# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d8a9d52-858c-5161-8fe2-c9b23f89ff16
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.06.2010 UV 2008/136
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-136_2010-06-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/136

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.04.2020

Entscheiddatum: 23.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 23.06.2010
Art. 6 UVG: Verneinung des Erleidens einer schleudertraumaähnlichen 
Verletzung anlässlich einer Schlägerei. Vorliegen einer massgebenden 
psychischen Problematik. Adäquanzbeurteilung gemäss BGE 115 V 133 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Juni 
2010, UV 2008/136). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_681/2010.

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 23. Juni 2010

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121, 

9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   A.___ war bei der B.___ als Betriebsmitarbeiter angestellt und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert. Am 19. September 2007 kam es auf dem Parkplatz 

seiner Arbeitgeberin zu einer tätlichen Auseinandersetzung mit seinem Arbeitskollegen 

C.___. Am Ereignisort ebenfalls anwesend waren die Söhne A.___ und D.___ (Suva-act. 

1, 2, 19, 21). Der Versicherte konsultierte noch am Unfalltag seinen Hausarzt Dr. med. 

E.___, der ihn der HNO-Klinik, Hals- und Gesichtschirurgie, des Kantonsspitals St. 

Gallen (KSSG) überwies (Suva-act. 6). Der dortige untersuchende Arzt Dr. med. Dr. 

med. dent. F.___ diagnostizierte eine Fraktur des Collum mandibulae rechts, die er am 

20. September 2007 mit der Einligierung von Schienen im Ober- und Unterkiefer sowie 

einer intermaxillären Fixation in habitueller Okklusion mit Draht operativ behandelte 

(Suva-act. 7, 12). Am 21. September 2007 suchte er wegen stärkerer Schmerzen im 

rechten Hemithorax, Schulter- und Oberarmschmerzen sowie linksseitiger 

Kopfschmerzen Dr. med. G.___, Innere Medizin FMH, auf. Dieser diagnostizierte neben 

der Unterkieferfraktur diverse Prellungen und Hämatome mit Thorax- und 

Schulterkontusion rechtsbetont, Oberarmhämatome beidseits sowie eine kleine 

Kontusionsmarke lumbal. Bei einer zweiten Konsultation von Dr. G.___ am 

25. September 2007 berichtete der Versicherte von starken Schlafstörungen mit 

Angstträumen sowie Angst- bis Panikattacken tagsüber mit Palpitationen, Schwitzen 

und sozialem Rückzug (Suva-act. 23). Ab 14. November 2007 befand sich der 

Versicherte bei Dr. med. H.___, Ambulatorium am Psychiatrischen Zentrum St. Gallen, 

in ambulanter Behandlung (Suva-act. 27). Anlässlich der kieferchirurgischen Kontrolle 

vom 10. Dezember 2007 klagte der Versicherte über Schmerzen im Kieferbereich 

rechts, vor allem beim Kauen, worauf ihn Dr. F.___ wegen extremer Parafunktionen 

(Zähneknirschen) für eine Aufbissschienenbehandlung sowie das Einschleifen der 

Zähne Dr. med. dent. I.___ überwies (Suva-act. 14, 26, 36). Anlässlich einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

telefonischen Besprechung vom 8. Januar 2008 hielt Dr. G.___ gegenüber der Suva 

fest, dass die letzte Konsultation am 7. Januar 2008 stattgefunden habe. Es bestehe 

volle Arbeitsunfähigkeit aus rein psychischen Gründen. Relevante körperliche 

Beeinträchtigungen seien keine vorhanden (Suva-act. 16). Am 11. Februar 2008 trat der 

Versicherte in die Tagesklinik am Psychiatrischen Zentrum St. Gallen ein. Die 

behandelnden Ärzte diagnostizierten eine Anpassungsstörung mit Angst, Depression, 

Sorgen, Anspannung und Ärger (ICD-10 F43.23); PTSD-nahe Symptome seien eher 

subsyndromal (Suva-act. 27). Laut Bericht von Dr. G.___ vom 22. Februar 2008 hatte 

der Versicherte ausserdem mehrmals Schwindelbeschwerden verbunden mit Ohrdruck 

und Tinnitus rechts beklagt, weshalb er selbständig auch Dr. med. J.___, FMH für ORL 

sowie Hals- und Gesichtschirurgie, aufgesucht hat (Suva-act. 23). Mit Schreiben vom 

20. März 2008 kündigte die B.___ das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 31. 

Mai 2008 (Suva-act. 28). Mit Schreiben vom 22. bzw. 26. Mai 2008 nahmen Dr. F.___ 

und Dr. I.___ gegenüber der Suva zur Frage Stellung, ob zum heutigen Zeitpunkt noch 

organisch-somatische Unfallfolgen vorliegen würden, und falls ja, ob diese durch 

weitere medizinische Massnahmen noch wesentlich verbessert werden könnten. Sollte 

eine Verbesserung noch möglich sein, werde um die Einschätzung ersucht, wie lange 

ungefähr die medizinischen Massnahmen dauern würden (Suva-act. 30, 31). Die Ärzte 

konnten keine konkreten medizinischen Verbesserungsmassnahmen nennen (Suva-act. 

36, 40). Die am 6. Juni 2008 im Stephanshorn Radiologie Zentrum, St. Gallen, 

durchgeführte cranio-cerebrale Kernspintomographie zeigte - abgesehen von 

vereinzelten bis 9 x 5,5 mm grossen Herdläsionen im supratentoriellen Marklager, 

frontal sowie paracingulär beidseits gelegen, in erster Linie gliösen Veränderungen 

(Glianarben) entsprechend - ein altersentsprechendes normales Bild ohne Nachweis 

einer intracraniellen tumorösen Raumforderung und ohne Hinweis auf das Vorliegen 

intracranieller Hämosiderinablagerungen (Suva-act. 34). Am 12. Juni 2008 berichtete 

Dr. F.___ über eine Kontrolle des Versicherten vom 10. Juni 2008 (Suva-act. 41). Am 

26. Juni 2008 ersuchte die Suva auch den Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. K.___ um 

Beurteilung, ob beim Versicherten aktuell noch erhebliche, organisch-somatische 

Unfallfolgen vorliegen würden (Suva-act. 37). Dr. K.___ bejahte dies am 1. Juli 2008 in 

Bezug auf das Gebiss und wahrscheinlich die Kaumuskulatur. Die Behandlung 

derselben müsse von der Suva noch übernommen werden. Daneben bestünden die 

psychischen Probleme (Suva-act. 38). Am 7. Juli 2008 berichteten die Ärzte der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Tagesklinik am Psychiatrischen Zentrum über den psychischen Gesundheitszustand 

des Versicherten. In der bei ihnen durchgeführten psychotraumatologischen 

Sprechstunde sei die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 

F43.1) nach tätlichem Angriff mit Verletzungsfolge mit Fäusten und Baseballschläger 

am 19. September 2007 gestellt worden, die sich bereits in einem chronifizierten 

Stadium befinde. Gegenwärtig finde eine traumaspezifische Behandlung statt, die nach 

Austritt aus der Tagesklinik (geplant für den 11. Juli 2008) im Ambulatorium fortgeführt 

werde (Suva-act. 44).

A.b   Mit Verfügung vom 8. Juli 2008 teilte die Suva dem Rechtsvertreter des 

Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. D. Küng, St. Gallen, mit, dass die heute noch 

geklagten Beschwerden, mit Ausnahme der Beschwerden im Bereich des Gebisses, 

organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Es sei daher die Adäquanz nach der 

Rechtsprechung von BGE 115 V 133 zu prüfen. Nachdem auch diese zu verneinen sei, 

würden die Leistungen per 31. Juli 2008 eingestellt. Davon ausgenommen sei die 

weitere Behandlung des Gebisses inklusive der zahnärztlichen Behandlung. Hierfür 

komme die Suva weiterhin auf (Suva-act. 42).

B.       

B.a   Mit Eingabe vom 8. September 2008 erhob der Rechtsvertreter des Versicherten 

gegen die Verfügung vom 8. Juli 2008 unter Beilage des Psychotraumatologischen 

Abklärungsberichts vom 21. Mai 2008 über die gleichentags im Ambulatorium am 

Psychiatrischen Zentrum durchgeführte psychotraumatologische Spezialsprechstunde 

und des Austrittsberichts vom 7. August 2008 über die Behandlung des Versicherten in 

der Tagesklinik am Psychiatrischen Zentrum vom 11. Februar bis 11. Juli 2008 

Einsprache (Suva-act. 49). Am 31. Oktober 2008 reichte der Rechtsvertreter eine 

Einspracheergänzung ein (Suva-act. 56).

B.b   Mit Einspracheentscheid vom 5. November 2008 wies die Suva die Einsprache 

des Versicherten vom 8. September/31. Oktober 2008 ab (Suva-act. 58).

C.       

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Küng für 

den Versicherten am 4. Dezember 2008 eingereichte Beschwerde. Der Rechtsvertreter 

beantragt, der angefochtene Einspracheentscheid und die diesem zugrunde liegende 

Verfügung vom 8. Juli 2008 seien aufzuheben, soweit sie eine weitergehende 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin verneinen würden. Es seien dem 

Beschwerdeführer aus dem Ereignis vom 19. September 2007 weiterhin die 

gesetzlichen Leistungen, insbesondere die medizinischen Leistungen und die 

Taggelder, zuzusprechen und zu entrichten; sobald der medizinische Endzustand 

erreicht sein werde, sei mittels anfechtbarer Verfügung über weitere 

Leistungsansprüche, insbesondere über die Ansprüche auf Rente und 

Integritätsentschädigung etc. zu entscheiden. Eventualiter seien weitere Abklärungen 

im Sinne der nachfolgenden Begründung vorzunehmen und alsdann sei mittels 

anfechtbarer Verfügung über die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers zu 

befinden, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Am 23. Februar 2009 reichte der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Beschwerdeergänzung ein.

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. U. Glaus, St. Gallen, 

Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Replik vom 18. September 2009 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Anträge und reichte ein vom Krankenversicherer des 

Beschwerdeführers (Visana) in Auftrag gegebenes Psychiatrisches Gutachten zur 

Arbeitsfähigkeit, erstellt durch das Institut für interdisziplinäre 

versicherungsmedizinische Begutachtungen und Beratungen, Kloten, vom 24. Februar 

2009 ein.

C.d   Mit Duplik vom 26. Oktober 2009 hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdegegnerin seinerseits an seinem Antrag auf Abweisung der Beschwerde 

fest.

C.e   Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen:

1.        

Vorliegend erbrachte die Beschwerdegegnerin zunächst für die Folgen des Ereignisses 

vom 19. September 2007 Versicherungsleistungen. Streitig ist, inwieweit sie auch über 

den 31. Juli 2008 hinaus Leistungen schuldet. Im angefochtenen Einspracheentscheid 

und in der diesem zugrundliegenden Verfügung vom 8. Juli 2008 hat die 

Beschwerdegegnerin in Bezug auf den vorgenannten Zeitpunkt das Vorliegen von 

Unfallrestfolgen im Bereich des Gebisses bzw. des rechten Kiefergelenks des 

Beschwerdeführers und eine diesbezügliche Leistungspflicht weiterhin anerkannt. 

Hinsichtlich der weiteren, über den 31. Juli 2007 hinaus bestehenden gesundheitlichen 

Probleme in Form von Kopfschmerzen, Schwindel mit Ohrdruck und Tinnitus rechts, 

Konzentrationsstörungen, Depression etc. hat sie hingegen eine Unfallkausalität bzw. 

eine Leistungspflicht verneint. Vorliegend ist mithin streitig, ob die vorgenannten 

Beschwerden auf den Unfall vom 19. September 2007 zurückzuführen sind und der 

Beschwerdeführer damit diesbezüglich einen Anspruch auf Versicherungsleistungen 

der Beschwerdegegnerin über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hat.

2.        

Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die 

Bestimmung über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zutreffend dar. Gleiches 

gilt in Bezug auf die Ausführungen über die gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG geltende 

Voraussetzung des Bestehens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den in Frage stehenden 

Gesundheitsstörungen (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen). Darauf ist zu verweisen. 

Die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der 

Feststellungen bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder 

der Ärztin. Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 

82, 174). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 127 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). 

Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die 

Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der 

adäquaten Kausalität. In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung 

durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, 

ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht 

der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. 

Ergeben die Abklärungen indessen, dass eine versicherte Person eine 

Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen 

Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar 

teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den 

Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch 

auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumata 

anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen eines Schleudertraumas 

vergleichen lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004 

[U 243/03] i/S O.G.; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

3.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Den medizinischen Akten sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach die vom 

Beschwerdeführer über den 31. Juli 2008 hinaus geklagten Beschwerden in Form von 

Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel mit Ohrdruck und Tinnitus rechts und 

Konzentrationsstörungen mit klar ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn 

nachweisbarer unfallkausaler struktureller Veränderungen erklärbar wären. Die cranio-

cerebrale kernspintomographische Untersuchung im Stephanshorn Radiologie Zentrum 

ergab - abgesehen von vereinzelten Herdläsionen im supratentoriellen Marklager, in 

erster Linie gliösen Veränderungen (Glianarben) entsprechend - ein altersentsprechend 

normales Bild (Suva-act. 34). Als Folge des Unfallereignisses vom 19. September 2008 

wurden die Glianarben in den medizinischen Akten nachvollziehbar nirgends diskutiert 

(vgl. dazu auch Suva-act. 39). Diese sind denn auch regelmässig als Folge von 

Krankheiten und im Rahmen des Degenerationsprozesses bekannt (vgl. Roche 

Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 714; Wikipedia http://de.wikipedia.org/

wiki/Gliazelle, Abfrage vom 13. April 2010). Unbestrittenermassen erlitt der 

Beschwerdeführer beim Unfall vom 19. September 2007 neben der Unterkieferfraktur 

rechts Prellungen und Hämatome an verschiedenen Körperteilen (Gesicht, Thorax, 

Schulter, Oberarm, LWS) [Suva-act. 21/6, 23]). Eine radiologische Abklärung der 

rechten Schulter sowie der LWS ergab keine Traumafolgen und keine fortgeschrittenen 

degenerativen Veränderungen (Suva-act. 23). Es entspricht einer medizinischen 

Erfahrungstatsache, dass Prellungen ohne strukturelle Läsionen normalerweise innert 

kurzer Zeit abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich 

zurückbilden. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer erlittenen Prellungen bzw. den 

damit verbundenen Verspannungen und Schmerzen im Bereich der Schulter-, Nacken-, 

Oberarm- sowie der Lumbalregion, aber auch den Thoraxschmerzen bei 

Rippenkontusion rechts ergibt sich aus dem Bericht von Dr. G.___ vom 22. Februar 

2008 ein entsprechender Ablauf (Suva-act. 23). Wegen der Kopfschmerzen, des 

Schwindels sowie des Tinnitus hat sich der Beschwerdeführer sodann bei Dr. J.___ 

abklären lassen. Laut Bericht von Dr. G.___ vom 22. Februar 2008 konnte dieser jedoch 

keine entsprechenden eindeutigen pathologischen Befunde erheben (Suva-act. 23).

4.        

4.1    Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sieht jedoch einen über den 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung weiter bestehenden Leistungsanspruch gegenüber 

http://de.wikipedia.org/wiki/Gliazelle
http://de.wikipedia.org/wiki/Gliazelle

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Beschwerdegegnerin in einem beim Unfall vom 19. September 2007 erlittenen 

Schleudertrauma begründet.

4.2    Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Wesensveränderung usw. 

vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach 

eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 

359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung des 

Bundesgerichts (Urteile vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 

[U 258/06] i/S G.) muss bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit 

einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb 

von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn 

sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - bei einem 

Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen - manifestieren. Die anderen im 

Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise 

auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum 

manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

5.        

5.1    Distorsionen der HWS sind Folgen von Beschleunigungskräften, die im Sinn einer 

Überdehnung und Überbiegung auf die HWS einwirken und mit einem Kopfanprall 

verbunden sein können. Ein eigentliches Schleudertrauma liegt nur dann vor, wenn bei 

einer Auffahrkollision durch die plötzliche Beschleunigung des getroffenen Fahrzeugs 

der Kopf des Insassen - ohne anzuprallen - zuerst nach hinten zu knicken scheint und 

anschliessend nach vorne beschleunigt wird. Führt der Beschleunigungsmechanismus 

zu einem Kopfanprall, sollte nicht von einem Schleudertrauma, sondern von einer 

HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl. diesbezüglich Thomas Locher, HWS-

Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach schweizerischem 

Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das 

sogenannte "Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und rechtliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.). Ein Schädel-

Hirntrauma ist die Folge einer Krafteinwirkung auf die als Einheit anzusehende 

Körperregion Schädel (Weichteile, Knochen) und Gehirn (Hirnhäute, Hirnsubstanz, 

Gefässe). Betroffen sind in unterschiedlichem Masse immer beide Formationen (Roche 

Lexikon, a.a.O., S. 1641 f.). - Gemäss der von C.___ und D.___ in weiten Teilen 

bestrittenen Unfallschilderung des Beschwerdeführers wurde dieser am 19. September 

2007 von den beiden Männern mit den Fäusten verprügelt und mit einem 

Baseballschläger unter anderem auf den Kopf geschlagen. Bei einem solchen 

Unfallereignis würde ein eigentliches Schleudertrauma zum vornherein ausser Betracht 

fallen. Angenommen, der Unfall hätte sich tatsächlich so zugetragen, wie vom 

Beschwerdeführer dargestellt, erschiene jedoch insbesondere eine Commotio cerebri 

bzw. ein leichtes Schädel-Hirntrauma und/oder ferner eine HWS-Distorsion 

grundsätzlich denkbar. Aufgrund der Akten erscheint es allerdings fraglich, ob beim 

Beschwerdeführer nach dem Unfall eine solche schleudertraumaähnliche Verletzung 

vorgelegen hat. In sämtlichen medizinischen Akten, insbesondere den echtzeitlichen, 

wurde keine entsprechende Diagnose gestellt. Eine dem Schleudertrauma äquivalente 

Diagnose wird eigentlich nur von Seiten des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers 

zur Sprache gebracht. Im Psychiatrischen Gutachten des Instituts für interdisziplinäre 

versicherungsmedizinische Begutachtungen und Beratungen vom 24. Februar 2009 

(act. G 17.1, S. 24) wird bloss festgehalten, dass eine leichte Hirnerschütterung 

durchaus stattgefunden haben möge, eine solche jedoch die heutige Symptompalette 

nicht erklären könne. Eine leichte Hirnerschütterung heile innert weniger Tage bis 

Wochen ohne Residuen aus und führe nicht zu andauernder Arbeitsunfähigkeit bzw. 

voller Invalidität. Den Berichten von Dr. L.___ und Dr. G.___ vom 1. Oktober 2007 bzw. 

22. Februar 2008 zu Folge wies der Beschwerdeführer nach dem Unfall im HWS-/

Schädelbereich neben der Unterkieferfraktur einzig ein Hämatom im Gesicht (rechte 

Seite Jochbeinbereich) auf (Suva-act. 21/6). Der Beschwerdeführer erlitt damit zwar 

objektivierbare Verletzungen am Schädel - unter anderem sogar struktureller Art -, 

jedoch im Bereich des Gesichtsschädels und nicht auch des Hirnschädels, wie sie bei 

einem Schädel-Hirntrauma zu erwarten wären. Solche, auf eine schwerere Hirnschädel-

Kontusion hinweisende Befunde (Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, 

Blutdruckschwierigkeiten [Wikipedia http://www.pflegewiki.de/wiki/Schädelprellung, 

Abfrage vom 13. April 2010]) sind in den Akten ebenfalls nicht vermerkt, was das 

http://www.pflegewiki.de/wiki/Sch%C3%A4delprellung

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Geschehen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung ebenfalls unwahrscheinlich 

erscheinen lässt. Nach der tätlichen Auseinandersetzung fuhr der Beschwerdeführer 

sogar selber mit dem Auto zu seinem Hausarzt (vgl. Suva-act. 19). Die Annahme einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung kann angesichts dieser Umstände nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten.

5.2    Diese Beurteilung ergibt sich auch angesichts der konkreten Darstellung des 

Beschwerdebildes im Zeitverlauf.

5.2.1           Anlässlich der Konsultation bei Dr. G.___ vom 21. September 2007 klagte 

der Beschwerdeführer über linksseitige Kopfschmerzen. Bei der zweiten Konsultation 

vom 25. September 2007 beklagte er starke Schlafstörungen mit Angstträumen sowie 

auch tagsüber immer wieder Angst- bis Panikattacken mit Palpitationen, Schwitzen 

und sozialem Rückzug. In der Folge, d.h. im Verlauf des November 2007, klagte der 

Beschwerdeführer gegenüber Dr. G.___ mehrmals auch über Schwindelbeschwerden 

verbunden mit Ohrdruck und Tinnitus rechts und eine Zunahme der Kopfschmerzen 

(Suva-act. 23). Die Ärzte der Tagesklinik am Psychiatrischen Zentrum stellten sodann in 

ihrem Bericht vom 31. März 2008 die Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst, 

Depression, Sorgen, Anspannung und Ärger (ICD-10 F 43.23), PTSD-nahe Symptome 

seien eher subsyndromal (Suva-act. 27). Am 21. Mai 2008 wurde beim 

Beschwerdeführer eine psychotraumatische Abklärung im Ambulatorium am 

Psychiatrischen Zentrum durchgeführt (Suva-act. 49). Gestützt auf diese stellte die 

Tagesklinik am Psychiatrischen Zentrum im Austrittsbericht vom 7. August 2008 die 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nach tätlichem 

Angriff am 19. September 2007 mit Fraktur collum mandibulae rechts mit Schienung 

und intermaxillärer Fixation am 20. September 2007 und posttraumatischer 

Myotendinose der Kaumuskulatur rechts sowie rezidivierenden Kopfschmerzen und 

Schwindel (Suva-act. 49).

5.2.2           Kopfschmerzen, Angst, Schlafstörungen, Schwindel und Tinnitus gehören 

grundsätzlich zum typischerweise nach einer schleudertraumaähnlichen Verletzung 

auftretenden Beschwerdebild (vgl. dazu Liste in H. Schmidt/J. Senn Hrsg., 

Schleudertrauma - neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case 

Management, 1. Aufl. Zürich 2004, S. 14 f.). Die Kopfschmerzen wurden innerhalb der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erforderlichen Latenzzeit beklagt. Die Schlafstörungen und Ängste folgten kurze Zeit 

danach und die weiteren Beschwerden könnten mit rund eineinhalb Monaten 

Latenzzeit grundsätzlich ebenfalls einer schleudertraumaähnlichen Verletzung 

zugeordnet werden. Zu beachten ist jedoch im vorliegenden Fall, dass die 

psychiatrischen Diagnosen einer Anpassungsstörung sowie einer Belastungsstörung 

eindeutig nicht auf ein komplexes Gesamtbild von aus dem Unfall hervorgehenden 

organischen und psychischen Beschwerden hinweisen, sondern als eigenständige 

psychiatrische Diagnosen zu betrachten sind. Entsprechend werden die verschiedenen 

Beschwerden von den Ärzten der Psychiatrischen Tagesklinik allesamt als Symptome 

dieser psychischen Gesundheitsstörungen bezeichnet, womit sie als alleinstehende 

schleudertraumatypische Beschwerden ausser Betracht fallen. Dr. J.___ beurteilte laut 

Bericht von Dr. G.___ vom 22. Februar 2008 die zunehmenden Kopfschmerzen, den 

Schwindel sowie den Tinnitus damit übereinstimmend einerseits im Rahmen der Angst- 

und Panikstörung, der teilweise damit verbundenen Hyperventilation sowie 

wahrscheinlich auch einer funktionellen Genese, d.h. nicht als somatisch bedingt 

(Suva-act. 23). Dr. G.___ selber spricht ebenfalls von einem psychischen Konflikt. Das 

Grundproblem stelle die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz dar, wo der 

Beschwerdeführer unweigerlich mit seinem Kontrahenten dauernd in Kontrakt treten 

müsste. Diese Situation sei für ihn offenbar unerträglich, was eine Rückkehr in das 

bisherige Arbeitsverhältnis praktisch unmöglich mache (Suva-act. 23). Auch im 

psychiatrischen Gutachten des Instituts für interdisziplinäre versicherungsmedizinische 

Begutachtungen und Beratungen vom 24. Februar 2009 werden eigenständige, d.h. 

kein Mischbild mit psychischen Folgen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung 

darstellende, psychiatrische Diagnosen gestellt und das Vorliegen 

schleudertraumaähnlicher Verletzungsfolgen ausgeschlossen. Es handle sich um einen 

gereizt-dysphorischen Verärgerungs- und Verstimmungszustand. Anteilig lägen einige 

typische Merkmale einer sogenannten posttraumatischen Verbitterungsstörung vor, 

aber es sei auch an eine Schmerzverarbeitungsstörung bzw. Symtomausweitung zu 

denken. Die Diagnose einer PTBS dürfe nicht gestellt werden. Auch sei weder über 

einen Status nach Schädelhirntrauma noch HWS-Distorsion zu diskutieren (act. G 17.1, 

S. 28). Schliesslich spricht auch der Kreisarzt-Stellvertreter Dr. K.___ in seiner 

Beurteilung vom 1. Juli 2008 von psychischen Problemen (Suva-act. 38).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.3    Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass im Falle des Beschwerdeführers 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen 

werden kann, dass er einen Unfall mit schleudertraumaähnlicher Verletzung erlitten hat. 

Es ist überwiegend wahrscheinlich anzunehmen, dass die zur Diskussion stehenden 

Beeinträchtigungen von Anfang an auf einer psychischen Grundlage beruhten. Mit 

Blick auf die dargelegten Umstände erübrigt sich die bei schleudertraumaähnlichen 

Verletzungen geforderte Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung (vgl. BGE 

134 V 109).

6.        

6.1    Eine Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 134 V 109 begründeten 

Rechtsprechung bzw. der sogenannten "Schleudertrauma-Praxis" fällt nach dem 

Gesagten (Erwägung 5) ausser Betracht. In Frage kommt lediglich eine solche nach 

Massgabe der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den psychogenen 

Unfallfolgen. Wie die nachfolgenden Erwägungen (Erwägung 6.2) zeigen, muss eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin in Bezug auf die psychische Problematik 

verneint werden. Denn selbst wenn deren natürliche Kausalität zum Unfallereignis 

bejaht wird, fehlt es letztlich am kumulativ vorausgesetzten adäquaten 

Kausalzusammenhang. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen 

Einspracheentscheid die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines adäquat 

kausalen Zusammenhangs bei psychogenen Unfallfolgen zutreffend dar (Erwägung 2b); 

darauf ist zu verweisen.

6.2     

6.2.1           Der Beschwerdeführer schilderte am 22. September 2007 gegenüber der 

Kantonspolizei St. Gallen den Unfall. Sie hätten am 19. September 2007 in der B.___ 

viel Arbeit und dementsprechend Stress gehabt. Ein Arbeitskollege, C.___, sei am 

Morgen kurz bei ihnen in der Abteilung gewesen und habe sie "angezündet". Zwischen 

C.___ und ihm sei es zu einem verbalen Streit wegen der Arbeit gekommen. Am 

Nachmittag habe er zu C.___ in die Abteilung gehen müssen, um zu arbeiten. Dort sei 

es um ca. 15.00 Uhr abermals zu einem Streit gekommen. C.___ habe zu ihm gesagt, 

er solle nach der Arbeit auf ihn warten. Er würde ihn dann zusammenschlagen. Kurz 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nach 16.00 Uhr sei er in die Garderobe gegangen, um sich umzuziehen. C.___ sei 

ebenfalls in der Garderobe gewesen und habe zu ihm gesagt, jetzt werde er es 

draussen sehen. Er sei anschliessend mit seinem Sohn zusammen zu seinem 

Autoparkplatz vor dem Betriebsgebäude gegangen. Als er sein Auto habe 

aufschliessen wollen, sei C.___ auf ihn zugerannt. Er habe ihn mit den Fäusten ins 

Gesicht geschlagen. Der erste Schlag habe ihn auf die linke Wange getroffen. Wohin 

die nächsten Schläge gegangen seien, könne er nicht mehr sagen. Er habe jedoch eine 

Verletzung auf der Brust gehabt. Wenige Sekunden später sei noch der Sohn von 

C.___, D.___, mit einem blauen Baseballschläger aus Aluminium bewaffnet eingetroffen 

und habe ihm damit ins Gesicht und weiter gegen den Kopf geschlagen. Er sei auch an 

der linken Schulter getroffen worden. Auch C.___ habe mit den Fäusten weiter auf ihn 

eingeschlagen. Er habe versucht, sich mit den Armen und Händen zu schützen. Er 

habe auch Angst um seinen eigenen Sohn gehabt, der alles habe mit ansehen müssen. 

Das ganze habe ca. zehn Minuten gedauert (Suva-act. 19). C.___ wurde am 25. Januar 

2008 von der Kantonspolizei befragt. Laut dessen Aussagen warteten der 

Beschwerdeführer und sein Sohn nach der Arbeit bereits vor seinem Auto. Der 

Beschwerdeführer sei ihm mit einem Schraubenzieher entgegen getreten. Im gleichen 

Moment habe ihm dessen Sohn mit der Faust ins Gesicht geschlagen und mit dem 

Fuss in die Hüfte getreten. Er habe sich natürlich gewehrt bzw. den Beschwerdeführer 

ebenfalls geschlagen, jedoch nur aus Notwehr (Suva-act. 21/4). D.___ bestätigte, dass 

sein Vater den Beschwerdeführer mit der Faust geschlagen habe. Sein Vater habe 

jedoch von diesem und dessen Sohn ebenfalls Schläge und Tritte bekommen. Er 

selber habe sich 30 bis 35 Meter vom Unfallgeschehen entfernt aufgehalten. Es stimme 

also nicht, dass er auf den Beschwerdeführer und dessen Sohn eingeschlagen habe 

(Suva-act. 21/5).

6.2.2           Bezüglich der im Rahmen der Prüfung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs vorzunehmenden Katalogisierung des Unfalls aufgrund des 

Geschehensablaufs nimmt die Beschwerdegegnerin - wie offensichtlich auch der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers - im konkreten Fall ein mittelschweres Ereignis 

an. Ausgehend von den obigen Sachverhaltsschilderungen erscheint diese Einstufung 

angemessen (vgl. dazu auch RKUV 2001 Nr. U 440 S. 350). Die Adäquanz des 

Kausalzusammenhangs ist demnach zu bejahen, falls ein einzelnes der 

unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind 

(BGE 117 V 359). Allgemein ist vorwegzunehmen, dass die einzelnen Zusatzkriterien 

nur im Zusammenhang mit den somatischen Gesundheitsschäden zu beurteilen sind. 

Die psychischen Beschwerden können gerade hier, wo es um die Beurteilung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychisch bedingter Arbeits- 

bzw. Erwerbsunfähigkeit geht, keine Berücksichtigung finden (BGE 123 V 99 E. 2a). 

Sollten also somatische Beschwerden aufgrund psychischer Probleme intensiver 

empfunden werden, so können im vorliegenden Fall dennoch nur die objektivierten 

organischen Beschwerden berücksichtigt werden.

6.2.3           Geht man davon aus, dass auf den Beschwerdeführer wiederholt mit 

Fäusten und einem Baseballschläger eingeschlagen wurde, ist dem Unfall vom 19. 

September 2007 eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen. Objektiv und nicht 

das subjektive Empfinden bzw. Angstgefühl der versicherten Person betrachtet (vgl. 

dazu Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2004 i/S K. und F. [U 306/03]; 

RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc) ereignete sich jedoch der Unfall nicht unter 

derart dramatischen Begleitumständen oder war derart eindrücklich, dass diesem 

Einzelkriterium jenes ausschlaggebende Gewicht zukäme, das es rechtfertigen würde, 

die aufgetretenen rein psychogenen Probleme als adäquat zu bezeichnen. In Bezug auf 

eine Schlägerei sind sodann Faustschläge - im Vergleich zu tätlichen Angriffen mit 

gefährlichen Schlagwaffen oder einem Angriff mit einer Feuerwaffe - nicht als 

aussergewöhnlich bzw. besonders eindrücklich zu betrachten. In Anbetracht der 

verschiedenen Sachverhaltsschilderungen ist ausserdem unklar, inwiefern auch der 

Beschwerdeführer an der Schlägerei beteiligt gewesen bzw. auch von seiner Seite eine 

Provokation ausgegangen ist. Der Umstand, dass man eine Schlägerei auf sich 

zukommen sieht oder sich einer solchen sogar bewusst aussetzt, vermindert jedenfalls 

die Eindrücklichkeit eines Geschehens massgebend. Der Beschwerdeführer erlitt 

aufgrund des Unfalls vom 19. September 2007 verschiedene Prellungen und 

Hämatome, die innert weniger Wochen abgeheilt sind. Im Weiteren wurde ihm eine 

Unterkieferfraktur zugefügt. Diese Verletzung ist sicher keine leichte, aber auch nicht 

eine ausgesprochen schwere Verletzung. Gewisse körperliche Restschäden waren im 

Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids (vgl. BGE 131 V 243 

E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 E. 2a) zwar 

gegeben, indem der Beschwerdeführer im Bereich des Unterkiefers offensichtlich noch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerden hatte und die Heilbehandlung noch andauerte (Suva-act. 40, 41), doch 

können auch diese nicht als schwer bezeichnet werden. Im Übrigen ist zu beachten, 

dass Dr. F.___ und Dr. I.___ in ihren Berichten vom 22. bzw. 26. Mai und 12. Juni 2008 

im Zusammenhang mit den Kieferbeschwerden insbesondere auch auf die 

vorbestehenden multiplen Zahnlücken und die nicht optimale Okklusion wegen 

ebenfalls vorbestehender Zahnfehlstellung hinwiesen, weshalb bezüglich der 

Kaufunktion auch nach vollständiger Ausheilung keine perfekte Situation erwartet 

werden dürfe (Suva-act. 36, 40). Eine Kieferverletzung kann schliesslich nicht als 

erfahrungsgemäss geeignet bezeichnet werden, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen. Die weiteren Zusatzkriterien (schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen sowie ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung) können 

ebenfalls zumindest nicht in der geforderten Schwere (schwierig, erheblich, 

ungewöhnlich lange) als erfüllt betrachtet werden. Beim Beschwerdeführer musste 

lediglich ein komplikationsloser operativer Eingriff unmittelbar nach dem Unfall 

vorgenommen werden. In der Folge wurde ihm vom Zahnarzt eine Schiene angepasst 

und die Okklusion eingeschliffen (Suva-act. 40). Wegen der myofacialen Schmerzen 

wurde ihm sodann eine Physiotherapie verordnet (Suva-act. 41). Hinzu kommen die 

offensichtlich alle paar Monate durchgeführten ärztlichen Kontrollen. Insgesamt kann 

damit in keiner Weise gesagt werden, der Kläger habe sich ununterbrochen in intensive 

ärztliche Behandlung begeben müssen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 2. 

Februar 2007 i/S S. [U 41/06], E. 10.4). Die psychiatrischen Heilbehandlungen können, 

wie in Erwägung 6.2.2 erwähnt, nicht in die Adäquanzbeurteilung einbezogen werden. 

Für eine ärztliche Fehlbehandlung fehlen jegliche Anhaltspunkte. In Folge des Unfalls, 

d.h. der dabei erlittenen Kontusionen und Unterkieferfraktur, war der Beschwerdeführer 

aus physischen Gründen arbeitsunfähig (Suva-ct. 6, 12). Bereits im Januar 2008 

verneinte Dr. G.___ das Vorliegen relevanter körperlicher Beeinträchtigungen und ging 

von einer weiterhin bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen 

aus (Suva-act. 16, 23). Auch Dr. F.___ und Dr. I.___ hielten in ihren Berichten im 

Zusammenhang mit der Kieferproblematik verbunden mit Kopf- und myofacialen 

Schmerzen jedenfalls keine Arbeitsunfähigkeit mehr fest (Suva-act. 36, 41, 40). Eine 

lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit lässt sich daher bezogen auf die somatischen 

Unfallfolgen nicht bejahen. Auch wenn das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen 

in Bezug auf die mit der Kieferproblematik verbundenen Kopf- und myofacialen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schmerzen bejaht würde, wäre auch damit von sieben massgebenden Kriterien 

höchstens eines erfüllt, womit der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall und den psychischen Beschwerden verneint werden müsste.

7.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 5. November 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 23.06.2010
	Art. 6 UVG: Verneinung des Erleidens einer schleudertraumaähnlichen Verletzung anlässlich einer Schlägerei. Vorliegen einer massgebenden psychischen Problematik. Adäquanzbeurteilung gemäss BGE 115 V 133 (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Juni 2010, UV 2008/136). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_681/2010.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:41:03+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen