# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 733d07a5-271e-5421-b129-b5caaa831970
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 09.01.2012 SK2 2011 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2011-42_2012-01-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 9. Januar 2012 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 11 42          30. Januar 2012

Entscheid
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Beschwerde

des A., Beschwerdeführer, 

gegen

die Einstellungsverfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 28. 
November 2011, mitgeteilt am 1. Dezember 2011, in Sachen des Beschwerdefüh-
rers,

betreffend Einsprache gegen einen Strafbefehl (Kostenüberbindung),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A.1. Am 7. Juli 2011 um 11.30 Uhr stellte A. sein Fahrzeug, einen schwarzen 
Audi mit der Kontrollschildnummer Z., auf dem mit einem gerichtlichen Verbot be-
legten Grundstück Y. in X. unberechtigterweise ab.

2. In der Folge bezahlte er die von der B. AG in Rechnung gestellte Nachzahl-
gebühr in Höhe von Fr. 35.-- trotz zweier Mahnungen nicht innert angesetzter 
Frist. Deshalb stellte die B. AG am 20. September 2011 beim Bezirksgericht Ples-
sur Strafantrag gegen A. wegen Widerhandlung gegen ein gerichtliches Verbot 
(Art. 258 Abs. 1 ZPO).

3. Am 7. November 2011 erliess der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur 
gegen A. einen Strafbefehl wegen Widerhandlung gegen ein gerichtliches Verbot 
und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 80.--. Ferner wurden ihm die Verfahrens-
kosten von Fr. 150.-- auferlegt. Dagegen erhob A. mit Eingabe vom 13. November 
2011 fristgerecht Einsprache.

B. Mit Verfügung vom 28. November 2011, mitgeteilt am 1. Dezember 2011, 
stellte der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur das Strafverfahren gegen A. ein 
und auferlegte ihm die Kosten des Strafbefehlsverfahrens in Höhe von Fr. 150.--. 
Zur Begründung führte er aus, es stehe unbestrittenermassen fest, dass der Be-
schuldigte der B. AG den fälligen Betrag von Fr. 35.-- am 30. September 2011 
überwiesen habe. Unter diesen Umständen sei das Interesse der Geschädigten 
an der Strafverfolgung gering. Da auch alle übrigen Voraussetzungen von Art. 53 
StGB erfüllt seien, werde daher von einer Bestrafung abgesehen und das vorlie-
gende Verfahren gestützt auf Art. 357 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 355 Abs. 3 lit. 
b und Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO eingestellt. Die Kosten des Übertretungsstrafver-
fahrens in Höhe von Fr. 150.-- wurden A. mit der Begründung überbunden, er ha-
be durch die verspätete Einzahlung der Rechnung der B. AG das Verfahren verur-
sacht.

C. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob A. mit Eingabe vom 4. Dezember 
2011 (Poststempel vom 6. Dezember 2011) Einsprache (recte Beschwerde) beim 
Kantonsgericht von Graubünden und beantragte sinngemäss, es sei von einer 
Kostenauferlegung zu seinen Lasten abzusehen. Er macht diesbezüglich wieder-
holt geltend, an besagtem Tag habe sich keine Busse an seinem Fahrzeug befun-
den und er habe von der B. AG auch keine Rechnungen erhalten, mit Ausnahme 

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derjenigen, welche er bezahlt habe. Aus diesem Grund verlange er eine korrekte 
Bearbeitung des vorliegenden Falls.

D. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur liess sich nicht vernehmen.

Auf die weitergehenden Ausführungen in der Rechtsschrift sowie in der angefoch-
tenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1.a. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit 
Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen von Übertretungs-
strafbehörden beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. 
Welche Behörde für die Verfolgung und Beurteilung von Übertretungen gemäss 
Art. 17 StPO zuständig sein soll, ist als Frage der Gerichtsorganisation von den 
Kantonen zu entscheiden. Sie können diese Aufgabe Verwaltungsbehörden oder 
anderen dazu berufenen Verwaltungsstellen übertragen oder aber der Staatsan-
waltschaft und den ordentlichen Gerichten zuweisen (vgl. Botschaft zur Vereinheit-
lichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085, S. 1136 f.). Art. 4 Abs. 1 lit. e des 
kantonalen Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
(EGzZPO; BR 320.100) überträgt die Entscheidung über Widerhandlungen gegen 
gerichtliche Verbote im Sinne der Zivilprozessordnung dem Präsident oder einem 
anderen Mitglied der Bezirksgerichte in einzelrichterlicher Kompetenz. Diesem 
stehen bei der Verfolgung und Beurteilung von Übertretungen die gleichen Befug-
nisse wie der Staatsanwaltschaft zu und das Verfahren richtet sich sinngemäss 
nach den Vorschriften über das Strafbefehlsverfahren (Art. 357 Abs. 1 und 2 
StPO). Dementsprechend ist die Beschwerde innert 10 Tagen schriftlich und be-
gründet einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Zur Be-
schwerdeführung ist jede Partei berechtigt, die ein rechtlich geschütztes Interesse 
an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). 
Obschon das gegen A. eröffnete Strafverfahren eingestellt wurde, ist er zur Be-
schwerdeführung berechtigt, zumal ihm in der Einstellungsverfügung die Kosten 
des Strafbefehlsverfahrens im Umfang von Fr. 150.-- auferlegt worden sind. Er hat 
mithin ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung. Die Beschwerde vom 4. 
Dezember 2011 (Poststempel vom 6. Dezember 2011) gegen die am 1. Dezember 
2011 mitgeteilte Einstellungsverfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Ples-

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sur ist insoweit frist- und formgerecht eingereicht worden, weshalb darauf einzutre-
ten ist.

b. Gemäss Art. 22 EGzStPO amtet das Kantonsgericht als Berufungsgericht 
und als Beschwerdeinstanz in Straf- und Jugendstrafsachen. Ist die Beschwer-
deinstanz ein Kollegialgericht – wie es vorliegend der Fall ist (vgl. Art. 18 Abs. 1 
des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; BR 173.000]) – so beurteilt deren Ver-
fahrensleitung die Beschwerde allein, wenn diese die wirtschaftlichen Nebenfolgen 
eines Entscheids bei einem strittigen Betrag von nicht mehr als Fr. 5'000.-- zum 
Gegenstand hat (vgl. Art. 395 lit. b StPO). Diese Bestimmung bezieht sich auf den 
Fall, dass im Beschwerdeverfahren die wirtschaftlichen Nebenfolgen strittig sind. 
Es sind dies zum Beispiel Einziehungen, Kosten- und Entschädigungsfragen so-
wie Entschädigungen für amtliche Verteidiger, wenn ein Betrag von weniger als Fr. 
5'000.-- strittig ist (vgl. Jeremy Stephenson/Gilbert Thiriet, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger, Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung, Basel 2011, N 4 f. zu Art. 395 StPO; Niklaus Schmid, Schweizerische Straf-
prozessordnung, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, N 3 zu Art. 395 StPO). 
Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die Verteilung der 
Kosten des Übertretungsstrafverfahrens in Höhe von Fr. 150.--, welche gemäss 
Einstellungsverfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 28. No-
vember 2011 dem Beschuldigten, A., auferlegt wurden. Gegen diese Kostenüber-
bindung erhob er alsdann Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden. 
Gegenstand der vorliegenden Beschwerde sind demzufolge entsprechend den 
vorangehenden Ausführungen die wirtschaftlichen Nebenfolgen eines Entscheids 
in Bezug auf die Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem wird der in Art. 395 lit. 
b StPO genannte Betrag nicht überschritten. Die Zuständigkeit für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde liegt folglich bei der Verfahrensleitung gleichsam als 
Einzelrichter.

2.a. Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigespro-
chen, so können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, 
wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder 
dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Nach der bisherigen 
Rechtsprechung der EMRK-Organe und des Bundesgerichts – welche auch nach 
dem Inkrafttreten der neuen Schweizerischen Strafprozessordnung nach wie vor 
Geltung hat – können der nicht verurteilten Person die Kosten dann auferlegt wer-
den, wenn sie unter rechtlichen Gesichtspunkten in vorwerfbarer Weise (in sinn-
gemässer Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden Grundsätze) gegen 
eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die aus der gesamten 

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schweizerischen Rechtsordnung stammen kann, klar verstossen und dadurch die 
Einleitung des Verfahrens veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. 
Man spricht in solchen Fällen von einem prozessualen Verschulden (vgl. Franz 
Riklin, Schweizerisches Strafprozessrecht, Kommentar, Zürich 2010, N 3 zu Art. 
426 StPO). Zwischen dem zivilrechtlich vorwerfbaren Verhalten und den durch die 
Untersuchung entstandenen Kosten muss zudem ein Kausalzusammenhang be-
stehen (BGE 116 Ia 162 E. 2.c und 2.d/bb S. 168 ff. mit Hinweisen). Nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts verstösst eine Kostenauflage bei Freispruch 
oder Einstellung des Verfahrens jedoch gegen die Unschuldsvermutung im Sinne 
von Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK, wenn dem Angeschuldigten in der 
Begründung des Kostenentscheids direkt oder indirekt vorgeworfen wird, er habe 
sich strafbar gemacht beziehungsweise es treffe ihn ein strafrechtliches Verschul-
den. Eine Kostenauflage ist deshalb nur zulässig, wenn die allgemeinen Prinzipi-
en, die eine Kostenauflage trotz Freispruchs oder Verfahrenseinstellung rechtferti-
gen, gegeben sind (vgl. Riklin, a.a.O., N 4 zu Art. 426 StPO; Urteil des Bundesge-
richts 1B_143/2011 vom 1. Juni 2011, E. 2.2).

b. Gemäss Art. 41 Abs. 1 OR ist zum Ersatz verpflichtet, wer einem anderen 
widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit. Im 
Zivilrecht wird demnach eine Haftung ausgelöst, wenn jemandem durch ein wider-
rechtliches und – abgesehen von den Fällen der Kausalhaftung – ausserdem 
schuldhaftes Verhalten ein Schaden zugefügt wird. Widerrechtlich im Sinne von 
Art. 41 Abs. 1 OR ist ein Verhalten dann, wenn es gegen die Normen verstösst, 
die direkt oder indirekt Schädigungen untersagen beziehungsweise ein Schädi-
gung vermeidendes Verhalten vorschreiben. Solche Verhaltensnormen ergeben 
sich aus der Gesamtheit der schweizerischen Rechtsordnung, unter anderem aus 
Privat-, Verwaltungs- und Strafrecht, gleichgültig, ob es sich um eidgenössisches 
oder kantonales, geschriebenes oder ungeschriebenes Recht handelt (vgl. BGE 
116 Ia 162 E. 2.c S. 169; Heinz Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 4. Aufl., 
Zürich 2008, N 670). Ein schädigendes Verhalten ist – unter Vorbehalt eines 
Rechtfertigungsgrunds – sodann stets widerrechtlich, wenn dadurch ein von der 
Rechtsordnung durch eine oder mehrere Normen (Schutznormen) geschütztes 
absolutes Recht verletzt wird. Ein absolutes Recht entfaltet Wirkung gegenüber 
jedermann (erga omnes). Folglich kann der Träger eines solchen absoluten 
Rechts jeden Dritten von einem Zugriff auf seine Rechtsposition ausschliessen 
(Rey, a.a.O., N 682 f.; Christian Heierli/Anton K. Schnyder, Basler Kommentar 
zum Schweizerischen Obligationenrecht I, 5. Aufl., Basel 2011, N 33 zu Art. 41 
OR). 

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c. Zu den eben erwähnten absolut geschützten Rechtsgütern, bei denen ein 
Eingriff zugleich eine Verletzung eines absoluten Rechts sowie der entsprechen-
den Schutznorm bewirkt, gehört mitunter das Eigentum (vgl. Rey, a.a.O., N 686 
und 690; Roland Brehm, Berner Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, 
Bd. VI.1.3.1, Art. 41-61 OR, 3. Aufl., Bern 2006, N 35 und 37 zu Art. 41 OR). 
Gemäss Art. 641 ZGB kann der Eigentümer einer Sache in den Schranken der 
Rechtsordnung nach seinem Belieben über diese verfügen und ist berechtigt, jede 
ungerechtfertigte Einwirkung abzuwehren (Abs. 1 und 2). Zu diesem Zweck kann 
der an einem Grundstück dinglich Berechtigte, in erster Linie der Grundeigentü-
mer, beim Gericht beantragen, dass jede Besitzesstörung zu unterlassen ist und 
eine Widerhandlung auf Antrag mit einer Busse bis zu Fr. 2'000.-- bestraft wird 
(Art. 258 Abs. 1 ZPO). 

d. Der vorinstanzliche Einzelrichter hat die Kostenauflage zu Lasten des Be-
schwerdeführers damit begründet, dass dieser durch die verspätete Einzahlung 
der Rechnung der B. AG das darauffolgende Verfahren verursacht habe. Dieser 
Auffassung ist zu folgen. Zunächst ist festzuhalten, dass A. – sowohl vor dem Ein-
zelrichter am Bezirksgericht Plessur als auch vor Kantonsgericht von Graubünden 
– zu keinem Zeitpunkt abgestritten hat, sein Fahrzeug an besagtem 7. Juli 2011 
auf der Liegenschaft Y. in X. abgestellt und hierfür keine ausreichende Parkgebühr 
entrichtet zu haben. Stattdessen hat er sich stets auf den Standpunkt gestellt, es 
habe sich keine Busse an seinem Fahrzeug befunden und er habe von der B. AG 
mit Ausnahme derjenigen Rechnung, welche er auch beglichen habe, keine weite-
ren Rechnungen erhalten. Durch die Begleichung der von der B. AG in Rechnung 
gestellten Nachzahlgebühr von Fr. 35.-- hat er in der Folge aber jedenfalls implizit 
anerkannt, mit seinem Verhalten gegen das bezüglich des Grundstücks Y. beste-
hende gerichtliche Verbot nach Art. 258 Abs. 1 ZPO verstossen zu haben. Der 
Verstoss gegen das gerichtliche Verbot allein war indessen nicht unmittelbar kau-
sal für die anschliessende Eröffnung des Strafbefehlsverfahrens, zumal A. noch 
die Möglichkeit gehabt hätte, ein solches mittels rechtzeitiger Bezahlung der ihm in 
Rechnung gestellten Nachzahlgebühr abzuwenden. Aufgrund der Akten ist jedoch 
erstellt, dass er auch der Begleichung der ihm aus vorgenanntem Grund zu Recht 
in Rechnung gestellten Nachzahlgebühr trotz zweier Mahnungen (vgl. act. II./1; 
II./2) erst nach Ablauf der jeweils angesetzten Zahlungsfristen nachgekommen ist. 
Ob er in diesem Zusammenhang – wie von ihm behauptet – tatsächlich lediglich 
die zweite Mahnung vom 29. August 2011 (act. II./1) zugestellt erhalten hat, ist 
insofern irrelevant, als er auch die darin neu angesetzte Zahlungsfrist unbenutzt 
hat verstreichen lassen und deshalb allerspätestens nach Ablauf derselben in 

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Verzug (Art. 102 OR) geraten ist. Der Verzug stellt eine Pflichtverletzung des 
Schuldners dar, welche kein Verschulden voraussetzt. Konkret geht es dabei um 
die in zeitlicher Hinsicht pflichtwidrige Nichterbringung der geschuldeten Leistung 
(Wolfgang Wiegand, in: Honsell/Vogt/Wiegand, Basler Kommentar zum Obligatio-
nenrecht I, 5. Aufl., Basel 2011, N 2 zu Vor Art. 102-109 OR und N 1 zu Art. 102 
OR). Dies hat letztlich denn auch zum mittels Schreiben vom 29. August 2011 an-
gedrohten Strafantrag – zu dessen Stellung bei rechtzeitiger Bezahlung keine 
Notwendigkeit bestanden hätte – und dem dadurch ausgelösten Strafbefehlsver-
fahren geführt. Daran vermochte auch die erst nach Ablauf der erwähnten Zah-
lungsfrist und somit verspätete Begleichung der Nachzahlgebühr am 30. Septem-
ber 2011 (vgl. act. II./3; III./1) nichts mehr zu ändern. A. hat damit im Sinne der 
Rechtsprechung in zivilrechtlich – nicht strafrechtlich – vorwerfbarer Weise Anlass 
für die Eröffnung des Strafbefehlsverfahrens gegeben und die entsprechenden 
Kosten verursacht. Sein Verhalten war somit zweifelsohne kausal für die Eröff-
nung des Strafbefehlsverfahrens und der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur 
hat ihm folglich zu Recht die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 2 
StPO auferlegt. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.

3. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend 
ist der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen und die Be-
schwerde wurde im Sinne der Erwägungen vollumfänglich abgewiesen. Demnach 
gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers. 
Grundsätzlich wird für Entscheide im Rechtsmittelverfahren eine Gerichtsgebühr 
von Fr. 1'000.-- bis Fr. 5'000.-- erhoben (vgl. Art. 8 der Verordnung über die Ge-
richtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). In einem Verfahren nach 
Art. 18 Abs. 3 GOG, in welchem der zuständige Vorsitzende in einzelrichterlicher 
Kompetenz entscheidet, kann die Gerichtsgebühr aber nach Ermessen des Ge-
richts herabgesetzt werden (vgl. Art. 10 VGS). Vorliegend liegt die Zuständigkeit 
für die Beurteilung der Beschwerde ebenfalls bei der Verfahrensleitung gleichsam 
als Einzelrichter. Allerdings beruht die begründete Zuständigkeit auf einer anderen 
Rechtsgrundlage (Art. 395 lit. b StPO; vgl. auch E. 1.b hiervor). Dennoch rechtfer-
tigt es sich, die Gerichtsgebühr entsprechend einem Verfahren gemäss Art. 18 
Abs. 3 GOG nach Ermessen des Gerichts herabzusetzen. Die Kosten des Be-
schwerdeverfahrens werden auf Fr. 500.-- festgelegt.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorge-
schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegi-
timation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde 
gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: