# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 762dc138-f670-5361-aef3-3d314a77fe44
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 16.10.2023 SK 2020 537
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-537_2023-10-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Beschluss
SK 20 537

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. Oktober 2023 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident i.V.)
Oberrichter Gerber, Oberrichterin Schwendener
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwältin B.________

Verurteilter/Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern SID, Kramgasse 20, 
3011 Bern

und

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 

Gegenstand Beschwerde gegen den Entscheid der Sicherheitsdirektion des 
Kantons Bern vom 12. November 2020 (2020.SIDGS.676)

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Erwägungen:

1. Mit Urteil vom 6. Juli 2018 wurde der Beschwerdeführer A.________ (nachfolgend 
Beschwerdeführer) durch das Obergericht des Kantons Bern wegen vorsätzlicher 
Brandstiftung, fahrlässiger Verursachung einer Explosion, Gehilfenschaft zu ver-
suchtem Betrug, falscher Anschuldigung, Erpressung, mehrfacher Nötigung, mehr-
facher Drohung, Beschimpfung sowie falschen Zeugnisses zu einer Freiheitsstrafe 
von 42 Monaten und einer Geldstrafe von 250 Tagessätzen zu CHF 80.00 verurteilt 
(amtliche Akten der Bewährungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justizvollzug 
des Kantons Bern [BVD], pag. 184 ff.). Die dagegen erhobene Beschwerde in 
Strafsachen wies das Bundesgericht mit Urteil vom 9. September 2019 ab, soweit 
es darauf eintrat (amtliche Akten BVD, pag. 290 ff.). Mit Aufgebots- und Vollzugs-
verfügung vom 8. Mai 2020 wurde der Beschwerdeführer von den BVD per 22. Juni 
2020 und mit Aufgebots- und Vollzugsverfügung vom 19. Mai 2020 per 20. Juli 
2020 zum Haftantritt aufgeboten (amtliche Akten BVD, pag. 310 f.). 

2. Am 16. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Aufschub des Voll-
zugs, eventualiter Vollzug in abweichender Form ein, welches die BVD am 2. Juli 
2020 bzw. am 9. Juli 2020 mit beschwerdefähiger Verfügung abwiesen (amtliche 
Akten BVD, pag. 314 ff.).

3. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 12. August 2020 bei der Sicherheitsdi-
rektion des Kantons Bern (SID; nachfolgend Vorinstanz) Beschwerde. Er beantrag-
te die Aufhebung der Verfügung der BVD vom 9. Juli 2020 sowie die Gutheissung 
des Gesuchs um Vollzugsaufschub, eventualiter die Prüfung seiner Hafterste-
hungsfähigkeit, eventualiter die Prüfung einer abweichenden Vollzugsform für den 
Vollzug der Freiheitsstrafe, subeventualiter die Rückweisung der Sache zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz mit der Anweisung, seine Hafterstehungsfähigkeit zu 
prüfen, subeventualiter die Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vor-
instanz mit der Anweisung, eine abweichende Vollzugsform für den Vollzug der 
Freiheitsstrafe zu prüfen (amtliche Akten SID, pag. 9 ff.).

4. Mit Verfügung vom 17. August 2020 forderte die Vorinstanz die BVD zur Einrei-
chung einer Vernehmlassung auf (amtliche Akten SID, pag. 21 f.). Diese beantrag-
ten am 31. August 2020 die Abweisung der Beschwerde (amtliche Akten SID, 
pag. 23 f.). Mit Verfügung vom 7. September 2020 (amtliche Akten SID, pag. 25 f.) 
wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit gegeben, innert Frist allfällige absch-
liessende Bemerkungen einzureichen, was er mit Eingabe vom 19. Oktober 2020 
tat (amtliche Akten SID, pag. 29 f.). Mit Entscheid vom 12. November 2020 wies die 
Vorinstanz die Beschwerde des Beschwerdeführers ab (amtliche Akten SID, 
pag. 31 ff.).

5. Gegen den Entscheid der Vorinstanz erhob der Beschwerdeführer am 16. Dezem-
ber 2020 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Bern und beantragte Folgen-
des (amtliche Akten SK 20 537, pag. 1 ff.):

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1. Der angefochtene Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID) vom 12. November 
2020 sei aufzuheben, das Gesuch um Vollzugsaufschub sei gutzuheissen und der Vollzug der 
Freiheitsstrafe des Beschwerdeführers sei aufzuschieben.

2. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid vom 12. November 2020 aufzuheben und zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

6. Gestützt auf diese Eingabe eröffnete die 1. Strafkammer am 21. Dezember 2020 
das Beschwerdeverfahren und forderte die Vorinstanz auf, innert Frist eine Stel-
lungnahme sowie die Vollzugsakten des Beschwerdeführers einzureichen (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 37 ff.).

7. Mit Schreiben vom 6. Januar 2021 beantragte die Vorinstanz mit Verweis auf ihre 
Ausführungen im angefochtenen Entscheid die kostenpflichtige Abweisung der Be-
schwerde (amtliche Akten SK 20 537, pag. 43 f.). 

8. Mit Verfügung vom 8. Januar 2021 wurde der Generalstaatsanwaltschaft Gelegen-
heit gegeben, innert Frist eine Stellungnahme zur Beschwerde und zur Vernehm-
lassung der Vorinstanz einzureichen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 49 ff.). Die 
Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 22. Januar 2021 unter 
Verweis auf die Begründung im angefochtenen Entscheid der Vorinstanz die kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf weitere Ausführungen 
(amtliche Akten SK 20 537, pag. 55).

9. Nach zweimaliger Erstreckung der mit Verfügung vom 25. Januar 2021 gewährten 
Frist (amtliche Akten SK 20 537, pag. 57 ff.) langte beim Obergericht die Replik des 
Beschwerdeführers vom 29. März 2021 ein (amtliche Akten SK 20 537, pag. 81 f.).

10. Mit Verfügung vom 7. April 2021 wurde festgestellt, dass seitens der Vorinstanz 
sowie der Generalstaatsanwaltschaft auf das Einreichen einer Duplik verzichtet 
wurde. Gleichzeitig wurde der Schriftenwechsel als abgeschlossen erachtet und 
unter Bekanntgabe der Zusammensetzung der schriftliche Entscheid der Kammer 
in Aussicht gestellt (amtliche Akten SK 20 537, pag. 111 ff.).

11. Mit Eingabe vom 19. Juli 2021 leiteten die BVD einen persönlich motivierten, ärztli-
chen Bericht des behandelnden Arztes des Beschwerdeführers, Dr. med. 
C.________, vom 8. Juli 2021 weiter (amtliche Akten SK 20 537, pag. 119 ff.). Ge-
stützt auf die Eingabe der BVD bzw. den Bericht von Dr. med. C.________ teilte 
die Verfahrensleitung den Parteien mit Verfügung vom 20. August 2021 mit, es 
werde beabsichtigt, beim Forensisch-Psychiatrischen Dienst der Universität Bern 
(FPD) einen Bericht bzw. ein Kurzgutachten zur Frage der Hafterstehungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers einzuholen (Akten SK 20 537, pag. 115 ff.). Mit Verfügung 
vom 30. August 2021 wurde in Aussicht gestellt, Dr. med. D.________ (unter Inter-
vision von Prof. Dr. med. E.________) damit zu beauftragen. Gleichzeitig erhielten 
die Parteien Gelegenheit, sachliche Ablehnungsgründe gegen die vorgesehenen 
Gutachter geltend zu machen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 133 ff.). Nachdem 
keine Einwände erhoben wurden (amtliche Akten SK 20 537, pag. 147 und 
pag. 155), beauftragte die Kammer mit Beschluss vom 15. Oktober 2021 den Vor-

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erwähnten mit der Begutachtung des Beschwerdeführers. Ebenso wurde den Par-
teien der beabsichtigte Fragenkatalog unterbreitet und Gelegenheit zur Stellung-
nahme gegeben (amtliche Akten SK 20 537, pag. 171 ff.). 

12. Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft als auch der Beschwerdeführer verzichteten 
mit Schreiben vom 19. Oktober 2021 bzw. 29. November 2021 auf eine Stellung-
nahme zu den vorgesehenen Fragen und beantragten auch keine Ergänzungen 
(amtliche Akten SK 20 537, pag. 181 und pag. 225). Die Vorinstanz beantragte 
demgegenüber mit Stellungnahme vom 26. Oktober 2021 zwei weitere Ergänzun-
gen sowie die Umformulierung einer Frage des unterbreiteten Fragenkatalogs 
(amtliche Akten SK 20 537, pag. 185 f.). 

13. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2021 erhob die Generalstaatsanwaltschaft keine 
Einwände gegen die von der Vorinstanz beantragten Ergänzungen (amtliche Akten 
SK 20 537, pag. 245). Der Beschwerdeführer verlangte demgegenüber deren Ab-
weisung, da sich der Fragenkatalog als genug detailliert und konkret erweise und 
damit keiner Ergänzungen oder Umformulierungen mehr bedürfe. Für den Fall, 
dass die Fragen dennoch zugelassen werden sollten, beantragte der Beschwerde-
führer, die von der Vorinstanz verlangte Umformulierung abzuweisen und stattdes-
sen die Frage als Ergänzung in den Fragenkatalog aufzunehmen (amtliche Akten 
SK 20 537, pag. 285 ff.). Mit begründetem Beschluss vom 22. Februar 2022 liess 
die Kammer die von der Vorinstanz beantragten zwei Ergänzungsfragen zu und 
nahm diese in den Fragenkatalog auf. Die beantragte Umformulierung wurde inso-
fern gutgeheissen, als dass diese – entsprechend dem Eventualantrag des Be-
schwerdeführers – als weitere Frage in den Fragenkatalog aufgenommen wurde 
(amtliche Akten SK 20 537, pag. 302 ff.). Mit Schreiben vom 10. März 2022 wurde 
Dr. med. D.________ mit der Begutachtung des Beschwerdeführers endgültig be-
auftragt (amtliche Akten SK 20 537, pag. 315 ff.).

14. Das bei Dr. med. D.________ in Auftrag gegebene Gutachten datiert vom 1. Juli 
2022 und langte am 7. Juli 2022 beim Obergericht des Kantons Bern ein (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 403 ff.). 

15. Mit Verfügung vom 8. Juli 2022 wurde den Parteien die Gelegenheit erteilt, zum 
Gutachten vom 1. Juli 2022 Ergänzungsfragen zu stellen (amtliche Akten SK 20 
537, pag. 477 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 
13. Juli 2022 darauf (amtliche Akten SK 20 537, pag. 487). Die Vorinstanz teilte mit 
Eingabe vom 18. Juli 2022 weitere Ergänzungsfragen mit, welche dem Gutachter 
zur Beantwortung zu unterbreiten seien (amtliche Akten SK 20 537, pag. 489 f.), 
ebenso der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. August 2022. Zusätzlich reich-
te der Beschwerdeführer eine (undatierte) Stellungnahme von Dr. med. 
C.________ zum forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 1. Juli 2022 ein, wel-
che später zu den Akten erkannt wurde (amtliche Akten SK 20 537, pag. 533 ff. 
und pag. 653).

16. Mit Verfügung vom 12. August 2022 erhielten die Parteien Gelegenheit zur Stel-
lungnahme zu den von der Vorinstanz sowie vom Beschwerdeführer beantragten 

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Ergänzungsfragen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 549 ff.). Die Generalstaatsan-
waltschaft teilte mit Schreiben vom 18. August 2022 mit, keine Einwände gegen die 
beantragten Ergänzungsfragen zu haben (amtliche Akten SK 20 537, pag. 559). 
Die Vorinstanz verlangte mit entsprechender Begründung die Abweisung der bean-
tragten Ergänzungsfragen des Beschwerdeführers (amtliche Akten SK 20 537, 
pag. 561 f.). Mit Schreiben vom 5. September 2022 teilte der Beschwerdeführer 
mit, gegen die Ergänzungsfragen der Vorinstanz grundsätzlich keine Einwände zu 
haben, verlangte jedoch die Präzisierung einer der Fragen (amtliche Akten SK 20 
537, pag. 575 ff.). Nachdem den Parteien mit Verfügung vom 6. September 2022 
nochmals Gelegenheit gegeben wurde, sich zu den jeweiligen Stellungnahmen zu 
äussern (amtliche Akten SK 20 537, pag. 579 ff.), teilte die Vorinstanz am 8. Sep-
tember 2022 mit, keine weiteren Anmerkungen zu haben und verwies auf ihre Stel-
lungnahme vom 18. August 2022 (amtliche Akten SK 20 537, pag. 585). Auch die 
Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 8. September 2022 auf 
weitere Bemerkungen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 591). Der Beschwerdefüh-
rer reichte mit Eingabe vom 20. Oktober 2022 abschliessende Bemerkungen ein 
(amtliche Akten SK 20 537, pag. 631 ff.). Mit begründetem Beschluss vom 15. No-
vember 2022 wurden die von der Vorinstanz beantragten Ergänzungsfragen ohne 
die vom Beschwerdeführer verlangte Präzisierung gänzlich und jene des Be-
schwerdeführers teilweise zugelassen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 649 ff.). Mit 
Schreiben vom 29. November 2022 wurden Dr. med. D.________ die Ergänzungs-
fragen der Parteien zur Beantwortung in Auftrag gegeben (amtliche Akten SK 20 
537, pag. 659 ff.).

17. Die Beantwortung der Ergänzungsfragen von Dr. med. D.________ langte am 
20. Dezember 2022 ein (amtliche Akten SK 20 537, pag. 671 ff.). Hierauf wurde 
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 22. Dezember 2022 Gelegenheit gege-
ben, seine Beschwerde vom 16. Dezember 2022 anhand der aktualisierten Lage zu 
ergänzen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 685 ff.). Seine Bemerkungen inkl. zu-
sätzlichen Unterlagen, namentlich einem weiteren Schreiben von Dr. med. 
C.________ vom 20. Februar 2023 sowie einem aktuellen Strafregisterauszug (da-
tierend vom 17. März 2022), reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
27. Februar 2023 ein. Neue Anträge stellte er nicht (amtliche Akten SK 20 537, 
pag. 727 ff.).

18. Den Parteien wurde mit Verfügung vom 28. Februar 2023 Gelegenheit zur Stel-
lungnahme zur Beschwerdeergänzung des Beschwerdeführers gegeben (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 753 ff.), was die Generalstaatsanwaltschaft mit Eingabe 
vom 3. März 2023 tat (amtliche Akten SK 20 537, pag. 761 ff.). Die Vorinstanz ver-
zichtete auf weitere Bemerkungen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 765). Dem Be-
schwerdeführer wurde mit Verfügung vom 24. März 2023 Gelegenheit zur Replik 
gegeben (amtliche Akten SK 20 537, pag. 769 ff.), worauf dieser mit Eingabe vom 
1. Mai 2023 verzichtete (amtliche Akten SK 20 537, pag. 815). 

19. Der Schriftenwechsel wurde mit Verfügung vom 5. Mai 2023 erneut als abge-
schlossen erachtet und der schriftliche Entscheid in Aussicht gestellt. Den Parteien 

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wurde überdies die neue Kammerzusammensetzung bekannt gegeben (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 829 ff.).

II.

20. Gemäss Art. 52 Abs. 1 des Gesetzes über den Justizvollzug (JVG; BSG 341.1) 
i.V.m. Art. 29 Abs. 1 Bst. c des Organisationsreglements des Obergerichts (OrR 
OG; BSG 162.11) beurteilen die Strafkammern des Obergerichts Beschwerden ge-
gen Verfügungen und Beschwerdeentscheide der SID im Bereich des Justizvoll-
zugs. Die 1. Strafkammer ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
zuständig. Das Verfahren richtet sich gemäss Art. 53 JVG nach dem Gesetz über 
die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21), soweit das JVG keine besonde-
ren Bestimmungen enthält. Namentlich finden die Art. 79 und Art. 80 bis 84a VRPG 
sinngemäss Anwendung (Art. 86 Abs. 2 VRPG).

21. Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht (vgl. Art. 52 Abs. 1 JVG). Der Be-
schwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist vom ange-
fochtenen Entscheid direkt betroffen und als unterlegene Partei zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 79 Abs. 1 VRPG).

22. Auf die Beschwerde vom 16. Dezember 2020 inkl. Ergänzungen vom 27. Februar 
2023 ist einzutreten. Die Kognition der Kammer richtet sich nach Art. 80 VRPG.

23. Der Vollständigkeit halber sei hinsichtlich des Streitgegenstands erwähnt, dass es 
vorliegend lediglich noch um die Frage der Hafterstehungsfähigkeit des Beschwer-
deführers geht. Die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers erachtete den Sach-
verhalt mit Eingabe vom 27. Februar 2023 (ebenfalls) als genügend abgeklärt, 
nachdem die Kammer zufolge der Eingabe der BVD vom 19. Juli 2021 ein ergän-
zendes Gutachten einholen liess, und reichte nur noch ergänzende Bemerkungen 
zur Frage der Hafterstehungsfähigkeit ein. Auf die Rügen in der Beschwerde vom 
16. Dezember 2020, wonach die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig und un-
richtig festgestellt habe und verpflichtet gewesen wäre, ein neues Gutachten ein-
zuholen, wird daher mangels Rechtsschutzinteresses nicht mehr eingegangen. Mit 
Blick auf die in der Beschwerde vom 16. Dezember 2020 gestellten Anträge und 
deren Begründung sowohl in der Beschwerde vom 16. Dezember 2020 als auch in 
der Ergänzung vom 27. Februar 2023 bildet die Prüfung einer abweichenden Voll-
zugsform für den Vollzug der Freiheitsstrafe zudem ebenfalls nicht mehr Gegen-
stand des oberinstanzlichen Beschwerdeverfahrens.

III.

24. Mit Beschwerde vom 16. Dezember 2020 rügte der Beschwerdeführer die vor-
instanzliche Abweisung seines Gesuchs um Vollzugsaufschub. Begründend führte 
er dazu im Wesentlichen aus, er habe mit Gesuch vom 16. Juni 2020 einen Arztbe-
richt seines behandelnden Psychiaters, Dr. med. C.________, eingereicht, wel-
chem zu entnehmen sei, dass diagnostisch eine schwere Depression mit Suizida-

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lität und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit Aggressionshemmung, Im-
pulshaftigkeit und posttraumatischen Anteilen vorliege. Seine auf sein Leiden fo-
kussierten Gedanken könne er, der Beschwerdeführer, nicht abschalten, weswe-
gen er entsprechend an einem chronischen, massiven Spannungszustand leide. 
Gemäss Arztbericht, welcher vom 9. Juni 2020 datiere, würden die psychischen 
Leiden auf einem Kriegstrauma gründen, welches er, der Beschwerdeführer, seit 
den im Kindesalter gemachten Kriegserfahrungen des ________ (Krieg) mit sich 
trage. Gemäss Arztbericht habe der Erhalt der Aufgebots- und Vollzugsverfügung 
die Suizidalität stark akzentuiert. Vermutungsweise sei das psychische Leiden des 
Beschwerdeführers anlässlich des Gerichtsverfahrens und er in seiner Wesensart 
nicht richtig erfasst worden. Dessen Erscheinungsbild und Erleben würden diver-
gieren, der Beschwerdeführer fühle sich zudem ausserstande, mit Behördenmit-
glieder alleine zu reden. Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, seine be-
reits Jahre zurückliegenden Angaben zum Gesundheitszustand dürften nicht als 
verlässliche Angabe zur Beurteilung seiner psychischen Gesundheit herangezogen 
werden. Dass er diesen gegen aussen vorzugsweise als «gut» bezeichnet habe, 
statt seine psychischen Leiden darzulegen, gründe lediglich in seiner Wesensart, 
die ihn gegen aussen keine Schwäche zeigen lasse. Es liege in der Natur und sei 
offensichtlich, dass derart gravierende Kriegstraumata bei simplen Fragen nach 
dem Gesundheitszustand von Betroffenen nicht zwingend erwähnt würden. Dahin-
gehend habe sich auch Dr. med. C.________ in seinem Arztbericht vom 14. De-
zember 2020 geäussert, in welchem er zu zwei Punkten des Beschwerdeentschei-
des vom 12. November 2020 Stellung genommen habe. Es sei eine Tatsache, 
dass traumatisierte Menschen sich nur schwer über ihre Verletzungen äussern 
könnten. Die floskelhaften Angaben des Beschwerdeführers zum Gesundheitszu-
stand würden, so Dr. med. C.________, darin gründen, dass er sein psychisches 
Leiden nur schwer formulieren könne. Der Beschwerdeführer erwog, es sei folglich 
nachvollziehbar, dass ihm die Thematisierung seines psychischen Leidens ge-
genüber fremden Behördenmitgliedern umso schwerer gefallen sei und er die Fra-
gen nach seinem Gesundheitszustand jeweils pauschal mit «gut» beantwortet ha-
be. Gesamthaft sei somit nicht ersichtlich, inwiefern aufgrund seiner vor vielen Jah-
ren gemachten Aussagen zu seinem Gesundheitszustand Rückschlüsse auf seine 
tatsächliche psychische Gesundheit im heutigen Zeitpunkt gezogen werden könn-
ten. Ohnehin sei nicht seine Krankheitsgeschichte, sondern der momentane Ge-
sundheitszustand sowie die diesbezüglichen künftigen Entwicklungen im Hinblick 
auf den Eintritt in den Strafvollzug relevant.

Weiter machte der Beschwerdeführer geltend, er leide wie erwähnt an einer dia-
gnostizierten schweren Depression mit Suizidalität und einer kombinierten Persön-
lichkeitsstörung mit Aggressionshemmung, Impulsfähigkeit und posttraumatischen 
Anteilen. Wie ebenfalls bereits erwähnt, habe sich die Suizidalität gemäss Arztbe-
richt vom 9. Juni 2020 seit Erhalt der Aufgebots- und Vollzugsverfügung stark ak-
zentuiert und er, der Beschwerdeführer, bringe sich gemäss Arztbericht im Ge-
fängnis mit Sicherheit um. Da bereits der Erhalt dieser Verfügung zu einer derart 
gravierenden Verschlechterung geführt habe, sei im Falle des Vollzugs mit erhebli-
cher Wahrscheinlichkeit mit einer Gefährdung seines Lebens oder seiner Gesund-
heit zu rechnen. Aktenkundig habe ein in der Schweiz zugelassener und anerkann-

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ter Psychiater ihm diverse psychische Leiden attestiert und sei zum Schluss ge-
langt, dass die Hafterstehungsfähigkeit klar nicht gegeben sei. Diese stehe einem 
Strafvollzug entgegen und führe zu einem Vollzugsaufschub. Damit würden sich 
auch weitergehende Ausführungen zur von der Vorinstanz vorgenommenen Inter-
essenabwägung, wonach selbst bei Annahme der Hafterstehungsunfähigkeit der 
staatliche Strafanspruch überwiegen würde, erübrigen. Der Vollständigkeit halber 
sei jedoch erwähnt, dass der Vorinstanz nicht beigepflichtet werden könne, weil sie 
das öffentliche Interesse an der Durchsetzung des staatlichen Vollzugsauftrags ge-
genüber den Rechtsgütern von ihm, dem Beschwerdeführer, zu hoch gewichtet 
habe. Diesbezüglich sei auf Art. 7 des Gesuchs um Vollzugsaufschub vom 16. Juni 
2020 sowie den Arztbericht vom 9. Juni 2020 hinzuweisen, woraus eindeutig er-
sichtlich sei, dass bei ihm zum heutigen Zeitpunkt keine Rückfallgefahr bestehe 
und auch die Frage der Entweichungsgefahr eindeutig zu verneinen sei (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 4 ff.).

In seiner Beschwerdeergänzung vom 27. Februar 2023 bezog sich der Beschwer-
deführer vorab auf die medizinischen Erkenntnisse aus dem eingeholten Gutachten 
vom 1. Juli 2022 und führte sodann im Wesentlichen aus, es sei nach wie vor da-
von auszugehen, dass der Strafvollzug sein Leben und seine Gesundheit gefährde. 
Die Einschätzung von Dr. med. C.________, wonach sich die Suizidalität ab dem 
Zeitpunkt des Strafantritts stark akzentuieren würde, sei durch das Gutachten 
bestätigt worden. Zwar schlage der Gutachter suizidpräventive Massnahmen vor, 
füge jedoch an, dass auch bei optimaler Versorgung die Suizidgefährdung im Ver-
gleich zur Allgemeinbevölkerung bereits zum aktuellen Zeitpunkt erhöht sei und es 
auch mittel- bis langfristig bleiben werde. Bei ihm, dem Beschwerdeführer, sei 
gemäss Gutachter im Vergleich zum «durchschnittlichen Inhaftierten» mit einem 
höheren Suizidrisiko zu rechnen. Weiter führte der Beschwerdeführer aus, die 
psychiatrisch-psychotherapeutische bzw. psychopharmakologische Behandlung im 
Vollzug wäre wohl grundsätzlich gewährleistet, jedoch sei davon auszugehen, dass 
er diese Behandlung ablehnen würde, zumal er auch beim aktuell behandelnden 
Psychiater, Dr. med. C.________, beträchtliche Zeit gebraucht habe, ein Vertrau-
ensverhältnis aufzubauen und sich zu öffnen. Der Gutachter habe festgehalten, 
dass eine Verweigerung der Behandlung im intramuralen Setting nicht ausge-
schlossen werden könne und die Überwachungsmassnahmen bei akuter Suizida-
lität, z.B. in einer Sicherheitszelle, bei längerer Dauer einschneidend sein könnten. 
Da davon auszugehen sei, dass er, der Beschwerdeführer, im Strafvollzug immer 
wieder von neuen bzw. wechselnden Betreuungspersonen des medizinischen 
Dienstes betreut werden würde, was ihm den Aufbau eines Vertrauensverhältnis-
ses verunmögliche und bei ihm mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer Ableh-
nungs- bzw. Verweigerungshaltung führen würde, sei nicht davon auszugehen, 
dass die stützenden therapeutischen Massnahmen und Kriseninterventionen den 
gewünschten Effekt erzielen könnten. Da eine mittelschwere psychische Störung 
vorliege und er, der Beschwerdeführer, die psychiatrisch-psychotherapeutische 
bzw. psychopharmakologische Behandlung unter Haftbedingungen mit grosser 
Wahrscheinlichkeit ablehnen werde, sei nach wie vor von einer Hafterstehungsun-
fähigkeit auszugehen. Zu diesem Schluss gelange auch Dr. med. C.________ in 
seinem Bericht vom 20. Februar 2023.

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Der Beschwerdeführer erwog weiter, gemäss Gutachter sei zwar nicht davon aus-
zugehen, dass ein Aufschub der Strafe die medizinische und psychosoziale Situa-
tion relevant verändern könne. Ob dem letztendlich so sei, könne jedoch offenge-
lassen werden, zumal es nichts an der aktuellen Situation ändere, welche einen 
Haftantritt nicht zulasse. Massgebend für die Bejahung eines Haftantritts sei die 
Frage nach der aktuellen Hafterstehungsfähigkeit und nicht, ob bei einem Haftauf-
schub eine relevante Verbesserung der psychischen Situation zu erwarten sei. 

Zur Interessenabwägung zwischen seiner Hafterstehungsunfähigkeit einerseits und 
dem staatlichen Strafanspruch andererseits hielt der Beschwerdeführer ferner fest, 
bei ihm bestehe zum heutigen Zeitpunkt keine Rückfallgefahr. Das dem hier zur 
Diskussion stehenden Vollzug zugrundeliegende Delikt liege bereits zehn Jahre 
zurück und sei im Strafregister nicht mehr verzeichnet. Dem Strafregisterauszug 
vom 17. März 2022 sei zudem zu entnehmen, dass seit November 2018 keine 
neuen Einträge verzeichnet worden seien, was seinen durchgemachten Sinnes-
wandel bestätige und aufzeige, dass er sich zum Besseren verändert habe. Die 
Rückfallgefahr müsse damit verneint werden, ebenso die Frage der Entweichungs-
gefahr. Er, der Beschwerdeführer, sei in der Schweiz tief verwurzelt, führe ein sta-
biles, intaktes und liebevolles Familienleben und sei seit 20 Jahren glücklich mit 
seiner Ehefrau verheiratet. Sowohl seine Ehefrau als auch die beiden Kinder wür-
den über die Schweizerische Staatsbürgerschaft verfügen. Seine Rolle als Vater 
nehme er sehr ernst und engagiere sich massgebend im Alltag der beiden Kinder. 
Der ältere Sohn habe eine psychische Beeinträchtigung und sei zwingend auf die 
Unterstützung der Eltern angewiesen. Weiter machte der Beschwerdeführer gel-
tend, er verfüge über ein grosses soziales Netzwerk und sei auch beruflich gut in-
tegriert. Er arbeite als Lastwagenchauffeur und seine Familie sei noch nie von der 
Sozialhilfe unterstützt worden. Er habe keine Betreibungsregistereinträge und sei 
laufend dran, seine Schulden, die aufgrund des dem hier zur Diskussion stehenden 
Vollzug zugrundeliegenden Delikts entstanden seien, abzuzahlen. Wenn er die 
Flucht hätte ergreifen wollen, hätte er dies längstens getan. Da er diesfalls jedoch 
alles verlieren würde, sei klar davon auszugehen, dass keine Fluchtgefahr bestehe. 
Abschliessend erwog der Beschwerdeführer, seine persönlichen Interessen würden 
aufgrund des Gesagten den staatlichen Strafanspruch überwiegen und der Voll-
zugsaufschub erweise sich somit als verhältnismässig. Der angefochtene Ent-
scheid sei deshalb aufzuheben, das Gesuch um Vollzugsaufschub gutzuheissen 
und der Vollzug der Freiheitsstrafe aufzuschieben.

25. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid vom 12. November 2020 vorab 
zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers fest, dieser habe seit Einleitung 
des Strafverfahrens im Mai 2012 anlässlich seiner Einvernahmen jeweils angege-
ben, er sei gesund. Von psychischen Problemen, Kriegstraumata, posttraumati-
schen Belastungen, Persönlichkeitsstörungen oder gar Suizidalität sei keine Rede 
gewesen. Auch während der Dauer der 23-tägigen Untersuchungshaft seien die 
nun geltend gemachten Störungen nie thematisiert worden und offenbar auch nicht 
in Erscheinung getreten. Nach der erstinstanzlichen Verurteilung durch das Regio-
nalgericht Bern-Mittelland am 25. November 2016 zu einer Freiheitsstrafe von 
42 Monaten habe der Beschwerdeführer lediglich Probleme mit dem Herzen und 

10

der Atmung angegeben, weswegen er auch in ärztlicher Behandlung sei. Er führe 
diese Leiden auf die ganzen Vorfälle und den damit verbundenen Stress und die 
psychische Belastung zurück. Gegenüber dem Obergericht habe er seine Gesund-
heit ausdrücklich als «gut» bezeichnet, dies im Wissen sowohl um seine drohende 
langjährige Freiheitsstrafe wie auch um seine absehbare Wegweisung aus der 
Schweiz. Weder der Beschwerdeführer noch seine Verteidigung oder Dr. med. 
C.________ hätten die psychischen Probleme jemals gegenüber der Polizei, der 
Staatsanwaltschaft oder dem Haft-, Regional-, Ober- oder Bundesgericht erwähnt. 
Dr. med. C.________ habe dem Beschwerdeführer zufolge der Belastungen durch 
das Strafverfahren lediglich diverse Arbeitsunfähigkeiten attestiert, ohne ihn jedoch 
dazu anzuregen, die angeblich seit seiner Kindheit bei ihm bestehenden, schwer-
wiegenden psychischen Störungen, die gemäss seiner (ärztlichen) Meinung nach 
bei Weitem genügend gravierend gewesen seien, um eine vollständige (juristische) 
Hafterstehungsunfähigkeit zu bewirken, gegenüber den Strafbehörden oder seiner 
Verteidigung zu erwähnen, obwohl er dies nun als «Mangel im Strafverfahren» rü-
ge, was seltsam anmute.

Ungeachtet der seltsam anmutenden Begleitumstände sowie der Tatsache, dass 
Dr. med. C.________ mit seinen Ausführungen zur Hafterstehungsfähigkeit über 
seine Kompetenzen hinausgehe, vermöge – so die Vorinstanz weiter – selbst ein 
vollständiges Abstellen auf seine Diagnose keine Hafterstehungsunfähigkeit des 
Beschwerdeführers zu bewirken, da seine psychischen Leiden auch im Strafvollzug 
behandelt werden könnten. Im Falle einer akut auftretenden Suizidalität könnten 
durch die jeweilige Vollzugseinrichtung entsprechende Massnahmen getroffen 
werden. Was die weiteren von Dr. med. C.________ diagnostizierten Störungen 
betreffe, sei festzuhalten, dass diese bis anhin nie derart schwerwiegend einge-
schätzt worden seien, dass sie vom Beschwerdeführer, dessen Verteidigung oder 
Dr. med. C.________ thematisiert worden wären. Auch die zuständigen Strafver-
folgungsbehörden und Gerichte hätten keine Anzeichen erblickt, die eine Abklärung 
des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers als notwendig hätten erscheinen 
lassen. Die geltend gemachten Leiden würden damit erheblich relativiert, insbe-
sondere das Vorbringen, wonach aufgrund der Erlebnisse im Krieg bereits der Ge-
danke an eine Inhaftierung zu akuter Suizidalität führen würde. Zudem seien die 
angeblich seit der Kindheit bestehenden Störungen bis anhin einzig im Rahmen der 
durch Dr. med. C.________ durchgeführten Gesprächstherapie behandelt worden. 
Es sei daher nicht ersichtlich, weshalb diese Behandlung nicht auch im Rahmen 
einer vollzugsbegleitenden ambulanten (Gesprächs-)Therapie weitergeführt wer-
den könnte (amtliche Akten SID, pag. 39 ff.).

Abschliessend erwog die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer zwar an ver-
schiedenen Störungen leide und wohl auf eine vollzugsbegleitende ambulante The-
rapie – sowie gegebenenfalls auf die Einnahme von psychopharmazeutischen Me-
dikamenten – angewiesen sei, diese Umstände aber offensichtlich keine Hafterste-
hungsunfähigkeit zur Folge hätten, da nicht mit beträchtlicher Wahrscheinlichkeit 
damit zu rechnen sei, dass der Strafvollzug das Leben oder die Gesundheit des 
Beschwerdeführers gefährde. Selbst wenn dem so wäre, ergäbe die dann vorzu-
nehmende Interessenabwägung angesichts der Art, der Schwere und der Vielzahl 

11

der begangenen Straftaten ein Überwiegen des staatlichen Strafanspruchs (amtli-
che Akten SID, pag. 41).

In ihrer Vernehmlassung vom 6. Januar 2020 zur Beschwerde des Beschwerdefüh-
rers führte die Vorinstanz aus, die Stellungnahme von Dr. med. C.________ vom 
14. Dezember 2020 vermöge an den Feststellungen im angefochtenen Entscheid 
nichts zu ändern. Selbst wenn der Beschwerdeführer seine Leiden nur schwer for-
mulieren könne, bleibe der Umstand, dass dessen angeblich seit frühster Kindheit 
bestehenden schwerwiegenden (Kriegs-)Traumata in den letzten Jahren nie the-
matisiert worden seien, auch nicht von der Rechtsvertretung oder dem behandeln-
den Arzt. Diese Traumata hätten sich zudem nie in belastenden oder Stresssituati-
onen wie den ausführlichen und langandauernden Befragungen durch die Polizei, 
die Staatsanwaltschaft oder den Haft- oder Sachrichter gezeigt, ebenso nicht 
während der 23-tägigen Untersuchungshaft. Dies, obwohl sich der Beschwerdefüh-
rer gemäss Dr. med. C.________ in Haft mit Sicherheit umbringen werde (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 43).

26. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Stellungnahme vom 22. Januar 2021 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf weitere Aus-
führungen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 55). Mit Stellungnahme vom 3. März 
2023 hielt sie zum Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach seine persönlichen 
Interessen den staatlichen Strafanspruch überwiegen würden, zumal seit der Tat 
zehn Jahre vergangen seien und er nicht hafterstehungsfähig sei, zusammenge-
fasst fest, die Gutachter würden diverse Empfehlungen betreffend suizidpräventive  
Massnahmen machen und es werde ausgeführt, unter welchen Bedingungen der 
Strafvollzug im vorliegenden Fall durchgeführt werden könne. Weiter gab die Gene-
ralstaatsanwaltschaft die Schuldsprüche sowie einige sachverhaltliche Umstände 
der für den hier zur Diskussion stehenden Vollzug zugrundeliegenden Delikte wie-
der und schloss daraus, der Strafanspruch sei nach wie vor als hoch anzusehen 
(amtliche Akten SK 20 537, pag. 760 ff.).

27. Dr. med. C.________ führte in seinem Bericht «Attestierung der Hafterstehungsun-
fähigkeit» vom 9. Juni 2020 aus, der Beschwerdeführer sei ihm seit Dezember 
2015 bekannt, da er aufgrund des Strafverfahrens unter grossem psychischem 
Druck gestanden habe. Er habe wiederholt eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Sein 
Delikt habe der Beschwerdeführer nie abgestritten, habe jedoch das Strafmass im 
Vergleich zu seinen Mittätern als ungerecht empfunden; seither sei er suizidal. Er 
habe intensiv begonnen zu kämpfen, um den Landesverweis zu verhindern und ei-
nen alternativen Strafvollzug zu erhalten. Er habe etwas gelernt und es bestehe 
keine Rückfallgefahr für deliktisches Verhalten. Diagnostisch würden beim Be-
schwerdeführer eine schwere Depression mit Suizidalität sowie eine kombinierte 
Persönlichkeitsstörung mit Aggressionshemmung, Impulshaftigkeit und posttrauma-
tischen Anteilen vorliegen. Seine auf sein Leiden fokussierten Gedanken könne er 
nicht abschalten und leide entsprechend an einem chronischen, massiven Span-
nungszustand. Mit acht Jahren sei der Beschwerdeführer im Krieg gewesen, unter 
anderem acht Monate in einem Gefangenenlager. Er sei in einem Raum von 25m2 
mit 50 Gefangenen eingepfercht gewesen und habe im benachbarten Raum tote 

12

Kinder und Frauen ohne Kopf und Arme gesehen. Er habe gesehen, wie Frauen 
von Soldaten vergewaltigt und Gefangene von Serben totgeschlagen worden sei-
en. An einem Abend habe er flüchten können, habe die Mutter verloren, später 
aber die Grosseltern mütterlicherseits gefunden. Noch heute träume er davon und 
zucke zusammen. Seit dem Gerichtsentscheid sei der Beschwerdeführer suizidal. 
Er beklage durchgehend, dass es für ihn nicht erträglich sei, ins Gefängnis zu 
kommen, von der Familie getrennt sowie des Landes verwiesen zu werden. Der 
Erhalt der Aufgebots- und Vollzugsverfügung vom 19. Mai 2020 habe die Suizida-
lität stark akzentuiert. Er könne nicht ins Gefängnis und könne nicht eingesperrt 
sein, andernfalls er sich mit Bestimmtheit umbringen würde. Dieses Leiden des Be-
schwerdeführers könne von ihm, Dr. med. C.________, psychotherapeutisch und 
pharmakotherapeutisch nicht aufgefangen werden. Auch eine Klinikeinweisung 
würde seines Erachtens kaum Beruhigung bringen. Die Hafterstehungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers sei somit klar nicht gegeben. Um diese herstellen zu kön-
nen, bedürfe es aus therapeutischer Sicht einer systematischen Zusammenarbeit. 
Der Beschwerdeführer müsse in seinem Leiden angehört werden. Er sehe sich 
ausserstande, mit Behördenmitgliedern alleine zu reden und fürchte, auszurasten. 
Diese Angst sei ernst zu nehmen, weshalb er, Dr. med. C.________, im Einver-
ständnis des Beschwerdeführers seine Zusammenarbeit anbiete. Ein vorüberge-
hender Aufschub des Strafvollzugs könne sinnvoll sein, zumal dem Beschwerde-
führer damit die Möglichkeit gegeben werde, mit der Situation besser klar zu kom-
men. Ein Aufschub alleine werde jedoch kaum zielführend sein, um das seelische 
Leid zu erfassen und zu bewältigen. Im Sinne einer persönlichen Bemerkung hielt 
Dr. med. C.________ abschliessend fest, er vermute, dass das psychische Leiden 
des Beschwerdeführers anlässlich des Gerichtsverfahrens nicht erfasst worden sei. 
Jedenfalls sei ihm kein psychiatrisches Gutachten bekannt, womit ein Mangel vor-
liege (amtliche Akten BVD, pag. 324 f.).

In seiner Eingabe vom 14. Dezember 2020 führte Dr. med. C.________ mit Bezug 
auf den Entscheid der Vorinstanz vom 12. November 2020 aus, die Persönlichkeit 
des Beschwerdeführers sei in der Kindheit aufgrund der Kriegserfahrung trauma-
tisch geprägt worden. Es sei eine Tatsache, dass traumatisierte Menschen sich nur 
schwer über ihre Verletzungen äussern könnten. Der Schutzmechanismus könne 
sich unter der psychischen Verhärtung mit Schweigen und Aggressionshemmung 
zeigen. Es liege in der Persönlichkeit des Beschwerdeführers begründet, dass er 
sein psychisches Leiden, insbesondere auch gegenüber Autoritätspersonen, nur 
schwer formulieren könne und seine Gesundheit floskelhaft als gut beurteile. 
Dr. med. C.________ empfahl, das psychische Leiden des Beschwerdeführers mit 
Sorgfalt und Besonnenheit zu behandeln, was vom erwähnten Entscheid nicht er-
fasst worden sei. Im Übrigen verwies er auf seine Eingabe vom 9. Juni 2020 (amtli-
che Akten SK 20 537, pag. 31 ff.).

Am 8. Juli 2021 schrieb Dr. med. C.________ einen persönlich motivierten, ärztli-
chen Bericht zum Beschwerdeführer und hielt darin fest, dieser sei einsichtig, eine 
Straftat begangen zu haben. Das Gerichtsurteil wirke übermässig hart und das 
Bundesgericht habe seiner Ansicht nach nicht korrigierend eingegriffen. Dr. med. 
C.________ vermutete, dass die psychiatrische Situation durch das Gericht nicht 
berücksichtigt worden sei, mithin das Kriegstrauma sowie die Flucht mit deren 

13

Auswirkungen auf die Lebensentwicklung des Beschwerdeführers. Es bestehe so-
dann keine Rückfallgefahr in deliktisches Verhalten. Sowohl die Gefängnisstrafe als 
auch der Landesverweis seien unnötig, um ein straffälliges Verhalten zu korrigie-
ren; dies widerspreche gar einem sozialrehabilitativen Strafvollzug und der Be-
schwerdeführer sei durch die finanzielle Belastung bestraft. Einzeltherapeutisch 
könne er, Dr. med. C.________, die Zuspitzung des psychischen Leidens nicht auf-
fangen. Eine psychopharmakologische oder stationäre psychiatrische Behandlung 
sei zudem nicht indiziert (amtliche Akten SK 20 537, pag. 121).

Mit Eingabe vom 12. August 2022 reichte der Beschwerdeführer in der Beilage eine 
(undatierte) Stellungnahme von Dr. med. C.________ zum Gutachten vom 1. Juli 
2022 ein. Dieser hielt darin fest, das Gutachten erfasse die Situation des Be-
schwerdeführers gut. Auch die Suizidalität werde erkannt, ebenso, dass diese mit-
tel- bis längerfristig erhöht bleiben werde. Die Aussage, dass ein Haftaufschub kei-
ne Verbesserung bringen werde, sei nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer drän-
ge jedoch stark auf einen Haftaufschub, was seine Ernsthaftigkeit der Suizidalität 
unterstreiche. Die vorgeschlagenen suizidpräventiven Massnahmen seien in Ord-
nung, würden jedoch kaum erfolgreich sein, zumal zu berücksichtigen sei, dass es 
nicht nur um eine Gefängnisstrafe gehe, sondern auch um eine Ausschaffung. 
Durch diese werde die soziale Ausgliederung gefördert und konsekutiv die Suizida-
lität verstärkt. Aus seiner Sicht sei, so Dr. med. C.________ weiter, die Prognose 
schlecht, dass der Beschwerdeführer den Strafvollzug überleben werde. Die Pro-
gnose könne nur durch juristische Massnahmen günstig beeinflusst werden, mithin 
einem möglichst offenen Vollzug und der Aufhebung der Ausschaffung (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 337).

Mit Schreiben vom 20. Februar 2023, welches der Eingabe des Beschwerdeführers 
vom 27. Februar 2023 beigelegt wurde, attestierte Dr. med. C.________ nochmals 
die Hafterstehungsunfähigkeit des Beschwerdeführers (amtliche Akten SK 20 537, 
pag. 737).

28. Im Gutachten vom 1. Juli 2022, verfasst durch Dr. med. D.________, wurden vorab 
die vorhandenen juristischen und administrativen Akten, die ärztlichen Berichte, die 
Angaben des Beschwerdeführers sowie der Inhalt eines Telefongesprächs zwi-
schen Dr. med. D.________ und Dr. med. C.________ wiedergegeben. Was die 
psychiatrischen Diagnosen zum Beschwerdeführer betrifft, gelangte Dr. med. 
D.________ zum Ergebnis, aus gutachterlicher Sicht könne keine manifeste Per-
sönlichkeitsstörung (nach ICD-10) bestätigt werden. Die Angaben des Beschwer-
deführers über seine frühere Impulsivität («schnell aggressiv werden»), die sich 
später gebessert haben solle, sei im Sinne von akzentuierten Persönlichkeitszügen 
zu verstehen. Ob beim Beschwerdeführer eine Traumafolgestörung vorliege, konn-
te vom Gutachter nicht abschliessend beurteilt werden, zumal weitere Informati-
onsquellen in Bezug auf die traumatischen Ereignisse nicht vorliegen würden. 
Wenn man den Angaben des Beschwerdeführers folge, so seien gewisse diagnos-
tische Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung zumindest in den letz-
ten Jahren erfüllt gewesen; ob dies auch in der Vergangenheit dauerhaft der Fall 
gewesen sei, könne nicht beurteilt werden. Weiter gelangte Dr. med. D.________ 
zum Ergebnis, dass beim Beschwerdeführer eine mittelschwere depressive Episo-

14

de vorliege. Unter Berücksichtigung der anamnestischen und fremdanamnesti-
schen Angaben sei vom Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung, ak-
tuell mittelgradige Episode, auszugehen. Gegen das Vorliegen einer schweren de-
pressiven Episode spreche die weiterhin erhaltene Funktionsfähigkeit des Be-
schwerdeführers im Alltag. Zusätzlich bestehe sodann ein regelmässiger Gebrauch 
von ärztlich verordneten Benzodiazepinen. Zum Schweregrad der psychischen 
Störung hielt Dr. med. D.________ fest, aus gutachterlicher Sicht sei davon auszu-
gehen, dass beim Beschwerdeführer zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine hohe bis 
sehr hohe Basissuizidalität bestehe. Als suizidpräventive Massnahmen empfahl er 
im konkreten Fall die Unterbringung in einer Institution ohne hohe Überbelegung 
und die Möglichkeit einer sinnvollen Tagesbeschäftigung sowie anfänglich die Un-
terbringung in einer Mehrfachzelle. In Bezug auf die Suizidalität schlug Dr. med. 
D.________ ein Suizidmonitoring durch regelmässige psychiatri-
sche/psychologische Konsultationen sowie regelmässige Kontakte mit dem Be-
treuungspersonal (Betreuung und medizinischer Dienst) vor. Um die Suizidalität 
auch im Vollzug behandeln zu können, wurde sodann eine zeitnahe Einleitung ei-
ner psychotherapeutischen/psychiatrischen Behandlung nach Antritt der Haftstrafe, 
die Behandlung einer psychischen Grundstörung beispielsweise durch Antidepres-
siva oder angstlösende Medikation sowie die Unterstützung durch den zuständigen 
Sozialdienst angeregt. Bei krisenhafter Zuspitzung der Suizidalität wies Dr. med. 
D.________ schliesslich auf die Möglichkeit einer engmaschigen Überwachung in-
nerhalb der Haftanstalt oder die Verlegung in eine entsprechende klinische Einrich-
tung (BEWA, Inselspital oder Etoine, UPD) hin. Auch bei optimaler Versorgung sei 
beim Beschwerdeführer die Suizidgefährdung im Vergleich zur Allgemeinbevölke-
rung bereits zum aktuellen Zeitpunkt erhöht und werde auch mittel- und langfristig 
erhöht bleiben. Angesichts der erheblichen psychosozialen Belastungsfaktoren 
(drohende Inhaftierung, Ausschaffung, hohe Schulden) sei nicht davon auszuge-
hen, dass ein Aufschub der Strafe die medizinische und psychosoziale Situation 
des Beschwerdeführers relevant verändern könne. Insbesondere stünden praktisch 
nur stützende therapeutische Massnahmen und Kriseninterventionen zur Verfü-
gung. Eine relevante Verbesserung der psychischen Störung im Falle des Haftauf-
schubs erscheine wenig wahrscheinlich.

Im Rahmen der Beantwortung der mit dem Gutachtensauftrag gestellten Fragen 
führte Dr. med. D.________ aus, beim Beschwerdeführer werde von einer mittel-
schweren funktionellen Ausprägung der psychischen Störung ausgegangen. Er sei 
nach wie vor mehrheitlich in der Lage, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Al-
lerdings würden zunehmende Schwierigkeiten im interpersonellen Bereich sowie im 
familiären Kontext bestehen. Der Beschwerdeführer sei durch depressive Sympto-
me, Ängste, Spannungszustände sowie Schlafstörungen beeinträchtigt. Es sei da-
von auszugehen, dass bei ihm aufgrund der biografischen, psychosozialen und 
Krankheitsfaktoren eine im Vergleich zur Allgemeinpopulation erhöhte Suizidge-
fährdung vorliege. Die Inhaftierung werde die psychische Symptomatik sehr wahr-
scheinlich zumindest vorübergehend verschlechtern. Insbesondere sei bzw. müsse 
mit einer Zunahme der depressiven und Angstsymptomen (Klaustrophobie) bzw. 
suizidalen Krisen gerechnet werden. Irreversible Schädigungen seien in Haft vor-
stellbar. Das Risiko für suizidale oder selbstverletzende Handlungen sei in der 

15

Haftpopulation grundsätzlich deutlich erhöht. Beim Beschwerdeführer sei auch im 
Vergleich zum «durchschnittlichen Inhaftierten» mit einem höheren Suizidrisiko zu 
rechnen. Erwähnenswert sei dabei, dass inhaftierte psychisch erkrankte Personen 
mit Suizidalität und/oder selbstverletzendem Verhalten in den Schweizer Haftan-
stalten keine Seltenheit darstellen würden. Die konkrete Ausführungswahrschein-
lichkeit könne jedoch nicht angegeben werden, da dies von sehr vielen dynami-
schen und situativen Faktoren abhängig sei. Dr. med. D.________ wiederholte 
auch im Rahmen der Fragenbeantwortung nochmals die von ihm empfohlenen sui-
zidpräventiven Massnahmen und hielt ergänzend fest, dass der Beschwerdeführer 
grundsätzlich in der Lage sei, den aufgeführten medizinischen Massnahmen zuzu-
stimmen. Er nehme gemäss verfügbaren Angaben die ambulante psychiatrische 
Behandlung zurzeit regelmässig wahr. Eine Verweigerung der Behandlung im in-
tramuralen Setting könne nicht ausgeschlossen werden und die Überwachungs-
massnahmen bei akuter Suizidalität könnten bei längerer Dauer einschneidend 
sein (amtliche Akten SK 20 537, pag. 409 ff.).

Am 20. Dezember 2022 beantwortete Dr. med. D.________ die von den Parteien 
gestellten Ergänzungsfragen. Zur Frage, welcher Aspekt der von ihm angeführten 
Massnahmen prioritär zu berücksichtigen sei (Mehrfachzelle oder Tagesstruktur) 
und ob die anfängliche Unterbringung in einer Mehrfachzelle in zeitlicher Hinsicht 
präzisiert werden könne, führte Dr. med. D.________ aus, bei der Unterbringung in 
einer Mehrfachzelle handle es sich um eine mögliche vorübergehende Massnahme 
bei Phasen akuter Suizidalität. In den meisten Fällen sei eine solche Massnahme in 
akuten Phasen über Tage bis maximal einige Wochen angezeigt. Die Notwendig-
keit und Dauer einer solchen Massnahme bzw. deren Aufhebung müsse im Rah-
men von regelmässigen psychiatrischen Evaluationen (Visiten) beurteilt werden. 
Bei konkreter Gefahr von suizidalen Handlungen könne auch eine vorübergehende 
Verlegung in eine geeignete psychiatrische Klinik in Frage kommen. Die Etablie-
rung einer Tagesstruktur wäre erst nach Deaktualisierung der akuten Suizidalität 
sinnvoll. Mit Bezug auf die von ihm empfohlenen suizidpräventiven Massnahmen 
und zur Frage, ob die Institutionen des Strafvollzugskonkordats der Nordwest- und 
Innerschweiz diesen Anforderungen entsprechen würden, ergänzte Dr. med. 
D.________, es könne gestützt auf Informationen des Bundesamts für Statistik zur 
Belegungsrate nicht von einer dauerhaften/erheblichen Überbelegung von allen 
Anstalten in der Schweiz ausgegangen werden. Eine vorübergehende Unterbrin-
gung in einer Mehrfachzelle sei sodann z.B. in den Regionalgefängnissen Bern, 
Burgdorf, Thun, aber auch in anderen Anstalten möglich. Eine Tagesstruktur könne 
in mehreren Anstalten (z.B. Witzwil, Burgdorf, Thun, Thorberg etc.) gewährleistet 
werden, im Regionalgefängnis Burgdorf sei auch eine tagesklinische Betreuung 
durch die UPD Bern möglich. In allen Anstalten des Kantons Bern würden – soweit 
dem Gutachter bekannt – mehrfach pro Woche psychiatrische Visiten durchgeführt. 
In allen Anstalten seien zudem eine Betreuung durch den internen Gesundheits-
dienst (Pflegedienst) sowie allgemeinärztliche Visiten verfügbar. In einigen Instituti-
onen (bspw. Witzwil oder Thorberg) existiere sodann eine psychotherapeutische 
Versorgung, die von den UPD Bern abgedeckt werde. Im Regionalgefängnis Burg-
dorf werde auch eine intramurale psychiatrische Tagesklinik betrieben. Gemäss te-
lefonischer Auskunft vom 13. Dezember 2022 mit dem für die Justizvollzugsanstalt 

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(JVA) Witzwil zuständigen Oberarzt der UPD sei gegenwärtig eine regelmässige 
psychiatrische und auch psychotherapeutische Versorgung in der JVA Witzwil ge-
währleistet. Auch in der JVA Thorberg sei derzeit sowohl eine psychiatrische wie 
auch eine psychotherapeutische Betreuung verfügbar. Für Insassen im Kanton 
Bern sei ferner eine notfallmässige Zuweisung zur Krisenintervention auf die Be-
wachungsstation des Inselspitals problemlos und die Verlegung auf die Station Eto-
ine in vielen Fällen nach einigen Tagen möglich. Insgesamt könnten die empfohle-
nen suizidpräventiven Massnahmen in vielen Institutionen des Kantons Bern um-
gesetzt werden. Zur Frage, durch welche Massnahmen die Traumafolgestörungen 
im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie die Angstsymptome 
und die rezidivierte depressive Störung des Beschwerdeführers im Strafvollzug be-
handelt werden könne und müsse, hielt Dr. med. D.________ fest, vordergründig 
sei eine psychotherapeutische Behandlung indiziert. Zusätzlich zur Behandlung 
von Angststörungen und Depressionen könnten bei Bedarf auch Medikamente ein-
gesetzt werden. Solche Therapien könnten zumindest in den Anstalten Witzwil und 
Thorberg im Rahmen eines ambulanten Settings angeboten werden. Zur Frage, als 
wie einschneidend solche Massnahmen aus medizinischer Sicht für die persönliche 
Freiheit des Beschwerdeführers zu bezeichnen seien, führte Dr. med. D.________ 
abschliessend aus, psychotherapeutische Interventionen sollten bei einer Haupt-
diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung allen Patienten angeboten 
werden. Im Vergleich zu den meisten medizinischen Massnahmen sei eine solche 
Therapie wenig einschneidend für die persönliche Freiheit des Beschwerdeführers 
und führe bei einer lege artis Durchführung selten zu relevanten Komplikationen. 
Der Einsatz von Psychopharmaka sei häufig hilfreich, allerdings nur mit dem Ein-
verständnis des Beschwerdeführers möglich und sinnvoll (amtliche Akten SK 20 
537, pag. 675 ff.).

IV.

29. Gemäss Art. 372 Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) vollziehen die 
Kantone die von ihren Strafgerichten ausgefällten Urteile. Der Vollzug von Strafen 
und somit auch der hier fragliche Strafantritt bzw. Vollzugsaufschub richten sich 
nach kantonalem Recht (Art. 372 Abs. 1, Art. 439 Abs. 1 und Abs. 2 StGB). Art. 27 
Abs. 1 SMVG sieht vor, dass Freiheitsstrafen spätestens innert sechs Monaten seit 
Bestimmung der Vollzugsform angetreten werden sollen. Aus wichtigen Gründen 
kann ein Vollzugsaufschub gewährt werden. Beim Entscheid sind die voraussichtli-
che Vollzugsdauer sowie eine allfällige Flucht- und Wiederholungsgefahr zu 
berücksichtigen (Art. 27 Abs. 2 SMVG). 

Gemäss Art. 25 Abs. 1 SMVG wird der Strafvollzug bei Hafterstehungsunfähigkeit 
aufgeschoben, bis ihr Grund wegfällt. Über die Hafterstehungsfähigkeit entscheidet 
die zuständige Stelle der SID unter Beizug einer sachverständigen Person (Art. 25 
Abs. 2 SMVG). Die «wichtigen Gründe» werden in Art. 27 SMVG nicht näher um-
schrieben, finden sich aber auch als Voraussetzung der in Art. 92 StGB bundes-
rechtlich geregelten Vollzugsunterbrechung. Für dieses dem Vollzugsaufschub 
ähnliche Institut nennt Art. 31 Abs. 2 SMVG als wichtige Gründe ausserordentliche 
persönliche, familiäre oder berufliche Verhältnisse oder die vollständige Hafterste-

17

hungsunfähigkeit. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Ermessens-
spielraum der Vollzugsbehörde hinsichtlich einer Verschiebung des Strafvollzugs 
aufgrund des öffentlichen Interesses am Vollzug rechtskräftig verhängter Strafen 
und dem Gleichheitssatz erheblich eingeschränkt. Der Strafvollzug bedeutet für die 
betroffene Person immer ein Übel, das von dem einen besser, von anderen weni-
ger gut ertragen wird. Die blosse Möglichkeit, dass Leben oder Gesundheit der 
verurteilten Person gefährdet sein könnten, genügt nicht für einen Strafaufschub 
auf unbestimmte Zeit. Verlangt wird, dass mit beträchtlicher Wahrscheinlichkeit zu 
rechnen ist, der Strafvollzug gefährde Leben oder Gesundheit der betroffenen Per-
son. Selbst in diesem Fall ist eine Abwägung von öffentlichen und privaten Interes-
sen vorzunehmen, wobei neben den medizinischen Gesichtspunkten auch die Art 
und Schwere der begangenen Tat und die Dauer der Strafe zu berücksichtigen 
sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_580/2017 vom 21. August 2017 E. 2.2.1 mit 
Hinweisen, u.a. auf BGE 108 Ia 69 E. 2b und c).

Pflege und Heilung eines kranken Strafgefangenen haben damit grundsätzlich im 
Rahmen eines (nötigenfalls modifizierten) Vollzugs zu erfolgen. Nur wo die erfor-
derlichen medizinischen Massnahmen im Gefängnis oder einer alternativen Voll-
zugseinrichtung undurchführbar sind bzw. eine ärztliche Behandlung im Spital einer 
Vollzugseinrichtung wirkungslos oder unmöglich ist, kommt – bei entsprechendem 
Gesundheitszustand – ein Aufschub in Frage (Beschluss des Obergerichts SK 16 
395 vom 16. Februar 2017 E. 24 mit Verweis auf KOLLER, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, StGB I, N. 11 zu Art. 92 StGB). Mit 
anderen Worten ist bei der Prüfung von Gesuchen um Strafaufschub zu berück-
sichtigen, dass die medizinische Betreuung auch in den Vollzugsinstitutionen si-
chergestellt ist (vgl. Art. 42 SMVG). So wird bei Eintritt in die Vollzugsinstitution ei-
ne eingehende medizinische Untersuchung durchgeführt, in deren Rahmen eine 
allfällige Medikation oder andere medizinisch indizierte Interventionen festgelegt 
werden. Somatischen oder psychischen Beschwerden und Auffälligkeiten kann so-
dann – je nach Angebot der Vollzugsinstitution – durch die Unterbringung in einer 
vom Normalvollzug abweichenden Spezialabteilung Rechnung getragen werden. 
Nur wenn dies nach Einschätzung der Ärzte nicht ausreicht, um den regulären 
Vollzug durchzuführen, liegt Hafterstehungsunfähigkeit vor. Selbst dann besteht 
aber immer noch die Möglichkeit eines modifizierten Vollzugs gemäss Art. 80 StGB 
(vgl. zum Ganzen KOLLER, Aufschub von Strafen und Massnahmen, in: Brägger 
[Hrsg.], Das schweizerische Vollzugslexikon, 2014, S. 55 f.). Als Hafterstehungs-
fähigkeit kann damit die Fähigkeit eines Menschen bezeichnet werden, in einer Ein-
richtung des Freiheitsentzuges oder einer anderen geeigneten Einrichtung, in der 
ihm die Freiheit entzogen wird, leben zu können, ohne dass der Freiheitsentzug ei-
ne besondere oder ernsthafte Gefahr für die Gesundheit und/oder das Leben der 
inhaftierten Person darstellt (vgl. die Definition in der Richtlinie der Konkordatskon-
ferenz des Strafvollzugskonkordats der Nordwest- und Innerschweizer Kantone be-
treffend die Hafterstehungsfähigkeit vom 25. November 2016, abrufbar unter htt-
ps://www.konkordate.ch/konkordatliche-erlasse; GRAF, Hafterstehungsfähigkeit, in: 
Brägger [Hrsg.], Das Schweizerische Vollzugslexikon, Basel 2014, S. 231). Die 
Hafterstehungsfähigkeit ist eine Rechtsfrage, keinesfalls ein medizinischer Befund 

18

oder eine medizinische Diagnose. Von aufgehobener Hafterstehungsfähigkeit wird 
nur in schwerwiegendsten Fällen ausgegangen (GRAF, a.a.O., S. 231 f.).

30. Die Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid vom 12. November 
2020 sind überzeugend und korrekt ausgefallen. Insbesondere mutet für die Kam-
mer mit der Vorinstanz seltsam an, dass der Beschwerdeführer die von ihm ins 
Licht geführten und einem Strafvollzug angeblich entgegenstehenden posttrauma-
tischen Belastungsstörungen zufolge seiner Kriegserlebnisse in der Kindheit selbst 
in der Berufungsverhandlung vom 3. Juli 2018 nicht erwähnt hat (amtliche Akten 
BVD, pag. 163); diesbezüglich kann zudem vollumfänglich auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (amtliche Akten SID, pag. 39 f.). Anlässlich der 
Hafteröffnung erwähnte der Beschwerdeführer gegenüber dem einvernehmenden 
Staatsanwalt nichts von psychischen Problemen oder posttraumatischen Belas-
tungsstörungen, was angesichts der Tatsache, dass ihm unmittelbar Untersu-
chungshaft bevorstand und er heute geltend macht, die Kriegserlebnisse würden 
ihn weiterhin belasten und wenn er in den Vollzug müsse, könne er sich nur noch 
töten (vgl. bspw. pag. 421), mehr als erstaunt. Der Beschwerdeführer sprach an 
der Hafteröffnung indes nur von Flüssigkeit, die er für seine Linsen brauche (amtli-
che Akten BVD, pag. 6). Im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 14. Mai 
2012 gab der Beschwerdeführer zwar zu Protokoll, es gehe ihm sehr schlecht im 
Gefängnis und die Situation sei schlechter als 1992 in F.________, ging jedoch 
nicht weiter in die Tiefe und erwähnte insbesondere nichts von gesundheitlichen 
bzw. psychischen Problemen (amtliche Akten BVD, Rückseite pag. 7 Z. 16 ff.). So-
dann sind auch den Erwägungen zu den Täterkomponenten in der erst- und obe-
rinstanzlichen Urteilsbegründung keine Bemerkungen zu einer (schwerwiegenden) 
psychischen Belastung zu entnehmen, ebenso dem damals oberinstanzlich einge-
holten Leumundsbericht vom 6. Juni 2018 (amtliche Akten BVD, pag. 148 ff., 
pag. 158 f. und pag. 260 f.). Im Rahmen der Einvernahme an der oberinstanzlichen 
Verhandlung gab der Beschwerdeführer auf Frage, wie es ihm gesundheitlich ge-
he, gar zu Protokoll, er könne sagen, es gehe ihm gut (amtliche Akten BVD, 
pag. 163 Z. 39 ff.). Dabei verkennt die Kammer nicht, dass gemäss Einschätzung 
von Dr. med. C.________ allbekannt ist, dass traumatisierte Menschen sich nur 
schwer über ihre Verletzungen äussern könnten und sich der Schutzmechanismus 
unter einer psychischen Verhärtung mit Schweigen und Aggressionshemmung zei-
gen könne. Zufolge Dr. med. C.________ liege es zudem in der Persönlichkeit des 
Beschwerdeführers begründet, dass er sein psychisches Leiden, insbesondere 
auch gegenüber Autoritätspersonen, nur schwer formulieren könne und seine Ge-
sundheit floskelhaft als «gut» beurteile (amtliche Akten SK 20 537, pag. 31). Unge-
achtet dieser Einschätzung ist vorliegend jedoch davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer seine psychischen Leiden und eine damit verbundene allfällige 
Suizidalität mit Sicherheit bereits während des Strafverfahrens vorgebracht hätte, 
zumal es immerhin um Untersuchungshaft und schliesslich um eine empfindliche 
Freiheitsstrafe von mehreren Jahren ging. Dass der Beschwerdeführer auch in der 
erwähnten Berufungsverhandlung nicht von posttraumatischen und psychischen 
Störungen oder Suizidalität sprach, mutet somit und wie von der Vorinstanz zutref-
fend erwogen, mehr als seltsam an, zumal dies dem Beschwerdeführer ja nun 
plötzlich möglich war. Im Übrigen ist es entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh-

19

rers auch ohne Weiteres zulässig, bei der vorliegenden Beurteilung auf seine (feh-
lende) Krankengeschichte hinzuweisen und damit nicht nur den aktuellen Stand 
seiner Gesundheit in den Fokus zu stellen, zumal sich der Beschwerdeführer mit 
seinen Vorbringen auf Umstände bezieht, die gemäss seinen Ausführungen bereits 
früher bestanden haben sollen.

Der Beschwerdeführer nimmt zur Begründung seines Gesuchs um Aufschub des 
Vollzugs insbesondere Bezug auf die Berichte seines behandelnden Arztes, 
Dr. med. C.________. Zu diesen ist vorab festzuhalten, dass sich die Kammer der 
vorinstanzlichen Nebenbemerkung, wonach Dr. med. C.________ mit seinen Aus-
führungen zur Frage der Hafterstehungsfähigkeit über seine Kompetenzen hinaus-
gehe, vollumfänglich anschliesst. Bei der Beurteilung, ob eine verurteilte und zum 
Vollzug aufgebotene Person hafterstehungsfähig ist oder nicht, handelt es sich 
nicht um eine medizinische Diagnose, die einem Arzt obliegt, sondern um eine 
Rechtsgüterabwägung, die von der zuständigen (Gerichts-)Behörde – mithin den 
BVD, der Vorinstanz bzw. dem Obergericht – zu beurteilen ist. Soweit Dr. med. 
C.________ dem Beschwerdeführer in seinen Berichten somit eine Hafterste-
hungsunfähigkeit attestiert, ist darauf nicht weiter einzugehen, da es eben keine 
ärztliche Diagnose ist.

Nach Ansicht der Kammer ist die Qualität der Berichte bzw. der Stellungnahmen 
von Dr. med. C.________ generell in Frage zu stellen. Zwar diagnostizierte 
Dr. med. C.________ beim Beschwerdeführer eine schwere Depression mit Suizi-
dalität sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit Aggressionshemmung, 
Impulshaftigkeit und posttraumatischen Anteilen, was von Dr. med. D.________ im 
Gutachten vom 1. Juli 2022 zumindest teilweise bestätigt wurde. Verschiedentlich 
bezog sich Dr. med. C.________ in seinen Stellungnahmen jedoch auch auf das 
(rechtskräftig abgeschlossene) Strafverfahren und begründete die Suizidalität des 
Beschwerdeführers damit. So führte er am 9. Juni 2020 aus, der Beschwerdeführer 
sei seit dem Gerichtsentscheid suizidal und beklage durchgehend, dass es für ihn 
nicht erträglich sei, von der Familie getrennt, ins Gefängnis zu kommen und des 
Landes verwiesen zu werden. Das Strafmass habe er im Vergleich zu seinen Mit-
tätern als ungerecht empfunden und sei seither suizidal (amtliche Akten BVD, 
pag. 324 f.). In seinem persönlich motivierten, ärztlichen Bericht vom 8. Juli 2021 
hielt Dr. med. C.________ fest, das Gerichtsurteil wirke übermässig hart und das 
Bundesgericht habe nicht korrigierend eingegriffen. Die psychiatrische Situation 
des Beschwerdeführers, mithin das Kriegstrauma sowie die Flucht mit deren Aus-
wirkungen auf die Lebensentwicklung des Beschwerdeführers, sei vom Gericht 
nicht berücksichtigt worden. Sowohl die Gefängnisstrafe als auch der Landesver-
weis [recte: die Wegweisung] seien unnötig, um ein straffälliges Verhalten zu korri-
gieren, dies widerspreche gar einem sozialrehabilitativen Strafvollzug. Der Be-
schwerdeführer sei bereits durch die finanzielle Belastung bestraft (amtliche Akten 
SK 20 537, pag. 121). Bei diesen Bemerkungen scheint Dr. med. C.________ in-
des zu verkennen, dass es vorliegend nicht mehr um die Verurteilung des Be-
schwerdeführers an sich geht, zumal das Urteil vom 6. Juli 2018 rechtskräftig ist, 
und seine (persönlichen) Ausführungen dazu somit nichts zur vorliegenden Beurtei-
lung der Hafterstehungsfähigkeit beizutragen vermögen. Dennoch sei erwähnt, 
dass die psychische Situation des Beschwerdeführers vermutungsweise deshalb 

20

nicht Eingang in die damalige gerichtliche Beurteilung fand, weil von den Be-
schwerden, wie sie der Beschwerdeführer heute vorbringt, zu diesem Zeitpunkt und 
wie bereits erwähnt noch keine Rede war. Die von Dr. med. C.________ einge-
reichten Stellungnahmen sind mit Blick auf die vorangehenden Ausführungen mit 
Vorsicht zu würdigen, insbesondere auch, weil Dr. med. C.________ als behan-
delnder Arzt zu nahe an der Sache dran zu sein scheint. Entgegen der Auffassung 
des Beschwerdeführers und insbesondere unter Einbezug der nachfolgenden Aus-
führungen vermögen die Ausführungen von Dr. med. C.________ die Hafterste-
hungsfähigkeit des Beschwerdeführers denn auch nicht als nicht gegeben erschei-
nen lassen:

Dem von der Kammer neu eingeholten Gutachten vom 1. Juli 2022 sowie der er-
gänzenden Fragenbeantwortung lässt sich entnehmen, dass beim Beschwerdefüh-
rer entgegen den Ausführungen von Dr. med. C.________ (amtliche Akten BVD, 
pag. 324) keine manifeste Persönlichkeitsstörung bestätigt werden konnte. Dia-
gnostiziert wurde demgegenüber eine rezidivierende depressive Störung, aktuell 
mittelgradige depressive Episode bei Verdacht auf eine Traumafolgestörung im 
Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung, sowie ein regelmässiger Ge-
brauch von ärztlich verordneten Benzodiazepinen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 
453). Hinsichtlich des Schweregrads der psychischen Störung wurde festgehalten, 
dass beim Beschwerdeführer zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine hohe bis sehr ho-
he Basissuizidalität, worunter das Ausmass suizidaler Gefährdung eines Menschen 
vor dem Hintergrund seiner Lebens- und Krankheitsgeschichte sowie der aktuellen 
Situation zu verstehen sei, bestehe. Die Ausprägung der psychischen Störung 
wurde als mittelschwer eingestuft. Aufgrund der biografischen, psychosozialen Fak-
toren sowie der Krankheitsfaktoren liege beim Beschwerdeführer im Vergleich zur 
Allgemeinpopulation eine erhöhte Suizidgefährdung vor. Die Inhaftierung werde die 
psychische Symptomatik zumindest vorübergehend verschlechtern, insbesondere 
sei mit einer Zunahme der depressiven Symptome, der Angstsymptome (Klaustro-
phobie) und mit suizidalen Krisen zu rechnen. Irreversible Schädigungen seien vor-
stellbar, beim Beschwerdeführer sei auch im Vergleich zum «durchschnittlichen In-
haftierten» mit einem höheren Suizidrisiko zu rechnen (amtliche Akten SK 20 537, 
pag. 453 ff.). Mit Blick auf diese Ausführungen leidet der Beschwerdeführer unbe-
strittenermassen an verschiedenen Störungen und es liegt bei ihm ein erhöhtes 
Suizidrisiko vor, womit eine gewisse Gefährdung seines Lebens und/oder seiner 
Gesundheit im Strafvollzug bestehen könnte. Anders als der Beschwerdeführer 
meint, vermögen diese Diagnosen jedoch noch keine Hafterstehungsunfähigkeit zu 
bewirken. Zu berücksichtigen ist dabei vorab, dass von der Möglichkeit des Straf-
aufschubs auf unbestimmte Zeit gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nur 
mit grösster Zurückhaltung Gebrauch gemacht werden darf, da Behandlung und 
Heilung eines Gefangenen im Rahmen des Strafvollzugs sichergestellt werden 
müssen. Eine Ausnahme ist gemäss Bundesgericht nur dort geboten, wo die Er-
krankung derart ist, dass eine vollständige Straferstehungsunfähigkeit von unab-
sehbarer oder mindestens langer Dauer vorliegt und das öffentliche Interesse am 
Strafvollzug gänzlich der Notwendigkeit von Pflege und Heilung weichen muss. Wo 
jedoch neben einer zweckentsprechenden therapeutischen Behandlung auch die 
Möglichkeit und Gewähr für einen den Umständen angemessenen Vollzug der 

21

Strafe besteht, hat ein Aufschub des Vollzugs zu unterbleiben. Gleiches gilt auch 
für den Fall, dass das Leben des Verurteilten durch Selbstmord gefährdet ist. Dies-
falls ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nochmals erhöhte Zurückhal-
tung geboten, zumal es nicht dazu kommen darf, dass die Selbstgefährlichkeit zu 
einem gängigen letzten Verteidigungsmittel wird, das von rechtskräftig Verurteilten 
eingesetzt wird (vgl. zu allem das Urteil des Bundesgerichts 6B_494/2021 vom 
23. Mai 2022, E. 3.3). Dr. med. D.________ schlug im Gutachten vom 1. Juli 2022 
diverse suizidpräventive und überdies wenig einschneidende Massnahmen vor, die 
im konkreten Fall Schädigungen des Beschwerdeführers im Strafvollzug verhindern 
können und womit seine Suizidalität überdies weiterbehandelt werden kann. So 
empfahl er als präventive Massnahme beispielsweise die Unterbringung des Be-
schwerdeführers in einer Institution ohne hohe Überbelegung und mit der Möglich-
keit einer sinnvollen Tagesbeschäftigung, gegebenenfalls anfänglich auch die Un-
terbringung in einer Mehrfachzelle. In diesem Zusammenhang erwähnte er im 
Rahmen der ergänzenden Fragenbeantwortung auch ausführlich, welche Institutio-
nen des Kantons Bern – nämlich viele – für den Beschwerdeführer vorliegend in 
Frage kommen könnten. In Bezug auf die Diagnostik der Suizidalität empfahl 
Dr. med. D.________ ein Suizidmonitoring durch regelmässige psychiatri-
sche/psychologische Konsultationen sowie regelmässige Kontakte mit dem Be-
treuungspersonal des Unterbringungsortes. Für die Behandlung der Suizidalität 
wurde von ihm sodann die zeitnahe Einleitung einer psychotherapeuti-
schen/psychiatrischen Behandlung nach Antritt der Haftstrafe sowie die Behand-
lung der psychischen Grundstörung (Antidepressiva, angstlösende Medikation) und 
die Unterstützung durch den zuständigen Sozialdienst vorgeschlagen. Schliesslich 
wies Dr. med. D.________ für den Fall einer allfälligen krisenhaften Zuspitzung der 
Suizidalität darauf hin, dass die Möglichkeit einer engmaschigen Überwachung in-
nerhalb der Anstalt oder die Verlegung auf die entsprechende klinische Einrichtung 
bestehe (amtliche Akten SK 20 537, pag. 469). Mit Blick auf diese Massnahmen 
steht für die Kammer fest, dass der besonderen gesundheitlichen Situation des Be-
schwerdeführers im Vollzug hinlänglich Rechnung getragen und er zudem weiter-
hin behandelt werden kann. Davon, dass die psychiatrisch-psychotherapeutische 
bzw. psychopharmakologische Behandlung im Vollzug gewährleistet wäre, geht üb-
rigens auch der Beschwerdeführer aus. Er macht jedoch geltend, dass er die Be-
handlung im Vollzug mit grösster Wahrscheinlichkeit ablehnen würde, da er auch 
beim aktuellen behandelnden Psychiater, Dr. med. C.________, beträchtliche Zeit 
gebraucht habe, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen (amtliche Akten SK 20 
537, pag. 729). Dieser Einwand vermag am Gesagten indes nichts zu ändern: Ei-
nerseits war der Beschwerdeführer offenbar ohne Weiteres in der Lage, mit Dr. 
med. D.________ über seine gesundheitlichen Probleme zu sprechen, weshalb 
nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann, dass er sich dem Betreuungs-
personal im Vollzug vollständig verschliessen wird. Andererseits kann es auch nicht 
auf die Mitwirkung des Beschwerdeführers alleine ankommen, ansonsten die Ver-
weigerung einer therapeutischen Massnahme im Vollzug ebenfalls zu einem gän-
gigen Mittel von Verurteilten würde, um einen Strafaufschub erwirken zu können. 
Zudem muss und sollte es letztlich auch im Interesse des Beschwerdeführers 
selbst liegen, sich dem Betreuungspersonal der für seinen Strafvollzug vorgesehe-

22

nen Institution zu öffnen und anzuvertrauen, um seine gesundheitlichen Probleme 
zu behandeln. Gemäss Dr. med. D.________ ist der Beschwerdeführer denn auch 
grundsätzlich in der Lage, den aufgeführten medizinischen Massnahmen – also un-
ter anderem auch einer psychotherapeutischen/psychiatrischen Behandlung – zu-
zustimmen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 471). 

Sowohl den Erwägungen des Gutachters als auch den Ausführungen von Dr. med. 
C.________ ist zu entnehmen, dass ein Aufschub der Strafe die medizinische und 
psychosoziale Situation des Beschwerdeführers nicht relevant verändern (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 465 und pag. 471), mithin die Belastung mit dem weiteren 
Hinauszögern des Strafantritts nicht verschwinden würde. In seiner Beschwerdeer-
gänzung vom 27. Februar 2023 bringt der Beschwerdeführer dazu vor, ob eine re-
levante Änderung eintrete oder nicht, könne offengelassen werden, da es nichts an 
seiner aktuellen Situation ändere; massgebend sei die Frage nach der aktuellen 
Hafterstehungsfähigkeit und nicht, ob bei einem Haftaufschub eine relevante Ver-
besserung der psychischen Situation zu erwarten sei. Diese Argumentationslinie 
bedeute ansonsten, dass eine hafterstehungsunfähige Person nur dann effektiven 
Anspruch auf Aufschub der Haft habe, wenn die Hafterstehungsunfähigkeit von 
vornherein auf eine bestimmte Dauer beschränkt wäre oder eine Verbesserung der 
psychischen Situation in Freiheit möglich und in absehbarer Zeit realistisch sei. Bei 
psychischen Erkrankungen sei der Verlauf und die Entwicklung sowie die Dauer je-
doch oft schwer vorherzusagen, was bedeuten würde, dass ein Haftaufschub auf-
grund psychischer Störungen von vornherein generell abzulehnen wäre (amtliche 
Akten SK 20 537, pag. 731). Diese Auffassung teilt die Kammer indes nicht. Ob ein 
Aufschub die gesundheitliche Situation eines Verurteilten relevant verändern kann 
oder nicht, hat zweifelsohne in die Beurteilung der Frage der Hafterstehungsfähig-
keit einzufliessen. Denn wie die BVD in ihrer Verfügung vom 9. Juli 2020 zutreffend 
festhielten, würde ein Aufschub aufgrund der aktuellen psychischen Situation des 
Beschwerdeführers, die sich gemäss Dr. med. D.________ auch in Freiheit nicht 
relevant verändern wird, zum Dauerzustand, womit dem staatlichen Vollstre-
ckungsanspruch überhaupt nicht mehr Rechnung getragen werden könnte. Würde 
suizidgefährdeten Verurteilten zudem grundsätzlich Haftaufschub gewährt, würde 
dies – wie die BVD ebenfalls korrekt festhielten – bedeuten, dass diese sich delin-
quentes Verhalten leisten könnten, ohne dass ihnen die Konsequenz eines Straf-
vollzugs drohen würde (amtliche Akten BVD, pag. 371). Dies wiederum würde dem 
Grundsatz des Vollzugs von rechtskräftigen Strafen zuwiderlaufen. Dass ein Auf-
schub des Vollzugs keine relevante Veränderung der Gesundheitssituation des Be-
schwerdeführers bringen würde, ist somit ebenfalls in die Beurteilung einzubezie-
hen.

Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände kann zusammengefasst festge-
halten werden, dass das Leben und/oder die Gesundheit des Beschwerdeführers 
aufgrund der bei ihm bestehenden hohen bis sehr hohen Basissuizidalität durch 
den Strafvollzug zwar in gewisser Weise gefährdet sein könnte. Insgesamt führen 
die diagnostizierten Störungen jedoch nicht zur Aufhebung der Hafterstehungs-
fähigkeit. Von Dr. med. D.________ wurden verschiedene suizidpräventive und 
behandelnde Massnahmen empfohlen, die von vielen Vollzugsinstitutionen des 
Kantons Bern umgesetzt werden können. Damit kann der gesundheitlichen Situati-

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on des Beschwerdeführers hinlänglich Rechnung getragen und das Risiko für 
Selbstverletzungen eingedämmt werden. Die beim Beschwerdeführer diagnostizier-
ten Störungen lassen sich zudem auch im Vollzug weiterhin behandeln.

31. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, fiele schliesslich auch die Abwägung zwi-
schen dem öffentlichen Interesse am Vollzug der rechtskräftigen Strafe sowie dem 
persönlichen Interesse des Beschwerdeführers am Aufschub der Strafe zu Un-
gunsten von Letzterem aus; auf diese Ausführungen im angefochtenen Entscheid 
kann vorab integral verwiesen werden (amtliche Akten SID, pag. 41). 

Der Beschwerdeführer machte diesbezüglich in seiner Beschwerdeergänzung gel-
tend, es bestehe keine Rückfallgefahr mehr und das dem hier zur Diskussion ste-
henden Vollzug zugrundeliegende Delikt liege bereits über zehn Jahre zurück. 
Auch die Frage einer allfälligen Entweichungsgefahr sei eindeutig zu verneinen, 
zumal er ein stabiles, intaktes und liebevolles Familienleben führe, über ein gros-
ses soziales Netzwerk verfüge und beruflich gut integriert sei. Seine persönlichen 
Interessen würden damit überwiegen (amtliche Akten SK 20 537, pag. 731). 

Angesichts der vom Beschwerdeführer begangenen Delikte (vorsätzliche Brandstif-
tung, fahrlässige Verursachung einer Explosion etc.) und der damit verbundenen 
Freiheitsstrafe von nicht weniger als 42 Monaten, welche das Obergericht gar noch 
erhöht hätte, wäre nicht das Verschlechterungsverbot zu beachten gewesen (vgl. 
amtliche Akten BVD, pag. 260 f.), besteht – wie von der Generalstaatsanwaltschaft 
zu Recht ausgeführt – seitens der Öffentlichkeit ein erhebliches Interesse am Voll-
zug dieser rechtskräftig verhängten Strafe. Daran vermag auch nichts zu ändern, 
dass die begangenen Taten bereits zehn Jahre zurückliegen, zumal hierzu zu 
berücksichtigen ist, dass das Verfahren durch den Weiterzug des Beschwerdefüh-
rers ans Obergericht und schliesslich ans Bundesgericht erst mit Urteil vom 9. Sep-
tember 2019 abgeschlossen werden konnte. Dass seit November 2018 keine neu-
en Einträge mehr aus dem Strafregister resultieren, erachtet die Kammer ebenfalls 
nur bedingt als positiv, zeigt dies doch auch, dass der Beschwerdeführer sogar 
noch während laufenden Verfahrens delinquiert hatte (vgl. auch amtliche Akten 
BVD, pag. 260). Ob der Beschwerdeführer wie von ihm angegeben zurzeit tatsäch-
lich ein intaktes, liebevolles Familienleben führt und von einem grossen sozialen 
Netzwerk umgeben ist, ist angesichts seiner Angaben gegenüber Dr. med. 
D.________ zudem ebenfalls zweifelhaft (vgl. amtliche Akten SK 20 537, pag. 425, 
wonach seine Frau ihn für alles verantwortlich mache, es immer wieder verbal 
Streit gebe und er, der Beschwerdeführer, keine Kollegen mehr habe, sowie 
pag. 429, wonach die Beziehung bis 2012 normal gewesen sei, ihm die Frau aber 
jetzt nur noch Vorwürfe mache). Mit Blick auf diese Ausführungen sowie letztlich 
die Tatsache, dass der Ermessensspielraum der Behörde hinsichtlich der Ver-
schiebung eines Strafvollzugs erheblich eingeschränkt ist, vermögen die persönli-
chen Interessen des Beschwerdeführers den staatlichen Strafanspruch insgesamt 
nicht zu überwiegen. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und der Beschwerdeführer 
zum Strafvollzug aufzubieten. Da der Antrittstermin inzwischen verstrichen ist, wird 
die Vollzugsbehörde einen neuen Termin für den Beschwerdeführer festzusetzen 

24

haben. Hinsichtlich des Vollzugsorts wird die Vollzugsbehörde zudem angewiesen, 
die im Gutachten vom 1. Juli 2022 erwähnten Massnahmen zu berücksichtigen und 
gegebenenfalls zu ergreifen. 

V.

32. Mit der Abweisung der Beschwerde wird der vorinstanzliche Kostenentscheid 
bestätigt. Dem Beschwerdeführer werden demnach die von der Vorinstanz festge-
setzten Verfahrenskosten auf CHF 1'600.00 zufolge Unterliegens vollumfänglich 
zur Bezahlung auferlegt. Anspruch auf Entschädigung hat der unterliegende Be-
schwerdeführer nicht.

33. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind auch die Kosten des Beschwerdeverfah-
rens vor Obergericht von insgesamt CHF 7'970.00, sich zusammensetzend aus 
Gebühren von CHF 1'500.00 und den Kosten des Gutachtens von total 
CHF 6'470.00 (CHF 5'755.80 [Kosten Gutachten vom 1. Juli 2022, amtliche Akten 
SK 20 537 pag. 565 ff.] + CHF 714.20 [Kosten Beantwortung der Ergänzungsfra-
gen vom 20. Dezember 2022, amtliche Akten SK 20 537 pag. 691]) vom unterlie-
genden Beschwerdeführer zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG sowie Art. 103 Abs. 2 
VRPG i.V.m. Art. 28 Abs. 2 und Art. 51 des Verfahrenskostendekrets [VKD; 
BSG 161.12]). Ein Parteikostenersatz ist nicht geschuldet (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 104 Abs. 3 VRPG).

25

Die 1. Strafkammer beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten für das oberinstanzliche Beschwerdeverfahren von insgesamt 
CHF 7'970.00 werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt.

3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwältin B.________
- der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern  
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- dem Amt für Justizvollzug des Kantons Bern, Bewährungs- und Vollzugsdienste

Bern, 16. Oktober 2023 Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Vicari

Die Gerichtsschreiberin:

Hebeisen

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Beschluss kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.