# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d40bf9b-4581-590d-a32d-fd9c01ac887a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.03.2022 100 2021 123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-123_2022-03-28.pdf

## Full Text

100.2021.123U
DAM/ZUD/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. März 2022

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Herzog
Gerichtsschreiberin Bickel

A.________ und B.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdegegner 1

Einwohnergemeinde Tschugg
handelnd durch den Gemeinderat, Oberdorf 18, 3233 Tschugg
Beschwerdegegnerin 2

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baubewilligung; Erweiterung eines Einfamilienhauses 
(Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 
23. März 2021; BVD 110/2021/2)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.03.2022, Nr. 100.2021.123U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

C.________ beabsichtigt, das Einfamilienhaus auf seiner Parzelle Tschugg 
Gbbl. Nr. 1________ zu einem Zweifamilienhaus zu erweitern. Das Projekt 
sieht einen eingeschossigen Erweiterungsbau vor, dessen Flachdach dem 
bestehenden Haus als Terrasse dienen soll. Das Baugrundstück liegt in der 
Kernzone und im Ortsbilderhaltungsgebiet. Gegen das Bauvorhaben erho-
ben A.________ und B.________, Eigentümer und Eigentümerin der 
Nachbarparzelle Tschugg Gbbl. Nr. 2________, Einsprache. Am 
2. Dezember 2020 bewilligte die Einwohnergemeinde (EG) Tschugg das 
Vorhaben und wies die Einsprache ab.

B.

Gegen diese Verfügung führten A.________ und B.________ am 4. Januar 
2021 Beschwerde bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern 
(BVD). Mit Entscheid vom 23. März 2021 wies die BVD die Beschwerde ab.

C.

Gegen den Entscheid der BVD haben A.________ und B.________ am 
23. April 2021 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, 
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Baubewilligung für das 
Vorhaben sei zu verweigern (Bauabschlag); eventuell sei die Sache an die 
BVD zu neuem Entscheid zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantworten vom 26. bzw. 17. Mai 2021 beantragen 
C.________ und die EG Tschugg, die Beschwerde sei abzuweisen. Die BVD 
schliesst mit Vernehmlassung vom 29. April 2021 ebenfalls auf Abweisung 
der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.03.2022, Nr. 100.2021.123U, 
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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände-
rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Bau-
gesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). Die Bestimmungen über 
Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die 
Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Der Beschwerdegegner 1 beabsichtigt, sein Einfamilienhaus auf der 
Parzelle Nr. 1________ zu einem Zweifamilienhaus zu erweitern 
(Baugesuch vom 21.7.2020, Akten Gemeinde pag. 1-3). Nordseitig des 
bestehenden Gebäudes soll ein eingeschossiger Erweiterungsbau mit 
eigener Terrasse entstehen, der einen Raum für «Kochen/Essen/Wohnen», 
ein weiteres Zimmer und ein Bad/WC enthält (Plan «Untergeschoss» vom 
1.3.2021). Das Flachdach des Erweiterungsbaus dient dem bestehenden 
Haus zugleich als Terrasse; es käme auf der Höhe des Erdgeschosses zu 
liegen (Pläne «Schnitt und NW Fassade» sowie «NO und SO Fassade», je 
vom 1.3.2021). Projektiert ist zudem der Bau von zwei Stützmauern mit einer 
Höhe von 1,3 m auf der Südwestseite des Erweiterungsbaus bzw. von 0,4 m 
im Nordwesten des Baugrundstücks (Pläne «NO und SO Fassade» sowie 
«Schnitt und NW Fassade» je vom 1.3.2021; alle Pläne greifbar in den Akten 
BVD pag. 48 [Beilagen]). Das Baugrundstück befindet sich in der Kernzone 
und ist Teil des kommunalen Ortsbilderhaltungsgebiets (vgl. Zonenplan der 

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EG Tschugg vom 26. November 2010 sowie Art. 611 des Baureglements der 
EG Tschugg vom 26. November 2010 [nachfolgend: GBR]; Reglement und 
Plan einsehbar unter: <www.tschugg.ch>, Rubrik «Online-
Schalter/Reglemente und Dokumente Gemeinde Tschugg»).

2.2 Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen 
nach Art. 9 BauG Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Abs. 1 
Satz 1). Die Gemeinden können nähere Vorschriften erlassen (Abs. 3). 
Art. 511 GBR bestimmt unter dem Artikeltitel «Gestaltungsgrundsatz» Fol-
gendes:

1 Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen mit ihrer 
Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht.

2 Bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung sind insbesondere zu 
berücksichtigen
– die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- 

und Landschaftsbildes,
– die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Pla-

nung auch die beabsichtigte Gestaltung der benachbarten Be-
bauung, 

– Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der 
Bauten und Anlagen,

– die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung 
und Farbgebung, 

– die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlandes 
und der Begrenzungen gegen den öffentlichen Raum,

– die Gestaltung und Einordnung der Erschliessungsanlagen, 
Abstellplätze und Eingänge.

3 Die Vorschriften über die Ortsbildpflege bleiben vorbehalten.

Der Vorbehalt von Art. 511 Abs. 3 GBR bezieht sich auf die Bau- und Nut-
zungsbeschränkungen gemäss Art. 611 ff. GBR (vgl. Hinweis im GBR), da-
runter Vorschriften für das Ortsbilderhaltungsgebiet. Letzteres bezweckt die 
Erhaltung, Gestaltung und behutsame Erneuerung der für das Ortsbild prä-
genden Elemente und Merkmale (Art. 611 GBR). Gemäss den allgemeinen 
Vorschriften über die Bau- und Aussenraumgestaltung hat sich die Stellung 
der Bauten nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen zu rich-
ten, welche das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen (Art. 512 Abs. 3 
GBR). Für die Dachgestaltung enthält Art. 515 GBR folgende Vorgaben:

1 Die Dachgestaltung hat sich nach den ortsüblichen oder vorherr-
schenden Merkmalen zu richten, welche das Strassen-, Quartier- 
oder Ortsbild prägen. […]

2 Für Hauptgebäude sind nur Sattel-, Walm- oder Krüppelwalm- und 
Mansarddächer erlaubt. […]

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3 Die Dachneigung bei Hauptbauten in den Dorf-, Kernzonen, in der 
Weiler- oder Landwirtschaftszone müssen zwischen 30° a.T. und 
45° a.T. liegen. […]

4 […]

5 An- und Nebenbauten haben in der Regel dieselbe Dachform und
-eindeckung wie das Hauptgebäude aufzuweisen. Andere Dachfor-
men sind zugelassen, sofern eine gute Einordnung ins Ortsbild er-
reicht wird.

Weiter hat sich die Gestaltung der privaten Aussenräume – insbesondere 
der öffentlich erlebbaren Einfriedungen, Vorgärten, Vorplätze und Hauszu-
gänge – nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen zu richten, 
welche das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen (Art. 517 Abs. 1 GBR). 
Allfällige Terrainveränderungen sind nach Art. 518 GBR so anzulegen, dass 
sie sich harmonisch in die Umgebung einfügen (Abs. 1 Satz 1); Stützmauern 
dürfen in der Regel pro Stufe eine maximale Höhe von 1,5 m nicht über-
schreiten und sind in natürlichen Materialien auszuführen (Abs. 2 Satz 1).

2.3 Diese Bestimmungen gehen über die «ästhetische Generalklausel» 
von Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus; ihnen kommt selbständige Bedeutung zu. Sie 
enthalten nicht bloss ein allgemeines Beeinträchtigungsverbot, sondern ein 
positives Einordnungs- bzw. Einfügungsgebot und konkretisieren darüber 
hinaus die ästhetischen Anforderungen in einzelnen Bereichen (vgl. 
Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, 
Art. 9-10 N. 4). Bei der Auslegung von kommunalem Recht ist zu beachten, 
dass sich die Autonomie der Gemeinde nicht auf den Bereich der Rechtset-
zung beschränkt (vgl. Art. 109 der Verfassung des Kantons Bern [KV; 
BSG 101.1] und Art. 65 Abs. 1 BauG); insbesondere wo eine Gemeinde zum 
Erlass von Rechtsnormen berechtigt ist, kommt ihr grundsätzlich auch bei 
deren Anwendung ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Es ist deshalb 
vorab Sache der Gemeinde zu bestimmen, wie sie eine eigene Vorschrift 
verstanden haben will. Wird die Anwendung einer von ihr erlassenen Bestim-
mung Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die Rechtsmittelin-
stanzen zu prüfen, ob die von der Gemeinde geltend gemachte Auslegung 
rechtlich haltbar ist. Sie auferlegen sich mit andern Worten eine gewisse Zu-
rückhaltung gegenüber der Auffassung der Gemeinde, indem sie sich der 
Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeutung der umstrittenen Bestimmung 
ebenfalls möglich und rechtlich vertretbar wäre (statt vieler BVR 2019 S. 15 
E. 3.2; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 5 mit weiteren Hinweisen).

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2.4 Nach der Rechtsprechung ist die «gute Gesamtwirkung» weder an 
geringen noch an besonders hohen architektonischen Qualitäten zu messen. 
Das Erfordernis bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten 
nur, dass das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich 
ein Bauvorhaben an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der 
Umgebung zu orientieren hat. Dass ein Gebäude von einer neuzeitlichen 
Architektur geprägt ist, die nicht dem Herkömmlichen entspricht, bedeutet 
noch nicht, dass keine gute Gesamtwirkung bestünde (BVR 2009 S. 328 
E. 5.3, 2006 S. 491 E. 6.3.1 f.; BVR 2021 S. 150 [VGE 2019/414/427 vom 
15.12.2020] nicht publ. E. 5.3; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 4a).

3.

3.1 Strittig ist zunächst, ob das Flachdach des Erweiterungsbaus mit 
Art. 515 GBR betreffend die Dachgestaltung vereinbar ist. – Die BVD ist 
übereinstimmend mit der Gemeinde davon ausgegangen, dass es sich beim 
eingeschossigen Erweiterungsbau um eine Anbaute im Sinn von Art. 515 
Abs. 5 GBR handelt (vorne E. 2.2). Hinsichtlich Fläche und Volumen ordne 
er sich der Hauptbaute klar unter und werde damit als Anbau wahrgenom-
men. Als solcher dürfe der Erweiterungsbau grundsätzlich eine andere 
Dachform haben als das Hauptgebäude (angefochtener Entscheid E. 2d).

3.2 Die Beschwerdeführenden stellen sich auf den Standpunkt, der Be-
griff der «An- und Nebenbaute» nach Art. 515 Abs. 5 GBR sei gleich zu ver-
stehen wie anderswo im GBR, das namentlich Vorschriften über «unbe-
wohnte An- und Nebenbauten» kennt. Für sie gelten nach der baurechtlichen 
Grundordnung der Gemeinde die folgenden Privilegierungen von den allge-
meinen Grenzabstandsvorschriften (Art. 312 Abs. 2 Bst. a GBR):

– Grenzabstand (GA) mind. 2,0 m, sofern die mittlere Gebäudehöhe 
der Bauten 3 m und ihre Grundfläche 40 m2 nicht übersteigen.

– Grenzanbau möglich, wenn Nachbar zustimmt oder wenn an ein an 
der Grenze stehendes Nebengebäude angebaut werden kann.

Angesprochen sind damit eingeschossige Gebäude, die nur Nebennutz-
flächen enthalten und die in ihren Dimensionen die zulässigen Masse nicht 
überschreiten; sie sind unbewohnt, wenn sie nicht für den dauernden Auf-

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enthalt von Menschen oder Tieren bestimmt sind (z.B. Garagen und unbe-
heizte Wintergärten; Art. 121 Anhang I GBR mit Hinweis). Nur bei solchen 
funktions- und umfangmässig ungeordneten An- und Nebenbauten erlaubt 
das kommunale Recht nach Ansicht der Beschwerdeführenden eine vom 
Hauptgebäude abweichende Dachgestaltung (Beschwerde S. 4 Rz. 6). Der 
hier zur Diskussion stehende Erweiterungsbau sei nicht eine bloss unterge-
ordnete Baute; er sei bewohnt und gehe auch mit Blick auf seine Masse weit 
über eine An- und Nebenbaute hinaus. Es sei nicht Sinn und Zweck von 
Art. 515 Abs. 5 GBR, einen solchen Bau von der Einhaltung der für Haupt-
bauten vorgeschriebenen geneigten Dachform zu dispensieren (Be-
schwerde S. 4 Rz. 7 f.).

3.3 Die Regelung von Art. 312 Abs. 2 Bst. a GBR bezieht sich auf unbe-
wohnte An- und Nebenbauten. Mit dem Ausschluss bewohnter Bauten soll 
sichergestellt werden, dass die Nachbarschaft – trotz der Privilegierung hin-
sichtlich der Grenzabstände – nicht ungebührlich durch Immissionen beläs-
tigt wird (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 10). Diese Problematik be-
steht bei den Gestaltungsvorschriften nicht. Ob eine An- oder Nebenbaute 
bewohnt oder unbewohnt ist, ist aus ästhetischer Sicht (Dachform) mithin 
nicht von Interesse (zutreffend Beschwerdeantwort des Beschwerdegeg-
ners 1 S. 4 f. Rz. 15 f.). Art. 515 Abs. 5 GBR ist seinem Wortlaut nach auf 
alle An- und Nebenbauten anwendbar. Das gilt im Übrigen auch dann, wenn 
die maximalen baupolizeilichen Masse betreffend die mittlere Gebäudehöhe 
(3 m) und die Grundfläche (40 m2) gemäss Art. 312 Abs. 2 Bst. a GBR über-
schritten werden. Ein solches Normverständnis ist angesichts der unter-
schiedlichen Zielsetzungen der Bestimmungen rechtlich haltbar (vgl. zur 
Respektierung des kommunalen Autonomiespielraums vorne E. 2.3; ferner 
VGE 22494 vom 10.4.2006 E. 4.6). Weiter überzeugt die Beurteilung der 
Vorinstanz, der Erweiterungsbau sei deutlich als Anbau wahrnehmbar: Zur 
bestehenden Bruttogeschossfläche (BGF) des Hauptgebäudes von insge-
samt 216 m2, aufgeteilt auf mehr als 5 Zimmer, käme eine vergleichsweise 
bescheidene BGF von 50 m2 für 2 Zimmer mit Bad/WC hinzu (Baugesuch 
vom 21.7.2020, Akten Gemeinde pag. 2). Der Erweiterungsbau überragt das 
Erdgeschoss des bestehenden Einfamilienhauses zudem nicht (ohne Ter-
rassenkonstruktion), ist also deutlich weniger hoch als das Hauptgebäude 
(vorne E. 2.1). Zutreffend wird vom Beschwerdegegner 1 und der Vorinstanz 

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in Frage gestellt, ob ein geneigtes Dach in einem solchen Fall gestalterisch 
vorteilhaft wäre (Beschwerdeantwort S. 6 Rz. 19; angefochtener Entscheid 
E. 2d; vgl. dazu auch bereits VGE 22494 vom 10.4.2006 E. 4.7). Es ist bei 
diesen Gegebenheiten nicht rechtsfehlerhaft, den Erweiterungsbau als An-
bau im Sinn von Art. 515 Abs. 5 GBR zu behandeln.

3.4 Ein Flachdach für den Erweiterungsbau ist somit zugelassen, sofern 
eine gute Einordnung ins Ortsbild erreicht wird (Art. 515 Abs. 5 GBR). Darauf 
wird zurückzukommen sein (hinten E. 5).

4.

4.1 Die Beschwerdeführenden machen weiter geltend, das Bauvorhaben 
hätte durch die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschafts-
bilder (OLK) beurteilt werden müssen. Die Vorinstanz habe diese Beweis-
massnahme zu Unrecht unterlassen. Der Beizug der OLK sei angezeigt; eine 
Heilung des Mangels im verwaltungsgerichtlichen Verfahren komme nicht in 
Betracht (Beschwerde S. 10 f. Rz. 28).

4.2 Gemäss Art. 10 Abs. 2 BauG beurteilt die OLK zuhanden der Baube-
willigungsbehörde prägende Bauvorhaben aus Sicht des Ortsbild- und Land-
schaftsschutzes. Sie wird konsultiert bei prägenden Bauvorhaben insbeson-
dere in kommunalen Ortsbild- oder Landschaftsschutzgebieten, gegen die 
ästhetische Bedenken oder Einwände bestehen, die nicht offensichtlich un-
begründet sind und die das Ortsbild oder die Landschaft beeinträchtigen kön-
nen (Art. 22a Abs. 1 Bst. c des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baube-
willigungsverfahren [Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1]). Die OLK 
wird nicht beigezogen, wenn ein Bauvorhaben bereits von der Eidgenössi-
schen Natur- und Heimatschutzkommission, der Kantonalen Denkmalpflege 
oder einer leistungsfähigen örtlichen Fachstelle begutachtet wurde (Art. 22a 
Abs. 2 BewD).

4.3 Der Berner Heimatschutz (BHS), Regionalgruppe Biel-Seeland, hat 
im Baubewilligungsverfahren mit Bericht vom 18. August 2020 aus ästheti-
scher Sicht zum strittigen Vorhaben Stellung genommen (Akten Gemeinde 
pag. 41). Der BHS und die Regionalgruppen sind als privatrechtliche Vereine 

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organisiert (Art. 1 und 12 der Statuten vom 8. Juni 2018, einsehbar unter: 
<www.bernerheimatschutz.ch>, Rubrik «Berner Heimatschutz/Informatio-
nen und Unterlagen/Statuten»). Nach Art. 521 Abs. 1 GBR kann der Ge-
meinderat eine Fachgruppe unabhängiger und in Gestaltungsfragen aus-
gewiesener Fachleute beiziehen. Dazu gehören die Bauberaterinnen und 
-berater des BHS (vgl. Hinweis im GBR), denen Baugesuche im Ortsbilder-
haltungsgebiet, die keine Baugruppe betreffen, offenbar regelmässig unter-
breitet werden (vgl. Beschwerdeantwort der Gemeinde S. 1). Auch die BVD 
anerkennt den BHS (bzw. seine Bauberaterinnen und -berater) als leistungs-
fähige örtliche Fachstelle im Sinn von Art. 22a Abs. 2 BewD (vgl. zu den Vo-
raussetzungen im Allgemeinen Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 9a), da er 
über das erforderliche Fachwissen verfügt und mit der Aufgabe vertraut ist, 
Bauvorhaben auf ihre Verträglichkeit mit dem Orts- und Landschaftsbild zu 
beurteilen (Entscheid RA Nr. 110/2019/68 vom 22.10.2019 E. 4c, einsehbar 
unter: <www.bvd.be.ch>, Rubrik «Dienstleistungen/Beschwerdeverfahren/ 
Publizierte Entscheide der BVD»; vgl. ausserdem für den Bereich des Denk-
malschutzes Art. 2 Abs. 2 Bst. b der Verordnung vom 25. Oktober 2000 über 
die Denkmalpflege [Denkmalpflegeverordnung, DPV; BSG 426.411] und 
dazu VGE 2019/161 vom 10.3.2021 [bestätigt durch BGer 1C_180/2021 
vom 19.8.2021] E. 5.1.3).

4.4 Bei dieser Sachlage war die Gemeinde nicht verpflichtet, bei der OLK 
einen Fachbericht einzuholen. Die Beschwerdeinstanzen hätten zwar grund-
sätzlich die Möglichkeit, zusätzlich zur Beurteilung durch den BHS die OLK 
zu konsultieren, haben sie den Sachverhalt doch von Amtes wegen festzu-
stellen (Untersuchungsgrundsatz, Art. 18 VRPG; vgl. auch Art. 10 Abs. 3 
BauG und Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 27. Oktober 2010 über die Kom-
mission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder [OLKV; BSG 426.221]; 
VGE 2020/82 vom 15.12.2021 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Angesichts 
des Berichts des BHS und der weiteren aktenkundigen Unterlagen bestand 
dafür im vorinstanzlichen Verfahren indes kein Anlass und sind auch vor Ver-
waltungsgericht weitere Abklärungen in diesem Zusammenhang entbehrlich. 
Auf die inhaltliche Kritik der Beschwerdeführenden am erwähnten Bericht 
(Beschwerde S. 10 Rz. 27) ist in der Folge einzugehen.

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5.

5.1 Die Verfahrensbeteiligten sind sich schliesslich uneinig, ob das Bau-
vorhaben mit den kommunalen Vorschriften über den Ortsbildschutz verein-
bar ist (vgl. zu den Rechtsgrundlagen vorne E. 2.2).

5.2 Die Vorinstanz hat sich bei ihrer Beurteilung unter anderem auf den 
Bericht des BHS vom 18. August 2020 gestützt. Danach tritt der neue stras-
senabgewandte Baukörper als einfaches selbständiges Volumen in Erschei-
nung, welches von der Strassenseite aus nicht einsehbar und nordseitig hin-
ter Hecken versteckt ist. Passend zum einfachen Baukörper ist eine natürli-
che und zurückhaltende Materialisierung angedacht. Grundsätzlich erhob 
der BHS aus gestalterischer Sicht keine Einwände gegen das Bauvorhaben 
(Akten Gemeinde pag. 41).

5.3 Im Einzelnen hat die BVD zur Ästhetik im angefochtenen Entscheid 
folgende Feststellungen getroffen und Schlüsse gezogen (E. 3e S. 7):

«Die Umgebung des umstrittenen Bauvorhabens weist […] in Bezug auf 
die Anordnung der Bauten, die Bauvolumen und die Ausrichtung der 
Dachfirste eine eher heterogene Bebauungsstruktur auf. Die Grösse 
bzw. Grundform der Häuser dieses Quartiers variiert stark. […] Es mag 
zwar zutreffen, dass Satteldächer als Grundform dominieren. Aufgrund 
der verschiedenen Ausprägungen (mit und ohne Dachaufbauten, mit 
und ohne Dachflächenfenster), der verschiedenen Grössen und der un-
terschiedlichen Dachfarbe wirkt auch das Bild dieser Dächer heterogen. 
Zahlreiche Gebäude verfügen über kleinere An- oder Nebenbauten, wo-
bei diese höchstens vereinzelt als Flachdachbauten ausgestaltet sind 
[…]. Die Anforderungen an die Einordnung des geplanten Erweiterungs-
baus sind aufgrund dieser heterogenen Bebauungsstruktur trotz der 
Lage der Bauparzelle im Ortsbilderhaltungsgebiet zu relativieren.

In diese heterogene Bebauungsstruktur ordnet sich der umstrittene Er-
weiterungsbau gut ein. Dabei ist von Bedeutung, dass sich dieser Anbau 
dem bestehenden Hauptgebäude aufgrund seiner deutlich kleineren Di-
mensionen und seiner schlichten Ausführung optisch klar unterordnet. 
Mit seiner [geringen] Höhe […] wird dieser Anbau […] nicht als Teil des 
Hauptgebäudes wahrgenommen und muss sich deshalb in Dachgestal-
tung und Materialisierung auch nicht zwingend an diesem orientieren.»

Die BVD sah daher keinen Anlass, von der fachlichen Einschätzung des BHS 
abzuweichen, und bejahte eine gute Einordnung des Erweiterungsbaus mit 
dem Flachdach (angefochtener Entscheid E. 3e S. 7 f.). Was die Umge-
bungsgestaltung angeht, fällt nach Ansicht der Vorinstanz die für die Ter-
rasse des Erweiterungsbaus benötigte Terrainaufschüttung bescheiden aus 
und ordnet sich harmonisch in die Umgebung ein. Die Stützmauer rage als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.03.2022, Nr. 100.2021.123U, 
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Abschluss der Terrasse bloss rund 40 cm aus dem Boden und bleibe damit 
ebenfalls unauffällig. Von einer atypischen oder ortsunüblichen Umgebungs-
gestaltung könne nicht gesprochen werden. Die kleinere Abgrabung auf der 
Südwestseite des Erweiterungsbaus mit Stützmauer falle bei der Beurteilung 
des Ortsbilds nicht ins Gewicht (angefochtener Entscheid E. 3e S. 8). Die 
Haltung der Gemeinde, wonach das Vorhaben trotz seiner Lage im Ortsbild-
erhaltungsgebiet den ästhetischen Vorgaben entspricht, sei unter Berück-
sichtigung der Gemeindeautonomie nicht zu beanstanden (angefochtener 
Entscheid E. 3f).

5.4 Die Beschwerdeführenden rügen vorab, der Bericht des BHS sei 
mangelhaft, weil er sich nicht zu verschiedenen Gesichtspunkten äussere, 
die für die Beurteilung der Ortsbildverträglichkeit wesentlich seien. Gestützt 
darauf könne nicht gesagt werden, der Erweiterungsbau sei mit den gestal-
terischen Vorgaben des kommunalen Rechts vereinbar. Das habe auch die 
Vorinstanz mit ihren Ausführungen im angefochtenen Entscheid nicht aufzei-
gen können. Problematisch seien zudem die Terrainveränderungen und 
Stützmauern, welche für die Realisierung des Bauvorhabens nötig seien.

5.5 Die BVD ist davon ausgegangen, dass das Ortsbild von Tschugg 
nach den Massstäben des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Na-
tur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) von regionaler Bedeutung ist (ange-
fochtener Entscheid E. 3f). Als solches ist das Dorf nicht im Bundesinventar 
der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) verzeichnet, das nur 
schützenswerte Ortsbilder von nationaler Bedeutung umfasst (Art. 5 NHG 
und Art. 1 i.V.m. Anhang 1 der Verordnung vom 13. November 2019 über 
das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz [VISOS; 
SR 451.12]; zur Beschreibung des Objekts Beilage 3 zur Beschwerde im vor-
instanzlichen Verfahren). Ebenso wenig greift hier der Schutz im Rahmen 
der Grundnorm von Art. 3 NHG, da mit der Erteilung einer «gewöhnlichen» 
Baubewilligung in der Bauzone nicht die Erfüllung einer Bundesaufgabe zur 
Diskussion steht (Art. 2 NHG; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 32b und 
33 ff.; Thomas Merkli, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bun-
desinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz [ISOS], in Boil-
let/Favre/Martenet [Hrsg.], Le droit public en mouvement, Mélanges en 
l’honneur du Professeur Etienne Poltier, 2020, S. 965 ff., 967 f.). Bei dieser 

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Ausgangslage können die Beschwerdeführenden aus der seit dem Jahr 
1979 nicht mehr aktualisierten ISOS-Dokumentation von vornherein nichts 
zu ihren Gunsten ableiten (vgl. Beschwerde S. 6 f. Rz. 16), zumal die Ge-
meinde diese Unterlagen in ihrer Nutzungsplanung berücksichtigt hat (Fest-
legung des kommunalen Ortsbilderhaltungsgebiets; vgl. Art. 86 BauG und 
Hinweis zu Art. 611 GBR). Nichts anderes ergibt sich bei einer inhaltlichen 
Auseinandersetzung mit der ISOS-Dokumentation: Innerhalb des Ortsbild-
schutzgebiets liegt das Baugrundstück nicht in einem Bereich, der für das 
Ortsbild von zentraler Bedeutung ist wie insbesondere das Oberdorf (Ge-
biet 1) und das später entstandene Unterdorf (Gebiet 2) mit dem grossen 
Rebhang dazwischen (Umgebungs-Zone II). Das Grundstück mit dem Ein-
familienhaus des Beschwerdegegners 1 befindet sich vielmehr nordöstlich 
des alten Dorfs in der Umgebungs-Zone III (Hinter dem Dorf). In diesem Teil 
von Tschugg wurden in jüngerer Zeit mehrere Einfamilienhäuser gebaut; ge-
wichtige Schutzinteressen sind dort nicht betroffen (vgl. auch Position 
Nr. 3________ in der Umgebungs-Zone II). Wohl wird in der ISOS-
Beschreibung allgemein darauf hingewiesen, für den Schutz des Ortsbilds 
sei die Bewahrung der wichtigsten Umgebungen vor jeglichen Neubauten 
notwendig. Indes ist das Vorhaben unbestrittenermassen zonenkonform und 
hält die massgeblichen Vorschriften zum Nutzungsmass ein. Hier bestehen 
keine Gründe, die maximal zugelassene Baumasse einzuschränken, zumal 
ein öffentliches Interesse daran besteht, die Siedlungsentwicklung zur 
haushälterischen Nutzung des Bodens nach innen zu lenken und kompakte 
Siedlungen zu schaffen (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. abis und Art. 3 Abs. 3 Bst. abis 
des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung 
[Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]; dazu etwa BGE 145 I 52 E. 4.4; BVR 
2019 S. 51 [VGE 2017/351 vom 14.11.2018] nicht publ. E. 12.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 15). Bei diesen Gegebenheiten lassen 
sich mit der ISOS-Dokumentation bei der Anwendung der kommunalen 
Ästhetikbestimmungen im Baubewilligungsverfahren keine (zusätzlichen) 
Schutzanliegen begründen und schadet nicht, dass der BHS in seinem 
Bericht darauf nicht Bezug genommen hat.

5.6 Das Baugrundstück ist unbestrittenermassen nicht Teil einer Bau-
gruppe. Im Oberdorf bilden zwar etliche schützens- und erhaltenswerte Bau-
ernhäuser mit Nebenbauten und eine öffentliche Baute die Baugruppe B, die 

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sich von innen durch ein «eindrückliches gassenartiges Strassenbild» und 
von aussen durch den Blick auf die Dächer der einheitlich ausgerichteten 
Hauptbauten auszeichnet (Anhang II GBR; Bauinventar einsehbar unter: 
<www.bkd.be.ch>, Rubrik «Themen/Kultur/Denkmalpflege/Baudenkmäler 
im Kanton Bern/Bauinventar/Bauinventar online»). Die weiter im Nordosten 
gelegene Liegenschaft des Beschwerdegegners 1 ist nicht Teil des gassen-
artigen Strassenbilds; ebenso wenig ist das Flachdach der vorgesehenen 
Anbaute für das äussere Ortsbild von Bedeutung (vgl. zur örtlichen Situation 
auch Beschwerde S. 6 Rz. 15). Anders als die Beschwerdeführenden gel-
tend machen, können negative Auswirkungen des Vorhabens auf die Bau-
gruppe daher ausgeschlossen werden, ohne dass sich der BHS näher zu 
diesem Punkt äussern musste.

5.7 Einzuräumen ist, dass der Bericht des BHS eher knapp ausgefallen 
ist. Insbesondere finden sich keine Ausführungen zu den hier interessieren-
den prägenden Elementen und Merkmalen des Strassen-, Orts- und Land-
schaftsbilds, die ein wesentliches Element sind bei der Beurteilung der guten 
Gesamtwirkung (Art. 511 Abs. 2 GBR), gerade auch im Ortsbilderhaltungs-
gebiet (Art. 611 GBR; Beschwerde S. 8 Rz. 17). Das bedeutet allerdings 
nicht, dass der BHS bei seiner Würdigung entscheidende gestalterische As-
pekte zu Unrecht nicht berücksichtigt hat oder von einem falschen Beurtei-
lungsmassstab ausgegangen ist, wie die Beschwerdeführenden geltend ma-
chen (Beschwerde S. 8 f. Rz. 20 f.). Vielmehr hat er mehrere Gesichtspunkte 
erwähnt, die in diesem Zusammenhang ins Gewicht fallen. Das gilt zunächst 
für den einfachen Baukörper, der sich – wie die BVD überzeugend dargelegt 
hat – aufgrund seiner deutlich kleineren Dimensionen, seiner Lage und sei-
ner schlichten Ausführung dem Einfamilienhaus auf der Bauparzelle unter-
ordnet. Der Anbau kann daher mit Bezug auf das bestehende Gebäude und 
seine Umgebung nicht als prägendes Element bezeichnet werden. Entgegen 
den Beschwerdeführenden ist der eingeschossige Erweiterungsbau von der 
Strasse aus nicht «gut sichtbar» (Beschwerde S. 8 Rz. 18), da er nordseitig 
des bestehenden Hauptgebäudes auf der strassenabgewandten Seite posi-
tioniert ist (vorne E. 2.1). Er wird vom höheren Einfamilienhaus zwar nicht 
vollständig, aber doch weitgehend verdeckt (vgl. insb. Pläne «Unterge-
schoss» und «Erdgeschoss» je vom 1.3.2021, Akten BVD pag. 48 [Beila-
gen]). Vom Wanderweg aus, der nördlich der …matte verläuft, fällt der eher 

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unscheinbare Anbau im Vergleich zu den Hauptgebäuden kaum auf. Weiter 
hat der BHS auf die Umgebung mit «Bauten jüngeren Datums» hingewiesen. 
Zu Recht stellen die Beschwerdeführenden die Feststellung der Vorinstanz 
nicht in Frage, die nähere Umgebung zeichne sich durch eine heterogene 
Bebauungsstruktur aus. Das gilt sowohl für die umliegenden Gebäude 
innerhalb als auch für diejenigen ausserhalb des Ortsbildschutzgebiets. Eine 
Aushöhlung des Schutzes durch Einbezug von Bauten geringerer Qualität 
ist daher entgegen den Beschwerdeführenden nicht zu befürchten. 
Gemessen am Mittelmass der Umgebung (vgl. vorne E. 2.4) erscheint der 
streitbetroffene Anbau gestalterisch unproblematisch. Insbesondere entsteht 
mit dem Erweiterungsbau keine «unruhige Gebäudeform», die insoweit hei-
kel wäre (Beschwerde S. 9 f. Rz. 24). Aus dem Hinweis des BHS in seinem 
Bericht vom 18. August 2020, Materialien und Farbgebung der Fassaden 
und des Daches seien vor der Bauausführung zu bemustern und ihm zur 
Einsicht zu unterbreiten (Akten Gemeinde pag. 41; Beschwerde S. 9 Rz. 22), 
ergibt sich im Übrigen nichts Gegenteiliges.

5.8 Schliesslich überzeugt auch die Einschätzung der BVD, dass die 
Stützmauer zum Abschluss der Terrasse des Erweiterungsbaus unauffällig 
wirken wird. Weshalb diese Mauer das gewachsene Terrain nach eigenen 
Berechnungen der Beschwerdeführenden um 60 cm und nicht wie bewilligt 
nur um 40 cm überragen soll (Beschwerde S. 9 Rz. 23; vorne E. 2.1), ist 
nicht ersichtlich; der Höhenunterschied zum Terrain oberhalb der Mauer ver-
grössert sich lediglich aufgrund des leicht abfallenden Geländes. Die Stütz-
mauer auf der Südwestseite des Erweiterungsbaus ist mit einer Höhe von 
1,3 m vermasst (vgl. vorne E. 2.1). Der BVD ist darin zu folgen, dass sich 
diese Mauer gut in die Umgebung einfügt. Von einem überproportionierten 
und ungewöhnlichen Mauerwerk kann nicht gesprochen werden (vgl. Be-
schwerde S. 10 Rz. 24). Der bemängelte Anschluss an die (unbebaute) 
Nachbarparzelle Tschugg Gbbl. Nr. 4________ (Beschwerde S. 9 Rz. 23) 
hat keinen massgeblichen Einfluss auf den optischen Gesamteindruck, 
zumal sich der Anschluss ebenfalls auf der strassenabgewandten Seite 
befindet. Aus diesem Grund kommt auch einer Absturzsicherung, sollte sie 
aufgrund der Fallhöhe tatsächlich nötig sein (verneinend Beschwerdeantwort 
des Beschwerdegegners 1 S. 9 Rz. 30), bei der ästhetischen Beurteilung 
kein wesentliches Gewicht zu.

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5.9 Gestützt auf den (knappen) Bericht des BHS und eigene Feststellun-
gen ist die BVD insgesamt somit zu Recht zum Schluss gekommen, dass 
sich das Bauvorhaben gut in das bestehende Ortsbild einordnet und nament-
lich auch mit den kommunalen Bestimmungen zum Ortsbilderhaltungsgebiet 
vereinbar ist. Die Beschwerde erweist sich in allen Teilen als unbegründet 
und ist abzuweisen.

6.

Bei diesem Verfahrensausgang werden die unterliegenden Beschwerdefüh-
renden unter Solidarhaft kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 i.V.m. Art. 106 
VRPG). Sie haben dem obsiegenden Beschwerdegegner 1 zudem die Par-
teikosten zu ersetzen. Auf der Seite der Gemeinde und der Vorinstanz sind 
keine ersatzfähigen Parteikosten angefallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 
VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 4'000.--, werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt.

3. Die Beschwerdeführenden haben dem Beschwerdegegner 1 die Partei-
kosten für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
Fr. 4'523.40.-- (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Beschwerdegegner 1
- Beschwerdegegnerin 2
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.