# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fb6a396-10c2-56f9-89bc-a301190174b6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 26.03.2024 HG220124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG220124_2024-03-26.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich
  

Geschäfts-Nr.: HG220124-O U/ei

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Stephan Mazan, Vizepräsident, und Oberrichterin 

Flurina Schorta, die Handelsrichter Dr. Martin Liebi, Martin Fischer 

und Rudolf Dürst sowie die Gerichtsschreiberin Helene Lampel

Beschluss und Urteil vom 26. März 2024

in Sachen

A._____ AG, 
Klägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____ ag, 
Beklagte

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____

betreffend Forderung

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Rechtsbegehren:
(Klageschrift; act. 1 S. 2)

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
CHF 15'000.00 zuzüglich Verzugszins von 10 % seit dem 
24.08.2019 zuzüglich MwSt. zu bezahlen.

 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
CHF 105'000.00 zuzüglich Verzugszins von 10 % seit dem 
20.09.2019 zuzüglich MwSt. zu bezahlen.

 3. Es sei zudem der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 1 des 
Betreibungsamtes Höfe, Roosstrasse 3, 8832 Wollerau (Zah-
lungsbefehl vom 11.03.2022) aufzuheben und es sei der Klägerin 
für den Betrag von CHF 113'085.00 nebst Zins zu 10 % seit dem 
20.09.2019 sowie für die Betreibungskosten definitive Rechtsöff-
nung zu erteilen.

 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. 
zulasten der Beklagten."

Geändertes Rechtsbegehren:
(Replik; act. 17 S. 2)

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
CHF 12'305.00 inkl. MwSt. zuzüglich Verzugszins von 10 % seit 
dem 24.08.2019 zu bezahlen.

 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
CHF 105'000.00 inkl. MwSt. zuzüglich Verzugszins von 10 % seit 
dem 20.09.2019 zu bezahlen.

 3. Es sei zudem der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 1 des 
Betreibungsamtes Höfe, Roosstrasse 3, 8832 Wollerau (Zah-
lungsbefehl vom 11.03.2022) aufzuheben und es sei der Klägerin 
für den Betrag von CHF 113'085.00 nebst Zins zu 10 % seit dem 
20.09.2019 sowie für die Betreibungskosten definitive Rechtsöff-
nung zu erteilen.

 4. Eventualiter sei die Beklagte zusätzlich zu verpflichten, der Kläge-
rin den Betrag von CHF 93'000.00 zu bezahlen.

 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. 
zulasten der Beklagten."

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Inhaltsverzeichnis

Sachverhalt und Verfahren ..................................................................................5
A. Sachverhaltsübersicht ..................................................................................5

a. Parteien ........................................................................................................5
b. Prozessgegenstand und wesentliche Parteistandpunkte.............................5

B. Prozessverlauf ...............................................................................................8
a. Klageeinleitung.............................................................................................8
b. Wesentliche Verfahrensschritte....................................................................8

Erwägungen...........................................................................................................9
1. Formelles ........................................................................................................9

1.1. Zuständigkeit ............................................................................................9
1.2. Teilweiser Klagerückzug...........................................................................9
1.3. Klageänderung .......................................................................................10
1.3.1. Parteistandpunkte....................................................................................10
1.3.2. Klageänderung ........................................................................................11
1.3.3. Eventualbegehren ...................................................................................12
1.3.4. Würdigung ...............................................................................................12
1.4. Übrige Prozessvoraussetzungen............................................................14

2. Zivilprozessuale Grundsätze ......................................................................14
2.1. Behauptungslast .....................................................................................14
2.2. Bestreitungslast ......................................................................................15
2.3. Beweisverfahren .....................................................................................15
2.4. Beweislastverteilung ...............................................................................17
2.5. Beweismass............................................................................................18

3. Grundsätze der Vertragsauslegung ...........................................................19
4. Kündigung bzw. Widerruf des Mandatsvertrages vom 22.10.2018 .........20

4.1. Parteibehauptungen ...............................................................................20
4.2. Rechtliches .............................................................................................20
4.3. Würdigung ..............................................................................................20

5. Zustandekommen des Mandatsvertrages vom 08.08.2019......................21
5.1. Parteibehauptungen ...............................................................................21
5.2. Rechtliches .............................................................................................22
5.3. Würdigung ..............................................................................................23

6. Qualifikation des Vertragsverhältnisses und zentrale Regelungen........26
6.1. Mäklervertrag..........................................................................................26
6.2. Qualifikation ............................................................................................27
6.3. Vermittlungsmäkelei ...............................................................................28
6.3.1. Rechtliches ..............................................................................................28
6.3.2. Würdigung ...............................................................................................29
6.4. Kein Einfluss besonderer Umstände auf den Provisionsanspruch .........30

7. Provisionsanspruch von Fr. 12'305.00 (Rechtsbegehren Ziff. 1) ............32
7.1. Parteibehauptungen im Überblick...........................................................32
7.2. Darlehensgeber ......................................................................................34
7.2.1. Parteibehauptungen ................................................................................34
7.2.2. Bestätigung von M._____ vom 25. Januar 2023 .....................................34

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7.2.3. Chronologischer Ablauf ...........................................................................36
7.2.4. Fazit bezüglich Darlehensgebern ............................................................39
7.3. Vereinbarungen mit der Beklagten und der I._____ GmbH....................39
7.4. Keine vorprozessuale Geltendmachung.................................................41
7.5. Fazit ........................................................................................................42

8. Provisonsanspruch von CHF 105'000.00 (Rechtsbegehren Ziff. 2).........42
8.1. Parteibehauptungen ...............................................................................42
8.2. Rechtliches .............................................................................................43
8.3. Chronologischer Ablauf ..........................................................................45
8.4. Würdigung ..............................................................................................46

9. Verzugszins ..................................................................................................53
9.1. Parteibehauptungen ...............................................................................53
9.2. Rechtliches .............................................................................................54
9.3. Würdigung ..............................................................................................55

10. Beseitigung des Rechtsvorschlags (Rechtsbegehren Ziff. 3) .............58
11. Zusammenfassung der zentralen Tat- und Rechtsfragen ....................60
12. Kosten- und Entschädigungsfolgen.......................................................61

12.1. Streitwert .............................................................................................61
12.2. Gerichtskosten ....................................................................................61
12.3. Parteientschädigung ...........................................................................62

Dispositiv Beschluss und Urteil ........................................................................63

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Sachverhalt und Verfahren:

A. Sachverhaltsübersicht

a. Parteien

Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in der Stadt Zürich, welche unter 

anderem das Erbringen von Beratungsdienstleistungen und von Finanzierungen 

bezweckt (act. 3/2 sowie www.zefix.ch, besucht am: 8. März 2024). Beherrscht 

wird die Klägerin von C._____, der als Präsident des Verwaltungsrates mit Einzel-

unterschrift fungiert (act. 1 Rz. 18; act. 9 Rz. 6).

Bei der Beklagten handelt es sich um eine in D._____ im Kanton Zug domizilierte 

Aktiengesellschaft, deren Zweck in erster Linie in der Entwicklung und Realisie-

rung von Bauprojekten aller Art liegt (act. 3/4). Eine beherrschende Stellung 

nimmt E._____ ein (act. 1 Rz. 19; act. 9 Rz. 6). Bis Ende Oktober 2023 war er 

Präsident des Verwaltungsrates der Beklagten mit Kollektivunterschrift zu zweien. 

Seither ist er das einzige Mitglied des Verwaltungsrates der Beklagten mit Einzel-

unterschrift (act. 3/4 sowie www.zefix.ch, besucht am: 8. März 2024).

b. Prozessgegenstand und wesentliche Parteistandpunkte

Es ist unbestritten, dass die Parteien am 22. Oktober 2018 einen ersten Mandats-

vertrag schlossen (act. 1 Rz. 23, Rz. 73 und act.17 Rz. 3 ff.; act. 9 Rz. 8 f. und 

act. 21 Rz. 40, Rz. 148; act. 3/5). Mit diesem beauftragte die Beklagte die Kläge-

rin, für ihre Bauprojekte "Mezzanine Kapital" zu beschaffen (act. 3/5 S. 1). Mezza-

nine Kapital ist ein Sammelbegriff für Finanzierungsarten, die in ihrer rechtlichen 

und wirtschaftlichen Ausgestaltung eine Mischform zwischen Eigen- und Fremd-

kapital darstellen. Dabei wird in der klassischen Variante einem Unternehmen 

wirtschaftliches oder bilanzielles Eigenkapital zugeführt, ohne den Kapitalgebern 

Stimm- oder Einflussnahmerechte bzw. Residualansprüche wie den echten Ge-

sellschaftern zu gewähren (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Mezzanine-Kapital, 

besucht am: 8. März 2024). Weiter ist unstrittig, dass die Klägerin der Beklagten 

gestützt auf diesen ersten Mandatsvertrag via die von der F._____ AG betriebene 

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Kreditvermittlungsplattform "www.F1._____.ch" Mezzanine-Kapital in der Höhe 

von insgesamt CHF 1 Mio. vermittelte. Die erste Tranche von CHF 800'000.00 

wurde der Beklagten von der F._____ AG in Form eines Kredites am 21. Februar 

2019 ausbezahlt und die zweite Tranche von CHF 200'000.00 am 25. März 2019. 

In der Folge leistete die Beklagte bzw. die seinerzeit ebenfalls von E._____ be-

herrschte G._____ AG für diese Kreditvermittlungen Provisionszahlungen von to-

tal CHF 35'000.00 an die Klägerin (act. 1 Rz. 23 ff., Rz. 37, Rz. 73 f. und act. 17 

Rz. 3 ff., Rz. 14 ff., Rz. 35 f., Rz. 89; act. 9 Rz. 8, Rz. 15 und act. 21 Rz. 30 ff., 

Rz. 40, Rz. 80; act. 3/5 - 14; act. 22/11 - 14). Umstritten ist hingegen, ob der erste 

Mandatsvertrag seitens der Beklagten bereits mit Schreiben vom 25. Dezember 

2018 (act. 11/2) gültig gekündigt worden war oder nicht (act. 9 Rz. 9 und act. 21 

Rz. 36, Rz. 90, Rz. 99, Rz. 148 f.; act. 17 Rz. 5, Rz. 42, Rz. 90 f.).

Die Klägerin macht geltend, es sei am 8. August 2019 zwischen den Parteien ein 

zweiter Mandatsvertrag abgeschlossen worden (act. 1 Rz. 2, Rz. 7, Rz. 31 f., 

Rz. 73 und act. 17 Rz. 65 ff.; act. 3/3). Abgesehen von der der Klägerin zustehen-

den Provision – 5 % anstatt wie bisher 3.5 % – ist dieser inhaltlich weitgehend 

gleichlautend wie der erste Mandatsvertrag vom 22. Oktober 2018 (act. 17 

Rz. 4 ff.; act. 21 Rz. 36; vgl. act. 3/3 und act. 3/5 jeweils S. 3, Ziff. 4.1 und 4.4). 

Die Klägerin vertritt vorliegend den Standpunkt, sie habe gestützt auf den zweiten 

Mandatsvertrag der Beklagten via die von der F._____ AG betriebene Plattform 

www.F1._____.ch Mezzanine-Kapital in der Höhe von CHF 1 Mio. und CHF 2.1 

Mio. vermittelt, welches für deren Bauprojekt in der Gemeinde H._____ im Kanton 

Solothurn bestimmt gewesen sei. Dafür habe die Klägerin Anspruch auf die in den 

Rechtsbegehren Ziff. 1 und Ziff. 2 geltend gemachten Provisionszahlungen (act. 1 

Rz. 36 ff., Rz. 68 ff., Rz. 73 ff.; act. 17 Rz. 9 f., Rz. 37 ff., Rz. 83 ff., Rz. 92, 

Rz. 129 ff., Rz. 143).

Unbestritten ist, dass die Beklagte gestützt auf die mit der F._____ AG abge-

schlossenen Kreditverträge von dieser am 14. August 2019 CHF 1 Mio. und am 

10. September 2019 CHF 2.1 Mio. ausbezahlt erhielt (act. 1 Rz. 36 und act. 17 

Rz. 9 f., Rz. 68, Rz. 83 ff., Rz. 129; act. 9 Rz. 10 ff., Rz. 31 f. und act. 21 

Rz. 16 ff., Rz. 44, Rz. 55, Rz. 110 ff., Rz. 128 ff., Rz. 138; act. 3/6). Unstrittig ist 

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zudem, dass in die Vermittlung der CHF 1 Mio. die I._____ GmbH (fortan "I._____ 

GmbH") involviert war und die Beklagte dafür eine Provision von CHF 35'000.00 

zuzüglich Mehrwertsteuer an die I._____ GmbH bezahlte (act. 1 Rz. 36 ff., Rz. 70, 

Rz. 75 f. und act. 17 Rz. 69, Rz. 95 ff., Rz. 132 f., Rz. 137; act. 9 Rz. 16, 

Rz. 21 ff.; act. 21 Rz. 114, Rz. 151 ff., Rz. 163 ff., Rz. 179; 

act. 3/15 f.).

Hingegen bestreitet die Beklagte den klägerischen Anspruch auf Provisionszah-

lungen und beantragt demzufolge die Abweisung der Klage (act. 9 S. 2). Sie 

bringt in der Klageantwort im Wesentlichen vor, dass die Zahlungen von 

CHF 3.1 Mio. nicht auf eine Vermittlung durch die Klägerin zurückzuführen seien 

(act. 9 Rz. 10 ff.). Der am 14. August 2019 ausbezahlte Betrag von CHF 1 Mio. 

sei ihr von der I._____ GmbH ohne Zutun der Klägerin vermittelt worden (act. 9 

Rz. 16, Rz. 21 ff., Rz. 31). Bezüglich der weiteren CHF 2.1 Mio. habe es sodann 

eine direkte Vereinbarung zwischen der F._____ AG und der Beklagten gegeben 

(act. 9 Rz. 12 ff., Rz. 31). In der Duplik macht die Beklagte einerseits direkte Ver-

einbarungen zwischen ihr und der F._____ AG in Bezug auf beide Kredite geltend 

(act. 21 Rz. 16 ff., Rz. 29 ff., Rz. 41 ff. [recte: zu act. 17 Rz. 9], Rz. 53 ff., 

Rz. 77 ff., Rz. 92 ff., Rz. 120 ff., Rz. 127 ff.), anerkennt aber andererseits den be-

reits bezahlten Provisionsanspruch der I._____ GmbH für die Vermittlung der 

CHF 1 Mio. (act. 21 Rz. 114, Rz. 139, Rz. 153, Rz. 163 ff., Rz. 179). Zudem stellt 

sich die Beklagte neu auf den Standpunkt, dass der Mandatsvertrag vom 8. Au-

gust 2019 nicht von E._____ unterzeichnet und demzufolge nicht gültig abge-

schlossen worden sei (act. 21 Rz. 4 ff., Rz. 35, Rz. 39, Rz. 73, Rz. 103 ff., 

Rz. 113, Rz. 139, Rz. 159 f., Rz. 177, Rz. 180).

In der Replik stellt die Klägerin neu das Eventualbegehren gemäss Rechtsbegeh-

ren Ziff. 4. Zur Begründung führt die Klägerin im Wesentlichen aus, die Beklagte 

schulde für den Fall, dass sie an ihrem Standpunkt von direkten Vereinbarungen 

mit der I._____ GmbH und der F._____ AG festhalte, wegen Verletzung von 

Ziff. 3.1 des zweiten Mandatsvertrages zusätzlich eine Konventionalstrafe in der 

Höhe von CHF 93'000.00 (act. 17 Rz. 96 f., Rz. 123, Rz. 139 ff.). Die Beklagte be-

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streitet in der Duplik, dass die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Kon-

ventionalstrafe gegeben seien (act. 21 Rz. 157 ff., Rz. 175, Rz. 181 ff.).

B. Prozessverlauf

a. Klageeinleitung

Mit Eingabe vom 6. September 2022 (Datum Poststempel) machte die Klägerin 

die vorliegende Klage beim hiesigen Handelsgericht rechtshängig (act. 1; 

act. 3/2 - 30). Mit Verfügung vom 8. September 2022 wurde ihr Frist zur Leistung 

eines Gerichtskostenvorschusses in der Höhe von CHF 9'600.00 angesetzt, wel-

cher rechtzeitig einging (act. 4; act. 6). Innert der ihr mit Verfügung vom 14. Sep-

tember 2022 angesetzten Frist (act. 7) erstattete die Beklagte die Klageantwort, 

die vom 16. November 2022 datiert (act. 9; act. 11/2 - 3). Mit Verfügung vom 

21. November 2022 wurde die Klageantwort samt Beilagen der Klägerin zugestellt 

und die Leitung des vorliegenden Prozesses an die Instruktionsrichterin delegiert 

(act. 12).

b. Wesentliche Verfahrensschritte

In der Folge wurden die Parteien auf den 23. Januar 2023 zur Vergleichsverhand-

lung vorgeladen (act. 14), anlässlich welcher zwischen den Parteien keine Eini-

gung erzielt werden konnte (Prot. S. 6 f.). Mit Verfügung vom 24. Januar 2023 

wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und der Klägerin Frist zur Erstat-

tung der Replik eingeräumt (act. 15). Die fristgerecht eingereichte Replik datiert 

vom 20. März 2023 (act. 17; act. 18/1 - 38). Ebenfalls innert Frist (act. 19) erstat-

tete die Beklagte unter dem 9. Juni 2023 die Duplik (act. 21; act. 22/4 - 15). Mit 

Verfügung vom 12. Juni 2023 wurde die Duplik samt Beilagen der Klägerin zuge-

stellt und der Eintritt des Aktenschlusses festgehalten (act. 23).

Mit Verfügung vom 23. Februar 2024 wurde den Parteien Frist angesetzt zur Er-

klärung, ob sie auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung – unter 

Vorbehalt der Durchführung eines Beweisverfahrens – verzichteten (act. 25). In-

nert Frist erklärten beide Parteien den entsprechenden Verzicht (act. 27; act. 28).

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Zur Besetzung des Gerichts ist festzuhalten, dass der bisher am Verfahren betei-

ligte Handelsrichter Dr. Arnold Huber per Ende 2023 altershalber von seinem Amt 

zurückgetreten ist. An seiner Stelle wirkt vorliegend neu Handelsrichter Dr. Martin 

Liebi mit. Solche Änderungen sind ohne Weiteres zulässig (BGer 4A_271/2015 

vom 29. September 2015, E. 6.2).

Das Verfahren erweist sich als spruchreif (Art. 236 Abs. 1 ZPO).

Erwägungen:

1. Formelles

1.1. Zuständigkeit

Das Handelsgericht des Kantons Zürich ist zur Beurteilung der vorliegenden 

Klage unbestrittenermassen örtlich und sachlich zuständig (Art. 17 und Art. 6 

Abs. 2 ZPO in Verbindung mit § 44 lit. b GOG; act. 1 Rz. 2 ff.; act. 9 Rz. 6; act. 3/3 

und act. 3/5, jeweils S. 3, Ziff. 9.1).

1.2. Teilweiser Klagerückzug

1.2.1. Der Klagerückzug ist eine unbeschränkt zulässige Parteierklärung, die im 

Rahmen der vorliegend anwendbaren Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO) 

ohne Weiteres zur Beendigung des Verfahrens führt. Dieses ist im Umfang des 

Klagerückzugs abzuschreiben (Art. 241 ZPO; LEUMANN LIEBSTER, in: Sutter-Somm 

et al., ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 241 N 6, N 9 ff., N 17, N 21 m.H.).

1.2.2. Bezüglich Rechtsbegehren Ziff. 1 fordert die Klägerin gemäss Klage 

CHF 15'000.00 zuzüglich Verzugszins und Mehrwertsteuer (act. 1 S. 2), gemäss 

Replik CHF 12'305.00 inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Verzugszins 

(act. 17 S. 2). In Bezug auf Rechtsbegehren Ziff. 2 bleibt der Forderungsbetrag 

von CHF 105'000.00 zuzüglich Verzugszins gemäss Klage und Replik gleich, 

doch wird dieser gemäss Klage zuzüglich Mehrwertsteuer verlangt, während ge-

mäss Replik die Mehrwertsteuer im Forderungsbetrag inbegriffen ist (act. 1 S. 2; 

act. 17 S. 2). 

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1.2.3. Hinsichtlich des Forderungsbetrages gemäss Rechtsbegehren Ziff. 1 liegt 

in der Höhe von CHF 2'695.00 ein Klagerückzug im Sinne von Art. 241 ZPO vor. 

Auch die Änderungen hinsichtlich der Mehrwertsteuerzuschläge bezüglich 

Rechtsbegehren Ziff. 1 und Ziff. 2 stellen einen teilweisen Klagerückzug dar. Ge-

mäss Klage beträgt der Forderungsbetrag insgesamt CHF 120'000.00 zuzüglich 

7.7 % Mehrwertsteuer (act. 1 S. 2; Rz. 71 f.)., so dass eine Mehrwertsteuer von 

CHF 9'240.00 resultiert. In diesem Umfang erfolgte in der Replik, mit welcher der 

Forderungsbetrag nunmehr inklusive Mehrwertsteuer geltend gemacht wird, ein 

Klagerückzug.

Zusammenfassend ist das Verfahren im Umfang von CHF 11'935.00 als durch 

Rückzug erledigt abzuschreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO).

1.3. Klageänderung

1.3.1. Parteistandpunkte

In der Replik stellt die Klägerin unter Ziff. 4 neu folgendes Begehren: "Eventualiter 

sei die Beklagte zusätzlich zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 

CHF 93'000.00 zu bezahlen" (act. 17 S. 2). Die Klägerin weist in diesem Zusam-

menhang auf das in Ziff. 3 des zweiten Mandatsvertrages vereinbarte Umge-

hungs- und Abwerbeverbot sowie die im Falle eines Verstosses geschuldete Kon-

ventionalstrafe hin (act. 17 Rz. 96 f., Rz. 123, Rz. 139 f.; act. 3/3 S. 2). Sowohl bei 

der I._____ GmbH als auch bei der F._____ AG handle es sich um Geschäfts-

partner und Klienten der Klägerin im Sinne von Ziff. 3.1 des Mandatsvertrages, 

welche der Beklagten von der Klägerin vorgestellt worden seien. Jede Mezzanine 

Transaktion gelte dabei als neues Geschäft. Indem die Beklagte gemäss eigener 

Darstellung mit der I._____ GmbH sowie mit der F._____ AG weitere Kreditver-

träge abgeschlossen habe, habe sie Ziff. 3.1 des Mandatsvertrages verletzt, wes-

halb sie die Konventionalstrafe im Umfang von 3 % bzw. CHF 93'000.00 zu be-

zahlen habe (act. 17 Rz. 98 f., Rz. 123, Rz. 139). Sodann führt die Klägerin aus: 

"Unter der Bedingung, dass die Beklagte an ihren Behauptungen gemäss Kla-

geantwort vom 16.11.2022 festhalten sollte, welche aber weder plausibel darge-

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legt noch mit den Tatsachen übereinstimmt (recte: übereinstimmen), ist sie zu-

sätzlich zur Provision von 5 % zu verpflichten, der Beklagten eine Konventional-

strafe in Höhe von CHF 93'000.00 zu bezahlen, was 3 % von CHF 3.1 Mio. ent-

spricht" (act. 17 Rz. 142). Die Klägerin erachtet die Klageänderung als ohne Wei-

teres zulässig (act. 17 Rz. 2). Die Beklagte äussert sich nicht zur Zulässigkeit 

(act. 21 Rz. 33), bestreitet den klägerischen Anspruch auf Konventionalstrafe aber 

in materieller Hinsicht (act. 21 Rz. 157 ff., Rz. 181 ff.).

1.3.2. Klageänderung

Eine Klageänderung ist zulässig, wenn der geänderte oder neue Anspruch nach 

der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und entweder mit dem bisherigen An-

spruch in einem sachlichen Zusammenhang steht oder die Gegenpartei zustimmt 

(Art. 227 Abs. 1 ZPO; vgl. BGE 129 III 230 E. 3.1). Eine Klageänderung setzt so-

mit voraus, dass der Streitgegenstand geändert wird (BSK ZPO-WILLISEGGER, 

3. Aufl. 2017, Art. 227 N 4).

Bei nicht individualisierten Rechten (z.B. bei Geldforderungen) besteht der Streit-

gegenstand aus dem Rechtsbegehren und dem Lebensvorgang bzw. Lebens-

sachverhalt (BGE 139 III 126 E. 3.2; BGE 136 III 123 = Pra 99 [2010] Nr. 111 

E. 4.3.1; BGer. 4A_574/2010 vom 21.03.2011, E. 2.3.1). Man spricht von einem 

zweigliedrigen Streitgegenstand, der in Bezug auf das Rechtsbegehren und in Be-

zug auf den Lebensvorgang eine Änderung erfahren kann. Bei nicht individuali-

sierten Rechtsbegehren gilt damit die Erweiterung oder Änderung des Rechtsbe-

gehrens oder die Änderung des Klagegrunds als Klageänderung (LEUENBERGER, 

in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 227 N 1 m.H.). Die Klage-

begehren sind dabei objektiv nach allgemeinen Grundsätzen unter Berücksichti-

gung von Treu und Glauben im Lichte der Begründung auszulegen (BGE 137 III 

617 E. 6.2 m.H.).

Ob die Voraussetzungen für eine Klageänderung gegeben sind, stellt eine Pro-

zessvoraussetzung dar und ist von Amtes wegen und somit unabhängig von ei-

nem Parteiantrag zu prüfen. Das Gericht entscheidet über die Zulässigkeit der 

Klageänderung in der Regel im Endentscheid. Sind die Voraussetzungen der Kla-

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geänderung nicht gegeben oder fehlt es an einer allgemeinen Prozessvorausset-

zung, tritt das Gericht auf die geänderten Teile der Klage nicht ein und beurteilt 

die ursprüngliche Klage, soweit diese nicht zurückgezogen wurde (LEUENBERGER, 

Art. 227 N 12; BSK ZPO-WILLISEGGER, Art. 227 N 55 f.; PAHUD, in: DIKE-Komm-

ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 227 N 21).

1.3.3. Eventualbegehren

Das Rechtsbegehren muss unbedingt sein. Rein vorsorgliche Klageerhebungen, 

welche vom Eintritt einer Bedingung abhängig gemacht werden, sind unzulässig. 

Eine eventuelle oder bedingte Hauptklage ist deshalb nicht möglich. Zulässig sind 

dagegen Eventualbegehren neben Hauptbegehren. Diese werden gestellt für den 

Fall, dass der Hauptantrag nicht durchdringt. Ebenfalls zulässig sind eventuelle 

Tatsachenbehauptungen neben einer Hauptbehauptung (BAUMGARTNER / DOLGE / 

MARKUS / SPÜHLER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 10. Aufl. 2018, 7. Kapitel, 

N 76 f. und N 92, sowie 9. Kapitel, N 91 f.).

Die klagende Partei kann im Sinne einer objektiven Klagenhäufung mehrere An-

sprüche gegen dieselbe Partei in einer Klage vereinen, sofern das gleiche Gericht 

dafür sachlich zuständig ist und die gleiche Verfahrensart anwendbar ist (Art. 90 

ZPO; BESSENICH / BOPP, in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 90 

N 3 m.H.). Der Streitwert wird durch die Rechtsbegehren bestimmt. Unter ande-

rem allfällige Eventualbegehren werden nicht hinzugerechnet (Art. 91 Abs. 1 

ZPO). Bei einfacher Streitgenossenschaft und Klagenhäufung werden die geltend 

gemachten Ansprüche zusammengerechnet, sofern sie sich nicht gegenseitig 

ausschliessen (Art. 93 Abs. 1 ZPO).

1.3.4. Würdigung

1.3.4.1. Hinsichtlich Rechtsbegehren Ziff. 1 und Ziff. 2 der Klage liegt eine objek-

tive Klagenhäufung vor und die Ansprüche schliessen sich nicht gegenseitig aus, 

weshalb diese zusammenzurechnen sind (Art. 90 i.V.m. Art. 93 Abs. 1 ZPO). Es 

resultiert demzufolge ein Streitwert von CHF 129'240.00 (vgl. Erw. 1.2.3 und 

Erw. 12.1). Der Streitwert des mit der Replik gestellten Eventualbegehrens beträgt 

- 13 -

CHF 93'000.00. Somit kommt auf diese Ansprüche durchwegs das ordentliche 

Verfahren (Art. 219 ff. ZPO) und damit die gleiche Verfahrensart im Sinne von 

Art. 227 Abs. 1 ZPO zur Anwendung. Mangels Bestreitung ist von der Zustim-

mung der Beklagten zur Klageänderung im Sinne von Art. 227 Abs. 1 lit. b ZPO 

auszugehen (vgl. act. 17 Rz. 2 und act. 21 Rz. 33).

1.3.4.2. Damit sind die Voraussetzungen für eine Klageänderung zwar erfüllt, 

doch sind die Prozessvoraussetzungen hinsichtlich Rechtsbegehren Ziff. 4 der 

Replik aus anderen Gründen nicht gegeben: Wie bereits erwähnt, sind Eventual-

begehren gemäss Art. 91 Abs. 1 Satz 2 ZPO nicht zum Streitwert hinzuzurech-

nen. Vorliegend stellt die Klägerin zwar ein Eventualbegehren, fordert dieses aber 

zusätzlich zu den Rechtsbegehren Ziff. 1 und Ziff. 2 (act. 17 S. 2 und Rz. 139 ff.). 

Bei Zusprechung der gesamten gemäss den Rechtsbegehren Ziff. 1, Ziff. 2 und 

Ziff. 4 der Replik geforderten Beträge würden insgesamt CHF 222'240.00 resultie-

ren. Das klägerische Rechtsbegehren, mit welchem einerseits ein Eventualbegeh-

ren gestellt wird und andererseits die Zusprechung zusätzlich zu den Hauptbe-

gehren anbegehrt wird, stellt eine unzulässige eventuelle Hauptklage dar.

1.3.4.3. Zum selben Ergebnis führt der Einbezug der klägerischen Begründung. 

Rechtsbegehren Ziff. 4 der Replik wird danach nicht für den Fall der Abweisung 

der Hauptbegehren Ziff. 1 und Ziff. 2 gestellt, sondern unter der Bedingung, dass 

die Beklagte im weiteren Prozessverlauf an ihrer Darstellung einer direkten Kredit-

vermittlung zwischen ihr und der I._____ GmbH sowie der F._____ AG festhält. In 

der direkten Kreditvermittlung erblickt die Klägerin eine Verletzung des Umge-

hungs- und Abwerbeverbots gemäss Ziff. 3.1 des zweiten Mandatsvertrages und 

erachtet gestützt auf die Zugabe der Beklagten die Voraussetzungen für die Gut-

heissung von Rechtsbegehren Ziff. 4 als erfüllt (act. 17 Rz. Rz. 99, Rz. 139 ff.). 

Dieser bedingt eingenommene Standpunkt widerspricht den klägerischen Be-

hauptungen indessen diametral, zumal die Klägerin direkte Vereinbarungen zwi-

schen der Beklagten und der F._____ AG im Zusammenhang mit den Kreditver-

mittlungen explizit bestreitet (vgl. etwa act. 17 Rz. 44, Rz. 47, Rz. 57, Rz. 95, 

Rz. 105) und die diesbezüglichen beklagtischen Vorbringen sinngemäss als un-

plausibel und tatsachenwidrig bezeichnet (act. 17 Rz. 142). Es liegt daher keine 

- 14 -

eventuelle Tatsachenbehauptung neben der klägerischen Hauptbehauptung vor, 

sondern die Klägerin macht Rechtsbegehren Ziff. 4 vom prozessualen Verhalten 

der Beklagten abhängig. Dieses läuft daher auf ein bedingt gestelltes Begehren 

hinaus und erweist sich auch unter diesem Blickwinkel als unzulässig.

Zusammenfassend ist auf Rechtsbegehren Ziff. 4 der Replik nicht einzutreten.

1.4. Übrige Prozessvoraussetzungen

Mit Ausnahme bezüglich Rechtsbegehren Ziff. 4 der Replik sind die weiteren Pro-

zessvoraussetzungen erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass.

2. Zivilprozessuale Grundsätze

2.1. Behauptungslast

Nach Art. 55 Abs. 1 ZPO haben unter der Geltung der Verhandlungsmaxime die 

Parteien dem Gericht die Tatsachen darzulegen, auf die sie ihre Begehren stüt-

zen, und die Beweismittel anzugeben. Inwieweit Tatsachen zu behaupten und zu 

substantiieren sind, ergibt sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der an-

gerufenen Norm und anderseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpar-

tei. So hat eine Tatsachenbehauptung nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es ge-

nügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begehren stützenden Normen zu 

subsumieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise 

in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet werden (vgl. zum Ganzen 

BGE 144 III 519 = Pra 108 [2019] Nr. 87 E. 5.1 ff.; BGE 136 III 322 E. 3.4.2; BGE 

127 III 365 E. 2b). Der Behauptungslast ist durch das Aufstellen eines schlüssi-

gen, vollständigen Tatsachenvortrags Genüge getan. Das heisst, dass eine Partei 

diejenigen Tatsachen widerspruchsfrei und vollständig angeben muss, auf die sie 

ihr Begehren stützt, so dass der Tatsachenvortrag bei Unterstellung, er sei wahr, 

den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt (BGer 4A_415/2021 vom 

18. März 2022, E. 5.2; BGer 4A_494/2020 vom 24. Juni 2022, E. 4.1; SUTTER-

SOMM/SCHRANK, in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 55 N 21 

m.H.). Bestreitet hingegen der Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag 

der behauptungsbelasteten Partei, greift eine über die Behauptungslast hinausge-

- 15 -

hende Substantiierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grund-

zügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar darzulegen 

und dazugehörige Beweisanträge zu stellen, dass darüber Beweis abgenommen 

und der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 144 III 519 = Pra 108 [2019] 

Nr. 87 E. 5.2.1.1; BGE 136 III 322 E. 3.4.2; BGE 127 III 365 E. 2b; BGer 

4A_415/2021 vom 18. März 2022, E. 5.2; BGer 4A_494/2020 vom 24. Juni 2022, 

E. 4.2). Dabei müssen rechtserhebliche Behauptungen in der Rechtsschrift selbst 

vorgebracht werden (Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO). Der blosse pauschale Verweis 

auf Beilagen genügt in aller Regel nicht (BGE 147 III 440 E. 5.3; BGE 144 III 519 

= Pra 108 [2019] Nr. 87 E. 5.2.1.2). 

2.2. Bestreitungslast

Das Gegenstück zur Behauptungslast bildet die Bestreitungslast. Pauschale Be-

streitungen genügen nicht, sondern diese sind so konkret zu halten, dass sich be-

stimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen des Klägers damit bestritten wer-

den. Der Grad der Substantiierung einer Behauptung beeinflusst insofern den er-

forderlichen Grad an Substantiierung einer Bestreitung: Je detaillierter einzelne 

Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter 

muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestreitet 

(BGE 144 III 519 = Pra 108 [2019] Nr. 87 E. 5.2.2.3; BGer 4A_415/2021 vom 

18.03.2022, E. 5.3). Die Anforderungen an die Substantiierung sind zwar tiefer als 

hinsichtlich einer Behauptung; pauschale Bestreitungen reichen indessen nicht 

aus. Erforderlich ist eine klare Äusserung, dass der Wahrheitsgehalt einer be-

stimmten und konkreten gegnerischen Behauptung infrage gestellt wird (BGE 141 

III 433 E. 2.6; BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018, E. 4.1).

2.3. Beweisverfahren

2.3.1. Zu einem Beweisverfahren kommt es, sofern rechtserhebliche Tatsachen 

streitig sind (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Keine Beweise sind demgegenüber über Be-

hauptungen abzunehmen, die für den Ausgang des Verfahrens nicht relevant 

sind. Ebenso stehen Rechtsfragen nicht dem Beweis offen. Jede Partei hat das 

Recht, dass das Gericht die von ihr form- und fristgerecht angebotenen tauglichen 

- 16 -

Beweismittel abnimmt (Art. 152 Abs. 1 ZPO; BGE 133 III 295 E. 7.1 m.H.). Die 

Beweismittel müssen jedoch nach Massgabe von Art. 152 Abs. 1 ZPO in Verbin-

dung mit Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO eindeutig der damit zu beweisenden Tatsa-

chenbehauptung zugeordnet werden können und umgekehrt (BGE 144 III 67 

E. 2.1 m.H.). In der Regel sind die einzelnen Beweisofferten unmittelbar im An-

schluss an die Tatsachenbehauptungen aufzuführen, die damit bewiesen werden 

sollen. Das Gericht ist nicht gehalten, zur Klärung einer Frage Beweismittel abzu-

nehmen, die nicht in diesem Zusammenhang angeboten worden sind (BGer 

4A_370/2016 vom 13. Dezember 2016, E. 3.3; BGer 4A_381/2016 vom 29. Sep-

tember 2016, E. 3.1.2 m.w.H.).

2.3.2. Ein Beweisverfahren setzt hinreichend substantiierte Tatsachenbehauptun-

gen voraus, die von der Gegenseite genügend substantiiert bestritten werden 

(BGE 144 III 67 E. 2.1). Kommt eine Partei ihrer Substantiierungslast nicht oder 

nur ungenügend nach, ergeht ein Sachentscheid ohne Beweisabnahme, weil die 

behauptete Tatsache von Anfang an so behandelt wird, wie wenn sie beweislos 

wäre (BSK ZPO-WILLISEGGER, Art. 221 N 30 a.E.; vgl. auch BGE 127 III 365 

E. 2c; BGE 115 II 187 E. 3b; BGE 108 II 337 E. 3). Ein Beweisverfahren darf nicht 

dazu dienen, fehlende Behauptungen zu ersetzen oder zu ergänzen, führte dies 

ansonsten doch zu einer Aushöhlung der Substantiierungslast und damit zu einer 

Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes (vgl. dazu BGE 144 III 67 E. 2.1; BGE 

108 II 337 E. 3).

2.3.3. Sodann schliesst auch der Beweisführungsanspruch eine vorweggenom-

mene Beweiswürdigung nicht aus. Eine solche liegt vor, wenn das Gericht zum 

Schluss kommt, ein an sich taugliches Beweismittel vermöge seine Überzeugung 

von der Wahrheit oder Unwahrheit einer behaupteten und bestrittenen Tatsache, 

die es insbesondere aufgrund der bereits abgenommenen Beweismittel gewon-

nen hat, nicht zu erschüttern. In diesem Fall kann es von weiteren Beweiserhe-

bungen absehen (BGE 146 III 73 E. 5.2.2; BGE 143 III 297 E. 9.3.2; BGE 134 I 

140 E. 5.3; BGE 115 II 305). Das Gericht hat dabei zu unterstellen, dass das Be-

weismittel zu Gunsten der Partei ausfällt, die es angerufen hat, und dafür spricht, 

- 17 -

dass die zu beweisende Behauptung zutrifft (BGer 4A_388/2021 vom 14. Dezem-

ber 2021, E. 5.4.1; BGer 4A_427/2017 vom 22. Januar 2018, E. 5.1.1).

Eine antizipierte Beweiswürdigung ist auch dann gegeben, wenn das Gericht ei-

nem beantragten Beweismittel die Erheblichkeit oder Tauglichkeit abspricht, um 

die behauptete Tatsache zu erstellen, zu deren Beweis es angerufen wurde. Das 

Gericht verzichtet diesfalls darauf, das von ihm als unerheblich oder untauglich 

eingestufte Beweismittel abzunehmen – und zwar losgelöst von seiner Überzeu-

gung hinsichtlich der Verwirklichung der damit zu erstellenden Tatsache, also ins-

besondere auch bei offenem Beweisergebnis (BGer 4A_388/2021 vom 14. De-

zember 2021, E. 5.4.1; BGer 4A_544/2019 vom 26. Mai 2020, E. 5.2; BGer 

4A_255/2019 vom 20. Dezember 2019, E. 6.3.2; BGer 4A_427/2017 vom 22. Ja-

nuar 2018, E. 5.1.1).

Oftmals liegt eine Kombination vor, indem einem Beweismittel mit zweifelhafter 

Tauglichkeit die Eignung abgesprochen wird, eine aufgrund anderer Beweismittel 

bereits gewonnene Überzeugung noch erschüttern zu können. Je fraglicher also 

die Tauglichkeit eines Beweismittels erscheint, desto weniger ist dieses auch ge-

eignet, beim Gericht Zweifel an einer bereits gewonnenen Überzeugung zu we-

cken und selbige wieder in Frage zu stellen. Aufgrund dieser Relation zwischen 

beiden Varianten wird in der Praxis häufig auf eine nähere Abgrenzung verzichtet 

(BGer 4A_253/2019 vom 5. September 2019, E. 3.4.1; BGer 4A_427/2017 vom 

22. Januar 2018, E. 5.1.1).

2.4. Beweislastverteilung

2.4.1. Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, dieje-

nige Partei das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus 

ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, 

die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die 

rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen 

bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Ent-

stehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grundregel kann durch abwei-

chende gesetzliche Beweislastvorschriften verdrängt werden und ist im Einzelfall 

- 18 -

zu konkretisieren (BGE 148 III 105 E. 3.3.1; BGE 130 III 321 E. 3.1; BGE 128 III 

271 E. 2a/aa). Die nach Art. 8 ZGB beweisbelastete Partei hat die Folgen einer 

allfälligen Beweislosigkeit zu tragen. Demnach muss das Gericht, wenn die fragli-

che Tatsachenbehauptung nicht bewiesen werden kann, davon ausgehen, dass 

sie nicht zutrifft, und folglich zu Ungunsten derjenigen Partei entscheiden, die aus 

ihrem Vorhandensein einen Anspruch abgeleitet hätte (BSK ZGB I-LARDELLI/

VETTER, 7. Aufl. 2022, Art. 8 ZGB N 4 m.H.; KUKO ZGB-MARRO, 2. Aufl. 2017, 

Art. 8 N 11; BGE 141 III 241 E. 3.2.2)

2.4.2. Die andere Partei hat ein – aus Art. 8 ZGB abgeleitetes – Recht auf Ge-

genbeweis. Sie hat Anspruch darauf, zum Beweis von Umständen zugelassen zu 

werden, die beim Gericht erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Gegenstand 

des Hauptbeweises bildenden Tatsachenbehauptungen hervorrufen bzw. wach 

halten und diesen dadurch vereiteln sollen. Für das Gelingen des Gegenbeweises 

ist mithin bloss erforderlich, dass der Hauptbeweis erschüttert wird (BGE 133 III 

81 = Pra 96 [2007] Nr. 93, E. 4.2.2; BGE 130 III 321 E. 3.4; BGE 120 II 393 

E. 4b). Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die von der beweisbelasteten Partei be-

haupteten Tatsachen nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist 

vielmehr gescheitert. Es tritt – sofern nicht sogar durch den Gegenbeweis das Ge-

genteil bewiesen ist – Beweislosigkeit ein, deren Folgen die beweisbelastete Par-

tei treffen (BGE 130 III 321 E. 3.4; BGer 8C_495/2022 vom 23. Dezember 2022, 

E. 4.2; BGer 4A_38/2021 vom 3. Mai 2021, E. 7.4.3).

2.5. Beweismass

Gemäss dem Regelbeweismass gilt der Beweis als erbracht, wenn das Gericht 

nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung über-

zeugt ist. Absolute Gewissheit kann dabei nicht verlangt werden. Es genügt, wenn 

das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel 

mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen. Nicht ausrei-

chend ist bei Anwendbarkeit des Regelbeweismasses dagegen, wenn bloss eine 

überwiegende Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich die behauptete Tatsache 

verwirklicht hat (BGE 148 III 134 E. 3.4.1; BGE 148 III 105 E. 3.3.1; BGE 130 III 

321 E. 3.2; BGE 128 III 271 E. 2b/aa). In der Lehre werden die Anforderungen 

- 19 -

auch so umschrieben, dass die entsprechenden Tatsachenbehauptungen mit an 

Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein müssen und dass 

verbleibende Zweifel an der Verwirklichung der behaupteten Tatsachen gesamt-

haft betrachtet nicht ins Gewicht fallen dürfen (BERGER-STEINER, Das Beweismass 

im Privatrecht, Diss. 2008, N 06.66 ff., 06.74).

3. Grundsätze der Vertragsauslegung

Der Inhalt eines Vertrages ist durch Auslegung der Willensäusserungen der Par-

teien zu bestimmen. Ziel der Vertragsauslegung ist es in erster Linie, den überein-

stimmenden wirklichen Parteiwillen festzustellen (Art. 18 Abs. 1 OR; subjektive 

Auslegung). Steht eine tatsächliche Willensübereinstimmung fest, bleibt für eine 

Auslegung nach dem Vertrauensgrundsatz kein Raum. Erst wenn eine tatsächli-

che Willensübereinstimmung unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mut-

masslichen Parteiwillens die Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauens-

prinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie 

den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten (objektivierte 

Auslegung; BGE 142 III 239 = Pra 107 [2018] Nr. 7 E. 5.2.1; BGE 138 III 659 

E. 4.2.1; BGE 132 III 626 E. 3.1 m.w.H.). Auszugehen ist vom Wortlaut der Erklä-

rungen, welche jedoch nicht isoliert, sondern aus ihrem konkreten Sinngefüge 

heraus zu beurteilen sind (BGE 138 III 659 E. 4.2.1; BGE 123 III 165 E. 3a). 

Nachträgliches Parteiverhalten kann berücksichtigt werden, sofern es Rücksch-

lüsse auf den tatsächlichen Willen der Parteien im Zeitpunkt des Vertragsab-

schlusses zulässt (BGE 143 III 157 E. 1.2.2; BGE 132 III 626 E. 3.1; BGE 129 III 

675 E. 2.3 m.w.H.). Zudem hat das Gericht zu berücksichtigen, was sachgerecht 

ist, weil nicht anzunehmen ist, dass die Parteien eine unangemessene Lösung 

gewollt haben (BGE 144 III 327 E. 5.2.2.1; BGE 142 V 466 E. 6.1; BGE 122 III 

420 E. 3a). Von einem klaren Vertragswortlaut ist jedoch nur abzuweichen, wenn 

sich ernsthafte Anhaltspunkte dafür ergeben, dass dieser nicht dem Willen der 

Parteien entspricht (BGE 136 III 186 = Pra 99 [2010] Nr. 113 E. 3.2.1; BGE 135 III 

295 = Pra 98 [2009] Nr. 121 E. 5.2, je m.w.H.).

- 20 -

4. Kündigung bzw. Widerruf des Mandatsvertrages vom 22.10.2018

4.1. Parteibehauptungen

Die Beklagte macht geltend, der erste Mandatsvertrag (act. 3/5) sei von ihr bereits 

mit Schreiben vom 25. Dezember 2018 (act. 11/2) gültig gekündigt worden (act. 9 

Rz. 9; act. 21 Rz. 36, Rz. 90, Rz. 99, Rz. 148 f.), was seitens der Klägerin bestrit-

ten wird. Sie wendet ein, das Kündigungsschreiben erst im Rahmen des vorlie-

genden Verfahrens mit der Zustellung der Klageantwort zu Gesicht bekommen zu 

haben (act. 17 Rz. 5, Rz. 42, Rz. 90 f.).

4.2. Rechtliches

Die Parteien vereinbarten in den beiden Mandatsverträgen, dass die Vereinba-

rung durch jede Partei ohne Angabe von Gründen und jederzeit schriftlich gekün-

digt werden kann (act. 3/3, S. 3, Ziff. 6.3; act. 3/5, S. 3, Ziff. 6.2). Gemäss den 

nachfolgenden Erwägungen handelt es sich bei den vorliegenden Mandatsverträ-

gen um Mäklerverträge im Sinne von Art. 412 ff. OR (vgl. Erw. 6.3.2.3). Aufgrund 

der subsidiären Anwendung des Auftragsrechts (Art. 412 Abs. 2 OR) ist der Mäk-

lervertrag gestützt auf Art. 404 OR jederzeit fristlos widerrufbar (BURKHALTER, in: 

OFK-OR, 4. Aufl. 2023, Art. 412 N 7; BSK OR I-AMMANN, 7. Aufl. 2020, Art. 412 

N 6; BGE 57 II 157 E. 1). Beim Schreiben vom 25. Dezember 2018 geht es somit 

im rechtlichen Sinn nicht um eine Kündigung, sondern um den Widerruf des ers-

ten Mandatsvertrages.

4.3. Würdigung

Als Beweismittel für die Zustellung des Schreibens vom 25. Dezember 2018 an 

die Klägerin offeriert die Beklagte einzig eine Parteibefragung von E._____ 

(act. 21 Rz. 90). Dieser hat als Organ mit beherrschender Stellung indessen ein 

offenkundiges Interesse an einem Verfahrensausgang zugunsten der Beklagten. 

Zudem sprechen die vorliegenden Dokumente und weiteren Parteivorbringen ge-

gen die behauptete Zustellung des Schreibens. So ist der Klägerin darin bei-

zupflichten (act. 17 Rz. 42, Rz. 90), dass eine Kündigung bzw. ein Widerruf des 

ersten Mandatsvertrages in der vorliegenden Korrespondenz zwischen den Par-

- 21 -

teien nie thematisiert worden war. Auch enthält der zweite Mandatsvertrag folgen-

den Passus: "Diese Vereinbarung ersetzt die vorherige Vereinbarung vom 

22.10.2018." (act. 3/3 S. 3, Ziff. 6.2). Die Beklagte stellt die Kreditvermittlungen in 

der Höhe von insgesamt CHF 1 Mio. gestützt auf den ersten Mandatsvertrag so-

dann nicht in Abrede (act. 9 Rz. 15). Die Kredittranchen von CHF 800'000.00 und 

CHF 200'000.00 wurden ihr unbestrittenermassen am 21. Februar 2019 und am 

25. März 2019 ausbezahlt und sie bzw. die seinerzeit ebenfalls von E._____ be-

herrschte G._____ AG überwiesen der Klägerin die Provision dafür am 12. April 

2019 und am 25. Juni 2019 (act. 1 Rz. 24 ff. und act. 17 Rz. 35 f., Rz. 89 f.; act. 9 

Rz. 8, Rz. 15 und act. 21 Rz. 83; act. 3/6). Somit wurde dem ersten Mandatsver-

trag nachgelebt, obgleich dieser gemäss beklagtischer Darstellung bereits am 

25. Dezember 2018 widerrufen worden sein soll. Als nicht schlüssig erweist sich 

das sinngemässe beklagtische Vorbringen, wonach die Parteien nach dem Wider-

ruf zusammengearbeitet hätten, ohne einen Vertrag abgeschlossen zu haben 

(act. 21 Rz. 148 ff.). Auf eine Parteibefragung von E._____ zu diesem Punkt kann 

unter den vorliegenden Umständen verzichtet werden, zumal gestützt auf dessen 

Aussage allein der Nachweis der Zustellung des Schreibens vom 25. Dezember 

2018 nicht rechtsgenügend erbracht werden könnte. Weitere Beweismittel für die 

Zustellung des Schreibens während der Laufzeit des ersten Mandatsvertrages 

wurden nicht angeboten. Der behauptete Widerruf bleibt demzufolge unbewiesen. 

Es ist davon auszugehen, dass der erste Mandatsvertrag vom 22. Oktober 2018 

nicht widerrufen wurde, sondern in Kraft war, bis dieser vom zweiten Mandatsver-

trag vom 8. August 2019 abgelöst wurde.

5. Zustandekommen des Mandatsvertrages vom 08.08.2019

5.1. Parteibehauptungen

- 22 -

5.1.1. Im Rahmen des ersten Schriftenwechsels war unbestritten, dass zwischen 

den Parteien am 8. August 2019 der zweite Mandatsvertrag abgeschlossen wurde 

(act. 3/3; act. 1 Rz. 2, Rz. 31 f., Rz. 73; act. 9 Rz. 6 f., Rz. 48, Rz. 52).

5.1.2. Die Beklagte bringt in der Duplik vor, es sei ihr erst im Zuge der Einrei-

chung dieser Rechtsschrift aufgefallen, dass der Mandatsvertrag vom 8. August 

2019 von E._____ nie unterzeichnet worden sei (act. 21 Rz. 5 f.). Zur Begründung 

führt die Beklagte einerseits an, dass bei der ihr vorliegenden Kopie aufgrund des 

Abdrucks auf der vierten Seite ersichtlich sei, dass diese gefaltet gewesen sein 

müsse. Die anderen kopierten Seiten des Vertrages verfügten demgegenüber 

über keine markierte Stelle in der Mitte, weshalb davon auszugehen sei, dass die 

vierte Seite mit der Unterschrift nicht aus demselben Vertrag stamme (act. 21 

Rz. 7 f.). Zudem sei der erste Mandatsvertrag von E._____ gestempelt und unter-

schrieben worden, während der Mandatsvertrag vom 8. August 2019 keinen 

Stempel auf der Unterschriftszeile enthalte. Da E._____ als Zeichnungsberechtig-

ter der Beklagten seine Unterschriften zu jenem Zeitpunkt jeweils zu stempeln ge-

pflegt habe, gehe er davon aus, dass es sich beim Vertrag vom 8. August 2019 

nicht um seine Unterschrift handle. E._____ könne sich zudem nicht daran erin-

nern, den Vertrag unterzeichnet an die Klägerin retourniert zu haben. Er finde 

auch kein entsprechendes E-Mail an die Klägerin in seinem Postausgang (act. 21 

Rz. 9 ff.; vgl. auch Rz. 107 ff.). Die Beklagte schliesst aus den vorstehenden Um-

ständen, dass der Mandatsvertrag vom 8. August 2019 nie rechtsgültig zustande 

gekommen sei und es aufgrund der Kündigung vom 25. Dezember 2018 im Zeit-

punkt der vorliegend relevanten Kreditauszahlungen keine vertragliche Grundlage 

für eine Mäklerprovision gebe (act. 21 Rz. 15, vgl. auch Rz. 35, Rz. 39, Rz. 73, 

Rz. 103 ff., Rz. 113, Rz. 139, Rz. 159 f., Rz. 177, Rz. 180).

5.1.3. Zwar liess sich die Klägerin zu dieser Thematik nicht vernehmen, doch 

nachdem sie davon erst mit Zustellung der Verfügung vom 12. Juni 2023 Kenntnis 

erhielt, in welcher unter anderem der Aktenschluss festgehalten wurde (act. 23), 

kann aus dem klägerischen Schweigen zugunsten der Beklagten nichts abgeleitet 

werden. In Bezug auf die behauptete Kündigung bzw. den Widerruf des ersten 

- 23 -

Mandatsvertrages mit Schreiben vom 25. Dezember 2018 (act. 11/2) kann so-

dann auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen werden (vgl. Erw. 4.3).

5.2. Rechtliches

Gemäss Art. 178 ZPO hat die Partei, die sich auf eine Urkunde beruft, deren 

Echtheit zu beweisen, sofern die Echtheit von der anderen Partei bestritten wird, 

wobei die Bestreitung ausreichend begründet werden muss. Mit anderen Worten 

besteht in Bezug auf die Echtheit einer Urkunde eine qualifizierte Bestreitungslast. 

Diese Bestimmung beschlägt nur die Frage, ob die Urkunde tatsächlich vom er-

kennbaren Aussteller stammt, nicht jedoch Fragen der inhaltlichen Richtigkeit des 

Dokumentes (BGE 143 III 453 E. 3.7). Eine pauschale Bestreitung der Echtheit 

genügt nicht, sondern die bestreitende Partei muss konkrete Umstände vorbrin-

gen, die beim Gericht ernsthafte Zweifel an der Echtheit der Urkunde hervorrufen 

(BGer 4A_380/2016 vom 1. November 2016, E. 3.2.2 m.H.). Die Anforderungen 

an die Bestreitung dürfen aber auch nicht allzu hoch angesetzt werden. Eine hin-

reichende Bestreitung liegt gemäss herrschender Lehre jedenfalls vor, wenn die 

Unechtheit der Urkunde glaubhaft gemacht ist (MÜLLER, in: DIKE-Komm-ZPO, 

2. Aufl. 2016, Art. 178 N 5 f.; WEIBEL, in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., 3. Aufl. 

2016, Art. 178 N 6; BK ZPO-RÜETSCHI, 2012, Art. 178 N 4; a.M. KUKO ZPO-

SCHMID, 3. Aufl. 2021, Art. 178 N 2). Hinreichende Gründe gegen die Echtheit ei-

ner Urkunde können sich sowohl aus der Urkunde selbst als auch aus der Person 

des Autors oder seinem Umfeld ergeben (MÜLLER, in: DIKE-Komm-ZPO, Art. 178 

N 5).

5.3. Würdigung

5.3.1. Zur Frage, ob vorliegend von einem unter anderem von E._____ unter-

zeichneten Vertrag auszugehen ist, ist zunächst festzuhalten, dass auf der dem 

Gericht vorliegende Vertragskopie des Mandatsvertrages vom 8. August 2019 

auch auf den Seiten 2 und 3 des Vertrages der Abdruck eines Faltes zu erkennen 

ist (act. 3/3), weshalb die Beklagte in dieser Hinsicht nichts für ihren Standpunkt 

ableiten kann. Hinzu kommen folgende, von der Beklagten bei ihrer Argumenta-

tion schlicht ausgeblendete Umstände: In beiden Mandatsverträgen enthält jede 

- 24 -

Seite die Fusszeile "Mezzanine - A._____ AG & B._____ ag" und die Seitenzahl 

(etwa "Seite 1 von 4"). Auf Seite 4 sind jeweils die Ortsbezeichnungen "Zürich" 

und "J._____" sowie das Datum (22.10.2018 bzw. 08.08.2019) aufgeführt sowie 

die drei unterzeichnenden Personen, nämlich "Für A._____ AG: C._____ CEO" 

und "Für B._____ AG" einerseits "E._____ CEO" und andererseits "K._____ 

CFO" (act. 3/3 und act. 3/5, je S. 4). Auf den Seiten 1 bis 3 beider Verträge, wel-

che abgesehen von Ort, Datum und Unterschriftszeilen den gesamten Vertrags-

text enthalten, finden sich jeweils handschriftlich folgende Initialen der drei Unter-

zeichnenden: "C'._____" (d.h. C._____ von der Klägerin), K'._____ (d.h. K._____, 

seinerzeit CFO der Beklagten) und ein weiteres Zeichen, das demzufolge 

E._____ zuzuordnen ist. Die Beklagte macht nicht geltend, dass die E._____ zu-

zuordnenden Initialen auf den Seiten 1 bis 3, die in beiden Verträgen grosse Ähn-

lichkeiten aufweisen, nicht von E._____ stammen würden. Keine der Parteien 

bringt sodann vor, es sei zwischen ihnen am 8. August 2019 ein weiterer, von 

denselben Personen unterzeichneter vierseitiger Vertrag mit identischer Fusszeile 

abgeschlossen worden, weshalb die von der Beklagten geäusserte Vermutung, 

die vorliegende vierte Seite des zweiten Mandatsvertrages könnte aus einem an-

deren Vertrag stammen, schon aus diesem Grund nicht schlüssig erscheint. Ab-

gesehen davon widerspricht das Vorbringen von einer aus einem anderen Vertrag 

stammenden, mit den Unterschriften versehenen Seite (act. 21 Rz. 8) der zu-

gleich vorgebrachten Behauptung, E._____ habe bei der Unterschrift jeweils stets 

einen Stempel angebracht (act. 21 Rz. 10).

5.3.2. Weiter macht die Beklagte geltend, der Mandatsvertrag vom 8. August 

2019 sei von E._____ nie unterzeichnet worden (act. 21 Rz. 5, Rz. 10), womit 

suggeriert wird, die Unterschrift von E._____ sei von einer Drittperson gefälscht 

worden. In diesem Zusammenhang beantragt die Beklagte die Edition des Origi-

nal-Mandatsvertrages. Nur mit diesen Unterlagen könne festgestellt werden, ob 

die Beklagte den Vertrag tatsächlich rechtsgültig unterzeichnet habe (act. 21 

Rz. 13 f.). Der blosse Umstand, dass der Mandatsvertrag vom 8. August 2019 im 

Gegensatz zu jenem vom 22. Oktober 2018 keinen Stempel bei der Unterschrift 

von E._____ enthält, lässt indessen keineswegs auf eine gefälschte Unterschrift 

schliessen, zumal der Stempel in diesem Fall schlicht vergessen gegangen sein 

- 25 -

könnte. Aus demselben Grund ins Leere geht die nicht näher substantiierte Be-

hauptung, E._____ habe die von ihm unterzeichneten Verträge jeweils stets mit 

einem Stempel versehen. Weiter argumentiert die Beklagte, dass E._____ sich 

nicht mehr daran erinnern könne, den Mandatsvertrag vom 8. August 2019 an die 

Klägerin zurückgesandt zu haben (act. 21 Rz. 12, Rz. 107 ff.). Einerseits lag der 

Abschluss des Mandatsvertrages bei Einleitung des vorliegenden Verfahrens be-

reits drei Jahre zurück, und andererseits hat E._____, dessen Parteibefragung als 

Beweismittel offeriert wird (act. 21 Rz. 5), als Organ mit beherrschender Stellung 

ein offenkundiges Interesse am Verfahrensausgang, weshalb die Beklagte auf-

grund der geltend gemachten fehlenden Erinnerung von E._____ nichts für ihren 

Standpunkt ableiten kann. Schliesslich zielt auch das Vorbringen, wonach 

E._____ in seinem E-Mail Postausgang kein entsprechendes E-Mail gefunden 

habe, ins Leere, zumal der von allen Parteien unterzeichnete Vertrag auch auf ei-

nem anderen Weg – namentlich durch den im E-Mail vom 6. August 2019 von 

C._____ erbetenen Versand per Post (act. 18/24), aber auch durch einen Kurier-

dienst oder eine persönliche Übergabe – in den Verfügungsbereich der Klägerin 

gelangt sein könnte. Diese Frage wurde in den Rechtsschriften der Klägerin nicht 

erörtert (vgl. insbes. act. 17 Rz. 66 f.), wozu die Klägerin auch keinen Anlass 

hatte, nachdem die Beklagte diese erstmals in der Duplik thematisierte. Da offen 

ist, auf welchem Weg der unterzeichnete Mandatsvertrag zur Klägerin gelangte, 

und die Variante "per E-Mail" nur eine von mehreren Möglichkeiten ist, kann die 

Beklagte auch aus diesem Vorbringen nichts zu ihren Gunsten ableiten und die 

von ihr beantragte Edition des E-Mails betreffend Rücksendung des Vertrages 

von der Klägerin unterbleiben (act. 21 Rz. 13).

5.3.3. Gegen das Vorbringen, der zweite Mandatsvertrag sei nicht von E._____ 

unterzeichnet worden, spricht schliesslich der Umstand, dass diese Thematik von 

der Beklagten erst im Rahmen der Duplik aufgeworfen wurde, während sie den 

Vertragsabschluss im Rahmen der Klageantwort noch vorbehaltlos anerkannte 

(act. 9 Rz. 6 f., Rz. 48, Rz. 52).

5.3.4. Die beklagtische Argumentation zur Frage der Gültigkeit des Mandatsver-

trages vom 8. August 2019 erweist sich insgesamt weder als schlüssig noch als 

- 26 -

konsistent. Im Gegenteil erschöpfen sich ihre diesbezüglichen Behauptungen in 

haltlosen, in sich widersprüchlichen Vermutungen, welche keine ernsthaften Zwei-

fel an der Echtheit des Mandatsvertrages aufkommen lassen. Unter diesen Um-

ständen erfüllen die Vorbringen der Beklagten die Anforderungen an die qualifi-

zierte Bestreitung gemäss Art. 178 ZPO bei Weitem nicht, weshalb die Durchfüh-

rung eines Beweisverfahrens in dieser Hinsicht von Vornherein ausser Betracht 

fällt. Es ist davon auszugehen, dass der Mandatsvertrag vom 8. August 2019 un-

ter anderem von E._____ unterzeichnet wurde und gültig zustande gekommen ist.

6. Qualifikation des Vertragsverhältnisses und zentrale Regelungen

6.1. Mäklervertrag

6.1.1. Durch den Mäklervertrag erhält der Mäkler gemäss Art. 412 Abs. 1 OR den 

Auftrag, gegen eine Vergütung Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrags nach-

zuweisen oder den Abschluss eines Vertrages zu vermitteln. Der Auftraggeber 

verspricht dem Mäkler somit eine Vergütung, wenn dessen Tätigwerden zum Ab-

schluss des vom Auftraggeber angestrebten Geschäfts führt oder beiträgt. Die Tä-

tigkeit des Mäklers kann sich nach dem Willen der Vertragsparteien auf den 

Nachweis von Interessenten beschränken, oder auf die Zuführung von Interes-

senten bzw. auf die Vermittlung in den Verhandlungen zwischen den Parteien ge-

richtet sein (BSK OR I-AMMANN, Art. 412 N 1 m.H.). Der Mäklervertrag steht im 

Allgemeinen unter den Vorschriften über den einfachen Auftrag (Art. 412 Abs. 2 

OR), soweit diese mit den Besonderheiten des Mäklervertrages vereinbar sind 

(BGE 144 III 43 E. 3.1; BGE 139 III 217 = Pra 102 [2013] Nr. 66 E. 2.3).

6.1.2. Charakteristisch für den Mäklervertrag sind dessen Entgeltlichkeit und die 

Erfolgsbedingtheit des Mäklerlohnanspruchs (BSK OR I-AMMANN, Art. 412 N 2 f.; 

BGE 144 III 43 E. 3.1.1; BGE 139 III 217 = Pra 102 [2013] Nr. 66 E. 2.3; BGE 124 

III 481 E. 3a). Der Mäklervertrag kann formfrei geschlossen werden. Er kann auch 

konkludent, durch wissentliche Duldung oder stillschweigende Genehmigung der 

Tätigkeit eines Mäklers zustande kommen (BGE 131 III 268 = Pra 95 [2006] 

Nr. 19 E. 5.1.2; BGE 72 II 84 E. 1b; BSK OR I-AMMANN, Art. 412 N 5 m.w.H.). Ge-

mäss Art. 413 Abs. 1 OR ist der Mäklerlohn verdient, sobald der Vertrag infolge 

- 27 -

des Nachweises bzw. der Vermittlung des Mäklers zustande gekommen ist. Der 

Mäklerlohn ist somit nur dann geschuldet, wenn das Zustandekommen des Ver-

trages zwischen dem Auftraggeber und dem Dritten darauf zurückzuführen ist, 

dass der Mäkler eine Tätigkeit von der Art, wie sie vereinbart worden ist, entfaltet 

hat. Mit anderen Worten muss zwischen der Mäklertätigkeit und dem Vertragsab-

schluss ein Kausalzusammenhang bestehen (BGE 90 II 92 E. 2; BGE 144 III 43 

E. 3.1.1; BSK OR I-AMMANN, Art. 413 N 2, N 8 m.w.H.; vgl. auch Erw. 8.2). Auf-

grund der dispositiven Natur dieser Bestimmung kann auf die Kausalität zwischen 

der Mäklertätigkeit und dem Vertragsabschluss mit einer Drittpartei durch Verein-

barung verzichtet werden; der Mäkler hat in einem solchen Fall die Provision ver-

dient, auch wenn der Abschluss nicht auf seine Bestrebung zurückgeht, sofern er 

nur nachweist, sich bemüht zu haben (BSK OR I-AMMANN, Art. 413 N 9; BGE 131 

III 268 = Pra 95 [2006] Nr. 19 E. 5.1.2; BGE 100 II 361 E. 3; BGE 97 II 355 E. 3; 

BGer 4A_59/2021 vom 25. Januar 2022, E. 3.1.1; BGer 4A_461/2020 vom 

16. Februar 2021, E. 5.1.1). Die Höhe des Mäklerlohns ist grundsätzlich frei ver-

einbar. Seine häufigste Form ist das Prozentversprechen, d.h. die Zusage zur 

Leistung einer Provision (BSK OR I-AMMANN, Art. 413 N 1). Mangels ausdrückli-

cher gegenteiliger Vereinbarung hat der Mäkler im Unterschied zum Beauftragten 

nur Anspruch auf den Mäklerlohn, welcher die Vergütung und den Auslagenersatz 

einschliesst und als Ganzes erfolgsbedingt ist (BSK OR I-AMMANN, Art. 413 N 15 

m.H.).

6.2. Qualifikation

6.2.1 Die Klägerin qualifiziert das Vertragsverhältnis zwischen den Parteien als 

Mäklervertrag im Sinne von Art. 412 ff. OR (act. 17 Rz. 126 ff.). Die Beklagte äus-

sert sich nicht zur rechtlichen Qualifikation (act. 21 Rz. 177).

6.2.2. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich zwar auf den Mandatsver-

trag vom 8. August 2019 (act. 3/3), treffen im Wesentlichen aber auch auf den ab-

gesehen von der Provisionshöhe inhaltlich weitgehend identischen Mandatsver-

trag vom 22. Oktober 2018 zu (act. 3/5), welcher vom Mandatsvertrag vom 8. Au-

gust 2019 abgelöst wurde (act. 3/3, S. 3, Ziff. 6.2). Da der erste Mandatsvertrag 

- 28 -

vorliegend lediglich von untergeordneter Bedeutung ist, ist darauf nicht gesondert 

einzugehen.

6.2.3. Der Mandatsvertrag vom 8. August 2019 trägt den Titel "Mandat zur Be-

schaffung von Mezzanine Kapital für die B._____ AG" und unter der Überschrift 

"Hintergrund" wird festgehalten, dass die Beklagte die Klägerin beauftragt, für ihre 

Bauprojekte Mezzanine Kapital zu beschaffen (act. 3/3 S. 1).

6.2.4. Ihren Anspruch auf Provision gemäss den (geänderten) Rechtsbegehren 

Ziff. 1 und Ziff. 2 leitet die Klägerin aus Ziff. 4 des Mandatsvertrages vom 8. Au-

gust 2019 ab (act. 1 Rz. 62 ff.; act. 17 Rz. 126). Gemäss Ziff. 4.1 verpflichtet sich 

die Beklagte, "für jede erfolgreiche[n] Transaktion eine Provision in Höhe von 5 % 

des totalen Transaktionswerts inkl. MwSt." direkt an die Klägerin zu entrichten, 

welche Provision sämtliche Auslagen der Klägerin abdeckt (act. 3/3 S. 3). Der Be-

griff "Transaktion" wird in Ziff. 1.5 definiert als das Zurverfügungstellen von sämtli-

chem Kapital, welches entweder direkt von der Klägerin oder einem ihrer Ge-

schäftspartner oder Klienten der Beklagten oder mit der Beklagten verbundenen 

Unternehmen oder Geschäftspartnern zur Verfügung gestellt wird. Unter "Provi-

sion" ist gemäss Ziff. 1.3 die von der Beklagten für eine erfolgreiche Transaktion 

an die Klägerin zu leistende finanzielle Vergütung zu verstehen (act. 3/3 S. 1).

6.2.5. Die vertragsgemässe Tätigkeit der Klägerin besteht in der Kapitalbeschaf-

fung für die Beklagte. Der Provisionsanspruch der Klägerin setzt eine erfolgreiche 

Kapitalbeschaffung voraus. Der Mandatsvertrag enthält mit der Regelung der ent-

geltlichen und erfolgsbedingten Tätigkeit der beauftragten Klägerin die charakte-

ristischen Elemente eines Mäklervertrages gemäss Art. 412 Abs. 1 OR.

6.3. Vermittlungsmäkelei

6.3.1. Rechtliches

Wie bereits ausgeführt ist zwischen Nachweis-, Zuführungs- und Vermittlungs-

mäklerei zu unterscheiden (vgl. Erw. 6.1.1). Während sich das Nachweisen in der 

Mitteilung einer oder mehrerer konkret bestimmter Abschlussgelegenheiten er-

schöpft, setzt die Vermittlungsmäkelei voraus, dass der Mäkler den Abschluss ak-

- 29 -

tiv fördert, etwa durch Vermittlung und Teilnahme an den Vertragsverhandlungen 

oder der Ausarbeitung von Verträgen (vgl. dazu BGE 144 III 43 E. 3.1.1; BGE 110 

II 276 = Pra 73 [1984] Nr. 246 E. 2a; BGer 4A_59/2021 vom 25. Januar 2022, 

E. 3.1.1; BGer 4A_562/2017 vom 7. Mai 2018, E. 3.1). Bei der Zuführungsmäkelei 

handelt es sich um eine von der Praxis geschaffene Zwischenstufe, bei welcher 

der Mäkler dem Auftraggeber die Interessenten nicht nur nachweisen, sondern 

"zuführen" muss (BSK OR I-AMMANN, Art. 412 N 1 m.H.). Die Regelung, ob Nach-

weis- oder Vermittlungsmäkelei vereinbart wurde, gehört gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung zu den essentialia negotii des Mäklervertrages (BGE 90 II 

92 E. 6; vgl. auch BGE 139 III 217 = Pra 102 [2013] Nr. 66 E. 2.3; BGE 131 III 

268 = Pra 95 [2006] Nr. 19 E. 5.1.2). Haben die Parteien diesen Punkt im Einzel-

fall nicht geregelt, kann sich die Einigung aus dem Verhalten der Parteien vor 

oder nach dem Vertragsabschluss ergeben (BSK OR I-AMMANN, Art. 412 N 1; 

BGE 90 II 92 E. 6 und E. 8; BGE 111 II 366 E. 1). Eine von einem Teil der Lehre 

befürwortete gesetzliche Auslegungsregel, wonach mangels einer abweichenden 

Vereinbarung blosse Nachweis- oder Zuführungsmäkelei geschuldet ist (vgl. BSK 

OR I-AMMANN, Art. 412 N 12 sowie BURKHALTER, in: OFK-OR, Art. 412 N 3 je 

m.w.H.), besteht gemäss Praxis des Bundesgerichts nicht, sondern dem Mäkler 

obliegt der Beweis für die geltend gemachte Vereinbarung hinsichtlich der Art der 

Mäklertätigkeit (BGE 90 II 92 E.2 - 4; BGer 4A_75/2016 vom 13. September 2016, 

E. 3.2 sowie ius.focus 2016, Heft 11, Nr. 285).

6.3.2. Würdigung

6.3.2.1. Dem Mandatsvertrag ist nicht explizit zu entnehmen, ob es sich bei der 

vertragsgemässen Tätigkeit der Klägerin um Nachweis- oder Vermittlungsmäkelei 

handelt. Indessen schliesst schon der im Mandatsvertrag verwendete Begriff der 

Kapitalbeschaffung aus, dass sich die von der Klägerin zu entfaltende Tätigkeit in 

einem blossen Nachweis von Kapitalgebern erschöpfen würde. Der Provisionsan-

spruch knüpft denn auch an eine erfolgreiche Transaktion an, welche definitions-

gemäss in der Zurverfügungstellung von Kapital an die Beklagte besteht. Somit 

spricht der Wortlaut des Mandatsvertrages für die Vereinbarung von Vermittlungs-

mäkelei. Die Parteien äussern sich nicht explizit zu dieser Frage, verwenden im 

- 30 -

Zusammenhang mit der vertragsgemässen Tätigkeit der Klägerin aber überein-

stimmend den Begriff der Vermittlung (vgl. etwa 1 Rz. 24, Rz. 36, Rz. 62 ff., 

Rz. 73 ff. und act. 17 Rz. 9 f., Rz. 18, Rz. 57, Rz. 85, Rz. 104; act. 9 Rz. 20, 

Rz. 25, Rz. 52 und act. 21 Rz. 31 f., Rz. 98 f.). Damit in Einklang stehen die doku-

mentierten Handlungen der Klägerin, die mit allen Involvierten in Kontakt stand 

und sich um die Kreditauszahlungen an die Beklagte bemühte (vgl. insbes. 

Erw. 7.2.3 und Erw. 8.3 sowie act. 18/16 ff.). Somit ist aufgrund der im Mandats-

vertrag verwendeten Begriffe, welche mit den von der Klägerin entfalteten Tätig-

keiten in Einklang stehen, davon auszugehen, dass sich die Parteien auf eine 

Vermittlungstätigkeit der Klägerin einigten.

6.3.2.2. Ist der Mäkler vertraglich verpflichtet, den Abschluss des Vertrages zu 

vermitteln, so bestimmt sich der Umfang seiner Pflichten nach der vertraglichen 

Abrede oder der Natur des Geschäfts (BGE 110 II 276 = Pra 73 [1984] Nr. 246 

E. 2a; BGer 4A_59/2021 vom 25. Januar 2022, E. 3.1.1). Vorliegend hatte die 

Vermittlungstätigkeit der Klägerin auf die Kapitalbeschaffung für die Beklagte ge-

richtet zu sein.

6.3.2.3. Zusammenfassend ist der Mandatsvertrag vom 8. August 2019 (act. 3/3) 

als Mäklervertrag in der Variante der Vermittlungsmäkelei zu qualifizieren 

(Art. 412 Abs. 1 OR). Dies gilt auch für den inhaltlich weitgehend gleichlautenden 

Mandatsvertrag vom 22. Oktober 2018 (act. 3/5).

6.4. Kein Einfluss besonderer Umstände auf den Provisionsanspruch

6.4.1. Die Klägerin bringt vor, dass es ihr bzw. C._____ wegen des zweifelhaften 

Rufs und der schlechten Bonität von E._____ sowie der Beklagten nur unter gros-

sem persönlichen Einsatz gelungen sei, die F._____ AG davon zu überzeugen, 

die Beklagte in die Kreditvermittlungsplattform www.F1._____.ch aufzunehmen, 

und dass aus diesem Grund sämtliche Kreditzahlungen der F._____ AG an die 

Beklagte eine Provisionspflicht der Klägerin ausgelöst hätten (act. 17 Rz. 7, 

Rz. 18 ff., Rz. 33 ff., Rz. 129).

- 31 -

6.4.2. In diesem Zusammenhang führt die Klägerin als Beweisofferte unter ande-

rem das Bestätigungsschreiben der F._____ AG vom 29. August 2022 an (act. 17 

Rz. 9, Rz. 18; vgl. auch act. 1 Rz. 36). Dessen Betreff lautet "Bestätigung Ab-

schluss von 4 Kreditverträgen mit der B._____ AG". L._____ von der F._____ AG 

bedankt sich bei C._____ von der Klägerin für die bisherige Zusammenarbeit und 

die Vermittlung der Beklagten als Neukundin. Zudem bestätigt er, dass die 

F._____ AG insgesamt die vier einzeln aufgeführten Kredite über die Plattform fi-

nanziert und ausbezahlt habe (act. 3/6). Der Beweiswert dieses Bestätigungs-

schreibens erweist sich schon deshalb als gering, weil dieses wenige Tage vor 

der Klageeinleitung und somit offenkundig im Hinblick auf das vorliegende Verfah-

ren erstellt wurde. Abgesehen davon ist der wesentliche Inhalt ohnehin unbestrit-

ten, nämlich dass die Klägerin die Beklagte hinsichtlich der am 21. Februar und 

25. März 2019 ausbezahlten Kredite als Neukundin an die F._____ AG vermittelte 

und die vier genannten Kredite der Beklagten über die Plattform der F._____ AG 

ausbezahlt wurden.

6.4.3. Dass E._____ und damit auch die Beklagte gemäss klägerischer Darstel-

lung über einen zweifelhaften Ruf und eine schlechte Bonität verfügten und zur 

Kapitalbeschaffung auf die Unterstützung von C._____ bzw. der Klägerin ange-

wiesen gewesen seien (act. 1 Rz. 30 f., Rz. 60; act. 17 Rz. 6, Rz. 18 ff., Rz. 34, 

Rz. 88, Rz. 111 ff., Rz. 143; act. 18/1 ff.), wird seitens der Beklagten bestritten 

(act. 9 Rz. 29, Rz. 47; act. 21 Rz. 38, Rz. 55 ff., Rz. 171, Rz. 184). Weshalb die 

geltend gemachten besonderen Umstände allein eine Provisionspflicht hätten 

auslösen sollen, ist nicht nachvollziehbar (vgl. act. 17 Rz. 34; act. 21 Rz. 81). Eine 

Vereinbarung zwischen den Parteien, gemäss welcher auf den Kausalzusammen-

hang zwischen der klägerischen Tätigkeit und der Kreditgewährung durch Dritte 

verzichtet wurde, wurde von keiner Partei behauptet. Eine solche geht aus dem 

Mandatsvertrag vom 8. August 2019 auch nicht hervor, sondern gemäss diesem 

setzt der Provisionsanspruch der Klägerin das Zurverfügungstellen von Kapital an 

die Beklagte als Folge der klägerischen Vermittlungstätigkeit voraus (vgl. dazu 

Erw. 6.4.3). In Bezug auf die vorliegend relevante Frage, ob die am 14. August 

und 10. September 2019 von der F._____ AG an die Beklagte ausbezahlten Kre-

dite auf die Vermittlungstätigkeit der Klägerin zurückzuführen sind, erweist sich 

- 32 -

das Bestätigungsschreiben der F._____ AG vom 29. August 2022 (act. 3/6) ge-

mäss den zutreffenden Ausführungen der Beklagten als nichtssagend (act. 9 

Rz. 11; act. 21 Rz. 44). Unabhängig vom Ruf und der Bonität von E._____ bzw. 

der Beklagten ist relevant, ob ein Kausalzusammenhang zwischen der Tätigkeit 

der Klägerin und den an die Beklagte ausbezahlten Krediten besteht, weshalb es 

sich erübrigt, auf diese Thematik weiter einzugehen.

7. Provisionsanspruch von Fr. 12'305.00 (Rechtsbegehren Ziff. 1)

7.1. Parteibehauptungen im Überblick

7.1.1. Unbestritten ist, dass die F._____ AG der Beklagten am 14. August 2019 

einen Kredit von CHF 1 Mio. auszahlte (act. 1 Rz. 36 und act. 17 Rz. 9, Rz. 68, 

Rz. 83, Rz. 129; act. 9 Rz. 14 und act. 21 Rz. 110, Rz. 114, Rz. 121, Rz. 138; 

act. 3/6). Die Klägerin vertritt den Standpunkt, dass diese Kreditauszahlung auf 

die klägerische Vermittlungstätigkeit zurückzuführen sei (act.1 Rz. 36, Rz. 68, 

Rz. 75; act. 17 Rz. 9 f., Rz. 18, Rz. 83 ff., Rz. 92, Rz. 129 ff.). Gestützt auf Ziff. 4.1 

des zweiten Mandatsvertrages macht sie geltend, der Provisionsanspruch bezüg-

lich des am 14. August 2019 ausbezahlten Betrages betrage 5 % des Transakti-

onswertes von CHF 1 Mio. bzw. CHF 50'000.00 (act. 1 Rz. 62 ff., Rz. 69; act. 17 

Rz. 69). In der Klageschrift führt die Klägerin aus, M._____, einziger Gesellschaf-

ter und Geschäftsführer der I._____ GmbH, habe den Kontakt zwischen C._____ 

und dem Ehepaar N._____ und O._____ (fortan "Eheleute N.____O._____") her-

gestellt. Der Grund dafür sei gewesen, dass die Eheleute N.____O._____ nach 

dem gewinnbringenden Verkauf ihrer Gewerbeliegenschaften im Tessin auf der 

Suche nach rentablen Anlagemöglichkeiten gewesen seien (act. 1 Rz. 34 ff.; vgl. 

auch act. 17 Rz. 81, Rz. 95, Rz. 132). Da der Kontakt zu den Eheleuten 

N.____O._____ ursprünglich durch die I._____ GmbH hergestellt worden sei, hät-

ten sich die I._____ GmbH und die Klägerin darauf geeinigt, dass die I._____ 

GmbH im Umfang von 3.5 % von CHF 1 Mio. bzw. CHF 35'000.00 an der klägeri-

schen Provision beteiligt sein sollte (act. 1 Rz. 36, Rz. 39). In Absprache mit bei-

den Parteien habe die I._____ GmbH der Beklagten den Betrag von 

CHF 35'000.00 zuzüglich Mehrwertsteuer von CHF 2'695.00 deshalb direkt in 

Rechnung gestellt (act. 1 Rz. 40). In diesem Umfang habe die Klägerin ihren An-

- 33 -

spruch an die I._____ GmbH abgetreten (act. 1 Rz. 70). In der Replik macht die 

Klägerin in dieser Hinsicht geltend, C._____ und M._____ hätten sich hinsichtlich 

des Provisionsanteils für die I._____ GmbH geeinigt. Die Zahlung der Beklagten 

an die I._____ GmbH sei auf Anweisung der Klägerin an die Beklagte im Sinne 

von Art. 466 OR erfolgt (act. 17 Rz. 69, Rz. 103 f., Rz. 132). Unstrittig und belegt 

ist, dass die entsprechende Rechnungsstellung mit Datum vom 13. September 

2019 erfolgte und dass die Rechnung der I._____ GmbH von Total 

CHF 37'695.00 von der Beklagten mit Valuta 26. September 2019 beglichen 

wurde (act. 1 Rz. 40 f., Rz. 75 f. und act. 17 Rz. 69, Rz. 86, Rz. 132; act. 9 Rz. 24 

ff. und act. 21 Rz. 153, Rz. 179; act. 3/15 f.). Unter Berücksichtigung des von der 
Beklagten bereits geleisteten Betrages von CHF 35'000.00 zuzüglich 7.7 % bzw. 

CHF 2'695.00 Mehrwertsteuer fordert die Klägerin gemäss Replik den noch 

ausstehenden Provisionsanteil von CHF 12'305.00 (CHF 50'000.00 ./. 

CHF 37'695.00 = CHF 12'305.00; act. 17 Rz. 69, Rz. 132 f., Rz. 137; vgl. auch 

act. 1 Rz. 70 f.).

7.1.2. Die Beklagte bestreitet in der Klageantwort einen Provisionsanspruch der 

Klägerin im Zusammenhang mit dem am 14. August 2019 ausbezahlten Kredit. 

Die Vermittlung sei nicht auf das Wirken der Klägerin zurückzuführen, sondern die 

CHF 1 Mio. seien ihr von der I._____ GmbH vermittelt worden, mit welcher die 

Beklagte eine separate Vereinbarung abgeschlossen habe (act. 9 Rz. 16, Rz. 21, 

Rz. 25). Weder habe es die von der Klägerin behauptete Absprache zwischen 

den Parteien und der I._____ GmbH noch eine Abtretung des Provisionsan-

spruchs an die I._____ GmbH gegeben (act. 9 Rz. 22 ff., Rz. 50). Ohnehin hätte 

eine entsprechende Vertragsänderung gemäss Mandatsvertrag vom 8. August 

2019 schriftlich vereinbart werden müssen (act. 9 Rz. 27 mit Hinweis auf act. 3/3, 

S. 3, Ziff. 7.1).

In der Duplik stellt sich die Beklagte im Wesentlichen auf den Standpunkt, hin-

sichtlich des Kredites von CHF 1 Mio. direkt mit der F._____ AG verhandelt und 

zusammen gearbeitet zu haben (act. 21 Rz. 16 ff., Rz. 52 ff., Rz. 92 ff., Rz. 140). 

Zugleich räumt die Beklagte ein, dass die I._____ GmbH für ihre Vermittlungstä-

tigkeit bezüglich der CHF 1 Mio. Anspruch auf die von der Beklagten geleistete 

- 34 -

Provision gehabt habe (act. 21 Rz. 110 ff., Rz.  139, Rz. 151 ff., Rz. 165, 

Rz. 178 f.).

7.2. Darlehensgeber

7.2.1. Parteibehauptungen

Unbestritten ist, dass die F._____ AG die Kreditvermittlungsplattform bzw. die 

Webseite www.F1._____.ch betreibt, über welche sie Darlehensgeber und Darle-

hensnehmer zusammenführt. Dabei werden in der Regel die aufgrund einer Kre-

ditvermittlungsanfrage von mehreren Investoren zur Verfügung gestellten Investiti-

onen zu einem Gesamtdarlehen "gepoolt" (act. 1 Rz. 37 und act. 17 Rz. 14 ff., 

Rz. 49; act. 21 Rz. 52). Die Klägerin macht vorliegend sowohl in der Klageschrift 

als auch in der Replik einerseits geltend, dass es sich bei den Darlehensgebern 

sowohl für die CHF 1 Mio. als auch für die CHF 2.1 Mio. um die Eheleute 

N.____O._____ gehandelt habe (act. 1 Rz. 36 ff. und act. 17 Rz. 95, Rz. 132). In 

der Replik führt die Klägerin demgegenüber auch aus, die CHF 1 Mio. seien durch 

verschiedene Darlehensgeber beigesteuert und von der F._____ AG gepoolt wor-

den, während die CHF 2.1 Mio. von den Eheleuten N.____O._____ zur Verfügung 

gestellt worden seien (act. 17 Rz. 49, Rz. 61, Rz. 66 f., Rz. 73, Rz. 83 ff., Rz. 101 

ff., Rz. 129). Dieser replicando vorgebrachten Unterscheidung stimmt die Be-

klagte duplicando sinngemäss zu. Insbesondere ist den beklagtischen Ausführun-

gen zu entnehmen, dass auch sie davon ausgeht, die Eheleute N.____O._____ 

hätten lediglich CHF 2.1 Mio. an die F._____ AG überwiesen (act. 21 Rz. 110 ff., 

Rz. 120 f., Rz. 128, Rz. 138, Rz. 142 f.). Damit in Einklang steht die beklagtische 

Ausführung in der Klageantwort, der Unterschied liege darin, dass sich die 

F._____ AG für den Kredit von CHF 1 Mio. nur als Plattformgeberin zur Verfügung 

gestellt habe, den Kredit über CHF 2.1 Mio. aber direkt vermittelt habe (act. 9 

Rz. 31; vgl. auch Rz. 16 ff.).

7.2.2. Bestätigung von M._____ vom 25. Januar 2023

7.2.2.1 In der von der Klägerin eingereichten und von ihr in der Replik zitierten 

Bestätigung von M._____ vom 25. Januar 2023, die an das hiesige Handelsge-

- 35 -

richt gerichtet ist, wird im Wesentlichen ausgeführt, dass C._____ von der Kläge-

rin der von der I._____ GmbH seinerzeit als Kundin betreuten Familie 

N.____O._____ via die F._____ AG die Investitionsmöglichkeit für ein Mezzanine 

Darlehen in Höhe von CHF 2.1 Mio. bei der Beklagten vermittelt habe. Da 

C._____ den Kontakt zur Familie N.____O._____ durch M._____ erhalten habe, 

hätten sie sich darauf geeinigt, dass die I._____ GmbH einen Provisionsanteil von 

CHF 35'000.00 zuzüglich MwSt. an der Gesamtprovision der Klägerin erhalte. Die 

von der I._____ GmbH gemäss Instruktion von C._____ direkt an die Beklagte ge-

stellte Rechnung sei von dieser innert der Zahlungsfrist beglichen worden. Es 

habe keine anderweitigen Abmachungen oder Mandate zwischen der I._____ 

GmbH und der Beklagten und / oder E._____ gegeben (act. 18/34; act. 17 

Rz. 103 ff., Rz. 129 a.E.; act. 21 Rz. 152 ff., Rz. 164).

7.2.2.2. Es fällt auf, dass in dieser Bestätigung auf die Vermittlung von CHF 2.1 

Mio. Bezug genommen und ausgeführt wird, C._____ habe die Möglichkeit des 

Mezzanine Darlehens der Familie N.____O._____ vorgestellt und die I._____ AG 

habe dafür einen Provisionsanteil von CHF 35'000.00 zuzüglich Mehrwertsteuer 

erhalten (act. 18/34). In der Replik behauptet die Klägerin zum einen, die (Kredit-

auszahlung an die Beklagte in der Höhe von) CHF 1 Mio. sei nicht auf die Vermitt-

lung der I._____ GmbH zurückzuführen (act. 17 Rz. 101 ff.). An anderer Stelle der 

Replik verweist sie aber auf ihre Ausführungen gemäss Klage, wonach die 

I._____ GmbH in die Vermittlung der am 14. August 2019 an die Beklagte ausbe-

zahlten CHF 1 Mio. involviert gewesen sei und dafür eine Provision erhalten habe 

(act. 1 Rz. 39 ff., Rz. 70, Rz. 75; act. 17 Rz. 95, Rz. 132, Rz. 137), welche Dar-

stellung in Einklang mit den in dieser Hinsicht konstanten Ausführungen der Be-

klagten steht (act. 9 Rz. 16, Rz. 21 ff.; act. 21 Rz. 114, Rz. 139, Rz. 153 ff., 

Rz. 165, Rz. 179). Dieser Sachverhalt stimmt mit der Rechnung der I._____ 

GmbH vom 13. September 2019 mit dem Titel "Rechnungsstellung Vermittlung 

CHF 1 Mio. Mezzanine Kapital" überein (act. 3/15). Die Bestätigung der I._____ 

GmbH, welche explizit für das vorliegende Verfahren erstellte wurde, stimmt in 

Bezug auf den vermittelten Betrag somit weder mit den übereinstimmenden Par-

teibehauptungen noch mit der von der I._____ GmbH selber gestellten Rechnung 

- 36 -

überein. Der Beklagten ist darin beizupflichten, dass sich der Beweiswert der Be-

stätigung als gering erweist (act. 21 Rz. 151 ff., Rz. 163 ff.).

7.2.3. Chronologischer Ablauf

7.2.3.1. Gemäss E-Mail vom 20. Mai 2019 um 17:30 Uhr sandte C._____ von der 

Klägerin an L._____ von der F._____ AG eine Dokumentation betreffend das be-

klagtische Bauprojekt H._____. Zudem unterbreitete er L._____ folgenden Vor-

schlag: "Wir können ein Ticket von 3 Mio. aufschalten zu 10 - 12 % Zins. Laufzeit 

2.5 Jahre." Des Weiteren nahm er Bezug auf ein für den kommenden Tag geplan-

tes Treffen (act. 18/16 f.; act. 17 Rz. 43 f.). Die Klägerin macht geltend, in der 

Folge sei anlässlich der Besprechung zwischen C._____ und L._____ vom 

21. Mai 2019 die "Rule of Twenty" thematisiert worden, gemäss welcher ab einem 

"Pooling" von mehr als zwanzig Investoren bei Darlehensbeträgen, welche die 

Summe von CHF 1 Mio. überschreiten, eine FINMA-Lizenz notwendig sei, über 

welche die F._____ AG nicht verfüge. Wegen der Rule of Twenty habe die Kläge-

rin die Familie N.____O._____ von der Gewährung des durch einen Schuldbrief 

gesicherten, verzinslichen Darlehens in der Höhe von CHF 2.1 Mio. überzeugt 

(act. 17 Rz. 45 ff.). Auch im E-Mailverkehr von Juni 2019, in welchen C._____, 

L._____ sowie K._____ von der Beklagten involviert waren, ging es um die Finan-

zierung des Bauprojektes H._____ (act. 18/18 f.; act. 17 Rz. 49 f.). Die Beklagte 

führt zur vorstehend zitierten Korrespondenz und der genannten Sitzung im We-

sentlichen aus, ihr seien diese Ereignisse nicht bekannt, diese seien für die Be-

klagte aber auch nicht relevant, da sie immer in direktem Kontakt mit der F._____ 

AG gestanden habe (act. 21 Rz. 92 ff.).

7.2.3.2. Die beiden vorliegend relevanten Beträge von CHF 1 Mio. und CHF 2.1 

Mio. werden sodann im E-Mailverkehr zwischen C._____ und L._____ vom 

17. Juli 2019 erwähnt (act. 18/20). Thema ist die Absicherung mit dem Register-

Schuldbrief vom 16. Juli 2019 (act. 18/21) auf dem Grundstück, auf welchem das 

Bauprojekt H._____ realisiert wird (vgl. act. 17 Rz. 143; act. 21 Rz. 184; 

act. 18/12; act. 18/17; act. 18/23). Dem betreffenden Register-Schuldbrief vom 

16. Juli 2019 ist zu entnehmen, dass die Grundpfandschuld im 2. Rang um 

CHF 300'000.00 auf CHF 3.1 Mio. erhöht wurde, welche auf Begehren der Grund-

- 37 -

pfandgläubigerin Q._____ Holding AG (act. 18/25) zugleich in die gleichrangigen 

Registerschuldbriefe über CHF 1 Mio. und CHF 2.1 Mio. gesplittet wurde 

(act. 18/21 S. 2 und S. 4). Bezugnehmend darauf schlug C._____ im E-Mail vom 

17. Juli 2019 um 9:38 Uhr folgendes vor: "Wir können es wie besprochen so ma-

chen, dass wir nun mit der OTC Offer, welche gestern raus ist, schauen, wie die 

Resonanz ist. Füllt sie sich gut, können wir die CHF 2.1 Mio. OTC machen und 

die 1.0 auf die Plattform stellen" (act. 18/20; act. 17 Rz. 53, Rz. 129; act. 21 Rz. 

97). Mit dem von den Parteien nicht näher erläuterten Begriff "OTC Offer" ("Over 

the Counter") dürfte eine Kreditvermittlungsanfrage im Hinblick auf eine Vereinba-

rung zwischen zwei Parteien gemeint sein (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Over-

the-counter_(finance), besucht am: 8. März 2024). Der vorstehende Satz kann un-

ter Berücksichtigung der Vorbringen der Parteien zur Funktionsweise von 

www.F1._____.ch (act. 17 Rz. 14 ff., Rz. 45 ff.; act. 21 Rz. 52 ff.) dahingehend in-

terpretiert werden, dass C._____ L._____ vorschlug, wegen der "Rule of Twenty" 

bezüglich der CHF 2.1 Mio. eine Vereinbarung zwischen der F._____ AG und nur 

einem Darlehensgeber anzustreben, und hinsichtlich der CHF 1 Mio. eine Kredit-

vermittlungsanfrage auf www.F1._____.ch zu platzieren mit dem Ziel, das von 

mehreren Anlegern beigesteuerte Kapital zu poolen. Mit Antwortmail vom 17. Juli 

2019 um 12:29 Uhr fragte L._____ bei C._____ nach, ob er richtig verstanden 

habe, dass der zu finanzierende Betrag durch den Schuldbrief im 2. Rang abgesi-

chert sei, was C._____ kurz darauf bestätigte und empfahl, sicherheitshalber 

noch bei K._____ (K._____) nachzufragen (act. 18/20). Gemäss der Klägerin 

werde anhand der Korrespondenz vom 17. Juli 2019 die Vermittlerrolle der Kläge-

rin deutlich (act. 17 Rz. 53 ff., Rz. 129). Die Beklagte vertritt demgegenüber die 

Auffassung, der Klägerin sei die Rolle der Vermittlerin lediglich zwischen der 

F._____ AG und der Familie N.____O._____ zugekommen (act. 21 Rz. 97 f.).

7.2.3.3. Im E-Mailverkehr zwischen der Beklagten und der F._____ AG im Zeit-

raum vom 5. bis 9. August 2019 geht es um die Einzelheiten im Hinblick auf die 

Kreditgewährung von CHF 1 Mio. an die Beklagte einschliesslich des Inhalts des 

betreffenden Kreditvertrages (act. 22/5 - 8). Diese E-Mails werden von der Be-

klagten als Belege für die direkten Kontakte zwischen ihr und der F._____ AG an-

geführt (act. 21 Rz. 16 ff.).

- 38 -

7.2.3.4. Im E-Mail von C._____ an die Eheleute N.____O._____ vom 6. August 

2019 um 9:16 Uhr pries dieser die Möglichkeit einer Baufinanzierung in H._____ 

über www.F1._____.ch an, wobei er www.F1._____.ch als ein 2015 gegründetes 

Start-up beschrieb. Unter anderem führte C._____ aus: "Die erste Tranche von 

CHF 1 Mio. (Brochure im Anhang) ist nun bereits finanziert, die 2. Tranche im 

Umfang von CHF 2.1 Mio. ist jedoch noch offen" (act. 18/22 S. 2; act. 18/27 S. 3). 

Somit stellte C._____ den Eheleuten N.____O._____ die Investitionsmöglichkeit 

über die Kreditvermittlungsplattform www.F1._____.ch im Zusammenhang mit 

den CHF 2.1 Mio. vor, wobei er gleichzeitig mitteilte, dass die CHF 1 Mio. bereits 

finanziert worden seien. Die Klägerin führt zu diesem E-Mail unter anderem aus, 

die CHF 1 Mio. hätten sich auf das von der F._____ AG gepoolte Kapital bezogen 

(act. 17 Rz. 58 ff., Rz. 61, Rz. 101, Rz. 129; dazu die Beklagte act. 21 Rz. 100 ff.). 

Die CHF 1 Mio. und CHF 2.1 Mio. sind des Weiteren Thema im E-Mail von 

C._____ an E._____ vom selben Tag um 12:02 Uhr, mit welchem diesem das 

"angepasste Mezzanine Agreement", d.h. der Entwurf des Mandatsvertrages vom 

8. August 2019, zugestellt wurde. C._____ kündigte die Auszahlung der CHF 1 

Mio. "nächste Woche" an (act. 18/24 und act. 18/26; act. 17 Rz. 62 ff., Rz. 129; 

act. 21 Rz. 106 ff.). Diese Auszahlung an die Beklagte erfolgte unbestrittenermas-

sen am 14. August 2019 (act. 1 Rz. 36 und act. 17 Rz. 9, Rz. 68, Rz. 83, Rz. 129; 

act. 9 Rz. 14 und act. 21 Rz. 110, Rz. 114, Rz. 121, Rz. 138; act. 3/6).

7.2.3.5. Am 14. August 2019 um 12:51 Uhr, d.h. am Tag, an dem die Überwei-

sung der CHF 1 Mio. an die Beklagte erfolgte, nahm C._____ Bezug auf ein mit 

O._____ geführtes Telefonat und liess diesem einen Mustervertrag für eine be-

reits getätigte Transaktion zukommen. Zudem wies C._____ auf die Möglichkeit 

hin, vor dem Investment auf www.F1._____.ch ein Benutzerkonto zu eröffnen 

(act. 18/27; act. 17 Rz. 70; act. 21 Rz. 116). Des Weiteren sandte C._____ in dem 

an N._____ gerichteten E-Mail vom 19. August 2019 den Link für die Anmeldung 

auf F1._____ zu: "https://F1._____.ch/e/anleger-werden". Auch bestätigte er die 

Anmeldung zur Investition in ein Mezzanine Darlehen von CHF 1 Mio. 

(act. 18/27). Die vorstehend genannten E-Mails lassen den Schluss zu, dass die 

Eheleute N.____O._____ bis zum 19. August 2019 noch nicht bei der F._____ 

AG registriert und folglich auf www.F1._____.ch auch nicht als Darlehensgeber in 

- 39 -

Erscheinung getreten waren, was sich sinngemäss auch den Ausführungen bei-

der Parteien zu den betreffenden E-Mails entnehmen lässt (act. 17 Rz. 70 ff.; 

Rz. 101; act. 21 Rz. 117 ff.). Gemäss E-Mail von C._____ an die Eheleute 

N.____O._____ vom 6. August 2019 um 9:16 Uhr war die erste Tranche von 

CHF 1 Mio. in jenem Zeitpunkt bereits finanziert (act. 18/22 S. 2; act. 27 S. 3) und 

die Kreditauszahlung von der F._____ AG an die Beklagte erfolgte am 14. Au-

gust. Dies lässt gemäss zutreffendem Hinweis der Beklagten (act. 21 Rz. 121) 

den Schluss zu, dass sich die im E-Mail vom 19. August 2019 erwähnte Investiti-

onsmöglichkeit bezüglich eines Mezzanine Darlehens von CHF 1 Mio. entgegen 

den klägerischen Ausführungen (act. 17 Rz. 73) nicht auf das vorliegend rele-

vante Mezzanine Darlehen in derselben Höhe beziehen konnte.

7.2.4. Fazit bezüglich Darlehensgebern

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die CHF 1 Mio. von mehreren, 

von den Parteien nicht näher genannten Kapitalgebern zur Verfügung gestellt und 

von der F._____ AG gepoolt sowie an die Beklagte ausbezahlt wurden, während 

die Eheleute N.____O._____ als Kapitalgeber für den am 14. August 2019 von 

der F._____ AG an die Beklagte überwiesenen Kredit ausser Betracht fallen. Da-

mit wird dem Standpunkt der Klägerin, welche ihren Provisionsanspruch in der 

Höhe von CHF 12'305.00 in erster Linie aus der Kontaktherstellung zu den Ehe-

leuten N.____O._____ ableitet (act. 1 Rz. 39; act. 17 Rz. 95, Rz. 132), die Grund-

lage entzogen.

7.3. Vereinbarungen mit der Beklagten und der I._____ GmbH

7.3.1. In Bezug auf die Kreditauszahlung von CHF 1 Mio. an die Beklagte ist un-

bestritten, dass die I._____ GmbH in die Vermittlung involviert war und einen An-

spruch auf Provision in der Höhe von CHF 35'000.00 zuzüglich Mehrwertsteuer 

hatte, welcher von der Beklagten erfüllt wurde (vgl. Erw. 7.1). Umstritten ist hinge-

gen, aus welchem Rechtsgrund der I._____ GmbH diese Provision zustand. Wäh-

rend die Klägerin in der Klage eine teilweise Abtretung ihres Provisionsanspruchs 

sowie eine Vereinbarung zwischen beiden Parteien und der I._____ GmbH be-

hauptet (act. 1 Rz. 40, Rz. 70), macht sie in der Replik eine Vereinbarung zwi-

- 40 -

schen ihr und der I._____ GmbH sowie eine Anweisung an die Beklagte bezüglich 

Zahlung des Provisionsanteils an die I._____ GmbH geltend (act. 17 Rz. 69, 

Rz. 103 f., Rz. 132). Die Beklagte stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, 

es habe lediglich zwischen ihr und der I._____ GmbH eine Vereinbarung bezüg-

lich der Vermittlung von CHF 1 Mio. gegeben (act. 9 Rz. 25). Von keiner Partei 

geltend gemacht wird hingegen, es seien sowohl die Klägerin als auch die I._____ 

GmbH als Mäkler tätig gewesen, so dass für einen Provisionsanspruch je die kau-

salen Beiträge zum Vertragsabschluss nachzuweisen wären (vgl. BGE 72 II 421 

E. 3; BGer 4A_75/2016 vom 13. September 2016, E. 4.1 sowie dazu ius.focus 

2016, Heft 11, Nr. 285; BGer 4A_461/2020 vom 16. Februar 2021, E. 5.1.2). Im 

Gegensatz zum Provisionsanspruch bezüglich der Vermittlung von CHF 2.1 Mio. 

hat die Klägerin hinsichtlich der CHF 1 Mio. nicht nur nachzuweisen, dass ihr Bei-

trag für die Kreditauszahlung an die Beklagte kausal war, sondern darüber hinaus 

die behauptete Vereinbarung mit der Beklagten und deren Inhalt sowie die gel-

tend gemachte Forderungsabtretung an die I._____ GmbH. In dieser Hinsicht er-

weisen sich die klägerischen Vorbringen zum einen als äusserst vage und zum 

anderen als teilweise in sich widersprüchlich. Zur nicht näher substantiierten "Ab-

sprache mit der Beklagten" (act. 1 Rz. 40 f.), zur ebenfalls nicht weiter konkreti-

sierten Forderungsabtretung an die I._____ GmbH (act. 1 Rz. 70) sowie zur voll-

kommen unsubstantiierten "Anweisung an die Beklagte" (act. 17 Rz. 104, 

Rz. 132) offeriert die Klägerin keinerlei Beweismittel. In der Bestätigung von 

M._____, zu welcher dieser als Zeuge genannt wird, wird ausgeführt: "Da Herr 

C._____ den Kontakt zu Fam. N.____O._____ durch mich hatte, einigten wir uns 

darauf, dass die I._____ GmbH einen Provisionsanteil in Höhe von CHF 35'000.- 

zzgl. MwSt. an der Gesamtprovision der A._____ AG erhalten würde. Da anschei-

nend die B._____ AG nicht die gesamte Provision auf einmal zahlen konnte oder 

wollte, stellte ich gemäss Instruktion von C._____ der B._____ AG Rechnung 

über den mir zustehenden Anteil. […]" (act. 18/34; act. 17 Rz. 103). Thematisiert 

wird somit lediglich die Vereinbarung zwischen C._____ und M._____, nicht aber 

was der Beklagten kommuniziert bzw. mit ihr vereinbart wurde. Abgesehen davon 

bezieht sich diese Bestätigung auf die Kreditvermittlung von CHF 2.1 Mio., nicht 

- 41 -

auf die vorliegend relevante Vermittlung von CHF 1 Mio. Eine Zeugeneinver-

nahme von M._____ fällt daher ausser Betracht.

7.3.2. Der Klägerin ist zwar darin beizupflichten (act. 17 Rz. 105, Rz. 132), dass 

sich auch die Vorbringen der Beklagten, die eine Vereinbarung zwischen ihr und 

der I._____ GmbH behauptet (act. 9 Rz. 25), als unsubstantiiert erweisen. Nach-

dem die Beweislast in dieser Hinsicht bei der Klägerin liegt, bedarf es indessen in 

erster Linie substantiierter Behauptungen ihrerseits, welche nicht vorliegen. Dass 

es gemäss der Klägerin diesbezüglich eine Absprache mit der Beklagten gegeben 

haben muss, trifft zwar zu (act. 1 Rz. 41), was aber nichts daran ändert, dass der 

Hintergrund dieser Kreditvermittlung im Dunkeln bleibt. Es bestehen verschiedene 

mögliche Sachverhaltsvarianten. So ist neben der klägerischen Darstellung 

ebenso gut eine Vereinbarung dahingehend möglich, dass lediglich die I._____ 

GmbH für diese Vermittlung eine Provision erhalten sollte. Die Kreditvermittlung 

von CHF 1 Mio. durch die Klägerin bleibt demzufolge unbewiesen.

7.4. Keine vorprozessuale Geltendmachung

Schliesslich fällt auf, dass der klägerische Provisionsanspruch in Bezug auf 

Rechtsbegehren Ziff. 1 gemäss den vorliegenden Dokumenten vorprozessual 

kein Thema war, sondern ausschliesslich der Provisionsanspruch von 

CHF 105'000.00 bezüglich Rechtsbegehren Ziff. 2 (vgl. insbes. act. 3/17; 

act. 3/27). Im Gegensatz zur Forderung von CHF 105'000.00 erfolgte seitens der 

Klägerin auch weder eine Rechnungsstellung noch eine Betreibung (act. 3/19 = 

act. 18/37; act. 3/24 f.). Dem Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Höfe vom 

11. März 2022 ist bezüglich der Angabe des Forderungsgrundes hinsichtlich des 

in Betreibung gesetzten Betrages von CHF 113'085.00 zuzüglich 10 % Zins seit 

9. September 2019 unter anderem folgendes zu entnehmen: "Provisionszahlung 

Kreditvermittlung CHF 2'100'000.- bei 5 % zzgl. MWST. Die Gläubigerin hat mit 

der Schuldnerin einen gültigen Mandatsvertrag zur Kreditvermittlung. Es wurden 

diverse Darlehen vermittelt, von welchen die Schuldnerin alles bis auf eines be-

zahlte" (act. 3/25). Die Klägerin erklärt in der Replik nebenbei in einer Klammerbe-

merkung, die Rechnungsstellung sei hinsichtlich des Betrages von CHF 12'305.00 

"vergessen gegangen" (act. 17 Rz. 130), was nicht schlüssig erscheint. Der Be-

- 42 -

klagten ist sodann darin beizupflichten (act. 9 Rz. 24), dass der Rechnung der 

I._____ GmbH vom 13. September 2019 keinerlei Hinweis auf die Klägerin bzw. 

deren Involvierung in die Vermittlung von CHF 1 Mio. zu entnehmen ist 

(act. 3/15). Dem Standpunkt der Klägerin, wonach die Beklagte mit der Zahlung 

der Rechnung der I._____ GmbH vom 13. September 2019 die Vermittlung durch 

die Klägerin sowie deren Forderung anerkannt habe (act. 1 Rz. 75; act. 17 Rz. 86, 

Rz. 132), kann unter diesen Umständen nicht gefolgt werden. Dies würde eine 

entsprechende Vereinbarung mit der Beklagten voraussetzen, die aber sowohl 

unsubstantiiert als auch unbelegt geblieben ist.

7.5. Fazit

Bezüglich der Kreditvermittlung von CHF 1 Mio. fallen die Eheleute 

N.____O._____ als Darlehensgeber ausser Betracht. Eine Vereinbarung zwi-

schen den Parteien sowie mit der I._____ GmbH bezüglich eines klägerischen 

Provisionsanteils bleibt unbewiesen, ebenso die geltend gemachte Forderungsab-

tretung an die I._____ GmbH. Eine Schuldanerkennung der Provisionsforderung 

liegt nicht vor. In Bezug auf die Forderung von CHF 12'305.00 (Rechtsbegehren 

Ziff. 1) ist die Klage abzuweisen.

8. Provisonsanspruch von CHF 105'000.00 (Rechtsbegehren Ziff. 2)

8.1. Parteibehauptungen

8.1.1. Unbestritten ist, dass die F._____ AG mit der Beklagten am 23. August 

2019 einen weiteren Kreditvertrag über CHF 2.1 Mio. abschloss und dieser Betrag 

am 10. September 2019 an die Beklagte ausbezahlt wurde (act. 1 Rz. 36, Rz. 68, 

Rz. 75 und act. 17 Rz. 9, Rz. 85; act. 9 Rz. 10 ff. und act. 21 Rz. 24 ff., 

Rz. 142 f.). Die Klägerin macht geltend, die CHF 2.1 Mio. der Beklagten gestützt 

auf den Mandatsvertrag vom 8. August 2019 vermittelt zu haben, und fordert da-

für eine Provision in der Höhe von 5 % bzw. CHF 105'000.00 inklusive Mehrwert-

steuer (act. 17 Rz. 129 ff.; vgl. auch act. 1 Rz. 69 ff.).

8.1.2. Die Beklagte bestreitet den klägerischen Provisionsanspruch. Sie führt in 

der Klageantwort im Wesentlichen aus, sie sei zu jenem Zeitpunkt keine Neukun-

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din der F._____ AG mehr gewesen, sondern diese sei auf die Beklagte zugekom-

men und habe die Vereinbarung über CHF 2.1 Mio. direkt mit ihr abgeschlossen. 

Einer Vermittlung durch die Klägerin habe es nicht mehr bedurft (act. 9 Rz. 10, 

Rz. 17 ff., Rz. 31, Rz. 39, Rz. 52 f.).

8.1.3. In der Replik bestreitet die Klägerin die beklagtischen Ausführungen 

(act. 17 Rz. 92 ff., Rz. 101 ff.). Sie betont, dass die Kreditgewährung von 

CHF 2.1 Mio. an die Beklagte, welche aufgrund einer Investition der Eheleute 

N.____O._____ über die Plattform www.F1._____.ch zustande gekommen sei, 

ausschliesslich auf die Vermittlungsbemühungen der Klägerin zurückzuführen sei 

(act. 17 Rz. 9 f., Rz. 48, Rz. 58 ff., Rz. 76 ff., Rz. 85, Rz. 92, Rz. 129).

8.1.4. In der Duplik hält die Beklagte an ihrem Standpunkt einer direkten Verein-

barung zwischen ihr und der F._____ AG fest (act. 21 Rz. 24 ff., Rz. 44 ff., Rz. 52 

ff., Rz. 77 ff., Rz. 92 ff., Rz. 112, Rz. 116 ff., Rz. 141 ff.). Sie anerkennt sowohl, 

dass die Eheleute N.____O._____ CHF 2.1 Mio. an die F._____ AG überwiesen, 

als auch dass der Klägerin im Zusammenhang mit dieser Überweisung die Rolle 

der Vermittlerin zwischen den Eheleuten N.____O._____ und der F._____ AG zu-

kam bzw. dass diese Überweisung infolge der Vermittlungstätigkeit der Klägerin 

vorgenommen wurde (act. 21 Rz. 25 f., Rz. 98, Rz. 102, Rz. 112, Rz. 116, 

Rz. 128 ff., Rz. 141 ff.). Die Beklagte macht aber im Wesentlichen geltend, dass 

diese Umstände keinen Einfluss auf die Kreditgewährung von der F._____ AG an 

die Beklagte gehabt hätten (act. 21 Rz. 128 ff., Rz. 141 ff.).

8.2. Rechtliches

Voraussetzung für den Provisionsanspruch gemäss Art. 412 Abs. 1 OR in Verbin-

dung mit Art. 413 Abs. 1 OR ist, dass das Zustandekommen des angestrebten 

Vertrages mit einem Dritten auf eine vereinbarungsgemässe Tätigkeit des Mäk-

lers zurückzuführen ist, d.h. zwischen der Mäklertätigkeit und dem Abschluss des 

Hauptvertrages bzw. des Zielgeschäfts muss ein Kausalzusammenhang bestehen 

(BGE 90 II 92 E. 2; BGE 144 III 43 E. 3.1.1; BSK OR I-AMMANN, Art. 413 N 2, N 8 

m.w.H.; vgl. auch Erw. 6.1.2). Dieses Erfordernis fehlt, wenn das Vertragsinter-

esse des zugeführten Interessenten dem Auftraggeber bereits bekannt war. Der 

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Vertragsabschluss muss aber nicht unmittelbare Folge der Mäklertätigkeit sein 

(BGer 4A_75/2016 vom 13. September 2016, E. 4.1 sowie dazu ius.focus 2016, 

Nr. 285; BSK OR I-AMMANN, Art. 413 N 8 m.w.H.). Es genügt, wenn zwischen den 

Bemühungen des Mäklers und dem Entschluss des Dritten ein sog. psychologi-

scher Zusammenhang besteht. Die Tätigkeit des Mäklers braucht demnach nicht 

den ausschliesslichen oder auch nur überwiegenden Grund für den Vertrags-

schluss bilden, sondern es reicht, wenn dieser mitbestimmend war (BGE 84 II 542 

E. 5; BGE 72 II 84 E. 2; BGer 4A_59/2021 vom 25. Januar 2022, E. 3.1.1, je 

m.w.H.). Der Mäkler hat somit auch dann Anspruch auf den vollen Lohn, wenn der 

Auftraggeber die vom Mäkler in Gang gebrachten Verhandlungen selbst an die 

Hand nimmt und es erst ihm gelingt, den Vertrag auf der Basis der vom Mäkler 

angeknüpften Beziehungen zu schliessen (BGE 72 II 471 E. 3; BGer 

4A_562/2017 vom 7. Mai 2018, E. 3.1; BGer 4A_59/2021 vom 25. Januar 2022, 

E. 3.1.1 m.w.H.). Der Mäkler muss einerseits beweisen, dass er tätig geworden 

ist, und andererseits, dass seine Intervention zum vertraglich definierten Erfolg 

geführt hat (BGE 131 III 268 = Pra 95 [2006] Nr. 19 E. 5.1.2; BGE 144 III 43 

E. 3.1.1). Dabei besteht immerhin eine natürliche Vermutung zu seinen Gunsten: 

Soweit der Mäkler nachweisbar Bemühungen unternommen hat, die objektiv be-

trachtet als geeignet erscheinen, den Abschluss des Hauptvertrages begünstigt 

zu haben, darf mangels anderer Anhaltspunkte angenommen werden, dass diese 

Bemühungen tatsächlich den Vertragsabschluss zur Folge hatten (BGE 57 II 187 

E. 3; BGer 4C.259/2005 vom 14. Dezember 2005, E. 2; KRAUSKOPF, in: GAUCH / 

STÖCKLI, Präjudizienbuch OR, 10. Aufl. 2021, Art. 413 N 5 m.w.H.).

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8.3. Chronologischer Ablauf

8.3.1. Auf die Ereignisse bis zur Auszahlung der CHF 1 Mio. an die Beklagte am 

14. August 2019 wurde bereits eingegangen (vgl. Erw. 7.2.3). Unbestritten ist, 

dass in der Folge weitere telefonische und schriftliche Kontakte zwischen 

C._____ und den Eheleuten N.____O._____ stattfanden, in welchen es unter an-

derem um das an die F._____ AG zu zahlende Darlehen von CHF 2.1 Mio. ging 

(act. 17 Rz. 70 ff.; act. 21 Rz. 116 ff.; act. 18/27; act. 18/30 f.). Namentlich das 

E-Mail vom 19. August 2019 mit dem Anmeldelink für die Plattform (act. 18/27 

S. 1) lässt darauf schliessen, dass die Eheleute N.____O.____