. Zudem sei sie nie mündlich verwarnt worden. 

Schliesslich würden auch für die angeblich mangelnde Loyalität und die 

Respektlosigkeit gegenüber Vorgesetzten keine konkreten Vorfälle genannt. Vielmehr 

schiebe die Arbeitgeberin in ihrer Stellungnahme vom 31. Januar 2006 offensichtlich 

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Kündigungsgründe nach, von denen vorher nicht die Rede gewesen sei. Der 

angefochtene Einspracheentscheid stütze sich somit auf einen Sachverhalt, der nicht 

als bewiesen und feststehend angenommen werden könne. Ein (eventual-)vorsätzliches 

Herbeiführen der Entlassung sei nicht bewiesen, weshalb ein Selbstverschulden nicht 

klar feststehe (act. G 1 und 3).

b) Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2006 beantragt die Verwaltung Abweisung der 

Beschwerde. Auf Grund der Verwarnung (vom 21. März 2005) hätte der 

Beschwerdeführerin klar sein müssen, dass sie sich nichts mehr zu Schulden lassen 

kommen dürfe, ansonsten sie die Kündigung erhalten würde. Nach dem Verweis habe 

es aber eine Auseinandersetzung um Suchtprobleme gegeben, die dann zur Auflösung 

des Arbeitsverhältnisses geführt hätten. Die Versicherte treffe ein Verschulden an der 

Auflösung des Arbeitsverhältnisses (act. G 6).

c) Mit Replik vom 21. August 2006 betont der Rechtsvertreter nochmals, dass die 

Behauptung, die Beschwerdeführerin habe Geld veruntreut, nicht zutreffe. Sie habe nie 

Kundengelder auf ihr Konto überwiesen. Vielmehr habe sie das Geld versehentlich 

weggeworfen. Ausserdem habe sie das Geld aus eigener Tasche zurückbezahlt, sobald 

sie entsprechend liquid gewesen sei. Das erwähnte Versehen sei entschuldbar und 

hätte im Übrigen gemäss Art. 321e OR von der Arbeitgeberin getragen werden müssen 

(act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (vgl. act. G 11).

d) Am 18. Januar 2007 reicht die A.___ auf Ersuchen des Gerichts eine Stellungnahme 

zu den Entlassungsgründen ein (act. G 14). Dazu nimmt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin am 20. Februar 2007 Stellung (act. G 18).

II.

1.- a) Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) ist die versicherte 

Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes 

Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit nach Art. 44 Abs. 1 

lit. a der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIV) namentlich dann, wenn die versicherte Person durch ihr 

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Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem 

Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat. Zu den 

arbeitsvertraglichen Verpflichtungen eines Arbeitnehmers gehört es, die allgemeinen 

Anordnungen des Arbeitgebers und die ihm erteilten besonderen Weisungen nach Treu 

und Glauben zu befolgen (Art. 321d Abs. 2 OR).

b) Am 17. Oktober 1991 ist für die Schweiz das Übereinkommen Nr. 168 der 

Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung und den 

Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8; nachfolgend 

Übereinkommen) in Kraft getreten. Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens können 

Leistungen, auf welche eine geschützte Person bei Arbeitslosigkeit Anspruch gehabt 

hätte, verweigert, entzogen, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn die 

zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vorsätzlich zu ihrer 

Entlassung beigetragen hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und 

klar ist, ist sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht damit allfällig widersprechendem 

Landesrecht vor (BVR 1999 S. 377 E. 4b). Eine Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung setzt somit voraus, dass die versicherte Person vorsätzlich zu 

ihrer Entlassung beigetragen hat, wie auch das Bundesgericht bestätigt hat (Urteil vom 

26. April 2006, i.S. S., C 11/06 mit Hinweis auf BGE 124 V 236 E. 3b, sowie Urteil vom 

26. April 2006, i.S. S., C 6/06). Im Sozialversicherungsrecht handelt vorsätzlich, wer 

eine Tat mit Wissen und Willen begeht, oder mindestens im Sinne des 

Eventualvorsatzes in Kauf nimmt (JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1997, S. 52). Eine zumindest eventualvorsätzliche 

Herbeiführung der Arbeitslosigkeit liegt z.B. dann vor, wenn die versicherte Person auf 

Grund einer Verwarnung weiss, dass ein bestimmtes Verhalten vom Arbeitgeber nicht - 

oder nicht mehr - toleriert wird und zu einer Kündigung führt, sie aber die ihr nach den 

persönlichen Umständen und Verhältnissen zumutbare Anstrengung zu einer Änderung 

des vom Arbeitgeber beanstandeten Verhaltens nicht aufbringt (vgl. BVR 1999 S. 373 

ff.). Hat eine versicherte Person nur grob fahrlässig zur Kündigung durch den 

Arbeitgeber beigetragen, ist eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss 

Art. 20 lit. b des Übereinkommens nicht zulässig.

c) Beim Einstellungsgrund des Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV genügt der im 

Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

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nicht, sondern es muss das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten klar 

feststehen (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Rz 

829 mit Hinweisen). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermögen 

blosse Behauptungen des Arbeitgebers den Nachweis für ein schuldhaftes Verhalten 

der versicherten Person nicht zu erbringen, wenn sie von dieser bestritten werden und 

nicht durch andere Beweise oder Indizien bestätigt erscheinen (BGE 112 V 245 E. 1 mit 

Hinweisen; ARV 1993/94 Nr. 26 S. 183 f. E. 2a; THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 

831 mit Hinweisen).

2.- a) Vorliegend macht die Beschwerdegegnerin geltend, die Beschwerdeführerin sei 

durch eigenes Verschulden arbeitslos. Dabei stützt sie sich im Wesentlichen auf die 

Angaben der Arbeitgeberin in deren Stellungnahme vom 31. Januar 2006. In der 

Verfügung vom 6. Februar 2006 führte sie deshalb aus, es sei unbestritten, dass die 

Beschwerdeführerin Geld der Arbeitgeberin nicht sofort weitergeleitet habe (act. G 

6.10). Im Einspracheentscheid vom 1. März 2006 bleibt unklar, welches Verhalten nach 

Ansicht der Beschwerdegegnerin zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses geführt haben 

soll (act. G 6.14). In der Stellungnahme vom 23. Juni 2006 stellt sich die 

Beschwerdegegnerin schliesslich auf den Standpunkt, es hätte der 

Beschwerdeführerin auf Grund des Verweises (wegen der verschwundenen 

Kundengelder) klar sein müssen, dass sie sich nichts mehr zu Schulden lassen 

kommen dürfe. Da es nach dem Verweis eine Auseinandersetzung um Suchtprobleme 

gegeben habe, die dann zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses geführt habe, treffe die 

Beschwerdeführerin ein Verschulden an ihrer Arbeitslosigkeit (act. G 6).

Dem ist jedoch mit der Berdeführerin entgegen zu halten, dass die Veruntreuung von 

Kundengeldern nicht nachgewiesen ist. Die Beschwerdeführerin geht von einem 

blossen Versehen aus; sie habe den Umschlag mit dem Geld in der Hektik aus 

Versehen in den Papierkorb geworfen. Die Arbeitgeberin selber verzichtete offenbar auf 

eine weitere Abklärung des Sachverhalts und insbesondere auf eine Strafanzeige. 

Vielmehr liess sie es am 21. März 2005 nach Abwägung aller Umstände bei einem 

Verweis bewenden. Darin wurde die Beschwerdeführerin ermahnt, dass sich solche 

Vorkommnisse nicht wiederholen dürften und dass sich die Beschwerdeführerin 

"künftig an die üblichen Prozessabläufe zu halten" habe (act. G 6.6). Nachdem die 

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Arbeitgeberin nicht behauptet, die Beschwerdeführerin habe sich weitere 

Veruntreuungen zu Schulden kommen lassen, kann als Zwischenergebnis festgehalten 

werden, dass der Vorfall vom November 2004 mit dem - aus welchen Gründen auch 

immer - nicht rechtzeitig weitergeleiteten Geld nicht zur Kündigung und damit zur 

Arbeitslosigkeit geführt hat.

b) Die Arbeitgeberin bestätigt in ihrer Stellungnahme vom 18. Januar 2007, dass sie 

zwar anfänglich den Verdacht hatte, dass die Beschwerdeführerin ein Drogen- oder 

Alkoholproblem haben könnte. Aus diesem Grund sei die Beschwerdeführerin darauf 

angesprochen worden. Als diese entsprechende Probleme verneint habe, habe man ihr 

geglaubt (act. G 14 Pkt. 3). Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin geht somit 

die Arbeitgeberin selber nicht davon aus, dass die angebliche Suchtproblematik (bzw. 

eine Auseinandersetzung darum) zur Kündigung geführt habe. Die Beschwerdeführerin 

kann somit auch aus diesem Grund nicht in der Anspruchsberechtigung eingestellt 

werden.

c) Bleiben noch die Vorwürfe des "ungebührlichen Verhaltens". Am 26. April 2005 

wurde die Beschwerdeführerin zu einem Gespräch mit dem Agenturleiter und dem 

Regionaldirektor der Arbeitgeberin zitiert. Anlässlich dieser Unterredung wurde ihr die 

Kündigung per 31. Juli 2005 (welche sich in der Folge krankheitsbedingt auf den 31. 

Oktober 2005 verlängerte) unterbreitet. Als Gründe wurden im Kündigungsschreiben 

lediglich die "Ihnen im heutigen Gespräch mündlich mitgeteilten Gründe" aufgeführt 

(act. G 6.6). In der Arbeitgeberbescheinigung vom 20. Dezember 2005 führte die A.___ 

aus, das persönliche Verhalten der Beschwerdeführerin habe nicht dem A.___-

Standard entsprochen (act. G 6.5). In ihrer Stellungnahme vom 31. Januar 2006 führte 

die Arbeitgeberin schliesslich aus, diverse disziplinarische Vorkommnisse hätten zur 

Kündigung der Beschwerdeführerin geführt. Dazu gehöre mangelnde Zuverlässigkeit, 

was immer wieder zu Kundenreklamationen geführt habe. Wiederum gab die 

Arbeitgeberin an, der Umgangston gegenüber Kunden und internen Stellen habe nicht 

dem A.___-Standard entsprochen. Die Beschwerdeführerin sei mündlich und schriftlich 

verwarnt worden. Dazu verwies die Arbeitgeberin auf ihr Schreiben vom 21. März 2005 

(act. G 6.7). In der vom Gericht eingeholten Stellungnahme vom 18. Januar 2007 

präzisiert die A.___ ihre Vorwürfe nun dahingehend, dass sich die Beschwerdeführerin 

etwa am Telefon über eine Kundin ausgelassen habe oder von einer anderen Kundin 

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mit den Füssen auf dem Tisch und in ein privates Telefongespräch vertieft angetroffen 

wurde, ohne dass die Beschwerdeführerin Anstalten gemacht habe, die Kundin zu 

bedienen. Solche und ähnliche Vorfälle seien an der Tagesordnung gewesen und 

hätten den Agenturleiter immer wieder in missliche Umstände gebracht. Zudem habe 

sie sich an einer internen Schulung vor allen Teilnehmern auf der Generaldirektion 

abschätzig über den Agenturleiter geäussert. Die Beschwerdeführerin sei jeweils nach 

Reklamationen mündlich verwarnt worden, wobei sich nicht mehr rekonstruieren lasse, 

wann genau diese Verwarnungen erfolgt seien (act. G 14 Pkt. 1).

Die Beschwerdeführerin bestreitet alle diese Vorwürfe. Weder treffe zu, dass sie sich 

abschätzig über Kunden geäussert habe, noch könne sie sich an eine entsprechende 

Reklamation oder Ermahnung erinnern. Ebenso sei der Vorwurf haltlos, sie hätte die 

Füsse auf dem Tisch gehabt. Vielmehr sei sie von einer aufgebrachten Kundin 

fälschlicherweise beschuldigt worden. Diese Kundin habe sich zwischenzeitlich für ihr 

Verhalten und die ungerechtfertigte Anschwärzung bei der Beschwerdeführerin 

entschuldigt. Die zeitweilige Nervosität der Beschwerdeführerin sei auf die damalige 

schwierige Situation zurückzuführen gewesen, als ihr Stiefvater am 3. März 2005 

gestorben sei. Der Agenturleiter sei darüber jederzeit informiert gewesen. Die Art und 

Weise, wie der Beschwerdeführerin dann eine Suchtproblematik unterstellt worden sei, 

lege den Verdacht auf Mobbing nahe. Zudem sei der zeitliche Zusammenhang 

zwischen der (am 13. April 2005 erfolgten) Einreichung des ärztlichen Attests vom 3. 

April 2005 und der am 26. April 2005 mündlich ausgesprochenen Kündigung derart 

eng, dass die gegenteilige Behauptung der A.___ unglaubwürdig erscheine, zumal der 

vorgeschobene Kündigungsgrund des beanstandeten Verhaltens gar nicht existiere 

(act. G 18).

Nachdem die Vorwürfe durch die Beschwerdeführerin bestritten werden, müssten sie 

durch andere Indizien als bestätigt erscheinen (vgl. Erw. 1c hiervor). Dies ist vorliegend 

jedoch nicht der Fall. Vielmehr erscheinen die Ausführungen der Beschwerdeführerin 

nicht weniger glaubwürdig als jene der Arbeitgeberin. Zudem ist mit der 

Beschwerdeführerin festzustellen, dass der zeitliche Zusammenhang zwischen der 

(versuchten) Unterstellung von Suchtproblemen und - als sie solche am 13. April 2005 

ärztlich widerlegen konnte (Beilage zu act. G 6.13) - der Unterredung mit 

anschliessender Kündigung vom 26. April 2005 tatsächlich sehr eng ist, so dass nicht 

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ausgeschlossen werden kann, dass man die Beschwerdeführerin unter einem Vorwand 

loswerden wollte. Hinzu kommt, dass die Arbeitgeberin nie klar darlegen konnte, unter 

welchen Umständen die Beschwerdeführerin am 26. April 2005 zu ihren Vorgesetzten 

zitiert wurde und eine am 25. April 2005 vorbereitete Erklärung unterzeichnen musste. 

Insbesondere ergibt sich aus den Ausführungen der Arbeitgeberin kein zeitlicher 

Zusammenhang zwischen dem behaupteten Fehlverhalten und dem 

Kündigungszeitpunkt, welcher einen diesbezüglichen Konnex als nahe liegend 

erscheinen lassen würde.

d) Selbst wenn aber der eine oder andere Vorwurf der Arbeitgeberin zutreffen sollte, ist 

noch nicht nachgewiesen, dass die Beschwerdeführerin eine Kündigung zumindest 

eventualvorsätzlich in Kauf genommen hat. Die Arbeitgeberin räumt diesbezüglich ein, 

dass die Verwarnungen nur mündlich ausgesprochen worden seien und heute nicht 

mehr rekonstruiert werden könne, wann genau diese erfolgt seien (act. G 14 Pkt. 2). 

Zudem werden auch diese Verwarnungen von der Beschwerdeführerin bestritten (act. 

G 18).

3.- a) Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass weder das behauptete 

Fehlverhalten noch der dafür erforderliche (Eventual-)Vorsatz der Beschwerdeführerin 

genügend erhärtet sind, um eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu 

rechtfertigen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 1. März 2006 ist daher 

aufzuheben.

b) Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat die 

obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden 

vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 750.-- 

bis Fr. 7'500.--. Vorliegend erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

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entschieden:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 1. 

März 2006 aufgehoben.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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		2025-07-19T16:37:08+0200
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