# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d16fd45e-2952-5460-bc41-b31d5fff3d6f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 08.07.2019 B 2018/246
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2018-246_2019-07-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2018/246

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 29.08.2019

Entscheiddatum: 08.07.2019

Entscheid Verwaltungsgericht, 08.07.2019
Baurecht, Baubewilligung, Verweisung, Art. 78 Abs. 2 lit. f, Art. 87 Abs. 2 
BauG, Art. 63 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StrG. Die von der Vorinstanz 
auflageweise verfügte Herabsetzung einer der geplanten Stützmauern ist 
nicht baubewilligungspflichtig. Die Vorinstanz durfte auf die Anordnung 
eines vorgängigen Baubewilligungsverfahrens verzichten, ohne den 
Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör und den 
Koordinationsgrundsatz zu verletzen (E. 3). Zulässigkeit der von der 
Vorinstanz verfügten Auflage bejaht (E. 4). Im Reglement der 
Beschwerdegegnerin wird statisch-direkt auf die VSS-Normen SN 640 050, 
Ausgabe Mai 1993, und SN 640 273, Ausgabe November 1992, verwiesen (E. 
5.1 f.). Das Baugesuch entspricht nicht den Anforderungen der genannten 
VSS-Normen, weshalb es an die Beschwerdegegnerin zur Ergänzung der 
Nebenbestimmun-gen der vorliegend strittigen Baubewilligung vom 23. Juni 
2017 zurückzuweisen ist (E. 5.3 und 6.2), (Verwaltungsgericht, B 2018/246).

Entscheid vom 8. Juli 2019

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Steiner; 

Gerichtsschreiber Bischofberger

Verfahrensbeteiligte

X.__ und Y.__,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Bettina Deillon, relevanz.legal, 

Teufener Strasse 11, Postfach 1733, 9001 St. Gallen,

gegen

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

Z.__AG,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwältin M.A. HSG Martina Wäger, Schoch, Auer & Partner, 

Marktplatz 4, Postfach 547, 9004 St. Gallen,

sowie

Politische Gemeinde A.__

Beschwerdebeteiligte

Gegenstand

Baubewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. Die Z.__AG ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 00__, Grundbuch S.__. Nach dem 

Zonenplan der Politischen Gemeinde A.__ ist dieses Grundstück der Wohnzone (W2a) 

zugewiesen. Im Südosten grenzt die Parzelle Nr. 00__ an die B.__strasse (Parzelle 

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Nr.__, Gemeindestrasse zweiter Klasse) und an der südwestlichen Grundstücksecke an 

den C.__weg (Parzelle Nr.__, Gemeindestrasse zweiter Klasse). Am 4./18. April 2017 

reichte die Z.__AG ein Baugesuch für den Neubau eines Mehrfamilienhauses (fünf 

Wohnungen) auf Parzelle Nr. 00__ ein. Während der öffentlichen Auflage vom 

18. April 2017 bis 3. Mai 2017 erhoben X.__ und Y.__ (Eigentümer der Parzellen 

Nrn. 01__ und 02__) Einsprache. Mit Entscheid vom 23. Juni 2017 (zugestellt am 

21. Juli 2017) wies die Baubewilligungskommission der Politischen Gemeinde A.__ die 

Einsprache ab, soweit sie darauf eintrat, und bewilligte das Bauvorhaben unter 

Nebenbestimmungen (act. 12/1/1, act. 12/5/10 f. und 13-20, act. 12/9, 12 und 16, 

www.geoportal.ch).

B. Dagegen rekurrierten X.__ und Y.__ am 14. August 2017 an das Baudepartement. 

Am 20. November 2017 reichte das Amt für Umwelt und am 30. November 2017 das 

kantonale Tiefbauamt einen Amtsbericht ein. Mit Entscheid vom 6. Dezember 2017 

bewilligte die Politische Gemeinde A.__ ein Korrekturgesuch der Z.__AG vom 

22. August 2017 unter Nebenbestimmungen und schrieb eine dagegen von X.__ und 

Y.__ erhobene Einsprache zufolge Rückzugs ab. Am 15. Januar 2018 führte das 

Baudepartement einen Augenschein durch. Am 9. Februar 2018 reichte die Z.__AG den 

Plan "Nachweis Sichtweiten" vom 8. Februar 2018 nach. Dazu äusserte sich das 

kantonale Tiefbauamt am 14. März 2018. Mit Entscheid vom 20. November 2018 hiess 

das Baudepartement den Rekurs teilweise gut, soweit es ihn nicht zufolge 

Gegenstandslosigkeit abschrieb (Dispositiv-Ziff. 1a), und ergänzte Ziff. 47 (recte: IV/49) 

der Bedingungen und Auflagen der Baubewilligung vom 23. Juni 2017 insoweit, als das 

Sichtfeld auf der westlichen Seite vom Strassenrand bis zur Fassade des 

Mehrfamilienhauses ab einer Höhe von 0.60 m über Strassenniveau von allen 

Hindernissen frei zu halten sei (Dispositiv-Ziff. 1b). Der Z.__AG auferlegte sie für das 

Rekursverfahren amtliche und ausseramtliche Kosten (Dispositiv-Ziff. 2a und 3, act. 2, 

act. 12/1, 8-10, 12 f., 16).

C.  

Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 20. November 2018 

erhoben X.__ und Y.__ (Beschwerdeführer) durch ihre Rechtsvertreterin am 

5. Dezember 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, 

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Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) aufzuheben (act. 1). Am 

14. Januar 2019 ergänzten sie ihre Beschwerde mit einer Begründung und verlangten 

den Ausstand von Verwaltungsrichterin Iris Zindel (act. 8). Auch reichten sie den Plan 

"Sichtfelder C.__weg" vom 5. Dezember 2018 ein (act. 9/3). Mit Vernehmlassung vom 

4. Februar 2019 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 11). Mit 

Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2019 beantragte die Z.__AG 

(Beschwerdegegnerin) durch ihre Rechtsvertreterin, es sei die Beschwerde unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) abzuweisen (act. 18). 

Am 28. März 2019 liessen sich die Beschwerdeführer nochmals vernehmen (act. 24). 

Die Politische Gemeinde A.__ (Beschwerdebeteiligte) beantragte mit Stellungnahme 

vom 20. Juni 2019, es sei die Beschwerde abzuweisen (act. 29).

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.  Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die 

Beschwerdeeingabe vom 5. Dezember 2018 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt 

zusammen mit der Ergänzung vom 14. Januar 2019 (act. 8) formell und inhaltlich die 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 

und 2 VRP). Die Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen Entscheids 

und Grundeigentümer der Parzellen Nrn. 01__ und 02__ – entgegen der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin (act. 18, S. 3 Ziff. III/A/3) – zur Ergreifung des Rechtsmittels 

berechtigt (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP und VerwGE B 2018/80; B 

2018/82 vom 23. Mai 2019 E. 4.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. Nachdem Verwaltungsrichterin Iris Zindel nicht mitwirkt, ist 

dem Ausstandsbegehren der Beschwerdeführer entsprochen worden.

2.   

bis

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Der erstinstanzliche Entscheid erging am 23. Juni 2017 (act. 12/1/1) und damit vor 

Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) am 1. Oktober 2017 

(nGS 2017-049). Entgegen anderslautender Darstellung der Beschwerdeführer (act. 24, 

S. 4 Ziff. III/B/a/14) bleibt auf das strittige Bauvorhaben somit das bis 

30. September 2017 gültige Gesetz über die Raumplanung und das öffentliche 

Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der Fassung vom 1. Januar 2015) 

anwendbar, soweit das PBG für die Baugesuchsteller nicht günstiger ist (Art. 173 PBG).

3.   

Die Beschwerdeführer bringen zunächst vor, die sich aus der unter Dispositiv-Ziffer 1b 

des angefochtenen Entscheids auflageweise verfügten Absenkung der Stützmauer 

ergebenden baulichen Anpassungsmassnahmen hätten im Rahmen eines 

Baubewilligungsverfahrens geprüft werden müssen. Da sie sich nicht zu diesen 

baulichen Massnahmen hätten äussern können, sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör 

verletzt worden. Soweit die Vorinstanz die Bewilligungspflicht der geplanten 

Stützmauer resp. der projektierten Terrainanpassung in Frage gestellt habe, habe sie 

überdies den Sachverhalt unvollständig festgestellt: Weder in den Baugesuchsplänen 

noch im während des Rekursverfahrens eingereichten Plan "Nachweis der Sichtweiten" 

seien für den Bereich der westlichen Gebäudeecke genaue Vermassungen enthalten. 

Es fehlten Angaben zur Höhe des gewachsenen Terrains, zur Höhe des 

Vorplatzniveaus sowie zur Maximalhöhe der in der Westecke des Gebäudes 

ansetzenden Stützmauer (act. 8, S. 3 f. Ziff. III/A/a/12-16, S. 6 Ziff. III/C/28, act. 24, S. 2 

Ziff. III/A/a/3-5, S. 4 Ziff. III/B/c/17).

3.1.   

Grundsätzlich ordnen die Kantone Zuständigkeiten und Verfahren im Bereich der 

Raumplanung (vgl. Art. 47 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft; SR 101, BV, und Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Raumplanung, Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG). Die Grenzen der kantonalen 

Organisations- und Verfahrensautonomie sind vorgegeben durch die bundesrechtliche 

Bewilligungspflicht (vgl. Art. 22 Abs. 1 RPG, Art. 78 f. BauG und BGer 1C_505/2017 

vom 15. Mai 2018 E. 5 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 139 II 134 E. 5.2, in: 

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URP 2018, S. 528 ff., und ZBl 2018, S. 650 ff.) und den verfassungsmässigen Anspruch 

auf rechtliches Gehör von Einspracheberechtigten (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 4 lit. c der 

Verfassung des Kantons St. Gallen; SR 131.225, sGS 111.1, KV, und Art. 6 Ziff. 1 der 

Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten; SR 

0.101, EMRK, siehe auch Art. 15 VRP). Zudem verlangt das bundesrechtliche 

Koordinationsgebot gemäss Art. 25a RPG, dass ein geplantes Bauvorhaben in einem 

einzigen und einheitlichen Bewilligungsverfahren geprüft wird. Die Kantone dürfen die 

Vorgaben der Bewilligungspflicht nach Art. 22 Abs. 1 RPG konkretisieren und auch 

baubewilligungsfreie Vorhaben näher umschreiben (vgl. Stalder/Tschirky, in: Griffel/

Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Zürich 2016, 

Rz. 2.106 ff.). Art. 78 Abs. 2 BauG enthält eine nicht abschliessende Aufzählung 

bewilligungspflichtiger Tatbestände (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und 

Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 860). Danach sind insbesondere Mauern und 

Einfriedungen von mehr als 1.2 m Höhe längs öffentlichen Strassen, Wegen und 

Plätzen sowie von mehr als 1.8 m Höhe längs Grundstücksgrenzen 

bewilligungspflichtig (lit. f., siehe dazu auch Art. 136 Abs. 2 lit. c PBG). Daraus folgt, 

dass Mauern geringerer Höhe im Regelfall keiner Bewilligungspflicht unterliegen. Im 

Weiteren schreibt Art. 40 des Baureglements der Politischen Gemeinde A.__ (BauR) 

vor, dass Terrainveränderungen mit einer Höhendifferenz von mehr als 1 m 

bewilligungspflichtig sind (vgl. demgegenüber Art. 136 Abs. 2 lit. d PBG).

Die Behörde ermittelt den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen, 

wobei vorbehältlich der Wahrung des öffentlichen Interesses nur die von den 

Beteiligten angebotenen und die leicht zugänglichen Beweise über erhebliche 

Tatsachen aufzunehmen sind (vgl. Art. 12 VRP). Die Unvollständigkeit des 

festzustellenden Sachverhalts knüpft beim Umfang der Beweiserhebung an: 

Unvollständig ist die Sachverhaltsfestlegung, wenn entscheidrelevante Umstände nicht 

oder nicht ausreichend abgeklärt wurden (vgl. Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 586 ff.). Nach 

Art. 80 Abs. 2 BauG muss das Baugesuch die für die baupolizeiliche Beurteilung 

notwendigen Unterlagen, wie Situationsplan, Grundriss, Ansichten, Schnitte und 

Kanalisationspläne, enthalten (siehe auch Art. 13 des Reglements über den Vollzug des 

BauR und des Reklamereglements; VR-BauR).

3.2.   

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Aus den Plänen "Grundriss 1.OG/2.OG/Attika" ("Erdgeschoss") und "Schnitte/

Fassaden" ("Schnitt A-A", "Westfassade"), je Massstab 1:100, je vom 4. April 2017 

sowie "Nachweis Sichtweiten", Massstab 1:200, vom 8. Februar 2018 (act. 12/5/19 f. 

und Beilage zu act. 12/13) lässt sich in Bezug auf die Südwestecke des projektierten 

Mehrfamilienhauses ermitteln, dass der Vorplatz vom Gehweg (667.50 m.ü.M.) auf einer 

Länge von 4.95 m bis zur Oberkante Sockelgeschoss (667.905 m.ü.M.) ansteigt, und 

dass das Vorplatzniveau maximal 1.50 m unter dem gewachsenen Terrain liegen soll 

sowie dass die geplante, 4.85 m lange Stützmauer ursprünglich gemäss den öffentlich 

aufgelegten Plänen maximal 1.80 m hoch projektiert war. Der Vorinstanz kann daher 

keine unvollständige Sachverhaltsfeststellung vorgeworfen werden, wenngleich nicht 

alle Masse in den Plänen einzeln angegeben werden. Wie die Vorinstanz gestützt auf 

diese Pläne in ihrer Vernehmlassung vom 4. Februar 2019 (act. 11, S. 2) zutreffend 

ausgeführt hat, muss das Terrain für die auflageweise verfügte (Dispositiv-Ziffer 1b des 

angefochtenen Entscheids), maximal zulässige Stützmauerhöhe von 0.60 m um 0.90 m 

(Vorplatzniveau maximal 1.50 m unter dem gewachsenen Terrain) angepasst werden. 

Demzufolge setzte die von ihr verfügte Auflage weder gestützt auf Art. 78 Abs. 2 

lit. f BauG (Mauerhöhe von maximal 0.60 m) noch auf Art. 40 BauR (Höhendifferenz der 

Terrainveränderung von maximal 0.90 m) die Durchführung eines 

Baubewilligungsverfahrens (Projektänderung) vor der Beschwerdebeteiligten voraus. 

Dies umso weniger, als die Beschwerdeführer nicht behaupten, die Stützmauer diene 

der Sicherung einer Aufschüttung (anders: GVP 1998 Nr. 28), und sie selbst von einer 

Mauerhöhe "von rund 1.60 m" ausgehen (act. 8, S. 3 Ziff. III/A/a/12), weshalb das 

Terrain zusammen mit der Stützmauer selbst ihrer Darstellung gemäss nicht im Sinne 

von Art. 40 BauR um mehr als 1 m abgesenkt werden müsste. Im Übrigen wurde von 

den Beschwerdeführern nicht in Frage gestellt, dass die Beschwerdebeteiligte zum 

Erlass von Art. 40 BauR befugt war (vgl. zur akzessorischen Anfechtung eines 

Nutzungsplans BGE 145 II 83 E. 5.1 mit Hinweisen und VerwGE B 2013/49 vom 

8. Juli 2014 E. 4.2.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, bestätigt mit 

BGer 1C_444/2014 vom 27. Januar 2015). Indem die Vorinstanz von der Anordnung 

eines vorgängigen Baubewilligungsverfahren (Projektänderung) zur Umsetzung der in 

Dispositiv-Ziffer 1b des angefochtenen Entscheids verfügten Absenkung der 

Stützmauer abgesehen hat, verletzte sie somit weder den Anspruch der 

Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör noch das Koordinationsgebot.

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Lediglich der Vollständigkeit halber ist noch zu bemerken, dass trotz der 

entsprechenden Mutmassungen der Beschwerdeführer (act. 8, S. 3 Ziff. III/A/a/14) nicht 

ersichtlich ist, inwiefern die geplante, 0.60 m hohe westseitige Stützmauer den 

Anforderungen von Art. 41 BauR, insbesondere der Abstandsvorschrift gegenüber 

Trottoirs (Mindestabstand von 0.10 m) nach Abs. 2 Satz 1 dieser Bestimmung, nicht 

genügen sollte.

4.   

Weiter machen die Beschwerdeführer geltend (act. 8, S. 3 f. Ziff. III/A/a/11-13, 16, S. 6 

Ziff. III/C/28, act. 24, S. 3 f. Ziff. III/A/a/6 f. und III/B/c/17), die von der Vorinstanz 

verfügte Auflage in Dispositiv-Ziffer 1b des angefochtenen Entscheids sei unzulässig.

4.1.   

Erfüllt ein Baugesuch die gesetzlichen Anforderungen nicht, ist grundsätzlich der 

Bauabschlag zu erteilen (Art. 87 Abs. 1 BauG e contrario). Die Baubewilligung darf 

demgegenüber unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) 

nicht verweigert werden, wenn sie gemäss Art. 87 Abs. 2 BauG mit einschränkenden 

Bedingungen und Auflagen verbunden werden kann (vgl. VerwGE B 2007/70 vom 

15. Oktober 2007 E. 4.4.1 und VerwGE B 2004/22 vom 18. Mai 2004/2. Dezember 2004 

E. 3a je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Durch solche Nebenbestimmungen 

können lediglich untergeordnete Mängel eines Baugesuchs behoben werden (vgl. 

VerwGE B 2015/160 vom 30. Mai 2017 E. 3.2 und VerwGE B 2015/14 vom 

20. Januar 2017 E. 13.1 je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, sowie GVP 1979 Nr. 8). 

Wann ein Mangel in diesem Sinne als untergeordneter Natur zu qualifizieren ist und 

unter welchen weiteren Voraussetzungen mit einer Nebenbestimmung Mängel des 

Baugesuchs zu beheben sind, beurteilt sich grundsätzlich nach dem anwendbaren 

kantonalen und kommunalen Recht (vgl. BGer 1C_476/2016 vom 9. März 2017 E. 2.4 

mit Hinweisen, in: ZBl 2017, S. 618 ff., S. 620). Dabei ist auf die konkreten Verhältnisse 

abzustellen (vgl. VerwGE B 2005/168 vom 21. März 2006 E. 5a/bb mit Hinweisen, 

www.gerichte.sg.ch). Die Möglichkeit, nach Art. 87 Abs. 2 BauG vorzugehen, entfällt 

immer dann, wenn die Mängel eine wesentliche Projektänderung bzw. eine 

konzeptionelle Überarbeitung des Projekts erfordern (vgl. BGer 1C_266/2018 vom 

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12. April 2019 E. 3.3 mit Hinweisen). Die Anordnung von Nebenbestimmungen kommt 

mit anderen Worten nicht in Betracht, wenn ohne grösseren planerischen Aufwand 

nicht mehr beurteilbar ist, wie die Mängel zu beheben sind und welche baurechtlichen, 

konzeptionellen und gestalterischen Auswirkungen dies nach sich zieht. Es geht 

beispielsweise nicht an, einen Bau zu bewilligen mit der Auflage, die fehlende 

Erschliessung müsse vor Baubeginn geregelt sein (vgl. BGer 1C_615/2017 vom 

12. Oktober 2018 E. 2.5 sowie VerwGE B 2012/143 vom 24. Januar 2013 E. 4.1.2 je mit 

Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Dies ergibt sich aus dem Grundsatz der Einheit des 

Bauentscheids, mit dem eine einheitliche Beurteilung eines baurechtlichen 

Sachverhalts sichergestellt werden soll (vgl. BGer 1C_398/2016 vom 2. Februar 2017 

E. 2.7, in: ZBl 2017, S. 614 ff., S. 617, und VerwGE B 2008/219 vom 

22. September 2009 E. 6.4.1 je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Nachgelagerte 

Verfahren sind nur dann zulässig, wenn dies von der Sache her sinnvoll ist - so etwa 

wenn die Beurteilung der Farb- und Materialwahl während der Bauausführung besser 

möglich ist - und sich daraus keine wesentlichen neuen Auswirkungen oder 

Änderungen für das Projekt ergeben oder ergeben können (vgl. A. Marti, Kommentar 

zum Entscheid BGer 1C_476/2016 vom 9. März 2017, in: ZBl 2017 S. 622 f.).

4.2.   

Die Erteilung einer Baubewilligung setzt unter anderem voraus, dass das Bauland 

erschlossen ist (vgl. Art. 22 Abs. 1 und 2 lit. b RPG, und Art. 49 Abs. 1 BauG). Land ist 

erschlossen, wenn unter anderem eine für die betreffende Nutzung hinreichende 

Zufahrt besteht (Art. 19 Abs. 1 RPG, Art. 4 des Wohnbau- und 

Eigentumsförderungsgesetz; SR 843, WEG, und Art. 49 Abs. 2 lit. a BauG). Aus 

bundesrechtlicher Sicht genügt es, wenn eine Zufahrtsstrasse hinreichend nahe an 

Bauten und Anlagen heranführt. Die befahrbare Strasse muss nicht bis zum 

Baugrundstück oder gar zu jedem einzelnen Gebäude reichen; vielmehr genügt es, 

wenn Benützer und Besucher mit dem Motorfahrzeug in hinreichende Nähe gelangen 

und von dort über einen Weg zum Gebäude oder zur Anlage gehen können. Für 

Erschliessungsanlagen auf fremdem Grund ist deren rechtliche Sicherstellung 

nachzuweisen (vgl. BGer 1C_603/2015 vom 5. April 2016 E. 2.1 und 

BGer 1C_290/2011 vom 1. Februar 2012 E. 3.1 mit Hinweisen, insbesondere auf 

BGE 136 III 130 E. 3.3.2). Zu einer hinreichenden Zufahrt in Wohnzonen gehört auch 

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das Verbindungsstück von der öffentlich zugänglichen Strasse zum Baugrundstück 

(Feinerschliessung, vgl. Art. 4 Abs. 2 WEG, BGE 121 I 65 E. 3c mit Hinweis auf 

BGE 116 Ib 159 E. 6b, E. Jeannerat, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], 

Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 19 Rz. 23, P. Hänni, 

Planungs-, Bau- und besonderes Umweltrecht, 6. Aufl. 2016, S. 278, Waldmann/Hänni, 

Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 19 Rz. 20, und B. Heer, a.a.O., Rz. 513). 

Demgegenüber gehören Hausanschlüsse bzw. Hauszufahrten nicht zur 

Feinerschliessung. Sie verbinden ein Grundstück mit der Anlage der Feinerschliessung 

(vgl. A. Rey, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Rz. 3.273, C. Häuptli, 

in: Baumann/van den Bergh/Gossweiler/derselbe/Schwaller/Forestier [Hrsg.], 

Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013, § 32 Rz. 19, Fritzsche/

Bösch/Wipf, Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 2, 5. Aufl. 2011, S. 571, und 

V. Marantelli-Sonanini, Erschliessung von Bauland, Bern 1997, S. 38 f.; anders: Zaugg/

Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 4. Aufl. 2013, Art. 7/8 Rz. 3, und 

M. Berner, in: R. Walder [Hrsg.], Luzerner Planungs- und Baurecht, Bern 2012, Rz. 801, 

wonach Hausanschlüsse/-zufahrten ebenfalls Teil der Erschliessung sind). Entgegen 

der Auffassung der Beschwerdeführer betrifft die Einhaltung der Verkehrssicherheit der 

von der strittigen Auflage (Dispositiv-Ziff. 1b des angefochtenen Entscheids) 

betroffenen Hauszufahrt demnach nicht die Erschliessungsanforderungen nach Art. 19 

Abs. 1 RPG, Art. 4 WEG und Art. 49 Abs. 2 lit. a BauG. Sondern sie beschlägt, wie die 

Vorinstanz in Erwägung 9.1 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 12) zutreffend 

ausgeführt hat, einzig die Bewilligungsfähigkeit nach Art. 63 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 des 

Strassengesetzes (sGS 732.1, StrG). Auch macht die strittige Anordnung (maximal 

zulässige Höhe der westlichen Stützmauer von 0.60 m) keine wesentliche 

Projektänderung bzw. eine konzeptionelle Überarbeitung des Projekts erforderlich. Der 

Mangel im Bereich der betroffenen Hauszufahrt ist damit als untergeordnet 

einzustufen, weshalb er durch den Erlass einer Nebenbestimmung behoben werden 

kann. Ein Bauabschlag allein aus diesem Grund wäre klar unverhältnismässig.

5.   

Sodann rügen die Beschwerdeführer mit Verweis auf den von ihnen eingereichten Plan 

"Sichtfelder C.__weg" vom 5. Dezember 2018 (act. 9/3), die in Dispositiv-Ziffer 1b des 

angefochtenen Entscheids verfügte Auflage sei ungeeignet. Dadurch könne aufgrund 

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der gegebenen Terrainverhältnisse das zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit 

erforderliche Sichtfeld nicht gewährleistet werden. Die Beschwerdegegnerin habe nicht 

nachgewiesen, dass die Sichtweiten in Richtung C.__weg eingehalten seien. Die 

Vorinstanz habe es pflichtwidrig unterlassen, solche Unterlagen nachzufordern und 

daher die Untersuchungsmaxime verletzt. Das Bauvorhaben sei mangels 

verkehrssicherer Zufahrt nach wie vor strassenmässig ungenügend erschlossen (act. 8, 

S. 4-6 Ziff. III/A/b/17-21, S. 6 Ziff. III/C/28, act. 24, S. 4 Ziff. III/B/b/15, d/18-24).

5.1.   

Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StrG wird eine Bewilligung für Bau oder Änderung 

von Zufahrten erteilt, wenn weder die Strasse beeinträchtigt noch der Verkehr 

gefährdet wird. Für die Bewilligung ist vorliegend (Gemeindestrasse zweiter Klasse) die 

Beschwerdebeteiligte zuständig (Art. 11 Abs. 1 StrG). Nach Art. 2 in Verbindung mit 

Anhang I VR-BauR (vom Baudepartement am 27. Februar 2006 genehmigt, cRS 2006, 

161, siehe zur Zuständigkeit des Stadtrates zum Erlass des VR-BauR auch Art. 70 

Abs. 2 BauR), überschrift "Verweis auf anerkannte Normen", werden als anerkannte 

Regeln der Baukunde für Verkehrsanlagen, wie hier die projektierte 

Grundstückszufahrt, die Normen SN 640 050 (Grundstückszufahrten), 

Ausgabe Mai 1993, und SN 640 273 (Knoten Sichtverhältnisse), 

Ausgabe November 1992, des Schweizerischen Verbands der Strassen- und 

Verkehrsfachleute (VSS) angewendet. Diesbezüglich stellt sich vorweg die Frage, ob es 

sich dabei um eine indirekte (mittelbare) oder ob es sich um eine statisch-direkte resp. 

dynamisch-direkte Verweisung handelt. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil eine 

indirekte Verweisung im Gegensatz zu einer direkten Verweisung, durch welche private 

Normen zu staatlich gesetztem Recht werden (vgl. VerwGE B 2014/18 vom 

24. März 2015 E. 2.4 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch), eine Behörde nicht dazu 

verpflichtet, eine bestimmte technische Norm einzuhalten.

5.2.   

Wird in einem Gesetz nicht auf ein bestimmtes Normenwerk, sondern im Sinne einer 

Generalklausel auf einen "Standard" (z. B. "Regeln der Technik") oder auf bestimmte 

Normen-werke verwiesen, die aber nur beispielhaft als Ausdruck des Standards 

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erwähnt werden, handelt es sich um eine indirekte (mittelbare) Verweisung. Wird aber 

ausdrücklich auf ein bestimmtes Normenwerk verwiesen, handelt es sich um eine 

direkte (unmittelbare) Verweisung. Eine statisch-direkte Verweisung liegt wiederum 

dann vor, wenn das Verweisungsobjekt eine bestehende Regelung ist, die in einer ganz 

bestimmten Form Anwendung finden soll. Das verweisende Organ kennt den Inhalt der 

Norm, auf die verwiesen wird, und dieser verändert sich nicht ohne Zustimmung des 

für die Verweisung zuständigen Organs. Dynamisch-direkt ist dagegen die Verweisung, 

wenn Normen nicht in einer bestimmten, sondern in der jeweils geltenden Fassung als 

anwendbar erklärt werden. Das bedeutet, dass sich die Norm, auf die verwiesen wird, 

ohne Zutun des verweisenden Organs ändern kann. Ob eine statisch-direkte oder 

dynamisch-direkte Verweisung vorliegt, ist durch Auslegung zu ermitteln (vgl. dazu 

VerwGE K 2013/3 vom 23. August 2016 E. 3.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).

Während aus systematischer, historischer und teleologischer Sicht kein zusätzlicher 

Erkenntnisgewinn folgt, ergibt sich aus dem Wortlaut von Art. 2 in Verbindung mit 

Anhang I VR-BauR zweifelsfrei, dass darin in Bezug auf Verkehrsanlagen statisch-direkt 

auf die VSS-Normen SN 640 050, Ausgabe Mai 1993, und SN 640 273, 

Ausgabe November 1992, verwiesen wird. Bei den in Anhang I VR-BauR zitierten VSS-

Normen handelt es sich somit nicht bloss um Verwaltungsanweisungen, von denen im 

Einzelfall unter Umständen abgewichen werden darf (vgl. dazu VerwGE B 2018/69 vom 

19. November 2018 E. 2.3 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch), sondern – entgegen 

der Auffassung der Vorinstanz (vgl. act. 2, S. 13 E. 9.2, act. 11, S. 2) – um öffentlich-

rechtliche Bauvorschriften der Beschwerdebeteiligten. Zu keinem anderen Schluss 

führt auch der Einwand der Vorinstanz (vgl. Vernehmlassung vom 4. Februar 2019, 

act. 11, S. 2), falls diese VSS-Normen – im Sinne von Rechtssätzen – vorbehaltlos 

eingehalten werden müssten, könne kaum noch verdichtet werden, wenn dabei auch 

noch eine private Zufahrt erstellt werden solle. Keine Rolle spielt im übrigen, dass die 

Bestimmungen der VSS-Norm SN 640 273 vom November 1992 aus Sicht des VSS 

nicht mehr in Kraft sind (vgl. hierzu VSS-Normen SN 640 273a und 40 273a, beide 

genehmigt im Juni 2010, gültig ab 1. August 2010 resp. 31. März 2019), da sie durch 

statischen Verweis zu kommunalem Recht wurden.

5.3.   

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Sowohl im angefochtenen Entscheid (act. 2, S. 14 E. 9.5) als auch in ihrer 

Vernehmlassung vom 4. Februar 2019 (act. 11, S. 2) hat die Vorinstanz gestützt auf die 

Amtsberichte des kantonalen Tiefbauamts vom 30. November 2017 und 14. März 2018 

(act. 12/9 und 16) sowie den Plan "Nachweis Sichtweiten" vom 8. Februar 2018 

(Beilage zu act. 12/13), welche allerdings alle nicht auf der VSS-Norm SN 640 273 vom 

November 1992, sondern auf der Norm SN 640 273a vom Juni 2010 basierten, 

eingeräumt, dass das Bauvorhaben teilweise, d.h. hinsichtlich der Sichtweiten in Bezug 

auf die Garagenvorplätze auf der Westseite, von den Vorgaben der VSS-Norm 

SN 640 273a abweiche, selbst wenn die Sicht aufgrund der in Dispositiv-Ziffer 1b des 

angefochtenen Entscheids verfügten Herabsetzung der westlichen Stützmauer 

verbessert werde. Für die Einschätzung der Vorinstanz spricht auch der von den 

Beschwerdeführern eingereichte Plan "Sichtfelder C.__weg" vom 5. Dezember 2018 

(act. 9/3), gemäss welchem die erforderlichen Sichtlinien auf den C.__weg an der 

Grenze zu Grundstück Nr. 01__ unter dem (natürlich) gewachsenen Terrain liegen. 

Nicht ersichtlich ist, dass ein Abstellen auf die VSS-Norm SN 640 273 vom 

November 1992 (Beobachtungsdistanz F  von 2.5 m) zu einem anderen Ergebnis 

geführt hätte. Trotz der in Dispositiv-Ziffer 1b des angefochtenen Entscheides 

verfügten Auflage hält das Baugesuch die Vorgaben von Art. 2 in Verbindung mit 

Anhang I VR-BauR sowie der VSS-Norm SN 640 273 vom November 1992 demnach 

nicht ein. Anhaltspunkte dafür, dass vorliegend einer der Ausnahmetatbestände von 

Art. 77 Abs. 1 BauG erfüllt wäre, bestehen nicht. Daran ändert nichts, dass es sich 

beim vorliegenden Quartier um eine ruhige Wohngegend mit wenig Verkehr handelt 

und die B.__strasse gerade, übersichtlich und verkehrsberuhigt ist. Die Beschwerde ist 

daher aus diesem Grund teilweise gutzuheissen und Dispositiv-Ziffer 1b des 

angefochtenen Entscheids und damit auch Ziff. IV/49 der Bedingungen und Auflagen 

der Baubewilligung vom 23. Juni 2017 aufzuheben. Die Sache ist an die 

Beschwerdebeteiligte zur Ergänzung der Nebenbestimmungen der Baubewilligung vom 

23. Juni 2017 (in Form einer anfechtbaren Verfügung) zurückzuweisen (vgl. dazu auch 

die Massnahmen bei ungenügenden Sichtweiten nach Ziff. 9 der VSS-

Norm SN 640 273 vom November 1992, S. 6 f.). Dabei steht es der 

Beschwerdebeteiligten frei, der Beschwerdegegnerin Gelegenheit zu geben, 

nachzuweisen, dass die massgebenden kommunalen Bestimmungen zu den 

Sichtweiten mittels der von dieser in Aussicht gestellten (act. 18, S. 7 f. Ziff. III/D/22) 

B

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Massnahmen (Nutzungsverbot für die westlichste Garage), allenfalls koordiniert mit 

dem Erlass einer Sichtzone (vgl. Art. 101 Abs. 2 und Art. 102 Abs. 1 lit. e und 

Abs. 2 StrG) auf dem Grundstück Nr. 01__ der Beschwerdeführer durch die 

Beschwerdebeteiligte, eingehalten werden können.

Der guten Ordnung halber ist darauf hinzuweisen, dass dem öffentlichen Interesse an 

der inneren Verdichtung (vgl. dazu Art. 3 Abs. 3 lit a  RPG) im vorliegenden Fall nur 

dann gemäss der Intention der Vorinstanz stärker Rechnung getragen werden könnte, 

wenn die Beschwerdebeteiligte, d.h. deren Exekutive (vgl. Art. 70 Abs. 2 BauR), die 

statisch-direkte Verweisung in Art. 2 in Verbindung mit Anhang I VR-BauR ersatzlos 

aufheben würde. Denn ohne die erwähnte Verweisung hätte sie, wie auch die 

Vorinstanz, mit Blick auf die konkreten Verhältnisse (ruhige Wohngegend mit wenig 

Verkehr, B.__strasse gerade, übersichtlich und verkehrsberuhigt, d.h. ohne 

Durchgangsverkehr, mit angeordneten Parkplätzen der blauen Zone versetzt sowie mit 

einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h) im Rahmen der Prüfung der 

Verhältnismässigkeit von den Vorgaben der VSS-Normen abweichen dürfen. Unter der 

Annahme, dass es sich – im Falle der Aufhebung von Art. 2 in Verbindung mit 

Anhang I VR-BauR – bei den VSS-Normen um blosse Verwaltungsanweisungen 

handelte, wären die Ausführungen der Vorinstanz in Erwägung 9.5 des angefochtenen 

Entscheids (act. 2, S. 14) sowie der Vernehmlassung vom 4. Februar 2019 (act. 11), 

wonach die strittige Hauszufahrt angesichts der konkreten örtlichen Verhältnisse trotz 

der bestehenden Abweichungen unter Berücksichtigung der in Dispositiv-Ziffer 1b 

verfügten Auflage die Verkehrssicherheit nicht gefährdet hätte, weshalb sie 

bewilligungsfähig gewesen wäre (vgl. dazu Art. 63 Abs. 2 StrG), nicht zu beanstanden 

gewesen.

6.   

Ferner halten die Beschwerdeführer dafür, das Abstellen von Fahrzeugen vor den drei 

östlichen Garagen werde aufgrund der zu kurzen Vorplatzlänge dazu führen, dass Teile 

von dort abgestellten Fahrzeugen in das Trottoir entlang der B.__strasse ragten. Auch 

habe es die Vorinstanz unterlassen, die fast siebenfach zu breite Grundstückszufahrt 

auf 3.0 m zu verschmälern (act. 8, S. 5 f., Ziff. III/B/22-27 und 29, act. 24, S. 3-5 Ziff. III/

A/b/8-13, Ziff. III/B/e/25).

bis

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6.1.   

Nach Art. 43 Abs. 2 BauR ist vor Garagen mit direkter Zufahrt vom öffentlichen Grund 

ein Vorplatz von mindestens 5.5 m Tiefe anzulegen. Dieses Mass kann auf das Mass 

des Strassenabstands herabgesetzt werden, wenn automatische Garagentore 

vorhanden sind oder sich aus anderen Gründen keine Behinderung oder Gefährdung 

des Verkehrs ergibt. Die Beschwerdebeteiligte hat die Beschwerdegegnerin mit der 

Baubewilligung vom 23. Juni 2017 auflageweise verpflichtet (act. 12/1/1, S. 15 Ziff. IV/

4), automatische Garagentore zu verwenden. Folglich muss die Vorplatztiefe im 

vorliegenden Fall mindestens 3.0 m betragen (vgl. Art. 26 Abs. 1 lit. b BauR und 

Art. 104 lit. a StrG). Gemäss dem Plan "Nachweis Sichtweiten" vom 8. Februar 2018 

(Beilage zu act. 12/13) ist dieses Mass bei allen projektierten Garagenvorplätzen 

eingehalten (Tiefe von 4.81 m bis 4.95 m). Darüber hinaus wurde die 

Beschwerdegegnerin auflageweise verpflichtet (vgl. Auflage Ziff. IV/48 der 

Baubewilligung vom 23. Juni 2017 [S. 19]), dass Karosserieteile parkierter Fahrzeuge 

nicht in den öffentlichen Grund hineinragen dürfen. Entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführer steht damit nicht zu befürchten, dass die Bestimmungen von Art. 21 

und Art. 100 StrG sowie Art. 41 Abs. 1  Satz 1 der Verkehrsregelnverordnung 

(SR 741.11, VRV) durch auf den Vorplätzen abgestellte Fahrzeuge verletzt werden 

könnten. Massstab für die Beurteilung dieser Auflage kann nicht deren hypothetische 

Missachtung bilden. Damit besteht keine Pflicht der Beschwerdebeteiligten in diesem 

Zusammenhang weitergehende Nebenbestimmung zu verfügen, zumal die geplanten 

Vorplätze nicht öffentlich zugänglich sind (vgl. dazu VerwGE B 2004/22 vom 

18. Mai 2004/2. Dezember 2004 E. 3e/bb, a.a.O.).

6.2.   

Wie bereits unter Erwägung 5 hiervor ausgeführt, müssen Grundstückszufahrten die 

Vorgaben der VSS-Norm SN 640 050, Ausgabe Mai 1993, zwingend einhalten (vgl. 

Art. 63 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StrG in Verbindung mit Art. 2 und Anhang I VR-BauR). 

Der von der Beschwerdebeteiligte in diesem Zusammenhang angerufene Entscheid 

VerwGE B 2008/107 vom 19. Februar 2009 E. 3.4 ist nicht einschlägig. Diesem 

Entscheid lag die Zu- und Wegfahrt von einem Autoabstellplatz in eine Kantonsstrasse 

(D.__strasse) zugrunde, wobei Art. 2 in Verbindung mit Anhang I VR-BauR nicht zur 

bis

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Anwendung gelangte. Gemäss dem Amtsbericht des kantonalen Tiefbauamtes vom 30. 

November 2017 (act. 12/9, S. 3) weist die geplante Grundstückszufahrt eine Breite von 

ca. 20.40 m auf. Nach der VSS-Norm SN 640 050, genehmigt im Mai 1993, ist eine 

Breite von 3.00 m (Typ A) vorgeschrieben. Ein Ausnahmetatbestand von Art. 77 

Abs. 1 BauG liegt in der vorliegend zu prüfenden Konstellation nicht vor. Da im BauR 

keine Pflicht zur Erstellung von Parkplätzen verankert ist (siehe dazu auch Art. 72 

Abs. 1 BauG), handelt es sich dabei jedoch ebenfalls um einen untergeordneten 

Mangel des Baugesuchs (vgl. dazu E. 4.1 hiervor). Die Beschwerde ist daher auch 

diesem Grund teilweise gutzuheissen, Dispositiv-Ziffer 1b des angefochtenen 

Entscheids aufzuheben und die Sache an die Beschwerdebeteiligte zum Erlass von 

einschränkenden Nebenbestimmungen zur Breite der Grundstückszufahrt 

zurückzuweisen.

7.  (…).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, Dispositiv-Ziffer 1b des 

angefochtenen Entscheids aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdebeteiligte zurückgewiesen.

2.  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahren von insgesamt CHF 4‘000 bezahlt 

die Beschwerdegegnerin. Den Beschwerdeführern wird der im Beschwerdeverfahren 

geleistete Kostenvorschuss von CHF 4‘000 zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin entschädigt die Beschwerdeführer für das 

Beschwerdeverfahren ausseramtlich mit CHF 4'000, zuzüglich 4% Barauslagen und 

7,7% Mehrwertsteuer.

 

Der Abteilungspräsident                                 Der Gerichtsschreiber

Zürn                                                                Bischofberger

 

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 08.07.2019
	Baurecht, Baubewilligung, Verweisung, Art. 78 Abs. 2 lit. f, Art. 87 Abs. 2 BauG, Art. 63 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StrG. Die von der Vorinstanz auflageweise verfügte Herabsetzung einer der geplanten Stützmauern ist nicht baubewilligungspflichtig. Die Vorinstanz durfte auf die Anordnung eines vorgängigen Baubewilligungsverfahrens verzichten, ohne den Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör und den Koordinationsgrundsatz zu verletzen (E. 3). Zulässigkeit der von der Vorinstanz verfügten Auflage bejaht (E. 4). Im Reglement der Beschwerdegegnerin wird statisch-direkt auf die VSS-Normen SN 640 050, Ausgabe Mai 1993, und SN 640 273, Ausgabe November 1992, verwiesen (E. 5.1 f.). Das Baugesuch entspricht nicht den Anforderungen der genannten VSS-Normen, weshalb es an die Beschwerdegegnerin zur Ergänzung der Nebenbestimmun-gen der vorliegend strittigen Baubewilligung vom 23. Juni 2017 zurückzuweisen ist (E. 5.3 und 6.2), (Verwaltungsgericht, B 2018/246).

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