# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e333600-0bcc-56e0-9a48-469b36a05058
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 16.11.2005 BK 2005 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2005-73_2005-11-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 16. November 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 05 73

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli und Hubert 
Aktuarin Thöny

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In der strafrechtlichen Beschwerde

der Z., Beschwerdeführerin,

gegen

die Schlussverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Plessur vom 6. Oktober 
2005, mitgeteilt am 6. Oktober 2005, in Sachen gegen die Beschwerdeführerin,

betreffend Widerhandlung gegen das ANAG,

hat sich ergeben:

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A. Mit Schlussverfügung vom 6. Oktober 2005 in Sachen gegen Z. be-
treffend Widerhandlung gegen das ANAG erkannte das Bezirksgerichtspräsidium 
Plessur wie folgt:

„1. Die Untersuchung ist geschlossen.

2. Z. und jede geschädigte Person sind berechtigt, innert 10 Tagen in 
die Akten Einsicht zu nehmen und dem Bezirksgerichtspräsidium An-
träge auf Ergänzung der Untersuchung zu stellen.
In begründeten Fällen kann diese Frist erstreckt werden.

3. Wer einen Schaden erlitten hat, ist berechtigt, innert 20 Tagen seit 
Mitteilung dieser Verfügung eine zivilrechtliche Forderung gegenüber 
Z. beim Bezirksgericht Plessur in Form einer doppelt ausgefertigten 
schriftlichen Klage einzureichen. Die Klageschrift muss den genauen 
Forderungsbetrag und die Beweismittel nennen. Allfällige Urkunden 
sind beizulegen.

4. Gemäss Art. 176a StPO kann gegen Untersuchungshandlungen des 
Bezirksgerichtspräsidiums innert 20 Tagen bei der Beschwerdekam-
mer des Kantonsgerichtes Graubünden, Poststrasse 14, 7000 Chur, 
Beschwerde geführt werden. 

5. (Mitteilung)“.

B. Dagegen erhob Z. mit Eingabe vom 9. November 2005 (Poststem-
pel) bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden Be-
schwerde und beantragte die Einstellung des Verfahrens.

C. Auf die Einholung von Vernehmlassungen wurde verzichtet.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1.a) Gemäss Art. 176a StPO kann gegen Untersuchungshandlungen 
und gegen Ablehnungs- und Einstellungsverfügungen des Kreispräsidenten und 
des Bezirksgerichtspräsidenten bei der Beschwerdekammer des Kantonsge-
richts Beschwerde im Sinne von Art. 138 und 139 StPO geführt werden. Zur Be-
schwerdeführung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt 
ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung geltend 
macht. Die beiden Legitimationsvoraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein 
(Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auf-
lage, Chur 1996, S. 352).

Nach der Praxis der Beschwerdekammer zu Art. 139 StPO ist durch einen 
Entscheid berührt, wer zu dessen Gegenstand in einer besonders nahen Bezie-

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hung steht, also vor allem jener, der im Verfahren, das zum angefochtenen Ent-
scheid geführt hat, unmittelbar beteiligt war (PKG 1993 Nr. 41 S. 147). Z. ist als 
Angeschuldigte zweifellos unmittelbar am Verfahren beteiligt. Sie steht somit in 
besonders naher Beziehung zu dieser Sache und kann deshalb als berührt im 
Sinne des Gesetzes gelten. Jedoch fehlt es ihr an der zweiten, vom Gesetz ku-
mulativ geforderten Voraussetzung zur Beschwerdeführung, nämlich dem 
schutzwürdigen Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung. Ein 
solches besitzt, wer in seiner wirklichen oder vermeintlichen Rechtsstellung be-
einträchtigt ist. Ein bloss faktisches (politisches oder wirtschaftliches) Interesse 
genügt dabei nicht (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 352). Die Beschwer ergibt sich allein 
aus dem Dispositiv des angefochtenen Entscheides (PKG 1998 Nr. 45 S. 189). 
Der Bezirksgerichtsvizepräsident verfügte lediglich, dass die Untersuchung ge-
schlossen sei und räumte der Angeschuldigten sowie jeder geschädigten Person 
- wie es Art. 97 Abs. 2 StPO vorsieht - eine zehntägige Frist zur Akteneinsicht-
nahme sowie zur Einreichung von Ergänzungsanträgen ein. Z. hat somit kein 
rechtlich schützenswertes Interesse an der Überprüfung der Schlussverfügung 
durch die Beschwerdekammer, zumal ihr selbst die Möglichkeit offen steht, innert 
zehn Tagen weitere Beweisanträge vorzubringen. Sie erleidet somit durch diesen 
Teil der Schlussverfügung keinen Eingriff in ihre Rechtsstellung und ist daher 
auch nicht in ihren Interessen tangiert respektive durch den angefochtenen Ent-
scheid beschwert. Auch durch die Ansetzung der zwanzigtägigen Frist zur Gel-
tendmachung von Adhäsionsklagen erlangt Z. kein rechtlich schutzwürdiges In-
teresse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung, da sie auch dadurch 
nicht unmittelbar in ihrer Rechtsstellung beeinträchtigt ist. Auf die Beschwerde 
kann daher bereits aus diesem Grund nicht eingetreten werden.  

b) Überdies kann auch noch aus einem weiteren Grund nicht auf die 
Beschwerde eingetreten werden. Gemäss Praxis der Beschwerdekammer sind 
Beschwerdebegehren, die nicht den in der angefochtenen Verfügung geregelten 
Gegenstand betreffen, grundsätzlich unzulässig. Der Gegenstand der angefoch-
tenen Verfügung und der Prozessgegenstand des Beschwerdeverfahrens vor der 
Beschwerdekammer müssen sich also grundsätzlich decken. Es muss somit vor-
ausgehend eine Verfügung über das ergangen sein, was der Beschwerdekam-
mer zum Entscheid unterbreitet wird. Dementsprechend sind Rechtsbegehren 
unzulässig, die nicht die angefochtene Untersuchungshandlung, sondern darü-
ber hinausgehend die materielle Lage des Falles an sich betreffen (vgl. dazu PKG 
1988 Nr. 53 S. 175). Vorliegend beantragt die Beschwerdeführerin mit ihrer Be-
schwerde einzig, das Verfahren gegen sie sei einzustellen, da es jeglicher Grund-

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lage entbehre. Dieses Begehren geht jedoch über den Rahmen der angefochte-
nen Verfügung hinaus. Die Frage, ob ein Verfahren einzustellen ist, weil das Vor-
liegen eines Straftatbestandes nicht genügend dargetan ist, stellt sich erst nach 
Abschluss der Strafuntersuchung, mithin in einem nächsten Verfahrensschritt. 
Gegenstand der Schlussverfügung bildet jedoch einzig die Frage, ob nach der 
Beweiserhebung das Ziel der Untersuchung erreicht ist und ob alle zulässigen 
und gegebenen Mittel erschöpft sind (vgl. Art. 97 Abs. 1 StPO). Das Rechtsbe-
gehren der Beschwerdeführerin liegt somit offensichtlich ausserhalb des Gegen-
standes der angefochtenen Schlussverfügung. 

2. Ist auf die Beschwerde bereits aus den vorgenannten Gründen 
nicht einzutreten, kann die Frage, ob eine Schlussverfügung überhaupt be-
schwerdefähig ist, offen gelassen werden. Auch auf eine Überprüfung, ob die 
Eingabe von Z. fristgerecht erfolgte, was vorliegend fraglich sein dürfte, kann da-
her verzichtet werden. 

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten.

3. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: