# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df7e01df-c6d7-54cc-80a1-7ae90bc3c69a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 06.08.2013 ZK1 2013 65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2013-65_2013-08-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 06. August 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 13 65          19. August 2013

Verfügung
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
Aktuar ad hoc Brunner

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB Nordbünden 
vom 7. Mai 2013, mitgeteilt am 15. Mai 2013, in Sachen Beschwerdeführerin,

betreffend Besuchsrechtsregelung (Kostenfolge),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Eingabe vom 25. Februar 2013 reichte X._____ bei der Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden ein Gesuch um Abänderung 
und Ausweitung der mit Eheschutzverfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht 
Plessur vom 25. Juni 2012 festgelegten Besuchsrechtsregelung für das Kind 
A._____ ein.

B. Mit Entscheid vom 7. Mai 2013, mitgeteilt am 15. Mai 2013, wies die KESB 
Nordbünden das Gesuch betreffend Abänderung der gerichtlichen Besuchsrechts-
regelung ab und auferlegte der Gesuchstellerin Verfahrenskosten in der Höhe von 
Fr. 632.50.

C. Mit Eingabe vom 10. Juni 2013 erhob X._____ gegen den Entscheid der 
KESB Nordbünden vom 7. Mai 2013, mitgeteilt am 15. Mai 2013, Beschwerde 
beim Kantonsgericht von Graubünden. Sie stellte darin folgendes Rechtsbegeh-
ren:

„1. Ziff. 3 des Dispositivs des angefochtenen Entscheides sei aufzuheben 
und es sei auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

D. Mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 11. Juni 2013 wurde die KESB Nordbünden mit Hinweis auf 
die Möglichkeit der Wiedererwägung gemäss Art. 450d Abs. 2 ZGB zur Stellung-
nahme aufgefordert.

E. Mit Wiedererwägungsentscheid vom 25. Juni 2013 verzichtete die KESB 
Nordbünden im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZPO auf die Erhebung der Verfah-
renskosten im Umfang von Fr. 632.50.

F. Mit Eingabe vom 11. Juli 2013 beantragte die Beschwerdeführerin und Ge-
suchstellerin, die Kosten für das Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht 
von Graubünden seien der KESB, allenfalls dem Kanton zu überbinden und ihr sei 
eine ausseramtliche Entschädigung in der Höhe von Fr. 500.-- (inkl. MwSt.) zuzu-
sprechen. 

G. In einer weiteren Stellungnahme zur Kostenfolge vom 31. Juli 2013 bean-
tragte die KESB Nordbünden, die Kosten des Beschwerdeverfahrens nicht der 
KESB aufzuerlegen und die von der Beschwerdeführerin beantragte ausseramtli-
che Entschädigung von Fr. 500.-- (inkl. MwSt.) zu Lasten der KESB abzuweisen. 

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Zudem warf die KESB die Frage auf, ob sie denn verpflichtet sei, bei Streitigkeiten 
über den persönlichen Verkehr die finanziellen Verhältnisse einer Verfahrensbetei-
ligten von Amtes wegen abzuklären - was aus ihrer Sicht zu verneinen sei - oder 
ob eine Partei diesbezüglich einen Antrag zu stellen habe.

H. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und im angefochte-
nen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.  

II. Erwägungen

1. Am 1. Januar 2013 ist das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht in 
Kraft getreten. Gemäss Art. 14 Abs. 1 des Schlusstitels zum Schweizerischen Zi-
vilgesetzbuch [ZGB; SR 210] gilt das neue Recht, sobald es in Kraft getreten ist. 
Vorliegend wurde das Verfahren vor der KESB Nordbünden mit Gesuch betreffend 
Abänderung gerichtliche Besuchsrechtsregelung am 25. Februar 2013 eröffnet, 
womit das neue Erwachsenenschutzrecht Anwendung findet.

2. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenen-
schutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach 
Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch 
[EGzZGB, BR 210.100] ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kanto-
nale Beschwerdeinstanz. Mit dem Terminus „Beschwerde“ knüpft der Gesetzgeber 
an die bisherige Vormundschaftsbeschwerde an (Art. 420 aZGB; Botschaft Er-
wachsenenschutz, 7083). Die Bestimmungen über die Zivilprozessordnung sind 
gemäss Art. 450f ZGB sinngemäss anwendbar, ein direkter Zusammenhang mit 
der Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO besteht jedoch nicht. Zur Beschwerde legi-
timiert sind nach Art. 450 Abs. 2 ZGB neben der am Verfahren beteiligten und 
damit von der Anordnung der KESB direkt betroffenen Person auch ihr nahesteh-
de Personen. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB 30 Tage 
seit Mitteilung des Entscheids der KESB. Die Beschwerde ist beim Gericht schrift-
lich und begründet einzureichen, wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforde-
rungen gestellt werden dürfen (Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450a ZGB).

3. Die zur Vernehmlassung aufgeforderte Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde Nordbünden erliess am 25. Juni 2013 einen Wiedererwägungsentscheid 
(Art. 450d Abs. 2 ZGB) und widerrief den im angefochtenen Entscheid erlassenen 
Kostenspruch. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten von Fr. 632.50 wurde auf-

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grund der angespannten Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Be-
schwerdeführerin verzichtet. Damit wird die eingereichte Beschwerde vom 10. Juni 
2013 gegenstandslos und kann am Geschäftsverzeichnis abgeschrieben werden.

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens können der Beschwerdeführerin auch 
die Kosten des Beschwerdeverfahrens nicht auferlegt werden (Art. 106 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]). Massgeblich sind dafür 
einerseits die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (Art. 107 
Abs. 1 lit. e ZPO, wonach das Gericht von den Verteilungsgrundsätzen abweichen 
und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen kann, wenn das Verfahren als 
gegenstandslos abgeschrieben wird und das Gesetz nichts anderes vorsieht) und 
andererseits der kantonalen Einführungsgesetzgebung (Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). 
Im konkreten Fall hat die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde im Hauptbe-
gehren, Ziff. 3 des Dispositivs des angefochtenen Entscheides sei aufzuheben 
und es sei auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten, Recht erhalten 
und gilt demnach als Obsiegende im Sinne von Art. 106 Abs. 1 ZPO.

Grundsätzlich könnte das Kantonsgericht die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
gemäss Art. 108 ZPO der KESB Nordbünden überbinden, da sie Verursacherin 
unnötiger Prozesskosten ist (vgl. nachfolgende Erwägung). Entgegenkommen-
derweise wird in diesem Fall darauf verzichtet und die Kosten gehen zu Lasten der 
Gerichtskasse beziehungsweise verbleiben beim Kanton Graubünden.

5. Es bleibt die Frage zu klären, ob der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine aussergerichtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren gerechtfertigt 
ist. Die KESB beantragt in ihrer Stellungnahme vom 31. Juli 2013 die Abweisung 
des Begehrens. Begründend führt sie an, dass es für die KESB bis zum angefoch-
tenen Entscheid vom 7. Mai 2013 keinerlei Anzeichen gab, die auf begrenzte fi-
nanzielle Mittel der Beschwerdeführerin hindeuteten, so dass gar ein Verzicht auf 
die Kostenerhebung in Frage gekommen wäre. Spätestens mit der Einreichung 
der zusätzlichen Unterlagen mit Schreiben vom 20. Juni 2013 (act. B. 20), welche 
Grundlage für den Wiedererwägungsentscheid vom 25. Juni 2013 gewesen seien, 
hätte eine Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren gestellt werden 
müssen. Die Ausführungen der KESB Nordbünden erfordern in mehreren Punkten 
eine Klarstellung.

An der Sache vorbei zielt der - bereits im E-Mail vom 12. Juni 2013 an den 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gemachte - Hinweis der KESB auf die 
Möglichkeit eines Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege für die Verfahrens-

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kosten. Damit verkennt die KESB das dem Einführungsgesetz zum Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuch immanente System der Kostenregelung im Verfahren vor 
der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde. Nach Art. 63 Abs. 1 EGzZGB wer-
den für das Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(grundsätzlich) Kosten erhoben (vgl. auch Art. 27 Abs. 1 KESV). Dieser Grundsatz 
wird in Abs. 3 benannter Bestimmung durchbrochen, indem bei Vorliegen beson-
derer Umstände (vgl. dazu Art. 28 KESV) auf die Erhebung von Verfahrenskosten 
verzichtet werden kann. Nach Art. 28 lit. b KESV rechtfertigt sich ein Kostenver-
zicht bei Kindesschutzmassnahmen, sofern das Vermögen der Eltern unter dem 
Freibetrag von 10‘000.-- liegt und deren Einkommen nur knapp ausreicht, um ih-
ren Verpflichtungen nachzukommen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Da-
zu ist die KESB selbst in ihrem Entscheid befugt (vgl. Botschaft der Regierung an 
den Grossen Rat betreffend die Teilrevision des EGzZGB [Umsetzung neues Kin-
des- und Erwachsenenschutzrecht] vom 20. September 2011 S. 1071). Für den 
Verzicht auf die Erhebung von Kosten ist somit nicht vorgängig ein Verfahren um 
unentgeltliche Rechtspflege durchzuführen, sondern die Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde selber kann nach Prüfung allfälliger besonderer Umstände in 
ihrem Hauptentscheid auf eine Kostenauflage verzichten. Damit knüpft das revi-
dierte Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch an die frühere 
Regelung zum alten Vormundschaftsrecht an. Die Praxis des Kantonsgerichts von 
Graubünden zur früheren Gesetzgebung hält diesbezüglich sodann fest: Die 
Rechtsgrundlage für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im vor-
mundschaftlichen Verfahren finden sich in den Art. 46, 58 und 63 EGzZGB. Art. 58 
Abs. 2 EGzZGB verweist für die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistan-
des und deren Folgen für alle Verfahren vor vormundschaftlichen Instanzen (Art. 
58 Abs. 4 EGzZGB) auf die Bestimmungen von Art. 42 ff. der Zivilprozessordnung. 
Dass diese Verweisung nur den unentgeltlichen Rechtsbeistand als den einen As-
pekt der unentgeltlichen Rechtspflege zum Gegenstand hat, geht nach richtiger 
Lesart neben dem Wortlaut von Abs. 2 auch aus dem Marginale „Rechtsvertretung 
und Parteikosten“ der Bestimmung hervor. Von den amtlichen Verfahrenskosten 
ist dort nirgends die Rede. Demgegenüber regeln die Art. 46 und 63 EGzZGB die 
amtlichen Kosten im vormundschaftlichen Verfahren selbst und dabei auch den 
Fall der Bedürftigkeit des Betroffenen. Dafür wird nicht auf die Zivilprozessordnung 
verwiesen, sondern eine autonome Regelung getroffen, indem, neben dem Prinzip 
der Verlegung dieser Verfahrenskosten, auch geregelt ist, dass sie im Falle der 
Bedürftigkeit erlassen werden können (Art. 46 Abs. 2 Satz 1 und 63 Abs. 3 EGz-
ZGB [vgl. zum Ganzen PKG 2002 Nr. 16 E. 1]). 

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Ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist demnach lediglich für Kosten der 
Rechtsvertretung notwendig. Das Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivil-
gesetzbuch schränkt die Übernahme von Rechtsvertretungskosten durch den 
Staat indessen von vornherein ein, indem nach dem Verfahren vor der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde in der Regel keine Parteientschädigung zuge-
sprochen wird (Art. 63 Abs. 4 EGzZGB). Ein Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege für derartige Kosten hat somit nur Aussichten auf Erfolg, wenn eine Aus-
nahme von dieser Regel geltend gemacht werden kann. Ein derartiges Gesuch 
stand aber im vorliegenden Fall ohnehin nicht zur Diskussion, da die Beschwerde-
führerin nicht die Übernahme ihrer - im Verfahren vor der KESB entstandenen - 
Rechtsvertretungskosten verlangte.

Unbehelflich ist sodann der Einwand der KESB, die Beschwerdeführerin hätte 
spätestens mit der Einreichung der zusätzlichen Unterlagen, welche Grundlage 
des Wiedererwägungsgesuchentscheids vom 25. Juni 2013 gewesen seien, ein 
Begehren um Zusprechung einer Parteientschädigung für das Beschwerdeverfah-
ren stellen müssen. Die KESB verkennt dabei nämlich, dass Anträge um ausser-
gerichtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren einzig an die Beschwer-
deinstanz gestellt werden können und auch alleine diese darüber zu entscheiden 
hat. Bei der KESB hätte die Beschwerdeführerin lediglich ein Begehren um Zu-
sprechung einer Entschädigung für das Wiedererwägungsverfahren stellen kön-
nen, soweit dafür ein anwaltlicher Aufwand entstanden wäre. Ein solcher Antrag 
wurde aber nicht gestellt und steht somit auch nicht zur Diskussion.

6. Zu prüfen bleibt somit die Kernfrage, ob die KESB von Amtes wegen zu 
prüfen gehabt hätte, ob bei der Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin besonde-
re Umstände im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB vorlagen, oder ob die KESB 
dies - namentlich in Besuchsrechtsfragen - bloss zu berücksichtigen hat, wenn 
eine Partei einen entsprechenden Antrag samt dazugehörender Beweismittel ein-
reicht. Dazu ergibt sich folgendes:

Der Kostenspruch ist bekanntlich Teil des von der zuständigen Behörde zu fällen-
den Entscheids (vgl. Art. 104 Abs. 1 ZPO, wonach das Gericht über die Prozess-
kosten in der Regel im Endentscheid befindet). Dies ist auch im Verfahren vor der 
KESB nicht anders (vgl. Art. 63 EGzZGB). Das Bundesrecht bestimmt in Art. 446 
ZGB was folgt: Die Erwachsenenschutzbehörde erforscht den Sachverhalt von 
Amtes wegen (Abs.1). Sie zieht die erforderlichen Erkundigungen ein und erhebt 
die notwendigen Beweise. Sie kann eine geeignete Person oder Stelle mit Ab-

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klärungen beauftragen. Nötigenfalls ordnet sie das Gutachten einer sachverstän-
digen Person an (Abs. 2). Sie ist nicht an die Anträge der am Verfahren beteiligten 
Personen gebunden (Abs. 3). Sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Abs. 
4). Diese Bestimmung regelt demnach unabhängig vom Inhalt der in Frage ste-
henden Massnahmen zentrale Verfahrensgrundsätze für das Verfahren vor der 
KESB. Sie konkretisiert in den Absätzen 1 und 2 den Untersuchungsgrundsatz 
(vgl. auch Schmid, Erwachsenenschutz, Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 5 
zu Art. 446 ZGB; Steck, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler, Fam-Kommentar zum 
Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 10 zu Art. 446 ZGB; derselbe, in: 
Rosch/Büchler/Jakob [Hrsg.], Das neue Erwachsenenschutzrecht, Einführung und 
Kommentar zu Art. 360 ff. ZGB, Basel 2011, N 5 zu Art. 446 ZGB, wonach die 
Behörde verpflichtet sei, ohne Rücksicht auf Kostenüberlegungen oder die Ge-
schäftslast alle notwendigen und geeigneten Abklärungen vorzunehmen, um den 
rechtlich relevanten Sachverhalt zu ermitteln. Diese Tätigkeit erfolge von Amtes 
wegen und setze keinen Antrag einer am Verfahren beteiligten Person voraus). In 
Abs. 3 wird der Offizialgrundsatz festgehalten. Dieser Grundsatz ist untrennbar mit 
demjenigen des uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes verbunden. Er gilt 
insbesondere auch im Beschwerdeverfahren (Steck, a.a.O., N 20 zu Art. 446 
ZGB). In Abs. 4 wird das Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen erfasst 
(iura novit curia). Ihr Anwendungsbereich bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor 
der KESB und erstreckt sich - wenn auch teilweise in etwas abgeschwächter Form 
- nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der 
gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Auer/Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler 
Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 15 zu Art. 446 ZGB). Von 
Bedeutung ist demnach, dass die KESB - wie bereits erwähnt - nicht an die Anträ-
ge der am Verfahren beteiligten Personen gebunden ist (Art. 446 Abs. 3 ZGB). Sie 
kann von den allfälligen Rechtsbegehren der Verfahrensbeteiligten abweichen und 
eine andere Anordnung treffen. Dieser Grundsatz verankert einen wichtigen As-
pekt der Offizialmaxime, welche in ihrer reinen Ausgestaltung besagt, dass die 
Rechtspflege von Amtes wegen vor sich geht. Der Gesetzgeber hat das Prinzip 
der Freistellung von den Parteibegehren ausdrücklich verankert, da es eine Aus-
nahme zu der in der Zivilrechtspflege geltenden Dispositionsmaxime darstellt (vgl. 
Art. 58 Abs. 1 ZPO). Weiter bedeutet die Offizialmaxime auch, dass die Behörde 
befugt ist, einen Entscheid ohne Vorliegen eines Rechtsbegehrens zu treffen (vgl. 
zum Ganzen Auer/Marti, a.a.O., N 34 ff. zu Art. 446 ZGB). 

Grund für diese Rollenverteilung ist der Umstand, dass die Verfahren vor den 
KESB nicht bloss die Beilegung von Interessenskonflikten unter Privaten zum Ge-

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genstand haben. Vielmehr dienen sie dem Wohle von Kindern oder von schutzbe-
dürftigen Erwachsenen. Es geht daher (auch) um die Verwirklichung von öffentli-
chen Interessen. Kindes- und Erwachsenenschutzrecht ist dementsprechend nur 
formell Zivilrecht. Von der Natur der Sache her handelt es sich um öffentliches 
Recht im Kleide des Zivilrechts. Es muss deshalb zwingend und von Amtes we-
gen, d.h. ungeachtet der Anschauungen und Interessen der beteiligten Parteien, 
richtig und umfassend verwirklicht werden (Auer/Marti, a.a.O., N 2 zu 
Art. 446 ZGB).

In Berücksichtigung der hier zitierten Grundsätze ist nicht ersichtlich, weshalb ge-
nannte Vorgaben nicht auch für den Kostenpunkt gelten sollten. Auf dieser Grund-
lage steht denn auch die kantonale Ausführungsgesetzgebung zum neuen Kindes- 
und Erwachsenenschutzrecht. Entsprechend sieht Art. 63 Abs. 3 EGzZGB nicht 
etwa vor, dass besondere Umstände lediglich auf Antrag zu berücksichtigen 
wären, so dass davon auszugehen ist, dass auch bei der Kostenverteilung die im 
KESB-Verfahren üblichen Grundsätze gelten. Dies wird zudem unterstrichen 
durch Art. 25 Abs. 1 KESV, wonach schon bei der Bemessung der Entscheidge-
bühr unter anderem die wirtschaftlichen Verhältnisse der kostenpflichtigen Person 
zu berücksichtigen sind. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die KESB die 
Höhe ihrer Gebühr erst festlegen kann, wenn sie die finanzielle Situation der be-
treffenden Partei abgeklärt hat. Diese Kenntnisse sind so dann auch anzuwenden, 
wenn es um die Frage geht, ob besondere Umstände vorliegen, die einen Verzicht 
auf die Kostenauflage nahe legen. Dies führt zum Schluss, dass auch die beson-
deren Umstände gemäss Art. 63 Abs. 3 EGzZGB von der Offizialmaxime erfasst 
werden und von Amtes wegen abzuklären sind. In den meisten Fällen - gerade 
wenn es um die finanzielle Aspekte geht - wird dies bereits im Rahmen der Prü-
fung der Massnahmebedürftigkeit erfolgen müssen. In den übrigen Fällen - wie 
vorliegend - bedeutet dies nicht, dass die KESB selbst alle aktenkundigen Unter-
lagen zusammentragen muss. Vielmehr besteht im Rahmen der Zumutbarkeit und 
insbesondere bei anwaltlicher Vertretung eine Mitwirkungspflicht der betreffenden 
Partei. Auf Aufforderung der KESB sind daher die zur Verfügung stehenden Bele-
ge einzureichen. Wird die Mitwirkungspflicht verletzt, so darf die KESB auf weitere 
Nachforschungen verzichten und - sofern sich aus den bestehenden Akten keine 
genügenden Hinweise auf besondere Umstände ergeben - die Verfahrenskosten 
nach den geltenden Verteilungsgrundsätzen (vgl. Art. 104 ZPO ff.) überwälzen. 
Die hier dargelegten Ausführungen führen dazu, dass die KESB vor ihrem Ent-
scheid hätte abklären müssen, ob - insbesondere in finanzieller Hinsicht - beson-
dere Umstände gemäss Art. 63 Abs. 3 EGzZGB vorliegen, und sie von der Ge-

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suchstellerin und Beschwerdeführerin die entsprechenden Unterlagen hätte ein-
fordern müssen. Bekanntlich hat sie dies nicht getan, weshalb die KESB das vor-
liegende Beschwerdeverfahren verursacht hat. Dementsprechend ist sie auch für 
die entstandenen anwaltlichen Kosten der Beschwerdeführerin entschädigungs-
pflichtig. Der Antrag der Beschwerdeführerin, ihr zulasten der KESB Nordbünden 
eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 500.-- für das Beschwerdeverfah-
ren zuzusprechen, ist somit gutzuheissen, zumal die Höhe der Entschädigung als 
keineswegs überhöht zu betrachten ist.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird als gegenstandslos geworden am Geschäftsverzeich-
nis abgeschrieben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1‘500.-- verbleiben beim 
Kanton Graubünden.

3. Die KESB Nordbünden hat die Beschwerdeführerin für das Beschwerdever-
fahren aussergerichtlich mit Fr. 500.-- zuzüglich 8% MwSt. zu entschädi-
gen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 113 des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Verfassungsbeschwerde gelten die Art. 113-119 BGG. 

5. Mitteilung an: