# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 361d2da8-3f72-546f-aac5-07ab5b621405
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.01.2012 D-6312/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6312-2011_2012-01-31.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6312/2011

U r t e i l   v om   3 1 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;  
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Parteien A._______, geboren (…),
deren Ehemann
B._______, geboren (…),
und deren Kind
C._______,
geboren (…), Kolumbien,
c/o schweizerische Vertretung in Bogotà, Kolumbien, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 13. September 2011 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
Die  aus  D._______,  Departement  E._______,  stammenden 
Beschwerdeführenden suchten mit Schreiben vom 8. April  2010 bei der 
Schweizer Vertretung in Bogotà, Kolumbien, um Asyl nach.

B. 

B.a. Mit Schreiben vom 14. April 2010 forderte die Schweizer Vertretung 
in Bogotá die Beschwerdeführenden unter Hinweis auf die Säumnisfolge 
auf,  innert  Frist  nähere  Angaben  über  ihre  Person  zu  machen 
(beispielsweise  Anzahl  der  vom  vorliegenden  Asylgesuch  betroffenen 
Personen, Zivilstand, Beruf).

B.b.  Mit  Eingabe  vom  10.  Mai  2010  liessen  sich  die 
Beschwerdeführenden  fristgerecht  vernehmen  und  reichten  diverse 
Unterlagen in Kopie zu den Akten.

C. 

C.a. Mit  Zwischenverfügung  vom  6.  Oktober  2010  teilte  das  BFM  den 
Beschwerdeführenden  mit,  es  erachte  den  entscheidwesentlichen 
Sachverhalt aufgrund der schriftlichen Begründung der Asylgesuche und 
der beigelegten Dokumentation als erstellt, weshalb sich eine Anhörung 
auf  der  Botschaft  nicht  als  notwendig  erweise.  Im  weiteren  erwäge  es 
unter  Berücksichtigung  der  konkreten  Umstände  –  namentlich  Fragen 
bezüglich  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  hiesige 
Assimilationsmöglichkeiten,  aktuelle  Gefährdung  im  Heimatstaat, 
Möglichkeit  der  Schutzsuche  in  einem  anderen  Staat,  öffentliches 
Interesse  der  Schweiz  –  aufgrund  der  vorliegenden  Akten,  das 
Asylgesuch  abzulehnen  und  die  Einreise  zu  verweigern.  Insgesamt 
erachte es die Möglichkeit einer anderweitigen Schutzsuche als gegeben. 
Abschliessend räumte das BFM den Beschwerdeführenden unter Hinweis 
auf die Säumnisfolge, die Gelegenheit zu einer Stellungnahme ein. 

C.b. Die Beschwerdeführenden liessen sich innert Frist vernehmen.

D. 

D.a.  Zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  machten  die 
Beschwerdeführenden  im  Wesentlichen  geltend,  sie  seien  am  17. 

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Februar  2004  von  Paramilitärs  und  der  Guerillagruppierung  FARC  von 
ihrem Wohnort, D._______, vertrieben worden, weil die Paramilitärs und 
die  49.  Front  der  FARC  ihren  ältesten  Sohn  hätten  zwangsrekrutieren 
wollen. Sie hätten sich deshalb nach Bogotá begeben. Am 7. Mai 2004 
sei  ihr  ältester  Sohn  in  Bogotá  von  Paramilitärs  entführt  und  ins 
Departement  F._______  gebracht  worden.  Dort  sei  er  festgehalten,  an 
Händen  und  Füssen  gefesselt  und  misshandelt  worden,  weil  die 
Paramilitärs von ihm Informationen über die Guerilla in D._______ hätten 
erfahren  wollen.  Die  Beschwerdeführenden  hätten  die  Entführung  der 
Fiscalía gemeldet. Am 27. Juli 2004 habe  ihr Sohn entkommen können. 
In  der  Folge  hätten  sich  die  Eltern  nach  G._______,  Departement 
H._______, begeben, währenddem die Kinder ihrer Ausbildung wegen in 
Bogotá  geblieben  seien.  Der  älteste  Sohn  habe  sich  aus 
Sicherheitsgründen  am  2.  Februar  2006  nach Ecuador  begeben,  wo  er 
beim UNO Hochkommissariat  für Flüchtlinge  (UNHCR) um Asyl  ersucht 
habe. Da er  in Ecuador wenig Unterstützung erhalten habe, sei er aber 
nach drei Monaten nach Kolumbien  zurückgekehrt. Seither  befinde  sich 
die  ganze  Familie  in  einer  hohen  Risikosituation.  Zudem  hätten  sie  in 
Bogotá  Drohungen  von  Paramilitärs  erhalten.  Aus  diesem Grund  seien 
sie am 25. Oktober 2006 wieder nach D._______ zurückgekehrt, wo sie 
jedoch auch wieder verfolgt und bedroht worden seien. Am 20. November 
2006  sei  eine  Person  in  Zivil  zu  ihnen  gekommen,  habe  sie  mit  der 
Pistole  bedroht  und  von  ihnen  verlangt,  den  Ort  zu  verlassen.  Daher 
seien sie nach Bogotá zurückgekehrt. Am 27. November 2006 hätten die 
Beschwerdeführenden  die Verfolgung  bei  der Defensoría  gemeldet.  Am 
15.  September  2010  hätten  sich  die  Beschwerdeführenden  zusammen 
mit  ihren  Kindern  im  Departement  H._______  aufgehalten,  als  zwei 
bewaffnete  Personen  gekommen  seien  und  sie  bedroht  hätten.  Am  28. 
Oktober 2010 sei ihr ältester Sohn von Personen aufgehalten worden, die 
sich  als  Mitglieder  der  Untersuchungsbehörde  der  Polizei  (SIJIN) 
ausgegeben  und  von  ihm  Geld  verlangt  hätten.  Dies  habe  er  bei  der 
Fiscalía gemeldet.

D.b.  Zur  Stützung  ihrer  Vorbringen  reichten  die  Beschwerdeführenden 
diverse Dokumente als Beweismittel zu den Akten. Auf deren Inhalt wird, 
soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E. 

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E.a. 
Mit Verfügung vom 13. September 2011 lehnte das BFM die Asylgesuche 
ab und verweigerte die Einreise in die Schweiz.

E.b. Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen Folgendes aus:

E.b.a. Übergriffe Dritter  oder Befürchtungen,  künftig  solchen ausgesetzt 
zu sein, seien nur dann  für die Einreise  relevant, wenn der Staat seiner 
Schutzpflicht  nicht  nachkomme  oder  nicht  in  der  Lage  sei,  Schutz  zu 
gewähren. Generell  sei Schutz gewährleistet, wenn der Staat geeignete 
Massnahmen  treffe,  um  die  Verfolgung  zu  verhindern,  beispielsweise 
durch wirksame Polizei­ und Justizorgane zur Ermittlung, Strafverfolgung 
und  Ahndung  von  Verfolgungshandlungen,  und  wenn  Antragsteller 
Zugang zu diesem Schutz hätten. 

Die  Beschwerdeführenden  hätten  im  Wesentlichen  die 
Zwangsrekrutierung  ihres  ältesten  Sohnes  geltend  gemacht.  Es  sei 
festzuhalten,  dass  der  kolumbianische  Staat  grundsätzlich  über  eine 
funktionierende  und  effiziente  Schutzinfrastruktur,  insbesondere  über 
einen  funktionierenden  Polizeiapparat  sowie  über  ein  Rechts­  und 
Justizsystem  verfüge.  Da  der  kolumbianische  Staat  die  Aktivitäten  der 
Guerilla im Rahmen des Möglichen bekämpfe, könne die Schutzwilligkeit 
als  gegeben  erachtet  werden.  Schliesslich  sei  festzuhalten,  dass  es 
keinem Staat gelinge, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jederzeit 
und  überall  zu  garantieren  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 28 S. 271 f.).

Gemäss  dem  Subsidiaritätsprinzip  seien  Personen  mit  einer 
innerstaatlichen Fluchtalternative nicht auf den Schutz eines Drittstaates 
angewiesen. 

Die  Beschwerdeführenden  hätten  geltend  gemacht,  sie  seien  von 
paramilitärischen  Gruppierungen  bedroht  worden.  Ausserdem  hätten 
diese ihren ältesten Sohn entführt und zwei Monate lang festgehalten. 

Bei  den  Beschwerdeführenden  handle  es  sich  nicht  um  landesweit 
bekannte Persönlichkeiten. Es sei nicht anzunehmen, dass sie von ihren 
Verfolgern  an  einem  beliebigen  Ort  in  Kolumbien  ausfindig  gemacht 
werden  könnten.  Die  Beschwerdeführenden  hätten  zwar  mehrere 
Wohnortswechsel  sowie  Bedrohungen  in  Bogotá  und  im  Departement 
H._______ erwähnt,  trotzdem könne davon ausgegangen werden,  dass 
sie  sich an einem anderen Ort  in Kolumbien,  an dem sie  nicht  bekannt 

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seien,  zumindest  mittelfristig  den  Übergriffen  entziehen  könnten. 
Demzufolge  seien  sie  keiner  unmittelbaren  Gefahr  im  Sinne  des 
Asylgesetzes  ausgesetzt  und  bedürften  dementsprechend  nicht  des 
Schutzes der Schweizer Behörden.

E.b.b. Im Übrigen könne das Asylgesuch auch gestützt auf Art. 52 Abs. 2 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  abgelehnt 
werden, wonach das Asylgesuch eines Ausländers auch dann abgelehnt 
werden könne, wenn ihm zuzumuten sei, sich in einem anderen Staat um 
Aufnahme zu bemühen. Diese Gesetzesbestimmung eröffne der Behörde 
einen grossen Spielraum bei der Prüfung eines im Ausland eingereichten 
Asylgesuchs.  Das  Vorhandensein  enger  Bindungen  zur  Schweiz  stelle 
eines  der  von  der  Rechtsprechung  entwickelten  Kriterien  dar,  aufgrund 
derer  einer  im  Ausland  weilenden  Person  die  Einreise  in  die  Schweiz 
bewilligt werden könne. Die Asylbehörden müssten indessen in der Lage 
sein, konkret aufzuzeigen, in welchen Drittstaat die Asylsuchende Person 
ausreisen könne und dort auch tatsächlich Schutz erhalte.

Die Beschwerdeführenden  hätten  in  ihrem Asylgesuch  keine  besonders 
nahen  Beziehungen  zur  Schweiz  geltend  gemacht.  Unter  diesen 
Umständen  sei  ihnen  zuzumuten,  in  einem  anderen  Land  um 
Asylgewährung nachzusuchen (vgl. SAMUEL WERENFELS, Der Begriff des 
Flüchtlings  im  schweizerischen  Asylrecht,  Bern u.a.  1987,  S. 142  ff.), 
beispielsweise in einem der Nachbarstaaten von Kolumbien. Die meisten 
Staaten  Südamerikas  hätten  die  Flüchtlingskonvention  ratifiziert  und 
hielten  sich  gemäss  den  Erkenntnissen  des  BFM  an  die  damit 
verbundenen  Verpflichtungen.  So  seien  beispielsweise  die 
Nachbarstaaten  Brasilien,  Ecuador,  Panama  und  Peru  Vertragsparteien 
sowohl des Abkommens über die Rechtstellung der Flüchtlinge vom 28. 
Juli  1951  (Flüchtlingskonvention;  [FK,  SR  0.142.30])  als  auch  des 
betreffenden  Zusatzprotokolls  vom  31.  Januar  1967  (SR  0.142.301). 
Venezuela  habe  zwar  das  Abkommen  nicht  ratifiziert,  wohl  aber  das 
Protokoll. Diese Länder verfügten über ein eigenes, gesetzlich geregeltes 
Verfahren zur Anerkennung von Flüchtlingen. Namentlich Argentinien und 
Brasilien  verfügten  über  ein  im  Allgemeinen  formelles  und  gesichertes 
Asylverfahren.  Es  sei  zudem  relativ  einfach,  einen  sonstigen 
Aufenthaltstitel  in  diesen  beiden  Ländern  zu  erhalten,  selbst  wenn  eine 
Person  nicht  als  Flüchtling  anerkannt  werde.  In  anderen  Ländern  im 
südamerikanischen  Raum  seien  die  Aufnahmebedingungen  komplexer, 
jedoch  seien  auch  hier  die  Voraussetzungen  für  eine  dauerhafte 
Integration  gegeben.  Zudem  hielten  sich  die  Länder  gemäss  den 

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Erkenntnissen  des  BFM  grundsätzlich  an  das  Gebot  des  Non­
Refoulement  von  Art.  33  FK,  auch wenn  als  Einschränkung  festgestellt 
werden müsse, dass in den Grenzgebieten – insbesondere denjenigen zu 
Panama  und  Venezuela  –  in  den  letzten  Jahren  zu  unkontrollierten 
Rückschiebungen  durch  die  Grenzbehörden  gekommen  sei.  Für  die 
praktische  Möglichkeit  und  die  Zumutbarkeit  der  anderweitigen 
Schutzsuche  spreche  im  Weiteren  die  Möglichkeit  der  visumsfreien 
Einreise  in  sämtliche  umliegenden  Länder  Kolumbiens  sowie  der 
Umstand,  dass  jährlich  mehrere  tausend  kolumbianische 
Staatsangehörige  in den Nachbarländern – namentlich  in Ecuador – um 
Asyl ersuchten und dort zu einem beträchtlichen Teil auch tatsächlich als 
Flüchtlinge  anerkannt  würden  (vgl.  EMARK  2004/20  E.  4a).  Diese 
Staaten erschienen überdies bereits aus geografischen, sprachlichen und 
kulturellen Gründen als offensichtlich näher  liegend.  Im Übrigen sei das 
UNHCR  in  diesen  Ländern  vor  Ort  und  gewähre  während  den  ersten 
Monaten wirtschaftliche Unterstützung an Asylbewerber und Flüchtlinge. 
Die Länder des Cono Sur (Chile, Uruguay, aber vor allem Argentinien und 
Brasilien)  verfügten  auch  über  staatliche  Programme  für  Berufsbildung 
und wirtschaftliches Auskommen, die auch von Flüchtlingen in Anspruch 
genommen  werden  könnten.  Das  Gesundheitssystem  sei  in  diesen 
Staaten kostenlos und die Schulbildung obligatorisch und unentgeltlich. 

Infolgedessen  erachte  es  das  BFM  als  zumutbar,  dass  sich  die 
Beschwerdeführenden  an  einen  anderen  Staat  als  die  Schweiz  um 
Schutz wendeten. An diesen Erwägungen könnten auch die weiteren von 
den Beschwerdeführenden eingereichten Dokumente nichts ändern. 

F. 
Mit  Beschwerde  vom  10.  November  2011  (Eingangsstempel  der 
Schweizer  Vertretung  in  Bogotá)  ersuchten  die  Beschwerdeführenden 
sinngemäss  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  es  sei 
ihnen  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  gewähren.  Sie  wiesen  auf  ihre 
sprachlichen und finanziellen Schwierigkeiten hin. Sie würden über keine 
ausreichenden  Deutschkenntnisse  verfügen  und  seien  aufgrund  ihrer 
finanziellen Situation nicht in der Lage, einen Übersetzer zu beauftragen. 
Des Weiteren ersuchten sie das Bundesverwaltungsgericht sinngemäss, 
das Verfahren in spanischer Sprache zu führen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme  liegt  in  casu 
nicht vor.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerdeführenden  haben  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung  einer 
Beschwerde  legitimiert. Der  genaue Zeitpunkt  der Eröffnung  des Urteils 
ist  zwar  weder  durch  einen  Empfangsschein  noch  durch  eine 
Empfangsbestätigung  belegt,  doch  liegt  in  einem  solchen  Fall  die 
Beweislast  bei  den  Behörden  (vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis,  Band  X, 
Basel  2008,  Rz.  2  150,  S.  166  f.).  Es  wird  demnach  von  der 
Rechtzeitigkeit  der  Beschwerdeeinreichung  ausgegangen.  Auf  die 
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 105 und 
108 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 

4.1.  Die  Beschwerdeführenden  wurden  bereits  in  der  angefochtenen 
Verfügung unter Hinweis auf die Säumnisfolge darauf hingewiesen, dass 
sie  innert  Frist  eine  Beschwerde  in  einer  der  Amtssprachen  (Art.  33a 
VwVG, Art. 54 BGG) einreichen können. Gleichzeitig wurden sie auf die 
entsprechenden  formellen  Anforderungen  an  eine  Rechtsmitteleingabe 
hingewiesen (vgl. Art. 52 VwVG). 

4.2.  Die  Beschwerdeführenden  wären  somit  gestützt  auf  ihre 
Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG gehalten gewesen, sich beizeiten 
um einen Übersetzer zu bemühen. Auch hätte ihnen die Möglichkeit offen 
gestanden,  sich  um  eine  italienisch­  oder  französischsprachige 
Übersetzung  zu  bemühen.  Demzufolge  ist  der  sinngemässe  Antrag  auf 
Ansetzung einer Frist für die Suche nach einem Übersetzer abzuweisen. 
Da Spanisch keine Amtssprache des Bundes ist, ist auch der sinngemäss 
Antrag, das vorliegende Verfahren sei  in spanischer Sprache zu  führen, 
abzuweisen.

5. 

5.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

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5.2.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch 
ablehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 
AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur 
Abklärung  des  Sachverhalts,  wenn  ihm  zugemutet  werden  kann,  im 
Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land 
auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische 
Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische  Vertretungen 
ermächtigen,  Asylsuchenden  die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft 
machen, dass eine unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die 
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

5.3.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  eingereichtes  Asylgesuch 
ablehnen, wenn die gesuchstellende Person keine Verfolgung glaubhaft 
machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Umgekehrt führt es (noch) 
nicht zur Anerkennung als Flüchtling und zur Gewährung von Asyl durch 
die  Schweiz,  wenn  die  bei  einer  Vertretung  im  Ausland  um  Asyl 
nachsuchende  Person  glaubhaft  zu  machen  vermag,  dass  für  sie  eine 
unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die Freiheit  aus einem 
Grund  nach  Art.  3  AsylG  besteht.  Diesfalls  kann  dem  Asylsuchenden 
lediglich  von  der  durch  das  Eidgenössische  Justiz­  und 
Polizeidepartement  (EJPD)  dazu  ermächtigten  schweizerischen 
Vertretung die Einreise  in die Schweiz  im Hinblick auf  die Zuerkennung 
der Flüchtlingseigenschaft  und die Asylgewährung bewilligt werden  (Art. 
20 Abs. 3 AsylG). Die Einreise in die Schweiz wird einer  im Ausland um 
Asyl  nachsuchenden  Person  ausserdem  zur  Abklärung  des 
Sachverhaltes bewilligt, wobei die Bewilligung durch das Bundesamt und 
nur  unter  der  Bedingung  erteilt  wird,  dass  der  Person  nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein 
anderes Land auszureisen  (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Beim Entscheid über 
die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  sind  grundsätzlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und 
objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 
Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der 

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Einreisebewilligung  ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen 
Personen, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung  im Sinne 
von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob eine effektive Möglichkeit 
anderweitiger Schutzsuche besteht, mithin der Verbleib am Aufenthaltsort 
für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  kann.  Im 
Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss einem völkerrechtlichen 
Grundsatz  eine  Person,  die  eine  Staatsangehörigkeit  besitzt,  die 
Flüchtlingseigenschaft nur dann erlangen kann, wenn sie sich ausserhalb 
des  Staates  aufhält,  dem  sie  angehört.  Befindet  sich  die  um  Asyl 
nachsuchende Person noch in ihrem Heimatstaat, stellt sich mit anderen 
Worten die Frage der  formellen Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 
nicht.  Folgerichtig  ist  bei  einem  Verbleib  im  Heimatstaat  nicht  über  die 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl zu 
befinden,  auch  dann  nicht,  wenn  eine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  glaubhaft  gemacht  ist  (vgl.  EMARK  2005 Nr.  19  E.  4  S.  174  ff., 
EMARK 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130  f. und Nr. 21 E. 2 S. 136  f., EMARK 
1997 Nr.  15 E.  2.e­g S.  130  ff., welcher  angesichts  bloss  redaktioneller 
Änderungen bei der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor 
Gültigkeit hat).

5.4. Hinsichtlich  des  Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im 
Ausland  sieht  Art. 10 Abs.  1  AsylV 1  vor,  dass  diese  mit  der 
asylsuchenden Person  in  der Regel  eine Befragung  durchführt.  Ist  dies 
nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  aufgefordert,  ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10  Abs. 2 AsylV 1;  vgl.  hierzu 
auch BVGE 2007/30 E. 5.2 – E. 5.3). Eine Befragung beziehungsweise 
eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  kann  sich  auch  dann  erübrigen, 
wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs 
als entscheidreif erstellt erscheint. Bei Anhörungsverzicht  ist  jedoch das 
rechtliche  Gehör  zu  gewähren  (vgl.  BVGE  2007/30  E.  5.7),  was 
vorliegend erfolgt ist (vgl. Erwägung C.a vorstehend). Ausserdem hat das 
BFM den Verzicht auf eine Befragung begründet (vgl. BVGE 2007/30 E. 
5.6 – E. 5.7). Auch diese Voraussetzung ist in casu erfüllt.

Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit 
der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe 
zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­ 

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und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. EMARK 1997 
Nr.  15  E.  2.e  –  g  S.  131  ff.,  welcher  angesichts  bloss  redaktioneller 
Änderungen bei der  letzten Totalrevision das Asylgesetzes nach wie vor 
Gültigkeit hat).

6. 
Die  Vorbringen  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  5.  Dezember  2011 
(Eingangsstempel  der  Schweizer  Vertretung  in  Bogotá)  sind  nicht 
geeignet,  eine  Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu  bewirken. 
Der  Argumentation  der  Vorinstanz  werden  keine  stichhaltigen  und 
substanziierten  Gründe  entgegengesetzt.  Die  Ausführungen  der 
Beschwerdeführenden vermögen die nachvollziehbaren Erwägungen des 
BFM nicht umzustossen. Das BFM hat  in der angefochtenen Verfügung 
zu  Recht  festgestellt,  dass  es  in  den  Akten  der  Beschwerdeführenden 
keine  Anhaltspunkte  dafür  gebe,  dass  sie  landesweit  gezielten 
Verfolgungsmassnahmen  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  ausgesetzt  seien, 
weshalb sie die Anforderungen an die Schutzbedürftigkeit nicht erfüllten. 
Bei  dieser  Sachlage  kann,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  auf  die 
Ausführungen  in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Nach 
dem  Gesagten  droht  den  Beschwerdeführenden  keine  asylrelevante 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG.

7. 
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren 
Ausführungen  in  der  Beschwerde  sowie  auf  die  eingereichten 
Beweismittel  im  Einzelnen  einzugehen,  da  sie  am  Ergebnis  der 
vorgenommenen  Würdigung  nichts  zu  ändern  vermögen.  Es  ist  den 
Beschwerdeführenden nicht gelungen, eine Verfolgung im Sinne von Art. 
3  AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Die 
Schutzbedürftigkeit der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 20 i.V.m. 
Art.  3  AsylG  ist mithin  nicht  gegeben,  und  es  liegen  keine Gründe  vor, 
welche die Erteilung einer Einreisebewilligung indizieren würden.

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

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Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine VwVG und Art. 2 und 6 des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2])  ist  vorliegend auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige Schweizer Vertretung.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

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