# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca9b71f1-d165-5ab2-b381-b2faba172908
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.10.2014 200 2013 742
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-742_2014-10-09.pdf

## Full Text

200 13 742 IV
KNB/PRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch B.________, 
lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Juni 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
von Beruf … (vgl. Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 1, S. 4; 15, S. 4; 16). Am 13. Februar 2003 meldete er 
sich bei der IVB zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an 
(AB 1). Nach Einholung diverser erwerblicher und medizinsicher Unterla-
gen verfügte die IVB am 29. Juli 2003 die Abweisung des Leistungsbegeh-
rens. Zur Begründung wurde vorgebracht, die Abklärungen hätten ergeben, 
dass die Arbeitsunfähigkeit vor allem durch das Abhängigkeitsverhalten 
(Polytoxikomanie) begründet sei und deshalb keine Invalidität im Sinne des 
Gesetzes vorliege (AB 11 f.).

Auf eine Neuanmeldung vom 10. Oktober 2003 (AB 13) trat die IVB mit 
Verfügung vom 29. Oktober 2003 mangels neuer Tatsachen nicht ein 
(AB 14).

B.

Am 12. Februar 2008 meldete sich der Versicherte wiederum neu bei der 
IVB zum Leistungsbezug an (AB 15). In der Folge holte die IVB verschie-
dene medizinische und erwerbliche Unterlagen ein. Auf Aufforderung der 
IVB (AB 31) unterzog sich der Versicherte vom 31. August bis 15. Oktober 
2009 einer Entzugsbehandlung (Alkohol und Drogen) in der Klinik 
D.________ (vgl. AB 40). Daraufhin veranlasste die IVB - unter Aufforde-
rung des Versicherten zur Abstinenz von Alkohol, nicht verschriebenen 
Medikamenten und Drogen (AB 43) - eine interdisziplinäre Begutachtung in 
der MEDAS (Gutachten vom 20. Mai 2010, AB 58.2 - 58.4). Weiter erfolg-
ten eine Arbeitsmarktlich-Medizinische Abklärung (AMA; AB 76) sowie zwei 
Arbeitstrainings in der X.________ (AB 77, 85; vgl. auch AB 72). Nach Ein-
gang des Berichts von Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin FMH, vom 31. März 2011 (AB 89) und Einholung eines Berichts 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 15. April 2011 (AB 92) 

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stellte die IVB mit Vorbescheid vom 21. April 2011 die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens in Aussicht (AB 93). Hiergegen erhob der Versicherte Ein-
wand (AB 95). Am 5. Juli 2011 verfügte die IVB den Abschluss der Arbeits-
vermittlung (AB 99). Nach Eingang weiterer medizinischer Unterlagen 
(AB 101, 106, 108, 111, 114) veranlasste die IVB eine Stellungnahme so-
wie einen Untersuchungsbericht des RAD vom 21. Mai 2012 (AB 112 f.). 
Mit Schreiben vom 24. Juli 2012 forderte die IVB den Versicherten im 
Rahmen der Mitwirkungspflicht auf, den Beikonsum von illegalen Substan-
zen (Bsp. Cannabis, Cocain usw.) einzustellen, da aufgrund des ausgewie-
senen Beikonsums (Benzodiazepine) zum Methadon (vgl. AB 115 ff.) die 
medizinische Situation nicht abschliessend beurteilt werden könne. Die 
Abstinenz werde mittels Laborkontrollen überprüft. Bei vollständiger Absti-
nenz werde eine Überprüfung der medizinischen Situation möglich sein 
(AB 118). Nach mehreren Urinkontrollen (AB 124, 127, 130; vgl. auch 
AB 123) und Einholung eines Berichts des RAD vom 14. März 2013 
(AB 132) verfügte die IVB nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 133, 135, 139) am 28. Juni 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 28% 
die Abweisung des Leistungsbegehrens (AB 140).

C.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch den B.________, lic. iur. 
C.________, mit Eingabe vom 29. August 2013 beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern Beschwerde und stellte folgendes Rechtsbegehren:

Die Verfügung vom 28. Juni 2013 sei aufzuheben und es sei die Arbeitsfähig-
keit medizinisch näher abzuklären. Sodann sei über den Rentenanspruch zu 
befinden.

 - unter Entschädigungsfolge -

Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass gestützt auf die 
durchgeführten beruflichen Abklärungen von einer maximal 70%-igen Prä-
senzzeit auszugehen sei. Zudem könne auf den RAD-Bericht vom 14. März 
2013 nicht abgestellt werden. Gleichentags stellte er ein Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege.

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Mit Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2013 beantragte die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde.

Am 22. April 2014 reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen zu den 
Akten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 28. Juni 2013 (AB 140). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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2.4

2.4.1 Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um 
die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu ver-
ringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Sodann 
muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des beste-
henden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in 
einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv 
teilnehmen, insbesondere an Massnahmen der Frühintervention, Integrati-
onsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Mass-
nahmen beruflicher Art, medizinischen Behandlungen nach Art. 25 KVG 
und Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und 
Rentenbezügern (Art. 7 Abs. 1 und 2 IVG). Als zumutbar gilt jede Mass-
nahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenom-
men sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen 
sind (Art. 7a IVG).

2.4.2 Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leis-
tungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unent-
schuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger auf Grund 
der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten be-
schliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die 
Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit ein-
zuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG).

2.5

2.5.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV; bis 31. Dezember 2011 Art. 87 Abs. 3 und 4 
IVV). Dies gilt auch für Revisionsgesuche im Sinne von Art. 17 Abs. 1 
ATSG (BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie analog, wenn die versicherte 
Person nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Ein-
gliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 
S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die 

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Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründe-
ten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesu-
chen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Auf die Neuanmeldung vom 12. Februar 2008 (AB 15) trat die IVB 
ein. Dies ist zu Recht unbestritten und hier nicht weiter zu prüfen. Im vorlie-
genden Fall ist somit grundsätzlich eine materielle Überprüfung des An-
spruches auf IV-Leistungen bzw. des relevanten Invaliditätsgrades vorzu-
nehmen (vgl. E. 2.5.2 hiervor). Dabei ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2013 (AB 140) mit demjenigen im 
Zeitpunkt der rentenabweisenden Verfügung vom 29. Juli 2003 (AB 12) zu 
vergleichen (vgl. E. 2.5.3 hiervor).

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3.2 Vorab ist zu prüfen, ob seit der Verfügung vom 29. Juli 2003 
(AB 12) eine erhebliche Veränderung eingetreten ist.

Die Verfügung vom 29. Juli 2003, welche das Leistungsbegehren infolge 
des Abhängigkeitsverhaltens des Beschwerdeführers bzw. mangels Invali-
dität im Sinne des Gesetzes abgewiesen hat, stützte sich in medizinischer 
Hinsicht auf die Berichte von Dr. med. G.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie FMH, vom 20. März 2003 (AB 8) sowie von Dr. 
med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 
16. Mai 2003 (AB 11). Dr. med. G.________ diagnostizierte mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere chronifizierte Politoxicomanie (Heroin, 
Cocain, Benzodiazepine) und einen Ulcus cruris links (arterielle Durchblu-
tungsstörung ?; AB 8, S. 1). Der Beschwerdeführer sei nicht mehr in der 
Lage, einer auch nur teilzeitigen Erwerbsfähigkeit nachzugehen (AB 8, S. 3 
f.). Dr. med. H.________ diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine Polytoxikomanie und ein postthrombotisches Syndrom links 
(AB 11, S. 1). Zur Zeit sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Die 
Frage, ob der Beschwerdeführer seine verbleibenden Fähigkeiten in einer 
anderen Tätigkeit besser verwerten kann, könne erst nach erfolgreichem 
Entzug beantwortet werden (AB 11, S. 3). Im MEDAS-Gutachten vom 
20. Mai 2010 diagnostizierten die Fachärzte mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit neu eine Mononeurits multiplex, ein komplexes regionales 
Schmerzsyndrom (CRPS) an der linken Hand sowie eine Gonarthrose links 
(AB 58.2, S. 22 f.). 

Aufgrund der neuen Diagnosen, welche eine Änderung des Invaliditätsgra-
des zur Folge haben können, ist ein Revisionsgrund grundsätzlich gege-
ben. Dies hat zur Folge, dass der Rentenanspruch in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen ist (vgl. E. 2.5.3 hiervor).

3.3 Hinsichtlich des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit 
des Beschwerdeführers ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.3.1 Die Ärzte der MEDAS diagnostizierten im Gutachten vom 20. Mai 
2010 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) eine Mono-
neuritis multiplex bei Differentialdiagnose einer kokainassozierten Neuritis, 

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Differentialdiagnose chronische Hepatitis C, ein komplexes regionales 
Schmerzsyndrom (CRPS) wahrscheinlich Typ 2, Grad 2, der linken Hand 
mit Funktionseinschränkung, Globalschwellung und Zustand nach Karpal-
tunnelsyndrom-Operation links im Juni 2009 sowie eine initiale Gonarthrose 
links bei Zustand nach traumatischem Kreuzbandriss und Operation 1985 
sowie einem Zustand nach eitriger Gonitis im Februar 2006 mit Belas-
tungsschmerzen (AB 58.2, S. 22). In der bisherigen Tätigkeit als … bestehe 
eine Arbeitsfähigkeit von 0%. In einer Verweistätigkeit sollten lediglich län-
gere Tätigkeiten verrichtet werden, die überwiegend mit der rechten Hand 
durchgeführt werden können. Dabei bestehe eine eingeschränkte Leis-
tungsfähigkeit von 80% bei einer Präsenzzeit von 100% bzw. eine Ge-
samtarbeitsfähigkeit von 80% (AB 58.2, S. 24).

3.3.2 Im Bericht vom 20. September 2010 diagnostizierte die RAD-Ärztin 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Neuritis oder Neuropathie Nervus 
ulnaris links und ein postthrombotisches Syndrom mit Status nach Beinve-
nenthrombose beidseits (vgl. auch AB 76, S. 9). Die (ehemalige) Tätigkeit 
als … sei unter anderem aus ethischen Gründen (Arbeit auf … bei Drogen-
konsum) aber auch aus Gründen des notwendigen Krafteinsatzes mit den 
Händen, nicht zumutbar. Angepasste Tätigkeiten können zu 80% zugemu-
tet werden, d.h. mit vollem Pensum und 80% Leistung, wie dies die ME-
DAS auch beurteilt habe. Angepasste Tätigkeiten seien solche, die keinen 
grossen Handkrafteinsatz links erforderlich machen (rechts ohne Ein-
schränkung) und nicht allzu feine Arbeit erfordern würden. Wegen dem 
Zustand nach Beinvenenthrombose solle die Arbeit etwas Umhergehen 
beinhalten. Stehen oder Sitzen am gleichen Ort für über eine Stunde sollte 
vermieden werden, bzw. falls nötig durch eine kurze Gehpause (5 Minuten) 
unterbrochen werden. Ausserdem soll der Beschwerdeführer Stützstrümpfe 
tragen. Abstinenz bezüglich Beikonsum neben dem Methadon werde vor-
ausgesetzt (AB 75, S. 6).

3.3.3 Die Ärzte des Spitals K.________ diagnostizierten im Bericht vom 
25. Juli 2011 eine sensomotorische, axonal betonte, beidseitige Polyneur-
opathie an den oberen Extremitäten und eine klinische Facialparese unkla-
rer Ätiologie, Differentialdiagnose vaskulitisch, entzündlich. In der klini-

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schen Untersuchung habe sich eine Progredienz der Paresen der intrinsi-
schen Handmuskulatur und der ulnarisinnervierten Muskulatur vor allem 
links im Vergleich zur letzten Untersuchung vom Dezember 2009 gezeigt. 
Neu zeige sich eine Krallenstellung der linken Hand, was für einen starken 
Befall des Nervus ulnaris links spreche. Neu sei auch eine Hyperästhesie 
vor allem im Hypothenar links. Die elektrophysiologische Untersuchung 
vom 20. Juli 2011 habe eine leichte Verschlechterung der proximaleren 
Abschnitte der untersuchten Nerven, ansonsten jedoch einen weitgehend 
unveränderten Befund im Vergleich zur Untersuchung von Dezember 2009 
ergeben (AB 101, S. 2; vgl. auch AB 106).

3.3.4 PD Dr. med. J.________, Facharzt für Gastroenterologie FMH, Lei-
tender Arzt Hepatologie im Spital L.________, diagnostizierte im Bericht 
vom 1. Mai 2012 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische 
Hepatitis C mit Polyneuropathie, eine Anti-HBc alone Hepatitis B und einen 
intravenösen Drogenabusus (AB 111, S. 2). Die Arbeitsunfähigkeit sollte 
bei einer neurologischen Untersuchung beurteilt werden (AB 111, S. 4; vgl. 
auch AB 108).

3.3.5 Im Bericht vom 21. Mai 2012 diagnostizierte Dr. med. I.________ 
eine leichte Dysarthrie und Gangataxie bei Verdacht auf allgemeine Koor-
dinationsstörung infolge toxischer Einwirkungen, vorläufig nicht bestimm-
bar, ob reversibel oder irreversibel, eine Mangelernährung bis Kachexie bei 
Methadontherapie, fraglichem Beikonsum bei Polytoxikomanie und chroni-
scher Hepatitis C und eine leichte bis mässige Behinderung der linken 
Hand, wahrscheinlich bleibend (AB 113, S. 4). Da der Beschwerdeführer 
derzeit nicht vermittelbar sei und eine Verschlechterung des allgemeinen 
Gesundheitszustandes vorliege, sollte zuerst dieser allgemeine Gesund-
heitszustand verbessert werden: geregelte Ernährung, Tagesstruktur, 
zwingender Verzicht auf Beikonsum (Kontrolle mindestens alle zwei Mona-
te anzeigen), bei Bedarf Beurteilung durch RAD-Arzt oder Gutachter 
(AB 113, S. 5).

Im Bericht vom 14. März 2013 führte Dr. med. I.________ aus, dass an 
sich das Zumutbarkeitsprofil des MEDAS-Gutachtens von 2010 weiterhin 
gelte, unter Berücksichtigung, dass das CRPS nicht mehr existiere. Der 
Handgebrauch links sei daher nicht schlechter, sondern noch etwas besser 

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als damals. Die Arbeit sollte in wechselnden Positionen ausgeführt werden 
können, wobei besonders wichtig sei, dass der Beschwerdeführer ab und 
zu herumgehen könne (wegen dem postthrombotischen Syndrom). Es sei-
en keine schweren aber auch keine sehr feinen Arbeiten zumutbar und 
keine solchen, die viel Kraft in Fingern und Händen benötigen (z.B. 
Schrauben anziehen oder lösen oder Lappen auswringen wäre ungünstig). 
Eine zeitliche Einschränkung sei aus medizinischen Gründen nicht 
grundsätzlich notwendig. Wenn die Arbeit nicht genügend Möglichkeiten 
zum Herumgehen bietet, sollte dafür alle halbe Stunden fünf Minuten Pau-
se zur Verfügung stehen. Die im Gutachten 2010 genannte Leistung von 
80% für angepasste Tätigkeiten habe nach wie vor Gültigkeit. Die Arbeit als 
… und … sei nicht mehr zumutbar. Die körperliche Verschlechterung und 
Nichtvermittelbarkeit gehe auf den Drogenkonsum (nachweislich wiederholt 
Kokain) zurück. Ohne Drogenkonsum wäre es dem Beschwerdeführer 
möglich, einer angepassten Arbeit nachzugehen, unter Berücksichtigung 
der vorstehend dargelegten Einschränkungen (AB 132, S. 5).

3.3.6 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 21. August 2013 aus, 
dass die Gründe für die langzeitige Arbeitsunfähigkeit vorwiegend im soma-
tischen Bereich lägen (vgl. auch AB 131). Im Vordergrund stünden die neu-
rologischen Störungen mit Bewegungs- und Krafteinschränkungen der 
Hände, welche sich in den letzten Jahren vermehrt und verstärkt hätten. 
Kokain und Benzodiazepine seien keine Ursachen für eine Nervenschädi-
gung/Polyneuropathie (BB 5, S. 1).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

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beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
in medizinischer Hinsicht massgeblich auf das MEDAS-Gutachten vom 
20. Mai 2010 (basierend auf einer neurologischen, psychiatrischen und 
rheumatologischen Untersuchung, AB 58.2) gestützt. Dieses erfüllt die von 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor), weshalb 
ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die 
darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und 
sind in Kenntnis der (bildgebenden) Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeits-
fähigkeit werden nachvollziehbar begründet. Auch stehen die Fachbeurtei-
lungen in Übereinstimmung untereinander und flossen in die interdisziplinä-
re Beurteilung ein.

Die Gutachter führten schlüssig und nachvollziehbar aus, dass aufgrund 
einer rheumatologisch-neurologischen Symptomatik bzw. eines komplexen 
regionalen Schmerzsyndroms sowie einer Mononeuritis multiplex an der 
linken Hand in der früheren Tätigkeit als … keine Arbeitsfähigkeit mehr 
gegeben ist. In einer leidensangepassten Tätigkeit ohne besondere Anfor-
derungen an die Geschicklichkeit der Hände und limitiert auf leichte Tätig-
keiten bei voller Arbeitszeitpräsenz und leicht eingeschränkter Leistungs-
fähigkeit attestierten sie eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80% (AB 58.2, 
S. 23 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 13

3.6 Gestützt auf den Bericht der Ärzte des Spitals K.________ vom 
25. Juli 2011 (AB 101) bzw. die Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. 
I.________ vom 21. Mai 2012 (AB 112) ist seit der Begutachtung durch die 
MEDAS eine Verschlechterung des (allgemeinen) Gesundheitszustandes 
des Beschwerdeführers eingetreten. Dabei ist nicht abschliessend erstellt, 
dass diese Veränderung nicht bloss suchtbedingt und damit invaliditäts-
fremd ist. Um dies abzuklären, machte die IVB den Beschwerdeführer am 
24. Juli 2012 - unter Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 ATSG - auf seine Mitwir-
kungspflicht aufmerksam und forderte ihn auf, den Beikonsum von illegalen 
Substanzen (zum Beispiel Cannabis, Cocain usw.) zum Methadon einzu-
stellen, da die medizinische Situation nicht abschliessend beurteilt werden 
könne (AB 118). Dazu wurde ihm eine lange Bedenkzeit eingeräumt. Der 
Beschwerdeführer wurde im August 2012 dreimal zur Laborkontrolle einge-
laden, wozu er jedoch nicht erschienen ist (vgl. AB 119 ff.). Bei der Kontrol-
le am 3. September 2012 war die Laboruntersuchung betreffend Cocain 
negativ, für Benzodiazepine jedoch positiv ausgefallen (AB 124). Auf Anra-
ten der RAD-Ärztin Dr. med. I.________ wurde der Beschwerdeführer ein 
paar Wochen später noch einmal eingeladen (vgl. AB 123, S. 2). In den 
Untersuchungen vom 9. November und 18. Dezember 2012 ist er positiv 
auf Benzodiazepine sowie auf Cocain getestet worden (AB 127, 130).

Somit ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die zumutbare Scha-
denminderungspflicht nicht erfüllt hat. Mangels Verzicht auf den Beikonsum 
von illegalen Substanzen zum Methadon macht eine Verlaufsbegutachtung 
(vorläufig) keinen Sinn. Entschuldbare Gründe für die Verletzung der Mit-
wirkungspflicht bei durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren hat der 
Beschwerdeführer ebenfalls keine vorgebracht und sind gestützt auf die 
Akten auch nicht ersichtlich. Die IVB durfte daher - zu Ungunsten des Be-
schwerdeführers - mangels Durchführbarkeit einer weiteren Begutachtung 
zu Recht davon ausgehen, dass die Verschlechterung rein suchtbedingt 
und damit invaliditätsfremd ist. Folglich ist aufgrund der vorhandenen Akten 
zu entscheiden (vgl. E. 2.4.2 hiervor).

3.7 Gestützt auf die von Dr. med. I.________ vorgenommene Würdi-
gung der aktuellen Befunde (E. 3.3.5 hiervor), ist weiterhin auf das Zumut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 14

barkeitsprofil das MEDAS-Gutachten vom 20. Mai 2010 abzustellen (vgl. 
E. 3.5 hiervor). 

Die Berichte von Dr. med. F.________ vom 16. Januar und 21. August 
2013 (AB 131, BB 5) vermögen daran nichts zu ändern. Bei fortbestehen-
dem Drogenkonsum lässt sich doch namentlich der von Dr. med. 
I.________ geäusserte Verdacht auf eine allgemeine Koordinationsstörung 
infolge toxischer Einwirkungen (vgl. E. 3.3.5 hiervor) zurzeit nicht abklären, 
wäre dafür doch zunächst der Verzicht auf den schädlichen Beikonsum 
illegaler Substanzen und damit einhergehend eine Verbesserung des 
suchtbedingt schlechten allgemeinen Gesundheitszustandes nötig (vgl. 
AB 113, S. 5). Ferner begründet Dr. med. F.________ nicht näher, weshalb 
eine angepasste Tätigkeit - aufgrund der Beinulcera - nicht möglich sein 
soll. So führten die MEDAS-Gutachter doch nachvollziehbar aus, dass auf-
grund des postthrombotischen Syndroms längeres Stehen und Sitzen auf-
grund der Schwellungsneigung der Beine eher vermieden werden sollte 
(AB 58.2, S. 25). Soweit PD Dr. med. J.________ eine Hepatitis C mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert (AB 111, S. 2; vgl. auch 
AB 113, S. 4) ist dem entgegenzuhalten, dass eine Hepatitis C grundsätz-
lich nicht invalidisierend ist. Im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen 
Leistungsprüfung wird diesbezüglich rechtsprechungsgemäss verlangt, 
dass grundsätzlich fachärztlich schlüssig feststellbare und erklärbare Be-
funde vorliegen müssen, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung 
der Rentenansprüche nicht gewährleisten lässt (Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 
16. März 2004, I 720/03, E. 2.3.3). Dies ist vorliegend nicht der Fall. PD Dr. 
med. J.________ hat sich im Bericht vom 1. Mai 2012 nicht zur Arbeitsun-
fähigkeit geäussert, sondern eine neurologische Abklärung vorgeschlagen 
(AB 111, S. 4). In diesem Zusammenhang ist denn auch darauf hinzuwei-
sen, dass eine Hepatitis C bereits - als Differentialdiagnose - im Zumutbar-
keitsprofil des MEDAS-Gutachtens mitberücksichtigt worden ist (AB 58.2, 
S. 22). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vermögen 
schliesslich auch die Ergebnisse der beruflichen Massnahmen nichts zu 
ändern. Zwar wurde gemäss dem Bericht Arbeitstraining vom 31. Januar 
2011 lediglich eine maximale Leistung von 70% - und nicht 80% - erzielt 
(AB 85, S. 3; vgl. auch AB 77). Allerdings war der Beschwerdeführer auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 15

in dieser Zeit nicht drogenabstinent, weshalb nicht auf das entsprechende 
Ergebnis abgestellt werden kann.

3.8 Somit ist dem Beschwerdeführer eine angepasste, überwiegend mit 
der rechten Hand durchführbare Tätigkeit ohne längeres Stehen und Sitzen 
zu 80% (eingeschränkte Leistungsfähigkeit von 80% bei einer Präsenzzeit 
von 100%) zumutbar.

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 16

vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV 
Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen 
bei Versicherten, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich noch 
leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist 
in der Regel vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn („Total“) für 
Männer oder Frauen bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforde-
rungsniveau 4) auszugehen. Dabei sind in erster Linie die Lohnverhältnisse 
im privaten Sektor massgebend (SVR 2002 UV Nr. 15 S. 50 E. 3c cc).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Der frühst mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Anmeldung bei der IVB im Februar 2008 (AB 15) bzw. der attestierten Ar-
beitsunfähigkeit von 100% seit November 2006 (vgl. AB 23) im August 
2008 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG). Auf diesen Zeit-
punkt hin ist der Einkommensvergleich vorzunehmen.

4.3 Der Beschwerdeführer ist gelernter … (vgl. AB 15, S. 4) und arbeite-
te zuletzt als … für die M.________ (AB 21). Die IVB stützte sich bei der 
Berechnung des Valideneinkommens auf die LSE 2008, Tabelle TA7 (Mo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 17

natlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des 
Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sektor und öffentlicher Sektor 
[Bund] zusammen), Zeile 11 (Tätigkeiten im Baugewerbe), Niveau 3 (Be-
rufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt), Männer (vgl. AB 133, S. 3). Da 
dem Beschwerdeführer seine Stelle bei der M.________ aus gesundheitli-
chen Gründen gekündigt worden war (AB 21), wäre allerdings grundsätz-
lich auf sein zuletzt erzieltes Einkommen abzustellen. Diese Frage muss 
jedoch nicht abschliessend geklärt werden, da selbst bei - der für den Be-
schwerdeführer günstigeren Variante (vgl. AB 21, S. 2) - der Berechnung 
des Valideneinkommens gestützt auf die LSE kein rentenbegründender 
Invaliditätsgrad resultiert (vgl. E. 4.5 hiernach). Gemäss LSE 2008, Tabelle 
TA7, Zeile 11, Niveau 3, Männer, ist von einem monatlichen Einkommen 
von Fr. 5‘570.-- bzw. einem Jahreseinkommen von Fr. 66‘840.-- auszuge-
hen. Umgerechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.6 
Stunden („Die Volkswirtschaft“ 5-2014, S. 88, Tabelle B9.2, Zeile F: Bau-
gewerbe/Bau) resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 69‘513.60.

4.4 Der Beschwerdeführer geht aktuell keiner Erwerbstätigkeit nach, 
weshalb zur Berechnung der Erwerbseinbusse auf Tabellenlöhne abzustel-
len ist (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Gemäss LSE 2008, Tabelle TA1, Niveau 4 
(einfache und repetitive Arbeiten), Männer, Total, ist von einem monatli-
chen Einkommen von Fr. 4‘806.-- bzw. einem Jahreseinkommen von 
Fr. 57‘672.-- auszugehen. Umgerechnet auf die betriebsübliche Wochenar-
beitszeit von 41.6 Stunden („Die Volkswirtschaft“ 5-2014, S. 88, Tabelle 
B9.2, Total) und unter Berücksichtigung einer Einschränkung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 20% ergibt dies ein Invalideneinkommen von 
Fr. 47‘983.10.

Da den medizinischen Einschränkungen bereits mit dem reduzierten Ar-
beitspensum Rechnung getragen wird, ist ein behinderungsbedingter Ab-
zug nicht vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 5. Juli 2011, 
8C_261/2011, E. 7.3). Auch andere, einen Abzug begründende Faktoren 
sind zu verneinen; der Beschwerdeführer ist Schweizer Bürger und im hier 
massgebenden Zeitpunkt 43 Jahre alt (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

4.5 Nach dem Gesagten resultiert bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 69‘513.60 und einem Invalideneinkommen von Fr. 47‘983.10 eine inva-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 18

liditätsbedingte Einbusse von Fr. 21‘530.50, was einem rentenausschlies-
senden Invaliditätsgrad von gerundet 31% entspricht.

Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtmässig und die 
dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

Sobald der Beschwerdeführer nachweislich längere Zeit vollständig auf den 
schädlichen Beikonsum von illegalen Substanzen verzichtet hat, kann er 
sich wieder bei der IVB melden. Erst dann macht eine Verlaufsbegutach-
tung Sinn. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass bei einem (künftigen) Unter-
suchungsantritt (und gegebenenfalls auch während der Untersuchungszeit) 
die erwähnte Verzichtshandlung ebenfalls zu überprüfen ist.

5.

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 
Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 
E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist mit dem Sozialhilfebudget 
(BB 7) ausgewiesen. Des Weiteren kann das Verfahren nicht von vornher-
ein als aussichtslos bezeichnet werden. Dem Beschwerdeführer ist somit 
die unentgeltliche Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten im Ge-
richtsverfahren zu gewähren.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 19

pflege wird der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - jedoch von der Zahlungspflicht befreit 
(Art. 113 VRPG).

5.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):

- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 
3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2014, IV/2013/742, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.