# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e904dbc9-c4b3-515a-93d2-8011e942841b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 25.03.2021 3-RV.2018.175
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2018-175_2021-03-25.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2018.175       
P 56 
 

 

 
 

Urteil vom 25. März 2021 
 
 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richterin Sramek  

Richter Biondo  

Gerichtsschreiberin Betsche          

 

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

 

Rekurrentin 2  B._____  

 

beide vertreten durch Miko Treuhand, Gartenweg 2a, 6207 Nottwil   

    

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 30. August 2018 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2014 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 18. April 2017 wurden A. und B. von der Steuerkom-

mission Q. für das Jahr 2014 zu einem steuerbaren und satzbestimmenden 

Einkommen von CHF 2'299'300.00 und zu einem steuerbaren und satzbe-

stimmenden Vermögen von CHF 1'069'000.00 veranlagt. Dabei wurden in 

Abweichung von der Selbstdeklaration unter anderem CHF 590'015.00 

(Kapitalgewinn aus dem Verkauf der Beteiligung an der E./Mitarbeiterbetei-

ligungsprogramm) zum Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit 

hinzugerechnet.  

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 18. April 2017 liessen A. und B. mit Schreiben 

vom 17. Mai 2017 Einsprache erheben. Sie stellten den Antrag: 

 

"Beim erzielten Gewinn aus dem Börsengang handelt es sich nicht um ei-
nen geldwerten Vorteil aus einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Der 
Gewinn stellt einen steuerfreien privaten Kapitalgewinn dar. Wir bitten Sie 
deshalb, auf die Aufrechnung von CHF 590'015.00 unter Ziff. 1.3 zu ver-
zichten." 

 

3. 

Mit Entscheid vom 30. August 2018 hiess die Steuerkommission Q. die Ein-

sprache teilweise gut. Dabei wurden der "durch den Börsengang realisierte 

Gewinn" um CHF 87'738.00 auf CHF 502'277.00 und das steuerbare und 

satzbestimmende Einkommen auf CHF 2'211'583.00 reduziert.  

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 30. August 2018 (am 21. September 2018 

zugestellt) haben A. und B. mit Rekurs vom 19. Oktober 2018 (Postaufgabe 

gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern (nach-

folgend Spezialverwaltungsgericht), weiterziehen lassen und stellen fol-

gende 

 
"Anträge: 
 
1. Der vorgenannte Einsprache-Entscheid vom 30.08.2018 sei sowohl 

für die Kantons- und Gemeindesteuern als auch für die direkte Bun-
dessteuer aufzuheben. 

2. Die von der Vorinstanz vorgenommene Aufrechnung in der Höhe von 
CHF 502'277 sei zu korrigieren, womit das steuerbare Einkommen 
2014 bei den Kantons- und Gemeindesteuern neu CHF 1'709'306, 
resp. bei der direkten Bundessteuer neu CHF 1'713'778 beträgt. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz". 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 - 3 - 

 

 

5. 

Das Gemeindesteueramt Q. und das Kantonale Steueramt (KStA) beantra-

gen die Abweisung des Rekurses. 

 

6. 

A. und B. haben keine Replik erstatten lassen. 

 

7. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die Steuererklärungen von A. und B. der 

Jahre 2006, 2009 und 2013 beigezogen. 

 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2014. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

Die Rekurrenten haben nicht nur betreffend die Kantons- und Gemeinde-

steuern 2014 Rekurs, sondern auch betreffend die direkte Bundessteuer 

2014 Beschwerde erheben lassen. 

 

2.2. 

Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Steuerkommission Q. 

vom 30. August 2018. Dieser bezieht sich ausschliesslich auf die Kantons- 

und Gemeindesteuern 2014. Ein Einspracheentscheid betreffend die di-

rekte Bundessteuer 2014 liegt nicht vor. Auf die erhobene Beschwerde be-

treffend direkte Bundessteuer 2014 ist deshalb mangels Anfechtungsob-

jektes nicht einzutreten. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Der Rekurrent war im Jahr 2006 Geschäftsführer der F. (vgl. Selbstdekla-

ration in der Steuererklärung 2006). Gemäss der "[...] in E." vom 7. Sep-

tember 2006 erwarb er im Jahr 2006 142'500 Aktien der E. (nachfolgend: 

E.) für DKK 2'850'000.00. Der Kauf wurde dabei mit eigenen Mitteln von 

CHF 200'000.00 und einem von G. gewährten Darlehen von 

CHF 400'000.00 finanziert (Aktennotiz des Rekurrenten vom 30. Mai 2006). 

In der Steuererklärung 2006 deklarierten die Rekurrenten im Wertschriften-

verzeichnis ein Darlehen "H., Mitarbeiterbeteiligungsp." von 

CHF 600'000.00 als Guthaben und das Darlehen über CHF 400'000.00 als 

Schuld.  

 

Das Gemeindesteueramt Q. gab mit Schreiben vom 21. September 2007 

eine rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes durch den Rechtsdienst des 

KStA in Auftrag. Das KStA stellte dem Gemeindesteueramt Q. die Akten-

notiz vom 29. Juni 2009 mit der rechtlichen Beurteilung zu. Dabei ging das 

KStA davon aus, dass die am "Vertrag" Beteiligten noch keine feste Zutei-

lung an den gezeichneten Beteiligungsrechten erhalten hätten. Bezüglich 

der 142'500 Aktien der E. handle es sich nicht um den Kauf von gesperrten 

Mitarbeiteraktien, die bei Zuteilung zu besteuern seien. Es handle sich viel-

 - 5 - 

 

 

mehr "um die Beteiligung an einem komplexen Mitarbeiterbeteiligungspro-

gramm, dass eine Kombination von Aktien- und Optionszuteilung darstellt". 

Der Rekurrent könne je nach Fallkonstellation einen unterschiedlichen Ge-

winn realisieren. Die Beteiligung sei daher optionsähnlich und in der Diffe-

renz von Kaufpreis zu Verkaufspreis bei Ausübung als Arbeitseinkommen 

zu besteuern.  

 

Im Veranlagungsverfahren 2006 wurde von der Steuerkommission Q. kein 

Einkommen aus der Beteiligung am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm er-

fasst. 

 

3.1.2. 

Mit der Steuererklärung 2009 – am 28. April 2010 beim Gemeindesteuer-

amt Q. eingegangen – deklarierten die Rekurrenten unverändert ein Darle-

hen "H., Mitarbeiterbeteiligungsp." von CHF 600'000.00 als Guthaben.  

 

Mit Schreiben des Gemeindesteueramtes Q. vom 29. April 2010 wurde den 

Rekurrenten mitgeteilt, dass die Veranlagungen der Jahre 2006 bis 2008 

nach Rücksprache mit dem KStA vorgenommen werden könnten. Diese 

seien durch die Abklärungen wegen den Beteiligungspapieren H. blockiert 

gewesen. Eine Besteuerung finde erst bei Realisierung statt. Aus den Un-

terlagen 2009 sei ersichtlich, dass die Realisierung noch nicht stattgefun-

den habe. "Gerne hätten wir Ihnen die Unterlagen zu den Beteiligungspa-

pieren wieder persönlich überreicht, auf Wunsch senden wir Ihnen diese 

aber auch eingeschrieben zu".  

 

Die Veranlagung 2009 erfolgte durch die Steuerkommission Q. mit Verfü-

gung vom 18. November 2010, ohne dass Einkommen aus dem Mitarbei-

terbeteiligungsprogramm erfasst worden wäre. 

 

Der (zusätzliche) Erwerb von 9'928 D. S.à r.l. C Warrants zum Preis von 

DKK 427'500.00 ("[...]" bis zu 15 %) im Rahmen des Programms der H. per 

11. November 2009 wurde von den Rekurrenten im Jahr 2009 nicht dekla-

riert. 

 

3.1.3. 

Mit Schreiben der H. zum Programm vom 15. Februar 2012 wurde dem 

Rekurrenten die Umwandlung der Aktien (E.) und Warrants ([...] Warrants 

in D. S.à r.l.) mit einem bisherigen Wert von DKK 4'591'995.03 in Aktien der 

D. S.à r.l. und Warrants der D. S.à r.l. mit einem Wert von 

DKK 4'591'521.66 angezeigt.  

 

Am 25. April 2012 (Valuta) wurde das Darlehen von den Rekurrenten zu-

züglich eines Einmalzinses von CHF 24'000.00 an G. zurückbezahlt (Be-

lastungsanzeige der J. vom 25. April 2012). 

 

 - 6 - 

 

 

3.1.4. 

In der Steuererklärung 2013 wurden von den Rekurrenten 10'813 Anteile 

der "K. S.à r.l." mit einem Steuerwert von CHF 718'751.00 deklariert. In der 

Veranlagung wurde dafür von der Steuerkommission Q. in Abweichung von 

der Selbstdeklaration ein Steuerwert von CHF 900'000.00 berücksichtigt. 

Zur Begründung wurde in der Abweichungsbegründung 2013 ausgeführt: 

"Nachdem Sie uns trotz Aufforderung keine brauchbaren Unterlagen zuge-

stellt haben, wurde der mutmassliche Bestand und/oder Ertrag zur Besteu-

erung aufgerechnet." 

 

3.1.5. 

Die Rekurrenten erzielten beim Börsengang der H. im Jahr 2014 aus dem 

Verkauf der Mitarbeiterbeteiligung (Deklaration im Wertschriftenverzeich-

nis: 10'813 Mitarbeiteraktien ["MA"] an der "K. S.à r.l.") per 18. März 2014 

einen Erlös von DKK 7'283'680.00 (Schreiben der H. E. vom 18. März 

2014). 

 

3.1.6. 

Umstritten ist vorliegend, ob der Gewinn aus dem Verkauf der Aktien und 

der Warrants als Einkommen besteuert werden darf. 

 

3.2. 

Die Steuerkommission Q. erfasste den Gewinn aus dem Wertschriftenver-

kauf im Jahr 2014 als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit 

gestützt auf folgende Berechnung: 

 

"2006 Aufnahme Darlehen von G. CHF 400'000.- 
2006 Kauf 10'813 E. Shares DK 2'850'000 CHF 600'000.- 
27.03.2012 Transfer der Shares aufgrund Vertrag (CHF 752'219.-) 
 DKK 4'591'740.45 zu CHF 0.16382 
24.04.2012 Rückzahlung Darlehen an G. CHF 400'000.- 
24.04.2012 Zahlung Einmalzins an G. CHF 24'000.- 
18.04.2014 Börsengang H., E. Shares gegen L. shares CHF 1'190'153.- 
 DKK 7'283'680.00 zu CHF 0.16340 
18.04.2014 Realisierter Gewinn durch Börsengang CHF 590'015.-" 

 

Zur Begründung wurde geltend gemacht, geldwerte Vorteile aus gesperr-

ten oder nicht börsenkotierten Mitarbeiteroptionen, aus Anwartschaften auf 

Mitarbeiteraktien sowie aus unechten Mitarbeiterbeteiligungen würden im 

Zeitpunkt ihrer Realisation besteuert. Das gelte dann, wenn die Zuteilung 

der Mitarbeiterpapiere aufgrund des Arbeitsverhältnisses unter dem Ver-

kehrswert erfolge. 

 

3.3. 

In der Einsprache wurde ausgeführt, der Rekurrent habe keine geldwerten 

Vorteile aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm erhalten. Die Investitio-

nen seien immer privat zum Marktpreis und ohne Vorzugsbedingungen er-

folgt. Die H. sei im Jahr 2005 von privaten Investoren übernommen worden 

 - 7 - 

 

 

bzw. von der [...] Börse dekotiert worden. Die neuen Eigentümer hätten 

entschieden, das weltweite Management auf freiwilliger Basis an der Wert-

steigerung des Unternehmens teilhaben zu lassen, dies auf eigenes Risiko 

und durch Finanzierung mit privaten Mitteln. Die entsprechenden Invest-

mentgesellschaften seien im Sommer 2006 gegründet worden. Der Rekur-

rent habe sich daraufhin mit 142'500 Aktien der E. (nachfolgend: E.) zum 

Preis von DKK 20.00 pro Aktien beteiligt. Das Investment von total DKK 

2'850'000.00 sei privat finanziert worden. Die E. habe das eingenommene 

Aktienkapital dazu verwendet, um von den neuen Eigentümern der M. Ak-

tien und Warrants der H. zu erwerben. Das Management habe denselben 

Preis für die Aktien und Warrants von H. bezahlt, wie die Übernehmer für 

die H.-Aktien aufgewendet hätten. Der Kaufpreis der Aktien habe dem 

Marktpreis entsprochen.  

 

Ende September 2009 sei dem Management der H. die Möglichkeit zum 

Erwerb von zusätzlichen Anteilen bis zu 15 % des bisherigen Investments 

angeboten worden. Davon habe der Rekurrent Gebrauch gemacht und wei-

tere [...] Warrants der D. S.à r.l. zum Marktpreis von DKK 427'500.00 er-

worben. Diese Warrants seien leider in der Steuererklärung nicht deklariert 

worden.  

 

Ein Börsengang der H. wäre aufgrund der schlechten Marktverhältnisse 

erst im Jahr 2012 möglich gewesen. Im Februar 2012 sei ein "Neuanfang" 

ins Leben gerufen worden und der Börsengang nochmals neu lanciert wor-

den. Die bisherigen Aktien der E. sowie die [...] Warrants seien zum dama-

ligen Marktpreis in Aktien und Warrants der D. S.à r.l. umgewandelt wor-

den. Vor dem Wechsel habe der Wert der Beteiligung des Rekurrenten 

DKK 4'951'995.00, nach der Umwandlung DKK 4'951'521.00 betragen. Aus 

dem Transfer habe somit kein geldwerter Vorteil resultiert.  

 

2014 habe die H. erfolgreich an die Börse gebracht werden können. Der 

Rekurrent habe für seine Anteile DKK 7'283'680.00 erhalten. Der Rekurrent 

habe das alleinige Risiko für die Investition getragen. Seitens der I. AG 

habe der Rekurrent keine Vergünstigungen erhalten.  

 

Weiter wurde geltend gemacht, dass bei O., CFO der I._____ AG, trotz 

Teilnahme am gleichen Beteiligungsprogramm keine Besteuerung erfolgt 

sei. Es wird eine Verletzung des Grundsatzes der Rechtsgleichheit geltend 

gemacht. 

 

3.4. 

Die Steuerkommission Q. führte im Einspracheentscheid aus, dem Rekur-

renten sei es nur aufgrund seiner Stellung als leitendes Kadermitglied der 

P. möglich gewesen, sich am internen und geheimen Kaderprogramm des 

AA. zu beteiligen und entsprechende Anteile an der E. zu erwerben. Ein 

Erwerb durch Dritte sei nicht möglich gewesen. Diese Bevorzugung habe 

 - 8 - 

 

 

kausal auf dem Arbeitsverhältnis basiert. Dementsprechend könne die be-

hauptete Marktkonformität des Preises der gehandelten E. Shares nicht 

überprüft werden. Ein adäquater Drittvergleich fehle. Dass die gleiche 

Transaktion bei O. nicht besteuert worden sei, begründe keinen Anspruch 

auf Gleichbehandlung im Unrecht. Neu zu berechnen sei aufgrund des zu-

sätzlichen Erwerbes von weiteren Beteiligungspapieren im Jahr 2009 der 

im Jahr 2014 realisierte Gewinn. Dieser wurden in der Folge von 

CHF 590'015.00 um CHF 87'738.00 auf CHF 502'277.00 reduziert. 

 

3.5. 

Im Rekurs wurde daran festgehalten, dass der Rekurrent einen steuerfreien 

Kapitalgewinn erzielt habe, da ihm über all die Jahre gar kein geldwerter 

Vorteil aus einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm zugekommen sei. Es 

habe sich nicht um ein Co-Investment gehandelt. Es habe sich ausschliess-

lich um eine private Investition gehandelt. Der von der Vorinstanz behaup-

tete wirtschaftliche und kausale Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit 

sei nicht relevant. In den Steuererklärungen der Vorjahre sei die Beteiligung 

immer so deklariert und von den Steuerbehörden akzeptiert worden. Wenn 

von einer Mitarbeiterbeteiligung nach dem Kreisschreiben Nr. 37 auszuge-

hen wäre, sei nur zu prüfen, ob dem Rekurrenten beim Erwerb in den Jah-

ren 2006 oder 2009 ein geldwerter Vorteil zugeflossen sei. Der spätere Ver-

kaufsgewinn stelle auf jeden Fall einen steuerfreien Kapitalgewinn dar. Die 

abweichende Beurteilung des Sachverhaltes durch die Steuerkommission 

S. sei nicht gesetzeswidrig. 

 

3.6. 

In der Vernehmlassung hielt das KStA an der im Einspracheentscheid ver-

tretenen Auffassung fest. 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Im Bereich der Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen gilt das 

Konzept der Reinvermögenszugangstheorie. Demgemäss unterliegen auf-

grund der Generalklausel von § 25 StG und des dieser folgenden nicht ab-

schliessenden Positivkatalogs alle wiederkehrenden und einmaligen Ein-

künfte der Einkommenssteuer. Insbesondere sind alle Einkünfte aus privat-

rechtlichem oder öffentlich-rechtlichem Arbeitsverhältnis mit Einschluss der 

Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, 

Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgel-

der, Tantiemen, geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen und an-

dere geldwerte Vorteile steuerbar (§ 26 Abs. 1 StG). Dabei ist der Begriff 

des Einkommens aus einer Erwerbstätigkeit weit zu interpretieren. Es han-

delt sich dabei nicht nur um Einkommen aus einer vertraglich vereinbarten 

Gegenleistung im engeren Sinne. Ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit 

 - 9 - 

 

 

liegt vielmehr bereits dann vor, wenn zwischen der Leistung, die der Steu-

erpflichtige erhält, und seiner Tätigkeit ein derartiger wirtschaftlicher Zu-

sammenhang besteht, dass die Leistung die Folge der Tätigkeit ist und der 

Steuerpflichtige die Leistung im Hinblick auf seine Tätigkeit erhält (Bundes-

gerichtsurteil vom 3. April 2015 [2C_618/2014 und "C_619/2014], Erw. 2 

und 5.1., mit Verweisen). 

 

Steuerfrei sind hingegen private Kapitalgewinne (§ 33 Abs. 1 lit. i StG). Da-

bei stellt die Steuerfreiheit privater Kapitalgewinne mit Blick auf den Grund-

satz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Art. 127 

Abs. 2 BV) und das diesen konkretisierende Reinvermögenszugangsprin-

zip eine systemwidrige Ausnahme dar. Vor dem Hintergrund einer allge-

meinen Einkommenssteuer sind Ausnahmen restriktiv zu handhaben (BGE 

139 II 367, Erw. 2.2; Bundesgerichtsurteil vom 3. April 2015 [2C_618/2014 

und "C_619/2014], Erw. 5.1., mit Verweisen). 

 

4.1.2. 

Das Verwaltungsgericht hat sich im Entscheid vom 4. November 2009 

(WBE.2009.18; mit zahlreichen Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung) 

zu den bei der Besteuerung von Vermögenszugängen geltenden Beweis-

lastregeln wie folgt geäussert (siehe auch SGE vom 20. November 2014 

[3-BB.2013.5]): 

 

"3. 
3.1. 
In der Rechtsanwendung führt das Zusammenspiel von § 25 Abs. 1 und 
§ 33 lit. a - k StG bei nicht unter §§ 26 - 32 DBG [recte: StG] subsumierba-
ren Einkünften dazu, dass zunächst weiter zu prüfen ist, ob sie gegebe-
nenfalls unter eine der gemäss § 33 lit. a - k StG steuerfreien Einkünfte 
fallen. Muss das verneint werden, kommt die Einkommensgeneralklausel 
zum Zug und die infrage stehende Einkunft ist der Besteuerung zu unter-
werfen. 
 
3.2. 
Nach der im Steuerrecht allgemein gültigen Regel trägt die Steuerbehörde 
die Beweislast für steuerbegründende Tatsachen, während der Beweis für 
steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen grundsätzlich dem 
Steuerpflichtigen obliegt und er steuermindernde Tatsachen nicht nur zu 
behaupten, sondern auch zu belegen hat […]. In praktischer Hinsicht ha-
ben die dargelegten Zusammenhänge zur Folge, dass bei Einkünften, die 
nicht unter § 26 - 36 StG eingeordnet werden können, der (potentielle) 
Steuerpflichtige die Beweislast für die – steuermindernden – tatsächlichen 
Umstände trägt, die eine Einordnung der betreffenden Einkunft unter eine 
der in § 33 lit. a - k StG genannten Einkunftsarten erlaubt. Ergibt sich hin-
sichtlich solcher Umstände eine Unklarheit und kann die betreffende Ein-
kunft deshalb nicht einer dieser Einkunftsarten zugeordnet werden, so 
greift wiederum die Generalklausel und es ist von der Steuerbarkeit der 
Einkunft auszugehen. 
 
 
 
 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_618%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-363%3Ade&number_of_ranks=0#page363
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 - 10 - 

 

 

4. 
4.1. 
Werden im Besteuerungsverfahren Tatsachen streitig, so ist für das Be-
weismass grundsätzlich vom Vollbeweis auszugehen […]. Das bedeutet, 
dass die infrage stehende Tatsache erst dann als nachgewiesen gilt, wenn 
ein so hoher Grad an Wahrscheinlichkeit für deren Vorhandensein spricht, 
dass keine vernünftigen Zweifel bleiben. Die Wahrheitsüberzeugung der 
Behörde und/oder des Gerichts muss auf konkreten Gründen, der allge-
meinen Lebenserfahrung und der praktischen Vernunft beruhen […]. Das 
Beweismass kann aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung herab-
gesetzt sein (so etwa bei der Ermessensveranlagung; […]). Beweiserleich-
terungen greifen nach Lehre und Rechtsprechung aber auch dann, wenn 
ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zu-
mutbar ist. Blosse Beweisschwierigkeiten im konkreten Einzelfall, weil der 
beweisbelasteten Partei die Beweismittel fehlen, führen indessen nicht zu 
Beweiserleichterungen […]. 
 
4.2. 
Für die Bewertung der Beweise gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung. Die Steuerbehörde und in der Folge die Steuerjustizbehörden sind 
an keine Regeln über den Wert bestimmter Beweismittel gebunden, und 
es gibt keine hierarchische Abstufung der zugelassenen Beweismittel nach 
ihrem Beweiswert. Steuer- und Steuerjustizbehörden messen den Bewei-
sen nach ihrer eigenen, freien Überzeugung ein bestimmtes Gewicht bei 
[…]. Die Steuer- bzw. die Steuerjustizbehörde muss sachlich begründen 
können, weshalb sie einen Beweis als erbracht bzw. als nicht stichhaltig 
betrachtet […]." 

 

Auf diese verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung ist auch vorliegend ab-

zustellen. 

 

4.2. 

Vorerst ist unbestritten, dass dem Rekurrenten aus dem Verkauf seiner Ak-

tien und Warrants Mittel zugeflossen sind. Nachfolgend ist damit zu prüfen, 

ob der im Jahr 2014 vom Rekurrenten erzielte "Gewinn" mit der Einkom-

menssteuer als Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit zu erfassen ist oder 

als im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung erzielt steuerfrei bleibt.  

 

5. 

5.1. 

Betreffend Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen wurden im Kanton 

Aargau gestützt auf das Bundesgesetz über die Besteuerung von Mitarbei-

terbeteiligungen vom 17. Dezember 2010 (AS 2011 3259) die §§ 26a - d 

StG per 1. Januar 2013 in Kraft gesetzt. Danach wird zwischen echten und 

unechten Mitarbeiterbeteiligungen unterscheiden.  

 

Als echte Mitarbeiterbeteiligungen gelten Aktien, Genussscheine, Partizi-

pationsscheine, Genossenschaftsanteile oder Beteiligungen anderer Art, 

welche die Arbeitgeberin, deren Muttergesellschaft oder eine andere Kon-

zerngesellschaft den Mitarbeitenden abgibt (§ 26a Abs. 1 lit. a StG) sowie 

Optionen auf den Erwerb von Beteiligungen gemäss § 26a Abs. 1 lit. a StG 

 - 11 - 

 

 

(§ 26a Abs. 1 lit. b StG). Geldwerte Vorteile aus echten Mitarbeiterbeteili-

gungen, ausser aus gesperrten oder nicht börsenkotierten Optionen, sind 

im Zeitpunkt des Erwerbs als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstä-

tigkeit steuerbar (§ 26b Abs. 1 StG), während geldwerte Vorteile aus ge-

sperrten oder nicht börsenkotierten Mitarbeiteroptionen im Zeitpunkt der 

Ausübung besteuert werden (§ 26b Abs. 3 StG). Das steuerbare Einkom-

men berechnet sich gemäss § 26b Abs. 1 StG in der Differenz von Ver-

kehrswert vermindert um einen allfälligen Erwerbspreis, gemäss § 26b 

Abs. 3 StG aus der Differenz von Verkehrswert der Aktie bei Ausübung der 

Option vermindert um den Ausübungspreis. Für gesperrte Mitarbeiteraktien 

sieht § 26b Abs. 2 StG eine Diskontierung vor. 

 

Als unechte Mitarbeiterbeteiligungen gelten Anwartschaften auf blosse 

Bargeldabfindungen (§ 26a Abs. 2 StG). Sie sind im Zeitpunkt des Zuflus-

ses steuerbar (§ 26c Abs. 1 StG). 

 

5.2. 

Im Kanton Aargau wird für die Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen 

auf das Kreisschreiben Nr. 37 der Eidgenössischen Steuerverwaltung 

(EStV) vom 22. Juli 2013 (aktuelle Version vom 30. Oktober 2020; nachfol-

gend KS Nr. 37) abgestellt (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 

4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 26a StG N 3). Dieses hat das Kreisschreiben 

der EStV Nr. 5 vom 30. April 1997 (nachfolgend: KS Nr. 5) ersetzt. 

 

5.3. 

Mit Entscheid vom 27. Januar 2016 (WBE.2015.274; bestätigt durch Bun-

degerichtsurteil vom 10. Februar 2016 [2C_960/2014]) hat das Verwal-

tungsgericht zur Besteuerung von Mitarbeiteraktien ausgeführt: 

 

"3.   
3.1.  
3.1.1.  
Gemäss KS Nr. 5 sind Mitarbeiteraktien Aktien der Arbeitgeberin, die Mit-
arbeitern zu einem Vorzugspreis übertragen werden. Sie sind zum Zeit-
punkt der Übertragung durch die Mitarbeitenden als Einkommen aus un-
selbstständiger Erwerbstätigkeit zu versteuern. Als steuerbares Einkom-
men gilt der Differenzbetrag zwischen dem reduzierten Erwerbspreis und 
dem Marktwert der Aktien zum Erwerbszeitpunkt. Bei gebundenen Mitar-
beiteraktien (d.h. bei vereinbarter Sperrfrist) ist der Verkehrswert pro Jahr 
der Sperrfrist mit 6% zu diskontieren. Der Diskont wird dabei mit dem (sub-
jektiven) Minderwert der gesperrten Aktien begründet, da der Mitarbei-
tende während der Sperrfrist nicht verkaufen und damit nicht auf Markt-
schwankungen reagieren kann. Ein beim Verkauf der Aktien erzielter Ge-
winn stellt einen steuerfreien Kapitalgewinn dar; ein allfällig erzielter Ver-
lust fällt steuerlich ausser Betracht. 
  
3.1.2.  
Die geschilderten Grundsätze, welchen unter altem Recht die Verwal-
tungs- und Gerichtspraxis folgte, wurden mit den bereits erwähnten Geset-

 - 12 - 

 

 

zesnovellen explizit in die Einkommenssteuergesetze von Bund und Kan-
tonen aufgenommen (vgl. Art. 7c - f des Bundesgesetzes vom 14. Dezem-
ber 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und 
Gemeinden [SR 642.14, StHG] sowie Art. 17a – d des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [SR 642.11, DBG]; 
§ 26a – d StG). 
 
3.2.  
3.2.1.  
Abgesehen von der Verwendung der zivilrechtlichen Bezeichnung 'Aktien' 
findet sich weder im KS Nr. 5 noch in den neuen Bestimmungen eine Le-
galdefinition des Begriffs der Mitarbeiteraktien. Der Wortlaut der neuen 
Bestimmungen ist insoweit unergiebig. 
  
Damit ist – wie gerade der vorliegende Fall zeigt, wo es um die Besteue-
rung individuell nur einem einzigen leitenden Angestellten zugeteilter Ak-
tien geht – das Problem ungelöst, wie (echte) Kapitalgewinne, die beim 
Verkauf am Markt von vom Arbeitgeber erworbenen Aktien erzielt werden  
von solchen Einkünften abzugrenzen sind, die trotz der zivilrechtlichen 
Charakterisierung der zugrundeliegenden Geschäfte zumindest wirtschaft-
lich als Entgelt für unselbstständig erbrachte Arbeit zu charakterisieren 
sind.  
  
In der Literatur und Praxis wird die Problematik, soweit erkennbar, nir-
gends eingehend abgehandelt. Im Zusammenhang mit Mitarbeiteraktien 
findet sich regelmässig nur die Äusserung, bei echten Mitarbeiterbeteili-
gungen beteilige sich der Mitarbeitende im Ergebnis am Eigenkapital des 
Arbeitgebers, dessen Muttergesellschaft oder einer anderen Konzernge-
sellschaft. Als unechte Mitarbeiterbeteiligungen werden dagegen eigenka-
pital- oder aktienkursbezogene Bargeldanreize bezeichnet, die den Mitar-
beitern keine Beteiligungsrechte des Arbeitgebers, dessen Muttergesell-
schaft oder einer anderen Konzerngesellschaft einräumen (vgl. etwa MAR-
TIN PLÜSS, a.a.O., N 5 zu § 26a mit Hinweis auf das Kreisschreiben 
Nr. 37 Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen vom 22. Juli 2013 [zum 
neuen Recht]).  
  
Immerhin finden sich im neuen Kreisschreiben Textpassagen, die darauf 
hindeuten, dass sich die Praxis der Problematik bewusst ist, wird doch im 
Zusammenhang mit der Abgrenzung zwischen echten und unechten Mit-
arbeiterbeteiligungen ausgeführt, in der Regel werde durch unechte Mitar-
beiterbeteiligungen nur eine Geldleistung in Aussicht gestellt. Weil diese 
Instrumente dem Mitarbeitenden regelmässig keine weiteren Rechte wie 
Stimm- und Dividendenrechte einräumten, gälten sie bis zu ihrer Realisa-
tion als blosse Anwartschaften (vgl. KS Nr. 37 Ziff. 2.3.2.). Darüber hinaus 
hat auch das Verwaltungsgericht Zürich in einem Entscheid, der Beteili-
gungen betraf, die leitenden Mitarbeitenden an einer von der Muttergesell-
schaft gegründeten Beteiligungsgesellschaft eingeräumt worden waren, 
die entsprechenden Beteiligungsrechte nicht als Mitarbeiteraktien aner-
kannt. Namentlich weil die Möglichkeit, sich an der Beteiligungsgesell-
schaft zu beteiligen, nur einem äusserst begrenzten Personenkreis von 
Konzernleitungsmitgliedern offenstand und diese mittels ihnen eingeräum-
ter Put-Optionen das Verlustrisiko minimieren und die Beteiligungsrechte 
jederzeit wieder an ihren Arbeitgeber zurückgeben konnten, gelangte das 
Verwaltungsgericht zum Schluss, dass bei der Veräusserung solcher Be-
teiligungsrechte erzielter Gewinn steuerlich nicht etwa steuerfreien Kapi-
talgewinn, sondern wegen des engen Zusammenhangs mit dem Arbeits-

 - 13 - 

 

 

verhältnis grundsätzlich Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätig-
keit darstelle (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich vom 27. Juni 2012 
[SB.2010.00148]).  
  
3.2.2.  
Wortlaut und systematische Stellung der neuen Bestimmungen geben für 
die Auslegung hinsichtlich der dargelegten Problematik nur wenig her. Die 
neuen Bestimmungen erwähnen zwar Aktien, Genussscheine, Partizipati-
onsscheine und Genossenschaftsanteile als Beispiele von Mitarbeiterbe-
teiligungen. Allein daraus lässt sich indessen kaum schliessen, dass damit 
alle zivilrechtlich in dieser oder ähnlicher Weise ausgestalteten Konstrukte 
nach dem Willen des Gesetzgebers als echte Mitarbeiterbeteiligungen 
qualifizieren sollen. Das erhellt zum einen daraus, dass bereits das Gesetz 
zwar diese zivilrechtlichen Begriffe enthält, als zentralen Anknüpfungs-
punkt jedoch den im Zivilrecht nicht verwendeten Begriff der Mitarbeiterbe-
teiligung benutzt (vgl. Marginale zu § 26a StG; ebenso Marginale zu Art. 7c 
StHG und zu Art. 17a DBG; ebenso sprechen die Gesetzestexte von "Be-
teiligungen anderer Art, die die Arbeitgeberin, deren Muttergesellschaft 
oder eine andere Konzerngesellschaft den Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern abgibt"). Zentral ist somit für den Gesetzgeber der Begriff der Beteili-
gung und nicht etwa die einfache Anknüpfung an bestimmte zivilrechtliche 
Ausgestaltungen. Dies erhellt auch aus dem Anliegen der Revision, das 
darin bestand, Rechtssicherheit für Mitarbeiterbeteiligungen zu schaffen 
(vgl. BBl 2005 587). Durch die Revision sollte der Bedeutung, die Mitarbei-
terbeteiligungen in den letzten Jahren gewonnen haben, Rechnung getra-
gen werden. Es sollten die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen wer-
den, dass Unternehmen die Voraussetzungen für ein leistungsorientiertes, 
unternehmerisches Verhalten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaf-
fen. Insbesondere jungen Unternehmen sollte ermöglicht werden, 'zu 
günstigen Kosten hochqualifizierte Mitarbeitende einzustellen, die erst 
Steuern bezahlen müssen, wenn sich der Erfolg auch einstellt' (BBl 2005 
587). Auch diese Passage in der bundesrätlichen Botschaft verdeutlicht, 
dass es in erster Linie darum ging, sichere steuerliche Randbedingungen 
für bestimmte Arten von Lohnanreizen zu schaffen und nicht darum, Vehi-
kel zur Verfügung zu stellen, welche eine möglichst steuerbefreite Erzie-
lung von Lohn oder wirtschaftlich lohnähnlichen Einkünften erlauben.   
  
3.2.3.  
Sinn einer echten Mitarbeiterbeteiligung ist es, den Mitarbeitenden am Ei-
genkapital der Gesellschaft zu beteiligen. Dabei ist es möglich, den Mitar-
beitenden von wesentlichen Aktionärsrechten auszuschliessen, so etwa 
dem Stimmrecht. Sowohl das alte Recht wie nunmehr auch § 26a Abs. 1 
lit. a StG (ebenso Art. 7c Abs. lit. a StHG und Art. 17a Abs. 1 lit. a DBG) 
bestimmen ausdrücklich, dass auch Genuss- und Partizipationsscheine 
als echte Mitarbeiterbeteiligungen anzusehen sind. Auch bei diesen Betei-
ligungsformen besteht indessen immerhin ein Anspruch auf Gewinnaus-
schüttungen bzw. Beteiligung am Liquidationsergebnis (vgl. Art. 656f Abs. 
1 sowie Art. 657 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht] vom 
30. März 1911 [SR 220, OR]); dass dieser durch die Gewinnausschüt-
tungspolitik der Gesellschaft faktisch erheblich beschränkt werden kann, 
ändert nichts. Auch der Umstand, dass gewisse Aktien als Vorzugsaktien 
ausgestaltet sind (vgl. Art. 654 f. OR) und allfällige Mitarbeiteraktien nicht, 
lässt deren steuerliche Qualifikation unberührt. Auch Veräusserungsbe-
schränkungen oder die Pflicht, eine Mitarbeiteraktie im Falle des Verkaufs 
zunächst dem Arbeitgeberunternehmen anbieten zu müssen, lassen den 

 - 14 - 

 

 

Charakter der einem Mitarbeitenden zugeteilten Aktie als Mitarbeiteraktie 
im steuerrechtlichen Sinn unverändert.   
  
Der Umstand, dass eine Mitarbeiterbeteiligung in verschiedenster Hinsicht 
wie dargelegt gegenüber einer 'normalen' Aktie Beschränkungen unterlie-
gen kann (Beschränkung des Gewinnrechts, der Veräusserbarkeit, des 
Stimmrechts etc.) ändert indessen nichts daran, dass in wirtschaftlicher 
Hinsicht von einer echten Mitarbeiterbeteiligung nur dann gesprochen wer-
den kann, wenn als wesentlicher Inhalt der Begebung von Mitarbeiterbe-
teiligungsrechten eine Beteiligung am Eigenkapital der Gesellschaft ge-
wollt ist und – der bei einer Veräusserung einer allfälligen Beteiligung er-
zielte Gewinn qualifiziert in steuerlicher Hinsicht als steuerfreier Kapitalge-
winn – nach Ablauf einer allfälligen Sperrfrist eine realistische Möglichkeit 
zur (echten) Veräusserung der Mitarbeiterbeteiligung besteht. Als essenti-
alia des steuerrechtlichen Begriffs der Mitarbeiterbeteiligung müssen damit 
zum einen die echte Beteiligung am Kapital einer Gesellschaft (d.h. eben 
nicht wie bei den unechten Beteiligung eine blosse Koppelung gewisser 
Lohnbestandteile an die Gewinnentwicklung der Gesellschaft) und damit 
einhergehend die dieser Beteiligung innewohnende Möglichkeit der echten 
Realisierung eines Kapitalgewinns am Markt angesehen werden (oder 
eben auch eines Verlusts; ein erheblicher Reiz des Instruments liegt eben 
auch in der Volatilität des Instruments; der praktische Ausschluss einer 
Verlustmöglichkeit dürfte wie der bereits angeführte Entscheid des Verwal-
tungsgerichts des Kantons Zürich zeigt, ebenfalls die Qualität eines Instru-
ments als Mitarbeiterbeteiligung im steuerrechtlichen Sinn ausschliessen).  
  
3.2.4.  
Die hier zu beurteilende Mitarbeiterbeteiligung stellt sich bei einer genau-
eren Analyse ihres wirtschaftlichen Gehalts gesamthaft betrachtet nicht als 
echte Mitarbeiterbeteiligung im steuerrechtlichen Sinn, sondern als 
Schema zur steuerbegünstigten aufgeschobenen Auszahlung eines quan-
titativ direkt mit dem Erfolg des Unternehmens gekoppelten Bonus dar: Der 
Beschwerdeführer hat (selbst wenn offenbar auch andere leitende Mitar-
beitende von Gruppengesellschaften der X. Gruppe an Gruppengesell-
schaften beteiligt werden können) als einziger Arbeitnehmer der Z Aktien 
dieser Gesellschaft erworben; die restlichen Aktien verblieben als Vor-
zugsaktien im Eigentum der Y. Beteiligungs AG. Die erworbenen Aktien 
berechtigten nicht zum Dividendenbezug, obwohl Dividenden – an die Mut-
tergesellschaft – ausgeschüttet wurden. Statt einer Dividendenausschüt-
tung wurde der auf den Beschwerdeführer entfallende Gewinnanteil einer 
allein für ihn reservierten Spezialreserve gutgeschrieben. Infolge der be-
stehenden Sperrfrist durfte er nicht über die Aktien verfügen. Eine Verfü-
gung über die Aktien war auch tatsächlich ausgeschlossen, da diese ge-
mäss Ziff. 6. des Aktionärbindungsvertrags zu hinterlegen waren. 
Schliesslich hatte der Beschwerdeführer die Aktien der Muttergesellschaft 
nach Ablauf der Sperrfrist anzubieten und konnte sie nicht freihändig ver-
kaufen (vgl. Art. 10 Aktienplan, Ziff. 7. – 9. des Aktionärbindungsvertrags). 
Ein freihändiger Verkauf der Aktien wäre im Übrigen aus verschiedenen 
Gründen kein realistisches Szenario gewesen. Zum einen hätten, da ei-
nem Kaufinteressenten nur die Zahlen der ordentlichen Abschlüsse hätten 
vorgelegt werden können, verlässliche Angaben über den Verkehrswert 
gefehlt. Zum andern handelte es sich bei den Aktien um solche einer im 
Wesentlichen personenbezogenen Gesellschaft, die überdies Teil der X. 
Gruppe und damit in ihrem Schicksal weithin von dieser abhängig war; die 
Aktien waren daher in jedem Fall, wenn überhaupt, im Fall eines freihän-
digen Verkaufs nur in einem sehr beschränkten Umfang überhaupt ver-

 - 15 - 

 

 

kehrsfähig (wobei selbst für einen Rückkauf realistische Bewertungskrite-
rien gänzlich fehlten, sondern im Ergebnis einfach eine nachträgliche Aus-
schüttung der sog. Spezialreserve als Verkaufserlös erfolgen sollte). Ins-
gesamt ist damit davon auszugehen, dass realistisch für den Beschwerde-
führer als Erwerber der Aktien nur die Möglichkeit bestand, die Aktien an 
die X. Gruppe zurück zu verkaufen, welche ihm dann einen Preis unter 
Berücksichtigung der seit dem Erwerb geäufneten Spezialreserve garan-
tierte.  
 
Im Ergebnis liegt damit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 
nicht etwa eine Mitarbeiterbeteiligung, sondern die Abrede einer zeitlich 
aufgeschobenen Gewinn- und Verlustbeteiligung vor. Entgegen der Auf-
fassung des Spezialverwaltungsgerichts (vgl. angefochtener Entscheid, 
Erw. 3.3.3.) war dabei zwar auch möglich, dass der Beschwerdeführer an 
Verlusten der Z partizipiert hätte, indem Verluste im Umfang von 17% der 
Spezialreserve belastet worden wären und damit den Gewinnanteilsan-
spruch des Beschwerdeführers hätten verringern können. Ein solcher Ef-
fekt wurde indessen, worauf das KStA in seiner Stellungnahme zur Be-
schwerde zutreffend hinweist (vgl. Stellungnahme KStA, S. 3), durch die 
Diskontierung hier (nur geringe Verluste der Z während der Haltedauer) 
jedenfalls voll kompensiert, so dass der Beschwerdeführer insoweit nur ei-
nem geringen Risiko unterlag. Entscheidend ist allerdings, dass zwar ein 
geringes Verlustrisiko bestand, es jedoch von vornherein klar war, dass es 
sich bei den an den Beschwerdeführern abgegebenen Titeln um keine 
(auch nach Ablauf der Sperrfrist) tatsächlich handelbaren Aktien handeln 
würde – und auch realistische Grundlagen für die Preisbemessung im Fall 
eines Rückkaufs der Aktien durch die Gesellschaft definitionsgemäss 
(Rückkauf zum Substanzwert zuzüglich Betrag der Spezialreserve) fehlen 
würden – , der Beschwerdeführer und die  X. Gruppe aber dennoch davon 
ausgingen, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf der Sperrfrist (oder in 
gegenseitigem Einvernehmen auch früher) von seiner Arbeitgeberin zu-
sätzlich zu seinem Lohn den seiner Beteiligung entsprechenden während 
der Sperrfrist entstandenen und in der Spezialreserve thesaurierten Ge-
winn würde beziehen können. Der Beschwerdeführer hat somit mit dem 
'Verkauf' seiner Aktien an die X. Gruppe nicht etwa einen Kapitalgewinn 
erzielt, sondern eine Einkunft bezogen, die nach dem wirklichen Willen der 
Parteien während der Sperrfrist zu thesaurieren war. Das entsprechende 
Einkommen ist daher als Einkommen aus Erwerbstätigkeit zu erfassen. 
 
Diese Qualifikation des hier zu behandelnden 'Mitarbeiterbeteiligungs-
schemas' fusst, wie bereits dargelegt, nicht etwa auf einer kurzschlüssi-
gen, nicht weiter begründeten Annahme einer wirtschaftlichen Anknüpfung 
bei der Auslegung (vgl. zum Begriff und zur Kritik, die Praxis nehme bis-
weilen ohne weiteres eine wirtschaftliche Anknüpfung einer Steuernorm 
an: SILVIO BAUMBERGER, Die Grenzen des Legalitätsprinzips im Steu-
errecht, AJP 2012. S. 911). § 26a Abs. 1 lit. a StG, der im Wesentlichen 
die bis dahin unter Herrschaft des KS Nr. 5 geltenden Grundsätze über-
nimmt, zählt wie das KS Nr. 5 (vgl. KS Nr. 5 Ziff. 2.1.) Aktien, Genuss-
scheine etc., wie bereits erwähnt, nämlich nur als Beispiele für die Beteili-
gung eines Arbeitnehmers am Unternehmen des Arbeitgebers auf. Dane-
ben definiert § 26a Abs. 2 StG unechte Mitarbeiterbeteiligungen als An-
wartschaften auf blosse Bargeldabfindungen (im KS Nr. 5 fehlen entspre-
chende Kriterien ganz). Diese Abgrenzung (hier Beteiligung, dort Bar-
geldabfindung) bleibt zumindest teilweise begriffsunscharf, da es letztlich 
– bei echter wie unechter Beteiligung – immer um einen geldwerten Vorteil 
geht, durch den Mitarbeitende enger ans Unternehmen gebunden werden 

 - 16 - 

 

 

sollen. Selbst aus der neuen gesetzlichen Formulierung ergibt sich indes-
sen klar, dass der Gesetzgeber nur wirkliche Beteiligungen am Eigenkapi-
tal des Unternehmens des Arbeitgebers steuerlich als Mitarbeiterbeteili-
gungen behandelt sehen wollte und nicht etwa Schemen, die in erster Linie 
direkt auf Geldflüsse an den Arbeitnehmer (wenn auch solche, die vom 
Erfolg des Unternehmens abhängig sind) zielen. Deshalb kann eben, wie 
dargelegt, nicht einfach an die zivilrechtlichen Begriffe von Aktie, Genuss-
schein etc. angeknüpft werden. Vielmehr ist die wirtschaftliche Funktion 
eines Beteiligungsplans in jedem Fall konkret zu untersuchen und sind nur 
solche Mitarbeiterbeteiligungen in steuerlicher Hinsicht als echte Mitarbei-
terbeteiligungen zu qualifizieren, die wirklich auf eine Unternehmensbetei-
ligung ausgerichtet sind. Im Fall der 'Beteiligung' des Beschwerdeführers 
an der Z steht klar eine zwar aufgeschobene, aber direkte, unmittelbar 
geldmässige Partizipation an den Jahresergebnissen der Z im Vorder-
grund, so dass die zivilrechtlich als Stammaktien ausgestaltete Beteiligung 
in steuerlicher Hinsicht nicht als echte Mitarbeiterbeteiligung qualifiziert 
werden kann."   

 

Auch auf diese verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung ist vorliegend ab-

zustellen. 

 

6. 

6.1. 

Mit Schreiben der H. vom 15. Februar 2012 wurde den Teilnehmern am E. 

Änderungen angezeigt. Gleichzeitig wurde das "[...] Memorandum 2012 H. 

Programms (E.) Neuanfang" vom 15. Februar 2012 (nachfolgend [...] E. 

Memo) abgegeben. Im [...] E. Memo sind auf S. 6 die bisherige Struktur und 

auf S. 7 die angestrebte neue Struktur grafisch dargestellt. 

 

6.2. 

In der Einleitung ([...] E. Memo, [...]) wird vorerst der Zweck des Beteiligung-

programms umschrieben: 

 

"[...] E. was established [...] [[...] AB. [...] AC., Inc. or an affiliate thereof [...] 
D. S.à r.l.'; [...] E. Memo, S. 21 Ziff. 9.] of H. [...] H. by offering Participants 
['Participants means H. [...] [...] E.'; [...] E. Memo, S. 21, Ziff. 9.] [...]. 
 
As a co-investment [...] [[...]; [...] E. Memo, S. 21, Ziff. 9.]. [...]. 
 
[...] the launch oft [...] E. [...] L. [...] AD., [...] [...] E..  
[...] H. [...] H. [...] H. [...] [...] E. [...]. 
 
[...] and [...] 
 
1) [...]. 

 
2) [...]. 

 
3) [...]. 
 
(…) 
 
[...]." 

 - 17 - 

 

 

6.3. 

Weiter wurde zum Verkauf der Aktien und Warrants ausgeführt ([...] E. 

Memo, S. 9, Ziff. 4.2.): 

 

"[...] no right [...] to sell their shares ('put option') upon termination of 
employment." 

 

Eine abweichende – hier nicht massgebliche – Regelung mit einer "call op-

tion" wird für das Ausscheiden durch gesundheitliche Beeinträchtigung, 

Pensionierung oder Tod vorgesehen.  

 

6.4. 

Im [...] E. Memo, [...], "[...]" wird sodann zwischen "Good leaver" und "Bad 

leaver" unterschieden, wobei in Ausübung der Call Option im ersten Fall 

der Marktpreis, im zweiten Fall der tiefere Wert der Anschaffungskosten 

oder des Marktwertes bezahlt wird. 

 

Als ordentlicher Fall der Realisation der Aktien und Warrants wird der Exit 

([...] E. Memo, [...]) behandelt. Hier massgeblich ist das [...] behandelte Sze-

nario des "[...]". 

 

6.5. 

Im [...] E. Memo, [...] wird zur Preisgestaltung betreffend Beteiligung fest-

gehalten: 

 

"[...]: 
 
1. The subscription [...] [...] fair market value; and 
 
2. [...]" 

 

7. 

7.1. 

7.1.1. 

Aus den erwähnten Umschreibungen ergibt sich, dass die Eigner/Käufer 

("[...]") der H. die Kader längerfristig an die Gesellschaft binden wollten mit 

dem Ziel, die Gesellschaft wieder börsengängig zu machen. Das Top Ma-

nagement sollte insbesondere bei einem erfolgreichen Börsengang am Ge-

winn mitbeteiligt werden.  

 

7.1.2. 

Weiter ist festzuhalten, dass ein Zwischengewinn beim Verlassen des Un-

ternehmens vor dem Börsengang faktisch nicht zu erzielen war, zumal die 

"Bad Leavers" im besten Fall das von ihnen investierte Kapital zurückbe-

zahlt erhalten hätten. Die "Teilnehmer" waren damit gehalten ("[...]) mit ih-

rem Arbeitseinsatz Mehrwert im Interesse der "[...]", aber auch im eigenen 

 - 18 - 

 

 

Interesse zu schaffen. Es handelte sich entgegen der Auffassung der Re-

kurrenten um ein Co-Investment (so ausdrücklich in [...] E. Memo, [...]). 

 

7.1.3. 

Vorliegend ist offensichtlich, dass die Möglichkeit zur Teilnahme am Pro-

gramm der H. nur den obersten leitenden Mitarbeitenden, so dem Rekur-

renten als Geschäftsführer der F. AG (Schweizer Ländergesellschaft der 

H.) oder dem CFO der Schweizer M. vorbehalten war. Der enge wirtschaft-

liche Zusammenhang (Bundegerichtsurteil vom 12. November 2018 

[2C_731/2017]) mit dem Arbeitsverhältnis als leitender Mitarbeiter ist damit 

manifest und eine Entschädigung dementsprechend als Einkommen aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit zu erfassen.  

 

7.2. 

7.2.1. 

Echte Mitarbeiterbeteiligungen beteiligen den Mitarbeitenden im Ergebnis 

am Eigenkapital des Arbeitgebers. Die Beteiligung kann dabei direkt mittels 

Einräumung von Beteiligungspapieren erfolgen oder indirekt mittels Einräu-

mung von Optionen oder Anwartschaften zum Bezug von Beteiligungspa-

pieren (KS Nr. 37, Ziff. 2.3.1.). Als unechte Mitarbeiterbeteiligungen werden 

nach dem KS Nr. 37 (Ziff. 2.3.1.3.) demgegenüber "eigenkapital- bzw. ak-

tienkursbezogene Anreizsysteme, welche dem Mitarbeitenden im Ergebnis 

keine Beteiligung am Eigenkapital des Arbeitgebers, sondern in der Regel 

nur eine Geldleistung in Aussicht stellen, welche sich an der Wertentwick-

lung des Basistitels bestimmt", bezeichnet. 

 

7.2.2. 

Bei den vom Rekurrenten gekauften Aktien handelt es sich rechtlich um 

Aktien einer der Beteiligungsgesellschaften, welche für das Mitarbeiterbe-

teiligungsprogramm geschaffen wurden. Insofern wäre von "Mitarbeiterak-

tien" (KS Nr. 37, Ziff. 2.3.11.) auszugehen. Die Aktien waren jedoch faktisch 

nicht frei veräusserbar. Der "Bad Leavers" konnte beim Ausscheiden aus 

der H. vor dem L. bestenfalls mit der Rückzahlung seiner Investition rech-

nen. Hinzu kommt, dass der Rekurrent als Aktionär lediglich bei einem er-

folgreichen Börsengang der H. mit einem Gewinn rechnen konnte. Unbe-

deutend waren denn auch Dividenden oder mitgliedschaftliche Rechte. Da-

für spricht mindestens die Deklaration in den Steuererklärungen 2006 und 

2009, wo die Aktien zeitnah zum dannzumaligen Erwerb von Aktien und 

Warrants als Darlehen "H., Mitarbeiterbeteiligungsp" deklariert wurden. Die 

2009 gekauften Warrants wurden nicht deklariert.  

 

Das KS Nr. 37 geht beim Co-Investment von Mitarbeitenden bei Private-

Equity-Strukturen – wie vorliegend – von Instrumenten aus, welche den 

Mitarbeitenden in der Regel erst dann entschädigen, wenn der Arbeitgeber 

verkauft wird oder an die Börse gebracht werden kann. "Solche Co-Invest-

ments gelten insbesondere dann als unechte Mitarbeiterbeteiligungen, 

 - 19 - 

 

 

wenn die Beteiligungstitel dem Mitarbeitenden keine umfassenden Eigen-

tümerrechte (unbeschränktes Stimm- und Dividendenrecht, Recht auf Ge-

winn- und Liquidationsanteil) am Arbeitgeber einräumen" (KS Nr. 37, 

Ziff. 2.3.2.3.). Wie bereits im zitierten Urteil des Verwaltungsgerichtes vom 

27. Januar 2016 (WBE.2015.274) erwähnt, ist auch bei der hier zu beurtei-

lenden Mitarbeiterbeteiligung (Co-Investment) gestützt auf die Analyse ih-

res wirtschaftlichen Gehalts gesamthaft betrachtet nicht von einer echten 

Mitarbeiterbeteiligung im steuerrechtlichen Sinn, sondern von einem 

Schema zur steuerbegünstigten aufgeschobenen Auszahlung eines quan-

titativ direkt mit dem Erfolg des Unternehmens gekoppelten Bonus auszu-

gehen. Die (nicht börsenkotierten) Warrants sind aufgrund des engen wirt-

schaftlichen Zusammenhangs (gleicher Zweck, gleiche Ziele) gleich wie die 

Aktien zu behandeln.  

Es liegt – so ausdrücklich im [...] E. Memo, [...] erwähnt – ein Co-Investment 

und damit eine unechte Mitarbeiterbeteiligung im Sinne von § 26a Abs. 2 

StG vor. Dass von einem Co-Investment auszugehen ist, ergibt sich insbe-

sondere auch aus dem Schreiben des Rekurrenten vom 30. Mai 2006 an 

G., wo ausgeführt wird: "Das Investment bleibt so lange gebunden, wie die 

Hauptaktionäre der H. den Exit nicht realisiert haben".  

 

Die Besteuerung erfolgt deshalb bei Zufluss des geldwerten Vorteils (§ 26c 

StG). 

 

7.3. 

7.3.1. 

Für die Berechnung des jeweils geldwerten Vorteils ist zum einen auf die 

Einstandspreise und anderseits auf die Ausübungspreise abzustellen. Ge-

stützt auf die Ausführung im [...] E. Memo, [...], entsprach "the subscription 

[...]" dem "fair market value". Davon ist die Vor-instanz bei der Berechnung 

des geldwerten Vorteils zu Recht ausgegangen. 

 

7.3.2. 

Die Rekurrenten haben zwar bestreiten lassen, dass es sich beim geldwer-

ten Vorteil um steuerbares Einkommen handelt, haben jedoch gegen des-

sen Berechnung – auch eventualiter – keine Einwendungen erheben las-

sen. Für das Spezialverwaltungsgericht sind keine Bewertungs- oder Be-

rechnungsfehler ersichtlich, so dass das mit dem Einspracheentscheid er-

mittelte Einkommen von CHF 502'277.00 zu bestätigen ist.  

 

8. 

8.1. 

Hat eine Behörde in einem Fall eine vom Gesetz abweichende Entschei-

dung getroffen, so gibt dies dem Bürger, der sich in der gleichen Lage be-

findet, grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls abweichend von 

der Norm behandelt zu werden. Weicht die Behörde jedoch nicht nur in 

einem oder in einigen Fällen, sondern in ständiger Praxis vom Gesetz ab, 

 - 20 - 

 

 

und gibt sie zu erkennen, dass sie auch in Zukunft nicht gesetzeskonform 

entscheiden werde, so kann der Bürger verlangen, gleich behandelt, d.h. 

ebenfalls gesetzwidrig begünstigt zu werden (Art. 8 Abs. 1 BV; sog. "Gleich-

behandlung im Unrecht"). Nur wenn eine Behörde nicht gewillt ist, eine 

rechtswidrige Praxis aufzugeben, überwiegt das Interesse an der Gleich-

behandlung der Betroffenen gegenüber demjenigen an der Gesetzmässig-

keit. Äussert sich die Behörde nicht über ihre Absicht, so ist anzunehmen, 

sie werde zu einer gesetzmässigen Praxis übergehen (VGE vom 21. Okto-

ber 2009 [WBE.2008.384], mit Hinweis auf BGE 122 II 446). 

 

8.2. 

Aus dem Umstand, dass der CFO der F. AG von der Steuerkommission S. 

abweichend besteuert wurde (Einsprachebeilage 6), können die Rekurren-

ten nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zum einen handelt es sich nicht um 

die gleiche Veranlagungsbehörde. Zum anderen wird mit dem vorliegenden 

Entscheid gerade die vorinstanzliche Auffassung bestätigt, dass eine Be-

steuerung des Gewinns als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätig-

keit zu erfolgen hat. Insofern erweist sich die Nicht-Besteuerung des glei-

chen Sachverhaltes durch die Steuerkommission S. als unzutreffend. De-

ren unzutreffende steuerliche Beurteilung wollte die Steuerkommission Q. 

gerade nicht übernehmen. Es besteht somit kein Anspruch auf Gleichbe-

handlung im Unrecht. 

 

9. 

Dementsprechend ist der Rekurs abzuweisen, soweit darauf einzutreten 

ist. 

 

10. 

Eine Minderheit des Gerichtes hätte den Rekurs teilweise und insoweit gut-

geheissen, als beim Rekurrenten Mitarbeiteraktien bei deren Veräusserung 

in die Besteuerung miteinbezogen worden sind. 

 

Der Rekurrent hat im Jahr 2006 142'500 Aktien der E. erworben, die 2012 

in Aktien der D. S.à.r.l. umgewandelt wurden. Bei diesen Aktien muss von 

Mitarbeiteraktien ausgegangen werden, auch wenn es sich nicht unmittel-

bar um H.-Aktien handelte, sondern um Aktien einer Konzerngesellschaft. 

Dass der Kreis der am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm beteiligten Perso-

nen auf das höhere Kader beschränkt wurde, ist nicht aussergewöhnlich 

und entspricht einem bei Mitarbeiterbeteiligungen verbreiteten Vorgehen. 

Aus diesem Umstand lässt sich nichts ableiten, was für eine Besteuerung 

des beim Verkauf erzielten Kapitalgewinns sprechen könnte. 

 

Entgegen der Mehrheitsmeinung bestand kein Ausschluss von wesentli-

chen Aktionärsrechten, insbesondere kein Ausschluss vom Stimmrecht, 

vom Dividendenanspruch oder von der Beteiligung am Liquidationsergeb-

nis (vgl. das zitierte Urteil des Verwaltungsgerichtes vom 27. Januar 2016 

 - 21 - 

 

 

[WBE.2015.274], Ziff.3.2.3.). Ob Dividenden tatsächlich ausgeschüttet wur-

den, kann für die Qualifikation der vom Rekurrenten erworbenen Aktien 

nicht entscheidend sein. Es ist von einer echten Mitarbeiterbeteiligung aus-

zugehen und nicht von einem Schema zur steuerbegünstigten Auszahlung 

eines Bonus. Das Vorliegen des Konstruktes eines "Co-Investments" im 

Sinne des KS Nr. 37, Ziff. 2.3.2.3 wird abgelehnt. 

 

Da es sich vorliegend um eine echte Mitarbeiterbeteiligung (nicht gesperrte 

Mitarbeiteraktien) handelt, hätte eine Besteuerung im Zeitpunkt des Kaufs 

der Mitarbeiteraktien erfolgen können. Da der Rekurrent seine Mitarbeiter-

aktien aber zum Marktwert erworben hat, erfolgte mangels geldwertem Vor-

teils beim Erwerb zu Recht keine Besteuerung. Beim Verkauf der Aktien 

erzielte der Rekurrent nach der Auffassung der Gerichtsminderheit einen 

steuerfreien Kapitalgewinn. 

 

11. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Rekurrenten die Kosten 

des Rekursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteient-

schädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

 

  

 - 22 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. 

Die Rekurrenten haben die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus 

einer Staatsgebühr von CHF 8'000.00, der Kanzleigebühr von CHF 290.00 

und den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 8'390.00, unter soli-

darischer Haftbarkeit zu bezahlen.  

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 

 
   

Zustellung an: 

die Vertreterin der Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt 

das Gemeindesteueramt Q. 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 23 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 25. März 2021 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Betsche