# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8bf82071-fb08-58a3-b2db-eb3e867bec7f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.10.2020 SR200012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SR200012_2020-10-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SR200012-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

R. Affolter und Oberrichter lic. iur. C. Maira sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Maurer 

Beschluss vom 6. Oktober 2020 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Gesuchsteller 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. M. Oertle, 

Gesuchsgegnerin 

 

betreffend schwere Körperverletzung und Widerruf  
 
Revision gegen ein Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich,  
II. Strafkammer, vom 10. April 2018 (SB170161) 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Nachdem der Gesuchsteller mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abtei-

lung, vom 19. Januar 2017 vom Vorwurf der schweren Körperverletzung und vom 

Eventualvorwurf des Angriffs freigesprochen worden war (Urk. 2/2 = Urk. 8/280 = 

Urk. 10/283), sprach die II. Strafkammer des Obergerichtes Zürich den Gesuch-

steller mit Urteil vom 10. April 2018 (in der Folge das angefochtene Urteil 

genannt) der schweren Körperverletzung schuldig und bestrafte ihn mit einer 

Freiheitsstrafe von 3 ¾ Jahren (wovon 388 Tage durch Haft sowie vorzeitigen 

Strafvollzug erstanden waren; Urk. 2/3 = Urk. 10/360). Eine Beschwerde des 

Gesuchstellers an das schweizerische Bundesgericht wurde mit Urteil vom 

19. Dezember 2019 abgewiesen (Urk. 2/4 = Urk. 10/373). Das angefochtene 

Urteil erwuchs damit in Rechtskraft. 

2. Mit Revisionsgesuch vom 16. Juli 2020 verlangt der Gesuchsteller die 

Aufhebung des angefochtenen Urteils und einen Freispruch. Er beantragt ferner, 

neben der zugesprochenen Genugtuung gemäss Urteil des Bezirksgerichtes 

Zürich vom 19. Januar 2017, Schadenersatz von Fr. 8'607.60 zzgl. 5 % Zins ab 

29. Januar 2016 (Urk. 1 S. 2).  

In prozessualer Hinsicht beantragte der Gesuchsteller den Aufschub des 

angesetzten Strafantrittes bis zu Erledigung des Revisionsverfahrens sowie die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie die Bestellung einer 

amtlichen Verteidigung (Urk. 1 S. 2). 

3. Mit Beschluss vom 22. Juli 2020 wurde dem Gesuchsteller in der Person 

von Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ ein amtlicher Verteidiger bestellt, der auf den 

3. August 2020 angesetzte Strafantritt für die Dauer des Revisionsverfahrens auf-

geschoben sowie das Revisionsgesuch des Gesuchstellers der Staatsanwalt-

schaft, dem Privatkläger B._____ sowie der II. Strafkammer des Obergerichts Zü-

rich zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 3). Der Präsident der II. Strafkammer des 

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Obergerichts Zürich verzichtete mit Zuschrift vom 27. Juli 2020 auf Vernehmlas-

sung (Urk. 9). Die übrigen Parteien nahmen innert Frist keine Stellung (vgl. 

Urk. 4). Sodann ging hierorts am 27. Juli 2020 die Nichtanhandnahmeverfügung 

der Jugendanwaltschaft Basel Landschaft vom 24. Juli 2020 hinsichtlich der Tat-

bestände der falschen Anschuldigung/Irreführung der Rechtspflege begangen 

durch C._____ ein (Urk. 5). Nachdem die Untersuchungs- und die erstinstanzli-

chen Akten (Urk. 8/1-296) sowie die Berufungsakten (Urk. 10/283-376) beigezo-

gen worden waren, erweist sich der Fall nunmehr als spruchreif. 

II. Revision 

1. Theoretische Ausführungen zur Revision 

Die Revision oder Wiederaufnahme ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, 

welches es erlaubt, rechtskräftig erledigte Strafverfahren wieder aufzunehmen 

und den Fall so wieder neu zu beurteilen. Sie ist deshalb nur in engem Rahmen 

zulässig. Entsprechend streng sind die Voraussetzungen einer Revision (HEER, in: 

BSK StPO, 2. Aufl. 2014, N 4 und 9 zu Art. 410; SCHMID/JOSITSCH, Praxis-

kommentar StPO, 3. Aufl. 2017, N 1 zu Art. 410). Die Revisionsgründe sind in 

Art. 410 Abs. 1 und 2 StPO abschliessend genannt. 

Wer durch ein rechtskräftiges Urteil beschwert ist, kann gemäss Art. 410 Abs. 1 

StPO die Revision verlangen, wenn: 

• neue, vor dem Entscheid eingetretene Tatsachen oder neue Beweismittel vorliegen, 

die geeignet sind, einen Freispruch, eine wesentlich mildere oder wesentlich strengere 

Bestrafung der verurteilten Person oder eine Verurteilung der freigesprochenen 

Person herbeizuführen (lit. a) 

• der Entscheid mit einem späteren Strafentscheid, der den gleichen Sachverhalt 

betrifft, in unverträglichem Widerspruch steht (lit. b) 

• sich in einem anderen Strafverfahren erweist, dass durch eine strafbare Handlung auf 

das Ergebnis des Verfahrens eingewirkt worden ist (lit. c)  

Darüber hinaus kann nach Art. 410 Abs. 2 StPO unter bestimmten Voraussetz-

ungen Revision wegen Verletzung der Konvention zum Schutze der Menschen-

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rechte und Grundfreiheiten (EMRK) verlangt werden (HEER, a.a.O., N 14 und 34 

ff. zu Art. 410 StPO; SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar, a.a.O., Art. 410 N 12 

ff.). 

2. Vorbringen des Gesuchstellers 

Der Gesuchsteller beruft sich einerseits auf den Revisionsgrund der neuen Tatsa-

chen und Beweismittel im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO sowie andererseits 

auf den Revisionsgrund der Einwirkung auf das Ergebnis des Verfahrens mittels 

strafbarer Handlung (Urk. 1 S. 3 f.). Er bringt – im Wesentlichen – vor, dass 

C._____ erklärt habe, vor fünf Jahren im gegen ihn, den Gesuchsteller, und ande-

re Personen geführten Strafverfahren in Bezug auf seine Teilnahme an der 

Schlägerei gelogen zu haben. Er habe seine belastenden Aussagen in Bezug auf 

ihn zurückgenommen. C._____ habe diesbezüglich sogar Selbstanzeige ge-

macht. Die obergerichtliche Würdigung der Aussagen C._____s, wonach kein 

Grund ersichtlich sei, nicht auf die von C._____ als wahrheitsgemäss deklarierten 

Belastungen abzustellen, erweise sich aufgrund der Selbstanzeige C._____s als 

falsch (a.a.O. S. 7 f.).  

3. Angefochtenes Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 

10. April 2018 

3.1 Dem angefochtenen Urteil liegt eine Schlägerei auf dem D._____-Platz in 

Zürich vom 16. Mai 2015, um ca. 03.15 Uhr, zugrunde. 

Gemäss der Anklageschrift habe der Beschuldigte E._____, welcher sich in Be-

gleitung der übrigen Beschuldigten sowie von C._____ befunden habe, den Pri-

vatkläger angesprochen, worauf sich zwischen den beiden ein verbaler Disput er-

geben habe, in dessen Folge sich die Begleiter von E._____ – C._____, A._____ 

(der heutige Gesuchsteller), F._____ und G._____ – genähert und den Privatklä-

ger umkreist hätten. Einer der Beschuldigten habe dem Privatkläger dabei ohne 

Vorwarnung von hinten mit der Faust gegen den Hinterkopf und ein anderer von 

vorne ins Gesicht geschlagen, worauf die Beschuldigten alsdann von allen Seiten 

mit der Faust auf den Privatkläger eingeschlagen hätten. Dieser habe versucht 

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durch Wegstossen der Beschuldigten den Schlägen zu entkommen. Im Weiteren 

habe der Beschuldigte H._____ dem Privatkläger eine Glasflasche nachgeworfen, 

welcher jedoch habe ausweichen können, so dass die Flasche am Boden in 

Scherben zerbrochen sei. Nachdem der Beschuldigte G._____ mit Anlauf von hin-

ten gegen die Beine des Privatklägers gekickt gehabt hätte, aufgrund dessen 

Letzterer zu Boden gegangen sei, hätten die Beschuldigten den auf dem Boden 

knienden Privatkläger versucht mit Füssen zu treten, jedoch habe er durch 

schnelles Aufstehen zunächst entfliehen können, sei aber wieder eingeholt wor-

den. In der Folge hätten die Beschuldigten den Privatkläger erneut von allen Sei-

ten mit den Fäusten geschlagen, der Beschuldigte F._____ auch mit den Füssen 

gegen die Beine, so dass der Privatkläger erneut zu Boden gefallen sei. Die Be-

schuldigten hätten in der Folge, um den Kopf resp. Oberkörper des Privatklägers 

herumstehend, mit grosser Wucht mit den Füssen gegen den Oberkörper sowie 

gegen den Kopf des Privatklägers getreten oder gestampft, wobei der erste Tritt 

gegen den Kopf diesen unmittelbar seitlich links und die weiteren folgenden 

Fusstritte gegen den Kopf auch die Arme des Privatklägers getroffen hätten, mit 

welchen er, in Embryo-Stellung auf dem Boden liegend, seinen Kopf zu schützen 

versucht habe. Die Beschuldigten hätten erst vom Privatkläger abgelassen, als 

die Polizei vor Ort eingetroffen sei (Urk. 10/72 S. 3 f.). 

3.2 Nachdem das Bezirksgericht in seinem Urteil vom 19. Januar 2017 erwogen 

hatte, dass die ohnehin zu pauschalen, anfänglichen Aussagen C._____s, die er 

schliesslich zurücknehme, das einzige Beweismittel sei, das für eine Beteiligung 

des Gesuchstellers spreche (Urk. 2/2 = Urk. 10/283 S. 51), kam die 

II. Strafkammer im angefochtenen Urteil zum Schluss, dass auf die Zugaben und 

das schliesslich umfassende Geständnis C._____s durchaus abgestellt werden 

könne. Nachdem er von seiner anfänglichen Bestreitung einmal abgewichen sei, 

habe er immer gleich ausgesagt. Es könne der vorinstanzlichen Aussageanalyse 

nicht gefolgt werden, wonach C._____ den Gesuchsteller "nur pauschal" (und 

nicht konkret) belaste und diese Anschuldigung später "zurückgenommen" habe. 

Indem C._____ mehrfach auf verschiedene Weise und Fragestellungen konstant 

und gleichbleibend und auch in eigenen Worten wiederholt habe, dass auch der 

Gesuchsteller mit den Füssen auf das Opfer eingetreten und dieses geschlagen 

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habe, seien die Belastungen einerseits von sich aus und andererseits hinreichend 

konkret erfolgt. Dass sich C._____ auf die Intervention des bei der Befragung 

erstmals auch persönlich anwesenden Gesuchstellers zu seinem Charakter hin 

habe verunsichern lassen, vermöge angesichts seines konstanten, widerspruchs-

freien Aussageverhaltens die höchstens relativierte, nie aber ausdrücklich zu-

rückgenommene Belastung des Gesuchstellers nicht zu entkräften. Bei einer Ge-

samtwürdigung der Aussagen C._____s sei (somit) kein Grund ersichtlich, nicht 

auf seine wiederholten, von sich aus mit freier Bezeichnung der Beteiligten erfolg-

ten Aussagen und als wahrheitsgemäss deklarierten ersten Belastungen abzu-

stellen (Urk. 2/3 = Urk. 10/360 S. 34-39). 

3.3 Weiter erwog die II. Strafkammer, da die Aussagen des Gesuchstellers 

widersprüchlich und vage seien und jedenfalls einer inneren Logik entbehren 

würden sowie, da es sich um eine durch nichts belegte oder objektivierbare 

Vermutung der Vorinstanz gehandelt habe, wenn sie davon ausgehe, dass 

C._____ angesichts seines Alters Mühe gehabt habe, das Geschehene und die 

Tatbeteiligung der anderen detailliert und differenziert anzugehen, verbleibe 

keinerlei Zweifel, dass der Gesuchsteller zumindest zusammen mit den Mitbe-

schuldigten anklagegemäss den Privatkläger umkreist, mit den Fäusten auf ihn 

eingeschlagen und mit den Füssen gegen den Oberkörper und den Kopf eingetre-

ten habe, als der Privatkläger zufolge eines Kicks gegen seine Beine ein zweites 

Mal zu Boden gegangen sei und sich – in Embryostellung am Boden liegend und 

mit den Armen seinen Kopf schützend – nicht gegen die Fusstritte des Beschul-

digten habe wehren können (Urk. 2/3 = Urk. 10/360 S. 39-41). 

4. Beurteilung der Revision hinsichtlich des Revisionsgrundes der neuen Tat-

sachen und Beweismittel (Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO) 

4.1 Wer durch ein rechtskräftiges Strafurteil beschwert ist, kann die Revision 

verlangen, wenn neue, vor dem Entscheid eingetretene Tatsachen oder neue 

Beweismittel vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch oder eine wesentlich 

mildere Bestrafung der verurteilten Person herbeizuführen (Art. 410 Abs. 1 lit. a 

StPO). Revisionsrechtlich neu sind Tatsachen oder Beweismittel, wenn sie dem 

Gericht im Urteilszeitpunkt nicht bekannt waren (BGE 137 IV 59 E. 5.1.2). Sie 

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müssen zudem erheblich sein. Dies ist der Fall, wenn sie geeignet sind, die tat-

sächlichen Feststellungen, auf die sich die Verurteilung stützt, zu erschüttern, und 

wenn die so veränderten Tatsachen einen deutlich günstigeren Entscheid zuguns-

ten des Verurteilten ermöglichen (BGE 137 IV 59 E. 5.1.4; 130 IV 72 E. 1). Die 

Revision ist zuzulassen, wenn die Abänderung des früheren Urteils wahr-

scheinlich ist. Der Nachweis einer solchen Wahrscheinlichkeit darf nicht dadurch 

verunmöglicht werden, dass für die neue Tatsache ein Beweis verlangt wird, der 

jeden begründeten Zweifel ausschliesst (BGE 116 IV 353 E. 4e; zum Ganzen: 

Urteil des Bundesgerichtes 6B_833/2020 vom 27. Juli 2020 E. 1.1). 

4.2 C._____ belastete den Gesuchsteller in den Einvernahmen bei der Jugend-

anwaltschaft Basel-Landschaft, sobald er von seinen anfänglichen Bestreitungen 

(hinsichtlich seiner eigenen Beteiligung) abgewichen war, insofern, als er zu Pro-

tokoll gab, dieser habe auch auf den Privatkläger eingetreten (z.B. Urk. 29/1/4 

S. 10-12). In den darauf folgenden Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft Zü-

rich (als Auskunftsperson) führte er dann aus, dass er sich betreffend den Ge-

suchsteller nicht (mehr) sicher sei, ob dieser auch getreten und geschlagen habe 

(Urk. 29/1/8 S. 7, S. 10-12; Urk. 29/1/9 S. 6). Nun erklärt er in seiner (undatierten) 

Selbstanzeige, der Gesuchsteller sei am Angriff, den Schlägen und dem Treten 

nicht beteiligt gewesen. Er (C._____) habe hinsichtlich des Gesuchstellers gelo-

gen (Urk. 2/5). Hierin liegt eine neue Tatsache, da – zumindest genau – diese 

Aussagen, wonach der Gesuchsteller nicht am Angriff, den Schlägen und dem 

Treten gegen das Opfer respektive den Privatkläger beteiligt gewesen sei und er 

gelogen habe, dem Berufungsgericht im Zeitpunkt der Fällung des angefochtenen 

Urteils nicht bekannt waren. Diese Aussagen C._____s befanden sich nicht in den 

Akten, die der II. Strafkammer vorlagen, und konnten daher nicht berücksichtigt 

werden, weshalb sie als neu zu gelten haben. 

4.3 Ferner müssen die neuen Beweismittel und Tatsachen – wie bereits ausge-

führt – erheblich sein. Es geht hierbei um die Prüfung einer hypothetischen 

Schlüssigkeit, bei der Vorbringen auszuscheiden sind, die sich schlechthin nicht 

auf das Urteil auswirken können (HEER, a.a.O., N 65 zu Art. 410). Es gilt der 

Grundsatz, dass eine bloss andere neue bzw. angeblich bessere Beweiswür-

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digung von bereits im früheren Verfahren bekannten Tatsachen nicht zur Begrün-

dung einer Revision herangezogen werden kann (a.a.O. N 66). Die Erheblichkeit 

von Noven lässt sich ohne weiteres in antizipierter Beweiswürdigung beurteilen 

(a.a.O.). 

4.4 Die Aussage C._____s, dass er gelogen habe, als er den Gesuchsteller be-

schuldigt habe, ebenfalls getreten und geschlagen zu haben, konnte die 

II. Strafkammer im angefochtenen Urteil nicht in ihre Beweis- respektive Aus-

sagewürdigung einbeziehen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass 

sich dieser Umstand (Lüge betreffend Beteiligung des Gesuchstellers) schlechthin 

nicht auf das angefochtene Urteil auswirkt, zumal das Bezirksgericht Zürich schon 

ohne jene Aussage C._____s auf einen Freispruch des Gesuchstellers erkannte. 

Es ist Aufgabe des Sachgerichts – und nicht der Revisionsinstanz –, diese neuen 

Depositionen C._____s im Kontext des restlichen Beweisergebnisses zu würdi-

gen.  

Betreffend die Frage nach dem erforderlichen Grad der Wahrscheinlichkeit der 

Veränderung der tatsächlichen Urteilsgrundlagen legt sich das Bundesgericht 

nicht auf einen klaren Massstab für eine entsprechende Prognose fest. Gemäss 

BGE 117 IV 40 genügt es, wenn ein milderes Urteil möglich erscheint. Möglich sei 

eine solche Änderung, wenn sie sicher, höchstwahrscheinlich oder wahrscheinlich 

sei. In diesem Sinne sei der Ausdruck "möglich" zu verstehen. Eine Revision zu-

gunsten des Verurteilten bereits zuzulassen, wenn ein günstigeres Urteil nicht 

ausgeschlossen sei, würde den Interessenkonflikt zwischen Rechtssicherheit 

(Bestand des früheren Urteils) und materieller Gerechtigkeit (Korrektur eines 

Fehlurteils), der bei der Festlegung der Voraussetzungen der Wiederaufnahme 

des Verfahrens bestehe, einseitig zu Ungunsten der Rechtssicherheit lösen. Eine 

solche Lösung werde denn auch nirgends in der Lehre oder in der Rechtspre-

chung befürwortet (BGE 116 IV 352 E. 5a). 

Insbesondere angesichts des Umstandes, dass der Gesuchsteller vom Bezirks-

gericht Zürich freigesprochen worden war und der Schuldspruch "erst" auf 

Berufung der Staatsanwaltschaft hin erfolgte, erscheint ein günstigeres Urteil 

angesichts der Tatsache, dass C._____ hinsichtlich der Beteiligung des 

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Gesuchstellers gelogen habe, als wahrscheinlich respektive möglich im Sinne der 

zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung.  

4.5 Der Revisionsgrund der neuen Tatsachen und Beweismittel gemäss Art. 410 

Abs. 1 lit. a StPO ist gegeben.  

4.6 Es erübrigt sich daher zu prüfen, ob auch der Revisionsgrund der Einwir-

kung mittels strafbarer Handlung auf das Ergebnis des Verfahrens (Art. 410 

Abs. 1 lit. c StPO) vorliegt.  

5. Das Revisionsbegehren des Gesuchstellers ist gutzuheissen und das Urteil 

der II. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 10. April 2018 (SB170161) ist  

– soweit der Gesuchsteller beschwert ist, mithin in den Dispositivziffern 1, 3, 7, 8, 

9, 12, 13, 15 und 16, jeweils ihn betreffend – aufzuheben. Der Beschluss gleichen 

Datums ist vom vorliegenden Entscheid nicht betroffen. 

6. Gemäss Art. 413 Abs. 2 StPO fällt das Gericht selber einen neuen 

Entscheid, sofern es die Aktenlage erlaubt (lit. b). Ist dies nicht der Fall, so weist 

das Gericht die Sache an die zu bezeichnende Behörde zur Behandlung und 

Beurteilung zurück (lit. a). Wie bereits ausgeführt, ist es Aufgabe des Sach- und 

nicht des Revisionsgerichts, aufgrund der neuen Aussagen C._____s die Be-

weismittel bzw. dessen (neue) Aussagen im Kontext der übrigen Beweismittel zu 

würdigen. Eine Rückweisung an das erstinstanzliche Gericht ist nicht angezeigt, 

da dieses den Gesuchsteller freigesprochen hatte. Das vorliegende Verfahren ist 

daher – ausnahmsweise (vgl. SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N 11 zu Art. 413) – an die 

Berufungsinstanz, die II. Strafkammer des Obergerichtes Zürich, zur neuen Be-

handlung und Beurteilung (hinsichtlich des Gesuchstellers) zurückzuweisen.  

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Kosten des Berufungsverfahrens SB170161 wurden dem Gesuchsteller 

zu zwei Fünfteln auferlegt (Urk. 2/3 S. 73 f.). Wird ein Revisionsgesuch gut-

geheissen, entscheidet gemäss Art. 428 Abs. 5 StPO die Strafbehörde, die 

anschliessend über die Erledigung der Strafsache zu befinden hat, nach ihrem 

Ermessen über die Kosten des ersten Verfahrens. Somit wird das Sachgericht in 

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seinem Entscheid über diese Kosten zu befinden haben (SCHMID/JOSITSCH, 

a.a.O., N 8 zu Art. 413). Im vorliegenden Verfahren ist bezüglich dieser Kosten 

folglich nichts zu regeln.  

2. Die Kosten des vorliegenden Revisionsverfahrens sind ausgangsgemäss 

auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO; HEER, a.a.O., N 21 zu 

Art. 413).  

3. Dem amtlichen Verteidiger des Gesuchstellers sind gemäss seiner Honorar-

note vom 5. Oktober 2020 Aufwendungen von 15 Stunden und Auslagen von 

Fr. 88.– angefallen (Urk. 11). Eine weitere Stunde ist für das Studium des vorlie-

genden Beschlusses sowie die Mitteilung an den Gesuchsteller einzusetzen. 

Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ ist für seine ausgewiesenen Aufwendungen und 

Auslagen im vorliegenden Revisionsverfahren somit mit Fr. 3'885.80 (inkl. MwSt. 

und Barauslagen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.  

IV. Rechtsmittel 

Dieser Zwischenbeschluss ist gemäss Art. 93 BGG nicht mit Strafrechts-

beschwerde beim Bundesgericht anfechtbar (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N 9 zu 

Art. 413; DOMEISEN in: BSK StPO, a.a.O., N 18 zu Art. 413).  

Es wird beschlossen: 

1. Das Revisionsbegehren des Gesuchstellers wird gutgeheissen.  

2. Das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 

10. April 2018 wird hinsichtlich des Gesuchstellers in den Dispositivziffern 1, 

3, 7, 8, 9, 12, 13, 15 und 16 aufgehoben. Der Beschluss gleichen Datums 

bleibt bestehen.  

3. Die Akten werden der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich 

übermittelt.  

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4. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'885.80    amtliche Verteidigung. 

5. Die Kosten des Revisionsverfahrens werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen.  

6. Schriftliche Mitteilung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Gesuchstellers 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− den Vertreter des Privatklägers B._____ im Doppel für sich und zuhan-

den des Privatklägers  
− die II. Strafkammer des Obergerichtes Zürich (unter Beilage der Akten) 
− das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA  
− das Archiv des Bezirksgerichts Zürich (zur Kenntnisnahme hinsichtlich 

Verbleib der Akten DG160191). 
 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
Zürich, 6. Oktober 2020 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Maurer 
 

	Beschluss vom 6. Oktober 2020
	I.  Prozessgeschichte
	II.  Revision
	III.  Kosten- und Entschädigungsfolgen
	IV.  Rechtsmittel

	Es wird beschlossen:
	1. Das Revisionsbegehren des Gesuchstellers wird gutgeheissen.
	2. Das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 10. April 2018 wird hinsichtlich des Gesuchstellers in den Dispositivziffern 1, 3, 7, 8, 9, 12, 13, 15 und 16 aufgehoben. Der Beschluss gleichen Datums bleibt bestehen.
	3. Die Akten werden der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich übermittelt.
	4. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
	5. Die Kosten des Revisionsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Schriftliche Mitteilung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Gesuchstellers
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 den Vertreter des Privatklägers B._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die II. Strafkammer des Obergerichtes Zürich (unter Beilage der Akten)
	 das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA
	 das Archiv des Bezirksgerichts Zürich (zur Kenntnisnahme hinsichtlich Verbleib der Akten DG160191).