# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fe5a6b5-b0c7-5b23-bb9a-0c88286b9647
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-28
**Language:** de
**Title:** Invaliditätsbemessung richtet sich nach dem zuverlässigen Ergebnis des Arbeitstrainings, nicht nach der medizinisch-theoretischen Zumutbarkeitsbeurteilung der behandelnden Ärztin und des Gutachters. Rentenbeginn bei Anmeldung nach Mitte 2008 und nach Ablauf des Wartejahres im Dezember 2008.
**Docket/Reference:** IV.2012.01150
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.01150.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.01150
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Condamin
Urteil
vom
28. März 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
F.___
lic
.
iur
.
Y.___
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die
1976 geborene
X.___
ist Mutter von zwei Töchtern, geboren 1995 und 1999. Von August 2003 bis Dezember 2006 absolvierte sie in der Krip
pe
Z.___
eine Ausbildung zur Kleinkindererzieherin. Danach ar
beitete sie dort zu 100 % als Gruppenleiterin. Am 23. Oktober 2008 meldete sie sich wegen einer seit Dezember 2007 anhaltenden Depression und einer da
mit einhergehenden Arbeitsunfähigkeit von 50 % bei der Eidgenössischen Inva
li
denversicherung an (Urk. 7/5). Diese zog die Auszüge aus dem Individuellen Kon
to (IK) und den Arbeitgeberbericht (Urk. 7/9-10)
sowie die Berichte der be
han
delnden Ärzte (Urk. 7/
18
, 7/28)
bei
.
Nach dem Verlust
ihr
er Stelle
Ende März 2009 (Urk. 7/17) ersuchte
X.___
die IV-Stelle um Unterstützung bei der Stellensuche (Urk. 7/23). Diese ver
anlasste am 19. Mai 2009 eine ambulante medizinische Abklärung bei
Dr.
med.
A.___
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 7/25). Des
sen Gutachten erging am 18. September 2009 (Urk. 7/29). Im Rahmen eines von der IV-Stelle übernommenen, vom 18. November 2009 bis 17. Mai 2010 dau
ernden Job Coaching (Urk. 7/36) konnte die Versicherte am 7. Dezember 2009 eine befristete Stelle als Betreuerin im Kinderhort
B.___
mit einem Pen
sum von 8 Wochenstunden antreten (Urk. 7/40). Ab dem 23. August 2010 folgte ein bis am 10. Dezember 2010 dauerndes Arbeitstraining zur Stabilisierung der Ar
beitsfähigkeit und zur Erreichung eines Pensums von 50 % an der bisherigen Stel
le. Eine diesbezügliche Kostengutsprache erging am 21. September 2010 und die entsprechende Taggeldverfügung am 15. Oktober 2010 (Urk. 7/48, 7/50, 7/53-54). Nach Vorliegen des Berichts vom 6. Januar 2011 über den Abschluss des Job Coaching (Urk. 7/59) teilte die IV-Stelle der Versicherten am 3. Mai 2011 mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen; die Integration in den Ar
beitsmarkt sei innert angemessener Zeit nicht gelungen (Urk. 7/62).
Mit Vorbescheid vom 9. November 2011 stellte die
IV-Stelle der Versicherten ab De
zember 2008 eine halbe Rente in Aussicht (Urk. 7/79). Nachdem im
Ein
wand
ver
fahren
eine auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % basierende In
va
lidenrente beantragt worden war (Urk. 7/81), erging am 28. Februar 2012 ein neu
er Vorbescheid
mit der
Ankündigung eine
r
halbe
n
Rente
ab Dezember 2010 und
einer ganzen Rente
ab März 2011 (Urk. 7/86). Am 29. Juni 2012 verfügte die IV-Stelle zudem eine entsprechende Kürzung des vom 23. August bis 12. De
zember 2010 während der Eingliederungsmassnahme erbrachten Tag
gel
des (Urk. 7/97).
2.
Die Rentenverfügung erging am 27. August 2012; ab Dezember 2010 wurde der Ver
sicherten eine halbe und ab März 2011 eine ganze Invalidenrente zu
ge
spro
chen; letzteres bei einem Invaliditätsgrad von 65 % (Urk. 3/2). Gleichzeitig wur
de gegenüber dem Ehe
mann
der Versicherten, der seinerseits eine ganze Inva
li
den
rente
samt
Kinderrenten bezieht, mit Wirkung ab 1. Dezember 2012 die
Ren
ten
höhe
angepasst (Urk. 7/104-111).
Auf die Beschwerde der Versicherten (Urk. 3/1) hin, die unter der
Verfah
rens
num
mer
IV.2012.01049 angelegt wurde, berichtigte die IV-Stelle die Verfügung vom 27. August 2012 und verfügte
am 9. Oktober 2012, dass mit Wirkung ab De
zem
ber 2010 Anspruch auf eine halbe und ab März 2011 auf eine
Drei
vier
tels
rente
bestehe (Urk. 2). In der Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2012 (Urk. 3/7) beantragte
s
ie eine
reformatio
in
peius
, indem auch nach De
zember 2010
nur
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei
. Gleichzeitig
räum
te
die IV-Stelle
ein, richtigerweise hätte das Dispositiv der Verfügung vom 9. Ok
tober 2012 dahingehend lauten sollen, dass die
Versicherte
ab Dezember 2008 Anspruch auf eine halbe Rente und ab März 2011 auf eine
Drei
vier
tels
rente
habe.
3.
Gegen die Verfügung vom 9. Oktober 2012 liess
X.___
am 31. Ok
tober 2012
die vorliegende
Beschwerde erheben, und zwar mit folgendem
Rechts
begehren
(Urk. 2):
„1.
Die Verfügung der IV-Stelle vom 9.10.2012 sei aufzuheben und zwecks Berichtigung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1).
2.
Der Beschwerdeführerin sei gestützt auf diese Verfügung eine Drei
vier
tel-Rente zuzusprechen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwer
de
geg
nerin
.“
Da die nunmehr angefochtene Verfügung vom 9. Oktober 2012 die
ursprüng
li
che
Verfügung vom 27. August 2012 ersetzt hatte, wurde das diesbezügliche Ver
fahren IV.2012.01049 am 8. November 2012 als gegenstandslos geworden ab
ge
schrieben (Urk. 3/10) und im vorliegenden Verfahren
IV.2012.01150
von der IV-Stelle die Antwort auf die Beschwerde vom 31. Oktober 2012 eingeholt (Urk. 4). Diese er
folgte
am 3. Januar 2013, wobei die IV-Stelle unter Hinweis auf die Beschwerdeantwort im Verfahren IV.2012.01049 (Urk. 3/7) ihren Antrag auf eine
reformatio
in
peius
erneuerte (Urk. 6). In seiner Vernehmlassung vom 26. April 2013 schloss der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf Abwei
sung dieses An
trags und auf Weiterführung der IV-Rente im bisherigen Umfang
(Urk. 11). Die IV-Stelle teilte am 7. Juni 2013 mit, sie verzichte auf eine noch
ma
lige Stellungnahme (Urk. 15).
4.
Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten
Unterlagen
ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nach
fol
gen
den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundes
ge
set
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundes
ge
set
zes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
de
stens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfü
gung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion
oder Erhöhung
abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren
Änderung
. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (
vgl.
BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der
nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch er
hebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Be
fristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der
Änderung der
Rente (
vgl.
BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Die gerichtliche Prüfung hat den Rentenan
spruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit so
wohl die Zusprechung als auch die Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente zu erfassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006
E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei
dend, ob der Be
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Laut ihren Rechtsschriften verlangt die Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf den Vorbescheid vom 9. November 2011 (
Urk. 7/79
) bereits mit Wirkung ab De
zember 2008 die Zusprechung einer halben Rente. Zudem behaftet sie die IV-Stel
le auf der ihr ursprünglich ab März 2011 zugestandenen
Dreiviertelsrente
, verlangt d
iese
aber
, folgt man ihren Ausführungen in der vorliegenden Be
schwer
de (Urk. 1 S. 2), ab Dezember 2010, laut dem in der Stellungnahme vom 26. April 2013 vertretenen Standpunkt, wonach eine Steigerung des
Ar
beits
pen
sums
auf 50 % nicht möglich gewesen sei, bereits ab Rentenbeginn (Urk. 11
S. 2 ff.). Demgegenüber hält die Beschwerdegegnerin eine Erhöhung der
halben
Ren
t
e nicht für gerechtfertigt, weil sich der Gesundheitszustand im Dezember 2010 nicht verschlechtert habe (Urk. 3/7).
3.
3.1
Dr.
med.
C.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welche die Beschwerdeführerin seit dem 3. Dezember 2007 behandelt, diagnostizierte im Bericht vom 9. Dezember 2008 - mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), eine komplexe
Trau
ma
fol
gestörung
unter dem klinischen Bild einer emotional instabilen
Persön
lich
keits
störung
, impulsiver Typ (ICD-10 F60.30), Probleme bei Mangel- und
Ge
walt
erfahrung
in der Kindheit (ICD-10 Z61.6), Probleme in der Beziehung zum Ehe
partner (ICD-10 Z63.0), Migräne (ICD-10 G43) und Adipositas (BMI 32). Zur
Krank
heitsentwicklung
hielt
Dr.
C.___
fest, die Beschwerdeführerin leide seit zir
ka 1990 unter Migräne. Bereits im jungen Erwachsenenalter
seien
vor al
lem im Winterhalbjahr wiederholt depressive Episoden und nach den beiden Gebur
ten
postpartale
Depressionen aufgetreten.
I
m Anschluss an eine Pneumonie sei die Patientin ab September 2005 wegen einer depressiven Episode bis August 2006 mit dem Psychopharmak
on
Efexor
behandelt worden.
Wegen vermehrter Mi
gräne-Anfälle seit
Januar 2007
habe
der Neurologe erneut
Efexor
ein
gesetzt und eine psychiatrische Behandlung angeordnet. Seit Dezember 2007 bestehe von neurologischer und nun auch von psychiatrischer Seite
her
eine Ar
beits
unfähigkeit von 50 %. Nach wie vor leide die Patientin unter häufigen
(bis viermal wöchentlich), teils mehrtägigen Migräne-Anfällen (Urk. 7/13) und
prä
migränösen
Schmerzzuständen,
die
sie mit Reservemedikamenten zu re
gu
lieren versuche. Das Arbeitspensum von 50 % erbringe sie mit wenigen Ab
sen
zen, al
lerdings nicht mehr wie ursprünglich als Gruppenleiterin und nur noch mit zu häufiger Kritik Anlass gebenden Versäumnissen. In den anderen Lebens
be
rei
chen sei die
Patientin
, die in den letzten zwei Jahren mehr als 10 kg zu
ge
nom
men habe, überfordert, komme mit der Haushaltarbeit nicht nach, sei in der Kin
dererziehung nervös und laut und gerate in verbale Auseinandersetzungen mit dem ebenfalls psychisch kranken und IV-berenteten Ehemann. Als strukt
u
rel
le Befunde führte
Dr.
C.___
eine
eingeschränkte Selbstwahrnehmung mit ein
ge
schränk
ter Gefühlswahrnehmung und -differenzierung bis zu „Abschalten der Gefühle“, eine eingeschränkte Selbstregulation mit erhöhter Kränkbarkeit, Kri
tik- und Frustrationsintoleranz sowie gestörter Affekt- und Impulssteuerung, eine eingeschränkte Wahrnehmung des Gegenüber, eine eingeschränkte Kom
mu
nikationsfähigkeit, Spaltungsmechanismen, Projektionen und
Somatisie
run
gen
in der psychischen Abwehrkonstellation sowie Probleme mit Trennung und
Los
lösung aus traumatisierenden, belastenden Beziehungen. Die komplexe
Trau
ma
folgestörung
sei bei der Patientin durch gewisse
traumaspezifische
Symp
tome gekennzeichnet, ohne dass das Vollbild der posttraumatischen
Bela
stungs
stö
rung
erfüllt
sei
. Patienten mit traumatisierenden Mangel- und Gewalter
fah
run
gen entwickelten jedoch bekanntlich das Bild einer schweren
Persön
lich
keits
störung
wie in diesem Fall
diejenige einer emotional instabilen, impulsiven
Per
sönlichkeitsstörung
mit verminderter Toleranz für Stress und Belastungen. Die Patientin sei mit ihrer Rolle als Versorgerin der Familie überfordert. Dass sich die psychische Symptomatik und die Migräne seit der
Pensumsreduktion
nicht verbessert
hätten
, deute darauf hin, dass das aktuelle Belastungs- und
Stress
ni
veau
immer noch zu hoch sei. Es sei sinnvoll, dieses mit einer Anpas
sung des be
ruflichen Profils beziehungsweise mit der Entlastung von der
Grup
pen
lei
tungs
funktion
und von der Babybetreuung zu senken, so dass sich die Patientin nach einer entsprechenden
Umplat
zierung
in ein angepasstes Tätig
keitsfeld ge
sund
heitlich stabilisieren könne. In einer derart angepassten Tätig
keit sei sie vorerst zu 50 % arbeitsfähig, wobei eine Steigerung der Arbeitsfä
higkeit davon ab
hänge, ob eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes über
haupt erfolgen könne. Für eine
Umplatzierung
empfahl
Dr.
C.___
eine/n Job-Coach (Urk. 7/13 S. 2 ff.).
3.2
Dr.
med.
D.___
, Facharzt FMH für Neurologie, der die Versicherte vom 26. Ja
nu
ar 2007 bis 26. Februar 2009 behandelte, diagnostizierte in seinem undatierten Be
richt eine Migräne ohne Aura mit
cervico-cephalem
paravertrebralem
Schmerz
syndrom
seit 199
0.
Während sich die ebenfalls bestehende Adipositas nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, führe die Migräne zu nicht planbaren, un
regelmässigen 100%igen Ausfällen oder deutlicher Einschränkung der Lei
s
tungs
fähigkeit beziehungsweise Belastbarkeit. Es würden zum Teil un
vor
her
seh
bare bis invalidisierende, sich rasch entwickelnde Kopfschmerzen mit ty
pi
schen Begleitsymptomen auftreten, unter
anderem
Schlafstörungen be
zie
hungs
weise mit möglicher zusätzlicher Beeinträchtigung durch medikamentöse Ne
ben
wir
kung. In kopfschmerzfreien Phasen bestehe aus neurologischer Sicht kei
ne ver
minderte Leistungsfähigkeit (Urk.
7/28 S. 1-4).
3.3
Nach de
m
per Ende März 2009 erfolgten
Stellenverlust
attestierte
Dr.
C.___
am 12. Mai 2009
nach wie vor eine 50
%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/23).
3.
4
Der Psychiater
Dr.
A.___
diagnostizierte im Gutachten vom 18. September 2009 re
zidivierende depressive Phasen mittleren Grades mit somatischem Syndrom (ICD.10 F33.11), eine emotional impulsive Persönlichkeitsstörung mit
Selbst
wert
problematik
(ICD-10 F60.30) und eine Migräne (Urk. 7/29 S. 10). Die
Ver
si
cher
te
sei
auf dem Boden der depressiven Disposition seit Kindheit und der
Per
sön
lichkeitsstörungen
unter den jahrelangen Belastungen durch ihre Familie, den Beruf und die Migränekrankheit
zunehmend depressiv geworden
. Ihr psy
chi
scher Zustand habe sich bis heute noch kaum gebessert. Auch heute noch sei sie psychisch stark vermindert belastbar. Bei Anstrengungen bekomme sie rasch
Mi
gräneanfälle
und gerate in eine psychovegetative Stresssymptomatik mit Zit
tern, Schweissausbrüchen, Magenbeschwerden und einer aggressiven, un
kon
trol
lierbaren Impulsivität auch gegen ihre Kinder. Sie sei in einem depressiven Zu
stand geblieben mit apathischer Untätigkeit und Interesselosigkeit, bedrückter und weinerlicher Stimmung und Gereiztheit. Wegen de
n
Verstimmungen, dem so
matischen Syndrom
,
dem apathischen Energiemangel und den Auswirkungen des depressiven Stress
es
auf die Migräne sowie wegen der depressiv bedingten Stressintoleranz schätze er den heutigen Grad der Depression auf mittelschwer (Urk. 7/29 S. 11 f.).
Zur Arbeitsfähigkeit erklärte
Dr.
A.___
, die heute als protrahiert oder bereits als
chro
nifiziert
anzusehende Depression mittleren Grades bedinge eine generelle Ar
beitsunfähigkeit von 50 %. Den Beginn derselben datiere er
ü
ber
ein
stimm
end
mit den behandelnden Ärzten auf Dezember 200
7.
Aufgrund der auch im klini
schen Eindruck sehr deutlich sichtbaren psychovegetativen Stresssymptomatik, der stark reduzierten psychischen Belastbarkeit und der Depression halte er die Ex
plorandin selbst für optimal angepasste ruhigere und weniger ver
ant
wor
tungs
volle Tätigkeiten für nur zu 50 % arbeitsfähig. Die lebenslangen psy
chi
schen Belastungen und die pathologische, depressive Übergewissenhaftigkeit lies
sen generell keine Arbeitseinsätze von mehr als einem halben Pensum zu. Prog
nostisch sei eine Besserung der Arbeitsfähigkeit frühestens mittelfristig, das heisst höchstens in einem Jahr oder später möglich. Eine regelmässige psy
chi
a
tri
sche
,
psychotherapeutische und psychopharmakologische Behandlung könne die Chance auf eine volle Arbeitsfähigkeit deutlich erhöhen. Eine berufliche Um
schulung sei nicht nötig. Der Beruf als Kleinkindererzieherin sei für die Ex
plo
randin bei Depressionsfreiheit genügend angepasst. Die heutigen sozialen Be
la
stungen durch die Familie trügen nicht unmittelbar zur Depression
bei
, die haupt
sächlich auf die ursprüngliche Disposition zur Depressivität zurückgehe, son
dern
zum psychischen Stress
, der keinen Krankheitswert habe (Urk. 7/29 S. 12 f.).
3.
5
Die Eingliederungsberaterin berichtete am 6. Januar 2011
, d
ie
Arbeitsfähigkeit von 50 % ohne Ausfälle
, die
mit dem
am 26. Au
gust 2010 aufgenommenen
Ar
beits
training
angestrebt
worden sei,
habe nicht erreicht werden können.
Man ha
be
geplant, dass
die Versicherte
zusätzlich
zu dem s
eit De
zember 2009 als As
si
stentin beim Mittagstisch des Hortes
B.___
innegehabten Pensum von
4 mal 2 Stun
den pro Woche
noch
an drei Nachmittagen mitarbeite
,
zu
insgesamt
22 Wo
chen
stun
den.
Die
S
teiger
u
n
g
habe
s
ie
jedoch
unter Druck gesetzt und
b
e
reits ab Mitte September 2010
sei es
am an sich angepassten Ar
beitsplatz
wegen Mi
grä
ne vermehrt zu Ausf
ä
llen gekommen. Das Pensum im Hort sei daher bei zw
e
i Nach
mittagen pro Woche belassen und nicht wie vorgesehen gesteigert wor
den. Trotz
dem habe sich der Gesundheitszustand nicht stabilisiert und die Aus
fälle hät
t
en zugenommen. Je nach Arbeit liege die Arbeitsfähigkeit bei 30 bis 40 %.
Ar
beitseinsätze
von zirka vier Stunden am Stück sollten möglich sein mit dem Pro
fil: kl
ein
e Gruppen mit Kindern, keine Leitungsfunktion, Arbeit im Team. Die Ar
beit mit den Kindern im Hort
B.___
habe
der Versicherten zu
ge
sagt und sie ha
be vom Arbeitgeber ein positives Feedback betreffend
ihrer fach
li
chen Kom
pe
tenzen
und Umgang mit den Kindern erhalten. Ob der Arbeits
ver
trag für den Mit
tagstisch verlängert werde, sei ungewiss (Urk. 7/59 S. 1).
Im Abschlussgespräch vom 14. Dezember 2010 erklärte die Beschwerdeführerin, ob
wohl sie an ihre Belastungsgrenze gekommen sei, sei
das
Arbeitstraining
eine po
sitive Erfahrung gewesen. Ihre Vermutung, dass ihr die Arbeit mit älteren Kin
dern mehr entspreche
,
habe sich bestätigt. Das Wissen, dass ihre
Arbeits
fä
higkeit
s
-Grenze bei zirka 40 % liege, gebe ihr Stabilität (Urk. 7/59 S. 9).
Die Eingliederungsberaterin
wies
in ihrer abschliessenden Stellungnahme vom 3. Mai 2011
nochmals auf das
positive Feedback betreffend Leistung und Um
gang mit den Kindern
hin,
das
die Beschwerdeführerin im Kinderheim
B.___
er
halten
habe, und
erklärte
,
das Arbeitstraining habe d
ies
er geholfen, wieder Ver
trauen in ihre beruflichen Fähigkeiten zu fassen.
Erneut hielt sie fest, dass eine
Stelle von 30 bis 40 % mit Arbeitseinsätzen von 4 Stunden am Stück
,
mit
Kin
dern in kleinere
n
Gruppen
und ohne
Leitungsfunktion der aktuellen gesund
heit
lichen Situation angemessen
sei
(Urk. 7/63 S. 8 f.).
3.6
Der Allgemeinmediziner des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD),
Dr.
med.
E.___
, erklärte am 13. Mai 2011 zu der sich aufgrund des Ergebnisses des
Ar
beits
trainings
stellenden Frage, ob an der Restarbeitsfähigkeit von 50 % fest
zu
hal
ten sei, es bestünden keine Hinweise dafür, dass sich der Gesundheitszustand re
levant verändert habe (Urk. 7/68 S. 6 f.).
3.7
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
C.___
erklärte in ihrem Bericht vom 27. De
zem
ber 2011, der Verlauf nach dem Gutachten
Dr.
A.___
s habe gezeigt, dass der Gesundheitszustand der Versicherten instabiler geworden sei und die Be
last
barkeit abgenommen habe, weshalb sie das postulierte Pensum von 50 % in ei
ner adaptierten Tätigkeit ohne Gruppenleitung und nur mit älteren Kindern
nicht habe durchhalten können. Aufgrund des
tatsächlich
erreichten Pensums von knapp 40 % habe sie die Patientin zuhanden
das
Regionalen
Arbeits
ver
mitt
lungszentrumgs
(
RAV
)
am 6. Dezember 2012 als zu 30 bis 40 % arbeitsfähig be
urteilt. Die Einschätzung der Arbeits
fä
hig
keit sei schwierig gewesen, weil sie sich kaum auf die Selbsteinschätzung der Pa
tientin habe abstützen können, da de
ren Selbstwahrnehmung aufgrund der
Per
sönlichkeitsstörung
widersprüchlich sei und sie dazu keine zuverlässigen An
gaben machen könne. Als Ärztin sei sie da
her auf die Befunde aus dem
Ar
beits
training
angewiesen. Dieses habe trotz en
ger Begleitung
im
Job-Coach
ing
, trotz guter Motivation
von
Arbeitgeberin
und Patientin
und
trotz psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung die an
gestrebte 50%ige Arbeitsfähigkeit nicht erbracht. Die Leistungsfähigkeit der Pa
tientin sei eingeschränkt und die Zahl der Absenzen zu hoch gewesen. Es kön
ne daher nur eine Arbeitsfähigkeit von 30 bis 40 % bestätigt werden. Im
Krank
heitsverlauf
habe sich zwar seit dem 6. Dezember 2012 noch eine gewisse Ver
besserung ergeben; einerseits seien die Migräne-Anfälle aufgrund eines vom Neu
rologen seit Februar 2011 verschriebenen neue
n
Medikaments insgesamt et
was kürzer geworden und würden etwas weniger häufig auftreten; andererseits sei die Belastung nach dem Wegfall der Erwerbstätigkeit etwas geringer ge
wor
den. Die
Patientin
sei jedoch weiterhin emotional instabil. Auch aus heutiger Sicht sei
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
nicht eindeutig feststellbar, weshalb die Einschätzung vom 6. Dezember 2010 weiterhin Gültigkeit habe (Urk. 7/80).
4.
4.1
Aufgrund der zitierten medizinischen Akten ist ausgewiesen und wird von der
Be
schwerdegegnerin
nicht in Frage gestellt, dass die Beschwerdeführerin seit De
zember 2007 an ihrer ursprünglichen Stelle in der Kinderkrippe
Z.___
zu 50 % arbeitsunfähig war. Dementsprechend war die Wartezeit im Sinne
von
Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG im Dezember 2008 abgelaufen. Entgegen dem Vor
be
scheid vom 9. November 2011 (Urk. 7/79), auf den sich die Beschwerdeführerin be
ruft (Urk. 3/1 S. 2), begann ihr an sich unbestrittener Anspruch auf eine In
va
li
denrente jedoch nicht bereits im Dezember 2008, wie sich dies aufgrund des bis Ende 2007 gültig gewesenen Art. 29
Abs.
1
lit
. a IVG ergeben hätte. Viel
mehr ist gemäss der in BGE 138 V 475 E. 3.4 vorgesehenen Übergangsregelung zu berücksichtigen, dass
die
Anmeldung nach Juni 2008 erfolgte und daher der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Art. 29 Abs. 3 IVG anwendbar ist.
Dieser sieht vor, dass
der Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der An
mel
dung
beginnt. Aufgrund der im
Oktober 2008
erfolgten Anmeldung
kann daher der Beginn des Rentenanspruchs erst auf
April 2009
festgesetzt werden.
4.2
In diesem Zeitpunkt hatte die Beschwerdeführerin ihre Stelle als Gruppenleiterin in der Krippe
Z.___
verloren und es war ihr laut Gutachter Dr.
A.___
nur noch eine
ruhigere und weniger verantwortungsvolle Tätigkeit
zu
mut
bar - dies im Einklang mit der Einschätzung von
Dr.
C.___
, die bereits im Bericht vom 9. Dezember 2008 (Urk. 7/13 S. 2 ff.) eine Entlastung von der
Grup
penleitungsfunktion
und von der Babybetreuung als erforderlich
er
achtet
hatte, und mit dem Ergebnis des Job-Coaching, wonach nur
eine
Arbeit in klei
ne
re
n
Gruppen
und ohne
Leitungsfunktion der aktuellen gesundheitlichen Si
tu
a
tion angemessen
sei (
Urk. 7/63 S. 8 f.).
Zu Recht wurde mit der Beschwerde nicht beanstandet, dass die IV-Stelle der Be
rechnung des Invalideneinkommens trotz verändertem Anforderungsprofil wei
terhin die Lohnverhältnisse der Krippe
Z.___
zugrunde
ge
legt
hatt
e. Denn v
on den Lohnverhältnissen her unterschied sich
die dem
be
hin
de
rungs
ge
rech
ten
Anforderungsprofil grundsätzlich entsprechende Stelle im Kin
der
hort
B.___
mit einem Stundenlohn von Fr. 32.90, inklusive Ferien und 13.
Mo
nats
lohn, bei 39 Jahreswochen (Urk. 7/40 S. 1)
nicht wesentlich von der
je
nigen einer Gruppenleiterin in der Krippe
Z.___
mit einem per 2009 der Nominallohnentwicklung angepassten Jahreslohn von Fr. 51'137.40
(Urk. 7/
67), wür
de doch beim Stu
ndenansatz
von Fr. 32.90
bei 39 Wochen à 42 Stun
den gar ein Jahreslohn von Fr. 53‘890.20 resultieren. Ob
dieser Stun
den
lohn
bei einem höheren als dem von der Beschwerdeführerin effektiv erbrachten Pen
sum von
wöchentlich
8
Stun
den
oder bei einer Anstellung im Monatslohn wei
terhin Gül
tigkeit
hat
, kann offen bleiben
.
4.3
I
m Zusammenhang mit ihrem Antrag auf eine
reformatio
in
peius
weist die IV-Stel
le
an sich
zu Recht
darauf hin, dass sich aus den medizinischen Akten ab
De
zember 2010 keine gesundheitliche Verschlechterung ergibt, die im Rahmen der erstmaligen Rentenfestsetzung als Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG hätte beachtet werden und
unter Einhaltung der dreimonatigen Frist von
Art. 88a
Abs.
2 IVV
per 1. März 2011 zur rückwirkenden Erhöhung der Rente hät
te führen müssen. Die abweichende Schätzung des der Beschwerdeführerin in einer angepassten Stelle als Kleinkindererzieherin zumutbaren
Arbeits
pen
sums
durch Gutachter
Dr.
A.___
mit 50 % einerseits und durch die behandelnde Ärz
tin
Dr.
C.___
im aktuellen Bericht
mit 30 bis 40 % andererseits erklärt sich denn auch aus
schliess
lich damit, dass diese Ärzte das bei einem praktisch
gleich
geblie
benen Gesundheitszustand zumutbare Arbeitspensum un
ter
schied
lich be
ur
teilen.
Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass zwischen den beiden Ärzten keine ent
scheidenden Diskrepanzen bestehen. Gutachter
Dr.
A.___
hatte sich nicht nur
in diagnostischer Hinsicht, sondern auch hinsichtlich der zumutbaren Tä
tigkeit
im Wesentlichen
der Beurteilung der behandelnden Psychiaterin ange
schlossen, die
sich
am 12. Mai 2009 wie schon am 9. Dezember 2008
ebenfalls für
ein 50%
iges Arbeitspensum
ausgesprochen
hatte (Urk.
7/13 S.
5
ff
.
, Urk. 7/23
).
Al
ler
dings
is
t
z
u
beachte
n
, dass
Dr.
C.___
im Bericht vom
27. De
zem
ber 2011 auf
ihre früh
er
e
, angesichts der
Persönlich
keits
stö
rung
der Be
schwerdeführerin  als schwierig empfundene
Beurteilung
zurückkam
und
nun
für die
S
chätzung der Arbeitsfähigkeit
auf
das Er
geb
nis des
Arbeitstrainings
abstellte
(Urk. 7/80 S. 6)
. Da die Einsatzbereitschaft und die Motivation der Be
schwerdeführerin wäh
rend dieser Massnahme belegt ist und ausser Frage steht, leuchtet es denn auch ohne Wei
teres ein, dass
die während des
Arbeits
trai
nings
tatsächlich
er
reich
te
Arbeits- und Leistungsfähigkeit
die
zuverlässigere
Beurtei
lungsgrundlage
darstellt als
die Überlegungen medizinisch-theoretischer Art, für die sich die be
han
delnde Ärztin und der Gutachter
i
m Wesentlichen auf d
i
e Selbstangaben und -
ein
schätzungen
der gerade in dieser Hinsicht
krankheitsbe
dingt
beein
träch
tig
ten Beschwerdeführerin
gestützt hatten
. Folglich besteht kein Grund, der theo
re
ti
schen Schätzung des zumutbaren Pensums durch den Gut
achter vor der sich an der praktisch möglichen Leistungsfähigkeit orientieren
den aktuellen Beur
tei
lung der behandelnden Ärztin und der
Eingliederungsbe
raterin
den Vorrang zu geben
und damit auch den bei der beruflichen Abklä
rung gewonnenen Erkenntnisse jegliche Bedeutung abzuerkennen.
4.4
Demnach ist der Bemessung der
Invalidität
ab April 2009 entsprechend dem Vor
gehen der IV-Stelle
in der angefochtenen Verfügung
(Urk.
2 S. 2)
lediglich
eine durchschnittliche Arbeitsfähigkeit von 35 % zugrunde zu legen. Auf der Ba
sis des sowohl für das Validen- wie auch für das Invalideneinkommen mass
ge
benden Jahreslohnes von Fr. 52‘268.60 (vgl. obige E. 4.2) ergibt sich
demnach
ein
grundsätzlich einen
Anspruch auf eine
Drei
vier
telsrente
begründender
In
va
li
di
täts
grad
von 65 %.
Da während der Dauer der Anstellung bei der Krippe
Z.___
ef
fek
tiv nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden
und die durchschnittliche Ar
beits
unfähigkeit während der einjährigen Wartefrist gemäss
Art.
28 Abs. 1
lit
. b
IVG
nur 50 % betragen
hatte,
konnte
indes
bei
Renten
beginn im April 2009
nur ein An
spruch auf eine
halbe Rente entstehen (vgl. Meyer, Rechtsprechung des Bun
des
gerichts zum IVG,
2.
Auflage, Zürich 2010, S. 362). Diese ist unter Ein
hal
tung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV per 1. Juli 2009 auf die dem Invaliditätsgrad von 65 % entsprechende
Dreiviertelsrente
zu erhöhen
, un
ter Berücksichtigung des Taggeldbezugs.
5.
Bei diesem Prozessausgang sind die aufgrund von Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
mit Fr.
800.-- zu bemessenden Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzu
er
le
gen. Auch
ist diese gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zu verpflichten, der Be
schwerdeführerin eine der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessene Prozessentschädigung in der Höhe von 500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteu
e
r zu bezahlen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 9. Oktober 2012 aufgehoben
,
und
es wird
festgestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab
1.
April 20
09
Anspruch auf eine
halbe Rente und ab 1. Juli 2009 auf eine
Dreiviertelsrente
hat
unter Berücksichtigung des Taggeldbezuges.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
ihr
nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozess
ent
schä
digung
von
Fr.
500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
F.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Be
schwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bun
des
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubCondamin