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**Case Identifier:** b22c5b56-dcf1-5a65-83a5-d87cfd822790
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.09.2010 IV 2010/130, IV 2010/172
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-130--IV-2010_2010-09-08.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/130, IV 2010/172

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.07.2020

Entscheiddatum: 08.09.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2010
Art. 8 und 28 IVG. Rückweisung wegen ungenügender medizinischer 
Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 8. September 2010, IV 2010/130 und IV 2010/172).

Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2010

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Miriam 

Lendfers und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 8. September 2010

in Sachen

L.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Müller, Toggenburgerstrasse 61, Postfach 

336, 9501 Wil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente und berufliche Massnahmen

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Sachverhalt:

A.       

A.a   Die 1972 geborene L.___ meldete sich am 4./6. Mai 2009 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Sie sei 

1989 in die Schweiz gekommen und zuletzt in Stickereien tätig gewesen. Gegenwärtig 

sei sie (seit Juni 2003) ebenfalls in einer Stickerei angestellt. Seit August 2007 sei sie 

arbeitsunfähig. Sie leide an einem Bandscheibenvorfall und die Muskeln und Nerven 

ihrer linken Seite seien zu schwach; nun habe das Gleiche auch noch auf der rechten 

Seite begonnen.

A.b   Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt in einem 

Protokoll vom 14. Mai 2009 (IV-act. 9) über ein Gespräch mit dem Arzt A.___ fest, die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei durch eine Diskushernie der Halswirbelsäule mit 

degenerativen Veränderungen beeinträchtigt. Sie könnte aber noch an acht Stunden 

pro Tag leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne 

Zwangshaltungen der Wirbelsäule und ohne Überkopfarbeiten ausüben. Gegen einen 

sofortigen Beginn der Wiedereingliederung spreche allerdings, dass abgewartet 

werden sollte, ob sich bei einer Abklärung auf der Klinik für Neurochirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen eine Operationsindikation ergebe. Am 15. Mai 2009 (IV-act. 11) 

wurde vorgesehen, ein Triagegespräch mit der Eingliederungsberatung zu führen.

A.c   Die Arbeitgeberin erklärte am 26. Mai 2009 (IV-act. 18), die Versicherte sei von 

Juni 2003 bis 31. Juli 2009 (gleichzeitig letzter Arbeitstag) als Mitarbeiterin an der 

Produktionsmaschine angestellt gewesen. Seit Februar 2009 habe sie an der 

Mustermaschine leichtere Arbeit verrichtet. Seit dem 21. August 2007 sei sie 

verschiedentlich arbeitsunfähig gewesen. Nach mehreren Umplatzierungen an andere 

Maschinentypen sei festgestellt worden, dass die Belastung an den kleineren 

Mustermaschinen für die Versicherte am geringsten sei, weil dort die repetitiven 

Arbeiten kürzer seien und mehr Abwechslung gegeben sei. Die Kündigung sei wegen 

der Verschlechterung der Auftragslage erfolgt. Es sei denkbar, dass die Versicherte in 

Teilzeit an den Mustermaschinen beschäftigt würde, da sie zu den besten 

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Mitarbeiterinnen gehöre und sie (die Arbeitgeberin) mit ihrer Arbeitsleistung sehr 

zufrieden sei.

A.d   Hausarzt A.___ ergänzte das RAD-Gesprächsprotokoll am 4. Juni 2009 (IV-

act. 19) insofern, als auch ein chronisches muskuloligamentäres Schmerzsyndrom 

Schulter-/Nackenbereich (mit Armschmerzen) linksbetont vorliege. Beigelegt war unter 

anderem ein Bericht der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 

7. Mai 2009, wonach eine cervicale Diskushernie HWK6/7 mit sensomotorischem 

Ausfallsyndrom C7 links und eine Cervicobrachialgie rechts mit sensorischem 

Ausfallsyndrom am ehesten C6-Dermatom vorlägen. Die Versicherte sei gegenwärtig 

zu 100 % arbeitsunfähig. Am 30. September 2008 hatte Dr. med. B.___, Facharzt für 

Neurologie, über das Schmerzsyndrom im Schulter-/Nackenbereich und eine 

Adipositas per magna berichtet. Ihren bisherigen Beruf, der eine für sie höchst 

ungünstige Arbeitshaltung mit angehobenen Armen erfordere, werde sie 

wahrscheinlich nicht mehr ausüben können. Aus neurologischer Sicht sei die 

Versicherte hingegen für leichte Arbeiten in Wechselhaltung uneingeschränkt 

arbeitsfähig. Es werde schwierig sein, sie wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren; 

zu empfehlen wäre eine Reduktion auf eine Tätigkeit von 50 %. Begleitend bestehe 

wahrscheinlich ein depressives Syndrom. Gemäss einem Bericht vom 10. Januar 2008 

hatte Dr. med. C.___, Innere Medizin/Rheumatologie FMH (bzw. Dr. med. D.___, 

Fachärztin für Rheumatologie FMH, als seine Stellvertreterin), im Wesentlichen ein 

linksbetontes cervico-spondylogenes und thorakales Schmerzsyndrom; Arthralgien 

beider Handgelenke, Myotendinosen gluteal links und eine mediale Bandreizung Knie 

links; eine rezidivierende Epicondylopathia humeri radialis et ulnaris mit 

intermittierendem Sulcus-ulnaris-Syndrom; eine Anämie; unklar erhöhtes CRP und 

BSR; und Adipositas diagnostiziert. Die Beschwerden seien erklärt. Die 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung sei zunächst bei 50 % zu belassen und bei klinisch 

günstigem Verlauf nach etwa vier bis sechs Wochen auf 70 % zu steigern.

A.e   Im IV-Arztbericht vom 29. Juni 2009 (Eingang Sozialversicherungsanstalt; IV-

act. 20) gab die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen als Diagnose eine 

Cervicobrachialgie bei Diskushernie C6/7 an. In ihrer Tätigkeit sei die Versicherte seit 

dem 5. Juni 2009 zu 100 % arbeitsunfähig. Ein Wechsel in eine Tätigkeit mit weniger 

manueller Beschäftigung begünstige die Eingliederung.

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A.f    Dem Frühinterventions-Ergebnis-Protokoll nach Assessmentgespräch vom 

14. Oktober 2009 (IV-act. 27; vgl. auch Aktennotiz des RAD vom 14. Oktober 2009, IV-

act. 28) ist zu entnehmen, dass die Versicherte berichtet habe, es gehe ihr sehr 

schlecht. Es stehe noch eine medizinische Untersuchung aus. Beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) habe sie sich nicht angemeldet, weil sie sich 

subjektiv nicht arbeitsfähig fühle. Sie sehe im Moment auch keine 

Eingliederungsmöglichkeiten in einem Einsatzprogramm oder im geschützten Rahmen. 

Es bestehe weder ein Renten- noch ein Umschulungsanspruch, aber Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung. Dem Assessment-Protokoll vom 24. September 2009 (IV-act. 29) 

war unter anderem zu entnehmen gewesen, dass die Versicherte einen leicht 

depressiven Eindruck gemacht habe. Sie könnte sich eine psychotherapeutische 

Behandlung für sich vorstellen.

A.g   Mit zwei Vorbescheiden vom 1. Dezember 2009 (IV-act. 32 bis 35) wurde der 

Versicherten eine Abweisung bezüglich ihres Anspruchs auf berufliche Massnahmen 

(subjektiv nicht arbeitsfähig) und auf eine Rente (keine invaliditätsbedingte 

Erwerbseinbusse) in Aussicht gestellt.

A.h   Die Versicherte liess am 28. Dezember 2009 (IV-act. 36) einwenden, sie betrachte 

sich nicht als komplett arbeitsunfähig, wäre aber auch in einer angepassten Tätigkeit 

nicht voll arbeitsfähig. Ausserdem müsste ein Leidensabzug von mindestens 10 % 

gemacht werden. Es seien eine Rente und berufliche Massnahmen zuzusprechen, 

eventualiter weitere medizinische Untersuchungen vorzunehmen. Ergänzend liess sie 

am 18. Januar 2010 (IV-act. 39) darlegen, sie wäre durchaus bereit, in einer Institution 

wie beispielsweise der BEFAS in F.___ einen Arbeitsversuch zu unternehmen. Aufgrund 

ihrer körperlichen Einschränkungen sei sie auch darauf angewiesen, bei der 

Arbeitssuche unterstützt zu werden. Die tatsächliche Arbeitsfähigkeit sei ungenügend 

abgeklärt worden. Es erstaune, dass in der Aktennotiz des RAD kein Hinweis auf die 

massive Kraftverminderung der linken dominanten Hand zu finden sei. Auch bezüglich 

des linken Knies seien keine neueren Untersuchungen oder Bilder gemacht worden. 

Nicht abgeklärt worden seien die Auswirkungen der Anämie, der Grund der erhöhten 

Entzündungswerte und die psychiatrische Situation. Erforderlich sei ein 

multidisziplinäres Gutachten. Ferner sei ein Leidensabzug von 20 % gerechtfertigt.

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A.i     Mit Verfügung vom 17. Februar 2010 (IV-act. 40) lehnte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch der 

Versicherten ab. Die volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit werde mehrfach 

bestätigt, namentlich von zwei voneinander unabhängigen Fachstellen. Der 

Leidensabzug könne nicht gewährt werden, weil weiterhin mittelschwere Tätigkeiten 

zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt erledigt werden könnten. Es stehe 

weiterhin ein genügend grosses Arbeitsmarktsegment offen. Selbst bei einem Abzug 

ergäbe sich kein Anspruch. - Mit Verfügung vom 11. März 2010 (IV-act. 41) wies die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle auch einen Anspruch auf berufliche Massnahmen 

ab. Wenn die Versicherte bereit sei, die attestierte Arbeitsfähigkeit von 100 % in der 

freien Wirtschaft umzusetzen, werde sie in der Stellensuche unterstützt werden.

B.       

Gegen die Verfügung vom 17. Februar 2010 richtet sich die von Rechtsanwalt 

lic. iur. Urs Müller am 22. März 2010 für die Betroffene erhobene Beschwerde. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und die Sache sei zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, eventualiter der 

Beschwerdeführerin mindestens eine halbe Rente zuzusprechen. Vom 21. August 2008 

bis zur IV-Anmeldung sei die Beschwerdeführerin in unterschiedlichem Grad 

arbeitsunfähig gewesen, zwischendurch nur zehn Wochen lang ganz arbeitsfähig und 

im Zeitpunkt der Anmeldung ganz arbeitsunfähig. Der am 29. Juni 2009 eingegangene 

Bericht der Klinik für Neurochirurgie sei unseriös ausgefüllt worden. Dass die bisherige 

Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei, dabei aber keine verminderte Leistungsfähigkeit 

bestehen solle, sei widersprüchlich. Die Frage nach einer Verbesserungsmöglichkeit 

durch medizinische Massnahmen sei mit einem Hinweis auf einen Berufswechsel 

beantwortet worden. Die Aussagen seien auf die Monate Mai/Juni 2009 zu beziehen. 

Um über den Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu befinden, sei eine interdisziplinäre 

Begutachtung erforderlich. Aus dem Arztbericht von Dr. B.___ und dem 

Assessmentprotokoll ergebe sich, dass ein depressives Syndrom vorliege. Auch 

Hausarzt A.___ attestiere in neuester Zeit eine subdepressive Stimmungslage, wie sich 

aus dem beigelegten Arztbericht vom 19. Februar 2010 ergebe. Die bis 20. Oktober 

2009 behandelnde Physiotherapeutin bestätige in einem Bericht vom 11. März 2010 

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die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes (ebenso wie die gegenwärtige Physiotherapeutin). Dr. med. 

E.___, FMH Orthopädie, habe in einem Bericht vom 9. Oktober 2009 erklärt, er habe 

anlässlich einer Schulterinfiltration vom selben Tag eine diskrete AC-Gelenksarthrose 

erkannt, die er in der Röntgenbildserie vom 6. Oktober 2009 noch nicht habe erkennen 

können. Wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, sei nicht abgeklärt worden, 

was nachzuholen sei. Die Beschwerdeführerin sei nun seit Juni 2007 mehr oder 

weniger andauernd zu 100 % arbeitsunfähig. Dadurch habe sich nicht nur ihr 

psychischer Gesundheitszustand verschlechtert, sondern auch die Funktionalität von 

Teilen des Bewegungsapparates. Trotz Hinweisen in den Akten habe es die 

Beschwerdegegnerin nicht für nötig gehalten, den psychischen Gesundheitszustand 

abklären zu lassen, ebenso wenig wie die Schmerzen im linken Bein. Die Angabe des 

Rheumatologen, dass sich wahrscheinlich sekundär eine Fehlbelastung im lumbalen 

Bereich und am linken Knie entwickelt habe, was die dortigen Beschwerden ebenfalls 

erkläre, sei nicht ausreichend für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Während 

Dr. B.___ festgestellt habe, die Beschwerdeführerin könne nur eine leichte Arbeit in 

Wechselbelastung ausüben, behaupte die Beschwerdegegnerin, es sei ihr eine leichte 

bis mittelschwere Tätigkeit zumutbar. Aufschluss über die gegenwärtig vorhandene 

Restarbeitsfähigkeit könne nur eine Begutachtung geben.

C.       

Gegen die Verfügung vom 11. März 2010 lässt die Beschwerdeführerin am 

23. April 2010 ebenfalls Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nebst 

der Arbeitsvermittlung Anspruch auf weitergehende berufliche Massnahmen habe, 

eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Die psychische Komponente des Gesundheitszustands sei überhaupt 

nicht berücksichtigt worden. Erst nach einer interdisziplinären Begutachtung sei eine 

rechtskonforme Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und des Invaliditätsgrades der 

Beschwerdeführerin möglich. Der Entscheid darüber, ob die Beschwerdeführerin 

Anspruch auf berufliche Massnahmen habe oder nicht, sei noch nicht spruchreif. 

Schon aus formellen Gründen müsse die Sache zur Neubeurteilung nach erfolgtem 

rechtskräftigem Entscheid über die Beschwerde betreffend die Rente zurückgewiesen 

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werden. Selbst wenn sich in jenem Beschwerdeverfahren aber ergeben sollte, dass die 

Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch habe, müsste die Beschwerdegegnerin, 

falls eine Invalidität von mindestens 20 % bestehe, angesichts einer drohenden 

Invalidität abklären, welche zumutbaren Eingliederungsmassnahmen zu treffen seien. 

Ohne berufliche Massnahmen sei es eine Frage der Zeit, bis die Beschwerdeführerin 

auch noch unter erheblichen Somatisierungsstörungen leiden werde, sofern sie es 

nicht bereits tue. Ansatzweise seien solche bereits im Spätsommer 2008 festgestellt 

worden. Die protokollarische Wiedergabe, dass die Beschwerdeführerin sich nicht 

arbeitsfähig fühle und im Moment auch keine Eingliederungsmöglichkeit in einem 

Einsatzprogramm oder im geschützten Rahmen sehe, entspreche nicht der Einstellung 

der Beschwerdeführerin. Sie sei nie über die Details einer beruflichen Abklärung oder 

über die verschiedenen beruflichen Massnahmen informiert worden, so dass nicht von 

einer Eingliederungsberatung gesprochen werden könne. Dass nun Unterstützung bei 

der Arbeitssuche in Aussicht gestellt werde, sei widersprüchlich, da der 

Beschwerdeführerin im Assessment doch die hierfür vorausgesetzte 

Eingliederungsfähigkeit (wenn auch zu Unrecht) abgesprochen worden sei. Die blosse 

Unterstützung bei der Arbeitssuche ohne Kenntnis davon, welche Tätigkeiten die 

Beschwerdeführerin noch ausüben könne, sei nicht erfolgversprechend. Es sei grosser 

Wert auf die Wahl der beruflichen Massnahmen zu legen, da die Beschwerdeführerin 

noch rund 26 Jahre des Erwerbslebens vor sich habe und einzig als 

Stickereimitarbeiterin ausgebildet gewesen sei. Der Anspruch sei von Gesetzes wegen 

nicht an einen bestimmten Invaliditätsgrad gebunden. Bei besonderen Umständen 

könne nach der Rechtsprechung (BGE 127 V 133 E. 4) sogar bei weniger als 20 % 

Invaliditätsgrad ein Anspruch bestehen. Die Beschwerdegegnerin werde das nach dem 

Rentenentscheid zu prüfen haben. Liege kein Invaliditätsgrad vor, der eine Umschulung 

verunmögliche oder sinnlos mache, so bestehe Anspruch auf eine Umschulung.

D.       

In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2010 zu den vereinigten Verfahren beantragt 

die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerden. Sowohl die Klinik für 

Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen wie der Hausarzt A.___ hätten ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen in Kenntnis der Diagnosestellungen der Dres. C.___ und 

D.___ abgegeben. Insbesondere dem Hausarzt seien sämtliche medizinischen Berichte 

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abgegeben worden. Die Diagnosen seien berücksichtigt worden. Wenn die Dres. C.___ 

und D.___ davon ausgingen, die Kniebeschwerden seien auf eine Fehlbelastung 

zurückzuführen, so sei diese Erklärung einleuchtend und ausreichend. Es stelle sich 

ohnehin die Frage, inwiefern die vermeintlich nicht berücksichtigten Diagnosen 

(insbesondere der Eisenmangel) einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben sollten. 

Den Aussagen der Eingliederungsberaterin zum psychischen Zustand komme keine mit 

einem medizinischen Bericht vergleichbare Bedeutung zu. Das von Dr. B.___ erwähnte 

depressive Syndrom dauere weniger als 14 Tage, ansonsten müsste von einer 

depressiven Episode gesprochen werden. Die von A.___ beschriebene subdepressive 

Stimmungslage sei keine Krankheit nach ICD-10-Klassifikation. Sollte damit eine 

leichte depressive Episode angesprochen worden sein, sei daran zu erinnern, dass eine 

solche keine Invalidität im Rechtssinn zu begründen vermöge. Auch die Tatsache, dass 

die Beschwerdeführerin bisher keine psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen habe, 

spreche gegen das Vorliegen psychischer Beschwerden. Es bestehe kein Anlass, eine 

psychiatrische Abklärung oder ein interdisziplinäres Gutachten anzuordnen. Die 

depressive Stimmungslage könnte nebenbei bemerkt im Zusammenhang mit dem 

Eisenmangel gesehen werden, zu dessen Symptomen depressive Verstimmungen 

gehörten. Der Bericht der Physiotherapeutin vermöge an der bisherigen Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit nichts zu ändern. Abgesehen davon, dass auf diesen Bericht 

rechtlich nicht abgestellt werden könne, erwähne die Therapeutin keine funktionellen 

Einschränkungen, die zu einer Reduktion der Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit führen würden. Der Hausarzt spreche zu etwa gleicher Zeit 

von einem unveränderten Verlauf und stelle keine neuen Diagnosen. Die von Dr. E.___ 

erwähnte diskrete Arthrose habe offensichtlich keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. 

Der Hausarzt habe sie im Bericht vom 19. Februar 2010 trotz Kenntnis nicht einmal 

erwähnt. Selbst wenn von der Zumutbarkeit lediglich einer leichten Tätigkeit 

auszugehen wäre, ergäbe sich mit dem maximal zulässigen Abzug, der hier nicht 

gerechtfertigt wäre, ein Invaliditätsgrad von 25 %. Zumutbar sei jedoch auch eine 

mittelschwere Tätigkeit. Der Beurteilung von A.___ sei ein höheres Gewicht 

beizumessen als derjenigen von Dr. B.___. Sie sei aktueller und stamme vom langjährig 

betreuenden Arzt, der umfassend über den Gesundheitszustand informiert sei, 

ausserdem sei sie in Kenntnis der divergierenden Einschätzung von Dr. B.___ 

vorgenommen worden. Der Bericht erfülle die Anforderungen an den vollen 

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Beweiswert. Es seien keine Kriterien erfüllt, die einen Leidensabzug rechtfertigen 

würden. Gemäss der Beschwerdeschrift wolle die Beschwerdeführerin 

Arbeitsvermittlung nicht in Anspruch nehmen. Es verbleibe daher einzig die 

Umschulung, die aber nur geschuldet sei, wenn eine Erwerbseinbusse von etwa 20 % 

vorliege. Der Invaliditätsgrad liege hier allerdings bei null, so dass kein Anspruch 

bestehe. Das gelte, selbst wenn man einen grosszügig bemessenen Abzug von 10 % 

vornähme. 

E.        

In seiner Replik vom 12. Juli 2010 wendet der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

ein, dass die Klinik für Neurochirurgie und der Hausarzt ihre Beurteilungen in Kenntnis 

der Diagnosestellung der Dres. C.___ und D.___ abgegeben hätten, sei eine blosse 

Vermutung. Es fänden sich dort keine Hinweise, dass die gesamte Diagnosestellung 

relevant sei. Ob und in welchem Umfang die Zusatzdiagnosen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit hätten, sei gerade durch die beantragte Expertise abzuklären. Es sei 

eine Frage, über die nicht der Jurist, sondern der Arzt zu befinden habe. Dass sich eine 

Fehlbelastung entwickelt habe, sei im Übrigen lediglich eine Vermutung der Ärzte. 

Dr. B.___ sei kein ausgebildeter Psychiater und könne daher nicht darüber befinden, ob 

ein depressives Syndrom oder eine depressive Episode vorgelegen habe. Die 

Abgrenzung sei selbst für den psychiatrischen Facharzt nicht immer leicht. Auch wenn 

die Eingliederungsberaterin diesbezüglich ebenso wenig kompetent sei, müsse ihr 

Hinweis in Kombination mit den Berichten von Dr. B.___ und des Hausarztes 

ausreichend Anlass für eine fachärztliche Abklärung bieten. Der Beschwerdeführerin 

seien Remeron und Cymbalta verschrieben worden, letzeres nehme sie immer noch 

ein. Sie hoffe, damit einigermassen stabil zu bleiben, weshalb sie keine psychiatrische 

Hilfe in Anspruch genommen habe. Die Stimmungslage dem Eisenmangel zuzuordnen, 

sei zu einfach. Auch der Bericht der Physiotherapeutin sei im Kontext zu würdigen. Sie 

beschreibe, dass die Muskulatur in den letzten zwei Jahren immer schwächer 

geworden sei, weil die Beschwerdeführerin wegen der Schmerzen immer weniger habe 

machen können. Die Beschwerdeführerin arbeite denn auch aufgrund ihres 

Gesundheitszustandes seit April 2009 überhaupt nicht mehr. A.___ zeige den 

chronischen Verlauf der Muskelschmerzen auf und habe immerhin knapp eineinhalb 

Jahre nach der Erwähnung des depressiven Syndroms durch Dr. B.___ eine 

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subdepressive Symptomatik attestiert. Wenn nach so langer Zeit ein depressiver 

Zustand festgestellt werde, verlange das nach vertiefter fachärztlicher Abklärung. Der 

Hausarzt betreue die Beschwerdeführerin, obwohl er sie in adaptierter Tätigkeit für 

100 % arbeitsfähig halte, immer noch wegen der verschiedenen Leiden und sie nehme 

auch immer noch Medikamente ein. Die AC-Gelenksarthrose sei zusammen mit den 

übrigen Beschwerden zu würdigen. Dass der Hausarzt sie nicht erwähnt habe, könne 

darin begründet sein, dass er an die vier Monate zuvor ergangene Mitteilung nicht mehr 

gedacht habe. Die vorhandenen medizinischen Berichte lägen im Übrigen allgemein 

teils schon lange Zeit zurück. Eine Neuprüfung der Arbeitsfähigkeit bis zum Zeitpunkt 

des Erlasses des Entscheids sei erforderlich. In der Frage der Zumutbarkeit von leichter 

oder auch mittelschwerer Tätigkeit stütze sich die Beschwerdegegnerin offenbar auf 

den Hausarzt, jenen Arzt aber auch, der die Beschwerdeführerin seit dem 24. April 

2009 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben habe. So wie der Hausarzt die AC-

Gelenksarthrose zu erwähnen vergessen habe, werde er wohl auch beim Telefonat mit 

dem RAD am 14. Mai 2009 nicht an die attestierte Arbeitsfähigkeit von Dr. B.___ 

gedacht haben. Die Beschwerdeführerin sei 38-jährig und habe seit ihrem 

19. Lebensjahr als angelernte Stickereimitarbeiterin gearbeitet, habe also nur in einer 

Branche Berufserfahrung. Sie könne gemäss der Beschwerdegegnerin nur noch leichte 

bis mittelschwere Tätigkeiten in Wechselbelastung, ohne Zwangshaltung der 

Wirbelsäule und ohne Überkopfarbeit ausführen. Sie habe keine Berufsausbildung und 

werde höchstens noch eine Hilfsarbeit finden. Sie habe nur schlechte 

Deutschkenntnisse. Arbeitsvermittlung sei ungenügend. Die Offerte sei 

widersprüchlich, da der Beschwerdeführerin die Eingliederungsfähigkeit abgesprochen 

worden sei. Es wäre durch eine berufliche Abklärung zu ermitteln gewesen, in welcher 

beruflichen Tätigkeit eine Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin erfolgen könne.

F.        

Die Beschwerdegegnerin hat am 22. Juli 2010 auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

Erwägungen:

1.        

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1.1    Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die 

Beschwerdegegnerin hat die angefochtenen Verfügungen am 17. Februar 2010 und am 

11. März 2010, also unter der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu 

beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser 

Verfügungen entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 

5. IV-Revision zurück. Soll auf bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung 

finden, sondern das aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende 

Norm die Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte 

anordnen. Die 5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche 

Bestimmung. Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine 

ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). 

Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte 

durch ein materiell-rechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen 

der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des 

Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum 

Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S 

M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Nach der gegenwärtigen Aktenlage setzte die 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im August 2007 ein, hielt aber nicht im Sinn 

der Rechtsprechung ununterbrochen an (Unterbruch mit wohl voller Arbeitsfähigkeit 

von Januar/Februar bis August 2008), so dass der Versicherungsfall danach erst im 

Jahr 2009 eintrat. Auch die IV-Anmeldung wurde im Mai 2009 eingereicht. Demnach 

sind vorliegend die neuen Bestimmungen anzuwenden. Das wäre selbst dann der Fall, 

wenn von einem Ablauf des Wartejahres bereits im Jahr 2008 auszugehen wäre und 

die erwähnte Übergangsregelung des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 

12. Dezember 2007 zur Anwendung gelangte. Denn es fehlte die nach dieser Regelung 

für die Anwendbarkeit alten Rechts vorgesehene Voraussetzung einer Anmeldung bis 

spätestens zum 31. Dezember 2008.

1.2    Mit den angefochtenen Verfügungen hat die Beschwerdegegnerin die Ansprüche 

der Beschwerdeführerin auf eine Rente und auf berufliche Massnahmen abgelehnt. Die 

Beschwerdeführerin lässt im Verfahren IV 2010/130 im Hauptstandpunkt eine 

Rückweisung, eventualiter mindestens eine halbe Rente, im Verfahren IV 2010/172 im 

Hauptstandpunkt berufliche Massnamen, eventualiter eine Rückweisung beantragen. 

Streitgegenstand bilden der Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente.

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2.        

2.1    Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte 

versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese 

notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Die 

Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Integrationsmassnahmen zur 

Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Art. 8 Abs. 3 lit. a  IVG) und in 

Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, 

Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.2    Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt eine versicherte Person, wenn sie wegen 

der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den 

ihr ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren 

Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von 

mindestens etwa 20 % erleidet (Entscheide des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S A. vom 22. Januar 2004, I 91/03, und i/S F. vom 9. April 

2002, I 167/03; BGE 124 V 110 f. E. 2b; AHI 2000 S. 62 E. 1; Ulrich Meyer, Die 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. A. 2010, S. 191; für die MV: BGE 130 

V 491).

2.3    Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

3.        

3.1    Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im 

Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

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Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 

99 f. E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit 

auch tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich 

(Rz 3046 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens 

über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

3.2    Den Akten lässt sich entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin seit Frühjahr 

2007 zunehmend anhaltende Nackenschmerzen (bei zervikaler Diskushernie HWK 6/7 

mit sensorischem Ausfallsyndrom C7 links) auftraten und im Juni 2007 Ausstrahlung in 

die linke obere Extremität bis zu den Fingern III bis V links mit Hypästhesien und 

Kribbelparästhesien in den Fingern dazukam (Fremdakten, Bericht von A.___ vom 

19. Dezember 2007). Unter Physiotherapie kam es langsam zu einer Besserung, so 

dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit im November 2007 zur Hälfte und dann voll 

wieder aufnahm, worauf sie aber am 5. Dezember 2007 wieder voll arbeitsunfähig 

geschrieben werden musste. Ab 1. Januar 2008 wurde ihr wiederum eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert (Fremdakten, Bericht von Dr. C.___ bzw. Dr. D.___ 

vom 8. Februar 2008). Dr. C.___ war am 10. Januar 2008 davon ausgegangen, dass die 

Arbeitsfähigkeit von 50 % bei günstigem Verlauf nach vier bis sechs Wochen auf 70 % 

werde gesteigert werden können. Ab dem 26. Januar 2008 war die Beschwerdeführerin 

in der Folge nicht mehr arbeitsunfähig, bis am 21. August 2008 ein Rückfall mit voller 

Arbeitsunfähigkeit eintrat (Fremdakten, Bericht von A.___ vom 25. September 2008). 

Dr. B.___ hielt am 30. September 2008 dafür, die Beschwerdeführerin werde für ihre 

bisherige Tätigkeit wohl nicht mehr arbeitsfähig sein; die Arbeitshaltung sei höchst 

ungünstig. Ab Mitte November 2008 wurde ihr allerdings wieder eine Arbeitsfähigkeit 

von 50 % attestiert und nach einer weiteren Rückläufigkeit der Beschwerden 

(Fremdakten, Bericht von A.___ vom 27. Januar 2009) war die Beschwerdeführerin ab 

Februar 2009 zu 80 % arbeitsfähig (Fremdakten, Bericht von A.___ vom 9. März 2009). 

Am 24. April 2009 trat erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit auf (Fremdakten, Kranken- 

und Unfallkarte, Bescheinigung von A.___ vom 1. Mai 2009).

3.3    Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit 

nahm somit einen bewegten Verlauf. Was eine Tätigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

betrifft, gab zunächst im September 2008 (noch vor der erneuten Verschlechterung 

vom

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April 2009) Dr. B.___ an, aus neurologischer Sicht bestehe in einer solchen Tätigkeit 

keine Arbeitsunfähigkeit. Er empfahl aber gleichzeitig bei der Wiederintegration in den 

Arbeitsprozess eine Reduktion auf 50 % Arbeitstätigkeit, was sich zumindest 

möglicherweise auf eine angepasste Tätigkeit bezog. Der Hausarzt A.___ gab dem 

RAD-Arzt am 14. Mai 2009 die Auskunft, die Beschwerdeführerin könnte 

zumutbarerweise eine leichte bis mittelschwere, angepasste Arbeit an acht Stunden 

pro Tag verrichten. Es sei aber noch die Klärung einer allfälligen Operationsindikation 

bei der neurochirurgischen Konsultation abzuwarten. Die Klinik für Neurochirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen hatte am 7. Mai 2009 festgestellt, die Beschwerdeführerin 

leide an einem Cervicobrachialgie-Syndrom C7 links und einem neu aufgetretenen 

Cervicobrachialgie-Syndrom am ehesten C6 rechts. Diagnostiziert wurden eine 

cervicale Diskushernie HWK6/7 mit sensomotorischem Ausfallsyndrom C7 links und 

eine Cervicobrachialgie rechts mit sensorischem Ausfallsyndrom am ehesten C6-

Dermatom. Die Beschwerdeführerin werde mittels MRI auf Diskushernien untersucht 

werden.

3.4    Dem IV-Arztbericht der Klinik für Neurochirurgie vom 29. Juni 2009 schliesslich ist 

zu entnehmen, dass am 19. Mai 2009 diese MRI-Untersuchung stattgefunden habe, 

die eine cervicale Diskushernie C6/7 ergeben habe. Es bestehe eine Cervicobrachialgie 

beidseits. Es zeigten sich Kribbelparästhesien und eine objektivierbare Hypästhesie im 

lateralen Unterarm, Oberarm und (den) ulnaren Fingern links, ausserdem Hypästhesien 

am radialen Unterarm und Daumen rechts. Eine Operationsindikation sei vorerst nicht 

gegeben. Auf die Frage, welche Arbeiten der Beschwerdeführerin in einer 

behinderungsadaptierten Tätigkeit noch zumutbar seien und welche nicht mehr, hat die 

Klinik die einzelnen Arbeiten der einen oder anderen Kategorie zugeordnet und 

uneingeschränkte Fähigkeiten bezüglich Konzentrations- und Auffassungsvermögen, 

Anpassung und Belastbarkeit festgestellt. In welchem zeitlichen Rahmen die einzelnen 

Arbeiten zumutbar seien, hat sie nicht beantwortet. - Die Beschwerdegegnerin stellt 

sich auf den Standpunkt, die Klinik habe der Beschwerdeführerin damit für eine 

angepasste Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Dies ist durchaus möglich, 

wurde doch keine zeitliche oder leistungsmässige Einschränkung ausdrücklich 

erwähnt. Diese Annahme lässt sich indessen nicht mit ausreichender 

Wahrscheinlichkeit treffen. Denn immerhin legte die Klinik dar, unter Analgetika und 

Physiotherapie seien die Schmerzen der Beschwerdeführerin zwar zurzeit tolerierbar, 

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doch liege eine Arbeitsunfähigkeit vor. Ob sich diese Feststellung tatsächlich einzig auf 

die bisherige Tätigkeit bezieht, ist zu bezweifeln. Wenn dargelegt wird, "Besserung" sei 

bei gleicher Arbeitstätigkeit nicht zu erwarten, und wenn als (wenn auch irrtümlich 

medizinische) Massnahme zur Verminderung der Einschränkungen ein Wechsel in 

einen Beruf mit weniger manueller Beschäftigung erwähnt wird, so scheint die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer solchen Tätigkeit noch nicht definiert 

zu sein.

3.5    Ob sich im MRI vom Mai 2009 das Hinzukommen einer Diskushernie rechts 

bestätigt habe, wird aus dem Bericht nicht mit Bestimmtheit klar; jedenfalls wurde aber 

eine beidseitige Cervicobrachialgie angegeben. Gemäss dem Bericht vom 7. Mai 2009 

musste jedenfalls ein solches Syndrom rechts ca. zwei Monate zuvor aufgetreten sein. 

Was den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach 

dem Zeitpunkt dieser Verschlechterung betrifft, ergibt sich aus dem Bericht von A.___ 

vom 19. Februar 2010, dass der Beschwerdeführerin bei unverändertem Verlauf seit 

23. Dezember 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 24. April 2009 in der bisherigen 

Tätigkeit attestiert wird. Über eine allfällige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit fehlt 

eine ausdrückliche Aussage.

3.6    Es zeigt sich damit, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in 

adaptierter Tätigkeit ungenügend abgeklärt ist, auch wenn nicht ausgeschlossen ist, 

dass der Hausarzt die Abklärungen auf der Neurochirurgie lediglich im Hinblick auf die 

Operationsindikation (und nicht auf die Arbeitsfähigkeit) veranlasst und dass er danach 

am Attest einer vollen Arbeitsfähigkeit festgehalten haben könnte. Einzig der Bericht 

der Klinik für Neurochirurgie vom 29. Juni 2009 genügt zur abschliessenden 

Feststellung der Arbeitsfähigkeit nicht, zumal zu berücksichtigen ist, dass diverse 

weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, die dort nicht thematisiert 

wurden. So bestehen etwa ferner Arthralgien beider Handgelenke, Myotendinosen 

gluteal links, eine mediale Bandreizung Knie links, eine rezidivierende Epicondylopathia 

humeri radialis et ulnaris und eine diskrete AC-Gelenksarthrose. Des weiteren gibt es 

ärztliche Hinweise auf ein depressives Syndrom bzw. auf eine subdepressive 

Stimmungslage, weswegen der Beschwerdeführerin auch eine entsprechende 

Medikation verschrieben wurde. Nach der gegenwärtigen Aktenlage ist zwar nicht auf 

eine diesbezügliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu schliessen. Indessen wird 

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die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin insgesamt wie erwähnt ergänzend 

abzuklären sein.

3.7    Steht das Ausmass der zumutbaren Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in 

einer adaptierten Tätigkeit fest, so wird gemäss dem Ergebnis der medizinischen 

Abklärungen zunächst der Anspruch auf berufliche Massnahmen festzulegen sein. Zu 

beachten wird diesbezüglich insbesondere sein, dass die Beschwerdeführerin während 

ihrer gesamten Erwerbstätigkeit zwar verschiedene Stellen innehatte, dass sie aber 

ausschliesslich in der Stickerei beschäftigt war, was nun nach der Aktenlage aus 

gesundheitlichen Gründen für sie nicht mehr in Frage kommt. Zur Arbeitsvermittlung 

gehört insbesondere auch eine Beratung, welche sich nach den Bedürfnissen einer 

versicherten Person und den Voraussetzungen ausrichtet, welche sie für einen 

Wiedereinstieg in das Erwerbsleben mitbringt.

4.        

4.1    Im Sinne der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügungen vom 17. Februar 2010 und vom 11. März 2010 beide 

teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im 

Sinne der Erwägungen und zum Erlass entsprechender neuer Verfügungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2    Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer 

Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 

S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin 

rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft 

aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Es rechtfertigt sich, für die frühzeitig 

vereinigten beiden Verfahren eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- zu erheben. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

bis

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4.3    Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Honorarpauschale beträgt in der 

Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75). 

Die Honorarnote des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin lautet auf total 

Fr. 5'962.65 (Fr. 5'250.-- Honorar, entsprechend 21 Stunden, Fr. 291.50 Auslagen, 

darunter Fr. 120.-- für einen Arztbericht von A.___ vom 15. März 2010, und Fr. 421.15 

MWSt). Nach der Gerichtspraxis beträgt allerdings das übliche Pauschalhonorar in 

Fällen mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad, wie dies hier zutrifft, unter 

Einschluss von Barauslagen und Mehrwertsteuer Fr. 3'500.--. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin war veranlasst, zwei Beschwerden zu verfassen, was einen leicht 

überdurchschnittlichen Aufwand erforderte. Eine Entschädigung für ein Arztzeugnis von 

A.___ muss entfallen, da kein solches Arztzeugnis eingereicht worden ist. Insgesamt 

rechtfertigt sich, die Entschädigung auf pauschal Fr. 4'500.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der beiden Beschwerden werden die angefochtenen 

Verfügungen vom 17. Februar 2010 und vom 11. März 2010 aufgehoben und die Sache 

wird zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zum 

Erlass entsprechender neuer Verfügungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.       Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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4.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2010
	Art. 8 und 28 IVG. Rückweisung wegen ungenügender medizinischer Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. September 2010, IV 2010/130 und IV 2010/172).

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