# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7ab020d-be9e-5d4a-8f4c-874913fff8fc
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-05-08
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 und 2009 sowie
Staats- und Gemeindesteuern 2008 und 2009
**Docket/Reference:** DB.2011.283
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_283_284_mb.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2011.283 + 284 
2 ST.2011.369 + 370 

Entscheid 

8. Mai 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter 
Marcus Thalmann und Gerichtsschreiberin Barbara Müller 

1.  A   

2.  B   

vertreten durch Werner Bruderer,  
Lägernblick 3, 5300 Turgi,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2008 und 2009 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2008 und 2009 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist Inhaber eines im Weinhandel tätigen Ein-

zelunternehmens. In den Steuererklärungen  2008  und  2009  (Hilfsblatt A)  deklarierten 

er und seine Ehefrau B (nachfolgend die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) folgende 

Verluste aus selbstständiger Erwerbstätigkeit: 

Reinverlust gemäss Erfolgsrechnungen  

verbuchte Bruttoerträge von Bankkonti (im WV deklariert) 

Reinverlust gemäss StE 2007, Ziffer 21, Kolonne Bundessteuer 

Total 

2008 

67'411 

117 

2'691 

70'219 

2009 

118'128 

453 

0 

118'581 

Am  7.  und  8.  September  2010  führte  das  kantonale  Steueramt  in  den  Ge-

schäftsräumlichkeiten  des  Unternehmens  eine  Buchprüfung durch,  worauf  der  Vertre-

ter  im  Schreiben  vom  17.  September  2010  zu  den  noch  offenen  Punkten  Stellung 

nahm. Im Revisionsprotokoll vom 30. September 2010 vertrat der Revisor die Auffas-

sung, dass die geltend gemachten Verluste mangels Gewinnstrebigkeit nicht zum Ab-

zug  zuzulassen  seien.  Den  in  der  Folge  ausgearbeiteten  Einschätzungsvorschlag  für 

die  Steuerperioden  2008  und  2009  beantwortete  der  Vertreter  am  20.  Oktober  2010. 

Mit  Beweisauflage vom 27.  Januar  2011  ersuchte der  Revisor  die Pflichtigen  um  ver-

schiedene  Beweisleistungen,  unter  anderem  im  Zusammenhang  mit  der  deklarierten 

selbstständigen  Erwerbstätigkeit.  Der  Vertreter  nahm  mit  Schreiben  vom  18.  Februar 

2011 zur Sache Stellung und reichte verschiedene Unterlagen ein. Da der Revisor die 

Erfüllung  der  Beweisauflage  als  ungenügend  erachtete,  erliess  er  am  3.  März  2011 

eine Mahnung, zu welcher sich der Vertreter am 9. März 2011 äusserte. Im Revisions-

bericht  vom  22.  März  2011  hielt  der  Revisor  an  seiner  Auffassung  fest,  wonach  die 

geltend  gemachten  Verluste  nicht  zum  Abzug  zuzulassen  seien.  Im  selben  Zusam-

menhang müsse zusätzlich die folgende Korrektur des Abzugs gemäss Ziffer 16.5 der 

Steuererklärung 2008 vorgenommen werden:  

Reinverlust gemäss StE 2007, Ziffer 21, Kolonne Staatssteuer 

abzüglich im Hilfsblatt A deklarierter Reinverlust (siehe oben) 

Aufrechnung im Einkommen (nur Staatssteuer) 

2008 

4'691 

-2'691 

2'000 

2009 

0 

0 

0 

2 DB.2011.283 + 284 
2 ST.2011.369 + 370 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Am 9. Mai 2011 erliess die Steuerkommissärin die Veranlagungsverfügungen 

für die direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen 2008 von Fr. 199'100.- 

und  2009  von  Fr. 145'400.-.  Am  gleichen  Tag  ergingen  die  Einschätzungsentscheide 

für die Staats- und Gemeindesteuern, in welchen die Steuerkommissärin das steuerba-

re Einkommen 2008 auf Fr. 203'200.- und 2009 auf Fr. 146'400.- sowie das steuerbare 

Vermögen  2008  auf  Fr. 7'060'000.-  (satzbestimmend  Fr.  7'350'000.-)  und  2009  auf 

Fr. 6'998'000.-  (satzbestimmend  Fr. 7'289'000.-)  festsetzte.  In  den  Entscheiden  stellte 

die Steuerkommissärin mit  Bezug  auf  die erwähnten  strittigen  Punkte auf  den Revisi-

onsbericht des Revisors ab. 

B. Am 6. Juni 2011 erhoben die Pflichtigen Einsprache gegen diese Entschei-

de und beantragten, es sei der Weinhandel als selbstständige Erwerbstätigkeit anzuer-

kennen. Entsprechend seien die geltend gemachten Verluste zum Abzug zuzulassen. 

Der gewährte Zweitverdienerabzug von Fr. 400.- sei wieder zu streichen. Mit Einspra-

cheentscheiden  vom  10.  November  2011  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Einspra-

chen ab. 

C. Am 9./12. Dezember 2011 erhoben die Pflichtigen hiergegen Beschwerde 

und Rekurs und erneuerten ihren bereits in den Einsprachen gestellten Antrag.  

Das kantonale Steueramt  beantragte in  der  Beschwerde-  und Rekursantwort 

vom 30. Januar 2012 die Abweisung der Rechtsmittel. Es fehlten Unterlagen wie bei-

spielsweise Businesspläne, welche die Gewinnstrebigkeit belegten. Auch sei zu beach-

ten,  dass  der  Umsatz  stetig  abnehme.  Die  eidgenössische  Steuerverwaltung  schloss 

sich in der Eingabe vom 28. Februar 2012 dem Antrag des kantonalen Steueramts an. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw.  §  18  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni 

1997  (StG)  sind  steuerbar  alle  Einkünfte  aus  einem  Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-, 

Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen 

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selbstständigen Erwerbstätigkeit. Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit werden von die-

sen Einkünften gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder 

berufsmässig  begründeten  Kosten  abgezogen.  Verluste  aus  einer  solchen  Tätigkeit 

können  mit  den  übrigen  Einkünften  verrechnet  werden  (vgl.  zum  sog.  Nettoprinzip: 

Markus  Reich,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2.  A., 

2008, Art. 25 N 5 DBG).  

Abzugsfähig  ist  der  gesamte  Aufwand,  der  für  die  selbstständige  Erwerbstä-

tigkeit notwendig ist. Die Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf die notwendigen Aus-

gaben soll lediglich bewirken, dass der Abzug nur für jene Auslagen gestattet wird, die 

einen geschäftlichen Grund haben, und dass alle Aufwendungen unberücksichtigt blei-

ben, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung eines Selbstständigerwerben-

den zusammenhängen. In der Einschätzungspraxis wird weniger auf die Zumutung der 

Vermeidung  abgestellt,  sondern  vielmehr  darauf,  ob  der  Aufwand  geschäftsmässig 

begründet ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, 

Art. 27 N 3 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zür-

cher Steuergesetz, 2 A., 2006, § 27 N 3 StG).  

In jedem Fall erfordert der Abzug, dass die Tätigkeit, welcher der betreffende 

Aufwand zuzurechnen ist, überhaupt eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von 

Art. 18 Abs. 1 DBG und § 18 Abs. 1 StG darstellt (StRK, 18. März 1993 = ZStP 1993, 

108).  

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ist  auf-

grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert 

(BGE 125 II 113, E. 5 S. 120 ff.). Allgemein wird darunter jede Tätigkeit verstanden, bei 

der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer 

frei gewählten Organisation und mit der Absicht der Gewinnerzielung am Wirtschafts-

verkehr  teilnimmt  (vgl.  BGE  121  I  259,  E.  3c  263;  Blumenstein/Locher,  System  des 

Steuerrechts,  6.  A.,  2002,  S.  176;  Cagianut/Höhn,  Unternehmenssteuerrecht,  3.  A., 

1993,  § 1 N  17  ff.  und 34  ff.;  Höhn/Waldburger,  Steuerrecht,  9.  A.,  2001,  §  14  N  36; 

Ernst  Höhn,  Interkantonales  Steuerrecht,  4.  A.,  2000,  §  13  N  5  ff.,  S.194  f.;  Reich, 

Art. 18 N 14 DBG mit weiteren Hinweisen).  

Eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  kann  haupt-  oder  nebenberuflich,  dau-

ernd oder temporär ausgeübt werden. Ob eine solche Tätigkeit vorliegt, ist stets nach 

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den  gesamten  Umständen  des  Einzelfalles  zu  beurteilen  (vgl.  BGE  112  Ib  79,  E.  2a 

S. 81; 122 II 446, E. 3b S. 449); die einzelnen Merkmale des Begriffs der selbstständi-

gen Erwerbstätigkeit dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unter-

schiedlicher Intensität auftreten (Reich, Art. 18 N 15 DBG). Auch wenn  der Begriff im 

Normalfall  die  oben  genannten  Elemente  umfasst,  so  bedeutet  dies  nicht,  dass  eine 

Tätigkeit, bei der einzelne dieser Elemente fehlen, automatisch nicht mehr selbststän-

dig wäre. Umgekehrt kann eine Tätigkeit unter Umständen selbst bei Vorliegen mehre-

rer dieser Faktoren nicht als Erwerbstätigkeit gelten. Dies ist etwa dann der Fall, wenn 

eine  Tätigkeit  im  Sinn  einer  Liebhaberei  bzw.  eines  Hobbys  ausgeübt  wird  (BGr, 

11. Juli 2001, NStP 2001, 76 - 83, E. 4h/cc, auch zum Folgenden). Die steuerrechtliche 

Qualifikation  einer  Tätigkeit  als  selbstständiger  Erwerb  im  erwähnten  Sinn  oder  als 

Liebhaberei hängt grundsätzlich davon ab, ob sie ausschliesslich oder vorwiegend im 

Hinblick  auf  die Erzielung  eines  Erwerbseinkommens  ausgeübt  wird (BGr,  2.  Oktober 

1992, NStP 1993, 7, E. 2b; Raoul Oberson, Les pertes commerciales fiscalement dé-

ductibles,  ASA  48,  113).  Unterscheidungskriterium  ist  also  der  Beweggrund  für  die 

Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um eine subjektive Voraussetzung, auf 

deren Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstände) geschlossen 

werden  kann.  Eine  zusätzliche  Erschwernis  liegt  darin,  dass  es  Grenzfälle  gibt,  bei 

denen sich Liebhaberei und Erwerbstätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf 

der einen oder anderen Seite liegen kann.  

Zur Erwerbs- oder Geschäftstätigkeit gehört, dass tatsächlich ein Einkommen 

erzielt wird: Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf die Dauer nichts einbringt oder dau-

ernd einen finanziellen Aufwandüberschuss erfordert, betreibt diese nicht als Erwerbs-

tätigkeit, sondern als Liebhaberei oder aus einem andern nicht kommerziellen Grund. 

Denn  wer  eine  unrentable  Aktivität  wirklich  als  Erwerbstätigkeit  ausübt,  wird  sich  in  

der Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosig-

keit  seines  Unterfangens  überzeugen  lassen  und  die  betreffende  Tätigkeit  aufgeben 

(Roman  Blöchliger,  Steuerliche  Probleme  des  Abzuges  geschäftlicher  Verluste,  StR 

1981,  236).  Allerdings  muss  nicht  jedes  einzelne  mit  einem  Verlust  abgeschlossene 

Jahr oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verlust erzielt worden ist, 

zum Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei (Höhn/Waldburger, § 14 Rz 

45).  Ob  sich  nämlich  eine  Tätigkeit  lohnt,  lässt  sich  methodisch  richtig  nur  nach  Be-

trachtung des Gewinns aus der gesamten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu 

ihrer  Beendigung  beurteilen  (sog.  Totalgewinn,  vgl.  Theisen,  Die  Liebhaberei  –  ein 

Problem  des  Steuerrechts  und  der  betriebswirtschaftlichen  Steuerlehre,  Steuer  und 

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2 ST.2011.369 + 370 

 
 
 
 
 
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Wirtschaft  [StuW],  1999,  259;  StRK  II,  17.  Februar  2000,  2  ST.1999.419,  E.  6a).  Der 

Entscheid  über  den  steuerlichen  Charakter  einer  Tätigkeit  hängt  deshalb  von  einer 

Prognose über den zu erwartenden Totalgewinn ab. Ergibt die Prognose ein positives 

Gesamtergebnis,  ist  dies  ein  gewichtiges  Indiz  für  die  Gewinnstrebigkeit.  Anderseits 

liegt  bei  negativer  Prognose  die  Schlussfolgerung  nahe,  dass  ein  Steuerpflichtiger, 

dem es tatsächlich um die Erzielung eines Erwerbseinkommens gegangen wäre, sich 

wegen  des  in Aussicht  stehenden finanziellen  Misserfolgs  von  der Weiterführung  des 

Betriebs  abbringen  lassen  würde.  Die  steuerrechtliche  Qualifikation  der  Tätigkeit  ist 

eine  Frage,  die  grundsätzlich  für  jede  Veranlagungsperiode  neu  überprüft  werden 

kann,  wobei  unter  Umständen  die  Verhältnisse  in  den  Vorjahren  bzw.  in  den  auf  das 

Steuerjahr  folgenden  Jahren  gewisse  Anhaltspunkte  liefern  können  (BGr,  31.  August 

2005, 2A.46/2005, E. 2.2.2, www.bger.ch, mit Hinweisen zum Ganzen). 

Qualifiziert sich die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten 

Kriterien  vorzunehmenden  Prüfung  als  Liebhaberei  oder  produziert  sie  reine  Lebens-

haltungskosten  (vgl.  §  33  lit.  a  StG,  Art.  34  lit.  a  DBG),  so  können  die  entstandenen 

Verluste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden. 

c) Nach Art. 123 Abs. 1 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG stellen die Steuerbehör-

den zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Besteu-

erung  massgebenden  tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse  fest.  Dabei  gilt  die 

allgemeine Regel der Beweislastverteilung, dass die Steuerbehörde die steuerbegrün-

denden oder -erhöhenden Tatsachen nachzuweisen hat, der Steuerpflichtige dagegen 

jene Umstände, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (Blumenstein/Locher, 

S.  416  [mit  Verweisungen]  und  454).  Dementsprechend  obliegt  der  Nachweis,  dass 

eine  selbstständige Erwerbstätigkeit  vorliegt, grundsätzlich der  Steuerbehörde. Ist  da-

gegen streitig, ob eine bestimmte verlustbringende Betätigung (überhaupt) eine selbst-

ständige  Erwerbstätigkeit  darstellt  (oder  ob  nicht  z.B.  eine  Liebhaberei  vorliegt),  ist 

hierfür der Steuerpflichtige beweispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993, StE 1995 B 23.1 

Nr.  30).  Denn  er  leitet  hieraus  die  steuermindernde  Verrechnung  dieses  Verlusts  mit 

übrigen  Einkünften  ab.  Zur  Beweisleistung  gehört  in  erster  Linie  und  in  jedem  Fall, 

dass  eine  substanziierte  Sachdarstellung  gegeben  wird,  die  ohne  weitere  Untersu-

chung,  aber  unter  dem  Vorbehalt  der  Beweiserhebung,  die  Beurteilung  der  massge-

benden  Qualifikationsfrage  ermöglicht.  Für  die  von  ihm  verfochtene,  hinreichend  

substanziierte Sachdarstellung hat der Steuerpflichtige beweiskräftige Unterlagen ein-

zureichen oder zumindest unter genauer Bezeichnung Beweise anzubieten. 

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2.  a)  Gemäss  dem  Handelsregisterauszug  des  Kantons  Zürich  und  der  ein-

schlägigen  Internet-Site  ist  der  Pflichtige  Inhaber  einer  Einzelunternehmung  in  dritter 

Generation.  Die  Unternehmung  führt  gemäss  eigenen  Angaben  fast  ausschliesslich 

Weine  aus  zwei  bestimmten  Anbaugebieten  in  Norditalien.  Zudem  wird  auf  einem 

Weingut in Norditalien eigener Rebbau betrieben.  

Vorliegend  ist  für  die  Qualifikation  der  Tätigkeit  das  Erfordernis  der  Ge-

winnstrebigkeit  als  Abgrenzungsmerkmal  zwischen  selbstständiger  Erwerbstätigkeit 

und Liebhaberei von zentraler Bedeutung. Darauf stützt sich denn auch der Entscheid 

des  kantonalen  Steueramts,  nach  dessen  Ansicht  der  Pflichtige  seine  Tätigkeit  eben 

gerade nicht mit der Absicht der Gewinnerzielung ausübte.  

b) Die Pflichtigen begründen ihren Standpunkt damit, dass dessen Familie seit 

über 100 Jahren im Weinhandel in den beiden Regionen Norditaliens tätig sei. In die-

ser Zeit sei aus der geschäftlichen Tätigkeit ein beträchtliches Vermögen erwirtschaftet 

und auch versteuert worden. Jährlich werde ein Umsatz von über einer Million Franken 

erzielt. Die Kundenstruktur habe sich im laufenden Jahr erneut verbessert. Am Weinfo-

rum der Expovina beteilige sich die Firma wieder mit einer eigenen Veranstaltung. An 

der  Expovina  seien  Bestellungen  von  über  Fr. 135'000.-  eingegangen.  Daraus  sei  er-

sichtlich,  dass  ein  Geschäftsbetrieb  vorliege.  Die  diesbezüglichen  Begriffsmerkmale 

seien gegeben, und der entsprechende Nachweis sei erbracht worden. Die Verluste in 

den vergangenen Jahren seien auf besondere Umstände zurückzuführen. Je nach Art 

der Tätigkeit könnten lange Perioden mit Verlusten auftreten. Ein anhaltender finanziel-

ler Misserfolg bilde nur ein Indiz, dass das Handeln des Steuerpflichtigen nicht auf Ge-

winn ausgerichtet sei. Die Art der Tätigkeit sei aber von entscheidender Bedeutung. Es 

sei  auf  das  Gesamtbild  abzustellen,  wobei  es  alle  Umstände  des  Einzelfalles  zu  be-

rücksichtigen gelte. Bei Betrieben mit erheblichem Umsatz und mehreren Angestellten 

müsse  die  Messlatte  hoch  angesetzt  werden.  Auch  seien  emotionale  Gesichtspunkte 

und die Verbundenheit mit einem traditionsreichen Familienunternehmen zu beachten.  

Schon  der  Jahresabschluss  2010  habe  verbessert  werden  können.  Für  das 

laufende Jahr sei eine Aussage noch verfrüht. In den Jahren ab 2008 hätten sich Ge-

winne  ergeben,  wenn  keine  Löhne  an  die  Ehefrau  und  an  den  Sohn  bezahlt  worden 

wären. Betrachte man den Weinhandel als Liebhaberei, so gelte der Lohn an die Ehe-

frau  als  steuerfreier familieninterner  Transfer.  Der  Lohn  an  den Sohn qualifiziere  sich 

als steuerfreie Schenkung.  

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c)  Nachdem  die  geltend  gemachten  Verluste  2008  und  2009  bereits  an  der 

Buchprüfung den wesentlichen Diskussionspunkt gebildet hatten, nahm der Revisor in 

der  Beweisauflage  vom  27.  Januar  2011  Bezug  auf  diese  Verluste  und  ersuchte  die 

Pflichtigen um eine Aussage und um einen Nachweis hinsichtlich der folgenden Punk-

te: 

  Finanzierung 

  Kapitalbedarf, Kapitalverwendung und -herkunft 

  erwartete Renditen  

  Angaben über die getroffenen Annahmen bei der Ermittlung der zu erwarten-

den Einnahmen 

  Massnahmen bzw. Pläne zur Erreichung der erwarteten Renditen 

  Aktionspläne bzw. Alternativpläne bei Scheitern der Renditeerwartungen 

  Planbilanzen und Planerfolgsrechnungen 

  Liquiditäts- und Investitionspläne 

In den angefochtenen  Einspracheentscheiden  wies das  kantonale Steueramt 

zudem auf die folgenden Kennzahlen der Unternehmung hin: 

Jahr 

Gewinn 

2002 

2003 

2004 

2005 

2006 

2007 

2008 

2009 

-25'420 

-76'644 

-71'745 

-128'772 

-151'568 

-121'418 

-67'411 

-118'128 

Bruttogewinn  206'078  103'793  116'013 

59'214 

36'086 

73'179  103'159 

139'325 

In  den  Eingaben  vom  17.  September  2010,  20.  Oktober  2010,  18.  Februar 

2011  und  9.  März  2011  sowie  in  den  Einsprachen  vom  6.  Juni  2011  und  den  Be-

schwerde-  und  Rekursschriften  vom  9.  Dezember  2011  machten  die  Pflichtigen  gel-

tend, dass es sich um einen Betrieb mit einer ordentlichen Buchhaltung, mehreren An-

gestellten und einem erheblichen Umsatz handle. Die Verluste der vergangenen Jahre 

seien auf widrige Umstände (Erntepech beim selbst bewirtschafteten Weingut, Rezes-

sion  im  Handelsbereich)  zurückzuführen.  Die  eingeleitete  Neuorientierung  mit  einer 

Abkehr vom Grosshandel und einer Hinwendung zum Konsumenten habe Kosten ver-

ursacht. Das Angebot sei mehr als verzehnfacht und eine Homepage mit Verkaufsshop 

eingerichtet  worden.  Bereits  im  Jahr  2010  habe  der  Verlust  reduziert  werden  können 

(T-act. 64 mit Darlegung der Kundenstruktur). Der neu in die Unternehmung eingetre-

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tene  Sohn  habe  das  Ziel,  seine  Existenz  für  die  Zukunft  seriös  und  gewinnorientiert 

aufzubauen. Zur Beseitigung der Verluste seien folgende Schritte eingeleitet worden: 

 

Internetauftritt 

  Zertifizierung für ökologische Produktion 

  Firmenprospekt 

  Eigene Veranstaltung am Weinforum an der Expovina 

  Zusammenarbeit mit namhaften Hotels im Norditalien 

d) Die Ausführungen der Pflichtigen enthalten keine überzeugenden Erklärun-

gen  für  die  langjährigen  Verluste  der  Unternehmung.  Einzelereignisse  wie  eine 

schlechte Ernte oder eine Rezession betreffen in der Regel nur ein einziges Jahr oder 

wenige  Jahre  und  verursachen  Gewinneinbrüche  oder  vorübergehende  Verluste,  je-

doch keine längeren Verlustphasen. Die in den angefochtenen Einspracheentscheiden 

genannten Kennzahlen belegen indessen eine lang andauernde Verlustphase 2002 bis 

2009 ohne erhebliche Schwankungen. Die Verluste des selbst bewirtschafteten Wein-

guts dauerten mindestens von 2007 bis 2009, wofür eine einzige Missernte kaum ver-

antwortlich sein kann. Auch die Bruttogewinne bewegen sich während der ganzen Zeit 

auf einem gleichbleibend tiefen Niveau. Weil Planbilanzen und Planerfolgsrechnungen 

fehlen, ist insbesondere auch nicht klar, wann welche Kennzahlen angestrebt und wie-

weit diese Ziele auch erreicht wurden. Die Gründe für die Verluste dürften (vermutlich) 

weniger in zu hohen Kosten, sondern eher in zu tiefen Verkaufspreisen und damit im 

zu tiefen Bruttogewinn liegen (vgl. Jahresabschlüsse 2007-2009). Eine endgültige Be-

urteilung der Sachlage ist indessen auf Grund der ungenügenden Substanziierung und 

Beweislage nicht möglich.  

Nachdem  die  Begründung  für  die  Verluste  nicht  überzeugt,  kann  auch  nicht 

beurteilt werden, ob die von den Pflichtigen genannten Massnahmen eine Beseitigung 

der  Verluste  erwarten  lassen.  Diese  Massnahmen  (Veränderung  der  Kundenstruktur, 

Internetauftritt  etc.)  erweisen  sich  im  Übrigen  auch  als  zu  wenig  substanziiert.  Insbe-

sondere  wurde  kein  Businessplan  mit  konkreten  Zahlen  eingereicht.  Soweit  sich  die 

Massnahmen  auf  das  Marketing  erstrecken  (Internetauftritt,  Firmenprospekt,  Weinfo-

rum an der Expovina, Zusammenarbeit mit namhaften Hotels in Norditalien), kann dar-

aus keine grundsätzlich Neuausrichtung und Eliminierung von Verlustquellen abgeleitet 

werden. Ob die Zertifizierung für ökologische Produktion geeignet und ausreichend ist, 

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die Verluste  des  selbst  bewirtschafteten Weinguts  zu  beseitigen,  erscheint  eher  unsi-

cher.  

Unter diesen Umständen ist im Sinn einer Prognose nicht davon auszugehen, 

dass die Weinhandlung in Zukunft einen Gewinn abwirft, worauf die Pflichtigen, welche 

ihren  Lebensunterhalt  aus  andern  Einkunftsquellen  decken  können,  auch  gar  nicht 

angewiesen sind; die Gewinnstrebigkeit muss daher verneint werden. Sollte der neu in 

das Geschäft eingetretene Sohn eines Tages die Weinhandlung übernehmen, müsste 

die Sachlage neu geprüft werden. Die gegenwärtige Mitarbeit des Sohnes im Rahmen 

eines Arbeitsvertrags ist jedoch im Hinblick auf die Frage der Gewinnstrebigkeit uner-

heblich. 

Nach  dem  Gesagten  ist  es  den  Pflichtigen  nicht  gelungen,  den  ihnen  oblie-

genden  Nachweis  zu  erbringen,  dass  ihre  Tätigkeit  eine  selbstständige  Erwerbstätig-

keit im Sinn des Steuerrechts darstellt. Dies ergibt sich aufgrund einer Gesamtbetrach-

tung  aller  Umstände,  wobei  es  beim  Pflichtigen  insbesondere  an  der  erforderlichen 

erkennbaren Gewinnstrebigkeit fehlt. Mithin übt er seine Tätigkeit aus Liebhaberei oder 

aus  einem  anderen  nicht  kommerziellen  Grund  aus;  die  damit  zusammenhängenden 

"Gewinnungskosten" gehören folglich zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten. Sol-

che jedoch sind steuerlich nicht abzugsfähig, sodass der Verlust aus der Tätigkeit nicht 

mit dem übrigen Erwerbseinkommen verrechnet werden kann. 

3.  a)  Einkommen  und  Vermögen  der  Ehegatten,  welche  in  ungetrennter  Ehe 

leben, werden ohne Rücksicht auf den Güterstand zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 1 

DBG und § 7 Abs. 1 StG). Diese Faktorenaddition führt zur Aufhebung der steuerlichen 

Schranken innerhalb der ehelichen Gemeinschaft. Was dem einen Ehegatten vom an-

deren Ehegatten an Einkünften zufliesst, bildet kein Einkommen. Unerheblich ist, wel-

cher Ehegatte das Einkommen erwirtschaftete und welchen Weg das Geld im Haushalt 

nahm (Markus Reich, Zur Frage der Ehegattenbesteuerung, ZBl 86 [1985], 239).  

b) Das Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit, welche die Pflich-

tige  durch  ihre  Tätigkeit  in  der  Einzelunternehmung  als  Angestellte  ihrer  Ehemannes 

erzielte,  stellt  einen  solchen  gemeinschaftsinternen  Zufluss  dar,  der  bei  der  Einkom-

mensberechnung  ausser  Betracht  fällt.  Wohlgemerkt  bedeutet  diese  steuerliche  Kor-

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rektur nicht, dass privatrechtlich oder AHV-rechtlich kein rechtsgültiges Arbeitsverhält-

nis vorliegt.  

4) a) Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die Beschwerde und der Re-

kurs teilweise  gutzuheissen  sind.  Das  steuerbare Einkommen  ist  wie folgt  neu  zu  be-

rechnen:  

Einkommen bisher 

unselbst. Erwerbstätigkeit Ehefrau 

Berufsauslagen 

Einkommen neu 

abgerundet 

Bund 2008  Kanton 2008  Bund 2009  Kanton 2009 

199'113 

-25'263 

2'300 

176'150 

176'100 

203'213 

145'418 

-25'263 

-25'372 

2'300 

2'500 

180'250 

122'546 

180'200 

122'500 

146'418 

-25'372 

2'500 

123'546 

123'500 

b) Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten zu 

zwei  Dritteln  den  Pflichtigen  und  zu  einem  Drittel  der  Beschwerdegegnerin  bzw.  dem 

Rekursgegner  aufzuerlegen  (Art.  144  Abs.  1  DBG  und  §  151  Abs.  1  StG).  Parteient-

schädigungen sind keine zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG in Verbindung mit Art. 64 

Abs.  1  -  3  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968;  §  152  StG 

i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24.  Mai  1959/8.  Juni 

1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

direkte Bundessteuer wie folgt veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs.  2 DBG; Ver-

heiratetentarif): 

Steuerperiode 

2008 

2009 

steuerbares Einkommen 

Fr. 

176'100.- 

122'500.-. 

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2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 

Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

Einkommen 

Vermögen 

2008 

steuerbar 

satzbestimmend 

2009 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

180'200.- 

180'200.- 

123'500.- 

123'500.- 

Fr. 

7'060'000.- 

7'350'000.-. 

6'998'000.- 

7'289'000.-. 

[…] 

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