# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7b5123f-962a-5bbc-bd36-d5a5b41832cb
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 27.05.2016 OG.2015.00045 (OGS.2016.33)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2015-00045_2016-05-27.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 27. Mai 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2015.00045

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschuldigter
  und

  
	
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
  vertreten durch B.______ 

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats- und
  Jugendanwaltschaft

  
	
  Anklägerin und

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
  Überschreitung
  der signalisierten Höchstgeschwindigkeit ausserorts

  
	
   

  
	
  Anträge des Berufungsklägers (gemäss
  Eingabe vom 21. August 2015 [act. 38]; vgl. auch Eingabe vom 9. Dezember 2015
  [act. 56]):

  
	
   

  
	
  	
     

    	
    „1.

    	
    Es sei das angefochtene Urteil
    des Kantonsgerichtspräsidenten vom 30. Juli 2015 im Verfahren SG.2014.00081
    vollständig aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
     

    	
    2.

    	
    Es sei der Beschuldigte
    A.______ vom Vorwurf der Überschreitung der signalisierten
    Höchstgeschwindigkeit ausserorts (70 km/h) um netto 29 km/h freizusprechen.

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
     

    	
    3.

    	
    Eventualiter sei der
    Beschuldigte A.______ wegen Überschreitens der gesetzlichen
    Höchstgeschwindigkeit ausserorts (80 km/h) um netto 19 km/h gestützt auf
    Art. 90 Abs. 1 SVG mit einer Busse von CHF 240.– zu bestrafen.

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
     

    	
    4.

    	
    Unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staats.“

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge
  der
  Berufungsbeklagten (gemäss
  Eingabe vom 13. Januar 2016 [act. 63], sinngemäss):

  
	
   

  
	
  1.    Es
  sei das Urteil des Kantonsgerichtspräsidenten vom 30. Juli 2015 im Verfahren
  SG.2014.00081 zu bestätigen und die Berufung des Berufungsklägers abzuweisen.

  
	
   

  
	
  2.    Unter
  Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklägers.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  Prozessverlauf

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Staatsanwaltschaft des
    Kantons Glarus erkannte A.______ mit Strafbefehl vom 13. August 2014 (act.
    1/2 = act. 2) wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit
    ausserorts (70 km/h) um netto 29 km/h am 6. Juni 2014 um 19:52 Uhr auf
    der Kantonsstrasse im Bereich „Druckerei Fridolin“ in 8762 Schwanden
    mit einem Motorrad [...] der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90
    Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a und Art. 5 VRV
    [recte: Art. 4a Abs. 5 VRV] sowie Art. 22 SSV für schuldig und bestrafte
    ihn mit einer Busse von CHF 1‘750.–.

    
	
    2.

    	
    Nach durch Rechtsanwalt
    B.______ namens von A.______ am 20. August 2014 erhobener Einsprache
    (act. 1/3) hielt die Staatsanwaltschaft am genannten Strafbefehl fest und
    überwies diesen in Anwendung von Art. 356 Abs. 1 StPO zur
    gerichtlichen Beurteilung an den zuständigen Präsidenten der Strafkammer
    des Kantonsgerichts Glarus (act. 1-3; Art. 14 Abs. 2 GOG). 

    
	
    3.

    	
    Vor dem
    Kantonsgerichtspräsidenten fanden am 14. Januar 2015 sowie am 15. April 2015
    die Hauptverhandlung bzw. deren Fortsetzung statt (act. 10; act. 29).
    Dazwischen erfolgte am 20. Februar 2015 – wie von der Staatsanwaltschaft anlässlich
    der ersten Verhandlung vom 14. Januar 2015 beantragt – eine
    Zeugenbefragung der Eltern von A.______ (act. 23). In der Folge wurde
    A.______ mit Urteil des Kantonsgerichtspräsidenten vom 30. Juli 2015 (act.
    35) der Verletzung von Verkehrsregeln durch Überschreiten der
    signalisierten Höchstgeschwindigkeit ausserorts im Sinne von Art. 90 Abs. 1
    SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 5 VRV und Art 22 Abs. 1
    SSV schuldig gesprochen. Er wurde mit einer Busse von CHF 690.– bestraft
    und zur Zahlung der Verfahrenskosten verpflichtet.

    
	
    4.

    	
    Gegen dieses Urteil erklärte
    die Staatsanwaltschaft am 24. August 2015 Berufung (act. 39) beim Obergericht, zog
    diese mit Eingabe vom 10. November 2015 jedoch wieder zurück (act. 54).
    Daraufhin schrieb das Obergericht das entsprechende Berufungsverfahren
    OG.2015.00046 mit Verfügung vom 11. Dezember 2015 als erledigt ab
    (act. 59).

    
	
    5.

    	
    Ebenso erklärte Rechtsanwalt
    B.______ im Namen von A.______ am 21. August 2015 beim Obergericht gegen
    das vorinstanzliche Urteil fristgerecht Berufung. Er beantragte darin u.a.
    eine historische Abklärung zur Erstellung der Umfahrungsstrasse Schwanden/Sernftal
    und zur Signalisation im Bereich der strittigen Geschwindigkeitsmessung
    sowie einen Augenschein (act. 38). In der Folge nahm das Obergericht –
    in Anwesenheit der Leitenden Staatsanwältin sowie eines Funktionärs des
    Fachdienstes Verkehr der Kantonspolizei – am 6. November 2015 vom Areal im
    Bereich der „Druckerei Fridolin“ in Schwanden und dessen Umgebung einen
    Augenschein (act. 47 und act. 51 f.; zum Beweisantrag der historischen
    Abklärung siehe hinten, E. III.B.3e). Knapp eine Stunde vor diesem
    Termin meldete A.______ dem Obergericht per Telefax seinen Verzicht auf
    eine Teilnahme am – von ihm beantragten – Augenschein und die diesbezügliche
    Absenz seines Verteidigers (act. 50). Zur Wahrung des rechtlichen
    Gehörs wurde dem Verteidiger von A.______ hernach das Protokoll des Augenscheins
    (act. 52) zugestellt (act. 55). Gleichzeitig wurde diesem Frist zur
    schriftlichen Berufungsbegründung angesetzt (act. 55). Innert Frist
    reichte der Verteidiger von A.______ die Berufungsbegründung mit den eingangs
    sinngemäss genannten Anträgen ein (act. 56). Die Staatsanwaltschaft
    verzichtete mit Schreiben vom 13. Januar 2016 (act. 63) auf eine
    einlässliche Berufungsantwort und beantragte die Abweisung der Berufung.

    

  

  
	
  II.

  
	
  Prozessuales

  
	
   

  
	
  1.           Ist in einem
  Berufungsverfahren ein Urteil zu überprüfen, bei welchem ausschliesslich
  Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildeten, so ist
  die Kognition des Berufungsgerichts beschränkt. In einem solchen Fall hat das
  Berufungsgericht bezüglich Sachverhalt nur zu prüfen, ob die vorinstanzliche
  Sachverhaltsfeststellung offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
  Rechtsverletzung beruht (Art. 398 Abs. 4 StPO; bezüglich
  Rechtsfragen besteht demgegenüber freie Kognition; zum Ganzen statt vieler:
  OG ZH, SU150060 vom 16. Dezember 2015 E. 3.-4.).

  
	
  2.           Der Berufungskläger
  macht in seiner Berufungsbegründung zunächst geltend (act. 56
  S. 3 ff.), es sei nicht bewiesen, dass er zum Zeitpunkt der ihm
  vorgeworfenen Tat der Lenker des von der Geschwindigkeitsmessung erfassten Motorrads
  gewesen sei. Dabei rügt er insbesondere Verletzungen des Grundsatzes in dubio
  pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO) und des ihm zustehenden
  Aussageverweigerungsrechts (Art. 113 StPO), mithin dass die
  vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung auf einer Rechtsverletzung beruht.
  Die weitere Rüge des Berufungsbeklagten (act. 56 S. 10 ff.),
  die Vorinstanz sei zu Unrecht und in Verletzung insbesondere von Art. 16
  Abs. 2 SSV davon ausgegangen, dass am Ort der Geschwindigkeitsmessung
  eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h gelte, beinhaltet ebenfalls die
  Geltendmachung einer auf einer Rechtsverletzung beruhenden vorinstanzlichen
  Sachverhaltsfeststellung. Die Kritik des Berufungsklägers betreffend Kosten-
  und Entschädigungsfolgen (act. 56 S. 15 ff.) beschlägt sodann Rechtsfragen
  (insbesondere Anwendung und Auslegung der Art. 416 ff. StPO). Demzufolge
  liegen sämtliche vom Berufungskläger erhobenen Rügen im Bereich der Kognition
  der Berufungsinstanz im Sinne von Art. 398 Abs. 4 StPO. Auf die
  form- und fristgerecht erhobene Berufung ist daher vollumfänglich einzutreten.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Sachverhalt

  
	
   

  
	
  A. Lenkerschaft

  
	
  1.           a)  Der
  Berufungskläger bringt vor, es treffe zu, dass das Motorrad [...] am 6. Juni
  2014 um 19:52 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 99
  km/h (nach Abzug der Sicherheitsmarge von 6 km/h) auf der Kantonsstrasse
  (von Mitlödi in Richtung Schwanden) auf Höhe des Fridolin-Druckereigebäudes
  von einem Radar erfasst wurde. Zutreffend sei auch, dass er Halter dieses
  Motorrades sei (act. 1/10 S. 3, act. 56 S. 3). Jedoch gebe es
  keinen Beweis dafür, dass er zum fraglichen Zeitpunkt auch der Lenker des
  Motorrades war. So sei er weder auf der Radarfotografie erkennbar, noch
  fänden sich in den Akten irgendwelche Hinweise für seine Lenkerschaft (act.
  1/10 S. 3). Es könnte – gemäss seiner einzigen Aussage anlässlich der
  Verhandlung vor der Vorinstanz vom 15. April 2015 – damals auch ein Bekannter
  auf dem Motorrad gesessen haben (act. 29 S. 5). 

  
	
                b)  Die Vorinstanz
  zog in Erwägung, dass auf dem Radarfoto ein mutmasslich männlicher Lenker mit
  dunklem Helm und dunkler Jacke mit reflektierendem Rückenbereich erkennbar
  sei. Aus der Aufnahme könne nicht gefolgert werden, dass es sich beim Lenker
  um den Beschuldigten handle. Jedoch vermöge die Aufnahme den Beschuldigten
  als möglichen Täter auch nicht zu entlasten, da die Körperstatur des Lenkers
  sowie diejenige des Beschuldigten ähnlich seien. Es scheine realistisch, dass
  sich der Beschuldigte regelmässig in […; Ortschaft in Glarus Süd] aufhalte,
  da er dort aufgewachsen sei und seine Eltern dort leben würden. Unter
  Zitierung von BGer 6B_41/2009 vom 1. Mai 2009 E. 5 hält die Vorinstanz fest,
  dass die Haltereigenschaft zumindest ein Indiz für die Täterschaft darstelle.
  Weiter stellt die Vorinstanz fest, dass der Beschuldigte im gesamten Verfahren
  von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht habe und erwähnt zwei
  Bundesgerichtsentscheide (BGer 6B_571/2009 vom 28. Dezember 2009; BGer
  6B_676/2008 vom 16. Februar 2009), wonach sich für Halter und Lenker von
  Motorfahrzeugen aus ihrer Akzeptanz der Strassenverkehrsgesetzgebung und
  ihrer Fahrberechtigung gewisse Obliegenheiten ergäben. Sich auf das Aussageverweigerungsrecht
  zu berufen oder die Möglichkeit ins Spiel zu bringen, nicht gefahren zu sein,
  hindere gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht daran, eine
  Täterschaft anzunehmen. Aufgrund dieser Erwägungen und der Tatsache, dass
  keine Anhaltspunkte für eine Täterschaft durch eine Drittperson vorlagen,
  erschien der Vorinstanz als ausreichend indiziert, dass der Beschuldigte das
  Motorrad zum fraglichen Zeitpunkt selbst gelenkt hatte (act. 35 S. 4 f.). 

  
	
                c)  Am
  vorinstanzlichen Urteil rügt der Berufungskläger, dass trotz Beweislosigkeit
  von einer Bestrafung nicht abgesehen und damit der Grundsatz „in dubio pro
  reo“ verletzt werde. Dieser Grundsatz werde auch dadurch verletzt, dass ihm
  als Fahrzeughalter auferlegt werde, seine Unschuld zu beweisen (act. 56 S.
  5). Gemäss den Ausführungen des Berufungsklägers reiche die Haltereigenschaft
  als Indiz für die Lenkerschaft allein nicht aus (act. 56 S. 6). Weiter werde
  im angefochtenen Urteil unzulässigerweise die Beweislastumkehr gemäss Art. 6
  OBG angewendet und würden Bundesgerichtsurteile zitiert, welche mit dem
  vorliegenden Fall nicht vergleichbar seien (act. 56 S. 6 ff.). Stattdessen
  seien zwei andere Bundesgerichtsentscheide (BGer 1P.641/2000 vom 24. April
  2001 E. 4; BGer 1P.428/2003 vom 8. April 2004 E. 4.6.1) einschlägig, wonach
  die Haltereigenschaft allein nicht ausreiche, um auf die Lenkerschaft zu
  schliessen (act. 56 S. 8 f.). Auch dürfe der Umstand, dass der Berufungskläger
  von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht habe, nicht in die
  Beweiswürdigung einfliessen (act. 56 S. 9 f.).

  
	
  2.           a)  Kernpunkt eines
  jeden fairen Strafverfahrens bildet die Unschuldsvermutung, wonach jede Person
  bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig gilt (Art. 32 Abs. 1
  BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 1 StPO). Dem aus der Unschuldsvermutung
  hergeleiteten Grundsatz „in dubio pro reo“ kommt eine zweifache Bedeutung zu.
  Zum Einen besagt er als Beweislastregel, dass es Sache des Staates ist, dem
  Beschuldigten die Schuld nachzuweisen und nicht dieser den Beweis für seine
  Unschuld zu erbringen hat (Boll,
  Identifikation von Fahrzeuglenkern, in: Strassenverkehr 4/2012, S.6; BGer
  1P.641/2000 vom 24. April 2001 = Pra 90 [2001] Nr. 110 E. 2; BGer 1P.277/2004
  vom 15. September 2014 E. 2.1). Zum Anderen wirkt sich der Grundsatz als
  Beweiswürdigungsregel dahingehend aus, dass sich der Richter nicht von einem
  für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei
  objektiver Betrachtung ernsthafte und nicht zu unterdrückende Zweifel an der
  Schuld des Beschuldigten bzw. daran, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht
  hat, bestehen. Blosse theoretische und abstrakte Zweifel sind jedoch immer
  möglich und unbeachtlich, da absolute Gewissheit nie verlangt werden kann
  (BGer 6B_812/2011 vom 19. April 2012 E. 1.3.2; Pra 90 [2001] Nr. 110 E. 2).

  
	
                b)  Die
  Unschuldsvermutung steht in engem Zusammenhang mit dem im Strafverfahren
  wichtigen Grundsatz des Aussageverweigerungsrechts des Beschuldigten, wonach
  er sich nicht selbst belasten muss und jegliche Aussage und Mitwirkung
  verweigern kann (Art. 113 Abs. 1 StPO). Grundsätzlich dürfen dem Beschuldigten
  aus seiner Passivität bzw. seinem Schweigen keine Nachteile erwachsen (BGE
  130 I 128 E. 2.1 m.w.H.). Eine Ausnahme davon hat das Bundesgericht in seiner
  jahrelangen Rechtsprechung – nicht nur zum Halterindiz, sondern ganz
  allgemein (Boll, Identifikation von Fahrzeuglenkern, in: Strassenverkehr 4/2012, S. 9 m.H. auf BGE 138 IV 47
  E. 1.6. und BGer 6B_30/2010 vom 1. Juni 2010 E. 4.1.) – entwickelt. So gilt gemäss
  bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei einem Strassenverkehrsdelikt, das von
  einem nicht identifizierten Fahrzeuglenker begangen wurde, die Haltereigenschaft
  als Indiz für die Täterschaft (Pra 90 [2001] Nr. 110 E. 4; BGer 1P.428/2003
  vom 8. April 2004 E. 4.6.1; BGer 1P.277/2004 vom 15. September 2004 E. 3.1;
  BGer 6B_628/2010 vom 7. Oktober 2010 E. 2.3; BGer 6B_791/2011 vom 4. Juni
  2012 E. 1.4.1). Weiter hält das Bundesgericht fest, dass das Recht des
  Beschuldigten zu schweigen, Fragen nicht zu beantworten oder keine Aussagen
  zu machen, nicht absolut gilt. Dieses Recht des Beschuldigten beinhaltet
  nämlich kein Verbot, sein Schweigen in Situationen, die mit Bestimmtheit von
  ihm zu erläutern wären, zu seinem Nachteil zu gewichten. Jedoch darf der
  Richter einen Schuldspruch nicht ausschliesslich oder im Wesentlichen darauf
  stützen, dass der Beschuldigte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch
  machte. Nur wenn die belastenden Beweise nach einer Erklärung rufen, die der
  Beschuldigte ohne Weiteres geben könnte, dies jedoch nicht tut, darf nach
  Massgabe des gesunden Menschenverstandes der Schluss gezogen werden, es gebe
  keine mögliche Erklärung und der Beschuldigte sei schuldig (Pra 90 [2001] Nr.
  110 E. 3). Mit anderen Worten darf der Richter ohne Verletzung der
  Unschuldsvermutung im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss gelangen, der
  Halter habe das Fahrzeug selber gelenkt, wenn dieser sich in der Folge
  weigert, Angaben darüber zu machen, wer der tatsächliche Lenker gewesen ist
  (Pra 90 [2001] Nr. 110 E. 4; BGer 6B_628/2010 vom 7. Oktober 2010 E.2.3). Die
  Möglichkeit ins Spiel zu bringen, nicht gefahren zu sein oder sich auf das
  Aussageverweigerungsrecht zu berufen, hindert gemäss Bundesgericht somit
  nicht daran, eine Täterschaft anzunehmen (BGer 6B_676/2008 vom 16. Februar
  2009 E. 1.3; BGer 6B_571/2009 vom 28. Dezember 2009 E. 3.2; BGer 6B_439/2010
  vom 29. Juni 2010 E. 5.1). Ob die Unschuldsvermutung verletzt wurde, hängt
  davon ab, ob die Anklagepunkte genügend bedeutsam sind, um nach einer Erklärung
  zu rufen, was wiederum nach den gesamten Umständen des Einzelfalls zu
  beurteilen ist (BGer 1P.277/2004 vom 15. September 2004 E. 2.1 m.w.H.). Das
  Bundesgericht ergänzte seine Rechtsprechung dahingehend, dass sich für Halter
  und Lenker von Motorfahrzeugen aus ihrer Akzeptanz der Strassenverkehrsgesetzgebung
  sowie ihrer Fahrberechtigung gewisse Obliegenheiten – wie Auskunftspflichten
  gegenüber Behörden – ergeben. Zwar liessen sich diese nicht mit Zwang
  durchsetzen, doch müsse der Halter oder Lenker, welcher diesen Obliegenheiten
  nicht nachkomme, die Konsequenzen tragen (BGer 6B_439/2010 vom 29. Juni 2010
  E. 5.6; BGer 6B_571/2009 vom 28. Dezember 2009 E. 3.2).

  
	
                c)  Nur wenn der
  Fahrzeughalter glaubwürdig geltend macht, dass das Fahrzeug durch eine Person
  gelenkt worden ist, gegenüber welcher er ein Zeugnisverweigerungsrecht hat,
  dürfen keine für ihn nachteiligen Schlüsse gezogen werden. In einem solchen
  Fall würde nämlich die entsprechende Bestimmung den Beschuldigten
  ausdrücklich davon befreien, eine genauere Erklärung zu liefern (Pra 90
  [2001] Nr. 110 E. 4). Dies hat aber nicht zur Folge, dass sich der Halter mit
  der blossen Bestreitung der Täterschaft und der nicht spezifizierten Berufung
  auf ein angeblich bestehendes Zeugnisverweigerungsrecht einer Bestrafung
  entziehen könnte (BGE 106 IV 142 E. 3). Ein Halter kann die Privilegien des
  Zeugnisverweigerungsrechts somit nur in Anspruch nehmen, wenn er sich explizit
  darauf beruft. Zudem muss er glaubhafte Aussagen machen und sich kooperativ
  zeigen, um das auf ihm lastende Halterindiz entkräften zu können (Boll, a.a.O., S. 9). Insbesondere vermag
  das blosse Vorbringen, dass möglicherweise ein Dritter das Fahrzeug benutzt
  und sich die angezeigte Tat auch anders verwirklicht haben könnte, nicht bereits
  erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel zu begründen (BGer 6B_791/2011
  vom 4. Juni 2012 E. 1.4.4).

  
	
  3.           a)  Die Vorinstanz
  stützte ihren Schuldspruch nicht darauf, dass der Berufungskläger während des
  ganzen Verfahrens von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte und
  sich nicht zur Sache äusserte. Ebenso wenig stützte sie den Entscheid
  ausschliesslich auf das Halterindiz (insofern geht der Hinweis des Berufungsklägers
  [act. 56 S. 8] auf BGer 1P.428/2003 vom 8. April 2004
  E. 4.6.1. fehl). Vielmehr zog sie belastende wie entlastende Aspekte in
  Erwägung und gewichtete diese in freier richterlicher Beweiswürdigung. Sie
  verkannte nicht, dass die Haltereigenschaft nur ein Indiz für die Täterschaft
  darstellt und leitete aus dem Radarfoto auch keinen positiven Beweis ab,
  sondern stellte fest, dass dieses den Berufungskläger als möglichen Lenker
  nicht ausschliessen kann (act. 35 S. 4 f.; vgl. auch BGer 6B_41/2009 vom
  1. Mai 2009 E. 5).

  
	
                b)  Der
  Berufungskläger unterliess es, die belastenden Beweise und Indizien
  (Haltereigenschaft, ähnliche Körperstatur wie Lenker auf Radarfoto,
  persönlicher Bezug zum Tatort Schwanden, kein ersichtliches Alibi) zu
  entkräften, obwohl entsprechende Erklärungen von ihm erwartet werden durften
  bzw. nicht erkennbar ist, weshalb er solche nicht hätte geben können. Als
  einzige Aussage im gesamten Untersuchungs- und vorinstanzlichen Verfahren gab
  er anlässlich der Verhandlung vom 15. April 2015 mit dem Schlusswort zu
  Protokoll, dass auch ein Bekannter auf dem Motorrad gesessen haben könnte und
  er nicht verpflichtet sei zu sagen, wer dies gewesen sei (act. 29 S. 5; vgl.
  auch act. 10). Den Rückschluss auf seine Lenkerschaft aufgrund des
  Halterindizes sowie der Tatsache, dass ihn das Radarfoto als möglichen Lenker
  nicht ausschliessen kann, vermochte der Berufungskläger mit dieser vagen
  Aussage und der indirekten, pauschal gehaltenen Berufung auf ein angeblich
  bestehendes Zeugnisverweigerungsrecht nicht zu entkräften (vgl. BGer
  6B_41/2009 vom 1. Mai 2009 E. 5). Aus diesem Grund ist denn auch
  entgegen dem Berufungskläger (act. 56 S. 8) der Entscheid BGer
  1P.64/2000 vom 24. April 2001 E. 4 in casu nicht einschlägig.

  
	
                c)  Der
  Berufungskläger machte auch nicht geltend, in einer solchen Beziehung zu
  einem angeblichen Lenker zu stehen, welche ihn zur Berufung auf ein Zeugnisverweigerungsrecht
  berechtigen würde, welches ihn wiederum davon befreien würde, genauere
  Erklärungen zu liefern. So hätte er – sowie seine einvernommenen Eltern,
  welche ebenfalls jede Aussage zur Sache verweigerten (act. 23) – ohne
  namentliche Nennung angeben können, dass ein Familienmitglied das Motorrad
  gelenkt hatte (vgl. BGer 1P.428/2003 vom 8. April 2004 E. 4.6.2).
  Stattdessen sprach er lediglich unspezifiziert von einem „Bekannten“
  (act. 29 S. 5).

  
	
                d)  Weiter brachte
  der Berufungskläger keine Argumente vor, weswegen er zum Tatzeitpunkt nicht
  der Lenker gewesen sein konnte und somit eine Drittperson das Motorrad
  gelenkt haben musste. Auch aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für
  eine Täterschaft durch eine Drittperson. Es spricht somit höchstens eine
  entfernte theoretische Möglichkeit dafür, dass ein Dritter das Motorrad
  lenkte, jedoch eine sehr erhebliche Wahrscheinlichkeit dafür, dass der
  Berufungskläger die Geschwindigkeitsübertretung beging (vgl. BGer 1P.428/2003
  vom 8. April 2004).

  
	
                e)  Insgesamt
  liegen genügend schlüssige Indizien dafür vor, dass der Berufungskläger die
  fragliche Geschwindigkeitsüberschreitung begangen hat. Dass Strafurteile
  häufig auf der Grundlage von Indizien ergehen, ist allgemein anerkannt (BGer
  6B_439/2010 vom 29. Juni 2010 E. 5.7). Die Vorinstanz durfte nach dem
  Gesagten folglich ohne Verletzung der Unschuldsvermutung und der aus ihr
  abgeleiteten Teilgehalte bzw. -rechte zum Schluss gelangen, dass der
  Berufungskläger als Halter des Motorrades dieses selbst gelenkt hatte, da
  dieser sich weigerte, Angaben zur angeblichen tatsächlichen Lenkerschaft zu
  machen und hierzu keine Erklärungen lieferte, obschon die belastenden
  Umstände nach einer Erklärung riefen. Eine unzulässige Beweislastumkehr (z.B.
  entsprechend Art. 6 OBG) liegt somit entgegen den Ausführungen des
  Berufungsklägers (act. 56 S. 6) nicht vor.

  
	
                f)  Angemerkt sei
  noch Folgendes: Der Berufungskläger machte vor Vorinstanz zu den Fragen, wer
  das Motorrad gelenkt hatte, wo das Motorrad abgeschlossen war und ob andere
  Personen Zugang zum Motorrad gehabt haben sowie zum Vorwurf der Anklage keine
  Aussagen (act. 10 S. 4). Er verzichtete somit auf jegliche Mitwirkung und
  vergab damit seine Möglichkeit, auf das Verfahren einzuwirken und seine
  Interessen aktiv wahrzunehmen (vgl. BGer 6B_439/2010 vom 29. Juni 2010 E.
  5.6). Daher kann er sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht
  auf die Unschuldsvermutung berufen, um sich dagegen zu wehren, dass aus
  seinem Schweigen Schlüsse zu seinen Ungunsten gezogen werden (vgl. BGer
  1P.428/2003 vom 8. April 2004 E. 4.6.2).

  
	
  4.           Zusammenfassend
  bestehen nach Würdigung sämtlicher Akten (insbesondere Radarfoto, act. 1/7)
  sowie unter Berücksichtigung der vorstehenden Erwägungen keine vernünftigen
  Zweifel, dass der Berufungskläger das Motorrad […] am 6. Juni 2014 um
  19:52 Uhr auf der Hauptstrasse bei Schwanden, Fahrtrichtung Linthal, gelenkt
  hat. Dass der Berufungskläger das Motorrad wie im als Anklageschrift
  geltenden Strafbefehl (Art. 356 Abs. 1 Satz 2 StPO) umschrieben
  gelenkt hat, ist damit rechtsgenügend erstellt, wovon im Weiteren auszugehen
  ist.

  
	
   

  
	
  B. Referenzgeschwindigkeit

  
	
  1.           Die Vorinstanz erwog
  zusammengefasst (act. 35 E. II.2.2.), im Bereich, in welchem die
  dem Berufungskläger vorgeworfene Geschwindigkeitsmessung und 

  -überschreitung stattgefunden habe (Kantonsstrasse in 8762 Schwanden, leicht
  südlich des Gebäudes der Fridolin Druck und Medien Walter Feldmann AG
  [Hauptstrasse 2; nachfolgend „Druckerei Fridolin“]), habe im Zeitpunkt
  der Geschwindigkeitsmessung (wie auch sonst immer) eine zulässige Höchst-
  bzw. Referenzgeschwindigkeit von 70 km/h gegolten. Die Vorinstanz stützt sich
  dabei auf Art. 16 Abs. 2 SSV, wonach ein Signal von der Stelle, an welcher es
  steht, bis zum Ende der nächsten Verzweigung gelte; solle es weiter gelten,
  werde das Signal dort wiederholt. Die Vorinstanz (act. 35 S. 5) definiert im
  vorliegenden Fall – unter Bezugnahme auf act. 32 – als Verzweigung im
  Sinne der Signalisationsverordnung in Fahrtrichtung Linthal den Bereich der
  Kantonsstrasse ab Beginn der Sicherheitslinie (zirka 150 Meter nördlich
  vor Einmündung der Bahnhofstrasse [im Augenscheinprotokoll vom
  6. November 2015, act. 52, als „Sernftalstrasse“ bezeichnet]) bis
  zum Ende der gestrichelten Führungslinie (rund 140 Meter südlich nach
  Einmündung der Bahnhofstrasse). Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70
  km/h am Ort der Geschwindigkeitsmessung bzw. -überschreitung würde gemäss
  Vorinstanz selbst dann gelten, wenn man das Ende der Verzweigung zirka
  65 Meter nach Einmündung der Bahnhofstrasse beim Zusammentreffen der
  gestrichelten Führungslinien nach der Sperrfläche sehen würde, da die Signalisationstafel
  aufgrund der örtlichen Verhältnisse erst am Ende des Parkplatzes des
  Werkhofes wiederholt werden könne. Die von weitem sichtbare Tafel lasse
  erkennen, dass unzweifelhaft durchgehend – und somit auch am Ort der
  Geschwindigkeitsmessung bzw. -überschreitung – die Höchstgeschwindigkeit von
  70 km/h gelte. 

  
	
  2.           a)  Der
  Berufungskläger rügt (act. 56 S. 11), die Vorinstanz gehe von einer
  falschen Referenzgeschwindigkeit im Zeitpunkt der Messung aus, indem sie entgegen
  Art. 16 Abs. 2 SSV eine 70 km/h-Höchstgeschwindigkeitstafel für
  bereits ab Ende der Verzweigung Hauptstrasse/Bahnhofstrasse nördlich von
  Schwanden geltend erkläre, obwohl diese Signalisationstafel nicht am Ende
  dieser Verzweigung angebracht sei (act. 56 S. 10). Damit habe die Vorinstanz
  das Ende der Verzweigung unzulässigerweise auf 150 Meter nach der Verzweigung
  festgelegt. Das Ende der Verzweigung werde aber gemäss dem klaren Wortlaut
  von Art. 16 Abs. 2 SSV dadurch gekennzeichnet, dass kein Abzweigen mehr
  möglich sei. Bezeichnenderweise ständen Fortsetzungstafeln daher immer direkt
  nach der Kreuzung, da diese auch das Ende der Verzweigung darstelle, weil
  kein Abzweigen mehr möglich sei. Im Übrigen werde eine Tafel in
  150 Metern Entfernung nicht beachtet bzw. könne eine solche aus
  optischen Gründen nicht beachtet werden. 

  
	
                b)  Der
  Berufungskläger beanstandet in diesem Zusammenhang ferner (act. 56
  S. 12), dass die Vorinstanz willkürlich das Ende der gestrichelten
  Führungslinie 150 Meter nach der Verzweigung als deren Ende definiere. Nach
  seinem Dafürhalten wäre es entgegen der Meinung der Vorinstanz möglich, eine
  Geschwindigkeitstafel unmittelbar nach der Verzweigung
  Hauptstrasse/Bahnhofstrasse in der bergseitigen Wiese anzubringen. Auch
  70 Meter nach der Kreuzung könnte gemäss dem Berufungskläger eine Tafel
  am Schopf oder am Strassenrand angebracht werden (act. 56 S. 11 f.; act.
  38 S. 3). Die Geschwindigkeitstafel stehe nicht aus technischen Gründen so
  weit von der Kreuzung entfernt, sondern allein aufgrund der Tatsache, dass
  die Tafel schon länger existiere als die Verzweigung Hauptstrasse/Bahnhofstrasse.
  Sodann stehe die Geschwindigkeitstafel dort, weil sich in der Kurve nach der
  Tafel schon einige schwere Unfälle ereignet hätten und nicht, weil sich dort
  das Ende der Kreuzung befinde und die Geschwindigkeitsbegrenzung wiederholt
  werden müsste. Der fehlbare Lenker könne für unkorrekt aufgestellte
  Signalisationen nicht verantwortlich gemacht werden.

  
	
                c)  Würde man – so
  der Berufungskläger weiter – der Gesetzesauslegung der Vorinstanz folgen,
  würde unmittelbar nach der Verzweigung bis 150 Meter danach ein rechtsfreier
  Raum bestehen. Aus diesem Grund würden allerorts Bestätigungstafeln direkt
  nach der Verzweigung angebracht. Zumindest müsse die Wiederholungstafel vom
  Kreuzungspunkt aus gut sichtbar sein damit sie als am Ende der Verzweigung
  angebracht gelte. Das kleine Wiederholungsschild unter der Tafel zur
  Maximalgeschwindigkeit sei in casu erst wenige Meter vor der Tafel sichtbar
  und könne daher nicht für eine Geschwindigkeitsmessung nach dem
  Kreuzungspunkt verbindlich sein (act. 56 S. 13). Da Art. 1 Abs. 8 VRV
  Verzweigungen als Kreuzungen, Gabelungen oder Einmündungen von Fahrbahnen
  definiere, ende eine Verzweigung sobald ein einbiegendes Fahrzeug die
  Fahrtrichtung der Hauptstrasse angenommen habe (act. 56 S. 14).

  
	
                d)  Zusammenfassend
  stellt sich der Berufungskläger somit auf den Standpunkt, dass auf dem
  Streckenabschnitt der Geschwindigkeitsmessung bzw.

  -überschreitung eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h im Sinne von
  Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV gegolten habe, womit die rechtlich relevante
  Geschwindigkeitsüberschreitung 19 km/h und nicht wie von der Vorinstanz
  erwogen 29 km/h betragen habe (act. 56 S. 15).

  
	
  3.           a)  Gemäss Art. 16
  Abs. 2 Satz 1 SSV gilt die angekündigte Vorschrift grundsätzlich von der
  Stelle an, an welcher das Signal steht, bis zum Ende der nächsten
  Verzweigung; soll es weiter gelten, wird das Signal dort wiederholt. Das
  Signal „Höchstgeschwindigkeit“ und weitere Signale gelten bis zum entsprechenden
  Ende-Signal, höchstens aber bis zum Ende der nächsten Verzweigung (Art. 16
  Abs. 2 Satz 2 SSV). 

  
	
                b)  Als Verzweigung
  definiert Art. 1 Abs. 8 Satz 1 VRV Kreuzungen, Gabelungen oder
  Einmündungen von Fahrbahnen. Demgegenüber gilt gemäss Satz 2 dieser
  Bestimmung das Zusammentreffen von Rad- oder Feldwegen, von Garage-, Parkplatz-,
  Fabrik- oder Hofausfahrten usw. mit der Fahrbahn nicht als Verzweigung. Dieser
  Ausnahmekatalog ist beispielhaft und nicht abschliessend zu verstehen. Bei
  nicht ohne Weiteres als solche Ausnahme erkennbaren Situationen sind die Art
  der Anlage, ihre Grösse und ihr Erscheinungsbild miteinzubeziehen. Zusätzlich
  kann auf die Verkehrsbedeutung, d.h. das Verkehrsfrequenzgefälle zwischen den
  beiden Verkehrsflächen, abgestellt werden (Schaffhauser, Grundriss des
  schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I, 2. Aufl., Bern 2002, N 827).
  Gemäss der Rechtsprechung liegt nur dann keine Strassenverzweigung im
  Rechtssinne vor, wenn der eine Verkehrsweg im Verhältnis zum anderen
  verkehrsmässig als völlig bedeutungslos und eindeutig untergeordnet erscheint
  (BGer 6P.151/2003 = 6S.427/2003 vom 2. März 2004 E. 4.2; BGE 123 IV
  221 E. 3a; BGE 117 IV 503 E. 5b). Dementsprechend ist die Ausnahmebestimmung
  von Art. 1 Abs. 8 Satz 2 VRV im Sinne möglichst klarer Verkehrsverhältnisse
  einschränkend auszulegen und auf Fälle zu beschränken, die auch ohne
  Signalisierung selbst für Ortsunkundige und bei erschwerten
  Sichtverhältnissen zweifelsfrei erkennbar sind (Schaffhauser, a.a.O., N 831).

  
	
                c)  Für einen
  ortsunkundigen Strassenbenützer kann oft nicht erkennbar sein, ob nun eine
  Verzweigung im Sinne von Art. 1 Abs. 8 Satz 1 VRV oder eben eine Ausnahme im
  Sinne von Satz 2 der eben genannten Bestimmung vorliegt. So ist meist nicht
  sichtbar, ob die eine Strasse wenigstens zeitweise viel Verkehr aufweist oder
  es tritt das Bedeutungsgefälle zwischen den kreuzenden Strassen nicht in
  Erscheinung. Daher darf nur auf das Erscheinungsbild im Bereich der Kreuzung
  abgestellt werden, wie es sich dem daher fahrenden Ortsunkundigen darbietet
  (Schaffhauser, a.a.O., N 833 mit Hinweis auf BGE 107 IV 50 ff.).

  
	
  4.           a)  Fährt man von
  Glarus bzw. Mitlödi (Norden) in Richtung Schwanden bzw. Linthal (Süden), so
  zeigt sich auf der Hauptstrasse vor Schwanden folgendes Bild (vgl. act. 32
  sowie die Fotos und insbesondere den Anhang des Protokolls zum obergerichtlichen
  Augenschein vom 6. November 2015 [act. 52]): Zunächst wird
  zirka 200 Meter vor der Verzweigung Hauptstrasse / Bahnhofstrasse
  mit einer entsprechenden Signalisationstafel die Geschwindigkeit von 80 km/h
  auf 70 km/h reduziert. Auf eine Sperrfläche in der Mitte der Fahrbahnen folgt
  eine Einspurstrecke für die Linksabbieger in die Bahnhofstrasse. Unmittelbar
  nach Einmündung der Bahnhofstrasse in die Hauptstrasse befindet sich eine
  mittige, kurze Sperrfläche, woran zwei gestrichelte Führungslinien grenzen,
  welche zueinander hinlaufen und in die Mittellinie münden. Entlang dieses
  Bereichs (kurze Sperrfläche und zueinander hinlaufende Führungslinien)
  befinden sich auf der rechten Strassenseite überdachte Parkplätze mit
  Vorplatz (ohne bauliche Abgrenzung zur Fahrbahn) und auf der linken Seite das
  Gebäude der Druckerei Fridolin mit zahlreichen Parkplätzen direkt zwischen
  Gebäudefassade und Fahrbahn (ebenfalls ohne bauliche Abgrenzung zur
  Fahrbahn). Wo die gestrichelten Führungslinien in der Mitte der Fahrbahnen
  aufeinandertreffen, mündet auf der rechten Seite eine Bewirtschaftungsstrasse
  aus bzw. in Richtung Schwändi ein und es folgt ein Wohnhaus sowie der Werkhof
  mit einem sehr grossem Vorplatz (ohne bauliche Abgrenzung zur Fahrbahn). Auf
  der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Büroteil der Druckerei
  Fridolin mit weiteren Parkplätzen. Vor dem Büroeingang befindet sich eine
  Treppe gleich neben dem Fahrbahnrand. Unmittelbar nach dem südlichen Ende des
  Werkhof-Vorplatzes steht am rechten Strassenrand eine Signalisationstafel
  „Höchstgeschwindigkeit 70 km/h“.

  
	
                b)  All die soeben
  genannten Verkehrswege, -flächen und -zufahrten (insbesondere überdachte
  Parkplätze samt Zufahrt, Vor- und Parkplätze der Druckerei Fridolin,
  Bewirtschaftungsstrasse, Vorplatz und Zufahrt zum Werkhof) treffen
  unmittelbar nach Einmündung der Bahnhofstrasse mit der Hauptstrasse zusammen
  und erscheinen im Verhältnis zur Hauptstrasse nicht als eindeutig
  untergeordnet oder bedeutungslos. Vielmehr stellen die genannten, beidseits
  der Hauptstrasse liegenden Verkehrsflächen und -wege bereits je einzeln,
  jedenfalls aber als Gesamtsystem, nicht unerhebliche Gefahrenquellen für die
  Verkehrssicherheit dar: Es handelt sich nicht nur um eine einzelne Strasse,
  welche in eine andere mündet, sondern um eine grosse, komplexe Anlage, welche
  entlang der gesamten Park-, Zufahrts- bzw. Vorplatzflächen und nicht bloss an
  einzelnen Stellen Zu- bzw. Wegfahrten zu verschiedenen Verkehrsflächen sowie
  in verschiedene Richtungen zulässt (vgl. auch die kurz gehaltene und mit
  gestrichelten Führungslinien weitergezogene Sperrfläche unmittelbar südlich
  der Einmündung der Bahnhofstrasse, act. 32 sowie act. 52,
  Abb. 5) und daher mit erhöhter Aufmerksamkeit, Vorsicht und entsprechend
  reduzierter Geschwindigkeit zu passieren ist. Aufgrund der örtlichen
  Gegebenheiten, insbesondere der Grösse der Zufahrten sowie Vor- bzw.
  Parkplätze bei Werkhof und Druckerei Fridolin und der sofort augenfälligen
  Funktion dieser Gebäude (Druckereibetrieb, Werkhof) muss dies sowie die
  Folge, dass auf diesen Verkehrswegen durchaus beträchtliche
  Verkehrsfrequenzen zu verzeichnen sind, auch einem Ortsunkundigen bei der
  Fahrt auf der Hauptstrasse – sei es aus südlicher, sei es aus nördlicher
  Richtung – unmittelbar ins Auge springen.

  
	
                c)  Aufgrund des
  Gesagten kommt dem gesamten Bereich nach der Einmündung der Bahnhofstrasse in
  die Hauptstrasse bis zum südlichen Ende des Werkhofs – d.h. insbesondere auch
  dem Bereich überdachte Parkplätze, Einmündung Bewirtschaftungsstrasse,
  Druckerei Fridolin, Werkhofareal – Verzweigungscharakter im Sinne von
  Art. 1 Abs. 8 VRV bzw. Art. 16 Abs. 2 SSV zu. Folglich
  gilt die signalisierte Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von
  70 km/h auch im Bereich, in welchem die hier zu beurteilende
  Geschwindigkeitsmessung bzw. -überschreitung stattfand. Vor diesem
  Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass in Fahrtrichtung von Glarus nach
  Schwanden erst unmittelbar südlich des Werkhofareals und bspw. nicht bereits
  auf dem Wiesland sogleich nach Einmündung der Bahnhofstrasse (vgl.
  act. 52, Abb. 4; so der Berufungskläger, act. 38 S. 3) erneut
  eine Signalisationstafel „Höchstgeschwindigkeit 70 km/h“ postiert ist.

  
	
                d)  Das Vorbringen
  des Berufungsklägers, die Wiederholungstafel unter der
  Geschwindigkeitssignalisation sei erst wenige Meter vor der Tafel optisch
  erkennbar und könne daher für eine Geschwindigkeitsmessung nach dem
  Kreuzungspunkt nicht verbindlich sein (act. 56 S. 13), geht daher nach dem
  Gesagten (Stattfinden der fraglichen Geschwindigkeitsüberschreitung noch im Bereich
  der Verzweigung) an der Sache vorbei. Es ist aber auch sonst nicht
  stichhaltig: So befand sich das Polizeifahrzeug, von welchem aus die
  Geschwindigkeitsmessung vorgenommen wurde, nur zirka 30 Meter von der
  Geschwindigkeits- bzw. Wiederholungstafel „Höchstgeschwindigkeit 70 km/h“
  entfernt (act. 52 S. 2 f., 7 sowie Anhang, wo diese Positionen
  mit „A“ und „C“ bezeichnet sind). Auch befand sich der Beschuldigte im
  Zeitpunkt, als er vom Messgerät erfasst wurde, nur wenige Meter vor der
  Signalisation (vgl. act. 52 S. 3 sowie Anhang die Messfotos in
  act. 1/7). Diese war im Übrigen – entgegen der Behauptung des
  Berufungsklägers (act. 53 S. 2, 7 sowie Anhang [Punkt „B“]) – weder durch
  Büsche, noch durch Laub oder Gras verdeckt (vgl. die Radarfotos in
  act. 1/7). Die Geschwindigkeits- und Wiederholungstafel war und ist für
  einen durchschnittlich aufmerksamen Fahrzeugführer leicht und rechtzeitig
  erkennbar (vgl. Bilder in act. 52 S. 6 und Radarfotos in act. 1/7).
  Der Beschuldigte muss die Signalisation bereits vor dem – jedoch allerspätestens
  zum – Zeitpunkt, als er geblitzt wurde (also gerade mal 15 gestrichelte
  Markierungslinien von der Tafel entfernt [act. 32 S. 3 und act. 1/7]),
  gesehen haben.

  
	
                e)  Wie bereits
  erwähnt (E. III.B.2b), macht der Berufungskläger sodann geltend (act. 56
  S. 12), dass die fragliche, unmittelbar südlich des Werkhofs stehende
  Signalisationstafel „Höchstgeschwindigkeit 70 km/h“ (vgl. act. 52, u.a.
  Abb. 6 f. und Anhang) entgegen der vorinstanzlichen Feststellung
  (act. 35 S. 6) nicht aus technischen Gründen dort postiert sei, sondern
  einzig weil die Tafel schon länger existiere als die Abzweigung Sernftal
  (Umfahrungsstrasse Schwanden bzw. Bahnhofstrasse). In diesem Zusammenhang
  beantragte er in seiner Berufungserklärung (act. 38 S. 2) eine entsprechende
  historische Abklärung „zur Erstellung der Umfahrungsstrasse Schwanden/Sernftal
  und zur Signalisation in diesem Bereich“. Die beantragte historische Abklärung
  würde gemäss Berufungskläger zeigen, dass die Signalisationstafel „Höchstgeschwindigkeit
  70 km/h“ vor der Kurve eingangs Schwanden einzig deshalb dort stehe, weil es
  in der entsprechenden Kurve schon einige tragische Unfälle gegeben habe und
  nicht weil dort das Ende der Verzweigung und die Geschwindigkeitsbegrenzung
  dort zu wiederholen sei (act. 38 S. 4). Nachdem indes aufgrund der
  vorstehenden Erwägungen (E. III.B.3a-d) erstellt ist, dass sich die
  fragliche Signalisationstafel am südlichen Ende des Werkhofes aus guten
  Gründen dort befindet, nämlich weil dort das Ende der Verzweigung im Sinne
  von Art. 1 Abs. 8 VRV bzw. Art. 16 Abs. 2 SSV liegt und
  mit ihr somit eine Weitergeltung der Geschwindigkeitsbegrenzung (70 km/h) auf
  dem weiteren Streckenverlauf bezweckt wird, geht die Argumentation des
  Berufungsklägers fehl und erübrigt sich die von ihm beantragte historische Abklärung.

  
	
  5.           Zusammengefasst ist
  gestützt auf die vorstehenden Erwägungen erwiesen, dass die vorliegend zu
  beurteilende Geschwindigkeitsmessung bzw. -überschreitung in einem Bereich
  stattgefunden hat, in welchem die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Sinne
  von Art. 4a Abs. 5 VRV 70 km/h beträgt. Die Vorinstanz hat somit
  zumindest im Ergebnis zutreffend erwogen (act. 35 S. 6), dass die vom
  Beschuldigten begangene, rechtlich relevante Geschwindigkeitsüberschreitung
  29 km/h beträgt.

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  Rechtliche
  Würdigung

  
	
   

  
	
  1.           a)  Gemäss Art. 90
  Abs. 1 SVG macht sich strafbar, wer die Verkehrsregeln des SVG oder dessen
  bundesrätliche Vollziehungsvorschriften verletzt. Nach Art. 27
  Abs. 1 SVG gehen Signale und Markierungen den allgemeinen Verkehrsregeln
  vor und sind zu befolgen. Diese Regel wird in Art. 4a Abs. 5 VRV
  konkretisiert, wonach abweichende signalisierte Höchstgeschwindigkeiten den
  allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten (ausserorts generell 80 km/h [Art. 4a
  Abs. 1 lit. b VRV]) vorgehen. Das Signal „Höchstgeschwindigkeit“ nennt die
  Geschwindigkeit in Stundenkilometern, welche auch bei günstigen Strassen-,
  Verkehrs- und Sichtverhältnissen nicht überschritten werden darf (Art. 22
  Abs. 1 SSV). 

  
	
                b)  Der
  Berufungskläger lenkte das Motorrad [...] am 6. Juni 2014 um 19:52 Uhr in
  Schwanden mit einer Geschwindigkeit von 105 km/h anstelle der signalisierten
  zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h (vgl. vorstehende Erwägungen).
  Damit hat er die Verkehrsregeln (Art. 27 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 4a Abs. 5 VRV
  und Art. 22 Abs. 1 SSV) verletzt und den objektiven Tatbestand von Art. 90
  Abs. 1 SVG erfüllt.

  
	
  2.           a)  In subjektiver
  Hinsicht ist festzuhalten, dass eine Verkehrsregelverletzung auch bei
  fahrlässiger Tatbegehung strafbar ist, wenn das SVG dies nicht ausdrücklich
  anders bestimmt (Art. 100 Ziff. 1 SVG). Fahrlässig handelt, wer die Folge
  seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder
  darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1
  SVG). Vorsätzlich handelt, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Mit
  Vorsatz handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und
  in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG). Nach
  ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben,
  wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung
  für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall
  seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch
  unerwünscht sein. Der Richter darf vom Wissen des Täters auf den Willen
  schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs nach den äusseren
  Umständen als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als
  Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs
  ausgelegt werden kann (zum Ganzen bspw. BGer 6B_758/2010 vom 4. April
  2011 E. 4.4.1 m.w.H.).

  
	
                b)  Der
  Berufungskläger ist in […] (vgl. act. 10 S. 3). Er ist somit
  ortskundig und ihm war demnach insbesondere bekannt, dass sich in
  Fahrtrichtung Süden vor und nach dem Ort der Geschwindigkeitsmessung je eine
  Signalisationstafel „Höchstgeschwindigkeit 70 km/h“ befinden. Indem er am Ort
  der Geschwindigkeitsmessung (Hauptstrasse bei der Druckerei Fridolin) mit 105
  km/h fuhr, musste der Berufungskläger vorliegend folglich wissen, dass er
  deutlich zu schnell unterwegs ist. Selbst wenn er selber der Ansicht gewesen
  sein sollte, dass auf dem fraglichen Streckenabschnitt eine
  Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt, musste ihm aufgrund der ihm bekannten
  dortigen Signalisationstafeln und Verkehrssituation (Werkhof, Druckerei
  Fridolin, Bewirtschaftungsstrasse, gedeckte Parkplätze, vgl. vorne, E. III.B.4a-c) bewusst gewesen
  sein, dass in Tat und Wahrheit entgegen seiner Ansicht mit erheblicher Wahrscheinlichkeit
  an der fraglichen Stelle eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h gelten
  könnte. Ungeachtet dieser bei ihm allenfalls vorliegenden Ungewissheit befuhr
  er diese Stelle aber dennoch mit deutlich übersetzten 105 km/h, trug mithin
  dieser Unsicherheit in keiner Weise mittels angepasster Geschwindigkeit
  Rechnung. Insgesamt kann somit dieses Verhalten des Berufungsklägers nicht
  anders interpretiert werden, als dass er sich mit der von ihm begangenen
  Verkehrsregelverletzung abfand bzw. diese in Kauf nahm. Der Berufungskläger
  hat deshalb zumindest eventualvorsätzlich gehandelt.

  
	
  3.           Da keine
  Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe ersichtlich sind, hat sich der
  Berufungskläger der vorsätzlichen Verletzung von Verkehrsregeln durch
  Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit ausserorts schuldig
  gemacht (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 5 VRV und
  Art. 22 Abs. 1 SSV).

  
	
   

  
	
  V.

  
	
  Strafzumessung

  
	
   

  
	
  1.           a)  Für eine
  „einfache“ Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG sieht das
  Gesetz als Strafe eine Busse vor. Die allgemeinen Bestimmungen des
  Strafgesetzbuches und insbesondere die Bestimmungen über die Übertretungen
  (Art. 103 ff. StGB) sind insoweit anwendbar, als das Strassenverkehrsgesetz
  keine abweichenden Vorschriften enthält (Art. 102 Abs. 1 SVG; Giger, SVG Kommentar,
  Art. 90 N 5). Busse und Ersatzfreiheitsstrafe sind je nach den Verhältnissen
  des Täters so zu bemessen, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem
  Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB).

  
	
                b)  Das Verschulden
  bestimmt sich dabei entsprechend den in Art. 47 StGB enthaltenen Regeln
  (Art. 104 StGB). Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwog
  (act. 35 E. III.1.), sind insbesondere die Schwere der Verletzung
  oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, die Verwerflichkeit des Handelns,
  die Beweggründe und Ziele des Täters sowie der Grad, zu welchem der Täter
  nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder
  Verletzung zu vermeiden, massgebend (Art. 47 Abs. 2 StGB). Zu
  unterscheiden ist bei der Strafzumessung mithin zwischen einer Tatkomponente,
  welche die Modalitäten des zu beurteilenden Delikts berücksichtigt, und einer
  Täterkomponente, welche das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse des
  Täters und das Verhalten des Täters nach der Tat und im Strafverfahren
  umfasst (Hug, OFK-StGB, Art. 47 N 6 ff. m.w.H.; vgl. zum
  Ganzen bspw. auch BGE 136 IV 56).

  
	
                c)  Die
  “Verhältnisse“ im Sinne von Art. 106 Abs. 3 StGB beziehen sich lediglich auf
  die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Täters, womit sie sich von den “persönlichen
  Verhältnissen“ im Sinne von Art. 47 StGB – wozu etwa Familienstand, Beruf,
  Gesundheit etc. zählen (mithin täterbezogene Komponenten, die für das Mass
  des Verschuldens relevant sind) – unterscheiden (Heimgartner,
  BSK-StGB I, Art. 106 N 20 f.; BGE 134 IV 60
  E. 7.3.3; Trechsel/Bertossa, PK StGB, Art. 107 N 3; nicht differenzierend
  Hug, OFK-StGB, Art. 106 N 4). Der Richter hat die finanziellen Verhältnisse
  so zu würdigen und die Bussenhöhe so zu bemessen, dass der Täter die Strafe
  (Busse) in einer Intensität spürt, die seinem Verschulden entspricht
  (Heimgartner, BSK-StGB I, Art. 106 N 20 f. m.w.H.). 

  
	
  2.           a)  Ausgangspunkt
  bei der Tatkomponente bildet die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der
  Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft
  verursachte Erfolg sowie die Art und Weise der Tatbegehung (Hug, OFK-StGB,
  Art. 47 N. 7). 

  
	
                b)  Eine
  Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h
  ausserorts um 29 km/h stellt eine massive Geschwindigkeitsüberschreitung dar.
  Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ungeachtet der konkreten
  Umstände ab einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
  ausserorts von 30 km/h eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne des
  qualifizierten Tatbestandes von Art. 90 Abs. 2 SVG gegeben (BGer 6B_33/2015
  vom 5. Mai 2015 E. 1.1; BGer 6B_766/2013 vom 24. Februar 2014 E. 1.4;
  BGE 124 II 259 [Regeste]). E contrario handelt es sich bei Überschreitungen
  bis zu 30 km/h ausserorts um “einfache“ Verkehrsregelverletzungen i.S.v. Art.
  90 Abs. 1 SVG. In casu überschritt der Berufungskläger die zulässige
  Höchstgeschwindigkeit ausserorts um netto 29 km/h, womit er gerade einmal 1
  km/h unter dieser Marke liegt, was seine Übertretung in objektiver Hinsicht
  als sehr schwer erscheinen lässt. Auch wenn der qualifizierte Tatbestand von
  Art. 90 Abs. 2 SVG in casu nicht erfüllt ist, so kann angesichts der massiven
  Geschwindigkeitsüberschreitung und der zahlreichen Gefahrenquellen im
  betreffenden Verzweigungsbereich (vgl. E. III.B.4.) eine Gefährdung der
  Verkehrssicherheit zumindest nicht ausgeschlossen werden. Das abstrakte
  Gefährdungspotenzial durch die Geschwindigkeitsüberschreitung war erheblich. 

  
	
                c)  Mitberücksichtigt
  werden muss die subjektive Tatschwere. Diese ergibt sich aus der
  Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, also der Intensität des
  deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat (Hug, OFK-StGB, Art.
  47 N. 7). Zu beurteilen ist, wie dem Täter die objektive Tatschwere
  tatsächlich anzurechnen ist. Egoistische Beweggründe, Handeln aus eigenem
  Antrieb und dergleichen wirken verschuldenserhöhend, während beispielsweise
  ein Handeln mit Eventualvorsatz statt direktem Vorsatz oder die in
  Art. 48 StGB genannten Strafmilderungsgründe strafmindernd zu gewichten
  sind (Mathys, Zur Technik der Strafzumessung, in: SJZ 100 [2004]
  S. 181).

  
	
                d)  Wie vorne
  dargelegt (E. IV.2.), handelte der Berufungskläger mit Eventualvorsatz
  bzw. ist ein Handeln mit direktem Vorsatz nicht bewiesen, was leicht verschuldensmindernd
  zu berücksichtigen ist. Im Übrigen aber sind keine zwingende bzw.
  schützenswerte Gründe ersichtlich, weshalb er mit überhöhter Geschwindigkeit
  hätte fahren müssen. Es wäre ihm somit ohne Weiteres möglich gewesen, mit der
  korrekten Geschwindigkeit zu fahren. Insofern fuhr er ohne nachvollziehbaren
  Grund deutlich zu schnell und schuf damit ein durchaus vermeidbares Risiko
  für andere Verkehrsteilnehmer, was als verwerflich zu qualifizieren und
  verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist. 

  
	
                e)  Die Vorinstanz
  qualifizierte das Verschulden des Beschuldigten als nicht mehr leicht, da er
  im Bereich einer Verzweigung und in der unmittelbaren Nähe von bewohnten
  Gebäuden die Geschwindigkeit um netto 29 km/h überschritten habe (act.
  35 S. 7). Diese vorinstanzliche Feststellung ist insoweit zu
  präzisieren, als in Beurteilung allein der (objektiven und subjektiven)
  Tatkomponente das Verschulden aufgrund der vorstehenden Ausführungen
  insgesamt als erheblich zu qualifizieren ist.

  
	
  3.           Was die Täterkomponente
  (vgl. E. V.1b) anbelangt, so ist aus dem Vorleben des Beschuldigten
  nichts bekannt, was für die Strafzumessung von Bedeutung wäre. Er weist einen
  regulären Lebenslauf auf und hat weder Vorstrafen noch Administrativmassnahmen
  zu verzeichnen (act. 10 S. 3 f.). Die Vorstrafenlosigkeit ist gemäss der
  Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich neutral zu behandeln (Ausnahmefall
  in casu nicht gegeben; zur ganzen Thematik siehe BGE 136 IV 1, insb. E.
  2.6.4). Auch das Nachtatverhalten des Berufungsklägers wirkt sich weder
  straferhöhend noch strafmindernd aus. Dass er sämtliche Aussagen zur Sache
  verweigerte (vgl. E. III.A.3b), ist sein gutes Recht (Art. 113
  Abs. 1 StPO), darf sich mithin nicht straferhöhend niederschlagen. Auch
  dass er keine Reue und Einsicht in das Unrecht der von ihm begangenen Tat
  zeigte, erscheint vor dem Hintergrund, dass er die ihm vorgeworfene Tat
  bestreitet, insofern konsequent und führt zu keiner Straferhöhung.

  
	
  4.           a)  Bezüglich des
  Strafzumessungskriteriums der wirtschaftlichen Verhältnisse (finanzielle
  Leistungsfähigkeit; vgl. vorne, E. V.1c) ging die Staatsanwaltschaft bei
  der Bemessung der Busse mangels Angaben des Beschuldigten
  (act. 1/1/Einvernahme zur Sache S. 1) – von einem monatlichen
  Nettoeinkommen von CHF 8‘000.– aus (act. 1/1/Rapport S. 1 und
  Aktennotiz Bussenberechnung). Ab einem monatlichen Nettoeinkommen von CHF
  5‘000.– verwendete die Vorinstanz zur Bussenberechnung eine Formel (siehe
  act. 35 S. 7) anstelle der Regelbusse, um – wie von Art. 106 Abs. 3 StGB vorgeschrieben
  – die finanziellen Verhältnisse des Täters nicht ausser Acht zu lassen. Das
  Obergericht korrigierte diese an sich taugliche Formel mit Urteil vom
  25. September 2015 – mithin nach Ergehen des vorliegend angefochtenen
  vorinstanzlichen Entscheids – insoweit, als es deren Anwendungsbereich erst
  ab einem Nettoeinkommen von über CHF 8‘000.– für anwendbar erklärte. Demnach
  ist bis zu einem monatlichen Nettoeinkommen von CHF 8‘000.– bei
  Verkehrsregelverletzungen ausserhalb des Ordnungsbussengesetzes, jedoch noch
  im Übertretungsbereich – bei leichtem Verschulden – die Regelbusse
  auszusprechen (vgl. OGer GL, Urteil OG.2014.00043 vom 25. September 2015, E.
  II. 5.d; abrufbar unter www.gl.ch/gerichte, Rubrik „Entscheiddatenbank der
  Gerichte“). 

  
	
                b)  Der Richter
  kann bei der Bemessung der Busse auf glaubhafte Angaben des Beschuldigten zu
  seinen finanziellen Verhältnissen abstellen. Der Täter kann jedoch nicht dazu
  verpflichtet werden, solche Angaben zu machen und kann auch nicht für falsche
  Deklarationen (z.B. zu tiefes Einkommen) bestraft werden, weshalb solche
  Angaben mit einer gewissen Zurückhaltung und Vorsicht zu geniessen sind. Bei
  Dritten solche Informationen einzuholen, scheint aufgrund des
  Bagatellcharakters von Übertretungen in der Regel unverhältnismässig und ist
  aus Datenschutzgründen auch nicht ganz unproblematisch. Fehlen dem Richter
  entsprechende (glaubhafte) Angaben, hat er daher die finanziellen
  Verhältnisse des Beschuldigten anhand der bestehenden Informationen zu
  schätzen (zum Ganzen: Heimgartner, BSK StGB I, Art. 106 N 33).

  
	
                c)  Anlässlich der
  Hauptverhandlung vom 14. Januar 2015 gab der Beschuldigte an, als
  Rechtsanwalt monatlich brutto CHF 8‘000.– und netto zirka CHF 7‘000.– (13
  Monatslöhne) zu verdienen (act. 10 S. 3). Trotz dieser Aussage ist die
  Vorinstanz der Ansicht der Staatsanwaltschaft gefolgt und hat wie diese ihrer
  Bussenberechnung ein Nettoeinkommen von CHF 8‘000.– pro Monat zugrunde
  gelegt. Ein monatliches Nettoeinkommen eines Rechtsanwaltes von CHF 8‘000.–
  scheint angesichts seiner universitären Ausbildung und seines Berufs durchaus
  wahrscheinlicher als eines von CHF 7‘000.–. Der Berufungskläger hat denn
  auch im Berufungsverfahren keine Beanstandungen gegen das seitens der
  Vorinstanz der Bussenbemessung zugrunde gelegte Einkommen geäussert. Die
  vorinstanzliche Annahme eines Nettoeinkommens des Berufungsklägers in der
  Höhe von CHF 8‘000.– pro Monat ist nach dem Gesagten weder
  offensichtlich unrichtig noch rechtsfehlerhaft (Art. 398 Abs. 4 StPO). 

  
	
                d)  Die von der
  Vorinstanz errechnete Busse ist sodann auch nach der neuen Praxis des
  Obergerichts, wonach bei leichtem Verschulden und einem Einkommen bis CHF
  8‘000.– die Regelbusse auszusprechen ist (vgl. soeben, E. V.4a), angemessen.
  Da in casu das Verschulden des Berufungsklägers erheblich wiegt (vgl.
  E. V.2.-3.), rechtfertigt sich nämlich ein Abweichen von der Regelbusse,
  um dem Verschulden des Täters – wie von Art. 106 Abs. 3 StGB vorgeschrieben –
  Rechnung zu tragen. Aus dem gleichen Grund (erhebliches Verschulden) wäre im
  Übrigen selbst bei Annahme eines monatlichen Nettoeinkommens des
  Berufungsklägers von CHF 7‘000.– eine Busse von CHF 690.– noch
  nicht zu beanstanden, da noch innerhalb des hier relevanten Ermessensbereichs
  liegend. Sogar der Berufungskläger selber bezeichnete denn auch die
  vorinstanzlich ausgesprochene Busse von CHF 690.– als angemessen (act.
  56 S. 20).

  
	
  5.           In Anbetracht des
  erheblichen Verschuldens und der finanziellen Verhältnisse des
  Berufungsklägers sowie des möglichen Strafrahmens (Busse bis zu
  CHF 10‘000.–, Art. 106 Abs. 1 StGB) ist die diesem von der Vorinstanz
  auferlegte Busse von CHF 690.– angemessen und in ihrer Höhe zu bestätigen.
  Ebenfalls zu bestätigen ist die von der Vorinstanz für den Fall der
  schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ausgesprochene Ersatzfreiheitsstrafe
  von fünf Tagen, wobei diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen der
  Vorinstanz verwiesen werden kann (eine Erhöhung der Busse und/oder der
  Ersatzfreiheitsstrafe fällt aufgrund des Verschlechterungsverbots gemäss
  Art. 391 Abs. 2 StPO zum Vornherein ausser Betracht).

  
	
  VI.

  
	
  Kosten-
  und Entschädigungsfolgen

  
	
   

  
	
  A.           Untersuchung und
  erstinstanzliches Gerichtsverfahren

  
	
  1.           a)  Der
  Berufungskläger wird mit vorliegendem Urteil – wie bereits gemäss dem
  vorinstanzlichen Urteil (act. 35) – der vorsätzlichen Verletzung von
  Verkehrsregeln durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit
  ausserorts schuldig gesprochen. Demzufolge sind die Kosten der Untersuchung
  und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens dem Berufungskläger aufzuerlegen
  (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Untersuchungskosten von CHF 240.– und die
  Festsetzung der erstinstanzlichen Gerichtsgebühr auf CHF 1‘000.– erscheinen
  angemessen. Eine Entschädigung für die Untersuchung und/oder das
  erstinstanzliche Gerichtsverfahren ist dem Berufungskläger nicht zuzusprechen
  (Art 429 Abs. 1 StPO).

  
	
                b)  Der
  Berufungskläger wehrt sich gegen eine derartige Kostenverlegung für die
  Untersuchung und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren mit zwei Einwänden,
  welche indes – wie nachfolgend dargelegt wird – beide nicht stichhaltig sind:

  
	
  2.           a)  Der
  Berufungskläger brachte bereits vor Vorinstanz vor, dass die vorinstanzliche
  Hauptverhandlung vom 14. Januar 2015 unnötig gewesen und die
  Staatsanwaltschaft hierfür ungeachtet des Prozessausgangs kostenpflichtig sei
  (act. 30 Rz. 12 ff.). Die Staatsanwaltschaft habe zu Beginn
  dieser Verhandlung einen Beweisantrag (Befragung seiner Eltern) gestellt,
  worauf an jenem Termin über die Sache nicht habe verhandelt werden können. Im
  vorliegenden Fall seien die Beweislage und seine diesbezügliche Haltung schon
  vor dem Erlass des Strafbefehls bekannt gewesen. Die Staatsanwaltschaft hätte
  somit seine Eltern im Rahmen der Untersuchung selber einvernehmen oder
  rechtzeitig vor der Hauptverhandlung einen entsprechenden Beweisantrag stellen
  können. Indem sie zu Beginn ihrer Ausführungen an der Hauptverhandlung diesen
  Beweisantrag gestellt habe, habe sie sich widersprüchlich verhalten
  (Eingeständnis einer nicht ausreichenden Abklärung des Sachverhalts) und der
  Beweisantrag sei als verspätet zu betrachten, nachdem zuvor die Vorinstanz
  die Parteien mit Schreiben vom 21. Oktober 2014 aufgefordert habe, bis
  zum 17. November 2014 allfällige Beweisanträge zu stellen und auf die
  Konsequenzen verspäteter Beweisanträge (Art. 417 StPO, Art. 426
  Abs. 3 lit. a StPO) hingewiesen habe.

  
	
                b)  Die Vorinstanz
  erwog hierzu (act. 35 S. 7 f.), sie habe den Parteien im Vorfeld der
  Hauptverhandlung Gelegenheit zu Beweisanträgen gegeben. Dazu sei den Parteien
  eine Frist angesetzt und auf die möglichen Kosten- und Entschädigungsfolgen
  aufmerksam gemacht worden. Anlässlich der Hauptverhandlung habe der Staatsanwalt
  vorfrageweise einen Beweisantrag gestellt. Nach Einvernahme des Beschuldigten
  – welcher jegliche Aussage zur Sache verweigerte – habe der Staatsanwalt seinen
  Antrag auf Befragung der Eltern des Beschuldigten vor Abschluss des
  Beweisverfahrens nochmals gestellt. Hätte der Beschuldigte Aussagen gemacht,
  hätte der Staatsanwalt auf den Beweisantrag verzichten können. Da dies jedoch
  nicht der Fall war, habe der Staatsanwalt seinen Beweisantrag zu Recht im
  Anschluss an die Einvernahme gestellt. Deshalb sei die Hauptverhandlung
  entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten nicht unnötig gewesen und seien die
  Kosten folglich nicht vom Staat zu tragen.

  
	
                c)  Hinsichtlich dieser
  vorinstanzlichen Erwägungen erneuert der Berufungskläger im
  Berufungsverfahren (act. 56 S. 16 f.) seine bereits vor Vorinstanz
  geäusserte Kritik (vgl. soeben, E. VI.A.2a), dass die vorinstanzliche
  Verhandlung vom 14. Januar 2015 nicht nötig gewesen wäre, hätte die
  Staatsanwaltschaft den Beweisantrag rechtzeitig gestellt. Entgegen der
  Ankündigung im Schreiben vom 17. Oktober 2014/2015 (recte: 21. Oktober
  2014, act. 4) habe die Vorinstanz somit die Kosten für nachträglich
  abgenommene Beweise zu Unrecht nicht unabhängig vom Prozessausgang, sondern
  zu seinen Lasten verlegt. Die Lehre spreche sich für eine
  verschuldensunabhängige Kausalhaftung aus, also dafür, dass Kosten, welche
  durch nachträgliche Beweisanträge der Staatsanwaltschaft verursacht würden, unabhängig
  vom Verfahrensausgang zu Lasten des Staates gingen.

  
	
                d)  Gemäss Art. 331
  Abs. 2 StPO setzt die Verfahrensleitung des erstinstanzlichen Gerichts den
  Parteien nach Eingang der Anklageschrift bzw. des als Anklageschrift
  geltenden Strafbefehls (Art. 356 Abs. 1 StPO) Frist, um
  Beweisanträge zu stellen und macht diese auf die möglichen Kosten- und
  Entschädigungsfolgen verspäteter Beweisanträge aufmerksam. Die
  Staatsanwaltschaft bzw. Übertretungsstrafbehörde erhält damit gleichsam
  Gelegenheit zur Beweisergänzung, nachdem sie zuvor die Untersuchung führte
  und grundsätzlich die ihr wichtig erscheinenden Beweismittel bereits in
  diesem Verfahrensstadium zu erheben hatte (Griesser, ZK StPO, Art. 331 N 3).
  Da Beweisanträge bis zum Schluss des Beweisverfahrens gestellt werden können
  (Art. 345 StPO; entgegen der Vorinstanz [act. 35 E. IV.1.] können
  Beweisanträge sodann sehr wohl Gegenstand von Vor- bzw. Zwischenfragen
  bilden, vgl. Riklin, OFK StPO, Art. 339 N 2; Hauri/Venetz, BSK
  StPO, Art. 343 N 29; Kaufmann, Das Unmittelbarkeitsprinzip und die
  Folgen seiner Einschränkung in der Schweizerischen Strafprozessordnung, Diss.
  Luzern 2013, S. 270; implizit wohl auch Gut/Fingerhuth, ZK StPO,
  Art. 339 N 4, 21; indessen ist das Gericht nicht verpflichtet, über
  derartige Beweisanträge sogleich zu entscheiden, vgl. BGer 6B_463/2013 vom
  25. Juli 2013 E. 1.3 f.), hat die Nichteinhaltung der
  Ordnungsfrist direkt keine formellen Auswirkungen, kann jedoch Kosten- und
  Entschädigungsfolgen gemäss Art. 417 StPO zu Lasten der beantragenden Partei
  auslösen (Stephenson/Zalunardo-Walser, BSK StP, Art. 331 N 6).
  Verursacht die Staatsanwaltschaft durch unnötige oder fehlerhafte
  Verfahrenshandlungen Verfahrenskosten, so kommt nicht die Verursacherhaftung
  nach Art. 417 StPO, sondern Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO zur Anwendung
  (Griesser, ZK StPO, Art. 417 N 3; Domeisen, BSK StPO, Art. 417 N 6).
  Demnach trägt der Staat diejenigen Verfahrenskosten, welche die
  Staatsanwaltschaft durch unnötige oder fehlerhafte Verfahrenshandlungen
  verursacht hat (vgl. Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO). Die verurteilte beschuldigte
  Person hat jedoch nur diejenigen Kosten nicht zu tragen, die bei einer
  objektivierenden Betrachtungsweise schon ex tunc – also von Anfang an –
  unnötig oder fehlerhaft waren (Domeisen, BSK StPO, Art. 426 N 15 [mit
  Beispielen]). Wenn Verfahrenshandlungen rückblickend als überflüssig (also
  unnötig) erscheinen – was z.B. bei Einstellungen oder Freispruch oft der Fall
  ist – genügt dies nicht, um dem Staat die Kosten nach Art. 426 Abs. 3 lit. a
  StPO aufzuerlegen (Schmid, PK StPO, Art. 426 N 9). Ist zu beurteilen, ob
  unnötigerweise zu viele Zeugen vorgeladen wurden, so setzt eine Kostentragung
  durch den Staat voraus, dass die Einvernahmen offensichtlich unnötig waren
  (Griesser, ZK StPO, Art. 426 N 18).

  
	
                e)  Nach Ansicht
  des Berufungsklägers wäre die erstinstanzliche Verhandlung vom
  14. Januar 2015 nicht nötig gewesen, hätte die Staatsanwaltschaft den
  Beweisantrag um Einvernahme seiner Eltern rechtzeitig, d.h. bis am 17.
  November 2014 (vgl. act. 4), gestellt. Dabei handelt es sich um eine
  spekulative Annahme des Berufungsklägers. Es kann nicht mit Sicherheit gesagt
  werden, dass im Falle eines vorzeitigen Stellens des Beweisantrages zunächst
  dessen Eltern einvernommen und im Anschluss daran eine Hauptverhandlung
  angesetzt worden wäre. Ebenso hätte die Vorinstanz den (vorzeitig gestellten)
  Beweisantrag ablehnen, die Hauptverhandlung ansetzen und den Berufungskläger
  einvernehmen können. Anschliessend hätte die Staatsanwaltschaft den
  Beweisantrag erneut stellen können (Art. 331 Abs. 3 StPO) und die Vorinstanz
  hätte diesem – aufgrund der Aussageverweigerung des Berufungsklägers (vgl.
  act. 10) – wahrscheinlich stattgegeben. Dabei handelt es sich jedoch um
  rein spekulative Überlegungen. Es kann nicht beurteilt werden, ob sich das
  Verfahren vor Vorinstanz anders abgespielt hätte, hätte die
  Staatsanwaltschaft den Beweisantrag nicht erst vor Abschluss des
  Beweisverfahrens – wozu sie im Übrigen durchaus berechtigt war (Art. 345
  StPO) – gestellt. Inwiefern der nach Meinung des Berufungsklägers verspätete
  Beweisantrag der Staatsanwaltschaft unnötig war bzw. die Hauptverhandlung
  unnötig machte, legt der Berufungskläger in der Berufungsbegründung denn auch
  nicht substantiiert dar. Aufgrund dieser sowie der vorstehenden Erwägungen
  (E. VI.2d) war somit weder der Beweisantrag der Staatsanwaltschaft fehlerhaft,
  noch die Hauptverhandlung vom 14. Januar 2015 unnötig i.S.v. Art. 426 Abs. 3
  lit. a StPO.

  
	
                f)  Der
  Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass auch die Einvernahme der Eltern
  als Auskunftspersonen weder unnötig noch fehlerhaft war. Auch wenn sich aus
  den Einvernahmen keine Erkenntnisse ergaben, so waren diese aus einer ex ante-Betrachtung
  nicht unnötig. Vielmehr drängten sich diese aufgrund der Aussageverweigerung
  des Beschuldigten (act. 10) geradezu auf.

  
	
                g)  Aufgrund des
  Gesagten hat die Vorinstanz somit im Ergebnis die Kosten der Untersuchung
  sowie des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens zu Recht vollumfänglich dem
  Berufungskläger auferlegt und nicht teilweise auf die Staatskasse genommen
  (vgl. act. 35 S. 8 f.).

  
	
  3.           a)  Der
  Berufungskläger rügt weiter, dass ihm die Vorinstanz trotz einer Reduktion
  der Busse um CHF 1‘060.– die Kosten zu Unrecht vollumfänglich auferlegte und
  ihm zu Unrecht keine Parteientschädigung zusprach. Es könne nicht angehen,
  dass ihm Verfahrenskosten auferlegt würden, welche höher seien als die
  Reduktion der Busse. Art. 426 und Art. 429 StPO würden nur bei der
  Kostenverteilung im Strafbefehlsverfahren oder wenn direkt Anklage erhoben
  würde, zur Anwendung gelangen, da dann die Untersuchungs- und
  Verfahrenskosten adäquat kausal für die Verurteilung seien (act. 56 S. 19).
  Obwohl das erstinstanzliche Verfahren zur Überprüfung des Strafbefehls kein
  Rechtsmittelverfahren im eigentlichen Sinne darstelle, seien die Kostenbestimmungen
  zum Rechtsmittelverfahren (Art. 428 und Art. 436 StPO) anwendbar (act. 56
  S. 20). Selbst nach Art. 426 StPO dürften die Kosten bei einer Reduktion
  der Busse um mehr als 50 Prozent nicht einseitig zu seinen Lasten
  verlegt werden, da in casu das kostenrechtliche Verschulden nicht mit dem
  strafrechtlichen Verschulden gleichgesetzt werden könne. Es fehle am
  adäquaten Kausalzusammenhang der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, weil
  diese Kosten deutlich geringer ausgefallen wären, da er (der Berufungskläger)
  bei einer korrekten Strafzumessung auf eine gerichtliche Beurteilung des
  Sachverhalts verzichtet hätte. Zur Kostenauferlegung sei ein adäquater
  Kausalzusammenhang zwischen dem zur Verurteilung führenden strafbaren
  Verhalten und den durch die Abklärung entstandenen Kosten erforderlich.
  Würden besondere Umstände vorliegen, könne die Vermutung, dass das
  strafrechtliche Verschulden mit dem kostenrechtlichen Verschulden
  übereinstimme, umgestossen werden. Dieselben Überlegungen würden auch für die
  Parteientschädigungsfrage gelten. Erfolge – wie im angefochtenen Urteil – nur
  in Teilpunkten der Anklage ein Schuldspruch, so sei eine entsprechende
  Kostenaufteilung vorzunehmen und eine entsprechende Parteientschädigung zu
  sprechen (act. 56 S. 21).

  
	
                b)  Grundsätzlich
  hat die Kosten (Art. 422 ff. StPO) zu tragen, wer sie verursacht (BGer
  6B_671/2012 vom 11. April. 2013 E. 1.2). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt
  die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird.
  Demnach wird angenommen, dass vom strafrechtlichen Verschulden in der Regel
  ohne Weiteres auf das kostenrechtliche Verschulden geschlossen werden kann
  (Verschuldensprinzip; Domeisen, BSK StPO, Art. 426 N 2). Wer die Einleitung
  und Durchführung des Strafverfahrens als Folge seiner Tat veranlasst hat,
  soll zur Tragung der Verfahrenskosten verpflichtet sein (BGer 6B_671/2012 vom
  11. April. 2013 E. 1.2). Zwischen dem zur Verurteilung führenden
  tatbestandsmässigen, rechtswidrigen und schuldhaften Verhalten des
  Beschuldigten und den durch die Abklärung entstandenen Kosten muss also ein
  adäquater Kausalzusammenhang bestehen (BGer 6B_428/2012 vom 19. November 2012
  E. 3.1; Griesser, ZK StPO, Art. 426 N 3; Domeisen, BSK StPO, Art. 426 N
  3). Massgebend ist der zur Anklage gebrachte Lebenssachverhalt und der zu
  seiner Erstellung und Beurteilung erforderliche Aufwand der Strafverfolgungs-
  und Gerichtsbehörden (BGer 6B_803/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.5; BGer
  6B_811/2014 vom 13. März 2015 E. 1.4). Legt das Gericht dem Urteil bei der
  rechtlichen Beurteilung einen milderen als den zur Anklage gebrachten
  Straftatbestand zugrunde, handelt es sich nicht um einen (Teil-) Freispruch
  (Domeisen, BSK StPO, Art. 426 N 6). Selbst bei einer Verurteilung ohne
  Aussprechung einer Sanktion hat der Verurteilte die Verfahrenskosten zu
  tragen (Domeisen, BSK StPO, Art. 426 N 7). Daraus folgt, dass der verurteilte
  Beschuldigte auch dann die Verfahrenskosten zu tragen hat, wenn das Gericht
  von der Strafzumessung der Staatsanwaltschaft abweicht und eine mildere Strafe
  ausspricht (vgl. BGer 6B_811/2014 vom 13. März 2015). Da die Kostenfrage die
  Entschädigungsfrage präjudiziert, schliesst die Kostenauflage nach Art. 426
  Abs. 1 StPO einen Anspruch auf Entschädigung grundsätzlich aus (vgl. Art. 429
  StPO; BGE 137 IV 352 E. 2.4.2).

  
	
                c)  Im Fall einer
  Einsprache bilden der Strafbefehl und dessen gerichtliche Beurteilung eine
  Einheit, welche als erstinstanzliches Verfahren und nicht als Rechtsmittelverfahren
  gilt. Folglich gelangen die für das Rechtsmittelverfahren bestehende Bestimmung,
  wonach die Kosten nach Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens verlegt
  werden (Art. 428 StPO) und die Bestimmung über Entschädigung und Genugtuung
  im Rechtsmittelverfahren (Art. 436 StPO) nicht zur Anwendung (BGer
  6B_811/2014 vom 13. März 2015 E. 1.4 f.). Hätte der Gesetzgeber im
  erstinstanzlichen Verfahren dieselbe Kostenverteilung wie im
  Rechtsmittelverfahren gewollt, so ist nicht einzusehen, weshalb er dies nicht
  kodifiziert hätte (BGer 6B_671/2012 vom 11. April 2013 E. 1.2).

  
	
                d)  Im vorliegenden
  Fall wurde der Berufungskläger von der Vorinstanz entsprechend dem als
  Anklageschrift geltenden Strafbefehl (act. 3 i.V.m. act. 2) schuldig
  gesprochen. Bei der Strafzumessung wich die Vorinstanz vom Antrag der Staatsanwaltschaft
  ab und senkte die Busse um CHF 1‘060.– auf CHF 690.– (act. 35 S. 9).
  Dass es sich dabei nicht um einen – auch nicht um einen, wie der
  Berufungskläger behauptet (act. 56 S. 21), teilweisen – Freispruch handelt,
  ergibt sich aus dem vorne Gesagten (E. VI.A.3b). Auch handelt es sich
  beim Verfahren vor der ersten Instanz wie erwähnt nicht um ein
  Rechtsmittelverfahren, weshalb die Bestimmung zur Kostentragung im
  Rechtsmittelverfahren (Art. 428 StPO) – entgegen den Vorbringen des Berufungsklägers
  – nicht, auch nicht sinngemäss, zur Anwendung kommen kann. Indem der
  Berufungskläger mit dem Motorrad die signalisierte Höchstgeschwindigkeit ausserorts
  rechtswidrig und schuldhaft überschritt (vorne, E. IV.), löste er ein
  Strafverfahren aus, in welchem die Lenkerschaft und die massgebliche, zulässige
  Höchstgeschwindigkeit abgeklärt werden mussten. Damit war das strafbare
  Verhalten des Berufungsklägers kausal für die Verfahrenskosten. Umstände,
  welche die Vermutung der Übereinstimmung des strafrechtlichen und kostenrechtlichen
  Verschuldens umstossen könnten, werden vom Berufungskläger nicht vorgebracht
  (vgl. act. 56 S. 21) und sind auch sonst nicht ersichtlich.

  
	
                e)  Anzumerken
  bleibt schliesslich, dass das Vorbringen des Berufungsklägers, er hätte den
  Strafbefehl bei anderer Strafzumessung nicht angefochten, wodurch die Kosten
  deutlich geringer ausgefallen wären (vgl. act. 56 S. 20 f.), unglaubwürdig
  erscheint: So beantragte er mit Einsprache vom 20. August 2014
  (act. 1/3) und Stellungnahme vom 2. Oktober 2014 (act. 1/10), dass das
  Verfahren einzustellen bzw. er eventualiter freizusprechen sei. Erst
  anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhandlung vom 15. April 2015 machte der
  Verteidiger des Berufungsklägers in seinem Plädoyer die Strafzumessung bzw.
  die Bussenhöhe zum Thema (act. 29 und act. 30). Da somit vordergründig die
  Fragen der Lenkerschaft und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit Gegenstand
  des Einspracheverfahrens bildeten, kann dem Berufungskläger nicht gefolgt
  werden, wenn er behauptet, bei “korrekter“ Strafzumessung durch die Staatsanwaltschaft
  wären keine Verfahrenskosten entstanden (vgl. act. 56 S. 20 f.). 

  
	
                f)  Folglich hat
  die Vorinstanz die Gerichts- sowie Untersuchungsgebühr gemäss Art. 426 Abs. 1
  StPO dem Beschuldigten zu Recht (vollumfänglich) auferlegt und diesem
  gestützt auf Art. 429 StPO zu Recht keine Entschädigung zugesprochen.

  
	
  B.           Berufungsverfahren

  
	
  1.           Im
  Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten grundsätzlich nach Massgabe
  ihres Unterliegens oder Obsiegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Berufungskläger
  unterliegt sowohl mit seinem Antrag auf Freispruch vom Vorwurf der Verletzung
  der Verkehrsregeln durch Überschreiten der signalisierten
  Höchstgeschwindigkeit ausserorts als auch mit seinem Eventualantrag auf
  Schuldspruch wegen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um
  netto 19 km/h vollumfänglich. Ausgangsgemäss hat er somit die Kosten des
  Berufungsverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist
  angesichts der behandelten Rechtsfragen sowie der Durchführung eines
  Augenscheins auf CHF 1‘800.– festzusetzen (Art. 6 i.V.m. Art. 8 Abs. 1
  lit. b Ziff. 2 der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung; GS III A/5).

  
	
  2.           Ausgangsgemäss ist
  dem Berufungskläger (auch) für das Berufungsverfahren weder eine
  Entschädigung noch eine Genugtuung zuzusprechen (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art.
  429 StPO).

  
	
   

  
	
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  Das Gericht   erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______ ist schuldig

    
	
     

    	
    der Verletzung der
    Verkehrsregeln durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit
    ausserorts (70 km/h) um netto 29 km/h i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art.
    27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 5 VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    A.______ wird bestraft mit
    einer Busse von CHF 690.–. Die Busse ist zu bezahlen. Wird die Busse
    schuldhaft nicht bezahlt, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe
    von 5 Tagen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Kosten des
    erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens von CHF 1‘000.– und die
    Untersuchungsgebühr von CHF 240.– werden vollumfänglich A.______ auferlegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr
    wird festgesetzt auf CHF 1‘800.–.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die Kosten des
    Berufungsverfahrens werden vollumfänglich A.______ auferlegt. 

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Für die Untersuchung, für das
    erstinstanzliche Verfahren und für das Berufungsverfahren werden keine
    Entschädigungen zugesprochen.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    […]