# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e59b805c-4197-5360-9222-88bc84529042
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1998-11-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 13.11.1998 BRKE I Nr. 0206/1998
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-I-Nr--0206-1998_1998-11-13.pdf

## Full Text

BRKE I Nr. 206/1998 vom 13. November 1998 in BEZ 1999 Nr. 5

Mit dem angefochtenen Entscheid verlängerte die Vorinstanz «die Frist für den 
Abschluss der Schutzabklärungen und den Entscheid über den Erlass definitiver 
Schutzmassnahmen» hinsichtlich des streitbetroffenen Gebäudes um ein Jahr.

2.1 Nach § 213 PBG ist jeder Grundeigentümer jederzeit berechtigt, vom Ge-
meinwesen einen Entscheid über den Umfang allfälliger Schutzmassnahmen zu ver-
langen, wenn er ein aktuelles Interesse glaubhaft macht (Abs. 1). Das Begehren ist 
schriftlich beim Gemeinderat einzureichen (Abs. 2). Das zuständige Gemeinwesen 
trifft seinen Entscheid spätestens innert Jahresfrist, wobei es in Ausnahmefällen vor 
Fristablauf dem Grundeigentümer anzeigen kann, die Behandlungsdauer erstrecke 
sich um höchstens ein weiteres Jahr. Liegt vor Fristablauf kein Entscheid vor, kann 
eine Schutzmassnahme nur bei wesentlich veränderten Verhältnissen angeordnet 
werden (Abs. 3).

Sodann sieht das Gesetz in den §§ 209 und 210 PBG den Erlass vorsorglicher 
Schutzmassnahmen vor. Die schriftliche Mitteilung an den Grundeigentümer über die 
Aufnahme seines Grundstückes in ein Inventar bewirkt das Verbot, am bezeichneten 
Objekt ohne Bewilligung der anordnenden Behörde tatsächliche Veränderungen vor-
zunehmen (§ 209 Abs. 2 PBG). Das Veränderungsverbot fällt dahin, wenn nicht in-
nert Jahresfrist seit der schriftlichen Mitteilung eine dauernde Anordnung getroffen 
wird (Abs. 3). Nach § 210 PBG können vorsorgliche Schutzmassnahmen in gleichen 
Verfahren und mit gleicher Rechtswirkung auch ohne Inventarisierung angeordnet 
werden.

2.2 § 213 Abs. 3 PBG in der Fassung von 7. September 1975 lautet: «Das zu-
ständige Gemeinwesen trifft den Entscheid spätestens innert Jahresfrist.» Der Antrag 
des Regierungsrates zur Revision des Planungs- und Baugesetzes vom 11. Oktober 
1989 sah keine Änderung von § 213 Abs. 3 PBG vor. Die vorberatende Kommission 
des Kantonsrates hielt jedoch fest, dass diese Fassung es offenlasse, ob die Einjah-
resfrist eine Verwirkungsfrist sei oder nicht. Dies führte dazu, dass die Kommission § 
213 Abs. 3 PBG entsprechend ergänzte (Antrag vom 1. Februar 1991). Mit der Neu-
fassung von § 213 Abs. 3 PBG sollte einerseits eine klare Verwirkungsregelung ge-
schaffen werden, die nach Fristablauf nur noch bei wesentlich veränderten Verhält-
nissen die Anordnung von Schutzmassnahmen erlaubt. Andererseits sollte – im Hin-
blick auf die einschneidende Folge der Verwirkung - die je nach Abklärungsaufwand 
knappe Frist von einem Jahr in Ausnahmefällen um höchstens ein weiteres Jahr ver-

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längert werden können (Kommissionsprotokoll S. 268, 387, 593 und 596 f.).

Im übrigen wies ein Mitglied der kantonsrätlichen Kommission darauf hin, dass 
mit Bezug auf § 213 PBG «das gleiche Problem wie in § 209» PBG stehe und «wenn 
schon» auch diese Bestimmung angepasst werden müsse (Prot. S. 597). Eine sol-
che Anpassung der Bestimmung von § 209 Abs. 3 PBG, wonach das gemäss § 209 
Abs. 2 PBG angeordnete Veränderungsverbot dahinfällt, wenn nicht innert Jahresfrist 
seit der schriftlichen Mitteilung eine dauernde Anordnung getroffen werde, unterblieb 
jedoch; § 209 Abs. 3 PBG wurde unverändert in den Kommissionsantrag und sodann 
in das revidierte Planungs- und Baugesetz übernommen.

3.1 Nach dem Wortlaut von § 213 Abs. 3 PBG ist eine Verlängerung der Einjah-
resfrist nur «in Ausnahmefällen» zulässig. Ratio legis der Bestimmung ist, die Stel-
lung des Eigentümers zu stärken. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen wer-
den, dass die Normen des III. Titels des Planungs- und Baugesetzes dem Gemein-
wesen im Natur- und Heimatschutz gegenüber dem Grundeigentümer sehr weitge-
hende Eingriffsmöglichkeiten gewähren (BEZ 1989 Nr. 9). Wortlaut wie Sinn und 
Zweck der Bestimmung legen demnach nahe, dass das Gemeinwesen nur zurück-
haltend von der Fristverlängerung Gebrauch machen soll. Liegt nicht ein eigentlicher 
Ausnahmefall vor, ist innert eines Jahres zu entscheiden. Zudem muss auch die 
Dauer der Verlängerung ausgewiesen sein. Fristverlängerungen sind schliesslich ih-
rem Ausnahmecharakter entsprechend durch das Gemeinwesen zu begründen. Sol-
che Gründe können namentlich dann vorliegen, wenn die erforderlichen Abklärungen 
über die Schutzwürdigkeit unvorhersehbarerweise ausserordentlich grossen Auf-
wand bereiten. Voraussetzung ist dabei stets, dass das Gemeinwesen ungesäumt 
tätig wird.

3.2 Sowohl der hier angefochtenen Verfügung wie auch der Rekursvernehmlas-
sung kann nicht entnommen werden, weshalb vorliegend ein Ausnahmefall im Sinne 
von § 213 Abs. 3 PBG gegeben sein soll. Eine schlüssige Begründung für die ange-
ordnete Fristverlängerung fehlt. Was die Vorinstanz mit ihren Ausführungen über die 
nicht mehr «klar auf der Hand» liegenden «schutzwürdigen Interessen» der Grundei-
gentümerin am anbegehrten Entscheid zum Ausdruck bringen will, ist unklar. Wohl 
trifft zu, dass auf Grund von § 213 Abs. 1 PBG Anspruch auf einen Entscheid über 
die Schutzwürdigkeit nur dann besteht, wenn der Grundeigentümer ein «aktuelles In-
teresse» glaubhaft macht. Dieser kann hier jedoch nicht in Frage stehen. Da die Ei-
gentümerin bauliche Vorkehren auf dem Rekursgrundstück ins Auge fasst, die zufol-
ge anerkanntem Mangel an Spitalraum (Kinderspital) zudem dringlich sind, ist das er-
forderliche Interesse an einem ungesäumten Entscheid ohne weiteres zu bejahen. 
Die Tatsache, dass die Parteien in Verhandlung stehen, kann dem nicht entgegen-
gehalten werden. Wohl könnte es zweckmässig sein, wenn Parteien nach der Einlei-
tung des Verfahrens gemäss § 213 PBG wegen Verhandlungen die Frist in gegen-
seitigem Einvernehmen ruhen lassen könnten. Ein solches Einvernehmen ist jedoch, 
wie die Rekurserhebung zeigt, hier gerade nicht gegeben. Unerheblich ist schliess-
lich auch, ob sich, wie die Vorinstanz geltend macht, ein Umbau eventuell auch ohne 
Beeinträchtigung der potentiell schutzwürdigen Substanz realisieren liesse, würde 
der anbegehrte definitive Entscheid doch gerade dazu dienen, der Rekurrentschaft 
begründet aufzuzeigen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfange schutzwürdige 
Substanz überhaupt vorhanden sei.

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Aus diesen Gründen kann die angeordnete Fristverlängerung nicht geschützt 
werden.

(Hingegen wurde die Fristverlängerung in reduziertem Umfange geschützt, weil 
die Einjahresfrist schon wegen der Dauer des Rekursverfahrens nicht mehr eingehal-
ten werden konnte. Dies führt zu folgenden weiteren Erwägungen.)

3.4 Mit dem angefochtenen Beschluss wurde nicht nur die Frist nach § 213 Abs. 
3 PBG, sondern auch das vorsorglich erlassene Veränderungsverbot (§ 209 Abs. 2 
PBG) um ein Jahr verlängert. Nachdem der kantonale Gesetzgeber eine Anpassung 
von § 209 Abs. 3 PBG an die revidierte Bestimmung von § 213 Abs. 3 PBG unterlas-
sen hat, könnte gefragt werden, ob eine Verlängerung der Einjahresfrist von § 209 
Abs. 3 PBG überhaupt zulässig sei. Dies wäre wohl zu bejahen, kann hier jedoch of-
fenbleiben. Indem die Rekurrentschaft nur Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung vom 26. 
Juni 1998 angefochten hat, hat sie sich nicht auch gegen eine «Ankoppelung» der 
Frist von § 209 Abs. 3 PBG an die – nunmehr reduzierte – Verlängerung der Frist 
gemäss § 213 Abs. 3 PBG gewendet. Damit besteht das Veränderungsverbot ohne 
weiteres während derselben Dauer wie die Frist zum Entscheid über allfällige 
Schutzmassnahmen.