# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 748b4212-6656-52f1-b876-175921642d70
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-21
**Language:** de
**Title:** BFin rügt falsche Rentenberechnung, da Frühinvalide (IVV 26 I), abgeschlossene Lehre, Prozentvergleich, Abweisung
**Docket/Reference:** IV.2017.00779
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00779.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00779
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Bänninger Schäppi
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil vom 21. Dezember 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1989 geborene X.___ meldete sich am 7. Juli 2008 (Eingangsdatum) wegen Bulimie und Depressionen bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Unterstützung bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung an, nachdem sie wegen gesundheitlichen Beeinträchti
gungen bereits zwei Mal das Gymnasium abgebrochen hatte (Urk. 5/3). Darauf
hin tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen (vgl. ins
besondere Protokoll der Berufsberatung, Urk. 5/14). Mit Mitteilung vom 21. November 2008 wies die IV-Stelle die Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung der Versicherten ab, da mit der aktuellen Ausbildung zur Erwachsenenmatura an der Kantonsmittelschule für Erwachsene keine invalidi
tätsbedingten Mehrkosten beständen (Urk. 5/13).
1.2
Am 5. September 2013 (Eingangsdatum) stellte X.___ ein erneutes Gesuch um berufliche Integration/Rente (Urk. 5/22), nachdem sie die im August 2011 begonnene Lehre zur Fachperson Betreuung EFZ, Fachrichtung Kinderbetreuung, im Februar 2013 abbrechen musste und der Lehrvertrag her
nach per 30. Juni 2013 aufgelöst wurde. In der Folge tätigte die IV-Stelle wiede
rum medizinische und erwerbliche Abklärungen. Mit Verfügung vom 23. Juni 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren für Unterstützung bei der Aus
bildung zur Fachfrau Kinderbetreuung mangels Eingliederungs
wirksamkeit ab (Urk. 5/44) und leitete die Rentenprüfung ein (Urk. 5/46 S. 4). Im Sommer 2015 schloss X.___ ihre Lehre erfolgreich ab und war danach als Gruppenleiterin einer Babygruppe in einer Kindertagesstätte bei einem 50%-Pensum tätig (Urk. 5/63, 5/78-82). Da sich aus dem Verlaufs
bericht von Dr. med. Y.___, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom 24. Oktober 2015 eine Suizidgefahr ergab, wurde die in Auf
trag gegebene psychiatrische Begutachtung zunächst storniert (Urk. 5/60-64) und erst im Juli 2016 wieder veranlasst (Urk. 6/68). Dr. med. Z.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Facharzt für Neurolo
gie FMH und Zertifizierter Gutachter SIM sowie Vertrauensarzt SGV, erstattete sein psychiatrisches Gutachten am 2. November 2016 (Urk. 5/73). Nach durch
geführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 5/91) sprach die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. Juni 2017 (Urk. 5/100-106 in Verbindung mit Urk. 5/95) mit Wirkung ab 1. Juli 2015 eine Viertelsrente zu (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob X.___ am 12. Juli 2017 Beschwerde und beantragte sinngemäss, die Rente sei gestützt auf ihre Frühinvalidität neu zu berechnen und es sei ihr eine höhere Invalidenrente auszurichten (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 4. September 2017 (Urk. 4, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 5/1-109) um teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren medi
zinischen Abklärung und anschliessender Beurteilung des Rentenanspruchs. Mit Verfügung vom 8. September 2017 wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit gegeben, sich zur beantragten Rückweisung der Sache zu ergänzenden Abklä
rungen zu äussern (Urk. 6), welche sie mit Eingabe vom 26. September 2017 ablehnte und eine direkte Gutachtensanordnung durch das Gericht beantragte (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen o
der psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Mitteilung vom 21. November 2008 (Urk. 5/13), mit welcher die Kostengut
sprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung gemäss Art. 16 IVG mangels invaliditätsbedingten Mehrkosten abgewiesen wurde, basierte auf folgenden medizinischen Beurteilungen:
2.2
Dr. med. A.___, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin, diagnosti
zierte in ihrem Bericht vom 5. August 2008 (Urk. 5/8) zuhanden der Beschwer
degegnerin eine langjährige, therapieresistente Bulimie bei gelegentlichem Medikamentenüberkonsum, welche seit circa 2001 bestehe und sich auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirke. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben ein Eisen- und Kaliummangel sowie leichtes anstrengungsinduziertes Asthma bronchiale. Die Prognose sei schlecht, so habe die Beschwerdeführerin die Schule mangels Leistungsfähigkeit abgebrochen, wobei sie zusätzlich mit der abzuschliessenden Matura zu hohe Ansprüche habe. Eine Integration in den freien Arbeitsmarkt ohne Ausbildung und bei zu häufigen krankheitsbedingten Absenzen sowie instabiler Persönlichkeit sei kaum möglich. Eine stationäre Therapie wäre dringend angezeigt, doch fehle es am Kooperationswillen. Ein Gesundheitsschaden liege insoweit vor, dass die Beschwerdeführerin einen labilen vegetativen Zustand habe und rezidivierende Schwindelepisoden wegen Mangel- und Fehlernährung aufweise.
2.3
Dr. med. B.___, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugend
psychiatrie und Psychotherapie, welche die Beschwerdeführerin seit September 2006 behandelte, stellte in ihrem Bericht vom 18. August 2008 (Urk. 5/9) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Schwere Bulimia nervosa (ICD-10: F 50.2) mit Untergewicht (BMI um
17 kg/m
2
, seit 1999)
-
Rezidivierende depressive Episoden, phasenweise schwer (ICD-10: F 33,
seit 2002)
-
Angst- und Panikattacken (ICD-10: F 41.0, seit 2004)
-
Impulsives selbstverletzendes Verhalten (Ritzen, seit 2001)
-
wiederholte impulsive Suizidversuche (seit 2003)
-
Verdacht auf Entwicklung einer emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung (seit 2006)
Die Beschwerdeführerin sei im Mai 2005 erstmals psychiatrisch hospitalisiert worden. Sie habe damals die 3. Klasse des öffentlichen Gymnasiums besucht. Seither habe sie versucht, ihre Schulausbildung fortzusetzen und zu beenden, was ihr aufgrund der immer wieder häufigen Krankheitsabsenzen nicht gelungen sei. Ende 2006 sei sie deswegen vom öffentlichen Gymnasium ausgeschlossen worden. Von Sommer 2007 bis Frühjahr 2008 habe sie ein privates Gymnasium besucht, habe aber auch diese Schule aufgrund der gesundheitlich bedingten Einschränkungen ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer häufigen Krankheitsabsenzen aufgeben müssen. Diesen Sommer wolle sie einen neuen Versuch in der C.___ starten. Die Beschwerdeführerin zeige ein schwer
wiegendes, komplexes psychiatrisches Krankheitsbild auf verschiedensten Ebe
nen auf. Prognostisch sei die weitere Entwicklung aufgrund der emotionalen Labilität und der schwerwiegenden, chronifizierten Bulimia nervosa stark gefährdet. Eine längerfristige, stationäre Therapie sei indiziert, wenn möglich mit Anschluss an eine therapeutisch begleitete Wohngruppe. Beides lehne die Beschwerdeführerin aber strikt ab. Damit ambulant weiterhin eine Verbesserung möglich werde, sei eine sinnvolle schulische oder berufliche Integration der Beschwerdeführerin dringend notwendig. Ohne C.___-Schule sei sie circa zu 50 % arbeitsfähig.
2.4
Dr. med. D.___, Praktischer Arzt FMH, vom Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) hielt in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 25. August 2008 fest, dass die von Dr. B.___ gestellten Diagnosen (vgl. E. 2.3) und die beschriebenen Defizite das Vorliegen eines invalidenversiche
rungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens begründeten. Dieser Gesund
heitsschaden wirke sich erschwerend auf die berufliche Ausbildung aus und habe auch zum Abbruch der Schule geführt (Urk. 8/16).
3.
3.1
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) beruht auf der folgenden medizinischen Aktenlage:
3.2
Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 25. September 2013 (Urk. 5/24) zuhanden der Beschwer
degegnerin folgende Diagnosen:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F 33.1)
-
Bulimia nervosa (ICD-10: F 50.2)
-
Prämenstruelle dysphorische Störung (ICD-10: F 38.8 und N 94.3)
Die Beschwerdeführerin sei mehrfach kinderpsychiatrisch und psychiatrisch hos
pitalisiert gewesen, letztmals im Kriseninterventionszentrum F.___ im August 2013. Es bestehe eine familiäre Vorbelastung, so seien beide Elternteile psychiatrisch erkrankt. Eine Ausbildung zur Fachperson Fachbetreuung FaBe (Kinderbetreuung) habe die Beschwerde
führerin wegen Exazerbation der depressiven Störung abbrechen müssen. Der Lehrvertrag mit der Stiftung G.___ sei per 30. Juni 2013 aufgelöst worden. Aufgrund des aktuellen Gesundheitszustandes sollte die Beschwerde
führe
rin in der Lage sein, ihre Berufslehre wieder aufzunehmen beziehungsweise an einer entsprechenden Stelle in einer Kinderkrippe zu arbeiten. Es habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Beschwerdeführerin weniger belastet sei, wenn sie mit gesunden Kindern anstatt mit sexuell oder körperlich traumati
sierten Kindern arbeiten könne. Für die Ausbildung beziehungsweise Arbeits
integration benötige sie Unterstützung durch die IV.
3.3
Dr. Y.___, welche die Beschwerdeführerin seit Juni 2011 behandelt, stellte in ihrem Bericht vom 31. Januar 2014 (Urk. 5/31) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere bis
schwe
re Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F 33.2)
-
Bulimia nervosa seit dem 10. Lebensjahr (ICD-10: F 50.2)
-
Borderline Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 60.31)
Familiär bestehe eine Belastung von beiden Elternteilen, da beide psychiatrisch erkrankt seien. Die Beschwerdeführerin habe regelmässig körperliche und psy
chische Gewalt und für sie traumatisierende familiäre Krisen erlebt. Erste Symptome habe sie mit 7 Jahren gezeigt: gedrückte Stimmung, sich selber schlagen und Gedanken an den Tod, ab 10 Jahren ritzen, ab 12 Jahren schnei
den (bis circa 2011 regelmässig, aktuell selten). Die Beschwerdeführerin sei mehrfach kinderpsychiatrisch und psychiatrisch hospitalisiert gewesen und habe mehrere Suizidversuche gehabt.
Ob das Wiedererlangen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit gelinge, sei aktuell noch unsicher und abhängig vom weiteren Krankheitsverlauf. Prognostisch günstig seien die hohe Motivation der Beschwerdeführerin, ihre Berufsausbil
dung weiterzuverfolgen und arbeitstätig bleiben zu wollen, sowie die gute Intelligenz. Aufgrund der bisherigen Krankengeschichte mit sehr frühem Erkrankungsbeginn und schwerem Verlauf müsse langfristig von einer ungüns
tigen Prognose bezüglich einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Es bestehe eine erhöhte Vulnerabilität bei Borderline-Persönlichkeitsstörung, eine verminderte Belastbarkeit und eine Chronifizierung der depressiven Symptomatik sowie der Essstörung. Vom 1. Dezember 2013 bis 31. März 2014, eventuell auch länger, sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei ihr noch zumutbar. Bei Ansprechen auf eine Behandlung und Besserung der depressiven Symptomatik sei frühestens ab April 2014 eine Tätigkeit initial zu 30 % mit einer Steigerung bis 50 % denkbar.
3.4
In seinem Bericht vom 17. Februar 2014 (Urk. 5/32-33) hielt Dr. E.___ an den früher gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.1) fest und führte ergänzend aus, dass die Beschwerdeführerin zurzeit noch bei ihren Eltern wohne. Durch die höchst problematische Situation im Elternhaus, welche nicht förderlich für den Gene
sungsprozess sei, sei es aus ärztlicher Sicht zwingend notwendig, dass die Beschwerdeführerin ausziehen könne. Für die berufliche Integration bezie
hungsweise während der Ausbildung sei ein betreutes Wohnen, Lehrlingsheim etc. wünschenswert.
3.5
RAD-Arzt Dr. med. H.___, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, nahm am 11. März 2014 Stellung zu Eingliederungsmassnahmen nach Art. 16 IVG (Urk. 5/39), woraufhin die Beschwerdegegnerin diese mit Verfügung vom 23. Juni 2014 (Urk. 5/44) mangels Eingliederungswirksamkeit abwies. Dr. H.___ hielt darin fest, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht ein komplexer psy
chischer Gesundheitsschaden ausgewiesen sei. Einfache handwerkliche und administrative Tätigkeiten, in gut strukturiertem und unterstützendem Umfeld, ohne höhere Verantwortungsübernahme und Überforderung, sollten zumutbar sein. Ungeeignet seien emotional und stressbehaftete Tätigkeiten (medizinisch, pflegerisch, pädagogisch, Zeit- und Termindruck, Schichtdienst), Arbeiten in Gefahrenbereichen, Tätigkeiten mit höherer Verantwortungsübernahme. Die Ausbildung zur Kleinkinderbetreuerin sei aus diesen Gründen prognostisch als ungünstig anzusehen und nicht zu empfehlen.
3.6
Dem Bericht der F.___ vom 11. Februar 2015 (Urk. 5/56), wo die Beschwerdeführe
rin vom 13. Dezember 2013 bis 14. Februar 2014 teilstationär behandelt wurde, sind folgende Diagnosen zu entnehmen:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F 33.1)
-
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (ICD-10:
F 60.31)
-
Bulimia nervosa (ICD-10: F 50.2)
Für die Zeit der tagesklinischen Behandlung sei die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Die bisherige Tätigkeit als Auszubildende in der Kinderbetreuung sei ihr durchaus zumutbar, allerdings erst nach Besserung der depressiven Symptomatik. Ebenfalls sollte die emotional instabile Persönlich
keitsstörung stabilisiert sein. Der Zeitpunkt der Besserung sei aber derzeit nicht abzusehen.
3.7
Dr. Y.___ führte in ihrem Bericht vom 24. Oktober 2015 (Urk. 5/63) zuhanden der Beschwerdegegnerin aus, dass sich die Beschwerdeführerin bei gleichbleibenden Diagnosen (vgl. E. 3.3) aktuell in einer schweren depressiven Episode befinde und die Leistungsfähigkeit weiterhin um 50 % vermindert sei. Die Prognose sei in Bezug auf eine 100%ige Arbeitstätigkeit ungünstig. Die Beschwerdeführerin habe die Lehrabschlussprüfung bestanden und arbeite nun bei einem 50%-Pensum in einer Kindertagesstätte.
Der Psychostatus vom 21. September 2015 zeige eine gepflegte, kleinwüchsige, untergewichtige Beschwerdeführerin mit sehr blassem Hautkolorit, depressivem Gesichtsausdruck und starrer Mimik. Sie spreche mit leiser Stimme, kaum spontan und beantworte die Fragen knapp. Die Konzentration in der Stunde sei gegeben. Es bestehe ein andauerndes Grübeln und Gedankenkreisen. Es gebe keine Anhaltspunkte für Zwänge, Wahnerleben oder Sinnestäuschungen. Das Zeiterleben sei verzerrt. Affektiv sei die Beschwerdeführerin verflacht, kaum spürbar. Die Grundstimmung sei gedrückt. Sie sei ratlos, affektarm. hoffnungs
los, und fühle sich insuffizient. Der Selbstwert sei schlecht. Die Vitalgefühle seien deutlich gestört. Es bestehe eine dauernde ungerichtete Angst mit teilweise panischem Ausmass. Die Beschwerdeführerin sei suizidal, wobei die Suizid
gedanken ständig präsent seien, ebenso Überlegungen zu konkreten Handlun
gen. Sie sei antriebsam und ausgeprägt antriebsgehemmt. Die Zeit von Freitag bis Montagmorgen habe sie im Bett verbracht. Die Energie reiche gerade für die Arbeit, der Rest bleibe liegen (beispielsweise Wohnungssuche). Innerlich beschreibe sie eine grosse Unruhe. Das Krankheitsgefühl sei stark. Die Beschäf
tigung sei deutlich erschwert. Die Beschwerdeführerin leide unter einer chroni
schen Schlafstörung. Ein Hungergefühl habe sie nicht, erbreche aber mehrfach täglich bulimisch.
3.8
Im weiteren Verlaufsbericht von Dr. Y.___ vom 15. Juni 2016 (Urk. 5/65) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurde noch eine latente Suizid
gefahr der Beschwerdeführerin geschildert. Zwischenzeitlich habe die Beschwer
deführerin ihr Anstellungspensum im Januar 2016 auf Wunsch des Betriebes versuchsweise auf 70 % erhöht. Dies liege über ihrer langfristigen Leistungs- und Belastungsgrenze. Wegen Überlastung werde sie das Pensum ab 1. Juli 2016 auf 60 % reduzieren, da der Betrieb 50 % nicht akzeptiere. Ein 50%-Pensum sei realistischer, zumal die Beschwerdeführerin alle Energie auf ihre Arbeitstätigkeit lege und ihre Freizeit passiv im Bett verbringe. Langfristig werde sie kein 100%-Pensum leisten können wegen ihrer schweren chronischen psychiatrischen Erkrankung.
3.9
Das psychiatrische Gutachten von Dr. Z.___ vom 2. November 2016 (Urk. 5/73) nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: F 60.31). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen (S. 55 f.):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10:
F 33.4)
-
Bulimia nervosa (ICD-10: F 50.2)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen im
Sinne von psychischen und Verhaltensstörungen durch Benzodiazepine
im Sinne einer iatrogenen Abhängigkeit (ICD-10: F 13.24), gegenwärtiger
Substanzgebrauch.
-
Anamnestisch psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen
Substanzgebrauch (Alkohol, MDA, Cannabis), episodisch schädlicher
Gebrauch, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F 19.10)
Die
Beschwerdeführerin
habe
im Rahmen der Exploration
über traumatische
Ereignisse aus der Kindheit aufgrund der Erkrankung ihrer Mutter, deren Wut
ausbrüche und der psychischen Erkrankung des Vaters mit erlebten familiären Krisen und über eine bereits seit dem 1
0.
Lebensjahr bestehende Bulimia nerv
osa mit in der Vergangenheit be
stehender kinderpsychiatrischer Therapie auf
grund von Depressionen und Ängsten
berichtet. Darüber hinaus wü
rden seit 2001 wiederholte Selbstverletzungen im Sinne von Ritzen mit einem Cutter, pha
sen
weise täglich und mehrfach täglich, darüber hinaus impulsive (nicht vorher geplante) Suizidversuche
und
weiterhin ein unregelmässiger Konsum von Alkohol, Cannabis und MDA angegeben. Aufgrund der Bulimie-Erkrankung
sei es zu
wiederholte
n
Synkopen mit weiteren somatischen (körperlichen) Folge
erscheinungen,
unter anderem
Hypokaliämie, mit häufigem Einsatz der Ambu
lanz
gekommen
. Die kardiologische Abklärung
habe keinen patholog
ischen Befund ergeben. Die
Beschwerdeführerin befinde
sich seit Jahren in wiederhol
ten ambulanten und stationären Behandlungen
. Aktuell befinde
sie
sich mit einer Frequenz von 7-14 Tagen bei
Dr. Y.___
und Dr. E.___ in einer fachärztlichen Behandlung. Die Versicherte habe
eindrücklich über rezidivie
rende depressive Episoden, die mindestens 14 Tage gedauert hätten und sich meistens über Wochen bis zu einem Jahr hinzogen haben, begleitet von gedrückter Sti
mmung, Interessenverlust, Freud
losigkeit, Verminderung des Antriebs, erhöhter Ermüdbarkeit, verminderter Konzentration und Aufmerksam
keit, vermindertem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühlen und Gefühlen der Wertlosigkeit, die sie eigentlich seit der Kindheit plagen, sowie negativen und pessimistischen Zukunftsperspektiven, darüber hinaus früheren Suizidgedanken, wiederholten Selbstverletzungen und Suizidhandlungen, weiterhin vermindertem Appetit mit massiver Gewichtsabnahme und deutlichem Libidoverlust
berichtet
. Im Weiteren
werde
über einen Putzzwang berichtet. Darüber hinaus
beständen
seit Jahren emotionale Instabilität mit Störung des eigenen Selbstbildes, Zielen und inneren Präferenzen. Auf Nachfrage
werde
auch ein chronisches Gefühl der inneren Leere vorgetragen und wiederholte em
otionale Krisen mit parasuizidal
en Handlungen, selbstschädigendem Verhal
ten, die auch ohne deutlichen
Auslö
ser vork
ä
men
(S. 57 f.)
.
Im objektiven psychopathologischen Befund in Anlehnung
an die AMDP-Richtli
nien anläss
lich der Untersuchung
bestä
nden bis auf eine labile Stimmung
keine psychopathologischen Auffälligkeiten. Insgesamt wirk
e die Versicherte nicht schmerzgequält.
Es
zeigten sich keine Beeinträchtigungen der Bewusst
seinsklarheit und der Bewusstseinshelligk
eit. Im klinischen Eindruck ergäben sich keine Hinweise auf um
fassende und ausgeprägte kognitive Störungen. Es
seien
keine Auffassungs-, Gedächtnis-, Merkfähigkeits- oder Aufmerksamkeits
störungen gefunden
worden
. Im Hinblick auf die Konzentration
sei
die
Beschwerdeführerin
während
des ganzen Untersuchungsverlauf
s immer auf
merksam
gewesen
und
habe
sich auf die gestellten Fragen und die rasch wech
selnden Themen einzustellen
vermocht
. Die emotionale Schwingungsfähigkeit
sei
erhalten
gewesen
. Die Versicherte
habe
während der Exploration eine breite Variation an emotionalen Qualitäten
gezeigt
. Im Hinblick auf den Affekt
sei eine l
abile Stimmungslage festg
estellt wo
rden. Es
hätten
keine Affekteinbrüche während der Exploration
bestanden
. Die
Beschwerdeführerin
sei
auch bei kriti
schen Themen steuerbar
gewesen. Gegenwärtig liege
weder eine Insuffizienz der Affekte noch ein kreisendes Denken oder Grübeln vor. Der Antrieb und das psychomotorische Verhalten
seien
ungestört. Gestik und Mimik
seien
angemes
sen und
würden
die Stimmung affektsynthym
unterstreichen
. Spontanität und Eigeninitiative
seien
erhalten. Die soziale Teilnahme
sei
im privaten Bereich nicht einge
schränkt. Anhand der heutigen U
ntersuchung ergä
ben sich
keine Hinweise auf entsprechen
de psychosoziale Probleme von besonderem Schwere
grad. Die Ex
ploration des Tagesprofils weise
auf ein reduziertes Aktivitätsniveau hin.
Bei den Haushaltsarbeiten fühle
sich die
Beschwerdeführerin
nicht einge
schränkt. Analog
der Parameter der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anleh
nung an den Mini-ICF-APP beständen leichte bis mittelgradige Störungen der Aktivität und Partizipation (S. 58).
Unter Würdigung der Versicherungsakte, dem Langzeitverlauf der Erkrankung (Längsschnitt) sowie der aktuellen Exploration und Untersuchung (Querschni
tt) handle es sich bei der Beschwerdeführerin
diagnostisch gemäss den ICD-10-Kriterien
um eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: F
60.31). Ohne Auswirkunge
n auf die Arbeitsfähigkeit beständen
rezidivierende depressive Episoden im Rahmen einer rezidivierenden depressi
ven Störung (ICD-10: F
33.4), gegenwärtig remittiert.
Weiterhin lä
gen eine Bulimia nervosa (ICD-10: F
50.2) sowie psychische und Verhaltens- Störungen durch psychotrope Substanzen im Sinne von p
sychischen und Verhaltens
störun
gen durch Benzodiazepine im Sinne einer iatrogenen Abhängigkeit (ICD-10: F
13.24), gegenwärtiger Substanzgebrauch, vor. Darüber hinaus
seien
auf
grund der anamnestischen Angaben psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch (Alkohol, MDA, Cannabis), episodisch schäd
licher Gebrauch, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F
19.10), zu kodieren.
Bei der
Beschwerdeführerin liege
eine emotional instabile Pe
rsönlichkeits
störung vom Borderline-
Typ (BPS) vor. Im Zentr
um der Symptomatik der BPS stehe
eine gestörte Affektregulation.
Sie äussere
sich in einer ni
edrigen Reiz
schwell
e für die Auslösung emotionaler Reaktionen, einem hohen Erregungs
grad und einer verlängerten Daue
r bis zum Abklingen der Gefühls
reaktion. Die erlebten Stimmungen und Gefühle könn
t
en aber auch abrupt wechseln oder nebeneinander als überwältigendes „Gefühlschaos" auft
reten. Menschen mit Borderline-Störung hätt
en überdies grosse Schwierigkeiten, verschiedene Gefühlsqualitäten (z.B. Traurigkeit und Zufriedenheit, Wut, Ärger, Stolz) diffe
renziert wahrzunehmen und erleb
t
en stattdessen (insbesondere anstelle negati
ver Emotion)
quälende, lang anhaltende Spannungszustände. Diese ginge
n häufig mit dissoziativen Phänomenen, einer Analgesie oder anderen Körper
wahrnehmungsstörungen einher. Viele Patientinnen mit BPS mach
t
en die Erfahrung, dass sie die Spannungszustände durch
selbstverletzende Handlungen (z.
B. Schneiden, Brennen, Schlagen mit dem Kopf gegen die Wand) unterbre
chen könn
t
en und setz
t
en diese Verhaltensweisen regelmässig zur Spannungs
regulation ein. Suizidgedanken und -handlungen
seien
im Zusammenhang mit emotionaler
Spannung oder intensiven Gefüh
len von Schuld und Scham häufig. Andererseits äusser
te
n viele Patientinnen, auf emotionaler Ebene unerträgliche Zustände (innere Leere), „Taubheit" und Depressivität zu erleben. Sie
seien häu
fig von Schlafstörungen, Albträumen und Flashbacks gequält, die sich auf frühere
traumatische Erlebnisse bezög
en. Die Flashbacks könn
t
en bis zu meh
rere
n Tagen anhalten und mit Psycho-Halluzinationen
. Episoden
von Derealisa
tions- und Deperso
nalisationserleben
seien
ebenfalls häufig. Ein Grossteil
der Patien
ten mit BPS schildere
zudem das anhaltende Gefühl, nicht zu wissen, wer sie wirklich seien. Diese Störung des Id
entitätserlebens beziehe
sich auch auf das Erleben des eigenen Körpers, das zumeist als negativ
beschrieben werde
. Im kognitiven Bereich dominier
t
en Grundannahmen wie „Ich bin ein schlechter Mensch, ich bin der letzte Dreck. Ich bin schuldig". In Bezug auf die Umwelt
könne
dies auch
sein: „Die Welt ist gefährlich.
Andere Menschen
werden mir Böses antun". Gleich
zeitig
seien
die Patienten von der eigenen Macht- und Hilf
losigkeit überzeugt („Ich kann meine Gefühle nicht kontrollieren. Ich komme alleine nicht zurecht. Ich kann mich n
icht schützen"). Nicht selten wü
r
den hoch riskante Verhaltensweisen
wie das Balancieren auf Brücken
geländern, das Sitzen auf Bahnschienen oder Rasen im Strassenverkehr zur Kompensation von Ohn
machtsanfällen eingesetzt. Andere dysfunktionale
Muster, die der Emo
tionsregulation dient
,
seien
Alkohol-, Medikamenten- und Drogen
konsum, Störungen des Essverhal
tens (Essanfälle mit und ohne selbstinduziertes Erbre
chen, anorektische Episoden) oder impulshaftes, inadäquates Einkaufen. Als weitere Probleme auf der Verhaltensebene
seien
ein promiskuitives, riskantes Sexualleben, Zwangshandlungen oder aggressive Durchbrüche zu nennen. Entsprechend turbulent und konflikthaft gestalte
te
n sich die Beziehungen von Menschen mit BPS. Sie
seien
geprägt von raschem Wechsel zwischen Annähe
rung und abrupter Distanzierung (Störung der Nähe-Distanz-Regulation) und dem wiederholten Äussern von Hilflosigkeit und Leiden. Die Patientinnen
seien
bestrebt, tatsächliches oder imaginäres Alleinsein unter allen Umständen zu verme
iden. Dementsprechend erlebte
n die Patientinnen einen Mangel an tragfä
higen, stabilen, verläs
slichen Beziehungen und überforderten
ihre Bezugsperso
nen durch den Wunsch nach absoluter Nähe und Zuwendung. Dies
nähre
das ohnehin bestehende Grundgefühl, anders zu sein als andere Menschen und nicht zu dieser Weit zu gehören. Diese Kriterien
seien
bei der
Beschwerdefüh
rerin ausgewiesen. Es handle
sich bei der
Beschwerdeführerin
um einen Border
line-Typ. Als wesentliche S
ymptome beim Borderline-Typus wü
rden eine Störung des inneren Selbstbildes, inkonsistente Beziehun
gsgestaltung, Angst vor dem Ver
lassenwerden, Selbstverletzungen und Suizidalitä
t genannt. Darüber hinaus leide
die
Beschwerdeführerin
an einer komorbiden
Störung im Sinne von rezidivie
renden depressiven Episoden (ICD-10: F
33.
4). Gemäss der Literatur handle
es sich bei der Depression um eine von den häufigsten komorbiden psy
chischen Erkrankungen, die im Rahmen der Persönlichkeitsstörung mit einer Leb
enszeitprävalenz von 96 % aufträ
ten. Dar-über hinaus Essstörungen mit einer Lebenszeitprävalenz von 53
%
, wie es bei der
Beschwerdeführerin
offen
sichtlich auch der Fall
sei
, im Sinne einer Bulimia nervosa (ICD-10: F
50.2) und Sub
stanzmissbrauch oder Abhängigkeit mit 64
%
Lebenszeitp
rävalenz (S. 61 f). Zusammenfassend handle
es sich bei der
Beschwerdeführerin um ein schwer
wiegendes, kom
plexes psychiatrisches Krankheitsbild auf verschiedenen Ebenen. Prognostisch
sei
die weitere Entwicklung aufgrund der emotionalen Labilität der
Beschwerdeführerin und der schwerwie
genden chronischen Bulimia nervosa, aktuell mit Gewich
tszunahme, stark gefährdet. Auf
grund der Persönlichkeits
störung könn
t
en Schwierigkeiten
im interpersonellen Kontakt auf
treten, was gegenwärtig bei der
Beschwerdeführerin
nicht der Fall
sei
. Darüber hinaus Stö
rungen der Emotionsregulation mit deutlichem Mangel an Anpassungs- und Teamfähigkeit, sehr niedrige Frustrationstoleranz und Impulskontrollstörung.
Gegenwärtig scheine
sich die
Beschwerdeführerin
unter der
aktuellen psychiat
risch-psycho
therapeutischen Behandlung und der abgeschlossenen Ausbildung mit Tagesstruktur, darüber hinaus der verständnisvollen und stabilen Partner
schaft stabilisiert zu haben. An dieser Stelle sei mit Verweis auf das Alltagsakti
vitätsniveau, erhoben im Rahmen der aktuellen Exploration angemerkt, dass die
Beschwerdeführerin
offensi
chtlich eine gute Fassade be
h
a
lt
e und sich besser darstelle
, als es in der Tat
sei (S. 62 f.).
Für die Zukunft wü
rden Tätigkeiten ohne permanenten Ze
it- und Termindruck sowie Tätig
keiten ohne zu hohe Anforderungen an die Anpassungs- und Umstellfähigkeit bei einem konfliktarmen Arbeitgeber empfohlen. Klar struktu
rierte Tätigkeiten in einer ruhigen und emotional spannungsarmen Atmosphäre
seien
der
Beschwerdeführerin
in einem 60%igen Arbeitspensum zumutbar. Aus fachärztlicher Sicht
sei
auch in einer anderen Tätigkeit nicht von einem höheren Arbeitspensum auszugehen
(S. 63)
.
In der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Betreuerin in der Kinderkrippe sei die Beschwerdeführerin aus psychiatri
scher Sicht zu 60 % arbeitsfähig. Dabei handle es sich offensichtlich um einen angepassten Arbeitsplatz. Die Beschwerdeführerin habe trotz krankheitsbeding
ten Hürden die berufliche Ausbildung ohne weitere Unterstützung abgeschlos
sen. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer anderen Tätigkeit ein höheres Arbeitspensum erreichen könnte. Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte überwiegend wahrscheinlich seit dem Abschluss der Lehre im Juli 2015 (S. 64).
Die gutachterliche Konsistenzprüfung erg
ebe
keine Hinweise auf nicht im geklag
ten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen.
Zusammenfassend ergä
ben die vorliegenden Befunde bei kritischer Würdigung ein in sich schlüssi
ges, konsistentes Bild (Aktenlage, Eigenanamnese, Beobachtung,
Untersu
chungsbefunde,
Beschwerdevalidierungstests, Selbstein
schätzungsskalen, Medi
ka
menten-
Monitoring).
Es
sei
darauf hinzuweisen, dass in
der
Beurteilung der beruflichen Leistungs
fähigkeit im IV-relevanten Sinne soziokulturelle und psychosoziale Faktoren (wie zum Beispiel Alter und Geschlecht, sprachliche Verständigungsschwierig
keiten) ausgeschlossen
worden seien
. Unter Bea
chtung der obigen Vorgaben liege
bei der
Beschwerdeführerin
eine psychiatrische Erkrankung vor, die geeignet
sei
,
ihr
positive
s
Leistungsbild
mittel
- und längerfristig zu mindern. Diese Feststellung
gelte
ab dem Erkrankungsbeginn
(S. 63)
.
RAD-Arzt Dr. I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, kam in seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 18. November 2016 (Urk. 5/89 S. 5) zum Schluss, dass auf das psychiatrische Gutachten von Dr. Z.___ abgestellt werden könne. Aufgrund der gutachterlich gestellten Diagnosen bestehe ein Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit längerfris
tig beeinträchtige. In bisheriger Tätigkeit als Betreuerin Kinderkrippe und ange
passter Tätigkeit bestehe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2015.
4.
4.1
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin, welche die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung und anschliessenden Beurteilung des Renten
anspruchs beantragte (vgl. Beschwerdeantwort vom 4. September 2017, Urk. 4), lässt sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sowie die damit zusammenhängende Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Rentenverfügung am 14. Juni 2017 (Urk. 2) verlässlich beurteilen.
4.2
Das psychiatrische Gutachten von Dr. Z.___ vom 2. November 2016 (Urk. 5/73) basiert auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben. Der Gutachter hat detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem hat er die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Dem psychiatrischen Gutachten kommt daher grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.5).
4.3
Der psychiatrische Gutachter stellte nachvollziehbar - und in Übereinstimmung mit der behandelnden Psychiaterin Dr. Y.___ (vgl. E. 3.3, E. 3.7-8) - fest, dass die Beschwerdeführerin an einer emotional instabilen Persönlich
keitsstörung vom Borderline-Typ leidet, welche komorbide mit einer rezidivie
renden depressiven Störung auftritt. Dr. Z.___ legte dabei das schwerwiegende, komplexe psychiatrische Krankheitsbild auf verschiedenen Ebenen detailliert und schlüssig dar, weshalb seine Diagnose der Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ angesichts des sehr frühen Erkrankungsbeginns und dem schweren Verlauf - trotz konsequenter Therapie - überzeugt. Bereits 2008 äus
serte Dr. B.___ vor dem Hintergrund der seit Kindheit bestehenden Bulimie, Depression und selbstverletzenden Verhaltens und wiederholten Suizidversuchen die Verdachtsdiagnose einer solchen Persönlichkeitsstörung (vgl. E. 2.3), welche hernach in Sinne einer Akzentuierung klarer zum Vorschein kam. Auch RAD-Arzt Dr. I.___ kommt zum Schluss, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. Z.___ überzeugt und aufgrund der diagnostizierten Persön
lichkeitsstörung vom Borderline-Typ eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen und angepassten Tätigkeit als Kinderbetreuerin besteht (vgl. E. 3.10).
Der blosse Hinweis der Beschwerdegegnerin, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. Z.___ den rechtsprechungsgemässen Anforderungen nicht genüge, wes
halb die festgestellte 40%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar sei (Urk. 4), vermag das überzeugende Gutachten, welches mit der Einschätzung der behandelnden Psychiaterin Dr. Y.___ übereinstimmt, nicht in Zweifel zu ziehen.
4.4
Aufgrund der psychiatrischen Diagnose einer emotional instabilen Persönlich
keitsstörung vom Borderline-Typ ist ein invalidenversicherungsrechtlich rele
van
ter Gesundheitsschaden zu bejahen. Damit steht gestützt auf die über
zeu
genden Feststellungen im psychiatrischen Gutachten von Dr. Z.___ vom 2. November 2016 fest, dass der Beschwerdeführerin die bisherige und sogleich angepasste Tätigkeit als Kinderbetreuerin zu einem 60 %-Pensum zumutbar ist.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin macht beschwerdeweise geltend, dass sie als Frühinva
lide im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV einzustufen sei, was einen höheren Invali
ditäsgrad zur Folge habe (Urk. 1 und Urk. 8).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validenein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.2.2
Nach Art. 26 Abs. 1 IVV entspricht bei versicherten Personen, die wegen Invalidi
tät keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten, das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnten, nach Vollen
dung von 25 Altersjahren und vor Vollendung von 30 Altersjahren 90 % des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss LSE (vgl. auch IV-Rundschreiben Nr. 329 des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] vom 18. Dezember 2014).
5.3
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist für die Bemessung der Invali
dität als Frühinvalide gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV alleine massgebend, ob die versicherte Person invaliditätsbedingt keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnte.
Vorliegend schloss die Beschwerdeführerin ihre Lehre zur Fachfrau Kinderbetreu
ung im Sommer 2015 erfolgreich ab (vgl. Urk. 5/81), weshalb sie nicht als Versicherte ohne Ausbildung gilt. Angesichts des erfolgreichen Lehr
ab
schlusses ist es zudem nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwer
deführerin allein aus invaliditätsbedingten Gründen drei Mal den Maturaab
schluss nicht erreicht hat.
5.4
5.4.1
Aufgrund dieser Umstände erfolgte die Invaliditätsbemessung zu Recht gestützt auf Art. 16 ATSG für erwerbstätige Versicherte (vgl. E. 1.4).
5.4.2
Nach der Rechtsprechung darf ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten Arbeitsfähigkeit ohne weiteres auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2010 vom 12. April 2011 E. 3.2.3). Dies trifft beispielswiese dann zu, wenn die beiden Vergleichs
einkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu ermitteln sind, was vorlie
gend zu bejahen ist. Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgte
durch die Beschwerdeführerin
aus invaliditätsfremden Gründen
, weshalb
bei der Bestim
mung des Valideneinkommens nicht vom Lohn bei besagter
Kindertagesstätte
ausgegangen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_5/2009 vom 16. Juli 2009 E. 2.3).
Folglich entspricht der Invaliditätsgrad
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit.
Der unter Anwendung des Prozentvergleiches ermittelte Invaliditätsgrad von 40 % ist nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung hat.
5.3
Insoweit die Beschwerdeführerin eine falsche Berechnung der Rentenleistungen rügt und die Ausrichtung einer höheren Invalidenrente als der mit der ange
fochtenen Verfügung zugesprochenen Viertelsrente beantragte, ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- anzuset
zen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerde
führerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle unter Beilage einer Kopie von Urk. 8
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger