# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71f6fcf5-2f9a-5924-b52c-7be1a0c1c4cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2025 F-6624/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6624-2025_2025-09-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6624/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Gregor Chatton, 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Genner,  

Gerichtsschreiberin Annina Mondgenast. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 25. August 2025 / N (…). 

 

 

 

F-6624/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 28. Juli 2025 in der Schweiz um Asyl 

nach. Abgleiche mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) und dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) ergaben, dass 

sie über ein vom 20. Mai bis zum 1. September 2025 gültiges, von den 

spanischen Behörden ausgestelltes Schengen-Visum verfügte.  

B.  

Anlässlich der Befragung vom 12. August 2025 wurde der Beschwerde-

führerin das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid 

und der Möglichkeit einer Überstellung nach Spanien gewährt, welches ge-

mäss Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren 

zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 

Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-

VO) grundsätzlich für die Behandlung ihres Asylgesuchs zuständig sei. Die 

grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates wurde von der 

Beschwerdeführerin nicht bestritten. Sie machte jedoch geltend, in der 

Schweiz lebe eine Cousine von ihr, weshalb sie nicht nach Spanien zurück-

kehren wolle. In Spanien seien ihr vor lauter Stress die Haare ausgefallen 

und sie habe das Gefühl gehabt, verrückt zu werden. Sie sei hospitalisiert 

worden und trotz der verordneten Medikamente sei ihr schlechter körperli-

cher und psychischer Zustand geblieben.  

C.  

Am 12. August 2025 ersuchte das SEM die spanischen Behörden um Auf-

nahme der Beschwerdeführerin gemäss Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO. Die-

sem Gesuch wurde am 22. August 2025 entsprochen.  

D.  

Mit Verfügung vom 25. August 2025 (eröffnet am 27. August 2025) trat das 

SEM auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, verfügte ihre 

Wegweisung aus der Schweiz nach Spanien und forderte sie auf, die 

Schweiz bis spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-

lassen. Gleichzeitig beauftragte sie den Kanton Bern mit dem Vollzug und 

stellte fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wir-

kung zu.  

  

F-6624/2025 

Seite 3 

E.  

Mit Beschwerde vom 1. September 2025 (Poststempel) an das Bundesver-

waltungsgericht beantragte die Beschwerdeführerin, die angefochtene Ver-

fügung sei aufzuheben und auf ihr Asylgesuch sei einzutreten. Der Be-

schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihr sei die unent-

geltliche Rechtspflege zu gewähren, unter Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses. Der Beschwerde legte sie ein separates Schreiben 

bei, in welchem sie ihre Gründe für einen Verbleib in der Schweiz darlegte.  

F.  

Der Instruktionsrichter setzte den Vollzug am 2. September 2025 per sofort 

einstweilen aus. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. 

VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1). 

1.3. Das Gericht entscheidet über vorliegende Streitsache endgültig 

(Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

2.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei-

ten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Spanien hat der Aufnahme (take charge) 

F-6624/2025 

Seite 4 

der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO zuge-

stimmt. Die grundsätzliche Zuständigkeit Spaniens ist gegeben.  

3.2. Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden kein Recht ein, den ih-

ren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 

E. 8.3).  

4.  

Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, die Cousine in der Schweiz gelte nicht 

als Familienangehörige der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 2 Bst. g 

Dublin-III-VO und es liege auch kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis 

zu dieser vor. Es würden keine Hinweise vorliegen, wonach Spanien sei-

nen Verpflichtungen gegenüber der Beschwerdeführerin nicht nach-

komme. Das dortige Asylsystem weise keine systemischen Mängel auf und 

es seien keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich, welche 

die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO ver-

pflichten würden. Die Vorinstanz hat die Vorbringen bezüglich des Gesund-

heitszustandes der Beschwerdeführerin (Verdacht auf Depression [mittels 

Medikation behandelt], Beeinträchtigungen am rechten Fuss [Behandlung 

mittel Physiotherapie]) berücksichtigt und rechtsprechungskonform gewür-

digt. Zu Recht stellte sie fest, dass für das vorliegende Verfahren einzig die 

Reisefähigkeit massgebend sei, die erst kurz vor der Überstellung beurteilt 

werde. Auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen kann an dieser 

Stelle verwiesen werden.  

Auf Beschwerdeebene bringt die Beschwerdeführerin vor, in Spanien nie-

manden zu kennen und aufgrund der Einsamkeit depressiv geworden zu 

sein. In der Schweiz befände sie sich inmitten von Freunden und Verwand-

ten, die sie seit Jahren kenne. Sie könne hier ihr Leben wiederaufbauen, 

ihre Bildung fortsetzen und sich in die Gesellschaft integrieren. Aufgrund 

der Angst vor einer Rückführung nach Spanien lebe sie in ständiger An-

spannung, leide unter starkem Haarausfall, wiederholter Schlaflosigkeit 

und müsse oft ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Sie macht jedoch keine 

gravierenden gesundheitlichen Probleme geltend und belegt diese auch 

nicht. Die auf Beschwerdeebene gemachten Ausführungen vermögen 

nichts an der vorinstanzlichen Einschätzung zu ändern.  

5.  

Die Vorinstanz hat in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. Au-

gust 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens von einem 

freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach zu Recht 

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Seite 5 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG die Wegweisung nach 

Spanien angeordnet. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

6.  

Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses gegenstandslos geworden. 

Der am 2. September 2025 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit 

dem vorliegenden Urteil dahin. 

7.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Beschwerde gemäss den vorstehenden Erwägungen als 

aussichtslos zu bezeichnen war. Unbesehen der finanziellen Verhältnisse 

der Beschwerdeführerin fehlt es an einer gesetzlichen Voraussetzung ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die 

Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und 

auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gregor Chatton Annina Mondgenast 

 

 

Versand: