# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa971093-ba83-53fb-829b-676cb2127ec2
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.10.2023 BB.2021.255
**Docket/Reference:** BB.2021.255
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2021-255_2023-10-26

## Full Text

Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerschaft (Art. 138 i.V.m. Art. 135 StPO);;Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerschaft (Art. 138 i.V.m. Art. 135 StPO);;Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerschaft (Art. 138 i.V.m. Art. 135 StPO);;Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerschaft (Art. 138 i.V.m. Art. 135 StPO)

Beschluss vom 26. Oktober 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Daniel Kipfer Fasciati und Giorgio Bomio-Giovanascini,  
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 
Parteien 

  
A., Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH, 
I. Strafkammer,  

Beschwerdegegner 
 
 

Gegenstand  Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands 
der Privatklägerschaft (Art. 138 i.V.m. Art. 135 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2021.255 
 
 
 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- mit Präsidialverfügung der I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zü-
rich (nachfolgend «I. Strafkammer») vom 29. Oktober 2018 Rechtsanwalt B. 
im Berufungsverfahren SB180444 als unentgeltlicher Rechtsbeistand des 
Privatklägers C. (nachfolgend «C.» oder «Privatkläger») mit Wirkung ab dem 
23. Oktober 2018 entlassen und Rechtsanwalt A. (nachfolgend «RA A.» oder 
«Beschwerdeführer») mit Wirkung ab dem 23. Oktober 2018 als unentgeltli-
cher Rechtsbeistand von C. für das Berufungsverfahren bestellt wurde 
(act. 1.2); 

 
- die I. Strafkammer mit Präsidialverfügung vom 13. Juli 2021 festhielt, der 

frühere langjährige unentgeltliche und nunmehr erbetene Rechtsvertreter 
des Privatklägers, RA B., habe bereits im November 2019 bekannt gegeben, 
er vertrete den Privatkläger wieder; im April 2021 RA B. zudem mitgeteilt 
habe, sich auf eine aufwändige und zeitintensive Berufungsverhandlung ein-
zustellen und vorzubereiten und schliesslich am 1. Juni 2021 sich RA B. da-
hingehend geäussert habe, den Privatkläger «pro bono» zu vertreten; des-
halb die für die (Weiter-)Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung 
gesetzlich verlangte Mittellosigkeit beim Privatkläger nicht mehr gegeben 
sei, da er über einen Anwalt verfüge, der sein Mandat unentgeltlich (weiter-
)führe; RA A. per 13. Juli 2021 als unentgeltlicher Privatklägervertreter ent-
lassen und aufgefordert wurde, dem Gericht seine Honorarnote für seine Be-
mühungen als unentgeltlicher Privatklägervertreter einzureichen (act. 1.4); 

 
- RA A. der I. Strafkammer am 16. August 2021 seine Honorarnote in der Höhe 

von CHF 35'836.40 einreichte (act. 1.5); 
 
- die I. Strafkammer mit Beschluss vom 23. November 2021 die Entschädi-

gung von RA A. für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren SB180444 
auf CHF 7’022.00 festsetzte, wobei das Gericht insbesondere die von RA A. 
geltend gemachten Aufwendungen für die Ausarbeitung zweier Plädoyers 
für die (noch nicht durchgeführte) Berufungsverhandlung im Umfang von 
CHF 26'271.70 nicht entschädigte (act. 1.1); 

 
- dagegen RA A. bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit 

Eingabe vom 9. Dezember 2021 Beschwerde erhob und im Wesentlichen 
die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 des Beschlusses der I. Strafkammer 
vom 23. November 2023 sowie die Zusprechung einer Entschädigung von 
CHF 35'836.40 beantragte (act. 1, S. 2); 

 

- 3 - 

 

 

- die I. Strafkammer mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2021 sinnge-
mäss die Abweisung der Beschwerde beantragte (act. 3); 

 
- RA A. die Frist zur Einreichung einer Replik mehrmals erstreckt wurde, zu-

letzt bis zum 21. Februar 2022 (act. 4-8); 
 
- die Beschwerdekammer mit Schreiben vom 22. Februar 2022 die Frist zur 

Einreichung einer Beschwerdereplik antragsgemäss einstweilen, d.h. bis 
zum Vorliegen eines Ausstandsentscheides gegen Oberrichter D., abnahm 
(act. 10); 

 
- die I. Strafkammer der Beschwerdekammer mit Schreiben vom 4. Juli 2022 

den (noch nicht rechtskräftigen) Beschluss der II. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Zürich vom 15. Juni 2022, mit welchem diese das Aus-
standsgesuch von C. gegen Oberrichter D. abgewiesen hatte, zukommen 
liess (act. 14); 

 
- die Beschwerdekammer RA A. mit Schreiben vom 13. Juli 2022 aufforderte, 

eine allfällige Replik bis zum 25. Juli 2022 einzureichen (act. 15); 
 
- RA A. der Beschwerdekammer am 25. Juli 2022 mitteilte, gegen den Be-

schluss der II. Strafkammer vom 15. Juni 2022 namens des Privatklägers 
Beschwerde ans Bundesgericht erhoben zu haben (act. 16), weshalb die Be-
schwerdekammer mit Schreiben vom 25. Juli 2023 antragsgemäss die Frist 
zur Einreichung einer Beschwerdereplik bis zum Vorliegen eines rechtskräf-
tigen Entscheides des Bundesgerichts abnahm (act. 17); 

 
- die I. Strafkammer der Beschwerdekammer am 21. September 2023 das Ur-

teil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2023 weiterleitete, mit welchem letzte-
res die Beschwerde von C. gegen den Beschluss der II. Strafkammer des 
Obergerichts des Kantons Zürich vom 15. Juni 2022 abgewiesen hat (act. 23 
und 23.1); 

 
- die Beschwerdekammer RA A. mit Schreiben vom 28. September 2023 er-

neut dazu einlud, bis zum 9. Oktober 2023 eine allfällige Beschwerdereplik 
einzureichen (act. 24); diese Frist bis zum 30. Oktober 2023 erstreckt wurde 
(act. 27); 

 
- RA A. die Beschwerdekammer mit Schreiben vom 18. Oktober 2023 darüber 

informierte, dass er mittels Präsidialverfügung der I. Strafkammer vom 
12. September 2023 erneut als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Privat-
klägers eingesetzt worden sei; nach seiner Ansicht damit das vorliegende 

- 4 - 

 

 

Beschwerdeverfahren gegenstandslos geworden sei, weshalb das Be-
schwerdeverfahren abzuschreiben sei; ihm dabei keine Kosten aufzuerlegen 
seien, da er die Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens nicht ver-
ursacht habe (act. 28 und 28.1); 

 
- die Beschwerdekammer mit Schreiben vom 19. Oktober 2023 den Parteien 

mitteilte, dass sie beabsichtige, das Beschwerdeverfahren entsprechend 
dem Antrag des Beschwerdeführers infolge Gegenstandslosigkeit abzu-
schreiben; sie den Beschwerdegegner einlud, zu den Kosten- und Entschä-
digungsfolgen Stellung zu nehmen und zudem die Frist zur Erstattung der 
Replik abnahm (act. 29); 

 
- der Beschwerdegegner mit Eingabe vom 20. Oktober 2023 auf die Einrei-

chung einer Stellungnahme verzichtete (act. 30), was dem Beschwerdefüh-
rer am 23. Oktober 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 31). 
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatkläger-
schaft sich sinngemäss nach dem die Entschädigung der amtlichen Vertei-
digung regelnden Art. 135 StPO richtet (Art. 138 Abs. 1 StPO); 

 
- gegen den Entscheid, mit welchem das Berufungsgericht eines Kantons die 

Entschädigung des Rechtsbeistands für dessen Bemühungen im kantonalen 
Berufungsverfahren festsetzt, dieser bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts Beschwerde führen kann (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO i.V.m. 
Art. 138 Abs. 1 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG; BGE 140 IV 213 E. 1.7 
m.w.H.);  

 
- die Beschwerdeerhebung ein Rechtsschutzinteresse voraussetzt;  
 
- das Rechtsschutzinteresse im Zeitpunkt des Entscheides über die Be-

schwerde noch aktuell sein muss (GUIDON, Die Beschwerde gemäss 
Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, N. 244 m.w.H.);  

 
- vorliegend mit der Wiedereinsetzung des Beschwerdeführers als unentgelt-

licher Rechtsvertreter des Privatklägers vom 12. September 2023 die I. Straf-
kammer des Obergerichts des Kantons Zürich den Aufwand bzw. die Hono-
rierung für die gesamte Dauer der unentgeltlichen Rechtsvertretung zu prü-
fen haben wird, mithin auch die im Rahmen des vorliegenden Beschwerde-

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verfahrens geltend gemachten Aufwendungen, weshalb mit Erlass der Ver-
fügung der I. Strafkammer vom 12. September 2023 das Rechtsschutzinte-
resse an der Beschwerdeführung weggefallen ist; 

 
- bei Eintritt der Gegenstandslosigkeit im Beschwerdeverfahren in erster Linie 

kostenpflichtig wird, wer diese verursacht hat (TPF 2011 31);  
 
- vorliegend die Gegenstandslosigkeit nicht vom Beschwerdeführer verur-

sacht wurde;  
 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Gerichtskosten zu erheben sind 

(Art. 428 Abs. 4 und 423 StPO). 
  

- 6 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abgeschrie-

ben.  
 
2. Es werden keine Gerichtsgebühren erhoben.  

 
 
 

Bellinzona, 26. Oktober 2023 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt A. 
- Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 
 
Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.