# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8de5522-806f-52b0-9714-d8fe7a17189e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-22
**Language:** de
**Title:** Teilweise Gutheissung der Beschwerde. Höherer Invaliditätsgrad infolge höherem Valideneinkommen (Überzeitentschädigung und Erfolgsbeteiligung infolge Regelmässigkeit der Ausrichtung zu berücksichtigen); Integritätsentschädigung nur für Knieleiden. (BGE 8C_852/2015)
**Docket/Reference:** UV.2014.00082
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00082.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00082
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
22. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Cristina
Schiavi
arbeitundversicherung.ch, Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 10, Postfach 106, 8700 Küsnacht ZH
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1961, war zuletzt seit 1995 bei
der
Y.___
AG
als Lagerist
tätig und damit bei der Schweizerischen
Unfallversiche
rungsanstalt
(SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 1
3.
Juni 2008
erlitt
er
einen Unfall, als
beim Um
räumen von Kolbenstangen ein
Stapel ins Rutschen
geriet
und
er
mit seinem rechten Fuss unter die Kol
benstangen
kam
(Schadenmeldung vom 2
0.
Juni 2008,
Urk.
10/
67
).
Dabei zog er sich ein
e Kontusion des Fusses und des o
beren Sprunggelenkes (OSG) zu (vgl.
Urk.
10/
11
).
Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Versicherungs
leistungen.
Am 2
1.
November 2008
und am 1
6.
März 2010
wurde
n
unter Hinweis
auf
eine Entzündung des rechten Mittelfusses
respektive
auf
Rückenschmerzen Rückfälle zum Unfallereignis vom 1
3.
Juni 2008 angemeldet
(
Urk.
10/66,
Urk.
10
/68)
.
Die SUVA anerkannte ihre Leistungsflicht und richtete die gesetzlichen Versiche
rungsleistungen aus
.
1.2
Mit
Verfügung vom
6.
Dezember 2012
(
Urk.
10/
135
)
sprach
die SUVA
dem Ver
si
cherten
ab
1.
Dezember 2012
eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbs
unfähigkeit von 10
%
und sowie eine Integritätsentschädigung von 12‘600.-- aufgrund einer Integritätseinbusse von 10
%
zu.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
7.
Januar 2013 Einsprache (
Urk.
10/
141
). Am
2
9.
Februar 2013 meldete er einen erneuten Rückfall zum Unfall vom 1
3.
Juni 2008
(
Urk.
10/152
, vgl.
Urk.
10/153
)
. Die SUVA anerkannte in d
er Folge ihre Leistungspflicht.
Mit Schreiben vom 1
2.
Dezember 2013 stellte die SUVA unter Verweis auf das
hän
gige
Einspracheverfahren
ihre Leistungen per 3
1.
Dezember 2013
ein
(
Urk.
10/201)
.
Mit
Einspracheentscheid
vom
6.
März 2014 hiess die SUVA
die Einsprache des Vers
icherten gegen die Verfügung vom
6.
Dezember 2012
teilweise
gut, indem
sie
ihm eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse
von 20
%
zuspr
a
ch
. Im Übrigen wurde die Einsprache abgewiesen
(
Urk.
10/209 =
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
7.
April 2014 Beschwerde g
egen den
Ein
spracheent
scheid
der SUVA vom
6.
März 2014
(
Urk.
2) und beantragte, dieser
sei aufzuhe
ben
,
und es sei ein polydisziplinäres gerichtliches Gutachten zu veranlassen und
gestützt darauf der unfallbedingte Invaliditätsgrad zu bestimmen und die unfallbedingte Integritätsentschädigung festzulegen (
Urk.
1 S. 2). Mit
Beschwer
deantwort
vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
9) beantragte
die SUVA
die
Abweisung der Beschwerde. Am 1
6.
Oktober 2014
reichte der Besc
hwerdeführer die Replik (
Urk.
13
) ein
,
und die Beschwerdegegnerin verzichtete
in der Folge
– still
schwei
gend
auf das Einreichen einer Duplik (
vgl.
Urk.
14
16).
3.
Das Verfahren IV
.2015.00158 in Sachen des Beschwerdeführers wurde mit Urteil vom heutigen Tag entschieden.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem Bundesgesetz
über die Unfallversicherung (UVG)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
er
eignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natür
li
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der ein
ge
tretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungs
mässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwe
re Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S.
237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
1.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium beson
deres beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
6
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
; ATSG
), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach
Art.
18
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des
Invaliditäts
grades
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von
Art.
16 ATSG abweichen.
1.7
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Sta
tistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninha
berinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergono
mische Funktions- und Leistungsprüfung). Die SUVA entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben
zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kennt
nis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der SUVA verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die SUVA die für die Invaliditätsbemessung im kon
kreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Anga
ben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des
Auswahlermes
sens
und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die SUVA im
Einspracheent
scheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die SUVA nicht in der Lage, im Ein
zelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die SUVA hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die
Rechtskonfor
mität
der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3
, 129 V 472 E. 4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibun
gen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leis
tungsmässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezi
fischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönli
chen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre,
Auf
enthaltsstatus
), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3,
129 V 472
E. 4.2.3).
1.
8
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jah
res
verdienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemes
sung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen meh
rere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
damit,
auf di
e kreisärztlichen Beurteilungen
könne abgestellt werden
(S. 6
lit
. c
, S. 7
lit
. d
).
Die
Rücken- und rechtsseitigen Sprunggelenksbeschwerden seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall v
om 1
3.
Juni 2008 zurück
zuführen
. Zu berücksichtigen seien lediglich die unfallbedingten B
eschwerden im Bereich des rechten
Knies
(S. 7
lit
. e)
.
Auf das nach kreisärztlicher Untersuchung vom Oktober 2012 festgesetzte
Zumut
barkeits
profil
könne auch nach erneuter Operation am rechten Knie im März 2013 abgestellt werden
(S. 8 f
f
.
Ziff.
4
lit
. a-b
).
B
ei der Berechnung des
Valideneinkommens
seien weder eine
Erfolgsbeteili
gung
noch eine
Überstundenentschädigung zu berücksichtigen (S.
11 f.
Ziff.
6
lit
. c). Bei einem mittels DAP-Löhnen ermittelten Invalideneinkommen resultiere
eine Erwerbsunfähigkeit von
rund 10
%
(S. 12 f.
Ziff.
7-
8). Da es sich bei den Rücken- und rechtsseitigen Sprunggelenksbeschwerden nicht um Unfallfolgen handle, seien diese bei der Beurteilung des Integritätsschadens nicht zu berück
sichtigen.
Da eine Vorschädigung nicht bewiesen werden könne, ergebe sich b
etreffend das rechte Kniegelenk ein ungekürzt
er Integritätsschaden von 20
%
(S. 15
lit
.
bb
und
lit
.
d). Diesbezüglich
sei
die Einsprache teilweise gutzuheissen (S. 15 f.
Ziff.
10).
I
n der Beschwerdeantwort (
Urk.
9
)
verneinte die Beschwerdegegnerin sodann
den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den gek
lagten psychischen Beschwerden
(S. 4 ff.
Ziff.
8.1-8.2
).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
es sei ein polydisziplinäre
s
Gutachten einzuholen, da die Beschwerdegegnerin weder die aktenkundig
unfallbedingten Rückenschmerzen
noch seine
Fuss
schmer
zen
weiter abgeklärt habe
(S. 5
f.
Ziff.
2.2.3
). Weiter sei auch denkbar, dass es sich bei der depressive
n
Symptomatik und den daraus entstehenden Panikattacken und Symptomausweitungen um eine unfallbedingte Störung handle, da der Unfall eindrücklich und geeignet gewesen sei, eine solche Stö
rung herbeizuführen
. Auch hier habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, bei dieser klaren psychischen Diagnose eine Kausalitätsabklärung vorzunehmen (S. 6 Mitte
, S. 9 oben
)
. Zudem sei ein neues Zumutbarkeitsprofil zu erstellen, da sich
das verwendete Profil
lediglich auf die Knieproblematik beziehe und sowohl die Rücken- und Fussproblematik als auch die inzwischen diagnosti
zier
te psychische Problematik nicht einbezogen worden seien (S. 7
Ziff.
2.3). Auch die Bemessung des Integritätsschadens habe unter Berücksichtigung sämtlicher unfallkausalen somatischen und psychischen Beschwerden zu gesche
hen
, wobei die Integritätsentschädigung aufgrund des rechten Kniege
lenkes von 20
%
akzep
tiert werde
(S. 7
Ziff.
2.4
, S. 12
Ziff.
3.3
). Auf die
k
reis
ärztli
che
Einschät
zung könne nicht abgestellt werden, da diese auf einer unvoll
ständigen Unter
suchung beruht habe (S. 8 Mitte). Hinsichtlich des
Valideneinkommens
seien
sowohl
ein
teuerungsangepasster
Grundlohn als auch
eine durchschnittliche
Erfolgsbeteiligung der letzten a
cht Jahre vor dem Unfall zu berücksichtigen. Zudem habe er auch nach dem Unfallereignis noch Überstunden geleistet, wes
halb diesbezüglich auf den Durchschnittswert der vergangenen Jahr
e abgestellt werden müsse (S. 10
f.). Das Invalideneinkommen könne erst berechnet werden, wenn aufgrund eines gerichtlichen polydisziplinären Gutachtens ein
Anforde
rungsprofil
vorliege, welches alle unfallkausalen somatischen und psychischen Beschwerden b
erücksichtige (S. 12
Ziff.
3.2.2
).
In seiner Replik (
Urk.
13) machte der Beschwerd
eführer geltend, es könne durch
aus sein, dass
die
aufgetretenen Rückenbeschwerden aufgrund der fünf
jährigen Fehlbelastung unfallkausal seien (S. 4 oben). Die
Klinik Z.___
habe sich mit den Fussschmerzen überhaupt nicht auseinandergesetzt
,
und es könne daher nicht darauf geschlossen werden, dass diese nicht vorhanden gewesen seien (S. 4
lit
. b).
Abgesehen vom
Unfallereignis gebe es keine weiteren Gründe, welche die psychische Problematik auszulösen vermöchten (S. 5 oben). Zudem werde bestritten, dass die psychischen Beschwerden nicht adäquat kau
sal seien (S. 5 ff.
Ziff.
3.1.1)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers sowie sein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung und in diesem Zusammenhang,
ob es sich bei den geltend gemachten Rücken-, Fuss- und psychischen Beschwer
den um unfallkausale Beschwerden handelt und ob sich die medizinische Aktenlage zur Beantwortung dieser Fragen als ge
nügend erweist. Weiter zu prüfen sind die dem
Valideneinkommen
zugrunde zu legende
n
Werte.
3.
3.
1
Der
nach dem Ereignis vom 1
3.
Juni 2008
gleichentags
erstbehandelnde Arzt
Dr.
med.
A.___
, Assistenzart Chirurgie,
Spital
B.___
,
nannte
in seinem Bericht vom
6.
September 2010 (
Urk.
10/11)
als Diagnose eine Fuss- un
d OSG- Kontusion rechts (
Ziff.
5
).
Der Beschwerdeführer habe einen Arbeitsunfall ange
geben, bei welchem ihm mehrere Stahlstangen auf den rechten Fuss
gestürzt seien. Anschliessend habe er immobilisierende Schmerzen im Bereich des OSG und am rechten Fuss verspürt (
Ziff.
2).
Dr.
A.___
führte aus
,
es fänden sich am rechten OSG mehrere Schürfungen mit begleitendem Hämatom. Bei
m
rechten Fuss fänden sich oberflächliche Schürfungen im Bereich des Mittelfusses. Es bestehe kein Anhaltspunkt für
ossäre
Läsionen (
Ziff.
4). Vom 1
3.
bis 1
6.
Juni 2008 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Danach sei die Arbeitsaufnahme vom Hausarzt zu bestimmen (
Ziff.
8-9).
3.
2
Hausarzt
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, diag
nostizierte
in seiner am
8.
Dezember 2008 verfassten
Rückfallmeldung
(
Urk.
10/3
S. 1
)
einen Status nach OSG-Kontusion rechts mit
k
onsekuti
v
K
nie
s
chmerzen
rechts
, bestehend seit
1
3.
Juni 2008 (
Ziff.
5)
.
Die Erstbehandlung habe am 2
1.
November 2008 stattgefunden (
Ziff.
1).
Dr.
C.___
führte aus, der Beschwerdeführer klage über Schmerzen am rechten Knie. Der Befund zeige ein unauffälliges rechtes Knie und keine Schwellung (
Ziff.
2 und
Ziff.
4). Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht (
Ziff.
8).
3.
3
Unter Hinweis auf
vom Beschwerdeführer angegebene
permanente
Belastungs
schmerzen
im rechten Knie meldete
Dr.
C.___
am
2
1.
April 2010 (
Urk.
10/5)
erneut einen Rückfall an.
Als Diagnose nannte er einen Status nach Kontusion des Fusses/OSG und des rechten Knies am 1
3.
Juni 2008 (
Ziff.
5).
Der Patient habe ausgeführt, er könne kaum arbeiten und wünsche eine spezielle ärztliche Abklärung
(
Ziff.
2)
. D
e
r
Patient
behaupte,
die
Knieschmerzen seien auf den Unfall vom 1
3.
Juni 2008 zurückzuführen (
Ziff.
4).
Als Unfallfolgen nannte er eine Gonarthrose rechts mit/bei
Genua
v
alga
.
Seit dem 2
0.
April 2010 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
8)
.
3.
4
Die Ärzte der
Klinik D.___
nannten
in ihrem Bericht vom
2.
August 2010 (
Urk.
10/9
) nach Untersuchung des Beschwerdeführers am 2
2.
Juli 2010 in der Kniesprechstunde als Diagnose eine posttraumatische
Valgusgonarthrose
im rechten Knie mit/bei einem Status nach Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB), einem Verdacht auf einen Status nach medialer Seitenbandruptur und einem Status nach
Valgisationstrauma
am 1
3.
Juni 200
8.
Der Patient sei vom behandelnden Hausarzt zugewiesen worde
n
.
Nach am
1
3.
Juni 2008
bei der Arbeit erlittenem
Valgisationsunfall
hätten
damals
die Fussschmerzen im Vor
dergrund gestanden. Radiologisch hätten keine Frakturen nachgewiesen werden können. Bezüglich des rechten Knies habe der Patient sei
t
dem Unfall stets Beschwerden gehabt. Radiologisch
habe
sich ebenfalls
kein Frakturnachweis gezeigt.
Bei Schmerzpersistenz sei am
3.
Mai 2010 ein MRI durchgeführt wor
den.
Der Patient arbeite zur Zeit zu 50
%
mit starker körperlicher Belastung. Dies sei laut dem Patienten gut tolerierbar
. Er nehme keine Analgetika (S. 1).
Die Ärzte führte
n
aus, es könne davon ausgegangen werden, dass im Rahmen dieses schweren
Valgisationstraumas
von vor zwei Jahren sowohl das
VKB
wie auch das mediale Seitenband und eventuell auch der Meniskus verletzt worden seien. Durch die entsprechende Fehlbelastung könne die aktuelle laterale Gon
arthrose ebenfalls erklärt werden. Es werde ein
operatives Vorgehen empfohlen.
Es sei jedoch schwierig abzuschätzen,
ob danach ein weiterer Arbeitsaufbau von über 50
%
bei schwerer körperlicher Tätigkeit möglich sein werde.
Allenfalls könnte durch die SUVA eine Abklärung zur Arbeitsplatzanpassung in leichter körperliche
r
Tätigkeit durchgeführt werden (S. 2).
3.
5
Nach am 2
9.
November 2010 durchgeführter Kniearthroskopie rechts mit
Débride
ment
VKB-Ganglion und medialer
femoralen
distalen
Varisationsosteo
tomie
(
Surfix
biplanare
Osteotomie)
Knie rechts (vgl.
Urk.
10/23
) führten die Ärzte der
Klinik
D.___
in ihrem Verlaufsbericht vom
2.
Februar 2011 (
Urk.
10/28)
aus, dem Pati
enten gehe es sechs Wochen nach dem Eingriff recht gut. Schmerzen habe er spontan keine. Nur nach der Physiotherapie beklage er
noch Schmerzen am medialen Kompartiment. Bisher finde eine Teilbelastung mit halbem Körpergewicht und Unterarmgehstöcken unter
Thromboseprophy
laxe
statt. Ansonsten gebe es keine speziellen Probleme (S. 1 unten).
Es bestehe sechs Wochen postoperativ ein regelrechter Befund.
Die Klettschiene könne nun weggelassen werden
,
und innerhalb der nächsten Wochen sollte eine Vollbelastung angestrebt werden (S. 2).
In ihrem am 1
5.
März 2011 ausgestell
ten Arztzeugnis (
Urk.
10/33) bestätigten die Ärzte der
Klinik D.___
eine
vom 1
5.
März bis 1
5.
Juni 2011 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit
(vgl. auch
Urk.
10/35 S. 2).
3.6
Am 3
0.
August 2011 (
Urk.
10/46) führten die Ärzte der
Klinik D.___
aus, der Patient habe die Aufnahme der Erwerbstätigkeit zu 50
%
relativ gut tole
rieren können. Bei der Aufnahme des 100
%-Pensums als Lagerist sei es vor allem beim Tragen von schweren Lasten zu vermehrten Beschwerden, vor allem nach der Belastung gekommen und gleichzeitigem Instabilitätsgefühl. Die Phy
siotherapie sei weiter geführt worden sowie ein Krafttraining, wobei die voll
ständige Kraft noch nicht erreicht sei (S. 1). Klinisch liege in der heutigen Untersuchung eine multidirektionale Instabilität vor, wobei die laxen
Seiten
bänder
einen harten Anschlag hätten.
Gleichzeitig bestünden eine sagittale und eine
rotatorische
Instabilität. Der Patient sei nochmals bis 2
3.
September 2011 zu 50
%
arbeitsunfähig geschrieben
(S. 2).
Aufgrund von unveränderten Beschwerden schrieben die Ärzte der
Klinik D.___
den Beschwerdeführer nach Konsultation vom 2
2.
September 2011 erneut für weitere zwei Monate
bis 2
2.
November 2011
zu 50
%
arbeitsunfähig (vgl.
Urk.
10/49,
Urk.
10/50).
3.7
Am 2
0.
Februar 2012 (
Urk.
10/61) führten die Ärzte der
Klinik D.___
nach Untersuchung des Beschwerdeführers am
7.
Februar 2012 aus, er habe insge
samt über unveränderte Beschwerden bei Belastung aber auch nachts berichtet. Er nehme unregelmässig Schmerzmedikamente ein und arbeite aktuell zu 50
%
. Mehr sei zur Zeit nicht möglich (S. 1). Klinisch resultierten deutliche Beschwer
den aufgrund einer
Pangonarthrose
. Möglicherweise komme ein Teil der
medi
alseitigen
Beschwerden von der liegenden Platte her. Bestenfalls könne durch die Plattenentfernung eine Teilreduktion der Beschwerden erzielt werden, im schlechtesten Fall bestünden die Beschwerden postoperativ weiterhin. Der Pati
ent wünsche die
Plattenentfernung, welche auf den 2
1.
Mai 2012 terminiert worden sei (S. 2)
. Es wurde eine vom
7.
Februar bis 2
1.
Mai 2012 dauernde 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (
Urk.
10/62).
3.
8
Die Ärzte der
Klinik D.___
stellten in ihrem Bericht vom
2
0.
September 2012 (
Urk.
10/105)
nach Konsultation des Beschwerdeführers in der
Knie
sprechstunde
vom 1
1.
September 2012 folgende Diagnosen (S. 1)
:
-
persistierende Schmerzen und Instabilität des Knies rechts bei
-
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
(
Surfixplatte
Femur
rechts) am 2
1.
Mai 2012 bei störendem
Osteosynthesematerial
-
Status nach
Varisationsosteotomie
(mediale
femorale
distale
Varisa
tionsosteotomie
;
Surfix
,
biplanare
Osteotomie) Knie rechts am 2
9.
November 2010
-
Status nach Kniearthroskopie rechts mit
Débridement
VKB-Ganglion
-
Status nach posttraumatischer
Valgusgonarthrose
Knie rechts mit/bei
-
Status nach VKB
-Ruptur
-
Status nach medialer Seitenbandruptur
-
Status nach
Valgisationstrauma
bei der Arbeit am 1
3.
Juni 2008
Die Ärzte führten aus, der Patient sei von seinem Hausarzt bei persistierender Schmerzsymptomatik nach den oben genannten Eingriffen zugewiesen worden. Er berichte, dass er noch imm
er an
Schmerzen im Bereich des
medialen und lateralen Kniegelenkes leide. Ausserdem klage er über eine Instabilität des Knie
ge
lenkes, indem er jeweils bei entsprechenden
Bewegungen mit dem Knie nach innen knicke (S. 1).
Es
bestünden einerseits Schmerzen im Rahmen der fortge
schrittenen,
arthroskopisch
verifizierten Knorpelschädigung des lateralen Kompar
timents, welche klinisch auch gut ausl
ösbar seien,
jedoch auch eine
medialbetonte
Beschwerdesymptomatik von einer anderen Qualität, sowie eine symptomatische Instabilität
. Bei noch deutlich vorhandenem
Rehabilitations
potenzial
sei einerseits eine erneute Serie von Physiotherapie angeordnet wor
den, andererseits empfohlen worden, eine
Donjoy
-Schiene zu tragen
(S. 2).
3.
9
Kreisarzt
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Chirurgie, führte nach Untersu
chung des Beschwerdeführers am 1
6.
Oktober 2012 in seinem
gleichentags ver
fassten
Bericht (
Urk.
10/114) aus,
laut Angaben des Versicherten habe die Ope
ration insgesamt nicht viel gebracht. Nach der Metallentfernung habe er immer noch Schmerzen bei Belastung im rechten Kniegelenk aber auch eine Instabilität aussen. Darum habe er eine Stabilisationsschiene bekommen, welche er immer trage und mit welcher er an Stabilität und Mobilität gewonnen habe. Er könne etw
a eine Stunde gehen, dann habe
er
Schmerzen im Bereich der Narbe
innen sowie auf der Aussenseite des Kniegelenkes.
Das Sprunggelenk sei beim Unfall auch betroffen gewesen. Sobald er längere Zeit gehe oder belaste schwelle die
ses an. Untersuchungen seien jedoch nie durchgeführt worden
. In der letzten Zeit bemerke er auch Schmerzen in der rechten Hüfte (S. 3 unten f.)
.
Laut Beschwerdeführer habe dieser einen Arbeitsversuch durchgeführt, diesen aber nach wenigen Tagen wieder abgebrochen, weil das Knie geschwollen
gewesen sei. Bei seiner Arbeit habe er Metallrohre bis zu mehreren Du
t
zend Kilogramm anheben  und auch in einem Hochregal bis sieben
Meter
auf Leitern die Reserve
rohre herunterholen müssen, indem er sie an einen Kran angehängt habe.
Er müss
e trittsicher sein, da er auch auf gelagerten, eingefetteten Rohren habe gehen müssen. Der Beschwerdeführer habe 17 Jahre in derselben Firma gearbeitet, nun aber die Kündigung erhalten, da er diese Arbe
it kaum mehr auf
nehmen könne (S.
4 unten).
Dr.
E.___
führte au
s
,
das rechte Sprunggelenk zeige eine erhaltene Kontur. Über dem
Malleolus
lateralis
bestehe eine gefüllte Varize, die ausdrückbar sei, ansonsten unauffällige Verhältnisse. Die flächige Narbe sei reizlos und indolent. Es bestünden eine freie Beweglichkeit im Sprunggelenk und ein straffer, suffizi
enter Bandapparat. Das Sprunggelenk sei
palpatorisch
indolent
(S. 6 Mitte). D
er 51-jährige Lagerist/Maschinist sei am 1
3.
Juni 2008 beim Umräumen von Kol
benstangen am rechten B
ein durch einen rutschenden Stap
el getroffen worden. Es sei eine Fu
ss-OSG-Kontusion rechts und ein
Valgisationstrauma
des rechten Beines festgestellt worden.
Die oberflächliche offene Verletzung am rechten OSG sei problemlos abgeheilt bei reizloser Narbe. Es
seien nie mehr Untersu
chungen d
u
r
chgeführt worden
,
und die heutige klinische Untersuchung ergebe keine pathologischen Befunde
(S. 8
Ziff.
5)
.
D
as rechte Kniegelenk zeige eine leichte Belastungsintoler
anz. Der Beschwerde
führer habe b
elastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen. Es bestehe ein unwesentlich beeinträchtigter Bewegungsumfang in Endstellung und eine erhebliche Knieinstabilität des
VKB
und medialen Seitenbandes. Bildgebend zei
gten sich eine vordere VKB-R
uptur, eine mediale Seitenbandruptur und eine
Valgusgonarthrose
mit Knorpelschädigung.
Dr.
E.___
führte aus, dass bereits bei Unfallereignis eine
Valgusgonarthrose
bestanden habe, welche für die defi
nitive Schädigung zu einem Drittel berücksichtigt werden müsse (S. 9
Mitte
).
Am rechten Sprunggelenk bestünden keine Folgen des Unfallereignisses
und die Narbe sei reizlos und abgeheilt, etwas flächig ausgebildet. Der Beschwerdeführer habe über Hüftbeschwerden rechts geklagt. Ohne wesentlic
hes Hinken und bei symmetrischen
Wirbelsäulenwippen sei dies nicht im Zusammenhang mit dem Unfallereignis einzuordnen (S. 11 oben).
Z
ur Arbeitsunfähigkeit
führte
Dr.
E.___
aus, ein Arbeitsversuch an der bisheri
gen Stelle mit schweren Gewichtsbelastungen und Leiternsteigen sowie Gehen auf unebenem Untergrund habe nach wenigen Tagen wohl
gerechtfertigterweise
abgebrochen werden müssen.
Nach jahrelanger
Lageristentätigkeit
sei eine
ähn
liche Arbeit wieder denkbar, dies a
m ehesten in einer Werkhalle ohne wesentli
ches Treppensteigen oder
Leiternarbeit
mit der Möglichkeit
,
auch teilweise sit
zende Tätigkeiten durchzuführen (S. 11 Mitte).
Dem Beschwerdeführer seien wechselbelastende Tätigkeiten vollzeitlich und vollschichtig zumutbar. Er könne
kurzstreckig
gehen und statisch 10 bis 15 kg heben. Stehen sei ohne aus
schliessliche Belastung des rechten Beines möglich
.
Er könne pro Arbeitszeit mehrere Male 100 bis 200 Meter gehen. Kurzzeitige sitzende Anteile im Umfang von einem Viertel der Arbeitszeit seien empfehlenswert. Nicht zumutbar seien kraftvolle Stoss-, Zug- und Drehbewegungen, kräftiges Abstützen, Vibrationen, Schläge, repetitives Treppensteigen,
Leiternarbeit
, Gerüstarbeit und Gehen aus
schliesslich auf unebenem Untergrund (S. 11 unten)
.
3.
10
Dr.
med.
F.___
, Oberarzt,
Klinik D.___
,
nannte in sei
nem Bericht vom 1
1.
Juli 2013
(
Urk.
10/177/
4-5
)
zusätzlich
zu den bisher gestellten Diagnosen einen Status nach medialer/
posteromedialer
Rekonstruk
tion des rechten Knies am 1
8.
März 2013 bei medialer Knieinstabilität rechts mit Schmerzen. Als Nebendiagnosen nannte er eine arterielle Hypertonie und eine Depression. Der Patient habe berichtet, dass es ihm nicht gut gehe und er unter starken Schmerzen leide, welche im medialen Gelenkaspekt sowie auch lateral lokalisiert würden
. Zudem fühle er auch eine Instabilität
(S. 1
f.
).
Er könne ohne Knie-
Brace
nicht gehen.
Dr.
F.___
führte aus, aktuell bestehe ein protrahierter Verlauf, jedoch mit deutlicher Verbesserung der Beweglichkeit im Vergleich zu der Voruntersuchung anfangs Mai. Nach wie vor bestehe ein klares Rehabilitationsdefizit, welches durch eine intensive Physiotherapie angegangen werden soll
t
e. Die Arbeitsunfähigkeit zu 100
%
sei weitergeführt bis 3
1.
August 2013 (S. 2).
Auf entsprechende Anfrage (vgl.
Urk.
10/177/1-2) führte
Dr.
F.___
ebenfalls am 1
1.
Juli 2013
aus (
Urk.
10/177/3)
,
es hand
le sich um eine komplexe Situa
tion mit mehreren Voreingriffen in der Vergangenheit. Bei der am 1
8.
März 2013 durchgeführten Bandrekonstruktion handle es sich ebenfalls um einen grösseren Eingriff. Aktuell sei noch nicht der zu erwartende Endzustand nach dieser Operation erreicht, und damit könne die Frage, ob die Operation zu einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt habe, auch noch nicht beantwortet werden.
Das vom Kreisarzt am 1
6.
Oktober 2012 formulierte Zumutbarkeitsprofil habe sich durch die Operation nicht verändert. Aktuell erscheine jedoch eine Aufnahme der Arbeitstätigkeit verfrüht, da der
Rehabili
tationsprozess
nach der Operation Mitte März noch nicht abgeschlossen sei
.
3.
11
Die Ärzte der
Klinik Z.___
stellten in ihrem nach Aufenthalt des
Beschwer
deführers vom 3
1.
Juli
bis 2
8.
August 2013 verfassten Austrittsbericht
vom
4.
September 2013
(
Urk.
10/186
)
folgende Diagnosen (S. 1)
:
-
Unfall vom 1
3.
Juni 2008: Fuss geriet unter rutschende Kolbenstangen; Kontusion Knie rechts
-
2
9.
November 2010
Varisationsost
eotomie
Knie rechts (
Surfix
,
bipla
nare
Osteotomie), Kniearthroskopie rechts mit
Débridement
VKB-Gang
lion
-
2
1.
Mai 2012
Osteosynthesematerialentfernung
Knie rechts
-
1
8.
März 2013 Operation: mediale/
posteromediale
Rekonstruktion Knie rechts
-
2.
Juli 2013 Sprechstunde, Klinik
D.___
: aktuell besteh
t
ein protra
hierter Verlauf, jedoch mit deutlicher Verbesserung der Beweglichkeit im Vergleich zur Voruntersuchung anfangs Mai. Nach wie vor beste
ht
ein klares Rehabilitationsdefizit, welches durch intensive Physio
therapie angegangen werden soll. Tragen der
Genu
MC Schiene ab sofort bei Bedarf
-
rezidivierende Lumbalgie
-
2
2.
Juli 2013 MRI der Lendenwirbelsäule (LWS): Bei
Osteochondrose
der LWS finde
t
sich eine flache, zirkuläre
Bandscheibenprotrusion
bei L2/3 und eine rechts
mediolaterale
bis
foraminale
Bandscheiben
protrusion
bei L5/S1 mit möglicher Affektion der Wurzel L5 rechts
foraminal
und mit Riss des
Anulus
fibrosus
. Kein Bandscheibenvor
fall, keine re
levante Spinalkanal- und
Neurof
oramenstenose
-
bekannte mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), teilremittiert
-
Panikstörung, episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0), möglicher
weise als sekundäre Folge der Depression zu betrachten, teilremittiert
-
Adipositas BMI II (BMI 37 kg/m
2
)
Die Ärzte führten aus, als Probleme beim Austritt hätten belastungs- und
bewe
gungsabhängige
Knieschmerzen rechts, eine Kraftminderung der
kniestabilisie
renden
Muskulatur rechts, ein Instabilitätsgefühl bei medialer Aufklappbarkeit und eine eingeschränkte Gehfähigkeit sowie eine mässige Symptomausweitung bestanden (S. 2 oben).
Letztere sei teilweise auf eine psychische Störung zurück
zuführen. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkung lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den
Leistungs
test
s
und im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen.
Die festge
stell
te psychische Störung begründe aktuell eine leichte arbeitsrelevante
Leis
tungs
minderung
. Insgesamt sei es sehr wahrscheinlich, dass sich die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit positiv auf die Psyche des Beschwerdeführers aus
wirken würde. Zu beachten sei jedoch, dass nach wie vor Panikattacken aufträ
ten, aber wesentlich seltener. Er könne sich mittlerweile aber durch Atem- und Muskelentspannungstechniken zwar rascher wieder erholen,
initial wäre den
noch auf die verminderte Stresstoleranz Rücksicht zu nehmen, zum Beispiel durch vermehrte Pausen
(S. 2 unten)
.
Die berufliche Tätigkeit als Lagerist sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumut
bar. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei ihm jedoch ganztags zumutbar. Betreffend das rechte Knie sei eine wechselbelastende Tätigkeit zumutbar, welche kein Gehen auf unebenem Gelände, keine wiederholte Ein
nahme von Zwangshaltungen wie Knien, Kauern und Hocken, sowie kein
Lei
tersteigen
und kein repet
itives Treppensteigen beinhalte (S. 3 oben).
Die Ärzte führten aus, nach einer weiteren Serie Physiotherapie inklusive MTT bis etwa
Mitte Oktober 2013 sei
en
die Arbeitssuche und der Fallabschluss
zu empfehlen
(S. 3 Mitte).
Gesamthaft betrachtet könne man aufgrund der Diagnosen sowie der klinischen und radiologischen Befunde die Kniebeschwerden und die
Funktionseinschrän
kungen
rechts zwar in ihrer Lokalisation, jedoch nicht in ihrer Intensität erklä
ren. Der Patient sollte mit Orthese stockfrei laufen können. Es sei ihm leider nicht gelungen, den Stock abzubauen. Er gebe an, An
gst davor zu haben
zu stürzen. Bei
mässiger Symptomausweitung hätten die erwarteten Fortschritte nicht erzielt werden können. Der Patient habe die Aufklappbarkeit zumindest in der Untersuchungssituation und in der Therapie immer wieder provoziert. Es sei ihm geraten worden, dies zu unterlassen. Bei mässiger Symptomausweitung müsse aus
rehabilitiver
Optik von eventuell weiteren Operationen dringend abgeraten werden, nach einer weiteren Serie ambulanter Physiotherapie sollte bei stationärem Verlauf der Fall abgeschlossen werden (S. 4 oben).
Der Beschwerdeführer sei während seines stationären Aufenthaltes regemässig psychother
apeutisch betreut worden. Er sei
gegenüber der psychologischen Unterstützung sehr offen
gewesen
und habe diese gerne in Anspruch genom
men. Im Verlauf hätten sich die depressiven Symptome reduziert
,
der Beschwer
deführer habe aufgestellter gewirkt
,
und die Frequenz der Panikattacken habe von mehrmals täglich auf maximal eine pro Tag abgenommen. Der Patient habe gelernt
,
mit Hilfe der instruierten Techniken gut damit umzugehen (S. 4 Mitte). Die Beobachtungen bei den Leistungstest
s
und im Behandlungsprogramm hät
ten auf eine mässige Symptomausweitung hingewiesen. Die Beschreibung der Schmerzen sei wenig differenziert gewesen
,
und das Leistungsverhalten sei als schlecht zu be
urteilen
(S. 4 unten).
Zusammenfassend habe keine wesentliche Verbesserung der
Schmerzproblema
tik
erreicht werden können. Die körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit habe beim Training nicht wesentlich gesteigert werden können. Bezüglich der Beweglichkeit im rechten Knie habe insgesamt eine leichte Verbesserung erzielt werden können. Das arbeitsrelevante Problem sei das rechte Knie mit medialer Instabilität, wobei die Beschwerden durch eine mässige Symptomausweitun
g überlagert würden
(S. 5 oben).
3.
12
Kreisarzt
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Chirurgie,
führte in seiner Beurtei
lung vom 2
1.
Oktober 2013 (
Urk.
10/194) aus, seit der letzten kreisärztlichen Beurteilung vom 1
6.
Oktober 2012 könne eine wesentliche Veränderung nicht gesehen werden. Es finde sich zwar eine leichte Verbesserung der Flexion
,
jedoch auch eine minimale Verschlechterung der Extension des Kniegelenkes. Die Aufklappbarkeit medial sei ebenfalls etwas vermindert. Dennoch bestehe noch eine Knieinstabilität, so dass der Patient weiterhin
die
Donjoy
-Schiene trage
. Eine Muskelatrophie habe schon anlässlich der kreisärztlichen Untersu
chung bestanden. Gesamthaft könne unfallbedingt somit nicht von einer mass
gebenden Veränderung ausgegangen werden. Zwischenzeitlich sei eine depres
sive Episode diagnostiziert worden, über deren Wertigkeit
kreisärztlicherseits
jedo
ch nicht geurteilt werden könne
(S. 4
Ziff.
3).
Zu der Frage, ob die vom Versicherten geklagten Rücken- und
Sprunggelenks
beschwerden
rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 1
3.
Juni 2008 zurückzuführen seien, führte
Dr.
G.___
aus, die Verletzungen am OSG seien gemäss der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
6.
Oktober 2012 fol
genlos abgeheilt
,
und im Bereich des Rückens fänden sich bildgebend lediglich degenerative Veränderungen, welche nicht unfallbedingt seien (S. 4 unten f.).
Darüber, ob die Gonarthrose bereits 2008 bestanden habe oder nicht, könne aufgrund fehlender Röntgenbilder nur spekuliert werden. Damit könne auch die Frage nicht beantwortet werden, ob eine Vorschädigung für die definitive Schä
digung zu berücksichtigen sei.
Dr.
G.___
führte aus, in Bezug auf die Zumutbarkeitsbeurteilung vom 1
6.
Oktober 2012 ergäben sich keine Änderungen. Auch im Austrittsbe
richt der
Klinik Z.___
fi
nde sich keine anderslautende Beurteilung.
Bezüglich der Integritätsentschädigung ergebe sich insofern eine Änderung, als eine Vorschädigung im Sinne einer ausgeprägten
Valgusgonarthrose
nicht bewie
sen werden könne, so dass auch kein Abzug in Ansatz gebracht werden könne (S. 5 Mitte).
3.13
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
stellte in seinem Bericht vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
3/4) folgende Diagnosen (S.
1):
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), aktuell teilweise remittiert
-
Panikstörung, episodis
ch paroxysmale Angst (ICD-10 F41
.0), aktuell teil
weise remittiert
Dr.
H.___
führte aus, im Herbst 2012 habe der Beschwerdeführer sich erstmals auf Anraten des Hausarztes
Dr.
C.___
in seiner Praxis gemeldet. Zu einem ersten Termin sei es bereits am 2
9.
November 2013 gekommen. Der Pati
ent habe ein ausgeprägtes depressives Syndrom gezeigt, welches eine intensive ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung gebraucht habe. Unter einer konsequenten Behandlung sei es bereits im Frühling 2013 zu einer Symptomreduktion gekommen
(S. 1 unten)
.
Nach einer Knieoperation sei es zu einer Symptomverschlechterung gekommen, welche sich während des Reha-Aufenthaltes in
Z.___
mit Panikattacken zugespitzt habe. Nach dem Reha-Aufenthalt habe die
Medikamentation
angepasst werden müssen, da der Patient zu den depressiven Symptomen auch Angstzustände aufgewiesen habe. In der Folge sei es zu einer langsamen leichten Besserung der Symptome gekommen (S. 1 unten f.).
Dr.
H.___
führte aus, der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall psychisch unau
ffällig und arbeitsam gewesen. N
ach dem Unfall habe er stark gegen die Unfallfolgen gekämpft und gehofft, dass er wieder ein
mal arbeiten könne. Als er aber
realisiert habe, dass er seine bisherige Arbeitsfähigkeit verloren habe, sei es bei ihm zu einer psychischen Dekompensation gekommen. Somit könne das oben beschriebene psychische Leiden auf den Unfall vom 1
3.
Juni 2008 zurück
geführt werden. Die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen. Aufgrund der aktuellen Symptomatik sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, eine der physischen Problematik angepasste Tätigkeit aufzunehmen. Er sei aktuell aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig
. Eine mittel- bis längerfristige Prognose bleibe offen
(S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf
die kr
eisärztlichen Einschätzungen von
Dr.
E.___
vom
Oktober
2012 (vorstehend E. 3.9) und von
Dr.
G.___
vom
Oktober 2013 (vorstehend E. 3.12) davon aus, dass die Rücken- und rechtsseiti
gen Sprunggelenksbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
vom 1
3.
Juni 2008
zurückzuführen und lediglich die
Kniebe
schwerden
zu berücksichtigen seien. Insbesondere stellte die
Beschwerdegegne
rin
auf das
von
Kreisarzt
Dr.
E.___
festgelegte Zumutbarkeitsprofil
ab, wonach dem
Beschwerdeführer eine seinem Knieleiden angepasste Tätigkeit grundsätz
lich zu 100
%
zumutbar sei
(vorstehend E. 2.1)
.
Dieses Zumutbarkeitsprofil wurde sodann nach erneuter Knieoperation im März 2013 von
Dr.
F.___
(vor
stehend E. 3
.10
)
bestätigt und auch die Ärzte der
Klinik Z.___
teilten nach rund einmonatigem
Aufenthalt des Beschwerdeführers
in ihrem
Austritts
bericht
vom September 2013 (vorstehend E. 3
.11
) diese Ansicht.
Dagegen machte der Beschw
erdeführer geltend, auf dieses
Zumutbarkeitsprofil könne nicht abgestellt werden, da weder seine Rücken-, noch seine
Fussbe
schwerden
und auch
nicht
seine psychischen Einschränkungen, welche er alle
sam
t als unfallkausal postulierte, darin
miteinbezogen worden seien (vorstehend E. 2.2).
4.2
Hinsichtlich der Rücken- und Fussbeschwerden, welche laut Beschwerdeführer fälschlicherweise nicht in das Zumutbarkeitsprofil und in die Berechnung des Integritätsschadens miteinbezogen worden seien, ist zu beachten, dass diese Beschwerden in keinem der zahlreichen Berichte der
Klinik D.___
erwähnt worden sind. Erstmals wies der Beschwerdeführer anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung Mitte Oktober 2012 (vorstehend E. 3
.9
) auf
allfällige
Fuss
be
schwer
de
n
hin. Die Untersuchung des OSG
durch
Dr.
E.___
zeigte sich
jedoch
klinisch unauffällig.
Bis zu
m
Zeitpunkt
der kreisärztlichen Untersuchung im Oktober 2012
und auch bis
dato
sind
keine
bezüglich der OSG- respektive
Fuss
beschwerden
nötig geworden
en
Behandlungen
oder Einschränkungen
von ärztlicher Seite her
festgehalten
.
Dies ist auch mit dem Umstand vereinbar,
dass
der Beschwerdeführer a
nlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
vom
Oktober 2012
nichts von
allfällig vorhandenen Rückenschmerzen
verlauten liess
.
Wie die Beschwerdegegnerin
in der B
eschwerdeantwort ausführte
(
vgl.
Urk.
9 S.
3
Ziff.
6
)
, findet sich ein
erste
r
Hinweis auf Rückenbeschwerden
, welche Hausarzt
Dr.
C.___
auf die durch den Unfall verursachte Fehlbelastung zurück
führte,
in der Rückfallmeldung vom 1
6.
M
ärz 2010
(vgl.
Urk.
10/66
Ziff.
6)
und damit
knapp zwei Jahre nach dem Unfall
.
Nachdem der Beschwerdeführer im Rahmen des Aufenthaltes in der
Klinik Z.___
vom
3
1.
Juli bis 2
8.
August 2013
über wi
ederkehrende Lumbalgien
klagte
- allfällige
Fussbeschwerden
dagegen
nicht erwähnte
-
wurde ein MRI der Lendenwirbelsäule
angefertigt
, welches degenerative Veränderungen zeigte
(vgl. vorstehend E. 3.11)
.
Die degenerative Herkunft der Beschwerden wurde sodann auch von Kreisarzt
Dr.
G.___
(vorstehend E. 3.12) im Oktober 2013
bestätigt. Anderweitige fach
ärztliche Berichte, welche gegenteilig
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf
eine unfallkausale Herkunft der
Rückenbeschwerden
hinwiesen
,
liegen keine vor.
Auch betreffend die nach Ansicht des Beschwerdeführers
unzutreffenderweise
nicht mitberücksichtigten Fussbeschwerden ist der Beschwerdegegnerin folgend davon auszugehen, dass diese als nicht überwiegend wahrscheinlich
unfallkau
sal
respektive
als
vollständig ausgeheilt
anzus
ehen sind.
4.3
Weiter machte der Beschwerdeführer geltend, er sei durch
psychische Beschwer
den
beeinträchtigt, deren Unfallkausalität nur ungenügend abgeklärt worden sei
(vorstehend E. 2.2)
.
D
er behandelnde Psychiater
Dr.
H.___
diagnostizierte
in seinem Bericht vom März 2014 (vorstehend E. 3
.13
) eine
mittelgradige depressive Episode mit somat
ischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und eine
Panikstörung, episodisch paro
xysmale Angst (ICD-10 F41
.0),
wobei
er
beide Diagnosen
für
teilweise remittiert
erachtete
.
Auch die
Ärzte der
Klinik Z.___
erwähnten
im September 2013 (vorste
hend E.
3.
11
)
eine bestehende psychische Beeinträchtigung,
befanden
diese jedoch bereits zu diesem
Zeitpunkt als teilremittiert. Als Folge davon leiteten sie eine
verminderte Stresstoleranz, zusammenfassend
jedoch
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab. Sie wiesen sodann auf einen
allfälligen
positiven Ein
fluss der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit auf das psychische Befinden des Beschwerdeführers hin.
Im Rahmen des Austrittsgespräches vom 2
8.
August 2013 wurde deutlich festgehalten, dass die Stresstoleranz
beim Beschwerdefüh
rer
nicht ganz so hoch sei
wie üblich, deswegen jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe
,
und eine Tagesstruktur für die Psyche des Beschwer
deführers förderlich wäre (
vgl.
Urk.
10/182).
Zur
Unfallkausalität
dieser Beschwerden äusserten
sich
die Ärzte der
Klinik Z.___
nicht. Im Gegen
satz dazu begründete der behandelnde Psychiater
Dr.
H.___
die
Unfall
kau
salität
lediglich damit, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfalle
reignis unauffällig gewesen sei, was nicht zu überzeugen vermag.
Ob zu den festgestellten psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann - anders
als bei
Gesundheits
schädigungen
mit einem klaren unfallbedingten Substrat, bei welchen der adä
quate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) -
offen gelassen werden, da
eine besondere Adäquanzprüfung vorzunehme
n ist. Diese hat
nach den in BGE 115 V 133 entwickelten Kriterien zu erfolgen (vgl. vorstehend E.
1.5)
.
4.
4
Hinsichtlic
h der Schwere des Unfalls vom 1
3.
Juni 2008
ist davon auszugehen, dass ein mittlerer Unfall vorliegt, ist er d
och weder als schwerer noch als
leich
ter Unfall zu taxieren. Im mittleren Bereich ist er jedoch eher im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzuordnen. Zur Bejahung des adäquaten Kausalzu
sammenhangs ist daher erforderlich, dass ein einzelnes der nach der Rechtspre
chung massgebenden unfallbezogene
n Kriterien
in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder dass diese Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise
gegeben sind (
vgl. vorstehend E. 1.5,
BGE 115 V 141 E
. 6c/
bb
).
Der Unfall hat sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen abge
spielt, noch kann er als besonders eindrücklich bezeichnet werden. Nicht erfüllt ist ferner das Kriterium der Schwere und der besonderen Art der erlitte
nen Verletzungen. Sodann kann bezüglich der somatischen Unfallfolgen weder von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, noch von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblich
en Komplikationen die Rede sein
. Ebenso
wenig liegen eine ärztliche Fehlbehandlung
oder
Anhaltspunkte für eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung
vor
.
So sind
Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen im Rahmen dieses Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behand
lung nicht zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts 8C_698/2008 vom 2
7.
Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 1
1.
November 2008 E. 7.3). Im Wesentlichen fand
en nebst den
operativen
Eingriffen
eine ambulante
Physio
therapie und
eine Rehabilitation mit Physiotherapie in der
Klinik Z.___
statt
(vgl. vorstehend E. 3.11
). Das genügt zur Bejahung des Kriteriums nicht.
Auch das Kriterium der
körperlichen Dauerschmerzen
ist vorliegend nicht erfüllt.
Obwohl der Bes
chwerdeführer
über einschränkende
Kniebeschwerden
klagte,
arbeitete er über einen langen Zeitraum noch in seiner körperlich belas
tenden Tätigkeit.
Im Rahmen des Aufenthaltes in der Klinik
Z.___
wurde sodann auch eine gewisse
Symptomausweitung festgestellt
(vgl. vorstehend E. 3.11)
und
von ver
schiedener Seite her
wurde
in angepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähig
keit ohne Einschränkungen durch Dauerschmerzen attestiert (vgl. vorstehend E.
3.9-12).
Zum Kriterium des
Grades und der Dauer
der physisch bedingten Arbeitsunfä
hig
keit
ist f
estzuhalten, dass der
Beschwerdeführer
bereits rund einen Monat nach dem Unfallereignis seine angestammte Tät
igkeit wieder aufgenommen hatte. Erst
knapp zwei Jahre später
wurde ihm aufgrund der Knieschmerzen
ab dem 2
0.
April 2010
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert (vorstehend E. 3.3).
Hernach ist dokumentiert, dass
er
zumindest seit Mitte Juli 2010 wieder
zu 50
%
seiner angestammten schweren körperlichen Arbeit nachging, was er laut Ärzten der
Klinik D.___
zu diesem Zeitpunkt gut toleriert habe (vor
stehend E. 3.4).
Nach
im November 2010 durchgeführter Kn
ieoperation
nahm der Beschwerdeführer
gemäss Angaben seines Arbeitgebers die Arbeit im Rah
men von leichteren Arbeiten
ab Anfang Juni 2011
wieder zu 50
%
(
vgl.
Urk.
10/39
,
Urk.
10/41
) und g
emäss seinem
Hausarzt
Dr.
C.___
per 2
1.
Juli 2011 wieder im Umfang von 100
%
auf (vgl.
Urk.
10/44). Aufgrund von hierbei auf
getretenen Schmerzen wurd
e er Ende August 2011 erneut
zu 50
%
arbeitsunfä
hig geschrieben
,
was bis zur Plattenentfernung Mitte Mai 2012 so beibehalten wurde
(vgl.
Urk.
10/55
, vorstehend E. 3.6-7). Nach erfolgter Operation war der Be
schwerdeführer erneut zu 100
%
a
rbeitsunfähig
(vgl.
Urk.
10/80/1-2,
Urk.
10/87,
Urk.
10/91). Das Arbeitsverhältnis wurde in der Folge per 3
0.
Novem
ber 2012 nach gescheitertem Arbeitsversuch aufgelöst (vgl.
Urk.
10/161
)
.
Hingegen wurde anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung von
Dr.
E.___
im Oktober 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit festgehalten (vorstehend E. 3.9).
Diese wurde auch nach Mitte März 2013 nötig gewordener erneuter Operation des Knies spätestens ab
Oktober
2013 wie
dererlangt (vgl. vorstehend E. 3.11-12).
Zusammenfassend hat eine Arbeitsfä
higkeit des Beschw
erdeführers mit durch Rückfälle
bedingten Unterbrüchen, wenn auch in einem reduzierten Pensum
und schlussendlich vollständig in angepasster Tätigkeit
bestanden.
Somit sind der Grad sowie die Dauer der Arbeitsunfähigkeit
zumindest
nicht
in besonders ausgeprägter Weise erfüllt
.
4.
5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass lediglich eines der gemäss Rechtspre
chung massgeblichen Kriterien erfüllt ist, jedoch nicht besonders ausgeprägt, weshalb die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zw
ischen dem Unfallereignis vom 1
3.
Juni 2008
und den geklagten psychischen Beschwerden zu verneinen ist. Eine allfällige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin dafür ist folglich zu verneinen, weshalb auch auf weitere psychiatrische Abkl
ärungen verzichtet werden kann.
4.
6
Aufgrund des Gesagten ist der Beschwerdegegnerin folgend davon auszugehen, dass weder die Rücken- noch die Fussbeschwerden als unfallkausal anzusehen sind. Auch ist die Adäquanz der psychischen Beschwerden nicht ausgewiesen. Demnach erweist sich sowohl das von Kreisarzt
Dr.
E.___
im Oktober 2012 formulierte Zumutbarkeitsprofil als auch die Ausrichtung der
Integritätsent
schädigung
nur für die Beschwerden am rechten Knie als rechtens.
5
.
5
.1
Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten Ver
hältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3.b mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat dabei so konkret wie möglich zu erfolgen, so dass in der Regel vom letzten Lohn, welchen der Versicherte vor Eintritt des Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts I 716/00 vom 2
0.
November 2001, E. 3.a). Damit hat sich das
Valideneinkommen
grundsätzlich am zuletzt verdienten Monatslohn zu orientieren. Es können für die Bemessung des Einkommens ohne Invalidität allerdings auch regelmässig ausgerichtete Überstundenentschädigungen berücksichtigt werden, wenn es sich um Entgelt mit Lohncharakter und nicht um Spesenentschädigungen handelt (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 180; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 400 S. 381 sowie - für die Invalidenversicherung - AHI 2002 S. 155). Da aber die Invaliditätsschätzung der dauernd oder für längere Zeit bestehenden Erwerbsunfähigkeit entsprechen muss, bildet Voraussetzung für die Berücksichtigung eines derartigen
Zusatz
einkommens
, dass die versicherte Person aller Voraussicht nach damit hätte rechnen können. Massgebend ist nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b), ob die versicherte Person aufgrund ihrer konkreten erwerblichen Situation und ihres tatsächlichen Arbeitseinsatzes vor dem Unfall wahrscheinlich weiterhin ein Zusatzeinkommen zufolge Überstundenarbeit hätte erzielen können; die blosse Möglichkeit dazu genügt nicht
(RKUV 1989 Nr. U 69 S. 180 f.).
5
.2
Die Beschwerdegegnerin ging von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
67‘600.-- aus, indem sie insbesondere eine zu berücksichtigende Erfolgsbeteiligung und eine Überzeitentschädigung des Beschwerdeführers verneinte
(vgl.
Urk.
2)
.
Dem den Akten aus dem
hängigen
IV-
Verfahren
beiliegenden
Auszug aus dem indi
viduellen Konto
(IK-Auszug;
Urk.
7/29 im Verfahren Nr. IV.2015.
0015
8
) ist zu entnehmen,
dass im Jahr
2007 vor
dem
Arbeitsunfall
ein Einkommen von
Fr.
77‘120.--
angegeben wurde. Damit erzielte der Beschwerdeführer
einen Lohn, der deutlich über
dem von der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers
am
2.
November 2012 angegebenen, im Jahr 2012
allfällig ausgerichteten
Grund
lohn von
Fr.
67‘000.-- (13 x
Fr.
5‘200.--)
lag
(vgl.
Urk.
10/123)
.
Dass
vorliegend dem Grundlohn
sowohl eine durchschnittliche
Erfolgsbeteili
gung
als auch eine durchschnittliche Überzeitentschädigung
hinzuzurechnen sind, zeigen die nachfolgenden Ausführungen.
5
.
3
Betreffend
die hier strittige
Erfolgsbeteiligung
lässt sich
den eingereichten
Kumu
lativjournalen
für
Mitarbeiter für die Jahre 2000 bis 2012 (
Urk.
10/219
/19-31
=
Urk.
3/5 a-m) entnehmen, dass seit dem Jahr 2000 regel
mässig eine Erfolgsbeteiligung jeweils im März des folgenden Jahres ausbezahlt wurde (Jahr 2000:
Fr.
2‘470.--; Jahr 2001:
Fr.
3‘534.--; Jahr 2002:
Fr.
3‘168.--; Jahr 2003:
Fr.
1‘345.--; Jahr 2004:
Fr.
548.--; Jahr 2005:
Fr.
647.--; Jahr 2006:
Fr.
1‘247.--; Jahr 2007:
Fr.
1‘622.--; Jahr 2008:
Fr.
2‘
907.--; Jahr 2009
:
Fr.
2‘808
.--; Jahr 2010:
Fr.
520.--; Jahr 2011:
Fr.
1‘404.--; Jahr 2012:
Fr.
1‘456.--). Abgesehen davon, dass im hier strittigen Jahr 2012 die
Erfolgsbe
teiligung
aus dem Jahr 2011
im Umfang von
Fr.
1‘456.--
ausbezahlt worden ist
,
ändert der Umstand, dass lediglich während eines Jahres keine
Erfolgsbeteili
gung
ausbezahlt wurde, nichts an der hier
zweifellos
vorhandenen Regelmäs
sigkeit der Beteiligung der Mitarbeiter. Zudem wurde für das Jahr 2013 wieder eine Erfolgsbeteiligung in Aussicht gestellt
(vgl.
Urk.
10/219/32).
Aufgrund dieser Umstände rechtfertigt sich, eine durchschnitt
liche Erfolgsbeteiligung von
rund
Fr.
1‘
821
.-- zum
Valideneinkommen
hinzu
zurechnen
.
5
.
4
Die Beschwerdegegnerin verneinte unter Hinweis auf die Unregelmässigkeit der geleisteten Überstunden des Beschwerdeführers eine Anrechnung
einer
durch
schnittlichen
Überstundenentschädigung an das
Valideneinkommen
.
Den ein
gereichten
Kumulativjournal
en
für
Mitarbeiter
für die Jahre 2000 bis
2012
(
vgl.
Urk.
10/219
/19-31
=
Urk.
3/5 a-m
) lässt sich entnehmen, dass d
er Beschwerde
führer im Jahr 2006
im Monat
September
eine Überze
itentschädigung von
Fr.
4‘477.60
,
im Jahr 2007 in den Monaten April und November eine von jeweil
s
Fr.
3‘513.20 und
Fr.
3‘880.45
und
im März
2008
eine von
Fr.
3‘414.45
bezog.
Die im
Monat Juni 2008
ausbezahlte Überzeitentschädigung im Umfang von
Fr.
9‘831.--
lässt sich in Anbetracht
des am 1
3.
des Monats stattgefunden habenden Unfalles und der in der Folge attestierten Arbeitsun
fähigkeit nicht vollends nachvollziehen
.
Zu beachten ist jedoch, dass der
Beschwerdeführer
auch
nach erlitten
em Unfall vereinzelt
Überzeit leistete
.
Bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände wie der Anstellungsdauer sowie des Arbeitseinsatzes des Beschwerdeführers kann mit dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausge
gangen werden, dass
er
weiterhin und auch über eine längere Zeit Über
zeit
im gleichen Rahmen wie bis anhin geleistet hätte und dass dies in späteren Arbeitseinsätzen auch möglich gewesen wäre.
Da der angegebene Betrag im Jahr 2008 nicht nachvollziehbar erscheint, ist vorliegend
auf
die im Jahr
2007
geleistete Überzeit
abzustellen
und ein Betrag
von
rund
Fr.
7‘394.--
bei der Berechnung des
Valideneinkommens
als durch
schnittliches Einkommen aus Überzeit
mitzuberücksichtigen
.
5
.
5
Damit ergibt sich ausgehend von einem Grundlohn von
Fr.
67‘600.--
unter Hin
zurechnung einer durchschnittlichen Über
zeitentschädigung
von
Fr.
7‘394
.-- sowie einer durchschnittlichen Erfolgsbeteiligung von
Fr.
1‘821.
--
ein
Validen
einkommen
von
insgesamt
Fr.
76‘815
.--
.
6.
6
.1
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
reali
sier
baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Da der Beschwerdeführer vorliegend noch keine ihm zumutbare Erwerbs
tätigkeit ausübt, können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herangezogenen
Lohn
strukturerhebungen
(LSE) oder DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 129 V 472).
6
.2
Da die von der SUVA ausgewählten fünf DAP-Berufe (vgl.
Urk.
10/128) dem hier anwendbaren
von
Dr.
E.___
festgesetzten Zumutbarkeitsprofil (vgl.
vorste
hend E. 4.
4
) entsprechen, die rechtsprechungsgemässen Kriterien
(vgl. vorste
hend E. 1.7)
damit erfüllt wurden und Gegenteiliges auch nicht
geltend gemacht
wurde, ist das Vorgehen
der Beschwerdegegnerin nach Lage der Akten nicht zu beanstan
den
,
und es ist von dem von ihr ermittelten
möglichen
Invalidenein
kommen
von
Fr.
60‘788.
-- auszugehen
(vgl.
Urk.
10/
128/1
)
.
6.3
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
rund
Fr.
76‘815.--
mit
dem
Invali
deneinkommen
von
Fr.
6
0‘788
.-- ergibt ein
e Lohneinbusse von
Fr.
16‘027.--
beziehungsweise einen Invaliditätsgrad von gerun
det 21
%
.
Demnach ist
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
der angefo
chtene
Ein
spracheentscheid
vom
6.
März 2014 (
Urk.
2
), mit welchem dem Beschwerde
führer
unter anderem
ab
1.
Dezember 2012
eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 10
%
zugesprochen wurde
,
insofern abzuändern,
als
festzustellen ist, dass
er
ab
1.
Dezember 2012
Anspruch auf
eine Rente aufgrund
eines Invaliditätsgrades von 21
%
hat.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierig
keit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigu
ng von
Fr.
3‘6
00.--
.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der
SUVA vom
6.
März 2014 dahin abgeändert, dass der Beschwerdeführer ab dem
1.
Dezember 2012
Anspruch auf eine Invalidenrente auf der Basis eines Invalidit
ätsgrades von 21
%
hat
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
3‘6
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin
Dr.
Cristina
Schiavi
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
S
ozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan