# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1e36292-1dcc-5474-aacc-43b6ad7cfccc
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-31
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung nach rentenablehnender Verfügung; gestützt auf Gutachten angepasst nach wie vor 100 % af; Standardindikatoren zu psychosomatischen Leiden geprüft; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00438
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00438.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00438
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Fonti
Urteil
vom
31. August 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Marco Mona
Langstrasse 4, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1955, meldete sich am 4. Juni 2009
im Wesent
lichen wegen rezidivierendem Drehschwindel, chronischer
polypöser
Rhino
-Sinusitis sowie chronischer Otitis rechts
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
9
/
1-
2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte
mit Verfügung vom
17. August 2010 einen
Rente
n
anspruch
(Urk.
9/55
).
Die dagegen erhobene Beschwerde beim hiesigen Sozial
versicherungsgericht wurde mit Urteil vom 14. Februar 2012 abgewiesen (
Pro
zess IV.2010.00893,
Urk. 9/66).
1.2
Nach Eingang eines am
1
. März 2012 gestellten Neuanmeldungsgesuchs
(Urk.
9/61
) holte die IV-Stelle unter anderem bei
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, und
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein
bi
diszi
plinäres
Gutachten ein, das am 6. November 2013
erstattet wurde (Urk.
9/92/1-25, Urk. 9/92/31-46
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/97
; Urk.
9/100
)
verneinte
die IV
Stelle mit Verfügung vom
21. März 2014 einen Rentenanspruch bei einem
In
validitätsgrad
von 17 % (U
rk.
9/103
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
15. April 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
21. März 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Eingabe vom 30. April 2014 reichte der Versicherte einen Arztbericht nach (Urk. 5-6).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
27. Mai 2014
(Urk.
8
) die
A
bweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
5. September 2014
zur Kenntnis gebracht (Urk.
10
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung betreffenden rechtlichen Grund
lagen (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicher
ungs
rechts
, ATSG) sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben
(Urk. 2 S. 1). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
Ver
ordnung über die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
im angefochtenen Entscheid
fest
,
gestützt auf das beweiskräftige Gutachten vom 6. November 2013 von
Dr.
Z.___
und
Dr.
Y.___
sei davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Aufgrund des durchgeführten
Einkommens
ver
gleichs
resultiere ein Invaliditätsgrad von 17 % (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
,
sein Gesundheitszustand habe sich seit der letzten materiellen Beurteilung erheblich verschlechtert, was die Beurteilungen
durch
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medizin,
und jene
des
B.___
belegen würden (S. 2 f. Ziff. 1 f.). Die Beschwerdegegnerin habe sich in ihrer Beurteilung jedoch auf das
Gutachten von
Dr.
Z.___
und
Dr.
Y.___
gestützt. Auf diese
s
könne
allerdings aus ver
schie
denen - im Einzelnen dargelegten - Grün
d
en
nicht abgestellt werden
(S. 3 ff. Ziff. 3 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneinte.
Insbesondere fragt sich, ob eine revisionsrelevante Verände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist, welche nunmehr einen
ren
ten
relevanten
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % zur Folge hätte. Diese
Fra
ge beurteilt sich durch einen Vergleich der Verhältnisse im Zeitpunkt der renten
ablehnenden
Verfügung vom
17. August 2010
mit den Verhältnissen im Zei
tpunkt der strittigen Verfügung
.
3.
Mit Verfügung vom 17. August 2010 verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem Invaliditätsgrad von 0 %. Zwar sei er in seiner angestammten Tätigkeit erheblich eingeschränkt, eine
lei
densangepasste
Tätigkeit sei jedoch zu 100 % zumutbar (Urk. 9/55). Diese Ver
fügung wurde im Ergebnis mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 14. Februar 2012 geschützt (Urk. 9/66).
Damals war die Sch
windelproblematik vorherr
schend.
Es wurden
eine
Neuronitis
verstibularis
und
ein
Morbus
Menière
diag
nostiziert
(S.  5 ff. Erwägung 3.2 ff.).
Daneben wurden im Wesentlichen folgende Diagnosen festgehalten (S. 7 Erwä
gung 3.8):
-
chronisches
cervicovertebrales
und
lumbospondylogenes
Syndrom beid
seits bei
-
Fehlform
und degenerativen Veränderungen der Hals- (HWS) und
Len
denwirbelsäule
(LWS)
-
mehrsegmentalen
Protrusionen
der LWS, Diskushernie L5/S1 mit
leicht
gradiger
foraminaler
Einengung
-
arterielle Hypertonie
-
Psoriasis
vulgaris
seit 2009
-
Unbehagen mit Fremdkörpergefühl unklarer Genese im Bereich des Larynx
Sodann litt
d
er
Beschwerdeführer
seit August 2008 an starken Kopfschmerzen (Urk. 9/50/2 Mitte).
Im besagten Urteil wurde
Folgendes
festgehalten (S. 10 Erwägung 4.3):
Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer gestützt auf die medizinische Akten
lage in seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig. Hinge
gen ist ihm eine angepasste körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Arbeiten in der Höhe oder an rotierenden Maschinen zu 100 % zumutbar.
4.
4.1
In den Akten finden sich seit der rentenablehnenden Verfügung vom 17. August 2010
im Wesentlichen
folgende Arztberichte:
Im Bericht vom
6.
April 2011 des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und Gleichgewichtsstörung,
C.___
, wurden als Diag
nosen unklare Schwindelbeschwerden (DD: Migräne, Morbus
Menière
rechts und beginnend links) und anamnestisch ein hochgradiger Verdacht auf eine depressive Entwicklung festgehalten. Die durchgeführten Testungen ergaben weitgehend einen unauffälligen Befund bis auf den wahrscheinlich seit Septem
ber 2009 vorbestehenden
Sakkulusausfall
beidseits sowie einen
Utrikulusausfall
links. Die Blickfolge scheine pathologisch, weshalb eine neurologische Kontrolle empfohlen werde. Insgesamt sei die Schwindelproblematik schwierig zu erfas
sen. Aktuell stehe die Kopfschmerzproblematik im Vordergrund (Urk. 9/59/5
; vgl. auch Bericht vom 8. September 2011, Urk. 9/71/13-14
)
.
4.2
Am 20. Juni 2011 erfolgte eine psychiatrische Beurteilung am
C.___
(Bericht vom 12. Juli 2011, Urk. 9/71/
9
-12). Als Diagnosen wurde eine mittelgradige depres
sive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), eine kognitive Störung (DD im Rahmen der ersten Diagnose; ICD-10 F06.8) sowie eine
Nikotinabhän
gigkeit
diagnostiziert.
4.3
Mit Bericht vom 2. September 2012
(Urk. 9/68/1-6)
nahmen die Ärzte der Neu
ro
logischen Klinik am
C.___
insbesondere zur Kopfschmerzproblematik Stellung. Es sei von einem Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz auszugehen (S. 1 Ziff. 1.1). Eine Reduktion der Schmerzmittel auf das nötige Ausmass sei erstre
benswert (S. 2 Ziff. 1.5). Zur Arbeitsfähigkeit könne keine Stellung genommen werden, da dies nicht Gegenstand
der letztmaligen Konsultation in
der Kopf
schmerz-Sprechstunde gewesen sei (S. 2
f.
Ziff. 1.6 ff.
; vgl. auch Bericht vom 15. November 2011, Urk. 9/68/8-9, Bericht vom 28. Juni 2012, Urk. 9/68/10-11
sowie Bericht vom 1. Oktober 2012, Urk. 9/73
).
4.4
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
A.___
, hielt mit Bericht vom 5. Oktober 2012 (Urk. 9/71/
1-8)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit fest (Ziff. 1.1):
-
chronische starke Kopfschmerzen seit 2008
-
belastungsabhängige Schwindelbeschwerden seit 2008 (DD:
vestibuläre
Migräne, Morbus
Menière
rechts und beginnend links mit/bei Verdacht auf Migräne mit Aura)
-
chronisches
cervikospondylogenes
Syndrom rechts seit Jahren
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits
-
lateralbetonte Gonarthrose rechts
-
mittelgradige depressive Episode
Aktuell würden die
cervikalen
und lumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung vor allem rechts persistieren. Das im Januar 2011 operierte rechte Knie (
Teilmenis
kektomie
,
Knorpeldebridement
, partielle
Synovektomie
,
Gelenkslavage
) bleibe im Bereich des medialen
Kompartiement
bei Druck und Belastung schmerzhaft. Im Vordergrund
würden
aber die Schwindelproblematik und die
therapieresis
tenten
Kopfschmerzen
stehen
. Weiter
hielt
Dr.
A.___
fest
, über die Manifestatio
nen der Depression könne er keine Aussage machen (Urk. 9/71/5 unten).
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, es würden aufgrund der Rückenbeschwerden, des Schwindels und der Kopfschmerzen Einschränkungen bestehen (Ziff. 1.7). In der bisherigen Tätigkeit sei von einer 100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In
einer leidensangepassten Tätigkeit (vorwiegend im Gehen, vgl. Urk. 9/71/2) sei der Beschwerdeführer zu maximal 25 % arbeitsfähig (Urk. 9/71/8).
4.5
Seit Juli 2011 (vgl. Urk. 9/60/1) befindet sich der Beschwerdeführer in Behand
lung im
B.___
.
Lic
. phil.
D.___
, Psychologin FSP,
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Psychiatrie und
Psy
chotherapie
, und
Dr.
phil.
F.___
, klinischer Psychologe und Supervisor, hiel
ten im Bericht vom 15. Oktober 2012 (Urk. 9/74/6-9) fest, aktuell habe die Psychopathologie zunehmend organisch anmutende Komponenten. Das heisse mehr Affektlabilität, Affektinkontine
n
z, intermittierend euphorische Affekte und die beklagte Merkfähigkeitsstörung. Dies seien Symptome, welche nicht zum ursprünglich typischerweise depressiven Syndrom passen würden (S. 3 oben). Der Beschwerdeführer habe grosse Mühe, sich zu konzentrieren. Die Schmerzen und Migräne mit Schwinde
l
seien so stark, dass er kaum zur Ruhe komme. Er fühle sich erschöpft, sei nervös, unruhig und extrem vergesslich (S. 3 Ziff. 1.7). Es wurden folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ge
nannt (S.
1 f. Ziff. 1.1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), DD neu: organische Depression (ICD-10 F06.32)
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
chronisches
Cervikalsyndrom
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
lateralbetonte Gonarthrose rechts
-
belastungsabhängige Schwindelbeschwerden, DD
vestibuläre
Migräne, Morbus
Menière
rechts und beginnend links
-
Tinnitus beidseits
Aufgrund seines Krankheitsbildes sei der Beschwerdeführer kaum belastbar. Die Verschlechterung der Schmerzen, Schwindel und Gedächtnisstörung bereite ihm Nervosität, Unruhe, Erschöpfung und eine lavierte depressive Symptomatik. Aufgrund seines Leistungsprofils und der genannten Diagnosen sei der Beschwer
deführer in einem extrem geschwächten Zustand und zu 100 % arbeitsunfähig für sämtliche Tätigkeiten sowohl in der freien Marktwirtschaft als auch im Haushalt (S. 4 oben).
4.6
Dr.
A.___
berichtete am 8. April 2013 über einen verschlechterten Gesundheits
zustand des Be
schwerdeführers (Urk. 9/78). Nebst den bisherigen Beschwerden hätten sich in den letzten Monaten starke Schulterschmerzen rechts
und zunehmende Knieschmerzen rechts manifestiert (S. 1 Ziff. 3). Eine berufliche Tätigkeit sei weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit realistisch (S. 2 Ziff. 5).
4.7
Auch seitens des
B.___
wurde mit Bericht vom 25. April 2013 (Urk. 9/80) ein verschlechterter
Gesundheitszustand konstatiert
und
auf die von
Dr.
A.___
fest
gehal
tene Schulterproblematik
sowie den im Januar 2013 durchgeführten
Uhren
test
und Mini-Mental Status
verwiesen
. Beim
Beschwerdeführer
habe auf
grund dieser Testungen
eine deutliche Demenz festgestellt werden können (S. 1 Ziff. 2). Der Allgemeinzustand habe sich verschlechtert (S. 2 Ziff. 3). Auf län
gere Sicht sei nicht mit einer Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen (S. 2 Ziff. 4).
4.8
4.8.1
Am 6. November 2013 erstatteten
Dr.
Y.___
(Urk. 9/92/1-25) sowie
Dr.
Z.___
(Urk. 9/92/33-46) ein
bidisziplinäres
Gutachten.
Diagnosen wurde
n
aus in
terdis
ziplinärer Sicht Folgende
genannt (Urk. 9/92/10):
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
cervikal
- und lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung in den Kopf und in alle Extremitäten
-
diffuse idiopathische
skelettal
e
Hyperostose
-
Bewegungseinschränkung thorakal und lumbal
-
anamnestisch Morbus
Menière
-
Tinnitus
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4)
-
chronisches, sich generalisierendes Schmerzsyndrom
-
Fingerpolyarthrose rechtsseitig
-
anamnestisch
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts
-
radiologisch Läsion der
Rotatorenmanschette
rechts
-
radiologisch Gonarthrose rechts
-
Psoriasis
vulgaris
-
Übergewicht mit Body-Mass-Index von 28.3 kg/m
2
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
arterielle Hypertonie
-
anamnestisch Reizmagen-Syndrom
-
August 2008 und März 2009 Neuritis
vestibularis
links mit passageren Drehschwindelbeschwerden
-
anamnestisch
Restlesslegs
-Syndrom
4.8.2
Dr.
Y.___
(Urk. 9/92/1-25) führte aus somatischer Sicht aus, in der klinischen Untersuchung
hätten
eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik, diffuse
Druckschmerzen, Bewegungsschmerzen aller axialen und peripheren Gelenke
sowie
leichtgradige
Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule imponiert. Darüber hinaus sei, abgestützt auf objektivierbare Befunde, ein weitgehend normaler Habitus festzustellen (S. 11 oben).
Der Beschwerdeführer habe ein unspezifisches Schonhinken des ganzen rechten Beines demonstriert, das den Charakter sofort gewechselt habe, wenn er von einer Vorwärts- in eine Rückwärtsbewegung gewechselt habe. Das Schonhinken habe weder
lumbogen
,
coxogen
,
genogen
noch
pedogen
abgestützt werden können. Die vom Beschwerdeführer geschilderte Steh- und Gehunsicherheit habe ebenfalls nicht objektiviert werden können. Beispielsweise seien Positions- und Halteversuche ohne Absinken einer Extremität möglich (S. 11 Mitte).
Soweit der Beschwerdeführer sämtliche Bewegungen aller axialen und periphe
ren Gelenke, deutlich rechtsbetont, in allen Ebenen als zirka gleich schmerzhaft geschildert habe unabhängig davon, ob
ein jeweils untersuchtes Gelenk in belasteter oder entlasteter Körperhaltung untersucht worden sei, weise dies vor
dergründig auf nicht somatisch abstützbare Beschwerden hin (S. 12 oben).
Die vom Beschwerdeführer geschilderten diffusen Druckschmerzen würden neben sämtlichen an typischen Lokalisationen gelegenen
Fibromyalgie-Trigger
punkt-Zonen
auch die Kontrollpunkte umfassen. Vordergründig könne dies nicht auf ein bekanntes somatisch-pathologisches Krankheitsbild abgestützt wer
den, zumal auch kein korrelierender klinisch-pathologischer Befund objekti
viert werden könne.
Es könne die Diagnose eines primären Fibromyalgie-Syn
droms gestellt werden. Hinweise auf ein
sekundäres Fibromyalgie-Syndrom
seien allerdings nicht zu finden (S. 1
3
f.).
Insgesamt sei von somatisch nicht abstützbaren Beschwerden auszugehen. Dies
bezüglich sei auf den psychosomatisch-psychiatrischen Gutachtensteil von
Dr.
Z.___
zu verweisen, der die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung stelle. Damit sei auch retrospektiv beurteilt der
Beschwerde
verlauf
nachvollziehbar (S. 1
4
oben).
Die vom Beschwerdefüh
r
er geschilderten Schwindelbeschwerden seien unsyste
matisch und diffus. Gleichzeitig könne keine Steh- und Gehunsicherheit objek
tiviert werden. Auch wenn aktuell kein Hinweis auf vordergründig somatisch abstützbare Schwindelbeschwerden objektiviert werden könnten, sei
differen
zial
diagnostisch
die Entwicklung eines Morbus
Menière
möglich (S. 14 Mitte).
Sodann seien sämtliche Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule in allen
Ebenen zirka gleich schmerzhaft
, unabhängig ob dies
e
Bewegungssegmente durch das Körpergewicht belastet oder - in liegender Körperhaltung - entlastet seien. Dies
weise vordergründig auf nicht somatisch abstützbare Beschwerden hin, da ande
rnfalls zu erwarten wäre, dass d
ie eine Bewegungsrichtung deutlich schmerzhafter geschildert werde als die andere (S. 15 unten).
Die aktualisierte Röntgenaufnahme der Schulter dokumentiere
beidseits keinen
Humeruskopfhochstand
, der als ein sekundäres Zeichen für eine relevante Läsion der
Rotatorenmanschette
gelte. Damit sei nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer beidseits seine Arme wie anlässlich der Begutachtung objek
tiviert, funktionell unbehindert einsetzen könne, und dass die Armmuskulatur rechts entsprechend der Rechtshändigkeit „kräftiger“ ausgebildet sei im Ver
gleich zur linken Seite. Die Ossifikationen seien unter die metabolische Störung vom Typus der diffusen idiopathischen
skelettalen
Hyperostose
zu
subsummie
ren
(S. 15 oben
). Mit dieser Diagnose seien auch
leichtgradige
Bewegungsein
schränkungen
thorakal und lumbal abzustützen (S. 17 Mitte
)
.
Die Kniegelenke seien klinisch beurteilt unauffällig und insbesondere ohne eine die Altersnorm überschreitende
retropatellare Krepitation und ohne Hinweis auf ein Meniskuszeichen, einen Gelenkserguss oder auf eine Gelenksinstabilität bei einer Flexion/Extension von je 130/0/5°. Somit könne kein Hinweis auf eine Gonarthrose objektiviert werden. Zwar sei im Januar 2011 eine
Kniearthrosko
pie
rechts mit einer partiellen
Meniskektomie
durchgeführt worden. Damit sei formal eine Gonarthrose definiert, weil ein Substanzdefekt vorliege. Die MRI-Abklärung des rechten Knies
vom März 2013 habe derart diskrete Befunde dokumentieret, dass diese anlässlich der aktuellen Röntgenaufnahmen nicht zur Darstellung gelangt seien. Damit liege lediglich formal eine beginnende Gon
arthrose rechts vor. Für eine angepasste Tätigkeit könne damit keine anhaltende Einschränkung begründet werden (S. 17 f.).
Allgemeininternistisch könne kein relevanter klinisch-pathologischer Befund objektiviert werden (S. 18 Mitte).
Aus somatisch-rheumatologischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit
im Bauge
werbe seit Anfang 2011 zu 70 % und seit Anfang 2013 noch zu durchschnitt
lich 40 % zumutbar. Zumutbar seien lediglich Tätigkeiten auf dem Boden ohne Sturzgefährdung. Für angepasste Verweistätigkeiten sei zu keinem Zeitpunkt eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu formulieren (S. 22 f.).
4.8.3
Dr.
Z.___
führte aus psychiatrischer Sicht aus, der Beschwerdeführer zeige deut
liche Hinweise für eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung: Er sei auf die Schmerzen fixiert, äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine
Schmerz
ausdehnung
. Es falle zudem auf, dass Lebensprobleme die Schmerzen ver
stärken würden, diese würden den Hauptfokus seines Interesses bilden.
Sodann
bestünden
aggravierende
Tendenzen. Beispielsweise sei der Be
schwer
de
füh
rer nach der Besprechung kaum fähig aufzustehen. Für die Kopfschmerz- und Schwindelproblematik sei den Akten keine eindeutige Erklärung zu ent
neh
men. Möglicherweise seien diese Anteile der psychoso
matischen Problematik (S. 8).
Die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode, wie sie von den behan
delnden Psychiatern gestellt worden sei, könne aufgrund seiner Lebensaktivität und aufgrund der anlässlich der Begutachtung präsentierten Befunde nicht bestätigt werden. Der Beschwerdeführer mache keinen depressiven Eindruck, er habe eine fröhliche und positive Ausstrahlung. Zudem habe er eine regelmäs
sige Tagesgestaltung und pflege enge Kontakte mit Kollegen und Freunden. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass es gelegentlich doch gewisse Verstimmungen gäbe. Es sei darauf hinzuweisen, dass gemäss der ICD-10-Ko
dierung bei den
Somatisierungsstörungen
das Einhergehen mit Verstim
mun
gen und Ängsten beinahe die Regel sei. Eine eigenständige psychische Komor
bidität liege beim Beschwerdeführer nicht vor
(S. 9 oben)
.
Eine hirnorganische Störung habe sich nicht feststellen lassen. Insbesondere sei der Beschwerdeführer gut konzentriert gewesen und zeige ein erhaltenes
Frisch
gedächtnis
. Der Benton-Test zeige ein relativ gutes Resultat, welches eine Demenz ausschliessen lasse (S. 9 unten).
Aus psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (S. 11 Ziff. 4, S. 12 Ziff. 13).
4.8.4
Gesamtgutachterlich sei von der somatisch-rheumatologischen Einschränkung auszugehen und damit die bisherige Tätigkeit im Baugewerbe seit Anfang 2011 zu 70 % und seit Anfang 2013 noch zu durchschnittlich 40 % zumutbar. Zumutbar seien lediglich Tätigkeiten auf dem Boden ohne Sturzgefährdung. Für angepasste Verweistätigkeiten sei zu keinem Zeitpunkt eine anhaltende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit zu formulieren
(Urk. 9/92/31-32).
4.9
Am 30. April 2014 verfassten
Dr.
E.___
und
Dr.
phil.
F.___
vom
B.___
eine Stellungnahme zum psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
Z.___
(Urk. 6). Das Gutachten beinhalte diverse Fehler und die Befundaufnahme
sei
oberfläch
lich und fehlerhaft (S. 2 Ziff. 4 f.). Sie wiederholten ihre bisherige
Befundauf
nahme
(Ziff. 6) und nannten die „richtigen“ Diagnosen (Ziff. 8).
5.
5.1
Das inter
disziplinäre Gutachten beruht auf für die strittigen Belange umfassen
den Untersuchungen und berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizi
nischen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden a
usführlich begründet.
Das Gutachten ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die
praxisgemässen
K
riterien (vgl. vorstehend E. 1.5
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
5.2
Dr.
Y.___
zeigte ausführlich
auf, dass
die demonstrierten Beschwerden mit den
erhobenen, objektiven somatisch-rheumatologischen Befunde
n in Widerspruch st
eh
en
und legte unter anderem auch in Auseinandersetzung mit den medizini
schen
Vorakten
nachvollziehbar dar, dass
in einer angepassten Tätigkeit zu
kei
nem Zeitpunkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe
(vorste
hend E.
4.8.2)
.
5.3
Der Beschwerdeführer monierte,
Dr.
Y.___
habe
an verschiedenen Stellen in sei
nem Gutachten zwar Befunde umschrieben, dann aber festgestellt, aufgrund dieser Befunde allein könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit begründet werden. Dabei sei die Möglichkeit, dass eine Kombination der Beschwerden doch zu einer Einschränkung führen könne oder müsse kein Thema gewesen (Urk. 1 S. 3 Ziff. 3). Dem ist entgegenzuhalten, dass
Dr.
Y.___
sehr wohl eine Gesamtbeurteilung vornahm.
Daraus ging
hervor, dass
aus medizinisch-theoretischer Sicht
keiner der erhobenen Befunde besonders einschränkend ist
, sofern er sich denn überhaupt objektivieren
liess
. Sodann verwies er auf vorherrschende krankheitsfremde Faktoren und ein deutliches Aggravationsverhalten
(vgl. Urk. 9/92/19 sowie Urk. 9/92/24).
Sod
ann begründete
Dr.
Y.___
- entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 3) -
klar, weshalb eine Gonarthrose am rechten Knie ledig
lich formal (nicht aber klinisch) definiert sei (vorstehend E. 4.8.2).
Ebenfalls begründete er die teilweise Verbesserung im Bereich der Wirbelsäule mit einer allseits wieder frei beweglichen Halswirbelsäule sowie einer verbesserten Beweglichkeit im lumbalen Bereich (Urk. 9/92/21 unten).
Weiter monierte der Beschwerdeführer,
Dr.
Y.___
„wolle partout nichts wissen von den seit Jahren ausgewiesenen Schwindelbeschwerden“ (Urk. 1 S. 3 Ziff. 3). Jedoch gab der Beschwerdeführer selbst an, die Schwindelbeschwerden hätten im Sommer 2008 und im März 2009 bestanden (Urk. 9/92/2) und sich
in der Folge
zurückgebildet (Urk. 9/92/12 unten). Diesbezüglich ist auch auf den Bericht von
Dr.
A.___
vom 8. April 2013 zu verweisen, in welchem dieser die
Schwindelproblematik ebenfalls nicht mehr erwähnt, sondern
Schmerzbe
schwer
den
im Bereich der Wirbelsäule, des rechten Knies und der rechten Schulter (vgl. Urk. 9/78).
5.4
Abschliessend
ist darauf hinzuweisen, dass aus somatischer Sicht auch
der behan
delnde
Hausarzt
Dr.
A.___
keine objektiv fassbaren Aspekte namhaft machte, welche
Dr.
Y.___
entgangen waren oder mit denen
er sich nicht befasst hatte.
Im Übrigen erklärt sich der
abweichende Standpunkt wohl auch mit dem Unterschied zwischen medizinischem Behandlungs- und
Abklärungsauftrag. Die von
Dr.
A.___
attestierte Arbeitsunfähigkeit ist auch aufgrund der Erfahrungs
tatsache zu relativieren, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Nach dem Gesagten nannte
Dr.
A.___
keine objektiv feststell
baren Gesichtspunkte, welche Zweifel am Gutachten begründen würden.
6.
6.1
Dr.
Z.___
nannte im psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 9/92/
33-46)
als Diag
nose ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
eine
anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung und
führte aus, es f
ehle
beim Beschwerdeführer an
einer relevanten psychischen Komorbidität
.
In Gesamtwürdigung der Umstände gelangte er zum Schluss, dass für die Annahme einer psychisch bedingten Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit kein Raum bleibe. Die soziale Integration sei voll erhalten und die prämorbide Persönlichkeitsstruktur sei unauffällig (
S. 10
). Die subjektive Einschränkung der Ressourcen könne psychiatrisch nicht nach
vollzogen werden (S. 14 Mitte). Somit besteht
gemäss
Dr.
Z.___
kein medizi
nisches Substrat, welches eine Arbeitsunfähigkeit verursachen würde.
6
.2
6.2.1
Mit zur Publikation vorgesehenem Entscheid 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E. 6):
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Invaliditätsbemessung bei psychosoma
ti
schen Störungen stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nie
derschlagen muss (E. 2). Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit (E. 3) bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines
gesetzmässigen
Versicherungsvollzuges (E. 3.4.1.1) mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe bzw. (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der
Überwind
barkeitsvermutung
(E. 3.1 und 3.2). Deren Rechtsnatur kann offen bleiben (E. 3.3). Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuhalten (E. 3.4 und 3.5). Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt (E. 3.6). An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG -
ausschliessliche
Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objekti
vierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche
Stan
dardindikatoren
(E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4). Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes (E. 4.3.1.1) und die
Präponderanz
der psychiat
rischen Komorbidität (E. 4.3.1.3) ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtli
cher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotener -
Anwen
dung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die
Invaliditätsbe
mess
ung
bei psychosomatischen Leiden (E. 4.2) die gesetzgeberischen Anordnun
gen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden
Invali
di
tätsgrades
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand
der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete
versicherte Person zu tragen.
6.2.2
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht im erwähnten Leitentscheid 9C_492/2014 wie folgt:
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
6.2.3
Es
ist festzuhalten, dass
gemäss
altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamt
haften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Abstellen auf die vor
han
denen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In
sinngemässer
An
wendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten
–
gegeben
en
falls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der
massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht (Entscheid 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 E. 8., mit Hinweis).
6
.3
Der psychiatrische Gutachter
(Urk. 9/92/33-46)
hat sich - wenn auch, da noch in Unkenntnis der
heute geltenden
bundesgerichtlichen Terminologie, nur
sinn
gemäss
- mit dem funktionellen Schweregrad der Beeinträchtigung auseinander gesetzt: Die Gesundheitsschädigung betreffend wurde die Ausprägung der rele
vanten Befunde thematisiert
und auf
aggravatorisches
Verhalten hingewiesen
, ebenso
wur
den
der Therapieverlauf und die Frage von begleitenden Erkrankun
gen
er
örtert
(Komorbidität
; vgl. S. 8 und S. 10
). Der Komplex der Persönlich
keit ist direkt in die Diagnostik einge
flossen und der soziale Kontext
wurde im Gut
achten ebenfalls angesprochen und berücksichtigt
(S. 5 ff.)
. Unter dem As
pekt der Konsistenz erscheinen sowohl der Umfang der bestehenden
Lebensa
kti
vitä
t
en
wie auch der Leidensdruck als berücksichtigt.
Die subjektive Einschrän
kung der Ressourcen könne aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollzogen werden (S. 14 Mitte
; vgl. auch vorstehend E. 4.8.3
).
6.4
Vorliegend erhellt aus dem
interdisziplinären
Gutachten hinreichend, dass die Ausprägung der psychischen und somatischen diagnoserelevanten Befunde
nicht
derart
stark ins Gewicht fällt
, dass sie einer Arbeitsfähigkeit in einer Ver
weistätigkeit entgegenstehen würde
. Ferner ergibt sich aus den Schilderungen des Beschwerdeführers, dass er
eine
n
grossen
Freundeskreis hat,
er seinen
Bekanntenkreis
sowie die familiären Beziehungen
pflegt und sich nicht zurück
zieht, wenngleich seine
Tätigkeiten
schmerzbedingt
etwas
reduziert sind (Urk.
9/92/36
Mitte, Urk. 9/92/37
-38
). Er geht nach eigenen Angaben knapp einmal im Monat
in
die
psych
iatrische Therapie und ha
t
die antidepressiv wirkenden Medikamente a
ufgrund der Verbesserung absetz
en können (Urk. 9/92/3
7
oben
). Das Aktivitätsniveau scheint
insgesamt
wenig einge
schränkt zu sein.
Insbesondere wurde seitens der Gutachter auch auf Anzeichen für
aggravatorisches
Verhalten des Beschwerdeführers hingewiesen (vorstehend E. 4.8.2 f.).
Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksichtigung der beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten Diagnosen, weshalb die Gutachter die Schmerzverarbeitungsstörung mit Selbstlimitierung in nachvollziehbarer Weise als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufführten.
6.5
Im psychiatrischen Gutachtensteil legte
Dr.
Z.___
sodann aufgrund der erho
be
nen Befunde sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
dar, weshalb die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode nicht (mehr) gestellt werden könne (
S. 8 f.
sowie
S. 13 f.
lit
. D).
Daran vermögen die Berichte des
B.___
nichts zu ändern. Im Bericht vom 25. April 2013 wird
zu weiten Teilen au
f die subjektive Beurteilung des
Beschwerdeführer
s
abgestellt,
ohne diese mit medizinisch objektiven Gesichts
punkten zu untermauern
.
Damit fehlt es am Begründungsfundament für die postulierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Im zur Publikation vorgesehenen Urteil 9C_492/2014 hielt das Bundesgericht Folgendes fest (E. 3.7.1): Medizinisch-psy
chiatrisch nicht begründbare Selbsteinschätzungen und -limitierungen, wie sie, gerichtsnotorisch, ärztlicherseits sehr oft unterstützt werden - wobei erst noch häufig gar keine konsequente Behandlung stattfindet -, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuerkennen.
Sodann nahmen
d
ie
Berichterstatter des
B.___
- als Fachpsychiater -
zum soma
ti
schen Gesundheitszustand Stellung beziehungsweise
liessen
in die
Arbeits
fähig
keitsein
schätzung
somatische Aspekte
einfliessen
,
was den
Beweiswert ihrer Stellungnahmen
ebenfalls nicht zuträglich ist
(vgl. Urteil des Bundesge
richt 9C_736/2009 vom 2
6.
Januar 2010 E. 2.1).
Im Übrigen ändert auch die Stellungnahme des
B.___
vom 30. April 2014 (Urk. 6), worin Kritik am interdisziplinären Gutachten geübt wurde, nichts am Beweiswert des besagten Gutachtens. Die in Ziffer 4 genannten „Fehler“ im
Gutachten entsprechen den Angaben des Beschwerdeführers.
Interessanterweise
hielt auch das
B.___
selbst
- in Übereinstimmung mit den Gutachtern
und entge
gen ihren Ausführungen vom 30. April 2014
- fest, der Beschwerdeführer habe sieben Geschwister (vgl. Bericht vom 25. August 2011, Urk. 9/60/2 Biographie). Inwiefern d
i
e Befundaufnahme
des
B.___
ausführlicher sein solle als jene der Gutachter, erhellt sich aus den Ziffern 5 und 6 beziehungsweise nach einem Blick auf die klinischen Grundlagen des Gutachtens von
Dr.
Z.___
(S.
4-7) nicht.
Sodann
kann
die anamnestische Angabe durch den Gutachter, der Beschwerdeführer leide seit seiner Jugendzeit an Schwindelbeschwerden,
nicht per se als falsch qualifiziert werden. Beispielsweise hielten auch die Psychiater des
C.___
seit der Kindheit bestehende Schwindelbeschwerden
fest (vgl. Urk. 9/71/11 persönliche Anamnese
).
Gesamthaft
ver
mögen die Berichte und Stellungnahmen des
B.___
keine Zweifel
am
Beweiswert des
interdisziplinären
Gutachten
s
zu
wecken
. Es wurden
vom
B.___
keine wichtigen - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent
springenden – Aspekte angeführt, welche im Rahmen der Begutachtung uner
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_278/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 5.3; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E.
2.2.1).
6.6
Zusammenfassend hat sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
im Vergleich zur rentenablehnenden Verfügung vom 17. August 2010 zwar diag
nostisch
und aufgrund der geklagten Beschwerden
verändert, dies wirkte sich jedoch nicht auf die ihm nach wie vor zu 100 % zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus.
Soweit der Beschwerdeführer verlangt, es
seien weitere Abklärungen durchzu
führen (Urk. 1 S.
2), kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung
(BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen)
verzichtet werden
. Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
7.
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich (
Urk.
2 S. 2
) blieb beschwerdeweise unbestritten und ist nach Lage der Akten nicht zu beanstanden. Entsprechend dem errechneten Invaliditätsgrad von
17
% hat der Beschwerdeführer keinen Rentenanspruch
.
Die angefochtene Verfügung vom
21. März 2014
erweist sich damit als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700.--
werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Marco Mona
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannFonti