# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cab3b1e5-e774-5b2e-813e-8a6ddaee7f48
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 04.12.2023 SK1 2023 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2023-1_2023-12-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 4. Dezember 2023

Referenz SK1 23 1

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luca Tenchio
Obere Plessurstrasse 36, 7000 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

B._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Selina Fastrich
Bichsel Eichenberger Fastrich Fürst, Blumenrain 3, 4051 Basel 

Gegenstand versuchter Betrug etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Landquart vom 21.09.2022, mitgeteilt am 
11.01.2023 (Proz. Nr. 515-2022-7)

Mitteilung 05. Dezember 2023

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In Erwägung,

– dass A._____ gegen das Urteil des Regionalgerichts Landquart vom 
21. September 2022 Berufung erhob,

– dass A._____ die Berufung am 8. November 2023 zurückzog,

– dass bei einem Rückzug des Rechtsmittels das Verfahren mit der Rück-
zugserklärung unmittelbar beendet wird und der Abschreibungsverfügung 
nur noch deklaratorischer Charakter zukommt (vgl. BGE 141 IV 269 
E. 2.2.3),

– dass das Verfahren somit in Anwendung von Art. 9 Abs. 2 des Gerichtsor-
ganisationsgesetzes (GOG; 173.00) und Art. 11 Abs. 2 der Kantonsge-
richtsverordnung (KGV; 173.100) einzelrichterlich erledigt werden kann,

– dass die Kosten des Berufungsverfahrens zulasten von A._____ als unter-
liegende Partei gehen (Art. 428 Abs. 1 StPO),

– dass gemäss Vergleich vom 8. November 2023 zwischen A._____ und 
B._____ die Kosten des Berufungsverfahrens hälftig aufzuteilen sind,

– dass dieser Vergleich der gesetzlichen Regelung von Art. 428 Abs. 1 StPO 
nicht vorgeht und sich zudem infolge fehlender Sicherheitsleistung seitens 
des Beschuldigten zulasten des Staates auswirkt, weshalb die interne Kos-
tenverteilung Sache der Parteien bleibt,

– dass die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ zu entschädi-
gen ist,

– dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ausschliesslich die zu 
den Verfahrenskosten verurteilte beschuldigte Person zur Rückzahlung der 
Entschädigung der amtlichen Verteidigung verpflichtet werden kann und 
mangels einer geeigneten gesetzlichen Grundlage bei einem (vollständigen 
oder teilweisen) Freispruch der beschuldigten Person keine entsprechende 
Rückzahlungspflicht der Privatklägerschaft besteht, womit die Entschädi-
gung der amtlichen Verteidigung in diesem Fall vom Staat zu tragen ist 
(BGE 145 IV 90),

– dass Rechtsanwalt Valentin Landmann bis zum 15. März 2023 als amtlicher 
Verteidiger eingesetzt war (act. I.5) und sich seine mit Honorarnote vom 
7. April 2023 (act. G.1) geltend gemachten Aufwendungen im Umfang von 

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CHF 179.35 als angemessen erweisen und der Stundenansatz dem ge-
setzlichen Anspruch entspricht, womit Rechtsanwalt Valentin Landmann für 
das Berufungsverfahren mit CHF 179.35 zu entschädigen ist,

– dass ab dem 15. März 2023 Rechtsanwältin Selina Fastrich als amtliche 
Verteidigerin eingesetzt war (act. I.5), weshalb ihre Aufwendungen vor die-
sem Datum nicht berücksichtigt werden können und die Honorarnote vom 
18. September 2023 (act. G.2) entsprechend auf die Positionen 10. und 
22. Mai sowie 15. Juni 2023 im Umfang von insgesamt 0.7 Stunden zu ei-
nem Stundenansatz von CHF 200.00 (vgl. Art. 5 Abs. 1 HV [BR 310.250]) 
zuzüglich 3 % Kleinspesenpauschale und 7.7 % Mehrwertsteuer zu redu-
zieren ist, womit ein Aufwand von CHF 155.30 resultiert,

– dass sich die von Rechtsanwältin Selina Fastrich mit Honorarnote vom 
20. November 2023 (act. G.3) geltend gemachten Aufwendungen im Um-
fang von CHF 479.70 als angemessen erweisen und der Stundenansatz 
dem gesetzlichen Anspruch entspricht,

– dass damit Rechtsanwältin Selina Fastrich für das Berufungsverfahren mit 
insgesamt CHF 635.00 zu entschädigen ist,

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wird verfügt:

1. Das Berufungsverfahren wird infolge Rückzugs am Geschäftsverzeichnis 
abgeschrieben.

2.1. Die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens von CHF 1'000.00 geht zulas-
ten von A._____.

2.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren durch Rechts-
anwalt Valentin Landmann in der Höhe von CHF 179.35 und durch Rechts-
anwältin Selina Fastrich in der Höhe von CHF 635.00 (je inkl. Spesen und 
MwSt.) gehen zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).

3.1. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

3.2. Gegen den Entschädigungsentscheid kann der amtliche Verteidiger bzw. die 
amtliche Verteidigerin gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 
StBOG (SR 173.71) Beschwerde an das Bundesstrafgericht erheben. Die 
Beschwerde ist dem Bundesstrafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 
2720, 6501 Bellinzona, schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in 
Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. 
Für die Zulässigkeit, die Beschwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

4. Mitteilung an: