# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d731957f-236c-582c-bbcd-1905f1c5dc35
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2019
**Docket/Reference:** ST.2023.139
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-st.2023.139.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2023.139 

Entscheid 

 28. Mai 2024 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Marc Gerber, Steuerrichter Hans Heinrich Knüsli, Steuerrichter 
Christian Griesser und Gerichtsschreiber Benjamin Briner 

1.  A ,    

Steuergemeinde C,   

2.  B ,    

Steuergemeinde C,   

vertreten durch RA lic.iur. D,  
E AG, … 

In Sachen 

gegen 

Rekurrenten,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt, Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2019 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist seit Ende 2018 Alleinaktionär (100 vinku-

lierte Namenaktien à Fr. 1'000.- Nominalwert) der am … 2016 gegründeten F AG, in G 

(nachfolgend F AG oder Gesellschaft). Diese bezweckt die Erbringung von Beratungs-

dienstleistungen. In der Steuererklärung 2019 deklarierten der Pflichtige und seine Ehe-

gattin, B (zusammen nachfolgend die Pflichtigen) am … 2020 für die Beteiligung an der 

F AG den Substanzwert von Fr. 6'126'000.- als Vermögenssteuerwert. 

Der  Steuerkommissär  setzte  demgegenüber  im Einschätzungsentscheid vom 

19. Januar 2023 den Vermögenssteuerwert der Gesellschaft gemäss Praktikermethode 

auf  Fr.  37'340'000.-  fest.  Dabei  gewichtete  er  den  Substanzwert  einfach  und  den 

Ertragswert doppelt. Die Pflichtigen wurden demzufolge mit einem steuerbaren Einkom-

men Fr. …'…'… .- (davon Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen Fr …'…'… .-; satzbe-

stimmendes  Einkommen  Fr. …'…'…  .-)  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von 

Fr. …'…'… .- (satzbestimmend Fr. …'…'… .-) eingeschätzt. 

B.  Am  7.  Februar  2023  erhoben  die  Pflichtigen  Einsprache  und  beantragten, 

dass die Beteiligung an der F AG zum deklarierten Substanzwert zu besteuern sei. 

Mit  Einschätzungs-  und  Veranlagungsvorschlag  vom  25. April  2023  wurde  in 

Aussicht  gestellt,  die  Einsprache  teilweise gutzuheissen.  Aufgrund  der  starken  Perso-

nenbezogenheit  der  F  AG  sei  der  Ertragswert  nur  einfach  statt  doppelt  zu  gewichten, 

was zu einer Reduktion des Vermögenssteuerwerts auf Fr. 28'500'000.- führe. 

Mittels Schreiben vom 30. Mai 2023 wurden Einwendungen gegen den steuer-

amtlichen Vorschlag vom 25. April 2023 vorgebracht. 

Mit  Einspracheentscheid  vom  14.  Juni  2023  wurde  die  Einsprache  teilweise 

gutgeheissen  und  die  Pflichtigen  wurden  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. …'…'…  .-  (davon  Ertrag  aus  qualifizierten  Beteiligungen  Fr.  …'…'…  .-;  satz- 

bestimmendes  Einkommen  Fr. …'…'…  .-)  sowie  einem  steuerbaren  Vermögen  von 

Fr. …'…'… .- (satzbestimmend Fr. …'…'… .-) eingeschätzt. Zur Begründung wurde an-

geführt,  dass  der  Ertragswert  einer  Gesellschaft  in  Ausnahmefällen  tatsächlich  nicht 

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oder nur schwer veräusserbar sei. Diesfalls könne auf Antrag der Gesellschaft der Er-

tragswert  in der  Grundformel  nur  einfach  gewichtet  werden.  Voraussetzung  dafür sei, 

dass die Wertschöpfung allein vom Allein- oder Mehrheitsaktionär erzielt werde und mit 

Ausnahme  von  wenigen  Hilfskräften  für  die  Administration  und  Logistik  kein  weiteres 

Personal beschäftigt werde. Ein solcher Ausnahmefall liege hier vor. Da die Gesellschaft 

2016  gegründet  worden sei  und  sich  2017  noch im  Aufbau  befunden  habe,  seien  die 

Bewertungen 2016 und 2017 des Kantons G korrekterweise zum Substanzwert erfolgt. 

Die Gesellschaft weise ab der Steuerperiode 2018 jedoch repräsentative Geschäftser-

gebnisse aus (Gewinn und dann Dividendenzahlung im Folgejahr in jeweils einstelliger 

Millionenhöhe). Somit sei die F AG ab der Steuerperiode 2018 grundsätzlich nach der 

Praktikermethode zu bewerten. Eine Substanzbewertung könne ausserhalb der Aufbau-

phase nur bei reinen Holding-, Vermögensverwaltungs- und Finanzierungsgesellschaf-

ten gewährt werden. Darüber hinaus sei der Substanzwert bei Immobilien-Gesellschaf-

ten und für in Liquidation stehende Gesellschaften vorgesehen, wobei bei Letzteren auf 

die Liquidationswerte abzustellen sei. Bei der F AG handle es sich eindeutig um eine 

operative Gesellschaft im Dienstleistungssektor, bei welcher eine Bewertung zum Sub-

stanzwert gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung systematisch sehr tief ausfalle 

und nicht dem Verkehrswert gemäss Art. 14 des Bundesgesetzes über die Harmonisie-

rung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) 

entsprechen würde. 

C. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 12. Juli 2023 Rekurs mit dem Antrag, 

den  Einspracheentscheid  aufzuheben  und  den  Vermögenssteuerwert  der  F AG  zum 

Substanzwert  in  der  Höhe  von  Fr.  6'857’589.-  festzusetzen.  Dabei  wurde  verfochten, 

dass die Anwendung der Praktikermethode den Verkehrswert wesentlich übersteige und 

daher  einzig  die  Bewertung  zum  Substanzwert  zu  einem  sachgerechten  Vermögens-

steuerwert  führe.  Der  Pflichtige  habe  am  …  2018  von  der  H  AG  zu  einem  Preis 

von Fr. …'… .- die letzten paar Aktien erworben, also von Fr. …'… .- pro Aktie. Der an-

gefochtene Einspracheentscheid gehe dagegen von einem deutlich höheren Aktienwert 

pro Stück von Fr. 285'000.- aus. Die Beratungsdienstleistungen der Gesellschaft würden 

durch den Pflichtigen als einzigen Angestellten erbracht. Der  Pflichtige sei die einzige 

Einnahmequelle der F AG. Daneben gebe es nur noch eine Angestellte für die Administ-

ration. Das Geschäftsmodell der F AG sei ein höchstpersönliches, auf die Person des 

Pflichtigen  zugeschnitten.  Seine  Tätigkeit  sei  erfolgsabhängig,  daher  gebe  es  grosse 

Schwankungen. Zudem hänge das Ausmass der Tätigkeit vom Gesundheitszustand des 

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Pflichtigen  ab.  Aufgrund  seines  hohen  Alters  sowie  seines  kritischen  Gesundheitszu-

stands  schwankten  die  Dienstleistungserträge  der  F AG  enorm.  So  weise  die  Gesell-

schaft im Jahr 2020 einen Verlust von über Fr. 0.4 Mio. in der Erfolgsrechnung aus. Mit 

nur einem erfolgreichen geführten Mandat im Jahr 2021 habe er wiederum einen Millio-

nengewinn erwirtschaftet. Im Jahr 2022 habe der Verlust wiederum rund eine halbe Mil-

lion betragen. Die Mandate und Erträge (die immer "Klumpengeschäfte" seien) hingen 

zu 100% von der Schaffenskraft des Pflichtigen ab. Ohne ihn hätte die Gesellschaft keine 

Erträge  und  müsste  liquidiert  werden,  da  sie  mit  seinem  Ausscheiden  ihren  Daseins-

zweck verlieren würde. Es sei auch keine Nachfolgelösung möglich, da die Gesellschaft 

rein personenbezogen aufgegleist sei. Sie habe über ihre Mandate hinaus auch keinen 

Goodwill oder stille Reserven. Falls Zweifel an der von den Pflichtigen beantragten Be-

wertung zum Substanzwert bestünden, werde das Gericht um Einholung eines neutralen 

Bewertungsgutachtens ersucht. 

Mit Rekursantwort vom 10. August 2023 beantragte das kantonale Steueramt 

unter Verweis auf den Einspracheentscheid vom 14. Juni 2023 die kostenfällige Abwei-

sung des Rekurses. Die Gemeinde liess sich nicht vernehmen.  

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Strittig  ist  die  für  den  Vermögenssteuerwert  massgebliche  Bewertung  der 

Aktien an der F AG per 31. Dezember 2019.  

a) Gemäss § 39 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) wird das 

Vermögen zum Verkehrswert bewertet. Massgebend ist der Stand am Ende der Steuer-

periode (§ 51 Abs. 1 StG). Allgemein ist der Verkehrswert der objektive Marktwert, der 

einem Vermögensobjekt am jeweiligen Stichtag zukommt. Er ist jener Wert, der bei einer 

Veräusserung im gewöhnlichen Geschäftsverkehr normalerweise zu erzielen wäre, den 

also ein Käufer unter normalen Umständen für ein Objekt zahlen würde (Hannes Teu-

scher/Frank Lobsiger, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz 

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über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 4. A., 2022, 

Art. 14 N 4 StHG). Massgeblich ist dabei eine "technisch-" bzw. "rechtlich-objektive" Be-

trachtungsweise (RB 1998 Nr. 140, 1989 Nr. 26; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kom-

mentar zum Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 16 N 97 StG). 

b) Die Pflichtigen berufen sich auf das Bundesgerichtsurteil 5A_361/2022 vom 

24. November 2022, dessen Erwägungen zur Verkehrswertbestimmung von Einzelun-

ternehmen im Sinne der Rechtsgleichheit auch auf die F AG anzuwenden seien. Dabei 

handelt es sich um ein Urteil der II. zivilrechtlichen Abteilung, welches eine Eheschei-

dung zum Gegenstand hatte. U.a. ging es dort im Rahmen der güterrechtlichen Ausei-

nandersetzung  um  die  Bewertung  der  jeweiligen  Einzelunternehmen  der  Ehegatten. 

Dabei hielt das Bundesgericht in E. 3.3.1.1. fest, dass gemäss Art. 211 ZGB die Vermö-

gensgegenstände bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu ihrem Verkehrswert 

einzusetzen seien. Vermögensgegenstand im Sinn des Gesetzes könnten Unternehmen 

oder kaufmännische Gewerbe sein, die als rechtlich finanzielle Einheit bewertet würden. 

Ihr Verkehrswert sei der Wert, der bei einem Verkauf auf dem freien Markt realisierbar 

wäre. Massgebend sei eine objektive Bewertung ungeachtet des Wertes, den der be-

treffende Vermögensgegenstand für den Eigentümerehegatten habe. In E. 3.3.1.4 wurde 

ergänzend ausgeführt, dass bei Unternehmen, die stark vom Unternehmer abhängen, 

namentlich von seinem Engagement und dem Vertrauen, das ihm die Klientschaft ent-

gegenbringt, zu prüfen sei, ob und inwiefern die Ertragskraft des Unternehmens tatsäch-

lich auf Dritte übertragbar sei. Für die Bewertung personenbezogener Unternehmen sei 

daher zwischen der personenbezogenen und der unternehmensbezogenen Ertragskraft 

zu unterscheiden. Die rein personenbezogene Ertragskraft, namentlich der Wert der ei-

genen Leistung des Unternehmers bzw. der Unternehmerin, sei nicht übertragbar. Sie 

sei somit auf dem freien Markt nicht realisierbar und damit auch nicht wertrelevant. Mit 

anderen Worten sei der Wert des Unternehmens ohne den Unternehmer zu ermitteln. 

Werthaltig seien demnach nur noch das eingesetzte Kapital bzw. dessen angemessene 

Verzinsung (Kapitalkosten) und die Prämie für den Unternehmer (sog. Übergewinn, auch 

als  Goodwill  bezeichnet).  Diese  wiederum  enthalte  eine  personenbezogene  und  eine 

geschäftsbezogene Komponente. Der Käufer werde nur diese geschäftsbezogene Kom-

ponente entschädigen wollen. Der Wert derselben richtet sich nach dem Zeitraum, wäh-

rend welchem der Käufer vom (guten) Ruf des Verkäufers noch profitieren könne. 

c) Das Bundesgericht hat zu der Rechtsgleichheit im Steuerrecht konkretisie-

renden  Grundsätzen  der  Allgemeinheit  und  Gleichmässigkeit  der  Besteuerung  sowie 

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des Prinzips der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wiederholt er-

kannt, dass eine mathematisch exakte Gleichbehandlung jedes einzelnen Steuerpflich-

tigen aus praktischen Gründen nicht erreichbar sei und deshalb eine gewisse Schema-

tisierung und Pauschalisierung des Abgaberechts unausweichlich und zulässig ist (BGE 

128 I 240 E. 2.3; BGE 125 I 165 E. 3c). Die Steuerbehörden dürfen aus Gründen der 

Praktikabilität schematische Regelungen aufstellen und aufgrund von Durchschnittser-

fahrungen  oder  Wahrscheinlichkeitsmassstäben  vereinfachen,  sofern  die  dadurch  be-

wirkte Erleichterung in der Rechtsanwendung nicht die durch die Rechtsgleichheit gebo-

tenen Differenzierungen allzu sehr strapaziert (Peter Locher, Praktikabilität im Steuer-

recht [unter besonderer Berücksichtigung des materiellen Rechts der direkten Steuern], 

in:  Beiträge  zur  Methodik  und  zum  System  des  schweizerischen  Steuerrechts,  2014, 

S. 233 f., vgl. ebenso StRG, 23. Mai 2018, 1 DB.2017.149 / 1 ST.2017.187 E. 1b auch 

zum Folgenden). Nicht zuletzt bei der Vermögenssteuer, wo die Belastung i.d.R. ohnehin 

nicht sehr stark ins Gewicht fällt, drängt sich eine schematisierte Lösung auf, welche den 

Bedürfnissen einer effizienten Verwaltung gerecht wird (Locher, S. 249). Daher kann das 

von den Pflichtigen angeführte zivilrechtliche Präjudiz des Bundesgerichts nicht unbese-

hen auf den vorliegenden Fall übertragen werden, zumal der Verkehrswertbestimmung 

von Wertpapieren ohne Kurswert im Rahmen von güterrechtlichen Auseinandersetzun-

gen von Ehepaaren zur (einmaligen) Festlegung von deren gegenseitigen Ersatzforde-

rungen  gemäss  Art.  215  ZGB  nicht  per  se  dieselben  Prämissen  zugrunde  liegen  wie 

deren Bewertung im Rahmen der (schweizweiten) Vermögensbesteuerung einer Unzahl 

von jeweils jährlich aufs Neue möglichst gleichmässig einzuschätzenden Wertpapierin-

habern. Wie Letzteres konkret in der steuerrechtlichen Praxis bewerkstelligt wird, ist in 

den folgenden Erwägungen darzulegen. 

2. a) Der Verkehrswert nichtkotierter Wertpapiere – um solche handelt es sich 

bei den Aktien an der F AG – ist gemäss Ziff. B.I.2 der Weisung der Finanzdirektion über 

die  Bewertung  von  Wertpapieren  und  Guthaben  für  die  Vermögenssteuer  vom  1. No-

vember 2016  (ZStB  39.1)  nach  der  Wegleitung  der  Schweizerischen  Steuerkonferenz 

(SSK) zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer (Kreis-

schreiben Nr. 28 vom 28. August 2008; www.steuerkonferenz.ch, nachfolgend KS 28) 

zu ermitteln. Die SSK hat zudem am 16. Dezember 2010 einen Kommentar zum KS 28 

veröffentlicht und diesen periodisch angepasst und ergänzt (nachfolgend Kommentar). 

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Das  KS  28  bezweckt  im  Interesse  der  Steuerharmonisierung  zwischen  den 

Kantonen eine in der Schweiz einheitliche Bewertung nichtkotierter Wertpapiere für die 

Vermögenssteuer  zu  erreichen.  Es  ist  zwar  weder  Bundesrecht  noch  interkantonales 

Recht, sondern eine reine Verwaltungsverordnung, die bloss verwaltungsinterne Regeln 

für das Verhalten der Steuerbeamten enthält und weder Rechte noch Pflichten begrün-

det. Es gilt indes nach ständiger Praxis des Bundesgerichts als zuverlässige Methode 

zur Bestimmung des Verkehrswertes, da in ihm die Überlegungen, die für die Preisbil-

dung bei den nicht an der Börse kotierten Aktien im Allgemeinen massgebend sind, zum 

Ausdruck  kommen  (vgl.  BGr,  6.  Mai  2019,  2C_277/2018  E.  4.2 mit  Verweis  auf  BGr, 

16. Januar  2019,  2C_77/2017  E.  5.2.1;  BGr,  30.  Juni  2014,  2C_1168/2013  E. 3.6; 

BGr, 15. April 2010, 2C_504/2009 E. 3.3). 

Gemäss Rz 2 Abs. 4 des KS 28 entspricht der Verkehrswert von nichtkotierten 

Wertpapieren, für die keine Kursnotierungen bekannt sind, dem inneren Wert. Er wird 

nach den Bewertungsregeln in der Regel als Fortführungswert berechnet. Privatrechtli-

che Verträge wie beispielsweise Aktionärsbindungsverträge, welche die Übertragbarkeit 

der Wertpapiere beeinträchtigen, sind für die Bewertung unbeachtlich.  

Der Unternehmenswert von Handels-, Industrie- und Dienstleistungsunterneh-

men ergibt sich gemäss Rz 34 des KS 28 aus der doppelten Gewichtung des Ertrags-

werts und der einfachen Gewichtung des Substanzwerts zu Fortführungswerten. Diese 

Art  der  Bewertung  wird  auch  "Praktikermethode"  genannt  und  ist  tendenziell  auf 

kleinere  Unternehmen  zugeschnitten  (BGr,  18.  September  2013,  2C_309/2013  und 

2C_310/2013  E.  3.6.).  Auch  das  von  den  Pflichtigen  angerufene  zivilrechtliche  Urteil 

BGr,  24.  November  2022,  5A_361/2022  konstatiert  in  E.  3.3.1.3.,  dass  bei  kleinen 

und mittleren Unternehmen häufig die – an sich aus der Verkaufspraxis bei überbauten 

Grundstücken entwickelte – Praktikermethode angewendet werde. Dass die allgemeine 

schematische  Regelung  gemäss  KS  28  mit  Rücksicht  auf  die  Rechtssicherheit 

auch  bei  Einmann-Aktiengesellschaften  sowie  personenbezogenen  KMU-Unterneh- 

men  gilt,  wurde  auch  durch  das  Verwaltungsgericht  bestätigt  (VGr,  1.  Februar 2017, 

SB.2016.00053 + SB.2016.00054). Die SSK nimmt diesbezüglich in Ziff. 5 des Kommen-

tars eine Ergänzung betreffend Gesellschaften mit nicht bzw. schwer veräusserbarem, 

von der Leistung einer Einzelperson abhängigem Ertragswert vor. Wird die Wertschöp-

fung allein vom Mehrheitsbeteiligten erzielt und wird mit Ausnahme von wenigen Hilfs-

kräften für die Administration und Logistik kein weiteres Personal beschäftigt, dann kann 

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die Bewertungsstelle dies auf Antrag der Unternehmung berücksichtigen, indem der Er-

trags- und der Substanzwert je einfach gewichtet werden. 

b) Eine Abweichung vom KS 28 ohne ausreichende Gründe würde gegenüber 

den anderen Steuerpflichtigen in vergleichbaren Vermögensverhältnissen, deren Wert-

schriften ebenfalls gestützt auf das KS 28 bewertet wurden bzw. werden, zu einer Bes-

serstellung  führen,  welche  mit  dem  Rechtgleichheitsgebot  nicht  vereinbar  wäre  (VGr, 

26. August 2020, SB.2020.00024, E. 2.4.2 f.). Vom KS 28 ist nach der Rechtsprechung 

deshalb  ganz  ausnahmsweise  nur  dann  abzuweichen,  wenn  eine  bessere  Erkenntnis 

des  Verkehrswerts  dies  gebietet  oder  dies  mit  Rücksicht  auf  die  Besonderheiten 

des Einzelfalls notwendig ist (VGr, 26. August 2020, SB.2020.00024; BGr, 30. Juni 2014, 

2C_1168+1169/2013, E. 3.6; BGr, 18. September 2013, 2C_309+310/2013, E. 3.6; BGr, 

15. April 2010, 2C_503/2009, E. 3.3; StE 1999 B 52.41 Nr. 2; im Ergebnis ebenso das 

Bundesgericht in StE 1997 B 22.2 Nr. 13). Praxisgemäss ist der Sachverhalt, der eine 

vom KS 28 abweichende Beurteilung erheischt, vom Steuerpflichtigen zu substantiieren 

und zu beweisen, da die Bewertung aufgrund des KS 28 (= Mittel aus dem gewichteten 

Ertrags- und Substanzwert des Unternehmens) für die zutreffende Vermutung streitet, 

sie  gebe  den  Verkehrswert  richtig  wieder,  sodass  der  vom  Fiskus  für  diesen  Wert  zu 

leistende Nachweis als erbracht gilt und es am Steuerpflichtigen liegt, den Gegenbeweis 

anzutreten (VGr, 1. Februar 2017, SB.2016.00053, E. 4.3; vgl. auch u.a. StRG 22. April 

2015, 1 ST.2014.46; E. 3.a/bb; StRG, 29. Mai 2015, 1 ST.2015.43, E. 1c in fine; StRG, 

18. Februar 2020, 2 ST.2017.257, E. 1.a/dd). 

Rz 7 des KS 28 zufolge bilden die Jahresrechnungen Grundlage für die Bestim-

mung des Ertragswerts. Für die Berechnung stehen zwei Modelle zur Verfügung, wobei 

zusätzlich zum aktuellen Geschäftsjahr entweder auf das letzte oder auf die beiden letz-

ten Geschäftsjahre abgestellt wird. Als Ertragswert ist der kapitalisierte ausgewiesene 

Reingewinn der massgebenden Geschäftsjahre heranzuziehen. Dieser Reingewinn wird 

vermehrt  oder  vermindert  um  die  entsprechenden  Aufrechnungen  oder  Abzüge  (Rz 8 

Abs. 1 i.V.m. Rz 9 des KS 28).  

Ferner dient die Jahresrechnung als Grundlage für die Bestimmung des Sub-

stanzwerts. Schliesst die zu bewertende Gesellschaft das Geschäftsjahr nicht per Ende 

Kalenderjahr ab und erfolgt zwischen der Jahresrechnung (n) und dem 31.12. (n) eine 

Ausschüttung, dann ist sie vom Substanzwert abzuziehen (Rz 11 Abs. 1 des KS 28).  

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Das KS 28 enthält sodann Ausnahmen, bei welchen einzig auf den Substanz-

wert abgestellt wird. Namentlich sind Handels-, Industrie- und Dienstleistungsunter-neh-

men  im  Gründungsjahr  und  in  der  Zeit  der  Aufbauphase  nach  dem  Substanzwert  zu 

bewerten (Rz 32 des KS 28).  

3.  a)  aa)  Das  Steueramt  des  Kantons  G  berechnete  den  Unternehmenswert 

gemäss Bewertung vom … 2021 gemäss Modell 2 auf folgende Weise: 

Ertragswert  

Geschäftsjahr  

(korrigierter) Erfolg 

Gewichtung  massgebend 

01.01.2018 – 31.12.2018 

01.01.2017 – 31.12.2017 

XX.XX.2016 – 31.12.2016 

Fr. 

…'…'… .- 

…'…'… .- 

– …'… .- 

1 

1 

1 

Fr.  

…'…'… .- 

…'…'… .- 

– …'… .- 

…'…'… .- 

Anrechenbares Jahresergebnis im Durchschnitt (:3) 

3'848'815.55 

Total einfacher Ertragswert (kapitalisiert mit 7%) 

54'983'079.29 

Substanzwert – nach Gewinnverteilung (Bilanz per 31.12.2018) 

Liberiertes Aktienkapital (gemäss Detail)  

Gesetzliche Gewinnreserven (gemäss Detail)   

Bilanzgewinn/-verlust  

Total einfacher Substanzwert 

Unternehmenswert 

Ertragswert 

54'983'079.29  

2x gewichtet  

Substanzwert 

  2'057'589.00 

1x gewichtet 

Total 

100'000.00 

50'000.00 

1'907'589.00 

2'057'589.00 

109'966'158.58 

    2'057'589.00 

112'023'747.58 

Total Unternehmenswert 

Durchschnitt (:3) 

  37'341'249.19 

Diesen  Wert  (bzw.  gerundet  Fr.  37'340'000.-)  übernahm  die  Dienstabteilung 

Wertschriften des kantonalen Steueramts im Entwurf der Korrekturen zum Wertschriften- 

und Guthabenverzeichnis 2019 vom 24. Januar 2022 (Korrektur-Nr. 3) und ebenfalls der 

Steuerkommissär im Einschätzungsentscheid vom 19. Januar 2023. 

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Im Einspracheentscheid vom 14. Juni 2023 wurde dann aufgrund der starken 

Personenbezogenheit der F AG der Ertragswert nur einfach statt doppelt gewichtet, wo-

mit der Unternehmenswert von (rund) Fr. 28.5 Mio. folgendermassen errechnet wurde 

(vgl. Einschätzungsvorschlag Einsprache vom 25. April 2023): 

Ertragswert 

54'983'079.29 

Substanzwert 

  2'057'589.00 

1x gewichtet 

1x gewichtet 

Total 

54'983'079.29 

  2'057'589.00 

57'040'668.29 

Total Unternehmenswert 

Durchschnitt (:2) 

28'520'334.15 

b) aa) Die Pflichtigen möchten demgegenüber den Vermögenssteuerwert der 

F AG mit dem Substanzwert 2018 in Höhe von Fr. 6'857'659.- bewertet haben (vgl. An-

hang zum Einschätzungsvorschlag Einsprache vom 25. April 2023, wo dem Substanz-

wert von Fr. 2'057'589.- per 31. Dezember 2018 noch die nach dem Stichtag fällige sie-

benstellige Dividende an den Pflichtigen hinzugerechnet wurde). Sie machen geltend, 

dass den Besonderheiten ihres Einzelfalls mit der einfachen Gewichtung des Ertrags-

werts ungenügend Rechnung getragen worden sei. Die Berücksichtigung des Nichtvor-

handenseins eines übertragbaren Kundenstamms bzw. eines Goodwills sowie eine Un-

terscheidung  zwischen unternehmensbezogener  Ertragskraft  und personenbezogener 

Ertragskraft hätten nicht stattgefunden. 

bb)  Der  Pflichtige  lässt  ausserdem  vorbringen,  dass  er  als  Alleinaktionär  als 

Einziger für Umsatz sorge und die Gesellschaft somit zu 100% auf seine Arbeitsleistung 

angewiesen sei. Es handle sich bei den von ihm erbrachten Dienstleistungen nicht um 

eine täglich sich wiederholende Arbeitstätigkeit, sondern um aussergewöhnliche teils nur 

einmalige Einsätze, welche kaum vorauszusehen und wiederholbar seien und sich auch 

nicht  auf  die  folgenden  Jahre  projizieren  liessen.  Seine  Tätigkeit  beschränke  sich  auf 

einige  wenige  Beratungsmandate.  Diese  kämen  nur  dank  seiner  Person  und  seinem 

ausgezeichneten Ruf in der Branche und der Beteiligung an mehreren namhaften Ver-

fahren überhaupt zustande. Daraus entwickle sich kein veräusserbarer / übertragbarer 

Kundenstamm. Die Tätigkeit ende jeweils mit dem Abschluss der Beratung. In der F AG 

sei  somit  kein  Goodwill  vorhanden.  Sobald  der  Pflichtige  aus  der  Gesellschaft  aus-

scheide, könne kein potentieller Käufer von seiner Reputation im Markt profitieren. 

cc) Solcherlei Argumentation hat das Bundesgericht indes in E. 5.1 seines Ur-

teils  2C_277/2018  vom 6. Mai 2019  klar  verworfen.  Es  sei  nicht  so,  dass  sich bei  der 

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Veräusserung einer personenbezogenen Gesellschaft in keinem Fall ein Goodwill über 

dem Substanzwert erzielen liesse. Vielmehr erscheine es auch bei solchen Unterneh-

men nicht als unrealistisch, dass sie sich im Markt Reputation und Kundenstamm auf-

bauen können, die unabhängig von der Persönlichkeit des Mitarbeiters einen Marktwert 

darstellen, und dass ein potenzieller Käufer bereit wäre, hierfür einen erheblichen Preis 

zu bezahlen. 

Das  Steuerrekursgericht  sieht  keine  Veranlassung,  diese  höchstrichterliche 

Beurteilung in Frage zu stellen. Zudem ist nochmals darauf hinzuweisen, dass die Be-

wertung unter Einbezug des Substanz- und des Ertragswerts der allgemeinen, schema-

tischen  Regelung  in  der  Wegleitung  entspricht,  die  nach  Rechtsprechung  und  Praxis 

nicht  zuletzt  mit  Rücksicht  auf  die  Rechtssicherheit  auch  bei  Einmann-Aktien-gesell-

schaften zur Anwendung zu gelangen hat. Bei dieser Bewertung wird die Gesellschaft 

als Ganzes bewertet, so wie sie sich präsentiert. Der Umstand, dass die Arbeitskraft und 

die Kundenbeziehungen der Pflichtigen bei einem Verkauf der Gesellschaft nicht mehr 

zur Verfügung stehen könnten, muss bei dieser schematischen Betrachtungsweise aus-

ser Acht bleiben. 

c) aa) Die Pflichtigen berufen sich weiter auf eine Vergleichshandänderung, die 

den gemäss der Praktikermethode ermittelten Verkehrswert als rein willkürlich erschei-

nen  liesse.  Hierzu  ist  vorwegzunehmen,  dass  der  Pflichtige  im  Herbst  2018  bereits 

nahezu  alle  F AG-Aktien  hielt.  Konkret  als  Vergleichshandänderung  vorgebracht  wird 

der  Kauf  der  restlichen  F AG-Aktien  von  der  H  AG,  welche  sie  am  …  2018  für  total 

Fr. …'… .- an den Pflichtigen verkaufte. 

bb) Hat für nichtkotierte Wertpapiere eine massgebliche Handänderung unter 

unabhängigen Dritten stattgefunden, dann gilt als Verkehrswert grundsätzlich der ent-

sprechende  Verkaufspreis  (KS  28,  Ziff.  2  Abs.  5).  Gemäss  Kommentar  S.  5  wird  der 

Begriff "massgeblich" im Steuerrecht nicht einheitlich verwendet. Der Sinn und Zweck 

dieses  Begriffs  in  der  Wegleitung  bestehe  darin  zu  unterstreichen,  dass  ein  erzielter 

Handänderungspreis nur dann zu berücksichtigen sei, wenn sich daraus ein vertretbarer, 

plausibler Verkehrswert herleiten lasse. Das bedeute nichts anderes, als dass ein Han-

dänderungspreis einzelfallbezogen beurteilt werden müsse. Aus diesem Grunde werde 

auch bewusst darauf verzichtet, den Begriff "massgeblich" prozentual zu quantifizieren. 

Im Sinne einer Faustregel könne in quantitativer Hinsicht aber davon ausgegangen wer-

den,  dass  ein  Transaktionsvolumen  von  10%  p.a.  als  massgeblich  betrachtet  werden 

2 ST.2023.139 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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könne.  Die  Formulierung  "eine"  massgebliche  Handänderung  besagt,  dass  nicht  eine 

Mehrzahl von Verkäufen stattgefunden haben muss, sondern dass schon eine einzige 

Veräusserung alleine genügen kann. Zudem gelten auch Handänderungen unter Mitar-

beitern  nicht  als  Transaktion  unter  unabhängigen  Dritten,  selbst  dann nicht,  wenn die 

10%-Schwelle  erreicht  oder  überschritten  wird  (Oesterhelt/Dubach,  Mitarbeiterbeteili-

gungen  bei  nicht  kotierten  Unternehmen,  StR  2021,  12).  Auch  Handänderungen  zwi-

schen Aktionären und/oder Partnern gelten nicht als unter unabhängigen Dritten erfolgt 

(Kommentar S. 6). Dies gilt insbesondere dann, wenn die Preisbildung nicht transparent 

und nicht nach einer wirtschaftlich anerkannten Methode zustande gekommen ist. Dies 

ist regelmässig dann der Fall, wenn bei einer operativ tätigen Betriebsgesellschaft die 

Handänderung aufgrund eines Aktionärsbindungsvertrags bloss zum Substanzwert er-

folgt (StRG, 21. Oktober 2015, 1 ST.2015.35). Gleiches gilt für den Rückkauf von Betei-

ligungspapieren durch die Gesellschaft selber (StRG, 16. Januar 2016, 1 ST.2015.253). 

Auch der zeitliche Aspekt ist zu berücksichtigen, sprich je länger eine Handän-

derung an einer Unternehmensbeteiligung und der für die Vermögenssteuer massgebli-

che  Stichtag  auseinanderliegen,  desto  mehr  vermindert  sich  die  Bedeutung  der  Ver-

gleichshandänderung  für  die  Wertbestimmung.  Liegt  zudem  eine  lange  Zeitdauer 

zwischen der Handänderung und dem massgeblichen Stichtag, darf der bei der Handän-

derung erzielte Preis  nur  dann  berücksichtigt  werden,  wenn der  Preis tatsächlich den 

Wert repräsentiert und wenn sich während dieser Zeitdauer der Wert nicht änderte. An-

gemessen ist eine Frist von höchstens einem Jahr, welche zwischen der Handänderung 

und  dem  Stichtag  für  die  Vermögenssteuer  liegen  darf  (StRG,  28.  August 2017, 

2 ST.2015.208;  VGr,  21.  Februar  2018,  SB.2017.00116;  vgl.  auch die Zitate  im  Kom-

mentar 2017, S. 6 oben, die alle von einer Zeitdauer von unter einem Jahr handeln).  

cc) Vorliegend wurde bloss eine 5%-Beteiligung verkauft und dies über ein Jahr 

vor dem Bewertungsstichtag (31. Dezember 2019), womit die Transaktion sowohl von 

der Grössenordnung als auch vom zeitlichen Aspekt her kaum als massgebliche Hand-

änderung zur Verkehrswertbestimmung per 31. Dezember 2019 herangezogen werden 

kann. Weiter befindet sich I aus J sowohl in der F AG als auch in der H AG als Mitglied 

des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift. Auch K ist bzw. war in beiden Gesellschaf-

ten als Geschäftsführer tätig. Dies deutet darauf hin, dass die Handänderung eher zwi-

schen Partnern statt zwischen unabhängigen Dritten erfolgt sein dürfte. Die Pflichtigen 

liessen zudem im Schreiben vom … 2022 ausführen, dass der Preis Verhandlungssache 

gewesen sei und keine Dokumentation über eine Preisberechnung vorliege. Tatsächlich 

2 ST.2023.139 

 
 
 
 
 
 
 
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geht die Preisbildung aus dem Kaufvertrag nicht hervor. Damit kann nicht ausgeschlos-

sen werden, dass die Beteiligten einen zu tiefen Preis bzw. einen Preis unter dem Ver-

kehrswert vereinbart haben, bzw. räumen die Pflichtigen dies gleichsam selbst ein, in-

dem  sie  auf  einen für  die  Steuerperiode  2018 relevanten  Substanzwert  pro Aktie von 

Fr. 50'260.- statt den vereinbarten tieferen Betrag von Fr. …'… .- hinweisen. Da vorlie-

gend die Bewertung nach dem KS 28 ohnehin zu einem deutlich höheren Wert führt als 

der Preis, den die (mutmasslichen) Partner untereinander vereinbart haben, kann Letz-

terer nicht als Verkehrswert per 31. Dezember 2019 herangezogen werden (vgl. VGr, 

26. August 2020, SB.2020.00024, E. 2.3.3).  

4. a) Im Jahr 2019 sind für die F AG zwei Arbeitsverträge aktenkundig. Einer 

davon betrifft den Pflichtigen selbst, der als exekutiver Verwaltungsratspräsident einen 

sechsstelligen Bruttolohn von jährlich Fr. …'….- verdiente . Der andere Vertrag betrifft L, 

für  welche  als  leitende  Büroangestellte  bei  einem  50%-Pensum  ein  Stundenlohn  von   

Fr.  .  vereinbart wurde. Im Ergebnis kann damit eine starke Personenbezogenheit bejaht 

werden und wurde die Bewertung damit zu Recht mit einer einfachen Gewichtung des 

Ertragswerts vorgenommen. 

b)  Auch  die  weiteren  Einwendungen  der  Pflichtigen  erweisen  sich  nicht  als 

stichhaltig bzw. wurden sie schon vom Steuerkommissär mit Einspracheentscheid vom 

14. Juni 2023 überzeugend verworfen. Die Bewertung der F AG wurde zu Recht zum 

Fortführungswert vorgenommen, denn die Beurteilung erfolgt stichtagsbezogen, wobei 

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag für die Beurteilung einen wesentlichen Einfluss ha-

ben können. Vorliegend wurde für die Bewertung per 31. Dezember 2019 auf den Ein-

zelabschluss per 31. Dezember 2018 (Vorjahreszahlen) abgestellt. 

Inwiefern schliesslich der Gesundheitszustand des Pflichtigen für die rein ver-

gangenheitsbezogene Verkehrswertbewertung des Jahres 2019 (herangezogen wurden 

die Werte per 31. Dezember 2018) massgebend sein soll, ist ebenso nicht ersichtlich. 

Es handelt sich um tatsächlich erzielte Honorare in den Jahren 2016 bis 2018, auf wel-

che sich die Bewertung hinsichtlich Ertragswert stützt. Eine Auswirkung auf die Bewer-

tung zum Fortführungswert zum entsprechenden Stichtag auf die gemäss Handelsregis-

terauszug weiterhin aktive F AG ist zu verneinen. Auch ein Blick auf die Folgeperiode, 

sprich  den  Bewertungsstichtag  31.  Dezember  2019,  zeigt,  dass  die  Berücksichtigung 

2 ST.2023.139 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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von Fortführungswerten vorliegend korrekt ist, denn im Jahr 2019 wurde wiederum ein 

stattlicher Reingewinn von mehr als Fr. 3 Mio. erzielt). 

Zutreffend erwog der Steuerkommissär ferner, dass nicht ersichtlich sei, wieso 

schwankende Honorare wie sie in jedem operativen Geschäft, insbesondere in solchen 

ohne oder mit nur geringem festem Kundenstamm, vorkommen können, als ausseror-

dentliche Ereignisse zu qualifizieren sein sollten. Auch bei Beratungs- bzw. Vermittlungs-

honoraren handelt es sich um ordentliche Einnahmen des operativen Geschäftsgangs. 

Aufwand und Ertrag gelten grundsätzlich nur dann als ausserordentlich, wenn nicht da-

mit gerechnet werden kann und die Gesellschaft keinen Einfluss bzw. keine Kontrolle 

darüber hat. Dies ist vorliegend nicht der Fall, denn genau diese wenigen, im Erfolgsfall 

offenbar (sehr) lukrativen Mandate bilden das Kerngeschäft der F AG. Handelsrechtlich 

wurden die Nettoerlöse zu Recht ebenfalls nicht als ausserordentlicher Ertrag verbucht. 

c) Die Pflichtigen haben unter der Bedingung, dass nicht auf den blossen Sub-

stanzwert abgestellt wird, die Einholung eines Bewertungsgutachtens beantragt. Ein sol-

ches Gutachten drängt sich nach dem Gesagten ganz grundsätzlich nicht auf (E. 2a). 

Die Diskrepanz ist sodann nach der aufgrund der starken Personenbezogenheit erfolg-

ten Anpassung der Praktikermethode (einfache statt doppelte Gewichtung des Ertrags-

werts)  auch  nicht  mehr  derart  augenscheinlich,  als  dass  sich  eine  Untersuchung  auf 

Stufe Steuerrekursgericht für die Steuerperiode 2019 geradezu aufdrängt. Zumal bei ei-

ner seriösen Unternehmensbewertung an erster Stelle ohnehin die sorgfältige Überprü-

fung  der  Angemessenheit  (Drittvergleichskonformität)  des  Unternehmerlohns  und  des 

Geschäftsaufwands  stünde.  Diese  beiden  Faktoren  sind  direkt  voneinander  abhängig 

(vgl. StRG, 21. Mai 2024, 2 ST.2023.53, E. 26/66 mit weiteren Hinweisen). Die ausge-

richtete  Dividende  könnte  zu  einem  Grossteil  Lohnbestandteil  darstellen.  Arbeitslohn 

könnte beim Pflichtigen nach Auffassung des Steuerrekursgerichts zufolge der bei ver-

deckten  Gewinnausschüttungen  etablierten,  analog  anzuwendenden  Dreieckstheorie 

voll (d.h. ohne Gewährung eines Abschlags zufolge qualifizierter Beteiligung) aufgerech-

net  werden.  Zusätzlich  wären  AHV-Beiträge  von  rund  10  %  fällig.  Für  den  Pflichtigen 

bestand jedenfalls aufgrund seiner Doppelrolle als Aktionär und Arbeitnehmer keinerlei 

Veranlassung, über das wesentliche Element des Vertrags (die Leistung von Arbeit ge-

gen einen bestimmten Lohn) eine den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechende Ver-

einbarung zu treffen, stand es ihm doch jederzeit frei, sich seinen "Bonus" und damit im 

Ergebnis einen marktgerechten Unternehmerlohn durch einen entsprechenden Griff in 

die  "Dividendenkasse"  anderweitig  zu  beschaffen.  Es  ist  offensichtlich,  dass  sich  die 

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beiden Faktoren "Lohn" und "Marktwert der Gesellschaft" gegenseitig beeinflussen bzw. 

bedingen. Eine Korrektur bei der Bewertung der Gesellschaft müsste so gesehen zwin-

gend auch zu einer Anpassung beim Lohn des Pflichtigen bzw. einer beträchtlichen Um-

qualifizierung von Dividende zu Lohn führen, was einkommenssteuer- und sozialversi-

cherungsrechtlich  kaum  in  seinem  Interesse  sein  dürfte  (vgl.  StRG,  1  ST.2014.46, 

22. April 2015, E. 3b/bb). Dies hätte auch das von den Pflichtigen geforderte neutrale 

Bewertungsgutachten zu berücksichtigen, womit sie im Ergebnis aber im vorliegenden 

Verfahren eine (erhebliche) Höhertaxation riskieren müssten, weil dadurch anteilmässig 

(weit) weniger steuerbares Einkommen als Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen gelten 

und dadurch die Teilbesteuerung in (weit) geringerem Umfang zur Anwendung gelangen 

würde. Nach Alledem erweist sich die Einholung eines derartigen Bewertungsgutachtens 

als obsolet bzw. kann ohne Rechtsnachteile für die Pflichtigen darauf verzichtet werden. 

5. Nach dem Gesagten ist der Rekurs abzuweisen, und es bleibt bei der durch 

die Vorinstanz mit Einspracheentscheid vom 14. Juni 2023 vorgenommenen Bewertung 

gemäss KS 28. Die Kosten sind ausgangsgemäss den Pflichtigen aufzuerlegen, und es 

steht ihnen keine Parteientschädigung zu (§ 151 StG und § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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