# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bed45391-0840-5e8b-bb86-46365a947a9a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.08.2025 F-6321/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6321-2024_2025-08-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6321/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richterin Aileen Truttmann,  

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,    

Gerichtsschreiberin Margerita Socha. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, geboren am (...), 

2. B._______, geboren am (...), 

3. C._______, geboren am (...), 

alle Afghanistan, 

alle vertreten durch lic. iur. Lara Hoeft, Verein Pikett Asyl,  

Beschwerdeführende,  

  
, 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin- 

Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Wiedererwägung; 

Gebührenvorschuss;  

Verfügung des SEM vom 25. September 2024 / N (...). 

 

 

 

F-6321/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführenden suchten erstmals am 23. Mai 2023 in der 

Schweiz um Asyl nach. Mit Verfügung vom 27. Juni 2023 trat die Vorinstanz 

auf ihre Asylgesuche nicht ein und ordnete ihre Überstellung nach Lettland 

an. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsge-

richt mit Urteil F-3703/2023 vom 7. Juli 2023 ab. Am 31. Oktober 2023 wur-

den die Beschwerdeführenden per Sonderflug nach Lettland überstellt.  

A.b Am 9. Januar 2024 suchten die Beschwerdeführenden in der Schweiz 

schriftlich erneut um Asyl nach. Die Vorinstanz nahm die Eingabe vom 

9. Januar 2024 als Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c des Asylgeset-

zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) entgegen und trat mit Verfügung 

vom 21. Februar 2024 auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden 

nicht ein, ordnete ihre Überstellung nach Lettland an und forderte sie auf, 

die Schweiz nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Eine dagegen 

erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil 

F- 1357/2024 vom 12. März 2024 ab. 

A.c Am 9. September 2024 teilte das SEM den lettischen Behörden mit, 

dass die gleichentags geplante Überstellung per Flugzeug aufgrund Unter-

tauchens der Beschwerdeführenden nicht durchgeführt werden könne und 

daher auf Grundlage von Art. 29 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedsstaats, 

der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten-

losen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz 

zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) um Verlängerung der Überstel-

lungsfrist auf 18 Monate ersucht werde.  

B.  

B.a Am 13. September 2024 stellten die Beschwerdeführenden ein Wie-

dererwägungsgesuch betreffend den Nichteintretens- und Wegweisungs-

entscheid vom 21. Februar 2024 mit der Begründung, die Sechsmonats-

frist zur Überstellung nach Lettland sei abgelaufen, womit die Zuständigkeit 

für die Durchführung des Asylverfahrens auf die Schweiz übergegangen 

sei. 

B.b Nachdem die Beschwerdeführenden auf ihr Schreiben vom 13. Sep-

tember 2024 von der Vorinstanz keine Antwort erhalten hatten, ersuchten 

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Seite 3 

sie die Vorinstanz mit Schreiben vom 18. September 2024 um Erlass einer 

anfechtbaren Verfügung betreffend Verlängerung der Überstellungsfrist. 

B.c Mit Zwischenverfügung vom 25. September 2024 teilte die Vorinstanz 

den Beschwerdeführenden mit, dass sich die Überstellungsfrist aufgrund 

ihres Untertauchens verlängert habe, und forderte sie auf, aufgrund der 

Aussichtslosigkeit des Wiedererwägungsgesuchs einen Gebührenvor-

schuss von Fr. 600.– zu bezahlen, ansonsten auf das Gesuch nicht einge-

treten werde. 

C.  

C.a Am 7. Oktober 2024 erhoben die Beschwerdeführenden gegen die 

Verfügung vom 25. September 2024 beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde mit den Anträgen, der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz 

vom 25. September 2024 (recte: die Zwischenverfügung) sei aufzuheben; 

es sei die Zuständigkeit der Schweiz für die Behandlung des Asylgesuchs 

festzustellen und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das Asylgesuch der 

Beschwerdeführenden einzutreten. Der Beschwerde sei superprovisorisch 

die aufschiebende Wirkung zu gewähren und als vorsorgliche Massnahme 

sei unter entsprechender Anweisung der kantonalen Behörde vom Vollzug 

der Überstellung bis zum Entscheid über die Beschwerde abzusehen. Es 

seien die Akten der Vorinstanz zu editieren und den Beschwerdeführenden 

sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

C.b Am 10. Oktober 2024 ordnete der damals zuständige Instruktionsrich-

ter einen superprovisorischen Vollzugsstopp an. 

C.c Mit Vernehmlassung vom 30. Oktober 2024 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführenden replizierten mit 

Schreiben vom 20. November 2024. 

C.d Mit Verfügung vom 9. Dezember 2024 hiess der damalige Instruktions-

richter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut und setzte der Vo-

rinstanz eine Frist an zur Einreichung einer Duplik.  

C.e Die Vorinstanz reichte am 8. Januar 2025 die Duplik ein. Der Triplik der 

Beschwerdeführenden vom 24. Februar 2025 folgte am 3. März 2025 eine 

ergänzende Triplik (Substitutionsvollmacht). 

C.f Am 27. Mai 2025 teilte das Bundesverwaltungsgericht den Beschwer-

deführerenden mit, dass Leistungen des Substituten nicht entschädigt 

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werden können, und stellte der Vorinstanz die Eingabe vom 3. März 2025 

zur Kenntnisnahme zu.  

D.  

Aus organisatorischen Gründen wurde im Dezember 2024 das vorliegende 

Beschwerdeverfahren zur Behandlung auf die vorsitzende Richterin über-

tragen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwer-

deführenden sind zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 

Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten, soweit damit die 

Aufhebung der Zwischenverfügung vom 25. September 2024 beantragt 

wird. Diese Zwischenverfügung wurde selbständig eröffnet und ist gemäss 

Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG anfechtbar; der Sachverhalt fällt nicht unter die 

Ausnahmebestimmung von Art. 107 Abs. 1 AsylG. 

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Zwischenverfügung vom 25. Sep-

tember 2024, die die Beschwerdeführenden zur Bezahlung eines Gebüh-

renvorschusses gemäss Art. 111d Abs. 3 AsylG verpflichtete. Sofern bean-

tragt wird, es sei die Zuständigkeit der Schweiz für die Behandlung des 

Asylgesuchs festzustellen und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers einzutreten, ist auf die Beschwerde 

nicht einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht sowie die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Die Beschwerdeführenden bringen in formeller Hinsicht vor, sie seien nie 

über die Verlängerung der Überstellungsfrist informiert worden, weshalb 

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eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nach Art 29 BV (gemeint: Art. 29 

Abs. 2 BV) vorliege.  

Diese Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass 

Art. 29 Dublin-III-VO i. V. m. Art. 9 Abs. 2 der Durchführungsverordnung le-

diglich eine Informationspflicht des überstellenden Mitgliedstaats gegen-

über dem zuständigen Staat vorsieht. Eine Verpflichtung zur Mitteilung der 

Fristverlängerung an die betroffene Person selbst besteht nicht. Eine Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) ist somit zu verneinen.  

4.  

4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist beim SEM 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich 

und begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). In seiner praktisch 

relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungsgesuch die Anpas-

sung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich einge-

tretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5. 

m.w.H.).  

4.2 Bei Wiedererwägungsgesuchen kann das SEM von der gesuchstellen-

den Person einen Gebührenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Ver-

fahrenskosten verlangen. Auf die Erhebung eines Gebührenvorschusses 

ist zu verzichten, wenn die gesuchstellende Person bedürftig ist und ihr 

Begehren nicht von vornherein aussichtslos erscheint (Art. 111d Abs. 3 Bst. 

a i.V.m. Abs. 2 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung der Aussichtlosigkeit des Wiedererwägungsgesuchs 

führte die Vorinstanz in der Zwischenverfügung vom 25. September 2024 

aus, die Beschwerdeführenden seien beim Überstellungsversuch vom 

9. September 2024 nicht angetroffen worden. Daher habe sich ihre Über-

stellungsfrist gestützt auf Art. 29 Abs. 2 Dublin-III-VO auf 18 Monate ver-

längert. Da die Überstellungsfrist noch nicht abgelaufen sei, liege keine ge-

genüber dem Nichteintretensentscheid vom 21. Februar 2024 veränderte 

Sachlage vor, weshalb das Gesuch aussichtslos sei.  

5.2 Die Beschwerdeführenden machen geltend, das Kriterium des Flüch-

tigseins nach Art. 29 Abs. 2 Dublin-III-VO sei nicht erfüllt. Sie seien nicht 

flüchtig gewesen, sondern hätten sich vielmehr den Behörden jederzeit zur 

Verfügung gehalten. Gegen das Vorliegen des Vorsatzes einer aktiven 

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Überstellungsentziehung spreche jedoch insbesondere ihr medizinisch 

gravierender Zustand, welcher nicht erst mit der geplanten Überstellung 

zusammenhänge, sondern den Behörden schon lange bekannt gewesen 

sei. Ein fehlender Informationsfluss zwischen den einzelnen Behörden 

könne nicht die Annahme rechtfertigen, sie – die Beschwerdeführenden – 

hätten sich dem Vollzug ihrer Überstellung absichtlich entzogen. Mit Ver-

weis auf das Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C 51.20 

vom 17. August 2021 könne ihnen nicht vorgehalten werden, einer Mitwir-

kungspflicht nicht nachgekommen zu sein. 

5.3 Die Beschwerdeführenden wenden weiter ein, sie hätten in ihrer Ein-

gabe vom 13. September 2025 beantragt, die Vorinstanz solle feststellen, 

dass die Zuständigkeit für ihr Asylverfahren bei der Schweiz liege, das na-

tionale Asylverfahren durchgeführt werde respektive die Fristen von Art. 29 

Abs. 1 und 2 Dublin-III-VO abgelaufen seien. Damit seien weder eine we-

sentliche Änderung der Situation noch neue erhebliche Tatsachen geltend 

gemacht oder neue Beweismittel vorgelegt worden. Es sei lediglich ver-

langt worden, die Anwendung einer gesetzlichen Bestimmung vorzuneh-

men. Es sei dabei nochmals darauf hinzuweisen, dass die Bestimmungen 

zur Überstellungsfrist in der Dublin-III-VO "self-executing" seien. Bei ihrer 

Eingabe habe es sich nicht um ein Wiedererwägungsgesuch gemäss Art. 

111b AsylG gehandelt, sondern nur um ein Feststellungsbegehren betref-

fend Ablauf oder Nichtablauf der Überstellungsfrist in der Dublin-III-VO, 

mithin des Bestandes oder Nichtbestandes eines Rechtsverhältnisses und 

damit der Anwendbarkeit bestimmter Rechtsnormen. Es sei ihnen wegen 

der falschen Verfahrensart ein Nachteil erwachsen, da die Vorinstanz von 

ihnen einen Kostenvorschuss verlangt und bei Nichtbezahlung angedroht 

habe, keine weiteren Untersuchungshandlungen vorzunehmen. Dabei sei 

ausser Acht gelassen worden, dass es ihnen – den Beschwerdeführenden 

– als Nothilfeempfänger unmöglich wäre, einen solchen Kostenvorschuss 

zu leisten. Da sich das Verfahren ausserdem nicht nach der spezialgesetz-

lichen Bestimmung von Art. 111b AsylG richte, sei auch die in der Rechts-

mittelbelehrung angeführte Beschwerdefrist von 5 Arbeitstagen falsch und 

würde sich korrekterweise nach Art. 108 Abs. 6 AsylG richten und 30 Tage 

betragen.  

6.  

6.1 Hinsichtlich der Qualifikation der in Frage stehenden Eingabe vom 

13. September 2024 ist Folgendes festzuhalten: Die Beschwerdeführen-

den stellen sich darin auf den Standpunkt, die Überstellungsfrist sei am 

12. September 2024 abgelaufen, womit die Zuständigkeit für das Asyl-

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verfahren auf die Schweiz übergegangen sei. Sie ersuchen denn auch ex-

plizit darum, den ursprünglichen Nichteintretensentscheid in dieser Sache 

in Wiedererwägung zu ziehen und auf das Asylgesuch einzutreten. Damit 

machen sie jedoch – entgegen der im Beschwerdeverfahren vertretenen 

Ansicht – offenkundig die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfü-

gung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sach-

lage geltend, die im Ablauf der Überstellungsfrist bestehen soll mit der 

Folge, dass die Zuständigkeit für die Prüfung des Asylgesuchs auf die 

Schweiz übergehe. Die Vorinstanz hat demnach die Eingabe vom 13. Sep-

tember 2024 zu Recht als Wiedererwägungsgesuch entgegengenommen. 

Demzufolge war es korrekt, das Gesuch nach den spezialgesetzlichen Vor-

gaben von Art. 111b und Art. 111d AsylG an die Hand zu nehmen und zu 

behandeln (vgl. Urteil des BVGer F-895/2025 vom 18. Februar 2025 E. 5). 

Die Beschwerdeführenden bezeichnen den angefochtenen Entscheid zu 

Unrecht als Feststellungsverfügung. Streitgegenstand bildet die Verpflich-

tung, einen Gebührenvorschuss von Fr. 600.- zu leisten. 

6.2 Wird eine Überstellung nicht innerhalb der Frist von sechs Monaten 

nach der Annahme des Aufnahme- oder Wiederaufnahmegesuchs durch-

geführt, ist der zuständige Mitgliedstaat nicht mehr zur Aufnahme oder Wie-

deraufnahme der betreffenden Person verpflichtet und die Zuständigkeit 

geht auf den ersuchenden Mitgliedstaat über. Diese Frist kann höchstens 

auf 18 Monate verlängert werden, wenn die betreffende Person flüchtig ist 

(Art. 29 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

6.3 Unter den Begriff «flüchtig» im Sinne von Art. 29 Abs. 2 Dublin-III-VO 

sind alle Sachverhalte zu subsumieren, in denen die asylsuchende Person 

aus von ihr zu vertretenden Gründen für die Behörden des Staates, der die 

Überstellung durchführen will, nicht auffindbar ist oder das Überstellungs-

verfahren sonst wie absichtlich behindert beziehungsweise, wenn sie sich 

der Durchführung der Überstellung gezielt und bewusst entzieht, um die 

Überstellung zu vereiteln (vgl. BVGE 2010/27 E. 7.2.3; Urteile des BVGer 

D-894/2024 vom 20. Februar 2024 E. 6.2; D-3831/2023 vom 4. Dezember 

2023 E. 3.3; D-4561/2023 vom 10. Oktober 2023 E. 6.2 und 7.3; 

E-5008/2021 vom 18. Januar 2022 E. 5.3; Urteil des EuGH vom 19. März 

2019 C-163/17 Abubacarr Jawo/Bundesrepublik Deutschland Rn 70; UL-

RICH KOEHLER, Praxiskommentar zum Europäischen Asylzuständigkeits-

system, 2018, N. 34 zu Artikel 29; CHRISTIAN FILZWIESER / ANDREA SPRUNG, 

Dublin III-Verordnung, 2014, K12 zu Art. 29; ALBERTO ACHERMANN ET AL. 

[Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2022/2023, S. 273). 

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Seite 8 

6.4 Den Ausführungen der Beschwerdeführerenden (vgl. E. 5.2) kann nicht 

gefolgt werden. Aus der Rechtsprechung geht hervor, dass Asylsuchende, 

falls sie sich nachts nicht in der ihr zugewiesenen Unterkunft aufhalten und 

nicht erreicht werden können, sich allfälligen Vollzugshandlungen entzie-

hen (vgl. statt vieler Urteil des BVGer F-3527/2024 vom 28. Februar 2025 

E. 5.3 m.w.H.). Dadurch, dass die Beschwerdeführenden in der Nacht vom 

9. September 2025 um 3.30 Uhr beziehungsweise 4.30 Uhr nicht in den 

ihnen zugewiesenen Unterkünften befanden, ist die nicht zu Stande ge-

kommene Überstellung nach Lettland aller Voraussicht nach ihnen anzu-

lasten. Daran vermögen die von den Beschwerdeführenden geltend ge-

machten medizinisch gravierenden Zustände nichts zu ändern. Indem sie 

ihre Unterkünfte trotz des Wissens über den Zeitpunkt der bevorstehenden 

Ausreise verlassen haben, ohne dies den verantwortlichen Personen un-

verzüglich zu melden, haben sie – zumindest grob fahrlässig – die Durch-

führung der Überstellung behindert beziehungsweise vereitelt. Die Vor-

instanz, welche im vorliegenden Rahmen (Prüfung der Aussichtslosigkeit 

gemäss Art. 111d Abs. 2 AsylG) lediglich eine summarische Prüfung des 

Wiedererwägungsgesuchs vorzunehmen hatte, durfte somit das Flüchtigs-

ein im Sinne von Art. 29 Abs. 2 Dublin-III-VO annehmen (vgl. Urteil des 

BVGer F-5193/2024 vom 11. Dezember 2024 E. 6.4). Dafür spricht auch, 

dass die Beschwerdeführenden sowohl durch ihre Äusserungen als auch 

durch ihr vergangenes Verhalten gezeigt haben, dass sie sich ihrer Über-

stellung nach Lettland kategorisch widersetzen und in keiner Weise zur 

Mitwirkung daran bereit sind.  

6.5 Nach dem Gesagten erachtete die Vorinstanz das Wiedererwägungs-

gesuch zu Recht als aussichtlos und war somit zur Erhebung eines Ge-

bührenvorschusses gestützt auf Art. 111d Abs. 3 AsylG berechtigt. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Zwischenver-

fügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten ist. 

8.  

8.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung gegenstandslos geworden und der am 10. Okto-

ber 2024 angeordnete Vollzugsstopp fällt dahin. 

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Seite 9 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem ihnen 

aber mit Zwischenverfügung vom 9. Dezember 2024 die unentgeltliche 

Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind keine 

Verfahrenskosten zu erheben. 

8.3 Das Gesuch um Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertreterin (welche 

nicht im Anwaltsregister eingetragen ist) als unentgeltliche Rechtsbeistän-

din wurde mit Zwischenverfügung 9. Dezember 2024 – allerdings zu Un-

recht (vgl. Art. 102m Abs. 2 und 3 AsylG) – ebenfalls gutgeheissen. Sie ist 

unbesehen des Ausgangs des Verfahrens zu entschädigen. Das Gericht 

setzt die Entschädigung unter Berücksichtigung der Kostennote fest. Wird 

– wie vorliegend – keine solche eingereicht, so setzt das Gericht die Ent-

schädigung aufgrund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). In Berücksich-

tigung der Notwendigkeit der Eingaben, der Schwierigkeit der Streitsache 

in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht sowie der Bandbreite ausgerichte-

ter Entschädigungen in vergleichbaren Fällen ist das Honorar nach Mass-

gabe der einschlägigen Bestimmungen auf Fr. 2’500.– (inkl. Auslagen und 

MwSt) festzusetzen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der Rechtsvertreterin wird zu Lasten der Gerichtskasse ein amtliches Ho-

norar von Fr. 2’500.– zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Margerita Socha 

 

 

 

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