# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0979f27c-0c94-5d4f-ba86-b41fcd891158
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-10
**Language:** de
**Title:** Lärmschutz. Glassammelstelle. Ermittlung und Beurteilung der Lärmbelastung.
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0095-0096/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_I_0095-0096_2016_400.pdf

## Full Text

BRGE I Nrn. 0095 und 0096/2016 vom 10. Juni 2016 in BEZ 2016 Nr. 44 

Der  Gemeinderat  setzte  das  Strassenprojekt  für  die  Erstellung  einer 
Glassammelstelle  fest.  Gleichzeitig  wies  er  die  gegen  das  Projekt  erhobenen 
Einsprachen  von  Nachbarn ab.  Diese  erhoben  hiergegen  Rekurs wegen  über-
mässiger Lärmimmissionen. 

Aus den Erwägungen: 

5.  Der  Standort  der  geplanten  Glassammelstelle  befindet  sich  im  Bereich 
von  vier  Parkfeldern,  die  zur  Verkehrsberuhigung  in  der  fraglichen  Tempo-30-
Zone  schräg  auf  der  H.-Strasse  markiert  sind.  Die  vier  wabenförmigen 
Sammelbehälter sollen auf den beiden mittleren Parkfeldern aufgestellt werden. 
Der  Standort  befindet  sich  in  der  zweigeschossigen  Wohnzone  (Empfindlich-
fraglichen 
keitsstufe 
Strassenabschnitt an einen Wald angrenzt, in einer Distanz von ca. 16 m bzw. 
ca. 38 m zu den rekurrentischen Liegenschaften. 

II)  am  Rand  eines  Wohnquartiers,  welches 

im 

6.1  Die  Rekurrierenden  machen  unter  anderem  übermässige  Lärm-
immissionen  durch  die  Flascheneinwürfe,  die  Leerung  der  Container  und  den 
Mehrverkehr geltend. (…) 

6.2.1 Für eine Anlage der hier fraglichen Art fehlen Belastungsgrenzwerte. 
Demgemäss hat die Beurteilung der Lärmeinwirkungen nach Art. 40 Abs. 3 der 
Lärmschutzverordnung  (LSV)  unter  Orientierung  an  den  Kriterien  von  Art. 15, 
19  und  23  des  Umweltschutzgesetzes  (USG)  im  Einzelfall  zu  erfolgen.  Dabei 
sind der Charakter des Lärms, Zeitpunkt und Häufigkeit seines Auftretens sowie 
die  Lärmempfindlichkeit  der  Zone,  in  welcher  die  Immissionen  auftreten,  zu 
berücksichtigen (Art. 2 Abs. 5 LSV).  

Als neue Anlage muss die Sammelstelle den Anforderungen von Art. 23 in 
Verbindung  mit  Art. 15  und  13  Abs. 2  USG  genügen,  wonach  die 
Lärmbelastung – spürbar – unter dem Niveau liegen muss, das die Bevölkerung 
in  ihrem  Wohlbefinden  erheblich  stören  würde  (Art.  25  Abs.  1  USG). 
Massgebend 
ist  eine  objektivierte  Lärmempfindlichkeit,  die  zwar  auch 
besonders  empfindliche  Bevölkerungsgruppen  berücksichtigt,  aber  nicht  allein 
auf das Empfinden einzelner Nachbarn abstellt. In jedem Fall sind die technisch 
und  betrieblich  möglichen  und  wirtschaftlich  tragbaren  Massnahmen  zur 
Emissionsbegrenzung  im  Sinn  von  Art. 11 Abs. 2 USG  zu  treffen  (Vorsorge-
prinzip). 

6.2.2  Das  Urteil  BGr 1A.36/2000  vom  5. Dezember  2000  (URP 2001 
S. 148)  betraf  eine  Sammelstelle  in  Villeneuve  auf  der  Place  de  la  Laiterie, 
bestehend  aus  vier  oberirdischen  Containern  (je  einer  für  Papier,  Glas,  Kom-
post  und  PET).  Der  Standort  befindet  sich  auf  einem  öffentlichen  Platz  in  der 
Zone  für  öffentliche  Bauten,  der  hauptsächlich  als  Parkplatz  genutzt  wird,  in 
einer  Entfernung  von  6  m  zum Wohnhaus  des  damaligen  Beschwerdeführers. 
Der Einwurf von Glas war erlaubt von Montag bis Samstag, 6 bis 21 Uhr. Das 
Bundesgericht  erwog,  dass  der  Bundesrat  speziell  für  Altstoff-Nebensammel-
stellen  («éco-points»)  keine  Belastungsgrenzwerte  erlassen  habe  und  dass 

 
 
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solche Sammelstellen weder mit den industriellen, gewerblichen oder landwirt-
schaftlichen  Anlagen  gemäss  Anhang  6  LSV  noch  mit  anderen  in  den  Anhän-
gen 3 ff. LSV definierten Anlagenarten vergleichbar seien. Die Vollzugsbehörde 
müsse  deshalb  die  Lärmimmissionen  gemäss  Art. 40  Abs.  3  LSV  direkt  nach 
Art. 15 USG beurteilen. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass gemäss der 
Lebenserfahrung  der  vom  Glascontainer  herrührende  Lärm  in  Anbetracht  von 
dessen Funktion und beschränkter Kapazität tagsüber von den Anwohnern des 
städtischen  und  vor  allem  wegen  des  Strassenverkehrs  nicht  besonders 
ruhigen Quartiers hinzunehmen sei. Anzufügen ist, dass sich der besagte Platz 
an  einer  viel  befahrenen  Hauptstrasse  befindet.  Ausserdem  hat  es  den 
Anschein,  dass  die  Anlage  inzwischen  auf  ein  Halbunterflursystem  umgestellt 
wurde. 

Der Entscheid des Verwaltungsgerichts VB.2000.00238 vom 7. November 
2001  (RB  2001  Nr.  79)  betraf  eine  Altstoff-Nebensammelstelle  in  Gattikon  in 
einem  Wohnquartier  an  der  R.-Strasse  (Empfindlichkeitsstufe II;  s.  zur  selben 
Anlage auch den Baurekurskommissionsbeschluss BRKE II Nr. 0285/1996 vom 
3. Dezember 1996). Die Anlage sollte acht Container des Fabrikats «Oekowab» 
zur Entsorgung von Bruchglas und Metall umfassen. Der geplante Aufstellungs-
ort war rund 12 m von den nächstgelegenen Gebäudeecken der benachbarten 
Mehrfamilienhäuser  entfernt.  Das  Verwaltungsgericht  hielt  gestützt  auf  den 
Bundesgerichtsentscheid  BGr 1A.36/2000  vom  5.  Dezember  2000  fest,  die 
Vorgaben  von  Anhang  6  LSV  könnten  zwar  nicht  direkt  angewendet  werden. 
Immerhin  könnten  bei  der  Beurteilung  von  Lärmmessungen  Analogien  zu 
anderen  Lärmarten  berücksichtigt  werden.  Für  die  lärmrechtliche  Beurteilung 
stützte  sich  das  Verwaltungsgericht  auf  Lärmmessungen  des  Arbeits-
inspektorats.  Massstab  war  der  in  der  Empfindlichkeitsstufe  II  für  die  meisten 
Lärmarten tagsüber geltende Planungswert Lr von 55 dB(A). Das Verwaltungs-
gericht  stellte  fest,  dass  dieser  Wert  bei  keiner  der  relevanten  Lärmgruppen 
(Glaseinwürfe,  Anlieferung  mit  Autos,  Containerleerung)  überschritten  sei  und 
die  strittige  Altstoff-Nebensammelstelle  die  lärmrechtlichen  Anforderungen  von 
Art. 25 Abs. 1 USG an neue Anlagen erfülle. Dieses Ergebnis stehe im Einklang 
mit  dem  erwähnten  Entscheid  des  Bundesgerichts  vom  5. Dezember  2000. 
Anzumerken bleibt, dass diese Sammelstelle heute nicht mehr besteht. 

Im Entscheid BGE 1C_299/2009 vom 12. Januar 2010 (URP 2012 S. 409) 
befasste  sich  das  Bundesgericht  mit  einer  Glassammelstelle  beim  alten 
Werkhof  am  Höheweg  7  in  Münchenbuchsee  (BE).  Es  stützte  die  Lärmbe-
urteilung  der  Vorinstanz,  die  eine  Einzelfallbeurteilung  vorgenommen  hatte, 
wobei  sie  den  Planungswert  für  Industrie-  und  Gewerbelärm  (Ziff. 2  des 
Anhangs  6  zur  LSV)  von  Lr  55  dB(A)  als  Wertungshilfe  herangezogen  habe. 
Sodann habe die Vorinstanz den Charakter des Lärms, die Öffnungszeiten der 
Sammelstelle,  die  zu  erwartende  Glasmenge  sowie  die  Lärmempfindlichkeit 
bzw.  Lärmvorbelastung  der  betroffenen  Wohnzone  berücksichtigt.  Durch 
Lärmschutzmassnahmen 
(Verwendung  schallgedämmter  Container  und 
Errichtung einer Lärmschutzwand) habe die zu erwartende Lärmbelastung stark 
gesenkt  werden  können.  Es  erscheine  deshalb  als  vertretbar,  dass  die 
Vorinstanz  von  höchstens  geringfügigen  Störungen  ausgegangen  sei,  auch 
wenn  die  betroffene  Wohnzone  eher  ruhig  sein  soll.  In  Bezug  auf  das 
Vorsorgeprinzip gemäss Art. 11 Abs. 2 USG hielt das Bundesgericht fest, dass 

 
 
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das  Kriterium  der  wirtschaftlichen  Tragbarkeit  auf  Unternehmungen  zuge-
schnitten  sei,  die  nach  marktwirtschaftlichen  Prinzipien,  d.h.  gewinnorientiert, 
betrieben  würden.  Gingen  die  zu  bekämpfenden  Emissionen  von  anderen 
Quellen  als  von  marktwirtschaftlich  geführten  Unternehmen  aus,  so  falle  das 
Kriterium  der  wirtschaftlichen  Tragbarkeit  dahin  und  seien  allfällige 
wirtschaftliche  Gesichtspunkte  im  Rahmen  der  allgemeinen  Verhältnismässig-
keitsprüfung zu beachten. Falls die massgebenden Planungswerte eingehalten 
liessen  sich  weitergehende  Emissionsbegrenzungen  gemäss  der 
seien, 
Rechtsprechung  zudem  nur  dann  rechtfertigen,  wenn  mit  relativ  geringem 
Aufwand  eine  wesentliche  zusätzliche  Reduktion  der  Emissionen  erreicht 
werden könne. Die Errichtung einer unterirdischen Anlage wäre mit erheblichen 
Mehrkosten  verbunden,  welche  von  der  Beschwerdegegnerin  auf  der  Grund-
lage des Vorsorgeprinzips nicht verlangt werden könnten. Dabei sei zu berück-
sichtigen,  dass  wegen  der  bereits  geplanten  Lärmschutzmassnahmen  von 
höchstens geringfügigen Störungen ausgegangen werden könne. Zu bemerken 
bleibt,  dass  die  am  fraglichen  Ort  bestehende  Glassammelstelle  inzwischen 
geschlossen  und  die  vor  dem  Bundesgericht  strittige  Projektänderung  nicht 
realisiert wurde. 

6.2.3  In  dem  von  der  Vorinstanz  erwähnten  Merkblatt  des  Tiefbauamtes 
«Altstoffsammelstellen  –  Problemerläuterung  und  bisherige  Praxis  der 
Gerichte» vom August 2008 werden die wesentlichsten Erkenntnisse der oben 
ausgeführten  Entscheide  dargelegt.  Das  Tiefbauamt  zieht  das  Fazit,  dass  in 
den  meisten  Fällen  nach  bisheriger  Gerichtspraxis  der  Lärm  innerhalb  der 
Öffnungszeiten  und  der  Lärm,  der  durch  die  Containerleerungen  verursacht 
werde, nicht als problematisch beurteilt würden. Ein Lärmgutachten werde nicht 
empfohlen,  da  Anhang  6  LSV  nicht  mehr  bindend  sei,  sondern  nur  als 
Anhaltspunkt diene. Deshalb sei fraglich, ob ein Lärmgutachten wirklich sinnvoll 
sei.  Vielmehr  sollte  von  den  Behörden  aufgezeigt  werden,  dass  ein  Bedürfnis 
für Altglassammelstellen in Wohnquartieren bestehe. 

Diese  Einschätzung  des  Tiefbauamtes  greift  zu  kurz,  wie  nachfolgend 

ausgeführt wird. 

6.2.4  Das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU)  gab  bei  der  EMPA  eine 
Untersuchung  der  Lärmermittlung  bei  Recyclingsammelstellen  in  Auftrag.  Das 
Resultat dieser Untersuchungen ist im Untersuchungsbericht vom 19. Juni 2012 
«Lärmermittlung und Massnahmen bei Recyclingsammelstellen» (nachfolgend: 
Untersuchungsbericht;  www.bafu.admin.ch)  festgehalten.  In  Anlehnung  an 
diesen Untersuchungsbericht kreierte das BAFU eine Orientierungshilfe für die 
Beurteilung  des  Lärms  von  Glassammelstellen  nach  Anhang 6  LSV 
(nachfolgend: Orientierungshilfe, Stand 7. Mai 2012; www.bafu.admin.ch). 

Die  Zusammenfassung  des  Untersuchungsberichts  lautet  wie  folgt:  «Die 
aktuelle  Gerichtspraxis  schreibt  für  Recyclingsammelstellen  eine  Einzelfall-
beurteilung  vor.  Als  Entscheidungshilfe  kann  dabei  Anhang 6  der  LSV 
beigezogen  werden.  Aus  den  bisherigen  Erfahrungen  kann  abgeleitet  werden, 
dass  Recyclinginstallationen,  welche  sich  in  Abständen  von  mindestens 
50 Metern  zu  den  Anwohnern  befinden,  in  der  Regel  als  unbedenklich  zu 
beurteilen  sind.  Umgekehrt  sind  Abstände  von  unter  15  Metern  nach 

 
 
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Möglichkeit zu  vermeiden. Die Schallemissionen der Sammelbehälter variieren 
je nach System und Konstruktion beträchtlich. Auch die Lage und Organisation 
der Sammelstelle hat einen massgeblichen Einfluss auf die Lärmbelastung der 
Anwohner.  Aus  Beispielrechnungen  und  den  bisherigen  Erfahrungen  lassen 
sich  gleichwohl  verschiedene  Erkenntnisse  ableiten:  Falls  die  Entleerung  der 
Sammelcontainer  vor  Ort  erfolgt,  so  tritt  dieser  Arbeitsschritt  bei  einer 
Beurteilung  nach  Anhang  6  der  LSV  als  Hauptlärmquelle  in  Erscheinung. 
Entfällt  die  Entleerung  vor  Ort  so  wird  der  Gesamtpegel  durch  den 
Flascheneinwurf  sowie  durch  das  Heben  und  Zurückstellen  der  Container 
dominiert. Von  untergeordneter Bedeutung  ist  in  der  Regel die  Anlieferung mit 
Personenwagen.» 

Die  EMPA  ermittelte  für  eine  repräsentative  Nebensammelstelle  (vier 
kleine Container, durchschnittlich 50 Anlieferungen pro Tag, davon 10 Prozent 
mit  dem  Auto,  durchschnittlich  300  Flascheneinwürfe  pro  Tag,  200 
Containerleerungen pro Jahr) und auf Grundlage eines Planungswertes von 55 
dB(A) einen  «Grenzabstand»  von  27 m.  Bei einem  grösseren  Abstand  zu  den 
betroffenen  Anwohnern  könne  von  einer  Einhaltung  des  Planungswertes 
ausgegangen werden, sofern die eingesetzten Sammelsysteme dem Stand der 
Technik  entsprächen.  Bei  einer  Unterschreitung  des  Grenzabstandes  werde 
eine  detailliertere  Abklärung  empfohlen.  Als  dem  Stand  der  Technik 
entsprechend  bezeichnet  die  EMPA  die  geltenden  Anforderungen 
für 
lärmgeminderte  Altglascontainer  nach  dem  deutschen  Umweltzeichen  «Der 
blaue  Engel»  (RAL-UZ  21).  Demgemäss  dürfe  eine  Glassammelstelle  den 
Einzelereignis-Schalleistungspegel  eines  Flascheneinwurfs  von  91 dB(A)  nicht 
überschreiten  (Messung  gemäss  Beschrieb  in  der  Richtlinie  2000/14/EG  des 
europäischen Parlaments und des Rats der europäischen Union und der Norm 
EN  ISO  3744).  Es  existierten  sowohl  Oberflur-,  Halbunterflur-  und  Unterflur-
systeme,  die  diese  Anforderungen  erfüllen  würden.  Für  die  Abschätzung  der 
Grenzabstände  ging  die  EMPA  von  einem  Emissionswert  für  den  Glaseinwurf 
aus, welcher den blauen Engel um 3 dB(A) überschreitet (d.h. LWAE = 94 dB[A]). 

Schliesslich 

stellte  die  EMPA  grosse  Unterschiede  bei  den 
Schallemissionen  zwischen  verschiedenen  Produkten  mit  vergleichbarer 
Funktion  und  Konstruktionsweise  fest,  was  ein  Hinweis  auf  das  enorme 
Potenzial sei, das sich im Bereich des Lärmschutzes biete.  

6.2.5  Die  vorliegend  in  Frage  stehende  Altglassammelstelle  befindet  sich 
nur  ca.  16 m  vom  nächstgelegenen  Wohnhaus  entfernt  in  einem  ruhigen 
Wohnquartier.  Bereits  aufgrund  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  ist  offen-
sichtlich,  dass dieser Standort in  Bezug  auf  die  Lärmimmissionen  als äusserst 
kritisch zu beurteilen ist und hohe Anforderungen an die Emissionsbegrenzung 
stellt.  Gestützt  wird  diese  Einschätzung  durch  den  Untersuchungsbericht  der 
EMPA,  insbesondere  den  darin  ermittelten  Grenzabstand  für  Nebensammel-
stellen  von  27 m.  Deshalb  ist  eine  genaue  Abklärung  der  bei  den  konkreten 
Gegebenheiten zu erwartenden Lärmimmissionen unerlässlich. Der angefochte-
ne  Beschluss  lässt  indes  eine  hinreichende  Einzelfallbeurteilung  vermissen. 
Allein  aus  Erfahrungen  mit  anderen,  nicht  näher  spezifizierten  Sammelstellen 
und  der  spärlichen  Rechtsprechung  im  Zusammenhang  mit  der  fraglichen 
Lärmproblematik  (konkret  nur  die  Fälle  Villeneuve  und  Gattikon)  lässt  sich 

 
 
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entgegen  der  Auffassung  der Vorinstanz  nicht  ableiten,  dass die hier geplante 
Anlage  den  lärmrechtlichen  Anforderungen  ohne  Weiteres  genügt.  Dazu  sind 
die  konkreten  Verhältnisse  zu  verschieden  oder  gar  nicht  bekannt, 
insbesondere  was  die  Lärmdämmung  der  eingesetzten  Sammelbehälter  an-
geht. 

Auch  wenn  ein  Lärmgutachten  im  herkömmlichen  Sinn  nicht  zielführend 
sein  mag,  weil  nicht  die  Einhaltung  eines  bestimmten  Beurteilungspegels 
messtechnisch  oder  rechnerisch  zu  untersuchen  ist,  gilt  es  trotzdem,  nach 
objektiven Gesichtspunkten und auf den physikalischen Grundlagen der Akustik 
eine  fachgerechte  Beurteilung  vorzunehmen.  Der  Beizug  eines  Lärmsach-
verständigen kann hierzu durchaus angezeigt sein.  

ist 

Hinzuweisen 

in  diesem  Zusammenhang  auf  die  erwähnte 
Orientierungshilfe  des  BAFU  (Tabellenkalkulation  mit  Excel).  Anhand  von 
Betriebsdaten  (Anzahl  Flascheneinwürfe,  Anzahl  Containerleerungen  etc.)  und 
des  Schallleistungspegels  pro  Ereignis  werden  Teilbeurteilungspegel  für  das 
Sammeln  und  das  Leeren  sowie  der  Beurteilungspegel  nach  Anhang  6 
(Belastungsgrenzwerte  für  Industrie-  und  Gewerbelärm)  berechnet,  die  als 
Wertungshilfe herangezogen werden können. 

6.2.6  Die  Gemeinde  hat  sich  keine  Rechenschaft  darüber  abgelegt,  mit 
welchen  Benutzungsfrequenzen  und  Sammelmengen  – wovon  wiederum  die 
Anzahl der Containerleerungen abhängt – konkret gerechnet werden muss. Die 
Annahme,  dass  das  Sammelgut  nur ausnahmsweise  mit  dem  Auto  angeliefert 
werden  soll,  erscheint  angesichts  der  peripheren  Lage  der  Sammelstelle  im 
Quartier,  fernab  von  Haltestellen  des  öffentlichen  Verkehrs,  von  Einkaufs-
möglichkeiten oder von Verbindungswegen dorthin, nicht plausibel.  

Soweit  aktenkundig 

ist  der  Vorinstanz  auch  der  Einzelereignis-
Schallleistungspegel  eines  Flascheneinwurfs  für  den  gewählten  Containertyp 
E 1800-S  der  Firma  W.  nicht  bekannt.  Nach  Art.  9  der  Maschinenlärm-
verordnung  (MaLV)  gilt  für  ab  dem  30.  Juni  2009  in  der  Schweiz  in  Verkehr 
gebrachte  Altglassammelbehälter  eine  Kennzeichnungspflicht  der  Lärm-
emissionen  (Schallleistungspegel).  Es  hat  auch  nicht  den  Anschein,  dass  sich 
die Gemeinde nach Massgabe des umweltrechtlichen Vorsorgeprinzips (Art. 11 
Abs. 2  USG  bzw.  Art.  7  Abs. 1  lit.  a  LSV)  um  die  Evaluation  von  schallge-
dämmten Sammelbehältern bemüht hätte, obwohl kaum davon auszugehen ist, 
dass  Gründe  der  Verhältnismässigkeit  von  vornherein  gegen  den  Einsatz 
schallgedämmter  Behälter  sprechen.  Vielmehr  hat  sie  sich  für  ein  nicht 
lärmgedämmtes  Modell  entschieden,  obwohl  die  genannte  Firma  auch 
lärmgedämmte  Versionen  anbietet.  Anders  als  die  Vorinstanz  anzunehmen 
scheint, genügt die Möglichkeit der Nachrüstung nicht; die Lärmemissionen sind 
vorsorglich  zu  beschränken.  Die  gewählten,  nicht  schallgedämmten  Container 
entsprechen  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  nicht  dem  Stand  der 
Technik.  Dem  Vorsorgeprinzip  ist  in  der  vorliegend  gegebenen  lärmkritischen 
Situation  nicht  bereits  mit  der  Einschränkung  der  Nutzungszeiten  Genüge 
getan. 

 
 
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Sodann  ist  festzuhalten,  dass  sich  in  den  Gemeinden  zunehmend 
Unterflursysteme  etablieren,  von  denen  wesentlich  weniger  Lärm  ausgeht, 
namentlich  was  die  Flascheneinwürfe  angeht.  Es  besteht  ein  wesentlicher 
Unterschied,  ob  Flaschen  in  einem  dünnwandigen  oberirdischen  oder  einem 
lärmmässig  abgeschirmten,  unterirdischen  Behältnis  aufeinanderprallen.  Im 
Entscheid  BRGE  I  Nrn.  0074/2011  und  0075/2011  vom  15.  April  2011  (nicht 
publiziert)  beurteilte  das  Baurekursgericht  die  Baubewilligung 
für  eine 
Unterflursammelstelle an der K.-Strasse in Y, die  – wie im  vorliegenden Fall  – 
ca.  16  m  gegenüber  einem  Wohnhaus  erstellt  werden  sollte.  Das  Baurekurs-
gericht erwog, jenes Vorhaben genüge dem Vorsorgeprinzip, da lärmoptimierte 
Unterflurcontainer zum Einsatz kämen. Diese seien mit den früher und teilweise 
auch heute noch verwendeten oberirdischen Containern nicht vergleichbar. 

Ob  ein  wesentlich  aufwändigeres  Unterflursystem  oder  allenfalls  ein 
Halbunterflursystem  im  vorliegenden  Fall  erforderlich  ist,  beurteilt  sich  einmal 
danach, ob der zulässige Immissionspegel (Art. 25 Abs. 1 USG) auf einfachere 
Weise  überhaupt  eingehalten  werden  kann.  Denn  wegen  der  Nähe  zu  den 
Wohnhäusern  steht  nicht  von  Vornherein  fest,  dass  der  Lärm  mit  dem 
geplanten  Sammelsystem  mittels  oberirdischen  Containern  auf  das  zulässige 
Mass  beschränkt  werden  kann,  selbst  bei  optimaler  Schalldämmung  der 
Container.  Zur  weitergehenden,  vorsorglichen  Emissionsbegrenzung  ist  der 
Einsatz  eines  lärmtechnisch  wesentlich  vorteilhafteren  Unterflursystems  oder 
Halbunterflursystems  –  als  technisch  und  betrieblich  mögliche  Emissions-
begrenzungsmassnahme im Sinne von Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV – in jedem Fall in 
Erwägung  zu  ziehen,  dies  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Verhältnismässigkeit. 
Dabei  ist  der  Mehraufwand  in  Relation  zur  zusätzlichen  Lärmreduktion  zu 
setzen.  Die  vorliegend  gegebenen  Platzverhältnisse  stehen  einem  solchen 
Sammelsystem jedenfalls nicht entgegen. Nebst den lärmrechtlichen Aspekten 
sind  auch  die  weiteren  Vorteile  von  Unterflursystemen  zu  berücksichtigen, 
namentlich was die Ordnung auf der Sammelstelle (illegale Abfallablagerungen) 
und das Erscheinungsbild angeht. 

Auch der Wahl des Standorts kommt entscheidende Bedeutung zu. Dabei 
sind  an  die  streitbetroffene  Sammelstelle  keine  geringeren  Anforderungen  zu 
stellen,  weil  südlich  der  Wald  angrenzt  und  sich  dort  keine  lärmempfindlichen 
Räume  (vgl.  Art.  39  Abs. 1  LSV)  befinden.  Die  Zulässigkeit  der  Immissionen 
beurteilt  sich  nicht  nach  der  Anzahl  der  vom  Lärm  betroffenen  Menschen.  Im 
Übrigen  ist  auch  der  Wald  vor  übermässigen  Lärmimmissionen  zu  schützen, 
denn  das  Umweltschutzgesetz  (USG)  schützt  auch  die  Tiere,  ihre  Lebens-
gemeinschaften und Lebensräume gegen schädliche oder lästige Einwirkungen 
(Art.  1  Abs.  1  USG).  Es  leuchtet ohne  weiteres  ein,  dass  Tiere  auf  unerwartet 
auftretende  Ereignisse  empfindlich 
reagieren.  Die  Auswirkungen  der 
Glassammelstelle  auf  den  Wald  und  die  Wildtiere  sind  auch  durch  die 
zuständige  kantonale  Stelle  im  Rahmen  der  forstrechtlichen  Bewilligung  zu 
prüfen. 

Soweit  ist  festzuhalten,  dass  die  von  der  geplanten  Glassammelstelle 
ausgehenden  Lärmimmissionen  und  die  Möglichkeiten  der  vorsorglichen 
führt  zu 
Emissionsbegrenzung  nicht  genügend  abgeklärt  wurden.  Dies 

 
 
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Gutheissung  der  Rekurse  und  Rückweisung  der  Angelegenheit  an  die 
Vorinstanz.