# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52d671c7-df77-535d-af02-0d2069b32dfa
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 30.05.2018 ZK1 2015 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-7_2018-05-30.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 30. Mai 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 7 01. Juni 2018
ZK1 15 18

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Pedrotti und Brunner
Aktuarin Bäder Federspiel

In den zivilrechtlichen Berufungen

der X._____, Beklagte 2 und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwältin 
lic. iur. Katja Egle, Seestrasse 162a, Postfach, 8810 Horgen (Verfahren ZK1 15 7), 
sowie

der Y._____, Beklagte 1 und Berufungsklägerin, vertreten durch Tanja Heller, Be-
rufsbeistandschaft Albula, Stradung 26, 7450 Tiefencastel, wiedervertreten durch 
Rechtsanwältin lic. iur. Ylenia Baretta Mazzoni, Reichsgasse 65, Postfach 474, 
7002 Chur (Verfahren ZK1 15 18),

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 30. September 2014, mitgeteilt 
am 23. Dezember 2014, in Sachen des Z._____, Kläger und Berufungsbeklagter, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Egli, Nordstrasse 31, 8006 Zürich, 
gegen die Beklagten und Berufungsklägerinnen,

betreffend Anfechtung der Vaterschaft,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 38

I. Sachverhalt

A/1. X._____ geboren am _____ 1988, und Z._____, geboren am _____ 1983, 
schlossen am _____ 2006 in O.1_____ die Ehe. Am _____ 2007 wurde Y._____ 
geboren und am _____ 2008 kamen die Zwillinge A._____ und B._____ zur Welt.

A/2. Nachdem bereits Ende 2008 Kindesschutzmassnahmen angeordnet wor-
den waren, wurde am 16. Juni 2009 mit Beschluss der damaligen Vormund-
schaftsbehörde des Kreises Albula über Y._____ und ihre Schwestern A._____ 
und B._____ eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB errichtet. 
Nach mehreren Beistandswechseln sowie weiteren kindesschutzrechtlichen 
Massnahmen ernannte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mit-
telbünden/Moesa mit Entscheid vom 16. Mai 2013 C._____ zum Beistand nach 
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für die drei Mädchen.

A/3. Am 1. Oktober 2010 trennte sich das Ehepaar X./Z._____. Mit Eheschut-
zentscheid vom 10. Juli 2012 genehmigte der Einzelrichter in Zivilsachen am Be-
zirksgericht Hinterrhein die von den Parteien am 25./27. Juni 2012 unterzeichnete 
Trennungsvereinbarung. Darin wurde die Obhut über die drei Töchter für die Dau-
er des Getrenntlebens X._____ zugeteilt, während Z._____ ein Besuchsrecht er-
hielt.

A/4. Am 15. Januar 2013 reichte X._____ beim Bezirksgericht Hinterrhein eine 
Scheidungsklage ein. Mit Massnahmeentscheid der Einzelrichterin in Zivilsachen 
am Bezirksgericht Hinterrhein vom 6. März 2013 wurde das Besuchsrecht von 
Z._____ auf begleitete Besuchstage bei der KJBE in Chur beschränkt. Am 27. 
März 2013 fand die Einigungsverhandlung im Scheidungsverfahren statt. In deren 
Rahmen hielt der Rechtsvertreter von X._____ fest, dass die älteste Tochter und 
das jüngste Kind, das noch geboren werde, nach Angaben seiner Mandantin nicht 
von Z._____ stammten. Am 4. Juli 2013 zog X._____ die Scheidungsklage zurück, 
worauf das Verfahren mit Entscheid des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 16. Sep-
tember 2013 abgeschrieben wurde. Mit Urteil vom 16. Januar 2014 wurde die Ehe 
zwischen X._____ und Z._____ schliesslich vom Bezirksgericht Horgen geschie-
den. In der Vereinbarung über die Scheidungsfolgen wurde Z._____ für die Kinder 
Y._____, A._____ und B._____ ein Besuchsrecht eingeräumt.

A/5. Am 27. Mai 2013 und damit noch während der Ehe mit Z._____ hatte 
X._____ ihren Sohn D._____ geboren. Mit Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein 
vom 22. April 2014 wurde die diesen betreffende Klage auf Anfechtung der Vater-
schaft gutgeheissen.

Seite  3 — 38

B/1. Mit Eingabe vom 22. Februar 2014 (Poststempel) erhob Z._____, vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Egli, beim Bezirksgericht Hinterrhein eine 
Klage auf Anfechtung der Vaterschaft. Er stellte folgende Rechtsbegehren:

„1. Es sei gerichtlich festzustellen, dass der Kläger nicht der Vater des am 
28. August 2007 geborenen Kindes Y._____ ist;

2. Das Kindsverhältnis zwischen dem Kläger und der beklagten Tochter 
sei rückwirkend auf den Zeitpunkt der Geburt des Kindes gerichtlich 
aufzuheben;

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulasten 
der beklagten Mutter und des beklagten Kindes.

4. Es sei dem Kläger zudem die unentgeltliche Prozessführung zu ge-
währen und in der Person des Schreibenden ein unentgeltlicher 
Rechtsbeistand beizugeben.“

B/2. Der Beistand von Y._____, C._____, führte in seiner Klageantwort vom 28. 
März 2014 aus, es befremde ihn, dass der bisher angenommene Kindsvater seine 
Vaterschaft anzweifle. Er betrachte dies aber als sein Recht und sei der Ansicht, 
dass es für Y._____ wichtig sei, dass sie definitiv erfahre, ob Z._____ ihr Vater sei 
oder nicht.

B/3. X._____, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Felix Schwarz, beantragte in 
ihrer Klageantwort vom 7. Mai 2014, was folgt:

„1. Es sei die Klage des Klägers auf Anfechtung der Vaterschaft zur Be-
klagten 1 und Aufhebung des Kindsverhältnisses zwischen dem Kläger 
und der Beklagten 1 abzuweisen;

sodann stelle ich folgenden prozessualen Antrag:

2. es sei der Beklagten 2 die umfassende unentgeltliche Rechtspflege zu 
bewilligen und in der Person des Unterzeichnenden einen unentgeltli-
chen Rechtsbeistand zu bestellen;

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MWST zu Lasten 
des Klägers.”

B/4. Z._____ reichte am 28. Mai 2014 eine Stellungnahme zur Klageantwort von 
X._____ ein.

C/1. Am 4. Juni 2014 erliess der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein die Be-
weisverfügung. Darin ordnete er unter anderem eine Vaterschaftsabklärung mittels 
DNA-Analyse an.

C/2.  In der Vaterschaftsabklärung des Instituts für Rechtsmedizin des Kantons-
spitals St. Gallen vom 17. Juli 2014 gelangten die Gutachter zum Schluss, dass 

Seite  4 — 38

Z._____ als Vater von Y._____ ausgeschlossen werden könne. Seine Vaterschaft 
sei genetisch nicht möglich.

C/3. X._____ führte in ihrer Stellungnahme vom 21. August 2014 in der Folge 
aus, dass sie trotz dieses Gutachtens an den mit der Klageantwort vom 7. Mai 
2014 gestellten Anträgen festhalte. Auch Z._____ hielt in seinem Schreiben vom 
1. September 2014 an seine bisherigen Ausführungen fest.

D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Hinterrhein fand am 30. Sep-
tember 2014 statt. Mit Entscheid vom 30. September 2014, mitgeteilt am 23. De-
zember 2014, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein wie folgt:

„1. Das Kindesverhältnis zwischen Y._____, geboren am _____ 2007, 
und Z._____, geboren am _____ 1983, wird rückwirkend auf den Zeit-
punkt der Geburt von Y._____ aufgehoben.

2. a) Die Gerichtskosten in Höhe von 4'575.00 (Entscheidgebühr CHF 
3'000.00, Kosten der Beweisführung CHF 1'575.00) werden 
X._____ auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege einstweilen zu Lasten des Kantons Graubünden auf 
die Gerichtskasse genommen. X._____ wird auf die Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.

b) Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Klägers wird - unter Vorbe-
halt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden mit 
CHF 2'412.70 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt. 
Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

d) Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Beklagten 2 wird - unter Vor-
behalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden mit 
CHF 2'830.80 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt. 
Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

3. (Rechtsmittelbelehrungen)

4. (Mitteilung)"

E/1. Gegen diesen Entscheid erklärte X._____ mit Eingabe vom 7. Januar 2015 
Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden (Verfahren ZK1 15 7). Sie stellt 
folgende Rechtsbegehren:

„1. Es sei Dispositivziffer 1 des Entscheides des Bezirksgerichts Hin-
terrhein vom 30. September 2014 aufzuheben;

2. es sei die Klage des Klägers auf Anfechtung der Vaterschaft vom 22. 
Februar 2014 abzuweisen und es sei auf Bestand des rechtlichen 
Kindsverhältnisses zwischen dem Kläger und der Beklagten 1 zu er-
kennen;

3. es sei Dispositivziffer 2 a) des Entscheides des Bezirksgerichts Hin-
terrhein vom 30. September 2014 aufzuheben und es seien die Ge-

Seite  5 — 38

richtskosten für das vorinstanzliche Verfahren dem Kläger aufzuerle-
gen;

sodann stelle ich folgenden prozessualen Antrag:

4. es sei der Beklagten 2 die umfassende unentgeltliche Rechtspflege zu 
bewilligen und in der Person des Unterzeichnenden einen unentgeltli-
chen Rechtsbeistand zu bestellen;

alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MWST zu Lasten 
des Klägers.”

E/2. Am 10. Februar 2015 nahm der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein zur 
Berufung Stellung.

E/3. Z._____ beantragt in seiner Berufungsantwort vom 12. Februar 2015, was 
folgt:

„1. Die Berufung(en) seien vollumfänglich abzuweisen;

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MWST zulas-
ten der Berufungsklägerin(nen);

Sodann stellen wir folgende Anträge:

3. Es sei dem Kläger und Berufungsbeklagten die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren und in der Person des Unterzeichnenden ein un-
entgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.”

E/4. Y._____ verzichtete unter Verweis auf ihre eigene Berufung vom 29. Januar 
2015 auf das Einreichen einer Berufungsantwort.

F/1. Auch Y._____, nun vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Ylenia Baretta 
Mazzoni, erhob gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Hinterrhein beim Kan-
tonsgericht Berufung (Verfahren ZK1 15 18). In ihrer Eingabe vom 29. Januar 
2015 stellt sie folgende Rechtsbegehren:

„1. Es seien die folgenden Beweise abzunehmen:

- Zeugenbefragung von Frau E._____ sowie Herrn F._____, _____, 
O.1_____.

- Einholen eines Gutachtens über die Qualität und Intensität der emo-
tionalen Beziehung zwischen Berufungsklägerin 1 und Berufungs-
beklagten.

- Beweisaussage von Frau X._____.

2. Ziffern 1 und 2a des Dispositivs des Entscheids des Bezirksgerichts 
Hinterrhein vom 30. September 2014, mitgeteilt am 23. Dezember 
2014, seien aufzuheben und auf die Klage auf Anfechtung der Vater-
schaft vom 22. Februar 2014 sei nicht einzutreten, eventualiter abzu-
weisen.

Seite  6 — 38

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen auch für das vorinstanzliche 
Verfahren (zuzüglich 8% MWST) zulasten des Klägers bzw. Beru-
fungsbeklagten.”

Bereits am 22. Januar 2015 hatte Y._____ für die Berufungsverfahren vor Kan-
tonsgericht ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege einge-
reicht.

F/2. X._____ hielt in ihrer Berufungsantwort vom 13. Februar 2015 fest, dass sie 
sich unter Verweis auf ihre eigene Berufungsschrift vom 7. Januar 2014 (recte 
2015) vollumfänglich der Berufung von Y._____ anschliesse. Zusätzlich äusserte 
sie sich zur Stellungnahme des Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein vom 10. 
Februar 2015.

F/3. Z._____ reichte seine Berufungsantwort am 4. März 2015 ein, wobei er fol-
gende Anträge stellte:

„1. Die Berufung(en) und die entsprechenden Rechtsbegehren der Beru-
fungsklägerinnen seien vollumfänglich abzuweisen;

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MWST zulas-
ten der Berufungsklägerin(nen);

Sodann stellen wir folgende Anträge:

3. Es sei dem Kläger und Berufungsbeklagten die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren und in der Person des Unterzeichnenden ein un-
entgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.”

G. Mit Entscheid der KESB Mittelbünden/Moesa vom 26. Februar 2015 wurde 
das Besuchsrecht von Z._____ für Y._____ sowie für A._____ und B._____ für die 
Dauer des Berufungsverfahrens einstweilig sistiert.

H/1. In ihrer Verfügung vom 18. August 2015, mitgeteilt am 19. August 2015, 
stellte die Vorsitzende der I. Zivilkammer fest, dass hinsichtlich der Berufungs-
schrift von Y._____ eine formell mangelhafte Eingabe vorliege. Zur Führung des 
Anfechtungsprozesses für das minderjährige Kind sei eine Vertretungsbeistand-
schaft nach Art. 306 Abs. 2 ZGB erforderlich. In casu sei aber lediglich eine Erzie-
hungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet worden. Aus-
serdem liege die für die Prozessführung nach Art. 416 Abs. 1 Ziff. 9 ZGB erforder-
liche Zustimmung der KESB nicht vor. Folglich fehle es dem Beistand mangels 
Ermächtigung und Zustimmung der KESB sowohl für das vorinstanzliche Verfah-
ren wie auch für das Rechtsmittelverfahren an der Prozessführungsbefugnis. Der 
Rechtsvertreterin von Y._____ und dem Beistand der Letzteren wurde in diesem 
Sinn Frist angesetzt, um den Mangel ihrer fehlenden Prozessführungsbefugnis zu 

Seite  7 — 38

beheben, verbunden mit dem Hinweis, dass die Berufung von Y._____ andernfalls 
als nicht erfolgt gelte.

H/2. Mit Entscheid der KESB Mittelbünden/Moesa vom 24. September 2015 
wurde der Beistand von Y._____ gestützt auf Art. 306 Abs. 2 ZGB beauftragt, 
rückwirkend – im bereits abgeschlossenen Prozess vor dem Bezirksgericht Hin-
terrhein betreffend Anfechtung der Vaterschaft – sowie im entsprechenden Beru-
fungsverfahren die Interessen des Kindes zu vertreten. Dazu wurde ihm nach Art. 
416 Abs. 1 Ziff. 9 ZGB Prozessvollmacht mit Substitutionsrecht erteilt.

I. Am 26. Januar 2018 teilte Rechtsanwältin lic. iur. Katja Egle mit, dass 
Rechtsanwalt lic. iur. Felix Schwarz seine Tätigkeit als Anwalt aufgegeben habe. 
Auf entsprechende Nachfrage hin gab die Genannte sodann am 24. April 2018 
bekannt, dass sie die Vertretung von X._____ übernommen habe.

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie die Erwägungen im 
angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Beim angefochtenen Entscheid des Bezirksgerichts Hinterrhein handelt es 
sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, welcher mit Berufung anfechtbar ist 
(Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Strittig ist vorliegend das Kindesverhältnis zwischen 
Z._____ (im Folgenden als Vater bezeichnet) und Y._____ (im Folgenden als 
Tochter bezeichnet). Die Angelegenheit ist somit nicht vermögensrechtlicher Na-
tur, so dass die Berufungsfähigkeit des Entscheids nicht vom Erreichen eines be-
stimmten Streitwerts abhängt. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von 
Graubünden zur Beurteilung der Berufung ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Ein-
führungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 
320.100). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche 
Berufungen auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer 
(Art. 6 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.100]). 

1.2. Nach Art. 311 ZPO ist die Berufung innert 30 Tagen seit Zustellung des be-
gründeten Entscheides beziehungsweise seit der nachträglichen Zustellung der 
Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen. Der angefochtene 
Entscheid ist beizulegen. X._____ reichte ihre Berufung gegen den Entscheid des 
Bezirksgerichts Hinterrhein vom 30. September 2014, mit Begründung mitgeteilt 

Seite  8 — 38

am 23. Dezember 2014, am 7. Januar 2015 und damit fristgerecht ein. Die Beru-
fung von Y._____ vom 29. Januar 2015 erweist sich unter Berücksichtigung von 
Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO ebenfalls als fristgerecht. Überdies entsprechen beide 
Berufungen den Formerfordernissen, so dass darauf eingetreten werden kann.

1.3. Nach Art. 125 lit. c ZPO kann das Gericht zur Vereinfachung des Prozesses 
selbständig eingereichte Klagen vereinigen. Eine Verfahrensvereinigung ist auch 
für Rechtsmittelverfahren möglich. Demnach können die von mehreren Parteien 
als Rechtsmittelkläger ergriffenen Rechtsmittel in demselben Verfahren behandelt 
werden (Reto M. Jenny/Daniel Jenny, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], 
ZPO, Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2015, N 12 zu Art. 125 ZPO; Adrian Staehe-
lin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweize-
rischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 5 zu Art. 125 ZPO 
m.w.H.). Die Vereinigung selbständig eingereichter Klagen ‒ bzw. in casu 
selbständig eingereichter Rechtsmittel ‒ erfolgt im Interesse der Prozessökonomie 
und der Vermeidung sich widersprechender Urteile. Vorausgesetzt ist ein sachli-
cher Zusammenhang, wovon auszugehen ist, wenn zwischen den einzelnen Kla-
gen eine so enge Beziehung gegeben ist, dass eine gemeinsame Entscheidung 
geboten erscheint, um zu vermeiden, dass in getrennten Verfahren widerspre-
chende Entscheidungen ergehen. Die verschiedenen Ansprüche haben auf 
gleichartigen tatsächlichen bzw. rechtlichen Gründen zu beruhen. Überdies muss 
das Gericht für alle Ansprüche sachlich zuständig sein (Reto M. Jenny/Daniel 
Jenny, a.a.O., N 10 zu Art. 125 ZPO; Julia Gschwend, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Auflage, Basel 2017, N 14 f. zu Art. 125 ZPO; Adrian Staehelin, a.a.O., N 
5 zu Art. 125 ZPO).

Die Berufungen von X._____ und von Y._____ richten sich beide gegen das Urteil 
des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 30. September 2014 betreffend Anfechtung 
der Vaterschaft und haben folglich dasselbe Anfechtungsobjekt. Auch der Verfah-
rensgegenstand ist identisch, ist doch in beiden Berufungen über die rechtliche 
Vaterschaft von Z._____ zu entscheiden. Ein enger sachlicher Zusammenhang ist 
deshalb fraglos gegeben. Schliesslich unterliegen beide Berufungen der Beurtei-
lung durch die erste Zivilkammer des Kantonsgerichts. Es erscheint daher zweck-
mässig und geboten, die Berufungsverfahren ZK1 15 7 und ZK1 15 18 zu vereini-
gen, was den Parteien mit prozessleitender Verfügung vom 26. März 2015 denn 
auch bereits mitgeteilt worden und in der Folge unbestritten geblieben ist.

Seite  9 — 38

1.4. Sind in familienrechtlichen Angelegenheiten Kinderbelange strittig – also 
auch wenn es um die Feststellung und Anfechtung des Kindesverhältnisses geht 
(vgl. das Urteil des Obergerichts Zürich LZ120017 vom 23. August 2013 E. II.1) – 
gilt gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz, 
wonach das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht. Die Untersu-
chungsmaxime verpflichtet das Gericht, von sich aus alle Elemente in Betracht zu 
ziehen, die entscheidwesentlich sind, und unabhängig von den Anträgen der Par-
teien Beweise zu erheben. Diese Pflicht ist indes nicht ohne Grenzen und entbin-
det die Parteien nicht von einer aktiven Mitwirkung am Verfahren und von ihrer 
Behauptungs- und Substantiierungslast. Es bleibt Aufgabe der Parteien, dem Ge-
richt das in Betracht kommende Tatsachenmaterial zu unterbreiten, die Beweismit-
tel zu bezeichnen und die für die Ermittlung des Sachverhalts notwendigen Bewei-
se im Rahmen des Zumutbaren beizubringen. In Kinderbelangen ist nach Art. 296 
Abs. 3 ZPO sodann die Offizialmaxime anwendbar, nach der das Gericht ohne 
Bindung an die Parteianträge entscheidet. Die Untersuchungs- und die Offizialma-
xime gelangen bei Kinderbelangen in allen familienrechtlichen Verfahren, in allen 
Verfahrensstadien und vor allen kantonalen Instanzen, mithin auch im kantonalen 
Rechtsmittelverfahren, als allgemeine Grundsätze zur Anwendung (BGE 137 III 
617 E. 4.5.2, BGE 128 III 411 E. 3.2.1 = Pra 2003 Nr. 5; Urteil des Bundesgerichts 
5A_152/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.2.1; Jonas Schweighauser, in: Schwen-
zer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band II: Anhänge, 3. Auflage, 
Bern 2017, N 3, 6 u. 11 ff. Anh. ZPO Art. 296).

1.5.1. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren nach Art. 317 Abs. 1 
ZPO. Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Beweismittel im Be-
rufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht wer-
den (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor ers-
ter Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Praxisgemäss 
ist zwischen echten und unechten Noven zu unterscheiden. Echte Noven sind 
Tatsachen und Beweismittel, die (erst) nach dem Ende der Hauptverhandlung des 
erstinstanzlichen Verfahrens – genauer nach dem Zeitpunkt, in welchem Tatsa-
chen und Beweismittel vor erster Instanz letztmals vorgebracht werden konnten, 
bei Geltung der Untersuchungsmaxime also nach dem Beginn der Urteilsberatung 
(Art. 229 Abs. 3 ZPO) – entstanden sind. Sie sind im Berufungsverfahren 
grundsätzlich immer zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vor-
gebracht werden. Unechte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die bereits bei 
Ende der erstinstanzlichen Hauptverhandlung – respektive bei Beginn der Urteils-
beratung – vorhanden waren. Ihre Zulassung wird im Berufungsverfahren weiter-

Seite  10 — 38

gehend insofern eingeschränkt, als sie ausgeschlossen sind, wenn sie bei Beach-
tung zumutbarer Sorgfalt bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätten vorge-
bracht werden können (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. 
März 2013 E. 5.1; Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommen-
tar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Art. 150–352 ZPO, Art. 400–406 
ZPO, Bern 2012, N 4 ff. zu Art. 317 ZPO). Die Voraussetzungen der Berücksichti-
gung jedes neuen Vorbringens und jedes neuen Beweismittels hat diejenige Partei 
zu beweisen, welche sich auf das betreffende Novum beruft. Mit anderen Worten 
hat die novenwillige Partei zu substantiieren und zu beweisen, dass ihr Vorbringen 
unverzüglich erfolgt ist und dass ein Einbringen trotz zumutbarer Sorgfalt nicht 
bereits vor der Vorinstanz möglich war (Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Ba-
sel 2017, N 10 zu Art. 317 ZPO; Benedikt Seiler, Die Berufung nach ZPO, Zürich 
2013, Rz. 1311 u. 1335; Thomas Alexander Steininger, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kom-
mentar, Art. 197‒408 ZPO, 2. Auflage, Zürich 2016, N 5 u. N 7 zu Art. 317 ZPO). 

1.5.2. Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt auch in Verfahren wie dem vorliegenden, in denen 
der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime unterstehende Kinderbelange strei-
tig sind und der Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen ist (vgl. E. 1.4). Die 
erwähnte Bestimmung regelt die Voraussetzungen, unter denen Noven aus-
nahmsweise vorgebracht werden können, abschliessend, ohne danach zu diffe-
renzieren, ob ein Verfahren in den Anwendungsbereich der Verhandlungs- oder 
der Untersuchungsmaxime fällt. Eine analoge Anwendung von Art. 229 Abs. 3 
ZPO, wonach vor erster Instanz im Anwendungsbereich der Untersuchungsmaxi-
me neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung voraussetzungslos 
zugelassen werden, fällt ausser Betracht (vgl. den Entscheid des Kantonsgerichts 
von Graubünden ZK1 15 112 vom 19. Januar 2018 E. 1.5. m.w.H., u.a. auf BGE 
142 III 413 E. 2.2.2, BGE 141 III 569 E. 2.3.3, BGE 138 III 625 E. 2.2 = Pra 2013 
Nr. 26; Urteil der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich LY130039 
vom 6. Juni 2014 E. II.A.2; Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichts Zürich 
LY160019 vom 21. Juli 2016 E. 2.2.1.2; Karl Spühler, a.a.O., N 2 u. N 8 zu Art. 
317 ZPO). Sind die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt, ist die 
Vorlage unechter Noven dann zulässig, wenn gerügt wird, dass die Vorinstanz die 
Untersuchungsmaxime verletzt bzw. den Sachverhalt ungenügend festgestellt hat 
(vgl. das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 14 53 vom 19. Juni 
2014 E. 2a m.w.H., u.a. auf Martin H. Sterchi, a.a.O., N 15 zu Art. 310 ZPO; Urteil 
der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich LY130039 vom 6. Juni 

Seite  11 — 38

2014 E. II.A.2; Peter Reetz/Sarah Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. 
Auflage, Zürich 2016, N 14 zu Art. 317 ZPO). Schliesslich bleibt trotz des Aus-
schlusses von Art. 229 Abs. 3 ZPO im Berufungsverfahren zu beachten, dass die 
Rechtsmittelinstanz im Anwendungsbereich der uneingeschränkten Untersu-
chungsmaxime von sich aus Untersuchungen anstellen kann. Noveneingaben der 
Parteien dürfen daher im zweitinstanzlichen Verfahren, sofern sie nicht gestützt 
auf Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig sind, jedenfalls insoweit zur Kenntnis genommen 
werden, als das Gericht dadurch auf wesentliche Sachverhalte hingewiesen wird, 
denen es im Rahmen seiner Pflicht zur Sachverhaltserforschung von Amtes we-
gen mit eigenen Untersuchungen nachzugehen hat (Urteil der II. Zivilkammer des 
Obergerichts Zürich LY160019 vom 21. Juli 2016 E. 2.2.1.2 mit Hinweis auf das 
Urteil des Bundesgerichts 5A_528/2015 vom 21. Januar 2016 E. 2).

1.5.3. Ob die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO bezüglich der im vorlie-
genden Verfahren vorgebrachten Tatsachen erfüllt sind, wird grundsätzlich nach-
folgend, im jeweiligen Sachzusammenhang, geprüft.

Was die eingereichten Beweismittel betrifft, so befindet sich der vom Berufungs-
beklagten mit der Berufungsantwort vom 12. Februar 2015 (im Verfahren ZK1 15 
7) eingereichte Eheschutzentscheid vom 10. Juli 2012 (act. C.1) bereits bei den 
Vorakten. Das Foto aus der damaligen Wohnung der Mutter (act. C.2) erweist sich 
als nicht entscheidrelevant. Das Gesuch auf Erlass superprovisorischer Mass-
nahmen vom 27. Januar 2015 (act. C.4) ist als echtes und unverzüglich einge-
reichtes Novum zuzulassen. Dasselbe gilt für den mit der Berufungsantwort vom 
4. März 2015 (im Verfahren ZK1 15 18) eingereichten Beschluss der KESB Mit-
telbünden/Moesa vom 26. Februar 2015 (act. C.6). Die in beiden Verfahren einge-
legten Auszüge aus der Klagebegründung der Mutter vom 21. Mai 2013 (act. C.3), 
aus einem Schreiben der KESB Mittelbünden/Moesa vom 6. Februar 2013 sowie 
aus einem Entscheid des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 6. März 2013 (act. C.5) 
sind als unechte Noven an sich nicht zuzulassen, führt der Vater doch nicht aus, 
weshalb er die entsprechenden Urkunden bei Wahrung zumutbarer Sorgfalt nicht 
schon im vorinstanzlichen Verfahren hätte einreichen können. Die Tatsachen, die 
der Vater damit belegen möchte – so der Umstand, dass die Kindsmutter im Ehe-
scheidungsverfahren nur noch für die beiden jüngeren Schwestern Unterhalt for-
derte, die Gefährdungsmeldung von E._____ oder die im Ehescheidungsverfahren 
angeordnete Einschränkung des Besuchsrechts –, gehen allerdings grösstenteils 
auch aus dem bei den Vorakten liegenden Abschreibungsentscheid des Bezirks-
gerichts Hinterrhein vom 16. September 2013 hervor.

Seite  12 — 38

1.6. Über die vorliegende Berufung wird in Anwendung von Art. 316 Abs. 1 ZPO 
aufgrund der Akten entschieden. Zwar beantragt die Tochter, ihre Mutter X._____ 
(im Folgenden als Mutter bezeichnet) zur Beweisaussage oder zur Parteibefra-
gung zuzulassen, und auch der Vater verlangt, als Zeuge auszusagen. Implizit 
beinhalten diese Begehren den Antrag auf Durchführung einer mündlichen Haupt-
verhandlung. Allerdings sind keine Gründe ersichtlich, die eine mündliche Ver-
handlung als geboten erscheinen lassen. Die Parteien hatten sowohl im vor-
instanzlichen Verfahren – in dem eine mündliche Verhandlung mit Befragung der 
Parteien durchgeführt wurde – als auch in den Berufungsschriften Gelegenheit, 
ihre Standpunkte darzulegen und zu den gegnerischen Vorbringen und Beweismit-
teln Stellung zu nehmen. Ihre Ausführungen und die eingereichten Akten geben zu 
den zu beurteilenden Tat- und Rechtsfragen ausreichend Aufschluss. Beweise 
sind keine mehr abzunehmen (vgl. E. 3.4.2. sowie E. 5.4.1 in fine). Die vorliegen-
de Streitsache erweist sich daher auch ohne Berufungsverhandlung als spruchreif 
(vgl. Peter Reetz/Sarah Hilber, a.a.O., N 18 u. N 34 zu Art. 316 ZPO). Unter die-
sen Umständen kann nicht nur von einer Berufungsverhandlung, sondern auch 
von einer Befragung der Eltern abgesehen werden, zumal nicht ersichtlich ist, in-
wiefern deren Aussagen zu neuen und entscheidrelevanten Erkenntnissen führen 
könnten. Demzufolge sind die entsprechenden Anträge abzuweisen.

2.1. Ist ein Kind während der Ehe geboren, gilt nach Art. 255 Abs. 1 ZGB der 
Ehemann als Vater. Y._____ wurde am _____ 2007 geboren. Kraft der (damali-
gen) Ehe zwischen X._____ und Z._____ – diese war am 7. Oktober 2006 ge-
schlossen worden – wurde ein rechtliches Kindesverhältnis zwischen Z._____ und 
Y._____ begründet. 

2.2. Die Vermutung der Vaterschaft kann vom Ehemann beim Gericht angefoch-
ten werden (Art. 256 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB), wobei sich die Klage des Ehemannes 
gegen das Kind und die Mutter richtet (Art. 256 Abs. 2 ZGB). Der Ehemann hat die 
Klage binnen Jahresfrist einzureichen, seitdem er die Geburt und die Tatsache 
erfahren hat, dass er nicht der Vater ist oder dass ein Dritter der Mutter um die 
Zeit der Empfängnis beigewohnt hat, in jedem Fall aber vor Ablauf von fünf Jahren 
seit der Geburt (Art. 256c Abs. 1 ZGB). Bei den erwähnten Fristen handelt es sich 
um Verwirkungsfristen, welche weder unterbrochen noch gehemmt werden kön-
nen und nach deren unbenutztem Ablauf der Klageanspruch – vorbehältlich einer 
Wiederherstellung aus wichtigen Gründen nach Art. 256c Abs. 3 ZGB (vgl. dazu 
nachstehend E. 3 ff.) – von Gesetzes wegen untergeht und die Anfechtungsklage 
abzuweisen ist (BGE 132 III 1 E. 2 = Pra 2006 Nr. 79; Urteil des Bundesgerichts 
5C.130/2003 vom 14. Oktober 2003 E. 1.2; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, 

Seite  13 — 38

in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 5. Auf-
lage, Basel 2014, N 1 zu Art. 256c ZGB). Die Befristung dient der Rechtssicherheit 
bzw. dem Schutz der Interessen des Kindes, das nach Ablauf eines gewissen 
Zeitraums keinen Diskussionen zum Verhältnis zu seinem Vater mehr ausgesetzt 
werden soll. Das Kindesverhältnis soll zeitlich nicht unbegrenzt in Frage gestellt 
werden können (BGE 132 III 1 E. 2.2 = Pra 2006 Nr. 79; Urteil des Bundesgerichts 
5A_240/2011 vom 6. Juli 2011 E. 6.5).

Vorliegend hat der Vater die Anfechtungsklage am 22. Februar 2014 und folglich 
nach Ablauf der absoluten Verwirkungsfrist von fünf Jahren seit der Geburt der 
Tochter am _____ 2007 eingereicht. Streitig und zu prüfen ist, ob diese Frist wie-
derhergestellt werden kann.

3.1. Nach Art. 256c Abs. 3 ZGB wird eine Anfechtungsklage auch nach Ablauf 
der Verwirkungsfrist zugelassen, wenn die Verspätung mit wichtigen Gründen ent-
schuldigt wird. Einer Wiederherstellung sind sowohl die einjährige relative Frist als 
auch die fünfjährige absolute Frist zugänglich (BGE 132 III 1 E. 2 = Pra 2006 Nr. 
79; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 6 zu Art. 256c ZGB).

Das Gesetz sagt nicht, was als wichtiger Grund im Sinn dieser Bestimmung zu 
gelten hat. Ob ein solcher Grund gegeben ist, hat das Gericht gemäss Art. 4 ZGB 
unter Würdigung der einschlägigen Umstände nach Recht und Billigkeit zu ent-
scheiden (Urteil des Bundesgerichts 5A_210/2016 vom 3. Juni 2016 E. 2.1 
m.w.H.). Der wichtige Grund für die verspätete Klageeinreichung kann sowohl ob-
jektiver wie auch subjektiver Natur sein. Als objektive Hindernisse kommen bspw. 
schwere Krankheit, Freiheitsentziehung, vorübergehende Urteilsunfähigkeit oder 
Unterbruch der Kommunikationsmittel in Frage. Als subjektive Hindernisse fallen 
etwa die Hoffnung auf den Fortbestand der Ehe, die fehlende Veranlassung zu 
Zweifeln an der Vaterschaft, die falsche Rechtsauskunft einer sachkundigen Stelle 
oder psychologische Hindernisse bei der Bildung des Klageentschlusses in Be-
tracht (Urteil des Bundesgerichts 5A_240/2011 vom 6. Juli 2011 E. 6.2.1; Ingeborg 
Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 6 zu Art. 256c ZGB; Cyril Hegnauer, Berner 
Kommentar zu Art. 252-269c ZGB, 4. Auflage, Bern 1984, N 51 ff. zu Art. 256c 
ZGB). Die Bestimmungen über die Wiederherstellung der Klagefrist sind restriktiv 
anzuwenden. Die Beurteilung der wichtigen Gründe, die eine verspätete Anfech-
tung entschuldigen sollen, hat daher nach einem strengen Massstab zu erfolgen 
(Urteil des Bundesgerichts 5A_210/2016 vom 3. Juni 2016 E. 2.1 m.w.H., u.a. auf 
BGE 136 III 593 E. 6.1.1 = Pra 2011 Nr. 51, BGE 132 III 1 E. 2.2 = Pra 2006 Nr. 
79).

Seite  14 — 38

Aufgrund des Gesagten genügt es für die Annahme eines wichtigen Grundes bzw. 
für eine verspätete Anfechtung der Vaterschaft, dass der Ehemann und rechtliche 
Vater bisher nicht an seiner biologischen Vaterschaft zweifelte. Blosse Zweifel oh-
ne bestimmte Anhaltspunkte bilden indessen keine Grundlage zur Anfechtungs-
klage mit ihren sehr strengen Anforderungen. Es geht nicht an, einem Klagebe-
rechtigten die Klageerhebung zuzumuten, bevor er die erforderlichen Grundlagen 
zur Klage besitzt. Wohl können aber die Umstände so liegen, dass der Kläger ge-
halten ist, sich über die tatsächlichen Verhältnisse Gewissheit zu verschaffen, und 
dass das Unterlassen von Abklärungen als unentschuldbar erscheint (BGE 132 III 
1 E. 2.2 = Pra 2006 Nr. 79; Urteile des Bundesgerichts 5A_541/2017 vom 10. Ja-
nuar 2018 E. 3.1 sowie 5A_298/2009 vom 31. August 2009 E. 4.4). Solche Um-
stände, die weitere Abklärungen notwendig machen, sind nicht bereits gegeben, 
wenn lediglich allgemeine Gerüchte oder Anspielungen kursieren, der Registerva-
ter unter einer eingeschränkten Fertilität leidet oder dieser lediglich eine Vermu-
tung hat, dass die Kindsmutter auch mit anderen Männern verkehrte. Sobald der 
Anfechtungskläger jedoch Zweifel einer gewissen Intensität hat und davon aus-
geht, dass er mit grosser oder grösster Wahrscheinlichkeit nicht der leibliche Vater 
ist, hat er umgehend die notwendigen Schritte einzuleiten. Er kann nicht weitere 
Nachforschungen abwarten, bis er sichere Kenntnis hat, nicht der Vater zu sein 
(vgl. das Urteil des Obergerichts Zürich LZ120014 vom 31. Mai 2013 E. II.3.1 
m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 5A_298/2009 vom 31. August 2009 E. 4). Wür-
de allgemein erst ein DNA-Gutachten den Irrtum eines Klägers über seine Vater-
schaft beseitigen und die die Verwirkungsfrist auslösenden Zweifel begründen 
können, würden die gesetzlichen Fristen ihre Bedeutung weitgehend verlieren 
(vgl. Andrea Büchler, Kommentar zum Urteil des Bundesgerichts 5C.130/2003 
vom 14. Oktober 2003, in: FamPra.ch 2004, S. 147 f.).

3.2. Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass sich für 
den Vater erstmals anlässlich der Einigungsverhandlung im Ehescheidungsverfah-
ren vom 27. März 2013 eine Veranlassung zu Zweifeln an seiner Vaterschaft er-
geben habe. Die Behauptung der Mutter, wonach sie den Vater bereits im Zeit-
punkt der Geburt der Tochter darüber in Kenntnis gesetzt habe, dass eine Mög-
lichkeit von 50% bestehen würde, dass er nicht der leibliche Vater sei, werde 
durch keinerlei Anhaltspunkte gestützt. Weder seien Reaktionen des Vaters auf 
eine solche Mitteilung bekannt oder eheliche Verfahren eingeleitet worden, noch 
seien Drittpersonen wie Verwandte oder Freunde, denen man sich in einer sol-
chen Situation eventuell anvertrauen würde, als Zeugen benannt worden. Innert 
der ordentlichen Frist gemäss Art. 256c Abs. 1 ZGB habe demgemäss keine Ver-

Seite  15 — 38

anlassung zu Zweifeln an der Vaterschaft bestanden. Dies genüge, um das Vor-
liegen wichtiger Gründe im Sinne von Art. 256c Abs. 3 ZGB zu bejahen, so dass 
die Anfechtungsklage zuzulassen sei (E. 3.2b/aa, S. 8 f., des angefochtenen Ent-
scheids).

3.3.1. Während diese Feststellungen seitens der Mutter nicht beanstandet wer-
den, bestreitet die Rechtsvertreterin der Tochter in ihrer Berufung das Vorliegen 
eines wichtigen Grundes für die Wiederherstellung der Klagefrist. Zur Begründung 
führt sie aus, die Vorinstanz habe die Behauptung des Vaters, dass er bis zum 27. 
März 2013 keine Veranlassung gehabt habe, an der Vaterschaft zu zweifeln, zu 
Unrecht geschützt. Er sei, wie die Mutter in ihrer Klageantwort festgehalten habe, 
bereits bei der Geburt der Tochter darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass auch 
ein anderer Mann als Vater des Kindes in Frage kommen könne. Daraus, dass der 
Vater im damaligen Zeitpunkt nicht erkennbar reagiert habe, könne nicht abgelei-
tet werden, dass er vom Ehebruch nichts gewusst habe. Es sei gestützt auf die 
allgemeine Lebenserfahrung nicht möglich, ein Verhaltensmuster für solche Kon-
stellationen abzuleiten. Darüber hinaus habe die Vorinstanz über die umstrittene 
wesentliche Behauptung des Vaters formell keinen Beweis erhoben und somit den 
Sachverhalt unrichtig festgestellt. Es sei festzuhalten, dass E._____, die Mutter 
von X._____, sowie deren Ehemann, F._____, von der ehelichen Krise der Ehe-
gatten X./Y._____ aufgrund der Zweifel an der Vaterschaft erfahren hätten. Im 
Weiteren habe ihr die Mutter erklärt, dass für den Vater lediglich von Bedeutung 
gewesen sei, im Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz einreisen zu 
können, nicht jedoch die Frage der Abklärung der Vaterschaft. Vielmehr habe sich 
die Mutter bereits zu jenem Zeitpunkt scheiden lassen wollen. Bei den erwähnten 
Zeugen handle es sich um echte Noven. Es sei für die Tochter nicht möglich ge-
wesen, diese Beweismittelanträge früher einzureichen, weil die Mutter ihr diesen 
Sachverhalt erst nach Vorliegen des vorinstanzlichen Entscheids offenbart habe. 
Aus welchen Gründen die Mutter die Namen nicht vorher erwähnt habe, lasse sich 
nicht erklären. Die mangelnde Kooperation und das widersprüchliche Verhalten 
derselben seien irritierend, dürften der Tochter aber nicht zum Nachteil gereichen. 
Abgesehen davon seien die beiden Zeugen aufgrund der vorliegend geltenden 
Offizial- und Untersuchungsmaxime auch zulässig, falls es sich dabei um unechte 
Noven handle. Seien nun aber zwischen den Eltern bereits im Zeitpunkt der Ge-
burt der Tochter Anhaltspunkte für Zweifel an der Vaterschaft thematisiert worden, 
sei die Klage vom 22. Februar 2014 verspätet erhoben worden, zumal im Übrigen 
unbestrittenermassen keine weiteren wichtigen Gründe vorlägen, welche eine 
ausnahmsweise Wiederherstellung der Anfechtungsfrist rechtfertigen könnten.

Seite  16 — 38

3.3.2. Der Vater hält in seinen Berufungsantworten fest, er habe vor der Klageein-
reichung keine hinreichenden glaubwürdigen Gründe gehabt, an seiner Vater-
schaft zu zweifeln. Die von der Kindsvertreterin ins Spiel gebrachten möglichen 
Zeugen dürften wohl alles vor Gericht bestätigen, was ihm schaden könnte, zumal 
die Zeugin E._____ bereits diverse unbelegte Anschuldigungen gegen ihn erho-
ben habe. Abgesehen von der vor diesem Hintergrund doch erheblich einge-
schränkten Glaubwürdigkeit der genannten Personen sei darauf hinzuweisen, 
dass die beiden ihre Aussagen durchaus schon früher hätten machen können, 
weshalb es sich nicht um echte Noven handle. Was den Einwand betreffe, dass 
der Vater die Frage seiner Vaterschaft aus aufenthaltsrechtlichen Gründen unge-
klärt auf sich habe beruhen lassen, sei darauf hinzuweisen, dass für die Frage des 
Aufenthalts über den Familiennachzug die Ehe genügt hätte und kein Kindsver-
hältnis zu einem gemeinsamen Kind notwendig gewesen wäre. Ob sich die Mutter 
damals habe scheiden lassen wollen, spiele wohl ebenfalls keine Rolle, weshalb 
auch aus diesen Gründen auf die Zeugenbefragung verzichtet werden könne.

3.4.1. Vorliegend ist ausgewiesen, dass der Rechtsvertreter der Mutter anlässlich 
der Einigungsverhandlung im damals vor dem Bezirksgericht Hinterrhein hängigen 
Ehescheidungsverfahren vom 27. März 2013 festhielt, die älteste Tochter, also 
Y._____, und das jüngste Kind, welches noch geboren werde, würden nach An-
gaben der Kindsmutter nicht von Z._____ stammen (act. III.1, S. 6). Für die Zeit 
davor ergeben sich aus den Akten keine Hinweise, dass die Mutter den Vater auf 
eine mögliche Nicht-Vaterschaft hinsichtlich der ältesten Tochter aufmerksam ge-
macht hätte. Auch liegen keine weiteren Anhaltspunkte vor, welche gegen die Va-
terschaft des Klägers gesprochen und ihm zu diesbezüglichem Argwohn Anlass 
gegeben hätten. Soweit ersichtlich bildete der Umstand, dass Z._____ womöglich 
nicht der Vater von Y._____ ist, auch in den verschiedenen kindesschutzrechtli-
chen Verfahren oder im Eheschutzverfahren kein Thema. Die Vorinstanz hat die 
Behauptung der Mutter, dass sie den Vater bereits zum Zeitpunkt der Geburt der 
Tochter darüber in Kenntnis gesetzt habe, mit einer Möglichkeit von 50% nicht der 
leibliche Vater zu sein, daher zu Recht als nicht erwiesen erachtet. Ihre Erkennt-
nis, dass der Vater damit vor der Einigungsverhandlung vom 27. März 2013 keine 
zureichende Veranlassung zu Zweifeln an seiner Vaterschaft gehabt habe, ist 
dementsprechend aus damaliger Sicht nicht zu beanstanden.

Die Tochter wirft der Vorinstanz nun vor, sie habe über die umstrittene wesentliche 
Behauptung des Vaters – gemeint ist wohl diejenige, vor der Einigungsverhand-
lung vom 27. März 2013 keine Kenntnis einer möglichen Nicht-Vaterschaft gehabt 
zu haben – formell keinen Beweis erhoben. Diese Rüge erweist sich als unberech-

Seite  17 — 38

tigt. Zwar sind an sich auch negative Tatsachen bzw. das Nichtvorhandensein von 
behaupteten Sachumständen zu beweisen. Da indes namentlich der Beweis un-
bestimmter Negativa schwierig zu erbringen ist, geht die Rechtsprechung davon 
aus, dass die Gegenpartei nach Treu und Glauben bei der Beweisführung mitwir-
ken muss, indem sie bspw. ein entsprechendes Tun beweist (Franz Hasenböhler, 
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 9 f. zu Art. 150 ZPO 
m.w.H.). Vorliegend hat die Mutter ihre Behauptung, den Vater bereits bei der Ge-
burt der Tochter über eine mögliche Nicht-Vaterschaft informiert zu haben, mit 
keinerlei Hinweisen oder Beweismitteln unterlegt, weshalb die Vorinstanz auch 
keinen Anlass zu irgendwelchen Beweiserhebungen hatte. Eine Verletzung ihrer 
Pflicht zur Beweisabnahme ist daher nicht ersichtlich. 

3.4.2. Im Berufungsverfahren ruft die Rechtsvertreterin der Tochter nun zwei Zeu-
gen an, um die fraglichen Darlegungen der Mutter zu beweisen. Es handelt sich 
dabei um unechte Noven, hätten die entsprechenden Personen doch bereits im 
erstinstanzlichen Verfahren als Zeugen benannt werden können. Damit diese zu 
einer Aussage zuzulassen wären, hätte die Tochter folglich zu substantiieren und 
zu beweisen, dass eine Nennung der Zeugen trotz zumutbarer Sorgfalt nicht be-
reits vor der Vorinstanz möglich war (vgl. E. 1.5.1.). Dasselbe gilt im Übrigen für 
die neu vorgebrachten Behauptungen, dass der Vater aus aufenthaltsrechtlichen 
Gründen kein Interesse an der Klärung der Vaterschaft gehabt habe oder dass 
sich die Mutter bereits zum Zeitpunkt der Geburt der Tochter habe scheiden las-
sen wollen. Die Tochter bringt in diesem Sinn denn auch vor, von der Mutter über 
die entsprechenden Umstände erst nach der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 
informiert worden zu sein. Ob dem effektiv so ist, kann offen gelassen werden. 
Wie noch darzulegen sein wird, sind die vorliegenden Berufungen unabhängig 
davon, ob der Vater bereits bei der Geburt der Tochter über seine mögliche Nicht-
Vaterschaft informiert worden ist, oder ob er erstmals an der Einigungsverhand-
lung vom 27. März 2013 von diesem Umstand erfahren hat, gutzuheissen, nämlich 
aufgrund der verspäteten Klageeinleitung durch den Vater (vgl. E. 4) sowie auf-
grund des Fehlens eines überwiegenden Anfechtungsinteresses desselben (vgl. 
E. 5). Unter diesen Umständen kann auf die Einvernahme der Zeugen E._____ 
und F._____ verzichtet werden.

4.1. Kommen einem Ehemann Zweifel an seiner Vaterschaft, hat er umgehend 
zu reagieren. Art. 256c Abs. 3 ZGB sieht nicht vor, dass im Zeitpunkt des Eintritts 
eines wichtigen Grundes eine neue Frist von einem Jahr zu laufen beginnt. Beim 
Tatbestand von Art. 256c Abs. 3 ZGB geht es um einen ausserordentlichen 

Seite  18 — 38

Rechtsbehelf, der in gewissen Fällen viele Jahre nach Ablauf der absoluten Frist 
von fünf Jahren ab Geburt des Kindes noch offen stehen kann. Diese besonderen 
Verhältnisse und der Grundsatz von Treu und Glauben erheischen, dass die Klage 
mit aller nach den Umständen gebotenen Beschleunigung eingereicht wird, sobald 
sich der eine nachträgliche Anfechtung rechtfertigende Tatbestand verwirklicht 
hat. Es obliegt dem Kläger, die Klage so rasch als möglich einzureichen, nachdem 
der Grund für die Verzögerung weggefallen ist. Grundsätzlich ist das Verfahren 
innerhalb eines Monats nach Wegfall des Verzögerungsgrundes einzuleiten, es 
sei denn, ausserordentliche Umstände wie Krankheit oder Ferien würden dies 
verhindern (BGE 136 III 593 E. 6.1.1 = Pra 2011 Nr. 51, BGE 132 III 1 E. 3.2 = Pra 
2006 Nr. 79; Urteile des Bundesgerichts 5A_541/2017 vom 10. Januar 2018 E. 
3.1, 5A_240/2011 vom 6. Juli 2011 E. 6.2.1 sowie 5A_298/2009 vom 31. August 
2009 E. 4.2 u. 4.4).

4.2. Die Vorinstanz gelangte im angefochtenen Entscheid zur Erkenntnis, dass 
die Klage nach Wegfall des Hinderungsgrundes mit der erforderlichen Beschleuni-
gung eingereicht worden sei. Es sei insbesondere zu bedenken, dass bezüglich 
einer allfälligen Anfechtung der Vaterschaft, die eine DNA-Analyse beinhalte, ge-
wisse Hemmungen beständen. Dem Klagenden sei daher zuzugestehen, dass er 
eine Vaterschaftsanfechtung erst in die Wege leite, wenn Zweifel einer bestimm-
ten Intensität vorlägen. Diese Intensität sei im Zeitpunkt der Einigungsverhandlung 
vom 27. März 2013 augenscheinlich noch nicht erreicht gewesen. So habe der 
Kläger im Rahmen der Hauptverhandlung glaubhaft vortragen lassen, es habe im 
Frühjahr 2013 bei ihm noch die Hoffnung bestanden, dass sich bezüglich seiner 
Tochter alles als böser Traum herausstellen würde. Er sei während längerer Zeit 
hin und her gerissen gewesen zwischen dem Wunsch, zur Tochter eine Vaterbe-
ziehung aufrechterhalten zu können, und dem Wunsch nach einem klaren Bruch, 
sollte er tatsächlich nicht der Vater sein. Gleichzeitig habe er sich davor gefürch-
tet, die Beziehung zur Tochter durch die Vaterschaftsklage zu beschädigen, sollte 
er gleichwohl deren Vater sein. Solche ambivalenten Gefühle seien im Fall des 
Klägers verständlich, der sich durchaus auch habe die Frage stellen dürfen, ob die 
Kindsmutter im Rahmen der Einigungsverhandlung womöglich lediglich habe pro-
vozieren und verletzen wollen. Gemäss seinen Darstellungen habe er sich auch 
eine gewisse Klärung im Rahmen des damals laufenden Scheidungsverfahrens 
erhofft. Es sei ihm folglich eine gewisse Zeitspanne zuzugestehen, die er offen-
sichtlich benötigt habe, um seine Hemmungen und seine Unentschlossenheit zur 
Erhebung der Anfechtungsklage zu überwinden. Gewissheit, dass er nicht der Va-
ter sei, habe er letztlich erst mit der Kenntnisnahme des Abstammungsgutachtens 

Seite  19 — 38

vom 17. Juli 2014 erlangt. Somit sei nicht zu beanstanden, dass der Kläger die 
Klage am 22. Februar 2014 habe erheben lassen (E. 3.3, S. 11 f., des angefoch-
tenen Entscheids).

4.3.1. Die Mutter bringt in ihrer Berufung vor, die Einreichung der Anfechtungskla-
ge am 22. Februar 2014 widerspreche dem bundesgerichtlich vorgegebenen Er-
fordernis, das Verfahren im Falle einer wiederhergestellten Klagefrist umgehend 
und unverzüglich einzuleiten. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz hätten nach 
der Einigungsverhandlung vom 27. März 2013 für den Vater keine Gründe be-
standen, die einer umgehenden und unverzüglichen Klageeinleitung entgegenge-
standen hätten. In diesem Zeitpunkt sei für ihn offensichtlich gewesen, dass die 
Ehescheidung zwischen ihm und der Mutter vollzogen werden würde und keine 
Möglichkeit mehr für eine Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft bestehe. 
Inwiefern das Ehescheidungsverfahren im Zusammenhang mit der Frage des Kin-
desverhältnisses weitere Klarheit hätte schaffen können, wie dies die Vorinstanz 
geltend mache, sei nicht ersichtlich. Sodann sei der "Zustand der Ungewissheit" 
des Vaters nach der rechtskräftigen Ehescheidung noch der Identische gewesen 
wie bereits nach der Einigungsverhandlung. Dieser habe sich auf keine Art und 
Weise in Intensität oder Ausmass verändert. Sowohl nach der Einigungsverhand-
lung vom 27. März 2013 als auch nach der Ehescheidung im Januar 2014 sei der 
Kläger ausschliesslich mit der Behauptung der Mutter konfrontiert gewesen, dass 
er nicht der leibliche Vater von Y._____ sein könnte. Zudem habe sich der Vater 
auch noch nach der rechtskräftigen Ehescheidung gleichermassen wie bereits 
nach der Einigungsverhandlung die Frage stellen können, inwiefern die Mutter mit 
ihrer Behauptung allenfalls nur habe provozieren und verletzen wollen, wie dies 
die Vorinstanz mutmasse. Auch eine Intensivierung der ambivalenten Gefühle 
zwischen der Einigungsverhandlung und der Ehescheidung sei entgegen der Vor-
instanz nicht ersichtlich. Die Intensität der Zweifel an der Vaterschaft habe sich 
daher entgegen der Ansicht der Vorinstanz zwischen der Einigungsverhandlung 
und der rechtskräftigen Ehescheidung in keinerlei Hinsicht verändert und sei folg-
lich bereits nach der erwähnten Verhandlung erreicht gewesen. Daher wäre es 
dem Vater bereits damals zumutbar gewesen, umgehend und unverzüglich die 
Anfechtungsklage einzureichen. Ein Zuwarten von über zehn Monaten sei nicht 
gerechtfertigt. Vielmehr wäre die Klage spätestens im April 2013 einzureichen ge-
wesen. Die Vorinstanz habe mit ihrer Erkenntnis Art. 256c Abs. 3 ZGB und Art. 4 
ZGB verletzt.

4.3.2. Auch die Tochter macht in ihrer Berufung geltend, dass die Klage nicht um-
gehend und unverzüglich erhoben worden sei, wie es das Bundesgericht im Fall 

Seite  20 — 38

einer wiederhergestellten Klagefrist verlange. Der Vater habe seine Anfechtungs-
klage erst am 22. Februar 2014 und somit beinahe elf Monate nach der Eini-
gungsverhandlung im Ehescheidungsverfahren vom 27. März 2013 eingereicht, 
obwohl er bereits zum Zeitpunkt der erwähnten Verhandlung im Besitz der erfor-
derlichen Grundlagen gewesen sei, welche ihm eine Klageerhebung zumutbar 
gemacht hätten. Es sei erstellt, dass er in der Zeitspanne zwischen März 2013 und 
Februar 2014 keine weiteren Abklärungen getroffen habe. Die Vorinstanz hätte 
daher erkennen müssen, dass das Zuwarten unentschuldbar sei, zumal der Vater 
bereits im Zeitpunkt der erwähnten Einigungsverhandlung anwaltlich vertreten ge-
wesen sei. Es wäre ihm daher zumutbar gewesen, die Anfechtungsklage innert 
Monatsfrist einzureichen. Ausserdem hätte er wissen müssen, dass das Schei-
dungsgericht keine weitere Klarheit im Zusammenhang mit der Frage des Kindes-
verhältnisses hätte bringen können. Indem die Vorinstanz dem Vater ohne jegliche 
Rechtfertigung eine Zeitspanne von fast elf Monaten zugestanden habe, um seine 
Hemmungen und seine Unentschlossenheit zur Erhebung der Anfechtungsklage 
zu überwinden, habe sie Art. 256c Abs. 3 ZGB und Art. 4 ZGB in Form einer Er-
messensüberschreitung verletzt. Das lange Zuwarten mit der Einleitung der Klage 
lasse den Schluss zu, dass für den Vater die Beziehung zur Tochter sehr wichtig 
gewesen sei und er diese nicht habe gefährden wollen. Diese Möglichkeit habe 
die Vorinstanz aber nicht einmal in Betracht gezogen, sondern sich in ihrem Ent-
scheid vielmehr von Anfang an vom Ergebnis der Vaterschaftsanalyse leiten las-
sen. 

4.3.3. Der Vater führt in seinen Berufungsantworten aus, der Rechtsvertreter der 
Mutter habe im Rahmen der 2013 angehobenen Scheidungsklage angekündigt, 
dass jene selbst eine Vaterschaftsanfechtung in die Wege leiten würde und daher 
nur noch für die beiden jüngeren Schwestern Unterhalt fordere. Sodann habe die 
Kindsmutter damals beantragen lassen, dem Vater keinerlei Besuchsrecht mehr 
einzuräumen. Da er Lügen, ausfälliges Verhalten und haltlose Vorwürfe gegen 
sich im Umgang mit seiner Frau von früher her gewohnt gewesen sei, habe er die 
Aussage im damaligen Scheidungsverfahren, dass Y._____ nicht sein Kind sei, 
nicht ernst genommen. Die Mutter habe seinen kulturellen Hintergrund gekannt 
und gewusst, dass er nie die Rolle eines Vaters übernehmen würde für ein Kind, 
das nicht von ihm abstamme. Es sei ihm daher nicht abwegig erschienen, dass die 
Kindsmutter diese Aussage nur deshalb tätige, um ihm den Umgang und die Aus-
übung des Besuchsrechts mit der Tochter und auch mit den Zwillingen zumindest 
faktisch zu verunmöglichen. Er sei damals zur Überzeugung gelangt, dass es sich 
um das bekannte, ja böswillige Verhalten der Mutter handle. Auch sei er überzeugt 

Seite  21 — 38

gewesen, dass die Mutter die Vaterschaftsklage wie angedroht selbst anstrengen 
würde, um das Besuchsrecht des Vaters auszuhebeln, wenn er tatsächlich nicht 
der Vater sein sollte. Mit dem Scheidungsurteil im Januar 2014 habe die Ehe mit 
der Mutter ein Ende gefunden, doch seien der Streit um Besuchsrechte und die 
Zerstörung der Beziehung zu seinen Kindern weiter gegangen. Damit habe er je-
den Glauben und auch die Hoffnung auf seine Vaterschaft verloren, und die gerin-
ge Chance, eine Vater-Kind-Beziehung zu leben, sei ebenfalls zerstört worden.

4.4. Es ist unbestritten, dass sich der Vater am 27. März 2013 anlässlich der 
Einigungsverhandlung im Scheidungsverfahren mit der Aussage der Mutter bzw. 
des Rechtsvertreters derselben konfrontiert sah, dass Y._____ nicht seine Tochter 
sei. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sich beim 
Vater dadurch eine Veranlassung zu Zweifeln an seiner Vaterschaft ergab, und 
dass dieser Umstand bzw. der zuvor fehlende Anlass zu Zweifeln nach der Recht-
sprechung einen wichtigen Grund für die Wiederherstellung der Frist zur Anfech-
tungsklage darstellt (E. 3.2b/aa, S. 8 f., des angefochtenen Entscheids). Zu prüfen 
bleibt, ob der Vater die Anfechtungsklage danach fristgerecht erhoben hat bzw. ob 
die Vorinstanz das Vorliegen besonderer Umstände, die die erst am 22. Februar 
2014 und damit rund elf Monate nach Kenntnis des Wiederherstellungsgrunds er-
folgte Klageeinleitung rechtfertigen, zu Recht bejaht hat.

4.4.1. Der Hinweis der Vorinstanz, dass bezüglich einer DNA-Analyse im Hinblick 
auf eine allfällige Anfechtung der Vaterschaft gewisse Hemmungen bestehen und 
dem Klagenden nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung deshalb zuzuge-
stehen ist, dass er einen derartigen Test erst in die Wege leitet, wenn Zweifel ei-
ner bestimmten Intensität vorliegen, ist zutreffend (vgl. das Urteil des Bundesge-
richts 5C.113/2005 vom 29. September 2005 E. 5). Davon betroffen ist aber nicht 
die Frage, ob eine Anfechtungsklage mit der nach den Umständen gebotenen Be-
schleunigung eingereicht worden ist, sondern diejenige, ab wann eine ernsthafte 
Veranlassung zu Zweifeln an der Vaterschaft besteht und somit ein wichtiger 
Grund für eine verspätete Klageeinreichung vorliegt. Mit anderen Worten stellt die 
Vorinstanz das Vorliegen eines wichtigen Grundes wieder in Frage, obwohl es 
einen solchen zuvor bereits bejaht hat. Abgesehen davon kann vorliegend ohne 
weiteres davon ausgegangen werden, dass bereits im Frühjahr 2013 Zweifel einer 
bestimmten Intensität vorlagen. Der Vater sah sich nicht bloss mit Gerüchten über 
seine Nicht-Vaterschaft, Anspielungen aus seinem Umfeld oder einer auffälligen 
Ähnlichkeit der Tochter mit einem anderen Mann konfrontiert (vgl. dazu bspw. 
BGE 132 III 1 E. 3.1 = Pra 2006 Nr. 79; Urteil des Bundesgerichts 5C.217/2006 
vom 19. Februar 2007 E. 4). Vielmehr war es keine Geringere als die Kindesmut-

Seite  22 — 38

ter selbst, welche ihm anlässlich der Einigungsverhandlung vom 27. März 2013 
klar zu verstehen gab, dass er nicht der leibliche Vater von Y._____ sei. Nach der 
Rechtsprechung genügt die direkte Aussage der Kindsmutter, dass der Ehepart-
ner nicht der Vater des während der Ehe geborenen Kindes sei, um Zweifel einer 
gewissen Intensität hervorzurufen und die Anfechtungsfrist auszulösen (vgl. BGE 
132 III 1 E. 3.1 = Pra 2006 Nr. 79; Urteile des Bundesgerichts 5A_210/2016 vom 
3. Juni 2016 E. 2.2 f. sowie 5C.217/2006 vom 19. Februar 2007 E. 5; Urteil des 
Obergerichts Zürich LZ120014 vom 31. Mai 2013 E. 3.3). In diesem Sinn lagen im 
Zeitpunkt der Äusserungen der Ehefrau vom 27. März 2013 die für eine Klageein-
leitung notwendigen objektiven Anhaltspunkte bzw. tatsächlichen Grundlagen vor, 
so dass es dem Vater zuzumuten und aufgrund des Wegfalls des Hinderungs-
grunds auch geboten war, die Vaterschaft anzufechten.

4.4.2. Die Argumentation des Vaters, er habe die Aussage der Kindsmutter nicht 
ernst genommen, sondern sei davon ausgegangen, dass diese ihn anlässlich der 
Einigungsverhandlung lediglich habe verletzen oder provozieren und damit sein 
Besuchsrecht habe torpedieren wollen, überzeugt nicht. Zum einen beantragte der 
Rechtsvertreter des Vaters nach der fraglichen Aussage der Mutter umgehend, 
dass die Vaterschaft bezüglich der ältesten Tochter so rasch als möglich (im 
Rahmen des Ehescheidungsverfahrens) abgeklärt werde, was dafür spricht, dass 
die Äusserungen der Mutter durchaus ernst genommen wurden (vgl. zur Frage der 
Klärung im Ehescheidungsverfahren auch E. 4.4.4. nachstehend). Zum anderen 
weist der Vater im Berufungsverfahren auf die Begründung der Scheidungsklage 
der Mutter vom 21. Mai 2013 hin. In dieser wiederholte jene ihre Aussage, dass 
Y._____ nicht die leibliche Tochter von Z._____ sei, und hielt fest, dass in nächs-
ter Zeit eine Anfechtungsklage zur Aufhebung der Vaterschaft eingeleitet werde 
und aus diesem Grund nur für die Zwillingsschwestern Unterhaltsbeiträge bean-
tragt würden. Dieser Hinweis des Vaters bzw. die entsprechende Urkunde stellt 
zwar ein unechtes und an sich nicht zulässiges Novum dar (vgl. E. 1.5.3.). Aller-
dings geht auch aus dem Abschreibungsentscheid der Vorsitzenden des Bezirks-
gerichts Hinterrhein vom 16. September 2013 (act. III.11, S. 7) hervor, dass die 
Mutter in ihrem Massnahmegesuch vom 12. Juni 2013 – offenbar übereinstim-
mend mit ihrer Klagebegründung vom 21. Mai 2013 – lediglich Unterhaltsbeiträge 
für B._____ und A._____ beantragt hatte. Auch in Anbetracht dieses Umstandes 
hatte der Vater allen Grund, die Aussage der Mutter ernst zu nehmen. Es rechtfer-
tigt sich daher, bei der Beurteilung der Rechtzeitigkeit der Klage von der Eini-
gungsverhandlung vom 27. März 2013, maximal aber vom Massnahmegesuch der 
Mutter vom 12. Juni 2013 auszugehen. Spätestens dann mussten die Zweifel des 

Seite  23 — 38

Vaters die Intensität erreicht haben, die eine Klage als zumutbar erscheinen las-
sen, zumal nicht ersichtlich ist, welche Umstände diese Zweifel noch hätten ver-
stärken können. Nach der klaren Aussage der Mutter blieb vielmehr als nächster 
Schritt, um Gewissheit zu erhalten, nur noch die Erhebung einer Anfechtungsklage 
unter Durchführung einer DNA-Analyse.

4.4.3. Die Vorinstanz gestand dem Vater sodann gestützt auf dessen ambivalente 
Gefühle eine mehrmonatige Frist zu, um die Anfechtungsklage zu erheben. Solche 
Emotionen sind denn auch durchaus verständlich. Es ist nachvollziehbar, dass der 
vermeintliche Vater eines Kindes nach der plötzlichen Konfrontation mit einer 
möglichen Nicht-Vaterschaft zunächst hin und her gerissen ist zwischen seinem 
Wunsch auf Wissen um die biologische Abstammung eines Kindes einerseits und 
der Furcht, die Beziehung zum Kind durch die Anfechtungsklage unnötig zu belas-
ten, auf der anderen Seite. Allerdings dürfte es bei jedem Ehemann, der mit dem 
entsprechenden Umstand konfrontiert wird, zu ambivalenten Gefühlen kommen. 
Vom Bundesgericht wird dies denn auch insofern anerkannt, als es dem Klagebe-
rechtigten nach Wegfall des Hinderungsgrundes im Grundsatz noch mindestens 
einen Monat und je nach den Umständen des Einzelfalls auch eine längere Zeit-
spanne zugesteht, um seine Gefühle zu ordnen und einen Entschluss für oder ge-
gen die Klageerhebung zu fassen. Eine Frist von elf Monaten – bzw. von acht Mo-
naten, geht man vom Massnahmegesuch der Mutter aus (vgl. E. 4.4.2.) – ist hier-
für aber als klar zu lang zu qualifizieren, zumal zu beachten ist, dass das Interesse 
am Fortbestand des einmal vorhandenen Vaterschaftsverhältnisses umso gewich-
tiger ist, je mehr Zeit seit der Geburt vergangen ist, und dass vom klagenden Re-
gistervater ein entsprechend rascherer Entschluss erwartet werden kann (Urteil 
des Bundesgerichts 5A_298/2009 vom 31. August 2009 E. 4.2 in fine). Selbstre-
dend geht es auch nicht an, das Einhalten der Anfechtungsfrist vom Verhalten des 
– ebenfalls ambivalenten Gefühlen ausgesetzten – Kindes abhängig zu machen. 
In diese Richtung zielte die Argumentation des Vaters im erstinstanzlichen Verfah-
ren, wo er den Umstand, dass sich seine Beziehung zur Tochter zunehmend 
schwieriger gestaltet habe, als Grund für die Anfechtung anführte (Klage vom 22. 
Februar 2014 [act. II.2], Ziff. 2; Plädoyer [act. I.5], Ziff. 12).

4.4.4. Entgegen der Argumentation des Vaters ist schliesslich nicht ersichtlich, 
inwiefern das damals hängige Ehescheidungsverfahren im Zusammenhang mit 
der Frage des Kindsverhältnisses weitere Klarheit hätte schaffen können. Es liegt 
nicht in der Kompetenz des mit einer Ehescheidung befassten Gerichts, über den 
Bestand eines Kindsverhältnisses zu urteilen. Zwar mag noch entschuldbar er-
scheinen, dass der Rechtsvertreter des Vaters anlässlich der Einigungsverhand-

Seite  24 — 38

lung vom 27. März 2013 die Abklärung der Vaterschaft im Rahmen des Eheschei-
dungsverfahrens beantragt hatte, dürfte er doch unerwartet mit der möglichen 
Nicht-Vaterschaft seines Mandanten konfrontiert worden sein. Seine in der Folge 
zu tätigenden Abklärungen hätten ihn aber zum Schluss führen müssen, dass sich 
ein Kindesverhältnis lediglich durch eine Anfechtungsklage auflösen lässt, und 
dass eine entsprechende Klage im Übrigen umgehend und nicht innerhalb Jahres-
frist (vgl. das Protokoll der Hauptverhandlung [act. I.2], S. 5) einzureichen ist. 
Natürlich durfte sich der Vater bzw. sein Rechtsvertreter auch nicht einfach darauf 
verlassen, dass die Mutter ihre Ankündigung in die Tat umsetzt und selbst – man-
gels eigenen Klagerechts für die Tochter – eine entsprechende Klage einreicht.

4.5. Zusammenfassend steht fest, dass seitens des Vaters entgegen den vor-
instanzlichen Ausführungen keine triftigen Gründe vorlagen, um nach den Äusse-
rungen der Kindsmutter zu seiner Nichtvaterschaft mit dem Einreichen der Anfech-
tungsklage bis am 22. Februar 2014 zuzuwarten. Die damals erfolgte Klageeinlei-
tung ist dementsprechend als verspätet zu qualifizieren. 

5.1. Die Vorinstanz nahm im angefochtenen Entscheid zusätzlich eine Abwä-
gung der Interessen von Vater und Tochter vor, wobei sie zur Auffassung gelang-
te, dass der Fortbestand der Vaterschaft nicht im Interesse der Tochter liege re-
spektive im Umkehrschluss die Anfechtung der Vaterschaft auch in ihrem Interes-
se sei. Begründet wurde dies mit der allgemeinen Tendenz zur Übereinstimmung 
der rechtlichen mit der biologischen Wahrheit, mit der intakten Aussicht auf Her-
stellung des Kindesverhältnisses zum leiblichen Vater sowie mit finanziellen und 
erbrechtlichen Gründen. Ausserdem ging das Bezirksgericht davon aus, dass eine 
tatsächliche Bindung zwischen Vater und Tochter fehle, und dass sich dies offen-
sichtlich auch in Zukunft nicht ändern werde (E. 3.2b/bb, S. 9 ff., des angefochte-
nen Entscheids).

5.2.1. Zu beachten ist, dass den Interessen des Kindes an sich nur dann ei-
genständige Bedeutung zukommt, wenn kein wichtiger Grund für eine verspätete 
Anfechtung der Vaterschaft vorliegt (Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., 
N 6 zu Art. 256c ZGB). Das Interesse des Kindes ist bei der (ermessensweisen) 
Abklärung, ob ein wichtiger Grund gemäss Art. 256c Abs. 3 ZGB vorliegt, somit 
nur dann zu berücksichtigen, wenn die Umstände für sich allein noch nicht für die 
Bejahung eines solchen Grundes ausreichen. Liegt es in einem solchen Fall nicht 
im Interesse des Kindes, dass die Frage des Kindesverhältnisses dennoch geklärt 
wird, ist die Wiederherstellung abzulehnen, es sei denn, das Interesse des Klägers 
an der Anfechtung würde das gegenteilige Interesse des Kindes eindeutig über-

Seite  25 — 38

wiegen (BGE 136 III 593 E. 6.2 = Pra 2011 Nr. 51; Urteil des Bundesgerichts 
5A_240/2011 vom 6. Juli 2011 E. 7.1; Urteil des Obergerichts Zürich LZ120017 
vom 23. August 2013 E. II.2a; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 
5A_298/2009 vom 31. August 2009 E. 4.3, das die Interessen des Kindes bei der 
Abklärung, ob ein wichtiger Grund vorliegt, generell zu berücksichtigen scheint, 
indes ebenfalls ein überwiegendes Interesse des Anfechtenden an der Aufhebung 
des Kindsverhältnisses verlangt).

5.2.2. In casu hat die Vorinstanz in den Äusserungen der Mutter zur Nicht-
Vaterschaft von Z._____ anlässlich der Einigungsverhandlung vom 27. März 2013 
einen wichtigen Grund für die nachträgliche Zulassung der Anfechtungsklage er-
blickt und ist überdies von einer rechtzeitigen Klageeinreichung ausgegangen. An 
sich hätte sie die Interessenlage von Kind und Vater daher gar nicht mehr prüfen 
müssen (vgl. den bereits zitierten BGE 136 III 593 E. 6.2 = Pra 2011 Nr. 51). Das 
Berufungsverfahren führt nun zum Schluss, dass Z._____ die Anfechtungsklage – 
ausgehend von einer zureichenden Veranlassung zu Zweifeln an der Vaterschaft 
als Wiederherstellungsgrund – verspätet erhoben hat. Insofern muss vorliegend 
noch geprüft werden, ob ein überwiegendes Interesse von Z._____ die Anfech-
tung der Vaterschaft dennoch rechtfertigt (so auch das Urteil des Bundesgerichts 
5A_240/2011 vom 6. Juli 2011 E. 7 sowie das Urteil des Obergerichts Zürich 
LZ120014 vom 31. Mai 2013 E. 5).

5.3.1. Die Mutter macht in ihrer Berufung geltend, der vorinstanzliche Entscheid 
bzw. die darin vorgenommene Interessenabwägung verletze das Kindeswohl of-
fensichtlich. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, dass der Vater 
während der ehelichen Gemeinschaft zu allen drei Töchtern ein Verhältnis aufge-
baut habe, wobei Y._____ als ältestes und reifstes Kind das intensivste Verhältnis 
zum Vater habe. Es schade der Genannten entwicklungspsychologisch erheblich, 
wenn das Vater-Kind-Verhältnis nach über sieben Jahren gestützt auf den Willen 
des Vaters gekappt werde und sie gleichzeitig damit konfrontiert sei, dass ihre 
beiden jüngeren Schwestern weiterhin eine väterliche Behandlung erfahren dürf-
ten. Die Frage nach der leiblichen Vaterschaft trete für ein Kind gegenüber einem 
über mehrere Jahre intensiv aufgebauten Verhältnis zu einer Person gänzlich in 
den Hintergrund. Die Tochter habe eine echte Beziehung zum Vater aufgebaut, so 
dass ihr die leibliche Vaterschaft gleichgültig sei bzw. es ihr gar nicht möglich wä-
re, zu einer ihr gänzlich fremden Person ein ähnlich intensives Vater-Kind-
Verhältnis aufzubauen. Die Vorinstanz habe die biologische Vaterschaft übermäs-
sig priorisiert. Im Weiteren treffe die Feststellung der Vorinstanz, dass die Bezie-

Seite  26 — 38

hung zwischen Vater und Tochter gänzlich zum Erliegen gekommen sei, nicht zu. 
Vielmehr übe der Vater sein Besuchsrecht mit allen drei Kindern weiterhin aus. 

5.3.2. Auch die Rechtsvertreterin der Tochter erachtet das Kindeswohl durch den 
angefochtenen Entscheid als missachtet. Sie bringt vor, die Kindsmutter habe ihr 
gegenüber erklärt, dass der leibliche Vater von Y._____ bereits gestorben sei. Un-
ter diesen Umständen sei es für jene gar nicht möglich, den leiblichen Vater ken-
nenzulernen. Y._____ habe während über sieben Jahren ein Vater-Kind-
Verhältnis zu Z._____ aufgebaut. Dieser habe sämtliche Kinder von Geburt an 
gleich behandelt. Bis anhin seien auch alle Mädchen zu den begleiteten Besuchs-
tagen in Chur gegangen. Die fragliche Vater-Kind-Beziehung sei daher nicht ganz 
zum Erliegen gekommen. Zwar sei es während den Besuchstagen zu Eskalatio-
nen gekommen, doch seien diese vor allem auf die Provokationen der Kindsmutter 
gegenüber ihrem Ex-Mann zurückzuführen. Die Tochter stehe bei jedem Besuchs-
rechtstermin bereits sehr früh auf, investiere viel Zeit für die Suche nach der pas-
senden Kleidung und gebe sich besondere Mühe mit dem Frisieren. Sie bereite 
sich somit so gut wie möglich auf die Besuche vor, woraus sich ableiten lasse, 
dass sie noch sehr viel Wert auf die Beziehung zu ihrem Vater lege. Zudem sei 
nachvollziehbar, dass sie in ihrem Alter nicht leichthin akzeptieren könnte, dass ihr 
Vater nur noch mit ihren beiden jüngeren Schwestern Kontakt pflegen würde. Die 
Unsicherheit, mit welcher die Tochter zur Zeit konfrontiert sei, sei für ihre Entwick-
lung sehr bedenklich. Nicht nur die Beziehung zum Vater, sondern auch zu ihren 
beiden jüngeren Schwestern sei nun aufs Spiel gesetzt. Dies spreche für die Auf-
rechterhaltung der Vater-Kind-Beziehung.

5.3.3. Der Vater führt in seinen Berufungsantworten aus, seine Beziehung zur 
Kindsmutter sei seit längerem belastet und auch die Ausübung des Besuchsrechts 
sei problematisch. Nach Einreichung der Scheidungsklage habe er seine Kinder 
über Monate gar nicht mehr gesehen und seither nur noch unregelmässig und 
stundenweise im begleiteten Umfeld in den Räumlichkeiten der KJBE in Chur. 
Immerhin habe er seine Kinder damals nach langer Zeit wieder treffen können, 
was ihn ungeachtet der widrigen Umstände und der für ihn bedrückenden Aussa-
ge der Tochter, dass er nicht ihr Vater sei, glücklich gemacht habe. Niemand wolle 
der Tochter ein Verschulden an den immer unmöglicher werdenden Besuchstagen 
und dem Zusammenbrechen einer ohnehin schon zuvor mehr als fragilen Vater-
Kind-Beziehung unterstellen. Ebenso sehr müsse aber ein Verschulden oder ab-
sichtliches Fehlverhalten von seiner Seite in Abrede gestellt werden. Tatsache sei 
jedenfalls, dass heute keine Vater-Kind-Beziehung mehr bestehe. Er habe zudem 
nicht mehr die Kraft, sich gegen die von der Mutter angestrengte Sistierung des 

Seite  27 — 38

Besuchsrechts zu wehren. Was die mögliche zukünftige Entwicklung der Bezie-
hung zur Tochter betreffe, sei festzuhalten, dass ihm eine Beziehung durch die 
Mutter bis zuletzt aktiv verwehrt und sabotiert worden sei. Dass der biologische 
Vater der Tochter verstorben sei, sei eine völlig unverständliche und wohl auch 
faktenwidrige Schutzbehauptung und werde bestritten. Jedenfalls sei die Frage im 
Interesse der Tochter abzuklären, damit gegebenenfalls ein echtes Vater-Kind-
Verhältnis ermöglicht und aufgebaut werden könne, statt der Tochter ein nicht zu 
rettendes Vaterverhältnis zu ihm aufzuzwingen. Dass jene ein echtes Bedürfnis 
nach einer Beziehung zu einem Vater habe und dass sie dieses Bedürfnis auf ihn 
projiziere, werde nicht bestritten. Da eine Beziehung zwingend Zweiseitigkeit vor-
aussetze, lasse die Tatsache, dass er nicht der Vater von Y._____ sei, dieses An-
sinnen aber aussichtslos erscheinen. Er könne die ihm bisher schon massiv er-
schwerte Vaterrolle heute schlicht nicht mehr wahrnehmen und erfüllen. 

5.4.1. Betrachtet man die Beziehung zwischen Z._____ und Y._____, so ergibt 
sich, dass die beiden seit der Geburt der Tochter am _____ 2007 zusammenleb-
ten und in diesem Sinn ein Vater-Kind-Verhältnis aufbauten. Nach der Trennung 
der Ehegatten X./Z._____ im Herbst 2010 hatte der Vater ein Besuchsrecht, das 
er, wie dem Entscheid der KESB Mittelbünden/Moesa vom 24. September 2015 
bzw. dem darin zitierten Zwischenbericht des damaligen Beistands C._____ vom 
6. März 2013 (ZK1 15 7, act. D.9 S. 2) zu entnehmen ist, regelmässig und zuver-
lässig wahrnahm. Darüber hinaus gab C._____ anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung zu Protokoll, er habe seit Übernahme der Beistandschaft im 
Jahr 2013 beobachten können, wie das Kindsverhältnis zwischen Y._____ und 
Z._____ habe aufgebaut werden können. Es sei eine Tochter-Vater-Beziehung 
entstanden, die nicht aufgelöst werden dürfe. Würde diese abgebrochen, wäre 
dies vermutlich entwicklungsschädigend für das Kind, zumal jenes Z._____ als 
seinen Vater betrachte (act. I.2 S. 3). Auch der Vater selbst liess vor Schranken 
der Vorinstanz gemäss Plädoyernotizen seines Rechtsvertreters einräumen, dass 
er bis anfangs 2013 – also während fast fünfeinhalb Jahren – insofern eine intakte 
Beziehung zu Y._____ gehabt habe, als er sie als eigene Tochter betrachtet und 
Letztere ihn nach seinem Empfinden als Vater respektiert habe (vgl. act. I.5 Ziff. 
7). Was das Verhalten des Vaters betrifft, hielt der Beistand in der Klageantwort 
vom 28. März 2014 (act. II.3) fest, dass ihm der Umgang von Z._____ mit 
Y._____, wie mit den andern Kindern, aus der Sicht eines Vaters sehr angepasst 
erschienen sei. Er habe die Kinder alters- und entwicklungsentsprechend gleich 
behandelt. Dem oben zitierten KESB-Entscheid ist sodann zu entnehmen, dass 
auch die Mitarbeiterinnen der KJBE Chur, in deren Rahmen die Besuche ab 2013 

Seite  28 — 38

stattfanden, Z._____ als engagierten Vater wahrnahmen, welcher auf die Bedürf-
nisse seiner Kinder eingeht und versucht, jedem Kind gerecht zu werden. Aus 
dem Gesagten ergibt sich, dass Z._____ alle drei während der Ehe mit X._____ 
geborenen Mädchen einschliesslich Y._____ als seine Töchter anerkannte und zu 
ihnen ein väterliches Verhältnis pflegte. Die KESB Mittelbünden/Moesa geht für 
die ersten vier Lebensjahre von Y._____ von einem intensiven Vater-Kind-
Verhältnis aus. Danach hätten bis im Januar 2015 regelmässige begleitete Be-
suchskontakte stattgefunden (ZK1 15 7, act. D.9 S. 4). 

Zweifellos darf nun nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Ausübung des 
Besuchsrechts nicht immer regelmässig erfolgte und teilweise problematisch war, 
wobei Hinweise vorliegen, dass dies durch die schwierige Wohnsituation des Va-
ters und insbesondere durch Konflikte auf der Elternebene bedingt war, nicht je-
doch durch Vorkommnisse, die direkt in Zusammenhang mit der Beziehung und 
mit Begegnungen zwischen Vater und Tochter stehen (vgl. den Entscheid der 
KESB Mittelbünden/Moesa vom 26. Februar 2015 [ZK1 15 18, act. C.6], S. 2 f., 
sowie den Entscheid derselben Behörde vom 24. September 2015 [ZK1 15 7, act. 
D.9], S. 4; act. I.5 Ziff. 8 u. 13; Berufungsantwort, S. 3). Auch spitzte sich die Si-
tuation nach der Bekanntgabe der Mutter, dass Z._____ nicht der leibliche Vater 
von Y._____ sei, zu. So führte Z._____ in seiner Klage vom 22. Februar 2014 aus, 
dass sich die Besuche im Rahmen der KJBE in Chur zunehmend als schwierig 
erweisen würden und die Tochter bei den Besuchen regelmässig darauf hinweise, 
dass er nicht ihr Vater sei. Dies bestätigte er auch in seiner Stellungnahme vom 
28. Mai 2014 sowie anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (vgl. act. 
I.2 S. 4; act. I.5 Ziff. 10 f.) und nicht zuletzt auch im Berufungsverfahren (Beru-
fungsantworten, S. 5). Aus den nicht weniger glaubhaften Schilderungen der 
Rechtsvertreterin des Kindes im Berufungsverfahren wird jedoch auf der anderen 
Seite ebenso klar ersichtlich, dass sich das Mädchen offenbar speziell auf die Be-
suche vorbereitete. Y._____ legte also auch nach der Mitteilung der Mutter, dass 
Z._____ nicht ihr Vater sei, offensichtlich noch viel Wert auf die Beziehung zum 
Genannten und freute sich auf das Zusammentreffen mit ihm. Zu beachten ist fer-
ner, dass das damals rund sechsjährige Mädchen plötzlich mit dem doch unge-
heuerlichen und schwer zu begreifenden Umstand konfrontiert worden war, dass 
ihr Vater nicht ihr leiblicher Vater sein soll, und dass auch die Möglichkeit einer 
Beeinflussung seitens der Kindsmutter nicht ausgeschlossen werden kann. Unter 
diesen Umständen kann allein aus dem teilweise abweisenden Verhalten des Kin-
des nicht darauf geschlossen werden, dass es keine emotionale Bindung mehr 
zum Vater hat. Vielmehr erscheint es nachvollziehbar und natürlich, wenn die 

Seite  29 — 38

Tochter ihren durch die Offenbarung der Nicht-Vaterschaft zwangsläufig ausgelös-
ten inneren Gefühlskonflikt unter anderem durch Abweisung und Aggression ge-
genüber ihrem Vater zu lösen sucht. Dass die seit der Geburt des Kindes aufge-
baute emotionale Beziehung zum Vater keineswegs gänzlich erloschen ist, 
bestätigen im Übrigen nicht zuletzt auch die Ausführungen des Vaters selbst. Letz-
terer hielt nämlich in der Berufungsantwort vom 4. März 2015 fest, dass ihn die 
Besuchstage nach den Sommerferien 2013, an welchen er seine Kinder habe se-
hen dürfen, ungeachtet der widrigen Umstände und der für ihn bedrückenden 
Aussagen der Tochter, dass er nicht ihr Vater sei, glücklich gemacht hätten. 
Ebenso stellte er klar, dass er versucht habe, allen drei Geschwistern die gleiche 
Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Diese Äusserungen zeigen, dass auf sei-
ner Seite trotz der angekündigten Nicht-Vaterschaft nach wie vor väterliche Ge-
fühle für Y._____ vorhanden sein mussten und die vom Beistand bestätigte Vater-
Tochter-Beziehung weiterhin gelebt wurde. In diesem Sinn vereinbarten die Eltern 
in der Ehescheidungskonvention vom 16. Januar 2014 (act. III.14) denn auch hin-
sichtlich Y._____ ein Besuchsrecht des Vaters. Bis zu der von der Kindsmutter 
initiierten Sistierung am 26. Februar 2015 übte der Vater sein Besuchsrecht mit 
allen drei Kindern sodann offenbar weiterhin aus und pflegte entsprechend – wenn 
auch unter erschwerten Bedingungen – auch mit Y._____ Kontakt. Unter diesen 
Umständen und angesichts der langen Zeitspanne seit der Geburt von dannzumal 
siebeneinhalb Jahren ist von einem gewichtigen Interesse des Kindes am Fortbe-
stand des Kindsverhältnisses auszugehen.

Darauf hinzuweisen ist, dass auch die KESB Mittelbünden/Moesa in ihrem Ent-
scheid vom 24. September 2015 zum Schluss kommt, es sei im Interesse des 
Kindes, an der rechtlichen Vaterschaft festzuhalten, auch wenn die Beziehung zu 
Z._____ zur Zeit verschüttet sei und wahrscheinlich fachliche Begleitung benötigt 
werde, um die tiefen Verletzungen aufarbeiten zu können. Es könne nicht von ei-
ner aussichtslosen Zerrüttung der Beziehung zwischen dem vermeintlichen Vater 
und der Tochter ausgegangen werden (ZK1 15 7, act. D.9 S. 4). Aus dem erwähn-
ten Entscheid der KESB Mittelbünden/Moesa ergeben sich im Übrigen zahlreiche 
Hinweise zum Verhältnis zwischen Vater und Tochter, so dass auf das Einholen 
des von der Tochter beantragten Gutachtens sowie der von der Mutter beantrag-
ten schriftlichen Auskünfte verzichtet werden kann.

5.4.2. Der Schluss auf ein Interesse an der Aufrechterhaltung des Kindesverhält-
nisses ist auch im Hinblick auf die vorliegende Geschwisterkonstellation gerecht-
fertigt. Y._____ und ihre beiden jüngeren Schwestern, die leiblichen Zwillinge des 
Vaters, haben gleichermassen ein emotionales Verhältnis zum Vater aufgebaut. 

Seite  30 — 38

Wird nun das während mehreren Jahren gewachsene und innerhalb der Familie 
am längsten währende Kindesverhältnis zu Y._____ aufgehoben, während Letzte-
re mitansehen muss, wie ihre beiden jüngeren Schwestern durch Z._____ weiter-
hin eine väterliche Behandlung erfahren, ist mit erheblichen Auswirkungen auf das 
seelische Gleichgewicht des Kindes zu rechnen. Es existiert die Gefahr, dass mit 
der Aufhebung des Kindesverhältnisses ein von Konkurrenzdenken und Neidemp-
findungen geprägtes Verhältnis unter den Geschwistern verursacht wird, welches 
letztlich neben der ältesten Tochter auch den Zwillingen und somit der ganzen 
Familie schaden würde. Überdies besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass 
sich Y._____, welche allein schon durch die Erkenntnis, nicht die Tochter von 
Z._____ zu sein, eine emotionale Unsicherheit erlebt, wegen der unterschiedli-
chen Behandlung gegenüber den Zwillingen als ausgestossen und innerhalb der 
Familie minderwertig fühlen würde. Diese Umstände stehen dem Kindeswohl of-
fenkundig entgegen und sprechen hinsichtlich möglicher entwicklungspsycholo-
gisch schädlicher Folgen ebenfalls gegen eine Aufhebung des Kindesverhältnis-
ses.

5.4.3. An dieser Interessenlage ändert auch der Hinweis der Vorinstanz auf den 
biologischen Vater von Y._____ nichts. Die Mutter macht zu diesem stark divergie-
rende Aussagen. An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte sie, den leib-
lichen Vater von Y._____ zu kennen, aber dessen Namen nicht vor Z._____ nen-
nen zu wollen (act. I.2 S. 4), während sie gegenüber dem Beistand sowie der 
Rechtsvertreterin der Tochter angab, dieser sei verstorben (Berufung Tochter, S. 
7). Der sozialpädagogischen Familienbegleiterin hatte sie offenbar zunächst mit-
geteilt, Y._____ habe denselben Vater wie ihr Bruder. Etwas später sprach sie 
dann aber nochmals von einem anderen Vater (vgl. den Entscheid der KESB Mit-
telbünden/Moesa vom 24. September 2015 [ZK1 15 7, act. D.9], S. 3). In Anbe-
tracht dessen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Identität des 
leiblichen Vaters nicht ermitteln lassen wird, so dass Y._____ bei Aufhebung des 
Kindesverhältnisses zu Z._____ eine – zumindest vorübergehende, sehr wahr-
scheinlich indes dauernde – Vaterlosigkeit droht. Die KESB geht davon aus, dass 
der Umstand, als einzige der Geschwister vaterlos aufzuwachsen, Y._____ noch 
mehr belasten würde (vgl. den Entscheid der KESB Mittelbünden/Moesa vom 24. 
September 2015 [ZK1 15 7, act. D.9], S. 4).

Selbst wenn der biologische Vater ausfindig gemacht werden könnte, ist nun aber 
nicht von einem bedingungslosen Interesse der Tochter, die rechtliche mit der bio-
logischen Vaterschaft in Einklang zu bringen, auszugehen. Zu beachten ist, dass 
Y._____ – auch wenn keine nahtlosen und immer unproblematischen Kontakte 

Seite  31 — 38

vorliegen – über mehrere Jahre eine echte Beziehung zu ihrem sozialen Vater 
aufgebaut hat. Für ein Kind dürfte eine über mehrere Jahre gewachsene und 
grösstenteils auch gelebte Beziehung zu einer vertrauten und geliebten Person 
gegenüber der biologischen Vaterschaft eines ihm bisher Unbekannten Vorrang 
haben. Die im Lauf der Zeit entstandene sozial-psychische Beziehung kann die 
fehlende Abstammung aufwiegen (vgl. Cyril Hegnauer, a.a.O., N 9 zu Art. 256c 
ZGB). Das Bezirksgericht Hinterrhein erwägt zwar zutreffend, dass eine echte Va-
ter-Kind-Beziehung nicht deshalb Bestand habe, weil der Vater auf dem Papier als 
solcher gelte, sondern dadurch, dass die Beziehung gelebt werde. Gerade dies 
spricht aber vorliegend für das Interesse der Tochter, am Kindesverhältnis zu 
Z._____ festzuhalten, wurde die entsprechende Beziehung doch wie dargelegt 
seit der Geburt der Tochter über lange Strecken auch gelebt. Es dürfte für sie sehr 
schwierig sein, mit einem Unbekannten unter Aufhebung einer bestehenden eine 
neue Beziehung aufzubauen. Darauf hinzuweisen verbleibt, dass sich nirgends 
eine Äusserung der Tochter findet, dass sie den Kontakt zu ihrem biologischen 
Vater suche. Auch die Herstellung der rechtlichen Vaterschaft strebt sie augenfäl-
lig nicht an, hat sie sich doch nicht nur gegen die Anfechtungsklage von Z._____ 
gewehrt, sondern gegen die vorinstanzlich angeordnete Aufhebung des Kindes-
verhältnisses auch selbst Berufung erhoben.

5.4.4. Die Ausführungen der Vorinstanz, dass sich die Kindsmutter – indem sie im 
Scheidungsverfahren die Nicht-Vaterschaft von Z._____ ins Spiel brachte, sich 
danach aber trotzdem gegen die Aufhebung der Vaterschaft wehrte – irritierend 
bzw. widersprüchlich verhält und dies nicht mit dem Kindesinteresse vereinbar ist, 
sind zutreffend. Daran würde eine Zulassung der Anfechtungsklage aber nichts 
ändern, zumal wie erwähnt ungewiss ist, ob der biologische Vater überhaupt er-
mittelt werden könnte und die Tochter im gegenteiligen Fall ohne rechtlichen Vater 
aufwachsen müsste.

5.4.5. Beachtet man schliesslich noch den von der KESB Mittelbünden/Moesa in 
ihrem Entscheid vom 24. September 2015 erwähnten Aspekt, dass die Tochter 
bereits 10 Jahre alt ist und sich seit Geburt mit dem Familiennamen und dem ver-
meintlichen Vater identifiziert hat (ZK1 15 7, act. D.9 S. 4), sowie den Umstand, 
dass das Interesse des Kindes am Fortbestand des vorhandenen Vaterschafts-
verhältnisses umso gewichtiger ist, je mehr Zeit seit der Geburt vergangen ist (vgl. 
das Urteil des Obergerichts Zürich LZ120017 vom 23. August 2013 E. II.2a), kann 
der Erkenntnis der Vorinstanz, dass der Fortbestand der Vaterschaft nicht im In-
teresse von Y._____ sei, in einer Gesamtbetrachtung nicht gefolgt werden. Jeden-
falls ist aber kein Interesse von Z._____ an der Aufhebung des Kindesverhältnis-

Seite  32 — 38

ses ersichtlich, das das gegenteilige Interesse des Kindes eindeutig überwiegt. 
Finanzielle bzw. erbrechtliche Interessen am Fortbestand auf der einen bzw. an 
der Aufhebung des Kindesverhältnisses auf der anderen Seite sind bei Tochter 
und Vater gleichermassen vorhanden. Für den Letzteren dürfte daher in erster 
Linie das rein ideelle Interesse in Frage stehen, die rechtliche Situation mit der 
biologischen Wahrheit in Einklang zu bringen, zumal Anhaltspunkte dafür beste-
hen, dass er keine Bereitschaft hat, eine Beziehung zu einem Kind zu leben, dass 
biologisch nicht sein eigenes ist (vgl. act. II.5, S. 2). Liegt nun aber auf Seiten des 
Vaters kein klar überwiegendes Interesse vor, welches ausnahmsweise die An-
fechtung nach Art. 256c Abs. 3 ZGB erlauben würde, kommt eine Zulassung der 
verspätet erhobenen Anfechtungsklage auch unter diesem Gesichtspunkt nicht in 
Frage. Dementsprechend hätte die Vorinstanz die Klage abweisen müssen und 
hätte das Kindesverhältnis zwischen Z._____ und Y._____ nicht aufheben dürfen. 
Die Berufungen von X._____ und von Y._____ sind in diesem Sinn gutzuheissen.

6.1. Zu beurteilen bleibt, ob der geänderte Verfahrensausgang eine Anpassung 
der vorinstanzlichen Kostenregelung nach sich ziehen soll. Trifft die Rechtsmittel-
instanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie gemäss Art. 318 Abs. 3 ZPO 
nämlich auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens. Nach Art. 
106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die Gerichtskosten als 
auch die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der unterliegenden 
Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten 
nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). In familienrecht-
lichen Verfahren kann das Gericht von diesen Verteilungsgrundsätzen abweichen 
und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). 

6.2. Die Vorinstanz hat die Gerichtskosten der beklagten Kindsmutter auferlegt 
(E. 4b, S. 13, des angefochtenen Entscheids). Mit Blick darauf, dass die Klage von 
Z._____ abzuweisen ist, ist dieser vorinstanzliche Kostenspruch zu korrigieren 
und sind die Verfahrenskosten von CHF 4'575.-- (Entscheidgebühr CHF 3'000.--, 
Kosten der Beweisführung CHF 1'575.--) dem Kläger aufzuerlegen. Ausserdem 
hat dieser X._____ für das vorinstanzliche Verfahren aussergerichtlich zu ent-
schädigen; Y._____ war vor erster Instanz noch nicht anwaltlich vertreten. Der 
Rechtsvertreter von X._____, Rechtsanwalt lic. iur. Felix Schwarz, weist in seiner 
Honorarnote vom 30. September 2014 einen als angemessen zu qualifizierenden 
Aufwand von 11.33 Stunden aus. Mangels Vorliegen einer Honorarvereinbarung 
ist dieser Aufwand mit dem nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Bemes-
sung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverord-
nung, HV; BR 310.250) mittleren Stundenansatz von CHF 240.-- abzugelten. So-

Seite  33 — 38

mit ergibt sich ein Honorar nach Zeitaufwand von CHF 2'719.20 (11.33 h à CHF 
240.--). Dazu treten die geltend gemachten Spesen von CHF 354.20 sowie die 
Mehrwertsteuer von CHF 245.90 (8% von CHF 3'073.40). Die Parteientschädi-
gung, die Z._____ an X._____ für das vorinstanzliche Verfahren zu leisten hat, 
wird demnach auf gerundet CHF 3'320.-- festgesetzt.

6.3.1. Mit Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Hin-
terrhein vom 9. Mai 2014 wurde X._____ für das Verfahren betreffend Anfechtung 
der Vaterschaft die unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Felix Schwarz gewährt (Prozedur-Nr. 135-2014-135). Da sie 
mit ihrem Antrag auf Klageabweisung obsiegt, hat sie keine Prozesskosten zu tra-
gen und erhält eine Parteientschädigung zu Lasten des Klägers zugesprochen. 
Nichtsdestotrotz muss vorliegend die Entschädigung, welche ihrem Rechtsvertre-
ter aufgrund der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zusteht, festgesetzt 
werden, da ein Rechtsbeistand auch bei Obsiegen der unentgeltlich prozess-
führenden Partei durch den Kanton angemessen zu entschädigen ist, falls die der 
Gegenpartei auferlegte Parteientschädigung nicht oder voraussichtlich nicht ein-
bringlich ist (Art. 122 Abs. 2 Satz 1 ZPO; Frank Emmel, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 11 u. N 13 zu Art. 122 ZPO). Ist 
der kostenpflichtigen Partei ihrerseits die unentgeltliche Rechtspflege gewährt 
worden, was vorliegend der Fall ist, gilt die von ihr zu leistende Parteientschädi-
gung in der Regel zum vornherein als uneinbringlich (Alfred Bühler; in: Haus-
heer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 
Band I: Art. 1–149 ZPO, Bern 2012, N 67 zu Art. 122 ZPO; Lukas Huber, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kom-
mentar, Art. 1‒196 ZPO, 2. Auflage, Zürich 2016, N 21 zu Art. 122 ZPO). Ausge-
hend von dem der Parteientschädigung zugrundeliegenden Zeitaufwand von 
11.33 Stunden und einem reduzierten Stundenansatz von CHF 200.-- (Art. 5 HV) 
ergibt sich ein Honoraranspruch von CHF 2'266.--, so dass die im Falle der Unein-
bringlichkeit aus der Gerichtskasse zu leistende Entschädigung unter Berücksich-
tigung der Barauslagen von CHF 354.20 und der Mehrwertsteuer von CHF 209.60 
(8% von CHF 2'620.20) auf gerundet CHF 2'830.-- festzusetzen ist. Mit der Zah-
lung geht der Anspruch auf die Parteientschädigung im entsprechenden Umfang 
auf den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 Satz 2 ZPO).

6.3.2. Auch Z._____ wurde mit Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen am 
Bezirksgericht Hinterrhein vom 26. Februar 2014 für das Verfahren betreffend An-
fechtung der Vaterschaft die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, mit Rechtsver-

Seite  34 — 38

tretung durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Egli (Prozedur-Nr. 135-2014-53). Da-
mit gehen die Z._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 4'575.-- zu Lasten des 
Kantons Graubünden (Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO). Dies gilt auch für die Kosten 
seiner Rechtsvertretung (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO). Der Rechtsvertreter von 
Z._____ macht in seiner Kostennote vom 30. September 2014 einen als ange-
messen zu qualifizierenden Aufwand von 9.5 Stunden geltend. Das Honorar nach 
Zeitaufwand beläuft sich damit auf CHF 1'900.-- (9.5 h à CHF 200.-- [Art. 5 HV]). 
Dazu treten die geltend gemachten Spesen von CHF 334.-- sowie die Mehrwert-
steuer von CHF 178.70 (8% von CHF 2'234.--), so dass eine Entschädigung von 
gerundet CHF 2'413.-- resultiert. Diese wird aus der Gerichtskasse bezahlt. Vor-
behalten bleibt die Rückforderung durch den Kostenträger im Sinne von Art. 123 
ZPO, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur 
Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.

7.1.1. Die Kosten der Berufungsverfahren, die gestützt auf den Gebührenrahmen 
für Berufungsentscheide (Art. 9 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zi-
vilverfahren [VGZ, BR 320.210]) auf CHF 4'000.-- festgesetzt werden, sind infolge 
Gutheissung der Berufungen ebenfalls von Z._____ zu tragen. Dieser hat die Be-
rufungsklägerinnen für die vorliegenden Verfahren überdies aussergerichtlich zu 
entschädigen.

7.1.2. Der frühere Rechtsvertreter von X._____, Rechtsanwalt lic. iur. Felix 
Schwarz, lässt mit Kostennote vom 26. Januar 2018 einen Aufwand von 9.67 
Stunden zuzüglich Spesen von CHF 193.70 geltend machen (ZK1 15 7, act. 
D.12). Dieser Aufwand erweist sich für seine in den Berufungsverfahren bis Ende 
2016 ausgeführten Tätigkeiten als angemessen. Für die Bemessung der Entschä-
digung ist mangels Nachweis einer entsprechenden Honorarvereinbarung wieder-
um vom mittleren Stundenansatz von CHF 240.-- auszugehen (vgl. E. 6.2). Dem-
nach beläuft sich das Honorar nach Zeitaufwand auf CHF 2'320.80 (9.67 h à CHF 
240.--). Hinzu treten die Spesen von CHF 193.70 sowie die Mehrwertsteuer von 
CHF 201.15 (8% von CHF 2'514.50), so dass betreffend die Tätigkeiten von 
Rechtsanwalt Schwarz eine ausseramtliche Entschädigung von CHF 2'715.-- re-
sultiert. Die aktuelle Rechtsvertreterin von X._____, Rechtsanwältin lic. iur. Katja 
Egle, weist in ihrer Kostennote vom 2. Mai 2018 einen für ihre Tätigkeiten ab Ja-
nuar 2017 ebenfalls als angemessen zu qualifizierenden Aufwand von 1.84 Stun-
den aus (ZK1 15 18, act. D.12.c). Daraus resultiert ein Honorar nach Zeitaufwand 
von CHF 441.60 (1.84 h à CHF 240.--), so dass sich die sie betreffende ausser-
amtliche Entschädigung unter Berücksichtigung der geltend gemachten Spesen 
von CHF 41.10 und der Mehrwertsteuer von CHF 37.15 (7.7% von CHF 482.70) 

Seite  35 — 38

auf gerundet CHF 520.-- beläuft. Die ausseramtliche Entschädigung, die Z._____ 
X._____ für die Berufungsverfahren zu leisten hat, wird somit auf insgesamt CHF 
3'235.-- festgelegt.

Da auch für den vorliegenden Verfahrensabschnitt von der Uneinbringlichkeit der 
Parteientschädigung auszugehen ist (vgl. E. 6.3.1), werden Rechtsanwalt Schwarz 
und Rechtsanwältin Egle aufgrund der X._____ mit Verfügung der Vorsitzenden 
der I. Zivilkammer vom 30. April 2018 (ERZ 15 8) gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege voraussichtlich aus der Gerichtskasse zu entschädigen sein. Die für 
diesen Fall zu leistende Entschädigung wird für Rechtsanwalt Schwarz auf CHF 
2'298.-- (9.67 h à CHF 200.-- = CHF 1'934.-- zuzüglich Spesen von CHF 193.70 
zuzüglich Mehrwertsteuer von CHF 170.20 [8% von CHF 2'127.70]) und für 
Rechtsanwältin Egle auf CHF 441.-- (1.84 h à CHF 200.-- = CHF 368.-- zuzüglich 
Spesen von CHF 41.10 zuzüglich Mehrwertsteuer von CHF 31.50 [7.7% von CHF 
409.10]) festgesetzt. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton über (Art. 
122 Abs. 2 Satz 2 ZPO).

7.1.3. Die Rechtsvertreterin von Y._____, Rechtsanwältin lic. iur. Ylenia Baretta 
Mazzoni, macht in ihrer Honorarnote vom 7. August 2017 einen Aufwand von 
11.67 Stunden zuzüglich Pauschalspesen von CHF 70.-- und Mehrwertsteuer gel-
tend (ZK1 15 18, act. D.8). Dieser Aufwand erweist sich für die Berufungsverfah-
ren ebenfalls als angemessen. Für die Bemessung der Entschädigung ist mangels 
Nachweis einer entsprechenden Honorarvereinbarung vom mittleren Stundenan-
satz von CHF 240.-- auszugehen (vgl. E. 6.2.). Demnach beläuft sich der Hono-
raranspruch auf CHF 2'800.80 (11.67 h à CHF 240.--), wozu die Spesen von CHF 
84.-- (3% von CHF 2'800.80) sowie die Mehrwertsteuer von CHF 230.80 (8% von 
CHF 2'884.80) treten. Die ausseramtliche Entschädigung, die Z._____ Y._____ für 
die Berufungsverfahren zu leisten hat, wird somit auf gerundet CHF 3'115.-- fest-
gelegt. Da wiederum von der Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung auszu-
gehen ist (vgl. E. 6.3.1.), wird die Rechtsvertreterin von Y._____ aufgrund der der 
Genannten mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsge-
richts vom 30. April 2018 (ERZ 15 23) für die beiden Berufungsverfahren gewähr-
ten unentgeltlichen Rechtspflege voraussichtlich aus der Gerichtskasse zu ent-
schädigen sein. Die für diesen Fall zu leistende Entschädigung wird auf gerundet 
CHF 2'596.-- festgesetzt (11.67 h à CHF 200.-- = CHF 2'334.-- zuzüglich Spesen 
von CHF 70.-- [3% von CHF 2'334.--] zuzüglich Mehrwertsteuer von CHF 192.30 
[8% von CHF 2'404.--]). Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton über 
(Art. 122 Abs. 2 Satz 2 ZPO).

Seite  36 — 38

7.2. Z._____ wurde mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 30. 
April 2018 (ERZ 15 84) für die Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege 
mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Egli gewährt. Damit ge-
hen die dem Berufungsbeklagten auferlegten Gerichtskosten von CHF 4'000.-- 
und die Kosten seiner Rechtsvertretung nach Massgabe von Art. 122 ZPO zu Las-
ten des Kantons Graubünden. Rechtsanwalt Egli reichte am 14. Mai 2018 eine 
Honorarnote ein (ZK1 15 18, act. D.13), in der er für die Berufungsverfahren einen 
als angemessen zu qualifizierenden Aufwand von 12.10 Stunden geltend macht. 
Das Honorar nach Zeitaufwand beläuft sich dementsprechend auf CHF 2’420.-- 
(12.1 h à CHF 200.--). Hinzu treten die geltend gemachten Spesen von CHF 252.-
-. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von CHF 213.55 (8% von CHF 
2’612.-- sowie 7.7% von CHF 60.--) resultiert für Rechtsanwalt Egli eine Entschä-
digung von gerundet CHF 2’885.--. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse 
bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückforderung durch den Kostenträger im Sinne 
von Art. 123 ZPO, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege ge-
währt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

Seite  37 — 38

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufungen werden gutgeheissen und der Entscheid des Bezirksge-
richts Hinterrhein vom 30. September 2014 (Prozess Nr. 115-2014-6) wird 
aufgehoben.

2. Die Klage von Z._____ wird abgewiesen.

3. a) Die Kosten des Bezirksgerichts Hinterrhein von CHF 4'575.-- (Entscheidge-
bühr CHF 3'000.--, Kosten der Beweisführung CHF 1'575.--) gehen zu Las-
ten von Z._____.

b) Z._____ hat X._____ für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschä-
digung von CHF 3'320.-- inklusive Spesen und Mehrwertsteuer zu leisten. 

Da sich die Parteientschädigung voraussichtlich als uneinbringlich erweist, 
ist der Rechtsvertreter von X._____ gestützt auf die mit Entscheid des Ein-
zelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Hinterrhein vom 9. Mai 2014 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege zu Lasten des Kantons Graubünden 
zu entschädigen. Die Entschädigung wird auf CHF 2'830.--inklusive Spesen 
und Mehrwertsteuer festgesetzt und ist aus der Gerichtskasse des Bezirks-
gerichts Hinterrhein (heute Regionalgericht Viamala) zu bezahlen. 

c) Die Z._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 4'575.-- und die Kosten 
seiner Rechtsvertretung von CHF 2'413.-- inklusive Spesen und Mehrwert-
steuer gehen unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 Abs. 1 
ZPO gestützt auf den entsprechenden Entscheid des Einzelrichters in Zivil-
sachen am Bezirksgericht Hinterrhein vom 26. Februar 2014 zu Lasten des 
Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskasse des Bezirksge-
richts Hinterrhein (heute Regionalgericht Viamala) bezahlt.

4. a) Die Kosten der Berufungsverfahren von CHF 4'000.-- gehen zu Lasten von 
Z._____.

b) Z._____ hat X._____ für die Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 
von CHF 3'235.-- inklusive Spesen und Mehrwertsteuer (CHF 2'715.-- für 
Rechtsanwalt Schwarz und CHF 520.-- für Rechtsanwältin Egle) zu leisten. 

Da sich die Parteientschädigung voraussichtlich als uneinbringlich erweist, 
werden die Rechtsvertreter von X._____ gestützt auf die mit Verfügung der 
Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 30. April 2018 gewährte unentgeltliche 
Rechtspflege (ERZ 15 8) zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 

Seite  38 — 38

2'739.-- inklusive Spesen und Mehrwertsteuer (CHF 2'298.-- für Rechtsan-
walt Schwarz und CHF 441.-- für Rechtsanwältin Egle) aus der Gerichts-
kasse entschädigt. 

c) Z._____ hat Y._____ für die Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 
von CHF 3'115.-- inklusive Spesen und Mehrwertsteuer zu leisten.

Da sich die Parteientschädigung voraussichtlich als uneinbringlich erweist, 
wird die Rechtsvertreterin von Y._____ gestützt auf die mit Verfügung der 
Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 30. April 2018 gewährte unentgeltliche 
Rechtspflege (ERZ 15 23) zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 
2'596.-- inklusive Spesen und Mehrwertsteuer aus der Gerichtskasse ent-
schädigt. 

d) Die Z._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 4'000.-- und die Kosten 
seiner Rechtsvertretung von CHF 2’885.-- inklusive Spesen und Mehrwert-
steuer gehen unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO ge-
stützt auf die entsprechende Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer 
vom 30. April 2018 (ERZ 15 84) zu Lasten des Kantons Graubünden und 
werden aus der Gerichtskasse bezahlt.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausan