# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a18b7da-1735-5a80-a06a-780377b7d886
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.04.2015 200 2014 607
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-607_2015-04-01.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 9. Juli 2015 abgewiesen (9C_311/2015).

200 14 607 AHV
SCJ/LUB/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. April 2015

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse Berner Arbeitgeber (AKBA)
Murtenstrasse 137a, 3008 Bern
Beschwerdegegnerin

B.________
Beigeladene

betreffend Einspracheentscheid vom 20. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 3

Sachverhalt:

A.

Die C.________ war als Arbeitgeberin der Ausgleichskasse Berner Arbeit-
geber (nachfolgend AKBA bzw. Beschwerdegegnerin) angeschlossen. 
A.________ war als Mitglied des Verwaltungsrats mit Einzelunterschrift und 
B.________ als Einzelunterschriftsberechtigte der C.________ im Handels-
register eingetragen (vgl. Handelsregisterauszug, abrufbar unter 
www.zefix.ch).

Nachdem der C.________ bis zum 31. Mai 2011 ein Konkursaufschub ge-
währt worden war, machte die AKBA mit Schadenersatzverfügung vom 
20. Juni 2011 (Akten AKBA [act. II] 12) gegenüber A.________ einen vor-
aussichtlichen Schaden im Betrag von Fr. 92‘978.-- für bislang nicht be-
zahlte Sozialversicherungsbeiträge geltend. Im selben Monat erliess die 
AKBA ebenfalls gegenüber B.________ eine Schadenersatzverfügung 
(act. II 3 S. 2, 11 und Stellungnahme vom 24. Februar 2015 S. 2 [in den 
Gerichtsakten]). Am 21. Juni 2011 wurde der C.________ eine provisori-
sche Nachlassstundung von zwei Monaten gewährt (act. II 9). Auf Gesuch 
von A.________ und B.________ hin sistierte die AKBA mit E-Mail vom 
31. August 2011 (act. II 10) die eingeleiteten Verfahren auf Schadenersatz 
bis zum Abschluss des Nachlassverfahrens. Am xx. xxxx 2011 wurde über 
die C.________ der Konkurs eröffnet (act. II 8).

Mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 (act. II 6) 2012 forderte die AKBA von 
A.________ nunmehr Schadenersatz in der Höhe von Fr. 125‘649.70 für 
entgangene Sozialversicherungsbeiträge. Die dagegen am 27. November 
2012 erhobene Einsprache (act. II 4) wies die AKBA mit Einspracheent-
scheid vom 20. Mai 2014 (act. II 3) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 4

B.

Dagegen erhob A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) mit Eingabe 
vom 20. Juni 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragt, der 
angefochtene Entscheid sei infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben, 
eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben; dies unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolge. In der Begründung macht er namentlich 
geltend, die Beschwerdegegnerin stütze den Einpracheentscheid auf 
Art. 52 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenver-
sicherung vom 20. Dezember 1946 [AHVG; SR 831.10]). Im Konkursfall 
seien Schadenersatzforderungen primär im Rahmen des Konkursverfah-
rens geltend zu machen. Die Beschwerdegegnerin habe sich die Schaden-
ersatzforderung von der Gläubigergemeinschaft jedoch nicht abtreten las-
sen. Die Schadenersatzverfügung dürfe die allgemeinen Rechtsgrundsätze 
nicht aushebeln, die Beweislast betreffend die Verantwortlichkeit liege bei 
der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juli 2014 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde. Sie verweist im Wesentlichen auf die Aus-
führungen im Einspracheentscheid vom 20. Mai 2014 (act. II 3) und hält 
zusammenfassend fest, dass die Haftungsvoraussetzungen von Art. 52 
AHVG erfüllt seien.

Mit Replik vom 4. September 2014 stellte der Beschwerdeführer den An-
trag, der Einspracheentscheid vom 20. Mai 2014 sei aufzuheben. Zur Be-
gründung führt er insbesondere aus, im Kollokationsplan vom xx. xxxx 
2014 sei eine Forderung der Beschwerdegegnerin im Betrag von 
Fr. 112‘319.50 aufgenommen worden. Eine subsidiäre Haftung sei auf die-
sen Betrag beschränkt. Zudem unterlasse es die Beschwerdegegnerin, den 
Vorwurf, er habe den Schaden durch absichtliche oder grobfahrlässige 
Missachtung von Vorschriften verursacht, zu begründen.

Mit Duplik vom 22. September 2014 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 
bisherigen Ausführungen fest.

Der Instruktionsrichter ersuchte mit Schreiben vom 13. Oktober 2014 die 
Beschwerdegegnerin um Stellungnahme betreffend die Höhe der geltend 

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gemachten Schadenersatzforderung und des Standes eines allfälligen 
Schadenersatzverfahrens gegen B.________.

Mit Schreiben vom 29. Oktober 2014 reduzierte die Beschwerdegegnerin 
die Schadenersatzforderung auf Fr. 112‘319.50 und hielt fest, dass auf-
grund der ehelichen Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und 
B.________ bewusst darauf verzichtet worden sei gegen Letztere ebenfalls 
neuerlich eine Schadenersatzverfügung zu erlassen. Des Weiteren verwies 
sie auf die solidarische Haftbarkeit.

Mit Eingabe vom 10. November 2014 hielt der Beschwerdeführer an sei-
nem bisherigen Antrag und seinen Ausführungen fest.

Am 27. Januar 2015 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Januar 2015 wurde B.________ 
(nachfolgend Beigeladene) zum Verfahren beigeladen. Gleichzeitig wurde 
ihr Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme gegeben.

Mit Zuschrift vom 24. Februar 2015 reichte die Beigeladene eine Stellung-
nahme ein und beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 
20. Mai 2014. Zur Begründung ihrer Stellungnahme bringt sie im Wesentli-
chen dieselben Argumente wie der Beschwerdeführer in seinen Eingaben 
vor.

Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Februar 2015 wurde den Parteien 
die Möglichkeit eingeräumt, sich zur Stellungnahme der Beigeladenen zu 
äussern. Mit Schreiben vom 10. März 2015 hielt der Beschwerdeführer fest, 
dass er sich der Stellungnahme der Beigeladenen anschliesse. Die Be-
schwerdegegnerin liess sich nicht mehr vernehmen.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 52 Abs. 5 AHVG). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. Mai 
2014 (act. II 3). Mit diesem Entscheid verpflichtete die Beschwerdegegnerin 
den Beschwerdeführer zur Bezahlung von Schadenersatz in der Höhe von 
Fr. 125‘649.70. Mit Zuschrift vom 29. Oktober 2014 reduzierte die Be-
schwerdegegnerin diese Forderung um Fr. 13‘330.20. Sie beantragt damit 
sinngemäss die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Streitig und zu 
prüfen ist deshalb die Schadenersatzpflicht des Beschwerdeführers für 
entgangene Sozialversicherungsbeiträge im Betrag von nunmehr 
Fr. 112‘319.50.

1.3 Mit der Beiladung werden Dritte, deren Interessen durch eine Ent-
scheidung berührt sind, in ein Verfahren einbezogen und daran beteiligt. 
Der Einbezug Beteiligter in den Schriftenwechsel hat den Sinn, die Rechts-
kraft des Urteils auf die Beigeladenen auszudehnen, so dass diese in ei-
nem später gegen sie gerichteten Prozess dieses Urteil gegen sich gelten 
lassen müssen. Das Interesse an einer Beiladung ist rechtlicher Natur. Es 
muss mit anderen Worten eine Rückwirkung auf eine Rechtsbeziehung 
zwischen der Hauptpartei und den Mitinteressierten in Aussicht stehen 

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(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 18. Juli 2014, 8C_834/2013, 
E. 1.1).

Nach der Rechtsprechung ist das Sozialversicherungsgericht gehalten, 
andere von der Beschwerdegegnerin belangte Solidarschuldner beizula-
den, und zwar sowohl wenn gegen diese das Verfahren noch hängig ist, als 
auch wenn deren Haftung bereits rechtskräftig feststeht (Entscheid des 
BGer vom 27. August 2013, 9C_646/2012, E. 3.1).

Aktenmässig ist erstellt, dass die Beschwerdegegnerin im Juni 2011 eben-
falls gegen die Beigeladene, welche als Einzelunterschriftsberechtigte der 
C.________ im Handelsregister eingetragen war, eine Schadenersatzver-
fügung erlassen hat (act. II 3 S. 2, 11 und Stellungnahme vom 24. Februar 
2015 S. 2 [in den Gerichtsakten]). Gestützt auf die E-Mail-Korrespondenz 
vom 28. Juli 2011 (act. II 11) und 31. August 2011 (act. II 10) ist davon 
auszugehen, dass die Beigeladene anlässlich der erfolgten Besprechung 
mit der Beschwerdegegnerin gegen die besagte Verfügung Einsprache 
erhoben hat. In ihrer Stellungnahme vom 24. Februar 2015 (in den Ge-
richtsakten) bestätigt sie denn auch, bei der Beschwerdegegnerin am 
28. August 2011 vorgesprochen zu haben (zur mündlichen Einsprache vgl. 
Art. 10 Abs. 4 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 [ATSV; SR 830.11]). 
Aus den Akten ist nicht ersichtlich, ob bis anhin ein Einspracheentscheid 
gegenüber der Beigeladenen ergangen ist. Wie es sich damit verhält, 
braucht hier nicht abschliessend geklärt zu werden.

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.5 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin 
hätte die Schadenersatzverfügung vom 20. Juni 2011 (act. II 12) wegen 
Gegenstandslosigkeit aufheben müssen. 

Mit Verfügung vom 20. Juni 2011 (act. II 12) forderte die Beschwerde-
gegnerin vom Beschwerdeführer als Verwaltungsratsmitglied der 
C.________ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 92‘978.-- für allenfalls nicht 
einbringliche Sozialversicherungsbeiträge. Nach einer Besprechung zwi-
schen dem Beschwerdeführer, der Beigeladenen und der Beschwerdegeg-
nerin sistierte Letztere mit E-Mail vom 31. August 2011 die eingeleiteten 
Verfahren auf Schadenersatz bis zum Abschluss des Nachlassverfahrens 
der C.________ (act. II 10). Als am xx. xxxx 2011 über die C.________ der 
Konkurs eröffnet wurde, forderte die Beschwerdegegnerin mit einer neuen 
Verfügung vom 30. Oktober 2012 (act. II 6) vom Beschwerdeführer nun-
mehr Fr. 125‘649.70 Schadenersatz für entgangene Sozialversicherungs-
beiträge. Mit Erlass der Verfügung vom 30. Oktober 2012 (act. II 6) wurde 
die dem Beschwerdeführer zugestellte Verfügung vom 20. Juni 2011 
(act. II 12) sinngemäss aufgehoben. Dieses Vorgehen ist vor dem Hinter-
grund des geänderten Sachverhaltes zulässig. Zudem konnte der Be-
schwerdeführer im Rahmen eines uneingeschränkten Instanzenzugs seine 
Sichtweise im Rahmen des Einspracheverfahrens betreffend die Verfügung 
vom 30. Oktober 2012 darlegen. Entgegen seinem Vorbringen wurde das 
Verfahren nicht verkürzt. Vielmehr konnte er durch den erneuten Verfü-
gungserlass ein zweites Mal Einsprache erheben. Das Vorgehen der Be-
schwerdegegnerin begründet für den Beschwerdeführer weder eine 
Schlechterstellung noch einen Rechtsnachteil.

3.

3.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220).

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3.2 Am 1. Januar 2012 sind im Alters- und Hinterlassenenversiche-
rungsrecht neue Vorschriften in Kraft getreten (Änderungen vom 17. Juni 
2011; AS 2011 S. 4745 ff.). Die Bestimmung betreffend die Arbeitgeberhaf-
tung (Art. 52 AHVG) wurde insofern angepasst, als wichtige Charakteristika 
der Haftung aus der Rechtsprechung neu in das Gesetz aufgenommen 
wurden; an der Grundkonzeption der Haftung wurde indessen nichts geän-
dert (vgl. BBl 2011 S. 560 f.). Die bisherige Rechtsprechung zur Arbeitge-
berhaftung hat nach wie vor Gültigkeit. Die vorliegend in Frage stehenden 
Sozialversicherungsbeiträge betreffen die Beitragsperioden bis zur Konkur-
seröffnung vom 13. Dezember 2011 (act. II 8), weshalb das AHVG in der 
bis zum 31. Dezember 2011 gültigen Fassung anwendbar ist.

3.3 Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Miss-
achtung von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er 
diesen zu ersetzen. Die zuständige Ausgleichskasse macht den Schaden-
ersatzanspruch durch Erlass einer Verfügung geltend (Art. 52 Abs. 1 und 2 
AHVG).

Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften 
subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung 
oder Liquidation befassten Personen (BGE 129 V 11, 123 V 12 E. 5b 
S. 15). Wer als Organ einer juristischen Person belangt werden kann, beur-
teilt sich nicht allein nach formellen Kriterien, sondern danach, ob die be-
treffende Person Organen vorbehaltene Entscheide getroffen oder die ei-
gentliche Geschäftsführung besorgt und so die Willensbildung der Gesell-
schaft massgebend beeinflusst hat (BGE 132 III 523 E. 4.5 S. 528, 114 V 
213).

Der Schadenersatzanspruch verjährt zwei Jahre, nachdem die zuständige 
Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, spätestens aber fünf 
Jahre nach Eintritt des Schadens. Diese Fristen können unterbrochen wer-
den (Art. 52 Abs. 3 Satz 1 und 2 AHVG).

3.4

3.4.1 Der für eine Haftung nach Art. 52 AHVG vorausgesetzte Schaden 
entsteht dann, wenn der Ausgleichskasse ein ihr gesetzlich geschuldeter 
Betrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dem Betrag, dessen die 

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Kasse verlustig geht. Dazu gehören die von den Arbeitgebenden geschul-
deten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge, die Verwaltungs- und Be-
treibungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszin-
sen (BGE 121 III 382 E. 3b bb S. 384; SVR 2007 AHV Nr. 2 S. 6 E. 5, 1999 
AHV Nr. 16 S. 45 E. 5). Ordnungsbussen sind hingegen nicht Schadensbe-
standteil (SVR 2009 AHV Nr. 3 S. 13 E. 7).

3.4.2 Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die 
geschuldeten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht 
mehr erhoben werden können, sei es durch Beitragsverwirkung (Art. 16 
Abs. 1 AHVG), sei es durch Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers (BGE 
136 V 268 E. 2.6 S. 273, 134 V 257 E. 3.2 S. 263 = Pra 2009 Nr. 49).

Im ersten Fall gilt der Schaden im Zeitpunkt als eingetreten, in welchem die 
Verwirkung eintritt. Im zweiten Fall gilt der Schadenseintritt als erfolgt, so-
bald die Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht 
mehr im ordentlichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden 
können, in der Regel mit der Ausstellung eines Pfändungsverlustscheins 
oder mit der Konkurseröffnung über den Arbeitgeber (BGE 136 V 268 
E. 2.6 S. 273).

3.4.3 Kenntnis des Schadens hat die Ausgleichskasse im Zeitpunkt, in 
welchem sie unter Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit erken-
nen muss, dass es die tatsächlichen Umstände nicht mehr erlauben, die 
geschuldeten Beiträge einzufordern, dass sie aber wohl eine Schadener-
satzpflicht zu begründen vermögen (BGE 129 V 193 E. 2.1 S. 195).

Entsteht der Schaden durch Konkurs, so fällt dieser Zeitpunkt nicht not-
wendigerweise mit jenem zusammen, in welchem die Ausgleichskasse die 
Schlussabrechnung oder einen Verlustschein zugestellt erhält. Die Recht-
sprechung geht vielmehr davon aus, dass der Gläubiger, welcher den Er-
satz eines durch Konkurs oder durch einen Liquidationsvergleich erlittenen 
Schadens geltend machen will, diesen normalerweise im Zeitpunkt der Auf-
legung des Kollokationsplans genügend kennt. Er kann in diesem Zeitpunkt 
den Wert des Inventars, die Rangfolge seiner Forderung sowie die voraus-
sichtliche Dividende kennen. Die gleichen Grundsätze gelten bei einem 
Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung (BGE 128 V 15 E. 2a S. 17).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 11

3.5 Der Schaden muss durch eine Missachtung von Vorschriften ent-
standen sein. Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. der Verord-
nung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 31. Oktober 
1947 (AHVV; SR 831.101) schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder 
Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug bringt und zusammen mit 
den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Ar-
beitgeber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen 
über die von ihnen an ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausbe-
zahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträ-
ge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Ab-
rechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene öf-
fentlichrechtliche Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser öffentlichrechtlichen 
Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 
AHVG und zieht die volle Schadensdeckung nach sich (BGE 118 V 193 
E. 2a S. 195).

3.6

3.6.1 Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht 
nach dem Wortlaut des Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absicht-
lich oder grobfahrlässig Vorschriften verletzt hat und dass durch diese 
Missachtung ein Schaden verursacht worden ist. Absicht bzw. Vorsatz und 
Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens. Art. 52 AHVG 
statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um 
eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht (BGE 108 V 183 E. 1b 
S. 186).

Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber das 
ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und 
unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen (SVR 
2011 AHV Nr. 14 S. 49 E. 3.2). Das Mass der zu verlangenden Sorgfalt ist 
abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in den kaufmännischen 
Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher der Betreffende angehört, 
üblicherweise erwartet werden kann und muss. Dabei sind an die Sorg-
faltspflicht einer Aktiengesellschaft hinsichtlich der Einhaltung gesetzlicher 
Vorschriften grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen. Ähnlich ist zu 
differenzieren, wenn es darum geht, die subsidiäre Haftung der Organe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 12

eines Arbeitgebers zu ermitteln (BGE 112 V 156 E. 4 S. 159, 108 V 199 
E. 3a S. 202).

3.6.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der 
öffentlichrechtlichen Aufgaben der Arbeitgeber als Institution der Versiche-
rungsdurchführung ohne weiteres als qualifiziertes Verschulden ihrer Orga-
ne im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten. Das absichtliche oder grobfahr-
lässige Missachten von Vorschriften verlangt vielmehr einen Normverstoss 
von einer gewissen Schwere. Dagegen kann beispielsweise die relativ kur-
ze Dauer des Beitragsausstandes sprechen, wobei aber immer eine Wür-
digung sämtlicher konkreter Umstände des Einzelfalls Platz zu greifen hat. 
Zudem dürfen die Nichtabrechnung wie auch die Nichtbezahlung der Bei-
träge als solche nicht einem qualifizierten Verschulden gleichgesetzt wer-
den, weil dies auf eine nach Gesetz und Rechtsprechung unzulässige, da 
in Art. 52 AHVG gerade nicht vorgesehene Kausalhaftung hinausliefe. 
Vielmehr sind auch in dieser Hinsicht die gesamten Umstände zu würdigen. 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht dürfen sich bei festgestellter 
Verletzung der AHV-Vorschriften daher nicht auf die Prüfung beschränken, 
ob Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe vorliegen, sondern haben 
vorgängig festzustellen, ob ein qualifiziertes Verschulden im Sinne von 
Art. 52 AHVG anzunehmen ist (BGE 136 V 268 E. 3 S. 274, 121 V 243 
E. 4b und 5 S. 244; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG] vom 4. Oktober 2004, H 273/03, E. 3.2.1).

3.6.3 Bei feststehender Widerrechtlichkeit gilt jedoch die Vermutung eines 
absichtlichen oder grobfahrlässigen Verhaltens des Arbeitgebers resp. sei-
ner Organe. Dies bedeutet eine gesteigerte Mitwirkungspflicht der ins 
Recht gefassten Person bei der Abklärung resp. Feststellung des für die 
Beurteilung des Verschuldens rechtserheblichen Sachverhalts von Amtes 
wegen durch die Ausgleichskasse und das kantonale Versicherungsgericht 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Es obliegt grundsätzlich dem Ar-
beitgeber oder seinen Organen, Gründe, welche ein Verschulden im Sinne 
von Absicht oder Grobfahrlässigkeit ausschliessen, zu behaupten, diesbe-
zügliche Beweise zu liefern oder zu beantragen. Werden solche entlasten-
de Umstände nicht geltend gemacht oder nicht hinreichend substantiiert, 
sind solche nicht ohne weiteres ersichtlich oder führen die Abklärungen zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 13

keinem schlüssigen Ergebnis, hat die ins Recht gefasste Person die Folgen 
der Beweislosigkeit zu tragen. Diese Regelung gilt auch in Bezug auf allfäl-
lige Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe (SVR 2011 AHV Nr. 13 
S. 44 E. 4.1).

3.6.4 Nach Art. 717 Abs. 1 i.V.m. Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 OR gehört die 
Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen, na-
mentlich im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, zu den unübertragba-
ren und unentziehbaren Aufgaben des Verwaltungsrates. Diese Aufgaben 
müssen "mit aller Sorgfalt" erfüllt werden.

3.7 Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, 
wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des 
Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im 
Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem 
Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätzlicher Missach-
tung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, 
aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn besondere Umstän-
de die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht 
schuldhaft erscheinen lassen. So kann es sein, dass es einem Arbeitgeber, 
der sich in schwieriger finanzieller Lage befindet, durch das Nichtbezahlen 
der Beiträge gelingt, die Existenz seines Unternehmens zu retten. Ein sol-
ches Vorgehen führt allerdings nur dann nicht zu einer Haftung gemäss 
Art. 52 AHVG, wenn der Arbeitgeber im Zeitpunkt seiner Entscheidung auf-
grund der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage 
damit rechnen durfte, dass die Unternehmung überlebt und er die Forde-
rung der Ausgleichskasse innert nützlicher Frist würde befriedigen können 
(BGE 108 V 183 E. 1b S. 186 und 189 E. 2b S. 193; AHI 2003 S. 100 
E. 3a; SVR 2011 AHV Nr. 13 S. 45 E. 6.1).

Eine kurze Dauer bzw. "nützliche Frist" in diesem Sinne ist z.B. überschrit-
ten, wenn die Beitragszahlungspflicht über ein Jahr lang verletzt wird, zu-
mal wenn dabei kein gezieltes, auch in zeitlicher Hinsicht konkretes Sanie-
rungskonzept vorliegt oder wenn eine Sanierung erst nach einem jahrelang 
defizitären Geschäftsgang erwartet werden kann. Nicht entschuldbar ist die 
Beitragsrückbehaltung, wenn eine Sanierung überhaupt nicht ernsthaft er-
wartet werden kann (SVR 2011 AHV Nr. 14 S. 50 E. 3.4).

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3.8 Schliesslich setzt die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers nach 
Art. 52 AHVG voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässi-
gen Missachtung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein 
adäquater Kausalzusammenhang gegeben ist (BGE 119 V 401 E. 4a 
S. 406).

Daran fehlt es, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten den Schaden 
nicht hätte verhindern können. Indessen vermag die blosse Hypothese, der 
Schaden wäre auch bei pflichtgemässem Verhalten eingetreten, die 
Adäquanz nicht zu beseitigen. Dass ein Schaden ohnehin eingetreten wä-
re, muss vielmehr mit Gewissheit oder doch mit hoher Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Das schuldhafte Verhalten eines solidarisch Ersatz-
pflichtigen kann nur dann als inadäquat für den eingetretenen Schaden 
gelten, wenn das Verschulden des Dritten oder des Geschädigten dermas-
sen schwer wiegt, dass das eigene Fehlverhalten eindeutig in den Hinter-
grund tritt und damit nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der Le-
benserfahrung nicht mehr als adäquate Schadensursache erscheint 
(SVR 2011 AHV Nr. 16 S. 60 E. 4.3.1).

4.

4.1 Unbestritten und aufgrund der Akten erstellt ist, dass der Beschwer-
deführer bei der C.________ als Mitglied des Verwaltungsrats mit Einzelun-
terschrift fungierte. Damit kam ihm formelle Organstellung zu, so dass er 
für den Schadenersatzanspruch der Beschwerdegegnerin aus Art. 52 
AHVG gegenüber der C.________ grundsätzlich subsidiär in Anspruch 
genommen werden kann (vgl. E. 3.3 hiervor). Unerheblich ist, dass die Be-
schwerdegegnerin auch gegen die Beigeladene eine Verfügung auf Scha-
denersatz wegen entgangener Sozialversicherungsbeiträge erlassen hat 
und jenes Verfahren derzeit im Einsprachestadium pendent ist (vgl. E. 1.3 
hiervor), denn sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verant-
wortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch. Die solidarische 
Haftung erlaubt der Ausgleichskasse, gegen alle oder lediglich einige von 
ihnen, allenfalls nur einen Einzelnen, vorzugehen (BGE 134 V 306 E. 3.1 
S. 308, 114 V 213 E. 3 S. 214).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 15

4.2 Vorliegend ist bei der Beschwerdegegnerin mit der Konkurseröff-
nung vom xx. xxxx 2011 (vgl. act. II 8) über die C.________ insoweit ein 
Schaden eingetreten, als Sozialversicherungsbeiträge (inkl. Mahnge-
bühren, Verzugszinsen und Betreibungskosten [act. II 7]) bis zu diesem 
Zeitpunkt nicht beglichen worden sind (vgl. E. 3.4.2 hiervor). Die Be-
schwerdegegnerin hat im Konkursverfahren eine Forderung im Betrag von 
Fr. 112‘319.50 angemeldet. Dieser Betrag wurde im Kollokationsplan vom 
xx. xxxx 2014 (act. I 3) als Forderung zweiter Klasse aufgenommen und 
zugelassen. Da der geltend gemachte Schaden in masslicher Hinsicht vom 
Beschwerdeführer nicht beanstandet, geschweige denn substantiiert be-
stritten wird (vgl. Replik Ziff 2; Entscheid des EVG vom 31. August 2005, 
H 80/05, E. 2.3) und da sich auch in den Akten keinerlei Anhaltspunkte 
finden, die Anlass geben, auf die Schadenshöhe zurückzukommen (vgl. 
BGE 110 V 48 E. 4.a S. 53; BGE 125 V 413 E. 2c S. 417), ist nachfolgend 
von einem Schaden von Fr. 112‘319.50 auszugehen. Aus dem Kollokati-
onsplan vom xx. xxxx 2014 (act. I 3) ist ersichtlich, dass auf die in der zwei-
ten Klasse zugelassenen Forderungen keine Dividende entfallen wird. Es 
ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin mit ihrer 
Forderung im Konkursverfahren vollständig zu Verlust kommen wird.

4.3 Mit Bezug auf die Widerrechtlichkeit steht dem bereits Gesagten 
zufolge (vgl. E. 4.2 hiervor) des Weiteren fest und wird auch vom Be-
schwerdeführer nicht in Frage gestellt, dass Letzterer über Jahre hinweg 
seiner Pflicht, Sozialversicherungsbeiträge abzurechnen und zu leisten 
nicht bzw. ungenügend nachgekommen ist (vgl. act. II 7 [Kontokorrentaus-
zug]), womit er der gesetzlich vorgeschriebenen öffentlichrechtlichen Auf-
gabe zur Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht nicht (hinreichend) 
nachkam. Durch die Nichterfüllung der Beitragszahlungspflicht (Art. 14 
Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. AHVV) ist die Widerrechtlichkeit im Sinne 
von Art. 52 AHVG gegeben (vgl. E. 3.5 hiervor).

4.4 Steht die Widerrechtlichkeit des Verhaltens des Beschwerdeführers 
demnach fest, gilt hinsichtlich der Verschuldensfrage die Vermutung des-
sen absichtlichen oder grobfahrlässigen Verhaltens (vgl. 3.6.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 16

Zu prüfen ist deshalb, ob Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe vorlie-
gen, welche die Nichterfüllung der Beitrags- und Abrechnungspflicht aus-
nahmsweise als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen würden.

Der Beschwerdeführer macht in seiner Einsprache vom 27. November 
2012 (act. II 4) geltend, der Wirtschaftseinbruch in den Jahren 2008 und 
2009 habe die C.________ als kreatives Unternehmen besonders betrof-
fen. Die Liquiditätslage habe sich trotz Entlassungen nicht zum Vorteil ver-
ändert. Sämtliche Mittel seien dafür eingesetzt worden das bisherige Ge-
schäftsmodell auf die neuen Herausforderungen auszurichten. Die 
C.________ habe beim Gericht einen Konkursaufschub beantragt, welcher 
bewilligt und nach sechs Monaten in eine Nachlassstundung umgewandelt 
worden sei. Nach einer veränderten Auftragslage habe die Sachwalterin 
jedoch eine Verschlechterung der Situation der Gläubiger nicht mehr aus-
geschlossen und den Widerruf der Stundung beantragt.

Der Beschwerdeführer hat die von ihm behaupteten Vorkehren und Mass-
nahmen zur Rettung der C.________ weder näher substantiiert noch mit 
entsprechenden Dokumenten belegt. Im Einspracheentscheid vom 20. Mai 
2014 (act. II 3) hat sich demgegenüber die Beschwerdegegnerin mit den 
vorgebrachten Exkulpationsgründen eingehend auseinandergesetzt. Sie 
führte u.a. aus, dass aufgrund des erheblichen Personalabbaus und der 
daraus resultierenden tieferen Lohnsumme monatlich reduzierte Sozialver-
sicherungsbeiträge in Rechnung gestellt und am 30. April 2009 eine Gut-
schrift im Betrag von Fr. 95‘291.80 verbucht worden sei. Sie legte damit 
gegenüber dem Beschwerdeführer dar, weshalb diese Entlastungsgründe 
nicht gehört werden könnten. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen 
hat der Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren nunmehr 
darauf verzichtet, sich auf Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe zu 
berufen.

In Anbetracht dieser Ausgangslage ist es unabhängig vom Untersuchungs-
grundsatz nicht Aufgabe des Gerichts, die lediglich im Einspracheverfahren 
behaupteten Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe von Amtes wegen 
abzuklären. Dies zumal der Beschwerdeführer weder entsprechende Be-
weise beigebracht noch entlastende Umstände substantiiert dargelegt hat. 
Hierzu ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in seiner Funktion als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 17

Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift der C.________ und der ihm dadurch 
zukommenden organisatorischen und fachlichen Kompetenzen am ehesten 
in der Lage gewesen wäre, seine Vorbringen zu begründen und mit den 
entsprechenden Dokumenten zu belegen. Dazu wäre der Beschwerdefüh-
rer infolge der ihm obliegenden gesteigerten Mitwirkungspflicht bei der Ab-
klärung bzw. Feststellung des für die Beurteilung der Rechtfertigungs- oder 
Exkulpationsgründe rechtserheblichen Sachverhaltes auch gehalten gewe-
sen (vgl. SVR 2011 AHV Nr. 13 S. 44 E. 4.1). Aufgrund der Akten besteht 
ebenfalls kein Anlass seitens des Gerichts entsprechende Abklärungen 
vorzunehmen.

Die Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe sind demzufolge nicht mit 
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen, weshalb der Beschwerdeführer die Folgen der Beweislosig-
keit zu tragen hat (vgl. E. 3.6.3 hiervor).

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die C.________ der ihr als Arbeit-
geberin obliegenden Pflicht zur Abrechnung von Sozialversicherungsbei-
trägen bereits mindestens seit dem Jahr 2001 nur unvollständig nachge-
kommen ist (vgl. act. II 16 S. 2 - 4 [Kontokorrentauszug]). Die Beschwerde-
gegnerin stellte denn auch mit Schreiben vom 14. April 2005 (act. II 16) 
dem Beschwerdeführer eine Betreibungsandrohung zu. Es bestanden so-
mit bereits etliche Jahre vor dem vom Beschwerdeführer erwähnten Auf-
tragseinbruch in den Jahren 2008 und 2009 Zahlungsausstände gegenüber 
der Beschwerdegegnerin. Angesichts der langen Dauer der Verletzung 
der Abrechnungspflicht kann auch nicht gesagt werden, dass der 
Beschwerdeführer mit der Nichtbezahlung der Beiträge eine nur vor-
übergehend schwierige finanzielle Lage hätte überbrücken wollen 
(vgl. E. 3.6.2 und 3.7 hiervor).

4.5 Zu bejahen ist schliesslich der adäquate Kausalzusammenhang 
zwischen dem schuldhaften Verhalten des Beschwerdeführers und dem 
eingetretenen Schaden. Denn der Schaden ist durch das Verhalten bzw. 
Nichthandeln des Beschwerdeführers eingetreten und es ist nicht mit der 
erforderlichen hohen Wahrscheinlichkeit (vgl. Entscheide des EVG [heute 
Bundesgericht] vom 21. Januar 2004, H 267/02, E. 6.2, und vom 8. Oktober 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 18

2002, H 149/02, E. 4.1) anzunehmen, dass auch bei pflichtgemässem 
Handeln ein Schaden eingetreten wäre (vgl. E. 3.8 hiervor).

4.6 Ferner macht der Beschwerdeführer zu Recht keine Verjährung der 
Schadenersatzforderung geltend. Mit Blick auf die am xx. xxxx 2011 erfolg-
te Konkurseröffnung (act. II 8) sowie die am 30. Oktober 2012 erlassene 
Schadenersatzverfügung (act. II 6) wurde sowohl die zweijährige relative 
als auch die fünfjährige absolute Verjährungsfrist eingehalten (vgl. E. 3.3 
hiervor).

4.7 Nach dem Dargelegten sind sämtliche Haftungsvoraussetzungen 
nach Art. 52 AHVG erfüllt. Daran vermag auch die Stellungnahme der Bei-
geladenen vom 24. Februar 2015 (in den Gerichtsakten) nichts zu ändern. 
Der Beschwerdeführer dringt lediglich insoweit durch, als die Schadener-
satzforderung von Fr. 125‘649.70 um Fr. 13‘330.20 auf Fr. 112‘319.50 zu 
reduzieren ist. Soweit weitergehend erweist sich der angefochtene Ein-
spracheentscheid vom 20. Mai 2014 (act. II 3) als rechtens, so dass die 
Beschwerde im Übrigen abzuweisen ist.

5.

5.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

5.2 Der Beschwerdeführer hat trotz seines teilweisen Obsiegens keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung, da der entstandene Aufwand nicht 
das Mass dessen übersteigt, was dem Einzelnen zur Besorgung eigener 
Angelegenheiten zugemutet werden darf (vgl. BGE 127 V 205 E. 4b 
S. 207).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2015, AHV/14/607, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Ausgleichskasse Berner Arbeitgeber vom 
20. Mai 2014 insoweit abgeändert, als der vom Beschwerdeführer zu 
bezahlende Schadenersatz auf Fr. 112‘319.50 festgesetzt wird. Im Üb-
rigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Ausgleichskasse Berner Arbeitgeber (AKBA; samt einer Kopie der 

Eingabe des Beschwerdeführers vom 10. März 2015)
- B.________ (samt einer Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers 

vom 10. März 2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.