# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a50ac6bb-f8dd-50f0-931f-0557d8d9f279
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.03.2007 UV 2006/74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2006-74_2007-03-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2006/74

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 21.03.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 21.03.2007
Art. 4 ATSG; Art. 9 Abs 2 UVV: Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des 
äusseren Faktors verneint, jedoch einer unfallähnlichen Körperschädigung 
bejaht, bei einem Versicherten, der beim Fussballspielen auf einen Ball 
zugerannt ist und sich dabei das Knie verdreht hat (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 2007, UV 
2006/74).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 21. März 2007

In Sachen

Z.___

Beschwerdeführer,

gegen

Groupe Mutuel Versicherungen, Rue du Nord 5, 1920 Martigny,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

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I.

A.- Der 1983 geborene Z.___ absolvierte seit 1. Februar 2006 bei der Stiftung A.___ ein 

Praktikum und war dadurch bei der Groupe Mutuel Assurances GMA SA (nachfolgend: 

Groupe Mutuel) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Mit 

Unfallmeldung vom 6. März 2006 gab der Arbeitgeber an, Z.___ habe am 2. März 2006 

beim Fussballspielen den Ball abnehmen wollen und habe sich beim Stopp das Knie 

verdreht (act. 1). Im Fragebogen zum Unfallhergang der Groupe Mutuel gab der 

Versicherte am 16. März 2006 an, dass er beim Fussballspielen mit Kollegen in der 

Turnhalle auf den Ball zugerannt sei und sich dabei das Knie verdreht habe. Direkt 

nach dieser unglücklichen Bewegung seien Schmerzen aufgetreten. Es habe sich um 

eine gewohnte Tätigkeit gehandelt, die sich unter normalen Umständen abgespielt 

habe. Etwas Ausserordentliches (Schlag, Sturz, Ausgleiten usw.) sei nicht geschehen. 

Er sei allein am Ball gewesen und nicht von einem Gegenspieler berührt worden (act. 

3). Am 3. März 2006 hatte der Versicherte Dr. med. B.___, aufgesucht. Dessen 

Diagnose im Arztzeugnis vom 3. April 2006 lautete: "Status nach traumatischer 

Knorpelläsion nach Patellaluxation rechts, Status nach Knorpelflakeentfernung vom 

lateralen Femurkondylus und gleichzeitiger medialer Retinaculumraffung Knie rechts. 

Erneute Distorsion Knie rechts." Unter der Rubrik "Angaben des Patienten" vermerkte 

Dr. B.___ eine am 2. März 2006 beim Fussball erlittene Distorsion des rechten Knies, 

worauf eine starke Schwellung und Schmerzen aufgetreten seien. Vor ca. acht Jahren 

sei beim Patienten angeblich nach einer Patellaluxation ein Knorpelflake am rechten 

Knie in Kantonsspital C.___ entfernt worden (act. 4). Anlässlich der von Dr. B.___ 

veranlassten und am 7. März 2006 im Center D.___ durchgeführten 

Kernspintomographie des rechten Knies des Versicherten hatten sich intakte ossäre 

Strukturen gezeigt. Im gleichentags erstellten Untersuchungsbericht wurde hingegen 

unter anderem auf einen grossvolumigen Kniegelenkserguss sowie eine höhergradige 

Osteochondrosis dissecans hingewiesen. Schliesslich wurde festgehalten, dass die 

Befunde einem Status nach Patellaluxation entsprechen würden (act. 2).

b) Mit Verfügung vom 25. April 2006 lehnte die Groupe Mutuel ihre Leistungspflicht ab. 

Es liege weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vor (act. 6).

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B.- a) Am 3. bzw. 4. Mai 2006 reichten die SWICA Gesundheitsorganisation 

(Krankenversicherer; nachfolgend: SWICA) und der Versicherte gegen diese Verfügung 

Einsprache ein (act. 7, 8). Mit Schreiben vom 13. Juni 2006 zog die SWICA ihre 

vorsorgliche Einsprache zurück (act. 10). Der Versicherte begründete seine Einsprache 

damit, dass bei ihm eine Diagnose (Verrenkung eines Gelenks) vorliege, die eine 

unfallähnliche Körperschädigung darstelle und somit einem Unfall gleichgestellt werde.

b) Nach Einholung einer Stellungnahme ihres Vertrauensarztes Dr. E.___ vom 20. Juni 

2006 (act. 11), wies die Groupe Mutuel die Einsprache des Versicherten mit Entscheid 

vom 28. Juli 2006 ab (act. 12).

c) Mit Schreiben vom 15. August 2006 äusserte sich der Versicherte gegenüber der 

Groupe Mutuel nochmals zum Unfallereignis. Seine Aussage, dass es sich um eine 

gewohnte Tätigkeit gehandelt habe, sei so zu verstehen, dass es für einen jungen 

Menschen in seinem Alter nichts Aussergewöhnliches bedeute, mit gleichaltrigen 

Fussball zu spielen. Während des Spiels sei ihm beim Schnelllauf gar nichts passiert. 

Für die gute Ballabnahme, welche einen äusseren Faktor darstelle, habe er jedoch 

seinen Fuss so ungeschickt aufgesetzt, dass er durch diesen Fehltritt und die abrupte 

Bewegung das Knie verdreht habe. Er habe also den riesigen Bluterguss nicht wegen 

des schnellen Rennens, sondern wegen dieser Störung im Bewegungsablauf 

behandeln (absaugen) lassen müssen (act. G 1.2).

C.- a) Mit Eingabe vom 7. September 2006 erhob Z.___ gegen den 

Einspracheentscheid vom 28. Juli 2006 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, 

der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, 

für seine rechtsseitigen Kniebeschwerden die gesetzlichen Leistungen zu erbringen 

(act. G 1).

b) In der Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2006 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

c) Mit Replik vom 28. Oktober 2006 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag und 

seinem Standpunkt fest (act. G 5).

d) Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik.

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e) Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit 

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Die Parteien 

haben auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet.

II.

1.- Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer 

Unfallversicherer für die Folgen des Vorfalls vom 2. März 2006 leistungspflichtig ist. 

Während der Beschwerdeführer geltend macht, es handle sich beim fraglichen Vorfall 

um einen Unfall im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (SR 830.1, ATSG), vertritt die Beschwerdegegnerin die 

Ansicht, es liege kein Unfallereignis vor. In seiner Einsprache vom 4. Mai 2006 brachte 

der Beschwerdeführer zudem vor, dass die bei ihm diagnostizierte Verrenkung eines 

Gelenks eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 der 

Verordnung über die Unfallversicherung (SR 832.202, UVV) darstelle, für welche die 

Unfallversicherung ebenfalls leistungspflichtig wäre.

2.- a) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor 

selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere 

Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 f. 

E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 

2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit 

Hinweisen). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 

199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.) oder in einer (im Hinblick auf die 

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Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden 

Person) ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 

Nr. U 180 S. 38 E. 2) bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der 

Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 

natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. 

Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu 

bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist 

wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 

130 V 117 E. 2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Oktober 2003 

[U 32/02] i/S Z., E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c und 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 

2 mit Hinweisen). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das 

Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen 

BGE 130 V 118 E. 2.2 mit Hinweis).

b) Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, der 

Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben den 

Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die Person, die Leistungen 

verlangt, gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Kommt sie dieser Forderung nicht 

nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die 

das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, 

besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 305 E. 5b). Wenn eine 

versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die 

sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grössere Bedeutung zu als jenen 

nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (MAURER, a.a.O., S. 263; 

ALEXANDRA RUMO-JUNGO, Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 21; BGE 115 V 143 E. 8c mit Hinweisen). 

Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Der Untersuchungsgrundsatz 

schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die 

Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen 

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des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden 

kann (BGE 114 V 305 f. E. 5b).

3.- a) Zu prüfen ist im Folgenden, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den 

Körper des Beschwerdeführers eingewirkt hat. Das Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors kann - wie dargelegt (vgl. Erwägung Ziff. 2a hievor) - auch in einer 

unkoordinierten Bewegung bestehen. Der ungewöhnliche äussere Faktor liegt in 

solchen Fällen darin, dass die körperliche Bewegung durch etwas "Programmwidriges" 

gestört wird. Von einer programmwidrigen Störung der körperlichen Bewegung ist 

beispielsweise dann auszugehen, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder 

sich an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, 

eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht. Wo sich die 

Schädigung auf das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als 

alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines 

Körperteils innerhalb eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, 

muss die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter 

besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 

E. 2b). Bei einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der 

Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfall zu verneinen (BGE 130 V 118 E. 

2.2 mit Hinweis). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinne 

dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV 

1992 Nr. U 156 S. 258). Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko 

einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist 

auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der 

Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 

502 S. 185 E. 4.4). Eine relevante Programmwidrigkeit liegt jedoch unter anderem dann 

vor, wenn die sich sportlich betätigende Person stürzt oder ausgleitet (Urteil des EVG 

vom 7. Oktober 2003 [U 322/02] i/S Z., E. 4 mit Hinweisen).

b) Hinsichtlich des Geschehensablaufs vom 2. März 2006 liegen unterschiedliche 

Darstellungen bei den Akten. Laut Unfallmeldung vom 6. März 2006 wollte der 

Beschwerdeführer beim Fussballspielen den Ball abnehmen. Beim Stopp verdrehte er 

sich das Knie (act. 1). Im Fragebogen zum Unfallhergang vom 16. März 2006 gab der 

Beschwerdeführer damit grundsätzlich übereinstimmend an, er sei beim Fussballspiel 

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auf den Ball zugerannt, wobei es ihm das Knie verdreht habe (act. 3). Nachdem dem 

Beschwerdeführer mit Verfügung und Einspracheentscheid vom 25. April bzw. 28. Juli 

2006 die ablehnende Haltung der Beschwerdegegnerin mitgeteilt worden war, ergänzte 

dieser in seinem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 15. August 2006 und in 

der Beschwerde vom 7. September 2006 den fraglichen Ereignisablauf durch ein 

ungeschicktes Aufsetzen des Fusses bei der Ballabnahme. Durch diesen Fehltritt und 

die abrupte Bewegung habe er sich das Knie verdreht. Der Beschwerdeführer hat 

vorher nie etwas derartiges behauptet. Gerade im Rahmen der Frage im Fragebogen, 

ob etwas Ausserordentliches wie ein Schlag, ein Sturz oder ein Ausgleiten usw. 

geschehen sei, wäre jedoch die Erwähnung des Fehltritts durchaus nahe liegend 

gewesen. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass die neue Darstellung des 

Ereignisses von versicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst ist, was diese 

jedoch wenig glaubwürdig macht. Die Aussage des Beschwerdeführers, er habe sich 

beim "Stopp" das Knie verdreht, beschreibt zwar einen äusseren Faktor ("Stopp"), 

vermag jedoch die Angabe des Fehltritts nicht zu ersetzen. Wenn man beim 

Fussballspiel rennt und sodann den Ball abnimmt, erfolgt üblicherweise sowohl ein 

Stopp des rennenden Körpers als auch ein Stopp des Balls. Auszugehen ist damit im 

Folgenden von den spontanen Sachverhaltsschilderungen in der Unfallmeldung und im 

Fragebogen zum Unfallhergang vom 6. bzw. 16. März 2006 (act. 1, 3).

c) Darin wird nun aber nicht auf ein ungewöhnliches Ereignis oder ebensolche 

Umstände, welche den plötzlichen Schmerz ausgelöst haben könnten, etwa einen 

Sturz, die Einwirkung eines Trainingspartners oder eine spezielle Bewegung usw. 

hingewiesen. Das Fussballspiel besteht in einer ständigen Abfolge plötzlicher 

Ereignisse wie Sprüngen, heftigen Bewegungen, Drehungen, Richtungswechseln, 

Beschleunigungen und dergleichen. Damit die körpereigene Bewegung der Verdrehung 

des Knies das gemäss Art. 4 ATSG erforderliche Tatbestandsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie damit zusätzlich aus einer eindeutig 

programmwidrigen Bewegung im Sinne der Erwägung Ziff. 3a hervorgegangen sein. 

Inwiefern die vom Beschwerdeführer erwähnte Verdrehung nicht im Rahmen des 

üblichen Spielverlaufs passiert ist, wird jedoch nicht bestimmbar ausgeführt. Jedenfalls 

wird gerade bei der Ballabnahme mit dem Innenrist des Fusses automatisch auch eine 

Drehung des Knies ausgeübt.

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d) Dieser Beurteilung stehen auch die medizinischen Akten nicht entgegen. Allgemein 

ist zunächst festzuhalten, dass sich der mangelnde Nachweis eines die Merkmale des 

Unfalls erfüllenden Ereignisses nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen 

lässt. Diesen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vorliegen 

eines unfallmässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung von Indizien zu 

(RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Dabei ist sodann zu beachten, dass sich der 

medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches 

Ereignis schliesst zwar eine pathologische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem 

eigentlichen Unfall im Rechtssinne auch Ereignisse, denen der Charakter der 

Ungewöhnlichkeit und/oder der Plötzlichkeit abgeht (Urteil des EVG vom 3. Januar 

2000 [U 236/98] i/S S., E. 2d; MAURER, a.a.O., S. 175 f.). Dr. B.___ stellte im 

Arztzeugnis vom 3. April 2006 die Diagnose einer Distorsion des rechten Knies (act. 4). 

Die sowohl von Dr. B.___ als auch im Bericht über die kernspintomographische 

Untersuchung vom 7. März 2006 (act. 2) vermerkte Patellaluxation mit Knorpelläsion 

stellt offensichtlich eine sich vom Beschwerdeführer vor Jahren zugezogene 

gesundheitliche Schädigung dar. Bei einer Distorsion handelt es sich im Regelfall um 

eine traumatisch bedingte Diagnose, die sich jedoch durch verschiedenste 

Schweregrade auszeichnen kann (vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, 

orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1097, 1117; vgl. dazu auch Urteil des 

EVG vom 30. August 2001 [U 277/1999] i/S J.). Eine Distor¬sion kann durchaus auch 

nach einem geringfügigen Trauma auftreten. Insofern kann sie ohne weiteres auch nur 

einem unfallähnlichen Ereignis ohne Programmwidrigkeit im Sinne eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors entstammen (vgl. dazu Erwägung Ziff. 4). Nachdem 

sich im Rahmen der beim Beschwerdeführer nach dem Unfall durchgeführten 

kernspintomographischen Untersuchung vom 7. März 2006 intakte Kreuz- und 

Kollateralbänder feststellen liessen, und es ausgehend von den massgebenden 

Ereignisschilderungen in der Unfallmeldung und im Fragebogen zum Unfallhergang 

vom 6. bzw. 16. März 2006 (act. 1, 3) an einem eigentlichen Unfallereignis fehlt, ist als 

erwiesen anzusehen, dass die Distorsion des Beschwerdeführers nicht aus einem 

Unfall heraus entstanden ist. Die Schlussfolgerung liegt auch insofern nah, als nach 

Luxationen - beim Beschwerdeführer ist von einem Status nach Patellaluxation 

auszugehen - die Gefahr besteht, dass eine Instabilität des Gelenks zurückbleibt, unter 

anderem mit einer Neigung zu chronischen Distorsionen (DEBRUNNER, a.a.O., S. 636).

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4.- a) Somit bleibt die Frage zu beantworten, ob es sich bei der Verletzung um eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV handelt. Gemäss Art. 6 

Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls 

ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat er in Art. 9 

Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht. Als so genannte unfallähnliche Körperschädigungen 

gelten die in Art. 9 Abs. 2 lit a-h UVV (abschliessend [vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, 147 E. 

2b, je mit Hinweisen; MAURER, a.a.O., S. 202]) aufgeführten Körperschädigungen. Es 

handelt sich dabei um Knochenbrüche, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung 

zurückzuführen sind (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), 

Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und 

Trommelfellverletzungen (lit. h). Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG 

vorausgesetzte Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei 

den unfallähnlichen Körperschädigungen nicht erforderlich. Neben einer 

Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV muss aber eine schädigende äussere 

Einwirkung, wenigstens im Sinn eines Auslösefaktors, vorliegen, damit eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV und damit die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers bejaht werden kann. Die in diesem Sinn äussere 

Einwirkung kann alltäglich und diskret sein. Sie kann insbesondere auch in einer 

körpereigenen Bewegung bestehen, beispielsweise in einer Bewegung einzelner 

Körperteile, im Aufstehen aus der Hocke oder in einem Fehlschlag beim Fussball 

(ALFRED BÜHLER, Die unfallähnliche Körperschädigung, in SZS 1996 S. 97 f. mit 

Hinweisen; BGE 116 V 145 E. 2c; RKUV 1997 Nr. U 277 S. 203 E. 2b). Wo ein solches 

äusseres Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es 

auch nur als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV aufgezählten 

Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte 

Gesundheitsschädigung vor (RKUV 2001 Nr. U 435 S. 334 E. 2c). Erfolgt somit die 

Verletzung ausschliesslich aufgrund eines pathologischen Prozesses oder ist die 

Verletzung wiederholten, im täglichen Leben erfolgten Mikrotraumata zuzuschreiben, 

welche die allmähliche Abnützung und schliesslich das Ausmass einer die Behandlung 

erforderlichen Schädigung bewirken, liegt keine unfallähnliche Schädigung vor (BGE 

114 V 298 E. 3c und 123 V 43 E. 2b). Soweit aber ein Ereignis im erwähnten Sinn zu 

bejahen ist, muss medizinisch nicht danach geforscht werden, ob und wann eine 

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Körperschädigung aus der Liste von Art. 9 Abs. 2 a-h UVV auch ohne dieses Ereignis 

eingetreten wäre (RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332 E. 3b).

b) Dr. B.___ stellte in seinem Arztzeugnis vom 7. März 2006 die eindeutige Diagnose 

einer Distorsion und vermerkte zudem die dabei typische starke Schwellung. Bei einer 

nach einer Gelenksverdrehung auftretenden Distorsion handelt es sich 

definitionsgemäss um eine Bandverletzung (vgl. dazu PSCHYREMBEL, Klinisches 

Wörterbuch, 259. Aufl. Berlin 2002, S. 374; DEBRUNNER, a.a.O., S. 1097; MAURER, 

a.a.O., S. 205), welche gerade im Bereich des Knies eine häufige Sportverletzung 

darstellt. Dr. B.___ bejaht denn auch das alleinige Vorliegen von "Unfallfolgen". 

Aktenmässig bestehen keinerlei Gründe, an seiner Diagnose, welche bereits einen Tag 

nach dem fraglichen Ereignis gestellt wurde, zu zweifeln. Insbesondere auch der 

Befund der intakten Kreuz- und Kollateralbänder widerspricht ihr nicht. Die Diagnose 

der Distorsion zeichnet sich durch verschiedenste Schweregrade, eben auch in Form 

einer einfachen Distorsion mit lediglich gedehnten Strukturen oder Fasereinrissen, aus 

(vgl. Erwägung Ziff. 3d). Solche Verletzungen zeigen jedoch im Rahmen einer Bild 

gebenden Untersuchung durchaus noch intakte Kreuz- und Kollateralbänder. Der 

Hinweis von Dr. B.___ auf eine "erneute" Distorison ist dadurch begründet, als der 

Beschwerdeführer, wie bereits erwähnt, einige Jahre zuvor eine Luxation erlitten hatte 

(act. 4) und eine solche immer kombiniert mit einer Distorsion auftritt (DEBRUNNER, 

a.a.O., 636). Bei Dr. B.___ handelt es sich schliesslich um einen qualifizierten 

Orthopäden und damit um einen in Bezug auf den vorliegenden Fall spezialisierten 

Facharzt. Das Vorliegen einer Körperschädigung aus der Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV 

muss damit bejaht werden.

c) Neben einer Körperschädigung aus der Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV muss sodann, 

wie bereits erwähnt, eine schädigende äussere Einwirkung vorliegen, damit eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV und damit die 

Leistungspflicht des Unfallversicherer bejaht werden kann. Zwar ist bei den 

unfallähnlichen Körperschädigungen das Einwirken eines ungewöhnlichen äusseren 

Faktors nicht erforderlich (vgl. Art. 9 Abs. 2 UVV). Dennoch kann nicht jedes 

Geschehen bzw. jede gewöhnliche Bewegung des Körpers als Auslösefaktor genügen. 

Es muss ein unfallähnliches Ereignis vorliegen, bei dem in irgend einer Form plötzlich 

eine erhöhte Kraft schädigend auf den menschlichen Körper einwirkt. In RKUV 2000 Nr. 

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U 385 S. 267 E. 3b/bb führte das EVG aus, der Versuch, einen Gegenstand mit dem 

Fuss zu verschieben, erfülle für sich allein betrachtet das Kriterium der Plötzlichkeit 

nicht. Indessen seien der als Knacks wahrgenommene Meniskusriss und der 

unvermittelte heftige Schmerz erst aufgetreten, als eine ruckartige Bewegung 

ausgeführt und dabei das rechte Knie verdreht worden sei. Darin liege, so das höchste 

Versicherungsgericht im erwähnten Entscheid, ein unmittelbares Geschehen, welches 

das Merkmal der Plötzlichkeit aufweise.

d) In Erwägung Ziff. 3c wurden die Eigenheiten des Fussballsports aufgeführt. Eine 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines äusseren Faktors ist 

somit während eines Fussballspiels praktisch permanent gegeben. Es kann daher das 

Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung nicht schon deshalb verneint 

werden, weil kein singuläres Ereignis benannt wird; vielmehr muss es für das besagte 

Erfordernis des äusseren Faktors genügen, wenn der starke Schmerz während des 

Trainings plötzlich auftritt (act. 3) und der Arzt darin - wie im vorliegenden Fall Dr. B.___ 

- ein bezüglich des Fussballspiels kausales unfallähnliches Geschehen erblickt. Denn 

unter diesen Voraussetzungen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Läsion 

wiederholten, im täglichen Leben erfolgten Mikrotraumata zuzuschreiben ist, die eine 

allmähliche Abnützung bewirkten, welche schliesslich das Ausmass einer eine 

Behandlung erfordernden Schädigung erreichte. Im vorliegenden Einzelfall wird jedoch 

überhaupt ein konkretes, singuläres Ereignis benannt. In den 

Sachverhaltsschilderungen der Unfallmeldung sowie des Fragebogens zum 

Unfallhergang vom 6. bzw. 16. März 2006 (act. 1, 3) sind als äussere Faktoren der 

festgehaltene Stopp, die Ballabnahme sowie die wiederholt aufgeführte Verdrehung in 

Erwägung zu ziehen. Die drei Faktoren bilden eine im Fussball ohne weiteres 

nachvollziehbare Kausalitätskette. Kommt der Ball tief auf den Fussballspieler zu, 

nimmt er ihn mit dem Innenrist des Fusses ab bzw. stoppt ihn, womit automatisch eine 

Drehbewegung des Knies nach aussen verbunden ist. Sollte der vom 

Beschwerdeführer angeführte Stopp im Zusammenhang mit dem Hinrennen zum Ball 

und nicht mit der Ballabnahme gemeint sein, ändert dies am eben dargestellten 

Sachverhalt nichts. Bereits der an sich vollkommen übliche Spielzug der Ballabnahme 

entspricht einem plötzlichen Ereignis, indem es sich beim Fussball um einen Sport 

handelt, der dem Körper eines Fussballers eine schnelle Reaktion abfordert. Dadurch 

tritt das Risiko hinzu, dass eine entsprechende Bewegung auch einmal ruckartig bzw. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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zu heftig oder zu ausgeprägt ausgeübt wird, wodurch die Krafteinwirkung auf das Knie 

nochmals erhöht wird. Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass in Bezug auf 

den vorliegenden Fall eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 6 Abs. 2 

UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV (Bandläsion) zu bejahen ist und die 

Beklagte somit die gesetzlichen Leistungen für die Knieverletzung des 

Beschwerdeführers zu erbringen hat.

5.- Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 28. Juli 2006 gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für das Ereignis des Beschwerdeführers vom 2. 

März 2006 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Für dieses Verfahren sind keine 

Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 28. Juli 2006 

aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, für das Ereignis des 

Beschwerdeführers vom 2. März 2006 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.03.2007
	Art. 4 ATSG; Art. 9 Abs 2 UVV: Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors verneint, jedoch einer unfallähnlichen Körperschädigung bejaht, bei einem Versicherten, der beim Fussballspielen auf einen Ball zugerannt ist und sich dabei das Knie verdreht hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 2007, UV 2006/74).

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