# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c117a8fd-6750-52df-9917-ce15e0c00e5a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2010 E-5910/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5910-2010_2010-09-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5910/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Blaise Pagan;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._____, geboren (...),
Sri Lanka, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 11. Februar 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5910/2010

Sachverhalt:

A.
Mit englischsprachiger Eingabe vom 17. August 2009 an die Schwei-
zerische Botschaft in Colombo suchte der Beschwerdeführer um Asyl 
in der Schweiz nach.

Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  stamme  aus 
B._____  (Jaffna).  Am  (...)  sei  er  verhaftet  worden  und  bis  am  (...) 
inhaftiert  gewesen.  Nach  seiner  Entlassung  sei  er  von 
paramilitärischen  Gruppierungen  bedroht  worden,  weshalb  er  mit 
seiner Familie nach C._____ übersiedelt sei. In der Schlussphase des 
Krieges  hätten  er  und  seine  Familie  C._____  verlassen  und  sich 
Richtung D._____ begeben. Dabei habe er seine Ehefrau und Kinder 
aus den Augen verloren. Er  sei  verhaftet  und in  das IDP (internally 
displaced  person)  Camp  in  E._____  gebracht  worden.  Gegen  eine 
Geldzahlung habe er dieses verlassen können; er sei nach Colombo 
gereist, wo er versteckt lebe.

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer - jeweils in Kopie - ei-
nen Geburtsregisterauszug und eine Heiratsurkunde zu den Akten.

B.
Mit  Schreiben  vom 25. August  2009  forderte  die  Botschaft  den  Be-
schwerdeführer - sofern er am Gesuch festhalte - auf,  eine Reihe von 
Fragen zu beantworten und allfällige Beweismittel einzureichen bezie-
hungsweise zu bezeichnen. 

C.
Innert  der  angesetzten  Frist antwortete  der  Beschwerdeführer  mit 
Schreiben vom 3. September 2009. Darin wiederholte er seine bereits 
gemachten Angaben und führte ergänzend aus, er sei seinerzeit auf-
grund eines erzwungenen Geständnisses verurteilt worden. Da er das 
Camp in  E._____  illegal  verlassen  habe,  befürchte  er  eine  erneute 
Verhaftung. 

D.
Am  8.  Oktober  2009  hörte  die  Botschaft  den  Beschwerdeführer  zu 
seinen Asylgründen an. Dieser gab zu Protokoll, er habe im Jahre (...) 
die  Schule  verlassen  und  danach  für  die  Liberation  Tigers  of  Tamil  
Eelam (LTTE)  gearbeitet.  Er  habe  nie  ein  Training  der  LTTE absol-

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viert,  sondern Bunker ausgehoben, Holz gespaltet und in der Küche 
gearbeitet. 

Im Jahre (...) habe der Beschwerdeführer sich um ein Visum für den 
Mittleren Osten bemüht. Dabei  sei  er  von der  Terrorist  Investigation 
Division (TID),  unter dem Verdacht  der Zugehörigkeit  zur  LTTE, ver-
haftet  worden.  In  der  Folge  sei  es  zu  zwei  Gerichtsverfahren 
gekommen.  Im  einen  Verfahren  sei  er  beschuldigt  worden,  bei  der 
LTTE ein Training absolviert  zu haben, im anderen Verfahren, an ei-
nem Angriff  der LTTE auf den F._____ beteiligt  gewesen zu sein. Er 
sei  im ersten Verfahren zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt  worden. 
Während  der  Haft  sei  er  wöchentlich  vom  Gefängnis  in  G._____ 
(südlich  von Colombo)  nach  E._____  (Nordprovinz)  vor  den  Richter 
gebracht  worden.  Nach  seiner  Entlassung  sei  er  nach  Jaffna 
zurückgekehrt. Drei Tage später habe er sich nach C._____ begeben, 
wo  er  bis  (...)  in  (...)  in  unmittelbarer  Nähe  des  Büros  der  LTTE 
gearbeitet habe. Am (...) 2009 habe er und seine Familie die No-Fire-
Zone verlassen, wobei er seine Ehefrau und die Kinder aus den Augen 
verloren  habe. Zusammen  mit  anderen  Flüchtenden  sei  er  von  der 
Armee in das Welfare Center in E._____ gebracht worden. Nach (...) 
Tagen  habe  er  sich  die  Freiheit  erkauft,  da  er  von  diversen 
Unbekannten gesucht worden sei. Er sei nach Colombo gereist, wo er  
seither bei Freunden in (...) lebe. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer - jeweils in Kopie - ei-
nen Auszug aus dem Reisepass, die Identitätskarte, zwei Dokumente 
des High Court, E._____, zu den Akten.

E.
Am  13.  Oktober  2009  überwies  die  Botschaft  das  Dossier  des  Be-
schwerdeführers  dem BFM zur  weiteren  Bearbeitung  und  zum  Ent-
scheid.

F.
Mit Verfügung vom 11. Februar 2010 verweigerte das Bundesamt dem 
Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylge-
such ab. 

G.
Mit Schreiben vom 18. Februar 2010, 2. März 2010 und 16. Juli 2010 
gelangte der Beschwerdeführer an die Botschaft und ersuchte um ei-
nen  baldigen  Entscheid.  Als  weitere  Beweismittel  reichte  er  ein 

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Schreiben  von  (...)  vom  1.  März  2010  und  einen  Report  on  In-
vestigation vom (...) zu den Akten.

H.
Mit  an die  Botschaft  zu  Handen des Bundesverwaltungsgerichts  ge-
richteter Eingabe vom 3. August 2010 beantragt der Beschwerdeführer 
sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung.  Die  Be-
schwerde ging am 20. August 2010 beim Gericht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 26. Ju-
ni 1998 [AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Vorliegend erging der  Entscheid des BFM im Februar 2010 und 
wurde  dem  Beschwerdeführer  offenbar  erst  im  Juli  2010  eröffnet. 
Weshalb  die  Eröffnung  erst  nach  Monaten  erfolgte  (ein  Rückschein 
liegt nicht vor), ist den Akten nicht zu entnehmen. Damit steht vorlie-
gend  der Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung nicht 
fest. Da die Beweislast für die Zustellung an die Partei der eröffnenden 
Behörde  obliegt  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 
Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008, 
Rz.  3.150,  S.  166  f.),  ist  zugunsten  des  Beschwerdeführers  davon 
auszugehen, dass die am 6. August 2010 bei der Botschaft in Colom-
bo und am 20. August 2010 beim Bundesverwaltungsgericht eingegan-
gene Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist .

1.3 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 

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hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 
einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und  Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrich-
terlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt 
es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2 Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann. Vorbringen sind glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde ihr 
Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 

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verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und 
Art. 52 Abs. 2 AsylG).

4.3 Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  Asyl-
suchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen 
nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu 
bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen. Gestützt  auf  Art.  20 
Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen im Ausland ermächtigen, Asylsu-
chenden,  die  glaubhaft  machen,  dass  eine  unmittelbare  Gefahr  für 
Leib  und  Leben  oder  für  die  Freiheit  aus  einem Grund  nach  Art.  3 
Abs. 1 AsylG besteht, die Einreise in die Schweiz zu bewilligen.

4.4 Bei  diesem Entscheid  gelten  für  die  Erteilung  einer  Einreisebe-
willigung restriktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter 
Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung 
im Sinne von Art. 3  AsylG sind namentlich  die Beziehungsnähe zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 
E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort ausgeführte Praxis hat nach bloss redak-
tionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes 
nach wie vor Gültigkeit).

5.  
5.1 In  der  angefochtenen Verfügung wird ausgeführt,  der Beschwer-
deführer sei zwischen 1997 und 2001 während fast (...) Jahren inhaf-
tiert  gewesen. In diesem Zusammenhang seien zwei Gerichtsverfah-
ren gegen ihn geführt worden. Nach Abschluss der beiden Verfahren 
sei er aus der Haft entlassen worden und habe danach bis im Jahre 
2009 in C._____ gearbeitet. Dies zeige, dass die Behörden nach der 
Haft kein Verfolgungsinteresse an der Person des Beschwerdeführers 
mehr  gehabt  hätten.  Der  Kausalzusammenhang  zwischen  diesen 
Ereignissen und der Einreichung des Asylgesuches im Jahre 2009 sei 
daher nicht mehr gegeben.

Zum Aufenthalt im (...) Center und zum diesbezüglichen Freikauf führt  
das  BFM  weiter  aus,  im  Jahre  2006  sei  es  zu  einem 
Wiederaufflammen  des  innerstaatlichen  Konfliktes  zwischen  der 

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srilankischen  Armee  und  der  LTTE  gekommen.  Unter  den 
Kampfhandlungen habe insbesondere die  Zivilbevölkerung zu leiden 
gehabt. Verschärft sei die Lage dadurch geworden, dass die LTTE im 
Frühjahr  2004  in  zwei  Fraktionen  auseinandergefallen  sei,  die  sich 
seither bekämpfen hätten. Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse sei 
es  zu  zahlreichen  Übergriffen  gekommen,  die  viele  Opfer  gefordert  
hätten. Heute stelle  sich die Situation in  Sri  Lanka indessen anders 
dar. Der Krieg sei im Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende 
gegangen. Damit befinde sich das gesamte Land erstmals seit  1983 
wieder  unter  Regierungskontrolle.  Die  Sicherheits-  und  Menschen-
rechtslage  sei  zwar  noch  nicht  befriedigend  und  präsentiere  sich 
regional unterschiedlich; während die Situation im Norden des Landes 
noch recht undurchsichtig sei, habe sich die Lage in der Aufenthalts-
region des Beschwerdeführers stark beruhigt. 

Was  sodann  die  Drohungen  durch  Unbekannte  im  (...)  Center  an-
belange,  habe  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  keine  genauen 
Angaben machen können. Es sei folglich davon auszugehen, dass es 
sich dabei um keine staatlichen Verfolgungsmassnahmen handle. Der 
Beschwerdeführer  habe  daher  grundsätzlich  die  Möglichkeit  gehabt, 
bei  den  srilankischen  Behörden  um Schutz  nachzusuchen. Gemäss 
seinen  eigenen  Angaben  sei  der  Beschwerdeführer  zwischen  1989 
und 1996 bei der LTTE vorwiegend in der Küche tätig gewesen. Was 
die  Zeit  danach  betreffe,  habe  er  anlässlich  der  Befragung  jegliche 
Verbindung  zur  LTTE  verneint.  Während  neun  Jahren  habe  er  un-
behelligt in C._____ gelebt und sei danach ins (...) Center gekommen. 
Vor diesem Hintergrund erscheine eine Verfolgung des Beschwerde-
führers  durch  die  srilankischen  Behörden  unwahrscheinlichen.  Nach 
dem Kriegsende und der Niederlage der LTTE im Mai 2009 sei nicht 
mehr  zu  erwarten,  dass  Personen  mit  dem Profil  des  Beschwerde-
führers  staatlichen  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt  seien.  Die 
geltend gemachten Vorbringen seien somit nicht  einreiserelevant. An 
dieser Feststellung würden auch die eingereichten Dokumente nichts 
zu ändern vermögen. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe führt  der  Beschwerdeführer aus,  das 
BFM habe nicht berücksichtigt, dass er zwischen 2001 und 2009 in ei-

nem Gebiet gelebt habe, das unter der Kontrolle der LTTE gestanden 

habe.  Im  Welfare  Camp  sei  er  von  Unbekannten  bedroht  worden. 

Dabei  habe  es  sich  meistens  um  halbmilitärische  Gruppierungen 

gehandelt. Nachdem er aus dem Camp entlassen worden sei, sei er 

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am  (...)  2010  von  der  Armee  in  E._____  verhaftet  worden.  Er  sei 

verdächtigt  worden,  mit  den  Rebellen  in  Verbindung  zu stehen.  Die 

Freilassung sei unter der Bedingung erfolgt, dass er das Gebiet nicht  

verlasse.  Trotzdem  sei  er  umgehend  nach  Colombo  zurückgekehrt, 

und er werde nun gesucht. 

5.3 Der Beschwerdeführer wurde gemäss seinen eigenen Angaben im 
Jahre (...)  nach einer gerichtlichen Verurteilung zu (...)  Monaten Ge-

fängnis  und  einer  angeblich  (...)  Inhaftierung  ohne  Auflage  aus  der 

Haft  entlassen. Anschliessend lebte er ohne Probleme während rund 

acht  Jahren  in  C._____.  Im  (...)  2009  liess  er  sich  eine  neue 

Identitätskarte  und  im  (...)  2009  in  (...)  einen  neuen  Reisepass 

ausstellen.  In  Anbetracht  dieser  Sachlage,  namentlich  der  zwei-

maligen freiwilligen Kontaktaufnahme des Beschwerdeführers mit den 

heimatlichen Behörden zwecks Ausstellung von Identitätspapieren, ist 

davon auszugehen, dass diese den Beschwerdeführer – entgegen der 

von ihm vertretenen Ansicht – nicht mehr der Zusammenarbeit mit der 

LTTE verdächtigten und kein Interesse an einer  Verfolgung des Be-

schwerdeführers haben. 

An dieser  Feststellung vermag auch die neu geltend gemachte Ver-

haftung durch die Armee vom (...) in E._____ nichts zu ändern. Einmal 

ist  nicht  ersichtlich,  weshalb  sich  der  Beschwerdeführer,  welcher 

gemäss  seinen  Angaben  in  Colombo  lebt,  in  E._____  aufhielt; 

entsprechende Ausführungen sind den Eingaben nicht zu entnehmen. 

Als  Beleg  für  die  Festnahme  reichte  der  Beschwerdeführer  einen 

Report  on  Investigation  vom  (...)  ein.  Da  es  sich  lediglich  um  eine 

Kopie handelt, bestehen Zweifel an der Echtheit dieses Dokumentes. 

Sodann  wurde  der  Beschwerdeführer  gemäss  seinen  Ausführungen 

mit der Auflage aus der Haft entlassen, das Gebiet nicht zu verlassen. 

Hätte  seitens  der  Armee  ein  ernsthafter  Verdacht  gegen  ihn 

bestanden, wäre er – da er ja anderswohin hätte gehen können – wohl  

kaum freigelassen worden. Der Beschwerdeführer ist denn auch nach 

Colombo  zurückgekehrt,  wo  er  seither  offenbar  -  entsprechende 

Hinweise finden sich in den Akten jedenfalls keine - nicht  weiter  be-

helligt wurde. Hinzu kommt, dass sich die allgemeine Sicherheitslage 

in  Sri  Lanka  in  jüngster  Zeit  sukzessive  verbessert  hat.  Namentlich 

können sich die Tamilen im Land freier bewegen und es wurden wich-

tige Verbindungen wieder dem Verkehr übergeben sowie das restrikti-

ve Passsystem für Aus- und Einreisen nach Jaffna abgeschafft. 

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In  Anbetracht  der  vorstehenden  Erwägungen  und  insbesondere  der 

Tatsache,  dass  dem  Beschwerdeführer  in  den  vergangenen  Jahren 

nichts  Nachteiliges  im Sinne von Art.  3  AsylG widerfahren ist,  kann 

davon ausgegangen werden, dass er in seinem Heimatland keine asyl-

relevanten Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hat.  Überdies ge-

nügt  die  Angst  vor  einer  allfällig  künftig  möglichen  Bedrohung  allein 

nicht,  um  auf  das  Vorliegen  einer  begründeten  Furcht  vor  künftiger 

Verfolgung zu schliessen.

Der Beschwerdeführer vermag mit den weiteren Ausführungen in der 

Rechtsmitteleingabe nicht  substanziiert  darzutun,  inwiefern  das BFM 

zu Unrecht  geschlossen habe,  er  sei  nicht  schutzbedürftig  im Sinne 

des Asylgesetzes,  und es sei  ihm deshalb  die Einreise  nicht  zu be-

willigen.  Um Wiederholungen zu vermeiden,  kann vollumfänglich  auf 

die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  ver-

wiesen werden.

5.4 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungs-
weise konkrete  Hinweise auf  eine künftige,  asylrelevante  Verfolgung 
und eine damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzu-
tun. Ein weiterer Verbleib im Heimatland ist ihm deshalb zuzumuten. 
Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise 
in die Schweiz nicht bewilligt und sein Asylgesuch abgelehnt.

6.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-

waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 

Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst.  b  des  Reglements  vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  jedoch 

auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Barbara Balmelli

Versand: 

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