# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 567f5562-a758-57de-b632-836595e50196
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 21.12.2018 BB.2018.142
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2018-142_2018-12-21.pdf

## Full Text

Beschluss vom 21. Dezember 2018 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

 

   
 

Parteien 

  

A., Advokat,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Beschwerde des amtlichen Verteidigers betreffend 

Akontozahlung (Art. 21 Abs. 4 BStKR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2018.142 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Bundesanwaltschaft eine Strafuntersuchung unter anderem gegen B. 

wegen des Verdachts des gewerbsmässigen Betrugs (Art. 146 StGB), der 

Geldwäscherei (Art. 305bis StGB), der qualifizierten ungetreuen Geschäfts-

besorgung (Art. 158 StGB), der Misswirtschaft (Art. 165 StGB) sowie teil-

weise der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) führt (Verfahrensakten 

pag. 01-100-0001 f.);  

 

- am 11. Mai 2018 der amtliche Verteidiger von B., Advokat A., bei der Bun-

desanwaltschaft ein Gesuch um Ausrichtung einer Akontozahlung für seine 

anwaltlichen Bemühungen in der Höhe von CHF 68‘664.80 für die Zeit vom 

2. Dezember 2016 bis 11. Mai 2018 gestellt hat (Verfahrensakten pag. 16-

.101-1119 ff.);  

 

- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 23. Juli 2018 die Ausrichtung 

einer fünften Akontozahlung an Advokat A. für ein gekürztes Honorar und 

Auslagen im Umfang von CHF 26‘911.10 (inkl. MwSt.) verfügte (act. 3.1); 

 

- dagegen Advokat A. bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

mit Eingabe vom 2. August 2018 Beschwerde erhebt und die Aufhebung der 

Verfügung vom 23. Juli 2018 beantragt und um Zusprechung aller Bemühun-

gen ersucht (act. 1 S. 3);  

 

- die Bundesanwaltschaft in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. August 2018 

die Abweisung der Beschwerde (act. 3) beantragt; 

 

- Advokat A. in seiner Replik vom 27. August 2018 sinngemäss an seinen in 

der Beschwerde gestellten Anträgen festhält (act. 5), was der Bundesanwalt-

schaft am 28. August 2018 zur Kenntnis gebracht wird (act. 6); 

 

- aus dem Schreiben von Advokat A. vom 23. November 2018 an die Be-

schwerdekammer hervorgeht, dass inzwischen Anklage bei der Strafkam-

mer des Bundesstrafgerichts erhoben worden sei (act. 7); 

 

- die Beschwerdekammer zwecks Klärung der Zuständigkeitsfrage im vorlie-

genden Beschwerdeverfahren mit Schreiben vom 18. Dezember 2018 an die 

Strafkammer gelangte und sich nach dem Verfahrensstand des bei der Straf-

kammer anhängigen Verfahrens gegen B. erkundigte (act. 8); 

 

- die Strafkammer der Beschwerdekammer am 19. Dezember 2018 mitteilte, 

dass die Bundesanwaltschaft am 28. September 2018 bei der Strafkammer 

- 3 - 

 

 

Anklage gegen B. wegen mehrfacher Urkundenfälschung und weiterer De-

likte erhoben habe; mit Beschluss der Strafkammer SK.2018.54 vom 6. De-

zember 2018 die Anklageschrift zur Verbesserung an die Bundesanwalt-

schaft zurückgewiesen und das Verfahren bei der Strafkammer sistiert wor-

den sei; damit die Rechtshängigkeit auf die Bundesanwaltschaft übergegan-

gen sei; die 10-tägige Beschwerdefrist am 17. Dezember 2018 abgelaufen 

sei, weshalb die Strafkammer davon ausgehe, der Beschluss vom 6. De-

zember 2018 sei in Rechtskraft erwachsen (act. 9). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- der Beschwerdeführer die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 

23. Juli 2018, mit welcher diese die beantragte Akontozahlung teilweise gut-

heisst, anficht;  

 

- mit Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Ent-

scheide angefochten werden können, mit welchen die Bundesanwaltschaft 

die Entschädigung der amtlichen Verteidigung festsetzt (Art. 135 Abs. 3 lit. a 

StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- vorliegend trotz Anklageerhebung vom 28. September 2018 gestützt auf den 

Beschluss der Strafkammer vom 6. Dezember 2018 die Verfahrensherr-

schaft wieder bei der Bundesanwaltschaft liegt (vgl. oben), sodass die Be-

schwerdekammer grundsätzlich zuständig wäre, Beschwerden gegen Ent-

scheide der Bundesanwaltschaft betreffend die Entschädigung der amtlichen 

Verteidigung zu behandeln;  

 

- die (teilweise) gutgeheissene oder verweigerte Akontozahlung jedoch nicht 

die Festsetzung der Entschädigung tangiert (Urteil des Bundesgerichts 

6B_11/2016 vom 18. April 2018 E. 1.4.2; ähnlich Entscheide des Bun-

desstrafgerichts BB.2005.20 vom 1. Juni 2005 E. 2 und BB.2006.2 vom 

24. April 2006 E. 1); 

 

- die Zusprechung einer Akontozahlung eine rein vorläufige, Billigkeitsüberle-

gungen entspringende Massnahme darstellt, die in Art. 21 Abs. 4 BStKR mit 

Bezug auf die amtliche Verteidigung in Bundesstrafverfahren ihre gesetzli-

che Grundlage findet;  

 

- der effektive Entscheid über die Festsetzung und Höhe des Honorars des 

amtlichen Verteidigers erst bei Verfahrensabschluss festgesetzt wird 

(Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO i.V.m. Art. 7 StBOG); 

- 4 - 

 

 

- Akontozahlungen nur dazu dienen, die laufenden Kosten des amtlichen Ver-

teidigers sicherzustellen, und zwar ungeachtet des von ihm betriebenen Auf-

wandes (Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2005.20 vom 1. Juni 2005 

E. 3);  

 

- es damit an einem anfechtbaren Beschwerdeobjekt fehlt, sodass auf die Be-

schwerde nicht einzutreten ist; 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichtskos-

ten zu tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO); 

 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 200.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG i.v.m. Art. 5 

und 8 Abs. 1 BStKR). 

 

  

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 21. Dezember 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Advokat A., unter Beilage einer Kopie von act. 9  

- Bundesanwaltschaft, unter Beilage einer Kopie von act. 9 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (Art. 79 BGG).