# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1ceccad-12cf-5c79-aa85-aa6927545110
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 19.10.2023 VBE.2023.210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-210_2023-10-19.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

 

VBE.2023.210 / nb / sc 
Art. 107 

 

 

Urteil vom 19. Oktober 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichter Roth  

Oberrichterin Gössi  

Gerichtsschreiber Battaglia 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Claudia Pascali-Armanaschi, Inclusion Handicap, 

Rechtsdienst, Mühlemattstrasse 14a, 3007 Bern    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 20. März 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der Beschwerdeführer erlitt Ende August 2022 einen Unfall, bei welchem 

er sich (u.a.) an der linken Schulter verletzte. Die Beschwerdegegnerin er-

brachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen. Nach Abklärungen in me-

dizinischer Hinsicht sowie mehrfacher Rücksprache mit dem Kreisarzt 

stellte sie die vorübergehenden Leistungen mit Verfügung vom 25. Januar 

2023 per Ende Oktober 2022 ein. Die dagegen erhobene Einsprache wies 

sie mit Einspracheentscheid vom 20. März 2023 ab.

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 20. März 2023 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 3. Mai 2023 Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

 

" 1. Es sei der Einspracheentscheid vom 20.03.2023 aufzuheben, die Kau-
salität zu bejahen, der Sachverhalt medizinisch näher abzuklären und 
sodann seien dem Beschwerdeführer Versicherungsleistungen zuzu-
sprechen. 

 
 2. Eventualiter sei zu prüfen, ob eine unfallähnliche Körperschädigung 

vorliegt. 
 

– unter Entschädigungsfolge –" 

 

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 1. Juni 

2023, die Beschwerde sei in dem Sinne gutzuheissen, als der Einsprache-

entscheid hinsichtlich der Leistungseinstellung für die Schulterbeschwer-

den links per 31. Oktober 2022 aufzuheben sei und die Beschwerdegegne-

rin dem Beschwerdeführer über den 31. Oktober 2022 hinaus die gesetzli-

chen Versicherungsleistungen zu erbringen habe. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden 

Leistungen mit Einspracheentscheid vom 20. März 2023 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB] 116) zu Recht per 31. Oktober 2023 eingestellt hat.

 

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 25. Januar 2023 (eben-

falls) über die Einstellung der vorübergehenden Leistungen die Beschwer-

den am linken Knie betreffend per Ende Oktober 2022 befunden (VB 93), 

 - 3 - 

 

 

 

wogegen der Beschwerdeführer weder in seiner Einsprache (VB 99) noch 

in der vorliegenden Beschwerde inhaltlich etwas einwendet (BGE 119 

V 347 E. 1a S. 349 f.) respektive die Ausrichtung diesbezüglicher Versiche-

rungsleistungen begehrt, was angesichts der überzeugenden Schlussfol-

gerungen von med. pract. B._____, Facharzt für Chirurgie, in dessen Stel-

lungnahme vom 18. Januar 2023 (VB 98/8 ff.) ohne Weiteres einleuchtet. 

Zusätzlich hatte die Beschwerdegegnerin bereits mit Verfügung vom 7. Mai 

2021 (Beilage 4 zur Vernehmlassung) über die Folgen des fraglichen, 

früheren Unfalls vom 29. September 2020 befunden (Invalidenrente und 

Integritätsentschädigung). Die entsprechenden Ausführungen des Be-

schwerdeführers zur nicht erfolgten Leistungseinstellung (Beschwerde 

Ziff. 3e) erweisen sich folglich als unzutreffend; eine weitergehende Leis-

tungspflicht für die linksseitigen Kniebeschwerden besteht demnach nicht.  

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheent-

scheid auf die Beurteilung von med. pract. B._____ vom 18. Januar 2023. 

Dieser ging betreffend die linksseitigen Schulterbeschwerden davon aus, 

anhand der widersprüchlichen klinischen und radiologischen Befunde so-

wie aufgrund der bildgebenden Diagnostik könnten frische traumatische 

strukturelle objektivierbare Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit ausgeschlossen werden. Die multiplen degenerativen Veränderungen 

an der linken Schulter seien als Zufallsbefund zu werten (VB 98/6 f.). 

 

Nach dem Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids unterbreitete 

die Beschwerdegegnerin med. pract. B._____ den Operationsbericht vom 

29. März 2023 (Beschwerdebeilage 2) sowie die dabei gewonnene Bildge-

bung (Beilage 1 zur Vernehmlassung) zur Stellungnahme. Dieser führte am 

15. Mai 2023 aus, intraoperativ habe sich neben den multiplen degenerati-

ven vorbestehenden Veränderungen des linken Schultergelenkes eine 

mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit traumatische SLAP-Lä-

sion Typ II der linken Schulter gezeigt. Aus versicherungsmedizinischer 

Sicht sei bezüglich der Schulterproblematik links somit mindestens eine 

Teilkausalität im Sinne einer richtungsgebenden Verschlimmerung des 

Vorzustandes gegeben, weshalb diesbezüglich an seiner Beurteilung vom 

18. Januar 2023 nicht mehr festzuhalten sei (Beilage 2 zur Vernehmlas-

sung). 

 

3.2. 

Gemäss den Ausführungen von med. pract. B._____ liegt demnach be-

züglich der Schulterproblematik links zumindest eine Teilkausalität vor. 

Dies erweist sich angesichts der erst intraoperativ erkannten SLAP-Läsion 

Typ II (vgl. etwa VB 32; 35; 77) als nachvollziehbar und wurde von der Be-

schwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung anerkannt. Die Beschwerde ist 

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daher – dem Antrag der Beschwerdegegnerin entsprechend – dahinge-

hend gutzuheissen, als der angefochtene Einspracheentscheid in dem 

Sinne abzuändern ist, dass die Beschwerdegegnerin betreffend die links-

seitigen Schulterbeschwerden über den 31. Oktober 2022 hinaus zur Leis-

tung von vorübergehenden Leistungen zu verpflichten ist. 

 

4. 

4.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

4.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 20. März 2023 dahingehend abgeändert, dass die Beschwerdegegne-

rin verpflichtet wird, dem Beschwerdeführer für die linksseitigen Schulter-

beschwerden über den 31. Oktober 2022 hinaus Versicherungsleistungen 

zu erbringen.  

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine 

Parteientschädigung in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 1'000.00 zu 

bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

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Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 19. Oktober 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Battaglia