# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a8f578c-a139-5371-b876-c547c0a0f5ff
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 01.12.2011 SB110394
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110394_2011-12-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110394-O/U/eh 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Vorsitzender, lic. iur. R. Naef und 

Ersatzoberrichter lic. iur. E. Leuenberger sowie die juristische  

Sekretärin lic. iur. N. Burri 

 

Urteil vom 1. Dezember 2011 

 
in Sachen 

 
1. A._____,  
2. B._____,  
Angeklagte und Appellanten 

1  verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

2  verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 
gegen 

 
Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin Dr. iur. U. Frauenfelder Nohl,  

Anklägerin und Appellatin 

 

betreffend  

fahrlässige schwere Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil der Einzelrichterin in Strafsachen des Bezirkes  
Zürich vom 13. Dezember 2010 (GG100432) 

 

-   2   - 

Anklage: 
(Urk. HD 23 und 24) 

Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 28. September 

2010 und 13. Oktober 2010 sind diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

(Urk. 56) 

 

Die Einzelrichterin erkennt: 

1. a) Der Angeklagte A._____ ist schuldig der fahrlässigen schweren Körper-

verletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB. 

 b) Der Angeklagte B._____ ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne 

von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.  

  Der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 

Abs. 2 StGB ist der Angeklagte B._____ nicht schuldig und wird dies-

bezüglich freigesprochen. 

2. a) Der Angeklagte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Ta-

gessätzen zu Fr. 120.– (entsprechend Fr. 3'600.–). 

 b) Der Angeklagte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Ta-

gessätzen zu Fr. 260.– (entsprechend Fr. 5'200.–). 

3. a) Der Vollzug der Geldstrafe des Angeklagten A._____ wird aufgescho-

ben und die Probezeit auf zwei Jahre angesetzt. 

b) Der Vollzug der Geldstrafe des Angeklagten B._____ wird aufgescho-

ben und die Probezeit auf zwei Jahre angesetzt. 

 

-   3   - 

4. Es wird festgestellt, dass der Angeklagte A._____ dem Geschädigten im 

Grundsatz zu 70 % schadenersatzpflichtig ist. Bezüglich der Bestimmung 

der Höhe wird der Zivilanspruch des Geschädigten (Schadenersatz) auf den  

Zivilweg verwiesen. 

5. Der Angeklagte A._____ wird verpflichtet, dem Geschädigten Fr. 7'000.– als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

6. Dem Angeklagten B._____ wird eine reduzierte Entschädigung von 

Fr. 4'800.– (zzgl. MwSt) aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Polizei   

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung 

Fr. 863.90   Auslagen Untersuchung 

Fr. 7'208.35   unentgeltliche Geschädigtenvertretung 
 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten, einschliesslich derjenigen der Untersuchung und der unentgelt-

lichen Geschädigtenvertretung, werden dem Angeklagten A._____ zu 4/5 

und dem Angeklagten B._____ zu 1/5 auferlegt. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Angeklagten A._____: 

 (Urk. 75 S. 1) 

1. Es sei mein Mandant in Abänderung von Ziff. 1 bis 3 des vorinstanzlichen 

Urteils von Schuld und Strafe freizusprechen. 

-   4   - 

2. Es sei in Abänderung von Ziff. 4 und 5 auf die Zivilforderungen nicht  

einzutreten. 

3. Es seien in Abänderung von Ziff. 7 und 8 die Kosten inkl. der unentgeltlichen 

Geschädigtenvertretung für beide Verfahren auf die Staatskasse zu nehmen 

und es sei mein Mandant eine Parteientschädigung von CHF 7'791.75  

inkl. MwSt. auszurichten. 

b) Der Verteidigung des Angeklagten B._____: 

(Urk. 77 S. 1f.; Prot. II S. 41) 

1. Es sei Vormerk zu nehmen, dass der erstinstanzliche Freispruch betreffend 

den Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung in Rechtskraft  

erwachsen ist. 

2. Der Appellant sei vom Vorwurf der versuchten Nötigung im Sinne von  

Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB freizusprechen. 

3. In Abänderung von Dispositiv 6 sei ihm eine angemessene Entschädigung 

zuzusprechen. 

4. In Abänderung von Dispositiv Ziffer 8 seien die gesamten Kosten des  

Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen. 

c) Des Geschädigtenvertreters: 

(Urk. 72; schriftlich) 

Die beiden Appellationen seien unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzu-

weisen und das Urteil vom 13. Dezember 2010 sei zu bestätigen. 

d) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 53; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

-   5   - 

Das Gericht erwägt: 

1. Prozessverlauf 

1.1. Am 2. Juni 2008 wurde der Geschädigte C._____ auf dem Flachdach der 
Liegenschaft D._____-Strasse in Z._____ durch eine Last des Autokrans gegen  

einen Kamin gedrückt und schwer verletzt. Der Kran wurde vom Lastwagen aus 

vom Angeklagten A._____ gelenkt. Die Stadtpolizei Zürich rapportierte gegen den 

Angeklagten A._____ wegen „Arbeitsunfall durch Einklemmen eines Arbeiters 

zwischen Kranladung und Kamin“ (HD Urk. 1).  

1.2. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl stellte das Verfahren wegen fahrlässiger 
Körperverletzung mit Verfügung vom 30. März 2009 mangels Strafantrag ein  

(HD Urk. 10). Dieses "Abwürgen" der Strafuntersuchung ist schon angesichts der 

im Polizeirapport aufgeführten Verletzungen des Geschädigten (Rippenfraktur 

links, Lungenverletzungen, Leberverletzungen, alle Bänder am linken Knie und 

linken Fuss gerissen; HD Urk. 1 S. 1) absolut unverständlich. Als geradezu mut-

willig muss die Verfahrenseinstellung qualifiziert werden, wenn die damals (schon 

vorliegende) Krankengeschichte betrachtet wird („Rippenserienfraktur rechts mit 

Pneumothoraces bds. und eine aktiv blutende Leberruptur“, HD Urk. 15/1 S. 2). 

Auch der Austrittsbericht der Rehaklinik E._____ vom 10. Oktober 2008 spricht 

Bände. Zu diesem Zeitpunkt war der Geschädigte immer noch zu 100 % arbeits-

unfähig (HD Urk. 15/6 S. 2). So kann es denn auch nicht verwundern, dass im 

Arztbericht vom 6. November 2009 zur Frage der Lebensgefahr ausgeführt wird: 

„Leberriss, Pneumothorax und Thrombose der unteren Hohlvene mit Lungen-

embolie sind potentiell lebensbedrohliche Verletzungen, welche eine notfaIImäs-

sige kompetente unfallchirurgische Versorgung notwendig machen.“ (HD  

Urk. 15/22 S. 1). Angesichts dieser Umstände muss die wider besseres Wissen 

erfolgte Einstellung des Verfahrens schlicht als skandalös und eines Rechts-

staates als unwürdig bezeichnet werden. Letztlich würde sich die Frage der  

Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB stellen, hätte doch eine Straf-

verfolgung bei nicht angefochtener Einstellungsverfügung – wenn überhaupt – nur 

unter sehr erschwerten Bedingungen wieder aufgenommen werden können. 

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Nachdem der Geschädigte gegen die Einstellung des Verfahrens Rekurs erhoben 

hatte (HD Urk. 11/1 und 11/2), hob das Obergericht des Kantons Zürich, III. Straf-

kammer, Geschäfts-Nr. UK090132, die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-

schaft Zürich-Sihl mit Beschluss vom 29. Mai 2009 auf und wies die Anklagebe-

hörde an, die Frage des Eintritts einer von Amtes wegen zu verfolgenden  

schweren Körperverletzung zu prüfen (HD Urk. 11/4).  

Nach nun durchgeführter Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

gegen den Angeklagten A._____ am 28. September 2010 Anklage wegen fahr-

lässiger schwerer Körperverletzung (HD Urk. 23).  

Am 13. Oktober 2010 erhob die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zudem Anklage 

gegen B._____ wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung, weil er seinen 

beiden unfallbeteiligten Mitarbeitern C._____ und A._____ nicht alle Arbeitsmittel 

zur Verfügung gestellt habe, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand 

der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen waren, 

um den Bauunfall zu vermeiden, so insbesondere den Beteiligten Funkgeräte zu 

überlassen. Ferner wird dem Angeklagten B._____ versuchte Nötigung vorgewor-

fen, weil er am 12. Juni 2009 den Geschädigten aufgefordert habe, im laufenden 

Strafverfahren wahrheitswidrig auszusagen, dass ihm beim Bauunfall vom 2. Juni 

2008 Funkgeräte zur Verfügung gestanden seien, ansonsten er dem Bruder des 

Geschädigten, F._____, die Stelle kündigen werde, wobei es ihm trotz des so 

aufgebauten Drucks auf den Geschädigten nicht gelang, ihn zu den verlangten, 

wahrheitswidrigen Aussagen zu veranlassen (HD Urk. 24). 

1.3. Die Vorderrichterin sprach nach der am 6. Dezember 2010 durchgeführten 
Hauptverhandlung (Prot. I S. 3 ff.) den Angeklagten A._____ mit Urteil vom 13. 

Dezember 2010 der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 

125 Abs. 2 StGB schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von  

30 Tagessätzen zu Fr. 120.-, unter Aufschub des Vollzugs der Geldstrafe und  

Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Ferner stellte die Einzelrichterin fest, 

dass der Angeklagte A._____ dem Geschädigten im Grundsatz zu 70 % scha-

denersatzpflichtig ist. Bezüglich der Bestimmung der Höhe wurde der Zivilan-

spruch des Geschädigten auf den Zivilweg verwiesen. Zudem wurde der Ange-

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klagte A._____ verpflichtet, dem Geschädigten Fr. 7'000.- als Genugtuung zu be-

zahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren abgewiesen (Urk. 56 S. 

40 f.).  

Der Angeklagte B._____ wurde der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf 

der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB 

wurde er indessen freigesprochen. Bestraft wurde er mit 20 Tagessätzen Geld-

strafe zu Fr. 260.-. Auch bei diesem Angeklagten schob die Vorderrichterin den 

Vollzug der Geldstrafe auf und setzte eine Probezeit von zwei Jahren an (a.a.O.). 

1.4. Mit Eingaben vom 15. Dezember 2010 (B._____) resp. 23. Dezember 2010 
(A._____) liessen die beiden Angeklagten Berufung erklären. Nachdem beide  

Angeklagten Freisprüche beantragen, liegen keine Einschränkungen der  

Berufungen vor (Urk. 38 und 40). 

Nach Zustellung des begründeten Entscheid am 22. März 2011 (Urk. 47/2 und 

47/3) liessen die beiden Angeklagten mit Eingaben vom 7. resp. 8. April 2010 

fristgerecht die Beanstandungen nennen (Urk. 48 und 49).  

Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl beantragte mit Eingabe vom 21. April 2011 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und teilte gleichzeitig Verzicht auf  

Beweisanträge mit (Urk. 53). 

Mit Verfügung vom 1. Juni 2011 überwies die Vorderrichterin das Verfahren dem 

Obergericht zur Behandlung der Berufung (Urk. 55). 

1.5. Innert der vom Obergericht am 27. Juni 2011 angesetzten Frist liess der  
Angeklagte B._____ die Einvernahme eines Zeugen beantragen (Urk. 59). Der  

Angeklagte A._____ liess seinerseits am 6. Juli 2011 Beweisanträge stellen (Urk. 

64). Sodann reichte er das Datenerfassungsblatt samt Beilagen ein (Urk. 63/1 – 

63/5). Die Unterlagen des Angeklagten B._____ gingen am 7. Juli 2011 beim 

Obergericht ein (Urk. 67/1). Am 19. Juli 2011 wurde ferner den beiden Angeklag-

ten mitgeteilt, dass über die Beweisanträge anlässlich der Berufungsverhandlung 

entschieden werde (Urk. 69). 

-   8   - 

2. Prozessuales  

2.1. Anwendbares Prozessrecht 

Das Urteil der Vorinstanz datiert vom 13. Dezember 2010. Am 1. Januar 2011 ist 

die Schweizerische Strafprozessordnung in Kraft getreten. Gemäss Art. 453  

Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung werden Rechtsmittel gegen 

Entscheide, welche vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt wurden, nach  

bisherigem Recht von den bisher zuständigen Behörden beurteilt. Demgemäss 

kommt vorliegend das kantonale Prozessrecht (StPO/ZH und GVG/ZH) zur  

Anwendung. 

2.2. Berufungsumfang 

Der Freispruch des Angeklagten B._____ von der fahrlässigen schweren Körper-

verletzung wurde nicht angefochten, weshalb dieser Freispruch in Rechtskraft  

erwachsen ist (Dispositivziffer 1b) 2. Absatz). Von den beiden Angeklagten unan-

gefochten geblieben ist weiter die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-

ziffer 7). Im Übrigen wurde gegen sämtliche Dispositivziffern Beanstandungen  

erhoben (Urk. 48 und Urk. 49). Der Geschädigte hat weder Berufung noch  

Anschlussberufung erhoben. Als Konsequenz der beantragten Freisprüche gelten 

auch die von der Vorinstanz ausgesprochenen Sanktionen (Dispositivziffern 3 und 

4) sowie die Verpflichtung des Angeklagten A._____ zur Leistung von Schaden-

ersatz und Genugtuung (Dispositivziffern 5 und 6) als angefochten. 

Auf die einzelnen Vorbringen der beiden Angeklagten in den Beanstandungs-

schriften wird in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen sein.  

2.3. Beweisanträge 

Innert der mit Präsidialverfügung vom 27. Juni 2011 (Urk. 59) angesetzten Frist 

liess der Angeklagte B._____ mit Eingabe vom 30. Juni 2011 (Urk. 61) den  
Beweisantrag betreffend Zeugeneinvernahme von G._____ im Berufungsverfah-

ren stellen. Der Angeklagte A._____ liess mit Eingabe vom 6. Juli 2011 (Urk. 64) 

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die Beweisergänzung durch Einvernahme der Zeugen C._____ und G._____ so-

wie die Einholung eines Gutachtens betreffend den Unfallhergang beantragen. 

2.3.1. Zeugeneinvernahme von G._____ 

Beide Angeklagten beantragen die Einvernahme von G._____ als Zeuge,  

allerdings zu unterschiedlichen Fragen. 

Der Angeklagte B._____ beantragt die Befragung von G._____ über des Verhal-
ten von F._____ am Arbeitsplatz, seinen Umgang mit Kollegen und seine Arbeits-

leistung. Der Angeklagte will mit der Einvernahme dieses Zeugen die wahren 

Gründe für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses von F._____ durch die 

H._____ AG untermauern. Er macht geltend, die Kündigung von F._____ durch 

ihn als Vertreter der H._____ AG sei alleine durch dessen zunehmend schlechte-

re Arbeitsleistung motiviert gewesen. 

Bereits vor Vorinstanz hatte der Angeklagte B._____ die Einvernahme von 

G._____ zur Frage der Kündigung der Arbeitsverhältnisses zu F._____ aufgrund 

mangelnder Arbeitsleistung beantragt. Die Vorinstanz hat mit zutreffender  

Begründung auf die Einvernahme dieses Zeugen verzichtet. Der Argumentation 

der Vorinstanz ist beizupflichten (Urk. 56 S. 4, § 161 GVG/ZH). Insbesondere ist 

darauf hinzuweisen, dass selbst wenn die Kündigung des Arbeitsverhältnisses 

durch schlechte Arbeitsleistung motiviert war, daraus keine klaren Schlüsse für 

oder gegen den Nötigungsvorwurf gezogen werden können. 

Der Angeklagte A._____ beantragt die Zeugeneinvernahme von G._____ zur 
Frage, ob es zutrifft, dass ihm F._____ mitgeteilt habe, dass C._____ ihm erklärt 

habe, er sei mit einem Bein im kleinen Lüftungskamin gestanden, sei von der La-

dung getroffen worden und an den Metallkamin geschleudert worden. Der Ange-

klagte will damit dokumentieren, dass der Geschädigte ein Verhalten an den Tag 

gelegt hat, welches krass jedwelchem Sicherheitsdenken widerspricht. Diesbe-

züglich ist in Erinnerung zu rufen, dass der Geschädigte im Unfallzeitpunkt allein 

auf dem Dach war. Weder der Angeklagte A._____ noch irgendwelche Dritt-

personen, insbesondere nicht der Bruder des Geschädigten oder G._____, kön-

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nen Angaben über den Unfallhergang machen. Dass der Geschädigte, bevor er 

von der Ladung getroffen wurde, irgendwo zwischen der Ladung und dem  

Kamin gestanden sein muss, ist aufgrund seiner Lage nach dem Unfall beim  

Eintreffen der Polizeifunktionäre (Urk. HD 13/2 Blatt 4 und Blatt 9) naheliegend 

und stimmt mit der Aussage des Geschädigten in der polizeilichen Befragung 

überein, wonach er fast über dem kleinen Kamin gestanden habe, er habe  

verhindern wollen, dass der Kamin beschädigt werde und er sich vor den kleinen 

Kamin gestellt habe, damit er die Ladung habe vom Kamin wegdrücken können 

(HD Urk. 5 S. 3). Dass er durch die Ladung an den Metallkamin gedrückt wurde, 

ist aufgrund der darauf festgestellten Blutanhaftungen und Eindellung ebenfalls 

erstellt (HD Urk. 13/2 Blatt 4). Es ist jedenfalls beim heutigen Aktenstand nicht zu 

erkennen, was eine Zeugenaussage von G._____ betreffend Hörensagen über 

die angebliche Äusserung des Geschädigten gegenüber seinem Bruder zur Klä-

rung des Unfallherganges beitragen könnte, zumal die angebliche Äusserung des 

Geschädigten gegenüber seinem Bruder (mit der Ausnahme dass er ein Bein im 

Kamin gehabt haben soll) mit der Aussage des Geschädigten in der  

polizeilichen Einvernahme übereinstimmt. Dass er ein Bein im Kamin gehabt  

haben soll, ist völlig unplausibel, hätte er dadurch doch seine Bewegungsfreiheit 

massiv und völlig unnötig eingeschränkt. Abzustellen ist auf die Aussage des  

Geschädigten in der polizeilichen Einvernahme. Von einer Zeugeneinvernahme 

von G._____ ist abzusehen. 

2.3.2. Einholung eines Gutachtens 

Aufgrund eines Gutachtens über den Unfallhergang will der Angeklagte A._____  
dartun, dass die Ursache des Unfalles im ausschliesslichen Eigenverschulden 

des Geschädigten gelegen habe (Urk. 64 S. 2).  

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass ein Vorbericht des Wissenschaftlichen  

Dienstes der Stadtpolizei vom 17. Juli 2008 bei den Akten liegt (HD Urk. 14/1). 

Dieser Bericht kommt aufgrund der angetroffenen Situation, der gefunden Spuren 

und dem Gesamtspurenbild zum Schluss, das Gerüstpaket mit einem Gewicht 

von 1260 kg sei teilweise auf dem Dach aufliegend (Dachkies in den "Balken-

hohlräumen", separierte rotes Kunststoff-Bruchstück der Schutzkappen von  

-   11   - 

Balken-Stirnseite) resp. in geringer Höhe über das Dach (Anprallstellen an der 

Lüftung, am Kanalisations-Entlüftungsrohr und am braunen Metallkamin) in  

Richtung vorderer Hausfassade resp. Lastwagenstandort verschoben worden, 

dabei habe das Gerüstpaket gegen die vorgenannten Objekte gestossen.  

Aufgrund der Blutanhaftungen am Metallkamin und an den Metallgerüst-

komponenten vom Gerüstpaket könne geschlossen werden, dass der Geschädig-

te zwischen dem Gerüstpaket und dem Kamin eingeklemmt worden sei (Urk.  

HD 14/1 S. 5).  

Der Vorbericht des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich stellt kein 

Gutachten im Sinne von §§ 109 ff. StPO/ZH dar. Er ist somit als Beweismittel 

nicht verwertbar. Allerdings ist der Unfallhergang aufgrund der Aussagen der  

Beteiligten, der dokumentierten Situation auf dem Dach des Hauses und dem 

Standort des Lastwagens derart klar, dass es zum Unfallablauf keiner weiteren 

Beweismittel mehr bedarf, insbesondere keines Gutachtens. Soweit erforderlich, 

wird unter dem Titel „Sachverhalt“ noch auf die Ausführungen des Verteidigers 

zurückzukommen sein.  

2.3.3. Zeugeneinvernahme des Geschädigten 

Ausserdem beantragt der Angeklagte A._____ die erneute Einvernahme des  
Geschädigten als Zeuge, damit sich das Gericht ein persönliches Bild über  

dessen Aussageverhalten und seine Glaubhaftigkeit machen könne. Auf eine  

erneute Einvernahme des Geschädigten ist zu verzichten. Das Gericht kann sich 

aufgrund der in der Untersuchung durchgeführten Einvernahmen ein Bild über  

die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Geschädigten machen. Es ist nicht zu  

erwarten, dass eine erneute Befragung des Geschädigten neue Erkenntnisse 

bringen würden, zumal heute über drei Jahre seit dem Unfall vergangen sind. Für 

die Beurteilung des Unfallgeschehens ist auch ein persönlicher Eindruck des  

Gerichtes vom Geschädigten nicht geeignet, eine Klärung des Ablaufes herbeizu-

führen.  

 

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3. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

3.1. Fahrlässige schwere Körperverletzung (Angeklagter A._____) 

Es kann vorab auf die ausführlichen und vollständigen Ausführungen der Vorder-

richterin zum vorgeworfenen Sachverhalt, bestrittener Sachverhalt, Tatbestands-

voraussetzung und tatbestandsmässiger Erfolg verwiesen werden (Urk.56 4 ff. 

Ziff. A.1.-4.1., § 161 GVG/ZH).  

Im Folgenden wird zunächst von den Aussagen des Angeklagten A._____ ausge-

gangen, die insofern als glaubhaft erscheinen, als angenommen werden darf, 

dass er sich nicht selber zu Unrecht eines fehlerhaften Verhaltens bezichtigen 

würde. 

3.1.1. Es kann kein Zweifel bestehen, dass der Geschädigte verletzt wurde, 
nachdem der Angeklagte mit dem Anheben der Last begonnen hat. Die Last be-

wegte sich ganz offensichtlich nicht nur vertikal, sondern bis zu einem bestimmten  

Grade auch horizontal, so dass der Geschädigte weg- und gegen den Kamin  

gedrückt wurde, sei es, dass sich die Ladung von hinten nach vorne (gegen die 

Dachkante wo der Lastwagen stand) bewegte oder sei es, dass sich die Ladung 

drehte. Das auf dem Dach vorgefundene Spurenbild lässt keinen anderen 

Schluss zu (HD Urk. 13/2 Blatt 4 und Blatt 9). Der Angeklagte A._____ sagte bei 

der Polizei aus, als er langsam mit dem „Aufziehen“ begonnen habe, sei es ihm  

irgendwann „komisch“ vorgekommen, weil er die „Beige“ immer noch nicht habe 

sehen können. Er habe den Motor mit dem Notknopf abgestellt, und „in diesem 

Moment sah ich wie die ‚Beige’ kam. Es ‚chroste’ wegen dem Kies auf dem Dach 

und ich sah das Material hin und her schaukeln. Es gab irgendwie nach.“ (HD  

Urk. 4 S. 2). Die Richtigkeit dieser Aussagen bestätigte er in der staatsanwalt-

schaftlichen Befragung vom 7. September 2009 HD Urk. 12/2 S. 1). Die horizonta-

le Bewegung bestätigte der Angeklagte zumindest indirekt: Er wies darauf hin, 

dass die letzte Ladung Kies drin gehabt habe (vgl. dazu HD Urk. 13/2 Blatt 8), 

was zeige, dass die Ladung eben nicht ab Boden gewesen sei, sondern dass sie 

hinten ca. 20 cm ab Boden gewesen sei und vorne eben nicht (HD Urk. 12/11  

S. 3).  

-   13   - 

Die horizontale Bewegung wurde auch vom Geschädigten bestätigt: Als Zeuge 

sagte er aus, die Ladung habe sich zunächst etwas nach vorne, Richtung  

Lastwagen bewegt (HD Urk. 12/4 S. 6). 

Abgesehen davon lag die Ladung (vom Lastwagen her gesehen) auf der hinteren 

Seite des Daches (vgl. HD Urk. 13/2 Blatt 5) und der Geschädigte stand beinahe 

über dem Lüftungsschacht (HD Urk. 5 S. 3). Das kann nur bedeuten, dass sich 

die Ladung von hinten nach vorne bewegte oder sie sich entsprechend drehte 

und der Geschädigte so gegen den Kamin gedrückt wurde.  

Wäre die Last nicht angehoben worden, hätte sie sich nicht gegen vorne bewegt 

resp. sich entsprechend gedreht. Das Hochheben der Last bewirkte letztlich die 

horizontale Bewegung (unabhängig davon, ob sich die Last von hinten nach vorne 

bewegte oder ob sie sich entsprechend drehte) und als Folge davon die  

Verletzungen beim Geschädigten, weil er durch die Last gegen den Kamin  

gedrückt wurde. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Handeln 

des Angeklagten A._____ und den Verletzungen des Geschädigten ist unzweifel-

haft gegeben. 

3.1.2. Wenn die Vorderrichterin ausführt, es sei vorliegend keine gesetzliche 
Norm ersichtlich, welche das inkriminierte Verhalten des Angeklagten A._____  

sanktioniere (Urk. 56 S. 9), so kann dem nicht zugestimmt werden. Art. 27 der 

Verordnung über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerin-

nen und  Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (BauAV, SR 832.311.141), die auch für 

abschliessende Arbeiten gilt (Art. 2 lit. a BauAV), hält fest, dass Transportanlagen 

so einzurichten und in Stand zu halten sind, dass zwischen dem Personal, das die 

Anlagen steuert, und jeder Stelle, die bedient wird, direkte Sichtverbindung  

besteht. Wenn dies wegen der örtlichen Verhältnisse nicht möglich ist, muss ein 

zuverlässiges Kommunikationssystem eingerichtet werden. Sodann beaufsichtigt 

die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) die Anwendung der  

Vorschriften über die Verhütung von Berufsunfällen für Autokrane (Art. 49 Abs. 2 

Ziff. 3 der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten, 

SR 832.30, VUV). In der Lerneinheit „Anschlagen von Lasten“ der SUVA ist in  

Ziff. 6 festgehalten, dass der Anschläger Sichtkontakt zum Kranführer haben  

-   14   - 

sollte. Nachdem der Kranführer vom Arbeitgeber an den am Arbeitsplatz vorhan-

denen Kranen und Anschlagmittel anzuleiten ist (Verordnung über die sichere 

Verwendung von Kranen, SR 832.312.15, Kranverordnung Art. 6 Abs. 3; EKAS  

[Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit] Richtlinie  

Nr. 6510, „Kranführerausbildung für das Bedienen von Fahrzeug- und Turm-

drehkranen“, Ziff. 4, Grundausbildung; sowie Broschüre der SUVA „Fahrzeug-

krane und Turmdrehkrane“, Anforderungen), muss davon ausgegangen werden, 

dass die Lerneinheit „Anschlagen von Lasten“ auch einem Kranführer (und nicht 

nur dem Anschläger) bekannt sein muss.  

Ferner hat der Angeklagte A._____ erklärt, er sei zusammen mit dem Angeklag-

ten B._____ dabei gewesen, als der Kranwagen bei den I._____ abgeholt worden 

sei. Es seien Unterlagen über Lastendiagramme und Sicherheitsvorschriften ab-

gegeben worden (Prot. I S. 11 f.; Prot. II S. 14). Dies wurde vom Angeklagten 

B._____ bestätigt: Man habe von der Lieferfirma eine Instruktion betreffend die 

Bedienung und die Sicherheit und ausserdem das Kranhandbuch erhalten. Das 

Ganze habe etwa einen halben Tag gedauert (Prot. I S. 19). Aus der vom Ober-

gericht beigezogenen „Betriebsanleitung, Hydraulischer Ladekran PK 72002, 

Ausgabe 01/2006) geht Folgendes hervor: 

- Das Befördern von Personen ist nur in einem dafür vorgesehenen Zusatzgerät 

(Arbeitskorb) erlaubt (Ziff. 1.2-6). 

- Arbeiten mit dem Kran ist nur in ordnungsgemäß abgestütztem Zustand zuläs-

sig. Vor dem Abstützen sind die Abstützausleger des Kranes und der Zusatzab-

stützung immer auf die volle Breite auszufahren (Ziff. 3.2-2). 

- Der Arbeitsbereich ist so zu wählen, dass Fahr- oder Gehwege, Strassen etc. 

die den Arbeitsbereich queren, während des gesamten Kraneinsatzes gesperrt 

werden, und dass alle Kranbewegungen sowie Be- und Entladestellen im Blick-

feld des Kranführers liegen und die Last ständig im Auge behalten werden 

kann. Sollte es nicht möglich sein, den gesamten Arbeitsbereich einzusehen, so 

ist der Kranführer verpflichtet, sich von einer dafür qualifizierten Person  

einweisen zu lassen (Ziff. 4.1-1). 

-   15   - 

- Der Kran soll grundsätzlich nur um Lasten zu heben und niemals zum Los-

reissen, Schlagen, Ziehen (Schleifen) von Lasten, Drücken und Fahren gegen 

Hindernisse oder zum Abschleppen von Fahrzeugen verwendet werden. Jeder 

Schrägzug ist verboten. Die angehobene Last ist so zu bewegen, dass diese 

nicht gegen den Kran oder andere Hindernisse stösst und nicht pendelt  

(Ziff. 4.2-1). 

Angesichts der Instruktion bei der Abnahme des Fahrzeugs muss davon ausge-

gangen werden, dass dem Angeklagten A._____ diese Sicherheitsbestimmungen  

bekannt waren. Abgesehen davon stand die Betriebsanleitung dem Angeklagten 

zur Verfügung (Prot. II S. 14).  

Zur Sorgfaltspflichtverletzung ist in der Anklageschrift einzig festgehalten, dass es 

der Angeklagte A._____ in pflichtwidriger Unvorsichtigkeit unterlassen habe, sich 

mit der Fernbedienung auf das Dach zu begeben (Urk. HD 23 S. 2). Dem Ange-

klagten A._____ wären jedoch noch weitere Sorgfaltspflichtverletzungen anzulas-

ten, welche jedoch nicht Eingang in die Anklageschrift gefunden haben.  

So ist es dem Angeklagten A._____ vorzuwerfen, dass er sich nicht selber einen 

Überblick über die Verhältnisse auf dem Dach verschaffte. Er hatte keine Ahnung, 

wo genau auf dem Dach sich die (letzte) Ladung befand, wie die örtlichen Ver-

hältnisse auf dem Dach aussahen und welche Hindernisse allenfalls vorhanden 

waren. Gemäss seinen eigenen Aussagen sah er die zwei „Kamine“ erst, als er 

auf das Dach geeilt war, um nach seinem (bereits verunfallten) Kollegen zu 

schauen (HD Urk. 12/2 S. 3). Er habe nicht gewusst, dass es oben einen Kamin 

gehabt habe, sonst wäre er oben gewesen (HD Urk. 12/12 S. 2; Prot. II S. 19).  

Weiter hatte der Angeklagte beim letzten Zug keine Sicht auf die zu hebende Last  

sowie den Geschädigten selbst (HD Urk. 12/2 S. 2). Er stellte sich mit der Fern-

bedienung des Krans auf die Ladebrücke (vgl. HD Urk. 13/2 Blatt 6), wo er aller-

dings keinen direkten Sichtkontakt auf die Ladung und den dort arbeitenden (die 

Ladung vorbereitenden und anschlagenden) Mitarbeiter hatte (HD Urk. 2/12 S. 2 

f.; Prot. II S. 18). Dies habe er einerseits aus Gewohnheit so gemacht – früher 

habe er Krane mit einem Hochsitz und ohne Fernbedienung benützt – und  

-   16   - 

andererseits habe er die Standfestigkeit des Krans im Auge behalten wollen, weil 

vorher ein anderer Autokran bei diesem Haus eingebrochen sei (HD Urk. 12/2  

S. 4). Er habe von unten nicht gesehen, „dass die Ladung schräg lag“ (HD Urk. 12/12 

S. 2). Heute erklärte er, er habe sich vor dem letzten Zug vom Lastwagen weg auf 

eine Erhöhung / Mauer begeben, damit er den Kranhaken so früh wie möglich 

hätte sehen können (Prot. II S. 19). Die Last war hinten auf dem Flachdach  

platziert, so dass der Hauptarm des Auslegers weit ausgefahren werden musste. 

Dem Angeklagten war bewusst, dass die Situation ungewöhnlich war, erwog er 

doch schon zu Beginn der Arbeit, auf andere Mitarbeiter zu warten, die in der  

Mittagspause waren (HD Urk. 2/12 S. 2).  

Ferner war dem Angeklagten bekannt, dass die Ladung vergleichsweise lang und 

schwer war (u.a. „Toka“ von 6,8 m Länge: HD Urk. 12/2 S. 2). Der Angeklagte  

erwog sogar, die Ladung wegen des Gewichts aufzuteilen (HD Urk. 12/2 S. 3). 

Der Geschädigte habe ihm gesagt, es sei ein „grosses Paket“, es ginge aber 

schon, ohne es aufzuteilen. Er habe den Geschädigten noch gefragt, ob er nach 

oben kommen solle, was dieser verneint habe. Die Idee, das restliche Material 

auch noch aufzuladen, sei vom Geschädigten gekommen, nicht von ihm (dem 

Angeklagten). Er (der Angeklagte) habe Bedenken angemeldet, ob die Ladung 

nicht zu schwer sei (HD Urk. 12/11 S. 2). Die letzte Ladung sei viel grösser als die 

vorherigen gewesen. Die anderen seien kleiner, höchstens drei Meter lang  

gewesen (Prot. I S. 7). Auch an der heutigen Berufungsverhandlung führte er aus, 

dass er C._____ gefragt habe, ob man aus der letzten Ladung nicht zwei  

Ladungen machen solle, weil dieser zusätzlich noch Schalttafeln und Kanthölzer 

habe drauf laden wollen. Es sei keine alltägliche Last gewesen, aber noch etwas  

Übliches (Prot. II S. 20). 

Der Angeklagte hat die Ladung hochzuheben begonnen, als er den Geschädigten 

nicht mehr sah, weil sich dieser wieder nach hinten zur Ladung begeben hatte. 

Als der Kran zu wippen begonnen habe, sei das das Zeichen für ihn gewesen, 

dass die Ladung angehoben gewesen sei. Als der Motor des Krans abgestellt 

gewesen sei, habe folgender Wortwechsel stattgefunden: „Dann rief ich wieder zu 
ihm rauf, er müsse mit mir reden, weil ich nichts sehen würde. Dann fragte ich ihn, ob die 

-   17   - 

Ladung schon ab Boden sei. Dann antwortete er ‚ja, 20 cm’. (…). Dann sagte er, er  

würde jetzt nach hinten gehen, um noch die Kanthölzer, welche unter der letzten Ladung 

lagen, auf die Ladung zu heben. Hernach würde er ‚auf’ rufen. Und dann kam ‚auf’, ,auf’, 

‚auf’“. Aus diesen Aussagen geht hervor, dass der Angeklagte A._____ weder den 

Geschädigten noch die Ladung sah, als er die Ladung endgültig vom Boden ab-

hob. In diesem Sinne sagte er bei der Vorinstanz sowie auch heute aus (Prot. I  

S. 8; Prot. II S. 21-24). Die Verständigung mit dem Geschädigten erfolgte durch 

Zurufen: Während der ganzen Aktion habe er den Motor niedertourig in Betrieb 

gehabt, weil der Kran so leiser arbeite. Während der Dialoge habe er den Motor 

ganz abgestellt. Man habe sich gut verstanden, man habe nicht schreien müssen. 

Funkgeräte habe man keine benützt, weil es keine gehabt habe und weil ja der 

Rufkontakt hergestellt gewesen sei (HD Urk. 12/2 S. 3 f.; Prot. II S. 23). An der 

heutigen Berufungsverhandlung führte er weiter an, dass er C._____ zwar gut 

verstanden habe, jener aber J._____ [Nationalität] sei und nicht perfekt deutsch 

spreche, weshalb die Kommunikation einfacher gewesen sei, wenn der Motor 

nicht gelaufen sei (Prot. II S. 26).  

Und schliesslich verfügte der Angeklagte A._____ nicht über die gemäss Kranver-

ordnung vom 27. September 1999 (SR 832.312.15, in Kraft seit 1. Januar 2000) 

geforderte Kranführerprüfung, was dem Angeklagten A._____ zwar in der Ankla-

geschrift (wiederum) nicht als Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen wird, ihm 

aber bedeutend anzulasten wäre. Der Angeklagte führte heute aus, er habe die  

Prüfung erst im Jahr 2010 absolviert. Zuvor habe er auch keinen Lernfahrausweis 

gehabt. Ihm sei erklärt worden, da er über langjährige Berufserfahrung verfüge, 

reiche es, wenn er die Prüfung im Jahr 2010 mache (Prot. II S. 9-13). Aufgrund 

dieser fehlenden Ausbildung im Zeitpunkt des Unfalls verfügte er nicht über  

ausreichende Kenntnis der zu beachtenden Vorschriften. Er räumte denn heute 

beispielsweise auch selber ein, dass er heute, nachdem er die Kranprüfung  

gemacht habe, zum Absperren eine rot/weisse Lampe hinhängen und "Hütli"  

stellen würde (Prot. II S. 17).  

Dass der Angeklagte A._____ es mit den Vorwürfen nicht so genau nahm, be-

leuchtet auch die Art und Weise, wie er seinem Mitarbeiter (dem Geschädigten) 

-   18   - 

ermöglichte, auf das Dach zu gelangen. So sagte er aus, er habe ihn mit dem 

Kran, mittels Rundlaufgurten, hochgezogen (HD Urk. 12/2 S. 1 f., S. 5; Prot. I S. 

7). Er führte in der Folge sogar aus, er hätte sich nötigenfalls selber mit dem Kran 

auf das Dach gehievt, um die Sache vor Ort anzusehen (HD Urk. 12/2 S. 5). Als 

Kranführer musste ihm aber bekannt sein, dass Personentransporte mit dem Kran 

grundsätzlich verboten sind (Art. 27 Abs 3 VUV; Art. 4 Abs. 5 Kranverordnung,  

Betriebsanleitung Ziff. 1.2.6.). Dass er vorher für diese Art des "Personentrans-

port" bei der SUVA schriftlich eine Ausnahmebewilligung eingeholt hätte (Art. 4 

Abs. 5 Kranverordnung, SUVA Broschüre "Fahrzeugkrane und Turmdrehkrane, 

"Anforderungen"), hat der Angeklagte nie geltend gemacht. Ferner hat der  

Angeklagte das Fahrzeug nicht ordnungsgemäss abgestützt, indem er die  

Abstützausleger nicht ausfuhr (vgl. HD Urk. 13/2 Blätter 2,3 und 7; Betriebsanlei-

tung Ziff. 3.2-2). Dazu gab er heute an, dass er wegen der Infrastruktur, dem  

angrenzenden Wiesenbord, die Abstützungsausleger nicht ganz habe ausfahren 

können. Aber das sei nicht relevant. Er habe gewusst, mit der Art von Aus-

stössen, die möglich waren, habe es gereicht (Prot. II S. 16). Und zu guter Letzt 

hat der Angeklagte A._____ auf eine Absperrung, wie sie im Handbuch beschrie-

ben wird, gänzlich verzichtet (vgl. HD Urk.  13/2 Blätter 2,3 und 7). Dies habe er  

nicht gemacht, weil es Mittag gewesen sei und keine Leute da gewesen seien. 

Auch habe er von seiner Position den Weg überschauen können (Prot. II  

S. 16f.).  

Zusammengefasst sind dem Angeklagten A._____ folgende Sorgfaltspflichtverlet-

zungen vorzuwerfen: Der Angeklagte verfügte nicht über die gesetzlich vorge-

schriebene Kranführerprüfung, weshalb er mangels Ausbildung die Vorschriften 

nur mangelhaft kannte. Weiter hat sich der Angeklagte nicht selber über die  

Situation auf dem Dach ins Bild gesetzt, er wusste nicht, dass sich auf dem Dach 

Hindernisse (Lüftungsschacht, Kamin) befanden. Dem Angeklagten war bekannt, 

dass es sich um eine schwere und lange Last handelte, die sich im (von ihm aus 

gesehen) hinteren Bereich des Daches befand. Trotz Bedenken und ungenügen-

der Abstützung des Krans verschaffte er sich vor dem Heben der Last nicht selber 

einen Überblick über die Situation. Der Angeklagte konnte von seinem Standort 

aus nicht selber beurteilen, ob der Haken des Krans senkrecht über der Last und 

-   19   - 

über der Mitte der Last stand. Damit konnte er auch nicht beurteilen, ob die Last 

senkrecht angehoben oder schräg weggezogen wird.  

Der Angeklagte beruft sich auf seine Ausbildungsunterlagen, wonach der  

Kranführer sich von einem instruierten Helfer mittels Sprache, Zeichengebung 

oder Funk einweisen zu lassen hat, wenn die Last für den Kranführer nicht sicht-

bar ist (Anhang zu HD Urk. 12/9). Dieser Einwand ist vorliegend unbehelflich. Die 

entsprechenden Vorschriften besagen nicht, dass der Kranführer sämtliche Vor-

bereitungen (Überblick verschaffen, Situation beurteilen, Anleitung des  

Anschlägers) unterlassen kann, wenn eine Kommunikation mittels Sprache oder 

Zeichengebung grundsätzlich möglich ist. Die anzuwendenden Vorschriften  

wollen sicherstellen, dass eine Kommunikation zwischen dem Helfer und dem 

Kranführer vorhanden ist, wollen aber nicht den Kranführer von seiner Hauptver-

antwortung entbinden.  

Es ergibt sich somit, dass der Angeklagte A._____ pflichtwidrig unvorsichtig han-

delte, als er bei der gegebenen Situation letztlich die Last mit dem Kran vom Dach  

abhob.   

All diese vorstehend genannten Sorgfaltspflichtverletzungen - mit Ausnahme, 

dass sich der Angeklagte hätte mit der Fernbedienung aufs Dach begeben sollen 

- sind jedoch in der Anklageschrift nicht umschrieben. Dass sich der Angeklagte 

mit der Fernbedienung nicht auf das Dach stellte, begründet für sich alleine keine 

pflichtwidrige Unvorsichtigkeit. Gemäss den Ausbildungsunterlagen zum Kranfüh-

rer ist bei fehlender Sicht eine Verständigung mittels Sprache, Zeichengebung 

oder Funk zu gewährleisten (vgl. Anhang zu Urk. HD 12/9). Es stellt sich daher 

die Frage einer Rückweisung der Anklage nach § 182 Abs. 3 StPO/ZH zur  

Ergänzung bzw. genaueren Umschreibung der dem Angeklagten A._____ vorzu-

werfenden Sorgfaltspflichtverletzung. Voraussetzung einer solchen Rückweisung 

ist jedoch unter Anderem, dass bei einer Ergänzung der Anklage mit grosser 

Wahrscheinlichkeit mit einer Verurteilung zu rechnen ist (vgl. Donatsch / Schmid, 

Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, N. 15. zu § 182). Daher 

sind nebst der Sorgfaltspflichtverletzung nachfolgend die weiteren Voraussetzun-

-   20   - 

gen für das Vorliegen von Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB zu  

prüfen.  

3.1.3. Alle Kommunikationsprobleme und das nicht sachgerechte Anheben der 
Last vom Dach wären ohne Weiteres vermeidbar gewesen, hätte sich der  

Angeklagte mit der Kran-Fernsteuerung an einen Ort begeben, an welchem er 

das Dach und den Kranwagen hätte beobachten können. Ein solcher Ort wäre 

beispielweise die Dachkante gewesen (vgl. HD Urk. 13/2, Blätter 2 – 4). Weiter 

hätte die Möglichkeit bestanden abzuwarten, bis die weiteren Mitarbeiter von der  

Mittagspause zurückkehrten. Mit nur einer Person mehr hätte die Kommunikation 

zwischen dem sich bei der Ladung befindlichen Geschädigten und dem auf dem 

Lastwagen stehenden Angeklagten entscheidend vereinfacht werden können,  

indem nicht nur eine verbale, sondern auch eine optische Kommunikation möglich 

gewesen wäre. Auf diese Weise wären Missverständnisse in der (bloss verbalen) 

Kommunikation ausgeschlossen gewesen. Hätte der Angeklagte die Situation auf 

dem Dach gekannt und sich durch einen geeigneten Standort oder durch Zuzug 

einer weiteren Person den nötigen Überblick verschafft, hätte er unzweifelhaft mit 

dem Anheben der Last zugewartet, bis sich der Geschädigte aus dem Gefahren-

bereich entfernt gehabt hätte. Und letztlich wäre die Verletzung des Geschädigten 

zumindest dadurch vermeidbar gewesen, dass der Angeklagte gewartet hätte, bis 

er den Geschädigten wieder im Blickfeld hatte. Der Angeklagte A._____ gab denn 

auch heute zu Protokoll, dass es nicht zum Unfall gekommen wäre, wenn er sich 

mit der Fernsteuerung auf dem Dach positioniert hätte. Auch räumte er ein, dass 

eine Drittperson, welche auf der Dachkante gestanden hätte, etwas für die Ver-

besserung der Kommunikation gebracht hätte (Prot. II S. 22 und 24).  

Das Fehlverhalten des Angeklagten A._____ war vorliegend geeignet, nach dem  

gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens den eingetrete-

nen Erfolg – die schwere Verletzung des Geschädigten – herbeizuführen oder 

zumindest zu begünstigen.  

3.1.4. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen der Voraussehbarkeit korrekt  
wiedergegeben (Urk. 56 S. 6). Darauf kann verweisen werden (§ 161 GVG/ZH). 

Entgegen der Vorinstanz ist jedoch das Vorliegen der Voraussehbarkeit für den 

-   21   - 

Angeklagten A._____ zu verneinen. Der Angeklagte arbeitete seit zehn Jahren 

mit dem Geschädigten zusammen. Sie waren ein eingespieltes Team (Prot. II S. 

19). Der Angeklagte A._____ beschreibt den Geschädigten als zuverlässigen und 

selbständigen Arbeitskollegen. 80 bis 90% der Arbeitszeit arbeiteten der Ange-

klagte und der Geschädigte zusammen und das Laden und Entladen von Waren 

auf Baustellen, bzw. die An- und Abtransporte, war deren Hauptaufgabe. Der  

Geschädigte hatte die Aufgabe des Anschlägers im Team. Der Angeklagte durfte 

daher aufgrund der langjährigen Berufserfahrung und Zusammenarbeit mit dem 

Geschädigten davon ausgehen, dass der Geschädigte ihm gesagt hätte, wenn 

der Ausleger zu wenig ausgefahren und der Kranhaken deshalb nicht zentral über 

der Ladung positioniert gewesen wäre. Es ist die Aufgabe des Anschlägers,  

demjenigen, der den Kran bedient, mitzuteilen, ob der Ausleger genügend ausge-

fahren ist, damit die Ladung nicht schräg angehängt wird. Im Zeitpunkt, als der 

Angeklagte die Ladung anhob, konnte er nicht voraussehen, dass die Last schräg 

angehängt ist. Der Geschädigte gab ihm das Kommando, die Ladung anzuheben. 

Dass die Ladung schräg angehängt war, ist eine rein retrospektive Erkenntnis. 

Dies war dem Angeklagten erst bewusst, nachdem die Last an einem Ende  

Kiesrückstände aufwies und aufgrund der erstellten Polizeifotos. Der Angeklagte 

durfte davon ausgehen, dass, wenn der Geschädigte ihm das Kommando "auf" 

gibt, die Ware korrekt angehängt ist. Auch durfte der Angeklagte darauf vertrauen, 

dass der Geschädigte ihm mitteilt, wenn auf dem Dach Hindernisse wie Kamine 

oder Lüftungsschächte bestehen, insbesondere wenn es sich um ein Flachdach 

handelt, bei welchem ein Kamin nicht ohne Weiteres zu erwarten ist. Wäre der 

Ausleger weiter ausgefahren und die Ladung somit korrekt zentral angehängt ge-

wesen, hätte die Ladung – wie die ersten 5 oder 6 Züge – ebenfalls problemlos 

von unten gesteuert werden können. Ebenso konnte der Angeklagte nicht voraus-

sehen, dass sich der Geschädigte mit langjähriger Berufserfahrung zwischen die 

Last und den Kamin begibt (eine der elementarsten Grundsätze) und dann das 

Kommando zum Heben der Last gibt. Insgesamt ist daher das Vorliegen der Vo-

raussehbarkeit zu verneinen, wenn auch darauf hinzuweisen ist, dass das vom 

Angeklagten A._____ gewählte Vorgehen alles andere als optimal war. Mit etwa 

mehr Aufwand, beispielsweise mit einem vorgängigen Augenschein durch den  

-   22   - 

Angeklagten auf dem Dach oder dem Kommando-Geben von der Dachkante aus 

mit gegenseitigem Sichtkontakt, hätte der Unfall vermieden werden können. 

3.1.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auch nach einer Ergänzung der 
Anklage und einer korrekten Umschreibung der dem Angeklagten vorzuwerfen-

den Sorgfaltspflichtverletzungen keine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Verurtei-

lung des Angeklagten A._____ besteht. Von einer Rückweisung zur Ergänzung 

der Anklage im Sinne § 182 Abs. 2 StPO/ZH ist daher abzusehen. 

3.1.6. Der Angeklagte A._____ ist deshalb vom Vorwurf der fahrlässigen schwe-
ren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 StGB freizusprechen. 

 

3.2. Versuchte Nötigung (Angeklagter B._____) 

3.2.1. Zum Sachverhalt kann auf die einlässlichen und sorgfältigen Erwägungen 
der Vorderrichterin verwiesen werden. Es wurden die vorhandenen Beweismittel 

zutreffend dargestellt und gewürdigt (Urk. 56 S. 15 ff., § 161 GVG/ZH). Die nach-

folgenden Ausführungen verstehen sich lediglich als Ergänzungen und Präzisie-

rungen. 

Der Angeklagte B._____ sagte aus, er habe, im Juni 2009 – also rund ein Jahr 

nach dem Unfall – von C._____ den Unfallhergang persönlich geschildert haben  

wollen (Urk. HD 12/1 S. 5). Er habe mit C._____ alles durchgespielt und habe 

wissen wollen, wie es habe passieren können (Prot. I S. 20). Auf der anderen  

Seite gab er an, er habe C._____ zwei bis drei Mal im Spital besucht (HD  

Urk. 12/13 S. 2). An der heutigen Berufungsverhandlung gab der Angeklagte 

B._____ an, der Gesundheitszustand habe es nicht zugelassen, vor dem Juni 

2009 mit C._____ über den Unfall zu sprechen. Im Spital habe er nicht über den 

Unfall gesprochen. Dort sei es um den Gesundheitszustand von C._____ gegan-

gen (Prot. II S. 32). Bemerkenswert ist indessen der zeitliche Konnex mit dem  

Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts vom 29. Mai 2009 (versandt am 

2. Juni 2009; HD Urk. 11/4). Darin wird u.a. erwähnt, dass der Rekurrent 

(C._____ ) eine Ausdehnung der Untersuchung auf den Arbeitgeber beantrage 

-   23   - 

(a.a.O. S. 4). Dass Funkgeräte hätten zur Verfügung stehen sollen, wurde sowohl 

in der Rekursschrift (HD Urk. 11/1) als auch in der Eingabe des Rechtsvertreters 

von C._____ vom 1. Mai 2009 (HD Urk. 11/2) thematisiert. Diese Rechtsschriften 

waren dem Angeklagten A._____ zur Vernehmlassung zugestellt worden (HD  

Urk. 11/3). Die inkriminierte Unterhaltung zwischen C._____ und dem Angeklag-

ten B._____ fand am 12. Juni 2009 statt. Vor der Rekurseingabe und dem  

Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts waren Funkgeräte nie ein  

Thema gewesen. Und mit dem genannten Beschluss erfuhr der Angeklagte 

B._____ auch erstmals, dass es zur Diskussion stand, auch ihn in die Strafunter-

suchung wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung miteinzubeziehen. Und 

ab diesem Zeitpunkt hatte der Angeklagte B._____ evidenterweise ein Interesse 

daran zu beweisen, dass ihn am Unfallhergang kein Verschulden, insbesondere 

keine Sorgfaltspflichtverletzung, trifft. Gemäss den glaubhaften Aussagen von 

C._____ habe der Angeklagte B._____ Teile aus einem Brief seines Anwalts 

(=Anwalt des C._____) vorgelesen (HD Urk. 12/5 S. 2 f.). Heute führte der Ange-

klagte B._____ aus, er könne sich nicht erinnern, ob er bei dem inkriminierten 

Gespräch aus dem Brief des Geschädigtenvertreters vorgelesen habe (Prot. II S. 

33). Gründe dafür, dass der Geschädigte erfunden haben soll, dass der Ange-

klagte B._____ aus dem Brief des Geschädigtenvertreters vorgelesen haben soll, 

sind keine ersichtlich. Im Gegenteil erscheint dies durchaus glaubhaft und wird 

auch vom Angeklagten B._____ nicht ausgeschlossen. Es ist wie bereits erwähnt 

offenkundig, dass der Angeklagte sich deshalb mit C._____ über den Unfallher-

gang und das Fehlen von Funkgeräten unterhalten wollte, weil er nun damit rech-

nen musste, selber als Angeschuldigter in das Verfahren einbezogen zu werden, 

und auf Grund der Eingaben von C._____ wusste er, dass das Vorhandensein 

von Funkgeräten eine Rolle spielen würde. Die Aussage des Angeklagten 

B._____, es sei (auch) darum gegangen, die künftigen Einsatzmöglichkeiten im 

Betrieb zu erörtern (HD Urk. 12/1 S. 5), erscheinen lediglich als Vorwand; im Kern 

ging es darum, sich mit C._____ über das Unfallgeschehen zu unterhalten. Auch 

an der Berufungsverhandlung führte der Angeklagte B._____ aus, es sei ihm da-

rum gegangen, endlich die Darstellung von C._____ betreffend den Unfallhergang 

zu hören. Andere Gründe für das Gespräch führte er nicht an (Prot. II S. 32). So 

-   24   - 

wird denn von der Zeugin K._____ als Grund für das Gespräch lediglich angege-

ben: „Es ging um den Unfallhergang. Irgendwann wurde eine Zeichnung gemacht, in 
welcher der Materiallageort und der Standort von F._____ eingezeichnet worden war.“ 
Von einer zukünftigen Einsatzmöglichkeit von C._____ sprach die Zeugin nicht  

(HD Urk. 23/3 S. 3 f.).  

Das Motiv für das dem Angeklagten B._____ zur Last gelegte Verhalten liegt so-

mit auf der Hand: Er wusste, dass er in die Strafuntersuchung einbezogen würde 

und dass das Fehlen von Funkgeräten eine Rolle spielen würde. Offenkundig ging 

er davon aus, dass er sich zumindest in dieser Hinsicht würde entlasten können, 

wenn er den Nachweis würde erbringen können, dass dem Team Angeklagter 

A._____/C._____ Funkgeräte zur Verfügung standen. Unter diesem Gesichts-

punkt wird auch verständlich, dass der Angeklagte B._____ während der ganzen 

Untersuchung – beinahe krampfhaft – bemüht war, den entsprechenden Beweis 

zu führen. In der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 7. September 2010 

reichte er einen Kaufbeleg über zwei Funkgeräte zu den Akten. Allerdings datiert 

dieser Beleg vom 24. Oktober 1997 (HD Anhang zu Urk. 12/1). Der Angeklagte 

B._____ dazu: „(…) wir hatten stets Funkgeräte auf unserem jeweils aktuellen Kran-
lastwagen – wovon wir stets nur einen auf einmal hatten -, und die Rechnung zur letzen 

Funkgeräteanschaffung habe ich Ihnen ja hier und heute vorgelegt.“ (a.a.O. S. 6). 

Nachdem dann sein Angestellter A._____ klar und deutlich erklärt hatte, es habe 

keine Funkgeräte auf dem Kranwagen gehabt, relativierte der Angeklagte 

B._____: „Und ab dem Zeitpunkt, als wir einen Kranwagen mit Funkfernsteuerung hat-

ten, war für mich das Vorhandensein eines Funkgerätes gar nicht mehr relevant.“  (HD 

Urk. 12/11 S. 4). Das Verhalten des Angeklagten B._____ beim Gespräch mit 

C._____ und sein gesamtes Aussageverhalten sind nicht geeignet, die Glaubhaf-

tigkeit seiner Aussagen zu untermauern – im Gegenteil müssen – zusammen mit 

der Vorderrichtern – die Aussagen des Angeklagten B._____ hinsichtlich des 

Vorwurfs der versuchten Nötigung als ausweichend und unglaubhaft qualifiziert 

werden.  

Auf der anderen Seite deuten die Aussagen von C._____ auf die Schilderung ei-

nes Geschehens mit realem Erlebnishintergrund hin. Dazu hat die Vorderrichterin 

-   25   - 

das Nötige ausgeführt (a.a.O.). Bestärkt werden diese Aussagen durch den Zeu-

gen L._____, der C._____ und dessen Zorn unmittelbar nach dem Gespräch mit 

dem Angeklagten B._____ erlebt hat (HD Urk. 12/6 S. 2). Zu Recht hat die Vor-

derrichterin die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin K._____ grundsätzlich in 

Frage gestellt (Urk. 56 S. 20 f., § 161 GVG/ZH). Zu ergänzen ist einzig, dass der 

Umstand, dass die Zeugin einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ge-

spräch zwischen dem Angeklagten B._____ und C._____ und der Kündigung von 

F._____ verneinte (HD Urk. 12/3 S. 3), nicht für die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

der Zeugin K._____ spricht. Denn offenkundig war sie es, die das Kündigungs-

schreiben vom 12. Juni 2009 verfasste, was am Kürzel „K1._____“ beim Datum 

erkennbar ist (HD, Anhang zu Urk. 12/7). Beim Aussageverhalten der Zeugin 

K._____ fällt weiter auf, dass sie angibt, etwas vom Gespräch mitbekommen zu 

haben, dass es um den Unfall gegangen sei und dass eine Zeichnung vom Mate-

riallageort und vom Standort von C._____ erstellt worden sei, hingegen nicht sa-

gen könne, ob über Funkgeräte gesprochen worden sei. Dass sie sich genau da-

ran nicht mehr erinnern können soll, erstaunt doch etwas. Als Angestellte des An-

geklagten B._____ ist ein gewisses Interesse, sich nicht in Konflikt mit dem Chef 

zu stellen, anzunehmen. Dass beim inkriminierten Gespräch die Funkgeräte - wie 

dies der Angeklagte B._____ heute mehrfach betont hat (Prot. II S. 33) - gar kein 

Thema gewesen sein sollen, erscheint insbesondere aufgrund des engen zeitli-

chen Konnexes zur Rekurseingabe und dem Beschluss der III. Strafkammer des 

Obergerichts unglaubhaft.  

Insgesamt kann keinerlei Zweifel daran bestehen, dass sich der Vorfall vom  

12. Juni 2009 so wie von C._____ geschildert ereignet hat. Ausgangspunkt für die 

rechtliche Würdigung ist somit, dass der Angeklagte B._____ C._____ am  

12. Juni 2009 aufforderte, im laufenden Strafverfahren wahrheitswidrig auszu-

sagen, dass ihm beim Bauunfall vom 2. Juni 2008 Funkgeräte zur Verfügung  

gestanden seien, ansonsten er dem Bruder des Geschädigten, F._____, die Stel-

le kündigen werde (vgl. HD Urk. 24 S. 2). 

3.2.2. Die Anklagebehörde und die Vorinstanz haben den nachgewiesenen Sach-
verhalt als Nötigungsversuch im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit Art. 22  

-   26   - 

Abs. 1 StGB gewürdigt. Dass diese rechtliche Würdigung richtig ist, braucht hier 

nicht wiederholt zu werden, es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorder-

richterin verwiesen werden (Urk. 56 S. 26 f., § 161 GVG/ZH).  

Vorgeworfen wird dem Angeklagten allerdings (auch), er habe C._____ dazu be-

wegen wollen, im laufenden Strafverfahren wahrheitswidrig auszusagen. Im Vor-

dergrund stünde somit der Tatbestand der versuchten Anstiftung zu falschem 

Zeugnis nach Art. 307 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 

StGB. Nachdem die geschützten Rechtsgüter bei der Nötigung (Freiheit der  

Willensbildung, Willensentschliessung und Willensbetätigung) und beim falschen 

Zeugnis (Schutz der Rechtspflege) unterschiedlich sind, kann Idealkonkurrenz 

angenommen werden. Allerdings ist es müssig, den Tatbestand der versuchten 

Anstiftung zum falschen Zeugnis genauer zu prüfen, nachdem es die Anklage-

behörde unterlassen hat, die Anklage entsprechend zu formulieren und die  

Vorderrichterin es bei der versuchten Nötigung bewenden liess. Der erkennenden 

Kammer ist es auf Grund des Verbots der reformatio in peius (Schlechter-

stellungsverbot, § 399 StPO/ZH) verwehrt, das Urteil zum Nachteil des Angeklag-

ten B._____ abzuändern, und darauf liefe ein zusätzlicher Schuldspruch wegen  

Anstiftung zu falschem Zeugnis hinaus. Aber auch hier bleibt der schale Nachge-

schmack einer unsorgfältigen Untersuchungsführung. 

4. Sanktion Angeklagter B._____ 

4.1. Allgemeines 

Die Vorderrichterin hat den zur Anwendung gelangenden Strafrahmen und die 

Regeln der Strafzumessung richtig dargestellt, es kann auf diese Erwägungen 

verwiesen werden (Urk. 56 S. 29 f.; § 161 GVG/ZH). 

4.2. Angeklagter B._____ 

Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorderrichterin zur objektiven und 

subjektiven Tatschwere verwiesen werden (Urk. 56 S. 30, § 161 GVG/ZH). Ange-

sichts des eher rüden Vorgehens des Angeklagten ist jedoch eine nicht mehr 

leichte objektive Tatschwere anzunehmen. Der Angeklagte versuchte durch einen 

-   27   - 

nicht mehr hinzunehmenden Druck, den Geschädigten C._____ zu falschen Aus-

sagen zu bewegen. Unschön ist dabei besonders, dass er den Bruder des Ange-

klagten noch gleichentags aus offenkundig fadenscheinigen Gründen entliess, 

nachdem sich der Geschädigte dem Ansinnen widersetzt hatte. Die subjektiven 

Komponenten sind nicht geeignet, die Tatschwere zu relativieren. Der Angeklagte 

wollte aus eigennützigen Gründen offensichtlich die Verantwortung von sich wei-

sen und sie seinen Angestellten A._____ und C._____ überbinden, weil sie – wie 

er geltend zu machen versuchte – die zur Verfügung stehenden Funkgeräte nicht 

benützt hätten. Insgesamt entspricht der nicht mehr leichten objektiven und sub-

jektiven Tatschwere eine Strafe von rund 120 Tagen resp. Tagessätzen.  

Dass es bei einem Nötigungsversuch geblieben ist, hat nicht der Angeklagte zu 

verantworten, sondern ist auf das Verhalten des Geschädigten C._____ zurückzu-

führen. Der Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB ist daher nur gering straf-

reduzierend zu veranschlagen.  

Zum Lebenslauf des nicht vorbestraften Angeklagten kann auf die Darstellung im 

vorinstanzlichen Entschied verwiesen werden (Urk. 56 S. 30 f., § 161 GVG/ZH). 

Als aktuelles Einkommen gibt der Angeklagten einen monatlichen Nettolohn von 

Fr. 10'863.55 (13. Monatslöhne) an. Seine Frau verdiene monatlich zirka  

Fr. 2'056.-- (Prot. II S. 28f.). Aus dem Lebenslauf des Angeklagten und seinen  

persönlichen Verhältnissen ist nichts ersichtlich, was sich auf die theoretische 

Einsatzstrafe auswirken würde.  

Zum Nachtatverhalten ist festzuhalten, dass kein Geständnis vorliegt; Einsicht 

und Reue können unter diesen Umständen nicht erwartet werden. Andere straf-

reduzierende oder –erhöhende Faktoren sind nicht zu erkennen. 

Angemessen wäre letztlich eine Strafe von rund 100 Tagen resp. Tagessätzen. 

Nachdem die Vorderrichterin auf 20 Tagessätze erkannt hat, kann die Berufungs-

instanz nicht anders entscheiden. Zu ergänzen ist, dass die Strafe wesentlich  

höher hätte ausfallen müssen, wäre der Angeklagte B._____ auch der versuchten 

Anstiftung zu falschem Zeugnis schuldig zu sprechen gewesen.  

-   28   - 

Die finanziellen Verhältnisse des Angeklagten haben sich seit dem erstinstanzli-

chen Entscheid nicht wesentlich verändert (Urk. 67/1-6; Prot. II S. 28f.). Die Fest-

legung des Tagessatzes auf Fr. 260.- durch die Vorderrichterin erscheint  

angesichts der persönlichen und sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen des 

Angeklagten als sehr wohlwollend, kann aber auf Grund des Verbots der  

reformatio in peius nicht geändert werden. 

Hinsichtlich des Vollzugs der Strafe kann auf Grund des Verbots der reformatio in 

peius nicht anders entschieden werden; die Strafe ist daher aufzuschieben und 

die Probezeit ist auf zwei Jahre anzusetzen.  

5. Zivilansprüche 

Auf Grund des Freispruchs des Angeklagten A._____ betreffend fahrlässige 

schwere Körperverletzung zum Nachteil des Geschädigten C._____ ist auf die Zi-

vilforderungen des Geschädigten (Schadenersatz und Genugtuung) nicht einzu-

treten. 

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

6.1. Erstinstanzliches Verfahren 

Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass der Hauptaufwand der Untersuchung den 

Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung betraf. Die Gewichtung der 

Vorinstanz von 4/5 zu 1/5 ist daher nicht zu beanstanden. Auf Grund des Frei-

spruchs des Angeklagten A._____ vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Kör-

perverletzung sind daher vier Fünftel der Kosten der Untersuchung und des erst-

instanzlichen Verfahrens (exklusive Kosten der Geschädigtenvertretung) auf die  

Gerichtskasse zu nehmen und zu einem Fünftel dem Angeklagten B._____ auf-

zuerlegen. 

Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung sind auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. 

-   29   - 

Der Angeklagte B._____ hat die Zusprechung einer reduzierten Prozessentschä-

digung in der Höhe von Fr. 4'800.- (zuzüglich 7.6 % MWST) nicht explizit ange-

fochten. Da er indessen Freispruch vom Vorwurf der versuchten Nötigung bean-

tragt, hat dieser Punkt indessen ebenfalls als angefochten zu gelten. Nachdem 

der Rechtsvertreter des Angeklagten B._____ der Vorinstanz eine Kostennote 

über Fr. 9555.95 (inkl. MWST) einreichte (Urk. 31), die keiner Korrektur bedarf, ist 

die reduzierte Prozessentschädigung dem Verfahrensausgang entsprechend auf  

Fr. 4'800.- (inklusive 7.6 % MWST) anzusetzen. 

6.2. Berufungsverfahren 

Die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive unentgeltliche Geschädigtenver-

tretung) sind - da der Aufwand zur Beurteilung des Vorwurfs der fahrlässigen 

schweren Körperverletzung und der Nötigung etwa gleich anzusetzen ist - zur 

Hälfte dem Angeklagten B._____ aufzuerlegen und zur anderen Hälfte auf die  

Gerichtskasse zu nehmen (§ 396a StPO/ZH). Die Kosten der unentgeltlichen  

Geschädigtenvertretung sind ebenfalls auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

Dem Angeklagten A._____ ist eine Prozessentschädigung im Betrag von  

Fr. 8'812.35 aus der Gerichtskasse auszurichten. 

 

 

Das Gericht beschliesst: 
 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil der Einzelrichterin des Bezirksgerichts 

Zürich, vom 13. Dezember 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. a) (…) 

 b) (...) 

  Der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125  

Abs. 2 StGB ist der Angeklagte B._____ nicht schuldig und wird diesbe-

züglich freigesprochen. 

-   30   - 

 2. a) (…) 

 b) (… ) 

 3. a) (…) 

 b) (…) 

 4. (...) 

 5. (...) 

 6. (…) 

 

 7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Polizei   

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung 

Fr. 863.90   Auslagen Untersuchung 

Fr. 7'208.35   unentgeltliche Geschädigtenvertretung 
 
  Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

 8. (…) 

 9. (…) 

 10. (…)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv sowie in voll-

ständiger Ausfertigung gemäss nachfolgendem Urteil. 

 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Angeklagte A._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Kör-
perverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB freigesprochen. 

-   31   - 

2. Der Angeklagte B._____ ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne von 
Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

3. a) Der Angeklagte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von  
20 Tagessätzen zu Fr. 260.-- (entsprechend Fr. 5'200.--). 

 b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  

2 Jahre festgesetzt. 

4. Auf die Zivilforderungen (Schadenersatz und Genugtuung) des Geschädig-

ten C._____ wird nicht eingetreten. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens  

(exklusive Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung) werden dem 

Angeklagten B._____ zu einem Fünftel auferlegt und zu vier Fünfteln auf die 
Gerichtskasse genommen. Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenver-

tretung werden auf die Gerichtskasse genommen. 

6. Dem Angeklagten B._____ wird für das erstinstanzliche Verfahren eine re-
duzierte Prozessentschädigung von Fr. 4'800.-- aus der Gerichtskasse  

zugesprochen. Die Verrechnung mit den auferlegten Kosten bleibt vorbe-

halten. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 864.--    unentgeltliche Geschädigtenvertretung 
  

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive der Kosten der unentgeltli-

che Geschädigtenvertretung) werden B._____ zur Hälfte auferlegt und die 
andere Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der unentgeltli-

chen Geschädigtenvertretung im Betrag von Fr. 864.00 werden ebenfalls auf 

die Gerichtskasse genommen. 

9. Dem Angeklagten A._____ wird eine Prozessentschädigung im Betrag von 
Fr. 8'812.35 aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 

-   32   - 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den Verteidiger des Angeklagten A._____, Rechtsanwalt lic. iur.  
X._____, im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten  
A._____ (übergeben)  

− den Verteidiger des Angeklagten B._____, Rechtsanwalt lic. iur.  
Y._____, im Doppel für sich und den Angeklagten B._____ (überge-
ben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl (überbracht) 
− den Geschädigtenvertreter lic. iur. W._____, im Doppel für sich und 

den Geschädigten (gegen Empfangsschein) 
(Geschädigten wird eine vollständige Ausfertigung dieses Entscheides nur 
zugestellt, wenn sie dies innert 10 Tagen verlangen [§ 186 Abs. 2 des 
kantonalen Gerichtsverfassungsgesetzes].) 

in vollständiger Ausfertigung an 

− den Verteidiger des Angeklagten A._____, Rechtsanwalt lic. iur.  
X._____, im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten  
A._____ 

− den Verteidiger des Angeklagten B._____, Rechtsanwalt lic. iur.  
Y._____, im Doppel für sich und den Angeklagten B._____  

− die Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl 
− den Geschädigtenvertreter lic. iur. W._____, im Doppel für sich und 

den Geschädigten 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

mittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A sowie mittels Kopie 

von HD Urk. 57 zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d 
VOSTRA.  

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

-   33   - 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

I. Strafkammer 

 Der Vorsitzende: Die juristische Sekretärin: 

 

 

 Oberrichter lic. iur. P. Marti lic. iur. N. Burri 
 
 
 

 

	Urteil vom 1. Dezember 2011
	Die Einzelrichterin erkennt:
	1. a) Der Angeklagte A._____ ist schuldig der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB.
	b) Der Angeklagte B._____ ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	Der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB ist der Angeklagte B._____ nicht schuldig und wird diesbezüglich freigesprochen.
	2. a) Der Angeklagte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 120.– (entsprechend Fr. 3'600.–).
	b) Der Angeklagte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 260.– (entsprechend Fr. 5'200.–).
	3. a) Der Vollzug der Geldstrafe des Angeklagten A._____ wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre angesetzt.
	b) Der Vollzug der Geldstrafe des Angeklagten B._____ wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre angesetzt.
	4. Es wird festgestellt, dass der Angeklagte A._____ dem Geschädigten im Grundsatz zu 70 % schadenersatzpflichtig ist. Bezüglich der Bestimmung der Höhe wird der Zivilanspruch des Geschädigten (Schadenersatz) auf den  Zivilweg verwiesen.
	5. Der Angeklagte A._____ wird verpflichtet, dem Geschädigten Fr. 7'000.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Dem Angeklagten B._____ wird eine reduzierte Entschädigung von Fr. 4'800.– (zzgl. MwSt) aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten, einschliesslich derjenigen der Untersuchung und der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung, werden dem Angeklagten A._____ zu 4/5 und dem Angeklagten B._____ zu 1/5 auferlegt.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)
	1. Es sei mein Mandant in Abänderung von Ziff. 1 bis 3 des vorinstanzlichen Urteils von Schuld und Strafe freizusprechen.
	2. Es sei in Abänderung von Ziff. 4 und 5 auf die Zivilforderungen nicht  einzutreten.
	3. Es seien in Abänderung von Ziff. 7 und 8 die Kosten inkl. der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung für beide Verfahren auf die Staatskasse zu nehmen und es sei mein Mandant eine Parteientschädigung von CHF 7'791.75  inkl. MwSt. auszurichten.
	1. Es sei Vormerk zu nehmen, dass der erstinstanzliche Freispruch betreffend den Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung in Rechtskraft  erwachsen ist.
	2. Der Appellant sei vom Vorwurf der versuchten Nötigung im Sinne von  Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB freizusprechen.
	3. In Abänderung von Dispositiv 6 sei ihm eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.
	4. In Abänderung von Dispositiv Ziffer 8 seien die gesamten Kosten des  Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen.
	Das Gericht erwägt:
	1. Prozessverlauf
	1.1. Am 2. Juni 2008 wurde der Geschädigte C._____ auf dem Flachdach der Liegenschaft D._____-Strasse in Z._____ durch eine Last des Autokrans gegen  einen Kamin gedrückt und schwer verletzt. Der Kran wurde vom Lastwagen aus vom Angeklagten A._____ ge...
	1.2. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl stellte das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Verfügung vom 30. März 2009 mangels Strafantrag ein  (HD Urk. 10). Dieses "Abwürgen" der Strafuntersuchung ist schon angesichts der im Polizeirapport...
	Nachdem der Geschädigte gegen die Einstellung des Verfahrens Rekurs erhoben hatte (HD Urk. 11/1 und 11/2), hob das Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, Geschäfts-Nr. UK090132, die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl m...
	Nach nun durchgeführter Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl gegen den Angeklagten A._____ am 28. September 2010 Anklage wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung (HD Urk. 23).
	Am 13. Oktober 2010 erhob die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zudem Anklage gegen B._____ wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung, weil er seinen beiden unfallbeteiligten Mitarbeitern C._____ und A._____ nicht alle Arbeitsmittel zur Verfügung gest...
	1.3. Die Vorderrichterin sprach nach der am 6. Dezember 2010 durchgeführten Hauptverhandlung (Prot. I S. 3 ff.) den Angeklagten A._____ mit Urteil vom 13. Dezember 2010 der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB schul...
	Der Angeklagte B._____ wurde der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB wurde er indessen freig...
	1.4. Mit Eingaben vom 15. Dezember 2010 (B._____) resp. 23. Dezember 2010 (A._____) liessen die beiden Angeklagten Berufung erklären. Nachdem beide  Angeklagten Freisprüche beantragen, liegen keine Einschränkungen der  Berufungen vor (Urk. 38 und 40).
	Nach Zustellung des begründeten Entscheid am 22. März 2011 (Urk. 47/2 und 47/3) liessen die beiden Angeklagten mit Eingaben vom 7. resp. 8. April 2010 fristgerecht die Beanstandungen nennen (Urk. 48 und 49).
	Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl beantragte mit Eingabe vom 21. April 2011 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und teilte gleichzeitig Verzicht auf  Beweisanträge mit (Urk. 53).
	Mit Verfügung vom 1. Juni 2011 überwies die Vorderrichterin das Verfahren dem Obergericht zur Behandlung der Berufung (Urk. 55).
	1.5. Innert der vom Obergericht am 27. Juni 2011 angesetzten Frist liess der  Angeklagte B._____ die Einvernahme eines Zeugen beantragen (Urk. 59). Der  Angeklagte A._____ liess seinerseits am 6. Juli 2011 Beweisanträge stellen (Urk. 64). Sodann reich...
	2. Prozessuales
	2.1. Anwendbares Prozessrecht
	2.2. Berufungsumfang
	Der Freispruch des Angeklagten B._____ von der fahrlässigen schweren Körperverletzung wurde nicht angefochten, weshalb dieser Freispruch in Rechtskraft  erwachsen ist (Dispositivziffer 1b) 2. Absatz). Von den beiden Angeklagten unangefochten gebliebe...
	Auf die einzelnen Vorbringen der beiden Angeklagten in den Beanstandungsschriften wird in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen sein.
	2.3. Beweisanträge
	2.3.1. Zeugeneinvernahme von G._____
	2.3.2. Einholung eines Gutachtens
	2.3.3. Zeugeneinvernahme des Geschädigten
	3. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	3.1. Fahrlässige schwere Körperverletzung (Angeklagter A._____)
	Es kann vorab auf die ausführlichen und vollständigen Ausführungen der Vorderrichterin zum vorgeworfenen Sachverhalt, bestrittener Sachverhalt, Tatbestandsvoraussetzung und tatbestandsmässiger Erfolg verwiesen werden (Urk.56 4 ff. Ziff. A.1.-4.1., § 1...
	Im Folgenden wird zunächst von den Aussagen des Angeklagten A._____ ausgegangen, die insofern als glaubhaft erscheinen, als angenommen werden darf, dass er sich nicht selber zu Unrecht eines fehlerhaften Verhaltens bezichtigen würde.
	3.1.1. Es kann kein Zweifel bestehen, dass der Geschädigte verletzt wurde, nachdem der Angeklagte mit dem Anheben der Last begonnen hat. Die Last bewegte sich ganz offensichtlich nicht nur vertikal, sondern bis zu einem bestimmten  Grade auch horizont...
	Die horizontale Bewegung wurde auch vom Geschädigten bestätigt: Als Zeuge sagte er aus, die Ladung habe sich zunächst etwas nach vorne, Richtung  Lastwagen bewegt (HD Urk. 12/4 S. 6).
	Abgesehen davon lag die Ladung (vom Lastwagen her gesehen) auf der hinteren Seite des Daches (vgl. HD Urk. 13/2 Blatt 5) und der Geschädigte stand beinahe über dem Lüftungsschacht (HD Urk. 5 S. 3). Das kann nur bedeuten, dass sich die Ladung von hinte...
	Wäre die Last nicht angehoben worden, hätte sie sich nicht gegen vorne bewegt resp. sich entsprechend gedreht. Das Hochheben der Last bewirkte letztlich die horizontale Bewegung (unabhängig davon, ob sich die Last von hinten nach vorne bewegte oder ob...
	3.1.2. Wenn die Vorderrichterin ausführt, es sei vorliegend keine gesetzliche Norm ersichtlich, welche das inkriminierte Verhalten des Angeklagten A._____  sanktioniere (Urk. 56 S. 9), so kann dem nicht zugestimmt werden. Art. 27 der Verordnung über d...
	Ferner hat der Angeklagte A._____ erklärt, er sei zusammen mit dem Angeklagten B._____ dabei gewesen, als der Kranwagen bei den I._____ abgeholt worden sei. Es seien Unterlagen über Lastendiagramme und Sicherheitsvorschriften abgegeben worden (Prot. I...
	- Das Befördern von Personen ist nur in einem dafür vorgesehenen Zusatzgerät (Arbeitskorb) erlaubt (Ziff. 1.2-6).
	- Arbeiten mit dem Kran ist nur in ordnungsgemäß abgestütztem Zustand zulässig. Vor dem Abstützen sind die Abstützausleger des Kranes und der Zusatzabstützung immer auf die volle Breite auszufahren (Ziff. 3.2-2).
	- Der Arbeitsbereich ist so zu wählen, dass Fahr- oder Gehwege, Strassen etc. die den Arbeitsbereich queren, während des gesamten Kraneinsatzes gesperrt werden, und dass alle Kranbewegungen sowie Be- und Entladestellen im Blickfeld des Kranführers lie...
	- Der Kran soll grundsätzlich nur um Lasten zu heben und niemals zum Losreissen, Schlagen, Ziehen (Schleifen) von Lasten, Drücken und Fahren gegen Hindernisse oder zum Abschleppen von Fahrzeugen verwendet werden. Jeder Schrägzug ist verboten. Die ang...
	Angesichts der Instruktion bei der Abnahme des Fahrzeugs muss davon ausgegangen werden, dass dem Angeklagten A._____ diese Sicherheitsbestimmungen  bekannt waren. Abgesehen davon stand die Betriebsanleitung dem Angeklagten zur Verfügung (Prot. II S. 1...
	Zur Sorgfaltspflichtverletzung ist in der Anklageschrift einzig festgehalten, dass es der Angeklagte A._____ in pflichtwidriger Unvorsichtigkeit unterlassen habe, sich mit der Fernbedienung auf das Dach zu begeben (Urk. HD 23 S. 2). Dem Angeklagten A....
	So ist es dem Angeklagten A._____ vorzuwerfen, dass er sich nicht selber einen Überblick über die Verhältnisse auf dem Dach verschaffte. Er hatte keine Ahnung, wo genau auf dem Dach sich die (letzte) Ladung befand, wie die örtlichen Verhältnisse auf d...
	Weiter hatte der Angeklagte beim letzten Zug keine Sicht auf die zu hebende Last  sowie den Geschädigten selbst (HD Urk. 12/2 S. 2). Er stellte sich mit der Fernbedienung des Krans auf die Ladebrücke (vgl. HD Urk. 13/2 Blatt 6), wo er allerdings keine...
	Dem Angeklagten war bewusst, dass die Situation ungewöhnlich war, erwog er doch schon zu Beginn der Arbeit, auf andere Mitarbeiter zu warten, die in der  Mittagspause waren (HD Urk. 2/12 S. 2).
	Ferner war dem Angeklagten bekannt, dass die Ladung vergleichsweise lang und schwer war (u.a. „Toka“ von 6,8 m Länge: HD Urk. 12/2 S. 2). Der Angeklagte  erwog sogar, die Ladung wegen des Gewichts aufzuteilen (HD Urk. 12/2 S. 3). Der Geschädigte habe ...
	Der Angeklagte hat die Ladung hochzuheben begonnen, als er den Geschädigten nicht mehr sah, weil sich dieser wieder nach hinten zur Ladung begeben hatte. Als der Kran zu wippen begonnen habe, sei das das Zeichen für ihn gewesen, dass die Ladung angeho...
	Und schliesslich verfügte der Angeklagte A._____ nicht über die gemäss Kranverordnung vom 27. September 1999 (SR 832.312.15, in Kraft seit 1. Januar 2000) geforderte Kranführerprüfung, was dem Angeklagten A._____ zwar in der Anklageschrift (wiederum)...
	Dass der Angeklagte A._____ es mit den Vorwürfen nicht so genau nahm, beleuchtet auch die Art und Weise, wie er seinem Mitarbeiter (dem Geschädigten) ermöglichte, auf das Dach zu gelangen. So sagte er aus, er habe ihn mit dem Kran, mittels Rundlaufgur...
	Zusammengefasst sind dem Angeklagten A._____ folgende Sorgfaltspflichtverletzungen vorzuwerfen: Der Angeklagte verfügte nicht über die gesetzlich vorgeschriebene Kranführerprüfung, weshalb er mangels Ausbildung die Vorschriften nur mangelhaft kannte....
	Der Angeklagte beruft sich auf seine Ausbildungsunterlagen, wonach der  Kranführer sich von einem instruierten Helfer mittels Sprache, Zeichengebung oder Funk einweisen zu lassen hat, wenn die Last für den Kranführer nicht sichtbar ist (Anhang zu HD U...
	Es ergibt sich somit, dass der Angeklagte A._____ pflichtwidrig unvorsichtig handelte, als er bei der gegebenen Situation letztlich die Last mit dem Kran vom Dach  abhob.
	All diese vorstehend genannten Sorgfaltspflichtverletzungen - mit Ausnahme, dass sich der Angeklagte hätte mit der Fernbedienung aufs Dach begeben sollen - sind jedoch in der Anklageschrift nicht umschrieben. Dass sich der Angeklagte mit der Fernbedie...
	3.1.3. Alle Kommunikationsprobleme und das nicht sachgerechte Anheben der Last vom Dach wären ohne Weiteres vermeidbar gewesen, hätte sich der  Angeklagte mit der Kran-Fernsteuerung an einen Ort begeben, an welchem er das Dach und den Kranwagen hätte ...
	Das Fehlverhalten des Angeklagten A._____ war vorliegend geeignet, nach dem  gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens den eingetretenen Erfolg – die schwere Verletzung des Geschädigten – herbeizuführen oder zumindest zu begünstigen.
	3.1.4. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen der Voraussehbarkeit korrekt  wiedergegeben (Urk. 56 S. 6). Darauf kann verweisen werden (§ 161 GVG/ZH). Entgegen der Vorinstanz ist jedoch das Vorliegen der Voraussehbarkeit für den Angeklagten A._____ zu...
	3.1.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auch nach einer Ergänzung der Anklage und einer korrekten Umschreibung der dem Angeklagten vorzuwerfenden Sorgfaltspflichtverletzungen keine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung des Angeklagten A....
	3.1.6. Der Angeklagte A._____ ist deshalb vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 StGB freizusprechen.
	3.2. Versuchte Nötigung (Angeklagter B._____)
	3.2.1. Zum Sachverhalt kann auf die einlässlichen und sorgfältigen Erwägungen der Vorderrichterin verwiesen werden. Es wurden die vorhandenen Beweismittel zutreffend dargestellt und gewürdigt (Urk. 56 S. 15 ff., § 161 GVG/ZH). Die nachfolgenden Ausfüh...
	Der Angeklagte B._____ sagte aus, er habe, im Juni 2009 – also rund ein Jahr nach dem Unfall – von C._____ den Unfallhergang persönlich geschildert haben  wollen (Urk. HD 12/1 S. 5). Er habe mit C._____ alles durchgespielt und habe wissen wollen, wie ...
	Das Motiv für das dem Angeklagten B._____ zur Last gelegte Verhalten liegt somit auf der Hand: Er wusste, dass er in die Strafuntersuchung einbezogen würde und dass das Fehlen von Funkgeräten eine Rolle spielen würde. Offenkundig ging er davon aus, da...
	Auf der anderen Seite deuten die Aussagen von C._____ auf die Schilderung eines Geschehens mit realem Erlebnishintergrund hin. Dazu hat die Vorderrichterin das Nötige ausgeführt (a.a.O.). Bestärkt werden diese Aussagen durch den Zeugen L._____, der C....
	Insgesamt kann keinerlei Zweifel daran bestehen, dass sich der Vorfall vom  12. Juni 2009 so wie von C._____ geschildert ereignet hat. Ausgangspunkt für die rechtliche Würdigung ist somit, dass der Angeklagte B._____ C._____ am  12. Juni 2009 aufforde...
	3.2.2. Die Anklagebehörde und die Vorinstanz haben den nachgewiesenen Sachverhalt als Nötigungsversuch im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit Art. 22  Abs. 1 StGB gewürdigt. Dass diese rechtliche Würdigung richtig ist, braucht hier nicht wiederholt z...
	Vorgeworfen wird dem Angeklagten allerdings (auch), er habe C._____ dazu bewegen wollen, im laufenden Strafverfahren wahrheitswidrig auszusagen. Im Vordergrund stünde somit der Tatbestand der versuchten Anstiftung zu falschem Zeugnis nach Art. 307 Abs...
	4. Sanktion Angeklagter B._____
	4.1. Allgemeines
	Die Vorderrichterin hat den zur Anwendung gelangenden Strafrahmen und die Regeln der Strafzumessung richtig dargestellt, es kann auf diese Erwägungen verwiesen werden (Urk. 56 S. 29 f.; § 161 GVG/ZH).
	4.2. Angeklagter B._____
	Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorderrichterin zur objektiven und subjektiven Tatschwere verwiesen werden (Urk. 56 S. 30, § 161 GVG/ZH). Angesichts des eher rüden Vorgehens des Angeklagten ist jedoch eine nicht mehr leichte objektive Tats...
	Dass es bei einem Nötigungsversuch geblieben ist, hat nicht der Angeklagte zu verantworten, sondern ist auf das Verhalten des Geschädigten C._____ zurückzuführen. Der Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB ist daher nur gering strafreduzierend zu ve...
	Zum Lebenslauf des nicht vorbestraften Angeklagten kann auf die Darstellung im vorinstanzlichen Entschied verwiesen werden (Urk. 56 S. 30 f., § 161 GVG/ZH). Als aktuelles Einkommen gibt der Angeklagten einen monatlichen Nettolohn von Fr. 10'863.55 (13...
	Zum Nachtatverhalten ist festzuhalten, dass kein Geständnis vorliegt; Einsicht und Reue können unter diesen Umständen nicht erwartet werden. Andere strafreduzierende oder –erhöhende Faktoren sind nicht zu erkennen.
	Angemessen wäre letztlich eine Strafe von rund 100 Tagen resp. Tagessätzen. Nachdem die Vorderrichterin auf 20 Tagessätze erkannt hat, kann die Berufungsinstanz nicht anders entscheiden. Zu ergänzen ist, dass die Strafe wesentlich  höher hätte ausfall...
	Die finanziellen Verhältnisse des Angeklagten haben sich seit dem erstinstanzlichen Entscheid nicht wesentlich verändert (Urk. 67/1-6; Prot. II S. 28f.). Die Festlegung des Tagessatzes auf Fr. 260.- durch die Vorderrichterin erscheint  angesichts der ...
	Hinsichtlich des Vollzugs der Strafe kann auf Grund des Verbots der reformatio in peius nicht anders entschieden werden; die Strafe ist daher aufzuschieben und die Probezeit ist auf zwei Jahre anzusetzen.
	5. Zivilansprüche
	Auf Grund des Freispruchs des Angeklagten A._____ betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung zum Nachteil des Geschädigten C._____ ist auf die Zivilforderungen des Geschädigten (Schadenersatz und Genugtuung) nicht einzutreten.
	6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	6.1. Erstinstanzliches Verfahren
	Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass der Hauptaufwand der Untersuchung den Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung betraf. Die Gewichtung der Vorinstanz von 4/5 zu 1/5 ist daher nicht zu beanstanden. Auf Grund des Freispruchs des Angekla...
	Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	Der Angeklagte B._____ hat die Zusprechung einer reduzierten Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 4'800.- (zuzüglich 7.6 % MWST) nicht explizit angefochten. Da er indessen Freispruch vom Vorwurf der versuchten Nötigung beantragt, hat dieser Punkt...
	6.2. Berufungsverfahren
	Die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive unentgeltliche Geschädigtenvertretung) sind - da der Aufwand zur Beurteilung des Vorwurfs der fahrlässigen schweren Körperverletzung und der Nötigung etwa gleich anzusetzen ist - zur Hälfte dem Angeklagten...
	Dem Angeklagten A._____ ist eine Prozessentschädigung im Betrag von  Fr. 8'812.35 aus der Gerichtskasse auszurichten.

	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil der Einzelrichterin des Bezirksgerichts Zürich, vom 13. Dezember 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. a) (…)
	b) (...)
	Der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125  Abs. 2 StGB ist der Angeklagte B._____ nicht schuldig und wird diesbezüglich freigesprochen.
	2. a) (…)
	b) (… )
	3. a) (…)
	b) (…)
	4. (...)
	5. (...)
	6. (…)
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. (…)
	9. (…)
	10. (…)"

	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv sowie in vollständiger Ausfertigung gemäss nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Angeklagte A._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB freigesprochen.
	2. Der Angeklagte B._____ ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	3. a) Der Angeklagte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von  20 Tagessätzen zu Fr. 260.-- (entsprechend Fr. 5'200.--).
	b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  2 Jahre festgesetzt.
	4. Auf die Zivilforderungen (Schadenersatz und Genugtuung) des Geschädigten C._____ wird nicht eingetreten.
	5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens  (exklusive Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung) werden dem Angeklagten B._____ zu einem Fünftel auferlegt und zu vier Fünfteln auf die Gerichtskasse genommen. Die Koste...
	6. Dem Angeklagten B._____ wird für das erstinstanzliche Verfahren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 4'800.-- aus der Gerichtskasse  zugesprochen. Die Verrechnung mit den auferlegten Kosten bleibt vorbehalten.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive der Kosten der unentgeltliche Geschädigtenvertretung) werden B._____ zur Hälfte auferlegt und die andere Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung im B...
	9. Dem Angeklagten A._____ wird eine Prozessentschädigung im Betrag von Fr. 8'812.35 aus der Gerichtskasse ausgerichtet.
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 den Verteidiger des Angeklagten A._____, Rechtsanwalt lic. iur.  X._____, im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten  A._____ (übergeben)
	 den Verteidiger des Angeklagten B._____, Rechtsanwalt lic. iur.  Y._____, im Doppel für sich und den Angeklagten B._____ (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl (überbracht)
	 den Geschädigtenvertreter lic. iur. W._____, im Doppel für sich und den Geschädigten (gegen Empfangsschein)
	(Geschädigten wird eine vollständige Ausfertigung dieses Entscheides nur zugestellt, wenn sie dies innert 10 Tagen verlangen [§ 186 Abs. 2 des kantonalen Gerichtsverfassungsgesetzes].)
	 den Verteidiger des Angeklagten A._____, Rechtsanwalt lic. iur.  X._____, im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten  A._____
	 den Verteidiger des Angeklagten B._____, Rechtsanwalt lic. iur.  Y._____, im Doppel für sich und den Angeklagten B._____
	 die Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl
	 den Geschädigtenvertreter lic. iur. W._____, im Doppel für sich und den Geschädigten
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A sowie mittels Kopie von HD Urk. 57 zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA.

	11. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.