# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ee3e3bd-1180-517c-9c17-e754824bd054
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-27
**Language:** de
**Title:** Verwaltungsgericht Verwaltungsrechtliche Kammer 27.04.2017 V 2016 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/XX_Upload/ZG_UPL_001_V-2016-122_2017-04-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG 
 

 
 

VERWALTUNGSRECHTLICHE KAMMER 

 

 

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Aldo Elsener, Vorsitz 

lic. iur. Oskar Müller, lic. iur. Jacqueline Iten-Staub, 

lic. iur. Felix Gysi und Ersatzrichterin lic. iur. Judith Fischer 

Gerichtsschreiber: lic. iur. Peter Kottmann 

 

 

U R T E I L  vom 27. April 2017 
 
 
 in Sachen 
 
Gemeinderat Menzingen, Postfach 99, 6313 Menzingen 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
 

1. A. AG  
2. Regierungsrat des Kantons Zug, Regierungsgebäude, 6301 Zug  

Beschwerdegegner  
 

 weiter verfahrensbeteiligt: 
1. B.A. 
2. B.B. 
3. B.C. 
4. B.D.  
5. B.E. 
 
 betreffend 
 
Denkmalschutz  

(Unterschutzstellung ehem. Y) 
 
 
 
V 2016 122 

2 

A. Die A. AG (vormals A.C.) beantragte bei der Kantonalen Denkmalpflege mit 

Schreiben vom 11. Januar 2011, zehn in ihrem Eigentum befindliche Liegenschaften an 

der Z Strasse in Unterägeri unter kantonalen Denkmalschutz zu stellen. Im Gesuch einge-

schlossen ist das Wohn- und Geschäftshaus an der Z Strasse --, Ass. Nr. --, GS Nr. --, 

welches auf dem Gemeindegebiet von Menzingen liegt. Die kantonale Denkmalschutz-

kommission stimmte am 21. März 2011 dem Unterschutzstellungsantrag einstimmig zu 

und beschloss, einen entsprechenden Antrag an die Direktion des Innern zu stellen. Am 

24. Januar 2012 stellte das Amt für Denkmalschutz der Eigentümerin des Hauses auf dem 

GS Nr. -- sowie dem Gemeinderat Menzingen den Entwurf der Unterschutzstellungsverfü-

gung zur Stellungnahme zu. Mit Schreiben vom 7. Februar 2012 teilte der Gemeinderat 

Menzingen dem Amt mit, dass seiner Ansicht nach die Voraussetzungen für eine Unter-

schutzstellung nicht erfüllt seien und er deshalb den Antrag ablehne. Am 29. Mai 2013 teil-

te die Direktion des Innern der A. AG mit, dass das Wohn- und Geschäftshaus auf dem 

GS Nr. -- in das Inventar der schützenswerten Denkmäler aufgenommen werde. Mit 

Schreiben vom 12. Mai 2016 beantragte die B. AG namens und im Auftrag der Eigentüme-

rin, das Unterschutzstellungsverfahren für das Gebäude an der Z Strasse -- wieder aufzu-

nehmen, da die Fassadenrenovation und die Dachsanierung bevorstünden. Am 15. Juli 

2016 informierte das Amt für Denkmalpflege die Eigentümerin und die Standortgemeinde, 

dass das bis zu diesem Zeitpunkt sistierte Verfahren wieder aufgenommen werde. Mit Be-

schluss vom 25. Oktober 2016 stellte der Regierungsrat des Kantons Zug das Büro- und 

Wohngebäude (ehemals Y), Z Strasse --, Menzingen, Ass. Nr. --, GB Menzingen Nr. --, als 

Baudenkmal von regionaler Bedeutung unter kantonalen Schutz. Er hielt fest, dass der 

Schutzumfang den Standort des Gebäudes, seine äussere Erscheinung, die historische 

Bausubstanz (tragende Wände, Decken und Böden) umfasse. Im Weiteren gehörten die 

originale Treppe mit gedrechseltem Staketengeländer und die originalen Wandtäfer aus 

der Bauzeit zum Schutzumfang. Zur Begründung wurde ausgeführt, das Haus präge das 

weitgehend intakte Ortsbild von Neuägeri und gehöre zum frühen Bestand der lose ange-

ordneten Arbeiter- und Direktorenhäuser an der Z Strasse zwischen Neuägeri und Unterä-

geri. Zusammen mit der Direktorenvilla und der nahen äusseren Spinnerei bilde es ein 

bauliches Ensemble. Insgesamt sei Neuägeri ein Ortsbild von nationaler Bedeutung, wel-

ches im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) mit dem Erhaltungs-

ziel A (Erhaltung der Substanz) enthalten sei. Das Gebäude dokumentiere die innert kur-

zer Zeit entstandene industrielle Kulturlandschaft Neuägeri entlang der 1837/38 ausgebau-

ten Z Strasse und sei typischer Vertreter einer biedermeierlich-klassizistischen Baumeis-

terarchitektur des 3. Viertels des 19. Jahrhunderts. Der Massivbau sei 1868 als Werkstät-

ten- und Y errichtet worden. Das Spinnerei-Ensemble sei von hoher Bedeutung für die Er-

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forschung der industriellen Entwicklung in Zug. Exemplarisch werde vor Augen geführt, 

dass der Bau einer "Fabrik" im mittleren 19. Jahrhundert immer auch einen Gebäudepark 

unterschiedlicher Bautypen nach sich gezogen habe (Spinnerei, Direktorenhaus, Y, Arbei-

terhäuser). Der hohe wissenschaftliche Wert sei gegeben. Das Y gleich gegenüber der 

Spinnerei habe seit 1868 eine zentrale Nutzung bzw. Funktion für die wachsende Industrie 

im Lorzental gehabt. Es sei als Büro- und Telegrafiegebäude genutzt worden, von 1879 

bis 1925 sei ausserdem die Post darin untergebracht gewesen und später habe man es 

als fabrikeigenes Schulhaus genutzt. Als Y hebe es sich von den einfach geschindelten 

Arbeiterhäusern ab. Aufgrund der industriegeschichtlichen Bedeutung, der zeittypischen 

Gestalt und der ortsbildprägenden Lage habe es einen sehr hohen kulturellen Wert. Die 

Strassensiedlung verdanke ihr heutiges Aussehen der Industrie. Das Y stehe prominent 

mitten in dieser Industriemeile und habe als identitätsstiftendes und ortsprägendes Objekt 

einen sehr hohen heimatkundlichen Wert. Denkmalschutzmassnahmen müssten nach 

dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit für das Erreichen des im öffentlichen Interesse 

liegenden Ziels geeignet, notwendig und dem Betroffenen zumutbar sein. Die vorliegende 

Gebäudesubstanz sei grundsätzlich in einem sehr guten baulichen Zustand. Die Unter-

schutzstellung sei geeignet und erforderlich, den Erhalt der Gebäude sicherzustellen. Die 

vorhandene Struktur im Haus sei flexibel. Auch nach der Unterschutzstellung seien bauli-

che Veränderungen im Innern des Hauses möglich, soweit die historische Bausubstanz 

respektiert werde. Eine künftige Ausnützung der Baute und die Anpassung an moderne 

Raumnutzungsbedürfnisse blieben möglich. Das aktuelle Baugesuch der B. AG sei mit 

dem Schutzumfang vereinbar. Die in Zukunft zu erwartenden Sanierungskosten an der 

historischen Substanz würden nicht höher sein als bei vergleichbaren, unter Schutz ge-

stellten Objekten. Die Kosten, die dem Gemeinwesen entstehen würden, erschienen denn 

auch auf Dauer tragbar. 

 

B. Am 28. November 2016 reichte der Gemeinderat Menzingen eine Verwaltungsge-

richtsbeschwerde ein mit den Anträgen, der Beschluss des Regierungsrates vom 

25. Oktober 2016 sei aufzuheben und das Büro- und Wohngebäude (ehemals Y) an der Z 

Strasse --, Menzingen, sei nicht als Baudenkmal von regionaler Bedeutung unter Schutz 

zu stellen. Eventuell sei der Beschluss aufzuheben und zur Neubeurteilung an den Regie-

rungsrat zurückzuweisen. Alles unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdegegners. Zur 

Begründung wurde vorgebracht, dass entgegen der Ansicht des Regierungsrates mindes-

tens zwei der in § 25 Abs. 1 lit. a bis d DMSG verlangten Voraussetzungen für eine Unter-

schutzstellung des sog. Ys nicht gegeben seien. Der Regierungsrat stütze sich bei seiner 

Beurteilung allein auf die Einschätzung des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie und 

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er habe von ergänzenden Beweiserhebungen abgesehen. Der Beschwerdeführer habe 

bereits im Februar 2012 die Unterschutzstellung abgelehnt und habe seither seine Ansicht 

nicht geändert. Mit der Gesetzesrevision im Jahr 2008 seien die Anforderungen an schüt-

zenswerte Bauten gestiegen, weshalb nur noch Objekte unter kantonalen Schutz gestellt 

würden, an deren Erhaltung ein sehr hohes Interesse bestehe. Der Regierungsrat habe in 

seinem Bericht und Antrag zur Änderung des Denkmalschutzgesetzes vom 22. Januar 

2008 festgehalten, dass es triftige Gründe geben müsse, wenn die Unterschutzstellung 

gegen den Willen der Grundeigentümer oder der Standortgemeinde durchgesetzt werden 

solle. Wenn wie vorliegend die Standortgemeinde sich dagegen ausspreche, sei es Pflicht 

des Regierungsrates, sich nicht nur auf interne Stellungnahmen zu stützen, sondern weite-

re Beweismassnahmen zu treffen und seinen Entscheid sorgfältig und genau zu begrün-

den. Mit der Revision des Denkmalschutzgesetzes werde nun nicht mehr nur ein "beson-

derer Wert" resp. ein "erhebliches Interesse" verlangt, sondern es müsse ein "sehr hoher 

Wert" resp. ein "sehr hohes Interesse" an einer Unterschutzstellung bestehen. Zweck der 

Änderung sei es gewesen, eine höhere Hürde festzulegen. Die ortsprägende, architektoni-

sche und historische Bedeutung müsse überdurchschnittlich sein. Im angefochtenen Be-

schluss werde kaum ausgeführt, weshalb triftige Gründe für die Unterschutzstellung be-

stünden. Im Beschluss finde sich ein Beschrieb der Lage und der Architektur des Ys. 

Weshalb dieses einen sehr hohen wissenschaftlichen, kulturellen und heimatlichen Wert 

aufweise und die Bedeutung des Ys von überdurchschnittlichem Interesse sei, werde nicht 

begründet. Richtig sei zwar, dass das Y zum Gebäudeensemble der äusseren und inneren 

Spinnerei gehöre, hingegen stehe es in dieser Kulturlandschaft ganz am Ende auf der ge-

genüber liegenden Strassenseite, wogegen die übrigen Gebäude wie die Spinnerei selber 

oder die Arbeiterhäuser alle entlang der Lorze stünden und somit als Ganzes zu betrach-

ten seien. Eine entscheidende Prägung des Ortsbildes könne nicht ausgemacht werden 

und werde auch nicht als solche erkannt. Der Aussage des Regierungsrates, dass das öf-

fentliche Interesse gegeben sei, weil das Fehlen des Gebäudes ein grosser Verlust für die 

Öffentlichkeit wäre, könne nicht gefolgt werden. Der Regierungsrat halte weiter fest, dass 

die in Zukunft zu erwartenden Sanierungskosten nicht höher sein würden als bei ver-

gleichbaren unter Schutz gestellten Objekten, weshalb die Kosten für das Gemeinwesen 

auf Dauer als tragbar erschienen. Mit dieser Begründung sei es für die Gemeinde nicht er-

sichtlich, welche Kosten konkret auf sie zukämen. Sie könne daher nicht beurteilen, ob die 

Kosten für Menzingen tragbar seien. Es sei aber davon auszugehen, dass die Gemeinde 

übermässig belastet werde. Bereits aus der Renovation von Fassade und Dach kämen er-

hebliche Kosten auf die Gemeinde zu. Weitere Sanierungsmassnahmen des Innenaus-

baus würden folgen und die Gemeinde belasten. Es könne daher nicht von auf Dauer 

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tragbaren Kosten gesprochen werden. Bereits heute belasteten die Baudenkmäler das 

Gemeindebudget bei einer Zeitspanne von sechs Jahren pro Jahr mit 5.61 Steuerprozen-

ten. Bei einer Zeitspanne von fünf Jahre erhöhe sich der Prozentsatz sogar auf 6.73 %. Es 

ergebe sich, dass höchstens hohe wissenschaftliche, kulturelle und heimatkundliche Wer-

te bestünden und es könne auch höchstens von einem hohen Interesse am Erhalt des Ys 

ausgegangen werden. Dies genüge aber mit Blick auf die Gesetzesrevision aus dem Jahr 

2009 eben gerade nicht mehr. Dies lasse sich auch aus einer Medienmitteilung des Regie-

rungsrates vom 1. Februar 2016 schliessen, wonach künftig deutlich weniger Objekte als 

schützenswert deklariert werden sollten, was eine weitere Verschärfung bedeute. Wenn 

der Regierungsrat das Y trotz der verschärften Gesetzgebung unter Schutz stellen wolle, 

übergehe er den politischen Willen. Dies sei unzulässig, weshalb die Unterschutzstellung 

zu Unrecht erfolgt sei. 

 

C. Der Gemeinderat Menzingen veranlasste per 19. Dezember 2016 innert der vom 

Verwaltungsgericht angeordneten Frist die Bezahlung des Kostenvorschusses von 

Fr. 3'000.--. 

 

D. Am 21. Dezember 2016 gab das Verwaltungsgericht der A.B. und dem Regie-

rungsrat sowie dem B.A., dem B.B., der B.C., B.D., dem B.E. sowie dem B.F. Kenntnis 

von der Beschwerde des Gemeinderates Menzingen und lud sie zur Vernehmlassung ein. 

Der B.F. teilte am 10. Januar 2017 seinen Rückzug aus dem Verfahren mit. Die anderen 

Verbände wie auch die A. AG. liessen sich nicht vernehmen. 

 

E. Mit Stellungnahme vom 23. Januar 2017 beantragte die Direktion des Innern na-

mens des Regierungsrates die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen zulasten 

des Beschwerdeführers. Zur Begründung verwies sie vorab auf die Erwägungen im ange-

fochtenen Entscheid, welche sie zum integrierenden Bestandteil erklärte. Weiter wurde 

ausgeführt, dass sich der Regierungsrat bei seinem Entscheid im Grundsatz am Befund 

des sachkundigen Amtes für Denkmalpflege und Archäologie orientiere. Nur wenn dieser 

auch für den Regierungsrat in wesentlichen Punkten zweifelhaft sei, werde ein externes 

Gutachten angeordnet. Ein Gutachten werde also nicht automatisch eingeholt. Der Regie-

rungsrat habe sich mit der ablehnenden Haltung des Gemeinderates auseinandergesetzt, 

jedoch keinen Anlass für zusätzliche Beweiserhebungen gesehen. Der Antrag auf Unter-

schutzstellung seitens des Eigentümers sei nach der Gesetzesrevision von 2009 erfolgt, 

weshalb auch die Abklärungen und die Stellungnahme des Amtes für Denkmalpflege nach 

den neuen Kriterien erfolgt seien. Es sei nicht nachvollziehbar, was der Beschwerdeführer 

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aus dieser Revision für sich ableiten wolle. Unbegründet sei die Sicht des Beschwerdefüh-

rers, dass in der Unterschutzstellungsverfügung die triftige Begründung für den sehr ho-

hen wissenschaftlichen, kulturellen und heimatkundlichen Wert fehle. Unter lit. D des an-

gefochtenen Entscheids habe der Regierungsrat die Argumente für den sehr hohen 

denkmalpflegerischen Wert einzeln erwogen. Die Direktion des Innern legte im Weiteren in 

ihrer Vernehmlassung nochmals detailliert die Gründe dar, welche die Schutzwürdigkeit 

des Ys belegten und nahm zur erwarteten Kostenbelastung für die Gemeinde Menzingen 

eingehend Stellung. Sie wies abschliessend darauf hin, dass der Regierungsrat entgegen 

der irrigen Ansicht des Beschwerdeführers nicht angekündigt habe, dass künftig weniger 

Unterschutzstellungen erfolgen sollten. Bei der am 1. Februar 2016 angezeigten Mass-

nahme gehe es darum, durch vertiefte Recherchen von potenziell schützenswerten Häu-

sern bereits vor der Inventarisierung abzuklären, ob eine spätere Unterschutzstellung auf-

grund des Bauzustandes des Objekts überhaupt in Frage komme. Für das strittige Unter-

schutzstellungsverfahren gelte das DMSG, das seit 2009 unverändert in Kraft sei; daran 

seien die Verwaltungsbehörden gebunden.  

 

 

 

 Das Verwaltungsgericht erwägt: 

 

 

1. Gemäss § 61 Abs. 1 Ziff. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 1. April 

1976 (VRG, BGS 162.1) ist gegen Verwaltungsentscheide des Regierungsrates die Be-

schwerde an das Verwaltungsgericht zulässig, soweit die Gesetzgebung den Weiterzug 

nicht ausnahmsweise ausschliesst. Ein solcher Ausschluss liegt hier nicht vor. Der Ge-

meinderat vertritt die Gemeinde nach aussen und ist selbstständig zur Wahrung der Inte-

ressen der Gemeinde vor allen Gerichten und anderen Behörden befugt, insbesondere zur 

Erhebung von Beschwerden (§ 85 Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation und Verwal-

tung der Gemeinden [Gemeindegesetz] vom 4. September 1980, GG, BGS 171.1; § 62 

Abs. 2 VRG). Gemäss § 24 Abs. 1 des Gesetzes über Denkmalpflege, Archäologie und 

Kulturgüterschutz vom 26. April 1990 (Denkmalschutzgesetz, DMSG, BGS 423.11) besit-

zen die Standortgemeinden im Verfahren zur Unterschutzstellung von Denkmälern ein An-

tragsrecht und sind Verfahrensparteien. Paragraph § 34 Abs. 1 und 2 DMSG verpflichtet 

den Kanton und die Gemeinden zur Leistung von Beiträgen an die Kosten von Restaurie-

rung und bedeutenderen Unterhaltsarbeiten von geschützten Denkmälern. Die Einwoh-

nergemeinde Menzingen ist zu Recht Adressatin des angefochtenen Beschlusses. Auf-

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grund der möglichen Kostenpflicht ist sie besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so dass sie zur Erhebung der Verwal-

tungsgerichtsbeschwerde berechtigt ist (§ 62 VRG). Die Beschwerde wurde fristgerecht 

eingereicht und entspricht den übrigen formellen Voraussetzungen, weshalb sie vom Ver-

waltungsgericht zu prüfen ist. Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Be-

schluss des Regierungsrates kann jede Rechtsverletzung gerügt werden. Als Rechtsver-

letzung gelten u.a. die Nichtanwendung und die unrichtige Anwendung eines Rechtssat-

zes, die unrichtige rechtliche Beurteilung einer Tatsache oder der Missbrauch oder die 

Überschreitung des Ermessens. Nicht der gerichtlichen Überprüfung unterliegt die unrich-

tige Handhabung des Ermessens (§ 63 VRG). 

 

2. Die A.B. beantragte mit Schreiben vom 1. Januar 2011 an die Kantonale Denk-

malpflege die Unterschutzstellung ihrer acht in der Gemeinde xxx gelegenen Liegenschaf-

ten an der xxxxxx, des in der Gemeinde Menzingen liegenden Wohn- und Geschäftshau-

ses an der Z Strasse -- sowie der Liegenschaft xxxx in der Gemeinde xxx. Die Denkmal-

kommission befürwortete an ihrer Sitzung vom 21. März 2011 einstimmig den Unter-

schutzstellungsantrag, da nach deren Dafürhalten das Ensemble als Zeitzeuge der frühen 

Industrialisierung des Ägeritals einen sehr hohen Wert aufweise und daher die Schutzwür-

digkeit unbestritten gegeben sei. Aktuell sind alle diese Liegenschaften im Verzeichnis der 

schützenswerten Denkmäler (Stand 5. Januar 2017) festgehalten. 

 

Mit Beschluss vom 25. Oktober 2016 stellte der Regierungsrat das Büro- und Wohnge-

bäude (ehemals Y), Z Strasse --, Gemeinde Menzingen, als Baudenkmal von regionaler 

Bedeutung unter kantonalen Schutz. Der Schutzumfang betrifft den Standort des Gebäu-

des, seine äussere Erscheinung, die historische Bausubstanz (tragende Wände, Decken, 

Böden) im Sinne der Erwägungen und umfasst im Weiteren die originale Treppe mit ge-

drechseltem Staketengeländer und die originalen Wandtäfer aus der Bauzeit.  

 

3. a) Das DMSG umschreibt in § 2 Abs. 1 den Begriff des Denkmals. Nach diesem 

Gesetz sind Denkmäler Siedlungsteile, Gebäudegruppen, gestaltete Freiräume, Verkehrs-

anlagen, Einzelbauten, archäologische Stätten und Funde sowie in einer engen Beziehung 

hiezu stehende bewegliche Objekte, die einen sehr hohen wissenschaftlichen, kulturellen 

oder heimatkundlichen Wert aufweisen. Je nach ihrem Wert sind Denkmäler und Kulturgü-

ter von nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung (§ 2 Abs. 3 DMSG). Objekte, deren 

Schutz erwogen wird, sind im Inventar der schützenswerten Denkmäler festzuhalten (§ 5 

DMSG). Objekte, an deren Erhaltung ein sehr hohes öffentliches Interesse besteht, wer-

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den unter kantonalen Schutz gestellt und in das Verzeichnis der geschützten Denkmäler 

eingetragen (§ 4 DMSG). Die Direktion des Innern leitet das Verfahren für die Unter-

schutzstellung ein. Der Eigentümer des Denkmals, die Standortgemeinde und die Denk-

malkommission besitzen das Antragsrecht (vgl. § 24 Abs. 1 DMSG). Gemäss § 25 Abs. 1 

entscheidet der Regierungsrat über die Unterschutzstellung. Er beschliesst sie, wenn 

a) das Denkmal von sehr hohem wissenschaftlichen, kulturellen oder heimatkundlichen 

Wert ist; b) das öffentliche Interesse an dessen Erhaltung allfällige entgegenstehende Pri-

vatinteressen überwiegt; c) die Massnahme verhältnismässig ist; d) die dem Gemeinwe-

sen entstehenden Kosten auch auf Dauer tragbar erscheinen. Kanton und Gemeinden 

leisten je gleich hohe Beiträge an die Kosten der Restaurierung von geschützten Denkmä-

lern. Sie leisten auch Beiträge an die bedeutenderen Unterhaltsarbeiten. Die Beiträge gel-

ten in der Regel den substanzerhaltenden Aufwendungen. Der Beitragssatz beträgt bei 

Objekten von lokaler und regionaler Bedeutung 30 % und bei Wandgemälden, Fresken 

und Skulpturen und dergleichen 70 % (§ 34 Abs. 1 und 2 DMSG). 

 

b) Die Verhältnismässigkeit und Zumutbarkeit einer Unterschutzstellung kann umso 

eher bejaht werden, je höher die Schutzwürdigkeit eines Objektes zu gewichten ist. Das 

öffentliche Interesse verlangt, dass ein Baudenkmal recht eigentlich aus anderen Objekten 

herausragt und von bedeutendem kulturellen Wert ist (vgl. Walter Engeler, Das Baudenk-

mal im schweizerischen Recht, Zürich/St. Gallen 2008, S. 48 f., 205 f.). Ein Gegenstand 

der Vergangenheit mit besonderem Zeugnischarakter wird durch das erkennende Betrach-

ten der Gesellschaft zum Denkmal (vgl. Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege, 

Leitsätze zur Denkmalpflege in der Schweiz, Zürich 2007, S. 13).   

 

Den Materialien zum Denkmalschutzgesetz aus dem Jahr 1989 ist nicht zu entnehmen, 

was unter den unbestimmten Rechtsbegriffen "wissenschaftlicher, kultureller und heimat-

kundlicher" Wert zu verstehen ist. Auch die Revision vom 28. August 2008 brachte dies-

bezüglich keine Klärung. Die in § 25 Abs. 1 lit. a DMSG aufgeführten Rechtsbegriffe haben 

im Jahr 2008 insofern eine Veränderung bzw. Verschärfung erfahren, als jetzt ein Denk-

mal von sehr hohem wissenschaftlichen, kulturellen oder heimatkundlichen Wert sein 

muss, damit es unter Denkmalschutz gestellt werden darf. Der Gesetzestext ist insofern 

eindeutig, als diese Werte nicht kumulativ gegeben sein müssen. Sofern aber nur eine 

Wertkategorie bejaht werden könnte, müsste dieser Wert in einem herausragenden Mass 

gegeben sein. Im Übrigen handelt es sich aber bei diesen Qualifikationen jeweils um un-

bestimmte Rechtsbegriffe. Davon spricht man, wenn eine gesetzliche Bestimmung die Vo-

raussetzungen einer Rechtsfolge in offener, unbestimmter Weise umschreibt. Jede offen 

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formulierte Norm räumt einen gewissen Ermessensspielraum ein. Die Ausübung des Er-

messens kann jedoch im Verwaltungsgerichtsverfahren dann nicht überprüft werden, 

wenn Entscheide des Regierungsrates zu beurteilen sind. Auch bei der Überprüfung der 

Anwendung von unbestimmten Rechtsbegriffen ist nach herrschender Lehre und Recht-

sprechung eine gewisse Zurückhaltung durch eine gerichtliche Instanz angezeigt. Auch 

das Bundesgericht übt in diesen Fällen Zurückhaltung und billigt den Verwaltungsbehör-

den einen gewissen Beurteilungsspielraum zu, wenn der Entscheid besonderes Fachwis-

sen oder Vertrautheit mit den tatsächlichen Verhältnissen voraussetzt und soweit die für 

den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen 

sorgfältig und umfassend durchgeführt wurden (vgl. BGE 135 II 384 Erw. 2.2.2). Das Bun-

desgericht hat mehrfach festgehalten (vgl. BGer 1C_555/2010 vom 23. Februar 2011, 

Erw. 2.1; BGer 1C_543/2009 vom 15. März 2010, Erw. 2.3), dass "bei der Prüfung der 

Frage, ob ein Objekt Schutz verdient, eine sachliche, auf wissenschaftliche Kriterien abge-

stützte Gesamtbeurteilung Platz zu greifen hat, welche den kulturellen und städtebauli-

chen Zusammenhang eines Bauwerks berücksichtigt. Eine Baute soll als Zeitzeuge und 

Ausdruck einer historischen, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und technischen Situa-

tion erhalten bleiben. Da Denkmalschutzmassnahmen oftmals mit schwerwiegenden  

Eigentumseingriffen verbunden sind, dürfen sie aber nicht lediglich im Interesse eines be-

grenzten Kreises von Fachleuten erlassen werden. Sie müssen breiter abgestützt sein und 

von einem grösseren Teil der Bevölkerung befürwortet werden, um Anspruch auf eine ge-

wisse Allgemeingültigkeit erheben zu können. Schliesslich gilt auch für Denkmalschutz-

massnahmen der Grundsatz der Verhältnismässigkeit". Verhältnismässigkeit bedeutet, 

dass der Eingriff in das Grundrecht des Privaten für das Erreichen des im öffentlichen Inte-

resse liegenden Ziels geeignet, notwendig und für den Betroffenen zumutbar ist. Dabei ist 

aber festzuhalten, dass rein finanzielle Interessen bei ausgewiesener Schutzbedürftigkeit 

für sich genommen nicht ausschlaggebend sein können. Je schutzwürdiger eine Baute ist, 

umso geringer sind Rentabilitätsüberlegungen zu gewichten (BGer 1C_55/2011 vom 

1. April 2011, Erw. 7.1, mit Verweisen). Im Bericht und Antrag des Regierungsrates vom 

22. Januar 2008 (Vorlage Nr. 1629.1, Laufnummer 12598) führte dieser unter Ziff. 3.2 aus, 

dass jede Unterschutzstellung eine ermessensweise Beurteilung verlange. Er gehe davon 

aus, dass den erhöhten Anforderungen für eine Unterschutzstellung speziell in denjenigen 

Fällen Bedeutung zukomme, in denen die Eigentümerschaft und die Standortgemeinde 

gegen eine Unterschutzstellung seien. Anderseits müsse eine den höheren Anforderungen 

entsprechende Unterschutzstellung bei triftigen Gründen auch gegen den Willen der 

Grundeigentümerin bzw. des Grundeigentümers und der Standortgemeinde durchsetzbar 

sein.  

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c) Neuägeri mit den Inneren Spinnereien ist als Spezialfall (wertvolle Anlage) von na-

tionaler Bedeutung im Inventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS, Herausgegeben 

vom Eidgenössischen Departement des Innern, Kanton Zug, Bern 2002) aufgenommen. 

Gemäss ISOS (S. 171 ff.) handelt es sich dabei um ein charakteristisches Beispiel eines 

im 19. Jahrhundert technisierten Flusslaufes im Talgrund des Lorzentobels; eine ausser-

gewöhnlich gut erhaltene Anlage von Fabrikbauten, Villen und Arbeiterhäusern entlang der 

Durchgangsstrasse und Kanälen. Der Anlage als Ganzes werden sehr hohe Lage-, Raum- 

und architekturhistorische Qualitäten attestiert. Ziel ist gemäss ISOS die integrale Erhal-

tung (A) für diesen Strassendorfteil. Das ISOS empfiehlt, die vielfach baufälligen Altbauten 

mit besonderem Augenmerk auf ursprüngliche Detailformen fachgerecht zu renovieren. 

Bei einigen Wohnhäusern sei der Rückbau modernistischer Eingriffe angezeigt. Beach-

tung verdienten auch die Erhaltung der Gärten samt Eisenzäunen, der Vorplätze und 

Stützmauern (ISOS, Empfehlungen, S. 180). Bundesinventare wie das ISOS sind auch bei 

der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben von Bedeutung. Gemäss ihrer 

Natur kommen sie Sachplänen und Konzepten im Sinne von Art. 13 RPG (SR 700) gleich. 

Auf diese Weise finden sie Eingang in die konkrete Nutzungsplanung und sind daher von 

der zuständigen Behörde bei ihrer Planung zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 209, 

Erw. 2.1). In Nachachtung dieses Stufenprinzips befindet sich das Ensemble der Inneren 

Spinnereien Neuägeri gemäss den Zonenplänen der Gemeinden Unterägeri und Menzin-

gen in der Ortsbildschutzzone. Gemäss § 24 der Bauordnung von Menzingen, in Kraft seit 

1. Januar 2007, dienen Ortsbildschutzzonen der Erhaltung und Pflege des jeweiligen Orts- 

und Quartierbildes. Gebäude dürfen nur verändert werden, wenn das Orts- und Quartier-

bild nicht beeinträchtigt wird. Bei Bauvorhaben innerhalb der Ortbildschutzzone wirkt das 

Amt für Denkmalpflege und Archäologie beratend mit. Nicht identisch im Wortlaut, aber 

praktisch gleich in der Bedeutung ist die Ortbildschutzzone in § 36 der Bauordnung 2008 

der Gemeinde Unterägeri definiert.  

 

d) In Würdigung dieser gesetzlichen Regelungen kann vorab festgestellt werden, 

dass die Anliegen des Ortsbildschutzes und des Denkmalschutzes sich in gewissen Teilen 

überlagern, aber jedenfalls nicht gleichzusetzen sind. Aus der Tatsache, dass das ganze 

Ensemble Innere Spinnereien im ISOS bzw. in der Ortsbildschutzzone aufgenommen ist, 

ergibt sich nicht, dass ein Gebäude nicht abgebrochen und nicht neu erstellt werden dürf-

te. Mit der Ortsbildschutzzone soll insbesondere ein Siedlungsteil in seiner Erscheinung 

und seiner Massstäblichkeit geschützt werden. Die erhöhte Sensibilität in dieser Zone ist 

der Grund, dass sowohl die Bauordnungen von Menzingen wie Unterägeri bei Bauvorha-

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ben (Neu- oder Umbauten) den Einbezug der kantonalen Denkmalpflege verlangen. Rich-

tig ist auch, dass sich aus der Zonenzuordnung als solcher die Denkmalwürdigkeit eines 

einzelnen Objektes nicht direkt ableiten lässt. Hingegen ist nicht zu verkennen, dass das 

Erhaltungsziel A des ISOS, womit die Substanzerhaltung angestrebt wird, mit den Mitteln 

des Denkmalschutzes auf die (rechtlich) einfachste und nachhaltigste Weise gesichert 

werden kann. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob der Regierungsrat in korrekter Anwen-

dung des DMSG das Wohn- und Geschäftshaus an der Z Strasse --, das sogenannte Y, 

unter Denkmalschutz gestellt hat, d.h. ob die gesetzlichen Voraussetzungen dafür gege-

ben sind. Wie oben ausgeführt, steht dem Gericht nur die Rechtskontrolle zu. Soweit sich 

die Frage stellt, ob die wissenschaftlichen, kulturellen oder heimatkundlichen Werte im ge-

forderten Mass gegeben sind, kann dies die Fachkompetenz des Gerichts sprengen. Ein-

deutig liegt es im Aufgabenbereich des Gerichts zu prüfen und zu erkennen, ob die Be-

gründungen eines Entscheides nachvollziehbar und überzeugend, insgesamt schlüssig 

sind. Die Beurteilung, ob die Interessenabwägung korrekt gewichtet und die Verhältnis-

mässigkeit gegeben ist, stellt ebenfalls eine Rechtsfrage dar.  

 

4. a) Der Gemeinderat Menzingen bemängelt die fachlichen Grundlagen bzw. die 

Begründungstiefe des regierungsrätlichen Entscheides. Aufgrund der Tatsachen, dass der 

Beschwerdeführer sich schon im Februar 2012 gegen die Unterschutzstellung des fragli-

chen Objekts gestellt habe und mit der Revision des DMSG die Anforderungen an die 

Denkmalwürdigkeit verschärft worden seien, stütze sich der Regierungsrat zu Unrecht nur 

auf die Einschätzung des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie resp. die Stellung-

nahme der Denkmalkommission ab. In seinem Antrag zur Gesetzesrevision habe der Re-

gierungsrat nämlich festgestellt, dass es triftige Gründe geben müsse, wenn die Unter-

schutzstellung gegen den Willen der Grundeigentümer oder der Standortgemeinde durch-

gesetzt werden solle. Implizit fordert der Beschwerdeführer somit eine verwaltungsexterne 

Stellungnahme bzw. wohl eine Begutachtung.  

 

b) Vorab ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass der Regierungsrat ge-

mäss seinen Ausführungen in der Kantonsrats-Vorlage den erhöhten Anforderungen für 

die Unterschutzstellung dann besondere Bedeutung zukommen lassen will, wenn Eigen-

tümerschaft und Standortgemeinde sich dieser widersetzen (vgl. Bericht und Antrag des 

Regierungsrates, a.a.O., Ziff. 3.2., S. 9). Dies ist hier offensichtlich nicht der Fall, hat ja die 

Eigentümerin selber die Unterschutzstellung beantragt. Letztlich dürfte dies aber nicht ent-

scheidend sein, da ein Objekt nur bei gegebenen Voraussetzungen unter Denkmalschutz 

gestellt werden darf. Insofern müssen die Gründe für eine Unterschutzstellung immer triftig 

12 

sein resp. im Rahmen des zulässigen Ermessens liegen, wobei nachvollziehbar ist, dass 

bei Einigkeit aller Betroffenen das Vorliegen der Gründe in der Regel einfacher bejaht 

werden dürfte. Auf den Sachverstand der eigenen Ämter abzustellen macht aus Kosten-

überlegungen auch aus Gründen der Verfahrensdauer Sinn (vgl. BGer 1C_225/2011 vom 

8. September 2011, Erw. 2.4). Ob sich der Regierungsrat allein auf den Bericht des (ver-

waltungsinternen) Amtes für Denkmalpflege abstützen kann, hängt von dessen Aussage-

kraft ab. Amtsberichte einer fachkundigen Amtsstelle sind zwar keine eigentlichen Gutach-

ten; es soll ihnen indessen die gleiche Beweiskraft zukommen (Marco Donatsch, in: Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., 2014, § 60 N. 14). Sofern ein interner Bericht der fachkundigen Stel-

le den Beweisanforderungen genügt, gibt es keine Verpflichtung, weitere Berichte einzu-

holen. Das Abstützen auf verwaltungsinterne Stellungnahmen stellt jedenfalls keinen Ver-

fahrensmangel dar.  

 

5. a) In materieller Hinsicht verweist der Beschwerdeführer auf die Ausführungen des 

Regierungsrates in seinem Bericht und Antrag zur Revision des DMSG (vgl. a.a.O., 

Ziff. 4.2). Demgemäss weise ein Baudenkmal nur dann einen sehr hohen wissenschaftli-

chen, kulturellen und heimatkundlichen Wert auf, wenn seine ortsprägende, architektoni-

sche und historische Bedeutung überdurchschnittlich sei. Richtig sei, dass das Y zum Ge-

bäudeensemble der äusseren und inneren Spinnerei gehöre, hingegen stehe es aus-

serhalb dieser Kulturlandschaft ganz am Ende auf der gegenüberliegenden Strassenseite, 

wogegen die übrigen Gebäude wie die Spinnerei selber oder die Arbeiterhäuser alle ent-

lang der Lorze stünden und als Ganzes zu betrachten seien. Eine entscheidende Prägung 

des Ortsbildes könne nicht ausgemacht werden. Ein Abbruch wäre für das Ortsbild Neuä-

geri resp. die Öffentlichkeit kein grosser Verlust. Insgesamt bestünden höchstens hohe 

wissenschaftliche, kulturelle und heimatkundliche Werte, was aber aufgrund des revidier-

ten Gesetzes nicht mehr genüge. Demgegenüber verweist der Regierungsrat auf die Be-

deutung des Ys innerhalb der Fabrikanlage. Das Gebäude als ehemaliges "Spinnereibüro" 

mit Direktion und zeitweiliger Einquartierung von Telegrafiebüro, Post sowie der Fabrik-

schule sei ein zentraler Bestandteil der ganzen Anlage, die ihrerseits in ihrer Intaktheit ein 

exemplarisches und seltenes Beispiel für eine Fabrikanlage des 19. Jahrhunderts sei. Ein 

Abbruch des Y-gebäudes würde die Aussagekraft des ganzen Ensembles stark mindern. 

Mit der massiven Bauweise und seiner besonderen Architektursprache (achsenbetonende 

Quergiebel, Eckquader, sandsteingerahmte Fenster) sei es nicht irgendein Bau des En-

sembles, sondern trete besonders markant in Erscheinung und hebe sich von den einfach 

geschindelten Arbeiterhäusern ab. Vom Tal her kommend bilde es zusammen mit dem 

geschützten Fabrikgebäude der Äusseren Spinnerei eine eigentliche Torsituation, den 

13 

"Eingang" zum Strassendorf der Spinnereien. Auch geschichtlich stehe es nicht einfach 

"am Ende". Der heute Äussere Spinnerei genannte Teil des Fabrikensembles sei ein gutes 

Jahrzehnt nach der Inneren Spinnerei in Unterägeri errichtet worden. Diese neue und 

grössere Produktionsstätte sei zum Kern der neuen Siedlung, daraufhin Neuägeri ge-

nannt, geworden. Im Übrigen stehe auch das Y-Haus an der Lorze, welche hier einen Bo-

gen unter der Strasse durch mache. 

 

b) Wie oben ausgeführt, verlangt das DMSG in § 25 Abs. 1 lit. a nicht, dass alle 

Wertkategorien in sehr hohem Mass erfüllt sind. Ist nur ein Wert erfüllt, muss dieser sicher 

in ausgeprägtem Mass gegeben sein. Demgegenüber kann aber auch das Zusammentref-

fen aller drei Kategorien einen herausragenden Wert und damit die Schutzwürdigkeit be-

wirken. Selbst der Beschwerdeführer spricht dem Y dessen hohe wissenschaftliche, kultu-

relle und heimatkundliche Werte nicht ab und gesteht ihm höchstens, aber immerhin, ei-

nen hohen Erhaltungswert zu. Er verkennt hier aber den Wert des Hauses als Bestandteil 

einer ganzen Anlage. Übereinstimmend rühmen die kantonalen und nationalen Fachgre-

mien die Intaktheit dieses Zeitzeugen der frühen Industrialisierung und empfehlen weitrei-

chende Schutzmassnahmen. Die überaus hohe Bedeutung für die Gesellschafts-, Indust-

rie- und Architekturgeschichte kann nicht ernsthaft bestritten werden. Die Spinnereien als 

Produktionsstätte mit den vielfältigen dazu gehörenden Bauten für Wohnen, Administrati-

on, Energieerzeugung sind offensichtlich ortsprägend. Würde hier ein Stück aus der Fab-

rikanlage herausgebrochen, verlöre das Ganze seine umfassende Aussage. Der Regie-

rungsrat hat sich zu Recht auf die Einschätzungen der Sachverständigen abgestützt und 

die hohe Bedeutung der Fabrikanlage in ihrer Gesamtheit gewürdigt und mit der Unter-

schutzstellung sichergestellt. An dieser Stelle kann auf die einlässlichen und zutreffenden 

Begründungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 

 

c) Aus der Schutzwürdigkeit eines Objektes bzw. einer Anlage folgt in der Regel das 

öffentliche Interesse an der Erhaltung. Allfällige private Interessen können dieser Absicht 

entgegenstehen und das öffentliche Interesse überwiegen, weshalb in diesen Fällen die 

sich gegenüberstehenden Interessen abgewogen werden müssen. Vorliegend erübrigt 

sich der Interessenvergleich. Selbst die Eigentümerin teilt die Auffassung der Erhaltens-

würdigkeit; mit ihrem Antrag schränkt sie sich freiwillig und langfristig in der Ausübung  

ihrer Eigentumsrechte ein – ein Eingriff in die privaten Rechte, der wohl nicht aus bloss  

finanziellen Überlegungen gewünscht oder akzeptiert wird. Insgesamt ist auch das öffentli-

che Interesse am Erhalt gemäss § 25 Abs. 1 lit. b DMSG fraglos zu bejahen.  

 

14 

d) Die Unterschutzstellung muss verhältnismässig sein (§ 25 Abs. 1 lit. c DMSG). Der 

Regierungsrat hat den Schutzumfang definiert: Es ist dies der Standort des Gebäudes, die 

äussere Erscheinung und die historische Bausubstanz, nicht aber der Innenausbau aus 

neuerer Zeit. Gemäss den unbestrittenen Ausführungen ist die Substanz des Hauses 

grundsätzlich in einem guten baulichen Zustand, weshalb nicht ausserordentliche bauliche 

Massnahmen erforderlich sein werden, damit es überhaupt erhalten bleiben kann. Es wer-

den keine Rekonstruktionen gefordert. Ebenso ist unwidersprochen, dass der Eigentümer 

auch unter Berücksichtigung der Denkmalschutzvorgaben sein Haus nach zeitgemässen 

Bedürfnissen wird nutzen können. Insgesamt sind mit der Unterschutzstellung keine un-

verhältnismässigen Massnahmen verbunden.  

 

e) Der Beschwerdeführer begründet seine Ablehnung für die Unterschutzstellung mit 

der Befürchtung, dass die daraus resultierenden Kosten für die Gemeinde auf die Dauer 

untragbar werden (§ 25 Abs. 1 lit. d DMSG). Bereits heute belasteten die Baudenkmäler 

das Gemeindebudget bei einer Zeitspanne von sechs Jahren pro Jahr mit 5.61 Steuerpro-

zenten bzw. über fünf Jahre mit 6.73 %. Für die Gemeinde sei nicht ersichtlich, welche 

Kosten bei diesem Objekt auf sie zukämen. Schon die geplante Sanierung von Dach und 

Fassade verursache erhebliche Kosten. Weitere Sanierungsmassnahmen des Innenaus-

baus würden sicher folgen. Der Regierungsrat stimmt dem Beschwerdeführer insofern zu, 

als dass die Gemeinde Menzingen derzeit in einem grösseren Ausmass finanzielle Beiträ-

ge an die Restaurierung von Denkmälern leisten müsse. Grund sei, dass Menzingen als 

traditioneller Standort verschiedener religiöser, überregional bedeutender Institutionen 

(Kloster Gubel, Institut der Schwestern vom Heiligen Kreuz, Lassalle-Haus) wichtige 

Denkmäler von regionaler Bedeutung aufweise. Mehrere dieser Bauten würden gegenwär-

tig oder in den nächsten Jahren saniert. Allerdings sei noch nicht bei allen Objekten Höhe, 

Zeitpunkt und Umfang allfälliger Sanierungsarbeiten geklärt. Es könne nicht sein, dass ei-

ne Unterschutzstellung allein deshalb abgelehnt werde, weil es zufälligerweise das letzte 

in einer ausserordentlichen Häufung von Restaurierungsarbeiten sei. Weshalb der Be-

schwerdeführer in Zeitspannen von fünf bzw. sechs Jahren rechne, sei eine unbeantworte-

te Frage. 

 

Das Bundesgericht hält in ständiger Rechtsprechung fest, dass finanzielle Überlegungen 

bei gegebener hoher Schutzwürdigkeit (was hier der Fall ist) eine untergeordnete Bedeu-

tung haben. Würden Rentabilitätsberechnungen Vorrang haben, wären Unterschutzstel-

lungen in weiten Teilen nicht (mehr) möglich. Was den privaten Eigentümern bei entspre-

chender Gewichtung eines Schutzobjektes zugemutet wird, darf sicherlich gerade auch 

15 

von der öffentlichen Hand erwartet werden, welche für die Finanzierung ihrer Investitionen 

in anderen Zeithorizonten rechnen kann. Es trifft zwar offensichtlich zu, dass die Gemein-

de Menzingen mehr als andere Gemeinden von Denkmalschutzkosten betroffen ist. Wie 

der Regierungsrat aber richtig ausführt, handelt es sich bei der Sanierung von Fassade, 

Dach und Fenster um eine Substanzerhaltung des Y-Gebäudes, welche bei fachgerechter 

Ausführung zumindest für die nächsten 20 bis 25 Jahre nachhalten sollte. Nach Aussage 

der Vorinstanz beträgt der Gemeindeanteil an den Kosten der Aussensanierung aufgrund 

des eingereichten Projektes und des errechneten Kostendaches rund Fr. 85'000.--. jährlich 

wiederkehrende Kosten, also auf Dauer entstehende untragbare Kosten, sind dabei nicht 

zu erwarten. Noch kein Projekt liegt für die allfällige Innensanierung vor. Innen beschränkt 

sich aber der Schutzumfang auf die tragende Baustruktur, die (unwidersprochen) in einem 

guten baulichen Zustand sei, und auf wenige Teile der Innenausstattung. Die Mutmassung 

des Regierungsrates, die er in seiner Vernehmlassung äussern liess, dass diese Aufwen-

dungen angesichts des absehbaren Umfangs geringer als diejenigen der Aussensanie-

rung ausfallen dürften, erscheint plausibel. Sie wurde auch vom Beschwerdeführer selber 

nicht als fehlerhafte Annahme kommentiert. Der Beschwerdegegner bejaht die Tragbarkeit 

der Kosten für den Beschwerdeführer, welche ihm aus der Unterschutzstellung des Ys re-

sultieren. Ohne eine eigene Prüfung der gemeindlichen Bilanz und der Rechnungsle-

gungsvorschriften vorzunehmen, kann dieser Ansicht zugestimmt werden, dies nicht zu-

letzt aufgrund der Pflicht des Kantons, dieselben Beiträge wie die Standortgemeinde leis-

ten zu müssen. Auch der Kanton ist zu haushälterischem Umgang mit den finanziellen Mit-

teln verpflichtet; es darf erwartet werden, dass er sich nicht auf Kosten einlässt, die für ihn 

auf Dauer untragbar sind. 

 

6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Fabrikanlage der Spinnereien Ägeri noch 

weitgehend erhalten und intakt ist und als Ganzes hohen Schutz verdient. Dazu bedarf es 

des Schutzes bzw. der Erhaltung der einzelnen Bestandteile. Der Regierungsrat hat mit 

der Unterschutzstellung des Ys kein Recht verletzt. Er hat dessen – auch ihm allein zu-

kommende – Denkmalwürdigkeit richtig ermessen und die finanziellen Auswirkungen resp. 

deren Tragbarkeit für die (gesamte) öffentliche Hand korrekt eingeschätzt. Das Gericht er-

achtet die Entscheidungsgrundlagen – ISOS, Bericht der Denkmalpflegekommission – als 

schlüssig und jedenfalls ausreichend. Unter diesen Umständen gibt es keine Veranlas-

sung, ein gerichtliches Gutachten einzuholen oder die Angelegenheit an den Regierungs-

rat zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Die Beschwerde muss demnach als unbegründet 

abgewiesen werden. 

 

16 

7. Im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht trägt die unterliegende Partei die Kosten 

(§ 23 Abs. 1 Ziff. 3 VRG). Unterliegenden Gemeinden sowie deren Behörden werden ge-

mäss § 24 Abs. 2 VRG unter anderem Kosten auferlegt, wenn sie am Verfahren wirt-

schaftlich interessiert sind. Dies ist hier der Fall, da sich der Beschwerdeführer vorwiegend 

aus wirtschaftlichen Gründen der Unterschutzstellung des Büro- und Wohngebäudes an 

der Z Strasse -- in Menzingen widersetzte. Die Spruchgebühr für das vorliegende Verfah-

ren wird auf Fr. 2'000.-- festgesetzt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von 

Fr. 3'000.-- verrechnet. Der darüber hinausgehende Betrag von Fr. 1'000.-- wird dem Be-

schwerdeführer zurückerstattet. 

  
  

17 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 

__________________________________ 

 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Dem Beschwerdeführer wird eine Spruchgebühr von Fr. 2'000.-- auferlegt. Sie 

wird mit dem Kostenvorschuss, der in der Höhe von Fr. 3'000.-- geleistet wurde, 

verrechnet. Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 

beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden. 

 

4. Mitteilung an den Gemeinderat Menzingen (im Doppel), an die A. AG, an den Re-

gierungsrat des Kantons Zug (dreifach) sowie an die weiteren Verfahrensbeteilig-

ten 1 - 5. 

 

 

Zug, 27. April 2017 

 

 

 Im Namen der 

 VERWALTUNGSRECHTLICHEN KAMMER 

 Der Vorsitzende 

 

 

 

 Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

versandt am