# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ec731ba-1d5f-52a2-a112-18d498f4141e
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-28
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 28.11.2022 S 2020 160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-160_2022-11-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter 
Gerichtsschreiber: MLaw Luca Bernasconi

U R T E I L vom 28. November 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
vertreten durch RA MLaw B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2020 160

 

2

Urteil S 2020 160

A. Der 1970 geborene Versicherte, A.________, meldete sich im April/Mai 2010 mit 
Hinweis auf eine Heroin- und Alkoholabhängigkeit sowie rezidivierende depressive 
Episoden bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Daraufhin tätigte 
letztere erwerbliche und medizinische Abklärungen und stellte dem Versicherten mit 
Vorbescheid vom 6. Oktober 2010 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-
act. 21). Nachdem der Versicherte am 4. November 2010 Einwand erhoben und am 18. 
März 2011 ein zusätzliches Schreiben eingereicht hatte (IV-act. 22 und 30), veranlasste 
die IV-Stelle auf Anraten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) eine psychiatrische 
Begutachtung des Versicherten (IV-act. 33; 46). Der Gutachter Dr. med. C.________, 
Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ging versichertenseits von einer 
Erwerbsfähigkeit von 60 % ab Februar 2011 aus (IV-act. 52). Die IV-Stelle hob darob am 
27. März 2012 den Vorbescheid vom 6. Oktober 2010 auf und sprach dem Versicherten 
Berufsberatung zu (IV-act. 55). In der Folge durchlief der Versicherte mehrere 
Massnahmen beruflicher Art, was im Juni 2015 im Abschluss einer Umschulung 
(Küchenangestellter EBA) mündete (IV-act. 100). Zwischen Juli und Oktober 2015 
absolvierte der Versicherte einen weiteren Arbeitsversuch (IV-act. 123). Die 
darauffolgende Stellensuche (auf dem freien Arbeitsmarkt) blieb erfolglos. Am 21. 
November 2019 resp. am 13. Januar 2020 nahmen die RAD-Ärzte Dr. med. D.________, 
Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin, und E.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, zum Dossier Stellung (IV-act. 131 und 133).

Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit 
Verfügungen vom 29. Oktober 2020 was folgt zu: eine ganze Rente für den Zeitraum vom 
1. November 2010 bis 30. April 2011, eine halbe Rente ab 1. Mai 2011, eine ganze Rente 
ab 1. August 2018, eine Dreiviertelsrente ab 1. November 2019 und eine halbe Rente ab 
1. März 2020 (IV-act. 134 ff. und 145 ff.).

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 30. November 2020 beantragte der 
Versicherte die Aufhebung der Verfügungen vom 29. Oktober 2020 und die Ausrichtung 
einer ganzen Rente ab Anspruchsbeginn; eventualiter verlangte er die Ausrichtung 
mindestens einer Dreiviertelsrente ab 1. Oktober 2015 bis 31. Juli 2018, einer ganzen 
Rente ab 1. November 2019 bis 29. Februar 2020 und einer Dreiviertelsrente ab 1. März 
2020; sub-eventualiter beantragte er eine Rückweisung der Sache an die IV-Stelle mit der 
Verpflichtung, eine verwaltungsexterne medizinische Begutachtung durchzuführen; unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der IV-Stelle (act. 1).

3

Urteil S 2020 160

C. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2020 wurde dem Versicherten die unentgeltliche 
Prozessführung gewährt und in Person von Rechtsanwältin B.________ eine 
unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt (act. 2).

D. Vernehmlassend beantragte die Beschwerdegegnerin die vollumfängliche 
Abweisung der Beschwerde (act. 3).

E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Anträgen 
fest (act. 6 und 8).

F. Mit Schreiben vom 7. November 2022 teilte das Gericht dem Beschwerdeführer 
mit, dass erwogen werde, die Sache der IV-Stelle zur weiteren Abklärung und 
Neuentscheidung zurückzuweisen und machte ihn auf die damit verbundene mögliche 
reformatio in peius und die Möglichkeit für den Beschwerderückzug aufmerksam (act. 10). 
Mit Eingabe vom 18. November 2022 hielt der Beschwerdeführer an der Beschwerde fest 
(act. 11).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu: 29. Oktober 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 
V 364 E. 7.1). 

1.2 Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht 
Art. 82a ATSG vor, dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 
2019 beim erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die 
hier zu beurteilende Beschwerde wurde am 30. November 2020 der Post übergeben, 

4

Urteil S 2020 160

weshalb die bis 31. Dezem-ber 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden 
Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 
1.3 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil die angefochtene 
Verfügung vor dem Inkrafttreten dieser IVG-Änderung datiert, finden die bis 31. Dezember 
2021 gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall Anwendung und werden in 
dieser Fassung zitiert.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [EG AHVIVG; BGS 841.1]). Die 
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf 
Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – gegeben, stammen doch die 
angefochtenen Verfügungen von der IV-Stelle Zug. Die Verfügungen datieren vom 29. 
Oktober 2020 und sind frühestens am Folgetag im Herrschaftsbereich des 
Beschwerdeführers eingetroffen. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen 
direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die 
Beschwerdeschrift trägt das Datum des 30. November 2020, wurde gleichentags der Post 
übergeben und ging am 1. Dezember 2020 beim Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 30-
tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der 
angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift enthält Anträge und eine Begründung. Damit ist den formellen 
Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die 
Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente der 
Invalidenversicherung, die ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne 
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 
ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 

5

Urteil S 2020 160

ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente 
(Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.3 Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer 
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und 
andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; BGer 
8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/ Reichmuth, Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rz. 11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss 
bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und 
unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon 
bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2; 125 V 413 E. 2d; vgl. BGer 8C_440/2017 vom 
25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 
2011 E. 2.2). Dabei ist in anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob 
eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer 
oder – wie vorliegend – in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 
V 164 Regeste; BGer 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).

3.4 Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften 
oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen 
(Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; 
BGer 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch 
erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die 
Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch 
Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach 

6

Urteil S 2020 160

Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der 
Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: 
BGer 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 
mit Hinweis).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 115 V 133 E. 2 mit Hinweisen).

3.6 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der 
Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).

4. In medizinischer und erwerblicher Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen 
Folgendes zu entnehmen:

4.1 Im Juli 2011 ging Dr. F.________ vor dem Hintergrund einer rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.00), der kombinierten 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) und der Polytoxikomanie (ICD-10 F19.22) von einer 
50%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf seit dem 1. Februar 2011 aus (IV-act. 
43). 

4.2 Doktor med. C.________, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, stellte 
im Gutachten vom 1. Februar 2012 folgende Diagnosen: Polytoxikomanie mit 
Heroinsubstitution und Antabuseinnahme (ICD-10 F19.22/23) auf Grundlage einer 
Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-abhängigen, aber auch unreifen Zügen (ICD-10 
F60.9); mittelschwere Sozialphobie (ICD-10 F40.1); rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig asymptomatisch (ICD-10 F33.4). Dazu führte er aus, aufgrund der 

7

Urteil S 2020 160

Gesamtbeurteilung und der Vorgeschichte sei beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht 
eine 60%ige Teilarbeitsfähigkeit ab Februar 2011 anzunehmen. Zum Erhalt dieser 
Teilarbeitsfähigkeit seien das Weiterführen einer längerfristig auf Abstinenz ausgerichteten 
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, die erforderliche 
Substitutionsbehandlung und die adäquate Therapie interkurrent auftretender 
Depressionen erforderlich. Der Versicherte selber neige dazu, seine Arbeitsfähigkeit mit 
60 % bis 80 % zu optimistisch einzuschätzen. Der Versicherte leide an einem strukturellen 
Defizit in seiner Persönlichkeitsstruktur/Entwicklung; er sei umständlich, ängstlich-unsicher 
und emotional instabil; er sei wenig belastbar und habe wegen seines stark überhöhten 
Leistungsanspruchs immer wieder die Tendenz, sich in belastende resp. überfordernde 
Situationen zu begeben und zu dekompensieren. Mit der langen und schweren 
Polytoxikomanie sei der Versicherte im Pflegeberuf als nicht geeignet anzusehen. 
Aufgrund der ausgeprägten sozialen Ängste erscheine die Arbeit in einem vertrauten 
Umfeld mit einzelnen Personen eher geeignet als Team-Arbeit oder Arbeit, die die stetige 
Konfrontation mit neuen Kunden beinhalte. Vor diesem Hintergrund sei er eher für eine 
Anstellung in einer Institution mit stabiler Klientel als für den ambulanten Bereich mit 
seinen häufigen Wechseln geeignet. Prognostisch sei von einer anhaltenden 60%igen 
Arbeitsfähigkeit auszugehen. Sollte sich der Beschwerdeführer über ein bis zwei Jahre auf 
diesem Niveau stabilisieren, könne ein Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen 
werden. Bei positiver persönlicher Entwicklung/Stabilisierung und guten 
Rahmenbedingungen könne eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % oder höher 
unter Umständen in einigen Jahren erreicht werden. Innerhalb der zurzeit 60%igen 
Arbeitsfähigkeit sei beim Versicherten eine normale Leistung zu erwarten. Um 
Belastungsspitzen zu vermeiden, sollte der Versicherte sein reduziertes Pensum möglichst 
auf fünf Arbeitstage mit verkürztem täglichen Einsatz verteilen. Der Versicherte benötige 
ein stabiles, gut strukturiertes Arbeitsumfeld in vertrauter und kontinuierlicher Umgebung 
mit wenigen Bezugs- und Ansprechpersonen. Aufgrund seiner persönlichen Einstellung 
tendiere der Versicherte zu einer Tätigkeit im Sozialbereich. Die Einschätzung bezüglich 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit gelte auch für eine Verweistätigkeit im primären 
Arbeitsmarkt (IV-act. 52/8 f.).

4.3 Vom 5. November 2012 bis 15. März 2013 absolvierte der Beschwerdeführer 
einen Berufsförderungskurs in der Küche des Alterszentrums G.________. Bezüglich 
Präsenzzeit wurden 70 % empfohlen, mit Steigerung nach Möglichkeit. Der 
durchschnittliche Leistungsgrad während dieser Präsenzzeit wurde auf ca. 80 % 
geschätzt. Zusammenfassend wurde festgehalten, er habe dabei eine positive 

8

Urteil S 2020 160

Entwicklung durchlaufen. So wurde vorgeschlagen, im Rahmen eines Job-Coachings 
genaueres Wissen über Leistungsfähigkeit, Ausbildungsfähigkeit und Chancen im 
Berufsfeld der Küche zu erhalten. Weil die Erfahrungen im Kurs die enorme Bedeutung 
eines guten Vertrauensaufbaus in der Arbeit mit dem Beschwerdeführer gezeigt hätten, 
wurde die Garantie eines stabilen sozialen Umfelds am Arbeitsplatz und einer 
Vertrauensperson als Ansprechpartner als Grundlage für eine weiterhin positive 
Entwicklung der Arbeitsleistungen gesehen. Deshalb wurde empfohlen, das Arbeitstraining 
um drei Monate zu verlängern (IV-act. 71/6).

4.4 In der zusammenfassenden Beurteilung des (weitergeführten) Arbeitstrainings 
vom 16. März 2013 bis 7. Juli 2013 wurde dem Beschwerdeführer abermals eine positive 
Entwicklung attestiert. Er habe sich sowohl fachlich als auch psychisch aufbauend 
entwickeln können. Diese Einschätzung würden alle am Eingliederungsprozess beteiligten 
Personen bestätigen. Das Berufsfeld der Küche und im Speziellen eines Alterszentrums, 
wo nicht auf Bestellung – also entsprechend plan- und prozessorientierter – gearbeitet 
werden könne, wurde als [für den Beschwerdeführer] optimal beschrieben. Das 
Arbeitspensum betrug zu Beginn 60 %, am Ende 80 % (IV-act. 81/1 ff.).

4.5 Vom 8. Juli 2013 bis 30. Juni 2015 führte der Beschwerdeführer das 
Arbeitstraining in der Küche des Alterszentrums (in einem 80 %-, ab 1. September 2014 in 
einem 100 %-Pensum) im Rahmen der Ausbildung zum Küchenangestellten EBA fort (IV-
act. 82; 86; 89; 91; 97). 

4.6 Doktor med. H.________, Facharzt Innere Medizin und Gefässerkrankungen, 
stellte im Bericht vom Juni 2015 namentlich die Diagnose eines gemischten Lymph-
/Phlebödems rechtsbetont (ICD-10 I83.9). Bei länger stehenden Tätigkeiten im Rahmen 
des aktuell ausgeübten Berufes als Hilfskoch bestehe die Gefahr von abendlichen 
schmerzhaften Beinödemen insbesondere bei ungenügender Kompressionstherapie; 
zunehmende Bein- und Fussschmerzen seien möglich. Zurzeit sollte ein achtstündiger 
Arbeitstag bewältigbar sein, bedingt durch das Lymphödem bei länger dauernden 
stehenden Tätigkeiten und warmer Umgebung bestehe dabei eine verminderte 
Leistungsfähigkeit (IV-act. 108/1 ff.)

4.7 Die Berufsberaterin der IV-Stelle hielt in der Stellungnahme vom 24. Juli 2015 fest, 
der Beschwerdeführer habe nun die Ausbildung zum Küchenangestellten EBA bestanden. 
Es sei im Grossen und Ganzen recht gut gelaufen, es habe aber auch ab und zu Krisen 

9

Urteil S 2020 160

gegeben. Der Beschwerdeführer habe oft an sich und seinen Fähigkeiten gezweifelt. Zu 
Beginn des Jahres habe er zunehmend unter Beinproblemen gelitten (Wasser), er habe 
vorübergehend Stützstrümpfe tragen müssen. Es habe sogar Bedenken gegeben, dass 
der Beruf gefährdet sein könnte. Anscheinend habe sich die Lage jedoch wieder 
gebessert, denn der Beschwerdeführer habe den Besuch bei einem Spezialisten immer 
wieder hinausgezögert. Der Ausbildungsverantwortliche vermute nun trotz erfolgreicher 
Ausbildung eine Leistungseinschränkung. Er habe deshalb empfohlen, nun nach 
abgeschlossener Ausbildung und ohne Schulbesuch und Prüfungsstress die 
Leistungsfähigkeit in einem anderen Betrieb konkret zu überprüfen und zu messen (IV-act. 
103).

4.8 In der Gesamt-Beurteilung des Arbeitsversuchs im Zentrum I.________ vom 20. 
Juli 2015 bis 19. Oktober 2015 (in einem 80 %-Pensum) wurde angemerkt, dass der 
Beschwerdeführer noch einige Routine im Bereich der Küche brauche. Bei repetitiven 
Arbeiten habe er seine Arbeitsquantität steigern können. Wie Herr J.________ [wohl 
Ansprechperson im Zentrum I.________] erwähnt habe, erledige sonst ein Lernender EFZ 
im ersten Lehrjahr die Arbeiten am Salatbuffet. Herr J.________ könnte sich vorstellen, 
dass der Beschwerdeführer mit der Zeit in eine "Hilfsmitarbeiter Küche-Funktion" 
hineinwachsen könnte. Um dies zu erreichen, müsste ein wohlwollender Betrieb mit wenig 
Zeitdruck gefunden werden, wo sich der Beschwerdeführer positiv entwickeln könnte (IV-
act. 123/3). 

4.9 Bei einem einwöchigen Probeeinsatz bei einem Caterer im April 2017 wurde das 
Arbeitstempo des Beschwerdeführers bei einer Arbeitsqualität von 60-70 % und einem 
Mehraufwand für die Betreuung von 20-30 % auf 50 % geschätzt. Der Vorgesetzte gab 
abschliessend an: "Ich habe ihn nur eine Woche gesehen, kann aber noch intensiv 
werden. Ein geschützter Arbeitsplatz wäre vielleicht der Geeignete." (IV-act. 111). Aus 
dem Verlaufsprotokoll der Eingliederung vom 7. Mai 2019 erhellt weiter, dass der 
Vorgesetzte die Referenzen vom Kantonsspital und Altersheim K.________ als etwas gar 
wohlwollend einschätzte; es sei (nach Ansicht des Vorgesetzten) fraglich, ob der erste 
Arbeitsmarkt überhaupt möglich sei (IV-act. 119/5).

4.10 Dem Assessment-Bericht von L.________ vom 10. Mai 2017 kann insbesondere 
entnommen werden, dass der Beschwerdeführer gemäss Referenzpersonen als 
Küchenangestellter in der Gemeinschaftsgastronomie voll arbeits- und leistungsfähig sei. 
Die Stellensituation auf dem realen ersten Arbeitsmarkt zeige sich so, dass aus 

10

Urteil S 2020 160

finanziellen Gründen vielfach anstatt Küchenangestellte EBA Hilfsmitarbeiter ohne 
Ausbildung angestellt würden. Erschwerend komme hinzu, dass aus Belastungsgründen 
nur eine Anstellung in der Gemeinschaftsgastronomie in Frage komme und der Arbeitsort 
im Einzugsgebiet des Wohnorts sein müsse (IV-act. 110).

4.11 Im bei der IV-Stelle am 4. Mai 2018 eingegangenen Verlaufsbericht vermerkte 
Dr. F.________ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne psychotische 

Symptome (ICD-10 F33.10);

- Persönlichkeitsstörung mit abhängigen ängstlichen (vermeidenden) und unreifen Anteilen (ICD-10 

F60.9);

- Polytoxikomanie (ICD-10 F19.22).

Bezüglich der bestehenden Einschränkungen führte Dr. F.________ aus, die 
herabgesetzte mnestische und kognitive Leistungsfähigkeit, die psychomotorische 
Verlangsamung, der Minderwertigkeitskomplex, depressive und soziophobische Ängste 
mit reduziertem Selbstvertrauen und die toxischen Folgen der langjährigen 
Drogenabhängigkeit führten zu einer erheblichen Einschränkung der Arbeits- und 
Funktionsfähigkeit. In einem geschützten Rahmen könnte der Versicherte bei einer 
Präsenzzeit von 50 % höchstens 75 % Leistung erbringen (IV-act. 116).

4.12 Der E-Mail des Sozialarbeiters der Stadt Zug an die Berufsberaterin der IV-Stelle 
vom 7. Mai 2019 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit Mai 2018 im Zuger 
Kantonsspital bei verschiedenen Ärzten in Behandlung stehe, aktuell habe die 
Rheumatologin Dr. med. M.________ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 
118).

4.13 In der Stellungnahme zum Eingliederungsabschluss vom 7. Mai 2019 hielt die 
Berufsberaterin fest, der Beschwerdeführer habe einen langen Leidensweg hinter sich. Mit 
viel Unterstützung sei es schliesslich gelungen, eine Ausbildung als Küchenangestellter 
EBA abzuschliessen. Allerdings habe er danach jeweils nur kurze Arbeitsversuche oder 
Praktika machen können. Es sei nicht gelungen, eine Festanstellung zu finden, auch nicht 
mit Unterstützung von L.________. Von den diversen Einsätzen seien immer wieder die 
gleichen Rückmeldungen gekommen: der Beschwerdeführer arbeite qualitativ gut, aber 
langsam und wenig selbständig; er sei dünnhäutig und sehr reduziert; von allen Seiten 
werde angemerkt, dass er für den ersten Arbeitsmarkt nicht geeignet sei; er benötige 

11

Urteil S 2020 160

einen Ort, wo sein Tempo keine so grosse Rolle spiele. Nach Aussteuerung beim RAV 
habe er im N.________ einen Einsatzplatz finden können. Anscheinend arbeite er jedoch 
nur in einem 50 %-Pensum, auch dort mit verminderter Leistung. Wenn er zusätzlich zu 
seinen psychischen Problemen auch nicht mehr länger stehen könne, dann werde eine 
Eingliederung als Küchenangestellter wohl kaum mehr möglich sein. Daher werde das 
Dossier geschlossen und zur Rentenprüfung gegeben (IV-act. 119/6).
4.14 Die Abklärung bei Dr. med. M.________ am 27. August 2018 ergab, dass die 
Knochendichtemesswerte im Z-Score im osteopenen Bereich lagen, im T-Score konnten 
osteoporotische Werte nachgewiesen werden (IV-act. 121/11).

4.15 Dem Sprechstundenbericht von Dr. med. O.________ vom 13. Februar 2019 sind 
namentlich folgenden Diagnosen zu entnehmen: undislozierte Tibiaplateaufraktur von 
antero-lateral nach dorso-medial an die mediale Tibiahinterkante laufend links, multiple 
Knochenödeme- bzw. Nekrosen OSG Fuss links, Osteoporose, Erstdiagnose August 
2018, chronische Depression (IV-act. 121/1).

4.16 Im Bericht vom August 2019 gab Dr. F.________ folgende Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an:  

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.00);

- Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängstlichen, vermeidenden Anteilen (ICD-

10 F61.0);

- Polytoxikomanie (ICD-10 F19.22).

Mit Verweis auf den Bericht vom 2. August 2017 [wohl: IV-act. 116] und angesichts der 
hinzugekommenen Diagnose der Osteoporose ging Dr. F.________ von einer 100%igen 
Arbeitsunfähigkeit aus. Dem Versicherten sei es nicht mehr möglich, auf dem 1. 
Arbeitsmarkt Fuss zu fassen (IV-act. 126).

4.17 In seiner Stellungnahme vom 21. November 2019 kam RAD-Arzt Dr. D.________ 
zum Schluss, eine relevante Veränderung der vordergründigen psychischen Problematik 
[gegenüber der Situation zur Zeit des Gutachtens] lasse sich dem Dossier nicht 
entnehmen, weshalb aus allgemeiner internistischer Sicht unverändert auf die 
gutachterliche Einschätzung von Dr. C.________ (60%ige Arbeitsfähigkeit angepasst) 
abgestützt werden könne, obwohl im Rahmen der Umschulung zum Küchenangestellten 
gar ein 80%iges Pensum umgesetzt worden sei. Aufgrund des gemischten Lymph-
/Phlebödems und der zuletzt vordergründigen Probleme des Bewegungsapparates 

12

Urteil S 2020 160

(undislozierte Tibiaplateau-Fraktur Knie links und multiple Knochenödeme/-nekrosen im 
Bereich des linken Fusses bei therapiebedürftiger Osteoporose) sei die überwiegend 
gehende/stehende Tätigkeit als Küchenangestellter als nicht (optimal) angepasst zu 
beurteilen bzw. eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit auch mittel-/langfristig 
betrachtet günstiger. Schliesslich schlug er vor, das Dossier RAD-Arzt E.________ 
vorzulegen, wobei dieser insbesondere zur Frage Stellung nehmen sollte, ob aus rein 
psychiatrischer Sicht unverändert auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. C.________ 
abgestellt werden könne bzw. ob es zur Beantwortung dieser Frage weiterführender 
Abklärungen bedürfe (IV-act. 131).

4.18 RAD-Arzt E.________ führte in seiner Stellungnahme vom 13. Januar 2020 zu 
den Vorakten aus, Dr. C.________ habe festgehalten, dass hauptsächlich die 
Persönlichkeitsstörung für die Leistungseinbussen und zum grossen Teil für die 
Polytoxikomanie verantwortlich sei. Im Längsschnitt hätten laut Dr. C.________ zusätzlich 
eine (rezidivierende) depressive Störung mit unterschiedlichen Schweregraden (zum 
Begutachtungszeitpunkt asymptomatisch) und sozialphobische Ängste eine Rolle gespielt. 
In der Gesamtschau habe Dr. C.________ die medizintheoretische Arbeitsfähigkeit 
(adaptiert) in Höhe von 60 % beurteilt. Der langjährig behandelnde Psychiater, Dr. 
F.________, dokumentiere in seinem ersten IV-Arztbericht an die IV-Stelle Zug vom 23. 
Juli 2010 [IV-act. 12] die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10), einer 
kombinierten und andere Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61.0) sowie einer 
Polytoxikomanie, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzprogramm. 
Ein Jahr später dokumentiere Dr. F.________ eine (lediglich) leichtgradig ausgeprägte 
depressive Störung bei ansonsten unveränderter Diagnosekombination mit einer 50%igen 
Arbeitsfähigkeit [IV-act. 43]. In seinem Bericht aus dem Jahr 2018 übernehme Dr. 
F.________ hinsichtlich der Persönlichkeitsstörung die ICD-10-Kodierung von 
Dr. C.________ (ICD-10 F60.9) bei jetzt mittelgradig beurteilter depressiver Symptomatik. 
Er beurteile die Arbeitsfähigkeit aufgrund der erfolglosen Bemühungen um eine 
Arbeitsstelle auf dem freien Arbeitsmarkt nach Aussteuerung aus der 
Arbeitslosenversicherung als nur noch in einem geschützten Rahmen verwertbar [IV-act. 
116]. Diese Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit dokumentiere er auch in seinem letzten IV-
Arztbericht aus dem Jahr 2019, dieses Mal mit der Diagnosekombination rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), (wieder) kombinierte 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) und Polytoxikomanie (ICD-10 F19.22) [IV-act. 126]. 

13

Urteil S 2020 160

Im Rahmen der Würdigung hielt RAD-Arzt E.________ fest, seit der Begutachtung durch 
Dr. C.________ sei hinsichtlich der diagnostischen Beurteilung einer 
Persönlichkeitsstörung mit Polytoxikomanie (substituiert) und einer eher als sekundär zu 
sehenden depressiven Störung (im Bereich leicht- bis mittelschwer) keine gravierende 
Veränderung auszumachen. Der Versicherte habe nach der Begutachtung seine 
Arbeitsstelle auf dem freien Arbeitsmarkt verloren und es nicht mehr geschafft, wieder auf 
dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Dies sei durchaus mit nichtgesundheitsbedingten 
Faktoren (insbesondere Alter und fehlendes Angebot an geeigneten Arbeitsstellen) 
erklärbar, sodass damit keine gravierende Verschlechterung des IV-relevanten 
psychischen Gesundheitsschadens begründet werden könne. Sodann kam RAD-Arzt 
E.________ zum Schluss, aus versicherungspsychiatrischer Sicht habe sich gegenüber 
der Begutachtungssituation bei Dr. C.________ im Jahr 2012 nichts Gravierendes 
geändert (IV-act. 133).

5.
5.1 Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts kann zusammenfassend festgehalten 
werden, dass der Beschwerdeführer unter einer rezidivierenden depressiven Störung 
(unterschiedlicher Ausprägung), einer Persönlichkeitsstörung, einer mittelschweren 
Sozialphobie sowie einer Polytoxikomanie litt bzw. leidet (IV-act. 12; 24/5 ff.; 43; 52/8 ff.; 
116). In somatischer Hinsicht wurden im Jahr 2018 zudem eine undislozierte 
Tibiaplateaufraktur von antero-lateral nach dorso-medial an die mediale Tibiahinterkante 
laufend links, multiple Knochenödeme/-nekrosen OSG Fuss links und Osteoporose 
diagnostiziert (IV-act. 121/3; 130). 

5.2 Unbestritten und ausweislich der Akten als erstellt zu betrachten ist, dass der 
Beschwerdeführer ab Anfang November 2009 während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig war (vgl. IV-act. 12; 13; 17; 
24). Angesichts der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer im Mai 2010 bei der IV-
Stelle zum Leistungsbezug angemeldet hat, endete das Wartejahr somit Ende Oktober 
2010 (vgl. E. 3.1). 

5.3 Ausweislich der medizinischen Akten war der Beschwerdeführer von Anfang 
November 2009 bis Ende Januar 2011 und – aufgrund somatischer Beeinträchtigungen – 
vom 16. Mai 2018 bis 12. August 2019 zu 100 % sowie vom 13. August 2019 bis 4. 
Dezember 2019 zu 50 % arbeitsunfähig (vgl. insbesondere IV-act. 12; 24; 121; 130; 131). 

14

Urteil S 2020 160

Die IV-Stelle hat diese Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen ihren Verfügungen zugrunde 
gelegt (IV-act. 145/5). 

Strittig sind namentlich Umfang und Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer 
leidensangepassten Tätigkeit aufgrund der psychischen Beschwerden (ab Februar 2011). 

5.3.1 Die IV-Stelle ging namentlich auf Grundlage der Stellungnahmen der RAD-Ärzte 
Dr. D.________ und E.________ vom 21. November 2019 und 13. Januar 2020 (IV-act. 
131 und 133) resp. des psychiatrischen Gutachtens von Dr. C.________ vom 1. Februar 
2012 (IV-act. 52) von Februar 2011 bis April 2018 sowie ab Dezember 2019 von einer 
60%igen Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus (IV-act. 145/5 f.). 

5.3.2 Der Beschwerdeführer moniert (offenbar nur bezogen auf die psychischen 
Beeinträchtigungen) zusammengefasst, die IV-Stelle habe sich zu Unrecht auf die RAD-
Stellungnahme vom 13. Januar 2020 gestützt. So sei zu berücksichtigen, dass es sich bei 
dieser lediglich um ein reines Aktenkonsil gehandelt habe und somit keine persönliche 
Untersuchung stattgefunden habe. Solche Aktenkonsile seien aber nur zulässig, wenn die 
Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergäben 
und diese Daten unbestritten seien (act. 1 Ziff. 23). Vorliegend würden zudem erhebliche 
Divergenzen zwischen der Einschätzung des RAD-Arztes und den Resultaten der 
beruflichen Massnahmen resp. tatsächlichen Arbeitsbemühungen bestehen, weshalb 
weitere medizinische Abklärungen erforderlich seien. In den Akten fänden sich diverse 
Einschätzungen von Fachpersonen, welche vom Unvermögen, im 1. Arbeitsmarkt tätig 
sein zu können, zeugten. Den Akten liessen sich ferner diverse [gesundheitliche] 
Veränderungen seit 2012 entnehmen. Nicht beurteilt worden seien zudem die 
Wechselwirkungen der somatischen und psychischen Einschränkungen sowie das 
konkrete Belastungsprofil. Zumindest seit 2015 sei aufgrund der Resultate der beruflichen 
Massnahmen resp. der Arbeitsversuche eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen und von der Notwendigkeit eines 
geschützten Rahmens auszugehen (act. 1 Ziff. 17 f. und 21 ff.; act. 6 Ziff. 8).

5.3.3
5.3.3.1 Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den 
Anforderungen der Rechtsprechung genügenden Gutachten externer Spezialärzte 
(Administrativgutachten) ist voller Beweiswert zuzuerkennen, solange nicht "konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen. Nicht näher begründete, 

15

Urteil S 2020 160

anders lautende Einschätzungen der behandelnden Ärzte sind in der Regel nicht geeignet, 
den Beweiswert eines Gutachtens in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere 
Abklärungen zu nehmen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige Aspekte benennen, die im 
Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. Ist seit der 
Begutachtung einige Zeit verstrichen, vermag das Alter des Gutachtens – als formelles 
Kriterium – keinen Zweifel an dessen Beweiswert zu begründen. Massgebend ist vielmehr 
die materielle Frage, ob Gewähr dafür besteht, dass sich die Ausgangslage seit der 
Erstellung des Gutachtens nicht gewandelt hat. Soweit ein früheres Gutachten mit Ablauf 
der Zeit und zufolge veränderter Verhältnisse an Aktualität eingebüsst hat, sind neue 
Abklärungen unabdingbar. Die Rechtsprechung hat es denn auch abgelehnt, eine Art 
"Verfallsdatum" für ein Gutachten zu definieren (BGer 9C_146/2021 vom 25. Juni 2021 E. 
3.1 f.). 

Ausweislich der Akten haben sich seit der Begutachtung durch Dr. C.________ Dinge 
ereignet, die potenziell geeignet sind, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu 
beeinflussen: Dass sich der Beschwerdeführer seit 2012 um eine Wiedereingliederung 
bemüht hat, kann nicht bestritten werden; trotz Suchtproblematik schloss er die 
Ausbildung zum Küchenangestellten EBA ab. Ob er sich auf dem allgemeinen 
Arbeitsmarkt wirklich bewähren kann, scheint fraglich. Dazu kommt, dass auf dem ersten 
Arbeitsmarkt kaum Nachfrage nach Küchenangestellten EBA besteht. Im Anschluss an die 
Umschulung wurde 2015 die Diagnose eines gemischten Lymph-/Phlebödems 
rechtsbetont gestellt; in den Jahren 2018 und 2019 wurden zudem eine Osteoporose, eine 
undislozierte Tibiaplateaufraktur von antero-lateral nach dorso-medial an die mediale 
Tibiahinterkante laufend links und multiple Knochenödeme/-nekrosen OSG Fuss links 
diagnostiziert; wie RAD-Arzt Dr. D.________ feststellte, kann die stehende Tätigkeit als 
Koch deshalb nicht mehr als leidensangepasst gelten. Trotz zweier Berufsausbildungen 
muss sich der Beschwerdeführer beruflich wohl wieder neu orientieren.

Dass sich all diese Widrigkeiten auch auf die Psyche des Beschwerdeführers ausgewirkt 
haben, zeigt der von Dr. F.________ dokumentierte wellenförmige Verlauf der 
depressiven Störung. Zudem leidet der Beschwerdeführer an einer Persönlichkeitsstörung 
mit ängstlich-abhängigen, aber auch unreifen Zügen. 

Vor diesem Hintergrund besteht keine Gewähr dafür, dass sich die Ausgangslage seit der 
Erstellung des Gutachtens nicht gewandelt hat. Das zum Verfügungszeitpunkt fast neun 

16

Urteil S 2020 160

Jahre alte Gutachten von Dr. C.________ genügt (als Grundlage) für die Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für die Zeit nach der Begutachtung aus rechtlicher 
Sicht daher nicht.

5.3.3.2 Bei der Würdigung von RAD-Stellungnahmen ist zu berücksichtigen, dass die 
Funktion derartiger interner Berichte darin besteht, aus medizinischer Sicht – 
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und 
Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den 
medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch 
gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu 
beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche 
Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus 
medizinischer Sicht (BGer 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen). 
Wohlgemerkt haben auch RAD-Stellungnahmen den in E. 3.6 beschriebenen 
Anforderungen zu genügen.
Namentlich RAD-Arzt E.________ begründete seine Einschätzung damit, dass sich aus 
versicherungspsychiatrischer Sicht gegenüber der Begutachtungssituation bei Dr. 
C.________ im Jahr 2012 nichts Gravierendes geändert habe. Zwar mag es zutreffen, 
dass die psychiatrischen Diagnosen seit der Begutachtung durch Dr. C.________ 
grundsätzlich unverändert sind. Eine korrekte psychiatrische Berücksichtigung der unter E. 
5.3.3.1 beschriebenen Umstände hat seit BGE 141 V 281 jedoch im Rahmen einer 
fundierten Auseinandersetzung mit den Standardindikatoren zu geschehen. Bei den RAD-
Stellungnahmen vom 21. November 2019 resp. 13. Januar 2020 handelt es sich um rein 
aktengestützte Beurteilungen. Den jüngeren (ärztlichen) Stellungnahmen lassen sich 
jedoch gar nicht genügend Angaben entnehmen, um den Schweregrad und die Konsistenz 
der funktionellen Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigungen beurteilen zu können. 
Eine hinreichende Diskussion Standardindikatoren-relevanter Gesichtspunkte sucht man 
denn auch vergebens. Unter diesen Umständen wäre der RAD gehalten gewesen, den 
Beschwerdeführer persönlich zu untersuchen oder zusätzliche (fach-)ärztliche 
Abklärungen zu empfehlen. Die Schlussfolgerungen des RAD beruhen folglich weder auf 
der Würdigung eines umfassend abgeklärten Sachverhaltes noch auf den Befunden einer 
persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers, weshalb allein darauf ebenfalls nicht 
abgestellt werden kann.

6. Aus dem Gesagten folgt, dass die vorliegenden medizinischen Akten keine 
rechtsgenügende Grundlage zur Klärung der Frage der Arbeitsfähigkeit des 

17

Urteil S 2020 160

Beschwerdeführers in leidensangepasster Tätigkeit darstellen. Die Sache ist daher unter 
Aufhebung der angefochtenen Verfügungen vom 29. Oktober 2020 an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen insbesondere zur psychiatrischen 
Verlaufsbegutachtung – wobei zudem die Vorgaben von BGE 141 V 281 zu 
berücksichtigen sind – und Begutachtung in weiteren Disziplinen, damit die 
rheumatologischen und angiologischen Leiden samt allfälliger Wechselwirkung 
einbezogen werden können. Hernach ist über den Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Leistungen der Invalidenversicherung neu zu verfügen. In diesem Sinne ist die 
Beschwerde gutzuheissen. 

7. Das Verfahren ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG kostenpflichtig. Es ist demnach 
eine Spruchgebühr zu erheben, welche auf Fr. 800.– festgesetzt wird und entsprechend 
dem Ausgang des Verfahrens von der Beschwerdegegnerin zu tragen ist. Praxisgemäss 
wir die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit dem anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zusteht. Dem Beschwerdeführer ist zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG auszurichten, 
welche ermessensweise auf Fr. 2'700.– (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt wird.

18

Urteil S 2020 160

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügungen vom 29. 
Oktober 2020 aufgehoben werden und die Sache zur ergänzenden 
Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen und zum anschliessenden 
Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– erhoben, welche der 
Beschwerdegegnerin auferlegt wird. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 
von Fr. 2'700.– (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), und an das Bundesamt 
für Sozialversicherungen, Bern.

Zug, 28. November 2022
Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am