# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4a02487-142d-504c-a673-8880622b6f86
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 22.10.2021 SK 2020 404
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-404_2021-10-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil 
SK 20 404

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. Oktober 2021 

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.), 
Oberrichterin Sanwald, Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Raub, Diebstahl, Sachbeschädigung, etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 26. Juni 2020 (PEN 20 91+93)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Dreierbesetzung [nachfol-
gend teilweise: Vorinstanz) erkannte mit Blick auf A.________ (nachfolgend: Be-
schuldigter) mit Urteil vom 26. Juni 2020 Folgendes (pag. 967 ff. [Hervorhebungen 
im Original]):

A. A.________

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsgesetz, angeblich mehrfach 
begangen am 30.06.2019 in Bern und in den Kantonen Bern und Basel-Landschaft sowie am 
03.07.2019 in den Kantonen Genf und Waadt durch Führen eines Personenwagens trotz aberkann-
tem ausländischen Führerausweis.

Ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. Des Raubes, mehrfach begangenen:

1.1. Am 30.06.2019 in Bern zN von D.________ im Deliktsbetrag von CHF 8‘500.00;

1.2. Am 03.07.2019 in E.________ VD zN von F.________ im Deliktsbetrag von CHF 8‘600.00 
übersteigend;

1.3. Am 03.07.2019, gemeinsam mit C.________

2. Des Diebstahls, mehrfach begangen:

2.1. In der Zeit zwischen dem 13.10.2015 und dem 16.10.2015 in G.________ NE zN von 
H.________ im Deliktsbetrag von CHF 19‘770.90;

2.2. Am 30.06.2019, gemeinsam mit C.________, in Bern zN des I.________ im Deliktsbetrag 
von ca. EUR 400.00.

3. Der Sachbeschädigung, begangen in der Zeit zwischen dem 13.10.2015 und dem 16.10.2015 
in G.________ NE zN von H.________ im Schadensbetrag von ca. CHF 1'000.00.

4. Des Hausfriedensbruchs, begangen in der Zeit zwischen dem 13.10.2015 und dem 16.10.2015 
in G.________ NE zN von H.________;

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und in Anwendung der Art. 40 aStGB, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 lit. c, 139 Ziff. 1, 140 Ziff. 1 
Abs. 1, 144 Abs. 1, 186 StGB, Art. 418, 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 54 Monaten.

Die Polizei-, Untersuchungshaft und Sicherheitshaft von 360 Tagen werden vollumfänglich an 
die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Landesverweisung von 10 Jahren.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 15’872 und Ausla-
gen von CHF 129.25, insgesamt bestimmt auf CHF 16'001.25.

[…]

III.

Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecher 
B.________ wird wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
mit CHF 12'565.35. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Fürsprecher B.________ ver-
zichtete auf die Erstattung der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Hono-
rar. 

IV.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen (die Begründung erfolgt mit separatem Be-
schluss). 

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 432.70 wird anteilsmässig an die A.________ aufer-
legten Verfahrenskosten angerechnet (Art. 267, 268 und 442 Abs. 5 StPO). 

3. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile 
(PCN-Nr. ________ und […]) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 
17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

4. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

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5. Auf Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schen-
gener Informationssystem wird verzichtet. 

B. [C.________]

C. Gemeinsame Verfügungen:

1. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und bleiben als Beweismittel 
bei den amtlichen Akten (Art. 263 Abs. 1 lit. a, 267 Abs. 3 StPO, Art. 69 StGB):

- 1 Kette aus vergoldetem Metall mit Anhänger mit beschädigtem Verschluss
- 1 Schlüssel zu Personenwagen Opel
- 1 Ohrring mit 1 Perle und mit 1 Brillanten
- 1 CD-ROM mit den von den Mobiltelefonen von A.________ und von C.________ erhobe-

nen Daten
- 1 USB-Stick mit den Aufnahmen der ZC-Videoüberwachung vom 04.07.2019

2. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil vom 26. Juni 2020 meldete Fürsprecher B.________ für den 
Beschuldigten fristgerecht Berufung an (pag. 993).

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 11. September 2020 (pag. 1057 ff.).

Am 1. Oktober 2020 reichte Fürsprecher B.________ namens und im Auftrag des 
Beschuldigten form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein. Er beschränkte 
die Berufung auf die Anfechtung der Schuldsprüche wegen mehrfachen Raubes 
und wegen Diebstahls gemäss den Ziffern II/1.1-1.3 und 2.2 des angefochtenen Ur-
teils sowie der Strafzumessung und der Kosten- und Entschädigungsfolgen (zum 
Ganzen pag. 1158). 

Mit Eingabe vom 8. Oktober 2020 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft An-
schlussberufung zur Berufung des Beschuldigten und beschränkte diese auf die 
Strafzumessung. Zudem teilte sie mit, aus ihrer Sicht bestehe kein Grund für ein 
Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten (zum Ganzen pag. 1165).

Der Beschuldigte beantragte innert gesetzter Frist kein Nichteintreten auf die An-
schlussberufung (vgl. pag. 1170).

Am 9. April 2021 wurden die Parteien zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung vor-
geladen (pag. 1172 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Schreiben vom 1. Oktober 2020 beantragte Fürsprecher B.________, der Be-
schuldigte sei [in der Berufungsverhandlung] eingehend zu den bestrittenen Sach-
verhalten zu befragen und die Kopie des Schreibens des Beschuldigten an die Op-
fer vom 20. August 2020 (pag. 1160) sei zu den Akten zu erkennen (pag. 1159). 
Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 8. Oktober 2020 die 
Gutheissung dieser Beweisanträge (pag. 1166). Am 9. April 2021 verfügte die Ver-

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fahrensleitung, die Beweisanträge des Beschuldigten werden gutgeheissen und 
sein Schreiben an die Opfer (pag. 1160) werde zu den Akten erkannt (pag. 1170). 

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein aktueller Strafregisteraus-
zug (datierend vom 8. Oktober 2021 [pag. 1198 f.]) und ein Führungsbericht der 
Justizvollzugsanstalt (nachfolgend: JVA) J.________ (datierend vom 7. Okto-
ber 2021 [pag. 1194 ff.]) eingeholt. 

In der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte erneut zur Person und zur 
Sache befragt (pag. 1203 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Fürsprecher B.________ beantragte für den Beschuldigten in der Berufungsver-
handlung Folgendes (pag. 1223):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 26. Juni 2020 be-
treffend Ziff. 2.1, 3 und 4 (Schuldspruch wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfrie-
densbruchs in G.________ z.N. von H.________) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. A.________ sei freizusprechen von der Anklage des Raubes z.N. von K.________, angeblich 
begangen am 3. Juli 2019 in L.________ (Ort). 

3. A.________ sei schuldig zu sprechen wegen

a.) Raub, begangen am 30. Juni 2019 in Bern z.N. von D.________

b.) Raub, begangen am 3. Juli 2019 in E.________ z.N. von F.________

c.) Diebstahl, begangen am 30. Juni 2019 in Bern z.N. von I.________

4. A.________ sei zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungshaft und Feststellung des vorzeitigen Strafantritts zu verurteilen; weiter zur Tra-
gung der Hälfte der erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

5. Die Hälfte der erstinstanzlichen und die ganzen oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vom 
Staat zu tragen.

6. Die Entschädigung für die Kosten der amtlichen Verteidigung seien [recte: sei] gerichtlich festzu-
setzen.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
folgende Anträge (pag. 1224 f. [Hervorhebungen im Original]):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Dreierbesetzung) vom 26. Juni 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Freispruchs von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Strassenver-
kehrsgesetz, angeblich mehrfach begangen am 30.06.2019 und am 03.07.2019 durch Führen 
eines Personenwagens trotz aberkanntem ausländischen Führerausweis, ohne Ausscheidung 
von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung;

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2. der Schuldsprüche wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, began-
gen in der Zeit zwischen dem 13.10.2015 und dem 16.10.2015 in G.________ NE z.N. von 
H.________ (Deliktsbetrag von CHF 19'770.90 und Sachbeschädigung ca. CHF 1'000.00);

3. der Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände (1 Kette, 1 Schlüssel, 1 Ohrring, 1 CD-Rom 
und 1 USB-Stick; Art. 263 Abs. 1 lit. a, 267 Abs. 3 StPO, Art. 69 StGB).

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des Raubes, mehrfach begangen 

1.1 am 30.06.2019 in Bern z.N. von D.________ im Deliktsbetrag von CHF 8'500.00;

1.2 am 03.07.2019 in E.________ VD z.N. von F.________ im Deliktsbetrag von CHF 8'600.00 
übersteigend;

1.3 am 03.07.2019 gemeinsam mit C.________ in L.________ (Ort) VD z.N. von K.________ 
im Deliktsbetrag von CHF 15'000.00;

2. des Diebstahls, begangen am 30.06.2019 gemeinsam mit C.________ in Bern z.N. von 
I.________ im Deliktsbetrag von ca. EUR 400.00.

III.

A.________ sei in Anwendung von Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 lit. c, 139 Ziff. 1, 140 Ziff. 1 
Abs. 1, 144 Abs. 1, 186 Abs. 1, 186 StGB; Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 60 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft von 433 Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt am 8. Septem-
ber 2020;

2. zu einer Landesverweisung von 10 Jahren;

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. A.________ sei zurück in den vorzeitigen Strafvollzug zu schicken.

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 432.70 sei anteilsmässig an die A.________ auferleg-
ten Verfahrenskosten anzurechnen (Art. 267, 268 und 442 Abs. 5 StPO).

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

4. Dem zuständigen Bundesamt sei vorzeitig die Zustimmung zur Löschung der von A.________ 
erstellten DNA-Profile (PCN-Nr. ________ und ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu 
erteilen (Art. 16 Abs. 3 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei vorzeitig die Zustimmung zur Löschung 
der über A.________ erhobenen biometrischen-erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der 

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gesetzlichen Fritz zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbei-
tung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Infolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten und der beschränkten An-
schlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft ist das Urteil des Regionalgerichts 
Bern-Mittelland vom 26. Juni 2020 insoweit in Rechtskraft erwachsen, als:

- der Beschuldigte von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das 
Strassenverkehrsgesetz, angeblich mehrfach begangen am 30. Juni 2019 in 
Bern und den Kantonen Bern und Basel-Landschaft sowie am 3. Juli 2019 in 
den Kantonen Genf und Waadt durch Führen eines Personenwagens trotz ab-
erkanntem ausländischen Führerausweis – ohne Ausscheidung von Verfah-
renskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung – freigesprochen wurde 
(Bst. A/Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 968]);

- der Beschuldigte schuldig erklärt wurde des Diebstahls, der Sachbeschädi-
gung und des Hausfriedensbruchs, alles begangen zwischen dem 13. und 
16. Oktober 2015 in G.________ NE, zum Nachteil von H.________, im De-
liktsbetrag von CHF 19'770.90 bzw. im Schadensbetrag von ca. CHF 1'000.00 
(Bst. A/Ziff. II/2.1, 3 und 4 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 968]). 

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber die erstin-
stanzlichen Schuldsprüche wegen Raubes, mehrfach begangen am 30. Juni 2019 
in Bern, am 3. Juli 2019 in E.________ VD und am 3. Juli 2019 mit C.________ in 
L.________ (Ort) VD (Bst. A/Ziff. II/1.1-1.3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs 
[pag. 968]) sowie wegen Diebstahls, begangen mit C.________ am 30. Juni 2019 
in Bern (Bst. A/Ziff. II/2.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 968]). Weiter 
hat die Kammer die dafür ausgesprochenen Sanktionen (Freiheitsstrafe und Lan-
desverweisung), inklusive die Kosten- und Entschädigungsfolgen, zu überprüfen. 
Schliesslich muss sie über die weiteren Verfügungen betreffend Haft, beschlag-
nahmter Geldbetrag, beschlagnahmte Gegenstände und Ausschreibung der Lan-
desverweisung im Schengener Informationssystem sowie über die Verfügungen 
betreffend DNA-Profil und der weiteren erhobenen biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten befinden, weil diese der Rechtskraft nicht zugänglich sind.

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). In Bezug auf die rechtliche Würdi-
gung und die Landesverweisung ist sie aufgrund der beschränkten Anschlussberu-
fung der Generalstaatsanwaltschaft an das Verschlechterungsverbot gemäss 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil insoweit nicht zu Unguns-
ten des Beschuldigten abändern. Bezüglich die übrigen zu überprüfenden Punkte, 
insbesondere die Strafzumessung, gilt das Verbot der reformatio in peius nicht. 

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkungen

Zunächst ist festzuhalten, dass die ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen 
zum Sachverhalt und der Beweiswürdigung aus Sicht der Kammer nachvollziehbar 
und in den Schlussfolgerungen korrekt sind. Die theoretischen Ausführungen der 
Vorinstanz zur Beweiswürdigung und zur Aussageanalyse sind ebenfalls zutref-
fend; darauf wird integral verwiesen (S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 1065 ff.). 

Soweit oberinstanzlich noch von Bedeutung wird dem Beschuldigten im Wesentli-
chen vorgeworfen, sich wegen dreifachen Raubes – zum Nachteil von D.________, 
zum Nachteil von F.________ sowie zum Nachteil von K.________ – und wegen 
Diebstahls zum Nachteil von I.________ schuldig gemacht zu haben (pag. 726 ff.). 
Auf die konkreten Anschuldigungen wird im Rahmen der jeweiligen Beweiswürdi-
gung zu den einzelnen Vorwürfen eingegangen (E. 9.1.1, E. 9.2.1 und E. 9.3.1 un-
ten). Bereits an dieser Stelle sei indes festgehalten, dass der Beschuldigte die Be-
gegnungen mit den vier Geschädigten oberinstanzlich – anders als noch in erster 
Instanz – nicht mehr bestreitet. Bestritten und beweismässig zu klären ist hingegen 
in allen vier Fällen sein Tatbeitrag. 

Nachfolgend wird zunächst auf das allgemeine Aussageverhalten des Beschuldig-
ten (E. 7 unten) und auf die Vorakten (E. 8 unten) eingegangen. Anschliessend 
werden die einzelnen Vorwürfe je separat gewürdigt (E. 9 unten).

7. Zum allgemeinen Aussageverhalten des Beschuldigten 

Bevor im Rahmen der konkreten Würdigung auf die Aussagen des Beschuldigten 
zu den einzelnen Vorwürfen eingegangen wird, wird nachfolgend – soweit dies für 
den vorliegenden Fall von Bedeutung erscheint – auf sein allgemeines Aussage-
verhalten eingegangen und dieses chronologisch mit weiterem Verhalten seiner-
seits ergänzt.

7.1 Polizeiliche Einvernahme vom 3. Juli 2019 in Lausanne 

In der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2019 in Lausanne (pag. 402 ff.) ver-
neinte der Beschuldigte die Frage, ob er eine Übersetzung brauche und erklärte, er 
könne sich gut auf Französisch ausdrücken und spreche perfekt Englisch («[…] J’ai 
été informé de mon droit à l’intervention d’un interprète qui ne soit pas membre de 
la police, mais je m’exprime bien en français et le lit un peu. Je parle parfaitement 
l’Anglais.» [pag. 402 réponse 1]). Weiter erzählte er, er habe einen Toyota Corolla, 
den er als UBER Fahrer benutze. Er besitze nur dieses Auto. In die Schweiz sei er 
gekommen, weil es ein schönes Land sei. Er sei gestern [d.h. am 2. Juli 2019] mit 
dem Auto bis Dover gefahren, dort habe er das Schiff bis Calais genommen und 
von dort sei er dann mit dem Zug via Paris nach Zürich gefahren. Er sei alleine un-
terwegs gewesen. In Lausanne habe er dann «vom Cousin des Mädchens» das 
Auto übernommen, mit dem er angehalten worden sei. «Dieser Cousin» heisse 
M.________. Nach einigen weiteren Fragen wollte der Beschuldigte nichts mehr 

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dazu sagen, äusserte allerdings noch, früher in der Schweiz noch nie mit der Poli-
zei zu tun gehabt zu haben (zum Ganzen pag. 404 f. réponse 5). 

Unklar ist, ob diese Einvernahme auf Französisch oder auf Englisch geführt wurde. 
Protokolliert wurde auf Französisch, auf pagina 315 steht indes, die Einvernahme 
sei auf Englisch geführt worden («Entendu comme prévenu en lange [rec-
te: langue] anglaise […]») und am Ende des französischen Protokolls wurde fest-
gehalten (pag. 410): «lu et confirmé». Zusätzlich unterzeichnete der Beschuldigte 
ein Blatt mit einer französischen Rechtsbelehrung, auf dem steht (pag. 412): «J’ai 
lu et compris les informations ci-dessus.».

7.2 Hafteinvernahme vom 4. Juli 2019 bei der Staatsanwaltschaft in Lausanne 

In der Hafteinvernahme vom 4. Juli 2019 (pag. 414 ff.), d.h. einen Tag nach der 
hiervor erwähnten polizeilichen Einvernahme, in welcher der Beschuldigte erklärte, 
er könne sich gut auf Französisch ausdrücken, äusserte er auf Frage, ob er 
Französisch verstehe, er spreche ein wenig («un petit peu») Französisch, bevorzu-
ge aber eine Rumänisch Übersetzung und wenn diese nicht bleibe, werde er keine 
Frage beantworten («Je trouve plus confortable d’avoir un interprète en roumain. Si 
l’interprète ne reste pas, je ne répondrai à aucune question.» [pag. 414 Z. 17 ff.]). 
In der Folge bestätigte der Beschuldigte seine bei der Polizei gemachten Aussagen 
(pag. 415 Z. 60) und erwähnte auf Frage, ob er spontan etwas ergänzen möchte, 
er bedaure, dass er «für nichts» angehalten worden sei und sein Kind nicht gefun-
den habe, welches die Zähne operieren müsse («Non, si ce n’est que je regrette 
d’avoir été arrêté pour rien. Je regrette également de ne pas avoir pu trouver mon 
enfant qui doit se faire opérer des dents.» [pag. 415 Z.62 f.]). Auf Vorhalt, dass die 
ehemalige Mitbeschuldigte – C.________ – angegeben habe, dass sie gemeinsam 
mit dem Auto aus England in die Schweiz gereist seien, behauptete der Beschul-
digte, C.________ sage nicht die Wahrheit, sie leide vermutlich an Gedächtnispro-
blemen und träume («Ce qu’elle dit n’est pas vrai. Je pense qu’elle souffre de 
problèmes de mémoire. Pour vous répondre, je parle de problèmes de mémoire, 
car elle ne dit pas la vérité et que vraisemblablement elle s’est inventée un rêve.» 
[pag. 416 Z. 84 ff.]).

7.3 Briefzensur durch den Staatsanwalt am 9. Juli 2019 

Am 9. Juli 2019 schrieb der Beschuldigte C.________ ein Brief auf Rumänisch 
(pag. 074). Darin erwähnte er zusammengefasst und übersetzt, er habe mit seinem 
Anwalt gesprochen und der habe ihm gesagt, sie kämen in 30 Tagen aus dem Ge-
fängnis, weil sie nichts gemacht hätten. Sie (C.________) solle auf ihr Kind aufpas-
sen, er habe gehört, dass sie schwanger sei. Zudem solle sie sich nicht «stressen 
lassen», sie würden bald freigelassen werden. Schliesslich seien sie «für nichts» 
ins Gefängnis gekommen und unschuldig. Sie hätten einfach Pech gehabt, dass 
ihnen dies passiert sei. Er habe [den Strafverfolgungsbehörden] nicht sagen wol-
len, dass sie seine Cousine sei, damit sei keine Probleme bekomme. Es sei weder 
ihr Fehler noch seiner, sie müssten jetzt einfach diesen Monat abwarten, sein An-
walt habe ihm gesagt, sie würden in 25 Tagen freigelassen werden. Sie solle auf 
sich aufpassen und darauf achten, was sie sage. Sie solle nichts sagen und den 
Anwalt seine Arbeit lassen machen («[…] Prends soin de toi et fais attention à ce 

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que tu fais par là-bas et à ce que tu dis, ne dis plus rien, ok? Laisse l’avocat faire 
son travail.» [pag. 074]). Letzteres erklärte der Beschuldigte sodann auch in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung, als ihm Aussagen von C.________ vorgehal-
ten wurden, die seinen eigenen widersprachen («Ich werde mich nicht mehr äus-
sern, mein Anwalt kann das machen. […] Ab jetzt übernimmt er die Rede.» 
[pag. 927 Z. 7 ff.]). 

Am 19. Juli 2019 wies der damals zuständige Staatsanwalt den Beschuldigten dar-
auf hin, dass er nichts über das Verfahren schreiben dürfe (pag. 073).

7.4 Briefzensur durch den Staatsanwalt am 14. August 2019 

Im August 2019 schrieb der Beschuldigte C.________ erneut auf Rumänisch einen 
Brief (pag. 084), in dem er sich wiederum in gewisser Weise zum Verfahren äus-
serte. Er schilderte, dass sie das Auto in Lausanne besser nicht gekauft, sondern 
lieber den Zug genommen hätten. Zudem hielt er fest, sie müssten jetzt einfach die 
Auswertung ihrer Mobiltelefone abwarten, dann würden die Behörden feststellen, 
dass sie nichts gemacht bzw. nichts gestohlen hätten und «ohne Beweise» («sans 
preuves») inhaftiert worden seien. Schliesslich schrieb er, sie (C.________) solle 
nichts mehr beschreiben und nicht sagen, dass sie mit ihm gewesen sei, er habe 
das Auto in Lausanne gekauft («Et ne déclare plus rien et ne pena car Milena man-
ta andi que je me suis acheté la voiture à Lausanne». Der kursiv geschriebene 
Passus wurde von «Romani» wie folgt auf Französisch übersetzt: «ne dites pas 
que vous étiez avec moi» [pag. 083 f.]). 

In der Folge verbot ihm der Staatsanwalt, weiterhin mit C.________ zu kommuni-
zieren (pag. 082).

7.5 Polizeiliche Einvernahme vom 16. Dezember 2019 in Bern 

Am 16. Dezember 2019 wurde der Beschuldigte in Bern polizeilich zu den Vorfällen 
zum Nachteil von D.________ und I.________ befragt (pag. 512 f.). Dabei erklärte 
er zu Beginn der Einvernahme, er benötige eine Rumänisch Übersetzung (pag. 512 
Z. 4). Anschliessend äusserte er, er habe nichts zu sagen (pag. 512 Z. 24) und be-
antwortete eigentlich keine Frage (pag. 512 ff. Z. 33 ff.). Einzig auf die Schlussfra-
ge, ob er dem Protokoll noch etwas beizufügen habe, gab er an (pag. 513 Z. 94 f.): 
«Ja, es tut mir leid für die Opfer was ihnen passiert war. Es tut mir leid, dass ich 
nichts helfen kann, ich bin nicht der entsprechende Täter.».

7.6 Polizeiliche Einvernahme vom 16. Dezember 2019 in Bern 

Direkt im Anschluss an die vorgenannte Einvernahme wurde der Beschuldigte 
durch die Kantonspolizei Bern zum inzwischen in Rechtskraft erwachsenen Ein-
bruchdiebstahl in G.________ befragt (pag. 277 f.). Auch in dieser Einvernahme 
gab er an, er benötige eine Rumänisch Übersetzung, beantwortete anschliessend 
jedoch grundsätzlich keine Frage (pag. 277 f. Z. 8 ff.).

7.7 Verbal des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 5. Februar 2020 

Am 5. Februar 2020 hielt die Vorinstanz in einem Verbal fest, der Beschuldigte und 
C.________ dürften sich seit Anfang des Jahres 2020 wieder unkontrolliert schrei-
ben. Es habe regen Briefverkehr gegeben und nie (mehr) eine Passage zensiert 

11

werden müssen. Die Briefe hätten jedoch nicht lückenlos übersetzt werden können, 
weil sie teilweise in Dialekt («Romani») verfasst worden seien (zum Ganzen 
pag. 747).

7.8 E-Mail der Sicherheitsdirektion (nachfolgend: SID) vom 20. April 2020 

Mit E-Mail vom 20. April 2020 teilte die SID der Vorinstanz mit, der Beschuldigte 
habe am Wochenende im Spazierhof mit seiner Frau [gemeint: C.________] zu 
kommunizieren versucht und sei deshalb per sofort ins Regionalgefängnis Thun 
verlegt worden (pag. 807). 

7.9 Einvernahme in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 22. Juni 2020 

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, welche unter Beizug einer Rumänisch 
Übersetzung stattfand, wurde der Beschuldigte gefragt, weshalb er zu Beginn des 
Verfahrens verschwiegen habe, dass er und C.________ sich kennen würden. 
Darauf antwortete er (pag. 926 Z. 27 ff.):

Bei der ersten Einvernahme habe ich nicht gewusst was ich sagen soll, wir haben beide Kinder wegen 
unseren Kindern habe ich nicht gesagt, ich habe so gesagt, weil ich gedacht habe, dass sie zu den 
Kindern gehen darf. Ich war unter Schock, ich habe nicht genau gewusst was ich sagen soll.

Auf Frage, was er im Jahr 2015 in der Schweiz gemacht habe, führte er aus, er sei 
damals in die Schweiz gekommen, um auf einer Baustelle zu arbeiten. Die Person, 
die ihn hierhin gebracht habe, um auf der Baustelle zu arbeiten, habe ihn aber 
getäuscht. «Es» sei nicht zustande gekommen, weshalb er zurückgekehrt sei (zum 
Ganzen pag. 926 Z. 45 f.). Auf Vorhalt, dass C.________ angegeben habe, sie 
seien im Sommer 2019 gemeinsam mit dem Auto von England her in die Schweiz 
gereist, sagte er, er werde sich nicht mehr dazu äussern, sein Anwalt könne das 
machen. Er habe all die Monate Kontakt mit seinem Anwalt gehabt und mit ihm ge-
sprochen. Ab jetzt übernehme der Anwalt die Rede (zum Ganzen pag. 927 Z. 7 ff.). 

Anschliessend bestätigte der Beschuldigte zu Beginn der Fragen zur Sache den-
noch seine bisherigen Aussagen. Zudem gab er an, er wolle seine Erklärung, wo-
nach er «die Frau» nicht kenne, ändern. Und seine Aussage, wonach C.________ 
schwanger gewesen sei, möchte er richtigstellen. C.________ habe damals sieben 
Monate lang ihre Periode nicht gehabt, weshalb er gedacht habe, sie sei schwan-
ger. Insoweit habe er gelogen (zum Ganzen pag. 928 Z. 5 ff.). 

Betreffend das Auto, mit dem er und C.________ angehalten wurden, äusserte 
sich der Beschuldigte sodann verschiedentlich und betonte, er habe dieses Auto 
hier in der Schweiz für EUR 2'000.00 gekauft (pag. 930 Z. 12 und Z. 16). Bezüglich 
den Vorfall zum Nachteil von K.________ erklärte er, er könne auch Lügen, aber 
nicht so sehr wie «die andere Dame» (pag. 931 Z. 27) und auf Frage, weshalb 
K.________ den Sachverhalt falsch darstellen sollte, schilderte er (pag. 931 
Z. 30 ff.):

Ich denke das hat vielleicht mit Versicherungen zu tun, sie wollte vielleicht etwas Geld kassieren. Man 
kann nicht sagen man habe eine Person nicht erkannt, wenn man neben dieser Person ist und neben 
ihr steht. Soweit ich mich erinnere sagte sie, dass die Person zu ihr kam, dass er so ähnlich wie ein 
Chinese aussah. Sehe ich aus wie ein Chinese? 

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7.10 Letztes Wort in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

Im letzten Wort der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte der Beschuldigte 
aus, sie seien Menschen, hätten Kinder zuhause und seien nun seit einem Jahr 
«hinter Gittern». Er frage sich, ob der Staatsanwalt ihre Zukunft kaputt machen wol-
le und was aus ihnen werden solle. Sie seien keine Hunde, sondern Menschen. 
Der Staatsanwalt wolle sie für fünf Jahre ins Gefängnis «setzen». Dies sei eine 
lange Zeit, er frage sich, was sie «so schweres» getan hätten (zum Ganzen 
pag. 944 f.).

7.11 Brief des Beschuldigten an die Geschädigten vom 20. August 2020 

Rund zwei Monate nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bzw. mit Schrei-
ben vom 20. August 2020 (pag. 1160), welches die Verteidigung der Kammer am 
1. Oktober 2020 einreichte (pag. 1158 f.) und das mit Verfügung vom 9. April 2021 
zu den Akten erkannt wurde (pag. 1170 f.), bat der Beschuldigte die Geschädigten 
auf Französisch um Entschuldigung. Er führte zusammengefasst und übersetzt 
aus, er habe «das» für seine Kinder gemacht. Im Gefängnis sei er wirklich gewach-
sen. Er wolle einen neuen Weg nehmen und diesen schlechten Moment in seinem 
Leben vergessen. Zudem wolle er nach vorne schauen («[…] je tien vrément à 
vous faire mes excuses sur le vole que j’ai comis chez vous. J’espère que vous 
allez vrément me pardonner […] je tien vrément à vous faire mes plus grande 
excuse […] j’ai fait sa pour mes enfants. Vous s’avais la prison ma vrément fais 
grandir et prendre un nouveau chemin. Et ce que je veux vrément c’est oublier ces 
mauvais môment de ma vie et regarder devant moi, le passée est dérier moi 
maintenant.» [pag. 1160]). 

7.12 Einvernahme in der Berufungsverhandlung vom 21. Oktober 2021 

Angesichts dessen, dass der Beschuldigte in der Einvernahme vom 4. Juli 2019 ei-
ne Rumänisch Übersetzung verlangte und angab, dass er anderenfalls keine Frage 
beantworten werde (pag. 414 Z. 17 ff.), weil er zudem sämtliche Briefe an 
C.________ auf Rumänisch schrieb (vgl. pag. 074, pag. 084 und pag. 747) und 
auch die erstinstanzliche Hauptverhandlung unter Beizug einer Rumänisch Über-
setzung stattfand (pag. 908), wurde im Hinblick auf die Berufungsverhandlung eine 
Rumänisch Übersetzung vorgeladen (pag. 1175 f.). Am 6. Oktober 2021 ersuchte 
die Verteidigung die Kammer sodann, für die Berufungsverhandlung eine Franzö-
sisch Übersetzung beizuziehen, weil sich der Beschuldigte gemäss eigenen Anga-
ben mittlerweile besser in Französisch ausdrücken könne als in seiner ursprüngli-
chen Muttersprache Rumänisch (pag. 1187). Die oberinstanzliche Einvernahme 
fand anschliessend antragsgemäss mit einer Französisch Übersetzung statt 
(pag. 1189 f. und pag. 1202). 

Zu Beginn dieser Befragung erklärte der Beschuldigte, er sei bereit, die Fragen zu 
beantworten und werde auch die ganze Wahrheit sagen (pag. 1203 Z. 14). Im Ge-
fängnis sei es sehr hart, es sei ihm dort aber vieles klargeworden und er sei «ge-
wachsen». Er habe jetzt alles verstanden und wolle nicht wieder dieselben Fehler 
machen. Es tue ihm wirklich Leid, dass er «vor dieser Person» wie ein Krimineller 
dastehe, es tue ihm alles Leid (zum Ganzen pag. 1203 Z. 24 ff. und pag. 1205 

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Z. 2 ff). Auf Frage, wen er mit «dieser Person» meine, äusserte der Beschuldigte, 
er meine alle anwesenden Personen (pag. 1203 Z. 31). 

Auf Frage, weshalb er Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil erhoben habe, 
meinte er unter anderem, die Verurteilung sei sehr schwer, weshalb er sich ent-
schieden habe, die Wahrheit zu sagen (pag. 1205 Z. 23 ff.). Auf Vorhalt seines 
Entschuldigungsschreibens an die Geschädigten erklärte er sodann zunächst, die-
ses Schreiben dem Staatsanwalt und dem Richter geschickt zu haben, weil sie 
wissen müssten, dass das, was sie gesagt hätten, nicht die Wahrheit sei 
(pag. 1205 Z. 41 ff.). Auf Nachfrage präzisierte er indes, er habe die Opfer um Ent-
schuldigung gebeten, weil er sich schuldig gefühlt habe, «für etwas», das er getan 
habe. Er habe sie um Verzeihung gebeten und ihnen gesagt, dass er «das» nicht 
zum Vergnügen gemacht habe, sondern, weil er Geld gebraucht habt. Er bereue, 
was er getan habe (zum Ganzen pag. 1206 Z. 5 ff.). Auf Frage, weshalb er sich 
entschuldigt habe bzw. sich entschuldige, wenn er doch sage, die Geschädigten 
hätten nicht die Wahrheit gesagt, erklärte der Beschuldigte, er habe sich schuldig 
gefühlt, weil er ein Delikt begangen habe. Er habe einen Diebstahl begangen, wes-
halb er [die Geschädigten] um Verzeihung bitten wolle. In der Nacht kämen «diese 
Räube» in seinen Kopf (zum Ganzen pag. 1206 Z. 17 ff.). 

In der Folge beschrieb der Beschuldigte, was er seiner Ansicht nach in den einzel-
nen vier Fällen getan hat. Auf diese Aussagen wird bei der konkreten Beweiswür-
digung zu den jeweiligen Vorfällen eingegangen (E. 9.1.4, E. 9.2.4 und E. 9.3.4 un-
ten). Bereits an dieser Stelle sei jedoch festgehalten, dass sich der Beschuldigte 
bei allen Vorwürfen auf den Standpunkt stellt, gegenüber den Opfern keine Gewalt 
angewandt bzw. in den Fällen zum Nachteil von K.________ und von I.________ 
«gar nichts» getan zu haben (pag. 1207 Z. 8 ff., Z. 31 ff. und Z. 44, pag. 1208 Z. 5, 
Z. 22 und Z. 25 ff. sowie pag. 1209 Z. 22). Auf Frage, weshalb ihm alle Oper vor-
werfen würden, Gewalt gegen sie angewandt zu haben, wenn er gemäss eigenen 
Angaben doch nichts getan habe, erklärte er, in der Schweiz gebe es Versicherun-
gen, von denen man Geld erhalten könne – er habe keiner Person Gewalt angetan 
(pag. 1208 Z. 40 f.). Ferner bestätigte er, dass in seinen Effekten im Camping 
N.________ in Frankreich sowohl D.________'s Rolex mit kaputtem Armband als 
auch die Rolex von F.________ sichergestellt wurden (vgl. pag. 1207 Z. 36 ff. und 
pag. 1208 Z. 22). 

Betreffend seine Einreise in die Schweiz im Jahr 2019 führte er schliesslich aus, er 
sei damals mit dem Auto von Rumänien her gekommen und habe ungefähr um Mit-
ternacht oder um zwei bzw. drei Uhr nachts in Como die Grenze passiert. Dann 
habe er an einer Tankstelle zwei, drei Stunden geschlafen, ehe er aufgewacht und 
nach Bern gefahren sei (zum Ganzen pag. 1206 Z. 30 ff.).

7.13 Würdigung durch die Kammer

In Würdigung der voranstehenden Ausführungen ist festzuhalten, dass sich der 
Beschuldigte im Verfahren verschiedentlich widersprüchlich äusserte:

So divergieren seine Aussagen zunächst betreffend seine Einreise in die Schweiz 
im Jahr 2019. Sodann widersprach er sich in Bezug auf seine Autos. Zu Beginn 
des Verfahrens behauptete er, er besitze einzig einen Toyota Corolla. Angehalten 

14

wurden er und C.________ hingegen mit einem BMW und in den Effekten des Be-
schuldigten auf dem Camping N.________ in Frankreich wurde schliesslich ein Au-
toschlüssel von einem Opel gefunden (pag. 339 f.). Diskrepant sind auch seine An-
gaben betreffend seine angeblichen Tatbeiträge. Bis und mit der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung stritt er vehement ab, irgendetwas mit den vorliegend zu beurtei-
lenden Vorfällen zu tun zu haben, geschweige denn, an den verschiedenen Tator-
ten – an denen teilweise seine DNA sichergestellt wurde – gewesen zu sein. Nach 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung folgte sein Entschuldigungsschreiben an 
die Opfer und in der Berufungsverhandlung gab er schliesslich zu, den vier Ge-
schädigten begegnet zu sein sowie deren Uhren etc. entwendet zu haben, aller-
dings ohne dafür Gewalt angewandt zu haben. 

Widersprüchlich ist auch sein Verhalten hinsichtlich die Sprachen, die er angeblich 
spricht oder eben nicht. In der ersten Einvernahme, die entweder auf Französisch 
oder auf Englisch geführt wurde, erklärte der Beschuldigte, er könne sich gut auf 
Französisch ausdrücken und spreche perfekt Englisch. In den nachfolgenden Ein-
vernahmen beharrte er auf eine Rumänisch Übersetzung, weil er nur ein wenig 
Französisch spreche, und die Briefe an C.________ schrieb er ebenfalls auf 
Rumänisch. Kurz vor der Berufungsverhandlung – die entsprechend wie die erstin-
stanzliche Hauptverhandlung unter Beizug einer Rumänisch Übersetzung stattfin-
den sollte – liess er von seinem Verteidiger für die oberinstanzliche Hauptverhand-
lung eine Französisch Übersetzung beantragen, weil er mittlerweile besser Franzö-
sisch spreche als Rumänisch. 

Schliesslich scheint der Beschuldigte – insbesondere, wenn man seine Briefe an 
C.________ liest, die von der Staatsanwaltschaft zensiert wurden – manipulativ zu 
sein. Gleichzeitig schreckt er nicht davor zurück, die Geschädigten anzugreifen und 
schlechtzumachen. Er beschuldigte dieselben beispielsweise als Lügner 
(u.a. pag. 931 Z. 27) oder warf K.________ Versicherungsbetrug vor (pag. 931 
Z. 30 und pag. 1208 Z. 40 f.), was am Rande bemerkt keinen Sinn macht, zumal 
K.________'s Uhr unbestrittenermassen abhandenkam und sie sich im vorliegen-
den Verfahren nicht als Zivilklägerin konstituierte. Daneben ist diese Aussage be-
sonders vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte K.________'s Ausführungen 
in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hörte, wonach der Vorfall sie nach wie 
vor (stark) belaste, dreist. 

8. Vorakten Kanton Graubünden

Nachfolgend wird – soweit die Erkenntnisse daraus für das vorliegende Verfahren 
von Relevanz sind – auf die Vorakten des Beschuldigten eingegangen, welche 
gemäss Strafregistereintrag im Strafbefehl vom 13. Mai 2016 resultierten 
(pag. 1199). 

8.1 Erkenntnisse aus dem «Dossier 4» 

Dem Kriminalrapport der Kantonspolizei Graubünden vom 23. Dezember 2015 ist 
zu entnehmen, dass der Beschuldigte am 17. September 2015 zwischen ein und 
zwei Uhr nachts auf dem Parkplatz der Raststätte O.________ in P.________ (Ort) 
den im Auto sitzenden Geschädigten mittels eines Schlages durch das offene 
Fenster ins Gesicht ausser Gefecht setzte, ihm das iPhone aus der Hand riss, da-

15

mit zu seinem Auto rannte und mit seiner Partnerin auf die Autobahn Richtung 
Q.________ floh. Der Geschädigte erlitt dadurch, wie aus dem Kriminalrapport wei-
ter hervorgeht, eine leichte Verletzung im Mund, suchte jedoch keinen Arzt auf. Auf 
der Fotokonfrontation erkannte er den Beschuldigten und R.________.

Interessant ist insoweit unter anderem, dass der Geschädigte zu Protokoll gab, der 
Beschuldigte und R.________ seien einen grauen/silbernen Mercedes mit engli-
schen Kontrollschildern gefahren. Weiter führte er aus, er habe auf dem Parkplatz 
der Raststätte parkiert und auf seinem iPhone Fernseh geschaut, als der erwähnte 
Mercedes auf demselben Parkplatz angehalten habe. Der Beschuldigte sei sodann 
ausgestiegen und habe ihm «zugepfiffen», worauf sie ins Gespräch gekommen 
seien. Anschliessend sei der Beschuldigte zu ihm ins Auto gestiegen und habe mit 
ihm ein Bier getrunken. Zudem habe der Beschuldigte in seinem Einverständnis 
sein Auto aufgeräumt und den Abfall gesammelt, ehe er zu seinem Auto zurückge-
kehrt sei. Später sei der Beschuldigte wiedergekommen und habe ihn nach einer 
Zigarette gefragt. Er habe ihm eine Zigarette gegeben und als der Beschuldigte 
diese geraucht habe, habe er ihn erneut um eine Zigarette gebeten. Als er das 
Fenster weiter geöffnet habe, habe ihm der Beschuldigte plötzlich mit dem linken 
Ellenbogen ins Gesicht geschlagen und ihm das iPhone aus der Hand gerissen. 
Dann sei der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug geflohen. 

Der Beschuldige wollte oder konnte sich in der Berufungsverhandlung nicht an die-
sen Vorfall erinnern (pag. 1204 Z. 25 ff.). Betreffend R.________ hatte er am 3. Ju-
li 2019 indes erklärt, sie sei die Mutter seines Sohnes S.________ (pag. 403 f.) und 
in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab er auf Frage, ob die Ehe zu 
R.________ noch bestehe, an, sie seien schon seit langer Zeit nicht mehr zusam-
men. Er habe nichts mehr mit ihr zu tun und habe eine neue Frau in seinem Leben 
(zum Ganzen pag. 927 Z. 26 f.). Auf Frage, ob er von R.________ gerichtlich ge-
trennt sei, äusserte er, er gehöre zur «Roma Minderheit» bei der es unüblich sei, 
Dinge wie Heirat und/oder Trennung gerichtlich zu klären (pag. 927 Z. 30 f.). 

8.2 Erkenntnisse aus dem «Dossier 5»

Gemäss dem Kriminalrapport der Kantonspolizei Graubünden vom 23. Dezem-
ber 2015 meldete der Geschäftsführer des U.________ Shops T.________ am 17. 
September 2015 um 16:44 Uhr einen Trickdiebstahl von einem iPhone 6. Der Be-
schuldigte und R.________ hätten das Geschäft betreten und sich ein goldenes 
iPhone 6 zeigen lassen. Kurze Zeit später habe der Beschuldigte dasselbe iPhone 
in schwarz sehen wollen. Als der Verkäufer dieses geholt habe, habe der Beschul-
digte beim neuen, goldenen iPhone die Displayschutzfolie entfernt und diese auf 
das alte iPhone geklebt, welches er dem Geschädigten auf dem Parkplatz der 
Raststätte O.________ gestohlen habe (siehe E. 8.1 oben). Dann habe er das 
neue iPhone behändigt und habe das alte in die Schachtel des neuen gelegt. 
Schliesslich habe er das Geschäft mit der Begründung, er gehe Bargeld holen, ver-
lassen. Als der inzwischen mit dem schwarzen iPhone zurückgekehrte Verkäufer 
misstrauisch geworden sei, habe auch R.________ das Geschäft verlassen – unter 
dem Vorwand, die Kinder seien alleine im Auto. Der Verkäufer sei ihr gefolgt und 
habe gesehen, wie der Beschuldigte bei laufendem Motor in einem grauen Merce-
des V.________ mit Kontrollschild GB ________ gewartet habe. Drei der vier ab 

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dem iPhone im Geschäft sichergestellten Fingerabdrücken hätten später dem Be-
schuldigten zugeordnet werden können. Ausserdem ist er aus Sicht der Kammer 
auf den Fotos der Überwachungskamera des Geschäfts eindeutig zu erkennen.

8.3 Erkenntnisse aus dem «Dossier 6» 

Dem Anzeigerapport der Kantonspolizei Solothurn vom 20. November 2015 ist zu 
entnehmen, dass der Beschuldigte am 3. Oktober 2015 um 19:29 Uhr in 
W.________ (Ort) Fahrtrichtung Zürich mit dem vorerwähnten Mercedes 
V.________ (Kontrollschild GB ________) geblitzt wurde, weil er 174 km/h statt der 
erlaubten 120 km/h fuhr. Auf dem Foto der Radarmessung ist der Beschuldigte klar 
erkennbar. Entsprechend identifizierte ihn auch der Bearbeiter der Kantonspolizei 
Graubünden, der den Beschuldigten persönlich sah, nachdem dieser und 
R.________ am 4. Oktober 2015 in X.________ (Ort) angehalten worden waren 
(die Anhaltung betrifft «Dossier 7»).

8.4 Würdigung durch die Kammer

Die voranstehenden Ausführungen zeigen auf, dass die vorliegend zu beurteilen-
den Vorfälle aus gewissen Gesichtspunkten mit denjenigen aus dem Jahr 2015 in 
Verbindung gebracht werden können. So geht aus den Vorakten insbesondere 
hervor, dass der Beschuldigte bereits im Jahr 2015 mit seiner damaligen Partnerin 
und einem rechtsgesteuerten Auto einer höheren Preisklasse (Mercedes) mit engli-
schem Kontrollschild zu deliktischen Zwecken in der Schweiz unterwegs war. Wei-
ter fällt auf, dass er damals mindestens einmal massiv zu schnell fuhr, was sich – 
wie unter Erwägung 9.1.4 dargetan werden wird – mit dem Vorfall vom 30. Ju-
ni 2019 in Bern in Einklang bringen lässt. Schliesslich fällt beim Vergleich der hier-
vor erwähnten Ereignisse (auf dem Parkplatz der Raststätte und im U.________ 
Shop) mit den vorliegend zu beurteilenden Vorfällen auf, dass der Beschuldigte zu 
den späteren Geschädigten regelmässig zunächst eine Art «Vertrauensverhältnis» 
aufzubauen resp. in gewisser Weise mit diesen in Kontakt zu treten versucht, ehe 
er mittels Überraschungselement deliktisch tätig wird. 

9. Beweiswürdigung zu den einzelnen Vorwürfen 

9.1 Zu den Vorfällen zum Nachteil von D.________ und von I.________ 

9.1.1 Anklagesachverhalt

Mit Anklageschrift vom 4. Februar 2020 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, sich 
wegen Raubes zum Nachteil von D.________ und – in Mittäterschaft zu 
C.________ – wegen Diebstahls zum Nachteil von I.________ schuldig gemacht 
zu haben. Konkret sollen er und C.________ am 30. Juni 2019 um ca. 13:45 Uhr, 
kurz nachdem sich D.________ und I.________ in die Liegenschaft an der 
Y.________ (Strasse) in Bern begeben hatten, an deren Tür geklingelt und die bei-
den angesprochen haben. Dabei soll der Beschuldigte gesagt haben, seine Beglei-
terin, C.________, möchte etwas trinken und er müsse auf die Toilette. Nachdem 
sie sich so Einlass in die Wohnung von I.________ verschafft hätten, sollen sie 
dessen Portemonnaie, das auf dem Tisch im Korridor gelegen sei, samt den sich 
darin befindenden EUR 400.00 behändigt und die Wohnung damit verlassen haben 
(zum Ganzen pag. 732 f.). 

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Als D.________ anschliessend bzw. kurz vor 14:00 Uhr auf dem Vorplatz der er-
wähnten Liegenschaft Nachschau nach dem Beschuldigten und C.________ gehal-
ten habe, habe er in der Verlängerung der Y.________ (Strasse) am 
Z.________ (Ort) einen in Fahrtrichtung AA.________ (Ort) parkierten, dunklen 
Personenwagen mit getönten Scheiben und gelbem Kontrollschild festgestellt. Der 
Beschuldigte sei daraufhin mit I.________'s Portemonnaie in der Hand aus dem 
Wagen ausgestiegen und habe dieses D.________ entgegengestreckt, während er 
«sorry» sagend auf diesen zugegangen sei. Dann habe er D.________ unvermittelt 
mit der Hand gegen die linke Gesichtshälfte geschlagen und ihm das Bein gestellt, 
so dass D.________ zu Boden gefallen sei. Bei der anschliessenden «Rangelei» 
habe er die von D.________ am linken Handgelenk getragene Rolex (Seriennum-
mer ________) mit Fliplock-Band im Wert von CHF 8'500.00 behändigt und sei 
damit – nachdem er von D.________ abgelassen habe – ins Auto gestiegen sowie 
Richtung AA.________ (Ort) davongefahren. D.________ habe sich bei dieser 
Auseinandersetzung eine Schürfung an der Stirn links, Schürfungen am linken El-
lenbogen und Kratzer am linken Handgelenk zugezogen (zum Ganzen pag. 728). 

9.1.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt 

Oberinstanzlich ist im Gegensatz zum erstinstanzlichen Verfahren nicht mehr be-
stritten, dass der Beschuldigte und C.________ am 30. Juni 2019 beobachteten, 
wie der ältere, an einem Stock gehende D.________ und der ebenfalls bereits älte-
re I.________ um ca. 13:45 Uhr die Liegenschaft an der Y.________ (Strasse) in 
Bern betraten. Ebenfalls unbestritten ist, dass sich der Beschuldigte und 
C.________ Einlass in I.________'s Wohnung verschafften sowie dessen Porte-
monnaie samt den EUR 400.00 entwendeten. Schliesslich ist mittlerweile klar, dass 
der Beschuldigte – als D.________ anschliessend Nachschau hielt und auf den 
Vorplatz der Liegenschaft trat – das Auto verliess und mit I.________'s Portemon-
naie in der Hand auf D.________ zuging, worauf zwischen den beiden eine «Ran-
gelei» entstand, nach welcher der Beschuldigte in Besitz von D.________'s Rolex 
war (zum Ganzen pag. 1206 f. Z. 37 ff.).

Bestritten und beweismässig zu klären ist hingegen, wie der Beschuldigte an 
D.________'s Rolex gelangte und inwiefern er an der Entwendung von 
I.________'s Portemonnaie sowie der sich darin befindenden Euros beteiligt war.

9.1.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zur Klärung dieser Fragen zur Verfügung stehenden Be-
weismittel korrekt aufgelistet und ausführlich sowie überzeugend zusammenge-
fasst. Darauf kann integral verwiesen werden (S. 37 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 1093 ff.). Ferner wird auf die amtlichen Akten verwiesen.

9.1.4 Würdigung durch die Kammer

Zumal das Rahmengeschehen weitgehend unbestritten und durch die objektiven 
sowie subjektiven Beweismittel erstellt ist, wird insoweit vollständig auf die korrek-
ten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (S. 39 ff. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 1095 ff.). Nachdem in casu nur noch zu klären ist, wie der Be-
schuldigte an D.________'s Uhr gelangte und inwiefern er an der Entwendung von 

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I.________'s Portemonnaie beteiligt war, sind primär die Aussagen der Beteiligten 
von Bedeutung und im Folgenden zu würdigen. 

Aussagen von D.________ 

D.________ schilderte im Rahmen der handschriftlichen polizeilichen Einvernahme 
vom 30. Juni 2019, «die Frau» – es handelt sich dabei unbestrittenermassen um 
C.________ – sei in I.________'s Wohnung auf ihn zugekommen und habe ange-
fangen, ihn zu berühren. Plötzlich sei das Armband seiner Uhr teils geöffnet gewe-
sen. Er habe gedacht, dies sei komisch und habe eigentlich nach unten in seine 
Wohnung gehen, I.________ aber nicht alleine lassen wollen. Er habe diesem ge-
sagt, er solle aufpassen. Dann habe I.________ ihn gefragt, wo «der Mann» – da-
bei handelt es sich offensichtlich um den Beschuldigten – hingegangen sei und ha-
be C.________ «nach draussen gestellt». Anschliessend hätten sie geschaut, ob 
etwas fehlte. Weil er überzeugt gewesen sei, dass die beiden sicher noch irgendwo 
sein müssten, sei er nach draussen gegangen, wo er am Ende der Strasse ein 
Fahrzeug gesehen habe. Weil er gedacht habe, es könnte sich dabei um das Fahr-
zeug des Beschuldigten und dessen Begleiterin handeln und er müsse das Kon-
trollschild notieren, sei er auf dieses zugegangen. In dem Moment sei der Beschul-
digte beifahrerseitig ausgestiegen und habe ihm ein Portemonnaie entgegenge-
streckt. Er sei stehen geblieben, der Beschuldigte sei aber auf ihn zugekommen 
und habe ihn mit der Hand auf unbekannte Art ins Gesicht geschlagen. Dann sei er 
irgendwie zu Fall gekommen. Als er am Boden gewesen sei, habe er immer wieder 
gedacht, «hoffentlich nimmt er mir mein Portemonnaie nicht», und da habe ihm der 
Beschuldigte die Uhr vom linken Handgelenk genommen, sei damit zum Auto ge-
rannt und weggefahren (zum Ganzen pag. 476 f.).

Am 9. Oktober 2019 identifizierte D.________ den Beschuldigten und C.________ 
bei der Fotokonfrontation (pag. 479).

Zu Beginn der polizeilichen Einvernahme vom 27. November 2019 erklärte 
D.________, mit einer Gegenüberstellung mit dem Beschuldigten und C.________ 
nicht einverstanden zu sein, weil er lange gebraucht habe, bis er das Geschehen 
verdaut habe (pag. 484 Z. 35). Anschliessend beschrieb er in freier Rede, wie der 
Beschuldigte und C.________ am 30. Juni 2019 in I.________'s Wohnung ge-
kommen seien, dass ihm das Ganze komisch vorgekommen sei und C.________ 
ihm plötzlich «an den Schwanz» gegriffen habe. Weiter erklärte er, dass er darauf-
hin etwas zurückgewichen sei, C.________ aber seine Hand genommen und – 
obwohl sie schwanger gewesen sei – zwischen ihre Beine geführt habe. Als er die 
Hand zurückgezogen habe, sei ihm dann das erste Mal aufgefallen, dass seine Uhr 
geöffnet gewesen sei (zum Ganzen pag. 485 Z. 53 ff.). Anschliessend habe 
I.________ C.________ zum Gehen aufgefordert und ihn gefragt, ob er den Be-
schuldigten gesehen habe, worauf er geantwortet habe, dass die beiden «hunder-
prozentig» etwas gestohlen hätten. I.________ habe nachgeschaut und gesagt, 
ihm fehle nichts, weshalb er selber die Treppe nach oben gegangen sei und draus-
sen nachgeschaut habe. Seine Krücke habe er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr da-
beigehabt, der Beschuldigte habe aber gesehen, dass er zuvor mit der Krücke ins 
Haus gegangen sei (zum Ganzen pag. 485 Z. 66 ff.). In der Verlängerung der 
Y.________ (Strasse) habe er dann ein dunkles Auto stehen sehen und sich ge-

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dacht, «in diesem Auto sitzen sie, ich muss die Nummer aufschreiben». Als er des-
halb auf das Auto zugegangen sei, sei der Beschuldigte ausgestiegen, ums Auto 
gelaufen, habe ihm ein Portemonnaie gezeigt und «sorry» gesagt. Dann sei er «wie 
ein Pfeil» auf ihn losgekommen, habe ihm «einen Box» links ins Gesicht gegeben 
und ihm das Bein gestellt, worauf er am Boden gelegen sei. Seinen künstlichen 
Gelenken habe es zum Glück nichts gemacht. Am Boden habe der Beschuldigte 
dann mit ihm gekämpft. In dem Moment habe er noch nicht gewusst, um was es 
gehe und habe sich nur gedacht, dass er sich sein Portemonnaie sicher nicht steh-
len lasse. Dass es der Beschuldigte auf seine Uhr abgesehen haben könnte, sei 
ihm in keinem Moment in den Sinn gekommen. Dann habe der Beschuldigte ihn 
plötzlich losgelassen, sei zum Auto zurückgegangen und weggefahren (zum Gan-
zen pag. 485 Z. 78 ff.).

In Würdigung dieser Aussagen kann festgehalten werden, dass D.________ das 
Rahmen- und Kerngeschehen entgegen der Auffassung der Verteidigung 
(vgl. pag. 1212) widerspruchsfrei, authentisch, nachvollziehbar und stimmig schil-
derte. Der Umstand, dass er das Auto des Beschuldigten in der ersten Einvernah-
me als dunkles Auto beschrieb, das wie ein alter Opel ausgesehen habe 
(pag. 477), obwohl es in Wahrheit ein blauer BMW war, macht seine Aussagen 
entgegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. pag. 1212) sodann nicht unglaubhaft. 
Einerseits erklärte D.________ in der Einvernahme vom 27. November 2019 über-
zeugend, er kenne sich mit Autos nicht so gut aus, es sei einfach ein dunkles Auto 
mit gelben Kontrollschildern gewesen (pag. 486 Z. 187 ff.). Anderseits wurde 
D.________, unmittelbar nachdem er das Auto sah, Opfer eines Überfalls, weshalb 
verständlich und lebensnah ist, dass er sich nicht an alle Einzelheiten erinnern und 
das Auto nicht fehlerfrei beschreiben konnte. 

Soweit die Verteidigung weiter rügte, rund fünf Monate nach dem Vorfall habe 
D.________ diesen deutlich dramatischer und detaillierter geschildert als in seiner 
ersten Einvernahme, was gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spreche 
(vgl. pag. 1213), sei darauf hingewiesen, dass es sich bei der ersten Befragung von 
D.________ um eine handschriftliche Einvernahme handelte. Seine ersten Anga-
ben wurden mithin nachvollziehbarerweise weniger ausführlich notiert als dies in 
«normalen» Einvernahmen der Fall ist resp. verständlicherweise lediglich zusam-
mengefasst. Das Kerngeschehen schilderte D.________ im Übrigen bereits in die-
ser ersten Einvernahme ausreichend exakt und später zudem übereinstimmend. 

Weiter beschrieb er den Vorfall in allen Einvernahmen äusserst bildhaft und ge-
spickt mit Details, die in erfundenen Sachverhalten nur schwer vorstellbar sind. So 
erzählte er beispielsweise eindrücklich, wie der Beschuldigte ihn mit einem «sorry» 
und I.________'s Portemonnaie in der Hand zu sich gelockt und ihn anschliessend 
geschlagen sowie ihm das Bein gestellt habe, so dass er zu Boden gefallen sei 
(pag. 485 Z. 86 ff.). Ebenfalls originell ist seine Aussage, wonach er sich – als er 
am Boden gelegen sei – gedacht habe, er lasse sich das Portemonnaie nicht steh-
len und gar nicht realisiert habe, dass es der Beschuldigte nicht auf sein Porte-
monnaie, sondern auf seine Uhr abgesehen habe (pag. 485 Z. 90 ff.). Schliesslich 
erwähnte er am 27. November 2019 authentisch, wie er erst nach dem Vorfall bzw. 

20

als er wieder im Haus gewesen sei, bemerkt habe, dass er am Arm blutete 
(pag. 485 Z. 94 ff.). 

Der von D.________ geschilderte Geschehensablauf ist denn auch logisch, stim-
mig und ins Gesamtbild passend. Die von ihm gemachten Raum-Zeit-
Verknüpfungen und die Tatsache, dass er wiederholt beschrieb, was er sich über-
legt und was er getan habe, legen ebenfalls nahe, dass er die Wahrheit sagt. Ag-
gravationen sind in seinen Aussagen zudem keine auszumachen. D.________ be-
lastete weder den Beschuldigten übermässig oder unnötig noch dramatisierte er 
entgegen der Auffassung der Verteidigung seine Verletzungen (vgl. pag. 1213). 
Weshalb er seine Verletzungen wahrheitswidrig hätte beschreiben sollen, ist denn 
auch nicht ersichtlich. D.________ konstituierte sich weder als Zivilkläger, machte 
keine Forderung wegen der Verletzungen geltend noch ist anzunehmen, dass der 
Polizist in der handschriftlichen Einvernahme unmittelbar nach dem Vorfall proto-
kolliert hätte, D.________ habe an der Stirn, am Ellenbogen und am Handgelenk 
Schürfungen bzw. Kratzer erlitten (pag. 477), wenn diese nicht sichtbar gewesen 
wären. Schliesslich korrespondieren D.________'s Aussagen soweit möglich mit 
den glaubhaften Angaben von I.________ und den vorhandenen objektiven Be-
weismitteln. So wurde gemäss Rapport der Kantonspolizei Waadt vom 15. Okto-
ber 2019 in den Effekten des Beschuldigten beispielsweise D.________'s Rolex si-
chergestellt, deren Armband kaputt war (pag. 340), was D.________'s Version of-
fensichtlich untermauert.  

Schliesslich ist, soweit die Verteidigung in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
vorgebracht hatte, der Beschuldigte sei am 30. Juni 2019 erwiesenermassen um 
13:00 Uhr in AB.________ (Ort) auf der A2 Richtung Lausanne geblitzt worden und 
könne daher unmöglich rund 45 Minuten später in Bern gewesen sein 
(vgl. pag. 940) – auch wenn letzteres mittlerweile unbestritten ist –, darauf hinzu-
weisen, dass aus den Vorakten hervorgeht, dass sich der Beschuldigte um die in 
der Schweiz erlaubten Höchstgeschwindigkeiten foutiert; er war auch schon sams-
tags um 7:30 Uhr mit 174 km/h auf der Autobahn unterwegs und wurde geblitzt 
(siehe E. 8.3 oben bzw. «Dossier 6» der Vorakten). 

Zusammengefasst enthalten D.________'s Aussagen somit zahlreiche Realkenn-
zeichen, weshalb auf sie abgestellt werden kann.

Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestritt bis und mit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, am 
30. Juni 2019 an der Y.________ (Strasse) in Bern gewesen zu sein, obschon sei-
ne DNA-Spur ab einem Wasserglas in der Wohnung von I.________ sichergestellt 
wurde (pag. 443/1). Seine dementsprechenden Aussagen sind höchst unglaubhaft. 
Insoweit wird vollumfänglich auf die überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen (S. 45 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1101 f.). 

In der Berufungsverhandlung gestand der Beschuldigte sodann ein, am 30. Ju-
ni 2019 in Bern gewesen zu sein. Er machte geltend, er habe in der Wohnung von 
I.________ ein Glas Wasser getrunken und als er habe gehen wollen – weil 
I.________ ihnen nichts zu essen gegeben habe –, habe er gesehen, wie 
D.________ seine Hand an «die Fotze» seiner Frau, C.________, gehalten habe. 

21

Er sei nach draussen gegangen und habe sich in sein Auto gesetzt. Dann sei 
C.________ gekommen und habe plötzlich das Portemonnaie von I.________ her-
vorgeholt. Er habe sie gefragt, weshalb sie dieses behändigt habe, worauf 
C.________ geantwortet habe, sie bräuchten Geld. Anschliessend hätten sie des-
halb die Euros genommen (zum Ganzen pag. 1207 Z. 8 ff.). Daraufhin sei er zum 
Kreisel und wieder zurück zur Liegenschaft an der Y.________ (Strasse) gefahren. 
Dort sei er ausgestiegen und habe das Portemonnaie zurückgeben wollen, weil 
sich darin noch Karten befunden hätten. Als er mit dem Portemonnaie in der Hand 
auf D.________ zugegangen sei, habe dieser ihn am Hals gepackt und geschla-
gen, so dass er (der Beschuldigte) zu Boden gegangen sei. Dann habe 
D.________ ihn mit den Knien, den Füssen und den Fäusten geschlagen und ge-
treten. Um sich aus D.________'s «Griff» zu befreien, habe er diesen am Arm 
«genommen». Dort habe D.________ eine Uhr getragen. Er habe diese nicht neh-
men, sondern sich lediglich wieder aufziehen wollen. Als er also an D.________'s 
Armen gezogen habe, um sich aufzurichten, habe er, als er dann gestanden sei, 
plötzlich D.________'s Uhr in der Hand gehabt (zum Ganzen pag. 1207 Z. 16 ff.). 
Dann habe er D.________ gesagt (pag. 1207 Z. 31 ff.): «Tschau, ich habe deine 
Uhr und ich gehe, weil ich mich von dir nicht schlagen lassen will und du ein Blöd-
mann bist.». Er habe keineswegs Gewalt gegen D.________ angewandt und sich 
auch überhaupt nicht gegen diesen gewehrt. Schliesslich habe er Respekt vor ihm 
gehabt, weil sein Vater auch alt sei (zum Ganzen pag. 1207 Z. 32 f. und pag. 1209 
Z. 16 ff.). 

In Anbetracht der Gesamtumstände bedarf grundsätzlich keiner weiteren Aus-
führungen, dass diese Version des Beschuldigten lebensfremd und unglaubhaft ist. 
Es ist unvorstellbar, wie und weshalb der im Tatzeitpunkt 66-jährige, gesundheitlich 
angeschlagene resp. an einer Krücke gehende D.________ den Beschuldigten 
verprügelt haben sollte. Ausserdem lässt sich die Version des Beschuldigten weder 
mit den leichten Verletzungen D.________'s noch mit der Tatsache, dass dessen 
Uhr mit kaputtem Armband in den Effekten des Beschuldigten gefunden wurde, in 
Einklang bringen. Im Gegenteil, diese Umstände sprechen wie erwähnt vielmehr für 
die Version D.________'s. Höchst unwahrscheinlich, aber letztlich irrelevant ist im 
Übrigen auch, dass D.________ der damaligen Partnerin des Beschuldigten zwi-
schen die Beine gegriffen haben soll. Ferner indiziert die Tatsache, dass der Be-
schuldigte die übrigen Beteiligten schlechtmachte, während er sich selber in gutem 
Licht darzustellen versuchte, dass er nicht die Wahrheit sagt. So beschuldigte er 
D.________ beispielsweise, ihn mit Fäusten, Füssen und Knie geschlagen zu ha-
ben (pag. 1207 Z. 22 f.), während er selber sich ausschliesslich passiv verhalten 
haben will (pag. 1209 Z. 16 ff.). Desgleichen soll gemäss seinen oberinstanzlichen 
Angaben alleine C.________ – mit der er nicht mehr zusammen sei (pag. 1204 
Z. 13 f.) – für die Behändigung von I.________'s Portemonnaie verantwortlich sein. 
Er selber habe das Portemonnaie vielmehr zurückgeben wollen, weil sich darin 
noch Karten befunden hätten (pag. 1207 Z. 17 f.). 

Zusammengefasst sind die oberinstanzlichen Aussagen des Beschuldigten – gleich 
wie seine früheren Angaben – zumindest soweit das Kerngeschehen angehend 
höchst unlogisch, weltfremd, unstimmig und damit unglaubhaft. Sie vermögen die 
überzeugende Version von D.________ nicht zu entkräften. 

22

Aussagen von C.________ 

In Bezug auf die Aussagen von C.________ wird integral auf die überzeugende Ur-
teilsbegründung der Vorinstanz verwiesen (S. 46 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 1102). Auf ihre Angaben kann ebenfalls nicht abgestellt werden. 
Jedoch erhob sie gegen das erstinstanzliche Urteil, mit welchem sie insbesondere 
wegen Diebstahls zum Nachteil von I.________ verurteilt wurde, keine Berufung. 
Dies ist zwar kein Beweis, legt aber zumindest nahe, dass sich der Vorfall wie von 
der Vorinstanz angenommen ereignet hat.

Aussagen von I.________

I.________ realisierte weder, dass sein Portemonnaie gestohlen wurde noch sah 
er die Auseinandersetzung zwischen D.________ und dem Beschuldigten vor dem 
Haus. In Bezug auf die vorliegend zu klärenden Beweisfragen können seine Anga-
ben, die grundsätzlich glaubhaft sind, somit keine relevanten Hinweise liefern, 
weshalb nicht näher darauf eingegangen wird.

9.1.5 Beweisergebnis / rechtserheblicher Sachverhalt für die Kammer

Abstellend auf die glaubhaften Aussagen von D.________, die soweit möglich ins-
besondere mit denjenigen von I.________ und den objektiven Beweismitteln über-
einstimmen, ist für die Kammer erstellt, dass der Beschuldigte und C.________ am 
30. Juni 2019 um ca. 13:45 Uhr – kurz nachdem der damals 66-jährige 
D.________ und der 74-jährige I.________ die Liegenschaft an der Y.________ 
(Strasse) in Bern betreten hatten – an der Tür klingelten und vorgaben, die angeb-
lich schwangere C.________ habe Durst und der Beschuldigte müsse auf die Toi-
lette. Sie klingelten nicht an «irgendeiner» Tür, sondern suchten bewusst die be-
reits etwas älteren Herren D.________ und I.________ aus. I.________ liess den 
Beschuldigten und C.________ anschliessend in seine Wohnung und gab ihnen je 
ein Glas Wasser. Dann ging der Beschuldigte vermutlich auf die Toilette, während 
sich C.________ mit D.________ unterhielt und insbesondere dessen Hand zwi-
schen ihre Beine führte. Als D.________ seine Hand daraufhin zurückzog, stellte er 
fest, dass das Armband seiner Uhr etwas geöffnet war. Anschliessend verliessen 
der Beschuldigte und C.________ die Wohnung, wobei jemand der beiden – ver-
mutlich C.________ – beim Hinausgehen das im Korridor auf dem Tisch liegende 
Portemonnaie von I.________ behändigte. Als sie zurück im Auto waren, entwen-
deten sie aus dem Portemonnaie rund EUR 400.00. 

In der Folge trat D.________ auf den Vorplatz der Liegenschaft an der Y.________ 
(Strasse), um Nachschau zu halten. Als er das Auto sah, in dem der Beschuldigte 
und C.________ sassen, wollte er dessen Nummer notieren und ging deshalb auf 
dieses zu. In dem Moment stieg der Beschuldigte aus, ging um das Auto herum 
und – mit I.________'s Portemonnaie in der Hand – direkt auf D.________ zu. Da-
bei sagte er «sorry» und als er bei D.________ war, schlug er diesem unvermittelt 
mit der Hand gegen die linke Gesichtshälfte. Dann stellte er ihm das Bein, so dass 
D.________ zu Boden fiel. Während der anschliessenden «Rangelei» riss er 
D.________ schliesslich die Rolex Submariner (Seriennummer ________) im Wert 
von CHF 8'500.00 vom linken Handgelenk und zerstörte dadurch deren Armband. 
Dann rannte der Beschuldigte mit der Uhr – die später mit kaputtem Armband in 

23

seinen Effekten in Frankreich sichergestellt wurde (pag. 340) – zum Auto zurück 
und fuhr mit C.________ Richtung AA.________ (Ort) davon. D.________ zog sich 
bei dieser Auseinandersetzung eine Schürfung an der Stirn links, Schürfungen am 
linken Ellenbogen und Kratzer am linken Handgelenk zu. Zudem belastete ihn der 
Vorfall psychisch und D.________ kann seither keine gleiche Uhr mehr tragen.

9.2 Zum Vorfall zum Nachteil von F.________

9.2.1 Anklagesachverhalt

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 3. Juli 2019 um ca. 03:10 Uhr im Parking 
AC.________ in E.________ einen Raub zum Nachteil von F.________ begangen 
zu haben. Konkret soll er kurz nach 02:15 Uhr mit dem rechtsgesteuerten, dunkel-
blauen BMW vor dem Hotel AD.________ am AE.________ (Ort) in Genf angehal-
ten und F.________ einsteigen lassen haben, «pour faire un petit tour». Nachdem 
er auf der Autobahn Richtung Lausanne gefahren sei, habe F.________ ihn aufge-
fordert, in AF.________ (Ort) die Ausfahrt zu nehmen und sie nach Genf zurückzu-
führen. Der Beschuldigte sei stattdessen ins erwähnte Parking gefahren. Dort sei er 
aus dem Auto gestiegen, habe geraucht und von F.________ Sex verlangt. 
F.________ habe dementiert und den Beschuldigten ersucht, sie nach Genf 
zurückzufahren, ansonsten sie die Polizei benachrichtigen würde. Dies habe den 
Beschuldigten in Rage gebracht und er habe F.________ an den Armen ergriffen, 
das Band der von ihr am linken Handgelenk getragenen Rolex geöffnet und sie zu 
Boden gestossen. Dann habe er ihr die Uhr mit weissem Zifferblatt und 11 Diaman-
ten (Referenznummer ________) im Wert von CHF 8'000.00 entrissen, worauf 
F.________'s Handgelenk blau geworden sei. Zudem habe er F.________ einen 
Schlag gegen die linke Schulter verpasst und ihr die weisse Handtasche, in der 
sich drei Noten à CHF 200.00, ihr iPhone 5S und die übrigen in der Anklageschrift 
umschriebenen Gegenstände befunden hätten, entrissen. Schliesslich sei der Be-
schuldigte zu seinem BMW gerannt und schnell davongefahren (zum Ganzen 
pag. 728 f.). 

9.2.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt 

Anders als noch in erster Instanz ist inzwischen unbestritten, dass F.________ am 
3. Juli 2019 kurz nach 02:15 Uhr vor dem Hotel AD.________ am AE.________ 
(Ort) in Genf zum Beschuldigten ins Auto stieg und dieser daraufhin ins Parking 
AC.________ in E.________ fuhr. Weiter ist klar, dass der Beschuldigte im Parking 
von F.________ Sex verlangte, was diese nicht wollte. Schliesslich fiel F.________ 
unbestrittenermassen zu Boden und der Beschuldigte fuhr um ca. 03:10 Uhr – im 
Besitz von F.________'s Rolex und ihrer Handtasche – davon.  

Bestritten und beweismässig zu klären ist, wie der Beschuldigte an F.________'s 
Uhr und Handtasche gelangte. 

9.2.3 Beweismittel

Die Vorinstanz führte die vorhandenen Beweismittel vollständig auf und fasste die-
se ausführlich zusammen, worauf integral verwiesen wird (S. 13 ff., S. 20 f. und 
S. 25 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1069 ff., pag. 1076 f. und 
pag. 1081 ff.). Ferner kann auf die amtlichen Akten verwiesen werden.

24

9.2.4 Würdigung durch die Kammer

Das Rahmengeschehen ist unbestritten und durch die objektiven Beweismittel – 
insbesondere die Meldung von F.________ vom 3. Juli 2019 um 3:30 Uhr 
(pag. 313), die Ergebnisse der Auswertung der Mobiltelefondaten des Beschuldig-
ten (vgl. pag. 336), die Sicherstellung der sich in seinen Effekten befindenden 
Wertgegenständen F.________'s (pag. 340) – welche soweit möglich durch die 
glaubhaften Aussagen von F.________ untermauert werden, belegt. Insoweit wird 
deshalb ausschliesslich auf die zutreffende Beweiswürdigung der Vorinstanz ver-
wiesen (S. 16 ff. und S. 21 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1072 ff. 
und pag. 1077 ff.). Zur Beantwortung der Fragen, wie der Beschuldigte an 
F.________'s Uhr und deren Handtasche gelangte, ist im Folgenden auf deren 
Aussagen einzugehen.

Aussagen von F.________ 

F.________ gab am 3. Juli 2019 gegenüber der Kantonspolizei Waadt zu Protokoll, 
nachdem der Beschuldigte im Parking angehalten habe, um eine Zigarette zu rau-
chen, habe er sie plötzlich um eine «sexuelle Handlung» gebeten. Sie habe dies 
verweigert und den Beschuldigten erneut gebeten (sie tat dies bereits zuvor auf der 
Autobahn), sie nach Hause zu fahren, ansonsten sie die Polizei verständigen wür-
de. Daraufhin sei der Beschuldigte wütend geworden und habe sie zu Boden ge-
stossen. Als sie am Boden gewesen sei, habe er ihr die Rolex vom linken Handge-
lenk «gestohlen». Danach habe er ihr die Handtasche, in der sich insbesondere ihr 
Portemonnaie, ihre Schlüssel und ihr iPhone befunden hätten, entrissen. Schliess-
lich sei er in sein Auto gestiegen und schnell davongefahren (zum Ganzen 
pag. 362). 

In der polizeilichen Einvernahme vom 11. Juli 2019 schilderte F.________, sie und 
der Beschuldigte hätten im Parking angehalten und seien aus dem Auto gestiegen. 
Dann habe der Beschuldigte geraucht. Sie habe nach Hause gewollt und darauf 
gewartet, dass er sie zurückbringen würde. Dann habe er sie «für sexuelle Hand-
lungen gefragt», was sie verweigert habe. Sie sei die ganze Zeit sehr freundlich 
gewesen und habe ihm erklärt, sie mache das nicht auf einem Parkplatz, sie könn-
ten am nächsten Tag telefonieren und «man mache das ein anderes Mal». Auf 
Nachfrage verneinte F.________, die Telefonnummer des Beschuldigten zu ken-
nen. Als sie in Genf in sein Auto gestiegen sei, habe sie zwar danach gefragt, weil 
der Beschuldigte dann aber gefahren sei, habe er ihr die Nummer nicht gegeben. 
Sie selber habe ihm ihre Nummer ebenfalls nicht gegeben. Als sie dem Beschuldig-
ten im Parking dann den Sex verweigert habe, habe er gesagt, er werde noch rau-
chen. Da habe sie begonnen, sich schlecht zu fühlen, insbesondere, weil es keine 
anderen Menschen gehabt habe und Nacht gewesen sei. Sie habe Angst gehabt, 
sie könnten auf dem Rückweg einen Unfall haben, weil sie geglaubt habe, er rau-
che Drogen. Sie habe dann ihre Stimmlage geändert («j’ai changé le ton») und 
dem Beschuldigten gesagt, er solle sie nach Hause fahren, sonst rufe sie die Poli-
zei. Da sei er unvermittelt auf sie gesprungen («il m’a sauté dessus»), habe sie am 
Arm gepackt und ihr den Verschluss der Uhr geöffnet. Sie sei am Handgelenk blau 
gewesen. Als er ihr die Uhr weggenommen habe, sei sie bereits auf dem Boden 
gewesen, er habe sie zu Boden geworfen («C’est lui qui m’a mis par terre.»). Sie 

25

habe nicht mehr gewusst, was machen. Dann habe er ihr wahrscheinlich mit sei-
nem Fuss gegen das Schulterblatt gestossen und es habe auch noch einen Schlag 
gegen den Rücken gegeben. Dies habe der Beschuldigte glaublich gemacht, um 
sie zu drehen und weil er ihre Handtasche («mon sac»), die sie am Schulterriemen 
getragen habe, sonst nicht hätte nehmen können. Er habe ihre Handtasche dann 
genommen und sei damit schnell zum Auto gerannt sowie geflohen. Sie habe sich 
nicht verteidigt, weil sie gedacht habe, er würde sie ansonsten «verschlagen» (zum 
Ganzen pag. 368 réponse 6). Wegen der Verletzung habe sie dann ins Spital ge-
musst, einen Bericht bzw. ein Artzeugnis («certificat») habe sie aber nicht. Dies 
hätte CHF 70.00 gekostet, was sie nicht bezahlt habe. Am linken Schulterblatt habe 
sie ein Hämatom erlitten, am Becken habe sie Schmerzen gehabt und das Knie 
müsse sie die ganze Zeit desinfizieren, weil es nicht heile (zum Ganzen pag. 369 
réponse 11). 

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung berichtete F.________, der Beschuldig-
te sei auf den Parkplatz gefahren, um zu rauchen. Sie wisse nicht mehr, was er ge-
raucht habe. Dann habe er sie gefragt, ob sie ihm «etwas für Mann und Frau» ma-
che. Sie habe ihm gesagt, sie würden sich erst kurz kennen – «vielleicht morgen». 
Sie habe solche Situation früher schon oft in Discos erlebt und dann jeweils gesagt, 
man würde morgen schauen, was in diesen Situationen jeweils funktioniert habe. 
Sie habe den Beschuldigten dann gebeten, sie zurückzufahren. Dafür habe sie 
«die Stimme gewechselt» und ihm gesagt, er solle sie zurückfahren, sonst rufe sie 
die Polizei. Der Beschuldigte habe geantwortet, «du willst der Polizei telefonieren», 
sei zu ihr gekommen und habe sie mit einer Hand an der Schulter gepackt. Mit der 
anderen bzw. der rechten Hand habe er versucht, ihr die Uhr vom linken Handge-
lenk zu nehmen. Dies habe geschmerzt und sie habe gedacht, sie könne ihm hel-
fen. Schliesslich habe er das Armband aber öffnen können. An ihrem Handgelenk 
sei alles rot und später blau gewesen. Geblutet habe es glaublich nicht, aber es 
habe «tiefe Krater» gehabt. Als die Polizei ihre Uhr gefunden habe, sei deren Arm-
band kaputt gewesen (zum Ganzen pag. 915 Z. 14 ff.). Auf Frage, was der Be-
schuldigte getan habe, nachdem er ihr die Uhr entwendet habe, schilderte 
F.________, sie wisse nicht mehr genau wie, aber der Beschuldigte habe ihr das 
Bein gestellt und dann sei sie am Boden gewesen. Als sie am Boden gelegen sei, 
habe er sie geschlagen oder getreten. Er habe dies zweimal gemacht, aber nicht 
so stark. Dann habe sie gefühlt, wie er ihr die Tasche genommen habe. Dabei ha-
be sie noch gedacht, «jetzt willst du noch meine Tasche» (zum Ganzen pag. 915 
Z. 32 ff.). Als der Beschuldigte schliesslich ins Auto gestiegen sei, habe sie sich 
davor gefürchtet, dass er in sie hineinfahre würde, er sei aber weggefahren 
(pag. 916 Z. 2 ff.). Der Vorfall sei für sie nach wie vor sehr präsent und sie habe 
seither eine «diffuse» Angst, zittere nachts und könne nicht schlafen (pag. 914 
Z. 12 f. und pag. 917 Z. 13 f.).

In Würdigung dieser Aussagen ist festzuhalten, dass F.________ den Vorfall kon-
stant und nachvollziehbar, wenn auch nicht immer gleich detailliert, schilderte. Der 
Umstand, dass sie gegenüber der Polizei am 11. Juli 2019 angab, im Parking be-
reits am Boden gewesen zu sein, als der Beschuldigte ihr die Uhr weggenommen 
habe (pag. 368 réponse 6), ihre am 22. Juni 2020 in der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung gemachten Aussagen hingegen indizieren, dass sie noch stand, als 

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der Beschuldigte ihr die Uhr entriss (pag. 915 Z. 14 ff.), ändert daran nichts. Zwi-
schen den beiden Einvernahmen verging fast ein Jahr und das Geschehen damals 
im Parking war dynamisch und schnelllebig. Im Übrigen gibt es keine Hinweise 
dafür, dass F.________ den Beschuldigten wahrheitswidrig anschuldigte und es ist 
auch nicht ersichtlich, weshalb sie dies tun sollte. Sie räumte beispielsweise viel-
mehr ein, der Beschuldigte habe sie wohl nicht getreten, um ihr weh zu machen, 
sondern, um ihr die Handtasche wegnehmen zu können (pag. 368 réponse 6). Zu-
dem beschrieb sie, sie habe den Beschuldigten zunächst nicht als gefährlichen 
Menschen gesehen (pag. 915 Z. 2 f.) und als sie im Parking am Boden gelegen sei, 
habe er sie nicht so fest geschlagen (pag. 915 Z. 35). F.________ dramatisierte 
mithin weder den Vorfall noch belastete sie den Beschuldigten übermässig, was 
nahelegt, dass sie die Wahrheit sagt. Weiter beschrieb sie mehrfach, weshalb sie 
zum Beschuldigten ins Auto gestiegen sei bzw. dass sie sich nichts Böses gedacht 
habe (u.a. pag. 367 réponse 6) und erläuterte eindrücklich, dass sie sich im Par-
king unwohl zu fühlen begonnen habe, weil es Nacht und menschenleer gewesen 
sei (pag. 368 réponse 6). Als erlebnisbasiert imponiert unter anderem auch ihre Er-
klärung, wonach sie ihre Stimmlage («le ton») geändert habe, als sie den Beschul-
digten aufgefordert habe, sie nach Hause zu fahren (pag. 368 réponse 6). Sodann 
schilderte sie originell und authentisch, was sie sich damals überlegte und wie sie 
sich fühlte. Sie führte beispielsweise nachvollziehbar aus, nachdem der Beschul-
digte ihr die Uhr und die Handtasche weggenommen habe, habe sie sich davor ge-
fürchtet, dass er nun «noch etwas gegen sie persönlich machen könnte», weil er ihr 
keine Wertgegenstände mehr abnehmen konnte (pag. 916 Z. 2 ff.). Desgleichen 
gab sie an, dass sie – nachdem der Beschuldigte mit ihrer Handtasche und Uhr ge-
flohen sei und sie sich um 03:00 Uhr nachts, ohne Geld, Telefon und Schlüssel al-
leine in einem verlassenen Parking wiedergefunden habe – Angst gehabt und sich 
fragte habe, was sie tun sollte (pag. 916 Z. 5 ff.), was in der entsprechenden Situa-
tion absolut verständlich ist. Insgesamt schilderte F.________ mithin viele Details, 
die in erfundenen Sachverhalten nicht zu finden wären. Zudem stimmen ihre au-
thentischen, lebhaften Aussagen soweit möglich mit den objektiven Beweismitteln 
überein. F.________'s Schilderungen enthalten somit zahlreiche Realkennzeichen, 
weshalb darauf abgestellt werden kann.  

Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestritt bis und mit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, et-
was mit diesem Vorfall zu tun zu haben, obwohl in seinen Effekten F.________'s 
Rolex und ihr iPhone gefunden wurden (pag. 340). In der Berufungsverhandlung 
bestätigte er sodann, F.________'s Rolex und deren Handtasche in der fraglichen 
Nacht behändigt zu haben, stellte sich indes auf den Standpunkt, dafür keine Ge-
walt angewandt zu haben (pag. 1208 Z. 2 ff.). Er führte aus, F.________ sei eine 
Prostituierte gewesen und als sie im Parking angehalten hätten, habe er ihr Geld 
angeboten, damit sie ihm «eine Freude bereite». F.________ habe dies aber «nicht 
machen wollen». Als er vor seinem Auto gestanden sei und eine Zigarette geraucht 
habe, sei sie dann an seinem Fuss hängen geblieben und zu Boden gefallen. Er 
habe ihr gesagt, wenn sie ihm keine Freude bereiten wolle, obwohl er ihr Geld an-
geboten habe, nehme er ihr zwei Sachen weg: die Uhr und die Handtasche. Das 
sei alles, was geschehen sei. Er habe F.________ nicht geschlagen, sondern sie 

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nur mit dem Fuss berührt und ihr gesagt, sie solle nie mehr so etwas machen (zum 
Ganzen pag. 1208 Z. 11 ff.). Auf Frage, weshalb das Armband der sichergestellten 
Uhr F.________'s kaputt gewesen sei, wenn er ihr diese, wie er behaupte, doch 
nicht entrissen habe, beteuerte der Beschuldigte, das Armband sei nicht kaputt 
gewesen, F.________ habe die Uhr damals selber vom Handgelenk gestreift und 
ihm gegeben (pag. 1208 Z. 22). 

Unter Berücksichtigung der glaubhaften Aussagen von F.________ und der Tatsa-
che, dass deren Uhr mit kaputtem Armband in den Effekten des Beschuldigten si-
chergestellt wurde – wie auch in Anbetracht der Gesamtumstände – erscheint die 
in der Berufungsverhandlung geschilderte Version des Beschuldigten – entgegen 
der Auffassung der Verteidigung (vgl. pag. 1213) – lebensfremd, unlogisch und 
damit unglaubhaft. Es ist, wie die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend ausführte 
(vgl. pag. 1219), schlicht weder einzusehen, dass F.________ im Parking über den 
Fuss des Beschuldigten «gestürchelt» sein soll, noch, dass sie ihm anschliessend 
– weil sie ihm trotz des angebotenen Geldes keine sexuellen Dienste habe leisten 
wollen – freiwillig, mitten in der Nacht, in einem unbelebten Parking ihre Rolex und 
ihre Handtasche samt Portemonnaie, Schlüsseln und Telefon geben haben soll. 
Ein solches Verhalten wäre weltfremd. Ferner erscheint eher unwahrscheinlich, 
dass der Beschuldigte am 16. Dezember 2019 bestätigte, C.________ sei seine 
Geliebte (pag. 513 Rückseite Z. 91) und in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
erklärte, er wolle mit ihr eine Familie gründen (pag. 926 Z. 24), am 3. Juli 2019 – 
notabene als er mit ihr in der Schweiz unterwegs war – dann aber für eine Prostitu-
ierte bezahlt haben will. Desgleichen ist absurd, dass der Beschuldigte und 
C.________ gemäss seinen oberinstanzlichen Aussagen am 30. Juni 2019 
I.________'s Geld behändigt haben, weil sie keines gehabt hätten (pag. 1207 
Z. 13), er drei Tage später dann aber Geld für die Dienste einer Prostituierten ge-
habt haben will. Insgesamt vermag die – zumindest soweit das Kerngeschehen an-
gehend – höchst unglaubhafte Geschichte des Beschuldigten die überzeugende 
Version F.________'s nicht zu entkräften. 

9.2.5 Beweisergebnis / rechtserheblicher Sachverhalt für die Kammer

Abstellend auf die glaubhaften Angaben von F.________ und die vorhandenen ob-
jektiven Beweismittel ist aus Sicht der Kammer erstellt, dass der Beschuldigte am 
3. Juli 2019 um ca. 03:10 Uhr im Parking AC.________ in E.________ von 
F.________ sexuelle Handlungen verlangte. Als F.________ diese verneinte und 
den Beschuldigten bat, sie zurück nach Genf zu fahren, wurde der Beschuldigte 
wütend. Er packte F.________ an den Armen und öffnete das Band der von ihr am 
linken Handgelenk getragenen Rolex (Referenznummer ________) im Wert von 
CHF 8'000.00. Anschliessend stiess er F.________ zu Boden und entriss ihr die 
Uhr, so dass deren Armband kaputt ging und F.________'s Handgelenk schmerzte 
sowie rot bzw. später blau wurde. Danach schlug er F.________ insbesondere ge-
gen die linke Schulter und entriss ihr die weisse Handtasche, in der sich ihr Porte-
monnaie mit rund CHF 600.00 und ihr iPhone sowie die übrigen in der Anklage-
schrift umschriebenen Gegenstände befanden. Schliesslich rannte der Beschuldig-
te mit F.________'s Wertsachen zum Auto zurück und fuhr schnell davon. 

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F.________ litt nach dem Vorfall psychisch, konnte nachts insbesondere nicht 
schlafen und zitterte.

9.3 Zum Vorfall zum Nachteil von K.________ 

9.3.1 Anklagesachverhalt

Schliesslich wird dem Beschuldigten – soweit oberinstanzlich noch relevant – vor-
geworfen, am 3. Juli 2019 kurz vor 19:27 Uhr an der AG.________ (Strasse) in 
L.________ (Ort) gemeinsam mit C.________ K.________ beraubt zu haben. 
Gemäss Anklageschrift hätten der Beschuldigte als Fahrer und C.________ als 
Beifahrerin K.________, die von AH.________ (Ort) an ihren Wohnort in 
L.________ (Ort) gefahren sei, im dunkelblauen BMW mit britischem Kontrollschild 
verfolgt. Als K.________ vor ihrem Domizil angehalten habe und ausgestiegen sei, 
habe C.________ sich ihr genähert, sie an den Schultern ergriffen und gefragt, wie 
es ihr gehe. Dann habe C.________ K.________ plötzlich mit beiden Händen am 
linken Arm ergriffen und versucht, ihr die Uhr zu entreissen. K.________ habe sich 
mit Fusstritten gegen C.________ gewehrt und um Hilfe geschrien, worauf sich der 
Beschuldigte den beiden genähert habe. Als es C.________ daraufhin gelungen 
sei, K.________ die von ihr am linken Handgelenk getragene Audemars Piguet, 
Royal Oak (Referenznummer ________) im Wert von CHF 15'000.00 zu entreis-
sen, seien sie und der Beschuldigte zum BMW gerannt und mit dem Beschuldigten 
als Lenker und C.________ als Beifahrerin davongefahren (zum Ganzen 
pag. 729 f.).

9.3.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt 

Auch bei diesem Vorwurf ist das Rahmengeschehen mittlerweile unbestritten. Klar 
ist somit, dass der Beschuldigte als Fahrer und C.________ als Beifahrerin die von 
AH.________ (Ort) nach L.________ (Ort) fahrende K.________ in ihrem dunkel-
blauen BMW mit britischem Kontrollschild verfolgten. Als K.________ zuhause an-
gekommen war und gerade ihr Auto verlassen wollte, ging C.________ unbestritte-
nermassen auf sie zu und sprach sie an, worauf ein Gerangel zwischen den beiden 
entstand. Schliesslich fuhren der Beschuldigte und C.________ – im Besitz von 
K.________'s Uhr – mit dem Auto davon.

Bestritten ist demgegenüber, wie der Beschuldigte und C.________ an 
K.________'s Uhr gelangten bzw., ob der Beschuldigte das Auto verliess, 
C.________ zur Hilfe eilte und sie dabei unterstütze, der sich wehrenden 
K.________ die Uhr zu entwenden. 

9.3.3 Beweismittel

Die Vorinstanz fasste die zur Klärung dieser Fragen vorhandenen Beweismittel zu-
treffend zusammen, worauf verwiesen wird (S. 13 ff., S. 23 f., S. 25 ff. und S. 29 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1069 ff., pag. 1079 f., pag. 1081 ff. 
und pag. 1085 f.). Ferner kann auf die amtlichen Akten verwiesen werden.

9.3.4 Würdigung durch die Kammer

Das Rahmengeschehen ist wie erwähnt weitgehend unbestritten und durch die ob-
jektiven Beweismittel – insbesondere den Untersuchungsrapport der Kantonspoli-

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zei Waadt vom 4. Juli 2019 (pag. 308 ff.), die Erkenntnisse aus der Überwachungs-
kamera vom 3. Juli 2019 in L.________ (Ort) (pag. 318 ff.) und den Ermittlungsrap-
port der Kantonspolizei Waadt vom 9. Oktober 2019 (pag. 330 ff.) – sowie durch 
die insoweit glaubhaften Aussagen von K.________ erstellt. Diesbezüglich wird 
vollumfänglich auf die zutreffende Beweiswürdigung der Vorinstanz verwiesen 
(S. 16 ff. und S. 24 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1072 ff. und 
pag. 1080 f.). Zur Beantwortung der Fragen, ob und gegebenenfalls wie der Be-
schuldigte an der Entwendung von K.________'s Uhr beteiligt war, sind nachfol-
gend deren Aussagen sowie diejenigen von C.________ zu thematisieren. 

Aussagen von K.________ 

K.________ gab in der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2019 zu Protokoll, als 
sie vor ihrem Haus angehalten habe und das Auto gerade habe verlassen wollen, 
habe sich eine Frau – dabei handelt es sich unbestrittenermassen um C.________ 
– genähert, sie an den Schultern gepackt und mit einem grossen Lächeln gefragt, 
wie es ihr gehe. Sie habe zuerst gedacht, es handle sich um ihre frühere Putzfrau. 
Dann habe C.________ sie plötzlich mit beiden Händen am linken Arm gepackt 
und habe sehr stark an ihrer Uhr gezogen, um sie ihr abzuziehen. Sie habe ver-
sucht, «dagegen zu halten» («j’ai essayé de résister»), C.________ habe es aber 
geschafft, ihr die Uhr der Marke Audemars Piguet im Wert von CHF 15'000.00 
wegzunehmen. Sie habe geschrien und sich verteidigt, da habe sie einen Schatten 
wahrgenommen, der aus dem Auto gestiegen sei. Sie habe realisiert, dass dies ein 
Mann sei, der C.________ zur Hilfe komme, weshalb sie sich auf den Boden gelegt 
habe, um zu verhindern, geschlagen zu werden. Sie könne den Mann nicht be-
schreiben. Das Paar sei dann zum Auto gegangen und sehr schnell weggefahren. 
Als C.________ ihr die Uhr weggenommen habe, habe sie ihr den linken kleinen 
Finger leicht verletzt (zum Ganzen pag. 380).

Am 11. Juli 2019 gab K.________ gegenüber der Polizei zu Protokoll, sie habe am 
3. Juli 2019 vor ihrem Haus angehalten und den Türöffner ihrer Garage hervorge-
holt, als sie bei ihrer Tür des Autos einen Schatten wahrgenommen habe. Sie wis-
se nicht mehr, wer die (Auto)Tür geöffnet habe, aber sie sei dann offen gewesen. 
Sie sei noch im Auto gewesen, als «das Mädchen» bzw. C.________ sie «bei den 
Schultern genommen» und auf Französisch mit rumänischem Akzent gefragt habe, 
wie es ihr gehe. Sie sei sehr überrascht gewesen, weil es gewirkt habe, als ob 
C.________ sie kennen würde. Aber dann habe sie plötzlich verstanden, was pas-
sierte. C.________ habe sie «schnell» am linken Arm gepackt, um ihr die Uhr ab-
zuziehen, was ihr jedoch nicht sofort gelungen. Sie (K.________) habe sich ge-
wehrt, habe [um sich] geschlagen und C.________ Fusstritte gegeben, auch einen 
gegen die Brust. Es könnte sein, dass C.________ wegen diesem Fusstritt «blau» 
geworden sei bzw. ein Hämatom bekommen habe. Sie (K.________) sei noch halb 
im Auto und dann plötzlich am Boden gewesen, ohne zu wissen, wie sie dahin ge-
kommen sei. Dann habe sie einen Schatten gesehen und begriffen, dass dies 
C.________'s Komplize sei. Sie habe sich – die Arme in der Luft – zu Boden auf 
den Rücken fallen lassen, weil sie verstanden habe, dass sie ausgeraubt werde 
(«Je me suis laissée parterre sur le dos les bras en l’air car j’ai compris que j’allais 
me faire démonter.»). Weiter habe sie um Hilfe geschrien und dabei nicht einmal 

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mehr ihre eigene Stimme erkannt. Den Mann habe sie nicht gesehen bzw. erkannt 
(zum Ganzen pag. 365 f. réponse 6). Sie habe bei diesem Vorfall Verletzungen re-
sp. blaue Flecken am Rücken und an der Schulter erlitten. Sie werde das Arzt-
zeugnis abgeben, die Fotos, die der Arzt noch habe, besitze sie selber aber nicht 
(zum Ganzen pag. 386 réponse 6).  

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung schilderte K.________, als sie im Hof 
vor ihrem Haus angehalten und ihren Schlüssel gesucht habe, habe sie einen 
Schatten neben ihrer Wagentür gesehen. Sie habe gedacht, es sei ihr Mann, der 
ihr manchmal entgegenkomme. Plötzlich habe sie vor ihrer offenen Wagentür «die-
se junge Frau» – C.________ – vor sich gesehen, «lächelnd und sympathisch», die 
sie gegrüsst und gefragt habe, wie es ihr gehe (zum Ganzen pag. 920 Z. 35 ff.). Sie 
sei erstaunt gewesen und habe gedacht, es sei vielleicht eine frühere Putzfrau. Sie 
habe die Situation gar nicht verstanden. Dann habe C.________ sie mit viel Gewalt 
gepackt und sie habe gefühlt, wie C.________ mit der Hand an ihren linken Arm 
gegangen sei. In dem Moment habe sie verstanden, dass sie sich in Gefahr befin-
det. Sie habe sich gewehrt und C.________ einen Fusstritt gegeben, als sie «noch 
zur Hälfte im Auto und zur Hälfte draussen» gewesen sei. «Dieser Kampf», bei 
dem C.________ ihr die Uhr nicht habe abnehmen können, habe ein paar Sekun-
den gedauert. Dann habe sie plötzlich einen Schatten gesehen, der nähergekom-
men sei und da habe sie verstanden, dass dies der Fahrer des Autos sei, welches 
«halb auf ihrem Platz» gestanden habe und der C.________ zur Hilfe komme. In 
dem Moment habe sie gedacht, sie gebe auf, weil sie realisiert habe, dass sie sich 
in Gefahr befindet. Sie habe sich auf den Boden fallen lassen und als sie wieder 
auf den Beinen gewesen sei, habe sie gemerkt, dass ihre Uhr nicht mehr da sei. 
Zudem habe sie gesehen, wie der Wagen mit zwei Personen sehr schnell wegge-
fahren sei. Sie habe so stark um Hilfe geschrien, dass sie ihre Stimme nicht wie-
dererkannt habe. Dann seien ihre Nachbarn gekommen. Schliesslich habe sie be-
merkt, dass sie an der Hand geblutet habe und verletzt gewesen sei (zum Ganzen 
pag. 921 Z. 1 ff.). Auf Frage präzisierte K.________, die Frau habe mit Gewalt an 
ihrer Uhr gezogen. Es sei eine Uhr mit einem Springverschluss gewesen und es sei 
ziemlich schwierig, sie zu öffnen. C.________ habe aber gezogen und sie dabei 
verletzt (zum Ganzen pag. 921 Z. 37 ff.). Sie habe aufgrund des Vorfalls einen 
«Trauma Schock» mit «Panikmomenten» erlitten und habe plötzlich gedacht, sie 
werde verfolgt. Auf Anraten einer Freundin habe sie sich in Therapie begeben, was 
ihr sehr geholfen habe. Zudem trage sie heute keine Uhr mehr, wenn sie Auto fah-
re – sie traue sich nicht mehr (zum Ganzen pag. 922 Z. 9 ff. und Z. 20 f.). Verlet-
zungen habe sie keine schweren erlitten, es habe einfach geblutet und später habe 
sie festgestellt, dass sie am Rücken und an der Schulter voller blauer Flecken ge-
wesen sei (pag. 922 Z. 15 ff.).

K.________'s Schilderungen imponieren aus Sicht der Kammer als erlebnisbasiert 
und ergeben einen logischen Handlungsablauf. Sie erklärte in sämtlichen Einver-
nahmen gleichbleibend, wie sie am 3. Juli 2019 von AH.________ (Ort) nach Hau-
se gefahren sei, dass sie während dieser Fahrt – was mittlerweile unbestritten ist 
(vgl. pag. 1214) – vom Beschuldigten und C.________ verfolgt sowie überholt wor-
den sei und dass die beiden sie kurz vor ihrem Zuhause wieder hätten passieren 
lassen. Weiter beschrieb sie in allen Einvernahmen eindrücklich, was geschehen 

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sei, als sie vor ihrem Haus parkiert und die Schlüssel bzw. den Türöffner gesucht 
habe. Originell ist diesbezüglich insbesondere ihre Aussage, wonach C.________ 
zunächst sympathisch gewirkt und sie lächelnd begrüsst habe, weshalb sie ge-
dacht habe, sie würden sich vermutlich von früher kennen (u.a. pag. 920 f. 
Z. 39 ff.). Sehr authentisch wirkt auch ihre Erklärung, wie sie später, als 
C.________ ihr die Uhr habe entwenden wollen, «so stark zur Hilfe, zur Hilfe» ge-
schrien habe, dass sie ihre Stimme nicht wiedererkannt habe (pag. 921 Z. 15 f.). 
Desgleichen spricht für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen, dass sie einräumte, 
sich anfänglich gegen C.________ gewehrt und dieser einen Fusstritt verpasst zu 
haben (pag. 921 Z. 5 f.). Den Beschuldigten belastete sie gleichzeitig nicht über-
mässig. So warf sie ihm beispielsweise nicht vor, sie geschlagen zu haben, son-
dern äusserte, sie habe einen Schatten wahrgenommen, der «so von der Seite» zu 
ihr gekommen sei (u.a. pag. 921 Z. 46 f.). Einleuchtend ist schliesslich ihre Er-
klärung, dass sie, als sie den Schatten wahrgenommen habe bzw. «der Mann» da-
zugekommen sei, gedacht habe, jetzt komme C.________'s Komplize, weshalb sie 
sich ergeben habe (pag. 921 Z. 9 ff.). 

Dass K.________ den Beschuldigten gemäss eigenen Aussagen nicht sehen und 
ihn später entsprechend nicht erkennen konnte, spricht unter diesen Umständen – 
entgegen der Auffassung der Verteidigung (vgl. pag. 1214) – nicht gegen die 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Desgleichen legt die Tatsache, dass K.________'s 
Uhr später weder beim Beschuldigten noch bei C.________ sichergestellt werden 
konnte, nicht nahe, dass K.________ lügt. Es ist durchaus möglich, dass 
C.________ und der Beschuldigte die Uhr aus dem Fenster des Autos warfen, als 
sie realisierten, dass sie von der Polizei angehalten werden. Ausserdem anerkann-
te C.________ das erstinstanzliche Urteil, mit welchem sie wegen Raubes zum 
Nachteil von K.________ schuldig erklärt wurde, was zwar nicht belegt, aber zu-
mindest nahelegt, dass K.________'s Aussagen zutreffen. Im Übrigen bestätigte in 
der Berufungsverhandlung selbst der Beschuldigte, dass sich C.________ und 
K.________ – wie er es nannte – «geprügelt» haben (pag. 1208 Z. 25) und das 
Arztzeugnis vom 7. Juli 2019 (pag. 396 f.) untermauert ebenfalls K.________'s 
Version. Daraus geht nämlich hervor, dass sie insbesondere an der linken Schulter, 
der linken Seite des Rückens und am rechten Arm Hämatome erlitten habe und 
von der Aggression, die sie am 3. Juli 2019 erlebt habe, nach wie vor geschockt 
sei. K.________'s Aussagen decken sich mithin soweit möglich mit den vorhande-
nen Beweismitteln und ergeben insgesamt ein logisches Ganzes. Auf ihre Schilde-
rungen, die zahlreiche Realkennzeichen enthalten, kann abgestellt werden.

Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte stritt bis nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vehement 
ab, irgendetwas mit dem Vorfall vom 3. Juli 2019 zum Nachteil von K.________ zu 
tun zu haben. In der Berufungsverhandlung räumte er ein, seine damalige Frau, 
C.________, habe sich mit K.________ «geprügelt». Er habe nicht gesehen, was 
geschehen sei, «und überhaupt», C.________ sei nicht mehr seine Frau (zum 
Ganzen pag. 1208 Z. 25 ff.). K.________ könne ihn nicht gesehen haben, weil es 
C.________ gewesen und er im Auto geblieben sei. Als er dieses gewendet habe, 

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sei C.________ rufend hingerannt und eingestiegen. Dann seien sie weggefahren 
(zum Ganzen pag. 1208 Z. 29 ff.). 

Die Aussagen des Beschuldigten, wonach er nur gesehen habe, wie C.________ 
und K.________ sich «geprügelt» hätten, er aber völlig passiv im Auto geblieben 
sei (pag. 1208 Z. 25 ff.), stellen offensichtliche Schutzbehauptungen dar. 
K.________ erklärte wie hiervor ausgeführt konstant, authentisch und lebensnah, 
dass sie, als sie geschrien und sich gegen C.________ gewehrt habe, einen Schat-
ten wahrgenommen und begriffen habe, dass der Fahrer C.________ zur Hilfe 
kommt. Es ist nicht ersichtlich, wer K.________ ausser dem Beschuldigten als 
Schatten wahrgenommen haben könnte. Das Argument des Beschuldigten, 
K.________ habe erklärt, sie habe einen «chinesischen Schatten» bzw. eine Per-
son bemerkt, die ausgesehen habe wie ein Chinese, was er selber aber nicht tue 
(pag. 931 Z. 32 f.), überzeugt sodann nicht. Schliesslich hielt K.________ am 11. 
Juli 2019 im Rahmen der Fotokonfrontation fest, sie erkenne niemand, sie habe 
keinen Mann gesehen, «uniquement en ombre chinois» (pag. 387 réponse 8). «En 
ombre chinois» heisst übersetzt weder «chinesischer Schatten» noch «ein Chine-
se», sondern bedeutet «Schattenspiel» (ombre chinois - LEO: Übersetzung im 
Französisch ⇔ Deutsch Wörterbuch [zuletzt besucht am 15. November 2021]). 
Ferner widerspricht der selbstbehaupteten Ahnungslosigkeit des Beschuldigten 
worum es ging, dass er und C.________ K.________ zunächst verfolgten, als sie 
von AH.________ (Ort) nach Hause fuhr, sodann überholten und kurz vor ihrem 
Zuhause wieder passieren liessen (vgl. pag. 1214). Zusammengefasst ist aus Sicht 
der Kammer ausgeschlossen, dass der Beschuldigte am 3. Juli 2019 – wie er obe-
rinstanzlich behauptete – einzig das Auto fuhr, dieses aber nicht verliess und sich 
komplett passiv verhielt. Zumindest betreffend das Kerngeschehen sind seine Aus-
sagen unglaubhaft und vermögen die überzeugende Version K.________'s nicht zu 
widerlegen. 

Aussagen von C.________

C.________ bestritt die Begegnung mit K.________ im gesamten Verfahren. Ihre 
Aussagen stellen jedoch grösstenteils Schutzbehauptungen dar. Zudem enthalten 
sie zahlreiche Lügensignale und erscheinen wie diejenigen des Beschuldigten als 
unglaubhaft. Weil sie K.________'s Schilderungen nicht zu entkräften vermögen 
und C.________ ihre Verurteilung durch die Vorinstanz akzeptiert hat, rechtfertigt 
sich aus Sicht der Kammer, bezüglich die konkrete Würdigung der Aussagen 
C.________'s integral auf die zutreffenden, vorinstanzlichen Erwägungen zu ver-
weisen (S. 30 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1086 f.):

Deckungsgleich mit den objektiven Beweismitteln ist einzig der Umstand, dass die Beschuldigte den 
Wagen nicht gelenkt hat (pag. 911 Z. 21 f.). So war anlässlich der Anhaltung sowie auf dem Radarfoto 
eindeutig A.________ als Fahrzeugführer zu erkennen. Entgegen den objektiven Beweismitteln steht 
die Aussage der Beschuldigten, sie seien erst am Tag vor der Anhaltung in die Schweiz gekommen. 
Sie seien auf dem Weg von England nach Rumänien gewesen (pag. 531 Z. 57). Diese Aussage wird 
durch das Radarfoto vom 30.06.2019 entkräftet. Dieses Bild beweist, dass die Beschuldigten bereits 
am 30.06.2019 in der Schweiz waren. Des Weiteren konnte der Grenzübertritt aus Italien, ebenfalls 
am 30.06.2019, festgestellt werden. Es ist unlogisch, auf dem Weg von England nach Rumänien in 
Chiasso in die Schweiz einzureisen, dann in die Region AB.________/A2 zu fahren, um dann auf ei-

https://dict.leo.org/franz%C3%B6sisch-deutsch/ombre%20chinois
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nem Camping in Frankreich zu übernachten (pag. 53 Z. 43 ff.). Anlässlich der Einvernahme an der 
Hauptverhandlung soll die Übernachtung nicht mehr wie vorher ausgesagt auf einem Camping in 
Frankreich stattgefunden haben, sondern in einem Parking im Auto (pag. 912 Z. 2 ff.). Die Richtung 
stimmt dabei absolut nicht. Ebenfalls abweichend gab die Beschuldigte an der Hauptverhandlung an, 
dass Auto gehöre ihrem Cousin. Auch diese Aussage ist neu. 

Einerseits hat die Beschuldigte offensichtlich falsche Aussagen gemacht, wie jene, sie sei im siebten 
Monat schwanger (pag. 421, 430). Auf Vorhalt dieser Aussage, gab die Beschuldigte an, sie habe zu 
diesem Zeitpunkt seit sieben Monaten ihre Regelblutung nicht gehabt (pag. 923 Z. 43 f.). Andererseits 
widersprechen sich ihre Aussagen mit denen von A.________. Er wollte zu Beginn nicht wissen wer 
sie sei, auch das Auto sei nicht seins gewesen (pag. 404, 416). Wohingegen Sie ausgesagt hat, dass 
er ihr Cousin sei und sie zusammen in England gewesen seien und er das Auto einige Tage vorher in 
der Schweiz für EUR 2'000.00 erworben habe (pag. 416, 421). Des Weiteren sind immer wieder «Er-
innerungslücken» zu entdecken.

An der Hauptverhandlung sagte die Beschuldigte dann aus, dass das Auto ihrem Cousin gehören 
würde. Sie seien alle zusammen von England losgefahren, ihr Cousin sei in einem anderen Auto mit 
seiner Frau gefahren (pag. 912 Z. 11 ff.). Die Beschuldigte passte im Laufe des Verfahren ihre Aus-
sagen stets wieder an. So gab sie an der Hauptverhandlung auf Vorhalt ihrer eigenen Aussage, sie 
sei schwanger (pag. 421), zuerst an, sie habe das gedacht, weil sie im Gefängnis (wo sie zum Zeit-
punkt ihrer Aussage gar nicht war) ihre Regelblutung nicht gehabt habe. In der nächsten Frage wurde 
ihr dann vorgehalten, dass jene Einvernahme, in der sie diese Aussage gemacht habe, am 
03.07.2019, dem Tag ihrer Anhaltung, stattgefunden habe (pag. 923 Z. 35 ff.). Erst dann gab die Be-
schuldigte an, sie habe gedacht, sie sei schwanger, weil sie seit sieben Monaten ihre Regelblutung 
ni