# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b17fbda-1074-58f9-8d85-c73a4f9c256e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.03.2007 B-2204/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2204-2006_2007-03-28.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2204/2006
{T 0/2}

Urteil vom 28. März 2007 

Mitwirkung: Richter Francesco Brentani (vorsitzender Richter), Richter 
Ronald Flury, Richterin Eva Schneeberger; 
Gerichtsschreiber Corrado Bergomi.

S., ____________
vertreten durch ________________,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerischer Verband Technischer Kaderleute svtk, Berufsprüfung 
technische Kaufleute mit eidg. Fachausweis, Prüfungsleitung, Untere 
Sonnenbergstrasse 10, 9214 Kradolf,

Erstinstanz,

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Effingerstrasse 27, 
3003 Bern,

Vorinstanz

betreffend

Berufsprüfung

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt: 

A. Im Herbst  2005 legte S.  die Berufsprüfung für Technische Kaufleute ab. 
Am 13. Oktober 2005 teilte ihm der Schweizerische Verband technischer 
Kaderfachleute  (svtk;  Prüfungsleitung  der  Berufsprüfung  Technische 
Fachleute  mit  eidgenössischem  Fachausweis;  nachfolgend 
Prüfungskommission)  mit,  er  habe  die  Prüfung  nicht  bestanden.  Dem 
Notenausweis  ist  zu  entnehmen,  dass  seine  Leistungen  in  den Fächern 
Deutsch,  Volks-  und  Betriebswirtschaftslehre  sowie  Finanz-  und 
Rechnungswesen  mit  den  Noten  3,0,  3,8  und  3,5  bewertet  wurden  und 
dass die von ihm erzielte Endnote 3,9 beträgt. 

Gegen  diesen  Entscheid  erhob  S.  am  11.  November  2005  sowie  mit 
Ergänzung  vom  15.  November  2005  Beschwerde  beim  Bundesamt  für 
Berufsbildung  und  Technologie  (Bundesamt,  Vorinstanz)  und  beantragte 
sinngemäss  dessen  Aufhebung.  Bezüglich  der  Prüfung  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre (schriftlich)"  führte S. aus, die Prüfungsaufgaben 
im Fachgebiet Unternehmenslogistik seien - wie dies im Übrigen auch der 
entsprechenden  Stellungnahme  der  Prüfungskommission  zu  entnehmen 
sei  -  mit  Fehlern  behaftet,  welche  ihn  gleich  wie  andere 
Prüfungskandidaten stark verunsichert hätten. Die Prüfung im Fachgebiet 
Betriebswirtschaftslehre  sei  zudem  am  gleichen  Tag  wie  diejenige  im 
Fachgebiet  Unternehmenslogistik  durchgeführt  worden.  Die  dadurch  bei 
ihm  ausgelöste  Nervosität  habe  ihm  einen  ordnungsgemässen 
Prüfungsablauf  verunmöglicht.  Hinsichtlich  der  Prüfung  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre  (mündlich)"  bemängelte  S.,  ihm  sei  das  im 
Prüfungsreglement vorgesehene Recht nicht eingeräumt worden, wonach 
ein Kandidat  wählen dürfe, mit welchem der zwei Teilfächer er beginnen 
möchte. Ausserdem seien seine Leistungen nicht objektiv beurteilt worden, 
denn  er  habe  alle  Fragen  mit  Ausnahme  derjenigen  über  die 
Preiselastizität  zumindest  im  Ansatz  richtig  beantwortet,  was  eine 
ungenügende Note nicht rechtfertige. 

Mit  Bezug  auf  das  Fach  "Finanz-  und  Rechnungswesen"  rügte  S.  eine 
Unterbewertung  seiner  Leistungen  in  den  Aufgaben  1.1.3.,  1.1.5.,  4.6., 
5.1., 6.1., 7.1.1., 7.1.3. und 8.2.2. . Seiner Meinung nach ist er jeweils um 
einen Punkt  pro Aufgabe zu tief  bewertet worden. Eine Rücksprache mit 
externen Fachleuten habe ergeben,  dass bei der  Bewertung mindestens 
vier zusätzliche Punkte zu berücksichtigen seien.

Mit  Stellungnahme  vom  5.  Januar  2006  beantragte  die 
Prüfungskommission  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Betreffend  die 
Prüfung  im  Fach  "Volks-  und  Betriebswirtschaft  (schriftlich)"  hielt  diese 
fest,  die Pause zwischen den beiden Prüfungsfächern habe knapp 2 1/2 
Stunden betragen. In jener Zeit sollte es möglich sein, sich auf ein neues 
Prüfungsfach  einzustellen.  Alle  anderen  Kandidaten  seien  auch  von 

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diesem Prüfungsablauf betroffen gewesen, so dass im Einzelfall  auf eine 
solche  Beschwerdebegründung  nicht  einzutreten  sei.  Bezüglich  der 
Prüfung  "Volks-  und  Betriebswirtschaft  (mündlich)"  wies  die 
Prüfungskommission darauf hin, weder aus dem Reglement noch aus der 
Wegleitung  könne  ein  Wahlrecht  abgeleitet  werden.  Hinsichtlich  der 
Prüfung  im  Fach  "Finanz-  und  Rechnungswesen"  führte  die 
Prüfungskommission  an,  sie  könne  auf  Äusserungen  von  externen 
Fachexperten  nicht  eingehen.  Des  Weiteren  verwies  sie  auf  die 
Stellungnahmen der Experten. 

Mit Replik vom 23. Februar 2006 hielt S. an seiner Beschwerde fest. Mit 
Bezug auf das Fach "Volks- und Betriebswirtschaft (mündlich)" hielt er die 
Stellungnahmen  der  Prüfungskommission  und  der  Fachexperten  zum 
Recht  der  Kandidaten  auf  Fachauswahl  bei  Prüfungsbeginn  für 
widersprüchlich.  Entgegen  der  Ansicht  der  Prüfungskommission  sei  der 
von ihr beigelegten Stellungnahme der Fachexperten klar zu entnehmen, 
dass  jedem Kandidaten  ausnahmslos  die  Wahl  gewährt  worden  sei,  mit 
welchem  Fach  die  Prüfung  begonnen  werden  soll.  Somit  liege  ein 
Verfahrensfehler vor, der den Prüfungsablauf verfälscht habe. Im Übrigen 
seien  die  Experten  in  der  Stellungnahme  zu  wenig  detailliert  auf  die 
einzelnen Fragen im Fachgebiet eingegangen. Hinsichtlich der Prüfung im 
Fach  "Volks-  und  Betriebswirtschaft  (schriftlich)"  machte  S.  geltend,  in 
ihrer  Stellungnahme  habe  die  Prüfungskommission  Fehler  in  der 
endgültigen  Prüfungsfassung  eingestanden.  Da  ein  Kandidat  an  einer 
eidgenössischen  Prüfung  eine  fehlerfreie  Aufgabenstellung  erwarten 
könne, könne von ihm nicht verlangt werden, dass zuerst die Fragestellung 
auf  allfällige  Fehler  überprüft  werden  müsse,  liege  auch  hier  ein 
Verfahrensfehler  vor,  der  bei  der  Bewertung  seiner  Leistungen 
berücksichtigt werden müsse.
Was  die  Prüfung  im  Fach  "Finanz-  und  Rechnungswesen"  anbelangt, 
stellte S. die Stellungnahme der Experten in Frage, denn einerseits seien 
die  bereits  erteilten  Punkte  nachträglich  wieder  abgezogen  worden  und 
andererseits seien nachträglich zusätzliche Punkte gegeben worden.

Mit  Duplik  vom  1.  März  2006  hielt  die  Prüfungskommission  an  der 
Abweisung  der  Beschwerde  fest.  Bezüglich  des  mutmasslichen 
Wahlrechts,  mit  welchem  Prüfungsteil  im  Fach  Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre  (mündlich)  begonnen  werden  könne,  führte  sie 
ergänzend  aus,  die  Experten  seien  frei,  in  welcher  Form  sie  das 
Prüfungsgespräch einleiten möchten. Die von S. angesprochene Wahl falle 
in  die  Gestaltungsfreiheit  der  Experten,  weshalb  nicht  von  einem 
Verfahrensfehler  gesprochen  werden  könne.  Zum  Fehler  im  Fach 
"Unternehmungslogistik"  hob  die  Prüfungskommission  hervor,  dass  sie 
anlässlich  des  Schulhearings  für  ihr  Krisenmanagement  und  die  faire 
Haltung  gegenüber  den  Kandidaten  in  diesem  Fall  ausdrücklich  gelobt 
worden  sei.  Bezüglich  des  Fachs  "  Finanz-  und  Rechnungswesen" 
übersehe  S.,  dass  in  einem  Beschwerdeverfahren  auch  Punkte 
zuungunsten des Beschwerdeführers  eingebracht  werden könnten.  Doch 

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selbst  bei  Belassung  der  ihm in  der  Aufgabe  6.1.  abgezogenen  Punkte 
ergäbe sich ein Punktetotal von 53 Punkten, was unverändert der Note 3,5 
entspreche.

Mit Entscheid vom 6. Juli 2006 wies das Bundesamt die Beschwerde ab. 
Zur  Begründung  führte  es  aus,  es  seien  keine  Anhaltspunkte  für  einen 
ordnungswidrigen Prüfungsablauf  im Fachbereich  "Unternehmenslogistik" 
ersichtlich.  Dadurch,  dass  die  aufgetretenen  Fehler  in  der 
Aufgabenstellung  bei  der  Korrektur  der  Prüfungen  berücksichtigt  worden 
und zugunsten der Kandidaten beurteilt worden seien, habe sichergestellt 
werden  können,  dass  den  Kandidaten  durch  die  fehlerhaften 
Prüfungsfragen keine Nachteile entstanden seien. 
Hinsichtlich  der  Prüfung  im  Fach  "Volks-  und  Betriebswirtschaftslehre 
(mündlich)" hielt das Bundesamt fest, dem Reglement oder der Wegleitung 
sei  kein  Recht  zu  entnehmen,  wonach der  Kandidat  wählen  könnte,  mit 
welchem  Prüfungsfach  er  beginnen  möchte.  Somit  sei  den  Experten 
freigestellt,  welche  Reihenfolge  sie  wählten.  Da  Prüfungsreglement  und 
Wegleitung  die  einzige  Grundlage  des  Prüfungsablaufs  bildeten,  könne 
einer  externen  Stellungnahme  keine  Relevanz  zukommen.  Ausserdem 
legte  das  Bundesamt  dar,  S.  habe  seine  Rüge,  wonach  er  sämtliche 
Fragen  dieser  mündlichen  Prüfung  mindestens  im  Ansatz  korrekt  habe 
beantworten  können,  nicht  präzisiert,  weshalb  auf  diese  Rüge  nicht 
eingegangen werden könne. 
Bezüglich der Prüfung im Fach "Finanz- und Rechnungswesen" hielt das 
Bundesamt fest, die von S. gerügten Prüfungsleistungen seien weder zu 
tief noch falsch beurteilt worden. Die Experten seien in der Stellungnahme 
hinreichend  und  in  klarer  Weise  auf  die  Rügen  des  Beschwerdeführers 
eingegangen  und  hätten  verdeutlicht,  dass  eine  Vergabe  von  mehreren 
Punkten  aufgrund der  Lösungen  des Kandidaten  nicht  in  Frage komme. 
Daher sei die Bewertung der Aufgaben nicht zu beanstanden.
In Anbetracht, dass die ungenügende Note im Fach "Deutsch" nicht gerügt 
wurde, gelangte das Bundesamt zur Schlussfolgerung, dass mit mehr als 
zwei  ungenügenden  Noten  feststehe,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Prüfung nicht bestanden habe. 

B. Gegen  diesen  Entscheid  erhob  S.,  vertreten  durch  Rechtsanwalt  G. 
(Beschwerdeführer)  am  6.  September  2006  Beschwerde  bei  der 
Rekurskommission EVD. Er beantragt  die Aufhebung des angefochtenen 
Entscheids,  sowie  es  sei  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  im 
Fach "Volks- und Betriebswirtschaftslehre (mündlich und schriftlich)" sowie 
im  Fach  "Finanz-  und  Rechnungswesen"  mindestens  die  Note  4  erzielt 
habe und es sei  demnach  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
eidgenössische  Berufsprüfung  Technische  Kaufleute  2005  bestanden 
habe.  Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zu  Lasten  der 
Prüfungskommission. 

Bezüglich der Prüfung im Teilbereich "Unternehmenslogistik"  führt  er an, 
es  sei  unbestritten,  dass  es  in  diesem  Prüfungsfach  zu 

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Unregelmässigkeiten  gekommen  sei.  Es  sei  allgemein  bekannt,  dass 
solche Vorfälle  in  Prüfungssituationen eine massive seelische Belastung 
darstellten.  Damit  seien  die  psychischen  Einschränkungen  des 
Beschwerdeführers  ohne  weiteres  nachvollziehbar.  Ebenso  allgemein 
bekannt  sei,  dass  die  meisten  Kandidaten  an  Prüfungen  eine  mentale 
Vorbereitungszeit  für  die  nachfolgende  Prüfung  brauchten.  Werde  diese 
gestört, könne das Leistungsvermögen nicht abgerufen werden. Es könne 
somit  nicht  behauptet  werden,  der Beschwerdeführer  habe daraus keine 
Nachteile erlitten. Daran vermöge der Umstand nicht zu ändern, dass alle 
Kandidaten  davon  betroffen  gewesen  seien.  Die  Prüfungskommission 
mache nicht geltend, dass bei der Notengebung eine mildere Beurteilung 
angewendet  worden  sei,  welche  auf  die  Konzentrationseinschränkungen 
Rücksicht genommen hätte. Daher erscheine es gerechtfertigt, zumindest 
die Note im Fach "Volks- und Betriebswirtschaftslehre (schriftlich)" um eine 
halbe Note anzuheben, womit der Beschwerdeführer alle Bedingungen für 
das Bestehen der Prüfung erfüllt hätte. 

Hinsichtlich  der  Rüge,  wonach  kein  Wahlrecht  im  Fach  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre  (mündlich)"  eingeräumt worden sei,  verweist  der 
Beschwerdeführer  zuerst  auf  die  Stellungnahme  der  Prüfungsexperten 
vom  19.  Dezember  2005.  Entgegen  der  zusammenfassenden 
Stellungnahme  werde  dort  geltend  gemacht,  beide  Experten  hätten 
ausnahmslos jedem Kandidaten die Wahl  gewährt,  mit  welchem Fach er 
die  Prüfung  beginnen  möchte.  Daraus  lasse  sich  zumindest  die  vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Praxis  der  Prüfungsexperten 
ableiten. Dies werde auch vom Rektor des Kaufmännischen Lehrinstitutes 
Zürich  im  Schreiben  vom  20.  Februar  2006  bestätigt.  Dieses  könne 
zumindest als zusätzliches Indiz für eine langjährig geübte Praxis gewertet 
werden.  Insofern  könne  der  Auffassung  der  Vorinstanz  nicht  gefolgt 
werden,  wonach  nur  das  Prüfungsreglement  und  die  Wegleitung 
Grundlage für den Prüfungsablauf  bilden könnten.  Auch eine langjährige 
und bei allen Kandidaten angewendete Praxis könne eine Basis für einen 
verbindlichen  Prüfungsablauf  bilden.  Durch  die  Nichtgewährung  des 
Wahlrechts sei der Beschwerdeführer verunsichert worden. Es sei üblich, 
dass  sich  die  Kandidaten  auf  einen  Prüfungsablauf  vorbereiteten  und 
einstellten. Wenn dieser plötzlich anders sei als erwartet, könne dies unter 
Prüfungsstress zu einer erheblichen Verunsicherung führen. Unter diesen 
Umständen  rechtfertige  es  sich,  die  Note  im  Fach  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre (mündlich)" um 0,5 Notenpunkte auf die Note 4,0 
anzuheben, womit auch in diesem Fall die Prüfung als bestanden zu gelten 
habe. 

Betreffend  die  Prüfung  im  Fach  "Finanz-  und  Rechnungswesen"  kommt 
der  Beschwerdeführer  zum  Schluss,  ihm  müssten  neben  den  zwei  ihm 
bereits  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  zusätzlich  gewährten 
Punkten  noch  mindestens  vier  weitere  Punkte  zugestanden  werden  (2 
Punkte in der Aufgabe 5.1., 1 Punkt in der Aufgabe 7.1.1. und 1 Punkt in 
der  Aufgabe  8.2.2.).  Weiter  sei  festzuhalten,  dass  der  im 

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Beschwerdeverfahren erfolgte  Abzug von zwei  Punkten bei  der  Aufgabe 
6.1.  nicht  zulässig  sei.  Somit  erziele  der  Beschwerdeführer  -  statt  der 
bereits  vergebenen  51  -  insgesamt  57  Punkte,  was  für  die  Note  4,0 
genüge.  Im  Übrigen  sei  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Note 4 (welche bei 55 Punkten erreicht werde) selbst dann erzielen würde, 
wenn eine Reduktion der Punktezahl in der Aufgabe 6.1.  als zulässig zu 
erachten wäre. 

Schliesslich  beanstandet  der  Beschwerdeführer,  weder  die 
Prüfungskommission  noch  die  Vorinstanz  hätten  sich  angesichts  seiner 
Notensituation  -  ihm  fehlten  zwei  Punkte  im  Fach  "Finanz-  und 
Rechnungswesen" zur Erreichung der Note 4 - mit der Frage auseinander 
gesetzt,  ob  er  einen  Grenzfall  darstellen  könnte.  Deshalb  sei  die 
Prüfungskommission  aufzufordern,  allfällige  Grenzfallregelungen 
herauszugeben. Aber selbst wenn eine solche nicht vorhanden wäre, sei 
der Entscheid der Vorinstanz weder verhältnismässig noch zumutbar. 

C. Mit  Vernehmlassung  vom  24.  Oktober  2006  hält  das  Bundesamt  am 
angefochtenen  Entscheid  fest  und  beantragt  die  Abweisung  der 
Beschwerde. Ergänzend führte die Vorinstanz aus, es lasse sich aufgrund 
der  Akten  nicht  abschliessend  beurteilen,  ob  eine  entsprechende  Praxis 
zum  Wahlrecht  existiere  und  der  Beschwerdeführer  das  Fach  für  den 
Beginn der Prüfung nicht habe wählen können. Die Kandidaten müssten 
die geprüften Fächer "Volks- und Betriebswirtschaftslehre" gleich intensiv 
vorbereiten,  da  beide  Teile  Prüfungsgrundlage  bildeten.  So  dürfe  einem 
allfälligen Wahlrecht keine allzu grosse Bedeutung beigemessen werden. 
Selbst  wenn  von  einem  bestehenden  Wahlrecht  auszugehen  wäre, 
entstünde für die Kandidaten allein bei dessen Nichtgewährung nicht ein 
derartiger  Nachteil,  der  per  se  einen  gravierenden  Verfahrensmangel 
begründete. 

Hinsichtlich  der  Bewertung  der  Leistungen  im  Fach  "Finanz-  und 
Rechnungswesen"  hält  die  Vorinstanz  der  Rüge  des Beschwerdeführers 
entgegen,  wonach  es  nicht  zulässig  sei,  einer  Aufgabe  -  wie  in  casu 
Aufgabe  6.1.  -  nach  nochmaliger  Bewertung  weniger  Punkte 
zuzusprechen,  dass  ihrer  Ansicht  nach  nur  eine  unbegründete  oder 
allgemein begründete reformatio in peius unzulässig wäre. Vorliegend sei 
aber von einer nachvollziehbaren Begründung auszugehen.
 
Bezüglich  der  Anwendung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  hält  die 
Vorinstanz fest, dieses Prinzip finde bloss auf das Verfahren und nicht auf 
die materielle Begründung Anwendung. So könne es vorkommen, dass sie 
bei  einem  knappen  Resultat  aus  Verhältnismässigkeitsüberlegungen  auf 
die  Durchführung  eines  dritten  Schriftenwechsels  verzichte.  Nie  aber 
würden  zusätzliche  Punkte  aus  Gründen  der  Verhältnismässigkeit 
zugesprochen,  wenn  die  Erstinstanz  ihren  Entscheid  ausreichend 
begründet habe, was hier vorliege. 

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D. Die Prüfungskommission beantragt mit Vernehmlassung vom 16. Oktober 
2006  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Betreffend  die  geltend  gemachte 
Unmöglichkeit  der  Vorbereitung  auf  das  Fach  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre"  hält  sie  fest,  dass  sich  diese  Störung  auf  alle 
Kandidaten gleich  ausgewirkt  habe.  Die  Pause zwischen den Prüfungen 
sei  ausreichend  gewesen,  um  sich  wieder  zu  fassen  und  neu  zu 
motivieren.  Das  Notenbild  des  Beschwerdeführers  zeige,  dass  er  ganz 
offensichtlich nicht in einem seine Konzentration stark beeinträchtigenden 
Masse  gestört  worden  sei.  Er  habe  sowohl  im  Fach 
"Unternehmungslogistik" wie im Fach "Volks- und Betriebswirtschaftslehre" 
die genügende Note 4 erzielt. 

Zum  nicht  gewährten  Wahlrecht  im  Fach  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre (mündlich)" führt die Prüfungskommission aus, es 
sei  den Experten in  jedem Einzelfall  überlassen,  ob sie den Kandidaten 
das zuerst zu prüfende Teilgebiet wählen liessen oder nicht. Es gebe keine 
entsprechende  Weisung  der  Prüfungskommission  an  die  Experten.  Die 
vom  Beschwerdeführer  beigelegte  Bestätigung  des  Experten  Süess  sei 
deshalb  irrelevant,  weil  eine  entsprechende  Kommunikation  gegenüber 
den Schulen nie stattgefunden habe. Auch fehle die notwendige Kausalität 
zwischen  der  nicht  gewährten  Wahlfreiheit  und  dem  Scheitern  an  der 
Prüfung  beziehungsweise  die  Schwere  der  Bedeutung  eines  solchen 
Wahlrechts, um einen Verfahrensfehler zu begründen. 

Zur  Rüge  der  Unterbewertung  der  Leistungen  im  Fach  "Finanz-  und 
Rechnungswesen" äussert sich die Prüfungskommission dahingehend, der 
Beschwerdeführer  übersehe,  dass  kein  Entscheid  zu  seinen  Ungunsten 
erfolgt sei. Der Entscheid bleibe der gleiche, er sei nur anders begründet. 
Die Bewertung der Antworten sowie die Punktezuteilung bilde lediglich die 
Begründung  für  den  Prüfungsentscheid.  Die  Begründung  dürfe  im 
Rechtsmittelverfahren  geändert  werden,  wenn  dadurch  die  gleich 
bleibende  Verfügung  rechtlich  korrekt  begründet  werde.  Es  handle  sich 
dabei um eine Motivsubstitution und nicht um einen Fall der reformatio in 
peius. 

Schliesslich  hält  die  Prüfungskommission  fest,  der  Beschwerdeführer 
könne nicht in den Genuss der Grenzfallregelung kommen, da er mit drei 
Noten  unter  4,0  und  einer  Endnote  von  3,9  nur  eines  der  drei 
Mindestanforderungen zum Bestehen der Prüfung erfülle.

E. Mit Schreiben vom 27. November 2006 teilte die Rekurskommission EVD 
dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  keine  öffentliche  Verhandlung 
vorgesehen sei.

Im  November  2006  teilte  die  Rekurskommission  EVD  dem 
Beschwerdeführer  mit,  dass  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  ab 
1. Januar 2007 vom Bundesverwaltungsgericht übernommen werde.

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Mit  Verfügung  vom  10.  Januar  2007  bestätigte  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Übernahme dieses  Beschwerdeverfahrens 
und  teilte  dem  Beschwerdeführer  die  Zusammensetzung  des 
Spruchkörpers mit. 

Auf  die  vorstehend  genannten  und weiteren  Vorbringen  wird,  soweit  sie 
rechtserheblich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Der Beschwerdeentscheid des Bundesamtes vom 6. Juli 2006 ist eine Ver-
fügung im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021;  Art.  5  Abs.  2).  Diese  Verfü-
gung kann nach dem Berufsbildungsgesetz (Art. 61 Abs. 2 BBG in der revi-
dierten Fassung in Kraft seit 1. Januar 2007, zitiert in E. 2) im Rahmen der 
allgemeinen  Bestimmungen  über  die  Bundesverwaltungsrechtspflege 
(Art. 44 ff. VwVG i. V. m. Art. 31,33 Bst. d, 37 ff. und Ziffer 35 des Anhangs 
des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Verwaltungsgericht, Ver-
waltungsgerichtsgesetz, VGG, AS 2006 2197, SR 173.32, in Kraft seit 1. 
Januar 2007) mit  Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht  angefoch-
ten werden.

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 seine Tätigkeit auf-
genommen und beurteilt Beschwerden gegen Verfügungen nach Artikel 5 
VwVG (vgl. Art. 31 VGG). Diese Instanz ersetzt die bisherigen Eidgenös-
sischen Rekurs- und Schiedskommissionen sowie die Beschwerdedienste 
der  Eidgenössischen  Departemente.  Sofern  es  zuständig  ist,  übernimmt 
das Bundesverwaltungsgericht  die Beurteilung der beim Inkrafttreten des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes bei Eidgenössischen Rekurs-  oder Schieds-
kommissionen oder bei Beschwerdediensten der Departemente hängigen 
Rechtsmittel (Art. 53 Abs. 2 VGG).

Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Än-
derung.  Er  ist  daher  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  (Art.  48  Bst.  a 
VwVG). Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der 
Beschwerdeschrift  sind  gewahrt  (Art.  50  und  52  Abs.  1  VwVG),  der 
Kostenvorschuss  wurde fristgemäss bezahlt  (Art.  63  Abs.  4  VwVG),  der 
Vertreter  hat  sich  rechtsgenüglich  ausgewiesen  (Art.  11  VwVG)  und die 
übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 46 ff. VwVG). 

Auf  die  Verwaltungsbeschwerde  ist  somit,  unter  Vorbehalt  der 
nachfolgenden Erwägung 2, einzutreten.

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2. Neben  der  Erteilung  des  Fachausweises  und  der  Aufhebung  des  ange-
fochtenen Entscheids beantragt  der Beschwerdeführer,  es sei  festzustel-
len,  dass er  im Fach "Volks-  und Betriebswirtschaftslehre (mündlich und 
schriftlich)" sowie im Fach "Finanz- und Rechnungswesen" mindestens die 
Note 4 erzielt habe. 

Gemäss Praxis der Rekurskommission EVD kann in einem Beschwerde-
verfahren  bezüglich  einer  Berufs-  oder  höheren  Fachprüfung  einzig  die 
Frage des Bestehens oder Nichtbestehens der Prüfung beziehungsweise 
die Erteilung oder Nichterteilung des Diploms Streitgegenstand sein.  Die 
einzelnen  (Teil-)Noten  begründen  dagegen  weder  eine direkte  Verände-
rung der Rechtsstellung des Geprüften, noch haben sie den Charakter ei-
ner Feststellungsverfügung. Entsprechend werden sie lediglich als Teil der 
Begründung angesehen;  diese hat  keine dispositive  Natur  und ist  daher 
nicht  anfechtbar  (VPB 45.38  E. 6;  vgl.  auch  die  unveröffentlichten  Be-
schwerdeentscheide der REKO/EVD vom 28. Juli 2004 i. S. E. [HB/2003-
11] E. 4.1., vom 28. August 2003 i. S. W. [HB/2002-34] E. 5.2.2, und vom 
13. Dezember  2002 i. S.  B.  [02/HB-010]  E.  5.3).  Für  das Bundesverwal-
tungsgericht sind keine Gründe ersichtlich, dass und inwiefern von dieser 
Praxis abgewichen werden soll.

Auf die Beschwerde ist daher nur insoweit einzutreten, als der Beschwer-
deführer  das  Bestehen  der  Berufsprüfung  und  damit  die  Erteilung  des 
Fachausweises verlangt. Soweit er darüber hinaus eine Erhöhung einzel-
ner Noten verlangt, kann auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden.

3. Am 1. Januar 2004 ist  das Bundesgesetz vom 13. Dezember 2002 über 
die Berufsbildung (Berufsbildungsgesetz, BBG, SR 412.10) in Kraft getre-
ten. Es löste das (alte) Bundesgesetz vom 19. April 1978 über die Berufs-
bildung ab (aBBG, AS 1979 1687,  1985 660,  1987 600,  1991 857,  1992 
288 2521, 1996 2588, 1998 1822, 1999 2374, 2003 187 4557). Zum sel-
ben Zeitpunkt  hat  die Verordnung vom 19. November 2003 über die Be-
rufsbildung (Berufsbildungsverordnung,  BBV,  SR 412.101)  die (alte)  Ver-
ordnung vom 7. November 1979 über die Berufsbildung abgelöst  (aBBV, 
AS 1979 1712, 1985 670, 1990 848, 1993 7, 1996 208, 1998 1822, 2001 
979, 2003 5047). 

Nach  dem  (neuen)  BBG  kann  die  höhere  Berufsbildung  unter  anderem 
durch  eine  eidgenössische  Berufsprüfung  oder  eine  eidgenössische  hö-
here Fachprüfung erworben werden (vgl. Art. 27 Bst. a BBG). Die zustän-
digen Organisationen der Arbeitswelt  regeln die Zulassungsbedingungen, 
Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel. Sie berücksichti-
gen dabei anschliessende Bildungsgänge. Die Vorschriften unterliegen der 
Genehmigung durch das Bundesamt (Art. 28 Abs. 2 BBG).

Nach dem bisherigen Recht konnten die Berufsverbände vom Bund aner-

10

kannte,  Berufsprüfungen  veranstalten  (vgl.  Art. 51  Abs. 1  aBBG  und 
Art. 44 Abs. 1 aBBV). Sie hatten darüber ein Reglement aufzustellen, das 
der Genehmigung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements be-
durfte (Art. 51 Abs. 2 aBBG und Art. 45 aBBV). 

Gestützt auf die - damals geltenden - Delegationsbestimmungen des alten 
Berufsbildungsgesetzes  erliess  der  Schweizerische  Verein  Technischer 
Kaufleute  (neu:  Schweizerischer  Verband  Technischer  Kaderleute;  svtk) 
am 29. November 1989 das Reglement für die Durchführung der Berufs-
prüfung  Technische  Kauffrau  /  Technischer  Kaufmann  mit  eidgenös-
sischem Fachausweis (Reglement;  BBl  1990 I 90),  welches in seiner er-
sten Fassung vom damals zuständigen Eidgenössischen Volkswirtschafts-
departement am 22. Februar 1990 genehmigt wurde. Eine Revision dieses 
Reglements wurde am 22.  September  1998 genehmigt  und erstmals mit 
Wirkung für die Prüfung 2001 angewandt. 

Der Kandidat hat durch die Prüfung den Nachweis zu erbringen, dass er 
auf  Grund  seiner  technischen  und  kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen 
Kenntnisse und Fähigkeiten eine untere bis mittlere Kaderposition einneh-
men, als qualifizierter Sachbearbeiter in den Funktionsbereichen Beschaf-
fung,  Produktion  und  Absatz  tätig  sein  sowie  in  Planung,  Organisation, 
Realisation und Kontrolle eingesetzt werden kann (vgl. Art. 2 Reglement). 
Die Prüfung umfasst die Fachgebiete "Deutsch", "Verhandlungs- und Prä-
sentationstechnik", "Recht", "Volks- und Betriebswirtschaftslehre", "Finanz- 
und Rechnungswesen",  "Organisation",  "Mitarbeiterführung",  "Marketing", 
"Unternehmenslogistik" und "Informatik" (vgl. Art. 17 Reglement). 

Die Leistungen werden mit den Noten 6 (qualitativ und quantitativ sehr gut) 
bis 1 (unbrauchbar oder nicht ausgeführt) bewertet. Es können auch halbe 
Noten gesetzt werden (vgl. Art. 20 Reglement). Die Noten in den einzelnen 
Prüfungsfächern setzen sich aus Positionsnoten zusammen. Die Schluss-
note ist  das arithmetische Mittel  der 10 Fachnoten.  Sie werden auf  eine 
Dezimalstelle gerundet (Art. 21 Reglement). 

Die  Prüfung  gilt  gemäss  Artikel  23  Reglement  als  bestanden,  wenn  fol-
gende Mindestanforderungen erfüllt sind: (1.) Die Schlussnote liegt gemä-
ss Artikel 20 nicht unter 4,0; (2.) nicht mehr als 2 der 10 Fachnoten liegen 
unter 4,0; (3.) keine der Fachnoten liegt unter 3,0.

4. Bei der Prüfung der Rügen des Beschwerdeführers waren für die Rekurs-
kommission EVD folgende Grundsätze wegleitend: 

Als Beschwerdeinstanz hatte sie nach Artikel 49 VwVG grundsätzlich auf 
Grund freier Prüfung der Sach- und Rechtslage zu entscheiden. Indessen 
konnte sie gestützt auf die Rechtsprechung ihre Kognition ohne Verstoss 
gegen den Grundsatz der Rechtsgleichheit  (vgl. Art. 8 der Bundesverfas-

11

sung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999,  BV, 
SR 101)  einschränken,  soweit  die  Natur  der  Streitsache  einer  unbe-
schränkten  Überprüfung  des  angefochtenen  Entscheides  entgegenstand 
(vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; 99 Ia 586 E. 1c). Dies war namentlich der Fall, 
wenn die Rechtsmittelbehörde die dem angefochtenen Entscheid zu Grun-
de liegenden tatsächlichen Verhältnisse nicht in gleicher Weise wie die un-
tere  Instanz  zu beurteilen  vermochte  sowie  bei  der  Bewertung  von Prü-
fungsleistungen (vgl. VPB 59.76 E. 2). Da nicht ohne Not von der Beurtei-
lung  der  erstinstanzlichen  Prüfungsorgane  und  Examinatoren  in  Fragen 
abgewichen werden sollte, die naturgemäss seitens der Verwaltungsjustiz-
behörden schwer überprüfbar sind (vgl. VPB 45.43 E. 2; 50.45 E. 2; 56.16 
E. 2.1; BGE 121 I 225 E. 4b; BGE 118 Ia 488 E. 4c), war es der Beschwer-
deinstanz in diesem Fall verwehrt, ihr Ermessen an die Stelle desjenigen 
der unteren Instanz zu setzen. 

Demzufolge  hob  die  Rekurskommission  EVD  einen  Entscheid  nur  auf, 
wenn  das Prüfungsergebnis  materiell  nicht  vertretbar  erschien,  sei  dies, 
weil  die  Prüfungsorgane in  ihrer  Beurteilung eindeutig  zu hohe Anforde-
rungen gestellt  hatten oder, ohne übertriebene Anforderungen zu stellen, 
die Arbeit des Kandidaten offensichtlich unterbewertet hatten (vgl. unveröf-
fentlichten Beschwerdeentscheid der REKO/EVD vom 23. Dezember 1998 
i. S. H. [98/HB-009] E. 4.2; VPB 45.43 E. 2; 50.45 E. 2; 56.16 E. 2.1).

Diese Zurückhaltung rechtfertigte  sich  allerdings  nur  bei  der  Beurteilung 
der  eigentlichen  Prüfungsleistungen.  Wurden  Verfahrensmängel  im  Prü-
fungsablauf gerügt oder war die Auslegung und Anwendung von Rechts-
vorschriften  streitig,  hatte  die  Rechtsmittelbehörde  die  Einwendungen 
ohne Einschränkung zu prüfen (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; VPB 56.16 E. 2.2; 
Rhinow  /  Krähenmann,  Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Er-
gänzungsband, Basel 1990, Nr. 80 B I f). Auf Verfahrensfragen hatten alle 
Einwendungen Bezug, die den äusseren Ablauf der Prüfung oder das Vor-
gehen bei der Bewertung betreffen. 

Ein Verfahrensmangel im Prüfungsablauf oder eine Reglementsverletzung 
galt aber nur dann als Beschwerdegrund im Sinne von Artikel 49 Buchsta-
be a VwVG, der es rechtfertigte, die Beschwerde gutzuheissen, wenn An-
haltspunkte dafür bestanden, dass er das Prüfungsergebnis möglicherwei-
se ungünstig  beeinflusst  hatte  (vgl.  VPB 45.43 E.  3;  50.45 E. 4.1;  56.16 
E. 4). 

Weiter war zu beachten, dass auch die Anerkennung eines Verfahrensfeh-
lers  nach ständiger  Praxis  der  Rekurskommission  EVD nicht  hätte  dazu 
führen können, eine Prüfung als bestanden zu erklären, denn ein gültiges 
Prüfungsresultat ist die grundsätzliche Voraussetzung für die Erteilung des 
entsprechenden Fachausweises oder Diploms (vgl. REKO/EVD 98/HB-012 
E. 6.6.2, publiziert in: VPB 64.106, mit Verweis auf REKO/EVD 95/4K-037 
E.  8.1,  publiziert  in:  VPB 61.31;  unveröffentlichter  Beschwerdeentscheid 
der REKO/EVD vom 17. Dezember 2001 i. S. L. [00/HB-028] E. 3.3). Läge 

12

ein Verfahrensfehler vor, der das Prüfungsergebnis möglicherweise ungün-
stig beeinflusst hat, so könnte dies daher nur zu Folge haben, dass dem 
Beschwerdeführer die nochmalige Ablegung der Prüfung - oder eines Teils 
der Prüfung - ermöglicht würde.

Für das Bundesverwaltungsgericht sind keine Gründe ersichtlich, dass und 
inwiefern von dieser Praxis abgewichen werden sollte. 

5. Gemäss  Notenblatt  erzielte  der  Beschwerdeführer  in  den  Fächern 
"Deutsch"  (schriftlich),  "Volks-  und  Betriebswirtschaftslehre"  (nur  in  der 
mündlichen  Prüfung)  sowie  "Finanz-  und  Rechnungswesen"  (schriftlich) 
jeweils  ungenügende Fachnoten.  Auf  Grund des Erzielens  von mehr  als 
zwei  ungenügenden  Noten  und  einer  unter  4,0  liegenden  Endnote  (3,9) 
erfüllt  der Beschwerdeführer zwei der Mindestvoraussetzungen nicht,  um 
die Prüfung überhaupt zu bestehen.

Damit die Prüfung als bestanden gilt, müsste eine der in den drei genann-
ten Fächern erzielten ungenügenden Noten auf eine genügende Note an-
gehoben werden, was automatisch auch die Endnote auf mindestens 4,0 
anheben würde. Dabei ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ange-
sichts der nicht gerügten Bewertung im Fach "Deutsch" die Möglichkeit ei-
ner  Notenanhebung  nur  bezüglich  der  zwei  Fächer  "Finanz-  und  Rech-
nungswesen"  (vgl.  nachfolgend  E.  8.)  und  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre"  (vgl.  nachfolgend  E.  6.  und  7.)  zu  prüfen  ist. 
Anschliessend ist  allenfalls  zu ermitteln,  ob der  Beschwerdeführer  einen 
Grenzfall darstellen könnte (vgl. nachfolgend E. 9.). 

6. Der Beschwerdeführer macht geltend, die anlässlich der Prüfung im Fach 
"Unternehmenslogistik"  aufgetretenen  "Unregelmässigkeiten"  hätten  bei 
ihm eine massive  seelische Belastung verursacht.  Dadurch habe er  sich 
auf  die  darauf  folgende  Prüfung  im  Fach  "Volks-  und  Betriebswirt-
schaftslehre"  (schriftlich)  nicht genügend mental  vorbereiten können.  Auf 
Grund des ihm daraus entstandenen Nachteils erscheine es als gerechtfer-
tigt, die Note in der schriftlichen Prüfung "Volks- und Betriebswirtschafts-
lehre" mindestens um eine halbe Note anzuheben.

Aus der  Stellungnahme der  Prüfungskommission  vom 12.  Oktober  2005 
betreffend das Fach "Unternehmenslogistik" (schriftlich) geht hervor, dass 
sich in der endgültigen Fassung der entsprechenden Prüfungsaufgabe ef-
fektiv Fehler eingeschlichen haben. Dabei handelte es sich um fehlerhafte 
oder fehlende Angaben in der Aufgabenstellung. Die Prüfungskommission 
räumte allerdings ein, sie habe den festgestellten Fehlern in der Aufgaben-
stellung bei der Bewertung der Prüfung Rechnung getragen und allfällige 
Annahmen  von  Kandidaten  zu  ihren  Gunsten  beurteilt  beziehungsweise 

13

die Prüfungszeit nach entsprechender Bekanntgabe um 10 Minuten verlän-
gert.

Es ist auf Grund der Akten davon auszugehen, dass die Prüfungskommis-
sion die in den Prüfungsaufgaben enthaltenen Fehler aufgewogen hat, in-
dem sie diese bei der Leistungsbeurteilung aller Kandidaten angemessen 
berücksichtigt und die zur Verfügung stehende Prüfungszeit verlängert hat. 
Der  Beschwerdeführer  macht  im  Übrigen  auch  nicht  geltend,  die 
Prüfungskommission  habe  die  in  diesem  Prüfungsfach  aufgetretenen 
Unregelmässigkeiten  nicht  angemessen  oder  nicht  gleich  für  jeden 
Kandidaten  gewürdigt.  Er  beschränkt  sich  lediglich  darauf,  die 
ungenügende beziehungsweise gestörte Vorbereitungszeit im Hinblick auf 
die  nachfolgende  schriftliche  Prüfung  im  Fach  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre"  zu  bemängeln,  wobei  er  in  dieser  Hinsicht 
vorbringt,  er  habe  weitere  Fehler  im  nachfolgenden  Prüfungsfach 
befürchtet. Diesbezüglich ist den Vorakten zu entnehmen, dass die Pause 
zwischen der Prüfung im Fach "Unternehmenslogistik"  und derjenigen im 
Fach  "Volks-  und  Betriebswirtschaftslehre"  knapp  zweieinhalb  Stunden 
betragen  hat,  was  vom  Beschwerdeführer  im  Übrigen  nicht  in  Abrede 
gestellt  wird.  Das Prüfungsreglement sieht  bloss vor,  dass das Aufgebot 
zur Prüfung mindestens einen Monat vor Prüfungsbeginn durch Zustellung 
des Prüfungsprogramms mit genauer Angabe des Ortes, der Lokalität, des 
Prüfungsplanes  und  der  Experten  erfolgt  (Art.  14  Abs.  1  Reglement). 
Soweit weitergehend, lassen sich weder dem Prüfungsreglement noch der 
Wegleitung  entnehmen,  ob  täglich  nur  eine  schriftliche  Prüfung  oder 
mehrere  durchgeführt  werden  dürfen  beziehungsweise  wie  lange  die 
Pause zwischen der einen und der anderen Prüfung zu dauern hat.  Die 
Regelung  dieser  Fragen  liegt  demnach  im  Ermessensspielraum  der 
Prüfungskommission.  Dadurch,  dass  trotz  Pannen  in  der  Prüfung 
"Unternehmungslogistik" allen Kandidaten eine Pause von immerhin knapp 
zweieinhalb  Stunden  bis  zur  nächst  abzulegenden  schriftlichen  Prüfung 
eingeräumt wurde, hat die Prüfungskommission ihnen eine angemessene 
Zeitspanne  gewährt,  um  die  mit  der  Prüfung  "Unternehmenslogistik" 
verbundenen  Ereignisse  hinter  sich  zu  lassen  und  sich  auf  die  neue 
Prüfung  einzustellen.  In  diesem  Sinne  wäre  es  jedem  Kandidaten  und 
mithin auch dem Beschwerdeführer möglich gewesen, sich trotz der Fehler 
in der Aufgabenstellung des Prüfungsfachs "Unternehmenslogistik" mental 
auf die nachfolgende Prüfung vorzubereiten. Mit diesem Vorgehen hat die 
Prüfungskommission  keine  Hinweise  geliefert,  dass  sie  ihren 
Ermessensspielraum überschritten oder missbraucht hätte.

Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  stellen  Mängel  im 
Prüfungsablauf  nur  dann einen rechtserheblichen Verfahrensmangel  dar, 
wenn  sie  das  Prüfungsergebnis  eines  Kandidaten  in  kausaler  Weise 
entscheidend  beeinflussen  können  oder  beeinflusst  haben  (vgl. 
unveröffentlichter  Entscheid  des  Bundesgerichts  vom  3.  Oktober  2000 
1P.420/2000/sch, E. 4b; wie auch VPB 45.43 E. 3; VPB 50.45 E. 4.1; VPB 
56.16 E. 4). Ein Kandidat sollte seine Prüfung unter Umständen erbringen 

14

können,  die  eine  volle  Konzentration  auf  die  ihm  gestellten  Aufgaben 
ermöglichen.  Störungen  und  Ablenkungen,  die  ihn  in  der 
Konzentrationsfähigkeit  beeinträchtigen,  sind  zu  vermeiden. Das  will 
jedoch  nicht  besagen,  dass  jede  noch  so  geringfügige  Störung  oder 
Unterbrechung zum Anlass genommen werden kann, um die Durchführung 
des  Prüfungsverfahrens  in  Frage  zu  stellen.  Vielmehr  muss  die 
Beeinträchtigung so schwerwiegend sein, dass sie nach dem Lauf der Din-
ge  und  der  allgemeinen  Erfahrung  geeignet  ist,  die  Feststellung  der 
Leistungsfähigkeit  und  des  Wissens  des  Kandidaten  zu  verunmöglichen 
oder doch wesentlich zu erschweren (vgl. VPB 41.101, E. 2.). 

Im vorliegenden Fall,  nachdem hat  festgestellt  werden können,  dass die 
Prüfungskommission allen Kandidaten eine angemessene Pause zwischen 
den  zwei  schriftlichen  Prüfungen  eingeräumt  hat,  kann  die  vom 
Beschwerdeführer  als  zu  kurz  empfundene  Zeit  für  die 
Prüfungsvorbereitung  nicht  als  rechtserheblicher  Mangel  im 
Prüfungsablauf  angesehen  werden.  Der  Beschwerdeführer  substantiiert 
nicht,  inwiefern  die  aufgrund  der  Unregelmässigkeiten  im  Fach 
"Unternehmenslogistik"  kürzer  gewordene  Vorbereitungszeit  im  Hinblick 
auf die nächste Prüfung im Fach "Volks- und Betriebswirtschaftslehre" als 
schwerwiegende Beeinträchtigung zu betrachten wäre. Er macht lediglich 
geltend,  er  befürchte,  dass  die  anlässlich  der  Prüfung 
"Unternehmenslogistik" aufgetretene  Störung  möglicherweise  zur 
Begehung von weiteren Fehlern  in der  nächsten Prüfung  führen könnte. 
Diesbezüglich gilt zunächst anzumerken, dass zwischen den während der 
ersten  Prüfung  festgestellten  Unregelmässigkeiten  und  der  möglichen 
Zunahme  der  Anzahl  Fehler  in  der  folgenden,  ein  ganz  anderes  Fach 
betreffenden Prüfung kaum ein logischer Zusammenhang bestehen dürfte. 
Zudem  reicht  die  blosse  Annahme,  wonach  in  der  folgenden  Prüfung 
weitere  Fehler  gemacht  werden  könnten,  allein  nicht  aus,  um  die 
Erheblichkeit eines Mangels im Prüfungsablauf zu bejahen. 

Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  die  Rüge  des  Beschwerdeführers  als 
unbegründet. Demnach kann seinem Antrag auf Anhebung der Note in der 
Prüfung  "Volks-  und  Betriebswirtschaftslehre"  (schriftlich)  um eine  halbe 
Note  nicht  gefolgt  werden,  unabhängig  von  den  in  Erwägung  4  in  fine 
gemachten Ausführungen.

7. Weiter  beanstandet  der Beschwerdeführer,  ihm sei  im Fach "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre  (mündlich)"  kein  Wahlrecht  eingeräumt  worden, 
mit welchem Fach er die Prüfung beginnen möchte. In dieser Hinsicht ver-
weist er zuerst auf die Stellungnahme der Prüfungsexperten vom 19. De-
zember 2005 sowie auf das Schreiben vom 20. Februar 2006 des Rektors 
des  Kaufmännischen  Lehrinstitutes  Zürich.  Diese  könnten  zumindest  als 
Indizien für eine langjährig geübte Praxis gewertet werden. Insofern könne 
der  Auffassung  der  Vorinstanz  nicht  gefolgt  werden,  wonach  nur  das 

15

Prüfungsreglement und die Wegleitung Grundlage für den Prüfungsablauf 
bilden  könne.  Auch  eine  langjährige  und  bei  allen  Kandidaten 
angewendete  Praxis  könne  eine  Basis  für  einen  verbindlichen 
Prüfungsablauf bilden. Durch die Nichtgewährung des Wahlrechts sei der 
Beschwerdeführer  verunsichert  worden.  Unter  diesen  Umständen 
rechtfertige es sich, die Note im Fach "Volks- und Betriebswirtschaftslehre 
(mündlich)" um 0,5 Notenpunkte auf die Note 4,0 anzuheben, womit auch 
in diesem Fall die Prüfung als bestanden zu gelten habe. 

Unbestrittenermassen  äussern  sich  weder  das  Reglement  noch  die 
Wegleitung zur Frage der Einräumung eines allfälligen Wahlrechts. In der 
Stellungnahme  der  Experten  vom  19./20.  Dezember  2006,  welche  der 
Vernehmlassung  der  Prüfungskommission  vom  5. Januar  2006  im 
Verfahren  vor  dem  Bundesamt  beigelegt  wurde,  wird  jedoch  geltend 
gemacht,  dass  die  Experten  ausnahmslos  jedem  Kandidaten  die  Wahl 
gewährt haben, mit welchem Fach er die Prüfung beginnen möchte.

Dem Schreiben des Rektors des Kaufmännischen Lehrinstituts Zürich vom 
20.  Februar  2006  ist  sodann  zu  entnehmen,  dass  der  Prüfungskandidat 
gemäss  den  ihm  bekannten  Informationen  im  Fachgebiet  "Volks-  und 
Betriebswirtschaftslehre"  (mündlich)  die Wahl  hat,  ob  er  die  Prüfung  mit 
Volkswirtschaft- oder Betriebswirtschaftslehre beginnen möchte. Demnach 
stützen  die  zwei  genannten  Stellungnahmen  die  Behauptung  des 
Beschwerdeführers,  wonach  diesbezüglich  eine  langjährige  Praxis 
bestehe.  Aus  den  Akten  ist  ersichtlich,  dass  die  Kandidaten  schon  vor 
Prüfungsantritt um die ihnen zustehende Wahlmöglichkeit gewusst haben. 
Nach  ständiger  Praxis  der  Rekurskommission  EVD  sind  behauptete 
Mängel im Prüfungsablauf, soweit möglich, aber sofort zu rügen (vgl. statt 
vieler:  REKO/EVD  95/4K-020  E. 9.1,  publiziert  in:  VPB  62.60  sowie 
unveröffentlichte Beschwerdeentscheide der REKO/EVD vom 16. Oktober 
1998 i. S. S. [98/HB-010], E. 5). Vorliegend hat der Beschwerdeführer den 
Einwand der Nichtberücksichtigung seines Wahlrechts an seiner Prüfung 
erst  nach  Bekanntgabe  des  negativen  Prüfungsresultats  vorgebracht, 
obwohl  es  ihm  ohne  weiteres  zumutbar  gewesen  wäre,  dies  bereits 
während der Prüfung zu beanstanden. Daraus könnte folgen, dass die in 
diesem Zusammenhang  erhobene  Rüge im Sinne der  genannten  Praxis 
als  verspätet  gilt.  Diese  Frage  kann  im  vorliegenden  Fall  aber  offen 
gelassen  werden.  Denn  von  jedem  Prüfungskandidaten  der  höheren 
Fachprüfung  kann  erwartet  werden,  dass  er  die  zwei  zur  Prüfung 
gehörenden Teilbereiche in gleich gründlicher Weise vorbereitet, bevor er 
zur Prüfung antritt,  so dass es an sich keine Rolle mehr spielen müsste, 
mit  welchen  von  diesen  Teilbereichen  angefangen  werden  soll.  Ob  die 
Reihenfolge von den Prüfungskandidaten oder von den Experten bestimmt 
wird,  ist  entschieden  zu  wenig,  um  das  Prüfungsergebnis  in  kausaler 
Weise  entscheidend  zu  beeinflussen  beziehungsweise  beeinflussen  zu 
können. 

Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Nichtgewährung des Wahlrechts 

16

nicht  als rechtserheblicher Mangel  im Prüfungsablauf  bezeichnet  werden 
kann.  Die  in  diesem  Zusammenhang  erhobenen  Rügen  erweisen  sich 
demnach als  nicht  stichhaltig.  Vor diesem Hintergrund kann dem Antrag 
auf Notenanhebung nicht stattgegeben werden.

8. Der  Beschwerdeführer  macht  weiter  eine  Unterbewertung  seiner 
Leistungen im Fach "Finanz- und Rechnungswesen" geltend.  In der ent-
sprechenden Prüfung erhielt  der  Beschwerdeführer  51 von maximal  100 
Punkten.  Die  Prüfungskommission  bestätigte  dieses  Resultat  auch  nach 
der  nochmaligen  Beurteilung  der  gerügten Aufgaben  im vorinstanzlichen 
Beschwerdeverfahren. Bei dieser Anzahl Punkte beträgt die Note 3,5. Um 
die Note 4,0 in diesem Fach zu erreichen,  bedarf  der Beschwerdeführer 
zusätzlicher  4  Punkte.  In  diesem  Beschwerdeverfahren  rügt  der 
Beschwerdeführer  die  Bewertung  seiner  Prüfungsleistungen  in  den 
Aufgaben  5.1.,  6.1.,  7.1.1.  und  8.2.2..  Auf  die  im  vorinstanzlichen 
Verfahren  zusätzlich  gerügten  Aufgaben  1.1.3.,  1.1.5.,  4.6.  und  7.1.3. 
kommt er nicht mehr zurück.

8.1 In der Aufgabe 5.1. wurden dem Beschwerdeführer erstinstanzlich 4 von 9 
Punkten  zugeteilt.  Anlässlich  der  Nachprüfung  im  Rechtsmittelverfahren 
vor dem Bundesamt bestätigte die Prüfungskommission dieses Resultat. 

Der  Beschwerdeführer  beantragt  die  Zuteilung  von  zwei  zusätzlichen 
Punkten. Er anerkenne, drei Fehler gemacht zu haben. Er habe die Bank-
schuld  nicht  als  Passivum bilanziert,  weil  er  dabei  irrtümlicherweise  die 
Bankkreditlimite berücksichtigt habe. Weiter habe er das Delkredere nicht 
abgezogen und die langfristigen Rückstellungen nicht unter die Passiven 
eingetragen.  Die  Aufführung der  Gruppenbegriffe  Umlaufvermögen (UV), 
Anlagevermögen  (AV),  kurzfristiges  Fremdkapital  (KFK),  langfristiges 
Fremdkapital (LFK) und Eigenkapital (EK) sei nicht zwingend. Auch dürfe 
die Berücksichtigung der Bankkreditlimite beim Bilanzposten "Bank" nicht 
noch als zusätzlicher Fehler gewertet werden, handle es sich hier doch um 
einen klassischen Folgefehler.

In  dieser  Aufgabe ging es  darum,  mit  den  im Prüfungstext  aufgeführten 
Angaben eine korrekt gegliederte Bilanz zu erstellen. Gemäss Expertenbe-
richt wurde dem Beschwerdeführer bei jedem begangenen Fehler jeweils 
ein Punkt abgezogen. Die Experten gehen von einem Total von fünf Feh-
lern  aus:  Die  Banklimite  sei  beim Bilanzposten  Bank  =  5  berücksichtigt 
worden; die Bankschuld sei nicht als Passivum bilanziert worden; das Del-
kredere sei  addiert  und die langfristigen Rückstellungen seien als Aktiva 
bilanziert worden; ein weiterer Abzug sei für fehlende Gruppenbegriffe UV, 
AV, KFK, LFK und EK vorgenommen worden. Die Stellungnahme der Ex-
perten zählt in nachvollziehbarer Weise die Gründe auf, welche zum Ab-
zug von fünf Punkten geführt haben.

17

Bei der Beurteilung der Frage, ob ein Folgefehler vorliegt und wie ein sol-
cher bei der Punktevergabe zu berücksichtigen ist, wird den Experten pra-
xisgemäss  ein  grosser  Ermessensspielraum  zugestanden  (vgl.  unveröf-
fentlichte Beschwerdeentscheide der REKO/EVD vom 14. Dezember 2001 
i. S. A. [HB/2004-39] E. 3., vom 12. Dezember 2003 i. S. B. [HB/2002-40] 
E.  5.3.  und  vom  1.  April  2005  i.  S.  S.  HB/2004-10,  E. 6.1.2.).  Die 
Vorinstanz  darf  nur  eingreifen,  wenn  dieser  Spielraum  willkürlich  oder 
unsachlich angewendet wurde. Nach dem Gesagten ist dies hier nicht der 
Fall.

Der Beschwerdeführer erachtet die Berücksichtigung der Bankkreditlimite 
beim Bilanzposten "Bank" lediglich als Folgefehler dafür, dass er die Bank-
schuld nicht als Passivum bilanziert habe. 
Dagegen  wendet  die  Prüfungskommission  in  der  Vernehmlassung  zu 
diesem  Verfahren  ein,  es  handle  sich  vorliegend  nicht  um  einen 
klassischen  Folgefehler,  sondern  um  zwei  voneinander  unabhängige 
Systemfehler,  deren Gemeinsamkeit  darin bestehe,  dass beide Male das 
Konto "Bank" beteiligt sei. Gemäss Artikel 662a Absatz 2 Ziffer 6 OR gelte 
der  Grundsatz,  wonach  Aktiven  und  Passiven  nicht  gegeneinander 
verrechnet werden dürften. Das habe der Beschwerdeführer getan. Dazu 
habe er die Kreditlimite als Aktivum berücksichtigt. 

Unter einem Folgefehler versteht man einen Fehler im Resultat,  der sich 
einzig  deshalb  ergibt,  weil  an  sich  korrekt,  aber  mit  einem  falschen 
Zwischenresultat  weitergearbeitet  worden  ist.  Das  trifft  bei  den  zwei 
gerügten  Bilanzpositionen  nicht  zu,  was  von  den  Experten  in  der 
Stellungnahme vom 15. Dezember 2005 überzeugend erklärt wird. 

Wie  der  Beschwerdeführer  hervorhebt  wird  die  Nennung  der 
Gruppenbegriffe  UV,  AV,  KFK,  LFK  und  EK  von  der  Aufgabe  nicht 
ausdrücklich  verlangt.  Die  Prüfungskommission  betont  in  ihrer 
Vernehmlassung,  dass  die  Aufgabenstellung  eine  "korrekt  gegliederte" 
Bilanz  verlange.  Man  kann  sich  diesbezüglich  effektiv  fragen,  ob  der 
Abzug  von  einem  Punkt  gerechtfertigt  wäre,  solange  die  Angaben  der 
einzelnen Bilanzposten – auch ohne Nennung der Gruppenbegriffe  – an 
richtiger  Stelle  erfolgt.  Ob  der  Abzug  von  einem  Punkt  wegen  der 
fehlenden Angabe der Gruppenbegriffe UV, AV, KFK, LFK und EK letztlich 
gerechtfertigt  ist  oder  nicht,  kann  jedoch  offen  gelassen  werden,  da die 
Erteilung  eines  zusätzlichen  Punktes,  wie  aus  den  nachfolgenden 
Erwägungen  hervorgeht,  am  Gesamtergebnis  ohnehin  nichts  verändern 
könnte. 

8.2 In der Aufgabe 6.1. erhielt der Beschwerdeführer erstinstanzlich 3 von ma-
ximal  4  Punkten.  Anlässlich  der  Nachkorrektur  im  Beschwerdeverfahren 
zog  ihm  die  Prüfungskommission  2  Punkte  ab,  so  dass  ihm neu  nur  1 
Punkt zugeteilt wurde.

In dieser Aufgabe wurde verlangt, in den fehlenden Feldern einer dreistu-

18

figen Erfolgsrechnung die korrekten Begriffe  einzutragen.  Der Beschwer-
deführer erachtet den im vorinstanzlichen Verfahren getätigten Punkteab-
zug gestützt auf das Vertrauensprinzip für unzulässig. Damit habe die Prü-
fungskommission auch den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt.

Zunächst  einmal  ist  mit  der  Prüfungskommission  festzuhalten,  dass  die 
Punktevergabe - wie in der Regel  auch die Erteilung der Zwischen- und 
Fachnoten  -  grundsätzlich  Teil  der  Begründung  des  Prüfungsentscheids 
und nicht des Dispositivs ist. Eine Änderung der Begründung im Rechts-
mittelverfahren ist demnach zulässig, soweit sich eine solche auf sachliche 
Argumente stützt.  Entgegen der Meinung der Vorinstanz handelt  es sich 
beim vorgenommenen Punkteabzug nicht um einen Fall der reformatio in 
peius, denn mit ihm wird lediglich die Begründung des negativen Prüfungs-
ergebnisses geändert.

In einem Beschwerdeverfahren kann es ohne weiteres vorkommen, dass 
die Experten merken, die Prüfungsleistungen bei der ersten Korrektur ent-
weder zu grosszügig oder zu streng bewertet zu haben. Dies kann zu Ver-
änderungen des Punktebilds sowohl zugunsten als auch zuungunsten des 
Prüfungskandidaten  führen.  Für  die  Beschwerdeinstanz  ist  massgeblich, 
dass  die  Prüfungskommission  den  ihr  bei  der  Bewertung  von 
Prüfungsleistungen zustehenden Ermessensspielraum nicht  überschritten 
oder  missbraucht  hat  (vgl.  zu  dieser  Problematik  den  unveröffentlichten 
Beschwerdeentscheid  der  REKO/EVD  vom  4.  November  2005  i.  S.  G. 
[HB/2004-68] E. 5.1.). 

Die Prüfungskommission hat im Verfahren vor dem Bundesamt den nach-
träglichen Punkteabzug damit  begründet,  dass mit  Ausnahme von "Total 
Erträge" alle anderen drei  Eintragungen falsch seien. Es erscheint nach-
vollziehbar,  dass  eine  einzig  richtige  Eintragung  von  möglichen  vier  zur 
Zuteilung von nur einem von möglichen vier Punkten berechtigt. Den Akten 
ist  zu  entnehmen,  wie  viele  Punkte  bei  korrekter  Lösung  der  jeweiligen 
Aufgaben  maximal  zu  erteilen  waren.  Die  Nachkorrektur  durch  die 
Prüfungskommission im Verfahren vor dem Bundesamt korrigiert insofern 
einen  Ermessensfehler  der  Experten  bei  der  Erstkorrektur  und  gibt 
infolgedessen  zu  keinen  Beanstandungen  Anlass.  In  dieser  Hinsicht  ist 
zudem darauf hinzuweisen, dass dem Beschwerdeführer sowohl in diesem 
wie  auch  im  Verfahren  vor  dem  Bundesamt  hinreichend  Gelegenheit 
geboten  wurde,  sich  über  die  Nachkorrektur  zu  äussern.  Er  macht  im 
Übrigen  auch  nicht  geltend,  dass  seine  Lösung  korrekt  sei.  Konkrete 
Hinweise,  wonach  die  Nachkorrektur  den  Rechtsgleichheitsgrundsatz 
verletzt  oder gar die Voraussetzungen für eine Gleichbehandlung im Un-
recht gegeben sein könnten, vermag das Bundesverwaltungsgericht auch 
nicht zu erkennen. 

Nach dem Gesagten sind im vorliegenden Fall weder eine Überschreitung 
noch  ein  Missbrauch  des  der  Prüfungskommission  zustehenden  Ermes-
sensspielraums  ersichtlich.  Die  Rügen  des  Beschwerdeführers  erweisen 

19

sich  als  unbegründet.  Der  vorgenommene  Punkteabzug  ist  demnach  zu 
bestätigen.

8.3 In  der  Aufgabe  7.1.1.  wurde  verlangt,  die  Werte  der  Liquidität  II  sowie 
Quick Ratio auf Grund der gegebenen Bilanz- und Erfolgsrechnungszahlen 
zu berechnen und zu beurteilen. Für seine Antwort erhielt der Beschwer-
deführer  2  von  3  Punkten.  Zu  keinem  neuen  Ergebnis  führte  auch  die 
Nachkorrektur. 

Der Beschwerdeführer beantragt die Zuteilung eines weiteren Punkts. Zur 
Begründung bringt er vor, gemäss übereinstimmender Lehrmeinung gelte 
ein Wert von 100 % als ideal. Davon gehe auch die Musterlösung aus. Je-
der Wert unter  100 % sei deshalb nicht ideal,  was der Formulierung des 
Beschwerdeführers in seiner Lösung entspreche.

Laut Expertenbericht ist die Antwort des Beschwerdeführers "nicht so opti-
mal" zu einfach. Wenn der Kandidat in der Lösung weiter schreibe, dass 
die flüssigen Mittel und die Debitoren das kurzfristige Fremdkapital gut de-
cken sollten, dann müsste es auch mit den berechneten 98 % "Deckung in 
Ordnung" lauten. In der Vernehmlassung ergänzte die Prüfungskommissi-
on  die  Stellungnahme  im  Verfahren  vor  dem  Bundesamt  dahingehend, 
dass in  der  Antwort  des  Beschwerdeführers  "nicht  so optimal"  zu wenig 
zum Ausdruck komme, dass bei einem idealen Wert von 100 % der in der 
Aufgabe ermittelte Wert von 98 % immer noch gut sei und kein Handlungs-
bedarf hinsichtlich der Deckung bestehe.  Diese Erklärung überzeugt  und 
lässt in nachvollziehbarer Weise erkennen, warum dem Beschwerdeführer 
die volle Punktezahl für diese Aufgabe nicht zugeteilt werden kann. 

8.4 In der Aufgabe 8.2.2. wurde verlangt zu beurteilen, ob und warum sich die 
Investition in eine Anlage lohne. 

Für seine Antwort erhielt der Beschwerdeführer 0 von 2 Punkten. Wie im 
vorinstanzlichen Verfahren vertritt  er  die Ansicht,  dass ihm für seine Lö-
sung mindestens ein Punkt zuzuteilen ist. Für ihn lohne sich die Investiti-
on, weil  sich die Abschreibung jeweils  nur "buchhalterisch"  auswirke.  Es 
sei  nämlich  allgemein  bekannt,  dass  buchhalterisch  gesehen  Abschrei-
bungen auf Null erfolgten, jedoch durchaus faktisch noch ein Gebrauchs-
wert vorhanden sei.

In  der Stellungnahme vor dem Bundesamt hielt  die Prüfungskommission 
fest,  die  Antwort  des  Beschwerdeführers  sei  "in  Bezug  auf  die  richtige 
Kandidatenlösung 8.2.1."  falsch. In der Vernehmlassung vor der Rekurs-
kommission EVD hielt die Prüfungskommission ausserdem fest, dass die 
Aufgabe klar eine Lebensdauer von 4 Jahren vorgebe. Wenn nun ein Pay-
back von 5 Jahren ermittelt werde, wie richtigerweise in der Aufgabe 8.2.1. 
errechnet  worden  sei,  sei  der  einzig  mögliche  Schluss,  dass  die 
"Wiedergewinnungszeit" höher sei als die Lebensdauer, weshalb sich die 

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Investition nicht lohne. Das vom Beschwerdeführer abgehandelte Problem 
der Abschreibungen stelle sich in dieser Aufgabe nicht. 

Die Stellungnahmen der Prüfungskommission bringen in nachvollziehbarer 
Weise zum Ausdruck, warum die Antwort des Beschwerdeführers mit kei-
nem einzigen Punkt gewürdigt werden kann. Die von ihm erhobene Rüge 
erweist sich somit als unbegründet.

8.5 Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass bei einer unverän-
derten Punktzahl von 51 Punkten die Note 3,5 im Fach "Finanz- und Rech-
nungswesen" zu bestätigen ist. Selbst wenn der Punkteabzug in der Auf-
gabe  6.1.  nicht  zulässig  wäre,  würden  dem  Beschwerdeführer  noch  2 
Punkte fehlen, um eine genügende Note zu erreichen.

9. Schliesslich stösst sich der Beschwerdeführer daran, dass weder die Prü-
fungskommission noch das Bundesamt sich angesichts seiner Notensitua-
tion mit der Frage auseinander gesetzt hätten, ob er einen Grenzfall  dar-
stellen könne.

9.1 Im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes existiert  keine allgemein  gültige 
Grenzfallregelung.  Falls  weder  in  den  jeweiligen  Prüfungsreglementen 
noch in den Wegleitungen eine Regelung für Grenzfälle getroffen wurde, 
darf  die  Prüfungskommission  grundsätzlich  selber  Kriterien  zur  Behand-
lung von Grenzfällen aufstellen. Diese Kompetenz ergibt sich aus der Be-
fugnis  der  Prüfungskommission,  über  die  Erteilung  des  Diploms  zu ent-
scheiden (vgl.  Art.  5  Abs.  1 Bst.  h  Prüfungsreglement  2000/2002).  Eine 
solche Regelung muss aber sachlich vertretbar sein und rechtsgleich für 
alle  Prüfungskandidaten  zur  Anwendung  gelangen  (vgl.  unveröffentlichte 
Beschwerdeentscheide der REKO/EVD vom 22. März 2000 i. S. F. [99/HB-
022]  E. 7  und  vom  15. Dezember  1999  i.  S.  S.  [99/HB-028]  E.  7.1  mit 
Hinweisen). 
Im  Fall,  dass  die  Prüfungskommission  keine  Grenzfallregelung  erlassen 
hatte,  so wandte  die Rekurskommission EVD praxisgemäss ihre eigene, 
subsidiäre  Grenzfallregelung  an  (vgl.  die  unveröffentlichten 
Beschwerdeentscheide der REKO/EVD vom 19. März 1999 i. S. R. [98/HB-
002] E. 4, vom 18. Dezember 2001 i. S. M. [01/HB-005] E. 4.2 und vom 3. 
Mai 2002 i. S. A. [00/HB-019] E. 6).

9.2 Die  Prüfungskommission  führt  in  der  Vernehmlassung  zu  diesem  Be-
schwerdeverfahren an, sie habe in Grenzfällen eine Härtefallregelung an-
gewandt. Wenn zwei der drei Kriterien (für das Bestehen der Prüfung im 
Sinne  von Artikel  23  Reglement)  erfüllt  seien,  verhalte  es  sich  mit  dem 
nicht erfüllten dritten Kriterium wie folgt: Bei Nichterfüllung des Kriteriums 
der genügenden Schlussnote und bei einer Schlussnote von 3,9 werde die 
Schlussnote  auf  4,0  angehoben  und  das  Notenbild  entsprechend  ange-

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passt.  Bei  Nichterfüllung des Kriteriums der  genügenden Fachnoten und 
bei höchstens 3 Noten unter 4 werde eine Fachnote um eine halbe Note 
angehoben, wenn dadurch das Kriterium erfüllt werde. Das gleiche Vorge-
hen gelte, wenn eine Fachnote unter 3,0 liege. Die angewandte Regelung 
erscheint als sachlich vertretbar, und es bestehen keine Anhaltspunkte da-
für, dass diese in rechtsungleicher Art und Weise angewendet wurde.

Die  Prüfung  gilt  gemäss  Artikel  23  Reglement  als  bestanden,  wenn  fol-
gende Mindestanforderungen erfüllt sind:

1. Die Schlussnote liegt gemäss Artikel 20 nicht unter 4,0; 
2. nicht mehr als 2 der 10 Fachnoten liegen unter 4,0; 
3. keine der Fachnoten liegt unter 3,0.

Der  Beschwerdeführer  müsste  zwei  dieser  Kriterien  erfüllen,  um  in  den 
Genuss der Grenzfallregelung zu kommen. Bis anhin erfüllt er jedoch nur 
das Kriterium im Sinne von Artikel  23 Ziffer  3 Reglement,  denn gemäss 
seinem Notenbild  liegt  keine  der  ihm erteilten  Fachnoten  unter  3,0.  Auf 
Grund einer unter 4,0 liegenden Schlussnote (3,9) und drei unter 4,0 lie-
gender Fachnoten sind die zwei anderen Kriterien nicht erfüllt.  Demnach 
kann  der  Beschwerdeführer  aus  der  Grenzfallregelung  nichts  zu  seinen 
Gunsten ableiten. 

Da es gemäss Lehre  und Rechtsprechung keinen Anspruch darauf  gibt, 
dass eine Note bei einem knappen Prüfungsresultat aufgerundet wird, geht 
der Beschwerdeführer mit seiner Berufung auf eine Grenzfallklausel sowie 
die allfällige  Verletzung der Verhältnismässigkeit  fehl.  Im Übrigen ist  da-
rauf hinzuweisen, dass die Rüge einer zu strengen Beurteilung nicht eine 
Frage der Verhältnismässigkeit, sondern der Bewertung darstellt und sich 
mithin  auf  eine  korrekte  Ermessensausübung  bezieht  (vgl.  BGE  113 IA 
286, E. 4. i. f.).  

10. Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  keine  rechtlich  erheblichen  Verfah-
rensfehler  vorliegen,  dass  die  Bewertung  im  Fach  "Finanz-  und  Rech-
nungswesen"  zu  keinen  Beanstandungen  Anlass  gibt  und  dass  das 
Prüfungsresultat des Beschwerdeführers keinen Grenzfall  darstellt.  Seine 
Beschwerde  erweist  sich  somit  als  unbegründet  und  ist  in  der  Folge 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorne E. 2.).

11. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Verfahrens-
kosten zu tragen (vgl.  Art.  63 Abs.  1 VwVG).  Die Gerichtsgebühr  richtet 
sich nach dem Reglement über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2  i.V.  mit  Art.  63  Abs.  5 

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VwVG  und  Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG).  Diese  wird  mit  dem  am 
22. September  2006 geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet  (vgl.  Art.  5 
Abs.  3  der  Verordnung  vom  10.  September  1969  über  Kosten  und 
Entschädigungen  im  Verwaltungsverfahren,  Kostenverordnung,  SR 
172.041.0). Parteientschädigung wird keine gesprochen (vgl. Art. 64 Abs. 
1 VwVG).

12. Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht weiter 
gezogen  werden  (vgl.  Art.  83  Bst.  t  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni 
2005 über das Bundesgericht, Bundesgerichtsgesetz, SR 173.110). Er ist 
somit endgültig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Dem Beschwerdeführer  wird  eine Spruchgebühr  von Fr.  900.-  auferlegt, 
die  mit  dem  am  22.  September  2006  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 900.00 verrechnet wird.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer (eingeschrieben; Beschwerdebeilagen zurück)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. 122/thd; eingeschrieben; Akten zurück)

- dem  Schweizerischer  Verband  Technischer  Kaderleute  svtk 
(eingeschrieben; Akten zurück)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Francesco Brentani Corrado Bergomi

Versand am: 3. April 2007