# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0346aee-3d24-501b-87e2-234b5ca21b29
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 26.10.2022 WBE.2021.355
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2021-355_2022-10-26.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WBE.2021.355 / ME / wm 
(BE.2021.100)  

Art. 110 

 

Urteil vom 26. Oktober 2022 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz 

Verwaltungsrichter Brandner 

Verwaltungsrichter Dommann 

Gerichtsschreiber Meier 

Rechtspraktikantin Erny 

 

 
   

Beschwerde-

führerin 1 

 A._____,   

 

Beschwerde-

führer 2 

 B._____,   

 

beide vertreten durch MLaw Larissa Morard, Rechtsanwältin, 

Stadthausstrasse 4, 6003 Luzern   

     

      

gegen 

 

 
   

  Gemeinderat C._____,   

vertreten durch lic. iur. Patrick Stutz, Rechtsanwalt, Mellingerstrasse 6, 

5401 Baden    

 

  Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG, Obere Vorstadt 3, 5001 Aarau    

     

   
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Sozialhilfe (Ausstandsgesuch / 

Aufsichtsanzeige) 

 

Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales vom 31. August 

2021 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A. und B. (geb. XXX und YYY) werden mit ihrem Sohn G. (geb. ZZZ) von 

der Gemeinde C. materiell unterstützt. 

 

Im Zusammenhang mit der Gewährung der materiellen Hilfe kam es zu 

mehreren Rechtsmittelverfahren. In diesem Zusammenhang erhoben A. 

und B. Strafanzeige gegen den Leiter der Sozialen Dienste C., K.. 

 

Am 24. Juni 2021 wendeten sich A. und B. an K. und verlangten, dass er 

in ihren Angelegenheiten künftig in den Ausstand zu treten habe. 

 

2. 

Der Gemeinderat C. wies das Gesuch mit Protollauszug vom 26. Juli 2021 

ab. 

 

B. 

1. 

Parallel dazu waren A. und B. mit Eingabe vom 30. Juni 2021 an das 

Departement Gesundheit und Soziales (DGS), Kantonaler Sozialdienst, 

gelangt und hatten unter anderem folgenden Antrag gestellt: 

 

Der Gesuchsgegner, Herr K., sei für sämtliche zukünftigen 
sozialhilferechtlichen Angelegenheiten von A., B. und G. in den Ausstand 
zu schicken. 

 

2. 

In der Folge sistierte das DGS sein Verfahren bis zum Vorliegen des ge-

meinderätlichen Entscheids über das bei K. eingereichte 

Ausstandsgesuch. 

 

3. 

Schliesslich behandelte der Kantonale Sozialdienst die Eingabe als Auf-

sichtsanzeige, beantwortete diese am 31. August 2021 und hielt dabei zu-

sammenfassend fest, es bestehe aus aufsichtsrechtlicher Sicht kein Hand-

lungsbedarf. 

 

 

C. 
1. 

Gegen den Entscheid des DGS vom 31. August 2021 erhoben A. und B. 

mit Eingabe vom 22. September 2021 Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit 

folgenden Anträgen: 

 - 3 - 

 

 

 

 

1. 
Die vorliegende Beschwerde sei gutzuheissen. 
 
2. 
Der Entscheid des Departementes Gesundheit und Soziales, Kantonaler 
Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG, Obere Vorstadt 3, Postfach, 5001 
Aarau, vom 31. August 2021 (BE.2021.100) sei aufzuheben. 
 
3. 
K. sei für sämtliche zukünftigen sozialhilferechtlichen Angelegenheiten von 
A., B. und G. in den Ausstand zu schicken. 
 
4. 
Eventualiter sei die Sache mit klaren Erwägungen des Verwaltungsge-
richts an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 
 
5. 
Den Beschwerdeführern sei für das vorinstanzliche Verfahren 
BE.2021.100 die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-
ren. Rechtsanwalt Sandor Horvath sei als unentgeltlicher Rechtsbeistand 
zu ernennen. 
 
6. 
Rechtsanwalt Sandor Horvath sei für das vorinstanzliche Verfahren 
BE.2021.100 mit CHF 1'700.00 zuzüglich CHF 43.80 Auslagen und 
CHF 134.25 Mehrwertsteuer (total CHF 1'878.05) zu entschädigen. Even-
tualiter sei die Sache zur Kostenverlegung an die Vorinstanz zum neuen 
Entscheid zurückzuweisen. 
 
7. 
Den Beschwerdeführern sei für das Beschwerdeverfahren die vollumfäng-
liche unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Rechtsanwältin Larissa 
Morard sei als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu ernennen. 
 
8. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin, eventualiter zu Lasten des Staates. 

 

2. 

Das DGS ersuchte am 15. Oktober 2021 um Abweisung der Beschwerde 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführer. 

 

3. 

In der Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2021 beantragte der Ge-

meinderat C.: 

 

Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, eventualiter sei auf die 
Beschwerde nicht einzutreten. 
 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführer 
in solidarischer Haftbarkeit. 

 

 - 4 - 

 

 

 

4. 

Die Beschwerdeführer nahmen in der Replik vom 31. Januar 2022 Stellung. 

 

5. 

Die zuständige Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach stellte das Strafverfah-

ren gegen K. mit Verfügung vom 8. April 2022 ein. 

 

6. 

Am 12. Mai 2022 reichten die Beschwerdeführer weitere Unterlagen ein. 

 

7. 

In der Duplik vom 30. Mai 2022 stellte der Gemeinderat C. folgende An-

träge: 

 

1. 
Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, eventualiter sei auf die 
Beschwerde nicht einzutreten. 
 
2. 
Das Gesuch der Beschwerdeführer auf URP sei vollumfänglich abzuwei-
sen. 

 

8. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 26. Oktober 2022 beraten und ent-

schieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

1.1. 

Der Gemeinderat oder eine von ihm eingesetzte Sozialkommission ist die 

Sozialbehörde der Gemeinde (§ 44 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes über die 

öffentliche Sozialhilfe und die soziale Prävention vom 6. März 2001 [Sozial-

hilfe- und Präventionsgesetz, SPG; SAR 851.200]). Diese trifft gemäss 

§ 44 Abs. 2 SPG die nach diesem Gesetz erforderlichen Verfügungen und 

Entscheide, soweit die Zuständigkeit nicht ausdrücklich einer anderen Be-

hörde zugewiesen ist. Nach § 58 Abs. 1 SPG können Verfügungen und 

Entscheide der Sozialbehörden mit Beschwerde beim Departement Ge-

sundheit und Soziales (DGS) angefochten werden (§ 39a der Sozialhilfe- 

und Präventionsverordnung vom 28. August 2002 [SPV; SAR 851.211]). 

Die Entscheide des DGS können an das Verwaltungsgericht weitergezo-

gen werden (§ 58 Abs. 2 SPG). Rechtsverweigerung und Rechtsverzöge-

rung sind anfechtbaren Entscheiden gleichgestellt (§ 41 Abs. 2 des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwal-

tungsrechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 - 5 - 

 

 

 

 

Die Gemeinde C. verfügt über eine Sozialkommission, die grundsätzlich in 

Sozialhilfesachen erstinstanzlich entscheidet. Deren Entscheide können 

beim DGS bzw. dessen Sektion "Beschwerdestelle SPG" als verwaltungs-

interner Beschwerdeinstanz angefochten werden; der entsprechende Be-

schwerdeentscheid unterliegt der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Dem 

Entscheid des DGS vom 31. August 2021 liegt kein erstinstanzlicher Ent-

scheid der Sozialkommission zu Grunde und Rechtsverweigerung bzw. 

Rechtsverzögerung wurde im betreffenden Verfahren nicht geltend ge-

macht. Insofern liegt kein Rechtsmittelentscheid der Beschwerdestelle 

SPG im Sinne von § 58 Abs. 2 SPG vor. 

 

1.2. 

Der Gemeinderat C. hat am 26. Juli 2021 in seiner Funktion als Aufsichts-

instanz über die kommunale Verwaltung (vgl. § 37 Abs. 2 lit. b des Geset-

zes über die Einwohnergemeinden vom 19. Dezember 1978 [Gemeinde-

gesetz, GG; SAR 171.100]) entschieden, dass der Leiter der Sozialen 

Dienste in künftigen Angelegenheiten betreffend die Beschwerdeführer 

nicht generell in den Ausstand zu treten habe. Dabei handelt es sich nicht 

um einen Entscheid im Sinne von § 16 Abs. 4 VRPG; ein solcher liegt nur 

vor, wenn die Mitwirkung am Erlass eines bestimmten Entscheids zur Dis-

kussion steht (vgl. § 16 Abs. 1 VRPG). Vorliegend war jedoch nicht die Aus-

standspflicht in Bezug auf einen bestimmten Entscheid umstritten; vielmehr 

ging es um eine generelle Ausstandspflicht in Bezug auf sämtliche aktuel-

len und künftigen Angelegenheiten der Sozialen Dienste betreffend die Be-

schwerdeführer. Da der Gemeinderat (zu Recht) als Aufsichtsbehörde ent-

schieden hat, lag kein Entscheid vor, der gestützt auf § 58 Abs. 1 SPG mit-

tels Beschwerde beim DGS hätte angefochten werden können. Es handelt 

sich um keinen selbständig anfechtbaren Zwischenentscheid über den 

Ausstand. 

 

1.3. 

Es ist somit festzuhalten, dass das DGS nicht als Rechtsmittelinstanz ent-

schieden hat und daher kein Rechtsmittelentscheid im Sinne von § 58 

Abs. 2 SPG vorliegt, der beim Verwaltungsgericht angefochten werden 

könnte. 

 

2. 

2.1. 

Die Sozialhilfegesetzgebung weist dem DGS neben seiner Zuständigkeit 

als verwaltungsinterner Beschwerdeinstanz (§ 58 Abs. 1 SPG; § 39a SPV) 

weitere Befugnisse zu. Zu erwähnen sind insbesondere die dem Kantona-

len Sozialdienst zustehenden erstinstanzlichen Entscheidkompetenzen 

(vgl. § 39 SPV). Darüber hinaus sind dem DGS im Bereich der Sozialhilfe 

die allgemeinen Aufsichtszuständigkeiten der kantonalen Behörde über die 

Gemeinden übertragen. Diese Aufsichtstätigkeit wird grundsätzlich durch 

 - 6 - 

 

 

 

den Regierungsrat und das sachzuständige Departement ausgeübt (vgl. 

§ 90 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Aargau vom 25. Juni 1980 [KV; 

SAR 110.000] und § 100 Abs. 2 GG). Der Regierungsrat hat die Behand-

lung von Aufsichtsanzeigen an das Departement delegiert (vgl. § 13 Abs. 2 

des Gesetzes über die Organisation des Regierungsrates und der kanto-

nalen Verwaltung vom 26. März 1985 [Organisationsgesetz; SAR 153.100] 

i.V.m. § 8 der Verordnung über die Delegation von Kompetenzen des Re-

gierungsrats vom 10. April 2013 [Delegationsverordnung, DelV; 

SAR 153.113]). Departementsintern liegt die betreffende Aufsichtskompe-

tenz beim Kantonalen Sozialdienst (vgl. Entscheid des Verwaltungsge-

richts WBE.2016.346 vom 8. Februar 2017, Erw. II/6). 

 

2.2. 

Gemäss § 38 Abs. 1 VRPG kann jede Person jederzeit Tatsachen, die im 

öffentlichen Interesse ein Einschreiten von Amtes wegen gegen Behörden 

gemäss § 1 Abs. 2 VRPG und deren Mitarbeitende erfordern, der Auf-

sichtsbehörde anzeigen. Der anzeigenden Person stehen keine Partei-

rechte zu. Sie hat Anspruch auf Beantwortung, wenn sie nicht missbräuch-

lich handelt (§ 38 Abs. 2 VRPG). 

 

Die Aufsichtsanzeige kann sich gegen alle Verwaltungshandlungen richten, 

sowohl gegen Entscheide als auch gegen nicht förmliches Verwaltungs-

handeln (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtpflege des Bundes, 3. Auflage, 

Zürich/Basel/Genf, Rz. 772). Die Aufsichtsanzeige ist kein formelles 

Rechtsmittel, sondern formloser Rechtsbehelf. Dem Anzeiger steht kein 

materieller Prüfungs- und Erledigungsanspruch zu (MICHAEL MERKER, 

Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen 

Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Kommentar zu den §§ 38-72 

[a]VRPG, Zürich 1998, § 59a N 3; Botschaft des Regierungsrats des Kan-

tons Aargau an den Grossen Rat vom 14. Februar 2007, VRPG, Bericht 

und Entwurf zur 1. Beratung, 07.27, S. 50). Die mit der Aufsichtsanzeige 

geltend gemachten Begehren sind vielfältiger als bei den Rechtsmitteln und 

den übrigen Rechtsbehelfen: Es kann jede Massnahme angeregt werden, 

zu deren Anordnung die Aufsichtsbehörde befugt ist, insbesondere auch 

disziplinarische Massnahmen (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 

UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich/St. Gallen 

2020, Rz. 1205). 

 

Das Aufsichtsverfahren ist grundsätzlich kostenfrei und eine Parteientschä-

digung steht den Anzeigenden mangels Parteistellung nicht zu (vgl. 

MERKER, a.a.O., § 59a N 31; REGINA KIENER/BERNHARD RÜTSCHE/MATHIAS 

KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, Zürich/St. Gallen 2021, Rz. 2052; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1199; BGE 144 II 167, Erw. 3). So-

mit kommen im betreffenden Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege 

und Vertretung nicht zum Tragen. 

 - 7 - 

 

 

 

 

2.3. 

Da vorliegend keine Entscheide über den Ausstand im Sinne von § 16 

Abs. 4 VRPG ergehen konnten (vgl. vorne Erw. 1.2), behandelten der Ge-

meinderat C. und die Beschwerdestelle SPG die Eingaben der Beschwer-

deführer jeweils zu Recht als Aufsichtsanzeigen.  

 

Lehnt es die Behörde ab, auf eine Anzeige einzugehen, oder leistet sie ihr 

keine Folge, steht den Anzeigenden lediglich die Aufsichtsanzeige an die 

nächsthöhere Verwaltungsinstanz offen. Es bleibt den Anzeigern verwehrt, 

den Rechtsmittelweg zu beschreiten, da keine Rechtsstreitigkeit vorliegt 

(KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 783; vgl. KIENER/RÜTSCHE/KUHN, 

a.a.O., Rz. 2050; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1209; BGE 133 II 

468, Erw. 2). Folglich konnte der Beschluss des Gemeinderats C. vom 

26. Juli 2021 nicht mit Verwaltungsbeschwerde angefochten werden; 

ebenso wenig kann der Entscheid des DGS vom 31. August 2021 mittels 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde weitergezogen werden. Die beiden Ant-

worten auf die Aufsichtsanzeigen enthielten denn auch jeweils keine 

Rechtsmittelbelehrung. 

 

2.4. 

Dem Verwaltungsgericht kommt gegenüber der Gemeinde C. und dem 

DGS keinerlei Aufsichtsfunktion zu. Entsprechend kann es die Eingaben 

der Beschwerdeführer nicht behandeln. Eine Weiterleitung kommt nicht in 

Betracht, nachdem der Regierungsrat als höchste Aufsichtsbehörde seine 

diesbezügliche Kompetenz an das DGS delegiert hat und dieses bereits 

tätig geworden ist. 

 

3. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten 

werden darf.  

 

Ergänzend ergeht noch folgender Hinweis: Im Beschluss des Gemeinde-

rats C. vom 26. Juli 2021 wird von einer "Abweisung des Ausstandsge-

suchs" ausgegangen (Vorakten 61) und im Entscheid der Beschwerde-

stelle SPG vom 6. Juli 2021 (Vorakten 55 f.) wird erwähnt, ein Entscheid 

des Gemeinderats im Sinne von § 16 Abs. 4 VRPG sei noch ausstehend. 

Diese Formulierungen passen nicht zur Terminologie eines Aufsichtsver-

fahrens. Die Beschwerdeführer vermögen daraus jedoch keine Ansprüche 

abzuleiten, zumal ihnen keinerlei Nachteile entstanden. Insbesondere wur-

den ihnen weder vom Gemeinderat noch von der Beschwerdestelle SPG 

Kosten auferlegt. 

  

 - 8 - 

 

 

 

 

II. 

1. 

1.1. 

Entsprechend dem Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahrens haben die Beschwerdeführer dessen Kosten zu tragen (vgl. 

§ 31 Abs. 2 VRPG). 

 

Die Staatsgebühr wird unter Berücksichtigung des Zeitaufwands und der 

Bedeutung der Sache festgelegt (vgl. § 3 Abs. 1 i.V.m. § 22 Abs. 1 lit. c des 

Dekrets über die Verfahrenskosten vom 24. November 1987 [Verfahrens-

kostendekret, VKD; SAR 221.150]). Für die Kanzleigebühr und die Ausla-

gen wird auf §§ 25 ff. VKD verwiesen. 

 

1.2. 

Die Beschwerdeführer ersuchen um unentgeltliche Rechtspflege. Auf Ge-

such befreit die zuständige Behörde natürliche Personen von der Kosten- 

und Vorschusspflicht, wenn die Partei ihre Bedürftigkeit nachweist und das 

Begehren nicht aussichtslos erscheint (§ 34 Abs. 1 VRPG). 

 

Als aussichtslos sind nach der Rechtsprechung Begehren zu bezeichnen, 

bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlust-

gefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. 

Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich die Gewinn-

aussichten und die Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene 

nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über 

die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überle-

gung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Pro-

zess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht 

deshalb anstrengen können, weil er sie nicht kostet (BGE 139 III 396, 

Erw. 1.2; 129 I 129, Erw. 2.3.1; 128 I 255, Erw. 2.5.3). Ob im Einzelfall ge-

nügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläu-

figen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Ver-

hältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind 

(BGE 138 III 217, Erw. 2.2.4; 133 III 614, Erw. 5). 

 

Bei Aufsichtsanzeigen, denen keine Folge geleistet wird, ist der Rechtsmit-

telweg ausgeschlossen und kann keine Beschwerde geführt werden (vgl. 

vorne Erw. I/3.3). Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde hatte daher von An-

fang an keine Erfolgschancen. Dies müssen sich die anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführer anrechnen lassen. Ihnen kann die unentgeltliche 

Rechtspflege daher wegen formeller Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels 

nicht gewährt werden. 

 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist folglich abzuweisen. 

 

 - 9 - 

 

 

 

1.3. 

Dem Umstand, dass die Beschwerdeführer bedürftig sind, kann mit einer 

Reduktion der Staatsgebühr Rechnung getragen werden (untragbare Härte 

gemäss § 3 Abs. 3 VKD). Sie ist auf Fr. 500.00 herabzusetzen. 

 

2. 

Mangels Vorliegens der Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechts-

pflege kann den Beschwerdeführern auch die unentgeltliche Vertretung 

nicht gewährt werden (vgl. § 34 Abs. 2 VRPG). Dieses Begehren ist eben-

falls abzuweisen. 

 

3. 

Der Gemeinderat C. hat im vorliegenden Beschwerdeverfahren Parteistel-

lung. Entsprechend dem Verfahrensausgang haben ihm die Beschwerde-

führer eine Parteientschädigung zu bezahlen (vgl. § 29 i.V.m. § 32 Abs. 2 

VRPG). 

 

Die Höhe der Parteientschädigung richtet sich nach dem Dekret über die 

Entschädigung der Anwälte vom 10. November 1987 (Anwaltstarif, AnwT; 

SAR 291.150). Durch die tarifgemässe Entschädigung sind die in einem 

Verfahren notwendigen und entsprechend der Bedeutung der Sache übli-

chen Leistungen des Anwaltes, einschliesslich der üblichen Vergleichsbe-

mühungen, abgegolten (§ 2 Abs. 1 AnwT). In Verfahren ohne einen be-

stimmbaren Streitwert richtet sich die Entschädigung nach den Vorgaben 

von § 8a Abs. 3 AnwT. Angesichts des auf Formalitäten beschränkten Pro-

zessstoffs ist die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 2'000.00 festzule-

gen (vgl. § 3 Abs. 1 lit. b i.V.m. § 6 Abs. 2, § 7 Abs. 2 und § 8 AnwT). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung wird abgewie-

sen. 

 

3. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer redu-

zierten Staatsgebühr von Fr. 500.00 sowie der Kanzleigebühr und den Aus-

lagen von Fr. 218.00, gesamthaft Fr. 718.00, sind von den Beschwerdefüh-

rern zu bezahlen, unter solidarischer Haftbarkeit. 

 

 - 10 - 

 

 

 

4. 

Die Beschwerdeführer werden verpflichtet, dem Gemeinderat C. die vor 

Verwaltungsgericht entstandenen Parteikosten in Höhe von Fr. 2'000.00 zu 

ersetzen, unter solidarischer Haftbarkeit. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführer (Vertreterin) 

das DGS, Kantonaler Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG 

den Gemeinderat C. (Vertreter) 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, Schwei-

zerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden. Die Frist steht still vom 

7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. Au-

gust und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Be-

schwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in 

gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht 

verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen 

(Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 26. Oktober 2022 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Michel Meier