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**Case Identifier:** 0d41b665-da28-59ec-b89a-483ddc59a698
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.02.2025 IV 2024/103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-103_2025-02-04.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/103

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.03.2025

Entscheiddatum: 04.02.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 04.02.2025
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG. Rentenrevisionsverfahren. 
Untersuchungspflicht. Verletzung der Mitwirkungspflicht bei der 
Sachverhaltsabklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 4. Februar 2025, IV 2024/103).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 

Abteilung II 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 4. Februar 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/103 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Rentenrevision (Einstellung) 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/103 
 

 

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Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ meldete sich im August 2004 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-

act. 1). Er gab an, dass er keinen Beruf erlernt habe. Nach seiner Einreise in die Schweiz habe er für 

verschiedene Betriebe als „Angestellter“ gearbeitet. Seine letzte Arbeitgeberin berichtete im September 

2004 (IV-act. 8), der Versicherte sei als Hilfsmonteur angestellt gewesen. Wegen Arbeitsmangel sei 

das Arbeitsverhältnis per Ende 2003 aufgelöst worden. Der Allgemeinmediziner Dr. med. B.___ teilte 

der IV-Stelle im Oktober 2004 mit (IV-act. 12), der Versicherte leide an einer Schizophrenie, an einer 

Depression sowie an einem Somnambulismus. Er sei bis auf weiteres vollständig arbeitsunfähig. Die 

Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie C.___ hatte im Oktober 2004 berichtet (IV-act. 12–

9 f.), durch das sehr zurückgezogene, fast schon mutistisch anmutende Verhalten des Versicherten 

lasse sich nur eine Verdachtsdiagnose stellen. Das Erstgespräch habe sich sehr schleppend und 

mühsam gestaltet. Zuletzt habe der Versicherte nur noch einsilbig oder gar nicht mehr geantwortet. Ein 

früherer Behandlungsversuch im Februar 2003 sei ebenfalls gescheitert. Als Verdachtsdiagnosen 

stünden eine schizophrene Störung sowie eine schwere depressive Störung mit psychotischen 

Symptomen im Raum. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Klinik D.___ am 15. September 2005 ein 

fachärztliches Gutachten (IV-act. 25). Die Sachverständigen hielten fest, sie hätten den Versicherten 

eingehend psychiatrisch und körperlich untersucht und anschliessend während eines fünf Tage 

dauernden stationären Aufenthaltes beobachtet. Zudem hätten sie die medizinischen Vorakten 

gewürdigt. Der Versicherte habe ein mutistisch anmutendes Zustandsbild präsentiert. Die ihm gestellten 

Fragen habe er nur auf wiederholtes Insistieren hin beantwortet. Die Antworten seien kurz, leise und 

zum Teil nur bruchstückhaft gegeben worden. Ein professioneller Dolmetscher habe nicht engagiert 

werden können, weil sich keine Dolmetscheragentur bereit erklärt habe, für den IV-Tarif zu arbeiten, 

und weil die IV-Stelle nicht bereit gewesen sei, eine höhere „Gage“ zu bezahlen. Die wesentlichsten 

Angaben stammten deshalb von der Ehefrau und von einem Cousin des Versicherten. Der 

Gesamteindruck müsse auch nach einer Beobachtung im stationären Rahmen als bezüglich der 

Diagnostik indifferent qualifiziert werden. Im Vordergrund stünden eine psychomotorische 

Verlangsamung, eine Sprachverarmung mit einem mutistisch anmutenden Zustandsbild, eine 

Schmerzsymptomatik sowie psychotische Symptome (wahnhafte Gedankeninhalte, Halluzinationen). 

Diagnostisch bestehe der Verdacht auf eine paranoid-halluzinatorische Schizophrenie; 

differentialdiagnostisch sei an eine schwere depressive Störung mit einer Somatisierung und 

psychotischen Symptomen zu denken. Letztlich müsse auch eine bewusste Simulation erwogen 

werden. Das erscheine jedoch als eher unwahrscheinlich. Aktuell sei der Versicherte vollständig 

arbeitsunfähig. Vor einer allfälligen Rentenzusprache sollte eine psychiatrische stationäre Abklärung, 

Therapie und Rehabilitation erfolgen. Im September 2005 notierte Dr. med. E.___ vom IV-internen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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regionalen ärztlichen Dienst (RAD), die empfohlene Behandlung sei zwar medizinisch indiziert, werde 

aber an der Kommunikationsunfähigkeit des Versicherten scheitern (IV-act. 27). Mit einer Verfügung 

vom 6. Januar 2006 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. November 2004 eine 

ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent zu (IV-act. 38). 

A.b Im Dezember 2007 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, einen Fragebogen zur 

Überprüfung des Rentenanspruchs auszufüllen. Der Versicherte gab mittels dieses Fragebogens im 

Januar 2008 an, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (IV-act. 44). Der Hausarzt Dr. med. 

F.___ bestätigte dies im Februar 2008 (IV-act. 47–1 ff.). Er reichte einen Bericht der Klinik D.___ vom 

9. Februar 2007 über eine stationäre Behandlung des Versicherten im Zeitraum vom 11. Januar 2007 

bis zum 7. Februar 2007 ein (IV-act. 47–6 f.). Die berichterstattende Ärztin hatte festgehalten, der 

Versicherte habe sich beim Eintritt „gepflegt und légère gekleidet“ präsentiert. Im Interaktionsverhalten 

sei ein affektiver Rapport nur sehr eingeschränkt erhältlich gewesen. Der Blickkontakt sei nur selten 

aufgenommen und nur kurz gehalten worden. Der Versicherte habe sich nur kurzfristig zugewandt 

verhalten. Psychomotorisch sei er im Antrieb reduziert gewesen. Auch die Gestik und die Mimik seien 

reduziert gewesen. Der Redefluss sei verhalten gewesen. Die Aufmerksamkeit und die Konzentration 

seien vermindert gewesen. In der Grundstimmung habe der Versicherte bedrückt gewirkt. Einzelaffekte 

seien bei einer deutlich reduzierten Schwingungsfähigkeit sporadisch erhältlich gewesen. Im formalen 

Denken habe der Versicherte gehemmt, verlangsamt und umständlich gewirkt. Zu Beginn der 

Behandlung habe der Versicherte häufig mutistisch, kaum zugänglich und sehr antriebsarm gewirkt. 

Unter einer konsequenten psychopharmakologischen Therapie habe sich sein Zustand gebessert. Er 

habe allerdings kaum eine Behandlungsmotivation gezeigt. Der stationären Behandlung habe er sich 

nur auf den Wunsch der Ehefrau hin unterzogen. Schliesslich habe er unwiderruflich die Entlassung 

gefordert, weshalb er in einem nicht kompensierten Zustand habe entlassen werden müssen. An den 

Therapien habe er nur unzuverlässig teilgenommen. Er habe alle fünf Minuten eine Zigarettenpause 

eingelegt und sehr schwache kognitive Leistungen gezeigt (z.B. Überforderung bei einem Puzzle für 

Kleinkinder). Auch in den Einzelgesprächen seien die Auffassungsgabe und die Konzentration reduziert 

gewesen. Es sei nicht gelungen, ein sinnvolles Krankheitskonzept zu entwickeln. Die IV-Stelle teilte 

dem Versicherten am 18. Februar 2008 mit, dass er weiterhin einen unveränderten Anspruch auf die 

laufende ganze Rente habe (IV-act. 50). 

A.c Im Dezember 2011 füllte der Versicherte einen weiteren Fragebogen aus, wobei er wiederum 

angab, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe (IV-act. 52). Die Klinik D.___ hatte am 

11. Mai 2011 berichtet (IV-act. 61–4 ff.), der Versicherte habe sich vom 12. bis zum 29. April 2011 

erneut für eine stationäre Behandlung in der Klinik befunden. Die Einweisung sei zur medikamentösen 

Neueinstellung erfolgt, da der Versicherte in der Zeit davor über eine Verschlechterung seines 

Gesundheitszustandes geklagt habe. Er habe angegeben, dass er vermehrt Stimmen höre, die ihn sehr 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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belasteten, ihm grosse Angst machten, ihn erschöpften und Kopfschmerzen verursachten. Zudem habe 

er in letzter Zeit immer wieder mutistische Phasen gehabt. Beim Eintritt sei der Versicherte 

psychomotorisch verlangsamt gewesen. Die Gestik und die Körpersprache seien reduziert gewesen. 

Die Stimme sei leise und monoton, die Antworten seien knapp gewesen. Der Gedankengang sei 

verlangsamt, der Gedankeninhalt verarmt gewesen. Vorwiegend hätten wahnhafte Gedanken 

bestanden. Die Stimmung sei gedrückt, der Affekt abgeflacht, die Schwingungsfähigkeit nicht gegeben, 

der Antrieb vermindert gewesen. Bis zum Austritt habe sich der psychopathologische Befund nicht 

verändert. Der Behandlungsbeginn sei erschwert gewesen, da der Versicherte eine floride psychotische 

Symptomatik gezeigt habe, die vor allem durch akustische Halluzinationen geprägt gewesen sei. Er sei 

sehr erschöpft gewesen, habe sich mehrheitlich ins Zimmer zurückgezogen und Probleme gezeigt, sich 

in den Stationsalltag zu integrieren. Zudem habe eine ausgeprägte „Negativ-Symptomatik“ bestanden. 

Die Umstellung der Medikation habe erwartungsgemäss innert des kurzen Beobachtungszeitraums 

keinen Effekt gezeigt. Der Versicherte habe mehrfach auf einer Entlassung bestanden. Die Ehefrau 

habe sich in der Lage erklärt, den Versicherten zuhause zu versorgen, weshalb die Entlassung erfolgt 

sei. Am 3. Juli 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er weiterhin einen unveränderten 

Anspruch auf die laufende ganze Rente habe (IV-act. 64). 

A.d Im Februar 2015 meldete sich der Versicherte zum Bezug einer Hilflosenentschädigung an (IV-

act. 66). Er gab an, er benötige eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe bei sämtlichen alltäglichen 

Lebensverrichtungen, eine dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe, eine persönliche Überwachung 

und eine lebenspraktische Begleitung. Bereits im August 2014 hatte Dr. F.___ der IV-Stelle mitgeteilt 

(IV-act. 68), der Versicherte weise einen praktisch vollständigen Antriebsverlust auf, weshalb er bei 

sämtlichen alltäglichen Lebensverrichtungen unterstützt werden müsse. Nach einer telefonischen 

Befragung der Ehefrau des Versicherten (IV-act. 80) und einer Aktenwürdigung durch einen Arzt des 

IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD; IV-act. 81) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit 

einer Verfügung vom 5. August 2015 rückwirkend ab Februar 2014 eine Entschädigung bei einer 

Hilflosigkeit schweren Grades zu (IV-act. 87). 

A.e Im September 2020 erhielt die IV-Stelle einen anonymen Hinweis. Der Hinweisgeber teilte mit, 

dass der Versicherte sich in vermeintlich unbeobachteten Momenten ganz normal verhalte, im Beisein 

anderer Personen aber gekrümmt gehe und behaupte, dass er wegen Schulterproblemen eine 

Invalidenrente beziehe (IV-act. 93). Die RAD-Ärztin Dr. med. G.___ notierte im Oktober 2020 nach einer 

Aktenwürdigung, der medizinische Sachverhalt erweise sich als insgesamt unzureichend ermittelt. Im 

Auftrag der IV-Stelle führte die H.___ AG von Ende Oktober bis Anfang Dezember 2020 an insgesamt 

zehn Tagen eine verdeckte Observation durch. Sie berichtete am 10. Dezember 2020 (IV-act. 98), der 

Versicherte habe die Wohnung nicht oft verlassen und wenn, dann eher für kurze Zeit (für etwa eine 

halbe Stunde) und stets in Begleitung der Ehefrau. Er habe jeweils unauffällig und dem Umfeld 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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angepasst gewirkt. Bei den Interaktionen mit der Ehefrau habe er gesprächig und gemäss Mimik und 

Gestik entspannt sowie mehrheitlich fröhlich gewirkt. Er habe unter anderem die Ehefrau beim 

Einkaufen unterstützt. Die RAD-Ärztin med. pract. I.___ notierte am 16. Dezember 2020 (IV-act. 100), 

das Observationsmaterial zeige einen Versicherten, der nicht zur Aktenlage passe. Da bei chronischen 

Erkrankungen wellenförmige Verläufe möglich seien, empfehle sich eine erneute Observation im 

Intervall, damit ausgeschlossen werden könne, dass zufällig nur eine sehr gute Phase dokumentiert 

worden sei. Am 31. März 2021 berichtete die H.___ AG (IV-act. 105), sie habe den Versicherten am 9. 

und am 25. März 2021 observiert; an zwei weiteren Observationstagen Ende Dezember 2020 habe der 

Versicherte nicht beobachtet werden können. Am 25. März 2021 habe der Versicherte seine Ehefrau 

zum Einkaufen begleitet. Am 9. März 2021 sei das Ehepaar zweieinhalb Stunden nach 

Observationsbeginn um 8.30 Uhr mit einem Fahrzeug nach Hause zurückgekehrt. Wo der Versicherte 

und seine Ehefrau gewesen seien und was sie gemacht hätten, sei nicht bekannt. Am 25. März 2021 

habe der Versicherte mit seiner Ehefrau Einkäufe getätigt. Dabei habe er seine Ehefrau unterstützt und 

auch selbständige Kaufentscheide gefällt. Anzeichen einer physischen oder psychischen 

Beeinträchtigung hätten während des gesamten Beobachtungszeitraumes nicht festgestellt werden 

können. Das Verhalten des Versicherten sei unauffällig und angepasst gewesen. Er habe den Eindruck 

vermittelt, dass er seine Umgebung aktiv wahrgenommen habe. Die RAD-Ärztin I.___ empfahl in der 

Folge eine medizinische Begutachtung (IV-act. 110). Nach zwei Laboruntersuchungen im Auftrag der 

IV-Stelle notierte die RAD-Ärztin I.___ im November 2021, der Versicherte nehme die verordneten 

Antipsychotika verschreibungsgemäss ein (IV-act. 123). 

A.f Im Auftrag der IV-Stelle erstattete der Psychiater med. pract. J.___ am 15. November 2022 ein 

fachärztliches Gutachten (IV-act. 163–1 ff.). Er hielt fest, der Versicherte sei wach gewesen, habe den 

Anlass der Untersuchung nicht gewusst, sei bezüglich der eigenen Biographie nur teilweise orientiert 

gewesen, habe den Monat und das Jahr richtig, den Wochentag und das Datum dagegen nicht 

benennen können, sei erkennbar um Kooperation bemüht gewesen, habe nach einer halben Stunde 

aber bereits eine Pause benötigt. Seine Antworten seien immer wieder ausweichend gewesen; immer 

wieder habe er auf seine Frau verwiesen und angegeben, er wisse es nicht. Die Exploration sei 

gesamthaft deutlich erschwert gewesen. Die Auffassungs- und Konzentrationsfähigkeit seien klinisch 

erschwert gewesen. Der Versicherte habe immer wieder angegeben, dass er (trotz Übersetzung durch 

eine Dolmetscherin) nicht verstehe, dass er die Antwort auf die gestellte Frage nicht wisse. Wiederholte 

Konfrontationen und Aufforderungen zur Mitarbeit hätten die Konzentration etwas verbessert, aber der 

Versicherte habe fortgesetzt massive Erinnerungsprobleme bezüglich der eigenen Biographie 

präsentiert. Der Antrieb sei herabgesetzt, adynam gewesen. Der Versicherte habe eine Anspannung 

und eine innere Unruhe vermittelt. Er sei gestresst und zittrig gewesen, habe prompt geantwortet, aber 

immer wieder angegeben, „es nicht zu wissen“. Die Grundstimmung sei dysphorisch-depressiv 

ausgelenkt gewesen. Der Versicherte habe sich affektiv verflacht gezeigt. Er habe keine Modulierbarkeit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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und keine affektiven Aufhellungen gezeigt. In der Untersuchungssituation hätten keine sicheren 

Hinweise für halluzinatorisches Geschehen, Wahn- oder Beeinflussungserleben festgestellt werden 

können. Der Versicherte habe unkonkret angegeben, manchmal das Gefühl zu haben, Dinge zu sehen 

oder zu hören, die andere nicht wahrnähmen. Formalgedanklich sei der Versicherte etwas verlangsamt 

gewesen. Der Gedankengang sei erschwert, gesamthaft aber knapp geordnet gewesen. Auf der 

Strasse vor der Praxis habe er sich äusserlich normal, aber diskret verlangsamt bewegt; die 

Beobachtungen hätten diesbezüglich mit dem Observationsmaterial korreliert. Die Spiegel von 

Lorazepam, Risperidon und Vortioxetin hätten unterhalb des therapeutischen Bereichs gelegen, 

weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass der Versicherte die verschriebenen Medikamente 

zwar einnehme, aber dass er sich nicht an den Verordnungsplan halte. Die Ehefrau habe angegeben, 

dass sie über die Observation informiert sei. Sie habe ihren Ehemann doch nicht zuhause einsperren 

können. Allein hätte er die Wohnung allerdings nicht verlassen. Er sei nur in ihrer Begleitung spazieren 

oder einkaufen gegangen. Sie müsse ihm die Medikamente kontrolliert abgeben. Auf sich gestellt würde 

er ständig unkontrolliert Medikamente einnehmen. Bezüglich der Frage des Sachverständigen nach 

Halluzinationen habe die Ehefrau angegeben, dass es oft Situationen gebe, in denen sie sich frage, wo 

ihr Mann mit dem Kopf sei; ob er ihr zuhöre. Die consiliarisch beigezogene neuropsychologische 

Sachverständige lic. phil. K.___ habe keinen psychopathologischen Befund erhoben. Die Befunde im 

Rahmen der Validitätsbeurteilung und Konsistenzanalyse belegten aus neuropsychologischer Sicht mit 

sehr hoher Wahrscheinlichkeit das Vorliegen einer Aggravation von kognitiven Defiziten 

beziehungsweise von psychischen Beschwerden, wobei diese Aussage allerdings aus psychiatrischer 

Sicht mangels einer psychopathologischen Befunderhebung formal auf die kognitiven Defizite 

beschränkt werden müsse. Die im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung ermittelten 

Befunde besässen gemäss der Sachverständigen Funk keine Aussagekraft. Die Observationsvideos 

zeigten, dass der Versicherte in Begleitung der Ehefrau spazieren und einkaufen gehen könne. Beim 

Einkaufen könne er alleine einzelne Waren auswählen und leichte Einkäufe tragen. Interaktionen 

fänden nur mit der Ehefrau und nur sehr reduziert statt. Der Versicherte sei dabei praktisch ständig am 

Rauchen. Die funktionellen Befunde stünden nicht im Widerspruch zu einer psychischen 

Grunderkrankung, wiesen aber darauf hin, dass das persönliche Funktionsniveau im familiären 

Rahmen, in Begleitung der Ehefrau auch ausserhalb der Wohnung, wahrscheinlich höher sei, als der 

Versicherte und die Familie geltend machten. Für die medizinische Beurteilung im Längsverlauf 

bedeutsam zu gewichten seien zwei dokumentierte stationäre psychiatrische Behandlungen in der 

Klinik D.___ zu Beginn des Jahres 2007 und im April 2011. Diese Behandlungen seien ausserhalb von 

Rentenrevisionen und ausserhalb eines gezielten Begutachtungs- respektive Abklärungsprozesses 

erfolgt. Zu Beginn der Behandlungen habe jeweils ein stark mutistisches Zustandsbild mit akustischen 

Halluzinationen imponiert. Der im Rahmen der rund zweiwöchigen Behandlung im April 2011 

dokumentierte Befund entspreche einer florid-psychotischen Symptomatik, die auch hinsichtlich der 

damaligen diagnostischen Bestätigung der Diagnose einer paranoiden Schizophrenie gewichtet werden 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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müsse. Die stationären Behandlungen in den Jahren 2007 und 2011 erfüllten in diesem 

Zusammenhang die formale Forderung der psychiatrischen Gutachter aus dem Jahr 2005 hinsichtlich 

einer längeren stationären Behandlung und Beobachtungsdauer zumindest teilweise. Ausgehend von 

den Befunden in den stationären Behandlungen sei diagnostisch nicht mehr nur eine 

Verdachtsdiagnose, sondern die Diagnose F20.0 gestellt worden. Aufgrund der Echtzeitakten und der 

damaligen dokumentierten Befunde sei diese Diagnosestellung psychiatrisch nachvollziehbar. Die 

Behandlungen seien jeweils vorzeitig auf Drängen des Versicherten abgebrochen worden, wobei 

zumindest Hinweise darauf bestünden, dass der Versicherte das Kliniksetting in ständiger Umgebung 

von anderen Menschen schlecht toleriert habe. Keine sicheren Angaben könnten bezüglich des 

tatsächlichen privaten Funktionsniveaus im häuslichen respektive familiären Rahmen gemacht werden. 

Zumindest die Zusprache einer Hilflosenentschädigung müsse kritisch hinterfragt werden. Im Rahmen 

des ersten Untersuchungsteils, der ohne die Ehefrau durchgeführt worden sei, habe sich der 

Versicherte dysphorisch-dysthym bis depressiv, affektiv verflacht, teilweise zitternd sowie deutlich 

gestresst von der Untersuchungssituation präsentiert. Er habe keine gezielt manipulativen 

Falschangaben im Sinne von ihm als erwünscht angenommenen Antworten gemacht und keine gezielte 

Symptompräsentation oder Aufzählung von Beschwerden geliefert. Vielmehr hätten sich Hinweise für 

eine bestehende Überforderung und zeitweise Blockade im Rahmen der Untersuchung gezeigt, was 

verschiedene Ursachen haben könne. Stressbedingt habe der Versicherte nach einer halben Stunde 

eine Zigarettenpause einlegen müssen. Davor habe er sich im Rahmen einer teilweise forciert 

konfrontativen Exploration deutlich gestresst gezeigt. Klare psychotische Symptome hätten nicht 

exploriert oder beobachtet werden können. Klinisch syndromal habe der Befund vor allem mit der 

bereits gutachterlich erhobenen Minus- respektive Negativ-Symptomatik im Sinne eines chronifizierten 

Residualzustandes korreliert. Gegen eine Aggravation spreche der Umstand, dass der Versicherte nicht 

gezielt manipulativ versucht habe, falsche Angaben zu liefern oder Symptome zu präsentieren, sondern 

dass er vielmehr unbeholfen überfordert in der Interaktion mit dem Sachverständigen und der 

Dolmetscherin, gesamthaft auch genervt von der Abklärung gewirkt habe. Die klinisch erhobenen 

Inkonsistenzen hinsichtlich der kognitiven Performanz hätten mit jenen korreliert, die von der 

neuropsychologischen Sachverständigen K.___ erhoben worden seien. Daraus könne aber nicht direkt 

der Schluss auf eine Simulation gezogen werden, denn diese Inkonsistenzen könnten auch 

krankheitsbedingt sein. Jedenfalls sei die kognitive Leistungsreserve aber wahrscheinlich höher als in 

der klinisch-psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchung gezeigt. Diagnostisch leide der 

Versicherte an einem schizophrenen Residuum. Im Längsverlauf zeige sich eine medikamentöse 

Beeinflussbarkeit des Zustandsbildes im Sinne einer wiederholt beschriebenen Beruhigung, affektiven 

Aufhellungen und einem Rückgang von produktiv psychotischen Symptomen. Das korreliere auch mit 

der aktuell unter einer Neuroleptika-Medikation nicht florid-psychotischen Symptomatik. Die 

Compliance sei im Gesamtverlauf sehr schwankend gewesen. Es müsse von einer chronifizierenden 

Entwicklung ausgegangen werden, wobei mindestens das private Funktionsniveau im familiären 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Rahmen wahrscheinlich höher als geltend gemacht sei. Im Rahmen der psychiatrischen Diagnose, der 

erfassbaren Psychopathologie und der resultierenden funktionellen Einschränkungen resultiere auch in 

Abwägung gegenüber den bestehenden Ressourcen, Leistungsreserven und unter ausdrücklicher 

Mitwürdigung bestehender Inkonsistenzen und der Observationsergebnisse keine direkt umsetzbare 

Arbeitsfähigkeit im Hinblick auf einen Arbeitsprozess in der freien Wirtschaft. Retrospektiv sei die 

Situation seit dem Jahr 2005 unverändert geblieben. Die Neuropsychologin K.___ hatte am 16. 

November 2022 berichtet (IV-act. 163–40 ff.), die im Rahmen der Testung erhobenen Befunde belegten 

mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das Vorliegen einer Aggravation von kognitiven Defiziten. Die im 

Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung ermittelten Befunde besässen folglich keine 

Aussagekraft, weshalb keine Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit und auf die Arbeitsfähigkeit 

möglich seien.  

A.g Die RAD-Ärztin med. pract. L.___ notierte im Februar 2023 (IV-act. 174), sie könne nicht 

nachvollziehen, weshalb der psychiatrische Sachverständige die wiederholte Antwort des Versicherten, 

er wisse es nicht, nicht als eine gezielte Antwort zur Verschleierung des wahren Gesundheitszustandes 

qualifiziert habe. Der Sachverständige habe keine Erklärung dafür geliefert, weshalb der Versicherte 

sein Funktionsniveau so übertrieben schlecht dargestellt habe. Zu bedenken sei, dass die Ehefrau, die 

das geltend gemachte schlechte Funktionsniveau bestätigt habe, nicht an einer psychischen 

Erkrankung leide, die als Ursache für diese falschen Angaben qualifiziert werden könnte. Die 

Behauptung des Sachverständigen, der Versicherte sei überfordert gewesen, sei angesichts der 

Ergebnisse der neuropsychologischen Testung unzulässig. Entgegen der Auffassung des 

Sachverständigen seien die invaliden Testergebnisse sehr aussagekräftig, da das konkret präsentierte 

Beschwerdebild ja gerade einen massiven Funktionsverlust im kognitiven Bereich umfasse, der aber 

mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht authentisch sei. Zusammenfassend habe der Sachverständige das 

durch den Versicherten gezeigte Aggravationsverhalten nur ungenügend berücksichtigt und sogar noch 

versucht, dieses umzuinterpretieren, was unzulässig sei. Bezüglich der vom Sachverständigen hoch 

gewichteten Berichte aus den Jahren 2007 und 2011 sei zu berücksichtigen, dass die Exploration 

damals aufgrund des mutistischen Verhaltens des Versicherten und aufgrund der mangelnden 

Deutschkenntnisse sehr erschwert gewesen sei. Offenbar hätten die Behandler massgeblich auf die 

Angaben von Familienmitgliedern abgestellt. Die im Bericht aus dem Jahr 2007 erwähnten 

Halluzinationen seien eher bizarr gestaltet; die zusätzlich angegebenen Geruchshalluzinationen seien 

eher ungewöhnlich. Die Medikamentenspiegel seien während der Aufenthalte nicht kontrolliert worden. 

Bei den im Rahmen der aktuellen Begutachtung gemessenen sehr niedrigen Spiegeln könne nicht von 

einer regelmässigen Einnahme der Medikamente ausgegangen werden. Trotzdem habe keine 

produktive Symptomatik vorgelegen.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.h Mit einem Vorbescheid vom 10. Januar 2024 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 

176), dass sie die Aufhebung der laufenden Rente auf das Ende des der Zustellung der noch zu 

erlassenden Verfügung folgenden Monats vorsehe. Zur Begründung führte sie an, das Gutachten von 

Dr. J.___ überzeuge nicht. Der geltend gemachte Gesundheitsschaden sei nicht rechtsgenüglich 

nachgewiesen. Da dafür eine Verletzung der Mitwirkungspflicht des Versicherten ursächlich sei, sei die 

laufende Rente aufzuheben. Dagegen liess der Versicherte am 12. Februar 2024 einwenden (IV-act. 

181), das Gutachten von Dr. J.___ überzeuge. Wenn die IV-Stelle Zweifel daran hege, müsse sie 

entsprechende Rückfragen an Dr. J.___ stellen. Mit einer Verfügung vom 21. März 2024 hob die IV-

Stelle die laufende Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (IV-

act. 184). 

B.  

B.a Am 7. Mai 2024 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 21. März 2024 erheben (act. G 1). Er liess die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung, die Weiterausrichtung der bisherigen Rente sowie eventualiter die Rückweisung der Sache 

an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zu weiteren Abklärungen beantragen. Zur 

Begründung liess er ausführen, es liege kein Revisionsgrund vor, der die Rentenaufhebung 

rechtfertigen würde, denn der Sachverständige Dr. J.___ habe explizit festgehalten, dass der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache unverändert geblieben sei. Die 

Kritik des RAD-Arztes L.___, falls es sich dabei überhaupt um einen RAD-Arzt handle, was aus den 

Akten nicht hervorgehe, überzeuge nicht. Der Sachverständige Dr. J.___ habe seine 

Schlussfolgerungen massgeblich mit den Erkenntnissen begründet, die er aus der Befragung des 

Versicherten mithilfe der Dolmetscherin in Abwesenheit der Ehefrau erhalten habe. Er habe 

überzeugend begründet aufgezeigt, weshalb die Hinweise in den Akten auf eine mögliche Aggravation 

nicht gegen das Vorliegen einer Gesundheitsbeeinträchtigung sprächen.  

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 8. August 2024 die Abweisung der Beschwerde (act. G 

10). Zur Begründung führte sie an, überwiegend wahrscheinlich liege hier eine typische „Sprachrohr“-

Konstellation vor, in der sich eine versicherte Person völlig passiv und mutistisch verhalte, ihre 

Familienangehörigen als „Sprachrohr“ nutze und mit ihrer passiven Haltung die dramatischen 

Schilderungen der Familienangehörigen eindrücklich unterstreiche. Werde dann die versicherte Person 

selbst befragt, müsse sie plötzlich „schauspielern“ und dabei darauf achten, ihr Verhalten und ihre 

Angaben in das bereits gemalte Bild einzufügen. In solchen Situationen trete natürlich eine 

Überforderung ein, die aber nicht krankheitsbedingt, sondern auf das Fehlen eines echten Erlebens 

zurückzuführen sei. Da bei der neuropsychologischen Testung eine Aggravation nachgewiesen worden 

sei und da auch belegt sei, dass die Angaben der Auskunft erteilenden Ehefrau tatsachenwidrig seien, 

könne nur geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer bewusst ein nicht authentisches 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Beschwerdebild präsentiert habe. Er sei vor der Begutachtung auf seine Mitwirkungspflichten und auf 

die Sanktionen einer Mitwirkungspflichtverletzung hingewiesen worden. Deshalb sei es zulässig, ihn 

die Folgen der Verletzung seiner Mitwirkungspflicht tragen zu lassen.  

B.c Der Beschwerdeführer liess am 26. September 2024 an seinen Anträgen festhalten (act. G 13).  

B.d Am 9. Oktober 2024 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt (act. 

G 14). 

B.e Die Beschwerdegegnerin hielt am 7. November 2024 an ihrem Antrag fest (act. G 16). 

Erwägungen 

1.  

Eine Vereinigung dieses Beschwerdeverfahrens und des parallelen Beschwerdeverfahrens betreffend 

die Hilflosenentschädigung ist nicht notwendig, da die Verfahrensgegenstände unterschiedlich sind und 

da eine Verfahrensvereinigung den gesamten Verfahrensaufwand nicht wesentlich verringern würde. 

2.  

Der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens erschöpft sich in der Überprüfung der angefochtenen 

Verfügung auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem der angefochtenen Verfügung 

entsprechen muss. Die angefochtene Verfügung ist eindeutig eine Revisionsverfügung im Sinne des 

Art. 17 Abs. 1 ATSG, denn mit ihr hat die Beschwerdegegnerin eine formell rechtskräftig zugesprochene 

laufende Rente des Beschwerdeführers mit Wirkung ex nunc et pro futuro aufgehoben. Folglich ist in 

diesem Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob die revisionsweise Rentenaufhebung rechtmässig ist. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat die revisionsweise Rentenaufhebung nicht mit einer nachgewiesenen 

erheblichen Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers, sondern vielmehr mit 

einer Beweislosigkeit bezüglich des Weiterbestehens einer relevanten Gesundheitsbeeinträchtigung 

begründet. Diese Argumentation dürfte auf der im unveröffentlichten Teil des Urteils BGE 139 V 585 (= 

Urteil 8C_481/2013 vom 7. November 2013, E. 3.3, mit Hinweisen) vom Bundesgericht begründeten 

Praxis beruhen, dass bei einer Verweigerung der Mitwirkung in einem Revisionsverfahren, das zu einer 

Herabsetzung oder Aufhebung der laufenden Rente führen könnte, bei der Sachverhaltsermittlung die 

Beweislast umgekehrt werde, was trotz des Beweisnotstandes einen definitiven Entscheid in der Sache 

erlaube. Diese Umkehr der Beweislast führt nämlich gemäss der Ansicht des Bundesgerichtes dazu, 

dass die versicherte Person die Folgen einer (von ihr verursachten) Beweislosigkeit tragen muss. Die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Anwendung dieser Praxis setzt notwendigerweise voraus, dass eine objektive Beweislosigkeit vorliegt, 

dass also der Sachverhalt definitiv nicht mehr ermittelt werden kann. Im hier zu beurteilenden Fall läge 

eine objektive Beweislosigkeit nur vor, wenn nachgewiesen wäre, dass der Beschwerdeführer seine 

Gesundheitsbeeinträchtigung willentlich simuliert hätte, ohne dass eine Krankheit das entsprechende 

Verhalten beeinflusst hätte. Ein solcher Nachweis fehlt hier aber. Der Sachverständige Dr. J.___ hat 

sich vielmehr auf den Standpunkt gestellt, dass nach wie vor eine relevante 

Gesundheitsbeeinträchtigung vorliege, die eine Erwerbsaufnahme verunmögliche. Diese 

Schlussfolgerung ist zwar von der RAD-Ärztin L.___ in einer ausführlichen Stellungnahme als 

unzutreffend kritisiert worden, aber die Beschwerdegegnerin hat nicht einmal versucht, den 

Sachverständigen Dr. J.___ mit der Kritik der RAD-Ärztin L.___ zu konfrontieren und eine 

Stellungnahme dazu einzuholen. Vielmehr hat sie das Verwaltungsverfahren vorzeitig abgebrochen. 

Eine objektive Beweislosigkeit, die die Anwendung der oben erwähnten Praxis des Bundesgerichtes 

hätte rechtfertigen können, hat also nicht vorgelegen, weshalb sich das Vorgehen der 

Beschwerdegegnerin als gesetzwidrig erweist. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Untersuchungspflicht 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt. Die angefochtene Verfügung ist folglich als rechtswidrig aufzuheben und 

die Sache ist zur Fortsetzung der Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Diese wird eine ergänzende Stellungnahme von Dr. J.___ einholen und gestützt darauf gegebenenfalls 

weitere Abklärungen veranlassen. 

4.  

Dieser Verfahrensausgang gilt rechtsprechungsgemäss als ein Unterliegen der Beschwerdegegnerin. 

Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten sind folglich von ihr zu bezahlen. Die Beschwerdegegnerin hat dem 

Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. Der für deren Bemessung massgebende 

erforderliche Vertretungsaufwand ist als für einen „IV-Rentenfall“ durchschnittlich zu qualifizieren, 

weshalb die Parteientschädigung praxisgemäss auf 4’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzusetzen ist. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Sache wird zur Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 4’000 Franken zu entschädigen. 

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.02.2025
	Art. 17 Abs. 1 ATSG. Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG. Rentenrevisionsverfahren. Untersuchungspflicht. Verletzung der Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Februar 2025, IV 2024/103).