# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fb19e60-fabc-5d85-bb12-f291cc66816c
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-27
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011
**Docket/Reference:** DB.2014.211
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2014_211_dx.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2014.211 
1 ST.2014.266 

Entscheid 

27. März 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter Mi-
chael Ochsner und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

In Sachen 

1.  A,    

2.  B,    

vertreten durch Penta Treuhand GmbH,  
Glärnischstrasse 13, 8800 Thalwil,  

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

gegen 

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige  bzw.  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  B  die 

Pflichtigen), von Beruf freipraktizierender Arzt, bezog per  1. September 2011 im Alter 

von  66  Jahren  eine  Kapitalleistung  aus  beruflicher  Vorsorge  in  der  Höhe  von  Fr. 

620'516.70.-. Seine Arztpraxis führte er danach noch fort. Die Kapitalleistung wurde in 

der Folge in der Steuerperiode 2011 mit Veranlagungsverfügung bzw. Einschätzungs-

entscheid  vom  28.  Februar  2012  sowohl  im  Bereich  der  direkten  Bundessteuer  als 

auch im Bereich der Staats- und Gemeindesteuern jeweils getrennt vom übrigen Ein-

kommen  besteuert;  dies  in  Anwendung  der  Besteuerungsregeln  betreffend  Einkünfte 

aus Vorsorge und deshalb auch unter Einbezug einer weiteren Kapitalauszahlung 2011 

aus der 3. Säule in der Höhe von Fr. 33'238.-. 

Mit  Vorschlag  vom  13.  Januar  2014  betreffend  die  ordentliche  Veranlagung 

bzw. Einschätzung der Steuerperiode 2011 stellte die Steuerkommissärin gestützt auf 

eine vorgängige Sachverhaltsuntersuchung u.a. fest, dass der Beschäftigungsgrad des 

Pflichtigen gemäss  Vorsorgeausweis  per  1.  Januar  2012  noch immer  100%  betragen 

habe und er trotz erreichtem ordentlichen Pensionsalter auch weiterhin BVG-versichert 

geblieben  sei.  Unter  diesen  Umständen  habe  gemäss  Vorsorgereglement  per  2011 

keine  Möglichkeit  bestanden,  das  Alterskapital  teilweise  bereits  zu  beziehen.  Dem 

Pflichtigen  werde  deshalb  die  Möglichkeit  eingeräumt,  die  damals  nicht  rechtmässig 

bezogene  Kapitalleistung  wieder  in  die  Vorsorgeeinrichtung  einzuzahlen,  ansonsten 

diese  per  2011  nicht  als  Vorsorgeleistung  privilegiert  und  separat,  sondern  ordentlich 

zusammen mit dem übrigen Einkommen besteuert werde.  

Die Pflichtigen liessen mit Eingabe vom 11. Februar 2014 entgegnen, der Be-

schäftigungsgrad  100%  im  Vorsorgeausweis  2012  sei  falsch.  Korrekt  sei  30%,  nach-

dem  der  Pflichtige  seinen  Beschäftigungsgrad  bereits  per  31.  Juli  2009  um  35%  und 

per 1. September 2011 um weitere 35% reduziert habe. Im laufenden Jahr 2014 werde 

er  nun  die  Erwerbstätigkeit  aber  ohnehin  ganz  aufgeben,  nachdem  der  schon  länger 

geplante Verkauf der Arztpraxis nun klappen sollte.  Aus diesen Gründen  werde unter 

Verweis  auf  die  beigelegten  vorsorgerechtlichen  Dokumente  darum  gebeten,  von  der 

Besteuerung der  per  2011  bezogenen  Vorsorgeleistung  von  Fr.  620'516.-  im  ordentli-

chen Verfahren abzusehen.  

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Mit neuerlichem (unveränderten) Veranlagungs- bzw. Einschätzungsvorschlag 

vom 9. April 2014 wies die Steuerkommissärin darauf hin, dass aus den eingereichten 

Unterlagen  nicht  hervorgehe,  dass  der  Pflichtige  sein  Arbeitspensum  per  2011  redu-

ziert  bzw.  die  Teilpensionierung  tatsächlich  gelebt  habe.  Es  werde  ihm  deshalb  noch 

einmal die Gelegenheit eingeräumt, das nicht rechtmässig bezogene Kapital wieder in 

die Vorsorgeeinrichtung einzuzahlen, ansonsten die Kapitalleistung per 2011 ordentlich 

zusammen mit dem übrigen Einkommen besteuert werde.  

Die Pflichtigen liessen der Steuerkommissärin mit Email vom 13. Mai 2014 in 

der Folge Auszüge aus dem Mailverkehr zwischen ihrem Vertreter und der Vorsorge-

einrichtung des Pflichtigen zukommen. Diesem war zu entnehmen, dass der Pflichtige 

zu  dieser  Zeit  nicht  über  genügend  Liquidität  für  die  steuerbehördlich  gewünschte 

Rückzahlung  der  Kapitalleistung  verfügte  und  deshalb  der  Vorsorgeeinrichtung  vor-

schlug,  per  Juli  2014  ganz  in  Pension  zu  gehen,  das  restliche  Kapital  von  gut 

Fr. 700'000.-  alsdann  zu  beziehen,  mit  diesem  Geld  die  Rückzahlung  der  Kapitalleis-

tung 2011 von rund Fr. 620'000.- umgehend vorzunehmen und anschliessend das vol-

le Alterskapital sogleich wieder ausbezahlt zu erhalten, womit die gesamte Kapitalleis-

tung  von  rund  Fr.  1.32  Mio.  per  2014  bezogen  und  besteuert  würde.  Die 

Vorsorgeeinrichtung  schloss  ein  solches  Vorgehen  nicht  aus,  wies  aber  darauf  hin, 

dass es letztlich einfacher wäre, wenn der Pflichtige per 2014 in Pension gehe, alsdann 

den Rest des Vorsorgekapitals beziehe und in der Folge die Steuerbehörde eine "Diffe-

renzrechnung" ausstelle, indem sie die per 2011 bereits bezogene Kapitalleistung von 

Fr. 620'000.- zum Gesamtsatz von 1.32 Mio. besteure.  

Die  Steuerkommissärin  ging  darauf  nicht  ein  und  setzte  den  Pflichtigen  mit 

Schreiben  vom  26.  Mai  2014  abermals  und  letztmals  Frist  an,  das  nicht  rechtmässig 

bezogene Vorsorgekapital bis zum 15. August 2014 wieder in die Vorsorgeeinrichtung 

einzubezahlen,  ansonsten  dieses  per  2011  zusammen  mit  dem  übrigen  Einkommen 

besteuert werde.  

Mit Eingabe vom 15. August 2014 liessen die Pflichtigen vorbringen, dass die 

Arztpraxis per Ende Juli 2014 in der Zwischenzeit nun verkauft worden sei. Der Pflich-

tige sei seit dem 31. Juli 2014 zu 100% pensioniert. Damit bestehe die Möglichkeit, die 

bereits erfolgte Besteuerung der Kapitalleistung 2011 zu revidieren und die Kapitalleis-

tung stattdessen gemeinsam mit der in Kürze erfolgenden Kapitalauszahlung 2014 zu 

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besteuern, um so die steuerbehördlich gewünschte Besteuerung beider Kapitalleistun-

gen im gleichen Jahr zum Satz der kumulierten Leistungen zu bewerkstelligen. 

Die Steuerkommissärin lehnte ein solches Vorgehen ab, erfasste die per 2011 

bezogene  Kapitalleistung  von  Fr.  620'516.70  mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Ein-

schätzungsentscheid  vom  20.  August  2014  wie  zuvor  angedroht  als  ordentliches  Ein-

kommen und eröffnete den Pflichtigen auf dieser Basis für die Steuerperiode 2011 die 

folgenden Steuerfaktoren: 

direkte Bundessteuer 

Staats- und Gemeindesteuern 

                  Fr. 

    Fr. 

Steuerbares Einkommen 

  780'300.- 

Steuerbares Vermögen 

789'400.- 

3'191'000.-. 

B.  Hiergegen  liessen  die  Pflichtigen  am  15.  September  2014  Einsprache  er-

heben  und  beantragen,  die  Kapitalleistung  2011  in  der  Höhe  von  Fr.  620'516.70  ge-

sondert vom übrigen Einkommen zu besteuern und damit das (ordentliche) steuerbare 

Einkommen  auf  Fr.  159'800.-  (direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr.  168'900.-  (Staats-  und 

Gemeindesteuern) festzusetzen.  

Zur  Begründung  wurde  geltend  gemacht,  dass  nach  der  vollständigen  Er-

werbssaufgabe  des  Pflichtigen  per  Ende  Juli  2014  diesem  in  der  Zwischenzeit  das 

restliche Vorsorgeguthaben von Fr. 726'496.25 ausbezahlt worden sei. Das Vorsorge-

verhältnis sei damit aufgelöst worden, womit die vom Steueramt geforderte Wiederein-

zahlung des Betrags von Fr. 620'516.70 keinen Sinn mehr gemacht habe bzw. unmög-

lich  gewesen  sei.  Beim  letzteren  Betrag  gehe  es  um  eine  Kapitalleistung  aus  der 

beruflichen  Vorsorge,  welche  gesondert  vom  übrigen  Einkommen  zu  besteuern  sei, 

auch wenn die Auszahlung per 2011 zu Unrecht erfolgt sei bzw. per 2014 hätte erfol-

gen  sollen.  Nach  Vorsorgerecht  hätte  die  C  die  unrechtmässig  bezogene  Kapitalleis-

tung von der versicherten Person (dem Pflichtigen) zurückfordern müssen und wäre in 

der Folge bei der Pensionierung des Pflichtigen per 2014 die gesamte Kapitalleistung 

fällig geworden und alsdann separat vom übrigen Einkommen zu besteuern gewesen. 

Nachdem die Wiedereinzahlung der Fr. 620'516.70 faktisch nicht mehr möglich gewe-

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sen  sei,  könne  die  gemeinsame  Besteuerung  beider  Kapitalleistungen  trotzdem  per 

2014 erfolgen, gleich also, wie wenn die Wiedereinzahlung vorgängig erfolgt wäre.  

Mit Entscheiden vom 22. bzw. 26. September 2014 wies das kantonale Steu-

eramt  die  Einsprachen  ab.  Es  erwog,  dass  gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesge-

richts  eine  rechtswidrig  bezogene  Kapitalleistung  aus  einer  Vorsorgeeinrichtung  nicht 

steuerlich privilegiert behandelt werden könne. Nachdem der Pflichtige die Kapitalleis-

tung trotz mehrerer Aufforderungen nicht zurückbezahlt habe, greife in einem solchen 

Fall die ordentliche Besteuerung zusammen mit dem übrigen Einkommen.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 27. Oktober 2014 liessen die Pflichtigen 

die Anträge der Einsprachen wiederholen und zudem die Zusprechung einer Parteient-

schädigung verlangen. In der Begründung wurde geltend gemacht, dass der Vorschlag 

der  Pflichtigen,  die  Kapitalleistung  2011  zusammen  mit  der  Kapitalleistung  2014  und 

somit mit einer hohen Steuerprogression zu besteuern, steuerlich zum selben Ergebnis 

geführt  hätte,  welches  die  Steuerbehörde  mit  der  verlangten  Rückzahlung  angestrebt 

habe.  Die  von  ihnen  vorgeschlagene  Variante  hätte  für  den  Fiskus  folglich  keine 

Nachteile gehabt und wäre zudem für alle Beteiligten mit einer grossen Vereinfachung 

des Verfahrens verbunden gewesen. Von daher lasse sich sachlich nicht rechtfertigen 

bzw. sei es überspitzt formalistisch, wenn die Steuerbehörde auf der physischen Rück-

führung beharre. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Vernehmlassung  vom  10.  Novem-

ber 2014 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess 

sich nicht vernehmen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Die streitbetroffene Kapitalleistung aus beruflicher Vorsorge in der Höhe 

von Fr. 620'516.70 wurde dem Pflichtigen von der BVG Sammelstiftung C am 1. Sep-

tember 2011 ausgerichtet. In diesem Zeitpunkt war er exakt 66 Jahre alt und noch im-

mer  als  freipraktizierender  Arzt  in  der  eigenen  Praxis  tätig.  Als  Auszahlungsgrund 

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kommt damit nur eine Teilpensionierung in der Konstellation der aufgeschobenen Pen-

sionierung in Frage.  

b)  Gemäss  Art.  13  Abs.  4  des  zu  diesem  Zeitpunkt  gültigen  Vorsorgeregle-

ments  wäre  eine  solche  Teilpensionierung  nach  dem  ordentlichen  Rücktrittsalter  

bei  einem  Pensionierungsgrad  zwischen  25%  und  75%  zulässig  gewesen  (vgl.  BVG-

Sammelstiftung  C,  Zürich:  Nachtrag  zum  Vorsorgereglement,  Teilpensionierung  und 

teilweiser Aufschub der Fälligkeit der Altersrente mit Weiterzahlung der Altersgutschrif-

ten  nach  dem  ordentlichen  Rücktrittsalter,  gültig  ab  1.  September  2009).  Jedoch  hat 

der  Pflichtige  damals  seine  Arbeitszeit  nicht  entsprechend  reduziert  und  deshalb  kei-

nen solchen Pensionierungsgrad erreicht. Dass damit von einer unrechtmässig ausge-

richteten Kapitalleistung 2011 auszugehen ist, wird von den Pflichtigen nicht bestritten. 

Im Streit liegt damit allein die Frage, wie diese zu besteuern ist.  

2. a) Nach dem Recht der direkten Bundessteuer sind unter anderem steuer-

bar  alle  Einkünfte  aus  Einrichtungen  der  beruflichen  Vorsorge  und  aus  anerkannten 

Formen  der  gebundenen  Selbstvorsorge,  mit  Einschluss  der  Kapitalabfindungen  und 

Rückzahlungen  von  Einlagen,  Prämien  und  Beiträgen  (Art.  22  Abs.  1  des  Bundesge-

setzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG] ).  

Werden solche Zahlungen als Kapitalleistungen ausgerichtet, sind sie gemäss 

Art.  38  DBG  mit  der  Jahressteuer  getrennt  vom  übrigen  Einkommen  zu  erfassen 

(Abs. 1). Hierbei handelt es sich um eine privilegierte Besteuerung, da die Steuer ledig-

lich zu einem Fünftel des Tarifs nach Art. 36 DBG berechnet wird (Abs. 2) und ausser-

dem die Progressionswirkung des übrigen Einkommens nicht zum Tragen kommt.  

Unter Art. 38 DBG fallen alle Kapitalleistungen aus Vorsorge sowie namentlich 

aus der 2. Säule und der Säule 3a. Die Sonderbesteuerung kommt auch dann zur An-

wendung, wenn die Kapitalleistung aus der 2. Säule im Rahmen der Wohneigentums-

förderung  zum  Erwerb  von  Wohneigentum  verwendet  oder  als  Freizügigkeitsleistung 

im  Hinblick  auf  die  Aufnahme  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ausbezahlt  wird 

(Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 38 N 6; Gladys Laffely Maillard, 

in: Commentaire romand, Impôt fédéral direct, 2008, Art. 38 N 5).  

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b)  Über  die  steuerliche  Behandlung  von  Kapitalleistungen  aus  Vorsorgeein-

richtungen,  die  ohne  Barauszahlungsgrund  erfolgten  bzw.  nicht  rechtmässig  bezogen 

worden sind, gingen die Meinungen in Doktrin und Praxis lange Zeit auseinander (vgl. 

StRK  II,  3.  März  2005  =  StE  2005  B 26.13  Nr.  18).  Mit  Urteil  vom  7.  Juni  2011 

(2C_156/2010, www.bger.ch) hat sich das Bundesgericht erstmals dieser Frage ange-

nommen und hierzu in allgemeiner Hinsicht zunächst Folgendes festgehalten:  

aa) Auch Leistungen einer Vorsorgeeinrichtung, die unter Verletzung von reg-

lementarischen oder vorsorgerechtlichen Bestimmung bezogen worden seien, könnten 

grundsätzlich  ihren  Vorsorgecharakter  bewahren.  Deshalb  lasse  sich  durchaus  die 

Ansicht vertreten, dass auch unrechtmässig bezogene oder nicht bestimmungsgemäss 

verwendete  Leistungen  privilegiert  besteuert  werden  könnten.  Reglements-  oder  ge-

setzwidrige  Vorsorgeleistungen,  die  rechtsmissbräuchlich  in  der  Absicht,  Steuern  zu 

sparen, in Anspruch genommen werden, dürften ohnehin steuerlich nicht als Vorsorge-

leistungen  privilegiert  besteuert  werden.  Dem  Steuerrecht  komme  nun  aber  bei  der 

Verwirklichung  und Durchführung  der  beruflichen  Vorsorge  eine  wesentliche  Funktion 

zu, was die Besteuerung von Beiträgen und Leistungen betreffe. Es könne daher nicht 

Aufgabe des Steuerrechts sein, ein den Zweck der Vorsorge gefährdendes Verhalten 

zu  unterstützen  und  rechtswidrig  bezogene  Leistungen  aus  Vorsorgeeinrichtungen 

steuerlich zu begünstigen.  

Der  vollen  Abzugsfähigkeit  der  Beiträge  an  die  berufliche  Vorsorge  bei  den 

direkten Steuern des Bundes, der Kantone und Gemeinden nach Art. 81 des Bundes-

gesetzes über die berufliche Vorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG) entspreche, dass die 

Leistungen  aus  der  beruflichen Vorsorge in vollem  Umfang  als  Einkommen  steuerbar 

seien (Art. 83 BVG); die volle Besteuerung gelte sowohl für Leistungen in Rentenform 

wie  auch  für  Kapitalleistungen.  Allerdings  statuiere  Art.  38  DBG  für  Kapitalleistungen 

eine  separate  Besteuerung  zu  einem  Vorzugstarif.  Auch  das  Bundesgesetz  über  die 

Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezem-

ber 1990  (StHG)  sehe  in  Art.  11  Abs.  3  für  Leistungen  in  Kapitalform  eine  separate 

Besteuerung vor. Es handle sich um eine erhebliche steuerliche Privilegierung der Ka-

pitalleistungen  gegenüber  den  Rentenleistungen,  da  die  Letzteren  vollumfänglich  und 

progressionswirksam mit dem übrigen Einkommen zu versteuern seien.  

Die  Expertenkommission  zur  Prüfung  des  Systems  der  direkten  Steuern  auf 

Lücken,  welche  die  im  Rahmen  des  Stabilisierungsprogramms  1998  im  Auftrag  des 

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Eidgenössischen  Finanzdepartements  das  harmonisierte  Steuerrecht  gemäss  DBG 

und StHG  auf  Lücken  hin  untersucht  habe  (Expertenkommission  Steuerlücken),  habe 

sich namentlich auch mit der Frage der steuerlichen Förderung der beruflichen Vorsor-

ge  befasst.  Dabei  sei  sie  zum  Schluss  gekommen,  dass  sowohl  der  Steueraufschub-

effekt, der dadurch entstehe, dass die Beiträge an die berufliche Vorsorge vorerst nicht 

besteuert  würden,  wie  auch  die  Steuerbefreiung  der  Vorsorgeeinrichtungen  und  der 

reinvestierten  Erträge (Art.  80  BVG)  systemkonform  und  nicht  als  Steuerlücke  zu  be-

trachten seien. Individuelle Formen der steuerlichen Förderung der beruflichen Vorsor-

ge seien hingegen fragwürdig. Das betreffe namentlich den Kapitalbezug der Vorsorge-

leistungen  bei  Erreichen  der  Altersgrenze  sowie  die  Barauszahlungen  in  den  vom 

Gesetz vorgesehenen Fällen (wie Verlassen der Schweiz oder Aufnahme einer selbst-

ständigen  Erwerbstätigkeit;  vgl.  Art.  5  des  Bundesgesetzes  über  die  Freizügigkeit  

in  der  beruflichen  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenvorsorge    vom  17.  Dezem-

ber 1993,  FZG),  weil  die  tatsächliche  versicherungsmässige Abdeckung der  drei  Risi-

ken Invalidität, Tod und Alter nur mit einer Rentenversicherung vollumfänglich erreicht 

werden könne. Die normale Vorsorgeform sei daher die Rente und nicht die Kapitalab-

findung  (Art.  37  BVG).  Sofern  eine  völlige  steuerliche  Gleichbehandlung  der  beiden 

Formen nicht möglich sei, müsse daher die Rente und nicht die Kapitalleistung steuer-

lich  gefördert  werden.  Unter  diesem  Gesichtswinkel  liessen  sich  die  gesonderte  

Besteuerung  der  Kapitalleistungen  aus  Vorsorge  (Art.  38  Abs.  1  und  2  DBG;  Art.  11  

Abs. 3 StHG) und die damit verbundenen steuerlichen Vorteile nicht rechtfertigen. 

Diese  Ansicht  der  Expertenkommission  habe  einiges für  sich.  Hinzu  komme, 

dass  die  gesetzliche  Regelung  der  Besteuerung  von  Kapitalleistungen  ein  gewisses 

Steuerplanungspotential eröffne, auch wenn im Rahmen der 1. BVG-Revision mit Wir-

kung ab dem 1. Januar 2006, was den überobligatorischen Bereich betreffe, Obergren-

zen für den versicherbaren Lohn eingeführt worden seien. Gemäss Art. 113 Abs. 2 lit. a 

der Bundesverfassung vom 1. April 1999 (BV) ermögliche die berufliche Vorsorge zu-

sammen  mit  den  Leistungen  der  Eidgenössischen  Versicherungen  "die  Fortsetzung 

der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise". Um diesem Verfassungsauf-

trag Nachachtung zu verschaffen, sei daher die steuerliche Privilegierung der Kapital-

leistungen in Art. 38 DBG nicht extensiv zu interpretieren. Das spreche dafür, die steu-

erliche Privilegierung in Art. 38 DBG auf die in Gesetz und Verordnung umschriebenen 

Fälle  zu  beschränken.  Die  Verweisung  in  Art.  38  auf  Art.  22  DBG  ("Einkünfte  aus  ... 

Einrichtungen  der  beruflichen  Vorsorge")  könne  daher  nicht  so  verstanden  werden, 

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dass  auch  eine  von  vornherein  rechtswidrig  bezogene  Kapitalleistung  aus  einer  Vor-

sorgeeinrichtung steuerlich privilegiert behandelt werden müsste.  

Nicht  der  Vorsorge  dienten  Barauszahlungen  (Kapitalleistungen),  wenn  ein 

Barauszahlungsgrund von Anfang an nicht gegeben sei oder wenn die Barauszahlung 

gar nicht zweckentsprechend verwendet werde. In diesem Fall greife daher die ordent-

liche Besteuerung und sei die Kapital- oder Barauszahlung zusammen mit dem übrigen 

Einkommen ordentlich zu versteuern. Das gelte namentlich für den im zu beurteilenden 

Fall  betroffenen  Barauszahlungsgrund  der  Aufnahme  einer  selbständigen  Erwerbstä-

tigkeit gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG. Vorbehalten sei der Fall, dass eine nicht recht-

mässig bezogene oder zweckentfremdet verwendete Barauszahlung an die Vorsorge-

einrichtung zurückbezahlt bzw. wieder ihrem Zweck zugeführt werde.  

bb) An diese allgemeinen Erwägungen anknüpfend stellte das Bundesgericht 

im konkreten  Fall fest,  dass  der  Steuerpflichtige nach der  Barauszahlung  wegen  Auf-

nahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit keine solche aufgenommen habe. Statt-

dessen  habe  er  die  Kapitalleistung  aus  der  beruflichen  Vorsorge  zur  Gründung  einer 

Aktiengesellschaft  verwendet;  damit  habe  er  das  angesparte  Kapital  der  obligatori-

schen beruflichen Vorsorge,  welcher  er  als  Arbeitnehmer  nach wie  vor  unterstellt  sei, 

entzogen.  Eine  Rückführung  der  Gelder  in  die  obligatorische  berufliche  Vorsorge  sei 

offenbar nicht mehr möglich bzw. nicht angeboten worden. Weiter stehe fest, dass eine 

erhebliche  Steuerersparnis  resultierte,  wenn  die  Besteuerung  nach  Art.  38  DBG  ge-

währt würde. Der Steuerpflichtige habe durch die Besteuerung der Barauszahlung mit 

der Jahressteuer, berechnet zu einem Fünftel des ordentlichen Tarifs (Art. 36 DBG), zu 

Unrecht  erheblich  profitiert,  zumal  bereits  die  Arbeitnehmer-  und  Arbeitgeberbeiträge 

vollumfänglich  von  der  Steuer  befreit  gewesen  seien  (Art.  33  Abs.  1  lit.  d  DBG).  Die 

Gleichbehandlung  mit  den  übrigen  Steuerpflichtigen  erfordere  damit  die  ordentliche 

Besteuerung der streitigen Barauszahlung. Dabei gelange der Tarif nach Art. 36 DBG 

zur  Anwendung.  Bei  Kapitalabfindungen  für  wiederkehrende  Leistungen  sehe  Art.  37 

DBG zwar vor, dass diese zusammen mit dem übrigen Einkommen zum Steuersatz zu 

besteuern seien, der sich ergäbe, wenn anstelle der einmaligen Leistung eine entspre-

chende jährliche Leistung ausgerichtet würde, womit im Rahmen der ordentlichen Be-

steuerung vermieden werde, dass eine Person infolge der einmaligen Auszahlung von 

kapitalisierten periodischen Leistungen zu einem überhöhten, der wirtschaftlichen Leis-

tungsfähigkeit  nicht  entsprechenden Steuersatz  besteuert  werde.  Zur  Auszahlung  ge-

lange im zu beurteilenden Fall jedoch aufgrund des (vermeintlichen) Barauszahlungs-

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grundes  der  Aufnahme  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  eine  Kapitalleistung 

(Austrittsleistung)  und  keine  Kapitalabfindung  für  wiederkehrende  Leistungen.  Über 

einen Anspruch auf wiederkehrende Leistungen verfüge der Steuerpflichtige zu diesem 

Zeitpunkt gerade nicht. Dies wäre vielmehr erst bei der Pensionierung der Fall, wobei 

dann aber die Regelung von Art. 38 DBG anwendbar sei. Die Anwendung des Renten-

satzes sei unter diesen Umständen nicht möglich. 

3.  a)  Der  vorerwähnte  Bundesgerichtsentscheid  ist  den  Pflichtigen  bekannt. 

Sie  halten  indes  dafür,  aus  diesem  könne  in  ihrem  Fall  aus  folgenden  Gründen  nicht 

die  ordentlichen  Besteuerung  der  per  2011  unrechtmässig  bezogenen Kapitalleistung 

abgeleitet werden: 

Der  Pflichtige  habe  die  Reduktion  des  Arbeitspensums  um  35%  im  Hinblick 

auf  ein  allmähliches  Auslaufen  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  und  eine  baldige 

Praxisnachfolge beabsichtigt. Die Suche nach einem geeigneten Praxisnachfolger ha-

be sich dann jedoch hinausgezögert, weshalb er sein Arbeitspensum nicht wie geplant 

habe reduzieren können, ohne einen Teil der Patientinnen und Patienten zu verlieren 

und damit die Nachfolgeregelung als Ganzes zu gefährden. Weitergehende Gespräche 

mit einem ernsthaften Interessenten betreffend die Praxisübernahme seien erst im Lauf 

des Frühsommers 2013 geführt worden. Auch diesbezüglich sei es dann aber zu Ver-

zögerungen gekommen, worauf im Lauf des Jahrs 2014 mit einer neuen Interessentin 

verhandelt  worden sei.  Diese  habe  die  Praxis  dann  übernommen  und  nach  kleineren 

Umbauten  am  1.  September  2014  unter  eigenem  Namen  neu  eröffnet.  Im  Zeitpunkt 

des  Kapitalbezugs  (1.  September  2011)  sei  der  Pflichtige  66  Jahre  alt  gewesen.  Die 

Kapitalleistung  habe  deshalb  "rein  von  Alters  wegen"  zweifellos  der  Altersvorsorge 

gedient  und  sei  auch  entsprechend  verwendet  worden.  Um  die  Fortsetzung  der  ge-

wohnten Lebenshaltung in angemessener Weise auf längere Sicht hin zu ermöglichen, 

sei  sie  zum  grössten  Teil  mittel-  bis  längerfristig  angelegt  worden;  ein  kleiner  Teil  

(ca. 5%) sei zudem für die Fensterrenovation in der Eigentumswohnung der Pflichtigen 

verwendet worden. Liege keine Zweckentfremdung der Barauszahlung vor und dienten 

die  bezogenen  Gelder  der  Vorsorge,  so  fehle  es  gemäss  dem  besagten  Bundesge-

richtsentscheid an den Voraussetzungen für eine ordentliche Besteuerung zusammen 

mit dem übrigen Einkommen. 

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1 ST.2014.266 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Sei ein Barauszahlungsgrund von Anfang an nicht gegeben oder werde (was 

hier nicht der Fall sei) die Barauszahlung nicht zweckentsprechend verwendet, so be-

stehe im Übrigen die Möglichkeit der Rückführung der Gelder in den Vorsorgekreislauf, 

was die Steuerbehörde denn auch verlangt habe. Aufgrund der definitiven Beendigung 

der Erwerbstätigkeit mit Auflösung des Vorsorgevertrags bei der Sammelstiftung C per  

31. Juli 2014 und der anschliessenden Auszahlung des Restguthabens sei die Wieder-

einzahlung jedoch sinnlos und unmöglich geworden.  

Tatsächlich  habe  die  Aufteilung  der  Kapitalleistung  auf  zwei  verschiedene 

Jahre  eine  erhebliche  Steuerersparnis  bewirkt.  Wenn  nun  die  Barauszahlung  2011 

zwar der Vorsorge gedient habe, aber infolge des nachträglich wegfallenden Auszah-

lungsgrundes zu früh erfolgt sei, so könnte dieser Mangel ohne nachteilige Folgen für 

den Fiskus nicht allein durch die Rückführung der Gelder in den Vorsorgekreislauf be-

hoben werden, sondern auch durch eine separate Besteuerung im Jahr der restlichen 

Kapitalauszahlung. Voraussetzung für eine Zusammenrechnung der Kapitalleistungen 

sei,  dass  sich  der  Barauszahlungsgrund  inzwischen  verwirklicht  habe  oder  sich  un-

zweifelhaft noch im selben Jahr verwirklichen werde, was hier der Fall sei. Im Lauf des 

Veranlagungsverfahrens 2014 sei nämlich absehbar gewesen, dass der Praxisverkauf 

und damit die vollständige Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit noch im Jahr 

2014 verwirklicht würde. Auf das Angebot der Pflichtigen, die Kapitalleistung 2011 zu-

sammen  mit  der  Kapitalleistung  2014  im  Kalenderjahr  2014  zu  besteuern,  habe  die 

Steuerbehörde  nicht  reagiert,  obwohl  dies  steuerlich  genau  zu  dem  Ergebnis  geführt 

hätte,  welche  sie  mit  der  Rückzahlung  angestrebt  habe,  wenn  also  der  Pflichtige  die 

Kapitalleistung physisch zurückbezahlt und daraufhin im gleichen Jahr infolge der defi-

nitiven  Erwerbsaufgabe  wieder  bezogen  hätte.  Beharre  die  Steuerbehörde  in  dieser 

Konstellation auf der physischen Rückführung, lasse sich das sachlich nicht rechtferti-

gen und sei dies überspitzt formalistisch.  

b) Die Vorinstanz hält dem in der Beschwerde- und Rekursantwort entgegen, 

dass  die  rechtliche  und  nicht  die  wirtschaftliche  Betrachtungsweise  relevant  sei.  Im 

Übrigen  führe  die  Letztere  im  Sinn  der  Besteuerung  der  Kapitalleistung  2011  zusam-

men  mit  der  Kapitalleistung  2014  nicht  zum  selben Ergebnis,  das  bei  einer  Rückzah-

lung der Kapitalleistung 2011 erzielt worden wäre. So wäre etwa ohne Bezug der Kapi-

talleistung 2011 das Vorsorgeguthaben von Fr. 620'616.- noch während rund 3 Jahren 

verzinst worden und somit per 2014 ein höheres Guthaben ausbezahlt worden. Zudem 

habe der Pflichtige das zu Unrecht bezogene Vorsorgekapital teilweise selber angelegt 

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1 ST.2014.266 

 
 
 
 
 
 
 
 
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und damit allenfalls steuerfreie Erträge erzielt sowie teilweise für abziehbaren Liegen-

schaftenunterhalt eingesetzt.  

c)  Der  vorstehenden  Argumentation  der  Vorinstanz  ist  zunächst  entgegenzu-

halten,  dass  im  Rahmen  der  angesprochenen  wirtschaftlichen  Betrachtungsweise  die 

von den Pflichtigen vorgeschlagene Lösung sehr  wohl  zum selben Resultat führt, wie 

die  steuerbehördlich  verlangte  Rückführung  der  Kapitalleistung  in  den  Vorsorgekreis-

lauf. Hätte der Pflichtige die per 1. September 2011 zu Unrecht bezogene Kapitalleis-

tung im Sinn der steuerbehördlichen Aufforderung per Mitte August 2014 (= letzter Tag 

der angesetzten Frist) wieder einbezahlt, so hätte sich die Kapitalleistung auch in die-

ser Konstellation für drei Jahre nicht im Vorsorgekreislauf befunden und dort also kei-

nen  Zinszuwachs  bewirken  können;  die  (BVG-)Verzinsung  der  Fr.  620'516.70  hätte 

folglich erst ab dem Datum der Wiedereinzahlung  (z.B. also 15. August 2014)  einset-

zen und längstens bis zum Datum der vollständigen Pensionierung und des damit ver-

bundenen Bezugs der gesamten Kapitalleistung andauern können. Wenn nun aber die 

vollständige  Pensionierung  am  31.  Juli  2014  erfolgt  ist  (vgl.  Versicherungskorrespon-

denz  im  Email  vom  5.  August  2014),  so  konnte  die  Umsetzung  der  Aufforderung  zur 

Wiedereinzahlung bis spätestens 15. August 2014 keinen Zinszuwachs mehr bewirken. 

Ausbezahlt  wurde  dem  Pflichtigen  anfangs  September  2014  das  Restkapital  von  

Fr.  726'496.25  (vgl.  Abrechnung  der  Sammelstiftung  C  vom  3.  September 2014  und 

Gutschriftanzeige der Notenstein Privatbank vom 8. September 2014). Hätte der Pflich-

tige – wie steuerbehördlich verlangt – kurz zuvor die unrechtmässig bezogenen Kapi-

talleistung  2011  in  der  Höhe  von  Fr.  620'516.70  in  den  Vorsorgekreislauf  zurückge-

führt,  so  wäre  ihm  diese  (unverzinst)  zusammen  mit  dem  Restkapital  also  sogleich 

wieder  ausbezahlt  worden.  In  dieser  Konstellation  hätte  er  damit  eine  Altersleistung 

von Fr. 1'347'012.95 erhalten und wäre diese per 2014 als Vorsorgeleistung privilegiert 

und gesondert vom übrigen Einkommen zu besteuern gewesen; die Frage der ordentli-

chen  Besteuerung  hätte  sich  gemäss  den  klaren  Vorgaben  der  Steuerbehörde  nicht 

gestellt.  

Wenn nun die Pflichtigen vorschlagen, die per 2011 unrechtmässig bezogene 

Kapitalleistung in der Höhe von Fr. 620'516.70 aufgrund der mittlerweile erfolgten voll-

ständigen  Pensionierung  zusammen  mit  dem  anfangs  September  2014  ausbezahlten 

Restkapital von Fr. 726'496.25  als Vorsorgeleistung zu versteuern, so entspricht dies 

exakt dem vorerwähnten Resultat (per 2014 getrennt vom übrigen Einkommen zu ver-

steuernde Vorsorgeleistung in der Höhe von total Fr. 1'347'012.95). 

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1 ST.2014.266 

 
 
 
 
 
 
 
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d) Soweit die Vorinstanz die rechtliche Betrachtungsweise über die wirtschaft-

liche stellt, ist auch insoweit kein Unterschied zwischen den Lösungsvarianten der Par-

teien auszumachen: In beiden Fällen ist zunächst davon auszugehen, dass der Pflich-

tige als 66jähriger mit aufgeschobener Pensionierung per 2011 seiner Vorsorgeeinrich-

tung eine Teilpensionierung bzw. die Reduktion seines Beschäftigungsgrads meldete, 

was  dazu  führte,  dass  ihm  die  Vorsorgeeinrichtung  einen  Teil  seines  Vorsorgegutha-

bens ausbezahlt hat. Dies wäre nach dem bereits Gesagten durchaus reglementskon-

form bzw. rechtmässig gewesen, wenn die Teilpensionierung dann auch gelebt worden 

wäre.  Unbestrittenermassen  war  Letzteres  (aus  welchen  Gründen  auch  immer)  dann 

aber nicht der Fall, so dass sich die Auszahlung der Vorsorgeleistung nachträglich als 

unrechtmässig erwiesen hat.  

Der unrechtmässige Bezug eines Teils der Alterskapitals hätte dem Pflichtigen 

alsdann ermöglicht, sein angespartes Alterskapital trotz fehlender Teilpensionierung in 

zwei Tranchen in Kapitalform zu beziehen, womit sich erhebliche progressionsbedingte 

Steuerersparnisse  hätten  erzielen  lassen.  Ohne  Teilpensionierung  und  damit  einher-

gehendem  Bedarf  an  anteiligen  Vorsorgeleistungen  (zur  Fortführung  der  gewohnten 

Lebensverhältnisse) hätte der Pflichtige  im Rahmen eines rechtsmässigen Vorgehens 

sein gesamtes Altersguthaben nur als Ganzes beziehen können, wobei der Bezug spä-

testens an  1.  September  2015  hätte erfolgen  müssen,  weil  der  Aufschub der  Pensio-

nierung  nur  bis  zum  Alter  70  möglich  ist  (vgl.  Art.  4  Abs.  3  Vorsorgereglement  i.V.m. 

Art. 13 Abs. 2 BVG).  

Wenn  nun  die  Steuerbehörde  mit  Blick  auf  das  Ziel,  solche  progressionsbe-

dingten  Steuerersparnisse  auf  Basis  von  nicht  rechtmässigen,  gestaffelten  Vorsorge-

bezügen kurz vor der Vollpensionierung zu verhindern, verlangt, dass die unrechtmäs-

sig  bezogene  Kapitalleistung  wieder  in  den  Vorsorgekreislauf  zurückgeführt  wird,  so 

gibt es keine sachlichen Gründe, eine Lösung zu verweigern, welche auf andere (ein-

fachere)  Weise  steuerlich  zum  gleichen  Ergebnis  führt.  Kommt  hinzu,  dass  für  den 

Pflichtigen  die  Rückführung  innert  der  vom  Steueramt  gesetzten  Frist  (bis  15.  Au-

gust 2014)  letztlich  gar  nicht  mehr  möglich  war,  nachdem  er  per  31.  Juli  2014  seine 

selbstständige  Erwerbstätigkeit  mittlerweile  vollständig  aufgegeben  hatte  und  damit 

das  Versicherungsverhältnis  beendet  worden  war.  Zwar  ist  in  der  Abrechnung  der 

Sammelstiftung C vom 3. September 2014 der 31. August 2014 als Pensionierungsda-

tum  aufgeführt,  doch  machen  die  Pflichtigen  geltend,  dass  die  definitive  Beendigung 

der  Erwerbstätigkeit  mit  Auflösung  des  Vorsorgevertrags  bereits  per  31.  Juli  2014 

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stattgefunden  habe  und  die  Sammelstiftung  C  fälschlicherweise  einen  Monat  später 

abgerechnet  habe:  Letzteres  ist  gestützt  auf  die  bereits  erwähnte  Versicherungskor-

respondenz  glaubhaft  und  wird  von  der  Vorinstanz  denn  auch  nicht  in Frage gestellt. 

Im  Übrigen  hätte  es aber  auch  bei  einer  Pensionierung  per  Ende August  2014  zu ei-

nem  sinnlosen  und  aufwändigen  Leerlauf  geführt,  den  Betrag  von  Fr. 620'516.70  per 

Mitte August noch einzuzahlen, um ihn umgehend wieder zu beziehen.  

e) Als Zwischenergebnis steht damit fest, dass sich mit dem blossen Hinweis 

darauf,  dass  der  Pflichtige  die  verlangte  Rückzahlung  nicht  vorgenommen  habe,  die 

ordentliche Besteuerung der Kapitalleistung 2011 zusammen mit den übrigen Einkom-

men  2011  nicht  begründen  lässt.  Die  Besteuerungslösung,  welche  bei  der  Rückzah-

lung  resultiert  hätte,  lässt  sich  nach  dem  Gesagten  nämlich  auch  dadurch  erreichen, 

dass  die  per  2011  zu  früh  ausbezahlte  Kapitalleistung  (unter  Revision  der  entspre-

chenden  Veranlagung)  zusammen  mit  der  Restkapitalauszahlung  im  Kalenderjahr 

2014 als Gesamtvorsorgeleistung separat vom übrigen Einkommen besteuert wird.  

f)  aa)  Als  Grund  für  eine  ordentliche  Besteuerung  der  Kapitalleistung  2011 

liesse  sich  allenfalls  anführen,  das  erwähnte  Bundesgerichtsurteil  vom  7.  Juni  2011 

(2C_156/200)  sei  dahingehend  zu  verstehen,  dass  jede  unrechtsmässig  ausbezahlte 

Kapitalleistung aus Vorsorge konsequent im Jahr der Auszahlung als ordentliches Ein-

kommen zu versteuern ist. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn auch das Bundesgericht 

ging davon aus, dass bei unrechtmässigem Bezug einer Kapitalleistung aus Vorsorge 

die  Möglichkeit  von  deren  Rückführung  in  den  Vorsorgekreislauf  besteht,  womit  als-

dann die ordentliche Besteuerung im Jahr der unrechtmässigen Auszahlung vermieden 

werden  kann  (vgl.  E  5.1).  Im  konkreten  Fall  ging  es  dabei  um  einen  noch  mitten  im 

Erwerbsleben  stehenden  Steuerpflichtigen,  welcher  eine  Kapitalleistung  gestützt  

auf  den  Auszahlungsgrund  "Aufnahme  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit"  (Art.  5  

Abs. 1 lit. b FZG) bezogen hatte, in der Folge jedoch unselbstständig erwerbstätig und 

auch weiterhin versichert blieb. In einer solchen Konstellation macht die Aufforderung 

zur Rückführung der bezogenen Kapitalleistung entsprechend Sinn und ist eine solche 

vorsorgerechtlich  auch  ohne  weiteres  möglich.  Will  oder  kann  der  Steuerpflichtige  in 

der  Folge  die  Kapitalleistung  nicht  in  den  Vorsorgekreislauf  zurückführen,  ist  deren 

ordentliche Besteuerung im Jahr des unrechtmässigen Bezugs die vom Bundesgericht 

vorgegebene, sachgerechte Folge.  

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bb) Anders sieht es in Fällen wie dem vorliegenden aus: Hat ein Steuerpflich-

tiger  das  ordentliche  Pensionsalter  von  65  Jahren  erreicht,  könnte  bzw.  müsste  er 

grundsätzlich das Alterskapital beziehen, soweit er nicht die Rente wählt. Entscheidet 

er  sich  im  Rahmen  der  reglementarischen  Möglichkeiten  für  die  Fortführung  der  

Erwerbstätigkeit  und  den  Aufschub  der  Pension  (bis  längstens  Alter  70)  und  tätigt  er 

danach  einen  unrechtmässigen  Bezug  im  Zusammenhang  mit  einer  nicht  gelebten 

Teilpensionierung,  so  macht  die  Rückführung  der  unrechtmässig  bezogenen  Kapital-

leistung  nicht  in  jedem  Fall  Sinn.  In  solchen  Fällen  ist  die  baldige  Vollpensionierung 

(oder  das  Ende  des  Versicherungsverhältnisses  im  Alter  70)  nämlich  absehbar.  Weil 

sodann  die  ordentliche  Veranlagung  der  Steuerperiode  des  Auszahlungsjahrs  (hier 

2011) regelmässig zeitverzögert erfolgt, ist in solchen Fällen gut möglich, dass im Zeit-

punkt  des  Veranlagungsverfahrens  (hier  2014)  die  Rückführung  infolge  zwischenzeit-

lich bereits eingetretener Vollpensionierung gar nicht mehr möglich ist oder infolge der 

unmittelbar  bevorstehenden  Vollpensionierung  keinen  Sinn  mehr  macht.  Von  daher 

drängt es sich auf, bei unrechtsmässig getätigten Kapitalbezügen kurz vor der abseh-

baren Vollpensionierung steuerbehördlich auch zuzulassen, dass die zu früh bezogene 

Altersleistung zusammen mit der Schlusskapitalauszahlung im Jahr der Vollpensionie-

rung besteuert wird,  um dergestalt den progressionsbedingten Steuervorteil eines ge-

staffelten Bezugs zu beseitigen.  

cc) Der vorliegende Entscheid versteht sich damit als Ergänzung des Bundes-

gerichtsurteils in Bezug auf die Gruppe der Steuerpflichten, welche altersbedingt kurz 

vor der endgültigen Pensionierung stehen und bei  welchen die unrechtmässigen Vor-

sorgebezüge vorab im Zusammenhang mit progressionsbedingten Steuervorteilen von 

gestaffelten Bezügen stehen. Die steuerlich naheliegende Sanktion ist in solchen Fäl-

len nach Auffassung des Steuerrekursgerichts die Gesamtbesteuerung der Teilbezüge 

als einheitliche Vorsorgeleistung im Jahr der Vollpensionierung und nicht die Besteue-

rung der ersten Teilleistung als ordentliches Einkommen.  

g)  Bleibt  nach  dem  Gesagten  für  die  ordentliche  Besteuerung  der  per  2011 

unrechtmässig bezogenen Kapitalleistung in der Höhe von Fr. 620'516.70 kein Raum, 

so  ist  im  Rahmen  der  hier  allein  angefochtenen  ordentlichen  Veranlagung  2011  das 

steuerbare Einkommen antragsgemäss zu reduzieren.  

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4. Das StHG enthält für die steuerliche Behandlung der fraglichen Barauszah-

lung  aus  Vorsorge  eine  der  direkten  Bundessteuer  entsprechende  Regelung.  Umge-

setzt ist diese Regelung im Zürcher Steuergesetz vom 8. Juni 1997 (StG) in den §§ 22 

und 37.  

Die  vorliegend  streitige Kapitalleistung  2011  aus  der  beruflichen Vorsorge  ist 

deshalb  im  Bereich  der  kantonalen  direkten  Steuern  gleich  zu  behandeln  wie  bei  der 

direkten Bundessteuer. Damit ist sie auch bei den Staats- und Gemeindesteuern 2011 

nicht der ordentlichen Besteuerung zu unterwerfen, was die beantragte entsprechende 

Reduktion des steuerbaren Einkommens nach sich zieht.  

5. Nach alledem sind Beschwerde und Rekurs gutzuheissen.   

Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  der  Beschwerdegegnerin  bzw. 

dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  (Art.  144  Abs.  1  DBG  und  §  151  Abs.  1  StG).  Den 

obsiegenden  Pflichtigen  ist  sodann  eine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  144 

Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 

vom 20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i. V. m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 [VRG]).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die Steuer-

periode 2011 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 159'800.- veranlagt (Tarif 

gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

2.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Die Rekurrenten werden für die Steuerperiode 2011 

mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 168'900.- und einem steuerbaren Ver-

mögen von Fr. 3'191'000.- eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 

StG; Verheiratetentarif). 

[…]  

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