# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1e11fa8-f217-5306-b90d-9afe309cef9e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-09-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 16.09.2003 ZF 2003 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2003-30_2003-09-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 16. September 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 03 30

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene Berufung wurde vom 
Bundesgericht mit Urteil vom 01. Juni 2004 abgewiesen.)

Urteil
Zivilkammer

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Heinz-Bommer, Jegen, Rehli und Sutter-
Ambühl, Aktuar ad hoc Cavegn.

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In der zivilrechtlichen Berufung

der A., Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Markus Roos, Postfach, Postgasse 5, 9620 Lichtensteig, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Inn vom 19. Februar 2003, mitgeteilt am 6. Juni 
2003, in Sachen der Klägerin und Berufungsklägerin gegen die C . , Beklagte und 
Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, Postfach 
180, Hartbertstrasse 11, 7002 Chur,

betreffend Forderung,

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hat sich ergeben:

A. In der Zeit vom 23. bis 28. Januar 1995 führte das Berufsschulzentrum B. 
in D. für seine Lehrtöchter und Lehrlinge ein Ski- und Snowboardlager im Skigebiet 
E. durch. Für den Unterricht und die Betreuung standen sechs Personen zur 
Verfügung. Deren vier waren im Besitze eines J+S-Leiterausweises. Die damals 17-
jährige A. nahm ebenfalls am Lager teil. Am 23. Januar 1995 wurde sie als 
Snowboardfahrerin einer elfköpfigen Snowboardgruppe zugeteilt. Nach dem 
Mittagessen wurde die Gruppe von F. übernommen und befuhr verschiedene 
Pisten. Um ca. 15.30 Uhr besammelte sich die Gruppe vor dem Bergrestaurant auf 
E., um die Talabfahrt in Angriff zu nehmen. Der Gruppenleiter beabsichtigte, 
gemeinsam die rote Piste G. hinunterzufahren. Er beauftragte H., welcher das 
Skigebiet gut kannte, die Gruppe anzuführen. H. verliess in der Folge jedoch 
zusammen mit I. und J. die Piste. Sie fuhren im Tiefschnee parallel zur Seilbahn zu 
Tale. H., I. und J. gelangten in der Folge wieder auf die Piste G., die quer zum Hang 
verlief und die Seilbahn kreuzte. Dabei trafen sie auf K. und A., die am Schluss der 
mittlerweile von F. angeführten Gruppe auf der Piste G. fuhren. K. und A. schlossen 
sich daraufhin H., I. und J. an, welche weiterhin nicht auf der Piste G., sondern 
parallel zur Seilbahn zu Tale fuhren. Nach einigen Schwüngen stürzte A. und schlug 
mit dem Kopf auf einen Stein auf, der vollständig mit Schnee bedeckt war. A. erlitt 
dabei einen verschobenen Bruch eines Halswirbelkörpers mit Verletzung des 
Rückenmarks und Lähmung der Arme und Beine (Tetraplegie).  

B. Zur Abklärung des Unfallherganges und allfälliger Verantwortlichkeiten 
von F. und der C. bzw. der verantwortlichen Personen eröffnete die 
Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung. Diese wurde eingestellt. 
Eine gegen die Einstellung erhobene Beschwerde wurde vom 
Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden mit Urteil vom 29. August 1995 
abgewiesen.

C. In der Folge liess A. allfällige Haftpflichtansprüche abklären. Nachdem die 
L.-Versicherung als Haftpflichtversicherer der C. eine Haftung abgelehnt hatten, 
liess A. am 12. Oktober 2001 beim Vermittleramt des Kreises M. eine Klage auf eine 
Forderung von Fr. 150'000.-- zuzüglich 5% Zins seit 23. Januar 1995 geltend 
machen. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 20. November 2001 
wurde am 14. Dezember 2001 der Leitschein ausgestellt. A. liess die Streitsache 
alsdann mit Prozesseingabe vom 18. Januar 2002 dem Bezirksgericht Inn mit 
folgendem Begehren unterbreiten:

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„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin, nach Ermessen des 
Gerichtes, mindestens aber Fr. 150'000.-- nebst 5% Verzugszins seit 
23.1.1995, zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“

Es sei A. eine Genugtuungssumme zu bezahlen. Es handle sich nur um eine 
Teilklage. Bei der Talabfahrt habe sich A., die von F. als sehr gute Snowboarderin 
eingestuft worden sei, der parallel zum Skilift zu Tale fahrenden Gruppe 
angeschlossen. Bei normaler Fahrt wäre sie auf die schwarze Piste N. gelangt. 
Noch bevor sie dies habe tun können, habe sich der folgenschwere Sturz erreignet. 
Gemäss Einvernahmeprotokoll sei A. der Piste nachgefahren. Sie habe nicht 
gewusst, ob sie auf der Piste gewesen sei oder nicht. Die entlang der Luftseilbahn 
befindliche Verbindungsstrecke sei rund 100 m lang, völlig überblickbar und sehr 
stark befahren. Aufgrund des faktischen Verhaltens müsse davon ausgegangen 
werden, dass diese Piste zum integrierenden Pistenangebot gehört habe. Ein 
Augenschein und Fotos hätten gezeigt, dass von der Piste G. aus die im fraglichen 
Hang liegenden Steine nicht ersichtlich seien. Die Beklagte habe die 
Pistensicherungspflicht verletzt, indem sie keine Warntafeln oder Seile aufgestellt 
habe, obwohl der Unfallort nur wenige Meter von der schwarzen Piste entfernt liege 
und der Hang nur 100 m lang sei. Einige Meter oberhalb der Stelle, an welcher A. 
die Piste G. verlassen habe, habe sich eine Tafel mit verschiedenen 
Pistenrichtungen befunden. Markierungsstangen hätten aber gefehlt. Der Unfall sei 
nicht auf eine unvorsichtige Fahrweise zurückzuführen. Die von der Klägerin 
befahrene Stelle stelle eine Verbindungsstrecke zwischen der Piste G. und der Piste 
N. dar. Es handle sich nicht um freies Skigelände, sondern um eine integrierte Piste. 
Die Beklagte wäre verpflichtet gewesen, Hindernisse zu markieren oder zu 
beseitigen. Ein am Rande der Piste G. befindlicher grosser, freistehender Stein sei 
ausdrücklich markiert gewesen. Selbst im Falle einer wilden Piste sei eine Haftung 
gegeben, weil es zumutbar gewesen sei, für das Verlassen ordentlicher Pisten 
entsprechende Signalisationen aufzustellen. Der grosse Stein habe eine 
aussergewöhnliche Gefahr dargestellt, die für die Klägerin nicht ersichtlich gewesen 
sei. Das Verlassen der Piste G. sei damit gefährlich gewesen, zumal der 
Schicksalshang eine beliebte Abkürzung dargestellt habe.

D. In ihrer Prozessantwort vom 27. Februar 2002 liess die Beklagte die 
Abweisung der Klage beantragen. Die Piste G. führe im fraglichen Gebiet einem 
Weg gleich dem Hang entlang. Ein gut sichtbarer Wegweiser beschreibe an dieser 
Stelle den Verlauf der Pisten in Richtung „N.“, „O.“ und „P.“. Die präparierte 
Talabfahrt sei mit roten Stangen markiert gewesen. Die fünf Snowboarder seien 

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nicht auf dem präparierten Trassee verblieben, sondern hätten sich in den 
Tiefschnee begeben. J. habe der Polizei gegenüber bestätigt, dass sie bewusst eine 
Route abseits der Piste gewählt hätten. Selbst die Klägerin habe vermutet, dass sie 
nicht auf der Piste sei. Der Unfall habe sich abseits der Piste zwischen den Verlauf 
der Luftseilbahn E. und der Piste N. im Tiefschnee ereignet und zwar rund 80 m 
unterhalb der Piste G. in einem Bereich, welcher gegenüber der Piste N. mit einer 
Baumgruppe begrenzt sei. Der Kantonsgerichtsausschuss habe im 
Beschwerdeentscheid über die Einstellungsverfügung festgehalten, A. sei 
ausserhalb der markierten und unterhaltenen Pisten im freien Skigelände, auf 
welchem sich Ski- und Snowboardfahrer in eigener Verantwortung bewegten, zu 
Fall gekommen. Hinweistafeln seien nur dort erforderlich, wo wilde Pisten in 
Gelände führten, auf welchen sich Lawinen, Felsabbrüche und atypische 
Hindernisse befänden, die bei freiem Zugang nach besonderen 
Sicherheitsmassnahmen rufen würden. Der Unfall habe sich indessen in einem 
Hangbereich ereignet, auf welchem mit natürlichen Hindernissen zu rechnen sei. In 
solchen Bereichen sei es unzumutbar, dass gegen das Verlassen der Piste 
Massnahmen getroffen werden müssten. Die Sachverhaltsdarstellungen des 
Strafverfahrens hätten auch im Zivilverfahren Gültigkeit. Folglich habe die Beklagte 
keine Verkehrssicherungspflicht verletzt. Ein Rechtsgrund für die Haftung bestehe 
nicht. Die Feststellungen der Gegenpartei seien reine Behauptungen und seien 
sechs Jahre nach dem Unfall erfolgt. Die Schneeverhältnisse von 2001 seien mit 
denjenigen von 1995 nicht vergleichbar. 

E. Mit Urteil vom 19. Februar 2003, mitgeteilt am 6. Juni 2003, erkannte das 
Bezirksgericht Inn:

„1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Vermittleramtes des Kreises M. von Fr. 170.00, sowie 
diejenigen des Bezirksgerichtes Inn, bestehend aus 
einer Gerichtsgebühr inkl. Streitwertzuschlag von Fr. 11’000.00
einer Schreibgebühr von  Fr.     520.00
Barauslagen von Fr.     480.00
total somit Fr. 12’000.00

gehen zulasten der Klägerin.

4. Die Klägerin wird verpflichtet, die Beklagte mit Fr. 14'797.40 inkl. 
Mehrwertsteuer zu entschädigen.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

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Die Klägerin habe sich auf der Piste G. befunden, als sie in den 
Schicksalshang abgebogen sei. Oberhalb dieser Stelle habe sich eine Tafel 
befunden, welche die Richtung verschiedener Pisten angezeigt habe. Die Piste G. 
sei als relativ breiter Weg ausgestaltet, seitlich nicht abgesperrt, aber mit den 
üblichen Markierungsstangen versehen gewesen. Schneesportabfahrten müssten 
nie genau abgegrenzt werden. Der Verlauf der Piste G. sei klar erkennbar gewesen, 
da die Klägerin rechtwinklig habe abbiegen müssen, um in den Unfallhang zu 
gelangen. Die Klägerin habe wissen müssen, dass die Dreiergruppe mit H. nicht auf 
der gepisteten Talabfahrt unterwegs sei. Der Unfallort habe sich nicht im Bereich 
des Pistenrandes befunden, sondern klar ausserhalb der markierten Piste. Am 
Augenschein sei klar ersichtlich gewesen, dass sich die Unfallstelle rund 100 m 
entfernt von der Piste G. befunden habe. Diese falle daher nicht mehr unter den 
Pistenrand. Die Distanz zwischen der Unfallstelle und der Piste N. sei unerheblich, 
da ein Hang üblicherweise nicht nach oben verlassen werde. Bei sogenannten 
wilden Pisten bestehe eine Sicherungspflicht nur für atypischen Gefahren. Es sei 
klar erkennbar gewesen, dass der Unfallhang nicht zu einer Piste gehöre. Dass viele 
Schneesportler diesen befahren würden, ändere nichts daran. Abseits von 
markierten Pisten würden sich normalerweise Steine befinden. Dass diese durch 
Schnee verdeckt würden, sei nicht aussergewöhnlich. Durch die fehlende 
Signalisation sei keine Sorgfaltspflichtsverletzung begangen worden. Eine Haftung 
entfalle damit.

F. Gegen dieses Urteil liess A. am 26. Juni 2003 Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erheben mit folgenden Anträgen:

„1. Die Ziffern 1,2 und 4 des Urteilsspruchs des Urteils des Bezirksgerichtes 
Q. vom 19. Februar 2003, zugestellt am 10. Juni 2003, seien aufzuheben.

2. Demnach sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin, nach Ermessen 
des Gerichtes, mindestens Fr. 150'000.00 nebst 5% Verzugszins seit 23. 
Januar 1995 zu bezahlen.

3. Die gerichtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens in der 
Gesamthöhe von Fr. 12'000.00 seien vollumfänglich der Beklagten 
aufzuerlegen.

4. Die der Beklagten zugesprochene ausseramtliche Entschädigung von Fr. 
14'797.40 inkl. Mehrwertsteuer sei abzuweisen.

5. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für das erstinstanzliche 
Verfahren ausseramtlich mit Fr. 24'976.35, zuzüglich 7,6% 
Mehrwertsteher (Fr. 1'898.20) zu entschädigen.

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6. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,6% Mehrwertsteuer zu Lasten der 
Beklagten. “

G. An der mündlichen Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht vom 16. 
September 2003 waren die Rechtsvertreter beider Parteien sowie ein Mitarbeiter 
des Rechtsvertreters der Berufungsklägerin anwesend. Gegen die Zuständigkeit 
und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben. Der 
Rechtsvertreter von A. bestätigte seine in der Berufungserklärung gestellten 
Anträge. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten beantragte in seinem 
Plädoyer die vollumfängliche Abweisung der gegnerischen Begehren.

Die Rechtsvertreter beider Parteien gaben im Sinne von Art. 51 Abs. 1 lit. b 
OG die schriftliche Ausfertigung ihrer Vorträge zu den Akten.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie der Parteien 
in ihren Vorträgen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Nach Art. 219 Abs. 1 ZPO kann gegen Urteile der Bezirksgerichte innert 
der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der schriftlichen Mitteilung des Urteils 
Berufung an das Kantonsgericht erklärt werden. Diese hat die formulierten Anträge 
auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue 
Einreden, soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten. Die Berufungsklägerin hat 
ihr Rechtsmittel frist- und formgerecht eingereicht. Darauf ist einzutreten.

2.a) Der Rechtsvertreter von A. stellte am Rechtstag den Beweisantrag auf 
einen erneuten Augenschein sowie auf die Einholung eines Gutachtens zu den 
genauen Distanzen vom Unfallort zu den Pisten G. und N. sowie zur gesamten 
Länge der sogenannten wilden Piste. Ebenso stellte er einen Beweisantrag auf die 
Feststellung der Ursache des Gesundheitszustandes von A.. 

b) Diese Beweisanträge erfolgen verspätet. Nach Art. 226 Abs. 1 ZPO kann 
die Berufungsklägerin zwar verlangen, dass Beweismittel, welche vor erster Instanz 
angemeldet, aber nicht abgenommen worden sind, erhoben werden können, sofern 
sie für die Beurteilung der Streitfrage von wesentlicher Bedeutung sein können. Die 
Erhebung vor erster Instanz fristgemäss angemeldeter, aber nicht abgenommener 

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Beweismittel muss jedoch unter Verwirkungsfolge in der Berufungserklärung 
verlangt werden (PKG 1991 Nr. 12). Mit der Berufungserklärung vom 26. Juni 2003 
wurden keine Beweisanträge verbunden. Die Antragsstellung anlässlich der 
mündlichen Berufungsverhandlung vom 16. September 2003 ist daher zu spät 
erfolgt. Darauf kann nicht mehr eingetreten werden. Nur am Rande sei indessen 
erwähnt, dass bereits die Vorinstanz einen Augenschein vorgenommen hat und 
diverse Fotoaufnahmen über den Unfallhang vorliegen. Angesichts dieser Beweise 
kann vom Gericht durchaus eingeschätzt werden, welcher Charakter dem 
Unfallhang zukommt und wie es sich mit den Distanzen zu der Piste G. nach oben 
sowie zur Piste N. zur Seite in etwa verhält und welchen Einfluss diese Pisten auf 
den Unfallhang und dessen erforderliche Sicherung ausgeübt haben. 

3.a) Vor Schranken liess die Berufungsklägerin ausführen, dass der 
Gruppenleiter F. der Gruppe mitgeteilt habe, dass sie H. nachfahren solle. H. sei 
die letzte Abfahrt zusammen mit I. und J. parallel zur Luftseilbahn zu Tale gefahren. 
Im oberen Teil hätten sie dann die Piste G. gekreuzt und die Berufungsklägerin und 
deren Freundin getroffen. Zu fünft seien sie dann die Verbindungsstrecke zwischen 
der Piste G. und der Piste N. hinuntergefahren. Nach ein paar Schwüngen habe die 
Klägerin verkantet und sei mit dem Kopf auf einen schneebedeckten Stein gestürzt. 
Die Berufungsklägerin habe das Skigebiet nicht gekannt. Für sie habe es nur eine 
Talabfahrt gegeben. Sie habe nicht gewusst, ob sie auf der Piste gewesen sei oder 
nicht. Der Polizeirapport und J. hätten übereinstimmend festgehalten, dass auf der 
Schicksalsstrecke Snowboard- und Skispuren vorhanden gewesen seien. Gleiches 
sei am 23. Januar 2001 festgestellt worden. Auf der Piste G. seien lediglich 
Orientierungstafeln vorhanden gewesen. Eine andere Art von Tafeln habe es nicht 
gegeben. Kurz nach diesen Tafeln erreiche man die wilde Piste und sei der Hang 
bis hinunter zur Piste N. völlig überblickbar. Der Hang habe geradezu einladend 
erschienen, zumal bereits zur Mittagszeit viele Fahrspuren bestanden hätten. Beim 
Augenschein mit der Vorinstanz sei aufgefallen, dass die Piste N. nicht mehr in 
Betrieb stehe und sich Warntafeln mit der Aufschrift „Piste gesperrt“ dort befänden. 
Offensichtlich habe die Berufungsbeklagte nach dem Unfall ihre Lehren gezogen. 
Die Vorinstanz habe dazu nichts gesagt und die freie Beweiswürdigung verletzt. Im 
Weiteren sei im Zeitpunkt des Unfalles mehr Schnee gelegen als beim gerichtlichen 
Augenschein. Aufgrund der falschen Wiedergabe des Augenscheines sei der 
Sachverhalt falsch gewürdigt worden.

Die Pistensicherungspflicht erstrecke sich nach der Rechtsprechung auf die 
eigentliche Pistenfläche und den Pistenrand. Nebenflächen würden nicht in gleicher 

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Weise darunter fallen. Insbesondere wegen der weniger erfahrenen und orts-
unkundigen Skiläufer sei es geboten, im Bereich von abzweigenden wilden 
Abfahrten mit einer ausdrücklichen Warntafel oder eine Wimpelschnur das 
Ausscheren in eine nicht gesicherte Strecke mit atypischen Gefahren zu verhindern. 
Dieser Pflicht sei die Berufungsbeklagte nicht nachgekommen. Der Unfall habe sich 
rund 80 Meter von der G. Piste, indessen nur wenige Meter vor der Einfahrt in die 
Piste N. auf einer Verbindungsstrecke ereignet. Die Nebenfläche sei mit einem 
Hindernis belegt gewesen, welches Ursache der schweren Verletzung sei. Der 
grosse Stein stelle in einem relativ flachen und offenen Gelände eine 
aussergewöhnliche Gefahr dar, zumal nichts auf dessen Vorhandensein 
hingewiesen habe. Das Verlassen der Piste G. sei somit gefährlich gewesen. 
Angesichts der fehlenden Warnung sei damit zu rechnen gewesen, dass Skifahrer 
abzweigen würden. Soweit die Vorinstanz festgehalten habe, es handle sich nicht 
um offenes und übersichtliches Gelände, sondern es sei der Pistenrand erkennbar 
gewesen, treffe dies nicht zu. Die Markierungsstangen in der Piste G. seien 
ungenügend gewesen. Wäre die Abzweigung mit Warntafeln versehen gewesen, 
hätte sie mit Sicherheit davon Kenntnis genommen, dass sie die Piste auf eigene 
Verantwortung verlassen werde. Das Verbindungsstück stelle keine wilde Piste dar. 
Die Tatsache, dass die Berufungsbeklagte davon Kenntnis gehabt habe, dass das 
Verbindungsstück jeweils stark befahren werde und der Hang sich nicht im freien 
Skigelände, sondern zwischen zwei Skipisten befinde, spreche klar gegen eine 
wilde Piste. Vielmehr sei dies eine Verbindung zwischen der Piste G. und der Piste 
N.. Dieser Skiweg sei von der Berufungsbeklagten toleriert worden. Es handle sich 
um eine integrierte Piste, die als Verbindungsstück diene und als Skiweg qualifiziert 
werden könne. Die Beklagte hätte diese schon lange ins Pistensystem integrieren 
müssen. Analog einer Piste wäre sie verpflichtet gewesen, die Piste zu präparieren 
und allfällige Hindernisse wie den vorliegenden Stein zu beseitigen oder 
entsprechend zu kennzeichnen. Die Berufungsklägerin müsse nachweisen, dass 
die verlangte Sicherung die Tetraplegie verhindert hätte, wobei keine allzu hohen 
Anforderungen an den Kausalzusammenhang zu stellen seien. Die 
Sicherungsmassnahme wäre geeignet gewesen, den eingetretenen Erfolg zu 
verhindern. Beim Verschulden habe die Berufungsbeklagte keinen 
Exkulpationsbeweis geliefert. Vorliegend sei eine Teilklage auf den 
Genugtuungsanspruch eingereicht worden. Was die Bemessung der Genugtuung 
anbelange, sei angesichts der Leidensgeschichte der Klägerin eine Summe von 
mindestens Fr. 150'000.-- gerechtfertigt. 

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b) Der Rechtsverteter der Berufungsbeklagten liess in seinem Plädoyer die 
Abweisung der Berufung beantragen. Der Sachverhalt ergebe sich aus den 
Rechtsschriften und aus dem vorinstanzlichen Urteil. Mit der Berufungserklärung 
seien keine Beweisanträge gestellt worden, welche im vorinstanzlichen Verfahren 
erhoben worden seien. Das Unglück habe sich ausserhalb der markierten und 
präparierten Pisten ereignet. Dies ergebe sich klar aus dem Polizeirapport, den 
polizeilichen Einvernahmen J. und R. und den Zeugeneinvernahmen. Der Verlauf 
der Piste sei klar gewesen. Er habe sich aus Wegweisern und Pistenmarkierungen 
sowie Geländeverhältnissen und aus Rändern ergeben. Der Zeuge J. habe 
eingeräumt, dass die Gruppe abseits der Piste talwärts gefahren sei. Der Unfallhang 
sei weder als Piste gekennzeichnet noch präpariert gewesen. Vielleicht habe er 
Spuren aufgewiesen. Anlässlich des polizeilichen Augenscheines hätten aber viele 
Spuren der Rettungsleute festgestellt werden können. Irrelevant sei, wenn die Piste 
N. heute aus anderen Gründen nicht mehr präpariert sei. 

Die Sorgfaltspflicht von Bergbahnunternehmen ergebe sich aus den SKUS- 
und SPS-Richtlinien, die zwar nicht verbindlich, aber doch Massstab für die 
Beurteilung der Massnahmen seien. Ein durch touristische Transportanlagen 
erschlossenes Gebiet lasse sich nicht so absichern, dass keine Gefährdung für 
Skifahrer mehr bestehe. Zu den Anforderungen werde auf verschiedene Flächen 
verwiesen, nämlich auf markierte Pisten einerseits und auf freies Gelände 
andererseits. Der Unfall habe sich im freien Gelände abseits der markierten Flächen 
ereignet. Das Beweisergebnis sei klar, was bereits die Staatsanwaltschaft in ihrer 
Einstellungsverfügung festgehalten habe. Der Zeuge R. habe dies bestätigt. 
Ebenso habe die Berufungsklägerin vermutet, dass sie nicht auf der Piste gewesen 
sei. Der Zeuge J. habe sich verschiedentlich widersprochen. An der polizeilichen 
Einvernahme habe er aber zu Protokoll gegeben, absichtlich abseits der Piste 
gefahren zu sein. Die Sichtverhältnisse seien gut gewesen. Der ehemalige 
Pistenkontrolleur R. habe bestätigt, dass jeder Hang befahren werde, unabhängig 
davon, ob er gesperrt sei oder sich in einer Wildschutzzone befinde. Auch der Zeuge 
S. habe festgehalten, dass der Unfall abseits auf einer wilden, nicht gesicherten und 
markierten Piste geschehen sei. 

Das Unfallgebiet sei freies Schneesportgelände gewesen. Dabei werde von 
einer wilden Piste gesprochen, wenn die frei entstandene Abfahrt einer Piste 
gleiche, weil sie stark befahren werde, und von einer Variante, wenn es sich um 
einzelne Spuren handle. Dass neben den sicherungspflichtigen Pisten wilde Pisten, 
Varianten- und Freeride-Areas entstünden, könne nicht verhindert werden. Im freien 

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Gelände sei der Ski- und Snowboardfahrer frei, dort zu fahren, wo er es selbst 
verantworten könne. Der Stein, auf welchen die Klägerin gefallen sei, habe dabei 
nicht gesichert werden müssen. Mit Steinen müsse in der freien Natur immer 
gerechnet werden. Das Bundesgericht habe festgehalten, dass auf Nebenflächen 
nur vor besonderen und aussergewöhnlichen Gefahren zu sichern sei. Ein Stein 
stelle kein solches Hindernis dar. Der fragliche Stein sei zudem weit ausserhalb der 
markierten Piste im freien Gelände gelegen. Der Unfall habe sich 80 bis 100 Meter 
unterhalb der Piste G. an einer Stelle ereignet, welche durch eine Baumgruppe von 
der Piste N. und ebenfalls rund 80 Meter getrennt gewesen sei. Der Begriff 
Verbindungsstrecke existiere nicht. Die damalige Markierung habe der SKUS-
Richtlinie entsprochen. Der Verlauf der Piste G. sei talwärts durch Stangen 
gesichert gewesen. Die Abzweigung der einzelnen Pisten sei mittels Wegweisern 
bezeichnet gewesen. Aufgrund der Beschaffenheit und der Präparierung sei der 
Rand der Piste ohne weiteres erkennbar gewesen. Die Begrenzung habe sich aus 
den topographischen Verhältnissen ergeben. Absperrungen oder Kennzeichnungen 
des Randes seien nicht erforderlich gewesen. Massnahmen zur Sicherung seien 
nur notwendig, um eine besondere Lawinengefahr anzuzeigen, wenn Absturzgefahr 
herrsche oder eigentliche, unnatürliche Fallen im freien Gelände lauerten. Keine 
besonderen Massnahmen hingegen würden bei typischen Hindernissen wie 
Steinen, Mulden, Unebenheiten oder besonderer Geländeeigenschaft ausserhalb 
der Piste ergriffen. Reduziert werde ein Pistenvertrauen am Pistenrand und im 
unmittelbaren Grenzbereich geschaffen. Der Pistenrand sei zu sichern, wenn 
Hindernisse die Abfahrtsbenutzer gefährdeten oder eine Absturzgefahr bestehe. 
Zusätzliche Massnahmen im unmittelbaren Grenzbereich seien angezeigt, wenn 
fallenartige Hindernisse lauerten. Vernünftigerweise werde dabei von einer 
Schwungbreite gesprochen. Der Pistenverlauf an der Stelle, an welche die 
Berufungsklägerin die Piste verlassen habe, sei aber klar ersichtlich. Besondere 
Sicherheitsmassnahmen würden sich nicht aufdrängen. Vor allem seien 
Schneesportler nicht vor natürlichen Hindernissen zu schützen. Abseits der Pisten 
könne nicht darauf vertraut werden, dass keine Steine angetroffen würden. Die 
Frage der Verkehrssicherungspflicht sei von der Beschwerdekammer des 
Kantonsgerichts bereits klar verneint worden. Die zivilrechtliche 
Verkehrssicherungspflicht sei dieselbe wie die strafrechtliche.

4.a) Bergbahnunternehmungen, die wie die Berufungsbeklagte Skipisten 
anlegen und unterhalten, haften sowohl vertraglich als auch ausservertraglich in 
gleicher Weise für die Pistensicherheit (BGE 121 III 360, 113 II 247). Eine 
ausservertragliche Haftung schliesst eine zusätzliche vertragliche Haftung der 

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Bahnunternehmung für den gleichen Schaden nicht aus. Wenn der Schädiger durch 
sein Verhalten gleichzeitig eine vertragliche Pflicht verletzt und eine unerlaubte 
Handlung begeht, kann sich der Geschädigte nebeneinander auf beide 
Haftungsgründe berufen (BGE 112 II 142, 99 II 321). Die Rechtsstellung des 
Geschädigten ist grundsätzlich bei der vertraglichen Haftung bezüglich der 
Beweislast für das Verschulden (vgl. Art. 97 Abs. 1 OR) und der Verjährungsfrist 
(Art. 127 OR) besser. Weil das Bundesgericht in BGE 113 II 246 die 
Pistensicherungspflicht als vertragliche Nebenpflicht anerkannt hat, ist zu prüfen, 
ob die Voraussetzungen für eine vertragliche Haftung der Berufungsbeklagten 
vorliegend gegeben sind. Dafür sind ein Schaden, eine Vertragsverletzung und ein 
adäquater Kausalzusammenhang erforderlich.

b) Umstritten ist vorliegend die Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht. Der 
Benützer einer Bergbahn darf sich nach dem Vertrauensgrundsatz darauf 
verlassen, dass die Unternehmung nicht nur die Hauptleistung des Transports 
erbringt, sondern als Nebenleistung auch für die Pistensicherheit und den 
Rettungsdienst sorgt. Inhalt und Umfang der Verkehrssicherungspflicht werden 
durch Richtlinien konkretisiert, nämlich einerseits durch die von der 
Schweizerischen Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten 
(SKUS) geschaffenen Richtlinie für Anlage, Betrieb und Unterhalt von 
Schneesportabfahren und andererseits durch die von der Kommission für 
Rechtsfragen auf Schneesportabfahrten der Seilbahnen Schweiz (SBS) 
geschaffenen Richtlinien (Stiffler, Schweizerisches Schneesportrecht, 3. Aufl., Bern 
2002, N 292 ff.). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die SKUS-
Richtlinien der bei Anlage, Betrieb und Unterhalt von Schneesportanlagen 
üblicherweise zu beachtende Massstab (BGE 118 IV 133, 117 IV 417; Stiffler, 
a.a.O., N 298).

c) Das Bundesgericht hat sich mit der Verkehrssicherungspflicht von 
Bergbahn- und Skiliftunternehmen mehrfach auseinandergesetzt. Nach der 
Rechtsprechung trifft die für die Sicherheit eines Skigebiets Verantwortlichen eine 
unterschiedliche Verkehrssicherungspflicht für Piste und Pistenrand einerseits 
sowie für Nebenflächen anderseits (BGE 115 IV 189). Im Bereich von Pisten und 
Pistenrand haben die Verantwortlichen durch geeignete Sicherungs- bzw. 
Warnungsmassnahmen dafür zu sorgen, dass Skifahrern aus Gefahren kein 
Schaden erwächst (BGE 115 IV 189, 111 IV 15). Der Verkehrssicherungspflichtige 
haftet für die von ihm markierten und dem Publikum zur Verfügung gestellten 

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Schneesportabfahrten, nicht aber für ein ganzes Schneesportgebiet. Das 
sogenannte freie Schneesportgelände wird nicht gesichert.

d) Eine Piste ist eine allgemein zugängliche, für die Abfahrt mit Ski oder 
Snowboard vorgesehene und geeignete Strecke, welche vom 
Verkehrssicherungspflichtigen angelegt, markiert, hergerichtet, unterhalten, 
kontrolliert und vor alpinen Gefahren geschützt wird. Nach den am Unfalltag 
geltenden SKUS-Richtlinien Auflage 1991 waren Pisten in der Mitte oder am Rand 
zu markieren. Die Markierung in der Mitte bringt den Nachteil mit sich, dass sie 
keinerlei Anhaltspunkte für die Ausdehnung der Piste enthält. Schneesportler dürfen 
sich - soweit nicht die maschinelle Präparation oder die Geländeverhältnisse den 
Pistenrand klar vorgeben - darauf verlassen, dass ihnen rechts und links der 
Stangen je einige Meter für ihre Fahrt zur Verfügung stehen (Stiffler, a.a.O., N 346). 
Was über den Pistenrand hinaus geht, kann demgegenüber grundsätzlich nicht 
mehr als gesicherte Piste betrachtet werden, selbst wenn das Gelände übersichtlich 
sein sollte. Alles nämlich, was nicht als Schneesportabfahrt, als Übungsgelände 
oder als Sonderanlage angelegt und bereitgestellt wird, ist freies 
Schneesportgelände bzw. nach dem in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
verwendeten Wortlaut Nebenfläche (Stiffler, a.a.O., N 314). Im freien 
Schneesportgelände wird von wilden Pisten, Variantenabfahrten und Freeride 
Areas gesprochen. Diese Flächen sind allgemein zugängliche, von den 
Schneesportlern aber selber geschaffene Abfahrten. Sie werden vom 
Verkehrssicherungspflichtigen weder markiert, hergerichtet und kontrolliert noch vor 
alpinen Gefahren gesichert. Von einer wilden Piste wird dann gesprochen, wenn die 
frei entstandene Abfahrt einer Piste gleicht, weil sie stark befahren wird, von einer 
Variante eher dann, wenn es sich um einzelne Spuren handelt. Dies gilt vor allem 
im Tiefschnee, wenn über ganze Hänge hinweg jeder seine eigenen Spuren zieht. 
Hier wird von Variantenfahren und Freeride Areas schlechthin gesprochen (Stiffler, 
a.a.O., N 316).  

e) Natürliche Begrenzungen von Pisten ergeben sich aus den 
Geländeverhältnissen wie Einschnitten, Waldrändern, Durchfahrten und 
dergleichen. Eine genaue Begrenzung ist in vielen Fällen kaum möglich, zumal eine 
Piste bei entsprechenden Schnee- und Geländeverhältnissen durch häufiges 
Befahren bis auf ein mehrfaches der präparierten Piste ausgeweitet werden kann 
(vgl. dazu auch BGE 109 IV 100, 101 IV 399).

13

f) Da es unter Umständen schwierig ist, den Pistenrand abzugrenzen, 
erstreckt sich die Verkehrssicherungspflicht ausnahmsweise auch über den 
Pistenrand hinaus auf den unmittelbaren Grenzbereich einer Piste, wenn sich dort 
fallenartige Hindernisse oder andere besondere Gefahrenherde befinden. Wie weit 
der einer erhöhten Sicherungspflicht unterworfene Bereich der Piste und des 
Pistenrands in räumlicher Hinsicht geht, hängt von den tatsächlichen 
Gegebenheiten des Einzelfalls ab (BGE 101 IV 396). Die vom Schweizerischen 
Verband der Seilbahnunternehmungen herausgegebenen Richtlinien über die 
Verkehrssicherungspflicht für Skiabfahrten (Auflage 1991) definieren den bei 
besonderen Gefahrenherden zu sichernden unmittelbaren Grenzbereich der Piste 
als ein Gebiet von etwa einer Schwungbreite (BGE 122 IV 195; vgl. auch Stiffler, 
a.a.O., N 572 ff.; vgl. auch Schultz, ZBJV 121 1985 S. 39; Padrutt, ZStrR 103/1986 
S. 402).

g) Für den Bereich, welcher nicht mehr als Piste oder Pistenrand zu 
qualifizieren ist, besteht nur eine eingeschränkte Verkehrssicherungspflicht. Das 
Bundesgericht hat in BGE 122 IV 193 ausgeführt, für Nebenflächen bzw. das freie 
Schneesportgelände bestehe eine Sicherungspflicht insoweit, als Schneesportler 
vor darauf befindlichen besonderen oder aussergewöhnlichen Gefahren durch eine 
unmissverständliche Signalisation zu schützen sind, die sicherstellt, dass sie 
wissen, wo die offiziellen, gesicherten Pisten verlaufen (BGE 115 IV 189). 
Entsprechend ist der Pistenrand immer dann zu kennzeichnen und einschliesslich 
eines Randbereiches von maximal zwei Metern wirksam zu sichern, wenn 
Hindernisse die Benützer gefährden oder Absturzgefahr besteht (Stiffler, a.a.O., N 
578). So muss im Bereich von abzweigenden wilden Abfahrten mit einer 
ausdrücklichen Warntafel oder einer Wimpelschnur das Ausscheren in eine nicht 
gesicherte Strecke mit atypischen Gefahren verhindert werden (BGE 117 IV 415, 
115 IV 189; Padrutt, ZStR 103/1986, S. 407 f.; Nay, Der Lawinenunfall aus der Sicht 
des Strafrichters, Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtsprechung in Graubünden, 
in: ZGRG 1994, S. 50 ff., S. 54 ff.).

h) Pisten sind nach den SKUS-Richtlinien zu markieren. Die Markierung 
bezweckt die Orientierung und Sicherung der Schneesportler. Markiert werden 
Pisten und Abfahrtsrouten. Das freie Schneesportgelände mit sogenannten wilden 
Pisten, Varianten und Freeride Areas wird demgegenüber nicht markiert. Somit 
kann jeder Schneesportler, der eine markierte Abfahrt verlässt, erkennen, dass er 
sich von einer vom Verkehrssicherungspflichtigen angelegten und gesicherten 
Abfahrt entfernt und auf eigenes Risiko abfährt (Stiffler, a.a.O., N 342). Nicht jede 

14

fehlende Markierung kann indessen zu einer Beschränkung der Haftung führen, 
ansonsten die Verkehrssicherungspflicht selbstredend immer eingehalten wäre. 
Massgebend für die Markierungspflicht ist vielmehr das Bestehen einer Piste. Ob 
eine solche besteht, ist nach dem Erscheinungsbild zu beurteilen. Es ist zu prüfen, 
welchen Charakter eine Piste durch ihre Anlage und Ausgestaltung aufweist. 
Bestimmt wird dies in der Regel durch ihre Umgebung und ihren Verlauf. Auf das 
Erscheinungsbild einer Piste dürfen Skifahrer und Snowboarder vertrauen und 
dieses berechtigte Pistenvertrauen darf nicht enttäuscht werden. Der Pistenhalter 
hat folglich den von ihm organisierten Skiraum, das heisst die ausdrücklich, aber 
auch die schlüssig gewidmeten Schneesportflächen der Qualifikation entsprechend 
zu sichern (Stiffler, a.a.O., N 567 ff.). Besondere Aufmerksamkeit ist in diesem 
Zusammenhang den Verbindungsstücken zu widmen, bei welchen durch starkes 
Befahren Strecken zwischen zwei Pisten oder Skigebieten entstehen, weil diese 
stark von Ski- und Snowboardfahrern frequentiert werden. Weist ein solches Stück 
den Charakter einer Piste auf, ist sie entweder ins Pistensystem aufzunehmen oder 
entsprechend zu sichern (Padrutt, ZStR 103 1986, S. 407 f.).

5.a) Entscheidend für die Beurteilung der Haftung ist vorliegend, ob sich der 
Unfall auf einer als Piste oder als Pistenrand zu qualifizierenden Abfahrt mit 
entsprechender Verkehrssicherungspflichten zugetragen hat oder auf einer 
Nebenfläche im freien Schneesportgelände. Nach dieser Beurteilung ist in einem 
zweiten Schritt zu prüfen, ob die dafür geltende Verkehrssicherungspflicht 
eingehalten wurden.

b) Bereits aus der strafrechtlichen Untersuchung liegen Beweise vor, die von 
der Berufungsklägerin beigezogen worden sind. Diese Beweise sind vollgültige 
Beweismittel, auch wenn die in der Sache ergangene Einstellung des 
Strafverfahrens für die vorliegende Zivilstreitigkeit keine präjudizielle Wirkung zu 
entfalten vermag. 

c) Den polizeilichen Erhebungen vom 23. und 24. Januar 1995 ist zu 
entnehmen, dass sich der Unfallort im Skigebiet E. befindet. Von der Bergstation 
führt im Westen die Piste G. zu Tal. Nach rund einem Fünftel der Piste G. befand 
sich am Pistenrand ein Pistenwegweiser mit den Angaben der Pisten N., O. und P.. 
Von jener Stelle führte die Piste P. nach rechts, die Piste N. senkrecht zum Hang 
sowie die Pisten G. und O. nach links weiter. Die Unfallstelle befand sich nach 
Angaben der Kantonpolizei zwischen dem Verlauf der Luftseilbahn E. und der Piste 
N. rund 80 Meter unterhalb der Piste G.. Auf dem von der Kantonspolizei erstellten 

15

Fotoblatt ist die unterhalb der Piste G. angebrachte Hinweistafel zu erkennen. 
Ebenso ist ersichtlich, an welcher Stelle die Gruppe um die Berufungsklägerin die 
Piste verlassen hat. Unbestritten ist die Unfallstelle selbst.

d) Was die Entfernung vom Unfallort zu den Pisten G. und N. betrifft, so ist 
aus den Fotoaufnahmen ersichtlich, dass eine erhebliche Distanz zwischen der 
Unfallstelle und der quer oberhalb des Unfallhanges verlaufenden Piste G. liegt. Die 
Distanz von 80 Metern zur Piste G. ist von der Berufungsklägerin anerkannt. Im 
Weiteren ist aus den Aufnahmen klar ersichtlich, dass das von der 
Snowboardgruppe befahrene Gelände nicht unmittelbar neben der Piste N. liegt. 
Die seitliche Distanz zur Piste N. kann den Fotoaufnahmen nicht direkt entnommen 
werden. Hingegen kann festgestellt werden, dass das Gelände gegen die Piste N. 
hin durch Baumgruppen abgetrennt ist. Von einer Einheit mit der seitlich dazu 
verlaufenden Piste N. kann nicht die Rede sein. Solches geht insbesondere auch 
aus dem von der Berufungsklägerin eingereichten Fotoblatt vom 23. Januar 2001 
hervor. Die Berufungsklägerin hält denn auch fest, dass der Unfallhang unterhalb 
der Unfallstelle wieder in die Piste N. münde. Damit erachtet sie den Unfallhang 
selbst nicht als Einheit der Piste N.. 

e) In welcher Entfernung die Unfallstelle zur Wiedereinfahrt in die Piste N. 
liegt, ist irrelevant. Eine Verkehrssicherungspflicht für den Unfallhang kann daraus 
nicht abgeleitet werden. An der Wiedereinfahrt in der Piste N. bestand für die 
Berufungsbeklagte fraglos keine über die Piste hinaus gehende 
Verkehrssicherungspflicht nach oben hin. Es ist einem Skisportler kaum möglich, 
die Piste N. in Richtung des Unfallhanges gegen oben fahrend zu verlassen. Eine 
Verkehrssicherungspflicht kann daher nur für den Hang selbst oder aber von der 
Piste G. aus bestehen.

6.a) Entscheidend für die Beurteilung der Einhaltung der 
Verkehrssicherungspflichten ist, ob sich der Unfall auf einer Piste, im Bereich des 
Pistenrandes oder aber im freien Schneesportgelände zugetragen hat. Je nach 
Qualifikation des Hanges besteht eine unterschiedliche Sicherungspflicht. 
Ausschlaggend ist dabei, ob der Zustand des Unfallhanges von der Piste G. aus 
gegenüber der Berufungsklägerin ein berechtigtes Pistenvertrauen geschaffen hat.

b) Die Berufungsklägerin betrachtet den Unfallhang als sogenannte 
Verbindungsstrecke. In der mündlichen Berufungsverhandlung liess sie vorbringen, 
im Bereich von abzweigenden wilden Pisten sei eine ausdrückliche Warntafel oder 

16

eine Wimpelschnur zu errichten. Aufgrund der fehlenden Abgrenzung habe damit 
gerechnet werden müssen, dass Skisportler an der fraglichen Stelle häufig von der 
Piste abweichen würden. Selbst die Vorinstanz sei von einer wilden Piste 
ausgegangen. Dies könne aber nur dann angenommen werden, wenn Skifahrer im 
freien Gelände eine oft befahrene Strecke nutzen würden. Die 
Verkehrssicherungspflicht erstrecke sich dabei auf die präparierte Fläche als auch 
auf das unmittelbar anstossende offene und übersichtliche, für den Skilauf 
geeignete Gelände. Ob die Piste G. markiert gewesen sei, gehe nicht hervor. 
Widersprüchlich dazu liess die Berufungsklägerin ausführen, die Vorinstanz sei zu 
Unrecht von einer wilden Piste ausgegangen. Die Tatsache, dass der Hang jeweils 
stark befahren werde und sich nicht im freien Skigelände, sondern zwischen zwei 
Pisten befinde, spreche klar gegen eine wilde Piste. Das Stück stelle einen 
Verbindungsweg zwischen zwei Pisten dar und sei als Skiweg zu qualifizieren.

c) Aus den Fotoaufnahmen ist ersichtlich, dass die Piste G. zur Zeit des 
Unfalles mit Markierungsstangen versehen war (Fotodokumentation Fotos 1 - 3). 
Diese steckten jedoch nicht den rechten Rand der Piste ab. Ebenso befand sich vor 
der Piste N. ein Wegweiser, welcher die Richtung zu den Pisten P., N. und O. 
anzeigte. Für den Unglückshang bestand hingegen weder ein Wegweiser noch war 
dieser mit Markierungsstangen versehen. Es bestehen keine Fotoaufnahmen 
darüber, wie sich der fragliche Hang zur Zeit des Unfalles am 23. Januar 1995 
seinen Benützern präsentiert hat. Den am 24. Januar 1995 erstellen Aufnahmen ist 
aber trotz des Neuschnees und der Spuren der Rettungskräfte vom 23. Januar 1995 
zu entnehmen, dass sich der Hang im Unfallzeitpunkt in einem nicht maschinell 
hergerichteten Zustand präsentierte und sich noch Tiefschnee darauf befand (vgl. 
insbesondere polizeiliche Fotos 6-8). Es zeigen sich nämlich tiefe Furchen im 
Schnee. Aufgrund der am folgenden Tag nach wie vor klar sichtbaren Blutspuren 
der Berufungsklägerin kann darauf geschlossen werden, dass einerseits bis zu den 
Fotoaufnahmen nicht mehr viel Neuschnee gefallen ist und andererseits der Hang 
ohne die Spuren der Rettungsleute noch weit weniger benützt ausgesehen hat. Von 
einer hergerichteten Piste kann unter diesen Umständen keinesfalls ausgegangen 
werden. Der Hang weist im Übrigen bereits nach seiner Anlage nicht gerade den 
Charakter einer präparierten Piste auf. Den polizeilichen Fotoaufnahmen (vgl. 
insbesondere Aufnahme 4) und insbesondere auch den von der Berufungsklägerin 
eingereichten Fotoaufnahmen vom 23. Januar 2001 ist zu entnehmen, dass 
verschiedene Bäume und Baumgruppen, aber auch Steine den Hang 
kennzeichnen.

17

d)aa) Verschiedene Beteiligte wurden von der Kantonspolizei einvernommen 
und äusserten sich zu den Verhältnissen am Unfallhang. Der Zeuge J. sagte noch 
am Unfalltag aus, es habe nach dem Mittag geschneit. Nach Aufreissen des Nebels 
hätten sich vereinzelte Fahrer aus der Gruppe auch für kurze Strecken abseits der 
Piste aufgehalten. Bei der Talabfahrt sei er zusammen mit I. und H. parallel zur 
Luftseilbahn abseits der Piste talwärts gefahren. Im oberen Bereich seien sie auf 
die Piste G. gelangt, wo sie A. und ein Mädchen namens K. getroffen hätten. Zu 
fünft seien sie anschliessend abseits der Piste talwärts weiter gefahren. Obwohl 
sich die Wegstrecke abseits der Piste befunden habe, sei sie schon recht stark 
befahren worden. Auf einer flacheren Passage sei die Berufungsklägerin mit der 
Snowboardspitze tiefer in den Tiefschnee geraten, worauf es sie kopfvoran 
überschlagen habe. Auf die Frage hin, wer denn die Idee gehabt habe, die Piste zu 
verlassen und abseits der Piste ins Tal hinunterzufahren, führte J. aus, für ihn sei 
es selbstverständlich, dass er nicht auf der Piste hinunterfahre. Das Gelände auf 
der Piste sei zu wenig steil.

In der Zeugeneinvernahme vom 21. Oktober 2002 gab er zu Protokoll, soweit 
er sich erinnern möge, habe die sogenannte wilde Piste am Unfalltag Spuren 
aufgewiesen. Es sei ziemlich lange her, genaue Details seien im Bericht 
nachzulesen. Er könne nicht mehr genau sagen, ob Absicherungen in Form von 
Stangen, Seilen oder Tafeln vorhanden gewesen seien. Die Piste sei als schwarze 
markiert gewesen. Ein Band habe es nicht gehabt, man habe vom Weg gerade 
herunterfahren können. Es habe am 23. Januar 1995 ca. 30 bis 40 cm Neuschnee 
gehabt. Er sei im Tiefschnee talwärts gefahren. Er habe bewusst die Piste 
verlassen. Für ihn sei es eine Piste gewesen, es habe auch Spuren gehabt. Er fahre 
gerne Tiefschnee, weshalb er dort herunter gefahren sei. Es habe eine Talabfahrt 
gehabt, die sich dem Weglein nach herunter geschlängelt habe, und sie seien 
einfach herunter gefahren. Er könne nicht mehr hundertprozentig sagen, ob die 
Piste mit Spuren befahren gewesen sei. 

bb) R., Patrouilleur, machte an der Einvernahme vom 23. Januar 1995 
geltend, er möchte noch erwähnen, dass sich der Unfall abseits der Piste ereignet 
habe. In der Zeugeneinvernahme vom 23. Oktober 2002 führte er aus, der Unfall 
sei abseits der Pisten passiert. Die Gruppe um die Klägerin hätte wissen müssen, 
dass sie die Piste verlassen hätten. Es sei schwierig zu beurteilen, wie weit entfernt 
der Unfallort zu den präparierten Pisten gewesen sei. Er könne nicht beurteilen, ob 
es viele Spuren im Schnee gehabt habe. Es sei ihm bekannt gewesen, dass dieses 
Stück von Ski- und Snowboardfahrern befahren werde. Jeder Hang werde befahren, 

18

unabhängig davon, ob er gesperrt sei oder sich dort eine Wildschutzzone befinde. 
Der Unfallhang sei steil. Er wisse nicht, ob es bei der Abzweigung eine Warntafel 
oder Absicherung gehabt habe. Die präparierten Pisten seien mit roten Stangen 
markiert, ansonsten sie nicht freigegeben werden dürften. Der Unfall sei ein rechtes 
Stück weg von der Piste passiert, es habe dort keine Markierung gebraucht.

cc) F. führte auf am 25. Januar 1995 aus, den ganzen Nachmittag sei die 
Gruppe auf den Pisten gefahren. Es habe für ihn keine andere Alternative gegeben, 
als dem Talweg entlang zu fahren. Er habe dem Rest der Gruppe gesagt, sie sollten 
H. nachfahren. Dieser sei dann unerwartet mit I. und J. parallel zur Luftseilbahn im 
Tiefschnee zu Tale gefahren. Mit dem Rest der Gruppe sei er auf der Piste gefahren. 
Er habe er die Gruppe von H. nicht mehr gesehen und später bemerkt, dass A. und 
K. gefehlt hätten. Er habe noch eine anspruchsvolle Piste gekannt, die von der 
Bergstation weggeführt habe. Es sei diejenige von H. und seinen Kollegen gewählte 
Variante gewesen. Zum Zeitpunkt der Talfahrt sei diese allerdings nicht präpariert 
gewesen. Er hätte mit seiner Gruppe diese Variante nie zu befahren gewagt. Die 
anderen Mitglieder wären überfordert gewesen.

In der Einvernahme vom 22. Oktober 2002 sagte er aus, er wisse nicht, ob 
die sogenannte wilde Piste Spuren aufgewiesen habe. Soviel er sich erinnern 
könne, sei die Abfahrtspiste mit roten Stangen markiert gewesen und zwar links und 
rechts. Er wisse nicht, ob es bei der Pistenabzweigung Seile gehabt habe. Vom 
Ratrac her habe es links und rechts einen kleinen Schneewall gehabt. Rund 30 
Meter oberhalb der Pistenabzweigung habe sich der Wegweiser befunden, welcher 
die Abfahrtspiste markiert habe. Die Schneeverhältnisse seien gut gewesen. Um 
14.00 Uhr sei etwas Schnee gefallen, später sei es ohne Schneefall bedeckt 
gewesen. Der Pistenverlauf sei für ihn klar gewesen. Der Unfall habe sich 
ausserhalb der Piste ereignet. Er habe A. das letzte Mal bei der Pistenabzweigung 
gesehen. Zu Beginn der Abfahrt habe er mit einem guten Snowboarder abgemacht, 
dass er voraus fahre und die rote Piste nehme. Dieser sei jedoch die schwarze Piste 
hinab gefahren. Darauf habe er die Gruppe gestoppt. Die Snowboardfahrer seien 
dann schon in der schwarzen Piste im Tiefschnee gewesen.

dd) Der Zeuge S. führte an der Zeugeneinvernahme vom 23. Oktober 2002 
aus, er kenne den Unfallhergang nicht mehr genau. Der Unfall sei auf einer wilden 
Piste weit abseits der Piste geschehen. Es habe der Gruppe um die 
Berufungsklägerin eigentlich bekannt sein müssen, dass sie die Piste verlassen 
hätten. Der Unfallort sei nicht in unmittelbarer Nähe der Piste gewesen. Er wisse 

19

nicht, ob es am fraglichen Tag Tiefschnee gehabt habe. Der Hang sei stets befahren 
worden. Er sei ihm nicht bekannt, ob viele oder wenige Spuren vorhanden gewesen 
seien. Die wilde Piste habe sich nicht zwischen zwei präparierten Pisten befunden. 
Man sei jedoch von der wilden Piste wieder auf die ordentliche gelangt.  

ee) Die Berufungsklägerin führte in der Einvernahme vom 18. Mai 1995 aus, 
vor der Talabfahrt sei sie bei jener Gruppe geblieben, welche die Talabfahrt 
gemacht habe. Sie wisse nicht mehr, ob Herr F. Anweisungen bezüglich der 
Marschformation gegeben habe. Sie habe das Skigebiet nicht gekannt. Für sie habe 
es eine Talabfahrt gegeben. Sie sei einfach der Piste nachgefahren. Sie sei in einer 
Vierergruppe gefahren, die sich einfach so ergeben habe. Soviel sie sich erinnern 
könne, sei Herr F. vor ihr weg gefahren und sie mit ihrer Freundin K.. Während der 
Abfahrt hätten sie dann J. und I. getroffen. Sie habe nicht gewusst, ob sie auf der 
Piste sei oder nicht. Sie habe aber vermutet, dass sie nicht auf der Piste sei. Es sei 
dort nicht recht gepistet gewesen. In einer Kurve Richtung Tal habe sie verkantet, 
woraus sie zu Fall gekommen sei und mit dem Kopf auf einen Stein aufgeschlagen 
habe.

7.a) Eine Würdigung der vorhandenen Beweise ergibt, dass sich der Unfallort 
klarerweise ausserhalb einer Piste bzw. des Pistenrandes zugetragen hat. Es ist mit 
Fotoaufnahmen erstellt, dass die Piste G. mit roten Markierstangen markiert 
gewesen war, während sich im Unfallhang keine solchen befunden haben. 
Andererseits wurde rund 30 Meter vor Beginn des Unfallhanges mit einem 
Wegweiser auf die bestehenden weiteren Pisten N., O. und P. hingewiesen. Der 
Unfallhang befand sich hingegen auf keiner der genannten Pisten, die zudem auf 
dem Übersichtsplan des Skigebietes eingezeichnet waren. Die Gruppe um die 
Berufungsklägerin verliess die Piste G. in einiger Entfernung zum Wegweiser.

b) Im Hinblick auf die Anwendung der Verkehrssicherungspflicht stellt sich 
die Frage, ob sich der Unfallhang am Nachmittag des 23. Januar 1995 dergestalt 
präsentierte, dass die Benützer im Sinne eines Pistenvertrauens davon haben 
ausgehen müssen, sie würden sich auf einer präparierten Piste befinden.

c) Solches ist nicht der Fall. Wie die Fotoaufnahmen vom 24. Januar 1995 
zeigen, befanden sich auf dem fraglichen Hang keine Markierungsstangen. Der 
Hang verläuft zudem unregelmässig - zuerst steil und danach flacher - und weist 
Bäume und Baumgruppen auf. Der Unfallhang war am 24. Januar 1995 
offensichtlich nicht präpariert gewesen. Dies ist selbst bei Vorhandensein der 

20

Spuren der Rettungskräfte durch die bestehenden Tiefschneespuren auf dem Hang 
ersichtlich. Offenbar wurde nach Angaben der Zeugen R. und S. der Hang von 
Schneesportlern immer wieder befahren. Dies treffe aber auf den Unfallhang 
gleichermassen zu wie auf andere Hänge auch. Entscheidend ist, dass der Hang 
von den einvernommenen Benützern nicht als Piste wahrgenommen wurde. J. hat 
in seiner Einvernahme vom 23. Januar 1995 klar festgehalten, dass sich die 
Wegstrecke abseits der Piste befunden habe. Sie sei schon recht stark befahren 
worden. Er hielt fest, dass es für ihn eine Selbstverständlichkeit sei, dass er nicht 
auf der Piste herunterfahre, und liess sinngemäss durchblicken, dass er gerade 
deshalb den Unfallhang für die Talfahrt gewählt habe. Soweit er in der 
Zeugeneinvernahme vom 23. Oktober 2002 widersprüchliche Angaben machte, 
indem er ausführte, die Piste sei als schwarze markiert gewesen und er habe es für 
eine Piste gehalten, gleichzeitig aber festhielt, er habe die Piste bewusst verlassen, 
um in den Tiefschnee zu kommen, ist dies mit Blick auf die in der Zwischenzeit 
vergangenen sieben Jahren zu würdigen. J. verwies bei der Zeugeneinvernahme 
denn auch auf die bei der Polizei am Unfalltag getätigten Aussagen. Diesen kommt 
mit Bezug auf die Beschaffenheit des Hanges eine höhere Beweiskraft zu. Auch F. 
ging davon aus, dass die Piste nicht präpariert gewesen ist und die abgezweigten 
Schneesportler sich im Tiefschnee bewegten. Die Berufungsklägerin selbst konnte 
nicht sagen, ob sie auf der Piste sei oder nicht. Sie vermutete allerdings, nicht auf 
einer Piste zu sein, da nicht recht gepistet gewesen sei. Damit sprach das 
Erscheinungsbild des Unfallhanges für den Benützer nicht demjenigen einer Piste. 
Von einem bei den Benützern und insbesondere bei der Berufungsklägerin 
entstandenen Pistenvertrauen kann deshalb nicht ausgegangen werden.

d) War der Unfallhang aber weder präpariert noch mit Markierungsstangen 
versehen und hat auch keiner der Benützer diesen als vom Skiliftunternehmen 
hergerichtete Piste wahrgenommen, kann er nicht als Piste im obgenannten Sinne 
qualifiziert werden. Daran kann nichts ändern, dass die Benützer des Hanges an 
dessen Ende in die Piste N. gelangten. Die Möglichkeit, von der Piste G. über den 
Unfallhang auf die Piste N. zu gelangen, verleiht dem Unfallhang noch keineswegs 
die Eigenschaft einer Piste. Direkte Verbindungen zu anderen Pisten über 
Schneesportgelände sind nämlich praktisch von jeder Piste aus denkbar. Stellten 
solche Verbindungen Pisten dar, müsste praktisch das ganze Pistennetz in einem 
Skigebiet gegen unten abgegrenzt bzw. markiert werden.  

e) Zum vornherein ausser Betracht fällt die Behauptung der 
Berufungsklägerin, der Unfallhang sei als Skiweg zu qualifizieren. Ein Skiweg ist nur 

21

dann zu bejahen, wenn ein Pisten verbindender Weg dafür vom Skiliftunternehmen 
geöffnet oder geschaffen worden wäre (vgl. Stiffler, a.a.O., N 309 f.). Von einer 
Verbindungsstrecke, die von Schneesportlern geschaffen worden wäre, um von 
einem Skigebiet zum anderen oder von einer Piste zur anderen zu gelangen und 
von Ski- und Snowboardfahrern derart frequentiert worden wäre, dass sie 
Pistenqualität aufgewiesen hätte, kann vorliegend nicht gesprochen werden. Dies 
geht bereits dadurch hervor, dass J. nur deshalb den Hang befahren hat, weil er 
abseits der Piste fahren wollte. Dass auf dem Unfallhang eine Verbindungsstrecke 
geschaffen wurde, um von der Piste G. in die Piste N. zu gelangen, ist zudem nicht 
nachvollziehbar, da die Piste N. beim Wegweiser von der Piste G. abzweigt. Es 
macht kaum einen Sinn, in kurzer Entfernung eine parallele Verbindungsstrecke zu 
schaffen. Ein Bedürfnis hiezu wäre aufgrund der angelegten Pisten jedenfalls kaum 
gegeben. Anhaltspunkte dafür liegen denn auch nicht vor. Dieser Umstand 
unterscheidet den vorliegenden Fall gerade von der in BGE 109 IV 99 ff. zu 
beurteilenden Konstellation. Von einer durch Schneesportler ausgedehnten Piste 
kann unter den vorliegenden Umständen nicht die Rede sein.

f) Damit ist nach den vorliegenden Beweisen davon auszugehen, dass sich 
der Unfall im Bereich des freien Schneesportgeländes ereignet hat. Nachdem die 
Unfallstelle selbst nach Auffassung der Berufungsklägerin rund 80 Meter unterhalb 
der Piste G. zugetragen hat, kann anders als in BGE 109 IV 102 von einer bis zum 
Unfallort ausgedehnten Piste nicht die Rede sein.

8.a) Die Benützung eines Hanges im freien Schneesportgelände ist 
Snowboardern nach den geltenden Rechtsgrundlagen keineswegs untersagt. 
Allerdings trifft die Skiliftunternehmen im freien Schneesportgelände eine nur 
eingeschränkte Verkehrssicherungspflicht. Snowboarder benützen das freie 
Schneesportgelände ausserhalb dieser Pflichten grundsätzlich auf eigene 
Verantwortung. Der Schneesportler darf nicht auch noch darauf zählen, dass der 
Verkehrssicherungspflichtige auch hier noch für ihn sorgt. Schneesportler sind bei 
Verlassen der Piste nur vor besonderen oder aussergewöhnlichen Gefahren auf 
Nebenflächen, die beim Verlassen der Pisten drohen, in hinreichender Weise zu 
warnen (BGE 115 IV 189). So muss im Bereich von abzweigenden wilden Abfahrten 
mit einer ausdrücklichen Warntafel oder einer Wimpelschnur das Ausscheren in 
eine nicht gesicherte Strecke mit atypischen Gefahren und fallenartigen 
Hindernissen verhindert werden (BGE 122 IV 193, 117 IV 415, 115 IV 189). 
Atypische Hindernisse sind solche, die nicht voraussehbar, aussergewöhnlich, 
versteckt oder inadäquat sind und sich als eigentliche Fallen entpuppen (PKG 1985 

22

Nr. 52). Umgekehrt muss der Benützer des freien Schneesportgeländes, sei es auf 
wilden Pisten oder auf Varianten bzw. Freeride Areas mit natürlichen Hindernissen 
geradezu rechnen. Zu den natürlichen Hindernissen gehören im freien 
Schneesportgelände gerade Steine. Mit Steinen ist im Berggebiet grundsätzlich 
überall zu rechnen. Dementsprechend kann es sich bei einem grösseren Stein auf 
einer Nebenfläche nicht um eine atypische Gefahr oder um ein fallenartiges 
Hindernis handeln. Folgerichtig haben die Skiliftunternehmen nicht für die 
Sicherung von Steinen im freien Schneesportgelände zu sorgen.

b) Die Berufungsklägerin hat die Piste G. in das freie Schneesportgelände 
verlassen. Der Unfallhang fiel zuerst steil ab, um nachher etwas flacher zu werden. 
Er führte an Baumgruppen entlang talwärts. In einem derartigen Hang ist fraglos mit 
einzelnen grösseren Steinen zu rechnen, wie sie im Berggebiet überall und jederzeit 
angetroffen werden können. Von einem atypischen, nicht voraussehbaren, 
aussergewöhnlichen oder fallenartigen Hindernis kann beim fraglichen Stein im 
Unfallhang somit nicht gesprochen werden. Dementsprechend bestand für den 
Unfallhang keine besondere Verkehrssicherungspflicht, in deren Erfüllung die 
Beklagte bereits auf der Piste G. auf den Stein hätte hinweisen oder Warntafeln 
bzw. Abschrankungen hätte anbringen müssen.

c) Nichts an der Verkehrssicherungspflicht ändern können die von der 
Berufungsbeklagten in der Zwischenzeit vorgenommenen Änderungen am 
Pistensystem. Wie der vorinstanzliche Augenschein gezeigt hat, ist die Piste N. 
nicht mehr in Betrieb. Die Berufungsbeklagte hat dies anlässlich der mündlichen 
Berufungsverhandlung bestätigt. Freilich hat dies nicht zur Folge, dass mit Bezug 
auf die Situation am Unfalltag rückwirkend eine andere Verkehrssicherungspflicht 
bestanden hätte. Dies gilt umso mehr, als aufgrund der Beweise erstellt ist, dass 
die Piste N. sich nicht unmittelbar neben dem Unfallhang befunden hat. Irrelevant 
ist ebenso, ob die Tafel Piste N. in der Zwischenzeit hätte entfernt werden müssen. 
Allfällige in der Zwischenzeit bei der Piste G. angebrachte Signalisationen und 
Fangnetze oder veränderte Markierungen haben keinen Einfluss auf die Einhaltung 
der Verkehrssicherungspflicht am Unfalltag. Solche erscheinen zudem gerade dann 
sinnvoll, wenn eine den Benützern bekannte und geöffnete Piste geschlossen wird. 
Massgebend war im konkreten Fall aber, ob der Unfallhang als wilde Piste auf einer 
Nebenfläche bzw. im freien Schneesportgeländes betrachtet werden durfte und 
damit der Berufungsbeklagten eine Verkehrssicherung nur noch für atypische 
Gefahren und fallenartige Hindernisse, nicht aber für Steine zukam. Dies aber ist 
nach den Umständen zu bejahen. 

23

d) Damit aber steht fest, dass für den Unfallhang als Nebenfläche, der keine 
atypischen Hindernisse aufwies, keine besondere Verkehrssicherungspflicht von 
Seiten der Berufungsbeklagten bestanden hatte. Dementsprechend liegt auch keine 
Verletzung derselben vor, wenn der Stein, auf welchen die Berufungsklägerin nach 
dem Verkanten aufschlug, nicht besonders gesichert war beziehungsweise beim 
Verlassen der Piste G. nicht auf das Vorhandensein von Steinen hingewiesen 
worden war. Es fehlt daher an einer Sorgfaltspflichtverletzung auf Seiten der 
Berufungsbeklagten. Die Voraussetzungen für einen Genugtuungsanspruch sind in 
vorliegender Sache bereits aus diesem Grund nicht gegeben. Dementsprechend 
erübrigt sich eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen des Schadens, des 
Kausalzusammenhanges und des Verschuldens. Die Vorinstanz hat die Klage der 
Berufungsklägerin zu Recht abgewiesen. Die dagegen erhobene Berufung ist 
unbegründet und daher ebenfalls abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens gehen die Kosten des 
Verfahrens von Fr. 10'000.-- vor dem Kantonsgericht zu Lasten der 
Berufungsklägerin (Art. 223 in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 ZPO). Die 
Berufungsklägerin hat die Berufungsbeklagte für das Berufungsverfahren überdies 
ausseramtlich angemessen zu entschädigen. Unter Berücksichtigung des 
notwendigen prozessualen Aufwandes und der Honoraransätze des Bündnerischen 
Anwaltsverbandes erscheint dabei eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 
2'500.-- als angemessen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 10'000.-- und die 
Schreibgebühren von Fr. 375.--, total somit Fr. 10'375.--, gehen zu Lasten 
der Klägerin und Berufungsklägerin, welche zudem die Beklagte und 
Berufungsbeklagte ausseramtlich mit Fr. 2’500.-- zu entschädigen hat. 

3. Mitteilung an :

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Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar ad hoc