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**Case Identifier:** 6d3c7d38-4df4-5393-b90d-603a094c9e79
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.07.2019 IV 2017/156
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-156_2019-07-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/156

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.03.2020

Entscheiddatum: 10.07.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 10.07.2019
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 28 IVG. Gemäss als 
beweistauglich beurteiltem bidisziplinären (orthopädisch-psychiatrischen) 
Gutachten ist die Beschwerdeführerin zu 70% arbeitsfähig. Die 
Beschwerdeführerin hat vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens nur 
kurzfristig ein Einkommen erzielt, welches unterdurchschnittlich war. 
Deshalb sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom 
durchschnittlichen Tabellenlohn, Kompetenzniveau 1, zu bemessen. Die 
Auswirkungen der Einschränkungen wurden durch die 
Arbeitsfähigkeitsschätzung umfassend berücksichtigt, ein 
Tabellenlohnabzug lässt sich nicht begründen. Folglich besteht kein 
rentenbegründender Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 10. Juli 2019, IV 2017/156).

Entscheid vom 10. Juli 2019

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie-Theres Rüegg 

Haltinner und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2017/156

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 30. März 2015 wegen einer psychischen Störung bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1).

A.a. 

Die Versicherte hatte am 21. März 2014 die vollzeitliche Arbeit als Mitarbeiterin im 

Nähatelier B.___ AG aufgenommen (Angaben Arbeitgeberin vom 20. April 2015, IV-

act. 8) und war ab 1. September zu 100%, ab 15. September zu 50% und ab 

26. September 2014 wieder durchgehend zu 100% arbeitsunfähig geschrieben 

(Fremdakten, act. 1-6 ff., 1-13 ff.). Das Arbeitsverhältnis wurde auf den 31. Januar 2015 

gekündigt (IV-act. 8-8).

A.b. 

Dr. med. C.___, FMH Rheumatologie, hatte im Bericht vom 12. September 2014 

ein myofasziales Schmerzsyndrom lumbal und Beckengürtel bei muskulärer 

Dysbalance der Rumpf- und Beckenmuskulatur und leichter Degeneration und 

medialer Protrusion der Bandscheibe L5/S1 sowie diffuse Arthralgien der oberen 

Extremitäten bei Tendenz zu Hypermobilität diagnostiziert. Er hatte festgehalten, die 

nach distal ausstrahlenden Schmerzen dürften im Rahmen der myofaszialen 

Schmerzsymptomatik (zu erklären) sein. Ein Hinweis auf eine radikuläre Symptomatik 

habe sich bei der Untersuchung nicht ergeben. Für eine entzündliche Krankheit habe er 

keine Anhaltspunkte. Aus rein medizinischer Sicht sei eine Reduktion der 

Arbeitsfähigkeit nicht wirklich gerechtfertigt. Längerfristig sei die Versicherte aus 

rheumatologischer Sicht zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 53-17 ff.). Prof. Dr. med. D.___, 

A.c. 

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Facharzt FMH Neurologie, hatte im Bericht vom 24. Oktober 2014 die Diagnose einer 

somatoformen Schmerzstörung gestellt und festgehalten, die neurologische klinische 

Untersuchung sei unauffällig. Ein MRI Neurocranium zeige insgesamt sechs kleinere 

inerte Gliosen. Diese seien möglicherweise noch durch einen Autounfall im Jahr 2013 

mit schwerer Heckkollision bedingt, hätten aber keine Krankheitsrelevanz. Seines 

Erachtens liege insgesamt eine depressive Entwicklung vor, vermutlich mit einer 

somatoformen Schmerzstörung (IV-act. 53-15 f.). Dr. med. E.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hatte die Versicherte am 12. November 2014 

erstmals gesehen und die Diagnosen einer Angst und depressiven Reaktion gemischt 

(ICD-10, F43.22) bei Persönlichkeit mit ängstlich vermeidenden Zügen sowie einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10, F45.4) gestellt. Er hatte 

ausgeführt, die Versicherte habe wenig Introspektionsfähigkeit, beschreibe zwar 

Probleme wie Einsamkeit, Überforderung und Angst, jedoch siedle sie die Ursache im 

körperlichen Bereich an. Sie spreche nicht gut Deutsch, kenne wenig Leute, lebe 

zurückgezogen und vermeide Aktivität und Klärung. Nach Aufnahme einer vollzeitlichen 

Tätigkeit sei sie nach den Sommerferien in F.___ innerlich zusammengebrochen und 

könne sich nicht mehr aufraffen. Sie sei zur Zeit stark eingeschränkt in der 

Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und ermüde sehr schnell. Die Stimmung sei 

depressiv gedrückt, so dass sie nicht längere Zeit bei der Sache bleiben könne. Die 

Behandlung finde wöchentlich während einer Stunde statt. Die Versicherte habe 

anfänglich passiv eine Krankschreibung erwartet, arbeite inzwischen aber gut mit. 

Insoweit habe sie aktiviert werden können, sie sei aber noch weit von einer 

verwertbaren Arbeitsfähigkeit entfernt. Mittelfristig sei eine Arbeitsfähigkeit von 60% 

bis 80% möglich. Es sei eine Intensivierung der Therapie in der Tagesklinik vorgesehen 

(Berichte vom 19. Januar 2015, IV-act. 53-9 ff., und vom 16. Februar 2015, 

Fremdakten, act. 1-9 ff.). 

Die tagesklinische Behandlung erfolgte vom 9. März bis 1. Juli 2015 im 

Psychiatrie-Zentrum G.___. Zusätzlich zur Angst und depressiven Störung gemischt 

und zur anhaltend(en) somatoformen Schmerzstörung wurde zunächst eine 

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) diagnostiziert und später der 

entsprechende Verdacht formuliert. Der behandelnde Arzt und die behandelnde 

Psychologin führten aus, durch die Schmerzstörung sei die Versicherte nicht in der 

A.d. 

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Lage, schwere körperliche Tätigkeiten auszuführen. Sie leide an Kraftlosigkeit in Armen 

und Beinen, "plötzlich auftretenden Schmerzen vor allem im Hüftbereich" sowie einer 

unspezifischen Schwindelsymptomatik. Leider zeichne sich bisher nur ein zögerliches 

Ansprechen auf die therapeutischen Bemühungen ab mit Chronifizierungstendenz von 

Angst, Depression und somatoformer Schmerzstörung. Zum Abschluss der 

Behandlung könne von einer leichten Verbesserung der depressiven Symptomatik 

gesprochen werden. Die Ängste hätten sich reduziert und die Versicherte verfüge über 

Strategien zu deren Bewältigung. Vor dem Hintergrund der berichteten 

Kriegstraumatisierung während der Kindheit und Jugend und der 

migrationsspezifischen Probleme sei die Prognose tendenziell eher ungünstig. 

Aufgrund der chronifizierten Schmerzen, depressiver und unspezifischer 

Angstsyndrome sei lediglich eine Teilarbeitsfähigkeit realisierbar. Eine schrittweise 

Steigerung sollte möglich sein (vgl. Berichte vom 18. Mai 2015, IV-act. 13-2 f., 

Abschlussbericht vom 29. Juli 2015, IV-act. 53-5 f., Bericht vom 24. August 2015, 

Fremdakten, act. 2-2 f.).

RAD-Ärztin med. pract. H.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

nahm am 1. Juli 2015 Stellung: Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne anhand 

der aktuellen Aktenlage eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50% in adaptierter Tätigkeit - 

leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, 

keine Nachtarbeit - angenommen werden (IV-act. 15). Die 

Eingliederungsverantwortliche vermerkte im Assessmentprotokoll vom 13. August 

2015, die Versicherte mache einen müden, desinteressierten und "abgelöschten" 

Eindruck. Berufliche Interessen bzw. Motivation seien nicht spürbar (IV-act. 24).

A.e. 

Dr. E.___ hielt im Arztbericht vom 26. Oktober 2015 fest, die Versicherte leide seit 

Jahren an einer schwankenden Befindlichkeit und tue sich schwer mit Veränderungen 

und entwicklungsnotwendigen Herausforderungen. Strukturell zeige sie 

Einschränkungen in den Bereichen Regulation und Bewältigung (Angst, Panik, 

Gereiztheit, Körperbeben, Schlafstörung, Blockade, Antriebslosigkeit, Grübeln, 

Rückzug). Ihr Krankheitsverständnis und ihre Behandlungserwartungen seien 

dysfunktional. Sie pflege Kontakte vornehmlich zu Verwandten und vermeide 

selbständige Schritte. Sie habe wenig Selbstwirksamkeitserfahrungen im Umgang mit 

Herausforderungen auch im beruflichen Bereich. Dem Sprung von zwei bis drei 

A.f. 

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Stunden Putzarbeit abends zur vollzeitigen Arbeitskraft im Team tagsüber mit hohen 

Leistungserwartungen an Geschicklichkeit und Belastbarkeit sei sie nicht gewachsen 

gewesen. Die Versicherte benötige Förderung bzw. Druck von aussen, neige zu 

Passivität, Vermeidung. Die Arbeitsfähigkeit sei durch Schwindel, Panik, Vermeidung 

sowie kognitive und manuelle Überforderung eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei 

aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Als Näherin bestehe vom 1. April 2015 

bis auf weiteres eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 34).

Mit Mitteilung vom 27. Oktober 2015 sprach die IV-Stelle der Versicherten 

Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 32). Die Eingliederungsverantwortliche schloss ihren Fall 

am 26. April 2016 ab. Die Versicherte sei nach wie vor zu 50% arbeitsfähig 

geschrieben. Sie habe während sechs Monaten im Rahmen der Arbeitsvermittlung 

begleitet werden können und vom 6. April bis 19. Mai 2016 im Rahmen eines 

Praktikums in einem 50%-Pensum bei einer Tankstelle gearbeitet. Ergebe sich dort 

keine Anschlusslösung, sei die Begleitung durch das RAV ausreichend 

(Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung, IV-act. 39-2; Mitteilung vom 26. April 2016, 

IV-act. 41).

A.g. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte nach Einwand der 

Rechtsschutzversicherung vom 2. Juni 2016 gegen die mit Vorbescheid vom 27. April 

2016 in Aussicht gestellte Ablehnung eines Rentenanspruchs sowie nach erneuter 

RAD-Stellungnahme vom 5. Oktober 2016 (vgl. IV-act. 44, 48 und 54) bidisziplinär 

begutachtet (Gutachten vom 10. Dezember 2016, Dr. med. I.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie, und Dr. med. J.___, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Untersuchungen 4. November 2016, IV-act. 63). Die Gutachter 

diagnostizierten bzw. bestätigten ein generalisiertes myofasciales Schmerzsyndrom, 

degenerative Veränderungen der LWS ossärer und diskogener Art, eine moderate 

Hypermobilität (IV-act. 63-19), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: 

F45.4), eine Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F43.22) und akzentuierte 

Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden und lethargischen Anteilen (ICD-10: 

Z73,1); differenzialdiagnostisch erhob die psychiatrische Gutachterin eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0; zum Ganzen IV-act. 63-33). Aus orthopädischer 

Sicht bestehe in einer gut adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90% (IV-

act. 63-25). Aus rein psychiatrischer Sicht sei die zumutbare Arbeitsfähigkeit um 30% 

A.h. 

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eingeschränkt (IV-act. 34). Unter den gegebenen Umständen ergänzten und verstärkten 

sich die Auswirkungen der somatischen und der psychischen 

Gesundheitsschädigungen; die Schmerzen beeinflussten die Psyche negativ, wodurch 

die körperlich begründeten Schmerzen stärker empfunden würden, was insgesamt die 

Leistungsfähigkeit vermindere. Aus Sicht beider Fachgebiete liege eine gewisse 

Verlangsamung des Arbeitstempos und eine raschere Ermüdbarkeit vor (IV-act. 63-39). 

In diesem Sinne gebe es Wechselwirkungen zwischen den orthopädischen und den 

psychiatrischen Diagnosen, die sich aber in Bezug auf die Leistungs- und damit auf die 

Arbeitsfähigkeit nicht addierten (IV-act. 63-40). In der bisherigen Tätigkeit als Näherin 

liege eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vor. Als Reinigungsangestellte sei die 

Versicherte zu 30% arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 30% auszugehen. Die aus beiden Fachgebieten resultierenden 

Arbeitsunfähigkeiten könnten nicht addiert werden, da die Einschränkungen identisch 

seien und die Beschwerdeführerin die notwendigen Pausen zur Erholung sowohl in 

körperlicher als auch in psychischer Hinsicht nutzen könne (IV-act. 63-40). Aus 

somatischer Sicht sollte es sich um wechselbelastende, körperlich leichte Arbeiten mit 

der Möglichkeit des Wechsels zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, ohne Tragen von 

Lasten über 10 kg und ohne Notwendigkeit von Zwangspositionen der Wirbelsäule, 

insbesondere der Inklination und Rotation, handeln. Auch Überkopfarbeiten seien zu 

meiden. Aus psychiatrischer Sicht seien ruhigere Tätigkeiten, ohne mehrere 

gleichzeitige Anforderungen, ohne starken Zeitdruck und mit einem überschaubaren 

geordneten Arbeitsablauf zumutbar (IV-act. 63-41). RAD-Arzt Dr. K.___ befand, auf das 

Gutachten könne abgestellt werden (Stellungnahme vom 19. Dezember 2016, IV-

act. 64).

Mit Vorbescheid vom 6. Januar 2017 ersetzte die IV-Stelle den Vorbescheid vom 

27. April 2016 und stellte der Versicherten erneut die Abweisung des 

Leistungsbegehrens betreffend Rente in Aussicht (IV-act. 67). Die Versicherte liess 

dagegen am 13. Januar 2017 vorsorglich Einwand erheben (IV-act. 68). Diesen 

begründete sie am 8. Februar 2017 (IV-act. 71-1 ff.). Gestützt auf Stellungnahmen von 

Dr. E.___ vom 26. Januar 2017 (IV-act. 71-7 ff.) und von Dr. L.___ vom 27. Januar 2017 

(IV-act. 71-9 ff.) machte sie im Wesentlichen geltend, es sei von einer maximal 

A.i. 

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B.  

50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Weiter rechtfertige sich ein leidensbedingter 

Tabellenlohnabzug von mindestens 10% (IV-act. 71-1 ff.).

RAD-Arzt Dr. K.___ nahm am 13. März 2017 zusammenfassend Stellung, konkrete 

Mängel am Gutachten würden nicht vorgetragen. Es bestünden psychosoziale 

Beeinträchtigungen und sicherlich belastende Lebensereignisse, die invaliditätsfremd 

seien bzw. der normalpsychologischen Verarbeitung unterlägen und daher nicht in die 

Beurteilung einzubeziehen seien. Es würden keine medizinischen Faktoren 

vorgetragen, welche den Gutachtern nicht bekannt gewesen und von ihnen deshalb 

nicht berücksichtigt worden wären (IV-act. 72).

A.j. 

Mit Verfügung vom 10. April 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. 

Aus den Stellungnahmen der behandelnden Ärzte würden keine neuen medizinischen 

Tatsachen bekannt. Die (psychiatrische) Gutachterin habe die medizinischen 

Sachverhalte berücksichtigt, weshalb am Ergebnis der Begutachtung festgehalten 

werden könne. Es handle sich lediglich um eine andere Bewertung desselben 

medizinischen Sachverhalts durch die behandelnden Ärzte. Aus medizinischer Sicht 

bestehe eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Die Notwendigkeit 

vermehrter Pausen sei bereits bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt 

worden. Der Bedarf an besonderer Rücksichtnahme seitens des Arbeitgebers bzw. des 

Umfelds begründe keinen Leidensabzug. Das Alter, eine minimale Schulbildung sowie 

eine lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt dürften ebenfalls nicht berücksichtigt 

werden. Ein Tabellenlohnabzug sei invalidenversicherungsrechtlich nicht begründet. 

Bezüglich beruflicher Massnahmen sei auf die Mitteilung vom 26. April 2016 verwiesen 

und der Versicherten freigestellt, eine beschwerdefähige Verfügung einzufordern (IV-

act. 73)

A.k. 

Gegen die Verfügung vom 10. April 2017 erhebt A.___ am 26. April 2017 

Beschwerde. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge aufzuheben. Es sei ihr mindestens eine Viertelsrente zu 

gewähren. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, zur 

Vervollständigung des Sachverhalts weitere medizinische Abklärungen über ihren 

Gesundheitszustand vorzunehmen bzw. vornehmen zu lassen. Dr. E.___ und Dr. L.___ 

B.a. 

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kämen in ihren Berichten vom 26. Januar 2017 und vom 27. Januar 2017 zum Schluss, 

dass sie trotz guter Compliance zu maximal 50% arbeitsfähig sei. Die 

Beschwerdegegnerin habe einen Tabellenlohnabzug verneint, da der vermehrte 

Pausenbedarf bereits bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung berücksichtigt worden sei. 

Auf die weiteren Einschränkungen wie wechselnde Körperhaltung, Gewichtslimit von 

10 kg, keine Überkopfarbeiten, kein Schichtbetrieb, keine gleichzeitige mehrfache 

Anforderungen, kein starker Zeitdruck, überschaubarer Arbeitsablauf werde nicht 

eingegangen. Diese Mehrfacheinschränkung rechtfertige einen Tabellenlohnabzug von 

10% (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 18. August 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Die Beschwerdeführerin lasse ausser Acht, dass 

Begutachtungs- und Behandlungsauftrag in einem unvereinbaren Zielkonflikt 

zueinander stünden. Abweichende Auffassungen behandelnder Ärzte bildeten 

regelmässig keinen Grund, von den Ergebnissen einer Administrativbegutachtung 

abzuweichen. Insbesondere eine psychiatrische Exploration könne von der Natur der 

Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sowohl das psychiatrische als auch das 

orthopädische Gutachten erfüllten die Anforderungen an ein lege artis erstelltes 

Gutachten. Es könne vollumfänglich auf die Stellungnahme des RAD vom 13. März 

2017 zu den von der Beschwerdeführerin angerufenen Stellungnahmen von Dr. E.___ 

und Dr. L.___ verwiesen werden. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

Kriterien für einen Tabellenlohnabzug seien durch die Gutachter bei der Festlegung der 

Arbeitsfähigkeit bereits hinreichend berücksichtigt worden. Selbst wenn ein 

Leidensabzug von 10% zugestanden würde, würde bei einem Invalideneinkommen von 

Fr. 28'576.80 und einem Valideneinkommen von Fr. 43'200.-- ein Invaliditätsgrad von 

34% resultieren, welcher keinen Rentenanspruch begründe (act. G 6).

B.b. 

Mit Replik vom 14. September 2017 (act. G 8) bringt die Beschwerdeführerin vor, 

die Einschätzung von Dr. E.___ basiere auf einer über zweijährigen therapeutischen 

Begleitung und therapeutischen Bemühungen. Diese könnten im gutachterlichen 

Kontext zu wenig überblickt werden. Auf das Gutachten könne deshalb nicht 

abgestützt werden. Neben der Arbeitsfähigkeit von maximal 50% habe sie einen 

erhöhten Pausenbedarf. Dieser rechtfertige einen Tabellenlohnabzug von mindestens 

10%, woraus sich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergebe (act. G 8).

B.c. 

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Erwägungen

1.

Streitgegenstand bildet vorliegend ausschliesslich die Frage nach einem 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin, nachdem bei Erlass der Verfügung am 

10. April 2017 seit der den Anspruch auf berufliche Massnahmen verneinenden 

Mitteilung vom 26. April 2016 (IV-act. 41) rund ein Jahr vergangen war, ohne dass diese 

eine anfechtbare Verfügung verlangt oder mit vorliegender Beschwerde Anträge 

hinsichtlich beruflicher Massnahmen gestellt hätte (vgl. BGE 134 V 145).

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik.B.d. 

 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

1.3. 

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2.  

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

1.4. 

Die Beschwerdeführerin rügt im Wesentlichen, auf das bidisziplinäre Gutachten 

von Dr. J.___ und Dr. I.___ sei nicht abzustellen, zumal ihr die sie behandelnden 

Dr. E.___ und Dr. L.___ eine höhere Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% 

attestierten.

2.1. 

Bei der Würdigung der Einschätzungen behandelnder und begutachtender 

Ärztinnen und Ärzte ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach 

behandelnde Ärztinnen und Ärzte nicht nur in der Funktion als Hausärzte sondern auch 

2.2. 

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3.  

als spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer 

Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2017, 

8C_295/2017, E. 6.4.2, mit weiteren Verweisen). Sie stehen in einem 

auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person. Da sie sich zudem in erster Linie 

auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck 

einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden 

objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes (BGE 135 V 470, E. 4.5). Ein den 

Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten kann nicht 

stets in Frage gestellt werden, wenn und sobald die behandelnden medizinischen 

Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an 

vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich 

nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen 

der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen 

Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 

mit Hinweisen). Allein die in masslicher Hinsicht abweichende Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit vermag ein Administrativgutachten nicht in Zweifel zu ziehen (Urteile 

des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008, E. 4.3 mit Hinweisen, publ. in: 

SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, und vom 23. Juni 2015, 9C_853/2014, E. 3.1.2). Mithin ist 

nachfolgend zu prüfen, ob das Gutachten im Grundsatz beweistauglich ist und ob sich 

aus den Berichten der behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte 

ergeben, welche die Gutachter nicht ausreichend berücksichtigt haben. Weiter ist zu 

beachten, dass – behandelnde und begutachtende – Psychiater, die mit der gleichen 

Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und Situationen 

konfrontiert, zu unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen 

und – invalidenversicherungsrechtlich entscheidend – deren Schweregrades mitsamt 

den sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gelangen können. 

Diese in der Natur der Sache begründete, weitgehend fehlende Validierbarkeit 

("Reliabilität") psychiatrischer Diagnosen kann nicht automatisch zu 

Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen Berichten und 

Expertisen führen, wenn die gutachterliche Einschätzung die Anforderungen an 

beweiskräftige Gutachten erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009, 

9C_661/09, E. 3.2).

Nachdem der Rheumatologe Dr. M.___ (Bericht vom 12. September 2014, IV-act. 

53-17 ff.) und der Neurologe Prof. D.___ (Bericht vom 24. Oktober 2014, IV-

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

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act. 53-15 f.) jeweils eine ihrem Fachgebiet zuzurechnende Ursache der geklagten 

Beschwerden ausgeschlossen hatten und sich aus den Akten keine wesentliche 

internistische Gesundheitsproblematik ergibt, macht die Beschwerdeführerin zu Recht 

nicht geltend, es hätte eine polydisziplinäre Begutachtung erfolgen müssen.

Dem orthopädischen Gutachter schilderte die Beschwerdeführerin, sie hätte seit 

ca. 2010 unter lumbalen Rückenschmerzen mit teilweiser Ausstrahlung ins rechte Bein 

gelitten. Durch einen Auffahrunfall im März 2013 sei es zu einer Verschlechterung der 

lumbalen Beschwerden gekommen. Im Juli 2014 seien eine allgemeine Schwäche und 

Schmerzen in der Wirbelsäule und in allen Gelenken aufgetreten, später mit 

Ausstrahlung auch in die Arme. Aktuell verspüre sie überall Schmerzen, die "immer 

wechseln würden". Im Vordergrund stünden lumbal lokalisierte Schmerzen, häufig 

kombiniert mit Blockaden im Beckenbereich, abwechselnd links und rechts lokalisiert. 

Der Verlauf der Schmerzen sei wellenförmig. Sitzen und Gehen führten nach einer 

Stunde und Stehen nach wenigen Minuten zu einer Schmerzverstärkung, Heben und 

Tragen auch nur leichter Gegenstände, Wetterwechsel, Kälte und Nässe bekämen ihr 

gar nicht gut. Teilweise bestünden auch ein Kribbeln, eine Kraftlosigkeit und "immer 

wieder" Schwellungen in den Händen und Beinen (IV-act. 63-12, 20). Der 

orthopädische Gutachter prüfte die so genannten Fibromyalgie-Punkte und kam zum 

Schluss, da nur sieben davon positiv seien, sei es nicht gerechtfertigt, die Diagnose 

(einer Fibromyalgie) zu stellen (IV-act. 63-18, 20). Sodann erhob er eine "moderate 

Hypermobilität" (IV-act. 63-18). Weiter führte er aus, klinisch finde sich eine normale 

Beweglichkeit der Gelenke der oberen und unteren Extremitäten sowie der Wirbelsäule; 

neurologische Reiz- oder gar Ausfallsymptome könnten nicht festgestellt werden (IV-

act. 63-20). Anlässlich der MRI-Untersuchung vom 1. September 2014 hätten lediglich 

leichtgradige Veränderungen der untersten Bandscheibe im Sinne einer Dehydrierung 

und einer leichten medianen Vorwölbung festgestellt werden können. Die Wirbelkörper 

selber und die Facettengelenke seien weitgehend unauffällig gewesen (IV-act. 63-20, 

vgl. auch IV-act. 63-20). Es könne davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin eine verminderte Belastbarkeit der lumbalen Wirbelsäule aufweise; 

diese habe durch Bildgebung und Klinik objektiviert werden können (IV-act. 63-20, 22). 

Die diskogenen Veränderungen seien leichtgradig, allenfalls an der Grenze zu 

mittelgradig, die ossären Veränderungen seien leichtgradig (IV-act. 63-21). Die weiter 

angegebenen diffusen Schmerzen am Bewegungsapparat könnten nicht objektiviert 

werden (IV-act. 63-21). Es bestehe ein generalisiertes myofasciales Schmerzsyndrom, 

das sich allerdings nicht objektivieren lasse und sicher auch durch die Tatsache 

beeinflusst werde, dass die Beschwerdeführerin ihren Beschwerden einen recht hohen 

Stellenwert beimesse (IV-act. 63-22).

3.2. 

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4.  

Der orthopädische Gutachter geht von einer vor allem qualitativ eingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit aus, welche Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 

kg, ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule umfasst (IV-act. 63-25). Dies erklärt sich 

mit den objektivierbaren beschriebenen degenerativen Befunden. In Anbetracht 

dessen, dass die der Diagnose des myofascialen Schmerzsyndroms zugeordneten 

Beschwerden zu keinen organisch objektivierbaren funktionellen Einschränkungen 

führen, erscheint nachvollziehbar, dass der Gutachter in quantitativer Hinsicht für die 

Tätigkeiten im Nähatelier und in der Reinigung eine quantitative Einschränkung von 

30% und in einer besser adaptierten Tätigkeit von 10% attestiert (vgl. IV-act. 63-25). 

Dr. L.___ hatte sich bereits im Arztbericht vom 26. August 2016 ähnlich geäussert; die 

Versicherte könne keine schweren Lasten tragen (max. 10 kg), leide unter 

Konzentrationsstörungen und Müdigkeit und könne keinen Zeitdruck aushalten. Unter 

Berücksichtigung der genannten nicht im engeren Sinne somatischen 

Beschwerdekomponenten hatte sie die Arbeitsfähigkeit auf maximal 50% eingeschätzt 

(IV-act. 53-1 ff.). Später schloss sie sich der Beurteilung des orthopädischen 

Gutachters ausdrücklich an (Stellungnahme vom 27. Januar 2017, IV-act. 71-9).

3.3. 

Gegenüber der psychiatrischen Gutachterin schilderte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen Überforderung, Erschöpfung, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, 

Ohnmachtsanfälle und Schwindel. Sie habe daher ihre Vollzeitarbeitsstellen bei N.___ 

(2011 bis 2012) und im Nähatelier (ab 21. März 2014, IV-act. 8-1) aufgeben müssen. 

Auch die während vier Stunden halbtags ausgeübte Tätigkeit an einer Tankstelle sei ihr 

"zu viel" gewesen. Drei Stunden halte sie für möglich (IV-act. 63-27 f.). Die Gutachterin 

diagnostizierte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), eine 

Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F43.22) sowie akzentuierte 

Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden und lethargischen Anteilen (ICD-10: 

Z73,1); differenzialdiagnostisch erhob sie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F61.0; IV-act. 63-33). Damit bestätigte sie im Wesentlichen die Diagnosen von 

Dr. E.___ (vgl. IV-act. 63-34, Arztbericht Dr. E.___ vom 26. Oktober 2015, IV-act. 34: 

Angst und depressive Reaktion gemischt [ICD-10: F41.2] sowie anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung [ICD-10: F45.40]; vgl. auch Stellungnahme Dr. E.___ 

vom 26. Januar 2017, wonach die psychiatrische Gutachterin schlussendlich zu 

denselben Diagnosen komme, welche auch er gestellt habe). Abweichend beurteilen 

der behandelnde Arzt und die Gutachterin indes die Auswirkung der psychischen 

Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit: Im Bericht vom 23. Mai 2016 

hatte Dr. E.___ im Wesentlichen festgehalten, die Versicherte bemühe sich und sei sehr 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

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motiviert, ohne dass sich etwas Grundlegendes an ihrer Problematik verändert habe. 

Sobald etwas mehr körperliche und psychische Anstrengung verlangt werde, zeige 

sich, dass sie mit ihrer 50%igen Arbeitsfähigkeit absolut an ihr Leistungsmaximum 

komme. Die Angst- und depressive Reaktion gemischt und die anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung beeinflussten sich gegenseitig derart, dass auch auf 

längere Sicht von einem maximal erreichbaren Arbeitspensum von 50% auszugehen 

sei (IV-act. 48-8 f.). An dieser Einschätzung hielt er auch in der Stellungnahme vom 26. 

Januar 2017 fest (IV-act. 71-2), während die Gutachterin von einer zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit von 70% ausgeht (vgl. IV-act. 63-34).

Die Gutachterin beschrieb im Befund unter anderem einen verminderten Antrieb, 

eine Schwunglosigkeit, ein lethargisches, spärliches und sparsames 

Ausdrucksverhalten, steife, unsichere, insgesamt sehr gleichgültige, teilweise ratlose 

Umgangsformen, einen unentschlossenen Willen, ein zurückhaltendes, sehr einsilbiges 

und sehr indifferentes Kontakt- und Antwortverhalten, ein nüchternes, teilweise 

widersprüchliches und gleichgültiges Denken sowie eine affektarme, nüchterne, 

teilweise ratlose, über weite Strecken ernste Stimmung mit wenig Mimik und seltenem 

Lächeln. Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit wurden als erschwert und 

abschweifend erhoben, die Gedächtnisleistung als teilweise schwerbesinnlich. Von der 

Persönlichkeit her gebe es Hinweise auf ängstlich-vermeidende und lethargische 

Anteile (IV-act. 63-30). Sie legte weiter dar, klinisch hätten im Rahmen der aktuellen 

Untersuchung eine leichte Verlangsamung, ängstliche Zurückhaltung und Lethargie 

festgestellt werden können. Testpsychologisch habe sich ein leichtes depressives 

Syndrom abgebildet. Die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen 

Belastungsstörung habe weder klinisch noch testdiagnostisch bestätigt werden können 

(IV-act. 63-34). Die geklagten Beschwerden - Rückenschmerzen, Erschöpfung, 

Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsstörungen - führt sie auf die diagnostizierte 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung, auf die Angst und depressive Störung 

gemischt sowie auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden und 

lethargischen Anteilen zurück (IV-act. 63-34 f.).

4.2. 

Die Expertin beurteilt die Ausprägung und Schwere der Befunde insgesamt aus 

rein psychiatrischer Sicht als leicht bis mittelgradig (IV-act. 63-34). Dem ist zu folgen. 

Zwar erachtet sie die Diagnosekriterien einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung, insbesondere eines andauernden, schweren und quälenden 

Schmerzes, trotz der wenig fassbaren Angaben der Beschwerdeführerin als erfüllt (IV-

act. 63-34; vgl. H. Dilling/ H.J. Freyberger, Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation 

psychischer Störungen, 7. Aufl., Bern 2014, S. 195), womit ein invalidisierender 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

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Schweregrad der Auswirkungen auf die Alltagsfunktionen diagnoseinhärent ist 

(vgl. BGE 141 V 286, E. 2.1.1). Die Beschwerdeführerin beschrieb indes den Verlauf der 

Schmerzen als wechsel- und wellenhaft, von verschiedenen Einflüssen abhängig. Sie 

konnte die Intensität auf der bis 10 reichenden Schmerzskala nicht quantifizieren (IV-

act. 63-12), was Dr. L.___ auf Defizite bei der Selbsteinschätzung und der deutschen 

Sprache zurückführt (Stellungnahme vom 27. Januar 2017, IV-act. 71-9). Der 

orthopädische Gutachter vermerkte, dass die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten 

gehabt habe, genaue Angaben zu machen (IV-act. 63-12); immerhin fand die 

Begutachtung in Anwesenheit einer Dolmetscherin statt (IV-act. 63-1). Als 

Schmerzmedikation werden Dafalgan (Paracetamol, bei leichten bis mässig starken 

Schmerzen, www.compendium.ch) oder Spedifen (Ibuprofen) bei Bedarf, etwa zwei- 

bis dreimal in der Woche, angegeben (IV-act. 63-15, 29). Gesamtüberblickend 

erscheint im Aktenverlauf aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin eher die 

Erschöpfung als die Schmerzen im Beschwerdebild vorrangig, wenngleich die 

psychiatrische Gutachterin die Rückenschmerzen ebenfalls als vorrangig bezeichnet 

(IV-act. 63-34). Die Beschwerdeführerin steht in monatlicher Behandlung bei Dr. E.___ 

(Bericht Dr. E.___ vom 23. Mai 2016, IV-act. 48-8) und erhält seit zwei Jahren das 

Antidepressivum Valdoxan. Dieses helfe ihr beim Einschlafen (IV-act. 63-29, wobei sie 

gegenüber der Eingliederungsverantwortlichen am 20. Januar 2016 angab, sie nehme 

keine Medikamente gegen Depressionen mehr, IV-act. 39-2). Die Intensität der 

Therapie, mit der sich die Beschwerdeführerin besser fühle (IV-act. 63-27), lässt nicht 

auf einen sehr hohen Leidensdruck schliessen. Insgesamt ist somit nachvollziehbar, 

dass die Gutachterin trotz diagnostizierter anhaltender somatoformer Schmerzstörung 

nicht von schwer beeinträchtigenden Schmerzen oder anderweitigen schwerwiegenden 

psychiatrischen Beeinträchtigungen ausgeht.

Von orthopädischer Seite liegen keine schwerwiegenden Komorbiditäten vor; der 

orthopädische Gutachter geht von einer leicht- bis höchstens mittelgradigen 

Ausprägung des Gesundheitsschadens aus (vgl. IV-act. 63-21). Betreffend die 

Persönlichkeit liegen gemäss psychiatrischem Gutachten ängstlich-vermeidende und 

lethargische Züge vor, die auf eine durch kriegerische Auseinandersetzungen 

verursachte Persönlichkeitsentwicklungsstörung zurückzuführen seien und sich aktuell 

als Persönlichkeitsakzentuierung zeigten (IV-act. 63-35). Dies erscheint in Anbetracht 

der erhobenen Befunde (IV-act. 63-30) nachvollziehbar. Zu den Ressourcen führte die 

psychiatrische Gutachterin aus, die Beschwerdeführerin habe keine Beeinträchtigung 

bei der Anpassung an Regeln und Routinen. Die Fähigkeit zur Planung und 

Strukturierung von Aufgaben sei leicht eingeschränkt. Anstehende Aufgaben würden 

abhängig von der aktuellen körperlichen Problematik erledigt. Grundsätzlich versorge 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

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5.

Zusammengefasst berücksichtigt das Gutachten die geklagten Beschwerden und die 

sie sich selbständig und brauche im Haushalt lediglich bei schweren Tätigkeiten Hilfe. 

Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien leicht eingeschränkt. Die 

Beschwerdeführerin habe Schwierigkeiten, sich an neue Situationen anzupassen. Die 

Anwendung fachlicher Kompetenzen sei nicht eingeschränkt. Die Entscheidungs- und 

Urteilsfähigkeit sei leicht beeinträchtigt, da sich die Beschwerdeführerin von äusseren 

Faktoren beeinflussen lasse. Das Durchhaltevermögen und die 

Selbstbehauptungsfähigkeit seien mässig beeinträchtigt (IV-act. 63-35). Die 

Kontaktfähigkeit zu Dritten sei eingeschränkt; die Beschwerdeführerin ziehe sich 

gehäuft zurück und vermeide Kontakte. Auch die Gruppenfähigkeit sei eingeschränkt, 

da sie sich häufig zurückziehe. Kaum Probleme bestünden in der Beziehung zu 

vertrauten Menschen. Die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten sei mässig eingeschränkt; 

Hobbys würden vernachlässigt und die Beschwerdeführerin verhalte sich passiv. Die 

Unterstützung durch das vorhandene soziale Netzwerk sei vorhanden. Die 

Kommunikationsfähigkeit sei aufgrund geringer Sprachkenntnisse eingeschränkt. Die 

Motivation sei eher gering. Es lägen soziale Belastungen vor (geringe 

Deutschkenntnisse, keine berufliche Ausbildung, Kinderversorgung; zum Ganzen IV-

act. 63-36 f.). Die Beschwerdeführerin äusserte hierzu, sie habe wenig Kontakt mit 

deutschsprachigen Menschen, dies finde sie schade. Die finanziellen Verhältnisse seien 

ausreichend. Die Partnerschaft sei sehr gut. Ihr Ehemann kümmere sich um alles, auch 

um die Schulbelange der Söhne und um gemeinsame Unternehmungen, und helfe ihr 

im Haushalt. Auch seine Familie habe grosses Verständnis und unterstütze sie (vgl. IV-

act. 63-29). Es ist demnach von intakten, unterstützenden familiären Ressourcen 

auszugehen. Zur Konsistenz hielt der orthopädische Gutachter fest, die von der 

Beschwerdeführerin vorgebrachten Beschwerden korrelierten mit ihrem Benehmen. 

Während der Befragung und der Untersuchung sei sie in ihren Aussagen und in ihrem 

Benehmen konsistent gewesen. Auch ausserhalb der eigentlichen 

Untersuchungssituation hätten keine Diskrepanzen oder Widersprüche bemerkt 

werden können. Die Schilderungen bezüglich des Tagesablaufs, namentlich im Hinblick 

auf die zu erledigenden Haushaltarbeiten, seien in sich konsistent (IV-act. 63-21). Die 

fehlende Hand- und Fussbeschwielung bestätigten die Angabe der 

Beschwerdeführerin, dass sie nicht mehr sehr aktiv sei (IV-act. 63-24). Auch die 

psychiatrische Gutachterin konnte weder klinisch noch testpsychologisch 

Diskrepanzen oder Widersprüche ausmachen (IV-act. 63-37). Weiter attestieren die 

Gutachter der Beschwerdeführerin eine grundsätzlich gute Kooperation bzw. 

Compliance (IV-act. 63-24, 36).

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vorhandenen Akten. Es ist schlüssig und nachvollziehbar und orientiert sich am für 

nicht somatisch objektivierbare Leiden anzuwendenden strukturierten Beweisverfahren 

bzw. den massgeblichen Standardindikatoren. Objektivierte medizinische Standpunkte, 

die das Gutachten in Frage zu stellen vermöchten, werden in den Stellungnahmen von 

Dr. E.___ vom 26. Januar 2017 (IV-act. 71-7 ff) und von Dr. L.___ vom 27. Januar 2017 

(IV-act.  71-9 ff.) nicht vorgebracht. Dass das während der zwei Behandlungsjahre 

entstandene Bild der psychischen Erkrankung mittels der medizinischen Akten nicht 

vollständig vermittelt werden kann, vermag nach der massgeblichen Rechtsprechung 

das Gutachten nicht zu entkräften. Die psychiatrische Begutachtung dauerte über zwei 

Stunden, Anamnese und Befunde wurden vergleichsweise detailliert dokumentiert (IV-

act. 63-1). Die Berichte von Dr. E.___ sind im Vergleich zum Üblichen ebenfalls 

aussagekräftig und umfangreich, so dass der Verzicht der Gutachterin, beim 

behandelnden Dr. E.___ eine Fremdanamnese einzuholen, gerechtfertigt scheint. Auf 

das Gutachten ist daher abzustellen, und es ist gemäss bidisziplinärem Konsens von 

einer durch einen erhöhten Pausenbedarf begründeten (IV-act. 63-40) 70%igen 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ruhigeren, wechselbelastenden, körperlich 

leichten Tätigkeiten ohne mehrere gleichzeitige Anforderungen, ohne starken Zeitdruck, 

mit einem überschaubaren, geordneten Arbeitsablauf, mit Wechsel zwischen Sitzen, 

Stehen und Gehen, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg und ohne 

Zwangspositionen der Wirbelsäule auszugehen (IV-act. 63-38, 25, 41). Diese 

Arbeitsfähigkeit gilt auch retrospektiv, da - wie vorstehend dargetan - die Gutachter 

sowie Behandler in der Diagnosestellung grundsätzlich nicht voneinander abweichen 

und vorliegend hinsichtlich der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für den gesamten zu 

prüfenden Zeitraum die versicherungsrechtliche Einschätzung unverändert 

massgebend ist.

6.  

In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Näherin wurde der Beschwerdeführerin seit 

1. September 2014 eine 100%ige (bzw. zwischenzeitlich 50%ige) Arbeitsfähigkeit 

attestiert (Fremdakten, act. 1-6 ff. und 14 ff.). Gemäss Gutachten dauert diese an (IV-

act. 63-38). Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war somit am 1. September 

2015 erfüllt. Die Beschwerdeführerin meldete sich am 30. März 2015 zum 

Leistungsbezug an, womit am 1. September 2015 auch die Frist gemäss Art. 29 Abs. 3 

IVG abgelaufen ist. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht somit ab 1. September 2015.

6.1. 

Die Beschwerdeführerin erzielte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Näherin im 

Jahr 2014 ein monatliches Einkommen von Fr. 3'600.-- (IV-act. 8-4). Selbst wenn von 

einem dreizehnten Monatslohn ausgegangen wird, ist das Jahreseinkommen von 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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Fr. 46'800.-- gegenüber dem Durchschnittseinkommen 2014 gemäss 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS), Kompetenzniveau 1, 

Frauen von Fr. 53'793.-- im Umfang von 13% unterdurchschnittlich. Die Angabe der 

Beschwerdeführerin gegenüber der psychiatrischen Gutachterin, dass sie bereits im 

Jahr 2012 eine erst 2011 angetretene Vollzeitstelle aus gesundheitlichen Gründen habe 

aufgeben müssen, legt nahe, dass sie bereits damals in ihrer Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt war. Zudem übte sie die Vollzeitstelle als Näherin lediglich während 

einiger Monate aus. Daher ist das Valideneinkommen nach dem erwähnten 

Tabellenlohn zu bemessen. Da die Beschwerdeführerin die ihr zugemutete 

Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft, ist auch das Invalideneinkommen nach dem 

Tabellenlohn zu bemessen und ein Prozentvergleich vorzunehmen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. Februar 2015, 9C_888/2014, E. 2, mit weiteren Verweisen).

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) 

allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass 

persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, 

Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 

3b/aa S. 323). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 880 E. 5b/aa in 

fine). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der 

Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und 

darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; 134 V 327 f. E. 5.2; Urteil 

9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1; zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen). Nach ständiger 

Rechtsprechung können gesundheitliche Einschränkungen, die bereits in der 

Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils enthalten sind, nicht zusätzlich in 

die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten 

Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen. Dabei rechtfertigt der Umstand, dass 

eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt 

lediglich reduziert leistungsfähig ist, an sich keinen Abzug vom Tabellenlohn. Bestehen 

jedoch über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum hinaus zusätzliche 

Einschränkungen, wie beispielsweise ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit 

wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen Pausen, 

oder ist die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne 

weiteres mit den Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

betrieblichen Abläufen ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten 

Abzugs vom statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 5.3.1, mit weiteren Verweisen).

Vorliegend ist das Adaptationsprofil einerseits durch die lumbalen Degenerationen 

und andererseits durch die psychischen Beeinträchtigungen eingeschränkt. Im 

Wesentlichen bedarf die Beschwerdeführerin einer rückenschonenden und psychisch 

unterdurchschnittlich belastenden Tätigkeit mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen. 

Dies wurde bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter bereits umfassend 

berücksichtigt (vgl. IV-act. 63-40), so dass sich kein Abzug rechtfertigt. Weitere 

Elemente zur Begründung eines Tabellenlohnabzugs sind nicht ersichtlich. Überdies 

würde auch ein solcher von 10% noch nicht zu einem rentenbegründenden IV-Grad 

führen; bei einem Tabellenlohnabzug von 10% resultiert ein Invaliditätsgrad von 37% (1 

- [0,9 x 0,7]).

6.4. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.7.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen 

und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

7.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.07.2019
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 28 IVG. Gemäss als beweistauglich beurteiltem bidisziplinären (orthopädisch-psychiatrischen) Gutachten ist die Beschwerdeführerin zu 70% arbeitsfähig. Die Beschwerdeführerin hat vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens nur kurzfristig ein Einkommen erzielt, welches unterdurchschnittlich war. Deshalb sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom durchschnittlichen Tabellenlohn, Kompetenzniveau 1, zu bemessen. Die Auswirkungen der Einschränkungen wurden durch die Arbeitsfähigkeitsschätzung umfassend berücksichtigt, ein Tabellenlohnabzug lässt sich nicht begründen. Folglich besteht kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Juli 2019, IV 2017/156).

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