# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 116dca35-9c5e-5dcd-8bb6-62ead6314367
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-15
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 15.04.2024 S 2023 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2023-20_2024-04-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter 
Gerichtsschreiber: lic. iur. Thomas Kreyenbühl

U R T E I L  vom 15. April 2024 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA MLaw Stephanie C. Elms

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2023 20

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Urteil S 2023 20

A. A.________, geboren 1992, meldete sich am 27. September 2017 (Eingangsda-
tum) unter Hinweis auf psychische Beschwerden bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbe-
zug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle liess einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-
Auszug vom 6. Oktober 2017, IV-act. 5) erstellen und holte den Bericht der Klinik 
B.________ vom 5. Oktober 2017 (IV-act. 6) sowie den Bericht von med. pract. 
C.________ vom 18. Dezember 2017 (IV-act. 10) ein. In der Folge nahm sie den Bericht 
des D.________ vom 10. Januar 2018 (IV-act. 12) und den Bericht von E.________, Psy-
chotherapeut SPV, FSP und BDP, vom 15. April 2018 (IV-act. 19) zu den Akten. Mit 
Schreiben vom 10. Juli 2018 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, sich im Rahmen der 
ihr obliegenden Mitwirkungspflicht einer regelmässigen ambulanten psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen (IV-act. 23). Mit Eingabe vom 17. Juli 
2018 teilte die Versicherte mit, dass sie sich von med. pract. F.________, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, und von E.________ behandeln lassen werde (IV-act. 24). Daraufhin 
holte die IV-Stelle den Bericht von med. pract. F.________ vom 2. März 2019 ein (IV-
act. 30). Mit Schreiben vom 15. März 2019 forderte sie die Versicherte auf, sich im Rah-
men der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht einem Drogentest zu unterziehen (IV-act. 31). 
Mit Eingabe vom 19. März 2019 teilte die Versicherte mit, dass sie den Drogentest bei 
Dr. med. G.________, FMH Allgemeine Innere Medizin, durchführen werde (IV-act. 32). 
Am 22. Mai 2019 (Eingangsdatum) reichte Dr. G.________ der IV-Stelle einen Kurzbericht 
ein (IV-act. 34). In der Folge gab die IV-Stelle bei Dr. med. H.________, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag, das dieser am 7. Februar 2020 erstattete 
(IV-act. 42). Am 20. Februar 2020 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die 
Kosten einer Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten 
übernehme (IV-act. 44). Vom 6. Mai bis zum 1. Juli 2021 wurde die Versicherte in der 
I.________ stationär behandelt (IV-act. 56). Am 29. Dezember 2021 schloss der Berufsbe-
rater die Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 57). Die IV-Stelle holte den Bericht von 
Dr. G.________ vom 14. März 2022 (IV-act. 63), den Bericht von J.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. März 2022 (IV-act. 64) und den Bericht von 
Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. Mai 2022 (IV-
act. 66) ein. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 20. Septem-
ber 2022, IV-act. 70, und Einwand der Versicherten vom 18. Oktober 2022, IV-act. 73) 
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Dezember 2022 einen Anspruch auf eine 
Invalidenrente (IV-act. 77). 

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Urteil S 2023 20

B. Dagegen erhob die Versicherte am 1. Februar 2023 Beschwerde mit folgendem 
Rechtsbegehren (act. 1 S. 2):

1. Es sei die Verfügung vom 21.12.2022 aufzuheben. 

2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Invali-

denrente nach Gesetz zuzusprechen.

3. Es sei die Beschwerdeführerin durch das Gericht psychiatrisch zu begutachten. 

4. Eventualiter sei die Sache zwecks Neubegutachtung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege und Bewilligung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person 
von Rechtsanwältin Stephanie Elms (act. 1 S. 2). 

C. Mit Verfügung vom 1. März 2023 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgelt-
liche Prozessführung und bestellte der Beschwerdeführerin in der Person von Rechtsan-
wältin Stephanie Elms eine unentgeltliche Rechtsbeiständin (act. 5). 

D. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 29. März 2023 die 
Abweisung der Beschwerde (act. 6), was der Beschwerdeführerin am 31. März 2023 an-
gezeigt wurde (act. 7). 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-
lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in casu: 
21. Dezember 2022) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Da-
bei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirkli-
chung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 V 364 
E. 7.1).

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Urteil S 2023 20

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über die In-
validenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Zwar datiert die angefochtene 
Verfügung vom 21. Dezember 2022, womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung 
vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, weshalb die bis 31. Dezember 
2021 gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden (vgl. auch 
Ziff. 9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]) und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invaliden-
versicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-
Stelle – gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 21. Dezember 2022; die-
se ging am 28. Dezember 2022 bei der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein 
(act. 1 S. 3). In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde 
beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 
1. Februar 2023 der Post übergeben und ging tags darauf beim Verwaltungsgericht ein. 
Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit un-
ter Berücksichtigung des Fristenstillstands vom 18. Dezember 2022 bis und mit dem 
2. Januar 2023 gemäss Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von 
der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Be-
schwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen Anforde-
rungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt 
auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes 
(GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver-
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-

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Urteil S 2023 20

markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vor-
gaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus 
(vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei fest-
gestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem 
Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiolo-
gie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person 
zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 127 V 294 
E. 4b/cc; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

3.3 Mit BGE 145 V 215 liess das Bundesgericht die bisherige Rechtsprechung fallen, 
wonach primäre Abhängigkeitssyndrome beziehungsweise Substanzkonsumstörungen 
zum vornherein keine invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschäden 
darstellen können, und ihre funktionellen Auswirkungen deshalb keiner näheren Abklärung 
bedürfen. Fortan ist – gleich wie bei allen anderen psychischen Erkrankungen – nach dem 
strukturierten Beweisverfahren zu ermitteln, ob und gegebenenfalls inwieweit sich ein 
fachärztlich diagnostiziertes Abhängigkeitssyndrom im Einzelfall auf die Arbeitsfähigkeit 
der versicherten Person auswirkt.

3.4
3.4.1 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in 
Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage er-
zielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). 
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hy-
pothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 

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Urteil S 2023 20

gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs).

3.4.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen-
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesun-
de tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der 
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da 
es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsscha-
den fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2 mit Hinweis). 

3.4.3 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch rea-
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen 
Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Übt sie nach Eintritt der In-
validität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhält-
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 
zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als an-
gemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihr erzielte Ver-
dienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gege-
ben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so 
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 75 
E. 3b).

3.4.4 Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statistische 
Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des 
Bundesamtes für Statistik massgebend. Andere statistische Werte können beigezogen 
werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE abgebildet ist. Es sind alter-
sunabhängige und geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

3.4.5 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts-
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. 
Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche 
Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität 

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oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 
können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person 
die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicher-
weise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber 
nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen 
(vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/aa-cc). Die Rechtspre-
chung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine 
versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leis-
tungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass 
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund-
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Ab-
zugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).

3.5 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:

a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten 
oder verbessern können;

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.6 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der 
Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis).

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Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforde-
rungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenann-
te Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien 
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 
E. 4.4; BGer 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).

4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass die 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gemäss dem beweiskräftigen Gutachten von 
Dr. H.________ vom 7. Februar 2020 durch eine Suchterkrankung eingeschränkt sei. Die 
Einschränkung betrage 30 %. Eine Tätigkeit in einem 70%-Pensum sei ihr mit voller Leis-
tungsfähigkeit zumutbar. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % sei ein Anspruch auf eine In-
validenrente zu verneinen. Im Weiteren treffe es zwar zu, dass das Gutachten von 
Dr. H.________ inzwischen mehr als zwei Jahre alt sei. Gemäss Beurteilung des regiona-
len ärztlichen Dienstes (RAD) sei gestützt auf die medizinischen Unterlagen indes nicht 
von einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführe-
rin nach der Begutachtung durch Dr. H.________ auszugehen (IV-act. 77). 

4.2 Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass Dr. H.________ in 
seinem Gutachten die Diagnose einer Borderline Störung ohne nachvollziehbare Begrün-
dung verneint habe. Dr. med. L.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und 
Dr. phil. M.________, klinischer Psychologe und Supervisor, hätten in der Stellungnahme 
vom 18. Januar 2023 diverse Mängel am Gutachten von Dr. H.________ aufgezeigt. Im 
Weiteren sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin gemäss Beurteilung von 
Dr. H.________ zur Realisierung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 70 % 
eine flankierende strukturierte Suchtbehandlung mit kontrollierter Drogenabstinenz brau-
che. Dies heisse jedoch, dass sie im Zeitpunkt der Untersuchung (noch) nicht zu 70 % ar-
beitsfähig gewesen sei. Insofern hätte ihr ohne entsprechende Auflage keine Arbeitsfähig-
keit angerechnet werden dürfen. Schliesslich sei zu bemerken, dass sich ihr Gesundheits-
zustand seit der Begutachtung bei Dr. H.________ erheblich verschlechtert habe. Dies 
zeige sich unter anderem darin, dass anlässlich der stationären Behandlung in der 
I.________ vom 6. Mai bis zum 1. Juli 2021 eine akute Suizidalität bestanden habe 
(act. 1). 

5.

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Urteil S 2023 20

5.1 Aktenkundig sind im Wesentlichen folgende ärztlichen/psychologischen Beurtei-
lungen:

5.2 Die Ärzte der Psychiatrischen Klinik B.________ stellten im an Dr. med. 
N.________ gerichteten Bericht vom 29. März 2017 folgende Diagnosen (IV-act. 6/3):

- psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum 

anderer psychotroper Substanzen: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F19.2)

- kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61)

- Anorexia nervosa (ICD-10 F50.0)

Die Ärzte der Psychiatrischen Klinik B.________ erklärten, dass die Beschwerdeführerin 
vom 11. Januar bis zum 20. März 2017 zum fünften Mal bei ihnen hospitalisiert gewesen 
sei. Sie sei zu 0 % arbeitsfähig (IV-act. 6/2-3). 

5.3 E.________ diagnostizierte im Bericht vom 15. April 2018 Probleme in Verbindung 
mit der Ausbildung (ICD-10 Z55) und Abhängigkeitsprobleme (ICD-10 F10, F11, F12 und 
F19). Er gab an, dass die Beschwerdeführerin durch den Drogenkonsum nicht mehr im 
Stande gewesen sei, einen geregelten Alltag zu gestalten und einer Arbeit nachzugehen. 
Über ihren Hausarzt sei sie in ein Methadon-Programm gekommen. Die Beschwerdeführe-
rin sei zwischen dem 6. Juni 2012 und dem 11. Dezember 2015 zu ihm zur Therapie ge-
kommen. Die Sitzungen seien sehr unregelmässig wahrgenommen worden, je nach ihrem 
psychischen und physischen Befinden (IV-act. 19). 

5.4 Med. pract. F.________ führte im Bericht vom 2. März 2019 als Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom 
Borderline-Typus (ICD-10 F60.31; Diagnose vor ca. sechs Jahren) an. Als Diagnosen oh-
ne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er Status nach Polytoxikomanie (aktuell 
weitgehend abstinent) und Status nach Bulimie. Med. pract. F.________ gab an, dass die 
Beschwerdeführerin mit einer älteren Schwester in sehr schwierigen Verhältnissen aufge-
wachsen sei. Beide Eltern seien Alkoholiker gewesen. Die ältere Schwester habe auch 
massive psychische Probleme und würde eine IV-Rente beziehen. Mit sieben Jahren sei 
die Beschwerdeführerin wegen starkem Stottern erstmals in Therapie gewesen. Ca. seit 
dem 16. Lebensjahr habe sie zunehmend Drogen konsumiert. Mit 18 habe sie erstmals ei-
nen Heroinentzug gemacht. Die Beschwerdeführerin verfüge über einen Realschulab-
schluss. Sie habe als medizinische Praxisassistentin bei einem Dermatologen gearbeitet 
(ohne Abschluss). Zudem habe sie ein Hauswirtschaftspraktikum absolviert. Die Be-

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Urteil S 2023 20

schwerdeführerin sei sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit 
nicht arbeitsfähig (IV-act. 30/3-7). 

5.5 Dr. H.________ stellte in seinem Gutachten vom 7. Februar 2020 folgende mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu plausibilisierende IV-relevante Diagnosen nach ICD-
10 (IV-act. 42/19):

- psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen: Störungen durch 

Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch 

(von Benzodiazepinen; ICD-10 F13.24)

- psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen: Störungen durch 

Opioide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwach-

ten Ersatzdrogenprogramm (kontrollierte Abhängigkeit) mit Ketalgin (ICD-10 F11.22) 

Dr. H.________ erklärte, dass die Beschwerdeführerin in einer störungsadaptierten bil-
dungsentsprechenden Verweistätigkeit in Zusammenschau aller objektiven Befunde zu 
70 % arbeitsfähig sei (IV-act. 42/26). 

5.6 Die medizinischen Fachpersonen der I.________ hielten im Austrittsbericht vom 
6. August 2021 fest, dass die Beschwerdeführerin vom 6. Mai bis zum 1. Juli 2021 statio-
när behandelt worden sei. In therapeutischer Hinsicht sei der Fokus zunächst auf den 
Umgang mit Suizidalität gelegt worden. Der Beschwerdeführerin sei es im Verlauf gelun-
gen, ihre Suizidgedanken adäquat einzuschätzen und gegenüber dem Behandlungsteam 
zu kommunizieren. In einem weiteren Schritt sei der Umgang mit Anspannung und unan-
genehmen Emotionen im Vordergrund gestanden. Die Beschwerdeführerin habe sich sehr 
motiviert an den Therapien beteiligt und sich mit den Therapieinhalten auseinanderge-
setzt. Der Austritt sei aufgrund der vorübergehenden Schliessung der Station am 1. Juli 
2021 in die angestammten häuslichen Verhältnisse erfolgt. Bei Austritt sei die Beschwer-
deführerin klar von Selbst- oder Fremdgefährdung distanziert gewesen (IV-act. 56/5-6). 

5.7 Dr. L.________ und Dr. M.________ führten in der Stellungnahme vom 18. Januar 
2023 aus, dass sich im Gutachten von Dr. H.________ zahlreiche Fehler finden würden. 
Es sei falsch und sachlich unrichtig, den Beginn der Störung erst auf das Jahr 2007 festzu-
legen, als die Beschwerdeführerin 15-jährig gewesen sei. Eine noch nicht klar definierte 
psychische Störung habe bereits ab dem 8. Lebensjahr bestanden. Es handle sich vorlie-
gend keineswegs nur um ein Suchtgeschehen, sondern um eine massive Persönlich-
keitsstörung im Rahmen der Borderline-Störung. Offensichtlich sei dem Gutachter auch 

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die Problematik der Essstörung seit dem 12. Lebensjahr und der seit dann bestehenden 
Körperschemastörung entgangen. Die Beschwerdeführerin sei auch in angepassten Tätig-
keiten zu 100% arbeitsunfähig (BF-act. 3 S. 3 f.). 

6.
6.1
6.1.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. H.________ 
vom 7. Februar 2020 (IV-act. 42). 

6.1.2 Das Gutachten von Dr. H.________ basiert auf der erforderlichen fachärztlich-
psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit 
den Vorakten abgegeben. Dr. H.________ hat detaillierte Befunde erhoben, die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdefüh-
rerin auseinandergesetzt. Zudem hat er die medizinischen Zustände und Zusammenhän-
ge einleuchtend dargelegt. Das genannte Gutachten erfüllt demnach grundsätzlich die 
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Entschei-
dungsgrundlage (vgl. E. 3.6).

6.1.3 Dr. H.________ legte in seinem Gutachten dar, dass bei der Beschwerdeführerin 
weiterhin eine aktive Abhängigkeitserkrankung von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.24) und 
eine Abhängigkeitserkrankung von Opioiden im ärztlich kontrollierten Methadonprogramm 
(ICD-10 F11.22) gegeben seien, welche mit passageren psychopathologischen Sympto-
men und einer Nivellierung der Persönlichkeitsstruktur einhergehen würden. Das psycho-
soziale Funktionsniveau (zum Beispiel Freizeitaktivitäten wie Konzertbesuche, Pflege fa-
miliärer Kontakte, Führen einer zweijährigen Lebenspartnerschaft, erhaltene Reisefähig-
keit) sei aktuell weitgehend unauffällig. Betrachte man das Stimmungsbild während des 
Begutachtungsgesprächs vom 5. Februar 2020, hätten sich klinisch keine anhaltenden af-
fektiven Wechsel feststellen lassen. Die Affektlage sei nicht verflacht und weiter modulier-
bar gewesen. Es seien weder formale Denkstörungen, ein Dissoziieren noch ein Wegdrif-
ten festzustellen gewesen. Thymopsychische Veränderungen, schwere kognitive Ein-
schränkungen, eine nachvollziehbare Belastungsinsuffizienz, höhergradige Einschränkun-
gen in Gemütslage, Antrieb, Willen und Kommunikation seien nicht objektivierbar gewe-
sen. Ein Zustand, der unter anderem durch eine höhergradige psychomotorische Verlang-
samung, Gesprächsverarmung und aufgehobene Initiative gekennzeichnet gewesen wäre, 
sei ebenfalls nicht objektivierbar gewesen. Insofern hätten die zum Untersuchungszeit-

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Urteil S 2023 20

punkt am 5. Februar 2020 geäusserten Beschwerden nicht mit dem Verhalten und den 
Schilderungen der Beschwerdeführerin korreliert. Relevante Anhaltspunkte für eine Simu-
lation bzw. Aggravation von psychischen Beschwerden seien auch nicht gänzlich auszu-
schliessen. In der durchgeführten Beschwerdevalidierung im Self-Report Symptome In-
ventory habe zum Beispiel kein gültiges Testprofil ermittelt werden können. Da die Be-
schwerdeführerin trotz dezidierter Aufforderung im Einladungsschreiben keinen CDT-Wert 
(Marker für etwaigen Alkoholabusus) vorgelegt habe, könne ein weitergeführter Alkohol-
konsum, der in den Akten im Rahmen ihrer Polytoxikomanie genannt worden sei, nicht 
gänzlich ausgeschlossen werden. Seit dem Referenzpunkt der IV-Anmeldung im Kalen-
derjahr 2017 könne die Beschwerdeführerin nicht unter Ausblendung des überdauernden 
Suchtmittelgebrauchs psychotroper Substanzen beurteilt werden. Dies habe zur Konse-
quenz, dass weder eine valide Persönlichkeitsdiagnostik noch die diagnostische Ab-
klärung der Essstörung (Kapitel F5 der ICD-10) durchgeführt werden könnten. Im Beson-
deren würden bei einer chronischen Benzodiazepin-Abhängigkeit (ICD-10 F13.24) gemäss 
Dokumentation im Arzneimittelkompendium der Schweiz unerwünschte Symptome auftre-
ten, welche sehr grosse phänomenologische Überlappungen mit den Syndromen einer 
(kombinierten) Persönlichkeitsstörung (Kapitel F6 der ICD-10) hätten. Eine Abgrenzung 
sei deshalb nur unter einer überdauernden Suchtmittelabstinenz möglich. Da diese nicht 
vorliege, könne aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Persönlichkeitsstörung des 
Kapitels F6 der ICD-10 als überwiegend wahrscheinlich beurteilt werden. Gemäss der Be-
urteilung der Items der MINI-ICF-APP würden sich derzeit leicht- bis mittelgradige Ein-
schränkungen der beruflichen Leistungsfähigkeit plausibilisieren lassen. In der Zusam-
menschau aller objektiven Befunde sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten 
Tätigkeit medizinisch-theoretisch zu 70 % arbeitsfähig (70 % Präsenz, 100 % Leistung); 
dies seit mindestens dem Referenzzeitpunkt der IV-Anmeldung. Ein störungsadaptierter 
Arbeitsplatz beinhalte Tätigkeiten ohne Kundenkontakt, Hektik und Zeitdruck. Zudem sei-
en Tätigkeiten ohne erhöhte Anforderungen an soziale und emotionale Kompetenzen und 
feste verlässliche Bezugspersonen notwendig. E-Mail- und SMS-Kontakte statt telefoni-
scher Kontakte würden für die Beschwerdeführerin eine Erleichterung darstellen. Überdies 
seien eher Hintergrundtätigkeiten und Tätigkeiten, in denen sie die wesentlichen Aufgaben 
ohne Zusammenarbeit mit anderen erledigen könne, sinnvoll. Am Arbeitsplatz seien ein 
verständnisvoller und wohlwollender Umgang wichtig. Es sei klar zu kommunizieren, was 
in sozialer und emotionaler Hinsicht von der Beschwerdeführerin erwartet werde. Eine fes-
te Arbeitszeiteinteilung sei unterstützend. Geeignet seien Tätigkeiten mit hohem Routine-
charakter, in welchen sie ihre erhaltenen Fähigkeiten einbringen könne und in denen ge-
ringe Anforderungen an die Aufmerksamkeit gestellt würden (IV-act. 42/20-27). 

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Urteil S 2023 20

6.1.4 Diese fachärztliche Beurteilung von Dr. H.________, welcher ein detailliertes Be-
lastungsprofil erstellt hat, ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen 
Erläuterungen plausibel. Dr. H.________ setzte sich dabei auch hinreichend mit den nor-
mativen Vorgaben (Standardindikatoren) gemäss BGE 141 V 281 auseinander (vgl. IV-
act. 42/27-29). Entgegen dem Einwand von Dr. L.________ und Dr. M.________ begrün-
dete er seine Diagnosestellung in nachvollziehbarer Weise. Er erläuterte insbesondere 
auch, weshalb eine Abgrenzung zwischen den sich überlappenden Symptomen der chro-
nischen Benzodiazepin-Abhängigkeit und einer allfälligen Persönlichkeitsstörung bei nicht 
vorhandener Suchmittelabstinenz nicht möglich sei. Im Weiteren ist in diesem Zusammen-
hang darauf hinzuweisen, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache 
her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher 
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-
psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Ex-
perte – wie vorliegend – lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Diver-
genz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, ei-
ne medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu 
unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten ab-
weichenden Auffassungen festhalten (BGer 9C_338/2016 vom 21. Februar 2017 E. 5.5 
mit Hinweis). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie gemäss Einschätzung 
von Dr. H.________ im Zeitpunkt der Begutachtung (noch) nicht zu 70 % arbeitsfähig ge-
wesen sei, da noch keine strukturierte Suchtbehandlung durchgeführt worden sei 
(vgl. E. 4.2), vermag sodann nicht zu überzeugen. Aus dem Gutachten von 
Dr.  H.________ geht vielmehr hervor, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten 
Tätigkeit bereits zum Zeitpunkt seiner Untersuchung vom 5. Februar 2020 zu 70 % ar-
beitsfähig war. Die von ihr erwähnte Suchtbehandlung empfahl er nicht zur Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit, sondern zur Konsolidierung ihres Gesundheitszustands und zwecks Auf-
rechterhaltung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 42/25-26). Die von Dr. L.________ und 
Dr.  M.________ geltend gemachten angeblichen Fehler im Gutachten (vgl. BF-act. 3), 
etwa die falschen Schreibweisen der Klinik O.________, der Worte Zigaretten und Kinder-
garten (auf Schweizerdeutsch) oder der Umstand, dass an einer Stelle in der Expertise 
fälschlicherweise erwähnt wurde, dass die Beschwerdeführerin eine jüngere Schwester 
habe (act. 42/10) – währenddessen zuvor jeweils korrekterweise von der älteren Schwes-
ter berichtet wurde (act. 42/8-9) –, schmälern den Beweiswert des Gutachtens von 
Dr.  H.________ schliesslich nicht. 

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Urteil S 2023 20

Auf das Gutachten von Dr. H.________ kann demnach abgestellt werden. 

6.2
6.2.1 Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitraum zwischen der 
Begutachtung bei Dr. H.________ im Februar 2020 und dem Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 21. Dezember 2022 betrifft, erklärte RAD-Arzt med. pract. P.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in der Stellungnahme vom 12. September 
2022, dass eine gravierende Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht nachvoll-
ziehbar sei. Die Beschwerdeführerin habe sich zwar zur Behandlung einer Persönlich-
keitsstörung in temporäre stationäre Behandlung begeben. Danach seien allerdings keine 
weiteren Behandlungen erfolgt. Dies spreche für einen fehlenden Leidensdruck bzw. das 
Fehlen der zuvor im Raum stehenden Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. 
Dr.  H.________ habe sich nach eingehendem Aktenstudium und Exploration ein anderes 
Bild vom IV-relevanten Gesundheitsschaden gemacht als die behandelnden Ärzte. Allfälli-
ge Verhaltensauffälligkeiten habe er der schwerwiegenden, grösstenteils substituierten 
Suchterkrankung zugeordnet (IV-act. 69). 

6.2.2 Auch diese Darlegungen von RAD-Arzt P.________ sind nachvollziehbar. Dies 
auch vor dem Hintergrund, dass aus dem Austrittsbericht der I.________ vom 6. August 
2021 hervorgeht, dass sich der Zustand der Beschwerdeführerin im Rahmen des statio-
nären Aufenthalts vom 6. Mai bis zum 1. Juli 2021 verbesserte und sie bei Austritt klar von 
Selbst- oder Fremdgefährdung distanziert war (vgl. E. 5.6). Unter diesen Umständen kann 
einzig während des genannten stationären Aufenthalts in der I.________ eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten als ausgewiesen gelten. 
Auch auf die Stellungnahme von RAD-Arzt P.________ vom 12. September 2022 kann 
somit abgestellt werden. 
Weitere medizinische Abklärungen sind nicht erforderlich. 

6.3 Demgemäss kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin seit 
der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Beschwerdegegnerin am 27. September 
2017 (Eingangsdatum) – mit einem kürzeren Unterbruch vom 6. Mai bis zum 1. Juli 2021 – 
in einer angepassten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig war bzw. ist.

7.

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7.1 Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im Jahr 2018 
(vgl. dazu Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG) in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkte.

7.2 Was die Ermittlung des Valideneinkommens betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass 
die Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug vom 6. Oktober 2017 in den Jahren 2010 bis 
2016 Einkommen zwischen Fr. 0.– und Fr. 7'158.– erzielte (IV-act. 5). Mit Blick darauf, 
dass die Beschwerdeführerin bereits mit 18 Jahren erstmals einen Heroinentzug machte 
und seit März 2012 insgesamt fünf Mal stationär behandelt wurde (vgl. E. 5.4 und IV-
act. 6), kann nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausge-
gangen werden, dass sie schon vor der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Be-
schwerdegegnerin am 29. September 2017 (Eingangsdatum) seit längerem gesundheits-
bedingt in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Unter diesen Umständen sind vorlie-
gend nicht die tatsächlichen Einkommenszahlen heranzuziehen, sondern das Einkommen, 
das die Beschwerdeführerin erzielt hätte, wenn sie die Ausbildung zur Hauswirtschafts-
praktikerin EBA im D.________ erfolgreich abgeschlossen hätte. Gemäss den Lohnrichtli-
nien von Hauswirtschaft Zürich (https://www.hauswirtschaft-zh.ch/berufsbildung/ lohnricht-
linien) beträgt der monatliche Bruttolohn einer Hauswirtschaftspraktikerin EBA Fr. 3'800.– 
bis Fr. 4'200.– (x 13). Das Valideneinkommen beläuft sich daher auf Fr. 49'400.– (Fr. 
3'800.– x 13). 

7.3 Da die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine ihr an 
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, sind aufseiten des Invalidenein-
kommens die LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen (LSE 2018, TA1_tirage_skill_level, Kom-
petenzniveau 1, Frauen, Total). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen betriebsüb-
lichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebs-
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 1990-2022, T 03.02.03.01.04.01) resul-
tiert damit ein Einkommen von Fr. 54'681.20 (Fr. 4'371.– x 12 : 40 x 41.7). Gewährt man 
hiervon einen angemessenen 10%igen Abzug für die leidensbedingten Einschränkungen 
der Beschwerdeführerin (vgl. E. 3.4.5), beläuft sich das hypothetische Jahreseinkommen 
auf Fr. 49'213.10 (Fr. 54'681.20 x 0,9). Beim der Beschwerdeführerin noch zumutbaren 
70%-Pensum ergibt sich damit ein Invalideneinkommen von Fr. 34'449.15 (Fr. 49'213.10 
x 0.7). 

7.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 49'400.– und einem Invalideneinkommen 
von Fr. 34'449.15 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 14'950.85 und demnach ein 

https://www.hauswirtschaft-zh.ch/berufsbildung/%20lohnrichtlinien
https://www.hauswirtschaft-zh.ch/berufsbildung/%20lohnrichtlinien

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Urteil S 2023 20

nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von abgerundet 30 % (Fr. 14'950.85 : 
Fr. 49'400.–).

8. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung 
der Beschwerde führt. 

9. 
9.1 Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 1. März 2023 die unentgeltliche 
Prozessführung gewährt worden (act. 5), weshalb ihr trotz Unterliegens für das vorliegen-
de Verfahren in Abweichung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Kosten aufzuerlegen sind.

9.2 Eine Parteientschädigung ist der Beschwerdeführerin nicht zuzusprechen, da sie 
mit ihrer Beschwerde unterliegt. Mit Verfügung vom 1. März 2023 ist ihr indessen für das 
vorliegende Verfahren eine unentgeltliche Rechtsbeiständin in der Person von Rechtsan-
wältin Stephanie Elms gewährt worden. Angesichts des einfachen Schriftenwechsels und 
des Umfangs der vorliegenden Akten rechtfertigt sich ermessensweise eine Entschädi-
gung von Fr. 2'000.– (inkl. Auslagen und MWST).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

Rechtsanwältin Stephanie Elms wird mit Fr. 2'000.– (inkl. Auslagen und MWST) 
aus der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug 
von Ziffer 3 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 15. April 2024

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am