# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cc6ca9e-b258-5da8-8f33-4a57a8190bde
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.01.2023 D-5261/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5261-2022_2023-01-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5261/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis;   

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

vertreten durch Ali Tüm, Asylum Rechtsberatung, 

(…),  

Beschwerdeführer,   

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 31. Oktober 2022 / N (…). 

 

 

 

D-5261/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer – ein aus B._______ (Provinz C._______) 

stammender türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie – am 24. Mai 

2022 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,  

dass die Personalienaufnahme (PA) am 1. Juni 2022 erfolgte, 

dass der Beschwerdeführer am 1. September 2022 Kopien eines türki-

schen Strafurteils vom (…) 2001 betreffend seine Schwester sowie von drei 

weiteren amtlichen Dokumenten vom (…) 1997 betreffend die Ermordung 

seines Vaters (Polizeirapport, Autopsiebericht und Protokoll der Befragung 

der Mutter) einreichte, 

dass er am 22. September 2022 zu seinen Asylgründen angehört wurde, 

dass er dabei im Wesentlichen geltend machte, er habe seit seiner Kindheit 

Sympathie für die (…) gehegt, da diese seine Familie unterstützt habe, 

nachdem sein Vater von Angehörigen der (…) umgebracht worden sei, 

dass er bei einem mit D._______ (nachfolgend: D._______) befreundeten 

(…) gearbeitet und vom (…). Dezember 2021 an mit seinem Auto anstelle 

von D._______ (…) Mal Kurierdienste zugunsten der (…) ausgeführt habe, 

dass er bei der Rückkehr von der letzten Fahrt am (…). März 2022 in eine 

Strassenkontrolle geraten sei, wobei er seine Fahrt habe fortsetzten dür-

fen, nachdem die Polizei sein Fahrzeug durchsucht habe, 

dass er in den folgenden Tagen den Eindruck gehabt habe, die Polizei 

würde ihm folgen und ihn beobachten, weshalb er sich aus Angst am 

(…). April 2022 zu einem Freund nach E._______ begeben habe, 

dass er dort erfahren habe, dass D._______ in Gewahrsam genommen 

worden sei, und deshalb befürchtet habe, dieser könnte seinen Namen 

preisgeben, 

dass er deshalb seinen Heimatstaat am (…). Mai 2022 mithilfe eines 

Schleppers verlassen habe, 

dass er am (…). September 2022 von einem befreundeten Anwalt erfahren 

habe, dass die Staatsanwaltschaft von C._______ ihn betreffend einen 

Vorführbefehl erlassen habe, 

D-5261/2022 

Seite 3 

dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers am 26. September 2022 

dem erweiterten Verfahren zugeteilt wurde, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Oktober 2022 mitteilen 

liess, sein Rechtsanwalt in der Türkei sei nicht in der Lage, weitere Infor-

mationen über das dortige Verfahren zu erhalten, und er verfüge nicht über 

die finanziellen Mittel, seinen Anwalt zu wechseln, 

dass das SEM mit Verfügung vom 31. Oktober 2022 – eröffnet am 2. No-

vember 2022 – die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers ver-

neinte, das Asylgesuch vom 24. Mai 2022 ablehnte und die Wegweisung 

aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. November 2022 gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und zur materiel-

len Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, es sei seine Flüchtlings-

eigenschaft festzustellen und die Vorinstanz anzuweisen, ihm Asyl zu ge-

währen, es sei der materielle Sachverhalt festzustellen und das Beschwer-

deverfahren auf Deutsch zu führen, eventualiter sei die Unzumutbarkeit der 

Wegweisung festzustellen und er sei als Folge davon als Flüchtling vorläu-

fig aufzunehmen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung ersuchte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 18. November 2022 den Eingang 

der Beschwerde bestätigte, 

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 22. November 

2022 die Beschwerdebegehren aufgrund der bestehenden Aktenlage als 

aussichtslos einstufte, die Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, bis zum 7. Dezember 

2022 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.– zu leisten, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

24. November 2022 ein vom (…). (recte: […]) November 2022 datierendes 

türkisches Einvernahmeprotokoll in Kopie betreffend seine Schwester ein-

reichte und geltend machte, darin gehe es um ein Gefecht zwischen der 

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Seite 4 

Gruppierung seiner Schwester und den Sicherheitskräften im Jahr 2000, 

bei welchem ein (…) abgeschossen worden sei, 

dass daraus zu schliessen sei, dass das Strafverfahren gegen die Schwes-

ter sehr wahrscheinlich wieder aufgenommen worden sei, 

dass der Beschwerdeführer am 25. November 2022 eine Fürsorgebestäti-

gung zu den Akten reichte,  

dass der Instruktionsrichter die Eingabe vom 24. November 2022 mit Zwi-

schenverfügung vom 29. November 2022 als sinngemässes Gesuch um 

wiedererwägungsweise Änderung der Zwischenverfügung vom 22. No-

vember 2022 einstufte, dieses abwies und am verlangten Kostenvorschuss 

festhielt, 

dass der Kostenvorschuss am 7. Dezember 2022 geleistet wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit nach der fristgerechten Leistung des Kostenvorschusses auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 

Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

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Seite 5 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb das Urteil 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 

ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen ausführte, 

der Beschwerdeführer habe den Vorführbefehl nicht eingereicht, obwohl 

ihm dazu ausreichend Zeit gewährt worden sei, und ihm dessen Inhalt 

gänzlich unbekannt sei, 

dass er, soweit er annehme, der Vorführbefehl sei im Zusammenhang mit 

den von ihm geltend gemachten Kurierdiensten und dem Behördenge-

wahrsam von D._______ erlassen worden, nicht alles unternommen habe, 

um Informationen bezüglich D._______ zu beschaffen, 

dass er mithin weder glaubhaft gemacht habe, dass ein Vorführbefehl er-

lassen noch ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet worden sei, 

dass eine begründete Furcht vor einer Inhaftierung bei einer Rückkehr in 

die Türkei zu verneinen sei, 

dass der Beschwerdeführer nach der Strassenkontrolle noch einen Monat 

weiterhin zuhause gewohnt und beim (…) gearbeitet habe, ohne dass sich 

ein Vorfall ereignet hätte, 

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Seite 6 

dass, soweit er vorgebracht habe, die Polizei habe nach seiner Ausreise 

einmal bei seinen Familienangehörigen nach ihm gesucht, dieser Polizei-

besuch keine Folgen gezeitigt hätte, 

dass unter diesen Umständen nicht davon auszugehen sei, den türkischen 

Behörden seien seine angeblichen Kurierdienste bekannt, umso weniger, 

als er erklärt habe, er sei weder politisch aktiv gewesen noch habe er je 

Probleme mit den Behörden gehabt,  

dass in der Beschwerde an der Glaubhaftigkeit und Relevanz der bisheri-

gen Vorbringen sinngemäss festgehalten wurde, 

dass zudem im Zusammenhang mit dem Vater und der Schwester des Be-

schwerdeführers eine Reflexverfolgung geltend gemacht wurde, 

dass eine solche zu verneinen ist, soweit sie sich auf den Vater bezieht, 

der gemäss Autopsiebericht bereits im Jahr 1997 verstorben ist, 

dass dasselbe bezüglich der Schwester des Beschwerdeführers gilt, zumal 

diese mit Strafurteil vom (…) 2001 zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt 

(…) Jahren verurteilt, jedoch gemäss den Angaben des Beschwerdefüh-

rers nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2005 wieder freigelassen wor-

den war,  

dass aus den Akten nicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer an-

lässlich der Inhaftierung der Schwester oder in den darauffolgenden Jahren 

in diesem Zusammenhang je im Fokus von Ermittlungen gestanden hätte 

oder konkreten behördlichen Behelligungen ausgesetzt gewesen wäre, 

dass der Beschwerdeführer an der Anhörung zu den Asylgründen auch 

nicht geltend machte, seine Schwester sei in den 17 Jahren nach ihrer Ent-

lassung aus dem Gefängnis weiter behelligt worden,  

dass es vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar erscheint, weshalb 

seine Schwester nun – ausgerechnet wenige Wochen nach Erlass der an-

gefochtenen Verfügung des SEM – wegen eines Vorfalls aus dem Jahr 

2000 erneut polizeilich einvernommen worden sein soll,  

dass der Beweiswert des ohnehin nur in Kopie vorliegenden Einvernahme-

protokolls vom (…). November 2022 deshalb fraglich erscheint, 

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Seite 7 

dass zudem aus den Ausführungen in der Eingabe vom 24. November 

2022 und dem Inhalt des Einvernahmeprotokolls kein Zusammenhang zwi-

schen den Angelegenheiten der Schwester in der Türkei und der vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Verfolgung ersichtlich ist, 

dass deshalb aus der angeblichen neuerlichen Einvernahme der Schwes-

ter nicht leichthin auf das Bestehen eines politischen Datenblattes betref-

fend den Beschwerdeführer geschlossen werden kann, 

dass er vor diesem Hintergrund aus seinem Vorbringen in der Beschwerde, 

er sei (auch) aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer politisch exponierten 

Familie in der Türkei gefährdet, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten ver-

mag, 

dass an dieser Einschätzung auch die allgemeinen Hinweise in der Ein-

gabe vom 24. November 2022 nichts zu ändern vermögen, wonach in der 

Türkei neben dem Strafregister («Adli Sicil») ein sogenanntes Allgemeines 

Informationssystem («Genel Bilgi Toplama Sistemi») mit Fahndungs- und-

Verfahrensdaten unterhalten werde, zu welchem Polizei und Gendarmerie-

stellen des ganzen Staatsgebiets Zugriff hätten, 

dass sich zudem sein weiteres Vorbringen, er habe keine Möglichkeiten, 

den Nachweis zu erbringen, dass ein Vorführbefehl gegen ihn erlassen und 

ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden sei, als unbehelflich erweist, 

dass er nämlich bei seiner Anhörung erklärte, er habe von dem mit ihm 

befreundeten Anwalt F._______ vom Vorführbefehl erfahren, werde die-

sem eine Vollmacht senden und hernach entsprechende Akten einreichen, 

dass er die ihm an der Anhörung gesetzte – und auf Gesuch hin bis zum 

21. Oktober 2022 verlängerte – Frist zur Einreichung des Vorführbefehls 

ungenutzt verstreichen liess,  

dass der Erklärungsversuch, er verfüge nicht über die finanziellen Mittel, 

seinen Anwalt zu wechseln, nicht zu überzeugen vermag, zumal es dem 

Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren möglich war, 

den einverlangten Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leisten, 

dass insgesamt festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer den vorin-

stanzlichen Erwägungen nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen vermag, 

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Seite 8 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

SEM bei dieser Aktenlage zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers verneint und das Asylgesuch abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach von der Vorinstanz ebenfalls zu Recht angeordnet 

wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

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Seite 9 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass in diesem Zusammenhang namentlich festzuhalten ist, dass der Be-

schwerdeführer weder in der Beschwerdeschrift noch in den nachfolgen-

den Eingaben subjektive Nachfluchtgründe geltend macht, 

dass mithin – trotz des missverständlich formulierten Eventual-Rechtsbe-

gehrens f («Es sei die Unzumutbarkeit der Wegweisung des Beschwerde-

führers festzustellen und in der Folge dieser Feststellung den Beschwer-

deführer als vorläufige Flüchtlinge aufzunehmen») nicht davon auszuge-

hen ist, der Beschwerdeführer beantrage effektiv eine vorläufige Aufnahme 

als Flüchtling, 

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 

BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts-

staat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete 

Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-

zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, 

dass auch diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen in der ange-

fochtenen Verfügung verwiesen werden kann, umso mehr, als ihnen auf 

Beschwerdeebene – die Beschwerde äussert sich mit keinem Wort zum 

Wegweisungsvollzug –  nichts Stichhaltiges entgegengehalten wird, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

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Seite 10 

dass nach dem Gesagten der vom Staatssekretariat verfügte Vollzug der 

Wegweisung zu bestätigen ist,  

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der 

einbezahlte Kostenvorschuss zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5261/2022 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Begleichung 

der Kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Daniel Widmer 

 

 

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