# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1269dd42-26d6-5cdb-86b8-accc297203ae
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 09.11.2021 400 21 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-21-95_2021-11-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

vom 9. November 2021 (400 21 95) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Obligationenrecht 

 

 

Festsetzung des Werkpreises nach Art. 374 OR; ist die effektive Kenntnisnahme der Hö-

he der Stundenansätze nicht nachgewiesen, kann diesbezüglich auch nach dem Vertrau-

ensprinzip kein Konsens darüber bestehen (E. 6); vom Besteller (oder einem allfälligen 

Vertreter) nicht unterzeichnete Regierapporte schaffen keinen Beweis für die Richtigkeit 

des von der Unternehmerin fakturierten Aufwands (E. 7.1 f.); von der Unternehmerin 

nicht ausgeführte Arbeiten haben nicht per se die fehlende Vollendung des Werks zur 

Folge, sondern können auch Wesensmerkmal des Mangels sein (E. 8.2). 

 

 

Besetzung  Präsident Roland Hofmann, Richter Philippe Spitz (Ref.),  

Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Dario Glauser 

  
 

Parteien  A.____ GmbH, 

vertreten durch Advokat Alexander Imhof, RS Rechtsservice AG, 

Steinentorstrasse 35, Postfach, 4010 Basel,  

Klägerin und Berufungsklägerin 

  gegen 

  B.____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Eduard Schoch,  

Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach,  

Beklagter und Anschlussberufungskläger 

   

Gegenstand  Forderung  

Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft 

West vom 12. November 2020 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. Im Herbst 2015 schlossen die A.____ GmbH und B.____ einen Werkvertrag ab. 

B.____ hatte in Deutschland eine Stahlhalle gekauft, diese abbauen, zerlegen und in die 

Schweiz transportieren lassen. Die A.____ GmbH wurde von B.____ beauftragt, die Stahlhalle 

an der X.____strasse 00 in Y.____ wieder aufzubauen. Der Werkvertrag zwischen den Parteien 

wurde mündlich vereinbart. Es liegt weder ein schriftlicher Werkvertrag noch eine schriftliche 

Offerte vor. 

B. Im Laufe des Jahres 2016 stellte die A.____ GmbH vier Akontorechnungen und zwei 

weitere Rechnungen für die von ihr ausgeführten Arbeiten sowie für Leistungen Dritter. Die ers-

ten beiden Rechnungen wurden von B.____ bezahlt. Mit der dritten Rechnung wurde eine von 

B.____ bereits geleistete Akontozahlung in Verrechnung gebracht, jedoch blieb ein Saldo zu-

gunsten der A.____ GmbH übrig. Dieser ausstehende Restbetrag – wie auch die nachfolgen-

den drei Rechnungen – wurde nicht bezahlt. 

C. Am 16. August 2016 leitete die A.____ GmbH die Betreibung gegen B.____ für eine 

ausstehende Werklohnforderung in Höhe von insgesamt CHF 235'336.21 zuzüglich Zins zu 5% 

seit dem 30. Mai 2016 ein. Dagegen erhob B.____ Rechtsvorschlag. 

D. Die A.____ GmbH gelangte in der Folge an das Richteramt Dorneck-Thierstein und 

verlangte die provisorische Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts für den Betrag von 

CHF 235'336.21 zuzüglich Zins zu 5% seit 30. Mai 2016. Diese wurde ihr mit Entscheid vom 

8. September 2016 bewilligt. 

E. Am 24. Oktober 2016 stellte die A.____ GmbH B.____ eine weitere Rechnung über 

CHF 30'204.68 zzgl. MWSt. Davon waren CHF 19'951.00 Maschinenaufwand und 

CHF 8'016.30 für Verzugszins, Kosten für die Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts, Kos-

ten des Grundbuchamtes sowie Kursverlust CHF-EUR. 

F. Am 6./9. November 2016 schlossen die A.____ GmbH und B.____ im Rahmen des 

Prosekutionsverfahrens vor dem Richteramt Dorneck-Thierstein eine Vereinbarung, in welcher 

festgehalten wurde, dass B.____ in der Zwischenzeit CHF 109'980.80 bezahlt habe. Für den 

noch offenen Forderungsbetrag von nunmehr CHF 155'560.09 zuzüglich Zinsen und Kosten 

habe die C.____ Bank die Hinterlegung von CHF 230'000.00 zugunsten der A.____ GmbH be-

stätigt und weiter bestätigt, dass eine Zahlung aus dem hinterlegten Betrag an die A.____ 

GmbH nach schriftlichem Erhalt des gegenseitigen Einverständnisses der Vertragsparteien 

oder eines Gerichtsurteils ausgelöst werde. Im Anschluss zog die A.____ GmbH die Prosekuti-

onsklage zurück. 

G. Nach gescheiterter Schlichtungsverhandlung reichte die A.____ GmbH mit Eingabe 

vom 30. Januar 2017 beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West Klage gegen B.____ mit 

folgenden Rechtsbegehren ein: 

 

1. Es sei der Beklagte zu verurteilen, der Klägerin CHF 149'258.20 zuzgl. Zins zu 5% vom 

30.05.2016 bis 27.10.2016 auf CHF 235'336.20 und Zins zu 5% auf CHF 149'258.20 seit dem 

28.10.2016 zu bezahlen. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
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2. Es seien die Kosten für die Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts (Gerichts- und Grundbuch-

kosten von CHF 1'093.00 dem Beklagten aufzuerlegen. 

3. Es sei in der Betreibung Nr. XXXXXXXX des Betreibungsamts Basel-Landschaft für 

CHF 149'258.20 zuzgl. Zins zu 5% seit 30.05.2016 bis 27.10.2016 auf CHF 235'336.20 zuzgl. Zins 

zu 5% auf CHF 149'258.20 seit 28.10.2016 zuzgl. Kosten des Zahlungsbefehls definitiv Rechtsöff-

nung zu erteilen. 

4. Es sei die C.____ Bank richterlich anzuweisen, von dem bei ihr hinterlegten Betrag des Beklagten 

die Summe gemäss Ziff. 1, 2 und 5 der Rechtsbegehren an die Klägerin zu zahlen. 

5. Unter o/e Kostenfolge. 

 

H. Mit Eingabe vom 25. Juni 2017 reichte B.____ die Klageantwort ein und beantragte die 

vollumfängliche Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Klägerin. Zudem machte er verrechnungsweise geltend, dass die Arbeiten der A.____ GmbH 

mangelhaft gewesen seien und ihm Kosten zur Behebung dieser Mängel entstanden seien, die 

den von der A.____ GmbH geforderten Betrag bei weitem übersteigen würden. 

I. Am 31. Oktober 2017 erging die Replik. Der Beklagte blieb mit der Duplik säumig, 

nachdem ein entsprechendes Wiederherstellungsgesuch abgewiesen worden war. 

J. Das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West ordnete mit Verfügung vom 6. Februar 

2018 die Einholung einer Expertise über den Wert der Arbeiten und der Aufwendungen der 

A.____ GmbH sowie über die Mangelhaftigkeit des Werks an. Diese wurde von D.____, E.____ 

GmbH, am 4. September 2019 sowie mit Ergänzungsschreiben vom 17. September 2019 und 

Ergänzungsgutachten vom 8. Juni 2020 eingereicht. 

K. Mit Entscheid vom 12. November 2020 hiess das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft 

West (nachfolgend: Vorinstanz) die Klage vom 30. Januar 2017 unter Abweisung der Verrech-

nungsforderung teilweise gut und verurteilte B.____ zur Zahlung von CHF 17'922.85 nebst Zins 

zu 5% vom 30. Mai 2016 bis 27. Oktober 2016 auf CHF 127'902.85 und Zins zu 5% auf 

CHF 17'922.85 ab 28. Oktober 2016 an die A.____ GmbH. Die Mehrforderung wurde abgewie-

sen (Ziff. 1). Das Begehren um definitive Rechtsöffnung wurde zufolge Sicherstellung der For-

derung als gegenstandslos abgeschrieben. Die Zahlungsbefehlskosten von CHF 203.30 wur-

den B.____ auferlegt (Ziff. 2). Die Kosten für das Verfahren betreffend Eintragung des Bau-

handwerkerpfandrechts von CHF 1'093.00 wurden ebenfalls B.____ auferlegt (Ziff. 3). Weiter 

wurde die C.____ Bank angewiesen, der A.____ GmbH die Beträge und Zinsen gemäss Ziff. 1, 

2 und 3 des Dispositivs und B.____ den Restbetrag auszubezahlen (Ziff. 4). Die Kosten des 

Schlichtungsverfahrens von CHF 240.00 wurden der A.____ GmbH zu sieben Achtel, B.____ 

zu einem Achtel auferlegt. Die Gerichtsgebühr von CHF 40'000.00, zuzüglich Expertisekosten 

von CHF 41'345.55 und zuzüglich Zeugenentschädigungen von CHF 400.00 wurden im selben 

Verhältnis auferlegt. Zudem wurde die A.____ GmbH zur Zahlung einer Parteientschädigung 

von CHF 4'021.10 (inkl. Auslagen und MWSt) an B.____ verurteilt (Ziff. 5). 

L. Mit Eingabe vom 6. Mai 2021 erhob die A.____ GmbH (nachfolgend: Berufungskläge-

rin), vertreten durch Rechtsanwalt Alexander Imhof, Berufung gegen den Entscheid vom 

12. November 2020 mit folgenden Rechtsbegehren: 

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1. Es seien die Ziff. 1, 4 und 5 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 

12.11.2020 aufzuheben; 

2. Es sei der Beklagte unter Gutheissung der Berufung zu verurteilen, der Klägerin CHF 149'258.20 

zzgl. Zins zu 5% vom 30.05.2016 bis 27.10.2016 auf CHF 235'336.20 und Zins zu 5% auf 

CHF 149'258.20 seit dem 28.10.2016 zu bezahlen; 

3. Es sei die C.____ Bank richterlich anzuweisen, von dem bei ihr hinterlegten Betrag des Beklagten 

den Betrag von CHF 149'258.20 zzgl. Zins zu 5% vom 30.05.2016 bis 27.10.2016 auf 

CHF 235'336.20 und Zins zu 5% auf CHF 149'258.20 seit dem 28.10.2016 bis zum Tag der Über-

weisung des Betrages, zzgl. Zahlungsbefehlskosten von CHF 203.30 und zuzüglich Kosten für die 

Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts von CHF 1'093.-- und zzgl. Gerichts- und Parteikosten 

an die Klägerin zu zahlen; 

4. Unter o/e Kostenfolge für Friedensrichterverfahren, erstinstanzliches und zweitinstanzliches Ge-

richtsverfahren zu Lasten des Beklagten. Eventualiter für den Fall der Abweisung der Berufung 

oder der nur teilweisen Gutheissung der Berufung seien in Abänderung von Ziff. 5 des Entscheides 

des Zivilkreisgerichts West drei Viertel der Expertisekosten von CHF 41'345.55 dem Beklagten 

aufzuerlegen. 

 

M. Mit Verfügung vom 10. Mai 2021 bestätigte das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab-

teilung Zivilrecht, (nachfolgend: Kantonsgericht) den Parteien den Eingang der Berufung. Der 

Berufungsklägerin wurde eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses von CHF 15'000.00 

bis zum 24. Mai 2021 gesetzt. 

N. Mit Verfügung vom 25. Mai 2021 stellte das Kantonsgericht – unter Hinweis auf den 

Eingang des Kostenvorschusses – die Berufung vom 6. Mai 2021 B.____ zur Stellungnahme 

innert 30 Tagen zu. Weiter wurden die Akten der Vorinstanz beigezogen. 

O. Mit Eingabe vom 11. Juni 2021 reichte B.____ (nachfolgend: Berufungsbeklagter), ver-

treten durch Rechtsanwalt Eduard Schoch, die Berufungsantwort und Anschlussberufung mit 

folgenden Rechtsbegehren ein: 

1. Es sei die Berufung vom 6. Mai 2021 vollumfänglich abzuweisen. 

2. Es sei der angefochtene Entscheid vom 12. November 2020 zu bestätigen, soweit sich dieser nicht 

auf die Verrechnungseinrede des Beklagten bezieht. 

3. Es sei die Klage in Gutheissung der Verrechnungsforderung des Beklagten im Umfange der Gut-

heissung der Klage vollumfänglich abzuweisen. 

4. Es sei die C.____ Bank richterlich anzuweisen, den bei ihr hinterlegten Betrag vollumfänglich an 

den Beklagten zu bezahlen. 

5. Unter o/e-Kostenfolge beider Instanzen zu Lasten der Klägerin. 

 

Zudem beantragte er in verfahrensmässiger Hinsicht die Abweisung der Anträge auf Einholung 

eines Ergänzungsgutachtens und die Befragung des Experten D.____ vor den Schranken. 

P. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 14. Juni 2021 wurde die Berufungsantwort und 

Anschlussberufung vom 11. Juni 2021 der Berufungsklägerin zur Anschlussberufungsantwort 

innert 30 Tagen zugestellt. 

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Q. Mit Eingabe vom 16. August 2021 reichte die Berufungsklägerin die Anschlussberu-

fungsantwort und Spontanreplik ein und beantragte die vollumfängliche Abweisung der An-

schlussberufung. Zudem hielt sie an ihren Rechtsbegehren der Berufung vom 6. Mai 2021 fest. 

R. Mit Verfügung vom 17. August 2021 stellte das Kantonsgericht die Anschlussberu-

fungsantwort und Spontanreplik vom 16. August 2021 dem Berufungsbeklagten zur Kenntnis-

nahme zu. Der Schriftenwechsel wurde sodann geschlossen und die Beweisanträge der Beru-

fungsklägerin auf Einholung eines Ergänzungsgutachtens und Befragung des Experten vor den 

Schranken wurden – unter Vorbehalt eines anderslautenden Entscheids der Dreierkammer – 

abgewiesen. 

 

Erwägungen 

1.1 Erstinstanzliche Endentscheide sind mit Berufung anfechtbar, sofern der Streitwert der 

zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindes-

tens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Schweizerischen Zivilprozess-

ordnung [ZPO, SR 272]) und kein Ausnahmefall gemäss Art. 309 ZPO vorliegt. Die Berufung ist 

bei der Rechtsmittelinstanz im Rahmen des ordentlichen sowie vereinfachten Verfahrens innert 

30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides beziehungsweise seit der nachträgli-

chen Zustellung der Entscheidbegründung (Art. 239 ZPO) schriftlich und begründet einzu-

reichen (Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 ZPO). Auch im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens 

muss die gesuchstellende Partei bzw. die Berufungsklägerin über ein schutzwürdiges Interesse 

verfügen sowie den Vorschuss und die Sicherheit für die Prozesskosten geleistet haben (Art. 59 

Abs. 2 lit. a und lit. f ZPO). Gemäss Art. 310 ZPO kann mit der Berufung die unrichtige Rechts-

anwendung (lit. a) sowie die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) geltend gemacht 

werden. Die Anschlussberufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung der Hauptberufung zur 

schriftlichen Stellungnahme zu erheben (Art. 313 i.V.m. Art. 312 Abs. 1 und 2 ZPO). Die An-

schlussberufung muss nach den für die Berufung geltenden Formvorschriften begründet wer-

den (PETER REETZ/SARAH HILBER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommen-

tar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 313 N 29). 

1.2 Der schriftlich begründete Entscheid der Vorinstanz vom 12. November 2020 ist der 

Berufungsklägerin gemäss Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post am 6. April 2021 

zugestellt worden. Unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes vom 28. März 2021 bis und 

mit 11. April 2021 (Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO) hat die Berufungsfrist am 11. Mai 2021 geendet. 

Mit der am 6. Mai 2021 der Schweizerischen Post übergebenen Berufung ist die Rechtsmittel-

frist eingehalten worden. Die Streitwertgrenze ist zudem offensichtlich erreicht. Die Zuständig-

keit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, ergibt sich 

aus § 6 Abs. 1 lit. d des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG 

ZPO, SGS 221). Weiter ist der eingeforderte Kostenvorschuss vollumfänglich und rechtzeitig 

geleistet worden. Die Berufungsklägerin verfügt als Adressatin des vorinstanzlichen Entscheids 

zweifelsohne über ein schutzwürdiges Interesse. Sie rügt sowohl eine unrichtige Feststellung 

des Sachverhalts als auch die unrichtige Rechtsanwendung durch die Vorinstanz im Sinne von 

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Art. 310 ZPO. Somit ist auf die Berufung vom 6. Mai 2021 einzutreten. Zumal auch die Pro-

zessvoraussetzungen der Anschlussberufung zu keinen Bemerkungen Anlass geben, ist auch 

auf die am 11. Juni 2021 erhobene Anschlussberufung einzutreten. 

2.1 Die Vorinstanz stellte sich auf den Standpunkt, dass zwischen den Parteien ein Werk-

vertrag zustande gekommen sei. Der Umstand, dass keine schriftlichen Vereinbarungen oder 

Offerten bestünden, hinderten das Zustandekommen eines Werkvertrags nicht. Es habe der 

Konsens bestanden, dass die Berufungsklägerin die Stahlhalle gegen Bezahlung eines 

Werklohnes aufbaue. Die vom Berufungsbeklagten erwähnte Offerte, wonach die Berufungs-

klägerin den Aufbau für CHF 220'000.00 angeboten habe, sei nirgends vorhanden und könne 

dementsprechend auch nicht als Fixpreis oder ungefährer Kostenansatz herhalten. Der Beru-

fungsbeklagte habe auch nie bestritten, dass die von der Berufungsklägerin geltend gemachten 

Arbeiten geleistet worden seien. Es sei lediglich der dafür geschuldete Werklohn sowie die 

Vollendung bzw. die Mängelfreiheit des Werks umstritten. Die Rapporte und Rapportzusam-

menzüge der Berufungsklägerin, auf denen ersichtlich sei, welche Mitarbeiter an welchem Tag 

welche Arbeiten erledigt hätten und wie viele Stunden sie dafür aufgewendet hätten, seien nicht 

vom Berufungsbeklagten als Bauherr oder einem Vertreter unterzeichnet worden. Diese allein 

würden deshalb noch keinen Nachweis der Richtigkeit und Angemessenheit des Aufwands der 

Berufungsklägerin erbringen. Das vom Gericht eingeholte Gutachten zum Wert der Arbeit und 

der Aufwendungen der Berufungsbeklagten von D.____, E.____ GmbH, besage jedoch, dass 

der von der Berufungsklägerin geltend gemachte Aufwand plausibel und sachlich gerechtfertigt 

– wenn nicht sogar günstig – sei. Der geringe Stundenaufwand für die Erstellung des Werkes 

könne mit unsorgfältiger Arbeit erklärt werden. Dies sei wohl auch der Grund, weshalb diverse 

Mängel in der Gebäudehülle vorhanden seien. Eigenleistungen von Mitarbeitern des Beru-

fungsbeklagten könnten bei der Bemessung des Stundenaufwands nicht berücksichtigt werden, 

da der Gutachter diese vermutungsweise nicht irrtümlich als Leistungen der Berufungsklägerin 

angesehen habe. Folglich sei davon auszugehen, dass die von der Berufungsklägerin verrech-

nete Anzahl Arbeitsstunden gemäss den eingereichten Rapportzusammenzügen und Rappor-

ten korrekt und angemessen sei. 

2.2 Die vom Berufungsbeklagten als zu hoch monierten Arbeitsstunden für die Planung 

seien ebenfalls angemessen, da die ursprünglichen Pläne gemäss dem vorgenannten Gutach-

ten zu ungenau gewesen seien und erhebliche Abänderungen gegenüber dem ursprünglichen 

Zustand der Halle bestünden. Es seien deshalb notwendigerweise neue Pläne entworfen wor-

den, weshalb der Berufungsklägerin dafür ein Anspruch auf Werklohn zustünde. 

2.3 Zur Höhe der Stundenansätze erwog die Vorinstanz, dass mangels einer Abrede das 

Gericht diese in Anwendung von Art. 374 OR festzusetzen habe. Dabei müsse der Aufwand 

des Unternehmers nach Massgabe der Selbstkosten, unter Hinzurechnung eines angemesse-

nen Zuschlags für Risiko und Gewinn zuzüglich der Mehrwertsteuer bemessen werden. Das 

Gutachten qualifiziere die von der Berufungsklägerin veranschlagten Stundenansätze von 

CHF 112.00 für Metallbauer, Monteure und Schweisser bzw. CHF 95.00 und CHF 105.00 für 

Angelernte ohne Ausbildung im Metall- oder Stahlbau als zu hoch. Die gemäss Gutachten an-

gemessenen Stundenansätze würden sich für die Metallbauplanung durch einen Metallbauer 

auf CHF 95.00 bis CHF 100.00 resp. CHF 105.00 zzgl. MWSt, für Arbeiten durch Metallbauer, 

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Monteure und Schlosser auf CHF 85.00 bis CHF 95.00 zzgl. MWSt und für Arbeiten durch An-

gelernte auf CHF 65.00 bis CHF 75.00 belaufen. Dass der Gutachter den Gesamtpreis für das 

Werk in Höhe von CHF 589'839.30 – trotz der für zu hoch befundenen Stundenansätze – für 

sachlich gerechtfertigt und im Vergleich zum Markt eher günstig halte, gelte nur für den Fall 

eines mängelfreien Werks, nicht jedoch für das im Streit liegende, da dieses zahlreiche Mängel 

aufweise. Deshalb könne sich die Berufungsklägerin als Rechtfertigung für die zu hohen Stun-

denansätze nicht auf die Angemessenheit des Gesamtpreises berufen. Ebenso wenig habe der 

Berufungsbeklagte die von der Berufungsklägerin veranschlagten Stundenansätze akzeptiert, 

indem er die ersten beiden Rechnungen bezahlt habe. Der Berufungsbeklagte habe die Stun-

denansätze nicht gekannt. Vielmehr sei deshalb von den im Gutachten genannten mittleren 

Stundenansätzen in Höhe von CHF 100.00 zzgl. MWSt für Metallbauplaner (Planungsarbeiten), 

CHF 90.00 zzgl. MWSt für Metallbauer/Monteure/Schlosser und CHF 70.00 zzgl. MWSt für An-

gelernte auszugehen. Diese Ansätze würden zudem auch für beigezogene Unterakkordanten 

gelten. Somit sei für die Angestellten der Berufungsklägerin F.____, G.____, H.____ und I.____ 

ein Stundenansatz von CHF 90.00 zzgl. MWSt anwendbar. Für die Planungsarbeiten von 

F.____ und G.____ sei ein Stundenansatz von CHF 100.00 zzgl. MWSt anwendbar. Bei den 

Unterakkordanten J.____, K.____, L.____, M.____ und N.____ gelte demgegenüber ein Stun-

denansatz von CHF 70.00 zzgl. MWSt. Dieser Ansatz gelte überdies auch für O.____, P.____ 

und Q.____. 

2.4 Zur Bemessung der Ansätze für den Einsatz von Hebebühnen hielt die Vorinstanz fest, 

dass der von der Berufungsklägerin dafür in Rechnung gestellte Preis von CHF 100.00 pro He-

bebühne und Tag angemessen sei. Ebenso sei der für den Kran-Einsatz in Rechnung gestellte 

Preis von CHF 600.00 pro Tag angemessen. 

2.5.1 In Anwendung der vorgenannten Stundenansätze sowie Ansätze für Hebebühnen und 

Kran kam die Vorinstanz zum Schluss, dass der Berufungsbeklagte der Berufungsklägerin ei-

nen Gesamtwerklohn von CHF 461'502.85 (inkl. Miete von Hebebühnen und Kran sowie inkl. 

MWSt) schulde. Davon habe der Berufungsbeklagte bereits CHF 443'580.00 bezahlt, wodurch 

ein noch ausstehender Betrag von CHF 17'922.85 resultiere. Die Verrechnungseinrede für die 

vom Berufungsbeklagten geltend gemachten Werkmängel liess die Vorinstanz nicht zu mit der 

Begründung, dass das Werk Mitte Mai 2016 abgeliefert worden sei und es der Berufungsbe-

klagte auch bestimmungsgemäss in Gebrauch genommen habe, er jedoch den Nachweis einer 

rechtzeitigen Mangelrüge im Sinne von Art. 367 Abs. 1 OR nicht erbracht habe. Insbesondere 

sei nicht klar, wann er die behaupteten Mängel entdeckt habe. Der Berufungsbeklagte habe 

zwar ausgeführt, die Mängel „laufend“ und persönlich vor Ort, per Mail oder Telefon gerügt zu 

haben. Jedoch werde dies von der Berufungsklägerin bestritten und der Berufungsbeklagte ha-

be keinen Nachweis für eine tatsächlich erfolgte Mängelrüge erbringen können. Der einzige 

dafür ins Recht gelegte Beleg sei eine E-Mail der R.____ AG an den Berufungsbeklagten vom 

9. Dezember 2016, wonach Wasser aus dem Dachbereich in die Lagerhalle eindringe und sie 

den Berufungsbeklagten für allfällige dadurch verursachte Schäden haftbar machen würde. Je-

doch habe der Berufungsbeklagte nicht dargelegt, dass er diese E-Mail auch an die Berufungs-

klägerin weitergeleitet habe. Demzufolge habe der Berufungsbeklagte seine Mängelrechte ver-

wirkt, weshalb die Verrechnungsforderung abzuweisen sei. 

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2.5.2 Bei der ebenfalls verrechnungsweise geltend gemachten Forderung von 

CHF 20'000.00 für das Sandstrahlen und Beschichten von letztendlich nicht benötigtem Stahl 

durch die S.____ AG sei nicht ersichtlich, dass die Berufungsklägerin diesen Aufwand unnötig 

verursacht habe. Auf den sechs dafür eingereichten Rechnungen der S.____ AG sei ersichtlich, 

dass die Bestellungen „gem. Tel. Herr B.____“ erfolgt seien. Die Rechnungen seien auch an ihn 

adressiert, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass diese durch die Berufungsklägerin veran-

lasst und unnötig verursacht worden seien. Ebenso könne der Berufungskläger nicht nachwei-

sen, dass die von ihm verrechnungsweise geltend gemachte Forderung von CHF 672.00 zzgl. 

CHF 700.00 für die Bestellung dreier HEA Träger bei der Firma T.____ von der Berufungsklä-

gerin unnötig verursacht worden sein soll. Ebenso sei die Schadenersatzforderung von 

CHF 401.75 für allfällige Beschädigungen am Gerüst nicht nachgewiesen, insbesondere nicht, 

dass dieser Schaden auf das Verhalten der Mitarbeiter der Berufungsklägerin zurückzuführen 

sei. 

2.5.3 Hinsichtlich der 34 zu viel bestellten Paneelen – wovon deren sieben bei einem Sturm 

zerstört worden seien – erwog die Vorinstanz, dass es gemäss Gutachten der Branchenüblich-

keit entspreche, zu viele Paneelen zu bestellen, da bei einem Ausfall mit längeren Lieferfristen 

zu rechnen sei. Es sei Standard, von den jeweils längsten Paneelen jeder Farbe mindestens 

drei bis vier Stück zu viel zu bestellen. Die Obergrenze liege bei fünf bis sieben Stück. Der Be-

rufungsbeklagte habe nicht dargelegt, von welcher Farbe zu viel bestellt worden sei. Somit ha-

be die Berufungsklägerin dem Berufungsbeklagten keine unnötige Kosten durch die Bestellung 

zu vieler Paneelen verursacht. Der Zeuge G.____ habe zwar bestätigt, dass sie es unterlassen 

hätten, die Paneelen beim Transport festzubinden und diese dann durch den Sturm beschädigt 

worden seien. Da es jedoch ohnehin branchenüblich sei, zu viele Paneelen zu bestellen, sei 

dem Berufungsbeklagten kein Schaden erwachsen. 

3.1 Die Berufungsklägerin bringt demgegenüber vor, dass der Berufungsbeklagte mit sei-

ner letzten Zahlung von CHF 109'980.80 am 27. Oktober 2016 den gesamten Stundenaufwand 

der Berufungsklägerin sowie die von ihr veranschlagten Stundenansätze vollumfänglich aner-

kannt hätte. Diese Zahlung sei eine Schuldanerkennung, zumal der Berufungsbeklagte die For-

derung im Detail überprüft hätte. Die Vorinstanz gehe fehl, wenn sie ausführe, es liege kein 

Nachweis vor, dass der Berufungsbeklagte die Anzahl der Arbeitsstunden und die Höhe der 

Stundenansätze nicht gekannt hätte. Zwar sei richtig, dass die Anzahl Stunden und die Stun-

denansätze nicht in den Akontorechnungen ersichtlich seien. Jedoch habe der Berufungsbe-

klagte im Rahmen des Verfahrens auf provisorische Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts 

vor dem Richteramt Dorneck-Thierstein – dessen Entscheid auf den 8. September 2016 datiert 

– die „Rapportzusammenzüge betreffend die Baustelle B.____“ eingesehen. Darauf seien so-

wohl die Anzahl Arbeitsstunden als auch die Stundenansätze ersichtlich. Zum Zeitpunkt seiner 

letzten Zahlung im Oktober 2016 habe er somit die Stundenanzahl und -ansätze gekannt und 

diese durch seine Zahlung akzeptiert. Schliesslich habe er auch seine Aufstellung vom Oktober 

2016 – in welcher er betreffend den Aufwand und die Stundenansätze einzig bei den Planungs-

arbeiten einen Abzug vorgenommen habe – nur dann erstellen können, wenn er die Stunden-

anzahl und -ansätze gekannt habe. Dies könne nur so interpretiert werden, dass er den damals 

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noch offenen Betrag von CHF 235'336.00 grundsätzlich anerkannt habe. Einzig die vorerwähn-

ten Abzüge bei den Planungsarbeiten sowie andere einzelne Abzüge habe er geltend gemacht. 

3.2 Weiter sei die Vorinstanz fälschlicherweise davon ausgegangen, dass bei Abrechnung 

nach Aufwand die kalkulatorischen Stundenansätze Anwendung finden sollen. Richtigerweise 

müssten jedoch die Regieansätze angewendet werden, da die kalkulatorischen Stundenansät-

ze lediglich für die interne Kalkulation im Rahmen einer Offerte herangezogen würden. Für die 

Rechnungsstellung würden indes stets die Regieansätze angenommen. Das Gutachten stütze 

die Auffassung der Vorinstanz denn auch nicht. Im Gegenteil, besage dieses doch, dass der 

Werkpreis – welcher notabene mit den höheren Stundenansätzen berechnet worden sei – an-

gemessen sei. Da im vorliegenden Fall der Berufungsbeklagte das Material zudem selbst gelie-

fert habe, habe darauf von der Berufungsklägerin logischerweise auch kein Gewinn erzielt wer-

den können. Deshalb gehe es nicht an, darüber hinaus noch von den kalkulatorischen Stun-

denansätzen auszugehen, da Kosten, Risiko und Gewinn der Berufungsklägerin damit über-

haupt nicht abgebildet würden. Da das Gutachten den Werkpreis von CHF 589'839.30 als an-

gemessen oder gar günstig bezeichne, müsse daraus gefolgert werden, dass auch ein in der 

Vergütung eingeschlossener Zuschlag für Risiko und Gewinn angemessen sei. 

3.3 Soweit die Vorinstanz in Übereinstimmung mit dem Gutachten ausführe, der Werkpreis 

von CHF 589'839.30 sei angemessen für ein mängelfreies Werk, und gleichzeitig die Verrech-

nungseinrede des Berufungsbeklagten wegen fehlender Mängelrüge abweise, dürfe sie nun 

nicht von tieferen Stundenansätzen ausgehen und die Vergütung um rund 22% kürzen, da sie 

damit im Ergebnis in unzulässiger Weise die Mängelrechte des Berufungsbeklagten letztlich 

doch berücksichtige. Vielmehr sei der Berufungsbeklagte zur Bezahlung des vollen Werkprei-

ses von CHF 589'839.30 verpflichtet. Dass er seine allfälligen Mängelrechte verwirkt habe, dür-

fe jedoch der Berufungsklägerin nicht zum Nachteil gereichen. 

3.4 Zusätzlich sei auch der am 24. Oktober 2016 in Rechnung gestellte Werkzeug- und 

Maschinenaufwand vom Berufungsbeklagten zu bezahlen. Dieser sei nämlich in den Stunden-

ansätzen nicht inkludiert, weshalb er zusätzlich zu vergüten sei. Dies stimme auch mit den Aus-

sagen des Gutachters überein. Die Maschinen seien notwendige und gerechtfertigte Aufwen-

dungen der Berufungsklägerin gewesen. Da die Vorinstanz nun schon von den tieferen kalkula-

torischen Stundenansätzen ausgehe, müsste der Einsatz der Maschinen noch separat vergütet 

werden. 

3.5 Sollte das Kantonsgericht wider Erwarten ebenfalls von der Anwendbarkeit der kalkula-

torischen Stundenansätze ausgehen, so müsse der Stundenansatz von F.____ aufgrund seiner 

Ausbildung und Stellung um CHF 10.00, derjenige der übrigen Angestellten der Berufungsklä-

gerin sowie von J.____, O.____, P.____ und M.____ und aller übrigen Unterakkordanten um 

CHF 20.00 erhöht werden. Zudem rechtfertige es sich vorliegend aufgrund der Umstände nicht 

vom jeweils mittleren Ansatz, sondern vom obersten Ansatz der jeweiligen Kategorie auszuge-

hen. Daraus resultiere insgesamt eine Mehrforderung gegenüber derjenigen der Vorinstanz von 

CHF 61'419.00 (inkl. MWSt). 

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3.6 Die erstinstanzlichen Expertisekosten von CHF 41'345.55 seien – selbst bei Abwei-

sung oder nur teilweiser Gutheissung der Berufung – zu drei Vierteln dem Berufungsbeklagten 

aufzuerlegen, da diese zum überwiegenden Teil auf die Mängeleinrede des Berufungsbeklag-

ten zurückzuführen seien. Als wesentlicher Verursacher dieser Kosten sei folglich primär der 

Berufungsbeklagte dafür haftbar zu machen. 

4.1 Der Berufungsbeklagte bringt in seiner Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 

11. Juni 2021 vor, bei der Behauptung, wonach der Berufungsbeklagte im Zeitpunkt der Abgabe 

der Aufstellung vom Oktober 2016 genaue Kenntnis der Anzahl Stunden und der Stundenan-

sätze gehabt haben soll, handle es sich um ein Novum, welches im vorliegenden Verfahren 

aufgrund der Novenschranke gemäss Art. 317 nicht zu hören sei. Sollte das Kantonsgericht 

diesen Einwand trotzdem hören, so werde bestritten, dass der Berufungsbeklagte die Stunden-

anzahl und die Stundenansätze in irgendwelcher Form anerkannt hätte. Insbesondere habe der 

Berufungsbeklagte die äusserst rudimentäre und wenig aussagekräftige Aufstellung vom Okto-

ber 2016 lediglich zur Reduktion der strittigen Forderung im Hinblick auf ein allfälliges Bau-

handwerkerpfandrecht erstellt. Die genauen Ausmasse, insbesondere der Mangelhaftigkeit des 

Werks, habe sich dem Berufungsbeklagten zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschlossen, wes-

halb der Aufstellung vom Oktober 2016 jegliche Beweiseignung abgesprochen werden müsse 

und der Berufungsbeklagte schon gar nicht den Stundenaufwand und die Stundenansätze an-

erkannt habe. Überhaupt sei die Aufstellung nicht als Beweismittel zugelassen, da Art. 168 

Abs. 1 ZPO die zulässigen Beweismittel abschliessend aufzähle und aussergerichtliche Zuge-

ständnisse nicht dazugehörten. Die Berufungsklägerin habe dem Berufungsbeklagten denn 

auch keine Rapporte oder Rapportzusammenzüge ausgehändigt. Sofern diese dem Richteramt 

Dorneck-Thierstein im Rahmen des Verfahrens auf provisorische Eintragung des Bauhandwer-

kerpfandrechts eingereicht worden seien, hätte der Berufungsbeklagte diese nicht zur Kenntnis 

genommen, da er das drohende Bauhandwerkerpfandrecht ohnehin schon lange voraus mit 

einer Bankgarantie abzuwehren gedenkt habe. Deshalb sei es in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz richtig, dass der Berufungsbeklagte erst mit Zustellung der Klagebegründung vom 

30. Januar 2017 Kenntnis vom Stundenaufwand und den Stundenansätzen erlangt habe. Dass 

der Berufungsbeklagte mit dem für die Planungsarbeiten gemachten Abzug von CHF 18'000.00 

Kenntnis von der Stundenanzahl und den Stundenansätzen gehabt haben müsse, sei schlicht 

falsch, da er diesen Abzug nur vorgenommen habe, weil seiner Meinung nach das dafür gel-

tend gemachte Honorar aufgrund der bereits vorhandenen Pläne zu hoch gewesen sei. Zudem 

seien die von der Berufungsklägerin ins Recht gelegten Rapporte seitens des Berufungsbeklag-

ten nicht unterzeichnet, womit ihnen keinerlei Beweiswert zukomme. 

Im Weiteren könne der berufungsklägerischen Interpretation des Gutachtens, wonach der Preis 

von CHF 598'839.90 für das vorliegende Werk angemessen sei, nicht gefolgt werden. Das Gut-

achten besage klar, dass dieser Marktpreis für den hypothetischen Fall eines sorgfältig erstell-

ten und gänzlich mängelfreien Werks angemessen sei. Ein solches liege aber nicht vor, da das 

Werk nicht fertiggestellt sei und gravierende Mängel aufweise. Zudem habe der Experte explizit 

festgehalten, dass die von der Berufungsklägerin verwendeten Stundeansätze zu hoch seien. 

Auch dass die Werkzeuge und Maschinen – in Übereinstimmung mit dem Gutachten – als im 

Stundenansatz inkludiert gelten müssen, sei nicht zu beanstanden. Die berufungsklägerische, 

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anderslautende Interpretation der Aussagen des Gutachters sei wiederum sehr eigenwillig. Die 

von der Berufungsklägerin aufgrund der Stellung und Erfahrung der Mitarbeitenden verlangte 

Erhöhung der Stundenansätze von CHF 10.00 bzw. CHF 20.00 sei angesichts der Noven-

schranke ebenfalls nicht zu hören. Zudem seien die von der Vorinstanz angewendeten Stun-

denansätze aufgrund des Gutachtens nicht zu beanstanden. 

Schliesslich sei eine Abänderung der Verteilung der Expertisekosten der Vorinstanz ebenso 

wenig angezeigt. Es lägen keine besonderen Umstände im Sinne von Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO 

vor. Wie die Berufungsklägerin die Meinung vertreten könne, die geltend gemachten Mängel 

seien nicht von ihr verursacht, sei nicht nachvollziehbar. 

4.2 In seiner Anschlussberufung führt der Berufungsbeklagte schliesslich aus, die Abwei-

sung der Verrechnungseinrede durch die Vorinstanz aufgrund nicht rechtzeitiger Mängelrüge 

sei zu Unrecht erfolgt. Vorliegend habe nie eine Abnahme des Werks stattgefunden, auch keine 

stillschweigende. Er habe bereits im Verfahren auf provisorische Eintragung des Bauhandwer-

kerpfandrechts vor dem Richteramt Dorneck-Thierstein geltend gemacht, das Werk sei nicht 

fertiggestellt und mangelhaft. Auch der Experte D.____ habe ausgesagt, dass Arbeiten offen-

sichtlich nicht fertiggestellt worden seien. Da die ausstehenden Arbeiten ursächlich für die Man-

gelhaftigkeit des Werks seien, könne es sich denn auch nicht um untergeordnete nicht fertigge-

stellte Arbeiten handeln. Dieser Umstand sei schon mit der Klageantwort vor der Vorinstanz 

geltend gemacht worden. Dass der damals noch nicht anwaltlich vertretene Berufungsbeklagte 

nicht stringent nach „Mängeln“ und „nicht fertiggestellten Arbeiten“ unterschieden habe, dürfe 

ihm nicht zum Nachteil gereichen. Der Experte habe zudem vor den vorinstanzlichen Schran-

ken richtiggestellt, dass ursprünglich als mangelhaft qualifizierte Arbeiten eigentlich als nicht 

fertiggestellte Arbeiten gelten müssten („Arbeiten, die nicht mehr fertiggestellt werden können, 

sind technische Mängel“). Die Vorinstanz sei jedoch fälschlicherweise davon ausgegangen, 

dass dies Mängel seien, das Werk jedoch als vollendet zu qualifizieren sei. Auch dass der Beru-

fungsbeklagte im Frühsommer 2016 die Mieterin in das Gebäude habe einziehen lassen, lasse 

nicht darauf schliessen, dass er das Werk abgenommen habe. Das Bundesgericht habe dies-

bezüglich klar festgehalten, dass der Einzug auch vor Vollendung der Arbeiten erfolgen könne 

und das Werk dadurch trotzdem nicht als abgenommen gelten müsse. Infolge fehlender Vollen-

dung des Werks habe dieses auch nie abgeliefert oder abgenommen werden können, weshalb 

die Rügefrist gemäss Art. 367 Abs. 1 OR noch gar nicht zu laufen begonnen habe. Die zahlrei-

chen vom Experten aufgelisteten Mängel liessen sich so zusammenfassen, dass die gesamte 

Dachkonstruktion fehlerhaft geplant und ausgeführt worden sei, sodass das Dach nun nicht 

wasserdicht sei. Die Kosten der Mängelbehebung würden gemäss dem Gutachten rund 

CHF 1'782'600.00 bis CHF 1'885'800.00 betragen. Für die Nachbesserung der Beulenbildung 

und Undichtheit bei den Dachpaneelen betrügen die Kosten wenigstens CHF 155'000.00. Diese 

Minimallösung sei jedoch für den Berufungsbeklagten nicht hinnehmbar, da diesfalls kein Un-

ternehmer bereit sei, die Wasserdichtigkeit zu garantieren. Die Verrechnungsforderung über-

steige deshalb die Klageforderung in jedem Fall. Für die Mängel habe die Berufungsklägerin 

einzustehen, da sie die Gesamtverantwortung trage. Sie habe die Ausführungspläne angefertigt 

und alle Unterakkordanten hätten ihre Arbeit gestützt darauf verrichtet. Dies sei auch vom Ex-

perten mehrfach so bestätigt worden. 

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4.3 Ergänzend hält die Berufungsklägerin in ihrer Berufungsreplik und Anschlussberu-

fungsantwort vom 16. August 2021 fest, die Tatsache, dass der Berufungsbeklagte Kenntnis 

des Stundenaufwands und der Stundenansätze gehabt habe, sei kein Novum, da dies bereits 

mit der Klage und der Replik vor der Vorinstanz geltend gemacht worden sei. Zudem seien mit 

dem bautechnischen Gutachten vom 2. August 2016 dem Berufungsbeklagten die Mängel be-

kannt gewesen. Entgegen der Ausführungen des Berufungsbeklagten, habe der Experte 

D.____ festgehalten, dass der Gesamtpreis für das vorliegende konkrete Werk als „eher güns-

tig“ zu beurteilen sei. Die vom Berufungsbeklagten behauptete Unsorgfalt sei demnach schon 

darin eingepreist, weshalb die Aussage des Experten folglich nicht für ein hypothetisches, män-

gelfreies Werk gegolten habe. 

Weiter habe der Berufungsbeklagte nie – auch nicht in der vorinstanzlichen Klageantwort – be-

hauptet, die Arbeiten seien nicht abgeschlossen. Vielmehr sei er stets von der Mangelhaftigkeit 

des Werkes ausgegangen. Dabei helfe ihm auch nicht, dass er zunächst nicht anwaltlich vertre-

ten gewesen sei. Dass er nun im Berufungsverfahren vorbringe, das Werk sei gar nie vollendet 

worden, sei angesichts von Art. 317 Abs. 1 ZPO unzulässig. Ebenso gehe auch der Experte 

von einem mangelhaften, jedoch fertiggestellten Werk aus. Gemäss seiner Aussage habe es 

„nur wenig nicht fertiggestellte Arbeiten“. Diesfalls gelte das Werk nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung trotzdem als vollendet, jedoch entstünden daraus Mängelgewährleistungsrech-

te. Weder habe der Berufungsbeklagte aber die Mängel rechtzeitig gerügt, noch habe er ein 

allfälliges Wahlrecht ausgeübt. Der Berufungsbeklagte habe das Werk denn auch (mehrfach) 

abgenommen. Die vom Experten bezifferten Kosten der Mängelbehebung von rund CHF 1,8 

Mio. seien angesichts der nur wenigen notwendigen Nachbesserungsarbeiten viel zu hoch. Zu-

dem habe der Experte ausdrücklich erklärt, die Halle könne für rund CHF 158'000.00 vollständig 

abgedichtet werden. Davon entfalle jedoch nur ein Bruchteil auf die Berufungsklägerin, da sie 

nur einen kleinen Teil dieser Mängel zu verantworten habe. Die Behauptung des Berufungsbe-

klagten, wonach die Berufungsklägerin als Generalunternehmerin die Gesamtverantwortung 

trage, sei einerseits aufgrund der Novenschranke nicht zu hören und andererseits haltlos. Der 

Berufungsbeklagte habe sämtliche Unternehmer selbst mandatiert und die anderen Unterneh-

mer hätten jeweils selbständig und nicht auf Grundlage der Pläne der Berufungsklägerin gear-

beitet. 

5. Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass über die Planung und den Aufbau der 

Stahlhalle an der X.____strasse 00 in Y.____ kein schriftlicher Werkvertrag abgeschlossen 

worden, ein solcher jedoch mündlich zustande gekommen ist. Zudem liegt keine schriftliche 

Offerte oder sonstige Abrede über den Werkpreis oder dessen Bemessungsgrundlagen vor. 

Weiter ist unbestritten, dass die Berufungsklägerin Pläne erstellt und die Stahlhalle aufgebaut 

hat und ihr somit ein Werklohnanspruch zukommt. Ebenfalls nicht mehr substantiiert gerügt wird 

die Anzahl der von der Berufungsklägerin in Rechnung gestellten Stunden, welche die 

Vorinstanz als korrekt und angemessen qualifiziert hat (vgl. Entscheid des Zivilkreisgerichts 

Basel-Landschaft West vom 12. November 2020 E. 19). Strittig ist hingegen die Höhe des ge-

schuldeten Werklohns insbesondere die Höhe der Stundenansätze. Weiter umstritten ist zudem 

die Vollendung des Werks bzw. das Vorliegen von Mängeln und dabei wiederum die Rechtzei-

tigkeit der Mängelrüge sowie die Verantwortlichkeit der Berufungsklägerin. 

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6. Zu prüfen ist zunächst, ob der Berufungsbeklagte die von der Berufungsklägerin ver-

rechneten Stundenansätze durch seine getätigten (Teil-)Zahlungen sowie die Erstellung der 

Aufstellung vom Oktober 2016 konkludent akzeptiert hat. Ausser Frage steht, dass diesbezüg-

lich keine tatsächliche Willensübereinstimmung (sog. natürlicher Konsens) vorliegt. Im Sinne 

einer objektiven Auslegung bleibt deshalb zu prüfen, ob die Berufungsklägerin das Verhalten 

des Berufungsbeklagten nach Treu und Glauben als konkludente Zustimmung zu den von ihr in 

Rechnung gestellten Stundenansätzen verstehen durfte (sog. normativer Konsens). Dabei sind 

nebst der Interessenlage der Parteien auch stets die konkreten Umstände zu berücksichtigen 

(BGE 131 III 377 E. 4.2.1). Es handelt sich dabei um eine Rechtsfrage, die das Gericht von Am-

tes wegen prüft (BGE 132 III 268 E. 2.3.2). Das Vorliegen eines normativen Konsenses ist vor-

liegend zu verneinen. Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass der Berufungsbeklagte tatsächli-

che Kenntnis der von der Berufungsklägerin verrechneten Stundenansätze erlangt, geschweige 

denn diese akzeptiert hat. So sind in der Aufstellung des Berufungsbeklagten vom Oktober 

2016 die Stundenansätze denn auch nicht aufgeführt. Vielmehr hat der Berufungsbeklagte darin 

eine grobe Rechnung mit diversen (grösstenteils pauschalen) Abzügen vorgenommen. Ent-

sprechend durfte die Berufungsklägerin die Aufstellung vom Oktober 2016 sowie die 

(Teil-)Zahlungen des Berufungsbeklagten nicht als stillschweigende oder konkludente Zustim-

mung zu den geltend gemachten Stundenansätzen verstehen. Auch aus der Tatsache, dass 

das Richteramt Dorneck-Thierstein mit Urteil vom 8. September 2016 die vorläufige Vormer-

kung des Bauhandwerkerpfandrechts für die von ihr geltend gemachte Forderung bewilligt hat, 

vermag die Berufungsklägerin nichts für sich abzuleiten. Einerseits ist die berufungsklägerische 

Behauptung, wonach der Berufungsbeklagte im Rahmen dieses Verfahrens effektive Kenntnis 

von den Stundenansätzen der Berufungsklägerin erhalten haben soll, nicht substantiiert und 

wird im vorliegenden Verfahren von diesem bestritten. Andererseits gilt im Verfahren auf vorläu-

fige Vormerkung eines Bauhandwerkerpfandrechts das beträchtlich reduzierte Beweismass der 

Glaubhaftmachung, sodass die Vormerkung gemäss dem Bundesgericht nur dann verweigert 

oder reduziert werden darf, wenn der Bestand resp. die Höhe des Pfandrechts als ausge-

schlossen oder höchst unwahrscheinlich erscheint (BGer 5A_688/2019 vom 6. November 2019 

E. 4.2). Schliesslich äussert sich das Urteil des Richteramts Dorneck-Thierstein auch nicht da-

hingehend, dass der Berufungsbeklagte die Stundenansätze in irgendeiner Weise anerkannt 

hätte. Im Gegenteil, hält es doch explizit fest, dass diese Frage in einem ordentlichen Verfahren 

zu klären sei (siehe Urteil des Richteramtes Dorneck-Thierstein vom 8. September 2016 E. 4). 

Die vom Berufungsbeklagten getätigten (Teil-)Zahlungen sowie die Erstellung der Aufstellung 

vom Oktober 2016 durften von der Berufungsklägerin im Sinne einer objektiven Auslegung so-

mit nicht als Zustimmung zu den von ihr verrechneten Stundenansätzen verstanden werden. 

Daraus folgt, dass zwischen den Parteien kein Konsens über den Werkpreis zustande gekom-

men ist. 

7.1 Ist der Werkpreis zum Voraus entweder gar nicht oder nur ungefähr bestimmt worden, 

so wird er gemäss Art. 374 OR nach Massgabe des Wertes der Arbeit und der Aufwendungen 

des Unternehmers festgesetzt. Bei der Bestimmung des Preises gemäss Art. 374 OR steht dem 

Richter wie bei der Festsetzung der Erhöhung des Werkpreises gemäss Art. 373 Abs. 2 OR ein 

Ermessensspielraum zu (BGE 113 II 513 E. 5b). Dabei ist zu beachten, dass im Rahmen von 

Art. 374 OR der Besteller das Preisrisiko trägt (BSK OR-ZINDEL/SCHOTT, Art. 374 N 2). Der 

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Preis richtet sich nach dem Aufwand des Unternehmers und nicht etwa nach dem Wert des 

Werks (PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 6. Aufl. 2019, Rz. 947; ZINDEL/SCHOTT, a.a.O., Art. 374 

N 11). Die Berechnungsbasis für den Aufwand des Unternehmers sind – sofern keine anders-

lautende vertragliche Vereinbarung besteht – die Selbstkosten des Unternehmers zuzüglich 

eines Zuschlags für Risiko und Gewinn, erhöht um die Mehrwertsteuer (statt vieler siehe 

GAUCH, a.a.O. Rz. 984). Wie die Vorinstanz richtigerweise ausführt, ist der Unternehmer für den 

Nachweis seiner Selbstkosten insbesondere des Stundenaufwands beweisbelastet. Liegen vor-

behaltlos gegengezeichnete Regierapporte vor, so schafft dies eine Vermutung für die Richtig-

keit und Angemessenheit des Aufwands des Unternehmers (BGer 4A_15/2011 vom 3. Mai 

2011 E. 3.3; GAUCH, a.a.O., Rz. 1020). 

7.2.1 Die von der Berufungsklägerin eingereichten Regierapporte sowie Rapportzusammen-

züge sind vom Berufungsbeklagten nicht unterzeichnet worden, weshalb sie nicht zum Beweis 

der Richtigkeit und Angemessenheit des von der Berufungsklägerin geltend gemachten Auf-

wands geeignet sind. Die Berufungsklägerin stützt ihre Forderung sodann darauf, dass das 

Gutachten den von ihr geforderten Werkpreis von CHF 589'839.30 – trotz als zu hoch monier-

ten Stundenansätzen – als angemessen, wenn nicht gar günstig bezeichne (Gutachten vom 

4. September 2019, Antwort auf Frage 7, S. 8; Ergänzungsgutachten vom 8. Juni 2020, 

Ziff. 4.1, S. 4) und ihr in Anwendung von Art. 374 OR deshalb dieser Betrag zustünde. Dabei 

verkennt die Berufungsklägerin die Tatsache, dass die Experten D.____ und U.____ anlässlich 

der Hauptverhandlung vom 12. November 2020 klar zum Ausdruck gebracht haben, dass sich 

die Angemessenheit des Werkpreises auf den hypothetischen Fall eines sorgfältig erstellten 

und gänzlich mängelfreien Werks bezieht (siehe Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 

12. November 2020, S. 10). Dies ist vorliegend gemäss dem Gutachten jedoch gerade nicht der 

Fall. Soweit die Berufungsklägerin nun rügt, dass die Vorinstanz zu Unrecht nicht auf den 

Werkpreis von CHF 589'839.30 abstelle und damit in unzulässiger Weise allfällige Mängel be-

reits im Rahmen von Art. 374 OR berücksichtige, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie der Experte 

D.____ ausführt, ist der Berufungsklägerin aufgrund unsorgfältiger Arbeitsweise ein tieferer 

Stundenaufwand entstanden, wie wenn das Werk sorgfältig erstellt worden wäre (Protokoll der 

Gerichtsverhandlung vom 12. November 2020, S. 10). Folglich kann denn auch das Verhältnis 

zwischen der Anzahl effektiv aufgewendeter Arbeitsstunden und der geltend gemachten Forde-

rung über CHF 589'839.30 nicht mehr als angemessen bezeichnet werden. Die Vorinstanz hat 

durch diese Sicht nicht in unzulässiger Weise Mängel (im Sinne einer Minderung) berücksich-

tigt, sondern lediglich den Werkpreis von CHF 589'839.30 für das im Streit liegende Werk – 

zumindest implizit – als unangemessen qualifiziert und deshalb zu Recht nicht auf diesen abge-

stellt. 

7.2.2 Weiter rügt die Berufungsklägerin, dass die Vorinstanz zu Unrecht die vom Gutachten 

genannten kalkulatorischen Stundenansätze als Berechnungsgrundlage herangezogen habe, 

anstatt auf Regieansätze abzustellen. Indes verkennt die Berufungsklägerin auch hier, dass das 

Gutachten zur Frage, ob die von der Berufungsklägerin in Rechnung gestellten Stundenansätze 

branchenüblich seien, explizit festhält, dass Regieansätze nur für Regiearbeiten anwendbar 

seien, die mit vom Auftraggeber unterschriebenen Regierapporten belegt sind (Gutachten vom 

4. September 2019, Antwort auf Frage 5, S. 6). Ebenso bezeichnet das Gutachten die von der 

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Berufungsklägerin verrechneten Stundenansätze als „eher hoch“ (Gutachten vom 4. September 

2019, Antwort auf Frage 1, S. 4) oder „zu hoch“ bemessen (Gutachten vom 4. September 2019, 

Antwort auf Frage 5, S. 6). Wie bereits in der vorstehenden E. 7.2.1 ausgeführt worden ist, lie-

gen im vorliegenden Fall keinerlei vom Berufungsbeklagten unterzeichnete Regierapporte vor. 

Die Vorinstanz ist deshalb richtigerweise davon ausgegangen, dass keine Regieansätze zur 

Anwendung gelangen. Sodann hält das Gutachten auf die Frage, ob es sich bei den von der 

Berufungsbeklagten verrechneten Stundenansätzen um übliche Preissätze im Industriebau 

handle, fest, dass die folgenden kalkulatorischen Marktpreise auf dem Markt im Jahr 2015/2016 

verrechnet worden seien (Gutachten vom 4. September 2019, Antwort auf Frage 1, S. 5): 

 Metallbauplaner (Ausführungsplanung) CHF 95.00-100.00 / Stunde 

 Metallbauer, Monteure, Schweisser CHF 85.00-95.00 / Stunde 

 Angelernte CHF 65.00-75.00 / Stunde 

 

Diese Stundenansätze finden in der Antwort auf die Frage 5 des Gutachtens, die sich nach der 

Branchenüblichkeit der Stundenansätze erkundigt, erneut Erwähnung. Es ist deshalb der 

Vorinstanz kein Vorwurf zu machen, dass sie die eben genannten Stundenansätze als Berech-

nungsgrundlage gemäss Art. 374 OR verwendet hat, zumal in diesen nebst den allgemeinen 

Lohnkosten auch ein Zuschlag für allgemeine Geschäftskosten sowie für Gewinn und Risiko 

enthalten ist (vgl. Gutachten vom 4. September 2019, Antwort auf Frage 6, S. 7). Der Beweis-

antrag der Berufungsklägerin auf erneute Befragung des Experten D.____ ist überdies abzu-

weisen, da allfällige Ergänzungsfragen bereits der Vorinstanz hätten beantragt werden müssen 

und die Berufungsklägerin nicht darlegt, inwiefern das vorinstanzliche Beweisverfahren – no-

tabene unter der Geltung der Verhandlungsmaxime – fehlerhaft gewesen sein soll. 

Nicht eingetreten werden kann auf das eventualiter vorgebrachte Begehren der Berufungsklä-

gerin, wonach auf den jeweils höchsten Ansatz der jeweiligen Kategorie abzustellen sei. Dabei 

handelt es sich um ein neues Vorbringen, welches bereits der Vorinstanz hätte unterbreitet 

werden müssen (vgl. Art. 317 ZPO) und die Berufungsklägerin nicht darlegt, weshalb dieses im 

Rechtsmittelverfahren zulässig sein soll. Das Nämliche gilt auch für das ebenfalls eventualiter 

vorgebrachte Begehren, den Stundenansatz von F.____ um CHF 10.00 und derjenige der Mit-

arbeiter der Berufungsklägerin, von M.____ und der übrigen Unterakkordanten um jeweils 

CHF 20.00 zu erhöhen. 

7.3 Hinsichtlich des mit Rechnung Nr. 01695-6 vom 24. Oktober 2016 fakturierten Maschi-

nen- und Werkzeugaufwands stellt sich die Berufungsklägerin auf den Standpunkt, dass der 

Aufwand für Handmaschinen und Werkzeuge zusätzlich zu vergüten sei, da vorliegend Regie-

ansätze zur Anwendung gelangen würden. Zudem sei die Vorinstanz aktenwidrig davon ausge-

gangen, dass dieser Aufwand auch in den kalkulatorischen Stundenansätzen bereits inkludiert 

und deshalb nicht noch zusätzlich geschuldet sei. Was die Regieansätze betrifft ist bereits in 

E. 7.2.2 hievor festgehalten worden, dass diese nicht anwendbar sind. Darauf kann vollumfäng-

lich verwiesen werden. Ebenso hat die Vorinstanz festgehalten, dass – von der fehlenden Do-

kumentation in den Arbeitsrapporten einmal abgesehen – der Aufwand für Werkzeuge und 

Handmaschinen nicht separat zu vergüten, sondern dieser bereits unerwähnt im Angebot mit-

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enthalten sei. Dies deckt sich denn auch mit den Ausführungen des Gutachters (siehe Gutach-

ten vom 4. September 2019, Antwort auf Frage 3, S. 6). Mangels einer Vereinbarung der Par-

teien zur separaten Vergütung dieses Aufwands, kann von einer aktenwidrigen Feststellung 

durch die Vorinstanz folglich keine Rede sein. Hinsichtlich des hierfür gestellten Beweisantrags 

auf nochmalige Befragung des Experten D.____, kann zudem auf die Ausführungen in E. 7.2.2 

hievor verwiesen werden. 

8.1 Ferner ist zwischen den Parteien im Zusammenhang mit der Anschlussberufung um-

stritten, ob das Werk überhaupt schon vollendet bzw. abgenommen worden ist und demnach, 

ob die Rügefrist gemäss Art. 367 Abs. 1 OR bereits zu laufen begonnen hat. Gegenteilig zur 

Ansicht der Berufungsklägerin hat der Berufungsbeklagte den Einwand des unvollendeten 

Werks bzw. der noch nicht begonnenen Rügefrist nicht erst im Berufungsverfahren, sondern 

bereits vor der Vorinstanz geltend gemacht (siehe Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 

12. November 2020 E. 71). Es handelt sich dabei folglich nicht um ein Novum i.S.v. Art. 317 

Abs. 1 ZPO. Damit bleibt zu prüfen, ob das Werk vollendet ist bzw. ob die Rügefrist gemäss 

Art. 367 Abs. 1 OR bereits zu laufen begonnen hat. Das Werk ist vollendet, wenn der Unter-

nehmer alle vereinbarten Arbeiten ausgeführt hat, das Werk also fertiggestellt ist. Sind noch 

geringfügige Arbeiten, die im Verhältnis zum ganzen Werk nebensächlich sind, zur Erledigung 

offen, steht dies der Vollendung des Werks nicht entgegen. Ob es mängelfrei ist, spielt dagegen 

keine Rolle. Abgeliefert wird es durch die Übergabe oder durch die ausdrückliche oder still-

schweigende Mitteilung des Unternehmers, es sei vollendet. Der Ablieferung entspricht, vom 

Besteller aus gesehen, die Abnahme des Werkes. Ein besonderer Abnahmewille des Bestellers 

oder seines Vertreters ist deshalb nicht erforderlich. Klar zu unterscheiden ist die Abnahme je-

doch von der Genehmigung, mit welcher der Besteller gegenüber dem Unternehmer seinen 

Willen äussert, das abgelieferte Werk als vertragsgemäss erstellt gelten zu lassen (BGE 129 III 

738 E. 7.2; 118 II 142 E. 4 in fine; 111 II 170 E. 2; BGer 4A_298/2019 vom 31. März 2020 

E. 6.1; 4A_319/2017 vom 23. November 2017 E. 2.3.1; 4A_625/2015 vom 29. Juni 2016 E. 4.2, 

nicht publ. in: BGE 142 III 581; 4A_252/2010 vom 25. November 2010 E. 5.3 und 4C.469/2004 

vom 17. März 2005 E. 2.2; je mit Hinweisen; GAUCH, a.a.O., Rz. 104 ff.). Ein vor Vollendung 

aller Arbeiten erfolgter Einzug begründet noch keine Ablieferung des Werks i.S.v. Art. 367 

Abs. 1 OR (BGE 94 II 161 E. 2c). Nimmt der Besteller indes das vollendete Werk zweckgemäss 

in Gebrauch, ohne die Vollendungserklärung des Unternehmers abzuwarten, gilt das Werk als 

abgeliefert und damit auch als stillschweigend abgenommen (BGE 115 II 456 E. 4; 

BGer 4A_625/2015 vom 29. Juni 2016 E. 4.2, nicht publ. in: BGE 142 III 581). Ein unvollende-

tes Werk, welches trotz dessen Unvollendung als abgeliefert gilt, ist als mangelhaftes Werk 

i.S.v. Art. 367 ff. OR zu behandeln (GAUCH, a.a.O., Rz. 105). 

8.2 Unbestrittenermassen ist im vorliegenden Fall die Stahlhalle montiert und aufgestellt 

worden, jedoch scheint diese nicht ausreichend dicht zu sein. Der Berufungsbeklagte vertritt 

dabei die Auffassung, dass zahlreiche Arbeitsschritte (hauptsächlich die Dichtigkeit betreffend) 

nicht ausgeführt worden seien, folglich das Werk noch nicht vollendet sei und die Rügefrist nach 

Art. 367 Abs. 1 OR noch nicht zu laufen begonnen habe. Da die unterlassenen Arbeiten kausal 

und wesentlich für die Undichtheit des Werks seien, könne es sich denn auch nicht um unter-

geordnete Arbeiten handeln, welche einer allfälligen Vollendung des Werks nicht im Wege 

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stünden. Wie bereits erwähnt, ist das Werk vollendet, wenn alle vereinbarten Arbeiten vorge-

nommen worden sind. In Ermangelung eines schriftlichen Werkvertrags oder Leistungsver-

zeichnisses, entzieht es sich der gerichtlichen Beurteilung, ob dies vorliegend der Fall ist. Indes 

sind gemäss der Feststellung der Vorinstanz die letzten Arbeiten in der Kalenderwoche 19 des 

Jahres 2016 vorgenommen worden. Dies wird vom Berufungsbeklagten im Rechtsmittelverfah-

ren nicht bestritten. Demzufolge hat die Berufungsklägerin das Werk zu diesem Zeitpunkt – zu-

mindest stillschweigend – als vollendet und abgeliefert qualifiziert. Ein besonderer Abnahmewil-

le des Berufungsbeklagten ist – wie bereits erwähnt – nicht erforderlich. Eine allfällige Aufforde-

rung zur Fertigstellung der Arbeit legt der Berufungsbeklagte nicht ins Recht. Dass der Beru-

fungskläger die Stahlhalle anschliessend in Gebrauch genommen hat, begründet per se zwar 

noch keine Ablieferung bzw. Annahme, ist jedoch als zusätzliches Indiz dafür zu werten. Ob das 

Werk auch mängelfrei gewesen ist, spielt indes keine Rolle. Soweit der Berufungsbeklagte in 

Rz. 28 seiner Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 11. Juni 2021 geltend macht, die 

Unterlassungen der Berufungsklägerin hätten ein unvollendetes Werk zur Folge, verkennt er 

den Begriff der Vollendung. So ist mit der Berufungsklägerin zwar einig zu gehen, dass nicht 

ausgeführte Arbeiten einer Vollendung grundsätzlich im Wege stehen. Eine Unterlassung be-

gründet jedoch per se noch kein unvollendetes Werk, sondern kann auch zu einem mangelhaft 

errichteten Werk führen, da auch dem Mangel eine Unterlassung – diejenige der gebotenen 

Sorgfalt – inhärent ist. Im vorliegenden Fall moniert der Berufungsbeklagte die fehlende Dich-

tigkeit der Halle. Das Gutachten führt diese hauptsächlich auf eine unsorgfältige Arbeitsausfüh-

rung zurück (siehe Gutachten vom 4. September 2019, Antwort auf Frage 19, S. 12 ff.), wes-

halb schon deshalb von einem vollendeten, jedoch mangelhaften Werk auszugehen ist. Sodann 

hält das Gutachten fest, dass gewisse notwendige Arbeitsschritte (Einbauen von Kalotten bei 

den Befestigungen der Dachpaneelen, Anreifen der Bleche der Dachpaneelen etc.) nicht aus-

geführt worden sind (a.a.O., S. 12 f.). Allerdings stehen diese Versäumnisse – entgegen der 

Ansicht des Berufungsbeklagten – einer Vollendung nicht im Weg. Die Ausführung dieser Arbei-

ten ist zwar notwendig, um die Halle sorgfältig abzudichten, funktional, d. h. mit Blick auf den 

Zweck der Halle an sich, jedoch von untergeordneter Bedeutung. Die Unterlassung dieser Ar-

beiten beschlägt folglich nicht die Fertigstellung des Gesamtwerks, sondern verletzt die gebote-

ne Sorgfalt, was Wesensmerkmal des Mangels ist. Dies hat überdies auch der Experte D.____ 

anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. November 2020 ausgesagt, indem er festgehalten 

hat, dass Arbeiten die nicht mehr nachgeholt werden können, technische Mängel darstellten 

(Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 12. November 2020, S. 10). Entgegen der Auffassung 

der Berufungsklägerin sind die Feststellungen der Vorinstanz dadurch mit den Aussagen des 

Gutachters kongruent und folglich nicht zu beanstanden. Die Undichtigkeit der Stahlhalle hat 

somit nicht die fehlende Vollendung, sondern die Mangelhaftigkeit derselben zur Folge. Die 

Vorinstanz ist deshalb zu Recht davon ausgegangen, dass die Rügefrist gemäss Art. 367 

Abs. 1 OR ab der Kalenderwoche 19 des Jahres 2016 zu laufen begonnen hat. 

9. Der Berufungsbeklagte stellt sich in seiner Berufungsantwort und Anschlussberufung 

vom 11. Juni 2021 lediglich auf den Standpunkt, dass die Rügefrist i.S.v. Art. 367 Abs. 1 OR 

zufolge fehlender Vollendung des Werks noch nicht zu laufen begonnen habe. Wie der vorste-

henden E. 8.2 zu entnehmen ist, kann dieser Ansicht jedoch nicht gefolgt werden. Inwiefern die 

vorinstanzlichen Erwägungen zur verspäteten Mängelrüge fehlerhaft wären, legt der Beru-

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fungsbeklagte mit keinem Wort dar. Der Verrechnungseinrede des Berufungsbeklagten ist des-

halb von Anfang an kein Erfolg beschieden. Auch die übrigen vor der Vorinstanz geltend ge-

machten Verrechnungspositionen (CHF 20'000.00 für das Sandstrahlen und Beschichten von 

letztendlich nicht benötigtem Stahl durch die S.____ AG sowie der Bestellung von 34 nicht be-

nötigten und letztlich teilweise beschädigten Paneelen) finden in der Berufungsantwort und An-

schlussberufung vom 11. Juni 2021 keine Erwähnung, weshalb weitere Ausführungen dazu 

entbehrlich sind und die Anschlussberufung vollumfänglich abzuweisen ist. 

10. Die Berufung richtet sich schliesslich gegen die erstinstanzliche Verteilung der Experti-

sekosten von CHF 41'345.55. Die Berufungsklägerin moniert, die Expertisekosten seien zum 

überwiegenden Teil auf die vom Berufungsbeklagten erhobene Mängeleinrede zurückzuführen. 

Jedoch sei der Berufungsbeklagte in diesem Punkt vor der Vorinstanz vollständig unterlegen. 

Es sei deshalb unbillig, die ganzen (recte: sieben Achtel) Expertisekosten der Klägerin aufzuer-

legen und vielmehr angezeigt, dem Berufungsbeklagten drei Viertel der Expertisekosten aufzu-

erlegen. Der Berufungsbeklagte bringt demgegenüber vor, besondere Umstände i.S.v. Art. 107 

Abs. 1 lit. f ZPO, welche eine Abweichung von den Verteilungsgrundsätzen rechtfertigen wür-

den, lägen keine vor. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Berufungsklägerin die Meinung ver-

treten könne, die Mängel seien zum allergrössten Teil nicht auf sie zurückzuführen. Die Vertei-

lung der Vorinstanz sei demzufolge nicht zu beanstanden. Grundsätzlich sind die Prozesskos-

ten der unterliegenden Partei aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) resp. nach dem Ausgang des 

Verfahrens zu verteilen, wenn keine Partei vollständig obsiegt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Gemäss 

Art. 107 Abs. 1 ZPO kann das Gericht in gewissen Fällen von diesen Verteilungsgrundsätzen 

abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen. Mit der Berufungsklägerin einig zu 

gehen ist, dass der Berufungsbeklagte mit seiner Verrechnungseinrede weder im vorinstanzli-

chen Verfahren noch im Berufungsverfahren durchgedrungen ist. Eine Verteilung der Experti-

sekosten wie sie die Vorinstanz vorgenommen hat (sieben Achtel zu Lasten der Berufungsklä-

gerin und ein Achtel zu Lasten des Berufungsbeklagten), erscheint angesichts der vorliegenden 

Umstände in der Tat unbillig. So äussert sich das Gutachten vom 4. September 2019 in weiten 

Teilen, das Ergänzungsschreiben vom 17. September 2019 ausschliesslich und das Ergän-

zungsgutachten vom 8. Juni 2020 beinahe ausschliesslich zu den vom Berufungsbeklagten 

geltend gemachten Mängeln. Zudem beinhaltet sowohl das Gutachten vom 4. September 2020 

als auch das Ergänzungsgutachten vom 8. Juni 2020 eine aufwändige Fotodokumentation der 

Mängel oder gar technische Zeichnungen. Indes halten sich die Anzahl Fragen zum Aufwand 

der Berufungsklägerin und zu den vom Berufungsbeklagten geltend gemachten Mängeln unge-

fähr die Waage, weshalb es in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO angemessen er-

scheint, der Berufungsklägerin ein Drittel und dem Berufungsbeklagten zwei Drittel der vo-

rinstanzlichen Expertisekosten aufzuerlegen. 

11. Abschliessend bleibt über die Verteilung und Liquidation der Prozesskosten des Beru-

fungsverfahrens, bestehend aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 

1 ZPO), zu entscheiden. Gemäss Art. 106 Abs. 1 werden diese der unterliegenden Partei aufer-

legt. Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung sind sie nach dem Ausgang des Verfahrens zu 

verteilen, wenn keine Partei vollständig obsiegt hat. Vorliegend ist die Berufungsklägerin mit 

ihrer Berufung nur marginal und der Berufungsbeklagte mit seiner Anschlussberufung über-

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haupt nicht durchgedrungen. Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, die Gerichts-

kosten, welche in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 4 der Verordnung über 

die Gebühren der Gerichte (GebT, SGS 170.31) auf CHF 15'000.00 festgesetzt werden, den 

Parteien je hälftig aufzuerlegen. Analoges gilt auch für die Parteientschädigung, sodass jede 

Partei ihre eigenen Kosten selbst zu tragen hat. 

  

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Demnach wird erkannt: 

://: 1.  In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffern 4 

und 5 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 

12. November 2020 (Dossier 150 17 349 II) aufgehoben und wie folgt 

neu gefasst: 

4.  Die C.____ Bank, wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

angewiesen, von dem bei ihr hinterlegten Betrag des Beklagten den Betrag 

von CHF 17'922.55 zuzüglich Zins zu 5% auf CHF 127'902.85 vom 30. Mai 

2016 bis 27. Oktober 2016 sowie Zins zu 5% auf CHF 17'922.85 ab 

28. Oktober 2016 bis zum Tag der Überweisung des Betrags, zuzüglich 

Zahlungsbefehlskosten von CHF 203.30, Kosten für die Eintragung des 

Bauhandwerkerpfandrechts von CHF 1'093.00, Kosten des erstinstanzli-

chen Verfahrens von CHF 2'057.05 (inkl. Anteil Friedensrichterkosten) so-

wie Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens von CHF 7'500.00 an die 

Klägerin und den Restbetrag an den Beklagten zu bezahlen. 

5.  Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 240.00 werden der Klä-

gerin zu sieben Achtel und dem Beklagten zu einem Achtel auferlegt. Die 

Gerichtsgebühr von CHF 40'000.00, zuzüglich Zeugenentschädigungen 

von CHF 400.00, wird der Klägerin zu sieben Achtel und dem Beklagten zu 

einem Achtel auferlegt. Die Expertisekosten von CHF 41'345.55 werden 

der Klägerin zu einem Drittel und dem Beklagten zu zwei Drittel auferlegt. 

 Die Forderung des Staates betreffend Gerichtskosten wird mit den geleis-

teten Kostenvorschüssen von CHF 80'000.00 verrechnet. Die Klägerin hat 

Kostenvorschüsse von CHF 55'000.00 geleistet. Der Beklagte hat einen 

Kostenvorschuss von CHF 25'000.00 geleistet. Die Klägerin hat Gerichts-

kosten von CHF 49'341.85 zu tragen. Der Beklagte hat Gerichtskosten von 

CHF 32'643.70 zu tragen. 

 Der Beklagte hat der Gerichtskasse den ausstehenden Betrag von 

CHF 1'745.55 zu bezahlen. 

Die Klägerin hat dem Beklagten eine Parteientschädigung von 

CHF 4'021.10 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen, welche jedoch mit 

dem Anteil des von der Klägerin zu viel geleisteten und durch den Beklag-

ten zu ersetzenden Kostenvorschusses von CHF 5'868.15 verrechnet wird. 

Demzufolge hat der Beklagte der Klägerin noch CHF 2'057.05 (inkl. Anteil 

Friedensrichterkosten) zu bezahlen. 

 

  

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  Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 2.  Die Anschlussberufung wird abgewiesen. 

 3.  Die Entscheidgebühr von CHF 15'000.00 für das Berufungsverfahren 

wird den Parteien je hälftig auferlegt. 

Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss 

von CHF 15'000.00 verrechnet. 

Der Berufungsbeklagte hat der Berufungsklägerin für das Berufungsver-

fahren CHF 7'500.00 zu ersetzen. 

  Jede Partei trägt ihre eigenen Parteikosten. 

Präsident 

 

Roland Hofmann 

Gerichtsschreiber 

 

Dario Glauser 

 

 

 

 

 

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