# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30e0aa9e-4caf-57a2-8fa3-128187570c91
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.07.2010 C-2554/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2554-2009_2010-07-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2554/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

A._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2554/2009

Sachverhalt:

A.
Der aus dem Kosovo stammende B._______, geboren 1979 (im Fol-
genden:  Gesuchsteller)  beantragte  am  3.  September  2008  bei  der 
Schweizerischen Vertretung in Pristina ein Visum für einen einmona-
tigen Besuchsaufenthalt bei seinem Bruder A._______ (im Folgenden: 
Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) im Kanton Schwyz. Die Schweizer 
Vertretung lehnte es ab, in eigener Kompetenz ein Visum zu erteilen 
und leitete das Gesuch zur  Prüfung und zum Entscheid an die Vor-
instanz weiter.

B.
Zum Antrag begrüsst, holte das Amt für Migration des Kantons Schwyz 
beim Gastgeber ergänzende Auskünfte ein und leitete sie an die Vor-
instanz  weiter.  Letztere  lehnte  es  in  einer  Verfügung  vom 24.  März 
2009 ab, das beantragte Besuchsvisum zu erteilen. Dies im Wesent-
lichen mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wieder-
ausreise nach einem Besuchsaufenthalt könne nicht als gesichert be-
trachtet werden. Der Gesuchsteller lebe in einer Region, aus der als 
Folge  der  dort  herrschenden  wirtschaftlichen  Verhältnisse  ein  an-
haltend  starker  Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  Beim Gesuch-
steller selbst seien weder familiäre noch gesellschaftliche Verantwort -
lichkeiten  erkennbar.  Zwar  solle  er  über  eine  Anstellung  in  einem 
Lebensmittelgeschäft verfügen, Belege in Form eines Arbeitsvertrags 
oder von Lohnbestätigungen beständen aber nicht. Doch selbst wenn 
von einer Erwerbstätigkeit  auszugehen wäre, könnte eine solche vor 
dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds  und der  sozialen Ab-
sicherungen nicht von einer Emigration abhalten. 

C.
Mit  Beschwerde  vom 20.  April  2009  beantragt  der  Gastgeber  beim 
Bundesverwaltungsgericht,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzu-
heben  und  das  gewünschte  Visum sei  zu  erteilen.  Zur  Begründung 
rügt er im Wesentlichen, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, 
dass die Wiederausreise seines Bruders nach einem Besuchsaufent-
halt nicht gesichert wäre. Er selbst (der Beschwerdeführer) habe sich 
schon  gegenüber  der  kantonalen  Migrationsbehörde  schriftlich  dazu 
verpflichtet,  für  die  anstandslose  Wiederausreise  seines  Gastes  be-
sorgt  zu sein. Letzterer habe eine feste Anstellung im Lebensmittel -
geschäft  eines  weiteren Bruders  und der  geplante  Besuch gelte  vor 

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allem seinem am 28. Mai  2008  geborenen Patenkind  (einer  Enkelin 
des  Beschwerdeführers). Nachdem er  schon  bei  dessen Taufe nicht 
habe dabei sein können, gehe es jetzt darum, wenigstens an dessen 
erstem Geburtstag anwesend zu sein. Zudem möchte er  auch seine 
übrigen Verwandten in der Schweiz wieder einmal sehen. 

D.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 23. Juni 2009 an der 
angefochtenen  Verfügung  fest  und  schliesst  auf  Abweisung  der  Be-
schwerde.

E.
Der Beschwerdeführer seinerseits hält in einer Replik vom 14. August 
2009 an seinem Antrag und an dessen Begründung fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines 
Visums zu Besuchszwecken verweigert wird. In dieser Rechtsmaterie 
entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  (Art.  83  Bst. c 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 

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Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

4.
Verfahren, die am 12. Dezember 2008 (Datum der Inkraftsetzung des 
Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Assoziierung  dieses  Staates  bei  der 
Umsetzung,  Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen-
Besitzstandes  [SAA,  SR  0.360.268.1])  hängig  sind,  werden  nach 
neuem  Recht  fortgeführt  (Art.  57  der  Verordnung  vom  22. Oktober 
2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204]).

5.
5.1 Zur  Einreise  in  den  Schengen-Raum  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, 
d.h. Bürger  eines nicht  zu diesem Raum gehörigen Staates (vgl. zu 
den Schengen-Assoziierungsabkommen Anhang 1  Ziffer  1  des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.2]), gültige Reisedokumente, die zum Grenz-
übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. 
Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] 

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Nr. 562/2006  des  Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener  Grenzkodex 
bzw. SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 
Bst. a AuG). Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ih-
res beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen (Art. 5  Abs. 1 Bst. c  SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. b AuG). Sie dürfen zudem nicht im Schengener Informati-
onssystem (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und 
keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. c AuG). 

5.2 Ist nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, verlangt Art. 5 
Abs. 2 AuG, dass die Wiederausreise gesichert  ist. Damit wird keine 
zusätzliche, lediglich im nationalen Recht verankerte Einreisevoraus-
setzung  aufgestellt.  Vielmehr  handelt  es  sich  dabei  um  dieselbe 
Fragestellung wie bei der nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderlichen 
Überprüfung  des  Aufenthaltszwecks.  Die  Angabe  des  vorüber-
gehenden  Aufenthaltszwecks  stellt  nämlich  zugleich  eine  Absichts-
erklärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder auszureisen. So 
verlangt insbesondere die Gemeinsame Konsularische Instruktion an 
die  diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen, 
die von Berufskonsularbeamten geleitet werden (GKI, ABl. C 326 vom 
22.12.2005,  S. 1–149),  im  Zusammenhang  mit  dem Entscheid  über 
den  Visumantrag  eine  Einschätzung  des  Migrationsrisikos  (vgl.  ABl. 
C 326,  S. 10).  Im  Zusammenhang  mit  der  Überprüfung  des  Aufent-
haltszwecks kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich  des Merkmals  der  gesicherten Wiederausreise  angeknüpft 
werden (vgl. BVGE 2009/27 E. 5.2 und E. 5.3).

6.
Das  Schengen-Recht  nimmt  eine  Differenzierung  in  Bezug  auf  die 
Visumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im  Besitz  eines  Visums sein  müssen; Anhang  II  dagegen  führt  die-

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jenigen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht 
befreit sind. Die junge, von der Schweiz anerkannte Republik Kosovo 
ist, im Gegensatz zu dem in Anhang I erwähnten Gebiet des Kosovo 
im  Sinne  der  Resolution  1244  des  UN-Sicherheitsrats  vom 10. Juni 
1999 (vgl. Erwägungsgrund 4 und Art. 1 Abs. 1 der Verordnung [EG] 
Nr. 1244/2009 des Rates vom 30. November 2009 zur Änderung der 
Verordnung [EG]  Nr. 539/2001,  ABl. L  336 vom 18. Dezember  2009 
S. 1 - 3), weder in Anhang I noch in Anhang II aufgeführt. Bürger der 
Republik Kosovo sind somit, unabhängig von der Art ihres Reiseaus-
weises, visumspflichtig.

7.
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine  gesicherten  Feststellungen,  sondern  lediglich  Prognosen 
treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  Gewähr  für  eine fristgerechte 
Wiederausreise  können  sich  aus  der  allgemeinen  Situation  im  Her-
kunftsland  der  Besucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreise-
gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
können darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in sol-
chen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

7.3 Mit einem jährlichen pro-Kopf-Einkommen von lediglich 1'760 Euro 
ist der Kosovo eines der ärmsten Länder Europas. Darüber hinaus ist 
es mit einem Wert von 47% auch das Land mit der höchsten Arbeits -
losenrate in ganz Europa. Der Armutsanteil der Bevölkerung liegt bei 
45%; 17% der Staatsbürger leben sogar in extremer Armut (vgl. www. 
worldbank.org  >  Countries  >  Kosovo  >  Overview  >  Country  Brief 
April 2010,  besucht  im  Juni 2010).  Vor  diesem  Hintergrund  besteht 
vielfach ein Wunsch zur Auswanderung, welcher sich besonders stark 
bei  jüngeren und ungebundenen Personen manifestiert.  Ein  im Aus-
land  bereits  bestehendes,  minimales  soziales  Beziehungsnetz  aus 
Verwandten oder Freunden ist zudem ein wichtiges Element, das den 
Entscheid auszuwandern erleichtern kann. Dementsprechend hoch ist 
der Zuwanderungsdruck aus der Herkunftsregion des Gesuchstellers. 

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Der  Zuwanderungsdruck  spiegelt  sich  denn  auch  in  der  schwei-
zerischen  Asylstatistik  wider. So  stammten  im  Jahr  2009  insgesamt 
694 Gesuche bzw. 4,3% der Asylsuchenden aus dem Kosovo, womit 
das Land in der Statistik der Asylgesuche nach Nationen an siebter 
Stelle  stand  (Quelle:  www.bfm.admin.ch   >  Dokumentation  >  Zahlen 
und  Fakten  >  Asylstatistik  >  Jahresstatistiken  >  kommentierte  Asyl-
statistik 2009, S. 10). Seit dem 1. April 2009 gilt der Kosovo zwar als 
verfolgungssicherer Staat (Safe Country), dies gemäss Beschluss des 
Bundesrates vom 6. März 2009. Es wird sich aber zeigen müssen, ob 
und  falls  ja,  welchen  Einfluss  dies  auf  künftige  Asylbewerberzahlen 
haben wird. Immerhin stellten im 3. Quartal 2009 noch 179 Personen 
und im 4. Quartal 151 Personen aus dem Kosovo hier ein Asylgesuch. 
Im 1. und 2. Quartal 2010 sank deren Zahl auf jeweils 140; damit steht 
der Kosovo derzeit  aber immer noch an achter Stelle der Herkunfts -
länder von Asylsuchenden (Quelle: Bundesamt für Migration, a.a.O. > 
Dokumentation  >  Zahlen  und  Fakten  >  Asylstatistik  >  Monats-
statistiken  >  Asylstatistiken  2009  >  kommentierte  Asylstatistik 
3. Quartal 2009 und Asylstatistik 4. Quartal 2009 sowie kommentierte 
Asylstatistiken 1. und 2. Quartal 2010).

Angesichts der schwierigen Lage im Herkunftsland des Gesuchstellers 
ist  nicht  zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer nicht  
fristgerechten Wiederausreise allgemein als hoch einschätzte.

7.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des konkreten Einzelfalles zu  berücksichtigen. Obliegt  einer  gesuch-
stellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere be-
rufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung,  kann  dieser 
Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose  Wiederaus-
reise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat 
keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein fremden-
polizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu 
einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

7.4.1 Beim  Gesuchsteller  handelt  es  sich  um  einen  30-jährigen, 
ledigen  Mann,  der  zusammen  mit  seinen  Eltern  in  einem  gemein-
samen  Haushalt  wohnt  (dies  gemäss  einer  von  ihm  beigebrachten 
UNMIK-Bestätigung vom 2. September 2008). Wieviele der insgesamt 
vier Brüder und fünf Schwestern (vgl. Aussagen des Gesuchstellers im 
Asylverfahren) heute noch im Kosovo leben, ist nicht bekannt. Dessen 

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unbesehen ist  zwar beim Gesuchsteller  vom Bestand familiärer  Ver-
bindungen zum Herkunftsgebiet auszugehen. Diese sind allerdings – 
soweit erkennbar – nicht solcher Natur, dass der Gesuchsteller daraus 
zum Verbleib im Kosovo geradezu verpflichtet sein könnte. 

7.4.2 Der  Gesuchsteller  ist  erwerbstätig.  Nach  Darstellung  des  Be-
schwerdeführers  ist  er  im  Lebensmittelgeschäft  eines  Bruders  an-
gestellt. Bei  den Akten der Vorinstanz aus einem früheren Verfahren 
befindet  sich  die  Kopie  eines  Arbeitsvertrags,  aus  dem  hervorgeht, 
dass  er  seit  anfangs  Januar  2004  im  betreffenden  Lebensmittel-
geschäft angestellt ist, wobei der Lohn damals 150 Euro im Monat be-
trug. Dem Gesuchsteller ist daher in beruflicher Hinsicht durchaus eine 
gewisse Konstanz und Verwurzelung zu attestieren. Allerdings geht es 
dabei  um  ein  Arbeitsverhältnis  unter  nahen  Verwandten,  das  ent-
sprechend flexibel ausgestaltet sein und die Beteiligten nicht in norma-
lem  Masse  binden  dürfte.  Davon  abgesehen  kann  ein  solches  An-
stellungsverhältnis  nur  schon  angesichts  des  zwischen  der  Schweiz 
und dem Kosovo bestehenden Lohngefälles, der dort vergleichsweise 
schlechten sozialen Absicherungen und der unterschiedlichen Lebens-
qualität  nicht  ernsthaft  daran hindern,  den Entschluss zu einer Emi-
gration zu fassen. 

7.4.3 Tritt  hinzu,  dass  der  Gesuchsteller  einen  engen  Bezug  zur 
Schweiz  hat:  Nebst  dem  Bruder  (Gastgeber)  und  dessen  Familie 
wohnen hier noch zwei Schwestern. Die Familie hat also bereits einen 
gewichtigen Migrationshintergrund und es kann nicht ausgeschlossen 
werden,  dass  es  der  Gesuchsteller  in  diesem  Punkt  seinen  Ge-
schwistern  gleichtun  möchte.  Die  hiesigen  Verhältnisse  wären  dem 
Gesuchsteller  zudem  nicht  völlig  fremd,  hat  er  sich  doch  zwischen 
Oktober  1998  und  Oktober  2000  als  Asylbewerber  in  der  Schweiz 
aufgehalten.  Aus  den  entsprechenden  Akten  ergibt  sich,  dass  er 
damals ab Mai 2000 als verschwunden galt, im Oktober des gleichen 
Jahres beim Beschwerdeführer angehalten und in der Folge in seine 
Heimat ausgeschafft wurde. Letzteres Verhalten der Beteiligten – auch 
wenn  es  in  der  Zwischenzeit  schon  Jahre  zurückliegt  –  zeugt  im 
Übrigen nicht gerade von grosser Bereitschaft, grundlegende Normen 
der ausländerrechtlichen Ordnung zu respektieren.

7.5 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vor-
instanz demnach davon ausgehen,  dass keine hinreichende Gewähr 
für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Gesuch-

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stellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung 
vermögen auch die Zusicherungen des Beschwerdeführers nichts zu 
ändern. Als Gastgeber kann er zwar für gewisse finanzielle Risiken im 
Zusammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt,  aus  nahe  liegenden 
Gründen  aber  nicht  für  ein  bestimmtes  Verhalten  seines  Gastes 
garantieren.  Denn  bei  der  Abwägung  des  Risikos  einer  nicht  frist-
gerechten Wiederausreise ist  naturgemäss nicht so sehr die Haltung 
des Gastgebers, sondern in erster  Linie das mögliche Verhalten des 
Gastes  selbst  von  Bedeutung.  Nur  Letzterer  ist  in  der  Lage,  hin-
reichend  Gewähr  für  seine  Rückkehrbereitschaft  zu  bieten  (BVGE 
2009/27 E. 9).

8.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

9.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  sind  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss gedeckt und werden verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. [...])
- das Amt für Migration des Kantons Schwyz ad SZ [...]

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand: 

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