# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 682ee686-6518-5193-8e40-a00098c9e8b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-05-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.05.2018 F-2155/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2155-2018_2018-05-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2155/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  M a i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Antonio Imoberdorf, 

mit Zustimmung von Richter Blaise Vuille,   

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 
 Z._______,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone. 

 

 

 

F-2155/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die syrische Staatsangehörige Z._______ (geb. […]; nachfolgend Be-

schwerdeführerin) zusammen mit ihrer Mutter und den noch minderjähri-

gen Geschwistern B._______ und C._______ (vgl. separates Verfahren F-

2010/2018), mittels humanitären Visums am 15. März 2018 in die Schweiz 

einreiste und gleichentags um Asyl ersuchte, 

dass die Beschwerdeführerin am 23. März 2018 im Empfangs- und Verfah-

renszentrum (EVZ) Bern einer summarischen Befragung zur Person (BzP) 

unterzogen wurde, 

dass die Beschwerdeführerin – wie auch ihre Mutter und die minderjähri-

gen Geschwister – mit separatem Zuweisungsentscheid des SEM vom  

28. März 2018 – eröffnet am 29. März 2018 – dem Kanton Graubünden 

zugewiesen wurde, wobei das SEM einer allfälligen Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung entzog (Akten der Vorinstanz [SEM act.] A11),  

dass im Zuweisungsentscheid festgehalten wurde, dieser könne nur mit 

der Begründung angefochten werden, er verletze den Grundsatz der Ein-

heit der Familie, 

dass die Beschwerdeführerin mit Rechtsmitteleingabe vom 5. April 2018 

(Datum des Poststempels) beim Bundesverwaltungsgericht sinngemäss 

beantragt, die Verfügung der Vorinstanz vom 28. März 2018 sei aufzuhe-

ben; die Beschwerdeführerin und ihre Familie seien dem Kanton Bern zu-

zuteilen (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer act.] 1), 

dass als Begründung im Wesentlichen geltend gemacht wurde, die Nichte 

der Mutter der Beschwerdeführerin lebe in M._______ (BE); sie stünde der 

Familie sehr nahe; in Syrien habe diese sehr oft bei der Familie […] gelebt 

und der Mutter bei Krankheit und Geburt der Kinder im Alltag geholfen; sie 

habe daher eine enge Beziehung zu den Kindern; sie würden ihr vertrauen 

und würden sie „Mutter“ nennen, 

dass die Beschwerdeführerin die Rechtsmitteleingabe dem Bundesverwal-

tungsgericht – auf dessen Ersuchen hin mit ihrer Unterschrift versehen – 

am 3. Mai 2018 zustellte (BVGer act. 4 und 5),  

dass auf den weiteren Akteninhalt – soweit nötig – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen wird, 

 

F-2155/2018 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 VGG zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig ist und 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführerin als Verfügungsadressatin beschwerdelegiti-

miert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art.37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass es sich bei Entscheiden des SEM über die Zuweisung einer asylsu-

chenden Person an einen Kanton um beim Bundesverwaltungsgericht an-

fechtbare Zwischenverfügungen handelt (Art. 27 Abs. 3 i.V.m. Art. 107 

Abs. 1 AsylG) und die Frist zur Einreichung einer Beschwerde zehn Tage 

beträgt (Art. 108 Abs. 1 AsylG), 

dass die Einreichung der Beschwerde rechtzeitig erfolgte, weshalb auf die 

nunmehr formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist, 

dass das SEM die Asylsuchenden gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG den Kan-

tonen zuweist und dabei den schützenswerten Interessen der Kantone und 

der Asylsuchenden Rechnung trägt, 

dass die Verteilung nach einem Schlüssel gemäss Art. 21 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1; SR 142.311) erfolgt, wobei das SEM 

bei der Verteilung bereits in der Schweiz lebende Familienangehörige, die 

Staatsangehörigkeit der Asylsuchenden und besonders betreuungsinten-

sive Fälle berücksichtigt (Art. 22 Abs. 1 AsylV 1), 

dass ein Zuweisungsentscheid des SEM gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG, der 

als lex specialis der allgemeinen Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgeht 

(Art. 106 Abs. 2 AsylG), in materieller Hinsicht nur mit der Begründung an-

gefochten werden kann, er verletze den Grundsatz der Einheit der Familie 

(vgl. BVGE 2008/47 E. 1.2), 

dass sich die Beschwerde – wie im Folgenden aufgezeigt wird – als offen-

sichtlich unbegründet erweist, weshalb das Urteil in Anwendung von 

Art. 111 Bst. e AsylG in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung 

eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin ergeht, 

und es gestützt auf Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG ohne Schriftenwechsel zu 

fällen und nur summarisch zu begründen ist, 

F-2155/2018 

Seite 4 

dass sich der Begriff der Familieneinheit gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG 

grundsätzlich an dem im Asylrecht geltenden Familienbegriff im Sinne von 

Art. 1 Bst. e AsylV 1 orientiert und mithin die Kernfamilie (Ehegatten und 

minderjährige Kinder) umfasst,  

dass über diesen engen Kern hinausgehende verwandtschaftliche Bande 

– wie vorliegend die Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ih-

rer in der Schweiz lebenden Cousine – demgegenüber nur dann unter den 

Schutz der Einheit der Familie fallen, sofern zwischen diesen Personen ein 

eigentliches Abhängigkeitsverhältnis besteht (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.1 

m.H. und E. 4.1.4),  

dass die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ein derartiges 

Abhängigkeitsverhältnis unter Verwandten z.B. angenommen hat, wenn 

die Angehörigen behindert sind oder aus einem anderen Grund auf die 

Hilfe einer Person, welche in der Schweiz lebt, angewiesen sind,  

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der BzP im Sinne der Erteilung des  

rechtlichen Gehörs unter anderem darauf hingewiesen wurde, sie habe be-

antragt, in den gleichen Kanton wie ihre Mutter, ihre zwei Geschwister und 

ihre (im Kanton Bern lebende) Tante L._______ transferiert zu werden; das 

SEM könne jedoch eine bestimmte Kantonszuteilung grundsätzlich nicht 

zusichern (SEM act. A5/7 Pkt. 3.02 und act. A5/4 Pkt. 8.01), 

dass sie daraufhin erklärte, sie sei noch nie alleine gewesen; sie wünsche 

sich, mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern zu wohnen,  

dass sie die in M._______ (BE) lebende Nichte ihrer Mutter hingegen nicht 

erwähnte und folglich nicht davon auszugehen ist, vorliegend bestünde 

eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung, zumal sich T._______ 

gemäss dem Zentralen Migrationsinformationssystem ZEMIS ohnehin seit 

dem Jahr 2014 in der Schweiz aufhält (vgl. ZEMIS-Ausdruck; BVGer act. 

6) und damit über Jahre hinweg kein persönlicher Kontakt mehr zu ihr be-

stand,  

dass die in der Rechtsmitteleingabe geschilderten Umstände zudem kein 

Abhängigkeitsverhältnis zu begründen vermögen; vielmehr kann davon 

ausgegangen werden, den Betreuungsbedürfnissen der Beschwerdefüh-

rerin und ihrer Familie werde mit den zur Verfügung stehenden kantonalen 

Strukturen genügend Rechnung getragen, 

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Seite 5 

dass im Übrigen auch dem anlässlich der BzP geäusserte Wunsch der Be-

schwerdeführerin entsprochen wurde, mit ihrer Mutter und den Geschwis-

tern zusammen zu leben, zumal auch die von der Mutter eingereichte Be-

schwerde gegen die Zuweisung in den Kanton Graubünden mit Urteil des 

BVGer vom 4. Mai 2018 abgewiesen wurde (vgl. Verfahren F-2010/2018),  

dass die Beschwerdeführerin ihre Mutter somit im Alltag unterstützen kann,  

dass die Kontakte der Beschwerdeführerin zu ihren in Bern lebenden Ver-

wandten auch anderweitig gepflegt werden können (Telefon, WhatsApp, E-

Mail-Verkehr, etc.) und auch gelegentliche gegenseitige Besuche möglich 

sein sollten, allenfalls mit finanzieller Unterstützung der in Bern lebenden 

Familienangehörigen,  

dass die angefochtene Verfügung den Grundsatz der Einheit der Familie 

im Sinne von Art. 27 Abs. 3 AsylG nicht verletzt und die Beschwerde dem-

nach abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 300.– (Art. 1-

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]) der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Seite 6 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 300.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) 

– das Amt für Migration und Zivilrecht des Kantons Graubünden  

 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer 

 

 

Versand: