# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6686aedc-ee8d-5983-9f1e-b0e9ac065d20
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 16.02.2021 460 20 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-20-122_2021-02-16.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
 
 
Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
16. Februar 2021 (460 20 122) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Strafrecht 
 
 
Einfache Körperverletzung, Tätlichkeiten 
 
 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Stephan Gass (Ref.),  
Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiber Bryan Smith 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Allgemeine Hauptabteilung,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde 
 

A.____, 
vertreten durch Advokat Dieter Roth,  
Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal,  
Privatkläger und Berufungskläger 
 

B.____, 
Privatkläger 

  
gegen 

 B.____, 
Beschuldigter 
 

A.____, 
vertreten durch Advokat Dieter Roth,  
Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

  

Gegenstand einfache Körperverletzung, Tätlichkeiten 
Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums  
Basel-Landschaft vom 18. Mai 2020 

 
 
 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
A. Mit Anklage der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft), vom 19. Dezember 2019 wurde B.____ vorgeworfen, dass er 
A.____ bei einem Aufeinandertreffen unvermittelt mit der Hundeleine ins Gesicht geschlagen 
habe, was im Ergebnis als einfache Körperverletzung zu qualifizieren sei. Andererseits warf die 
Staatsanwaltschaft A.____ vor, dass er beim selben Aufeinandertreffen B.____ unvermittelt mit 
seinen Walkingstöcken in den Rücken gestossen bzw. geschlagen habe, womit er sich der Tät-
lichkeit strafbar gemacht habe. Das Strafgerichtsvizepräsidium Basel-Landschaft (nachfolgend: 
Strafgericht) sprach sowohl B.____ als auch A.____ mit Urteil vom 18. Mai 2020 (300 20 4) von 
den vorgenannten Anklagevorwürfen frei (Dispositiv Ziff. 1.1 und 1.2), wies die jeweils erhobenen 
Zivilklagen ab (Dispositiv Ziff. 2.1 und 2.2), auferlegte die Verfahrenskosten anteilmässig beiden 
Beschuldigten (Dispositiv Ziff. 4.1 und 4.2) und verwehrte A.____ die Ausrichtung einer Partei-
entschädigung (Dispositiv Ziff. 3). 
 
Auf die Begründung dieses vorinstanzlichen Entscheids sowie der nachfolgenden Eingaben der 
Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Urteils einge-
gangen. 
 
B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 18. Mai 2020 meldete A.____ (nachfolgend: Be-
rufungskläger) mit Schreiben vom 29. Mai 2020 Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 
3. Juli 2020 beantragte er unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung und Anpassung des 
vorinstanzlichen Urteils wie folgt: B.____ (nachfolgend: Beschuldigter) sei der einfachen Körper-
verletzung zum Nachteil von A.____ schuldig zu sprechen und zu verurteilen (Ziff. 1.1); es sei die 
Zivilklage des Berufungsklägers über CHF 4'500.– zulasten des Beschuldigten gutzuheissen 
(Ziff. 2.2); es sei dem Berufungskläger eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 6'835.50 für 
die vorinstanzlichen Verfahren zuzusprechen (Ziff. 3); es seien dem Berufungskläger keine Ver-
fahrenskosten aufzuerlegen (Ziff. 4.1). Weiter stellte er den Beweisantrag, dass ein Leumunds-
bericht über den Beschuldigten einzuholen sei.  
 
C. Mit Eingabe vom 16. Juli 2020 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie auf eine An-
schlussberufung verzichte und keinen Antrag auf Nichteintreten stelle.  
 
D. Innert der mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht 
(nachfolgend: Kantonsgericht), vom 3. August 2020 angesetzten Frist reichte der Berufungsklä-
ger am 3. September 2020 eine Berufungsbegründung ein.  
 
E. Am 1. Oktober 2020 erstattete die Staatsanwaltschaft ihre Berufungsantwort, worin sie 
die kostenfällige Abweisung der Berufung und die vollumfängliche Bestätigung des erstinstanzli-
chen Urteils beantragte.  
 

 
 
 

 
 
Seite 3  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

F. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 8. Oktober 2020 wurde u.a. der Beweisantrag 
des Berufungsklägers betreffend die Einholung eines Leumundsberichts abgewiesen, der Schrif-
tenwechsel geschlossen und das mündliche Verfahren angeordnet.  
 
G. Am 16. Februar 2021 fand die Verhandlung vor dem Kantonsgericht statt, anlässlich 
welcher der Berufungskläger und der Beschuldigte befragt wurden. Die Parteien wiederholten 
ihre Anträge gemäss den eingereichten Rechtsschriften. Im Anschluss an die Verhandlung fällte 
das Kantonsgericht das vorliegende Urteil, welches den Parteien im Dispositiv schriftlich eröffnet 
wurde.  
 
Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 
ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-
dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wo-
bei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 
(Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die 
Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder 
mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des 
begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen.  
 

2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts vom 18. Mai 2020 angefochten, welches ein 
taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Eingaben vom 29. Mai 2020 (Berufungsanmeldung) 
und 3. Juli 2020 (Berufungserklärung) hat der Berufungskläger die Rechtsmittelfrist gewahrt und 
ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantons-
gerichts, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 
Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Die Berufung erfüllt sämtliche Formalien, so dass auf 
diese einzutreten ist.  
 
 

II. Materielles 

1. Allgemeines 

1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 
nur in den angefochtenen Punkten. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 18. Mai 2020 hat 
einzig der Berufungskläger ein Rechtsmittel ergriffen. Er ist im Verfahren vor dem Strafgericht 
sowohl als Beschuldigter wie auch als Privatkläger aufgetreten und in dieser doppelten Eigen-
schaft führt er Berufung vor dem Kantonsgericht. Prozessthema sind vorliegend die Strafbarkeit 

 
 
 

 
 
Seite 4  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

des Beschuldigten wegen einfacher Körperverletzung zum Nachteil des Berufungsklägers, die 
Zivilklage des Berufungsklägers gegen den Beschuldigten über Fr. 4'500.–, die Ausrichtung einer 
Parteientschädigung für den Berufungskläger sowie die Auferlegung der Verfahrenskosten. Die 
Kostenfolgen blieben unangefochten, soweit sie den Beschuldigten betreffen (Ziff. 4.2 des vo-
rinstanzlichen Urteilsdispositivs). Die Erwägungen der Vorinstanz zum Kostenpunkt beziehen 
sich indessen gleichermassen auf beide Beschuldigten. Gemäss Art. 404 Abs. 2 StPO kann das 
Berufungsgericht zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprü-
fen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern. Soweit die Berufung zu einer 
abweichenden Beurteilung der Kostenfolgen führt, wäre es vorliegend unbillig, wenn sich dies nur 
zugunsten des Berufungsklägers auswirken würde, während der Beschuldigte die ihm von der 
Vorinstanz auferlegten Verfahrenskosten nach wie vor zu tragen hätte. Um mögliche Widersprü-
che zwischen der materiellen Beurteilung und den Kostenfolgen zu vermeiden, wird daher auch 
Ziff. 4.2 des vorinstanzlichen Urteils gestützt auf Art. 404 Abs. 2 StPO durch das Kantonsgericht 
überprüft. Der Freispruch des Berufungsklägers (Ziff. 1.2 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs) 
sowie die Verweisung der unbezifferten Zivilklage des Beschuldigten auf den Zivilweg (Ziff. 2.1 
des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs) sind nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens. 
 

1.2 Bei der Würdigung des Sachverhalts hat das Gericht belastenden und entlastenden Um-
ständen mit gleicher Sorgfalt nachzugehen. Das Gesetz gebietet die sorgfältige und objektive 
Beweiswürdigung von Amtes wegen (Art. 6 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 2 StPO). Nach dem Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung hat das urteilende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner 
aus dem gesamten Verfahren gewonnenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter 
Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein 
Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache spre-
chen, und ohne Rücksicht auf die Art des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Be-
weise. Massgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (RIEDO/FIOLKA/NIGGLI, Strafprozessrecht, 
2011, Rz. 234; HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. A. 2014, Art. 10, N 41 ff.). Die Überzeugung 
für das Vorliegen rechtlich erheblicher Tatsachen kann direkt oder indirekt gewonnen werden. 
Auch Indizien können einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben (vgl. BGE 102 
IV 29, E. 2.a).  
 

1.3. Gemäss dem in Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) und Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) kodifizierten Grundsatz "in dubio pro 
reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren 
Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der 
tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschul-
digte Person günstigeren Sachlage aus. Der vorgenannte Grundsatz verpflichtet das Gericht, den 
Beschuldigten freizusprechen, wenn nach Würdigung aller vorhandenen Beweise erhebliche und 
unüberwindbare Zweifel an der Tatbestandsverwirklichung bestehen oder bestehen müssten 
(SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. A. 2017, N 235). Als 

 
 
 

 
 
Seite 5  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime "in dubio pro reo", dass sich das Gericht nicht von 
der Existenz eines für die beschuldigte Person ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, 
wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob 
sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht 
massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden 
kann (BGE 138 V 74, E. 7). Wenn Zweifel daran bestehen, welche von mehreren in Betracht 
kommenden Sachverhaltsmöglichkeiten der Wahrheit entspricht, hat das Gericht seinem Urteil 
die für den Beschuldigten günstigste Sachverhaltsvariante zugrunde zu legen (WOHLERS, Zürcher 
Kommentar StPO, 3. A. 2020, Art. 10, N 11; SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N 233). Eine Verurteilung 
darf nur ergehen, wenn das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass 
sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende 
Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht. Vielmehr ist ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit 
gefordert. Demnach hat ein Freispruch zu ergehen, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung An-
klagesachverhalt und Täterschaft nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt 
sind (TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 2. A. 2014, Art. 10, N 83 und Fn 268 zu N 83; BGer Ur-
teil 6B_850/2018 vom 1. November 2018, E. 1.1.2 und 1.3.1). Dem Sachgericht steht im Bereich 
der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 
IV 6, E. 6.1).  
 
1.4 Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Aussagen hat sich in der Praxis die Me-
thode der Aussageanalyse durchgesetzt, welche darauf basiert, dass wahre und falsche Schilde-
rungen unterschiedliche geistige Leistungen erfordern (BGer Urteil 6B_375/2015 vom 29. Okto-
ber 2015 E. 2.2.2.). Während die Wiedergabe eines tatsächlich erlebten Ereignisses kognitiv re-
lativ leicht fällt, ist es intellektuell schwieriger, eine Aussage über ein komplexes Handlungsge-
schehen ohne Erlebnishintergrund zu reproduzieren und über einen längeren Zeitraum hinweg 
konstant zu schildern (vgl. FERRARI, Erkenntnisse aus der Aussagepsychologie, in: plädoyer 4/09, 
S. 36; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, 
Staatsanwälten und Anwälten helfen, in: AJP 11/2011, S. 1423). Überprüft wird in erster Linie die 
Hypothese, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, der intellektuellen 
Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund 
machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenommen, dass das durch In-
haltsanalyse und Bewertung der Entstehungsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhal-
tens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz 
der aussagenden Person analysiert werden. Bei der Glaubhaftigkeitsbegutachtung ist immer da-
von auszugehen, dass die Aussage auch nicht realitätsbegründet sein kann. Ergibt die Prüfung, 
dass diese Hypothese mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Übereinstimmung stehen kann, 
so wird sie verworfen. Es gilt dann die Alternativhypothese, dass die Aussage wahr sei. Erforder-
lich ist dafür besonders auch die Analyse der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Aus-
sage (BGE 129 I 49, Erw. 4 und 5, m.w.H.). Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Aussagen 
demnach auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. Lügensignale hin zu analysieren. Sie sind gestützt 
auf eine Vielzahl von inhaltlichen Realkennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen 

 
 
 

 
 
Seite 6  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Merkmalen (Aussagedetails, Individualität, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Struk-
turgleichheit, Nichtsteuerung, Widerspruchsfreiheit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungs-
merkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien 
bedeutet, dass die betreffende Person mit hoher Wahrscheinlichkeit über erlebnisfundierte Ge-
schehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes Realitätskriterium für sich allein betrachtet meist nur eine 
geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren kann jedoch einen wesentlich höheren Indiz-
wert für die Glaubhaftigkeit der Aussage haben, wobei sie in der Regel in solchen mit realem 
Erlebnishintergrund signifikanter und ausgeprägter vorkommen als in solchen ohne (HUSSELS, 
Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Recht-
sprechung, forumpoenale 6/2012, S. 369 f.; DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 3. A. 2020, 
Art. 162, N 15). 
 
2. Ausgangslage und Standpunkte der Parteien 

2.1. Das Strafgericht erwog im Wesentlichen, dass beiden Beschuldigten vorgeworfen 
werde, am 30. Mai 2017 in den Abendstunden bei einem zufälligen Aufeinandertreffen gegen-
einander tätlich geworden zu sein. Beide Anklageschriften würden davon ausgehen, dass der 
jeweils Beschuldigte den Gegner unvermittelt angegriffen habe, was sich gegenseitig aus-
schliesse. Als Beweismittel seien die sich widersprechenden Aussagen der Tatbeteiligten zu wür-
digen. Die als Zeugin angerufene Mutter des Beschuldigten habe die Aussage verweigert. Das 
einzige objektive Beweismittel, der Arztbericht vom 23. Januar 2018, sei wenig aussagekräftig, 
da er in Bezug auf die Entstehungsgeschichte der Verletzung lediglich die Aussagen des Beru-
fungsklägers wiedergebe. Aufgrund der jahrelangen, konfliktbeladenen Vorgeschichte sei das 
Aussageverhalten beider Beschuldigten von starken Emotionen geprägt und es bestünden je-
weils Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Sachverhaltsschilderungen. Im Ergebnis sei für das 
Gericht nicht zu ergründen, welcher Partei in welchem Ausmass Glauben geschenkt werden 
könne. Es sei lediglich erstellt, dass sich die Beschuldigten auf ein Handgemenge eingelassen 
hätten, wobei nicht zu eruieren sei, wer von beiden welchen genauen Anteil daran gehabt habe. 
Wer sich an einer solchen Auseinandersetzung beteilige, nehme in Kauf, dass er dabei leicht 
verletzt werden könne. Bei solchen Verletzungen handle es sich zufolge Einwilligung nicht um ein 
strafrechtlich relevantes Unrecht, weshalb beide Beschuldigten von dem ihnen gegenüber erho-
benen Vorwurf freizusprechen seien. Bei diesem Verfahrensausgang seien die Zivilforderungen 
abzuweisen. Die Verfahrenskosten seien gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO beiden Beschuldigten 
anteilmässig aufzuerlegen. Wer nach der eigenverantwortlichen Teilnahme an einer tätlich ge-
führten Auseinandersetzung gegenüber den Strafverfolgungsbehörden wahrheitswidrig angebe, 
er sei von seinem Gegner ohne sein Dazutun angegriffen worden, und deshalb einen Strafantrag 
stelle, habe sich eine Verletzung klarer prozessualer Pflichten vorwerfen zu lassen. Demenspre-
chend sei in Anwendung von Art. 430 Abs. 1 lit a StPO auch keine Parteientschädigung an den 
Berufungskläger auszurichten.  
 

 
 
 

 
 
Seite 7  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.2.  In seiner Berufungsbegründung vom 3. September 2020 bringt der Berufungskläger im 
Wesentlichen vor, dass seine Aussagen glaubwürdig seien. Die Beweiswürdigung der Vor-
instanz, wonach davon auszugehen sei, dass sich die Tatbeteiligten auf ein Handgemenge ein-
gelassen hätten, sei falsch und willkürlich. Aus dem Umstand, dass der Berufungskläger anläss-
lich der Hauptverhandlung ausgeführt habe, dass es keinen Streit zwischen ihm und dem 
Beschuldigten gegeben habe, dürfe nicht pauschal auf die Unglaubwürdigkeit seiner Aussagen 
geschlossen werden. Er habe damit nur klarstellen wollen, dass dem konkreten Vorfall kein Streit 
vorausgegangen sei. Im Übrigen habe der Berufungskläger stets kohärent, glaubwürdig und wi-
derspruchsfrei ausgesagt. Seine Sachverhaltsvariante werde sodann durch weitere Indizien ge-
stützt. Die Aussageverweigerung der Mutter des Beschuldigten könne nur dahingehend gedeutet 
werden, dass sie ihren Sohn schützen wolle. Weiter existiere ein Arztbericht, der die Verletzungen 
des Berufungsklägers unmittelbar nach dem Vorfall dokumentiere. Es sei abwegig, davon auszu-
gehen, dass er sich die Verletzungen selbst zugefügt habe. Der Berufungskläger habe keinen 
Grund dafür gehabt, fälschlicherweise auszusagen, dass die Mutter des Beschuldigten vor Ort 
gewesen sei und in den Streit eingegriffen habe. Demgegenüber seien die Aussagen des Be-
schuldigten in Bezug auf die Art und Weise des Aufeinandertreffens sowie des Angriffs, die An-
wesenheit der Mutter und die Verwendung der Hundeleine widersprüchlich und unglaubwürdig. 
Die Annahme, dass der Berufungskläger einen körperlich deutlich überlegenen Menschen an-
greifen würde, sei lebensfremd. Schliesslich habe der Beschuldigte ein Motiv für den Angriff ge-
habt, zumal zu diesem Zeitpunkt eine Strafanzeige wegen Vermögensdelikten im Raum gestan-
den habe. Andererseits sei der Berufungskläger in all den Jahren, in welchen die Parteien Prob-
leme gehabt hätten, nie tätlich geworden. Dass der Beschuldigte schon wiederholt aggressiv auf-
gefallen sei, lasse sich mit einem Leumundsbericht belegen. Im Ergebnis sei richtigerweise von 
dem Sachverhalt auszugehen, wie er vom Berufungskläger geschildert worden sei. Soweit der 
Berufungskläger versucht habe, sich zu verteidigen, habe er in einer Notwehrlage gehandelt. Die 
Annahme einer Einwilligung in eine tätliche Auseinandersetzung sei willkürlich. Auch sei nicht 
haltbar, dass die Vorinstanz ohne nähere Belege davon ausgegangen sei, die Parteien seien 
"hasserfüllt" bzw. "von purem Hass getrieben" gewesen. Das von der Vorinstanz angenommene 
"Gerangel" habe darin bestanden, dass der Berufungskläger versucht habe, den Angriff des Be-
schuldigten abzuwehren. Ausgehend von einem korrekten Beweisergebnis sei auch die Zivilfor-
derung des Berufungsklägers gutzuheissen. Durch die Schläge ins Gesicht sei ein Zahn beschä-
digt worden, so dass letztlich ein Implantat habe eingesetzt werden müssen. Ebenso sei die durch 
die Schläge erlittene, immaterielle Unbill zu entschädigen. Die Auferlegung der Verfahrenskosten 
erweise sich einerseits deshalb als falsch, weil dem Berufungskläger keine wahrheitswidrige 
Strafanzeige vorgeworfen werden könne. Eventualiter sei die Auferlegung der Verfahrenskosten 
und die Verweigerung der Parteientschädigung auch bei einem Freispruch des Beschuldigten "in 
dubio pro reo" als willkürlich und unhaltbar zu qualifizieren. Soweit der wahre Geschehensablauf 
nicht beweisbar sei, könne auch kein prozessuales Verschulden nachgewiesen werden. Der von 
der Vorinstanz hier zu Grunde gelegte Sachverhalt sei eine reine Mutmassung, die weder wahr-
scheinlich noch naheliegend sei.  
 

 
 
 

 
 
Seite 8  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.3. In ihrer Berufungsantwort vom 1. Oktober 2020 führt die Staatsanwaltschaft zusammen-
gefasst aus, dass vorliegend "in dubio pro duriore" gegen beide Beteiligten Anklage erhoben wor-
den sei. Diese hätten in der Voruntersuchung sich widersprechende Aussagen gemacht. Die Be-
fragungen anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hätten nicht mehr Klarheit ver-
schafft und der effektive Tathergang lasse sich nicht mehr eruieren. In Übereinstimmung mit der 
Vorinstanz könne vorliegend davon ausgegangen werden, dass beide Beteiligten wegen eines 
jahrzehntelangen Nachbarstreits auf das Gegenüber jeweils sehr emotional reagieren würden 
und sich deshalb beide auf die tätliche Auseinandersetzung eingelassen hätten. Der Entscheid 
des Strafgerichtspräsidiums sei daher im Ergebnis nicht zu beanstanden.  
 

2.4. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 16. Februar 2021 wieder-
holte der Berufungskläger die in seiner Berufungserklärung und Berufungsbegründung gestellten 
Rechtsbegehren. Seine Aussagen seien als glaubhaft zu bewerten. Er habe konsistent und 
gleichbleibend geschildert, dass er auf einem Spaziergang dem Beschuldigten und seiner Mutter 
begegnet sei. Er habe sich zunächst überlegt, umzukehren, doch habe er den Weg als breit ge-
nug zum Kreuzen eingeschätzt. Als er an den beiden Personen habe vorbeigehen wollen, sei er 
vom Beschuldigten unvermittelt mit der Hundeleine attackiert worden, nachdem dieser seinen 
Hund von der Leine gelassen hatte. Dabei habe der Berufungskläger die dokumentierten Verlet-
zungen erlitten, wobei die von ihm geschilderte Verursachung anhand des Verletzungsbildes 
plausibel sei. Der Beschuldigte habe ein Motiv für den Angriff gehabt, zumal er nur wenige Wo-
chen davor polizeilich einvernommen worden sei und den Berufungskläger wohl als Urheber der 
Strafanzeige vermutet habe. Mit diesem Ereignis sowie dem jahrzehntelangen Spannungsver-
hältnis der Parteien lasse sich ein tätlicher Übergriff erklären. Es bestünden sodann widersprüch-
liche Aussagen zur Anwesenheit der Mutter des Beschuldigten. Sie habe dazu die Aussage ver-
weigert. Aus Sicht des Berufungsklägers stehe fest, dass sie damit eine Belastung ihres Sohnes 
habe vermeiden wollen. Der Beschuldigte selbst habe zur Sache widersprüchlich ausgesagt. Zur 
Verwendung der Hundeleine habe er divergierende Angaben gemacht und sich jedes Mal auf 
eine neue Version eingelassen. Auch seien die Aussagen zur Anzahl der Schläge mit den Wal-
kingstöcken nicht konsistent. Es sei dem Berufungskläger in der konkreten Situation gar nicht 
möglich gewesen, dem Beschuldigten einen Schlag auf den Rücken zu versetzen, weil sich seine 
Hände in den Schlaufen der Stöcke befunden hätten. Die Walkingstöcke hätten ausserdem Auf-
sätze aus Gummi und seien nicht geeignet, jemanden ins Gesicht zu stechen. Im Ergebnis müsse 
auf die glaubhaften Aussagen des Berufungsklägers abgestellt werden. Ausgangsgemäss sei die 
Kostenfolge des vorinstanzlichen Urteils anzupassen und es sei die Zivilforderung gutzuheissen. 
Es werde ein Betrag von Fr. 4'500.– eingeklagt, bestehend aus Schadenersatz von Fr. 4'000.– 
und einer Genugtuung von Fr. 500.–. Der Schadenersatz für die Zahnbehandlung basiere auf 
einem Kostenvoranschlag. Der Berufungskläger habe diesbezüglich zuwarten wollen, bis die 
Frage der Haftung geklärt sei.  
 

2.5. Der Beschuldigte machte im Rahmen der Verhandlung vom 16. Februar 2021 geltend, 
dass die Schadenersatzforderung des Berufungsklägers nicht plausibel sei. Es sei zutreffend, 

 
 
 

 
 
Seite 9  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dass der Beschuldigte divergierende Aussagen zur Hundeleine gemacht habe, doch sei dieser 
Umstand für ihn nicht wichtig gewesen und er könne sich angesichts der Vielzahl von Spazier-
gängen nicht mehr daran erinnern, ob der Hund an diesem Tag angeleint gewesen sei oder nicht. 
Bei der Auseinandersetzung hätten die Walkingstöcke des Berufungsklägers keine Gummipuffer 
auf den Spitzen gehabt. Man habe das metallische Geräusch auf dem Boden hören können. Der 
Berufungskläger sei bemüht, den Eindruck der Glaubwürdigkeit zu vermitteln, doch sage er nicht 
die Wahrheit. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass der Beschuldigte die Wunde im Gesicht 
des Berufungsklägers hätte feststellen müssen, während letzterer seine eigene Verletzung erst 
auf Hinweis eines Dritten hin bemerkt habe. Durch den Wegzug des Berufungsklägers hätten 
sich die zwischenmenschlichen Probleme gelegt. Nun werde mit der Zivilforderung noch ver-
sucht, einen geldwerten Vorteil aus der Situation zu ziehen.     
 
3. Sachverhalt 

3.1. In tatsächlicher Hinsicht ist vorliegend unbestritten und aufgrund der Akten erstellt, dass 
es am 30. Mai 2017 auf dem X.____weg in Y.____ zu einem Aufeinandertreffen des Berufungs-
klägers mit dem Beschuldigten kam. Der Berufungskläger war mit Walkingstöcken unterwegs, 
während der Beschuldigte seinen Hund spazieren führte und dementsprechend eine Hundeleine 
auf sich trug. Vor dem Hintergrund eines langjährigen Streits kam es zwischen den Beteiligten zu 
einer tätlichen Auseinandersetzung. In der Folge wurden beim Berufungskläger zwei Riss-
quetschwunden an der rechten Backe, eine punktförmige Wunde am linken Nasenrücken sowie 
ein kleines Hämatom am linken Schulterblatt festgestellt. Der Beschuldigte wies strichförmige 
Rötungen am Rücken auf (act. 91, 105, 133). Strittig und in casu zu prüfen sind der Ablauf der 
Auseinandersetzung sowie die Verursachung der vorstehend genannten Verletzungen.  
 

3.2.  

3.2.1. Dem Anzeigerapport vom 11. Juli 2017 (act. 71 ff.) liegen die Strafanträge beider Betei-
ligten, eine Fotodokumentation sowie ein handschriftliches Protokoll der Aussagen des Beru-
fungsklägers bei. Dieser wurde von der Polizei Basel-Landschaft am 30. Mai 2017 als Auskunfts-
person befragt. Gemäss den dort protokollierten Aussagen sei der Berufungskläger mit seinen 
Walkingstöcken den X.____weg in Y.____ hinaufgegangen, wo ihm der Beschuldige mit seiner 
Mutter und dem Hund entgegen gekommen seien. Auf einmal habe der Beschuldigte seinen Hund 
von der Leine gelassen und habe den Berufungskläger mit der Leine dreimal geschlagen. Der 
Berufungskläger habe geschrien, er solle aufhören. Er habe sich nicht wehren können, weil er die 
Walkingstöcke an den Handgelenken gehabt habe. Er selber habe deshalb mit den Stöcken auch 
nicht schlagen können. Der Beschuldigte habe unvermittelt auf ihn eingeschlagen, ohne etwas 
zu sagen. Danach sei dieser einfach weitergelaufen (act. 79-81).  
 

3.2.2. Der Beschuldigte wurde am 30. Mai 2017 von der Polizei Basel-Landschaft befragt (act. 
117 ff.). Anlässlich dieser Einvernahme als beschuldigte Person sagte er aus, dass er im X.____ 
Tal vom Berufungskläger angegriffen worden sei. Es bestehe hier eine lange Vorgeschichte. Vor 

 
 
 

 
 
Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der Auseinandersetzung habe kein Wortwechsel stattgefunden. Der Berufungskläger sei einfach 
mit den Walkingstöcken auf ihn zu gekommen und habe ihn mit einem Stock auf den Rücken 
geschlagen. Mit dem anderen Stock habe er ihn ins Gesicht stechen wollen. Den Stock habe der 
Beschuldigte zu fassen bekommen und diesen zurückgestossen. Er könne nicht sagen, ob er den 
Berufungskläger dabei verletzt habe. Anschliessend sei der Hund weggelaufen und der Beschul-
digte sei diesem hinterhergegangen (act. 119). Der Beschuldigte sei alleine mit dem Hund unter-
wegs gewesen. Seine Mutter habe ihn bis zum Z.____ Hof begleitet (act. 121). Der Berufungs-
kläger habe den Beschuldigten mit aller Kraft einmal auf den Rücken geschlagen. Der Hund sei 
angeleint gewesen und mit der Leine davongelaufen. Die Wunde im Gesicht des Berufungsklä-
gers könne sich der Beschuldigte nicht erklären. Es sei nicht möglich gewesen, ihn mit der Leine 
zu schlagen, weil der Hund damit davongerannt sei (act. 123-125).      
 

3.2.3. Am 19. Dezember 2017 führte die Staatsanwaltschaft eine Konfrontationseinvernahme 
mit beiden Tatbeteiligten in der Eigenschaft als beschuldigte Personen durch (act. 49 ff.). Dort 
sagte der Beschuldigte aus, dass er vom Berufungskläger an einem versteckten Raum auf 
einem Fussgängerweg im Tal abgepasst worden sei. Er sei mit seinem Hund unterwegs gewesen 
und habe vom Berufungskläger einen Schlag auf den Rücken bekommen, so dass er nach vorne 
gefallen sei. In der Zeit, wo er sich wieder habe aufrichten wollen, habe der Berufungskläger 
versucht, ihm einen Stock ins Gesicht zu rammen. Der Beschuldige habe den Stock genommen 
und eine Bewegung gemacht. Ob er dabei den Berufungskläger verletzt habe, wisse er nicht. 
Sein Hund sei anschliessend davongelaufen und der Beschuldigte sei diesem nachgegangen. 
Weiter bestätigte der Beschuldigte die am 30. Mai 2017 gegenüber der Polizei getätigten Aussa-
gen, wonach er vom Berufungskläger unvermittelt mit einem Stock auf den Rücken geschlagen 
worden sei, wo sich die beiden auf dem Weg gekreuzt hätten (act. 51). Er habe eine Leine mit 
sich getragen und sein Hund sei von Beginn des Spaziergangs an nicht angeleint gewesen. Der 
Beschuldigte sei zügig am Berufungskläger vorbeigelaufen (act. 53). Der Berufungskläger bestritt 
die Darstellung des Beschuldigten und sagte seinerseits aus, dass er mit seinen Walkingstöcken 
unterwegs gewesen sei, als er gesehen habe, dass ihm der Beschuldigte und seine Mutter ent-
gegenkommen würden. Er habe sich einen Moment überlegt, ob er umkehren wolle, habe sich 
jedoch dagegen entschieden, weil der Weg breit genug zum Kreuzen gewesen sei. Er sei dann 
weitergegangen und der Beschuldigte habe seinen Hund von der Leine gelassen. Nach einer 
kurzen Diskussion mit seiner Mutter habe der Beschuldigte dem Berufungskläger gesagt, dass 
er jetzt Schläge bekomme und dann sicher zwei Mal mit der Leine auf ihn eingeschlagen. Der 
Berufungskläger habe gerufen, er solle aufhören und habe versucht, seine Stöcke wieder zu fas-
sen. Es habe ein Gerangel gegeben und die Mutter des Beschuldigten habe eingegriffen und die 
beiden hätten sich getrennt. Der Beschuldigte habe gesagt, "das nächste Mal schlage ich dicht 
tot". Anschliessend sei der Berufungskläger nach Liestal ins Spital gegangen. Er sei vom Be-
schuldigten ins Gesicht geschlagen worden und habe stark geblutet (act. 53). Er habe den Be-
schuldigten seinerseits nicht mit den Walkingstöcken geschlagen. Dies sei gar nicht möglich ge-
wesen. Er in den Stöcken gefangen gewesen und der Beschuldigte habe versucht, ihm diese 
wegzunehmen (act. 55-57). 

 
 
 

 
 
Seite 11  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

3.2.4  Die Mutter des Beschuldigten wurde am 22. Januar 2018 von der Staatsanwaltschaft als 
Zeugin einvernommen (act. 65 ff.). Sie machte von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 
(act. 67).  
 

3.2.5 Anlässlich seiner Sitzung vom 18. Mai 2020 befragte das Strafgericht den Berufungsklä-
ger und den Beschuldigten (act. S125 ff.). Der Beschuldigte führte zur Sache aus, dass der An-
klagesachverhalt nicht der Wahrheit entspreche. Er sei mit dem Hund am Spazieren gewesen 
und habe den Berufungskläger von weitem gesehen. Er habe nicht ausweichen können und sei 
zügig an ihm vorbeigegangen. Dann habe ihm der Berufungskläger den Walkingstock zwei bis 
dreimal über den Rücken gezogen (act. S133). Seine Mutter sei nicht dabei gewesen. Die 
Schläge seien ohne Worte und unerwartet von hinten erfolgt. Der Beschuldigte habe sich nicht 
zur Wehr gesetzt. Er habe den Hund genommen und sei nach Hause gerannt. Der Berufungsklä-
ger habe noch den Hund zusammenschlagen wollen und der Beschuldige habe dann den Stock 
genommen (act. S135-S137). Die Stöcke hätten keine Gummifüsse gehabt, man habe gehört, 
wie sie "gekläppert" hätten (act. S139). Der Berufungskläger sagte vor dem Strafgericht aus, dass 
er vom Beschuldigten geschlagen worden sei. Er habe versucht, sich mit den Stöcken zu trennen, 
habe diese jedoch nicht in die Finger bekommen, weil er mit den Händen in der Schlaufe gewesen 
sei. Der Beschuldigte habe am Anfang der Auseinandersetzung gesagt, "du Sauhund". Am 
Schluss derselben habe er ihm angedroht, "das nächste Mal schlage ich dich tot" (act. S139). Der 
Berufungskläger habe versucht, sich zu befreien. Er sei nicht umgefallen. Links sei er "voll ver-
blutet" gewesen. Es habe ein Gerangel gegeben. Der Berufungskläger wisse nicht, was für Stoff 
er dabei in den Händen gehalten habe. Sein Zahn habe als Folge der Schlägerei gezogen werden 
müssen. Dies habe er eine Woche oder zwei später festgestellt. Ein Stiftzahn sei gebrochen 
(act. S143). Die Mutter des Beschuldigten sei beim Vorfall dabei gewesen. Sie habe geholfen, 
die beiden zu trennen (act. S145). Der Berufungskläger habe mit dem Beschuldigten nie gestrit-
ten und es bestehe kein langjähriger Streit (act. S141). 
 

3.2.6 An der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht wurden der Beschuldigte und der Be-
rufungskläger erneut zur Sache befragt (Protokoll der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung 
vom 16. Februar 2021 [nachfolgend: Verhandlungsprotokoll], S. 4 ff.). Der Beschuldigte sagte 
aus, dass er am 30. Mai 2017 mit seinem Hund im "Tal" spazieren gegangen sei. Er habe den 
Berufungskläger relativ spät gesehen, weil der Weg dort unübersichtlich sei. Wo sich die beiden 
Personen gekreuzt hätten, habe der Berufungskläger dem Beschuldigten einen Walkingstock 
"übergezogen". Die Bilder auf dem Fotoindex (act. 133) würden die entsprechenden Spuren an 
seinem Rücken dokumentieren. Der Beschuldigte sei dann "vorne runter" und wo er wieder habe 
aufstehen wollen, habe der Berufungskläger versucht, ihm einen Stock ins Gesicht zu rammen. 
Der Beschuldigte habe eine Abwehrbewegung gemacht, um sein Auge zu schützen. Er habe 
anschliessend den Hund genommen, sei nach Hause gerannt und habe die Polizei benachrich-
tigt. Der Beschuldigte habe einen Schlag auf den Rücken erhalten. Soweit er sich erinnern könne, 

 
 
 

 
 
Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sei sein Hund nicht angeleint gewesen. Die Hundeleine habe der Beschuldige vermutlich umge-
hängt bei sich getragen. Er könne sich nicht erinnern, was mit dem Stock passiert sei, als er die 
Abwehrbewegung gemacht habe. Die Verletzung des Berufungsklägers habe er das erste Mal 
bei der Polizei gesehen. Sie sei nicht vom Beschuldigten verursacht worden. Hinsichtlich des 
Hundes sei der Beschuldigte der Meinung, dass dieser entgegen seiner früheren Aussage nicht 
angeleint gewesen sei. Es sei jedoch auch möglich, dass dieser mit der Hundeleine davongelau-
fen sei. Er könne sich angesichts der Vielzahl von Spaziergängen mit seinem Hund sowie des 
Zeitablaufs nicht mehr genau erinnern (Verhandlungsprotokoll, S. 4-6). Der Berufungskläger 
führte anlässlich seiner Befragung durch das Kantonsgericht aus, dass er auf dem X.____weg 
gelaufen sei und den Beschuldigten mit seiner Mutter gesehen habe. Er habe sich gedacht, das 
sei nicht gut. Ich habe zunächst gestoppt, sei dann jedoch weitergegangen, weil er gedacht habe, 
dass der Weg breit genug sei. Dann sei der Beschuldigte gekommen und habe den Berufungs-
kläger mit der Hundeleine geschlagen. Letzterer habe gesagt "hör auf, hör auf". Anschliessend 
sei die Mutter des Beschuldigten dazwischen gegangen und habe den Beschuldigten weggeris-
sen. Dieser habe abschliessend zum Berufungskläger gesagt "hau ab" und dass er ihn das 
nächste Mal totschlage. Der Berufungskläger sei zusammengeschlagen worden und habe gar 
nichts gemacht. Er könne dies bis heute nicht begreifen. Der Beschuldigte habe sich dann wohl 
gedacht, Angriff sei die beste Verteidigung, und habe ihn angezeigt. Der Berufungskläger habe 
sich verteidigen wollen, doch sei er mit den Händen in den Schlaufen der Stöcke gefangen ge-
wesen und habe nichts machen können. Mit den auf den Fotos dokumentierten Striemen auf dem 
Rücken des Beschuldigten habe er nichts zu tun. Er habe ihn nicht geschlagen. Das Gerangel 
zwischen dem Beschuldigten und dem Berufungskläger habe vielleicht zwei Minuten gedauert. 
Der Berufungskläger habe versucht, wegzugehen und die Mutter des Beschuldigten habe ihn 
weggerissen. Vermutlich hätten sich die beiden gegenseitig festgehalten. Der Berufungskläger 
habe seine Stöcke fassen wollen und es sei alles schnell gegangen (Verhandlungsprotokoll, S. 
6-7). Der Beschuldigte sagte schliesslich auf Ergänzungsfragen hin aus, dass seine Mutter beim 
Vorfall nicht dabei gewesen sei. Sie sei aufgrund der persönlichen Vorgeschichte mit dem Beru-
fungskläger nicht in der Lage gewesen, alleine an ihre Einvernahme zu gehen. Sie habe die Aus-
sage verweigert, weil sie damit weitere psychische Belastungen habe vermeiden wollen (Ver-
handlungsprotokoll, S. 8).   
 

3.3. 

3.3.1. In Würdigung der vorstehend zusammengefassten Beweiserhebungen kommt das Kan-
tonsgericht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass zwischen dem Beschul-
digten und dem Berufungskläger eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung stattgefunden 
hat, wobei die dokumentierten Verletzungsfolgen im Gesicht des Berufungsklägers sowie die 
Schlagspuren auf dem Rücken des Beschuldigten entstanden sind. Weiter bestehen keine ernst 
zu nehmenden Zweifel daran, dass der Beschuldigte für die Verletzung im Gesicht des Beru-
fungsklägers ursächlich war und der Berufungskläger mit seinen Walkingstöcken auf den Rücken 
des Beschuldigten eingewirkt hat. Eine alternative Verursachung der Verletzungen bzw. Schlag-
spuren, wie sie sowohl vom Beschuldigten als auch vom Berufungskläger geltend gemacht wird, 

 
 
 

 
 
Seite 13  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ist mit Blick auf die nachgewiesenen Umstände der Auseinandersetzung als unwahrscheinlich zu 
bewerten. Offen bleibt, ob der Beschuldigte den Berufungskläger dadurch verletzte, dass er ihn 
mit der Hundeleine in das Gesicht schlug oder einen Walkingstock mit den Händen fasste und 
diesen gegen den Berufungskläger zurückstiess. Diese Sachverhaltsfrage muss mit Verweis auf 
die nachstehenden Erwägungen nicht abschliessend beantwortet werden.    
 

3.3.2. Bei der Würdigung der Aussagen der Beteiligten fällt auf, dass sie jeweils ihr Gegenüber 
als Initiator der Auseinandersetzung darstellen und einen eigenen Tatbeitrag ausschliessen oder 
zumindest marginalisieren. Der Berufungskläger hat an seiner tatzeitnahen Befragung vom 
30. Mai 2017 ausgeführt, dass der Beschuldigte, ohne irgendetwas zu sagen, mit der Leine drei-
mal auf ihn eingeschlagen habe und anschliessend einfach weitergelaufen sei. Anlässlich der 
Konfrontationseinvernahme vom 19. Dezember 2017 sowie der nachfolgenden Befragungen 
durch das Strafgericht und das Kantonsgericht ergänzte der Berufungskläger seine Aussagen 
dahingehend, dass sich der Beschuldigte zunächst kurz mit seiner Mutter unterhalten, dem Be-
schuldigten Schläge angedroht, ihn als "Sauhund" bezeichnet und ihm abschliessend gedroht 
habe, er werde ihn das nächste Mal totschlagen. Dies widerspricht der ersten Darstellung, wo-
nach der Beschuldigte unvermittelt und wortlos gegen den Berufungskläger tätlich geworden sei. 
Sodann räumte der Berufungskläger erst an der Konfrontationseinvernahme vom 19. Dezember 
2017 ein, dass es zwischen den Beteiligten zu einem "Gerangel" gekommen sei, welches die 
Mutter des Beschuldigten habe auflösen müssen. Auffallend ist schliesslich, dass der Berufungs-
kläger im Rahmen seiner Einvernahmen wiederholt betonte, er habe sich nicht wehren können, 
weil seine Hände in den Schlaufen der Walkingstöcke gefangen gewesen seien. Dieser Umstand 
schliesst indessen nicht aus, dass der Stock an den Schlaufen gehalten als Schlaginstrument 
gegen eine Person eingesetzt werden kann. Unklar bleibt gestützt auf die vorgenannten Ausfüh-
rungen auch, in welcher Art und Weise sich der angeblich wehrlose Berufungskläger auf ein "Ge-
rangel" mit dem Beschuldigten hat einlassen können. Angesichts der dokumentierten Schlagspu-
ren am Rücken des Beschuldigten (act. 91/133) sind die betreffenden Aussagen des Berufungs-
klägers als Schutzbehauptungen zu werten. Die Depositionen des Beschuldigten im vorliegenden 
Verfahren weisen ebenfalls verschiedene Ungereimtheiten auf. So hat er bei seiner polizeilichen 
Befragung vom 30. Mai 2017 ausgesagt, dass der Hund angeleint gewesen und im Verlauf des 
tätlichen Angriffs mit der Leine weggelaufen sei. Der Beschuldigte sei dann seinem Hund hinter-
hergegangen. Es sei nicht möglich gewesen, den Berufungskläger mit der Leine zu schlagen, 
weil der Hund damit davongerannt sei. Anlässlich der Konfrontationseinvernahme 19. Dezember 
2017 führte der Beschuldigte dagegen aus, dass er die Leine mit sich getragen habe und sein 
Hund sei von Beginn des Spaziergangs an nicht angeleint gewesen sei. Während der Beschul-
digte an derselben Einvernahme schilderte, dass er vom Berufungskläger an einem versteckten 
Raum auf einem Fussgängerweg im Tal abgepasst worden sei, sagte er anlässlich der Hauptver-
handlung vor dem Strafgericht aus, dass er den Berufungskläger von weitem gesehen habe. Die-
ser Darstellung steht wiederum die Aussage an der kantonsgerichtlichen Verhandlung entgegen, 
wonach der Beschuldigte den Berufungskläger relativ spät gesehen habe, weil der Weg dort un-
übersichtlich sei. Sodann gab der Beschuldigte vor den Schranken der Vorinstanz zu Protokoll, 

 
 
 

 
 
Seite 14  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dass der Berufungskläger seinen Hund habe zusammenschlagen wollen und er deshalb den 
Stock genommen habe. Dies widerspricht den früheren Schilderungen sowie den Aussagen vor 
dem Kantonsgericht, wonach der Berufungskläger den Beschuldigten mit dem Stock habe ins 
Gesicht stechen wollen, so dass letzterer den Stock mit den Händen gefasst und zurückgestos-
sen habe. Gestützt auf die vorstehend zusammengefassten Aussagen lassen sich Beginn, Ablauf 
und Auflösung der tätlichen Auseinandersetzung nicht abschliessend klären. Das Aussagever-
halten beider Beteiligten erscheint hinsichtlich wichtiger Realkriterien lückenhaft und inkonsistent. 
Ihre Depositionen relativieren jeweils die eigene Beteiligung an der Auseinandersetzung und sind 
in ihrer Gesamtheit nicht als glaubhaft zu bewerten, so dass keine Version als überwiegend wahr-
scheinlich angesehen werden kann.   
 

3.3.3. Der Berufungskläger bringt vor, der Beschuldigte habe ein Motiv für den tätlichen Angriff 
gehabt, weil er nur wenige Wochen davor polizeilich einvernommen worden sei und den Beru-
fungskläger als Urheber der Strafanzeige vermutet habe. Zudem könne die Aussageverweige-
rung der Mutter des Beschuldigten nur dahingehend gedeutet werden, dass sie ihren Sohn vor 
einer belastenden Aussage habe schützen wollen. Dies spreche für die Sachverhaltsdarstellung 
des Berufungsklägers.  
 

Es ist aktenkundig, dass der Beschuldigte am 3. Mai 2017 von der Polizei Basel-Landschaft zum 
Vorwurf der Bestellung von Waren und Dienstleistungen zum Nachteil von Dritten befragt wurde 
(act. 21 ff.). Auf den Vorhalt, dass er dabei auch die Unterschrift des Berufungsklägers gefälscht 
habe, führte der Beschuldigte aus, für ihn sei der Fall nun klar. Der Berufungskläger und seine 
Lebensgefährtin würden ihn in der Nachbarschaft verleumden wollen. Der Vorwurf sei "erstunken 
und erlogen" und auf "dem Mist" des Berufungsklägers gewachsen (act. 31). Die vorstehend an-
geführten Umstände führen entgegen der Auffassung des Berufungsklägers nicht zur Glaubhaf-
tigkeit seiner Schilderung des Geschehens. Die vermutete Strafanzeige könnte Anlass für einen 
Streit zwischen den Beteiligten gegeben haben, doch lassen sich daraus keine Rückschlüsse auf 
den konkreten Ablauf der tätlichen Auseinandersetzung ziehen. Ein solcher Streit ist kein hinrei-
chendes Indiz dafür, dass der Berufungskläger unvermittelt vom Beschuldigten angegriffen 
wurde. Auch sagt er nichts darüber aus, welche Rolle dem Berufungskläger während des von 
ihm selbst eingeräumten "Gerangels" zukam und wie die Schlagspuren am Rücken des Beschul-
digten verursacht worden sind. Der Umstand, dass die Mutter des Beschuldigten von ihrem Zeug-
nisverweigerungsrecht (Art. 168 Abs. 1 lit. c StPO) Gebrauch gemacht hat, kann sich bei der 
Beweiswürdigung ebenfalls nicht zu Lasten des Beschuldigten auswirken. Die Verweigerung ei-
ner potentiell entlastenden Aussage ist nicht generell als belastendes Indiz zu werten. Sodann 
hat der Beschuldigte plausibel dargelegt, dass die Motivation für die Verweigerung der Aussage 
in den psychischen Belastungen eines langjährigen Nachbarschaftsstreits gründet.  
 

3.3.4. Das Strafgericht ging mit Entscheid vom 18. Mai 2020 davon aus, dass sich der Beschul-
digte und der Berufungskläger auf ein Handgemenge eingelassen hätten, wobei nicht zu eruieren 

 
 
 

 
 
Seite 15  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sei, wer welchen Anteil daran gehabt habe. Diese Beweiswürdigung ist insoweit zutreffend, als 
sich der konkrete Ablauf der tätlichen Auseinandersetzung nicht hinreichend nachweisen lässt. 
Doch kann beim vorliegenden Beweisergebnis entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht 
zweifelsfrei davon ausgegangen werden, dass sich die Beteiligten aus freien Stücken auf ein 
Handgemenge eingelassen haben. Die jeweiligen Tathandlungen und ihre zeitliche Abfolge 
konnten nicht abschliessend geklärt werden. Deshalb ist es in Nachachtung des Grundsatzes "in 
dubio pro reo" als ebenso wahrscheinlich zu erachten, dass eine beteiligte Person Opfer eines 
tätlichen Angriffs der anderen Person wurde und sich anschliessend dagegen zur Wehr gesetzt 
hat. Ob der Beschuldigte zunächst den Berufungskläger tätlich angegangen hat oder es umge-
kehrt der Berufungskläger war, der die Auseinandersetzung mit dem anschliessenden Gerangel 
auslöste, ist nicht erstellt.  
 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Die Vorinstanz hat erwogen, dass eine Person, die sich auf ein Handgemenge in der Art 
des vorliegenden einlasse, in Kauf nehme, dabei leicht verletzt zu werden. Bei solchen Verlet-
zungen handle es sich zufolge Einwilligung nicht um ein strafrechtlich relevantes Unrecht, wes-
halb beide Beschuldigten von dem ihnen gegenüber erhobenen Vorwurf freizusprechen seien. 
Auch wenn dieser Freispruch in teilweiser Abweisung der Berufung zu bestätigen ist, erweist sich 
die rechtliche Würdigung der Vorinstanz als unzutreffend und mit Art. 10 StPO nicht vereinbar. 
Gestützt auf das vorliegende Beweisergebnis kann nicht zweifelsfrei davon ausgegangen wer-
den, dass sich beide Beteiligten freiwillig auf eine tätliche Auseinandersetzung eingelassen ha-
ben. Es erscheint ebenso wahrscheinlich, dass eine Person gegen die andere tätlich wurde und 
letztere den Angriff in gerechtfertigter Art und Weise (Art. 15 des Schweizerischen Strafgesetz-
buchs [StGB, SR 311.0]) abwehrte. Von dieser für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage 
muss vorliegend sowohl beim Beschuldigten als auch beim Berufungskläger ausgegangen wer-
den. Die Strafbarkeit entfällt damit nicht zufolge Einwilligung, sondern wegen Annahme einer 
rechtfertigenden Notwehrlage.  
 

4.2. Entsprechend dem erstinstanzlichen Freispruch wird die Abweisung der Zivilforderung 
des Berufungsklägers über insgesamt Fr. 4'500.– (Ziff. 2.2 des angefochtenen Urteils) ebenfalls 
bestätigt. Somit unterliegt der Berufungskläger vollumfänglich, soweit er im vorliegenden Verfah-
ren als Privatkläger auftritt.  
 

4.3.  

4.3.1. Beim vorliegend massgeblichen Sachverhalt kann den Beteiligten kein prozessuales 
Verschulden im Sinne von Art. 426 Abs. 2 StPO vorgeworfen werden. Der von der Vorinstanz 
erhobene Vorwurf, wonach dem Beschuldigten und dem Berufungskläger eine Verletzung klarer 
prozessualer Pflichten vorzuwerfen sei, weil sie gegenüber den Strafverfolgungsbehörden wahr-
heitswidrig angeben hätten, von ihrem Gegner ohne ihr Dazutun angegriffen worden zu sein, 

 
 
 

 
 
Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

widerspricht der Beweiswürdigungsregel von Art. 10 StPO. Gestützt auf die vorstehenden Erwä-
gungen kann nicht zu Lasten der Beteiligten auf diesen Sachverhalt abgestellt werden. Deshalb 
ist das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich der Kostenfolgen (Ziffern 3, 4.1 und 4.2) in teilweiser 
Gutheissung der Berufung aufzuheben und neu zu fällen (Art. 408 StPO). Die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 1'692.– und der Ge-
richtsgebühr von Fr. 1'600.–, gehen demnach zu Lasten des Staates.  
 

4.3.2 Dem Berufungskläger ist sodann gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO für das erstin-
stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung aus der Staatskasse auszurichten. Ihre Höhe rich-
tet sich nach den kantonalen Anwaltstarifen. Die Kosten der Vertretung müssen in einem ver-
nünftigen Verhältnis zur Komplexität des Falles und zur Wichtigkeit der Sache stehen. Unnötige 
und übersetzte Kosten sind nicht zu ersetzen (WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar StPO, 
2. A. 2014, Art. 429, N 16). Analog zur amtlichen Verteidigung sind alle angemessenen Aufwen-
dungen zur wirkungsvollen Ausübung des Mandats zu entschädigen, wobei dies nur jene Bemü-
hungen umfasst, die in kausalem Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren 
stehen und die verhältnismässig und notwendig sind (RUCKSTUHL, Basler Kommentar StPO, 2. A. 
2014, Art. 135, N. 3; LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 3. A. 2020, Art. 135, N 6). Sekretariats-
arbeiten und anwaltliche Kürzestaufwände werden nicht vergütet (LIEBER, a.a.O., Art. 135, N 4). 
Gemäss § 2 und 3 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO, SGS 178.112) be-
stimmt sich die Parteientschädigung im Strafverfahren nach dem Zeitaufwand, wobei je nach 
Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, der damit verbundenen Verantwortung sowie der per-
sönlichen und finanziellen Verhältnisse der vertretenen Person ein Honorar von Fr. 200.– bis 
350.– pro Stunde zu entrichten ist. Für die Bemühungen von Substitutinnen oder Substituten sind 
1/3 bis 2/3 des für den konkreten Fall massgebenden Stundenansatzes zu berechnen. 
 

4.3.3. Für das Verfahren vor dem Strafgericht (ohne Hauptverhandlung vom 18. Mai 2020) hat 
der Vertreter des Berufungsklägers, Advokat Dieter Roth, zwei Honorarnoten vom 18. Mai 2020 
eingereicht, wobei er einen Aufwand von insgesamt 20.0833 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 
250.– sowie einen Aufwand von 0.1667 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 125.– (Volontärsarbei-
ten) geltend macht. Nicht zu vergüten sind die in den Honorarnoten aufgeführten Aufwendungen 
für Telefonversuche, Korrespondenz mit der Rechtsschutzversicherung und die Zustellung von 
Vollmachten und Vorladungsdoppeln. Dies führt zu einer Kürzung des zu entschädigenden Auf-
wandes im Umfang von insgesamt 1.5 Stunden. Für die erstinstanzliche Hauptverhandlung kann 
ein weiterer Aufwand von 3.75 Stunden berücksichtigt werden. Angesichts der Schwierigkeit und 
Bedeutung der Sache ist ein Stundenansatz von Fr. 230.– (Fr. 115.– für Volontärsarbeiten) zu 
vergüten. Dies führt zu einem Betrag von total Fr. 5'330.50 (inkl. Auslagen von Fr. 174.70), worauf 
eine MWSt von Fr. 415.60 zu entrichten ist. Die Parteientschädigung beläuft sich damit auf ins-
gesamt Fr. 5'746.10. 
 

 
 
 

 
 
Seite 17  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

III. Kosten 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-
rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, 
auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Vorliegend 
werden der erstinstanzliche Freispruch sowie die Abweisung der Zivilforderung bestätigt, so dass 
der Berufungskläger in seiner Eigenschaft als Privatkläger vollumfänglich unterliegt. Dagegen 
obsiegt er als Beschuldigter, indem der Kostenentscheid der Vorinstanz aufgehoben und im 
Sinne der Anträge des Berufungsklägers abgeändert wird. Damit kann der Berufungskläger als 
zu 2/3 unterliegend und zu 1/3 obsiegend angesehen werden. Die ordentlichen Kosten des Be-
rufungsverfahrens in Höhe von Fr. 4'650.–, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 4'500.– (§ 12 
Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von 
Fr. 150.–, gehen daher im Umfang von 2/3 (= Fr. 3'100.–) zu Lasten des Berufungsklägers und 
im Umfang von 1/3 (= Fr. 1'550.–) zu Lasten des Staates. 
 

2.  

2.1. Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädigung und Genugtu-
ung im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429 ff. StPO. Diesen Bestimmungen ist keine Rege-
lung im Sinne von Art. 428 Abs. 1 StPO zu entnehmen. Dessen ungeachtet hat sich indes auch 
der Anspruch auf Entschädigung im Rechtsmittelverfahren nach Massgabe des Obsiegens oder 
Unterliegens zu richten (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessord-
nung, 2011, Rz. 578; SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. A. 2018, Art. 436 N 1; 
WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar StPO, 2. A. 2014, Art. 436 N 4). Angesichts des vorlie-
genden Verfahrensausgangs ist dem Berufungskläger im Umfang seines Obsiegens in der Ei-
genschaft als Beschuldigter (1/3) eine Parteientschädigung aus der Staatskasse auszurichten.   
 

2.1. Mit Honorarnote vom 16. Februar 2021 weist der Vertreter des Berufungsklägers, Advo-
kat Dieter Roth, einen Aufwand von 16.25 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 250.– zuzüglich 
Auslagen und Mehrwertsteuer aus, wobei er die Bemühungen der Berufungsverhandlung noch 
nicht berücksichtigt hat. Mit Verweis auf die vorstehenden Erwägungen zur Parteientschädigung 
(E. II.4.3) ist ein Stundenansatz von Fr. 230.– angemessen. Die Aufwendungen für Telefonver-
suche werden nicht vergütet, so dass der zu entschädigende Aufwand um 25 Minuten zu kürzen 
ist. Für die Berufungsverhandlung können 1 Stunde und 50 Minuten (bzw. 1.833 Stunden) be-
rücksichtigt werden. Daraus resultiert ein Betrag von total Fr. 4'202.20 (inkl. Auslagen von Fr. 
138.90), worauf eine MWSt von Fr. 323.60 zu entrichten ist. Das Honorar beläuft sich damit auf 
total Fr. 4'525.80. Hiervon ist dem Berufungskläger 1/3 (33%), mithin Fr. 1'493.50 (inkl. Auslagen 
und MWSt von Fr. 106.80), aus der Staatskasse zu entschädigen.   

 
 
 

 
 
Seite 18  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://:  I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 18. Mai 

2020, auszugsweise lautend: 
 
"1.1 B.____ wird vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung 
 freigesprochen. (…) 
 
2.2. Die Zivilklage von A.____ über insgesamt Fr. 4'500.-- 
 wird abgewiesen. 
 
3. A.____ wird gestützt auf Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO eine Par-
 teientschädigung verwehrt. 
 
4.1. A.___ trägt gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO die ihn be- 
 treffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten 
 des Vorverfahrens von Fr. 887.-- und der Gerichtsgebühr von 
 Fr. 800.--. Wird keine schriftliche Urteilsbegründung ausge- 
 fertigt, wird die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.-- ermässigt. 
 
4.2 B.____ trägt gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO die ihn be- 
 treffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des 
 Vorverfahrens von Fr. 805.-- und der Gerichtsgebühr von 
 Fr. 800.--. Wird keine schriftliche Urteilsbegründung ausge- 
 fertigt, wird die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.-- ermässigt. 
 (…)" 
 

wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten 
A.____ in den Ziffern 3, 4.1 und von Amtes wegen in  
Ziffer 4.2 aufgehoben und wie folgt geändert: 

"3. A.____ wird gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Par-
 teientschädigung von Fr. 5'746.10 (inkl. Auslagen und MWSt 
 von Fr. 415.60) aus der Staatskasse ausgerichtet. 
 
4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorver-
 fahrens von Fr. 1'692.– und der Gerichtsgebühr von 
 Fr. 1'600.–, gehen zu Lasten des Staates." 
 

Im Übrigen wird die Berufung des Privatklägers A.____ abgewie-
sen und das vorinstanzliche Urteil bestätigt. 
 

 
 
 

 
 
Seite 19  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 
Fr. 4'650.–, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 4'500.– sowie 
Auslagen von Fr. 150.–, gehen im Umfang von 2/3 (= Fr. 3'100.–) zu 
Lasten des Privatklägers A.____ und im Umfang von 1/3 
(= Fr. 1'550.–) zu Lasten des Staates. 

 III. A.____ wird für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 
von Fr. 1'493.50 (inkl. Auslagen und 8% MWSt von Fr. 106.80) aus 
der Staatskasse ausgerichtet.  
 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Bryan Smith 

 
 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.