# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6dd98691-2afd-5f06-a7e1-95a55536ae89
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.02.2023 725 2022 59 / 34 (725 22 59 / 34)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2022-59---34_2023-02-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. Februar 2023 (725 22 59 / 34) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Rückweisung zu weiteren Sachverhaltsabklärungen 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Tschopp, Advokat, 
Advokaturbüro, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. A.____, geboren 1979, arbeitete als Baufacharbeiter bei der B.____ GmbH und war ge-
stützt auf dieses Arbeitsverhältnis obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen ver-
sichert. Am 12. November 2019 fiel ihm während einer Wandschalung ein Schalungselement auf 
den Rücken, wodurch er sich eine Luxations-Fraktur Th12/L1 mit kompletter Paraplegie sub. 
Th12 (ASIA A) sowie eine Morel-Lavallée-Verletzung zuzog. Im weiteren Verlauf wurde zusätzlich 
eine neurogene Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörung diagnostiziert. Der Versicherte ver-
brachte in der Folge einen mehrmonatigen stationären Aufenthalt in der Klinik C.____. Die Suva 

 

 
 
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anerkannte ihre Leistungspflicht und entrichtete die vorübergehenden Leistungen (Heilbehand-
lung und Taggeld). Nach Durchführung medizinischer Abklärungen sprach sie A.____ mit Verfü-
gung vom 22. September 2021 für die verbliebenen Beeinträchtigungen eine Invalidenrente auf 
der Basis eines Invaliditätsgrads von 68 %, eine Hilflosenentschädigung in der Höhe von Fr. 812.-
- bei einer Hilflosigkeit leichten Grades sowie eine Integritätsentschädigung im Betrag von 
Fr. 133'380.-- basierend auf einem Integritätsschaden von 90 % zu. Die hiergegen vom Versi-
cherten erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 ab. 
 
B. Gegen diesen Entscheid liess A.____, vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, mit Ein-
gabe vom 14. Februar 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht), Beschwerde erheben und unter o/e-Kostenfolge beantragen, es sei der 
Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 teilweise aufzuheben und es sei ihm ab August 2021 
bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine volle UVG-Invalidenrente zuzusprechen. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht ersuchte er unter anderem um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung und der unentgeltlichen Verbeiständung mit Advokat Daniel Tschopp. In der Begründung 
wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer die Hilflosenentschädigung leichten Grades und 
den Integritätsschaden von 90 % akzeptiere. Bestritten würden jedoch die Feststellungen der Be-
schwerdegegnerin, dass eine 50 %-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe, die auf dem ers-
ten Arbeitsmarkt verwertet werden könne. Aus den Äusserung von Dr. med. D.____, FMH Allge-
meine Innere Medizin, Leitender Arzt der Klinik C.____, in der Stellungnahme vom 20. Mai 2021 
könne nicht ohne weiteres auf eine Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt geschlossen 
werden. Insbesondere ergebe sich daraus nicht, in welchem Umfang auch die Leistung im Rah-
men des noch zumutbaren Pensums eingeschränkt sei. Dr. D.____ habe seine Einschätzung 
nicht näher begründet und differenziert. Es fehle daher an der Nachvollziehbarkeit, wenn man 
alle Einschränkungen und Beeinträchtigungen mitberücksichtige. Es fehle dem Bericht an einer 
vertieften Auseinandersetzung mit den Anforderungen an einen Arbeitsplatz auf dem ersten Ar-
beitsmarkt. Die Einschätzung von Dr. D.____ scheine auch die urologische Problematik nicht 
ganz mitberücksichtigt zu haben. Der Beschwerdeführer leide unter Inkontinenz und müsse auch 
während der Arbeitszeit regelmässig die Möglichkeit haben, sich reinigen zu können. Bei jeder 
körperlichen Bewegung sei ein Urin- oder gar Stuhlverlust möglich. Zudem bestehe regelmässig 
ca. alle zwei bis drei Stunden die Notwendigkeit einer Entleerung des Katheters, was ca. 10 bis 
15 Minuten in Anspruch nehme. Damit seien wiederum längere, nicht vorhersehbare Arbeitsaus-
fälle verbunden. Ca. alle zwei bis dreimal pro Woche passiere es, dass unkontrollierter Stuhlgang 
erfolge, der einen kompletten Kleiderwechsel zur Folge habe. Durchschnittlich einmal pro Woche 
leide der Beschwerdeführer unter einer stärkeren Entzündung. Auch ohne Entzündung sei er auf 
Schmerztabletten angewiesen, um den Alltag zu bewältigen, ausserdem müsse er einmal pro 
Monat Antibiotika und aufgrund des urologischen Status täglich acht verschiedene Medikamente 
einnehmen. Die Auswirkung dieser Medikamenteneinnahme auf eine Arbeitstätigkeit sei nicht 
eruiert worden, und es sei auch nicht ersichtlich, ob dies von Dr. D.____ berücksichtigt worden 
sei. Der Bericht nehme sodann nicht zur Frage Stellung, welche Tätigkeiten überhaupt noch zu-
mutbar seien. Der Klinik C.____ seien die mass- 
gebenden Entscheidkriterien nicht bekannt gewesen, weshalb die Aussagekraft des Berichts zu 
relativieren sei. Von der Beschwerdegegnerin sei eine stationäre Abklärung der Zumutbarkeit in 
Betracht gezogen, schliesslich aber nur eine kurze Anfrage getätigt worden. Die Gesamtheit der 

 

 
 
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Beeinträchtigungen sei kaum mit einer Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt vereinbar. We-
der die Beschwerdegegnerin noch die IV-Stelle hätten berufliche Massnahmen in die Wege ge-
leitet. Der Beschwerdeführer sei sich selber überlassen worden. Es sei auch keine BEFAS durch-
geführt worden. Der Beschwerdeführer habe vor dem Unfallereignis als erfahrener Eisenleger 
gearbeitet und nie eine andere Tätigkeit ausgeübt. Er sei der deutschen Sprache nicht mächtig. 
Er verfüge auch nicht über eine höhere Schulbildung. Mit Blick auf die Ressourcen sei demnach 
festzuhalten, dass praktisch keine Möglichkeiten ersichtlich seien, leichte rollstuhlgängige Tätig-
keiten auszuüben. Die Beeinträchtigungen seien mit derart starken Einschränkungen bei der Ver-
richtung von Tätigkeiten verbunden, dass nicht erkennbar sei, wie der Beschwerdeführer eine 
gesunden Arbeitnehmern äquivalente Leistung erbringen könnte. Er sei in jeder Tätigkeit nicht 
konkurrenzfähig. Es kämen nur leichte Tätigkeiten in Frage ohne jegliche Anforderungen an die 
Bildung. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt, insbesondere das Kompetenzniveau 1 der LSE, kenne 
aber keine derartigen Tätigkeiten. Es sei nicht ersichtlich, wie ein durchschnittlicher Arbeitgeber 
unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsstelle zur Verfügung 
stellen würde. Auf die LSE könne nicht abgestellt werden, da sie keine Arbeitsplätze beinhalten 
würden, die den Verletzungsfolgen des Beschwerdeführers Rechnung tragen würden. In Bezug 
auf den leidensbedingten Abzug werde gerügt, dass dieser beim maximalen Betrag von 25 % 
liegen müsse. Aufgrund des reduzierten Arbeitspensums sei ein Abzug von 10 % vorzunehmen. 
Zusätzlich müsse ein Abzug von 15 bis 20 % für die praktische Inexistenz von rollstuhlgängigen 
Arbeitsstellen im Bereich des Kompetenzniveaus 1 gemacht werden. Schliesslich seien die 
krankheitsbedingten Ausfälle zu berücksichtigen.  
 
C. Mit Eingabe vom 17. März 2022 zog der Beschwerdeführer sein Gesuch um unentgeltli-
che Verbeiständung zurück. 
 
D. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1. April 2022 auf Ab-
weisung der Beschwerde und hielt an den Erwägungen des Einspracheentscheids fest. 
 
E. Im Rahmen der Replik vom 3. Juni 2022 hielt der Beschwerdeführer an seiner Auffas-
sung fest und brachte keine neuen Tatsachen oder Begründungen vor. Mit Eingabe vom  
22. Juni 2022 wies er darauf hin, dass die IV-Stelle am 3. Juni 2022 über die Leistungsansprüche 
verfügt und die Argumentation der Beschwerdegegnerin übernommen habe, diese Verfügung 
nun aber mit Einschreiben vom 15. Juni 2022 für ungültig erklärt habe. Die IV-Stelle werde nun 
nochmals eine vertiefte Prüfung bezüglich der Umsetzbarkeit einer Arbeitstätigkeit auf dem ersten 
Arbeitsmarkt vornehmen und danach allenfalls eine Abklärung der beruflichen Möglichkeiten vor-
nehmen, um schliesslich neu über die IV-Ansprüche zu entscheiden. 
 
F. Mit Duplik vom 4. Juli 2022 führte die Beschwerdegegnerin aus, dass sich aus der Replik 
und der nachfolgenden Eingabe des Beschwerdeführers keine neuen Gesichtspunkte ergeben 
würden, weshalb auf eine ausführliche Duplik verzichtet werde. Ergänzend werde festgehalten, 
dass ein Berufswechsel entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keinen Abzug vom 
Tabellenlohn rechtfertige. Auch aus dem Umstand, dass die IV-Stelle weitere Abklärungen tätige, 
könne er nichts zu seinen Gunsten ableiten, da jeder Sozialversicherer die Abklärungen selbstän-
dig vornehme und keine wechselseitigen Bindungswirkungen bestünden. 

 

 
 
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G. Nachdem das Kantonsgericht die IV-Akten beigezogen hatte, wurde die Angelegenheit 
mit Verfügung des instruierenden Präsidiums vom 26. Juli 2022 der Dreierkammer zur Beurtei-
lung überwiesen. Mit Eingabe vom 8. August 2022 liess der Beschwerdeführer dem Kantonsge-
richt ein ärztliches Attest von Dr. D.____ vom 8. August 2022 mit einer Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit zukommen. Dr. D.____ bestätige darin ausdrücklich, dass sich seine Einschätzung vom 
20. Mai 2021 nicht auf den ersten Arbeitsmarkt bezogen habe. Damit erweise sich die Behaup-
tung der Beschwerdegegnerin als falsch. Dr. D.____ gehe heute davon aus, dass keine verwert-
bare Restarbeitsfähigkeit mehr bestehe. 
 
H. Mit Stellungnahme vom 9. September 2022 hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass das 
Schreiben von Dr. D.____ nicht überzeuge. Er widerspreche sich selbst. Ausserdem begründe er 
seine Aussagen nicht. Entgegen seiner jetzigen Erklärung habe er nie eine ausführliche berufli-
che Abklärung empfohlen. Es würden weder eine Befundänderung noch eine Verschlechterung 
geltend gemacht. Daher sei nicht nachvollziehbar, weshalb nun keine Verwertbarkeit mehr gege-
ben sein solle. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die IV-Stelle Kostengutsprache für 
Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten erteilt habe, was das 
Bestehen einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ebenfalls bestätige und die Aussage von Dr. 
D.____ klar widerlege.  
 
I. Mit Verfügung des instruierenden Präsidiums vom 15. September 2022 wurde die An-
gelegenheit der Dreierkammer erneut zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die frist- und formgerecht erhobene, beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht 
eingereichte Beschwerde vom 14. Februar 2022 ist einzutreten. 
 
2. Streitig ist die Höhe der Invalidenrente des Beschwerdeführers. Die Integritätsentschä-
digung und die Hilflosenentschädigung sind nicht umstritten und bilden deshalb nicht Streitge-
genstand des vorliegenden Verfahrens. Ebenfalls nicht umstritten ist die Einschätzung der Be-
schwerdegegnerin, es könne mit weiteren Therapiemassnahmen nur noch die Erhaltung des Ge-
sundheitszustands, nicht aber eine wesentliche Verbesserung desselben erreicht werden. Zwi-
schen den Parteien streitig sind aber die Feststellungen der Beschwerdegegnerin im Zusammen-
hang mit dem Invalideneinkommen, wobei der Beschwerdeführer zunächst die Verlässlichkeit der 
Abklärung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit durch die Beschwerdegegnerin in Frage stellt. 
Eventualiter bestreitet er, dass gar nicht mehr von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
ausgegangen werden könne und subeventualiter, dass der von der Beschwerdegegnerin veran-
schlagte leidensbedingte Abzug von 10 % zu niedrig und um mindestens 10 bis 20 % zu erhöhen 
sei. 
 

 

 
 
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3. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Ein-
spracheentscheids vom 19. Januar 2022 entwickelte. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsge-
mäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2).  
 
4.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom  
20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun-
fällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person 
Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. 
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann 
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. 
 
4.2 Nach Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbs-
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 
einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad 
bestimmen (BGE 141 V 15 E. 3.2). 
 
4.3 Im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei der Bestimmung des trotz gesundheitlicher 
Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einkommens (Invalideneinkommen) darf nicht 
von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann dort nicht 
von einer Arbeitsgelegenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so einge-
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt  
oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 
möglich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vorneherein als ausgeschlossen 
erscheint. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) hält von seiner Struktur her einen Fä-
cher verschiedenartiger Stellen offen, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen 
und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Weder ge-
stützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der versicherten Person auf 
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offenstehenden Möglichkeiten der Verwertung ihrer Restar-
beitsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten 
objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind. Fehlt es an einer 
wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, 
die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (Urteil des Bundesgerichts vom 14. 
April 2022, 8C_323/2021, E. 6.1).  
 
4.4 Praxisgemäss kann von dem anhand der LSE Tabellenlöhne ermittelten Invalidenein-
kommen unter bestimmten Voraussetzungen ein leidensbedingter Abzug vorgenommen werden. 

 

 
 
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Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale 
wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltska-
tegorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Aus-
prägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. 
Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 134 V 322 
E. 5.2). 
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 
Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig, von 
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unter-
lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf 
es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis).  
 
5.3 Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass das Administrativverfahren wie auch der 
kantonale Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht sind (Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Unfallversicherer und Gericht von Amtes wegen für 
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Un-
tersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs er-
forderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. 
 
6.1 In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die (Rest)-Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-
rers genügend abgeklärt wurde. 
 

 

 
 
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6.2 Nach einer Operation im Spital E.____ am 12. November 2019 mit einer Wirbelsäulen-
stabilisation und anschliessendem stationären Aufenthalt mit komplikationslosem Verlauf (Aus-
trittsbericht Wirbelsäulenchirurgie vom 19. November 2019) wurde der Beschwerdeführer am 18. 
November 2019 in die Klinik C.____ verlegt. Dr. D.____ diagnostizierte im Kostengutsprachege-
such vom 4. Februar 2020 eine komplette Paraplegie sub Zh11 AIS A durch traumatische Luxa-
tionsfraktur BWK12/LWK1 mit operativer Stabilisation am 12. November 2019, eine neurogene 
Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörung und ein auffälliges EKG bei Q inferolateral. Die Re-
habilitation sei vor allem durch die erheblichen neuropathischen Schmerzen und die Beschrän-
kung von Rotationsbewegungen eingeschränkt. Mit erneutem Gesuch vom 13. März 2020 er-
gänzte Dr. D.____ die Diagnoseliste um die Diagnose des septischen Schocks bei Colitis und 
bakterieller Durchwanderung nach schwerer Koprostase, Erstdiagnose am 4. März 2020. Weiter-
hin problematisch seien die neuropathischen Schmerzen in den Beinen. Die Neuraltherapie mit 
Infusionstherapie habe bereits eine deutliche Besserung erzielt. Pflegerisch problematisch sei ein 
passiver Urinverlust. Mit Gesuch vom 4. Mai 2020 hielt Dr. D.____ fest, dass die neuropathischen 
Schmerzen in den Beinen und im Rumpf problematisch seien. Neben der Neuraltherapie werde 
versucht, die Schmerzmedikation mit Opiat-Schmerzpflastern sukzessive zu reduzieren. Betref-
fend der LWK1-Fraktur bestünden stabile Verhältnisse und eine reizlos ertragene posterolaterale 
Spondylodese. Im weiteren Kostengutsprachegesuch vom 5. Juni 2020 berichtete Dr. D.____ bei 
gleichbleibenden Diagnosen von den neuropathischen Schmerzen in den Beinen und im Rumpf. 
Die Schmerzsituation habe sich aktuell unter einer Therapie mit Durogesic Matrix TTS 50 mcg/h 
kompensiert. Mit Kostengutsprachegesuch vom 11. Juni 2020 führte er aus, dass der Patient 
mittlerweile ein suffizientes Stuhlmanagement mittels Peristeen-Irrigationsverfahren umsetze. 
Das Harnblasenmanagement gelinge ihm eigenhändig mittels intermittierender Selbstkatheteri-
sierung. Physiotherapeutisch sei er in den Transfers und sämtlichen Alltagsaktivitäten selbstän-
dig. Im Rollstuhlhandling stelle er sich sehr geschickt an und sei auch ohne Kippschutz am Roll-
stuhl sicher und stabil. Weitere Themen seien das Training und die Anpassungen des mittlerweile 
angeschafften Handbikes. Auch pflegerisch sei er mittlerweile selbständig. 
 
6.3 Am 8. Juli 2020 trat der Beschwerdeführer aus der Klinik C.____ aus. Im Austrittsbericht 
vom 22. September 2020 führte Dr. D.____ die bekannten Diagnosen auf und hielt fest, dass der 
Patient mit dem Handbike sehr mobil und im Alltag selbständig sei. Bei Austritt sei er unter Anti-
biose bei erneutem Harnwegsinfekt gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 % bis auf Wei-
teres. Der Patient sei bei Austritt in sämtlichen Alltagsaktivitäten und der Körperpflege vollkom-
men selbständig gewesen. Er könne sich im manuellen Rollstuhl sicher fortbewegen und sich 
selbständig ohne Hilfspersonen transferieren. Man habe ihn in gutem Allgemeinzustand nach 
Hause entlassen. In Bezug auf die Schmerzen sei er fast vollständig beschwerdefrei. Das Blasen- 
und das Darmmanagement führe er vollkommen selbständig aus. In Bezug auf die Psyche habe 
er sich mittlerweile mit dem Rollstuhlleben arrangiert, er hoffe aber trotzdem, in einigen Jahren 
wieder gehen zu können. Bezüglich Beruf seien zwei Gespräche mit der Suva, der IV und dem 
Arbeitgeber geführt worden. Den Beruf als Handwerker auf der Baustelle könne er aufgrund der 
bleibenden Lähmung nicht mehr ausüben. Es werde nun eine Umschulung avisiert. 
 
6.4 Mit Bericht vom 3. Februar 2020 hielt die Klinik C.____ nach einer neuro-urologischen 
Sprechstunde fest, dass die spastische Komponente der neurogenen Blasenfunktionsstörung 

 

 
 
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nach erfolgter Botoxinjektion sehr gut gedämpft sei. Unter einer Infektprophylaxe sowie unter 
ausreichend gedämpfter Überaktivität sei es zu einer deutlichen Reduktion der Infektrate gekom-
men. Die Belastungsharninkontinenz bei ausgeprägter Beckenbodenschwäche und Blasenhal-
sinsuffizienz habe nicht verbessert werden können. 
 
6.5 Dr. med. F.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates und Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, empfahl in der Aktennotiz vom 4. März 
2021 einen dreiwöchigen stationären Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik G.____. Es handle 
sich um ein komplexes Beschwerdebild. Der Versicherte sei im Rollstuhl mobil und es bestehe 
eine neurogene Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörung. Im Rahmen dieses Aufenthalts sei 
die Zumutbarkeit mit neurologischer Mitbetreuung abzuklären. Am 6. April 2021 teilte die Klinik 
G.____ mit, dass der Versicherte bei ihnen nicht am richtigen Platz sei und empfahl, die Klinik 
C.____ beizuziehen und dort eine paraplegiologische Standortbestimmung mit Zumutbarkeitsbe-
urteilung in Auftrag zu geben. In der Folge stimmten Dr. F.____ (Aktennotiz vom 13. April 2021) 
und der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Aktennotiz des Telefonats vom 21. April 2021) 
einer ambulanten Standortbestimmung in der Klinik C.____ zu. Mit Schreiben vom 21. April 2021 
ersuchte die Beschwerdegegnerin die Klinik C.____, beim Beschwerdeführer eine paraplegiolo-
gische Standortbestimmung durchzuführen und zusätzlich die folgenden Fragen zu beantworten: 
"1. Inwiefern kann von weiteren Behandlungen mindestens mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit eine Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes erwartet werden?" und "2. Wel-
che Tätigkeiten und Verrichtungen kann der Versicherte in Anbetracht der unfallbedingt verblei-
benden Belastbarkeit noch ausüben?". 
 
6.6 In der Folge nahm Dr. D.____ hierzu am 20. Mai 2021 Stellung und hielt fest, dass der 
Endzustand spätestens Ende 2021 erreicht werde. Der Patient sei aktuell in einem stabilen Zu-
stand. Es handle sich um einen rollstuhlpflichtigen Paraplegiker mit lähmungsbedingter Blasen- 
und Darmstörung. Eine weitere Verbesserung könne wahrscheinlich nicht mehr erreicht werden. 
Die therapeutischen Massnahmen würden vor allem der Erhaltung des Gesundheitszustands, 
der Lebensqualität und der Teil-Arbeitsfähigkeit dienen. Als Querschnittsgelähmten mit bleiben-
der Lähmung von beiden Beinen und einer gestörten Blasen- und Darmentleerung seien ihm nur 
rollstuhl-adaptierte Tätigkeiten mit einem Pensum vom maximal 50 % zumutbar. Optimal seien 
2x2 Stunden täglich mit dazwischenliegender Pause zur Hautentlastung. 
 
6.7 Im Schreiben an die Versicherungsmedizin vom 8. Juni 2021 zur Frage des Erreichens 
des medizinischen Endzustands hielt der zuständige Casemanager der Beschwerdegegnerin un-
ter Hinweis auf die Angaben von Dr. D.____ vom 20. Mai 2021 fest, dass der Zustand soweit 
stabil erscheine, die veranlasste paraplegiologische Standortbestimmung in der Klinik C.____ 
aber etwas knapp ausgefallen sei. Dr. D.____ habe die beiden Fragen beantwortet. Der Kreisarzt 
werde gebeten, den Endzustand, die Zumutbarkeit und den Integritätsschaden einzuschätzen. 
Dr. F.____ schloss sich mit Aktennotiz vom 8. Juni 2021 den Ausführungen von Dr. D.____ an, 
erachtete den Endzustand als erreicht und schätzte einen Integritätsschaden von 90 %. 
 
6.8 Dem Bericht der Klinik C.____ vom 12. Juli 2021 basierend auf einer neuro-urologischen 
Sprechstunde ist zu entnehmen, dass der Verlauf der letzten Monate weitestgehend unauffällig 

 

 
 
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gewesen sei. Es sei zweimal zu Harnwegsinfekten gekommen, die mit Antibiotika hätten thera-
piert werden müssen. Schwerwiegende Infekte und Inkontinenz seien ausgeblieben. 
 
6.9 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer die 
Stellungnahme von Dr. D.____ vom 8. August 2022 ein. Darin bestätigte Dr. D.____ gegenüber 
dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, dass sich die schriftliche Aussage zur Arbeitsfähig-
keit vom 20. Mai 2021 insbesondere nicht auf den ersten Arbeitsmarkt (und dessen Anforderun-
gen an Arbeitnehmer) bezogen und lediglich einer damaligen einstweiligen Einschätzung ent-
sprochen habe, die nachfolgend im Rahmen einer ärztlich dringend empfohlenen professionellen 
ausführlichen beruflichen Abklärung in einer geeigneten Institution weitergehend und definitiv hät-
ten beurteilt werden sollen. Der Bericht vom 20. Mai 2021 und die Einschätzung könnten deshalb 
nicht als definitive Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bezogen auf den ersten Ar-
beitsmarkt betrachtet werden. Aufgrund der Querschnittslähmung und der lähmungsbedingten 
Folgeprobleme am Nervensystem, vegetativem System, Psyche und Bewegungsapparat be-
stehe nach seiner Auffassung nach aktuell und soweit absehbar keine verwertbare Restarbeits-
fähigkeit mehr. 
 
7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Be-
schwerdeführers im angefochtenen Einspracheentscheid auf den Bericht von Dr. D.____ vom 20. 
Mai 2021. Dieser Bericht erscheint für sich betrachtet klar und nachvollziehbar. Wie die Be-
schwerdegegnerin aber selbst gegenüber Dr. F.____ bemerkte, fehlt eine ausführliche para-ple-
giologische Standortbestimmung, die der Beurteilung von Dr. D.____ vorausgegangen wäre. Dar-
über hinaus, wie die Beschwerdegegnerin ebenfalls schon selbst feststellte, ist die Beurteilung 
von Dr. D.____ sehr knapp gehalten. Dies alleine würde aber noch nicht reichen, um konkrete 
Zweifel an der Beweistauglichkeit der Stellungnahme zu wecken, zumal im Zeitpunkt des ange-
fochtenen Einspracheentscheids keine gegenteilige medizinische Beurteilung vorlag. Dr. F.____ 
und die IV-Stelle bzw. der RAD tätigten keine eigenen medizinischen Abklärungen zum Zumut-
barkeitsprofil, sondern stellten auf die Einschätzung von Dr. D.____ 20. Mai 2021 ab. Nun aber 
reichte der Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren eine neue Stellungnahme 
von Dr. D.____ ein. Diese gilt es zu berücksichtigen, da sie sich zu einem medizinischen Zustand 
äussert, der im Zeitpunkt des Einspracheentscheids schon so gegeben war. Durch die zweite 
Beurteilung von Dr. D.____ vom 8. August 2022 wird dessen erste Beurteilung erheblich in Zwei-
fel gezogen, da sich die beiden Einschätzungen in relevanten Punkten massgeblich unterschei-
den. Damit sind auch begründete Zweifel an der von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die 
erste Einschätzung von Dr. D.____ festgelegte Zumutbarkeitsbeurteilung von 2x2 Stunden täg-
lich, was einem Pensum von 48 % Restarbeitsfähigkeit entsprechen würde, gegeben. Aufgrund 
der widersprüchlichen Aussagen von Dr. D.____ kann aber auch nicht auf seine zweite Einschät-
zung vom 8. August 2022 abgestellt werden. Dr. D.____ legte in dieser Stellungnahme nicht in 
nachvollziehbarer Weise dar, weshalb nun gar keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr be-
stehen soll, insbesondere auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass zwischen seiner ers-
ten und seiner zweiten Stellungnahme keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszu-
stands des Beschwerdeführers eintrat.  
 

 

 
 
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7.2 Damit besteht in Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ein unklarer 
medizinischer Sachverhalt, der weiter abgeklärt werden muss. Eine Entscheidung über die Ren-
tenfrage ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich möglich. Deshalb ist die Angelegenheit an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie dem Vorschlag von Dr. D.____ entsprechend 
eine vertiefte Abklärung des Zumutbarkeitsprofils des Beschwerdeführers in einer geeigneten In-
stitution durchführen lässt. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Beschwerdegegnerin nur 
der Vorwurf gemacht werden kann, dass sie nicht auf die Durchführung einer mehrtägigen am-
bulanten oder stationären Abklärung des Beschwerdeführers insistierte. Dass sich Dr. D.____ 
später komplett anders äussern wird, obwohl er ja seit Beginn weg der behandelnde Arzt des 
Beschwerdeführers ist, konnte die Beschwerdegegnerin aufgrund seiner klaren Aussagen im 
Zeitpunkt der Rentenverfügung nicht vorhersehen. 
 
7.3 Bei dieser Ausgangslage erübrigen sich weitere Äusserungen zu den vom Beschwerde-
führer gerügten Punkte. Da der angefochtene Einspracheentscheid aufgehoben wird, wird die 
Beschwerdegegnerin zu prüfen haben, ob sie nicht weiter Taggeldleistungen auszurichten haben 
wird, nachdem die IV-Stelle nun die beruflichen Eingliederungsmassnahmen abklärt (vgl. Mittei-
lung vom 20. Juli 2022). Denn gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenanspruch erst bzw. 
dürfen die vorübergehenden Leistungen wie Heilbehandlung und Taggeld erst eingestellt werden 
(Fallabschluss), wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung IV abge-
schlossen sind. 
 
8. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass eine abschliessende Beurteilung 
der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich ist. Der 
angefochtene Einspracheentscheid ist deshalb aufzuheben und die Angelegenheit ist zur Ver-
vollständigung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
Anschliessend wird diese gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung über den Leistungs-
anspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in die-
sem Sinne gutzuheissen. 
 
9.1 Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das UVG keine grundsätzliche 
Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Es sind des-
halb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben.  
 
9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Dazu gehören in erster Linie die Vertretungskosten. Dem Verfahrens-
ausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer demnach eine Entschädigung für seine Ver-
tretungskosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 8. August 2022 für das vorliegende Verfahren 
einen Zeitaufwand von 16,75 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht der Komplexität 
der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als zu hoch erweist. Insbesondere der Auf-
wand für die Beschwerde von neun Stunden ist um drei Stunden zu kürzen, was einen Gesamt-
aufwand von 13,75 Stunden ergibt. Diese Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungspro-
zessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz 

 

 
 
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von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote aus-
gewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 44.50. Dem Beschwerdeführer ist deshalb insgesamt 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'750.10 (inklusive Auslagen und 7,7% Mehrwert-
steuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid 
handelt es sich um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 
93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bun-
desgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbe-
halt. 
 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 
://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 aufgehoben und die Angele-
genheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass 
einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen 
wird. 
 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschä-
digung in der Höhe von insgesamt Fr. 3'750.10 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
 
 
 
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