# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f670719b-597a-5df4-9272-962f48e9c003
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.10.2010 ZK1 2009 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2009-48_2010-10-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. Oktober 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 09 48

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Kantonsrichterin Michael Dürst
RichterInnen Vizepräsident Schlenker und Kantonsrichter Hubert
Redaktion Aktuarin ad hoc Peng

In der zivilrechtlichen Berufung

des A., Kläger, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Silvio C. Bianchi, Martinsplatz 8, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 2. Oktober 2009, mitgeteilt am 4. 
November 2009, in Sachen des Klägers, Berufungsklägers und 
Anschlussberufungsbeklagten gegen Y., Beklagter, Berufungsbeklagter und 
Anschlussberufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, 
Goldgasse 11, 7002 Chur,

betreffend Mündigenunterhalt,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. wurde am 31. Juli 1987 als Sohn von X. und Y. geboren. Die am 27. 
August 1982 geschlossene Ehe der Eltern von A. wurde mit Urteil des 
Bezirksgerichts Imboden vom 3. Juli 1991 geschieden. Mit Urteil des 
Kantonsgerichts Graubünden vom 5. November 1991 wurde die dagegen 
erhobene Berufung abgewiesen. Im Rahmen der Ehescheidung wurden A. und 
dessen Schwester B., geboren am 8. April 1983, unter die elterliche Gewalt der 
Mutter gestellt. Y. wurde gemäss Ziff. 3 des Dispositivs des Scheidungsurteils (act. 
III/1) verpflichtet, an den Unterhalt der Kinder monatlich im Voraus je Fr. 700.– 
zuzüglich gesetzlicher Kinderzulagen zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge 
wurden indexiert (vgl. Ziff. 4 des Dispositivs des Scheidungsurteils).

In Anbetracht des Umstands, dass das Mündigkeitsalter im Zeitpunkt des 
Scheidungsurteils bei 20 Jahren lag, war der besagte Unterhaltsbeitrag gemäss 
Art. 13c SchlT des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) bis zur 
Vollendung des 20. Altersjahres der Kinder geschuldet. Dementsprechend leistete 
Y. bis zum 20. Geburtstag von A. und somit bis Ende Juli 2007 einen monatlichen 
Unterhaltsbeitrag. Im August und im September 2007 bezahlte Y. lediglich 
monatliche Beiträge von Fr. 220.–, weil er die Auffassung vertrat, die Bestimmung 
von Art. 277 Abs. 2 ZGB gelte für ihn nicht. Erst nach anwaltlicher Intervention 
lenkte Y. ein und zahlte für die Monate August und September 2007 je Fr. 480.– 
nach. Ab Oktober 2007 bis und mit Juli 2008 bezahlte er A. Unterhaltsbeiträge von 
Fr. 700.–. Danach stellte Y. seine Unterhaltszahlungen ein.

A. schloss am 31. Juli 2008 seine Lehre als Bauzeichner bei der Firma C. ab. Vom 
30. Juni 2008 bis am 21. November 2008 absolvierte er die Rekrutenschule. In der 
Folge arbeitete A. temporär vom 1. Dezember 2008 bis Ende Juli 2009 bei der 
Firma D. als Bauzeichner. Dabei erzielte er einen Lohn (inkl. Anteil 13. 
Monatslohn) von Fr. 4'000.– brutto pro Monat. Am 1. August 2009 begann er die 
zweijährige Zusatzlehre als Maurer bei der Firma E. in F., wobei er während dem 
ersten Lehrjahr monatlich Fr. 1'421.– und während dem zweiten Lehrjahr 
monatlich Fr. 2'067.– verdient. A. beabsichtigt ab April 2012 eine dreijährige 
Weiterbildung zum Bauführer an der Schweizerischen Bauschule Aarau zu 
absolvieren.

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 18. März 2008 machte A. beim 
Kreispräsidenten F. eine höhere Unterhaltsforderung geltend. An der 

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Sühnverhandlung vom 30. April 2008 konnten sich die Parteien nicht einigen. Der 
Leitschein wurde am 4. Juni 2008 mit folgenden Rechtsbegehren ausgestellt:

„Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei zu verpflichten, ab 1. August 2007 bis dass der 
Kläger eine ordentliche Ausbildung abgeschlossen hat, an den 
Unterhalt des Klägers monatlich im Voraus Fr. 900.00 zuzüglich 
gesetzliche Kinderzulagen zu bezahlen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 
Beklagten.“

C. Mit Prozesseingabe vom 30. Juni 2008 prosequierte A. den Leitschein mit 
unveränderten Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Plessur. Der Beklagte Y. 
stellte in seiner Prozessantwort vom 30. September 2008 die folgenden 
Rechtsbegehren:

„1. Abweisung der Klage, soweit der Beklagte verpflichtet werden soll, 
monatlich mehr als Fr. 700.00 inkl. Ausbildungszulage und dies länger 
als [bis zum] 30. Juni 2008 an den Unterhalt des Klägers zu bezahlen.

2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.“

Es fand kein zweiter Rechtsschriftenwechsel statt. Am 27. Oktober 2008 erfolgte 
die Stellungnahme des Klägers gemäss Art. 87 Abs. 2 der Zivilprozessordnung 
des Kantons Graubünden (ZPO; BR 320.000).

D. Am 19. Dezember 2008 erliess der Bezirksgerichtsvizepräsident Plessur die 
Beweisverfügung und ergänzte diese mit Verfügung vom 20. Januar 2009 sowie 
mit Verfügung vom 24. März 2009. Der Beklagte erhob gegen die 
Beweisverfügung bzw. deren Ergänzungen am 1. April 2009 Beschwerde beim 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur mit dem Begehren um zusätzliche Editionen 
aus Händen von X.. Der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wies die Beschwerde 
ab.

E. Der Kläger stellte am 18. August 2009 ein Gesuch um Erlass vorsorglicher 
Massnahmen mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, ab dem 1. August 2009 bis zur 
rechtskräftigen Erledigung der anhängigen Unterhaltsklage bzw. bis 
zum Abschluss einer ordentlichen Ausbildung an den Unterhalt des 
Gesuchstellers monatlich im Voraus CHF 900.00 zuzüglich 
gesetzlicher und vertraglicher Ausbildungszulage zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, diese zuzüglich 7.6% 
Mehrwertsteuer, zu Lasten des Gesuchsgegners.“

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In seiner Stellungnahme vom 10. September 2009 beantragte der Beklagte die 
Abweisung des Gesuchs. Der Bezirksgerichtsvizepräsident Plessur teilte mit 
Verfügung vom 15. September 2010 mit, dass das Gesuch um Erlass 
vorsorglicher Massnahmen anlässlich der Hauptverhandlung behandelt werde.

F. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur fand am 2. Oktober 
2009 statt. Aufgrund des zwischenzeitlich erzielten Einkommens erklärte der 
Kläger seinen Verzicht auf die Unterhaltsforderungen für den Zeitraum vom 1. 
Dezember 2008 bis 31. Juli 2009. 

Auf formfreie Befragung hin führte der Kläger aus, dass er schon seit seinem 
ersten Lehrjahr als Zeichner Bauführer werden wollte. Den Weg über die 
Zeichnerlehre habe er bewusst gewählt. Die Maurerlehre, welche er im Moment 
absolviere, gelte als Aufnahmebedingung für die Schweizerische Bauschule 
Aarau. Er räumte allerdings ein, dass es anstelle einer Maurerlehre auch möglich 
wäre, ein Jahr lang auf einer Baustelle zu arbeiten. Zudem erklärte der Kläger, 
dass die Ausbildung zum Bauführer sowohl Vollzeit als auch berufsbegleitend 
angeboten werde. Es sei durchaus möglich, neben der Bauschule teilzeitlich zu 
arbeiten. Von Kollegen habe er erfahren, dass die berufsbegleitende Variante sehr 
streng sei, weshalb er sich für die Vollzeitausbildung entschieden habe. Was das 
Verhältnis zu seinem Vater betreffe, so herrsche zwischen ihnen seit Anhebung 
dieses Verfahrens Funkstille. Er habe versucht, mit seinem Vater zu telefonieren. 
Dieser habe jedoch nicht geantwortet. Auf Befragung hin führte der Beklagte 
hingegen aus, dass es sein Sohn gewesen sei, welcher den Kontakt abgebrochen 
habe. Er wies ebenfalls darauf hin, dass es der Kläger zu verschulden habe, dass 
zwischen ihnen kein Vergleich zustande gekommen sei.

G. Mit Urteil vom 2. Oktober 2009, mitgeteilt am 4. November 2009, erkannte 
das Bezirksgericht Plessur wie folgt:

„1. a) Die Klage wird teilweise gutgeheissen und der Beklagte wird 
verpflichtet, dem Kläger folgende Beiträge auszurichten:

– Für April 2008 CHF 840.00 (zuzüglich gesetzliche Kinderzulagen)

– Für Juli 2008 CHF 875.00 (zuzüglich gesetzliche Kinderzulagen)

– Für die Monate August bis Dezember 2007 und Januar bis März 
2008 pro Monat CHF 140.00 (zuzüglich gesetzliche Kinderzulagen)

– Für die Monate Mai und Juni 2008 pro Monat CHF 175.00 
(zuzüglich gesetzliche Kinderzulagen)

b) Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

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2. Das Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen (Proz. Nr. 130-
2009-227) wird abgeschrieben.

3. Die Kosten des Kreisamtes F. von CHF 300.00 sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von CHF 9'875.00 (Gerichtsgebühren CHF 
6'000.00, Schreibgebühren CHF 1'452.00, Bargebühren CHF 753.00, 
Streitwertzuschlag CHF 1'670.00) gehen zu 4% (CHF 395.00) zu 
Lasten des Beklagten und zu 96% (CHF 9'480.00) zu Lasten des 
Klägers.

Die vom Beklagten zu übernehmenden Gerichtskosten von 
CHF 395.00 werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

Da der Kläger mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen 
Prozessführung prozessiert, werden die ihm auferlegten Kosten nach 
Eintritt der Rechtskraft des Urteils vorläufig der Stadt F. in Rechnung 
gestellt.

Aussergerichtlich hat der Kläger den Beklagten mit CHF 14'000.00 
(inkl. Barauslagen, zuzüglich 7.6% MwSt.) zu entschädigen.

4. Dem klägerischen Parteivertreter wird eine Frist von 10 Tagen ab 
Mitteilung des vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte 
Honorarnote betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) 
einzureichen und seine diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei 
Nichteinhaltung dieser Frist wird der Bezirksgerichtsvizepräsident den 
Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

5. (Mitteilung).“

H. Gegen dieses Urteil liess A. am 25. November 2009 Berufung zu Handen 
des Kantonsgerichts von Graubünden erklären, wobei er die folgenden 
Rechtsbegehren stellte:

„1. Die Ziffern 1 und 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils des 
Bezirksgerichts Plessur vom 2. Oktober 2009 seien aufzuheben.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, ab dem 1. August 2007 bis zum 
31. Juli 2008 sowie ab dem 1. August 2009 bis dass der Kläger eine 
ordentliche Ausbildung abgeschlossen hat – unter Anrechnung der 
hierfür bereits geleisteten Zahlungen – an den Unterhalt des Klägers 
monatlich im Voraus CHF 900.00 zuzüglich gesetzlicher und 
vertraglicher Ausbildungszulage zu bezahlen.

3. Eventualiter seien die Kosten des Kreisamtes F., des Bezirksgerichts 
Plessur sowie die aussergerichtlichen Kosten angemessen unter den 
Parteien aufzuteilen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, diese zuzüglich 7.6% 
Mehrwertsteuer, für das vermittleramtliche Verfahren sowie die 
bezirks- und kantonsgerichtlichen Verfahren zu Lasten des Beklagten 
und Berufungsbeklagten.“

Demnach wurde die Forderung nach Unterhaltszahlungen für die Dauer der 
Rekrutenschule fallen gelassen. Das Gesuch von A. um Gewährung der 

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unentgeltlichen Rechtspflege wurde mit Verfügung vom 14. Dezember 2009 
gutgeheissen.

I. Am 1. Dezember 2009 erhob Y. Anschlussberufung gegen das Urteil des 
Bezirksgerichts Plessur. Er stellte folgende Anträge:

„1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 1a) sei die Klage bezüglich April-
2008-Zahlung abzuweisen, soweit der Beklagte zur Zahlung von mehr 
als Fr. 140 verpflichtet werden soll.

3. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 3, Abs. 4, sei der Kläger zu 
verpflichten, dem Beklagten für das erstinstanzliche Verfahren eine 
ausseramtliche Entschädigung von CHF 20'927.70 inkl. MwSt und 
Barauslagen zu bezahlen.

4. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge für das kantonsgerichtliche Verfahren zulasten 
des Klägers.“

J. Mit Verfügung vom 3. Dezember 2009 ordnete die Vorsitzende der I. 
Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden gestützt auf Art. 224 Abs. 2 
ZPO die Durchführung des schriftlichen Berufungsverfahrens an. Die schriftliche 
Berufungsbegründung wurde am 26. Januar 2010 und die Berufungsantwort bzw. 
Anschlussberufungsbegründung am 10. März 2010 eingereicht. Mit Schreiben 
vom 19. März 2010 verzichtete der Berufungskläger unter Bestreitung der 
gegnerischen Ausführungen im Rahmen der Anschlussberufungsbegründung auf 
die Einreichung einer Anschlussberufungsantwort.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Sachurteile der Bezirksgerichte in Streitsachen betreffend Unterhaltsklagen 
gestützt auf Art. 279 ZGB unterliegen gemäss Art. 3 Abs. 1 Ziff. 17 in Verbindung 
mit Art. 3 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch 
(EGzZGB; BR 210.100) der Berufung an das Kantonsgericht. Das angefochtene 
Urteil des Bezirksgerichts Plessur betrifft einen Streit über Mündigenunterhalt, 
sodass die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung 
der vorliegenden Streitsache als Berufungsinstanz gegeben ist.

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b) Die Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der 
schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge auf 
Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, 
soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). A. reichte 
seine Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 2. Oktober 
2009, mitgeteilt am 4. November 2009, am 25. November 2009 und damit 
fristgerecht ein. Überdies entspricht die Berufung den Formerfordernissen, sodass 
darauf eingetreten werden kann.

c) Der Berufungsbeklagte kann, wenn er nicht selbst auch Berufung eingelegt 
hat, innert der peremptorischen Frist von zehn Tagen seit Mitteilung der 
Berufungserklärung beim Präsidenten der ersten Instanz seine Anschlussberufung 
mit formulierten Anträgen einreichen (Art. 220 Abs. 1 ZPO). Mit Schreiben des 
Bezirksgerichts Plessur vom 26. November 2009 erfolgte die Mitteilung der 
Berufungserklärung an den Berufungsbeklagten. Die von Y. am 1. Dezember 2009 
erhobene Anschlussberufung ist damit fristgerecht und darüber hinaus auch 
formgerecht erfolgt. Folglich ist auf die Anschlussberufung ebenfalls einzutreten.

2. Zu klären ist zunächst die Frage der anwendbaren Verfahrensmaximen. 
Gemäss Art. 280 Abs. 2 ZGB erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes 
wegen und würdigt die Beweise nach freier Überzeugung. Die genannte 
Bestimmung hält für das Unterhaltsklageverfahren die Geltung der 
Untersuchungsmaxime fest. Das Gericht hat demgemäss zusätzlich zu den 
Parteien ebenfalls zur Sammlung des Prozessstoffs beizutragen. Diese 
verfahrensrechtliche Vorschrift hat ihren Grund darin, dass beim Unterhalt ein 
erhöhtes Interesse an der materiellen Wahrheit besteht und deren Findung 
gefördert werden soll. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
beinhaltet Art. 280 Abs. 2 ZGB aber auch den Grundsatz der Offizialmaxime i.e.S., 
gemäss welcher das Gericht nicht an die Anträge der Parteien gebunden, den 
Parteien die Verfügung über den Streitgegenstand demnach entzogen ist. 
Allerdings wirkt die Offizialmaxime i.e.S. im Unterhaltsprozess nur zu Gunsten 
eines unmündigen Kindes (Pra. 93 [2004] Nr. 97; BGE 118 II 93 ff.; Oscar 
Vogel/Karl Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 8. Aufl., Bern 2006, Kap. 6 
N. 46, 52 und 54). Die Untersuchungsmaxime hingegen ist auch bei 
Unterhaltsklagen mündiger Kinder als anwendbar zu erachten (Art. 4 EGzZGB; 
Pra. 93 [2004] Nr. 97 E. 1 in fine S. 558; Peter Breitschmid, Basler Kommentar, 
Zivilgesetzbuch I, 3. Aufl., 2006, Art. 277 N. 24).

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3. Die Eltern haben für den Unterhalt eines Kindes aufzukommen, darin 
eingeschlossen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und 
Kindesschutzmassnahmen (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Geleistet wird der Unterhalt 
durch Pflege und Erziehung oder, wenn das Kind nicht unter der Obhut eines 
Elternteils steht, durch Geldzahlung (Art. 276 Abs. 2 ZGB). In dem Mass, als dem 
Kind zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder 
anderen Mitteln zu bestreiten, sind die Eltern von der Unterhaltspflicht befreit (Art. 
276 Abs. 3 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie 
der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen. Ausserdem 
sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes sowie der Beitrag des nicht 
obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes zu berücksichtigen 
(Art. 285 Abs. 1 ZGB).

Gemäss Art. 277 Abs. 1 ZGB dauert die Unterhaltspflicht der Eltern bis zur 
Mündigkeit des Kindes. Ausnahmen bestehen bei früherem Eintritt wirtschaftlicher 
Selbständigkeit oder einer längeren Ausbildungsdauer (Breitschmid, a.a.O., 
Art. 277 N. 5). Hat das Kind beim Eintritt ins Mündigkeitsalter noch keine 
angemessene Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den 
gesamten Umständen zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, 
bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann 
(Art. 277 Abs. 2). Der Mündigenunterhalt hängt mit der elterlichen 
Erziehungspflicht zusammen, zu der gemäss Art. 302 Abs. 2 ZGB insbesondere 
gehört, dem Kind eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende 
allgemeine und berufliche Ausbildung zu verschaffen (BGE 129 III 375 E. 3.3 S. 
377). Es soll vermieden werden, dass das in der Zwischenzeit mündig gewordene 
Kind gezwungen wird, seine Ausbildung infolge fehlender finanzieller Mittel 
vorzeitig aufzugeben (Rolando Forni, Die Unterhaltspflicht der Eltern nach der 
Mündigkeit des Kindes in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, ZBJV 132 
[1996] S. 433). Die gesetzliche Regelung hat sicherzustellen, dass ein Kind 
solange elterlichen Unterhalt beanspruchen kann, als es dessen bedarf und 
billigerweise auf Fremdmittel Anspruch erheben darf (Breitschmid, a.a.O, Art. 277 
N. 8). Seit der Herabsetzung des Mündigkeitsalters auf das 18. Altersjahr (am 1. 
Januar 1996) hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zum 
Ausnahmecharakter des Mündigenunterhalts relativiert (BGE 129 III 375 E. 3.3 S. 
377 f. m.w.H.). Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für den 
Mündigenunterhalt das Fehlen einer angemessenen Ausbildung und die 
Zumutbarkeit der Unterhaltspflicht nach den gesamten Umständen.

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4.a) Was die Zeit bis zum Abschluss der Bauzeichnerlehre betrifft, hat der 
Berufungsbeklagte bereits mit der Wiederaufnahme der Zahlungen im Oktober 
2007 seine Unterhaltspflicht dem Grundsatz nach anerkannt. Dasselbe ergibt sich 
aus dem mit der Prozessantwort gestellten Rechtsbegehren. Umstritten blieb 
indessen die Höhe des von ihm zu leistenden Unterhaltsbetrages. Die Vorinstanz 
hat hierfür auf das Scheidungsurteil abgestellt und dem Berufungskläger den 
indexierten Betrag des ursprünglichen Unterhaltsbeitrags von Fr. 700.– 
zugesprochen. Es handelt sich dabei um Fr. 840.– vom August 2007 bis zum April 
2008 bzw. um Fr. 875.– für die Monate Mai bis Juli 2008, jeweils zuzüglich 
Kinderzulagen (angefochtenes Urteil S. 10 f.). Der Berufungsbeklagte akzeptierte 
diesen Entscheid, obwohl die Vorinstanz offensichtlich verkannt hat, dass das 
Scheidungsurteil nach Vollendung des 20. Altersjahres keine Wirkung mehr 
entfalten konnte (vgl. Art. 13c SchlT ZGB). Ab diesem Zeitpunkt ist der 
geschuldete Unterhaltsbeitrag nach Art. 277 Abs. 2 ZGB festzusetzen, wobei 
nebst der Zumutbarkeit der Unterhaltspflicht nach den gesamten Umständen der 
tatsächlich ungedeckte Bedarf des Berufungsklägers von entscheidender 
Bedeutung ist.

b) Der Berufungskläger hat sich sowohl im vorinstanzlichen Verfahren wie 
auch in der Berufungsbegründung nur am Rande mit seinem Bedarf während der 
Bauzeichnerlehre befasst. Während er in der Prozesseingabe noch für die 
gesamte Dauer der (behaupteten) Unterhaltspflicht von einem Bedarf von Fr. 
2'211.– und einem anrechenbaren Einkommen von Fr. 700.– ausgegangen war 
(act. II/2 S. 7 f. und 11 f.), korrigierte er seine Bedarfsberechnung an der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung nach oben. Er bezifferte den Bedarf während 
der Bauzeichner- und Maurerlehre neu auf Fr. 2'618.–. Dieser Bedarf ergebe sich 
unter Berücksichtigung der sogenannten Zürcher Richtlinien. Als Basis für die 
Festlegung von Mündigenunterhalt diene regelmässig der Unterhaltsbeitrag der 
höchsten Altersstufe. In diesem Zusammenhang gelte es zu berücksichtigen, dass 
sich der durchschnittliche Unterhaltsbedarf für ein Einzelkind im Alter von 13–18 
Jahren per 1. Januar 2009 von Fr. 2'085.– auf Fr. 2'115.– erhöht habe. Gemäss 
der Zürcher Tabelle per 1. Januar 2009 werde die Bedarfsposition „Unterkunft“ mit 
Fr. 340.– beziffert. Im konkret zu beurteilenden Fall schlage aber bereits sein 
monatlicher Anteil an den Mietkosten mit Fr. 600.– zu Buche. Deshalb sei ein 
diesbezüglicher Mehrbetrag von Fr. 260.– pro Monat zu berücksichtigen. Im 
Weiteren müsse darauf hingewiesen werden, dass im Bedarfswert von Fr. 2'115.– 
die Aufwendungen für die Schul- und Berufsausbildung noch nicht enthalten seien. 
Während der zweijährigen Zusatzlehre würden entsprechende Kosten von 

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insgesamt Fr. 8'018.50 anfallen. Pro Monat seien somit – wie bereits während der 
Bauzeichnerlehre – Schul- und Berufsausbildungskosten von Fr. 335.– 
anzurechnen. Demgegenüber seien die Kosten für Pflege und Erziehung von Fr. 
330.– in Abzug zu bringen, da sie vom geldleistungspflichtigen Elternteil nicht zu 
vergüten seien. Berücksichtige man diese spezifischen Anpassungen bei der 
Zürcher Tabelle per 1. Januar 2009, so resultiere ein monatlicher Bedarf des 
Berufungsklägers im Betrag von Fr. 2'380.–. Weil die zürcherischen Tabellenwerte 
dem Bedarf eines Kindes einer Familie mit bescheidenem Einkommen 
entsprechen würden, gelte es angesichts der sehr guten wirtschaftlichen 
Verhältnisse des Berufungsbeklagten eine Bedarfserhöhung um 10 % und damit 
um Fr. 238.– vorzunehmen. Infolgedessen ergebe sich der vorgenannte Bedarf 
von Fr. 2'618.– während der Maurer- und Bauzeichnerlehre (Plädoyer RA Bianchi, 
act. III/53 S. 7 ff.). An diesem Betrag hielt der Berufungskläger auch in der 
Berufungsbegründung fest (act. 08 S. 6 f.).

c) Beim Mündigenunterhalt ist der massgebliche Bedarf praxisgemäss nicht 
anhand der Zürcher Richtlinien zu berechnen. Er ergibt sich für alle beteiligten 
Personen (Eltern und Kind) aus dem Notbedarf gemäss den 
betreibungsrechtlichen Richtlinien, welcher um gewisse Beträge (z.B. die laufende 
Steuerlast) zu erweitern und – auf jeden Fall bei den verpflichteten Eltern – um 20 
% zu erhöhen ist (Urteil der Zivilkammer des Kantonsgerichts Graubünden ZF 05 
47 vom 21. November 2005, E. 3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 
5C.150/2005 vom 11. Oktober 2005, E. 3). Im fraglichen Zeitraum lebte der 
Berufungskläger zunächst im Haushalt der (wieder verheirateten) Mutter 
(Prozesseingabe, act. II/2 S. 7) und ab November 2007 mit seiner Freundin G. in 
einer separaten Wohnung im (stief-)elterlichen Haus (Prozessantwort, act. II/3 S. 5 
und Zeugenaussage G., act. VI/1). Entsprechend kann ihm für die ganze Zeit die 
Hälfte des Grundbetrages für ein Ehepaar angerechnet werden (vgl. Urteil der 
Zivilkammer des Kantonsgerichts Graubünden ZF 05 47 vom 21. November 2005, 
E. 3.c/cc; BGE 130 III 765 E. 2.4 S. 767 f.). Dieser betrug gemäss den im 
fraglichen Zeitraum geltenden Ansätzen Fr. 1'550.–, sodass sich für den 
Berufungskläger ein anrechenbarer Grundbetrag von Fr. 775.– ergibt. Was den 
Mietzins betrifft, so sind die vom Berufungskläger geltend gemachten Kosten von 
Fr. 600.– ausgewiesen (act. III/37). Dasselbe gilt für die im Jahr 2008 zu 
bezahlenden Krankenkassenprämien (Grundversicherung) von Fr. 115.60 (act. 
III/38). Steuern hatte der Berufungskläger gemäss der definitiven 
Veranlagungsverfügung 2007 (act. III/36) im fraglichen Zeitraum dagegen keine zu 
bezahlen. Für die Zeit der Bauzeichnerlehre nicht belegt sind sodann die geltend 

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gemachten Ausbildungskosten von Fr. 335.– pro Monat. Aufgrund der allgemeinen 
Lebenserfahrung kann dem Berufungskläger unter diesem Titel maximal ein 
Betrag von Fr. 100.– pro Monat – wie vom früheren Rechtsvertreter vorprozessual 
noch geltend gemacht (act. IV/16) – zugestanden werden. Insgesamt ist somit für 
die Dauer der Bauzeichnerlehre von einem Bedarf von Fr. 1’600.– auszugehen. 
Selbst unter Berücksichtigung eines Zuschlags von 20 % (vgl. dazu nachstehende 
E. 9.c/bb), beläuft sich der anrechenbare Bedarf auf maximal Fr. 1’920.– pro 
Monat.

Diesem Betrag sind die eigenen Einkünfte des Berufungsklägers im fraglichen 
Zeitraum gegenüberzustellen. Massgebend ist nicht das durchschnittliche 
Einkommen des Jahres 2007, sondern der im vierten Lehrjahr erzielte Nettolohn. 
In den Akten befinden sich die Lohnabrechnungen sowie der Lohnausweis des 
Lehrbetriebs für das Jahr 2008, aus welchen – unter Einbezug des 13. 
Monatslohnes – ein Nettolohn von rund Fr. 1'300.– hervorgeht. Von diesem Betrag 
kann nach der allgemeinen Lebenserfahrung auch für den Rest des Lehrjahres 
(August bis Dezember 2007) ausgegangen werden. Entgegen der zumindest im 
vorinstanzlichen Verfahren noch vertretenen Auffassung des klägerischen 
Rechtsvertreters (vgl. Prozesseingabe, act. II/2 S 11 und Plädoyer RA Bianchi, 
act. III/53 S. 14 mit Verweis auf eine den Unmündigenunterhalt betreffende 
Zitatstelle) ist das Lehrlingseinkommen nach Eintritt der Mündigkeit voll in die 
Bedarfsrechnung aufzunehmen (Stephan Wullschleger, FamKomm Scheidung, 
Bern 2005, Art. 285 N. 53 m.w.H.). Angerechnet werden dem Berufungskläger 
zudem die gesetzlichen Ausbildungszulagen von damals Fr. 220.– pro Monat, 
welche der Berufungsbeklagte unbestritten bezogen hat. Sie sind gemäss Art. 285 
Abs. 2 ZGB eine für den Unterhalt des Berufungsklägers bestimmte Leistung und 
deshalb zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag an diesen weiterzuleiten. Entgegen den 
Ausführungen in der Prozesseingabe (act. II/2 S. 8) vermindert sich im Umfang 
der Ausbildungszulagen der durch die elterlichen Unterhaltsleistungen zu 
deckende Bedarf des Berufungsklägers, weshalb sie praxisgemäss bei seinen 
Einkünften zu berücksichtigen sind (vgl. Wullschleger, a.a.O., Art. 285 N. 72).

d) Nach den obenstehenden Erwägungen resultiert beim Berufungskläger – 
selbst unter Einbezug eines Zuschlages von 20 % – ein Fehlbetrag von maximal 
Fr. 400.–, welcher durch die zugesprochenen Unterhaltsbeiträge von Fr. 840.– 
bzw. Fr. 875.– mehr als gedeckt wird. Entsprechend besteht kein Grund für die mit 
der Berufung erneut beantragte Erhöhung derselben auf Fr. 900.– während der 
Zeit vom 1. August 2007 bis am 31. Juli 2008. Die Berufung wird deshalb in 
diesem Punkt abgewiesen.

Seite  12 — 31

e) Die Vorinstanz brachte von den auf Fr. 840.– bzw. auf Fr. 875.– 
festgesetzten Unterhaltsbeiträgen die bereits geleisteten Zahlungen des 
Berufungsbeklagten in der Höhe von monatlich Fr. 700.– in Abzug. Dabei stellte 
sie ausschliesslich auf die vom Berufungskläger mit der Prozesseingabe 
eingelegten Gutschriftsanzeigen (act. III/10-12) ab. Durch Einlage der Auszüge 
aus seinem Postquittungsbuch (act. IV/13) erbrachte der Berufungsbeklagte 
jedoch den Nachweis, dass er auch für die Monate April und Juli 2008 eine 
Zahlung von Fr. 700.– getätigt hatte (vgl. dazu Prozessantwort, act. II/3 S. 3). 
Damit erweist sich die Anschlussberufung, mit welcher allerdings nur für den 
Monat April 2008 eine Korrektur verlangt wird, als begründet.

5.a) Strittig ist sodann die Unterhaltspflicht des Berufungsbeklagten für die Zeit 
ab dem 1. August 2009, d.h. dem Beginn der Zusatzlehre als Maurer, welche der 
Berufungskläger zur Erfüllung der Zulassungsbedingungen für den 
Bauführerlehrgang an der Schweizerischen Bauschule Aarau absolviert. Der 
Berufungskläger macht geltend, dass es sich bei dem von ihm seit mehreren 
Jahren angestrebten und realistischen Ausbildungsziel des Bauführers um eine 
angemessene und voll unterhaltsberechtigte Ausbildung handle. Dabei entspreche 
es dem herkömmlichen und von der Schweizerischen Bauschule Aarau 
empfohlenen Werdegang, dass im Anschluss an eine Bauzeichnerlehre eine 
zweijährige Zusatzlehre als Maurer zur Erweiterung und Vertiefung der 
Grundausbildung absolviert werde, bevor man die eigentliche 
Bauführerausbildung in Angriff nehme. Demgemäss könne es nicht angehen, 
wenn die Vorinstanz diese Zusatzlehre und damit diesen in der Praxis üblichen 
Ausbildungsweg als unangemessen qualifiziere (act. 08 S. 5 und S. 10 f.).

Der Berufungsbeklagte stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass der 
Berufungskläger mit Erlangung seines Bauzeichnerdiploms über eine 
abgeschlossene Ausbildung verfüge und damit wirtschaftlich selbständig sei. 
Mündigenunterhalt setze zudem voraus, dass der Ausbildungsplan zumindest in 
den Grundzügen bereits vor der Mündigkeit angelegt sei. Es sei nie die Rede 
davon gewesen, dass der Berufungskläger später Polier werden wolle. 
Bezeichnenderweise habe er sich zur weiteren Ausbildung erst sehr spät, mit 
Sicherheit nach seiner Mündigkeit entschlossen, was auch der Umstand beweise, 
dass er ein Zwischenjahr einschalten musste. Mit anderen Worten habe der 
Berufungskläger seinen künstlich präsentierten Ausbildungsplan nicht einmal in 
den Grundzügen vor der Mündigkeit geschmiedet, weshalb der Gutheissung der 
Klage ein weiteres Hindernis im Weg stehe (act. 16 S. 3 ff.).

Seite  13 — 31

b) Nach Art. 277 Abs. 2 ZGB ist der Mündigenunterhalt unter zwei 
Voraussetzungen geschuldet: Erstens wenn das Kind bei Mündigkeit noch keine 
angemessen Ausbildung besitzt und zweitens wenn es den Eltern nach den 
gesamten Umständen zugemutet werden kann. Im vorliegenden Fall stellt sich die 
Frage, ob die Lehre als Bauzeichner eine „angemessene Ausbildung“ gemäss 
Gesetz darstellt oder ob die Eltern für weitere Ausbildungen des Berufungsklägers 
aufkommen müssen. Als angemessen wird eine Ausbildung erachtet, die es einem 
Kind im Rahmen seiner Fähigkeiten und Neigungen erlaubt, seinen 
Lebensunterhalt zu verdienen und wirtschaftlich selbständig zu werden (Forni, 
a.a.O., S. 435; Wullschleger, a.a.O., Allg. Bem. zu Art. 276–293 N. 24). Es hängt 
von den Umständen ab, ob darin Zweit- und Zusatzausbildungen eingeschlossen 
sind, insbesondere von den getroffenen Absprachen, der Zumutbarkeit, aber auch 
vom konkreten Ausbildungsgang (Breitschmid, a.a.O., Art. 277 N. 12). Eine ganze 
Reihe von Berufen baut auf einer Grund- oder Erstausbildung in einem 
vorbereitenden Stadium auf. Bei diesen Berufen überdauert die 
berufsentscheidende Ausbildung regelmässig das Mündigkeitsalter oder setzt 
sogar erst in diesem Zeitpunkt ein. Dies trifft auf die akademischen Berufe zu, die 
eine bestandene Maturitätsprüfung voraussetzen. Die Maturität schliesst die 
Ausbildung grundsätzlich nicht ab, sondern leitet eine weitere Ausbildungsstufe 
auf höherem Niveau ein. Das Bundesgericht anerkannte dies indessen auch im 
Falle eines Kindes, das nach der Beendigung einer kaufmännischen Lehre eine 
Hotelfachschule besuchte (BGE 107 II 465 E. 6.c S. 476 ff.; Forni, a.a.O., S. 433 
f.). Die Voraussetzung ist ebenfalls erfüllt, wenn die Lehre als Damenschneiderin 
durch die Ausbildung als Mode-Stylistin an der Kunstgewerbeschule vertieft wird 
(AGVE 1986 Nr. 3 E. 2.c S. 31 f.). Aus der neueren Praxis des Bundesgerichts 
lassen sich zwei weitere Beispiele anführen. Im Urteil 5C.249/2006 vom 8. 
Dezember 2006 entschied das Bundesgericht, dass die Absolvierung der 
Sekundar- und der Handelsmittelschule sowie das einjährige Praktikum und das 
Bestehen der kaufmännischen Berufsmatura keinen Ausbildungsabschluss bilden, 
sondern dass die Berufsmatura erst die erforderliche Grundlage für eine 
weiterführende – normalerweise universitäre – Ausbildung darstelle (E. 3.2.3). 
Auch ein Ingenieurstudium nach vierjähriger Lehre als Polymechaniker und 
Erlangen der Berufsmaturität anerkannte das Bundesgericht als 
unterhaltsberechtigten Ausbildungsgang (Urteil des Bundesgerichts 5A_266/2007 
vom 3. September 2007, E. 3.1.1). Die Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden äusserte sich zu dieser Thematik im Urteil ZF 04 75 vom 1. Februar 
2005. Sie entschied, dass der Besuch der Berufsmittelschule nach Abschluss der 
kaufmännischen Ausbildung als angemessene Ausbildung anzusehen sei 

Seite  14 — 31

(E. 3.b/bb). Falls das Kind hingegen bereits erwerbstätig war, so gilt die 
Vermutung, dass eine allfällige Ausbildung eine selbst zu finanzierende 
Weiterbildung bzw. einen Berufswechsel darstellt (Breitschmid, a.a.O, Art. 277 N. 
12). Ein Anspruch auf Unterhalt über die Mündigkeit hinaus besteht nur dann, 
wenn der Ausbildungsplan zumindest in seinen Grundzügen bereits vor der 
Mündigkeit angelegt ist. Das Gericht hat jene berufliche Ausbildung zu beurteilen, 
welche vor der Mündigkeit ins Auge gefasst wurde und nicht den allgemeinen 
Ausbildungsstand des Kindes. Allerdings lässt sich heute kaum im Alter von 17/18 
Jahren abschliessend planen, was zukünftig an Zusatz-/Begleitausbildungen nötig 
werden wird. Deshalb versteht sich der „Ausbildungsplan“ als Grundkonzept und 
nicht als in allen Details durchdachtes Handbuch. Innerhalb dieses Grundkonzepts 
sind Änderungen möglich. Obwohl der Ausbildungsplan grundsätzlich in seinen 
Grundzügen bereits vor der Mündigkeit feststehen muss, dürfen erst nach der 
Pubertät erkennbare Fähigkeitsprofile nicht einfach ausgeblendet werden. 
Ebenfalls ist die erst nach einem (vorübergehenden) Leistungseinbruch 
eingetretene Leistungsbereitschaft förderungswürdig (Alexandra Rumo-Jungo, 
Unterhalt für mündige Kinder: aktuelle Fragen, recht 2010 S. 70 und 77). 
Schliesslich gilt festzuhalten, dass der Unterhaltsanspruchs des mündigen Kindes 
durch keine feste Alterslimite begrenzt ist (BGE 117 II 127 E. 3.b S. 129; 114 II 
205 E. 3.b S. 208).

c) Tendenziell lässt sich festhalten, dass der Kreis der unterhaltsberechtigten 
Ausbildungsgänge in neuerer Zeit eher weiter gefasst wurde und insbesondere ein 
Lehrabschluss nicht generell als angemessene Ausbildung gelten kann, welche 
einen Unterhaltsanspruch während der darauf folgenden weiterführenden 
Berufsausbildung von vornherein ausschliessen würde. Soweit der Lehrabschluss 
Teil eines Ausbildungskonzeptes bildet, das den erkennbaren Fähigkeiten und 
Neigungen des Kindes wie auch dem sozialen Stand und den finanziellen 
Möglichkeiten der Eltern entspricht, und die für das Erreichen des eigentlichen 
Berufsziels erforderliche weitere Ausbildung nicht selbst finanziert werden kann, 
wird ein Andauern der elterlichen Unterhaltspflicht heute befürwortet. Die von der 
Vorinstanz offen gelassene Frage, ob die Ausbildung zum Bauführer nach dem 
Abschluss der Bauzeichnerlehre noch zur angemessenen Ausbildung im Sinne 
von Art. 277 Abs. 2 ZGB gehört, ist daher dem Grundsatz nach zu bejahen. So 
entspricht es dem herkömmlichen Werdegang, dass im Anschluss an eine 
Bauzeichnerlehre eine zweijährige Zusatzlehre als Maurer zur Erweiterung und 
Vertiefung der Grundausbildung absolviert wird, bevor man die eigentliche 
Bauführerausbildung in Angriff nimmt. Bezeichnenderweise wird dieser berufliche 

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Werdegang explizit im Rahmen eines Aufsatzes von Albert Guler als Beispiel einer 
voll unterhaltsberechtigten Ausbildung genannt (Unterhalt und Volljährigkeit 
(2004), <http://www.alimente.ch/pdf/Unterhalt-und_Volljaehrigkeit.pdf>, Ziff. 4.3). 
Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur führte der 
Berufungskläger aus, dass er schon seit seinem ersten Lehrjahr als Zeichner 
Bauführer werden wollte. Selbst wenn dies nicht der Wahrheit entspricht und er 
sich erst später für die weiterführende Berufsausbildung entschied, liegt ein 
schlüssiges Ausbildungskonzept ohne Unterbruch vor. Somit ist das Gebot der 
Ausbildungskontinuität erfüllt. Es spielt keine Rolle, dass der Berufungskläger dem 
Berufungsbeklagten seinen Ausbildungsplan erst gegen Ende seiner Lehrezeit 
kommuniziert hat. Eine ungerechtfertigte Verweigerung des Zusammenwirkens 
wäre bei der persönlichen Zumutbarkeit zu berücksichtigen (Breitschmid, a.a.O., 
Art. 277 N. 9; vgl. unten E. 6.a).

d) Der Vorinstanz ist allerdings darin beizustimmen, dass sich die Frage des 
Fehlens einer angemessenen Ausbildung nicht absolut beantworten lässt. Es 
hängt davon ab, in welchem Umfang dem Berufungskläger die selbständige 
Finanzierung der weiteren Ausbildung möglich und zumutbar ist, wobei wiederum 
die Leistungsfähigkeit der Eltern eine Rolle spielt. Insofern besteht eine gewisse 
Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Voraussetzungen des 
Mündigenunterhalts. Dies führt dazu, dass über Bestand und Umfang der 
Unterhaltspflicht nicht ohne umfassende Abklärung der wirtschaftlichen 
Verhältnisse aller Beteiligten entschieden werden kann. Vorliegend ist die 
Vorinstanz auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern überhaupt nicht 
eingegangen, obwohl hauptsächlich zu diesem Punkt ein umfangreiches 
Beweisverfahren durchgeführt wurde. Zu Recht wird in der Berufung daher gerügt, 
dass die Vorinstanz ein wesentliches Kriterium zur Bemessung des 
Mündigenunterhalts nicht gewürdigt hat.

6.a) Was die Zumutbarkeit aufgrund der persönlichen Umstände anbelangt, 
schliesst sich das Kantonsgericht der Beurteilung der Vorinstanz an (vgl. 
angefochtenes Urteil S. 15 f.) Es herrscht Funkstille zwischen Vater und Sohn. 
Eine Kommunikation findet nur über ihre Rechtsvertreter statt. Anders als in den 
von der Vorinstanz zitierten Präjudizien, in denen das Bundesgericht die 
Unterhaltsleistung zufolge einer schuldhaften und schweren Pflichtverletzung des 
Kindes als unzumutbar erachtete, ging dem vorliegenden Unterhaltsstreit aber 
weder eine langjährige noch eine auf den Scheidungskonflikt zurückgehende 
Kontaktverweigerung des Sohnes voraus. Vielmehr war das gegenseitige 
Verhältnis nach übereinstimmenden Angaben bis im Jahr 2006 gut. Aus welchem 

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Grund sich das Verhältnis verschlechterte, konnte im vorliegenden Verfahren nicht 
eindeutig geklärt werden. Die hierzu als Zeugin einvernommene Schwester des 
Berufungsklägers, B., nannte als Auslöser des Konflikts einen Disput zwischen 
den beiden, weil der Vater ihren Bruder nicht habe abholen können. Sie meinte, 
dass beide etwas stur seien. In der Folge bestätigte sie den vom Berufungskläger 
zurückgewiesenen Versuch des Vaters, an ihrer Hochzeit Frieden zu schliessen. 
Aus ihren weiteren Aussagen geht indessen hervor, dass dieser Vorfall zeitlich 
bereits mit der Auseinandersetzung um die Unterhaltsleistungen (ausgelöst durch 
die Einstellung der Zahlungen im August 2007) zusammenfiel. Unter diesen 
Umständen kann die Haltung des Berufungsklägers nicht mehr als objektiv 
schwere und subjektiv unentschuldbare Pflichtverletzung qualifiziert werden, 
welche eine Verweigerung von Unterhaltsleistungen rechtfertigen würde. Dies gilt 
umso mehr, als in der neueren Lehre ohnehin eine Abkehr „vom 
Verschuldensprinzip“ bei der Prüfung der persönlichen Zumutbarkeit postuliert 
wird (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 75 f.).

b) Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass der Berufungsbeklagte 
auch aus dem (von der Vorinstanz nicht behandelten) Vorfall rund um den Erwerb 
eines Fernsehers und einer Home Cinema Anlage (vgl. Prozessantwort, act. II/3 
S. 9 und Berufungsantwort S. 5) nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 
Angeblich unterliess der Berufungskläger die Zahlung dieser Geräte, welche er 
dank den Geschäftsbeziehungen seines Vaters vergünstigt beziehen konnte. 
Einerseits spricht die Zeugenaussage der Freundin des Berufungsklägers, G., klar 
gegen die Version des Berufungsbeklagten. Anderseits datieren die Rechnung 
und die Mahnung des Geschäfts (act. IV/34 und IV/35) für den im Mai 2006 
erfolgten Bezug erst vom Herbst 2007. Somit konnte der Vorfall nicht Anlass für 
die Verschlechterung der persönlichen Beziehungen bilden.

7.a) Neben der persönlichen Zumutbarkeit muss die Bezahlung des 
Mündigenunterhalts für die Eltern auch wirtschaftlich möglich sein. Der 
Berufungskläger beziffert die Leistungsfähigkeit des Berufungsbeklagten 
ausgehend von einem Nettoeinkommen von Fr. 10'000.– und einem 
anrechenbaren persönlichen Bedarf von Fr. 3'570.– (bzw. mit den aktuellen 
betreibungsrechtlichen Grundbeträgen von Fr. 3'720.–) auf Fr. 6'430.– bzw. Fr. 
6'280.– (Berufungsbegründung S. 13 ff.). Demgegenüber beruft sich der 
Berufungsbeklagte unter Hinweis auf sein Einkommen von netto Fr. 8'200.– und 
einem Bedarf (unter Einschluss der neuen Familienlasten und einem Autoleasing) 
von Fr. 8'234.– bzw. Fr. 8'760.– auf seine fehlende Leistungsfähigkeit 
(Berufungsantwort S. 12 f.).

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b) Die Differenzen auf der Einkommensseite erklären sich durch die 
unterschiedliche Behandlung der Pauschalspesen und die Anrechnung eines 
Nebenerwerbs als Zeitungsausträger. Letztere Tätigkeit hat der 
Berufungsbeklagte im Oktober 2008 nachweislich aus gesundheitlichen Gründen 
(Herzinfarkt) eingestellt (act. IV/25, IV/57 und IV/58). Eine Verpflichtung zur 
Wiederaufnahme einer Nebenerwerbstätigkeit besteht bei den gegebenen 
Verhältnissen nicht. Aus seiner Anstellung als Filialleiter bei der H. bezog der 
Berufungsbeklagte gemäss Steuererklärungen bzw. Lohnausweisen (act. IV/23, 
IV/54, IV/55, IV/56 und IV/59) in den Jahren 2006–2008 einen 
(provisionsabhängigen) Nettolohn von Fr. 103'119.–, Fr. 115'255.– und Fr. 
98'664.–, was einem durchschnittlichen Monatslohn von Fr. 8'800.– entspricht. 
Klammert man die für den Berufungskläger bezogenen Ausbildungszulagen von 
damals Fr. 220.– aus, resultiert ein massgebliches Nettoeinkommen von knapp Fr. 
8'600.–. Zusätzlich zu diesem Betrag werden ihm Pauschalspesen 
(Repräsentation, Auto und Verpflegung) von total Fr. 1'100.– pro Monat (act. 
IV/53) ausgerichtet. Über nennenswertes Vermögen verfügt der Berufungskläger 
gemäss Steuererklärung 2007 (act. IV/23) nicht.

c) Auf der Bedarfsseite fällt die unterschiedliche Behandlung der neuen 
Familienlasten ins Gewicht. Der Berufungsbeklagte wurde im November 2000 
nochmals Vater einer Tochter und ist seit dem Jahre 2002 wieder verheiratet. 
Seine Frau erzielte bis im Jahre 2007 als Geschäftsführerin einer (im Januar 2008 
verkauften) gemeinsamen GmbH ein Einkommen von ca. Fr. 1'500.– monatlich 
(act. IV/23, IV/27, IV/29, IV/46, IV/47, IV/48). Sie hat zwei Töchter, geb. 1989 und 
1991, in die Ehe eingebracht, welche beide im Haushalt des Berufungsbeklagten 
leben und deren Ausbildung bis im Jahre 2009 bzw. 2011 dauerte bzw. noch 
dauern wird (act. IV/17 und IV/22). Die ältere Tochter wurde im April 2007 selbst 
Mutter eines Kindes (act. IV/21), welches bis zum Lehrabschluss der Tochter 
durch die Ehefrau des Berufungsbeklagten betreut wurde.

d) Vorrangig zur Unterhaltspflicht gegenüber dem erwachsenen 
Berufungskläger hat der Berufungsbeklagte für den Unterhalt von Ehefrau und 
unmündigem Kind aufzukommen (vgl. Rumo-Jungo, a.a.O., S. 73). Deren Bedarf 
ist beim Berufungsbeklagten daher voll zu berücksichtigen. Der Unterhalt der 
älteren Stieftochter und deren Kindes war dagegen durch Alimente (act. IV/18 und 
IV/21) und Lehrlingslohn (act. IV/17) gedeckt. Seit Beendigung der Lehre ist sie 
ohnehin selbst für den Unterhalt zuständig. Für den Unterhalt der jüngeren 
Stieftochter wiederum musste in der Vergangenheit mangels ausreichender 
Alimentenzahlungen (Zeugenaussage I., act. VI/2) der Berufungsbeklagte 

Seite  18 — 31

aufkommen. Dies wird bis zu deren Lehrabschluss (voraussichtlich im Sommer 
2011) auch so bleiben, wobei allerdings ab Erreichen der Mündigkeit (Juli 2009) 
ein ihrem Lehrlingslohn angemessener Betrag an die Lebenskosten zu 
berücksichtigen ist. Mit den seit Oktober 2009 geltenden Ansätzen für die 
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums ergibt sich für den 
Berufungsbeklagten demnach folgende Bedarfsberechnung:

Grundbetrag Ehepaar Fr. 1'700.–
Grundbetrag Tochter Fr. 400.–
Grundbetrag Stieftochter Fr. 850.–
./. Lebenskostenbeitrag mind. Fr. 600.– act. IV/22
Wohnkosten Fr. 1’900.– act. IV/30-33
Krankenkassenprämien Fr. 610.– act. IV/39
Steuern Fr. 1'060.– act. IV/61
Zuschlag von 20 % Fr. 1'184.–
Total Fr. 7'104.–

Dieser Betrag wird sich mit Vollendung des 10. Altersjahres der Tochter im 
November 2010 kurzfristig etwas erhöhen, was indessen durch den Wegfall der 
Unterhaltsleistungen für die Stieftochter im Sommer 2011 wieder kompensiert 
wird. Die geltend gemachten Autokosten wie auch sonstige Berufsauslagen haben 
bei der Bedarfsberechnung sodann ausser Betracht zu bleiben, da diese Kosten 
aus den grosszügig bemessenen Pauschalspesen zu bestreiten sind. Selbst ohne 
Anrechnung dieser Spesen verbleibt dem Berufungsbeklagten demnach ein 
Überschuss von knapp Fr. 1'500.–, sodass die Leistungsfähigkeit im Umfang der 
eingeklagten Unterhaltsbeiträge klar gegeben wäre. Auf die Frage, ob seiner 
Ehefrau die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit zwecks Mitfinanzierung des 
ehelichen Haushaltes zumutbar wäre, braucht daher nicht eingegangen zu 
werden.

8.a) Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Mutter bildeten Gegen-
stand zahlreicher Beweisabnahmen (Editionen, Zeugeneinvernahmen) und gaben 
dem beklagtischen Rechtsvertreter sogar Anlass zu einem Beschwerdeverfahren 
gegen die (weitere Editionen abweisende) Beweisverfügung. Von Relevanz sind 
diese Beweisabnahmen insofern, als die Eltern im Verhältnis zu ihrer 
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gleichermassen für den Unterhalt ihrer (auch 
mündigen) Kinder aufzukommen haben. Falls sich die Unterhaltsklage nur gegen 
einen Elternteil richtet, so ist zu beachten, dass dieser im Verhältnis zu seiner 
finanziellen Leistungsfähigkeit nicht stärker beansprucht wird als der andere 

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Elternteil (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 72 m.w.H.). Entsprechend hat sich der 
Berufungsbeklagte sowohl im vorinstanzlichen Verfahren (Prozessantwort, act. II/3 
S. 8 und Plädoyer RA Quinter, act. IV/70 S. 7) als auch im Berufungsverfahren 
(Berufungsantwort S. 10) stets auf den Standpunkt gestellt, dass auch die Mutter 
des Berufungsklägers (die ihm keine Naturalleistungen mehr erbringt) 
leistungsfähig wäre und kein Grund bestehe, ihn allein mit dem Mündigenunterhalt 
zu belasten.

b) Unbestritten ist, dass die (ebenfalls wieder verheiratete) Mutter des 
Berufungsklägers seit dem Jahre 2002 – abgesehen von einer vorübergehenden, 
bloss unregelmässigen Tätigkeit als Kinderbetreuerin, wofür sie in der Zeit ab 
Frühjahr 2007 bis September 2008 monatlich zwischen Fr. 200.– und Fr. 500.– 
erhielt (Zeugeneinvernahme J., act. VI/6; Edition X., act. V/1) – nicht mehr 
erwerbstätig gewesen ist. Ihr einziges Einkommen besteht im hälftigen Anteil an 
den Einnahmen aus der Vermietung eines im Miteigentum der Eheleute 
stehenden Magazins (act. III/22 / Beiblatt Liegenschaften) und – in der 
Steuererklärung 2007 noch nicht erfasst – der vom Kläger und dessen Freundin 
belegten Wohnung. Diese Einnahmen belaufen sich auf monatlich Fr. 200.– für 
das Magazin und Fr. 1'200.– für die Wohnung. Ansonsten wird sie von ihrem 
Ehemann, der im Jahr 2007 ein Nettoeinkommen von Fr. 107'944.– erzielt hat 
(act. III/22 / Hauptformular), unterstützt. Kinder sind aus der neuen Ehe offenbar 
keine hervorgegangen.

c) Der Berufungskläger macht geltend, dass die Unterhaltspflicht des 
Berufungsbeklagten der Beistandspflicht des Stiefvaters vorgehe und die 
Leistungsfähigkeit seiner Mutter deshalb unabhängig von dessen Einkommen, 
allein aufgrund des ihr möglichen hypothetischen Einkommens zu bestimmen sei. 
Letzteres reiche keinesfalls aus, um ihren Bedarf von Fr. 2'845.– bzw. mit dem 
Zuschlag von 20 % Fr. 3'414.– (Fr. 2'920.– und Fr. 3'504.– mit den neuen 
Ansätzen) zu decken (Prozesseingabe, act. II/2 S. 9 ff.; Plädoyer RA Bianchi, act. 
III/53 S. 12 f. und Berufungsbegründung S. 16 ff.). Diese Argumentation ist 
insofern widersprüchlich, als der Berufungskläger bei der Bedarfsberechnung auf 
die ehelichen Verhältnisse abstellt (und der Mutter ohne Berücksichtigung der 
unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der Ehegatten die Hälfte des Bedarfs 
anrechnet), auf der Einkommensseite aber die aus der Ehe gezogenen Vorteile, 
d.h. die gegenüber ihrem Ehemann bestehenden Ansprüche (Art. 163 f. und 278 
Abs. 2 ZGB), ausgeklammert werden. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des 
Stiefvaters unberücksichtigt bleiben sollen, wäre auch die Bedarfsberechnung 
abstrakt – wie wenn die Mutter sich nicht wieder verheiratet hätte – vorzunehmen. 

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Zudem ist dem Berufungsbeklagten darin beizustimmen, dass der Mutter in 
Anbetracht ihres zuletzt erzielten Lohnes als Verkäuferin (gemäss act. III/29 brutto 
Fr. 52'000.– im Jahre 2001) durchaus ein hypothetisches Einkommen in der 
Grössenordnung von Fr. 4'500.– (Vollpensum) anzurechnen wäre.

d) Die Subsidiarität der Beistandspflicht des Stiefelternteils gegenüber der 
Unterhaltspflicht der leiblichen Eltern bedeutet nicht, dass die finanziellen 
Verhältnisse desselben völlig ausser Betracht zu bleiben hätten. Zwar kann die 
Leistungsfähigkeit des Stiefvaters nicht dazu führen, dass der von der Mutter 
geschuldete Unterhaltsbeitrag höher festgesetzt wird als ohne die neue Heirat. 
Insofern bleibt also die vorstehend behandelte hypothetische Leistungsfähigkeit 
der Mutter relevant. Der Stiefvater ist jedoch verpflichtet, der Mutter die Erfüllung 
ihrer Unterhaltspflichten zu ermöglichen, sei dies durch eine Entlastung von den 
Haushaltspflichten, welche ihr die Erzielung des notwendigen Einkommens 
ermöglicht, oder durch die Bereitstellung der entsprechenden Mittel, soweit die 
finanziellen Verhältnisse dies in Abwägung der allseitigen Bedürfnisse und 
Möglichkeiten erlauben (Urteil des Bundesgerichts 5C.82/2004 vom 14. Juli 2004, 
E. 3.2; vgl. auch Rumo-Jungo, a.a.O., S. 72 und Breitschmid, a.a.O., Art. 278 N. 4 
ff. mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend verfügt der Haushalt der Eheleute X. 
über ein monatliches Einkommen von rund Fr. 10'400.– (Lohn Ehemann rund Fr. 
9'000.–, Mieteinahmen Magazin und Wohnung des Berufungsklägers Fr. 200.– 
und Fr. 1'200.–). Der Bedarf des Ehepaars lässt sich aufgrund der Angaben in der 
Steuererklärung 2007 (act. III/22) auf rund Fr. 7’000.– (Grundbetrag Ehepaar Fr. 
1'700.–, Wohnkosten Fr. 3'400.–, Krankenkassenprämien Fr. 520.–, 
Berufsauslagen Fr. 535.–, Steuern Fr. 900.–) bzw. mit dem 20%igen Zuschlag auf 
Fr. 8'400.– beziffern. Auch unter diesem Aspekt ist darum die Leistungsfähigkeit 
der Mutter zu bejahen, was bei der Festsetzung des vom Berufungsbeklagten zu 
leistenden Unterhaltsbeitrages gebührend zu berücksichtigen sein wird.

9.a) Zu prüfen bleibt die eigene Leistungsfähigkeit des Berufungsklägers. Die 
Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang von einem absoluten Vorrang der 
Eigenverantwortung des Kindes ausgegangen. Mit der Überlegung, das mündige 
Kind habe – soweit mit der laufenden Ausbildung vereinbar – alle Möglichkeiten 
auszuschöpfen, um den Unterhalt selbst zu bestreiten, gelangte sie zum Schluss, 
dass der Berufungskläger die Zulassungsbedingungen für die Bauführerschule 
statt mit einer Zusatzlehre als Maurer auch mit einer einjährigen Anstellung als 
Bauarbeiter ohne Fachkenntnisse (mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 
mindestens Fr. 4'393.–) erfüllen könnte. Bei einem berufsbegleitenden Besuch der 
Bauführerschule sei ihm ausserdem die Weiterführung einer Erwerbstätigkeit im 

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Umfang von 80 % zumutbar, womit er als Bauzeichner mindestens Fr. 3'200.– 
bzw. als Bauarbeiter mindestens Fr. 3’514.40 brutto pro Monat verdienen würde. 
Damit sei er in der Lage, seinen Bedarf einschliesslich der Schulkosten 
selbständig zu finanzieren, weshalb dem Berufungsbeklagten weitergehende 
Unterhaltszahlungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht zugemutet werden 
könnten (angefochtenes Urteil S. 16 ff.).

b) Es trifft zu, dass das Bundesgericht in seiner neueren Rechtsprechung 
verschiedentlich festgehalten hat, dass die Eigenverantwortung unabhängig von 
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern bestehe (Urteil des 
Bundesgerichts 5A_266/2007 vom 3. September 2007, E. 3.1.2 sowie Urteil des 
Bundesgerichts 5C.150/2005 vom 11. Oktober 2005, E. 4.4.1 m.w.H.). Auf der 
anderen Seite wird in Lehre und Rechtsprechung stets betont, dass bei der 
Bestimmung der Unterhaltspflicht der Eltern gegenüber dem mündigen Kind, 
welches sich noch in Ausbildung befindet, ein gerechter Ausgleich gefunden 
werden muss zwischen dem Beitrag, der unter Berücksichtigung aller Umstände 
von den Eltern erwartet werden darf, und dem Beitrag, welcher dem Kind in Form 
von Arbeitserwerb oder anderen Mitteln zugemutet werden kann (BGE 111 II 410 
ff.; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 72). Daraus geht hervor, dass auch die 
Eigenversorgungskapazität des Kindes nicht nach einem absoluten Massstab 
beurteilt werden kann, sondern mit dem Kriterium der Zumutbarkeit der 
Eigenleistungen eine Interessenabwägung verlangt wird, in welche auch die 
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Eltern einzubeziehen ist (Urteil der 
Zivilkammer des Kantonsgerichts Graubünden ZF 05 47 vom 21. November 2005, 
E. 3.c/aa). Zu prüfen ist deshalb, ob sich aufgrund der vorliegend gegebenen 
Leistungsfähigkeit der Eltern eine Änderung der vorinstanzlichen Beurteilung 
aufdrängt.

c/aa) Was die Frage der Zusatzlehre betrifft, ist dies nach der Ansicht des 
Kantonsgerichts zu bejahen. Es liegt auf der Hand, dass mit einer zusätzlichen 
Maurerlehre eine bessere Vorbereitung auf die Bauführerausbildung verbunden ist 
als mit der blossen Berufspraxis als Bauarbeiter. Dass sich eine dahingehende 
Empfehlung aus den im Recht liegenden Unterlagen der Schweizerischen 
Bauschule Aarau (act. III/19, III/32 und III/33) nicht ergibt, vermag daran nichts zu 
ändern. Das Absolvieren der Zusatzlehre verbessert ausserdem – wie noch 
aufzuzeigen sein wird – die zukünftige Leistungsfähigkeit des Berufungsklägers, 
sodass er dadurch in die Lage versetzt wird, die anschliessende 
Bauführerausbildung selber zu finanzieren. Als Maurer (gelernter Bau-
Facharbeiter) kann er nämlich ein höheres Einkommen erzielen, als wenn er 

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neben der berufsbegleitenden Ausbildung als Bauzeichner arbeiten würde. 
Gemäss dem Landesmantelvertrag für das Schweizerische Bauhauptgewerbe 
2008-2010 (LMV 2008) vom 14. April 2008 liegt der Minimallohn für gelernte Bau-
Facharbeiter (Lohnklasse Q) bei Fr. 5'449.– pro Monat (Art. 41 Abs. 2 lit. b LMV 
2008 in Verbindung mit Anhang 9). Sein Einkommen als Bauzeichner würde sich 
dagegen im Rahmen des seinerzeit bei der Firma D. Erwirtschafteten bewegen 
(Fr. 4'000.– inkl. 13. Monatslohn; act. III/27). Weiter gilt es zu berücksichtigen, 
dass die Zusatzlehre nur zwei Jahre dauert und er somit während einer relativ 
kurzen Zeit auf weitere Unterhaltsleistungen der Eltern angewiesen ist. Unter 
diesen Umständen kann dem Berufungskläger bei an sich bestehender 
Leistungsfähigkeit der Eltern das Absolvieren der Maurerlehre zugestanden 
werden.

bb) Wie bereits dargelegt (vgl. dazu vorn E. 4.b), macht der Berufungskläger für 
die Dauer der Zusatzlehre – gestützt auf die Zürcher Richtlinien – einen Bedarf 
von Fr. 2'618.– geltend (Berufungsbegründung S. 6 unten). Der massgebliche 
Bedarf ist jedoch anhand einer konkreten, auf den betreibungsrechtlichen 
Richtlinien basierenden Bedarfsberechnung zu bestimmen. Zu berücksichtigen 
sind demnach ein Grundbetrag von Fr. 850.–, Mietkosten von Fr. 600.– und ein 
Betrag von Fr. 200.– für die Krankenkasse, womit dem Berufungskläger nebst den 
Prämien 2009 von Fr. 115.60 (act. III/38) auch ein der allgemeinen 
Lebenserfahrung entsprechender Betrag für die im Rahmen der Jahresfranchise 
von Fr. 2'500.– selbst zu tragenden Gesundheitskosten zugestanden wird (vgl. zur 
Berücksichtigung der Jahresfranchise der Krankenkasse bei der Berechnung des 
Existenzminimums BGE 129 III 242 E. 4.3 S. 245). Für Schul- und Berufskosten 
kann dem Berufungskläger ein Betrag von Fr. 200.– angerechnet werden, zumal 
er anders als während der Bauzeichnerlehre einen Teil des Berufsunterrichts in 
Form von Blockkursen in Sursee zu absolvieren hat, wofür selbst mit öffentlichen 
Verkehrsmitteln Kosten von Fr. 1'525.– (vgl. Berufungsantwort S. 9) anfallen. Nicht 
zu berücksichtigen sind dagegen die Kosten für Sprachkurse, deren Notwendigkeit 
aus den Unterlagen der Bauführerschule nicht hervorgeht. Sein Grundbedarf 
beläuft sich damit auf Fr. 1'850.–. In Anbetracht dessen, dass seine Eltern in 
günstigen Verhältnissen leben und der Unterhalt nur für eine sehr beschränkte 
Zeit geschuldet wird, kann dem Berufungskläger zudem spiegelbildlich zur 
Bedarfsberechnung der Eltern ein Zuschlag von 20 % zugestanden werden (vgl. 
dazu FamPra.ch 6 (2005) S. 985 f.; offen gelassen im Urteil der Zivilkammer des 
Kantonsgerichts Graubünden ZF 05 47 vom 21. November 2005, E. 3.c/cc). Mit 
diesem Zuschlag beläuft sich der anrechenbare Bedarf auf rund Fr. 2'220.–. 

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Diesem Bedarf steht ein Lehrlingslohn von netto ca. Fr. 1'400.– (act. III/45: Fr. 
1'295.– zuzüglich Anteil 13. Monatslohn von Fr. 108.–) im ersten Lehrjahr bzw. 
über Fr. 2'000.– (act. III/28) im zweiten Lehrjahr gegenüber. Unter 
Berücksichtigung der Ausbildungszulagen von aktuell Fr. 270.– verbleibt demnach 
im ersten Lehrjahr ein Manko von Fr. 550.–, welches von den Eltern gemeinsam – 
im Verhältnis zur beidseitigen Leistungsfähigkeit – zu decken ist. Der 
Berufungsbeklagte ist deshalb von August 2009 bis Juli 2010 zu einem 
Unterhaltsbeitrag von Fr. 275.– (zuzüglich Ausbildungszulagen) zu verpflichten.

d/aa) Was die Bauführerausbildung als solche betrifft, besteht für das 
Kantonsgericht kein Zweifel, dass vom Berufungskläger das Absolvieren des 
berufsbegleitenden Lehrgangs erwartet werden darf. Die Gegenargumente in der 
Berufungsbegründung sind einerseits neu und anderseits auch nicht stichhaltig. 
Gemäss dem auf der Homepage der Schule publizierten Jahresbericht, auf den in 
der Berufungsbegründung Bezug genommen wird, wird der berufsbegleitende 
Bauführerlehrgang erst seit dem Frühjahr 2008 angeboten, sodass schon aus 
diesem Grund kein Abschluss eines Bündner Absolventen erfolgt sein kann. Im 
Übrigen ist der Berufungskläger während des gesamten vorinstanzlichen 
Verfahrens selber davon ausgegangen, dass auch mit Wohnsitz in F. ein 
berufsbegleitender Besuch der Bauführerschule möglich ist. Er hat nämlich primär 
die diesbezüglichen Ausbildungsunterlagen eingereicht (act. III/19) und eigens für 
diesen Fall auch eine Kostenzusammenstellung zu den Akten gegeben (act. 
III/34).

bb) Zu prüfen bleibt, welches Arbeitspensum dem Berufungskläger während 
der berufsbegleitenden Bauführerausbildung möglich und zumutbar ist. Während 
die Vorinstanz gestützt auf den Unterrichtsplan der Bauführerschule (act. III/19) 
und die Angaben des Berufungsklägers in seiner Kostenzusammenstellung 
(act. III/34), welche von der Vorinstanz fälschlicherweise als ein Dokument der 
Bauführerschule bezeichnet wurde, von einem Pensum von 80 % ausging, hält 
der Berufungskläger in der Berufungsbegründung (S. 12) maximal ein Pensum 
von 50 % für anrechenbar. Tatsächlich hat die Vorinstanz nicht nur der nötigen 
Vor- und Nachbearbeitung des Unterrichts (samt Prüfungsvorbereitungen) zu 
wenig Rechnung getragen, sondern auch verkannt, dass bei 40 Schulwochen pro 
Jahr (act. III/33 S. 3) die in den unterrichtsfreien Wochen mögliche Mehrarbeit (bei 
80 % ein Tag pro Woche) nicht ausreichen würde, um den Arbeitsausfall während 
des Blockunterrichts und der Projektwoche (acht Wochen pro Schuljahr) zu 
kompensieren. Realistischer dürfte daher ein Arbeitspensum von 60 % sein, 
sodass ein Tag pro Woche für das Selbststudium zur Verfügung steht und eine 

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Kompensation der 24 wegen Blockunterricht bzw. Projektwoche ausgefallenen 
Arbeitstage in der unterrichtsfreien Zeit erfolgen kann. Mit einem derart 
reduzierten Arbeitspensum könnte der Berufungskläger als gelernter Maurer 
(Kategorie Q) ein Einkommen von brutto Fr. 3'270.– erzielen (Art. 41 Abs. 2 lit. b 
LMV 2008 in Verbindung mit Anhang 9; vgl. vorn E. 9.c/aa). Unter 
Berücksichtigung der gesetzlich oder gesamtarbeitsvertraglich in Abzug zu 
bringenden Sozialversicherungsbeiträge ergibt dies einen Nettolohn von rund Fr. 
3'000.– pro Monat. Gemäss Art. 49 LMV 2008 ist sodann der 13. Monatslohn 
zusätzlich geschuldet, sodass von einem erzielbaren Einkommen von Fr. 3'250.– 
pro Monat ausgegangen werden kann. Bis im Juli 2012 würde sich das 
Einkommen noch um die bis zum 25. Altersjahr ausgerichtete Ausbildungszulage 
von Fr. 270.– erhöhen.

cc) Diesem Einkommen ist der Bedarf des Berufungsklägers während der 
Bauführerausbildung gegenüberzustellen. Die Vorinstanz ermittelte hierfür einen 
Betrag von Fr. 2'851.65 (Grundbedarf Fr. 2'000.–, Schulkosten Fr. 851.65). Sie 
reduzierte die Schulkosten nebst dem vom klägerischen Rechtsvertreter anlässlich 
der Hauptverhandlung zugestandenen Abzug der Verpflegungs- und 
Übernachtungskosten (Plädoyer RA Bianchi, act. III/53 S. 8) einzig hinsichtlich der 
Fahrkosten (Bahn statt Auto). Gestützt auf die Zürcher Richtlinien macht der 
Berufungskläger demgegenüber einen monatlichen Unterhaltsbedarf – exklusive 
Schul- und Berufsausbildungskosten – von Fr. 2'045.– geltend (vgl. dazu vorn E. 
4.b). Was die Kosten der Bauführerausbildung betrifft, so wird in der 
Berufungsbegründung bemängelt, dass die Vorinstanz ausser Acht gelassen 
habe, dass es während dem Blockunterricht und den Prüfungen angezeigt sei, 
dass der Berufungskläger im Umfeld der Schule übernachte und sich dort 
verpflege. Es werden erneut Kosten für Mahlzeiten und Übernachtungen von 
gesamthaft rund Fr. 5'500.– geltend gemacht. Dabei handelt es sich offensichtlich 
um einen Teil der Kosten, welche anlässlich der Hauptverhandlung vor dem 
Bezirksgericht Plessur explizit fallen gelassen wurden. Der Berufungskläger führt 
aus, dass unter Würdigung des Stundenplans pro Semester ca. 8–10 
Übernachtungen anfallen würden. Pro Übernachtung inkl. Frühstück seien rund Fr. 
55.– zu veranschlagen. Falls man davon ausgehe, dass im Zuge des 
Blockunterrichts bzw. der Prüfungen pro Tag zwei auswärtige Verpflegungen 
(Mittag- und Abendessen) sowie im Rahmen des ordentlichen Unterrichts pro Tag 
eine auswärtige Verpflegung (Mittagessen) anfalle, so gelte es zusätzlich pro 
Semester durchschnittlich rund 27 Mahlzeiten à Fr. 15.– gemäss dem steuerlich 
möglichen Abzug zu berücksichtigen. Somit würden Schul- und 

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Berufsausbildungskosten für die dreijährige berufsbegleitende 
Bauführerausbildung von effektiv Fr. 36'230.– resultieren. Pro Monat seien folglich 
Ausbildungskosten von Fr. 1'006.40 zum vorerwähnten Grundbedarf von Fr. 
2'045.– zu addieren. Folglich betrage der Gesamtbedarf des Berufungsklägers – 
unter Berücksichtigung eines 10%igen Zuschlags – Fr. 3'356.55 pro Monat 
(Berufungsbegründung S. 6 ff.). Der Berufungsbeklagte äussert sich nicht zu den 
Schul- und Berufsausbildungskosten während der Bauführerschule. Er vertritt aber 
die Auffassung, dass die Kosten für den allgemeinen Lebensunterhalt gestützt auf 
das Kreisschreiben des Kantonsgerichts von Graubünden vom 18. August 2009 
lediglich Fr. 1'565.– (Grundbetrag Fr. 850.–, Krankenkasse Fr. 115.–, Miete Fr. 
600.–) betragen (Berufungsantwort S. 11 sowie bereits Prozessantwort, act. II/3 S. 
5).

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist der massgebliche Bedarf nicht gestützt auf die 
Zürcher Empfehlungen, sondern anhand einer konkreten, auf den 
betreibungsrechtlichen Richtlinien basierenden Bedarfsberechnung zu bestimmen. 
Nachgewiesenermassen lebt der Berufungskläger in einem langjährigen 
Konkubinat. Für den allgemeinen Lebensunterhalt zu berücksichtigen sind deshalb 
ein Grundbetrag von Fr. 850.–, Mietkosten von Fr. 600.– und ein Betrag von Fr. 
200.– für die Krankenkasse (vgl. vorstehende E. 9.c/bb). Hinzuzurechnen sind 
gewisse Berufsauslagen als Folge der 60%igen Erwerbstätigkeit und die 
monatliche Steuerbelastung. Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung können 
diese beiden Posten auf je Fr. 100.– geschätzt werden.

Von den vom Berufungskläger geltend gemachten Schulkosten ist lediglich ein 
Teil ausgewiesen. Entgegen der Annahme der Vorinstanz handelt es sich bei 
act. III/34 nämlich nicht um eine Zusammenstellung der Schweizerischen 
Bauschule Aarau, sondern um ein vom Berufungskläger erstelltes Dokument, mit 
dem er seinen Bedarf in Anbetracht der Untersuchungsmaxime zwar rechtzeitig 
geltend gemacht hat (entgegen Berufungsantwort S. 12), dem aber jeder 
Beweiswert fehlt. Durch die Ausbildungsunterlagen der Bauschule (act. III/32) 
belegt sind lediglich die Einschreibe-, Studien- und Fächerabschlussgebühren, die 
Kosten von Schulmaterial und Kopien sowie die Auslagen für Exkursionen und 
Seminarwochen. Diese belaufen sich für die gesamte Ausbildungszeit auf Fr. 
17'210.–. Nicht belegt und auch nicht plausibel begründet sind die Kosten für 
„Termine Fächerabschlüsse nach speziellem Plan“ (total Fr. 5'000.–). Somit 
belaufen sich die reinen Schulkosten auf ca. Fr. 480.– pro Monat. Dazu kommen 
die von der Vorinstanz ermittelten Kosten für ein Generalabonnement in der Höhe 
von total Fr. 8'450.– bzw. Fr. 235.– pro Monat. Was die Kosten für Mahlzeiten und 

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Übernachtungen betrifft, ist nicht ersichtlich, weshalb diese entgegen der Haltung 
des Berufungsklägers anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht 
Plessur nun doch berücksichtigt werden sollten. Mit der Benützung der Bahn mag 
zwar eine etwas längere Reisezeit (bzw. eine frühere Abreise am Morgen 
verbunden sein), während welcher im Gegensatz zur Autofahrt aber geruht oder 
gelernt werden kann, sodass alleine deswegen keine zusätzlichen 
Übernachtungen und Verpflegungen anfallen. Gerechtfertigt ist hingegen – wenn 
man vom widersprüchlichen Verhalten des Berufungsklägers absieht – ein 
gewisser Zuschlag für die an den Schultagen nötige auswärtige 
Mittagsverpflegung. Pro Monat sind durchschnittlich 8–9 Mahlzeiten à Fr. 10.– 
gemäss betreibungsrechtlichen Richtlinien zu berücksichtigen, was monatliche 
Verpflegungskosten von ca. Fr. 100.– ergibt. Diese Mehrkosten sind mit dem 
(aufgrund des Konkubinats reduzierten) Grundbetrag offensichtlich nicht 
abgedeckt.

Somit beträgt der gesamthafte Bedarf des Berufungsklägers Fr. 2'665.–. Selbst 
unter Berücksichtigung eines Zuschlags von 20 % (vgl. dazu vorn E. 9.c/bb), 
beläuft sich der anrechenbare Bedarf auf maximal Fr. 3'198.– pro Monat. Somit ist 
der Berufungskläger in der Lage, die Bauführerausbildung selber zu finanzieren. 
Mit einem Pensum von 60 % als Maurer würde er nämlich ein Mindesteinkommen 
von netto Fr. 3'250.– (inkl. 13. Monatslohn) erzielen (vgl. dazu vorstehende 
Erwägung).

e) Zusammenfassend ergib sich, dass Y. für das erste Jahr der 
Maurerzusatzlehre (August 2009 bis Juli 2010) zu verpflichten ist, seinem Sohn 
einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 275.– zuzüglich gesetzlicher 
Ausbildungszulagen zu bezahlen. Was die weitere Ausbildung betrifft, wird 
festgestellt, dass es A. unter Beachtung des Grundsatzes der Eigenverantwortung 
gemäss Art. 276 Abs. 3 ZGB möglich und zumutbar ist, für seinen Unterhalt selbst 
aufzukommen. Für eine weitergehende Unterhaltsverpflichtung des Vaters bleibt 
daher kein Raum.

10.a) Das Bezirksgericht Plessur auferlegte die Verfahrenskosten von total 
Fr. 10'175.– (einschliesslich der Kosten des Kreisamtes F. von Fr. 300.–) zu 4 % 
dem Berufungsbeklagten und zu 96 % dem Berufungskläger. Aussergerichtlich 
wurde der Berufungskläger verpflichtet, den Berufungsbeklagten mit Fr. 14'000.– 
(inkl. Barauslagen, zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Diese 
Kostenregelung wurde sowohl mit der Berufung als auch mit der 
Anschlussberufung angefochten. 

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b) Vorliegend drängt sich bereits mit Rücksicht auf den Ausgang des 
Berufungsverfahrens eine Anpassung der vorinstanzlichen Kostenregelung auf, 
welche allein auf das rechnerische Obsiegen und Unterliegen abgestellt hat. Wie 
die Vorinstanz richtig festgestellt hat, hat der Berufungskläger mit seiner 
Forderung nach Unterhaltsleistungen von monatlich Fr. 900.– für die Zeit vom 1. 
August 2007 bis voraussichtlich April 2015 insgesamt Fr. 83'700.– (zuzüglich 
gesetzlicher Ausbildungszulagen) verlangt. Für die Dauer der Bauzeichnerlehre 
hat der Berufungsbeklagte die Unterhaltspflicht bereits vorprozessual anerkannt 
und schon vor Rechtshängigkeit der Klage Zahlungen von monatlich Fr. 700.– 
geleistet, so dass insoweit kein Obsiegen im Prozess gegeben ist. Unter 
Berücksichtigung des Umstandes, dass im vorgenannten Betrag nach Auffassung 
des Berufungsbeklagten die Ausbildungszulage von Fr. 220.– enthalten war und 
somit ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 480.– pro Monat als zugestanden zu erachten 
ist, belief sich der effektiv strittige Betrag demnach auf rund Fr. 78'000.–. Stellt 
man diesem die mit dem Berufungsurteil zugesprochenen Unterhaltsbeiträge 
gegenüber, zeigt sich, dass der Berufungskläger rein rechnerisch nach wie vor nur 
zu knapp 10 % durchgedrungen ist. So erhält er während des letzten Jahres 
seiner Bauzeichnerlehre statt des anerkannten Betrages von Fr. 480.– einen 
Unterhaltsbeitrag von Fr. 840.– bzw. Fr. 875.–, insgesamt also rund Fr. 4'400.– 
mehr als vom Berufungsbeklagten für diesen Zeitraum zugestanden. Dazu 
kommen die insgesamt Fr. 3'300.–, welche der Berufungsbeklagte dem 
Berufungskläger während des ersten Jahres seiner Maurerlehre zu bezahlen hat. 
Dass der Berufungskläger seine Klage an der Hauptverhandlung bzw. im 
Berufungsverfahren insofern reduziert hat, als er für die Zeit seiner 
Erwerbstätigkeit als Bauzeichner bzw. der Rekrutenschule keinen Unterhalt mehr 
forderte, kann sich bei der Kostenverteilung nicht zu seinen Gunsten auswirken, 
zumal der teilweise Rückzug einem Unterliegen gleichzusetzen ist (vgl. Art. 114 
Abs. 1 ZPO). Schliesslich kann – entgegen der Ansicht des Berufungsklägers – 
auch keine Rede davon sein, dass der Berufungsbeklagte durch die 
vorenthaltenen Anpassungen (Teuerungsausgleich und höhere Kinderzulagen) 
eine Prozessführung provoziert hat. Die entsprechenden Zahlungen hat er nämlich 
bereits vor der Klageeinleitung für den Mündigenunterhalt geleistet. Zu beachten 
ist indessen, dass in Unterhaltssachen bei der Kostenverteilung praxisgemäss 
nicht einzig auf das Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen abzustellen ist. 
Vielmehr sind in familienrechtlichen Prozessen auch andere Faktoren wie das 
Interesse der Parteien an einer gerichtlichen Regelung oder das Kindeswohl zu 
berücksichtigen (vgl. dazu Urteil der Zivilkammer des Kantonsgerichts 
Graubünden ZF 2005 27 vom 16. August 2005, E. 2.b). Mit anderen Worten 

Seite  28 — 31

verfügt das Gericht in solchen Fällen über einen noch grösseren 
Ermessensspielraum, als ihm bei der Kostenverteilung ohnehin zusteht. Dabei gilt 
es auch zu berücksichtigen, dass es naturgemäss Schwierigkeiten bereitet, den 
Umfang der Unterhaltspflicht bei Prozessbeginn abzuschätzen, sodass dem 
Kläger ein gewisses Überklagen nicht zum Nachteil gereichen darf. In Anbetracht 
dessen, dass der Unterhaltsanspruch des Berufungsklägers nach dem 
Lehrabschluss als Bauzeichner immerhin dem Grundsatz nach bejaht wurde, 
erscheint es daher als gerechtfertigt, die vorinstanzlichen Kosten im Verhältnis von 
1/5 dem Berufungsbeklagten und von 4/5 dem Berufungskläger aufzuerlegen.

c) Im gleichem Verhältnis wie die gerichtlichen Kosten sind auch die 
ausseramtlichen Kosten zu verlegen (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Rechtsanwalt lic. iur. 
Diego Quinter reichte der Vorinstanz eine Honorarnote von Fr. 21'799.70 ein, 
womit er einen Aufwand von 68.05 h à Fr. 240.– sowie einen Streitwertzuschlag 
von Fr. 3'000.– geltend machte (act. IV/69). Rechtsanwalt Dr. iur. Silvio Bianchi 
stellte eine noch höhere Rechnung. Seine Honorarforderung beläuft sich auf 
Fr. 24'838.10, was einem Aufwand von 91.45 h à Fr. 250.– entspricht (act. III/52). 
Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass die eingelegten Honorarnoten 
übersetzt erscheinen. Dass beide Anwälte einen übermässigen Aufwand betrieben 
haben, ändert nichts daran, dass die dem Prozessgegner geschuldete 
Entschädigung auf das für die Prozessführung Notwendige zu beschränken ist. 
Beide Rechtsvertreter haben keine detaillierten Honorarnoten mit dem 
Zeitaufwand für die einzelnen Rechnungspositionen, sondern lediglich pauschale 
Kostennoten eingereicht. Deshalb ist es nicht möglich zu eruieren, wie sich der 
geltend gemachte Aufwand zusammensetzt. Dies hat zur Folge, dass im 
Einzelnen nicht begründet werden kann, welche Positionen als übersetzt erachtet 
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009, E. 2.3). 
Fest steht, dass auf beiden Seiten teilweise unnötiger Prozessaufwand betrieben 
wurde, indem zu letztlich gar nicht relevanten Umständen Beweisabnahmen 
verlangt wurden. Zudem lassen sich im vorliegenden Fall keine 
ausserordentlichen Schwierigkeiten in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht 
erkennen. Mit einem Honorar von Fr. 14'000.– zuzüglich Mehrwertsteuer, wie dies 
die Vorinstanz zugesprochen hat, ist der sachlich gebotene Aufwand für beide 
Rechtsvertreter jedenfalls ausreichend abgegolten. Nach Verrechnung der 
gegenseitigen Ansprüche resultiert daraus eine ausseramtliche Entschädigung für 
das vorinstanzliche Verfahren von Fr. 9'000.– (inkl. Mehrwertsteuer) zugunsten 
des Berufungsbeklagten.

Seite  29 — 31

11.a) Im Berufungsverfahren sind die Kosten nach denselben Regeln zu verlegen 
wie im vorinstanzlichen Verfahren (Art. 223 ZPO). Auch für die Kosten des 
Berufungsverfahrens erscheint es deshalb angezeigt, diese zu 1/5 dem 
Berufungsbeklagten und zu 4/5 dem Berufungskläger zu überbinden. Nach 
Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche ist der Berufungskläger überdies 
gestützt auf die vom beklagtischen Rechtsvertreter eingereichte Honorarnote (act. 
16.1) zu einer ausseramtlichen Entschädigung von Fr. 2'400.– (inkl. 
Mehrwertsteuer) zu verpflichten.

b) Der Berufungskläger hatte am 25. November 2009 ein Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren gestellt. Mit Verfügung 
der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 14. Dezember 2009 (ERZ 09 266) wurde 
diesem Gesuch zulasten der Stadt F. entsprochen. Die von Berufungskläger zu 
tragenden amtlichen Kosten des Berufungsverfahrens sowie die in diesem 
Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten seines Rechtsbeistandes werden 
deshalb unter dem Vorbehalt der Rückforderung nach Art. 45 Abs. 2 ZPO der 
Stadt F. in Rechnung gestellt. Über die Höhe der Entschädigung des 
Rechtsbeistandes wird im Verfahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO entschieden. Der 
Rechtsvertreter des Berufungsklägers wird unter Hinweis auf Ziffer 4 des 
Dispositivs der Verfügung vom 14. Dezember 2009 aufgefordert, nach Abschluss 
des Berufungsverfahrens eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote 
einzureichen. Ansonsten wird der Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen 
festgesetzt.

Seite  30 — 31

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung und die Anschlussberufung werden teilweise gutgeheissen 
und die Ziff. 1 und 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils werden 
aufgehoben.

2.a) Y. wird verpflichtet, an den Unterhalt seines Sohnes A. folgende Beiträge zu 
leisten:

 Für die Monate August bis Dezember 2007 und Januar bis April 2008 
pro Monat Fr. 140.– (zuzüglich gesetzlicher Ausbildungszulagen);

 für die Monate Mai und Juni 2008 pro Monat Fr. 175.– (zuzüglich 
gesetzlicher Ausbildungszulagen);

 für den Monat Juli 2008 Fr. 875.– (zuzüglich gesetzlicher 
Ausbildungszulagen);

 für die Monate August 2009 bis Juli 2010 pro Monat Fr. 275.– 
(zuzüglich gesetzlicher Ausbildungszulagen).

b) Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

3. Die Kosten des Kreisamtes F. von Fr. 300.– sowie die Kosten des 
Bezirksgerichts Plessur von Fr. 9'875.– gehen zu 1/5 zulasten von Y. und 
zu 4/5 zulasten von A., der Y. für das vorinstanzliche Verfahren 
ausseramtlich mit Fr. 9'000.– (inkl. 7.6 % Mehrwertsteuer) zu entschädigen 
hat.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 5’496.– (Gerichtsgebühr 
Fr. 5'000.–, Schreibgebühr Fr. 496.–) gehen zu 1/5 (somit Fr. 1'099.20) 
zulasten von Y. und zu 4/5 (somit Fr. 4'396.80) zulasten von A., der Y. für 
das Berufungsverfahren ausseramtlich mit Fr. 2'400.– einschliesslich 
Mehrwertsteuer zu entschädigen hat.

5. Die auf A. entfallenden Kostenanteile aus den Verfahren vor Bezirksgericht 
Plessur und vor Kantonsgericht werden unter Vorbehalt des 
Rückforderungsrechts gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO gestützt auf die 
entsprechenden Bewilligungen des Bezirksgerichtspräsidiums Plessur vom 
10. Dezember 2008 (Proz. Nr. 130-2008-336) und der Vorsitzenden der I. 
Zivilkammer des Kantonsgerichts vom 14. Dezember 2009 (ERZ 09 266) 
der Stadt F. in Rechnung gestellt.

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Näheres ergibt sich aus den genannten Verfügungen.

6. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Zivilsachen an 
das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an: