# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89c5eed9-92a9-5086-964e-e084198bc66c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.09.2009 C-5866/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5866-2007_2009-09-28.pdf

## Full Text

Abtei lung II
C-5866/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Frank Seethaler (Vorsitz),
Richterin Franziska Schneider, Richter Claude Morvant, 
Gerichtsschreiberin Katharina Walder Salamin.

A._______,
vertreten durch lic. iur. S._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5866/2007

Sachverhalt:

A.
A._______, serbischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft  in  M._______, 
Deutschland,  erlitt  im  Juli  1997  einen  Schlaganfall.  Am 30. Oktober 
1998 und mit Gesuchsergänzung vom 13. Januar 1999 reichte er bei 
der  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  (heute  und  im  Folgenden: 
IVSTA) ein Gesuch für eine IV-Rente ein. Er machte geltend, er habe 
zwischen  1981  und  1992  in  der  Schweiz  gearbeitet  und  Renten-
beiträge entrichtet.

Mit Verfügung vom 16. Juni 1999 wies die IVSTA das Gesuch ab mit 
der  Begründung,  es  bestehe  seit  1969  kein  Versicherungsverhältnis 
mehr  bei  der  jugoslawischen  Versicherung  und  seit  1. Januar  1993 
auch nicht mehr in der Schweiz. Da der Gesuchsteller beim Eintritt der 
Invalidität  (Versicherungsfall)  weder  in  der  Schweiz  noch  in  Jugo-
slawien  versichert  gewesen  sei,  lägen  die  Voraussetzungen  für  den 
Anspruch  auf  Leistungen  aus  der  Invalidenversicherung  nach  Art. 6 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversi-
cherung (IVG, SR 831.20) in Verbindung mit Art. 8 Bst. b des schwei-
zerisch-jugoslawischen Abkommens über die soziale Sicherheit  nicht 
vor.

B.
Am  21.  Mai  2005  gelangte  A._______,  vertreten  durch  K._______, 
erneut an die IVSTA mit dem Antrag,  seine Rentenansprüche in der 
Schweiz seien zu überprüfen. Die IVSTA teilte ihm mit Schreiben vom 
14. Juli  2005  mit,  ab  1. Januar  2001  seien  neue  rechtliche  Bestim-
mungen  in  Kraft  getreten,  in  Anwendung  derer  und  der  Übergangs-
bestimmungen frühestens ab 1. Januar 2001 eine IV-Rente ausgerich-
tet  werden könne,  sofern die Voraussetzungen für  eine Rente vorlä-
gen. Sie  lud A._______ ein,  den Fragebogen für  Versicherte  für  die 
Zeit  nach dem 17. April  1997 auszufüllen,  die  ärztlichen Unterlagen 
seit  1999  einzureichen  und  anzugeben,  ob  er  in  Deutschland  eine 
Rente beziehe. Der Vertreter des Gesuchstellers reichte das vollstän-
dige Gesuch am 30. Dezember 2005 (Postaufgabe) ein.

B.a Mit Vorbescheid vom 17. April 2007 teilte die IVSTA dem Vertreter 
des Gesuchstellers mit, es liege ein Gesundheitsschaden vor, welcher 
unter  die  Bestimmungen  über  die  langdauernde  Krankheit  falle  und 
seit  dem 1. Juli  1997 eine Arbeitsunfähigkeit  von 100% verursache. 

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Demzufolge bestünde ab 1. Juli 1998 Anspruch auf eine ganze Rente. 
In Anwendung von Art. 48 Abs. 2 IVG würden die Leistungen lediglich 
für  die  zwölf  der  Anmeldung  vorangehenden  Monate  ausgerichtet, 
wenn sich der Versicherte mehr als 12 Monate nach dem Entstehen 
des Anspruchs anmelde. Da der Antrag erst am 30. Dezember 2005 
gestellt worden sei, könne die Rente frühestens ab 1. Dezember 2004 
ausgerichtet werden.

B.b Per Telefax vom 4. Juni 2007 gab der neue Rechtsvertreter des 
Gesuchstellers,  lic.  iur. S._______,  bekannt,  dass  der  Gesuchsteller 
ihn  mit  der  Wahrung  seiner  Interessen  beauftragt  habe.  Auf 
Aufforderung der IVSTA vom 14. Juni 2007 hin teilte  er  am 28. Juni 
2007 mit,  dass sich die Tochter des Gesuchstellers am 1. Dezember 
2004 nicht in Ausbildung befunden habe. Er beantragte, die Rente sei 
rückwirkend ab  dem 1. Juli  1998 auszurichten,  da  es  dem Gesuch-
steller aufgrund seiner (Zitat:) "minimalsten intellektuellen Bildung und 
Fähigkeit" nicht möglich war, seinen Anspruch rechtzeitig anzumelden, 
wie dies von anderen Versicherten zu erwarten wäre. Dem Gesuch-
steller  könne  kein  Verschulden  zur  Last  gelegt  werden,  da  er  den 
massgebenden Sachverhalt nicht habe kennen können, aber die An-
meldung  innert  zwölf  Monaten  nach  Kenntnisnahme  vorgenommen 
habe.

B.c Mit Verfügung Nr. 0708027271 vom 24. Juli 2007 teilte die IVSTA 
dem  Rechtsvertreter  des  Gesuchstellers  mit,  dass  dieser  ab  1. De-
zember 2004 eine ganze ordentliche Invalidenrente erhalte, und über-
wies  dem Rentenbezüger  Fr. 21'088.--  für  Nachzahlungen  ab  1. De-
zember  2004. Der  Entscheidbegründung  ist  zu  entnehmen,  dass  ab 
1. Juli  1998 Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. Da der Antrag 
erst  am  30.  Dezember  2005  gestellt  worden  sei,  könne  die  Rente 
frühestens ab 1. Dezember 2004 ausbezahlt werden.

C.
Am 3. September  2007  focht  lic.  iur. S._______  im  Auftrag  des  Be-
schwerdeführers die Verfügung vom 24. Juli 2007 beim Bundesverwal-
tungsgericht an. Er beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und die 
Invalidenversicherung sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine 
Nachzahlung von Leistungen rückwirkend ab dem 1. Juli 1998 zu ent-
richten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
IVSTA. Zur Begründung bringt er vor, der Beschwerdeführer habe sich 
mit Schreiben vom 30. Oktober 1998 sogleich, nachdem er informiert 

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worden  sei,  dass  sein  Anspruch  auf  eine  IV-Rente  in  der  Schweiz 
entstanden sei, bei der IVSTA gemeldet. Dieses Gesuch sei aufgrund 
eines Fehlentscheids abgelehnt worden. Der angefochtenen Verfügung 
sei zu entnehmen, dass die IV-Leistungen ab dem 1. Dezember 2004 
zuerkannt worden seien und nicht seit der Entstehung des Anspruchs 
am  1.  Juli  1998.  Solchen  Fällen  würden  die  Fähigkeiten  eines 
normalen Versicherten zugrunde gelegt. Der Beschwerdeführer sei als 
jugoslawischstämmiger  Versicherter  mit  minimalster  intellektueller 
Bildung  und  Fähigkeit  in  Anbetracht  seines  Unwissens  nicht  in  der 
Lage, die Folgen einer nicht rechtzeitigen Anmeldung zu kennen, wie 
dies von anderen Versicherten zu erwarten sei. 

D.
Die Vorinstanz beantragte am 11. November 2007 die Abweisung der 
Beschwerde. Sie führte in ihrer Vernehmlassung aus, das erste Leis-
tungsgesuch des Beschwerdeführers sei mit Verfügung vom 1. Novem-
ber 1998 (recte: 16. Juni 1999) zu Recht abgewiesen worden, da die 
bis 31. Dezember 2000 gültige Voraussetzung von Art. 6 Abs. 1 IVG, 
im Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität versichert zu sein, nicht erfüllt 
gewesen sei. Gestützt auf das zweite Leistungsgesuch habe der regio-
nalärztliche Dienst mit Bericht vom 5. Juli 2007 festgestellt,  dass der 
Beschwerdeführer  seit  Juli  1997 arbeitsunfähig  sei  und insofern  der 
Anspruch auf  eine ganze Invalidenrente nach Ablauf  der  einjährigen 
Wartefrist am 1. Juli 1998 entstanden sei. Der zweite Leistungsantrag 
sei aber erst am 30. Dezember 2005 und damit verspätet eingereicht 
worden. Die IVSTA habe in Anwendung von Art. 48 Abs. 2 IVG den frü-
hestmöglichen Anspruchsbeginn auf den 30. Dezember 2004 mit Zah-
lungsbeginn am 1. Dezember 2004 festgelegt. 

E.
Mit Verfügung vom 3. Dezember 2007 lud das Bundesverwaltungsge-
richt den Beschwerdeführer ein, bis zum 18. Januar 2008 eine Replik 
und allfällige Beweismittel einzureichen sowie einen Kostenvorschuss 
von Fr. 300.-- zu leisten. Dieser ging am 18. Januar 2007 ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 

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SR 172.021).  Zu  den  anfechtbaren  Verfügungen  gehören  jene  der 
IVSTA,  welche  zu  den  Vorinstanzen  des  Bundesverwaltungsgerichts 
gehört (Art. 33 lit. d VGG).

1.2 Gemäss  Art.19  Abs.  3  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) sind die Richter und Richterinnen des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Aushilfe  in  anderen  Abteilungen ver-
pflichtet. Vorliegend ist der Vorsitz im Beschwerdeverfahren auf die Ab-
teilung II übergegangen. Der Spruchkörper setzt sich zusammen aus 
den Richtern Frank Seethaler und Claude Morvant der Abteilung II und 
Richterin Franziska Schneider der Abteilung III.

1.3 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande-
res bestimmt (Art. 37 VVG). Das VwVG findet laut Art. 3 Bst. dbis VwVG 
keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundes-
gesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist.

1.4 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verfü-
gung der IVSTA vom 24. Juli 2007. Der Beschwerdeführer hat frist- und 
formgerecht Beschwerde erhoben (Art. 60 ATSG). Durch die Verfügung 
ist  er besonders berührt  und er hat ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Nachdem auch der 
Kostenvorschuss geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.

2.
Nach dem Zerfall  der  Föderativen Volksrepublik  Jugoslawien blieben 
zunächst die Bestimmungen des Abkommens zwischen der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugosla-
wien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1) 
für alle Staatsangehörigen des ehemaligen Jugoslawiens anwendbar 
(BGE 126 V 198 E. 2b,  BGE 122 V 381 E. 1 mit Hinweis). Zwischen-
zeitlich hat die Schweiz mit Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugosla-
wiens  (Kroatien,  Slowenien,  Mazedonien),  nicht  aber  mit  Serbien, 
neue Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen. Für den An-
tragsteller  als  Bürger  von  Serbien  findet  demnach  weiterhin  das 
schweizerisch-jugoslawische  Sozialversicherungsabkommen  vom 
8. Juni 1962 Anwendung. Nach Art. 2 dieses Abkommens stehen die 
Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten 
aus  den  in  Art.  1  genannten  Rechtsvorschriften,  zu welchen  die 
schweizerische  Bundesgesetzgebung  über  die  Invalidenversicherung 

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gehört,  einander  gleich,  soweit  nichts  anderes  bestimmt ist. Bestim-
mungen, die hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf eine 
schweizerische Invalidenrente sowie der anwendbaren Verfahrensvor-
schriften von dem in Art. 2 des Abkommens aufgestellten Grundsatz 
der Gleichstellung abweichen, finden sich weder im Abkommen selbst 
noch  in  den  seitherigen  schweizerisch-jugoslawischen  Vereinbarun-
gen.

3.
Gestützt  auf  Art.  49  VwVG überprüft  das  Bundesverwaltungsgericht 
anhand der Rügen des Beschwerdeführers, ob der angefochtene Ent-
scheid Bundesrecht verletzt (einschliesslich Überschreitung oder Miss-
brauchs des Ermessens), ob der rechtserhebliche Sachverhalt richtig 
und  vollständig  ermittelt  worden  ist  und  ob  der  angefochtene  Ent-
scheid angemessen ist. 

3.1 Die Vorinstanz hat in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 IVG den Inva-
liditätsgrad  sowie  die  daraus  resultierende  ganze  Rente  ermittelt. 
Ebenso steht gestützt auf die tatsächlichen Erhebungen fest, dass der 
Beschwerdeführer in den Jahren 1977-1992 Beiträge an die Invaliden-
versicherung geleistet hat (vgl. die Zusammenstellung im Zusatzblatt 
der angefochtenen Verfügung vom 24. Juli 2007), welche nach Art. 36 
Abs. 1 IVG Voraussetzung für  die Ausrichtung einer  Rente sind und 
nach welchen die Rentenhöhe ermittelt  worden ist. Gegen diese Be-
rechnungen und die Rentenhöhe erhebt der Beschwerdeführer keine 
Einwände. Vorliegend ist einzig umstritten, seit wann der Beschwerde-
führer Anspruch auf diese Leistungen hat.

3.2 Da  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  materiellen 
Rechtssätze massgebend sind,  die bei der Erfüllung des zu Rechts-
folgen führenden Tatbestands Geltung haben, und nach ständiger Pra-
xis  der  Sozialversicherungsgerichte  bei  der  Beurteilung eines  Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochte-
nen Verwaltungsakts eingetretenen Sachverhalt  abgestellt  wird (BGE 
132 V 1, E. 1; 129 V 1, E. 1.2 mit Hinweisen), sind im vorliegenden Fall 
die am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen  materiellen Bestimmungen 
der 4. IV-Revision anwendbar, nicht aber diejenigen der 5. IV-Revision, 
welche erst am 1. Januar 2008 in Kraft getreten sind. Ebenso finden 
die ab dem 1. Januar 2003 geltenden Bestimmungen des ATSG und 
jene der entsprechenden Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV, 
SR 830.11) Anwendung.

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Anderes gilt bezüglich der verfahrensrechtlichen Bestimmungen. Diese 
sind  vorbehältlich  anders  lautender  Übergangsbestimmungen  grund-
sätzlich mit  dem Tag des Inkrafttretens sofort  und vollumfänglich an-
wendbar. Bereits begonnene Verfahren werden nach dem Inkrafttreten 
des  neuen  Rechts  nach  diesem  weitergeführt  (ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht,  Basel  2008,  S. 92 Rz. 2.203;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Ver-
waltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Auf-
lage,  Zürich  1998,  N.  79;  FRITZ GYGI,  Verwaltungsrecht,  Bern  1986, 
S. 113).

4.
Bis zum 31. Dezember 2000 hatte nach Art. 6 Abs. 1 IVG (AS 1968 30) 
nur  Anspruch  auf  Leistungen  gemäss  den  gesetzlichen  Bestimmun-
gen, wer bei Eintritt  der Invalidität versichert  war. Diese so genannte 
Versicherungsklausel wurde mit Gesetzesänderung vom 23. Juni 2000 
aufgehoben. Art. 6 Abs. 1 Satz 1 IVG lautet in der seit 1. Januar 2001 
gültigen Fassung: "Schweizerische und ausländische Staatsangehöri-
ge  sowie  Staatenlose  haben  Anspruch  auf  Leistungen  gemäss  den 
nachstehenden  Bestimmungen."  Die  Aufhebung  der  Versicherungs-
klausel hat zur Folge, dass eine Person, welche die Voraussetzungen 
für  den  Rentenanspruch  hinsichtlich  Beiträge  und  Invalidität  erfüllt, 
eine Rente beziehen kann, selbst wenn sie bei Eintritt der Invalidität - 
in der Regel ein Jahr nach dem verursachenden Ereignis - nicht mehr 
versichert ist.

4.1 Durch diese Gesetzesänderung konnte eine Lösung für ausländi-
sche  Staatsangehörige  gefunden  werden,  welche  in  einem Drittland 
wohnen, mit welchem die Schweiz ein Sozialversicherungsabkommen 
abgeschlossen hat. Da die um eine Rente ersuchende Person seit der 
Aufhebung der Versicherungsklausel beim Eintritt  der Invalidität  nicht 
mehr versichert sein muss, kann sie, sofern die anderen gesetzlichen 
Voraussetzungen erfüllt  sind, eine ordentliche IV-Rente erhalten (vgl. 
ALESSANDRA PRINZ, Aufhebung der Versicherungsklausel für die ordentli-
che IV-Renten - Folgen im Bereich der internationalen Abkommen, in: 
Soziale Sicherheit 1/2001, S. 42 f.).

4.2 Damit  steht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Gegensatz  zur 
früheren Rechtslage, welche dem abschlägigen Entscheid der IVSTA 
vom 16. Juni  1999 zugrunde lag,  neu einen Anspruch auf  Versiche-
rungsleistungen hat. Dieser steht ihm gemäss Schlussbestimmungen 

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der  Änderung  vom  23.  Juni  2000  indessen  frühestens  ab  dem 
1. Januar 2001 zu (vgl. Schlussbestimmungen Abs. 4, 2. Satz). Soweit 
der Beschwerdeführer Leistungen ab einem früheren Zeitpunkt bzw. ab 
dem 1. Juli 1998 verlangt, findet sein Begehren keine gesetzliche Stüt-
ze und kann ihm deshalb nicht gefolgt werden.

5.
Die Vorinstanz bejahte auf  Grund ihrer  Abklärungen einen Anspruch 
des Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente, gewährte dem 
Beschwerdeführer  eine solche aber erst  ab dem 1. Dezember 2004. 
Diesem Entscheid legte sie die Überlegung zu Grunde, dass sich der 
Beschwerdeführer zwar ein erstes Mal am 30. Oktober 1998 angemel-
det habe, dass aber nach der seinen Rentenanspruch begründenden 
Rechtsänderung eine zweite Anmeldung erforderlich war, welche am 
30. Dezember 2005 eingereicht worden sei. In Anwendung von Artikel 
48 Absatz 2 IVG (AS 1968 30) hätten die Leistungen lediglich für die 
zwölf  der  Anmeldung  vorangehenden  Monate  ausgerichtet  werden 
können.

5.1 In  sachverhaltlicher  Hinsicht  ist  vorab  darauf  hinzuweisen,  dass 
die zweite  Anmeldung des Beschwerdeführers nicht  (wovon die Vor-
instanz fälschlicherweise ausging) am 30. Dezember, sondern bereits 
am 21. Mai 2005 erfolgte (vgl. act. 28). Erweisen sich die rechtlichen 
Überlegungen der Vorinstanz als zutreffend, was nachfolgend zu prü-
fen ist,  müsste die angefochtene Verfügung jedenfalls  in  dieser  Hin-
sicht korrigiert werden.

5.2

5.2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 ATSG hat sich, wer eine Versicherungs-
leistung beansprucht, beim zuständigen Versicherungsträger in der für 
die  jeweilige  Sozialversicherung  gültigen  Form anzumelden.  Für  die 
Anmeldung und zur Abklärung des Anspruchs auf Leistungen geben 
die Versicherungsträger unentgeltlich Formulare ab, die vom Anspre-
cher oder seinem Arbeitgeber und allenfalls vom behandelnden Arzt 
vollständig und wahrheitsgetreu auszufüllen und dem zuständigen Ver-
sicherungsträger  zuzustellen  sind  (Abs.  2).  Gemäss  Art.  24  Abs.  1 
ATSG erlischt der Anspruch fünf Jahre nach dem Ende des Monats, 
für  welchen  die  Leistung,  und  fünf  Jahre  nach  dem  Ende  des 
Kalenderjahres, für welches der Beitrag geschuldet war.

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5.2.2 Gemäss  Art.  48  Abs.  1  IVG (Fassung  gemäss  Anhang  Ziff.  8 
ATSG, in Kraft seit 1. Januar 2003, AS 2002 3371, 3410) richtet sich 
der Anspruch auf  Nachzahlung nach Art. 24 Abs. 1 ATSG. Indessen 
bestimmt  Art.  48  Abs. 2  IVG was folgt:  Meldet  sich  ein  Versicherter 
mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an, so werden 
die Leistungen in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für die 
zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet. Weiterge-
hende Nachzahlungen werden erbracht, wenn der Versicherte den an-
spruchsbegründenden  Sachverhalt  nicht  kennen konnte  und  die  An-
meldung innert zwölf Monaten nach Kenntnis vornimmt.

5.2.3 Absatz 4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 23. Juni 
2000 lautet, soweit hier interessierend, wie folgt: Personen, denen kei-
ne Rente zustand, weil sie im Zeitpunkt der Invalidität nicht versichert 
waren, können verlangen, dass ihr Anspruch auf Grund der neuen Be-
stimmungen überprüft wird. (...)

5.3

5.3.1 Gemäss der zitierten Übergangsbestimmung können die Versi-
cherten eine Überprüfung ihres Anspruchs verlangen. Das hat der Be-
schwerdeführer mit seinem Schreiben vom 21. Mai 2005 (und mit den 
ergänzenden  Angaben  vom  29.  August  2005)  getan.  Dass  der  Be-
schwerdeführer - wenn er nicht eines Teils seiner Rente verlustig ge-
hen wollte  -  innert  einer Frist  von 12 Monaten hätte handeln sollen, 
lässt sich indessen nicht zwingend aus der zitierten Übergangsbestim-
mung ableiten.

5.3.2 Die  Vorinstanz  stützte  sich  -  wie  erwähnt  -  im  angefochtenen 
Entscheid auf Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG. Vorliegend fällt auf, dass der 
Beschwerdeführer mit seiner ersten Anmeldung im Jahr 1999 der zu-
ständigen  Behörde  umfassende  Angaben  lieferte,  welche  mit  seiner 
zweiten Anmeldung im Jahr 2005 im Grossen und Ganzen wiederholt 
wurden.  Ausführliche,  schlüssige  ärztliche  Berichte  über  seinen  ge-
sundheitlichen  Zustand  und  seine  Einsatzfähigkeit  auf  dem  Arbeits-
markt  lagen im Wesentlichen bereits  zur  Zeit  der  ersten Anmeldung 
vor, mussten später nur bestätigt werden und gestatteten es der Vor-
instanz ohne Weiteres, dem Beschwerdeführer den Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente  zuzuerkennen. Liegt  der  Sinn der  Bestimmung 
von Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG darin, an sich unnötige und oftmals im 
Nachhinein  schwierige  Sachverhaltsabklärungen  zu  vermeiden  (vgl. 
BGE  129  V  211  E.  4.2.1,  BGE  114  V  134  E.  3b) sowie  die 

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Gesuchsteller  zu  einer  sofortigen  und  umfassenden  Kooperation  zu 
veranlassen,  ist  nach  dem Gesagten  nicht  ersichtlich,  inwiefern  der 
Beschwerdeführer,  der  sich  im  Jahr  1999  nach  Eintritt  des 
Versicherungsfalles anmeldete, dieser Zielsetzung zu wider gehandelt 
hätte.

5.3.3 Das Bundesgericht hatte sich bereits wiederholt mit insofern ver-
gleichbaren Fallkonstellationen zu befassen, als es um die Frage ging, 
ob und allenfalls inwiefern frühere, korrekte Anmeldungen zum Leis-
tungsbezug bei der Versicherung in einem späteren Zeitpunkt  bezie-
hungsweise in einem späteren Verfahren zu berücksichtigen seien.

In  einem älteren Urteil  vom 13. Juli  1990  hielt  es  dazu,  soweit  hier 
interessierend,  fest,  dass  der  Anmeldung  zum  Leistungsbezug  eine 
grundsätzlich unbefristete Wirkung zuzuerkennen sei (BGE 116 V 273, 
insb. 279 E. 3.d). Indessen relativierte es diese Aussage in einem Ur-
teil vom 19. September 1995 dahin, dass es die Rückforderung auf 5 
Jahre ab dem Zeitpunkt der Neuanmeldung begrenzte, auch wenn die 
Verwaltung einen früheren, hinreichend substantiiert geltend gemach-
ten Leistungsanspruch übersehen hatte. Zur Begründung wies es un-
ter  anderem  darauf  hin,  dass  Sozialversicherungsleistungen  dazu 
dienten, den laufenden Lebensunterhalt zu finanzieren und nicht grös-
sere Vermögen zu äufnen, wie dies bei Rückforderungen von Renten-
leistungen für konkret über 20 Jahre der Fall sein könne (BGE 121 V 
195, insb. 200 f., E. 5. c und d). Der diesen beiden Urteilen zu Grunde 
liegende Sachverhalt  wies insofern eine Ähnlichkeit  auf, als der Ver-
waltung ein nicht rechtzeitiges Tätigwerden beziehungsweise ein feh-
lerhaftes  Verhalten  im  Zusammenhang  mit  der  ersten  Anspruchsan-
meldung vorzuwerfen war. 

Im Urteil vom 21. April 2005 (I 296/04) hatte das Bundesgericht darü-
ber zu befinden, wie es zu halten sei, wenn die Verwaltung ein frühe-
res Gesuch wegen dazumal strengeren Anspruchsvoraussetzungen zu 
Recht  abgewiesen  hatte,  und  das  zweite  Gesuch  des  nunmehr  an-
spruchsberechtigten  Versicherungsnehmers  nicht  innerhalb  von  12 
Monaten gemäss Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG seit Entstehen der (neuen) 
Anspruchsberechtigung  eingereicht  wurde.  Das  Bundesgericht 
schützte  in  diesem Fall  die  Anwendung der  12-Monate-Klausel,  weil 
der  abschlägige erste  Entscheid  der  Verwaltung richtig  gewesen sei 
(vgl.  E.  5.1).  Ergänzend  erwog  es,  dass  unter  'faits  ouvrant  droit  à 
prestations'  beziehungsweise  'anspruchsbegründendem  Sachverhalt' 

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gemäss Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG im Lichte von Art. 4 und 5 IVG eine 
Beeinträchtigung  der  physischen  oder  geistigen  Gesundheit  zu 
verstehen  sei,  die  eine  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit 
dauernde Erwerbsunfähigkeit bewirkt oder die den Versicherten an der 
Verrichtung  seiner  gewohnten  Tätigkeiten  hindert,  falls  er  keine 
Erwerbstätigkeit  ausübt.  Der  Ausdruck  'den  anspruchsbegründenden 
Sachverhalt  kennen'  meine  nicht  das  subjektive  Vermögen  des 
Versicherten,  sich eine Vorstellung über seinen Zustand zu machen. 
Nach dem Wortlaut von Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG gehe es vielmehr 
darum, ob der anspruchsbegründende Sachverhalt objektiv feststellbar 
sei  oder  nicht  (E.  6.1  mit  Hinweis  auf  BGE  100  V  120  E.  2c  und 
weiteren  Zitierungen).  Es  hielt  im  Übrigen  fest,  dass  lediglich  eine 
Unkenntnis  der  Änderung  der  massgeblichen  Rechtsvorschriften 
keinen hinreichenden Grund für die Bejahung einer Ausnahme von der 
12-Monate-Klausel darstelle (E. 6.5).

6.
Überträgt man diese Überlegungen auf den vorliegenden Fall, bedeu-
tet das, dass die Vorinstanz der früheren Anmeldung des Beschwerde-
führers seines Rentenanspruchs im Jahr 1999 nach der erfolgten Än-
derung von Art. 6 IVG im Jahr 2001 zu Recht keine fristwahrende Wir-
kung zumass,  sondern  der  Fristberechnung gemäss gemäss Art. 48 
Abs. 1 Satz 1 IVG die zweite Anmeldung im Jahr 2005 zu Grunde leg-
te. Ebenso wenig hat sie zu verantworten, dass der Beschwerdeführer 
von der ihn begünstigenden Rechtsänderung erst vergleichsweise spät 
Kenntnis  erhielt.  Soweit  der  Beschwerdeführer  von  anderen  rechtli-
chen Überlegungen ausgeht, kann ihm daher nicht gefolgt werden und 
ist seine Beschwerde als unbegründet abzuweisen. Indessen legte die 
Vorinstanz ihrem Entscheid insofern einen unrichtigen Sachverhalt zu 
Grunde, als sie davon ausging, die Anmeldung sei erst am 30. Dezem-
ber 2005, anstatt, was richtig wäre, am 21. Mai 2005 erfolgt (vgl. vorne 
E. 4.1). Insofern  verletzt  ihr  Entscheid  Bundesrecht  und ist  daher  in 
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. 

7.
Die Beschwerdeinstanz entscheidet gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG 
in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 
Weisungen an die Vorinstanz zurück. Da für die Zeit ab 21. Mai 2005 
die IV-Rente neu zu berechnen ist und das Bundesverwaltungsgericht 
nicht über die dafür notwendigen Zahlengrundlagen verfügt, ist die Sa-
che zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese hat 

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den  Rentenanspruch  des  Beschwerdeführers  ab  dem  21.  Mai  2005 
neu zu berechnen und eine neue Verfügung über die Rentennachzah-
lungen zu erlassen.

8.
Der Beschwerdeführer unterliegt mit seinen Anträgen zu einem über-
wiegenden Teil, weshalb er kostenpflichtig wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 
Die  Spruchgebühr  wird  auf  Fr.  300.-  festgesetzt  und  mit  dem  am 
18. Januar  2007  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr.  300.-- 
verrechnet.  Der  Beschwerdeführer  hat  keinen  Anspruch  auf  Aus-
richtung einer Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen,  die  Verfügung 
Nr. 0708027271 der IVSTA vom 24. Juli 2007 wird aufgehoben und die 
Sache wird zur Neuberechnung des Rentenaspruchs ab dem 21. Mai 
2005 an die Vorinstanz zurück gewiesen. Weitergehend wird die Be-
schwerde abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 300.- werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt und mit dem am 18. Januar 2007 geleisteten Kostenvorschuss 
von Fr. 300.-- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 726.45.177.550)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Frank Seethaler Katharina Walder Salamin

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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