# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e506d6e-53ce-5ded-b874-ab4b6285c3bc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.11.2017 100 2016 341
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-341_2017-11-14.pdf

## Full Text

100.2016.341U
HER/KUN/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. November 2017

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Kummler

A.________ (geb. …)
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführerin 

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung infolge 
Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
vom 18. Oktober 2016; 2016.POM.224)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.341U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________ (geb. ….1969), Staatsbürgerin von Thailand, reiste am 
22. September 2003 in die Schweiz ein und erhielt gestützt auf die Ehe mit 
einem Schweizer Bürger eine Aufenthaltsbewilligung, gültig bis 16. Februar 
2005. Nach dem Scheitern dieser Ehe heiratete sie am 22. September 
2005 in Bern den Schweizer Bürger B.________. Gestützt auf diese Ehe 
erhielt sie erneut eine Aufenthaltsbewilligung; im Juli 2010 wurde ihr die 
Niederlassungsbewilligung erteilt. Spätestens 2014 trennten sich die 
Eheleute. Am 31. März 2015 verurteilte das Obergericht des Kantons Bern 
A.________ in zweiter Instanz wegen gewerbsmässigen 
Menschenhandels, mehrfacher Förderung der Prostitution, gewerbs- und 
teilweise bandenmässiger Geldwäscherei, mehrfacher qualifizierter und 
versuchter Widerhandlung gegen die Ausländergesetzgebung sowie 
Gehilfenschaft zur Fälschung von Ausweisen zu einer teilbedingten 
Freiheitsstrafe von 36 Monaten und einer bedingten Geldstrafe von 
30 Tagessätzen. Am 15. März 2016 widerrief das Amt für Migration und 
Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), die Nie-
derlassungsbewilligung von A.________ und wies diese unter Ansetzung 
einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg. 

B.

Hiergegen erhob A.________ am 13. April 2016 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Diese wies das 
Rechtsmittel am 18. Oktober 2016 ab und setzte ihr eine Ausreisefrist bis 
zum 29. November 2016 an. 

C.

Gegen den Entscheid der POM hat A.________ am 17. November 2016 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem Antrag, der Entscheid 

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der POM sei aufzuheben und ihr sei die Niederlassungsbewilligung zu 
belassen. 

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 13. Dezember 2016 die Ab-
weisung der Beschwerde. Am 9. März 2017 erstattete der MIDI Meldung 
über die am 31. Januar 2017 erfolgte Ehescheidung. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung der Beschwer-
deführerin und deren Wegweisung aus der Schweiz.

2.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingun-
gen erteilt (Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG; SR 142.20]). Sie kann wider-
rufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfris-
tigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verur-

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teilt worden ist, wobei mehrere unterjährige Strafen nicht kumuliert werden 
dürfen und es keine Rolle spielt, ob die Sanktion (teil-)bedingt oder 
unbedingt ausgesprochen wurde (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 
Bst. b AuG; BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in 
Rechtskraft erwachsen ist (BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 S. 543 E. 3.1).

2.2 Die Beschwerdeführerin wurde am 31. März 2015 rechtskräftig un-
ter anderem zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt 
(vgl. hinten E. 3.2). Damit hat sie den Widerrufsgrund der längerfristigen 
Freiheitsstrafe gesetzt, was sie nicht bestreitet. Hingegen erachtet sie die 
Entfernungsmassnahme als unverhältnismässig. – Der Widerruf einer 
Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung sind auch bei Vorliegen 
eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie aufgrund der im Einzelfall 
vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig erscheinen 
(Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 96 AuG). Im 
Rahmen dieser Prüfung sind die öffentlichen Interessen an der Entfer-
nungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 
und die privaten Interessen der betroffenen Person am weiteren Verbleib in 
der Schweiz gegeneinander abzuwägen (vgl. hinten E. 3-5). Zu berück-
sichtigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall, 
namentlich die Schwere des Verschuldens, das Verhalten gegenüber der 
öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen, die Rückfallgefahr, 
die Dauer der bisherigen Anwesenheit bzw. die Integration sowie die der 
betroffenen Person und ihrer Familie oder anderen Angehörigen drohenden 
Nachteile (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 
E. 4.1, je mit Hinweisen). 

3.

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses am Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung und der Wegweisung ergibt sich Folgendes: 

3.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der länger-
fristigen Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der 
Beurteilung des öffentlichen Interesses. Die Schwere des Verschuldens 

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bemisst sich regelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten 
Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 
E. 4.3). Praxisgemäss sprechen Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für ein 
schweres Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend eingestuft 
werden, dass ein vollständiger Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage 
kommt und mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch 
aus fremdenpolizeilicher Sicht bedeutet eine Verurteilung zu einer 
Freiheitsstrafe von mehr als 24 Monaten in jedem Fall einen sehr 
schwerwiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung (vgl. 
BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 E. 4.4, zur vorliegend infolge nicht 
mehr kurzer Aufenthaltsdauer zwar nicht anwendbaren sog. «Reneja-
Praxis»; in Bezug auf die Beurteilung des Verschuldens sind die 
Erwägungen aber dennoch massgeblich). 

3.2 Am 31. März 2015 verhängte das Obergericht des Kantons Bern 
gegen die Beschwerdeführerin eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 
36 Monaten (6 Monate unbedingt, 30 Monate bedingt bei einer Probezeit 
von zwei Jahren) und eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- (be-
dingt bei einer Probezeit von zwei Jahren). Grundlage bildete der in 
Rechtskraft erwachsene Schuldspruch des Regionalgerichts Bern-Mittel-
land wegen gewerbsmässigen Menschenhandels zum Nachteil von zehn 
Thailänderinnen, gewerbs- und teilweise bandenmässiger Geldwäscherei 
(je begangen von ca. September 2009 bis September 2011) und mehr-
facher und qualifizierter Widerhandlung gegen das AuG (begangen von ca. 
September 2009 bis September 2011 bzw. am 23.8.2011) sowie der 
Schuldspruch des Obergerichts wegen mehrfacher Förderung der Prostitu-
tion (begangen von ca. September 2009 bis September 2011), Gehilfen-
schaft zur Fälschung von Ausweisen und versuchter Widerhandlung gegen 
das AuG (je begangen am 23.8.2011; Urteil des Obergerichts vom 
31.5.2015 in Akten MIDI pag. 270 ff.; Begründung in pag. 302 ff. [nachfol-
gend: Begründung Obergericht]; vgl. auch Urteilsbegründung des Regio-
nalgerichts vom 17.10.2014 in Akten POM, Beschwerdebeilage [BB] 14 
[nachfolgend: Begründung Regionalgericht]). Wie die Vorinstanz zutreffend 
erwogen hat (E. 4a), hat die Beschwerdeführerin hiermit ein erhebliches 
Verschulden auf sich geladen, übersteigt doch das Strafmass die massge-
bliche Grenze für einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die 

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schweizerische Rechtsordnung um das Anderthalbfache (vgl. E. 3.1 hier-
vor). Nichts anderes ergibt sich mit Blick auf die konkreten Umstände: Die 
Beschwerdeführerin hatte als Massagesalon-Betreiberin zehn thailändische 
Frauen, welche aus wirtschaftlicher Not keine andere Wahl hatten als sich 
zu prostituieren, unter falschen Vorspiegelungen in die Illegalität getrieben 
und dann über einen Zeitraum von rund zwei Jahren ausgebeutet und aus-
genutzt (vgl. Begründung Regionalgericht S. 17 f. und 29; Begründung 
Obergericht S. 25 f.). Sie hatte dabei nicht nur um die konkreten Arbeitsbe-
dingungen gewusst – mit den Opfern wurde laut der Würdigung der Straf-
gerichte wie mit Objekten verfahren und praktisch alles gemacht, was man 
wollte –, sondern diese teilweise sogar selbst geschaffen (vgl. Begründung 
Regionalgericht S. 20, und 29). Sie schöpfte von den Einnahmen zu ihrem 
eigenen finanziellen Vorteil 50 % als Abgabe ab und wollte für sich selber 
einen möglichst hohen Verdienst erzielen; die Beweggründe waren mithin 
rein egoistisch (vgl. Begründung Regionalgericht S. 17, 20 und 30; Begrün-
dung Obergericht S. 25 f.). Nebst der Ausbeutung der Frauen lässt auch 
die damit verbundene qualifizierte Geldwäscherei im sehr hohen Deliktsbe-
trag von (mindestens) Fr. 400'000.-- auf eine erhebliche kriminelle Energie 
schliessen (vgl. Begründung Regionalgericht S. 33; Begründung Oberge-
richt S. 28). Dass sich die Beschwerdeführerin auch selbst prostituierte und 
innerhalb der gesamten Organisation als «Bestellerin und Abnehmerin» 
von thailändischen Frauen eine relativ tiefe Hierarchiestufe innehatte, ver-
mag sie nicht zu entlasten: Diese Umstände wurden bei der Strafzumes-
sung berücksichtigt (vgl. Begründung Obergericht S. 25). Im Übrigen gin-
gen die Strafgerichte zwar insgesamt von einem «eher leichten» Verschul-
den aus; diese Einschätzung erfolgte aber mit Blick auf die ohnehin schwe-
ren Anlasstaten des Menschenhandels und der Förderung der Prostitution 
und den damit verbundenen weiten Strafrahmen (vgl. Begründung Regio-
nalgericht S. 30; Begründung Obergericht S. 26). Im Licht der bei schweren 
Delikten allgemein strengen bundesgerichtlichen Praxis ist somit auslän-
derrechtlich insgesamt von einem sehr schweren Verschulden der Be-
schwerdeführerin auszugehen; entsprechend ist auch das Interesse an der 
strittigen Entfernungsmassnahme als sehr bedeutend einzustufen (vgl. 
BGE 125 II 521 E. 4a/aa). Menschenhandel und Förderung der Prostitution, 
wie sie die Beschwerdeführerin unter anderem begangen hat, gelten seit 
dem 1. Oktober 2016 im Übrigen als Anlasstaten für eine obligatorische 

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strafrechtliche Landesverweisung (vgl. Art. 66a Abs. 1 Bst. g und h des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]; vgl. auch Art. 121 
Abs. 3 Bst. a BV). Auch wenn die entsprechende Bestimmung im vorlie-
genden Fall keine Anwendung findet, ist der darin zum Ausdruck gebrach-
ten verfassungs- und gesetzgeberischen Wertung im Rahmen der auslän-
derrechtlichen Interessenabwägung Rechnung zu tragen (vgl. 
BGE 139 I 31 E. 2.3.2; jüngst etwa BGer 2C_822/2016 vom 31.1.2017 
E. 3.3.1; vgl. allgemein zur Schwere der Anlasstat «Menschenhandel» 
auch etwa BGer 2C_116/2017 vom 3.10.2017 E. 3.4.3). 

3.3 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffent-
lichen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen. Bei Ausländerinnen oder 
Ausländern, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert haben, be-
steht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheitspolizeili-
ches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder gar 
notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die betreffende 
Person von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und führt zum 
Schluss, dass sie nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechts-
ordnung zu halten (BGE 139 I 145 E. 3.8; BGer 2C_685/2014 vom 
13.2.2015 E. 6.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit Hinweisen). – Die Beschwer-
deführerin hat mit den der Verurteilung vom 31. März 2015 zugrunde lie-
genden Straftaten über einen Zeitraum von zwei Jahren delinquiert und 
insoweit fortgesetzt strafbare Handlungen begangen; als «einmalig» lässt 
sich ihr Verhalten nicht bezeichnen (vgl. aber Beschwerde S. 5). Sie war 
ausserdem bereits mit Strafmandat vom 6. Juli 2011 wegen Förderung der 
rechtswidrigen Ein-, Ausreise oder des rechtswidrigen Aufenthalts sowie 
Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung (je 
mehrfach begangen vom 20.7.2010 bis am 11.5.2011) bei einer Probezeit 
von zwei Jahren zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 
Fr. 50.-- und einer Busse von Fr. 1'000.-- verurteilt worden (vgl. Akten MIDI 
pag. 341). Wie die POM zutreffend festhält (E. 4b), fallen diese weiteren 
Straftaten zwar in dieselbe Deliktsperiode, auf die sich das Strafurteil vom 
31. März 2015 bezieht; die mit diesem Urteil ausgefällte Geldstrafe erfolgte 
denn auch teilweise als Zusatzstrafe zum Strafmandat (vgl. Begründung 
Obergericht S. 23). Die Chronologie der Ereignisse zeigt aber immerhin, 
dass sich die Beschwerdeführerin von der ersten Verurteilung und der da-

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mit angesetzten Probezeit nicht hat beeindrucken lassen, setzte sie ihre 
Machenschaften doch bis im September 2011 fort. Wenn damit auch, wie 
die POM erwägt, keine Mehrfachdelinquenz im engen Sinn vorliegt, lässt 
das Verhalten der Beschwerdeführerin aber doch auf beträchtliche Gleich-
gültigkeit der schweizerischen Rechtsordnung gegenüber schliessen. Das 
sicherheitspolizeiliche Interesse an der strittigen Entfernungsmassnahme 
liesse sich vor diesem Hintergrund wohl gar als leicht erhöht qualifizieren 
(zurückhaltender POM, E. 4b).

3.4 Die Rückfallgefahr ist wie folgt zu beurteilen: 

3.4.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso 
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische 
Person verübt hat. Bei schweren Straftaten muss, angesichts der von die-
sen Delikten ausgehenden potentiellen Gefahr für die Gesellschaft, aus-
länderrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen 
werden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 und 31 E. 2.3.2, 137 II 233 E. 5.2.2). Da 
Art. 5 Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein-
schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; 
SR 0.142.112.681) hier nicht Anwendung findet, bildet zudem das Vorlie-
gen einer gegenwärtigen Gefahr nicht Voraussetzung einer Wegwei-
sungsmassnahme. Vielmehr dürfen auch generalpräventive Überlegungen 
mitberücksichtigt werden (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2 im Umkehrschluss; 
jüngst etwa BGer 2C_618/2016 vom 13.2.2017 E. 2.2). Der konkreten 
Prognose über das Wohlverhalten (und somit der Rückfallgefahr) sowie 
dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts ist zwar im Rahmen der 
umfassenden fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rech-
nung zu tragen; die beiden Umstände geben aber nicht den Ausschlag 
(BGE 136 II 5 E. 4.2; zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1 mit Hinwei-
sen).

3.4.2 Die Beschwerdeführerin hat sich zwischen 2009 und 2011 insbe-
sondere schwerer Delikte gegen die Freiheit und sexuelle Integrität schul-
dig gemacht; ihr Verhalten lässt auf eine erhebliche kriminelle Energie so-
wie eine beträchtliche Gleichgültigkeit der hiesigen Rechtsordnung gegen-
über schliessen (vorne E. 3.2 f.). Wohl trifft zu, dass seither keine weiteren 

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Straftaten aktenkundig geworden sind. Entgegen dem, was die Beschwer-
deführerin vorbringt (vgl. Beschwerde S. 5 f.), hat die Vorinstanz dieses 
Wohlverhalten aber zu Recht vor dem Hintergrund des Strafverfahrens und 
-vollzugs, der erst vor kurzem abgelaufenen zweijährigen Probezeit sowie 
des drohenden ausländerrechtlichen Bewilligungswiderrufs relativiert. 
Klagloses Verhalten wird in solchen Situationen allgemein erwartet und 
erlaubt kaum Rückschlüsse auf die Bewährung nach Ablauf dieser Zeit-
spannen (vgl. BGE 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 87]; 
BGer 2C_963/2016 vom 17.3.2017 E. 2.2, 2C_260/2016 vom 6.6.2016 
E. 2.3; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.3). Es ist daher der seit Ende der 
Deliktsperiode vergangene Zeitraum von gut fünfeinhalb Jahren nicht we-
sentlich zu ihren Gunsten zu berücksichtigen; dies gilt auch für den Um-
stand, dass die Beschwerdeführerin sich offenbar von ihrem ehemaligen 
(Prostituierten-)Milieu distanziert hat und seit 9. März 2015 einer regelmäs-
sigen (legalen) Erwerbstätigkeit nachgeht (vgl. Beschwerde S. 5; hinten 
E. 4.2). Die Beschwerdeführerin – sie ist sowohl in der Schweiz wie auch in 
ihrer Heimat verschuldet (vgl. hinten E. 4.2 und E. 4.3.1) – beging abgese-
hen davon die Straftaten aus rein finanziellen Motiven; sie finanzierte damit 
ihren Lebensunterhalt und unterstützte ihre in Thailand lebenden Ge-
schwister bzw. deren Kinder mit Fr. 500.-- bis Fr. 1'000.-- pro Monat (vgl. 
Begründung Regionalgericht S. 31; vgl. auch vorne E. 3.2). Es ist weder 
geltend gemacht noch ersichtlich, dass sich an ihrem finanziellen Bedarf 
etwas geändert hätte, sie etwa keine Unterhaltszahlungen ins Heimatland 
mehr leisten würde. Die heute unbefristete Anstellung der Beschwerdefüh-
rerin basiert nach wie vor auf Abruf (Bezahlung im Stundenlohn); die Er-
werbssituation spricht vor diesem Hintergrund nicht entscheidend gegen 
eine Rückfallgefahr, zumal keinerlei Gewähr besteht, dass die Beschwer-
deführerin die Stelle nicht wieder verliert oder sich ihre prekäre finanzielle 
Situation aus anderen Gründen verschlechtert. Der teilweise Aufschub des 
Vollzugs der Freiheitsstrafe heisst schliesslich nicht, dass keine Rückfall-
gefahr vorliegt (vgl. Beschwerde S. 6); denn ausländerrechtlich ist ein 
strengerer Beurteilungsmassstab anzulegen als im Strafverfahren (vgl. 
E. 3.4.1 hiervor). Im Übrigen hielten ihr gerade die Strafgerichte ausdrück-
lich fehlende Reue und Einsicht vor; dazu sei sie allenfalls auch gar nicht in 
der Lage, da sie trotz ihres Aufenthalts in der Schweiz nach wie vor in der 
thailändischen Kultur und den dortigen Wertvorstellungen verhaftet sei (vgl. 

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Begründung Regionalgericht S. 32). Dass die Beschwerdeführerin ihre Ta-
ten bereue, wird denn auch vor Verwaltungsgericht nicht vorgebracht. Mit 
der Vorinstanz kann insgesamt eine gewisse, angesichts der Schwere der 
verübten Delikte nicht hinzunehmende Rückfallgefahr nicht ausgeschlos-
sen werden. Der Antrag auf Durchführung eines Parteiverhörs wird abge-
wiesen (vgl. Beschwerde S. 4 f.). Eine Einvernahme vermöchte an der Ein-
schätzung des Rückfallrisikos nach dem vorstehend Gesagten nichts zu 
ändern (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung BVR 2017 S. 255 E. 5.1 mit 
Hinweisen). Im Übrigen dürfen, wie erwähnt, generalpräventive Überlegun-
gen mitberücksichtigt werden. Gerade Verhaltensweisen, wie sie die Be-
schwerdeführerin über geraume Zeit an den Tag gelegt hat, erachten der 
Verfassungs- und Gesetzgeber als besonders verwerflich (vgl. vorne 
E. 3.2).

3.5 Insgesamt ist nach dem Erwogenen mit der POM aufgrund des 
schweren Verschuldens und der nicht auszuschliessenden Rückfallgefahr 
von einem erheblichen öffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlas-
sungsbewilligung der Beschwerdeführerin und ihrer Wegweisung aus der 
Schweiz auszugehen.

4. 

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme 
entgegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integra-
tion in der Schweiz sowie die der Beschwerdeführerin und allfälligen Ange-
hörigen drohenden Nachteile zu berücksichtigen. 

4.1 Je länger eine Ausländerin oder ein Ausländer in der Schweiz an-
wesend war, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die An-
ordnung eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu stellen. Zu be-
rücksichtigen ist unter anderem, in welchem Alter sie oder er in die Schweiz 
eingereist ist. Selbst bei einer ausländischen Person, die bereits hier ge-
boren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat 
(Ausländerin oder Ausländer der «zweiten Generation»), ist der Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung nicht ausgeschlossen. Erst recht gilt dies für 

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ausländische Personen, die – wie die Beschwerdeführerin – erst als Er-
wachsene in die Schweiz gelangt sind (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 
E. 2.3.1, 125 II 521 E. 2b; BGer 2C_822/2016 vom 31.1.2017 E. 2.3). Der 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist auch nach längerem Aufenthalt 
in der Schweiz eher zulässig, wenn die ausländische Person in der 
Schweiz nicht integriert ist (vgl. BGE 139 I 31 E. 3.2 [betreffend einen Aus-
länder «zweiter Generation»]); BGer 2A.119/2001 vom 15.10.2001 E. 2b; 
BVR 2015 S. 487 [VGE 2014/339 vom 23.3.2015, bestätigt durch 
BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015] nicht publ. E. 4.1; zum Ganzen 
BVR 2013 S. 543 E. 5.1). – Die heute 48-jährige Beschwerdeführerin ge-
langte (erstmals) 2003 im Alter von 34 Jahren in die Schweiz (vgl. Akten 
MIDI pag. 5 und 11 f.; vorne Bst. A). Ihre Aufenthaltsdauer fällt damit nicht 
mehr nur kurz aus, was auch die POM grundsätzlich anerkannt hat (E. 5a). 
Die Beschwerdeführerin verbrachte aber – wenn sie auch vor ihrer Einreise 
in die Schweiz drei bis vier Jahre in Dänemark gelebt haben will (vgl. Akten 
MIDI pag. 354) – mehr als die Hälfte ihres Lebens in der Heimat, darunter 
die prägenden Abschnitte ihrer Kindheit, Jugend sowie des jüngeren Er-
wachsenenalters. Die Aufenthaltsdauer in der Schweiz ist sodann mit Blick 
auf die erhebliche Delinquenz der Beschwerdeführerin, deren mehrmona-
tige Inhaftierung (Untersuchungshaft vom 27.10.2011 bis 4.1.2012; Straf-
vollzug in der Form von Halbgefangenenschaft vom 11.1.2016 bis 1.5.2016 
[vgl. Begründung Regionalgericht S. 31; Akten POM pag. 26 f.]) sowie die 
Dauer des ausländerrechtlichen Widerrufsverfahrens zu relativieren.

4.2 Wie die POM richtig erwägt (E. 5b), hat sich die Beschwerdeführerin 
zudem nicht zu integrieren vermocht: Sie war nach ihrer Einreise in die 
Schweiz zunächst in verschiedenen Salons als «Masseuse» angestellt; ab 
2009 betrieb sie ihren eigenen Massagesalon, wobei sie sich auch selbst 
prostituierte (vgl. Akten MIDI pag. 18, 20, 52, 54, 59, 65, 67, 71 f. und 76; 
Begründung Regionalgericht S. 17 und 31; vorne E. 3.2). Nach ihrer Ent-
lassung aus der Untersuchungshaft war sie 2013/2014 – teilweise auf Abruf 
– in einer … Fabrik tätig und anschliessend arbeitslos (Begründung 
Regionalgericht S. 31); seit 9. März 2015 ist sie bei der … AG in … als 
Lagermitarbeiterin bzw. Betriebsmitarbeiterin tätig (vgl. Akten MIDI 
pag. 293 ff.; Akten POM, BB 11-13.; BB 8 und 9). Nachdem dieses 
Arbeitsverhältnis zunächst mehrfach befristet war, erhielt die 

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Beschwerdeführerin im Mai 2016 einen unbefristeten Teilzeitarbeitsvertrag; 
die Anstellung erfolgt bei einer jährlichen Mindestarbeitszeit von 1'200 
Stunden à Fr. 18.95 nach wie vor auf Abruf- und Stundenlohnbasis (vgl. 
BB 8). Auch in Anbetracht dieses jüngsten Arbeitsvertrags liegt keine 
bedarfssichernde gefestigte Erwerbssituation vor. Dass die Be-
schwerdeführerin soweit aktenkundig in der Schweiz nie Sozialhilfe bezo-
gen hat (vgl. Akten POM, BB 9), begründet bei dieser Ausgangslage für 
sich allein keine gelungene wirtschaftliche Integration; dieser Umstand ist 
abgesehen davon mit der POM insoweit zu relativieren, als die Beschwer-
deführerin ihren Lebensunterhalt während mehrerer Jahre durch delikti-
sches Handeln verdient hat (vgl. vorne E. 3.2 und E. 3.4.2). Die Vorinstanz 
hat in wirtschaftlicher Hinsicht schliesslich zu Recht nachteilig gewürdigt, 
dass die Beschwerdeführerin per 8. September 2015 im Betreibungsamt 
Bern-Mittelland mit einer Betreibung von Fr. 759.60 und einem offenen 
Verlustschein von Fr. 895.75 registriert ist (vgl. Akten POM, BB 10). Dass 
es sich hierbei um verhältnismässig kleine Beträge handeln und die Be-
schwerdeführerin insoweit kein Verschulden treffen soll (vgl. Beschwerde 
S. 6 f.), entlastet sie nicht, umso so weniger, als sie nach eigenen Angaben 
in der Schweiz auch «AHV-Schulden» hat (vgl. Begründung Regionalge-
richt S. 31); weitere Schulden dürften aus den ihr im Strafverfahren in der 
Höhe von mehreren Zehntausend Franken auferlegten Verpflichtungen 
resultieren (Verfahrenskosten, Genugtuung und Ersatzzahlungen für er-
brachte Leistungen nach dem Opferhilfegesetz; vgl. Akten MIDI 
pag. 270 ff.). In sozialer Hinsicht sind keinerlei vertieften Kontakte geltend 
gemacht oder ersichtlich; die Einschätzung, sie lebe recht isoliert und allein 
(vgl. angefochtener Entscheid E. 5b), blieb unwidersprochen. Dass die Be-
schwerdeführerin, welche offenbar noch im Strafverfahren trotz absolvierter 
Sprachkurse kaum über Deutschkenntnisse verfügte, in sprachlicher Hin-
sicht erfolgreich integriert sein soll, steht vor Verwaltungsgericht nicht mehr 
zur Diskussion (vgl. Begründung Regionalgericht S. 31; Akten POM, BB 6-
9; vgl. auch etwa Akten MIDI pag. 286). Schliesslich ist eine erfolgreiche 
Integration auch angesichts der erheblichen Straffälligkeit der Beschwer-
deführerin zu verneinen, ist doch die Respektierung der rechtsstaatlichen 
Ordnung zentraler Aspekt jeglicher Integration (vgl. Art. 4 der Verordnung 
vom 24. Oktober 2007 über die Integration von Ausländerinnen und Aus-
ländern [VIntA; SR 142.205]). Insgesamt ist nach dem Erwogenen mit der 

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POM von einer in jeder Hinsicht unterdurchschnittlichen Integration auszu-
gehen (vgl. auch Begründung Regionalgericht S. 31). 

4.3 Zu würdigen sind schliesslich die der Beschwerdeführerin und all-
fälligen Angehörigen durch die Wegweisung drohenden Nachteile:

4.3.1 Hinsichtlich der Rückkehr nach Thailand ist mit der POM (E. 5c) 
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin bis rund 30-jährig im Heimat-
land gelebt hat; dort ist sie aufgewachsen und wurde sie sozialisiert (vgl. 
vorne E. 4.1). Nach mehreren Jahren Grundschule und anfänglicher Tätig-
keit als Prostituierte hat sie in der Heimat eine Ausbildung zur Coiffeuse 
absolviert und während zwei bis drei Jahren zusammen mit einer Freundin 
einen eigenen Coiffeursalon betrieben (vgl. Begründung Regionalgericht 
S. 31). Auch wenn sie vor ihrer Einreise in die Schweiz einige Jahre in Dä-
nemark gelebt haben sollte (vgl. vorne E. 4.1), ist bei dieser Sachlage ohne 
weiteres davon auszugehen, das sie mit ihrem Heimatland kulturell und 
sprachlich nach wie vor eng verbunden ist. Die Beschwerdeführerin ist zu-
dem während ihres Aufenthalts in der Schweiz – immerhin – dreimal feri-
enhalber in die Heimat zurückgekehrt, besitzt dort ein Grundstück mit ei-
nem Haus und unterstützt ihre dort lebenden Geschwister bzw. deren Kin-
der finanziell (vgl. Beschwerde S. 7; vorne E. 3.4.2). Nach ihren Angaben 
haben die Schwester und deren Ehemann für sie in Thailand einen Kredit 
aufgenommen; nebst den Schulden aus dem Hauskauf sei auch davon 
«viel noch offen» (vgl. Begründung Regionalgericht S. 31). Entgegen ihren 
Einwänden hat die POM vor diesem Hintergrund zu Recht auch auf aktu-
elle Bezüge zur Heimat geschlossen. Von einer engen Bindung zum Hei-
matland ging denn ausdrücklich auch das Strafgericht aus, wonach die 
Beschwerdeführerin trotz mehrjährigem Auslandaufenthalt nach wie vor in 
der thailändischen Kultur und den dortigen Wertvorstellungen verhaftet sei 
(vgl. vorne E. 3.4.2). Auch wenn sie seit ihrer Ausreise aus dem Heimat-
land nicht mehr im Coiffeurberuf gearbeitet hat (vgl. Beschwerde S. 7), ist 
unter den gegebenen Umständen mit der POM zudem von guten Voraus-
setzungen auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, welche unbestritte-
nermassen gesund und arbeitsfähig ist, in ihrer Heimat innert absehbaren 
Zeit beruflich Fuss fassen kann. Wohl trifft zu, dass die dortigen Lebens-
umstände und die wirtschaftliche Situation schwieriger sind als in der 

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Schweiz. Darin liegen jedoch keine spezifischen persönlichen Umstände, 
welche eine Ausreise als unzumutbar erscheinen liessen, zumal hiervon 
nicht allein die Beschwerdeführerin, sondern die gesamte dort lebende Be-
völkerung betroffen ist (vgl. nebst BGE 139 II 393 E. 6 etwa 
BGer 2C_368/2015 vom 15.9.2015 E. 3.2.3 und 2C_904/2010 vom 
27.4.2011 E. 2.3.2 [betreffend Rückkehr nach Thailand]; BVR 2015 S. 487 
[VGE 2014/339 vom 23.3.2015, bestätigt durch BGer 2C_338/2015 und 
2D_22/2015 vom 12.5.2015] nicht publ. E. 4.4.1). Die Rückkehr nach 
Thailand erweist sich damit trotz mehrjähriger Abwesenheit ohne weiteres 
als zumutbar, zumal die Beschwerdeführerin mit ihrem Heimatland nach 
wie vor Vieles verbindet.

4.3.2 In familiärer Hinsicht stehen keine privaten Interessen am weiteren 
Verbleib der Beschwerdeführerin in der Schweiz zur Diskussion. Sie lebt 
seit mindestens 2014 getrennt von ihrem Schweizer Ehemann (vgl. etwa 
Beschwerde vom 13.4.2016 S. 3; Akten MIDI pag. 24 ff., 279 f.); am 
31. Januar 2017 wurden die Eheleute geschieden (vgl. act. 5A; vorne 
Bst. C). Wie ihre erste eheliche Beziehung in der Schweiz ist auch diese 
Ehe kinderlos geblieben. Andere familiäre oder soziale Beziehungen sind 
weder vorgebracht noch ersichtlich (vgl. auch vorne E. 4.2).

4.4 Zu den privaten Interessen lässt sich zusammenfassend feststellen, 
dass sich die Beschwerdeführerin nicht mehr nur kurz in der Schweiz auf-
hält; sie hat sich hier aber nicht integrieren können. Die Rückkehr nach 
Thailand ist ihr zudem ohne weiteres zumutbar und es sind mit der stritti-
gen Entfernungsmassnahme auch keine familiären Nachteile verbunden. 

5. 

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen 
ergibt, dass erstere klar überwiegen: Die (erstmals) 2003 in die Schweiz 
eingereiste Beschwerdeführerin hat von 2009 bis 2011 als Massagesalon-
Betreiberin zehn thailändische Frauen, welche angesichts ihrer 
wirtschaftlichen Not faktisch zur Prostitution gezwungen waren, unter fal-
schen Vorspiegelungen in die Illegalität getrieben und anschliessend aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.341U, 
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gebeutet und ausgenutzt. Sie wurde deswegen sowie wegen weiterer in 
diesem Zusammenhang stehender Delikte unter anderem zu einer Frei-
heitsstrafe von drei Jahren verurteilt, was ein sehr schweres Verschulden 
zum Ausdruck bringt. Die über einen Zeitraum von zwei Jahren ausgeübte 
schwere Delinquenz zeugt von einer erheblichen kriminellen Energie; aus-
serdem besteht eine nicht hinzunehmende Rückfallgefahr. Gemäss der 
ständigen strengen Praxis bei solch schweren Delikten und den general-
präventiven Überlegungen, welche die Ausländerbehörden zulässigerweise 
in die Beurteilung einfliessen lassen dürfen, besteht damit ein wesentliches 
öffentliches Interesse an der strittigen Entfernungsmassnahme. Die Inte-
ressen der Beschwerdeführerin an einem Verbleib in der Schweiz haben 
dagegen zurückzustehen. Sie hält sich zwar nicht mehr nur kurz hier auf, 
konnte sich aber nicht integrieren. Mit ihrem Heimatland, wo sie aufge-
wachsen ist und auch als Erwachsene gelebt hat, verbindet sie nach wie 
vor viel; sie kann dort auch heute an eine persönliche und familiäre Ver-
bundenheit anknüpfen. Die Rückkehr nach Thailand ist ihr daher ohne 
weiteres zumutbar, zumal auch recht gute Voraussetzungen für eine beruf-
liche Wiedereingliederung bestehen. In familiärer Hinsicht drohen ange-
sichts der Entfernungsmassnahme keine Nachteile. Die Entfernungsmass-
nahme erweist sich damit als verhältnismässig. Der angefochtene Ent-
scheid hält der Rechtskontrolle stand. 

6. 

Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 
Da die von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist pra-
xisgemäss eine neue festzusetzen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen 
(Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.341U, 
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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wird eine 
neue Ausreisefrist angesetzt auf den 27. Dezember 2017. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'500.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
- dem Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.