# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7624d9ad-354c-5b1c-9156-bdf81479a9f2
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-25
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.4.2009 - 31.3.2010 und 1.4.2010 - 31.3.2011 sowie
Staats- und Gemeindesteuern 1.4.2009 - 31.3.2010 und 1.4.2010 - 31.3.2011
(2. Rechtsgang)
**Docket/Reference:** DB.2017.42
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_42_zb.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2017.42 
1 ST.2017.49 

Entscheid 

25. Juli 2017 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Michael Ochsner, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichte-
rin Christina Hefti und Gerichtsschreiberin Vivienne Blunschi 

A   G m b H ,    

vertreten durch Z AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.4.2009 - 31.3.2010 und 1.4.2010 - 31.3.2011 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.4.2009 - 31.3.2010 und 1.4.2010 - 31.3.2011  
(2. Rechtsgang) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A GmbH mit Sitz in B (nachfolgend die Pflichtige) bezweckt im Wesent-

lichen  den  Erwerb  von  Auswertungsrechten  an  Bild-  und  Tonaufnahmen  sowie  deren 

Herstellung, Bewerbung und sonstige Auswertung, die Produktion von damit in Verbin-

dung stehenden Waren sowie den Erwerb und die Auswertung von sonstigen gewerb-

lichen Schutzrechten. Sie ist Teil der C-Gruppe, zu welcher auch die D in Grossbritan-

nien  gehört,  welche  für  die  globale  Tresorie  und  für  das  Cash  Pooling  der  Gruppe 

zuständig  ist.  Zwischen  der  Pflichtigen  und  der  D  besteht  eine  Vereinbarung  vom 

1. Dezember  2008  über  die  kurzfristige  Deponierung  überschüssiger  Geldmittel  und 

den kurzfristigen Bezug von solchen. Gemäss der Vereinbarung werden der Pflichtigen 

bei  einem  Saldo  zu  ihren  Gunsten  Zinsen  basierend  auf  dem  Einmonats-LIBID  (Lon-

don  Interbank  Bid-Rate) abzüglich  6,25  Basispunkte (bp,  1  bp  =  1/100 Prozent),  min-

destens aber 0,05% gutgeschrieben.  

Nach  Durchführung  einer  steueramtlichen  Revision  bezüglich  der  Steuerperi-

oden  1.4.2009 -  31.3.2010  und  1.4.2010 -  31.3.2011  kam  der  Revisor  zum  Ergebnis, 

dass  das  Treasury-Konto  einen  Anteil  an  langfristigen  Darlehen  an  den  Konzern  ent-

halte  und  der  darauf  gutgeschriebene  Zins  im  Drittvergleich  zu  tief  sei.  Dementspre-

chend  stellte  er  eine  Aufrechnung  von  entgangenen  Zinseinkünften  in  Aussicht.  Der 

Steuerkommissär übernahm diese Aufrechnungen am 26. Mai 2014 in die Veranlagun-

gen  direkte  Bundessteuer  sowie  die  Einschätzungen  Staats-  und  Gemeindesteuern 

dieser Steuerperioden.  

B.  Die  hiergegen  erhobene  Einsprache  wies  das  kantonale  Steueramt  am 

8. April  2015  ab.  Neu  wandte  es  die  Zinssätze  gemäss  dem  einschlägigen  Rund-

schreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) an, und setzte es den lang-

fristigen Anteil dem im jeweiligen Geschäftsjahr nie unterschrittenen Mindestguthaben 

gleich,  mithin  (gerundet)  Fr.  …  (1.4.2009  -  31.3.2010)  bzw.  Fr. …  (1.4.2010  - 

31.3.2011).  Dies  ergab  für  die  Steuerperiode  1.4.2009  -  31.3.2010  eine  Netto-

Aufrechnung  von  Fr.  …  und  für  die  Steuerperiode  1.4.2010  -  31.3.2011  von  Fr.  …  . 

Zusätzlich erhöhte es die Steuerrückstellungen entsprechend. Im Ergebnis ergab dies 

jeweils Höhereinschätzungen.  

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C.1. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 11. Mai 2015 beantragte die Pflichtige, 

sie  für  die  Steuerperiode  1.4.2009  -  31.3.2010  auf  der  Grundlage  eines  steuerbaren 

Reingewinns von Fr. … und für die Steuerperiode 1.4.2010 - 31.3.2011 eines solchen 

von  Fr.  …  einzuschätzen,  unter  Vereinigung  der  Verfahren  sowie  unter  Kosten-  und 

Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Gegenpartei.  Mit  Entscheid  vom  25.  November 

2015  (1  DB.2015.100/1  ST.2015.125)  wies  das  Steuerrekursgericht  die  Rechtsmittel 

bezüglich der Steuerperiode 1.4.2009 - 31.3.2010 ab und hiess sie mit Bezug auf die 

Steuerperiode 1.4.2010 - 31.3.2011 in geringem Umfang teilweise gut. 

Das Verwaltungsgericht hiess mit Urteil vom 7. Dezember 2016 die Beschwer-

den  der  Pflichtigen teilweise  gut  und  wies  die  Sache  an  das  Steuerrekursgericht  zum 

Neuentscheid zurück (SB.2016.00007 und SB.2016.00008). Darin bestätigte es grund-

sätzlich die Beurteilung der unteren Instanzen, dass im Kontobestand des Cash-Pools 

einen Anteil an langfristigen Darlehen enthalten sei, wies das Steuerrekursgericht aber 

an, diesen Anteil neu zu ermitteln. Weiter erklärte es die von der Pflichtigen beantragte 

Verzinsung  als  marktkonform,  weshalb  diese  statt  diejenigen  gemäss  dem  Rund-

schreiben der ESTV anzuwenden sei. Ferner sei die Steuerrückstellung anzupassen.  

2.  Im  darauf  vom  Steuerrekursgericht  wieder  aufgenommen  Beschwerde- 

bzw.  Rekursverfahren  reichte  die  Pflichtige  am  10.  Februar  2017  eine  Eingabe  ein, 

worin sie beantragte, den als langfristig zu qualifizierenden Anteil aus näher dargeleg-

ten Gründen für die Steuerperiode 1.4.2009 - 31.3.2010 auf Fr. … und für die Steuer-

periode 1.4.2010 - 31.3.2011 auf Fr. … festzusetzen. Das kantonale Steueramt nahm 

hierzu am 20. Juni 2017 Stellung.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Streitgegenstand ist die Frage, ob und inwieweit die Verzinsung des Gutha-

bens der Pflichtigen bei der D dem Drittvergleich entspricht bzw. ob die Pflichtige durch 

zu  tiefe  Zinsstellung  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  gemäss  Art. 58  Abs. 1  des 

Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer vom  14.  Dezember 1990  (DBG)  bzw. 

§ 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) erbracht hat. Nach dem Ver-

waltungsgerichtsurteil steht verbindlich fest, dass das Ausmass der im Cashpool ange-

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legten Mittel den aus unternehmerischer Sicht erforderlichen Liquiditätsbedarf bei Wei-

tem überstieg und zu einem erheblichen Teil eine längerfristige Finanzanlage darstell-

te, und dass demnach die Verzinsung der gesamten angelegten Mittel zu den Zinsät-

zen  gemäss  dem  RAS-Agreement  dem  Drittvergleich  nicht  entsprach.  Auf  diese 

Fragen ist somit hier nicht mehr einzugehen.  

Verworfen hat das Verwaltungsgericht indessen den Ansatz der Vorinstanzen 

zur  Bestimmung  des  als  längerfristiges  Guthaben  zu  qualifizierenden  Teils,  nämlich 

diesen mit dem während dem Geschäftsjahr nie unterschrittenen Mindestbetrag gleich-

zusetzen.  Hierzu  hat  das  Verwaltungsgericht  gerügt,  dass  es  sich  bei  diesem  Ansatz 

um eine rückblickende Betrachtung handle, was den Anforderungen an eine professio-

nelle Finanzplanung, die vorausschauen sollte, nicht gerecht werde. Einem Unterneh-

men sei zuzugestehen, dass es in seiner Planung in einem gewissen Rahmen mit ei-

nem  höheren  Bedarf  an  liquiden  Mitteln  rechnen  dürfe,  als  in  der  Folge  tatsächlich 

nötig  gewesen  sei.  Eine  rückblickende  Umqualifizierung  der  tatsächlichen  Mindestbe-

träge in langfristige Anlagen überschreite deshalb das Ermessen.  

Zur  anzuwendenden  Berechnungsmethode  führte  das  Verwaltungsgericht 

aus,  dass  es  sich  bei  der  erforderlichen  Bandbreite  um  eine  Ermessensfrage  handle. 

Bei der Ermittlung lasse sich zunächst bestimmen, welcher Mindestbetrag des Gutha-

bens  im  Verlauf  des Geschäftsjahres  nicht  unterschritten  worden  sei.  Insofern  sei  auf 

die nicht bestrittenen Mindestbeträge abzustellen. Die Bandbreite habe den Zweck, die 

Planungsunsicherheit der Unternehmung zu berücksichtigen. Hierzu könne vom arith-

metischen Mittel des Cashpoolguthabens zu Beginn und am Ende des Geschäftsjahres 

ausgegangen  werden.  Es  erscheine  nun  weiter  angebracht,  dem  Planungsaspekt  mit 

einem angemessenen Abschlag auf diesem Durchschnittsbestand und einem entspre-

chenden  Einschlag  auf  dem  Mindestguthaben  Rechnung  zu  tragen.  Für  die  Feststel-

lung  des  angemessenen  Anteils  dieser  Bandbreite  sei  die  Sache  zur  Wahrung  des 

Instanzenzuges und des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

2. a) Bei der streitigen Frage geht es um die so genannte Mindestliquidität. Als 

solche bezeichnet man jenen Bestand an vorhandenen Zahlungsmitteln und nicht aus-

genützten  Kreditlimiten  bei  Banken,  der  nicht  unterschritten  werden  sollte  (Boem-

le/Stolz,  Unternehmungsfinanzierung,  Band  1,  Grundlagen  und  Kapitalbeschaffung, 

14. A., 2010, S. 167, auch zum Folgenden). Diese Mindestliquidität ist als Sicherheits-

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bestand in die Finanzplanung einzubeziehen, um Einzahlungsausfälle und unerwartete 

Auszahlungen  ohne  Schwierigkeiten  auffangen  zu  können.  Bei  der  Festlegung  der 

Mindestliquidität  ist  zu  beachten,  dass  auf  die  Verfügbarkeit  der  offenen  Kreditlimiten 

bei  angespannter  finanzieller  Lage  kein  Verlass  ist,  weil  die  Banken  berechtigt  sind, 

Limiten zu kürzen oder gar zu streichen. Dabei ist neben den rein betrieblichen Gege-

benheiten  (wie  dem  Ausmass  der  Schwankungen  in  den  Zahlungsströmen  und  den 

möglichen  Anpassungsmassnahmen)  nicht  zuletzt  auch  das  Sicherheitsbedürfnis  der 

Geschäftsleitung  massgebend,  welches  am  besten  durch  vorhandene  Liquiditätsbe-

stände  abgedeckt  wird.  Die  Höhe  der  Mindestliquidität  wird  sowohl  durch  Risiko-  wie 

durch  Gewinnüberlegungen  beeinflusst.  Das  Ziel  der  Risikoverringerung  wird  umso 

besser  erfüllt,  je  höher  die  Mindestliquidität  angesetzt  wird.  Hohe  Zahlungsmittelbe-

stände  sind  jedoch  auch  ein  Kostenfaktor,  denn  sie  schmälern  im  Allgemeinen  die 

Rentabilität.  Dieser  Zielkonflikt  kommt  in  der  überspitzt  formulierten  These  "Liquidität 

kostet  Geld,  Illiquidität  die  Existenz"  zum  Ausdruck.  Eine  absolute  Mindestliquiditäts-

grösse  lässt  sich  gemäss  diesen  Autoren  aus  verständlichen  Gründen  nicht  generell 

festlegen.  Den  Normen über  die  relative  (prozentuale)  Mindestliquidität  wird  –  im  Ge-

gensatz zu den statischen Liquiditäts-Kennziffern – in der Fachliteratur nur selten Be-

achtung geschenkt. In der Regel wird die Mindestliquidität im Zusammenhang mit dem 

Umsatz  festgelegt,  zum  Beispiel  einen  Monatsumsatz.  In  der  Migros-Gruppe  sind  in 

den  finanzwirtschaftlichen  Zielsetzungen  beispielsweise  flüssige  Mittel  von  10%  des 

Konzernumsatzes  vorgesehen.  Die  frühere  Auflage  (13.  A.,  2002,  S.  145)  desselben 

Lehrbuchs  enthält  hierzu  noch  weitere  Beispiele.  Demnach  reicht  die  Bandbreite  von  

2 - 3% des Jahresumsatzes bis zu zwei Monatsumsätzen.  

b)  Im  vorliegenden  Fall  ist  die  Pflichtige  dem  Cashpool  des  Konzerns  ange-

schlossen. Damit ist sichergestellt, dass bei ihr die Gefahr eines existenzbedrohenden 

Liquiditätsengpasses  nahezu  ausgeschlossen  werden  kann,  da  sie  die  erforderliche 

Liquidität vom Pool beziehen kann. Dies legt es nahe, die erforderliche Mindestliquidi-

tät 

tendenziell  am  unteren  Rahmen  festzusetzen.  Das  Rekursgericht  erachtet  

deshalb  als  Ausgangspunkt  eine  solche  von  einem  Monatsumsatz  als  ausreichend.  

Die Pflichtige beziffert ihren Bruttoumsatz auf Fr. … (1.4.2009 - 31.3.2010) bzw. Fr. … 

(1.4.2010  -  31.3.2011;  T-act.  11),  woraus  sich  eine  Mindestliquidität  zwischen  rund 

Fr. … bis rund Fr. … ergibt.   

c)  Das  Verwaltungsgericht  trug  indessen  auf,  vom  arithmetischen  Mittel  des 

Cashpoolguthabens  zu  Beginn  und  am  Ende  des  Geschäftsjahres  auszugehen  und 

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darauf einen Einschlag zu ermitteln, welcher in der Folge vom Mindestguthaben abzu-

ziehen  ist.  Gemäss  dem  Kontoauszug  wies  das  Konto  die  folgenden  Salden  auf  

(T-act. 38):  

Eingangssaldo 1.4.2009  

Schlusssaldo 31.3.2010  

Durchschnitt  

Eingangssaldo 1.4.2010  

Schlusssaldo 31.3.2011 

Durchschnitt  

Fr.  

  … 

  … 

  … 

  … 

  … 

  … 

Demnach sind in beiden Geschäftsjahren die Salden angestiegen. Betrachtet 

man die einzelnen Tagessalden, zeigen sich keine einschneidenden Schwankungen:  

Mit  Bezug  auf  das  Geschäftsjahr  1.4.2009  -  31.3.2010  beträgt  der  stärkste 

Tagesabfluss rund Fr. … (29. Januar 2010), und der stärkste Rückgang über mehrere 

Tage  rund  Fr.  …  (25.  -  29.  Januar  2010).  Im  Geschäftsjahr  1.4.2010  -  31.3.2011  be-

trägt  der  stärkste  Tagesabfluss  rund  Fr.  …  (30.  April  2010)  und  der  stärkste  Abfluss 

über mehrere Tage rund Fr. … (28. - 30. Juli 2010). Dabei handelt es sich um relativ 

seltene Ereignisse.  

Es ist davon auszugehen, dass sich eine Geschäftsleitung für die Planung der 

für  unerwartete  Ereignisse  erforderlichen  Mindestliquidität  an  den  Erfahrungen  in  der 

Vergangenheit  orientiert.  Die  entsprechenden  Angaben  aus  den  vorangehenden  Ge-

schäftsjahren liegen indessen nicht bei den Akten. Aus dem aktenkundigen Beobach-

tungszeitraum von zwei Geschäftsjahren ist indessen zu schliessen, dass keine grös-

seren  Schwankungen  zu  verzeichnen  waren,  und  kurzfristig  jederzeit  höchstens  mit 

einem maximalen Abfluss von rund Fr. … zu rechnen war. Diese Entwicklung ist über 

beide Jahre sehr konstant, weshalb das Steuerrekursgericht davon ausgeht, dass die-

se Feststellungen auch für die Vorjahre gelten und die Werte den normal zu erwarten-

den Mindestliquiditätsbedarf allgemein zuverlässig widergeben.  

Damit  erscheint  eine  Liquiditätsreserve  von  einem  Monatsumsatz  nicht  weit 

entfernt von einer sachgerechten Annahme, wenn auch etwas zu knapp. Das Rekurs-

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gericht  erachtet  deshalb  über  den  gesamten  Zeitraum  eine  jederzeitige  Liqui-

ditätsreserve  von  Fr.  …  als  angemessen.  Mit  einer  solchen  Bandbreite  sind  im  Ver-

gleich  zum  Durchschnittssaldo  des  Geschäftsjahres  1.4.2009  -  31.3.2010  die  beiden 

Eckwerte  abgedeckt.  Mit  Bezug  auf  das  Geschäftsjahr  1.4.2010  -  31.3.2011  ist  dies 

nicht  ganz  der  Fall,  indessen  ist  in  diesem  Jahr  ein  hoher  Anstieg  des  Liquiditäts-

bestands zu verzeichnen, und ist nicht einzusehen, weshalb eine solche günstige Ent-

wicklung  eine  höhere  Mindestliquidität  erfordern  sollte.  Bei  einem  Mindestsaldo  von 

Fr. …  im Geschäftsjahr 1.4.2009 -  31.3.2010  ergibt  dies  somit  einen  als  langfristig  zu 

qualifizierenden  Sockelbetrag  von  Fr.  …,  und  mit  Bezug  auf  das  Geschäftsjahr 

1.4.2010 - 31.3.2011 bei einem Mindestsaldo von Fr. … somit Fr. … .  

d) Die Gründe, welche die Pflichtige für eine noch höhere ständige Mindestli-

quidität vorbringt, überzeugen nicht:  

aa) Vorab macht sie geltend, dass gemäss ihrer Analyse von einer Schwank-

ung von rund Fr. … (1.4.2009 - 31.3.2010) bzw.  Fr. … (1.4.2010 - 31.3.2011) auszu-

gehen sei, und leitet daraus eine Volatilität des Liquiditätsbestands um rund einen Drit-

tel des durchschnittlichen Guthabens ab. Diese Betrachtungsweise lässt indessen den 

zeitlichen Ablauf völlig ausser Acht. Bei genauer Betrachtung handelt es sich nämlich 

bei der "Schwankung" mitnichten um eine solche, sondern um den Anstieg vom Mini-

mal-  zum  zeitlich  späteren  Maximalsaldo.  Daraus  wäre  vielmehr  zu  schliessen,  dass 

über die beobachtete Zeitdauer keinerlei Liquiditätsreserven nötig gewesen wären, da 

ja ständig Liquidität angehäuft wurde. Der Ansatz ist deshalb abzulehnen; massgebend 

für die Berechnung der Mindestliquidität sind vielmehr die im Lauf des Beobachtungs-

zeitraums festzustellenden Rückschläge.  

bb)  Die  Pflichtige  begründet  den  höheren  Bedarf  an  kurzfristiger  Liquidität 

ferner damit, dass sie zur Übernahme von Konkurrenzunternehmen habe über solche 

verfügen  müssen.  Sie  habe  einerseits  zahlreiche  Akquisitionen  geplant  und  anderer-

seits  für  den  (…)  jeweils  hohe  Vorauszahlungen  leisten  müssen.  Hierzu  verweist  sie 

auf  eine  Zusammenstellung  von  geplanten  Geschäften  in  Rz  34  ff.  der  Beschwerde 

vom 6. Januar 2016 (R-act. 4).  

Das  Bereithalten  von  Liquidität für  solche  Akquisitionen  ist  indessen  entspre-

chend der Definition der Mindestliquidität, um die es hier geht, nur im Rahmen erforder-

lich,  als  diese  unerwartet  und  kurzfristig  vorgenommen  werden  müssen,  d.h.  zwecks 

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rascher  Ausnützung  von  plötzlich  auftauchenden  Gelegenheiten.  Soweit  es  um  von 

langer Hand vorbereitete Transaktionen geht, ist es gerade Sache einer Liquiditätspla-

nung,  die  hierfür  nötige  Liquidität  zeitgerecht  bereitzustellen.  In  diesem  Zusammen-

hang ist insbesondere zu beachten, dass die Pflichtige Teil eines Weltkonzerns ist und 

durch den Anschluss an den Cashpool eben gerade solche Transaktionen besser be-

werkstelligt  werden  sollen.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  nicht  einzusehen,  weshalb  die 

Pflichtige sich ständig einen sehr hohen Liquiditätsbestand hätte zur Verfügung halten 

sollen,  um  auch  grosse  und  lange  absehbare,  aus  dem  Rahmen  der  gewöhnlichen 

Geschäftsaktivitäten fallende Transaktionen finanzieren zu können. Zudem ergibt sich, 

dass von den sechs von ihr erwähnten Transaktionen fünf ohne Weiteres aus der vor-

stehend  zugestandenen  Mindestliquidität  hätten  bezahlt  werden  können,  während  die 

sechste  Transaktion  mit  einem  Volumen  von  Fr.  …  aussergewöhnlich  erscheint  und 

wohl  auch  nicht  von  einem  Tag  auf  den  anderen  hatte  bezahlt  werden  müssen.  Aus 

dem beigelegten Vertrag ergibt sich denn auch, dass zwischen dessen Unterzeichnung 

und der Entrichtung der ersten Tranche des Kaufpreises von rund Fr. … mehr als zwei 

Monate lagen (R-act. 8/2 Beilage 42 Ziff. 7 "Beabsichtigter Zeitplan"). Vor diesem Hin-

tergrund vermögen die Argumente der Pflichtigen nicht zu überzeugen. 

e) Die angefochtenen Entscheide sind demnach mit Bezug auf die Höhe des 

langfristigen Anteils und auf den Zinssatz zu korrigieren (vgl. T-act. 44 - 47). Gemäss 

E.  7.2  des  Verwaltungsgerichtsentscheids  betragen  die  anzuwendenden  Zinssätze 

0,59589581% (1.4.2009 - 31.3.2010) bzw. 0,404346245% (1.4.2010 - 31.3.2011). Die 

Pflichtige  hat  bereits  Steuerrückstellungen  gebildet  (T-act.  11),  weshalb  diese  nur  im 

Umfang  der  Ertragsaufrechnungen  zu  erhöhen sind.  Die  Steuersätze  betragen  im  Er-

gebnis für die direkte Bundessteuer …% des Gewinns vor Steuern, für die Staats- und 

Gemeindesteuern  …%,  zusammen  somit  …%  des  Gewinns  vor  Steuern  

(R-act. 12).  

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Fr.  

Fr.  

… 

… 

Steuerperiode 1.4.2009 - 31.3.2010 

Saldo der Erfolgsrechnung  

0,59589581% von Fr. …   

statt wie verbucht (0,05% von Fr. …  

Gewinn vor zusätzlichen Steuern  

zusätzl. Steuerrückstellung (…% von …  

Gewinn  

gerundet  

Eigenkapital gemäss Steuererklärung  

zusätzl. Steuerrückstellung 

Eigenkapital neu  

gerundet 

Steuerperiode 1.4.2010 - 31.3.2011 

Saldo der Erfolgsrechnung  

0,404346245% von Fr. …   

statt wie verbucht (0,05% von Fr. …)  

Gewinn vor zusätzlichen Steuern  

zusätzl. Steuerrückstellung (…% von Fr. …)  

Fr.  

… 

… 

Gewinn  

gerundet  

Eigenkapital gemäss Steuererklärung  

zusätzl. Steuerrückstellung 1.4.2009 - 31.3.2010 

zusätzl. Steuerrückstellung 1.4.2010 - 31.3.2011 

Eigenkapital neu  

gerundet 

… 

 … 

… 

… 

… 

… 

… 

… 

… 

… .  

Fr.  

…  

… 

… 

… 

… 

… 

… 

… 

… 

… 

… .  

3. Gestützt auf diese Erwägungen sind der Rekurs bzw. die Beschwerde teil-

weise  gutzuheissen.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Parteien 

anteilsmässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Der Pflichti-

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gen ist aufgrund ihres überwiegenden Obsiegens eine Parteientschädigung zuzuspre-

chen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i. V. m. § 17 Abs. 2 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/6. September 1987). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. (…) 

2.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. (…) 

[…] 

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