# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fd08c6d-e8e0-5172-bb9d-8b1b3a5728e6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.10.2023 SB230054
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230054_2023-10-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB230054-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Ersatzoberrichter 

lic. iur. Kessler und Ersatzoberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Ge-

richtsschreiberin M.A. HSG Eichenberger 

 

 

Urteil vom 25. Oktober 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin 

 

vertreten durch lic. iur. Y._____ 

 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung 
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 
5. Oktober 2022 (DG220016) 
 

 

- 3 - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 2. Juni 2022 

(Urk. 15/2) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 34 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

201 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate abzü-

glich die bereits erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Die Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für 

6 Jahre des Landes verwiesen. 

5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem angeordnet. 

6. Auf Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne 

von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird verzichtet. 

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 

2022 beschlagnahmte gelbe Spick-/Rüstmesser "culinario Mukizu" (Asservat 

Nr. A015'986'295) wird eingezogen und Kantonspolizei Zürich zur 

Vernichtung überlassen. 

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 11. Mai 2022 beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldig-

ten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles auf erstes Verlangen hin her-

ausgegeben: 

- 4 - 

- grüne Hose "Pull&Bear" mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. 
A015'990'735) 

- weisse Socken mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'757) 

- Top mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'780). 

Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Be-

gehren von der Beschuldigten gestellt, werden die genannten Gegenstände 

durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet. 

9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 11. Mai 2022 beschlagnahmten Gegenstände werden der Privatkläge-

rin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles auf erstes Verlangen hin her-

ausgegeben: 

- graue Trainerhose (Asservat Nr. A015'990'939) 

- Shirt mit Schnitt an linker Schulter vorne (Asservat Nr. AO15'99O'962). 

Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Be-

gehren der Privatklägerin gestellt, werden die genannten Gegenstände 

durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet. 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 

2022 beschlagnahmte Herrenbekleidung, d.h. die graue Hose und das weis-

se T-Shirt (Asservat Nr. A015'986'331), sowie der Wasserkocher (Asservat 

Nr. A015'986'320) werden C._____ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles 

auf erstes Verlangen hin herausgegeben. 

Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Be-

gehren gestellt, werden die genannten Gegenstände durch die Kantonspoli-

zei Zürich vernichtet. 

11.  Die nachfolgenden bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, aufbe-

wahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger  

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'564) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'655) 

- 5 - 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'666) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'677) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'699) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'702) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'724) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'859) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'860) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. 015'990'871) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'882) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'906) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'917) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'995) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'991'001) 

- Werkzeug-/Schartenspur - Eindruck-Spur ((Abformmasse); Asservat 
Nr. A015'991'012) 

sind nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils durch die Lagerbehörde zu ver-

nichten. 

12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'200.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 2'832.55   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 20.–   Entschädigung Zeuge 

Fr. 22'110.85   amtl. Verteidigungskosten (inkl. 7.7% MwSt.) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der 

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amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 76 S. 1) 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Ab-

teilung, vom 5. Oktober 2022 (Geschäfts-Nr. DG220016-C) hinsichtlich 

der Dispositivziffern 6-12 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Das Verfahren gegen die Beschuldigte sei einzustellen. Eventualiter sei 

die Beschuldigte der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen und dafür ange-

messen zu bestrafen. 

3. Auf den Antrag auf Anordnung einer Landesverweisung und deren 

Ausschreibung im Schengener Informationssystem sei nicht einzutre-

ten; eventualiter sei er abzuweisen. 

4. Der Beschuldigten sei für die erstandene Haft eine angemessene Ge-

nugtuung zu entrichten. 

5. Die Kosten des Vor- und Hauptverfahrens und des Berufungsverfah-

rens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 62 S. 1, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

- 7 - 

c) Des Vertreters der Privatklägerschaft: 

(Urk. 69 S. 1, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

_________________________________ 

Erwägungen: 

I.  Verfahren 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 5. Oktober 2022 wur-

de die Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Die Beschuldigte 

wurde mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 34 Monaten bestraft. Weiter wur-

de sie unter Ausschreibung im Schengener Informationssystem für die Dauer von 

6 Jahren des Landes verwiesen. Auf die Abnahme einer DNA-Probe und Erstel-

lung eines DNA-Profiles wurde verzichtet. Es wurde sodann über die beschlag-

nahmten und asservierten Gegenstände befunden und der Beschuldigten wurden 

schliesslich – mit Ausnahme der Entschädigung der amtlichen Verteidigung, wel-

che unter Rückzahlungsvorbehalt auf die Gerichtskasse genommen wurde – die 

Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens auferlegt (Urk. 49 

S. 47 ff.).  

2. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2022 meldete die Beschuldigte gegen das vor-

erwähnte Urteil rechtzeitig die Berufung an (Urk. 34). Nach Erstattung der Beru-

fungserklärung (Urk. 50) und anschliessender Fristansetzung an die Privatkläge-

rin und die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (Urk. 59) erklärten diese ihren 

Verzicht auf eine Anschlussberufung (Urk. 62; Urk. 69). 

3. Die Beschuldigte erhob gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Bülach, 

I. Abteilung, vom 12. Januar 2023 betreffend Fortsetzung der Sicherheitshaft Be-

schwerde bei der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich. Letztere 

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überwies mit Beschluss vom 30. Januar 2023 in teilweiser Gutheissung der Be-

schwerde die Frage der Fortsetzung der Sicherheitshaft zur weiteren Behandlung 

an die II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich (Urk. 54). Nach er-

folgten Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft und der amtlichen Verteidigung 

wurde die Beschuldigte gestützt auf die Präsidialverfügung vom 15. Februar 2023 

am 18. März 2023 aus der Sicherheitshaft entlassen (Urk. 61; Urk. 65 f.; Urk. 67; 

Urk. 71). 

4. In der Folge wurde auf den 25. Oktober 2023 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 72). Zu dieser erschien die Beschuldigte in Begleitung ihrer amt-

lichen Verteidigung (Prot. II S. 7). Nach durchgeführter Berufungsverhandlung 

und dem Verzicht der Beschuldigten auf mündliche Eröffnung und Erläuterung 

des Urteils wurde das gleichentags gefällte Urteil den Parteien im Dispositiv zu-

gestellt (Urk. 78; Prot. II S. 19). 

II.  Formelles 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Dabei ist es na-

heliegend, dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprüfung des Urteils 

einzubeziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den angefochtenen Punkten 

besteht. Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit dem Antrag auf definitive Einstel-

lung des Verfahrens gelten für den Fall der Gutheissung automatisch auch damit 

zusammenhängende Folgepunkte des Urteils, wie zum Beispiel Entscheide über 

Einziehungen, Zivilpunkte sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, als an-

gefochten, da der Entscheid diesfalls vollumfänglich aufzuheben ist. Bestätigt das 

Berufungsgericht den Schuldspruch, sind die weiteren nicht angefochtenen Ur-

teilspunkte bei einer Beschränkung der Berufung indessen nicht weiter zu über-

prüfen (BGE 147 IV 93 E. 1.5.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 

12. Januar 2022 E. 2.2 [nicht publ. in BGE 148 IV 22]; vgl. auch JOSITSCH/SCHMID, 

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Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar [kurz: Praxiskommentar 

StPO], 4. Aufl., N 18 zu Art. 399 StPO; HUG/SCHEIDEGGER, in: Donatsch/Lieber/

Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 

StPO [kurz: SK StPO], 3. Aufl., N 19 und 20 zu Art. 399 StPO; SPRENGER, in: Nig-

gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-

ordnung, Jugendstrafprozessordnung [kurz: BSK StPO], 3. Aufl., N 30 f. zu 

Art. 437 StPO).  

2. Die Beschuldigte verlangt mit ihrer Berufung im Hauptantrag die Einstel-

lung des Strafverfahrens mit ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsre-

gelung (Urk. 50 und Prot. II S. 7). Die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin 

beantragen die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 62; Urk. 69). Der 

vorinstanzliche Entscheid ist demnach im Sinne von Art. 398 Abs. 2 StPO unter 

Beachtung des Verschlechterungsverbots gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO in sämtli-

chen Punkten zu prüfen, doch kann nach dem vorstehend Gesagten in Bezug auf 

die nicht angefochtene Herausgabe bzw. Vernichtung der Beweismittel, die Er-

stellung des DNA-Profils und die Kostenfestsetzung im Falle der zumindest teil-

weisen Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruches ohne Weiteres auf de-

ren entsprechende Regelung zurückgegriffen werden.  

3. Die Beschuldigte hat im Berufungsverfahren keine Beweisanträge gestellt 

(vgl. Urk. 50 S. 2; Prot. II S. 7 ff.). Weitere Beweiserhebungen – abgesehen von 

der erneuten Befragung der Beschuldigten – drängen sich in zweiter Instanz auch 

von Amtes wegen nicht auf. 

III.  Sachverhalt 

1. Der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 2. Juni 

2022 zufolge kam es am 19. März 2022 in der gemeinsamen Wohnung an der 

D._____-strasse 1 in E._____ zum Streit zwischen der Beschuldigten und der Pri-

vatklägerin wegen eines von der Privatklägerin benützten Wasserkochers. In des-

sen Verlauf habe die Privatklägerin den mit heissem Wasser gefüllten Wasserko-

cher in den Gang geworfen, was bei der Beschuldigten auf dem linken Unterarm 

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sowie am linken Unterbauch Verbrühungen verursacht habe. Die darüber in Wut 

geratene Beschuldigte habe daraufhin in der Küche ein Spick-/Rüstmesser mit ei-

ner scharfen und spitzen Klinge von rund 8 cm behändigt und versucht, in das 

Zimmer der Privatklägerin einzudringen. Dies sei der Beschuldigten jedoch nicht 

gelungen, weil die Privatklägerin die Zimmertüre von innen zugedrückt habe. Da-

raufhin habe die Beschuldigte mehrfach teilweise mit voller Wucht auf die Zim-

mertüre eingestochen. Die infolgedessen verbogene Klinge des Messers habe die 

Beschuldigte in ihrem Schlafzimmer wieder etwas gerade gebogen, ehe sie er-

neut versucht habe, in das Zimmer der Privatklägerin einzudringen. Als ihr dies 

schliesslich gelungen sei, habe die Beschuldigte auf die ihr gegenüberstehende 

Privatklägerin mit dem hocherhobenen Messer in der rechten Faust, aus welcher 

kleinfingerseitig die Klinge geragt habe, eingestochen und ihr an der linken Kopf-

seite und am linken Schulterdach Stich- bzw. Schnittverletzungen zugefügt. Die 

Beschuldigte soll das Messer in der Folge für einen weiteren Stich gegen die Pri-

vatklägerin in Richtung von deren Brustbereich erhoben und bereits mit der Aus-

führung des Stiches begonnen haben, sei jedoch von ihrem Ehemann (und Vater 

der Privatklägerin) daran gehindert worden, indem dieser die Beschuldigte von 

hinten gepackt und zurückgezogen habe (Urk. 15/2 S. 2 f.). 

2. Die Beschuldigte gestand die Darstellung der Anklage in der Untersuchung 

und an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung insoweit ein, als sie einräumte, es 

sei am 19. März 2022 zwischen ihr und der Privatklägerin zu einem Streit wegen 

eines Wasserkochers gekommen (Urk. 2/1 S. 2 f.; Urk. 2/3 S. 3 f.). Weiter gestand 

die Beschuldigte ein, mit einem Messer auf die Zimmertüre der Privatklägerin ein-

gestochen zu haben und in der Folge mit dem Messer in der Hand ins Zimmer der 

Privatklägerin getreten und auf diese zugegangen zu sein (Urk. 2/1 S. 4 + 6; 

Urk. 2/2 S. 3; Urk. 2/5 S. 5). Die Beschuldigte macht hingegen entgegen der An-

klageschrift geltend, die Privatklägerin habe den Wasserkocher nicht in den Gang 

geworfen, sondern habe ihr das heisse Wasser gezielt über ihren linken Unterarm 

gegossen (Urk. 2/1 S. 3 + 5; Urk. 2/3 S. 4 f.; Urk. 2/5 S. 2). Auch habe sie im 

Schlafzimmer das Messer nicht wieder gerade gebogen (Urk. 2/5 S. 5; Prot. I 

S. 19 f.; vgl. Urk. 2/1 S. 4). Die Beschuldigte stellt zwar letztlich nicht in Abrede, 

die Schnitt- bzw. Stichverletzung im Kopfbereich bzw. am Schulterdach der Pri-

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vatklägerin verursacht zu haben (Urk. 2/1 S. 6; Urk. 2/2 S. 3; Prot. I S. 15), erklärt 

jedoch, an die Geschehnisse im Zimmer könne sie sich nicht erinnern, da sie in 

blinder Wut gehandelt habe. Ihre Erinnerung setze erst in jenem Moment wieder 

ein, als sie plötzlich auf dem Boden gelegen sei, nachdem ihr Ehemann sie von 

hinten gepackt habe (Urk. 2/1 S. 4 und 6; Urk. 2/2 S. 3; Urk. 2/5 S. 5). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung bestätigte die Beschuldigte im Wesentlichen ihre bis-

herigen Aussagen (Prot. II S. 14 ff.). 

3. Die Verteidigung führte im Rahmen der Berufungsverhandlung unter ande-

rem aus, die Beschuldigte habe nicht (eventual-)vorsätzlich gehandelt, sondern es 

liege ein Fall von fahrlässiger Körperverletzung im Sinne von Art. 125 StGB vor. 

Da es sich bei diesem Straftatbestand um ein Antragsdelikt handle und vorliegend 

kein gültiger Strafantrag gestellt worden sei, sei das Verfahren einzustellen 

(Urk. 76 S. 23 - 25). Auf diese Frage wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung 

zurückzukommen sein (vgl. hinten Ziffer IV./6.).  

4. Nachdem der angeklagte Sachverhalt auch im zweitinstanzlichen Verfah-

ren in wesentlichen Punkten nicht eingestanden wurde, ist im Folgenden noch-

mals zu prüfen, inwiefern sich die insoweit umstrittenen Vorwürfe der Anklage der 

Beschuldigten gestützt auf die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung in 

Berücksichtigung der im Recht liegenden Beweismittel rechtsgenügend nachwei-

sen lassen. 

4.1 Die Vorinstanz hat im Rahmen der Beurteilung des Sachverhaltes die vor-

liegend massgeblichen Beweismittel korrekt aufgeführt und diese in ihrer Urteils-

begründung ausführlich rezitiert. Ferner wurden auch die allgemeinen Grundsätze 

der Beweiswürdigung vollständig wiedergegeben (Urk. 49 S. 5 ff.). Es kann des-

halb auf diese Ausführungen in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO ohne Weite-

res verwiesen werden. 

4.2 Das angefochtene Urteil setzt sich sodann mit der Glaubwürdigkeit der Ver-

fahrensbeteiligten auseinander, wobei erwogen wird, dass jene der Beschuldigten 

und des Zeugen neutral zu qualifizieren sei, während die Privatklägerin glaubwür-

diger als die Beschuldigte wirke (Urk. 49 S. 20 f.). Entgegen diesen Ausführungen 

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kommt indessen bei näherer Betrachtung keiner der beiden Widersacherinnen ei-

ne höhere Glaubwürdigkeit zu. Wie den Aussagen der Verfahrensbeteiligten zu 

entnehmen ist, ist das Verhältnis zwischen der Beschuldigten und der Privatkläge-

rin zerrüttet und war bereits das gemeinsame Zusammenleben stark konfliktbe-

haftet (Urk. 2/1 S. 4; Urk. 2/3 S. 4; Urk. 3/3 S. 7; Urk. 3/4 S. 4 f.; Urk. 4/1 S. 5 f.; 

Urk. 4/2 S. 8 f.). Dem Zeugen C._____ – Vater der Privatklägerin und Ehemann 

der Beschuldigten – zufolge haben sich die beiden gegenseitig gar "wie Müll" be-

handelt (Urk. 4/2 S. 9). Vor dem Hintergrund dieser stark zerrütteten Beziehung, 

welche an ein feindschaftliches Verhältnis grenzt, ist mithin die Glaubwürdigkeit 

der Privatklägerin nicht höher einzustufen als jene der Beschuldigten, auch wenn 

Erstere im Verfahren keine finanziellen Ansprüche geltend macht. Ohnehin ist bei 

der Würdigung des Sachverhaltes aber nicht primär auf die allgemeine Glaubwür-

digkeit einer Person abzustellen, sondern vielmehr auf den konkreten Inhalt der 

im Verfahren zu Protokoll gegebenen Aussagen, worauf nachfolgend im Rahmen 

der Erstellung der einzelnen umstrittenen Vorkommnisse näher einzugehen ist.  

4.3 In diesem Zusammenhang ist zunächst strittig, auf welche Weise die Ver-

brühungen der Beschuldigten entstanden sind. Wie bereits die Vorinstanz diesbe-

züglich zutreffend ausgeführt hat, machte die Beschuldigte in der Untersuchung 

und im vorinstanzlichen Verfahren durchgehend geltend, die Privatklägerin habe 

sie gezielt verbrüht, indem sie das heisse Wasser über ihren Arm geleert habe 

(vgl. Urk. 49 S. 22 mit Hinweisen). Die Privatklägerin führte indes dazu aus, sie 

habe den Wasserkocher in den Gang geworfen und die Beschuldigte nicht mit 

Wasser übergossen. Dem Zeugen zufolge hat sich demgegenüber keine der vor-

stehenden Versionen so zugetragen. Vielmehr sei die Privatklägerin mit dem 

Wasserkocher an ihm vorbeigegangen, wobei dieser zu Boden gefallen sei (Urk. 

4/1 S. 2; Urk. 4/2 S. 4). Gemäss dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

vom 21. April 2022 sprechen die durch die thermische Gewalteinwirkung verur-

sachten Verbrühungen bei der Beschuldigten aufgrund der fehlenden Ablaufspu-

ren und der teils landkartenartigen Konfiguration aus rechtsmedizinischer Sicht 

gegen ein Übergiessen von heisser Flüssigkeit und für ein Spritzen heisser Flüs-

sigkeit auf Arm und Bauch (Urk. 6/5 S. 5). Dementsprechend ist der Darstellung 

der Beschuldigten, wonach sie von der Privatklägerin absichtlich mit heissem 

- 13 - 

Wasser übergossen worden sei, nicht zu folgen. Ebenso wenig ist indessen auf 

die Sachverhaltsdarstellung des Zeugen abzustellen, da auch dessen Aussagen 

insofern wenig glaubhaft sind und eine starke Tendenz zur Relativierung des Vor-

falles aufweisen, nachdem sich seine Tochter diesbezüglich ebenfalls mit einem 

Strafverfahren konfrontiert sah. So gab er etwa anlässlich der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme zu Protokoll, das Wasser sei höchstens lauwarm gewesen, 

weshalb er sich die Verbrühungen nicht erklären könne (Urk. 4/2 S. 13), was vor 

dem Hintergrund der rechtsmedizinisch dokumentierten Verbrennungen mit stel-

lenweiser Blasenbildung (Urk. 6/2 S. 5) nicht nachvollziehbar erscheint. Die Pri-

vatklägerin sagte jedenfalls konstant aus, sie habe die Türe geöffnet und den mit 

Wasser gefüllten Wasserkocher in den Gang geworfen (Urk. 3/1 S. 1; Urk. 3/3 

S. 10; Urk. 3/4 S. 6). Dieser geschilderte Wurf des Wasserkochers lässt sich ent-

gegen der Verteidigung zwanglos mit dem Verletzungsbild der Beschuldigten und 

den diesbezüglichen gutachterlichen Feststellungen in Einklang bringen. Auch 

wenn die Privatklägerin im Vorverfahren erklärte, sie habe den Wasserkocher 

ziellos bzw. zumindest nicht in der Absicht eines Treffers der Beschuldigten in den 

Gang geworfen (Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/3 S. 10; Urk. 3/4 S. 6 f.), so war der Wurf der 

allgemeinen Lebenserfahrung folgend aber doch geeignet, jemanden entspre-

chend zu verletzen. Es ist daher auch nicht ausgeschlossen, dass die Beschuldig-

te den Wurf mit dem Wasserkocher als eine gegen sie gerichtete Handlung wahr-

nahm. Nach dem Gesagten ist mithin zusammenfassend erstellt, dass der unkon-

trollierte Wurf des Wasserkochers mit dem heissen Wasser in den Gang für die 

Verbrühungen ursächlich war und die Beschuldigte diese Aktion auf sich bezog. 

4.4 Die Beschuldigte bestreitet sodann betreffend den weiteren Verlauf der Aus-

einandersetzung, das Messer nach dem Einstechen auf die Zimmertüre im 

Schlafzimmer wieder gerade gebogen zu haben (Urk. 2/5 S. 5; Prot. I S. 19 f.; vgl. 

auch Urk. 2/1 S. 4), ebenso wenig, dass es stark verbogen war. Anlässlich der 

Berufungsverhandlung erklärte sie dazu erneut, mit dem Messer ohne Unterbruch 

auf die Türe eingestochen zu haben, bevor sich diese plötzlich geöffnet habe 

(Prot. II S. 16 + 18). Es ist diesbezüglich mit der Vorinstanz darin einherzugehen, 

dass sich nicht erstellen lässt, dass die Beschuldigte das Messer entsprechend 

der Anklageschrift wieder gerade gebogen hat, ehe sie ins Zimmer der Privatklä-

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gerin gelangte, wobei dazu auf die zutreffenden Ausführungen im erstinstanzli-

chen Urteil verwiesen werden kann (Urk. 49 S. 22 f.). Es ist indessen nicht von 

entscheidender Bedeutung, ob die Beschuldigte das Messer nach dem Einste-

chen auf die Türe tatsächlich wieder gerade gebogen hat oder ob sie mit verbo-

genem Messer die erneute Konfrontation mit der Privatklägerin suchte, da das 

Gefährdungspotential des Messers in beiden Varianten ähnlich gross ist.  

4.5 Die Privatklägerin erlitt gemäss den ärztlichen Berichten vom 20. März 2022 

(Urk. 7/6; Urk. 7/7) und dem rechtsmedizinischen Gutachten vom 21. April 2022 

(Urk. 7/11) eine V-förmige, 1.5 cm messende Schnittverletzung am Kopf über 

dem linken Scheitelbein sowie eine ca. 3 cm lange, tangentiale Stichverletzung an 

der linken Schulter mit einer darunterliegenden blutenden, angeschnittenen Mus-

kulatur, was einer sofortigen operativen Behandlung bedurfte. Wie vorstehend 

ausgeführt, macht die Beschuldigte betreffend die Zufügung dieser Stich- resp. 

Schnittverletzungen eine Erinnerungslücke geltend, ohne konkret in Abrede zu 

stellen, dass diese von ihr verursacht worden sind (vgl. Urk. 2/1 S. 6; Urk. 2/2 

S. 3; Prot. I S. 15; Prot. II S. 17). Gemäss dem erwähnten Gutachten vom 

21. April 2022 kann die Schnitt-/Stichverletzung am Kopf respektive an der Schul-

ter denn auch durchaus aufgrund eines von oben nach unten geführten Messer-

einsatzes entstanden sein (Urk. 7/11 S. 10), so dass die diesbezüglichen Aussa-

gen der Privatklägerin, welche eindeutig eine Täterschaft der Beschuldigten be-

schreiben (vgl. Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/3 S. 4), mit den gutachterlichen Feststellun-

gen ohne Weiteres kongruent erscheinen. Mithin ist anklagegemäss davon aus-

zugehen, dass die Beschuldigte nach dem Eindringen in das Zimmer der Privat-

klägerin mit erhobenem Messer in der rechten Faust, aus welcher kleinfingerseitig 

die Klinge ragte, auf die Privatklägerin zuging und von oben herab auf diese ein-

stach, wodurch die Privatklägerin die vorstehend genannten Stich- 

bzw. Schnittverletzungen erlitt. Wenn die Verteidigung in diesem Zusammenhang 

geltend macht, dieser Stich könne jedenfalls nicht besonders intensiv gewesen 

sein, da ansonsten schlimmere Verletzungen resultiert hätten (Urk. 27 S. 13 f.; 

Urk. 76 S. 16 f.), so übersieht sie, dass die Privatklägerin glaubhaft schilderte, wie 

sie damals spontan ihre Arme zur Verteidigung erhoben hat (Urk. 3/3 S. 4), so 

dass es durchaus plausibel erscheint, dass die konsequent geführte Stichbewe-

- 15 - 

gung aufgrund der Abwehrhaltung abgefedert bzw. in Richtung der Schulter abge-

lenkt wurde, wo das Messer dann mit geringerer Intensität auftraf. 

4.6 Fraglich ist indes, ob mit der Vorinstanz auch rechtsgenügend davon ausge-

gangen werden kann, dass die Beschuldigte in der Folge anklagegemäss ver-

sucht hat, ein zweites Mal gezielt auf die Privatklägerin einzustechen (vgl. Urk. 49 

S. 25 f.). Die Anklage stützt sich mit Bezug auf diese Sequenz einzig auf die Aus-

sagen der Privatklägerin. Diese gab zu Beginn der Einvernahme in freier Schilde-

rung konstant zu Protokoll, die Beschuldigte habe später nochmals versucht, auf 

sie einzustechen (Urk. 3/1 S. 2: "Nach diesen zwei Mal wollte sie mich noch mehr 

stechen."; Urk. 3/3 S. 4: "Dann ging sie von mir weg, also das Messer ging von 

mir weg, und sie wollte dann nochmals zustechen, ich sah das Messer vor mir."). 

Dieser anfänglich geschilderte Stichversuch erweist sich als glaubhaft, erscheint 

indessen nicht besonders zielgerichtet. Erst auf weitere diesbezügliche Fragen 

erklärte die Privatklägerin in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme schliess-

lich detaillierter, die Beschuldigte habe bereits mit der Ausführung des weiteren 

Stichs gegen den Brustbereich begonnen und sei vom Ehemann bzw. Vater dann 

daran gehindert worden (Urk. 3/3 S. 6). Es manifestiert sich daher der Eindruck, 

dass sich die Privatklägerin insofern zu einer Aggravation der Geschehnisse hin-

reissen liess, zumal sie im Getümmel wohl kaum näher zu erkennen vermochte, 

wohin der Stichversuch konkret hätte gehen können. Mit den Aussagen des Zeu-

gen, wonach er unmittelbar (ca. eine Sekunde) nach der Beschuldigten und dem 

erstmaligen Zustechen das Zimmer betreten und die Beschuldigte weggerissen 

und zu Boden gedrückt habe, ohne gesehen zu haben, wie die Beschuldigte (er-

neut) zugestochen habe (vgl. Urk. 4/1 S. 4; Urk. 4/2 S. 7), lässt sich diese Schil-

derung, welche Eingang in den angeklagten Sachverhalt fand, denn auch nicht 

zwanglos in Einklang bringen, zumal dieser ein zweites explizites Zustechen der 

Beschuldigten mit erhobener Hand (in Richtung des Brustbereichs unterhalb des 

Halsansatzes der Privatklägerin) prinzipiell hätte wahrnehmen müssen, wenn er 

unmittelbar nach dieser das Zimmer betreten hat. Mit Blick auf das dynamische 

Tatgeschehen ist mithin davon auszugehen, dass die Beschuldigte nach dem ers-

ten Messerstich die Hand zwar nochmals in blinder Wut für einen erneuten (un-

kontrollierten) Angriff angehoben hat, ohne dass indessen als hinreichend klar er-

- 16 - 

stellt angesehen werden könnte, dass sie nach dem ersten Stich bzw. Schnitt er-

neut versuchte, gezielt von oben herab auf die Privatklägerin in Richtung Brustbe-

reich einzustechen. 

4.7 Der objektive Sachverhalt der Anklage ist nach dem Gesagten mit den vor-

stehend erwähnten Einschränkungen als erwiesen zu erachten.  

4.8 In subjektiver Hinsicht führte die Beschuldigte im vor- und erstinstanzlichen 

Verfahren aus, sie sei aufgrund der erlittenen Verbrühungen wütend geworden 

und diese Wut habe sich im weiteren Verlauf gesteigert. Sie sei in blinder Wut 

gewesen, als sie das Zimmer der Privatklägerin betreten und auf sie eingestochen 

habe (Urk. 2/1 S. 3 + 6; Urk. 2/2 S. 3; Urk. 2/5 S. 5; Prot. I S. 13 ff.). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung erklärte die Beschuldigte ebenfalls, sie sei ausser sich 

gewesen und habe die Kontrolle verloren, als wäre sie besessen gewesen 

(Prot. II S. 17). Auch der Zeuge berichtete im Untersuchungsverfahren, die Be-

schuldigte sei zum Tatzeitpunkt stark emotional aufgerüttelt und wütend gewesen 

(Urk. 4/2 S. 9). Vor diesem Hintergrund ist in tatsächlicher Hinsicht festzustellen, 

dass die Beschuldigte infolge der Verbrühungen derart in Rage geraten ist, dass 

sie erst unkontrolliert auf die Türe einstach, ehe sie mit dem hocherhobenen Mes-

ser auf die Privatklägerin einstach und dann erneut versuchte, auf sie loszugehen. 

Inwiefern dieser Ablauf eine Inkaufnahme einer schweren Körperverletzung bein-

haltete, wird im Rahmen der nachfolgenden rechtlichen Würdigung des Sachver-

halts näher zu prüfen sein (vgl. hinten E. IV./3. ff.). 

IV.  Rechtliche Würdigung 

1. Vorweg kann im Rahmen der rechtlichen Würdigung auf die allseits zutref-

fenden theoretischen Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil betreffend den ob-

jektiven und subjektiven Tatbestand der schweren Körperverletzung sowie die 

Rechtsfigur der versuchten Tatbegehung bei nicht eingetretenem Erfolg verwie-

sen werden (vgl. Urk. 49 S. 27 ff.). 

- 17 - 

2. Für die Privatklägerin bestand gemäss dem rechtsmedizinischen Gutachten 

vom 21. April 2022 aufgrund der erlittenen Schnitt- bzw. Stichverletzungen am 

Kopf bzw. an der Schulter zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Lebensgefahr 

(Urk. 7/11 S. 10). Bleibende körperliche Schäden sind aufgrund der Aktenlage 

ebenfalls nicht zu erwarten. Die Beschuldigte hat den objektiven Tatbestand der 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB folglich nicht vollumfäng-

lich erfüllt. Wie indessen bereits die Vorinstanz mit zutreffender Begründung fest-

gehalten hat (vgl. Urk. 49 S. 29), war bereits der erste inkriminierte Messerstich 

ohne Weiteres geeignet, weitergehende lebensgefährliche Verletzungen am Kopf 

bzw. an der Schulter zu verursachen, da sich in diesen Bereichen grosse Blutge-

fässe wie die Schläfen- oder Halsschlagader und lebenswichtige Organe wie das 

Gehirn befinden (vgl. Urk. 7/11 S. 10). Dass die Beschuldigte mit diesem ausge-

führten Stich den entscheidenden Schritt in das Verbrechen, von dem es kein Zu-

rück mehr gab, bereits getätigt hat, bedarf schliesslich keiner weiteren Erörterung, 

so dass zumindest das Versuchsstadium der Tat erreicht wurde. 

3. In subjektiver Hinsicht ist zu prüfen, inwiefern die Beschuldigte aufgrund ih-

res Vorgehens auch ernsthaft mit solchen lebensgefährlichen Folgen rechnen 

musste und sie damit den Erfolg einer schweren Körperverletzung in Kauf nahm.  

3.1 Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt. Eventualvorsätzlich handelt, wer die Verwirklichung der Tat 

für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach ständiger Recht-

sprechung ist Eventualvorsatz bereits dann gegeben, wenn der Täter mit der Tat-

bestandsverwirklichung rechnet, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den 

Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch un-

erwünscht sein (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 222 E. 5.3 je 

mit Hinweisen). Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahr-

lässigkeit kann im Einzelfall schwierig sein. Sowohl der eventualvorsätzlich als 

auch der bewusst fahrlässig handelnde Täter weiss um die Möglichkeit des Er-

folgseintritts bzw. um das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der 

Wissensseite stimmen somit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbe-

stands überein. Unterschiede bestehen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst 

- 18 - 

fahrlässig handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, 

dass der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, das Risiko 

der Tatbestandserfüllung sich mithin nicht verwirklichen werde. Demgegenüber 

nimmt der eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt des als möglich er-

kannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg 

dergestalt in Kauf nimmt, will ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erforder-

lich ist, dass er den Erfolg billigt (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 133 IV 9 E. 4.1; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_899/2021 vom 26. Januar 2023 E. 3.5.2). Ob der Täter 

die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, muss das Gericht bei Feh-

len eines Geständnisses der beschuldigten Person aufgrund der gesamten Tat-

umstände entscheiden. Dazu gehören insbesondere die Grösse des dem Täter 

bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfalts-

pflichtverletzung, die Beweggründe und die Art der Tathandlung. Je grösser die 

Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die potenti-

elle Rechtsgutsverletzung wiegt, umso näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter 

habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Das Gericht darf vom 

Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt 

des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge 

hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt wer-

den kann (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 135 IV 12, E. 2.3.2; 134 IV 26, E. 3.2.2; 133 

IV 9, E. 4.1). Solche Umstände liegen unter anderem vor, wenn der Täter das ihm 

bekannte Risiko nicht kalkulieren bzw. dosieren kann und das Opfer keine Ab-

wehrchancen hat (BGE 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 1 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 

6B_453/2023 vom 6. September 2023 E. 1.4.3). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung kann bei Messerstichen je nach Körperregion gar eine tödliche 

Gefahr mit Eventualvorsatz auf Tötung gegeben sein (Urteile des Bundesgerichts 

6B_759/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 1.3.2; 6B_774/2020 vom 28. Juli 2021 

E. 2.5 und 6B_475/2012 vom 27. November 2012 E. 4.2). 

3.2 Wie die Sachverhaltserstellung ergeben hat, betrat die Beschuldigte das 

Zimmer der Privatklägerin und ging unvermittelt auf diese los. Anschliessend füg-

te sie der Privatklägerin einen von oben herab geführten Stich zu, welcher die 

vorstehend genannten Schnitt- bzw. Stichverletzungen am Kopf resp. an der 

- 19 - 

Schulter verursachte (vgl. vorne Ziffer III./3.5.). Als Allgemeinwissen ist ihr dabei 

anzurechnen, dass ein Messerstich in den Kopf- und Halsbereich einer Person 

schwerste oder gar tödliche Verletzungen zur Folge haben kann. Es steht deshalb 

ausser Frage, dass die Beschuldigte grundsätzlich um die möglichen gravieren-

den Folgen ihres Vorgehens wusste.  

3.3 Die Verteidigung macht nun geltend, die Beschuldigte habe in ihrer blinden 

Wut in Bezug auf Art. 122 StGB nicht tatbestandsmässig gehandelt, denn sie ha-

be ihr Wissen bezüglich des Verletzungsrisikos bei einem Messerstich aufgrund 

dieser Wut nicht abrufen und somit keinen entsprechenden Willen bilden können. 

Dementsprechend liege kein (eventual-)vorsätzliches Handeln vor, sondern Fahr-

lässigkeit in pflichtwidriger Unbedachtheit der Konsequenzen (vgl. Urk. 27 S. 18; 

Urk. 76 S. 21 ff.). Entgegen der Vorinstanz (Urk. 49 S. 23 + 31) ist zwar – wie vor-

stehend ausgeführt – erstellt, dass die Beschuldigte ob ihrer Verbrühungen derart 

in Rage geriet, dass sie erst unkontrolliert auf die Türe einstach, ehe sie das 

Zimmer betrat und mit dem hocherhobenen Messer in der Faust auf die Privatklä-

gerin von oben herab einstach (vgl. vorne Ziffer III./4.8.). Diese Wut vermag indes 

nichts am Umstand zu ändern, dass die Beschuldigte über das Risiko einer 

schweren Körperverletzung bei einem Messerstich in die Kopfregion Bescheid 

wusste und in diesem Bewusstsein trotzdem handelte. Der gesamte Tatablauf mit 

dem zielgerichteten Vorgehen lässt jedenfalls keine Hinweise erkennen, dass die 

Beschuldigte aufgrund ihrer Rage derart die Kontrolle über sich verlor, dass ihre 

Einsichts- und Steuerungsfähigkeit im Sinne eines Schuldausschlussgrundes tan-

giert gewesen wäre (vgl. auch nachstehend Ziffer 4.). Es bleibt mithin dabei, dass 

der Beschuldigten das hohe Risiko einer schweren Körperverletzung aufgrund 

des dynamischen und unkontrollierten Ablaufs des tätlichen Konflikts bewusst 

war, so dass es auch aus ihrer Sicht lediglich vom Zufall abhing, ob lebenswichti-

ge Strukturen der Privatklägerin verletzt wurden. Es kann auch der Argumentation 

der Verteidigung nicht gefolgt werden, wonach die Beschuldigte für die Inkauf-

nahme einer schweren Körperverletzung ein anderes Vorgehen hinsichtlich der 

Intensität und Positionierung des Messerstichs hätte wählen müssen (Urk. 76 

S. 21), denn die Beschuldigte stach in ihrer Wut unkontrolliert auf die Privatkläge-

rin ein, ohne dass Anhaltspunkte für eine kalkulierte Dosierung oder Platzierung 

- 20 - 

des Messerstichs bestehen. Vielmehr ist aufgrund der spontan zur Abwehr erho-

benen Hände der Privatklägerin davon auszugehen, dass die Intensität und der 

Verlauf des Messerstichs reduziert bzw. abgelenkt wurden, weshalb keine 

schwerwiegenderen Verletzungen resultierten (vgl. vorne Ziffer III./4.5.). Entgegen 

der Verteidigung ist bei diesem Sachverhalt ausgeschlossen, dass die Beschul-

digte in pflichtwidriger Unvorsichtigkeit darauf vertraute, dass sich das Risiko ei-

ner lebensgefährlichen Schädigung nicht realisieren werde, zumal keine Anhalts-

punkte vorgebracht wurden, welche ihr Vertrauen auf das Ausbleiben des Erfol-

ges nachvollziehbar erscheinen lassen könnten (vgl. Urk. 76 S. 20 ff.). Die Be-

schuldigte beteuerte zwar auch an der Berufungsverhandlung, sie habe nicht die 

Absicht gehabt, die Privatklägerin zu verletzen oder zu töten (vgl. Urk. 2/1 S. 6 f.; 

Urk. 2/2 S. 3; Urk. 2/5 S. 6; Prot. II S. 17), was einen direkten Vorsatz ausser Be-

tracht fallen lässt. Die Beschuldigte musste bei der gegebenen Sachlage jedoch 

zumindest ernsthaft damit rechnen, dass ihr unkontrolliertes Zustechen gegen 

den Kopfbereich der Privatklägerin schwere Verletzungen nach sich ziehen könn-

te. Sie handelte demzufolge eventualvorsätzlich und damit auch in subjektiver 

Hinsicht tatbestandsmässig. 

4. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich und 

wurden auch nicht geltend gemacht. Soweit die Beschuldigte anlässlich der Beru-

fungsverhandlung erneut ausführte, sie sei damals ausser sich gewesen und ha-

be nicht gewusst, was sie tue (Prot. II S. 17), ist an dieser Stelle nochmals festzu-

halten, dass keine Hinweise dafür bestehen, dass die Einsichts- und Steuerungs-

fähigkeit der Beschuldigten im Tatzeitpunkt beeinträchtigt oder gar aufgehoben 

gewesen wäre, zumal nicht jede Herabsetzung der Fähigkeit, sich zu beherr-

schen, für die Annahme einer verminderten Schuldfähigkeit genügt (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1029/2019 vom 10. Februar 2019, E. 1.3.1). Eine besondere 

Gemütsverfassung ist unter diesen Umständen höchstens im Rahmen der Straf-

zumessung zu berücksichtigen, worauf noch zurückzukommen sein wird (vgl. hin-

ten Ziffer V./2.2.).  

- 21 - 

5. Die Beschuldigte ist mithin auch in zweiter Instanz der versuchten schwe-

ren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

6. Da es sich bei der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

um ein Offizialdelikt handelt, erübrigt sich die Prüfung, ob – wie von der Verteidi-

gung für den Fall einer fahrlässigen Körperverletzung geltend gemacht (vgl. vorne 

Ziffer III./3.) – ein gültiger Strafantrag der Privatklägerin vorliegt.  

V.  Strafe 

1. Einleitung 

1.1. Die Vorinstanz hat die rechtstheoretischen Grundlagen der Strafzumessung 

grundsätzlich umfassend und korrekt wiedergegeben, wobei die objektiven und 

subjektiven Komponenten des Verschuldens teilweise miteinander vermengt wer-

den (Urk. 49 S. 35), ohne dass sich diese Vermengung indessen in irgendeiner 

Weise auf die konkrete Strafenbildung ausgewirkt hätte. Es kann mit dieser Er-

gänzung mithin auf die entsprechenden Erwägungen im erstinstanzlichen Urteil 

verwiesen werden (vgl. Urk. 49 S. 32 ff.). 

1.2. Obwohl seit dem erstinstanzlichen Urteil der Strafrahmen des Tatbestands 

der schweren Körperverletzung im Zuge der jüngsten Revision des Sanktionen-

rechts am 1. Juli 2023 verschärft worden ist, bleibt es aufgrund des Grundsatzes 

der "lex mitior" vorliegend beim vorinstanzlich festgesetzten (milderen) Strafrah-

men von 6 Monaten bis 10 Jahren Freiheitsstrafe. 

2. Tatkomponente 

2.1. Betreffend die objektive Tatschwere wird im angefochtenen Entscheid zu 

Recht darauf hingewiesen, dass das Vorgehen der Beschuldigten mittels unkon-

trollierten Stichen auf den Kopf- bzw. Halsbereich geeignet war, auch innerhalb 

des Tatbestandes von Art. 122 StGB eine relativ schwere Verletzung zu bewirken 

und ihr Handeln dementsprechend von einer Gefährlichkeit zeugt, welche es nicht 

- 22 - 

mehr erlaubt, die Strafe im untersten Segment des zur Verfügung stehenden 

Strafrahmens festzusetzen. Hinzu kommt das kompromisslose und zielgerichtete 

Vorgehen gegen ein wehrloses, minderjähriges Opfer im gleichen Haushalt, was 

für dieses zusätzlich traumatisierend gewesen sein muss. Immerhin war die Tat 

nicht von langer Hand geplant, sondern ergab sich spontan im Rahmen eines 

Streites mit der Stieftochter, welche zuvor das ihre zur Auseinandersetzung bei-

getragen hatte. Wenn die Vorinstanz vor diesem Hintergrund das objektive Tat-

verschulden im mittleren Bereich ansiedelt, so ist dies nicht zu beanstanden.  

2.2. In subjektiver Hinsicht hat die Vorinstanz richtig gesehen, dass der Beschul-

digten lediglich ein eventualvorsätzliches Verhalten vorgeworfen werden kann, 

welches allerdings nicht weit vom direkten Vorsatz entfernt liegt und durchaus 

Elemente einer Rachehandlung beinhaltet, weshalb sich dieser Aspekt nicht allzu 

stark strafmindernd auswirken kann. Allerdings ist im Einklang mit dem angefoch-

tenen Urteil auch festzuhalten, dass der Streit vor dem Hintergrund eines länge-

ren belasteten Verhältnisses mit beiderseitigen Provokationen eskalierte. Hinzu 

kommt, dass es in der konkreten Situation aufgrund des unkontrollierten Wurfes 

des Wasserkochers auf Seiten der Beschuldigten zu zwei schmerzhaften Verbrü-

hungen kam, was die heftige Rage der Beschuldigten zumindest ein Stück weit 

nachvollziehbar – wenn auch nicht entschuldbar – erscheinen lässt, zumal die 

Beschuldigte durch ihr Beharren auf der Rückgabe des Wasserkochers, um Tee 

zuzubereiten, zur Eskalation beigetragen hat. Die Beschuldigte befand sich aber 

jedenfalls zum Tatzeitpunkt in einem Zustand grosser Bestürzung, was strafmin-

dernd in Anschlag zu bringen ist. Die objektive Tatschwere wird durch die ge-

nannten Aspekte mithin massgeblich relativiert, so dass im Endeffekt von einem 

keineswegs mehr leichten Verschulden auszugehen ist, was indessen in der Ge-

samtbetrachtung nichtsdestotrotz eine Freiheitsstrafe im Bereich von 36 Monaten 

nach sich zieht, wogegen sich beim vorinstanzlich festgesetzten mittleren Ver-

schulden gar noch eine bedeutend schärfere Sanktion aufgedrängt hätte. 

2.3. Entgegen der Vorinstanz kann sodann die Tatsache, dass es im vorliegen-

den Fall lediglich beim Versuch der schweren Körperverletzung geblieben ist, 

nicht einfach unberücksichtigt bleiben, da der Strafmilderungsgrund des Versu-

- 23 - 

ches innerhalb des massgebenden Strafrahmens zumindest strafmindernd zu be-

rücksichtigen ist (BGE 121 IV 49 E. 1.). Der Umstand, dass die aus dem Vorfall 

resultierende einfache Körperverletzung durchaus erheblich war und eine soforti-

ge Operation bedingte und es letztlich vorwiegend dem Zufall zu verdanken ist, 

dass nicht noch Schlimmeres passierte, hat sich indessen im Rahmen der Straf-

minderung dergestalt auszuwirken, dass die Reduktion relativ gering im Umfang 

von lediglich rund 10 Prozent auszufallen hat. 

2.4. Es ist demgemäss nach Beurteilung der Tatkomponenten in casu eine Frei-

heitsstrafe in der Höhe von 32 Monaten festzusetzen. 

3. Täterkomponente 

3.1. Die Vorinstanz hat sich zur Täterkomponente geäussert und dabei vorweg 

zu den persönlichen Verhältnissen zusammenfassend festgehalten, dass die Be-

schuldigte in Brasilien aufwuchs und dort zunächst im Telemarketingbereich ar-

beitete, bevor sie dann im Jahr 2014 in die Schweiz zu ihrem zukünftigen Ehe-

mann kam, welchen sie im darauffolgenden Jahr heiratete (Urk. 49 S. 36). Ergän-

zend ist festzuhalten, dass sie hier zunächst alleine mit ihrem Ehemann in 

E._____ lebte, bevor im Jahr 2020 auch ihre Stieftochter in den Haushalt einzog. 

In der Schweiz arbeitete die Beschuldigte temporär im Stundenlohn bei der La-

denkette "F._____" (zuletzt von Dezember 2021 bis Januar 2022; Urk. 2/5 S. 7). 

Im Zeitpunkt der Tat ging sie dagegen keiner Arbeitstätigkeit mehr nach und wur-

de finanziell von ihrem Ehemann unterstützt. Seit ihrer Haftentlassung am 

18. März 2023 haben sich ihre persönlichen Verhältnisse insofern verändert, als 

sie vom 5. Mai 2023 bis zum 11. Juli 2023 bei der Ladenkette "G._____" als Sales 

Assistentin erwerbstätig war und seit dem 4. Oktober 2023 als Barista im Stun-

denlohn im Café "H._____" arbeitet. Derzeit wohnt sie mit einer Kollegin in einer 

Wohngemeinschaft in I._____ und erhält vom Ehemann weiterhin finanzielle Un-

terstützung (Prot. II S. 11 + 13; Urk. 77/2-3; Urk. 76 S. 29; Urk. 53). 

3.2. Die Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf und anderweitige Straferhö-

hungsgründe sind ebenfalls nicht ersichtlich. Auf der anderen Seite konnte sie 

sich auch anlässlich der Berufungsverhandlung zu keinem klaren Geständnis 

- 24 - 

durchringen und zeigte dementsprechend auch weder Einsicht noch Reue, auch 

wenn sie den Vorfall als durchaus traumatisch empfand (vgl. Prot. II S. 16 f.; 

Prot. I S. 17). Eine Strafminderung aufgrund eines positiven Nachtatverhaltens 

fällt unter diesen Umständen nicht in Betracht.  

3.3. Die Täterkomponente wirkt sich nach dem Gesagten im Rahmen der Straf-

zumessung neutral aus, so dass es nach Würdigung sämtlicher Bemessungsfak-

toren bei einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten bleibt.  

4. Vollzug 

4.1. Aufgrund der für die Freiheitsstrafe festgelegten Strafhöhe von 32 Monaten 

kommt vorliegend gestützt auf Art. 43 Abs. 1 StGB die Ausfällung einer teil-

bedingten Strafe in Betracht. Auch beim teilbedingten Vollzug dürfen indes keine 

Gründe vorliegen, welche den bedingten Vollzug ausschliessen. Insbesondere 

muss eine begründete Aussicht auf Bewährung gegeben sein (TRECHSEL/PIETH, 

in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar StGB, 4. Aufl., N 2 zu Art. 43 StGB). 

Wenn und soweit die Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt, verlangt 

die Bestimmung, dass zumindest ein Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt 

wird. Umgekehrt gilt aber auch, dass bei einer schlechten Prognose selbst ein 

bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht mehr gerechtfertigt erscheint, denn wo 

keinerlei Aussicht besteht, der Täter werde sich in irgendeiner Weise durch den 

ganz oder teilweise gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen, muss die 

Strafe in voller Länge vollzogen werden (BGE 134 IV 1, E. 5.2.).  

4.2. Die Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf und ist während ihrer Zeit in der 

Schweiz auch ansonsten nicht negativ aufgefallen (vgl. Urk. 52). Als Ersttäterin, 

welche die zu vollziehende Strafe bereits verbüsst hat und daraus ihre Lehren 

gezogen haben dürfte, sind ihre aktuellen Bewährungsaussichten ohne Weiteres 

als intakt einzustufen. Der Beschuldigten ist demnach eine günstige Prognose zu 

stellen, was den teilbedingten Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe von 32 Mo-

naten ermöglicht.  

- 25 - 

4.3. Was den zu vollziehenden Teil der Strafe anbelangt, so kann der Beschul-

digten angesichts des keineswegs mehr leichten Verschuldens nicht mehr ein 

Vollzug im Bereich des Minimums von 6 Monaten gewährt werden. Vielmehr ist 

angesichts des gewalttätigen Vorgehens gegen ein minderjähriges Opfer die 

Festlegung eines unbedingt auszusprechenden Anteils von 10 Monaten ange-

zeigt, während der verbleibende Anteil von 22 Monaten aufzuschieben ist. Auf-

grund der insgesamt günstigen Prognose ist die Probezeit für den aufzuschieben-

den Anteil auf 2 Jahre festzusetzen. 

5. Fazit 

 Die Beschuldigte ist demzufolge in der Schlussbetrachtung mit einer teilbe-

dingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten zu bestrafen, welche im Umfang von 

22 Monaten aufzuschieben und im Umfang von 10 Monaten zu vollziehen ist, wo-

bei indessen der zu vollziehende Teil aufgrund der erlittenen Haft von 365 Tagen 

bereits vollumfänglich verbüsst ist.  

VI.  Landesverweisung 

1. Die Vorinstanz hat zu den rechtlichen Grundlagen der Landesverweisung 

das Nötige ausgeführt und sich insbesondere auch zu den Voraussetzungen ei-

nes möglichen Härtefalles geäussert (Urk. 49 S. 39 f.), worauf vorliegend ohne 

Weiteres verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend ist darauf hin-

zuweisen, dass von einem schweren persönlichen Härtefall in der Regel bei ei-

nem Eingriff von einer gewissen Tragweite in das in Art. 13 BV und Art. 8 EMRK 

verankerte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens des Ausländers 

auszugehen ist (Urteile des Bundesgerichts 6B_1294/2022 vom 8. August 2023 

E. 4.3.1; 6B_760/2022 vom 5. Juni 2023 E. 5.2.3; 6B_244/2021 vom 17. April 

2023 E. 6.3.3 und 6B_1412/2021 vom 9. Februar 2023 E. 2.2.3). Das Recht auf 

Achtung des Privat- und Familienlebens ist namentlich tangiert, wenn eine staatli-

che Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich ge-

lebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtig-

ten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres möglich bzw. zu-

- 26 - 

mutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu pflegen. Zum geschützten Fami-

lienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d. h. die Gemeinschaft der Ehegat-

ten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 144 I 266 E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; 139 I 

330 E. 2.1). Der Umstand, dass ein straffällig gewordener Ausländer in der 

Schweiz mit seinem Ehepartner und gemeinsamen Kindern in einer intakten fami-

liären Beziehung lebt, bildet jedoch kein absolutes Hindernis für eine Landesver-

weisung (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3; 135 II 377 E. 4.4). Auch im Falle einer geleb-

ten Ehe kann sich der Eingriff in das Recht auf Achtung des Privat- oder Familien-

lebens mithin als notwendig im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK erweisen (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_645/2023 vom 27. September 2023 E. 3.2.3 und 

6B_399/2021 vom 13. Juli 2022 E. 1.3.3; je mit Hinweisen). 

Wird ein schwerer persönlicher Härtefall bejaht, entscheidet sich die Frage der 

Landesverweisung anhand einer Interessenabwägung nach Massgabe der öffent-

lichen Interessen an der Ausweisung des Ausländers aus der Schweiz. Nach der 

gesetzlichen Systematik ist die obligatorische Landesverweisung insbesondere 

dann anzuordnen, wenn die Katalogtaten einen Schweregrad erreichen, welcher 

die Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicherheit als notwendig er-

scheinen lässt. Diese Beurteilung lässt sich strafrechtlich nur in der Weise vor-

nehmen, dass mass-gebend auf das Verschulden bei der Tatbegehung, die sich 

darin manifestierende Gefährlichkeit des Täters für die öffentliche Sicherheit und 

die Legalprognose abgestellt wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_1294/2022 

vom 8. August 2023 E. 4.3.3 und 6B_207/2022 vom 27. März 2023 E. 1.2.2; je mit 

Hinweisen). Im Rahmen der Gewährleistungen von Art. 8 Ziff. 1 EMRK hat sich 

die Interessenabwägung an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 

EMRK zu orientieren (BGE 145 IV 161 E. 3.4; Urteile des Bundesgerichts 

6B_1294/2022 vom 8. August 2023 E. 4.3.3; 6B_255/2021 vom 3. Oktober 2022 

E. 1.3.5 und 6B_1245/2021 vom 8. Juni 2022 E. 2.3.3). Gemäss der Rechtspre-

chung des EGMR sind bei der Interessenabwägung im Rahmen von Art. 8 EMRK 

insbesondere die Art und Schwere der Straftat, die Dauer des Aufenthalts im Auf-

nahmestaat, die seit der Tat verstrichene Zeit und das Verhalten des Betroffenen 

in dieser Zeit sowie der Umfang der sozialen, kulturellen und familiären Bindun-

gen im Aufnahme- bzw. im Heimatstaat zu berücksichtigen (BGE 146 IV 105 

- 27 - 

E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_645/2023 vom 27. September 2023 

E. 3.2.4 und 6B_207/2022 vom 27. März 2023 E. 1.2.4; je mit weiteren Hinweisen 

auf Urteile des EGMR). 

2. Die Beschuldigte hat als brasilianische Staatsangehörige ihr Bleiberecht in 

der Schweiz aufgrund ihrer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB 

grundsätzlich verwirkt. 

2.1. Ein Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB ist im Einklang mit dem 

erstinstanzlichen Urteil nicht gegeben (Urk. 49 S. 40 f.). So reiste die Beschuldigte 

erst vor rund neun Jahren zwecks Heirat mit ihrem Ehemann in die Schweiz ein, 

von welchem sie allerdings bereits wieder getrennt lebt. Während sich die Be-

schuldigte und ihr Ehemann im bisherigen Verfahren für eine Scheidung ausspra-

chen (Prot. I S. 9; Urk. 4/2 S. 15), erklärte die Beschuldigte im Berufungsverfah-

ren, sie hätten nach ihrer Haftentlassung wieder zusammengefunden und beab-

sichtigten, wieder zusammenzuziehen, sobald die Privatklägerin volljährig sei 

(Prot. II S. 11 - 13). Anlässlich der Berufungsverhandlung reichte die Verteidigung 

diesbezüglich ein vom 2. Oktober 2023 datiertes Schreiben des Ehemannes ein, 

wonach er die Wiederaufnahme der Beziehung und Fortführung der Ehe bestätig-

te (vgl. Urk. 77/1). Hierbei fällt allerdings auf, dass es sich mit Blick auf ebenfalls 

zu den Akten gereichte Schreiben (Urk. 77/4 - 10) auch diesbezüglich um ein vor-

formuliertes Schreiben handeln dürfte, welches der Ehemann lediglich noch zu 

unterschreiben hatte, so dass an dessen echtem Ehewillen Restzweifel verblei-

ben. Der Berufungsverhandlung blieb der Ehemann der Beschuldigten denn auch 

fern (vgl. Prot. II S. 1 + 10). In Anbetracht dessen ist sehr fraglich, ob vorliegend 

der Schutzbereich von Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK in genügendem Mass tan-

giert ist. Abgesehen davon gilt es aber ohnehin zu beachten, dass die Beschuldig-

te und ihr Ehemann bereits in der Vergangenheit teilweise eine Fernbeziehung 

pflegten, als die Beschuldigte noch in Brasilien lebte (vgl. Urk. 2/5 S. 9 f.; Prot. I 

S. 8). Es wäre den Eheleuten vor diesem Hintergrund zumutbar, ihre allfällig wie-

deraufgelebte Beziehung temporär grenzüberschreitend mittels regelmässiger 

Besuche des Ehemannes und der modernen Kommunikationsmittel aufrechtzuer-

halten.  

- 28 - 

Was im Übrigen die Zumutbarkeit der Rückkehr der Beschuldigten nach Brasilien 

anbelangt, so verbrachte diese den überwiegenden Teil ihres bisherigen Lebens 

und insbesondere auch die prägenden Kinder- und Jugendjahre in Brasilien, wo 

heute noch ihre Verwandtschaft lebt. Besonders intensive, über eine normale In-

tegration hinausgehende private Beziehungen gesellschaftlicher Natur in der 

Schweiz sind dagegen nicht ersichtlich. In beruflicher Hinsicht war die Beschuldig-

te im Tatzeitpunkt arbeitslos (Urk. 2/5 S. 7) und hat seither lediglich temporäre 

Anstellungen versehen (vgl. vorne Ziffer IV./3.1.). Demgegenüber ist ohne Weite-

res davon auszugehen, dass sie ihre bisherigen Berufserfahrungen in der Tele-

marketing- und Kleiderbranche sowie in der Gastronomie in Brasilien weiterhin 

erwerbsträchtig einsetzen kann, womit einer Resozialisierung in ihrem Heimatland 

nichts im Wege steht.  

2.2. Selbst wenn aber bei einer Gesamtbetrachtung dieser Kriterien ein persön-

licher Härtefall noch knapp bejaht würde, wäre die Beschuldigte aufgrund des 

überwiegenden öffentlichen Interesses aus dem Gebiet der Schweiz zu verwei-

sen. Sie beging mit der eventualvorsätzlich versuchten schweren Körperverlet-

zung ein schwerwiegendes Delikt gegen die körperliche Integrität, welches ein 

keinesfalls mehr leichtes Verschulden beinhaltet. Ins Gewicht fällt diesbezüglich 

insbesondere, dass die Beschuldigte mit dem Küchenmesser mit einer Klingen-

länge von ca. 8 cm auf ihre minderjährige Stieftochter losging, welche sich in ihr 

Zimmer zurückgezogen hatte, wobei lediglich der Ehemann einen zweiten Angriff 

verhindern konnte. Es besteht vor diesem Hintergrund zumindest ein geringes 

Rückfallrisiko bezüglich eines Gewaltdelikts und damit eine überwiegende Gefahr 

für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Damit erweist sich die Landesverwei-

sung auch mit Blick auf Art. 8 EMRK als verhältnismässig und völkerrechtlich zu-

lässig.  

2.3. Die Beschuldigte ist somit nach dem Gesagten gestützt auf Art. 66a Abs. 1 

lit. b StGB für die Dauer von 6 Jahren des Landes zu verweisen. Eine längere 

Verweisung steht aufgrund des insoweit geltenden Verbotes der "reformatio in 

peius" (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht zur Diskussion.  

- 29 - 

3. Die von der Anklägerin beantragte und von der Vorinstanz angeordnete 

Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem ist vor-

liegend nicht in Frage zu stellen, dies nur schon aufgrund der Erheblichkeit des 

von der Beschuldigten verwirklichten Delikts der schweren Körperverletzung, für 

welches das Gesetz im Höchstmass eine Freiheitsstrafe von deutlich über einem 

Jahr androht, weshalb die Beschuldigte – wie vorstehend dargelegt – eine ernst-

zunehmende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt (vgl. BGE 

147 IV 340 E. 4.6 und E. 4.8). Die Verteidigung vermag in dieser Hinsicht denn 

auch nichts Substanzielles vorzubringen, was gegen eine Ausschreibung spräche 

(vgl. Urk. 27 S. 22 f.; Urk. 76 S. 29 f.). Das Urteil der Vorinstanz ist demnach auch 

in diesem Punkt zu betätigen.  

VII.  Beschlagnahmen / Sicherstellungen / DNA-Probe 

 Nachdem die Dispositivziffern 6 - 12 des vorinstanzlichen Urteils als Folge 

des Antrages auf Einstellung des Verfahrens als mitangefochten gelten (Urk. 50 

S. 2; Urk. 76 S. 1), die Beschuldigte für den Fall einer Verurteilung dazu jedoch 

keine substantiierten Einwendungen gemacht hat und von der Rechtskraft dieser 

Dispositivziffern ausgeht (vgl. Urk. 76 S. 1), kann ohne Weiteres auf die diesbe-

züglichen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 49 

S. 42 ff.). Bestätigt das Berufungsgericht den Schuldspruch, sind die weiteren 

nicht explizit angefochtenen Urteilspunkte des vorinstanzlichen Urteils bei einer 

Beschränkung der Berufung nicht mehr zu überprüfen (BGE 147 IV 93 E. 1.5.2; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 E. 2.2 [nicht publ. 

in BGE 148 IV 22]; vgl. auch JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar StPO, N 18 zu 

Art. 399 StPO; HUG/SCHEIDEGGER, in: Donatsch/Lieber/Summer/Wohlers [Hrsg.], 

SK StPO, N 19 und 20 zu Art. 399 StPO; SPRENGER, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 

[Hrsg.], BSK StPO, N 30 f. zu Art. 437 StPO), so dass die entsprechenden Rege-

lungen betreffend die Beschlagnahmen und Sicherstellungen bzw. die DNA-Probe 

unverändert in das vorliegende Berufungsurteil aufgenommen werden können. 

- 30 - 

VIII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Nachdem der vorinstanzliche Schuldspruch im Berufungsverfahren vorbe-

haltlos bestehen bleibt, ist das erstinstanzliche Kostendispositiv (Dispositivziffern 

12 + 13) heute vollumfänglich zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

2. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens haben die Parteien nach 

Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In-

wiefern eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt 

insbesondere davon ab, in welchem Ausmass ihre mit der Berufungserklärung 

gestellten Anträge gutgeheissen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1344/2019 vom 11. März 2020, E. 2.2.). Ausnahmsweise können einer Partei, 

die im Rechtsmittelverfahren einen für sie günstigeren Entscheid erwirkt, die Ver-

fahrenskosten dennoch auferlegt werden, wenn die Voraussetzung für das Ob-

siegen erst im Rechtsmittelverfahren geschaffen oder der angefochtene Ent-

scheid nur unwesentlich abgeändert wurde (Art. 428 Abs. 2 StPO).  

2.1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu ver-

anschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. b GebV OG). 

2.2. Die Beschuldigte konnte sich in zweiter Instanz mit ihrem Antrag auf Einstel-

lung des Verfahrens nicht durchsetzen und das erstinstanzliche Urteil ist auch im 

Übrigen zu bestätigen. Der Umstand, dass die Strafe minimal angepasst wurde, 

vermag daran angesichts des damit verbundenen Ermessensentscheides nichts 

zu ändern (vgl. GRIESSER, in: Donatsch/Lieber/Summer/Wohlers [Hrsg.], SK 

StPO, N 12 zu Art. 428 StPO). Somit sind die Kosten des Berufungsverfahrens 

ebenfalls vollumfänglich der Beschuldigten aufzuerlegen.  

2.3. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung richtet sich grundsätzlich 

nach dem notwendigen Zeitaufwand und wird im Einzelnen durch den jeweiligen 

Anwaltstarif des Bundes oder des Kantons, in dem das Strafverfahren durchge-

führt wurde, bestimmt (Art. 135 StPO). Gemäss § 18 Abs. 1 AnwGebV wird die 

Gebühr im Berufungsverfahren nach den für die Vorinstanz geltenden Regeln 

- 31 - 

bemessen. Gemäss der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zu-

lässig, für das Anwaltshonorar eine Pauschale vorzusehen (BGE 143 IV 453, E. 

2.5.1). Der amtlichen Verteidigung sind nur diejenigen Bemühungen zu entschä-

digen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im 

Strafverfahren stehen und notwendig sowie verhältnismässig sind (RUCKSTUHL, in: 

Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK StPO, N 3 ff. zu Art. 135 StPO).  

Die amtliche Verteidigung der Beschuldigten macht mit Kostennote vom 23. Ok-

tober 2023 für ihre Bemühungen und Barauslagen vor Berufungsgericht sowie im 

Beschwerdeverfahren vor der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zü-

rich den Betrag von Fr. 14'130.90 (inkl. MwSt.) geltend, worin die Aufwendungen 

für die Berufungsverhandlung sowie die vorgängige Besprechung mit der Be-

schuldigten noch nicht enthalten sind (vgl. Urk. 75). Bei der von der Verteidigung 

eingereichten Kostennote fällt indessen auf, dass nicht sämtliche Leistungen als 

notwendig und verhältnismässig bezeichnet werden können, was namentlich für 

die intensive Korrespondenz mit der Schwester der Beschuldigten sowie den 

Aufwand im Zusammenhang mit der Scheidung und der Operation der Beschul-

digten gilt. Unter Berücksichtigung der Aufwendungen für die heutige Berufungs-

verhandlung (inkl. Weg zum Verhandlungsort und notwendige Besprechungen mit 

der Klientin) erscheint es mithin angemessen, den amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren pauschal mit Fr. 12'000.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse 

zu entschädigen. 

2.4. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskas-

se zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt. 

2.5.  Für das Beschwerdeverfahren vor der III. Strafkammer des Obergerichts 

des Kantons Zürich (Geschäfts-Nr. UB230007), in welchem die Festsetzung der 

Entschädigung der amtlichen Verteidigung dem Endentscheid im Berufungsver-

fahren vorbehalten wurde (vgl. Urk. 54 S. 5), erweist sich mit Blick auf die Schwie-

rigkeit und Bedeutung des Falles sowie den notwendigen Zeitaufwand eine Ent-

schädigung von pauschal Fr. 1'500.– (inkl. MwSt.) als angemessen. Diese Kosten 

- 32 - 

sind infolge des damaligen Obsiegens der Beschuldigten definitiv auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. 

  

- 33 - 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten, wo-

ran 365 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft anzurechnen sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Umfang von 10 Monaten 

wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte den vollziehbaren Anteil der Stra-

fe durch die verbüsste Haft bereits vollumfänglich erstanden hat. 

4. Die Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für die Dauer 

von 6 Jahren des Landes verwiesen. 

5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet. 

6. Auf Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne 

von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird verzichtet. 

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 

2022 beschlagnahmte gelbe Spick-/Rüstmesser "culinario Mukizu" (Asservat 

Nr. A015'986'295) wird eingezogen und Kantonspolizei Zürich zur 

Vernichtung überlassen. 

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 11. Mai 2022 beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldig-

ten nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des Urteiles auf erstes Verlangen hin 

herausgegeben: 

- grüne Hose "Pull&Bear" mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. 
A015'990'735) 

- 34 - 

- weisse Socken mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'757) 

- Top mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'780). 

Wird innert 30 Tagen ab Vollstreckbarkeit des Urteils kein entsprechendes 

Begehren von der Beschuldigten gestellt, werden die genannten Gegen-

stände durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet. 

9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 11. Mai 2022 beschlagnahmten Gegenstände werden der Privatkläge-

rin nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des Urteiles auf erstes Verlangen hin 

herausgegeben: 

- graue Trainerhose (Asservat Nr. A015'990'939) 

- Shirt mit Schnitt an linker Schulter vorne (Asservat Nr. A015'990'962). 

Wird innert 30 Tagen ab Vollstreckbarkeit des Urteils kein entsprechendes 

Begehren der Privatklägerin gestellt, werden die genannten Gegenstände 

durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet. 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 

2022 beschlagnahmte Herrenbekleidung, d.h. die graue Hose und das weis-

se T-Shirt (Asservat Nr. A015'986'331), sowie der Wasserkocher (Asservat 

Nr. A015'986'320) werden C._____ nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des 

Urteiles auf erstes Verlangen hin herausgegeben. 

Wird innert 30 Tagen ab Vollstreckbarkeit des Urteils kein entsprechendes 

Begehren von C._____ gestellt, werden die genannten Gegenstände durch 

die Kantonspolizei Zürich vernichtet. 

11. Die nachfolgenden bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, aufbe-

wahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger  

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'564) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'655) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'666) 

- 35 - 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'677) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'699) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'702) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'724) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'859) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'860) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'871) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'882) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'906) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'917) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'995) 

- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'991'001) 

- Werkzeug-/Schartenspur - Eindruck-Spur ((Abformmasse); Asservat 
Nr. A015'991'012) 

sind nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des Urteils durch die Lagerbehörde zu 

vernichten. 

12. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung und -auflage (Dispositivziffern 12 und 

13) werden bestätigt. 

13. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 12'000.–   amtliche Verteidigung (Berufungsverfahren) 
 

Fr. 1'500.–   amtliche Verteidigung (Beschwerdeverfahren,      UB230007) 

14. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich jener der amtlichen 

Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung für das Berufungsverfahren werden einstweilen auf die Ge-

- 36 - 

richtskasse genommen; die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bleibt 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Beschwerdeverfahren werden 

definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

15. Schriftliche Eröffnung und Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft  
(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (sofern verlangt)  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, gemäss Dispositivziffer 7 - 11 

(per E-Mail an asservate@kapo.zh.ch) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
sowie im Dispositivauszug gemäss Ziffer 10 an 
− den Berechtigten C._____, D._____-str. 1, … E._____ 

- 37 - 

16. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei den Strafrechtlichen Abteilun-

gen des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 25. Oktober 2023 
 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

M.A. HSG Eichenberger 
 

 
 

- 38 - 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

 

	Urteil vom 25. Oktober 2023
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Die Beschuldigte ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 34 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 201 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate abzüglich die bereits erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Die Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für 6 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem angeordnet.
	6. Auf Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird verzichtet.
	7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2022 beschlagnahmte gelbe Spick-/Rüstmesser "culinario Mukizu" (Asservat Nr. A015'986'295) wird eingezogen und Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen.
	8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2022 beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles auf erstes Verlangen hin herausgegeben:
	- grüne Hose "Pull&Bear" mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'735)
	- weisse Socken mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'757)
	- Top mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'780).
	Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren von der Beschuldigten gestellt, werden die genannten Gegenstände durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet.
	9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2022 beschlagnahmten Gegenstände werden der Privatklägerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles auf erstes Verlangen hin herausgegeben:
	- graue Trainerhose (Asservat Nr. A015'990'939)
	- Shirt mit Schnitt an linker Schulter vorne (Asservat Nr. AO15'99O'962).
	Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren der Privatklägerin gestellt, werden die genannten Gegenstände durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet.
	10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2022 beschlagnahmte Herrenbekleidung, d.h. die graue Hose und das weisse T-Shirt (Asservat Nr. A015'986'331), sowie der Wasserkocher (Asservat Nr. A015'986'320) werden C.___...
	Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Begehren gestellt, werden die genannten Gegenstände durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet.
	11.  Die nachfolgenden bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, aufbewahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'564)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'655)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'666)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'677)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'699)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'702)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'724)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'859)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'860)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. 015'990'871)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'882)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'906)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'917)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'995)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'991'001)
	- Werkzeug-/Schartenspur - Eindruck-Spur ((Abformmasse); Asservat Nr. A015'991'012)
	sind nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils durch die Lagerbehörde zu vernichten.
	12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskass...
	Berufungsanträge:
	1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 5. Oktober 2022 (Geschäfts-Nr. DG220016-C) hinsichtlich der Dispositivziffern 6-12 in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Das Verfahren gegen die Beschuldigte sei einzustellen. Eventualiter sei die Beschuldigte der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen und dafür angemessen zu bestrafen.
	3. Auf den Antrag auf Anordnung einer Landesverweisung und deren Ausschreibung im Schengener Informationssystem sei nicht einzutreten; eventualiter sei er abzuweisen.
	4. Der Beschuldigten sei für die erstandene Haft eine angemessene Genugtuung zu entrichten.
	5. Die Kosten des Vor- und Hauptverfahrens und des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	_________________________________
	Erwägungen:
	I.   Verfahren
	II.   Formelles
	III.   Sachverhalt
	IV.   Rechtliche Würdigung
	V.   Strafe

	1. Einleitung
	1.1. Die Vorinstanz hat die rechtstheoretischen Grundlagen der Strafzumessung grundsätzlich umfassend und korrekt wiedergegeben, wobei die objektiven und subjektiven Komponenten des Verschuldens teilweise miteinander vermengt werden (Urk. 49 S. 35), o...
	1.2. Obwohl seit dem erstinstanzlichen Urteil der Strafrahmen des Tatbestands der schweren Körperverletzung im Zuge der jüngsten Revision des Sanktionenrechts am 1. Juli 2023 verschärft worden ist, bleibt es aufgrund des Grundsatzes der "lex mitior" v...
	2. Tatkomponente
	2.1. Betreffend die objektive Tatschwere wird im angefochtenen Entscheid zu Recht darauf hingewiesen, dass das Vorgehen der Beschuldigten mittels unkontrollierten Stichen auf den Kopf- bzw. Halsbereich geeignet war, auch innerhalb des Tatbestandes von...
	VI.   Landesverweisung
	VII.   Beschlagnahmen / Sicherstellungen / DNA-Probe
	VIII.   Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten, woran 365 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft anzurechnen sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Umfang von 10 Monaten wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte den vollziehbaren Anteil der Strafe durch die verbüsste Haft bereits vollumfänglich erstanden hat.
	4. Die Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für die Dauer von 6 Jahren des Landes verwiesen.
	5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.
	6. Auf Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird verzichtet.
	7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2022 beschlagnahmte gelbe Spick-/Rüstmesser "culinario Mukizu" (Asservat Nr. A015'986'295) wird eingezogen und Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen.
	8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2022 beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldigten nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des Urteiles auf erstes Verlangen hin herausgegeben:
	- grüne Hose "Pull&Bear" mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'735)
	- weisse Socken mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'757)
	- Top mit Blutanhaftungen (Asservat Nr. A015'990'780).
	Wird innert 30 Tagen ab Vollstreckbarkeit des Urteils kein entsprechendes Begehren von der Beschuldigten gestellt, werden die genannten Gegenstände durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet.
	9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2022 beschlagnahmten Gegenstände werden der Privatklägerin nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des Urteiles auf erstes Verlangen hin herausgegeben:
	- graue Trainerhose (Asservat Nr. A015'990'939)
	- Shirt mit Schnitt an linker Schulter vorne (Asservat Nr. A015'990'962).
	Wird innert 30 Tagen ab Vollstreckbarkeit des Urteils kein entsprechendes Begehren der Privatklägerin gestellt, werden die genannten Gegenstände durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet.
	10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2022 beschlagnahmte Herrenbekleidung, d.h. die graue Hose und das weisse T-Shirt (Asservat Nr. A015'986'331), sowie der Wasserkocher (Asservat Nr. A015'986'320) werden C.___...
	Wird innert 30 Tagen ab Vollstreckbarkeit des Urteils kein entsprechendes Begehren von C._____ gestellt, werden die genannten Gegenstände durch die Kantonspolizei Zürich vernichtet.
	11. Die nachfolgenden bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, aufbewahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'564)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'655)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'666)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'677)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'699)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'702)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'724)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'859)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'860)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'871)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'882)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'906)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'917)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'990'995)
	- DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A015'991'001)
	- Werkzeug-/Schartenspur - Eindruck-Spur ((Abformmasse); Asservat Nr. A015'991'012)
	sind nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des Urteils durch die Lagerbehörde zu vernichten.
	12. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung und -auflage (Dispositivziffern 12 und 13) werden bestätigt.
	13. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	14. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich jener der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; die Rückz...
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Beschwerdeverfahren werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	15. Schriftliche Eröffnung und Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft (sofern verlangt)
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, gemäss Dispositivziffer 7 - 11 (per E-Mail an asservate@kapo.zh.ch)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	sowie im Dispositivauszug gemäss Ziffer 10 an
	 den Berechtigten C._____, D._____-str. 1, … E._____

	16. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.