# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47ffbfff-f05d-5dc1-a26c-92e570992ebb
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-17
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 17.10.2022 I 2022 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2022-38_2022-10-17.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2022 38

Entscheid vom 17. Oktober 2022 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Oxana Straub, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
gesetzlich vertreten durch die Eltern B.________,
alle vertreten durch Rechtsanwalt C.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (medizinische Massnahmen/ Giger-
Therapiegerät)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geboren im Rahmen einer Frühgeburt [29 ½ SSW]) ist der 
Sohn von B.________. Er hat noch einen Zwillingsbruder. Bis zum 20. Januar 
2019 war er in der Neonatologie des Universitätsspitals D.________ hospitalisiert 
(IV-act. 11).

Die IV-Stelle übernahm die Kosten für die Behandlung der Geburtsgebrechen Zif-
fer 494 (IV-act. 15), Ziffer 247 und 321 (IV-act. 16), Ziffer 395 (IV-act. 17) und Zif-
fer 420 (18).

B. Am 26. Februar 2020 erhielt die IV-Stelle die Mitteilung, A.________ sei in 
medizinischer Behandlung im Kinderspital D.________ im Zusammenhang mit 
dem Geburtsgebrechen Ziffer 390 (angeborene cerebrale Lähmungen, IV-act. 
19). Der RAD-Arzt Dr.medF.________ bejahte nach Prüfung der Aktenlage das 
Vorliegen des Geburtsgebrechens Ziffer 390 (IV-act. 22). Daraufhin verfügte die 
IV-Stelle am 6. Mai 2020 (IV-act. 23):

Wir übernehmen die Kosten für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 390 
und die ärztlich verordneten Behandlungsgeräte in einfacher und zweckmässiger 
Ausführung vom 21.02.2020 bis 28.02.2025.

C. Mit Mitteilung vom 16. November 2020 übernahm die IV-Stelle die Kosten 
für Physiotherapie (im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziffer 390, IV-
act. 28). Am 28. Mai 2021 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für Unter-
schenkelorthesen (IV-act. 39), für das Behandlungsgerät "Gehtrainer Dynamic 
Pacer" im Betrag von Fr. 7'312.85 (IV-act. 40) sowie für das Behandlungsgerät 
"Stehgerät Campus Nano 350" im Betrag von Fr. 6'093.67 (IV-act. 41). Gemäss 
Mitteilung vom 1. Juni 2021 übernahm die IV-Stelle die Kosten für Ergotherapie 
ab 11. Mai 2021 bis 30. April 2023 (IV-act. 43). 

D. Mit Eingabe vom 26. August 2021 an die IV-Stelle beantragten die Eltern 
die Übernahme der Kosten für ein "Giger MD Therapiegerät" im Gesamtbetrag 
von Fr. 21'560.-- (IV-act. 46-48). Daraufhin holte die IV-Stelle Auskünfte der be-
handelnden Physiotherapeutin (IV-act. 52) und vom RAD-Facharzt für Kinder- 
und Jugendmedizin (Prof. Dr.med. G.________, IV-act. 56) ein. Mit Vorbescheid 
vom 3. Dezember 2021 kündigte die IV-Stelle an, keine Kostengutsprache für 
das Giger-Therapiegerät zu erteilen (IV-act. 59). Dagegen erhoben die Eltern mit 
Eingabe vom 15. März 2022 Einwände (IV-act. 68). Daraufhin ersuchte die IV-
Stelle erneut um eine Stellungnahme des RAD-Facharztes (IV-act. 76), welcher 
sich am 14. April 2022 äusserte (IV-act. 81-3ff./5). 

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Gemäss Mitteilung vom 22. April 2022 ermöglichte die IV-Stelle die leihweise 
Abgabe eines Therapiestuhles aus IV-eigenen Beständen (IV-act. 83).

E. Eine Anfrage der IV-Stelle vom 2. Mai 2022, ob die Kosten für ein Giger-
Therapiegerät zu übernehmen seien (IV-act. 84), beantwortete das Bundesamt 
für Sozialversicherungen (BSV) am 16. Mai 2022 ablehnend (vgl. IV-act. 86). 

Daraufhin verfügte die IV-Stelle am 10. Juni 2022, dass das Leistungsbegehren, 
welches das Giger-Behandlungsgerät betreffe, abgewiesen werde (IV-act. 90).

F. Gegen diese am 14. Juni 2022 eingegangene Verfügung liessen die Eltern 
von A.________ rechtzeitig am 14. Juli 2022 beim Verwaltungsgericht Be-
schwerde erheben mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10.06.2022 sei aufzuheben.

2. Das Leistungsbegehren um Kostengutsprache für medizinische Massnahmen 
(Giger-Behandlungsgerät) gemäss der Offerte vom 25.08.2021 sei gutzuheis-
sen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehr-
wertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

G. Mit Vernehmlassung vom 19. August 2022 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. 
Dazu äusserte sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in einer Eingabe 
vom 9. September 2022, worauf die IV-Stelle am 16. September 2022 am Antrag 
auf Abweisung der Beschwerde festhielt.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Gemäss Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung (IVG, SR 831.20, in der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Fassung) 
haben Versicherte bis zum 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von 
Geburtsgebrechen notwendigen medizinischen Massnahmen. 

Als medizinische Massnahmen, die für die Behandlung eines Geburtsgebre-
chens notwendig sind, gelten nach Art. 2 Abs. 3 der Verordnung über Geburts-
gebrechen (GgV, SR 831.232.211 in der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden 
Fassung) sämtliche Vorkehren, die nach bewährter Erkenntnis der medizinischen 
Wissenschaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und 
zweckmässiger Weise anstreben.

1.2 In der seit dem 1. Januar 2022 geltenden Fassung von Art. 13 Abs. 1 IVG 
wird der Anspruch auf medizinische Massnahmen zur Behandlung von Geburts-

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gebrechen teilweise anders geregelt (namentlich sind die Kriterien für die Defini-
tion eines Geburtsgebrechens neu im Gesetz bzw. in Art. 13 Abs. 2 IVG veran-
kert worden). Analog ist auch die seit dem 1. Januar 2022 geltende Verordnung 
über Geburtsgebrechen (GgV-EDI) überarbeitet worden, indem u.a. die Geburts-
gebrechenliste (GG-Liste) aktualisiert wurde.

1.3 Nachdem es im konkreten Fall um einen streitigen Leistungsanspruch geht, 
welcher bereits im August 2021 und mithin unter der Geltung der bisherigen, in 
Erwägung 1.1 dargelegten Rechtslage geltend gemacht wurde, ist für die Beur-
teilung des Leistungsbegehrens die bisher geltende Regelung anwendbar und 
massgebend. Abgesehen davon wird weder geltend gemacht, noch ist es ersicht-
lich, dass gemäss den seit dem 1. Januar 2022 geltenden Bestimmungen neu 
zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 390 auch Kosten für ein daheim 
verwendetes Behandlungsgerät der Marke "Giger MD® medical device kid Hy-
brid" (nachfolgend Giger-Behandlungsgerät genannt) von der IV zu übernehmen 
wären (mit anderen Worten das neue Recht als lex mitior zur Anwendung käme). 

2.1 Als Ausgangslage ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an einer 
spastisch-dystonen bilateralen bein- und linksbetonten Zerebralparese (GMFCS 
III-IV, Mini-Macs III) bei altersentsprechender kognitiver und sprachlicher Ent-
wicklung leidet (vgl. Beschwerde S. 3 i.V.m. Bericht des Kinderspitals 
D.________ Bf-act. 3).

2.2 Im Bericht vom 18. Juni 2021 begründete Dr.med. H.________ (Leitende 
Ärztin des Kinderspitals D.________) das an die IV-Stelle gerichtete Leistungs-
begehren für ein Giger-Behandlungsgerät mit u.a. den folgenden Ausführungen 
(vgl. IV-act. 47):

In der klinischen Untersuchung ist der erhöhte Muskeltonus aller 4 Extremitäten 
sowie reduzierter Rumpftonus deutlich (…). A.________ zeigt sich auch im Rah-
men der altersentsprechenden Kognition motiviert sich weiter zu entwickeln. Die 
Extremitäten-Spastizität zwingt ihn aber zur Bewegungsarmut, welche wiederum 
eine Gefahr für die Einsteifung der Gelenke und Zunahme der körperlichen Beein-
trächtigung darstellt. Konservative Massnahmen wie Physiotherapie und Hilfsmittel 
sind bereits entweder schon vorhanden oder in die Wege geleitet worden. Ergän-
zend hat A.________ mit einem Giger MD Therapiegerät trainieren können. Mit 
dem regelmässigen Training, welches zuhause täglich auf dem Giger-Gerät durch-
geführt werden kann, bei jedem Wetter, ohne zusätzlichen Zeitaufwand für den 
Transport zu 
einem Therapieort (für die Familie mit frühgeborenen Zwillingen eine erhebliche 
Belastung), kann eine Verbesserung der Tonusregulation und Abnahme der 
Spastizität sowie Stärkung der paretischen Muskulatur erreicht werden. Mit dem 
regelmässigen Training könnte die bereits vorhandene Gehbereitschaft und Geh-
fähigkeit positiv beeinflusst werden.

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Ob eine Reduktion der Therapieeinheiten pro Woche längerfristig erreicht werden 
könnte, müsste zum jetzigen Zeitpunkt offen gelassen werden, da die Therapie-
bedürftigkeit komplex ist und eine Reduktion nur dann sinnvoll wäre, wenn die De-
formierung und Zunahme der Beeinträchtigung nicht gefährdet wären. Die Eltern 
und Physiotherapeuten sind zur Durchführung einer regelmässigen Behandlung 
mit einem Giger-Gerät sehr motiviert. Die Therapie mit dem Giger-Gerät ist wirt-
schaftlich sinnvoll, wenn wir berücksichtigen, dass A.________ durch die Tonusre-
gulation und Verstärkung der Rumpfmuskulatur eine Besserung von Alltagsfunkti-
onen (…) und längerfristig dadurch mehr Selbständigkeit im Alltag erreichen kann 
und erfolgreicher an einem Schulalltag teilnehmen kann. 

2.3 Die von der IV-Stelle befragte und den Versicherten behandelnde Physio-
therapeutin E.________ führte in ihrer Antwort vom 4. Oktober 2021 u.a. was 
folgt aus (IV-act. 52 i.V.m. IV-act. 51):

1. Wie regelmässig (Anzahl/ pro Woche) kommt A.________ zu Ihnen in die Phy-
siotherapie?
- Einmal pro Woche.

2. Welche Therapieziele wurden bereits erreicht?
- Vermehrte Rumpfstabilität
- Vereinfachte Schrittauslösung

3. Welche Therapieziele werden angestrebt?
- Freies Sitzen
- Selbständige Fortbewegung (Krabbeln, Gehen) z.T. mit Hilfsmitteln

4. Wie häufig pro Tag (Stunden) darf das Behandlungsgerät Giger benutzt wer-
den?
- Das kann ich nicht beantworten, ich habe zu wenig Erfahrung mit diesem 

Gerät.

5. Könnte es durch die Einsetzung vom Giger Behandlungsgerät eine Reduktion 
der Therapieeinheiten (z.B. pro Woche) geben?
- Das ist nicht abzusehen, aber so auch nicht gewollt. Das Giger Gerät ist 

ein Trainingsgerät für zu Hause, kein Ersatz für gezielte Therapieeinhei-
ten.

6. Gibt es in der Nähe eine Physiotherapiestelle, welche so ein Gerät in Betrieb 
hat?
- Ich kenne keinen Ort in der Nähe, an dem so ein Gerät zu Trainingszwe-

cken angeboten wird.

7. A.________ hat von uns bereits zwei Behandlungsgeräte, ein Stehgerät und 
ein Gehtrainer. Gibt es alternative Behandlungsgeräte, welche A.________ 
benützen könnte anstelle vom Giger?
- Das Stehgerät und der Gehtrainer werden von A.________ zur Partizipa-

tion im Alltag, zur Entwicklung motorischer und kognitiver Fähigkeiten 
und zur Vermeidung von Sekundärschäden benutzt. Das Giger Gerät soll 
vor allem zur Reduktion der Spastizität und zum Trainieren der Muskula-
tur zu Hause eingesetzt werden. Die vorhandenen Hilfsmittel und das 
Giger Gerät sind zur Erreichung unterschiedlicher Zielsetzungen einsetz-
bar und können nicht adäquat gegeneinander ausgetauscht werden.

2.4 Der von der IV-Stelle angefragte Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), Prof. Dr.med. G.________, informier-

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te sich nach der Aktenlage anhand der Homepage der betreffenden Firma über 
relevante Angaben zur "Giger MD® Therapie", wonach es sich dabei um eine ef-
fiziente Behandlungsmethode handle, mit der die motorische Entwicklung von 
betroffenen Kindern erheblich verbessert werden könne, schmerzfrei, ohne Me-
dikamente und durch selbständiges Training (vgl. IV-act. 56-3/3 oben). Seine 
Würdigung fasste dieser RAD-Facharzt wie folgt zusammen (IV-act. 56-3/3):

Aus versicherungsmedizinischer Sicht ist nachvollziehbar, dass die Zerebralparese 
des Kindes mittels ambulanter Physiotherapie, Ergotherapie und Orthesen behan-
delt wird. Die Kosten dieser Behandlungen werden bereits über das GG 390 durch 
die IV-Stelle finanziert.

Gemäss Art. 14 Abs. 1a IVG beziehen sich die Leistungen nach Art. 13 IVG auf 
medizinische Massnahmen der "Behandlung, die vom Arzt selbst oder auf seine 
Anordnung durch medizinische Hilfspersonen in Anstalts- oder Hauspflege vorge-
nommen wird, mit Ausnahme von logopädischen und psychomotorischen Therapi-
en". 

Gemäss Art. 2 Abs. 3 GgV gelten nur die Vorkehren als medizinische Massnah-
men zur Behandlung eines Geburtsgebrechens, "die nach bewährter Erkenntnis 
der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in 
einfacher und zweckmässiger Weise anstreben". 

Die beantragte Leistung genügt aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht den 
Forderungen nach Art. 14 Abs. 1a IVG und Art. 2 Abs. 3 GgV, da das Gerät nicht 
durch eine medizinische Fachperson eingesetzt werden soll sowie da es sich ent-
sprechend der wzw-Kriterien nicht nachweisbar um eine einfache und zweckmäs-
sige Methode der Behandlung der hier vorliegenden spastischen Zerebralparese 
handelt. Denn externe Studien zur Effektivität der Methode liegen bisher nicht vor.

2.5 In einem Bericht vom 17. März 2022 mit der Überschrift "Physiotherapie-
bericht und Antrag für GIGER MD Therapiegerät" an die IV-Stelle erläuterte die 
zuständige Physiotherapeutin K.________ die Situation wie folgt (IV-act. 69): 

A.________ Grundtonus ist am Rumpf herabgesetzt und an den Extremitäten 
spastisch, links betont. Das rechte Hüftgelenk zeigt eine Subluxationsfehlstellung. 
Durch das Wachstum und den steigenden Muskeltonus könnte diese Fehlstellung 
ohne Behandlung zu einer Luxation führen. A.________ bewegt sich selbständig 
mit Robben. Durch die erhöhte, asymmetrische Muskelspannung ist das Robben 
sehr einseitig, was wiederum die Fehlstellung im Becken- und Hüftbereich ver-
schlimmert.

Die linksbetonte Spastizität führt zu einer Asymmetrie und zu einer skoliotischen, 
linkskonvexen Rumpfhaltung, die das symmetrische Sitzen und Stehen sehr 
schwierig macht. A.________ benötigt Hilfsmittel, die seinem Rumpf eine hohe 
Stütze anbieten und es ihm ermöglichen, am Tisch seine Handmotorik zu trainie-
ren.

A.________ hat zu Hause ein Giger-Gerät, mit dem er täglich trainiert. Das Giger-
Gerät ermöglicht ein symmetrisches, koordiniertes Bewegen des gesamten Bewe-
gungsapparates. Durch das Fixieren der Extremitäten an den Pedalen wird die 
Bewegung physiologisch-anatomisch korrekt durchgeführt. Bei A.________ bedeu-

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tet es, dass seine beiden Hüften in einer anatomischen korrekten Haltung bewe-
gen und die Wirbelsäule symmetrisch links-rechts rotiert.

Die Mutter von A.________ berichtet mir, dass bereits das dreiwöchige, tägliche 
Training einen positiven Erfolg im Bewegungsmuster von A.________ zeigt. Die 
Spastizität an den unteren Extremitäten ist weniger geworden, so dass 
A.________ beim unterstützten Laufen seine Beine weniger überkreuzt und sym-
metrischer schreiten kann. Auch beim Robben zeigt er bessere reziproke Bewe-
gungen und es fällt ihm leichter sich zu bewegen. Er kann auch länger aufrecht 
und symmetrisch am Tisch sitzen. Dies ermöglicht das feinmotorische Üben mit 
den Händen.

Beurteilung:
A.________ kommt regelmässig ein Mal in der Woche zu mir in die Physiothera-
pie. Seine Entwicklung im grobmotorischen Bereich ist langsam aber stetig und wir 
erwarten durch ein tägliches Giger Heimtraining zunehmende Fortschritte. Das täg-
liche Heimtraining unterstützt und ergänzt das Erreichen der Ziele im sensomotori-
schen Bereich. Das Hauptziel der Physiotherapie ist eine bestmögliche sensomo-
torische Selbständigkeit im Alltag.

Aus diesen Gründen ist das Giger Heimtherapiegerät sinnvoll und wichtig (…)

2.6 In einer Würdigung der Aktenlage vom 14. April 2022 setzte sich Prof. 
Dr.med. G.________ (RAD-Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin) mit der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Giger-Behandlungsgerät auseinander 
und empfahl, eine Stellungnahme des Bundesamtes für Sozialversicherungen 
einzuholen (siehe IV-act. 81; hinsichtlich dieser Rechtsprechung des Bundes-
gerichts siehe nachfolgend unter Erw. 3.1ff.).

2.7 In der Antwort vom 16. Mai 2022 äusserte sich das Bundesamt für Sozial-
versicherungen wie folgt (IV-act. 86):

(…) Dem Bericht vom 18.06.2021 von Frau Dr.med. H.________ am Kispi 
D.________, ist zu entnehmen, dass Physiotherapie und Hilfsmittel bereits vor-
handen seien und ergänzend der Knabe mit einem Giger MD Therapiegerät habe 
trainieren können. Damit könne eine Verbesserung der Tonusregulation, Abnahme 
der Spastizität und Stärkung der paretischen Muskulatur erreicht werden. Sie fügt 
hinzu, dass mit dem regelmässigen Training die vorhandene Gehbereitschaft und 
Gehfähigkeit positiv beeinflusst werden könne. Aus diesen Gründen bitte sie um 
die Kostenübernahme eines Giger-Gerätes. Das Gerät kostet nach der Offerte der 
Firma I.________560.- Fr.

Frau E.________, Kinderphysiotherapeutin gibt an, dass das Giger Gerät ein Trai-
ningsgerät für zu Hause ist und nicht zum Ersatz von Therapieeinheiten gedacht 
sei.

Sie haben Herr Prof. Dr.med. J.________ (RAD) gebeten, zur Fragestellung der 
Kostenübernahme des Giger-Gerätes Stellung zu nehmen. In seiner Stellung-
nahme vom 15.11.2021 hat er auf Art. 2 Abs. 3 GgV hingewiesen, wonach nur 
Vorkehren, welche nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft 
angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger 
Weise anstreben, als medizinische Massnahmen gelten. In anderen Worten, die IV 

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übernimmt die notwendigen und ärztlich angeordneten medizinischen Massnah-
men, welche wirksam, einfach und zweckmässig (WZW-Kriterien) sind (Urteil des 
BGer 8C_289/2010 vom 6. Dezember 2010, Erw. 2.1). Zu den medizinischen 
Massnahmen der IV zählen Medikamente, chirurgische Eingriffe, Physiotherapie, 
Psychotherapien und Ergotherapien sowie Behandlungsgeräte, welche die oben 
genannten Kriterien erfüllen. Medizinische Leistungen, welche die WZW-Kriterien 
nicht erfüllen, werden von der IV nicht übernommen (Rz 6.1 KSME 2021). Profes-
sor J.________ kommt zum Schluss, dass das Gerät die WZW-Kriterien nicht er-
fülle, u.a. weil das Gerät nicht durch eine medizinische Fachperson eingesetzt 
werden soll. (…)

Die Eltern haben am 15. März 2022 Einwand gegen den Vorbescheid erhoben und 
weisen in ihrem Schreiben auf zwei Gerichtsurteile (373/04 und 723/03) hin, insbe-
sondere auf die Tatsache, dass die Wirksamkeit von Behandlungen mit Giger-
Therapiegeräten im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziffer 390 medizi-
nisch anerkannt und belegt sind. Des Weiteren rechtfertigen sie den Einsatz des 
Gerätes mit der Tatsache, dass nach ihrer Einschätzung nach 3 Wochen Einsatz 
des Gerätes massive Verbesserungen der Bewegungsabläufe (sic) festgestellt 
worden seien.

Prof. J.________ haben Sie erneut um Stellungnahme gebeten. In seiner Stel-
lungnahme fasst er die zwei erwähnten Gerichtsurteile detailliert zusammen. Wir 
verzichten darauf, diese nochmals darzustellen. Ein wichtiger von Professor 
J.________ erwähnter Punkt ist die Tatsache, dass die Beschwerdesache mit Ur-
teil 373/04 an die Vorinstanz zur erneuten Abklärung zurückverwiesen wurde, weil 
bezüglich der Wirksamkeit des Giger-Gerätes nicht von einem Geburtsgebrechen 
auf andere geschlossen werden könne und die medizinische Behandlung durch 
Fachpersonen eingebunden sein müsse.

Von den zwei Urteilen betraf das eine Urteil den Einsatz des Gerätes bei einer an-
deren Krankheit und beim anderen wurde die wissenschaftliche Anerkennung nicht 
ausdrücklich beurteilt.

Professor J.________ kommt zum Schluss, dass weiterhin keine durch medizini-
sche Fachpersonen dokumentierte Befunde vorgelegt worden sind und die Recht-
sprechung aus den Jahren 2004/2005 aus versicherungsmedizinischer Sicht im 
Hinblick auf den hiesigen Fall nicht eindeutig ist. Er bestätigt seine Einschätzung 
vom 15.11.2021, dass es derzeit keine Grundlage für die Anerkennung einer Leis-
tungspflicht der IV besteht.

Bei der Suche in der medizinischen Datenbank PubMed nach den Begriffen 
"Coordination Dynamics Therapy" (CDT) und "cerebral palsy" stösst man auf einen 
einzigen Artikel von 2005 [Schalow G, Jaigma P Cerebral palsy improvement archieved by coor-
dination dynamics therapy. Electromyogr Clin Neurophysiol. 2005 Dec; 45(7-8): 433-45]. In diesem 
wurde eine koordinationsdynamische Therapie niedriger Intensität durchgeführt auf 
einem speziellen koordinationsdynamischen Therapiegerät 3 Monate lang (4 Stun-
den Therapie pro Woche) bei 8 Zerebralparese-Patienten (Durchschnittsalter 15 
Jahre, Spanne 7-27). Nur der Abstrakt ist verfügbar. Die Autoren erwähnen, dass 
sich alle Patienten verbesserten, wobei erwähnt wird, dass sich die Organisation 
des ZNS, quantifiziert durch die niedrig belastete Koordinationsdynamik zwischen 
Arm- und Beindrehbewegungen, beim Training auf dem speziellen Koordinations-
dynamik-Therapiegerät um 46 +/- 17% (Bereich 33-60%) für Vorwärtsbewegungen 
und um 48 +/- 15% (Bereich 22-66%) für Rückwärtsbewegungen verbesserte. 

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Auch das geübte Krabbeln, Springen und Gehen verbesserte sich, wenn auch 
nicht so stark wie die durch die Koordinationsdynamik quantifizierte ZNS-
Organisation. Wie diese Parameter bemessen wurden ist nicht eruierbar. Die 
Schlussfolgerung des Artikels ist, dass die Verbesserung der ZNS-Funktionen dar-
auf schliessen lässt, dass die Zerebralparese teilweise geheilt werden kann, wenn 
eine intensive koordinationsdynamische Therapie über 1 bis 2 Jahre durchgeführt 
wird.

Es gibt 17 weitere Studien, die diese Therapieform untersucht haben, jedoch nicht 
spezifisch auf Cerebralparese-Patienten. Alle Studien wurden zwischen 2003 und 
2010 publiziert. Die meisten beliefen sich auf CDT-Behandlung bei Patienten mit 
Rückenmarksverletzung und einer auf Patienten mit Parkinson'scher Krankheit. Es 
handelt sich bei den meisten Studien um Case-Reports oder Case-Series. Ange-
sichts der Qualität der gefundenen Studien (im Sinne eines tiefen Evidenzgrads) 
und der Tatsache, dass neue Studien über diese Therapieform seit 2010 nicht 
mehr publiziert worden sind, ist davon auszugehen, dass aus medizinischer Sicht 
die CDT keine breit anerkannte Methode darstellt respektive das Kriterium der 
Wirksamkeit nicht erfüllt.

Aus diesem Grund sind wir der Ansicht, dass dieser Antrag abgelehnt werden 
muss.

3. Der höchstrichterlichen Rechtsprechung sind - soweit überblickbar - na-
mentlich folgende Entscheide zu entnehmen, bei welchen die Frage einer IV-
Leistungspflicht hinsichtlich Giger-Behandlungsgeräte thematisiert wird:

3.1.1  Im Urteil I 265/01 vom 31. März 2004 ging es um einen Knaben, welcher 
am 12. April 1997 mit einer lumbalen Spina bifida und einem Hydrocephalus zur 
Welt gekommen war. Die IV-Stelle NW hatte verschiedene Leistungen zugespro-
chen, namentlich medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebre-
chens Ziffer 381. Am 20. September 1999 lehnte die erwähnte IV-Stelle ein Ge-
such um Übernahme der Kosten für das Therapiegerät Giger MD medical device 
baby im Betrag von Fr. 11'990.-- ab, was vom Verwaltungsgericht NW bestätigt 
wurde. Eine dagegen erhobene Beschwerde hat das Eidg. Versicherungsgericht 
(heute Bundesgericht) mit Urteil I 265/01 vom 31. März 2004 abgewiesen.

3.1.2  Unter Ziffer 4.1 (im Urteil I 265/01 vom 31.3.2004) erwog damals das 
Eidg. Versicherungsgericht, aufgrund der gesamten Akten könne als unbestritten 
gelten, dass der versicherte Knabe im Rahmen der ihm mit Mitteilung (vom 
30.5.1997) zugesprochenen medizinischen Eingliederungsmassnahmen, welche 
namentlich Physiotherapie miteinschliessen, Anspruch auf die in den Räumlich-
keiten eines Physiotherapeuten oder eines Therapiezentrums durchgeführte Ko-
ordinationsdynamik-Therapie an einem Giger MD medical device baby zulasten 
der IV habe. Die Frage hingegen, ob der Knabe Anspruch auf Abgabe des strei-
tigen Therapiegerätes zur Verwendung bei sich zu Hause habe, wurde vom Eidg. 
Versicherungsgericht verneint u.a. mit der Begründung, aufgrund der aktenkun-

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digen Stellungnahmen ärztlicher und physiotherapeutischer Fachpersonen sei 
davon auszugehen, dass für die Abgabe eines solchen Geräts für eine zu Hause 
durchzuführende Koordinationsdynamik-Therapie aus medizinischer Sicht keine 
Notwendigkeit bestehe. Dem Knaben bzw. seinen Eltern sei es unter den gege-
benen Umständen zumutbar, die fragliche Therapie an diesem Gerät im Rahmen 
der ihm zugesprochenen medizinischen Eingliederungsmassnahmen zur Be-
handlung seines Geburtsgebrechens in den Praxisräumen eines Physiotherapeu-
ten durchführen zu lassen. In diesem Zusammenhang dürfe nicht übersehen 
werden, dass nur eine solche Lösung Gewähr für eine stets nutzbringende Ver-
wendung des Therapiegerätes unter der Anleitung und Aufsicht von mit der Be-
handlungsart vertrauten Fachpersonen biete. Mit Blick darauf, dass die IV die 
Eingliederung lediglich soweit sicherzustellen habe, als diese im Einzelfall not-
wendig, aber auch genügend sei, müsse in Kauf genommen werden, dass die El-
tern mit einem versicherten Kind erforderlichenfalls mehrmals in der Woche einen 
Physiotherapeuten aufsuchen müssten. Andererseits sei eine tagtägliche Benut-
zung des Geräts im konkreten Fall mit dem selber angeschafften Gerät nicht er-
reicht worden und offenbar auch nicht notwendig (Erw. 4.3 des zitierten Urteils 
I 265/01).

3.2.1  Im Urteil I 721/03 vom 2. August 2004 ging es darum, dass die IV-Stelle 
am 2. August 2002 die Übernahme der Kosten für ein Therapiegerät "Giger MD 
fit kid" im Betrag von Fr. 3'830.-- für einen Knaben (Jg. 1998) abgelehnt hatte, 
welcher an den Geburtsgebrechen Ziff. 387 (angeborene Epilepsie), Ziff. 390 
(angeborene cerebrale Lähmungen) und Ziff. 395 (leichte cerebrale Bewegungs-
störungen) litt. Das damals angerufene Verwaltungsgericht LU anerkannte mit 
Entscheid vom 30. Oktober 2003 die IV-Leistungspflicht, worauf sich das BSV 
beim Eidg. Versicherungsgericht erfolglos beschwerte.

3.2.2  Unter Erwägung 3.2 erwog damals (im Urteil I 721/03 vom 2.8.2004) das 
Eidg. Versicherungsgericht, dass im Vergleich zum erwähnten Urteil (I 265/01) 
vom 31. März 2004 einige Unterschiede bestünden: einerseits stehe hier ein 
deutlich kostengünstigeres Gerät zur Diskussion, das ohne weiteres zu Hause 
verwendet werden könne. Sodann übe hier der Versicherte täglich (und nicht nur 
an weniger als vier Tagen pro Woche) mit dem Gerät. Zudem werde der Einsatz 
zu Hause von den betreuenden Fachpersonen übereinstimmend als notwendig 
und nicht nur als sinnvoll bezeichnet. All diese Unterschiede würden zum 
Schluss führen, dass hier die Notwendigkeit, ein Gerät zu Lasten der IV für das 
Üben zu Hause abzugeben, zu bejahen sei. Mit Kosten von Fr. 3'830.-- sei die 
Abgabe des Geräts überdies aus wirtschaftlicher Sicht deutlich zweckmässiger 
als im genannten Fall (I 265/01). 

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3.2.3  Des Weiteren führte das Eidg. Versicherungsgericht in Erwägung 4.2 (des 
Urteils vom 2.8.2004) aus, im Urteil I 265/01 vom 31. März 2004 habe es die wis-
senschaftliche Anerkennung der Giger-Geräte nicht ausdrücklich geprüft, jedoch 
auf eine Stellungnahme einer Fachperson sowie auf verschiedene Beiträge in 
der Zeitschrift des Schweizerischen Physiotherapeuten-Verbandes SPV sowie 
auf eine Fallstudie verwiesen, wonach u.a. die Koordinationsdynamik-Therapie 
auf nunmehr rund 20-jähriger human-neurophysiologischer Forschungsarbeit be-
ruhe und die einzige Methode der Wiederherstellung von Funktionen des Zen-
tralnervensystems (ZNS) sei, die auf neuro-elektrophysiologischen Messungen 
beruhe, also eine medizinisch-wissenschaftliche Grundlage habe. Die Abgabe 
des Geräts nach Hause sei damals nicht wegen mangelnder Wissenschaftlich-
keit, sondern wegen fehlender Notwendigkeit abgelehnt worden. In Erwägung 4.4 
ergänzte das Eidg. Versicherungsgericht, selbst ein namentlich genannter Pro-
fessor befürworte sowohl als Arzt wie auch als Wissenschaftler die Abgabe des 
Gerätes. In Würdigung aller Umstände lasse sich die Wissenschaftlichkeit entge-
gen der Auffassung des Bundesamtes nicht verneinen. Hinzu komme, dass der 
Versicherte zu Lasten der IV Anspruch auf eine in Räumlichkeiten des Physio-
therapeuten durchgeführte Koordinationsdynamik-Therapie mit einem Giger-
Gerät habe. Ferner habe das Gericht in diesem Urteil festgehalten, dass bereits 
mehrfach solche Geräte durch die IV abgegeben worden seien. Auch vorliegend 
habe sich die IV-Stelle lediglich gegen eine Abgabe des Geräts nach Hause aus-
gesprochen, nicht aber gegen die Therapie mit Giger-Geräten beim Physiothera-
peuten. Es sei aber nicht einzusehen, weshalb die Durchführung einer Therapie 
mit einem derartigen Gerät nur in Institutionen, nicht aber zu Hause wissen-
schaftlich bewährt sein sollte, da doch die gleichen Übungen aufgrund der selben 
Erkenntnisse durchgeführt würden. Da im konkreten Fall die Notwendigkeit des 
täglichen Trainings auf dem Gerät und der enge Zusammenhang mit der ärztlich 
verordneten Physiotherapie im Unterschied zum Fall im Urteil I 265/01 erfüllt sei-
en und das hier gewünschte Gerät einfach und zweckmässig sei, habe der Ver-
sicherte Anspruch auf Abgabe eines solchen zu Hause.

3.3.1  Im Urteil I 373/04 vom 14. Februar 2005 ging es um ein im September 
1998 geborenes Mädchen, welches an einer kongenitalen Myopathie mit ausge-
prägter Muskelschwäche (Geburtsgebrechen Ziff. 184) litt und deswegen von der 
IV-Stelle GL verschiedene Leistungen (namentlich Physiotherapie) zugesprochen 
erhalten hatte. Das Gesuch der Eltern um Abgabe des Therapiegeräts Giger MD 
medical device kid wurde von der IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Mai 2003 ab-
gewiesen, derweil das Verwaltungsgericht GL mit Entscheid vom 8. Juni 2004 
der Kostenübernahme durch die IV zustimmte. Eine daraufhin vom BSV erhobe-
ne Beschwerde wurde vom Eidg. Versicherungsgericht insoweit gutgeheissen, 

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als der Entscheid des Verwaltungsgerichts GL aufgehoben und die Sache dem 
kantonalen Gericht zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückgewiesen wurde.

3.3.2  Diese Rückweisung wurde vom Eidg. Versicherungsgericht u.a. damit be-
gründet, dass in den Urteilen I 265/01 vom 31.3.2004 und I 721/03 vom 2.8.2004 
die Geburtsgebrechen Ziff. 381, bzw. Ziff. 390 und Ziff. 395 zu Grunde lagen, 
welche im Titel "Zentrales, peripheres und autonomes Nervensystem" eingereiht 
seien. Zur Behandlung solcher Erkrankungen stehe die Koordinationsdynamik-
Therapie zur Verfügung, die zum Ziele habe, durch eine funktionelle Reorganisa-
tion des verletzten (oder pathologisch funktionierenden) ZNS physiologische 
Funktionen wiederherzustellen, wofür die Giger-Instrumente erfolgreich einge-
setzt würden. Was für die genannten Geburtsgebrechen anerkannt sei, müsse 
nicht ohne weiteres auch für die Behandlung von den in Ziff. 184 GgV Anhang 
genannten Dystrophia musculorum progressiva und anderen congenitalen My-
opathien gelten, jedenfalls dann nicht, wenn wie vorliegend keine motorischen 
Ausfälle vorlägen. Zwar stehe der therapeutische Effekt auf die Gesundheit des 
Mädchens fest. Aus einem behandelten und beobachteten Einzelfall könnten je-
doch keine Rückschlüsse auf bewährte Erkenntnisse der medizinischen Wissen-
schaft gewonnen werden. Die von … zitierte medizinische Literatur belege die 
Wirksamkeit der Koordinationsdynamik-Therapie bei am ZNS oder cerebral Ge-
schädigten. Ob und inwieweit sich diese wissenschaftlichen und therapeutischen 
Erfahrungen auch auf Personen mit Muskeldystrophien und Myopathien oder 
diesen vergleichbaren Erkrankungen beziehen oder übertragen liessen, sei nicht 
ersichtlich. Nach dem Gesagten lasse sich an Hand der Akten nicht abschlies-
send beurteilen, ob die mit den Giger-Geräten durchgeführte Koordinations-
dynamik-Therapie auch bei Muskelerkrankungen der vorliegenden Art von For-
schern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis aner-
kannt sei oder nicht, weshalb die Sache zur diesbezüglichen weiteren Abklärung 
zurückzuweisen sei (zit. Erw. 3.1 des Urteils I 373/04 vom 14.2.2005).

3.3.3  In der Folge holte das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus einen 
Fachbericht eines leitenden Arztes einer Pädiatrischen Klinik ein; zudem wurde 
ein Schriftenwechsel durchgeführt. Mit Entscheid vom 15. Dezember 2005 bejah-
te dieses kantonale Gericht einen Anspruch auf Kostengutsprache für dieses 
Therapiegerät, worauf sich das BSV erneut beim Eidg. Versicherungsgericht be-
schwerte, allerdings ohne Erfolg, da mit Urteil I 65/06 vom 3. August 2006 diese 
Beschwerde abgewiesen wurde. In den Erwägungen führte das Eidg. Versiche-
rungsgericht u.a. aus, der betreffende Experte habe im aufgelegten Bericht ver-
deutlicht, dass jede Therapie, welche die Muskelkraft am ganzen Körper fördere, 
bei an nemaliner Myopathie erkrankten Patienten wirksam sei. Die Studie Tajs-

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hargi et al. 0204 zeige auf, dass das regelmässige Muskeltraining mit "Total Body 
Involvement" bei Myopathien und Muskeldistrophien von grosser Bedeutung sei. 
Das Giger-Gerät sei diesbezüglich besonders geeignet, indem es ein gleichzeiti-
ges, gut dosierbares und die Muskeln kräftigendes Training aller Extremitäten 
sowie des Rumpfes in liegender Position ermögliche. Aufgrund dieser Angaben 
sei erstellt, dass in der medizinischen Wissenschaft die Wirksamkeit muskelkräf-
tigender Therapie bei an nemaliner Myopathie leidenden Personen anerkannt 
sei.

4. Im Lichte dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung und der gesamten Ak-
tenlage sprechen aus den folgenden Gründen die gewichtigeren Aspekte für eine 
Bejahung eines Leistungsanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung. 

4.1 Unbestritten ist, dass das betreffende Giger-Gerät zur Behandlung des Ge-
burtsgebrechens Ziffer 390 eingesetzt wird, wobei der Versicherte ärztlich ver-
ordnete Physiotherapie erhält (IV-act. 29), wofür Kostengutsprache erteilt wurde 
(IV-act. 28) sowie zudem die Vorinstanz gemäss Mitteilung vom 6. Mai 2020 zu-
gesichert hat, hinsichtlich der Behandlung dieses Geburtsgebrechens die ärztlich 
verordneten Behandlungsgeräte in einfacher und zweckmässiger Ausführung 
vom 21. Februar 2020 bis 28. Februar 2025 zu übernehmen (IV-act. 23).

4.2.1 Zwar verhält es sich im vorliegenden Fall so, dass die behandelnde Physio-
therapeutin E.________ selber keine Erfahrungen mit diesem Gerät hat und die-
ses Gerät auch nicht bei der wöchentlichen Therapiesitzung einsetzt (vgl. IV-act. 
52). Indessen ist diesem Aspekt keine ausschlaggebende Bedeutung beizumes-
sen, denn zum einen hat die andere involvierte Physiotherapeutin der Frühbera-
tungs- und Therapiestelle für Kinder, K.________, diesbezüglich Erfahrungen 
und plädiert für den Einsatz dieses Therapiegerätes (vgl. Erwägung 2.5). Zum 
andern stellte das Eidg. Versicherungsgericht im Urteil I 721/03 vom 2. August 
2004 grundsätzlich nicht darauf ab, wo das Gerät eingesetzt wird (zuhause oder 
in der Therapiestelle), sondern darauf, ob die versicherte Person täglich übt und 
die behandelnden Fachpersonen ein derartiges regelmässiges Üben zuhause als 
nötig erachten, mithin dieser (tägliche) Geräteeinsatz als notwendige Ergänzung 
zur physiotherapeutischen Behandlungsmassnahme beurteilt und darin ein enger 
Zusammenhang mit der ärztlich verordneten Physiotherapie erblickt wird.

4.2.2  Dies trifft auch im konkreten Fall zu. Die behandelnde Fachärztin des Kin-
derspitals D.________ führt überzeugend aus, dass der Knabe aufgrund seiner 
eingeschränkten motorischen Kontrolle im Rahmen des Geburtsgebrechens Zif-
fer 390 nur bedingt Möglichkeiten habe, gezielt die Bewegungsabläufe zu trainie-
ren und vor allem nicht in einer Häufigkeit und mit Wiederholungen, wie dies mit 

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dem Giger-Therapiegerät möglich sei. Mit diesem Gerät könne die Muskulatur 
gekräftigt, das Gleichgewicht verbessert und der Muskeltonus reguliert werden, 
was sich günstig auf die funktionellen Zielsetzungen auswirke (Bf-act. 3). Im Ein-
klang damit stehen auch die Erfahrungen und die Einschätzung der involvierten 
Physiotherapeutin K.________ von der Frühberatungs- und Therapiestelle für 
Kinder, wonach das tägliche Training am Giger-Therapiegerät ein symmetri-
sches, koordiniertes Bewegen des gesamten Bewegungsapparates ermögliche. 
Durch das Fixieren der Extremitäten an den Pedalen werde die Bewegung phy-
siologisch-anatomisch korrekt durchgeführt, was auch der festgestellten Subluxa-
tionsfehlstellung des rechten Hüftgelenkes entgegenwirke (vgl. IV-act. 69-1/2). 
Sodann leuchtet ein, dass durch das tägliche Training zuhause mit dem betref-
fenden Therapiegerät ein entsprechender Nutzen erlangt bzw. zunehmende 
Fortschritte möglich sind, welche mit einer einzelnen Physiotherapiestunde pro 
Woche wohl kaum erreicht werden könnten. 

Soweit der RAD-Facharzt seine ablehnende Haltung damit begründet, dass das 
Therapiegerät nicht durch eine medizinische Fachperson eingesetzt werde (vgl. 
IV-act. 56-3/3 in fine), ist dieser Argumentation entgegenzuhalten, dass das Bun-
desgericht diesem Kriterium im Hinblick auf die Leistungspflicht für ein Giger-
Therapiegerät keine relevante Bedeutung beigemessen hat, da es im Ergebnis 
die Leistungspflicht bejahte, wobei die versicherte Person in der Lage war, "täg-
lich mehrmals ohne Aufsicht zu üben" (vgl. zit. Urteil I 373/04 Erw. 2.2 Satz 2 
i.V.m. dem Urteil I 65/06 vom 3.08.2006). Abgesehen davon ging es im erwähn-
ten Urteil I 721/03, in welchem das Bundesgericht eine Leistungspflicht für ein 
Giger-Therapiegerät bejahte, ebenfalls um ein Kind (mit u.a. Geburtsgebrechen 
Ziff. 390) welches im massgebenden Zeitpunkt (Erlass der Leistungsverfügung) 
ca. vierjährig war (vgl. zit. Urteil I 721/03 Erw. 2.4).

4.3 Was die Kriterien "einfach und zweckmässig" anbelangt, ist nicht zu über-
sehen, dass die Kosten von Fr. 21'560.-- relativ hoch sind. Allerdings relativiert 
sich dieser Betrag in Anbetracht dessen, dass dieses Gerät über einen längeren 
Zeitraum eingesetzt werden kann (vgl. IV-act. 68-1/2 unten: "noch viele Jahre") 
und mit den erzielten motorischen Entwicklungsfortschritten grundsätzlich keine 
zusätzlichen bzw. letztlich weniger Physiotherapiestunden erforderlich werden. 
Ferner ist es zu beachten, dass die Kosten des Giger-Therapiegerätes, welche 
von der IV-Stelle GL mit Verfügung vom 28. Mai 2003 abgelehnt wurden (vgl. zit. 
Urteil I 373/04), nachträglich gemäss dem höchstrichterlichen Urteil I 65/06 zu 
übernehmen waren. Berücksichtigt man diesbezüglich die Entwicklung des Lan-
desindexes der Konsumentenpreise (Mai 2000 = 100), erhöht sich der damals 
akzeptierte Betrag von Fr. 13'685.-- (Indexstand Mai 2003 = 102.4) nach Mass-

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gabe der allgemeinen Preisentwicklung (Indexstand Juni 2022 = 112.5) auf rund 
Fr. 15'035.-- (13'685 : 102.4 x 112.5). Hinzu kommen allfällige Verteuerungen, 
welche durch Optimierungen/ Verbesserungen/ Weiterentwicklungen des ur-
sprünglichen Therapiegerätes verursacht wurden, weshalb die in der Eingabe der 
IV-Stelle vom 16. September 2022 geäusserte Kritik an der Kostenhöhe hier 
nicht zu hören ist bzw. insgesamt ein Grenzfall vorliegt, welcher im Lichte der 
dargelegten höchstrichterlichen Rechtsprechung zu Gunsten des Beschwerde-
führers zu entscheiden ist.

4.4 Aus all diesen Gründen ist in Gutheissung der Beschwerde festzuhalten, 
dass der Versicherte im Rahmen von Art. 13 IVG Anspruch auf Kostenübernah-
me des betreffenden Therapiegerätes durch die IV hat.

5. Dem vorliegenden Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten 
der IV-Stelle auferlegt. Zudem wird dem beanwalteten Beschwerdeführer eine 
Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz zugesprochen.

Für die Höhe des Honorars ist auf den kantonalen Gebührentarif für Rechtsan-
wälte (GebTRA, SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975 abzustellen, welcher in 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis 
Fr. 8'400.-- vorsieht. Nach § 2 GebTRA ist die Vergütung nach der Wichtigkeit 
der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung 
sowie dem notwendigen Zeitaufwand zu bemessen. Unter Berücksichtigung all 
dieser Aspekte wird die Parteientschädigung für das Obsiegen ermessensweise 
auf Fr. 2'000.-- (inkl. MwSt und Auslagen) festgelegt.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die Kosten 
für das Giger-Therapiegerät (gemäss Offerte vom 25.8.2021) sind von der 
Invalidenversicherung zu übernehmen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Vorinstanz 
auferlegt. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf Rückerstattung des be-
zahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. Dies wird zahlungsverkehrs-
mässig so umgesetzt, dass das Gericht den Kostenvorschuss einbehält 
und die Vorinstanz dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers Fr. 500.--
zu bezahlen hat.

3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-
gung von Fr. 2'000.-- zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 17. Oktober 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 27. Oktober 2022