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**Case Identifier:** 3bad37e0-9bf8-58df-82b4-e0f08089f706
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-22
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 22.02.2024 3-RV.2021.163
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2021-163_2024-02-22.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2021.163       
P 29 
 

 

 

 

Urteil vom 22. Februar 2024 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Elmiger  

Richter Schorno  

Gerichtsschreiberin Schaffner          

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____ AG  

 

vertreten durch Tax Partner AG, Steuerberatung, Talstrasse 80, 

8001 Zürich    

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, 

Sektion juristische Personen, vom 9. September 2021 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2013 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 21. Juni 2019 wurde die A._____ AG vom Kantonalen 

Steueramt (KStA), Sektion juristische Personen (JP), für die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2013 (1. Juli 2012 - 30. Juni 2013) zu einem steuerbaren 

Reingewinn von CHF 3'004'269.00 (Anteil Aargau 100 %) und zu einem 

steuerbaren Eigenkapital von CHF 1'050'388.00 (Anteil Aargau 100 %) ver-

anlagt. Dabei wurde in Abweichung von der Selbstdeklaration der geltend 

gemachte Verlust aus der fusionierten B._____ AG von CHF 3'102'674.00 

nicht berücksichtigt. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 21. Juni 2019 liess die A._____ AG mit Schrei-

ben vom 15. Juli 2019 Einsprache einreichen und beantragen: 

 

"1. Die Veranlagung vom 21. Juni 2019 sei aufzuheben und für die Steu-
erperiode vom 1. Juli 2012 - 30. Juni 2013 der steuerbare Gewinn auf 
CHF 0 zu reduzieren. 

 
(…) 

 
3. Eventualiter sei der Steueraufwand in den Steuerperioden 1. Juli 2012 - 

30. Juni 2013 (…) entsprechend den steuerlichen Korrekturen in den 
Veranlagungen vom 21. Juni 2019 zu berücksichtigen."  

 

3. 

Mit Entscheid vom 9. September 2021 hiess das KStA JP die Einsprache 

teilweise gut. In Berücksichtigung eines Steueraufwandes von 

CHF 380'000.00 wurde der steuerbare Reingewinn auf CHF 2'625'269.00 

herabgesetzt. Das steuerbare Eigenkapital blieb unverändert. Es wurde zu-

dem festgestellt, dass die "versteuerten stillen (Minus-)reserven  

CHF -380'000" betragen. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 9. September 2021 (Zustellung nicht be-

kannt; Postaufgabe am 9. September 2021) liess die A._____ AG mit Re-

kurs vom 8. Oktober 2021 (Postaufgabe gleichentags) an das Spezialver-

waltungsgericht, Abteilung Steuern, weiterziehen mit den Anträgen: 

 

"1. Der Einspracheentscheid vom 9. September 2021 (Einsprache-
Nr. 127) sei aufzuheben und für die Steuerperiode 2013 vom 1. Juli 
2012 - 30. Juni 2013 der steuerbare Gewinn auf CHF 0 festzusetzen. 

 
(…) 
 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegne-

rin." 

 - 3 - 

 

 

 

Weiter wurde die Berichtigung eines Kanzleifehlers im Dispositiv des Ein-

spracheentscheids beantragt 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

5. 

Das KStA beantragt die kostenfällige Abweisung des Rekurses. Gleichzei-

tig wurde die Korrektur des Dispositivs (Kanzleifehler) beantragt. 

 

6. 

Die A._____ AG hat eine Replik erstattet.  

 

7. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die Akten des Verfahrens 3-RV.2021. 

164 betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 in Sachen der 

A._____ AG beigezogen. 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2013. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

Im Dispositiv des Einspracheentscheids wird der steuerbare Reingewinn 

mit CHF 2'625'269.00 angegeben. Demgegenüber wird in den Erwägungen 

von einem steuerbaren Reingewinn von CHF 2'624'269.00 ausgegangen. 

Das hat die Rekurrentin zu Recht beanstandet. Das KStA JP hat mit der 

Vernehmlassung den korrekten steuerbaren Reingewinn mit 

CHF 2'624'269.00 angegeben und damit einen "Übertragungsfehler" zuge-

standen. 

 

2.2. 

Da kein rechtskräftiger Entscheid vorliegt, ist die von der Rekurrentin be-

antragte Berichtigung nach § 205 Abs. 1 StG nicht möglich. Hingegen lie-

gen im Rekursverfahren übereinstimmende Anträge vor: 

 

2.3. 

Verwaltungsgericht und Spezialverwaltungsgericht betrachten es in lang-

jähriger, konstanter Praxis auch vor dem Hintergrund der Offizialmaxime 

als zulässig, übereinstimmenden Anträgen der Beteiligten zur Erledigung 

des Verfahrens stattzugeben, sofern sich diese – nach einer summarischen 

Prüfung – als gesetzmässig erweisen und allfällige Zugeständnisse der Be-

teiligten innerhalb des Spielraumes bleiben, den das Gesetz ohnehin ge-

währt (VGE vom 20. Februar 2004 [BE.2003.00301]; SGE vom 1. Septem-

ber 2022 [3-RV.2021.85]). Das ist vorliegend der Fall. Der Rekurs ist daher 

insoweit gutzuheissen, als der steuerbare Reingewinn um CHF 1'000.00 

herabzusetzen ist. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Mit der Steuererklärung 2013 deklarierte die Rekurrentin unter Beilage der 

Jahresrechnung 2013 (Druckdatum 12. Juni 2014) für das Steuerjahr 2013 

(1. Juli 2012 - 30. Juni 2013) einen Reingewinn von CHF 3'489'910.00, die 

Auflösung von versteuerten stillen Reserven (Abschreibung Land S._____) 

von -CHF 90'000.00 sowie einen Verlustvortrag aus dem Jahr 2012 von -

CHF 3'498'317.00, woraus im Geschäftsjahr 2013 ein deklarierter Verlust 

von -CHF 98'407.00 resultierte.  

 - 5 - 

 

 

Der geltend gemachte Verlustvortrag setzt sich wie folgt zusammen: 

 

"Verlust 2009 -1'271'109 
Verrechnet mit Gewinn 2010 610'041 
Verrechnet mit Gewinn 2011 498'912 
Verlustvortrag  -162'156 
 
Gewinn 2010 610'041 
Verrechnet mit Verlust 2009 -610'041 
 
Gewinn 2011 498'912 
Verrechnet mit Verlust 2009 -498'912 
 
Verlust 2012 -233'487 
Verlustvortrag  -233'487 
 
Übernahme Verlustvorträge der 
B._____ AG infolge Fusion  -3'102'674 
 
Total Verlustvortrag  -3'498'317" 

 

3.1.2. 

Das Kapital per 30. Juni 2013 setzte sich aus dem einbezahlten Aktien-

kapital von CHF 250'000.00, den offenen (gesetzlichen) Reserven von 

CHF 125'000.00 und dem verdecktem Eigenkapital von CHF 800'388.00, 

total CHF 1'175'388.00, zusammen. Ausgewiesen wurde sodann ein Bi-

lanzverlust von -CHF 850'062.00. Das steuerbare Eigenkapital betrug 

CHF 1'050'388.00 (einbezahltes Aktienkapitel von CHF 250'000.00 zuzüg-

lich verdecktes Eigenkapital von CHF 800'388.00).  

 

3.1.3. 

Die Rekurrentin hat die B._____ AG, Q._____, durch Fusion per 

tt.mm.2013 gemäss Fusionsvertrag vom tt.mm.2013 und Bilanz per 

tt.mm.2013 (Internetauszug aus dem Handelsregister vom 25. Januar 

2024) übernommen. Aus der Fusion resultierte gemäss Jahresrechnung 

ein Fusionsdisagio von -CHF 6'902'672.53. 

 

3.2. 

Mit der Veranlagung wurden in Abweichung von der Selbstdeklaration nur 

Vorjahresverluste der Rekurrentin aus den Jahren 2009 bis 2012 im Um-

fang von CHF 395'641.00 berücksichtigt, nicht jedoch die Verluste der 

B._____ AG von CHF 3'102'674.00 (vgl. auch Veranlagungsvorschlag des 

KStA JP vom 11. Januar 2017). 

 

3.3. 

Mit der Einsprache machte die Rekurrentin geltend, bei der B._____ AG 

noch nicht berücksichtigte Vorjahresverluste seien qua Fusion auf die 

A._____ AG übertragen worden. Diese könnten innerhalb der Verlust-

vortragsperiode zur Verrechnung gebracht werden. Nach der bundesge-

 - 6 - 

 

 

richtlichen Rechtsprechung (Bundesgerichtsurteil vom 12. März 2012 

[2C_645/2011] betreffend den Kanton Zürich) schliesse der bisherige Hol-

dingstatus der B._____ AG eine Verlustverrechnung bei der Veranlagung 

der Rekurrentin auch bei den Kantons- und Gemeindesteuern nicht aus. 

Das Bundesgericht habe entschieden, dass Gewinne und Verluste, welche 

unter dem Holdingstatus entstanden seien, gleich zu behandeln seien. 

Diese Grundregel der Gleichstellung von unter dem Holdingstatus 

entstandenen Gewinnen und Verlusten gelte abstrakt und unabhängig vom 

Vorliegen effektiver stiller Reserven. Nur wenn die unter dem Holding-

privileg entstandenen stillen Reserven vor dem Übergang zur ordentlichen 

Besteuerung in der Steuerbilanz offengelegt und später steuerfrei realisiert 

werden könnten, blieben die unter dem Holdingprivileg entstandenen Ver-

lustvorträge unberücksichtigt. Bei einer Beschränkung der steuerneutralen 

Offenlegung von stillen Reserven bis maximal zu den Anschaffungskosten 

resultiere demgegenüber eine nicht hinzunehmende Ungleichbehandlung 

von Gewinnen und Verlusten, welche dazu führe, dass Verlustvorträge wei-

ter zu berücksichtigen seien.  

 

Der Kanton Aargau habe im Zeitpunkt der Fusion der Rekurrentin mit der 

B._____ AG die steuerneutrale Aufdeckung stiller Reserven beim Austritt 

aus dem Holdingprivileg wie der Kanton Zürich nur beschränkt – bis zu den 

Anschaffungskosten – zugelassen. Die steuerneutrale Aufwertung auf 

Beteiligungen sei damit nur im handelsrechtlich zulässigen Rahmen 

möglich gewesen. Das sei vom KStA JP mit Schreiben vom 11. Januar 

2017 bestätigt worden, wonach zwar bei Holdinggesellschaften die wäh-

rend des Holdingstatus entstandenen stillen Reserven offengelegt werden 

könnten, was jedoch nicht für Beteiligungen gelte. Dort würden nur wieder-

eingebrachte Abschreibungen bis zur Höhe der Gestehungskosten akzep-

tiert. In Nachachtung des zitierten Bundesgerichtsurteils müssten damit die 

unter dem Holdingstatus der B._____ AG entstandenen Ver-

luste/Verlustvorträge zur Verrechnung zugelassen werden. Ob im Zeit-

punkt der Fusion bei der B._____ AG stille Reserven bestanden hätten 

oder nicht, sei unerheblich. Es seien folgende Verlustvorträge zu 

berücksichtigen: 

 

 Rekurrentin B._____ AG Total 

n-1 30.6.2012 -233'487 31.03.2013 -61'767 -295'254 

n-2 31.12.2011 - 31.12.2012 - - 

n-3 31.12.2010 - 31.12.2011 -246'960 -246'960 

n-4 31.12.2009 -162'154 31.12.2010 -329'929 -492'083 

n-5   31.12.2009 -2'464'018 -

2'464'018 

n-6      

n-7      

     3'498'315 

 

 - 7 - 

 

 

3.4. 

Das KStA JP hiess die Einsprache nur bezüglich einer zusätzlichen Steu-

errückstellung gut. Die Verrechnung von unter dem Holdingprivileg entstan-

denen Verlusten/Verlustvorträgen der B._____ AG wurde jedoch weiterhin 

nicht zugelassen. Im Jahr 2013 habe keine Weisung zur Behandlung von 

Verlustvorträgen beim Statusaustritt bestanden. Praxis sei immer 

gewesen, dass keine Verluste aus der Zeit des Holdingprivilegs nach dem 

Austritt hätten verrechnet werden können und eine beantragte Offenlegung 

von stillen Reserven möglich gewesen sei. Erst im "Merkblatt 2015" sei die 

Praxis des Bundesgerichtes konkretisiert worden, wobei das Bundesge-

richtsurteil auf alle noch offenen Verfahren anwendbar gewesen sei. "Die 

Offenlegung der stillen Reserven auf Beteiligungen ist nur im Ausmass der 

wieder eingebrachten Abschreibungen – und zwar bis zur Höhe der Geste-

hungskosten – möglich." Der über den Gestehungskosten liegende Ver-

kehrswert würde schon beim Eintritt nicht besteuert und unterliege deshalb 

auch beim Austritt nicht der Offenlegung. Liege der Verkehrswert im Zeit-

punkt des Austritts aus dem Holdingprivileg unter den Gestehungskosten, 

könne dieser reduziert werden. Diese Praxis finde ebenfalls Anwendung im 

Übergangsrecht im Rahmen der STAF. 

 

3.5. 

Mit Rekurs hielt die Rekurrentin an den mit Einsprache vorgebrachten Ein-

wendungen fest. Zur Ergänzung wurde ausgeführt, die B._____ AG habe 

die Aktien der Rekurrentin mit Kaufvertrag vom tt.mm.2008 für CHF 11.27 

Mio. erworben. In Berücksichtigung von Wertberichtigungen von 

CHF 3 Mio. und einer Kaufpreisreduktion von CHF 1.5 Mio. habe der 

Buchwert der Beteiligung per tt.mm.2013 noch CHF 6.8 Mio. betragen. In 

der Folge habe die B._____ AG per tt.mm.2013 einen Verlustvortrag von 

CHF 3'102'674.00 ausgewiesen.  

 

Die Verlustvorträge der Rekurrentin seien bei den Kantons- und Gemein-

desteuern jeweils in vollem Umfang zur Verrechnung zugelassen worden, 

nicht jedoch diejenigen der B._____ AG. Dabei habe die Vorinstanz die 

bereits in der Einsprache angeführte bundegerichtliche Rechtsprechung zu 

Unrecht ignoriert. Unter dem Gleichbehandlungsgrundsatz mache das 

Bundesgericht den Vortrag von Vorjahresverlusten nicht vom tatsächlichen 

Vorliegen von stillen Reserven oder einer späteren tatsächlichen 

Realisation abhängig. Würde die Berücksichtigung von Vorjahresverlusten 

von bestehenden stillen Reserven abhängig gemacht, läge keine "echte" 

Gleichbehandlung vor. "Die Vorjahresverluste sollten generell und 

vorbehaltlos in die ordentliche Besteuerung überführt werden können, weil 

im Zeitpunkt des Statuswechsels nicht ausgeschlossen werden soll, dass 

sie später in irgendeiner Form steuerbar wiedereingebracht werden." 

 

Für die Beurteilung, ob Verlustvorträge bei einem Statuswechsel zu berück-

sichtigen seien, sei die im Jahr 2013 (Zeitpunkt der Fusion) geltende Praxis 

 - 8 - 

 

 

massgeblich. Dannzumal sei im Kanton Aargau die steuerneutrale Auf-

deckung stiller Reserven beim Austritt aus dem Holdingprivileg nur be-

schränkt möglich gewesen. Eine Aufwertung von Beteiligungen sei nur im 

handelsrechtlich zulässigen Umfang (Anschaffungskosten) bzw. im Kanton 

Aargau bis zu den Gestehungskosten möglich gewesen. Damit habe die 

Praxis betreffend stille Reserven und Vorjahresverluste im Kanton Aargau 

der vom Bundesgericht beurteilten Praxis im Kanton Zürich entsprochen. 

Dementsprechend seien Vorjahresverluste der fusionierten Holdinggesell-

schaft im Rahmen der ordentlichen Veranlagung der Rekurrentin zu be-

rücksichtigen. 

 

3.6. 

Das KStA JP hielt mit der Vernehmlassung an den Ausführungen im ange-

fochtenen Einspracheentscheid fest. Es wurde weiter ausgeführt, die Pra-

xis im Kanton Aargau habe mit der vom Bundesgericht beurteilten Zürcher 

Praxis nie übereingestimmt. Bei Austritt aus einem Steuerstatus hätten die 

während der Zeit des Status entstandenen stillen Reserven ohne Steuer-

folgen in der Steuerbilanz vollständig offengelegt werden können. Eine 

Ausnahme habe bei den Beteiligungen bestanden, bei denen die Offenle-

gung bis zur Höhe der Gestehungskosten (und nicht Anschaffungskosten 

wie im Zürcher Fall) möglich gewesen sei. Stille Reserven über den Geste-

hungskosten von Beteiligungen seien bei einer Veräusserung ohnehin mit 

dem Beteiligungsabzug freigestellt. Mit dieser Praxis werde sichergestellt, 

dass sämtliche während des Holdingstatus gebildeten stillen Reserven auf 

Beteiligungen bei Austritt nicht besteuert würden. Stille Reserven würden 

damit steuerlich nicht erfasst, weshalb nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung eine Gleichbehandlung von Kapitalgewinnen auf stillen 

Reserven und Verlustvorträgen sichergestellt werde. 

 

3.7. 

Mit der Replik hat die Rekurrentin an ihren bisherigen Ausführungen fest-

gehalten und erklärt, dass im Jahr 2013 gleich wie im Kanton Zürich auch 

im Kanton Aargau nur eine steuerneutrale Aufwertung bis zu den Anschaf-

fungskosten möglich gewesen sei. Eine weitergehende Praxis sei erst mit 

dem Merkblatt des KStA in der Fassung vom 1. Januar 2015 eingeführt 

worden. Zudem wurde erneut auf die Kommentierung von Dieter Weber im 

Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 2. und 3. Auflage, Muri-Bern 2011 

und 2013, § 78 StG N 22, verwiesen, wo nur von einer Aufwertung im han-

delsrechtlichen Rahmen die Rede sei. Es sei zudem fraglich, ob im Schrei-

ben des KStA JP vom 11. Januar 2017 die im Jahr 2013 gültige Praxis 

wiedergegeben worden sei. 

 

Die Differenzierung zwischen handelsrechtlichen Anschaffungskosten und 

steuerlichen Gestehungskosten könne ohnehin ausser Acht gelassen wer-

den. Die zitierte Rechtsprechung des Bundesgerichtes nehme eine solche 

Unterscheidung nicht vor und gelte zudem für jegliche Limitierung, die eine 

 - 9 - 

 

 

Offenlegung der stillen Reserven nicht bis zum Verkehrswert zulasse. Die 

vollständige steuerliche Freistellung der Kapitalgewinne auf Beteiligungen 

über den Beteiligungsabzug sei nicht in jedem Fall garantiert, so bei Ver-

letzung der Mindestveräusserungsquote, aufgrund der Berücksichtigung 

der Finanzierungskosten und des Verwaltungsaufwandes sowie mit der 

Konsumation allfälliger Verlustvorträge/operativer Jahresverluste. Das 

Bundesgericht gehe dementsprechend davon aus, dass der über die An-

schaffungs- bzw. Gestehungskosten hinaus realisierte Buchgewinn auf ei-

ner Beteiligung potentiell steuerbar sei, weshalb der Step-up beim Status-

wechsel bis zum Verkehrswert zugelassen werden müsse, andernfalls die 

unter dem Holdingprivileg entstandenen Vorjahresverluste zur Verrech-

nung zuzulassen seien. 

 

4. 

4.1. 

Die Gewinnermittlung knüpft an die konkrete, mit der Steuererklärung ein-

gereichte Handelsbilanz an (sog. formelle Massgeblichkeit der Handels-

bilanz; vgl. dazu Rolf Benz, a.a.O., S. 195; Brigitte Knobbe-Keuk, Bilanz- 

und Unternehmenssteuerrecht, 9. Auflage, Köln 1993, S. 22), soweit diese 

den materiell-rechtlichen Anforderungen des Handelsrechts (Anbindung 

der Steuerbilanz an die Handelsbilanz nach dem Grundsatz der sog. mate-

riellen Massgeblichkeit der Handelsbilanz; vgl. dazu wiederum Rolf Benz, 

a.a.O., S. 195; Brigitte Knobbe-Keuk, a.a.O., S. 21) entspricht.  

 

4.2.  

Ob eine Buchhaltung oder steuerliche Aufzeichnungen ordnungsgemäss 

sind, beurteilt sich nach den obligationen- bzw. steuerrechtlichen Vorschrif-

ten und den allgemein anerkannten kaufmännischen Grundsätzen (vgl. 

Art. 957 ff. OR). Die Buchhaltung ist formell ordnungsgemäss, wenn die 

nach Art und Umfang des Geschäfts notwendigen Bücher (Grundbücher, 

Hilfsbücher, Inventarbücher, Hauptbuch) klar und übersichtlich geführt wer-

den. Sie ist materiell ordnungsgemäss, wenn sie vollständig und wahr ist, 

d.h. alle Geschäftsvorfälle, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit ih-

ren handelsrechtskonformen Werten wiedergibt (M. Neuhaus/C. Schärer, 

in: Basler Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht 

II, 5. Auflage, Basel 2016, Art. 957a OR N 14 ff.). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, gilt im Steuerverfahren in ent-

sprechender Anwendung des in Art. 8 ZGB niedergelegten Grundsatzes, 

dass derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei-

sen hat, der aus ihr Rechte ableitet. Die Veranlagungsbehörde trägt dem-

zufolge die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen 

oder erhöhen, der Steuerpflichtige für Tatsachen, welche die Steuerschuld 

aufheben oder mindern. Die Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen ist in 

 - 10 - 

 

 

§ 179 StG und § 182 StG explizit festgehalten und überlagert den Grund-

satz der Nachweispflicht (AGVE 1997 S. 201, mit Hinweisen; BGE 140 II 

248, 133 II 153; Bundesgerichtsurteil vom 2. Dezember 2014 [2C_201/ 

2014], vom 15. September 2014 [2C_112/2014] und vom 13. Juni 2012 

[2C_862/2011]; VGE vom 30. März 2011 [WBE.2011.2], unter anderem mit 

Hinweis auf AGVE 2010 S. 111, VGE vom 27. Januar 2010 [WBE.2009. 

268], VGE vom 15. Juli 2009 [WBE.2009.3]; Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, a.a.O., § 174 StG N 15, N 28 ff., § 179 StG N 13 ff., § 182 

StG N 7 ff.). 

 

4.3.2. 

Im Veranlagungsverfahren gilt sodann die Untersuchungsmaxime (§ 190 

Abs. 1 StG). Die Steuerbehörden haben den gesamten Sachverhalt zu un-

tersuchen, einschliesslich Tatsachen, die sich zugunsten des Steuerpflich-

tigen auswirken. Die Steuerbehörden tragen also für sämtliche relevanten 

Tatsachen die sogenannte Beweisführungs- oder subjektive Beweislast. 

Der Untersuchungspflicht der Steuerbehörde stehen allerdings Mitwir-

kungspflichten der Steuerpflichtigen gegenüber. Verletzt der Steuerpflich-

tige seine Mitwirkungspflichten, kann dieses Verhalten ein Indiz für oder 

gegen die Verwirklichung einer steuerrelevanten Tatsache bilden (Bundes-

gerichtsurteil vom 18. Juni 2020 [2C_247/2020]). Der Steuerpflichtige ist 

zur Mitwirkung und namentlich zu umfassender Auskunftserteilung über die 

für die Besteuerung massgebenden Umstände verpflichtet.  

 

Grundsätzlich haben die Behörden den Sachverhalt so abzuklären, dass 

sie von den relevanten Tatsachen "voll überzeugt" sind (sog. Regelbeweis-

mass). Es bedarf aber keiner absoluten Gewissheit, sondern genügt, wenn 

die Steuer- bzw. die Steuerjustizbehörde nach erfolgter Beweiswürdigung 

und aufgrund objektiver Gesichtspunkte mit "an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit" vom Vorliegen einer relevanten Tatsache überzeugt 

ist. Es ist zulässig und oft notwendig, dass sich die Behörden in ihrer Be-

weiswürdigung auch auf Indizien stützen und daraus Schlüsse auf rele-

vante Tatsachen ziehen (sog. natürliche Vermutungen). Wenn die Steuer-

behörde eine relevante Tatsache nicht mit verhältnismässigem Aufwand 

direkt feststellen kann, aber ein oder mehrere Indizien ihre Verwirklichung 

mit hinreichender Gewissheit vermuten lassen, steht es dem Steuerpflich-

tigen frei, diese natürliche Vermutung zu entkräften, indem er das oder die 

Indizien (Vermutungsbasis), die relevante Tatsache (Vermutungsfolge) 

oder allenfalls auch den Erfahrungssatz, der diese beiden verbindet, wider-

legt (sog. Gegenbeweis). 

 

4.3.3. 

Erst wenn eine relevante Tatsache trotz allen zumutbaren Aufwands be-

weislos bleibt, stellt sich die Frage nach der objektiven Beweislast. Dabei 

gilt – wie ausgeführt – auch im öffentlichen Recht der Grundsatz, wonach 

derjenige die (objektive) Beweislast für eine Tatsache trägt, der aus ihr 

 - 11 - 

 

 

Rechte ableitet (Art. 8 ZGB analog; vgl. BGE 142 II 433, Erw. 3.2.6.). Im 

Steuerrecht hat die Praxis diesen Grundsatz dahingehend konkretisiert, 

dass steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen von der Steuerbe-

hörde, steuerausschliessende und -mindernde Tatsachen vom Steuer-

pflichtigen nachzuweisen sind (BGE 144 II 427, Erw. 8.3.1.).  

 

4.4. 

4.4.1. 

Vom Reingewinn der Steuerperiode können Verluste aus sieben der Steu-

erperiode vorangegangenen Geschäftsjahren abgezogen werden, soweit 

sie bei der Berechnung des steuerbaren Reingewinnes dieser Jahre nicht 

berücksichtigt werden konnten (§ 74 Abs. 1 StG).  

 

4.4.2. 

Es ist unbestritten, dass die Jahresrechnung der Rekurrentin ordnungsge-

mäss geführt wurde. Insbesondere die Buchungen im Zusammenhang mit 

der Fusion wurden handelsrechtlich nicht beanstandet. Es ist anerkannt, 

dass die Verlustvorträge (Verlustvorträge der Rekurrentin selbst und aus 

Fusion mit der B._____ AG) per tt.mm.2013 CHF 3'498'315.00 betrugen. 

In diesem Umfang wurde von der Vorinstanz eine Verlustverrechnung bei 

der Veranlagung 2013 der direkten Bundessteuer, welche kein 

Holdingprivileg kennt, zugelassen. Zu Recht wurde sodann bei den Kan-

tons- und Gemeindesteuern die Verrechnung von Verlusten/Verlustvorträ-

gen der Rekurrentin von CHF 395'641.00 in der Steuerperiode 2013 von 

der Vorinstanz zugelassen.  

 

4.4.3. 

Zu beurteilen ist damit im vorliegenden Verfahren, ob die Rekurrentin zu-

sätzlich Verlustvorträge von bis zu CHF 3'102'674.00 in der Steuerperiode 

2013 bei den Kantons- und Gemeindesteuern 2013 verrechnen kann. Die 

Rekurrentin beruft sich dabei im Wesentlichen auf die Rechtsprechung des 

Bundesgerichtes im Urteil vom 12. März 2012 (2C_645/2011). 

 

5. 

5.1. 

Das Bundesgericht hat sich zur Frage, ob eine steuerpflichtige Person die 

noch unter dem Holdingstatus erzielten Vorjahresverluste mit Gewinnen, 

die nach dem Übergang zur ordentlichen Steuerpflicht entstanden sind, zur 

Verrechnung bringen könne, im Urteil vom 12. März 2012 (2C_645/2011) 

im Wesentlichen wie folgt geäussert: 

 

"2.  
(…)  
2.2 Es ist dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass die vorinstanzliche 
Begründung zu kurz greift. Obschon Art. 28 StHG im 2. Abschnitt des 
2. Kapitels (Gewinnsteuer) mit dem Titel 'Steuerberechnung' ('Calcul de 
l'impôt'; 'Calcolo dell'imposta') steht, geht es insbesondere in Art. 28 

 - 12 - 

 

 

Abs. 2-5 StHG um Fragen der Steuerbemessung bzw. des Steuerobjekts. 
Art. 28 Abs. 2 StHG bzw. § 73 Abs. 1 StG/ZH nimmt nämlich nicht nur 
Beteiligungserträge, wo bei einer Holdinggesellschaft in der Tat eine Mehr-
fachbelastung resultiert, von der Gewinnsteuer aus, sondern befreit 
ebenso nicht vorbelastete andere Erträge. Dadurch steckt ein 'systemwid-
riges Element' in diesem Besteuerungskonzept (ZUPPINGER/BÖCKLI/ 
LOCHER/REICH, Steuerharmonisierung, 1983, S. 259) bzw. führt es inso-
weit zu einer problematischen 'Privilegierung' (daher auch die Bezeich-
nung 'Holdingprivileg' für Art. 28 Abs. 2 StHG). Die Auffassung der Vor-
instanz, die Verlustverrechnung sei unabhängig von Art. 28 StHG immer 
gleich vorzunehmen, lässt sich damit jedenfalls nicht aus der Gesetzes-
systematik ableiten. Fraglich ist jedoch, ob sich dieses Ergebnis nicht aus 
anderen Überlegungen herleiten lässt. Weil das StHG ein Rahmen- oder 
Grundsatzgesetz ist, dessen Regelungsdichte je nach Gegenstand vari-
iert, ist auslegungsweise zu ermitteln, welcher Gestaltungsspielraum dem 
kantonalen Gesetzgeber verbleibt (DANIELLE YERSIN, Harmonisation 
fiscale: procédure, interprétation et droit transitoire, in: RDAF 59/2003 II 1 
ff., insbesondere S. 8 f.).  
 
(…)  
  
3.  
3.1 Nach dem Beschwerdeführer spricht bereits der Wortlaut von Art. 25 
Abs. 2 StHG (bzw. § 70 Abs. 1 StG/ZH und Art. 68 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]) 
dafür, dass nur Verluste, welche im ordentlichen Regime angefallen sind, 
zur Verrechnung gebracht werden dürfen. Der erwähnte Art. 25 Abs. 2 
StHG lautet: 
  
Vom Reingewinn der Steuerperiode werden nur Verluste aus den sieben 
der Steuerperiode (Art. 31 Abs. 2) vorangegangenen Geschäftsjahren ab-
gezogen, soweit sie bei der Berechnung des steuerbaren Reingewinns 
dieser Jahre nicht berücksichtigt werden konnten.  
Lorsqu'elles n'ont pas pu être prises en considération lors du calcul du bé-
néfice net imposable de ces années, les pertes des sept exercices 
précédant la période fiscale sont déduites du bénéfice net de cette période 
(art. 31, al. 2).  
Dall'utile netto del periodo fiscale sono dedotte le perdite dei sette esercizi 
commerciali che precedono il periodo fiscale (art. 31 cpv. 2), sempreché 
non se ne sia potuto tenere conto per il calcolo dell'untile netto imponibile 
di tali anni.  
 
Der Beschwerdeführer hält also dafür, dass nur Verluste absetzbar seien, 
die bei der Berechnung des steuerbaren Reingewinns der Vorjahre nicht 
berücksichtigt werden konnten. Bei Holdinggesellschaften sei aber gar 
kein steuerbarer Reingewinn zu ermitteln, weshalb auch keine Verluste 
berücksichtigt werden könnten. Dabei übersieht er, dass die Begriffe (ge-
samter) 'Reingewinn' und 'steuerbarer Reingewinn' rein technische Aus-
drücke sind, um zu klären, ob die Vorjahresverluste von einem Ergebnis 
abgezogen sind oder nicht (vgl. Konferenz Staatlicher Steuerbeamter, 
a.a.O., S. 99 f.). Der Begriff 'steuerbarer Reingewinn' bringt mithin nur eine 
Grössenordnung zum Ausdruck und vermag darüber, ob dieser Reinge-
winn tatsächlich auch steuerlich erfasst wurde, nichts auszusagen. Dass 
dem so ist, erhellt auch aus den Steuererklärungsformularen der Be-
schwerdegegnerin. Die Steuerdeklaration von Holdinggesellschaften er-
folgt nämlich mit dem allgemeinen Steuererklärungsformular, das auch 
von den Kapitalgesellschaften und Genossenschaften verwendet wird, die 

 - 13 - 

 

 

der ordentlichen Steuerpflicht unterliegen (vgl. Urteil SB.2002.00012 des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 25. September 2002 E. 4d). 
In jedem Fall hat die steuerpflichtige Gesellschaft den 'Reingewinn' und 
die Grösse 'steuerbarer Reingewinn' anzugeben, d.h. selbst dort, wo die-
ser Reingewinn aufgrund des Holdingprivilegs gar nicht steuerlich erfasst 
wird. Die Möglichkeit der Verlustverrechnung bereits aufgrund dieser 
'grammatikalischen Überlegungen' auszuschliessen, greift zu kurz.  
  
3.2 Ebenso wenig kann daraus, auf welche Weise dieser Statuswechsel 
unter dem vorharmonisierten Recht behandelt wurde, etwas für den vorlie-
genden Fall abgeleitet werden. Damals war bei Verlust des Holdingprivi-
legs und Übergang zur ordentlichen Besteuerung eine Zwischeneinschät-
zung vorzunehmen, was zur Gegenwartsbemessung führte. Damit fiel eine 
Verlustanrechnung gleichsam 'automatisch' weg (vgl. REINMANN/ZUP-
PINGER/SCHÄRRER, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, Band III, 
1969, N. 208 zu § 45 aStG/ZH). Unter dem harmonisierten Recht bewirkt 
der Statuswechsel gerade keine Zäsur mehr bezüglich der zeitlichen Be-
messung, sondern es besteht insoweit Kontinuität. Allerdings dürften diese 
Erfahrungen aus der Vergangenheit einige Kantone zum Schluss verleitet 
haben, unter dem neuen Recht ändere bezüglich Verlustverrechnung beim 
Statuswechsel nichts (vgl. die bei CHRISTOPH NIEDERER/ANDREA 
SCHERRER, Vortrag von Verlusten beim Systemwechsel von der privile-
gierten zur ordentlichen Besteuerung, in: ST 85/2011, S. 296 ff., insb. Fn. 
2 und 3, wiedergegebenen Resultate einer Umfrage bei den Kantonen; 
siehe auch ETIENNE JUNOD, Die steuersystematische Realisation: Ein 
Überblick mit Gegenüberstellungen bei den direkten Steuern, in: 
StR 61/2006 S. 110 ff., insb. 120; WEIDMANN/GROSSMANN/ ZIGERLIG, 
Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., 1999, S. 333). Ein 
solcher Schluss ist nicht überzeugend, zumal schon der Bundesrat in der 
Botschaft über die Steuerharmonisierung zu Recht darauf hinwies, es sei 
Sache der kantonalen Gesetzgebung, 'die Folgerungen aus dem endgülti-
gen Verlust des Holdingprivilegs' zu ziehen (BBI 1983 III 1 ff., insb. 117; 
vgl. auch Konferenz Staatlicher Steuerbeamter, a.a.O., S. 111; LAMPERT, 
a.a.O., S. 57; REICH, a.a.O., S. 53). Nur zwei Kantone befolgten aber die-
sen Rat und schufen Gesetzesnormen zur Regelung der Verlustanrech-
nung nach einem Statuswechsel (§ 65 Abs. 4 des Steuergesetzes des 
Kantons Zug vom 25. Mai 2000 [BGS 632.1], Art. 84b Abs. 2 Satz 2 der 
Loi d'impôt des Kantons Jura vom 26. Mai 1988 [RS/JU 641.11]).  
  
3.3 Einige Kantone lassen es ausdrücklich zu, stille Reserven, die unter 
dem Holdingstatus entstanden sind, vor dem Übergang zur ordentlichen 
Besteuerung in der Steuerbilanz erfolgsneutral offen zu legen (DUSS/VON 
AH/RUTISHAUSER, a.a.O., N. 125a zu Art. 28 StHG; gemäss NIEDE-
RER/SCHERRER, a.a.O., S. 298 Fn. 3 ist der Kreis jener Kantone sogar 
noch weiter). So hält die Steuerverwaltung des Kantons Obwalden in ihrer 
Dienstanleitung zum Steuergesetz, Weisung Nr. 8/2006 vom 1. Januar 
2008 (Art. 88-99/Art. 30 VV), zum Thema Statuswechsel bei Holdingge-
sellschaften in Ziff. 3.3.4 fest: 'Die während der Zeit als Holdinggesellschaft 
entstandenen stillen Reserven können vor dem Übergang zur ordentlichen 
Besteuerung in der Steuerbilanz offengelegt werden. (...) Verluste aus Ge-
schäftsjahren, für welche das Holdingprivileg beansprucht wurde, können 
nach dem Übergang zur ordentlichen Besteuerung nicht zur Verrechnung 
gebracht werden'. Eine nahezu gleichlautende Praxisfestlegung hat die 
Steuerverwaltung des Kantons Graubünden erlassen. Danach können die 
offen gelegten stillen Reserven später steuerfrei realisiert werden. Unter 
dieser Voraussetzung erscheint es als vertretbar, ebenso wenig Verlust-
vorträge, die unter dem Holdingstatus entstanden sind, nach dem Über-

 - 14 - 

 

 

gang zur ordentlichen Besteuerung noch zu berücksichtigen. Diese Lö-
sung behandelt damit Gewinne und Verluste, die unter dem Holdingstatus 
entstanden sind, richtigerweise gleich (d.h. sie bleiben unberücksichtigt). 
Es ist dies auch die Lösung, welche der Kanton Jura in Art. 84b Abs. 2 
seines Steuergesetzes vorsieht. Solange aber eine solche Gleichbehand-
lung von Gewinnen und Verlusten nicht gewährleistet ist, erscheint es 
sachlich haltbar, auch frühere Verlustvorträge noch zu berücksichtigen. 
Dies ist im Kanton Zürich der Fall, weil stille Reserven nur im handelsrecht-
lich erlaubten Umfang, d.h. lediglich bis zur Höhe der Anschaffungskosten, 
offengelegt werden dürfen (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Kom-
mentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. Aufl., 2006, N. 24 zu 
§ 73 StG/ZH). Damit können im Kanton Zürich im Falle der Realisierung 
von Kapitalgewinnen auf Beteiligungen durchaus stille Reserven steuerlich 
erfasst werden, die an sich bereits unter dem Holdingstatus entstanden 
sind. Dies trifft auch vorliegend zu, werden doch die Beteiligungen der 
Steuerpflichtigen zu Anschaffungspreisen, allenfalls unter Bildung von 
Wertberichtigungen, aktiviert. In diesem Fall erscheint es aber auch als 
vertretbar, entsprechende Verlustvorträge noch steuerlich zu berücksichti-
gen (THOMAS KUNZ, Das Holdingprivileg: Auseinandersetzung mit steu-
erlichen Sonderfragen, in: StR 59/2004 S. 650 ff. bzw. S. 724 ff., insb. 
S. 738 f.; LAMPERT, a.a.O., S. 57 f.; NIEDERER/SCHERRER, a.a.O., 
S. 296 ff.).  
  
3.4 Schliesslich führt der Beschwerdeführer 'verfahrensrechtliche und 
praktische Gründe' an, die gegen eine Berücksichtigung des Verlustvor-
trags sprechen sollen. Aufgrund von Art. 28 Abs. 2 StHG müsse keine Ver-
rechnung von Gewinnen mit Vorjahresverlusten vorgenommen werden. 
Nach der Auffassung des Verwaltungsgerichts müssten Gewinne und Ver-
luste, welche unter dem Holdingregime angefallen sind, nachträglich re-
konstruiert werden. Dem stehe die Rechtskraft der 'Nullveranlagungen' be-
züglich der Gewinne während Dauer des Holdingstatuts entgegen. Diese 
Bedenken vermögen mit der Steuerpflichtigen nicht zu überzeugen, zumal 
die vortragbaren Verluste ohnehin für die Zwecke der direkten Bundes-
steuer laufend nachzuführen und zu dokumentieren sind. Auch bei Be-
triebsgesellschaften wird die Höhe der Verluste erst geprüft, wenn sie mit 
Gewinnen verrechnet werden sollen, d.h. auch für zurückliegende Steuer-
perioden (vgl. Urteile 2C_375/2010 vom 22. März 2011 E. 2, in: StE 2011 
A 24.43.1 Nr. 21; 2C_220/2009 vom 10. August 2009 E. 8.1, in: StR 
64/2009 S. 886, insb. 890 f., je mit Hinweisen). Praxisgemäss fehlt es näm-
lich an einem Feststellungsinteresse, wenn eine Steuerperiode klarer-
weise mit Verlust abschliesst und von der steuerpflichtigen Gesellschaft 
nur verlangt wird, es sei die Höhe der auf das Folgejahr vortragbaren Ver-
luste festzustellen (Urteil 2C_292/2009 vom 26. März 2010 E. 1.3, in: StR 
65/2010 S. 683 f.). Genau gleich verhält es sich aber hier, und irgendeine 
'rechtskräftige Verfügung' steht dem nicht entgegen. lm Übrigen ist es Sa-
che der Steuerpflichtigen, die Höhe der früheren Verluste als steuermin-
dernde Tatsache darzutun. Entsprechend verlangt die Vorinstanz in E. 2.4 
zu Recht, das kantonale Steueramt habe diese Verluste noch zu überprü-
fen und abzuklären, ob sie nicht mit - wenn auch nicht zur Besteuerung 
herangezogenen - Gewinnen unter dem Holdingstatus zu verrechnen 
seien." 

 

5.2. 

Das Bundesgericht prüfte mit seinem Urteil die Anwendung harmonisierten 

kantonalen Steuerrechts durch die kantonalen Instanzen (Erw. 1.5) in ei-

nem Bereich, in dem das Steuerharmonisierungsgesetz den Kantonen ei-

 - 15 - 

 

 

nen gewissen Gestaltungsspielraum belässt. Es wird dabei davon ausge-

gangen, dass es Sache des kantonalen Gesetzgebers sei, die steuerlichen 

Konsequenzen bei endgültigem Verlust bzw. Aufgabe des bisherigen Hol-

dingprivileg festzulegen. Das Bundesgericht hat dementsprechend die 

steuerlichen Konsequenzen eines Verlustes des Holdingprivilegs durch die 

Behörden des Kantons Zürich nur unter dem beschränkten Gesichtswinkel 

der Willkür geprüft. Die Anwendung kantonalen Rechts (Erw. 1.6) prüfte 

das Bundesgericht unter dem Rüge- und Begründungsvorbehalt nur hin-

sichtlich der Verletzung von Bundesrecht, namentlich die Verletzung ver-

fassungsmässiger Rechte und Grundsätze.  

 

5.3. 

Im Ergebnis hat das Bundesgericht die vorinstanzliche Lösung, die Ver-

lustverrechnung zuzulassen, unter dem Aspekt der Willkürprüfung als nicht 

unhaltbar qualifiziert. Das Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons Zü-

rich wurde – wenn auch mit anderer Begründung – bestätigt. Das Bunde-

gericht erachtete den Grundsatz der Gleichbehandlung als verletzt. 

 

5.4. 

Das Bundesgericht hat im Ergebnis die Verrechnung von unter dem Hol-

dingstatus entstandenen, nachgewiesenen Verlusten nach Beendigung 

des Holdingstatus dann zugelassen, wenn die unter dem Holdingstatus ent-

standenen Gewinne aus der Offenlegung von stillen Reserven nach dem 

Wechsel zur ordentlichen Besteuerung nicht steuerfrei bleiben, d.h "in der 

Zukunft" der Besteuerung unterliegen könnten. Das ist insbesondere dann 

der Fall, wenn stille Reserven nur im handelsrechtlich erlaubten Umfang, 

d.h. lediglich bis zur Höhe der Anschaffungskosten, steuerfrei offengelegt 

werden dürfen. Nicht verrechnet werden können dagegen unter dem Hol-

dingstatus entstandene Verluste, wenn die offen gelegten stillen Reserven 

nach dem Wechsel zur ordentlichen Besteuerung steuerfrei realisiert wer-

den können.  

 

5.5. 

Die Rekurrentin beruft sich neben der vorstehend zitierten bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung für die im Kanton Aargau in der Steuerperiode 2013 

von den Steuerbehörden angewandte Praxis einerseits auf Weisungen des 

KStA (Handbuch) und auf eine von Dieter Weber im Kommentar zum Aar-

gauer Steuergesetz vertretene Lehrmeinung. Sie leitet daraus eine Praxis 

mit einer Ungleichbehandlung von Gewinnen und Verlusten beim Wechsel 

vom Holdingstatus zur ordentlichen Besteuerung im Kanton Aargau ab, so 

dass Vorjahresverluste, welche unter dem Holdingprivileg entstanden sind, 

verrechnet werden könnten. Dementsprechend ist vorerst auf die Bedeu-

tung von Merkblättern der Steuerbehörden, Kommentierungen von Steuer-

gesetzen sowie auf die Anwendbarkeit der vom Bundesgericht mit dem Ur-

teil vom 12. März 2012 (2C_645/2011) geübten Rechtsprechung einzuge-

hen. Gestützt darauf ist die Frage der Praxis der Steuerbehörden im Jahr 

 - 16 - 

 

 

2013 zu prüfen. Anschliessend ist auf die Frage der Verlustverrechnung 

selbst einzugehen. 

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Die Steuerbehörden erlassen Kreisschreiben, Merkblätter und Weisungen. 

Diese haben zwar keine Gesetzeskraft und binden weder die Rechtsunter-

worfenen noch die Gerichte, sind jedoch im Sinne einer Auslegungshilfe 

heranzuziehen (BGE 131 II 1; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Oktober 

2011 [2C_95/2011] = Pra 2012 Nr. 87; VGE vom 25. April 2014 [WBE.2013. 

333]). Insoweit ist das Spezialverwaltungsgericht nicht an die von der Re-

kurrentin angeführte Weisung im Handbuch Steuern des KStA gebunden.  

 

6.1.2. 

Aus dem Merkblatt "Holding- und Verwaltungsgesellschaften" (Handbuch 

Steuern des KStA, Band II, Reg. 11; Ausgabedatum 1. Januar 2011; gültig 

ab 2011) wird in Ziff. 1.9 unter Verweis auf § 71 Abs. 5 StG und § 77 StG 

die Abrechnung über die stillen Reserven beim Statuswechsel von der or-

dentlichen Besteuerung hin zur Holdinggesellschaft beschrieben, nicht hin-

gegen der Wechsel vom Holdingstatus in die ordentliche Besteuerung. In-

sofern ist die im vom Bundesgericht zitierten Aufsatz von C. Niederer/ 

A. Scherrer, Vortrag von Verlusten beim Systemwechsel von der privile-

gierten zur ordentlichen Besteuerung, ST 2011 S. 296, in Fn 3 aufgeführte 

Praxisfestlegung nicht existent.  

 

Erst in der Fassung vom1. Januar 2015 werden in Ziff. 3 (S. 13) die Steu-

erfolgen bei Beendigung eines Statusprivilegs erwähnt: 

 

"(…). Mit dem Austritt resp. der Beendigung des Privilegs als Holding- oder 
Verwaltungsgesellschaft besteht die Möglichkeit der Aufdeckung der stil-
len Reserven einschliesslich des während dem Privileg selbst geschaffe-
nen Mehrwertes. Keine Aufdeckung von stillen Reserven ist auf Grundstü-
cken und nur eine begrenzte Aufdeckung auf Beteiligungen möglich, da 
diese auch nicht Gegenstand einer Abrechnung beim Eintritt sind (§ 75 
Abs. 1 StG). Bei Beteiligungen ist die Offenlegung von stillen Reserven nur 
bis zur Höhe der Gestehungskosten zulässig. Die Regelung der Aufde-
ckung von stillen Reserven entspricht der Rechtsprechung des Bundesge-
richtes zur Verlustverrechnung im Zusammenhang mit dem Ende der 
Steuerpflicht einer privilegiert besteuerten Gesellschaft (BGE vom 
12.3.2012, 2C_645/2011). 
 
Bei Holding- und Verwaltungsgesellschaften erfolgt die Aufdeckung von 
stillen Reserven steuerneutral in der Steuerbilanz der letzten Steuerperi-
ode vor Beendigung des Privilegs. (…). 
 
Die in der Steuerbilanz festgehaltenen stillen Reserven werden im Rah-
men der ordentlichen Besteuerung über die Restlaufzeit resp. nach Ab-
schreibungszeitdauer gemäss Merkblatt ESTV erfolgswirksam aufgelöst. 
Der selbst erschaffene Mehrwert ist über 10 Jahre abzuschreiben." 

 - 17 - 

 

 

6.1.3. 

Anlässlich der Steuertagung 2015 hat der Leiter des KStA JP in Ziff. 1.2.1 

(S. 4) der Tagungsunterlagen zur Frage der "Aufdeckung stiller Reserven" 

folgendes festgehalten: 

 

"Holding- und Verwaltungsgesellschaften können jene stille Reserven of-
fen legen, die während der Zeit des Privilegs entstanden sind. Immobilien 
gehören nicht dazu, und bei Beteiligungen werden nur wieder einge-
brachte Abschreibungen bis zur Höhe der Gestehungskosten akzeptiert. 
Bei Holdinggesellschaften erfolgt die Offenlegung steuerneutral. (…)." 

 

Zur Verlustverrechnung wurde in Ziff. 1.2.2 (S. 5) der Tagungsunterlagen 

ausgeführt: 

 

"Der Kanton Aargau kennt wie vorstehend erwähnt die Praxis, dass stille 
Reserven, die während des Zeitraums des Privilegs entstanden sind, in 
der Steuerbilanz offen gelegt werden können. Im Einklang mit der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung entfällt damit die Möglichkeit einer späteren 
Verlustverrechnung nach der Aufgabe eines Statusprivilegs. (…)." 

 

Daraus ist zu schliessen, dass die steuerfreie Offenlegung von stillen Re-

serven bis zu den Gestehungskosten bereits im Jahr 2013 praxisgemäss 

möglich war und diese Praxis in Nachachtung des Bundesgerichtsurteils 

vom 12. März 2012 (2C_645/2011) weitergeführt wurde. 

 

6.1.4. 

Aus Merkblättern ergibt sich somit kein nachvollziehbarer Hinweis auf eine 

im Jahr 2013 geübte Praxis, nach der keine steuerneutrale Aufdeckung stil-

ler Reserven beim Wechsel von der Holdingbesteuerung in die ordentliche 

Besteuerung bzw. eine Offenlegung von stillen Reserven nur bis zu den 

Anschaffungskosten möglich gewesen sein soll. Eine entsprechende Pra-

xis wurde von der für gewinnmindernde Tatsachen beweispflichtigen Re-

kurrentin denn auch nicht mit konkreten abweichenden Fällen nachgewie-

sen. Insofern kann die Rekurrentin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Viel-

mehr ergibt sich, dass die Offenlegung bis zu den Gestehungskosten, wie 

von der Vorinstanz in ihren Schreiben und Entscheiden dargelegt, möglich 

war. 

 

6.2. 

Auch aus der Kommentierung von Dieter Weber im Kommentar zum Aar-

gauer Steuergesetz in der 2. (2004) und 3. Auflage (2009) lässt sich nichts 

zu Gunsten der Rekurrentin ableiten. Die im Kommentar vertretene Mei-

nung stellt, so ist insbesondere auch den Vorworten zu beiden Auflagen zu 

entnehmen, jeweils die Meinung des Autors dar. Da Dieter Weber für die 

Vertreterin der Rekurrentin tätig ist, stellt die Aussage wohl ohnehin eine 

Parteiaussage dar, deren Inhalt von der Rekurrentin nachzuweisen wäre. 

Wie ausgeführt widerspricht die vom Leiter KStA JP an der Steuertagung 

 - 18 - 

 

 

2015 dargelegte Praxis (vgl. Erw. 6.1.3.) den Behauptungen der Rekurren-

tin. 

 

6.3. 

6.3.1. 

Eine Praxisänderung gilt sodann nach ständiger bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung – wie von der Vorinstanz zu Recht angeführt – nicht nur 

für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen 

Fälle (Bundesgerichturteil vom 20. Dezember 2023 [9C_542/2023], 

Erw. 4.1 mit Verweis auf die Rechtsprechung).  

 

6.3.2. 

Es ist festzustellen, dass das KStA auch nach eigener Darstellung die 

Rechtsprechung des Bundesgerichtes zur Frage des Step-up und zur 

Gleichbehandlung der Steuerpflichtigen unmittelbar übernommen und da-

mit klar signalisiert hat, dass an einer von der Rechtsprechung – wie von 

der Rekurrentin nur behaupteten – abweichenden Praxis nicht festgehalten 

werden sollte.  

 

6.4. 

Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass die steuerneutrale Aufdeckung 

von stillen Reserven bis zu den Gestehungskosten im Jahr 2013 möglich 

war, was dafür spricht, eine Verrechnung von unter dem Holdingprivileg 

entstandenen Verlusten nicht zuzulassen. Es besteht – auch im Hinblick 

auf die Regelung von § 71 Abs. 5 StG – eine steuerliche Gleichbehandlung 

der unter dem Holdingprivileg entstandenen Verluste und der unter dem 

Holdingprivileg entstandenen offengelegten stillen Reserven im Sinne der 

mit Bundesgerichtsurteil vom 12. März 2012 begründeten Rechtsprechung. 

Demgemäss sind die Verluste-/Verlustvorträge der fusionierten 

B._____ AG nicht zur Verrechnung zuzulassen und der Rekurs insoweit 

abzuweisen. 

 

7. 

7.1. 

Das KStA macht geltend, bei der Veräusserung einer Beteiligung über den 

Gestehungskosten verhindere der Beteiligungsabzug die Besteuerung von 

stillen Reserven, was eine Verlustverrechnung ebenso ausschliesse. Dem-

gegenüber vertritt die Rekurrentin die Auffassung, die zitierte Rechtspre-

chung des Bundesgerichtes nehme eine solche Unterscheidung für die Be-

steuerung von stillen Reserven nicht vor. Sie gelte für jegliche Limitierung, 

die eine Offenlegung der stillen Reserven nicht bis zum Verkehrswert zu-

lasse. Mit dem Beteiligungsabzug sei die vollständige steuerliche Freistel-

lung der Kapitalgewinne auf Beteiligungen insbesondere bei Verletzung der 

Mindestveräusserungsquote, aufgrund der Berücksichtigung der Finanzie-

rungskosten und des Verwaltungsaufwandes nicht garantiert.  

 

 - 19 - 

 

 

7.2. 

Die vom Bundesgericht als rechtsungleich beurteilte Zürcher Praxis liess 

eine steuerneutrale Offenlegung von stillen Reserven nur bis zu den An-

schaffungskosten zu. Folglich musste vom Bundesgericht die Frage, ob 

bzw. inwieweit die Verlustverrechnung bei Freistellung von unter dem Hol-

dingstatus entstandenen stillen Reserven bis zu den Gestehungskosten 

und (folgender) Veräusserung einer Beteiligung mit (ordentlicher) Besteu-

erung von stillen Reserven über den Gestehungskosten möglich sein sollte, 

nicht beantwortet werden.  

 

7.3. 

7.3.1. 

Gemäss § 76 Abs. 1 StG ermässigt sich die Gewinnsteuer im Verhältnis 

des Nettoertrages aus den Beteiligungsrechten zum gesamten Reinge-

winn, wenn eine Kapitalgesellschaft zu mindestens 10 % am Grund- oder 

Stammkapital oder am Gewinn und an den Reserven einer anderen Ge-

sellschaft beteiligt ist, oder ihre Beteiligungsrechte einen Verkehrswert von 

mindestens CHF 1 Mio. haben. Der Nettoertrag aus Beteiligungen ent-

spricht dem Ertrag aus Beteiligungen abzüglich der darauf entfallenden Fi-

nanzierungskosten und eines Beitrages von 5 % zur Deckung des Verwal-

tungsaufwandes, wobei der Nachweis des effektiven Verwaltungsaufwan-

des vorbehalten bleibt. Als Schuldzinsen gelten Schuldzinsen sowie wei-

tere Kosten, die wirtschaftlich den Schuldzinsen gleichzustellen sind (§ 76 

Abs. 2 StG). Dabei wird der Ertrag aus einer Beteiligung bei der 

Berechnung der Ermässigung nur berücksichtigt, soweit auf der gleichen 

Beteiligung zu Lasten des steuerbaren Reingewinnes keine Abschreibung 

vorgenommen wird, die mit der Gewinnausschüttung im Zusammenhang 

steht (§ 76 Abs. 3 StG). Erträge, die bei der leistenden Kapitalgesellschaft 

geschäftsmässig begründeten Aufwand darstellen (lit. a) und 

Aufwertungsgewinne auf Beteiligungen (lit. b) gelten nicht als 

Beteiligungserträge (§ 76 Abs. 4 StG). Zum Ertrag aus Beteiligungen 

gehören jedoch auch die Kapitalgewinne auf diesen Beteiligungen sowie 

die Erlöse aus dazugehörenden Bezugsrechten (§ 77 Abs. 1 StG). 

Kapitalgewinne werden bei der Berechnung der Ermässigung nach § 76 

StG nur berücksichtigt, soweit der Erlös die Gestehungskosten übersteigt 

(lit. a) und die veräusserte Beteiligung die in lit. b genannten Quoten erfüllt 

(§ 77 Abs. 2 StG). Die Gestehungskosten werden um die vorgenommenen 

Abschreibungen herabgesetzt, soweit diese eine Kürzung der 

Ermässigung nach § 76 Abs. 3 StG zur Folge hatten. Bei Beteiligungen, die 

bei einer erfolgsneutralen Umstrukturierung zu Buchwerten übertragen 

worden sind, wird auf die ursprünglichen Gestehungskosten abgestellt 

(§ 77 Abs. 3 StG). 

 

 - 20 - 

 

 

7.3.2. 

Mit dem Beteiligungsabzug wird die wirtschaftliche Mehrfachbelastung ver-

hindert bzw. gemildert, indem Beteiligungserträge indirekt freigestellt wer-

den. 

 

7.4. 

Im Ergebnis ist der Rekurrentin zuzustimmen, dass der bei ordentlicher Be-

steuerung gewährte Beteiligungsabzug die steuerneutrale Realisation von 

stillen Reserven auf Beteiligungen nicht vollumfänglich gewährleistet. Das 

zeigt der vorliegende Sachverhalt. Im Einspracheentscheid wurde auf dem 

Reingewinn ein Beteiligungsabzug von 79.217 % und auf dem Kapital von 

5.681 % berechnet. Eine vollständige Gleichbehandlung von Gewinnen 

und Verlusten wird damit zwar nicht erreicht. Hingegen entspricht diese Be-

steuerung der gesetzlichen Ordnung, welche bei ordentlicher Besteuerung 

für alle Kapitalgesellschaften gleichermassen gilt. Vor diesem Hintergrund 

kann die Rekurrentin keine über eine Gleichbehandlung hinausgehende 

Besserstellung erwarten. Der Rekurs ist auch deshalb abzuweisen. 

 

8. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt die Rekurrentin zu deutlich weniger 

als 10 %. Dies wird praxisgemäss einem vollständigen Unterliegen gleich-

gestellt (vgl. VGE vom 2. Februar 2011 [WBE.2010.333]). Somit hat die 

Rekurrentin die Kosten des Rekursverfahrens vollumfänglich zu tragen 

(§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteientschädigung auszurichten (§ 189 

Abs. 2 StG). 

 

  

 - 21 - 

 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird der steuerbare Reingewinn 

auf CHF 2'624'269.00 festgesetzt. 

 

2. 

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 10'000.00, der Kanzleigebühr von CHF 265.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, insgesamt CHF 10'365.00, zu bezahlen.  

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin der Rekurrentin (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt S._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

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Aarau, 22. Februar 2024 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Schaffner