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**Case Identifier:** df2dfa21-2428-5ddd-b90e-3fb858ed0232
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.08.2019 720 19 62/190
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-62-190_2019-08-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. August 2019 (720 19 62 / 190) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Anordnung einer bidisziplinären Begutachtung (Zwischenverfügung); Anfechtbarkeit. 

Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung bejaht. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Michael Blattner, Advo-
kat, Advokatur Sissach, Bischofsteinweg 15, Postfach 182, 
4450 Sissach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Gutachten 

 
 
 
A. Die 1965 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1. Oktober 1988 bis am 31. Mai 2017 als 
Mitarbeiterin in der B.____. Am 9. Juni 2015 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Am 12. Oktober 2018 kündigte die IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) zur Klärung der Leistungsansprüche eine bidisziplinäre Begutachtung in 
den Disziplinen Rheumatologie und Psychiatrie bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, sowie Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, an. In der Folge 

 
 
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liess die Versicherte der IV-Stelle am 5. Dezember 2018 mitteilen, dass zwingend eine polydis-
ziplinäre Begutachtung in den Fachbereichen Rheumatologie, Psychiatrie, Neurologie, Chirurgie 
und Innere Medizin vorzunehmen sei, wobei letztere zusammen mit der rheumatologischen Un-
tersuchung erfolgen könne. 
 
B. Mit  Zwischenverfügung vom 22. Januar 2019 hielt die IV-Stelle daran fest, dass eine 
bidisziplinäre (rheumatologische und psychiatrische) Begutachtung durch Dr. med. E.____, FMH 
Rheumatologie und Innere Medizin, sowie durch Dr. D.____ durchzuführen sei.  
 
C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Michael Blattner, am 21. Feb-
ruar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge-
richt). Sie beantragte, in Aufhebung der Zwischenverfügung vom 22. Januar 2019 sei die IV-Stelle 
unter o/e-Kostenfolge anzuweisen, ein polydisziplinäres Gutachten (insbesondere mit den Fach-
richtungen Rheumatologie, Psychiatrie, Innere Medizin, Neurologie und Chirurgie/ Orthopädie) 
über die Vergabeplattform Suisse-MED@P einzuholen. Zur Begründung liess sie im Wesentli-
chen geltend machen, dass zu Unrecht kein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben wor-
den sei. In Bezug auf den Anspruch auf eine Begutachtung im Fachbereich der Psychiatrie hielt 
sie sodann fest, dass die IV-Stelle für die rheumatologische und psychiatrische Begutachtung die 
Dres. E.____ und D.____ vorgesehen habe. Bei diesen Experten handle es sich jedoch um zwei 
Fachärzte der Rheumatologie. Eine psychiatrische Exploration durch diese beiden Ärzte sei des-
halb unzulässig.  
 
D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 30. April 2019 auf Abweisung der Be-
schwerde. Dabei hielt sie fest, dass in der angefochtenen Zwischenverfügung versehentlich 
Dr. E.____ statt Dr. C.____ genannt worden sei. Als rheumatologische Gutachterin sei 
Dr. D.____ benannt worden. Diese Expertin führe wie auch Dr. E.____ „regelhaft“ auch eine kur-
sorische neurologische Befunderhebung durch. Eine solche kursorische Beurteilung würde den 
hier vorliegenden Umständen hinlänglich gerecht werden. So sei die zeitweise neurologisch an-
mutende Symptomatik der Versicherten umfassend und spezialärztlich bereits abgeklärt worden, 
ohne dass ein konkretes neurologisches Krankheitsbild feststellbar gewesen wäre. Ausserdem 
würden chirurgische oder orthopädische Spezialisten nur in besonderen Fällen mit ausgesuchten 
Fragestellungen beauftragt. Solche Fragestellungen lägen hier keine vor. Zentral begutachtungs-
relevant seien allfällige, residuelle Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparats. Diese 
könnten ebenso durch einen rheumatologischen Experten beurteilt werden.  
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g  : 
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-

 
 
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gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 1 Abs. 3 lit. g VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung durch 
Präsidialentscheid über Beschwerden gegen selbständig anfechtbare prozess- und verfahrens-
leitende Verfügungen gemäss Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000. Bei der vorliegend angefochtenen Zwi-
schenverfügung der IV-Stelle vom 22. Januar 2019 handelt es sich um eine solche verfahrens-
leitende Verfügung im Sinne der genannten Bestimmung. Die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde fällt somit in die Kompetenz der präsidierenden Person des Kantonsgerichts, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht. 
 
2. Vorab ist festzustellen, dass die IV-Stelle vernehmlassungsweise zu Recht festgestellt 
hat, in der angefochtenen Zwischenverfügung für die von ihr vorgesehene bidisziplinäre Begut-
achtung in den Fachgebieten Rheumatologie und Psychiatrie irrtümlicherweise zwei rheumatolo-
gische Experten benannt zu haben. Auf der Basis ihrer ursprünglichen Ankündigung vom 12. Ok-
tober 2018 (IV-Dok 79) hat sie damit dem Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin insoweit ent-
sprochen, als die vorgesehene Begutachtung durch einen Experten der Psychiatrie und durch 
eine Expertin der Rheumatologie durchzuführen ist. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Be-
schwerdebegründung den Anspruch auf eine Begutachtung im Fachbereich der Psychiatrie be-
anstandet hat, ist der Streit zwischen den Parteien in diesem Punkt deshalb geklärt (vgl. bereits 
die verfahrensleitende Verfügung der Präsidentin des Kantonsgerichts vom 8. Mai 2019). Zu prü-
fen bleibt indes, ob die IV-Stelle zu Recht lediglich eine bidisziplinäre Begutachtung angeordnet 
hat.  
 
3.1 Laut Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit 
ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat 
sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). 
 
3.2 Die medizinische Abklärung der objektiven Gesundheitsschäden ist eine unabdingbare 
gesetzlich verankerte Voraussetzung für die Zusprache einer Leistung der Invalidenversicherung 
(Art. 7 Abs. 2, Art. 16, Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Versicherer befindet darüber, mit welchen Mitteln 
er den rechtserheblichen Sachverhalt abklärt. Im Rahmen der Verfahrensleitung hat er einen 
grossen Ermessensspielraum hinsichtlich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von me-
dizinischen Erhebungen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Ge-
stützt auf den Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherer den Sachverhalt soweit zu ermitteln, 

 
 
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dass er über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E. 5b) entscheiden kann. Dabei kommt Sachverständi-
gengutachten eine massgebende Rolle zu (Urteil des Bundesgerichts vom 12. März 2010, 
9C_28/2010, E. 4.1 mit Hinweisen). 
 
3.3 Um zu prüfen, ob eine polydisziplinäre oder bloss bidisziplinäre Expertise einzuholen ist, 
müsste die vorliegende medizinische Aktenlage auf ihre Vollständigkeit und Schlüssigkeit hin 
überprüft werden. Eine eingehende Überprüfung der medizinischen Aktenlage würde aber dazu 
führen, dass der Endentscheid im Hinblick auf die Beurteilung der medizinischen Sachlage weit-
gehend präjudiziert würde. Unter Berücksichtigung, dass die Verfahrenshoheit bis zum Abschluss 
des Verwaltungsverfahrens bei der IV-Stelle liegt und ihr deshalb im Rahmen der Verfahrenslei-
tung ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit 
von medizinischen Erhebungen zukommt, muss im vorliegenden Verfahren die richterliche Prü-
fung bei einer knappen Beurteilung der Aktenlage im Sinne einer Plausibilitäts- resp. Miss-
brauchskontrolle ihr Bewenden haben. Entscheidend ist, ob die Gründe, die die IV-Stelle für die 
Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen anführt, plausibel erscheinen. Demnach greift 
das Gericht bei der Frage der Notwendigkeit einer Begutachtung in das Ermessen der mit der 
Abklärung betrauten Verwaltung nur dann ein, wenn klar erkennbare Fehleinschätzungen vorlie-
gen, eine Begutachtung von vornherein untauglich angelegt wäre oder Anhaltspunkte bestehen, 
dass sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid von sachfremden Motiven leiten liess (vgl. Urteile des 
Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht [KGE SV] vom 10. Mai 2012, 720 11 393 E. 
3 und 720 11 441 E.3). 
 
3.4 Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an denen drei oder mehr Fachdisziplinen 
beteiligt sind, haben nach dem Wortlaut von Art. 72bis Abs. 1 der Verordnung über die Invaliden-
versicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das 
Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) eine Vereinbarung getroffen hat. Gemeint sind die 
MEDAS im Sinne von Art. 59 Abs. 3 IVG. Die Vergabe der Aufträge erfolgt nach dem Zufallsprin-
zip (Art. 72bis Abs. 2 IVV). Zu dessen Umsetzung hat das BSV die webbasierte Vergabeplattform 
SuisseMed@P eingerichtet, über welche der gesamte Verlauf der Gutachtenseinholung gesteu-
ert und kontrolliert wird (vgl. SuisseMed@P: Handbuch für Gutachter- und IV-Stellen = Anhang V 
des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI], Stand 1. Januar 
2017; http://www.suissemedap.ch). Bei mono- und bidisziplinären Gutachten dagegen werden 
die Aufträge nicht nach diesem System vergeben. Damit ist der Kreis der in Frage kommenden 
Sachverständigen hier weitaus grösser (z.B. Universitätskliniken, frei praktizierende Ärzte und 
Gutachter; BGE 137 V 210 E. 3.1.1). 
 
3.5 Es existieren keine festen Kriterien zur allgemeingültigen Abgrenzung der Anwendungs-
felder der verschiedenen Kategorien von Expertisen. Die grosse Vielfalt von Begutachtungssitu-
ationen erfordert Flexibilität. Nach neuerer Rechtsprechung (BGE 139 V 352 E.3.2) lassen sich 
jedoch die jeweiligen Einsatzbereiche wie folgt umreissen: Die umfassende administrative Erst-
begutachtung wird regelmässig polydisziplinär und damit zufallsbasiert anzulegen sein; eine di-
rekte Auftragserteilung soll die Ausnahme bleiben. Eine polydisziplinäre Expertise ist auch dann 

 
 
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einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei medizinische Dis-
ziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht voll-
ends gesichert ist. In begründeten Fällen kann von einer polydisziplinären Begutachtung abge-
sehen und lediglich eine mono- oder bidisziplinäre Exploration durchgeführt werden, sofern die 
medizinische Situation offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt und aus-
serdem weder weitere interdisziplinäre Bezüge (z.B. internistischer Art) notwendig sind noch ein 
besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliederungsbezogener Klärungsbedarf besteht (zur In-
terdisziplinarität der Begutachtung vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4). Diese Voraussetzungen sind 
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung vor allem bei Verlaufsgutachten erfüllt 
(BGE 139 V 352 E. 3.2). 
 
4.1 Die IV-Stelle stützt sich beim Erlass der angefochtenen Zwischenverfügung im Wesentli-
chen auf die Beurteilungen ihres RAD vom 11. Oktober 2018 (IV-Dok 78) und vom 15. Januar 
2019 (IV-Dok 91). Daraus geht hervor, dass sich eine Begutachtung nicht mehr vermeiden lasse, 
nachdem hierfür von Seiten der behandelnden Ärzte eine ausdrückliche Empfehlung nahegelegt 
worden sei. Versicherungsmedizinisch erscheine ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten 
jedoch völlig ausreichend. Die neurologisch anmutenden Ausfallerscheinungen seien wiederholt 
spezialärztlich abgeklärt worden, ohne dass konkrete neurologische Funktionsausfälle festge-
stellt worden wären, die aus versicherungsmedizinischer Sicht eine massgebliche Limitierung der 
Arbeitsfähigkeit begründen könnten. Wegweisende Befunde oder klassische Ausfallmuster wür-
den sich neurologisch eigentlich nicht finden lassen. Die subjektiven Beschwerden mit zervikal 
vordergründig imponierender Wurzelreizsymptomatik hätten sich in der neurologischen Untersu-
chung nicht bestätigt. Die anamnestisch anmutende Wurzelaffektion habe letztlich nur mit unspe-
zifischen und nicht konklusiven Veränderungen im EMG korreliert. Auffällig in der Gesamtschau 
seien auch die wechselhaften, neurologisch anmutenden Beschwerden in Form intermittierender 
Gefühlsstörungen am rechten Unterarm. Zentral begutachtungsrelevant seien allfällige residuelle 
Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, die aber durch einen rheumatologischen Spezia-
listen beurteilt werden könnten. Aus dem aktuellen Bericht des behandelnden Rheumatologen 
ergebe sich nach wie vor kein spezielles rheumatologisches Krankheitsbild, das eine gesonderte 
neurologische Begutachtung erfordern würde, denn das Einschlafen der Arme gehe ausdrücklich 
ohne Lähmungserscheinungen einher. Ein speziell neurologisches Defizit sei nicht ausgewiesen. 
Ein versicherungsmedizinisch erfahrener Gutachter des Bewegungsapparats sei ebenfalls in der 
Lage, vordergründig neurologisch anmutende Ausfälle gutachterlich einzuordnen (IV-Dok 91, S. 
3 f.).  
 
4.2 Wie unter Erwägung 3.5 hiervor ausgeführt, ist eine polydisziplinäre Expertise auch dann 
einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei medizinische Dis-
ziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht voll-
ends gesichert ist. Entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auffassung ist dies vorliegend der 
Fall. Namentlich sind die Genese und die Auswirkungen der neurologisch anmutenden Be-
schwerden auf die Arbeitsfähigkeit nicht hinreichend geklärt. Auch die Beschwerdegegnerin geht 
vom Vorhandensein neurologisch geprägter Beschwerden aus. Gegen die Annahme einer voll-
ends gesicherten Abklärung dieser neurologisch anmutenden Klagen spricht bereits die Formu-

 
 
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lierung des RAD, wonach sich „eigentlich“ keine wegweisenden Befunde oder klassisches Aus-
fallmuster finden liessen (oben, E. 4.1 hiervor). Wenn der RAD die geplante Exploration der Ver-
sicherten aufgrund einer mithin nur kursorischen Aktenbeurteilung auf die zentrale Problematik 
des Bewegungsapparates beschränken will, vermag dies allein schon deshalb nicht zu überzeu-
gen. Eine summarische Prüfung der übrigen medizinischen Akten ergibt nämlich, dass eine radi-
kuläre Komponente bei den unbestritten vorhandenen multisegmentalen Diskopathien der Versi-
cherten differentialdiagnostisch gerade nicht ausgeschlossen werden konnte (IV-Dok 73, S. 2, ad 
Beurteilung). Daran haben auch die im Anschluss stattgefundenen Abklärungen nichts geändert. 
Entgegen der vom RAD vertretenen Auffassung, wonach die in der Folge durchgeführte neurolo-
gische Abklärung keine wegweisenden Befunde hervorgebracht habe, sind im Bericht des Spitals 
F.____ vom 5. Februar 2014 nebst einem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom weiterhin zu-
mindest ein klinischer Verdacht auf eine zusätzliche Radikulopathie sowie wahrscheinlich radiku-
läre Schmerzen insbesondere auch des linken Armes ausgewiesen (IV-Dok 19, S. 10, ad Diag-
nosen). Hinzu tritt, dass aufgrund dieser neurologischen Folgeuntersuchung zudem am rechten 
Unterarm sowohl klinisch als auch neurographisch eine isolierte Störung des Nervus cutaneus 
ante brachii lateralis sowie der Verdacht auf eine fokale Neuritis – also eine entzündliche Erkran-
kung der peripheren Nerven – diagnostiziert worden waren (IV-Dok 19, S. 8). Hinzu treten 
schliesslich die im Mai 2015 an der Wirbelsäule als „praktisch gesichert“ bezeichneten radikulären 
Wurzelbeschwerden (IV-Dok 37, S. 15, ad Beurteilung). Zumal eine Wurzelkompression in der 
Folge bildgebend gesichert wurde (IV-Dok 73, S. 35), kann unter diesen Umständen bei jedenfalls 
summarischer Betrachtung (oben, Erwägung 3.3) nicht davon gesprochen werden, die neurolo-
gischen Verhältnisse der Versicherten seien vollends geklärt oder hätten keinerlei funktionelle 
Auswirkungen. Bei diesem Zwischenergebnis erweist sich eine neurologische Befunderhebung 
kursorischer Natur durch eine rheumatologische Expertin als ungenügend.  
 
4.3 Das Gleiche gilt in orthopädischer Hinsicht. Hintergrund bildet die nach zahlreichen Ab-
klärungen ergangene Aussage des Chefarztes des Spitals F.____ vom 23. September 2015, 
dass seitens der Wirbelsäulenchirurgen die Indikation für eine Diskektomie sowie eine stabilisie-
rende Operation zwingend sei (IV-Dok 73, S. 36). Dass auch die orthopädischen Verhältnisse 
nicht einfach ausgeklammert werden können, zeigt ausserdem der Blick auf die Beurteilung des 
Spitals F.____ Ende des Jahres 2015: Demnach seien die Massnahmen aus rheumatologischer 
Sicht ausgereizt. Diese Aussage impliziert, dass sich eine umfassende Exploration der somati-
schen Verhältnisse, wie sie rechtsprechungsgemäss insbesondere bei einer Erstbeurteilung vor-
zunehmen ist, nicht auf den Bereich der Rheumatologie beschränken darf. Daran ändert auch 
nichts, dass das Spital G.____ in der Folge die Weiterführung einer konservativen Behandlung 
empfohlen hat (IV-Dok 73, S. 8 und 65).  
 
4.4 Auch wenn mit Blick auf die neurologisch anmutenden Ausfallerscheinungen bisher keine 
konkreten neurologischen Funktionsausfälle festgestellt worden sind, erfordern die Beschwerden 
der Versicherten gesamthaft gesehen somit dennoch einen interdisziplinären neurologischen so-
wie orthopädischen Ansatz, dem mit einer bidisziplinären Begutachtung in den Disziplinen Rheu-
matologie und Psychiatrie nicht Genüge getan wird. Auch wenn die Einschränkungen des Bewe-
gungsapparats und der psychische Gesundheitszustand der Versicherten mit dem angeordneten 

 
 
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bidisziplinären Gutachten grundsätzlich abgeklärt werden könnten, erscheint das gesamte Be-
schwerdebild vorliegend als zu komplex, als dass von einer vollends gesicherten Beschaffenheit 
der Gesundheitsproblematik, die offenkundig ausschliesslich die Fachgebiete der Rheumatologie 
und Psychiatrie beschlagen würde, die Rede sein könnte.  
 
4.5 Im Zusammenhang mit der vorgesehen Begutachtung hat die Versicherte der IV-Stelle 
am 5. Dezember 2018 mitgeteilt, dass die Begutachtung im Bereich der Inneren Medizin auch 
zusammen mit der rheumatologischen Exploration erfolgen könne. In diesem Zusammenhang 
bleibt darauf hinzuweisen, dass der Anhang V des KSVI davon ausgeht, dass bereits bei zwei 
spezialisierten Fachdisziplinen eine allgemeinmedizinische Fallführung hinzuzuziehen sei. Aus-
serdem definiert die Mustervereinbarung zwischen dem BSV und den Gutachterstellen, dass po-
lydisziplinäre Gutachten als aus (mindestens) zwei fachärztlichen Spezialistenbeurteilungen und 
einer allgemeinmedizinischen/internistischen Fallführung bestehen sollten. Ob diese internisti-
schen Untersuchungen im vorliegenden Fall zugleich durch eine rheumatologische Expertenper-
son zu erfolgen haben, kann letztlich der begutachtenden Institution überlassen werden. So oder 
anders aber hat die Beschwerdegegnerin bei der vorliegenden medizinischen Sachlage eine zu-
fallsbasierte polydisziplinäre Expertise anzuordnen. Eine umfassende Abklärung der medizini-
schen Sachlage ist nicht zuletzt auch angesichts des mittlerweile bereits seit Jahren dauernden 
Abklärungsverfahrens, des weiterhin strittigen medizinischen Sachverhalts und hinsichtlich einer 
beförderlichen Beurteilung des Leistungsanspruchs der Versicherten angezeigt. Die Beschwerde 
ist nach dem Ausgeführten in dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtene Zwischenverfügung 
vom 22. Januar 2019 aufzuheben und die Vorinstanz zu verpflichten ist, die Beschwerdeführerin 
nebst den Fachbereichen der Rheumatologie und der Psychiatrie unter Einschluss auch der Neu-
rologie sowie der Orthopädie polydisziplinär begutachten zu lassen. Weil polydisziplinäre Gut-
achten dem Gesagten zufolge über die Vergabeplattform SuisseMed@P zu erfolgen haben 
(oben, Erwägung 3.4), ist damit zugleich gesagt, dass nicht an einer Begutachtung durch die 
Dres. E.____ und F.____ festgehalten werden kann. Die explorierenden Experten sind vielmehr 
erneut und zufallsorientiert festzulegen.  
 
5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah-
renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemessenem 
Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In der ab 1. Januar 2019 neu in Kraft getretenen 
Bestimmung gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die ordentlichen Kosten auch den unterliegenden 
Vorinstanzen zu auferlegen. Vorliegend ist sind die ordentlichen Kosten von Fr. 400.-- deshalb 
der unterlegenen IV-Stelle aufzuerlegen, und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwer-
deführerin zurückzuerstatten.  
 
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdefüh-
rerin deshalb eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Ihr Rechtsvertreter hat in 
seiner Honorarnote vom 27. Mai 2019 einen Zeitaufwand von 11 Stunden und 21 Minuten sowie 
Auslagen in der Höhe von Fr. 64.10 geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich 

 
 
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stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen zwar als hoch, aber noch als angemessen zu be-
zeichnen ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittli-
che Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Be-
schwerdeführerin ist demnach für das vorliegenden Beschwerdeverfahren eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 3‘125.-- (11 Stunden und 21 Minuten à Fr. 250.-- sowie Auslagen von 
Fr. 64.10 zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
6. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Beim vorliegenden Entscheid handelt es sich um einen 
selbständig eröffneten Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Be-
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 
Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bun-
desgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbe-
halt. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Zwischenverfügung der IV-
Stelle vom 22. Januar 2019 aufgehoben, und die Vorinstanz wird ver-
pflichtet, die Beschwerdeführerin in den Bereichen Innere Medizin, Rheu-
matologie, Psychiatrie, Neurologie sowie Orthopädie nach dem Zufalls-
prinzip über die Vergabeplattform SuisseMed@P polydisziplinär begut-
achten zu lassen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Be-
schwerdeführerin zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘125.-- (inkl. Auslagen und 7,7% 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.