# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf05fdc0-0225-567a-af7b-c3042f2b86b0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.05.2016 D-2431/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2431-2014_2016-05-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2431/2014 
thc/fes 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  M a i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Walter Lang,    

Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

und ihre Kinder, 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

Syrien,   

alle vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 27. März 2014 / N (…). 

 

D-2431/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, A._______, – Kurde syrischer Herkunft aus 

F._______ – suchte am 23. April 2009 in der Schweiz um Asyl nach. Am 

4. Mai 2009 erhob das damalige BFM seine Personalien und befragte ihn 

zum Reiseweg und summarisch zu den Gründen für das Verlassen des 

Heimatlandes. Am 8. Juni 2009 hörte ihn das BFM einlässlich zu den Asyl-

gründen an. 

A.b Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seines Asylgesuches im 

Wesentlichen aus, während dem Militärdienst von 1988 bis 1990 habe er 

mit Kollegen über das Massaker in Halabdscha diskutiert und sich kritisch 

geäussert. Deshalb sei er damals 32 Tage inhaftiert worden. Weil sein Va-

ter Kontakte zu Masud Barzani, dem Präsidenten der Autonomen Region 

Kurdistan im Nordirak, gehabt habe, sei seine Familie unter stetiger Be-

obachtung des Staates gestanden. Er habe deshalb jedoch nie konkrete 

Nachteile erlitten. Er sei kurdischer Sänger und habe in einer Folklore-

gruppe namens "(...)" patriotische kurdische Lieder gesungen, meistens 

von Şivan Perwer. Ihm sei vor Veranstaltungen jeweils gesagt worden, er 

dürfe nicht auftreten, er habe es aber trotzdem gemacht. Aus Angst vor den 

Behörden und zum Arbeiten sei er auch immer wieder ins Ausland gegan-

gen. Im Februar 2009 unmittelbar vor einer Probe für das Newroz-Fest 

seien Behörden in die Wohnung, in welcher er habe proben wollen, einge-

drungen und hätten drei seiner Kollegen verhaftet. Er selbst habe mit ei-

nem Kollegen namens G.________ entkommen können, weil sie beide in 

diesem Moment gerade auf dem Dach gewesen seien und die Autos der 

Sicherheitsleute rechtzeitig gesehen hätten. Er sei noch in derselben Nacht 

mit G.________ nach N.________ zu seiner Schwester gegangen, wo er 

sich acht bis zehn Tage lang versteckt habe. Auch in F._______ habe er 

sich daraufhin noch eine gewisse Zeit lang versteckt gehalten. Die Regie-

rung sei aber immer schlimmer geworden, weshalb er am 29. März 2009 

mit Hilfe eines Schleppers mit seinem Pass mit einem Visum ausgestellt 

von den italienischen Behörden nach H.________ geflogen sei. Leute vom 

Sicherheitsdienst hätten sich alle zehn bis 15 Tage zu Hause nach ihm er-

kundigt. Seine Frau habe immer gesagt, sie wisse nicht, wo er sei. Seine 

Freunde seien im Militärgefängnis und ihre Namen seien im Internet ver-

breitet worden. 

A.c Der Beschwerdeführer reichte seinen Führerschein, seinen Ausweis 

der (…) und je zwei Fotos, welche ihn mit seiner Folkloregruppe und an 

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Seite 3 

einem Konzert von Şivan Perwer zeigen, und ein Foto seines Vaters mit 

dem Kulturminister der Autonomen Region Kurdistan ein. 

B.  

Am 28. Juli 2009 fragte das BFM die Schweizer Botschaft in Damaskus an, 

ob der Beschwerdeführer einen syrischen Pass und Syrien legal verlassen 

habe und ob er von den syrischen Behörden gesucht werde. 

C.  

Am 17. August 2009 reichte der Beschwerdeführer Identitätsdokumente 

ein.  

D.  

Mit Schreiben vom 5. Januar 2010 antwortete die Schweizer Vertretung in 

Damaskus dem BFM, dass der Beschwerdeführer syrischer Staatsbürger 

sei, einen syrischen Pass besitze und am 29. März 2009 über den Flugha-

fen F._______ aus Syrien nach Italien ausgereist sei und in Syrien nicht 

gesucht werde. Mit dem Antwortschreiben sandte sie dem BFM das Dos-

sier mit den Visaunterlagen für Italien zu. 

E.  

Mit Schreiben vom 19. Februar 2010 gewährte das BFM das rechtliche Ge-

hör zur Botschaftsabklärung und gab dem Beschwerdeführer die Möglich-

keit zur Stellungnahme. 

F.  

Am 3. März 2010 nahm der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen vor-

maligen Rechtsvertreter, zum Abklärungsergebnis der Botschaft Stellung 

und führte aus, dass die Abklärungen dazu führen würden, dass den syri-

schen Behörden Personalien der Asylsuchenden zur Kenntnis gebracht 

würden, was das Verfolgungsinteresse nicht geringer mache. Die syri-

schen Sicherheitskräfte wüssten schon seit langem, dass die von den we-

nigen immer wieder betrauten Vertrauensanwälte nachgefragten Persona-

lien zu Personen gehören würden, die sich in der Schweiz als Asylsu-

chende aufhalten würden. Es seien Einzelfälle bekannt, in welchen gerade 

wegen den eingeleiteten Abklärungen Angehörige von syrisch-kurdischen 

Asylsuchenden von den Sicherheitskräften aufgesucht worden seien. Der 

Erhalt eines Passes vor Jahren spreche nicht gegen das Bestehen eines 

Verfolgungsinteresses, zumal die syrische Regierung die Emigration kurdi-

scher Staatsbürger erleichtere, wenn nicht gar fördere. Er sei mit einem 

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Schlepper ausgereist. Die registrierte Ausreise spreche ebenfalls nicht ge-

gen das Vorliegen einer Verfolgungssituation. Er halte daran fest, dass er 

behördlich gesucht werde. Die syrischen Behörden würden gegenüber 

Drittstaaten wohl kaum zugeben, dass sie einen ihrer Staatsangehörigen 

aus einem von Art. 3 AsylG (SR 142.31) erwähnten Grund festnehmen wol-

len. 

G.  

Mit Verfügung vom 16. März 2010 lehnte das BFM das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete deren Vollzug an. Eine vom Beschwerdeführer dagegen erhobene 

Beschwerde vom 15. April 2010 wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit 

Entscheid vom 9. August 2011 als gegenstandslos geworden abgeschrie-

ben, nachdem das BFM am 8. August 2011 die Verfügung vom 16. März 

2010 aufhob und beschloss, das Asylgesuch erneut zu prüfen. 

Der Beschwerdeführer reichte im Beschwerdeverfahren eine Vorladung 

des Bezirksgerichts I.________ vom April 2009, inklusive Übersetzung und 

Briefumschlag, einen Bericht der PYD (Partiya Yekitîya Demokrat; Demo-

kratische Einheitspartei) über verschiedene Festnahmen in Syrien inklu-

sive Übersetzung und Flugblätter der Kurdischen Yekiti-Partei in Syrien, 

Sektion Schweiz, Fotos von Demonstrationsteilnahmen und eine CD über 

seinen Auftritt an einem Newroz-Fest in J.________ und eine DVD über 

einen Auftritt in F._______ ein. 

H.  

Die Beschwerdeführerin, B._______ – Kurdin aus F._______ – reichte mit 

den drei Kindern am 21. Dezember 2011 auf der Schweizer Botschaft in 

K.________ ein Asylgesuch ein. Die Beschwerdeführerin und der älteste 

Sohn, C._______, sind in K.________ am 27. Januar 2012 beziehungs-

weise am 6. Februar 2012 zu ihren Asylgründen angehört worden. Sie 

reichten einen Auszug aus dem Familien-Melderegister inklusive Überset-

zung, das Familienbüchlein und je eine Passkopie ein.  

I.  

Am 3. Mai 2012 reichte der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen 

Rechtsvertreter, Fotos und ein Flugblatt einer Demonstration in 

J.________ und einen Ausdruck eines Films auf YouTube betreffend eine 

Demonstration am (…) 2011 ein. 

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Seite 5 

J.  

Mit Schreiben vom 25. Mai 2012 reichte der Beschwerdeführer, handelnd 

durch seinen Rechtsvertreter, die Auskunft der Schweizerischen Flücht-

lingshilfe (SFH) vom 7. September 2010, Syrien: Zuverlässigkeit von Bot-

schaftsabklärungen und Dokumente zu exilpolitischen Tätigkeiten und zur 

Situation in Syrien ein. 

K.  

Am 3. Oktober 2012 sind die Beschwerdeführenden im Rahmen eines 

Dublin-Verfahrens von Holland herkommend in die Schweiz eingereist. Die 

Beschwerdeführerin mit ihren drei Kindern stellte im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum (EVZ) L.________ ein Asylgesuch. In der Folge wurden 

ihre Asylgesuche aus dem Ausland am 3. Oktober 2012 als gegenstands-

los geworden abgeschrieben.  

L.  

Am 16. Oktober 2012 erhob das BFM die Personalien der Beschwerdefüh-

rerin und des ältesten Sohnes und befragte beide zum Reiseweg und sum-

marisch zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes. Dem Be-

schwerdeführer wurde das rechtliche Gehör dazu gewährt, um allfällige 

neue Probleme seit seiner Ausreise geltend zu machen. 

M.  

Mit Eingabe vom 25. Juli 2013 reichten die Beschwerdeführenden, han-

delnd durch ihren Rechtsvertreter, weitere Beweismittel betreffend die exil-

politischen Tätigkeiten des ältesten Sohnes ein und erwähnten, dass die-

ser an der Demonstration vom (…) eine Ansprache gehalten habe. 

N.  

Am 27. August 2013 reichten die Beschwerdeführenden, handelnd durch 

ihren Rechtsvertreter, ein ärztliches Schreiben von Dr. med. M.________ 

vom 13. August 2013 betreffend die Beschwerdeführerin zu den Akten. 

O.  

Mit Eingabe vom 19. November 2013 reichten die Beschwerdeführenden 

weitere Beweismittel zu Demonstrationsteilnahmen in der Schweiz zu den 

Akten. 

P.  

Am 10. Januar 2014 hörte das BFM die Beschwerdeführerin und die bei-

den Söhne, C._______ und D._______ einlässlich zu den Asylgründen an. 

Der Beschwerdeführer wurde gleichentags ergänzend angehört.  

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P.a Der älteste Sohn, C._______, führte zur Begründung seines Asylgesu-

ches im Wesentlichen aus, er sei im Mai 2011 einmal stundenlang in einer 

Bäckerei angestanden, um Brot zu holen, als sich jemand mit der Begrün-

dung vorgedrängt habe, vom Sicherheitsdienst zu sein. Er habe die Person 

konfrontiert und daraufhin sei es zu einer tätlichen Auseinandersetzung ge-

kommen, im Laufe welcher er am Oberarm verletzt worden sei. Er habe in 

N.________ am 15. Juli 2011 an einer Demonstration teilgenommen. 

Seine Familie habe darauf bestanden, dass er wieder nach F._______ zu-

rückkehre. Er habe als (…) und seit Juli 2011 nebenbei in einer (…) gear-

beitet. Dort seien auch Demonstrationstransparente ge(…) worden. Als er 

am 3. Dezember 2011 nach seiner Mittagspause zur Arbeit in der (...) habe 

zurückkehren wollen, habe ihn eine Person gefragt, ob er in der (...) arbei-

ten würde. Er habe dies bejaht und als die Person seinen Arm habe packen 

wollen, sei er geflohen. In jenem Moment habe er realisiert, dass es eine 

Polizeikontrolle in der (...) gegeben habe. Er sei zunächst nach Hause ge-

flüchtet. Seine Mutter habe ihn sogleich in das Dorf ihrer Eltern, 

O.________, nahe der türkischen Grenze, geschickt in der Hoffnung, dass 

sich die Lage beruhige und er wieder zurückkehren könne. Die Sicherheits-

kräfte hätten ihn zu Hause gesucht. Am 13. Dezember 2011 sei seine Mut-

ter mit den Geschwistern ins Dorf gekommen und habe gesagt, dass die 

Situation nicht gut sei und sie ausreisen müssten. Er habe nicht legal aus-

reisen können. Als sein Grossvater mit seinem Pass die Ausreise-Formali-

täten habe erledigen wollen, habe ihm der Mitarbeiter, der seinen Gross-

vater gekannt habe, mitgeteilt, dass sein Name auf einer Liste der Behör-

den stehe und er gesucht werde. Am 16. Dezember 2011 sei er deshalb 

mit Hilfe der Anweisungen seines Grossvaters zu Fuss illegal ausgereist. 

In der Türkei habe er bei weit entfernten Verwandten gewohnt. Es habe 

dort immer wieder Patrouillen türkischer Behörden gegeben und er habe 

Angst gehabt. Sein Cousin, der mit ihm in der (...) gearbeitet habe, sei bei 

jener Kontrolle am 3. Dezember 2011 mit den anderen (...)mitarbeitern ver-

haftet worden und er wisse bis heute nicht, was mit ihm geschehen sei. Die 

syrischen Behörden hätten nach ihrer Ausreise das Haus in F._______ in 

Brand gesteckt. In der Schweiz sei er exilpolitisch tätig, trage Gedichte an 

Demonstrationen vor und sei Mitglied einer Gruppe namens (…) welche 

kurdische Folklore tanze, Musik spiele und singe.  

Anlässlich der Anhörung zeigte der älteste Sohn ein auf seinem Handy ge-

speichertes Foto von seinem Grossvater mit Masud Barzani und reichte 

eine Speicherkarte mit Fotos und Videos von Demonstrationsteilnahmen, 

einer Rede und von Auftritten der Gruppe (…) ein. 

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P.b Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen zur Asylbegründung 

geltend, dass seit der Ausreise ihres Mannes die syrischen Behörden re-

gelmässig und zu jeder Zeit bei ihnen zu Hause nach ihrem Mann gefragt, 

das Haus durchsucht und dabei Sachen zerstört und sie beleidigt hätten. 

Nach vier bis fünf Monaten hätten die Durchsuchungen aufgehört. Nach-

dem der älteste Sohn von zu Hause geflohen sei, sei sie mit ihren beiden 

jüngeren Kindern noch ungefähr zehn Tage in F._______ geblieben. Wäh-

rend dieser Zeit seien die Behörden mehrere Male gekommen, um nach 

ihrem Sohn zu fragen und hätten das Haus durchsucht. Am 8. oder 9. De-

zember 2011 hätten ihr die Sicherheitskräfte gedroht, sie werde mitgenom-

men, wenn sich der Sohn nicht selber bei ihnen melde. Am 13. Dezember 

2011 sei sie mit ihren beiden jüngeren Kindern nach O.________ gegan-

gen und von dort gleichentags legal aus Syrien ausgereist. In der Türkei 

sei der älteste Sohn wieder zu ihnen gestossen. Sie habe die kurdische 

Partei von Masud Barzani unterstützt. Ungefähr zwei Wochen nach der Be-

fragung auf der Botschaft in der Türkei habe sie mit ihrem Vater telefoniert. 

Er habe ihr mitgeteilt, dass die Behörden bei ihnen zu Hause in F._______ 

gewesen seien und das Haus in Brand gesteckt hätten. Alle Geschwister, 

die in F._______ gelebt hätten, seien geflüchtet. 

P.c Der zweitälteste Sohn führte zur Begründung seines Asylgesuches im 

Wesentlichen aus, seine Familie sei durch die Behörden oft belästigt wor-

den, indem diese zuerst wegen seinem Vater und später wegen seinem 

älteren Bruder jeweils ohne Bewilligung ins Haus gekommen seien. Er sei 

dabei jedoch nie direkt angesprochen oder angegriffen worden.  

P.d Der Beschwerdeführer führte ergänzend aus, er sei seit der Militär-

dienstentlassung Mitglied der Kurdischen Demokratischen Partei (PDK) 

gewesen und habe eine eigene Künstlergruppe für Gesang innerhalb der 

Partei gegründet. Am Ende der ergänzenden Anhörung sang er ein kurdi-

sches Lied vor. 

Q.  

Mit Verfügung vom 27. März 2014 stellte das BFM fest, der Beschwerde-

führer und der älteste Sohn würden die Flüchtlingseigenschaft erfüllen, die 

Beschwerdeführerin und die beiden anderen Kinder nicht. Diese würden 

jedoch in die Flüchtlingseigenschaft des Ehemannes respektive Vaters ein-

bezogen. Das BFM lehnte die Asylgesuche ab und verfügte die Wegwei-

sung aus der Schweiz. Deren Vollzug schob es wegen Unzulässigkeit zu 

Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. 

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Seite 8 

R.  

Mit Eingabe vom 5. Mai 2014 liessen die Beschwerdeführenden, handelnd 

durch ihren Rechtsvertreter, gegen diesen Entscheid beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihnen Einsicht 

in die Akten A7/4, A16/1, A17/4, A21/1 bis A25/8, A27/1 bis A29/2, A31/5 

bis A41/1, A43/1 bis A47/4, A49/2, A51/1, A53/2, A54/3, A69/3 bis A71/4, 

A74/1, A89/2 bis A91/2 und in sämtliche auf sämtlichen Verfahrensstufen 

eingereichte Beweismittel zu gewähren [1]. Eventualiter beantragten sie 

die Gewährung des rechtlichen Gehörs zu diesen Akten und Beweismitteln 

[2] sowie nach Gewährung der Akteneinsicht und eventualiter des rechtli-

chen Gehörs die Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung ei-

ner Beschwerdeergänzung [3]. Es sei die Rechtskraft der angefochtenen 

Verfügung betreffend Feststellung der Flüchtlingseigenschaft festzustellen 

[4]. Im Übrigen sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache 

ans BFM zurückzuweisen [5]. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft 

sämtlicher Familienmitglieder festzustellen und Asyl zu gewähren [6].  

S.  

Die Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts forderte die Be-

schwerdeführenden mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2014 auf, innert 

Frist einen Kostenvorschuss zu leisten mit der Androhung, es werde an-

sonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten. 

T.  

Mit Eingabe vom 21. Mai 2014 ersuchten die Beschwerdeführenden durch 

ihren Rechtsvertreter um Befreiung von der Pflicht zur Leistung eines Kos-

tenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. 

Sie reichten eine Sozialhilfebestätigung vom 20. Mai 2014 ein. 

U.  

Mit Verfügung vom 23. Mai 2014 hiess die Instruktionsrichterin die Gesu-

che um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Erlass von der 

Kostenvorschussleistungspflicht gut. 

V.  

Mit Verfügung vom 16. Juli 2015 wies die Instruktionsrichterin den Antrag, 

es sei Einsicht in die Akte A22/2, A39/1, A41/1, A71/4 und A91/2 oder das 

rechtliche Gehör zu gewähren, ab. Gleichzeitig wies sie das SEM an, den 

Beschwerdeführenden die Akten A7/4, A16/1, A17/4, A21/1, A23/2, A24/3, 

A25/8, A27/1, A28/1, A29/2, A30/15, A31/5, A32/1, A33/3, A34/2, A35/2, 

A36/1, A37/3, A38/5, A40/1, A43/1, A44/1, A45/2, A46/1, A47/4, A49/2, 

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Seite 9 

A51/1, A53/2, A54/3, A69/3, A70/11, A74/1, A89/2 und A90/6 offen zu legen 

und in die von den Beschwerdeführenden eingereichten Beweismittel Ein-

sicht zu gewähren und gab ihnen Gelegenheit, eine Beschwerdeergän-

zung einzureichen. 

W.  

Am 10. August 2015 reichten die Beschwerdeführenden, handelnd durch 

ihren Rechtsvertreter, eine Beschwerdeergänzung ein und machten gel-

tend, das SEM habe ihnen immer noch keine Einsicht in die von ihnen ein-

gereichten Beweismittel gewährt, weshalb nochmals beantragt werde, es 

sei Einsicht in die von ihnen eingereichten Beweismittel zu gewähren und 

die Frist der Beschwerdeergänzung zu erstrecken. 

X.  

Mit Verfügung vom 12. August 2015 wies die Instruktionsrichterin das SEM 

nochmals an, den Beschwerdeführenden Einsicht in die von ihnen einge-

reichten Beweismittel zu gewähren und gab ihnen Gelegenheit, eine wei-

tere Beschwerdeergänzung einzureichen. 

Y.  

Am 2. September 2015 reichten die Beschwerdeführenden durch ihren 

Rechtsvertreter die Beschwerdeergänzung ein. 

Z.  

Mit Verfügung vom 4. September 2015 gab die Instruktionsrichterin dem 

SEM Gelegenheit, zu den Beschwerdeakten Stellung zu nehmen. 

AA.  

Am 16. September 2015 reichte das SEM eine Vernehmlassung ein. 

BB.  

Am 8. Oktober 2015 reichten die Beschwerdeführenden durch ihren 

Rechtsvertreter eine Replik ein. 

  

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Seite 10 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde 

ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

3.  

3.1 In der Beschwerde und deren Ergänzungen wird vorweg gerügt, der 

Anspruch auf Akteneinsicht und rechtliches Gehör sowie die Pflicht zur voll-

ständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts sei 

verletzt worden. Zahlreiche Beweismittel seien in der angefochtenen Ver-

fügung nicht erwähnt geschweige denn gewürdigt worden. Der vormalige 

Rechtsvertreter habe zahlreiche Beweismittel betreffend die politischen 

und exilpolitischen Tätigkeiten des Vaters eingereicht, welche in der Verfü-

gung mit keinem Wort erwähnt würden. Das SEM habe es unterlassen, das 

eingereichte Foto seines Vaters mit dem Minister für Kultur der Autonomen 

Region Kurdistan zu würdigen und es sei offensichtlich, dass dieses ge-

wisse Tatsachen beweise. Es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz aufgrund 

der als unglaubhaft erachteten Vorbringen von der Unechtheit der Beweis-

mittel ausgehe. Die Vorinstanz habe nicht konkret ausgeführt, weshalb der 

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Seite 11 

Sohn die Flüchtlingseigenschaft lediglich aufgrund seiner eigenen exilpoli-

tischen Tätigkeiten in der Schweiz erfülle: Der Sohn habe sich nämlich bis 

Ende 2011 noch in Syrien befunden, während sein Vater bereits in der 

Schweiz gelebt und sich hier exilpolitisch betätigt habe. Die Probleme des 

Sohnes würden eng mit den Problemen seines Vaters zusammenhängen. 

Die Vorinstanz habe es unterlassen, die entsprechende Abgrenzung vor-

zunehmen. Weiter habe sie mehrere Elemente des Sachverhalts nicht er-

wähnt, wie dass der Vater mit Hilfe eines Schleppers aus Syrien habe aus-

reisen müssen und die verhafteten Freunde des Vaters in einem Militärge-

fängnis festgehalten worden seien, die Behörden sich auch nachts nach 

dem Vater erkundigt, jeweils auch das Haus durchsucht und einmal die 

Mutter im Badezimmer überrascht hätten, dass die (...) Demonstrations-

transparente und Broschüren für Demonstrationen produziert habe und 

von den Behörden geschlossen worden sei, die Behörden der Mutter ge-

droht hätten, sie würden sie verhaften, sollte ihr Sohn nicht auftauchen, 

und die Mutter mit den kurdischen Oppositionsparteien und Masud Barzani 

sympathisiere. Weiter habe das SEM nicht erwähnt, dass der Sohn von 

seinem Cousin aufgefordert worden sei, ebenfalls in der Nacht Demonst-

rationsplakate zu (…), sämtliche Arbeiter der (...) verhaftet worden seien 

und der Vater Mitglied der Kurdischen Demokratischen Partei gewesen sei. 

Der Vater sei mehrmals beim Arzt gewesen, wegen starken  

Hals-, Nasen- und Ohrenschmerzen. Das SEM hätte weitere Abklärungen 

betreffend den gesundheitlichen Zustand vornehmen müssen. Es handle 

sich um eine schwerwiegende Verletzung der Abklärungspflicht, dass das 

SEM nach der Wiederaufnahme des Verfahrens die Anhörung des Vaters 

erst beinahe vier Jahre nach dem Asylgesuch durchgeführt habe. Die er-

wähnten Gehörsverletzungen würden gleichzeitig eine Verletzung des Will-

kürverbots bedeuten.  

3.2 Betreffend das Recht auf Akteneinsicht machen die Beschwerdefüh-

renden zum einen geltend, dass ihnen durch die Vorinstanz keine vollstän-

dige Einsicht in die Akten und Beweismittel des erstinstanzlichen Asylver-

fahrens gewährt worden sei. Mit Verfügungen vom 16. Juli 2015 und 

12. August 2015 – mit welchen die Instruktionsrichterin das SEM auffor-

derte, Einsicht in die dem Akteneinsichtsrecht unterstehenden Akten und 

Beweismittel zu gewähren – wurde hierzu bereits ausgeführt, dass es sich 

bei den vorinstanzlichen Akten A22/2, A39/1, A41/1 A71/4 und A91/2 um 

Unterlagen handelt, die ausschliesslich für den Amtsgebrauch bestimmt 

sind und keinen Beweischarakter aufweisen, weshalb diese nicht der Ak-

teneinsicht unterliegen. Dem ist nichts mehr beizufügen. Eine Verletzung 

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Seite 12 

des rechtlichen Gehörs ist insofern in diesem Zusammenhang nicht zu er-

kennen. In die Akten A7/4, A16/1, A17/4, A21/1, A23/2, A24/3, A25/8, 

A27/1, A28/1, A29/2, A30/15, A31/5, A32/1, A33/3, A34/2, A35/2, A36/1, 

A37/3, A38/5, A40/1, A43/1, A44/1, A45/2, A46/1, A47/4, A49/2, A51/1, 

A53/2, A54/3, A69/3, A70/11, A74/1, A89/2 und A90/6 und in die Beweis-

mittel wurde den Beschwerdeführenden Einsicht gewährt und ihnen die 

Möglichkeit gegeben, ihre Beschwerde zu ergänzen, damit wurde die dies-

bezügliche Verletzung des rechtlichen Gehörs bereits geheilt. 

3.3 Ferner wird in der Beschwerde geltend gemacht, der angefochtene 

Entscheid der Vorinstanz habe die Abklärungspflicht verletzt, stelle den 

Sachverhalt nicht vollständig fest und sei willkürlich und nicht rechtsgenüg-

lich begründet worden. 

3.3.1 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 

VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die 

Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft 

und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der 

Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). 

Ferner soll die Abfassung der Begründung dem Betroffenen ermöglichen, 

den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was nur der Fall 

ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über 

die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können, wobei sich die 

verfügende Behörde allerdings nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständli-

chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 

kann. Die Begründungsdichte richtet sich dabei nachdem Verfügungsge-

genstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, 

wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interes-

sen des Betroffenen – und um solche geht es bei der Frage der Gewährung 

des Asyls – eine sorgfältige Begründung verlangt wird (vgl. BVGE 2008/47 

E. 3.2 S. 674 f.). Gemäss Lehre und Rechtsprechung liegt Willkür nicht 

schon dann vor, wenn eine andere Lösung in Betracht zu ziehen oder sogar 

vorzuziehen wäre, sondern nur dann, wenn ein Entscheid offensichtlich un-

haltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine 

Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in 

stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. MÜL-

LER/SCHÄFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., 2008, S.11; HÄFELI/ 

HALLER/ KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., 2012, N 

811 f. S. 251 f.; BGE 133 I 149 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen). Dabei muss 

D-2431/2014 

Seite 13 

die angeblich willkürliche Begründung rechtsgenüglich dargelegt werden 

(BGE 116 Ia 426 S. 428, mit weiteren Hinweisen). 

3.3.2 Es trifft nicht zu, dass der Beschwerdeführer erst vier Jahre nach der 

Asylgesuchstellung angehört wurde. Der Beschwerdeführer stellte am 

23. April 2009 sein Asylgesuch, wurde am 4. Mai 2009 im EVZ befragt und 

bereits am 8. Juni 2009 im Sinne von Art. 29 Abs. 1 AsylG angehört. Nach 

der Wiederaufnahme des Asylverfahrens durch das SEM wurde dem Be-

schwerdeführer am 16. Oktober 2012 nochmals das rechtliche Gehör ge-

währt, damit er allfällige neue Sachverhalte hätte geltend machen können. 

Bei der Anhörung am 10. Januar 2014 handelte es sich bloss um eine er-

gänzende Anhörung im Sinne von aArt. 41 Abs. 1 AsylG. Die Vorinstanz 

hat insofern den Sachverhalt ausreichend abgeklärt und der Beschwerde-

führer hatte genügend Möglichkeiten seine Asylgründe darzulegen. Es be-

stand deshalb auch kein Anlass, noch weitere Abklärungen durchzuführen. 

Die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers haben aufgrund 

ihrer Natur für die Frage der Flüchtlingseigenschaft keine Bedeutung und 

sie sind zum heutigen Zeitpunkt auch für die Frage der Durchführbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs nicht relevant, da dieser vom SEM bereits als 

unzulässig erachtet wurde. Auf die vom ältesten Sohn vorgebrachten Asyl-

gründe ist die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung hinreichend ein-

gegangen. Hinsichtlich des Vorwurfs in der Beschwerde, die Vorinstanz 

habe wesentliche Elemente unberücksichtigt gelassen, ist einerseits fest-

zustellen, dass die Vorinstanz die wesentlichen Asylvorbringen der Be-

schwerdeführenden aufgeführt und in der Begründung gewürdigt hat und 

andererseits sie sich nicht mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzen 

muss. Den Beschwerdeführenden war es denn auch ohne weiteres mög-

lich, die Verfügung gestützt auf die dieser zugrunde liegenden Begründung 

in den Erwägungen sachgerecht anzufechten. Hinsichtlich der Rüge, das 

SEM habe es weitgehend unterlassen, die eingereichten Beweismittel zu 

würdigen, ist festzuhalten, dass sich die Behörde nicht zu Beweismitteln 

äussern muss, die Unbestrittenes belegen oder die für den Ausgang des 

Verfahrens irrelevant sind. Den Beweismitteln betreffend die exilpolitischen 

Tätigkeiten hat das SEM mit der Anerkennung des Beschwerdeführers und 

des ältesten Sohnes als Flüchtlinge Rechnung getragen. Die Vorinstanz 

hat zudem im Sachverhalt zahlreiche Beweismittel aufgeführt hat (vgl. an-

gefochtene Verfügung S. 3 f. Ziff. 6). In den Erwägungen nimmt die Vor-

instanz explizit Bezug zur Vorladung, den Fotos und dem Bericht der PYD. 

Bezüglich der Vorladung hat die Vorinstanz deren Echtheit nicht nur mit der 

Unglaubhaftigkeit der Vorbringen abgesprochen, sondern auch aufgrund 

der unterschiedlichen Aussagen der Beschwerdeführenden, weshalb kein 

D-2431/2014 

Seite 14 

willkürliches Vorgehen der Vorinstanz festzustellen ist. Zum Foto des Va-

ters mit einem Vertreter der Autonomen Region Kurdistan nimmt die Vo-

rinstanz zwar nicht explizit Stellung. Da die Vorinstanz die Glaubhaftigkeit 

der diesem Beweismittel zugrunde liegenden Sachverhalt nicht in Abrede 

stellte, drängte sich eine eingehendere Auseinandersetzung mit diesem 

Foto indes auch nicht auf. Eine Verletzung der Begründungspflicht oder 

des Willkürverbots liegt nicht vor. 

3.3.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Abklärungspflicht nicht 

verletzt, der Sachverhalt vollständig erstellt und die Verfügung hinreichend 

begründet wurde, weshalb keine Verletzung des Anspruchs auf das recht-

liche Gehör oder des Willkürverbots festgestellt werden kann.  

3.4 Nach dem Gesagten besteht somit keine Veranlassung, die Verfügung 

aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Der entsprechende Antrag ist daher abzu-

lehnen. Angesichts dessen erübrigt es sich auf den in diesem Zusammen-

hang gestellten Antrag, es sei die Rechtskraft der angefochtenen Verfü-

gung betreffend die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft (Dispositivzif-

fer 1 der angefochtenen Verfügung) festzustellen, einzugehen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

D-2431/2014 

Seite 15 

4.3 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-

matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). 

Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die An-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-

troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden 

kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7 S. 1017 ff., 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., 

2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlings-

eigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen 

Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Situation im 

Zeitpunkt des Asylentscheids ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der 

Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der 

objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid 

sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Per-

son zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f., WALTER STÖCKLI, 

Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 

2009, Rz. 11.17 und 11.18). 

5.  

Die Beschwerdeführenden sind entweder bereits aufgrund von subjektiven 

Nachfluchtgründen als originäre Flüchtlinge anerkannt (Vater und ältester 

Sohn) oder derivativ in die Flüchtlingseigenschaft miteinbezogen worden 

(Mutter und die beiden jüngeren Kinder) und sind alle bereits vorläufig auf-

genommen. Gemäss den Anträgen in der Beschwerde ist deshalb nur noch 

zu prüfen, ob auch die Mutter und die beiden jüngeren Kinder als originäre 

Flüchtlinge anzuerkennen sind und ob allen Beschwerdeführenden Asyl zu 

gewähren ist.  

6.  

6.1 Die Vorinstanz lehnte die Asylgesuche mit der Begründung ab, die Vor-

bringen der Beschwerdeführenden seien einerseits nicht glaubhaft und 

würden andererseits der Asylrelevanz entbehren. 

6.1.1 Im Einzelnen führte es betreffend den Vater aus, bekanntlich würden 

Veranstaltungen, die der Pflege des kurdischen kulturellen Erbes dienen 

würden, von den syrischen Behörden in der Regel toleriert. Staatliche  

D-2431/2014 

Seite 16 

Massnahmen würden erst dann ergriffen, wenn die Behörden kulturelle Ak-

tivitäten als Handlungen gegen die Integrität des syrischen Staates be-

trachten würden, was gemäss den Ausführungen des Vaters anlässlich der 

Befragung im EVZ sowie der ersten Anhörung bei seinen Aktivitäten nicht 

der Fall gewesen sei. Erst die Mutter bringe anlässlich ihres Auslandgesu-

ches ein erstes Mal vor, ihr Mann sei in Syrien jeweils an politische Veran-

staltungen gegangen. Dementsprechend habe auch der Beschwerdeführer 

bei der ergänzenden Anhörung behauptet, er sei bereits im Jahr 1994 oder 

1995 Mitglied der kurdischen Demokratischen Partei gewesen. Er sei bei 

der Befragung im EVZ dazu nicht befragt worden. Erst auf Vorhalt hin, er 

habe die Frage nach seinen politischen Aktivitäten anlässlich der Erstan-

hörung verneint, habe er erklärt, es könne schon sein, er habe sein Enga-

gement jedoch mehr als künstlerische denn als politische Tätigkeit betrach-

tet. Insofern könne ihm eine über die folkloristische Tätigkeit hinausge-

hende politische Tätigkeit nicht geglaubt werden. Die versuchte Fest-

nahme im Vorfeld des Newroz-Festes 2009 – insbesondere wie er und sein 

Freund die Autos des Sicherheitsdienstes durch einen glücklichen Zufall 

rechtzeitig entdeckt hätten und so hätten fliehen können – wirke konstruiert 

und stereotyp. Es mangle seiner Schilderung auch an Begründungstiefe 

und Plausibilität. So habe er erklärt, er und der Nachbar seien im Moment, 

als sie Autos auf der Strasse gesehen hätten, auf dem Dach gewesen und 

hätten deshalb rechtzeitig zum Nachbarn fliehen können. An anderer Stelle 

habe er erklärt, der Nachbar habe zunächst noch die anderen gewarnt, die 

noch im Zimmer gewesen seien. Diese hätten wahrscheinlich nicht die Ge-

legenheit gehabt, zu fliehen, da sie zuerst noch aufstehen und die Schuhe 

hätten anziehen müssen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass seine drei Kol-

legen angesichts der unmittelbar drohenden Gefahr zunächst noch die 

Schuhe angezogen hätten. Die Mutter habe anlässlich der Botschaftsan-

hörung erklärt, die Behörden seien wegen ihres Mannes während drei bis 

vier Monaten nach dessen Weggang immer wieder bei ihnen vorbeigekom-

men, danach sei dieses Problem in Vergessenheit geraten. Anlässlich der 

Anhörung habe sie demgegenüber behauptet, die Behörden hätten fast 

vier Jahre lang immer wieder nach ihrem Ehemann gesucht und erklärt, sie 

habe bei der Botschaftsanhörung Angst gehabt und sich nicht getraut, De-

tails zu erzählen. Diesem Argument könne nicht gefolgt werden, habe sie 

doch die Suche nach ihrem Ehemann nicht gänzlich unerwähnt gelassen 

und habe sie auch von den Problemen ihres Sohnes berichtet. Aufgrund 

der aufgeführten Ungereimtheiten und Widersprüche könne dem Vater die 

Verfolgungssituation nicht geglaubt werden. An dieser Feststellung ver-

möge auch die eingereichte Vorladung nichts zu ändern. Beweismittel 

seien nämlich nicht isoliert, sondern in einem gesamtheitlichen Rahmen zu 

D-2431/2014 

Seite 17 

würdigen. Da ihm seine Vorbringen nicht geglaubt werden könnten, sei 

grundsätzlich an der Echtheit der eingereichten Vorladung zu zweifeln. Es 

sei auch allgemein bekannt, dass in Syrien solche Dokumente unrechtmäs-

sig erworben werden könnten, weshalb ihr Beweiswert als äusserst gering 

einzustufen sei. Ausserdem sei die Mutter zweimal explizit danach gefragt 

worden, ob die Behörden je eine Vorladung für ihren Mann gebracht hätten, 

was sie verneint habe. Erst auf Vorhalt der von ihrem Mann eingereichten 

Vorladung habe sie erklärt, dass sie diese total vergessen habe. Die Fotos, 

welche den Vater in folkloristischer Kleidung und an einem Konzert des 

kurdischen Sängers Şivan Perwer zeigen würden, würden sich leidlich auf 

den Beweis seiner folkloristischer Tätigkeit richten, vermöchten jedoch die 

geltend gemachte Verfolgung nicht zu belegen. Ausserdem würde er den 

Ausdruck eines Berichts der PYD einreichen, in welchen von der Fest-

nahme eines gewissen P.________ berichtet werde, von dem der Vater 

behaupte, dies sei "Q._______", einer seiner drei festgenommenen Kolle-

gen. Der Bericht vermöge jedoch weder zu beweisen, dass dessen Fest-

nahme, etwas mit ihm zu tun habe, noch dass der darin erwähnte 

P._______ überhaupt der von ihm genannte Q._______ sei. Insbesondere 

dass aus dem Bericht hervorgehe, dass P._______ zusammen mit dem 

Hausbesitzer verhaftet worden sei, der Vater jedoch von drei bis vier fest-

genommenen Kollegen berichtet habe, erwecke Zweifel daran, dass es 

sich dabei um denselben Vorfall handle. Die Einschätzung der Unglaubhaf-

tigkeit der Vorbringen des Vaters stehe im Einklang mit den Abklärungen 

der schweizerischen Vertretung in N.________, wonach er in Syrien nicht 

gesucht werde. Die Abklärungen würden stets diskret vorgenommen und 

hätten auch immer wieder zum Ergebnis geführt, dass Personen gesucht 

würden. Aus den vorgängigen Erwägungen sei ersichtlich, dass die Ein-

schätzung der Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen keineswegs nur auf das 

Abklärungsergebnis der Botschaft stütze, sondern das Abklärungsergebnis 

deren Unglaubhaftigkeit lediglich bekräftige. Betreffend der 32-tägigen Haft 

während des Militärdienstes sei ein zeitlich genügend enger Kausalzusam-

menhang zu der 21 Jahre später erfolgten Flucht des Vaters nicht gegeben. 

Dieses Vorbringen erweise sich nicht als asylrelevant. Der Grossvater habe 

zwar durch seine Kontakte zu Vertretern der Autonomen Region Kurdistan 

die Aufmerksamkeit der syrischen Behörden auf seine Familie gelenkt. Je-

doch hätten er und seine Familie deswegen nie konkrete Nachteile erlitten. 

Aufgrund mangelnder Intensität sei auch dieses Vorbringen als nicht asyl-

relevant einzustufen. 

6.1.2 Die Aussagen des ältesten Sohnes zu seiner Arbeit in der (...) würden 

Widersprüche enthalten. So habe er bei der Botschaftsanhörung erklärt, er 

D-2431/2014 

Seite 18 

habe nur tagsüber in der (...) gearbeitet, er habe damals noch nicht ge-

wusst, dass nachts jeweils regierungskritische Transparente ge(…) worden 

seien. Seine Mutter habe erst nach seiner Flucht davon erfahren, als sie in 

einem benachbarten Laden nachgefragt habe. Bei der Anhörung habe er 

hingegen ausgesagt, er habe selbst nachts jeweils auch regierungskriti-

sche Dinge ge(…). Darauf angesprochen habe er behauptet, er habe von 

Anfang an von den regierungskritischen (…)aufträgen gewusst und dies 

bereits in der Botschaft so erzählt. Die Szene, bei welcher er nach der Mit-

tagspause vor der (...) von einem Behördenmitglied am Arm gepackt wor-

den sei, wirke stereotyp. Insbesondere sei daran zu zweifeln, dass er dem 

Beamten, welcher vor dem Gebäude gestanden habe und ihn nach seinem 

Arbeitsort gefragt und gepackt habe, so leicht hätte entkommen können. 

Auch die Mutter widerspreche sich bezüglich der anschliessenden Suche 

nach ihrem Sohn. Anlässlich der Botschaftsanhörung habe sie vorge-

bracht, die Behörden seien nach dem Vorfall zwei Mal bei ihnen vorbeige-

kommen. Bei der Anhörung habe sie hingegen erklärt, die Behörden seien 

in den zehn Tagen, die sie nach dem Vorfall noch zu Hause verbracht habe, 

alle zwei bis drei Tage gekommen, um nach ihrem Sohn zu fragen. Auf den 

Widerspruch aufmerksam gemacht, habe sie erneut erklärt, sie habe sich 

in der Botschaft nicht getraut, alles zu erzählen. Die Vorbringen würden 

den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand-

halten. Hinsichtlich des Vorfalls beim Anstehen vor einer Bäckerei liege kei-

nes der in Art. 3 AsylG abschliessend aufgezählten Verfolgungsmotive zu-

grunde. Ausserdem habe er nach dem Vorfall im Mai 2011 in den über 

sechs Monaten bis zu seiner Ausreise keine Probleme mit diesen Perso-

nen mehr gehabt. Dies verdeutliche, dass es sich beim Streit um eine situ-

ationsbedingte Auseinandersetzung und nicht um eine Verfolgungsmass-

nahme gemäss Art. 3 AsylG gehandelt habe. Dieses Vorbringen sei des-

halb nicht asylrelevant. Zudem habe er den Vorfall anlässlich der Bot-

schaftsanhörung und der Bundesanhörung unterschiedlich geschildert. In 

der Botschaft habe er erklärt, zwei Personen hätten sich vorgedrängt und 

eine von ihnen habe ihn mit einem unbekannten Gegenstand, den sie aus 

der Tasche genommen habe, verletzt. Bei der Bundesanhörung behaupte 

er, nur eine Person habe sich vorgedrängt – auf Vorhalt seiner Aussage 

anlässlich der Bundesanhörung habe er ausgeführt, die Person sei zwar in 

Begleitung gewesen, die Begleitung habe jedoch nicht versucht, sich vor-

zudrängen. Später seien ungefähr fünf Personen aus dem Auto gestiegen 

und hätten ihn zusammen mit dem Mann, der sich vorgedrängt habe, an-

gegriffen. Bezüglich der einen beziehungsweise mehreren Demonstrati-

onsteilnahmen in N.________ habe er nie Probleme bekommen und man 

D-2431/2014 

Seite 19 

habe von seinen Teilnahmen nichts gewusst, weshalb sich dieses Vorbrin-

gen auch nicht als asylrelevant erweise. 

6.1.3 Da die Vorfluchtgründe nicht geglaubt werden könnten beziehungs-

weise sich diese zum Teil als nicht asylrelevant erweisen würden, sei nicht 

anzunehmen, dass das von ihnen vorgebrachte Abbrennen ihres Hauses 

durch die Behörden etwas damit zu tun gehabt habe beziehungsweise, 

dass dies eine aufgrund der geltend gemachten Vorfluchtgründe konkret 

gegen ihn gerichtete Vergeltungsmassnahme gewesen sei. Vielmehr sei 

davon auszugehen, dass dieses Ereignis einzig auf die Bürgerkriegslage 

in Syrien zurückzuführen sei. Somit sei dieses Vorbringen ebenfalls nicht 

asylrelevant. 

6.2  

6.2.1 In der Beschwerde wird demgegenüber im Wesentlichen ausgeführt, 

das SEM habe nicht offengelegt, auf welche Quellen es sich abstütze be-

züglich der Annahme, die syrischen Behörden würden die Pflege des kur-

dischen kulturellen Erbes tolerieren. Der Vater habe ausgeführt, dass er 

seine Tätigkeit als Sänger vorwiegend als künstlerische Tätigkeit be-

trachte, was jedoch nicht ausschliesse, dass diese Tätigkeit von den syri-

schen Behörden als vorwiegend politische Tätigkeit wahrgenommen wor-

den sei. Da die Folkloregruppe "(...)" zur Kurdischen Demokratischen Par-

tei gehöre, sei es offensichtlich, dass die syrischen Behörden die kulturel-

len Aktivitäten dieser Folkloregruppe als Handlungen gegen die Integrität 

des syrischen Staates betrachten würden. Es sei offensichtlich, dass für 

den Beschwerdeführer seine künstlerische Tätigkeit im Vordergrund ge-

standen habe und er deswegen anlässlich der Befragung im EVZ und der 

ersten Anhörung nicht erwähnt habe, dass er bereits 1994 oder 1995 Mit-

glied der Kurdischen Demokratischen Partei sei. Zudem habe die Mutter 

bereits an der Botschaftsanhörung ausgeführt, dass ihr Mann an politi-

schen Veranstaltungen teilgenommen habe. Dies deute eindeutig auf die 

Glaubwürdigkeit des Vaters hin, fand doch die Botschaftsanhörung zu ei-

nem Zeitpunkt statt, als sich der Vater längst in der Schweiz befunden habe 

und die Mutter somit nicht habe wissen können, was der Vater bei der Vo-

rinstanz gesagt habe und was nicht. Die Schilderung der versuchten Fest-

nahme im Vorfeld des Newroz-Festes sei gekennzeichnet durch zahlreiche 

Details, so habe er angegeben, dass er das Zimmer, in welchem die Ge-

sangsprobe stattgefunden habe, verlassen habe, um auf die Toilette zu ge-

hen und seine Freund ebenfalls das Zimmer verlassen habe, um Tee zu 

machen. Gerade auch das Detail, dass der Vater und sein Freund die 

D-2431/2014 

Seite 20 

Schuhe bereits angezogen gehabt hätten und deshalb schneller hätten flie-

hen können, deute auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Vaters hin. 

Da es angesichts der unmittelbar drohenden Gefahr tatsächlich etwas son-

derbar anmute, dass man sich noch die Schuhe anziehen wolle, sei von 

der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers auszugehen. 

Hätte er diese Geschichte erfunden, hätte er dieses Detail weggelassen. 

Es sei durchaus vorstellbar dass er und sein Freund, welche vom Dach her 

die sich nähernden syrischen Behörden beobachtet hätten, versucht hät-

ten, ihre Freunde noch schnell zu warnen, bevor sie dann selbst die Flucht 

ergriffen hätten. Zudem sei es ebenso glaubhaft, dass die Freunde nicht 

mehr rechtzeitigt aus dem Zimmer hätten fliehen können, da sie im Gegen-

satz zum Beschwerdeführer und seinem Freund völlig von den syrischen 

Behörden überrascht worden seien.  

6.2.2 Die Mutter habe anlässlich der Anhörung von sich aus, ohne auf den 

angeblichen Widerspruch angesprochen worden zu sein, zu Beginn der 

Anhörung ausgeführt, dass sie damals bei der Befragung in der Türkei viele 

Details nicht erzählt habe, da sie sich nicht getraut habe, weil sie sich wäh-

rend ihrer Zeit in der Türkei vor der Verfolgung durch die syrischen Behör-

den nicht sicher gefühlt habe und jedes Mal wenn eine türkische Patrouille 

in die Nähe ihres Hauses gekommen sei, sie in die türkischen Berge ge-

flüchtet seien. Betreffend die Frage, ob sie nun von einer drei- bis viermo-

natigen oder von einer drei- bis vierjährigen Suche nach ihrem Mann er-

zählt habe, gehe es nicht an, lediglich deshalb davon auszugehen, dass 

die geltend gemachte Suche der syrischen Behörden nach dem Vater un-

glaubhaft sei. Dass der Vater zahlreiche Male von den syrischen Behörden 

zu Hause bei den Beschwerdeführenden gesucht worden sei, würden nicht 

nur die Mutter und der Vater bestätigen, sondern auch deren zwei Söhne. 

Über welchen Zeitraum die syrische Behörde tatsächlich immer wieder bei 

der Familie aufgetaucht sei, sei schliesslich nebensächlich und nicht ent-

scheidrelevant. Die Vorinstanz behaupte die Irrelevanz der von der Mutter 

als Beweismittel eingereichten Vorladung mit dem Argument, dass die Aus-

führungen der Mutter unglaubhaft seien. Es sei willkürlich und stossend, 

wenn die Vorinstanz ausführe, an der Echtheit der eingereichten Vorladung 

sei zu zweifeln, da die Vorbringen der Beschwerdeführenden nicht würden 

geglaubt werden können. 

6.2.3 Betreffend die angeblichen Widersprüche des ältesten Sohnes be-

züglich seiner Arbeit in der (...), sei nicht entscheidrelevant, ob er bereits 

zu Beginn seiner Tätigkeit in der (...) von den nächtlichen regimekritischen 

Tätigkeiten Kenntnisse gehabt habe, oder ob ihm dies erst später bekannt 

D-2431/2014 

Seite 21 

worden sei. Feststehe, dass er von diesen illegalen Tätigkeiten gewusst 

habe und offiziell bei dieser (...) angestellt gewesen sei. Allein diese Tatsa-

che sei für die syrischen Behörden massgebend und bekanntlicherweise 

hätten sie sämtliche in der (...) tätige Mitarbeiter verhaftet. Es wirke durch-

aus glaubhaft, dass der älteste Sohn als junger flinker Knabe die Gunst der 

Stunde genutzt habe und gerade noch rechtzeitig habe fliehen können. Be-

treffend die Widersprüche zur Suche nach dem ältesten Sohn ergebe je 

nach Zeitpunkt der ersten Suche innerhalb von zehn Tagen eine Suche von 

"alle zwei bis drei Tage" eine Zahl von drei Mal, maximal vier. Es bestehe 

kein relevanter Unterschied zwischen der zweimaligen oder drei bis vier-

maligen Suche. Die Mutter habe übereinstimmend und glaubhaft geschil-

dert, dass die Behörden wiederholt, mehrere Male nach dem Sohn gesucht 

hätten und sie beim letzten Mal bedroht worden sei. Der Sohn sei bei der 

Bäckerei bei der Auseinandersetzung mit Angehörigen des syrischen 

Nachrichtendienstes ins Visier der Behörden geraten. Die Demonstrations-

teilnahmen müssten zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft beitragen. 

Die Teilnahme im Juli 2011 falle in diejenige Zeit, in welcher der Vater in 

der Schweiz bereits seit längerer Zeit politisch aktiv gewesen sei. 

6.2.4 Bezüglich dem Resultat der Botschaftsabklärung, dass der Vater 

nicht gesucht werde, werde bestritten, dass dieses legal zustande gekom-

men sei. Es sei unmöglich mittels Abklärung durch eine einzige Datenbank 

die Suche nach dem Vater abzuklären. Es sei unklar, ob es sich dabei um 

den Migrationsdienst des Aussen- oder des Innenministeriums handle. Die 

Vorinstanz habe objektive Nachfluchtgründe geschaffen. Die Anfrage sei 

mangelhaft, da der Sachverhalt nicht einmal ansatzweise in der Anfrage 

geschildert worden sei. Die Vorinstanz müsse zwingend offenlegen, was 

mit "wanted" überhaupt gemeint sei und darlegen, ob es sich vorliegend 

um eine "Auskunft oder Zeugnis von Drittperson" im Sinne von Art. 12 

Bst. c VwVG handle. Durch ein entsprechendes System könne lediglich 

"positiv" bestätigt werden, dass jemand gesucht werde. Es sei davon aus-

zugehen, dass dem syrischen Geheimdienst auch über einen Mitarbeiter 

in der Schweiz Informationen und Kopien betreffend Botschaftsanfragen 

im Asylbereich zugekommen seien. 

6.2.5 Zu berücksichtigen sei, dass die Familie den syrischen Behörden be-

reits seit langer Zeit als regimekritisch bekannt gewesen sei, da der Gross-

vater mit Masud Barzani befreundet sei und immer wieder Kontakt mit di-

versen Vertretern der Autonomen Region Kurdistan gehabt habe. Es 

handle sich dabei um ein Exponieren, welches in Verbindung mit den übri-

D-2431/2014 

Seite 22 

gen Elementen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und der Ge-

währung von Asyl führen müsse. Der Vater sei bereits in Syrien inhaftiert 

gewesen, wobei es sich um eine Vorverfolgung handle, welche zu berück-

sichtigen sei. Im Falle einer erneuten Einreise würden die Beschwerdefüh-

renden verhaftet und nicht mehr freigelassen. Die sicherheitspolitische und 

menschrechtliche Lage habe sich seit der Ausreise der Beschwerdeführen-

den im September 2009 in wesentlicher Weise verändert. Berichte würden 

bezeugen mit welcher systematischen Gewalt das Assad-Regime gegen 

Oppositionelle vorgehe, sobald diese einmal in die Hände der Behörden 

und Geheimdienste gelangen würden. Da die Beschwerdeführenden die 

Flüchtlingseigenschaft im Zeitpunkt der Flucht aus Syrien erfüllen würden, 

und ihnen eine asylrelevante Verfolgung drohe, sei ihnen Asyl zu gewäh-

ren. 

6.3 In den Beschwerdeergänzungen vom 10. August 2015 und 2. Septem-

ber 2015 wird geltend gemacht, es sei auf ein Video des Vaters auf einer 

regierungskritischen kurdischen Website verwiesen worden, wo er eine 

Hymne des bekannten Sängers Şivan Perwer an Kurdistan vortrage. Diese 

Website werde regelmässig von den syrischen Sicherheitskräften blockiert. 

Die Beweismittel würden belegen, dass der Vater sich eindeutig exponiert 

und von der Masse hervorgehoben habe. Es stehe fest, dass sich der Vater 

bereits in Syrien gegen das politische System zur Wehr gesetzt habe und 

nun auch in der Schweiz mit Demonstrationen und Kundgebungen die Öf-

fentlichkeit erreichen wolle. Es handle sich um eine Fortführung der politi-

schen Haltung, wie sie bereits in Syrien bestanden habe. Betreffend die 

Demonstrationsteilnahme vom ältesten Sohn könne auf das ergangene Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 

verwiesen werden. Durch seine politische Gesinnung, die Demonstrations-

teilnahme, die Anstellung bei der (...), die Festnahme seiner Arbeitskolle-

gen und die Suche nach ihm hätten die syrischen Behörden den ältesten 

Sohn offensichtlich identifiziert. Es sei eine Frage der Zeit, bis der älteste 

Sohn offiziell in den Militärdienst einberufen werde, sofern dies nicht schon 

geschehen sei. Aufgrund seiner Flucht ins Ausland gelte er nun als Dienst-

verweigerer, womit ihm als politischer Gegner eine unverhältnismässige 

Strafe drohe. Die Entziehung von der militärischen Dienstpflicht sei dem-

nach als flüchtlingsrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu qua-

lifizieren. In Bezug auf die Problematik der Kollektivverfolgung der Kurden 

werde auf das neu erschienene Update III des Amt des Hohen Flüchtlings-

kommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) vom 27. Oktober 2014 ver-

wiesen. Hinsichtlich des Berichts der PYD, handle es sich um jenen Vorfall, 

welchen der Vater beschrieben habe. So würden die Angaben im Bericht 

D-2431/2014 

Seite 23 

betreffend den Zeitpunkt, den Namen, den Ort, den Besitzer des Hauses 

und eine Person, die nicht habe flüchten können, weil sie krank gewesen 

sei, übereinstimmen mit den Aussagen des Vaters. Die Beschwerdeführen-

den hätten auch ihre Personalien richtig und vollständig angegeben. 

6.4 In der Vernehmlassung vom 16. September 2015 führte das SEM im 

Wesentlichen aus, es habe das Dossier des Bundesverwaltungsgerichts 

konsultiert und die entsprechenden Beweismittel seien in der angefochte-

nen Verfügung gewürdigt worden. Es gebe drei Kategorien von Kurden in 

Syrien: Jene, welche die syrische Staatsangehörigkeit besässen, ferner die 

als Ausländer registrierten "Ajnabi" und schliesslich die nicht registrierten 

"Maktumin". Gemäss geltender Rechtsprechung unterlägen die Ajnabi in 

Syrien keiner Kollektivverfolgung. Für Kurden mit syrischer Staatsangehö-

rigkeit, wie es die Beschwerdeführer seien, könne umso weniger von einer 

Kollektivverfolgung ausgegangen werden. 

6.5 In der Replik vom 8. Oktober 2015 wird geltend gemacht, das SEM 

habe sich zwar kurz zur Kollektivverfolgung geäussert, es jedoch unterlas-

sen zu den verwiesenen Erwägungen des UNHCR sowie anderer Men-

schenrechtsorganisationen Stellung zu beziehen. Der Bericht führe aus, 

dass es sehr wenig brauche, um als Feind einer der involvierten Parteien 

zu gelten und von diesen asylrelevant verfolgt zu werden. Bereits die phy-

sische Anwesenheit einer Person in einem bestimmten Gebiet oder auch 

nur die kleinste Verbindung einer Person zu einem unliebsamen Aspekt 

könne eine Verfolgung bewirken und zähle Risikoprofile auf. Die Beschwer-

deführenden würden zur vom UNHCR aufgeführten Risikogruppe gehören. 

Sie würden als Oppositionelle wahrgenommen. 

7.  

7.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent-

liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick-

sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent-

lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor-

kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte-

nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

D-2431/2014 

Seite 24 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1, 2010/57 E. 2.3, Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1, EMARK 1996 Nr. 27 E. 3c/aa, EMARK 1996 

Nr. 28 E. 3a). 

7.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten und 

vor dem Hintergrund der damaligen Situation in Syrien zum Schluss, dass 

die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Bedrohung durch die syri-

schen Behörden glaubhaft ist. Die Sachverhaltsdarstellung des Beschwer-

deführers, wonach er während seiner Zeit beim Militär aufgrund einer kriti-

schen Äusserung zum Halabdscha-Massaker inhaftiert worden sei, wurde 

von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung ebenso wenig in Zwei-

fel gezogen, wie seine Tätigkeit als kurdischer Sänger und der Kontakt sei-

nes Vaters zu Vertretern der Autonomen Region Kurdistan, weswegen die 

Familie unter Beobachtung der syrischen Behörden stand. 

Die von der Vorinstanz geäusserten Zweifel an der Darstellung des Be-

schwerdeführers der Flucht vor einer versuchten Festnahme im Vorfeld des 

Newroz-Festes 2009 über das Dach zum Nachbarn sind zwar berechtigt. 

Einerseits gab er an, er und G.________ seien auf dem Dach gewesen 

und hätten deshalb rechtzeitig zum Nachbarn fliehen können (vgl. Akte 

A8/12 F24 und F31), andererseits habe G.________ vorher die Freunde 

im unteren Stock noch gewarnt, welche aber nicht genügend schnell hätten 

reagieren können und deshalb verhaftet worden seien (vgl. Akte A8/12 F72 

ff). Die Ungereimtheit lässt sich jedoch auflösen. Bei der ersten Antwort gibt 

er zusammengefasst den Grund an, weshalb er und G.________ nicht wie 

die anderen Bandmitglieder verhaftet worden sind. Bei der späteren Ant-

wort gibt er die Details wieder. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist 

davon auszugehen, dass die Freunde angesichts der Gefahr nicht zuerst 

noch die Schuhe angezogen hätten. Die Vorinstanz riss diesbezüglich je-

doch die Antwort des Beschwerdeführers aus dem Kontext (vgl. Akte A8/12 

D-2431/2014 

Seite 25 

F76). Da er sich nämlich auf dem Dach auf der Toilette befunden hat und 

selber nicht dabei war, als G.________ die Freunde gewarnt hatte, konnte 

er nur die Vermutung aufstellen, dass diese die drohende Gefahr nicht ge-

nügend schnell erfassen und dementsprechend reagieren konnten. Ferner 

trifft es zu, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung angab, er 

sei politisch nicht aktiv und anlässlich der ergänzenden Anhörung mitteilte, 

er sei seit 1994 oder 1995 Mitglied der KDP. Er erklärte anlässlich der er-

gänzenden Anhörung sodann, dass er seine Tätigkeit vielmehr als künst-

lerische Tätigkeit betrachte, nicht als eine politische. Die Musikgruppe "(...)" 

gehöre zur Partei und er sei als Künstler Mitglied dieser Gruppe gewesen 

(vgl. Akte A83/9 F23). Angesichts dessen, dass für den Beschwerdeführer 

der künstlerische Aspekt im Vordergrund stand, er anlässlich der Anhörung 

nicht nach einer Parteimitgliedschaft gefragt worden ist und er wegen der 

Mitgliedschaft bei der KDP auch keine Probleme mit den Behörden hatte 

(vgl. Akte A83/9 F21), ist es nachvollziehbar, dass er die Mitgliedschaft be-

ziehungsweise Veranstaltungsbesuche der KDP anlässlich der Anhörung 

nicht explizit erwähnte. Dass er jedoch aus Sicht der syrischen Behörden 

gleichwohl eine politische Ansicht und eine prokurdische Haltung vertrat, 

geht schon aus dem Umstand hervor, dass er wegen seinen Aussagen zum 

Halabdscha-Massaker inhaftiert wurde, Lieder von Şivan Perwer, die in Sy-

rien verboten waren, vortrug und sein Vater mit Vertretern der Autonomen 

Region Kurdistan in Kontakt stand. Dass die syrischen Behörden auf das 

Datum des Newroz-Festes hin – welches fast mit dem fünften Jahrestag 

der Unruhen in Qamishli zusammenfiel – mit einer starken Protestwelle der 

kurdische Opposition rechnete und diese präventiv überwachte und fest-

nahm, erscheint daher realistisch. Den Kurden war es zum damaligen Zeit-

punkt verboten, ihre Sprache zu sprechen und ihr traditionelles Neujahr 

Newroz öffentlich zu feiern. Kurdische Sänger mussten vor der Revolution 

heimlich zu Hause üben, was nicht nur verboten, sondern auch gefährlich 

war (vgl. FELIX GAEDTKE/ GAYATARI PARAMESWARAN, Neues Selbstbewusst-

sein der syrischen Kurden, 3. Juni 2013, www.dw.com, letztmals abgerufen 

am 30. November 2015). Die Familie des Beschwerdeführers stand bereits 

unter Beobachtung, er wurde bei Konzerten von den syrischen Behörden 

zurechtgewiesen und begab sich aus Angst vor den Behörden zuvor immer 

wieder ins Ausland. Zudem gab der Beschwerdeführer an, das Regime sei 

immer schlimmer geworden (vgl. Akte A8/12 F60), wofür auch die über 

mehrere Monate andauernde Suche bei ihm zu Hause spricht. Insofern das 

SEM diesbezüglich einen Widerspruch in den Aussagen der Beschwerde-

führerin betreffend die Dauer der Suche erwähnte, ist festzustellen, dass 

die Beschwerdeführerin anlässlich der Botschaftsbefragung von einer 

D-2431/2014 

Seite 26 

mehrmonatigen Suche gesprochen hat und die Behörden vor ihrer Aus-

reise im 2011 wieder damit angefangen hätten wegen dem Sohn (vgl. Akte 

A50/16 S. 4). Anlässlich der Anhörung hat die Beschwerdeführerin demge-

genüber generell von den Problemen mit den Behörden gesprochen (vgl. 

Akte A85/9 F17 ff.) und dabei die Suchen wegen dem Sohn und dem Vater 

zusammengefasst. Es liegt deshalb kein Widerspruch vor. Hinsichtlich der 

während dem ersten Beschwerdeverfahren eingereichten Vorladung 

konnte sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung nicht mehr 

daran erinnern, jemals ein Papier von den Behörden betreffend die Suche 

ihres Mannes erhalten zu haben (vgl. Akte A85/9 F26 ff.). Allerdings geht 

aus der Übersetzung der Vorladung hervor, dass diese am 23. April 2009 

an die Haustür geklebt worden sei, also rund fünf Jahre vor der Anhörung, 

weshalb es nachvollziehbar ist, dass sich die Beschwerdeführerin ange-

sichts des daraufhin ausgebrochenen Krieges und den damit verbundenen 

Problemen nicht mehr daran erinnert hat. Für die Glaubhaftigkeit der Vor-

bringen des Beschwerdeführers spricht zudem, dass er sich nach der 

Flucht vom Dach zuerst nach N.________ für rund zehn Tage zu seiner 

Schwester begab, danach nach F._______ aber nicht zu seiner Familie zu-

rückkehrte, um die Gefahr abzuschätzen, bevor er sich schliesslich von 

seiner Familie trennte und sich zur Flucht ins Ausland entschloss. Betref-

fend die Ergebnisse der Botschaftsabklärung ist vorweg festzustellen, dass 

die Antwort "Il n'est pas recherché par les autorités syriennes." äusserst 

knapp ausgefallen ist, ohne anzugeben, was alles für Abklärungen bei wel-

chen Behörden getätigt worden sind, um zum Schluss gekommen zu sein, 

dass der Beschwerdeführer von den syrischen Behörden nicht gesucht 

werde. Derartige rudimentäre Auskünfte mögen allenfalls genügen, wenn 

den Akten keinerlei konkrete Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung 

durch die Behörden des Heimatlandes zu entnehmen sind (vgl. Urteile des 

BVGer D-4731/2009 vom 20. April 2011, E. 4.3; D-3608/2010 vom 

29. September 2010; SFH, Syrien: Zuverlässigkeit von Botschaftsabklä-

rungen: "von den Behörden gesucht", 7. September 2010). Dies ist vorlie-

gend nicht der Fall. Schliesslich ist festzustellen, dass die Angaben der Be-

schwerdeführerin zur Verfolgung ihres Ehemannes übereinstimmen mit 

denjenigen des Beschwerdeführers und sie den Sachverhalt nicht so wie-

dergeben hat, als wäre alles abgesprochen, sondern mit eigenen Worten 

und anderen Details, jedoch konform mit der Schilderung ihres Mannes, 

was bei einem konstruierten Sachverhalt kaum der Fall gewesen wäre. 

Auch die beiden Söhne bestätigten anlässlich ihrer Anhörung, dass der Be-

schwerdeführer mehrmals zu Hause von den syrischen Behörden gesucht 

D-2431/2014 

Seite 27 

worden ist. Im Sinne einer Gesamtbetrachtung aller Glaubhaftigkeitsindi-

zien erscheint die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Gefährdung 

seitens der syrischen Sicherheitskräfte somit überwiegend als glaubhaft.  

7.3 In Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer bereits einmal inhaf-

tiert worden war, bereits Probleme aufgrund seiner Auftritte als kurdischer 

Sänger hatte und seine Familie aufgrund der Beziehungen zu Vertretern 

der Autonomen Region Kurdistan unter Beobachtung der syrischen Behör-

den stand, kann davon ausgegangen werden, dass er bei den syrischen 

Behörden registriert ist. Nachdem seine Kollegen von der Folkloregruppe 

verhaftet worden sind und er von den Sicherheitskräften gesucht wurde, 

hatte er vor dem Hintergrund der zunehmend härteren Gangart des syri-

schen Regimes zum Zeitpunkt der Ausreise am 29. März 2009 hinreichend 

Anlass, Verfolgungsmassnahmen durch die syrischen Behörden zu be-

fürchten. Da sich der Beschwerdeführer bereits kurz nach dem Vorfall im 

Februar 2009 ins Ausland begab, bestand sowohl in zeitlicher als auch in 

sachlicher Hinsicht ein Kausalzusammenhang zwischen dem fluchtauslö-

sendem Moment und der Ausreise. Der Beschwerdeführer hatte demnach 

im Zeitpunkt der Ausreise mit asylrelevanten Nachteilen zu rechnen. 

7.4 Seit Ausbruch des Konflikts im März 2011 gehen die staatlichen syri-

schen Sicherheitskräfte gegen tatsächliche oder vermeintliche Regime-

gegner mit grösster Brutalität und Rücksichtslosigkeit vor. Personen, die 

durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als Regimegegner identi-

fiziert wurden, haben eine Behandlung zu erwarten, die einer flüchtlings-

rechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommt 

(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 vom 25. Februar 

2015 E. 5.7.2 [als Referenzurteil publiziert]). Da der Beschwerdeführer, wie 

zuvor festgestellt (vgl. E. 7.3), durch die staatlichen Sicherheitskräfte mit 

erheblicher Wahrscheinlichkeit als Regimegegner identifiziert und gesucht 

worden ist, hätte er im Falle einer Rückkehr nach Syrien zum heutigen Zeit-

punkt ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten. Mo-

mentan ist ferner keine Möglichkeit eines adäquaten Schutzes vor Verfol-

gungsmassnahmen des staatlichen syrischen Regimes ersichtlich. Eine in-

nerstaatliche Fluchtalternative ist folglich nicht gegeben (vgl. Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 E. 5.8 f. [als Referenzurteil pu-

bliziert]). 

7.5 Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerde-

führer die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG bereits im Zeit-

punkt der Ausreise aus dem Heimatstaat wie auch heute erfüllt. Da den 

D-2431/2014 

Seite 28 

Akten keine Hinweise zu entnehmen sind, die auf das Vorliegen von Aus-

schlussgründen (Art. 53 AsylG) hindeuten, ist ihm in der Schweiz Asyl zu 

gewähren.  

8.  

8.1 Der älteste Sohn begründete sein Asylgesuch damit, dass die Familie 

wegen dem Vater von den syrischen Behörden zu Hause belästigt worden 

sei, er eine Auseinandersetzung mit einem Sicherheitsbeamten gehabt und 

an einer Demonstration in N.________ teilgenommen habe. Nach einer 

Razzia an seinem Arbeitsort sei er von den syrischen Behörden gesucht 

worden. Zudem wurde in der Beschwerdeergänzung geltend gemacht, er 

sei als Dienstverweigerer zu betrachten. 

8.2 Hinsichtlich der geltend gemachten Reflexverfolgung beziehungsweise 

den Belästigungen durch die syrischen Behörden bei ihnen zu Hause zu 

jeder Tages- und Nachtzeit wegen dem Vater fehlt es an der vom Asylge-

setz geforderten Intensität. Der älteste Sohn wurde dabei von den syri-

schen Behörden weder bedroht noch wurde Gewalt angewendet, weshalb 

es sich bei den Belästigungen der syrischen Behörden nicht um einen asyl-

relevanten Nachteil handelt. Es bestehen weiter auch keine Hinweise, dass 

der älteste Sohn wegen der Verfolgung seines Vaters asylrelevanten Nach-

teilen ausgesetzt gewesen war. Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, 

dass der Auseinandersetzung vor der Bäckerei mit einem Sicherheitsbe-

amten im Mai 2011 kein asylrechtlich relevantes Motiv zu Grunde liegt und 

der Sohn danach keine Probleme mehr hatte, welche auf diesen Zwischen-

fall zurückzuführen sind (vgl. Akte A86/12 F40). Auch die Demonstrations-

teilnahmen des Sohnes in N.________ führten gemäss seinen Angaben 

anlässlich der Anhörung zu keinen Problemen, da er gemäss seinen Anga-

ben von den syrischen Behörden nicht als Teilnehmer registriert worden ist 

(vgl. Akte A86/12 F45 ff.). Daran ändert auch der Umstand nichts, dass zu 

jenem Zeitpunkt der Vater sich in der Schweiz bereits exilpolitisch betätigt 

hat. Diese Vorbringen sind somit allesamt nicht asylrelevant.  

8.3 Betreffend die Razzia in der (...) bestehen Zweifel, dass der Sachver-

halt so wie vom Sohn geschildert, zutrifft. Aufgrund seines Wissens ist zwar 

davon auszugehen, dass er tatsächlich in der (...) gearbeitet hat, und es ist 

auch vorstellbar, dass es zu einer Razzia gekommen ist, wobei einige Mit-

arbeiter festgenommen worden sind. Hingegen ist zu bezweifeln, dass der 

Sohn wegen seiner Arbeit dort selber verfolgt worden ist. Wie von der Vo-

rinstanz bereits festgestellt, hat er anlässlich der Botschaftsanhörung näm-

lich erzählt, dass er während der Tagesschicht in der (...) gearbeitet und 

D-2431/2014 

Seite 29 

nicht gewusst habe, dass während der Nachtschicht Demonstrationsmate-

rial ge(…) worden sei. Es habe zwei Mal Kontrollen gegeben, aber er habe 

nicht gewusst, warum die Sicherheitskräfte gekommen seien. Erst später 

habe er davon erfahren (vgl. Akte A52/9 S. 2). Demgegenüber führte er 

anlässlich der Anhörung aus, er habe gewusst, dass während der Nacht in 

der (...) regimekritisches Material ge(…) worden sei und habe selber sol-

ches ge(…) (vgl. Akte A86/12 S. 3). Entgegen der Ansicht in der Be-

schwerde handelt es sich hierbei um einen wesentlichen Widerspruch, den 

der Sohn nicht aufzuklären vermochte (vgl. Akte A86/12 F18). Auch bezüg-

lich der Örtlichkeiten, wo ihn der Sicherheitsbeamte am Arm gepackt habe, 

differieren die Schilderungen. So gab er anlässlich der Botschaftsanhörung 

an, die (...) befinde sich im Untergeschoss, in die man über eine Treppe 

gelange und der Sicherheitsbeamte habe ihn beim Versuch in die (...) ein-

zutreten, gepackt (vgl. Akte A52/9 S. 2). Anlässlich der Anhörung gab er 

an: "Als ich wieder zurück kam, sah ich, dass die Situation von unserer 

Strasse nicht normal war. Als ich zum Gebäude der (...) abbiegen wollte, 

fasste mich jemand an der Schulter, und fragte mich, ob ich dort arbeite – 

er meinte das (...)gebäude." Dieser Schilderung zu Folge befand sich der 

Sohn wesentlich weiter weg vom Gebäude, als anlässlich der Botschafts-

anhörung dargetan. Zudem ist nicht nachvollziehbar, wie einfach sich der 

Sohn dem Sicherheitsbeamten, der ihn am Arm gepackt habe, entreissen 

und fliehen konnte. Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass 

der älteste Sohn im geschilderten Ausmass von den syrischen Behörden 

verfolgt wurde und sich die Ereignisse so zugetragen haben, wie er glaub-

haft machen will. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es sich bei dem zur 

Begründung des Asylgesuches geltend gemachten Sachverhalt um ein 

Konstrukt handelt.  

8.4 In der Beschwerdeergänzung vom 10. August 2015 wird zudem ein 

erstes Mal geltend gemacht, es sei eine Frage der Zeit, bis der älteste Sohn 

offiziell in den Militärdienst einberufen werde, sofern dies nicht schon ge-

schehen sei. Aufgrund seiner Flucht ins Ausland gelte er nun als Dienst-

verweigerer, womit ihm als politischer Gegner eine unverhältnismässige 

Strafe drohe. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Behauptung, wel-

che weder mit konkreten Hinweisen, dass er zum Dienst aufgefordert wor-

den wäre, noch einem Rekrutierungsbefehl belegt worden ist. Dieses Vor-

bringen ist als nachgeschoben zu erachten und deshalb unglaubhaft. 

8.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der älteste Sohn im Zeitpunkt 

der Ausreise keine begründete Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung 

hegen musste. Die Vorinstanz hat ihm zu Recht kein Asyl gewährt.  

D-2431/2014 

Seite 30 

9.  

9.1 Die Beschwerdeführerin und der zweitälteste Sohn brachten zur 

Asylbegründung beide eine Reflexverfolgung vor, indem sie von den syri-

schen Behörden wegen dem Vater und dem ältesten Sohn beziehungs-

weise älteren Bruder zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Hause belästigt wor-

den seien. Das jüngste Kind machte noch keine eigenen Asylgründe gel-

tend. Wie bereits ausgeführt, fehlt es den Belästigungen an der geforderten 

Intensität (vgl. E. 8.2), zumal der Sohn dabei nicht bedroht oder tätlich an-

gegriffen worden ist (vgl. Akte A84/6 F5 f.). Die Beschwerdeführerin brachte 

zwar vor, die Behörden hätten ihr einmal gedroht, dass sie mitgenommen 

werde, wenn sich der ältere Sohn nicht selber stelle. Da die Verfolgung des 

ältesten Sohnes wegen seiner Arbeit in der (...) als unglaubhaft erachtet 

worden ist (vgl. E. 8.3), ist der damit zusammenhängenden Drohung der 

Beschwerdeführerin der Boden entzogen. Ansonsten sei es bei den Haus-

besuchen zu keinen Übergriffen gekommen (vgl. Akte A66/12 S. 9, A85/9 

F21 ff.). Ferner machte die Beschwerdeführerin anlässlich der Botschafts-

anhörung geltend sie sei Sympathisantin der kurdischen Oppositionspar-

teien und Masud Barzani. Allerdings machte sie in diesem Zusammenhang 

keine Probleme geltend (vgl. Akte A50/16 S. 6). Die Beschwerdeführerin 

und der zweitälteste Sohn hatten demnach keine asylrelevanten Nachteile 

erlebt oder zu befürchten. 

9.2 Hinsichtlich des Vorbringens, die syrischen Behörden hätten ihr Haus 

in Brand gesteckt, als sie sich in der Türkei befunden hätten, wurde zwar 

von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, dass sie dies absichtlich ge-

macht hätten, weil sie nicht zu Hause gewesen seien. Allerdings konnte sie 

kein Datum nennen, wann und unter welchen Umständen dies vorgefallen 

ist. Der Beschwerdeführer hielt sich bereits seit längerer Zeit in der 

Schweiz auf und die Asylgründe des ältesten Sohnes wurden für nicht asyl-

relevant oder unglaubhaft erachtet, weshalb nicht davon auszugehen ist, 

dass der Hausbrand im Zusammenhang mit den vorgebrachten Asylgrün-

den steht. Es ist vielmehr anzunehmen, dass der Hausbrand auf die allge-

meine Kriegslage in Syrien zurückzuführen ist, wovon die gesamte Zivilbe-

völkerung gleichermassen betroffen ist, weshalb das SEM zutreffend fest-

hielt, dass dies nicht asylrelevant ist. 

9.3 Hinsichtlich des Vorbringens, sie würden als Kurden in Syrien verfolgt, 

ist festzustellen, dass Kurden, die die syrische Staatsbürgerschaft besit-

zen, in Syrien gemäss Rechtsprechung keiner Kollektivverfolgung unterlie-

gen (vgl. Urteile des BVGer D-7624/2009 vom 3. März 2011 E. 6.3 f.). Dem 

D-2431/2014 

Seite 31 

Umstand allein, dass die Beschwerdeführenden Kurden sind, kommt daher 

keine asylrelevante Bedeutung zu.  

9.4 Nach dem Gesagten waren die Beschwerdeführerin und die beiden 

jüngeren Kinder im Ausreisezeitpunkt keinen ernsthaften Nachteilen im 

Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt und hatten keine begründete Furcht sol-

chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. 

9.5 Wie vorab festgestellt, hat der Beschwerdeführer begründete Furcht 

vor asylrelevanter Verfolgung durch die syrischen Behörden (vgl. E. 7.5). 

Die von der Beschwerdeführerin und den Kindern geltend gemachten Be-

lästigungen durch die syrischen Behörden wegen ihrem Ehemann respek-

tive Vater reichen jedoch vorliegend nicht aus, um eine Reflexverfolgung 

zu begründen. Mangels konkreter Hinweise ist sodann nicht anzunehmen, 

dass sie bei einer allfälligen Rückkehr wegen der festgestellten Flüchtlings-

eigenschaft des Ehemannes beziehungsweise Vaters staatlichen Repres-

salien ausgesetzt wären. Es besteht deshalb auch keine Furcht vor einer 

künftigen Reflexverfolgung.  

9.6 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten, eingetragene Partne-

rinnen oder Partner von Flüchtlingen und ihre minderjährigen Kinder als 

Flüchtling anerkannt und erhalten Asyl, wenn keine besonderen Umstände 

dagegen sprechen. Wie festgestellt, ist dem Beschwerdeführer Asyl zu ge-

währen, weil er die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG bereits im 

Ausreisezeitpunkt und noch heute erfüllt. Da sich aus den Akten keine be-

sonderen Umstände ergeben, die einer Anwendung von Art. 51 Abs. 1 

AsylG entgegen stehen könnten, ist folglich der Beschwerdeführerin und 

den beiden minderjährigen Kindern gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG deri-

vativ ebenfalls die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu ge-

währen. 

10.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, so-

weit darin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückwei-

sung der Sache zur Feststellung des rechtserheblichen, vollständigen und 

richtigen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz beantragt 

werden beziehungsweise hinsichtlich der Gewährung von Asyl betreffend 

den ältesten, volljährigen Sohn. Sie ist hingegen gutzuheissen, soweit da-

rin beantragt wird, dem Beschwerdeführer, seiner Frau und den minderjäh-

rigen Kindern sei Asyl zu gewähren. Die angefochtene Verfügung ist dem-

D-2431/2014 

Seite 32 

nach bezüglich des Beschwerdeführers, seiner Frau und den beiden min-

derjährigen Kinder betreffend Ablehnung des Asyls, Wegweisung und de-

ren Vollzug (Dispositivziffer 4-9) aufzuheben und das SEM anzuweisen, 

ihnen Asyl zu gewähren.  

11.  

11.1 Im Hinblick auf die Kostenliquidation ist der Ausgang des Verfahrens 

betreffend den Rückweisungsantrag und die Asylgewährung betreffend 

den ältesten Sohn als teilweises Unterliegen (vgl. Art. 63 Abs. 1, Satz 2 

VwVG) zu werten, wobei das Bundesverwaltungsgericht nach seiner Pra-

xis im Asylbeschwerdeverfahren bei Konstellationen wie der vorliegenden 

den partiellen Misserfolg mit der Hälfte veranschlagt. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend sind somit grundsätzlich die um die Hälfte zu er-

mässigenden Kosten den Beschwerdeführenden zu überbinden. Mit Ver-

fügung vom 23. Mai 2014 hiess die Instruktionsrichterin des Bundesver-

waltungsgerichts das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. Dementsprechend ist von 

der Erhebung von Verfahrenskosten ganz abzusehen (vgl. Art. 63 Abs. 2 

VwVG).  

11.2 Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres teilweisen 

Obsiegens sodann in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschä-

digung für die ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzu-

sprechen. Bei der Bemessung der Parteientschädigung beziehungsweise 

eines allfällig zu entrichtenden amtlichen Honorars gilt, dass nur notwen-

dige und verhältnismässig hohe Kosten ausgeglichen werden (vgl. Art. 64 

Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 4 VGKE). Der Rechtsvertreter reichte 

keine Kostennote ein, weshalb die notwendigen Parteikosten aufgrund der 

Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in 

Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist die Par-

teientschädigung aufgrund der Akten nach hälftiger Kürzung auf Fr. 1850.– 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Dieser Betrag ist den 

Beschwerdeführenden durch das SEM zu entrichten. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-2431/2014 

Seite 33 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird betreffend A.________, B.________, D.________ 

und E._______ gutgeheissen und die Ziffern 4 bis 9 des Dispositivs der 

angefochtenen Verfügung werden diese Personen betreffend aufgehoben. 

Betreffend C._______ wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen A.________, B.________, D.________ und 

E._______ Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden A.________, 

B.________, D.________ und E._______ für das Verfahren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1850.– auszu-

richten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Sarah Ferreyra 

 

 

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