# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a193d2e4-9010-51ba-9168-0f535fbc5ce5
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-03
**Language:** de
**Title:** Kausalität zwischen Unfallereignis und thorakaler Diskushernie verneint. Keine weiteren Abklärungen.
**Docket/Reference:** UV.2013.00102
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00102.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00102
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Schüpbach
Urteil
vom
3. November 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin
lic
.
iur
. Renate
Vitelli-Jucker
Advokaturbüro
Künzli
, Villa Bianchi
Brunnenstrasse 27, Postfach 1112, 8610 Uster 1
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1967
, war seit Januar 2011
bei
der
Y.___
AG
als
Montageangestellte
tätig
und damit bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) versichert, als
sie
am
6. Oktober 2011 als
Ve
lofahrerin
in einem Kreisel von einem Auto angefahren wurde und vom Fahrrad stürzte
(Urk. 8/1)
. Sie zog sich dabei
eine leichte traumatische Hirnverletzung sowie multiple Kontusionen
zu
(Urk. 8/13, Urk. 8/28-32
).
Nach
getätigten
Abklärungen
stellte die SUVA die bis dahin erbrachten Leistun
gen
mit Verfügung vom 9. Januar 2013
per
31. Januar 2013 ein
(Urk.
8/141
). Die vom zuständigen Krankenversicherer
vorsorglich erhobene Einsprache
(Urk.
8/
146
) wurde
innert Frist nicht begründet.
Die
von der Versicherten am
4. Feb
ruar 2013 erhobene Einsprache (Urk. 8/148/4-7) wies die SUVA am
28. März 2013
ab (Urk.
8/155
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 26. April 2013
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
28. März 2013
(Urk. 2)
und beantragte, dieser sowie die Verfügung vom 9. Januar 2013 seien aufzuheben und es seien weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld, Heilungskosten etc.) für die Fol
gen des Unfalles vom 6. Oktober 2011 zu erbringen (S. 2
Ziff.
1). Eventuell sei die Unfallkausalität der Diskushernie Th6/7 und der neurogenen Störungen gut
achterlich (polydisziplinär orthopädisch, neurologisch und rheumatologisch) ab
zuklären, eventuell sei bei einer allfällig vorbestehenden Diskushernie gut
achterlich festzustellen, ob der
status
quo sine erreicht oder ob durch den Unfall eine richtungsgebende Verschlimmerung eingetreten sei und sich diese von der altersüblichen Progression abhebe (S. 2
Ziff.
2).
Mit Beschwerdea
ntwort vom 5. Juli 2013
(Urk.
7)
beantragte die SUVA die Ab
weisung der Beschwerde.
Nachdem die Beschwerdeführerin mit
Eingabe vom
7. Oktober 2013 (Urk. 10) weitere medizinische Berichte (Urk. 11/1-3)
eingereicht hatte, hielt die Beschwerdegegnerin m
it Eingabe vom 14. November 2013 (Urk. 15)
an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.
Mit Eingabe vom 30. Dezember 2013 (Urk. 18)
sowie mit Fax vom 16.
Janua
r 2014 (Urk. 23)
reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinische Berichte (Urk. 19/1-19) zu den Akten
, woraufhin die Besch
w
erdegegnerin
m
it Eingabe vom 3. April 2014 (Urk. 28)
die
orthopädische und neurologische Beurteilung
vom 1. April 2014
(Urk. 29) ein
reichte
und
an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest
hielt
.
Schliesslich nahm die Beschwerdeführerin mit
Eingabe vom 27. Mai 2014
(Urk. 33) zur orthopädischen und neurologischen Beurteilung
Stellung
, reichte
einen weiteren medizinischen Bericht
(Urk. 34) zu den Akten und hielt an ihren ge
stellten Anträgen fest.
Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 3. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 35).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens
10 Prozent invalid
(Art. 8 ATSG), so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich hierbei um eine
anspruchs
aufhebende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammen
hang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversi
cherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, dass
gemäss den Ausführungen
von
Dr.
Z.___
in Anbetracht der dokumentierten Symptomatik ohne eine
initiale
Schmerzhaftigkeit
,
äussere Verletzungszeichen oder auch nur Beschwerdeangabe im Bereich der Wir
belsäule
,
ohne neurologi
sche
Ausfälle, die einer Diskushernie zuzuordnen wären, zum Zeitpunkt der sta
tionären Aufnahme und während des stationären Aufenthalts
sowie
in Anbe
tracht des bildgebend dokumentierten Verlaufs ein natürlicher Kausalzusam
menhang zwischen dem Unfallereignis und der im posttraumatischen Verlauf diagnostizierten thorakalen Diskushernie Th6/7 all
enfalls möglich sei (S. 7 oben).
Selbst wenn jedoch davon auszugehen wäre, dass die Diskushernie vor
liegend durch das Ereignis vom 6. Oktober 2011 aktiviert worden sei, könne eine Einstellung der Leistungen per 31. Januar 2013 nicht beanstandet werden. Gestützt auf die Praxis, wonach gemäss derzeitigem medizinischem Wissens
stand das Erreichen des
status
quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden könne, und eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen
Vorzu
standes
an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätes
tens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten sei, sei
die
SUVA
nach fast 16 Monaten sicher nicht mehr leistungspflichtig (S. 8 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt,
sowohl
Dr.
A.___
wie auch das
Paraplegikerzentrum
der
Klinik B.___
gingen von einer unfallkausalen Diskushernie aus. Im Bereich des Thorax seien Diskushernien rein degenerativer Art selten. Insbesondere unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass die entsprechenden Beschwerden un
mittelbar nach dem Unfallereignis aufgetreten seien, sei von einer traumati
schen Verletzung auszugehen (S. 5 f.).
2.3
St
rittig und zu prüfen ist somit die Unfallkausalität der
Diskushernie Th6/7
und
d
er in diesem Zusammenhang geklagten Beschwerden.
3.
3.1
Gemäss Akten ist die Beschwerdeführerin
als Fahrradfahrerin in einem Kreisel von einem Auto angefahren worden und vom Fahrrad gestürzt (Urk. 8/1, Urk. 8/10, Urk. 8/16
, Urk. 3/2
).
Die Beschwerdeführerin machte geltend, Prellungen am Schädel und Rücken er
-
litten zu haben (Urk. 8/1
Ziff.
9).
Betreffend ihren Gesundheitszustand
im Verlauf
finden sich im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Berichte in den Akten:
3.2
Nach ihrem Sturz vom Fahrrad am 6. Oktober 2011 wurde die
Beschwer
-
deführe
rin
noch am gleichen Tag im Spital
C.___
untersucht
(Urk. 8/13)
. Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals
C.___
nannten folgende Diagno
sen:
-
leichte traumatische Hirnverletzung
-
multiple Kontusionen
-
Ellbogen links mit
Exkoration
über
Olecranon
-
Knie links
-
Calcaneus
links
Sie führten aus, es bestehe eine steife Stellung der Halswirbelsäule (HWS), je
doch ergäben sich keine Hinweise auf eine
ossäre
Läsion.
Die
Abdomensono
graphie
vom 6. Oktober 2011 habe keine Hinweise auf eine traumatische Läsion der
parenchymatösen
Abdominalorgane
ergeben (vgl. Urk. 8/28). Auch die Röntgenaufnahmen des linken Knies (vgl. Urk. 8/29), des linken oberen Sprung
gelenks (OSG) und
Calcaneus
(Urk. 8/32), des linken Ellbogens sowie der
Brust
wirbelsäule
(BWS) und der HWS (vgl. Urk. 8/30) hätten keine Hinweise auf
ossäre
Läsionen ergeben.
3.3
Dr.
med.
D.___
,
Fachärztin
FMH
für
Innere Medizin
und Rheumatologie
, berichtete am 31. Oktober 2011 (Urk. 8/15) und führte aus, die Beschwerdefüh
rerin
klage
über belastungsabhängige
thorakolumbale
, thorakale und
zervi
kothorakale
Schmerzen. Als Befund nannte sie eine nach links eingeschränkte Rotation der HWS sowie einen Kinn-Sternum-Abstand von 4/20 cm. Als ge
genwärtige Behandlung nannte sie eine Physiotherapie sowie die Einnahme von Schmerzmittel. Sie ging von einer Wiederaufnahme der Arbeit zu 100
%
ab
Ende
November 2011 aus.
3.
4
Mittels
einer
am 19. Dezember 2011 im Spital
C.___
durchgeführten
Magnet
-
reso
nanztomographie
(MRI; Urk. 8/86/2) der HWS und der BWS
hätt
en bei der Beschwerdeführerin
eine mediane bis minimal links paramediane
Dis
kushernie
Th6/7 mit deutlicher Kompression und Eindellung des zervikalen
Myelons
auf dieser Höhe
sowie eine
langstreckige
, ab
er insgesamt
geringgradige
Erwe
iterung des Zentralkanals im
thorakalen
Myelon
,
geringgradig
oberhalb und vor
-
wiegend unterhalb der
Diskushernienhöhe
mit einem maximalen Durchmesser
von 2 mm festgestellt werden
können
.
Es
habe
sich ausserdem eine ätiologisch unklare Myelopathie auf Höhe C5-7 mit Hydro-
Syringomyelie
mit einem maximalen Durchmesser von 4 mm
gefunden
. Es
hät
ten keine Hin
weise für
ossäre
traumatische Läsionen oder Weichteilkontusionen im abgebil
deten
zerviko
-thorakalen Wirbelsäulenabschnitt festgestellt werden
können
.
3.
5
Dr.
D.___
berichtete am 5. Januar 2012 (Urk. 8/54)
und nannte folgende Dia
gnosen:
-
akutes
zervikocephales
Schmerzsyndrom rechts und akutes
thorak
-
overteb
rales
Schmerzsyndrom
-
FF mit Flachrücken
-
eingeschränkte Beweglichkeit zervikal und thorakal und erhöhter
para
vertebraler
Muskelhartspann rechts thorakal
Sie führte aus, objektivierbar sei eine belastungsabhängige Einschränkung der Gedächtnis- und Leistungsfunktion sowie die obengenannten Einschränkungen der Beweglichkeit vor allem der HWS in allen drei Abschnitten.
Die Beschwer
deführerin sei sowohl in der Tätigkeit als selbständige Masseurin sowie auch als Montageangestellte
seit
dem 6. Oktober 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Prognose sei offen.
3.
6
Dr.
med.
E.___
, FMH Allgemeinmedizin, berichtete am 6. Februar 2012 (Urk. 8/46) und nannte folgende Diagnosen (
Ziff.
1):
-
multiple Kontusionen
-
Commotio cerebri nach Verkehrsunfall im Oktober 2011
-
Diskopathie
BWS
Er führte aus, unter Medikation trete eine langsame Verbesserung ein (
Ziff.
2). Die Beschwerdeführerin habe die Arbeit seit dem 25. Januar 2012 wieder zu 20
%
aufgenommen (
Ziff.
4).
3.7
Dr.
med.
A.___
, Neurologie FMH, berichtete am
9.
Februar 2012 (Urk. 8/87) und nannte folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
wahrscheinlich posttraumatische Diskushernie Th6/7 mit klinischer Myelo
pathie leichten Grades
-
Hydromyelie
(radiologischer Zufallsbefund)
-
leichtes Karpaltunnelsyndrom rechts
Er führte aus,
aufgrund der Unfallbeschreibung
handle es sich am ehesten um eine posttraumatische Diskushernie Th6/7, die nebst einer
thorakospondyloge
nen
Symptomatik eine milde Myelopathie mit
verplumptem
Einbeinhüpfen
links und einer leicht verminderten
Hinterstrangsensibilität
der rechten unteren Ext
remität
bewirke
(S. 2 unten).
3.
8
Die Ärzte des
Spitals F.___
berichteten am 1
7.
Februar 2012 (Urk. 8/60) und nannten folgende Diagnosen:
-
Hydromyelie
in Höhe C6/7
-
t
horakale Diskushernie Th6/7 medial leicht linksbetont
-
Status nach Autounfall am
6.
Oktober 2011
Sie führten aus,
bezüglich der thorakalen Diskushernie bestehe bei eher rück
-
läufi
ger Symptomatik aktuell keine Indikation für eine operative Interven
tion.
3.
9
Dr.
med.
G.___
, Orthopädische Chirurgie FMH, berichtete am
7.
Mai
2012 (Urk. 8/
85
) und führte aus,
der Versuch der Beschwerdeführerin,
in
ein
em
20%ige
n
Pensum zu arbeiten, sei nicht gelungen. Die Hauptbeschwerden seien dauerhaft über der mittleren BWS rechts, bei Belastungen stechend, sonst stumpf. Es bestehe ausserdem eine Druckschmerzhaftigkeit über der mittleren BWS median beidseits, rechtsbetont
.
Bezüglich der Ätiologie einer anfälligen
Diskopathie
mit
diskogenen
Schmerzen bleibe festzustellen, dass der Neurologe
Dr.
A.___
von einer wahrscheinlich posttraumatischen Diskushernie Th6/7 mit klinischer Myelopathie leichten Grades ausgehe. Bei einer vor dem Unfall symptomfreien Patientin sei diese Anamnese sicherlich gerechtfertigt angesichts des Unfallmechanismus und der sofort im Anschluss aufgetretenen
intersca
pulären
Rückenschmerzen
(S. 1 f.)
.
Thorakale Bandscheibenvorfälle seien ge
wöhnlich degenerativer Natur und unfallbedingte Pathologien
selten aufgrund des schützenden Effekts des rigiden Rippenkorbs, allerdings w
erde
in 37
%
der Fälle von einer
Traumaanamnese
berichtet
(S. 2)
.
3.10
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion FMH, SUVA-Kreisarzt, nahm am
9.
Mai 2012 Stellung (Urk. 8/91) und führte aus, anlässlich der MRI Besprechung mit einem Kollegen seien doch ein paar Punkte aufgefallen, die Zweifel an der traumatischen Genese dieser
Dis
kushernie
im BWS-Bereich, welche kurz nach dem Unfall gefunden worden sei, aufkommen liessen. Deshalb sei beabsichtigt, ein Kontroll-MRI durchführen zu lassen.
Im MRI vom 1
9.
Dezember 2011 falle auf, dass es genau in dem Seg
ment der postulierten unfalltraumatischen Diskushernie BWK6/7 deutliche Un
regelmässigkeiten der Grund- und Deckplatten gebe. Ein Ödem im Bereich der Wirbelkörper fehle knapp 14 Tage nach dem Unfallereignis und dieses Segment habe ja auch den Scheitelpunkt einer knickförmigen Kyphose dargestellt
(vgl. auch Urk. 8/93).
3.1
1
PD
Dr.
med.
I.___
, Leiter Neuro-Urologie, Zentrum für Paraplegie,
Klinik B.___
, berichtete am 2
7.
Juni 2012 (Urk. 8/105) und nannte folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
neurogene Harnblasen- und Sexualfunktionsstörung bei Diagnose 2 mit/bei:
-
Urodynamik
Juni 2012: hypokapazitive, hypersensitive und überak
tive Harnblase mit
Detrusor
-Sphinkter-
Dyssynergie
-
unter
Spasmo-Urgenin
Neo
seit November 2011: aktuell pausiert
-
posttraumatische Diskushernie Th6/7 mit leichter Myelopathie mit/bei:
-
Status nach Verkehrsunfall Oktober 2011
-
Hydromyelie
-
leichtes Karpaltunnelsyndrom rechts
Er führte aus,
bei der Beschwerdeführerin bestünden seit dem Unfall
Blasenbe
schwerden
, welche im Verlauf zugenommen hätten. Video-
urodynamisch
habe sich das typische Bild einer suprasakralen und
infrapontinen
spinalen Läsion gezeigt. Es sei kein
vesiko
-
uretero
-renaler Reflux nachweisbar (S. 2 unten).
3.1
2
Prof.
Dr.
med.
J.___
,
Muskuloskelettale
Radiologie, Klinik
K.___
, berichtete am 2
2.
August 2012 (Urk. 8/108) über die gleichentags erstellten MRI der HWS, BWS und LWS und führte aus, es fänden sich eine im Vergleich zum MRI vom 1
9.
Dezember 2011 stationäre
Hydrosyringomyelie
C5-7 sowie eine leichte Grössenzunahme der paramedianen Diskushernie Th6/7 links mit Kon
takt zum
Myelon
. Aufgrund der Voraufnahmen und des jetzigen Verlaufs müsse ein Vorzustand auf Höhe von Th6/7 postu
liert werden. Schon zum
U
n
f
allzeit
punkt
sei der
Intervertebralraum
D6/7 höhengemindert und es bestünden mini
male Konturirregularitäten der Boden- und Deckplatten. Sieben bis acht Wo
chen nach dem Unfall wäre
es
auch ungewöhnlich, dass die Bandscheibe bereits Zeichen der Degeneration aufweisen würde. Am 2
0.
Dezember 2011 zeige sich der Bandscheibenraum Th6/7 bereits als
hypointens
. Es bestünden keine patho
logischen Veränderungen an der LWS (S. 1 f.).
3.13
SUVA-Kreisarzt
Dr.
H.___
nahm am 3
0.
Oktober 2012 Stellung (Urk. 8/125) und führte aus, dass genau an der Stelle, an welcher die Diskushernie nach dem Unfallereignis gefunden worden sei, ein degenerativer Vorzustand bestanden habe. Ob durch das Unfallereignis auch die Diskushernie ausgelöst worden sei oder ob diese im Rahmen des Vorzustandes in dieser Zeit unfallunabhängig geschehen sei, sei schwierig zu beantworten. Die Krämer-Kriterien seien nicht vollumfänglich oder in einem solchen Ausmass vorliegend, dass hier die Kausa
lität zweifelsfrei bejaht werden könne.
3.14
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für
C
hirurgie, SUVA
Versicherungsmedi
zin
, erstattete seine chirurgische Beurteilung am
8.
November 2012 (Urk. 8/127)
und führte aus, zusammenfassend lasse sich versicherungsmedizinisch festhal
ten, dass in Anbetracht der dokumentierten Symptomatik ohne eine
initiale
Schmerzhaftigkeit
,
äussere Verletzungszeichen oder auch nur
Beschwerdean
gabe
im Bereich der Wirbelsäule
,
ohne neurologische Ausfälle, die einer
Dis
kushernie
zuzuordnen wären, zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme und während des stationären Aufenthaltes
sowie
in Anbetracht des bildgebend do
kumentierten Verlaufs ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der im posttraumatischen Verlauf diagnostizierten thoraka
len Diskushernie Th6/7 allenfalls möglich sei
(S. 2 unten)
.
3.15
Prof.
Dr.
med.
L.___
, FMH Anästhesie, berichtete am
1
0.
und 1
4.
Juni sowie am 1
3.
September 2013 (Urk. 11/1-3)
und führte aus, e
r habe die neuro
logische Untersuchung
nur in der betroffenen Region ausgeführt, wobei er kein sensibles Defizit habe feststellen können, das mit einer Wurzelkompression durch eine Bandscheibe vereinbar gewesen sei.
Die Diskographie habe einen eindeutigen Hinweis auf die
Traumagenese
der Diskushernie Th6/7 ergeben. Die Injektion des Kontrastmittels in die Bandscheibe habe genau dort Schmerzen provoziert, wo sie auch normalerweise aufträten. Das Kontrastmittel sei umge
hend nach der Injektion unter das Ligamentum
posterior
geflossen, was mit posttraumatischen Veränderungen vereinbar sei
.
Aufgrund des Alters der Be
schwerdeführerin könne diese Pathologie nicht die Folge einer degenerativen Erkrankung sein (Urk. 11/2 S. 2).
3.1
6
Dr.
G.___
berichtete am 2
3.
Dezember 2013 (Urk. 19/1) und führte aus,
bei der klinischen Untersuchung zeigten sich eine kompensierte Statik der Wir
belsäule sowie ein
hinkfreies
und flüssiges
Gangbild
. Die Rumpfbeweglichkeit sei durch Schmerzen in
Reklination
über der mittleren BWS gekennzeichnet
(S. 2). Die Beschwerdeführerin sei
bis zum Unfall
bezüglich Rückenschmerzen
ab
solut beschwerdefrei gewesen
. Sie habe sodann in der ersten Nacht nach dem Unfall erstmals über starke Rückenschmerzen  geklagt, wo später im MRI eine grosse Diskushernie Th6/7 festgestellt
worden sei
. Die entscheidende Untersu
chung, bei der es zum Austritt von Kontrastmittel aus der Bandscheibe gekom
me
n sei, habe ergeben, dass diese
Veränderung nur im Zusammenhang mit traumatischen Ereignissen geschehe
(S. 5 unten)
.
3.17
Prof.
L.___
führte am 2
3.
Dezember 2013 (Urk. 19/20
= Urk. 23
) aus,
dass es sich beim Krankheitsbild der Beschwerdeführerin nicht um eine degenerative
Band
scheibenerkrankung
handle. Eine Bandscheibenruptur mit Kontrastmittelaustritt in den Wirbelkanal werde ausschliesslich bei Patienten mit Trauma in der be
troffenen Region gesehen. Ebenso scheine es ihm nicht vorstellbar, dass eine Hernie dieses Ausmasses vor dem Unfall asymptomatisch gewesen sein könnte.
3.1
8
Dr.
med.
M.___
, Facharzt für Neurologie FMH, und med.
pract
.
N.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates FMH, SUVA-Versicherungsmedizin, erstatteten ihre orthopädi
sche und neurologische
Beurteilung am
1.
April 2014 (Urk. 29) und führten
zu
sammengefasst
aus,
bei der Beschwerdeführerin lägen keine Hinweise für Spät
folgen eines Morbus Scheuermann vor. Es finde sich auch keine grobe Anoma
lie im Sinne einer Malformation. Auf den Bildern
sei jedoch klar erkennbar, dass auf Höhe der beschriebenen Diskushernie malformative
Knochenverände
rungen
vorlägen. Diese Knochendeformitäten seien ganz sicher nicht posttrau
matisch, sondern sprächen dafür, dass der Bandscheibenraum bereits vor dem Unfall pathologisch gewesen sei.
Es sei erkennbar, dass die Grundplatte von Th6 nicht flach sei und eine Erosion im hinteren Bereich aufweise. Dazu bestehe an der Deckplatte von BWK7 eine diskrete aber trotzdem klar erkennbare Senke im mittleren Bereich, die man als
Schmorl’schen
Knoten betrachten könne. So sei auf den Bildern klar zu sehen, dass auf dieser Bandscheibenhöhe ein
Vorzu
stand
mit einer Bandscheibenanomalie existiert habe. Auf
demselben
Bild sei zu erkennen, dass die
subligamentäre
und leicht nach kranial
hochgeschlagene
Diskushernie in Kontinuität mit der Knochenanomalie und in Kontakt mit dem Rückenmark stehe, was in dem spezifischen Fall von grosser Bedeutung sei
(S. 11)
.
In Zusammenhang mit den
Krämer-Kriterien könne
ge
sag
t werd
en, dass die
Be
-
schwerdeführerin
einen Verkehrsunfall erlitten habe, al
s
sie als Velofahrerin von einem Fahrzeug angefahren worden sei. In dieser Situation könne ein adä
quates
Trauma sicher nicht a priori ab
gelehnt werden. Bei den Untersuchungen im Spital seien jedoch ansonsten keine weiteren schweren Verletzungen festge
stellt worden. So könne die Schwere des Traumas relativiert werden.
Bandläsio
nen
o
der Knochenbrüche der BWS seien klar ausgeschlossen worden. Aus die
sem Grund dürfe die Präsenz eines adäquaten Traumas in Zweifel gezogen wer
den. Was das dritte Kriterium betreffe, gebe es keine Hinweise für eine
vorbe
stehende
Symptomatik, so dass man dieses Kriterium als erfüllt ansehen könne.
In Bezug auf
das zwe
ite Kriterium könne zweifellos
festgestellt werden, dass keine typischen neurologischen Beschwerden im Zusammenhang mit der Band
-
sch
ei
benhernie
feststellbar gewesen seien (S. 12 oben).
Im Fall der Beschwerdeführerin hätte man bei einer traumatischen Diskushernie sofort am Unfalltag eine relevante Querschnittsymptomatik gesehen, vor a
llem weil die Bandscheibenhernie auf den Bildern im Kontakt mit dem Rückenmark stehe. Auch bei vorbestehender Diskushernie hätte ein lokalisiertes Trauma auf dieser Höhe ebenfalls eine Rückenmarksprellung verursachen können mit kon
sekutiver zu mindestens partieller Querschnittsymptomatik.
Aus all diesen Gründen sei es hoch unwahrscheinlich, dass die diagnostizierte Diskushernie auf Höhe BWK6/7 Folge des erlittenen Unfalls sei. Es gebe auch keine Hinweise für eine strukturelle Verschlimmerung der Diskushernie durch den Unfall und
ebenso wenig Hinweise, dass diese Bandscheibenhernie aufgrund des Unfalls symptomatisch geworden sei (S. 12 Mitte).
Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht könne mit überwiegender Wahrscheinlich
keit festgestellt werden, dass der diagnostizierte Bandscheibenvorfall in Höhe Th6/7 nicht durch den Unfall vom
6.
Oktober 2011 verursacht worden sei, und dass diese ganz klar vorbestehende, leicht missgebildete Bandscheibe durch diesen Unfall nicht verschlimmert und auch nicht symptomatisch geworden sei (S. 13 Mitte).
Es sei aus neurologischer Sicht nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die von der Versicherten geklagten Schmerzen und Blasenfunktionsstörungen auf das Unfallereignis vom
6.
Oktober 2011 zurückzuführen seien (S. 14 unten).
3.1
9
Prof.
L.___
führte am 1
4.
Mai 2014 aus (Urk. 34),
er teile die Meinung der Gutach
ter in keiner Weise und halte an seiner Beurteilung vollumfänglich fest. Die beiden Versicherungsmediziner verfügten offensichtlich über ungenügende Kenntnisse und keine Erfahrungen mit der Methode der Diskographie bei Pati
enten mit Diskushernien. Diskushernien würden nicht zwingend mit neurologi
schen Defiziten einhergehen. Die durch eine Hernie provozierten Schmerzen könnten auch auf der Entzündung des Bandscheibenvorfalls selber gründen. Es komme nicht zwingend zu einem Druck auf die Nervenwurzel und die Entzün
dung berühre nicht ausschliesslich nur die Nervenstruktur. Sie berühre auch das Gewebe in der Region der Dura Mater. Dies führe zu einem komplexeren und umfassenderen Beschwerdebild als bei einem rein
diskoradikulären
Druck.
Auf
grund seiner Erfahrung auf dem Gebiet der Diskographie sei beim
Beschwerde
bild
der Beschwerdeführerin die Wahrscheinlichkeit eines degenerativen Ur
sprungs der thorakalen Diskushernie mit 1 zu 1000, also höchst unwahrschein
lich, zu bezeichnen. Es sei ganz klar von einer traumatischen und nicht dege
nerativen Genese der Hernie auszugehen (S. 2).
4.
4.1
Unmittelbar nach ihrem Unfall am
6.
Oktober 2011 standen bei der Beschwerde
führerin eine leichte traumatische Hirnverletzung sowie multiple Kontusionen am linken Ellbogen, am linken Knie sowie am linken
Calcaneus
im Vordergrund (vgl. vorstehend E. 3.1 und E. 3.2).
Die erstbehandelnden Ärzte hielten fest, es bestehe eine steife Stellung der HWS, es ergäben sich jedoch keine Hinweise auf eine
ossäre
Läsion.
Mittels eines in der Folge am 1
9.
Dezember 2011 angefer
tigten MRI
der HWS und BWS konnte bei der Beschwerdeführerin eine mediane bis minimal links paramediane Diskushernie Th6/7 mit deutlicher Kompression
und Eindellung des zervikalen
Myelons
auf dieser
Höhe festgestellt werden
(E. 3.4
).
Hinweise für
ossäre
traumatische Läsionen oder Weichteilkontusionen im abgebildeten
zerviko
-thorakalen Wirbelsäulenabschnitt konnte hingegen nicht festgestellt werden. Die beigezogenen Spezialisten
des
Spitals F.___
sowie
Dr.
A.___
(E. 3.7
und E. 3.
8
) bestätigten diese Befunde und nannten als Diagnose eine thora
kale Diskushernie Th6/
7.
Bei einer Diskushernie (Bandscheibenvorfall, Bandscheibenprolaps) handelt es sich um eine Verlagerung oder um einen Austritt von Gewebe des Nucleus
pul
posus
der Bandscheibe durch Risse im
Anulus
fibrosus
(
Psychrembel
, Klinisches Wörterbuch, 259. Auflage, S. 174).
4.2
Gemäss
dem Bericht von SUVA
-Kreisarzt
Dr.
H.___
(E. 3.10
) falle beim MRI vom 1
9.
Dezember 2011 auf, dass
es
genau in dem Segment der postulierten unfalltraumatischen Diskushernie BWK 6/7 deutliche Unregelmässigkeiten der Grund- und Deckplatten gebe, weshalb Zweifel an der traumatischen Genese dieser Diskushernie im BWS-Bereich aufkämen.
Prof.
J.___
,
Dr.
Z.___
(E. 3.1
2
-3.1
4
)
sowie
Dr.
M.___
und med.
pract
.
N.___
(E. 3.18)
bestätigten diese
Zwei
fel, zumal aufgrund des MRI
vom 2
2.
August 2012 von einem
degenerativen
Vorzustand auf Höhe
Th6/7 ausgegangen werden müsse und ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der thorakalen
Dis
kushernie
bloss möglich sei.
Prof.
L.___
und
Dr.
G.___
(E. 3.15
-3.1
7
, E
. 3.1
9
) hingegen vertreten die Meinung, dass die Diskographie einen eindeutigen Hinweis auf die
Trauma
genese
der Diskushernie Th6/7 ergeben habe und es sich beim Krankheitsbild der Beschwerdeführerin
nicht um eine degenerative Bandscheibenerkrankung handle.
4.3
Zur Beurteilung des Kausalzusammenhangs z
wischen dem Unfallereignis vom 6
.
Oktober
20
11
und
der
thorakalen
Diskushernie ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach es einer medi
zinischen Erfahrungstatsa
che im Bereich des Unfallversicherungsrechts ent
spricht, dass praktisch alle
Dis
kushernien
bei Vorliegen degenerativer
Band
scheibenveränderungen
entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet werden
, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schä
digung der Bandscheibe herbeizuführen und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) un
verzüglich und mit sofortiger Arbeits
unfähigkeit aufgetreten sind.
Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber (weitge
hend) verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den
durch das
Unfall
ereig
nis
ausge
lösten Beschwerdeschub, spätere Rezidive d
agegen nur, wenn ein
deu
tige Brü
ckensymptome gegeben sind. Insbesondere mit dem letztgenannten Kriterium werden auch jene Fälle aufgefangen, bei dene
n der Unfall neben weiteren Fak
toren lediglich eine Teilursache für die im Ansch
luss an das Ereig
nis aufgetrete
nen Rückenbeschwerden darstellt. Vorausgesetzt ist indessen auch dort, dass die Symptome einer Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syn
drom) unmittelbar nach dem Unfall auftreten (Entscheid des Bundesgerichts
U 44
6/06
vom 4. Juli 2007 E. 4).
4.4
In Übereinstimmung mit der Einschätzung der
Beschwerdegegnerin
ist
gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
H.___
, Prof.
J.___
,
Dr.
Z.___
,
Dr.
M.___
und med.
pract
.
N.___
davon auszugehen, dass die
geltend gemachte Diskushernie Th6
/
7
nicht unfallkausal ist.
Denn
nebst den erwähnten überzeugenden
und übereinstimmenden
medizi
nischen Einschätzungen sind
die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die Berücksichtigung einer
Diskusher
nie
geforderten Voraussetzungen nicht erfüllt.
So ist d
en Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass ein Unfall von be
sonderer Schwere vorg
elegen habe (vgl.
Urk.
1 S. 6 unten
),
entgegen zu halten, dass der Sachschaden am Fahrrad gemäss Polizeirapport äusserst gering gewe
sen ist (vgl.
Urk.
3/2
). Es
liessen sich lediglich eine Beschädigung des vorderen Schutzblechs sowie diverse kleinere Beschädigungen feststellen
(vgl.
Urk.
3/4
).
Weiter gab die Beschwerdeführerin an, bemerkt zu haben, dass das Auto nicht halten würde und deshalb in die Mitte des Kreisels ausgewichen zu sein (
Urk.
3/2 S. 6).
Ausserdem wurden bei den Erstuntersuchungen im Spital
C.___
keine schweren Verletzungen festgestellt. Es wurden lediglich die Diagnosen ei
ner leichten traumatischen Hirnverletzung sowie multiple Prellungen an Ellbo
gen, Knie und
Calcaneus
gestellt, so dass die Schwere des Traumas relativiert werden kann. Bandläsionen oder Knochenbrüche der BWS wurden sodann klar ausgeschlossen (vgl. vorstehend E. 3.2
und 3.18
).
Die Beschwerdeführerin wurde denn auch nac
h erfolgter Erstuntersuchung sowie
einer Nacht zur Überwachung
im Spital
am nächsten Tag wieder entlassen.
Aus diesem Grund und bei Beach
tung der Rechtsprechung, wonach a
ls Beispiele für Unfaller
eignisse von beson
derer Schwere
etwa der freie Sturz aus erheblicher Höhe, ein Sprung aus 10 m Höhe, ein Sturz beim Tragen von Lasten oder ein Zusammenstoss bei grosser Geschwindigkeit genannt
werden
(Urteil des Bundesgerichts 8C_811/2012 vom
3.
März 2013
), kann die Präsenz eines adäquaten Traumas in Zweifel gezogen werden.
Von einer solchen massivsten Gewalteinwirkung auf den Körper kann im vorliegenden Fall nicht gesprochen werden.
Die Hauptdiagnosen lautete
n
auf
eine leichte traumatische Hirnverletzung sowie multiple Kontusionen.
Zwar wurden Rückenbeschwerden beschrieben, jedoch
ebenso Schmerzen im Knie, im Kopf, in der Schulter und in der Hüfte erwähnt. Die Ärzte des Spitals
C.___
erachteten die Rückenbeschwerden offenbar nicht als derart gravierend, dass sie diese im Austrittsbericht genannt hätten (vgl. vorste
hend E. 3.2). Insbesondere
liegen
in den Berichten
keine Hinweise auf eine
Dis
kushernien-Symptomatik
-
ein unverzügliches vertebrales oder
radikuläres
Syndrom
–
vor.
Vielmehr wurden erstmals im Bericht von
Dr.
D.___
vom 3
1.
Oktober 2011 ausdrücklich belastungsabhängige
thorakolumbale
, thorakale und
zervikothorakale
Schmerzen erwähnt
(vgl. vorstehend E. 3.
3)
und sodann mittels am 1
9.
Dezember 2011 durchgeführten MRI der HWS und der BWS eine
mediane bis minimal links paramediane
Diskushernie Th6/7 mit deutlicher Kompressi
on festgestellt
(vgl. vorstehend E. 3.4).
Hinzuweisen ist schliesslich auf den Umstand, dass die Bilder der MRI-Untersuchung neben der medianen bis minimal links paramedianen Diskushernie Th6/7 auf gleicher Höhe
malfor
mative
Knochenveränderungen sowie
deutliche Unregelmässigkeiten der Grund- und Deckplatten zeigten
. Diese Knochendeformitäten werden mit Sicherheit als nicht
posttraumatisch
beschrieben
und sprechen dafür, dass der
Bandscheiben
raum
bereits vor dem Unfall pathologisch war
(vgl. vorstehend E. 3.10).
Somit existierte
im Bereich der Brustwirbelsäule ein
Vorz
ustand
mit einer
Bandschei
benanomalie
,
der insgesamt auf eine degenerative Problematik hinweist
und das Beschwerdebild mitbestimmt
(vgl. vorstehend E. 3.10 und E. 3.18)
.
4.5
Insgesamt ist demnach nicht ausgewiesen, dass sich die Beschwerdeführerin die Diskushernie anlässlich des Unfalls vom
6.
Oktober 2011 zugezogen hat.
Es gibt denn auch keine Hinweise für eine strukturelle Verschlimmerung der
Dis
kushernie
durch den Unfall und ebenso wenig Hinweise, dass diese Diskushernie aufgrund des Unfalls symptomatisch geworden ist.
Einerseits war de
r Unfall nicht dermassen schwer
, dass – im Lichte der Rechtsprechung – von einer der
artigen Einwirkung auf die Brustwirbelsäule ausgegangen werden kann, welche eine Diskushernie hervorzurufen geeignet wäre. Dies umso mehr, als sich an der Brustwirbelsäle keine sonstigen (äusserlichen) Verletzungen fanden, welche eine entsprechende Einwirkung naheliegend erscheinen liessen.
Sodann ist nicht ausgewiesen, dass die Symptome der Diskushernie unverzüg
lich nach dem Unfall aufgetreten sind und eine sofortige Arbeitsunfähigkeit hervorgerufen haben. Im Gegenteil sind den echtzeitlichen Arztberichten keine solchen Umstände zu entnehmen. Auch wenn die Beschwerdeführerin in der Nacht nach dem Unfall an Rückenbeschwerden litt, waren diese jedenfalls nicht von einer Intensität, wie es die Rechtsprechung für die Annahme einer
Unfall
kausalität
verlangt.
Schliesslich bleibt festzuhalten, dass die Figur
„
post
hoc ergo
propter
hoc“, bei der eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2.
Auflage Bern 1989, S. 460, Anm. 1205), für die Annahme eines Kausalzusammenhangs rechtsprechungsgemäss nicht genügt (BGE 119 V 341 f.
E
. 2b/
bb
).
Di
e diesbezüglichen Vorbringen der
Beschwerde
führer
in
(Urk. 33 S. 3 unten
) vermögen die Kausalität demgemäss nicht zu be
gründen.
4.6
Auf die Ausführungen von Prof.
L.___
und
Dr.
G.___
(vgl. vorstehend
E. 3.15-3.17, E. 3.19) kann demgeg
enüber nicht abgestellt werden. So nannten sie zwar die erhobenen Befunde,
machten jedoch keine nachvollziehbar begründete Beurteilung des Kausalzusammenhangs. So argumentiert
e
Prof.
L.___
lediglich mit der Morphologie des Bandscheibenrisses, d
ie er diskographisch beschrieb
,
und
führte
grundsätzlich
aus, dass eine Bandscheibenruptur mit Kontrastmittel
austritt in den Wirbelkanal ausschliesslich bei Patienten mit Traumata in der betroffenen Region gesehen werde.
Diesbezüglich hielt er jedoch in früheren Berichten unter anderem fest, ein Kontrastmittelaustritt könne auch bei älteren Individuen mit Diskusdegeneration
en
beobachtet werden (Urk. 11/1 M
itte), was die Absolutheit der Einschätzung, der Kontrastmittelaustritt deute auf eine trauma
tische Genese hin, relativiert.
Er machte
zudem
weder nähere Angaben
zur kon
kreten Situation
, noch äusserte er sich eingehend
zu
r degenerativen Problematik der Beschwerdeführerin gemäss den Ergebnissen der MRI-Untersuchungen. Ge
mäss SUVA-Versicherungsmediziner handelt es sich bei der von Prof.
L.___
ver
tretenen Diskographie ausserdem um eine fragwürdige Untersuchungsmethode
, wobei es
für die Indikation einer Diskographie bei thorakalen Bandscheiben
vorfällen
nur eine begrenzte Evidenz
gebe.
Dr.
G.___
übernahm
sodann
in seinen späteren Berichten
die Aus
f
ührungen von Prof.
L.___
, ohne auf deren Inhalt näher einzugehen. D
ass
Dr.
G.___
in
seinen
früheren Berichten noch ausgeführt hatte, thorakale Bandscheibenschäden
seien
gewö
hnlich dege
nerativer Natur
und aufgrund des schützenden Effekts des rigiden Rippenkorbs selten unfallbedingter
Natur (vgl. vorstehend E. 3.9), lassen ebenfalls Zweifel an seinen Aussagen erwecken.
Ausserdem handelt es sich bei
Dr.
G.___
um den behandelnden Arzt der Beschwerdeführerin, so dass seine Aussagen im Zweifelsfall eher zugunsten der Patientin gehen dürften.
Ihre Ausführung
en zur
Unfallk
ausalität vermöge
n
demnach
die Beurteilungen durch die SUVA-
Versicherungsmediziner
nicht zu entkräften.
5
.
Die Beschwerden verursachende Diskushernie Th6/7 steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gestützt auf die eindeutige medizinische Lage weder unmit
telbar noch aufgrund einer Verschlimmerung eines vorbestehenden
Gesund
heitsschadens
in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom
6.
Oktober 2011.
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, da die organischen Befunde feststehen und die Rechtsprechung die Frage der Verursachung einer Diskushernie durch einen Unfall - bei Verhält
nissen wie den vorliegenden - beantwortet hat.
Angesichts dieser klaren und in medizinischer Hinsicht übereinstimmenden Ak
tenlage sind keine weiteren medi
zinischen Abklärungen und somit auch kein Gutachten anzuordnen (
antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d).
Damit
hat die Beschwerdegegnerin
ihre Leistungen zu Recht per 31
.
Januar
201
3 eingestellt
, weshalb die Be
schwerde abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Renate
Vitelli-Jucker
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Rechtsabteilung
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
-
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchüpbach