# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e426c303-a705-5989-a9b5-f5dfcf6b006e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.06.2009 D-3892/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3892-2009_2009-06-24.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3892/2009
law/joc
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  J u n i  2 0 0 9

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A._______, geboren (...),
Armenien,
vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt, 
(...), 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 9. Juni 2009 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3892/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, eigenen Angabe zufolge ein armenischer 
Staatsangehöriger, am 22. März 2009 in die Schweiz einreiste, wo er 
am  gleichen  Tag  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
B._______ um Asyl nachsuchte, 

dass das BFM am 27. März 2009 im EVZ B._______ die Personalien 
des Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg und 
zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte,

dass der Beschwerdeführer für die Dauer des Verfahrens dem Kanton 
C._______ zugewiesen wurde, 

dass das BFM den Beschwerdeführer am 25. Mai 2009 zu den Asyl-
gründen anhörte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 9. Juni 2009 - eröffnet am 10. Juni 
2009 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwer-
deführers vom 22. März 2009 nicht eintrat (Dispositivziffer 1), die Weg-
weisung aus der Schweiz verfügte (Dispositivziffer 2), den Beschwer-
deführer - unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall - 
aufforderte, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Ver-
fügung zu verlassen (Dispositivziffer 3), den Vollzug der Wegweisung 
durch den Kanton anordnete (Dispositivziffer 4) sowie dem Beschwer-
deführer die editionspflichtigen Akten edierte (Dispositivziffer 5), 

dass  der  Beschwerdeführer  mittels  Eingabe  seines  Rechtsvertreters 
vom 16. Juni 2009 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde erhebt und darin beantragt, die angefochtene Ver-
fügung sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren, die Disposi-
tivziffern 2 und 3 der Verfügung seien aufzuheben und in jedem Fall 
von einer Wegweisung abzusehen sowie die Akten seien an die Vorin-
stanz zwecks materieller Abklärung der Asylgründe zurückzuweisen, 

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  zudem um Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021) ersucht und beantragt, es sei auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, 

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der  Beschwerdeführer  durch den angefochtenen Entscheid  be-
sonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-
hebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  und  Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  (Art. 32-35 
AsylG) die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätz-
lich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass deshalb auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer darin 
beantragt, es sei ihm Asyl zu gewähren, nicht einzutreten ist, 

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass der Begriff "Reise- oder Identitätspapiere", wie er in der revidier-
ten Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG verwendet wird, in Be-
rücksichtigung der Zielsetzung der am 1. Januar 2007 in Kraft getrete-
nen Gesetzesänderung in einem engen Sinne zu verstehen ist, 

dass darunter diejenigen Dokumente fallen, welche die Identität, ein-
schliesslich die Staatsangehörigkeit, „fälschungssicher“ und  zweifels-
frei  belegen  und  die  Rückschaffung  ohne  (grossen)  administrativen 
Aufwand ermöglichen, wobei diesen beiden Anforderungen in der Pra-
xis  regelmässig  Reisepässe  und  Identitätskarten  genügen  (vgl.  Ent-
scheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/7 E. 4-6), 

dass demnach - entgegen dem Einwand in der Beschwerde - die vom 
Beschwerdeführer  am  31.  März  2009  eingereichte  Fax-Kopie  eines 
Passes  diesen  Anforderungen  nicht  genügt,  da  diese  nicht  als  fäl-
schungssicher zu erachten und damit nicht geeignet ist, den zweifels-
freien Identitätsnachweis zu erbringen, 

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dass  es  der  Beschwerdeführer  demnach  unterliess,  im  Moment  der 
Einreichung des Asylgesuches im EVZ vom 22. März 2009 bzw. in den 
48 Stunden nach der diesbezüglichen Aufklärung durch Vorhalt des In-
haltes eines Informationsblattes (vgl. act. A3) ein Dokument zu seiner 
zweifelsfreien Identifizierung abzugeben,

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraus-
setzung für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend er-
füllt ist,

dass  der  Beschwerdeführer  zum  Verbleib  seines  Reisepasses  vor-
bringt, er habe diesen aufgrund seiner Flucht zu Hause gelassen und 
habe sein Heimatland am 4. März 2008 von der  Hauptstadt  Erewan 
aus im Auto verlassen und sei zunächst ohne Papiere und ohne kon-
trolliert zu werden respektive ohne strengen Kontrollen unterlegen ge-
wesen zu sein, nach Georgien und von dort aus weiter nach Russland 
gelangt, wo er sich bis zum 5. März 2009 bei einem Cousin aufgehal-
ten habe (vgl. act. A1 S. 4 ff., A15 S. 11), 

dass - in Übereinstimmung mit der Begründung des BFM - angesichts 
der Tatsache, dass die armenische Regierung im Anschluss an die ge-
waltsamen Auseinandersetzungen in  Erewan vom 1. März  2008 den 
Ausnahmezustand verhängte, nicht realistisch erscheint, dass der an-
geblich  polizeilich  gesuchte  Beschwerdeführer  die  Hauptstadt  ohne 
jegliche  Ausweispapiere  und  ohne  eingehend  kontrolliert  worden  zu 
sein, verlassen konnte, 

dass  ebenso nicht  nachvollziehbar  erscheint,  dass  der  Beschwerde-
führer anschliessend die georgische und russische sowie von dort aus 
auch die ukrainische Grenze, ohne Reisepapiere und ohne kontrolliert 
zu werden, hat passieren können (vgl. act. A1 S. 4 und 7, A15 S. 11), 
zumal bekanntermassen bei der Einreise in diese Länder strenge Kon-
trollen herrschen, 

dass in der Beschwerde denn auch eingeräumt wird,  es würden bei 
der  Ausreise  aus  dem  Heimatland  des  Beschwerdeführers  strenge 
Grenzkontrollen herrschen,

dass gleichzeitig entgegnet wird, der Sachverhalt sei durch das BFM 
durcheinandergebracht  und  der  Beschwerdeführer  mit  verwirrlichen 
Detailfragen  gelöchert  worden,  denn  dieser  habe  klar  ausgedrückt, 

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dass  er  „clandestinamente“  mit  dem  privaten  Auto  des  Vaters  von 
E._______ über die Grenze gefahren sei,  

dass dieser Auffassung indes nicht gefolgt werden kann, da sich die 
diesbezüglich in der Beschwerde pauschal angegebenen Protokollstel-
len D35 bis D99 im vorinstanzlichen Aktenstück A15 nach einer Durch-
sicht nicht als verwirrliche Detailfragen, sondern als allgemein zulässi-
ge Fragen respektive Vorhalte des BFM zu widersprüchlichen Aussa-
gen des Beschwerdeführers erweisen,  die zur Klärung des Sachver-
halts respektive zur Prüfung der Glaubhaftigkeit der vom Beschwerde-
führer  geltend  gemachten  Gefährdungssituation  (vgl.  dazu  nachfol-
gend) geeignet sind, 

dass der Beschwerdeführer die Frage, ob er ohne Probleme das Land 
habe verlassen können (vgl. act. A15 S. 11 D91) damit beantwortete, 
sie seien mit einem Auto mit georgischem Nummernschild ausgereist, 
weshalb sie keine Probleme gehabt hätten; sie seien zwar angehalten 
worden, es habe aber keine strenge Kontrollen gegeben (vgl. act. A15 
S. 11 D92),

dass er im Weiteren auf Frage hin, wie er von Erewan nach G._______ 
gelangt sei (vgl. act. A15 S. 12 D100), wiederholt bestätigte, mit dem 
Auto  zunächst  nach  Georgien  gelangt  zu  sein  (vgl.  act.  A15  S.  12 
D101), 

dass aufgrund dieser Protokollpassagen nicht wie in der Beschwerde 
angedeutet  geschlossen  werden  kann,  der  Beschwerdeführer  habe 
sich auf der Strecke nach Georgien im Auto versteckt, zumal er als Er-
klärung für  seine problemlose Ausreise - wie zuvor zitiert  -  darlegte, 
dies sei wegen des georgischen Nummernschildes gewesen (vgl. act. 
A15 S. 12 D 101), 

dass der italienische Ausdruck „clandestinamente“, der soviel wie auf 
heimliche oder illegale Weise bedeutet, vom Beschwerdeführer nicht in 
Zusammenhang mit seiner Ausreise nach Georgien, sondern in Bezug 
auf seine Weiterfahrt von Georgien nach Russland benützt wurde, in-
dem  er  anlässlich  der  Erstbefragung  erklärte,  im  März  2008  von 
Erewan mit dem Auto nach Georgien gereist zu sein und nach seinem 
einjährigen  Aufenthalt  in  Russland  von  dort  im  März  2009  heimlich 
(clandestinamente) erneut weitergereist zu sein (vgl. act. A1 S. 8),

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dass  entgegen  der  weiteren  Argumentation  in  der  Beschwerde  das 
BFM den Beschwerdeführer sehr wohl auf die Notstandssituation an-
gesprochen hat, indem es nach der Situation im Heimatland unmittel-
bar nach den Vorkommnissen des 1. März 2008 sowie danach, was die 
Regierung in jenem Zeitpunkt unternommen habe, gefragt hat (vgl. act. 
A15 S. 11), 

dass der Beschwerdeführer dazu lediglich zu Protokoll gab, die Leute 
hätten nicht  gewusst,  was passieren würde und die Regierung habe 
ein ruhiges Treffen verhindert und Leute ermordet (vgl. act. A15 S. 11 
f.), jedoch den von der Regierung ausgerufenen Notstand mit keinem 
Wort erwähnte, was angesichts der Tragweite eines solchen Ereignis-
ses aber zu erwarten gewesen wäre, 

dass damit bezüglich des vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Zeitpunkts seiner Ausreise aus Erewan erhebliche Zweifel bestehen, 

dass  das  BFM im Weiteren zutreffend feststellte,  dass  sich  der  Be-
schwerdeführer bezüglich seiner Einreise in die Schweiz in Widersprü-
che verstrickte, indem er einmal vorbrachte, die Grenze in B._______ 
mit  dem Autobus überquert  zu haben (vgl. act. A1 S. 8),  an anderer 
Stelle  jedoch  darlegte,  ganz  normal  zu  Fuss  die  Grenze  von 
B._______ überquert zu haben (vgl. act. A15 S. 12) sowie auf Vorhalt 
sogleich - in unrealistischer Weise - geltend gemacht hat, ein bisschen 
zu Fuss und ein bisschen per Autobus die Grenze passiert zu haben 
(vgl. act. A15 S. 12) sowie auf nochmalige Nachfrage hin die ebenso 
unplausible Antwort gab, als er gesagt habe, er ersuche um Asyl, habe 
er dies stehend getan (vgl. act. A15 S. 12),

dass dem BFM im Weiteren beizupflichten ist, dass nicht nachvollzieh-
bar  ist,  weshalb  der  Beschwerdeführer,  der  sich  angeblich  ein  Jahr 
lang ohne Identitätspapiere in Russland aufhalten konnte, sich seinen 
zu Hause befindlichen Reisepass nicht per Post oder persönlich durch 
seine Angehörigen (vgl. act. A1 S. 5, A15 S. 12 D97) hätte nach Russ-
land zukommen lassen können, 

dass seine diesbezüglichen - mitunter in der Beschwerde wiederholten 
- Erklärungen, die Post sei nicht zuverlässig und es sei ihnen nicht ge-
lungen, den Pass zuzusenden sowie seine Schwester habe aufgrund 
ihres noch jungen Alters nicht daran gedacht,  jemanden zu schicken 
und er habe auch niemanden zuverlässigen gekannt (vgl. act. A1 S. 5, 
A15 S. 12 D 97 bis D99) nicht stichhaltig erscheinen, zumal es etwa 

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auch  möglich  gewesen  wäre,  dafür  einen  Bekannten  oder  aber  ein 
privates Zustellungsunternehmen zu engagieren,

dass  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zum Verbleib  seiner 
Papiere  und  seines  Reisewegs  demnach  nicht  glaubhaft  erscheinen 
und - in Übereinstimmung mit dem BFM - davon auszugehen ist, der 
Beschwerdeführer sei mit Ausweisdokumenten, die er den schweizeri-
schen Behörden vorenthält, aus seiner Heimat ausgereist, 

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demzufolge  nicht  gelingt,  für  das 
Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren innerhalb der Frist 
von 48 Stunden, entschuldbare Gründe darzulegen,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches im 
Kern vorbrachte, nach den am 19. Februar 2008 erfolgten Präsident-
schaftswahlen, bei  denen er den Kandidaten Levor Ter-Petrosjan un-
terstützt habe, habe er an den nachfolgenden Demonstrationen teilge-
nommen und sei deshalb - wie etliche andere Teilnehmer auch - am 
1. März 2008 in einem Zeltlager in Erewan durch Polizisten verprügelt 
und danach polizeilich gesucht worden (vgl. act. A1 S. 5 f., A15 S. 4 f.), 

dass  für  die  weiteren Einzelheiten  des zur  Begründung des Asylge-
suchs geltend gemachten Sachverhalts auf  die Protokolle der Befra-
gung vom 27. März 2009 und der Anhörung vom 25. Mai 2009 und die 
angefochtene Verfügung zu verweisen ist,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht auf verschie-
dene Unglaubhaftigkeitsmerkmale in der Gesuchsbegründung des Be-
schwerdeführers hinweist,

dass  dabei  hervorzuheben  ist,  dass  der  Beschwerdeführender  nicht 
nur  etwa bezüglich  seiner  politischen Aktivitäten  und  seines  Motivs, 
sich für die Partei des damaligen Kandidaten Petrosjan zu engagieren, 
vage und ungereimte Aussagen machte (vgl. act. A1 S. 5 f., A15 S. 4 
und S. 11), sondern - ausser der Partei von Petrosjan und des gewähl-
ten Kandidaten Sargsjan - keine weiteren an der Wahl beteiligten Kan-
didaten oder Parteien nennen konnte (vgl. act. A1 S. 6, A15 S. 6 f.) so-
wie -  trotz seiner angeblichen Teilnahme an den wegen angeblichen 
Wahlbetrugs durchgeführten Demonstrationen vom Februar/März 2008 
- nicht einmal in der Lage war, die Prozentsätze der Stimmen des Sie-
gers Sargsjan oder aber jene des unterlegenen Kandidaten Petrosjan, 
den er befürwortete, richtig zu beziffern (vgl. act. A15 S. 8), 

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dass sich nebst den vom BFM aufgeführten Ungereimtheiten weitere 
Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Sachverhaltsvorbringen  des  Be-
schwerdeführers feststellen lassen, indem dieser anlässlich der Erst-
befragung behauptete, am 10. Februar 2008 sei ihm in H._______ sein 
Pass abgenommen worden, dennoch habe er wegen der chaotischen 
Situation wählen können (vgl. act. A1 S. 5 f.), demgegenüber an der 
einlässlichen Befragung zu Protokoll gab, er habe trotz fehlenden Pas-
ses wählen können, da die Polizisten ihn gekannt hätten (vgl. act. A15 
S. 7), 

dass er zudem einmal darlegte, den Pass habe man ihm zurückgege-
ben, als er bereits nach Russland unterwegs gewesen sei, (vgl. act. A1 
S. 6), an anderer Stelle aber vorbrachte, unmittelbar nach den Wahlen, 
als er noch in Erewan gewesen sei, habe ihm ein Führungsmitglied der 
Partei  namens  I._______  etwa  am  21.  oder  am  22.  Februar  2008 
mitgeteilt, dass er die Pässe wieder erhalten habe (vgl. act. A15 S. 4), 

dass  der  Beschwerdeführer  entgegen  der  Argumentation  in  der  Be-
schwerde in der Befragung im EVZ und insbesondere in der Anhörung 
zu seinen Asylgründen detailliert  befragt  wurde,  er  diese zudem frei 
schildern konnte und auf entsprechende Nachfragen hin Gelegenheit 
erhielt, seine Vorbringen zu präzisieren (vgl. act. A15 S. 4 ff.), 

dass in der Beschwerde keine stichhaltigen Einwände oder Argumente 
geltend  gemacht  werden,  die  allenfalls  zu  einer  von  derjenigen  des 
BFM abweichenden  Beurteilung  des  zur  Begründung  des  Asylgesu-
ches geltend gemachten Sachverhalts führen könnten, 

dass sich die Ausführungen in der Beschwerde hauptsächlich darin er-
schöpfen, Fragmente des vom Beschwerdeführers in den Befragungen 
bereits  dargelegten  Sachverhaltes  zu  wiederholen  und  pauschal 
darauf zu verweisen, dieser habe glaubwürdig, nachvollziehbar, über-
einstimmend und stichhaltig seine Asylgründe vorgebracht, ohne sich 
jedoch  mit  dem vom BFM angeführten  Unglaubhaftigkeitselementen 
auseinanderzusetzen, 

dass unter diesen Umständen festzuhalten bleibt, dass das Bestehen 
der  Flüchtlingseigenschaft ohne  weiteres  ausgeschlossen  werden 
kann und zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c 
AsylG offensichtlich nicht notwendig sind,

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dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimatstaat drohen,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass - in Bestätigung der vorinstanzlichen Erwägungen - weder die all-
gemeine Lage im Heimatstaat noch individuelle Gründe auf eine kon-
krete Gefährdung des jungen Beschwerdeführers, der über Berufser-
fahrung und in Armenien mit seinen Grosseltern und seiner Schwester 
über ein tragbares Beziehungsnetz verfügt (vgl. act. A1 S. 1 f., A15 S. 
3), im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, 

dass sich der Vollzug der Wegweisung daher nicht als unzumutbar er-
weist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses  mit  vorliegendem  Entscheid  in  der  Hauptsache  gegenstandslos 
geworden dahinfällt, 

dass  die  Gesuche  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
und Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG - unge-
achtet der Frage der bis dato nicht belegten prozessualen Bedürftigkeit 
des Beschwerdeführers -  zufolge Aussichtslosigkeit der gestellten Be-
schwerdebegehren abzuweisen sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und 
Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Beila-
gen: angefochtene Verfügung im Original, Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N_______ 
(per Kurier; in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand:

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