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**Case Identifier:** 130765a1-5cae-5a84-ae29-acb6a12721b7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 12.05.2021 KES.2020.15-EZE2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_KES-2020-15-EZE2_2021-05-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/2

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KES.2020.15-EZE2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 02.07.2021

Entscheiddatum: 12.05.2021

Entscheid Kantonsgericht, 12.05.2021
Art. 299 ff. ZPO: Im Interesse einer sachgerechten und wirksamen 
Vertretung des Kindeswohls ist grundsätzlich der effektive Zeitaufwand 
Bemessungsgrundlage für die Entschädigung der Kindesvertreterin, soweit 
er den Umständen angemessen erscheint (Kantonsgericht, Einzelrichter im 
Familienrecht, 12. Mai 2021, KES.2020.15-EZE2).

Aus den Erwägungen:

 

II.

5.      a) Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist im Interesse einer 

sachgerechten und wirksamen Vertretung des Kindeswohls nach Art. 299 ff. ZPO der 

effektive Zeitaufwand Bemessungsgrundlage für die Entschädigung der 

Kindesvertreterin, soweit er den Umständen angemessen erscheint. Ein nach anderen 

Gesichtspunkten festgesetztes Honorar hat Bestand, wenn es seiner Höhe nach im 

Ergebnis mit dem in Art. 299 ZPO verankerten Anspruch des Kindes auf eine wirksame 

Vertretung vereinbar ist. Die von der Kostennote erheblich abweichende 

Entschädigung kann im Bestreitungsfall aber von vornherein nur dann als 

bundesrechtskonform gelten, wenn im Kostenentscheid nachvollziehbar begründet 

wird, inwiefern das zugesprochene Honorar den anerkannten zeitlichen Aufwand 

(annähernd) deckt. Will man eine Honorarnote kürzen, ist das jedenfalls zu begründen 

und konkret aufzuzeigen, welcher Aufwand für unnötig befunden wird (vgl. BGE 142 III 

153 E. 2.5; BGer  5A_8/2017 E. 2.3; 5A_701/2013 E. 4; BSK ZPO-Rüegg/ Rüegg, 3. 

Aufl., Art. 95 N 15).

 

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St.Galler Gerichte

[…]

 

6.      b) Zur Erinnerung bleibt auf Folgendes hinzuweisen: Bei der Festsetzung des 

Honorars für die Kindesvertretung ist zu berücksichtigen, dass solche allgemein als 

sehr zeitintensiv gelten (FamKomm Scheidung/Schweighauser, 3. Aufl., Anh. ZPO Art. 

300 N 41 f.). Bei der Erfüllung der betreffenden Aufgaben geniesst sie eine gewisse 

Autonomie, welche auch bei der Bemessung der Entschädigung zu respektieren ist. 

Zudem ist im Hinblick auf die Beurteilung der Frage, ob der betriebene Aufwand 

verhältnismässig war, etwa den erschwerenden Rahmenbedingungen von Gesprächen 

mit Kindern Rechnung zu tragen (BGE 142 III 153 E. 6.2; vgl. FamKomm Scheidung/

Schweighauser, Anh. ZPO Art. 300 N 41). Weiter verdient bei Kindesvertretungen die 

sorgfältige und umfassende Abklärung des Umfelds (z.B. Eltern, Beistände) 

besonderes Augenmerk. Die Kindesvertreterin darf nicht wie eine 'normale' Anwältin 

letztlich einzig auf den Willen ihrer Klienten abstellen, sondern trägt diesbezüglich eine 

besondere Verantwortung. Ferner muss sie sich immer wieder über ihre eigene Rolle 

schlüssig werden. Schliesslich üben Kindesvertretungen schon von Gesetzes wegen 

auch eine soziale Funktion aus (gemäss Art. 299 ZPO muss die Kindesvertreterin in 

fürsorgerischen Fragen erfahren sein, was psychologische und soziale Kompetenzen 

erfordert [FamKomm Scheidung/Schweighauser, Anh. ZPO Art. 299 N 36]), 

wohingegen ein unentgeltlicher Vertreter keine eigenständige Betreuungsaufgabe 

übernehmen darf bzw. sich bewusst sein muss, dass er dafür vom Staat nicht 

entschädigt wird (GVP 1992 Nr. 58; Leuenberger/Uffer-Tobler, Kommentar zur 

Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen, Art. 282 aZPO SG N 5d f.; Meichssner, 

Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege, S. 205). Eine Kindesvertreterin hat 

interdisziplinär tätig zu sein (FamKomm Scheidung/Schweighauser, Anh. ZPO Art. 299 

N 41). Eine saubere Abgrenzung zwischen juristischer und fürsorgerischer Betätigung 

wäre also weder möglich noch vertrüge sich eine solche mit den Aufgaben einer 

Kindesvertreterin.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Kantonsgericht, 12.05.2021
	Art. 299 ff. ZPO: Im Interesse einer sachgerechten und wirksamen Vertretung des Kindeswohls ist grundsätzlich der effektive Zeitaufwand Bemessungsgrundlage für die Entschädigung der Kindesvertreterin, soweit er den Umständen angemessen erscheint (Kantonsgericht, Einzelrichter im Familienrecht, 12. Mai 2021, KES.2020.15-EZE2).

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		2025-07-19T02:50:16+0200
	"9001 St.Gallen"
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