# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e8ea3c5-2baf-5075-9586-250e8fde8589
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.10.2021 200 2021 527
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-527_2021-10-18.pdf

## Full Text

200 21 527 UV
SCP/ISD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 7. Juni 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
seit dem 1. März 2003 in einem 50 %-Pensum als ... bei der B.________ in 
... angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert. Am 
27. Juni 2006 zog er sich bei einem ...unfall in ... multiple Verletzungen zu, 
insbesondere eine Claviculafraktur rechts, Rippenserienfrakturen und ein 
Pneumothorax (Akten der Suva, Antwortbeilage [AB] 2, 14). Die Suva er-
brachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen, traf medizinische Ab-
klärungen, namentlich veranlasste sie eine kreisärztliche Untersuchung am 
19. Juli 2011 (AB 35), und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 
22. Juli 2011 (AB 57) eine Integritätsentschädigung von 10 % sowie 
zwecks Erhaltung des Gesundheitszustandes drei Serien Physiotherapie 
pro Jahr zu; einen Rentenanspruch verneinte sie mangels erheblicher Be-
einträchtigung der Erwerbsfähigkeit durch die Restfolgen des Unfalls. Die 
Verfügung blieb unangefochten.

Mit Schreiben vom 11. April 2012 (AB 64) ersuchte der Versicherte um 
Ausrichtung einer Invalidenrente der Unfallversicherung von 25 %. Die Su-
va holte die Akten der Invalidenversicherung (IV) ein (vgl. AB 73/1-261, 
74/1-326) und trat mit Schreiben vom 22. Mai 2012 (AB 77) nicht auf Leis-
tungsbegehren ein. Auf ein neuerliches Rentengesuch vom 2. April 2015 
(AB 120) trat die Suva mit Schreiben vom 22. März 2016 (AB 134) eben-
falls nicht ein.

B.

Mit Schreiben vom 18. Dezember 2019 (AB 183) gelangte der Versicherte 
abermals an die Suva und beantragte die Ausrichtung einer halben oder 
einer Viertelsrente. Nach entsprechenden Abklärungen verneinte die Suva 
mit Verfügung vom 5. Februar 2021 (AB 204) einen Rentenanspruch mit 
der Begründung, dass zwischen der durch einen unfallfremden Gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 3

heitsschaden begründeten Arbeitsunfähigkeit und dem Unfallereignis vom 
27. Juni 2006 kein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die dage-
gen am 3. März 2021 persönlich erhobene Einsprache (vgl. AB 209) wies 
die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 7. Juni 2021 
(AB 219) ab.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 9. Juli 2021 (Postaufga-
be) Beschwerde. Er beantragt sinngemäss die Aufhebung des angefochte-
nen Einspracheentscheids sowie die Zusprache einer Invalidenrente der 
Unfallversicherung.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2021 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. Sie gab – entsprechend der Auffor-
derung mit prozessleitender Verfügung vom 13. Juli 2021 – weiter an, dass 
sie auf das implizite Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers ein-
getreten sei und dieses, nach Überprüfung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs sowie nach Vornahme eines Einkommensvergleichs, abgewie-
sen habe. Das Vorliegen eines Rückfalls oder von Spätfolgen seit dem 
Fallabschluss am 22. Juli 2011 habe sie nicht geprüft. 

Mit Eingabe vom 26. August 2021 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Unterlagen ein und machte Ausführungen zu seiner gesundheitlichen 
Situation seit dem Unfall vom 27. Juni 2006. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 4

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 7. Juni 2021 
(AB 219). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente 
der Unfallversicherung und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob 
die Beschwerdegegnerin das sinngemässe Wiedererwägungsgesuch des 
Beschwerdeführers vom 18. Dezember 2019 (AB 183) zu Recht abwies.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist 
(Art. 53 Abs. 2 ATSG). Die Wiedererwägung dient der nachträglichen Kor-
rektur einer ursprünglich unrichtigen Rechtsanwendung oder Sachverhalts-
feststellung durch die Verwaltung (BGE 117 V 8 E. 2c S. 17; SVR 2019 IV 
Nr. 47 S. 153 E. 2.1; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 30. Okto-
ber 2012, 9C_396/2012, E. 2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 5

2.1.1 Nach der Rechtsprechung kann die Wiedererwägung rechtskräftiger 
Verfügungen bzw. Einspracheentscheide nur in Betracht kommen, wenn es 
sich um die Korrektur grober Fehler der Verwaltung handelt (ZAK 1988 
S. 555 E. 2b). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zwei-
fel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einzi-
ger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar. In 
diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn die notwendi-
gen (fachärztlichen) Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erfor-
derlichen Sorgfalt durchgeführt wurden, oder wenn eine Leistung aufgrund 
falscher Rechtsregeln bzw. ohne oder in unrichtiger Anwendung der mass-
geblichen Bestimmungen zugesprochen wurde. Zurückhaltung bei der An-
nahme zweifelloser Unrichtigkeit ist stets dann geboten, wenn der Wieder-
erwägungsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren 
Beurteilung massgeblich auf Schätzungen oder Beweiswürdigungen und 
damit auf Elementen beruht, die notwendigerweise Ermessenszüge auf-
weisen. Eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Sach- und Rechtslage 
einschliesslich der Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der (invaliditäts-
mässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos unrichtig sein 
(BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 414; SVR 2019 IV Nr. 47 S. 153 E. 2.1).

2.1.2 Um wiedererwägungsweise auf eine verfügte Leistung zurückkom-
men zu können, genügt es nicht, wenn ein einzelnes Anspruchselement 
rechtswidrig festgelegt wurde. Vielmehr hat sich die Leistungszusprache 
auch im Ergebnis als offensichtlich unrichtig zu erweisen. So muss etwa, 
damit eine zugesprochene Rente wegen einer unkorrekten Invaliditätsbe-
messung wiedererwägungsweise aufgehoben werden kann, – nach dama-
liger Sach- und Rechtslage – erstellt sein, dass eine korrekte Invaliditäts-
bemessung hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu einem anderen Ergeb-
nis geführt hätte (BGE 140 V 77 E. 3.1 S. 79; SVR 2019 IV Nr. 47 S. 154 
E. 3.1.2).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 6

wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des BGer vom 21. Sep-
tember 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

2.3.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 
S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.3 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1). Nach der Rechtspre-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 7

chung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gel-
ten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge-
meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 
125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

2.3.4 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – 
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im 
mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Die erlit-
tenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich 
beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfallschwere 
sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Diese 
werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 
E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 S. 76 E. 4.2, 
2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

2.4 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung; vgl. 
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 
2015 des UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgra-
des in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen 
(Art. 18 Abs. 2 aUVG).

2.4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 8

werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.4.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4.3 War die Leistungsfähigkeit der versicherten Person aufgrund einer 
nicht versicherten Gesundheitsschädigung vor dem Unfall dauernd herab-
gesetzt, so ist gemäss Art. 28 Abs. 3 der Verordnung vom 20. Dezember 
1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) für die Bestimmung 
des Invaliditätsgrades der Lohn, den die versicherte Person aufgrund der 
vorbestehenden verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen im Stande 
gewesen wäre, dem Einkommen gegenüber zu stellen, das sie trotz der 
Unfallfolgen und der vorbestehenden Beeinträchtigung erzielen könnte. 
Dieser Sonderfall der Bestimmung des Invaliditätsgrades kommt dort zur 
Anwendung, wo eine vorbestehende unfallfremde verminderte Leistungs-
fähigkeit vorliegt, die in keinem Zusammenhang mit dem versicherten Er-
eignis steht (RKUV 2006 U 570 S. 81 E. 2.4).

2.5 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 
E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 9

3.

3.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin auf das sinn-
gemässe Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 18. De-
zember 2019 (AB 183) betreffend die Verfügung vom 22. Juli 2011 (AB 57) 
eingetreten ist und die durch letztere erfolgte Ablehnung des Rentenan-
spruchs nach Überprüfung des natürlichen respektive adäquaten Kausal-
zusammenhanges zwischen den organisch nicht ausgewiesenen gesund-
heitlichen Beschwerden und dem Unfall vom 27. Juni 2006 sowie nach 
Vornahme eines Einkommensvergleichs im Ergebnis bestätigte (AB 204 
bzw. 219). Sinngemäss lehnte sie daher mit Verfügung vom 5. Februar 
2021 (AB 204) respektive dem diese ersetzenden Einspracheentscheid 
vom 7. Juni 2021 (AB 219) ein Zurückkommen auf die Verfügung vom 
22. Juli 2011 (AB 57) ab (vgl. Beschwerdeantwort S. 2 f. Ziff. III/4.2). Das – 
im Ermessen der Beschwerdegegnerin gelegene (vgl. BGE 133 V 50 E. 4 
S. 52; SVR 2018 IV Nr. 33 S. 107 E. 5.4, 2014 IV Nr. 7 S. 29 E. 3.3) – Ein-
treten auf das Wiedererwägungsgesuch ist nicht zu beanstanden, erweist 
sich doch die ursprüngliche Verfügung vom 22. Juli 2011 (AB 57) hinsicht-
lich eines allfälligen Leistungsanspruchs im Zusammenhang mit psychi-
schen Beschwerden aus unfallkausaler Sicht sowie betreffend den Ein-
kommensvergleich offensichtlich als unvollständig. 

Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob sich der mit Verfügung vom 22. Juli 
2011 (AB 57) verneinte Rentenanspruch aus unfallkausaler Sicht mit Blick 
auf die ausgewiesenen psychischen Beschwerden und bei Vornahme des 
Einkommensvergleichs als zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 
ATSG (siehe dazu E. 2.4.1 hiervor) erweist.

3.2

3.2.1 Im psychiatrischen Gutachten zuhanden der IV vom 14. Oktober 
2004 (AB 74/180-189) diagnostizierte Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1); Differentialdiagnose 
schizo-affektive Störung (AB 74/186). Die Anamnese zeige eindrücklich, 
dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, eine volle Leistung zu 
erbringen, auch wenn er eine Lehre als ... erfolgreich habe absolvieren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 10

können. Es müsse bedacht werden, dass er dies unter äusserster Anstren-
gung durchgeführt habe und auch die äusseren Bedingungen eigentlich 
nicht denjenigen entsprochen hätten, wie sie in der freien Marktwirtschaft 
vorzufinden seien. Der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner doch massi-
ven depressiven Störung, oder allfälliger schizo-affektiven Störung, nicht in 
der Lage, eine volle Leistung zu erbringen. Er vermöge knapp eine 50%ige 
Leistung zu erbringen, weshalb er seit Juni 2003 als 50 % arbeitsunfähig 
eingestuft werden müsse (AB 74/188).

3.2.2 Im psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 23. Juni 2013 (AB 196) 
diagnostizierte Dr. med. C.________ eine schizo-affektive Störung, gegen-
wärtig depressiv (ICD-10 F25.1), einen Status nach Alkoholkonsum (ICD-
10 F10.20) und einen Status nach Cannabiskonsum (ICD-10 F12.20; 
AB 196/5). Zusammenfassend leide der Beschwerdeführer unter einer 
schizo-affektiven Störung, die sich vorwiegend mit depressiven Symptomen 
manifestiere. Trotz verschiedenen medikamentösen Massnahmen habe 
seit 2009 nicht mehr ein genügend stabiler Zustand erzielt werden können, 
sodass der Beschwerdeführer seine berufliche Tätigkeit ganz habe aufge-
ben müssen. Trotz des gelungenen Stopps des Alkohol- und Cannabiskon-
sums habe keine Besserung des psychischen Zustandes erreicht werden 
können. Wie die Erfahrung aufgezeigt habe, sei der Beschwerdeführer im 
Verlaufe des Tages kognitiv völlig überfordert, beginne auch unter halluzi-
natorischen Erlebnissen zu leiden und es mache sich eine Angstsympto-
matik bemerkbar. Er sei dadurch stark vermindert belastbar, die Leistungs-
fähigkeit nehme extrem ab. Der Beschwerdeführer sei allenfalls noch in der 
Lage, eine Leistungsfähigkeit von etwa 20 % für eine klar strukturierte 
Tätigkeit zu erbringen, weswegen für jede Tätigkeit eine mindestens 
80%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Eine dauerhafte Ein-
schränkung in diesem Ausmass bestehe seit der psychiatrischen Hospitali-
sation im Februar 2011. Schon im Vorfeld habe zwischen vom 13. Januar 
bis Ende März 2009 eine 100%ige, zwischen Anfang April bis Mitte Mai 
2009 eine 70%ige und ab 18. Mai 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden (AB 196/6).

3.2.3 Der Beschwerdeführer meldete sich im Mai 1995 unter Hinweis auf 
psychische Beschwerden erstmals bei der IV zum Leistungsbezug an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 11

(AB 74/15-20). In der Folge bezog er aufgrund einer psychischen Störung 
aus dem schizo-affektiven Formenkreis (ICD-10 Kapitel F2 und F3; siehe 
dazu DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen ICD-10 Kapitel V [F], 10. Aufl. 2015; S. 125 ff. bzw. S. 156 ff.; 
vgl. etwa AB 73/222-223 und 246-250, 74/191, 74/186, 73/24-28, 196/5) 
verschiedene Leistungen der IV, insbesondere eine ganze Invalidenrente 
bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab dem 1. Oktober 1996 (AB 73/226-
228, 73/218 f., 73/208 f.). Nach einer mit Unterstützung der IV abgeschlos-
senen ... Berufslehre im geschützten Rahmen zwischen August 1999 und 
August 2002 (vgl. AB 73/134 f., 73/116-123) und einer anschliessenden 
beruflichen Abklärungsmassnahme in Form einer Einarbeitung vom 
25. November 2002 bis am 28. Februar 2003 (AB 73/103) erhielt der Be-
schwerdeführer per 1. März 2003 eine Festanstellung als ... beim 
B.________ mit einem Pensum von 100 % (AB 73/100). Angesichts dieser 
vorderhand rentenausschliessenden Eingliederung wurde die Rente der IV 
mit Verfügung vom 25. März 2003 (AB 73/99) aufgehoben. Aufgrund einer 
nachfolgenden Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes 
(vgl. AB 74/198-201) sowie gestützt auf das eingeholte psychiatrische Gut-
achten vom 14. Oktober 2004 (AB 74/180-189; siehe dazu E. 3.2.1 hiervor) 
sprach die IV-Stelle Bern dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. Ja-
nuar 2005 (AB 74/174-176) bei einem Invaliditätsgrad von nunmehr 50 % – 
entsprechend dem mittlerweile reduzierten Erwerbspensum (vgl. 
AB 74/177) – eine halbe Rente zu. Nach einer weiteren Verschlechterung 
des psychischen Gesundheitszustandes ab Februar 2011 mit wiederholter 
stationärer psychiatrischer Behandlung (vgl. AB 196/6, 73/24-28) und ge-
stützt auf ein Erhöhungsgesuch des Beschwerdeführers (AB 73/66) sowie 
das psychiatrische Verlaufsgutachten vom 24. Juni 2013 (AB 196) sprach 
die IV-Stelle Bern dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. Septem-
ber 2013 (AB 195) mit Wirkung ab dem 1. August 2011 bei einem Invali-
ditätsgrad von 98 % wiederum eine ganze Invalidenrente zu.

3.3 Gestützt auf die in den Akten der Beschwerdegegnerin befindlichen 
IV-Akten, insbesondere die zwei psychiatrischen Gutachten vom 14. Okto-
ber 2004 (AB 74/180-189) bzw. vom 23. Juni 2013 (AB 196), ist erstellt, 
dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls vom 27. Juni 2006 
(AB 2) an einem vorbestehenden, invalidisierenden psychischen Gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 12

heitsschaden litt und aufgrund dessen insbesondere eine Invalidenrente in 
variierender Höhe bezog. So bestand bereits längere Zeit vor dem Unfall 
vom 27. Juni 2006 (AB 2) aus psychischen Gründen eine dauerhaft um 
mindestens 50 % verminderte Arbeitsfähigkeit (vgl. AB 74/188), wobei das 
vom Beschwerdeführer im Rahmen seiner Anstellung beim B.________ ab 
1. März 2003 erzielte Erwerbseinkommen vollumfänglich Soziallohncharak-
ter aufwies (AB 73/54 Ziff. 2.10). Die Stelle wurde von der Arbeitgeberin 
überdies speziell für den Beschwerdeführer als Nischenarbeitsplatz stark 
therapeutischer Natur, jedoch ohne eigentliche Produktivität, geschaffen 
(AB 73/56 Ziff. 3). 

Sodann steht gestützt auf das psychiatrische Verlaufsgutachten vom 
23. Juni 2013 (AB 196) ebenfalls fest, dass die ab Februar 2011 eingetre-
tene Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes, welche zur 
erneuten Zusprache einer ganzen Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad 
von 98 % mit Verfügung der IV-Stelle Bern vom 26. September 2013 
(AB 195) führte, unabhängig vom Unfall vom 27. Juni 2006 (AB 2) eintrat. 
Insoweit stehen sowohl die Pathogenese des vorbestehenden psychischen 
Gesundheitsschadens als auch die ab Februar 2011 erfolgte nachhaltige 
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes in keinem ur-
sächlichen Zusammenhang zum Unfall vom 27. Juni 2006 (AB 2). Ein 
natürlicher Kausalzusammenhang (vgl. E. 2.2.1 hiervor) besteht demnach 
nicht. Angesichts des fehlenden natürlichen Kausalzusammenhangs zwi-
schen dem Unfall vom 27. Juni 2006 (AB 2) und dem psychischen Ge-
sundheitsschaden sowie der damit einhergehenden, praktisch vollständi-
gen Invalidisierung (vgl. AB 196/6 bzw. 195/4) ist nicht weiter auf das ku-
mulative Erfordernis eines adäquaten Kausalzusammenhangs (vgl. E. 2.1 
und 2.2.4 hiervor) einzugehen. Immerhin aber ist bei Fallabschluss per En-
de Juli 2011 (AB 56 f.) in diesem Zusammenhang auf die umfassende und 
überzeugende Würdigung des adäquaten Kausalzusammenhangs im an-
gefochtenen Einspracheentscheid vom 7. Juni 2021 (AB 219/5 ff. Ziff. 3) zu 
verweisen, gemäss welcher selbst unter der Annahme des erfüllten natürli-
chen Kausalzusammenhanges ein adäquater Kausalzusammenhang ver-
neint wurde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 13

3.4 Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsscha-
dens stützte sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 7. Juni 2021 (AB 219/7 ff. Ziff. 4.3 f.) – insbesondere 
unter zutreffender Ausklammerung der aus unfallfremden psychischen 
Gründen dauerhaft herabgesetzten Arbeitsfähigkeit (Art. 28 Abs. 3 UVV; 
vgl. dazu E. 2.3.3 hiervor) – auf das im Zeitpunkt des Fallabschlusses im 
Juli 2011 (AB 57) gemäss Verfügung der IV-Stelle Bern vom 26. Septem-
ber 2013 (AB 195/4) für die Unfallversicherung zu berücksichtigende hypo-
thetische Valideneinkommen von jährlich Fr. 1'920.--. Da der Beschwerde-
führer aus unfallkausaler Hinsicht aufgrund der bestehenden somatischen 
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit nicht (erheblich) beeinträchtigt war 
(vgl. AB 56, 57/2), mithin aus rein unfallkausaler Sicht eindeutig in der Lage 
gewesen wäre, ein dem marginalen hypothetischen unfallversicherungsre-
levanten Valideneinkommen entsprechendes Erwerbseinkommen zu erzie-
len, verneinte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 7. Juni 2021 (AB 219/9 Ziff. 4.4) einen anspruchsbegründen-
den Invaliditätsgrad (vgl. E. 2.3 hiervor) zu Recht. 

4.

Nach dem Dargelegten erweist sich der mit Verfügung vom 22. Juli 2011 
(AB 57) verneinte Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung 
mit Blick auf den ausgewiesenen unfallfremden psychischen Gesundheits-
schaden und den nachträglich vorgenommenen Einkommensvergleich au-
genscheinlich weder inhaltlich noch im Ergebnis als zweifellos unrichtig im 
Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG. Ein wiedererwägungsweises Zurückkom-
men auf die betreffende Verfügung ist damit ausgeschlossen. Demnach hat 
die Beschwerdegegnerin das sinngemässe Wiedererwägungsgesuch vom 
18. Dezember 2019 (AB 183) mit dem angefochtenen Einspracheentscheid 
vom 7. Juni 2019 (AB 219) zu Recht abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, UV/21/527, Seite 14

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.