# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee253a27-fc7b-5b6c-8218-83ef3129dd36
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.09.2016 200 2014 764
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-764_2016-09-23.pdf

## Full Text

200 14 764 IV
KNB/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. September 2016

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

C.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 20. Juni 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Januar 2012 unter Hinweis auf „Verdacht 
auf lumboradikuläres Syndrom L5 auf der rechten Seite, zunehmende 
Gangstörung mit Einsinken des rechten wie auch linken Beines, lumbover-
tebrales Schmerzsyndrom“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversicherung, Antwortbei-
lage [act. II] 2). In der Folge nahm die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hin-
sicht vor. Insbesondere liess sie den Versicherten, nachdem sie eine Stel-
lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) eingeholt hatte 
(act. II 39), beim Swiss Medical Assessment- and Business-Center polydis-
ziplinär begutachten (D.________-Gutachten MEDAS vom 3. Juni 2013; 
act. II 58.1). Zudem liess sie einen Abklärungsbericht für Selbständiger-
werbende vom 24. September 2013 (act. II 63 S. 2 ff.) erstellen. Mit Vorbe-
scheid vom 30. September 2013 (act. II 65) stellte sie dem Versicherten ab 
dem 1. Juli 2012 eine ganze Rente (IV-Grad 75 %) und ab dem 1. August 
2013 (IV-Grad 43 %) eine Viertelsrente in Aussicht (AB 51). Nach dagegen 
vorgebrachten Einwänden (act. II 70), einer Untersuchung des Versicherten 
durch den RAD (Untersuchungsbericht vom 13. Dezember 2013; act. II 82) 
und einer Stellungnahme des Abklärungsdienstes (Stellungnahme vom 
28. Januar 2014; act. II 84 S. 2 f.) verfügte die IVB am 20. Juni 2014 
(act. II 93 S. 2 ff.) wie vorgesehen.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 20. August 2014 Beschwerde, mit den folgenden Rechts-
begehren:

1. Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Zusprache einer 
ganzen Rente der eidgenössischen Invalidenversicherung bis 31. Juli 
2013 im Ergebnis akzeptiert.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 3

2. Soweit weitergehend sei die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 
20. Juni 2014 aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer auch ab 
1. August 2013 mindestens eine Dreiviertelsrente der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung zuzusprechen.

3. Eventualiter: Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 20. Juni 2014 
sei aufzuheben und die Akten seien zu einem neuen Entscheid in der 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, verbunden mit der 
Anweisung, vorgängig den rechtserheblichen Sachverhalt im Rahmen ei-
ner medizinischen und berufspraktischen Begutachtung vollständig fest-
stellen zu lassen.

Unter Kostenfolgen

Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin 
habe den rechtserheblichen Sachverhalt insbesondere in Bezug auf die 
Arbeitsfähigkeit und die funktionelle Leistungsfähigkeit unrichtig bzw. nicht 
vollständig abgeklärt. Zudem habe sie die zumutbare Verweisungstätigkeit 
in rechtlich unzulässiger Weise festgesetzt und den Leidensabzug falsch 
vorgenommen.

In der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2014 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Bezugnehmend auf die prozessleitende Verfügung vom 18. Dezember 
2014 beantragte die beigeladene Vorsorgeeinrichtung C.________ (nach-
folgend Beigeladene) in ihrer Eingabe vom 8. Mai 2015 die Abweisung der 
Beschwerde. 

Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 16. Juli 2015 an den gestellten 
Rechtsbegehren fest und nahm zugleich zu einem im parallelen Verfahren 
BV 200 14 1201 [BV-act. II] 8) eingereichten Arztbericht der Beigeladenen 
Stellung sowie reichte weitere Arztberichte ein.

Mit Duplik vom 2. September 2015 bestätigte ebenfalls die Beschwerde-
gegnerin die gestellten Rechtsbegehren und verzichtete auf eine Stellung-
nahme in Bezug auf die Eingabe der Beigeladenen.

In ihrer Stellungnahme vom 25. November 2015 hielt auch die Beigeladene 
an ihren bereits gestellten Rechtsbegehren fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Juni 2014 
(act. II 93 S. 2 ff.), mit welcher vom 1. Juli 2012 bis 31. Juli 2013 eine gan-
ze Rente und ab 1. August 2013 eine Viertelsrente zugesprochen worden 
ist. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine höhere Invalidenrente. 
In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete Invalidenren-
te zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413). Folglich ist hier nicht nur der Zeitraum ab 1. August 2013 zu beur-
teilen, sondern auch der Rentenanspruch ab 1. Juli 2012.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeitsun-
fähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 

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sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 
E. 3.5 S. 349).

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung 
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an 
zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraus-
sichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verord-
nung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 
831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähig-
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussen-
de Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbre-
chung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

3.

3.1 Den medizinischen Akten ist – soweit entscheidwesentlich – das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Der Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, diagnostizierte im ärztlichen Bericht vom 24. Mai 2011 

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(act. II 14.4) zuhanden des Lohnausfallversicherers eine Ischialgie links bei 
DH L4/L5, L5/S1 mit Nervenwurzelkompression. Die Beschwerden bestün-
den seit Dezember 2010. Es bestehe eine teilweise Arbeitsunfähigkeit vom 
21. bis ca. 24. Juni 2011 zu 50 %. Der Patient sei beim Gehen nicht einge-
schränkt. Beim Sitzen (Dauer 30 min.) und beim Tragen von Lasten (max. 
5 kg) bestehe eine Einschränkung. Psychischer Art bestehe keine Ein-
schränkung. 

3.1.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Radiologie, führte beim Versi-
cherten im Zeitraum vom 29. April bis 13. September 2011 mehrere Infiltra-
tionen durch. In den entsprechenden Berichten vom 29. April, 18. Mai, 29. 
August und 25. September 2011 (act. II 9 S. 27 – 30 und 33 – 36) hielt er 
als Diagnosen im Wesentlichen ein anhaltendes Lumbovertebralsyndrom 
L5/S1 mit conjoined nerved root syndrom L5+S1 links, Wurzelschwellung 
S1 links und möglicher relativer rezessaler Stenose S1 links und eine klei-
ne foraminale DH L4/5 links mit dorsaler Verlagerung der Wurzel L4 links 
sowie relative Spinalkanalstenose L4/5 (ebendort) fest. Es bestehe kein 
signifikantes Ansprechen auf die foraminale periradikuläre sowie transfo-
raminale peridurale Steroidinfiltration L5/S1 links (April 2011) und die peri-
durale Steroidinfiltration L4/5 links (Mai und Juni 2011). Ein Ansprechen auf 
die Facettengelenksinfiltration L5/S1 vom 17. August 2011 liege nicht vor.

3.1.3 Im Bericht vom 12. Juli 2011 (act. II 9 S. 31 f.) nannte PD Dr. med. 
G.________, Facharzt für Neurochirurgie, als Diagnosen ein chronisches 
Lumbovertebralsyndrom und ein conjoint root syndrom L5/S1 links. Diese 
Diagnosen erwähnte er ebenfalls in den Berichten vom 10. Oktober und 
20. Dezember 2011 (act. II 9 S. 25 f. und act. II 9 S. 19). Beim Patienten 
bestehe seit vielen Jahren ein chronisches Schmerzsyndrom, das ausgie-
big konservativ behandelt und intensiv abgeklärt worden sei, ohne dass 
eine relevante, kompressive Pathologie habe nachgewiesen werden kön-
nen (act. II 9 S. 19).

3.1.4 Der Versicherte war vom 8. bis 11. November 2011 in der Klinik 
H.________ hospitalisiert. Im provisorischen Kurzaustrittsbericht wurden 
als Diagnosen ein chronifiziertes therapierefraktäres lumbovertebrales 
Schmerzsyndrom mit fibromyalgieformer Komponente, ein matabolisches 
Syndrom (arterielle Hypertonie, Adipositas, Dyslipidämie, Hyperurikämie, 

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Hepatopathie) und ein St. n. Narbenhernienrevision Februar 2011 (St. n. 
Sigmaresektion bei Divertikulitis Mai 2005, Hartmannverschluss März 2005 
wegen Darmperforation nach Anastomosenbouchierung, Wiederherstellung 
Darmkontinuität mit Descendorectostomie Mai 2005) vermerkt. Der Patient 
sei hinsichtlich der für eine Rückkehr in den Beruf notwendigen Rekonditio-
nierung und Lifestyle-Anpassung mit Gewichtsabnahme und Reduktion des 
Alkoholkonsums instruiert worden. Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 
50 % attestiert, um zeitlich eine intensive Physiotherapie mit muskulärer 
Trainingstherapie zu ermöglichen (act. II 9 S. 23 f.). Anlässlich der ambu-
lanten Konsultation vom 14. Dezember 2011 wurde ein Verdacht auf ein 
lumboradikuläres Syndrom L5 auf der rechten Seite gestellt (act. II 9 S. 20).

3.1.5 Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizerte am 
23. Dezember 2011, eine funktionelle Gangstörung, ein chronisches lum-
bovertebrales Schmerzsyndrom und eine Kniegelenksproblematik. Die kli-
nisch-neurologische Untersuchung sei bis auf das beobachtete Einknicken 
in den Beinen normal, so dass hier kein Hinweis auf eine relevante Schädi-
gung des zentralen oder peripheren Nervensystems vorliege. Insgesamt 
handle es sich um eine funktionelle Gangstörung. Möglicherweise könnte 
als organisches Korrelat die Kniegelenksproblematik dienen, welche zu 
einer Givingway Symptomatik führe (act. II 9 S. 17 f.).

3.1.6 Im Bericht der Klinik H.________ vom 2. Februar 2012 (act. II 9 
S. 13 – 15) vermerkte Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, als Diagnosen ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyn-
drom, ein metabolisches Syndrom und eine intermittierende Stuhlinkonti-
nenz (S. 1). Im Gesamtkontext könne (nach erfolgtem Ausschluss einer 
strukturell-neuropathischen Ursache) das schmerzassoziierte Phänomen 
als funktionell-dissoziativ gewertet werden. Hierfür spreche auch der inter-
mittierende Charakter der Störung (S. 3). Im Bericht vom 23. Juli 2012 
(act. II 20) vermerkte er als Nebendiagnose ein St. n. Divertikulitis-OP.

3.1.7 Am 3. Februar 2012 diagnostizierte Dr. med. K.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
eine intermittierende Knieschwellung und Schmerzen (mit/bei stark rechts-
betont und kernspintomographisch peripherer meniskaler Zyste kor-

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pus/postero-medial mit möglicherweise Riss gegen Unterfläche; act. II 9 
S. 11). 

3.1.8 In den Berichten vom 6. Februar 2012 (act. II 7 und act. II 9 S. 9 f.) 
diagnostizierte Dr. med. L.________, Facharzt für Rheumatologie und All-
gemeine Innere Medizin (Klinik M.________, Spital N.________), mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbospondylogenes Syndrom, eine 
Meniskusläsion und eine intermittierende Stuhlinkontinenz. Ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er ein matabolisches Syndrom. 
Es bestehe seit dem 16. Dezember 2011 und aktuell eine medizinisch be-
gründete Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit von 100 % 
(act. II 7 S. 1). In der Zwischenzeit habe keine wesentliche Veränderung 
der Rückenschmerzen stattgefunden und auch die Gangstörung sei weiter-
hin intermittierend vorhanden (act. II 9 S. 10).

3.1.9 Dr. med. E.________ berichtete am 6. Februar 2012, aktuell 
bestünden folgende Diagnosen/Probleme: Ein therapierefraktäres chronifi-
ziertes lumbovertebrales und zum Teil radikuläres Schmerzsyndrom L5 
rechts bei leichtgradiger Einengung des Spinalkanals auf Höhe L4-L5 und 
bekanntem conjoint nerve roots Syndrom L5-S1 links, eine ungeklärte funk-
tionelle Gangstörung und Nebenprobleme (Adipositas, arterielle Hyperto-
nie, Dyslipidämie, Hyperglykämie, St. n. Meniskusoperation rechts mit Lä-
sion im Restmeniskus medial rechts, Hepatopathie ungeklärter Ätiologie, 
St. n. Sigmaresektion bei Divertikulose und St. n. Narbenhernienoperation). 
Trotz intensiven medizinischen Massnahmen und stationärem Aufenthalt 
habe sich ein äusserst unbefriedigender Verlauf gezeigt und der Versicher-
te habe seine selbständige Erwerbstätigkeit als Mechaniker nicht wieder 
erlangen können (act. II 9 S. 7). Zunehmende psychosoziale Belastungs-
faktoren verhinderten eine rasche Heilung (act. II 9 S. 8).

3.1.10 Der beratende Arzt des Lohnausfallversicherers Dr. med. 
O.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt am 28. März 
2012 fest, eine Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten sei nicht aus-
gewiesen. Für eine leistungsadaptierte Tätigkeit, wechselbelastend, ohne 
langes Stehen und ohne Heben von Lasten über 15 – 20 kg bestehe min-
destens eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit (act. II 14.8).

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3.1.11 Dr. P.________, Facharzt für Gastroenterologie, berichtete am 
7. November 2012, bis auf einen kleinen hyperplastischen Schleimhautpo-
lypen (ohne Konsequenz) ergebe sich keine Ursache für die Diarrhoen und 
den explosiven Stuhlgang mit Stuhlinkontinenz (act. II 33 S. 4).

3.1.12 Im RAD-Bericht vom 7. Dezember 2012 (act. 39 S. 2 ff.) führte 
Dr. med. Q.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, als Diagno-
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebra-
les Schmerzsyndrom (mit St. n. mehrfachen CT-gesteuerten periduralen, 
periradikulären und Fascettengelenksinfiltrationen ohne bleibenden thera-
peutischen Effekt, leichtgradiger Einengung des Spinalkanals auf Höhe 
L4/5 unter Belastung und diskret auf Höhe L3/4, conjoint nerve roots Syn-
drom L5/S1, Hinweise auf generalisierte Schmerzstörung), eine intermittie-
rende Knieschwellung und Schmerzen rechts (mit/bei Signalalteration des 
Hinterhorns des medialen Meniskus mit 2 mm grosser meniskaler Zyste, 
Hinweis für funktionell-dissoziative Störung mit Kontrollverlust der Kniesta-
bilität) und eine intermittierende Stuhlinkontinenz (bei St. n. Sigmaresektion 
wegen Divertikulitis Januar 2005, St. n. Hartmann-Verschluss März 2005 
wegen Darmperforation, St. n Wiederherstellung der Darmkontinuität mit 
Descendorectostomie Mai 2005, St. n. Narbenhernienrevision 2011) auf. 
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vermerkte er ein 
metabolisches Syndrom (S. 4). Ein Zumutbarkeitsprofil könne alleine nach 
den Akten nicht erstellt werden, er empfehle die Einholung eines polydiszi-
plinären Gutachtens (S. 5).

3.1.13 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 3. Juni 2013 
(act. II 58.1) beruht auf psychiatrischen, neurologischen, gastroenterologi-
schen und internistischen Untersuchungen. Unter Berücksichtigung aller 
Fachgebiete stellten die Gutachter folgende Diagnosen (S. 21): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Chronisch rezidivierendes lumbovertebrales und lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom bei bisegmentalen Discopathien L4/5 und L5/S1 (im 
MRI vom 5. April 2011 gesicherte DH L4/5 mit diskreter L4-
Wurzelverlagerung und Conjoint root Syndrom L5/S1 mit geschwollener 
Wurzel S1 links), aktuell neurologisch kein klinisches Korrelat für eine 
Spinalkanalstenose

2. MRI-gesicherte Chondromalazie des medialen Kompartimentes im 
rechten Kniegelenk und degenerative Innenmeniscopathie

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3. St. n. Sigmaresektion bei Diverticulitis mit kompliziertem Verlauf 2005

4. Colon irritabile mit gehäuften Stuhlentleerungen

5. Insuffizienz des Sphincter ani externus et internus mit erniedrigtem Ru-
he- und Kneifdruck

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 

6. Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1)

7. Refluxösophagitis, unter Pantoprazol 40 beschwerdefrei

8. Fructoseintoleranz

9. Arterielle Hypertonie

10. Hyperlipidämie

11. Adipositas, BMI 34 kg/m2

Im Rahmen der orthopädischen Begutachtung hielt der Hauptgutachter, 
Dr. med. R.________, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Be-
wegungsapparates, fest, der orthopädische Funktionsbefund der Wir-
belsäule sei vollständig unauffällig gewesen. Aktuell seien keine funktions-
relevanten kniepathologischen Befunde auszumachen gewesen. Das die 
Wirbelsäule stützende und führende rumpfmuskuläre Korsett sei stabil und 
balanciert. Im Bereich des Schultergürtels und der oberen Extremitäten 
fänden sich keine funktionellen Auffälligkeiten. Im Bereich des Beckengür-
tels und der unteren Extremitäten sei die Extremitätenmuskulatur ebenfalls 
unauffällig und leistungsfähig. Aus rein orthopädischer Sicht seien dem 
Versicherten leichte, an die pathologischen Befunde der LWS und des 
rechten Kniegelenks adaptierte Tätigkeiten zumutbar. Ein Gewichtslimit 
stelle sich in einer angepassten Tätigkeit auf 10 kg. Derartige qualitativ 
angepasste Tätigkeiten könnten durchgehend auf einem 100 %-Niveau 
zugemutet werden. Die bisherige Tätigkeit als … und … könne auch wei-
terhin zugemutet werden. In der bisherigen Tätigkeit bestehe durchgehend 
bei einem vollen Pensum eine Minderung der Leistungsfähigkeit (Rende-
ment) von 50 % und somit eine globale Restarbeitsfähigkeit von 50 % 
(act. II 58.1 S. 18).

Dr. med. S.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilita-
tion sowie Psychiatrie und Psychotherapie, führte im psychiatrischen Teil-
gutachten vom 17. April 2013 (act. II 58.2) aus, nach der jetzigen gutachter-
lichen Erhebung lägen keine Hinweise für ein psychosomatisches Gesche-
hen vor. Der Versicherte wirke autonom, durchsetzungsfähig, bezüglich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 12

seiner Lebensgestaltung durchaus kreativ und auch vielseitig. Ein histrioni-
sches Bild habe zu keinem Zeitpunkt vorgelegen. Eine Beschwerdeauswei-
tung könne aus psychiatrischer Sicht nicht ausgeschlossen werden. Jedoch 
ergäben sich hierfür aktuell keine objektiven Hinweise. Nicht nachgewiesen 
werden könne eine psychische Morbidität. Der psychische Befund sei in 
allen Qualitäten regelrecht. Demensprechend habe auch nie eine psychia-
trische Behandlung oder Psychotherapie stattgefunden. Auf dem psychia-
trischen Fachgebiet sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (S. 5).

Dr. med. T.________, Fachärztin für Neurologie, führte im neurologischen 
Teilgutachten vom 29. April 2013 (act. II 58.3) aus, bei der Untersuchung 
sei der neurologische Status völlig unauffällig, ausser des Ganges. Ohne 
den Einsatz von Stöcken komme es immer wieder zu einem Einknicken mit 
dem rechten Bein, das funktionell wirke, da weder eine Muskelasymmetrie 
noch andere neurologische Ausfälle diesen Defekt, zumindest von neurolo-
gischer Seite her, erklären könnten. Auch sei eine Nadelmyographie im 
Bereiche des rechten Beines zumindest im Musculus tibialis anterior rechts 
normal, eine radikuläre Problematik habe nicht gefunden werden können. 
Aktuell seien ebenfalls keine Hinweise für eine radikuläre Schädigung vor-
handen. Eine spinale Raumforderung sei in den durchgeführten bildgeben-
den Untersuchungen nicht vorhanden. Auch die geklagte Störung der De-
fäkation könne von neurologischer Seite her bei weiter unauffälligen Ver-
hältnissen nicht erklärt werden. Aus neurologischer Sicht bestehe ein volles 
Belastungsprofil entsprechend einem gleichaltrigen, gesunden Mann (S. 4).

Dr. med. U.________, Facharzt für Gastroenterologie und Allgemeine Inne-
re Medizin, legte im gastroenterologischen Teilgutachten vom 29. April 
2013 (act. II 58.4) dar, mit Zustand nach Sigmaresektion, Insuffizienz des 
Sphincter ani internus und wahrscheinlich auch externus habe der Versi-
cherte Probleme mit Halten des Stuhls und müsse gemäss eigenen Anga-
ben wegen Durchfällen häufig die Toilette aufsuchen. Im letzten Jahr hätten 
sich diese Beschwerden verschlimmert, so dass er dadurch in seinem Be-
ruf massiv eingeschränkt werde; auch Kundenaufträge könne er nur aus-
führen, wenn es eine Toilette in der Nähe habe. Die Insuffizienz werde 
durch die Analsphincterschwäche begünstigt. Die Arbeitsfähigkeit im Fach-
gebiet Gastroenterologie sei aufgrund der Darmproblematik sicher einge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 13

schränkt. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als … werde auf 
50 % geschätzt. In optimal angepassten Tätigkeiten bestehe eine geringere 
Einschränkung und eine Arbeitsfähigkeit von 75 % (S. 5).

Dr. med. U.________ vermerkte im internistischen Teilgutachten vom 
29. April 2013 (act. II 58.5), aus internistischer Sicht bestünden keine Dia-
gnosen oder Befunde, die die Arbeitsfähigkeit einschränkten (S. 3).

Im polydisziplinären Konsens führten die Gutachter aus, die festgestellte 
Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von global 50 % (volles 
Pensum und Rendement 50 %) verstehe sich integrativ gestützt auf die 
orthopädisch somatischen und auf die gastroenterologisch somatischen 
Befunde. In optimal angepassten Tätigkeiten bestehe aus gastroenterologi-
scher Sicht eine geringere Einschränkung und eine Arbeitsfähigkeit von 
75 %. Die dokumentierten Befunde begründeten in der bisherigen Tätigkeit 
eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 50 %, in einer qualitativ an-
gepassten Tätigkeit bestehe eine 75 %-ige Arbeitsfähigkeit. Dem Versi-
cherten seien leichte, an die pathologischen Befunde der LWS und des 
rechten Kniegelenks adaptierte Tätigkeiten zumutbar. Ein Gewichtslimit 
stelle sich in einer angepassten Tätigkeit auf 10 kg. Derartig qualitativ an-
gepassten Tätigkeiten könnten aus orthopädischer Sicht durchgehend auf 
einem 100 % Niveau zugemutet werden. Bei seinem Darmleiden sei der 
Versicherte auf eine unproblematische und rasche Erreichbarkeit einer Toi-
lette angewiesen. In einer optimal angepassten Tätigkeit bestehe aus gas-
troenterologischer Sicht eine 75 %-ige Arbeitsfähigkeit. In der bisherigen 
Tätigkeit bestehe durchgehend bei einem vollen Pensum eine Minderung 
der Leistungsfähigkeit (Rendement) von 50 % und somit eine globale Rest-
arbeitsfähigkeit von 50 % (act. II 58.1 S. 22).

3.1.14 Dr. med. E.________ berichtete am 28. Oktober 2013, im ange-
stammten Beruf als Mechaniker sei der Versicherte aktuell höchstens zu 
25 % arbeitsfähig (act. II 70 S. 6). 

3.1.15 Im Untersuchungsbericht vom 13. Dezember 2013 (act. II 82) dia-
gnostizierte die RAD-Ärztin Dr. med. V.________, Fachärztin für Allgemei-
ne Innere Medizin, chronische lumbale Rückenschmerzen seit 2010/2011 
bei St. n radiologischer Feststellung einer Diskushernie L4/5 (klinisch ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 14

neurologische Zeichen), leichte degenerative Veränderungen des rechten 
Kniegelenks (festgestellt im MRI am 16. Dezember 2011), einen St. n. Di-
verticulitis 2003 und operativer Behandlung der Diverticulitis 2005 (gemäss 
dem Versicherten sieben Monate anus praeter), einer Narbenhernie 2011 
(operative Revision) und einen St. n. Nasen/Kieferhöhlenoperation mit ca. 
28 Jahren (S. 8). Die orthopädischen Veränderungen entsprächen Abnüt-
zungserscheinungen, die als etwa altersmässig zu erwarten eingeschätzt 
werden könnten. Es bestünden keine sicheren neurologischen Ausfälle, 
allenfalls eine leichte Abschwächung des Patellarsehnenreflexes rechts. 
Ausser einer Beschränkung auf mittelschwere Arbeiten und auf das Ver-
meiden von längerdauerndem Knien, speziell in Verbindung mit einer vor-
gebeugten Haltung des Rumpfes, ergäben sich daraus keine Einschrän-
kungen. Die Darmproblematik könne aus praktischen Gründen nicht restlos 
aufgeklärt werden. Es gäbe jedoch keine Veranlassung, sehr häufige und 
heftige, explosive Stuhlgänge anzunehmen. Dass dies vereinzelt vorkom-
me, sei damit nicht ausgeschlossen, jedoch sei die Stuhlfrequenz von 10 –
15 mal am Tag, wie vom Versicherten postuliert, bei normal dickem, normal 
gefärbtem Stuhl und bei der Unmöglichkeit anlässlich der Untersuchung 
über zwei Stunden Stuhl absetzen zu können, höchst unwahrscheinlich. 
Nicht überprüft werden könne die Aussage, ob und wie oft es zu Schmieren 
infolge schwachem Sphincter komme. Es sei jedoch dem Versicherten zu-
mutbar Einlagen zu tragen. Zusätzlich würden stündlich 5 – 10 Minuten 
Pausen eingeräumt, um „Schmerzspuren“ (richtig wohl: Schmutzspuren) zu 
waschen und das Gesäss zu pflegen. Daraus ergebe sich eine Einschrän-
kung von 20 % (S. 10). Die bisherige Tätigkeit, …, sei weiterhin im Umfang 
des Zumutbarkeitsprofils möglich. Mittelschwere Arbeiten seien vollzeitig 
mit Pausen zumutbar. Längerdauerndes Bücken sowie längerdauerndes 
Knien bei der Arbeit sollten vermieden werden, insbesondere wenn Knien 
mit Vorneigen verbunden sei. Zur Regulierung der Darmprobleme und Ge-
sässreinigung seien stündlich je 5 – 10 Minuten Pause einzuräumen 
(S. 11).

3.2 Im Beschwerdeverfahren reichte der Beschwerdeführer weitere Be-
richte zu den Akten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 15

3.2.1 In der hausärztlichen Stellungnahme vom 5. August 2014 (Be-
schwerdebeilage [BB] 4) hielt Dr. med. E.________ fest, es bestehe eine 
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 %. Dabei sei auf 
das Heben von schweren Gewichten (5 kg als obere Grenze) zu verzich-
ten. Sowohl langes Sitzen als auch langes Stehen am Stück seien für den 
Patienten unzumutbar. Eine leichte Arbeit mit regelmässigen Pausen und 
der Möglichkeit, zwischen Sitzen, Stehen und Gehen die Position zu ver-
ändern, wäre von Vorteil. 

3.2.2 Dr. med. W.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete in der Stellungnahme 
vom 12. August 2014 (BB 3), er könne die Befunde und Diagnosen im Gut-
achten nur bestätigen. Leider werde jegliche Form der Schmerzverarbei-
tungsstörung gutachterlich nicht mehr gewertet. Das im Gutachten darge-
stellte Belastungsprofil mit 50 %-iger Arbeitsfähigkeit im angestammten 
Beruf könne er vertreten. Eine berufliche Umorientierung sei ja sicherlich 
nicht realistisch, so dass die 75 %-ige Arbeitsfähigkeit hinfällig sei.

3.2.3 PD Dr. med. X.________, Facharzt für Gastroenterologie und All-
gemeine Innere Medizin, berichtet am 30. September 2014 (BB 5), beim 
Patienten bestehe eine minimale Ileitis terminalis. Da er anscheinend eine 
Prednison-Behandlung habe, sei es durchaus möglich, dass hier ein Mor-
bus Crohn vorliege, der eine minimale Variante aufzeige, aber doch ur-
sächlich für die Diarrhoe sein könnte.

3.2.4 Im histopathologischen Untersuchungsbericht vom 30. September 
2014 (BB 6) wurden als Diagnosen hyperplastische Kolonschleimhautpoly-
pen in den Biopsien vom distalen Rektum, dem Transversum und dem 
Rektum, eine akute teils erosive/ulzeröse Ileitis terminalis mit Chronizitäts-
zeichen und Kolonschleimhautbiopsien ohne signifikanten histologischen 
Befund vermerkt. Auch die histologischen Befunde würden gut zu einer 
Ileitis terminalis Crohn passen.

3.2.5 Dr. med. Y.________, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Stel-
lungnahme vom 18. Dezember 2014 (BB 7) als Hauptdiagnosen einen 
zwingenden Verdacht eines Morbus Crohn, eine komplexe Defäkationss-
törung mit Fäkalinkontinenz (Grad II n. Parks), einen St. n. Sigmaresektion 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 16

bei rezidivierender Divertikulitis mit kompliziertem Verlauf 2005 und als 
Nebendiagnosen eine Fructuoseintoleranz, eine Refluxösophagitis (gut 
kompensiert), eine Dyslipidämie und eine arterielle Hypertonie auf. Es sei 
möglich, dass eine Verbesserung der Defäkationsproblematik erreicht wer-
den könne. Eine Restitutio ad integrum und Erreichen einer normalen Ar-
beitsfähigkeit sei ausser Sichtweite. Die Einschätzung einer 50 %-igen Ar-
beitsfähigkeit resp. Arbeitsunfähigkeit erscheine realistisch, je nach Adapti-
on der beruflichen Umstände und Möglichkeiten bestehe wahrscheinlich 
noch ein Schwankungsbereich von 20 %. Der gutachterliche Bericht der 
MEDAS erscheine im Grossen und Ganzen plausibel, nachvollziehbar und 
richtig. Der RAD-Bericht von Dr. med. V.________ sei sehr schwer nach-
vollziehbar und aus viszeraltherapeutischer Sicht tendenziös und ungenau.

3.2.6 Am 15. Juni 2015 nannte Dr. med. E.________ als Diagno-
sen/Probleme einen Morbus Crohn (ED möglicherweise bereits 2012), eine 
komplexe Defäkationsstörung und ein chronifiziertes, hartnäckiges lumbos-
pondylogenes und zum Teil radikuläres Schmerzsyndrom. Als weitere Pro-
bleme führte er einen St. n. Sigmaresektion, eine verminderte Reservoir-
funktion, eine Fructuoseintoleranz, eine Refluxösophagitis, eine Dyslipidä-
mie, eine arterielle Hypertonie und eine Gonarthrose links auf. Aufgrund 
der Kombination von Seiten der gastrointestinalen als auch von Seiten der 
lumbovertebralen Probleme sei eine Arbeitsfähigkeit von 75 % absolut nicht 
realistisch. Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich belaufe sich auf 
maximal 25 % (BB 9).

3.2.7 Dr. med. Z.________, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemei-
ne Innere Medizin, nannte am 17. Juni 2015 (BB 10) im Wesentlichen die-
selben Diagnosen wie der Hausarzt und attestierte dem Patient bis auf wei-
teres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 17

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von anderen mit 
der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung ver-
mag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört viel-
mehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial 
auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf 
welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwal-
tungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswür-
digung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 18

Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354). Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hin-
sichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen ver-
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 
S. 165 E. 3.3.2).

3.4

3.4.1 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 3. Juni 2013 
(act. II 58.1)  inkl. der verschiedenen Teilgutachten (vgl. act. II 58.2 ff.) und 
der RAD-Untersuchungsbericht vom 13. Dezember 2013 (act. II 82) erfüllen 
die Anforderungen der Rechtsprechung an medizinische Berichte (vgl. 
E. 3.3 hiervor) und erbringen vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 352). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis der Anamnese und der Vorakten sowie un-
ter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand und zur Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet.

3.4.2 In diagnostischer Hinsicht bestätigen die Gutachter der MEDAS wie 
auch die RAD-Ärztin Dr. med. V.________ die von den behandelnden Ärz-
ten gestellten Diagnosen eines chronisch rezidivierenden lumbovertebralen 
und lumbospondylogenen Schmerzsyndroms, einer Chondromalazie des 
medialen Kompartiments im rechten Kniegelenk und degenerative Innen-
meniskopathie, eines St. n. Sigmarresektion bei Diverticulitis, eines Colon 
irritabile mit gehäuften Stuhlentleerungen und einer Insuffizienz des 
Sphincter ani externus et internus mit erniedrigtem Ruhe- und Kneifdruck 
(act. II 58.1 S. 21 und act. II 82 S. S. 8). Vorliegend ist somit in medizini-
scher Hinsicht einzig streitig, zu welcher Beeinträchtigung des funktionellen 
Leistungsvermögens diese Diagnosen führen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 19

Die Gutachter der MEDAS führen schlüssig aus, dass gestützt auf die or-
thopädischen und gastroenterologischen Befunde in der bisherigen Tätig-
keit eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 50 % und in einer quali-
tativ angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75 % besteht. Entge-
gen den beschwerdeführerischen Vorbringen ist die Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit des orthopädischen Hauptgutachters nicht widersprüchlich 
(vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 4), hält er doch fest, dass das die Wirbelsäule 
stützende und führende rumpfmuskuläre Korsett stabil und balanciert sei 
und sich im Bereich des Schultergürtels und der oberen Extremitäten keine 
funktionellen Auffälligkeiten fänden. Im Bereich des Beckengürtels und der 
unteren Extremitäten sei die Extremitätenmuskulatur ebenfalls unauffällig 
und leistungsfähig (act. II 58.1 S. 18). Diese Feststellung bekräftigt auch 
die neurologische Gutachterin, welche von einem unauffälligen Status aus-
ging, ausser des Ganges, den sie jedoch als funktionell einschätzte 
(act. II 58.3 S. 4). Den beklagten Rücken- und Kniegelenkbeschwerden 
trägt der Hauptgutachter hinreichend Rechnung, indem er in einer ange-
passten Tätigkeit ein Gewichtslimit von 10 kg festlegt. Damit hat er sämtli-
che Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates berücksichtigt, weshalb 
die Vorbringen bezüglich nicht langes Sitzen, nicht langes Stehen und im-
mer wieder Wechseln der Lage unbeachtlich sind (vgl. Beschwerde S. 7 
Ziff. 5). Zudem handelt es sich dabei um subjektive Angaben des Be-
schwerdeführers. Die damals im Bericht des Inselspitals vom 6. Februar 
2012 (act. II 7) attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % erachtete der Ex-
perte infolge der damaligen interkurrenten Beschwerdeexacerbation als 
nachvollziehbar. Hierbei handelte es sich, wie die RAD-Ärztin zutreffend 
ausführt, um ein kurzfristiges Ereignis (vgl. Stellungnahme RAD vom 
28. Oktober 2014 S. 3; in den Gerichtsakten). Gemäss psychiatrischem 
Teilgutachten vom 17. April 2013 (act. II 58.2) liegen keine Hinweise für ein 
psychopathologisches Geschehen vor. Objektive Hinweise auf eine Be-
schwerdeausweitung in psychiatrischer Hinsicht ergaben sich zum Unter-
suchungszeitpunkt keine. Insofern bestehen keine psychischen Krankhei-
ten mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit, auch keine Schmerzverarbei-
tungsstörung (Beschwerde S. 8 Ziff. 7).

Weiter verkennt der Beschwerdeführer, dass die gastroenterologischen 
Beschwerden im Gutachten der MEDAS und im Untersuchungsbericht des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 20

RAD berücksichtigt wurden. Der begutachtende Arzt zog in seiner Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit die vermehrten Stuhlentleerungen, die Insuf-
fizienz des Shpincter ani externus et internus bei erniedrigtem Ruhe- und 
Kneifdruck ausdrücklich mit ein, so dass er den Beschwerdeführer in der 
bisherigen Tätigkeit als 50 % arbeitsfähig und in einer angepassten Tätig-
keit als 75 % arbeitsfähig einschätzt. Insbesondere ist davon auszugehen, 
dass bei einer angepassten leichteren Stelle Toiletten innert Kürze erreich-
bar sind, so dass der Beschwerdeführer den Stuhlgang inkl. Nachreinigung 
vorkehren kann. Zudem schildert der Beschwerdeführer den häufigen 
Stuhlgang intensiver, als dieser anlässlich der verschiedenen Untersu-
chungen erhoben wurde (act. II 82 S. 8). Hinzu kommt, dass im gastroente-
rologischen Teilgutachten u. a. von Inkontinenzepisoden berichtet wird; die 
Episoden sind demnach nicht immer gleich intensiv. Wenn er sodann ge-
genüber der RAD-Ärztin ausführte, nach dem Verzehr von Früchten reagie-
re er sofort (act. II 82 S. 4), ist dem entgegen zu halten, dass er gestützt 
auf die Schadenminderungspflicht seine Ess- und Trinkgewohnheiten an-
zupassen hat und für ihn unverträgliche Produkte meiden muss. Die RAD-
Ärztin Dr. med. V.________ ist zwar nicht Fachärztin hinsichtlich des Ver-
dauungsapparates und/oder des Rückens, trotzdem gibt ihr Bericht vom 
13. Dezember 2013 (act. II 82) Aufschluss bzw. enthält Feststellungen be-
züglich Toilettengang, Absitzen/Aufstehen, weshalb zusammen mit dem 
Gutachten der MEDAS (act. 58.1) auch darauf abzustellen ist. 

3.4.3 Auch die im Beschwerdeverfahren zu Handen des Rechtsvertreters 
verfassten Arztberichte führen - soweit diese überhaupt zu berücksichtigen 
sind (vgl. BGE 131 V 9 E. 1 S. 11, 121 V 362 E. 1b S. 366) - zu keinen an-
deren Schlüssen, als sie im Gutachten der MEDAS und im Untersuchungs-
bericht des RAD gezogen wurden. Dr. med. E.________ erachtete am 
5. August 2014 die anamnestischen Fakten und Befunde sowie die daraus 
folgenden Diagnosen als korrekt und vollständig (BB 4). Der Hausarzt lie-
fert damit keine Anhaltspunkte, dass die bildgebenden und klinischen Be-
funde, wie sie den Gutachtern und der RAD-Ärztin vorlagen, im Begutach-
tungszeitpunkt wie auch im Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht in 
Übereinstimmung stehen würden. Es bestehen damit keine Anzeichen 
dafür, dass auf die gutachterliche Beurteilung des Leistungsprofils nicht 
abgestellt werden könnte. Was die hausärztliche Stellungnahme vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 21

15. Juni 2015 (BB 9) anbelangt, enthält diese lediglich eine nicht näher 
begründete Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. 
Ein Profil der noch zumutbaren Tätigkeiten erstellt der Hausarzt nicht. Dass 
die behandelnden Ärzte im Ergebnis dem Beschwerdeführer etwas höhere 
Einschränkungen attestieren, ändert nichts, denn in Bezug auf Atteste von 
Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 
Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern 
ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerz-
therapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und 
dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu ak-
zeptieren (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute Bundesgericht {BGer}] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). 

Wenn Dr. med. W.________ in seinem Kurzbericht vom 12. August 2014 
(BB 3) zu Handen des Rechtsvertreters festhält, eine berufliche Umorientie-
rung sei ja sicherlich nicht realistisch, so dass die 75 %-ige Arbeitsfähigkeit 
hinfällig sei, überzeugt dies ebenfalls nicht. Beim angegebenen Grund 
handelt es sich nicht um einen medizinischen Faktor. Eine Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nimmt der Arzt nicht vor. 
Zudem ist es nicht dessen Aufgabe, sich zur Invalidität zu äussern. Dieser 
hat lediglich den Gesundheitszustand und die (medizinisch-theoretische) 
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person zu beurteilen, während die Be-
messung des Invaliditätsgrades ausschliesslich der Verwaltung bzw. im 
Beschwerdefall dem Gericht obliegt, die hierbei von den medizinischen 
Angaben auszugehen haben (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Auch Dr. med. Y.________ bestätigte in seinem Bericht vom 18. Dezember 
2014 (BB 7) die gestellten Diagnosen. Objektive Befunde, welche im Rah-
men der Begutachtungen bei der MEDAS und beim RAD unberücksichtigt 
geblieben wären, nannte er keine. Zwar erwähnte er, dass eine Restitutio 
ad integrum und ein Erreichen einer normalen Arbeitsfähigkeit ausser 
Sichtweite sei. Trotzdem schätzte er die Arbeitsfähigkeit von 50 % als rea-
listisch ein und hielt fest, dass je nach Adaption der beruflichen Umstände 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 22

und Möglichkeiten noch ein Schwankungsbereich von 20 % bestehe. Er 
schliesst damit nicht aus, dass dem Beschwerdeführer in einer angepass-
ten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit in höherem Umfang durchaus zumutbar 
ist. Die pauschal geäusserte Kritik am Untersuchungsbericht der RAD-
Ärztin (act. II 82) vermag diesen nicht in Frage zu stellen. Er bezeichnet 
diesen als nicht nachvollziehbar, geht jedoch nicht näher darauf ein.

An der Beurteilung vermögen auch die weiteren im Beschwerdeverfahren 
eingereichten Berichte von PD Dr. med. X.________ (BB 5) und Dr. med. 
Michael Moschopulos, Facharzt für Pathologie und Neuropathologie (BB 6), 
nichts zu ändern. Diese setzen sich weder mit dem Gutachten der MEDAS 
und dem RAD-Untersuchungsbericht auseinander noch enthalten sie Ein-
schätzungen zur Arbeitsfähigkeit. Der im parallelen Verfahren BV 
200 14 1201 eingereichte Bericht des Gesellschaftsarztes der Beigelade-
nen vom 19. Januar 2015 (BV-act. II 8) nimmt zwar Bezug auf das Gutach-
ten der MEDAS und den RAD-Untersuchungsbericht, er beruht jedoch nicht 
auf eigenen Untersuchungen. Vielmehr handelt es sich lediglich um eine 
Stellungnahme nach Aktenstudium, welche die nachvollziehbaren und 
überzeugenden Ergebnisse des MEDAS-Gutachtens und des RAD-
Untersuchungsberichts nicht umzustossen vermag. Auch das ärztliche 
Zeugnis von Dr. med. Z.________ vom 17. Juni 2015 (BB 10) ist nicht ge-
eignet Zweifel am Beweiswert der schlüssigen Expertisen der MEDAS und 
des RAD (act. II 58.1 und 82) zu begründen. Die Ärztin attestierte dem Be-
schwerdeführer bis auf weiteres eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit, 
legt aber nicht dar, seit wann diese besteht und ob sich diese auf die ange-
stammte oder eine angepasste Tätigkeit bezieht. 

3.4.4 Aus dem Gesagten folgt, dass an der Schlüssigkeit des Gutachtens 
der MEDAS und des Untersuchungsberichts des RAD keine Zweifel beste-
hen, der Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist und auf weitere Be-
weismassnahmen (S. 2, Rechtsbegehren 2) in antizipierter Beweiswürdi-
gung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) verzichtet werden kann.

Es ist erstellt, dass nachdem Dr. med. L.________ (Klinik M.________, 
N.________) dem Beschwerdeführer am 6. Februar 2012 eine vollumfäng-
liche Arbeitsunfähigkeit attestierte hatte (act. II S. 7) - die der Hauptgutach-
ter als nachvollziehbar erachtet (act. II 58. 1 S. 19) - nach der Begutach-

http://www.openjustitia.apps.be.ch/alfresco/extension/openjustitia/content/content.xhtml

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 23

tung bei der MEDAS im April 2013 in der bisherigen selbständigen Er-
werbstätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und in einer angepassten 
körperlich leichten Tätigkeit mit einem Gewichtslimit von 10 kg eine Arbeits-
fähigkeit im Umfang von 75 % besteht. Die Beschwerdegegnerin hat damit 
zu Recht unter Berücksichtigung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 
IVV für die Zeit ab dem 1. August 2013  auf dieses Zumutbarkeitsprofil ab-
gestellt (vgl. E. 2.4 hiervor). In Bezug auf die vom Beschwerdeführer ange-
sprochene Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Beschwerde-
einreichung (vgl. Replik S. 4 Ziff. 9) ist darauf hinzuweisen, dass diese nicht 
im vorliegenden Verfahren, sondern im Rahmen einer Revision geltend zu 
machen wäre.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

4.2 Bei der Invaliditätsbemessung hat die Beschwerdegegnerin im Ab-
klärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 24. September 2013 
(act. II 63 S. 2 ff.) die ausserordentliche Bemessungsmethode herangezo-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 24

Die Bemessung der Invalidität hat wenn immer möglich nach der allgemei-
nen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen. Nur wenn der Invali-
ditätsgrad nicht nach dieser Methode bestimmt werden kann, ist eine ande-
re Methode zu wählen (vgl. E. 4.1 hiervor; Rz. 3103 ff. des vom Bundesamt 
für Sozialversicherungen [BSV] herausgegebenen Kreisschreibens über 
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] in der ab 
1. Januar 2015 gültigen Fassung; abrufbar unter www.bsv.admin.ch).

4.3 Wie der Abklärungsdienst im Abklärungsbericht nachvollziehbar und 
schlüssig dargelegt hat, ist für die Bemessung der Invalidität vorliegend die 
ausserordentliche Bemessungsmethode (vgl. E. 4.2 hiervor) anzuwenden. 
Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass weder für die Bemessung des 
Valideneinkommens noch des Invalideneinkommens auf die Buchhaltungs-
unterlagen abgestellt werden kann. Dies deshalb, weil der Beschwerdefüh-
rer ab Frühling 2010 vollzeitlich als … mit der selbständigen Erwerbstätig-
keit begonnen hat (davor bloss parallel zu seiner Anstellung) und er bereits 
in der Phase ab August 2010 an Rückenschmerzen litt. Die Buchhaltungs-
zahlen in der Zeit bis zum Eintritt der gesundheitlichen Einschränkung sind 
damit für die Bemessung des Valideneinkommens nicht repräsentativ. Hin-
zu kommt, dass der Beschwerdeführer ab April 2013 keiner ihm zumutba-
ren angepassten Tätigkeit nachgeht, weshalb bei der Berechnung des In-
valideneinkommens korrekterweise die Tabellenlöhne herangezogen wur-
den. Im Übrigen wird gegen die Anwendung der ausserordentlichen Be-
messungsmethode seitens des Beschwerdeführers und der Beigeladenen 
nichts eingewendet.

5.

5.1 Der Beschwerdeführer lässt gegen die Invaliditätsgradbemessung 
der Beschwerdegegnerin geltend machen, die Aufgabe seiner bisherigen 
selbständigen Erwerbstätigkeit und die Aufnahme einer unselbständigen 
Erwerbstätigkeit sei ihm nicht zumutbar (vgl. Beschwerde S. 14 f. Ziff. 2 f.).

Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielba-
re Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu er-
mitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 25

tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei 
ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können 
nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten 
objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. 
An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten 
sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen 
zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S.459; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 205 
E. 5.1). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die 
invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver-
werten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen 
vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b).

Zu prüfen ist damit vorab die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeits-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt.

5.2 Das Bundesgericht stellt hohe Hürden an die Unverwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit auch älterer Menschen (vgl. Entscheid des BGer vom 
30. Dezember 2015, 9C_847/2015, E. 4.1 und 4.3). Das fortgeschrittene 
Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtspre-
chung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönli-
chen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer ver-
sicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass 
ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht 
mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Rester-
werbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen 
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Le-
bensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer 
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ein-
zelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 26

heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einar-
beitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitss-
truktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher 
Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange-
stammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460). Die Möglichkeit, die 
verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ver-
werten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten 
Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen 
Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher Stichtag für die 
Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeits-
fähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem die medizini-
sche Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies ist der Fall, 
sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige 
Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462).

Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der 
Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die 
Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu 
verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls 
mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenaus-
schliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des un-
bestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie 
bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind 
die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zu 
berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen 
die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Ver-
hältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei 
den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeits-
markt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich. Eine Be-
triebsaufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar, und es 
kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung 
aufrechterhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von ei-
ner gewissen erwerblichen Bedeutung leistet (Entscheid des BGer vom 
3. Mai 2016, 9C_644/2015, E. 4.3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 27

5.3 Der Auffassung des Beschwerdeführers kann angesichts des formu-
lierten schlüssigen Zumutbarkeitsprofils, wonach ihm körperlich leichte 
Tätigkeiten mit einem Gewichtslimit von 10 kg beim Heben, Tragen und 
Bewegen noch zu einem 75 %-igen Pensum zumutbar sind, nicht gefolgt 
werden. Die Einschränkungen des Beschwerdeführers sind nicht derart, 
dass die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit aufgrund seines Alters und 
seiner Ausbildung auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr nach-
gefragt würde. Vielmehr lässt das Zumutbarkeitsprofil, wie es seit April 
2013 grundsätzlich feststeht, noch ein breites Spektrum an möglichen und 
dem Beschwerdeführer zumutbaren Tätigkeiten zu, insbesondere auch 
solche, die keine erhöhten Qualifikationen voraussetzen und damit auch 
keinen grösseren Einarbeitungs- oder gar Umschulungsaufwand erfordern, 
wie dies für diverse Hilfstätigkeiten zutrifft. Im April 2013, dem massgeben-
den Zeitpunkt für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der 
(Rest-)Arbeitsfähigkeit bei „vorgerücktem Alter“ (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3 
S. 462), war der Beschwerdeführer erst 49 Jahre alt und hatte damit bis 
zum ordentlichen AHV-Rentenalter noch eine Aktivitätsdauer von über 15 
Jahren vor sich. Sein Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt war somit 
aufgrund seines Alters nicht in relevantem Ausmass eingeschränkt, zumal 
die für ihn u.a. noch in Betracht fallenden Hilfsarbeiten auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (vgl. Entscheid 
des BGer vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2.2) und in der Regel kei-
nen grösseren Einarbeitungs- oder gar Umschulungsaufwand erfordern. 
Zudem arbeitete er zwischen 2002 und 2010 als Angestellter bei der … … 
in einem Pensum zu 50 % (act. II 63 S. 3 und act. II 6 S. 4). Dass dem Be-
schwerdeführer der Wechsel von der selbständigen in eine unselbständige 
Erwerbstätigkeit unzumutbar wäre, ist im Hinblick auf die lange restliche 
Aktivitätsdauer und das Zumutbarkeitsprofil, das noch ein breites Spektrum 
an möglichen Tätigkeiten zulässt, zu verneinen (vgl. Entscheid des BGer 
vom 7. September 2012, 9C_818/2011, E. 3.3). 

5.4 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, es sei der lei-
densbedingte Abzug voll auszuschöpfen (vgl. Beschwerde S. 16 Ziff. 2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 28

zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

Indem die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des Invalideneinkom-
mens trotz der Ausbildung des Beschwerdeführers bloss den durchschnitt-
lichen monatlichen Bruttolohn ("Total") im Anforderungsniveau 4 (einfache 
und repetitive Tätigkeiten), Männer, gemäss Schweizerischer Lohnstruktur-
erhebung LSE herangezogen und von diesem einen Abzug von insgesamt 
10 % vorgenommen hat (act. II 63 S. 8), hat sie den gesamten Umständen, 
insbesondere auch der (neben der Einschränkung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 25 % mit bereits berücksichtigtem erhöhtem Pausenbe-
darf zufolge der häufigeren Stuhlentleerungen) gastroenterologischen Pro-
blematik, zusätzlich angemessen Rechnung getragen. Ein höherer Abzug 
ist nicht gerechtfertigt.

5.5 Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in 
seiner angestammten Tätigkeit ist seit 2005 erstellt (act. II 58.1 S. 25 
Ziff. 6). Unter Berücksichtigung des Wartejahres und der Anmeldung im 
Januar 2012 (act. II 2) wurde der frühest mögliche Rentenbeginn in An-
wendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG korrekt auf Juli 2012 
festgesetzt. Anhaltspunkte, dass die von der Beschwerdegegnerin im Ab-
klärungsbericht vom 24. September 2013 (act. II 63 S. 8) beim Einkom-
mensvergleich herangezogenen Werte fehlerhaft sind, liegen nicht vor und 
werden Seitens des Beschwerdeführers auch nicht geltend gemacht. 

6. Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2012 bis zum 31. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 29

Juli 2013 eine ganze Rente und in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV für 
die Zeit ab 1. August 2013 eine Viertelsrente zugesprochen hat. Die ange-
fochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 20. Juni 2014 (act. II 93 S. 2 ff.) 
ist somit nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men.

7.2 Nach Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG (Um-
kehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die ob-
siegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach 
allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2016, IV/14/764, Seite 30

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.