# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75711cca-31fe-5885-83cc-48637f8f630e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 17.02.2022 VBE.2021.416
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2021-416_2022-02-17.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2021.416 / lb / BR 

Art. 18 

 

. 

Urteil vom 17. Februar 2022 
 
 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Schircks Denzler  

Gerichtsschreiber Birgelen  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG,  

Herrn lic. iur. Samuel Rüegg, Habsburgerstrasse 26, 6002 Luzern    

 

     
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

     
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 23. August 2021) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1981 geborene Beschwerdeführer ist als Automobildiagnostiker ange-

stellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch 

unfallversichert. Mit Schadenmeldung vom 17. März 2020 meldete die Ar-

beitgeberin ein Unfallereignis vom 6. März 2020, bei dem der Beschwerde-

führer in der Werkstatt ausgerutscht sei und sich dabei das rechte Knie 

leicht verdreht habe. Mit Verfügung vom 12. Mai 2021 stellte die Beschwer-

degegnerin ihre Versicherungsleistungen (Taggelder und Heilbehand-

lungsleistungen) per 23. Dezember 2020 ein. Mit Einspracheentscheid vom 

23. August 2021 wies sie die dagegen gerichtete Einsprache des Be-

schwerdeführers ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. September 

2021 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Beschwerde sei gutzuheissen. 

 2. Der Einsprache-Entscheid vom 23.08.2021 sei aufzuheben, und es 
seien dem Beschwerdeführer stattdessen weiterhin die gesetzlich sta-
tuierten Versicherungsleistungen zu gewähren. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegeg-
nerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 15. Oktober 2021 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem Einspracheentscheid vom 23. Au-

gust 2021 zusammengefasst davon aus, dass der Unfall vom 6. März 2020 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur zu einer vorübergehenden Ver-

schlimmerung eines degenerativen Vorzustandes am rechten Knie geführt 

habe und nach vier Wochen die Unfallfolgen im Beschwerdebild keine Rolle 

mehr gespielt hätten (vgl. Vernehmlassungsbeilage [VB] 56). 

 

1.2. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit ihrem Einsprache-

entscheid vom 23. August 2021 zu Recht den Fallabschluss per 23. De-

zember 2020 vorgenommen und einen Anspruch des Beschwerdeführers 

 - 3 - 

 

 

 

auf weitergehende Leistungen der Unfallversicherung für das Ereignis vom 

6. März 2020 verneint hat. 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die ver-

sicherte Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Unfall-

folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 

sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wird sie infolge 

des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18 Abs. 1 

UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. 

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 

134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

2.2.2. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

(vgl. (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181) zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs ge-

nügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 

E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Die Sozialversicherungsorgane und das Ge-

richt haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von 

allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen 

(BGE 126 V 353 E. 5b S. 360). Der Beweis des natürlichen Kausalzusam-

menhangs ist in erster Linie mittels Angaben medizinischer Fachpersonen 

 - 4 - 

 

 

 

zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_331/2015 vom 21. August 2015 

E. 2.2.3.1; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundes-

gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallver-

sicherung, 4. Aufl. 2012, S. 55). 

 

2.3. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-

chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis-

tungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfal-

len jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge-

sundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich feh-

lender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hier-

bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entspre-

chende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründen-

der natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicher-

ten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten so-

wohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämt-

liche Leistungsarten massgebend. Diese Rechtsprechung beschlägt dabei 

einzig die rechtlichen Folgen der Abklärung, insofern als dem Unfallversi-

cherer die Beweislast zugewiesen wird für den Fall, dass ungeklärt bleibt, 

ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung für den andauernden Ge-

sundheitsschaden zukommt. Bevor sich aber überhaupt die Frage der Be-

weislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsat-

zes richtig und vollständig zu klären (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, Urteil des 

Bundesgerichts 8C_354/2007 vom 4. August 2008 E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

3. 

Den (v.a. medizinischen) Akten kann im Wesentlichen Folgendes entnom-

men werden: 

 

3.1. 

Gemäss Bagatellunfallmeldung vom 17. März 2020 rutschte der Beschwer-

deführer am 6. März 2020 in der Werkstatt seiner Arbeitgeberin aus und 

verdrehte sich dabei "leicht" das rechte Knie. Er habe ein Knacken und ei-

nen Stich auf der Knieinnenseite verspürt und am Abend sei das Knie an-

geschwollen (vgl. VB 1). 

 - 5 - 

 

 

 

3.2. 

Der radiologische Befund anlässlich einer Aufnahme des rechten Knies in 

der Abteilung Radiologie des Spitals B. vom 20. März 2020 ergab – bei im 

Übrigen intakten Bändern, Sehnen und Aussenmeniskus – eine komplexe 

Innenmeniskusläsion mit dislozierten Fragmenten, deutliche Knorpelde-

fekte medial mit Verdacht auf freies Knorpelfragment dorsomedial sowie 

eine Innenbandzerrung (vgl. VB 9). Eine weitere radiologische Aufnahme 

des ganzen rechten Beines vom 14. April 2020 (ebenfalls im Spital B.) 

zeigte eine medialseits betonte Gelenkspaltverschmälerung mit allenfalls 

diskreter subchondraler Sklerosierung am medialen Tibiaplateau bei ach-

sengerechten Stellungsverhältnissen (vgl. VB 11). 

 

3.3. 

In einem Sprechstundenbericht vom 14. April 2020 stellte Dr. med. C., 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-

apparates, Interdisziplinäres Zentrum, Spital B., die (Haupt-) Diagnose ei-

ner ausgedehnten medialen Meniskusläsion mit ausgeprägtem Knorpel-

schaden am rechten Knie. Die klinische Untersuchung zeigte als Befunde 

keinen Erguss, keinen Patellaverschiebe- oder Anpressschmerz und keine 

Druckdolenzen am medialen oder lateralen Patellapol, an Quadriceps- und 

Patellarsehneninsertion, an proximaler und distaler Insertion von MCL und 

LCL sowie am medialen oder lateralen Gelenkspalt. Da der Beschwerde-

führer momentan "absolut beschwerdefrei" sei, drängten sich zurzeit keine 

weiteren Massnahmen auf. Es wurde vereinbart, dass sich der Beschwer-

deführer bei Wiederauftreten von Beschwerden erneut melde (vgl. VB 33 

S. 2 f.). 

 

3.4. 

Am 18. Dezember 2020 empfahl Dr. med. C. dem Beschwerdeführer auf-

grund von dessen Angabe persistierender Beschwerden eine mediale Teil-

meniskektomie sowie eine hohe tibiale Osteotomie. Zu Letzterer konnte 

sich der Beschwerdeführer anlässlich der Konsultation nicht entschliessen 

(vgl. Sprechstundenbericht vom 18. Dezember 2020; VB 2 S. 2). 

 

3.5. 

Der Hausarzt Dr. med. D., Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Q., hielt 

in einem "Arztzeugnis UVG" vom 4. Januar 2021 zuhanden der Beschwer-

degegnerin fest, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Erstbehand-

lung vom "06.03.2020" (gemäss Arztbericht vom 31. März 2021: Erstkon-

sultation am 16. März 2020 [vgl. VB 38 S. 2]) geschildert, dass er am 

6. März 2020 bei der Arbeit beim Aufstehen ausgerutscht sei, sich dabei 

das rechte Knie verdreht und einen "Zwick" auf der Knieinnenseite verspürt 

habe. Im Verlauf des Tages sei das Knie zunehmend angeschwollen und 

schmerzhaft geworden. Die Schwellung sei nach Einnahme eines entzün-

dungshemmenden Schmerzmittels abgeklungen. Er habe seither beim 

Laufen je nach Belastung stechende Schmerzen in der Knieinnenseite, 

 - 6 - 

 

 

 

ohne dass das Knie blockiere. Die klinische Untersuchung habe keinen Er-

guss und keine Überwärmung, leichte Schmerzen bei maximaler Flexion, 

eine "ungeschränkt[e]" Flexion sowie eine Druckdolenz im medialen Ge-

lenkspalt vorne bis intermedial ergeben. Diagnostisch handle es sich um 

eine ausgedehnte mediale Meniskusläsion mit ausgeprägtem Knorpel-

schaden am rechten Knie, welche am 13. Januar 2021 operiert werde 

(vgl. VB 7). 

 

3.6. 

In einer Kurzbeurteilung vom 5. Januar 2021 vertrat Kreisarzt 

Dr. med. univ. E., Praktischer Arzt, die Auffassung, dass der Unfall vom 

6. März 2020 beim Beschwerdeführer zu einer "mögliche[n] Innenbandzer-

rung" geführt habe. Der "Schaden", welcher operiert werden solle, sei nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzufüh-

ren, lägen doch ausschliesslich vorbestehende degenerative Veränderun-

gen des medialen Kompartiments vor. Die Unfallfolgen hätten "unter An-

nahme einer geringgradigen Innenbandzerrung und/oder Aktivierung der 

vorbestehenden Arthrose" einige Tage bis vier Wochen nach dem Ereignis 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Beschwerdebild keine Rolle mehr 

gespielt (vgl. VB 12 S. 1). 

 

3.7. 

Am 13. Januar 2021 wurde beim Beschwerdeführer im Interdisziplinären 

Zentrum des Spitals B. eine Kniearthroskopie mit medialer Teilmeniskekto-

mie rechts durchgeführt. Intraoperativ zeigten sich sowohl femoral als auch 

auf der Rückseite der Patella chondropathische Veränderungen nach Ou-

terbridge Grad I-II. Der mediale Meniskus sei in der Hinterhornbasis in sich 

rupturiert und es seien sowohl tibial als auch femoral Chondropathien Grad 

III-IV ersichtlich. Am lateralen Meniskus fänden sich ebenfalls sowohl tibial 

als auch femoral Chondropathien Grad I (vgl. Operationsbericht von 

Dr. med. C. vom 13. Januar 2021; VB 29 S. 2). 

 

3.8. 

In einem Schreiben vom 27. Januar 2021 legte Dr. med. D. gegenüber der 

Beschwerdegegnerin dar, die ausgedehnte mediale Meniskusläsion mit 

ausgeprägtem Knorpelschaden könne nur durch den Unfall vom 6. März 

2020 entstanden sein, habe der Beschwerdeführer doch zuvor am rechten 

Knie nie Beschwerden gehabt. Dies gelte umso mehr, als der Radiologe 

auch noch eine Zerrung des Innenbandes beschrieben habe, welche nur 

durch eine "aussergewöhnliche unfallartige Belastung" entstehen könne 

(vgl. VB 27 S. 2). 

 

3.9. 

In einem weiteren Schreiben vom 31. März 2021 führte Dr. med. D. gegen-

über der Beschwerdegegnerin ergänzend aus, dass der Beschwerdeführer 

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wegen zunehmender Beschwerden Dr. med. C. am 18. Dezember 2020 er-

neut konsultiert habe, worauf ihm dieser einen operativen Eingriff empfoh-

len habe. Zu einem solchen habe sich der Beschwerdeführer jedoch "trotz 

Beschwerden nicht durchringen [können]". Aktuell seien die Beschwerden 

erträglich, so dass der Beschwerdeführer keine Operation wünsche. Seiner 

Auffassung nach handle es sich klar um Unfallfolgen, entstehe doch eine 

komplexe Meniskusläsion im Alter des Beschwerdeführers nicht durch 

Krankheit (vgl. VB 38 S. 2). 

 

3.10. 

Am 7. April 2021 erstattete Kreisarzt Dr. med. univ. E. eine ausführliche Ak-

tenbeurteilung. Dabei gab er an, dass der geschilderte Hergang des Ereig-

nisses vom 6. März 2020 mit Ausrutschen nicht geeignet gewesen sei, eine 

Meniskusläsion zu verursachen. Ausserdem sei die Beurteilung des Radio-

logen vom 20. März 2020 bezüglich des Vorliegens einer Innenbandzer-

rung aufgrund der vorliegenden Dokumentation nicht nachvollziehbar. Es 

liege eine Signalanhebung des medialen Seitenbandes vor; diese resul-

tiere jedoch nicht aus einer unfallbedingten Zerrung, sondern sei eine typi-

sche Folge der Extrusion des Innenmeniskus über die Tibiakante mit 

dadurch vermehrter Anspannung des Seitenbandes (vgl. VB 40 S. 2 f.).  

 

In der Zusammenschau aller (insbesondere radiologischen und intraopera-

tiven) Befunde fänden sich typische degenerative Veränderungen aufgrund 

einer chronischen medialen Mehrbelastung des rechten Kniegelenks mit 

Verschmälerung des Kniegelenkspalts mit daraus resultierenden Knorpel-

schäden Grad III-IV sowohl am medialen Tibiaplateau als auch am Femur-

kondylus und eine Mehrfragmentierung des Meniskus durch die ständige 

Druckbelastung im Bereich des geschädigten Knorpels. Daraus wiederum 

resultiere eine Extrusion des Innenmeniskus mit Signalanhebung des me-

dialen Seitenbandes. Im Bereich der Mehrbelastung sei es zu einer Osteo-

phytenbildung am lateralen Tibiaplateau als Ausdruck des chronischen 

Reizzustandes gekommen. Es sei anlässlich des geltend gemachten Er-

eignisses mithin zu einer vorübergehenden Beschwerdeauslösung infolge 

der Aktivierung der vorbestehenden Arthrose gekommen. Die daraufhin am 

20. März 2020 veranlasste MRI-Abklärung zeige vollumfänglich das Aus-

mass des bis dahin (gemäss Angaben des Beschwerdeführers) stummen, 

ausschliesslich degenerativen Vorzustandes. Dass es sich um eine bloss 

kurzfristige vorübergehende Beschwerdeauslösung aufgrund der ausge-

prägten degenerativen Befunde gehandelt habe, beweise auch der Sprech-

stundenbericht des Spitals B. vom 14. April 2020, gemäss welchem der 

Beschwerdeführer vier Wochen nach dem Unfallereignis wieder absolut be-

schwerdefrei gewesen sei (vgl. VB 40 S. 5). 

 

3.11. 

In einer am 21. April 2021 vom Beschwerdeführer nachgereichten Stellung-

nahme vom 29. März 2021 vertrat Dr. med. C. die Auffassung, dass die von 

 - 8 - 

 

 

 

Dr. med. univ. E. am 5. Januar 2021 festgestellten degenerativen Verän-

derungen des medialen Kompartiments ein Jahr nach erlittenem Trauma 

mit bekannter Varusachse "keine echte Überraschung [seien]", sondern 

dem typischen Fortschreiten der Verletzung entsprächen. "Bekanntermas-

sen" seien mediale Meniskusläsionen bei Varusachse ein Argument für 

eine Umstellungsosteotomie, um das mediale Kompartiment zu entlasten. 

Die degenerativen Veränderungen hätten auf traumatischer Basis stattge-

funden und der Unfall vom 6. März 2020 habe zu diesen zusätzlichen struk-

turellen Läsionen geführt (vgl. VB 41 S. 1 f.). 

 

3.12. 

Mit ergänzender Stellungnahme vom 26. April 2021 hielt Dr. med. univ. E. 

an seiner Beurteilung vom 7. April 2021 fest. Die Argumentation von 

Dr. med. C., wonach die Schäden im Laufe eines Jahres nach erlittenem 

Trauma entstanden seien, sei nicht nachvollziehbar, denn das MRI des 

rechten Kniegelenks sei bereits zwei Wochen nach dem Unfallereignis 

durchgeführt worden und Osteophytenbildungen innert dieser kurzen Zeit-

spanne seien mit Sicherheit auszuschliessen, da sich diese üblicherweise 

im Verlauf von Jahren ausbildeten. Die ausgeprägten degenerativen Ver-

änderungen seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich 

vorbestehender Natur. Es handle sich vorliegend um eine diffuse Fragmen-

tierung des Hinterhorns des medialen Meniskus aufgrund einer chroni-

schen Druckbelastung als Folge der varischen Beinachse. Wäre entspre-

chend der Annahme von Dr. med. C. und Dr. med. D. von einer Zerrung 

des medialen Seitenbandes auszugehen, hätte es sich um ein Valgisati-

onstrauma gehandelt mit einer Entlastung und nicht mit einer vermehrten, 

zu einer Meniskusläsion führenden Belastung des medialen Komparti-

ments. Abgesehen davon sei der geschilderte Pathomechanismus (Ausrut-

schen) gemäss der einschlägigen Fachliteratur nicht dazu geeignet, eine 

Meniskusläsion zu verursachen (vgl. VB 43). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 

231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

 - 9 - 

 

 

 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 

225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 mit Hinweisen; Urteil des Bun-

desgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4). 

 

4.3. 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann voll beweistauglich sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_674/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.2.1 mit Hinwei-

sen). Eine medizinische Aktenbeurteilung ist als Entscheidungsgrundlage 

zulässig, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher Unter-

suchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf 

und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sachverständige 

muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenlo-

ses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 

26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweis auf RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95 E. 5d; 

8C_653/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2). 

 

5. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die am rechten Knie nach dem 

23. Dezember 2020 und aktuell bestehenden Beschwerden weiterhin un-

fallkausal seien. Die Ausführungen von Kreisarzt Dr. med. univ. E. die an-

geblichen degenerativen Vorschäden betreffend seien insbesondere mit 

Blick auf das Alter des Beschwerdeführers als "unglaubwürdig" zu qualifi-

zieren. Dr. med. C. habe in seinem Bericht vom 29. März 2021 "klar" fest-

gehalten, dass der Unfall zu den zusätzlichen strukturellen Läsionen ge-

führt habe, und auch Dr. med. D. sei in seinem Bericht vom 31. März 2021 

der "dezidierten Ansicht", dass eine komplexe Meniskusläsion in diesem 

Alter nicht durch eine Krankheit entstehe, sondern Folge eines Unfalls sei 

(vgl. Beschwerde S. 3). 

 

5.1. 

Dr. med. univ. E., welcher als SUVA-Kreisarzt über besonders ausge-

prägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen verfügt (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 8C_316/2019 vom 24. Oktober 2019 E. 5.4; 

8C_510/2007 vom 3. Oktober 2008 E. 7.5.4), begründete in seiner Akten-

beurteilung vom 7. April 2021 nachvollziehbar und schlüssig, weshalb die 

nach dem Unfallereignis vom 6. März 2020 beim Beschwerdeführer dia-

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gnostizierte Meniskusläsion mit Knorpelschaden degenerativer und nicht 

traumatischer Genese gewesen sei und der Unfall lediglich zu einer vor-

übergehenden Beschwerdeauslösung durch Aktivierung einer vorbeste-

henden Arthrose geführt habe. So führte er seine Einschätzung überzeu-

gend und in Übereinstimmung mit den vorhandenen (medizinischen) Akten 

auf gewichtige Anhaltspunkte (radiologisch und intraoperativ dokumen-

tierte typische degenerative Veränderungen am rechten Kniegelenk auf-

grund einer chronischen medialen Mehrbelastung mit Verschmälerung des 

Kniegelenkspalts und daraus resultierenden Knorpelschäden Grad III-IV 

sowie Mehrfragmentierung des Meniskus; absolute Beschwerdefreiheit et-

was mehr als fünf Wochen nach dem Unfallereignis; ferner für eine trauma-

tische Meniskusschädigung ungeeigneter Pathomechanismus) zurück 

(vgl. VB 40 S. 2 ff.). 

 

5.2. 

An dieser durchwegs einleuchtenden Beurteilung vermögen auch die Ein-

schätzungen der behandelnden Ärzte keine Zweifel zu wecken: 

 

5.2.1. 

Der Operateur Dr. med. C. bezeichnete in seinem Schreiben vom 29. März 

2021 – als ihm bloss die Kurzbeurteilung des Kreisarztes vom 5. Januar 

2021 vorlag – die degenerativen Veränderungen im medialen Komparti-

ment ein Jahr nach erlittenem Trauma bei bekannter Varusachse als "typi-

sche[s] Fortschreiten" der erlittenen Verletzung (vgl. VB 41 S. 2), obwohl 

diese – in Widerspruch zu dessen Ausführungen – bereits in der MRI-Un-

tersuchung des rechten Knies vom 20. März 2020, mithin zwei Wochen 

nach dem Unfallereignis, erstmals dokumentiert worden waren (vgl. VB 9). 

Ausserdem begründete er nicht näher, weshalb der Unfall zu zusätzlichen 

strukturellen Läsionen geführt habe (vgl. VB 41 S. 2). Kreisarzt 

Dr. med. univ. E. legte demgegenüber in seiner ergänzenden Stellung-

nahme vom 26. April 2021 (erneut) überzeugend dar, dass – entgegen der 

Auffassung von Dr. med. C. – die Veränderungen mit Osteophytenbildung, 

Fragmentierung des Hinterhorns des medialen Meniskus mit Extrusion und 

in der Folge entsprechender Signalanhebung des medialen Seitenbandes 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich vorbestehend und 

degenerativ seien (vgl. VB 43 S. 2 f.). 

 

5.2.2. 

Soweit der Hausarzt, welcher (ausschliesslich) über einen Facharzttitel für 

Allgemeine Innere Medizin verfügt und damit zur Beurteilung von Menis-

kusschäden fachlich nicht speziell qualifiziert ist, in seinen beiden Schrei-

ben vom 27. Januar 2021 sowie vom 31. März 2021 zur Begründung einer 

traumatischen, nicht krankheitsbedingten Ursache auf das Alter des Be-

schwerdeführers sowie auf dessen bisherige Beschwerdefreiheit hinwies 

(vgl. VB 27 S. 2, VB 38 S. 2), bediente er sich einerseits einer beweisrecht-

lich unzulässigen "post hoc, ergo propter hoc"-Argumentation, gilt doch 

 - 11 - 

 

 

 

eine gesundheitliche Schädigung nicht bereits dann als durch ein Ereignis 

verursacht, weil sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 142 V 325 E. 2.3.2.2 

S. 330 und 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.). Andererseits zeigte 

Dr. med. univ. E. mit Verweis auf die einschlägige Fachliteratur einlässlich 

begründet und überzeugend auf, dass sich degenerative Veränderungen 

des Meniskus unbemerkt entwickeln könnten und – unabhängig von Be-

schwerden – kernspintomographisch auffällige Befunde der Menisken bei 

Personen "mittleren und höheren Alters" (d.h. auch beim Beschwerdeführer 

mit Jahrgang 1981) häufig seien (vgl. VB 40 S. 4 f.). Ohnehin erweist sich 

die Beurteilung von Dr. med. D. – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht 

geltend macht (vgl. Vernehmlassung, S. 4) – als widersprüchlich und un-

vollständig, wies dieser doch im "Arztzeugnis UVG" vom 4. Januar 2021 

(vgl. VB 7 S. 1) sowie im Schreiben vom 31. März 2021 (vgl. VB 38 S. 2) 

teilweise divergierende Erstbefunde aus ("Kein Erguss" und "F[lexion] un-

geschränkt" versus "Fraglicher Erguss" und "Flexion eingeschränkt"). Dar-

über hinaus führte er noch am 31. März 2021 aus, dass ein operativer Ein-

griff am rechten Knie vom Beschwerdeführer nicht gewünscht werde 

(vgl. VB 38 S. 2), obwohl ein solcher zu diesem Zeitpunkt bereits längst 

durchgeführt worden war. 

 

6. 

Zusammenfassend bestehen mithin keine auch nur geringen Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen Aktenbeurtei-

lungen. Diese erfüllen die Anforderungen der Rechtsprechung an eine be-

weiskräftige medizinische Stellungnahme (vgl. E. 4.1. hiervor), weshalb 

sich die Beschwerdegegnerin darauf stützen durfte. Der medizinische 

Sachverhalt erscheint vor diesem Hintergrund hinreichend abgeklärt und 

es kann in antizipierter Beweiswürdigung auf die Vornahme weiterer Abklä-

rungen verzichtet werden (vgl. SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4 sowie BGE 

124 V 90 E. 4b S. 94 und 122 V 157 E. 1d S. 162, je mit Hinweisen; 

vgl. auch BGE 127 V 491 E. 1b S. 494). 

 

7. 

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin demnach zu Recht 

eine Leistungspflicht ihrerseits für die über den 23. Dezember 2020 hinaus 

vom Beschwerdeführer beklagten rechtsseitigen Kniebeschwerden ver-

neint. Die gegen den Einspracheentscheid vom 23. August 2021 erhobene 

Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

 

8. 

8.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

8.2. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-

 - 12 - 

 

 

 

zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter; 2-fach) 

die Beschwerdegegnerin 

das Bundesamt für Gesundheit 

 

  

 - 13 - 

 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 17. Februar 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Birgelen