# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1adc8bc9-db5b-54a9-b8b2-bbe8d3e6406f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2009 A-1633/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1633-2006_2009-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1633/2006
{T 0/2}

A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d 
v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richterin Salome Zimmermann (Einzelrichterin),
Gerichtsschreiber Johannes Schöpf.

X._______, ...,
handelnd durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (MWSTG / 2. Semester 2004 bis 
1. Semester 2005).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1633/2006

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass X._______ im Zeitraum vom 1. Juni 2004 bis 13. Juli  2006 als 
Mehrwertsteuerpflichtige  in  dem  von  der  die  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung (ESTV) geführten Register eingetragen war,

dass X._______ für die Abrechnungsperioden 2. Semester 2004 bis 1. 
Semester  2005 (Zeitraum vom 1. Juli  2004 bis  30. Juni  2006)  ihren 
Abrechnungs-  und Zahlungspflichten gegenüber  der Verwaltung trotz 
Mahnung nicht nachkam,

dass demzufolge die ESTV eine Schätzung des geschuldeten Mehr-
wertsteuerbetrags  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vornahm  und 
X._______ dazu verpflichtete, Fr. ... zuzüglich Verzugszins zu 5 % seit 
1. Juni 2005 (mittlerer Verfall) zu bezahlen,

dass  X._______  gegen  die  eingeleitete  Betreibung  Rechtsvorschlag 
erhob, den die ESTV in Bestätigung der Mehrwertsteuerforderung mit 
Entscheid vom 20. Februar 2006 aufhob,

dass die Beiständin von X._______ mit Schreiben vom 9. März 2006 
Einsprache  erhob  und  beantragte,  die  Mehrwertsteuerschuld  sei  zu 
erlassen,  da  die  Einsprecherin  zu  keinem  Zeitpunkt  Geschäftstätig-
keiten ausgeübt habe,

dass die ESTV X._______ am 20. Juni 2006 aufforderte, die fehlenden 
Abrechnungsformulare für das 2. Semester 2004 bis 1. Semester 2005 
binnen einer Frist von drei Tagen nachzureichen, wobei sie gleichzeitig 
darauf  aufmerksam  gemacht  wurde,  dass  auf  die  Einsprache  bei 
Nichteinreichung  der  entsprechenden  Abrechnungsformulare  nicht 
eingetreten werde,

dass X._______ diese Frist ungenützt verstreichen liess und die ESTV 
mit  Einspracheentscheid vom 20. Juli  2006 auf  die Einsprache nicht 
eintrat,

dass  X._______  (Beschwerdeführerin)  mit  Eingabe  ihrer  Beiständin 
vom  29. August  2006  bei  der  Eidgenössischen  Steuerrekurs-
kommission  (SRK)  Beschwerde  gegen  den  Einspracheentscheid 
erheben liess,

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dass  diese  Beschwerde  per  1.  Januar  2007  durch  das  Bundesver-
waltungsgericht  zuständigkeitshalber  von  der  SRK  übernommen 
wurde,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem Schriftenwechsel  mit 
Zwischenverfügung  vom  1.  Juli  2009  die  Graphologin  ...  zur 
Sachverständigen  ernannte,  um  die  Echtheit  der  Unterschriften  der 
Beschwerdeführerin  auf  den Formularen  "Fragebogen zur  Abklärung 
der  Mehrwertsteuerpflicht"  (undatiert),  "Antrag  auf  Abrechnung  nach 
vereinnahmten  Entgelten"  vom  25.  April  2004  und 
"Unterstellungserklärung"  vom  20.  Juli  2004  durch  ein  Gutachten 
abklären zu lassen,

dass die Sachverständige im Gutachten vom 27. August 2009 festge-
stellt hat, dass der Duktus der zur Diskussion stehenden Unterschrif-
ten  auf  den  fraglichen  Formularen  sich  deutlich  vom  Duktus  der 
authentischen  Unterschriften  der  Beschwerdeführerin  unterscheide 
und sie zum Schluss gelange, dass die entsprechenden Unterschriften 
auf den Formularen nicht von der Beschwerdeführerin stammten,

dass die Sachverständige im Gutachten vom 27. August 2009 eben-
falls  annimmt,  mit  grösster  Wahrscheinlichkeit  habe  der  ehemalige 
Ehegatte  der  Beschwerdeführerin,  Y._______,  die  zur  Diskussion 
stehenden drei Unterschriften geleistet,

dass die ESTV innerhalb der Frist zur Stellungnahme zum graphologi-
schen  Gutachten  mit  dem  wiedererwägungsweise  erlassenen  Ein-
spracheentscheid vom 22. September 2009 den (ursprünglichen) Ein-
spracheentscheid vom 20. Juli  2006 aufgehoben und die Einsprache 
der Beschwerdeführerin gutgeheissen hat,

dass das Bundesverwaltungsgericht zuständig ist zur Beurteilung von 
Beschwerden gegen Einspracheentscheide der ESTV betreffend Mehr-
wertsteuer (Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005  [VGG,  SR  173.32]  i. V. m.  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021]); dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit 
das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG),

dass die ESTV in Anwendung von Art. 58 Abs. 1 VwVG bis zum Ab-
schluss  des  Schriftenwechsels  den  angefochtenen  Einsprache-
entscheid  in  Wiedererwägung  ziehen  kann;  dass  das  Bundesver-

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waltungsgericht  die  Behandlung  der  Beschwerde  fortzusetzen  hat, 
soweit diese durch den neuen Entscheid der Vorinstanz nicht gegen-
standslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG); dass das Verfahren mit-
hin dann abgeschrieben werden kann, wenn ein pendente lite erlasse-
ner Wiedererwägungsentscheid den Anträgen der beschwerdeführen-
den  Person  entspricht  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  A-5680/2008  vom  24.  Oktober  2008,  A-2233/2007  vom 
11. März  2008;  Entscheid  der  SRK  vom  18. September  1998,  ver-
öffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  63.80 
E. 2d  mit  Hinweisen;  vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/  LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel 
2008, Rz. 3.44 ff.),

dass im vorliegenden Fall  die ESTV mit dem wiedererwägungsweise 
erlassenem  Einspracheentscheid  vom 22.  September  2009  die  Ein-
sprache der Beschwerdeführerin gutgeheissen und sie nicht mehr zur 
Zahlung  von  Mehrwertsteuer  verpflichtet  hat;  dass  die  Verwaltung 
damit  dem  Begehren  der  Beschwerdeführerin  vollumfänglich  ent-
sprochen  hat;  dass  die  Streitsache  und  demzufolge  auch  die  Be-
schwerde gegenstandslos geworden sind,

dass  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  daher  im  einzelrichter-
lichen Verfahren aufgrund des wiedererwägungsweise erlassenen Ein-
spracheentscheids  der  ESTV  vom  22.  September  2009  als  gegen-
standslos  geworden  abzuschreiben  ist  (Art.  58  Abs.  3  VwVG  e 
contrario i. V. m. Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),

dass der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 6b des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  unter  den  gegebenen 
Umständen  keine  Kosten  aufzuerlegen  sind;  dass  ihr  der  geleistete 
Kostenvorschuss  in  Höhe  von  Fr.  ...  deshalb  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft  des  vorliegenden  Abschreibungsentscheids  zurückzu-
erstatten ist,

dass  die  ESTV  der  Beschwerdeführerin  keine  Parteientschädigung 
auszurichten  hat,  da  ihre  Beiständin  im  vorliegenden  Beschwerde-
verfahren als Amtsvormundin geamtet hat,

dass der ESTV vom Bundesverwaltungsgericht die Frage zur Prüfung 
aufgetragen wird, ob aufgrund des Gutachtens der Graphologin eine 

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Strafanzeige  gegen  Y._______  –  insbesondere  wegen  mehrfacher 
Urkundenfälschung – als erforderlich bzw. opportun erscheint,

dass der Beiständin der Beschwerdeführerin je eine Kopie des Schrei-
bens  der  ESTV  an  das  Bundesverwaltungsgericht  und  des  wieder-
erwägungsweise  erlassenen  Einspracheentscheids,  je  vom 
22. September 2009, zur Kenntnisnahme zuzusenden ist.

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das  Beschwerdeverfahren  wird  infolge  Gegenstandslosigkeit  abge-
schrieben.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der geleistete Kostenvor-
schuss  in  Höhe  von  Fr.  ...  wird  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des 
vorliegenden Entscheids an die Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieser Entscheid geht an:

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; zwei Beilagen)
- die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Salome Zimmermann Johannes Schöpf

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift  zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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