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**Case Identifier:** b207a64a-c6b5-5b1a-bd54-c4054e8361be
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.09.2021 720 21 63/259
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-63-259_2021-09-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. September 2021 (720 21 63 / 259) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Die Aktenlage lässt keine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer-

deführerin bei der Einreise in die Schweiz erkennen. Mangels in Betracht fallender zu-

sätzlicher Abklärungsmassnahmen liegt Beweislosigkeit vor, deren Folgen die IV-Stelle 

zu tragen hat. 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Katrin Plattner, Behin-
dertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Die 1980 geborene, aus X.____ stammende A.____ reiste am 9. Januar 2004 in die 
Schweiz ein und war verschiedentlich als Mitarbeiterin in der Gastronomie tätig. Am 15. Januar 
2017 meldete sie sich unter Hinweis auf psychische Beschwerden bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 

 

 
 
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klärte die erwerblichen, hauswirtschaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse ab, wobei sie 
die Versicherte durch Dr. med. B.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie 
Rheumatologie, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bidisziplinär be-
gutachten liess (Expertisen vom 10./15. Juni 2020). Nach Rücksprache mit dem Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) lehnte sie das Rentenbegehren mit Verfügung vom 12. Januar 2021 
ab. Begründend führte sie aus, A.____ sei bereits invalid in die Schweiz eingereist, weshalb die 
versicherungsmässigen Voraussetzungen für eine Leistungszusprache fehlen würden. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Katrin Plattner, Rechtsdienst Behindertenfo-
rum, am 12. Februar 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die 
Verfügung vom 12. Januar 2021 aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, ihr ab dem 
1. Februar 2016 eine unbefristete ganze Rente, mindestens aber für den Zeitraum vom 1. Feb-
ruar 2016 bis 31. Juli 2018 eine ganze Rente und ab dem 1. August 2018 eine Viertelsrente 
auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewil-
ligung der unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, 
dass die versicherungsmässigen Voraussetzungen erfüllt seien und die Bemessung des Invali-
ditätsgrads nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen habe. 
 
C. Mit Verfügung vom 16. Februar 2021 wurde der Beschwerdeführerin für das vorliegende 
Verfahren die unentgeltliche Prozessführung bewilligt.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 3. März 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
E. Am 30. April 2021 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik D.____ vom 
21. April 2021 zu den Akten. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 5. März 2021 auf eine 
weitere Stellungnahme. 
 
F. Mit Instruktionsverfügung vom 7. Mai 2021 wurde die Angelegenheit der Dreierkammer 
zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. 

 

 
 
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1.2 Soweit die Versicherte in ihrer Beschwerde beantragt, es sei ihr eine Rente zuzuspre-
chen, ist sie darauf hinzuweisen, dass im versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren 
grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen sind, zu denen der zu-
ständige Versicherungsträger vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung ge-
nommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfech-
tungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer 
Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 
E. 2.1, 125 V 413 E. 1a mit Hinweisen). Vorliegend enthält die angefochtene Verfügung weder 
einen Einkommensvergleich noch Angaben zum Status der Versicherten. Somit fehlt es in Be-
zug auf dieses Rechtsbegehren der Versicherten an einem tauglichen Anfechtungsobjekt, wes-
halb auf die Beschwerde in diesem Punkt nicht eingetreten werden kann. 
 
1.3 Einzutreten ist demgegenüber auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 12. Februar 2021, soweit sich die darin gestellten Rechtsbegehren auf die versi-
cherungsmässigen Voraussetzungen beziehen. 
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 IVG haben schweizerische und ausländische Staatsangehörige 
sowie Staatenlose Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. Versichert sind laut 
Art. 1b IVG Personen, die gemäss Art. 1a und Art. 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 obligatorisch oder freiwillig versi-
chert sind. Obligatorisch versichert sind unter anderem die natürlichen Personen mit Wohnsitz 
in der Schweiz (Art. 1a Abs. 1 lit. a AHVG). 
 
2.2 Art. 6 Abs. 2 IVG bestimmt, dass ausländische Staatsangehörige anspruchsberechtigt 
sind, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben und sofern 
sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder 
sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben. Die besonderen 
Voraussetzungen des Anspruchs auf eine ordentliche Rente setzen unter anderem voraus, 
dass die versicherte Person bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge 
geleistet hat (vgl. Art. 36 Abs. 1 IVG). Auf eine ausserordentliche Rente Anspruch haben invali-
de Ausländer und Staatenlose, die als Kinder die Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 3 IVG erfüllt 
haben (Art. 39 Abs. 3 IVG). Vorbehalten bleiben abweichende zwischenstaatliche Vereinbarun-
gen (vgl. Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und X.____ über sozia-
le Sicherheit vom Y.____) 
 
2.3 Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf 
die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Im Falle 
einer Rente gilt die Invalidität in dem Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 8 
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) 
vom 6. Oktober 2000 und Art. 4 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 28 ff. IVG entsteht, das heisst 
frühestens, wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen und nach Ablauf die-

 

 
 
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ses Jahres zu mindestens 40 % bleibend oder für längere Zeit erwerbsunfähig (Art. 7 und 8 
ATSG) ist (vgl. BGE 137 V 417 E. 2.2.1). 
 
2.4 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 
2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu be-
rücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
2.5 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die 
Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 
E. 1). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt 
ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und 
nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise 
noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Inva-
liditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in 
der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
3.1 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_552/2008, E. 2 mit Hinweis). Im 
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes 
genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 
folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 
würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b). 
 
3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach 
hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhebli-
chen Sachverhaltes zu sorgen. Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne 

 

 
 
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einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
4.1 Die IV-Stelle ging davon aus, dass die Versicherte seit ihrer Jugend im Umfang von 
40 % arbeits- und erwerbsunfähig gewesen und der Versicherungsfall deshalb bereits vor ihrer 
Einreise in die Schweiz eingetreten sei. Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf 
den Standpunkt, dass die rentenbegründende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit erst im 
Februar 2015 dokumentiert sei. Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen 
wie folgt: 
 
4.2 Im Bericht der Klinik D.____ vom 3. Juli 2017 wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfä-
higkeit eine seit dem jungen Erwachsenenalter bestehende emotional instabile Persönlichkeits-
störung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31), wahrscheinlich mit mässig- bis gering integriertem 
Strukturniveau nach OPD-2, eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.8), ätiologisch 
in engem Zusammenhang zur ersten Diagnose stehend, eine seit der Kindheit bestehende ein-
fache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS; ICD-10 F90.0), eine seit dem 26. Le-
bensjahr bestehende psychische Verhaltensstörung durch Alkohol (ICD-10 F10.21), eine seit 
mehreren Jahren bestehende psychische und Verhaltensstörung durch Kokain (ICD-10 F14.11) 
und seit Jahren Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 
Z73) diagnostiziert. Die Versicherte berichte, schon immer etwas nervös gewesen zu sein und 
sich zur Linderung der Nervosität selbst kräftig gebissen zu haben. Zudem habe sie seit jeher 
unter Schlafstörungen gelitten mit nur wenig Schlaf und häufigem Aufstehen. Schon früher sei-
en eine emotional instabile Symptomatik mit Kippen der Stimmung und Krisen mit Suizidgedan-
ken vorgekommen. Weiter berichte sie über Phasen der Euphorie und depressive Phasen. Eine 
erste stationäre Unterbringung sei vom 27. Februar 2015 bis 6. März 2015 erfolgt. Seit dem 
16. April 2015 stehe die Versicherte in ambulanter Behandlung. Weitere stationäre Aufenthalte 
in der Klinik D.____ seien vom 3. November 2016 bis 9. Dezember 2016 und vom 6. Februar 
2017 bis 17. März 2017 erfolgt. Zudem sei sie vom 5. Mai 2015 bis 3. Juli 2015, vom 7. März 
2016 bis 4. April 2016 und vom 3. Mai 2016 bis 17. Mai 2016 in der Klinik E.____ stationär be-
handelt worden. Seit dem 17. März 2017 befinde sich die Versicherte in der Therapieeinrichtung 
F.____. In der bisherigen Tätigkeit als Servicekraft in der Gastronomie bestünde seit dem 
27. Februar 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 
 
4.3 Die IV-Stelle liess die Versicherte durch die Dres. B.____ und C.____ bidiziplinär begut-
achten. Am 15. Juni 2020 hielt Dr. B.____ fest, dass aus rheumatologischer Sicht weder aktuell 
noch retrospektiv eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünde. Dr. C.____ diagnostiziere 
am 15. Juni 2020 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlich-
keitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31), psychische und Verhaltensstörungen durch 
Alkohol: Abhängigkeitssyndrom mit gegenwärtig sporadischem Konsum (ICD-10 F10.24), ein 

 

 
 
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ADHS (ICD-10 F90.0) und einen schädlichen Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1). In der 
Kindheit hätten sich psychopathologische Befunde nachweisen lassen, welche als Ausdruck 
einer frühen Entwicklungsstörung betrachtet werden könnten. Aus psychiatrischer Sicht sei seit 
der ersten Hospitalisation in der Klinik D.____ vom 27. Februar 2015 bis zur achten Hospitalisa-
tion am 17. April 2018 von einer vollständigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. 
Hernach sei die Versicherte zu 60 % arbeitsfähig. Retrospektiv lasse sich vor dem Jahr 2015 
aufgrund der diesbezüglich unpräzisen Angaben der Versicherten keine verlässlichen Aussa-
gen betreffend den Verlauf der Arbeitsfähigkeit machen. Es würden auch keine echtzeitlichen 
Arztberichte vorliegen. Die Versicherte leide seit ihrer Jugend, eventuell seit der Kindheit an den 
Folgen der Persönlichkeitsstörung und der ADHS. Diese dürften schon immer zu einer gewis-
sen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geführt haben, allerdings lasse sich dies retrospektiv 
nicht genau beziffern, zumal die Versicherte angebe, in der Schweiz nur zweimal kurzzeitig in 
einem Vollzeitpensum gearbeitet zu haben. 
 
4.4 Am 30. Juni 2020 nahm Dr. G.____ Stellung. Sie nahm an, dass aufgrund der Ausfüh-
rungen im Gutachten von Dr. C.____ vom 16. Juni 2020 davon auszugehen sei, dass die Versi-
cherte bereits vor der Einreise in die Schweiz in der angestammten Tätigkeit eine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit von 40 % aufgewiesen habe. 
 
4.5 Am 2. Dezember 2020 führte Dr. G.____ weiter aus, auch wenn Dr. C.____ die Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit nicht genau beziffert habe, könne aus Sicht des RAD dennoch 
davon ausgegangen werden, dass die Versicherte mit einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 
40 % in die Schweiz eingereist sei. Aufgrund der Tatsache, dass die Versicherte erst im Jahr 
2015 eine Therapie aufgenommen habe, könne nicht geschlossen werden, dass sie zuvor voll-
ständig arbeitsfähig gewesen sei. 
 
5.1 Die IV-Stelle ging gestützt auf die Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. G.____ vom 30. Juni 
2020 und 2. Dezember 2020 davon aus, dass die Versicherte bereits vor der Einreise in die 
Schweiz in der angestammten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % auf-
gewiesen habe. Dieser vorinstanzlichen Beweiswürdigung kann nicht gefolgt werden. Die nicht 
weiter begründete eigene Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. G.____ entbehrt jeglicher Grundla-
ge in den Akten und wurde auch von der Beschwerdegegnerin in keiner Weise beweismässig 
untermauert. Echtzeitliche medizinische Berichte mit expliziter Erwähnung einer entsprechen-
den Arbeitsunfähigkeit, die die Einschätzung RAD-Ärztin Dr. G.____ stützen könnten, liegen 
nicht vor. Vielmehr hielt der psychiatrische Gutachter Dr. C.____ explizit fest, dass für die Zeit 
vor dem Jahr 2015 keine verlässlichen Angaben zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit gemacht wer-
den könnten. Dies zeigt die Schwierigkeit der rückwirkenden Festsetzung der Arbeitsunfähigkeit 
für eine Zeit auf, in welcher die Beschwerdeführerin nach den Akten noch nicht in psychiatri-
scher Behandlung stand. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit im Zeitpunkt der Einreise im Jahr 
2004 kann daher nur durch spekulative Annahmen und Überlegungen festgelegt werden, was 
aber dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. E. 3.1 hiervor) 
keinesfalls zu genügen vermag. Zwar ist aufgrund der Angaben im Bericht der Klinik D.____ 
vom 3. Juli 2017 und im Gutachten von Dr. C.____ vom 15. Juni 2020 davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführerin mit einem psychischen Gesundheitsschaden (ADHS, emotional instabi-

 

 
 
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le Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ) in die Schweiz einreiste. Zu beachten ist aber, 
dass allein aufgrund der Diagnosen nicht auf das Ausmass der Beeinträchtigung der Arbeits- 
bzw. Erwerbsfähigkeit geschlossen werden kann (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1). Zudem spricht 
die Tatsache, dass die Versicherte – wie sich aus dem Bericht der Klinik D.____ vom 3. Juli 
2017 weiter ergibt – erst seit dem Jahr 2015 wegen der psychischen Beschwerden ambulanter 
und wiederholter stationärer Behandlungen bedurfte, gegen ein schwerwiegendes Ausmass der 
Erkrankung im Zeitpunkt der Einreise. Dies gilt vorliegend umso mehr, als sie bereits im Jahr 
der Einreise verschiedentlich als Mitarbeiterin in der Gastronomie tätig war. Auch wenn auf-
grund der Lohnmeldungen im Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) nicht davon ausgegan-
gen werden kann, dass die Versicherte in der Schweiz einer mehrjährigen hochprozentigen 
Erwerbstätigkeit nachging, ist darauf hinzuweisen, dass die Einkommenszahlen keine gesicher-
ten Erkenntnisse betreffend den Grad der Arbeitsfähigkeit zulassen. Da die Aktenlage keine 
erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei der Einreise in die 
Schweiz im Jahr 2004 erkennen lässt, und der Gutachter Dr. C.____ hierzu keine verlässlichen 
Aussagen machen konnte, liegt diesbezüglich mangels in Betracht fallender zusätzlicher Abklä-
rungsmassnahmen Beweislosigkeit vor, deren Folgen die IV-Stelle zu tragen hat (vgl. E. 3.2 
hiervor).  
 
5.2 Aufgrund des IK-Auszugs ist erstellt, dass die Versicherte bei Eintritt der Invalidität, wel-
cher frühestens ins Jahr 2016 (Ablauf des Wartejahrs) zu liegen kommt, während mindestens 
drei Jahren Beiträge geleistet hat. Damit haben die versicherungsmässigen Voraussetzungen 
als erfüllt zu gelten. Bei dieser Feststellung muss es im vorliegenden Verfahren sein Bewenden 
haben, denn die Beschwerdegegnerin hatte sich in der angefochtenen Verfügung vom 12. Ja-
nuar 2021 zur Bemessung der Invalidität nicht geäussert. Demnach ist die Beschwerde in dem 
Sinne gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 
12. Januar 2021 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Leistungsan-
spruchs und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückge-
wiesen wird. 
 
6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer-
deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfah-
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge-
legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand ent-
standen ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 
Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrens-
kosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend 
ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind.  
 
6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. 
Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der Beschwerde führen-

 

 
 
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den Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der Sa-
che an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick 
auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be-
schwerde gutzuheissen und die Sache zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzu-
weisen ist, hat diese der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Ihre 
Rechtsvertreterin machte in ihrer Honorarnote vom 20. Mai 2021 einen Zeitaufwand von 12 
Stunden geltend, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen ange-
messen ist. Die Bemühungen sind zu dem von der Rechtsvertreterin geltend gemachten Stun-
denansatz von Fr. 200.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Hono-
rarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 100.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘500.-- (12 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von  
Fr. 100.--) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
7.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig 
gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind –  mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbe-
gehren (vgl. Art. 92 BGG) –  nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an-
fechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 
7.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten werden kann, in dem 
Sinne gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle 
Basel-Landschaft vom 12. Januar 2021 aufgehoben und die Angele-
genheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zu-

 

 
 
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rückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'500.-- (inkl. Auslagen) zu bezah-
len. 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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