# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45e8697a-ab0b-5fba-b638-3017f08def5f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.10.2018 SB170442
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170442_2018-10-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB170442-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterinnen lic. iur. Was-

ser-Keller und lic. iur. Bertschi sowie Gerichtsschreiber lic. iur. Sa-

mokec 

 

Urteil vom 19. Oktober 2018  

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Erstberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Altenburger,  

Anklägerin und Zweitberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. D._____,  
4. E._____,  
5. F._____,  
6. G._____,  
7. H._____,  
8. I._____,  
Privatkläger 

- 2 - 

 

3 vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge J._____ 

3 vertreten durch Rechtsanwalt und Notar Dr. Y1._____ 

4 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

7 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

8 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____ 

 

betreffend mehrfache sexuelle Nötigung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 19. Mai 2017 
(DG160031) 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 28. Sep-

tember 2016 (Urk. D1/27), die Zusatzanklageschrift vom 12. April 2017 

(Urk. D1/13 in DG170010) sowie der Nachtrag vom 25. April 2017 (Urk. 64) sind 

diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz: 
(Urk. 110 S. 143) 

Es wird beschlossen: 

1. Prozess Nr. DG170010-M wird mit dem vorliegenden Prozess 

Nr. DG160031-M vereinigt und unter der letztgenannten Prozess-Nummer 

weitergeführt. 

2. Prozess Nr. DG170010-M wird als dadurch erledigt abgeschrieben. 

3. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv 

sowie in vollständiger Ausfertigung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Er-

öffnung an schriftlich, im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim 

Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, Postfach, 8021 Zürich, 

eingereicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Beschwerdeanträge 

zu stellen und zu begründen. 

- 4 - 

Es wird weiter beschlossen: 

1. Das Verfahren wird in Bezug auf folgende Geschädigte hinsichtlich folgen-

der Delikte in folgenden Zeiträumen infolge Verjährung eingestellt: 

− B._____: mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB und mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB im Zeitraum 23. Januar 2002 bis 19. Mai 2002, 

− C._____: mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB und mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB im Zeitraum 31. Oktober 1998 bis 15. Oktober 

2000, 

− E._____: mehrfache Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs 

durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 4 StGB 

im Zeitraum August 2007 bis 19. Mai 2010 und mehrfaches Verabrei-

chen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136 

aStGB im Zeitraum 12. August 2009 bis 19. Mai 2010,  

− F._____: mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB und mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB im Zeitraum 25. Januar 2001 bis 24. Januar 2002 

und 

− "unbekannter Junge": sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB und sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 StGB am 8. April 2000. 

2. Das Verfahren wird sodann in Bezug auf die mehrfache Pornografie im Sin-

ne von Art. 197 Ziff. 3bis aStGB sowie Art. 197 Abs. 1 und 5 StGB im Zeit-

raum anfangs 2000 bis 19. Mai 2010 infolge Verjährung eingestellt, soweit 

es um das Herunterladen, Herstellen, Abspeichern, Anschauen und Zeigen 

bzw. Anschauen lassen geht. 

3. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv 

sowie in vollständiger Ausfertigung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

- 5 - 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Er-

öffnung an schriftlich, im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim 

Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, Postfach, 8021 Zürich, 

eingereicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Beschwerdeanträge 

zu stellen und zu begründen. 

Sodann wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird in folgenden Anklagepunkten freigesprochen: 

− K._____: sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

StGB, soweit es um das Waschen bzw. Duschen geht und 

− I._____: mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB, soweit es um das Waschen bzw. Duschen geht. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

zum Nachteil der Geschädigten B._____ und C._____, D._____, 

E._____, G._____ und K._____, 

− der mehrfachen Schändung im Sinne von Art. 191 StGB zum Nachteil 

des Geschädigten G._____, 

− der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB zum Nachteil der Geschädigten B._____ und 

C._____, D._____, E._____, G._____, K._____, H._____ und I._____, 

− der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3bis aStGB so-

wie Art. 197 Abs. 1 und 5 StGB, teilweise zum Nachteil der Geschädig-

ten D._____ und E._____, 

− der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 4 StGB zum 

Nachteil der Geschädigten D._____ und E._____, 

- 6 - 

− des mehrfachen Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an 

Kinder im Sinne von Art. 136 aStGB und Art. 136 StGB zum Nachteil 

des Geschädigten E._____ und 

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19bis BetmG zum Nachteil des Geschädigten E._____. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 

4 Monaten, wovon bis und mit heute 844 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

5. Es wird eine strafvollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschul-

digten im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) an-

geordnet.  

6. Die in Antrag Ziff. 6 der Anklägerin aufgelisteten, sichergestellten Gerät-

schaften (act. 64 S. 1-3; dem begründeten Urteil angeheftet) werden einge-

zogen und vernichtet, bei der "Spindel mit 9 DVD's" lediglich 

"0072.15.39.R003". 

7. Die in Antrag Ziff. 7 der Anklägerin aufgelisteten, sichergestellten Gerät-

schaften (act. 64 S. 3-4; dem begründeten Urteil angeheftet) werden nach 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils dem Beschuldigten auf ers-

tes Verlangen herausgegeben, bei der "Spindel mit 9 DVD's" alles ausser 

"0072.15.39.R003". Wird die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Ein-

tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils verlangt, so werden die Gegen-

stände eingezogen und der Polizei bzw. Hinterlegungsstelle zur ihr gut-

scheinenden Verwendung überlassen. 

8. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, dem Privat-

kläger 1 eine Genugtuung von Fr. 6'000.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

 

- 7 - 

9. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, dem Privat-

kläger 2 eine Genugtuung von Fr. 8'000.– nebst Zins zu 5% seit dem 

30. Oktober 1998 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegeh-

ren abgewiesen. 

10. Der Beschuldigte wird (teilweise gemäss seiner Anerkennung) verpflichtet, 

dem Privatkläger 3 Schadenersatz von Fr. 254.80 nebst Zins zu 5% seit 

dem 25. April 2017 zu bezahlen. Im Mehrumfang (Zins vor 25. April 2017) 

wird das Schadenersatzbegehren abgewiesen. Im Übrigen wird davon Vor-

merk genommen, dass der Beschuldigte den Schadenersatzanspruch des 

Privatklägers 3 ihm gegenüber aus dem angeklagten Sachverhalt dem 

Grundsatz nach anerkannt hat. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 3 auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. Der Beschuldigte wird sodann (teilweise gemäss seiner 

Anerkennung) verpflichtet, dem Privatkläger 3 eine Genugtuung von 

Fr. 10'000.– nebst Zins zu 5% seit dem 24. Dezember 2014 zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag (inkl. Nachklagevorbehalt) wird das Genugtuungsbegehren ab-

gewiesen.  

11. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuldigte den Schadener-

satzanspruch des Privatklägers 4 ihm gegenüber aus dem angeklagten 

Sachverhalt dem Grundsatz nach anerkannt hat. Zur genauen Feststellung 

des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 4 auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Der Beschuldigte wird sodann (teil-

weise gemäss seiner Anerkennung) verpflichtet, dem Privatkläger 4 eine 

Genugtuung von Fr. 12'000.– nebst Zins zu 5% seit dem 1. Juli 2009 zu be-

zahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

12. Die Genugtuungsforderung des Privatklägers 5 wird auf den Zivilweg ver-

wiesen.  

13. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, dem Privat-

kläger 6 eine Genugtuung von Fr. 10'000.– zu bezahlen. 

- 8 - 

14. Der Beschuldigte wird (teilweise gemäss seiner Anerkennung) verpflichtet, 

dem Privatkläger 7 Schadenersatz von Fr. 1'440.– nebst Zins zu 5% seit 

dem 19. April 2017 zu bezahlen. Im Übrigen wird davon Vormerk genom-

men, dass der Beschuldigte den Schadenersatzanspruch des Privatklä-

gers 7 ihm gegenüber aus dem angeklagten Sachverhalt dem Grundsatz 

nach anerkannt hat. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schaden-

ersatzanspruches wird der Privatkläger 7auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. Der Beschuldigte wird sodann gemäss seiner Anerkennung ver-

pflichtet, dem Privatkläger 7 eine Genugtuung von Fr. 2'000.– nebst Zins zu 

5% seit dem 31. Dezember 1994 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Ge-

nugtuungsbegehren abgewiesen. 

15. Der Beschuldigte wird (teilweise gemäss seiner Anerkennung) verpflichtet, 

dem Privatkläger 8 Schadenersatz von Fr. 315.– zu bezahlen. Im Mehrbe-

trag wird der Privatkläger 8 mit seinem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. Der Beschuldigte wird sodann gemäss 

seiner Anerkennung verpflichtet, dem Privatkläger 8 eine Genugtuung von 

Fr. 4'000.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren ab-

gewiesen. 

16. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 
Fr. 9'000.00   Gebühr Vorverfahren (DG160031-M) 
Fr. 19'818.55   Gutachten 
Fr. 1'061.00   Auslagen Untersuchung 
Fr. 60.00   Auslagen Kapo Zürich 
Fr. 900.00   Gebühr Vorverfahren (DG170010-M) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

17. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger aus der Gerichtskasse mit Fr. 39'975.80 (Honorar, Barauslagen 

und Mehrwertsteuern) entschädigt, zusätzlich zur bereits geleisteten Akon-

tozahlung in der Höhe von Fr. 11'878.55. 

- 9 - 

18. Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltli-

cher Vertreter des Privatklägers 4 aus der Gerichtskasse mit Fr. 12'033.35 

(Honorar, Barauslagen und Mehrwertsteuern) entschädigt.  

19. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und diejenigen des unent-

geltlichen Vertreters des Privatklägers 4, werden dem Beschuldigten aufer-

legt. 

20. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen Vertreters 

des Privatklägers 4 werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

21. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 eine Prozessentschä-

digung von Fr. 5'736.60 (Honorar, Barauslagen und Mehrwertsteuern) zu 

bezahlen. 

22. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 eine Prozessentschä-

digung von Fr. 3'368.95 (Honorar, Barauslagen und Mehrwertsteuern) zu 

bezahlen. 

23. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 8 eine Prozessentschä-

digung von Fr. 3'370.– (Honorar, Barauslagen und Mehrwertsteuern) zu be-

zahlen. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:  

(Urk. 138 S. 2 ff.) 

"1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, 

I. Abteilung, vom 19. Mai 2017 bezüglich der Dispositivziffer 2 alinea 1 

(Schuldsprüche betreffend mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Geschädigten B._____ und 

- 10 - 

C._____, D._____, E._____ und G._____), Dispositivziffer 2 alinea 2 

(mehrfache Schändung im Sinne von Art. 191 StGB zum Nachteil des 

Geschädigten G._____), Dispositivziffer 2 alinea 3 (mehrfache sexuelle 

Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB zum Nach-

teil der Geschädigten B._____ und C._____, D._____, E._____, 

G._____, H._____ und I._____), Dispositivziffer 2 alinea 4 (mehrfache 

Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3bis aStGB sowie Art. 197 Abs. 1 

und 5 StGB, teilweise zum Nachteil der Geschädigten D._____ und 

E._____), Dispositivziffer 2 alinea 5 (mehrfache Verletzung des Ge-

heim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von 

Art. 179quater Abs. 1 und 4 StGB zum Nachteil des Geschädigten 

D._____), Dispositivziffer 2 alinea 6 (mehrfache Verabreichung ge-

sundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136a StGB 

und Art. 136 StGB zum Nachteil des Geschädigten E._____), Disposi-

tivziffer 2 alinea 7 (mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19bis BetmG zum Nachteil des Geschä-

digten E._____) und Dispositivziffer 4 (Vollzug der Freiheitsstrafe), 

Dispositivziffer 5 (ambulante Behandlung), Dispositivziffer 7 (Heraus-

gabe sichergestellter Gegenstände), Dispositivziffer 8 (Genugtuung 

Privatkläger 1), Dispositivziffer 9 (Genugtuung Privatkläger 2), Disposi-

tivziffer 10 (Schadenersatz und Genugtuung Privatkläger 3), Dispositiv-

ziffer 11 (Schadenersatz und Genugtuung Privatkläger 4), Dispositivzif-

fer 12 (Genugtuung Privatkläger 5), Dispositivziffer 13 (Genugtuung 

Privatkläger 6), Dispositivziffer 14 (Schadenersatz und Genugtuung 

Privatkläger 7), Dispositivziffer 15 (Schadenersatz und Genugtuung 

Privatkläger 8), Dispositivziffer 16 (Gerichtskosten), Dispositivziffer 17 

(Honorar amtliche Verteidigung), Dispositivziffer 18 (Honorar Rechts-

anwalt Dr. Y2._____), Dispositivziffer 19 und 20 (Kostenauflage), Dis-

positivziffer 21 bis 23 (Prozessentschädigungen Privatkläger 3, 7 und 

8), Kosten- und Entschädigung) in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. Das Verfahren sei betreffend mehrfacher Verletzung des Geheim- oder 

Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 

- 11 - 

und 4 StGB zum Nachteil des Geschädigten E._____ infolge Fehlen 

eines Strafantrages einzustellen. 

3. Der Beschuldigte sei von der Anklage wegen mehrfacher sexueller Nö-

tigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB zum Nachteil des Geschä-

digten K._____ freizusprechen. 

4. Der Beschuldigte sei von der Anklage wegen mehrfacher sexueller 

Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB zum Nach-

teil des Geschädigten K._____ freizusprechen. 

5. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 

7 Jahren, unter Anrechnung von 1'362 Tagen erstandener Haft. 

6. Die in Antrag Ziff. 6 der Anklägerin aufgelisteten, sichergestellten Ge-

rätschaften und Datenträger (act. 64 S. 1-3), welche keine pornografi-

schen Bilder oder Filme enthalten, seien nach Eintritt der Rechtskraft 

des Urteils dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herauszugeben. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu 

nehmen." 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 137 S. 1) 

"1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren zu bestra-

fen. 

2. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 19. Mai 

2017 zu bestätigen." 

_______________________ 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

Gegen das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon 

vom 19. Mai 2017, das gleichentags mündlich eröffnet und den Parteien im Dis-

positiv übergeben worden war (Prot. I S. 44 ff.; Urk. 77), meldeten die Staatsan-

waltschaft IV des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) und der Be-

schuldigte rechtzeitig Berufung an (Urk. 83 und 84) und reichten fristgemäss ihre 

Berufungserklärungen mittels Eingaben vom 15. resp. 21. November 2017 ein 

(Urk. 113 und 115). Die Staatsanwaltschaft verzichtete ausdrücklich auf An-

schlussberufung (Urk. 119) und es wurde auch sonst von keiner Seite Anschluss-

berufung erhoben. Von Amtes wegen wurde ein aktueller Führungsbericht über 

den Beschuldigten eingeholt und den Parteien zur Kenntnis gebracht (Urk. 133). 

Die Berufungsverhandlung vom 19. Oktober 2018, zu welcher am 26. April 2018 

vorgeladen worden war (Urk. 125), fand in Anwesenheit des Beschuldigten und 

dessen amtlicher Verteidigung sowie von Staatsanwältin lic. iur. Altenburger statt 

(Prot. II. S. 5). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Teilrechtskraft 

1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

Dabei ist es naheliegend, dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprü-

fung des Urteils einzubeziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den ange-

- 13 - 

fochtenen Punkten besteht. Entsprechend ist im Zusammenhang mit einer Über-

prüfung des Strafmasses regelmässig auch über den bedingten oder unbedingten 

Vollzug zu entscheiden. Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag auf Frei-

spruch gelten für den Fall der Gutheissung automatisch auch damit zusammen-

hängende Folgepunkte des Urteils, wie zum Beispiel die Nebenfolgen, vor allem 

der Zivilpunkt sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, aber auch Ent-

scheidungen über Einziehungen, als angefochten. Bestätigt das Berufungsgericht 

den Schuldspruch, sind die weiteren nicht angefochtenen Urteilspunkte bei einer 

Beschränkung der Berufung nicht zu überprüfen (vgl. dazu Niklaus Schmid/Daniel 

Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar [kurz: Praxis-

kommentar StPO], 3. A., Zürich/St. Gallen 2018, Art. 399 N 18; Hug/Scheidegger 

in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung [kurz: ZH StPO Komm.], 2.A. Zürich-Basel-Genf 2014, N 19 und 20 

zu Art. 399; Sprenger in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung [kurz: BSK StPO], 2. A. Basel 2014, 

Art. 437, N 31 f.). 

Auch wenn das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt 

es am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzuge-

ben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 

244 E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 2016 

E. 4.2 mit Hinweisen). 

1.2. Der Beschuldigte ficht das Urteil der Vorinstanz nur in Teilen an. Seine Beru-

fung richtet sich gegen die Schuldsprüche betreffend den Geschädigten K._____ 

wegen mehrfacher sexueller Nötigung und mehrfacher sexueller Handlungen 

(Dispositivziffer 2 alinea 1 und 3) sowie gegen den Schuldspruch wegen mehrfa-

cher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte zum 

Nachteil des Geschädigten E._____  (Dispositivziffer 2 alinea 5). Ausserdem wird 

die Strafzumessung (Dispositivziffer 3) und die Einziehung der in Antrag Ziffer 6 

der Anklägerin aufgelisteten Gerätschaften (Dispositivziffer 6) angefochten 

(Urk. 115 S. 3). Die Staatsanwaltschaft ihrerseits ficht ebenfalls und einzig die 

Strafzumessung an (Urk. 113). Infolgedessen sind die Beschlüsse der Vorinstanz 

- 14 - 

betreffend die Vereinigung der Verfahren und betreffend die Einstellung des Ver-

fahrens hinsichtlich diverser Delikte (Urk. 110 S. 143-145) sowie die folgenden 

Dispositivziffern des Urteils in Rechtskraft erwachsen:  
- 1  (Freispruch) 
- 2 alinea 1 (Schuldspruch wegen mehrfacher sexueller Nötigung zum Nachteil der Geschädig-

ten B._____ und C._____, D._____, E._____ und G._____) 
- 2 alinea 2 (Schuldspruch wegen mehrfacher Schändung zum Nachteil des Geschädigten 

G._____) 
- 2 alinea 3 (Schuldspruch wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern zum Nachteil 

der Geschädigten B._____ und C._____, D._____, E._____, G._____, H._____ und 
I._____) 

- 2 alinea 4 (Schuldspruch wegen mehrfacher Pornographie, teilweise zum Nachteil der Ge-
schädigten D._____ und E._____) 

- 2 alinea 5 (Schuldspruch wegen mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs 
durch Aufnahmegeräte zum Nachteil des Geschädigten D._____) 

- 2 alinea 6 (Schuldspruch wegen mehrfachen Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe 
an Kinder zum Nachteil des Geschädigten E._____) 

- 2 alinea 7 (Schuldspruch wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz zum Nachteil des Geschädigten E._____) 

- 5 (Anordnung ambulante Massnahme) 
- 7 (Einziehung der in Antrag Ziffer 7 der Anklägerin aufgelisteten Gerätschaften) 
- 8   bis 15 (Zivilforderungen) 
- 16 bis 23 (Kosten- und Entschädigungsfolgen).  

2. Verschlechterungsverbot 

2.1. Gemäss dem Verschlechterungsverbot im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO 

darf der Entscheid der Vorinstanz nicht zum Nachteil der beschuldigten oder ver-

urteilten Person abgeändert werden, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Guns-

ten eingereicht wurde. Für die Frage, ob eine unzulässige reformatio in peius vor-

liegt, ist allein das Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils massgebend, denn die 

von der Vorinstanz abweichenden Erwägungen der Rechtsmittelinstanz dürfen 

nicht zu einem schärferen Schuldspruch und auch nicht zu einer härteren Strafe 

führen, wenn ausschliesslich die beschuldigte oder verurteilte Person ein Rechts-

mittel ergriff. Eine Verletzung des Verschlechterungsverbots liegt entsprechend 

dem gesetzgeberischen Willen daher nicht nur bei einer Verschärfung der Sank-

tion, sondern auch bei einer härteren rechtlichen Qualifikation der Tat vor. Dies ist 

der Fall bei zusätzlichen Schuldsprüchen sowie dann, wenn der neue Straftatbe-

stand eine höhere Strafdrohung vorsieht, d.h. einen höheren oberen Strafrahmen 

oder eine (höhere) Mindeststrafe (BGE 139 IV 282, E. 2.6).  

- 15 - 

2.2. Nachdem die Anklagebehörde sowohl die erstinstanzlichen Freisprüche als 

auch die Schuldsprüche nicht anficht, ist der Anklagesachverhalt betreffend die 

Schuldsprüche zum Nachteil des Geschädigten K._____ und betreffend die Ver-

letzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte zum Nachteil 

des Geschädigten E._____ in Nachachtung des Verschlechterungsverbots einzig 

zugunsten des Beschuldigten zu prüfen und fällt eine andere oder schwerere 

Qualifikation des Verhaltens des Beschuldigten ausser Betracht. Allerdings ist das 

Berufungsgericht infolge der Berufung der Staatsanwaltschaft beim Strafmass 

nicht an die Maximalhöhe gemäss vorinstanzlichem Urteil gebunden. 

3. Strafantrag 

3.1. Der Beschuldigte begründet die Berufung gegen den Schuldspruch wegen 

Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von 

Art. 179quater Abs. 1 und 4 StGB zum Nachteil von E._____ mit dem Fehlen eines 

rechtzeitigen und damit rechtsgenügenden Strafantrages seitens des Geschädig-

ten (Urk. 63 S. 2 und 10 f., Urk. 69 S. 4, Prot. I S. 18), wie er es bereits vor Vo-

rinstanz geltend machte (Urk. 115 S. 3). Dabei wies er darauf hin, dass dem Ge-

schädigten von der Polizei bereits am 10. April 2015 mitgeteilt worden sei, dass 

von ihm Filmaufnahmen gemacht wurden, während er beim Beschuldigten ge-

schlafen habe. Somit habe der Geschädigte seit dem 10. April 2015 gewusst, 

dass der Beschuldigte von ihm Filmaufnahmen gemacht hatte. Der Geschädigte 

habe aber den Strafantrag auf explizite Nachfrage seitens der Kantonspolizei Zü-

rich dannzumal noch nicht stellen wollen, sondern habe solches vom konkreten 

Inhalt abhängig machen wollen. Durch einen solchen Vorbehalt lasse sich jedoch 

die Strafantragsfrist nicht verlängern. Diese sei somit bei Stellen des schriftlichen 

Antrags am 9. resp. 10. Februar 2016 bereits abgelaufen gewesen und damit der 

Strafantrag verspätet (Urk. 63 S. 11). Diese Position vertrat der Verteidiger auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 138 S. 5 ff.).  

3.2. Unbestritten blieb, dass der Geschädigte E._____, anwaltlich vertreten, mit 

Schreiben vom 9. Februar 2016, zur Post gegeben am 10. Februar 2016, Strafan-

trag wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 

- 16 - 

im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 4 StGB gestellt hat, wie die Vorinstanz fest-

hielt (Urk. D4/10/3; Urk. 110 S. 13). 

3.3. Die Vorinstanz hält diesen Strafantrag für rechtzeitig, da sie erst den 14. De-

zember 2015 als fristauslösend betrachtet. Erstmals seien dann anlässlich der 

Befragung des Vaters des Geschädigten die Filme, welche der Beschuldigte vom 

Geschädigten E._____ erstellt hatte, konkret und im Einzelnen somit auch in-

haltsbezogen Thema gewesen. Unter der Annahme, der Vater habe dem Sohn 

von den Filmen berichtet, gelte dieser nicht genau bekannte Zeitpunkt, jedenfalls 

aber nach dem 14. Dezember 2015, als fristauslösend. 

3.4. Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann gemäss Art. 30 Abs. 1 StGB je-

de Person, die durch sie verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantra-

gen. 

3.4.1. Das Vorliegen eines Strafantrages ist dabei eine Prozessvoraussetzung. 

Bei Fehlen eines gültigen Strafantrags fällt eine Strafverfolgung und damit eine 

Bestrafung ausser Betracht (BGE 129 IV 305 E. 4.2.3.; Urteil des Bundesgerich-

tes 6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.3). Ist die Strafverfolgung bereits eröffnet 

worden, fehlt es aber an einem gültigen Strafantrag, ist das Verfahren in Anwen-

dung von Art. 329 Abs. 4 StPO i.V.m. Art. 379 StPO einzustellen, weil ein Urteil 

definitiv nicht mehr ergehen kann (Christof Riedo in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 

Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. A. Basel 2013 [kurz: BSK Strafrecht I], Vor 

Art. 30 N 21 und Art. 30 N 108; Urteil des Bundesgerichtes 6B_284/2013 vom 

10. Oktober 2013 E. 2.4). Es ist daher von Amtes wegen zu prüfen, ob ein gültiger 

Strafantrag vorliegt, wobei die Antragsfrist gemäss Art. 31 StGB mit dem Tag zu 

laufen beginnt, an welchem der antragsberechtigten Person der Täter und die Tat 

bekannt wird (BGE 142 IV 129 E.4.3), und nach Ablauf von drei Monaten erlischt. 

Mit Bezug auf die Fristwahrung gelten die Grundsätze von Art. 90 und 91 StPO. 

Der Strafantrag ist bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder der Übertretungs-

strafbehörde schriftlich einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu geben 

(Art. 304 Abs. 1 StPO), wobei über die mündliche Antragstellung nach Massgabe 

von Art. 76 StPO ein Protokoll aufzunehmen ist (Riedo in: BSK Strafrecht I, N 60 

- 17 - 

zu Art. 30; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, 

Praxiskommentar, 3. A., Zürich 2018 [kurz: StPO Praxiskommentar], N 1 zu 

Art. 304). 

3.4.2. Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt ein gültiger Strafantrag vor, 

wenn die antragsberechtigte Person innert Frist bei der zuständigen Behörde ih-

ren bedingungslosen Willen zur Strafverfolgung des – bekannten oder noch un-

bekannten – Täters so erklärt, dass das Strafverfahren ohne weitere Willenserklä-

rung weiterläuft (BGE 141 IV 380 E. 2.3.4; BGE 131 IV 97 E. 3.1). Dazu ist erfor-

derlich, dass das Tatgeschehen, mithin der Sachverhalt, der verfolgt werden soll, 

zweifelsfrei umschrieben wird (Urteile des Bundesgerichtes 6B_65/2015 vom 

25. März 2015 E. 2.4 und 6B_1338/2015 vom 11. Oktober 2016 E. 1.3.1). Dessen 

rechtliche Würdigung ist hingegen nicht verlangt, dies obliegt der Strafbehörde. 

Das schliesst aber nicht aus, dass der Verletzte einen Sachverhalt nur teilweise 

zur Verfolgung stellt, indem er den Strafantrag in tatsächlicher Hinsicht be-

schränkt (BGE 131 IV 97 E. 3.1, BGE 115 IV 1 E. 2a; BGE 85 IV 73; Riedo in: 

BSK Strafrecht I, N 55 zu Art. 30; Trechsel/Jean-Richard in: Trechsel/Pieth 

(Hrsg.), Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. A. Zürich/St. Gal-

len 2018 [kurz: Praxiskommentar StGB], N 8 zu Vor Art. 30). Das Antragserfor-

dernis besteht auch, wenn im gleichen Lebenssachverhalt sowohl Offizial- wie 

auch Antragsdelikte vorkommen und zwar selbst dann, wenn noch unklar ist, ob 

es sich um ein Offizial- oder ein Antragsdelikt handelt, da gemäss bundesgericht-

licher Rechtsprechung im Zweifelsfall stets Strafantrag gestellt werden muss 

(BGE 129 IV 1 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichtes 6B_303/2017 vom 16. No-

vember 2017 E. 6.3 und 6B_125/2017 vom 17. Mai 2017 E. 1.3.2 und 1.3.4; je mit 

Hinweisen).  

3.5. Der Geschädigte E._____ war im Zeitpunkt der ersten Befragung durch die 

Kantonspolizei Zürich vom 10. April 2015 rund 18 ½ Jahre alt, somit volljährig und 

mündig. Dabei wurde er gemäss Einvernahmeprotokoll über seine Rechte und die 

Dienstleistungen der Opferhilfe und -beratung umfassend mittels Merkblatt infor-

miert und hatte dazu keine Fragen oder Bemerkungen (Urk. D4/7/1 S. 1). Der Ge-

schädigte wurde des weiteren darüber informiert, dass A._____ möglicherweise 

- 18 - 

sexuelle Handlungen filmte, als der Geschädigte schlief. Auf die Frage, ob er 

deswegen Strafantrag wegen Verletzung des Privat-/ Geheimbereichs durch Auf-

nahmegeräte unterzeichnen wolle, antwortete der Geschädigte nicht sofort. Statt-

dessen wurde ihm die Frage erklärt, worauf er antwortete, er wolle zuerst schau-

en, was der Beschuldigte gefilmt habe. Er entscheide dann. Auch konnte er sich 

nicht daran erinnern, gesehen zu haben, dass er gefilmt worden war (Urk. D4/7/1 

S. 6). Mit Schreiben vom 28. April 2015 sandte die Staatsanwältin dem Geschä-

digten überdies nochmals die Formulare betreffend seine Rechte als Opfer im 

Strafverfahren und seine Möglichkeiten zu, sich am Verfahren zu beteiligen 

(Urk. D4/9/1). Der Geschädigte reagierte jedoch weder darauf noch auf das 

schriftliche Ersuchen der Kantonspolizei Zürich vom 11. November 2015 betref-

fend Vereinbarung eines Befragungstermins, wobei ausdrücklich auf "Filme" Be-

zug genommen wurde (Urk. D4/7/2), noch auf die mehrfachen Aufforderungen 

seines Vaters, sich bei der Kantonspolizei zu melden (Urk. D4/7/3 S. 1). Aufgrund 

dieser Sachlage ist entgegen der Verteidigung davon auszugehen, dass der Ge-

schädigte E._____ anlässlich der ersten Befragung noch nicht wusste, ob er 

überhaupt vom Beschuldigten gefilmt worden war oder nicht, denn der einver-

nehmende Beamte gab mit der Formulierung, "möglicherweise" seien Filme ge-

macht worden, zu verstehen, dass im damaligen Zeitpunkt noch nicht ausrei-

chend ermittelt, respektive klar war, dass der Beschuldigte effektiv auch die sexu-

ellen Handlungen mit dem Geschädigten E._____ gefilmt hatte. Somit war dieser 

dann auch noch nicht gehalten, Strafantrag zu stellen. Lediglich der Betreff 

"A._____ (Filme)" in der schriftlichen Aufforderung zur Vereinbarung eines Befra-

gungstermins reichte des weiteren ebenfalls nicht für eine sichere Kenntnis einer 

strafbaren Handlung zum Nachteil des Geschädigten E._____ aus, wurde dabei 

doch weder auf ihn noch auf andere Geschädigte konkret Bezug genommen. 

Somit ist davon auszugehen, dass der Geschädigte E._____ erstmals durch sei-

nen Vater nach dessen protokollarischer Befragung vom 14. Dezember 2015, wo 

die 14 Filme des Beschuldigten den Geschädigten betreffend konkret und im Ein-

zelnen Thema waren (Urk. D4/7/3 S. 5 f.), Kenntnis darüber erlangte, dass der 

Beschuldigte tatsächlich von ihm 14 Filme erstellt hatte und was konkret darauf zu 

sehen war. Der Geschädigte hatte somit erst nach dem 14. Dezember 2015 zu-

- 19 - 

verlässige Kenntnis vom Tatgeschehen. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, 

dass jedenfalls frühestens der 14. Dezember 2015 hinsichtlich des Strafantrages 

fristauslösend war (Urk. 110 S. 12). Der vom gültig und auch spezifisch zur Straf-

antragstellung bevollmächtigten Rechtsvertreter des Geschädigten E._____ 

(Urk. D4/10/1) mit Schreiben vom 9. Februar 2015 (zur Post gegeben am 10. Feb-

ruar 2015; Urk. D4/101/3 [beigeheftetes Couvert]) erhobene Strafantrag erfolgte 

mit der Vorinstanz innerhalb der Dreimonatsfrist von Art. 31 StGB und damit 

rechtzeitig (Urk. 110 S. 13). Auf die Anklage betreffend Verletzung des Geheim- 

oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 

4 StGB zum Nachteil des Geschädigten E._____ (Dossier 4) ist damit einzutreten. 

4. Verwertbarkeit 

4.1. Der Beschuldigte liess – wie vor Vorinstanz (Urk. 69 S. 4 ff.) – geltend ma-

chen, die Aussagen sämtlicher Belastungszeugen seien nicht zulasten des Be-

schuldigten verwertbar, da bei den von der Polizei durchgeführten Einvernahmen 

die Teilnahme-, Konfrontations- und Verteidigungsrechte des Beschuldigten nicht 

beachtet bzw. diese verletzt worden seien. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO hätten 

die Parteien das Recht an Beweiserhebungen, d.h. auch an Einvernahmen von 

Geschädigten und Auskunftspersonen teilzunehmen. Dem Beschuldigten sei die-

se Möglichkeit grundlos und ohne Vorliegen eines Rechtfertigungsgrundes ver-

wehrt worden. Insbesondere sei es dem Beschuldigten auch in fast allen Fällen – 

abgesehen von den Fällen K._____ und E._____ – nicht ermöglicht worden, die 

Belastungszeugen in direkter Konfrontation zu befragen und den Beweiswert in 

kontradiktorischer Weise in Frage stellen zu können. Ein Anwendungsfall von 

Art. 108 Abs. 1 StPO habe auch nicht vorgelegen. Art. 147 Abs. 4 StPO müsse 

von Amtes wegen beachtet werden. Vorliegend hätten der Beschuldigte und die 

Verteidigung das Vorgehen der Staatsanwaltschaft zu keinem Zeitpunkt akzeptiert 

oder auf das Konfrontationsrecht bzw. auf die Wiederholung der Einvernahmen 

verzichtet. Auch aus dem Umstand, dass keine Beweisanträge gestellt wurden, 

dürfe nicht auf einen solchen Verzicht geschlossen werden (Urk. 138 S. 8 ff.). 

- 20 - 

4.2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die im Recht liegenden Protokolle 

der Aussagen der Geschädigten sowie der weiteren Personen vollumfänglich 

verwertbar seien. Es treffe zu, dass der Beschuldigte und sein Verteidiger ledig-

lich an den von der Staatsanwaltschaft selbst durchgeführten Einvernahmen der 

Geschädigten K._____ und E._____ teilgenommen hätten, nicht aber an den de-

legierten polizeilichen Einvernahmen der übrigen Geschädigten und Auskunfts-

personen. Jedoch seien dem Beschuldigten anlässlich seiner diversen Einver-

nahmen in Anwesenheit seines Verteidigers jeweils die wesentlichen Angaben 

der Geschädigten und Auskunftspersonen vorgehalten und ihm die Gelegenheit 

gegeben worden, sich hierzu ausführlich zu äussern und sich mit seinem Vertei-

diger zu besprechen. Dieses Vorgehen sei grundsätzlich nicht zu beanstanden. 

Insgesamt betrachtet seien der Beschuldigte und dessen Verteidiger sehr wohl in 

der Lage gewesen, die Glaubhaftigkeit der den Beschuldigten belastenden Aus-

sagen der Geschädigten sowie der weiteren Personen zu prüfen und deren Be-

weiswert – auf Verlangen auch in kontradiktorischer Weise – auf die Probe und in 

Frage zu stellen, wobei von dieser Möglichkeit kein Gebrauch gemacht worden 

sei. Zudem hätten sich weder der Beschuldigte noch der Verteidiger klar dazu ge-

äussert, welche Aussagen bzw. Angaben der Geschädigten und der weiteren 

Personen konkret und im Einzelnen nicht glaubhaft sein sollen (Urk. 110 S. 15 ff.).  

4.3. Die Parteien haben das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsan-

waltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen 

Fragen zu stellen (Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Anwesenheit der Verteidi-

gung bei polizeilichen Einvernahmen richtet sich nach Art. 159 StPO (Art. 147 

Abs. 1 Satz 2 StPO). Bei polizeilichen Einvernahmen der beschuldigten Person 

hat diese das Recht, dass ihre Verteidigung anwesend sein und Fragen stellen 

kann (Art. 159 Abs. 1 StPO). Die Parteien haben somit kein Recht, bei Beweiser-

hebungen durch die Polizei, etwa bei polizeilichen Einvernahmen von Auskunfts-

personen, anwesend zu sein (Umkehrschluss aus Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO). 

Soweit die Polizei Einvernahmen im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, 

stehen den Verfahrensbeteiligten die Verfahrensrechte zu, die ihnen bei Einver-

nahmen durch die Staatsanwaltschaft zukommen (Art. 312 Abs. 2 StPO). Bewei-

se, die in Verletzung dieser Bestimmung erhoben worden sind, dürfen gemäss 

- 21 - 

Art. 147 Abs. 4 StPO nicht zulasten der Partei verwertet werden, die nicht anwe-

send war (Urteil des Bundesgerichtes 6B_886/2017 vom 26. März 2018 E. 2.3.1. 

m.w.H.). 

Das spezifische Teilnahme- und Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf 

rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Es kann nur unter den gesetzli-

chen Voraussetzungen (vgl. Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b 

StPO; siehe auch Art. 101 Abs. 1 StPO) eingeschränkt werden. Auf die Teilnahme 

kann vorgängig oder im Nachhinein ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet 

werden, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem Verteidiger aus-

gehen kann. Ein Verzicht ist auch anzunehmen, wenn die beschuldigte Person es 

unterlässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechende Anträge zu stellen. Der 

Verzicht auf das Anwesenheitsrecht schliesst eine Wiederholung der Beweiser-

hebung aus (Urteil des Bundesgerichtes 6B_886/2017 vom 26. März 2018 

E. 2.3.1., mit Hinweis auf BGE 143 IV 397 E.3.3.1.). 

Gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK hat der Beschuldigte Anspruch darauf, dem Be-

lastungszeugen Fragen zu stellen (vgl. auch Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 

BV). Eine belastende Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn der 

Beschuldigte wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene und hin-

reichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den 

Belastungszeugen zu stellen. Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, muss 

der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage 

prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage 

stellen zu können. Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich die Einvernommene 

in Anwesenheit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussert. Im Regelfall ist 

das Fragerecht dem Beschuldigten und seinem Verteidiger gemeinsam einzu-

räumen. Auf das Konfrontationsrecht kann verzichtet werden (Urteil des Bundes-

gerichtes 6B_886/2017 vom 26. März 2018 E. 2.3.2., m.w.H.). 

4.4. Der Beschuldigte lässt im Berufungsverfahren lediglich die Begehung der 

Tathandlungen zum Nachteil des Geschädigten K._____ bestreiten. Die übrigen 

Anklagevorwürfe wurden von ihm bereits vor Vorinstanz anerkannt und erwuch-

sen – abgesehen vom Vorwurf der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs 

- 22 - 

zum Nachteil des Geschädigten E._____ – zufolge fehlender Anfechtung in 

Rechtskraft (vgl. vorstehend Ziffer II.1.2.). Entsprechend ist die Rüge der Unver-

wertbarkeit auch nur noch im Hinblick auf die bestritten gebliebenen Tathandlun-

gen zum Nachteil des Geschädigten K._____ beachtlich. Letzterer wurde anläss-

lich der staatsanwaltschaftlichen Konfrontationseinvernahme vom 27. Juni 2016 

(Urk. D8/3/2) als Zeuge befragt, wobei der Beschuldigte und dessen Verteidiger 

die Zeugeneinvernahme mittels Videoübertragung mitverfolgen konnten und die 

Möglichkeit hatten, Ergänzungsfragen zu stellen, was auch getan wurde 

(Urk. D8/3/2 S. 15 ff.). Damit sind sowohl die polizeilichen als auch die staatsan-

waltschaftlichen Aussagen des Geschädigten K._____ zweifelsohne verwertbar. 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung sind auch die Aussagen der übrigen Ge-

schädigten und Auskunftspersonen verwertbar. Die Vorinstanz wies diesbezüglich 

bereits zutreffend darauf hin (Urk. 110 S. 17 f.), dass dem Beschuldigten anläss-

lich seiner Einvernahmen der wesentliche Inhalt der polizeilichen Aussagen der 

Geschädigten und Auskunftspersonen vorgehalten wurde (vgl. Urk. D1/8/1-22), so 

dass er und sein Verteidiger dazu in der Lage waren, die belastenden Aussagen 

zu prüfen und sich zu diesen zu äussern oder aber auch die Durchführung einer 

kontradiktorischen Einvernahme zu beantragen, was jedoch nie getan wurde. Die 

Verteidigung stellt sich diesbezüglich auf den Standpunkt, dass das Vorgehen der 

Staatsanwaltschaft zu keinem Zeitpunkt akzeptiert oder auf das Konfrontations-

recht bzw. auf eine Wiederholung der Einvernahmen verzichtet worden sei 

(Urk. 138 S. 10). Wie bereits vorstehend in Ziffer II.4.3. erwähnt, ist nach ständi-

ger Rechtsprechung des Bundesgerichts jedoch auch ein konkludenter Verzicht 

auf das Konfrontationsrecht möglich. Der Beschuldigte und sein Verteidiger ver-

langten zu keinem Zeitpunkt während des gesamten Untersuchungsverfahrens 

die Durchführung einer Konfrontationseinvernahme. Ebensowenig wurde in ir-

gendeiner Weise zum Ausdruck gebracht, dass man nicht damit einverstanden 

war, dass der Beschuldigte nicht mit sämtlichen Zeugen und Auskunftspersonen 

konfrontiert wurde. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der Tatsache, dass sich 

der Beschuldigte betreffend die ihm vorgeworfenen Tathandlungen im Wesentli-

chen geständig zeigte, konnte ohne Weiteres von einem konkludenten Verzicht 

auf das Konfrontationsrecht ausgegangen werden. Angesichts dieser Umstände 

- 23 - 

erweist sich auch die anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erstmali-

ge Geltendmachung der Verletzung des Konfrontationsrechts des Beschuldigten 

als verspätet. Damit ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass sämtliche im Recht 

liegenden Einvernahmeprotokolle der Geschädigten und der weiteren befragten 

Personen auch zulasten des Beschuldigten verwertbar sind. 

III. Sachverhalt und Rechtliche Würdigung 

A. Vorbemerkungen 

1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-

halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argu-

mente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus 

Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, 

dass der einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 137 IV 219 

E. 7.3. mit Hinweisen; BGE 127 I 38 E. 2a). Das heisst der verfolgende Staat hat 

dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nach-

zuweisen (Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Handbuch des schweizerischen Straf-

prozessrechts, 3. A. Zürich/St. Gallen 2017 [kurz: Handbuch], Rz 216 f.) und nicht 

der Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesgerichtes 

6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.2). Als Beweiswürdigungsregel be-

sagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den 

Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei ob-

jektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob 

sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 138 V 74 E. 7; BGE 128 I 81 E. 2 

mit Hinweisen). 

2. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-

dung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne 

dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich in-

soweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

- 24 - 

legt werden muss (Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Praxiskommentar StPO, 

a.a.O., Art. 10 N 2a; Tophinke in: BSK StPO, a.a.O., Art. 10 N 21). 

3. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu 

beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen (Urteil des Bun-

desgerichtes 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 3.3. mit Hinweisen). Der Indi-

zienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. Indizien sind sogar unentbehr-

lich zur Aufdeckung innerer Tatsachen wie des Vorsatzes. Es ist zulässig, aus der 

Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit 

einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft 

hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden 

Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (Urteil des Bundesgerichtes 

6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 mit Hinweisen auf Kommentierung 

und Rechtsprechung). Der Indizienprozess als solcher verletzt gemäss Bundes-

gericht somit weder die Unschuldsvermutung noch die aus ihr abgeleiteten Teil-

rechte. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet auf das einzelne Indiz keine An-

wendung (Urteile 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8; 6B_291/2016 

vom 4. August 2016 E. 2.1 und 6B_527/2014 vom 26. September 2014 E. 2.1). 

4. Auf die Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung und der Vertre-

tung der Privatklägerschaft zur Sache ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass 

die Behörde die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

troffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksich-

tigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr 

kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es 

müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1. mit Hinweisen). 

- 25 - 

5. Die Vorinstanz hat sich mit jedem Sachverhaltsabschnitt der Anklageschrift 

ausführlich auseinandergesetzt. Dabei hat sie vorerst die zur Beurteilung des um-

strittenen Sachverhalts zur Verfügung stehenden relevanten Beweismittel voll-

ständig aufgezählt und die im vorliegenden Verfahren relevanten Aussagen je-

weils zu den einzelnen Anklagepunkten zusammenfassend detailliert und korrekt 

aufgeführt. Diese konzisen Aussagenzusammenfassungen sind hier nicht zu wie-

derholen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die Aussagen der einzelnen Beteiligten ist 

nachfolgend, soweit notwendig, im betreffenden Sachverhaltsabschnitt zurückzu-

kommen. Ebenfalls sind, wo nötig, Ergänzungen oder Korrekturen im Rahmen der 

nachfolgenden Erwägungen zu den einzelnen Anklagepunkten anzubringen. 

 

B. Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im 
Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 4 StGB zN des Geschädigten 
E._____ (Dossier 4) 

1. Anklagevorwurf 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, sich und den Geschädigten 

E._____ zu nicht näher bekannten Zeitpunkten zwischen dem 12. August 2005 

und dem 11. August 2012, mithin als der Geschädigte E._____ 9- bis 15-jährig 

war, mindestens 12 mal gefilmt zu haben, als er am sedierten bzw. tief schlafen-

den Geschädigten die in der Anklageschrift beschriebenen sexuellen Handlungen 

vornahm (Urk. D1/27 S. 17 f.). 

2. Parteistandpunkte 

2.1. Durch die Nichtanfechtung der bezüglich E._____ erfolgten Schuldsprüche 

wegen sexueller Nötigung und sexueller Handlungen mit Kindern ist unter Heran-

ziehen der vorinstanzlichen Urteilserwägungen dazu (Urk. 110 S. 41-42, S. 72-77) 

und dem Geständnis des Beschuldigten bezüglich der sexuellen Übergriffe 

(Urk. 8/22 S. 13 ff.) von einer Anerkennung der dem Beschuldigten diesbezüglich 

in der Anklageschrift vorgeworfenen Handlungen auszugehen, wobei die Vo-

rinstanz zugunsten des Beschuldigten den Beginn der inkriminierten Taten auf 

August 2007 festsetzte und die Anzahl der Übergriffe korrigierte. So liegen den 

- 26 - 

Schuldsprüchen 78 bis 104 Vorfälle im Bett des Beschuldigten und 72 bis 96 Vor-

fälle auf dem Sofa in der Wohnung des Beschuldigten zugrunde (Urk. 110 S. 42). 

2.2. Der Beschuldigte bestreitet angesichts der bei ihm zuhause sichergestellten 

und ausgewerteten Datenträger, worauf sich auch die 12 Filmaufnahmen von den 

durch ihn am Geschädigten E._____ vorgenommenen sexuellen Handlungen be-

finden (Urk. D1/8/11 S. 1), zu Recht den Anklagevorwurf nicht. Die Vorinstanz 

hielt denn auch bezüglich der fehlenden Einwilligung in die Aufnahmen fest, dass 

keiner der Geschädigten von den nächtlichen Übergriffen des Beschuldigten und 

den davon bestehenden Film- und Fotoaufnahmen etwas wusste (Urk. 110 S. 34). 

Die Anfechtung des vorinstanzlichen Schuldspruchs stützt sich denn auch einzig 

auf die abweichende Haltung in Bezug auf die Rechtzeitigkeit des Strafantrags. 

Für das vorliegende Urteil ist somit ohne weiteres vom anklagegemäss erstellten 

Sachverhalt auszugehen. 

3. Rechtliche Würdigung 

Die Vorinstanz nahm eine zutreffende rechtliche Würdigung des Sachverhaltes 

vor und subsumierte das inkriminierte Verhalten zu Recht unter Art. 179quater 

Abs. 1 und 4 StGB, da der Beschuldigte mit den 12 Filmaufnahmen mehrfach ei-

ne Tatsache aus dem Geheimbereich oder zumindest eine nicht jedermann ohne 

weiteres zugängliche Tatsache aus dem Privatbereich eines anderen ohne des-

sen Einwilligung auf einen Bildträger aufgenommen hatte (Urk. 110 S. 80 f.). Ent-

sprechend ist der Beschuldigte wegen mehrfacher Verletzung des Geheim- oder 

Privatbereichs durch Aufnahmegeräte auch zum Nachteil des Geschädigten 

E._____ schuldig zu sprechen und dafür angemessen zu bestrafen. 

C. Mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB und 
mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 
Ziff. 1 StGB zN des Gesch. K._____ (Dossier 8) 

1. Anklagevorwurf 

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten bezüglich des Geschädigten 

K._____ (Dossier 8) vor, zu nicht näher bekannten Zeitpunkten im Zeitraum zwi-

- 27 - 

schen ca. dem 4. Oktober 2005 und ca. dem 3. Oktober 2007, als der Geschädig-

te K._____ 9- bis 10-jährig war, anlässlich einer von insgesamt mindestens drei 

Übernachtungen des Geschädigten bei ihm zuhause dem Geschädigten K._____ 

ein nicht bekanntes, sedierendes bzw. schlafförderndes Medikament verabreicht 

zu haben, das er vorgängig mutmasslich einem Süssgetränk beigemischt hatte 

und das der Geschädigte hernach einnahm. Dies habe der Beschuldigte getan, 

um ungestört und ohne Gegenwehr mit dem Geschädigten K._____ sexuelle 

Handlungen vornehmen zu können. Als das Medikament noch nicht ganz gewirkt 

und sich der Geschädigte in einem Dämmerzustand befunden habe, hätten sich 

der Beschuldigte und der Geschädigte K._____ gegenseitig auf den Mund ge-

küsst, wobei der Geschädigte bäuchlings auf dem Beschuldigten gelegen sei, der 

seinerseits rücklings auf dem Bett gelegen habe. Währenddessen habe der Be-

schuldigte in die Pyjamahose des Geschädigten gegriffen und während einigen 

Minuten das entblösste Glied des Geschädigten frottiert. Der Geschädigte 

K._____ habe ebenfalls in die Pyjamahose des Beschuldigten gegriffen und des-

sen Glied einige Minuten frottiert, bis der Beschuldigte zum Samenerguss gelangt 

sei. Dabei habe der Beschuldigte gewusst, dass der Geschädigte das 16. Alters-

jahr noch nicht zurückgelegt hatte und dass sich dieser in einer Halbsedierung 

bzw. in einem Dämmerzustand befunden habe und sich somit nicht gegen die 

Handlungen zur Wehr habe setzen können (Urk. D1/27 S. 33-34). 

1.2. Da der Schuldpunkt mit Bezug auf den Geschädigten K._____ nur vom Be-

schuldigten (und nicht auch von der Staatsanwaltschaft) angefochten wurde, ist in 

Nachachtung des Verschlechterungsverbots der vorinstanzliche Freispruch hin-

sichtlich des weiteren Vorwurfs einer sexuellen Handlung mit einem Kind zum 

Nachteil des Geschädigten K._____ anlässlich eines Duschvorgangs (Urk. D1/27 

S. 35) zu beachten (Urk. 110 S. 63-66 E. 3.12.12.1-12.) und ist daher dieses Tat-

geschehen nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, auch wenn sich 

dieser Freispruch richtigerweise trotz der mehrfachen Verurteilung betreffend das 

gleiche Delikt gegenüber anderen Geschädigten im Dispositiv des vorinstanzli-

chen Entscheids niederzuschlagen gehabt hätte (BGE 142 IV 378). 

- 28 - 

2. Einwendungen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte liess gegen die Schuldsprüche wegen sexueller Handlungen mit 

einem Kind und wegen sexueller Nötigung zum Nachteil von K._____ zusam-

mengefasst einwenden, dass er die sexuellen Handlungen zum Nachteil sämtli-

cher Geschädigten, mit Ausnahme von K._____, zugegeben habe. Es sei deshalb 

naheliegend, dass er auch die Tathandlungen gegenüber K._____ zugeben wür-

de, hätten diese stattgefunden (Urk. 138 S. 12). Die Vorinstanz sei zum Schluss 

gekommen, dass die Aussagen des Geschädigten K._____ aufgrund fehlender 

nennenswerter Widersprüche oder Ungereimtheiten glaubhaft seien, wobei Wis-

sens- und Erinnerungslücken zu dessen Gunsten gewertet worden seien. Dass 

der Geschädigte K._____ seine Schilderungen und Belastungen selbst in Frage 

gestellt habe, habe das Gericht ebenfalls als Zeichen der Glaubhaftigkeit seiner 

Aussagen gewertet (Urk. 138 S. 13). Solche Zweifel an den eigenen Aussagen 

und Erinnerungen würden die Beweisqualität der Aussagen jedoch nicht erhöhen. 

Der Geschädigte K._____ habe durchgehend erhebliche Zweifel an seinen Aus-

sagen geäussert und sogar selbst eingeräumt, es könnte auch nur ein Traum ge-

wesen sein. Zudem habe er in seiner polizeilichen Einvernahme die sexuellen 

Handlungen bestritten. Auf die ihm gestellte Frage, was er von den Anschuldi-

gungen der übrigen Geschädigten gegenüber dem Beschuldigten halte, habe er 

geantwortet, dass er dies nicht vom Beschuldigten erwartet hätte, was soviel 

heisse wie, dass er sich das nicht vorstellen könne. Die Aussagen des Geschä-

digten K._____ seien viel zu unklar und es könne auf deren Basis nicht mit der er-

forderlichen Sicherheit angenommen werden, dass der Beschuldigte den Ge-

schädigten sediert und dann sexuell genötigt habe (Urk. 138 S. 13 f.). Aus der 

Sicht des Beschuldigten habe es auch keinen Grund dafür gegeben, den Ge-

schädigten K._____ zu sedieren, da er diesen ja weder fotografiert noch gefilmt 

habe. Der Beschuldigte habe die Geschädigten nur dann sediert, wenn er von 

diesen Film-oder Fotoaufnahmen habe machen wollen (Prot. II S. 29). Es könne 

letztendlich nicht ausgeschlossen werden, dass der Geschädigte K._____ tat-

sächlich "nur" geträumt habe, wonach es zwischen ihm und dem Beschuldigten 

zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Es könne dem Beschuldigten jedenfalls 

- 29 - 

nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden, dass er die anklagegegenständli-

chen sexuellen Handlungen zum Nachteil des Geschädigten K._____ begangen 

habe (Urk. 138 S. 15). 

3. Rechtsgrundlagen 

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen und namentlich die Tatbestände 

der sexuellen Nötigung (Art. 189 StGB) und der sexuellen Handlungen mit Kin-

dern (Art. 187 StGB) korrekt dargelegt (Urk. 110 S. 72 und 74 f.), so dass darauf 

verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu keinen weiteren Bemerkungen 

Anlass gibt sodann, dass unter den Tatbestand auch fällt, wer sein Opfer narkoti-

siert oder betäubt (Urk. 110 S. 75). Sie hat ebenfalls zutreffend darauf hingewie-

sen, dass wegen der Verschiedenheit der Rechtsgüter echte Idealkonkurrenz an-

zunehmen ist, wenn sexuelle Handlungen mit Kindern zugleich den Tatbestand 

der sexuellen Nötigung erfüllen (Urk. 110 S. 74). Dies entspricht im Übrigen der 

ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtes (BGE 124 IV 154 E. 3.a; Urteil 

des Bundesgerichtes 6B_173/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 1.3.1; je mit Hin-

weisen). 

4. Subsumtion 

4.1. Die Vorinstanz hat die massgebenden Aussagen des Beschuldigten, des 

Geschädigten K._____ und dessen als Zeugin befragter Mutter korrekt zusam-

menfassend dargelegt (Urk. 110, S. 50-58), worauf vorab zur Vermeidung unnöti-

ger Wiederholungen verwiesen werden kann. 

4.2. Die Vorinstanz hielt aufgrund der Aussagenwürdigung der Beteiligten fest, 

dass keine Gründe ersichtlich seien, weshalb der Geschädigte K._____ den Be-

schuldigten, der sein Götti war, zu Unrecht belasten sollte (Urk. 110 S. 58). Hinzu 

komme, dass das Vorgehen und der Ablauf der Geschehnisse betreffend den 

Geschädigten K._____ stark demjenigen bei den anderen Geschädigten gleiche, 

indem sich der Geschädigte wiederholt alleine in der Wohnung des Beschuldigten 

aufgehalten hatte, bevor es schliesslich auf Anregung des Beschuldigten zu 

Übernachtungen und/oder Übernachtungsversuchen bei ihm gekommen sei und 

- 30 - 

der Beschuldigte regelmässig auch den anderen Geschädigten vor dem Schla-

fengehen noch ein Getränk, meistens Eistee im Tetrapak von der Migros, gege-

ben und man zusammen im Bett des Beschuldigten geschlafen habe. 

In den Schilderungen des Geschädigten K._____ liessen sich sodann keine nen-

nenswerten Widersprüche o.ä. erkennen. Seine Aussagen seien strukturiert, de-

tailliert, logisch konsistent, ungesteuert, gefühlsbeteiligt und insofern glaubhaft 

(Urk. 110 S. 60). Es sei richtig, dass der Geschädigte lange damit zugewartet ha-

be, sich seiner Mutter gegenüber zu offenbaren und ihr vom nächtlichen Übergriff 

zu erzählen und dass er anlässlich seiner ersten Einvernahme zunächst nichts 

von den sexuellen Handlungen berichtet, sondern erst auf Nachfrage davon er-

zählt habe, wobei er angegeben habe, dass er sich "nicht (ganz) sicher" sei, ob es 

wirklich passiert oder nur ein Traum gewesen sei. Diese Umstände seien jedoch 

ohne Weiteres dadurch erklärbar, dass der Geschädigte K._____ zum Zeitpunkt 

der fraglichen Übernachtungen erst 7 oder 8 Jahre alt gewesen sei und noch kei-

nerlei sexuellen Erfahrungen gehabt habe. Es gebe sodann keine Anhaltspunkte 

dafür, dass der Geschädigte K._____ sich mit anderen Geschädigten abgespro-

chen habe. Weiter dürfte es ihm schwer gefallen sein, das Erlebte korrekt einzu-

ordnen, insbesondere das dahinter stehende sexuelle Motiv des Beschuldigten zu 

erkennen, zumal es sich beim Beschuldigten um seinen Götti gehandelt habe. 

Sodann habe der Geschädigte K._____ wiederholt und mit Nachdruck ausgesagt, 

dass ihm das Ganze peinlich sei und dass er nicht schwul sei. Das peinliche Be-

rührtsein aufgrund des Erlebten und die Angst, nun als schwul zu gelten, hätten 

den Geschädigten offenbar psychisch stark belastet und gehemmt. Dies habe ihn 

wohl während Jahren dazu bewogen zu schweigen und das Erlebte zu verdrän-

gen, was wiederum dazu geführt habe, dass er sich im Laufe der Zeit auch nicht 

mehr (ganz) sicher gewesen sei, ob das damals passiert oder nur ein Traum ge-

wesen sei. Insgesamt betrachtet erscheine es praktisch ausgeschlossen, dass 

der Geschädigte seine Schilderungen der Ereignisse, insbesondere des nächtli-

chen Übergriffs, auch ohne realen Erlebnishintergrund gemacht haben könnte. Im 

Ergebnis bestünden keine vernünftigen bzw. erheblichen und unüberwindlichen 

Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt im Wesentlichen so, wie in der Anklage-

schrift wiedergegeben, ereignet habe (Urk. 110 S. 60 f.). 

- 31 - 

4.3. Im Ergebnis kann dieser vorinstanzlichen Beweiswürdigung nicht gefolgt 

werden. 

4.3.1. Was das Zustandekommen des Kontakts zum Beschuldigten, dessen 

Verhältnis zum Geschädigten K._____ und den allgemeinen Ablauf der Besuche 

betrifft erwog die Vorinstanz zurecht, dass sich die Aussagen des Geschädigten 

K._____ im Wesentlichen als widerspruchsfrei, in sich logisch und relativ detail-

liert erweisen. Dieser führte aus, dass seine Mutter den Beschuldigten über deren 

Schwester kennengelernt habe. Die Übernachtungen beim Beschuldigten hätten 

erst stattgefunden, nachdem der Beschuldigte sein Götti geworden sei 

(Urk. D8/3/1 S. 1 f; Urk. D8/3/2 S. 6). Der Beschuldigte hätte jeweils ihn oder sei-

ne Mutter gefragt, ob er bei ihm übernachten wolle (Urk. D8/3/1 S. 4; Urk. D8/3/2 

S. 6). Daraufhin hätte er jeweils an den Wochenenden beim Beschuldigten über-

nachtet, wobei er sich bezüglich der konkreten Anzahl von Übernachtungen nicht 

sicher war und diese bei seiner polizeilichen Befragung mit "ca. 7 oder 8 Mal" und 

bei seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme mit "mindestens 3 Mal" beziffer-

te (Urk. D8/3/1 S. 2; Urk. D8/3/2 S. 6). Die Übernachtungen seien aber nicht so 

gut gegangen, da er immer Heimweh gehabt und geweint habe. Er habe deswe-

gen auch mehrere Male von seiner Mutter abgeholt werden müssen, wobei es 

einmal auch vorgekommen sei, dass ihn seine Mutter mitten in der Nacht habe 

abholen müssen, weil er so stark geweint habe (Urk. D8/3/1 S. 2, Urk. D8/3/2 

S. 15). Sein Heimweh habe den Beschuldigten genervt, weshalb dieser auch kei-

ne weiteren Übernachtungen gewollt habe und schliesslich der Kontakt gänzlich 

abgebrochen sei, was der Geschädigte K._____ schade gefunden habe 

(Urk. D8/3/1 S. 2 f.; Urk. D8/3/2 S. 13). Er habe sich gerne beim Beschuldigten 

aufgehalten, da dieser eine Playstation, eine Xbox und coole Filme gehabt habe 

(Urk. D8/3/1 S. 3; Urk. D8/3/2 S. 7). Die Übernachtungen seien so abgelaufen, 

dass man zu Abend gegessen und TV oder einen Film geschaut bzw. Videospiele 

gespielt und dann schlafen gegangen sei, wobei es vor dem Schlafengehen je-

weils kalten Eistee aus der Migros zu trinken gegeben habe (Urk. D8/3/1 S. 3 f.; 

Urk. D8/3/2 S. 7 und 11). Er habe in der Regel beim Beschuldigten im Bett, ein-

mal jedoch in einem separaten Zimmer geschlafen, weil er Heimweh gehabt und 

geweint habe und den Beschuldigten nicht habe stören wollen bzw. dieser ihm 

- 32 - 

gesagt habe, er solle doch versuchen in einem anderen Zimmer zu schlafen 

(Urk. D8/3/1 S. 3; Urk. D8/3/2 S. 7 f.). 

4.3.2. Zur eigentlichen Tathandlung gab der Geschädigte K._____ im Rah-

men seiner polizeilichen Einvernahme an, dass er und der Beschuldigte zusam-

men im Schlafzimmer im Bett gelegen seien und TV geschaut hätten, worauf der 

Beschuldigte ihn – ohne Zunge – auf den Mund geküsst und ihm etwa 5 bis 10 

Minuten "am Penis hin und her gemacht" habe. Der Beschuldigte habe ihm die 

Pyjamahose runtergezogen oder in diese reingefasst. Es sei nur ein Mal passiert. 

Der Fernseher sei währenddessen gelaufen. Der Beschuldigte sei auf seinem 

Rücken gelegen und er "eine Art auf ihm". Dann habe es Küsse gegeben. Er ha-

be den Beschuldigten auch auf den Mund geküsst. Letzterer habe dann zuerst 

den Penis des Geschädigten K._____ gerieben und ihm dann gezeigt, wie dieser 

den Penis des Beschuldigten reiben solle. Der Penis des Beschuldigten sei feucht 

geworden. Was dann gewesen sei, daran erinnere er sich nicht mehr (Urk. D8/3/1 

S. 6 ff.). 

Anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 27. Juni 2016 hielt 

der Geschädigte K._____ zum genauen Tathergang zunächst fest, dass er nicht 

mehr wisse, wie die sexuellen Handlungen mit dem Beschuldigten ganz genau 

abgelaufen seien. Er wisse nur noch, dass er einmal bei einer Übernachtung auf 

einmal auf dem rücklings liegenden Beschuldigten gelegen sei, sie sich geküsst 

und gegenseitig ihre Penisse berührt hätten. Es seien ganz normale Küsse auf 

den Mund gewesen, keine Zungenküsse. Auf wessen Initiative es zu diesen Küs-

sen gekommen sei, wisse er nicht. Der Beschuldigte habe ihm glaublich in die Py-

jamahose gefasst und am Penis hin und her gerieben. Er habe das Gleiche getan, 

wie der Beschuldigte, wobei er auch nicht ganz genau wisse, ob dieser ihm ge-

sagt oder gezeigt habe, wie er dies tun solle. Er habe dem Beschuldigten glaub-

lich auch in seine Hosen gefasst. Wie lange das gegenseitige Frottieren gedauert 

habe, wisse er nicht. Er denke es seien ein paar Minuten oder Sekunden gewe-

sen. Er habe sodann beim Beschuldigten etwas Feuchtes gespürt, was er auch 

bei der Polizei ausgeführt habe (Urk. D8/3/2 S. 8 ff.). 

- 33 - 

4.3.3. Abgesehen davon, dass sich die Aussagen des Geschädigten K._____ 

hinsichtlich der Tathandlung als relativ knapp erweisen, beinhalten sie im Kernge-

schehen auch einige kleinere Unsicherheiten. Der Geschädigte K._____ konnte 

einerseits nicht sagen, wie er plötzlich auf dem Beschuldigten zu liegen gekom-

men war (Urk. D8/3/1 S. 6; Urk. D8/3/2 S. 9). Weiter wusste er auch nicht, auf 

wessen Initiative es zu den Küssen gekommen sei oder ob der Beschuldigte ihm 

die Pyjamahosen abgezogen oder in diese hineingefasst habe (Urk. D8/3/1 S. 7; 

Urk. D8/3/2 S. 9). Nachdem er in der polizeilichen Einvernahme noch angegeben 

hatte, dass der Beschuldigte ihm gesagt bzw. gezeigt habe, wie er dessen Penis 

berühren solle, verneinte er anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, 

dass der Beschuldigte ihm solche Anweisungen gegeben habe bzw. ergänzte, 

dass er es nicht mehr genau wisse (Urk. D8/3/1 S. 7; Urk. D8/3/2 S. 10). 

4.3.4. Entscheidender ist jedoch vielmehr, dass der Geschädigte K._____ 

seine belastenden Aussagen immer wieder relativierte bzw. die Begründetheit 

seiner Vorwürfe in Frage stellte. 

4.3.4.1. Anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme verneinte der Geschädigte 

K._____ zunächst bis zum eigentlichen Ende der Befragung, dass es zum sexuel-

len Kontakt mit dem Beschuldigten gekommen sei (Urk. D8/3/1 S. 1 ff.). Über die 

dem Beschuldigten gemachten Anklagevorwürfe zeigte er sich zudem erstaunt 

("Das hätte ich jetzt nicht von ihm erwartet. Er kam immer sehr nett rüber." 

[Urk. D8/3/1 S. 2]). Erst als er gefragt wurde, ob er der Befragung noch etwas bei-

fügen wolle, erzählte er schliesslich vom Übergriff durch den Beschuldigten 

(Urk. D 8/3/1 S. 5), wobei er aber wiederum relativierend anfügte, dass er nicht 

mehr wisse, ob er zum Zeitpunkt der Tat ganz bei sich gewesen sei. Es sei wie 

ein Traum gewesen. Er wisse darum auch nicht, ob er ganz wach gewesen sei 

(Urk. D8/3/1 S. 6). Er habe auch einmal seiner Mutter davon erzählt, wobei er ihr 

auch gesagt habe, dass er sich nicht sicher sei, ob es ein Traum gewesen sei. Er 

habe dabei geweint und gedacht, sie könnte es falsch verstehen, sie könnte mei-

nen, er sei schwul, was er aber nicht sei. Seine Mutter habe ihn aufgemuntert und 

gesagt, dass es sicher nur ein Traum gewesen sei, so wie eine Mutter dies halt 

tue (Urk. D8/3/1 S. 8). 

- 34 - 

4.3.4.2. Nachdem der Geschädigte K._____ anlässlich seiner staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme den Tathergang nochmals geschildert hatte, hielt er 

wiederum ergänzend fest, dass er bereits bei der Polizei gesagt habe, dass er 

sich nicht zu 100 Prozent sicher sei, ob es in Wirklichkeit so oder nur ein Traum 

gewesen sei. Bei einem Traum sei man ja, wie so nicht wirklich ganz wach. Es sei 

dann wie unecht (Urk. D8/3/2 S. 8 ff.). Darauf angesprochen, dass er bereits in 

der polizeilichen Einvernahme gesagt habe, dass er sich zur Tatzeit so gefühlt 

habe, als ob er nicht richtig wach gewesen sei und was er damit gemeint habe, 

gab der Geschädigte K._____ an, dass im Traum ja eh alles anders sei. Da sei ja 

alles verschwommen und man fühle sich auch anders. Irgendwie fühle er sich 

auch so. Er könne es nicht richtig beschreiben. Es sei auch schon sehr lange her 

(Urk. D8/3/2 S. 11). Als er sich seiner Mutter anvertraut habe, habe er ihr auch 

gesagt, dass es sich wie ein Traum angefühlt habe, worauf sie ihn getröstet und 

erwidert hätte, dass es sich bestimmt nur um einen Traum gehandelt habe 

(Urk. D8/3/2 S. 13). Danach gefragt, was er seiner Mutter konkret erzählt habe, 

antwortete der Geschädigte K._____, dass er "von A._____ geträumt habe und 

dass es so war". Er wisse nicht mehr genau, was er ihr erzählt habe. Er wisse, 

dass er ihr gesagt habe, dass sie sich geküsst hätten und dass es sich wie ein 

Traum angefühlt habe. Ob er ihr davon erzählt habe, dass sie sich gegenseitig an 

den Penis gefasst hätten, wisse er nicht mehr. Seine Mutter habe ihm dann ge-

sagt, dass es sich bestimmt nur um einen Traum gehandelt habe und nichts pas-

siert sei. Er brauche keine Angst zu haben. Sie habe ihn aufmuntern wollen 

(Urk. D8/3/2 S. 13 f.). Von der Verteidigung am Ende der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme darauf angesprochen, dass der Beschuldigte bestreite, dass es zu 

sexuellen Handlungen gekommen sei, hielt der Geschädigte K._____ wiederum 

fest: "Ich sagte, dass ich es geträumt habe. Ich sagte, dass ich nicht sicher war, 

ob das wirklich passiert ist, oder ob ich das nur geträumt habe." [Urk. D8/3/2 

S. 17]). 

4.3.5. Aus den vorstehenden Aussagen erhellt, dass es vorliegend an einer 

klaren und eindeutigen Belastung des Beschuldigten durch den Geschädigten 

K._____ fehlt. Letzterer hielt es bis zum Ende der Untersuchung für möglich, dass 

der von ihm geschilderte Übergriff durch den Beschuldigten nie stattgefunden und 

- 35 - 

er diesen lediglich geträumt habe. Auch wenn sich seine Aussagen deswegen 

zwar nicht als grundsätzlich unglaubhaft erweisen, kann nicht von der zweifels-

freien Erstellung des Anklagesachverhalts ausgegangen werden, wenn sich nicht 

einmal der von der angeklagten Tathandlung direkt betroffene Geschädigte 

K._____ wirklich sicher war, ob er tatsächlich das Opfer eines sexuellen Über-

griffs durch den Beschuldigten wurde. Weiter ist auch nicht ersichtlich, weshalb 

der Beschuldigte von den ihm in hundertfacher Anzahl vorgeworfenen sexuellen 

Übergriffen lediglich eine einzige Tathandlung bestreiten sollte, zumal ihm dies 

auch im Hinblick auf die Festlegung der Strafhöhe keine substantiellen Vorteile 

bringen würde. Der Beschuldigte ist damit in Nachachtung des Grundsatzes in 

dubio pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO) vom Vorwurf der sexuellen Nötigung im Sinne 

von Art. 189 StGB und der sexuellen Handlungen mit einem Kind im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB zum Nachteil von K._____ freizusprechen.  

IV. Strafzumessung 

A. Parteistandpunkte und Vorinstanz 

1. Der Beschuldigte beantragt eine Bestrafung mit 7 Jahren Freiheitsstrafe statt 

der von der Vorinstanz ausgefällten Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 4 Monaten 

(Urk. 115 S. 3; Urk. 138 S. 4; Prot. II S. 8). 

1.1. Zur Begründung liess er namentlich ausführen, dass die Erwägungen der 

Vorinstanz zur Strafzumessung über weite Strecken zutreffend seien und soweit 

auch akzeptiert würden. Beanstandet werde, dass die Vorinstanz grundlos den 

oberen gesetzlichen Strafrahmen der schwersten Tat überschritten habe, um die 

verschuldensangemessene Strafe festzusetzen (Urk. 138 S. 16). 

1.2. Betreffend die mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB sei die von der Vorinstanz getroffene Annahme, bei der Sedierung habe die 

Gefahr einer Überdosierung und damit verbunden auch die Gefahr einer ernsthaf-

ten gesundheitlichen Schädigung bestanden, nicht haltbar, da der Beschuldigte 

den Geschädigten nicht bei jedem Besuch Dormicum verabreicht habe, sondern 

- 36 - 

nur, wenn er von diesen Filmaufnahmen habe machen wollen (Urk. 138 S. 16 f.; 

Prot. II S. 29). Zudem sei die Gefahr der Überdosierung nicht Gegenstand der 

Anklageschrift. Weiter gehe es nicht an, dass bei der Würdigung der subjektiven 

Tatschwere der sexuellen Nötigungen der rein egoistische Beweggrund der Er-

langung sexueller Befriedigung und Erregung straferhöhend gewichtet worden 

sei, da ein solcher Beweggrund allen Sexualdelikten inhärent sei. Insgesamt sei 

das Verschulden des Beschuldigten im mittleren Bereich einzustufen (Urk. 138 

S. 17). Dies gelte auch für das Verschulden betreffend die mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB. 

1.3. Hinsichtlich der Täterkomponente und des Nachtatverhaltens brachte die 

Verteidigung vor, dass die Einsicht des Beschuldigten in das Unrecht seiner Taten 

heute umfassend und die Reue für das den Opfern zugefügte Leid tief sei und mit 

fortschreitender Therapiedauer laufend zunehme. Zudem habe er sich während 

der ganzen Untersuchung stets kooperativ verhalten und sei von Anfang an be-

müht gewesen, an der Aufklärung der von ihm begangenen Straftaten mitzuwir-

ken. So habe er sich bereits im Vorverfahren weitgehend geständig gezeigt und 

anlässlich der Berufungsverhandlung zudem auch die Sedierungen der Kinder 

nicht mehr bestritten (Urk. 138 S. 17 und 19). 

1.4. Insgesamt sei die für die schwerste Tat vorinstanzlich festgesetzte Einsatz-

strafe mit 7 Jahren zu hoch ausgefallen und dürfe höchstens im Bereich von 5 

Jahren festgesetzt werden. Sodann sei die Einsatzstrafe aufgrund der mehrfa-

chen sexuellen Handlungen mit Kindern nur um 9, statt um 15 Monate zu erhö-

hen. Die übrigen von der Vorinstanz vorgenommenen Erhöhungen der Einsatz-

strafe um insgesamt 15 Monate seien dagegen angemessen, womit eine Frei-

heitsstrafe von höchstens 7 Jahren dem Verschulden des Beschuldigten ange-

messen sei (ebenda S. 19). 

2. Die Staatsanwaltschaft erachtet demgegenüber die von der Vorinstanz aus-

gefällte Sanktion als zu niedrig und beantragt eine Bestrafung mit 12 Jahren Frei-

heitsstrafe (Urk. 113 S. 3; Urk. 137 S. 2). Sie begründet das massgeblich damit, 

dass es sich angesichts einer Delinquenz des Beschuldigten über einen Zeitraum 

von über 20 Jahren ausnahmsweise rechtfertige, den ordentlichen Strafrahmen 

- 37 - 

auszuweiten. Die Maximalstrafe für die weit überwiegende Anzahl der vom Be-

schuldigten begangenen mehrfachen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB liege bei fünf Jahren Freiheitsstrafe, was vorliegend als zu 

milde zu betrachten sei. Der Beschuldigte habe die meisten Geschädigten zahl-

reiche Male mit einem sedierenden bzw. schlaffördernden Medikament sediert, 

wobei gemäss Gutachten des IRM die Gefahr der Überdosierung und damit ein-

hergehend oder auch unabhängig davon die Gefahr einer ernsthaften gesundheit-

lichen Schädigung, je nach Konstellation, bis zum Tod, bestanden habe. Durch 

diese mehrfache skrupellose Gefährdung der Kinder einzig zwecks Befriedigung 

seiner sexuellen Triebe, den Missbrauch über Jahre hinweg und die mehrfache 

Verletzung von verschiedenen Tatbeständen sei auch die in Art. 189 StGB betref-

fend die sexuelle Nötigung angedrohte Höchststrafe von 10 Jahren Freiheitsstrafe 

als zu mild zu betrachten, weshalb der ordentliche Strafrahmen zu erweitern sei. 

Als Einsatzstrafe seien 8 Jahre (statt 7) angemessen. Da der Beschuldigte bezüg-

lich der Sedierung bis zur vorinstanzlichen Hauptverhandlung weder einsichtig 

noch geständig gewesen sei, dürfe sich die Täterkomponente entgegen der Vor-

instanz nicht spürbar strafmindernd auswirken. Die Einsatzstrafe sei statt zu min-

dern, um 8 Monate zu erhöhen (Urk. 113 S. 2; Urk. 137 S. 3). In Bezug auf die 

Straferhöhung wegen der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sin-

ne von Art. 187 StGB sei angesichts der zwischen 437 und 497 Vorfällen eine Er-

höhung um 24 Monate (statt 15) angemessen. Betreffend den Schuldspruch we-

gen Pornographie rechtfertige sich vor dem Hintergrund der grossen Anzahl Bil-

der und Filme von über 30'000 eine Erhöhung um 8 Monate, zumal diesbezüglich 

ein Geständnis angesichts der klaren Beweislage nicht gross strafmindernd zu 

berücksichtigen sei. Schliesslich sei auch die Straferhöhung wegen der Verlet-

zung von Art. 179quater StGB, 136 StGB und 19bis BetmG durch die Vorinstanz zu 

milde ausgefallen. Es rechtfertige sich diesbezüglich eine Erhöhung um 8 Monate 

und das Teilgeständnis diesbezüglich sei ebenfalls nicht stark zu gewichten, da 

der Beschuldigte nur teilgeständig gewesen sei und die abgegebene Menge als 

geringer bezeichnet habe als dies die Geschädigten getan hätten (Urk. 113 S. 3; 

Urk. 137 S. 3f.). 

- 38 - 

3. Die Vorinstanz bildete angesichts der Tatmehrheit in Anwendung des Aspe-

rationsprinzips eine Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Sie fällte ei-

ne Gesamtfreiheitsstrafe von 9 Jahren und 4 Monaten Freiheitsstrafe aus, indem 

sie die hypothetische Einsatzstrafe für das schwerste Delikt, die mehrfache sexu-

elle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, auf 7 Jahre Freiheitsstrafe fest-

setzte und diese für die weiteren erfüllten Tatbestände um 2 Jahre und 4 Monate 

erhöhte (Urk. 110 S. 113-115). 

B. Strafzumessung 

1. Grundsätze 

1.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung und des 

anwendbaren Rechts korrekt dargelegt (Urk. 110 S. 94-100), so dass vorab da-

rauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.2. Die Vorinstanz ging gedanklich für alle Delikte davon aus, dass diese nur mit 

einer Freiheitsstrafe adäquat zu sanktionieren seien (Urk. 110 S. 79, 100 und 

113 f.). Soweit und sofern die Vorinstanz annimmt, eine Gesamtstrafenbildung er-

gebe sich alleine schon aus dem Umstand, dass die vom Beschuldigten erfüllten 

Straftatbestände mit gleichartigen Strafen, nämlich mit Geld- oder Freiheitsstrafe, 

bedroht seien (Urk. 110 S. 97), verkennt sie jedoch, dass die Bildung einer Ge-

samtstrafe voraussetzt, dass für die einzelnen Delikte – hypothetisch – konkrete 

Einzelstrafen mit gleicher Strafart auszufällen wären. Dass die anzuwendenden 

Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 

142 IV 265 E. 2.3.2). 

1.3. Im Sinne einer Ergänzung resp. Präzisierung der allgemeinen Grundsätze 

zur Gesamtstrafenbildung ist Folgendes festzuhalten: 

1.3.1. Im Hinblick auf das konkrete Vorgehen zur Bildung einer Gesamtstrafe 

nach Art. 49 Abs. 1 StGB kann auf die neuste diesbezügliche Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zur Gesamtstrafenbildung verwiesen werden (Urteil 

6B_483/2016 vom 30. April 2018 (zur Publ. vorgesehen). Danach bekräftigt das 

Bundesgericht den Vorrang der Geld- gegenüber der Freiheitsstrafe im Bereich 

- 39 - 

von sechs Monaten und die Ungleichartigkeit von Freiheitsstrafe und Geldstrafe 

(E. 3.3.3 und 3.6). Das Bundesgericht hält dabei unter Hinweis auf den Gesetz-

geber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts ausdrücklich am Prinzip der 

Zulässigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen unter Anwendung 

der konkreten Methode fest (E. 3.3.4 und 3.5.4). Zum methodischen Vorgehen 

präzisiert das Bundesgericht, dass in einem ersten Schritt die Einzelstrafen für die 

konkreten Delikte festzulegen sind und anschliessend geprüft werden muss, aus 

welchen Einzelstrafen Gesamtstrafen zu bilden sind. Im Rahmen der Gesamt-

strafenbildung ist auch dem Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihrem 

Zusammenhang, ihrer grösseren oder geringeren Selbständigkeit sowie der 

Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehensweisen 

Rechnung zu tragen. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Gesamtschuldbeitrag des 

einzelnen Delikts geringer zu veranschlagen ist, wenn Delikte zeitlich, sachlich 

und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (E. 3.5.4, 4.1 und 4.3). 

Gleichzeitig bestätigt das Bundesgericht im Urteil 6B_483/2016 grundsätzlich die 

Zulässigkeit von Ausnahmen von der konkreten Methode im Einzelfall gemäss 

seiner jüngeren Rechtsprechung (E. 2.4 mit Hinweisen und E. 4.3), so wenn – un-

ter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips im Rahmen von Art. 41 StGB – 

bei der Bildung einer Gesamtstrafe als Einsatzstrafe für die schwerste Straftat ei-

ne Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weiteren Delikte angemes-

sen erhöht wird (Urteile 6B_849/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 1.3.2; 6B_466/ 

2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.3), oder wenn verschiedene Straftaten zeitlich und 

sachlich derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auf-

trennen und für sich allein beurteilen lassen (Urteil 6B_523/2018 vom 23. August 

2018 E. 1.2.2 mit Hinweisen).  

1.3.2. Für Strafen von weniger als sechs Monaten ist grundsätzlich eine Geld-

strafe auszusprechen (Art. 34 Abs. 1, Art. 40 und 41 Abs. 1 aStGB). Für Strafen 

von sechs Monaten bis zu einem Jahr sieht das Gesetz die Geldstrafe (Art. 34 

StGB) und die Freiheitsstrafe (Art. 40 StGB) vor. Gemäss Art. 41 aStGB ist die 

Geldstrafe im Bereich leichter Kriminalität die Regelsanktion und geht bei Strafen 

bis zu sechs Monaten freiheitsentziehenden Sanktionen vor. Daran hat der Ge-

setzgeber im Rahmen der erneuten Revision des Sanktionenrechts entgegen der 

- 40 - 

ursprünglichen Stossrichtung festgehalten (Medienmitteilung des Bundesrates 

vom 29. März 2016 in https://ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/aktuell/news/2016/ 

2016-0329.html; Botschaft vom 4. April 2012 zur Änderung des Sanktionenrechts, 

BBl 2012 4721, 4731 ff.). Die Freiheitsstrafe als eingriffsintensivste Sanktion ist 

nach der gesetzlichen Konzeption ultima ratio und kann nur verhängt werden, 

wenn keine andere, mildere, Strafe in Betracht kommt (BBl 1999 2043 f.; BGE 

138 IV 120 E. 5.2; Urteil 6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 3.3.3 mit Hinweisen, 

zur Publ. vorgesehen). 

1.3.3. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmäs-

sigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein so-

ziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 

E. 4.3). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfü-

gung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen 

im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Frei-

heit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2). Hält das Gericht im Rah-

men der Gesamtstrafenbildung für einzelne Delikte im konkret zu beurteilenden 

Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips eine Geldstrafe nicht 

mehr für schuldadäquat und zweckmässig, hindert Art. 41 Abs. 1 aStGB es nicht 

daran, auf Einzelfreiheitsstrafen von weniger als sechs Monaten zu erkennen, 

wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs Monate übersteigt (Urteil 

6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 4.3, zur Publ. vorgesehen). Das Gericht hat 

im Urteil jedoch die Wahl der Sanktionsart zu begründen (Art. 50 StGB; Urteile 

6B_449/2011 vom 12. September 2011 E. 3.6.1 und 6B_210/2017 vom 25. Sep-

tember 2017 E. 2.2.2 mit Hinweis). 

- 41 - 

2. Strafrahmen 

2.1. Unter Berücksichtigung der rechtskräftigen vorinstanzlichen Schuldsprüche 

bilden die nachstehend aufgeführten Delikte Gegenstand der Strafzumessung, bei 

welchen folgende Strafen angedroht sind (FH= Freiheitsstrafe; GS= Geldstrafe; 

J= Jahre): 

 

sexuelle Nötigung Art. 189 Abs. 1 StGB FH bis 10 J. od. GS 

Schändung Art. 191 StGB FH bis 10 J. od. GS 

sexuelle Handlungen mit Kindern Art. 187 Ziff. 1 StGB FH bis 5 J. od. GS 

Pornographie Art. 197 Ziff. 3bis a StGB 

sowie Art. 197 Abs. 1 

und 5 StGB 

FH bis 3 J. od. GS 

Verletzung d. Geheim- oder Privatbe-

reichs durch Aufnahmegeräte 

Art. 179quater Abs. 1 und 

4 StGB 

FH bis 3 J. od. GS 

Verabreichen gesundheitsgefährden-

der Stoffe an Kinder 

Art. 136 aStGB und Art. 

136 StGB 

FH bis 3 J. od. GS 

Widerhandlung gegen das BetmG 19bis BetmG FH bis 3 J. od. GS 

 

2.2. Zutreffend hat die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass die verschuldensan-

gemessene Strafe grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzu-

legen ist. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst 

worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Er ist nur zu 

verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betref-

fende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint. 

Der vom Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller Re-

gel, für eine einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt den 

Richter namentlich in die Lage, die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu 

berücksichtigen (BGE 136 IV 55 E. 5.8).  

- 42 - 

Dass ausnahmsweise eine Strafrahmenerweiterung zur Anwendung gelangen 

kann, erscheint nicht ausgeschlossen. Jedoch ist dies nur in den engen Grenzen 

denkbar, die für die Strafrahmenerweiterung bei der Gesamtstrafenbildung gelten 

(BGE 142 IV 265 E. 2.4.3). Da im Rahmen der Gesamtstrafenbildung die Tat mit 

der abstrakt höchsten Strafandrohung die Einsatzstrafe bildet, muss die Gesamt-

strafe als erhöhte Einsatzstrafe einerseits die gesetzlich vorgeschriebene Min-

deststrafe für das schwerste Delikt (um mindestens eine Strafeinheit) überschrei-

ten und darf andererseits nicht niedriger ausfallen als die höchste verwirkte Ein-

zelstrafe. Der Täter würde ansonsten aufgrund mehrfacher Tatbegehung eine 

vom Gesetzgeber nicht gewollte Strafminderung erfahren. Umgekehrt ist zu be-

achten, dass die fakultative Strafschärfung, d.h. die Möglichkeit, das Höchstmass 

der angedrohten schwersten Strafe um maximal die Hälfte im Rahmen des ge-

setzlichen Höchstmasses zu erhöhen, dem Umstand Rechnung trägt, dass meh-

rere Delikte gleichzeitig beurteilt werden. Sie kommt – aufgrund der einheitlichen 

Regelung von Ideal- und Realkonkurrenz – auch bei Tatmehrheit nur zur Anwen-

dung, wenn aufgrund der Anzahl und Höhe der Einzelstrafen innerhalb des or-

dentlichen Strafrahmens der schwersten Tat keine schuldangemessene Strafe 

mehr ausgesprochen werden kann (BGE 142 IV 265 E. 2.4.5). 

2.3. Ob sich demnach vorliegend die Erweiterung des Strafrahmens der 

schwersten Tat, mithin der sexuellen Nötigung, um maximal die Hälfte auf 15 Jah-

re Freiheitsstrafe aufdrängt, wie das die Staatsanwaltschaft geltend macht, ist 

nicht theoretisch zu beantworten, sondern wird sich anhand der konkreten Straf-

zumessung für die vom Beschuldigten begangenen Delikte und die dafür festzu-

setzenden Einzelstrafen ergeben. Der Vorinstanz ist indessen zu folgen, wenn sie 

argumentiert (Urk. 110 S. 99), dass vorliegend eine Strafrahmenerweiterung nach 

unten nicht in Frage kommt, da der Beschuldigte bis zu seiner Verhaftung weiter 

delinquierte, ihm also kein Wohlverhalten im Sinne von Art. 48 lit. e StGB zugute 

gehalten werden kann und eine Strafmilderung gestützt auf Art. 101 Abs. 2 StGB 

angesichts des Ausmasses des vorliegenden Falles und unter Berücksichtigung 

der teilweise bereits verjährten Verfehlungen des Beschuldigten nicht angemes-

sen erscheint. Ebenso wenig kommt eine Öffnung des Strafrahmens nach unten 

in Betracht, da die psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten ergab, dass er 

- 43 - 

trotz der (Kern-)Pädophilie nach ICD-10: F65.4, an der er im Zeitpunkt der Taten 

litt, weder gänzlich schuldunfähig noch vermindert schuldfähig im Sinne von 

Art. 19 StGB war (Gutachten der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 

9. März 2016; Urk. D1/18/8). 

3. Konkrete Strafzumessung 

3.1. Hypothetische Einsatzstrafe / mehrfache sexuelle Nötigung 

3.1.1. Die Vorinstanz ging korrekt von der sexuellen Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB als schwerster Straftat aus. Sie betrachtete das objektive 

Tatverschulden als im oberen Bereich des Strafrahmens liegend und begründete 

dies einlässlich. Zusammenfassend fällt zur objektiven Tatschwere in Betracht, 

dass meist mehrere Jahre andauernde, regelmässige, Übergriffe nicht nur gegen-

über einem Geschädigten, sondern gegenüber sechs Geschädigten begangen 

wurden, welche zur Tatzeit zwischen 5 und 15 Jahre alt, somit teilweise gar noch 

sehr jung, waren. Der Beschuldigte erfüllte den Tatbestand gegenüber den sechs 

Geschädigten durch eine nicht genau bekannte Anzahl Vorfälle, wobei er die 

Übergriffe mindestens 37 mal filmte, einmal nur sedierte und 100 mal leicht fixier-

te, woraus sich eine Zahl von mindestens 138 Vorfällen ergibt (Urk. 110 S. 93). 

Folglich wiegt die mehrfache Tatbegehung besonders schwer, da die Intensität 

des Eingriffs des Beschuldigten in die sexuelle Integrität der Geschädigten durch 

den jahrelangen Missbrauch sehr hoch ist und der Beschuldigte die Wehr- und 

Ahnungslosigkeit der schlafenden bzw. sedierten Geschädigten schamlos aus-

nützte. Dagegen liegt die Schwere der eigentlichen sexuellen Handlungen eher im 

mittleren Bereich, da nur in einem Fall eine anale Penetration, nur teilweise eine 

Oralstimulation und nur teilweise eine Ejakulation erfolgte und weitgehend ohne 

grössere bzw. schmerzhafte Gewalteinwirkung resp. ohne Brutalität vorgegangen 

wurde. Allerdings kam es zu den Übergriffen überwiegend – aber jedenfalls nicht 

nur – nach erfolgter Sedierung oder mit leichter Fixierung (Festhalten) oder mit 

psychischem Druck, so dass jedenfalls die sedierten Geschädigten die Übergriffe 

nicht bewusst erlebten, so dass die Auswirkungen auf ihr Befinden vordergründig 

gering waren. Das heisst aber gerade nicht, dass die Übergriffe, von welchen sie 

- 44 - 

erst im Rahmen der Strafuntersuchung erfuhren, nicht trotzdem bereits im Zeit-

punkt der Tathandlungen psychische und physische Auswirkungen auf die Ge-

schädigten hatten. Ebenfalls kann das Erlebte auch jetzt, nach der Konfrontation 

durch das Strafverfahren, psychische Auswirkungen auf die Geschädigten haben, 

da die Übergriffe während langer Zeit und regelmässig vorgekommen sind. Ent-

gegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 138 S. 16 f.) fällt in objektiver Hinsicht 

betreffend die Sedierung auch negativ in Betracht, dass der Beschuldigte hierfür 

ein rezeptpflichtiges Schlafmittel verwendete, bei dessen Abgabe an Kinder – 

trotz einer gewissen Vorsicht bei der Dosierungsfindung – die Gefahr einer Über-

dosierung und daraus folgend einer ernsthaften gesundheitlichen Schädigung 

nicht ausgeschlossen werden konnte und der Beschuldigte diese Gefahr mithin in 

Kauf nahm. Mit der Vorinstanz ist von einem perfiden Vorgehen des Beschuldig-

ten auszugehen, indem er sich über seine Tätigkeit als …-Leiter beim L._____ 

(L._____), über Geschwister oder über Bekannte oder Nachbarn, an die Geschä-

digten herantastete, welche mehrheitlich aus eher problembehafteten Familien 

(Ehe- bzw. Beziehungsprobleme, Trennungssituation, Alleinerziehende Mütter) 

stammten und so als Ersatzvater oder Götti das Vertrauen der Eltern erlangte, in-

dem er Unterstützungsleistungen verschiedener Art anbot, den Kontakt zuneh-

mend intensivierte, um dann mit den Geschädigten selber und alleine Kontakt zu 

haben. Dabei ging er subtil manipulativ vor. So machte er den Geschädigten Ge-

schenke und Zugeständnisse von sonst nicht Erlaubtem oder Möglichem, indem 

er sie Fernsehsendungen oder Videos sehen liess, ihnen Videospiele und die Be-

nützung des Computers erlaubte und mit ihnen "coole" Aktivitäten unternahm so-

wie Essen resp. Getränke erlaubte, die sie sonst nicht einfach erhielten. Er miss-

brauchte damit sowohl das Vertrauen der Eltern, deren schwierige persönliche Si-

tuation und das Vertrauen der Kinder, auch in seine Integrität als …-Leiter 

(Urk. 110 S. 100 f.).  

3.1.2. Das Tatverschulden wird auch nicht etwa durch Eventualvorsatz relati-

viert, da der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte, und dies aus rein egoisti-

schen Beweggründen zu seiner eigenen sexuellen Erregung und Befriedigung. 

Wie bereits zum Thema Strafrahmenerweiterung dargelegt, liegt zwar eine psy-

chische Störung – Pädophilie nach ICD-10: F65.4 – beim Beschuldigten vor, die 

- 45 - 

jedoch seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit nicht in relevanter 

Weise beeinträchtigte, sodass keine Verminderung der Schuldfähigkeit gegeben 

ist. Der Schwerpunkt der Handlungen war nicht gewalttätig-dominant oder sadis-

tisch, dennoch aber zielgerichtet, geplant und geprägt von einer gewissen Durch-

setzungsbereitschaft (Beharrlichkeit, psychischer Druck, leichte körperliche Fixie-

rung). Dabei ging der Beschuldigte, wie dargelegt, in mehrfacher Hinsicht manipu-

lativ vor, mithin ohne dass seine Absichten erkennbar gewesen wären. Der Be-

schuldigte verfolgte dabei sein Ziel, immer wieder an weitere Geschädigte und 

junge Opfer zu kommen, sowohl hartnäckig, als auch gezielt. Er betrieb dazu ei-

nen erheblichen Aufwand (sowohl zeitlich wie finanziell) und offenbarte damit eine 

ausgeprägte kriminelle Energie. Demgegenüber ist aber ebenfalls zu berücksich-

tigen, dass der Beschuldigte die anerbotenen Unterstützungsleistungen auch tat-

sächlich erbrachte und nicht nur versprach, um in Kontakt mit den Geschädigten 

zu kommen, was allerdings nur so lange währte, als der Kontakt zum jeweiligen 

Geschädigten aufrecht erhalten werden konnte, was ein Indiz dafür darstellt, dass 

die Hilfestellungen eher als Mittel zum Zweck dienten, als eigentlicher Fürsorg-

lichkeit entsprangen. Damit erscheint im Gegensatz zur Vorinstanz (Urk. 110 

S. 102) das subjektive Tatverschulden keineswegs mehr gering und wirkt sich 

somit spürbar zulasten des Beschuldigten auf das Verschulden aus. 

3.1.3. Insgesamt wiegt das Verschulden bezüglich der sexuellen Nötigung an-

gesichts der mehrfachen Tathandlungen und der Anzahl der Geschädigten sowie 

des langen Tatzeitraums sehr schwer und ist jedenfalls im obersten Drittel des 

Strafrahmens anzusiedeln, so dass sich eine hypothetische Einsatzstrafe im Be-

reich von 7 Jahren als angemessen erweist. 

3.2. Hypothetische Einzelstrafen resp. Tatkomponenten der weiteren Delikte 

3.2.1. Mehrfache Schändung im Sinne von Art. 191 StGB 

3.2.1.1. Dieser Schuldspruch betrifft einzig den Geschädigten G._____ und es 

handelt sich bei der mehrfachen Tatbegehung um zwei Vorfälle in der Zeit zwi-

schen dem 16. Juni 2007 und dem 15. Juni 2008, als der Geschädigte dem Be-

schuldigten bereits gesagt hatte, dass er im Gästezimmer schlafen wolle und die 

- 46 - 

sexuellen Handlungen nicht mehr toleriere. Die sexuellen Handlungen, der Be-

schuldigte berührte das Glied des schlafenden Geschädigten und frottierte dies, 

worauf der Geschädigte erwachte, liegen noch im unteren Bereich, wie die Vo-

rinstanz zutreffend im einzelnen noch begründet (Urk. 110 S. 102). In objektiver 

Hinsicht sieht sie zutreffend die Tatschwere als im unteren bis mittleren Bereich 

liegend, auch weil die Übergriffe nur von kurzer Dauer gewesen sei dürften und 

der Beschuldigte nach dem Aufwachen vom Geschädigten abgelassen habe. Das 

Vorgehen ist hier als noch hinterhältiger zu gewichten, da die bei der sexuellen 

Nötigung beschriebenen vorbereitenden Handlungen (Erschleichen Vertrauen, 

Kontakte intensivieren, Hilfestellungen, etc.) auch hier überhaupt erst die Voraus-

setzungen schafften, um die Übergriffe zu begehen, aber zusätzlich eine klar ne-

gierende Haltung des Opfers zum Ausdruck gebracht worden war, die zum ge-

trennten Schlafen in zwei Zimmern führte und über welche klare Willensäusse-

rung sich der Beschuldigte hinwegsetzte und die Phase des Schlafes ausnützte, 

um seine sexuellen Gelüste trotzdem zu befriedigen. Dabei manifestiert sich eine 

schwerwiegende Geringschätzung der psychischen und physischen Integrität des 

Geschädigten durch den Beschuldigten. In leichter Abweichung von der vorin-

stanzlichen Einschätzung ist in Anbetracht aller denkbaren tatbestandsmässigen 

Tathandlungen die objektive Tatschwere als im unteren Bereich liegend zu wer-

ten. 

3.2.1.2. Die subjektive Tatschwere, welche geprägt ist von rein egoistischen 

Beweggründen und keine Relativierung durch die diagnostizierte psychische Stö-

rung des Beschuldigten erfährt (siehe vorstehend Ziffer 3.1.2.), vermag das objek-

tive Tatverschulden jedenfalls nicht in einem milderen Lichte erscheinen zu las-

sen. Dass die beiden Taten im Urteilszeitpunkt bereits lange zurückliegen, womit 

das Strafbedürfnis tangiert wird, hat entgegen der Vorinstanz (Urk. 110 S. 104) 

keinen Einfluss auf die Tatkomponente, sondern ist bei den tatunabhängigen Fak-

toren zu berücksichtigen.  

3.2.1.3. Die Vorinstanz betrachtet das Verschulden insgesamt einmal als im un-

teren bis mittleren Bereich liegend und ein anderes Mal als mittelschwer (Urk. 110 

S. 102 und 113). Abgesehen von der dadurch entstehenden Unklarheit kann ihr, 

- 47 - 

insoweit sie für das mittelschwere Verschulden eine Erhöhung der Einsatzstrafe – 

unter Berücksichtigung der strafmindernden Wirkung der Täterkomponenten – um 

lediglich drei Monate vornimmt (Urk. 113), nicht gefolgt werden. Das Verschulden 

erscheint demgegenüber insgesamt für die beiden Tathandlungen als eher noch 

leicht.  

3.2.1.4. Zudem sind die Täterkomponenten grundsätzlich nur einmal nach Be-

rücksichtigung sämtlicher Tatkomponenten in Anschlag zu bringen oder es sind 

gemäss neuerer Rechtsprechung des Bundesgerichts effektiv hypothetische Ein-

zelstrafen festzusetzen, welche dann naturgemäss noch nicht asperiert sind. Da-

gegen erhöht die Vorinstanz die Einsatzstrafe um drei Monate für die Schändung, 

wobei sie die Täterkomponenten deutlich strafmindernd in Anschlag bringt und 

bereits asperiert (Urk. 110 S.113).  

Für das – vor dem Hintergrund des Strafrahmens bis 10 Jahre Freiheitsstrafe – 

noch leichte Verschulden des Beschuldigten, rechtfertigt sich isoliert betrachtet 

eine hypothetische Strafe von rund 6 Monaten Freiheitsstrafe bzw. 180 Tagessät-

zen Geldstrafe.  

Die beiden Tathandlungen der Schändung stehen vorliegend nicht zusammen-

hangslos da, sondern fügen sich ein in eine lange Reihe regelmässiger sexueller 

Übergriffe gegen den Geschädigten G._____ (siehe Anklage S. 28-31; 

Urk. D1/27). Der enge sachliche und situative Zusammenhang, welcher eine iso-

lierte Betrachtung des Verschuldens erschwert, zum Beispiel, weil die vorberei-

tenden Handlungen, die zur Möglichkeit der Übergriffe führten, nicht von den übri-

gen sexuellen Nötigungen zu trennen sind, die der Beschuldigte am Geschädig-

ten beging, hat zur Folge, dass auch für die Schändung nur eine Freiheitsstrafe 

und keinesfalls eine Geldstrafe als adäquate Sanktion in Frage kommt.  

3.2.1.5. Isoliert betrachtet und ohne Berücksichtigung der Täterkomponenten 

drängt sich eine Strafe für die mehrfache Schändung im Sinne von Art. 191 StGB 

von 6 Monaten Freiheitsstrafe auf. 

- 48 - 

3.2.2. Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

StGB 

3.2.2.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere fällt vorab in Betracht, dass sie-

ben Geschädigte, welche im Tatzeitpunkt zwischen 5 und 15 Jahre alt waren, be-

troffen sind und dass es sich um eine ausserordentlich grosse Anzahl von Vorfäl-

len handelt, nämlich um mindestens 437 bis 497 während rund 20 Jahren, darin 

inbegriffen die vorgenannten sexuellen Nötigungen (138 Vorfälle) und die Schän-

dungen (2 Vorfälle), wie die Vorinstanz detailliert darlegt (Urk. 110 S. 89-91 und 

S. 92 ff.). Dabei fanden die Übergriffe regelmässig und in den meisten Fällen 

während mehrerer Jahre statt. Für die Strafzumessung sind die folgenden Über-

griffe zu berücksichtigen: 

B._____ 23. Jan. 2001 – 22. Jan. 2002 13 Übergriffe im Wachzustand und  

2 Filme 

C._____ ca. 1994 – 30. Okt. 1998 108 Übergriffe im Wachzustand 

und 5 Filme 

D._____ ca. Okt. 2013. ca. Ende Dez. 2014 25 Übergriffe im Wachzustand und 

9 Filme 

E._____ ca. Aug. 2007 – ca. August 2010 od. 2011 150-210 Übergriffe im Wachzu-

stand und 14 Filme 

G._____ ca. 16. Juni 2001 – ca. 15. Juni 2008 100 Übergriffe im Wachzustand, 

mit leichter Fixierung und psych. 

Druck, 7 Filme und 2 Übergriffe im 

Schlafzustand 

H._____ ca. zw. 1993 und 1994 1 Übergriff im Wachzustand 

I._____ ca. anfangs 1994 unbekannte Anzahl Übergriffe im 

Wachzustand 

Die Tathandlungen bestanden daraus, dass der Beschuldigte jeweils das Glied 

des Geschädigten, der sich neben