# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47ffc0b5-b9fc-57e2-9462-1ed0224f822b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.05.2024 730 23 357 / 123 (730 2023 357 / 123)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_730-23-357---123_2024-05-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. Mai 2024 (730 23 357 / 123) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Krankenversicherung 

 

 

Prüfung, ob die Aktenführungs- und Aktenherausgabepflicht verletzt ist (Art. 46 und 48 

ATSG); Expertenstreit betreffend die Unfallkausalität eines bei einem Sturz zugezogenen 

Zahnschadens 

 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Gisela Warten-

weiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung 
AG, Rechtsdienst, Bundesplatz 15, 6002 Luzern, Beschwerdegegne-
rin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. Die 1950 geborene A.____ ist bei der CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfall-
versicherung AG (CONCORDIA) obligatorisch krankenpflege- und unfallversichert. Am 11. Au-
gust 2022 verlor sie bei einem Sturz auf das Gesicht den Zahn 23. Der Zahn 22 wurde subluxiert 
und die Zähne 11 - 13, 15, 25, 31 – 33 und 41 - 43 erlitten eine Kontusion. Am 31. August 2022 

 

 
 
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gingen bei der CONCORDIA das Zahnschadenformular des behandelnden Zahnarztes, Dr. med. 
dent. B.____, vom 23. August 2022 inkl. Kostenschätzung vom 26. August 2022 in der Höhe von 
Fr. 1'247.50 samt Laborkosten im Umfang von Fr. 550.-- sowie die Röntgenbilder vom 9. August 
2021 und 15. August 2022 ein. Mit Schreiben vom 1. September lehnte die CONCORDIA eine 
Kostenübernahme aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für die Zahnbehandlun-
gen ab mit der Begründung, dass die Zähne 22, 23 und 12 – 15 bereits vor dem Sturz massiv 
parodontal beeinträchtigt gewesen seien und auch bei alltäglichem Gebrauch jederzeit eine 
Schädigung dieser Zähne hätte auftreten können. Mit dieser Ablehnung der Leistungspflicht er-
klärten sich die Versicherte mit Telefonat vom 8. September 2022 und Dr. B.____ mit Schreiben 
vom 19. September 2022 nicht einverstanden. Nach Einholung der Stellungnahmen ihres Ver-
trauenszahnarztes, Dr. med. dent. C.____, vom 12. Oktober 2022 und 17. Dezember 2022 ver-
neinte die CONCORDIA weiterhin ihre Leistungspflicht (vgl. Schreiben vom 12. Oktober 2022 und 
22. Dezember 2022). Auf Verlangen der Versicherten erliess sie sodann am 21. Februar 2023 
eine Verfügung, mit welcher sie an der Ablehnung einer Kostenübernahme für die Behandlung 
der beiden Zähne 22 und 23 festhielt. Die gegen diese Verfügung am 15. März 2023 erhobene 
Einsprache wies die CONCORDIA unter Verweis auf die Stellungnahme von Dr. C.____ vom 6. 
September 2023 mit Entscheid vom 19. Oktober 2023 ab.  
 
B Hiergegen erhob die Versicherte am 13. November 2023 Beschwerde ans Kantonsgericht 
des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Zusam-
menfassend beantragte sie, es sei die CONCORDIA in Aufhebung des angefochtenen Entschei-
des vom 19. Oktober 2023 zu verpflichten, sämtliche Kosten für die durch den Unfall vom 11. 
August 2022 geschädigten Zähne zuzüglich 5 % Zins ab 12. August 2024 zu übernehmen. Weiter 
sei festzustellen, dass die CONCORDIA eine Rechtsverzögerung begangen habe; alles unter 
o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In verfahrens- und beweisrechtlicher Hin-
sicht stellte sie den Antrag, es sei ihr Einsicht in die vollständigen Verfahrensakten zu gewähren. 
Zudem sei die CONCORDIA aufzufordern, sämtliche interne Weisungen betreffend Zahnunfälle 
einzureichen. Dabei habe sie offenzulegen, in wie vielen Fällen sie bei Zahnunfällen von über 70-
jährigen versicherten Personen zuerst eine Leistungspflicht mangels Unfallkausalität abgelehnt 
bzw. bejaht habe. Sollte sich erweisen, dass die Sache nicht spruchreif sei, so sei bei einem 
durch das Gericht zu bestimmenden Sachverständigen ein neutrales Gutachten einzuholen. Der 
Sachverständige habe sich zum krankhaften Vorzustand der durch den Unfall geschädigten Zäh-
nen sowie deren Funktionsfähigkeit ohne Unfall sowie der Frage, ob der luxierte Zahn 23 Alltags-
belastungen hätte standhalten können, zu äussern. In der Begründung machte die Versicherte 
eine Verletzung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung, des Art. 48 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 (Mass-
geblichkeit geheimer Akten), der Aktenführung sowie eine mangelhafte Sachverhaltsabklärung 
geltend. Ausserdem beanstandete sie die Beweistauglichkeit der Beurteilungen von Dr. C.____.  

 
C. Mit Vernehmlassung vom 5. Januar 2024 schloss die CONCORDIA auf Abweisung der 
Beschwerde.  

 
D. Nachdem der Versicherten am 11. Januar 2024 die Verfahrensakten zugestellt wurden, 
verzichtete sie mit Schreiben vom 13. Januar 2024 auf eine weitere Stellungnahme.  

 

 
 
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E. Am 18. Januar 2024 wurde der Fall dem Präsidium zur Beurteilung überwiesen.  
 
 
Der Präsident zieht  i n   E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 
die Krankenversicherung (KVG) vom 20. März 1981 kann gegen Einspracheentscheide der Kran-
kenversicherer Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist das Versicherungsgericht desjenigen 
Kantons, in dem die versicherte Person ihren Wohnsitz hat (vgl. Art. 58 ATSG). Die Versicherte 
wohnt in X.____. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde vom 13. November 2023 ist daher einzutreten.  
 
2.1 Im Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht sind grundsätzlich 
nur Rechtsverhältnisse zu beurteilen, zu denen die zuständige Sozialversicherungsbehörde vor-
gängig verbindlich – in Form einer Verfügung bzw. eines Einspracheentscheides – Stellung ge-
nommen hat. Insoweit bestimmen die Verfügung und der nachfolgende Einspracheentscheid den 
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem An-
fechtungsgegenstand und damit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine 
Verfügung bzw. kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164, E. 2.1, 125 V 413, E. 1 
mit Hinweisen). Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das 
Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, und zwar in dem Aus-
mass, als die Regelung des Rechtsverhältnisses nach den Parteianträgen des Beschwerdever-
fahrens noch streitig ist (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, 
S. 46). Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand 
identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegen-
über die Beschwerde bzw. eine Eingabe auf ein nicht durch die Verfügung bestimmtes Rechts-
verhältnis, gehören die beanstandeten Aspekte weder zum Anfechtungs- noch zum Streitgegen-
stand (BGE 125 V 413. E. 1b). Diesfalls steht der betroffenen Person keine Befugnis zu, verfü-
gungsweise nicht geregelte Rechtsverhältnisse durch eine Beschwerde richterlich überprüfen zu 
lassen. Das Gericht kann auf eine diesbezügliche Beschwerde nicht eintreten (BGE 118 V 311, 
E. 3b mit Hinweisen; ULRICH MEYER, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: BJM 1989 
S. 25). 
 
2.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Entscheid der 
CONCORDIA vom 19. Oktober 2023, in welchem die Leistungspflicht der CONCORDIA bezüglich 
der Kostenschätzung von Dr. B.____ vom 26. August 2022 in Höhe von Fr. 1'247.50 beurteilt 
wurde. Demzufolge kann auf den Antrag der Versicherten, es sei die CONCORDIA zu verpflich-
ten, nebst den im Entscheid angeführten Behandlungskosten auch die Rechnungen von 
Dr. B.____ vom 20. Oktober 2022 in Höhe von Fr. 1'189.15, von Dr. med. dent. D.____ vom 
31. März 2023 in Höhe von Fr. 331.65 sowie weitere mit dem Sturz vom 11. August 2022 in 
Zusammenhang stehende Zahnarztrechnungen zu bezahlen, mangels Vorliegens eines Anfech-
tungsgegenstandes nicht eingetreten werden.  
 

 

 
 
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3.1 Die Versicherte beantragt in verfahrensrechtlicher Hinsicht, es sei festzustellen, dass die 
CONCORDIA Rechtsverzögerung "begangen" habe. Zur Begründung führte sie aus, dass der 
Einspracheentscheid trotz mehrfachen Nachfragens erst 7 Monate nach Einspracheerhebung er-
lassen worden sei. Eine derart lange Bearbeitungsdauer sei gemäss Lehre als unangemessen 
zu bezeichnen.  
 
3.2 Eine unzulässige Rechtsverzögerung liegt unter anderem dann vor, wenn der zuständige 
Versicherungsträger zwar zu erkennen gibt, dass er die Sache bearbeiten will, die Behandlung 
aber in ungerechtfertigter Weise über Gebühr verzögert, d.h. den Entscheid nicht binnen der Frist 
trifft, welche nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände als an-
gemessen erscheint (BGE 131 V 407 E. 1.1, 130 I 312 E. 5.1, 103 V 194 E. 3c; ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich 2006, N 1658). 
Ob sich die gegebene Verfahrensdauer mit dem dargelegten Anspruch auf Rechtsschutz innert 
angemessener Frist verträgt oder nicht, ist am konkreten Einzelfall zu prüfen. Massgeblich sind 
namentlich die Art des Verfahrens und der Aufwand, der zu betreiben ist, um den Fall zu erledi-
gen; dabei fallen insbesondere die Schwierigkeit der Materie und die Zahl der zu beantwortenden 
Fragen ins Gewicht. Weiter zu berücksichtigen sind das Verhalten der Beteiligten und die Bedeu-
tung der Angelegenheit für den Rechtsuchenden (Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 
2008, 9C_624/2008, E. 5.2.1; BGE 130 I 312 E. 5.2, 125 V 188 E. 2a, 119 Ib 311 E. 5b). Ein 
vollständiges, objektiv nicht begründbares Untätigsein des Versicherungsträgers während 9 bzw. 
12 Monaten erfüllt den Tatbestand der Rechtsverzögerung (SVR 2001 IV Nr. 24 S. 73 f.). Vorlie-
gend beträgt die Bearbeitungsdauer der Einsprache der Versicherten vom 15. März 2023 bis zum 
Erlass des Entscheides rund 6 Monate, weshalb nicht von einer unzulässigen Rechtsverzögerung 
ausgegangen werden kann. 
 
3.3.1 Selbst wenn eine Bearbeitungsdauer von mehr als 9 bzw. 12 Monaten vorliegen würde, 
ist eine Rechtsverzögerung mangels aktuellen Feststellungsinteresses zu verneinen. Die formell-
rechtliche Zulässigkeit eines Feststellungsbegehrens setzt nämlich ein unmittelbares und aktuel-
les Rechtsschutzinteresse an der verlangten Feststellung voraus, dass bestimmte Rechte oder 
Pflichten bestehen oder nicht bestehen. Nach der Rechtsprechung muss die Beschwerde füh-
rende Partei somit grundsätzlich ein aktuelles praktisches Interesse an der Beurteilung ihres Fest-
stellungsbegehrens haben, damit auf die Beschwerde eingetreten werden kann. Das Interesse 
an der Beschwerdeführung ist aktuell, wenn der erlittene Nachteil im Zeitpunkt der gerichtlichen 
Beurteilung noch besteht (BGE 130 V 388, 125 I 394 E. 4a und 116 Ia 359 E. 2a).  
 
3.3.2 Vorliegend ist ein schutzwürdiges Interesse der Versicherten an der Feststellung einer 
Rechtsverzögerung zu verneinen, steht doch fest, dass die CONDORDIA mit dem Erlass des 
angefochtenen Einspracheentscheides die ihr obliegende Amtshandlung vorgenommen hat. Da-
mit ist das aktuelle Interesse der Versicherten am Feststellungsbegehren bereits der Einreichung 
der Beschwerde vom 13. November 2023 dahingefallen, weshalb auch in diesem Punkt nicht auf 
die Beschwerde eingetreten werden kann. 
 

 

 
 
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4.1  In formeller Hinsicht rügt die Versicherte eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil sich 
die CONCORDIA nicht mit allen wesentlichen rechtlichen Voraussetzungen für ihre Leistungs-
pflicht und mit den von ihr eingereichten Arztberichten gar nicht bzw. ungenügend auseinander-
gesetzt habe.  
 
4.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
(BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. In Konkretisierung 
dieses verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs statuiert Art. 49 Abs. 3 ATSG die grundsätzliche 
Pflicht der Versicherungsträger, ihre Entscheide zu begründen, wenn sie den Begehren der Par-
teien nicht voll entsprechen. Zur Frage, welche Begründungsdichte die Verfügung aufweisen 
muss, äussert sich die genannte Bestimmung nicht. Diesbezüglich ist auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung zu verweisen, wonach die Begründung so abgefasst sein muss, dass die be-
troffene Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, 
wenn sowohl die betroffene Person wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des 
Entscheides ein Bild machen können. Zu diesem Zweck müssen wenigstens kurz die Überlegun-
gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihre Verfü-
gung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen 
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich 
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 184, E. 2.2.1, 
124 V 180, E. 1 mit Hinweisen). 
 
4.3 Eine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs hat – auf Antrag oder von Amtes 
wegen – die Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsaktes und die Rückweisung der Sache 
zu neuer Entscheidung unter Wahrung der Verfahrensrechte der betroffenen Partei zur Folge. 
Davon kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn die Rechtsmittelinstanz in tatsächlicher 
und rechtlicher Hinsicht über uneingeschränkte Kognition verfügt und wenn die Rückweisung zu 
einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu verein-
baren wären (BGE 132 V 387, E. 5.1 mit Hinweis). 
 
4.4 Im angefochtenen Entscheid vom 19. Oktober 2023 wurde in den Erwägungen 1, 3, 4 und 
4.1 dargelegt, auf welche rechtlichen Grundlagen sich die CONCORDIA bei der Ablehnung ihrer 
Leistungspflicht stützte. Die entsprechenden Subsumptionen zu den allgemeinen Erwägungen 
ergingen in den Erwägungen 2, 3.1 – 3.3 und 4.2 – 4.4). Insbesondere legte sie in Erwägung 4.3 
dar, weshalb sie nicht auf die Beurteilungen von Dr. B.____ abgestellt habe und aus ihrer Sicht 
den Beurteilungen von Dr. C.____ höhere Beweiskraft als denjenigen von Dr. B.____ beizumes-
sen sei. Eine Verletzung der Begründungspflicht durch die COCONRDIA ist bei dieser Sachlage 
nicht zu erkennen.  
  
4.5 Selbst wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs infolge unzureichender Begründung 
des angefochtenen Entscheides vorliegen würde, wäre eine solche als geheilt zu betrachten. Die 
Versicherte konnte sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingehend äussern. Da das Kan-
tonsgericht die Sach- und Rechtslage umfassend und mit voller Kognition frei überprüft (§ 57 

 

 
 
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VPO), besteht keine Veranlassung, aufgrund einer Verletzung des rechtlichen Gehörs den ange-
fochtenen Verwaltungsakt aufzuheben und die Sache zur Neuverfügung an die CONCORDIA 
zurückzuweisen. Ein solcher Schritt würde letztlich zu einem formalistischen Leerlauf und damit 
zu unnötigen Verzögerungen führen, was mit dem Interesse der Versicherten an einer beförder-
lichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre.  
 
5.1 Weiter macht die Versicherte eine Verletzung des Art. 48 ATSG geltend. Die 
CONCORDIA habe ihr zwar auf Aufforderung hin die Verfahrensakten zugestellt, sie habe es 
jedoch unterlassen, ihr die von Dr. C.____ vorgenommenen Messungen der Wurzellängen der 
geschädigten Zähne zukommen zu lassen, weshalb sie nicht über alle relevanten vorinstanzli-
chen Akten verfüge. Es sei zu vermuten, dass die Messungen absichtlich zurückgehalten worden 
seien.  
 
5.2 Aus Art. 46 ATSG ergibt sich die Pflicht des Versicherungsträgers, alle Unterlagen, die für 
das Sozialversicherungsverfahren massgeblich sein können, systematisch zu erfassen. Art. 46 
ATSG bietet somit Gewähr dafür, dass sämtliche, auch hinsichtlich ihrer spezifischen versiche-
rungsrechtlichen Relevanz (noch) nicht eindeutig fassbaren Unterlagen von der Aktenführungs-
pflicht erfasst sowie eingeordnet werden und auf Ersuchen der versicherten Person gleichsam 
ungefiltert nach Art. 47 Abs. 1 lit. a ATSG herausgegeben werden. Für den Fall, dass für den 
Versicherungsträger dennoch begründeter Anlass besteht, die Einsicht in ein Aktenstück zu ver-
weigern (Anwendungsfall: Urteil des Bundesgerichts vom 20. Februar 2014, 9C_499/2013, E. 
6.4.3.2.1 [verweigerte Einsicht in eine anonyme Anzeige, da sich daraus deren Verfasser identi-
fizieren liess]), so darf er bei seinem Entscheid nur dann darauf abstellen, wenn die Vorausset-
zungen gemäss Art. 48 ATSG erfüllt sind. Art. 48 ATSG bestimmt, dass bei einer Partei verwei-
gerten Einsichtnahme in ein Aktenstück, auf dieses zum Nachteil der Partei nur dann abgestellt 
werden darf, wenn dieser der Versicherungsträger von seinem für die Sache wesentlichen Inhalt 
mündlich oder schriftlich in Kenntnis gesetzt und ihr ausserdem Gelegenheit gegeben hat, sich 
zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen. 
 
5.3 Vorliegend liegen keine Unterlagen über Messungen von Dr. C.____ zu den Wurzellängen 
der Zähne vor. Auf den Akten ergeben sich gewichtige Hinweise dafür, dass Dr. C.____ seine 
Messungen nicht aufgezeichnet hat und aus diesem Grund keine entsprechenden Aktenstücke 
in den Unterlagen zu finden sind. So fällt auf, dass sich Dr. C.____ im Zusammenhang mit den 
Angaben zu den Messungen in seinen Stellungnahmen einzig auf die von Dr. B.____ eingereich-
ten Röntgenbilder vom 6. Januar 2022 und 15. August 2022 bezieht. Auf dem vor dem Sturz 
erstellten Röntgenbild vom 6. Januar 2022 sind Linien ersichtlich, die Dr. B.____ dazu dienten, 
die Wurzellängen der Zähne 22 und 23 zu messen. Gemäss seinen Messungen waren damals 
die Zähne 22 und 23 über die Hälfte im Knochen verankert gewesen (vgl. Schreiben vom 19. 
September 2022). Diese Angaben übernahm Dr. C.____ in seinen Stellungnahmen, ohne diese 
zu beanstanden (vgl. Stellungnahmen vom 17. Dezember 2022 und vom 6. September 2023). 
Auf dem Röntgenbild, dass vier Tage nach dem Sturz durch Dr. B.____ am 15. August 2022 
erstellt wurde, sind der Zahn 22 und die durch den Verlust des Zahnes 23 entstandene Lücke zu 
sehen. Aufgrund der Ausführungen von Dr. C.____ ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da-
von auszugehen, dass dieser die Wurzellängen bzw. die Alveolen (Vertiefung im Kieferknochen) 

 

 
 
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beim Zahn 23 auf den beiden Röntgenaufnahmen mit blossem Auge verglich, wies er doch zur 
Illustration lediglich auf seine "Begutachtung" des Röntgenbilds vom 15. August 2022 hin 
(vgl. Stellungnahme vom 17. Dezember 2022). Selbst wenn er irgendwelche Messungen durch-
geführt hätte, bestehen keine Hinweise, dass er diese auch aufgezeichnet hat; zumal es ihm nur 
darum ging aufzuzeigen, dass innert wenigen Monaten ein beträchtlicher Rückgang der knöcher-
nen Verankerungen der fraglichen Zähne stattgefunden hat (vgl. Stellungnahme vom 6. Septem-
ber 2023). Mangels Existenz eines solchen Aktenstücks kann keine Verweigerung der Heraus-
gabe vorliegen, weshalb Art. 48 ATSG vorliegend nicht anwendbar ist. 
 
5.4 Im Rahmen der Aktenführungspflicht des Krankenversicherers rügt die Versicherte, dass 
die von der CONCORDIA verschickten Unterlagen kein Aktenverzeichnis enthalten würden, was 
mit Art. 46 ATSG nicht vereinbar sei. Zu einer systematischen Aktenerfassung im Sinne von Art. 
46 ATSG gehört bei Vorliegen eines Gesuchs um Akteneinsicht und spätestens im Zeitpunkt der 
Entscheidfällung eine durchgehende Paginierung und in der Regel ein aussagekräftiges Akten-
verzeichnis (vgl. SVR 11 IV Nr. 44, 8C_319/2010, E. 2.2.2). Aus den vorliegenden Akten geht 
nicht hervor, dass die Versicherte im vorinstanzlichen Verfahren um Einsicht in die gesamten 
Verfahrensakten ersuchte. Ein solches Gesuch stellte sie erst in der Beschwerde vom 13. No-
vember 2023. Nachdem die CONCORDIA die Verfahrensakten mit Vernehmlassung vom 5. Ja-
nuar 2024 dem Gericht eingereicht hatte, wurden der Versicherten diese am 11. Januar 2024 
zugestellt. Da die Verfahrensakten eine chronologische Auflistung sämtlicher im Verfahren er-
folgten Eingaben mit Paginierung und Laufnummer aufweisen und diese der Versicherten vor der 
Urteilsberatung zugestellt wurden, erweist sich ihre Rüge betreffend Verletzung der Aktenfüh-
rungspflicht als nicht stichhaltig.  
 
6.1 In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob die CONCORDIA zu Recht die Übernahme der 
Kosten für die zahnärztliche Behandlung gemäss Kostenschätzung vom 26. August 2022 abge-
lehnt hat. Unbestritten ist, dass der von der Versicherten erlittene Sturz vom 11. August 2022 die 
Voraussetzungen eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt (vgl. Stellungnahme von 
Dr. C.____ vom 17. Dezember 2022). Im Streit steht dagegen, ob die geltend gemachten Zahn-
schäden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz vom 11. August 2022 zurückzufüh-
ren sind. Die CONCORDIA stellt sich auf den Standpunkt, dass diese auf die vorbestehende 
Parodontitis zurückzuführen seien. Die Versicherte ist dagegen der Ansicht, dass die Parodontitis 
nicht derart schwer sei, dass sie einer alltäglichen Belastung nicht standgehalten hätte, weshalb 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Leistungspflicht der CONCORDIA gegeben sei.  
 
6.2 Gemäss Art. 31 Abs. 2 KVG übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung 
die Kosten der Behandlung von Schäden des Kausystems, die durch einen Unfall verursacht 
wurden, soweit keine Unfallversicherung dafür aufkommt. Gemäss Art. 28 KVG werden dabei die 
gleichen Leistungen wie bei Krankheit vergütet. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist 
im Bereich der Krankenversicherung vom selben Unfallbegriff auszugehen wie im Unfallversiche-
rungsrecht (BGE 122 V 232 E. 1). Als Unfall gilt nach Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsich-
tigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit zur 

 

 
 
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Folge hat. Zwischen dem Unfall und der Gesundheitsschädigung muss ein natürlicher und adä-
quater Kausalzusammenhang bestehen. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen-
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetre-
ten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden 
kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen-
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen 
die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit 
anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli-
che Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö-
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung 
bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach 
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 
Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1). 
 
6.3 Nach der Rechtsprechung zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzesüber 
die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 massgebenden Ursachen im Sinne des natür-
lichen Kausalzusammenhangs gehören auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesund-
heitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende 
traumatische Einwirkung ist also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Scha-
den auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit 
nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war (Urteil des Bun-
desgerichts vom 27. April 2021, 8C_287/2020, E. 3.1). Anders verhält es sich, wenn der Unfall 
nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisie-
rung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhält-
nisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteil des Bundesge-
richts vom 8. August 2023, 8C_125/2023, E. 5.1).  
 
6.4 Einem Ereignis kommt demzufolge der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilur-
sache zu, wenn das aus der potentiellen pathogenen Gesamtursache resultierende Risiko zuvor 
nicht dermassen gegenwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig und aus-
tauschbar erschiene. Dagegen entspricht die unfallbedingte Einwirkung – bei erstelltem Auslöse-
zusammenhang – einer (anspruchshindernden) Gelegenheits- oder Zufallsursache, wenn sie auf 
einen derart labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jederzeit mit einem Eintritt der (organischen) 
Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dynamik der pathogenen Schadens-
anlage oder wegen Ansprechens auf einen beliebigen anderen Zufallsanlass. Wenn ein alltägli-
cher alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung 
hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kausal signifikantes Ereignis, sondern als 
austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversi-
cherers (SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27, 8C_380/2011 E. 4.2.1 und SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94, U 
413/05 E. 4; BGE 149 V 218 E. 5.1; Urteile des Bundesgerichts vom 2. Mai 2022, 8C_692/2022, 
E. 4.2.2 und vom 27. April 2021, 8C_287/2020, E. 3.1; ANDREAS TRAUB, Natürlicher Kausalzu-

 

 
 
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sammenhang zwischen Unfall und Gesundheitsschädigung bei konkurrierender pathogener Ein-
wirkung: Abgrenzung der wesentlichen Teilursache von einer anspruchshindernden Gelegen-
heits- oder Zufallsursache, in: SZS 2009 S. 479).  
  
6.5 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Gesundheitsschäden, einschliesslich Zahnschä-
den, deckt sich die natürliche weitgehend mit der – für die Leistungspflicht weiter vorausgesetzten 
– adäquaten Unfallkausalität. Hier spielt mithin die unter Adäquanzgesichtspunkten entschei-
dende Frage, ob das Unfallereignis nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch 
das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis), für die Be-
gründung der Leistungspflicht praktisch keine Rolle (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit 
Hinweis). Bei Zahnschäden mit im Unfallzeitpunkt krankhaftem Vorzustand kann die adäquate 
Kausalität nur dann verneint werden, wenn anzunehmen ist, dass der durch einen krankhaften 
Vorzustand geschwächte Zahn zur annähernd gleichen Zeit selbst einer normalen Belastung 
nicht standgehalten hätte (BGE 149 V 218 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 29. November 
2010, 9C_242/2010, E. 3.3). Dabei ist zu beachten, dass ein behandelter Zahn in der Regel für 
den normalen Kauakt durchaus funktionstüchtig bleibt. Wenn ein solcher Zahn einer plötzlichen, 
nicht beabsichtigten und aussergewöhnlichen Belastung nicht standhält, darf die Annahme eines 
Unfalls deshalb nicht mit der Begründung ausgeschlossen werden, ein völlig intakter Zahn hätte 
die Belastung überstanden (zum Ganzen: BGE 114 V 169 E. 3b; vgl. auch SVR 2016 UV Nr. 17 
S. 52, 8C_750/2015 E. 5).   
 
7.1 Die Abklärung des für die Beurteilung von Ansprüchen versicherter Personen notwendi-
gen Sachverhalts hat gemäss dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsgrund-
satz die verfügende wie auch die eine Verfügung überprüfende Behörde bzw. das Gericht von 
Amtes wegen vorzunehmen. Sowohl der Versicherungsträger wie auch das Sozialversicherungs-
gericht haben demnach von sich aus, ohne Bindung an die Parteibegehren, für die richtige und 
vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von 
deren Vorliegen es abhängt, in welcher Art über die Rechte und Pflichten einer versicherten Per-
son zu entscheiden ist. Dabei sind gerade in Fällen wie dem vorliegenden, in denen medizinische 
Sachverhalte zu klären sind, sowohl die Verwaltung als auch die Justiz zur Beurteilung der sich 
stellenden Rechtsfragen auf Unterlagen angewiesen, die eine Ärztin bzw. ein Arzt und gegebe-
nenfalls andere Fachpersonen zur Verfügung zu stellen haben (vgl. THOMAS LOCHER, Grundriss 
des Sozialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, § 70, N 2 f. und 8 f. mit weiteren Hinwei-
sen). 
 
7.2 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-
achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung 
dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 
465 E. 4.4 und 4.5). Solche ärztlichen Stellungnahmen sind, wie alle Beweise im Sozialversiche-
rungsprozess, von der rechtsanwendenden Behörde frei sowie umfassend und pflichtgemäss zu 
würdigen (vgl. GYGI, a.a.O., S. 278). Dabei ist für den Beweiswert grundsätzlich weder die Her-
kunft eines Beweismittels, noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

 

 
 
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Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt ausschlaggebend. Letztend-
lich ist entscheidend, ob der fragliche Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen der Fach-
person begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a und 122 V 157 E. 1c mit weiteren Hinweisen; 
ALFRED BÜHLER, Versicherungsinterne Gutachten und Privatgutachten in: Rechtsfragen der me-
dizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 179 ff.). In Bezug auf 
Berichte von behandelnden Ärzten soll und darf das Gericht dabei der Erfahrungstatsache Rech-
nung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. 
 
7.3 Krankenversicherungen oder ihre Verbände sind gemäss Art. 57 Abs. 1 KVG verpflich-
tet, nach Rücksprache mit den kantonalen Ärztegesellschaften Vertrauensärzte bzw. Vertrauens-
ärztinnen zu bestellen. Diese wiederum haben die Krankenversicherungen gemäss Art. 57 Abs. 
4 und 5 KVG in medizinischen Fachfragen zu beraten und insbesondere die Voraussetzungen 
der Leistungspflicht zu überprüfen. Sie sind in ihrem Urteil unabhängig; die Krankenversicherung 
können ihnen auch keine Weisungen erteilen. Berichte und Gutachten der Vertrauensärzte haben 
in beweisrechtlicher Hinsicht jedoch den gleichen Stellenwert wie verwaltungsinterne Arztberichte 
und Gutachten der UVG-Versicherer (vgl. GEBHARD EUGSTER, Schweizerisches Bundesverwal-
tungsrecht [SBVR], Basel/Genf/München 2007, Krankenversicherung, N 209 ff.). Solchen Berich-
ten kommt deshalb nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge-
holten Gutachten externer Fachpersonen oder gar einem Gerichtsgutachten zu. Sie sind aber 
soweit zu berücksichtigen, als keine geringen Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen 
bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7).  
 
8.1 Der Stellungnahme von Dr. B.____ vom 19. September 2022 ist zu entnehmen, dass die 
Versicherte beim Sturz vom 11. August 2022 – entgegen den Ausführungen im Schreiben der 
CONCORDIA vom 1. September 2022 – keine Zahnfrakturen, sondern hinsichtlich des Zahnes 
23 eine Avulsion (= komplette Luxation des Zahnes aus der Alveole, vgl. Pschyrembel online, 
URL: https://rb.gy/7mj40d [24.04.2024]) und hinsichtlich des Zahnes 22 eine Dislokation mit star-
ker Lockerung erlitten hat. Gemäss Ansicht von Dr. B.____ waren die beiden Zähne vor dem 
Sturz noch zu mehr als 50 % im Knochen verankert gewesen, was auf dem beigelegten Rönt-
genbild vom 6. Januar 2022 ersichtlich sei. Es sei deshalb nicht möglich gewesen, bei den beiden 
Zähnen trotz ihrer parodontalen Vorschädigung bei normaler Kaubelastung eine Avulsion bzw. 
eine Dislokation mit konsekutiver starker Lockerung herbeizuführen.  
 
8.2 Dr. C.____ nahm hierzu am 12. Oktober 2022 Stellung. Auf den mit der Kostenschätzung 
vom 26. August 2022 eingereichten Röntgenbildern vom 6. Januar 2022 und vom 15. August 
2022 zeige sich eine aktive Parodontitis. Der Vergleich der Zähne auf den beiden Bildern deute 
auf einen progressiv fortschreitenden Knochenverlust hin. Auch der Zahn 14 sei infolge Parodon-
titis verloren gegangen, was auf dem Röntgenbild vom 9. August 2021 ersichtlich sei. In seiner 
Stellungnahme vom 17. Dezember 2022 wies er darauf hin, dass im Schreiben der CONCORDIA 
vom 1. September 2022 fälschlicherweise die Rede von Frakturen gewesen sei. Richtigerweise 

 

 
 
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handle es sich vorliegend um Luxationen bzw. Subluxationen. Es treffe zu, dass im Januar 2021 
die Knochenverankerung der Zähne 22 und 23 noch 50 % betragen habe. Auf dem Röntgenbild 
vom 15. August 2022 sei jedoch bereits ein Knochenverlust von mindestens 2/3 der Wurzellänge 
des Zahnes sichtbar, was einen progressiven Verlauf der Parodontitis darstelle.  
 
8.3 Dr. B.____ stellte sich am 12. März 2023 auf den Standpunkt, dass es sich hier nicht um 
einen stark progressiven Verlauf der Parodontitis handeln könne, da die Versicherte in diesem 
Fall die Zähne schon viel früher hätte verlieren müssen. Er könne sich auch nicht der ver-trau-
enszahnärztlichen Messung, wonach beim Zahn 22 die Wurzellänge nur noch 2/3 betrage, an-
schliessen. Auf dem Röntgenbild vom 15. August 2022 zeige sich beim Zahn 2022 an der distalen 
Wurzel eine Knochenhöhe von mindestens 45 % (d.h. der Knochenverlust beträgt weniger als 
2/3 der Wurzellänge). Es könne deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass dieser Zahn im 
Zeitpunkt des Sturzes auch bei alltäglichem Gebrauch hätte geschädigt werden können. In die-
sem Zusammenhang sei darauf hinzuweisen, dass selbst Zähne mit einem vertikalen Knochen-
verlust von mehr als 2/3 ihre Kaufunktion meistens gut erfüllen und der natürlichen Kaubelastung 
problemlos standhalten könnten. Dazu komme, dass Zähne mit sehr starkem Attachmentverlust 
(= die fortschreitende Destruktion des Zahnhalteapparates ([Parodon-tium]) oft nicht einfach zu 
extrahieren seien. Die Vermutung des Vertrauenszahnarztes, wonach der Zahn 23 genauso 
wahrscheinlich auch bei einer Alltagsbelastung (Kauvorgang) "avulsiert" wäre, sei falsch. Dr. 
C.____ gehe davon aus, dass auch der Eckzahn 23 von einem starken Attachmentverlust betrof-
fen gewesen sei. Dabei berücksichtige er jedoch nicht, dass der parodontale Verlauf und die 
Wurzelverankerung bei jedem Zahn unterschiedlich seien. Gerade bei einem Eckzahn sei die 
Wurzel wesentlich länger sowie massiger und dadurch mehrfach stärker im Knochen verankert 
als der seitliche Schneidezahn 22. Die Avulsion des Zahnes 23 könne deshalb nur mit einer gros-
sen Krafteinwirkung wie z.B. mit einem Sturz erklärt werden. Beim vorliegenden Sturz sei auf-
grund der Verletzungen der Versicherten im Gesicht davon auszugehen, dass diese mit der 
Wange auf den Boden aufgeprallt sei und deshalb die Krafteinwirkung im Bereich des Eckzahnes 
am grössten gewesen sei. Die Kräfte, die hier gewirkt hätten, seien viel stärker als beim Kauvor-
gang, zumal sich die Kräfte beim Kauen, nicht aber bei einem Sturz kontrollieren liessen. Bei 
solchen Belastungen sei es nicht selten, dass auch nicht von Attachmentverlust betroffene Zähne 
frakturieren oder seltener auch avulsieren würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Avulsion des 
Zahnes 23 auf den Sturz zurückzuführen sei, sei daher sehr gross. Zudem seien nicht traumati-
sche Avulsionen höchst selten, denn die Zähne verfügten über einen natürlichen Schutz. Das 
Parodont sei sehr druckempfindlich. Beim Essen von Hartem werde die Kaukraft automatisch den 
momentanen Verhältnissen angepasst. Bei zu starkem Druck reagiere ein Zahn mit Schmerzen, 
was für Zähne mit Attachmentverlust umso mehr gelte. Weiter wies er darauf hin, dass – entgegen 
den Ausführungen von Dr. C.____ – die Zähne 14 und 24 nicht infolge eines fortgeschrittenen 
Attachmentverlustes verloren gegangen seien. Der Zahn 14 sei im Rahmen einer prothetischen 
Planung als unsicher beurteilt worden und deshalb extrahiert worden. Der Zahn 24 sei wegen 
einer nicht therapiebaren Wurzelkaries gezogen worden. 
 
8.4 Dr. C.____ hielt in seiner Stellungnahme vom 6. September 2023 daran fest, dass die 
Versicherte an einer eindeutigen progressiven Parodontitis leide. Während das vor dem Unfall 
angefertigte Röntgenbild vom 6. Januar 2022 eine knöcherne Verankerung der Zähne 22 und 23 

 

 
 
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von ca. 50 % ausweise, sei auf dem nach dem Unfall erstellten Röntgenbild vom 15. August 2022 
beim Zahn 23 (richtig: 22) eine knöcherne Verankerung von nur noch ca. 33 % zu sehen. Eine 
derartige degenerative Veränderung innert 7 Monaten sei eindeutig als progressiv zu bezeichnen. 
Dass er von einer Knochenverankerung von 33 % und nicht wie Dr. B.____ von einer solchen 
von 45 % ausgehe, sei nicht von wesentlicher Bedeutung. Massgebend sei einzig, dass es innert 
kurzer Zeit zu einem massiven Knochenabbau gekommen sei. Zwar sei es richtig, dass Zähne 
mit einem Knochenverlust von mehr als 2/3 die Kaufunktion immer noch gut erfüllen könnten. 
Vorliegend sei jedoch zu beachten, dass bereits die Zähne 14, 23 und 24 herausgefallen seien, 
was für eine ungenügende knöcherne Verankerung spreche. Dazu komme, dass ein Zahn mit 
guter Verankerung erfahrungsgemäss bei einem Sturz frakturiere und bei ungenügender Veran-
kerung luxuriere. Messungen der Wurzellänge des Zahnes 23 auf dem Röntgenbild vom 6. Ja-
nuar 2022 und der Alveole auf dem Röntgenbild vom 15. August 2022 zeigten den gleichen Rück-
gang der knöchernen Verankerung wie beim Zahn 22. Auch wenn die Wurzel des Eckzahnes 23 
länger sei als z.B. diejenige des Vorbackenzahnes 24, habe beim Zahn 23 nachweislich ein Rück-
gang der knöchernen Verankerung stattgefunden. Es treffe zu, dass bei einem geschwächten 
Parodont eine automatische Schonhaltung beim Kauen eintrete; dies jedoch, weil die betroffenen 
Zähne der normalen Kaukraft nicht mehr standhalten könnten. Bei der Beurteilung der Leistungs-
pflicht des Krankenversicherers sei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die normale 
Kaubelastung und nicht diejenige mit Schonhaltung massgebend. Die hier in Frage stehenden 
Zähne seien in einem derart schlechten Zustand gewesen, dass sie bei normaler Kaubelastung 
hätten luxieren können. Beim Zahn 24, der gemäss der Beschreibung von Dr. B.____ aufgrund 
einer nicht therapiebaren Wurzelkaries extrahiert worden sei, sei darauf hinzuweisen, dass diese 
Situation nur bei einem entsprechend ausgedehnten Knochenrückgang und der dadurch freilie-
genden Wurzeloberfläche entstehen könne. Damit habe auch bei diesem Zahn eine progressiv 
voranschreitende Parodontitis vorgelegen. Das Gleiche gelte für den Zahn 14, werde doch mit 
der Aussage, dass dieser Zahn im Rahmen einer prothetischen Planung als unsicher eingestuft 
worden sei, der kritische Zustand des Parodonts dargelegt.  
 
8.5 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nahm Dr. B.____ am 9. Oktober 2023 nochmals 
Stellung zu den vertrauenszahnärztlichen Ausführungen. Er wies darauf hin, dass die Parodontitis 
eine Infektionskrankheit sei, welche zu einem Attachmentverlust führen könne. Ob eine Parodon-
titis eine langsame, moderate oder schnelle Progression zur Folge habe, sei für die Leistungs-
pflicht der Krankenkasse nicht von Bedeutung. Ebenso wenig seien die unterschiedlichen Mes-
sungen von massgebender Bedeutung. Entgegen den Ausführungen von Dr. C.____ sei der Zahn 
23 nicht einfach herausgefallen, sondern er sei infolge des Aufpralls des Kopfes auf den Boden 
"avulsiert", d.h. der Zahnverlust sei traumatisch bedingt. Ebenso wenig könne er der Aussage, 
wonach ein Zahn bei guter Verankerung bei einem Trauma frakturiere und bei ungenügender 
Verankerung luxuriere, nicht beipflichten, könne es doch selbst bei einwurzligen Zähnen mit ge-
sundem Parodont und ohne Attachmentverlust zu Avulsionen kommen. Beim vorliegenden Sturz, 
bei welchem es sich um ein stumpfes Trauma handle, stellten insbesondere – wie hier – im Front-
zahnbereich Lockerungen, Verlagerungen und Avulsionen typische Zahnverletzungen dar. Ent-
gegen der Ansicht von Dr. C.____ liessen sich die Röntgenbilder von Januar 2022 und August 
2022 nicht miteinander vergleichen, hätten doch die Bilder nicht das gleiche Format und seien an 

 

 
 
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unterschiedlichen Orten in der Mundhöhle aufgenommen worden. Mit einem Röntgenbilderver-
gleich könnten die Vermutungen von Dr. C.____ deshalb nicht belegt werden. Im Weiteren wies 
Dr. B.____ darauf hin, dass er nie gesagt habe, es komme bei Zähnen mit stark reduziertem 
Parodont zu einer Schonhaltung beim Kauen. Vielmehr würden sich in einem solchen Fall im 
Rahmen von natürlichen, reflektorisch gesteuerten Anpassungen der Kaufunktion unter anderem 
die Kaukräfte vermindern. Eine solche Reduktion erfolge, sobald die Belastung der Zähne mit 
Missempfinden oder Schmerzen verbunden sei. Dieser Schutzreflex trete jedoch erst ein, wenn 
der Entzündungsgrad ein gewisses Stadium überschritten und/oder der Attachmentverlust ein 
bestimmtes Mass erreicht habe. Ab diesem Moment nehme der Patient den Zahn zwar als spür-
bar gelockert wahr, die Zähne widerständen Kaukräften jedoch problemlos. In Bezug auf den 
infolge Wurzelkaries extrahierten Zahn 24 sei anzumerken, dass grundsätzlich eine Wurzelka-
nalbehandlung hätte durchgeführt werden können. In Absprache mit der Versicherten sei der 
Aufwand hierfür als nicht sinnvoll erachtet worden, weshalb der Zahn zwecks Verhinderung einer 
drohenden Pulpitis (= Entzündung der Zahnhöhle, vgl. Pschyrembel online, URL: 
https://rb.gy/7mj40d [24.04.2024]) gezogen worden sei. Hinweise für eine Parodontitis beim Zahn 
24 seien der Krankengeschichte nicht zu entnehmen.  
 
9.1 Die Würdigung der zahnärztlichen Stellungnahmen zeigt, dass es sich vorliegend um 
einen veritablen Expertenstreit handelt, bei welchem die Meinungen des behandelnden Zahnarz-
tes, Dr. B.____, und des Vertrauenszahnarztes, Dr. C.____, weit auseinandergehen und weder 
auf die eine noch auf die andere vorbehaltslos abgestellt werden kann. Unterschiedliche Auffas-
sungen liegen über die Frage vor, ob ohne den Sturz vom 11. August 2022 jederzeit mit einer 
Avulsion des parodontalen Zahnes 22 bzw. einer Dislokation der Zahnes 23 hätte gerechnet wer-
den müssen. Während Dr. C.____ davon ausgeht, dass die betroffenen Zähne infolge der pro-
gressiven Parodontose derart geschwächt gewesen seien, dass sie auch einer normalen Belas-
tung (Kauakt) nicht standgehalten hätten, ist Dr. B.____ der Ansicht, dass grundsätzlich parodon-
tal geschädigte Zähne immer noch eine gute Kaufunktion haben könnten und einer normalen 
Kaubelastung durchaus standhalten würden. Er ist überzeugt, dass aufgrund der vor dem Unfall 
bestehenden knöchernen Verankerungen der Zähne 22 und 23 bei alltäglichen Belastungen 
keine Avulsion oder Dislokation mit starker Lockerung hätte eintreten können. Die beiden Fach-
personen beurteilen somit die Auswirkungen der Parodontitis auf die Kaufunktion unterschiedlich, 
was eine Beurteilung der vorliegenden Streitfrage erschwert. Welcher Auffassung zu folgen ist, 
vermag das Gericht aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht abschliessend zu beantworten. 
Beide Fachärzte bringen einleuchtende und gleichwertige Argumente vor, weshalb keiner fach-
ärztlichen Beurteilung ein erhöhter Beweiswert beigemessen werden kann. Es ist demzufolge 
nicht möglich, zuverlässig zu beurteilen, ob der Sturz vom 11. August 2022 zumindest eine Teil-
ursache der strittigen Zahnschäden bildete oder ob die Zähne 22 und 23 bereits vor dem Sturz 
derart geschwächt waren, dass sie auch einer normalen Belastung nicht standgehalten hätten.  
 
9.2 Es ist in erster Linie Aufgabe des Versicherers, von Amtes wegen die notwendigen Ab-
klärungen vorzunehmen, um den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig festzustellen (Art. 43 
Abs. 1 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 368 E. 5; Urteil vom 23. Februar 2023, 8C_523/2022, E. 5.4 
mit Hinweis). Die Sache ist daher an die CONCORDIA zurückzuweisen, damit sie im Verfahren 

 

 
 
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nach Art. 44 ATSG ein medizinisches Gutachten einholt und anschliessend über den Leistungs-
anspruch der Beschwerdeführerin neu verfügt (vgl. auch BGE 132 V 368 E. 5; Urteil des Bundes-
gerichts vom 23. Februar 2023, 8C_523/2022, E. 5.4 mit Hinweis). Die vorliegende Beschwerde 
ist in diesem Sinne gutzuheissen.  
 
10. Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- 
durch Präsidialentscheid. Der vorliegende Streitwert von Fr. 1'247.50 liegt unter dem Grenzbetrag 
von Fr. 20'000.--, weshalb über die Beschwerde präsidial zu entscheiden ist.  
 
11.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Das KVG sieht keine Kostenpflicht vor; es sind deshalb im vorliegenden Fall keine Kosten zu 
erheben sind.  
 
11.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Darunter sind die Kosten zu verstehen, die einer Beschwerde füh-
renden versicherten Person im gerichtlichen Verfahren für den Beizug einer Rechtsanwältin bzw. 
eines Rechtsanwalts entstanden sind. Vorliegend hat die Versicherte zwar obsiegt, da sie sich 
jedoch nicht anwaltlich hat vertreten lassen, entfällt ein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten im 
Sinne der genannten Bestimmung. 
 
12.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG.  
 
12.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenent-
scheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten  
Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachste-
hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Zu ergänzen bleibt, 
dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungsentscheid getroffene Entschä-
digungsregelung – wie die Rückweisung im Hauptpunkt selbst – einen Zwischenentscheid 
(Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im 

 

 
 
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Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht 
angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid 
möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache 
voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungs-
regelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft 
des Endentscheides mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 
133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, 
E. 2 - 4). 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Soweit auf die Beschwerde eingetreten werden kann, wird sie in dem 
Sinne gutgeheissen, als der Einspracheentscheid der CONCORDIA 
Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG vom 19. Oktober 
2023 aufgehoben und die Angelegenheit zur erneuten Prüfung des 
Sachverhalts im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zu-
rückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.