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**Case Identifier:** d171e2b3-98c0-5c6e-838f-dd6a6d60a222
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 04.12.2023 HG210222
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG210222_2023-12-04.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG210222-O U/ei 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Roland Schmid, Vizepräsident, Oberrichterin Flurina 

Schorta, die Handelsrichter Roger Neukom, Thomas Kraft und Ro-

land Jelinek sowie der Gerichtsschreiber Lukas Bügler 

 

Beschluss und Urteil vom 4. Dezember 2023 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

 

gegen 

 

B._____ GmbH,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____  

 

betreffend Forderung 
 

 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Klage: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin CHF 68'240.30 
zuzüglich 5 % Zins wie folgt: 

 - auf den Betrag von CHF 26'006.85 inkl. MwSt. seit 4. April 2020 
 - auf den Betrag von CHF 42'233.45 inkl. MwSt. seit 15. Juni 2020 

 zu bezahlen. 
 2. In der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Furttal sei über 

den vollen Betrag von CHF 65'424.79 die definitive Rechtsöffnung 
zu erteilen. 

 3. Die Beklagte sei zur Bezahlung der Gerichtskosten und zur Aus-
richtung einer angemessenen Parteientschädigung an die Kläge-
rin (zzgl. MwSt.) zu verpflichten." 

 
Mit der Replik modifiziertes Rechtsbegehren: 

(act. 21 S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin CHF 68'068.95 
zuzüglich 5 % Zins seit 14. Juni 2022 zu bezahlen. 

 2. In der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes Furttal sei über 
den vollen Betrag von CHF 65'424.79 die definitive Rechtsöffnung 
zu erteilen. 

 3. Die Beklagte sei zur Bezahlung der Gerichtskosten und zur Aus-
richtung einer angemessenen Parteientschädigung an die Kläge-
rin (zzgl. MwSt.) zu verpflichten." 

 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich, die im Bereich der Bera-

tung, Projektierung und Installation von …. und …-technischen Anlagen tätig ist. 

Die Beklagte ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in C._____ 

(ZH), welche die Beratung, Planung und Erstellung von Bauten und Eigentums-

wohnungen sowie die allfällige Bewirtschaftung von solchen Immobilien bezweckt.  

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b. Prozessgegenstand 

Die Beklagte war Eigentümerin der Liegenschaft D._____-strasse 1 in Zürich und 

liess darauf einen Neubau mit vier Stockwerkeigentumseinheiten erstellen. Für 

das Neubauprojekt beauftragte sie die Klägerin, die Sanitär-, Lüftungs- und Hei-

zungsinstallationen zu erstellen. Die Klägerin klagt den ausstehenden Werklohn 

zuzüglich Mehrleistungen ein. Die Beklagte beantragt die Abweisung der Klage. 

B. Prozessverlauf  

Am 1. November 2021 reichte die Klägerin die vorliegende Klage mit dem ein-

gangs genannten Rechtsbegehren am Handelsgericht des Kantons Zürich ein 

(act. 1). Nach fristgerechtem Eingang des Kostenvorschusses von CHF 7'000.– 

sowie eines ergänzten Beweismittelverzeichnisses wurde der Beklagten mit Ver-

fügung vom 29. November 2021 Frist zur Klageantwort angesetzt (act. 4–8). Da 

innert Frist keine Klageantwort einging, wurde der Beklagten am 24. Februar 2022 

eine Nachfrist im Sinne von Art. 223 Abs. 1 ZPO angesetzt (act. 10). Innert Nach-

frist reichte die Beklagte ihre Klageantwort ein (act. 13). Mit Verfügung vom 

21. März 2022 wurde die Prozessleitung an Oberrichterin Flurina Schorta dele-

giert (act. 15). Am 14. Juni 2022 fand die Vergleichsverhandlung statt, wobei kei-

ne Einigung zwischen den Parteien erzielt werden konnte (Prot. S. 7 f.). Mit Ver-

fügung vom 15. Juni 2022 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und 

der Klägerin Frist zur Leistung eines zusätzlichen Vorschusses in Höhe von 

CHF 3'500.– sowie zur Erstattung der Replik angesetzt (act. 18). Nach fristge-

rechtem Eingang des zusätzlichen Vorschusses (act. 20) sowie der Replik 

(act. 21) wurde der Beklagten mit Verfügung vom 20. September 2022 Frist zur 

Duplik angesetzt (act. 23). Nach fristgerechtem Eingang der Duplik (act. 25) wur-

de den Parteien mit Verfügung vom 25. November 2022 der Aktenschluss mitge-

teilt (act. 27). In der Folge reichte die Klägerin am 3. Januar 2023 eine Stellung-

nahme zu den Dupliknoven ein (act. 29), welche der Beklagten zugestellt wurde 

(act. 29; Prot. S. 13). Weitere Eingaben erfolgten nicht. Mit Verfügung vom 11. 

Oktober 2023 wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, auf die Durchführung 

einer Hauptverhandlung zu verzichten (act. 32). Mit Eingaben vom 18. Oktober 

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2023 und 23. Oktober 2023 verzichteten die Parteien auf die Durchführung einer 

Hauptverhandlung (act. 34; act. 35). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich ist aufgrund 

einer Gerichtsstandsvereinbarung gegeben, was unbestritten ist (Art. 17 ZPO; 

act. 1 Rz. 2; act. 3/2 Ziffer 20.1; act. 13 Rz. I.3.). Die sachliche Zuständigkeit des 

Handelsgerichts ergibt sich aus Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG. 

1.2. Übrige Prozessvoraussetzungen 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 

die Klage ist demzufolge einzutreten. 

1.3. Teilweiser Klagerückzug 

Mit der Replik hat die Klägerin den eingeklagten Betrag von CHF 68'240.30 auf 

CHF 68'068.95 reduziert. Sodann verlangt sie neu einen Verzugszins von 5 % 

erst seit dem 14. Juni 2022 statt seit 4. April 2020 bzw. 15. Juni 2020 (act. 1 S. 2; 

act. 21 S. 2). Das Verfahren ist somit im Betrag von CHF 171.35 und betreffend 

Verzugszinsen vor dem 14. Juni 2022 als durch Klagerückzug erledigt abzu-

schreiben. 

1.4. Vorbemerkung: Behauptungs-, Substantiierungs- und Bestreitungslast 

In Verfahren, in denen – wie vorliegend – der Verhandlungsgrundsatz gilt, obliegt 

es den Parteien und nicht dem Gericht, die für die Beurteilung notwendigen Tat-

sachen zusammen zu tragen (Art. 55 Abs. 1 ZPO; BGE 144 III 519 E. 5.1 = Pra 

108 Nr. 87). Entsprechend trifft die Parteien die Behauptungs-, Substantiierungs- 

und Beweislast sowie die Bestreitungslast. Die Behauptungslast folgt der Beweis-

last (BGE 132 III 186 E. 4). Inwieweit Tatsachen zu behaupten und zu substantiie-

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ren sind, ergibt sich gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung (statt 

vieler Urteil des Bundesgerichts 4A_350/2020 vom 12. März 2021, E. 6.2) einer-

seits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und anderseits aus 

dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei (BGE 144 III 519 E. 5; 

BGE 127 III 365 E. 2b). Eine Tatsachenbehauptung hat nicht alle Einzelheiten zu 

enthalten. Es genügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begehren stützen-

den Normen zu subsumieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens ent-

sprechenden Weise in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet wer-

den (BGE 136 III 322 E. 3.4.2). Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvor-

trag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den 

Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Voraussetzung, dass ein Tatsa-

chenvortrag schlüssig ist, sind dessen Widerspruchsfreiheit und Vollständigkeit. 

Nur soweit der Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der behaup-

tungsbelasteten Partei bestreitet, greift eine über die Behauptungslast hinausge-

hende Substantiierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grund-

zügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar darzulegen, 

dass darüber Beweis abgenommen  

oder dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 144 III 519 E. 5; 

BGE 127 III 365 E. 2b). 

Das genügende Behaupten und Bestreiten der rechtserheblichen Tatsachen ist 

eine prozessuale Last, deren Nichterfüllung prozessuale Nachteile für die betref-

fende Partei zur Folge haben kann. Bezüglich unsubstantiiert vorgetragener 

Sachverhalte besteht kein Anspruch auf Beweisführung. Der nicht substantiiert 

vorgetragene Sachverhalt ist somit dem nicht bewiesenen gleichgestellt (BGE 129 

III 18 E. 2.6 = Pra 92 Nr. 30). 

1.5. Eingabe nach Aktenschluss 

Im ordentlichen Verfahren haben die Parteien zweimal unbeschränkt die Möglich-

keit, sich zur Sache zu äussern und neue Tatsachen sowie Beweismittel in den 

Prozess einzubringen (BGE 144 III 67 E. 2). Vorliegend ist der Aktenschluss nach 

Durchführung des zweiten Schriftenwechsels eingetreten (vgl. act. 27). 

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Nach Aktenschluss vorgebrachte Tatsachen und Beweisofferten in Stellungnah-

men sind nur insoweit zu beachten, als sie die Voraussetzungen nach Art. 229 

Abs. 1 ZPO erfüllen. Dies gilt insbesondere auch für die Entgegnung auf Dupli-

knoven. Ist die klagende Partei zur Entgegnung der in der Duplik vorgetragenen 

und sich auf neue Tatsachen und Beweismittel stützenden Behauptungen auf 

echte Noven (erst nach Abschluss des Schriftwechsels entstandene Tatsachen 

oder Beweismittel) angewiesen, dürfen diese gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. a ZPO 

ohne Weiteres vorgebracht werden. Bei unechten Noven ist gemäss Art. 229 

Abs. 1 lit. b ZPO erforderlich, dass diese trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher 

vorgebracht werden konnten. Damit der klagenden Partei dieser Sorgfaltsnach-

weis gelingt, ist unabdingbar, dass die Dupliknoven für diese Noveneingabe kau-

sal sind. Erforderlich ist einerseits, dass (erst) die Dupliknoven das Vorbringen der 

unechten Noven veranlasst haben, andererseits, dass die unechten Noven in 

technischer bzw. thematischer Hinsicht als Reaktion auf die Dupliknoven aufzu-

fassen sind (BGE 146 III 55 E. 2.5). Die gleichen Voraussetzungen gelten für No-

ven in jeder weiteren Eingabe und mündlichen Stellungnahme nach Aktenschluss. 

Die Partei, die der Meinung ist, sie könne sich auf neue Tatsachen und/oder Be-

weismittel (echte oder unechte Noven) stützen, hat diese zu bezeichnen und für 

jede einzelne neue Tatsache und jedes einzelne neue Beweismittel substantiiert 

darzutun, dass die Zulässigkeitsvoraussetzungen erfüllt sind (anstatt vieler zur 

ständigen Praxis des Handelsgerichts des Kantons Zürich: ZR 113/2014 Nr. 54 

S. 176 f. E. 3; vgl. auch KUKO ZPO-SOGO/NAEGELI, Art. 229 N 11d). 

Mit Eingabe vom 3. Januar 2023 reichte die Klägerin nach Aktenschluss eine als 

"Noveneingabe" bezeichnete Eingabe ein (act. 29). Auf die darin enthaltenen Aus-

führungen und die Zulässigkeit der Vorbringen wird – soweit für die Entscheidfin-

dung erforderlich – im Zusammenhang mit den nachfolgenden Erwägungen ein-

zugehen sein. 

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2. Vertragliche Beziehungen der Parteien und Überblick über die Parteistand-
punkte 

2.1. Vertragliche Beziehungen der Parteien 

2.1.1.  Vertragliche Grundlagen 

Die Parteien haben zwei schriftliche Werkverträge betreffend das Mehrfamilien-

haus an der D._____-strasse 1 in Zürich abgeschlossen. Ein Werkvertrag wurde 

am 21. Mai 2019 unterzeichnet und betrifft Sanitärarbeiten gemäss BKP 25 

(act. 3/3). Der andere Werkvertrag wurde am 22. Mai 2019 unterzeichnet und be-

trifft die Installation der Heizungs- und Lüftungsanlage gemäss BKP 24 (act. 3/4) 

(act. 1 Rz. 9; act. 13 Rz. 1). 

Unbestrittenermassen sind die Allgemeinen Bedingungen der Beklagten (nachfol-

gend "AGB"; act. 3/2) Bestandteil beider Werkverträge (act. 1 Rz. 11; act. 13 

Rz. 1). Gemäss Ziffer 1 der AGB gilt für das vorliegende Vertragsverhältnis so-

dann die SIA-Norm 118 in der Ausgabe 1977, was ebenfalls unbestritten ist 

(act. 3/2; act. 1 Rz. 19; act. 13 Rz. 1). 

2.1.2.  Wesentlicher Vertragsinhalt 

Das Mehrfamilienhaus an der D._____-strasse 1 in Zürich, bei welchem die Klä-

gerin mit der Installation der Sanitär- und Heizungs-/Lüftungsanlagen betraut wur-

de, verfügt über insgesamt vier Wohnungen (Erdgeschoss, 1. OG, 2. OG und 

Dachgeschoss). 

Für die Arbeiten betreffend die Heizungs- und Lüftungsanlage haben die Parteien 

eine pauschale Vergütung von CHF 70'582.95 (exkl. MwSt.) vereinbart (act. 1 

Rz. 18; act. 13 Rz. 7). Grundlage der Vertragsarbeiten bildete das Projekt der  

Haustechnikplanerin E._____ AG (act. 1 Rz. 18; act. 13 Rz. 8).  

Für die Sanitärarbeiten haben die Parteien betreffend die Lieferung der Apparate 

eine Vergütung im Ausmass bzw. nach effektiver Leistung mit einem Rabatt von 

40% vereinbart (act. 1 Rz. 39; act. 13 Rz. 42). Für die übrigen Sanitärarbeiten 

wurde eine Pauschalvergütung von CHF 103'570.– (exkl. MwSt.) festgelegt (act. 1 

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Rz. 40). Die effektiv nach Ausmass abzurechnenden Sanitärapparate wurden 

grundsätzlich von den einzelnen Käufern der Wohnungen ausgesucht und von 

der Beklagten bei der Klägerin bestellt (act. 1 Rz. 45). 

2.2. Überblick über die Parteistandpunkte 

2.2.1.  Klägerin 

Die Klägerin ist der Auffassung, sie habe sämtliche für die Pauschalvergütung des 

Werkvertrages Heizung und Lüftung erforderlichen Leistungen sowie Mehrleis-

tungen im Wert von CHF 5'600.– erbracht. Unter Berücksichtigung der vertraglich 

geregelten Abzüge und der geleisteten Akontozahlungen von CHF 53'311.50 ste-

he ihr daher eine Restforderung von CHF 26'006.85 inkl. MwSt. zu (act. 1 Rz. 18 

ff.; act. 21 Rz. 10 ff.). Beim Werkvertrag Sanitär stehe ihr eine Vergütung nach 

Ausmass von CHF 28'791.40, die Pauschale von CHF 103'570.– sowie CHF 

13'550.– für Mehrleistungen zu. Davon seien die vertraglich festgelegten Abzüge, 

eine Minderleistung von CHF 164.– sowie die von der Beklagten geleisteten 

Akontozahlungen in der Höhe von CHF 109'929.50 abzuziehen. Sie habe daher 

Anspruch auf eine Restvergütung von CHF 42'062.10 (act. 1 Rz. 36 ff.; act. 21 

Rz. 72 ff.). 

2.2.2.  Beklagte 

Die Beklagte stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, die eingeklagte For-

derung sei nicht fällig (act. 13 Rz. 9 ff.; act. 25 Rz. 11 ff.). Ohnehin seien die Ar-

beiten von der Klägerin mangelhaft ausgeführt worden, weshalb ihr gestützt auf 

Art. 82 OR ein Leistungsverweigerungsrecht zustehe (act. 13 Rz. 88 ff.; act. 25 

Rz. 115 ff.). Weiter habe die Klägerin auch diverse der für die Pauschalvergütung 

geschuldeten Leistungen nicht erbracht, womit sich ihre Forderung für den Werk-

vertrag Heizung und Lüftung um CHF 10'926.– zzgl. MwSt. und beim Werkvertrag 

Sanitär um CHF 7'155.30 zzgl. MwSt. reduziere (act. 13 Rz. 16 ff. und 45 ff.; act. 

25 Rz. 34 ff. und 61 ff.). Die von der Klägerin vorgebrachten Mehrleistungen seien 

mit Ausnahme von CHF 861.30 abzüglich 10 % Rabatt für einen zusätzlichen 

Heizkörper im Dachgeschoss, CHF 950.– für einen Kombiheizkörper im 2. Ober-

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geschoss, CHF 1'300.– für zusätzliche Leistungen in der Wohnung im 2. Oberge-

schoss und CHF 1'831.45 für die Spülung der Grundleitungen nicht geschuldet 

(act. 13 Rz. 28 ff. und 64 ff.; act. 25 Rz. 47 ff. und 81 ff.). Bei der im Werkvertrag 

Sanitär vorgesehenen Vergütung nach Ausmass sei lediglich ein Betrag von 

CHF 27'187.10 geschuldet (act. 13 Rz. 59 ff.; act. 25 Rz. 79 f.). Schliesslich sei 

bei der Berechnung einer allfälligen Restvergütung ein Abzug von 0.5 % zur De-

ckung der Bauwesen- und Bauhaftpflichtversicherung, ein Skonto von 2 % sowie 

ein Muldenanteil von CHF 950.– beim Werkvertrag Sanitär und von CHF 350.– 

beim Werkvertrag Heizung/Lüftung zu berücksichtigen (act. 13 Rz. 36 ff. und 77 

ff.; act. 25 Rz. 55 ff. und 102 ff.). 

3. Vertragsqualifikation und Anwendbarkeit der SIA-Ordnung 118 

Die von den Parteien abgeschlossenen Verträge betreffend Heizungs- und Lüf-

tungsanlage sowie Sanitärarbeiten sind – wovon auch die Parteien ausgehen – 

als Werkverträge im Sinne von Art. 363 ff. OR zu qualifizieren. Die Parteien haben 

sodann unstrittig die Anwendbarkeit der beklagtischen AGB und der SIA-Norm 

118 in der Ausgabe 1977 vereinbart. Entsprechend gelangen die erwähnten Best-

immungen zur Anwendung. 

4. Fälligkeit der Werklohnforderungen 

4.1. Rechtliches 

Durch den Werkvertrag verpflichtet sich der Unternehmer zur Herstellung eines 

Werks und der Besteller zur Leistung einer Vergütung (Art. 363 OR). Vorbehältlich 

anderer Abreden hat der Besteller die Vergütung bei der Ablieferung des Werks 

zu bezahlen (Art. 372 OR).  

Die vorliegend anwendbare SIA-Norm 118 enthält spezifische Regeln zur Fällig-

keit des Werklohns. Gemäss Art. 158 SIA-Norm 118 leitet der Unternehmer nach 

der Vollendung des Werks mit der Vollendungsanzeige gegenüber dem Besteller 

zunächst das Abnahmeverfahren ein. Nach Erhalt der Vollendungsanzeige hat 

der Besteller innert eines Monats das Werk zu prüfen, wobei der Unternehmer an 

der Prüfung teilzunehmen und die erforderlichen Auskünfte zu erteilen hat (Art. 

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158 Abs. 2 SIA-Norm 118). Grundsätzlich gilt, wenn der Besteller die Prüfung des 

Werks nicht innert Monatsfrist durchführt, das Werk auch ohne Prüfung als abge-

nommen (Art. 164 SIA-Norm 118). Vorliegend haben die Parteien jedoch mit Zif-

fer 8.2 der AGB die stillschweigende Abnahme des Werkes nach Art. 164 SIA-

Norm 118 ausgeschlossen (act. 3/2; act. 25 Rz. 7).  

Ziffer 14 der AGB legt zusätzliche Voraussetzungen für die Fälligkeit der Abrech-

nungsforderung fest und lautet wie folgt (act. 3/2): 

"Die durch die Schlussabrechnung ermittelte Forderung des Unternehmers wird erst fällig, 
wenn der Unternehmer sämtliche Abrechnungsunterlagen, Revisionspläne sowie die Versiche-
rungsgarantie (Solidarbürgschaft) der Bauleitung vorlegt und ihm die Bauleitung über die Prü-
fung der Schlussabrechnung (Art. 154 Abs. 2 der Norm 118 SIA) Bescheid gibt." 

Zusammengefasst ergeben sich daraus die folgenden Voraussetzungen für die 

Fälligkeit der eingeklagten Forderung: 

- Vollendung der werkvertraglichen Arbeiten 

- gemeinsame Durchführung der Abnahme nach Anzeige der Vollendung 

- Übergabe der Abrechnungsunterlagen, Revisionspläne und Versicherungs-
garantie 

- Prüfung der Schlussabrechnung durch die Bauleitung 

Umstritten sind sowohl beim Werklohn für die Heizungs- und Lüftungsinstallatio-

nen als auch beim Werklohn für die Sanitärarbeiten die Vollendung der Arbeiten 

und die Abnahme des Werks sowie die Übergabe der Revisionspläne (vgl. act. 13 

Rz. 87). Nicht mehr umstritten ist nach der Übergabe des Garantiescheins BG… 

der F._____ AG anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 14. Juni 2022 die ent-

sprechende Fälligkeitsvoraussetzung. Es ist nachfolgend im Einzelnen auf die 

strittigen Fälligkeitsvoraussetzungen einzugehen und deren Vorliegen zu prüfen. 

4.2. Vollendung, Vollendungsanzeige und Abnahme 

4.2.1.  Parteistandpunkte 

Die Klägerin macht geltend, sie habe die Abnahme der Beklagten mündlich ange-

zeigt und darüber hinaus am 4. März 2020 und 15. Mai 2020 ihre Schlussabrech-

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nung eingereicht. Warum sie nie zu einer gemeinsamen Abnahme von der Be-

klagten aufgeboten worden sei, entziehe sich ihrer Kenntnis. Unabhängig davon 

seien im Frühjahr 2020 sämtliche Käufer der Stockwerkeigentumswohnungen der 

Neubauliegenschaft eingezogen und spätestens damit sei das Werk faktisch in 

Gebrauch genommen worden. Die Inbetriebnahme der Lüftungsanlage im Keller 

habe die Subunternehmerin der Klägerin, die G._____ AG, vorgenommen. Eben-

falls habe diese im Frühjahr 2020 mit den Eigentümern eine Instruktion und 

abermalige Kontrolle durchgeführt (act. 21 Rz. 13 f.). 

Die Beklagte bringt vor, eine "formlose" Abnahme sei im vorliegenden Vertrags-

verhältnis nicht möglich. Eine stillschweigende Abnahme sei ausdrücklich ausge-

schlossen worden. Das vollendete Werk müsse gemeinsam durch Unternehmer 

und Bauleitung geprüft werden und der Unternehmer sei verpflichtet, sich die Ab-

nahme vom Bauführer schriftlich bestätigen zu lassen. Eine Vollendungsanzeige 

sei nie erfolgt, auch nicht mündlich. Sodann bestreite sie eine Inbetriebnahme der 

Lüftungsanlage durch die Subunternehmerin der Klägerin (act. 25 Rz. 7 ff.). Wei-

ter rügt sie diverse fehlende Leistungen der Klägerin, welche der Fälligkeit eben-

falls entgegen stünden (act. 13 Rz. 2 und Rz. 15 ff. sowie Rz. 46 ff.) 

4.2.2. Rechtliches 

Ein Werk ist vollendet, sobald feststeht, dass der Unternehmer für das herzustel-

lende Werk keine oder bloss noch untergeordnete Arbeiten zu leisten hat. Von der 

Vollendung ist die Mangelfreiheit des Werks zu unterscheiden. Die Mangelhaf-

tigkeit des Werks steht der für die Fälligkeit des Werklohns vorausgesetzten Voll-

endung grundsätzlich nicht entgegen. Sie gibt dem Besteller aber unter Umstän-

den das Recht, die Vergütungsleistung gestützt auf Art. 82 OR (in gewissem Um-

fang) zurückzubehalten (BGE 129 III 738 E. 7.2; GAUCH, Der Werkvertrag, 6. Auf-

lage, N 1155 [nachfolgend: GAUCH, Werkvertrag, N X). 

Unvollendete Werke können grundsätzlich nicht abgeliefert und abgenommen 

werden (sog. Vollendungsprinzip). Dieses Vollendungsprinzip findet aber seine 

Schranke im Prinzip von Treu und Glauben (Art. 2 ZGB), das für alle schuldrecht-

lichen Beziehungen gilt. Demnach bleibt es den Vertragsparteien verwehrt, die 

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Ablieferung/Abnahme mit dem Einwand der Nichtvollendung zu bestreiten, soweit 

es dem Grundsatz von Treu und Glauben widerspricht. So hat einerseits der Un-

ternehmer, der sein Werk in Erfüllungsabsicht abliefert, sich darauf behaften zu 

lassen, und kann dem Besteller, der seine Mängelrechte ausübt, nicht entgegen-

halten, die Wirkungen der Ablieferung seien mangels Vollendung nicht eingetre-

ten. Andererseits ist dem Besteller der Einwand der Nichtvollendung verwehrt, 

wenn er durch ausdrückliche Erklärung oder sein Verhalten (z.B. durch Bezahlung 

der geschuldeten Vergütung oder Ausübung der Mängelrechte) den Eindruck er-

weckt hat, er lasse das Werk als abgeliefert gelten. Ob dies der Fall ist, lässt sich 

nur für den Einzelfall entscheiden, wobei der Gesichtspunkt des Vertrauensschut-

zes mit fortschreitendem Zeitablauf an Bedeutung gewinnt, und zwar auch dann, 

wenn der Besteller die Nichtvollendung des Werks zunächst gar nicht erkennen 

konnte (GAUCH, Werkvertrag, N 103 f.). Sind die ausstehenden Arbeiten im Ver-

gleich zu den Gesamtkosten ausserordentlich gering, d.h. nebensächlich, so kann 

es schon aus diesem Grund Treu und Glauben widersprechen, die Ablieferung 

des Werks mit dessen Nichtvollendung zu bestreiten (Urteil des Bundesgerichts 

4A_319/2017 vom 23. November 2017, E. 2.3.1; GAUCH, Werkvertrag, N 104). 

Nach der Lehre ist bei einer Ablieferung im vorstehend beschriebenen Sinn die 

Unfertigkeit des Werks wie ein Werkmangel zu behandeln, so dass die diesbe-

züglichen Regeln der Mängelhaftung zur Anwendung kommen (GAUCH, Werkver-

trag, N 105 m.w.H.). 

Nach den Regeln der SIA-Norm 118 hat der Unternehmer dem Besteller anzuzei-

gen, dass das Werk vollendet ist. Die Vollendungsanzeige kann mündlich oder 

schriftlich erfolgen (Art. 158 Abs. 1 Satz 2 SIA-Norm 118). Auch die Übermittlung 

einer Schlussrechnung an den Besteller wird von der Rechtsprechung in der Re-

gel als (implizite) Vollendungserklärung qualifiziert (Urteil des Bundesgerichts 

4A_51/2007 vom 11. September 2007, E. 4.5). Das Erfordernis der Vollendungs-

anzeige entfällt sodann, wenn der Besteller das vollendete Werk von sich aus in 

Gebrauch nimmt. Diesfalls löst der Zeitpunkt der Ingebrauchnahme die Rechtsfol-

gen einer Vollendungsanzeige aus (Art. 158 Abs. 1 Satz 3 SIA-Norm 118; SHK 

SIA-Norm 118-SPIESS/HUSER, Art. 158 N 2). 

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Nach Erhalt der Vollendungsanzeige hat der Besteller innert eines Monats das 

Werk zu prüfen, wobei der Unternehmer an der Prüfung teilzunehmen und die er-

forderlichen Auskünfte zu erteilen hat (Art. 158 Abs. 2 SIA-Norm 118). Die Durch-

führung der Abnahmeprüfung ist eine Obliegenheit des Bestellers. Sie trifft den 

Besteller unabhängig davon, ob er vom Unternehmer zur Prüfung aufgefordert 

wird oder nicht (GAUCH/STÖCKLI, in: Gauch/Stöckli [Hrsg.], Kommentar zur SIA-

Norm 118, 2. Auflage, Art. 158 N 14 [nachfolgend: AUTOR, Kommentar zur SIA-

Norm 118, Art. X N Y).  

Die AGB der Beklagten enthalten zur Abnahme in Ziff. 8 zudem folgende Rege-

lung (act. 3/2): 

"8. Abnahme 
  8.1. Gegenstand der Abnahme ist das durch den Unternehmer vollendete Werk. ln sich ge-

schlossene Werkteile können nur separat abgenommen werden, falls dies im Werkver-
trag vereinbart worden ist oder B._____ hierzu ihre schriftliche Zustimmung gibt. 

  8.2. Eine stillschweigende Abnahme des Werkes gemäss Art. 164 Norm SIA 118 ist ausge-
schlossen. 

  8.3. Die Bauleitung wird das Werk mit dem Unternehmer gemeinsam prüfen und das Ab-
nahmeprotokoll aufsetzen. Das Ergebnis der Prüfung ist in jedem Falle zu protokollie-
ren. Der Unternehmer ist verpflichtet, sich die Abnahme vom Bauführer schriftlich be-
stätigen zu lassen. 
Eine letzte Kontrolle bleibt aber der Bauherrschaft vorbehalten. Das Abnahmeprotokoll 
erhält die rechtliche Gültigkeit mit der Unterschrift des Grundeigentümers bzw. Bau-
herrn." 

4.2.3. Würdigung 

Die Beklagte bringt vor, die Vertragsarbeiten seien von der Klägerin weder fertig-

gestellt noch mängelfrei abgeliefert worden und rügt verschiedene Arbeiten als 

"nicht ausgeführt", wobei sie gleichzeitig den Wert dieser Arbeiten vom Werklohn 

in Abzug bringt (act. 13 Rz. 2 und Rz. 15 ff. sowie Rz. 46 ff.). Aufgrund der vor-

stehenden rechtlichen Ausführungen ist es letztlich nicht entscheidend, ob das 

Werk im Zeitpunkt der Ablieferung nicht vollendet war, wenn nach den gesamten 

Umständen nach Treu und Glauben von einer Ablieferung auszugehen ist. Dies-

falls sind die nicht fertiggestellten Arbeiten wie Werkmängel zu behandeln. 

- 14 - 

a) Vollendungsanzeige 

Zunächst ist zu prüfen, ob die Klägerin der Beklagten die Vollendung des Werks 

angezeigt hat. 

In der vorstehenden zitierten Ziffer 8 der AGB haben die Parteien keine besonde-

re Art oder Form der Vollendungsanzeige vereinbart. Es bleibt somit bei der Re-

gelung von Art. 158 SIA-Norm 118, sodass die Vollendungsanzeige mündlich o-

der schriftlich erfolgen konnte. 

Die Klägerin hat der Beklagten unbestrittenermassen betreffend die beiden Werk-

verträge am 4. März 2020 bzw. 15. Mai 2020 ihre jeweilige Schlussabrechnung 

übermittelt, was nach der Rechtsprechung als Vollendungserklärung zu qualifizie-

ren ist. Darüber hinaus wurde das Werk unbestrittenermassen im Frühjahr 2020 

auch in Gebrauch genommen, was eine Vollendungsanzeige ohnehin ersetzt und 

deren Rechtsfolgen auslöst. Damit ist ohne Belang, ob die Klägerin der Beklagten 

auch mündlich die Vollendung des Werks mitteilte. 

b) Abnahme 

Mit der Mitteilung der Vollendung bzw. der Ingebrauchnahme des Werks wurde 

die Abnahme im Sinne von Art. 158 SIA-Norm 118 rechtsgenügend eingeleitet. 

Wie erwähnt, ist die Durchführung der Abnahme, d.h. die Prüfung und allfällige 

Rüge des Werks, eine Obliegenheit des Bestellers, also der Beklagten. Diesbe-

züglich haben die Parteien in Ziffer 8 der AGB eine Art. 158 Abs. 2 und 3 SIA-

Norm 118 nachempfundene Regelung getroffen: "Die Bauleitung wird das Werk 

mit dem Unternehmer gemeinsam prüfen und das Abnahmeprotokoll aufsetzen". 

Eine Ergänzung liegt lediglich dahingehend vor, als dass der Unternehmer ver-

pflichtet wird, sich die Abnahme vom "Bauführer" schriftlich bestätigen zu lassen. 

Dieser Zusatz ändert aber nichts daran, dass die Durchführung der gemeinsamen 

Prüfung des Werks der Beklagten oblag. Da in Ziffer 8 der AGB die stillschwei-

gende Abnahme gemäss Art. 164 SIA-Norm 118 ausgeschlossen wurde, hat zwar 

bis heute keine vertragskonforme Abnahme stattgefunden. Aufgrund dessen, 

- 15 - 

dass die Beklagte die Klägerin aber nie zu einer gemeinsamen Abnahme des 

Werks aufgefordert hat – wobei zwischen Vollendungserklärung und Verfah-

renseinleitung bereits rund anderthalb Jahre vergangen sind –, ist sie ihrer Prü-

fungsobliegenheit nicht nachgekommen. Damit hat sie auf die gemeinsame Prü-

fung des Werks verzichtet. Der von ihr erhobene Einwand der unterbliebenen Ab-

nahme erweist sich entsprechend als treuwidrig. Trotz unterbliebener Abnahme-

prüfung gilt das Werk demzufolge als durch die Klägerin abgeliefert und von der 

Beklagten abgenommen. Die unterbliebene gemeinsame Prüfung des Werks hin-

dert somit die Fälligkeit der eingeklagten Werklohnforderungen nicht. 

4.3. Übergabe der Revisionspläne 

4.3.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte machte mit der Klageantwort geltend, gemäss ausdrücklicher Par-

teivereinbarung werde die durch die Schlussabrechnung ermittelte Forderung der 

Klägerin erst fällig, wenn der Unternehmer sämtliche Abrechnungsunterlagen, 

Revisionspläne, sowie die Versicherungsgarantie (Solidarbürgschaft) der Baulei-

tung vorlege und die Bauleitung über die Prüfung der Schlussabrechnung Be-

scheid gebe. Diese Fälligkeitsvoraussetzungen würden nicht vorliegen. Es fehle 

insbesondere an den vertraglich vereinbarten Revisionsplänen (act. 13 Rz. 87). 

Die Klägerin führt in der Replik aus, sie habe der Beklagten die Revisionspläne 

bereits im März 2020 vollständig zugestellt. Da die Beklagte seit Sommer 2020 

nicht mehr erreichbar gewesen sei, hätten die Revisionsunterlagen nicht physisch 

übergeben werden können. Sie habe der Beklagten anlässlich der Referentenau-

dienz vom 14. Juni 2022 die Revisionspläne noch einmal persönlich und ausge-

druckt übergeben (act. 21 Rz. 16 ff.). Die von ihr gelieferten Revisionspläne seien 

hinsichtlich des Leistungsbereichs der Klägerin vollständig und korrekt gezeich-

net. Gewerke resp. Leistungsbestandteile von Drittunternehmen müsse sie in ih-

ren Revisionsplänen nicht berücksichtigen oder gar selber einzeichnen. Die ge-

schuldeten Revisionspläne könnten sich nur auf den vertraglich geschuldeten 

Leistungsbereich der Klägerin beziehen. So würden der Pumpenschacht wie auch 

die Dachabläufe im Dachgeschoss nicht in ihrem Leistungsbereich liegen. Selbst 

- 16 - 

wenn es aber so sein würde, dass die Revisionspläne mangelhaft an die Beklagte 

übergeben worden seien, würde dies nichts daran ändern, dass die Revisionsplä-

ne grundsätzlich übergeben worden seien. Ziffer 14.1 der AGB sehe nämlich nicht 

vor, dass die Revisionspläne mängelfrei übergeben werden müssten (act. 21 

Rz. 17 ff.). 

Die Beklagte bringt duplicando vor, dass in den schriftlichen Werkverträgen bei al-

len drei durch die Klägerin geplanten und ausgeführten Gewerken "Heizung", 

"Lüftung" und "Sanitär" die Pflicht der Klägerin zur Vorlage von Revisionsplänen 

in den Leistungsverzeichnissen festgehalten worden sei. Bis heute seien der Be-

klagten indes keine korrekten und vollständigen Revisionspläne übergeben wor-

den. In formeller Hinsicht sei festzuhalten, dass es sich bei den übergebenen Plä-

nen ausschliesslich um Grundrisspläne handle. Gemäss vertraglicher Vereinba-

rung seien die Revisionspläne aber auch in Form von Schnittplänen vorzulegen. 

Solche Schnittpläne würden vollständig fehlen. Im Weiteren sei festzuhalten, dass 

aus den Plänen durchwegs nicht ersichtlich sei, was wie wo geändert worden sei. 

Revisionspläne müssten zwingend aufzeigen, wo die ursprüngliche Planung im 

Verlauf der Ausführung geändert worden sei. Aus diesem Grund verlange die 

Vereinbarung auch eine "farbige" Ausbildung, in der Meinung, dass die geänderte 

tatsächliche Ausführung farbig kenntlich zu machen sei. Dies entspreche auch 

den anerkannten Regeln der Baukunde. Im Weiteren seien die Pläne nicht spezi-

fisch auf die Gewerke Lüftung, Heizung und Sanitär ausgerichtet, sondern würden 

alle Installationen in den gleichen Plan fassen. Geänderte Installationen liessen 

sich so von vornherein nicht erfassen und nachvollziehen, was bei Revisionsplä-

nen aber zwingend sein müsse. Dies umso weniger, als alle Gewerke ihrerseits in 

einer anderen Farbe gezeichnet seien, was die vertragliche Vorgabe "farbig" zur 

Makulatur werden lasse. Bei einer solchen Darstellung sei es von vornherein nicht 

möglich, für jedes Gewerk nachvollziehbar darzustellen, welche Installationen und 

Leitungsführungen geändert hätten, wie die ursprüngliche Ausgangslage ausge-

sehen habe und wie der tatsächlich gebaute Zustand nun beschaffen sei. Um ei-

gentliche Revisionspläne handle es sich bei diesen Plänen somit offensichtlich 

nicht. Auch inhaltlich kritisiere sie die Pläne, da sie nicht den tatsächlich ausge-

führten Zustand wiedergäben (act. 25 Rz. 16 ff.). 

- 17 - 

4.3.2. Würdigung 

4.3.2.1. Auslegung von Ziffer 14.1 der AGB und Prüfungsumfang 

Die Beklagte bemängelt eine Vielzahl von Details an den von der Klägerin über-

gebenen Revisionsplänen. Unbestritten ist, dass die Klägerin der Beklagten fol-

gende fünf Pläne als Revisionspläne übergeben hat (act. 25 Rz. 18; act. 26/3.1–

3.5): 

- Installationsplan H/L/S Untergeschoss 
- Installationsplan H/S Erdgeschoss 
- Installationsplan H/S 1. Obergeschoss 
- Installationsplan H/S 2. Obergeschoss 
- Installationsplan H/S Dachgeschoss. 

Es stellt sich vorab die Frage, ob und gegebenenfalls wie weit die von der Beklag-

ten vorgebrachten Rügen bei der Beurteilung der Fälligkeit zu prüfen sind. Die 

Klägerin stellt sich in dieser Hinsicht auf den Standpunkt, die von der Beklagten 

gerügten Mängel hätten ohnehin keinen Einfluss auf die Fälligkeit, während die 

Beklagte der Auffassung ist, es gehe nicht nur um die Mangelfreiheit sondern 

auch um die Vollständigkeit und es sei zu prüfen, ob es sich bei den übergebenen 

Plänen um eigentliche Revisionspläne handelt.  

Nach dem Gesagten ist zu beurteilen, ob Ziffer 14.1 der AGB für den Eintritt der 

Fälligkeit nebst der vollständigen Übergabe der Pläne auch die Mangelfreiheit der 

Pläne voraussetzt. Bei der Auslegung von Vertragsbestimmungen ist in erster Li-

nie der übereinstimmende wirkliche Parteiwillen bei Vertragsschluss festzustellen. 

Wenn ein solcher nicht festgestellt werden kann, sind in zweiter Linie zur Ermitt-

lung des mutmasslichen Parteiwillens die Erklärungen der Parteien aufgrund des 

Vertrauensprinzips auszulegen. Dabei ist vom Wortlaut der Erklärungen auszuge-

hen, welche jedoch nicht isoliert, sondern aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus 

zu beurteilen sind. Auch wenn der Wortlaut auf den ersten Blick klar erscheint, 

darf es also nicht bei einer reinen Wortauslegung sein Bewenden haben. Viel-

mehr sind die Erklärungen der Parteien so auszulegen, wie sie nach ihrem Wort-

laut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden 

durften und mussten. Das Gericht hat auch den vom Erklärenden verfolgten Re-

gelungszweck zu beachten, wie ihn der Erklärungsempfänger in guten Treuen 

- 18 - 

verstehen durfte und musste (zum Ganzen BGE 148 III 57 E. 2.2.1 m.w.H.; BGE 

145 III 365 E. 3.2.1; BGE 142 III 671 E. 3.3; BGE 140 III 391 E. 2.3; BGE 138 III 

659 E. 4.2.1; BGE 135 III 295 E. 5.2; BGE 130 III 417 E. 3.2). 

Da von keiner Partei Behauptungen zum wirklichen Willen bei Vertragsabschluss 

aufgestellt werden, ist Ziffer 14.1 der AGB nach dem Vertrauensprinzip auszule-

gen. Nach dem Wortlaut verlangt die erwähnte Regelung, dass der Unternehmer 

"sämtliche […] Revisionspläne […] vorlegt". Entsprechend ergibt eine grammati-

kalische Auslegung einzig, dass die übergebenen Pläne vollständig sein müssen. 

Zur Mängelfreiheit der Pläne lässt sich demgegenüber dem Wortlaut nichts ent-

nehmen. Bei der unbestrittenermassen vereinbarten Pflicht zur Erstellung von 

Revisionsplänen handelt es sich um eine vertragliche (Neben-)Leistungspflicht 

der Klägerin. Betrachtet man die von der Klägerin zu erbringenden Planungsleis-

tungen für sich selbst, verpflichtet sich die Klägerin damit zur Erstellung eines 

(weiteren) Werkes (vgl. BGE 134 III 361 E. 5.1 = Pra 98 Nr. 8). Die Mängelfreiheit 

des abzuliefernden Werks hat aber sowohl nach den gesetzlichen Bestimmungen 

des Werkvertrages als auch nach der vorliegend anwendbaren SIA-Norm 118 

keinen Einfluss auf die Fälligkeit der Vergütungsforderung (vgl. vorstehend E. 

4.2.2.). Es lassen sich keinerlei Anhaltspunkte ausmachen, dass die Regelung in 

Ziffer 14.1 der AGB davon abweichen will. Vielmehr statuiert die Klausel – in Ein-

klang mit den geltenden gesetzlichen Regelungen und jenen der SIA-Norm 118 

(vgl. vorstehend E. 4.2.2.) – dass einzig die Vollständigkeit der übergebenen Plä-

ne für die Fälligkeit massgebend ist. Dies entspricht auch dem Regelungszweck 

der Norm, denn andernfalls stünde es dem Besteller offen, die Fälligkeit durch die 

Geltendmachung von Mängeln nach Belieben hinauszuzögern.  

Ziffer 14.1 der ABG setzt zusammenfassend für den Eintritt der Fälligkeit einzig 

die vollständige Übergabe der Revisionspläne voraus. Entsprechend sind nach-

folgend nur Rügen zur Vollständigkeit zu behandeln. Soweit die Beklagte Mängel 

an den Revisionsplänen geltend macht, können diese keinen Einfluss auf die Fäl-

ligkeit der Vergütungsforderung der Klägerin haben und sind daher nicht zu prü-

fen. 

- 19 - 

4.3.2.2. Fehlende Schnittpläne 

Die Beklagte rügt zunächst, dass die Klägerin zur Erstellung von Revisionsplänen 

in Form von Grundriss- und Schnittplänen verpflichtet war, aber lediglich Grund-

risspläne übergeben habe (act. 25 Rz. 19). Es blieb seitens der Beklagten indes-

sen unbestritten, dass die Klägerin ihr die Revisionspläne bereits im März 2020 

zukommen liess (act. 21 Rz. 17 und 19; act. 25 Rz. 11 ff.). Gleich wie bei der be-

reits abgehandelten Frage der Abnahme muss auch der Einwand der nicht voll-

ständigen Übergabe der Revisionspläne seine Grenze bei der Treuwidrigkeit fin-

den (vgl. vorstehend E. 4.2.2.). Die Prüfung der unbestrittenermassen zugestell-

ten Pläne stellt eine Obliegenheit der Beklagten dar. Obwohl die Beklagte bereits 

seit März 2020 über die Revisionspläne verfügte, zwischenzeitlich die Schluss-

rechnungen gestellt und sämtliche Wohnungen bezogen wurden, rügt sie erst 

mehr als zwei Jahre später mit ihrer Duplik vom 22. November 2022 erstmals, 

dass keine Schnittpläne übergeben worden sind. In Anbetracht dieser Umstände 

und der seit dem Erhalt der Pläne verstrichenen Zeit erweist es sich von vornhe-

rein als treuwidrig, wenn die Beklagte die Fälligkeit der Vergütungsforderungen 

mit fehlenden Schnittplänen in Abrede stellt. 

Im Übrigen gelingt es der Beklagten ohnehin nicht, eine vertragliche Pflicht der 

Klägerin zur Erstellung von Schnittplänen aufzuzeigen. Wie die Klägerin in ihrer 

Stellungnahme zur Duplik zutreffend und zulässigerweise (vgl. E. 1.5.) vorbringt, 

können sich Revisionseintragungen nur auf die von der Beklagten zur Verfügung 

gestellten Pläne beziehen (act. 29 Rz. 7 ff.). Die von der Beklagten angeführten 

Be-stimmungen im Leistungsverzeichnis des Werkvertrags Heizung sprechen 

nämlich durchwegs von Revisionseintragungen (Beispielsweise "Erstellung der 

Revisionspläne [Planeintragungen]" und "Revisionseintragungen in Grundrissplä-

ne und Schnitte"; act. 3/4 Leistungsverzeichnis S. 26 ; S. 32, S. 33 und S. 41). 

Entsprechend hatte die Klägerin die Revisionspläne in Form von Planeintragun-

gen zu erstellen. Eine Pflicht zur Erstellung von neuen Plänen lässt sich daraus 

nicht ableiten, vielmehr muss es sich um Eintragungen in bestehende Pläne han-

deln. Die Beklagte legt aber nicht dar, dass sie der Klägerin je Pläne im Schnitt 

zukommen liess. Demzufolge waren auch keine Revisionseintragungen in 

- 20 - 

Schnittpläne vorzunehmen. Die vorstehenden Ausführungen gelten grundsätzlich 

auch für die Revisionspläne des Werkvertrags Sanitär. Soweit die Beklagte gel-

tend macht, dass sich eine Pflicht der Klägerin zur Erstellung von Schnittplänen 

aus der SIA-Norm 108 ergebe (act. 25 Rz. 16.3), welche vertraglich vereinbart 

worden sei, ist ihr entgegen zu halten, dass eine Pflicht zur Erstellung von Revisi-

onsplänen im Schnitt darin nicht ersichtlich ist. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die gerügten fehlenden Revisionspläne 

im Schnitt dem Fälligkeitseintritt nicht entgegen stehen. 

4.3.2.3. Von der Beklagten gerügte Mängel an den Plänen 

Die Beklagte moniert, dass durchwegs nicht ersichtlich sei, was wie wo geändert 

worden sei und die farbige Ausgestaltung der Änderungen fehle (act. 25 Rz. 20). 

Weiter seien die Pläne nicht spezifisch auf die Gewerke Lüftung, Heizung und 

Sanitär ausgerichtet (act. 25 Rz. 21). Zudem würden die vorgelegten Pläne auch 

nicht den tatsächlich ausgeführten Zustand wiedergeben. So seien sämtliche Lüf-

tungskanäle nicht vermasst und es sei nicht ersichtlich, auf welcher Höhe der Lüf-

tungskanal seine Ansaugstelle habe und wo sich die Ausblasstelle befinde. In den 

belüfteten Kellerräumen fehlten weiter die Ausblasöffnungen wie auch der Hin-

weis auf den Elektrokasten zur Bedienung der Lüftungsanlage. Im Untergeschoss 

seien die tatsächlich ausgeführten Lüftungsanlagen nicht nachvollziehbar. Auch 

im Dachgeschoss fehlten jegliche Vermassungen (act. 25 Rz. 22.1). Bei der Hei-

zung sei weiter nicht nachvollziehbar, was geändert worden sei (act. 25 Rz. 22.2). 

Bezüglich der Sanitärarbeiten seien keine Grundleitungen in den Revisionsplänen 

eingezeichnet. Weiter seien keinerlei Hinweise auf die Pumpenanlage enthalten 

und das Waschbecken in der Einstellgarage des Stockwerkeigentümers H._____ 

sei nicht ausgewiesen. Sodann dokumentierten die Pläne die weggefallene Kana-

lisationsleitung nicht. Schliesslich seien in den Plänen auch zwei tatsächlich ge-

baute Abläufe nicht eingezeichnet (act. 25 Rz. 22.3). 

Die Beklagte macht mit sämtlichen vorstehend wiedergegebenen Rügen Mängel 

an den Revisionsplänen geltend. Wie gesehen hat eine allfällige Mangelhaftigkeit 

der abgelieferten Pläne aber keinen Einfluss auf den Eintritt der Fälligkeit. Ent-

- 21 - 

sprechend erübrigt es sich, auf die von der Beklagten diesbezüglich ins Feld ge-

führten Rügen einzugehen.  

4.4. Fazit Fälligkeit 

Gesamthaft erweist sich die von der Klägerin geltend gemachte Forderung als fäl-

lig. 

5. Leistungsverweigerungsrecht der Beklagten 

5.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte macht geltend, dass sie, selbst wenn die Klägerin noch einen offe-

nen Werklohnanspruch besässe, die Zahlung gestützt auf Art. 82 OR verweigern 

könne. Sie macht verschiedene Werkmängel geltend, welche sie mit Schreiben 

vom 10. Dezember 2022 [recte: 2021] gerügt habe. Diese Mängelrüge sei recht-

zeitig innerhalb der zweijährigen Rügefrist gemäss Art. 172 SIA-Norm 118 erfolgt. 

Die Beklagte besitze daher insbesondere ein Nachbesserungsrecht. Eine konkre-

te Nachbesserungsfrist habe sie der Klägerin bis heute noch nicht angesetzt, da 

sie erst noch das Ergebnis der laufenden Verhandlungen zwischen den involvier-

ten Versicherungen über eine einvernehmliche Schadensliquidation abwarten 

wolle. Sollten diese Verhandlungen scheitern, würde die Beklagte der Klägerin je-

doch eine Frist zur Behebung der verursachten Werkmängel ansetzen. Beste-

hende Werkmängel würden dem Besteller gegenüber dem Unternehmer ein 

Rückbehaltungsrecht zur Durchsetzung seines Nachbesserungsanspruchs ver-

schaffen. Sie schätze, dass die mutmasslichen Kosten einer Nachbesserung der 

durch die Klägerin verursachten Mängel rund CHF 150'000.– betrügen. Das 

Rückbehaltungsrecht beschränke sich nicht auf den Umfang der Verbesserungs-

kosten. Nach der herrschenden Lehre dürfe das Dreifache der zu erwartenden 

Verbesserungskosten zurückbehalten werden (act. 13 Rz. 88 ff.). 

Die Klägerin bestreitet zunächst jegliche Verantwortung für die gerügten Mängel. 

Zudem sei der eingetretene Schaden längst behoben worden. Die durch den 

Wasserschaden beschädigte Heizanlage sei ersetzt und der Schaden von ver-

schiedenen Versicherungen, nicht aber ihrer, bezahlt worden. Sie bestreite auch 

- 22 - 

die von der Beklagten geltend gemachten Nachbesserungskosten von CHF 

150'000.– (act. 21 Rz. 137 ff.). 

In ihrer Duplik hält die Beklagte dem entgegen, der Schaden sei keineswegs be-

hoben. Es bestehe weiterhin Nachbesserungsbedarf. Sie halte daher an ihrer 

Sachdarstellung vollumfänglich fest (act. 25 Rz. 115 ff.). 

5.2. Rechtliches 

Wer bei einem zweiseitigen Vertrag den anderen zur Erfüllung anhalten will, muss 

entweder bereits erfüllt haben oder die Erfüllung anbieten, es sei denn, er habe 

nach dem Inhalt oder der Natur des Vertrages erst später zu erfüllen. Art. 82 OR 

gewährt dem Schuldner eine Einrede mit der Wirkung, dass er die geforderte 

Leistung bis zur Erbringung oder Anbietung der Gegenleistung zurückbehalten 

darf. 

Die seitens des Bestellers zu leistende Vergütung bildet die Gegenleistung für die 

Herstellung und Ablieferung des geschuldeten Werks. Damit stellt sich die Frage, 

ob dem Besteller, dem ein mangelhaftes Werk abgeliefert wird, nicht nur die Män-

gelrechte von Art. 368 OR (bzw. der SIA-Norm 118) zustehen, sondern überdies 

die Einrede des nicht erfüllten Vertrages nach Art. 82 OR. Das Bundesgericht hat 

dies in zwei Leitentscheiden – BGE 89 II 232 und BGE 94 II 161 – grundsätzlich 

bejaht. Ob dem Besteller ein Leistungsverweigerungsrecht zusteht, hängt von 

nachfolgenden Umständen ab. Vor der Ausübung der Mängelrechte steht dem 

Besteller kein Leistungsverweigerungsrecht zu, denn mit der Ablieferung treten an 

die Stelle von dessen Forderung auf Erstellung eines mangelfreien Werkes die 

Mängelrechte. Ein Leistungsverweigerungsrecht kann erst bestehen, wenn der 

Besteller seine Mängelrechte ausübt und den Unternehmer zur Nachbesserung 

anhält. Mit Ausübung dieses Rechts lebt die ursprüngliche Forderung auf Leistung 

eines mangelfreien Werkes wieder auf und steht in einem Austauschverhältnis zur 

geschuldeten Vergütung. Übt der Besteller demgegenüber sein Minderungsrecht 

aus oder verlangt den Ersatz des Mangelfolgeschadens, steht ihm kein Leis-

tungsverweigerungsrecht zu (GAUCH, Werkvertrag, N 2366 ff.). 

- 23 - 

5.3. Würdigung 

Der Beklagten kann ein Leistungsverweigerungsrecht nur dann zustehen, wenn 

sie ihr Nachbesserungsrecht bereits ausgeübt hat. Bei den Mängelrechten von 

Art. 169 SIA-Ordnung 118 handelt es sich um Gestaltungsrechte. Die Pflicht des 

Unternehmers besteht daher erst, wenn der Unternehmer sein Gestaltungsrecht 

ausübt und die Nachbesserung verlangt (GAUCH/STÖCKLI, Kommentar zur SIA-

Norm 118, Art. 169 N 1). Die Beklagte hat nach eigener Sachdarstellung bislang 

keine Nachbesserung verlangt, sondern einzig die Mängel gerügt. Damit hat sie 

ihr Nachbesserungsrecht nicht ausgeübt und ihr steht auch kein Leistungsverwei-

gerungsrecht zu.  

Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die Beklagte sich grundsätzlich auf 

das Leistungsverweigerungsrecht von Art. 82 OR berufen könnte, verfängt ihr 

diesbezüglicher Einwand im Übrigen nicht. Die Beklagte unterlässt es nämlich, die 

von ihr vorgebrachten Nachbesserungskosten zu substantiieren und begnügt sich 

– obwohl die Klägerin diese bestreitet – mit der pauschalen Behauptung, sie 

schätze die Kosten auf CHF 150'000.–. 

5.4. Fazit 

Der Beklagten steht kein Leistungsverweigerungsrecht zu. 

6. Rechtliche Grundlagen zu den Werklohnforderungen 

6.1. Pauschalhonorar 

Eine Pauschalpreisabrede im Sinne von Art. 41 SIA-Norm 118 liegt dann vor, 

wenn sich die Parteien darauf geeinigt haben, dass der Unternehmer das von ihm 

geschuldete Werk als Ganzes zu einer vertraglich fixierten Geldsumme herzustel-

len hat. Bei der Verabredung eines Pauschalhonorars ist die getroffene Preisab-

rede grundsätzlich verbindlich und auch dann unabänderlich, wenn die Erstel-

lungskosten (Arbeits-, Material- und andere Kosten) höher oder geringer sind, als 

bei Vertragsabschluss vorgesehen war (Urteil des Bundesgerichts 4A_605/2020 

vom 24. März 2021, E. 4.2.1; BSK OR I-ZINDEL/SCHOTT, Art. 373 N 6 mit weiteren 

- 24 - 

Hinweisen). Durch die Abrede eines Pauschalpreises wird zwar die Vergütung 

pauschalisiert; was aber der Unternehmer zum vereinbarten Preis im Einzelnen 

leisten muss, ergibt sich aus dem konkreten Werkvertrag und ist durch Auslegung 

des gesamten Vertrages zu ermitteln (GAUCH, Werkvertrag, N 905a). 

Die Bindung an das vereinbarte Pauschalhonorar ist nicht absolut. Je nach der 

Ursache und der einschlägigen rechtlichen Regelung (gesetzliche Bestimmung 

oder vertragliche Abrede) hat der Unternehmer einen Anspruch auf Mehrvergü-

tung für allfälligen Mehraufwand. Ein Anspruch auf Mehrvergütung besteht na-

mentlich für Bestellungsänderungen (GAUCH, Werkvertrag, N 905 ff.; vgl. dazu un-

ten E. 6.3 und 6.4).  

Die geschuldete Vergütung kann sich auch verringern. Eine Minderung des 

Werkpreises kann dabei namentlich gestützt auf eine einseitige Bestellungsände-

rung nach Art. 84 Abs. 1 SIA-Norm resultieren. Anders als aus Art. 377 OR abge-

leitet, existiert im Rahmen der SIA-Norm 118 kein analoges eigenständiges Recht 

auf Teilrücktritt. Der Bauherr kann aber bei gegebenen Voraussetzungen durch 

eine einseitige Bestellungsänderung gestützt auf Art. 84 SIA-Norm 118 auf Leis-

tungen des Unternehmers verzichten und so im Ergebnis teilweise vom Werkver-

trag zurücktreten (GAUCH/STÖCKLI, Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 184 N 6.1 

ff.). Sodann stehen dem Besteller, der die Abnahme eines Werkes mit fehlenden 

Leistungen bestreitet und darin nach Treu und Glauben nicht zu schützen ist, in 

Bezug auf die gerügte Unvollständigkeit die Mängelrechte zu (Urteil des Bundes-

gerichts 4C.469/2004 vom 17. März 2005, E. 2.6; GAUCH, Werkvertrag, N 105). 

Damit kann er bei gegebenen Voraussetzungen auch auf dieser Grundlage eine 

Minderung der Vergütung verlangen. Die Beweislast obliegt sowohl für eine Be-

stellungsänderung als auch für eine Minderung grundsätzlich dem Unternehmer 

(SPIESS/HUSER, SHK Norm SIA-118, Art. 84 N 49; GAUCH/STÖCKLI, Kommentar 

zur SIA-Norm 118, Art. 169 N 2). 

6.2. Honorar nach Ausmass 

Bei Vereinbarung einer Abrechnung nach dem tatsächlichen Ausmass im Sinne 

der SIA-Norm 118 werden die geleisteten Mengeneinheiten am Objekt gemessen, 

- 25 - 

in natura gewogen oder gezählt (SCHUMACHER/MONN, Kommentar zur SIA-Norm 

118, Art. 142 N 3). Nach Art. 142 Abs. 1 SIA-Norm 118 ermitteln Bauleitung und 

Unternehmer die Ausmasse gemeinsam und anerkennen sie gegenseitig in den 

Ausmassurkunden. Die Anerkennung im Sinne von Art. 142 Abs. 1 SIA-Norm 118 

stellt eine gemeinsame Vorstellungsäusserung über den gemeinsam ermittelten 

Umfang der tatsächlich ausgeführten Bauleistungen dar (GAUCH, Werkvertrag, N 

921; SCHUMACHER/MONN, Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 142 N 9.3). Grund-

sätzlich hat die Ermittlung unter Geltung der SIA-Norm 118 fortlaufend und zeitge-

recht zu erfolgen (Art. 142 Abs. 1 SIA Norm 118). Ausmasse, die nach dem Fort-

schreiten des Baus nicht mehr festgestellt werden können, sind gemäss Art. 142 

Abs. 2 SIA-Norm 118 sofort aufzunehmen, wobei der Unternehmer die Bauleitung 

rechtzeitig zu benachrichtigen hat. Wird der für die gemeinsame Aufnahme des 

Ausmasses vereinbarte Termin von einer Seite nicht eingehalten, hat der Säumi-

ge das Aufnahmeergebnis des anderen als endgültig anzuerkennen, sofern die 

Aufnahme nicht nachgeholt werden kann oder er ein zweites Mal säumig wird 

(Art. 142 Abs. 3 SIA Norm 118). 

Sowohl die tatsächliche Anerkennung nach gemeinsamer Ausmassaufnahme als 

auch die (fingierte) Anerkennung infolge Säumnis begründen eine natürliche (tat-

sächliche) Vermutung dafür, dass die in der Ausmassurkunde enthaltenen Tatsa-

chen der Wahrheit entsprechen. Die Vermutung der Richtigkeit bezieht sich mithin 

nur auf den rapportierten Aufwand und damit auf die Tatsachengrundlage für die 

Berechnung der geschuldeten Vergütung, nicht aber auf die Vergütungsschuld 

selber. Die tatsächliche bzw. natürliche Vermutung dient der Beweiserleichterung 

und gehört zum Komplex der Beweiswürdigung. Sie kann durch blossen Gegen-

beweis entkräftet werden, ändert aber an der Behauptungs- und Beweislast des 

Unternehmers nichts (vgl. bereits das Urteil des hiesigen Gerichts vom 6. Oktober 

1972 in ZR 71/1972 Nr. 93; GAUCH, Werkvertrag, N 921; vgl. auch SCHUMA-

CHER/MONN, Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 142 N 9.3 f.). 

 

 

- 26 - 

6.3. Bestellungsänderungen 

6.3.1.  Grundlagen 

Eine Bestellungsänderung liegt vor, wenn der vertragliche festgelegte Leistungs-

inhalt durch ein Rechtsgeschäft abgeändert wird. Die Vertragsänderung kann da-

bei sowohl auf einer (Abänderungs-)Vereinbarung der Parteien als auch einer 

einseitigen Vertragsänderung durch den Bauherren gründen. Für Mehrleistungen 

steht dem Unternehmer nach einer erfolgten Bestellungsänderung ein Anspruch 

auf Mehrvergütung zu (GAUCH, Werkvertrag, N 768 ff. und 785). Eine einseitige 

Bestellungsänderung setzt ein entsprechendes Gestaltungsrecht einer Partei vo-

raus (GAUCH, Werkvertrag, N 772). Art. 84 SIA-Norm 118 sieht ein solches Ge-

staltungsrecht für den Bauherrn vor und gestattet ihm, durch Weisungen oder Än-

derung von Plänen vom Unternehmer die Erbringung von Mehr- oder Minderleis-

tungen zu verlangen. 

Bei einer Bestellungsänderung im Rahmen eines Pauschalpreisvertrages ist die 

zusätzliche Vergütung entweder nach Art. 374 OR (einvernehmliche Bestellungs-

änderung) oder nach Art. 89 SIA-Norm 118 (einseitige Bestellungsänderung) vom 

Gericht zu bestimmen, sofern sich die Parteien nicht auf einen Preis geeinigt ha-

ben. Haben die Parteien hingegen eine zusätzliche Vergütung für die Bestel-

lungsänderung vereinbart, sind sie in der Preisbestimmung aufgrund ihrer Privat-

autonomie grundsätzlich frei (BGE 143 III 545 E. 4.4.).  

Ist der Anspruch auf die Mehrvergütung streitig, liegt die Beweislast beim Unter-

nehmer, der die Forderung geltend macht. Insbesondere hat der Unternehmer die 

erfolgte Vertragsänderung und den daraus entstandenen Mehraufwand nachzu-

weisen. Beruft sich demgegenüber der Besteller auf einen Minderaufwand, trägt 

er die Beweislast (SPIESS/HUSER, SHK Norm SIA-118, Art. 84 N 49). 

In der Vertragspraxis werden oftmals ergänzende, spezifischere Regelungen 

festgelegt. Ein Genehmigungsvorbehalt liegt vor, wenn vertraglich vereinbart wird, 

dass der Anspruch auf Mehrvergütung nur unter dem Vorbehalt besteht, dass der 

Unternehmer die Mehrforderung, welche er für die Bestellungsänderung geltend 

- 27 - 

machen will, vor der Ausführung der Mehrleistung vom Besteller genehmigen 

lässt. Eine solche Vereinbarung bezieht sich auf den Vergütungsanspruch aus ei-

ner bereits erfolgten Bestellungsänderung. Davon zu unterscheiden sind Ver-

tragsklauseln, welche alle oder bestimmte Bestellungsänderungen dem Erforder-

nis einer Parteiabrede unterstellen, sodass ohne eine solche Vereinbarung eine 

Bestellungsänderung überhaupt nicht zustande kommt. Entsprechend wird damit 

insbesondere die Möglichkeit einer einseitigen Bestellungsänderung wegbedun-

gen. Derartige Vereinbarungsklauseln sehen regelmässig auch eine besondere 

Form für die Parteiabrede vor (GAUCH, Werkvertrag, N 789 ff.). Ein vereinbarter 

Formvorbehalt begründet die widerlegbare Vermutung, dass die Parteien vor Er-

füllung dieser Form nicht gebunden sein wollen (Art. 16 Abs. 1 OR). 

Auch ein Vorbehalt im vorstehend beschriebenen Sinne gilt nicht absolut. Ge-

nehmigt der Besteller eine vom Unternehmer in Aussicht gestellte Mehrforderung 

zwar erst nach begonnener Ausführung der Bestellungsänderung, dann aber 

doch, so ist es gleich zu halten, wie wenn die Genehmigung dem vereinbarten 

Vorbehalt entsprechend schon vor der Ausführung erfolgt wäre. Eine Ausnahme 

betreffend den Genehmigungsvorbehalt gilt sodann, wenn der Besteller gegen-

über dem Unternehmer ausdrücklich oder konkludent auf den Genehmigungsvor-

behalt verzichtet hat. Ein Verzicht auf die Genehmigungsklausel kommt insbe-

sondere dann in Betracht, wenn der Besteller eine Bestellungsänderung anordnet 

oder von der Ausführung der Bestellungsänderung Kenntnis hat, jedoch davon 

absieht, die fehlende Genehmigung der Mehrvergütung zu reklamieren (GAUCH, 

Werkvertrag, N 789 f.). 

6.3.2. Vertragliche Regelungen der Parteien 

Die anwendbaren AGB der Beklagten enthalten folgende Klausel (act. 3/2): 

"9. Zusätzliche Arbeiten 
 9.1. Arbeiten und Ausmasse, die im Leistungsbeschrieb nicht aufgeführt sind, sowie die von 

Unternehmerofferten abweichenden Mehrmengen, die sich im Laufe der Ausführung als 
notwendig erweisen, sind vor Inangriffnahme der B._____ schriftlich zu offerieren und 
dürfen erst nach ausdrücklicher schriftlicher Anordnung der Bauleitung und des Bau-
herrn ausgeführt werden. Erfolgt das nicht, wird eine Bezahlung grundsätzlich abge-
lehnt. Nachtragsofferten unterliegen den Vertragskonditionen. Bestehen diesbezüglich 

- 28 - 

Zweifel, so darf B._____ die Offertlegung der dem Vertrag und der Nachtragsofferte zu-
grunde liegenden Kalkulationen einsehen. 

 […]" 

Da von den Parteien keine Behauptungen zum wirklichen übereinstimmenden 

Willen beim Vertragsabschluss aufgestellt werden, ist nachfolgend eine Ausle-

gung nach dem Vertrauensprinzip vorzunehmen.  

Nach dem Titel von Ziffer 9 der AGB bezieht sich die Regelung einzig auf zusätz-

liche Arbeiten und damit auf Mehrleistungen des Unternehmers. Ein Anspruch auf 

Mehrvergütung setzt nach dieser Bestimmung voraus, dass (1) der Unternehmer 

die Mehrleistungen schriftlich offeriert und (2) der Bauherr und die Bauleitung die 

Ausführung schriftlich anordnen. Für diese Auslegung spricht auch der Zweck der 

wiedergegebenen Regelung, will diese doch Rechtssicherheit schaffen und einen 

Streit über Bestand und Umfang von Mehrforderungen verhindern.  

Zu prüfen ist weiter, ob sich das Erfordernis der schriftlichen Offerte und an-

schliessenden schriftlichen Anordnung nur auf die Mehrleistungen an sich oder 

auch auf die Vergütung der Mehrleistung bezieht. Der Wortlaut spricht von einer 

Offerte. In einer Offerte werden üblicherweise die zu erbringenden Leistungen mit 

einem entsprechenden Preis angeboten. Auch das vorgesehene Recht der Be-

klagten, die Kalkulationen einzusehen, ergibt einzig dann einen Sinn, wenn sich 

die Genehmigung auch auf die geschuldete Vergütung bezieht. Damit wird denn 

auch dem Zweck der Schaffung von Rechtssicherheit und Verhinderung von 

Streitigkeiten über Mehrforderungen am besten Rechnung getragen.  

Ziffer 9 der AGB der Beklagten ist nach dem Gesagten so zu verstehen, dass ein 

Anspruch des Unternehmers auf eine Mehrvergütung für Mehrleistungen nur dann 

besteht, wenn die Mehrleistungen zunächst schriftlich mitsamt Preis offeriert wer-

den und diese Offerte inklusive der Mehrvergütung anschliessend schriftlich ge-

nehmigt wird. Hinsichtlich des Schriftlichkeitsvorbehalts ist aufgrund der Gepflo-

genheiten des modernen Geschäftsverkehrs davon auszugehen, dass die Partei-

en mit der vereinbarten Schriftform jede Form meinen, die den Beweis mithilfe ei-

nes schriftlichen Textes ermöglicht, womit namentlich auch E-Mails erfasst sind 

(vgl. GAUCH, Werkvertrag, N 415). Der Vollständigkeit halber ist weiter festzuhal-

- 29 - 

ten, dass die Regelung sich nicht zu Minderleistungen äussert und in dieser Hin-

sicht Art. 84 SIA-Norm 118 (ausgenommen dessen Abs. 5; vgl. act. 3/2 Ziff. 19.2) 

zur Anwendung gelangt. 

6.4. Vergütung nicht bestellter Zusatzleistungen 

Fehlt es an einer Bestellungsänderung nach Massgabe der vorstehenden Erwä-

gungen, stellt sich die Frage, ob der Unternehmer aus anderen Rechtsgrundlagen 

einen Vergütungsanspruch hat. In Frage kommt dabei ein gesetzlicher Aus-

gleichsanspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung (Art. 62 ff. OR), Geschäfts-

führung ohne Auftrag (Art. 419 ff. OR) oder ein sachenrechtlicher Ausgleichsan-

spruch nach Art. 672 ZGB (GAUCH, Werkvertrag, N 1310 ff.). Diesen gesetzlichen 

Anspruchsgrundlagen gehen allerdings vertragliche Vorschriften zur Vergütung 

unbestellter Leistungen vor. Die vorliegend anwendbare SIA-Norm 118 enthält mit 

Art. 45 SIA-Norm 118 eine solche Regelung. Nach dieser Bestimmung besteht ein 

Vergütungsanspruch, wenn es sich um dringliche Arbeiten, die zur Abwendung 

von Gefahr oder Schaden unerlässlich sind, handelt, der Unternehmer diese Ar-

beiten sofort der Bauleitung meldet und von der Bauleitung keine Einstellung der 

Arbeiten angeordnet wird. Diese Regelung ist abschliessend. Entsprechend 

schliesst sie in allen Fällen unbestellter Arbeiten – und damit auch für Fälle, in 

denen nach Art. 45 SIA-Norm 118 kein Anspruch besteht – einen gesetzlichen 

Vergütungsanspruch aus (Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

HG180206 vom 26. Mai 2023, E. III. 2.3.4.; vgl. auch GAUCH, Werkvertrag, 

N 1313). 

7. Werklohnforderung Heizungs- und Lüftungsanlagen 

7.1. Überblick 

Die Klägerin macht als Schlussforderung für die Heizungs- und Lüftungsanlagen 

folgende Abrechnung geltend (act. 1 Rz. 35): 

- 30 - 

 

Die vereinbarte Pauschale für die Heizungs- und Lüftungsanlagen ist unbestritten 

(act. 1 Rz. 18; act. 13 Rz. 7). Umstritten ist, ob die Klägerin sämtliche Leistungen 

gemäss Werkvertrag erbracht hat, um einen Anspruch auf die volle Pauschale zu 

haben. Die Beklagte moniert diverse Arbeiten als nicht bzw. nur teilweise ausge-

führt, wie die Verteilkästen für die Fussbodenheizung, Zusatzarbeiten bei der 

Fussbodenheizung, Zusatzheizkörper in DU/WC sowie diverse Leistungen bei der 

Lüftungsanlage. Hierfür macht sie eine Kürzung der vertraglichen Pauschale um 

insgesamt CHF 10'926.– (exkl. MwSt.) geltend (act. 13 Rz. 16 ff. und Rz. 39). Im 

restlichen Umfang sind die Pauschale bzw. die dafür geleisteten Arbeiten unbe-

stritten. Des Weiteren sind die von der Klägerin geltend gemachten Zusatzleis-

tungen in der Höhe von insgesamt CHF 5'600.– strittig (act. 13 Rz. 28 ff.). Umstrit-

ten sind schliesslich diverse vertragliche Abzüge von der Werklohnforderung 

(act. 13 Rz. 38, 40 f.). Die strittigen Aspekte sind nachfolgend zu prüfen. 

- 31 - 

7.2. Bestrittene Arbeiten unter dem Pauschalhonorar 

7.2.1. Verteilkästen für die Fussbodenheizung 

7.2.1.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte bringt vor, die Verteilkästen für die Fussbodenheizung seien von der 

Klägerin nicht ausgeführt worden. Die Klägerin selbst habe die Beklagte darauf 

aufmerksam gemacht, dass sie die vertraglich vorgesehenen Verteilkästen aus 

Platzgründen – die Klägerin habe die Leitungsführung falsch geplant – im 1. und 

2. Obergeschoss sowie im Dachgeschoss nicht montieren könne, und sie habe 

vorgeschlagen, die Verteilkästen in diesen Wohnungen durch den Gipser erstel-

len zu lassen. Für die Nichtmontage der drei Verteilkästen in den oberen Ge-

schossen seien vom Werklohn CHF 243.– pro Stück, mithin CHF 729.– (exkl. 

MwSt.), abzuziehen. Im 1. und im 2. Obergeschoss hätten die Verteilkästen aus 

Gips erstellt werden müssen. Diese Gipserarbeiten seien durch die Firma I._____ 

AG ausgeführt worden und hätten CHF 2'000.– exkl. MwSt. gekostet. Dazu seien 

noch die Kosten der Bauleitung der Beklagten für die Organisation und Überwa-

chung von total 2 Stunden à CHF 125.– (exkl. MwSt.) gekommen. Im Dachge-

schoss habe glücklicherweise eine Lösung gefunden werden können, bei der die 

Heizleitungen hinter einer Vormauerung abgedeckt hätten werden können und die 

Erstellung eines Verteilkastens aus Gips habe sich erübrigt. Die Erstellung der 

Verteilkästen durch den Gipser sei somit auf rund CHF 2'250.– (zzgl. 7.7% MwSt.) 

zu stehen gekommen. Verglichen mit den eingesparten Kosten der drei Verteil-

kästen von CHF 729.– hätten somit Mehrkosten von CHF 1'591.– [recte: 1'521.–] 

resultiert. Um diesen Betrag sei die vertraglich vereinbarte Pauschalvergütung der 

Klägerin zu reduzieren (act. 13 Rz. 16 ff.). 

Die Klägerin bestreitet, dass sie irgendein Verschulden an den nicht montierten 

Verteilkästen treffe. Sie habe die Verteilkästen (mit Ausnahme des Dachgeschos-

ses) jeweils immer bei den Zimmern 3 geplant. Entsprechend habe die Klägerin 

am 27. Mai 2019 die Pläne für die Aussparungen an dieser Stelle (in der Wand 

beim Zimmer 3) der Beklagten zur Weiterleitung an den Baumeister geschickt. 

Doch offenbar habe die Beklagte umgeplant. Namentlich habe sie in der Woh-

- 32 - 

nung im 2. Obergeschoss eine Grundrissveränderung vorgenommen und die 

Wand zwischen dem Zimmer 3 und dem Korridor entfernt. Entsprechend habe der 

Heizverteiler inkl. Verteilkasten nicht mehr bei dieser Wand integriert werden kön-

nen. Dies habe die Beklagte gleich zum Anlass genommen, auch bei den anderen 

Wohnungen den Heizverteiler in die WC/Dusche zu integrieren. So habe die Be-

klagte sie nach Erhalt der ursprünglich vorgesehenen Aussparungspläne ange-

wiesen, diese Umplanung vorzunehmen. In der Folge seien die Heizverteiler auf 

Anordnung der Beklagten in die WC/Dusche und im Dachgeschoss ins Reduit 

verlegt worden. Damit hätten neue Aussparungen geplant und ausgeführt werden 

müssen. Die Kosten für die neuen Aussparungen seien Folgekosten aus der von 

der Beklagten vorgenommenen Plan- resp. Bestellungsänderung und würden 

mitunter Ohnehinkosten der Beklagten darstellen (act. 21 Rz. 40 ff.). 

Duplicando bestreitet die Beklagte, dass eine Umplanung ihrerseits der Grund für 

die Nichtausführung der vertraglich bei allen Wohnungen vorgesehenen Verteil-

kästen gewesen sei. Eine Anpassung habe es nur im 2. Obergeschoss gegeben, 

worauf die Klägerin in diesem Geschoss einen "Korrex" vorgelegt habe (act. 25 

Rz. 34 f.). 

7.2.1.2. Würdigung 

Eine Reduktion des vertraglich vereinbarten Pauschalhonorars kann sich entwe-

der aufgrund einer (einseitigen) Bestellungsänderung der Beklagten oder auf-

grund einer aus den Mängelrechten abgeleiteten Minderung ergeben (E. 6.1.). Ei-

ne Bestellungsänderung in Anwendung von Art. 84 SIA-Norm 118 mit Verzicht auf 

Leistungen ist nur bis zur Vollendung der Arbeiten möglich (GAUCH/STÖCKLI, 

Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 184 N 6.2). Dies muss auch bei einer – wie 

vorliegend – nach Treu und Glauben anzunehmenden Abnahme gelten. Der Bau-

herr kann ab diesem Zeitpunkt für gerügte fehlende Leistungen einzig noch die 

Mängelrechte geltend machen, aber nicht mehr gestützt auf Art. 84 SIA-Norm 118 

im Sinne eines Teilrücktritts auf Leistungen verzichten (vgl. GAUCH, Werkvertrag, 

N 105; Urteil des Bundesgerichts 4C.469/2004 vom 17. März 2005, E. 2.6). Ent-

sprechend hat die Beklagte entweder darzulegen, dass sie rechtzeitig eine Bestel-

lungsänderung vorgenommen und auf die entsprechenden Leistungen verzichtet 

- 33 - 

hat, oder sich auf Mängelrechte zu berufen und in dieser Hinsicht vorzutragen, 

dass sie zu einer Minderung berechtigt ist. 

Unbestritten ist, dass die Verteilkästen (mit Ausnahme des Dachgeschosses) je-

weils bei den Zimmern 3 geplant waren. In der Folge nahm die Beklagte mit Be-

zug auf die Wohnung im 2. Obergeschoss eine Umplanung vor. In Folge dessen 

musste der Heizverteiler ohne Verteilkasten an die Wand im WC montiert werden, 

wofür die Klägerin der Beklagten mit E-Mail vom 15. April 2019 einen "Korrexplan" 

für das 2. Obergeschoss übermittelte, was die Beklagte daraufhin genehmigte 

(vgl. act. 3/18, 3/24; act. 21 Rz. 40 f.; act. 25 Rz. 34 f.; act. 26/8). Mit E-Mail vom 

27. Mai 2019 übermittelte die Klägerin der Beklagten sodann die Pläne mit den 

Aussparungen für die Fussbodenheizungsverteiler im Erdgeschoss und im 1. 

Obergeschoss, woraufhin die Beklagte bei der Klägerin nachfragte, weshalb man 

nicht immer im WC bleibe (vgl. act. 21 Rz. 42; act. 22/46-47). In der Folge fand 

am 3. Juni 2019 eine gemeinsame Sitzung statt, deren Inhalt von der Klägerin mit 

E-Mail vom 4. Juli 2019 wie folgt zusammengefasst wurde (act. 21 Rz. 43; 

act. 22/48): 

 

Dem im E-Mail zusammengefassten Inhalt der Sitzung hat die Beklagte weder 

damals noch im Rahmen des vorliegenden Verfahrens widersprochen (vgl. act. 21 

Rz. 43; act. 25 Rz. 34 ff.). Folglich ist erstellt, dass die Parteien in der gemeinsa-

men Sitzung vereinbart haben, dass sich die Fussbodenheizverteiler ("FBH") in 

den Wohnungen vom EG bis zum 2. Obergeschoss neu in der Nasszelle, d.h. in 

WC/Dusche, befinden sollten. Unbestritten blieb seitens der Klägerin schliesslich, 

dass die von der Beklagten gerügten drei Verteilkästen in der Folge nicht einge-

baut wurden (act. 21 Rz. 40 ff.), 

- 34 - 

Aufgrund des soeben Ausgeführten steht fest, dass zufolge einer Bestellungsän-

derung auf den Einbau der vier Verteilkästen verzichtet wurde. Nicht bestritten hat 

die Klägerin, dass sie durch die Nicht-Montage von drei Verteilkästen CHF 729.– 

(3 x CHF 243.–; exkl. MwSt.) eingespart hat. Entsprechend ist das Pauschalhono-

rar in dieser Höhe zu mindern. 

Mehrkosten, welche aufgrund der Bestellungsänderung der Beklagten anfielen, 

hat diese selbst zu tragen. Soweit die Beklagte einen Werkmangelanspruch gel-

tend machen will, legt sie im Übrigen nicht konkret dar, inwiefern ein Planungsfeh-

ler der Klägerin die Umplanung verursachte. Entsprechend kann ihr auch unter 

diesem Titel kein Anspruch auf Ersatz bzw. Abzug der Kosten der Gipserarbeiten 

zustehen. Der (Pauschal-)Werklohn der Klägerin ist folglich um CHF 729.– zu 

mindern. 

7.2.2. Zuputzarbeiten bei der Fussbodenheizung 

7.2.2.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte führt aus, die fehlerhaft geplanten Heizleitungen hätten nicht nur zur 

Folge gehabt, dass die erwähnten Verteilkästen teilweise aus Platzgründen nicht 

hätten montiert werden können, sie hätten auch dazu geführt, dass vorgesehene 

Aussparungen nicht genutzt und zusätzliche Bodenöffnungen hätten erstellt wer-

den müssen, was entsprechende Anpassungs- und Zuputzarbeiten (für das 

Schliessen der entstandenen Löcher) in den oberen Geschossen notwendig ge-

macht habe. Die Klägerin sei nicht in der Lage gewesen, diese Arbeiten selbst 

ausführen, sodass sie wiederum durch den Gipser hätten vorgenommen werden 

müssen. Allein die Zuputzarbeiten der I._____ AG in der Wohnung im 

2. Obergeschoss hätten sich auf total 8 Stunden (à CHF 115.–) belaufen. Ein-

schliesslich des benötigten Materials (von total CHF 195.–) habe dadurch ein 

Kostenaufwand von CHF 1'105.– (zzgl. 7.7 MwSt.) resultiert (act. 13 Rz. 21 f.). 

Die Klägerin entgegnet mit Verweis auf ihre Ausführungen zu den Verteilkästen, 

dass sie für die Änderung der Positionierung der Heizverteiler kein Verschulden 

treffe, womit ihr keinerlei Mehrkosten angelastet werden könnten. Weiter bestrei-

- 35 - 

tet sie, dass die behaupteten Mehrkosten für angebliche Zuputzarbeiten etwas mit 

der geänderten Lage der Heizverteiler zu tun hätten und dass diese Mehrkosten 

der Beklagten überhaupt entstanden seien (act. 21 Rz. 48 ff.). 

Die Beklagte führt in ihrer Duplik dagegen ins Feld, Planung und Erstellung der 

Aussparungs- und Einlagepläne gehörten zu den Aufgaben der Klägerin. Diese 

Aufgabe habe sie offensichtlich nicht sorgfältig ausgeführt, was dazu geführt ha-

be, dass Heizungsleitungen am falschen Ort geplant worden seien. Diese hätten 

in der Folge geschlossen werden müssen (act. 25 Rz. 40 f.) 

7.2.2.2. Würdigung 

Aus den Ausführungen der Beklagte geht nicht eindeutig hervor, ob sie mit ihrer 

Argumentation einen Minderungs- und bzw. oder einen Schadenersatzanspruch 

aus einem Werkmangel geltend machen will. Jedenfalls erfolgte, wie vorstehend 

dargelegt, durch die Beklagte eine Umplanung der Heizverteiler. Soweit die Be-

klagte die Mehrkosten für Zuputzarbeiten mit der veränderten Position der Heiz-

verteiler begründet, kann sie daraus keinen Anspruch ableiten. Mehrkosten, wel-

che aufgrund ihrer eigenen Bestellungsänderung anfielen, hat sie selbst zu tra-

gen. Die Beklagte unterlässt es sodann auch hier, die von ihr als Ursache der 

Umplanung vorgebrachte fehlerhafte Planung der Heizleitungen konkret darzule-

gen und begnügt sich mit pauschalen Behauptungen. Im Übrigen sind die Ausfüh-

rungen der Beklagten derart unsubstantiiert, dass nicht einmal nachvollzogen 

werden kann, welche Aussparungen nicht genutzt werden konnten und welche 

zusätzlichen Bodenöffnungen erstellt werden mussten. Der Beklagten gelingt es 

daher nicht, eine mangelhafte Ausführung der Arbeiten durch die Klägerin darzu-

legen. Eine Minderung des Werklohns ist nicht angezeigt. 

7.2.3. Zusatzheizkörper DU/WC 

7.2.3.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte bringt vor, die Klägerin habe auch die im Heizungsdevis vorgesehe-

nen Zusatzheizkörper DU/WC der Firma K._____ nicht geliefert und montiert. Es 

sei unklar, wie viel Geld die Klägerin durch die Nichtmontage dieser in der Ver-

- 36 - 

tragspauschale enthaltenen Zusatzheizkörper DU/WC eingespart habe, da der 

Einheitspreis dafür im Devis nicht detailliert sei. Gemäss ihren eigenen Abklärun-

gen würden solche K._____-Heizkörper im Durchschnitt mindestens CHF 1'000.– 

(exkl. MwSt.) pro Stück kosten. Durch die unterlassene Lieferung und Montage 

dieser Zusatzheizkörper habe die Klägerin somit mindestens einen Betrag von 

CHF 4'000.– (zzgl. MwSt.) eingespart. Um diesen Betrag sei die Pauschalvergü-

tung zu kürzen (act. 13 Rz. 23 f.). 

Die Klägerin bestreitet, dass sie die vier vorgesehenen Zusatzheizkörper "…" 

nicht geliefert und montiert habe. Diese seien wie ausgeschrieben bei der 

K._____AG bestellt und bezahlt sowie geliefert worden. Auch habe sie die für die 

Montage vorgesehenen Installationen ausgeführt und den Zusatzheizkörper mon-

tiert. Entsprechend habe sie ihre Vertragspflichten erfüllt und der Werklohn dafür 

sei geschuldet. Der behauptete Minderungsanspruch werde bestritten, zumal die-

ser keinesfalls mit den tatsächlichen Kosten von insgesamt CHF 1'391.40 über-

einstimme (act. 21 Rz. 51 f.). 

Duplicando ergänzt die Beklagte, dass der für die Montage benötigte Elektroan-

schluss zumindest in den Wohnungen im EG sowie im 1. Obergeschoss nicht 

vorhanden sei und auch die "Revisionspläne" für das Badezimmer keinen Bad-

heizkörper aufweisen würden (act. 25 Rz. 42 ff.). 

7.2.3.2. Würdigung 

Obwohl die Klägerin mit der Replik eine Rechnung der K._____ AG eingereicht 

hat, worauf der Preis für vier Heizkörper "…" mit CHF 1'391.40 angegeben ist 

(act. 22/49), nimmt die Beklagte duplicando keine Kostenkalkulation vor. Sie ver-

langt weiterhin einen Kostenabzug von CHF 1'000.– pro Heizkörper, was gemäss 

ihren Ausführungen "mindestens" dem Durchschnittspreis eines Heizkörpers ent-

spricht (vgl. act. 13 Rz. 24). Da diese Ausführungen offensichtlich falsch sind und 

ansonsten keine Kalkulation eines Minderwerkpreises seitens der Beklagten vor-

genommen wird, fällt eine Minderung des Werklohns mangels genügender Sub-

stantiierung ausser Betracht. 

- 37 - 

7.2.4. Diverse Leistungen bei der Lüftungsanlage 

7.2.4.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte macht geltend, dass die Klägerin bei der Lüftungsanlage die folgen-

den Leistungen gemäss Devis nicht erbracht habe: 

- Pos. 244.2, Apparate und Gitter: CHF 150.–; 

- Pos. 244.3, Regel- und Sicherheitsorgane: CHF 463.–; 

- Pos. 244.5, Transport, Montage (mit Abnahme, Übergabe, Anlagendoku-

mentation): CHF 3'143.–; 

- Pos. 244.6, Dämmung: CHF 579.–. 

Durch die Nichterbringung dieser Leistungen bei der Lüftungsanlage habe die 

Klägerin somit den Betrag von total CHF 4'335.– (zzgl. MwSt.) eingespart, um 

welchen die Pauschalvergütung zu kürzen sei (act. 13 Rz. 26 f.). 

Die Klägerin entgegnet, sie habe alle Leistungen vollständig erbracht. Die Be-

hauptungen der Beklagten seien unsubstantiiert und durch nichts belegt (act. 21 

Rz. 53). 

Duplicando hält die Beklagte an ihrer Sachdarstellung, dass die Klägerin die ge-

rügten Leistungen nicht erbracht habe, fest (act. 25 Rz. 45 f.). 

7.2.4.2. Würdigung 

Die Beklagte macht wiederum einen Minderungsanspruch geltend. Die Beweislast 

für diesen Anspruch obliegt der Beklagten (vgl. E. 6.1.). Ihr gelingt es aber – ob-

wohl die Klägerin dies bestreitet – nicht, die gerügten nicht erbrachten Leistungen 

substantiiert vorzutragen. Aus ihren Ausführungen geht nicht im Ansatz hervor, 

welche konkreten Leistungen die Klägerin ihrer Ansicht nach zu erbringen ver-

pflichtet gewesen wäre, aber nicht erbracht hat. Damit kann ihr kein Minderungs-

anspruch zustehen.  

- 38 - 

7.2.5. Fazit zu den Minderleistungen 

Der Werklohn der Klägerin ist um CHF 729.– zu kürzen. 

7.3. Zusatzleistungen 

7.3.1. Zusätzlicher Heizkörper im Dachgeschoss 

7.3.1.1. Parteistandpunkte 

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass es im Dachgeschoss, im Bereich des 

in die Dachwohnung einbezogenen Treppenhauses keine Fussbodenheizung gibt 

und deshalb für die Beheizung dieses Bereichs ein zusätzlicher Heizkörper von 

der Beklagten bei der Klägerin bestellt wurde (act. 1 Rz. 26; act. 13 Rz. 28). Die 

Beklagte möchte der Klägerin aber nur die Materialkosten von CHF 861.30 ab-

züglich einem Rabatt von 10 % vergüten, da der Heizkörper nicht montiert worden 

sei und bestreitet die weiteren geltend gemachten Kosten (act. 13 Rz. 29 f.). 

Die Klägerin führt dazu aus, die Nachtragsleistung bestehe nicht nur aus den rei-

nen Materialkosten. Es sei dazu auch eine Planung, die Anschlüsse sowie die ei-

gentliche Montage erforderlich gewesen. Sie habe die Zusatzleistung mit E-Mail 

vom 19. August 2019 schriftlich mit CHF 3'000.– offeriert und die Beklagte habe 

die Offerte mündlich genehmigt. Die Anweisung der Beklagten, dass der Heizkör-

per nicht montiert werden solle, sei erst sechs Wochen später, am späten Nach-

mittag des 30. Septembers 2019, erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt sei der Heizkörper 

längst montiert gewesen, da er am 10. September 2019 auf die Baustelle an der 

D._____-strasse 1 geliefert und gleichentags montiert worden sei (act. 1 Rz. 26 

ff.; act. 21 Rz. 54 ff.; vgl. auch act. 29 Rz. 25). 

Die Beklagte entgegnet, sie habe die Offerte weder mündlich genehmigt noch den 

Betrag von CHF 3'000.– freigegeben. Die Klägerin habe nie einen prüfbaren 

Nachtrag auf der Preisbasis des Werkvertrags vorgelegt, wozu sie aber aufgrund 

von Ziffer 9.1 AGB unaufgefordert verpflichtet gewesen sei. Der geltend gemachte 

Betrag sei völlig übersetzt, ferner berücksichtige er auch die eingesparten Min-

derkosten bei der Bodenheizung nicht, da in diesem Bereich die Bodenheizung 

- 39 - 

nicht habe eingebaut werden müssen. Bestritten werde, dass der Heizkörper 

montiert worden sei. Zum behaupteten Zeitpunkt (10. September 2019) seien die 

Wände durch den Gipser noch gar nicht fertiggestellt gewesen. Vielmehr sei der 

Heizkörper direkt im Keller eingelagert worden, wo er heute noch stehe. Sie be-

streite daher auch den geltend gemachten Installations- sowie Planungsaufwand 

(act. 25 Rz. 47 ff.). 

7.3.1.2. Würdigung 

Gemäss den vorliegend anwendbaren AGB der Beklagten setzt ein Anspruch auf 

Mehrvergütungen für Zusatzleistungen voraus, dass dieser schriftlich offeriert und 

anschliessend von der Beklagten mitsamt Preis schriftlich genehmigt wird 

(E. 6.3.2.). Die Behauptungs- und Beweislast für die geltend gemachte Mehrver-

gütung obliegt der Klägerin (E. 6.3.1.). 

Durch das eingereichte E-Mail vom 19. August 2019 ist belegt, dass die Klägerin 

der Beklagten einen revidierten Fussbodenheizungsplan für das Dachgeschoss 

zustellte und für den zusätzlichen Heizkörper im Dachgeschoss einen "Mehrpreis" 

von CHF 3'000.– "inkl. WV Rabatt exkl. MwSt." offerierte sowie um die Freigabe 

des Mehrpreises und des neuen Planes bat (act. 3/15). Die Klägerin behauptet 

nicht, dass die Beklagte diese Offerte schriftlich genehmigt hat. Vielmehr stellt sie 

sich auf den Standpunkt, die Freigabe sei mündlich erfolgt. 

Ein vertraglicher Formvorbehalt kann jederzeit formfrei aufgehoben werden. Die 

Aufhebung ist auch stillschweigend oder durch konkludentes Handeln möglich, 

wie insbesondere dann, wenn die Parteien sich über die vereinbarte Form hin-

wegsetzen oder den Vertrag vorbehaltlos erfüllen (BGE 125 III 263 E. 4c; vgl. 

auch E. 6.1.). Die Beklagte bestreitet zwar, dass sie eine mündliche Freigabe er-

teilt hat, stellt sich aber auch auf den Standpunkt, den zusätzlichen Heizkörper 

bestellt zu haben. Damit ist erstellt, dass ein zusätzlicher Heizköper bestellt wurde 

und die Beklagte in dieser Hinsicht auf den Formvorbehalt verzichtet hat. Über die 

Frage der Vergütung ist damit indes noch nichts gesagt, zumal nicht klar ist, wann 

und in welcher Form die Beklagte den zusätzlichen Heizkörper bestellt hat. Die 

Klägerin legt nämlich nicht dar, wer von der Beklagten wann die im E-Mail vom 

- 40 - 

19. August 2019 enthaltene Offerte freigegeben hat. Eine mündliche Freigabe 

lässt sich daher nicht erstellen. Die Klägerin behauptet im Übrigen auch nicht, 

dass später eine Vereinbarung über den Preis getroffen wurde. Es ist daher keine 

Einigung über den Mehrpreis entstanden. Fehlt es bei einer einvernehmlichen 

Bestellungsänderung an einer Einigung über die Mehrvergütung, so ist diese nach 

Art. 374 OR zu berechnen. Für die Berechnung dieser Vergütung hat die Klägerin 

namentlich ihren Personal- und Sachaufwand zu behaupten und zu beweisen 

(BSK OR II-ZINDEL/SCHOTT, Art. 374 N 18). Die Klägerin macht in dieser Hinsicht 

u.a. CHF 1'500.– für "knapp zehn Stunden" Planung geltend (act. 1 Rz. 30), legt 

aber trotz beklagtischer Bestreitung nicht konkret dar, in welchem Umfang welche 

Planungsarbeiten vorgenommen werden mussten. Auch zu den weiter von der 

Beklagten bestrittenen Aufwendungen für die Installation begnügt sich die Kläge-

rin damit, vorzubringen, sie habe circa drei Stunden Aufwand gehabt (act. 1 Rz. 

30), ohne konkret darzulegen, wann genau welcher Aufwand angefallen ist. Die 

klägerische Mehrpreisberechnung äussert sich schliesslich überhaupt nicht zu 

Einsparungen wegen Minderleistungen zufolge fehlender Fussbodenheizung. Es 

lässt sich daher aufgrund der Ausführungen der Klägerin kein Mehrpreis berech-

nen. Ihr kann damit einzig die von der Beklagten anerkannte Mehrvergütung von 

CHF 775.17 (CHF 861.30 abzüglich 10 % Rabatt) zugesprochen werden. 

Mangels substantiierter Behauptungen der Klägerin zur von ihr behaupteten 

mündlichen Freigabe sowie zum geltend gemachten Aufwand sind die von ihr 

hierzu offerierten Beweismittel (Zeugenbefragungen, Gutachten und Augen-

schein) nicht abzunehmen (act. 1 Rz. Rz. 27, 28, 29 und 30; act. 21 Rz. 56 und 

57). 

7.3.2. Zwei Kombiheizkörper im 2. Obergeschoss und Dachgeschoss 

7.3.2.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin macht geltend, es seien von der Beklagten zusätzlich für zwei Woh-

nungen, namentlich im 2. Obergeschoss und im Dachgeschoss, sog. Kombiheiz-

körper für das Badezimmer bestellt worden. Mit E-Mail vom 15. April 2019 habe 

die Klägerin die Mehrkosten von CHF 950.– pro Kombigerät, d.h. gesamthaft 

- 41 - 

CHF 1'900.–, offeriert. Mit E-Mail vom 16. April 2019 habe die Beklagte die Mehr-

kosten genehmigt. Lieferung und Einbau der beiden Kombiheizkörper seien im 

August 2019 durch den Monteur der Klägerin vertragsgemäss ausgeführt worden 

(act. 1 Rz. 31 ff.). 

Die Beklagte anerkennt die Zusatzvergütung für den Kombiheizkörper für das Ba-

dezimmer der Wohnung im 2. Obergeschoss von CHF 950.–. Indes bestreitet sie, 

dass ein solcher Kombiheizkörper auch für das Badezimmer in der Dachge-

schosswohnung offeriert oder bestellt worden sei. Das E-Mail vom 15. April 2019 

spreche ausdrücklich nur vom 2. OG und nenne als Preis den Betrag von 

CHF 950.– (act. 13 Rz. 31 f.). 

Die Klägerin bringt replicando vor, im E-Mail vom 15. April 2019 seien nur gleich-

zeitig auch Pläne für die Wohnung im 2. Obergeschoss verschickt worden. Der of-

ferierte Mehrpreis habe sich aber nicht ausschliesslich auf die Wohnung im 2. 

Obergeschoss bezogen. Vielmehr habe dies auch die Dachgeschosswohnung be-

troffen, weil die Beklagte für diese beiden Wohnungen einen Kombiheizkörper be-

stellt habe. Dass die Beklagte auch für die Dachgeschosswohnung einen Kombi-

heizkörper bestellt habe, ergebe sich sodann aus dem E-Mail der Beklagten vom 

20. August 2019, worin diese die Klägerin explizit angewiesen und bestätigt habe, 

dass für die Badezimmer der Wohnung im 2. Obergeschoss und im Dachge-

schoss für den Radiator ein Elektroanschluss vorgesehen sei. Mitunter sei dieser 

Elektroanschluss dann vorgesehen, wenn ein sog. Kombiheizkörper (d.h. Misch-

heizung bestehend aus Warmwasserheizung mit zusätzlich elektrischer Heizmög-

lichkeit) installiert werde. Mit diesem E-Mail habe die Beklagte bestätigt, dass sie 

einen Kombiheizkörper auch für die Dachgeschosswohnung bestellt habe, sonst 

hätte es dort keines Elektroanschlusses bedurft (act. 21 Rz. 61 f.). 

Die Beklagte führt duplicando aus, gemäss der Darstellung der Klägerin müsste in 

der Dachgeschosswohnung sowohl ein K._____-Heizungsradiator als auch ein 

Kombiheizkörper installiert sein. Höchstens das eine könne der Fall sein, nicht je-

doch beides. Sollte ein Elektronanschluss vorhanden sein, deute dies darauf hin, 

dass ein K._____-Radiator montiert worden sei, welcher ebenfalls einen Elektro-

anschluss benötige (act. 25 Rz. 52 f.). 

- 42 - 

7.3.2.2. Würdigung 

Unbestritten ist der klägerische Anspruch auf eine Zusatzvergütung für die Instal-

lation des Kombiheizkörpers im Badezimmer des 2. Obergeschoss in der Höhe 

von CHF 950.– (exkl. MwSt.). 

Dafür, dass die Beklagte auch für das Dachgeschoss einen Kombiheizkörper im 

Badezimmer bestellt hatte, trägt die Klägerin die Behauptungs- und Beweislast. 

Sie hat daher zu behaupten und zu beweisen, dass die Beklagte den strittigen 

Heizkörper im Dachgeschoss schriftlich bestellt hat (E. 6.3.2.).  

Der Beklagten ist zuzustimmen, dass sich eine solche schriftliche Bestellung we-

der aus dem E-Mail vom 15. April 2019 (act. 3/18) noch aus dem E-Mail vom 

20. August 2019 (act. 22/50) ergibt. Das E-Mail vom 15. April 2019 betrifft die 

Heizungsplanung im 2. Obergeschoss. Die Klägerin übermittelte der Beklagten 

damit den "Korrexplan Heizung vom 2. OG". Die Wohnung des Dachgeschosses 

wird dabei nicht erwähnt. Die Klägerin bittet sodann bloss um Bestätigung des 

Mehrpreises von CHF 950.– für "den" Kombiheizkörper im Badezimmer und nicht 

etwa die Kombiheizkörper, was zu erwarten gewesen wäre, wenn um Genehmi-

gung für zwei Heizkörper ersucht worden wäre. Aus dem E-Mail vom 15. April 

2019 ist somit nicht ersichtlich, dass die Beklagte sowohl für das 2. OG als auch 

für das DG einen zusätzlichen Kombiheizkörper bestellt hatte. Mit E-Mail vom 20. 

August 2019 hat die Beklagte der Klägerin zwar unbestrittenermassen bestätigt, 

dass für die Badezimmer im 2. Obergeschoss und im Dachgeschoss für den Ra-

diator ein Elektroanschluss vorgesehen ist. Daraus kann aber nicht der Schluss 

gezogen werden, dass die Beklagte für das DG einen zusätzlichen Kombiheizkör-

per bestellt hätte, da unbestrittenermassen auch der K._____-Heizungsradiator 

einen Elektroanschluss benötigte (vgl. act. 25 Rz. 53 mit Verweis auf Rz. 43). Zu-

dem äussert sich das E-Mail vom 20. August 2019 überhaupt nicht zum Preis ei-

nes allfälligen Heizkörpers. 

Die Klägerin stützt sich für die durch die Beklagte erfolgte Bestellung einzig auf 

die beiden erwähnten E-Mail-Nachrichten. Sie legt nicht dar, wie und wann die 

Beklagte unabhängig davon die Bestellung getätigt bzw. genehmigt hat. Mangels 

- 43 - 

substantiierter Behauptungen hierzu hat die Befragung der angebotenen Zeugen 

zu unterbleiben (vgl. act. 1 Rz. 31, 33; act. 21 Rz. 62). Der Vollständigkeit halber 

bleibt anzufügen, dass die Klägerin die Voraussetzungen für eine Mehrvergütung 

gestützt auf Art. 45 SIA-Norm 118 nicht behauptet, womit ihr auch auf dieser 

Grundlage kein Anspruch zusteht. 

Die Beklagte hat der Klägerin für diese Position CHF 950.– zu bezahlen. 

7.3.3. Übergabestation 

7.3.3.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin macht geltend, die Übergabestation habe nicht auf den vereinbarten 

Termin eingebracht werden können, da vor der Tiefgarage durch die Beklagte 

Grabarbeiten ausgeführt worden seien und ein Container vor der Tiefgaragenein-

fahrt gestanden sei. Sie habe die Übergabestation im August 2019 wieder ins 

Magazin fahren und dann am 20. November 2019 erneut auf die Baustelle liefern 

müssen. Es seien dabei Zusatzkosten von CHF 700.– entstanden (act. 1 Rz. 34).  

Die Beklagte entgegnet, für die Mehrkostenforderung fehle jede Grundlage. We-

der sei für die Anlieferung der Übergabestation ein bestimmter Termin vereinbart 

worden noch sei die Klägerin aufgefordert worden, die Übergabestation an einem 

bestimmten Termin zu liefern (act. 13 Rz. 34). 

7.3.3.2. Würdigung 

Bauerschwernisse, insbesondere sogenannte "Bauablaufstörungen", berechtigen 

den Unternehmer nicht per se zu einem Anspruch auf Mehrvergütung. Erforder-

lich ist eine konkrete Anspruchsgrundlage. Diese kann sich grundsätzlich aus ei-

ner gesetzlichen Bestimmung (z.B. Gläubiger- bzw. Annahmeverzug des Bau-

herrn) oder aus einer vertraglichen Abrede (z.B. Bestellungsänderung) ergeben. 

Massgebend ist die Ursache, die zu den Bauerschwernissen führte (GAUCH, 

Werkvertrag, N 1316a). Der Bauherr kann dem Unternehmer insbesondere Mehr-

aufwand und/ 

oder Schaden verursachen, wenn er Mitwirkungshandlungen ungerechtfertigt un-

- 44 - 

terlässt oder verzögert, wodurch er in Annahme- bzw. Gläubigerverzug (Art. 91 ff. 

OR) gerät. Die Verletzung einer Mitwirkungshandlung des Bestellers bzw. Säum-

nis des Bauherrn löst die in Art. 94 Abs. 2 SIA-Norm 118 umschriebenen Rechts-

folgen aus. Ausdrücklich erwähnt sind lediglich der Anspruch des Unternehmers 

auf Fristerstreckung sowie ein allfälliges Rücktrittsrecht des Unternehmers. Dane-

ben kommt aber beim Festpreisunternehmer auch ein Anspruch auf Mehrvergü-

tung in Betracht, wenn diesem aus dem Annahmeverzug des Bestellers ein 

Mehraufwand entsteht (vgl. Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

HG120098 vom 4. August 2015, E. 3.1.3.2; GAUCH, Werkvertrag N 1335 ff.). Ein 

Verschulden des Bauherrn ist weder für den Annahmeverzug noch für den sich 

daraus ergebenden Mehrvergütungsanspruch des Unternehmers vorausgesetzt 

(GAUCH, Werkvertrag, N 1338). 

Obwohl die Beklagte bestreitet, dass ein Termin für die Anlieferung der Überga-

bestation vereinbart wurde, unterlässt es die behauptungs- und beweisbelastete 

Klägerin, substantiiert darzulegen, wann welcher konkrete Übergabetermin ver-

einbart bzw. angeordnet wurde. Sie begnügt sich vielmehr damit, vorzubringen, 

die Übergabestation habe im August 2019 wieder ins Magazin gebracht werden 

müssen. Damit kann nicht beurteilt werden, ob die Parteien einen konkreten Ter-

min für die Anlieferung der Übergabestation vereinbart haben und sich die Be-

klagte in Folge dessen im Annahmeverzug befand oder eine erforderliche Mitwir-

kungshandlung unterlassen hat. Es fehlt demnach an einer rechtlichen Grundlage 

für die geltend gemachte Mehrvergütung. Auf die Abnahme der in dieser Hinsicht 

angebotenen Beweismittel ist mangels rechtsgenügender Substantiierung zu ver-

zichten (act. 1 Rz. 34). 

7.3.4. Fazit zu den Mehrleistungen 

Die Klägerin hat Anspruch auf eine Mehrvergütung von CHF 1'725.17 (CHF 950.– 

+ CHF 775.17). 

- 45 - 

7.4. Zwischenfazit erbrachte Leistungen Heizungs- und Lüftungsanlagen 

Der Klägerin steht die Pauschalvergütung von CHF 69'853.95 (CHF 70'582.95 

abzüglich CHF 729.–) sowie eine Mehrvergütung von CHF 1'725.17 zu. Die ge-

samthafte Vergütung für die Heizungs- und Lüftungsanlage beträgt damit 

CHF 71'579.12. Nachfolgend verbleibt zu prüfen, welche Abzüge vom Werklohn 

zu machen sind. 

7.5. Abzüge 

7.5.1. Unbestrittene Abzüge 

Unbestritten sind die Abzüge für allgemeine Schäden/Reinigung (1 %), Ener-

gie/Wasser (1.5 %) und Bruchgläser (0.5 %; act. 1 Rz. 35; act. 13 Rz. 37). 

7.5.2. Umstrittene Abzüge 

7.5.2.1. Bauwesen- und Bauhaftpflichtversicherung 

Die Beklagte macht – mit Verweis auf Ziffer 10.4 der AGB – geltend, es sei ein 

zusätzlicher Abzug von 0.5 % zur Deckung der Bauwesen- und Bauhaftpflichtver-

sicherung geschuldet (act. 13 Rz. 38). 

Die Klägerin führt aus, der Abzug sei grundsätzlich korrekt, sofern die Beklagte 

diese Versicherungen auch tatsächlich abgeschlossen habe, was bis zum ent-

sprechenden Nachweis bestritten werde (act. 21 Rz. 65). 

Mit der Duplik hat die Beklagte den entsprechenden Nachweis, dass sie die Bau-

versicherung abgeschlossen hat, eingereicht (vgl. act. 25 Rz. 56; act. 26/10). 

Damit ist belegt, dass die Beklagte eine Bauwesen- und Bauhaftpflichtversiche-

rung abgeschlossen hat. In Anwendung von Ziffer 10.4 der AGB ist ein Abzug von 

0.5 % vorzunehmen. 

- 46 - 

7.5.2.2. Muldenanteil 

7.5.2.2.1. Parteibehauptungen 

Die Klägerin hat in ihrer Schlussabrechnung einen Muldenanteil von CHF 250.– 

berücksichtigt und in Abzug gebracht (act. 1 Rz. 35). 

Die Beklagte macht geltend, der von der Klägerin akzeptierte Muldenanteil von 

CHF 250.– sei zu tief. Mit Blick auf den umfangreichen Abfall, den die Klägerin 

produziert habe, betrage er mindestens CHF 350.– (inkl. MwSt.), entsprechend 

den Kosten einer durchschnittlich grossen halben Mulde (act. 13 Rz. 40). 

Die Klägerin entgegnet, gemäss Ziffer 33.3 der AGB sei lediglich geregelt, dass 

"die Mulden direkt bei der Schlussabrechnung abgezogen" würden. Eine klare 

Regelung fehle indes. Verrechnet werden könnten der Klägerin höchstens dieje-

nigen Muldenkosten, welche sie auch selber verursacht habe. Diese würden in-

des weder durch das Foto in Klageantwortbeilage 9a noch durch die Rechnung 

der L._____ AG belegt (act. 21 Rz. 67 f.). 

Duplicando bringt die Beklagte vor, die Klägerin habe deutlich mehr Verpa-

ckungsmaterial zurückgelassen, als es dem von ihr anerkannten Anteil von CHF 

250.– entspreche (act. 25 Rz. 58). 

7.5.2.2.2. Würdigung 

Zunächst ist festzuhalten, dass die Berechnung der von der Klägerin zu über-

nehmenden Muldenkosten vertraglich nicht festgelegt wurde. Art. 33.3 der AGB 

hält einzig fest, dass die für die Entsorgung des Bauschuttes notwendigen Mulden 

den Handwerkern bei der Schlussrechnung abgezogen werden, äussert sich zur 

Höhe des Abzugs bzw. dessen Berechnung aber nicht. Die Klägerin hat einen 

Abzug von CHF 250.– für ihren Anteil an der Mulde anerkannt. Die Beweislast für 

einen höheren Abzug trägt die Beklagte, da dies den geschuldeten Werklohn re-

duzieren würde (Art. 8 ZGB).  

Die Beklagte legt indessen trotz Bestreitung durch die Klägerin nicht substantiiert 

dar, wie viel Abfall durch die Klägerin verursacht wurde, und führt einzig aus, die 

- 47 - 

Klägerin habe umfangreichen Abfall hinterlassen. Damit bleibt es bei dem von der 

Klägerin anerkannten Abzug von CHF 250.–. Da es an substantiierten Ausführun-

gen seitens der Beklagten hierzu fehlt, entfällt auch die Parteibefragung von 

J._____ (act. 13 Rz. 40). 

7.5.2.3. Skonto 

Die Beklagte bringt vor, es sei weiter ein Skonto von 2 % in Abzug zu bringen. Sie 

habe ihre Zahlungen fristgerecht geleistet; die beiden Akontozahlungen seien in-

nerhalb von 30 Tagen bezahlt und von der Klägerin auch kommentarlos entge-

gengenommen worden, was einen Skontoabzug rechtfertige. Auch für den Rest-

betrag sei ein Skontoabzug vorzunehmen, da die Fälligkeit der Abrechnungsfor-

derung noch nicht eingetreten sei und die Zahlungsfrist noch gar nicht zu laufen 

begonnen habe (act. 13 Rz. 41). 

Die Klägerin bestreitet, dass ein Skontoabzug vereinbart worden sei. Zudem habe 

die Beklagte ihre Rechnung auch nicht fristgerecht bezahlt. Die Forderung sei al-

lerspätestens am 14. Juni 2022 fällig geworden (act. 21 Rz. 69). 

Duplicando hält die Beklagte an ihrer Sachdarstellung fest und verweist zur Ver-

einbarung des Skontoabzuges auf Ziffer 11 der AGB. Die Klägerin habe nicht be-

stritten, dass die Akontozahlungen innert 30 Tagen bezahlt worden seien, wes-

halb zumindest auf diesen ein Skontoabzug zu gewähren sei (act. 25 Rz. 59). 

Ein Skontoabzug setzt eine entsprechende vertragliche Vereinbarung voraus 

(GAUCH, Werkvertrag, N 1233). Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die 

Parteien – wie von der Beklagten vorgebracht – einen Skonto von 2 % vereinbart 

hätten, ist festzuhalten, dass die Klägerin anders als dies von der Beklagten dar-

gestellt wird die fristgerechte Leistung sämtlicher Zahlungen bestreitet. Die Be-

weislast für die fristgerechte Zahlung obliegt der Beklagten (GAUCH, Werkvertrag, 

N 1239). Die Beklagte legt indes nicht konkret dar, wann sie welche Akontozah-

lungen geleistet hat. Damit kann ihr kein Skontoabzug für die Akontozahlungen 

zustehen. Schliesslich entfällt ein Skontoanspruch auch dann, wenn die Zahlung 

der Forderung unterlassen wird, weil der Bestand der Forderung bestritten wird 

- 48 - 

(GAUCH, Werkvertrag N 1237). In diesem Sinne kann auch für die Restforderung 

kein Skontoabzug gewährt werden, zumal diese bis heute nicht beglichen wurde. 

7.6. Akontozahlungen 

Die beiden von der Beklagten getätigten Akontozahlungen in der Höhe von insge-

samt CHF 53'311.50 sind unbestritten und – wie bereits in der klägerischen 

Schlussabrechnung – in Abzug zu bringen (act. 1 Rz. 35; act. 13 Rz. 37). 

7.7. Fazit Werklohn Heizungs- und Lüftungsanlagen 

Gesamthaft ergibt sich folgende Restforderung der Klägerin: 

 

Pauschale  70'582.95 
Mehrleistungen 

  
 1'725.17 

Minderleistungen 
  

 -729.00 

    
 

 Zwischentotal ohne MwSt. 
 

 71'579.12 

    
 

 Abzüge von 3.5 % 
  

 -2'505.27 
Muldenanteil 

  
 -250.00 

    
 

 Total ohne MwSt. 
  

 68'823.85 

    
 

 Total mit MwSt. 
  

 74'123.29 

    
 

 Bereits geleistete Akontozahlungen 
 

 -53'311.50 

      Restforderung gerundet 
 

CHF 20'811.80 

8. Werklohnforderung Sanitär 

8.1. Überblick 

Als Schlussforderung für die Sanitäranlagen macht die Klägerin die nachfolgende 

Abrechnung geltend. Bei dieser Abrechnung, die sich in der Replik findet, bringt 

die Klägerin im Gegensatz zur Abrechnung in der Klage die beiden nicht geliefer-

ten Gartenventile im Betrag von CHF 164.– in Abzug (vgl. act. 1 Rz. 97; act. 21 

Rz. 135): 

- 49 - 

 

 

Unbestrittenermassen haben die Parteien für die Lieferung der Apparate eine 

Vergütung nach Ausmass, d.h. nach effektiver Leistung, und für die übrigen Sani-

tärinstallationen eine Pauschalvergütung vereinbart (act. 1 Rz. 39 f.; act. 13 

Rz. 42). Betreffend die Pauschalvergütung ist umstritten, ob die Klägerin sämtli-

che Leistungen gemäss Werkvertrag erbracht hat, damit sie Anspruch auf die vol-

le Pauschale hat. Die Beklagte moniert diverse Arbeiten als nicht bzw. nur teilwei-

se ausgeführt, wie die erforderlichen Bohrungen, die Waschküchenapparate für 

das Trocknen, die Gartenventile, die Meteorwasserleitung und die Kanalisations-

leitung ab Kontrollschacht. Hierfür macht sie eine Kürzung der vertraglichen Pau-

schale um insgesamt CHF 7'155.30 (exkl. MwSt.) geltend. Im Übrigen ist die Pau-

schalvergütung unbestritten (act. 13 Rz. 46 ff. und Rz. 58). Sodann bestreitet sie 

- 50 - 

hinsichtlich der Vergütung nach Ausmass jeglichen Anspruch für die Kosten der 

Sanitärapparate in der Wohnung im Dachgeschoss und macht einen Abzug vom 

Werklohn von insgesamt CHF 8'375.20 geltend (act. 13 Rz. 60 und 63). Betref-

fend die Zusatzleistungen in der Höhe von insgesamt CHF 13'550.– anerkennt die 

Beklagte die geltend gemachten Kosten teilweise, im Übrigen bestreitet sie diese 

(act. 13 Rz. 64 ff.). Umstritten sind sodann diverse vertragliche Abzüge von der 

Werklohnforderung (act. 13 Rz. 79, 81 f.). Schliesslich macht die Beklagte noch 

einen Abzug für von der Klägerin fehlerhaft geplante Aussparungen für die Sani-

tärleitungen in der Höhe von CHF 1'061.85 (inkl. MwSt.) sowie einen weiterer Ab-

zug für die Kosten der Zuputzarbeiten in der Höhe von CHF 1'000.– (exkl. MwSt.), 

welche als Folge der fehlerhaften Arbeitsausführung der Klägerin angefallen sei-

en, geltend (act. 13 Rz. 83 f.). Die zwischen den Parteien umstrittenen Positionen 

sind nachfolgend zu prüfen. 

8.2. Leistungen nach Ausmass 

8.2.1. Sanitärapparate Erdgeschoss, 1. und 2. Obergeschoss 

Die von der Klägerin geltend gemachten Kosten für die Sanitärapparate der Woh-

nungen des Erdgeschosses sowie 1. und 2. Obergeschosses hat die Beklagte 

anerkannt (act. 13 Rz. 59; act. 21 Rz. 88). 

Fü