# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32bf5f94-9e09-55fa-96b5-a8e6e870dbfc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.11.2023 SB220425
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220425_2023-11-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220425-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Ohnjec 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Tschudi sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Blumer

Urteil vom 14. November 2023

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Erstberufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

1. B._____, 
Privatkläger und Zweitberufungskläger

2. - 6. …
Privatkläger

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

sowie

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfachen gewerbsmässigen Betrug

-   2   -

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 5. Mai 2022 
(DG210041)

-   3   -

Anklage:

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 27. September 2021 

(Urk. 17) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 48 S. 100 ff.)

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen gewerbsmässigen 

Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 5 Jahre 

des Landes verwiesen. 

5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem angeordnet.

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 (B._____) Schadener-

satz in der Höhe von Fr. 25'000.– zu bezahlen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 (C._____) Schaden-

ersatz in der Höhe von Fr. 25'000.– zu bezahlen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (D._____) Schadener-

satz in der Höhe von Fr. 25'000.–, zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 10. Ja-

nuar 2020, zu bezahlen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 (E._____) Schaden-

ersatz in der Höhe von Fr. 30'000.–, zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 13. Au-

gust 2020, zu bezahlen. 

-   4   -

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 5 (F._____) Schaden-

ersatz in der Höhe von Fr. 20'000.– zu bezahlen. 

11. Der Privatkläger 6 (G._____) wird mit seiner Zivilklage auf den Weg des Zi-

vilprozesses verwiesen. 

12. Von einer Ersatzforderung für den unrechtmässig erlangten Vermögensvor-

teil wird abgesehen. 

13. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Fe-

bruar 2018 mit einer Kontosperre belegte Guthaben auf dem Privatkonto bei 

der H._____ AG [Bank], lautend auf A._____, Privatkonto Nr. 1 (CH2) wird 

im Umfang von Fr. 25'000.– an die Privatklägerin 2 (C._____) herausgege-

ben. 

Die H._____ AG wird angewiesen, Fr. 25'000.– auf ein von der Privatkläge-

rin 2 gegenüber der H._____ AG zu bezeichnendes Konto zu überweisen. 

14. Der nach Überweisung des Betrags gemäss vorstehender Dispositiv-Zif-

fer 13 verbleibende Saldo des mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winter-

thur/Unterland vom 26. Februar 2018 mit einer Kontosperre belegten Gutha-

bens auf dem Privatkonto bei der H._____ AG, lautend auf A._____, Privat-

konto Nr. 1 (CH2) wird zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten ver-

wendet. 

Die H._____ AG wird angewiesen, den Saldo per Datum Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils an die Kasse des Bezirksgerichts Winterthur, Postkonto 

Nr. 84-67-9, zu überweisen. Die Kontosperre gilt nach Überweisung des ent-

sprechenden Betrages an die Kasse des Bezirksgerichts Winterthur sowie 

des nach Dispositiv-Ziffer 13 an C._____ auszuzahlenden Betrages von 

Fr. 25'000.– als aufgehoben.

15. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. August 2021 

beschlagnahmten und bei den Verfahrensakten liegenden 2 A4-Seiten mit 

Notizen im Original werden dem Privatkläger 3 (D._____) innert 30 Tagen 

-   5   -

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils unter Vorlage desselben sowie ei-

nes amtlichen Ausweises nach telefonischer Anmeldung auf erstes Verlan-

gen herausgegeben. Wird keine Herausgabe verlangt, verbleiben die 2 A4-

Seiten bei den Akten. 

16. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'400.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'500.00   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 400.00   Auslagen Polizei;

Fr. 26.00   Entschädigung Zeuge;

Fr. 3'000.00
  Gerichtsgebühr gemäss Beschluss des Obergerichts 
  des Kantons Zürich vom 14. Januar 2021 
  (UE200030-O);

Fr. 18'000.80   Entschädigung amtl. Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur.  X._____ (inkl. MwSt. und Barauslagen);

Fr. 30'326.80   Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

17. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren, Auslagen Polizei, Ent-

schädigung Zeuge) und des gerichtlichen Verfahrens, sowie die Gerichtsge-

bühr für das Beschwerdeverfahren (UE200030-O) von Fr. 3'000.–, einsch-

liesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden indessen einstwei-

len auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung dieser Kosten 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

18. Auf den Antrag des Privatklägers 1 auf Ausrichtung einer angemessenen 

Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren wird nicht einge-

treten. 

-   6   -

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 50; Urk. 63 S. 1 ff.)

1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

26. Februar 2018 verfügte Kontosperre betreffend das Konto des Be-

schuldigten bei der H._____ AG, IBAN Nr. CH2, sei umgehend aufzu-

heben.

3. Von der Einziehung und Herausgabe von CHF 25'000 ab dem mit einer 

Kontosperre belegten Konto des Beschuldigten bei der H._____ AG, 

IBAN Nr. CH2, gemäss Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur-

Unterland vom 26. Februar 2018 an die Privatklägerin C._____ (Art. 70 

Abs. 1 Teilsatz 2 StGB) sei abzusehen.

4. Der Antrag auf Verwendung von CHF 25'000 ab dem mit einer Konto-

sperre belegten Konto des Beschuldigten bei der H._____ AG, IBAN 

Nr. CH2, zur Deckung der Ersatzforderung eventualiter der Verfahrens-

kosten sei vollumfänglich abzuweisen. 

5. Der Antrag auf Verpflichtung des Beschuldigten zur Ablieferung einer 

Ersatzforderung von CHF 70'000 sei abzuweisen.

6. Die Beschlagnahme der zwei A4-Seiten mit Notizen im Original ge-

mäss Beschlagnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

vom 20. August 2021 sei aufzuheben und die Unterlagen seien dem 

Geschädigten D._____ herauszugeben.

7. Die geltend gemachten Zivilansprüche seien vollumfänglich abzuwei-

sen. Eventualiter seien diese auf den Zivilweg zu verweisen. 

8. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung zuzuspre-

chen.

-   7   -

9. Die Verfahrenskosten, mit Ausnahme derjenigen für die amtliche Ver-

teidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.

Eventualanträge:

1. Die beschuldigte Person sei mit einer Freiheitsstrafe von höchstens 

24 Monaten zu bestrafen.

2. Der beschuldigten Person sei der bedingte Strafvollzug unter Anset-

zung einer Probezeit von zwei Jahren zu gewähren.

3. Von einer Landesverweisung gegen die beschuldigte Person sei abzu-

sehen.

Subeventualantrag:

Auf die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informa-

tionssystem (SIS) sei zu verzichten.

b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl: 

(Urk. 55; sinngemäss)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

_______________________________

Erwägungen:

I. Verfahrensgang und Gegenstand der Berufung

1. Verfahrensgang

1.1. Mit Urteil vom 5. Mai 2022 sprach das Bezirksgericht Winterthur den Be-

schuldigten des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 und 2 StGB schuldig. Es bestrafte ihn ferner mit einer Freiheitsstrafe von 

28 Monaten. Den Vollzug der Freiheitsstrafe schob es im Umfang von 20 Monaten 

-   8   -

unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren auf. Weiter verwies es den Beschul-

digten in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB des Landes für 5 Jahre und 

ordnete die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem an. Es verpflichtete den Beschuldigten zu Schadenersatzzahlungen an die Pri-

vatkläger 1 bis 5 und verwies den Privatkläger 6 auf den Weg des Zivilprozesses. 

Von einer Ersatzforderung für den unrechtsmässig erlangten Vermögensvorteil sah 

es ab. Es entschied über die mit der Kontosperre belegten Guthaben des Beschul-

digten und die Aufhebung der Kontosperre sowie die beschlagnahmten zwei A4-

Seiten mit Notizen des Privatklägers 3. Schliesslich entschied es über die Kosten- 

und Entschädigungsfolgen und trat auf den Antrag des Privatklägers 1 auf Entschä-

digung für notwendige Verfahrensaufwendungen nicht ein (Urk. 48 S. 100 ff.).

1.2. Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 68 ff.) liess der Beschuldigte 

rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 40; Art. 399 Abs. 1 StPO). Seine schriftliche 

Berufungserklärung erfolgte ebenfalls innert Frist (Urk. 50; Art. 399 Abs. 3 i.V.m. 

Art. 90 StPO). Mit Verfügung vom 5. September 2022 wurde den Privatklägern und 

der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung er-

hoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 

(Urk. 53). Seitens der Staatsanwaltschaft wurde Verzicht auf Erhebung einer An-

schlussberufung erklärt und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragt so-

wie um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung ersucht 

(Urk. 55). Das Dispensationsgesuch wurde bewilligt (Urk. 59). Die Privatkläger lies-

sen sich nicht vernehmen.

1.3. Am 31. Oktober 2023 wurde ein aktueller Strafregisterauszug eingeholt 

(Urk. 61). 

1.4. Die Berufungsverhandlung fand am 14. November 2023 in Anwesenheit des 

amtlichen Verteidigers statt (Prot. II S. 4). Der Beschuldigte erschien nicht zur Ver-

handlung. Auf Ersuchen seines amtlichen Verteidigers anlässlich der Berufungs-

verhandlung wurde der Beschuldigte von seiner persönlichen Erscheinungspflicht 

dispensiert (Prot. II S. 6). Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden weder Vor-

fragen aufgeworfen noch Beweisanträge gestellt. Das Verfahren erweist sich als 

spruchreif (Prot. II S. 6).

-   9   -

2. Gegenstand der Berufung

Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschiebende 

Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird dementsprechend ge-

hemmt, während die von der Berufung nicht erfassten Punkte in Rechtskraft er-

wachsen (vgl. BSK StPO-BÄHLER, 3. Aufl., Basel 2023, Art. 402 N 1 f.). Der Be-

schuldigte beantragt einen Freispruch und verlangt damit eine vollständige Aufhe-

bung des Urteils. 

Indessen liegt keine Beschwerde des Beschuldigten hinsichtlich der Dispositivzif-

fern 12 (Ersatzforderung), 15 (Herausgabe von zwei A4-Seiten mit Notizen), 16 

(Kostenfestsetzung) und 18 (Nichteintreten auf Antrag des Privatklägers 1) vor, wo-

mit diese Ziffern in Rechtskraft erwachsen sind, was mittels Beschluss festzustellen 

ist. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des Ver-

schlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.

II. Prozessuales

Privatklägerschaft

Von den insgesamt sieben geschädigten Personen haben sich B._____, C._____, 

D._____, E._____, F._____ und G._____ als Privatkläger konstituiert, während der 

Geschädigte I._____ darauf verzichtete, und Zivilansprüche gegen den Beschul-

digten gestellt (vgl. Urk. 13/-6-21; Urk. D1/3 S. 3; Urk. D3/5; Urk. D4/2; Urk. D6/5 

S. 12; Urk. D7/4 S. 12 f.). 

III. Sachverhalt

1. Anklagevorwurf und Standpunkt des Beschuldigten

1.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, im Zeitraum vom 

26. Dezember 2016 bis ca. 29. November 2017 betrügerische Handlungen zum 

Nachteil der Geschädigten B._____, I._____ und C._____ sowie im Zeitraum vom 

9. Dezember 2019 bis 28. August 2020 betrügerische Handlungen zum Nachteil 

der Geschädigten D._____, E._____, F._____ und G._____ begangen zu haben. 

Konkret soll der Beschuldigte in der Absicht, von potenziellen Käufern Fr. 40'000.– 

-   10   -

oder mindestens Teilzahlungen von mehreren tausend Franken bezahlt zu erhal-

ten, auf dem Internetportal www.J._____.ch ein Finanzportal zum Preis von 

Fr. 40'000.– zum Verkauf angeboten haben, ohne dass er in der Lage gewesen sei, 

die für die Bezahlung des Betrags von Fr. 40'000.– versprochene Gegenleistung 

zu erbringen (Urk. 17). Die Anklage umschreibt das dem Beschuldigten vorgewor-

fene Vorgehen bezüglich eines jeden Geschädigten in einer Art – für alle Vorgänge 

geltenden – Einleitung und geht bei den einzelnen vorgeworfenen Sachverhalten 

nur noch auf deren Besonderheiten ein (vgl. Urk. 17 S. 2 ff. und 11). Dieser auch 

durch die Vorinstanz übernommene Aufbau (vgl. Urk. 49 S. 9 ff.) ist der Einfachheit 

und Übersichtlichkeit halber beizubehalten.

1.2. Der Beschuldigte stellt unter anderem die hinsichtlich des Betrugs tatbe-

standlich geforderte Arglist seines Vorgehens in Abrede. Weiter stellt er sich auf 

den Standpunkt, die vereinbarte Leistung erbracht zu haben.

1.3. Zur Erstellung des Sachverhalts bzw. der fraglichen Sachverhaltselemente 

dienen vorliegend im Wesentlichen neben den Aussagen des Beschuldigten die 

Aussagen der geschädigten Personen, der Zeugin K._____ sowie – als objektive 

Beweismittel – der Ausdruck des Inserats der Homepage "J._____.ch", diverse E-

Mail-Korrespondenzen zwischen dem Beschuldigten bzw. weiteren Personen und 

den Privatklägern, Kaufverträge, Fotografien bzw. darauf befindliche Dokumente 

sowie Berichte der L._____ AG [Bank].

2. Anbieten eines Finanzportals

2.1. Der Beschuldigte hat der Anklageschrift zufolge versprochen, für 

Fr. 40'000.– ein funktionierendes Onlineportal auf den Erwerber zu übertragen, mit 

welchem Einnahmen generiert werden könnten, wobei pro Jahr Einnahmen bis zu 

Fr. 279'000.– möglich seien. Er habe im Inserat erklärt, dass die Plattform bzw. das 

Finanzportal, auf welcher Kunden einfach eine Finanzierung beantragen könnten, 

schon seit Jahren existiere und mit einer grossen Schweizer Bank zusammenar-

beite. Er habe bewirkt, dass die Adressaten der Auffassung gewesen seien, es 

handle sich um eine solide Geschäftsgrundlage. Damit vor allem unkundige und im 

-   11   -

Finanzbereich unerfahrene Geschädigte mit ihm ins Geschäft kommen würden, 

welche seine Erläuterungen zur Gestaltung von Websites, deren Verlinkung und 

Hosts nicht wirklich verstehen und überprüfen können würden, vielmehr auf den 

Beschuldigten angewiesen sein würden, habe er vorgegeben, die Bank unterstütze 

das Onlineportal mit ihrem Call Center und der Erwerber würde während der ersten 

12 Monate durch eine intensive Schulung unterstützt. Zudem habe er erklärt, beim 

Erwerber seien keine besonderen technischen Kenntnisse notwendig. Er habe er-

klärt, dass das Portal während 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr arbeite und 

absolut selbständig laufe. Zudem habe er angegeben, dass im Verkaufspreis die 

komplette Übergabe inbegriffen sei, damit das Portal erfolgreich und professionell 

weitergeführt werden könnte, mithin habe er erklärt, dass es sich um ein existieren-

des Portal handle, welches bereits funktioniere und Erfolg gehabt habe (Urk. 17 

S. 2 f.).

2.2. Der Wortlaut des auf der Website "J._____.ch" publizierten Inserats lautet 

wie folgt (Urk. 4; Urk. 31):
"Bekanntes und langjähriges Finanzportal zu verkaufen.

Das Portal arbeitet 24 Stunden und 365 Tage im Jahr und verdient damit das Geld.

Einnahmen pro Jahr bis zu CHF 279'200.- möglich.
Selbstverständlich können alle Einnahmen gerne bei einem persönlichen Treffen besichtigt 
werden.

Die Plattform arbeitet seit vielen Jahren mit einer grossen Schweizer Bank zusammen. Die 
Bank kümmert sich vollumfänglich um die Kunden und unterstützt das Portal mit eigenem 
Call Center. Das Portal läuft absolut selbständig und mit allen nötigen Verbindungen zur 
Bank. Der Betreiber des Portals hat keinen Kundenkontakt und ist für das Tagesgeschäft 
nicht erforderlich.

Die Kunden, Privatpersonen sowie auch Firmen, können ganz einfach und online über das 
Portal eine Finanzierung beantragen. Ein Erscheinen bei der Bank ist für die Kunden nicht 
mehr notwendig, da alles in elektronischer Form erledigt wird.

In der Schweiz können die Kunden die Kreditzinsen vollumfänglich und direkt von den 
Steuern abziehen. Aus diesem Grund sind die Kredite in der Schweiz sehr beliebt. Die 
Branche ist schon seit vielen Jahren permanent im Wachstumsbereich zu finden.

Für den Betrieb des Portals sind keine technischen Kenntnisse notwendig und leicht er-
lernbar. Das Arbeiten im Internet und die selbständige Arbeitsweise sollten bei lhnen Ge-
fallen finden. Alle anfallenden Arbeiten können jederzeit weltweit und ortsunabhängig mit 
einem Notebook erledigt werden. Sie brauchen für diese Tätigkeit keinen festen Arbeits-
platz. Ihre Arbeitszeiten entscheiden Sie in vollem Umfang selbständig.

-   12   -

Damit das Portal erfolgreich und professionell weitergeführt werden kann, ist im Verkaufs-
preis zusätzlich die komplette Übergabe enthalten. Dazu gehören alle Aktivitäten für eine 
seriöse Übergabe und eine intensive Schulung vor Ort sowie eine Unterstützung von 12 
Monaten.

Auf Wunsch kann das Portal zusätzlich mit 18 weiteren Banken zusammenarbeiten und 
europaweit aktiv werden. Selbstverständlich kann es auch weiterhin wie gehabt betrieben 
werden.

Das Portal wird wegen einem neuen Job im Management verkauft. Der Verkaufspreis ist 
unter dem realen Wert zu betrachten. Weitere Informationen erhalten Sie gerne bei einem 
persönlichen Treffen.

Verkaufspreis in CHF: 40'000.-

Eine Teilzahlung ist selbstverständlich möglich. Nach einer vereinbarten Anzahlung wird 
das Portal komplett übergeben. Die restliche Summe kann später mit den Einnahmen des 
Portals beglichen werden.

Bitte nur ernsthafte und solvente Interessenten."

2.3. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte der Beschul-

digte, das genannte Inserat publiziert zu haben (Prot. I S. 22 f.). Zur Frage, ob die 

im Inserat gemachten Angaben zutreffen würden, äusserte er sich nicht (Prot. I. 

S. 24). Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten stellte sich vor beiden Ge-

richtsinstanzen auf den Standpunkt, beim vom Beschuldigten hochgeladenen Inse-

rat handle es sich um eine blosse Anpreisung, welche keine konkrete Domain bzw. 

kein spezifisches Finanzportal nenne (Urk. 33 S. 5 f.; Urk. 63 S. 6 f.). 

2.4. Erstellt ist damit, dass der Beschuldigte das genannte Inserat mit dem in der 

Anklage wiedergegebenen Inhalt publiziert hat. 

3. Kontaktaufnahme durch erfundene Assistentinnen und Bewirken eines viel-
beschäftigten Eindrucks

3.1. Um die Professionalität seines Angebots zu untermauern, soll der Beschul-

digte jeweils nach der ersten Kontaktaufnahme durch die Geschädigten via E-Mail 

zunächst namens der Assistentin, sog. "M._____" oder sog. "N._____" zurückge-

schrieben haben, wobei es in Tat und Wahrheit keine solche Assistentinnen gege-

ben habe. Vielmehr habe der Beschuldigte selber diese E-Mails in fremden, frei 

erfundenen Namen verfasst. Derart habe er den Geschädigten tatsachenwidrig vor-

gegeben, dass es sich um Assistentinnen des CEOs handle, wobei er der CEO 

-   13   -

gewesen sei. In den E-Mails habe er unterstrichen, wie vielbeschäftigt er – bzw. der 

CEO – gewesen und wie oft er als CEO im Ausland sei. Der Beschuldigte habe 

bewirkt, dass die Geschädigten noch vor dem ersten Zusammentreffen den Ein-

druck gehabt hätten, dass es sich bei ihm um einen erfolgreichen, international tä-

tigen und vielbeschäftigten Geschäftsmann handle. Der Beschuldigte habe so die 

Professionalität des von ihm angebotenen Business unterstrichen, was ihm be-

wusst gewesen sei und was er gerade mit diesen E-Mails zwischen seinen angeb-

lichen Assistentinnen und den Geschädigten gewollt habe (Urk. 17 S. 3). 

3.2. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 15. September 

2021 sowie der erstinstanzlichen Hauptverhandlung beantwortete der Beschuldigte 

die eine N._____ bzw. M._____ betreffenden Fragen nicht (Urk. 2 F/A 37 ff.; Prot. I 

S. 29 ff.). Die amtliche Verteidigung argumentiert, dass der Umstand, dass gemäss 

der Zürcher Einwohnerdatenplattform weder eine M._____ noch eine N._____ ge-

meldet sind, kein Nachweis dafür sei, dass diese nicht existierten, zumal sie auch 

ohne weiteres in einem anderen Kanton wohnen könnten und die Terminvereinba-

rungen, welche ja über E-Mail erfolgt seien, hätten vornehmen können (vgl. Urk. 33 

S. 9 f.; Urk. 63 S. 9 f.). 

3.3. Die Vorinstanz stellte die massgeblichen Aussagen der Geschädigten zu-

treffend dar und es ist, um Wiederholungen zu vermeiden, darauf zu verweisen 

(Urk. 48 S. 13-15). Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass alle Ge-

schädigten übereinstimmend aussagten, dass, nachdem sie sich über ein entspre-

chendes Kontaktformular auf das Inserat auf der Internetseite "J._____.ch" gemel-

det hätten, sie von einer Sekretärin des Beschuldigten per E-Mail kontaktiert wor-

den seien, welche ein erstes Treffen mit dem Beschuldigten vereinbart habe. Sie 

hätten mit der Assistentin lediglich per E-Mail Kontakt gehabt; nur die Privatklägerin 

-   14   -

2 war sich nicht mehr sicher, ob sie auch einmal telefonisch mit der Assistentin 

Kontakt hatte.

3.4. Der betreffenden E-Mail-Korrespondenz lässt sich – wie die Vorinstanz rich-

tig erwog (Urk. 48 S. 15 f.) – Folgendes entnehmen: 

3.4.1. Auf die Kontaktaufnahme durch den Privatkläger 1 antwortete eine 

"M._____" am 27. Dezember 2017, auf Wunsch könne sie gerne einen Termin mit 

ihrem Chef organisieren, wobei dieser bis zum 6. Januar 2017 komplett ausgebucht 

sei. Per E-Mail würden keine Informationen mehr bekannt gegeben, da man mit der 

Herausgabe von internen Daten vorsichtiger geworden sei, weil sich immer wieder 

"Strohmänner" melden würden (Urk. D1/4/2).

3.4.2. In der von "M._____" am 31. Oktober 2017 verfassten E-Mail an die Privat-

klägerin 2 bedankt sich erstere für das Interesse und erklärt, falls man wirklich 

ernsthaft interessiert sei, würde sie ein Treffen mit ihrem Chef vorschlagen. Er sei 

seit mehr als 20 Jahren im Geschäft aktiv und könne alle Fragen kompetent vor Ort 

beantworten. Selbstverständlich könne man sich bei dieser Gelegenheit auch die 

Einnahmen der letzten fünf Jahre anschauen (Urk. D3/6/2). In der von "M._____" 

verfassten E-Mail vom 6. November 2017 wird der Termin am 10. November 2017, 

10.30 Uhr, bestätigt. Das Treffen werde direkt beim Hauptbahnhof O._____, im 

Café "P._____", durchgeführt (Urk. D3/6/2).

3.4.3. Einer E-Mail vom 28. Januar 2020 ist zu entnehmen, dass "N._____" sich bei 

der Ehefrau des Privatklägers 3 meldete, nachdem diese ihr Interesse am Inserat 

bekundet hatte. "N._____" erklärte, das Angebot sei gemäss ihren Informationen 

noch offen. Das Portal sei im Jahre 1998 in Betrieb genommen worden und werde 

durch den jetzigen CEO geführt. Der CEO führe seit 2007 die Q._____ AG und das 

Portal gleichzeitig. Wegen seiner neuen Tätigkeit in einer Privatbank müsse er sich 

von beiden Unternehmungen trennen. Verkauft werde in diesem Fall nur das Portal. 

Schliesslich bat "N._____" um Bekanntgabe des Alters, des erlernten Berufs sowie 

aktueller Tätigkeit, "evtl. Erfahrung im Online-Bereich (ist nicht unbedingt notwen-

-   15   -

dig)" sowie "Anzahlung von mindestens CHF 25k (bei der Option Teilzahlung)" 

(Urk. D3/6/5).

3.4.4. Nachdem die Privatklägerin 4 ihr Interesse am Verkaufsangebot erklärt hatte, 

erhielt sie am 12. Juli 2020 eine E-Mail von "N._____". "N._____" erklärt darin, dass 

der CEO momentan geschäftlich in Singapur sei und voraussichtlich wieder am 

15. Juli in der Schweiz sein werde. "N._____" werde die Anfrage nach seiner An-

kunft sofort mit ihm besprechen. Weiter gibt sie an, das Portal sei im Jahre 1998 in 

Betrieb genommen und durch den jetzigen CEO geführt worden. Er, der CEO, führe 

die Q._____ AG und das Portal gleichzeitig. Wegen seiner neuen Tätigkeit in einer 

Privatbank müsse er sich von beiden Unternehmungen trennen. Verkauft werde im 

Fall der Privatklägerin 4 nur das Portal. Sodann verlangte N._____ Angaben über 

das Alter, den erlernten Beruf sowie die aktuelle Tätigkeit, "evtl. Erfahrung im On-

line-Bereich (ist nicht unbedingt notwendig)" und die "Anzahlung von mindestens 

30k (Option Teilzahlung)", der restliche Betrag könne mit den Einnahmen bezahlt 

werden. Die verlangten Angaben würde N._____ gerne dem CEO direkt per Mail 

zustellen (Urk. D6/2/7). 

3.4.5. Nachdem der Privatkläger 6 sich auf das Inserat gemeldet hatte, wurde er 

am 26. August 2020 per E-Mail von "N._____" kontaktiert. "N._____" erklärte, das 

Portal habe früher einer bekannten Bank gehört, wobei der jetzige CEO auch lange 

Zeit für diese Bank in der Geschäftsleitung tätig gewesen sei. Der CEO habe das 

Portal im Jahr 1998 von der Bank übernommen und selbständig als Filiale und Por-

tal betrieben. Wegen seiner neuen Tätigkeit in einer US-Privatbank müsse er sich 

von beiden Unternehmungen trennen. Er wolle das Portal, welches weiterhin er-

folgreich geführt werden müsse, nicht einfach verkaufen, sondern an eine geeig-

nete Person professionell übergeben (Urk. D8/2/2).

3.5. Gemäss einer Aktennotiz der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 19. August 

2021 ergab sich nach einer Abklärung über die kantonale Einwohnerdatenplatt-

form, dass weder eine N._____ noch eine M._____ im Kanton Zürich gemeldet 

seien (Urk. 3). Weiter kann einem Ermittlungsbericht der Kantonspolizei Basel-

Landschaft vom 24. November 2020 entnommen werden, dass in sämtlichen, der 

-   16   -

Kantonspolizei zugänglichen polizeilichen Registern in der Schweiz keine N._____ 

verzeichnet sei (Urk. D8/3 S. 3). 

3.6. Aus den Aussagen der Geschädigten und der E-Mail-Korrespondenz kann 

geschlossen werden, dass sämtliche Geschädigte als ersten Kontakt mit einer "As-

sistentin" des Beschuldigten zu tun hatten, wobei es sich bei den Sachverhalten im 

Zeitraum vom 2. Dezember 2016 bis ca. 29. November 2017 (Geschädigte 

B._____, I._____, C._____) um M._____ und den (zeitlich späteren) Sachverhalten 

im Zeitraum vom ca. 9. Dezember 2019 bis ca. 28. August 2020 (Geschädigte 

D._____, E._____, F._____ und G._____) um N._____ handelte. Zwar ist der amt-

lichen Verteidigung Recht zu geben, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass 

allfällige Assistentinnen des Beschuldigten ausserhalb des Kantons Zürich ge-

wohnt hätten (Urk. 33 S. 10). Jedoch war gemäss dem Ermittlungsbericht der Kan-

tonspolizei Basel-Landschaft eine N._____ in keinem der Kantonspolizei zugängli-

chen polizeilichen Register in der Schweiz zu finden. Nachdem der Privatkläger 1 

beim Beschuldigten moniert hatte, das Inserat sei auf der Webseite J._____.ch 

noch immer aufgeschaltet, schrieb der Beschuldigte eine E-Mail an "M._____" und 

liess sie dem Privatkläger zukommen. In dieser E-Mail vom 20. März 2017 siezte 

er "M._____" (vgl. Urk. D1/4/27). Auffällig in diesem Zusammenhang ist, dass diese 

in ihrer Antwort-E-Mail hinsichtlich des Inserats am 10. Mai 2017 den Beschuldigten 

mit "Du" ansprach (vgl. Urk. D1/4/54). Aus der oben wiedergegebenen Korrespon-

denz zwischen den Geschädigten und der Assistentin, aber auch der nach dem 

Vertragsschluss zwischen dem Beschuldigten und den Geschädigten erfolgten E-

Mail-Kommunikation, lässt sich schliessen, dass der Beschuldigte bestrebt war, 

den Eindruck zu vermitteln, ein erfolgreicher und viel reisender Geschäftsmann zu 

sein und als solcher über Personal zu verfügen, welches ihn unterstützt. Beispiels-

weise schrieb er in der E-Mail vom 17. Dezember 2019 an die Privatklägerin 2 – da 

ging es noch um Vertragsverhandlungen –, "[u]nser Jurist" habe den Vertrag bereits 

angepasst und mit ihren Koordinaten ergänzt (vgl. Urk. D7/3/2 S. 2). Das vom Be-

schuldigten gegen aussen vermittelte Bild entsprach nicht den Tatsachen, war der 

Beschuldigte in dieser Zeit vielmehr arbeitslos. Hatte er kein Einkommen und keine 

Beschäftigung, bestand auch kein Bedürfnis nach "Assistentinnen". Mit der Anklage 

-   17   -

ist davon auszugehen, dass es die Assistentinnen in Wahrheit nicht gegeben hat. 

Der Beschuldigte selbst lieferte auch keinerlei entlastende Erklärungen zu den bei-

den Assistentinnen M._____ und N._____, was – wie die Vorinstanz richtig erwog 

(vgl. Urk. 48 S. 17 f.). – angesichts des Vorliegens einer rechtfertigenden Tatsache 

zu erwarten gewesen wäre. Damit ist dieser Vorwurf erstellt.

4. Mündliche Bestätigung bereits gemachter Angaben und Vorgabe bestehen-
der Geschäftsbeziehungen zur L._____ AG

4.1. Der Beschuldigte soll im Rahmen der persönlichen Treffen mit den Geschä-

digten die im Inserat auf www.R._____.ch gemachten Angaben gegenüber den Ge-

schädigten mündlich bestätigt haben. Insbesondere soll er erklärt haben, den Er-

werber persönlich während den ersten 12 Monaten zu unterstützen. Der Beschul-

digte habe den Geschädigten versprochen, die Grundlagen für die Erzielung von 

Provisionen bei der L._____ AG gegen Bezahlung des Kaufpreises zu liefern bzw. 

zu übertragen. Er habe vorgegeben, er könne eine bestehende Geschäftsbezie-

hung zur L._____ AG übergeben bzw. übertragen (Urk. 17 S. 3).

4.2. Zu diesem Vorwurf gab der Beschuldigte anlässlich der erstinstanzlichen 

Verhandlung an, er habe nie etwas bestätigt oder versprochen. Er habe lediglich 

aufgezeigt, welche Möglichkeiten mit welchem Einsatz möglich seien. Die Frage, 

ob es eine bestehende Geschäftsbeziehung zur L._____ AG gegeben habe, be-

jahte er (Prot. I S. 32). Weitere Aussagen zu diesem Vorwurf finden sich in der 

polizeilichen Einvernahme vom 25. August 2017, welche im Zusammenhang mit 

dem Vorwurf des Betrugs zum Nachteil vom Privatkläger 1 erfolgte. Dort gab der 

Beschuldigte an, Fr. 40'000.– für die komplette Erstellung des Portals, den kom-

pletten Datentransfer, für den Domain-Namen, für die Schulung, den Support und 

für den Betrieb zu verlangen. Die Schulung und der Support seien ab Vertragsab-

schluss auf 12 Monate befristet, man könne ihn aber auch nach 14 Monaten anru-

fen (Urk. D1/5 F/A 18). Der Privatkläger 1 habe gewusst, dass er ein Rohprodukt, 

also einen "Dummy", gekauft habe (Urk. D1/5 F/A 21). Die amtliche Verteidigung 

stellt sich auf den Standpunkt, dass die Staatsanwaltschaft hinsichtlich dieses Vor-

wurfs keinerlei Nachweise liefere. Der Beschuldigte habe den Geschädigten ge-

-   18   -

mäss Untersuchungsergebnis anlässlich der Treffen vielmehr die Funktionsweise 

des Finanzportals vorgestellt, die Details erläutert und sich verpflichtet, gegen Be-

zahlung des Kaufpreises die betreffende Domain zu übertragen und für die von ihm 

eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen (Support) geradezustehen (Urk. 33 

Rz. 11).

4.3. Die Vorinstanz stellte die massgeblichen Aussagen der Geschädigten und 

der Zeugin zutreffend dar (Urk. 48 S. 19-23). Diese werden nachfolgend wiederholt 

und teilweise ergänzt:

4.3.1. In der Einvernahme vom 17. August 2021 gab der Privatkläger 1 (B._____) 

zu Protokoll, der Beschuldigte habe im Rahmen des ersten Treffens erzählt, er 

wolle eigentlich mit dem Finanzportal aufhören, weil es für ihn zu viel gewesen sei. 

Das Finanzportal sei sein Baby, er habe vor rund 15 Jahren damit angefangen und 

so viel investiert. Das Portal arbeite selber mit der L._____, ohne dass jemand et-

was machen müsse. Es laufe alles, also der Rechner mache alles intern bei der 

L._____. Es habe sich dabei um die Webseite S._____ gehandelt, welche der Be-

schuldigte ihnen gezeigt habe. Der Beschuldigte habe gesagt, dass von ihm ein 

Finanzportal gekauft werden könne, damit die Leute, z.B. bei einem Autokauf, dort 

landen und Kredite beantragen können. Der Privatkläger 1 gab an, ein Portal und 

nicht eine Domain gekauft zu haben, ein fertiges Produkt, das am Laufen gewesen 

sei. Er habe ihnen auch Dokumente mit den Einnahmen der letzten drei Jahre prä-

sentiert (Urk. D1/29 F/A 30-33). Der Beschuldigte habe gesagt, in der letzten Zeit 

nicht viel gemacht zu haben und es sei immer noch gut gelaufen, wobei man schon 

noch etwas in die Werbung investieren müsse (Urk. D1/29 F/A 40). Er habe gesagt, 

sich um die Zusammenarbeit mit den 18 Banken zu kümmern (Urk. D1/29 F/A 44). 

Das Portal hätte so funktioniert, dass Kunden kommen und bei der L._____ Kredite 

beantragen, womit der Privatkläger 1 Einnahmen erhalten hätte. Nach Angabe des 

Beschuldigten habe eine Abmachung mit der L._____ bestanden (Urk. D1/29 F/A 

53 f.).

4.3.2. In der Zeugeneinvernahme vom 17. August 2021 gab K._____ (Ehefrau des 

Privatklägers 1) an, der Beschuldigte habe beim ersten Treffen, als er alles gezeigt 

-   19   -

und erklärt habe, angegeben, es handle sich um eine Firma, die online funktioniere, 

und wie viel Geld man verdienen könne. Man habe nichts machen müssen, sie 

hätten das Portal funktionierend erhalten, wobei er sie und den Privatkläger 1 wäh-

rend 12 Monaten unterstützen würde. Sie würden am 1. Juni 2017 anfangen kön-

nen. Es sei noch besprochen worden, dass der Beschuldigte, weil er so viel Erfah-

rung im Business habe, sogar von Google ausgewählt worden sei, dass man nicht 

nur mit einer Bank, sondern mit 18 Banken zusammen arbeiten könne, wobei der 

Beschuldigte noch nicht wisse, was genau gefordert werde, da ihm dies erst gesagt 

werde, nachdem das Geld überwiesen werde und er die Domain auf den Privatklä-

ger 1 überschreiben könne. Der Beschuldigte habe dazu geraten, das mit den 18 

Banken zu machen, weil sie so mehr verdienen könnten (Urk. D1/30 F/A 35 ff.). Der 

Privatkläger 1 habe ganz klar ein Finanzportal gekauft. Auf dem Vertrag stehe zwar 

Domain, aber diese mit Software und dabei alles funktionierend (Urk. D1/30 F/A 

47).

4.3.3. In seiner Zeugeneinvernahme vom 23. Juli 2021 erklärte I._____, beim ers-

ten Treffen mit dem Beschuldigten habe dieser erklärt, es könnten eine Domain 

und die Applikationen gekauft werden sowie dass er sich einen halben Tag pro 

Woche Zeit nehme. Weiter habe der Beschuldigte erklärt, mit der Website schon 

seit 10 bis 15 Jahren erfolgreich Kredite zu vermitteln. Der Beschuldigte habe ihm 

beim Treffen auch die Umsatzzahlen, d.h. wie viel die Website in den letzten fünf 

Jahren erwirtschaftet habe, gezeigt (Urk. D2/18 F/A 40 f.). Die Aufstellung der Um-

satzzahlen sei ihm durch den Beschuldigten gezeigt worden, da dieser ihn vom 

Kauf der Domain habe überzeugen wollen. Es seien ganz normale Umsatzzahlen 

gewesen. Es seien Umsatzzahlen wie bei ihm im Geschäft, wenn er Umsatzzahlen 

rauslasse, gewesen. Die Umsätze habe der Beschuldigte auf zwei Zetteln gezeigt, 

wobei ein Zettel von der L._____, d.h. der Bank, für welche man später Kredite 

vermitteln würde, gestammt habe (Urk. D2/18 F/A 77 ff.). Im Kaufpreis sei auch die 

Ausbildung inklusive gewesen, nämlich dass der Beschuldigte während eines Jah-

res alles zeige und erkläre, wie es funktioniere (Urk. D2/18 F/A 14). Der Beschul-

digte habe erklärt, er werde sich einmal pro Woche einen halben Tag Zeit nehmen; 

so könne der Geschädigte die Website aufbauen. Ihm, dem Geschädigten, sei es 

-   20   -

hauptsächlich darum gegangen, was für eine Ausbildung er erhalten würde 

(Urk. D2/18/F/A 40). Er habe eine Domain mit dem Portal inkl. Ausbildung gekauft 

(Urk. D2/18 F/A 47).

4.3.4. Die Privatklägerin 2 (C._____) erklärte in ihrer Einvernahme bei der Staats-

anwaltschaft, der Beschuldigte habe beim ersten Treffen gesagt, von ihm könne 

eine Onlinesite, wo die Kunden Geld ausleihen könnten, gekauft werden, wobei 

alles über die Bank laufen würde, ohne dass sie etwas machen müsste. Sie hätte 

für jeden Kunden, welcher online rein gekommen wäre, einen Betrag erhalten 

(Urk. D3/11 F/A 29). Er habe ihr gesagt, er würde ihr das Geschäft verkaufen. Sie 

verstehe den Unterschied zwischen Domain und Portal nicht (Urk. D3/11 F/A 31, 

36). Der Beschuldigte habe ihr nicht mitgeteilt, mit welcher Bank sie zusammenge-

arbeitet hätte, doch habe sie nach dem Portal, welches auf den Namen des Be-

schuldigten gelautet habe, gesucht und dort die L._____ gesehen. Sie habe den 

Beschuldigten gefragt, ob sie mit der Bank alles regeln müsse, worauf dieser erklärt 

habe, sie müsse nichts machen, es würde alles automatisch laufen (Urk. D3/11 F/A 

46-51). Sie habe ein Geschäft erhalten sollen, wo Kunden sich auf der Webseite 

anmelden und Geld ausleihen können. Jedes Mal, wenn ein Kunde sich eingeloggt 

und Geld ausgeliehen hätte, hätte sie etwas erhalten (Urk. D3/11 F/A 62). Eine 

Aufstellung der Einnahmen der letzten Jahre habe ihr der Beschuldigte nicht ge-

zeigt (Urk. D3/11 F/A 63-77).

4.3.5. Der Privatkläger 3 (D._____) gab bei der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme zu Protokoll, beim Treffen mit dem Beschuldigten habe dieser sich als ein 

Ex-Bankdirektor, welcher die Geschäftsleitung unter sich gehabt habe, vorgestellt. 

Der Beschuldigte habe die L._____ erwähnt und erzählt, er sei der "alte Direktor" 

gewesen (Urk. D4/10 F/A 19 f., 29). Er habe erklärt, er wolle seine in Betrieb be-

findliche Plattform – www.T._____.ch – verkaufen, da er in Deutschland eine Stelle 

als CEO bei einer neu zu eröffnenden Bank antreten werde (Urk. D4/10 F/A 35). 

Der Beschuldigte habe erklärt, der Privatkläger 3 würde mit der L._____ zusamme-

narbeiten (Urk. D4/10 F/A 46). Zudem habe er erklärt, das sich in Betrieb befindli-

che Online-Finanzportal www.T._____.ch zu leiten. Er, der Privatkläger 3, habe, 

um zu sehen, ob der Beschuldigte die Wahrheit sage, in der Folge im Internet nach 

-   21   -

dieser Seite gesucht und gesehen, dass sie funktioniere. Beim ersten Treffen habe 

der Beschuldigte auf ausgedruckten A4-Blättern Lohnstatistiken über die jährlichen 

Einnahmen der Firma bzw. der Website gezeigt sowie Notizen gemacht. Mittels der 

Notizen habe der Beschuldigte erklärt, wohin der Privatkläger 3 seinen Domainna-

men notieren müsse bzw. wie die Domain überschrieben werden könne. Der Be-

schuldigte habe auf den Notizen die Kosten für den weiteren Erhalt der Domain 

erklärt und notiert, dass der Privatkläger 3 in Zukunft seine eigene Firma eröffnen 

sollte, wenn das Business anfangen sollte zu laufen. Ferner habe der Beschuldigte 

auf den Notizen mittels zeitlicher Intervalle erklärt, wann die grössten Chancen auf 

den höchsten Verdienst bestehen würden. Der Privatkläger 3 hätte von der Bank 

drei Mal im Jahr seinen Lohn erhalten (Urk. D4/10 F/A 30 ff.). Konkret hätte er mit 

der L._____ zusammengearbeitet und wäre der Kreditvermittler über seine eigene 

Online-Firma gewesen, wobei der Beschuldigte erklärt habe, er würde nach jedem 

erfolgreich abgewickelten Kredit Fr. 200.– als Provision erhalten (Urk. D4/10 F/A 

47 f.). Vor der Unterzeichnung des Vertrags habe er die L._____ AG nicht kontak-

tiert; der Beschuldigte habe gemeint, die Bank würde sich mit ihm, dem Privatkläger 

3, nicht abgeben, bevor die Plattform auf seinen Namen laute. Erst nach der Über-

schreibung könne er ihn der Bank vorstellen (Urk. D4/10 F/A 54 ff.). Vor der Unter-

zeichnung des Vertrags habe er sich die Homepage der L._____ AG angeschaut 

und die Möglichkeit gesehen, dass Vermittler mit der Bank zusammenarbeiten wür-

den (Urk. D4/10 F/A 82 f.).

4.3.6. Im Rahmen der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

20. August 2021 erklärte die Privatklägerin 4 (E._____), der Beschuldigte habe ihr 

erzählt, er wolle das Portal verkaufen, da er bereits jahrelang daran gewesen sei 

und enorm viel Zeit investiert habe. Er habe von einer Bank ein Stellenangebot als 

Verwaltungsrat bekommen und da er die Stelle annehmen wolle und seine Frau 

meine, mit der Stelle würde er feste Zeiten haben, und er daher nicht mehr neben-

beruflich Geld verdienen dürfe, wolle er das Portal weggeben (Urk. D6/5 F/A 14). 

Der Beschuldigte habe erklärt, das Portal sei das Gleiche wie eine Kredite vermit-

telnde Bank, nur dass dieses keine Filialen und Mitarbeiter habe, sondern alles 

online laufe (Urk. D6/5 F/A 22). Der Beschuldigte habe am Treffen mündlich erklärt, 

-   22   -

man werde mit der L._____ zusammenarbeiten. Er habe Dokumente, Bankaus-

züge, auf welchen L._____ gestanden habe, mitgenommen. Die Auszüge seien 

von der U._____ Bank gewesen. Dort sei draufgestanden, wer die Zahlung ge-

macht habe, was die L._____ gewesen sei, welche ihm quasi den Lohn gegeben 

habe (Urk. D6/5 F/A 27 ff.). Vor der Unterzeichnung des Vertrages habe sie die 

L._____ AG nicht kontaktiert; diese hätte ihr aus Datenschutzgründen ohnehin 

keine Informationen gegeben. Sie, die Privatklägerin 4, sei der Bank nicht bekannt 

gewesen (Urk. D6/5 F/A 34). Der Beschuldigte habe ihr erklärt, dass man als Por-

talbetreiber einmal jährlich mit der Bank eine Sitzung habe (Urk. D6/5 F/A 35). 

4.3.7. Im Rahmen der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

23. August 2021 gab die Privatklägerin 5 (F._____) an, der Beschuldigte habe am 

persönlichen Treffen Bankauszüge dabei gehabt, welche mit dem Inserat überein-

gestimmt hätten. Die Auszüge hätten von der L._____ gestammt und man habe die 

Anzahl erzielter Vermittlungen sowie den Betrag, den man verdient habe, sehen 

können. Die Vermittlungen habe das Portal V._____.ch erzielt, welches dem Be-

schuldigten gehört habe (Urk. D7/4 F/A 40-45). Sie habe eigentlich nur die Domain 

gekauft, doch habe er immer vom Portal gesprochen, das auch einen Umsatz 

bringe. Er habe erklärt, die Kredite würden über die L._____ laufen und dass er mit 

der L._____ in W._____ zusammenarbeite. Er habe gesagt, er beginne bei einer 

Bank zu arbeiten, wobei diese nicht akzeptiere, dass er noch andere Portale am 

Laufen habe (Urk. D7/4 F/A 86 f., 89 ff.).

4.3.8. Im Rahmen der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

23. August 2021 gab der Privatkläger 6 (G._____) an, der Beschuldigte habe am 

persönlichen Treffen erklärt, dass er in den USA für eine Bank einen Direktionspos-

ten antreten solle, was zum Interessenkonflikt mit seinen beiden Medizinalposten 

und dem Finanzportal führe und dem Privatkläger 6 einleuchtete. Aus dem Ge-

spräch habe man einen sehr positiven Eindruck von der Möglichkeit, das Finanz-

portal zu kaufen, erhalten (Urk. D8/6 F/A 20 f.). Der Beschuldigte habe erklärt, dass 

das Finanzportal www.AA._____.ch gekauft werden könne, wobei es sich um ein 

laufendes Portal mit Links und festen Einnahmen und einem Vertrag mit der 

-   23   -

L._____ handle (Urk. D8/6 F/A 35, 46). Er habe ihm auch die Umsatzstatistik der 

letzten Jahre auf A4-Blättern gezeigt (Urk. D8/6 F/A 21 ff.).

4.4. Die Vorinstanz kam in Würdigung der Beweismittel korrekt zum Schluss (vgl. 

Urk. 48 S. 23 f.), dass sich aus den übereinstimmenden Aussagen der Geschädig-

ten ergibt, dass der Beschuldigte im Rahmen der persönlichen Treffen jeweils von 

einem bereits seit Jahren laufenden Finanzportal, auf welchem Personen Kredite 

beantragen können und das von ihm gekauft werden könne, gesprochen hat. In 

Übereinstimmung zu bringen sind des Weiteren auch die Aussagen, wonach der 

Beschuldigte mündlich erklärte, nach dem Kauf des Portals werde man mit der 

L._____ – oder 18 weiteren Banken – arbeiten, da der Beschuldigte etwa die 

L._____ erwähnte oder Blätter sowie Websites mit dem Logo der Bank vorgezeigt 

hat. Auch haben die Zeugen K._____ und I._____ übereinstimmend ausgesagt, der 

Beschuldigte habe seine Unterstützung während der ersten zwölf Monate zugesi-

chert. Damit lassen sich die übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen mit 

dem angeklagten Sachverhalt in Einklang bringen, während es wenig plausibel und 

als Schutzbehauptung erscheint, dass der Beschuldigte den Geschädigten lediglich 

aufgezeigt haben will, welche Möglichkeiten mit welchem Einsatz möglich seien, 

zumal sich die dargelegten Aussagen mit dem Inhalt des vom Beschuldigten online 

gestellten Inserats decken. Auch widerspricht die Behauptung, wonach er lediglich 

"Dummyseiten" verkauft habe, dem Umstand, dass die Geschädigten beim Be-

schuldigten reklamierten, als sie das Inserat nach dem Verkauf noch aufgeschaltet 

sahen, wonach ihnen der Beschuldigte zusicherte, dass das ein Versehen sei und 

er das Inserat löschen werde. Der oben wiedergegebene angeklagte Sachverhalts-

teil ist damit als erstellt zu erachten und als Kaufgegenstand das im Inserat Ange-

priesene und später mündlich Bestätigte zu erachten.

5. Gewinnen des Vertrauens der Geschädigten und Aufgabe des Portals in-
folge Übernahme eines hohen Postens

5.1. Der Anklage zufolge soll der Beschuldigte anlässlich der persönlichen Tref-

fen mit den Geschädigten deren Vertrauen gewonnen haben, indem er die Ge-

sprächsthemen auch auf persönliche Angelegenheiten gelenkt sowie familiäre Sa-

-   24   -

chen erzählt und sie ebenfalls von ihrer Person und Familie habe erzählen lassen. 

Der Beschuldigte habe die Geschädigten weiter in den Gesprächen davon über-

zeugt, dass das zu verkaufende Finanzportal sein "Baby" sei, er enorm viel inves-

tiert habe und gerade deshalb die erfolgreiche Weiterführung für ihn so wichtig sei. 

Er habe die Geschädigten glauben lassen, dass er einen hohen Posten bei einer 

Bank übernehmen wolle und daher das Portal nicht mehr weiterführen könne und 

dürfe (Urk. 17 S. 3 f.). 

5.2. Vor Vorinstanz erklärte der Beschuldigte, über Persönliches nur dann ge-

sprochen zu haben, wenn ihn jemand etwas gefragt habe, und bestritt im Übrigen 

den ihm gemachten Vorwurf (vgl. Prot. I S. 33 f.). Die amtliche Verteidigung bestrei-

tet ebenfalls, dass der Beschuldigte durch das Lenken der Gespräche auf persön-

liche Angelegenheiten gezielt das Vertrauen der Geschädigten zu gewinnen ver-

sucht habe, und führt aus, der Privatkläger 3, der Privatkläger 6, die Privatklägerin 2 

sowie der Zeuge I._____ hätten nicht von Gesprächen über Privates mit dem Be-

schuldigten berichtet. Der Vorwurf, wonach der Beschuldigte das Finanzportal als 

sein "Baby" bezeichnet haben soll und die Geschädigten habe glauben lassen, ei-

nen hohen Posten bei einer Bank zu übernehmen, könne gemäss der Verteidigung 

offenbleiben. Dies, da der Beschuldigte gemäss dem Untersuchungsergebnis seit 

mindestens 2008 eine Zusammenarbeit mit der L._____ AG unterhalten habe und 

keine belastbare Nachweise dafür vorlägen, dass der Beschuldigte eine neue Stelle 

vorgeschoben habe (Urk. 33 S. 10 f.; Urk. 63 S. 10).

5.3. Dem Wortlaut des vom Beschuldigten aufgeschalteten Inserats auf der Ho-

mepage "J._____.ch" lässt sich entnehmen, dass das Portal "wegen einem neuen 

Job im Management verkauft" wird. Zudem wird das Portal als bekannt und lang-

-   25   -

jährig angepriesen; die Plattform arbeite seit vielen Jahren mit einer grossen 

Schweizer Bank zusammen (vgl. Urk. 4). 

5.4. Die Vorinstanz stellte die relevanten Aussagen der Geschädigten und Zeu-

gen zutreffend dar und es ist, um Wiederholungen zu vermeiden, darauf zu verwei-

sen (Urk. 48 S. 25-27). 

5.5. Die Vorinstanz würdigte die Beweismittel ebenfalls zutreffend (vgl. Urk. 18 

S. 28): Den Einvernahmen ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte jeweils per-

sönliche Geschichten – etwa über seine (geschiedene) Ehe, seine Verwandten 

oder Bekannte – erzählte und die Geschädigten ebenfalls Persönliches erzählen 

liess. Entgegen der Darstellung der Verteidigung hat der Beschuldigte insbeson-

dere auch I._____ von seiner Biografie erzählt, den Privatkläger 3 "über sein Leben 

ausgefragt" und im Gespräch mit der Privatklägerin 6 über "sehr vieles, auch priva-

tes" gesprochen. Lediglich die Privatklägerin 2 berichtet nicht, dass sie mit dem 

Beschuldigten über Persönliches gesprochen habe (vgl. Urk. D2/3, Urk. D2/4 sowie 

Urk. D3/11). Es ist damit erstellt, dass der Beschuldigte mit den Geschädigten (aus-

ser mit der Privatklägerin 2) über persönliche Angelegenheiten gesprochen hat, 

was bei den Geschädigten dazu geführt haben muss, zum Beschuldigten Vertrauen 

aufzubauen. Dem Inserat lässt sich entnehmen, dass der Beschuldigte das Portal 

aufgrund der Übernahme einer Position im Management verkauft. Dass der Be-

schuldigte angegeben hat, das Portal wegen einer neuen Position bei einer Bank 

zu verkaufen, sagten die Geschädigten bzw. der Zeuge übereinstimmend aus. Wei-

ter wurde die Plattform im Inserat als langjährig, bekannt und seit vielen Jahren mit 

einer grossen Schweizer Bank zusammenarbeitend angepriesen. Dies entspricht 

auch den Aussagen in den Einvernahmen, wonach der Beschuldigte das Finanz-

portal als sein "Baby", "Lebenswerk" oder "Firma, in welche er enorm viel investiert 

habe und deren Weiterführung ihm so wichtig sei", bezeichnete. Mit Ausnahme da-

-   26   -

von, dass der Beschuldigte mit der Privatklägerin 2 nicht über Persönliches gespro-

chen hat, ist der angeklagte Sachverhaltsteil erstellt.

6. Anbieten von Ratenzahlungen und Verknüpfung der letzten Rate mit erziel-
baren Einnahmen

6.1. Zudem soll der Beschuldigte gemäss Anklage mit den Geschädigten verein-

bart haben, dass sie den Kaufpreis in Raten bzw. Teilzahlungen von Fr. 5'000.– bis 

Fr. 25'000.– begleichen und die letzte Rate mittels von den Geschädigten mit dem 

Finanzportal zu erzielenden Einnahmen bezahlen könnten. Indem er die Bezahlung 

des Restkaufpreises von der Funktionalität des verkauften Produkts abhängig ge-

macht habe, soll er bewirkt haben, dass die Geschädigten seinen Angaben Glau-

ben schenkten und davon ausgingen, dass er, der Beschuldigte, seinerseits davon 

ausgegangen sei, dass er die Grundlagen seiner bisherigen Zusammenarbeit mit 

der L._____ AG auf die Geschädigten übertragen könnte, zumal ein Betrag von 

Fr. 10'000.– von künftigen Einnahmen abhängig gemacht worden und den Geschä-

digten vom Beschuldigten zunächst erlassen worden sei (Urk. 17 S. 4). 

6.2. Zu diesem Vorwurf sagte der Beschuldigte vor Vorinstanz aus, bewusst ge-

schrieben zu haben, dass Teilzahlungen möglich seien, wobei er dem zukünftigen 

Besitzer jeweils die Wahl gelassen habe, in Raten zu bezahlen (Prot. I S. 34 f.). In 

der polizeilichen Einvernahme vom 25. August 2017, welche im Zusammenhang 

mit dem Vorwurf des Betrugs zum Nachteil vom Privatkläger 1 erfolgte, gab der 

Beschuldigte an, für die restlichen Fr. 15'000.– habe er dem Privatkläger 1 ange-

boten, dass er diese, nachdem das Portal laufen und Erträge abwerfen würde, in-

nerhalb von 12 Monaten mit den Einnahmen begleichen müsse (Urk. D1/5 

F/A 19 f.). Die amtliche Verteidigung stellte sich auf den Standpunkt, die Teilkauf-

preiszahlungen müssten nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" zu Gunsten des 

Beschuldigten ausgelegt werden, und zwar in dem Sinne, als der Beschuldigte dar-

auf vertraut habe, dass die Käufer die Restzahlungen nach der Übertragung und 

Neugestaltung ihrer Domains aus den erzielten Erträgen tilgen würden (Urk. 33 

-   27   -

S. 11 f.). Das Angebot von Ratenzahlungen könne dem Beschuldigten nicht vorge-

worfen werden (Urk. 62 S. 10).

6.3. Das Inserat auf "J._____.ch" enthielt den Wortlaut: "Eine Teilzahlung ist 

selbstverständlich möglich. Nach einer vereinbarten Anzahlung wird das Portal 

komplett übergeben. Die restliche Summe kann später mit den Einnahmen des Por-

tals beglichen werden." (Urk. 4).

6.4. Die Vorinstanz hielt korrekt fest, dass in sämtlichen unterzeichneten Kauf-

verträgen Teilzahlungen vereinbart wurden (jeweils in § 2), wobei die Höhe der zu 

leistenden Zahlung zwischen Fr. 5'000.– und Fr. 25'000.– variierte (vgl. 

Urk. D1/2/2; Urk. D2/3/2; Urk. D2/6/1; Urk. D3/6/1; Urk. D7/3/3). Der dem Privatklä-

ger 6 vom Beschuldigten unterbreitete Kauvertrag enthielt in § 2 keine solche Ver-

einbarung (vgl. Urk. D8/2/1 S. 1). Der von "N._____" verfassten E-Mail vom 26. Au-

gust 2020 ist indes zu entnehmen, dass sie gegenüber dem Privatkläger 6 die "Op-

tion Teilzahlung" explizit erwähnte, wobei der restliche Betrag mit den Einnahmen 

bezahlt werden könne (Urk. D8/2/2 S. 4). 

6.5. Die Vorinstanz stellte die massgeblichen Aussagen der Geschädigten zu-

treffend dar und es ist, um Wiederholungen zu vermeiden, darauf zu verweisen 

(Urk. 48 S. 30 f.). 

6.6. Mit der Vorinstanz (Urk. 48 S. 31) kann ohne Weiteres festgehalten werden, 

dass der Beschuldigte mit den Geschädigten Raten- bzw. Teilzahlungen verein-

barte, was sich sowohl aus den Kaufverträgen wie auch aus den Aussagen der 

Geschädigten und des Beschuldigten ergibt. Es kann schon anhand der Aussage 

im Inserat, wonach die restliche Summe später mit den Einnahmen des Portals 

beglichen werden könne, davon ausgegangen werden, dass die Käufer davon aus-

gingen, ein funktionierendes und Einnahmen generierendes Geschäft zu kaufen 

bzw. konkret – wie in der Anklage dargestellt –, dass die Grundlagen der bisherigen 

Zusammenarbeit des Beschuldigten mit der L._____ AG auf sie übertragen wür-

den. Dass die Betroffenen auch davon ausgegangen sein müssten, bestätigt die 

Aussage der Privatklägerin 4, wonach es ihr Vertrauen geweckt habe, wenn jemand 

-   28   -

sage, man könnte einen Teil des Preises mit Einkünften bezahlen. Auch die Privat-

klägerin 2 sagte aus, sie hätte den Rest bezahlt, wenn das Geschäft laufe. Schliess-

lich gab auch der Beschuldigte an, dem Privatkläger 1 angeboten zu haben, dass 

er die restlichen Fr. 15'000.–, nachdem das Portal laufen und Erträge abwerfen 

würde, innerhalb von 12 Monaten mit den Einnahmen begleichen müsse. Vor die-

sem Hintergrund ist dieser Vorwurf in tatsächlicher Hinsicht als erstellt zu erachten. 

Zum Einwand der amtlichen Verteidigung, wonach die Teilzahlungen zu Gunsten 

des Beschuldigten auszulegen seien, ist schliesslich anzumerken, dass die Vertei-

digung selbst ausführte, vonseiten des Beschuldigten habe es keine Gewinnver-

sprechen gegeben (vgl. Urk. 33 S. 6; Urk. 63 S. 6 f.), und der Beschuldigte vor 

Vorinstanz selbst aussagte, er habe nie etwas versprochen (Prot. I S. 32), was mit 

dem Argument, der Beschuldigte habe darauf vertraut, dass die Käufer die Rest-

zahlungen nach der Übertragung und Neugestaltung ihrer Domains aus den erziel-

ten Erträgen tilgen würden, im Widerspruch steht. Der von der Verteidigung ins Feld 

geführten Auslegung der vereinbarten Teilzahlungen nach dem Grundsatz "in dubio 

pro reo" kann mit der Vorinstanz nicht gefolgt werden. 

7. Vorzeigen von Umsatzzahlen

7.1. Der Beschuldigte soll den Geschädigten anlässlich der persönlichen Treffen 

auf A4-Papier ausgedruckte Aufstellungen von in Vorjahren erzielten Einnahmen 

vorgezeigt haben, wobei die Aufstellungen das Logo der L._____ AG getragen und 

das Layout mit demjenigen der Bank vergleichbar und der «User …-A._____» auf-

geführt gewesen sei. Der Beschuldigte habe damit seine Angabe untermauert, 

dass er mit Erfolg das von ihm zum Verkauf angebotene Finanzportal in den Jahren 

zuvor betrieben habe, dieses funktioniere, eine Zusammenarbeit mit der L._____ 

AG nunmehr übertragen werden könne bzw. die Geschädigten nunmehr von der 

L._____ AG Einnahmen generieren könnten, sollten sie von ihm das Produkt kau-

fen. Er habe damit auch bewirkt, dass die Geschädigten vor Eingehung der ver-

traglichen Verpflichtung keine weiteren Abklärungen mehr vorgenommen hätten, 

insbesondere keine Abklärungen in Bezug auf die Banken vorgenommen oder kei-

nen Kontakt mit der L._____ AG aufgenommen hätten, vielmehr dem Beschuldig-

-   29   -

ten vertraut und geglaubt hätten, was er ihnen erzählt und vorgegeben habe 

(Urk. 17 S. 4).

7.2. Vor Vorinstanz bestritt der Beschuldigte, den Geschädigten anlässlich der 

persönlichen Treffen auf A4-Papier ausgedruckte Aufstellungen von in Vorjahren 

erzielten Einnahmen gezeigt zu haben. Dies gehe gar nicht, da es "Dummyseiten" 

seien, welche keine Einnahmen generierten. Sonst hätte er keinen 12-monatigen 

Support anbieten müssen, sondern hätte das Portal einfach verkaufen können. Er 

habe den Geschädigten auch keine Unterlagen, auf welchen das Logo der L._____ 

zu sehen, und das Layout mit dem der Bank vergleichbar sowie der User "gea-

A._____" aufgeführt gewesen sei, gezeigt. Es habe eine solche Statistik nie gege-

ben. Komischerweise behaupte dies lediglich die WhatsApp-Gruppe, welche sich 

abgesprochen habe, während andere Geschädigte ausgesagt hätten, noch nie sol-

che Dokumente gesehen zu haben (Prot. I S. 35). Die amtliche Verteidigung 

machte geltend, in objektiver Hinsicht seien erhebliche Zweifel an der Richtigkeit 

des dem Beschuldigten gemachten Vorwurfs angebracht. Bekanntlich hätten sich 

die meisten Geschädigten in einer durch K._____ gegründeten WhatsApp-Gruppe 

getroffen, worin sie Dokumente ausgetauscht und Absprachen getroffen hätten. In 

der WhatsApp-Gruppe seien die Privatklägerin 2, der Privatkläger 3 und die Privat-

klägerin 5 nicht dabei gewesen, welche bemerkenswerterweise nicht hätten bestä-

tigen können, die Auszüge vom Beschuldigten gesehen zu haben. Es erscheine 

sehr unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte bei einzelnen Interessenten angeb-

lich in den Vorjahren erzielte Erfolge zur Anpreisung seines Angebotes genutzt 

habe, bei anderen aber nicht (Urk. 33 S. 12). Die Vorinstanz habe den diesbezüg-

lichen Sachverhalt willkürlich festgestellt (vgl. Urk. 63 S. 10 ff.).

7.3. Das Inserat auf "J._____.ch" enthielt den Wortlaut: "Einnahmen pro Jahr bis 

zu CHF 279'200.– möglich. Selbstverständlich können alle Einnahmen gerne bei 

einem persönlichen Treffen besichtigt werden." (Urk. 4).

7.4. Zu den Akten genommen wurden vier Fotografien, welche sich auf dem Mo-

biltelefon des Privatklägers 1 befanden bzw. welche er anlässlich des zweiten Tref-

fens mit dem Beschuldigten gemacht haben soll (vgl. Urk. D1/29 F/A 47; 

-   30   -

Urk. D1/4/4). Den Fotografien sind mit "Berichte > Zusammenfassung > 

S._____.ch" betitelten Aufstellungen zu entnehmen. Die Fotografien enthalten An-

gaben zu den Perioden vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 (Urk. D1/4/4 S. 1), 

vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 (Urk. D1/4/4 S. 2), vom 1. Januar bis 31. De-

zember 2015 (Urk. D1/4/4 S. 3) sowie vom 1. Januar bis 30. November 2016 

(Urk. D1/4/4 S. 4). Auf dem das Jahr 2013 betreffenden Blatt ist oben, in der Kopf-

zeile, das Logo der L._____ AG ersichtlich. Unten, in der Fusszeile, steht "Copyright 

© 2016 L._____ AG". Weiter ist oben "L._____ AG" sowie "User: …-A._____" an-

gegeben. Sodann lassen sich diesen Blättern Informationen zu Anzahl "Clicks", 

"Leads" und "Guthaben" (Total und Durchschnitt pro Tag bzw. Woche)" sowie das 

"Leads zu Clicks Verhältnis" entnehmen. Für das Jahr 2013 ergeben sich Einnah-

men ("Guthaben") in der Höhe von Fr. 274'800.–, für das Jahr 2014 solche von 

Fr. 265'400.–, für das Jahr 2015 solche von Fr. 275'200.– und für das Jahr 2016 

solche von Fr. 198'600.– (Urk. D1/4/4; Anhang zu Urk. D1/29). Zur Würdigung die-

ser Unterlagen vgl. unten Erw. IV. 3.2 ff.).

7.5. Die Vorinstanz stellte die relevanten Aussagen der Geschädigten zutreffend 

dar und es ist, um Wiederholungen zu vermeiden, darauf zu verweisen (Urk. 48 

S. 33-35). 

7.6. Der E-Mail-Verkehr vom 16. Dezember 2019 zwischen dem Beschuldigten 

und der Privatklägerin 5 ist zu entnehmen, wie diese ersteren unter anderem fragte, 

ob die Zahlen gemäss dem Auszug der L._____, welchen der Beschuldigte ihnen 

gezeigt habe, sich ausschliesslich auf das Portal V._____.ch beziehen würden. In 

der Folge antwortete der Beschuldigte: "Einnahmen: Die Einnahmen wurden aus-

schliesslich nur durch das Portal V._____.ch erwirtschaftet" (Urk. D7/3/2 S. 3 f.). In 

der E-Mail vom 10. Januar 2017 bedankte sich der Privatkläger 1 bei "M._____" für 

die Organisation des Treffens mit dem Beschuldigten und erkundigte sich, ob ein 

erneutes Treffen organisiert werden könne sowie ob sie die Finanzen der letzten 

Jahre schicken könne, da er vergessen habe, diese mitzunehmen. "M._____" ant-

wortete gleichentags, die Unterlagen der Bank nicht aushändigen zu dürfen und 

dass er diese später direkt von der Bank erhalten würde (Urk. D1/27/15/5). Gemäss 

E-Mail von "M._____" an die Privatklägerin 2 könne man selbstverständlich im Rah-

-   31   -

men des Treffens mit dem Chef die Einnahmen der letzten fünf Jahre anschauen 

(Urk. D2/6/2 S. 12).

7.7. Mit der Vorinstanz (Urk. 48 S. 36 f.) ist festzuhalten, dass abgesehen von 

der Privatklägerin 2 alle Geschädigten ausgeführten, vom Beschuldigten Doku-

mente mit seinen Einnahmen gezeigt bekommen zu haben. Die Aussage des Pri-

vatklägers 1, wonach der Beschuldigte ihm die Einnahmen anlässlich des ersten 

Treffens gezeigt habe, wird auch dadurch untermauert, dass der Privatkläger 1 

nach diesem Treffen "M._____" in einer E-Mail schrieb, er habe die Einnahmen 

vergessen mitzunehmen, ob sie ihm diese schicken könne, was diese ablehnte, 

sowie seine Aussage, dass er die Dokumente bei einem zweiten Treffen fotografiert 

habe, da der Beschuldigte diese nicht habe aushändigen können. Der Privatkläger 

6 gab ebenfalls an, dass ihm die Fotografien bekannt vorkommen würden; der Be-

schuldigte habe ihm eine Umsatzstatistik gezeigt. Auch die Aussage der Privatklä-

gerin 5, wonach der Beschuldigte Bankauszüge der L._____ in Papierform dabei-

gehabt habe, welche mit den Angaben im Inserat übereingestimmt hätten, lässt 

sich in Einklang bringen mit der E-Mail der Privatklägerin 5 an den Beschuldigten, 

in welcher diese fragte, ob die Zahlen gemäss dem Auszug der L._____, welchen 

er ihnen gezeigt habe, sich ausschliesslich auf das Portal V._____.ch beziehen 

würden, was von diesem bestätigt wird. Der Beschuldigte muss der Privatklägerin 

5 somit einen Auszug der L._____ gezeigt haben. Entgegen der Verteidigung be-

stätigte damit auch die Privatklägerin 5, welche nicht in der WhatsApp-Chat-

Gruppe war, Einnahmen gezeigt bekommen zu haben. Dies trifft entgegen der Ver-

teidigung auch auf den Privatkläger 3 zu, welcher angab, der Beschuldigte habe 

ihm Lohnstatistiken über die Einnahmen der Firma gezeigt, was die Website jährlich 

verdiene, mit wie vielen Partnern dies erreicht werde und wie viel pro Jahr für Wer-

bung ausgegeben werde. Lediglich die Privatklägerin 2 gab an, nie eine Aufstellung 

über erzielte Einnahmen gesehen zu haben. Der Beschuldigte habe ihr aber eine 

Liste gezeigt, wobei auf den Listen nicht die Einnahmen der letzten fünf Jahre ge-

wesen seien, sie sich aber auch nicht erinnern könne, was auf den Listen zu sehen 

gewesen sei. Dazu ist zu bemerken, dass davon ausgegangen werden muss, dass 

es sich wohl auch bei diesen Listen um Aufstellungen von Umsatzzahlen gegangen 

-   32   -

sein muss, kann doch von nichts anderem ausgegangen werden, was der Beschul-

digte der Privatklägerin 2 in Form von Listen zwecks Kaufvertrag hätte zeigen kön-

nen. Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass es erstellt ist, dass der Beschul-

digte den Geschädigten anlässlich der persönlichen Treffen die Aufstellung gemäss 

Anklageschrift zeigte und dadurch bewirkte, dass die Geschädigten davon ausgin-

gen, ein funktionierendes und durch die Zusammenarbeit mit der L._____ AG Ein-

nahmen generierendes Portal zu kaufen. Zur Würdigung dieser Unterlagen und de-

ren Eignung, Vertrauen zu erwecken, vgl. unten Erw. IV. 3.2 ff.

8. Wahrheitswidrige Angaben über Geschäftstätigkeit

8.1. Der Beschuldigte soll in den Jahren vor den Treffen mit den Geschädigten 

tatsächlich nie mit den Seiten www.S._____.ch, www.AB._____.ch, 

www.AC._____.ch, www.T._____.ch, www.AD._____.ch, www.V._____.ch oder 

www.AA._____.ch Einnahmen erwirtschaftet haben, kein Finanzportal betrieben 

haben sowie insbesondere weder Kreditvermittler noch Affiliate-Partner bei der 

L._____ AG gewesen sein. Er habe den Geschädigten lediglich eine Domain über-

tragen können und sei nicht in der Lage gewesen, den Geschädigten ein funktio-

nierendes Finanzportal zu übertragen. Vielmehr seien die vom Beschuldigten ge-

genüber den Geschädigten gemachten Angaben im Inserat und die mündliche Be-

stätigung und Bekräftigung sowie zusätzliche Ausführungen anlässlich der Treffen 

– mit Ausnahme der Tatsache, dass er fähig gewesen sei, den Domainnamen auf 

die Geschädigten zu übertragen – unwahr gewesen. Schliesslich seien die Aufstel-

lungen über in den Vorjahren erzielte Einnahmen durch den Beschuldigten oder 

eine Drittperson erstellt worden und hätten einzig die Funktion gehabt, seine Anga-

ben gegenüber den Geschädigten zu untermauern und diese zum Vertragsab-

schluss zu bewegen (Urk. 17 S. 4 f.). 

8.2. Vor Vorinstanz anerkannte der Beschuldigte, nie mit den in der Anklage ge-

nannten Websites Einnahmen erzielt zu haben, und erklärte, lediglich "Dummies" 

zum Verkauf angeboten zu haben; ansonsten wäre sein Support gar nicht nötig 

gewesen (Prot. I S. 35 f.). Demgegenüber stellte er in Abrede, kein Kreditvermittler 

oder Affiliate-Partner der L._____ AG gewesen zu sein. So sehe man in den Schei-

-   33   -

dungsunterlagen, dass er langjähriger Partner gewesen sei, was die L._____ be-

stätige (Prot. I S. 36). Die amtliche Verteidigung machte im Wesentlichen geltend, 

im Verlauf der Untersuchung habe sich herausgestellt, dass eine Bankbeziehung 

zum Beschuldigten bestanden habe, wobei deren Dauer nicht bekannt sei. Sodann 

habe nachgewiesen werden können, dass der Beschuldigte andere Affiliate-Part-

ner der Bank betreut habe, weshalb der angeklagte Sachverhaltsteil widerlegt sei 

(Urk. 33 S. 14 f.; Urk. 63 S. 7 ff.). 

8.3. In diesem Zusammenhang liegen Schreiben der L._____ AG vom 11. No-

vember 2009 (Urk. 6/8), 1. März 2018 (Urk. D1/8/4), 15. Dezember 2020 (D7/3/16), 

11. August 2021 (Urk. 5/8) und 25. August 2021 (Urk. 5/9) vor.

8.3.1. L._____ AG bestätigte am 11. November 2009 (dies im Rahmen des Ehe-

scheidungsverfahrens des Beschuldigten), dass der Beschuldigte im Zeitraum von 

1. November 2008 bis 11. November 2009 als Affiliate-Partner der L._____ tätig 

gewesen sei und im genannten Zeitraum insgesamt Fr. 13'000.– verdient habe 

(Urk. 6/8). 

8.3.2. In ihrem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

1. März 2018 teilte die L._____ AG mit, ihr sei das Unternehmen S._____.ch nicht 

bekannt. Die Bank führe keinerlei Geschäftsbeziehung mit diesem Unternehmen 

bzw. mit dem Beschuldigten (Urk. D1/8/4).

8.3.3. Gemäss einem Schreiben bzw. einer Auskunft der L._____ AG an die Privat-

klägerin 5 vom 15. Dezember 2020 hatte die Bank zu keinem Zeitpunkt eine Affi-

liate-Partnerschaft mit der Website "www.V._____.ch" geführt (Urk. D7/3/16).

8.3.4. Gemäss dem Bericht der L._____ AG vom 11. August 2021 an die Staatsan-

waltschaft Zürich-Sihl können im Rahmen des Affiliate-Programms die Publisher-

Webseiten potenziell von Privatpersonen betreiben werden, wobei es sich in der 

Regel jedoch um Firmen handle. L._____ habe bislang keine jährlichen Beträge 

von mehreren hunderttausend Franken an Affiliate-Partner bzw. Publisher überwie-

sen. Diese Beträge hätten bisher maximal im fünfstelligen Bereich gelegen. Provi-

-   34   -

sionen im sechsstelligen Bereich wären indes in Abhängigkeit der Performance des 

Affiliate-Partners/Publishers möglich. Affiliate-Partner/Publisher würden in der Re-

gel keine Performance erbringen, welche zu Provisionszahlungen von mehreren 

hunderttausend Franken berechtigen würden (Urk. 5/8 S. 4).

8.3.5. Dem Bericht der L._____ AG vom 25. August 2021 an die Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl zufolge war der Beschuldigte in den Jahren 2010 und 2011 ein aktiver 

Affiliate-Partner der Bank sowie Inhaber mehrerer URL gewesen. Per 25. Januar 

2012 sei noch die URL AE._____.ch auf den Beschuldigten gelaufen, wobei über 

diese Seite zu keinem Zeitpunkt Interessenten für Kreditanträge vermittelt worden 

seien. Ab dem 24. September 2013 sei der Beschuldigte weder im Affiliate-Pro-

gramm noch als Kreditvermittler für die L._____ tätig gewesen, jedoch könne nicht 

ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte Verbindungen zu weiteren URL 

gehabt habe, welche Teil des L._____-Netzwerks gewesen seien; dies insbeson-

dere wenn der Beschuldigte nicht namentlich als Inhaber genannt werde (Urk. 5/9). 

8.4. Mit der Vorinstanz (Urk. 48 S. 39 f.) ist zu schliessen, dass zwar eine Bank-

beziehung zwischen der L._____ AG und dem Beschuldigten bestanden hat. Aus 

den Berichten und Schreiben der L._____ AG ergibt sich aber einerseits, dass 

diese Beziehung längstens bis zum 24. September 2013 andauerte und dement-

sprechend im angeklagten Tatzeitraum bereits seit drei Jahren beendet war. Ande-

rerseits konnte der Beschuldigte insgesamt lediglich Fr. 13'000.– durch die Zusam-

menarbeit mit der Bank erwirtschaften und hat diese aufgrund einer solchen Zu-

sammenarbeit bislang keine jährlichen Beträge von mehreren hunderttausend 

Franken überwiesen. Somit ist unzutreffend, dass der Beschuldigte – entgegen den 

von ihm gemachten Angaben und Aussagen – selbst jahrelang mit dem zu verkau-

fenden Finanzportal Umsätze von mehreren hunderttausend Franken erzielt hat 

sowie dass das zu verkaufende Portal mit der L._____ AG zusammenarbeitete 

bzw. er ein von ihm den Geschädigten versprochenes funktionierendes Finanzpor-

tal übertragen konnte. An dieser Stelle ist auch die E-Mail vom 22. Oktober 2020 

der L._____ an die Privatklägerin 5 zu erwähnen, mit welcher letztere aufgefordert 

wird, das iframe mit L._____-Logo zu entfernen, dies aus Gründen des Marken- 

und Konsumentenschutzes, da eine Zusammenarbeit mit der Website nicht be-

-   35   -

stehe (vgl. Urk. D7/3/17). Der eingangs wiedergegebene Anklagesachverhalt ist 

damit rechtsgenügend erstellt.

9. Verschleiern der wahren Identität

9.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, bewirkt zu haben, dass 

die Geschädigten seine Angaben in Bezug auf seine Person nicht hätten überprü-

fen können, indem er zum einen die Geschädigten stets an Orten getroffen habe, 

die nicht in Zusammenhang mit dem zu verkaufenden Business oder seiner Person 

in Verbindung zu bringen gewesen seien. Auch sei infolge des ausschliesslichen 

Online-Kontakts mit seinen angeblichen Assistentinnen nicht überprüfbar, ob diese 

existiert hätten und wer effektiv hinter den E-Mails gesteckt habe. Zudem habe der 

Beschuldigte sich als "Herr AF._____" ausgegeben und so die Überprüfung seiner 

Person verunmöglicht (Urk. 17 S. 5). 

9.2. Der Beschuldigte gab an, "AF._____" sei schon seit der Schulzeit sein Spitz-

name, da man seinen richtigen Namen nicht habe aussprechen können. Das habe 

sich so eingebürgert. Aus diesem Grund laute auch seine E-Mailadresse auf 

"AF._____". Im Word sei das eine Autokorrektur, die er selbst programmiert habe, 

so dass es automatisch ergänzt werde. Im Vertrag stehe aber der richtige Famili-

enname (Prot. I S. 35 f.). Die Verteidigung machte ebenfalls geltend, dass 

"AF._____" der Rufname des Beschuldigten sei, er diesen unter anderem auch im 

E-Mailverkehr mit der L._____ AG vom 25. Mai 2011 verwendet habe, weshalb sein 

Verhalten kein Täuschungsmanöver dargestellt habe (Urk. 33 S. 15 f.).

9.3. In den Kaufverträgen zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger 1, 

I._____ sowie der Privatklägerin 2 verwendete der Beschuldigte seinen richtigen 

Namen (vgl. Urk. D1/2/2; Urk. D2/33; Urk. D2/6/1). In den mit dem Privatkläger 3, 

der Privatklägerin 5 und dem Privatkläger 6 geschlossenen Kaufverträgen verwen-

dete der Beschuldigte den Namen "AF._____ A._____" (vgl. Urk. D3/6/1; 

-   36   -

Urk. D7/3/3; Urk. D8/2/1). Zudem gab "M._____" laut Aussage der Privatklägerin 2 

in ihrem ersten E-Mail an, für einen A._____ zu arbeiten.

9.4. Zwar ist als erstellt zu erachten, dass der Beschuldigte – wie oben dargelegt 
(Erw. III. 3) – mittels erfundenen Assistentinnen mit den Geschädigten kommuni-

zierte und deren Existenz damit nicht überprüfbar war. Zudem traf er sich mit den 

Geschädigten an neutralen Orten (vgl. dazu nachfolgend Erw. III. 12 ff.). Mit der 

Vorinstanz (Urk. 48 S. 41) ist aber zu erwägen, dass es unzutreffend ist, dass der 

Beschuldigte sich von Anfang an "Herr AF._____" genannt hat, was sich sowohl 

aus den Kaufverträgen und namentlich aus der Aussage der Privatklägerin 2 ergibt. 

Den Geschädigten war es aber ohnehin möglich, die vollständigen Personalien des 

Beschuldigten in Erfahrung zu bringen, dies beispielsweise anlässlich der persön-

lichen Treffen. Zudem hat der Beschuldigte in jedem der Kaufverträge seinen rich-

tigen Nachnamen sowie seinen richtigen Vornamen bzw. dessen ersten Buchsta-

ben verwendet. In der Folge ist der oben wiedergegebene Anklagevorwurf als nicht 

erstellt zu erachten.

10. Abhalten von weiteren Abklärungen

10.1. Dem Beschuldigten wird der Vorwurf gemacht, er habe das Vertrauen der 

Geschädigten gewonnen und sie so von weiteren Abklärungen und Nachfragen bei 

der L._____ AG und weiteren konkreten Banken abgehalten, wodurch sie nicht be-

merkt hätten, dass der Beschuldigte keine Zusammenarbeit mit den Banken habe 

übertragen können. Namentlich habe er den Geschädigten anlässlich persönlicher 

Treffen erklärt, dass in Bezug auf die involvierten Banken alles automatisch laufe 

und er sich um alles kümmere, insbesondere mit seinen Kontakten alles Notwen-

dige vorkehre und auch mit den Banken alles für die Geschädigten regle. Er habe 

daher gewollt, dass die Geschädigten vor der Verpflichtung zur Bezahlung des 

Kaufpreises keine Abklärungen tätigten (Urk. 17 S. 5).

10.2. Der Beschuldigte stritt den ihm gemachten Vorwurf ab und führte aus, man 

könne jederzeit bei der L._____ AG anrufen. Es finde sich sogar auf der "Dummy-

seite" eine Nummer der Bank (Prot. I S. 44). Die amtliche Verteidigung machte im 

-   37   -

Wesentlichen geltend, der Staatsanwaltschaft gelinge der Nachweis nicht, dass der 

Beschuldigte die Erwerber von Abklärungen bei der L._____ AG abgehalten habe. 

So habe der Privatkläger 6 nach Abklärungen und Zweifeln an der Seriosität des 

Angebots vom Kauf Abstand genommen. Ausserdem habe sich die Privatklägerin 

5 bei der L._____ AG erkundigt, wobei es keine Rolle spiele, dass sie die Anfragen 

erst nach Abschluss des Kaufvertrags getätigt habe, da Abklärungen auch vor dem 

Abschluss zumutbar und möglich gewesen seien. Die Privatklägerin 4 habe vor der 

Unterzeichnung des Kaufvertrages beispielsweise ihre Rechtsschutzversicherung 

konsultiert, um den Vertrag überprüfen zu lassen. Nach dem Vertragsabschluss sei 

es überdies die vertragliche Pflicht des Beschuldigten gewesen, weiterhin im Kon-

takt mit den Erwerbern zu stehen und diese zu unterstützen, woraus gerade kein 

arglistiges und täuschendes Verhalten abgeleitet werden könne (vgl. Urk. 33 S. 16 

f.). 

10.3. K._____ führte in der Zeugeneinvernahme vom 17. August 2021 aus, sie 

und der Privatkläger 1 hätten keine weiteren Abklärungen getroffen, da der Be-

schuldigte so glaubwürdig rübergekommen sei. Sie hätten ja auch einfach alles 

gesehen. Auf den A4 Blättern sei "L._____", der Name des Beschuldigten und so-

gar, wie viel er verdient habe, drauf gestanden. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten sie 

nie gezweifelt (Urk. D1/30 F/A 40 ff.).

10.4. Der Privatkläger 1 gab an, Kontakt mit der L._____ gehabt zu haben. Er 

habe gefragt, ob die Bank die Daten, die er vom Beschuldigten fotografiert habe, 

kenne, wobei dies nach der Unterzeichnung des Vertrags geschehen sei. Die Bank 

habe gesagt, die Daten noch nie gesehen zu haben (Urk. D1/29 F/A 85 ff.)

10.5. I._____ erklärte im Rahmen seiner Zeugeneinvernahme vom 23. Juli 2021, 

er habe auf der Website bzw. direkt bei der L._____ nie Abklärungen getroffen. Der 

Grund dafür sei gewesen, dass er dem Beschuldigten vertraut habe, da der Be-

schuldigte ihm am ersten Treffen komplett sympathisch rübergekommen sei. Der 

Beschuldigte habe gut reden sowie ihm das ganze System erklären können 

(Urk. D2/18 F/A 43 ff.). Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 7. Mai 2020 

-   38   -

führte er aus, den Beschuldigten im Internet gesucht zu haben, jedoch nicht viel 

über ihn herausgefunden zu haben (Urk. D2/5 S. 4).

10.6. Die Privatklägerin 2 führte aus, sie sei "wie mit einer rosaroten Brille geblen-

det" gewesen und es sei ihr gleich gewesen, dass gewisse Sachen "wischiwaschi" 

gewesen seien. Sie sei "happy" gewesen, dass der Beschuldigte sich entschieden 

habe, ihr das Geschäft zu übergeben. Mit der L._____ habe sie nie Kontakt gehabt, 

weil der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass sie mit diesen nicht direkt zu tun habe 

und heutzutage alles automatisch laufe. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, es brau-

che keinen Kontakt mit der Bank, es sei alles schon geregelt. Auf die Frage, wem 

das Finanzportal gehört habe, bevor sie es gekauft habe, erklärte sie, auf die Web-

site, deren Namen ihr der Beschuldigte gegeben habe, gegangen zu sein, worauf-

hin das Portal aufgegangen sei. Sie habe den Besitzer nicht sehen können, aber 

die Domain sei auf den Namen des Beschuldigten gewesen. Dies habe sie heraus-

finden können (Urk. D3/11 F/A 30 ff., 49 ff.).

10.7. Der Privatkläger 3 gab zu Protokoll, er habe zusammen mit dem Beschul-

digten die Bank besuchen wollen. Der Beschuldigte habe aber gemeint, dass sie 

erst gemeinsam zur Bank gehen könnten, wenn die Domain komplett fertig sei; die 

Bank würde sich mit ihm, dem Privatkläger 3, nicht abgeben, bevor die Plattform 

auf seinen Namen laute. Erst nach der Überschreibung könne er ihn der Bank vor-

stellen (Urk. D4/10 F/A 54 ff.). Er habe sich, bevor er den Vertrag unterschrieben 

habe, die Homepage der L._____ angeschaut. Er habe dort die Möglichkeit gese-

hen, dass Vermittler mit der L._____ zusammen arbeiten würden (Urk. D4/10 F/A 

82 f.).

10.8. Die Privatklägerin 4 erklärte, sich nicht bei der L._____ informiert zu haben, 

weil die Bank ihren Namen noch gar nicht gehabt habe. Sie hätte deshalb aus Da-

tenschutzgründen sowieso keine Auskunft erhalten. Sie habe den Vertragsentwurf 

ihrer Rechtsschutzversicherung vorgelegt und danach noch Rücksprache mit ihrem 

Bruder, welcher als Automatiker arbeite, genommen. Dann habe sie sich gesagt, 

sie fühle sich gut, sie fühle sich sicher, sie mache das (Urk. D6/5 F/A 34 ff.). Ge-

mäss Korrespondenz zwischen der Privatklägerin 4 und der AG._____ Rechts-

-   39   -

schutzversicherung erklärte die Privatklägerin 4, dass sie ein bestehendes Portal 

kaufen möchte. Sie habe einen unverbindlichen Vertrag erhalten und wolle wissen, 

ob der Vertrag in dieser Form in Ordnung sei, ob weitere Punkte erwähnt werden 

müssten und ob es zum Vertrag Hinweise oder wichtige und relevante Bemerkun-

gen gebe (Urk. D6/6/1). Gemäss den im Rahmen der Einvernahme vom 20. August 

2021 bei der Staatsanwaltschaft gemachten Ausführungen der Privatklägerin 4 

teilte ihr die Rechtsschutzversicherung in der Folge telefonisch mit, inhaltlich könn-

ten sie es nicht prüfen, aber ansonsten sehe es gut aus (Urk. D6/5 F/A 37 f.).

10.9. Die Privatklägerin 5 hat ihren Aussagen zufolge im Internet recherchiert, ob 

das Portal allenfalls schlechte Rezensionen habe. Sie habe es, bevor sie eine Ant-

wort der L._____ erhalten habe, zwei bis drei Mal bei der Bank versucht, jedoch 

erst nach dem letzten Treffen mit dem Beschuldigten von der Bank Bescheid erhal-

ten. Ob sie vor der Unterzeichnung des Vertrages bei der L._____ AG nachgefragt 

habe, könne sie nicht genau sagen, es sei sehr schnell gegangen und sie habe sich 

dazu gar keine Gedanken gemacht (Urk. D7/4 F/A 60, 84 f.). 

10.10. Der Privatkläger 6 erklärte im Rahmen seiner staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 23. August 2021, er habe versucht, mit der L._____ AG Kontakt 

aufzunehmen, sei aber nicht zurückgerufen worden (Urk. D8/6 F/A 45).

10.11. Hinsichtlich des vorliegenden Vorwurfs – der Beschuldigte soll die Geschä-

digten von der Kontaktaufnahme mit der L._____ AG bzw. anderen Banken abge-

halten haben – ist festzuhalten, dass keiner der Geschädigten einen Kontaktver-

such mit der Bank vor der Vertragsunterzeichnung angeben konnte: Der Privatklä-

ger 1 und K._____ unternahmen keinen, weil sie ja einfach alles gesehen hätten. 

I._____ ebenso wenig, weil er dem Beschuldigten vertraut habe, da dieser ihm sym-

pathisch rübergekommen sei und gut habe reden und ihm das ganze System er-

klären können. Die Privatklägerin 2 unternahm ebenso wenig solche Bemühungen. 

Dies, weil der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass sie mit diesen nicht direkt zu tun 

habe und heutzutage alles automatisch laufe. Der Privatkläger 3 unterliess sie aus 

dem Grund, da der Beschuldigte ihm gesagt habe, zur Bank erst dann gehen zu 

können, wenn die Domain auf seinen Namen laute. Die Privatklägerin 4 kontaktierte 

-   40   -

die Bank auch nicht, da sie davon ausging, aus Datenschutzgründen ohnehin keine 

Auskunft zu erhalten. Die Privatklägerin 5 konnte nicht genau sagen, ob die ihrer-

seits erfolgte Kontaktaufnahme mit der L._____ AG schon vor der Unterzeichnung 

des Vertrages erfolgte, es sei sehr schnell gegangen und sie habe sich dazu gar 

keine Gedanken gemacht. Der Privatkläger 6 erklärte, versucht zu haben, mit der 

L._____ AG Kontakt aufzunehmen, sei aber nicht zurückgerufen worden, wobei 

hier auch nicht klar ist, ob dies vor oder nach der Unterzeichnung erfolgte. Aus 

diesen Aussagen kann – wie in der Anklage vorgeworfen – geschlossen werden, 

dass der Beschuldigte das Vertrauen der Geschädigten gewonnen hat, wodurch – 

aber auch durch anlässlich der persönlichen Treffen erfolgten Aussagen – sie von 

weiteren Abklärungen mit der L._____ AG abgehalten wurden. Jedoch ist an dieser 

Stelle vorweg zu nehmen, dass sich eine Abklärung aufgedrängt hätte sowie mög-

lich und zumutbar gewesen wäre (vgl. dazu untern Erw. IV. 3.2 ff.).

11. Aufrechterhalten des Irrtums

11.1. Der Beschuldigte soll – damit die Geschädigten auch im Nachgang keine 

Abklärungen tätigen, sondern sich ausschliesslich mit ihm austauschen würden – 

gemäss Anklageschrift seine unwahren Angaben aufrechterhalten haben, indem er 

in der E-Mail-Korrespondenz vorgegeben habe, die mangelnde Funktionalität 

hänge mit anderen Personen bei Google zusammen oder die Mängel seien bei den 

Geschädigten selber zu suchen, zumal diese etwa nicht die nötigen Schritte unter-

nommen hätten, damit die Website zum Laufen komme und das Portal funktioniere 

(Urk. 17 S. 5 f.). 

11.2. Zum Verhalten nach dem Vertragsabschluss führte der Verteidiger aus, es 

sei die vertragliche Pflicht des Beschuldigten gewesen, weiterhin im Kontakt mit 

den Erwerbern zu stehen und diese zu unterstützen, woraus gerade kein arglistiges 

-   41   -

und täuschendes Verhalten abgeleitet werden könne (vgl. Urk. 33 S. 17; vgl. 

Urk. 63 S. 12).

11.3. Den vorliegenden Beweismitteln lässt sich Folgendes entnehmen:

11.3.1. Der E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Beschuldigten und dem Privat-

kläger 1 lässt sich entnehmen, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 1 am 

23. Januar 2017 schrieb, die Anmeldung bei Google gemacht zu haben; diese sei 

als "provisorisch" angenommen worden. Google habe ihm zugesichert, anfangs 

Februar ein erstes Feedback zu geben. Danach könnten sie mit den ersten Arbeiten 

beginnen (Urk. D1/4/9, Urk. D1/4/10). Nach regelmässiger Korrespondenz schrieb 

der Beschuldigte dem Privatkläger 1 am 20. April 2017, gemäss Google müsse 

noch mit der provisorischen Einrichtung der Seite gewartet werden. Der Privatklä-

ger 1 sei zwar bei Google angemeldet, doch die Anmeldung noch nicht zu 100% 

abgeschlossen (Urk. D1/4/36). Mit E-Mail vom 30. April 2017 erklärte der Beschul-

digte, leider noch nichts von Google gehört zu haben, wobei Google sich nicht mehr 

bei ihm, sondern nur noch beim Privatkläger 1 melden würde (Urk. D1/4/41). Ein 

AH._____ von "AI._____" meldete sich am 2. Mai 2017 beim Privatkläger 1 (Urk. 

D1/4/42).

11.3.2. Nach einer seit 21. Dezember 2021 dauernden, intensiven E-Mail-Korre-

spondenz, in welcher der Beschuldigte dem Privatkläger 3 Ausführungen zu den 

angeblich nötigen Schritten, um die Webseite zum Funktionieren zu bringen, 

machte, schrieb der Privatkläger 3 am 28. Januar 2020, er habe nicht gedacht, dass 

das mit dem Portal so kompliziert werde, worauf der Beschuldigte antwortete, es 

sei nichts kompliziert, sondern dauere nur etwas wegen der Migration auf das neue 

System. Der Beschuldigte werde keinen Druck bei der Bank machen, da diese das 

nicht gerne habe. Er, der Privatkläger 3, könne das auch selber machen, aber dann 

sei er, der Beschuldigte, komplett raus (Urk. D3/6/12). 

11.3.3. In der seit ca. 12. August 2020 dauernden E-Mail-Korrespondenz erklärte 

der Beschuldigte der Privatklägerin 4 zunächst, sie müsse ein neues Template für 

die Webseite bestellen. Nach einem längeren Hin und Her erklärte der Beschuldigte 

-   42   -

mit E-Mail vom 30. Oktober 2020, auch der Text müsse neu erstellt werden; zu-

sätzlich würde er auch einen neuen Slogan verwenden und die Bilder austauschen, 

da diese alt seien. Man sollte keine Texte von einer anderen Bank oder Seite über-

nehmen, da Google eine solche Kopie sofort bestrafen würde und das Portal für 

ein paar Monate nicht mehr in den Suchresultaten ersichtlich wäre. In der E-Mail 

vom 17. Dezember 2020 ist ersichtlich, dass die Privatklägerin 4 den Beschuldigten 

um Kooperation aufforderte (Urk. D6/2/7).

11.3.4. Mit E-Mails vom 22. und 23. Januar 2020 erklärte der Beschuldigte der Pri-

vatklägerin 5, die Anmeldung erst nach der Fertigstellung der Seite vornehmen zu 

können. Diese müsse vor der Anmeldung absolut perfekt und fehlerfrei sein. Die 

Vorlage gefalle ihm nicht so gut. Das sei aber ihr Entscheid und gehe auf ihre Ver-

antwortung. Neben der Vorlage würde er auch einen neuen Text einbauen. Am 

30. Januar 2020 erklärte der Beschuldigte der Privatklägerin 5, sie solle sich strikt 

an die Vorgaben halten, ansonsten ihre Anmeldung nicht angenommen werde 

(Urk. D7/3/5). 

11.3.5. Die Privatklägerin 2 berichtete in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 23. Juli 2021, nach der Zahlung von Fr. 25'000.– sei es mit der Domainüber-

tragung weitergegangen. Dann habe sie sich im Google anmelden wollen, soweit 

seien sie gekommen. Die Domain habe sie erhalten. Das mit der Bank und so sei 

alles nichts gewesen. Nach langem Domain-Hin-und-Her habe sie dem Beschul-

digten gesagt, sie habe das Geschäft eigentlich nicht erhalten und dass etwas nicht 

stimme (Urk. D3/11 F/A 78 f, 89.).

11.3.6. I._____ erklärte im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

23. Juli 2021, nachdem er dem Beschuldigten Fr. 5'000.– überwiesen habe, habe 

dieser sich anfangs noch gemeldet – es ging dabei um das Kennenlernen und den 

Aufbau der Website – wobei der Kontakt zunehmend weniger geworden sei, bevor 

-   43   -

er komplett abgebrochen sei, weshalb die Website entsprechend nicht habe aufge-

baut werden können (Urk. D2/18 S. 3 f.).

11.4. Aus der wiedergebenden E-Mail-Korrespondenz und den Aussagen ergibt 

sich mit der Vorinstanz, dass der Beschuldigte jeweils Dritte oder aber die Geschä-

digten selbst für die mangelnde Funktionalität des von ihm gekauften Produkts ver-

antwortlich machte, was dazu führte, dass die Geschädigten keine weiteren Abklä-

rungen tätigten. Entsprechend ist der oben wiedergegebene Anklagesachverhalt 

als erstellt zu erachten.

12. Vorwurf gemäss Dossier Nr. 1.1 der Anklageschrift (Privatkläger 1, B._____, 
Urk. 17 S. 6 f.)

12.1. Wie die Vorinstanz ausführte (Urk. 48 S. 47), anerkannte der Beschuldigte 

den äusseren Ablauf gemäss dem angeklagten Sachverhalt Dossier Nr. 1.1 im 

Grundsatz. Indes stritt er ab, dem Privatkläger 1 A4-Blätter mit Aufstellungen der in 

den Vorjahren mittels des Portals S._____ erzielten Einnahmen vorgelegt und ab-

fotografieren lassen zu haben. Es gebe in jedem Hotel einen Kopierer, weshalb 

man die Aufstellungen mit den Einnahmen kopiert, bestätigt und verifiziert hätte 

(Prot. I S. 38). Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten erachtete den ange-

klagten Sachverhaltsteil gemäss Dossier Nr. 1.1 als nicht erstellt. So habe der Be-

schuldigte dem Privatkläger 1 weder A4-Blätter noch eine Website gezeigt, noch 

habe er die Zusammenarbeit mit 18 weiteren Banken in Aussicht gestellt. Schliess-

lich habe der Privatkläger 1 gewusst, welchen Kaufgegenstand er vom Beschuldig-

ten erwerbe (vgl. Urk. 33 S. 18 ff. und Urk. 63 S. 13).

12.2. Die Vorinstanz hat den Inhalt der relevanten Beweismittel – die E-Mail-Kor-

respondenz zwischen dem Privatkläger 1 und dem Beschuldigten (Urk. D1/4/2 und 

Urk. D1/2/3), die Aussagen des Privatklägers 1 (Urk. D1/29) und der Zeugin 

K._____ (Urk. D1/30), die Aufstellungen der Einnahmen (Urk. D1/4/4), den Kauf-

vertrag vom 20. Januar 2017 (Urk. D1/2/2) sowie die erfolgten Zahlungen 

-   44   -

(Urk. D1/7/9) – zutreffend wiedergegeben und es ist, um Wiederholungen zu ver-

meiden, darauf zu verweisen (vgl. Urk. 48 S. 47-50).

12.3. Die Vorinstanz kam zutreffend zum Schluss, dass der angeklagte Sachver-

halt gemäss Dossier Nr. 1.1 der Anklageschrift erstellt ist (Urk. 48 S. 50 f.). Hin-

sichtlich der auf dem Mobiltelefon des Privatklägers 1 gefundenen Fotografien der 

A4-Blätter, welche mit der vom Privatkläger 1 gekauften Domain betitelt sind und 

Aufstellungen von in Vorjahren erzielten Einkünften enthalten, ist festzuhalten, dass 

die vom Privatkläger 1 erfolgte Angabe, er habe die Blätter fotografieren dürfen, 

plausibel ist. Die vom Beschuldigten gemachte Aussage, man hätte die Aufstellun-

gen im Hotel kopiert, bestätigt und verifiziert, widerspricht schon seinen bzw. den-

jenigen seiner Assistentin in den E-Mail-Korrespondenzen gemachten Angaben, 

wonach die Unterlagen nicht herausgegeben werden dürften. Zudem spricht auch 

die Angabe im Inserat, wonach die Einnahmen des Finanzportals anlässlich per-

sönlicher Treffen besichtigt werden könnten, dagegen, dass die entsprechende Do-

kumentation kopiert und mitgegeben werde. Weiter ist nicht nachvollziehbar, 

warum der Privatkläger 1 als auch die Zeugin K._____ wahrheitswidrig aussagen 

sollten, dass der Beschuldigte ihnen die Website www.S._____.ch gezeigt habe. 

Auch die übereinstimmenden Aussagen, wonach der Beschuldigte die Zusamme-

narbeit mit 18 Banken in Aussicht gestellt habe, scheinen lebensnah und nachvoll-

ziehbar und lassen sich insbesondere mit dem Inhalt der E-Mail vom 20. Januar 

2017, wonach der Beschuldigte alles mit Google vorzubereiten habe, in Einklang 

bringen. Vor diesem Hintergrund erscheint es auch nachvollziehbar, dass der Pri-

vatkläger 1, welchem seinen Aussagen zufolge alles sehr plausibel erschien, tat-

sächlich den vom Beschuldigten gemachten Versprechungen Glauben schenkte 

und der Auffassung war, ein Finanzportal zu erwerben, welches die ihm vorgezeig-

ten Umsatzzahlen zu generieren vermochte, und sich darauf verliess, dass der Be-

schuldigte alles Notwendige vorkehren würde. Die in der Anklage aufgeführten Ra-

tenzahlungen ergeben sich schliesslich aus dem Kaufvertrag vom 20. Januar 2017 

-   45   -

sowie dem Auszug des auf den Beschuldigten lautenden Bankkontos und werden 

von diesem nicht in Abrede gestellt. 

12.4. Festzuhalten ist, dass der angeklagte Sachverhalt gemäss Dossier Nr. 1.1 

der Anklageschrift erstellt ist. 

13. Vorwurf gemäss Dossier Nr. 2 der Anklageschrift (I._____, Urk. 17 S. 7 ff.)

13.1. Wie die Vorinstanz ausführte (Urk. 48 S. 51), bestätigte der Beschuldigte, 

von I._____ Fr. 5'000.– erhalten zu haben. Demgegenüber habe er nie kommuni-

ziert, dass er sich einen halben Tag pro Woche Zeit nehmen werde (Prot. I S. 39 

f.). Die amtliche Verteidigung bestritt den angeklagten Sachverhalt gemäss Dossier 

2 und machte geltend, I._____ sei bekannt gewesen, dass das Onlineportal zu 

überarbeiten und anzupassen gewesen sei, um damit erfolgreich zu wirtschaften. 

Der Beschuldigte habe I._____ sodann wie vereinbart unterstützt, ihm jedoch nie 

vorgegeben, sich pro Woche einen halben Tag für ihn Zeit zu nehmen. Schliesslich 

sei erwiesen, dass die durch I._____ vom Beschuldigten erworbene Domain als 

Finanzportal ausgestaltet und mittels Affiliate-Partnerschaft mit der L._____ ver-

bunden gewesen sei sowie dass bei guter Performance Erträge im sechsstelligen 

Bereich hätten erwirtschaftet werden können (Urk. 33 S. 20 f.; Urk. 63 S. 14). 

13.2. Die Vorinstanz hat den Inhalt der relevanten Beweismittel – die Aussagen 

von I._____ (Urk. D2/5, Urk. D2/18), den Kaufvertrag vom 26. September 2017 

(Urk. D2/3/2) sowie die erfolgte Zahlung (Urk. D1/7/9) – zutreffend wiedergegeben 

und es ist, um Wiederholungen zu vermeiden, darauf zu verweisen (vgl. Urk. 48 S. 

52 f.).

13.3. Wie die Vorinstanz korrekt erwog (Urk. 48 S. 54), sind die Aussagen von 

I._____ als glaubhaft zu qualifizieren, da sie realitätsnah, nachvollziehbar und we-

der von Über- noch Untertreibungen geprägt sind. Zudem machte I._____ im vor-

liegenden Verfahren keine finanziellen Ansprüche gegen den Beschuldigten gel-

tend und sagte unter Strafandrohung als Zeuge aus, weshalb er insgesamt als 

glaubwürdig zu erachten ist. Die von ihm gemachten Aussagen decken sich sodann 

-   46   -

mit dem angeklagten und dem bisher erstellten Sachverhalt. Demgegenüber er-

scheint die vom Beschuldigten gemachte Aussage, wonach es nicht zutreffe, dass 

er versprochen habe, sich einen halben Tag pro Woche Zeit zu nehmen, als reine 

Schutzbehauptung. Dass die Auffassung der Verteidigung, wonach erwiesen sei, 

dass die von I._____ erworbene Domain als Finanzportal ausgestaltet und mittels 

Affiliate-Partnerschaft mit der L._____ verbunden gewesen sei sowie dass bei guter 

Performance Erträge im sechsstelligen Bereich hätten erwirtschaftet werden kön-

nen, nicht zutrifft, ergibt sich schliesslich bereits aus den obigen Erwägungen (vgl. 

Erw. III. 8). 

13.4. Festzuhalten ist, dass der angeklagte Sachverhalt gemäss Dossier 2 der An-

klageschrift rechtsgenügend erstellt ist.

14. Vorwurf gemäss Dossier Nr. 3 der Anklageschrift (Privatklägerin 2, C._____, 
Urk. 17 S. 9 ff.)

14.1. Wie die Vorinstanz ausführte (Urk. 48 S. 54 f.), erklärte der Beschuldigte 

anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 4. Mai 2022, nicht zu wis-

sen, ob die Privatklägerin 2 keine Erfahrung in der Finanzbranche habe, da sie sich 

am Treffen, zu welchem ihr Ehemann mitgekommen sei, zurückgehalten habe. Er 

habe der Privatklägerin 2 zwar online eine Website gezeigt, doch habe es sich da-

bei um eine "Dummyseite" gehandelt, was er immer kommuniziert habe. Weiter 

treffe es nicht zu, dass er durch die Erklärung, es gebe noch andere Interessenten, 

Druck aufgebaut habe (Prot. I S. 40 f.). Die amtliche Verteidigung des Beschuldig-

ten machte geltend, der angeklagte Sachverhalt gemäss Dossier 3 sei insoweit 

nicht erstellt, als nicht habe festgestellt werden können, ob und welche Website der 

Beschuldigte gezeigt habe. In Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" 

könne daher nicht angenommen werden, es habe sich um eine vom Beschuldigten 

betriebene Website gehandelt. Schliesslich sei es der Privatklägerin 2 durch das 

vertraglich vereinbarte Zusammenwirken mit dem Beschuldigten möglich gewesen, 

ein funktionierendes Finanzportal zu etablieren, mittels welchem Einnahmen hätten 

generiert werden können (Urk. 33 S. 22 f.; vgl. auch Urk. 63 S. 8 f.). 

Die Vorinstanz hat den Inhalt der relevanten Beweismittel – die E-Mail-Korrespon-
denz zwischen der Privatklägerin 2 und M._____ (Urk. D3/6/2), die Aussagen der 

-   47   -

Privatklägerin 2 (Urk. D3/11), den Kaufvertrag vom 24. November 2017 (Urk. 
D2/6/1) sowie die erfolgte Zahlung (Urk. D1/7/9 S. 10) – zutreffend wiedergege-
ben und es ist, um Wiederholungen zu vermeiden, darauf zu verweisen (vgl. 
Urk. 48 S. 55-57).

14.2. Die Vorinstanz stellte zutreffend fest, dass der Sachverhalt gemäss Dos-

sier 3 der Anklageschrift erstellt ist (Urk. 48 S. 57). Sie erwog korrekt, dass die 

Privatklägerin 2 in glaubhafter Weise aussagte, dass der Beschuldigte ihr erzählt 

habe, es könne von ihm eine Onlineseite gekauft werden, bei welcher alles über 

die Bank laufen würde, ohne dass man etwas machen müsse bzw. lediglich ein 

Besitzerwechsel stattfinden müsse, bevor alles laufe. Dies sowie der Umstand, 

dass sich der Beschuldigte gemäss Vertrag zur umfassenden Unterrichtung der 

notwendigen Kenntnisse verpflichtete, lässt auf eine Unerfahrenheit der Privatklä-

gerin 2 in solchen Angelegenheiten schliessen. Überdies gab die Privatklägerin 2 

zu Protokoll, auf der Seite, die ihr der Beschuldigte gegeben habe, online gesehen 

zu haben, mit welcher Bank das Portal arbeite, wobei es sich um die L._____ ge-

handelt habe. Insgesamt erscheinen die Aussagen der Privatklägerin 2 realitätsnah 

und sind weder von Über- noch von Untertreibungen geprägt und lassen sich mit 

dem bisher erstellten Sachverhalt in Einklang bringen. Hingegen lässt sich der 

Standpunkt des Beschuldigten, wonach die technisch unerfahrene Privatklägerin 

gewusst habe, dass es sich bei der gezeigten Website um eine "Dummyseite" han-

delt, nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten in Einklang bringen (zum Vertrags-

gegenstand vgl. oben Erw. III. 4.4).

14.3. Festzuhalten ist, dass der angeklagte Sachverhalt gemäss Dossier 3 der An-

klageschrift rechtsgenügend erstellt ist.

15. Vorwurf gemäss Dossier Nr. 4 der Anklageschrift (Privatkläger 3, D._____, 
Urk. 17 S. 12 f.)

15.1. Wie die Vorinstanz ausführte (Urk. 48 S. 58), erklärte der Beschuldigte, es 

treffe zu, dass er sich mit dem Privatkläger 3 getroffen habe, wobei er nicht sagen 

könne, wie die Kontaktaufnahme, welche zum Treffen geführt hat, erfolgt sei; soweit 

er wisse, habe er mit dem Privatkläger 3 telefoniert. Er bestritt, am Treffen betont 

zu haben, dass es sich um ein seit 1998 laufendes Portal handle, bzw. vorgegeben 

-   48   -

zu haben, dass es sich um ein sicheres, langjährig funktionierendes Geschäft 

handle. Vielmehr habe der Privatkläger 3 einen Dummy gekauft und er, der Be-

schuldigte, habe ihm nie mündlich erklärt, dass es sich um ein fixfertiges Portal 

handle. Zudem habe er keine A4-Seiten vorgelegt, sondern lediglich etwas auf Pa-

pier aufgezeichnet, damit der Privatkläger 3 es sich besser habe vorstellen können. 

Auch habe er sich nicht als ehemaliger Direktor der L._____ vorgestellt und ausge-

geben. Falsch sei auch, dass er bewirkt habe, dass der Privatkläger 3 ihm geglaubt 

und daher keine Nachfragen bei der L._____ getätigt habe (Prot. I S. 42 ff.). Auch 

die amtliche Verteidigung bestritt den angeklagten Sachverhaltsteil und stellte sich 

auf den Standpunkt, die vom Privatkläger 3 gekaufte Domain sei als Finanzportal 

ausgestaltet gewesen und habe mit der L._____ AG verknüpft werden können 

(Urk. 33 S. 24 f.; vgl. auch Urk. 63 S. 8 f. und 15 f.). 

15.2. Die Vorinstanz hat den Inhalt der relevanten Beweismittel – die E-Mail-Kor-

respondenz zwischen "N._____" und der Ehefrau des Privatklägers 3 (Urk. D3/6/5) 

bzw. dem Privatkläger 3 (Urk. D3/6/11), die Aussagen des Privatklägers 3 

(Urk. D4/10), den Kaufvertrag vom 10. Januar 2020 (Urk. D3/6/1) und die erfolgte 

Zahlung (Urk. D3/6/1) sowie diverse Skizzen (Urk. D4/10 Anhang) – zutreffend wie-

dergegeben und es ist, um Wiederholungen zu vermeiden, darauf zu verweisen 

(vgl. Urk. 48 S. 58-61).

15.3. Die Vorinstanz kam zutreffend zum Schluss, dass der vorliegende Sachver-

halt erstellt ist (Urk. 48 S. 61): Aussagen des Privatklägers 3 decken sich mit dem 

angeklagten Sachverhalt sowie den dargelegte