# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cef1a96-29c2-5267-97b9-53b64ade874c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.08.2023 B-6169/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6169-2020_2023-08-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-6169/2020, B-6175/2020 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Marc Steiner (Vorsitz), 

Richter Pietro Angeli-Busi, Richterin Vera Marantelli,    

Gerichtsschreiberin Sabine Büttler. 
 

 
 

Parteien 
 Aldi GmbH & Co. KG, 

Burgstrasse 37, DE-45476 Mülheim,   

vertreten durch  

Keller Schneider Patent- und Markenanwälte AG,  

Eigerstrasse 2, 3000 Bern 14,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Deichmann SE, 

Deichmannweg 9, DE-45359 Essen,   

vertreten durch die Rechtsanwälte  

Dr. Thierry Calame und/oder Dr. Barbara Abegg,  

Lenz & Staehelin,  

Brandschenkestrasse 24, 8027 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

 

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, 

Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
Gegenstand 

 Widerspruchsverfahren Nr. 15889, IR 847010 ADVENTUR-

IDGE / IR 1365431 Adventure (fig.);  

Widerspruchsverfahren Nr. 15888, IR 847010 ADVENTUR-

IDGE / IR 1365149 Adventure Highland Creek (fig.). 

 

B-6169/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 14. September 2017 wurden in der Gazette des marques interna-

tionales (nachfolgend: Gazette) Nr. 35/2017 die Schutzausdehnungen auf 

die Schweiz der folgenden Wort-/Bildmarken der Deichmann SE mittge-

teilt: 

A.a.a Zum einen handelt es sich um die internationale Registrierung 

Nr. 1365431 "ADVENTURE (fig.)", welche wie folgt dargestellt wird:  

 

 

 

A.a.b Zum anderen handelt es sich um die internationale Registrierung 

Nr. 1365149 "ADVENTURE HIGHLAND CREEK (fig.)", welche wie folgt 

dargestellt wird:  

 

 

 

A.a.c Beide internationale Registrierungen beanspruchen Markenschutz 

für folgende Waren:  

Klasse 18: Produits se composant de cuir ou d'imitations de cuir, à savoir 

porte-documents pliants, porte-documents, sacs fourre-tout, sacs de travail, 

sacs-bananes et sacs de ceinture, sacs de campeurs, étuis porte-documents, 

bagages de voyage, vanity-cases, non garnis, nécessaires de voyage, 

bandoulières pour sacs à main, sacoches de selle, trousses à maquillage 

vendues vides, sacs à bandoulière, sacs de plage, sacs; sacs à main; sacs de 

plage; sacs à provisions; sacs de sport et de loisirs non destinés à un contenu 

spécifique; sacs à dos à armature; malles; valises; sacs de voyage; mallettes 

pour produits de beauté; sacs d'écoliers; sacoches-cartables; portemonnaies; 

portefeuilles; étuis porte-clés en cuir; étuis porte-clés en imitations de cuir; 

parapluies; parasols. 

Klasse 25: Vêtements; articles chaussants; articles de chapellerie. 

 

B-6169/2020 

Seite 3 

A.b  

A.b.a Gegen die Schutzausdehnung dieser Marken erhob die ALDI GMBH 

& Co. KG (hiernach: Widersprechende) am 22. Dezember 2017 beim Eid-

genössischen Institut für Geistiges Eigentum (hiernach: Institut) vollständig 

Widerspruch. Ihre Widersprüche stützt sie jeweils auf ihre internationale 

Registrierung IR 847010 "ADVENTURIDGE". Deren Schutzausdehnung 

auf die Schweiz wurde am 2. Juni 2005 in der Gazette Nr. 17/2005 publi-

ziert. Die Widerspruchsmarke beansprucht Markenschutz für diverse Wa-

ren der Klassen 6, 11, 18, 20, 21, 22, 24, 25 und 28. Vorliegend interessie-

ren die in den Klassen 18, 25 und 28 beanspruchten Waren. Es sind dies:  

Klasse 18: cuir et imitations du cuir, produits en ces matières (compris dans 

cette classe); sacs à dos, malles et mallettes. 

Klasse 25: vêtements, chaussures, chapellerie. 

Klasse 28: articles de gymnastique et de sport (compris dans la classe 28). 

A.b.b Das Widerspruchsverfahren betreffend die angefochtene internatio-

nale Registrierung IR 1365149 "ADVENTURE HIGHLAND CREEK (fig.)" 

wurde unter der Verfahrensnummer Nr. 15888 geführt.  

A.b.c Das Widerspruchsverfahren betreffend die angefochtene internatio-

nale Registrierung IR 1365431 "ADVENTURE" wurde unter der Verfah-

rensnummer Nr. 15889 geführt.  

A.b.d Zur Begründung beider Widersprüche führte die Widersprechende 

im Wesentlichen aus, dass in Anbetracht der gleichartigen bzw. identischen 

Waren und der Übernahme ihres Markenbestandteils "ADVENTUR" eine 

Verwechslungsgefahr zwischen den Marken bestehe.  

A.c  

A.c.a Mit Eingaben vom 25. Mai 2018 reichte die Widerspruchsgegnerin 

innert erstreckter Frist jeweils ihre Widerspruchsantwort ein. Darin erhob 

sie unter anderem die Einrede des Nichtgebrauchs der Widerspruchs-

marke und machte weiter geltend, die Widerspruchsmarke sei kennzeich-

nungsschwach.  

A.c.b Von der Vorinstanz mit Verfügung vom 4. Juni 2018 dazu aufgefor-

dert, präzisierte die Widerspruchsgegnerin in beiden Verfahren jeweils mit 

Schreiben vom 7. Juni 20218, dass sich die Nichtgebrauchseinrede einzig 

auf die Waren "cuir ou d'imitations de cuir, produits en ces matières (com-

pris dans cette classe); sacs à dos, malles et malettes" in Klasse 18 und 

"vêtements, chaussures, chapellerie" in Klasse 25 beziehe.  

B-6169/2020 

Seite 4 

A.d Innert erstreckter Frist replizierte die Widersprechende mit Eingabe 

vom 14. Dezember 2018. Mit Verweis auf Belege, welche sie ihrer Eingabe 

nicht beilegte, bestritt sie den Nichtgebrauch ihrer Widerspruchsmarke. 

A.e Mit Duplik vom 23. April 2019 hielt die Widerspruchsgegnerin innert 

erstreckter Frist an ihren Rechtsbegehren fest und bestritt, dass die Wider-

sprechende mittels der vorgelegten Belege einen rechtserhaltenden Ge-

brauch ihrer Widerspruchsmarke im Zusammenhang mit den strittigen Wa-

ren der Klassen 18 und 25 glaubhaft mache.  

A.f Mit jeweiliger Verfügung vom 29. April 2019 schloss das Institut in bei-

den Verfahren die Instruktion, wobei die Widersprechende mit Schreiben 

vom 24. Juli 2019 auf entsprechende Aufforderung der Vorinstanz hin ihre 

Beilagen zur Replik vom 14. Dezember 2018 nachreichte. 

A.g Jeweils mit Entscheid vom 3. November 2020 hiess das Institut beide 

Widersprüche teilweise gut.  

A.g.a Zunächst kam das Institut zum Schluss, dass es der Widerspre-

chende nicht gelungen sei, den Gebrauch ihres Zeichens im Zusammen-

hang mit den strittigen Waren der Klasse 18 und 25 glaubhaft zu machen. 

Weiter verneinte das Institut eine Gleichartigkeit zwischen den von der Wi-

derspruchsmarke beanspruchten Waren und den von der angefochtenen 

Marke in Klasse 18 beanspruchten Waren "Produits se composant de cuir 

ou d'imitations de cuir, à savoir porte-documents pliants, porte-documents, 

sacs fourre-tout, sacs de travail, sacs-bananes et sacs de ceinture, étuis 

porte-documents, vanity-cases, non garnis, nécessaires de voyage, ban-

doulières pour sacs à main, trousses à maquillage vendues vides, sacs à 

bandoulière, sacs à main; sacs à provisions; mallettes pour produits de 

beauté; sacs d'écoliers; sacoches-cartables; portemonnaies; portefeuilles; 

étuis porte-clés en cuir; étuis porte-clés en imitations de cuir; parapluies; 

parasols". In der Folge wies das Institut die Widersprüche bezüglich dieser 

Waren bereits mangels Gleichartigkeit, und damit ohne Zeichenvergleich, 

ab.  

A.g.b Indes bejahte das Institut eine Gleichartigkeit zwischen den von den 

angefochtenen Marken beanspruchten Waren "Vêtements; articles chaus-

sants; articles de chapellerie" in Klasse 25 und "sacs de campeurs, baga-

ges de voyage, sacoches de selle, sacs de plage, sacs; sacs de sport et 

de loisirs non destinés à un contenu spécifique; sacs à dos à armature; 

B-6169/2020 

Seite 5 

malles; valises; sacs de voyage" in Klasse 18 und den von der Wider-

spruchsmarke in Klasse 28 beanspruchten Waren "Articles de gymnas-

tique et de sport (compris dans la classe 28)". In Anbetracht der zwischen 

den Vergleichszeichen vorliegenden Übereinstimmung im Zeichenbe-

standteil "ADVENTUR" bejahte das Institut in beiden Fällen das Vorliegen 

einer Verwechslungsgefahr und hiess die Widersprüche bezüglich dieser 

Waren gut.  

B.  

B.a Mit Eingaben vom 3. Dezember 2020 (Posteingang: 7. Dezember 

2020) erhob die Widersprechende (hiernach: Beschwerdeführerin) gegen 

die Widerspruchsentscheide Nr. 15888 und 15889 des Instituts (hiernach: 

Vorinstanz) jeweils Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Die 

Beschwerdeverfahren wurden unter den Verfahrensnummern 

B-6169/2020 (Widerspruch Nr. 15889) und B-6175/2020 (Widerspruch 

Nr. 15888) eröffnet. Die zusammengeführten Rechtsbegehren lauten wie 

folgt:  

1. Die Entscheide in den Widerspruchsverfahren Nr. 15888 und Nr. 15889 

seien aufzuheben und die Eintragung des angefochtenen Schweizer Anteils 

der Marken "ADVENTURE (fig.)" bzw. "ADVENTURE HIGHLAND CREEK 

(fig.)" sei gemäss Art. 33 MSchG für alle beanspruchten Waren zu widerru-

fen, weil der angefochtene Schweizer Anteil der angefochtenen Marke mit 

dem Schweizer Anteil der älteren Marke Widerspruchsmarken ähnlich ist 

und für identische bzw. ähnliche Waren bestimmt ist, sodass sich daraus 

eine Verwechslungsgefahr im Sinn des Art. 3 Abs. 1 lit. c MSchG ergibt. 

2. Falls dem Hauptantrag nicht entsprochen werden kann, wird eventualiter 

beantragt, die erfolgte Glaubhaftmachung des Gebrauchs des Schweizer 

Anteils der Widerspruchsmarke festzustellen und die Angelegenheit zur Be-

urteilung der relativen Ausschlussgründe gegen die Eintragungen ange-

fochtenen Marken an die Vorinstanz zurückzuverweisen. 

3. Falls dem Hauptantrag oder dem ersten Eventualantrag nicht ohne weiteres 

entsprochen werden kann, wird eventualiter Antrag auf mündliche Verhand-

lung gestellt. 

4. Die Entscheide in den Widerspruchsverfahren Nr. 15888 und Nr. 15889 zur 

Kostenverteilung seien aufzuheben. Die der Widersprechenden entstande-

nen Kosten seien gemäss Art. 34 MSchG der Widerspruchsgegnerin aufzu-

erlegen (Rechnung wird nachgereicht). 

Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass 

sie mit den neu eingereichten Gebrauchsbelege den rechtserhaltenden 

Gebrauch für folgenden Waren glaubhaft mache: Rucksäcke, Leichtruck-

säcke, Leichttaschen (KI. 18), Gamaschen, Stiefel (KI. 25). Weiter schliesst 

B-6169/2020 

Seite 6 

die Beschwerdeführerin mit Hinweis auf die Rechtsprechung, wonach der 

Gebrauch auch für diejenigen Waren und Dienstleistungen rechtserhaltend 

wirke, für welche aus Sicht der massgeblichen Verkehrskreise der künftige 

Gebrauch durch die festgestellte Gebrauchshandlung nahegelegt und er-

wartet werde, auch auf den rechtserhaltenden Gebrauch für Koffer und Ak-

tentaschen, für Bekleidungsstück sowie für Schuhwaren. 

B.b Innert erstreckter Frist reichte die Vorinstanz mit Eingaben vom 

23. März 2023 sämtliche Vorakten sowie ihre Vernehmlassungen ein. Nach 

Prüfung der neu eingereichten Gebrauchsbelege kommt die Vorinstanz 

zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin auch mit diesen Belegen nicht 

gelinge, einen rechtserhaltenden Gebrauch glaubhaft zu machen. Sie be-

antragt daher die kostenfällige Abweisung der Beschwerden.  

B.c Innert mehrfach erstreckter Frist reichte die Beschwerdegegnerin mit 

Eingaben vom 31. Mai 2021 ihre Beschwerdeantworten ein, in welcher sie 

die kostenfällige Abweisung der Beschwerden beantragt. Weiter stellte sie 

die prozessualen Anträge auf Durchführung einer öffentlichen Parteiver-

handlung sowie auf Vereinigung der parallelen Verfahren B-6175/2020 und 

B-6169/2020.  

B.d Mit Eingabe vom 12. August 2021 ersuchte die Beschwerdegegnerin 

um Sistierung der Verfahren B-6175/2020 und B-6169/2020 bis Ende Feb-

ruar 2022, und begründete dies mit andauernden Vergleichsverhandlun-

gen. Die Beschwerdeführerin bezeugte mit Unterschrift des Sistierungsan-

trages ihr Einverständnis zur Sistierung.  

B.e In der Folge wurden die Beschwerdeverfahren B-6169/2020 und 

B-6175/2020 mit Verfügungen vom 16. August 2021 und vom 21. Februar 

2022 bis zum 18. August 2022 sistiert, verbunden mit dem Hinweis, die 

Parteien hätten sich vor Ablauf dieser Frist zum weiteren Verlauf der jewei-

ligen Verfahren zu äussern.  

B.f Mit Eingabe vom 30. August 2022 beantragte die Beschwerdeführerin 

die Aufhebung der Sistierung und die Wiederaufnahme der Beschwerde-

verfahren B-6175/2020 und B-6169/2020. Die Beschwerdegegnerin 

stimmte mit Schreiben vom 5. September 2022 der Aufhebung der Sistie-

rung der Beschwerdeverfahren B-6175/2020 und B-6169/2020 zu und hielt 

an ihren prozessualen Anträgen (Verfahrensvereinigung und Durchführung 

einer öffentlichen Parteiverhandlung) fest. 

B.g In der Folge wurden antragsgemäss mit Verfügung vom 7. September 

2022 in einem ersten Schritt die Sistierungen beider Verfahren aufgehoben 

und in einem zweiten Schritt die Beschwerdeverfahren B-6169/2020 und 

B-6169/2020 

Seite 7 

B-6175/2020 vereinigt und unter der Verfahrensnummer B-6169/2020 wei-

tergeführt. 

B.h Nachdem der Schriftenwechsel im vereinigten Beschwerdeverfahren 

B-6169/2020 wieder aufgenommen wurde, teilte die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 7. Oktober 2022 mit, sie verzichte auf die schriftliche Ein-

reichung einer Replik und wolle diese stattdessen anlässlich einer öffentli-

chen Verhandlung mündlich vortragen. 

B.i Am 24. März 2023 fand auf Antrag der Parteien eine öffentliche Partei-

verhandlung statt. Während die Vorinstanz auf eine Teilnahme verzichtete, 

hielten die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin an ihren bis-

herigen Rechtsbegehren und rechtlichen Standpunkten fest. Die Be-

schwerdeführerin reichte ausserdem weitere Gebrauchsbelege und ver-

wies in deren Zusammenhang auf das Übereinkommen vom 13. April 1892 

zwischen der Schweiz und Deutschland betreffend den gegenseitigen Pa-

tent-, Muster- und Markenschutz. Dieses sei im relevanten Zeitraum noch 

gültig gewesen, weshalb der Markengebrauch in Deutschland demjenigen 

in der Schweiz gleichzustellen sei. Die Beschwerdegegnerin bestritt, dass 

der Beschwerdeführerin gelungen sei, einen rechtserhaltenden Gebrauch 

in der Schweiz oder Deutschland glaubhaft zu machen. 

B.j Nachdem der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zum Entwurf 

des Protokolls der Verhandlung vom 24. März 2023 gewährt worden war, 

stellte das Gericht allen Verfahrensbeteiligten mit Verfügung vom 4. Mai 

2023 das signierte Verhandlungsprotokoll zu. Ausserdem wurden der Vor-

instanz in Kopie die von der Beschwerdeführerin anlässlich der Verhand-

lung eingereichten Gebrauchsbelegen zur freigestellten Stellungnahme zu-

gestellt.  

B.k Nachdem die Vorinstanz stillschweigend auf eine Stellungnahme ver-

zichtet hatte, teilte das Gericht den Verfahrensbeteiligten mit Verfügung 

vom 13. Juni 2023 mit, dass kein weiterer Schriftenwechsel im Verfahren 

vorgesehen sei.  

C.  

Auf die eingereichten Akten und weitere Vorbringen wird, soweit erforder-

lich, im Rahmen der folgenden Erwägungen eingegangen.  

 

  

B-6169/2020 

Seite 8 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerden B-6169/2020 und B-6175/2020, welche sich je gegen einen 

Entscheid des Eidg. Instituts für Geistiges Eigentum in Widerspruchssa-

chen richten, zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. e des Verwaltungsgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie Art. 5 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 

[VwVG, SR 172.021]). Die Beschwerden wurden innerhalb der gesetzli-

chen Frist von Art. 50 VwVG am 3. Dezember 2020 frist- und formgerecht 

eingereicht (Art. 52 Abs. 1 VwVG) und die verlangten Kostenvorschüsse 

rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Auch haben sich die Rechts-

vertreter der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich ausgewiesen (Art. 11 

Abs. 2 VwVG).  

1.2 In den vorliegenden Beschwerdeverfahren B-6169/2020 und 

B-6175/2020 wurde nicht nur von der gleichen Widerspruchsmarke 

IR 847010 ADVENTURIDGE Widerspruch erhoben, es stehen sich auch 

die gleichen Parteien gegenüber und die nahezu gleichlautenden ange-

fochtenen Marken beanspruchen das gleiche Warenverzeichnis. Insofern 

liegen parallele Sachverhalte vor und es stellen sich in beiden Verfahren 

dieselben Rechtsfragen. Aus diesem Grund wurden die Verfahren 

B-6169/2020 und B-6175/2020 vereinigt und unter der Verfahrensnummer 

B-6169/2020 weitergeführt. In der Folge ergeht im vereinigten Verfahren 

ein einziges Urteil.  

1.3  

1.3.1 In beiden vorinstanzlichen Verfahren hat die Beschwerdegegnerin 

die Einrede des Nichtgebrauchs der Widerspruchsmarke bezüglich den 

von ihr in den Klassen 18 und 25 beanspruchten Waren geltend gemacht. 

Nachdem es der Beschwerdeführerin nicht gelang, den Gebrauch in der 

Schweiz ihrer Widerspruchsmarke im Zusammenhang mit Waren der Klas-

sen 18 und 25 glaubhaft zu machen, prüfte die Vorinstanz die Widersprü-

che einzig ausgehend der von der Widerspruchsmarke in Klasse 28 bean-

spruchten Waren. In der Folge bejahte sie eine Gleichartigkeit zwischen 

den von der Widerspruchsmarke in Klasse 28 beanspruchten Waren und 

allen von den angefochtenen Marken in Klasse 25 sowie einem Teil der von 

den angefochtenen Marken in Klasse 18 beanspruchten Waren (vgl. Sach-

verhaltsziffer A.g.b hiervor). Bezüglich dieser gleichartigen Waren führte 

B-6169/2020 

Seite 9 

die Vorinstanz einen Zeichenvergleich durch und bejahte das Bestehen ei-

ner Verwechslungsgefahr: Damit hiess die Vorinstanz die Widersprüche 

teilweise gut, nämlich im Umfang dieser Waren (vgl. die jeweilige Disposi-

tivziffer 1 der angefochtenen Verfügungen; siehe Sachverhaltsziffer A.g.b 

hiervor). Indessen verneinte die Vorinstanz eine Gleichartigkeit zwischen 

Waren der Klasse 28 und einem Teil der in Klasse 18 von den angefochte-

nen Marken beanspruchten Waren, und wies die Widersprüche diesbezüg-

lich ohne Zeichenvergleich bereits mangels Gleichartigkeit ab (vgl. die je-

weilige Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfügungen; siehe Sachver-

haltsziffer A.g.a hiervor). Damit hat die Beschwerdeführerin in den vor-

instanzlichen Widerspruchsverfahren also mehrheitlich obsiegt.  

1.3.2 In ihren Beschwerden beantragt die Beschwerdeführerin im Haupt-

begehren, dass die angefochtenen Widerspruchsentscheide aufgehoben 

und die Schutzausdehnung der angefochtenen Marken auf die Schweiz 

vollständig zu verweigern sei (vgl. Sachverhaltsziffer B.a hiervor). Even-

tualiter soll die Glaubhaftmachung des Gebrauchs der Widerspruchsmarke 

festgestellt und die Beschwerden an die Vorinstanz zur Prüfung der relati-

ven Ausschlussgründe zurückgewiesen werden (vgl. Sachverhalts-

ziffer B.a hiervor).  

Als jeweilige Widersprechende ist die Beschwerdeführerin Adressatin der 

angefochtenen Verfügungen. Nachdem sie in den angefochtenen Wider-

spruchsentscheide mehrheitlich obsiegt hat (vgl. Sachverhaltsziffer A.g.b 

hiervor), sind ihre Rechtsbegehren dahingehend zu verstehen, dass sie 

ihre Beschwerden beschränkt auf die Aufhebung der Dispositivziffern 2 der 

angefochtenen Widerspruchsentscheide erhebt. Soweit ihre Rechtsbegeh-

ren anders zu verstehen wären, würde es in Bezug auf die jeweiligen Dis-

positivziffern 1 der angefochtenen Widerspruchsentscheide an den Vo-

raussetzungen gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c VwVG fehlen, womit auf 

die Beschwerden insoweit nicht einzutreten wäre 

(MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 2.69). 

1.3.3 Die vorliegenden Beschwerden richten sich einzig auf jene Waren, 

für welche die Vorinstanz einen rechtserhaltenden Gebrauch verneint hat. 

Insofern hat die Vorinstanz bezüglich der vorliegend strittigen Waren ihre 

Prüfung auf die Frage des rechtserhaltenden Gebrauchs der Wider-

spruchsmarke beschränkt, diesen verneint und den Widerspruch bezüglich 

dieser Waren ohne Prüfung der Frage der Verwechslungsgefahr abgewie-

sen (vgl. die jeweilige Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfügungen; 

B-6169/2020 

Seite 10 

siehe Sachverhaltsziffer A.g.a hiervor). Ob eine Verwechslungsgefahr be-

steht, hätte die Vorinstanz gegebenenfalls auf dem Weg der Rückweisung 

zu beantworten, wenn sich die Beschwerden als begründet erweisen soll-

ten (Urteile des BVGer B-3250/2021 vom 15. September 2022 E. 1.2 "SET 

ONE/se:one – der deutsche Messestuhl", B-6505/2017 vom 21. Oktober 

2019 E. 2.1 f. "Puma [fig.]/MG Puma", B-4641/2018 vom 1. April 2019 

E. 1.2 "Quantex/Quantedge [fig.]). 

1.3.4 Da das Hauptbegehren der Beschwerdeführerin auf vollständige Gut-

heissung der Widersprüche gegen den Schweizer Anteil der internationa-

len Registrierungen lautet, geht dieses über die Frage des rechtserhalten-

den Gebrauchs hinaus. Damit dringt die Beschwerdeführerin nach dem 

soeben Gesagten insoweit von vornherein nicht durch. Demnach ist im Fol-

genden im Sinne des Eventualbegehrens der Beschwerdeführerin zu prü-

fen, ob wegen Bejahens des rechtserhaltenden Gebrauchs eine Rückwei-

sung zwecks Prüfung der Verwechslungsgefahr zu erfolgen hat (Urteil des 

BVGer B-3250/2021 E. 1.3 "SET ONE/se:one – der deutsche Mes-

sestuhl").  

2.  

2.1 Der Inhaber einer älteren Marke kann gestützt auf Art. 3 Abs. 1 des 

Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (MSchG, SR 232.11) gegen 

die Eintragung einer jüngeren Marke innerhalb von drei Monaten nach ihrer 

Veröffentlichung Widerspruch erheben (Art. 31 Abs. 1 MSchG).  

2.2 Der Schutz der älteren Marke im Widerspruchsverfahren setzt voraus, 

dass diese in den letzten fünf Jahren vor Erhebung einer Nichtgebrauchs-

einrede im Zusammenhang mit den Waren und Dienstleistungen, für die 

sie beansprucht wird, ernsthaft gebraucht worden ist (Art. 11 Abs. 1 und 

Art. 12 Abs. 1 MSchG). Behauptet der Widerspruchsgegner in seiner ers-

ten Stellungnahme an die Vorinstanz den Nichtgebrauch der älteren 

Marke, hat der Widersprechende den Gebrauch der Widerspruchsmarke 

in jenem Zeitraum glaubhaft zu machen (Art. 32 MSchG i.V.m. Art. 22 Abs. 

3 der Markenschutzverordnung vom 23. Dezember 1992 [MSchV, SR 

232.111]). Die Glaubhaftmachung muss sich auf einen Zeitraum von fünf 

Jahren beziehen, der rückwirkend ab dem Zeitpunkt zu berechnen ist, an 

dem der Widerspruchsgegner den Nichtgebrauch der Widerspruchsmarke 

geltend macht (BVGE 2021 IV/2 E. 5.1.3 mit Hinweisen "Prosegur"; Urteile 

des BVGer B-6505/2017 E. 4.1 "Puma [fig.]/MG Puma", B-6637/2014 vom 

10. Oktober 2016 E. 2.1.3 "sensationail [fig.]/SENSATIONAIL", 

B-6169/2020 

Seite 11 

B-5902/2013 vom 8. April 2015 E. 2.1 "Wheels/Wheely", B-3294/2013 vom 

1. April 2014 E. 3.3 "Koala [fig.]/Koala's March [fig.]").  

2.3 Nach Schweizer Recht muss der Widersprechende die Benutzung sei-

ner Marke nicht nachweisen, sondern glaubhaft machen (Art. 32 MSchG). 

Glaubhaftmachen des Gebrauchs bedeutet, dem Gericht aufgrund objekti-

ver Anhaltspunkte den Eindruck zu vermitteln, dass die fraglichen Tatsa-

chen nicht bloss möglich, sondern wahrscheinlich sind (BGE 130 III 328 

E. 3.2 "Swatch-Uhrenband"; Urteile des BVGer B-1139/2022 vom 22. Mai 

2023 E. 2.7 "Hispano Suiza", B-2382/2020 vom 18. Januar 2022 E. 2.7.4 

"PIERRE DE COUBERTIN", B-4465/2012 vom 11. Juni 2013 E. 2.8 "Life-

tec/Life Technologies"; CHRISTOPH GASSER, in: Noth/Bühler/ Thouvenin 

[Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Markenschutzgesetz [MSchG], 

2. Aufl. 2017, Art. 32 N 22). Wenngleich es keine volle Überzeugung der 

Behörde braucht, muss sie doch zumindest die Möglichkeit, dass die be-

haupteten Tatsachen stimmen, höher einschätzen als das Gegenteil 

(BVGE 2022 IV/3 E. 5.1.2 "SWISSVOICE", 2021 IV/2 E. 8.2 mit Hinweisen 

"Prosegur"; Urteile des BVGer B-1139/2022 E. 2.7 "Hispano Suiza", 

B-605/2021 vom 14. September 2022 E. 5.3.1.2 "Trillium", B-7210/2017 

vom 9. Mai 2018 E. 3.3 "Schellen-Ursli/Schellenursli", B-5902/2013 E. 2.6 

"Wheels/ Wheely", B-3294/2013 E. 3.7 "Koala [fig.]/Koala's March [fig.]"). 

Indes kommt bei der Glaubhaftmachung des Gebrauchs den Mitwirkungs-

pflichten der Parteien gemäss Art. 13 Abs. 1 VwVG eine so erhebliche Be-

deutung zu, dass in Abweichung vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 

VwVG) von der Anwendbarkeit der Verhandlungsmaxime auszugehen ist 

(Urteile des BVGer B-3250/2021 E. 2.1 "SET ONE/se:one – der deutsche 

Messestuhl", B-4552/2020 vom 7. Juli 2021 E. 2.3 "E*trade [fig.]/e trader 

[fig.], B-7210/2017 E. 3.1 "Schellen-Ursli/Schellenursli").  

2.4 Zulässige Beweismittel, um die Benutzung einer Marke glaubhaft zu 

machen, können aus Belegen (Rechnungen, Lieferscheine etc.) und 

Dokumenten (Etiketten, Muster, Verpackungen, Kataloge, Prospekte etc.) 

bestehen (BVGE 2021 IV/2 E. 8.3 mit Hinweisen "Prosegur"). Die Benut-

zungsnachweise haben sich auf den massgebenden Zeitraum zu beziehen 

und müssen einwandfrei dem Gebrauchszeitraum zugeordnet werden kön-

nen (Urteil des BVGer B-1139/2022 E. 5.4 "Hispano Suiza"). Nicht datierte 

Beweise sind jedoch zulässig, wenn sie mit anderen datierten Beweisen in 

Verbindung gebracht werden können (BVGE 2021 IV/2 E. 8.3 mit Hinwei-

sen "Prosegur"; Urteil des BVGer B-1139/2022 E. 5.4 mit Hinweisen "His-

pano Suiza"; BERNARD VOLKEN, in: Basler Kommentar zum Markenschutz-

gesetz, 3. Aufl. 2017, Art. 11 MSchG Rz. 8). 

B-6169/2020 

Seite 12 

2.5 Nicht jede tatsächliche Benutzung einer Marke stellt einen rechtserhal-

tenden Gebrauch dar. Erforderlich ist vielmehr eine qualifizierte Benutzung 

(KARIN BÜRGI LOCATELLI, Der rechtserhaltende Markengebrauch in der 

Schweiz, Bern 2008, S. 9). Diese setzt kumulativ voraus, dass die Marke 

nach Art einer Marke, im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren 

und Dienstleistungen, im Wirtschaftsverkehr, im Inland respektive für den 

Export und ernsthaft nach den branchenüblichen Gepflogenheiten eines 

wirtschaftlich sinnvollen Handelns sowie in unveränderter oder zumindest 

in einer von der Eintragung nicht wesentlich abweichenden Form ge-

braucht worden ist (Urteile des BVGer B-1139/2022 E. 2.8 "Hispano 

Suiza", B-3250/2021 E. 2.3 "SET ONE/se:one – der deutsche Messestuhl", 

B-6557/2017 vom 2. Dezember 2019 E. 2.4 "Salvador Dali/Salvador Dali 

[fig.]", B-4641/2018 E. 2.3 "Quantex/Quantedge [fig.]"; VOLKEN, a.a.O., 

Art. 11, Rz. 6; BÜRGI LOCATELLI, a.a.O., S. 9, 12 ff., 35, 37 ff., 46 ff. und 61; 

PHILIPPE GILLIÉRON, L'usage à titre de marque en droit suisse, sic! 2005 

[Sonderheft], 101 ff., 109).  

2.6 Die Benutzung einer Marke muss ernsthaft sein, d.h. ihr Inhaber muss 

die Absicht haben, sie für einen tatsächlichen Geschäftszweck zu benut-

zen, unabhängig davon, ob diese Tätigkeit gewinnbringend ist oder nicht 

(BVGE 2021 IV/2 E. 8.7.1 mit Hinweisen "Prosegur"; Urteil des BVGer 

B-1139/2022 E. 2.8 mit Hinweisen "Hispano Suiza"). Um ernsthaft zu sein, 

muss der Gebrauch wirtschaftlich sinnvoll und nicht bloss zum Schein er-

folgen: Die Marke muss im Geschäftsverkehr verwendet werden (Urteile 

des BGer 4A_464/2022 vom 3. Januar 2023 E. 3.2 "Trillium", 4A_299/2017 

vom 2. Oktober 2017 E. 5.3 "Abanca [fig.]/Abanka [fig.]", 4A_444/2013 

vom 5. Februar 2014 E. 6.1 "G5/G5"; BVGE 2021 IV/2 E. 8.7.1 mit Hinwei-

sen "Prosegur"; Urteil des BVGer B-1139/2022 E. 2.8 f. "Hispano Suiza"). 

Um die Ernsthaftigkeit der Benutzung objektiv zu bestimmen, muss auf 

sämtliche Umstände des Einzelfalls abgestellt werden, d.h. auf die betroffe-

nen Waren oder Dienstleistungen, die Art des beteiligten Unternehmens, 

den üblichen Umsatz sowie die geografische Ausdehnung, die Art und die 

Dauer der Benutzung (Urteil des BGer 4A_257/2014 vom 29. September 

2014 E. 3.4; Urteile des BVGer B-1139/2022 E. 2.8 "Hispano Suiza", 

B-6528/2017 vom 2. Dezember 2019 E. 4.1 "Fundació Gala-Salvador Dalí 

[fig.]/Salvador Dalí [fig.]", B-5530/2013 vom 6. August 2014 E. 2.3 "MILLE-

SIMA/MILLEZIMUS", B-3294/2013 E. 3.4 "Koala [fig.]/Koala's March [fig.]"; 

ERIC MEIER, L'obligation d'usage en droit des marques, 2005 [hiernach: 

MEIER, Diss.], S. 50 ff.; DERSELBE, in: Commentaire romand Propriété in-

tellectuelle, 2013 [hiernach: MEIER, CR], Art. 11 MSchG Rz. 14 f.). Die ver-

B-6169/2020 

Seite 13 

schiedenen objektiven Elemente müssen in ihrer Gesamtheit beurteilt wer-

den. So wird anerkannt, dass die kurze Dauer der Benutzung durch einen 

besonders hohen Umsatz ausgeglichen werden kann. Während eine gele-

gentliche Benutzung ausreicht, wenn es sich um seltene und wertvolle Wa-

ren handelt, muss bei Waren des täglichen Bedarfs eine regelmässige Be-

nutzung verlangt werden (Urteil des BGer 4A_257/2014 vom 29. Septem-

ber 2014 E. 3.4; Urteile des BVGer B-6528/2017 E. 4.1 "Fundació Gala-

Salvador Dalí [fig.]/Salvador Dalí [fig.]", B-6637/2014 E. 5.3 "sensationail 

[fig.]/SENSATIONAIL", B-5342/2007 vom 29. Februar 2008 E. 7.11 

"WHALE/wally [fig.]"; GILLIÉRON, a.a.O., S. 107 mit Hinweisen; MEIER, 

Diss., S. 50). 

2.7 Grundsätzlich muss die Marke in der im Register eingetragenen Form 

benutzt werden (BGE 139 III 424 E. 2.4; Urteil des BGer 4A_515/2017 vom 

4. Juli 2018 E. 2.3.1; BVGE 2021 IV/2 E. 8.6 mit Hinweisen "Prosegur"; 

Urteil des BVGer B-1139/2022 E. 2.8 mit Hinweisen "Hispano Suiza"). Als 

rechtserhaltend gilt aber auch der Gebrauch der Marke in einer von der 

Eintragung nicht wesentlich abweichenden Form (Art. 11 Abs. 2 MSchG; 

Urteile des BVGer B-3250/2021 E. 2.3 "SET ONE/se:one – der deutsche 

Messestuhl", B-6557/2017 E. 2.4 "Salvador Dali/Salvador Dali [fig.], 

B-7562/2016 vom 4. Dezember 2018 E. 2.5 "Merci/Merci [fig.]; GILLIÉRON, 

a.a.O., S. 101 ff., 109). Hinzufügungen, die über grafisches Beiwerk hin-

ausgehen, hindern den rechtserhaltenden Gebrauch dann, wenn die 

Marke nicht mehr als unabhängiges Zeichen wahrgenommen wird, son-

dern als Teil eines umfassenderen Zeichens erscheint (Urteile des BVGer 

B-4465/2012 vom 11. Juni 2013 E. 2.6 "Lifetec/Life Technologies", 

B-648/2008 vom 27. Januar 2009 E. 5.1 und E. 5.5 "Hirsch [fig.]/Hirsch 

[fig.]"). Rein beschreibende Zusätze verändern den Gesamteindruck in der 

Regel nicht (Urteile des BVGer B-4465/2012 E. 2.6 "Lifetec/Life Technolo-

gies", B-2678/2012 vom 7. März 2013 E. 6.2.2.2 "Omix/Onyx pharmaceuti-

cals"). Entscheidend ist, dass der kennzeichnungskräftige Kern der Marke, 

der das markenspezifische Gesamtbild prägt, nicht seiner Identität beraubt 

wird (BGE 130 III 267 E. 2.4 "Tripp Trapp"; Urteil des BVGer B-7562/2016 

E. 2.5 "Merci/Merci [fig.], B-5902/2013 E. 2.4 "Wheels/Wheely"). 

2.8 Der Markeninhaber kann sich den Gebrauch der Marke durch Dritte 

anrechnen lassen, solange dieser mit seiner Zustimmung erfolgt ist (vgl. 

Art. 11 Abs. 3 MSchG). Ein derartiger stellvertretender Gebrauch findet 

etwa bei der Markenbenutzung durch Tochter-, Konzern- und mit dem Mar-

keninhaber anderweitig wirtschaftlich eng verbundenen Gesellschaften 

oder durch Lizenznehmer, Alleinvertreiber und Wiederverkäufer statt 

B-6169/2020 

Seite 14 

(Urteile des BVGer B-4552/2020 E. 2.6 "E*trade [fig.]/e trader [fig.]", 

B-7562/2016 E. 2.6 "Merci/Merci [fig.]"; MARKUS WANG, in: Noth/Bühler/

Thouvenin [Hrsg.], Markenschutzgesetz [MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 11 

Rz. 102 ff., Art. 11 Rz. 106 f.). 

2.9 Nach dem Territorialitätsprinzip muss der rechtserhaltende Gebrauch 

einer Marke in der Schweiz erfolgt sein (BGE 107 II 356 E. 1c "La San 

Marco"; Urteil des BGer 4A_253/2008 vom 14. Oktober 2008 E. 2.1 

"Gallup"; BVGE 2021 IV/2 E. 6.1 "Prosegur"; Urteil des BVGer 

B-1139/2022 E. 2.11 "Hispano Suiza"). Voraussetzung ist, dass der Ge-

brauch in direktem Zusammenhang mit tatsächlich in der Schweiz geliefer-

ten oder gekauften Waren oder mit tatsächlich in der Schweiz erbrachten 

oder in Anspruch genommenen Dienstleistungen steht oder dass die Wer-

bung speziell für die Schweiz konzipiert wurde und dort mehr oder weniger 

regelmässig und gezielt verbreitet wurde (BVGE 2021 IV/2 E. 6.1 mit Hin-

weisen "Prosegur"; WANG, a.a.O., Art. 11 MSchG Rz. 51; MEIER, CR, 

Art. 11 MSchG Rz. 54). Vom Territorialitätsprinzip gibt es indes zwei Aus-

nahmen: die Verwendung für den Export (z.B. Urteil des BGer 

4A_515/2017 vom 4. Juli 2018 "Bentley") sowie Art. 5 des Übereinkom-

mens vom 13. April 1892 zwischen der Schweiz und Deutschland betref-

fend den gegenseitigen Patent-, Muster- und Markenschutz 

(SR 0.232.149.136; nachfolgend: Übereinkommen CH/D; vgl. hierzu E. 5 

hiernach). Letzteres stellt den Markengebrauch in Deutschland demjeni-

gen in der Schweiz gleich (Urteil des BGer 4A_253/2008 E. 2.1 "Gallup"; 

BVGE 2021 IV/2 E. 6.1 "Prosegur"; Urteile des BVGer B-1139/2022 E. 2.11 

"Hispano Suiza", B-3250/2021 E. 2.5 "SET ONE/se:one – der deutsche 

Messestuhl", B-605/2021 E. 4.2.5.2 "Trillium", B-4552/2020 E. 2.8 "E*trade 

[fig.]/e trader [fig.]"; VOLKEN, a.a.O., Art. 11 Rz. 65, 76). 

3.  

3.1 In den Widerspruchsverfahren Nr. 15888 und 15889 machte die Be-

schwerdegegnerin in ihren am 25. Mai 2018 bei der Vorinstanz eingereich-

ten Widerspruchsantworten, d.h. rechtzeitig (Art. 22 Abs. 3 MSchV), die 

Einrede des Nichtgebrauchs der Widerspruchsmarke geltend.  

3.2 Vorliegend handelt es sich bei der Widerspruchsmarke in beiden Ver-

fahren um die internationale Registrierung IR 847010 "ADVENTURIDGE". 

Deren Schutzausdehnung auf die Schweiz wurde am 2. Juni 2005 in der 

Gazette Nr. 17/2005 publiziert. Da die Schweiz gemäss dem am 14. Juli 

1967 in Stockholm revidierten Madrider Abkommen über die internationale 

Registrierung von Marken (SR 0.232.112.3) benannt wurde, begann die in 

B-6169/2020 

Seite 15 

Art. 12 Abs. 1 MSchG vorgesehene fünfjährige Karenzfrist ein Jahr nach 

diesem Datum, d.h. am 2. Juni 2006, zu laufen und endete am 2. Juni 

2011. 

3.3 Damit war die Karenzfrist der Widerspruchsmarke im Zeitpunkt der Er-

hebung der Nichtgebrauchseinrede bereits abgelaufen. Da seitens der Be-

schwerdeführerin keine wichtigen Gründe für den Nichtgebrauch vorge-

bracht wurden, obliegt es ihr also, den rechtserhaltenden Gebrauch der 

Widerspruchsmarke für den Zeitraum zwischen dem 25. Mai 2013 und 

dem 25. Mai 2018 glaubhaft zu machen.  

3.4  

3.4.1 Die Beschwerdeführerin legte in den vorinstanzlichen Widerspruchs-

verfahren für die strittigen Waren folgende Gebrauchsbelege betreffend die 

Schweiz ins Recht: 

Gebrauchsnachweis Beilage 

Werbebroschüre ALDI Suisse AG Kalenderwoche (hiernach: KW) 

18/2014; S. 4 
1 

Werbebroschüre ALDI Suisse AG KW 12/2013; S. 16 2 

Werbebroschüre ALDI Suisse AG KW 50/2013; S. 11 3 

Werbebroschüre von ALDI Suisse AG KW 51/2017; S. 19 4 

Die Belege 1, 3 und 4 wurden im Beschwerdeverfahren als A1, A3 und A2 

erneut eingereicht. Weil Beilage 2 nicht in den relevanten Zeitraum fällt, 

blieb sie im vorinstanzlichen Verfahren unbeachtet (vgl. angefochtene Ver-

fügungen vom 3. November 2020, III/B, Ziff. 14) und wurde im Beschwer-

deverfahren auch nicht mehr vorgelegt.  

3.4.2 Folgende Gebrauchsbelege reichte die Beschwerdeführerin als Be-

schwerdebeilagen ein, um im Beschwerdeverfahren den Gebrauch der Wi-

derspruchsmarke in der Schweiz zu belegen: 

Gebrauchsnachweis Beilage 

signierte Bestätigung der Beschwerdeführerin vom 3./4. Dezember 

2020 betreffend Markennutzungsrechte 
2 

Werbebroschüre ALDI Suisse AG KW 18/2014 A1 

Werbeplakat (undatiert) B1 

Verkaufszahlen Trekking-Rucksäcke vom 20.04. bis 28.05.2014 C1 

Werbebroschüre von ALDI Suisse AG für KW 51/2017; S. 19 A2 

Verpackung Gamaschen S/M; mit 11/2017 datiert D1 

B-6169/2020 

Seite 16 

Verpackung Gamaschen L/XL; mit 11/2017 datiert D2 

Verpackung Gamaschen Kids; mit 11/2017 datiert D3 

Verkaufszahlen Gamaschen vom 10.11. bis 16.12.2017 C2 

Werbebroschüre ALDI Suisse AG KW 50/2013; S. 11 A3 

Etikettenvorlage Modell 1 DH Schneestiefel (42/43);  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E1 

Etikettenvorlage Modell 1 DH Schneestiefel (44/45),  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E2 

Etikettenvorlage Modell 2 DH Schneestiefel (38/39),  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E3 

Etikettenvorlage Modell 2 DH Schneestiefel (40/41),  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E4 

Etikettenvorlage Modell 2 DH Schneestiefel (42/43),  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E5 

Etikettenvorlage Modell 2 DH Schneestiefel (44/45),  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E6 

Etikettenvorlage Modell 3 DH Schneestiefel (36/37),  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E7 

Etikettenvorlage Modell 3 DH Schneestiefel (38/39),  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E8 

Etikettenvorlage Modell 3 DH Schneestiefel (40/41),  
Datiert 08.07.2013, Produktenummer 24689519 

E9 

E-Mail der Beschwerdeführerin vom 3. Dezember 2020 bezüglich den 
Verkaufszahlen von Schneestiefeln vom 09. bis 31.12.2013 sowie Bezug-
nahme auf Lieferantenrechnungen F1-F7 

C3 

Lieferantenrechnung AR 1305278G vom 29.11.2013 für Schneestie-

fel, Lieferung für Zweigniederlassung Perlen 
F1 

Lieferantenrechnung AR 1305279G vom 29.11.2013 für Schneestie-

fel, Lieferung für Zweigniederlassung Perlen 
F2 

Lieferantenrechnung AR 1305280G vom 29.11.2013 für Schneestie-

fel, Lieferung für Zweigniederlassung Schwarzenbach 
F3 

Lieferantenrechnung AR 1305281G vom 29.11.2013 für Schneestie-

fel, Lieferung für Zweigniederlassung Schwarzenbach 
F4 

Lieferantenrechnung AR1305282G vom 29.11.2013 für Schneestie-

fel, Lieferung für Zweigniederlassung Domdidier 
F5 

Lieferantenrechnung AR1305283G vom 29.11.2013 für Schneestie-

fel, Lieferung für Zweigniederlassung Domdidier 
F6 

Lieferantenrechnung AR 1305284G vom 29.11.2013 für Schneestie-

fel, Lieferung für Zweigniederlassung Domdidier 
F7 

 

B-6169/2020 

Seite 17 

3.4.3 Anlässlich der öffentlichen Parteiverhandlung reichte die Beschwer-

deführerin ergänzend folgende Belege ein, wobei die Beilagen AA 1 bis 

AA 3 den Gebrauch in Deutschland betreffen: 

Gebrauchsnachweis Beilage 

E-Mail der ALDI Suisse AG vom 10. März 2023 betreffend Verkaufs-

zahlen Schweiz 
A1.1 

Auswahl von Werbebroschüren ALDI SÜD (Deutschland)  

für die Jahre 2012-2017, teils undatiert 
AA 1 

Eidesstattliche Erklärung Aldi GmbH vom 1.03.2019 (Deutschland) AA 2 

Undatierte Fotografien der Warenauslage in ALDI-Filiale in Mülheim an der 

Ruhr (Deutschland) 
AA 3 

 

3.5 Bevor die Prüfung der Gebrauchsbelege in Bezug auf die strittigen Wa-

ren vorgenommen wird (vgl. E. 4 und E. 5.5 hiernach), ist zunächst auf 

zwei, durch die Beschwerdegegnerin beanstandete Punkte einzugehen 

(Plädoyer der Beschwerdegegnerin, S. 7; Protokoll der öffentl. Verhand-

lung, S. 4). Zum einen ist festzustellen, dass ein Teil der Belege den Ge-

brauch des Zeichens in eventuell abweichender Form aufzuzeigen (vgl. 

E. 3.5.1 hiernach). Zum anderen ist auf die Tatsache, wonach der Marken-

gebrauch womöglich durch Dritte erfolgt ist, einzugehen (vgl. E. 3.5.2 hier-

nach). 

3.5.1 Auch wenn die Marke grundsätzlich in der im Register eingetragenen 

Form benutzt werden muss, kann als rechtserhaltend auch der Gebrauch 

der Marke in einer von der Eintragung nicht wesentlich abweichenden 

Form gelten (vgl. E. 2.7 hiervor). Vorliegend stützt die Beschwerdeführerin 

ihren Widerspruch auf eine Wortmarke (sowohl bezüglich Widerspruchs-

marke wie auch die Doppeleintragung). Indes zeigen teilweise sowohl die 

schweizerischen (Beilagen A1-A3) bzw. deutschen Verkaufsprospekte 

(Beilagen AA 1 und AA 3) als auch die Warenetikettenvorlagen (Beilagen 

D und E) den Gebrauch der Wortmarke mit zusätzlichen grafischen Ele-

menten. Es sind dies die folgenden drei Abbildungen: 

A B C 

 

B-6169/2020 

Seite 18 

Seitens der Beschwerdegegnerin wird bezüglich dieser Belege denn auch 

vorgebracht, sie würden keinen Gebrauch des hinterlegten Zeichens zei-

gen (Plädoyer der Beschwerdegegnerin, S. 8; Protokoll der öffentl. Ver-

handlung, S. 4). Im Einklang mit der Vorinstanz ist indes festzustellen, dass 

die Hinzufügung einer Bergsilhouette (Abbildung A) bzw. die etikettenhafte 

Anordnung des Wortes "ADVENTURIDGE" mit zusätzlichen figurativen 

Elementen (Abbildungen B und C) nicht bewirken, dass die Wortmarke 

"ADVENTURIDGE" nicht mehr als unabhängiges Zeichen wahrgenommen 

wird (Vernehmlassung, Ziff. 4). Damit zeigen die ins Recht gelegten Beila-

gen A1-A3, AA 1-AA 3, D und E einen der Widerspruchsmarke zurechen-

baren Gebrauch. 

3.5.2  

3.5.2.1 Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass ein Markeninhaber sich 

den Gebrauch der Marke durch Dritte anrechnen lassen kann (vgl. E. 2.8 

hiervor), reicht die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren als Bei-

lage 2 eine auf den 3. bzw. 4. Dezember 2020 datierte und unterschriebene 

Bestätigung betreffend Markennutzungsrechte der ALDI Suisse AG an der 

Widerspruchsmarke ein (Beschwerdebeilage 2; Beschwerde, S. 6). Unter-

schrieben wurde die Erklärung von zwei als "Director International Buying" 

bezeichnete Personen. Beide Unterzeichnenden waren gemäss dem 

Chronologischen Abdruck des Handelsregisterauszuges der Beschwerde-

führerin am Tage ihrer Unterschrift zeichnungsberechtigt (Abruf vom 2. Mai 

2023 im Unternehmensregister: https://www.unternehmensregis-

ter.de/ureg/registerPortal.html;jsessionid=85790E6DC6180B4953605895

F981ADB6.web02-1). Wenngleich die Erklärung ausserhalb des massge-

benden Zeitraumes unterschrieben worden ist und mangels entsprechen-

der Angabe keine zeitlichen Rückschlüsse erlaubt, kann dem an sich keine 

verstärkte Beweiskraft enthaltenden Beleg (Urteil des BVGer B-6287/2020 

vom 14. Juni 2022 E. 4.3 "Juvederm/Juvederm") dennoch als Indiz ent-

nommen werden, dass die Verwendung der Widerspruchsmarke in der 

Schweiz durch die ALDI Suisse AG mit Zustimmung der Beschwerdeführe-

rin erfolgte (Beschwerdebeilage 2; Beschwerde, S. 6). Nicht nur gehören 

beide Unternehmen unbestritten der Unternehmensgruppe ALDI SÜD an 

(vgl. hierzu den im Unternehmensregister aufrufbaren Auszug des Jahres-

abschlusses der Beschwerdeführerin zum 31. Dezember 2020, direkt auf-

rufbar unter: https://www.unternehmensregister.de/ureg/result.pdf;jsessio-

nid=85790E6DC6180B4953605895F981ADB6.web02-1?submitaction=

showPdfDoc). Es ist die Beschwerdeführerin selber, welche all jene Belege 

B-6169/2020 

Seite 19 

der ALDI Suisse AG einreicht, sodass darin einen Hinweis auf eine zumin-

dest konkludente Benutzung erkannt werden kann (Urteil des BVGer 

B-6287/2020 E. 4.4 "Juvederm/Juvederm"; WANG, a.a.O., Art. 11 Rz. 106).  

3.5.2.2 Gleiches gilt bezüglich der von der Beschwerdeführerin eingereich-

ten deutschen Belege AA 1 bis AA 3. Diese zeigen Gebrauchshandlungen 

durch das Unternehmen ALDI SÜD bzw. die ALDI GmbH. Auch wenn dem 

Gericht lediglich eine entsprechende Bestätigung in der eidesstattlichen 

Versicherung der Beschwerdeführerin vom 1. März 2023 (Beilage AA 2; 

vgl. E. 5.5.5 hiernach zu deren Beweiskraft) vorliegt, liefert jedenfalls die 

Tatsache, dass all diese Unternehmen zur ALDI Unternehmensgruppe ge-

hören (vgl. E. 3.5.2.1 hiervor), und die entsprechenden Belege von der Be-

schwerdeführerin selber ins Recht gelegt werden, einen Hinweis, dass die-

ser Benutzung seitens der Beschwerdeführerin zumindest stillschweigend 

zugestimmt wurde (Urteil des BVGer B-6287/2020 E. 4.4 "Juvederm/Juve-

derm"; WANG, a.a.O., Art. 11 Rz. 107).  

3.5.2.3 Im Übrigen ist auch bezüglich der Beilagen D, E und F davon aus-

zugehen, dass die Kennzeichnung dieser Waren mit der Widerspruchs-

marke und den Vertrieb der derart gekennzeichneten Waren im Einver-

ständnis mit der Beschwerdeführerin erfolgt ist. Darauf ist zum einen zu 

schliessen, da der Vertrieb dieser Waren gemäss Etikettenvorlagen und 

Lieferantenrechnungen an die Beschwerdeführerin bzw. an ein der ALDI 

SÜD-Unternehmensgruppe zugehörenden Verkaufsgeschäft erfolgt ist 

(vgl. Beilagen D, E und F). Zum anderen werden diese Belege von der Be-

schwerdeführerin selber eingebracht, sodass auch hier zumindest von ei-

nem konkludenten Markengebrauch durch die Grohmann Schuhimport 

GmbH und die Royalbeach Spielwaren und Sportartikel Vertriebs GmbH 

auszugehen ist (Urteil des BVGer B-6287/2020 E. 4.4 "Juvederm/Juve-

derm"; WANG, a.a.O., Art. 11 Rz. 107).   

3.5.2.4 Insofern kann sich die Beschwerdeführerin eine allfällige Benut-

zung der Widerspruchsmarke "ADVENTURIDGE" (Wortmarke) durch die 

ALDI Suisse AG, die ALDI SÜD, die ALDI GmbH sowie die Vertriebsgesell-

schaften Grohmann Schuhimport GmbH und Royalbeach Spielwaren und 

Sportartikel Vertriebs GmbH im Sinne von Art. 11 Abs. 3 MSchG anrechnen 

lassen. 

4.  

Unter Würdigung des bisher Gesagten ist nun zu prüfen, ob die internatio-

nale Registrierung IR 847010 "ADVENTURIDGE" in der Schweiz für die 

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eingetragenen Waren der Klasse 18 und 25 rechtserhaltend gebraucht 

worden ist.  

4.1 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, sie belege einen rechtserhal-

tenden Gebrauch ihrer Widerspruchsmarke in der Schweiz im Referenz-

zeitraum für Trekking-Rucksäcke (vgl. E. 4.5 hiernach), Gamaschen (vgl. 

E. 4.4 hiernach) und Schneestiefel (vgl. E. 4.3 hiernach) sowie für Leicht-

rucksäcke und Leichttaschen (vgl. E. 4.2 hiernach).  

4.2 Um einen Gebrauch der Widerspruchsmarke in der Schweiz im Zusam-

menhang mit Leichtrucksäcke und Leichttaschen zu belegen, reicht die Be-

schwerdeführerin eine Werbebroschüre der ALDI Suisse AG für die Kalen-

derwoche 18 des Jahres 2014 (Beilage A1) ein. Sie ergänzt diesen Beleg 

mit einer schriftlichen Bestätigung der ALDI SUISSE AG vom 10. März 

2023 wonach in der Schweiz vom 25. Mai 2013 bis 25. Mai 2018 "unter 

dem Warenzeichen Adventuridge" rund 4000 Leichtrucksäcke/-taschen 

(2 Modelle) bei ALDI SUISSE verkauft worden seien (Beilage A1.1). In An-

betracht dessen, dass aus der Werbebroschüre einzig auf eine Einzelak-

tion geschlossen werden kann und es sich bei der Bestätigung der ALDI 

SUISSE AG vom 10. März 2023 um eine nicht weiter unterlegte Parteibe-

hauptung handelt, ist im Einklang mit der Beschwerdegegnerin und der 

Vorinstanz festzustellen (Plädoyer der Beschwerdegegnerin, S. 12; Ver-

nehmlassung, Ziff. 6 und 9), dass die Beschwerdeführerin damit keinen 

ernsthaften Gebrauch der Widerspruchsmarke in der Schweiz im Zusam-

menhang Leichtrucksäcke und Leichttaschen zeigt. Die vorgelegten Ge-

brauchsbelege lassen nicht auf die Ernsthaftigkeit des Gebrauchs schlies-

sen (vgl. E. 2.6 hiervor). 

4.3  

4.3.1 Um einen rechtserhaltenden Gebrauch der Widerspruchsmarke in 

der Schweiz im Zusammenhang mit Schneestiefeln zu belegen, reicht die 

Beschwerdeführerin eine Werbebroschüre für die Kalenderwoche 50/2013, 

mehrere Etikettenvorlagen vom 8. Juli 2013 (Beilagen E1-E9), auf den 

27. November 2013 datierte Lieferantenrechnungen (Beilagen F1-F7) so-

wie eine schriftliche Bestätigung zu Verkaufszahlen (Beilage C3) ein.  

4.3.2 In der als Beilage C3 verurkundeten E-Mail des 3. Dezember 2020 

bestätigt eine Mitarbeiterin der Beschwerdeführerin gegenüber dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, dass vom 9. bis 31. Dezember 

2013 eine bestimmte Anzahl von Schneestiefeln verkauft wurde. Unabhän-

gig der Anzahl verkauften Waren, bestätigt die Beschwerdeführerin damit 

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Seite 21 

in erster Linie, dass es sich um einen einmaligen Verkauf im Dezember 

2013 gehandelt hat. Auch wenn in dieser Nachricht nicht explizit aufgeführt 

wird, wo diese Verkäufe stattgefunden haben, ist zumindest im Zusammen-

hang mit dem Verweis auf die Lieferantenrechnungen (Beilagen F) anzu-

nehmen, dass es sich also um eine Verkaufsaktion in der Schweiz gehan-

delt hat. Die Einmaligkeit dieses Verkaufs wird auch durch die ins Recht 

gelegten Lieferantenrechnungen betreffend eine Lieferung von Schnee-

stiefeln (Beilagen F1-F7) bestätigt. Alle Rechnungen wurden für einen Auf-

trag vom 27. November 2013 ausgestellt und geben als Liefertermin je-

weils den Zeitraum 29. November bis 3. Dezember 2013 an. Auch wenn 

die Auftragsnummern sich unterscheiden, handelt es sich gleichwohl nur 

um Aufträge, die an einem einzelnen Tag aufgegeben wurden.  

4.3.3 Weiter ist im Einklang mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Wi-

derspruchsmarke auf keiner Rechnung aufgeführt ist (Vernehmlassung, 

Ziff. 6). Auch stimmt die in allen Rechnungen aufgeführte Artikelnummer 

2671213 nicht mit der Artikelnummer 24689519 überein, welche auf den 

Etikettenvorlagen für Schneestiefel (Beilagen E1-E9) geschrieben steht. 

Die Artikelnummer lässt sich auch nicht mit den Produkten in den Verkaufs-

prospekten abgleichen, da diese dort fehlen. Bei der in diesem Zusammen-

hang ins Recht gelegte Erklärung eines Mitarbeiters (vgl. Beilage A1.1), 

wonach es sich bei diesen um Lieferungen um mit "ADVENTURIDGE" ge-

kennzeichnete Schneestiefel gehandelt habe, handelt es sich indes – wie 

die Vorinstanz zu Recht ausführt – um eine reine Parteibehauptung (Ver-

nehmlassung, Ziff. 6). Insofern ist kein Zusammenhang zwischen diesen 

Schneeschuhlieferungen und der Widerspruchsmarke herstellbar. Der 

Zweifel wird vorliegend auch deshalb genährt, weil aus den von der Be-

schwerdeführerin vorgelegten Werbebroschüren ersichtlich ist, dass die 

Beschwerdeführerin auch Schneestiefel oder Schneeschuhe unter ande-

ren Marken angeboten hat (vgl. Beilage A2). Schliesslich ist im Einklang 

mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Lieferungen einzig Lieferungen 

an ALDI-Filialen zeigen, was einen innerbetrieblichen Gebrauch darstellt 

(MEIER, CR, Art. 11 MSchG Rz. 7; WANG, a.a.O., Art. 11 MSchG Rz. 48; 

Vernehmlassung, Ziff. 6). Solange die Beschwerdeführerin nicht mittels 

weiterer Belege die Annahme stützen kann, dass die intern in Rechnung 

gestellten Waren tatsächlich vertrieben oder am Markt angeboten wurden, 

kommt diesen internen Belegen keine Relevanz zu. Gleiches gilt im Übri-

gen für die Etikettenvorlagen (Beilagen E). Diese gelten als reine Vorberei-

tungshandlungen, welche für sich alleine noch keinen Gebrauch im Wirt-

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Seite 22 

schaftsverkehr darstellen (VOLKEN, a.a.O., Art. 11 MSchG Rz. 63 mit Hin-

weis; WANG, a.a.O., Art. 11 MSchG Rz. 50; Plädoyer Beschwerdegegnerin, 

S. 15). 

4.3.4 Es gelingt der Beschwerdeführerin daher nicht, einen rechtserhalten-

den und damit ernsthaften Gebrauch ihrer Widerspruchsmarke im Zusam-

menhang mit Schneestiefeln in der Schweiz im relevanten Zeitraum glaub-

haft zu machen (vgl. E. 2.6 hiervor). 

4.4  

4.4.1 Um einen Gebrauch der Widerspruchsmarke im Zusammenhang mit 

Gamaschen in der Schweiz zu belegen, reicht die Beschwerdeführerin eine 

Werbebroschüre von ALDI Suisse AG für die Kalenderwoche 51/2017 (Bei-

lage A2), Verpackungsausdrücke (datiert mit 11/2017; Beilagen D1 bis D3) 

sowie angeblichen Verkaufszahlen in der Schweiz für den Zeitraum des 

10. November 2017 bis 16. Dezember 2017 (Beilage C2).  

4.4.2 Die Beschwerdeführerin reicht auch bezüglich dieser Ware einzig Be-

lege ein, welche eine einmalige Verkaufsaktion rund um die Kalenderwo-

che 51 des Jahres 2017 belegen. Sowohl die Werbebroschüre (Bei-

lage A2) wie auch die Verpackungsausdrücke beziehen sich auf den Zeit-

raum November/Dezember 2017 (Beilagen D1-D3) und zeigen eine Kenn-

zeichnung der Waren mit der strittigen Widerspruchsmarke. Grundsätzlich 

umfasst auch der als Beilage C2 diesen Verkaufsmonat im Jahr 2017. In-

des ist zum Beleg C2 festzustellen, dass es sich hierbei um ein Blatt han-

delt, auf welchem – ohne weitere Angaben – eine Zeile aus irgendeiner 

Aufstellung bezüglich angebliche Verkäufe im Zeitraum des 10. November 

bis 16. Dezember 2017 abgebildet ist. Inwiefern es sich hierbei überhaupt 

um einen Beleg betreffend die strittigen Waren handelt, kann nicht über-

prüft werden. Weder ist ersichtlich von wem dieser Auszug stammt, noch 

welches Gebiet er abdeckt. Auch wird der angeblich erzielte Gewinn in 

EURO ausgewiesen, was eher darauf hindeutet, dass die Verkäufe nicht in 

der Schweiz erzielt wurden. Mangels entsprechender Angaben ist ausser-

dem nicht überprüfbar, ob es sich um Verkäufe in Deutschland handelt. 

Immerhin stimmt die in Beilage C2 angegebene Artikelnummer 65357 mit 

der auf der ebenfalls ins Recht gelegten Produktetikette für Gamaschen 

vom 11/2017 aufgeführten Artikelnummer überein (vgl. Beilagen D1-D3). 

Dennoch kann die Beschwerdeführerin aus den erwähnten Gründen nichts 

zu ihren Gunsten aus der Beilage C2 ableiten.  

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Seite 23 

4.4.3 Damit gelingt es der Beschwerdeführerin einzig aufzuzeigen, dass 

sie in der Kalenderwoche 51 des Jahres 2017 mit der Widerspruchsmarke 

gekennzeichnete Gamaschen in der Schweiz zum Verkauf angeboten hat. 

Es handelt sich um eine einzelne Aktion, die als vorübergehendes Angebot 

zu qualifizieren ist, weshalb das Erfordernis des Gebrauchs über eine län-

gere Zeitspanne nicht erfüllt ist (WANG, a.a.O., Art. 11 Rz. 75). Von einem 

ernsthaften Gebrauch der Widerspruchsmarke in der Schweiz im Zusam-

menhang mit Gamaschen kann daher nicht die Rede sein (vgl. E. 2.6 hier-

vor; Vernehmlassung, Ziff. 6 ff.; Plädoyer der Beschwerdegegnerin, S. 14).  

4.5  

4.5.1 Im Zusammenhang mit Trekkingrucksäcken reicht die Beschwerde-

führerin die Werbebroschüre der ALDI Suisse AG für die Kalenderwoche 

18 des Jahres 2014 (Beilage A1), ein undatiertes Werbeplakat (Bei-

lage B1) sowie angebliche Verkaufszahlen (Beilagen C1 und A1.1) ein.  

4.5.2 Zu den Verkaufszahlen ist was folgt festzustellen: Als Beilage C1 

reicht die Beschwerdeführerin ein Blatt ein, auf welchem ohne weitere An-

gaben die angeblichen Verkaufszahlen für Trekkingrucksäcke in der 

Schweiz im Zeitraum des 20. April 2014 bis zum 28. Mai 2014 aufgeführt 

sind. Bei diesem Dokument handelt es sich ein wie Beilage C2 gestaltetes 

Dokument (vgl. E. 4.4.2 hiervor), also einen Ausschnitt aus irgendeiner Auf-

stellung, welche keinen Nachweis zur Schweiz oder zur Marke enthält. Der 

angeblich erzielte Gewinn wird in EURO ausgewiesen, was nicht dafür-

spricht, dass die Verkäufe in der Schweiz erzielt wurden. Mangels entspre-

chender Angaben ist aber auch nicht überprüfbar, ob es sich um Verkäufe 

in Deutschland handelt. Insofern ist der Beweiswert des Belegs C1 sehr 

gering. Weiter verweist die Beschwerdeführerin auf die schriftliche Bestäti-

gung der ALDI SUISSE AG vom 10. März 2023 wonach in der Schweiz 

vom 25. Mai 2013 bis 25. Mai 2018 "unter dem Warenzeichen Adven-

turidge" insgesamt rund 3611 Trekking-Rucksäcke bei ALDI SUISSE ver-

kauft worden seien (Beilage A1.1). Wie bereits unter E. 4.2 hiervor festge-

halten, handelt es sich bei dieser schriftlichen Bestätigung der ALDI 

SUISSE AG um eine reine Parteibehauptung, welche durch keine weiteren 

Belege untermauert wird.  

4.5.3 In Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin bezüglich Trek-

kingrucksäcken einzig die Bewerbung einer einzelnen Wochenaktion im 

Jahr 2014 (Beilage A1) ausweist (vgl. hierzu E. 4.2) und sich auch aus dem 

undatierten Werbeplakat nichts anderes herleiten lässt, kann im Einklang 

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Seite 24 

mit der Vorinstanz (Vernehmlassung, Ziff. 8) im Zusammenhang mit Trek-

kingrucksäcken mangels glaubhafter Verkaufsangaben nicht auf einen 

ernsthaften Gebrauch der Widerspruchsmarke in der Schweiz selber ge-

schlossen werden (vgl. E. 2.6 hiervor; siehe E. 5.5 hiernach bezüglich des 

Gebrauchs in Deutschland im Zusammenhang mit diesen Waren).  

5.  

5.1  

5.1.1 Vorliegend beruft sich die Beschwerdeführerin auf Art. 5 des Über-

einkommens CH/D und macht geltend, die Widerspruchsmarke sei im 

massgebenden Zeitraum auch in Deutschland gebraucht worden (Plädo-

yer der Beschwerdeführerin, S. 4; vgl. E. 2.9 hiervor). In Berücksichtigung 

der entsprechenden Gebrauchsbelege aus Deutschland gelinge ihr die 

Glaubhaftmachung des Gebrauchs der Widerspruchsmarke im Zusam-

menhang mit den strittigen Waren auch in Deutschland.  

5.1.2 Die Beschwerdegegnerin bestreitet die Anwendbarkeit des Überein-

kommens CH/D (Protokoll der öffentl. Verhandlung, S. 4). Dabei rügt sie in 

erster Linie, dass eine rückwirkende Anwendbarkeit des Übereinkommens 

CH/D zufolge der Kündigung des Staatsvertrages durch die Bundesrepub-

lik Deutschland nicht möglich sei (Protokoll der öffentl. Verhandlung, S. 4). 

Weiter bezweifelt sie, dass selbst für den Fall, dass sich die Beschwerde-

führerin auf das Übereinkommen CH/D stützen könnte, die Voraussetzun-

gen für dessen Anwendbarkeit vorliegen würden (Protokoll der öffentl. Ver-

handlung, S. 4 f.).  

5.2 In Anbetracht dessen, dass eine rückwirkende Anwendbarkeit des 

Übereinkommens CH/D strittig ist, muss zunächst auf die Folgen der Kün-

digung des Übereinkommens eingegangen werden. 

5.2.1 Mit Note vom 30. April 2021 hat die Bundesrepublik Deutschland das 

Übereinkommen CH/D gekündigt. Die Mitteilung über diese Kündigung 

wurde in der Schweiz am 9. März 2022 in der Amtlichen Sammlung des 

Bundesrechts veröffentlicht (AS 2022 156; vgl. hierzu auch die Mitteilung 

der Vorinstanz, abrufbar unter: https://www.ige.ch/de/uebersicht-

dienstleistungen/newsroom/news/news-ansicht/kuendigung-des-vertrags-

zwischen-der-schweiz-und-deutschland-betreffend-den-gegenseitigen-

patent-muster-und-markenschutz). Der Wortlaut der in der Amtlichen 

Sammlung publizierten Kündigungsmitteilung (AS 2022 156) lautet: 

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Seite 25 

"Mit Note vom 30. April 2021 hat die Regierung Deutschlands den folgen-

den Vertrag gekündigt: Übereinkommen zwischen der Schweiz und 

Deutschland betreffend den gegenseitigen Patent-, Muster- und Marken-

schutz, abgeschlossen am 13. April 18921. Gemäss Artikel 56 des Wiener 

Übereinkommens vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge wird die 

Kündigung am 31. Mai 2022 wirksam." 

5.2.2 Insofern besteht kein Zweifel, dass die Kündigung des Übereinkom-

mens CH/D durch die Bundesrepublik Deutschland auf den 31. Mai 2022 

hin erfolgt ist (vgl. Urteil des BVGer B-1139/2022 E. 4.2 mit Hinweisen "His-

pano Suiza").  

5.2.3 Stellt sich nunmehr die Frage, ob die Kündigung durch die Bundes-

republik Deutschland ihre Wirkungen mit oder ohne rückwirkende Aufhe-

bung des Übereinkommens entfaltet. 

5.2.3.1 Sowohl die Schweiz als auch die Bundesrepublik Deutschland ha-

ben das Wiener Übereinkommen vom 23. Mai 1969 über das Recht der 

Verträge (SR 0.111; hiernach: Wiener Übereinkommen) unterzeichnet und 

ratifiziert. Entsprechend ist in Berücksichtigung dessen, dass es sich beim 

Übereinkommen CH/D um einen Vertrag zwischen zwei Vertragsstaaten 

handelt, das Wiener Übereinkommen über das Recht der Verträge gemäss 

dessen Art. 1 auf das Übereinkommen CH/D anwendbar. Aus diesem 

Grund aus der Mitteilung der Bundeskanzlei in der Amtlichen Sammlung 

denn auch hervor, dass die Kündigung in Anwendung von Art. 56 des Wie-

ner Übereinkommens erfolgt ist (vgl. E. 5.2.1 hiervor).  

5.2.3.2 Wird ein Vertrag nach den Bestimmungen des Wiener Übereinkom-

mens beendet, lauten die Folgen gemäss Art. 70 des Wiener Übereinkom-

mens wie folgt: 

"Art. 70 Folgen der Beendigung eines Vertrags 

(1) Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht oder die Vertragsparteien nichts 

anderes vereinbaren, hat die nach den Bestimmungen des Vertrags oder nach 

diesem Übereinkommen eingetretene Beendigung des Vertrags folgende Wir-

kungen: 

a) sie befreit die Vertragsparteien von der Verpflichtung, den Vertrag 

weiterhin zu erfüllen; 

b) sie berührt nicht die vor Beendigung des Vertrags durch dessen 

Durchführung begründeten Rechte und Pflichten der Vertragsparteien 

und ihre dadurch geschaffene Rechtslage. 

(2) Kündigt ein Staat einen mehrseitigen Vertrag oder tritt er von ihm zurück, 

so gilt Absatz 1 in den Beziehungen zwischen diesem Staat und jeder anderen 

B-6169/2020 

Seite 26 

Vertragspartei vom Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Kündigung oder des 

Rücktritts an." 

5.2.3.3 Vorliegend erfolgte die Kündigung in Anwendung von Art. 56 des 

Wiener Übereinkommens, d.h. das Übereinkommen CH/D enthielt selber 

keine Bestimmung über Beendigung, Kündigung oder Rücktritt. Demnach 

handelt es sich vorliegend um eine nach dem Wiener Übereinkommen ein-

getretene Beendigung des Übereinkommens CH/D. Nicht nur bewirkt diese 

Beendigung, dass die Vertragsparteien von der Vertragserfüllung befreit 

werden (Art. 70 Abs. 1 lit. a), sondern auch, dass die vor Beendigung des 

Übereinkommens CH/D begründeten Rechte und Pflichten der Vertrags-

parteien und ihre dadurch geschaffene Rechtslage von der Beendigung 

des Übereinkommens CH/D nicht berührt sind (Art. 70 Abs. 1 lit. b). Damit 

sieht das Wiener Übereinkommen vor, dass – sofern die Vertragsparteien 

wie vorliegend nichts anderes vereinbart haben – eine Beendigung des 

unter das Wiener Übereinkommen fallenden Vertrages seine Wirkungen 

ohne rückwirkende Aufhebung des Vertrages entfaltet. 

5.2.4 Im Einklang mit der vorinstanzlichen Einschätzung (vgl. E. 5.1.1 hier-

vor) ist festzustellen, dass die Kündigung des Übereinkommens vom 

13. April 1892 zwischen der Schweiz und Deutschland betreffend den ge-

genseitigen Patent-, Muster- und Markenschutz (SR 0.232.149.136; 

AS 2022 156) mit Wirkung zum 31. Mai 2022 ohne rückwirkende Aufhe-

bung des Staatsvertrages erfolgte (siehe auch MARTIN VIEFHUES, Benut-

zungsübereinkommen zwischen Deutschland und der Schweiz endet, 

GRUR-Prax 9/2022, S. 252). Damit wurde das Übereinkommen CH/D per 

1. Juni 2022 vollständig aufgehoben. Im Umkehrschluss ist auf dessen 

Gültigkeit bis zum 31. Mai 2022 zu schliessen (Urteile des BVGer 

B-1139/2022 E. 4.2 "Hispano Suiza", B-605/2021 E. 4.2.5.2 "Trillium"). Da-

mit ist das Übereinkommen CH/D solange auf Sachverhalte anwendbar, 

als die fünfjährige Referenzperiode für den rechtserhaltenden Gebrauch 

der Widerspruchsmarke vor dem Datum der Wirksamkeit der Kündigung 

des Übereinkommens CH/D liegt; Einzig Beweismittel, die sich auf nach 

dem 31. Mai 2022 erfolgte Gebrauchshandlungen in Deutschland bezie-

hen, werden somit nicht mehr berücksichtigt (Urteile des BVGer 

B-1139/2022 E. 4.2 mit Hinweisen "Hispano Suiza", B-605/2021 E. 4.2.5.2 

"Trillium"). 

5.2.5 In Anbetracht, dass die Beschwerdeführerin den rechtserhaltenden 

Gebrauch der Widerspruchsmarke für den Zeitraum zwischen dem 25. Mai 

2013 und dem 25. Mai 2018 glaubhaft zu machen hat (vgl. E. 3.3 hiervor), 

B-6169/2020 

Seite 27 

und das Übereinkommen CH/D zum damaligen Zeitraum noch in Kraft war, 

kann sich die Beschwerdeführerin grundsätzlich auf das Übereinkommen 

CH/D stützen (vgl. E. 5.3 hiernach). 

5.3 Als Nächstes gilt es nun zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die zwei 

Voraussetzungen zur Anwendbarkeit des Übereinkommens CH/D erfüllt.  

5.3.1 Auf die Rechte aus dem Übereinkommen CH/D können sich nur deut-

sche und schweizerische Staatsangehörige sowie Drittstaatsangehörige, 

die in Deutschland oder der Schweiz wohnen oder niedergelassen sind, 

berufen. Dabei reicht es aus, dass juristische Personen eine tatsächliche 

und nicht nur scheinbare gewerbliche oder Handelsniederlassung in einem 

der Vertragsstaaten haben (BGE 124 III 277 E. 2c "Nike"; BVGE 2021 IV/2 

E. 6.3.1 mit Hinweisen "Prosegur"; Urteile des BVGer B-1139/2022 E. 2.11 

mit Hinweisen "Hispano Suiza", B-3250/2021 E. 2.5 mit Hinweisen "SET 

ONE/se:one – der deutsche Messestuhl").  

Es trifft zu, dass die Beschwerdeführerin weder im vorinstanzlichen, noch 

im Beschwerdeverfahren einen Handelsregistereintrag eingereicht hat. In-

des lässt sich aus dem internationalen Markenregister schliessen, dass ihr 

Sitz in Mülheim an der Ruhr in Deutschland liegt. Dies lässt sich auch mit 

einem Blick ins Unternehmensregister überprüfen (vgl. auch ihr Handels-

registereintrag HRA 8578, abrufbar unter: https://www.unternehmensregis-

ter.de). Damit belegt die Beschwerdeführerin, dass sie über einen gemäss 

den Anforderungen des Übereinkommens CH/D erforderlichen Sitz in 

Deutschland verfügt (BVGE 2021 IV/2 E. 6.3.1 "Prosegur").  

5.3.2 Als Zweites wird für die Anwendbarkeit des Übereinkommen CH/D 

vorausgesetzt, dass die Marke in beiden Staaten registriert ist; die Marke 

muss nicht identisch eingetragen sein, es reicht, wenn die Marken in den 

wesentlichen Bestandteilen übereinstimmen (BGE 96 II 243 E. 5 "Blauer 

Bock"; BVGE 2021 IV/2 E. 6.4.3 f. "Prosegur"; Urteile des BVGer 

B-1139/2022 E. 2.11 "Hispano Suiza", B-3250/2021 E. 2.5 "SET 

ONE/se:one – der deutsche Messestuhl", B-605/2021 E. 4.2.5.2 "Trillium"; 

VOLKEN, a.a.O., Art. 11, Rz. 77; BÜRGI LOCATELLI, a.a.O., S. 53; MEIER, 

Diss., S. 112).  

Um das Erfordernis der Doppeleintragung zu belegen, stützt sich die Be-

schwerdeführerin auf ihre Europäische Marke EM 002561017 "ADVEN-

TURIDGE" (vgl. Eintrag im Europäischen Markenregister, abrufbar unter: 

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Seite 28 

https://www.tmdn.org/tmview/#/tmview). Die am 2. September 2003 einge-

tragene Wortmarke beansprucht Markenschutz in Deutschland für diverse 

Waren der Klassen 11, 18, 20, 21, 22, 24, 25 und 28. Vorliegend interes-

sieren die Klassen 18 und 25. In diesen Klassen lautet das Warenverzeich-

nis wie folgt:  

Klasse 18: Rucksäcke. 

Klasse 25: Bekleidungsstücke, nämlich Gamaschen, Schuhwaren. 

In BVGE 2021 IV/2 hat das Bundesverwaltungsgericht festgehalten, dass 

eine EU-Marke einen unter dem Gesichtspunkt der vom CH/D-Überein-

kommen geforderten Doppeleintragung relevanten Markenschutz in 

Deutschland darstellt (BVGE 2021 IV/2 E. 7.8 "Prosegur"). Demnach 

muss, wer seine Marke nicht in der Schweiz benutzt und sich gegen die 

Eintragung einer Schweizer Marke wehren will, neben einer Schweizer 

Marke auch über eine deutsche Marke oder eine internationale Registrie-

rung mit Schutzausdehnung auf die Bundesrepublik Deutschland oder eine 

EU-Marke verfügen (BVGE 2021 IV/2 E. 7.8 "Prosegur"; Urteil des BVGer 

B-1139/2022 E. 2.11 "Hispano Suiza").  

Vorliegend stützt sich die Widersprechende zum einen auf ihre Wider-

spruchsmarke, welche in der Schweiz Markenschutz geniesst, und zum 

anderen auf ihre Europäische Marke EM 002561017, welche in Deutsch-

land Markenschutz geniesst. Beide Marken stimmen bezüglich Inhaber-

schaft und Zeichen überein. Weiter beanspruchen beide Marken in Klasse 

18 zumindest für "Rucksäcke" sowie in Klasse 25 für "Bekleidungsstücke, 

nämlich Gamaschen, Schuhwaren" Markenschutz, weshalb das Erforder-

nis einer Doppeleintragung in Bezug auf die Waren "Rucksäcke"/"Sac à 

dos" in Klasse 18 und "Bekleidungsstücke, nämlich Gamaschen, Schuh-

waren" in Klasse 25 erfüllt ist (BVGE 2021 IV/2 E. 6.4.2.2 und E.7.8 "Pro-

segur"; Urteil des BVGer B-1139/2022 E. 2.11 "Hispano Suiza").  

5.4  

5.4.1 Aus dem Gesagten geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin 

für das vorliegende Verfahren gestützt auf ihre Europäische Marke 

EM 002561017 bezüglich den in Klasse 18 beanspruchten "Rucksäcke" 

und den in Klasse 25 beanspruchten "Bekleidungsstücke, nämlich Gama-

schen, Schuhwaren" gemäss Art. 5 des Übereinkommens CH/D einen all-

fälligen Markengebrauch in Deutschland zu ihren Gunsten anrechnen las-

sen kann (BVGE 2021 IV/2 E. 6.3 und 6.4 "Prosegur"; Urteil des BVGer 

B-1139/2022 E. 2.11 "Hispano Suiza").  

B-6169/2020 

Seite 29 

5.4.2 Indessen kann die Beschwerdeführerin aus einem Gebrauch des Zei-

chens in Deutschland im Zusammenhang mit weiteren Waren der Klasse 

18 und 25 sowie darüber hinaus mangels Anwendbarkeit der Übereinkom-

men CH/D nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dies gilt insbesondere auch 

für den anlässlich der öffentlichen Verhandlung behaupteten rechtserhal-

tenden Gebrauch der Marke in Deutschland im Zusammenhang mit Son-

nensegeln (Plädoyer der Beschwerdeführerin, S. 6 mit Hinweis auf Bei-

lage AA 1). Die Ware "Sonnensegel" ist nämlich – wie Sonnen- und Re-

genschirme auch – der Klasse 18 zugeteilt. Weil sich die Beschwerdefüh-

rerin im Zusammenhang mit der Anwendung des Übereinkommens CH/D 

auf die Europäische Marke EM 002561017 "ADVENTURIDGE", welche in 

Klasse 18 nur Schutz für Rucksäcke geniesst, stützt, fehlt es ihr bezüglich 

der Ware "Sonnensegel" an einer für die Anwendbarkeit des Übereinkom-

mens CH/D erforderlichen Doppeleintragung. Ganz abgesehen davon, 

dass die Beschwerdeführerin gar keine weiteren Belege bezüglich dieser 

Ware einreicht, gelingt es ihr bereits deswegen nicht, den rechtserhalten-

den Gebrauch der Widerspruchsmarke in Deutschland im Zusammenhang 

mit Sonnensegeln glaubhaft zu machen. 

5.5  

5.5.1 Damit ist nachfolgend unter Würdigung der Tatsache, dass das Über-

einkommen CH/D im vorliegenden Fall bezüglich den in Klasse 18 bean-

spruchten "Rucksäcke" und den in Klasse 25 beanspruchten "Bekleidungs-

stücke, nämlich Gamaschen, Schuhwaren" anwendbar ist, zu prüfen, ob 

die internationale Registrierung IR 847010 "ADVENTURIDGE" für diese 

Waren – wie von der Beschwerdeführerin behauptet – in Deutschland im 

Referenzzeitraum rechtserhaltend gebraucht worden ist.  

5.5.2 Es gilt dabei insbesondere zu beachten, dass der Begriff der Benut-

zung jener des Schweizer Rechts ist, unabhängig davon, ob die Marke in 

der Schweiz oder in Deutschland benutzt wurde (BVGE 2021 IV/2 E. 8.1 

"Prosegur"; Urteil des BVGer B-1139/2022 E. 2.11 "Hispano Suiza"). Die 

Tatsache, dass ein deutsches Gericht allenfalls einen Gebrauch nach deut-

schem Recht bejaht hat, ist beispielsweise nicht entscheidend (BGE 100 II 

230 E. 1c "Mirocor"; Urteil des BGer 4A_253/2008 vom 14. Oktober 2008 

E. 2.1; BVGE 2021 IV/2 E. 6.1 "Prosegur").  

Demnach muss die Widerspruchsmarke im Zusammenhang mit den ein-

getragenen Waren oder Dienstleistungen (Art. 11 Abs. 1 MSchG) in der 

Form, in der sie eingetragen wurde, oder in einer Form, die nicht wesentlich 

davon abweicht, benutzt werden (Art. 11 Abs. 2 MSchG). Die Benutzung 

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Seite 30 

der Marke, der der Inhaber zustimmt, wird der Benutzung durch den Inha-

ber gleichgestellt (Art. 11 Abs. 3 MSchG). Darüber hinaus muss die Benut-

zung ernsthaft sein und sich grundsätzlich auf das Gebiet der Schweiz oder 

im Falle der Anwendbarkeit des Übereinkommens CH/D auf die Bundesre-

publik Deutschland beziehen (siehe E. 2.6 und 2.9 hiervor). 

5.5.3 Um einen Gebrauch der Widerspruchsmarke im Zusammenhang mit 

Rucksäcken in Deutschland zu belegen, reicht die Beschwerdeführerin 

eine eidesstattliche Erklärung der Beschwerdeführerin (AA 2), eine Aus-

wahl von Verkaufsprospekten aus den Jahren 2012 bis 2017 in Deutsch-

land (AA 1) sowie Fotografien der Warenauslage einer ALDI-Filiale in Mül-

heim an der Ruhr (AA 3) ein.  

5.5.4 Um den Werbeaufwand in Deutschland im Zusammenhang mit den 

Waren Rucksack zu belegen, reicht die Beschwerdeführerin als Bei-

lage AA 1 eine Auswahl von Verkaufsprospekten der ALDI SÜD der Jahren 

2012 bis 2017 ein. Bezüglich dieser Belege bemängelt die Beschwerde-

gegnerin, dass auf jenen Kopien in denen die Widerspruchsmarke im Zu-

sammenhang mit den strittigen Waren abgebildet sind, keine Jahresanga-

ben bzw. Daten per se aufgeführt sind. Generell würden jene Kopien, auf 

denen Angaben wie Kalenderwochen und Jahreszahlen aufgeführt sind, 

selber keinen Markengebrauch enthalten (Protokoll der öffentl. Verhand-

lung, S. 4 f.). Hierzu ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin als Bei-

lage AA 1 Kopien von Kopien einreicht und die Qualität dieser Belege 

durch das mehrfache Kopieren gelitten hat. So wurden Seitenzahlen teils 

abgeschnitten und Daten sind teils unleserlich geworden. Auch wurden 

diese Verkaufsprospekte – anders als jene bezüglich des Gebrauchs in der 

Schweiz – nur auszugsweise eingereicht. Indes können die nachfolgenden 

Fundstellen zumindest kalendarisch überprüft werden, so dass sie nicht 

per se aus dem Recht zu weisen sind. Demnach sind in der Referenz-

periode (vgl. E. 3.3 hiervor) in folgenden Verkaufsprospekten Aktionen zu 

Rucksäcken (insbesondere Trekking-Rucksäcke) abgebildet:  

Gebrauchsnachweis Beilage 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 25/2013, S. 6 

AA 1 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 18/2014 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 25/2014, S. 4 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 26/2014 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 18/2015, S. 6 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 25/2015, S. 5 

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Seite 31 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 17/2016, S. 37 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 24/2016, S. 5 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 17/2017, S. 38 

Verkaufsprospekt ALDI SÜD KW 24/2017, S. 5 

 

Diese Fundstellen ergeben das folgende Bild: Die Rucksäcke (mehrheitlich 

Trekking- bzw. Tourenrucksäcke) wurden immer mit der Widerspruchs-

marke angeboten. Nur vereinzelt erscheint zusätzlich noch eine der Wort-

/Bildmarken, wobei es sich hierbei mehrheitlich um Abbildung A (vgl. 

E. 3.5.1 hiervor) handelt. Bezüglich der Gebrauchsdauer zeigen diese Be-

lege, dass die Rucksäcke in den Jahren 2013 bis 2017 alljährlich während 

jeweils zwei Kalenderwochen angeboten wurden. Zumeist fanden die Ver-

kaufsaktionen in den Kalenderwochen 17 bzw. 18 und 25 bzw. 24 und/oder 

26 statt. Wenngleich es sich also – wie in den Verkaufsprospekten entspre-

chend gekennzeichnet – um sogenannte Verkaufsaktionen handelte, fan-

den diese jährlich wiederkehrend in den mehrheitlich gleichen Kalender-

wochen statt. Damit zeigt die Beschwerdeführerin, dass ihr Angebot von 

Rucksäcken in Deutschland insofern auf Dauer ausgelegt war (Urteil des 

BVGer B-6287/2020 E. 5.1.6 "Juvederm/Juvederm"). 

5.5.5 Mit einer "eidesstattlichen Versicherung" (Beilage AA 2) will die Be-

schwerdeführerin angebliche Verkaufszahlen belegen. Das als "eidesstatt-

liche Versicherung" bezeichnete Dokument (Beilage AA 2) kann im auslän-

dischen Verfahrensrecht unter bestimmten Voraussetzungen ohne weitere 

Unterlagen zur Glaubhaftmachung der rechterhaltenden Benutzung aus-

reichen (Urteil des BVGer B-4552/2020 E. 2.12 "E*trade [fig.]/e trader 

[fig.]", mit Hinweisen zum deutschen Recht). Im schweizerischen Recht ist 

eine solche Versicherung entgegen der Auffassung der Beschwerdeführe-

rin indessen als blosse Parteibehauptung zu qualifizieren (Urteil des BGer 

6B_685/2018 vom 10. Januar 2019 E. 2.4; Urteile des BVGer B-3250/2021 

E. 5 "SET ONE/se:one – der deutsche Messestuhl", B-4552/2020 E. 2.12 

"E*trade [fig.]/e trader [fig.]", B-3294/2013 E. 5.2 "Koala [fig.]/Koala's March 

[fig.]"). Gleichwohl ist sie im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu be-

rücksichtigen und kann in Verbindung mit anderen Belegen zur Rechtsfin-

dung beitragen (Urteile des BVGer B-4552/2020 E. 2.12 "E*trade [fig.]/e 

trader [fig.]", B-3294/2013 E. 5.2 "Koala [fig.]/Koala's March [fig.]"). 

Vorliegend enthält die eidesstattliche Versicherung vom 1. März 2019 (Bei-

lage AA 2) eine Aufstellung der "Mindest-Verkaufs- und Umsatzzahlen" in 

den Jahren 2013 bis 2017 bezüglich Trekkingrucksäcke und Tourenruck-

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Seite 32 

säcke, die angeblich mit der Europäischen Marke EM 002561017 "AD-

VENTURIDGE" (vgl. E. 5.3.2 hiervor) gekennzeichnet waren (Bei-

lage AA 2). Aufgeführt werden also lediglich die "Mindestverkaufszahlen" 

und die "Mindestumsatzzahlen" pro Artikel (vgl. Beilage AA 2, S. 2). Dass 

es sich nicht um die tatsächlich erzielten Verkaufs- und Umsatzzahlen han-

delt, zeigen auch die in der Aufstellung verwendeten Formulierungen "Min-

destmenge in T [WA Zahlen]" und "Mindestumsatz in T € [aus WA]" (vgl. 

Beilage AA 2, S. 2). Demnach beliefen sich die Mindestverkaufs- und -um-

satzzahlen bezüglich Rucksäcke (Trekking- und Tourenrucksäcke zusam-

men) in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2017 auf:  

Jahr  Mindestmenge in T (WA Zahlen) Mindestumsatz in T € (aus WA) 

2013 rund 46.0 Rucksäcke  rund 943.0  

2014 rund 43.0 Rucksäcke  rund 897.0 

2015 rund 43.0 Rucksäcke rund 943.0 

2016 rund 37.0 Rucksäcke rund 862.0 

2017 rund 37.0 Rucksäcke rund 780.0 

 

Was die Beschwerdeführerin unter Mindestumsatzzahlen und Mindestver-

kaufszahlen genau versteht, führt sie nicht aus. Betriebswirtschaftlich wird 

als "Mindestumsatz" jener Umsatz bezeichnet, welcher erzielt werden 

muss, um kostendeckend zu wirtschaften: Er wird auch Gewinnschwelle 

genannt (JEAN-PAUL THOMMEN, Betriebswirtschaft und Management, 

11. Auflage, 2022 Zürich, S. 439 und 552; GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON, 

19. Aufl., S. 591). Wird mehr als dieser Umsatz erzielt, erwirtschaftet sich 

das Unternehmen einen Gewinn, wird er unterschritten, erleidet das Unter-

nehmen einen Verlust (THOMMEN, a.a.O., S. 439; GABLER WIRTSCHAFTSLE-

XIKON, a.a.O., S. 591). Entsprechend ist unter "Mindestmenge" die Anzahl 

der zu verkaufenden Artikel zu verstehen, derer es bedarf um den Mindest-

umsatz zu erreichen. Inwiefern dieser vorliegend überhaupt erzielt wurde, 

geht weder aus der eidesstattlichen Erklärung noch aus anderen Belegen 

hervor. Selbst wenn die Beschwerdeführerin unter "Mindestmenge" und 

"Mindestumsatz" aber jene Menge versteht, welche sie sicher belegen 

kann, fehlt diesfalls eine entsprechende Präzisierung. Weitere, unter ande-

rem aus dem Franchising stammenden Definitionen des Begriffs "Mindes-

tumsatz" (vgl. GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON, a.a.O., S. 2333), machen an-

gesichts dessen, dass vorliegend weder ein Franchising noch ein Abonne-

ment zur Diskussion stehen, keinen Sinn. Insofern herrscht bezüglich die-

ser Aufstellung weder Klarheit noch Sicherheit. Dieser Umstand wird im 

B-6169/2020 

Seite 33 

Übrigen auch dadurch verstärkt, dass die Beschwerdeführerin im vorlie-

genden Verfahren keinen einzigen Beleg bezüglich Verkaufszahlen ein-

reicht, dem ein Beweiswert zugesprochen werden kann (vgl. Beilagen C1 

bis C3 und die entsprechenden Ausführungen unter E. 4.3.2, 4.4.2 und 

4.5.2 hiervor). Damit kann die Beschwerdeführerin aus der eidesstattlichen 

Versicherung und insbesondere bezüglich den angeblichen Mindestver-

kaufszahlen nichts zu ihren Gunsten ableiten.  

5.5.6 Schliesslich legt die Beschwerdeführerin Fotografien der Warenaus-

lage einer ALDI-Filiale in Mülheim an der Ruhr (AA 3) ein. Gemäss der ei-

desstattlichen Versicherung soll mittels dieser Fotografien beispielhaft die 

gängige Gestaltung der Aktionstische von mit der Widerspruchsmarke ge-

kennzeichneten Waren in Deutschland für den Zeitraum des 14. Septem-

ber 2012 bis 14. September 2017 aufgezeigt werden (Beilage AA 2, S. 2). 

Aus den Fotografien selber ist indes weder ein Datum, noch – abgesehen 

von der Betitelung der Dokumente – ein geografischer Bezug überprüfbar. 

Indem dieser Beleg nicht einwandfrei dem Gebrauchszeitraum zugeordnet 

werden kann, ist dessen Beweiswert bereits aus diesem Grunde sehr ge-

ring (Urteil des BVGer B-1139/2022 E. 5.4 "Hispano Suiza").  

5.5.7 Zusammenfassend ist damit in Bezug auf den behaupteten rechtser-

haltenden Gebrauch der Widerspruchsmarke in Deutschland festzustellen, 

dass die eingereichten Unterlagen es dem Gericht nicht erlauben, auf die 

Ernsthaftigkeit des Gebrauchs der Widerspruchsmarke im Zusammenhang 

mit der Ware "Rucksäcke" zu schliessen (vgl. E. 2.6 hiervor). Um die Ernst-

haftigkeit der Benutzung objektiv zu bestimmen, muss nämlich auf sämtli-

che Umstände des Einzelfalls abgestellt werden, d.h. auf die betroffenen 

Waren oder Dienstleistungen, die Art des beteiligten Unternehmens, den 

üblichen Umsatz sowie die geografische Ausdehnung, die Art und die 

Dauer der Benutzung (BVGE 2021 IV/2 E. 8.7.2 mit Hinweisen "Prosegur"; 

MEIER, Diss., S. 50-52; MEIER, CR, Art. 11 MSchG Rz. 14 f.). Wohl zeigt die 

Beschwerdeführerin glaubhaft, dass mit der Widerspruchsmarke gekenn-

zeichnete Rucksäcke im relevanten Zeitraum jährlich während zwei Akti-

onswochen angeboten wurden. Immerhin zeigt dies, dass die Wider-

spruchsmarke in Deutschland im Zusammenhang mit den eingetragenen 

Waren (Art. 11 Abs. 1 MSchG) in der Form, in der sie eingetragen wurde 

(Art. 11 Abs. 2 MSchG), angeboten wurde. In Anbetracht dessen, dass 

diesbezüglich die Ausnahme des Territorialitätsprinzips gemäss Art. 5 

Übereinkommen CH/D greift, sind diese Gebrauchshandlungen in 

Deutschland zu beachten. Doch legt die Beschwerdeführerin keine Belege 

vor, aus welchen mindestens mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf einen 

B-6169/2020 

Seite 34 

entsprechend ernsthaften Gebrauch gemäss dem schweizerischen Recht 

(vgl. E. 2.6 hiervor) geschlossen werden kann. Vorliegend handelt es sich 

bei Rucksäcken gerade nicht um seltene und wertvolle Waren, bei denen 

eine gelegentliche Benutzung allenfalls ausreicht um einen ernsthaften Ge-

brauch zu belegen, sondern um Waren des täglicheren Bedarfs bei denen 

eine regelmässige Benutzung verlangt wird (BVGE 2021 IV/2 E. 8.7.2 mit 

Hinweisen "Prosegur"). Auch sind bei der Beurteilung der Ernsthaftigkeit 

des Gebrauchs nebst effektiven Verkaufszahlen oder Lieferungen auch die 

Grösse und Struktur des in Frage stehenden Unternehmens zu berücksich-

tigen, wobei an ein internationales Unternehmen höhere Anforderungen zu 

stellen sind, als wenn es sich um ein lokales Unternehmen handelt (BVGE 

2021 IV/2 E. 8.7.2 mit Hinweisen "Prosegur"; VOLKEN, a.a.O., Art. 11 

MSchG Rz. 88; WANG, a.a.O., Art. 11 MSchG N. 69; Vernehmlassung, 

Ziff. 7). Vorliegend handelt es sich – was die Vorinstanz und die Beschwer-

degegnerin zu Recht betonen (Vernehmlassung, Ziff. 8 mit Hinweisen; Plä-

doyer der Beschwerdegegnerin, S. 4) – sowohl in der Schweiz wie auch in 

Deutschland um eines der grössten Detailhandelsunternehmen. Mangels 

entsprechender Angaben zu effektiven Verkaufszahlen und unter Berück-

sichtigung ihrer Unternehmensgrösse gelingt es der Beschwerdeführerin 

demnach nicht, den rechtserhaltenden Gebrauch der Widerspruchsmarke 

in Deutschland glaubhaft zu machen.  

6.  

Aus dem Gesagten folgt, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen 

ist, mittels der eingereichten Belege den rechtserhaltenden Gebrauch der 

Widerspruchsmarke in der Schweiz und Deutschland im relevanten Zeit-

raum glaubhaft zu machen. Die Beschwerde erweist sich damit als unbe-

gründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin 

kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 64 

Abs. 1 VwVG). 

7.2 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, 

Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien festzulegen 

(Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Bei Streitigkeiten mit Vermögensinteres-

sen bemisst sich die Gebühr nach dem Streitwert (Art. 4 VGKE). Der Streit-

B-6169/2020 

Seite 35 

wert eines Widerspruchsbeschwerdeverfahrens richtet sich nach dem In-

teresse an der Löschung beziehungsweise am Bestand der angefochtenen 

Marke, wobei bei eher unbedeutenden Zeichen von einem Streitwert zwi-

schen Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– ausgegangen werden darf 

(BGE 133 III 492 E. 3.3 m.w.H. "Turbinenfuss"). Von diesem Erfahrungs-

wert ist grundsätzlich auch im vorliegenden Verfahren auszugehen. In Be-

rücksichtigung dessen, dass die Beschwerdeführerin beim Bundesverwal-

tungsgericht in den parallelen Widerspruchsverfahren Nr. 15888 und 

Nr. 15889 zeitgleich gegen beide Entscheide Beschwerde erhoben hat, 

sind aufgrund dieses Synergieeffekts die Gerichtsgebühren in beiden Ver-

fahren jeweils von Fr. 4'500.– auf Fr. 3'500.– zu senken. Hinzukommt in-

des, dass vorliegend auf Antrag der Beschwerdeführerin eine öffentliche 

Parteiverhandlung durchgeführt wurde. Demnach sind die Verfahrenskos-

ten insgesamt auf Fr. 8'000.– festzusetzen, der Beschwerdeführerin aufzu-

erlegen und dem von der Beschwerdeführerin gesamthaft in der Höhe 

Fr. 9'000.– einbezahlten Kostenvorschüsse zu entnehmen. Der Restbetrag 

von Fr. 1'000.– wird der Beschwerdeführerin nach Eingang des Rücker-

stattungsbelegs aus der Gerichtskasse zurückerstattet. 

7.3  

7.3.1 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine 

Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zugesprochen 

werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VKGE). Die Parteient-

schädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere not-

wendige Auslagen der Partei und ist anhand der eingereichten Kostennote 

oder, bei Fehlen einer solchen, aufgrund der Akten festzulegen (Art. 8 

i.V.m. Art. 14 VGKE). An den Detaillierungsgrad einer Kostennote vor dem 

Bundesverwaltungsgericht sind gewisse Anforderungen zu stellen, damit 

überprüft werden kann, ob der geltend gemachte Aufwand vollumfänglich 

notwendig und damit entschädigungsberechtigt ist. So hat aus der Kosten-

note nicht nur ersichtlich zu sein, welche Arbeiten durchgeführt worden sind 

und wer wie viel Zeit zu welchem Ansatz aufgewendet hat, sondern auch 

wie sich der geltend gemachte Aufwand auf die einzelnen Arbeiten verteilt 

(MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, a.a.O., Rz. 4.85; MICHAEL BEUSCH, 

in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren, 2008, Art. 64 VwVG N. 18 S. 825; Urteile des 

BVGer B-362/2016 vom 13. September 2017 "DOÑA ESPERANZA / ALE-

JANDRO FERNANDEZ, ESPERANZA" E. 9.3.2, B-3824/2015 vom 

17. Mai 2017 E. 14.2.1 "Jean Leon/Don Leone [fig.]", A-2121/2017 vom 

21. April 2017 S. 3, B-6099/2013 vom 28. Mai 2015 E. 8.3 "CARPE 

DIEM/carpe noctem").  

B-6169/2020 

Seite 36 

7.3.2 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin reichte anlässlich der 

öffentlichen Parteiverhandlung am 24. März 2023 ihre Kostennote ein. Sie 

fordert darin eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 5'415.– (inkl. Rei-

sespesen von Fr. 55.–), wobei sie keine Mehrwertsteuer geltend macht. 

Wenngleich aus der Kostennote bezüglich der geltend gemachten Arbeiten 

weder die jeweils aufgewendeten Arbeitsstunden, noch wer diese ausge-

führt hat, hervorgehen, kann immerhin anhand des angegebenen Stunden-

ansatzes von Fr. 400.– nachvollzogen werden, dass die Beschwerde-

gegnerin für die Sichtung der Beschwerde und die Vorbereitung der öffent-

lichen Parteiverhandlung einen Aufwand von 5 Stunden und 20 Minuten 

sowie für die Teilnahme an der öffentlichen Parteiverhandlung einen Auf-

wand von 8 Stunden (inkl. Hin- und Rückreise) veranschlagt. Insgesamt 

macht sie einen Zeitaufwand von 13,2 Stunden geltend.  

7.3.3 Hierzu ist zunächst festzustellen, der geltend gemachte Stundenan-

satz gemäss Art. 10 Abs. 2 VGKE dem Maximalansatz von Fr. 400.– ent-

spricht, welcher höchstens bei besonders komplexen Markenfällen in Be-

tracht kommt (vgl. Urteile des BVGer B-4829/2012 vom 9. März 2014 

E. 9.3 "LAND ROVER/LAND GLIDER", B-8028/2010 vom 2. Mai 2012 

E. 8.4 mit weiteren Hinweisen "VIEW/SWISSVIEW [fig.]"), wogegen der 

auch hier zur Anwendung gelangende Regelsatz für Markensachen 

Fr. 300.– beträgt. Weiter erscheint der in Bezug auf die Teilnahme an der 

öffentlichen Parteiverhandlung geltend gemachte Zeitaufwand angesichts 

dessen, dass diese lediglich 1,5 Stunden dauerte, als deutlich zu hoch, 

weshalb dieser Aufwand in Berücksichtigung der Wegzeit zwischen 

St. Gallen und Zürich auf insgesamt 6 Stunden herabzusetzen ist.  

7.3.4 Folglich ist die Kostennote bezüglich der Stundenanzahl und dem 

verwendeten Stundenansatz angemessen herabzusetzen und zwar auf 

11,2 Stunden sowie dem üblichen Ansatz von Fr. 300.–. Zusammen mit 

den Reisespesen von Fr. 55.– ist der Beschwerdegegnerin damit insge-

samt eine Parteientschädigung von Fr. 3'360.– (ohne Mehrwertsteuer, wel-

che vorliegend nicht geschuldet ist, vgl. Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 

Mehrwertsteuergesetz [MWSTG, SR 641.20] sowie Art. 9 Abs. 1 

Bst. c VGKE) zu Lasten der Beschwerdeführerin zuzusprechen. 

8.  

Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht zur Ver-

fügung (Art. 73 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, 

SR 173.110]). Es erwächst demnach bei Zustellung in Rechtskraft. 

B-6169/2020 

Seite 37 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 8'000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Sie werden dem in der Höhe von Fr. 9'000.– geleisteten Kostenvor-

schuss entnommen. Der Restbetrag von Fr. 1'000.– wird der Beschwerde-

führerin nach Eingang des Rückerstattungsbelegs aus der Gerichtskasse 

zurückerstattet.  

3.  

Der Beschwerdegegnerin wird zu Lasten der Beschwerdeführerin eine 

Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'360.– ausgerichtet.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin 

und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Marc Steiner Sabine Büttler 

 

 

Versand: 1. September 2023  

B-6169/2020 

Seite 38 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Einschreiben;  

Beilagen: Rückerstattungsbeleg sowie Beschwerdebeilagen zurück) 

– die Beschwerdegegnerin (Rechtsvertreterin; Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. W15888+W15889; Einschreiben;  

Beilagen: Vorakten zurück)