# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e2b2493-f2bc-5825-a8aa-edbe353ae277
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2024 200 2024 151
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-151_2024-05-17.pdf

## Full Text

200 24 151 IV
KOJ/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Mai 2024

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Frey, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Januar 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Der … geborene, nach Absolvierung der regulären Schulen über keinen 
Berufsabschluss verfügende und stellenlose A.________ (nachfolgend 
Versicherter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich im April 2009 unter 
Hinweis auf diverse psychische Störungen bei der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 7; 12 S. 1). Die IVB 
veranlasste ein psychiatrisches Gutachten, in welchem ein grosser Ver-
dacht auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) so-
wie ein Cannabismissbrauch diagnostiziert wurden (act. II 20 S. 4). In der 
Folge forderte die IVB den Versicherten zur Cannabisabstinenz (act. II 22) 
auf und gewährte (berufliche) Eingliederungsmassnahmen (vgl. act. II 36; 
57; 65). Mit Verfügung vom 30. August 2013 (act. II 75) verneinte die IVB 
einen Anspruch auf Leistungen der IV, nachdem der Versicherte gegen die 
Auflagen zur Cannabisabstinenz verstossen hatte. Auf ein weiteres Gesuch 
um IV-Leistungen trat die IVB mit Verfügung vom 13. Juli 2016 (act. II 85) 
nicht ein. 

A.b.

Im August 2016 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (act. II 86). Die IVB zog Berichte behandelnder Ärzte bei 
und liess den Versicherten durch Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten. In seiner Expertise vom 
14. März 2017 (act. II 103.1) diagnostizierte er eine kombinierte Persön-
lichkeitsstörung (ICD-10 F61.0 [S. 26]) und bejahte die Eingliederungs-
fähigkeit (S. 28). In der Folge gewährte die IVB wiederum 
Eingliederungsmassnahmen (act. II 111; 115; 119; 125; 128; 142 f.), insbe-
sondere eine erstmalige berufliche Ausbildung zum … mit eidgenössi-
schem Fähigkeitszeugnis EFZ (act. II 163). Letztere wurde mit Mitteilung 

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vom 20. November 2019 (act. II 171) abgebrochen, nachdem das Lehrver-
hältnis infolge einer psychischen Krise und Konflikten am Arbeitsplatz auf-
gelöst worden war (act. II 173). Hierauf gewährte die IVB Eingliederungs-
massnahmen in Form einer Vorbereitungszeit auf die Ausbildung (act. II 
175; 182) und erneuerte im weiteren Verlauf die Kostengutsprache für die 
erstmalige berufliche Ausbildung zum … EFZ (act. II 187), welche der Ver-
sicherte im Juni 2022 erfolgreich abschloss (act. II 207 S. 2; 208). Am 1. 
August 2022 trat er bei der D.________ AG eine Stelle als … an (act. II 211 
S. 2 ff.). Mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 3. November 
2022 (act. II 215) verneinte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 28 % 
einen Anspruch auf eine Invalidenrente. 

A.c.

Im April 2023 meldete sich der Versicherte, welchem das Arbeitsverhältnis 
seitens der D.________ AG per Ende April 2023 gekündigt worden war 
(act. II 225 S. 2), unter Hinweis auf wiederholte Panikattacken und starke 
Ängste erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (act. II 218 S. 1; 219). Die 
IVB holte (teils zu Handen des Krankentaggeldversicherers verfasste) Be-
richte behandelnder Ärzte ein und legte das Dossier Dr. med. E.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst 
RAD, zur Beurteilung vor (Bericht vom 3. Oktober 2023 [act. II 246]). Mit 
Vorbescheid vom 9. November 2023 (act. II 247) stellte die IVB bei einem 
Invaliditätsgrad von 28 % die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aus-
sicht. Dagegen erhob der Versicherte Einwand und legte diverse medizini-
sche Berichte ins Recht (act. II 254), woraufhin die IVB vom RAD-Arzt 
Dr. med. E.________ eine Stellungnahme einholte (act. II 258). Mit Verfü-
gung vom 16. Januar 2024 (act. II 259) entschied die IVB (im Wesentli-
chen) wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt, wobei sie für die Zeit ab 
1. Januar 2024 einen Invaliditätsgrad von 35 % ermittelte.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 4

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 15. Februar 2024 Beschwerde erheben. Er stellt die fol-
genden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 16. Januar 2024 sei aufzuheben. 

2. Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin sei anhand eines inter-
disziplinären gerichtlichen Gutachtens nach den aktuellen medizini-
schen Erkenntnissen abzuklären. 

3. Es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlich geschuldeten Leistun-
gen auszurichten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2024 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. Januar 2024 (act. 
II 259). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. So-
weit der Beschwerdeführer darüber hinausgehend die Zusprache von "ge-
setzlich geschuldeten Leistungen" beantragt, ist darauf nicht einzutreten, 
wurde darüber doch nicht verfügt bzw. fehlt es insoweit an einem Anfech-
tungsobjekt. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Die vorliegend angefochtene Verfügung datiert vom 16. Januar 2024 (act. II 
259), womit sie nach dem 1. Januar 2022 erging. Ferner ist der frühest 
mögliche Rentenbeginn mit Blick auf die im April 2023 (act. II 219) erfolgte 
Neuanmeldung nach dem 1. Januar 2022. Damit gelangt das seit 1. Januar 
2022 gültige Recht zur Anwendung (vgl. Rz. 9100 des Kreisschreibens des 
Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in 
der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisun-
gen vgl. BGE 148 V 385 E. 5.2 S. 391).

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2.2

2.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 IVG i.V.m. Art. 8 
Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör-
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

2.2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c).

2.2.3 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % 
entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.3

2.3.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades 
bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Inva-
lidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 
87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 7

versicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, 
wenn angenommen werden kann, der Leistungsanspruch sei begründet, 
falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. 
SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist insbesondere 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar 
(BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 
S. 110 E. 3.1). Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revi-
sionsrechtlich relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefal-
lene Diagnose eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese 
veränderten Umstände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 
S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3).

2.3.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom April 2023 (act. II 
219) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu über-
prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichszeit-
punkte bilden die Verfügung vom 3. November 2022 (act. II 215) – mit 
welcher die IVB einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invali-
ditätsgrad von 28 % verneint hatte – und die nunmehr angefochtene Verfü-
gung vom 16. Januar 2024 (act. II 259; vgl. E. 2.3.3 vorne). 

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 3. November 2022 (act. II 215) prä-
sentierte sich die medizinische Aktenlage wie folgt: 

3.2.1 Dr. med. C.________ stellte im psychiatrischen Gutachten vom 
14. März 2017 (act. II 103.1) die folgende Diagnose (S. 14, 26):

Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)

- mit narzisstischen, paranoiden und emotional instabilen Anteilen 
- mit aktuell exzessivem Gebrauch von Computerspielen 
- mit gemäss den Akten depressiver Störung (ggw. remittiert, ICD-10 

F32.4/F33.4) 
- mit gemäss den Akten Panikstörung (ggw. remittiert, St. n. ICD-10 F41.0) 
- mit Status nach langjährigem Konsum von Tabak und Cannabinoiden

Die objektiven psychopathologischen Befunde seien aktuell nicht ausge-
prägt. Die Limitierung des Aktivitätenniveaus ergebe sich jedoch für alle 
vergleichbaren Lebensbereiche (Beruf/Erwerb, Haushalt, Freizeit, soziale 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 9

Aktivitäten) aufgrund deutlicher Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, 
Fühlen und in den Beziehungen zu anderen. Dabei ständen mittelschwer 
ausgeprägte Defizite bei der Anpassung an Regeln, der Flexibi-
lität/Umstellungsfähigkeit, der Durchhaltefähigkeit, der Kontaktfähigkeit zu 
Dritten (hier insbesondere die Konfliktlösungskompetenz) und den persön-
lichen Beziehungen im Vordergrund. Eine Willensanstrengung zur Bewälti-
gung dieser Defizite sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht 
zumutbar und zumindest teilweise tatsächlich möglich (S. 21). Die ICD-10-
Kriterien einer eigenständigen depressiven Episode seien nicht (mehr) er-
füllt (S. 19). Es bestehe seit der Schulzeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit auf 
dem ersten ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für angepasste Tätigkeiten (To-
leranz bzgl. der interaktionellen Defizite, keine/wenig Teamarbeit, hohe 
Autonomie bei der Gestaltung der Arbeitsabläufe, geringe Verantwortung, 
überwiegend sachbezogene Aufgaben) und für Tätigkeiten im Haushalt 
könne keine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20 % angenommen werden 
(S. 30). 

In der ergänzenden Stellungnahme vom 11. April 2017 (act. II 107) hielt Dr. 
med. C.________ fest, der Beschwerdeführer sei aus gesundheitlichen 
(psychischen) Gründen nicht in der Lage gewesen, eine berufliche Ausbil-
dung zu absolvieren (S. 1). 

3.2.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, psychiatrische Dienste G.________, diagnostizierte im Bericht vom 
17. Februar 2020 (act. II 186) eine kombinierte und andere Persönlich-
keitsstörungen (paranoid, emotional-instabil, ängstlich-vermeidend [ICD-10 
F61]), eine Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst [ICD-10 F41.0]) 
sowie eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0 
[S. 1]). Bei Letzterer handle es sich um eine Komorbidität zu den übrigen 
Störungen (S. 2).

3.2.3 Im Bericht vom 16. August 2022 (act. II 213) der Privatklinik 
H.________, unterzeichnet von lic. phil. I.________ und MSc J.________, 
beide Fachpsychologinnen für Psychotherapie FSP, wurden eine einfache 
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0), eine rezidivierende 
depressive Störung (ICD-10 F32.0), gegenwärtig leichte Episode, sowie 
eine Panikstörung (ICD-10 F41.0), teilremittiert, diagnostiziert (S. 4 f.). Auf 

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die Frage, wie viele Stunden pro Tag die bisherige Tätigkeit zumutbar sei, 
hielten lic. phil. I.________ und MSc J.________ Folgendes fest: "Die neue 
Anstellung wird der Patient zu Beginn zu 80% Pensum antreten mit einer 
möglichen Erhöhung auf 100%". Bei sorgfältiger Einarbeitung könne eine 
positive Prognose abgegeben werden (S. 6). 

3.3 Bis zum Erlass der die zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) angefochtenen Verfügung vom 
16. Januar 2024 präsentierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentli-
chen wie folgt:

3.3.1 Im zu Handen des Krankentaggeldversicherers erstellten Bericht 
der Privatklinik H.________ vom 30. März 2023 (act. II 238.3 S. 11-15) 
stellte MSc J.________ die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit (S. 13): 

- Rezidivierende mittelgradige depressive Episode, mit somatischem Syn-
drom (ICD-10 F33.11), DD Burnout Syndrom (Z73) 

- Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) 
- Panikstörung (ICD-10 F41.0), teilremittiert, Angaben des Patienten vor 2021 
- Probleme in Bezug auf die Lebensbewältigung (Z73), Schwierigkeiten in 

den sozialen Begegnungen

Der Beschwerdeführer befinde sich seit Mai 2021 in der ambulanten Psy-
chotherapie (S. 11). Er habe im Juni 2022 seine Lehre als … abgeschlos-
sen. Seit August 2022 arbeite er als … zu 80 bis 100%. Ab Dezember 
2022/Januar 2023 hätten sich verstärkt depressive Symptome und eine 
starke Überforderung/Überlastung bemerkbar gemacht (S. 14). 

3.3.2 Vom 25. April bis 2. Juni 2023 erfolgte ein teilstationärer Aufenthalt 
in der Privatklinik H.________. Im Austrittsbericht vom 7. Juni 2023 (act. II 
233 S. 3-6), mitunterzeichnet von Dr. med. K.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, wurden die folgenden Diagnosen gestellt: 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 
mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) 

- Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
- Panikstörung (ICD-10 F41.0) 
- Hinweise auf Autismusspektrum-Störung (ASS)

Mit weiterem, von Dr. med. K.________ mitunterzeichnetem Bericht vom 
5. Juli 2023 (act. II 233 S. 1 f.) wurde festgehalten, aufgrund des durch drei 

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Screening-Fragebögen bestätigten Verdachts auf eine ASS sowie der 
ADHS-Symptomatik könne von einer fortbestehenden Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit bei der Arbeit als … ausgegangen werden. Es werde 
eine arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung zur Klärung der Arbeitsfähig-
keit empfohlen. Eine Umschulung könnte sich ggf. positiv auf die Situation 
des Beschwerdeführers auswirken (S. 2).

3.3.3 Im Bericht vom 20. Juli 2023 (act. II 241) stellte MSc J.________ 
im Wesentlichen dieselben Diagnosen wie im Bericht vom 30. März 2023, 
ergänzend einen schweren Verdacht auf eine Entwicklungsstörung, nicht 
näher bezeichnet (ICD-10 F89.0), DD ASS (S. 1). Die psychischen Ein-
schränkungen summierten sich aus den Symptomen der genannten Dia-
gnosen und der Verdachtsdiagnose zusammen (S. 2).

3.3.4 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ legte dem Bericht vom 3. Ok-
tober 2023 (act. II 246) die folgenden Diagnosen zugrunde (S. 7 f.): 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1), DD Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion bei beruf-
licher Überlastung (ICD-10 Z73) 

- Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen (paranoid, emotional-
instabil, ängstlich-vermeidend; ICD-10 F61)

- Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0)
- Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)

In der Beurteilung hielt Dr. med. E.________ fest, Anfang 2023 sei beim 
Beschwerdeführer glaubhaft eine Verschlechterung der bekannten rezidi-
vierenden depressiven Störung mit mittelgradigem Schweregrad aufgetre-
ten. Eine Behandlungsintensivierung sei durch eine tagesklinische 
Behandlung erfolgt. Die Depression habe sich offenbar im Rahmen der 
Behandlung mit deutlicher Abnahme des Beck-Depressions-Inventars (BDI) 
auf minimal depressive Werte gebessert. Im Anschluss sei die ambulante 
wöchentliche psychologische Psychotherapie weitergeführt worden. Erneut 
werde eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert. Aktuell sei eine 
medikamentöse Behandlung der Depression aus psychiatrischer RAD-
Sicht indiziert. Die Depression sei vor dem Hintergrund der kombinierten 
Persönlichkeitsstörung zu betrachten. Bei vermehrt depressiven Sympto-
men sei überwiegend wahrscheinlich auch von einer Zunahme des Ver-
meidungsverhaltens auszugehen. Eine ADHS sei nachvollziehbar in den 
psychiatrischen Diensten G.________ diagnostiziert worden und äussere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 12

sich hauptsächlich in Konzentrationsstörungen und Impulsivität, wobei hier 
auch Überschneidungen mit der Persönlichkeitsstörung beständen. Eine 
Verschlechterung der Panikstörung im Vergleich zum Gutachten von März 
2017 werde vom RAD nicht angenommen. Weiter könnten die Symptome, 
die gemäss ambulanter Behandlerin auf eine Entwicklungsstörung hinwei-
sen sollen, gut im Rahmen der bereits diagnostizierten Persönlichkeitss-
törung beurteilt werden. Auf das im Gutachten von Dr. med. C.________ 
formulierte Zumutbarkeitsprofil könne weiterhin abgestellt werden (S. 7). 

In Beantwortung der von der Beschwerdegegnerin gestellten Fragen hielt 
Dr. med. E.________ fest, seit dem 1. März 2023 bestehe eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100 %. Bei adäquater Behandlung sei von einer Remission 
der Depression innerhalb von sechs Monaten auszugehen. Nach remittier-
ter Depression bestehe noch ein Misstrauen anderen Menschen gegenüber 
mit starkem Gerechtigkeitssinn und Impulsivität sowie ein verminderter 
Selbstwert mit ängstlich-vermeidenden Verhalten und überdurchschnittli-
cher Überforderung. Die bisherige Tätigkeit als … sei in einem zeitlichen 
Pensum von 80 % zumutbar. Eine funktionelle Leistungsminderung von 10 
% sei zuletzt dauerhaft aufgefallen und lasse sich möglicherweise durch 
adäquate Behandlung des ADHS noch verbessern. Bei Erfüllung "der o.g. 
Kriterien" entspreche die bisherige Tätigkeit einer angepassten Tätigkeit. 
Auf das Gutachten von Dr. med. C.________ könne weiterhin abgestellt 
werden (S. 8).

3.3.5 Dr. L.________, stellvertretende Oberärztin in der Psychiatriezen-
trum M.________, auf der Gesundheitsplattform "N.________" mit dem 
Vermerk "Überprüftes, nicht anerkennbares Diplom aus dem Ausland" auf-
geführt, hielt im Bericht vom 23. Oktober 2023 (act. II 254 S. 10 f.) die fol-
genden Diagnosen fest (S. 10): 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode 
(ICD-10 F 33.1), teilremittiert 

- Panikstörung (ICD-10 F41.0), teilremittiert 
- Leichtes Aufmerksamkeits- und Defizitsyndrom (ICD-10 F90.0), hoher Vd. a. 

(= Verdacht auf) ASS 
- Vd. a. Pathologisches Spielen (ICD-10 F63.0)

Es handle sich um eine hochkomplexe Situation. Die Komplexität des vor-
liegenden Falles werde durch die psychiatrischen Komorbiditäten und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 13

psychosozialen Faktoren gesteigert. Trotz des Fortbestehens der psychi-
schen Symptome gehe es dem Beschwerdeführer seit Beginn der psycho-
therapeutischen Behandlung teilweise besser. Die Fortführung der Behand-
lung sei zwingend angezeigt.

3.3.6 Mit "Einsprache Ablehnung der Invalidenrente" betiteltem Bericht 
vom 12. Dezember 2023 (act. II 254 S. 2-5) stellte MSc J.________ die 
folgenden Diagnosen: 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode mit 
somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1), teilremittiert, DD Burn-out (Z73 Pro-
bleme in Bezug auf die Lebensbewältigung und in den sozialen Begegnun-
gen) 

- Leichtes Aufmerksamkeits- und Defizitsyndrom (ICD-10 F90.0) 
- Panikstörung (ICD-10 F41.0) 
- Aktenanamnestisch: kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)

Ein erneuter Einstieg im ersten Arbeitsmarkt scheine in naher Zukunft als 
unrealistisch (S. 4).

3.3.7 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 8. Januar 
2024 (act. II 258) fest, die RAD-Beurteilung vom 3. Oktober 2023 habe wei-
terhin Gültigkeit. Die Einwände der Behandler würfen allerdings die Frage 
auf, ob die berufliche Eingliederung initial auf dem zweiten Arbeitsmarkt 
zielführender sein könnte (S. 2). 

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 14

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, 
mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 
Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.4.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte – zu 
denen RAD-Berichte gehören (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
7. Dezember 2023, 8C_342/2023, E. 5.7.2) – kommt Beweiswert zu, sofern 
sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wi-
derspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 E. 3.2).

Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versi-
cherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe 
Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 
ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger 
Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 
V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; 
SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

3.5 Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung 
vom 16. Januar 2024 (act. II 259), dem Beschwerdeführer sei weiterhin die 
Tätigkeit als … in einem Pensum von 80 % und einer Leistungsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 15

von 90 % zumutbar. Zwischenzeitlich sei es zu einer kurzzeitigen Ver-
schlechterung der gesundheitlichen Situation gekommen, welche die Er-
werbsfähigkeit jedoch nicht langfristig und erheblich beeinträchtigt habe. 
Bei dieser – und im Vergleich zur referenziellen Verfügung vom 3. Novem-
ber 2022 (act. II 215) im Wesentlichen gleichlautenden – Einschätzung 
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Stellungnahmen des RAD-
Arztes Dr. med. E.________ vom 3. Oktober 2023 (act. II 246) und 8. Ja-
nuar 2024 (act. II 258). Dazu ist Folgendes festzuhalten: 

3.5.1 Dr. med. E.________ legte seiner Beurteilung im Bericht vom 3. 
Oktober 2023 im Wesentlichen eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine kombinierte und 
andere Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61), eine Panikstörung (ICD-10 
F41.0) sowie eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-
10 F90.0) zugrunde (act. II 246 S. 8), wobei er hinsichtlich deren klassifika-
torischen Ausgewiesenheit keine Zweifel äusserte respektive keinen 
Widerspruch zu der in den Berichten der Behandler dokumentierten Be-
fundlage erwähnte. Was den Vergleich mit den anlässlich der referenziellen 
Verfügung vom 3. November 2022 zugrundeliegenden psychischen 
Störungen anbelangt, so lässt sich anhand der damaligen Aktenlage nicht 
zweifelsfrei erkennen, ob die Beschwerdegegnerin damals allein auf das 
Gutachten von Dr. med. C.________ vom 14. März 2017 oder zusätzlich 
auf die im weiteren Verlauf eingeholten medizinischen Berichte (vgl. E. 
3.2.2 f. vorne) abstellte. Damit ist auch nicht klar, ob sämtliche seit dem 
Administrativgutachten hinzugekommen (psychiatrischen) Diagnosen – so 
die wiederum aufgeflackerte depressive Störung und die neu diagnostizier-
te einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) – be-
reits der Verfügung vom 3. November 2022 zugrunde lagen. Dies kann 
jedoch offen bleiben, denn auch unter Mitberücksichtigung der seit Erstat-
tung des Gutachtens von Dr. med. C.________ erstellten Berichte der be-
handelnden Ärzte (E. 3.2.2 f. vorne) lag im Zeitpunkt der angefochtenen 
Verfügung vom 16. Januar 2024 im Unterschied zu den Verhältnissen bei 
der Verfügung vom 3. November 2022 jedenfalls neu eine – nach Aktenla-
ge erst seit Oktober 2023 teilremittierte (act. II 254 S. 10) – depressive 
Störung mit mittelgradiger statt wie zuvor mit leichter Ausprägung vor, wo-
von wie gezeigt denn auch der RAD-Arzt ausging. Zwar stellt eine neue 

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Diagnose nicht per se einen Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.3.2 vorne), was 
auch in Bezug auf den festgestellten Schweregrad gelten muss. Indessen 
attestierte Dr. med. E.________ ab 1. März 2023 eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit und hielt namentlich fest, dass bei "adäquater Behandlung" von 
einer Remission der Depression "innerhalb von 6 Monaten" auszugehen 
sei (act. II 246 S. 8). In der Folge präzisierte er nicht, für welchen Zeitraum 
er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit annimmt. Immerhin legen seine weite-
ren Ausführungen, wonach "Nach remittierter Depression" noch weitere 
(näher bezeichnete) Funktionseinschränkungen fortbeständen (S. 8), den 
Schluss nahe, dass der RAD-Arzt zumindest eine passagere Verschlechte-
rung des psychischen Gesundheitszustandes von mindestens sechs Mona-
ten annahm. Diesfalls kann jedoch entgegen der Beschwerdegegnerin 
nicht mehr von einer bloss "kurzzeitigen Verschlechterung" (act. II 259 S. 1) 
ausgegangen werden, denn mit einer bescheinigten Arbeitsunfähigkeit von 
mehr als drei Monaten wäre das für die Annahme eines Revisionsgrundes 
vorausgesetzte quantitative Element der im Bericht von Dr. med. 
E.________ betreffend die Depression angenommenen gesundheitlichen 
Verschlechterung gegeben (Art. 88a Abs. 2 IVV; Entscheide des BGer vom 
8. April 2024, 9C_587/2023, E. 2.3.2 und vom 14. November 2023, 
8C_296/2023, E. 6.1). Zumindest aber lassen sich die (fehlenden) Aus-
führungen von Dr. med. E.________ zu Grad und Verlauf der postulierten 
Arbeitsunfähigkeit mit seiner (auch der angefochtenen Verfügung vom 18. 
Januar 2024 zugrunde liegenden) gleichzeitigen Einschätzung, es könne 
weiterhin (zeitlich uneingeschränkt) auf das von Dr. med. C.________ er-
stellte Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden, nicht ohne weiteres in Ein-
klang bringen. Dabei fällt auch auf, dass diese Einschätzung im Rahmen 
der versicherungsmedizinischen Beurteilung absolut (S. 7), bei der Beant-
wortung der Fragen durch die Beschwerdegegnerin indes nur mehr relati-
vierend respektive konditional - "Bei Erfüllung der o.g. Kriterien" (S. 8) – 
ausfiel. Hinzu kommt, dass Dr. med. E.________ in seiner zweiten Stel-
lungnahme vom 8. Januar 2024 (act. II 258) gar eine (initiale) Eingliederung 
in den zweiten Arbeitsmarkt für möglicherweise sinnvoll erachtete, was in 
Widerspruch zu seiner Einschätzung vom 3. Oktober 2023 steht. Jedenfalls 
implizierte dies eine (potentiell revisionsrelevante) Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes respektive des funktionellen Leistungsvermögens 
und deren grundsätzliche Geeignetheit, den Rentenanspruch zu beeinflus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 17

sen. Damit lässt sich entgegen der angefochtenen Verfügung bereits bei 
ausschliesslicher Würdigung der Berichte von Dr. med. E.________ die 
Frage nach der Ausgewiesenheit eines Revisionsgrundes nicht zuverlässig 
beantworten bzw. verneinen (vgl. E. 3.4 vorne). 

3.5.2 Sodann geht die behandelnde Psychologin, MSc J.________, von 
einer anhaltenden psychischen Problematik aus, wobei sie eine Rückkehr 
in den ersten Arbeitsmarkt aktuell für unrealistisch hält (act. II 254 S. 4) 
bzw. diese von einer erfolgreichen Weiterführung der laufenden Psychothe-
rapie abhängig macht (S. 9). Dabei handelt es sich zwar nicht um eine 
fachärztliche Einschätzung. Indessen hielt auch die stellvertretende 
Oberärztin des Psychiatriezentrums M.________, Dr. L.________, fest, 
dass es sich vorliegend um eine hochkomplexe Situation handle, welche 
u.a. durch psychiatrische Komorbiditäten (sowie hier nicht interessierende 
psychosoziale Faktoren) gestei-gert werde; sie empfahl denn auch eine 
hohe Frequenz der therapeutischen Sitzungen und ging von einem länger-
dauernden Behandlungsprozess aus (act. II 254 S. 10 f.). Auch wenn diese 
Ärztin gemäss N.________ keinen in der Schweiz anerkannten Facharztti-
tel hat (vgl. E. 3.3.5 vorne), verfügt sie aufgrund ihrer Tätigkeit als stellver-
tretende Oberärztin am Psychiatriezentrum M.________ doch über 
entsprechende Berufserfahrung und Fachwissen und war daher in der La-
ge, eine fachlich fundierte (Kurz-)Beurteilung abgeben zu können, so dass 
ihren Angaben nicht jeglicher Beweiswert abzusprechen ist. Ferner haben 
die behandelnden Fachärzte der Privatklinik H.________ vor dem Hinter-
grund der gestellten Diagnosen und der festgestellten Symptomatik Ab-
klärungen zur Arbeitsfähigkeit empfohlen (act. II 233 S. 1 f.), womit auch 
sie Zweifel an der Zumutbarkeit der Tätigkeit als … äusserten. Gleiches 
trifft auch auf den RAD-Arzt Dr. med. E.________ zu, welcher – wie in E. 
3.5.1 vorne gezeigt – nach Vorlage weiterer Berichte der Behandler die 
Frage aufwarf, "ob die berufliche Eingliederung initial auf dem 2. Arbeits-
markt zielführender sein könnte" (act. II 258 S. 2). Damit weckt die derzeiti-
ge medizinische Aktenlage zumindest geringe Zweifel am zugrunde 
gelegten medizinisch-theoretischen Fundament in der angefochtenen Ver-
fügung, wonach sich der Gesundheitszustand respektive das funktionelle 
Leistungsvermögen seit der letzten Verfügung nicht (rentenrelevant) verän-
dert habe (vgl. E. 3.4.3 vorne). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 18

3.6 Der Sachverhalt bedarf folglich weiterer Abklärung (Art. 43 ATSG) 
in Form einer medizinischen Begutachtung (Art. 44 ATSG). Nachdem im 
Zuge der Neuanmeldung keine solche erfolgt ist, ist die Sache zur ergän-
zenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat 
– nachdem nach derzeitiger Aktenlage keine Anhaltspunkte für eine soma-
tisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestehen – ein psychiatrisches Gutachten 
zu veranlassen, mit welchem unter Berücksichtigung der einschlägigen 
Rechtsprechung insbesondere zur Frage nach einer revisionsbegründen-
den Veränderung Stellung zu nehmen sein wird (vgl. SVR 2018 IV Nr. 13 
S. 40 E. 4.2 und 4.2.1) sowie das aktuell gültige Zumutbarkeitsprofil zu de-
finieren ist. Anschliessend hat die Beschwerdegegnerin neu über den Ren-
tenanspruch zu verfügen. 

3.7 Zusammenfassend ist die Beschwerde, soweit darauf eingetreten 
werden kann, dahingehend gutzuheissen, dass die angefochtene Verfü-
gung vom 16. Januar 2024 aufzuheben und die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen ist, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im 
Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1’000.-- ist 
dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzu-
erstatten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 19

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Mit nicht zu beanstandender Kostennote vom 4. April 2024 hat 
Rechtsanwalt B.________ ein Honorar von Fr. 1'922.20, Auslagen von 
Fr. 39.90 und die Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 158.95 geltend gemacht. 
Der gesamte Parteikostenersatz ist somit auf Fr. 2'121.05 (inkl. Auslagen 
und MWST) festzusetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird in teilweiser Gutheissung der Be-
schwerde die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 16. Ja-
nuar 2024 aufgehoben und die Sache wird an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sin-
ne der Erwägungen – über den Rentenanspruch neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von 
Fr. 1’000.-- wird dem Beschwerdeführer nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2024, IV/24/151, Seite 20

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'121.05 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.