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**Case Identifier:** 8d00ff1c-1b39-5c97-9dbb-5913dac6dcf5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.01.2007 IV 2006/186
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-186_2007-01-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/186

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.05.2020

Entscheiddatum: 18.01.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 18.01.2007
Art. 61 lit. c ATSG: Medizinische Gutachten sind vom Gericht frei, d.h. ohne 
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu 
würdigen. Gleichwohl ist es zulässig, in Bezug auf bestimmte Formen 
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 
aufzustellen [Erw. 3b]. Ein MEDAS-Gutachten leidet nicht per se an einem 
schweren Mangel, weil der begutachtende Orthopäde in der Kommission für 
medizinische Begutachtung, welche die verbleibende Arbeitsfähigkeit 
bestimmt, nicht vertreten ist [Erw. 3d]. Ärztliche Stellungnahmen zur 
Arbeitsfähigkeit und die Darlegungen der aus medizinischer Sicht noch 
zumutbaren Arbeitsleistung sind stets von einem gewissen medizinischen 
Ermessen getragen, in welches der Richter nicht ohne triftigen Gründe 
eingreifen soll [Erw. 3e] (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 18. Januar 2007, IV 2006/186).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; a.o. Gerichtsschreiber Bernhard Isenring

Entscheid vom 18. Januar 2007

In Sachen

K.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Walter Solenthaler, Obere Bahnhofstrasse 58,

Postfach 1144, 8640 Rapperswil,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- Mit Anmeldung vom 21. Juni 2004 gelangte der 1946 geborene slowenische 

Staatsangehörige K.___ an die schweizerische Invalidenversicherung und ersuchte um 

Ausrichtung einer Invalidenrente, da er unter Bauch- und Thoraxwandschmerzen, 

sowie unter Rücken- und Beinschmerzen (Krampfadern) leide (IV-act. 1). Dr. med. 

X.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, gab auf Anfrage mit Bericht vom 2. August 2004 

(IV-act. 12/5) bekannt, der Versicherte leide seit August 2001 an einer 

posttraumatischen Thorax-/Bauchwandhernie (Rippenserienfrakturen) links, an einer 

schweren Wirbelsäulenerkrankung, einer Adipositas – aktuell habe der Versicherte bei 

einer Grösse von 166 cm ein Gewicht von 100 kg (max. 120 kg) – und an einer 

idiopathischen Magnavaricosis. Weiter diagnostizierte Dr. X.___ einen Status nach 

Aethylabusus, eine arterielle Hypertonie und eine arteriosklerotische Encephlopathie. 

Für den Versicherten kämen nur noch leichte Arbeiten (Lastenheben unter 5 kg) mit 

wenig Rumpfbewegungen und mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit in Frage, dies 

bei einem reduzierten Arbeitstempo und ohne längeres Stehen an Ort. Die hausärztlich 

geschätzte Einschränkung der Erwerbsfähigkeit liege insgesamt bei 60-70%. Aufgrund 

des Alters und der Gesamtsituation des Versicherten seien berufliche Massnahmen zur 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit nicht angebracht. Die Prognose sei ungünstig, es 

sei mit einer Zunahme der Beschwerden zu rechnen. Dr. X.___ legte seinem Bericht 

diverse ärztliche Unterlagen bei (IV-act. 12/8-40), u.a. den Bericht über die ärztliche 

Abschlussuntersuchung durch die SUVA vom 19. Juli 2004 (IV-act. 12/25-27). Darin 

kam Dr. med. Y.___ zum Schluss, die Voraussetzungen für die Gewährung einer IV-

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Rente seien erfüllt, da der Versicherte aufgrund einer schweren LWS-Degeneration auf 

mehreren Etagen nur noch mit leichten, wechselbelastend zu verrichtenden Arbeiten 

beschäftigt werden könne. Mit Schreiben vom 28. September 2004 (IV-act. 16) verfügte 

die IV-Stelle eine medizinische Abklärung des Versicherten durch die MEDAS. Am 31. 

Januar 2005 teilte Dr. X.___ der IV-Stelle mit, beim Versicherten sei seit Weihnachten 

zusätzlich ein Knieschmerz links aufgetreten, der die Gehfähigkeit einschränke. Es 

fänden sich medial und lateral Insertionstendinosen, die auch nach Cortisoninfiltration 

weiter bestünden. Nach Ansicht von Dr. X.___ ist überdies eine Begutachtung des 

Versicherten nicht unbedingt notwendig; er und der SUVA-Arzt befürworteten eine 

Berentung bei einem geschätzten IV-Grad von über 80%, da eine erfolgreiche 

Behandlung der Gesundheitsprobleme nicht möglich sei und diese den Versicherten zu 

einem hohen Grad für alle denkbaren Tätigkeiten einschränken würden. Es sei auch zu 

erwarten, dass im weiteren Verlauf noch Gesundheitsprobleme dazukommen würden 

(IV-act. 24).

B.- Während eines stationären Aufenthaltes in der MEDAS wurde der Versicherte vom 

26. bis 30. September 2005 eingehend medizinisch untersucht. Mit Bericht vom 27. 

Oktober 2005 (IV-act. 28/1-21) stellte das Ärzteteam (Dres. A.___, B.___, C.___) 

folgende, die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Hauptdiagnose (IV-act- 28/18): Eine 

schwere degenerative Veränderung der LWS mit rechtskonvexer Lumbalskoliose mit 

Hyperlordose der unteren LWS mit breitbasiger Diskusprotrusion, vor allem L2-S1 mit 

teilweiser erheblicher Spinalkanaleinengung, mit Spondylarthrose und 

diskusprotrusionsbedingter neuroforaminaler Einengung L2/3 und L3/4 links sowie L4/5 

und L5/S1 rechts mit anzunehmender Wurzelkompression in den entsprechenden 

Bereichen, mit chronischem lumbosakralem Schmerzsyndrom, mit chronisch 

rezidivierender Lumboischialgie links (radikuläres Schmerzsyndrom L5 links); eine 

Adipositas permagna (BMI 42,8); eine ausgeprägte Stammvarikosis beidseits; eine 

posttraumatische Thoraxwandhernie links bei Status nach Rippenfraktur VI und VII mit 

Ruptur der Rumpfmuskulatur links. Als Nebendiagnose ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte der MEDAS: Eine Störung durch Alkohol, Status 

nach exzessivem Abusus bei persistierendem gegenwärtigem Substanzgebrauch, 

Steatosis hepatitis anamnestisch, Verdacht auf aethylische Polyneuropathie 

anamnestisch; ein femeropatellares Überlastungssyndrom bei Adipositas; Genua vara 

beidseits; arterielle Hypertonie; Nikotinabusus; Arteriosklerotische Encephalopathie 

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(CT-Befund); Status nach Inguinalhernienoperation links. Aufgrund der genannten 

somatischen Befunde sei der Versicherte für alle körperlich schweren und 

mittelschweren Tätigkeiten als nicht mehr arbeitsfähig zu beurteilen. Damit entfalle eine 

Arbeitsmöglichkeit im Berufe des Automechanikers oder Betriebsarbeiters, sofern 

damit vorwiegendes Stehen, Gehen und Heben von Lasten über 10 kg verbunden sei. 

In allen bisherigen Tätigkeiten müsse der Versicherte als unter 30% arbeitsfähig 

beurteilt werden. Auch das sich regelmässig Bücken müssen, das Begehen von Leitern 

oder Gerüsten, das Arbeiten in Zwangshaltung seien ihm nicht mehr zumutbar (Punkt 5 

des Gutachtens; IV-act. 28/19). In körperlich leichten Tätigkeiten, die in wechselnder 

Körperposition, wechselnd zwischen Gehen, Stehen und Sitzen ausgeübt werden 

könnten, sei der Versicherte - infolge der chronischen, organisch bedingten 

Schmerzsymptomatik - zu 30% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Der 

Versicherte müsste vermehrt Pausen einschalten können. In diesem Sinne sei eine 

Arbeitsfähigkeit mit einem Rendement von 70% bei einer vollschichtigen, leichten 

Tätigkeit möglich. Mit Schreiben vom 23. November 2005 (IV-act. 33) teilte die 

Ärzteschaft der MEDAS auf Anfrage mit, dass die unter Punkt 5 des Gutachtens vom 

27. Oktober 2005 genannte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperlich schwere 

und mittelschwere Tätigkeiten ab Dezember 2003 gelten würde.

C.- Mit Verfügung vom 13. März 2006 (IV-act. 44) sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

ab 1. Dezember 2004 eine halbe IV-Rente zu. Ausgehend von einem 

Valideneinkommen von Fr. 67'937.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 33'216.-- 

resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 34'721.-- und ein Invaliditätsgrad von 51%. 

Gegen diese Verfügung erhob die Gewerkschaft UNIA namens des Versicherten am 29. 

März 2006 vorsorgliche Einsprache (IV-act. 45). Mit Einsprachebegründung vom 12. 

Mai 2006 (IV-act. 49) beantragte der Rechtsvertreter des Versicherten, die Verfügung 

der IV-Stelle vom 13. März 2006 sei aufzuheben und dem Versicherten sei eine ganze 

IV-Rente zuzusprechen. Eventuell sei bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

eine Zweitmeinung bei einem Facharzt für Orthopädie einzuholen und erst nach 

Vorliegen dieser Stellungnahme über die Höhe der Invalidenrente zu entscheiden. Zur 

Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, unter Berücksichtigung des gesamten 

Gesundheitszustandes und der Mehrfachbeeinträchtigung müsse die Beurteilung im 

MEDAS-Gutachten als fragwürdig betrachtet und die Objektivität begründet in Zweifel 

gezogen werden. So sei der Versicherte auch für leichte wechselbelastende Tätigkeiten 

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unter keinen Umständen zu 70% arbeitsfähig. Auch eine leichte 

behinderungsangepasste Tätigkeit sei höchstens noch im Umfang von 40% möglich. 

Ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 72% habe der Versicherte Anspruch auf 

eine ganze Invalidenrente. Mit Entscheid vom 17. August 2006 (IV-act. 52) wies der 

Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen die Einsprache ab. 

An der 70%-igen Arbeitsfähigkeit werde festgehalten. Das MEDAS-Gutachten sei 

umfassend, beruhe auf allseitigen Untersuchungen, sei in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden, leuchte in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die 

Schlussfolgerungen seien ebenfalls nachvollziehbar. Der Arztbericht der MEDAS 

entspreche somit den Anforderungen der Rechtsprechung. Es bleibe - unter 

Berücksichtigung eines Teilzeit- und Leidensabzuges von je 10% - bei einem 

Invalideneinkommen von Fr. 33'216.--. Der IV-Grad von 51% sei mithin korrekt ermittelt 

worden.

D.- Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 22. September 2006 (act. 

G 1) mit den Anträgen, die Verfügung der IV-Stelle St. Gallen vom 13. März 2006 sei 

aufzuheben; hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten in 

wechselbelastender Körperposition (Gehen, Stehen, Sitzen) ohne Heben von Lasten 

über 10 kg sowie ohne regelmässiges Bücken, ohne Begehen von Leitern und 

Gerüsten und Arbeiten in Zwangshaltung sei eine Zweitmeinung einzuholen; nach 

Vorliegen eines [weiteren] ärztlichen Berichts sei über den Invaliditätsgrad bzw. die 

Höhe der IV-Rente neu zu verfügen; falls der Antrag auf Einholung einer Zweitmeinung 

bezüglich der Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten abgewiesen werde, sei dem 

Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird im 

Wesentlichen vorgebracht, die im Gutachten der MEDAS vorgenommene Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Arbeiten müsse angesichts der Diagnosen, 

die beim Orthopädischen Status von Dr. D.___ gestellt worden seien, als realitätsfremd, 

illusorisch und objektiv fragwürdig bezeichnet werden. Als unverständlich und 

fehlerhaft sei im vorliegenden Fall – bei dem insbesondere gravierende orthopädische 

Probleme zur Diskussion stünden – die Tatsache zu werten, dass der begutachtende 

Orthopäde, der den Beschwerdeführer untersucht habe und alle Details kennt, an der 

interdisziplinären Gesamtbeurteilung, an der über den Umfang der 

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Arbeitseinschränkung befunden wurde, nicht beteiligt gewesen sei. Dies sei als 

schwerer Mangel zu bezeichnen, so dass Zweifel an der Objektivität des MEDAS-

Gutachtens durchaus begründet seien. Auch die behandelnden Ärzte Dr. X.___ und Dr. 

E.___ hätten die Beurteilung im Gutachten der MEDAS aufgrund des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers als unhaltbar bezeichnet. Bei objektiver 

und realistischer Beurteilung sei der Beschwerdeführer angesichts der gravierenden 

Mehrfach-Beeinträchtigung auch bei leichten körperlichen Tätigkeiten höchstens noch 

zu 40% arbeitsfähig. Ausgehend von Fr. 59'316.-- gemäss LSE 2005, Privater Sektor 

Niveau 4 und unter Annahme eines Teilzeit- und Leidensabzuges von je 10%, betrage 

das Invalideneinkommen Fr. 18'981.--. In Bezug gesetzt zum Valideneinkommen in der 

Höhe von Fr. 67'937.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von 72,06% und damit ein 

Anspruch auf eine ganze IV-Rente.

E.- Mit Zuschrift vom 23. Oktober 2006 (act. G 3) beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird geltend gemacht, aus dem vom 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingereichten Arztzeugnis von Dr. E.___ (act. G 

1.2) gehe nicht hervor, weshalb der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit mehr 

eingeschränkt sein soll. Überdies sei diesbezüglich die Problematik der 

Vertrauensstellung zwischen Hausarzt und Patient zu berücksichtigen. Im Übrigen 

wurde auf die Erwägungen im Einspracheentscheid verwiesen. Der Beschwerdeführer 

verzichtete sinngemäss auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).

II.

1.- Nicht im Streite liegt der Beginn der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit per 

Dezember 2003 bzw. des Rentenanspruchs per 1. Dezember 2004, wie auch die 

Annahme eines Valideneinkommens von Fr. 67'937.--. Unbestritten ist des weitern, 

dass bei der Berechnung des Invalideneinkommens ein Teilzeit- und Leidensabzug von 

je 10% zu berücksichtigen ist - insgesamt ein Abzug von 20%. Im Streite liegt indessen 

der Grad der medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und 

damit verbunden die Höhe des Invalideneinkommens und des IV-Grades. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zweifelt insbesondere die Objektivität, und 

demnach sinngemäss den Beweiswert des Gutachtens der MEDAS an.

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2.- Für die Bemessung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Um das massgebliche Invalideneinkommen 

bestimmen zu können, ist der nach Eintritt der Invalidität verbliebene Grad der 

Arbeitsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Diesbezüglich ist das Gericht auf 

medizinische Unterlagen angewiesen. Es ist vornehmlich Aufgabe des Arztes, den 

Gesundheitszustand eines Versicherten zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist und welche Arbeitsleistungen ihr noch zumutbar sind. Entscheidend 

ist, dass die Bemessung des Invalideneinkommens nach dem Kriterium der 

Zumutbarkeit erfolgt (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2003, Rz. 16 

zu Art. 16 ATSG, S. 160).

3.- a) Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht geltend, die von der 

Kommission für medizinische Begutachtung der MEDAS vorgenommene Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit sei gestützt auf die Diagnosen, die beim orthopädischen Status 

von Dr. D.___ gestellt wurden, realitätsfremd, illusorisch und objektiv fragwürdig, was 

auch die beiden den Beschwerdeführer behandelnden Hausärzte - Dr. X.___ und Dr. 

E.___ - bestätigt hätten. Im Übrigen habe sich Dr. D.___ im orthopädischen Status zur 

prozentualen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten 

auch gar nicht geäussert. Das Gutachten der MEDAS vom 27. Oktober 2005 leide 

darüber hinaus an einem schweren Mangel, weil Dr. D.___ in der Kommission für 

medizinische Begutachtung nicht vertreten gewesen sei.

b) Medizinische Gutachten sind vom Gericht nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. 

c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 26. Januar 2006 i/S D. [I 268/2005], Erw. 

1.2 und Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 13. September 2006 i/S 

D. [I 867/05]. Erw. 3.1). Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

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entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 26. Januar 2006 i/S D. [I 268/2005], Erw. 1.2 mit Hinweis 

auf BGE 125 V 353 Erw. 3.a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten, Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen (vgl. die Zusammenstellung dieser Richtlinien im BGE 125 V 352 Erw. 3b 

und in AHI 2001 S. 114 Erw. 3b, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

vom 24. Januar 2000 i/S V. [I 128/98], jeweils mit Hinweisen). So ist den im Rahmen 

des im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -

ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der 

Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren 

sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 9. 

August 2000 i/S A., [I 437/99], Erw. 4b/bb). Überdies sind Berichte der behandelnden 

Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit 

Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein 

praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 20. März 2006 i/S S. [I 655/05], Erw. 5.4 

mit Hinweisen). Gemäss BGE 125 V 351 Erw. 3. b) ee) kommt auch Berichten und 

Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Jedenfalls lässt allein die Tatsache, dass der 

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fragliche Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen.

c) Der Beschwerdeführer hegt Zweifel an der Objektivität und der Unabhängigkeit der 

medizinischen Gutachter. Die MEDAS führt polydisziplinäre Begutachtungen für die 

Invalidenversicherung (als MEDAS) sowie die Unfallversicherung, die Privatassekuranz 

und für Gerichte durch. Das vom Bundesamt für Sozialversicherung gestützt auf Art. 

72bis IVV erlassene, am 1. Juni 1994 in Kraft getretene Statut der medizinischen 

Abklärungsstellen in der Invalidenversicherung garantiert die erforderliche 

Unabhängigkeit der MEDAS bei der Erfüllung von Gutachteraufträgen. Dieses hält 

ausdrücklich fest, dass der Chefarzt und die Ärzte der MEDAS ihren gutachterlichen 

Auftrag unabhängig und in ihrem freien Ermessen erfüllen und in ihrer Meinungsbildung 

keinerlei Einfluss seitens der Aufsichtsorgane unterstehen (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 23. März 2006 i/S S. [I 311/04], Erw. 5.2). Die Ärzte der 

MEDAS gelten damit nicht als verwaltungsinterne, sondern als externe Spezialärzte 

und Spezialärztinnen.

d) Der Beschwerdeführer wurde in der MEDAS vom 26. bis 30. September 2005 durch 

externe Spezialärzte eingehend untersucht. Dem Gericht liegt das im Anschluss an 

diese Untersuchung erstellte umfangreiche medizinische Gutachten vom 27. Oktober 

2005 vor. Dieses ist in Kenntnis der medizinischen Vorakten (Anamnese) erstellt 

worden (IV-act. 28/1-5) und berücksichtigt die geklagten Beschwerden in einem von 

Dr. med B.___ erhobenen Allgemeinstatus (IV-act. 28/5-9). Darüber hinaus ist der 

Arztbericht für die streitigen Belange umfassend und beruht auf allseitigen 

Untersuchungen. Abgesehen vom orthopädische Status (erhoben von Dr. med. D.___ 

[IV-act. 28/9-13]), sind auch der chirurgische Status (erhoben von PD Dr. med F.___ [IV-

act. 28/13-14]) und der psychiatrische Status (erhoben von Dr. med. A.___ [IV-act. 

28/15-17]) in den Bericht eingeflossen. Die Schlussfolgerungen der Experten der 

interdisziplinären Kommission für medizinische Begutachtung - bestehend aus den 

Dres. A.___ (Facharzt für Psychiatrie), B.___ (Facharzt für Innere Medizin) und C.___ 

(Facharzt für Rheumatologie) - leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind begründet 

(IV-act. 28/18-21). So gelangte die Kommission gestützt auf die einzelnen Befunde der 

erwähnten Spezialärzte zu den bereits genannten Diagnosen und beurteilte in der Folge 

die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Die von Dr. D.___ gestellten 

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orthopädischen Diagnosen wurden dabei vollumfänglich übernommen und – mit 

Ausnahme des femeropatellaren Überlastungssyndroms bei Adipositas und der Genua 

vara beidseits – als die Arbeitsfähigkeit beeinflussend beurteilt. Unbestritten war Dr. 

D.___, der den orthopädischen Status des Beschwerdeführers erhoben hatte, in der 

Kommission für medizinische Begutachtung nicht vertreten. Die Teilnahme des 

begutachtenden Orthopäden wäre vorliegend - da die Arbeitsunfähigkeit schliesslich 

weitestgehend auf orthopädischen Problemen beruht - zwar durchaus wünschenswert 

gewesen, führt aber entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers nicht dazu, dass das Gutachten der MEDAS vom 27. Oktober 2005 

deswegen an einem "schweren Mangel" leidet. Die fehlende Teilnahme von Dr. D.___ in 

der Kommission für medizinische Begutachtung kann jedenfalls nicht als ein konkretes 

Indiz gegen die Zuverlässigkeit der Expertise gewertet werden. Den die fragliche 

Kommission bildenden Ärzten - darunter einem Facharzt für Rheumatologie - war es 

vielmehr zumutbar, gestützt auf die orthopädischen Diagnosen von Dr. D.___ die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu beurteilen. Des weitern ist davon 

auszugehen, dass die Kommission bei entsprechenden Fragen oder Unklarheiten mit 

Dr. D.___ Rücksprache genommen hätte bzw. ihn bei entsprechendem Bedarf in die 

Kommission berufen hätte. Auch der Einwand des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers, Dr. D.___ habe zur Arbeitsfähigkeit für eine leichte Arbeit keine 

prozentualen Angaben gemacht, vermag die Zuverlässigkeit des Berichts der MEDAS 

nicht zu erschüttern. Dr. D.___ hält immerhin fest, dass für körperlich schwere und 

mittelschwere Arbeiten eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, 

für das Heben und Tragen von Lasten eine Limite von maximal 10 kg zu beachten sei 

und regelmässiges Sichbücken, längeres Stehen oder Gehen ebenfalls nicht mehr 

zumutbar seien. Die in Prozenten ausgedrückte Bestimmung der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit wurde vorliegend von der interdisziplinären Kommission für 

medizinische Begutachtung vorgenommen, was nicht zu beanstanden ist, verfügte 

doch die Kommission über sämtliche wesentlichen Untersuchungsergebnisse und 

konnte so auch mögliche Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Leiden 

berücksichtigen. Insgesamt erfüllt das Gutachten der MEDAS die vom Bundesgericht 

an die Beweistauglichkeit eines Arztberichts aufgestellten Kriterien.

e) Bezüglich des Einwands des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, die 

Schätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Kommission für medizinische Begutachtung 

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sei realitätsfremd, illusorisch und objektiv fragwürdig, gilt es zu beachten, dass 

ärztliche Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit und die Darlegungen der aus 

medizinischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsleistung stets von einem gewissen 

medizinischen Ermessen getragen sind, in welches der Richter nicht ohne triftige 

Gründe eingreifen soll (Pra 83 N. 192; PVG 1996 Nr. 92, 271; RSKV 1983, 265; nicht 

veröffentlichtes Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. 

September 2002 i/S Z.A.-I. [IV 2001/123]). Der vom Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers eingereichte Arztbericht von Dr. E.___ (act. G 1.2) genügt jedenfalls 

nicht, um die von den Ärzten der MEDAS vorgenommene Schätzung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in Frage zu stellen. Zu beachten ist 

diesbezüglich einerseits, dass das Gutachten der MEDAS den vom Bundesgericht an 

einen beweistauglichen Arztbericht aufgestellten Kriterien vollumfänglich genügt, und 

andererseits, dass der vorliegende Arztbericht von Dr. E.___ weder begründet ist, noch 

darzulegen vermag, auf welchen Untersuchungen die von der MEDAS abweichende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung basiert. Hinzuweisen bleibt schliesslich noch auf die bereits 

erwähnte Rechtssprechung des Bundesgerichts, wonach Berichte von Hausärzten 

ganz grundsätzlich mit Vorbehalt zu bewerten sind.

4.- Aufgrund des Gesagten ist die Einholung eines zweiten Gutachtens bezüglich 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht angezeigt. Legt man - wie dies die 

Beschwerdegegnerin zu Recht getan hat - der Berechnung des Invalideneinkommens 

die im Gutachten der MEDAS vom 27. Oktober 2005 festgelegte Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers von 70% für leichte Tätigkeiten - die in wechselnder 

Körperposition, wechselnd zwischen Gehen, Stehen und Sitzen ausgeübt werden 

können - zu Grunde, so bleibt es bei einem Invaliditätsgrad von 51%, und der 

Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ab 1. Dezember 2004. 

Folglich ist die Beschwerde vom 22. September 2006 abzuweisen.

5.- Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf Ersatz der Kosten der 

Vertretung und Prozessführung. Gerichtskosten sind keine zu erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

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St.Galler Gerichte

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.01.2007
	Art. 61 lit. c ATSG: Medizinische Gutachten sind vom Gericht frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Gleichwohl ist es zulässig, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen [Erw. 3b]. Ein MEDAS-Gutachten leidet nicht per se an einem schweren Mangel, weil der begutachtende Orthopäde in der Kommission für medizinische Begutachtung, welche die verbleibende Arbeitsfähigkeit bestimmt, nicht vertreten ist [Erw. 3d]. Ärztliche Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit und die Darlegungen der aus medizinischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsleistung sind stets von einem gewissen medizinischen Ermessen getragen, in welches der Richter nicht ohne triftigen Gründe eingreifen soll [Erw. 3e] (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Januar 2007, IV 2006/186).

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		2025-07-19T16:45:32+0200
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