# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba97b8ac-d372-5a12-bfd9-eba5fb75c31a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.03.2007 B-7491/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-7491-2006_2007-03-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-7491/2006

{ T  0 / 4 }

Urteil vom 16. März 2007

Mitwirkung: Richter David Aschmann (vorsitzender Richter);
Richter Francesco Brentani; Richterin Maria Amgwerd; 
Gerichtsschreiber Philipp J. Dannacher.

M._______,
vertreten durch A. W. Metz & Co. AG, Hottingerstrasse 14, Postfach, 8024 
Zürich,

Beschwerdeführerin

gegen

E._______,

Beschwerdegegnerin

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum, Einsteinstrasse 2, 3003 
Bern,

Vorinstanz

betreffend
Verfügung vom 24. August 2006 im Widerspruchsverfahren Nr. 8061 Yeni 
Raki/Yeni Efe

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:
A. Die  Beschwerdeführerin  ist  Inhaberin  der  kombinierten  Schweizer  Wort-/ 

Bildmarke Nr.  P-331517  Yeni  Raki  Tekel  (fig.).  Diese wurde am 16. No-
vember 1983 hinterlegt für "alkoholische Getränke, nämlich türkischer Ro-
sinenbranntwein mit Anisgeschmack (Raki)" und sieht wie folgt aus:

B. Gestützt  auf  diese  Marke  erhob  die  Beschwerdeführerin  am 30.  Januar 
2006 Widerspruch gegen die internationale  Wort-/Bildmarke Nr.  858 630 
Yeni Efe, welche am 4. Februar 2005 registriert wurde für  "Raki (boisson 
alcoolisée  traditionelle  turque  à  base  d'anis)" und  unter  anderem  die 
Schweiz als Schutzland beansprucht:

C. In der Folge erliess die Vorinstanz eine provisorische Schutzverweigerung 
gegenüber der angefochtenen Marke und setzte der Beschwerdegegnerin 
Frist zur Bestellung eines in der Schweiz niedergelassenen Rechtsvertre-
ters an.  Die Beschwerdegegnerin unterliess dies,  weshalb sie mit  Verfü-
gung vom 19. Juni 2006 vom Widerspruchsverfahren ausgeschlossen und 
dieses von Amtes wegen weitergeführt wurde.

D. Mit Entscheid vom 24. August 2006 wies die Vorinstanz den Widerspruch 
ab. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Datum vom 25. September 
2006 Beschwerde bei der Eidgenössischen Rekurskommission für geisti-
ges  Eigentum  mit  den  Rechtsbegehren,  die  Verfügung  des  Eidgenössi-
schen Instituts für Geistiges Eigentum vom 24. August 2006 sei aufzuhe-
ben und der Widerspruch sei unter Kosten und Entschädigungsfolgen gut-
zuheissen. Auf die Begründung wird (soweit nötig) im Rahmen der unten-
stehenden Erwägungen eingegangen.

E. Der Beschwerdegegnerin  wurde eine Frist  angesetzt,  um einen hiesigen 
Rechtsvertreter  zu  bestellen,  und  ihr  wurde  unter  dieser  Voraussetzung 
Gelegenheit  zur  Stellungnahme  gegeben.  Die  Beschwerdegegnerin  be-
stellte keinen Rechtsvertreter und liess sich in der Sache nicht vernehmen, 
leistete  jedoch  am 20.  Oktober  2006 einen unaufgeforderten  Kostenvor-
schuss von Fr. 3'500.--. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Stellungnahme 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde unter Verweis auf die im an-
gefochtenen Entscheid genannte Begründung.

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F. Mit Verfügung vom 15. November 2006 überwies die eidg. Rekurskommis-
sion für geistiges Eigentum die Akten des Beschwerdeverfahrens an das 
Bundesverwaltungsgericht.

G. Auf die Durchführung einer mündlichen und öffentlichen Verhandlung ha-
ben die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 31. Januar 2007 ausdrück-
lich und die Beschwerdegegnerin stillschweigend verzichtet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung  von Beschwerden ge-

gen Verfügungen der Vorinstanz in Widerspruchsverfahren zuständig (Art. 
31, 32 und 33 lit. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes [VGG, SR 173.32]). 
Das vorliegende Verfahren wurde am 1. Januar 2007 von der eidgenössi-
schen  Rekurskommission  für  geistiges  Eigentum ("RKGE")  übernommen 
(Art. 53 Abs. 2 VGG). Die Beschwerde wurde in der gesetzlichen Frist von 
Art. 50 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021) am 25. 
September 2006 eingereicht und der verlangte Kostenvorschuss rechtzei-
tig geleistet. Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung 
besonders  berührt  und durch  den Entscheid  beschwert  (Art.  48 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.

2. Eine Marke ist vom Markenschutz ausgeschlossen, wenn sie einer älteren 
Marke ähnlich und für gleiche oder gleichartige Waren oder Dienstleistun-
gen wie diese bestimmt ist, so dass sich daraus eine Verwechslungsgefahr 
ergibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c des Markenschutzgesetzes [MSchG, SR 232.11]). 
Ob eine Verwechslungsgefahr besteht, ist aus der Sicht der angesproche-
nen  Verkehrskreise  zu  beurteilen  und  hängt  namentlich  auch  von  der 
Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke ab, da kennzeichnungskräf-
tige Marken einen grösseren Schutzumfang verdienen (LUCAS DAVID,  Mar-
kenschutzgesetz Muster-  und Modellgesetz [hiernach:  Kommentar  DAVID], 
2. Aufl. Basel 1999, N. 13 zu Art. 3 MSchG, BGE 122 III 385 f. E. 2a Ka-
millosan).  Eine  ursprünglich  kennzeichnungsschwache  oder  nicht  unter-
scheidungskräftige  Marke kann durch gesteigerte  Verkehrsgeltung  nach-
träglich  Kennzeichnungskraft  erlangen  (BGE 128  III  453 E.  2  Premiere,  
122 III 167 E. 2b/cc Securitas).

3. Die Vorinstanz  hat den Widerspruch abgewiesen unter  Berufung auf  ein 
Urteil  des Schweizerischen Bundesgerichts betreffend eine Marke, die in 
den Wortelementen mit der Widerspruchsmarke übereinstimmt. Das Bun-
desgericht hatte 1994 entschieden, dass "Yeni Raki" für eine hauptsäch-
lich  türkischsprachige  Abnehmerschaft  zum  Gemeingut  zählt,  da  es  auf 
türkisch "neuer Raki" bedeutet und darum freihaltebedürftig sei (BGE 120 
II  150 E. 3b/bb  Yeni  Raki).  "Raki"  ist  die türkische Sachbezeichnung für 
diesen traditionell hergestellten Branntwein. Da "Yeni" nach der Vorschrift 
dieses Urteils zum Gemeingut zählt, schloss die Vorinstanz im angefochte-
nen Entscheid, würden sich die zu vergleichenden Marken durch ihre ab-
weichenden,  übrigen  Bestandteile  genügend  voneinander  unterscheiden. 
Dabei ging sie zu Recht davon aus, dass die in den im Widerspruch ste-
henden Marken enthaltenen, figurativen Elemente keinen prägenden Ein-

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fluss auf das Gesamtbild der Zeichen haben und unter dem Gesichtspunkt 
relativer Ausschlussgründe deshalb nicht wesentlich in Betracht fallen.

4. Die Beschwerdeführerin  wendet  sich gegen diese Einschätzung des Ge-
meingutcharakters von "Yeni". Sie bringt vor,  ihre Marke habe sich inzwi-
schen für die beanspruchte Ware durchgesetzt und auch für den Bestand-
teil "Yeni" Verkehrsgeltung erlangt. Diesen Einwand hat ihr das Bundesge-
richt im erwähnten Entscheid vorbehalten. Er wurde auch von der Vorins-
tanz  geprüft.  In  beiden  Fällen  wurde  eine  Verkehrsdurchsetzung  wegen 
ungenügender  Beweislage  jedoch  verneint  (BGE 120  II  150  E.  3c  Yeni  
Raki; E. D.6 des angefochtenen Entscheids). Die Beschwerdeführerin hat 
im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  nun  neue  Beweismittel  zu  dieser 
Frage eingereicht, was zulässig ist (Art. 14 und 52 Abs. 1 VwVG, RKGE in 
sic! 2004, 38 E. 3 Bosca, sic! 2006, 38 E. 5 Syscor/Sicor).

5. Verkehrsdurchsetzung bedeutet, dass die Marke vom Publikum auf Grund 
ihrer  Verkehrsgeltung  "ohne  Weiteres  als  Herkunftshinweis  verstanden 
wird" (BGE 114 II 174 E. 3  Eile mit Weile, 128 III 444 E. 1.2  Apenzeller). 
Nach den Angaben der Beschwerdeführerin hat diese den Jahresumsatz 
ihres Produkts "Yeni Raki" in der Schweiz von $ 1'744 (840 Flaschen) im 
Jahr 1998 auf $ 183'096 (83'000 Flaschen) im Jahr 2003 kontinuierlich ge-
steigert.  Das erscheint  glaubhaft  angesichts  der  eingereichten,  datierten 
und unterzeichneten vier Zolldeklarationen, einem Lieferschein, einer Ex-
portbescheinigung  des  türkischen  Landwirtschaftsministeriums  und  fünf 
Rechnungskopien aus den Jahren 1999-2000 und 2004-2006 für grössere 
Quantitäten "Yeni Raki" an Schweizer Importfirmen, welche auf ihren Web-
seiten auch heute noch für "Yeni Raki" werben und solchen vertreiben, so-
wie  angesichts  der  eingereichten  Belege  für  "Yeni  Raki"-Publikumswer-
bung  in  Schweizer  Ausgaben  türkischer  Tageszeitungen  einerseits  und 
mittels Prospekten von Schweizer Vertreibern andererseits. Die Verkaufs-
zahlen  lassen  den  Schluss  zu,  dass  die  Widerspruchsmarke  auch unter 
den nicht türkischsprachigen Schnaps- und Spirituosenkonsumenten in der 
Schweiz eine gewisse Bekanntheit erlangt hat. Zudem ist glaubhaft, dass 
sich die Marke unter den türkischsprachigen Einwohnern in der Schweiz, 
die den Sinn der türkischen Worte "Yeni Raki" kennen und den hier ange-
botenen,  türkischen  Erzeugnissen  besondere  Aufmerksamkeit  widmen 
dürften, durchgesetzt hat. Im Lichte von Art. 32 MSchG, der das im Wider-
spruchsverfahren  erforderlich  Beweismass  des  rechtserhaltenden  Ge-
brauchs auf ein "Glaubhaftmachen" beschränkt (BGE 130 III 332 f. E. 3.2 
Swatch,  vgl.  ARBEITSGRUPPE INGRES: Beurteilung der Verwechslungsgefahr 
im Widerspruchsverfahren,  Schweizerische Mitteilungen über  Immaterial-
güterrecht  [SMI] 1994,  S. 168),  können die Bekanntheit  in den nicht  tür-
kischsprachigen  Verkehrskreisen  bzw.  die  Durchsetzung  unter  der  tür-
kischsprachigen Teilmenge der Durchschnittsverbraucher damit als rechts-
genüglich nachgewiesen gelten.

Es schadet der Beschwerdeführerin vorliegend nicht, dass keine Verkehrs-
durchsetzung  unter  sämtlichen  schweizerischen  Branntweinkonsumenten 
dargetan wurde.  "Yeni  Raki"  wird vom durchschnittlichen Abnehmer,  der 
nicht türkisch spricht, schon gar nicht verstanden und bedarf in Bezug auf 

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diesen darum der Durchsetzung nicht. Dagegen lässt sich aus der Erwäh-
nung der Widerspruchsmarke in einer türkischen Version der Publikation 
"Superbrands" nichts für die Bekanntheit der Marke in der Schweiz ablei-
ten (BGE 120 II  151 E.  3c  Yeni  Raki),  wie die Vorinstanz  zu Recht  be-
merkt. Die Einvernahme des angebotenen Zeugen, eines Geschäftsführers 
einer schweizerischen Importfirma, kann bei diesem Beweisergebnis unter-
bleiben.

6. Die Verkehrsdurchsetzung der Marke wäre unerheblich, wenn am überein-
stimmenden  Begriff  der  beiden  Marken  ein  absolutes  Freihaltebedürfnis 
bestünde und der entsprechende Begriff für den Markt damit unentbehrlich 
wäre (BGE 114 II 174 E. 3  Eile mit Weile,  RKGE in sic!  2005, 654 E. 8 
Marché).  In  der  Regel  wird  ein  absolutes  Freihaltebedürfnis  zu  bejahen 
sein,  wenn ein langjähriges staatliches Herstellungsmonopol  aufgehoben 
wird und bisher gesetzlich vorbehaltene Bezeichnungen freigegeben wer-
den,  wie  es  bei  der  Rechtsvorgängerin  der  Beschwerdeführerin  im Jahr 
2004 der Fall  war (RKGE in SMI 1996,  323 E.  3  Postkonto,  a.M. in sic! 
2002, 245 E. 4c Postgelb). Der entsprechende Gesetzgeber will durch die 
Aufhebung des Monopols regelmässig Marktöffnung und faire Konkurrenz 
herstellen, weshalb das Monopol nicht durch den Markenschutz verlängert 
werden soll. Demzufolge wäre vorliegend wohl ein absolutes Freihaltebe-
dürfnis an der Sachbezeichnung "Raki" zu bejahen, da kein anderes Wort 
dafür existiert, die Konkurrenten der Beschwerdeführerin auf diesen Begriff 
also angewiesen sind.  Dagegen ist  kein Grund ersichtlich,  warum "Yeni" 
mit der Bedeutung "neu" sich als Markenbestandteil nicht zugunsten eines 
bestimmten Herstellers im Verkehr durchsetzen könnte. Schon unter dem 
Monopol wurde "Yeni Raki" in der Schweiz wie ein Kennzeichen und nicht 
wie  eine Sachbezeichnung verwendet.  Mit  seiner  zunehmenden Verbrei-
tung wurde der Begriff auch in diesem Sinne bekannt und verstanden, so 
dass  er  sich  im  türkischsprachigen  Publikum  der  Schweiz  durchsetzen 
konnte. Dass in der Türkei zur gleichen Zeit ein Herstellungsmonopol galt, 
ändert  an  diesen  tatsächlichen  Verhältnissen  nichts.  Es  vermochte  die 
Durchsetzung jedenfalls  nicht  zu behindern (BGE 120 II  151 E.  3c  Yeni 
Raki).

7. Auf  dieser  Grundlage  ist  das  Bestehen  einer  Verwechslungsgefahr  zwi-
schen den beiden Zeichen zu prüfen (Art. 3 Abs. 1 lit. c MSchG). Die Wi-
derspruchsmarke ist für "Alkoholische Getränke, nämlich türkischen Rosi-
nenbranntwein mit Anisgeschmack" registriert. Diese Formulierung ist mit 
der Warenbezeichnung der angefochtenen Marke "Raki  (boisson alcooli-
sée traditionelle turque à base d'anis)" deckungsgleich. Auch wenn die Wi-
derspruchsmarke  das  Attribut  "traditionell"  und  die  angefochtene  Marke 
den Ausgangsstoff  "Rosinen" nicht erwähnt,  betreffen die beiden Marken 
ein und dasselbe Produkt.  Zwischen ihnen besteht  somit  Warenidentität. 
Bei  der  Beurteilung  einer  Verwechslungsgefahr  ist  damit  ein  strenger 
Massstab anzulegen (BGE 128 III 98 E. 2a Orfina; 122 III 387 E. 3a Kamil-
losan).

8. Da das zweite Wort "Raki" in der Widerspruchsmarke vom mehrheitlich tür-
kischsprachigen  Publikum als  Sachbezeichnung  verstanden  wird,  ist  die 

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durch die Verkehrsdurchsetzung erworbene Kennzeichnungskraft der Mar-
ke in besonderem Mass vom ersten Wort "Yeni" geprägt. Der Gedanke an 
die  Widerspruchsmarke  beim Angebot  einer  Flasche  "Yeni  Efe",  die  mit 
Raki gefüllt ist, liegt nahe. Bei Spirituosen ist die Kombination eines indivi-
dualisierenden ersten Wortes mit einer Sachbezeichnung ("Bacardi Rum", 
"Rigi Kirsch" etc.) verbreitet, weshalb die Übereinstimmung im ersten Wort 
"Yeni"  zur Annahme einer Verwechslungsgefahr vorliegend genügt  (BGE 
88 II 379  Tobler-o-rum,  EUGEN MARBACH, Markenrecht,  in: Schweizerisches 
Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht SIWR Band III, Basel 1996, S. 118 
f.). Insbesondere weckt die angefochtene Marke mit dem Element "Yeni" 
leicht  den Eindruck einer geschmacklichen Variante desselben Verarbei-
tungsbetriebs wie der mit der Widerspruchsmarke bezeichnete Branntwein 
("mittelbare Verwechslungsgefahr", BGE 102 II 126 E. 2 Annabelle).

9. Beschwerde und Widerspruch sind somit gutzuheissen, und der angefoch-
tenen Marke ist der Schutz für das Gebiet der Schweiz definitiv zu verwei-
gern.

10. Die Kosten des erstinstanzlichen Widerspruchsverfahrens (Widerspruchs-
gebühr von Fr. 800.--) sind bei diesem Ausgang der Beschwerdegegnerin 
aufzuerlegen (Art. 34 MSchG und 54 VwVG).

11. Die  Spruchgebühr  des  Beschwerdeverfahrens  (Gerichtsgebühr)  ist  nach 
Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi-
nanzieller Lage der Parteien zu bestimmen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 
Abs. 1 des Reglements über Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Widerspruchsbeschwer-
deverfahren  ist  dafür  das  Interesse  der  Widersprechenden  an  der  Lö-
schung, beziehungsweise der Widerspruchsgegnerin am Bestand der an-
gefochtenen Marke zu veranschlagen. Es würde allerdings zu weit führen 
und  könnte  im Verhältnis  zu  den  geringen  Kosten  des  erstinstanzlichen 
Verfahrens  abschreckend  wirken,  wenn  dafür  stets  konkrete  Aufwands-
nachweise im Einzelfall  verlangt  würden.  Mangels  anderer  streitwertrele-
vanter  Angaben ist  der Umfang der Streitsache darum nach Erfahrungs-
werten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JOHANN ZÜRCHER, Der Streitwert im Im-
materialgüter- und Wettbewerbsprozess, sic! 2002, 505;  LEONZ MEYER, Der 
Streitwert in Prozessen um Immaterialgüterrechte und Firmen, sic!  2001, 
559 ff.,  LUCAS DAVID, Der Rechtsschutz im Immaterialgüterrecht, SIWR I/2, 
2. Aufl. Basel 1998, S. 29 f.).

12. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Beschwerdeführerin zu tra-
gen,  da sie durch die verspätete Einreichung ihrer  Durchsetzungsbelege 
zur Beschwerde Anlass gegeben hat (Art. 63 Abs. 3 VwVG). Sie sind mit 
dem geleisteten Kostenvorschuss der Beschwerdeführerin zu verrechnen.

13. Der obsiegenden Beschwerdeführerin ist eine Parteientschädigung "für ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten"  des  erstin-
stanzlichen  und  des  Widerspruchsverfahrens  zuzusprechen  (Art.  34 
MSchG, Art. 64 Abs. 1 VwVG). Da die Beschwerdegegnerin sich der Be-
schwerde  widersetzt  hat,  diese  aber  hätte  vermieden  werden  können, 
wenn die Beschwerdeführerin  die  Durchsetzungsbelege  schon im erstin-
stanzlichen Verfahren vorgelegt hätte, ist der Beschwerdeführerin ein Teil 

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ihrer  Aufwendungen  als  notwendig  und  verhältnismässig  zuzusprechen. 
Da die Beschwerdeführerin keine Kostennote eingereicht hat, ist die Ent-
schädigung  auf  Grund  der  Akten  zu  bestimmen  und  für  das  erstin-
stanzliche und das Beschwerdeverfahren auf total Fr. 2'000.-- festzusetzen 
(Art. 14 Abs. 2 VGKE, Art. 8 der Verordnung über Kosten und Entschädi-
gungen im Verwaltungsverfahren [SR 172.041.0] in Verbindung mit Art. 24 
Abs.  1  Markenschutzverordnung  [MSchV,  SR  232.111]).  Die  Entschädi-
gung wird der Beschwerdegegnerin auferlegt, auch wenn sich diese nicht 
aktiv  am Verfahren  beteiligt  hat  (vgl.  Mitteilung  der  RKGE in  sic!  2006, 
533; RKGE in sic! 2006, 478 E. 10 Hero).

14. Widerspruchsgebühr und Parteientschädigung können vom unaufgefordert 
geleisteten  Kostenvorschuss  der  Beschwerdegegnerin  bezogen  werden. 
Der Rest  ist  der Beschwerdegegnerin unter Abzug der Überweisungsge-
bühren zurückzuerstatten.

15. Dieses Urteil unterliegt keiner Beschwerde ans Bundesgericht  und  ist da-
her rechtskräftig (Art. 73 BGG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, Ziff. 2 bis 4 der Verfügung des Eidge-

nössischen Instituts für Geistiges Eigentum vom 24. August 2006 werden 
aufgehoben, und der Marke IR Nr. 858 630 der Beschwerdegegnerin wird 
der Schutz für die Schweiz definitiv verweigert.

2. Die  Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  von  Fr.  4'000.--  werden  der  Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 3'500.-- verrechnet. Die Beschwerdeführerin hat damit noch Fr. 500.-- 
zu bezahlen.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Kosten des erst-
instanzlichen Widerspruchsverfahrens und eine reduzierte  Parteientschä-
digung für das erstinstanzliche und das Beschwerdeverfahren, insgesamt 
Fr. 2'800.-- (inkl. allfällige MWST) zu bezahlen. Dieser Betrag abzüglich Fr. 
500.-- gemäss Ziff. 2, also total Fr. 2'300.--, werden der Beschwerdeführe-
rin  vom  geleisteten  Kostenvorschuss  der  Beschwerdegegnerin  überwie-
sen. Der Restbetrag von Fr. 700.-- wird der Beschwerdegegnerin nach Ab-
zug der Überweisungsgebühren zurückerstattet.

4. Dieses Urteil ist rechtskräftig. Es wird eröffnet:

- der Beschwerdeführerin (eingeschrieben, mit Beilagen)
- der Beschwerdegegnerin (auf diplomatischem Weg, mit Formular "Zahl- 

adresse")
- der Vorinstanz (Ref-Nr. Wspr. 8061, eingeschrieben, mit Beilagen)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

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David Aschmann Philipp J. Dannacher

Versand am: 20. März 2007