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**Case Identifier:** 5886d3a1-4811-515a-8281-c1f9496a272c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 12.11.2014 810 2014 90 (810 14 90)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2014-90_2014-11-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 12. November 2014 (810 14 90) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht  

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung  

 

 
 
Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Edgar Schürmann, 
Gerichtsschreiber i.V. Sebastian Rieger 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Alain Joset, Advokat  
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, 
Beschwerdegegner 
 
 

  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Familiennachzug 

(RRB Nr. 367 vom 18. März 2014) 
 
 
  

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A.  Der türkische Staatsangehörige A.____ wurde am 26. November 1987 in der Schweiz 
geboren und besitzt eine Niederlassungsbewilligung. A.____ trat strafrechtlich mehrfach negativ 
in Erscheinung: Er wurde wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln vom Bezirksamt 
Laufenburg am 28. Januar 2008 zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 100.-- bedingt 
vollziehbar mit einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von Fr. 1‘000.-- verurteilt. Der 
Strafbefehlsrichter Basel-Stadt verurteilte ihn am 17. Dezember 2008 wegen diverser Verkehrs-
delikte zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 50.-- und einer 
Busse von Fr. 760.-- mit einer Probezeit von drei Jahren. Mit Urteil vom 9. Februar 2009 verur-
teilte das Bezirksstatthalteramt Arlesheim A.____ wegen Nötigung und Führens eines Fahr-
zeugs ohne Führerausweis oder trotz Entzugs zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 
Fr. 120.--. Am 8. Juli 2009 wurde er vom Strafgerichtspräsidenten Basel-Stadt wegen mehr-
facher Drohung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 150.-- verurteilt. Wegen Dieb-
stahls wurde A.____ am 17. Februar 2011 durch die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft zu 
einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 30.-- verurteilt. Am 18. März 2011 verurteilte die 
Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis A.____ zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- 
wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln. Am 13. Mai 2011 wurde A.____ infolge seines 
strafrechtlich relevanten Verhaltens durch das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) aus-
länderrechtlich verwarnt. Gemäss den vorinstanzlichen Akten wurde A.____ mit (noch nicht 
rechtskräftigem) Strafbefehl vom 18. September 2013 wegen Veruntreuung und mehrfachen 
Führens eines Personenwagens trotz Entzugs des Führerausweises zu einer Geldstrafe von 90 
Tagessätzen zu Fr. 30.-- verurteilt. 
 
B. Am 20. März 2012 stellte A.____ ein Gesuch um Familiennachzug seiner in der Türkei 
geehelichten Partnerin B.____. Auf dieses Gesuch trat das AfM mit Verfügung vom 15. Oktober 
2013 nicht ein. Zugleich widerrief das AfM die Niederlassungsbewilligung von A.____ und ver-
fügte seine Wegweisung aus der Schweiz.  
 
C. Die von A.____, vertreten durch Alain Joset, Advokat in Liestal, dagegen erhobene 
Beschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) mit Regie-
rungsratsbeschluss (RRB) Nr. 367 vom 18. März 2014 ab. Sodann lehnte der Regierungsrat 
sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab.  
 
D. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Alain Joset, am 31. März 2014 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantons-
gericht) mit den Anträgen, es seien der Entscheid des Regierungsrates vom 18. März 2014 
sowie die Verfügung des AfM vom 15. Oktober 2013 aufzuheben und es sei das AfM anzu-
weisen, dem Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung zu belassen resp. diesem eine 
Niederlassungsbewilligung zu erteilen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer nach Aufhebung 
des RRB Nr. 367 vom 18. März 2014 und der Verfügung des AfM vom 15. Oktober 2013 eine 
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Es sei dem Beschwerdeführer zu gestatten, den Entscheid 
des Kantonsgerichts in der Schweiz abzuwarten. Alles unter o/e-Kostenfolge. Zudem sei dem 
Beschwerdeführer im Falle eines Unterliegens die unentgeltliche Prozessführung und Verbei-
ständung zu bewilligen. 
 

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E. Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2014 beantragte der Regierungsrat die Abweisung der 
Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. 
 
F. Am 21. August 2014 reichte der Beschwerdeführer aufforderungsgemäss zusätzliche 
Unterlagen zum Nachweis seiner Erwerbstätigkeit ein.  
 
G. An der heutigen Parteiverhandlung wurde der Vater des Beschwerdeführers befragt. 
Die Parteien hielten vollumfänglich an den gestellten Anträgen fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein 
Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand 
vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der Angelegenheit gege-
ben. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind 
erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann.  
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 
werden. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen 
von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 
 
3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des 
Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 
 
3.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Aus-
länder (AuG) vom 16. Dezember 2005 ist ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung möglich, 
wenn die Ausländerin oder der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet 
oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet. Gemäss Art. 80 der Verordnung über 
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 liegt ein Verstoss 
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem im Falle der Missachtung von 
gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen (Abs. 1 lit. a) sowie bei mutwilliger 
Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen (Abs. 1 lit. b) vor. 
Anders als der Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung (Art. 62 lit. c AuG), welcher voraussetzt, 
dass der Ausländer "erheblich oder wiederholt" gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 
verstossen hat, bedingt ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 
lit. b AuG, dass ein solcher Verstoss "in schwerwiegender Weise" erfolgt ist. Daraus ergibt sich, 

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dass damit vergleichsweise erhöhte Anforderungen an diesen Bewilligungswiderruf gestellt 
werden (BGE 137 II 297 E. 3). Namentlich liegt ein solcher Verstoss in schwerwiegender Weise 
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung vor, wenn eine Person wiederholt, erheblich und 
unbeeindruckt von strafrechtlichen Massnahmen gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 
unseres Landes verstossen hat. In solchen Fällen besteht auch bei Personen mit Niederlas-
sungsbewilligung ein grosses öffentliches Interesse an deren Entfernung und Fernhaltung (Bun-
desblatt [BBl] 2002 3709, S. 3810). Hiervon ist auszugehen, wenn die ausländische Person 
durch ihre Handlungen besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder in Gefahr bringt, wie 
namentlich die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität. Ebenfalls ist von einem schwer-
wiegenden Verstoss im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG auszugehen, wenn sich die auslän-
dische Person von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass 
sie auch künftig weder gewillt noch fähig erscheint, sich an die hiesige Rechtsordnung zu hal-
ten, was jeweils im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu prüfen ist (Urteil des Bundesgerichts 
2C_867/2013 vom 1. Mai 2014 E. 2.1, m.w.H.). Dies bedeutet, dass auch eine Summierung von 
Verstössen, die für sich genommen für einen Widerruf nicht ausreichen würde, einen Bewilli-
gungsentzug rechtfertigen kann. Diesfalls ist nicht die Schwere der verhängten Strafen, sondern 
die Vielzahl der Delikte in einer Gesamtwürdigung entscheidend (Urteil des Bundesgerichts 
2C_160/2013 vom 15. November 2013 E. 2.1.1, m.w.H.). Der Widerrufsgrund nach Art. 63 
Abs. 1 lit. b AuG gilt auch für Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und 
ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten (BGE 137 II 10 E. 4.1). 
 
3.2 Der Regierungsrat führte im angefochtenen Beschluss aus, der vom Beschwerdeführer 
im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom 8. Juli 2014 geäusserten Ansicht, dass die Verfehlun-
gen insbesondere in die schwierige Zeit nach dem Unfalltod seines Bruders (11. Januar 2009) 
gefallen seien, könne nicht gefolgt werden. Er habe bereits zu dessen Lebzeiten Straftaten 
begangen. Insbesondere sei ein am 13. August 2008 erfolgter Vorfall für das Verhalten des 
Beschwerdeführers bezeichnend. Bei der damaligen Todesdrohung (Urteil des Strafgerichts-
präsidenten Basel-Stadt vom 8. Juli 2009) habe sich die kriminelle Energie des Beschwerde-
führers manifestiert und gezeigt, dass dieser auch besonders hochwertige Rechtsgüter nicht 
respektiere. Zudem habe der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2007 in regelmässigen Abstän-
den gegen das Strassenverkehrsgesetz (SVG) vom 19. Dezember 1958 verstossen und dabei 
die körperliche Integrität anderer Personen gefährdet. Im Sinne einer Gesamtbetrachtung sei 
somit festzustellen, dass es sich beim Verhalten des Beschwerdeführers um eine Summierung 
von Verstössen handle, welche aufzeige, dass dieser nicht fähig oder gewillt sei, sich an die 
hiesige Rechtsordnung zu halten und sich in die hier geltende Ordnung einzufügen. Dies bestä-
tige auch das – nicht rechtskräftige – Urteil des Strafgerichtes Basel-Stadt vom 21. Mai 2014, in 
welchem der Urteilsspruch des Strafbefehls vollständig übernommen worden sei. Fraglich sei, 
weshalb sich der Beschwerdeführer in der Beschwerdebegründung vom 4. Juni 2014 nicht dazu 
äussere. Infolge der Anzahl strafrechtlicher Verurteilungen, die sich zum Teil auch gegen hoch-
wertige Rechtsgüter gerichtet hätten, sei vorliegend der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b 
AuG erfüllt. 
 
3.3 Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, es seien nur die im Straf-
registerauszug registrierten sechs Verurteilungen relevant und damit beachtlich. Zusammen-

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gezählt ergebe sich daraus eine Geldstrafe von insgesamt 175 Tagessätzen. In migrations-
rechtlicher Hinsicht könne bei dieser Ausgangslage nicht von einem schwerwiegenden Verstoss 
gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit gesprochen werden. Der Vollständigkeit halber 
sei darauf hinzuweisen, dass der Strafbefehl vom 18. September 2013, welchem ebenfalls ein 
Strassenverkehrsdelikt zugrunde liege, nach wie vor nicht rechtskräftig sei, sodass dieses Vor-
kommnis bei der Begründung des Widerrufsgrunds aufgrund der Unschuldsvermutung ausser 
Betracht bleiben müsse. Obwohl er der Auffassung sei, es sei bei korrekter Anwendung der 
gesetzlichen Vorgaben kein Widerrufsgrund gegeben, habe er aus seinen Fehlern gelernt und 
sei seit dem 31. Juli 2013 regelmässig in therapeutischer Behandlung. 
 
4. Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil vom 28. Januar 2008 wegen grober Ver-
kehrsverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG zu 20 Tagessätzen zu Fr. 100.-- und mit Urteil vom 
17. Dezember 2008 wegen diverser Verkehrsdelikte verurteilt. Mit Urteil vom 9. Februar 2009 
wurde er wegen Nötigung und wegen Führens von nicht betriebssicheren Fahrzeugen ohne 
Führerausweis oder trotz dessen Entzugs zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 120.-- 
verurteilt. Im gleichen Jahr hat sich der Beschwerdeführer auch wegen mehrfacher Drohung 
strafbar gemacht (Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel-Stadt vom 8. Juli 2009). Der 
Beschwerdeführer hat damit hochwertige Rechtsgüter verletzt. Trotz der Anordnung einer 
Probezeit, in welcher der Beschwerdeführer angehalten war, sich wohl zu verhalten, hat er 
weiter delinquiert. So wurde der Beschwerdeführer am 18. November 2011 wegen grober Ver-
letzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG verurteilt. Die Verfehlungen sind mit Blick 
auf die Maximalstrafen und die tatsächlich verhängten Strafen im Einzelnen zwar nicht schwer-
wiegend, die Summierung all dieser Verfehlungen erscheinen bei einer Gesamtbetrachtung des 
bisherigen Verhaltens, auch wenn das von der Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 7. Juli 
2014 erwähnte, noch nicht rechtskräftige Strafurteil aufgrund der geltenden Unschuldsvermu-
tung nicht berücksichtigt wird, als ausreichend, um vom Vorliegen des Widerrufsgrundes nach 
Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG auszugehen. Damit ist der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b 
AuG aufgrund einer schwerwiegenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in 
Folge der konstanten und wiederholten Delinquenz des Beschwerdeführers erfüllt. 
 
5. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes ist Grundvoraussetzung für den Widerruf der 
Bewilligung. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist jedoch nur gerechtfertigt, wenn er 
sich gestützt auf eine im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung als verhältnismässig 
erweist (Art. 96 Abs. 1 AuG). Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad 
der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und 
seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1, 2C_50/2012 vom 28. September 2012 E. 5; BGE 
135 II 377 E. 4.3; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas 
Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2009, N 8.31). Die Niederlassungsbe-
willigung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll nur mit Zurückhal-
tung widerrufen werden. Bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit ist dies jedoch selbst 
dann nicht ausgeschlossen, wenn der Ausländer hier geboren ist und sein ganzes bisheriges 
Leben im Land verbracht hat. Bei schweren Straftaten und bei Rückfall bzw. wiederholter Delin-
quenz besteht regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse, die Anwesenheit eines Aus-

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länders zu beenden, der dermassen die öffentliche Sicherheit und Ordnung beeinträchtigt (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 2C_486/2013 vom 4. November 2013 E. 3.2). 
 

5.1 Der Regierungsrat erwog, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers offensichtlich 
geeignet sei, die berechtigten sicherheitspolitischen Interessen der Schweiz zu verwirklichen. 
Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer trotz mehrfacher Sanktionierung 
weiter teilweise gleichartige Delikte verübt habe. Der verfolgte Zweck könne sodann auch nicht 
durch eine weniger einschneidende Massnahme erreicht werden, da eine bereits erfolgte aus-
länderrechtlichen Verwarnung (13. Mai 2011) nicht den gewünschten Erfolg gezeigt habe. Eine 
erneute Verwarnung durch das AfM sei daher nicht zielführend. Damit sei auch das Kriterium 
der Erforderlichkeit erfüllt. Bei der Prüfung der öffentlichen Interessen seien auch die Verfol-
gung einer restriktiven Einwanderungspolitik, die demografische und soziale Entwicklung der 
Schweiz sowie die Interessen der Gesamtwirtschaft zu berücksichtigen. Vorliegend habe der 
Beschwerdeführer mehrfach gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Schweiz 
verstossen und trotz Bemühungen der Behörden keine Besserung gezeigt. Der Beschwerde-
führer sei in der Schweiz geboren worden, weshalb von einer langen Aufenthaltsdauer auszu-
gehen sei, was als Ausländer der “zweiten Generation“ zu seinen Gunsten ausfalle. Hinsichtlich 
der persönlichen Beziehungen, die der Beschwerdeführer zur Schweiz habe, sei festzuhalten, 
dass seine Eltern und seine Schwester hier leben würden, wobei das Verhältnis zu diesen nicht 
als durchwegs problemfrei betrachtet werden könne. Der Beschwerdeführer pflege nach 
eigenen Angaben auch Kontakte zur Türkei. Insbesondere würden seine Ehefrau und deren 
Familie in der Türkei wohnen. Die persönlichen Beziehungen des Beschwerdeführers zur 
Schweiz seien zweifellos vorhanden. Dennoch gelte es festzuhalten, dass – vor allem unter 
Berücksichtigung, dass seine Ehefrau und ein Teil seiner Familie in der Türkei leben würden – 
eine Rückkehr den Beschwerdeführer nicht übermässig hart treffen würde. In Bezug auf den 
Grad der Integration sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz aufgewachsen 
sei und Deutsch spreche. Dies sei hingegen nicht Folge einer ausserordentlichen individuellen 
Leistung, sondern vielmehr Folge der integrativen Wirkung der hier verbrachten Schulzeit. 
Daher könne nicht von einem hohen Grad an Integration ausgegangen werden. Ob der Wille 
des Beschwerdeführers zur Teilnahme am Wirtschaftsleben als gegeben betrachtet werden 
könne, müsse angesichts der Betreibungen und der unklaren Situation in seinem Erwerbsleben 
angezweifelt werden. Zwar habe er den Fähigkeitsausweis zur Führung eines Gastwirtschafts-
gewerbes mit Alkoholausschank erlangt, es bestünden aber Verdachtsmomente, dass die 
Anstellung im väterlichen Gastronomiebetrieb eine Scheinerwerbstätigkeit sein könnte. Drohen-
de Nachteile, die eine Wegweisung aus der Schweiz unzumutbar machen würden, seien nicht 
ersichtlich. Ausgehend von der vorstehenden Gewichtung der gegenüberstehenden Interessen, 
sei mit Blick auf die überwiegenden sicherheitspolitischen Interessen der Schweiz gegenüber 
den privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib, der Widerruf und die Weg-
weisung verhältnismässig und damit zulässig.  
 
5.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass gemäss Rechtsprechung des Euro-
päischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) die Messlatte bei der Interessensabwä-
gung hoch anzusetzen und die auf dem Spiel stehenden Interessen sorgfältig abzuwägen 
seien. Sei die betroffene Person wegen Eigentums-, Vermögens-, oder Verkehrsdelikten verur-

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teilt worden, so setze sich die persönliche Bindung gegenüber dem öffentlichen, auf spezial-
präventiven Gründen beruhenden Ausweisungsinteresse durch. Auch bedürfe es bei jugend-
lichen Straftätern bzw. bei solchen der “zweiten Generation“ sehr gewichtiger Gründe, die als 
letzter Ausweg anzusehen seien, um eine aufenthaltsbeendende Massnahme zu rechtfertigen. 
Im Rahmen der Verhältnismässigkeit rechtfertige sich infolge der verletzten Rechtsgüter und 
infolge des jugendlichen Alters sowie des Umstandes, dass er ein Ausländer der “zweiten 
Generation“ sei, eine Wegweisung infolge Fehlens eines hinreichenden öffentlichen Interesses 
nicht. Er habe am 11. Juli 2013 den Fähigkeitsausweis zur Führung eines Gastwirtschafts-
betriebes erhalten und führe zusammen mit seinen Eltern einen Gastrobetrieb. Diese Tätigkeit 
verlange grossen Einsatz. Zwar sei lediglich sein Vater als Gesellschafter im Handelsregister 
eingetragen, die vom Vater gehaltene C.____ GmbH enthalte aber nicht zufällig seinen Namen. 
Dies zeige vielmehr, dass das Familienprojekt im Wesentlichen auf seiner Arbeitsleistung 
basiere. Auch gehe die D.____ von der Richtigkeit der eingereichten Lohnblätter aus. Es bes-
tünden ganz gewichtige private Interessen am Verbleib in der Schweiz, insbesondere wegen 
der infolge seiner hiesigen Geburt äusserst langen Aufenthaltsdauer. Es bestünden sodann 
keine diese privaten Interessen überwiegenden öffentlichen Interessen, weshalb die fremden-
polizeiliche Fernhaltemassnahme als unverhältnismässig erscheine. 
 
5.3 Die vom Beschwerdeführer begangenen Delikte (siehe vorne Sachverhalt lit. A), sind 
hauptsächlich im Bereich der Strassenverkehrsdelikte anzusiedeln. Am 9. Februar 2009 wurde 
der Beschwerdeführer zudem wegen Nötigung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 
Fr. 120.-- und am 8. Juli 2009 wegen mehrfacher Drohung zu einer bedingten Geldstrafe von 40 
Tagessätzen zu Fr. 150.-- verurteilt. Eine Drohung kann nach Art. 180 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuchs (StGB) vom 21. Dezember 1937 mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
bestraft werden. Die Strafe für eine Verurteilung wegen Nötigung (Art. 181 StGB) beträgt 
ebenfalls maximal drei Jahre. Das Gericht bemisst gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB die Strafe nach 
dem Verschulden des Täters, wobei das Verschulden nach der Schwere der Verletzung oder 
Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes bestimmt wird (Abs. 2). Die Verurteilungen zu 40 
Tagessätzen zu Fr. 150.-- bzw. 50 Tagessätzen zu Fr. 120.-- erscheinen vor diesem Hinter-
grund nicht als besonders hoch. Auch die Verurteilungen aufgrund grober Verletzungen der 
Verkehrsregeln zu Geldstrafen erscheinen mit Blick auf die mögliche Maximalstrafe von drei 
Jahren Freiheitsstrafe als nicht ausgesprochen hoch. Vielmehr bewegen sich die Straftaten im 
unteren Bereich des Strafrahmens. Demnach kann nicht von einem schweren Verschulden 
ausgegangen werden. Die letzte rechtskräftige Verurteilung des Beschwerdeführers datiert vom 
18. März 2011 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (Tatzeitpunkt: 30. Oktober 2010) 
und damit vor der ausländerrechtlichen Verwarnung vom 13. Mai 2011. Der Beschwerdeführer 
hat zwar wiederholt delinquiert, was es zu verurteilen gilt, ein schweres Verschulden ist mit 
Blick auf das Strafmass jedoch nicht anzunehmen. 
 
5.4 Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz geboren und verbrachte sein ganzes bis-
heriges Leben hier. Er gilt damit als “Ausländer der zweiten Generation“, wonach er infolge der 
langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz ein grosses Interesse an einem Verbleib in derselben 
hat. Dies fällt – wie vom Regierungsrat im Entscheid vom 18. März 2014 richtigerweise 
ausgeführt – zu Gunsten des Beschwerdeführers aus. Dies findet auch im Umstand Ausdruck, 

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dass die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich bereits seit einer langen Zeit in 
der Schweiz aufhält, nur mit Zurückhaltung entzogen werden soll. Der Beschwerdeführer spricht 
Deutsch, hat hier aktenkundig viele soziale Kontakte und ein soziales Beziehungsnetz. Anläss-
lich der heutigen Parteiverhandlung führte der Beschwerdeführer dazu aus, er habe das Patent 
zur Führung eines Gastronomiebetriebes mit Alkoholausschank erworben, um im Familien-
betrieb des Vaters in E.____ tätig zu sein. Er sei auch mit diesem zusammen Teilhaber. Die 
Ausführungen wurden durch den Vater bestätigt und es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb 
von einer Scheintätigkeit ausgegangen werden müsste. Daher ist beim Beschwerdeführer von 
einem bei einem Ausländer “der zweiten Generation“ zwar zu erwartenden, aber vorhandenen 
Grad an Integration auszugehen.  
 
6.1 Der Regierungsrat hält die Wegweisung für zumutbar, da der Beschwerdeführer die 
türkische Landessprache beherrsche, aufgrund regelmässiger Ferienbesuche sein Herkunfts-
land kenne und insbesondere mit seiner dort lebenden Ehefrau auch soziale Kontakte habe. 
Lediglich anfänglich drohten wirtschaftliche Schwierigkeiten.  
 
6.2 Dagegen führt der Beschwerdeführer aus, aufgrund der verletzten Rechtsgüter, des 
jugendlichen Alters und der Tatsache, dass er ein Ausländer der zweiten Generation sei, lasse 
sich eine aufenthaltsbeendende Massnahme infolge Fehlens eines hinreichenden öffentlichen 
Interesses nicht rechtfertigen.  
 
6.3 Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung und der Frage nach der Zumutbarkeit 
der Wegweisung gilt es, die dem Beschwerdeführer und seiner Familie drohenden Nachteile zu 
berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). Eine Wegweisung würde den Beschwerdeführer hart 
treffen. Aufgrund der hiesigen familiären Verwurzelung und aufgrund der langen Aufenthalts-
dauer ist von einem gewichtigen privaten Interesse auszugehen. Dazu kommt, dass anlässlich 
der heutigen Parteiverhandlung die Erwerbssituation des Beschwerdeführers geklärt werden 
konnte, wobei sich insbesondere die vom Regierungsrat angeführten Verdachtsmomente, es 
handle sich bei der Anstellung des Beschwerdeführers um eine Scheinerwerbstätigkeit, nicht 
erhärten liessen. Weiter gab der Beschwerdeführer anlässlich der heutigen Parteiverhandlung 
zu Protokoll, dass das im vorinstanzlichen Verfahren gestellte Begehren um Familiennachzug 
seiner in der Türkei geehelichten Partnerin, infolge einer in der Türkei anhängig gemachten 
Scheidung, gegenstandslos geworden sei. Die Scheidung sei auf Wunsch der Ehefrau in der 
Türkei erfolgt. Im Rahmen der Frage nach der Zumutbarkeit der Wegweisung sind diese beiden 
Aspekte zu berücksichtigen. Demgemäss kann festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer 
aufgrund einer regelmässigen und wiederkehrenden Delinquenz die Voraussetzungen für den 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt. Vor dem 
Hintergrund seiner Integration und seiner Verwurzelung in der Schweiz als “Ausländer der 
zweiten Generation“, der erwiesenen Erwerbstätigkeit im Familienbetrieb und der vergangenen 
Zeit seit der letzten rechtskräftigen Verurteilung erscheint ein Widerruf der Niederlassungsbewil-
ligung jedoch als unverhältnismässig. Demgemäss ist die Beschwerde gutzuheissen und die 
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers gilt weiter. 
 

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7. Bei diesem Ergebnis kann offengelassen werden, ob sich der Beschwerdeführer darü-
ber hinaus auf den Schutz des Privat- und Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 der Konvention 
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonven-
tion, EMRK) vom 4. November 1950 berufen kann. 
  
8.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungsgerichtliche Verfahren vor dem Kantons-
gericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die 
Beweiskosten und werden gemäss § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in 
angemessenem Ausmass auferlegt, wobei den Vorinstanzen – abgesehen von hier nicht vor-
liegenden Ausnahmen – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Da vorliegend der Regie-
rungsrat unterlegen ist, werden keine Verfahrenskosten erhoben.  
 
8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gestützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den 
Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten 
der Gegenpartei zugesprochen werden. Der Rechtsvertreter macht in seiner Honorarnote vom 
30. Oktober 2014 einen Zeitaufwand von 27.1 Stunden à Fr. 250.-- (inkl. drei Stunden für die 
Hauptverhandlung) geltend. Für die Ausarbeitung der Beschwerde weist der Rechtsvertreter 
zehn Stunden Aufwand aus, obwohl diese teilweise mit den vorinstanzlichen Eingaben überein-
stimmt. Daher rechtfertigt sich eine Reduktion des ausgewiesenen Stundenaufwandes um drei 
Stunden. Demnach wird dem obsiegenden Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädi-
gung in der Höhe von insgesamt Fr. 6‘784.30 (24.1 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen in der 
Höhe von Fr. 229.-- zuzüglich Fr. 30.-- für die Akteneinsichtsgebühr und 8% Mehrwertsteuer) zu 
Lasten des Regierungsrates zugesprochen. 
 
8.3 Was die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens anbelangt, so ist die Angelegenheit 
zu deren Neuverlegung an den Regierungsrat zurückzuweisen. 
 
  

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Regie-

rungsrates des Kantons Basel-Landschaft Nr. 367 vom 18. März 2014 
betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung aufgehoben. 
 

 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanz-
lichen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
zurückgewiesen. 

   
 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und der geleistete Kosten-

vorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- wird dem Beschwerdeführer 
zurückerstattet. 

   
 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Beschwer-

deführer eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 6‘784.30 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber i.V.