# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97e27171-4a4d-5c3d-a97f-443ffc8046b5
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.06.2021 SN.2021.17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SN-2021-17_2021-06-24.pdf

## Full Text

Verfügung vom 24. Juni 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stefan Heimgartner, Einzelrichter 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava  

Parteien  A., 

                                                              Gesuchsteller 

 

gegen 

 

BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-

walt des Bundes Werner Pfister, 

                                                         Gesuchsgegnerin 

 

 

Gegenstand 

 

Ausnützen von Insiderinformationen 

 

Gesuch um Erläuterung und Berichtigung des Urteils 

der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2017.19 

vom 19. Dezember 2017 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SN.2021.17  

(Hauptgeschäftsnummer: SK.2017.19) 

- 2 - 

Der Einzelrichter erwägt: 

1.  

1.1 Mit Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2017.19 vom 19. Dezem-

ber 2017 wurde A. wegen Ausnützens von Insiderinformationen gemäss Art. 44 

Abs. 4 alt Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel vom 

24. März 1995 in einem Anklagepunkt schuldig gesprochen, mit einer Busse von 

Fr. 7‘800.– (Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung von 39 Tagen) 

bestraft und im Übrigen freigesprochen. Gegen A. wurde ausserdem eine Ersatz-

forderung zugunsten der Eidgenossenschaft in Höhe von Fr. 810‘159.– begrün-

det und ihm von den Verfahrenskosten Fr. 33‘000.– auferlegt. 

Gegen dieses Urteil führte A. Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht. 

Mit Urteil 6B_879/2018 vom 26. April 2019 wies das Bundesgericht die Be-

schwerde ab. 

1.2 Mit Eingabe vom 4. September 2019 beantragte A. bei der Berufungskammer 

des Bundesstrafgerichts die Revision des Urteils der Strafkammer SK.2017.19. 

Darauf trat die Berufungskammer mit Beschluss CR.2019.7 vom 7. Novem-

ber 2019 nicht ein, weil sie sich als unzuständig erachtete. 

Gegen diesen Beschluss führte A. Beschwerde in Strafsachen beim Bundesge-

richt. Mit Urteil 6B_1412/2019 vom 17. August 2020 hiess das Bundesgericht die 

Beschwerde gut, hob den angefochtenen Beschluss auf und wies die Sache zur 

Behandlung des Revisionsgesuchs an die Berufungskammer zurück. 

Mit Beschluss CR.2020.24 vom 14. Dezember 2020 trat die Berufungskammer 

auf das Revisionsgesuch von A. erneut nicht ein, mit der Begründung, das Ge-

such sei offensichtlich unbegründet (Art. 412 Abs. 2 StPO). 

Auch dieser Beschluss wurde von A. mit Beschwerde in Strafsachen beim Bun-

desgericht angefochten. Das Beschwerdeverfahren ist derzeit hängig. 

2.  

2.1 Am 25. April 2021 reichte A. bei der Berufungskammer eine Eingabe mit dem 

Titel «Erläuterung und Berichtigung des Urteils vom 19. Dezember 2017 der 

Strafkammer des Bundesstrafgerichts (SK.2017.19) nach Art. 83 StPO» ein. 

2.2 Die Berufungskammer übermittelte die Eingabe von A. mit Hinweis auf die Zu-

ständigkeitsregelung von Art. 83 Abs. 1 StPO der Strafkammer. 

- 3 - 

2.3 Am 4. Mai 2021 retournierte der Präsident der Strafkammer die Eingabe von A. 

an die Berufungskammer, mit der Begründung, die fragliche Eingabe sei materiell 

als Revisionsgesuch i.S.v. Art. 410 ff. StPO zu betrachten, bezüglich dessen eine 

potentielle Zuständigkeit der Berufungskammer bestehe (Art. 38a des Bundes-

gesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bun-

des [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). 

2.4 Am 10. Mai 2021 übermittelte die Berufungskammer die Eingabe von A. erneut 

der Strafkammer. Im Übermittlungsschreiben führte die Berufungskammer aus, 

A. beantrage klarerweise die Erläuterung resp. Berichtigung im Sinne von Art. 83 

StPO des Urteils der Strafkammer SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017, nach-

dem er mit exakt denselben Argumenten bereits zuvor die Berufungskammer um 

Revision desselben ersucht habe. Auf das Revisionsgesuch sei die Berufungs-

kammer mit dem erwähnten Beschluss CR.2020.24 vom 14. Dezember 2020 

nicht eingetreten. Es bestehe daher kein Anlass die vorliegende Eingabe als Re-

visionsgesuch entgegenzunehmen. Als Erlasserin des Urteils sei gemäss Art. 83 

Abs. 1 StPO die Strafkammer für die Behandlung des vorliegenden Gesuchs zu-

ständig. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 1 StPO nimmt die Strafbehörde, die den Entscheid gefällt 

hat, auf Gesuch einer Partei oder von Amtes wegen eine Erläuterung oder Be-

richtigung des Entscheids vor, wenn dessen Dispositiv unklar, widersprüchlich 

oder unvollständig ist oder wenn es mit der Begründung im Widerspruch steht. 

Erläuterung und Berichtigung bezwecken nicht die materielle Überprüfung eines 

Entscheids, sondern dessen Klarstellung bzw. die Korrektur offensichtlicher Ver-

sehen. Ein solches liegt vor, wenn aus der Lektüre des Textes eines gerichtlichen 

Entscheids eindeutig hervorgeht, dass das, was das Gericht aussprechen oder 

anordnen wollte, nicht übereinstimmt mit dem, was es tatsächlich ausgesprochen 

oder angeordnet hat. Es muss sich mit andern Worten um einen Fehler im Aus-

druck und nicht in der Willensbildung des Gerichts handeln. Eine Entscheidung, 

die so gewollt war, wie sie ausgesprochen wurde, die aber auf einer irrtümlichen 

Sachverhaltsfeststellung oder auf einem Rechtsfehler beruht, kann nicht berich-

tigt werden (BGE 142 IV 281 E. 1.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_783/2017 vom 

12. März 2018 E. 1, je m.w.H.). 

3.2 Der Gesuchsteller beanstandet vorliegend die sachverhaltlichen Feststellungen 

der Strafkammer im Urteil SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017 und verlangt in 

der Sache dessen Korrektur. Formelle Mängel im Sinne von Art. 83 Abs. 1 StPO 

(unklares, widersprüchliches oder unvollständiges Dispositiv, Widerspruch zwi-

schen Dispositiv und Begründung) werden nicht ansatzweise geltend gemacht 

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und sind auch nicht ersichtlich. Die vom Gesuchsteller angestrebte materielle 

Überprüfung eines (rechtskräftigen) Urteils ist im Rahmen einer Erläuterung oder 

Berichtigung nach Art. 83 StPO von Gesetzes wegen ausgeschlossen und steht 

auch sonst nicht in der Kompetenz der Strafkammer. Auf das Gesuch ist folglich 

nicht einzutreten. 

4. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet.  

- 5 - 

Der Einzelrichter verfügt: 

1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten. 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3. Dieser Entscheid wird A. und der Bundesanwaltschaft schriftlich eröffnet. 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber 

 
 
 
 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

Versand: 24. Juni 2021