# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2997bd0d-dedb-5d0e-8f3e-585579dec35a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 19.02.2007 SKA 2006 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SKA-2006-31_2007-02-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. Februar 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
SKA 06 31

Entscheid
Kantonsgerichtsausschuss

als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli und Sutter-Ambühl
Aktuar Conrad

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In der Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde

der X S .  V e r s i c h e r u n g e n  A G , Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechts-
anwältin lic. iur. Edith Blunschi, Weinbergstrasse 56/58, 8035 Zürich,

gegen

die Verfügung des Betreibungsamtes Oberengadin vom 06. Dezember 2006, mit-
geteilt am 06. Dezember 2006, in Sachen der G .  A G , Gläubigerin und Beschwer-
degegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Reto Thomas Ruoss, Kreuz-
strasse 54, 8032 Zürich, gegen DS., Schuldner und Beschwerdegegner, vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Eric Stern, Beethovenstrasse 24, 8002 Zürich, Dr. AQ., 
Beschwerdegegner, Rechtsanwalt L., Verwalter/Liquidator und Beschwerdegegner,

betreffend Pfändung/Verwertung des Anteils an einer einfachen Gesellschaft; Her-
ausgabe eines Schuldbriefs,

hat sich ergeben:

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A.1. DS., und AQ., bilden eine einfache Gesellschaft gemäss Gesell-
schaftsvertrag vom 10. November 1988 betreffend Erwerb und Bewirtschaftung ei-
nes Teilstücks des in der Gemeinde Of. gelegenen Grundstücks Kat. Nr. 14066 
(neue Nr. 14836 nach Abparzellierung). Sie sind als Gesamteigentümer dieses 
Grundstücks im Grundbuch eingetragen. Auf dem Grundstück lasten je an 1. Pfand-
stelle zwei Inhaberschuldbriefe vom 02. Februar 1989 über Fr. 6'706'000.— und Fr. 
10'000'000.—. 

2. Mitglied der vorgenannten einfachen Gesellschaft war auch die XS. 
Versicherungen AG (vormals Verein XV.), Zürich, welche im Jahre 2001 vor einem 
Schiedsgericht mit Sitz in Zürich gegen DS. und AQ. auf Feststellung klagte, dass 
die einfache Gesellschaft aufgelöst sei, beziehungsweise auf Auflösung der Gesell-
schaft aus wichtigen Gründen. Mit Beschluss vom 30. März 2005 schrieb das 
Schiedsgericht das Schiedsverfahren zufolge Vergleichs als erledigt ab. Gemäss 
Vergleich schied die XS. Versicherungen AG auf dasselbe Datum hin aus der ein-
fachen Gesellschaft der Parteien vom 9.11.88/24.1.89 aus. Im Vergleich ist weiter 
vereinbart:

"2. Der unbelastete Schuldbrief über CHF 10 Millionen, lastend in gleichen Rech-
ten mit CHF 6,706 Millionen im ersten Rang auf dem Grundstück Kataster Nr. 
14836 Gemeinde Of. verbleibt treuhänderisch für die Beklagten zu gesamter 
Hand bei der Klägerin hinterlegt. Sie gibt ihn heraus entweder gegen gemein-
sames übereinstimmendes Begehren der Beklagten 1 und 2 oder gegen rechts-
kräftigen gerichtlichen Entscheid oder auf Begehren des zuständigen Betrei-
bungsamtes im Grundstückverwertungsverfahren."

B.1. In Vollziehung eines Arrestbefehls des Bezirksgerichtspräsidenten 
Maloja vom 29. September 2005, mit der Arrestgläubigerin G. AG, Appenzell, und 
dem Arrestschuldner DS. für eine Forderung von Fr. 800'000.— nebst Zinsen, ar-
restierte das Betreibungsamt Oberengadin am 30. September 2005 (Arrest Nr. 
205210) den Liquidationsanteil von DS. an der einfachen Gesellschaft zwischen ihm 
und AQ..

2. Auf eine Beschwerde von DS. gegen den Arrestvollzug trat der Kan-
tonsgerichtsausschuss als Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssa-
chen mit Entscheid vom 02. November 2005 nicht ein. Am 07. Oktober 2005 setzte 
die G. AG den Arrest durch Einleitung der Betreibung fort. Gegen den Zahlungsbe-
fehl in der Betreibung Nr. 2052670 des Betreibungsamtes Oberengadin liess der 
Schuldner Rechtsvorschlag erheben. Im Verfahren betreffend definitive Rechtsöff-

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nung vor dem Bezirksgerichtspräsidenten Maloja schlossen die Parteien einen Ver-
gleich, wonach die G. AG ihr Rechtsöffnungsbegehren im Betrag von Fr. 28'747.10 
nebst Zinsen zurückzog und DS. es im übersteigenden Betrag anerkannte, worauf 
der Bezirksgerichtspräsident das Rechtsöffnungsverfahren zufolge Vergleichs ent-
sprechend abschrieb. 

3. Am 15. Dezember 2005 stellte die Gläubigerin das Fortsetzungsbe-
gehren, worauf das Betreibungsamt Oberengadin am 15. Januar 2006 die Pfändung 
des Liquidationsanteils durch das Betreibungsamt Zürich 1 vollziehen liess. In der 
Folge machte der Schuldner geltend, er habe im Jahre 2003 seine sämtlichen 
Rechte aus dem Gesellschaftsvertrag vom 10. November 1988 an seine Ehefrau 
DS.-E abgetreten, worauf das Betreibungsamt Oberengadin der Gläubigerin G. AG 
am 21. März 2006 Frist zur Klage gegen DS.-E auf Aberkennung der Forderung 
ansetzte. In Erwägung, dass in solchen Fällen kein Widerspruchsverfahren durch-
zuführen ist, entsprach das Betreibungsamt Oberengadin mit Verfügung vom 29. 
März 2006 einem Wiedererwägungsgesuch der Gläubigerin und nahm die Klage-
fristansetzung ab Recht. 

4. Am 31. März 2006 stellte die Gläubigerin das Verwertungsbegehren. 
Einigungsverhandlungen im Sinne von Art. 9 VVAG (Verordnung des Bundesge-
richts vom 17. Januar 1923 über die Pfändung und Verwertung von Anteilen an 
Gemeinschaftsvermögen, SR 281.41) kamen nicht zustande. In Übereinstimmung 
mit den Anträgen aller Beteiligten ordnete die Aufsichtsbehörde mit Entscheid vom 
22. August 2006 im Sinne von Art. 132 SchKG/Art. 10 VVAG an, dass die Verwer-
tung durch Auflösung der einfachen Gesellschaft DS./AQ. und Liquidation des Ge-
meinschaftsvermögens stattzufinden habe. Mit der Verwertung wurde das Betrei-
bungsamt Oberengadin betraut, wobei ihm freigestellt wurde, dafür einen Verwalter 
einzusetzen. Mit Verfügung vom 02. November 2006 setzte das Betreibungsamt 
Rechtsanwalt L., Chur, als Verwalter ein und beauftragte ihn mit der Verwertung 
durch Auflösung der einfachen Gesellschaft und Liquidation des Gemeinschaftsver-
mögens.

C. Auf Betreiben des Verwalters/Liquidators verfügte das Betreibungs-
amt Oberengadin am 06. Dezember 2006 gegenüber der XS. Versicherungen AG, 
sie habe den bei ihr treuhänderisch hinterlegten unbelasteten Schuldbrief über Fr. 
10 Mio. innert 10 Tagen dem Grundbuchamt Of. einzureichen. 

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D.1. Dagegen führte die XS. Versicherungen AG mit Eingabe vom 28. De-
zember 2006 Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss als Aufsichtsbehörde 
in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen mit den Hauptantrag, es sei die Nichtig-
keit der Verfügung des Betreibungsamt Oberengadin vom 06. Dezember 2006 fest-
zustellen, eventualiter sei die betreibungsamtliche Verfügung vom 06. Dezember 
2006 aufzuheben.

2. AQ. schliesst auf Abweisung der Beschwerde, eventualiter sei die Ver-
fügung dahin abzuändern, dass der Schuldbrief dem Betreibungsamt Oberengadin 
in Verwahrung zu geben sei.

3. Der Schuldner DS. beantragt die Gutheissung der Beschwerde der 
XS. Versicherungen AG im Sinne ihres Haupt- allenfalls im Sinne ihres Eventualan-
trages.

4. Der Verwalter/Liquidator L. stellt Antrag auf Abweisung der Be-
schwerde, eventualiter sei die angefochtene Verfügung dahingehend abzuändern, 
dass die Beschwerdeführerin verpflichtet wird, den Schuldbrief innert 10 Tagen dem 
Betreibungsamt Oberengadin zur Verwahrung herauszugeben.

5. Das Betreibungsamt Oberengadin und die Gläubigerin G. AG verzich-
teten auf eine Vernehmlassung. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Die Beschwerdeführerin ist weder Schuldnerin noch Gläubigerin des 
gegenständlichen Vollstreckungsverfahrens. Gleichwohl ergibt sich ihre hinrei-
chende Betroffenheit bereits daraus, dass sie Verfügungsadressatin und Besitzerin 
des herauszugebenden Inhaberpapiers ist. Ausserdem greift die angefochtene Ver-
fügung in ihre Stellung als treuhänderische Depositarin und damit in ihr privatrecht-
liches Verhältnis zu DS. und AQ. ein. Ihre Beschwer ist jedenfalls gegeben. 

2.a. Der Hauptantrag der Beschwerdeführerin geht auf Feststellung der 
Nichtigkeit der Verfügung vom 06. Dezember 2006 zufolge offensichtlicher Unzu-
ständigkeit des Betreibungsamtes Oberengadin, die Herausgabe des Schuldbriefes 
anzuordnen. Verstossen Verfügungen gegen Vorschriften, die im öffentlichen Inter-
esse oder im Interesse von am Verfahren nicht beteiligten Personen erlassen wor-
den sind, so sind sie nichtig. Unabhängig davon, ob Beschwerde geführt worden ist, 

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haben die Aufsichtsbehörden diesfalls von Amtes wegen die Nichtigkeit einer Ver-
fügung festzustellen (Art. 22 Abs. 1 SchKG). Unter dem Vorbehalt von hier nicht 
interessierenden Ausnahmen kann der schwerwiegende Mangel der Nichtigkeit je-
derzeit, insbesondere ohne Einhaltung der Beschwerdefrist von Art. 17 Abs. 2 
SchKG, geltend gemacht werden (BGE 121 III 144 E. 2). Soweit mit ihr Nichtigkeit 
geltend gemacht wird, ist daher auf die im Übrigen formgerechte, einen Antrag und 
eine Begründung im Sinne von Art. 22 GVVSchKG enthaltende Beschwerde einzu-
treten.

b. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Verwertung eines Grund-
stücks sei stets durch das Betreibungsamt am Lageort des Grundstücks vorzuneh-
men, auch wenn das Grundstück ausserhalb des Amtskreises des Betreibungsam-
tes liege, welches die Betreibung führe. Für derartige Fälle sehe Art. 74 der Verord-
nung des Bundesgerichts vom 23. April 1920 über die Zwangsverwertung von 
Grundstücken (VZG, SR 281.42) vor, dass das die Betreibung führende Amt das 
Betreibungsamt am Lageort mit der Verwertung zu beauftragen habe. Wie Art. 75 
VZG unmissverständlich festhalte, stünden dabei dem beauftragten Amt sämtliche 
mit der Verwertung verbundenen Aufgaben, Pflichten und Kompetenzen zu. Die 
Kompetenz, den Schuldbrief im Rahmen der Grundstückverwertung herauszuver-
langen, liege daher beim Betreibungsamt Of.

Anordnungen, die von örtlich und/oder sachlich unzuständigen Vollstre-
ckungsbehörden ausgehen, sind in der Regel nichtig (vgl. Franco Lorandi, Betrei-
bungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, Basel 2000, N 23, 72-74 zu Art. 22 
SchKG). Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Nichtigkeit der Verfügung 
des Betreibungsamtes Oberengadin und zur sachlichen/örtlichen Zuständigkeit des 
Betreibungsamtes Of. sind indessen mehrfach irrig. Dass die Betreibung am Arre-
stort durchzuführen ist, ist unbestritten. Die Pfändung eines Liquidationsanteils ist 
indessen keine Sach- sondern eine Forderungspfändung. Entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin kann von der Requisitorialverwertung eines Grundstücks 
nicht die Rede sein, und es gelangen die Art. 74 ff. VZG vorliegend nicht zur An-
wendung. Das fragliche Grundstück, auf welchem der Inhaberschuldbrief lastet, ist 
zum einen als solches nicht gepfändet (Art. 1 Abs. 1 VVAG), zum anderen ist 
gemäss Art. 2 VVAG zur Pfändung des Anteilsrechts und dessen Ertrags das Be-
treibungsamt am Wohnort des Schuldners (hier Arrestort) zuständig, auch wenn 
sich das Gemeinschaftsvermögen oder Teile desselben (Grundstücke oder Fahrnis) 
in einem andern Betreibungskreis befinden (Raimond L. Bisang, Die Zwangsver-
wertung von Anteilen an Gesamthandschaften, Diss. Zürich 1978, S. 106-108). Die 

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Beschwerdeführerin übersieht grundlegend, dass das im Gesamteigentum von DS. 
und AQ. stehende Grundstück in der Betreibung gegen den Schuldner DS. als sol-
ches weder pfänd- noch verwertbar ist. Von hier nicht zum Tragen kommenden Aus-
nahmen abgesehen, wäre eine solche Pfändung nichtig, da das Vollstreckungssub-
strat offensichtlich nicht (allein) dem Schuldner gehört (Lorandi, a.a.O., N 43 zu Art. 
22 SchKG; Bisang, a.a.O., S. 60 ff.). Gegenständlich gelangt nicht ein Grundstück 
zur Zwangsverwertung, sondern ausschliesslich der Liquidationsanteil an einer ein-
fachen Gesellschaft. Das Grundstück im Gesamteigentum von DS. und AQ. wird 
nicht zwangsverwertet, sondern nach den privatrechtlichen Regeln über die Auflö-
sung einer einfachen Gesellschaft liquidiert/versilbert. Der in seiner Höhe einstwei-
len noch unbekannte Teilanspruch des Schuldners daran stellt das Pfändungsob-
jekt dar. Ein Vermögensgegenstand, der sich im Gesamthandeigentum mehrerer 
Personen befindet, kann in der Zwangsvollstreckung gegen eine dieser Personen 
nicht als Gegenstand/Sache gepfändet werden, sondern nur der diesem Schuldner 
aus der Liquidation des Gesamthandverhältnisses zustehende Erlös. Dessen An-
spruch richtet sich gegen die anderen Teilhaber und ist daher vollstreckungsrecht-
lich als Forderung, und nicht etwa als dingliches Recht, zu qualifizieren. Selbst wenn 
Grundstücke Bestandteil des gemeinschaftlichen Vermögens bilden, hat dies bei-
spielsweise zur Folge, dass die Belegenheit von Nachlassvermögen in der Schweiz 
keine Zuständigkeit der schweizerischen Vollstreckungsbehörden zur Verwertung 
des Liquidationsanspruchs der Erben begründet, wenn der Schuldner und seine Mit-
erben im Ausland wohnen und sich der letzte Wohnsitz des Erblassers im Ausland 
befand (BGE 124 III 508 E. 3b). Die Beschränkung auf die Beschlagnahme des mit 
einer Forderung gleich zu setzenden Liquidationsanteils gilt nach ausdrücklicher ge-
setzlicher Vorschrift selbst dann, wenn es sich um den einzigen Vermögenswert 
einer Gemeinschaft handelt (Art. 1 Abs. 2, letzter Halbsatz, VVAG). Bei der Pfän-
dung eines solchen Anteils sind daher die Bestandteile des Gemeinschaftsvermö-
gens gar nicht erst einzeln aufzuführen und zu schätzen, und es ist über ein sich 
darin befindliches Grundstück auch keine Verfügungsbeschränkung im Grundbuch 
zu veranlassen (Art. 5 Abs. 1 und 2 VVAG). Gegenstand des vollstreckungsrechtli-
chen Beschlags sind in einem nach VVAG abzuwickelnden Fall nicht die einzelnen 
Vermögensbestandteile aus denen sich das gemeinschaftliche Vermögen zusam-
mensetzt, sondern eben bloss der anwartschaftliche, im Einzelnen noch festzustel-
lende Anspruch des Pfändungsschuldners auf sein "Auseinandersetzungsgutha-
ben" (vgl. Fritzsche/Walder, Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem 
Recht, Bd. I, Zürich 1984, § 23 Rz 65).

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In der Anordnung der Herausgabe des (unbelasteten) Schuldbriefes liegt im 
Übrigen auch noch keine privatrechtliche Liquidationshandlung, sondern bloss eine 
Vorbereitungshandlung (Vorkehr) im Sinne von Art. 12 VVAG. Die Beschwerdefüh-
rerin selbst sieht denn auch ein, dass das Grundstück Nr. 14836 "noch weit davon 
entfernt ist, verwertet zu werden". In diesem Licht ist auch die Auffassung des 
Schuldners DS., mit der Herausgabe des unbelasteten (Eigentümer)Schuldbriefes 
würden vollendete Tatsachen im Sinne irreversibler Schäden zum Nachteil der bei-
den Gesellschafter geschaffen, wenig nachvollziehbar.

3.a. Gemäss den Angaben der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 
ist die umstrittene Verfügung vom 06. Dezember 2006 der Beschwerdeführerin 
"frühestens am 7. Dezember 2006 zugekommen". Unter Hinweis auf Art. 17 Abs. 2 
SchKG i.V.m. Art. 56 SchKG i.V.m. Art. 63 SchKG wird geltend gemacht, mit 
Postaufgabe der Beschwerde am 28. Dezember 2006 sei die Beschwerdefrist von 
10 Tagen auch dann gewahrt, wenn nicht von Nichtigkeit der Verfügung auszuge-
hen sei, sondern bloss von deren Anfechtbarkeit. Das ist unzutreffend. Die Betrei-
bungsferien gelten für Betreibungshandlungen, worunter Handlungen der Vollstre-
ckungsbehörden zu verstehen sind, die in die Rechtsstellung des Schuldners ein-
greifen und das Vollstreckungsverfahren in ein vorgerücktes Stadium bringen, in-
dem die Rechtsstellung des Schuldners präjudiziert wird (Thomas Bauer, Basler 
Kommentar 1998, N 25, 37 zu Art. 56 SchKG; BGE 121 III 88 E. 6c.aa). Die siche-
rungshalber gegenüber einem Dritten angeordnete Herausgabe des Schuldbriefs 
greift weder in die Rechtsstellung des Schuldners ein, noch bringt sie den Gläubiger 
seinem Ziel näher. Die angefochtene Verfügung ist folglich keine Betreibungshand-
lung in diesem Sinne (vgl. auch BGE 107 III 67 E. 1). Fällt der angefochtene Akt 
nicht unter die Beschränkung von Art. 56 Ziff. 2 SchKG, findet keine Verlängerung 
der Beschwerdefrist im Sinne von Art. 63 SchKG statt. Demzufolge ist die 10-tägige 
Beschwerdefrist von Art. 17 Abs. 2 SchKG nicht eingehalten. Auf das Eventualbe-
gehren der XS. Versicherungen AG ist somit nicht einzutreten.

b. Auch bei Rechtzeitigkeit bliebe die Beschwerde erfolglos: 

aa. Dass ein Nichtigkeitsgrund zufolge Unzuständigkeit des Betreibungs-
amtes Oberengadin nicht gegeben ist, wurde bereits dargetan. Da das Betreibungs-
amt Oberengadin zuständig zum Erlass der angefochtenen Verfügung ist, ist auch 
kein entsprechender Anfechtungsgrund gegeben.

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bb. Materiell ist der Beschwerde weiter entgegenzuhalten, dass bei Pfän-
dung von Anteilen an gemeinschaftlichen Vermögen die Eigentümertitel, welche auf 
den im Gesamteigentum stehenden Liegenschaften errichtet wurden, in analoger 
Anwendung von Art. 98 Abs. 1 SchKG im Sinne einer Sicherungsmassnahme in 
Verwahrung zu nehmen sind (vgl. Walder, SchKG-Kommentar, 16. A. Zürich 2002, 
N 1 zu Art. 5 VVAG; Bisang, a.a.O., S. 116 f.; BGE 91 III 75 E. 4c.bb/cc). Bei gänz-
lich oder teilweise unbelasteten Titeln gilt es damit zu verhindern, dass die bisher 
bloss virtuelle Belastung durch Begebung der Titel reell wird und die Gläubiger ge-
schädigt werden (André E. Lebrecht, Basler Kommentar 1998, N 7 zu Art. 98 
SchKG; BGE 91 III 75 E 4c.aa). Zur Ablieferung des Titels an das Betreibungsamt 
sind neben dem Schuldner selbst auch die anderen Anteilinhaber verpflichtet; auch 
ihnen ist (ebenso wie bei Miteigentum, vgl. dazu BGE 90 III 76 ff.) zu verwehren, 
eine den Erfolg der Betreibung beeinträchtigende Verfügung über einen solchen 
Titel zu treffen (BGE 91 III 75 E. 4c.cc). Nebst den Mitanteilhabern sind ferner auch 
andere Gewahrsamsinhaber verpflichtet, die Inbesitznahme durch das Betreibungs-
amt zu dulden, selbst wenn sie am entsprechenden Gegenstand ein beschränktes 
dingliches Recht wie beispielsweise ein Pfandrecht geltend machen (Art. 98 Abs. 4 
SchKG; Lebrecht, a.a.O., N 14). Letzteres ist bei der Beschwerdeführerin bezüglich 
des Inhaberschuldbriefs über 10 Mio. Fr. nicht der Fall. Ist das Betreibungsamt in 
analoger Anwendung von Art. 98 Abs. 1 SchKG befugt, die Herausgabe des Schuld-
briefs durch die XS. Versicherungen AG anzuordnen, konnte es, angesichts von Art. 
98 Abs. 3 SchKG, welcher die Verwahrung durch einen Dritten ausdrücklich vor-
sieht, die Beschwerdeführerin auch auffordern, den Schuldbrief direkt dem Grund-
buchamt Of. einzuliefern.

cc. Die Beschwerdeführerin macht, wie bereits erwähnt, kein eigenes  
dingliches Recht am Grundstück oder am Schuldbrief geltend, sondern beruft sich 
vielmehr darauf, ihre vertraglichen Verpflichtungen als Depositarin gegenüber den 
einfachen Gesellschaftern DS. und AQ. stünden der Herausgabe des Schuldbriefs 
entgegen. Die gemäss schiedsgerichtlichem Vergleich vom 30. März 2005 gelten-
den alternativen Voraussetzungen für seine Herausgabe seien nicht erfüllt, da we-
der ein gemeinsames übereinstimmendes Begehren von DS. und AQ. vorliege noch 
ein Begehren des zuständigen Betreibungsamtes im Grundstückverwertungsver-
fahren noch ein rechtskräftiger gerichtlicher Entscheid, welcher die Beschwerdefüh-
rerin zur Herausgabe verpflichten würde.

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Der Einwand ist von vorneherein unerspriesslich, weil die auf Gesetz beru-
hende Herausgabepflicht nicht durch private Vereinbarung aufgehoben werden 
kann. 

Abgesehen davon ist die Auffassung der Beschwerdeführerin auch unter 
Berücksichtigung ihrer privatrechtlichen Stellung zu DS. und AQ. aus folgenden 
Überlegungen unzutreffend: 

aaa. Im Hinblick auf die Liquidation eines Gemeinschaftsverhältnisses übt 
der vom Betreibungsamt bezeichnete Verwalter/Liquidator alle dem betriebenen 
Schuldner zustehenden Rechte aus (Art. 12 VVAG). Er handelt  - vergleichbar der 
Konkursverwaltung für den Konkursiten -  diesbezüglich als gesetzlicher Stellvertre-
ter des Schuldners (Bisang, a.a.O., S. 190). Dieselbe Stellung kommt dem Betrei-
bungsamt gestützt auf Art. 6 VVAG bereits vor der Auflösung des Gemeinschafts-
verhältnisses zu (Bisang, a.a.O., S. 122). In dieser Stellung kann der Verwalter/Li-
quidator für den Schuldner gegenüber den Mitanteilhabern, dem Betreibungsamt 
und auch gegenüber Dritten rechtsverbindliche Erklärungen abgeben. Der Schuld-
ner DS., vertreten durch den Liquidator, und der andere Anteilinhaber haben die 
übereinstimmende Willenserklärung abgegeben, dass die Verwahrerin den Schuld-
brief herauszugeben habe (act. 05.1.47, 05.1.46, 05.1.43). Entgegen der Darstel-
lung der Beschwerdeführerin sind die im Vergleich vom 30. März 2005 formulierten 
und Grundlage des Schiedsspruches bildenden Voraussetzungen für die Heraus-
gabe des Inhaberschuldbriefs erfüllt, indem ein übereinstimmendes Begehren der 
dortigen Beklagten 1 und 2 (hiesiger Schuldner DS. sowie sein Mitgesellschafter 
AQ.) mit Rechtswirkung für alle 3 am Schiedsverfahren beteiligten Parteien vorliegt. 
Als gesetzlicher Stellvertreter des Schuldners war und ist der Verwalter berechtigt, 
anstelle des Schuldners die Herausgabe des Schuldbriefs von der Beschwerdefüh-
rerin zu verlangen. Das übereinstimmende Begehren der Hinterleger wurde der Be-
schwerdeführerin mit der angefochtenen Verfügung des Betreibungsamt Oberen-
gadin mitgeteilt. Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin eine unmittelbar 
auf Vollstreckungsrecht beruhende Herausgabepflicht hat, würde demnach eine 
Weigerung der Beschwerdeführerin, der betreibungsamtlichen Aufforderung nach-
zukommen, auch ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem Schuldner 
(DS.) und dem Mitanteilinhaber (AQ.) verletzen.

Insoweit geltend gemacht werden will, das gemäss Ziff. 2 des vor dem zür-
cher Schiedsgericht geschlossenen Vergleichs geforderte "gemeinsame überein-
stimmende Begehren [von DS. und AQ.]" gehe nicht aus demselben Dokument her-

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vor, erscheint die Haltung der Beschwerdeführerin als spitzfindig. Gemäss Vergleich 
haben die Parteien für diese übereinstimmende Willensäusserung der Deponenten 
nicht einmal eine besondere Formvorschrift vorgesehen, geschweige denn eine sol-
che "uno actu".

bbb.  Die Alternativvoraussetzung "Begehren des zuständigen Betrei-
bungsamtes im Grundstückverwertungsverfahren" ist ebenfalls erfüllt. Wie darge-
legt ist das Betreibungsamt Oberengadin örtlich und sachlich zuständig. Es handelt 
sich zwar nicht um ein Grundstückverwertungsverfahren im technischen Sinne, 
doch ist  - jedenfalls im vorliegenden Zusammenhang - die Verwertung des An-
spruchs auf den Liquidationsanteil einem Grundstückverwertungsverfahren sinn-
gemäss gleichzusetzen.

ccc. Schliesslich ist festzustellen, dass spätestens mit Eintritt der Rechts-
kraft der vorliegenden Entscheidung der Aufsichtsbehörde in SchKG-Sachen auch 
die weitere Alternativvoraussetzung gemäss Ziff. 2 des schiedsgerichtlichen Ver-
gleichs gegeben ist, wonach die Verwahrerin den unbelasteten Inhaberschuldbrief 
gegen Vorlage einer "rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung" herauszugeben 
hat.

4. Zusammenfassend ist die Beschwerde der XS. Versicherungen AG 
demnach unbegründet. Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Verfahrensan-
trag der Beschwerdeführerin, ihrer Beschwerde die aufschiebende Wirkung im 
Sinne von Art. 36 SchKG zu erteilen, gegenstandslos.

5. Auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung hinweisend, geht 
die Beschwerdeführerin davon aus, dass die Einreichung des Schuldbriefs zu 
Zweck seiner Löschung erfolgen soll. In diesem Zusammenhang macht sie geltend, 
mit der angefochtenen Verfügung würden wichtige Interessen verletzt, indem die 
Vorinstanz in einer Art und Weise in die vertragliche Beziehung zwischen ihr und 
den Gesellschaftern eingegriffen werde, die geeignet sei, zu Schadenersatzforde-
rungen gegen die Beschwerdeführerin zu führen. Würde der Schuldbrief zu Unrecht 
gelöscht, entstünde mindestens ein Schaden in der Höhe seiner Errichtungskosten. 
Weitere Schadenersatzforderungen seitens der Eigentümer des Schuldbriefs - auf-
grund irgendwelcher, der Beschwerdeführerin nicht bekannten Konstellationen im 
Innenverhältnis - seien nicht auszuschliessen.

a. Im Dispositiv der angefochtenen Verfügung steht zum einen nichts von 
der Löschung des Schuldbriefs, so dass die Löschung als solche nicht als verfügt 

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zu gelten hat. Darüber ist noch durch den Verwalter/Liquidator respektive die Ge-
sellschafter zu befinden. Andererseits bilden die Erwägungen/Begründungen in der 
Verfügung nicht Anfechtungsgegenstand. Da es ihre Rechtsstellung nicht berührt, 
braucht die Beschwerdeführerin grundsätzlich nicht zu kümmern, zu welchem 
Zweck die Herausgabe des Schuldbriefs erfolgen soll. Im Übrigen erscheinen die 
Befürchtungen der Beschwerdeführerin mit Bezug auf ihr privatrechtliches Verhält-
nis zu DS. und AQ. unbegründet. Gegenüber den Hinterlegern kann sie sich notfalls 
unter Hinweis auf den amtlichen Herausgabebefehl exculpieren. Es obliegt im Übri-
gen dem Betreibungsamt beziehungsweise dem Verwalter/Liquidator, die Liquida-
tion der einfachen Gesellschaft unter Berücksichtigung der legitimen Interessen der 
Gesellschafter, wozu auch die Kostengünstigkeit gehört, durchzuführen. 

b. Die Bedenken der Beschwerdeführerin, dass ein Vorentscheid für die 
sofortige Löschung des Schuldbriefs bereits gefallen sei und dieser könnte unter 
Umständen objektiv schädlich sein, sind allerdings nicht ganz von der Hand zu wei-
sen. Im Dispositiv der angefochtenen Verfügung steht zwar nichts von Löschung 
des Schuldbriefs, umso weniger verständlich erscheint, dass die Anordnung explizit 
auf Herausgabe des Schuldbriefs an das Grundbuchamt Of. lautet. Denn Letzteres 
kann in der Tat nur bedeuten, dass er nach Meinung des Betreibungsamtes ohne 
Umschweife zu löschen ist. Das Betreibungsamt respektive der Verwalter/Liquidator 
wären indessen gut beraten, den Schuldbrief an sich selbst herauszuverlangen, das 
heisst einstweilen nicht dem Grundbuchamt zur Löschung zukommen zu lassen. 
Dies reicht zum einen als vorläufige Sicherungsmassnahme. Zum anderen ist der-
zeit nicht auszuschliessen, dass der Schuldbrief - je nach Art der Liquidation - noch 
benötigt wird, so beispielsweise, um ihn einem Erwerber des Grundstücks zwecks 
Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Ist derzeit nicht sicher, dass der Schuldbrief 
zu löschen ist, können erhebliche Kosten in der Grössenordnung von rund 36'000 
Franken für seine (neue) Errichtung gespart werden (vgl. act. 05.1.45, Schreiben 
Notariat Of. vom 1. Dezember 2006). Angesichts ihrer Vernehmlassungen und über-
einstimmenden Eventualanträge scheinen dies mittlerweile auch der Verwalter/Li-
quidator L. und der Gesellschafter AQ. eingesehen zu haben. Insoweit kann dem 
Einwand der Beschwerdeführerin Rechnung getragen werden. Die angefochtene 
Verfügung ist dementsprechend abzuändern. An der Herausgabepflicht der Be-
schwerdeführerin ändert dies indessen nichts, so dass es bei der Abweisung ihrer 
Beschwerde bleibt.

6. Der Verwalter/Liquidator beantragt eine Entscheidung unter gesetzli-
cher Kostenfolge. Die gesetzliche Kostenfolge besteht darin, dass es keine Kosten 

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gibt. Im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG dürfen nach ausdrücklicher 
gesetzlicher Vorschrift weder Kosten erhoben  - vorbehältlich mutwilliger und tröle-
rischer Beschwerdeführung (Art. 20a Abs. 1 Satz 2 SchKG) -  noch Verfahrensent-
schädigungen zugesprochen werden (Art. 20a Abs. 1 Satz 1 SchKG, Art. 61 Abs. 2 
lit. a und Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG in Verbindung mit Art. 26 der kantonalen 
Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 
GVV zum SchKG).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde der XS. Versicherungen AG wird abgewiesen, soweit darauf 
einzutreten ist.

2. Die angefochtene Verfügung des Betreibungsamtes Oberengadin vom 06. 
Dezember 2006 wird insoweit abgeändert, als der Schuldbrief dem Betrei-
bungsamt Oberengadin in Verwahrung zu geben ist.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht 
geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 10 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfah-
ren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden
als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs  

Der Präsident: Der Aktuar: