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**Case Identifier:** 4281fe6c-3964-599b-871e-4357cffa79b6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.05.2024 200 2023 566
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-566_2024-05-28.pdf

## Full Text

200 23 566 EL
KOJ/COC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 28. Mai 2024

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
Beschwerdeführerin 1

Erbengemeinschaft des B.________ sel. 
bestehend aus
1. A.________
2. C.________
3. D.________
4. E.________
5. F.________
6. G.________
7. H.________
Beschwerdeführerin 2

beide vertreten durch Rechtsanwalt I.________

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern 
Abteilung Ergänzungsleistungen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2024, EL/23/566, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1931 geborene B.________ sel. (Versicherter) meldete sich am 
28. Juni 2014 zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL) zu seiner Rente 
der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) an (Akten der Aus-
gleichskasse des Kantons Bern [AKB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). 
In der Folge lehnte die AKB das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 
28. Oktober 2014 (act. II 10) aufgrund eines Einnahmenüberschusses ab. 
Dies wurde auf Neuanmeldung hin (act. II 12) mit Verfügung vom 9. Mai 
2016 (act. II 22) bestätigt. Im Rahmen eines weiteren Neuanmeldungsver-
fahrens (act. II 23) verneinte die AKB mit Verfügungen vom 17. Februar 
2017 (act. II 32 und 33) unter Anrechnung eines Verzichtsvermögens pro 
2016 von Fr. 145'130.-- (Abtretung Liegenschaft; act. II 32 S. 5 f. und 33 
S. 4) erneut einen Anspruch auf EL. Dies wurde auf Einsprache hin (act. II 
34) mit Entscheid vom 22. März 2017 (act. II 35) bestätigt, wobei unter 
Berücksichtigung des kapitalisierten Wohnrechts auf die Anrechnung eines 
Verzichtsvermögens verzichtet wurde (act. II 35 S. 1). Im weiteren Verlauf 
verneinte die AKB mit Verfügungen vom 8. Mai 2018 (act. II 44), vom 
19. Juli 2019 (act. II 57), vom 8. Mai 2020 (Akten der AKB [act. IIA] 67), 
vom 11. Juni 2021 (act. IIA 79) und vom 19. August 2022 (act. IIA 95) wie-
derum einen Anspruch auf EL (ohne Anrechnung eines Verzichtsvermö-
gens).

Infolge Heimeintritts per 21. Oktober 2022 wurde der Versicherte am 3. Fe-
bruar 2023 von seiner 1941 geborenen Ehefrau A.________ (Versicherte 
bzw. Beschwerdeführerin 1) ein weiteres Mal zum Bezug von EL angemel-
det (act. IIA 96). Nach erfolgten Abklärungen sprach ihm die AKB mit zwei 
Verfügungen vom 7. März 2023 (act. IIA 108 und 109) rückwirkend ab 1. 
Oktober 2022 EL in variierender Höhe zu. Dabei berücksichtigte sie ein 
Verzichtsvermögen (Abtretung Liegenschaft per 4. November 2016) von Fr. 
95'130.-- für das Jahr 2022 (act. IIA 108 f. jeweils S. 8) resp. von 
Fr. 85'130.-- für das Jahr 2023 (act. IIA 109 S. 10). Gleichzeitig sprach die 
AKB der Versicherten mit Verfügung 7. März 2023 (act. IIA 110) EL in ver-
schiedener Höhe zu, dies ebenfalls unter Anrechnung eines Verzichtsver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2024, EL/23/566, Seite 3

mögens (act. IIA 110 S. 8). Die gegen die drei Verfügungen erhobene Ein-
sprache vom 4. April 2023 (act. IIA 111) wies die AKB mit Entscheid vom 
19. Juni 2023 (act. IIA 113) ab. 

B.

Hiergegen erhoben die Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt 
I.________, am 3. August 2023 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegeh-
ren:

1. Der Einspracheentscheid vom 19. Juni 2023 ist aufzuheben und 
der Anspruch auf Ergänzungsleistungen für den Beschwerdeführer 
ab 1. Oktober 2022 und für die Beschwerdeführerin ab 1. Novem-
ber 2022 ist lege artis festzulegen.

2. Eventualiter sind die Akten zur Neubeurteilung an die Beschwer-
degegnerin zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. November 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Nachdem der Versicherte am TT. November 2023 verstorben war, wurde 
das Beschwerdeverfahren mit prozessleitender Verfügung vom 14. No-
vember 2023 sistiert. Gleichzeitig wurden die Erben ersucht mitzuteilen, ob 
sie die Erbschaft angenommen haben und bejahendenfalls, ob sie das Be-
schwerdeverfahren weiterzuführen gedenken.

Am 15. Februar 2024 erklärte die Erbengemeinschaft – bestehend aus der 
Beschwerdeführerin 1 und den sechs gemeinsamen Kindern als gesetzli-
che Erben (Beschwerdeführerin 2) –, dass die Erbschaft des Verstorbenen 
angenommen wurde und die Erbengemeinschaft in den Prozess eintrete.

Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Februar 2024 wurde das Verfah-
ren wieder aufgenommen.

Am 11. März 2024 wurde ein Erbenschein sowie eine von allen Erbinnen 
und Erben unterzeichnete Prozessvollmacht zu den Akten gereicht.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführenden (resp. der lite pendente verstorbene Versicher-
te) sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchge-
drungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und haben ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie – die Be-
schwerdeführerin 2 im Rahmen der Universalsukzession – zur Beschwerde 
befugt sind (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 
ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form 
(Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Juni 
2023 (act. IIA 113), der sich auf drei Verfügungen vom 7. März 2023 
(act. IIA 108 - 110) bezieht. Streitig und zu prüfen ist der EL-Anspruch für 
den Versicherten von Oktober 2022 bis November 2023 (Art. 12 Abs. 3 des 
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- 
und Invalidenversicherung vom 6. Oktober 2006 [ELG; SR 831.30]; AHI 
2002 S. 81 f. E. 3) und für die Beschwerdeführerin 1 ab November 2022 bis 
Dezember 2023 und dabei einzig die Frage, ob zu Recht ein Verzichtsver-
mögen in der Höhe von Fr. 95'130.-- pro 2022 (act. IIA 108 - 110 jeweils 
S. 8) resp. von Fr. 85'130.-- pro 2023 (act. IIA 109 f. jeweils S. 10) ange-
rechnet worden ist. Die richterliche Beurteilung hat sich praxisgemäss auf 
diesen Punkt zu beschränken, wenn – wie hier – aufgrund der Akten kein 
Anlass besteht, die übrigen unbestritten gebliebenen Punkte in die Prüfung 
miteinzubeziehen (BGE 131 V 329 E. 4 S. 330).

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1.3 Ein EL-Entscheid kann in zeitlicher Hinsicht nur für ein Kalenderjahr 
Rechtsbeständigkeit entfalten (BGE 141 V 255 E. 1.3 S. 258, 128 V 39 
E. 3b S. 41; SVR 2020 EL Nr. 1 S. 2 E. 4.1). Folgte man dem Rechtsbe-
gehren der Beschwerdeführenden und rechnete kein Verzichtsvermögen 
an, so würde beim Vermögen lediglich das Sparguthaben von Fr. 38'246.-- 
pro 2022 resp. von Fr. 41'221.-- pro 2023 berücksichtigt, wovon Schulden 
in der Höhe von Fr. 1'977.-- pro 2022 resp. von Fr. 10'000.-- pro 2023 in 
Abzug zu bringen sind (act. IIA 108 - 110 jeweils S. 8, 109 f. jeweils S. 10). 
Abzüglich des Freibetrags von Fr. 50'000.-- (vgl. Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG) 
würde kein anrechenbares Vermögen resultieren. 

Mit den weiteren Einnahmen (ohne Ertrag aus Vermögensverzicht) ergä-
ben sich für den Versicherten eine Summe von insgesamt Fr. 44'309.-- pro 
Oktober 2022, von Fr. 29'330.-- ab November 2022 und von Fr. 30'029.-- 
ab Januar 2023 (act. IIA 108 f. jeweils S. 8, 109 S. 10). Bei unbestrittenen 
Ausgaben von Fr. 63'215.-- pro Oktober 2022, von Fr. 77'433.-- ab Novem-
ber 2022 und von Fr. 79'338.-- ab Januar 2023 (act. IIA 108 f. S. 8, 109 
S. 10) käme es zu einem EL-Anspruch für Oktober 2022 von Fr. 1'575.-- 
(Fr. 44'309.-- – Fr. 63'215.-- : 12), für November und Dezember 2022 von 
Fr. 8'017.-- (Fr. 29'330.-- – Fr. 77'433.-- : 12 x 2 Monate) und für Januar bis 
November 2023 von Fr. 45'200.-- (Fr. 30'029.-- – Fr. 79'338.-- : 12 x 11 
Monate), d.h. von insgesamt Fr. 54'792.--. Mit Blick auf den in diesem Zeit-
raum verfügten EL-Anspruch von insgesamt Fr. 46'671.-- (Fr. 895.-- + 
Fr. 6'660.-- + Fr. 39'116.--; act. IIA 108 f. jeweils S. 1) resultiert eine Diffe-
renz von Fr. 8'121.-- (Fr. 54'792.-- – Fr. 46'671.--) für den Versicherten. 

Bei der Beschwerdeführerin 1 ergäbe sich bei den weiteren Einnahmen 
(ohne Ertrag aus Verzichtsvermögen) eine Summe von Fr. 22'154.-- ab 
November 2022 und von Fr. 22'673.-- ab Januar 2023 (act. IIA 110 S. 8 
und S. 10). Bei unbestrittenen Ausgaben von Fr. 28'727.-- ab November 
2022 und von Fr. 30'056.-- ab Januar 2023 (act. IIA 110 S. 8 und S. 10) 
käme es zu einem EL-Anspruch für November und Dezember 2022 von 
Fr. 1'095.-- (Fr. 22'154.-- – Fr. 28'727.-- : 12 x 2 Monate) und für Januar bis 
Dezember 2023 von Fr. 7'383.-- (Fr. 22'673.-- – Fr. 30'056.--), d.h. von ins-
gesamt Fr. 8'478.--. Mit Blick auf den in diesem Zeitraum verfügten EL-
Anspruch von insgesamt Fr. 4'624.-- (Fr. 556.-- + Fr. 4'068.--; act. IIA 110 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2024, EL/23/566, Seite 6

S. 1) resultiert eine Differenz von Fr. 3'854.-- (Fr. 8'478.-- – Fr. 4'624.--) 
resp. von insgesamt Fr. 11'975.-- (Fr. 8'121.-- + Fr. 3'854.--).

Somit liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der 
Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Am 1. Januar 2021 sind die Änderung vom 22. März 2019 des ELG 
und die Änderung vom 29. Januar 2020 der Verordnung vom 15. Januar 
1971 über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Inva-
lidenversicherung (ELV; SR 831.301) in Kraft getreten. Mit Blick auf den 
Streitgegenstand bildenden Anspruchszeitraum (vgl. E. 1.2 hiervor) gelangt 
das neue Recht zur Anwendung.

2.2 Gemäss Art. 4 Abs. 1 ELG haben Personen mit Wohnsitz und ge-
wöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz Anspruch auf Ergän-
zungsleistungen, wenn sie eine Rente der AHV oder IV beziehen oder nach 
lit. b oder d der genannten Bestimmung Anspruch auf eine solche Rente 
hätten. Die Ergänzungsleistungen bestehen aus der jährlichen Ergän-
zungsleistung sowie der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskos-
ten (Art. 3 Abs. 1 ELG). Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem 
Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen 
übersteigen, mindestens jedoch dem höheren der folgenden Beträge (Art. 9 
Abs. 1 ELG):

a. der höchsten Prämienverbilligung, die der Kanton für Personen festge-
legt hat, die weder Ergänzungsleistungen noch Sozialhilfe beziehen;

b. 60 % des Pauschalbetrages für die obligatorische Krankenpflegeversi-
cherung nach Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2024, EL/23/566, Seite 7

2.3 Nach Art. 9a Abs. 1 ELG haben nur Personen Anspruch auf Ergän-
zungsleistungen, wenn sie über ein Reinvermögen unterhalb der Vermö-
gensschwelle verfügen; diese liegt bei Ehepaaren bei Fr. 200‘000.-- (lit. b). 

Gemäss Art. 9a Abs. 2 ELG sind Liegenschaften, die von der Bezügerin 
oder dem Bezüger oder einer Person, die in die Berechnung der Ergän-
zungsleistung eingeschlossen ist, bewohnt werden und an welchen eine 
dieser Personen Eigentum hat, nicht Bestandteil des Reinvermögens nach 
Art. 9a Abs. 1 ELG. Ferner gehört nach Art. 9a Abs. 3 ELG Vermögen, auf 
welches nach Art. 11a Abs. 2 - 4 ELG verzichtet wurde, auch zum Rein-
vermögen nach Art. 9a Abs. 1 ELG.

2.4 Nach Art. 11a Abs. 2 ELG werden Einnahmen, Vermögenswerte 
und gesetzliche oder vertragliche Rechte, auf die eine Person ohne 
Rechtspflicht und ohne gleichwertige Gegenleistung verzichtet hat, als Ein-
nahmen angerechnet, als wäre nie darauf verzichtet worden. Ein Vermö-
gensverzicht gemäss Art. 11a Abs. 2 ELG liegt vor, wenn eine Person 
Vermögenswerte veräussert, ohne dazu rechtlich verpflichtet zu sein, und 
die Gegenleistung weniger als 90 % des Wertes der Leistung entspricht 
(Art. 17b lit. a ELV). Die Höhe des Verzichts bei Veräusserung entspricht 
der Differenz zwischen dem Wert der Leistung und dem Wert der Gegen-
leistung (Art. 17c ELV).

Die Kodifizierung der Verzichtstatbestände gemäss Art. 11a Abs. 2 ELG 
hat keine Änderung der bisherigen Praxis in Bezug auf Einkommens- und 
Vermögensverzichte zur Folge (BBl 2016 7538). Demnach sind die Tatbe-
standselemente „ohne Rechtspflicht“ resp. „ohne gleichwertige Gegenleis-
tung“ nicht kumulativ, sondern alternativ (vgl. hierzu die bis am 31. Dezem-
ber 2020 massgebliche Praxis betreffend die Tatbestandselemente „ohne 
rechtliche Verpflichtung“ resp. „ohne adäquate Gegenleistung“, BGE 134 I 
65 E. 3.2 S. 70 = Pra 2008 S. 562, 131 V 329; SVR 2020 EL Nr. 10 S. 38 
E. 2.3.1).

2.5

2.5.1 Bei der entgeltlichen oder unentgeltlichen Entäusserung eines 
Grundstückes ist der Verkehrswert (Marktwert) für die Prüfung, ob ein Ver-
mögensverzicht i.S.v. Art. 11a Abs. 2 ELG vorliegt, massgebend. Der Ver-

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kehrswert gelangt nicht zur Anwendung, wenn von Gesetzes wegen ein 
Rechtsanspruch auf den Erwerb zu einem tieferen Wert besteht Art. 17a 
Abs. 5 ELV). Die Kantone können anstelle des Verkehrswertes einheitlich 
den für die interkantonale Steuerausscheidung massgebenden Repartiti-
onswert anwenden (Art. 17a Abs. 6 ELV). Der Kanton Bern hat mit Art. 4 
Abs. 1 des kantonalen Einführungsgesetzes vom 27. November 2008 zum 
ELG (EG ELG; BSG 841.31) bei Grundstücken anstelle des Verkehrswer-
tes den für die interkantonale Steuerausscheidung massgebenden Reparti-
tionswert für anwendbar erklärt. Der Repartitionswert betrug im Kanton 
Bern zwischen 2002 und 2018 100 % des amtlichen Wertes (vgl. Schwei-
zerische Steuerkonferenz, Regeln für die Bewertung der Grundstücke bei 
interkantonalen Steuerausscheidungen, Kreisschreiben 22 vom 22. März 
2018, abrufbar: www.taxinfo.sv.fin.be.ch > Themen > 2. Einkommens- und 
Vermögenssteuern > Bewertung der Grundstücke bei interkantonalen 
Steuerausscheidungen [Repartitionswerte]). 

Ist eine veräusserte Liegenschaft mit einer Hypothek belastet, die ganz 
oder teilweise vom neuen Eigentümer übernommen wird, so stellt die 
Summe der übernommenen Schulden einen Teil der Gegenleistung dar 
(Rz. 3532.06 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und 
IV [WEL]).

2.5.2 Erfolgt die Abtretung der Liegenschaft gegen eine Nutzniessung 
oder ein Wohnrecht, so stellt der kapitalisierte Jahreswert des Wohnrechts 
oder der Nutzniessung einen Teil der Gegenleistung dar. Der Jahreswert 
entspricht dem Mietwert abzüglich jener Kosten, die vom EL-Bezüger im 
Zusammenhang mit der Nutzniessung oder dem Wohnrecht tatsächlich 
übernommen werden. Für die Bemessung des Mietwerts ist von demjeni-
gen Ertrag auszugehen, der bei der Vermietung der Liegenschaft tatsäch-
lich erzielt werden kann, d.h. von einem marktkonformen Mietzins 
(Rz. 3532.07 WEL). Die Kapitalisierung von wiederkehrenden Leistungen – 
insbesondere von Nutzniessungen und Wohnrechten – hat nach der von 
der Eidg. Steuerverwaltung herausgegebenen Tabelle zu erfolgen ("Tabelle 
zur Umrechnung von Kapitalleistungen in lebenslängliche Renten", abruf-
bar unter: www.estv.admin.ch > Direkte Bundessteuer DBST > Steuertarife 
> [Tabelle] "Umrechnungstabelle Leibrenten ab 2005"; Rz. 3532.08 WEL). 

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2.6 Gemäss Art. 17e Abs. 1 ELV wird der anzurechnende Betrag des 
Vermögens, auf das gemäss Art. 11a Abs. 2 und 3 ELG verzichtet wurde, 
für die Berechnung der Ergänzungsleistungen jährlich um Fr. 10‘000.-- 
vermindert. Der Betrag des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichts ist un-
verändert auf den 1. Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu 
übertragen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermindern (Art. 17e 
Abs. 2 ELV). Für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung ist der 
verminderte Betrag am 1. Januar des Bezugsjahres massgebend (Art. 17e 
Abs. 3 ELV).

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und zwischen den Parteien unbestritten 
ist, dass die Beschwerdeführerin 1 und der Versicherte mit Abtretungsver-
trag auf Rechnung zukünftiger Erbschaft vom 4. November 2016 (act. II 27 
S. 1 ff.) die Grundstücke … GBBl Nr. … - … an zwei ihrer Töchter, 
F.________ und D.________, zum Miteigentum je zur Hälfte abgetreten 
haben. Gleichzeitig übernahmen die zwei Töchter eine auf die Liegenschaft 
lautende Hypothekarschuld in der Höhe von Fr. 120'000.-- (S. 4 Art. 4). Der 
Beschwerdeführerin 1 und dem Versicherten wurde am abgetretenen 
Grundstück … GBBl Nr. … ein lebenslängliches und dingliches Wohnrecht 
eingeräumt. Im Gegenzug verpflichteten sie sich, einen Wohnrechtszins zu 
entrichten, welcher der Höhe des Zinses der auf dem besagten Grundstück 
lastenden Grundpfandschulden abzüglich des Pachtzinses für das Grunds-
tück … GBBl Nr. … entspricht, sowie die Nebenkosten (Strom, Kehrricht-
gebühren, Heizkosten, usw.) und den Unterhalt des Wohnrechtsgegen-
standes zu tragen (S. 5 Art. 5). Von den Beschwerdeführenden wird nicht 
bestritten, dass keine rechtliche Verpflichtung zur Übertragung resp. zur 
Abtretung der Liegenschaft bestand. Ebenso ist zwischen den Parteien 
unbestritten, dass der für die EL massgebende Repartitionswert der 
Grundstücke per 2016 Fr. 265'130.-- beträgt (vgl. S. 4 oben; vgl. E. 2.5.1 
hiervor).

3.2 Zu prüfen ist, ob das eingeräumte dingliche Wohnrecht bei der EL 
angerechnet werden kann. In diesem Zusammenhang ebenfalls zu prüfen 

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ist das von der Beschwerdegegnerin angerechnete Verzichtsvermögen pro 
2022 von Fr. 95'130.-- (Fr. 265'130.-- [Repartitionswert] – Fr. 120'000.-- 
[Hypothekarschuld] – Fr. 50'000.-- [Vermögensverminderung gemäss 
Art. 17e Abs. 1 ELV; vgl. E. 2.6 hiervor]; act. IIA 108 - 110 jeweils S. 8) re-
sp. pro 2023 von Fr. 85'130.-- (Fr. 265'130.-- – Fr. 120'000.-- – Fr. 60'000.-- 
[Vermögensverminderung gemäss Art. 17e Abs. 1 ELV]; act. IIA 109 f. je-
weils S. 10). 

3.2.1 Es ist zulässig, im Rahmen der Abtretung der Liegenschaft gleich-
zeitig ein Wohnrecht zu begründen und – damit nebensächlich verbunden – 
sich zur Übernahme eines Wohnrechtszinses und der Nebenkosten zu ver-
pflichten. Alleine dieser Umstand führt nicht dazu, dass dem Wohnrecht die 
grundsätzliche Eigenschaft als Gegenwert für die Abtretung der Liegen-
schaft i.S.v Rz. 3532.07 WEL abgesprochen werden könnte (vgl. Urteil des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. März 2024, EL/2023/180, 
E. 3.2.1 f.; vgl. auch URS MÜLLER, Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zum ELG, 3. Aufl. 2015, S. 181 f. N. 502). Entgegen der Auffassung der 
Beschwerdegegnerin (act. IIA 113 S. 2) ergeben sich weder aus den mass-
gebenden EL-rechtlichen Bestimmungen noch den einschlägigen Weglei-
tungen Anhaltspunkte dafür, dass dahingehend eine Unterscheidung zwi-
schen einem entgeltlichen und einem unentgeltlichen Wohnrecht stattzufin-
den habe, als lediglich der Jahreswert eines unentgeltliches Wohnrecht 
kapitalisiert werden könnte, während im Falle der Übernahme gewisser mit 
der Ausübung des Wohnrechts zusammenhängenden Kosten ein entgeltli-
ches und damit gleichsam nicht (mehr) anrechenbares Wohnrecht beste-
hen würde. Eine solche Unterscheidung findet sich denn auch nicht im Zi-
vilrecht. Vielmehr erfolgt dort die Abgrenzung zwischen dem Wohnrecht 
und der Miete (Art. 253 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts [OR; 
SR 220]) insbesondere aufgrund der vertraglichen Formvorschriften, der 
unterschiedlichen Rechte und Pflichten der Vertragsparteien und der Tat-
sache, dass im Gegensatz zum Wohnrecht bei der Miete Entgeltlichkeit 
vorausgesetzt ist (Art. 253 und 257 ff. OR; vgl. auch MICHEL MOOSER, in: 
GEISER/WOLF [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 7. Aufl. 2023, 
Art. 776 N. 11 mit Hinweisen). Unter diesen Gesichtspunkten ist im vorlie-
genden Fall nicht von einem faktischen Mietverhältnis auszugehen (anders 
die Beschwerdegegnerin [act. IIA 113 S. 2]). Daran ändert nichts, dass die 

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Bezahlung eines Wohnrechtszinses vereinbart worden ist (Beschwerde-
antwort S. 4 Ziff. 2.3). Auch bei einer ökonomischen Betrachtungsweise 
des vereinbarten Wohnrechtszins in der Höhe des Hypothekarzinses ab-
züglich des Pachtzinses für das Grundstück … GBBl Nr. …, ausmachend 
Fr. 1'750.-- im Jahr (vgl. act. IIA 111 S. 2; Beschwerde S. 4 Ziff. 10), be-
stand resp. besteht offensichtlich keine mit einer Miete vergleichbare Ent-
schädigung (vgl. diesbezüglich auch Beschwerde S. 6 Ziff. 23). Hinzu 
kommt, dass beim Wohnrecht gemäss Lehre einzelne mietrechtliche 
Bestimmungen – nicht aber die Bestimmungen betreffend die Bezahlung 
des Mietzinses – sinngemäss zur Anwendung gelangen und das Wohn-
recht mit schuldrechtlichen Verpflichtungen verbunden werden kann (vgl. 
MOOSER, a.a.O., Art. 776 N. 18 f.), ohne dass dadurch die rechtliche Quali-
fikation des Wohnrechts in Frage gestellt würde. 

Soweit die Beschwerdegegnerin schliesslich geltend macht, dass die Abtre-
tung nach der EL-Anmeldung erfolgt und deshalb davon auszugehen sei, 
dass der "Gedanke an EL mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Rolle 
gespielt" habe (Beschwerdeantwort S. 4 f. unter Hinweis auf das Urteil des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. August 2022, EL/2022/36), 
kann ihr nicht gefolgt werden. Ein vergleichbarer Fall einer Vereinbarung 
mit dem ausschliesslichen Zweck, die Aufrechnung eines Verzichtsvermö-
gens zu umgehen, ist hier auch mit Blick auf die nur kurz nach der Abtre-
tung erfolgte EL-Anmeldung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
(BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429; SVR 2022 UV Nr. 41 S. 163 E. 3.3) erstellt. 
Vorliegend ist daher das Wohnrecht – entgegen dem angefochtenen Ein-
spracheentscheid – im Rahmen der EL-Berechnung zu berücksichtigen.

3.2.2 Die Beschwerdeführenden haben das kapitalisierte Wohnrecht auf 
Fr. 106'379.85 festgelegt (Beschwerde S. 7 Ziff. 25). Dies ausgehend vom 
Eigenmietwert der abgetretenen Liegenschaft von Fr. 9'020.--, von wel-
chem der zu bezahlende Wohnrechtszins in der Höhe von Fr. 1'750.-- ab-
gezogen wurde. Die Restanz von Fr. 7'270.-- wurde mit dem höheren Kapi-
talisierungsfaktor der Ehegatten von 68.34 (vgl. die Kapitalisierungstabellen 
der Eidg. Steuerverwaltung [vgl. E. 2.5.2 hiervor] unter Berücksichtigung 
des Alters der Beschwerdeführerin 1 zum Zeitpunkt der Abtretung der Lie-
genschaft von 75 Jahren) umgerechnet (Fr. 1'000.-- / 68.34 x Fr. 7'270.--). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2024, EL/23/566, Seite 12

Diese Berechnung resp. die angewandte Berechnungsformel ist nicht zu 
beanstanden und entspricht im Übrigen derjenigen in der Einsprache vom 
6. März 2017 (act. II 34 S. 1 f.), welche von der Beschwerdegegnerin mit 
Einspracheentscheid vom 22. März 2017 (act. II 35 S. 1 Ziff. 2) ausdrück-
lich bestätigt worden ist.

3.2.3 Mit Blick auf den Repartitionswert der Liegenschaft von 
Fr. 265'130.-- (vgl. E. 3.1 hiervor), die Hypothekarschuld von Fr. 120'000.-- 
(act. II 27 S. 4 Art. 4) und den Kapitalwert des Wohnrechts von 
Fr. 106'379.85 (vgl. E. 3.2.2 hiervor) liegt infolge der Abtretung der Liegen-
schaft an die zwei Töchter ein Vermögensverzicht in der Höhe von 
Fr. 38'750.15 (Fr. 265'130.-- – Fr. 120'000.-- – Fr. 106'379.85) vor. Unter 
Berücksichtigung der Vermögensverminderung gemäss Art. 17e Abs. 1 
ELV (vgl. E. 2.6 hiervor) von Fr. 50'000.-- per 2022 resp. Fr. 60'000.-- per 
2023 ist der EL-Anspruch der Beschwerdeführerin 1 und des Versicherten 
somit ohne Anrechnung eines Verzichtsvermögens festzusetzen. Die Be-
schwerdegegnerin wird die Anpassungen der EL im hier zu beurteilenden 
Zeitraum (vgl. E. 1.2 hiervor) vorzunehmen und neu zu verfügen haben.

3.3 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 19. Juni 2023 (act. IIA 113) in Gutheissung der Beschwerde aufzuhe-
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie 
den EL-Anspruch für den Versicherten ab Oktober 2022 und für die Be-
schwerdeführerin 1 ab November 2022 im Sinne der Erwägungen neu be-
rechne und anschliessend neu verfüge.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2024, EL/23/566, Seite 13

sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 Abs. 1 
ELG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Die von Rechtsanwalt I.________ eingereichte Kostennote vom 26. März 
2024 ist nicht zu beanstanden. Gestützt darauf wird die Parteientschädi-
gung für das vorliegende Verfahren auf Fr. 3'333.35 (Honorar Fr. 3'000.95, 
Auslagen Fr. 83.70, Mehrwertsteuer Fr. 239.70) festgesetzt. Diesen Betrag 
hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführenden zu ersetzen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-
scheid der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 19. Juni 2023 auf-
gehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, 
damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre und neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführenden die Parteikos-
ten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'333.35 (inkl. Auslagen und MWST), 
zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt I.________ z.H. der Beschwerdeführenden
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Ergänzungsleistungen 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.