# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ac4007d-885e-5160-9651-a5ea2266825b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 11.07.2017 HG160219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG160219_2017-07-11.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG160219-O U/dz 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. George Daetwyler, Präsident, und Oberrichter  

Prof. Dr. Alexander Brunner, die Handelsrichter Peter Edelmann, 

Diego Brüesch und Paul Josef Geisser sowie der Gerichtsschreiber 

Dr. Moritz Vischer 

Urteil vom 11. Juli 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Kläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et dipl. Ing. ETH X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG … in Liquidation,  

Beklagte 

 
betreffend Forderung 

 

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Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von 
CHF 90'000.00 zuzüglich Zins 5% seit 11. April 2016 zu bezahlen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWSt.) zu Lasten 
der Beklagten." 

 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Der Kläger ist eine natürliche Person und erwarb in C._____ eine Eigentumswoh-

nung. 

Bei der Beklagten handelt es sich um eine Aktiengesellschaft, die den Verkauf 

und die Ausführung von Bodenbelägen aller Art bezweckt.  

b. Prozessgegenstand 

Prozessgegenstand bilden diverse werkvertragsrechtliche Forderungen des Klä-

gers, die aus Mängeln am fugenlosen Boden seiner neu erworbenen Eigentums-

wohnung herrühren. 

B. Prozessverlauf  

Am 14. Oktober 2016 (Datum Poststempel) reichte der Kläger die Klage samt Bei-

lagen mit obigen Rechtsbegehren hierorts ein (act. 1; act. 2; act. 3/2-37). Den ihm 

mit Verfügung vom 18. Oktober 2016 (act. 4) auferlegten Gerichtskostenvor-

schuss leistete er fristgerecht (act. 6). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2016 

(act. 7) wurde der Beklagten Frist zur Einreichung der Klageantwort angesetzt. Mit 

Eingabe vom 13. Januar 2017 (act. 9) teilte die Beklagte mit, dass sie demnächst 

eine Überschuldungsanzeige einreichen werde und unter diesen Umständen auf 

die Erstattung der Klageantwort verzichte. Am 9. März 2017 wurde über die Be-

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klagte der Konkurs eröffnet (act. 13), woraufhin das vorliegende Verfahren mit 

Verfügung vom 23. März 2017 (act. 16) sistiert wurde. Nachdem das Konkursver-

fahren am 20. April 2017 mangels Aktiven eingestellt wurde (act. 19), wurde der 

Prozess wiederaufgenommen und der Beklagten mit Verfügung vom 2. Juni 2017 

(act. 21) eine Nachfrist für die Einreichung der Klageantwort angesetzt. Die Be-

klagte wurde darauf hingewiesen, dass das hiesige Gericht bei erneuter Säumnis 

entweder einen Endentscheid treffen werde, sofern die Angelegenheit spruchreif 

sei, oder zur Hauptverhandlung vorladen werde. Aufgrund der Niederlegung des 

Mandats des beklagtischen Rechtsvertreters (act. 23) erging eine weitere Verfü-

gung vom 13. Juni 2017 mit demselben Wortlaut auch an die Beklagte persönlich 

(act. 24). Die Beklagte blieb auch innert Nachfrist säumig. Das Verfahren erweist 

sich als spruchreif, weshalb ein Urteil zu ergehen hat (Art. 236 Abs. 1 ZPO). 

Erwägungen 

1. Formelles 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

blieben vorliegend zu Recht unbestritten (act. 1 N 4 ff.; Art. 6 Abs. 2 ZPO, Art. 17 

ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG).  

Zu bemerken ist, dass ein gerichtliches Verfahren aufgrund von Art. 207 Abs. 1 

SchKG nur während eines laufenden Konkursverfahrens zu sistieren ist. Wird die-

ses mangels Aktiven eingestellt, so ist das gerichtliche Verfahren in demjenigen 

Stadium wiederaufzunehmen, in dem es sich vor Konkurseröffnung bzw. Sistie-

rung befand (BSK SchKG-WOHLFART/MEYER, Art. 207 SchKG N 32 m.w.H). In 

casu hat daher mangels Einreichung der Klageantwort, wie ausgeführt, ein 

Säumnis-Urteil zu ergehen.  

2. Unbestrittener Sachverhalt und Würdigung 

Mangels Einreichung der Klageantwort seitens der Beklagten, blieb folgender, in 

der Klageschrift vorgetragene Sachverhalt unbestritten: 

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act. 1 N 34 S. 20 

"Der Kläger macht als Minderwert (inkl. Hotelkosten) in diesem Verfahren 
CHF 60'000.00 geltend. Dies entspricht in etwa den Kosten der Nachbesse-
rung gemäss Expertise (…), wobei der Minderwert für den Umstand, dass die 
alternative Lösung keine gänzlich fugenlose Ausführung mehr beinhaltet, in 
diesem Minderbetrag mitenthalten ist." 

 

act. 1 N 35 S. 22 

"Der Kläger hat Anspruch auf Ersatz von CHF 3'000.00 Gerichtskosten 
CHF 9'450.00 Gerichtsexpertenkosten und mindestens CHF 7'550.00 Anwalts-
kosten. Es resultiert ein Schaden infolge vorsorglicher Beweissicherung von 
insgesamt mindestens CHF 20'000.00." 

 

act. 1 N 35 S. 22 

"Weiter ist dem Kläger im Zusammenhang mit den bisherigen untauglichen 
Nachbesserungsversuchen ein Schaden für das dreimalige komplette Räumen 
(Umzug, Lagerung und Hotel) seiner Wohnung von mindestens CHF 10'000.00 
entstanden." 

Somit ist erstellt, dass der Minderwert für die Mängel am fugenlosen Bodenbelag 

bzw. der entsprechende Minderungsanspruch des Klägers CHF 60'000.– beträgt 

und dem Kläger in diesem Zusammenhang ein Schaden von insgesamt 

CHF 30'000.– entstanden ist. Die Forderungen des Klägers gegenüber der Be-

klagten aus Werkvertrag sind demnach ausgewiesen und die Klage ist vollum-

fänglich, samt ebenfalls nicht bestrittenem Zinslauf, gutzuheissen.  

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im vorliegenden Verfahren durch 

die Beklagte weder die Rechtzeitigkeit noch die Gültigkeit der klägerischen Män-

gelrüge bestritten wurde. Es kann in diesbezüglicher Hinsicht daher vollumfäng-

lich auf den klägerischen Parteivortrag abgestellt werden (act. 1 N 30 ff.).  

3. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Die Beklagte unterliegt vollumfänglich, weshalb sie kostenpflichtig wird (Art. 106 

Abs. 1 ZPO). Entsprechend dem klägerischen Rechtsbegehren ist von einem 

Streitwert von CHF 90'000.– auszugehen. Die in Anwendung von § 4 GebV OG 

ermittelte ordentliche Gerichtsgebühr beträgt CHF 8'350.–. Aufgrund der vorlie-

genden Verfahrenserledigung durch Säumnis ist sie auf CHF 5'000.– zu reduzie-

ren (§ 10 Abs. 1 GebV OG). Die Gerichtsgebühr ist vorab aus dem klägerischen 

Vorschuss zu beziehen. Angesichts der Verantwortung, des Zeitaufwands und der 

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Schwierigkeit des Falls rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung des Klägers 

gegenüber der Grundgebühr um einen Drittel auf CHF 6'900.– zu senken (§ 4 

Abs. 2 AnwGebV). Mangels Darlegung der Berechtigung zum Vorsteuerabzug ist 

die Parteientschädigung praxisgemäss ohne Mehrwehrsteuerzuschlag zuzuspre-

chen (vgl. Urteil BGer 4A_552/2015 vom 25. Mai 2016 E. 4.5). 

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Das Handelsgericht erkennt: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 90'000.– nebst Zins zu 5 % 

seit 11. April 2016 zu bezahlen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 5'000.–. 

3. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt und vorab aus dem vom Kläger 

geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Für die der Beklagten auferlegten 

Kosten wird dem Kläger das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt.   

4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung in der 

Höhe von CHF 6'900.– zu bezahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-

wert beträgt CHF 90'000.–. 

 

 
Zürich, 11. Juli 2017 

 
Handelsgericht des Kantons Zürich 

 
Präsident: 

 
 
 

Dr. George Daetwyler 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. Moritz Vischer 
 

	Urteil vom 11. Juli 2017
	
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien und ihre Stellung
	Der Kläger ist eine natürliche Person und erwarb in C._____ eine Eigentumswohnung.
	Bei der Beklagten handelt es sich um eine Aktiengesellschaft, die den Verkauf und die Ausführung von Bodenbelägen aller Art bezweckt.
	b. Prozessgegenstand
	Prozessgegenstand bilden diverse werkvertragsrechtliche Forderungen des Klägers, die aus Mängeln am fugenlosen Boden seiner neu erworbenen Eigentumswohnung herrühren.

	B. Prozessverlauf
	Am 14. Oktober 2016 (Datum Poststempel) reichte der Kläger die Klage samt Beilagen mit obigen Rechtsbegehren hierorts ein (act. 1; act. 2; act. 3/2-37). Den ihm mit Verfügung vom 18. Oktober 2016 (act. 4) auferlegten Gerichtskostenvorschuss leistete e...

	Erwägungen
	1. Formelles
	Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich blieben vorliegend zu Recht unbestritten (act. 1 N 4 ff.; Art. 6 Abs. 2 ZPO, Art. 17 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG).
	Zu bemerken ist, dass ein gerichtliches Verfahren aufgrund von Art. 207 Abs. 1 SchKG nur während eines laufenden Konkursverfahrens zu sistieren ist. Wird dieses mangels Aktiven eingestellt, so ist das gerichtliche Verfahren in demjenigen Stadium wiede...
	2. Unbestrittener Sachverhalt und Würdigung
	Mangels Einreichung der Klageantwort seitens der Beklagten, blieb folgender, in der Klageschrift vorgetragene Sachverhalt unbestritten:
	Somit ist erstellt, dass der Minderwert für die Mängel am fugenlosen Bodenbelag bzw. der entsprechende Minderungsanspruch des Klägers CHF 60'000.– beträgt und dem Kläger in diesem Zusammenhang ein Schaden von insgesamt CHF 30'000.– entstanden ist. Die...
	Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im vorliegenden Verfahren durch die Beklagte weder die Rechtzeitigkeit noch die Gültigkeit der klägerischen Mängelrüge bestritten wurde. Es kann in diesbezüglicher Hinsicht daher vollumfänglich auf den ...
	3. Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Das Handelsgericht erkennt:
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 90'000.– nebst Zins zu 5 % seit 11. April 2016 zu bezahlen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 5'000.–.
	3. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt und vorab aus dem vom Kläger geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Für die der Beklagten auferlegten Kosten wird dem Kläger das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt.
	4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 6'900.– zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...