# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29b130c1-8ee5-5bca-a548-a1bf1296ae8c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.03.2021 200 2021 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-11_2021-03-30.pdf

## Full Text

200 21 11 UV
LOU/PRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. März 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1985 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
seit Juli 2015 als ... bei der B.________ AG angestellt und dadurch bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwerdegeg-
nerin) obligatorisch unfallversichert, als er sich am 3. August 2015 beim 
Verschieben einer ... am linken Handgelenk verletzte (Akten der Suva, 
Antwortbeilage [AB] 1). Im Rahmen der Erstbehandlung im Zentrum 
C.________ wurde eine Muskelruptur am linken Unterarm diagnostiziert 
und eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 4. bis zum 16. August 2015 at-
testiert (AB 6, 8). Im Spital D.________ wurde im Bericht vom 6. August 
2015 der Verdacht auf eine Partialläsion der Fascia antebrachii des Unter-
arms mit Muskelherniation und Irritation des Nervus ulnaris links nach Hy-
perextensionstrauma des linken Handgelenks am 3. August 2015 diagnos-
tiziert. Eine Operation wurde als nicht indiziert erachtet, weshalb der Fall 
am 5. August 2015 abgeschlossen wurde (AB 15, 18 f.). Die Suva gewähr-
te im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 3. August 2015 die gesetzli-
chen Unfallversicherungsleistungen und schloss den Fall bei abgeschlos-
sener ärztlicher Behandlung per 5. August 2015 und voller Arbeitsfähigkeit 
ab 17. August 2015 formlos ab (AB 11, 17-19).

B.

Infolge erneuter Schmerzen im linken Handgelenk begab sich der Versi-
cherte am 23. November 2016 zu seinem Hausarzt Dr. med. E.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, welcher ihn ab dem 23. November 
2016 zu 100% arbeitsunfähig schrieb (AB 29, S. 1). Die Suva anerkannte 
die geltend gemachten Schmerzen als Rückfall und übernahm dafür die 
gesetzlichen Versicherungsleistungen (vgl. AB 27, 30, 32). Mit Schreiben 
vom 10. März 2017 gelangte Dr. med. E.________ an die Suva und führte 
aus, dass er dem Versicherten gestützt auf dessen Schilderungen der Ge-
schehnisse im September 2016 (vgl. AB 42) nachträglich eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit für schwere Arbeiten ab dem 20. September 2016 attes-

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tiere (AB 41; 43; 46, S. 2). Nach einer Operation am linken Vorderarm am 
8. März 2017 (Deckung des traumatischen Fasziendefekts durch einen 
Fascia lata Patch vom linken Oberschenkel) im Zentrum F.________ 
(AB 45) wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis am 23. April 2017 at-
testiert und die Behandlung vorläufig abgeschlossen (AB 46, S. 3 ff.; 56). 

C.

Aufgrund erneuter Schmerzen am linken Unterarm begab sich der Versi-
cherte am 28. August 2018 wiederum zu seinem Hausarzt Dr. med. 
E.________. Dieser meldete bei der Suva einen Rückfall und attestierte 
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 28. August 2018 für schwere Ar-
beiten (AB 86, S. 2). Die Suva gewährte auch für die Folgen dieses Rück-
falls die gesetzlichen Versicherungsleistungen (AB 106). Am 3. Mai 2019 
unterzog sich der Versicherte einer weiteren Operation am linken Vorder-
arm (Narbenrevision, Entfernung des Fascia lata Patch's, Fasziotomie Vor-
derarm Beugemuskulatur endoskopisch assistiert und Narbenkorrektur 
Vorderarm links) in der Klinik G.________ (AB 111). Dr. med. E.________ 
attestierte dem Versicherten ab dem 3. Mai 2019 eine 100%-ige und ab 
dem 6. Juni 2019 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 121). In der Folge 
veranlasste die Suva unter anderem eine Evaluation der funktionellen Leis-
tungsfähigkeit (EFL) durch die Rehaklinik H.________ (Bericht vom 
14. Februar 2020, AB 190) und eine kreisärztliche Beurteilung durch Dr. 
med. I.________, Facharzt für Chirurgie (Bericht vom 27. bzw. 30. März 
2020, AB 209). Mit Schreiben vom 29. April 2020 teilte die Suva mit, dass 
sie die Taggelder bis maximal am 30. Juni 2020 ausrichte (AB 224). Nach 
Prüfung der Eingliederungsmassnahmen durch die Invalidenversicherung 
(vgl. AB 223, 226) verneinte die Suva mit Verfügung vom 6. Juli 2020 so-
wohl den Anspruch auf eine Invalidenrente als auch auf eine Integritätsent-
schädigung. Weiter verneinte sie mangels eines Kausalzusammenhangs 
den Anspruch auf Behandlungskosten der rechten Hand und des rechten 
Armes (AB 237). Die hiergegen erhobene Einsprache (AB 240) wies die 
Suva nach Einholung eines kreisärztlichen Berichts von Dr. med. 
I.________ vom 24. bzw. 27. August 2020 (AB 243) mit Entscheid vom 
19. November 2020 ab (AB 250).

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D.

Dagegen erhob der Versicherte am 4. Januar 2021 beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern Beschwerde und beantragte die Aufhebung des 
angefochtenen Einspracheentscheides bzw. die Übernahme der Kosten für 
die Physiotherapie (betreffend die Beschwerden am rechten Vorderarm) 
sowie die Zusprache einer Rente und einer Integritätsentschädigung. Zu-
dem stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2021 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

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1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 
vom 19. November 2020 (AB 250). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
des Beschwerdeführers auf die Übernahme von Behandlungskosten (be-
treffend die rechte Hand und den rechten Arm), auf eine Rente sowie auf 
eine Integritätsentschädigung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie vorlie-
gend – vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt 
ausgebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-

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hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des BGer vom 21. Sep-
tember 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für die Bejahung des natürlichen Kau-
salzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimmte ge-
sundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 
S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

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Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate 
Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier 
praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; 
SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

2.4 Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer 
vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, 
möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfol-
gen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer 
Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem an-
ders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 
S. 254, 118 V 293 E. 2c S. 296).

Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leistungspflicht 
im Sinne von Art. 11 UVV des Unfallversicherers nur dann, wenn zwischen 
den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versi-
cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dabei kann der Unfallversiche-
rer nicht auf der Anerkennung des Kausalzusammenhangs beim Grundfall 
oder einem früheren Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 293 E. 2c 
S. 296; RKUV 1994 U 206 S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b; SVR 2016 UV 
Nr. 15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 S. 56 E. 2.1.2). Bei Rückfällen und Spätfol-
gen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen 
Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem 
Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche 
Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Be-
einträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrschein-
lichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Be-
weislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus 
(SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57 E. 2.2.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 19. Dezember 2016, 8C_61/2016, E. 3.2).

2.5 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-

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des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 24 
S. 96 E. 5.2).

2.6 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 
S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass es sich bei 
dem Ereignis vom 3. August 2015 (vgl. AB 1) um einen Unfall im Rechts-
sinne handelt (vgl. E. 2.2 hiervor). Weiter ausgewiesen ist die Rückfallkau-
salität (vgl. E. 2.4 hiervor) zwischen dem Unfall vom 3. August 2015 und 
den Beeinträchtigungen im linken Vorderam bzw. am linken Handgelenk im 
September 2016 und August 2018. Die Beschwerdegegnerin hat denn 
auch die jeweiligen Versicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung 
und Taggeld erbracht (vgl. AB 11, 27, 30, 32, 106).

3.2 In medizinischer Hinsicht basiert der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 19. November 2020 (AB 250) hauptsächlich auf der EFL in der 
Rehaklinik H.________ vom 30. und 31. Januar 2020 (Bericht vom 14. Fe-

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bruar 2020; AB 190) und den kreisärztlichen Beurteilungen vom 27. bzw. 
30. März 2020 (AB 209) und 24. bzw. 27. August 2020 (AB 243).

3.2.1 Am 30. und 31. Januar 2020 erfolgte eine EFL in der Rehaklinik 
H.________. Im entsprechenden Bericht vom 14. Februar 2020 wurden als 
Diagnosen ein Unfall vom 3. August 2015 (traumatische Faszienlücke am 
radiopalmaren linken Vorderarm) und Überlastungsbeschwerden des rech-
ten Vorderarmes aufgeführt (AB 190, S. 1 f.). Die Tätigkeit als ... sei nicht 
zumutbar. Zumutbar seien leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne repetiti-
ve Umwendbewegungen des linken Vorderarmes sowie ohne Expositionen 
desselben gegenüber wiederholten Schlägen oder Vibrationen bei einer 
ganztägigen Arbeitszeit (AB 190, S. 7).

3.2.2 In der kreisärztlichen Beurteilung vom 27. bzw. 30. März 2020 führte 
Dr. med. I.________ aus, aufgrund der persistierenden Beschwerdesym-
ptomatik im Bereich des linken Armes sei nicht mehr mit einer durchgrei-
fenden Befundbesserung zu rechnen, so dass ein Endzustand anzuneh-
men sei. Die Beschwerdesymptomatik des rechten Armes stehe nicht im 
Zusammenhang mit den Folgen des Unfalls der linken Hand. Aufgrund des 
vorliegenden Zumutbarkeitsprofils der EFL, das übernommen werden kön-
ne, sei eine Weiterführung der bisherigen Tätigkeit offensichtlich nicht mög-
lich. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet und eine Behand-
lung zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit sei auch nicht erforderlich 
(AB 209, S. 2).

3.2.3 Dr. med. I.________ führte in der Beurteilung vom 24. bzw. 27. Au-
gust 2020 aus, eine adominante Hand, die in ihrer Funktionsfähigkeit ein-
geschränkt sei, führe nicht dazu, dass die dominante rechte Hand überfor-
dert werde und somit eine Beschwerdesymptomatik aufgrund der Überfor-
derung als unfallkausal anzusehen sei (AB 243, S. 1 f.). Wie bereits in der 
kreisärztlichen Untersuchung im Jahr 2019 festgestellt worden sei, bestehe 
bezüglich der linken Hand ein Endzustand. Es ergebe sich kein Grund, das 
hier durch eine EFL ermittelte Zumutbarkeitsprofil zu ändern, zumal die 
vorliegenden Befunde keine neuen Ergebnisse gebracht hätten. Es sei we-
der aufgrund einer erheblichen Bewegungseinschränkung noch einer Ar-
throse oder aufgrund der geringen Reduzierung der Belastbarkeit eine In-

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tegritätsentschädigung geschuldet (AB 243, S. 2). Eine dauerhafte zusätzli-
che Behandlungsbedürftigkeit sei nicht zu erkennen (AB 243, S. 3).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen 
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind 
die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden 
Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Fest-
stellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvoll-
ziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so 
genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 
125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Viel-
mehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder 
die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit die-
ser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 
142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469). 

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-

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teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.4 Die kreisärztlichen Aktenberichte von Dr. med. I.________ vom 27. 
bzw. 30. März und 24. bzw. 27. August 2020 (AB 209, 243) erfüllen die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.3 hiervor) 
und erbringen vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die 
Einschätzungen von Dr. med. I.________ sind umfassend und berücksich-
tigten die wesentlichen Vorakten sowie die Erkenntnisse aus der im Januar 
2020 durchgeführten EFL (AB 190).

3.4.1 Dr. med. I.________ führte schlüssig und überzeugend aus, dass 
die Beschwerdesymptomatik des rechten (dominanten) Armes aufgrund 
einer Überforderung nicht unfallkausal ist (AB 209, S. 2). Insbesondere ist 
dabei gemäss dem Kreisarzt zu berücksichtigen, dass ein Rechtshänder 
gewohnt ist, die rechte, dominante Hand bevorzugt zu benutzen und ver-
stärkt einzusetzen. Dies führt jedoch nicht zu einer automatischen Überbe-
lastung, auch wenn die linke, adominante Hand schwächer als gewohnt ist. 
Überlastungen des rechten Armes entstehen durch schädigende Einwir-
kungen im Rahmen des Arbeitslebens, z.B. durch permanente Schlag- und 
Vibrationsbelastungen. Solche Belastungen können zu Arthrosen und Be-
schwerdesymptomatiken führen, die jedoch nicht darauf zurückzuführen 
sind, dass die linke Hand weniger benutzt wird. Da eine gleich starke Aus-
nutzung der Fähigkeit beider Hände nur bei wenigen Menschen gegeben 
ist bzw. eine natürliche Dominanz einer Seite besteht, müssten ansonsten 
alle Rechtshänder eine Beschwerdesymptomatik wegen Überlastung der 
rechten Hand (bei Linkshändern umgekehrt) bekommen (AB 243, S. 2). 
Diese kreisärztliche Einschätzung stimmt denn auch mit den Ergebnissen 
der EFL überein, konnten im Rahmen derselben doch keine relevanten 
Einschränkungen am rechten Vorderarm festgestellt werden. Es wurde 
allein eine eher diffuse Druckdolenz genannt; eine Schwellung oder Über-
wärmung wurde verneint. Darüber hinaus wurde auf gewisse Tendenzen in 
Richtung einer Schmerzfixierung und eines Schonverhaltens hingewiesen 
(AB 190, S. 6).

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3.4.2 Hinsichtlich der persistierenden Beschwerdesymptomatik im Be-
reich des linken Armes führte Dr. med. I.________ schlüssig aus, dass mit 
einer durchgreifenden Befundbesserung nicht mehr zu rechnen ist (AB 209, 
S. 2; 243, S. 2). Mit Blick auf die im Januar 2020 von der Klinik G.________ 
empfohlene Weiterführung der Detonisierung, der Triggerpunktbehandlung, 
der Kräftigung sowie der Ergotherapie (AB 182, S. 2) stellte der Kreisarzt 
überzeugend fest, dass der Beschwerdeführer die erlernten Techniken 
selbstständig weiterführen und daraus eine Eigenbehandlung ableiten 
kann, die keiner weiteren Unterstützung durch Ergotherapeuten bedarf 
(AB 243, S. 3). Auch die Eingliederungsmassnahmen der IV-Stelle Bern 
sprechen nicht für einen verfrühten Fallabschluss. Zwar wurde der Be-
schwerdeführer über den 30. Juni 2020 hinaus mittels Arbeitsvermittlung 
unterstützt (vgl. AB 223, 226 sowie AB 71). Allerdings war diese nicht ge-
eignet, den der Invalidenrente der Unfallversicherung zugrunde zu legen-
den Invaliditätsgrad zu beeinflussen (Entscheid des BGer vom 16. April 
2019, 8C_103/2019, E. 4.1). Bei dieser Ausgangslage erfolgte der Fallab-
schluss per 30. Juni 2020 (AB 224) zu Recht. Dies wird vom Beschwerde-
führer denn auch nicht bestritten.

Gestützt auf die umfassende und überzeugende EFL vom 30. und 31. Ja-
nuar 2020 in der Rehaklinik H.________ bestätigte Dr. med. I.________ in 
seinen Beurteilungen (AB 209, S 2; 243, S. 2) das dort festgestellte Zumut-
barkeitsprofil, wonach der Beschwerdeführer in seiner angestammten 
Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, in einer den Beschwerden im Bereich 
des linken Armes angepassten Tätigkeit jedoch eine ganztägige Arbeits-
fähigkeit besteht (AB 190, S. 7).

3.5 Damit ist erstellt, dass mangels Unfallkausalität (vgl. E. 2.3 hiervor) 
für die Beschwerden am rechten Arm kein Anspruch auf Behandlungskos-
ten besteht.

Ferner ist erstellt, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Beschwer-
den im linken Arm in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne repeti-
tive Umwendbewegungen des linken Vorderarmes sowie ohne Exposition 
desselben gegenüber wiederholten Schlägen oder Vibrationen ganztags 
arbeitsfähig ist. Dagegen ist ihm die bisherige Tätigkeit als ... nicht mehr 
zumutbar (AB 190, S. 7). Zu prüfen sind in einem weiteren Schritt die Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 13

wirkungen dieser medizinischen Ausgangslage hinsichtlich des Anspruchs 
auf eine Invalidenrente bzw. eine Integritätsentschädigung.

4.

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid 
(Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 Abs. 1 
UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der Bun-
desrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er 
kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

4.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversi-
cherung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die ver-
sicherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzie-
len würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als 
gesunde Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfall-
bedingten, leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind 
(SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 14

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 
295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 15

4.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Der frühestmögliche Rentenbeginn fällt demnach unter 
Berücksichtigung des Fallabschlusses per 30. Juni 2020 (AB 224) auf den 
1. Juli 2020. Auf diesen Zeitpunkt hin ist grundsätzlich der Einkommens-
vergleich vorzunehmen. Entsprechende statistische Zahlen für das Jahr 
2020 fehlen jedoch noch, so dass eine Festlegung auf das Jahr 2019 er-
folgt.

4.4 Der Beschwerdeführer absolvierte von 2001 bis 2005 eine Lehre als 
..., wobei er die Lehrabschlussprüfung nicht bestanden hat und daher über 
keinen Abschluss verfügt (vgl. AB 152, S. 33, 173). In der Folge arbeitete 
er für diverse Arbeitgeber, oftmals in temporären Anstellungen, als .... Da-
zwischen gab es immer wieder, zum Teil monatelange, Unterbrüche infolge 
von Ferien und Auslandaufenthalten (AB 222, S. 1 f.). Zuletzt arbeitete er 
vom 2. Juli bis zum 8. September 2015 sowie vom 15. Februar bis zum 
2. März 2016 temporär für die B.________ AG als ... (vgl. AB 1; 53, S. 2; 
95; 148, S. 4; 152, S. 141 und 148 f.; 222, S. 4 f.). Die Anstellung endete 
durch eine (mündliche) Kündigung der Arbeitgeberin aufgrund des Einsatz-
endes (AB 152, S. 141). 

Die Beschwerdegegnerin ging bei ihrer Berechnung vom zuletzt effektiv 
erzielten Einkommen aus. Dabei stützte sie sich auf die Angaben der 
B.________ AG vom 15. April 2020, wonach der Beschwerdeführer ohne 
Unfall Fr. 28.52 pro Stunde zuzüglich 8.33% (13. Monatslohn) erzielen 
würde (AB 220, S. 1). In Anbetracht der Jahresbruttoarbeitszeit von 2080 
Stunden (40 Stunden pro Woche x 52 Wochen pro Jahr; Gesamtarbeitsver-
trag 2020 – 2023 der Schweizerischen ...branche, Ziff. 20.1) resultiert ein 
Valideneinkommen von Fr. 64'263.-- (Fr. 28.52 [ohne Ferien- und Feier-
tagsentschädigung] x 2080 + 8.33%). Zwar erscheint es mit Blick auf die 
seit 2005 sehr häufig wechselnden (meist temporären) Arbeitgeber (vgl. 
152, 222) fraglich, ob der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall heute im-
mer noch für die B.________ AG tätig wäre. Dies muss jedoch nicht absch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 16

liessend beantwortet werden, da selbst wenn (zu Gunsten des Beschwer-
deführers) von Tabellenlöhnen ausgegangen würde, kein rentenbegrün-
dender Invaliditätsgrad resultiert (vgl. E. 4.6 hiernach). Gestützt auf die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheides aktuellste Tabelle 
TA1_tirage_skill_level der LSE 2018, monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) 
nach Wirtschaftszweigen (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des 
BGer vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1), Ziff. 41 - 43: Bau-
gewerbe, Kompetenzniveau 1 („Einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art“), Männer, beträgt der monatliche Bruttolohn Fr. 5'622.-- 
bzw. Fr. 67’464.-- pro Jahr. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit 
von 41.3 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen [BUA], Zeile 41 - 43: Baugewerbe/Bau) und aufindexiert 
auf das Jahr 2019 (BFS, Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016 
– 2019, Zeile 41 - 43: Baugewerbe/Bau, 101.2 [2018], 102.2 [2019]) resul-
tiert ein Valideneinkommen von Fr. 70'344.90 (Fr. 67’464.-- : 40 x 41.3 / 
101.2 x 102.2). 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann im Rahmen der 
Berechnung des Valideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen nicht auf 
das Kompetenzniveau 3 („Komplexe praktische Tätigkeiten welche ein 
grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen“) abgestellt werden 
(Beschwerde, S. 3 f.). Zwar verfügt der Beschwerdeführer grundsätzlich 
über eine rund 10-jährige Berufserfahrung, jedoch wurde die meist tem-
poräre Arbeitszeit immer wieder für Ferien und Auslandaufenthalte unter-
brochen. Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer über keinen Lehrab-
schluss als ... verfügt. Auch konkrete Weiterbildungen sind keine bekannt 
(AB 152, S. 173). Bei dem vom Beschwerdeführer erwähnten Kurs für ... 
handelt es sich allein um einen Praxiskurs von acht Stunden, was nicht als 
Weiterbildung im hier massgeblichen Sinne anzusehen ist. In diesem Zu-
sammenhang ist denn auch darauf hinzuweisen, dass das Heranziehen 
von Tabellenlöhnen (ausgehend von einer vollen Erwerbstätigkeit) zur Be-
rechnung des Valideneinkommens als wohlwollend zu betrachten ist, er-
zielte der Beschwerdeführer bis zum Eintritt der Gesundheitsschädigung im 
August 2015 aufgrund seiner regelmässigen Ferienabwesenheiten und 
Auslandaufenthalte doch ein geringeres Einkommen von jährlich maximal 
rund Fr. 50'000.-- (in den Jahren 2012, 2013; AB 152, S. 101). In Würdi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 17

gung der gesamten Umstände kann nicht angenommen werden, dass der 
Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden seine Erwerbstätigkeit samt 
den jeweiligen Unterbrüchen geändert hätte. 

4.5 Das Invalideneinkommen ist gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE 
zu bestimmen, da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht 
verwertet (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Die Beschwerdegegnerin stützte sich im 
Einspracheentscheid vom 19. November 2020 zu Recht auf die zu diesem 
Zeitpunkt aktuellste Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018 (vgl. BGE 
143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer vom 27. November 2019, 
8C_64/2019, E. 6.2.1), monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Total, Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperli-
cher oder handwerklicher Art), Männer. Der massgebliche monatliche Brut-
tolohn für Männer beträgt damit Fr. 5'417.--. Auf ein Jahr aufgerechnet, an 
die betriebsübliche Wochenarbeitszeit angepasst und auf das massgebli-
che Jahr 2019 indexiert resultiert daraus ein Invalideneinkommen von 
Fr. 68'367.60 (Fr. 5'417.-- x 12 : 40 x 41.7 [BFS, BUA, 2019, Total] / 101.5 
x 102.4 [BFS, Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016 - 2019, 
2018 [101.5], 2019 [102.4]). Entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers (Beschwerde, S. 3 f.) rechtfertigt es sich angesichts der vielfältigen 
Palette von Berufen im Sektor Produktion (neben dem nicht mehr zumutba-
ren Baugewerbe) nicht, nur auf den Sektor Dienstleistungen abzustellen. 
Vielmehr ist praxisgemäss der Totalwert heranzuziehen (vgl. Entscheide 
des BGer vom 11. Januar 2018, 9C_621/2017, E. 2.3.1 und vom 11. Okto-
ber 2017, 8C_457/2017, E. 6.2).

Da in der Verweistätigkeit nur noch körperlich leichte bis mittelschwere 
Tätigkeiten zumutbar sind (vgl. E. 3.5 hiervor), rechtfertigt sich ein zusätzli-
cher Abzug von maximal 5%, zumal der Tabellenlohn im hier zugrunde 
gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittel-
schweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Entscheide des BGer vom 22. Dezem-
ber 2020, 8C_725/2020, E. 4.4.2, vom 24. Januar 2020, 8C_586/2019, E. 
5.3.1, vom 8. Oktober 2019, 9C_447/2019, E. 4.3.2). Ein weiterer Abzug ist 
nicht zu gewähren (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Eine mangelnde berufliche Aus-
bildung bzw. fehlende Berufserfahrung ist nicht beim leidensbedingten Ab-
zug, sondern bei der Bestimmung des Anforderungsniveaus des herange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 18

zogenen Tabellenlohnes zu berücksichtigen. Dem wurde hier Rechnung 
getragen, indem die Tabellenlöhne auf dem niedrigsten Kompetenzniveau 
1, welches keine Berufsausbildung erfordert, verwendet wurden (Entscheid 
des BGer vom 15. September 2011, 8C_427/2011, E. 5.2). Auch rechtfer-
tigt sich vorliegend keine Herabsetzung des tabellarisch ermittelten Ver-
dienstes aufgrund des Alters, war der Beschwerdeführer im hier massge-
benden Zeitpunkt doch erst 34-jährig. Kommt hinzu, dass Hilfsarbeiten auf 
dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden (vgl. Entscheid des 
BGer vom 2. September 2019, 9C_323/2019, E. 4.2). Demnach ergibt sich 
ein Invalideneinkommen von jährlich Fr. 64'949.20.

4.6 Zusammenfassend ergibt sich bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 70'344.90 und einem Invalideneinkommen von Fr. 64'949.20 eine inva-
liditätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 5'395.70, was einem rentenaus-
schliessenden Invaliditätsgrad von gerundet (vgl. zur Rundung BGE 130 V 
121 E. 3.2 und 3.3 S. 125) maximal 8% entspricht (vgl. E. 4.1 hiervor).

5. Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.

5.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent-
schädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. 
Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd 
gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in 
gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige 
oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfäl-
lig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 19

der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der 
Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden 
Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet 
(BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte Inte-
gritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der Schwere vom 
Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 E. 3a 
S. 157).

5.2 Dr. med. I.________ hat in seinen beweiskräftigen Beurteilungen 
vom 27. bzw. 30. März sowie vom 24. bzw. 27. August 2020 schlüssig dar-
gelegt, dass eine Integritätsentschädigung nicht geschuldet ist. Gestützt auf 
den Bericht der Klinik G.________ vom 23. Januar 2020 (AB 182, S. 1 f.) 
sind keine relevanten Einschränkungen des linken Unterarmes zu erken-
nen. Es besteht lediglich eine minimale Reduzierung der Pronation und 
Supination des Handgelenks mit Schmerzangaben bei endgradigem Be-
wegungsausschlag. Gleichzeitig besteht eine nur geringgradige Kraftmin-
derung gegenüber der rechten Seite. Auch die neurologischen Befunde im 
Rahmen der EFL vom Januar 2020 (AB 190, S. 5) ergeben keinen Hinweis 
auf einen neurologischen Schaden, zumal gewisse Tendenzen in Richtung 
einer Schmerzfixierung und eines gewissen Schonverhaltens (übervorsich-
tige Bewegung, verlangsamte Gehgeschwindigkeit) auszumachen waren 
(AB 190, S. 6). Somit ist weder aufgrund einer erheblichen Bewegungsein-
schränkung noch einer Arthrose oder aufgrund der geringen Reduzierung 
der Belastbarkeit eine Integritätsentschädigung geschuldet (AB 209, S. 2; 
243, S. 2).

5.3 Insgesamt entspricht der Einspracheentscheid vom 19. November 
2020 (AB 250) der Sach- und Rechtslage und ist die dagegen erhobene 
Beschwerde als unbegründet abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) ist das vorliegende Verfahren kos-
tenlos, womit es dem nicht vertretenen Beschwerdeführer von vornherein 
an einem schutzwürdigen Interesse hinsichtlich des gestellten Gesuchs um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, UV/21/11, Seite 20

unentgeltliche Rechtspflege (Art. 111 ff. VRPG) mangelt und darauf folglich 
nicht eingetreten werden kann.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird nicht eingetreten.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.