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**Case Identifier:** b1099515-25b4-5aa9-b3a6-08fcef925ce5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.06.2024 VBE.2024.66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-66_2024-06-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.66 / lf / bs 
Art. 90 

 

Urteil vom 21. Juni 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin 

Oberrichterin Fischer 

Oberrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin Fricker 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1979 geborene Beschwerdeführer war bei der Beschwerdegegnerin 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er gemäss Schadenmeldung 

vom 3. Januar 2022 am 10. November 2021 beim Entladen eines Lastwa-

gens mit einem Rollwagen das rechte Knie anschlug und sich dadurch eine 

Prellung am rechten Knie zuzog. Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre 

Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis und rich-

tete die entsprechenden Versicherungsleistungen in Form von Taggeld und 

Heilbehandlung aus. In der Folge traf sie medizinische Abklärungen und 

nahm in deren Rahmen Rücksprache mit der Kreisärztin. Mit Schreiben 

vom 30. August 2022 informierte sie den Beschwerdeführer, dass die Ver-

sicherungsleistungen per 31. Januar 2022 eingestellt würden. Nachdem 

sich der Beschwerdeführer damit nicht einverstanden erklärt hatte, holte 

die Beschwerdegegnerin eine versicherungsmedizinische Beurteilung ein 

und hielt mit Verfügung vom 21. Juli 2023 an der Einstellung der Versiche-

rungsleistungen mangels Unfallkausalität der noch geklagten Beschwer-

den per 31. Januar 2022 fest. Die dagegen erhobene Einsprache wies die 

Beschwerdegegnerin nach erneuter Rücksprache mit ihrem Versiche-

rungsmediziner mit Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2023 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 29. Januar 2024 fristgerecht Beschwerde 

und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 12.12.2023 sei vollum-
fänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlich 
geschuldeten Leistungen für die Beschwerden am rechten Knie und der 
Grosszehe auch nach dem 31.01.2022 zuzusprechen. Insbesondere 
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für die Kosten der Opera-
tion vom 15.04.2022 und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit auf-
zukommen. 

2. Eventualiter sei die Sache zur ordnungsgemässen Abklärung des 
Sachverhalts, insbesondere zur Einholung eines orthopädischen Gut-
achtens, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 - 3 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungs-

leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 10. November 2021 zu 

Recht mit Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2023 per 31. Januar 

2022 eingestellt hat (Vernehmlassungsbeilage [VB] 100). 

 

1.2. 

Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beantragten Leistungen im Zusam-

menhang mit den Beschwerden an der rechten Grosszehe (vgl. Rechtsbe-

gehren Ziff. 1.; Beschwerde S. 14) ist festzuhalten, dass die Beschwerde-

gegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid diesbezüglich nicht über 

einen allfälligen entsprechenden Anspruch des Beschwerdeführers befun-

den hat. Insoweit ist daher mangels eines Anfechtungsobjekts im Sinne von 

Art. 56 Abs. 1 ATSG in diesem Umfang nicht auf die Beschwerde einzutre-

ten. 

 

2. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krank-

heit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursa-

chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten  

oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-

hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 

Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-

dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

(BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 

E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen). 

 

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3. 

3.1. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2023 (VB 100) stützte 

sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen 

der Kreisärztin Dr. med. B._____, Fachärztin für Chirurgie, vom 26. August 

2022 (VB 52) sowie des Versicherungsmediziners Dr. med. C._____, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-

apparates, vom 20. Juli (VB 79) und 11. Dezember 2023 (VB 98). 

 

3.1.1. 

Dr. med. B._____ führte in ihrer Aktenbeurteilung vom 26. August 2022 

aus, der Unfall habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätz-

lichen strukturellen Läsionen geführt. Der Schaden am rechten Knie, wel-

cher operiert worden sei, sei daher nicht mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit auf den Unfall zurückzuführen. Die Operation habe der Sanierung 

einer chronisch-degenerativen Meniskopathie mit mukoider Degeneration 

gegolten. Die beschriebene Kontusion wäre nach vier Wochen nicht mehr 

beschwerdeführend. Ausserdem sei eine Kontusion nicht geeignet, eine 

Meniskusläsion zu verursachen (VB 52 S. 1). 

 

3.1.2. 

Dr. med. C._____ hielt am 20. Juli 2023 fest, im Schreiben vom 8. Mai 

2023 führe der Operateur Dr. med. D._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, dass er intra-

operativ eine "Ramp Lesion" des Innenmeniskus entdeckt und behandelt 

habe, und verweise auf die intraoperativen Bilder. Auf den vorliegenden 

Bildern sei nicht ersichtlich, dass das Hinterhorn des Innenmeniskus mit 

dem Tasthaken ins Gelenk hinein subluxiert werden könne (VB 79 S. 2). 

Ebenso sei der einklemmende Lappen der Plica infrapatellaris nicht auf den 

Bildern abgrenzbar. Des Weiteren liege kein Bild vor, das eine ausgeprägte 

Synovialitis zeigen würde, und auch kein Bild, wo die partielle Synovekto-

mie dokumentiert wäre. Eine Ablösung des Meniskus von der Gelenkkapsel 

im Hinterhornbereich (Ramp Lesion) trete frisch traumatisch bei Kombina-

tionsverletzungen zusammen mit der Ruptur des vorderen Kreuzbandes 

auf. Der Traumaload sei dann auch entsprechend hoch, was hier nicht der 

Fall gewesen sei. Des Weiteren könne es bei chronischer vorderer Kreuz-

bandinstabilität, dann im Sinne eines chronischen degenerativen Prozes-

ses, zu einer Meniskokapsulären-Separation (Ramp Lesion) kommen. Bei-

des liege beim Beschwerdeführer nicht vor. Der Pathomechanismus "direk-

tes Knieanpralltrauma", der MRI-Befund (mit Zeichen einer chronischen 

Degeneration des Meniskushinterhorns und ohne radiologischen Hinweis 

für eine "Ramp Lesion") sowie das Fehlen eines klaren intraoperativen 

Nachweises einer "Ramp Lesion" würden allesamt gegen das Vorliegen 

einer solchen Läsion sprechen. Aus diesen Gründen sei an der Einschät-

zung festzuhalten, dass das Ereignis vom 10. November 2021 nicht zu ei-

ner zusätzlichen strukturellen Läsion geführt habe. Der Beschwerdeführer 

 - 5 - 

 

 

habe eine Prellung erlitten, diese heile innert einigen Tagen, spätestens 

nach vier Wochen (VB 79 S. 3). 

 

3.1.3. 

In seiner Aktenbeurteilung vom 11. Dezember 2023 setzte sich 

Dr. med. C._____ mit den vom behandelnden Arzt Dr. med. D._____ in der 

E-Mail vom 10. September 2023 gestellten Fragen (VB 90 S. 1; E. 3.4.2. 

nachfolgend) auseinander (VB 98 S. 2 f.) und führte des Weiteren aus, es 

sei nicht nachvollziehbar, warum bei einer postulierten frischen strukturel-

len Schädigung eine Unfallmeldung respektive eine ärztliche Vorstellung 

mit so grosser zeitlicher Latenz stattgefunden habe. Gemäss vorliegender 

Dokumentation sei die erste Konsultation diesbezüglich am 16. Dezember 

2021 erfolgt. Komme es zu einer frischen Verletzung, seien die Beschwer-

den unmittelbar nach dem Unfall am grössten, so dass prompt eine Arzt-

vorstellung und Diagnostik erfolgten (VB 98 S. 3). Es sei aus medizinischer 

Sicht zudem nicht nachvollziehbar, wie eine banale Kniekontusion zu einer 

komplexen Innenmeniskusläsion führen solle, und noch weniger, wie es 

durch eine Kontusion zu einer "ramp-lesion" kommen solle. Diese Läsionen 

würden bei komplexen Knieverletzungen, vornehmlich bei Kreuz-

bandrupturen, auftreten. Das erlittene Trauma gemäss Schadenmeldung 

sei ungeeignet, um zu einer isolierten Ramp-Läsion zu führen. Ebenso sei 

eine isolierte "ramp-lesion" auch nach einer relevanten Kniedistorsion eine 

absolute medizinische Rarität. Diese trete im Rahmen von vorderen Kreuz-

bandverletzungen oder bei chronischer vorderer Kreuzbandinstabilität auf. 

Kongruent zu einer stattgehabten Kniekontusion und einer vorbestehenden 

medialen Meniskopathie zeige sich der MRI-Befund. Im MRI vom 1. März 

2022 zeige sich klar das Bild einer chronisch degenerativen medialen Me-

niskopathie. Hinweise für eine frische strukturelle Läsion fänden sich nicht, 

insbesondere keine Hinweise für eine "ramp-lesion". Aus diesen Gründen 

sei an der initialen Begründung vom 20. Juli 2023 (vgl. E. 3.1.2. hiervor) 

festzuhalten. Beim Unfall habe der Beschwerdeführer eine Kontusion erlit-

ten. Ein frischer struktureller Schaden im Kniegelenk sei dadurch nicht ent-

standen. Eine Prellung heile innert weniger Tage, spätestens nach vier Wo-

chen folgenlos ab (VB 98 S. 4). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

 - 6 - 

 

 

3.2.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

3.2.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 

8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 

2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

3.3. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen mit Verweis auf die 

Einschätzung seines behandelnden Arztes Dr. med. D._____ vor, der 

medizinische Sachverhalt sei nicht hinreichend abgeklärt (vgl. Beschwerde 

S. 4). Es würden unterschiedliche Auffassungen von gleich qualifizierten 

Medizinern dazu bestehen, ob die Beschwerden des Beschwerdeführers 

noch immer auf das Unfallereignis zurückzuführen seien. 

Dr. med. D._____ habe in seinen E-Mails vom 26. April und 10. September 

2023 sowie vom 24. Januar 2024 eingehend aufgezeigt, weshalb er die 

Einschätzung der Suva-Ärzte nicht teile. Es würden damit erhebliche 

Zweifel an der Einschätzung der Unfallkausalität durch die Suva-Ärzte 

bestehen. Die Einschätzung von Dr. med. D._____ sei hingegen 

überzeugend, weshalb die Beschwerdegegnerin gestützt darauf für die 

Unfallfolgen, insbesondere auch für die Kosten der Operation vom 15. April 

2022 und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit, aufzukommen oder 

weitere Abklärungen vorzunehmen habe (vgl. Beschwerde S. 13). 

 

3.4. 

Den vom Beschwerdeführer erwähnten E-Mails von Dr. med. D._____ ist 

insbesondere Nachfolgendes zu entnehmen: 

 

 - 7 - 

 

 

3.4.1. 

In der E-Mail vom 26. April 2023 hielt Dr. med. D._____ fest, es handle sich 

ganz klar nicht um eine degenerative Läsion des Meniskus, sondern um 

eine Ramp Läsion. Besonders auf den Bildern 4, 9 und 10 des Operations-

Reports vom 15. April 2022 sei dies deutlich ersichtlich. Da sei makrosko-

pisch keine degenerative Läsion erkennbar. Ausserdem gehe es um die 

Stabilität des Hinterhorns, was man nur dynamisch, das heisse nie ohne 

klinische Untersuchung, beurteilen könne. Während der Operation habe er 

erfolgreich mit dem Tasthaken das Hinterhorn nach vorne schieben kön-

nen. Der Druck sei auch der Grund der langzeitlichen Schmerzen des Be-

schwerdeführers gewesen (VB 66 S. 7). 

 

3.4.2. 

Zur Einschätzung von Dr. med. C._____ vom 20. Juli 2023 (vgl. E. 3.1.2. 

hiervor) hielt Dr. med. D._____ in seiner E-Mail vom 10. September 2023 

insbesondere fest, es sei nicht klar, wie Dr. med. C._____ zur Schluss-

folgerung gelange, dass die erlittene Prellung spätestens nach vier Wochen 

abgeheilt sei, obwohl der Beschwerdeführer nach vier Monaten immer noch 

Schmerzen gehabt habe. Betreffend die Ramp Läsion müsse man zudem 

laut Dr. E._____, Q-Strasse, immer mit dem Arthroskop ins posteriore 

Kniekompartiment gelangen, um festzustellen, ob es eine solche Läsion 

gebe, weil man eine solche nicht immer von vornherein (medial) mit dem 

Testhaken ausschliessen könne (VB 90 S. 1). 

 

3.4.3. 

In der im Beschwerdeverfahren eingereichten E-Mail vom 24. Januar 2024 

führte Dr. med. D._____ zu den ihm vom Beschwerdeführer am 11. Januar 

2024 gestellten Fragen (vgl. Beschwerdebeilage [BB] 3 f.) im Wesentlichen 

aus, Dr. med. C._____ widerspreche sich selbst mit der Begründung, dass 

der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls bloss eine Kontusion erlitten 

habe, die spätestens nach vier Wochen abgeheilt gewesen sei. Der Unfall 

sei am 10. November 2021 erfolgt, womit der Beschwerdeführer spätestens 

Mitte Dezember 2021 hätte schmerzfrei sein müssen. Das sei jedoch nicht 

der Fall gewesen. Der Beschwerdeführer habe ihn nämlich zum ersten Mal 

am 22. März 2022 aufgesucht, um seine Schmerzen zu lindern, was nach 

der Operation vom 14. April 2022 gelungen sei (vgl. BB 4). Zur Frage, ob 

die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 

10. November 2021 zurückzuführen seien (vgl. BB 3), hielt 

Dr. med. D._____ fest, das könne sicherlich aus der Krankengeschichte 

des Beschwerdeführers entnommen werden, sofern dieser schon früher ei-

nen Orthopäden aufgesucht habe. Wenn dies nicht erfolgt sei, dann seien 

die Beschwerden höchstwahrscheinlich Folge des Unfalls (vgl. BB 4). 

 

3.5. 

Zur Diagnose einer Ramp-Läsion von Dr. med. D._____ hat sich 

Dr. med. C._____ basierend auf den gesamten Akten, unter Hinweis auf 

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die entsprechende Literatur und mittels kommentierter Bilddokumentation 

in seinen Beurteilungen detailliert geäussert und dargelegt, dass eine sol-

che nicht sicher festzustellen sei. Weder auf dem von Dr. med. D._____ 

erwähnten Bild 9 noch auf dem Bild 12 sei eine "ramp-lesion" klar abgrenz-

bar (VB 98 S. 3). Es sei aus medizinischer Sicht zudem nicht nachvollzieh-

bar, wie eine banale Kniekontusion zu einer komplexen Innenmeniskuslä-

sion führen solle, und noch weniger, wie es durch eine Kontusion zu einer 

"ramp-lesion" kommen solle. Diese Läsionen würden bei komplexen Knie-

verletzungen, vornehmlich bei Kreuzbandrupturen, auftreten. Das erlittene 

Trauma gemäss Schadenmeldung sei ungeeignet, um zu einer isolierten 

Ramp-Läsion zu führen. Ebenso sei eine isolierte "ramp-lesion" auch nach 

einer relevanten Kniedistorsion eine absolute medizinische Rarität. Diese 

trete im Rahmen von vorderen Kreuzbandverletzungen oder bei chroni-

scher vorderer Kreuzbandinstabilität auf. Kongruent zu einer stattgehabten 

Kniekontusion und einer vorbestehenden medialen Meniskopathie zeige 

sich der MRI-Befund. Hinweise für eine frische strukturelle Läsion fänden 

sich nicht, insbesondere keine Hinweise für eine "ramp-lesion". Es sei da-

her davon auszugehen, dass das Ereignis vom 10. November 2021 nicht 

zu einer zusätzlichen strukturellen Läsion geführt habe. Eine Prellung heile 

innert weniger Tage, spätestens nach vier Wochen, folgenlos ab (VB 79 

S. 3; 98 S. 4). 

 

Der behandelnde Arzt Dr. med. D._____ erachtet die Beurteilung von 

Dr. med. C._____, wonach der Beschwerdeführer beim Unfall vom 

10. November 2021 bloss eine Kontusion erlitten habe, die spätestens 

nach vier Wochen abgeheilt gewesen sei, insbesondere deshalb als 

unzutreffend, da der Beschwerdeführer auch nach über vier Wochen nach 

dem Unfallereignis noch Schmerzen gehabt habe und ihn 

(Dr. med. D._____) zum ersten Mal am 22. März 2022 aufgesucht 

habe (vgl. E. 3.4.2. f. hiervor). Dr. med. C._____ hat sich damit jedoch 

bereits in seiner Aktenbeurteilung vom 11. Dezember 2023 nachvollziehbar 

auseinandergesetzt und festgehalten, dass die Symptome von der 

Versicherungsmedizin nicht infrage gestellt worden seien. Nur seien diese 

aus versicherungsmedizinischer Sicht nach spätestens vier Wochen nicht 

mehr auf den Bagatellunfall (direktes Anpralltrauma) zurückzuführen. Im 

MRI vom 1. März 2022 zeige sich eine diskrete degenerative, mediale 

Meniskopathie, was Beschwerden verursachen könne. Die beschriebene 

Meniskopathie zeige ein chronisch degeneratives Bild. Eine Prellmarke, ein 

Knochenmarksödem oder Hinweise für eine stattgehabte Traumatisierung 

fänden sich weder in der hausärztlichen Dokumentation noch im MRI 

(VB 98 S. 2). Soweit Dr. med. D._____ des Weiteren lediglich festhielt, die 

Beschwerden seien höchstwahrscheinlich Folge des Unfalles, wenn aus 

der Krankengeschichte hervorgehe, dass der Beschwerdeführer früher 

noch keinen Orthopäden aufgesucht habe (vgl. BB 4), ist darauf 

hinzuweisen, dass eine gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als 

durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Eine 

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derartige "post hoc, ergo propter hoc"-Argumentation ist beweisrechtlich 

nicht zulässig (BGE 142 V 325 E. 2.3.2.2 S. 330 und 119 V 335 E. 2b/bb 

S. 341 f.). Darüberhinausgehend begründete Dr. med. D._____ jedoch in 

keiner Weise, wieso bezüglich der noch über vier Wochen nach dem 

Unfallereignis vom 10. November 2021 bestehenden rechtsseitigen 

Kniebeschwerden überwiegend wahrscheinlich von einer traumatisch 

bedingten Genese auszugehen wäre. Die blosse Möglichkeit eines 

natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer 

Gesundheitsstörung reicht für die Begründung eines Leistungsanspruches 

jedoch nicht aus (vgl. E. 2. hiervor). 

 

Insgesamt vermögen die Ausführungen von Dr. med. D._____ damit keine 

Zweifel an den Aktenbeurteilungen von Dr. med. C._____ zu begründen. 

Diese sind in sich schlüssig und plausibel begründet. Die Akten, auf die er 

sich stützte, beruhen auf verschiedenen persönlichen Untersuchungen, ei-

ner MRT des rechten Kniegelenks (VB 20 S. 4) sowie der Bilddokumenta-

tion anlässlich der Operation vom 15. April 2022 (VB 20 S. 6 ff.) und erge-

ben ein vollständiges Bild betreffend den vorliegend relevanten medizini-

schen Sachverhalt (vgl. E. 3.2.3. hiervor). Dr. med. C._____ kam in Kennt-

nis und Würdigung dieser medizinischen Vorberichte, der angegebenen 

Beschwerden, der bildgebenden Befunde sowie unter Bezugnahme auf 

entsprechende Fachliteratur zur nachvollziehbar begründeten Schlussfol-

gerung, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall-

ereignis vom 10. November 2021 und den über vier Wochen nach dem Un-

fallereignis noch geklagten Kniebeschwerden rechts nicht überwiegend 

wahrscheinlich sei (vgl. E. 3.1.2. f. hiervor). Die Beurteilung von Dr. med. 

C._____ stimmt im Übrigen mit derjenigen von Dr. med. B._____ in ihrer 

Aktenbeurteilung vom 26. August 2022 überein (vgl. E. 3.1.1.). 

 

3.6. 

Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Ausführungen des 

Beschwerdeführers noch den medizinischen Akten Hinweise, welche auch 

nur geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der 

Beurteilungen von Dr. med. C._____ vom 20. Juli (vgl. E. 3.1.2. hiervor) 

und 11. Dezember 2023 (vgl. E. 3.1.3. hiervor) erweckten (vgl. E. 3.2.2. 

hiervor). Die besagten Aktenbeurteilungen erfüllen demnach die 

Anforderungen der Rechtsprechung an eine beweiskräftige medizinische 

Stellungnahme (vgl. E. 3.2.1. hiervor). Die Beschwerdegegnerin hat folglich 

zu Recht auf die Beurteilungen von Dr. med. C._____ abgestellt. Der 

medizinische Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund insgesamt 

als vollständig abgeklärt. Auf die Einholung weiterer Beweismittel (vgl. 

Beschwerde S. 13 f.) kann verzichtet werden, da von solchen keine 

weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; 

BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 

4). Da gestützt auf die Einschätzung von Dr. med. C._____ davon 

auszugehen ist, dass die über den 31. Januar 2022 hinaus geklagten 

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rechtsseitigen Kniebeschwerden in keinem natürlichen Kausal-

zusammenhang zum Ereignis vom 10. November 2021 standen, ist die per 

31. Januar 2022 erfolgte Leistungseinstellung durch die Beschwerde-

gegnerin nicht zu beanstanden. Der Einspracheentscheid vom 

12. Dezember 2023 (VB 100) ist damit zu bestätigen. 

 

4. 

4.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten ist. 

 

4.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

4.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 

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Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 21. Juni 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans    Fricker