# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 045bef55-5273-55cc-b014-3ae64de635fc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2025 F-6867/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6867-2025_2025-10-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6867/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Christa Preisig (Vorsitz), 

Richter Basil Cupa, Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Maria Wende. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Niger,   

vertreten durch Claudio Ludwig,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 2. September 2025 / N (...). 

 

 

 

F-6867/2025 

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Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 12. Juni 2025 in der Schweiz um Asyl. 

Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-

Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 29. Juli 2024 in Frankreich um 

Asyl nachgesucht hatte. 

B.  

Die französischen Behörden hiessen das Gesuch des SEM vom 25. Juni 

2025 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 

Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: 

Dublin-III-VO) am 9. Juli 2025 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO gut.  

C.  

Im Rahmen der «Anhörung Menschenhandel» am 19. August 2025 machte 

der Beschwerdeführer ergänzende Ausführungen zu seinen Lebensum-

ständen in Frankreich. Die Vorinstanz gewährte ihm das rechtliche Gehör 

zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit der Über-

stellung nach Frankreich, dessen Zuständigkeit für die Behandlung des 

Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme. 

D.  

Am 20. August 2025 informierte die Vorinstanz den Beschwerdeführer, ihn 

im Rahmen des Asylverfahrens nicht als potenzielles Opfer von Menschen-

handel anzuerkennen und gewährte ihm das rechtliche Gehör hierzu.  

E.  

Mit Verfügung vom 2. September 2025 (eröffnet am nachfolgenden Tag) 

trat das SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Überstellung nach Frankreich an und forderte ihn auf, die Schweiz 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig stellte 

es fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine 

aufschiebende Wirkung zu. 

F.  

Am 8. September 2025 gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesver-

waltungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzu-

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heben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei 

die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten. Subeventua-

liter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den französischen Behörden indi-

viduelle Zusicherungen betreffend seine Unterbringung und Zugang zu me-

dizinischer Versorgung einzuholen. Der Beschwerde sei die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen und ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen.  

G.  

Am 10. September 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superpro-

visorischen Vollzugsstopp an. 

H.  

Am 15. September 2025 erteilte die Instruktionsrichterin der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung, hiess das Gesuch um unentgeltliche Prozess-

führung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gut und 

forderte den Beschwerdeführer auf, einen Arztbericht einzureichen.  

I.  

Am 23. September 2025 reichte der Beschwerdeführer mehrere Arztbe-

richte ein und stellte die Nachreichung eines Berichts der B._______ in 

Aussicht.  

J.  

Am 24. September 2025 reichte der Beschwerdeführer einen Austrittsbe-

richt der B._______ vom selben Datum ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG [SR 

142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, 

so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.2. Das Gericht entscheidet über die Beschwerde endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). 

1.3. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde verzichtet 

(Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

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2.  

2.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO grundsätzlich Frankreich für das Asylverfahren des Be-

schwerdeführers zuständig ist, dass das französische Asylsystem recht-

sprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer 

die Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz über-

ginge, und dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse er-

sichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. Dabei hat sie das Vorbringen des 

Beschwerdeführers, er habe in Frankreich auf der Strasse gelebt, berück-

sichtigt und korrekt erwogen, dass Frankreich die Richtlinie 2013/33/EU 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen 

Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) umgesetzt habe und dass er sich 

nach seiner Rückkehr nach Frankreich an die zuständigen Behörden wen-

den könne, um eine Unterkunft und sozialstaatliche Unterstützung zu er-

halten. In Bezug auf die geltend gemachten Gewalterfahrungen hat die 

Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass es sich bei Frankreich um 

einen Rechtsstaat handle und sich der Beschwerdeführer an die dortigen 

Sicherheitsbehörden wenden könne. Betreffend die zum damaligen Zeit-

punkt diagnostizierten gesundheitlichen Beschwerden (posttraumatische 

Belastungsstörung und Verdacht auf schwere depressive Episode ohne 

psychotische Symptome) hat sie korrekt erwogen, dass keine Hinweise be-

stünden, wonach Frankreich ihm eine medizinische Behandlung verweigert 

hätte oder zukünftig verweigern würde. Sie hat ferner auf die Aussage des 

Beschwerdeführers verwiesen, bereits mehrfach in psychiatrischer Be-

handlung in Frankreich gewesen zu sein. Darüber hinaus hat sie in rechts-

fehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

zukommenden Ermessens von einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz 

abgesehen. Sie ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG seine Wegweisung nach Frank-

reich angeordnet. Zur näheren Begründung wird auf die Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen. 

2.2. Was der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügung nichts zu ändern. In Bezug 

auf sein Vorbringen, die Vorinstanz habe den medizinischen Sachverhalt 

nicht abschliessend geklärt, ist festzuhalten, dass diese vor dem Erlass der 

angefochtenen Verfügung den Gesundheitsdienst konsultiert und ihren 

Entscheid unter anderem auf die Ergebnisse des psychiatrischen Konsili-

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ums vom (…) August 2025 gestützt hat. Aufgrund der medizinischen Akten 

und Abklärungen waren der Vorinstanz die Umstände des freiwilligen Ein-

tritts des Beschwerdeführers in die B._______ bekannt und erlaubten eine 

Einschätzung seiner gesundheitlichen Beschwerden. Sie ist zum Ergebnis 

gelangt, dass angesichts der ausreichenden medizinischen Infrastruktur 

und Notfallversorgung kein medizinischer Behandlungsbedarf ersichtlich 

ist, der ein Hindernis für eine Überstellung nach Frankreich darstellen 

würde. Vor diesem Hintergrund hat für sie keine zwingende Veranlassung 

bestanden, weitere Abklärungen zum Gesundheitszustand des Beschwer-

deführers vorzunehmen. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

liegt nicht vor. Es besteht somit kein Anlass auf Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz.  

Gemäss dem Austrittsbericht der B._______ vom (...) September 2025 war 

der Beschwerdeführer vom (...) August 2025 bis zum (...) September 2025 

hospitalisiert. Diagnostiziert wurden unter anderem eine rezidivierende de-

pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und ein Abhängig-

keits- und Entzugssyndrom (Alkohol). Empfohlen wird die Einnahme ver-

schiedener Medikamente, eine hausärztliche, psychotherapeutische und 

psychiatrische Weiterbehandlung, Alkohol-, Drogen- und Tabakabstinenz, 

der regelmässige Besuch einer Selbsthilfegruppe sowie die Vorstellung bei 

einer Suchtberatungsstelle, Eigenübungen, Entspannungsverfahren und 

moderater Ausdauersport. Eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung wird 

verneint und festgehalten, der Beschwerdeführer habe sich im stationären 

Setting von suizidalen Handlungsabsichten distanziert. Die Reisefähigkeit 

wird als gegeben erachtet, unter der Voraussetzung, dass der Beschwer-

deführer nicht alkoholintoxikiert sei. Entgegen der Ansicht des Beschwer-

deführers steht somit sein Gesundheitszustand einer Überstellung nach 

Frankreich nicht entgegen. Die geschilderten gesundheitlichen Beschwer-

den können in Frankreich – wie bereits in der Vergangenheit geschehen – 

behandelt werden. Auch wenn sich sein Gesundheitszustand bei einer 

Überstellung nach Frankreich verschlechtern sollte, bestehen folglich keine 

Hinweise, wonach er keine hinreichende medizinische Betreuung erhalten 

sollte. Ferner liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach er bei einer Überstel-

lung nach Frankreich einer ernsthaften, rapiden und irreversiblen Ver-

schlechterung seines Gesundheitszustands, verbunden mit übermässigem 

Leiden oder einer bedeutenden Verkürzung der Lebenserwartung, ausge-

setzt wäre (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. De-

zember 2016, Grosse Kammer, Nr. 41738/10, §§ 180–193, bestätigt durch 

Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse 

Kammer, Nr. 57467/15, §§ 121 ff.). Die schweizerischen Behörden, die mit 

dem Vollzug der angefochten Verfügung beauftragt sind, werden den 

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medizinischen Umständen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten 

der Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung tragen und die franzö-

sischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen 

medizinischen Umstände informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). Auf 

diese Weise kann eine lückenlose Betreuung sichergestellt werden.  

Bezüglich der Befürchtungen des Beschwerdeführers, bei einer Rückkehr 

nach Frankreich auf der Strasse leben zu müssen, kann auf die Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden. 

Folglich sind die Eventualanträge, auf sein Asylgesuch einzutreten und auf 

Einholung individueller Zusicherungen betreffend seine Unterbringung und 

Zugang zu medizinischer Versorgung abzuweisen.  

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 2. September 

2025 nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.  

4.  

Mit vorliegendem Urteil fällt die am 15. September 2025 angeordnete auf-

schiebende Wirkung dahin. 

5.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Angesichts der Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG ist 

auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, dafür zu sorgen, dass die mit dem Vollzug 

beauftragten Behörden die zuständigen französischen Behörden vor der 

Überstellung in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Um-

stände des Beschwerdeführers informieren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

   

Christa Preisig Maria Wende 

 

 

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