# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05438ec9-e63d-5bc7-a15e-37dbf97c0c6a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.06.2024 D-2954/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2954-2024_2024-06-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2954/2024 

law/gnb 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter Lorenz Noli, 

Richterin Chrystel Tornare Villanueva, 

Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch MLaw Nataliya Wilkesmann, 

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren (…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Datenänderung im Zentralen Migrationsinformationssystem 

(ZEMIS) sowie Vollzug der Wegweisung (sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 1. Mai 2024 / N (…). 

 

 

 

D-2954/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger, suchte am 

10. Dezember 2023 in der Schweiz um Asyl nach. Dabei gab er im Perso-

nalienblatt an, er sei am (…) 2006 geboren. 

B.  

Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der Fingerabdruck-Datenbank 

(Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 12. Okto-

ber 2022 in Griechenland ein Asylgesuch gestellt hatte und ihm am 7. März 

2023 internationaler Schutz gewährt wurde. 

C.  

Gemäss einer Mitteilung vom 21. Dezember 2023 wurde der Beschwerde-

führer von der Betreuung im Bundesasylzentrum (BAZ) B._______ «nach 

dem Vier-Augen-Prinzip» provisorisch als minderjährig eingestuft. 

D.  

Nachdem der Beschwerdeführer am 13. Dezember 2023 die Mitarbeiten-

den des HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz mit seiner 

Rechtsvertretung im Rahmen des Asylverfahrens mandatiert hatte, fand 

am 27. Dezember 2023 die Erstbefragung UMA (EB) statt. 

Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei am (…) 2006 geboren 

und heute 17 Jahre alt. Er habe sein Alter von seinen Eltern erfahren, nach-

dem er in Griechenland von der Polizei aufgegriffen worden sei. Seine El-

tern hätten ihm dabei sein Geburtsdatum gemäss afghanischem Kalender 

mitgeteilt, nämlich dass er im Jahre «1380 und etwas» zur Welt gekommen 

sei. Daraufhin habe seine Schwester die Umrechnung in den europäi-

schem Kalender vorgenommen und sei dabei auf den (…) 2006 gekom-

men. Er vermute, dass sein Alter auf der Rückseite des Korans notiert sei. 

Zum Zeitpunkt der Mitteilung des Geburtsdatums sei er 16 Jahre alt gewe-

sen. Er denke, er sei im Alter von etwa elf Jahren eingeschult worden. Die 

fünfte Klasse habe er nur während etwa zwei bis zweieinhalb Monaten be-

sucht. Dann sei die Schule wegen der Machtübernahme der Taliban ge-

schlossen worden. Damals sei er vielleicht 15 Jahre alt gewesen. Seine 

Lieblingsfächer seien Chemie und Physik gewesen, wobei er in diesen bei-

den Fächern nicht unterrichtet worden sei, da diese erst in der sechsten 

Klasse gelehrt würden. Er habe aber ein eigenes Interesse an diesen Fä-

chern gehabt und deshalb zuhause solche Bücher gelesen. In der Schule 

hätten ihn eigentlich alle Fächer interessiert. Des Weiteren habe er in 

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Afghanistan seinem Vater in der Landwirtschaft geholfen, bis die Familie 

vor drei oder dreieinhalb Jahren, als er wahrscheinlich 14 Jahre alt gewe-

sen sei, in die Stadt C._______ gezogen sei. Seine Heimat habe er im Alter 

von vielleicht 14 oder 15 Jahren verlassen. Er wisse nicht genau, wann er 

ausgereist sei, aber es sei ungefähr dreieinhalb Monate nach der Macht-

übernahme der Taliban gewesen. Griechenland sei nicht sein Zielland ge-

wesen. Dort sei er von der Polizei erwischt worden und zwölf Tage in Haft 

gewesen. Er habe danach kein Geld für die Weiterreise gehabt. In Grie-

chenland habe es keinen Schulunterricht und keine Beschäftigungspro-

gramme wie etwa Sport gegeben und er habe weder medizinische noch 

finanzielle Unterstützung erhalten. 

E.  

In seinem Gutachten vom 13. Februar 2024 kam das Institut für Rechtsme-

dizin (IRM) des (…) das Alter des Beschwerdeführers betreffend zum Er-

gebnis, es ergebe sich in Zusammenschau aller Untersuchungsbefunde 

ein durchschnittliches Lebensalter von 18 bis 22 Jahren und ein Mindest-

alter von 17 Jahren, wobei sich die Beurteilung auf die Untersuchungen 

von Hand und Weisheitszähnen stütze. Das angegebene Geburtsdatum 

könne zutreffen. 

F.  

Am 22. Februar 2024 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück-

führungsrichtlinie) sowie das Abkommen vom 28. August 2006 zwischen 

dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Hellenischen Re-

publik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt 

(SR 0.142.113.729). 

G.  

Die griechischen Behörden stimmten dem Ersuchen des SEM am 2. März 

2024 zu und bestätigten, dass der Beschwerdeführer am 7. März 2023 als 

Flüchtling anerkannt worden sei und über eine bis am 6. März 2026 gültige 

Aufenthaltsbewilligung verfüge. 

H.  

Am 3. April 2024 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer das 

rechtliche Gehör zu ihrer Absicht, dessen Geburtsdatum im Zentralen 

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Seite 4 

Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den 1. Januar 2005 (mit Be-

streitungsvermerk) anzupassen. Gleichzeitig erhielt er Gelegenheit, sich 

zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid und zur beabsichtigten Weg-

weisung nach Griechenland zu äussern. 

I.  

Die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers reichte am 9. April 2024 eine 

Stellungnahme ein und machte geltend, der Beschwerdeführer halte an 

seiner Minderjährigkeit fest. Das SEM habe den Grundsatz, wonach im 

Zweifelsfall von der Minderjährigkeit auszugehen sei, zu beachten. Seine 

Angaben würden auf den Informationen seiner Eltern und seiner Schwes-

ter beruhen und seien gegenüber den griechischen und Schweizer Behör-

den konsistent. Auch das Altersgutachten bestätige, dass diese Angaben 

stimmen könnten. Dagegen sei der 1. Januar 2005 als Geburtsdatum bio-

logisch unmöglich, wenn von einer korrekten Erfassung des Geburtsda-

tums des älteren Bruders ausgegangen werde. Dem durch eine Mitarbei-

terin des SEM subjektiv wahrgenommenen Erscheinungsbild komme kein 

höherer Beweiswert zu als dem medizinischen Altersgutachten. Sodann 

habe man sich in Griechenland nicht gut um ihn gekümmert. Er sei keinen 

einzigen Tag beschult worden und das Essen und die Unterkunft seien 

schlecht gewesen. Wegen der katastrophalen hygienischen Zustände hät-

ten unter den Bewohnern Juckreiz und andere Hautkrankheiten grassiert. 

Es habe Monate gedauert, bis er einen Arzttermin und Medikamente erhal-

ten habe. Den Termin habe er sich erstreiten müssen. Im Camp habe er 

nichts machen können, es habe nicht einmal Bücher gehabt. Es sei ein 

Dahinvegetieren ohne Perspektiven gewesen. Es sei vorgekommen, dass 

er beim Verlassen der Unterkunft von Pakistanern angegriffen, erpresst 

und bestohlen worden sei. Die Polizei habe ihm nicht geholfen. In Grie-

chenland habe er abgesehen von Kost und Logis keine Unterstützung vom 

Staat, von Nichtregierungsorganisationen (NGO), Kirchen oder Drittperso-

nen erhalten. Er habe sich quasi täglich an die Betreuung gewendet und 

nach Schulungsmöglichkeiten gefragt. Über eine Steuer- oder Sozialversi-

cherungsnummer verfüge er nicht. Da er als Minderjähriger einer vulnerab-

len Personengruppe angehöre, sei die Rückführung nach Griechenland 

unzumutbar. Sein älterer Bruder habe Griechenland mittlerweile ebenfalls 

verlassen und lebe in Deutschland. 

J.  

Das SEM brachte am 23. April 2024 in Erfahrung, dass der Beschwerde-

führer die UMA-Unterkunft in Griechenland am 5. Juli 2023 in unbekannte 

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Richtung verlassen habe. Die für die UMA-Unterkunft zuständige NGO 

habe die Behörden am 6. Juli 2023 entsprechend informiert. 

K.  

Am 29. April 2024 teilte das SEM der Rechtsvertretung per E-Mail mit, dass 

das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS auf den 1. Januar 

2005 (mit Bestreitungsvermerk) angepasst worden sei. 

L.  

Im Rahmen der Stellungnahme zum Entscheidentwurf vom 1. Mai 2024 

machte die Rechtsvertretung geltend, das SEM habe bei seiner Beurtei-

lung nicht alle für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers sprechen-

den Punkte berücksichtigt. So sei eine zuverlässige Altersschätzung nach 

Augenschein bei jungen Personen zwischen 15 und 25 Jahren gemäss 

Rechtsprechung nicht möglich. Dagegen habe der Beschwerdeführer 

seine griechischen Identitätsdokumente im Original vorgelegt, welche das 

SEM jedoch nicht berücksichtigt habe. Zudem habe er gegenüber den grie-

chischen Behörden das gleiche Geburtsdatum angegeben wie in der 

Schweiz. Dass er sein Geburtsjahr mit «1380 und etwas» angegeben 

habe, spreche weder für noch gegen seine Minderjährigkeit, zumal sich 

dieser Satz auf einen Zeitraum von zehn Jahren beziehe. Vielmehr be-

deute diese Aussage, dass er sein genaues Geburtsjahr nach dem afgha-

nischen Kalender nicht gekannt habe. Was die Lieblingsfächer Physik und 

Chemie anbelange, habe der Beschwerdeführer erklärt, dass es diese in 

der fünften Klasse nicht gebe, sondern er diese Lektionen selber zu Hause 

studiert habe. Im Weiteren hätten Flüchtlinge laut Berichten renommierter 

Menschenrechtsorganisationen in Griechenland keinen Zugang zu Unter-

bringung, Arbeit, Schulen, Sozialleistungen und Gesundheitsversorgung. 

M.  

Der Beschwerdeführer reichte im vorinstanzlichen Verfahren folgende Be-

weismittel ein: 

- Griechischer Reiseausweis für Flüchtlinge; 

- Griechische Aufenthaltsbewilligung; 

- Griechische «Tax Registration Form»; 

- Positiver griechischer Asylentscheid vom 7. März 2023; 

- Griechische Schulbescheinigung betreffend das Schuljahr 2022-2023 vom 12. Januar 
2023; 

- Griechisches Covid-Zertifikat; 

- Informationen zu Griechenland in der Sprache des Beschwerdeführers; 

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Seite 6 

- CD einer radiologischen Untersuchung in einem Gesundheitszentrum in Griechenland 
vom 23. Mai 2023. 

N.  

Folgende medizinische Unterlagen liegen bei den vorinstanzlichen Akten: 

- Untersuchungsbericht des Spitals B._______ vom 12. April 2024; 

- Bericht von Dr. med. D._______, B._______, vom 19. April 2024; 

- Formular «Medic-Help Zuweisungsschreiben Arzt» vom 23. April 2024; 

- Überweisungsschreiben an das Spital E._______ vom 24. April 2024; 

- Provisorischer Austrittsbericht des Spitals E._______ vom 25. April 2024; 

- Verlaufsblatt Medic-Help mit Einträgen vom 13. Dezember 2023 bis 25. April 2024; 

- Bericht des Spitals E._______ vom 30. April 2024; 

- Formular «Medic-Help Zuweisungsschreiben Arzt» vom 28. Mai 2024. 

O.  

Mit Verfügung vom 1. Mai 2024 – eröffnet am 2. Mai 2024 – trat das SEM 

gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein (Dispositivziffer 1), verfügte die Wegwei-

sung aus der Schweiz (Dispositivziffer 2), forderte den Beschwerdeführer 

auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu 

verlassen, ansonsten er inhaftiert und unter Zwang nach Griechenland zu-

rückgeführt werden könne (Dispositivziffer 3), und beauftragte den Kanton 

F._______ mit dem Vollzug der Wegweisung (Dispositivziffer 4). Sodann 

händigte es die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus 

(Dispositivziffer 5) und stellte fest, das Geburtsdatum im ZEMIS laute auf 

den 1. Januar 2005 (Dispositivziffer 6). 

P.  

Der Beschwerdeführer liess mittels Eingabe der rubrizierten Rechtsvertre-

terin vom 10. Mai 2024 beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Verfü-

gung des SEM Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene 

Verfügung sei vollständig aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, sein 

Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) 2006 abzuändern und die vorläufige 

Aufnahme zu verfügen, eventualiter sei die Verfügung vollständig aufzuhe-

ben und die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen, sub-

eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache an das SEM zu-

rückzuweisen und dieses anzuweisen, bei den griechischen Behörden eine 

individuelle Garantieerklärung einzuholen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht wurde beantragt, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung 

zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien im Sinne einer superprovisori-

schen vorsorglichen Massnahme unverzüglich anzuweisen, von einer 

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Wegweisung nach Griechenland abzusehen, bis das Bundesverwaltungs-

gericht über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschieden habe. 

Sodann sei das SEM im Sinne einer superprovisorischen Massnahme an-

zuweisen, das Geburtsdatum im ZEMIS bis zum rechtskräftigen Urteil mit 

dem (…) 2006 zu erfassen. Schliesslich sei die unentgeltliche Prozessfüh-

rung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-

zichten. 

Der Beschwerde lagen – nebst der angefochtenen Verfügung und einer 

Vollmacht – das Schreiben der griechischen Behörden vom 2. März 2024 

betreffend Rückübernahme des Beschwerdeführers sowie Kopien der grie-

chischen Aufenthaltsbewilligung und des griechischen Reiseausweises für 

Flüchtlinge bei. 

Q.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 13. Mai 2024 

den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. Auf dem Ge-

biet des Asyls entscheidet es in der Regel – und so auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 105 AsylG sowie Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Die Beschwerde ist sowohl hinsichtlich des Nichteintretensent-

scheides (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) wie auch betreffend den beanstandeten ZEMIS-Ein-

trag in Ziffer 6 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung (Art. 37 VGG 

sowie Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) frist- und formgerecht ein-

gereicht. Auf die Beschwerde ist – vorbehältlich der Erwägung 4 – einzu-

treten. 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten im Bereich des Ausländerrechts und hinsichtlich der ZEMIS-Berich-

tigung nach Art. 49 VwVG (vgl. zum Ausländerländerrechtsbereich BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden einzig die 

Fragen der Datenänderung im ZEMIS und der vorläufigen Aufnahme be-

ziehungsweise des Vollzugs der Wegweisung. Zwar wird in der Be-

schwerde die vollständige Aufhebung der angefochtenen Verfügung bean-

tragt, es fehlen in der Beschwerdebegründung aber Ausführungen zu den 

Dispositivziffern 1 (Nichteintreten auf das Asylgesuch) und 2 (Wegwei-

sung). Diesbezüglich lässt sich der Beschwerde kein Anfechtungswille ent-

nehmen, weshalb diese Dispositivziffern nicht Gegenstand des Beschwer-

deverfahrens bilden. 

4.  

Auf die Anträge auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie auf An-

ordnung eines superprovisorischen Vollzugsstopps ist mangels Rechts-

schutzinteresses nicht einzutreten, da der Beschwerde von Gesetzes we-

gen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 42 

AsylG), und diese von der Vorinstanz nicht entzogen wurde. 

5.  

Gestützt auf Art. 57 Abs. 1 (e contrario) VwVG und Art. 111a Abs. 1 AsylG 

wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet, 

da sich die Beschwerde, wie nachfolgend aufgezeigt, als von vornherein 

unbegründet erweist. Das Urteil ist deshalb den Wegweisungsvollzug nach 

Griechenland betreffend (vgl. nachfolgend E. 10 und 11) nur summarisch 

zu begründen (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

6.  

6.1 In der Beschwerde werden eine unvollständige und unrichtige Sach-

verhaltsfeststellung sowie eine Verletzung der Begründungspflicht gerügt. 

Zum einen habe das SEM in seiner Verfügung festgehalten, dass das Al-

tersgutachten nur als schwaches Indiz für die Minderjährigkeit des Be-

schwerdeführers gewertet werden könne, obwohl ein Gutachten, welches 

das angegebene Alter bestätige, gemäss ständiger Rechtsprechung ein In-

diz für die Richtigkeit desselben darstelle. Im Weiteren habe das SEM das 

Geburtsdatum im ZEMIS auf den 1. Januar 2005 angepasst ohne zu 

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begründen, warum dieses Geburtsdatum das Wahrscheinlichste darstellen 

solle. Dagegen sei das in Griechenland registrierte Geburtsdatum, der (…) 

2006, nicht berücksichtigt worden, obwohl das Schreiben aus Griechen-

land genaue diesbezügliche Angaben enthalte. Es sei nicht möglich, 

Schlussfolgerungen über den Beweiswert eines Dokuments zu ziehen, das 

nicht geprüft worden sei, was einen Verstoss gegen den Grundsatz der 

vollständigen und umfassenden Aktenprüfung darstelle (vgl. Beschwerde 

S. 9 f.). Ferner habe sich das SEM nicht damit auseinandergesetzt, welche 

Auswirkungen eine Wegweisung des Beschwerdeführers nach Griechen-

land auf seine aus dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes (Kin-

derrechtskonvention [KRK], SR 0.107) fliessenden Rechte habe (vgl. Be-

schwerde S. 13). 

6.2 Die Rügen sind alle unbegründet. Zum einen ist darauf hinzuweisen, 

dass die Vorinstanz in Bezug auf das Altersgutachten im Einklang mit der 

Rechtsprechung erwog, Letzteres enthalte keine Aussage für oder gegen 

die Volljährigkeit (vgl. nachfolgend E. 9.6). Im Weiteren begründete das 

SEM einlässlich, weshalb es von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers 

ausgeht, was folglich zum Geburtsjahr 2005 und praxisgemäss zum Ge-

burtstag 1. Januar führt. Auch legte es dar, weshalb es den griechischen 

Dokumenten in Bezug auf die Richtigkeit des Geburtsdatums keinen Be-

weiswert beimisst. Inwiefern die Vorinstanz die Kinderrechtskonvention 

hätte berücksichtigen müssen, erschliesst sich nicht, zumal sie von der 

Volljährigkeit des Beschwerdeführers ausging. Im Übrigen stellt der blosse 

Umstand, dass der Beschwerdeführer beziehungsweise seine Rechtsver-

treterin die Einschätzung des SEM nicht teilt, keine formelle Rechtsverlet-

zung dar. 

6.3 Es besteht mithin kein Anlass, die Verfügung des SEM aus formellen 

Gründen aufzuheben. Der Eventualantrag, es sei die Verfügung vollständig 

aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuwei-

sen, ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Zunächst ist zu prüfen, ob das Geburtsdatum des Beschwerdeführers 

im ZEMIS zu berichtigen ist. 

7.2 Das SEM hält zur Begründung seiner Verfügung in Bezug auf die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte Minderjährigkeit im Wesentlichen 

fest, im Altersgutachten habe nur die zahnärztliche Untersuchung durch-

geführt werden können, welche ein Mindestalter von 17 Jahren ergeben 

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habe. Das Gutachten enthalte gemäss BVGE 2018 VI/3 somit keine Aus-

sage für oder gegen die Volljährigkeit des Beschwerdeführers. Die Aus-

sage im Gutachten, dass das angegebene Geburtsdatum zutreffen könne, 

sei nicht als Argument verwertbar, da die relevante Schlüsselbeinanalyse 

nicht habe durchgeführt werden können. Der Beschwerdeführer habe an-

gegeben, sein Geburtsdatum von den Eltern erfahren zu haben. Jedoch 

sei er nicht in der Lage gewesen, dieses Datum gemäss afghanischem Ka-

lender anzugeben – anders als das Geburtsdatum gemäss gregoriani-

schem Kalender. Er habe nur eine ungefähre Angabe machen können, 

nämlich «1380 und etwas». Das Jahr 1380 entspreche dem Zeitraum 

21. März 2001 bis 20. März 2002, was auf die Volljährigkeit des Beschwer-

deführers hindeute. Soweit dieser vorgebracht habe, er habe sein genaues 

Geburtsjahr nach dem afghanischen Kalender nicht gekannt und die Aus-

sage «1380 und etwas» beziehe sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren, 

könne das SEM nicht auf diese nicht nachvollziehbare Argumentation ein-

gehen. Die Nennung des Geburtsjahres im heimatlichen Kalender werde 

als stärkeres Indiz im Vergleich zur Aussage im europäischen Kalender be-

trachtet. Den beiden griechischen Ausweisen könne demnach in Bezug auf 

das Geburtsdatum kein Beweiswert beigemessen werden, zumal der Be-

schwerdeführer selber angebe, seine Eltern hätten ihm gesagt, im Jahre 

1380 geboren zu sein. Sodann erscheine eine Einschulung mit elf Jahren 

unwahrscheinlich. Die Aussage, die Schule in der fünften Klasse abgebro-

chen zu haben, erscheine unglaubhaft, weil der Beschwerdeführer als 

Lieblingsfächer Physik und Chemie genannt habe, welche jedoch, wie er 

angegeben habe, erst in der sechsten Klasse unterrichtet würden, wobei 

er diese Fächer (angeblich) aus eigenem Interesse zuhause gelesen habe. 

Somit habe er dem SEM seine Biografie nicht offenlegen wollen, was da-

rauf schliessen lasse, dass er unglaubhafte Aussagen zum Alter gemacht 

habe. Im Übrigen seien die Altersangaben im Zusammenhang mit der 

Schulzeit vage, würden sich nicht auf konkrete Daten stützen und im Wi-

derspruch zu weiteren Aussagen stehen. So behaupte der Beschwerde-

führer, beim Schulabbruch vielleicht 15 Jahre alt und bei der Ausreise unter 

anderem vielleicht 14 Jahre alt gewesen zu sein. Ein Identitätsdokument 

habe er nicht eingereicht. Auch im Zusammenhang mit seinem Aufenthalt 

in Griechenland habe er mehrere unglaubhafte Aussagen gemacht (kein 

Schulbesuch in Griechenland, obwohl er zur Schule gegangen sei; keine 

medizinische Versorgung, obwohl er eine solche erhalten habe; keine 

Sportaktivitäten, obwohl er in Griechenland Fussball gespielt habe; kein 

Besitz der griechischen Steuernummer, obwohl er eine solche besitze; an-

gebliche Mitteilung an die Betreuung der Unterkunft, dass er in Richtung 

Schweiz verreisen werde, obwohl er untergetaucht und erst sechs Monate 

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später in die Schweiz gekommen sei; keine Offenlegung der Wohnsituation 

in Griechenland oder woanders). Dadurch sei seine persönliche Glaubwür-

digkeit erheblich beeinträchtigt, was gemäss Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts bei der Beurteilung der angegebenen Minderjährigkeit 

berücksichtigt werden dürfe. Schliesslich spreche – in Ergänzung zu den 

obgenannten Indizien – auch das äussere Erscheinungsbild des Be-

schwerdeführers für dessen Volljährigkeit. 

7.3 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, der Beschwerdeführer 

habe plausibel erklärt, woher er sein Geburtsdatum kenne. Seine Eltern 

hätten ihm sein genaues Geburtsdatum genannt, als er in Griechenland 

angekommen sei. Gleichzeitig habe er betont, dass er keine genauen An-

gaben zum Alter gemacht habe und auch nicht machen könne. Das Alter 

und Geburtsdatum würden für Afghanen aus einfachen Verhältnissen in 

der Heimat keine Rolle spielen. Es entspreche der ständigen Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts, dass im afghanischen Kontext 

durchaus üblich sei, dass im ländlichen Gebiet aufgewachsene Jugendli-

che ihr Alter nicht mit Sicherheit angeben könnten und dieses von Drittper-

sonen im Verlauf ihres Lebens erfahren würden. Der Beschwerdeführer 

habe nur wenige oder gar keine Erinnerungen an seine frühe Kindheit. Er 

sei sehr jung gewesen, als er das letzte Mal eine Schule besucht habe, zu 

einer Zeit, als das Land im Chaos und in einem bewaffneten Konflikt ver-

sunken sei. Sodann habe er im Rahmen der EB angegeben, einen älteren, 

etwa 18-jährigen Bruder zu haben, der sich in Griechenland aufhalte. Aus 

dem Schreiben der griechischen Behörden vom 2. März 2024 gehe hervor, 

dass er einen am (…) 2005 geborenen Bruder habe, welcher in Griechen-

land Schutz geniesse. Das SEM stelle jedoch nicht die Frage, wie der Be-

schwerdeführer, dessen Geburtstag auf den 1. Januar 2005 gesetzt wor-

den sei, einen am (…) 2005 geborenen älteren Bruder haben könne, be-

ziehungsweise es habe diese Tatsache nicht geprüft und gewürdigt. Insge-

samt seien die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Alter und sei-

ner Biografie vor dessen soziokulturellen Hintergrund nachvollziehbar so-

wie widerspruchsfrei und substantiiert ausgefallen. Die von den griechi-

schen Behörden ausgestellte biometrische Aufenthaltsbewilligung und der 

Reisepass würden europäischen Sicherheitsstandards entsprechen und 

ihre Echtheit stehe ausser Frage. Diese Ausweise seien daher sowohl ein 

Indiz für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers als auch für das von 

ihm angegebene Geburtsdatum (…) 2006. Das Altersgutachten stelle trotz 

fehlender Schlüsselbeinanalyse ebenfalls ein Indiz für die Minderjährigkeit 

dar, zumal sich alle vier Weisheitszähne des Beschwerdeführers im nicht 

vollständig entwickelten Mineralisationsstadium H befinden würden. Das 

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Mindestalter für das weiterentwickelte Mineralisationsstadium H liege bei 

17 Jahren.  

8.  

8.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes 

über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-

nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-

nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-

kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-

tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, 

nach dem Bundesgesetz über den Datenschutz vom 25. September 2020 

(Datenschutzgesetz, DSG, SR 235.1) und dem VwVG. 

8.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 6 Abs. 5 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 32 Abs. 1 i.V.m. Art. 41 

Abs. 2 Bst. a DSG). Ist die Unrichtigkeit erstellt, besteht auf Berichtigung 

ein uneingeschränkter Anspruch (vgl. die Urteile des BVGer A-4256/2015 

vom 15. Dezember 2015 E. 3.2 und A-4313/2015 vom 14. Dezember 2015 

E. 3.2, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil des BGer 1C_224/2014 vom 25. Sep-

tember 2014 E. 3.1). Die ZEMIS-Verordnung sieht in Art. 19 Abs. 3 aus-

drücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 

8.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die 

Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-

streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-

daten zu beweisen (vgl. Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 

2012 E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1; vgl. Urteile des BVGer A-4313/2015 

vom 14. Dezember 2015 E. 3.2 und A-1732/2015 vom 13. Juli 2015 

E. 4.2). Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsa-

che als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkenntnisse so wahr-

scheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; unumstössliche Ge-

wissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem Berichtigungsbegehren 

konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersuchungsgrundsatz den 

Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); 

die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG 

D-2954/2024 

Seite 13 

verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwirken (vgl. die Urteile des BVGer  

A-7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.3, A-7588/2015 vom 26. Februar 

2016 E. 3.3, A-4256/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 3.3 sowie  

A-2291/2015 vom 17. August 2015 E. 4.3). Die materielle Beweislast, also 

die Folgen der Beweislosigkeit, trägt aber grundsätzlich die Behörde, wenn 

sie wie vorliegend im Bereich der Eingriffsverwaltung tätig ist (vgl. Urteil 

des BVGer A-4035/2011 vom 19. Dezember 2011 E. 4.3). 

8.4 Kann bei einer beantragten beziehungsweise von Amtes wegen beab-

sichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige 

der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder 

die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 6 Abs. 5 

DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per-

sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger-

weise bearbeitet werden. Dies gilt namentlich auch für die im ZEMIS er-

fasste Herkunft, den Namen und die Geburtsdaten. In solchen Fällen über-

wiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicherweise unzu-

treffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Gemäss Art. 32 Abs. 3 

DSG ist deshalb die Anbringung eines Vermerks vorgesehen, in dem da-

rauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten Personenda-

ten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, 

sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen und die neuen Daten 

anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals 

eingetragenen Angaben weiterhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu lö-

schen sind, bleibt grundsätzlich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich 

umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten 

als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind 

diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über 

dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu 

entscheiden, ob ein entsprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. die Ur-

teile des BVGer A-7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.5, A-7588/2015 

vom 26. Februar 2016 E. 3.4 und A-7822/2015 vom 25. Februar 2016 

E. 3.4, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 

2012 E. 3.2.; JAN BANGERT, in: Maurer-Lambrou/Blechta [Hrsg.], Daten-

schutzgesetz, Basler Kommentar, 3. Aufl., 2014, Art. 25/25bis N. 53 ff.). 

9.  

9.1 Vorliegend obliegt es grundsätzlich der Vorinstanz zu beweisen, dass 

das von ihr eingetragene Geburtsdatum des Beschwerdeführers (1. Januar 

2005) korrekt ist. Dieser wiederum hat nachzuweisen, dass das von ihm 

D-2954/2024 

Seite 14 

geltend gemachte Geburtsdatum ([…] 2006) richtig beziehungsweise zu-

mindest wahrscheinlicher ist, als das vom SEM eingetragene. 

9.2 Im Asylverfahren ist das Geburtsdatum – der allgemeinen asylrechtli-

chen Beweisregel folgend – von der asylsuchenden Person zumindest 

glaubhaft zu machen. Anders verhält es sich im datenschutzrechtlichen 

Verfahren betreffend die Berichtigung von Personendaten im ZEMIS. Ge-

lingt keiner Partei der sichere Nachweis, ist dasjenige Datum in ZEMIS zu 

belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (vgl. 

BVGE 2018 VI/3 E. 3.5 m.w.H. und E. 4.2.3). 

9.3 Bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers ist eine Ge-

samtwürdigung vorzunehmen, bei der auch die protokollierten Aussagen 

zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind (vgl. Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.: insbesondere übereinstimmende Anga-

ben zum Alter, zu Identitätspapieren beziehungsweise zu den Gründen für 

deren Nichteinreichung, zu den familiären Umständen, zum Schulbesuch, 

zu Berufsbildung/Berufstätigkeit und zu den Ausreiseumständen sowie 

nachvollziehbare länderspezifische Angaben zum behaupteten Herkunfts-

gebiet). 

9.4 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keinerlei heimatli-

chen Identitätspapiere eingereicht hat und somit seine Identität und das 

von ihm vorgebrachte Geburtsdatum nicht durch Vorlage eines rechts-

genüglichen Beweismittels belegen kann. Die von den griechischen Behör-

den ausgestellten Ausweise (Aufenthaltsbewilligung und Reiseausweis für 

Flüchtlinge) sind – übereinstimmend mit dem SEM – nicht geeignet, das 

vom Beschwerdeführer behauptete Geburtsdatum (…) 2006 zu belegen, 

zumal dieser Eintrag auf den Angaben des Beschwerdeführers beruht und 

dieser überdies angab, seine Eltern hätten ihm das Geburtsdatum «1380 

und etwas» genannt, was dem Jahr 2001/2002 entspräche (vgl. SEM-act. 

[…]-12/10 Ziff. 1.06; vgl. auch nachfolgend E. 9.5). Der Einwand, es handle 

sich dabei um Dokumente, welche den europäischen Sicherheitsstandards 

entsprechen würden, weshalb sie ein Indiz für die Minderjährigkeit darstel-

len würden, trifft nicht zu. 

9.5 Was die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Alter anlässlich 

der EB UMA anbelangt, kann auf die vollumfänglich zu bestätigenden Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, denen in 

der Beschwerde nichts Stichhaltiges entgegengesetzt wird. Zwar ist im 

D-2954/2024 

Seite 15 

afghanischen Kontext davon auszugehen, dass Jugendliche aus ländli-

chen Gebieten oft ihr Alter nicht mit Sicherheit angeben können, sondern 

dieses von Drittpersonen im Verlauf ihres Lebens erfahren (vgl. etwa Urteil 

des BVGer D-2710/2021 vom 30. Januar 2024 E. 4.4.9 m.w.H.). Dass hin-

gegen der Beschwerdeführer sein Geburtsdatum nach europäischem Ka-

lender präzise kennen will, nicht jedoch dasjenige nach afghanischem Ka-

lender («1380 und etwas», vgl. SEM-act. […]-12/10 Ziff. 1.06), erweckt 

nicht den Anschein, als hätte er in Griechenland von seinen Eltern ein ge-

naues, geschweige denn ein dem (…) 2006 entsprechendes Geburtsda-

tum nach dem heimatlichen Kalender erfahren. Sodann ist darauf hinzu-

weisen, dass er gemäss der bei den Akten liegenden Schulbestätigung in 

Griechenland die 1. Klasse des Lyzeums (entspricht dem 10. Schuljahr) 

besuchte, was kaum denkbar wäre, wenn der Beschwerdeführer tatsäch-

lich nur gut vier Jahre Schulunterricht in der Heimat genossen hätte. Dieser 

Umstand lässt zusätzliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der vorgetrage-

nen Biografie und demzufolge an der Richtigkeit des behaupteten Geburts-

datums aufkommen. Der Einwand, er könne mit dem Geburtsdatum 1. Ja-

nuar 2005 keinen am (…) 2005 geborenen älteren Bruder haben, geht 

ebenfalls fehl. Allein der Umstand, dass die griechischen Behörden diesen 

Bruder (mit Geburtsdatum) in ihrem Schreiben vom 2. März 2024 auffüh-

ren, lässt nicht auf die Korrektheit von dessen erfassten Personalien 

schliessen. 

9.6 Auch aus dem Altersgutachten des IRM des (…) vom 13. Februar 2024 

kann der Beschwerdeführer für die behauptete Minderjährigkeit nichts zu 

seinen Gunsten ableiten. Gemäss BVGE 2018 VI/3 sind von den in der 

Schweiz angewandten Methoden der medizinischen Altersabklärung nur 

die Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche 

Untersuchung (nicht jedoch die Handknochenaltersanalyse und die ärztli-

che körperliche Untersuchung) zum Beweis der Minder- beziehungsweise 

Volljährigkeit einer Person geeignet. Wenn das Mindestalter bei der zahn-

ärztlichen Untersuchung und der Schlüsselbein- respektive Skelettalters-

analyse unter 18 Jahren liegt, lässt sich keine Aussage zur Minder- bezie-

hungsweise Volljährigkeit einer Person machen (vgl. a.a.O. E. 4.2.1 f.). Ge-

mäss dem Gutachten vom 13. Februar 2024 konnten aufgrund einer beid-

seitigen anatomischen Normvariante beim Beschwerdeführer die Wachs-

tumsfugen der Schlüsselbein-Brustbeingelenke nicht für die Altersdiagnos-

tik herangezogen werden. Somit entfiel die Schlüsselbein- respektive Ske-

lettaltersanalyse, womit sich der vorliegenden medizinischen Altersabklä-

rung – wie vom SEM zutreffend ausgeführt – insgesamt keine relevante 

Aussage zur Minder- beziehungsweise Volljährigkeit des Beschwerdefüh-

D-2954/2024 

Seite 16 

rers entnehmen lässt. Auch wenn das rechtsmedizinische Gutachten zu-

sammenfassend ein Mindestalter des Beschwerdeführers von 17 Jahren 

und ein durchschnittliches Lebensalter von 18 bis 22 Jahren angibt, ver-

mag es angesichts der fehlenden Schlüsselbein- respektive Skelettanalyse 

keine verlässliche Aussage darüber zu machen, ob eine Voll- oder eine 

Minderjährigkeit wahrscheinlicher ist (vgl. a.a.O. E. 4.2.2). Das Altersgut-

achten stellt somit kein Indiz für die Minderjährigkeit dar. Die in der Be-

schwerde angeführte Rechtsprechung ist nicht geeignet, zu einem anderen 

Ergebnis zu gelangen. 

9.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass weder das SEM noch der Be-

schwerdeführer die Richtigkeit des jeweils behaupteten Geburtsdatums 

nachzuweisen vermögen. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Be-

weismittel und Indizien erscheint jedoch das im ZEMIS eingetragene Ge-

burtsdatum vom 1. Januar 2005 wahrscheinlicher als das vom Beschwer-

deführer vorgebrachte vom (…) 2006, auch wenn der derzeitige ZEMIS-

Eintrag auf einem fiktiven Geburtstag des Beschwerdeführers basiert und 

wahrscheinlich nicht richtig ist. Dies lässt sich in Fällen, bei denen das Ge-

burtsdatum unbekannt ist und stattdessen praxisgemäss der 1. Januar als 

fiktiver Geburtstag erfasst wird, nicht vermeiden (vgl. Urteile des BGer 

1C_709/2017 vom 12. Februar 2019 E. 2.5 und 1C_240/2012 vom 13. Au-

gust 2012 E. 5.5; Urteil des BVGer A-1338/2020 vom 14. Oktober 2020 

E. 5.4). Der bestehende ZEMIS-Eintrag mit dem Geburtsdatum 1. Januar 

2005 (mit Bestreitungsvermerk) ist somit unverändert zu belassen. Die Be-

schwerde ist abzuweisen, soweit beantragt wird, das SEM sei anzuweisen, 

das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS auf den (…) 2006 

abzuändern. 

10.  

10.1 Zu prüfen ist sodann, ob die Vorinstanz zu Recht den Wegweisungs-

vollzug nach Griechenland angeordnet hat. 

10.2 Das SEM erachtet den Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar 

und möglich. Griechenland gelte als EU-Mitgliedstaat als sicherer Drittstaat 

und es werde davon ausgegangen, dass dort demzufolge Schutz vor Rück-

schiebung in einen Verfolgerstaat bestehe und völkerrechtliche Verpflich-

tungen eingehalten würden. Dabei weist es ausdrücklich darauf hin, dass 

sich der Beschwerdeführer als Schutzberechtigter auf die Garantien der 

Richtlinie 2011/95/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 

13. Dezember 2011 (Qualifikationsrichtlinie) berufen könne – insbesondere 

auf die Regeln betreffend den Zugang zu Beschäftigung (Art. 26), Bildung 

D-2954/2024 

Seite 17 

(Art. 27), Sozialhilfeleistungen (Art. 29), Wohnraum (Art. 32) und medizini-

scher Versorgung (Art. 30). Dem Beschwerdeführer sei als junger gesun-

der Mann im Falle einer Rückkehr die Wohnungsfindung zuzumuten, ge-

gebenenfalls mit Hilfe der örtlichen Hilfsorganisationen und der Verwand-

ten in der Schweiz und in Deutschland. Das SEM habe zudem Kenntnis 

davon, dass er anlässlich der Stellungnahme vom 9. April 2024 keine voll-

ständigen Angaben zur Wohnsituation und zum Aufenthalt in Griechenland 

gemachte habe. So treffe nicht zu, dass er die Betreuung in der Unterkunft 

von seinem Vorhaben, in die Schweiz weiterzureisen, informiert habe. Viel-

mehr habe er die UMA-Unterkunft am 5. Juli 2023 unkontrolliert verlassen, 

weshalb die zuständige NGO am 6. Juli 2023 eine entsprechende Meldung 

an die Behörden gemacht habe. Damit habe er seine Wohnsituation, seine 

Aufenthaltsorte (Griechenland oder woanders) und seine eigenen finanzi-

ellen Mittel nicht offenlegen wollen. Vielmehr lasse dies auf vorhandene 

Möglichkeiten, für den Lebensunterhalt aufzukommen und sich zurecht zu 

finden, schliessen. Das Unterstützungsprogramm «HELIOS» laufe entge-

gen der Annahme des Beschwerdeführers weiterhin. Sodann würden aus 

der Schulbescheinigung vom 12. Januar 2023 sein Besuch der 1. Klasse 

des Lyzeums (10. Klasse) in der Stadt G._______, seine Einschreibung für 

das Schuljahr 2022-2023 und seine ordnungsgemässe Teilnahme am 

Schulunterricht hervorgehen. Die griechischen Behörden hätten damit 

nachweislich für seine Einschulung und Teilnahme am Unterricht gesorgt, 

obwohl der Besuch der 10. Klasse nicht obligatorisch und von seinem 

Wunsch abhängig gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe versucht, das 

SEM über eine angebliche Verletzung seines Rechts auf Schulbildung zu 

täuschen. Dementsprechend seien auch seine Schilderungen des Tages-

ablaufs in Griechenland unglaubhaft. Auch habe er in Widerspruch zu sei-

ner Angabe, in der Unterkunft habe es keine Sportaktivitäten gegeben, ge-

genüber dem Pflegedienst des BAZ erklärt, sich in Griechenland beim 

Fussballspielen verletzt zu haben. Demnach könne das Vorbringen, er 

habe mangels Schulbesuch kein Griechisch gelernt, nicht gehört werden. 

Das Erlernen der griechischen Sprache sei im Falle einer Rückkehr weiter-

hin gewährleistet. In Griechenland würden sodann verschiedene Hilfsorga-

nisationen Unterstützung bei der Arbeitsfindung anbieten. Der Beschwer-

deführer sei bereits im Besitz der griechischen Steuernummer, obwohl er 

dies verneint habe. Sodann treffe nicht zu, dass er keinen Zugang zum 

griechischen Gesundheitssystem gehabt habe. Den Akten aus Griechen-

land sei nämlich zu entnehmen, dass er am 23. Mai 2023 dem Gesund-

heitszentrum zur (…)untersuchung zugewiesen worden sei, was er in sei-

ner Stellungnahme vom 9. April 2024 verschwiegen habe. Sein Zugang zur 

notfallmässigen Versorgung sei gewährleistet gewesen. Mit der 

D-2954/2024 

Seite 18 

Beantragung und dem Erhalt einer Sozialversicherungsnummer, was ihm 

zuzumuten sei, werde er die gleichen Rechte beim Zugang zu medizini-

scher Versorgung haben wie griechische Staatsangehörige. Seine körper-

lichen Gesundheitsbeschwerden seien nicht derart gravierend, um einer 

Wegweisung nach Griechenland entgegenzustehen (vgl. dazu im Detail 

angefochtene Verfügung S. 15 f.). Ausserdem seien diese medikamentös 

behandelbar. Das SEM erachte den rechtserheblichen medizinischen 

Sachverhalt als erstellt. Aus der Anwesenheit seiner Verwandten in der 

Schweiz könne er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im Übrigen kann für 

die detaillierte Begründung auf die ausführlichen Erwägungen in der ange-

fochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. a.a.O. S.9 ff.). 

10.3 In der Beschwerde wird geltend gemacht, Griechenland sei nicht das 

Zielland des Beschwerdeführers gewesen. Er sei dort von der Polizei auf-

gegriffen und zwölf Tage lang inhaftiert worden. Geld habe er keines ge-

habt. Nachdem er seinen Pass erhalten habe, sei er gezwungen worden, 

das Land zu verlassen. Er habe keine Schule besuchen können und es 

habe keine Beschäftigungsprogramme gegeben. Auch habe er trotz Juck-

reiz keine medizinische Versorgung erhalten, die Unterkunft nicht frei ver-

lassen können und die letzten drei bis vier Monate keine finanzielle Unter-

stützung erhalten. Er sei mittellos gewesen und es bestünden keine kon-

kreten Hinweise, dass er über weitere finanzielle Mittel verfügt hätte oder 

verfüge. Es sei praktisch aussichtslos, im Rahmen des «HELIOS»-Pro-

gramms einen Platz zu finden. Auch die NGOs würden nur in äusserst be-

grenztem Umfang Wohnraum anbieten. Alle NGOs seien überlastet und 

das behördliche System schaffe es auch mit der zusätzlichen Unterstüt-

zung von NGOs, Kirchen und Freiwilligen bei weitem nicht, den nicht aner-

kannten Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten die menschen-

rechtlich notwendige Minimalhilfe zukommen zu lassen. Der Zugang zu 

medizinischer Versorgung sei nach der Schutzgewährung nicht mehr vor-

handen gewesen. Er habe in Griechenland weder eine Schule noch einen 

Sprachkurs besuchen können. Schulbildung werde nur auf dem Papier ga-

rantiert. Die Rechte des Kindes seien durch den Wegweisungsvollzug ge-

fährdet, da die Schwelle zu einer unmenschlichen oder erniedrigenden Be-

handlung bei Kindern tiefer liege. Das SEM verkenne seine tatsächliche 

Situation in Griechenland. Vielmehr gehe es von falschen Annahmen aus, 

um seiner Pflicht, den Sachverhalt zu erstellen, nicht nachzukommen. Es 

bestünden keine Anhaltspunkte, dass sich seine persönliche Situation oder 

die allgemeine Situation in Griechenland seit der Ausreise geändert hätten. 

Es bestehe daher die konkrete Gefahr, dass er bei einer Überstellung nach 

Griechenland auf der Strasse landen und erst recht Schwierigkeiten haben 

D-2954/2024 

Seite 19 

werde, sich dort zurechtzufinden. Die griechischen Behörden würden zu-

dem darauf hinweisen, dass sie keinen Platz garantieren könnten. Das 

SEM räume selber ein, dass der griechische Staat aus eigener Kraft die 

Rechte der Schutzberechtigten nicht ausreichend wahrnehmen könne. Der 

Wegweisungsvollzug würde gegen Art. 3 EMRK verstossen. Das SEM 

habe das Kindeswohl in seinem Entscheid nicht berücksichtigt. Darüber 

hinaus habe das SEM von den griechischen Behörden keine Zustimmung 

zur Rückübernahme eines Mannes namens A._______, geboren am 1. Ja-

nuar 2005, erhalten. Hinsichtlich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich sein Gesundheitszu-

stand bei einer Rückkehr mit hoher Wahrscheinlichkeit erheblich ver-

schlechtern werde. Er habe psychische Beschwerden geltend gemacht. 

Zudem seien seine (…) aus Griechenland erst in der Schweiz behandelt 

worden. Bereits zum Zeitpunkt der Ausreise habe er sich in einer existen-

ziellen Notlage befunden, habe teilweise hungern müssen und keine me-

dizinische Versorgung erhalten. Die Lebensbedingungen würden nicht den 

Standards der Qualifikationsrichtlinie entsprechen. Ihm drohe bei einer 

Rückkehr eine nicht kindgerechte Unterbringung. Zudem sei der Zugang 

zum Arbeitsmarkt und damit die Sicherung des Lebensunterhalts aufgrund 

der mangelnden Beherrschung der griechischen Sprache und der spezifi-

schen beruflichen Qualifikationen zusätzlich erschwert. 

11.  

11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

11.2  

11.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK einer Weiterreise der 

D-2954/2024 

Seite 20 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

11.2.2 Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung erweist 

sich der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland in Beachtung der vor-

stehendend genannten völker- und landesrechtlichen Bestimmungen und 

mit Verweis auf die zu bestätigenden Erwägungen des SEM in der ange-

fochtenen Verfügung (vgl. a.a.O. S. 9 f.) als zulässig. Insbesondere ist von 

der Volljährigkeit des Beschwerdeführers auszugehen (vgl. vorstehend 

E. 9), womit die Kinderrechtskonvention keine Anwendung findet. Es han-

delt sich bei Griechenland um einen sicheren Drittstaat, in welchem der 

Beschwerdeführer Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 

AsylG findet. Griechenland ist sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK 

und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das Bundesverwaltungs-

gericht, dass die Lebensbedingungen in Griechenland für dort anerkannte 

Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen Lebens äusserst 

schwierig sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich gestaltet. Es 

ist aber nicht von einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit 

Schutzstatus eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im 

Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. das Referenz-

urteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.2). 

Darauf kann verwiesen werden. Die Ausführungen des Beschwerdeführers 

im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens sowie jene in der Beschwerde 

und der darin angerufenen Berichte vermögen an der – sich auch auf das 

erwähnte Referenzurteil abstützenden – Einschätzung der Vorinstanz 

nichts zu ändern. Insbesondere ist mit Verweis auf die Erwägungen in der 

angefochtenen Verfügung festzuhalten, dass die Einwände, der Beschwer-

deführer habe nach der Schutzgewährung keinen Zugang zur medizini-

schen Versorgung gehabt und es habe weder eine Beschulung noch Be-

schäftigungsprogramme gegeben, aktenwidrig sind. Zudem wird auch in 

der Beschwerde nicht offengelegt, wo sich der Beschwerdeführer zwischen 

dem 6. Juli 2023 und seiner Einreise in die Schweiz im Dezember 2023 

aufhielt und von welchen finanziellen Mitteln er in dieser Zeit lebte. Nach 

dem Gesagten ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den Sach-

verhalt unvollständig oder unrichtig erstellt hätte. 

11.2.3 Der Vollzug der Wegweisung ist demnach als zulässig zu qualifizie-

ren. 

D-2954/2024 

Seite 21 

11.3  

11.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

11.3.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass eine 

Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl. 

das Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 

2022 E. 11.3). Diese Vermutung gilt in Bezug auf Griechenland grundsätz-

lich auch für vulnerable Personen, wie zum Beispiel Personen, die an ge-

sundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende Erkran-

kung einzustufen sind (vgl. a.a.O. E. 11.5.1). Es obliegt der betroffenen 

Person, diese Vermutungen umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhalts-

punkte dafür vorzubringen, dass die griechischen Behörden im konkreten 

Fall das Völkerrecht verletzten, ihr nicht den notwendigen Schutz gewähr-

ten oder sie menschenunwürdigen Lebensumständen aussetzten respek-

tive, dass sie im Fall einer Rückkehr nach Griechenland dort aufgrund von 

individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art 

in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. a.a.O. E. 11.4). 

11.3.3 Nach Durchsicht der Akten und unter Berücksichtigung der Vorbrin-

gen in der Beschwerde lassen sich keine Hinweise darauf finden, dass der 

Beschwerdeführer im Falle einer Rückführung nach Griechenland in eine 

existenzielle Notlage geraten würde. Auch wenn die Situation für Flücht-

linge in Griechenland schwierig ist, bestehen, wie bereits festgehalten, 

keine stichhaltigen Hinweise darauf, dass der griechische Staat seinen völ-

kerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Bei einer Rückkehr ist es 

dem Beschwerdeführer zuzumuten, sich für eine Unterkunft und Sozialleis-

tungen an die entsprechenden Stellen zu wenden und im Bedarfsfall seine 

Rechte einzufordern sowie nötigenfalls die unentgeltliche Hilfe der zahl-

reich vorhandenen NGOs zu beanspruchen. Diesbezüglich kann vollum-

fänglich auf die zu bestätigenden Ausführungen in der angefochtenen Ver-

fügung verwiesen werden (vgl. a.a.O. S. 10 ff.). 

11.3.4 Auch der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers steht einer 

Überstellung nach Griechenland nicht entgegen. Insbesondere ist festzu-

halten, dass die im vorliegenden Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht erstmals geltend gemachten psychischen Beschwerde gänzlich 

D-2954/2024 

Seite 22 

unsubstantiiert blieben. Sodann erweist sich die Behauptung, seine (…) 

aus Griechenland seien erst in der Schweiz behandelt worden, als akten-

widrig. Vielmehr meldete sich der Beschwerdeführer wegen (…) erstmals 

am 23. April 2024 bei der Pflege im BAZ, worauf im Spital eine (…) erfolgte. 

Die Wundabheilung verlaufe gut (vgl. SEM-act. […]-27 bis 31 und 44). Es 

bestehen keine Hinweise auf eine erhebliche Verschlechterung des Ge-

sundheitszustandes des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr nach 

Griechenland. Im Übrigen ist aktenkundig, dass er dort bereits medizinisch 

behandelt wurde. 

11.3.5 Der Beschwerdeführer vermag demnach die Vermutung, der Voll-

zug der Wegweisung nach Griechenland sei auch in seinem Fall zumutbar, 

nicht umzustossen. 

11.3.6 Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass zur Einholung einer 

individuellen Garantieerklärung seitens der griechischen Behörden (vgl. 

etwa Urteil des BVGer E-2779/2023 vom 23. November 2023 E. 7.4). Das 

entsprechende Subeventualbegehren ist demnach ebenfalls abzuweisen. 

11.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als mög-

lich, zumal die griechischen Behörden am 2. März 2024 der Rücküber-

nahme des Beschwerdeführers explizit zugestimmt haben und er dort über 

eine bis 6. März 2026 gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt. Dass er in 

Griechenland mit einem anderen Geburtsdatum registriert ist, ist unerheb-

lich. 

11.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht den Wegweisungs-

vollzug nach Griechenland als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet, 

weshalb die Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt. 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf diese einzu-

treten ist. 

13.  

Mit diesem Entscheid wird der Antrag, es sei das SEM im Sinne einer su-

perprovisorischen vorsorglichen Massnahme anzuweisen, das Geburtsda-

tum im ZEMIS bis zum rechtskräftigen Urteil mit dem (…) 2006 zu erfassen, 

gegenstandslos. 

D-2954/2024 

Seite 23 

14.  

14.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

erweist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos. 

14.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist – ungeachtet der nicht nachgewiesenen 

Bedürftigkeit – abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorste-

henden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen sind. Die Ver-

fahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2954/2024 

Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit beantragt wird, das SEM sei anzu-

weisen, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS (Dispositiv-

ziffer 6 der angefochtenen Verfügung) auf den (…) 2006 abzuändern. 

2.  

Im Übrigen wird die Beschwerde ebenfalls abgewiesen, soweit auf diese 

eingetreten wird. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

liegenden Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zustel-

lung der Rechnung erfolgt mit separater Post. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM, das Generalsekre-

tariat des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) und 

die kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

Walter Lang Barbara Gysel Nüesch 

 

(Rechtsmittelbelehrung nächste Seite) 

  

D-2954/2024 

Seite 25 

Rechtsmittelbelehrung:  

Gegen die Dispositivziffer 1 dieses Urteils kann innert 30 Tagen nach Er-

öffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind beizule-

gen, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat (Art. 42 BGG).  

 

 

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