# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed6ba37b-b385-5361-ba6e-8da66751e859
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.10.2011 D-5297/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5297-2011_2011-10-03.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­5297/2011

U r t e i l   v om   3 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi,
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

Parteien A._______, geboren B._______,
Irak, 
C._______,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Nichteintretensverfahren); 
Verfügung des BFM vom 21. September 2011 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  aus  D._______  (Provinz  Dohuk)  stammende  irakische 
Beschwerdeführer kurdischer Volkszugehörigkeit am 7. Januar 2004 ein 
erstes Asylgesuch in der Schweiz einreichte,

dass das damalige Bundesamt  für Flüchtlinge  (BFF) mit Verfügung vom 
14. Dezember  2004  dieses  Gesuch  ablehnte  und  gleichzeitig  die 
Wegweisung und deren Vollzug anordnete,

dass der Beschwerdeführer am 12. Januar 2005 gegen diese Verfügung 
betreffend  den  Wegweisungsvollzug  eine  Beschwerde  bei  der  damals 
zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) erhob,

dass  die  Vorinstanz  mit  Verfügung  vom  16.  Januar  2006 
wiedererwägungsweise  die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  ihrer 
Verfügung vom 14. Dezember 2004 aufhob und die vorläufige Aufnahme 
des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  wegen  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs anordnete,

dass  die ARK mit Beschluss  vom 17.  Januar  2006  die Beschwerde  als 
gegenstandslos geworden abschrieb,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  14.  März  2008  die  vorläufige 
Aufnahme  des  Beschwerdeführers  aufhob  und  ihm  eine  Frist  bis 
spätestens 17. Mai 2008 zum Verlassen der Schweiz ansetzte und das 
Bundesverwaltungsgericht  auf  die  am  11. April  2008  gegen  diese 
Verfügung  erhobene  Beschwerde  mangels  Zahlung  des 
Kostenvorschusses mit Urteil vom 11. Juni 2008 nicht eintrat,

dass  das  BFM  dem Beschwerdeführer  in  der  Folge mit  Schreiben  vom 
16. Juni 2008 eine neue Frist bis 1. Juli 2008 zum Verlassen der Schweiz 
einräumte,

dass  der  Beschwerdeführer  am  25.  August  2011  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  E._______  ein  zweites  Asylgesuch  einreichte 
und dort am 8. September 2011 summarisch befragt und ihm gleichzeitig 
das  rechtliche  Gehör  zum  beabsichtigten  Erlass  eines 
Nichteintretensentscheides gewährt wurde,

dass  er  zur  Begründung  seines  zweiten  Asylgesuchs  im  Wesentlichen 
geltend machte, er habe nach der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme 

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durch die Vorinstanz die Schweiz nicht verlassen, sondern hier gearbeitet 
und  sich wohlverhalten,  sei  jedoch  auf  die  Strasse  gestellt  worden  und 
habe keine Unterstützung mehr erhalten,

dass  er  aus  den  bereits  im  ersten  Asylgesuch  gemachten  Gründen 
(Probleme  mit  der  Familie  seiner  Freundin)  und  wegen  des  in  seiner 
Heimat herrschenden Krieges nicht in den Irak zurückkehren könne,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  September  2011  –  frühestens 
gleichentags  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  zweite 
Asylgesuch  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug  der  Wegweisung  anordnete  und  dem  Beschwerdeführer  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Wegweisung  des  Beschwerdeführers  sei  seit  dem  12.  (recte:  11.)  Juni 
2008 rechtskräftig und aus den Akten ergäben sich keine Hinweise, dass 
nach dem Abschluss des vorgängigen Verfahrens Ereignisse eingetreten 
seien, die geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder 
die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant seien,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  24.  September  2011 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhob  und  unter  Beilage  verschiedener  Beweismittel 
beantragte,  es  sei  der  vorinstanzliche  Entscheid  hinsichtlich  des 
Wegweisungsvollzugs  aufzuheben  und  ihm  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
gewähren,

dass  er  zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  er  habe  seit  knapp 
eineinhalb  Jahren  in  der  Schweiz  eine  Freundin,  die  er  gerne  heiraten 
möchte und welche von ihm schwanger sei,

dass sie daran seien, die  für eine Heirat nötigen Papiere zu beschaffen, 
und  er  sehr  gerne  bei  der  Geburt  seines  Kindes,  die  im  F._______  zu 
erwarten sei, dabei sein möchte,

dass er nach der Geburt die Vaterschaft anerkennen werde und sein Kind 
ein Recht darauf habe, mit seinem Vater zusammen aufzuwachsen,

dass er aus Angst,  im EVZ E._______ nicht angehört zu werden, diese 
Umstände bei der dortigen Befragung verschwiegen habe,

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dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 
– 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR 
173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005  [BGG, SR 173.110]),  jedoch eine solche Ausnahme  im Sinne von 
Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht demnach endgültig entscheidet,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und Art. 52 VwVG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32  –  35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre­
tensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sa­che  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften­
wechsel verzichtet wurde,

dass  sich  die  Beschwerde  lediglich  gegen  den  von  der  Vorinstanz 
verfügten Vollzug der Wegweisung richtet,

dass  die  Verfügung  des  BFM  vom  21.  September  2011,  soweit  sie  die 
Frage des Nichteintretens auf  das Asylgesuch und die Wegweisung als 
solche  betrifft  (Ziffn.  1  und  2  des  Dispositivs  der  angefochtenen 
Verfügung), in Rechtskraft erwachsen ist,

dass, da das Rechtsbegehren aufgrund der Beschwerdebegründung als 
auf  den  Vollzugspunkt  beschränkt  zu  betrachten  ist,  Gegenstand  des 
Beschwerdeverfahrens  lediglich die Frage bildet, ob die Wegweisung zu 
vollziehen  oder  ob  anstelle  des  Vollzugs  eine  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen ge­
mäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Aus­länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass­
geblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 
dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, Hinweise im Sinne von Art. 32 
Abs. 2 Bst. e AsylG vorzubringen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte 
Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige Behandlung  im Sinne von Art. 3 der Konvention 
vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimatstaat 
droht,  und  auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Irak – 
insbesondere  in  den  drei  kurdischen  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und 
Sulaymaniya  (vgl.  hierzu  die  nachfolgenden  Erwägungen)  –  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen lassen,

dass  der  Beschwerdeführer  auch  gestützt  auf  Art.  8  EMRK  nichts  zu 
seinen Gunsten ableiten kann,

dass zwar gemäss Art. 8 EMRK jede Person das Recht auf Achtung ihres 
Familienlebens  hat  und  sich  unter  gewissen  Umständen  daraus  ein 
Anspruch auf Erteilung einer Anwesenheitsbewilligung ableiten  lässt, da 
es  Art.  8  EMRK  verletzen  kann,  wenn  einem  Ausländer,  dessen 
Familienangehörige  hier  weilen,  die  Anwesenheit  in  der  Schweiz 
untersagt und damit das Familienleben vereitelt wird (vgl. BGE 126 II 335 
E. 2.1 S. 339), wobei das fragliche Familienmitglied über ein gefestigtes 
Anwesenheitsrecht  (schweizerische  Staatsangehörigkeit, 
Niederlassungs­ oder Aufenthaltsbewilligung, auf deren Verlängerung ein 
Anspruch besteht) verfügen muss,

dass  die  Verlobte  des  Beschwerdeführers,  bei  der  es  sich  um  eine 
schweizerische  Staatsangehörige  handelt,  über  ein  solches  gefestigtes 
Anwesenheitsrecht  in  der  Schweiz  verfügt,  jedoch  in  casu  kein 
Familienmitglied  des  Beschwerdeführers  ist  und  der  Beschwerdeführer 
auch nicht in einer eheähnlichen Gemeinschaft mit ihr lebt,

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dass  eine  allfällige  Vaterschaft  nicht  belegt  ist,  weshalb  sich  weitere 
Ausführungen  –  auch  unter  Bezugnahme  auf  die  eingereichten 
Beweismittel (Ultraschallbilder) – erübrigen, 

dass  mit  Bezug  auf  das  Recht  auf  Eheschliessung  (Art.  12  EMRK) 
festzuhalten ist, dass grundsätzlich ein Ehevorbereitungsverfahren in der 
Schweiz auch dann möglich ist, wenn die Brautleute nicht in der Schweiz 
wohnhaft  sind  (vgl.  Art.  62  ff.  der  Zivilstandsverordnung  vom  28.  April 
2004  [ZStV,  SR  211.112.2]),  und  es  dem Beschwerdeführer  auch  nicht 
verunmöglicht  wird,  die  in  der  Schweiz  begonnenen  Ehevorbereitungen 
fortzuführen,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio­
nen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass das Bundesverwaltungsgericht in dem in BVGE 2008/5 publizierten 
Urteil  vom  14. März  2008  aufgrund  einer  umfassenden  Beurteilung  der 
aktuellen  Situation  in  den  nordirakischen  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und 
Sulaymaniya zum Schluss gekommen ist, dass in diesen drei kurdischen 
Provinzen  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht  und  die  dortige 
Lage nicht dermassen angespannt ist, als dass eine Rückführung dorthin 
als  generell  unzumutbar  betrachtet  werden  müsste,  und  zudem  die 
Region  mit  Direktflügen  aus  Europa  und  aus  den  Nachbarstaaten 
erreichbar  ist,  wodurch  das  Element  der  unzumutbaren  Rückreise  via 
Bagdad  und  anschliessend  auf  dem  Landweg  durch  den  von  Gewalt 
heimgesuchten Zentralirak entfällt,

dass  im  erwähnten  Entscheid  unter  anderem  festgehalten  wurde,  dass 
die Anordnung des Wegweisungsvollzugs in der Regel für alleinstehende, 
gesunde und junge kurdische Männer, die ursprünglich aus einer der drei 
Provinzen  stammen  und  dort  nach wie  vor  über  ein  soziales Netz  oder 
Parteibeziehungen verfügen, zumutbar ist (vgl. a.a.O. E. 7.5),

dass  sich  die  Sicherheitslage  in  den  drei  kurdischen  Provinzen  seit 
Publikation  des  erwähnten  Urteils  nicht  verschlechtert  hat  und  in  der 
überwiegenden  Mehrheit  der  Berichte  von  Regierungs­  und 
Nichtregierungsorganisationen  sowie  des  UN­Sicherheitsrats  eine 
insgesamt  stabile  Situation  beschrieben  wird  (vgl.  statt  vieler:  AMT  DES 
HOHEN FLÜCHTLINGSKOMMISSARS DER VEREINTEN NATIONEN [UNHCR], Note 

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on  the  Continued  Applicability  of  the  April  2009  UNHCR  Eligibility 
Guidelines  for  Assessing  the  International  Protection  Needs  of  Iraqi 
Asylum­Seekers, Juli 2010, S. 2 ff.),

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in den Irak aufgrund sei­
ner  längeren  Landesabwesenheit  zwar  mit  gewissen  Schwierigkeiten 
konfrontiert sein könnte, er indes bis zu seiner Ausreise im Jahre 2004 in 
seinem  Heimatort  lebte,  weshalb  er  mit  den  dortigen  Gepflogenheiten 
vertraut ist und das dort bestehende familiäre Beziehungsnetz eine Rein­
tegration erleichtern wird,

dass der Beschwerdeführer als Berufsbezeichnung G._______ angab, in 
seiner Heimat auf diesem Beruf arbeitete und er ferner eigenen Angaben 
zufolge auch in der Schweiz erwerbstätig war (vgl. act. C4/7, S. 2 und 4), 
weshalb er bei einer Rückkehr auch von diesen beruflichen Erfahrungen 
profitieren kann, weshalb insgesamt davon auszugehen ist, er könne sich 
in seiner Heimat wieder wirtschaftlich integrieren,

dass  blosse  soziale  und  wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  denen  die 
ansässige Bevölkerung  im Allgemeinen betroffen  ist, nicht genügen, um 
eine  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  darzustellen  (vgl. 
BVGE 2008/34 E. 11.2.2 S. 512 f.),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art.  8  Abs.  4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den  rechts­
erheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (vgl. 
Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  ([VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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Seite 9

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand: