# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b1578ba-fa07-5baf-aadd-d664791d9cfc
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-21
**Language:** de
**Title:** Steuerveranlagung 2019, welche erst im Beschwerdeverfahren eingereicht wird, kann grundsätzlich erst betreffend Ansprüche ab 1. Juli 2021 berücksichtigt werden.
**Docket/Reference:** EE.2021.00031
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/EE.2021.00031.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
EE.2021.00031
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
21. September 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
Manser
Treuhand Chur GmbH
Engadinstrasse
30, 7000 Chur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1983 geborene
X.___
ist als
Selbständigerwerbender
im Bereich Con
sul
ting tätig und dadurch der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, angeschlossen (
Urk.
7/5
-7
). Am 2
1.
April 2020 (Eingangsdatum) meldete er sich bei der Ausgleichskasse für den Bezug einer Erwerbsaus
fall
ent
schädigung gestützt auf die
Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall) an
(
Urk.
7/28)
. Mit Verfügung vom
1.
Mai 2020 wies die Ausgleich
sk
asse den Antrag ab (
Urk.
7/29).
Am 3
1.
März 2021 (Eingangsdatum) meldete sich
X.___
erneut bei der Aus
gleichskasse für den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf die
Cov
id-19-Verordnung Erwerbsausfall an und beantragte eine Entschädigung für die Monate November 2020 (
Urk.
7/42), Dezember 2020 (
Urk.
7/44), Januar 2021 (
Urk.
7/45) und Februar 2021 (
Urk.
7/43). Am
6.
April 2021 (Eingangsdatum) be
antragte er zudem eine Entschädigung für März 2021 (
Urk.
7/46). Mit Ve
rfügung
vom
7.
April 2021 (Urk.
7/47) verneinte die Ausgleichskasse erneut einen Anspruch
von
X.___
auf eine Er
werbsausfallentschädigung (Urk.
7/47). Die von
X.___
dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
7/51) wies die Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juni 2021 ab (
Urk.
2).
2.
Mit Eingabe vom
5.
Juli 2021 (
Urk.
1) liess
X.___
Beschwerde erheben und beantrag
en
, es
sei ihm für die Perioden November 2020, Dezember 2020, Januar 2021
,
Februar 2021 und März 2021 eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung auf Basis eines
Erwerbseinkommen
s
aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 17'263.--
auszurichten
. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerde
ant
wort vom 3
0.
Juli 2021 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
4.
August 2021 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
185
Abs.
3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nungen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl.
Art.
7d
Abs.
2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des
Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten - am 2
0.
März 2020 die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 1
7.
März 2020 in Kraft gesetzt (
Art.
11
Abs.
1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vom 2
0.
März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie vom
2
5.
September 2020 (Covid-19-Ge
setz) wurde rückwirkend per 17.
September 2020
eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall geschaf
fen (
Art.
15 in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem In
krafttreten per 1
7.
März 2020 wurde die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
1.2
1.2.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
1.2.2
Vorliegend strittig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsentschädigung betreffend die Monate November 2020 bis März 2021 (
Urk.
7/42-46;
Urk.
7/47,
Urk.
2;
Urk.
1).
Es sind entsprechend die in den Monaten November 2020 bis März 2021 gültigen Bestimmungen anwendbar,
und zwar in der jeweils
im
zu beurteilenden Zeitraum gültigen Fassung.
1.3
1.3.1
Gemäss
Art.
2
Abs.
3 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der mit Wirkung ab 1
7.
September 2020 gültigen Fas
sung sind
Selbst
ändigerwerbende
im Sinne von
Art.
12
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSG)
und Personen nach
Art.
31
Abs.
3
lit
. b und
lit
. c des Bun
desgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenz
ent
schädigung (AVIG), welche im Sinne des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) obligatorisch versichert sind
,
anspruchsbe
rechtigt, wenn sie:
a)
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und
b)
einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden.
1.3.
2
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
in der mit Wirkung ab 1
7.
September 2020 gültigen F
a
ssung
sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von
Art.
12 ATSG und Personen nach
Art.
31
Abs.
3
lit
. b und
lit
. c AVIG, welche im Sinne
AHVG
obligatorisch versichert sind, anspruchsberechtigt, wenn:
a)
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b)
sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c)
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens
Fr.
10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinnge
mäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Vor
aus
setzung proportional zu deren Dauer.
1.3.3
Für die Bemessung der Entschädigung anspruchsberechtigter
Selbständiger
wer
bender
nach
Art.
2
Abs.
1
bis
lit
. b
Ziff.
2,
Abs.
3 oder 3
bis
ist das AHV-pflichtige Erwerbseinkommen des Jahres 2019 massgebend. Sobald die Höhe der Entschä
di
gung festgesetzt wurde, kann sie nicht aufgrund einer aktuelleren Berechnungs
grundlage neu festgesetzt werden (
Art.
5
Abs.
2
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
in der vom 1
7.
September 2020 bis 3
0.
Juni 2021 gültig gewe
senen Fassung
).
1.4
1.4.1
Gemäss
Rz
1065 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (KS CE), in der
vorliegend massgebenden, ab 17.
Septem
ber 2020 gültigen Version, bildet Grundlage für die Bemessung der Entschädi
gung für selbständig Erwerbende grundsätzlich das Erwerbseinkommen, wel
ches im Jahr 2019 erzielt wurde. Als Basis ist das Einkommen zu verwenden, welches für die Festsetzung der Beitragsrechnungen für das Jahr 2019 (
Akonto
rechnungen
) herangezogen wurde. Liegt im Zeitpunkt der Festsetzung der Ent
schädigung die definitive Steuerveranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, ist auf diese abzustellen.
1.4.2
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Ge
setzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen Auf
sichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchführungs
organe, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides im Wesent
lichen (
Urk.
2 und
Urk.
6), ein Anspruch auf eine Corona-Erwerbsersatz
ent
schädigung aufgrund wesentlicher Einschränkungen der Erwerbstätigkeit bestehe nur für Personen, welche im Jahr 2019 mindestens Fr. 10'000.
--
Jahresein
kom
men abgerechnet hätten. Als Basis sei das Einkommen zu verwenden, welches für die Festsetzung der Be
i
tragsrechnungen für das Jahr 2019 (
Akontorechnungen
) herangezogen worden sei. Liege im Zeitpunkt der Festsetzung der Entschädigung die definitive Steuerveranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, sei auf diese abzustellen. Des Weiteren bewirke eine später erfolgte Anpassung der
Akonto
rech
nungen
2019 keine Änderung in der Entschädigung. Die Zahlen der Steu
ererklärung 2019 seien für sich alleine nicht massgeblich. Für das Jahr 2019 habe der Beschwerdeführer ein Einkommen von weniger als Fr. 10'000.
--
deklariert. Die definitive Steuerveranlagung habe im Zeitpunkt ihres Entscheides noch nicht vorgelegen.
2.2
Der Beschwerdeführer liess dagegen im Wesentlichen einwenden (
Urk.
1), die
Steuerbehörden hätten
am 2
3.
Juni 2021 die Veranlagung für das Jahr 2019 vorgenommen. Dabei
sei sein
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit mit Fr. 17'263.
--
veranlagt
worden
. Die Anspruchsvoraussetzung für die Ausrichtung der Corona-Erwerbsersatzentschädigung sei somit gegeben.
3.
3.1
Es steht fest und ist unbestritten, dass der B
eschwerdeführer seine Tätigkeit nicht aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen musste und er entsprechend keinen Entschädi
gungs
anspruch gestützt auf
Art.
2
Abs.
3 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall hat. Strittig und zu prüfen
ist
jedoch, ob
er
gestützt auf
Abs.
3
bis
derselben Bestim
mung Anspruch auf eine Entschädigung hat.
3.2
3.2
.1
Bereits unter der Herrschaft der vom 1
7.
März bis 1
6.
September 2020 gültig ge
wesenen Version der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall war sowohl für die
Be
stimmung des anspruchsbegründenden Grenzwertes wie für die Entschädi
gungs
bemessung auf das für die Bemessung der AHV-Beiträge massgebende Ein
kom
me
n für das Jahr 2019 abzustellen. Zu diesem Schluss gelangte das Sozial
versiche
rungsgericht aufgrund des unzweideutigen Wortlauts der damals gelten
den Ver
ordnungsbestimmungen (Urteil des Sozialversicherungsgerichts des
Kan
to
ns Zürich
EE.2020.00026 vom 25.
November 2020 E. 3.1). Mit der ab 1
7.
September 2020 gültigen Version der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall hat der Verord
nungs
geber diesbezüglich keine Änderungen vorgenommen. Dies ergibt sich wie
derum eindeutig aus dem Wortlaut der Verordnung. Gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
lit
. c und
Art.
5
Abs.
2
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in
der vom
1
7.
September 2020
bis 3
0.
Juni 2021
gültig
gewesenen Fassung
wird auf das AHV-pflichtige Erwerbseinkom
men des Jahres 2019 abgestellt
.
3.2.2
Das AHV-pflichtige Erwerbseinkommen des Jahres 2019 ist nicht mit dem durch die selbständige Erwerbstätigkeit im Jahr 2019 erzielten (reinen) Einkommen
gleichzusetzen. Die Ausgleichskassen ermitteln das AHV-pflichtige beziehungs
weise beitragspflichtige Einkommen ausgehend vom von den Steuerbehörden gemeldeten Erwerbseinkommen sowie - gegebenenfalls - vom gemeldeten im Be
trieb eingesetzten Kapital (
Art.
9
Abs.
3 AHVG,
Art.
23 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVV) aufgrund
der Vorgaben von Gesetz (insbes
ondere
Art.
9
Abs.
2 und
Abs.
4 AHVG) und Verordnung (
Art.
23 AHVV). Das reine Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und das AHV-pflichtige Erwerbseinkommen sind somit nicht nur begrifflich, sondern auch
betraglich
verschieden. Was die Bestimmung des AHV-pflichtigen Einkommens betrifft, so ist zunächst zu beachten, dass gemäss den Regeln des Beitrags
be
zugsverfahrens das beitragspflichtige Einkommen mit der Beitragsverfügung definitiv festgesetzt wird (vgl. dazu:
Art.
25
Abs.
1 AHVV sowie
Rz
1183 f.
der
Wegleitung
des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Beiträge der
Selbständigerwerbenden
und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO [WSN]; gültig ab
1.
Januar 2008, Stand:
1.
Januar 2021). Vor der definitiven Beitrags
verfügung haben die Beitragspflichtigen im laufenden Beitragsjahr periodisch
Akontobeiträge
zu leisten (
Art.
24
Abs.
1 AHVV). Die Ausgleichskassen be
stim
men die
Akontobeiträge
auf
g
rund des voraussichtlichen Einkommens des Bei
trags
jahres. Sie können dabei vom Einkommen ausgehen, das der letzten Bei
tragsverfügung zu Grunde lag, es sei denn die beitragspflichtige Person mache glaubhaft, dieses entspreche offensichtlich nicht dem voraussichtlichen Einkom
men (
Art.
24
Abs.
2 AHVV). Mit der definitiven Beitragsverfügung wird dann der Ausgleich mit den geleisteten
Akontobeiträgen
vorgenommen (
Art.
25
Abs.
1 AHVV). Aus dem System des Beitragsbezugsverfahrens gemäss AHVV folgt somit, dass bezüglich des AHV-pflichtigen Einkommens auf das den
Akontorech
nungen
zugrundeliegende voraussichtliche Einkommen abzustellen ist, wenn noch keine definitive Beitragsverfügung vorliegt.
3.
2
.3
Vorliegend gibt es für das Beitragsjahr 2019 noch keine definitive Beitrags
ver
fügung. Gemäss der Mitteilung vom 2
9.
Januar 2019 erhob die Beschwerde
geg
nerin die
Akontobeiträge
für das Jahr 2019
gestützt auf ein voraussichtlich
bei
tragspflichtige
s
Einkommen in der Höhe von
Fr.
23’40
0.-- (
Urk.
7/10
). Dazu führte sie unter anderem aus, dass der Beschwerdeführer gebeten werde, wes
entliche Abweichungen des effektiven Erwerbseinkommens von den provisori
schen Berechnungsgrundlagen (mehr als 25
%
) umgehend mitzuteilen (
Urk.
7/10/3
). Im beigelegten Formular konnte der Beschwerdeführer Änderungen des voraussichtlichen Erwerbseinkommens für das Jahr 2019 eintragen (
Urk.
7/10/5
).
Mit Mitteilung vom
7.
Mai 2019 setzte die Ausgleichskasse die Beiträge gestützt auf die Selbstangaben des Beschwerdeführers neu auf Basis eines beitragspf
lichtigen Einkommens von Fr. 9’
000.-- fest (
Urk.
7/14).
Auch diese Mitteilung war mit dem Hinweis versehen, dass wesentliche Abweichungen des effektiven Erwerbseinkommens von den provisorischen Berechnungs
grund
lagen (mehr als 25
%
) umgehend mitzuteilen seien (
Urk.
7/14/3). In der Folge liess der Beschwerdeführer keine weitere Anpassung der
Akontobeiträge
mehr vor
nehmen.
Es erweist sich daher als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin den
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers gestützt auf ein beitragspflichtiges Ei
n
kommen von Fr. 9'000.
-- beurteilte und entsprechend
einen Leistungsanspruch verneinte.
3.
3
3.
3
.1
Mit der Beschwerde legte der Beschwerdeführer die Veranlagung des Kantonalen Steueramtes Zürich für die direkte Bundessteuer vom 2
3.
Juni 202
1
auf (
Urk.
3/2). Der Beschwerdeführer machte sinngemäss geltend, dass mit der definitiven Steuerveranlagung ein Einkommen 2019 in einer anspruchsbegründenden Höhe nunmehr nachgewiesen sei.
3.
3
.2
Das Sozialversicherungsgericht hat in E.
3 de
s Urteils EE.2020.00006 vom 29.
Oktober 2020 erwogen, dass es einer sachlich nicht zu rechtfertigenden
Privilegierung oder aber Benachteiligung der antragstellenden Person gleich
käme
, wenn der etwaige Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung davon abhängig gemacht würde, ob die definitive Steuerveranlagung über das Jahr 2019 im Zeitpunkt des Antrags bereits vorliegt oder nicht. In jenem Urteil musste das Sozialversicherungsgericht aber noch nicht prüfen, ob die versicherte Person verpflichtet gewesen wäre, die
Akontobeiträge
während des Jahres 2019 anzu
passen. In den nachfolgenden Urteilen EE.2020.00042 vom
3.
Dezember 2020 E.
4.3.2 f.
und EE.2020.00043 vom 10.
Dezember 2020 E. 3.4 f. hielt das Sozial
ver
sicherungsgericht fest, dass eine Anpassung an eine nachträgliche (nach dem 1
6.
September 2020 ergangene) Steuerveranlagung unterbleiben muss, wenn es
eine selbständige Person pflichtwidrig unterlassen hat, vor Inkrafttreten der Covid-
19-Verordnung Erwerbsausfall
(vgl. aber Urteil des Bundesgerichts 9C_53/2021 vom 3
0.
Juni 2021)
eine wesentliche Änderung des voraussichtlichen Einkom
mens zu melden. Sie kann sich
diesfalls
nicht darauf berufen, dass sie auf den Zeitpunkt der Veranlagung des AHV-pflichtigen Einkommens keinen Einfluss nehmen konnte.
3.3.3
Der Beschwerdeführer hielt in einer Steuererklärung vom 1
6.
Dezember 2020 ein Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit von Fr. 17'263.
--
und ein im Be
trieb investiertes Kapital von Fr. 4'403.
--
fest (
Urk.
3/1).
Dies
e Werte entspr
e
chen einem
AHV-pflichtigen
Einkommen, welches rund
doppelt
so ho
ch ist wie das
vom Beschwerdeführer gemeldete.
Beschwerdeführer hat somit trotz der entsprechenden Obliegenheit
eine wesent
liche Korrektur von über 25
%
nicht
gemeldet. Es bleibt daher für
eine nach
trägliche Korrektur bzw. erneute Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen der Härtefallregelung nach definitiver Steuerveranlagung kein Raum.
Diese Beur
teilung steht in Übereinstimmung mit der Covid-19-Verordung Erwerbsausfall, sieht diese in der ab
1.
Juli 2021 gültigen Fassung
in
Art.
5
Abs.
2
ter0
doch vor, dass mit Wirkung ab
1.
Juli 2021 künftige Entschädigungen aufgrund der Steuer
veranlagung 2019 bemessen werden können. E
contrario
ergibt sich
daraus
, dass
nach dem Willen des Verordnungsgebers betreffend Ansprüche
vor dem
1.
Juli 2021 grundsätzlich nicht auf die
nachträglich eingereichte
Steuerveranlagung 2019 abzustellen ist (vgl.
Rz
1065.2
KS CE
in der ab 1.
September 2021 gültigen Fassung).
4.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Manser
Treuhand Chur GmbH
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler