# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 972cf6ba-95c3-5ad8-bc29-a925ed90449c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 31.10.2023 LC230033
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC230033_2023-10-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC230033-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichterin lic. iur. 

R. Bantli Keller sowie Gerichtsschreiberin MLaw M. Schnarwiler 

Beschluss und Urteil vom 31. Oktober 2023 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____, 
Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung  
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren 
des Bezirksgerichtes Uster vom 2. Juni 2023; Proz. FE130001 
 
  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 523 S. 2 f. und act. 524 S. 1 f.) 

Schlussanträge der Klägerin (act. 523 S. 2 f.): 

"1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 112 ZGB zu 
scheiden. 

2. Es sei der Klägerin im Sinne von Art. 121 Abs. 3 ZGB bis zum 
31. Dezember 2023 ein befristetes Wohnrecht am Miteigen-
tumsanteil des Beklagten an der ehelichen Liegenschaft an der 
C._____-strasse 1 in D._____ (GB Blatt 2, Liegenschaft, Kat. 
Nr. 3) einzuräumen.  

3. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin an den Unter-
halt für E._____ ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 
Beginn des 2. Lehrjahres (voraussichtlich 2. August 2023) ei-
nen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'838.95 zzgl. all-
fällige gesetzliche und/oder vertragliche Ausbildungszulagen 
zu bezahlen. Zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats an die Klägerin, solange E._____ nicht selbstän-
dig Anspruche aus Art. 277 Abs.2 ZGB gegen den Beklagten 
stellt oder eine andere Zahlstelle bezeichnet.  

4. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin ab Rechtskraft 
des Scheidungsurteils einen persönlichen nachehelichen mo-
natlichen Unterhalt wie folgt zu bezahlen:  

 - mind. CHF 7'087.15 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils 
bis zum Eintritt des Beklagten ins ordentliche AHV-Alter 

 - mind. CHF 5'274.20 ab Eintritt des Beklagten ins ordentliche 
AHV-Alter  

 zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.  
5. Die Unterhaltsbeiträge gemäss vorstehenden Ziffern 3 und 4 

seien gerichtsüblich zu indexieren.  
6. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen 

und der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine güter-
rechtliche Ausgleichszahlung von mind. CHF 1'240'035.10 zu 
bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Schei-
dungsurteils. 

7. Es seien die während der Ehe geäufneten Altersguthaben der 
Parteien zu ermitteln und gestützt auf Art. 123 ZGB hälftig zu 
teilen. 

8. Allfällig diesen Anträgen entgegenstehenden Anträge des Be-
klagten seien vollumfänglich abzuweisen.  

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) zulas-
ten des Beklagten." 

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Schlussanträge des Beklagten (act. 524 S. 1 f.): 

a. Die mit Datum vom tt. Juni 2000 zwischen den Parteien ge-
schlossene Ehe sei zu scheiden. 

b. Es sei der Beklagte zu verpflichten, an die Klägerin als Vorsor-
geunterhalt bis zu ihrer ordentlichen Pensionierung im April 
2029 monatlich ein Betrag von CHF 1'000 zu bezahlen. Dieser 
Unterhalt sei als einmalige Kapitalleistung festzulegen und die 
Auszahlung an die Klägerin soll mit dem Verkauf der Liegen-
schaft an der C._____-strasse 1 in D._____ erfolgen. Darüber 
hinaus sind die Unterhaltsforderungen der Klägerin abzuwei-
sen. 

c. Die Klägerin sei zu verpflichten die Liegenschaft C._____-
strasse 1 in D._____ innert drei Monaten nach Rechtskraft des 
Scheidungsurteils an den Beklagten zurückzuübergeben und 
dies in jenem Zustand, in welchem die Klägerin diese Liegen-
schaft zur Nutzung übernommen hatte. 

d. Die berufliche Vorsorge der Parteien sei nach den gesetzlichen 
Vorgaben aufzuteilen. Dabei sei die Aufteilung per Stichtag 
1. Januar 2017 festzulegen. Die Pensionskasse des Beklagten 
sei anzuweisen, den Betrag von CHF 82'235.05 zuzüglich Zins 
seit dem 1. Januar 2017 an die Pensionskasse oder eine Frei-
zügigkeitseinrichtung der Klägerin zu überweisen.  

e. Der Beklagte sei zu verpflichten, an die Klägerin als Ausgleich 
aller güterrechtlichen Ansprüche per Saldo den Betrag von 
CHF 100'114 zu überweisen. Die Auszahlung dieses Betrages 
an die Klägerin soll mit dem Verkauf der Liegenschaft an der 
C._____-strasse 1 in D._____ erfolgen. Darüber hinaus sind 
die Forderungen der Klägerin aus Güterrecht abzuweisen.  

f. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzli-
chen Mehrwertsteuer) seien entsprechend dem Verfahrens-
ausgang auf die Parteien zu verteilen. 

 
 

Urteil des Bezirksgerichtes: 
(act. 540) 

1. Die Ehe der Parteien wird geschieden. 

2. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin persönlich monatliche folgen-

de Unterhaltsbeträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen:  

− Fr. 3'793.– für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 

31. Dezember 2023; 

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− Fr. 2'769.– für die Zeit ab 1. Januar 2024 bis 31. März 2029; 

− Fr. 477.– für die Zeit ab 1. April 2029 bis 31. Oktober 2034. 

Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den 

Ersten eines jeden Monats.  

Der Beklagte wird darüber hinaus verpflichtet, der Klägerin zusätzlich zu 

den vorgenannten Unterhaltsbeiträgen ab dem ersten Monat nach Aus-

zug der Klägerin aus der ehelichen Liegenschaft an der C._____-strasse 

1 in D._____ bis zum Ende seiner Unterhaltspflicht monatlich im Voraus, 

zahlbar auf den ersten jeden Monats den Betrag von Fr. 990.– zu bezah-

len.  

3. Der Antrag des Beklagten, es sei für die Leistung der Unterhaltspflicht ei-

ne einmalige Kapitalleistung festzulegen, wird abgewiesen.  

4. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zu Handen des gemeinsamen 

Sohnes E._____, geb. tt. September 2003, Volljährigenunterhaltsbeiträge 

in der Höhe von monatlich Fr. 1'429.– (zzgl. allfälliger Ausbildungszula-

gen) ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. August 2023 zu 

bezahlen.  

Die Volljährigenunterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar, und zwar 

monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zah-

lungsmodalitäten gelten, solange der gemeinsame Sohn keine eigenen 

Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zah-

lungsempfänger bezeichnet. 

Es wird vorgemerkt, dass die Klägerin für die weitere Dauer des Zusam-

menlebens mit dem gemeinsamen Sohn E._____ in der ehelichen Lie-

genschaft an der C._____-strasse 1 in D._____ für die Wohnkosten des 

gemeinsamen Sohnes E._____ aufzukommen hat.  

5. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Urteilsdispositivziffer 2 basieren auf dem 

Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, 

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Stand Ende April 2023 von 106.0 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 

Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals 

auf den 1. Januar 2024, dem Stand des Indexes per Ende November des 

Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: 

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
ursprünglicher Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

                                   106.0 

6. Die F._____ Pensionskasse, … [Adresse] wird angewiesen, vom Vorsor-

gekonto des Beklagten Fr. 102'338.50 zuzüglich Zins ab 1. Januar 2017 

auf ein Freizügigkeitskonto zugunsten der Klägerin bei der G._____ [Pen-

sionskasse], … [Adresse] (Postfinance IBAN: CH4, SWIFT /BIC: 5), zu 

übertragen. 

7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Abgeltung ihrer güterrecht-

lichen Ansprüche (ohne Berücksichtigung der ehelichen Liegenschaft) 

Fr. 149'911.50 zu bezahlen, zahlbar innerhalb von 30 Tagen ab dem Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Urteils. 

8. Es wird der Klägerin bis zum 31. Dezember 2023 ein befristetes Wohn-

recht am Miteigentumsanteil des Beklagten an der ehelichen Liegenschaft 

an der C._____-strasse 1 in D._____ (GB Blatt 2, Liegenschaft Kat. Nr. 3) 

eingeräumt.  

Die Klägerin wird verpflichtet, die Hypothekarzinsen sowie die mit der 

Nutzung der Liegenschaft in Zusammenhang stehenden Nebenkosten bis 

zu ihrem definitiven Auszug alleine zu tragen. Ausdrücklich davon ausge-

nommen sind wertvermehrende oder werterhaltende Investitionen sowie 

grössere Instandsetzungs- und Renovationsarbeiten wie z.B. hinsichtlich 

einer allfälligen Dach- oder Heizungssanierung. 

9. Das Grundbuchamt H._____ wird angewiesen, den hälftigen Miteigen-

tumsanteil der Klägerin am Grundstück C._____-strasse 1 in D._____, 

Grundbuch Blatt 2, Liegenschaft, Kat.-Nr. 3, D._____, Plan Nr. 6, samt 

Grundbuch Blatt 7 (Miteigentumsanteil, 1/12 Miteigentum an GBBl 8) und 

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Grundbuch Blatt 9 (Miteigentumsanteil, 1/12 Miteigentum an GBBl 8) ins 

Eigentum des Beklagten zu übertragen, welcher somit Alleineigentümer 

des Grundstücks wird. Die Übertragung erfolgt hinsichtlich der güterrecht-

lichen Ausgleichsansprüchen unter Anrechnung eines Verkehrswerts der 

Liegenschaft von Fr. 1'350'000.–. Der Besitzesantritt in Rechten und 

Pflichten, mit Übergang von Nutzen und Gefahr, findet per 1. Januar 2024 

oder – bei späterer Rechtskraft – per Eintritt der Rechtskraft des Schei-

dungsurteils statt. Die Gebühr des Grundbuchamts für die Eigentums-

übertragung ist durch den Beklagten zu tragen.  

Die Klägerin wird verpflichtet, sämtliche erforderlichen Erklärungen abzu-

geben und Handlungen vorzunehmen, um dem Beklagten das Alleinei-

gentum an diesem Grundstück zu verschaffen. 

10. Der Beklagte wird verpflichtet, im internen und externen Verhältnis auf 

den Zeitpunkt der Übertragung der Liegenschaft in sein Alleineigentum 

sämtliche auf der Liegenschaft (Doppelhaushälfte) C._____-strasse 1, 

D._____, Grundbuch Blatt 2, Liegenschaft, Kat.-Nr. 3, lastenden Schulden 

(insbesondere Grundpfandschulden) zur alleinigen Verzinsung und Be-

zahlung zu den ihm bekannten Bestimmungen – mit Zinsen gegenüber 

den Gläubigern soweit ausstehend –, unter gänzlicher Entlastung der 

Klägerin von jeder Schuldpflicht zu übernehmen (namentlich die durch die 

Credit Suisse gemäss Bestätigung vom 26. Juli 2006 [Konto Nr. 10] ge-

währte Hypothek in der Höhe von Fr. 540'000.–). 

Er wird zudem verpflichtet, sämtliche erforderlichen Erklärungen abzuge-

ben und Handlungen vorzunehmen, welche für die Entlassung der Kläge-

rin aus der Schuldpflicht notwendig sind. 

11. Das Grundbuchamt H._____ wird weiter angewiesen, die Anmerkung 

"Zum Miteigentums-Anteil von A._____: Veräusserungsbeschränkung 

nach BVG" durch Streichung von "Zum Miteigentums-Anteil von 

A._____:" per Übertragung der Liegenschaft ins Alleineigentum des Be-

klagten gemäss Urteilsdispositivziffer 9 auf das Gesamtgrundstück Kat.-

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Nr. 3 zu verlegen, wobei die Vorsorgeeinrichtung des Beklagten als 

(einzige) Begünstigte des WEF-Vorbezuges verbleibt. 

12. Soweit der Beklagte in Zusammenhang mit der Eigentumsübertragung 

der Liegenschaft ins Alleineigentum des Beklagten Einzahlungen in die 

Pensionskasse der Klägerin hinsichtlich der Rückzahlung deren WEF-

Vorbezugs leistet, ist er zur Verrechnung mit dem Betrag gemäss nach-

stehender Urteilsdispositivziffer berechtigt.  

13. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Abgeltung ihrer güterrecht-

lichen Ansprüche betreffend die eheliche Liegenschaft Fr. 232'122.– zu 

bezahlen, zahlbar per Zeitpunkt der Übertragung der Liegenschaft ins Al-

leineigentum des Beklagten. 

14. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 26'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:  

Fr. 373.75 Gutachten Universität Zürich; 

Fr. 18'290.70 Kosten für Prozessverbeiständung Kinder. 

 
15. Die Gerichtskosten (bestehend aus der Entscheidgebühr sowie den wei-

teren Auslagen) werden den Parteien je hälftig auferlegt.  

Die Gerichtskosten werden aus den von den Parteien geleisteten Barvor-

schüssen bezogen und im Mehrbetrag eingefordert.  

16. Es werden keine Parteientschädigungen der Parteien gegenseitig zuge-

sprochen. 

17. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird verpflichtet, der Klägerin eine Ent-

schädigung in der Höhe von Fr. 945.– zu bezahlen.  

18. Schriftliche Mitteilung an 

− die Parteien, unter Beilage von Kopien von act. 528 und 529, 
− Rechtsanwalt lic. iur. X._____ hinsichtlich Erwägung 10.8 und Ur-

teilsdispositivziffer 17, 
sowie nach Eintritt der Rechtskraft  

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− den Sohn E._____ hinsichtlich Urteilsdispositivziffer 4, 
− mit Formular an das Zivilstandsamt H._____,  
− hinsichtlich Urteilsdispositivziffer 6 an die F._____ Pensionskasse, 

… [Adresse],  
− hinsichtlich Urteilsdispositivziffern 9, 10 und 11 an das Grundbuch-

amt H._____, 
je gegen Empfangsschein. 

19. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zu-

stellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt wer-

den. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begrün-

den. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.  

Werden nur Kosten- und Entschädigungsfolgen angefochten, so ist das 

Rechtsmittel der Beschwerde zu erheben (Art. 110 ZPO).  

 
 

Berufungsanträge: 

des Beklagten und Berufungsklägers (act. 539 S. 2 ff.): 
 
a)  Es sei die Ziffer 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Uster 

vom 2. Juni (Geschäfts Nr.: FE130001) aufzuheben und wie folgt abzu-
ändern: 

 
«2. a.) Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin persönlich monatli-

che folgende Unterhaltsbeträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu be-
zahlen: 
 
-  Fr. 1'312 für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 

31. Dezember 2023. 
 
-  Fr. 2'674 für die Zeit ab 1. Januar 2024 bis zum 31. März 2029. 
 
-  Fr. 228 für die Zeit ab dem 1. April 2029 bis zum 31. Oktober 

2034 
 
b.) Ab dem 1. Januar 2024 reduzieren sich die unter vorstehendem 
Buchstaben a.) genannten Unterhaltsbeträge um jeweils CHF 1'110 
(1/2 der im gebührenden Bedarf berücksichtigten Mietkosten) solan-
ge der gemeinsame Sohn E._____ mit der Klägerin einen gemein-

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samen Haushalt führt oder die Klägerin mit einer anderen erwach-
senen Person in einer Haushaltsgemeinschaft lebt. 
 
Die Erhöhung der Unterhaltsbeiträge beginnt ab dem ersten Tag des 
auf die Begründung des eigenen Haushaltes durch den gemeinsa-
men Sohn E._____ folgenden Monates. Die Reduktion der Unter-
haltsbeiträge beginnt ab dem ersten Tag des auf die Begründung ei-
ner Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen erwachsenen Person 
folgenden Monates. 
 
Wohnt die Klägerin im Zeitpunkt der Begründung des eigenen 
Haushaltes durch den gemeinsamen Sohn E._____ mit einer ande-
ren erwachsenen Person in einer Haushaltsgemeinschaft, hat der 
Beklagte unverändert den jeweils reduzierten Unterhaltsbetrag zu 
leisten. 
 
c.) Die unter vorstehendem Buchstaben a.) genannten Unterhalts-
beiträge werden sistiert, sofern die Klägerin mehr als sechs Monate 
in einem Konkubinat mit einer anderen erwachsenen Person lebt 
und sie werden aufgehoben, wenn die Klägerin eine neue Ehe-
schliessung eingeht. 
 
d.) Die unter vorstehendem Buchstaben a.) genannten Unterhalts-
beiträge sind zahlbar im Voraus, und zwar jeweils auf den Ersten ei-
nes jeden Monats.» 

 
i)  Eventualiter: Es sei die Ziffer 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksge-

richts Uster vom 2. Juni (Geschäfts Nr.: FE130001) aufzuheben und wie 
folgt abzuändern: 

 
«2. a.) Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin persönlich monatliche 
folgende Unterhaltsbeträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen: 

 
- Fr. 2'312 für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 

31. Dezember 2023 
 
- Fr. 3'674 für die Zeit ab 1. Januar 2024 bis zum 31. März 2029. 
 
-  Fr. 1338 für die Zeit ab dem 1. April 2029 bis zum 31. Oktober 

2034 
 
b.) Ab dem 1. Januar 2024 bis zum 31. Oktober 2034 reduzieren 
sich die unter vorstehendem Buchstaben a.) genannten Unterhalts-
beträge um jeweils CHF 1'110 (1/2 der im gebührenden Bedarf be-
rücksichtigten Mietkosten) für den Zeitraum in welchem der gemein-
same Sohn E._____ mit der Klägerin einen gemeinsamen Haushalt 
führt oder die Klägerin mit einer anderen erwachsenen Person in ei-
ner Haushaltsgemeinschaft lebt. 

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Die Erhöhung der Unterhaltsbeiträge beginnt ab dem ersten Tag des 
auf die Begründung des eigenen Haushaltes durch den gemeinsa-
men Sohn E._____ folgenden Monates. Die Reduktion der Unter-
haltsbeiträge beginnt ab dem ersten Tag des auf die Begründung ei-
ner Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen erwachsenen Person 
folgenden Monates. 
 
Wohnt die Klägerin im Zeitpunkt der Begründung des eigenen 
Haushaltes durch den gemeinsamen Sohn E._____ mit einer ande-
ren erwachsenen Person in einer Haushaltsgemeinschaft, hat der 
Beklagte unverändert den jeweils reduzierten Unterhaltsbetrag zu 
leisten. 
 
c.) Die unter vorstehendem Buchstaben a.) genannten Unterhalts-
beiträge werden sistiert, sofern die Klägerin mehr als sechs Monate 
in einem Konkubinat mit einer anderen erwachsenen Person lebt 
und sie werden aufgehoben, wenn die Klägerin eine neue Ehe-
schliessung eingeht. 
 
d.) Die unter vorstehendem Buchstaben a.) festgelegten Unterhalts-
beträge für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 31. März 
2029 reduzieren sich um CHF 370, sofern die Klägerin weiterhin ei-
ner selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgeht bzw. in einer Anstel-
lung bei einer juristischen Person ist, an welcher sie mindestens 
50% des Geschäftskapitals beteiligt ist. 
 
e.) Die unter vorstehendem Buchstaben a.) genannten Unterhalts-
beiträge sind zahlbar im Voraus, und zwar jeweils auf den Ersten ei-
nes jeden Monats.» 
 

b)   Es sei die Ziffer 7 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Uster 
vom 2. Juni (Geschäfts Nr.: FE130001) aufzuheben und wie folgt abzu-
ändern: 

 
«Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Abgeltung ihrer gü-
terrechtlichen Ansprüche (ohne Berücksichtigung der ehelichen Lie-
genschaft) CHF 49'909 zu bezahlen. Zahlbar innerhalb von 30 Ta-
gen ab dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils. Der Beklagte wird 
dazu berechtigt, allenfalls zuviel bezahlte Unterhaltsbeiträge mit die-
ser güterrechtlichen Ausgleichszahlung zur Verrechnung zu brin-
gen.» 
 

c)  Es sei die Ziffer 13 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Uster 
vom 2.Juni (Geschäfts Nr.: FE130001) aufzuheben und wie folgt abzuän-
dern: 

 

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«Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Abgeltung ihrer gü-
terrechtlichen Ansprüche betreffend die eheliche Liegenschaft 
CHF 92'096 zu bezahlen, zahlbar per Zeitpunkt der Übertragung der 
Liegenschaft ins Alleineigentum des Beklagten bzw. mit Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils.» 
 

d)  Es sei die Ziffer 15 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Uster 
vom 2. Juni (Geschäfts Nr.: FE130001) aufzuheben und wie folgt abzu-
ändern: 

 
«Die Gerichtskosten (bestehend aus der Entscheidgebühr sowie den 
weiteren Auslagen) werden zu 11/12 der Klägerin und zu 1/12 dem 
Beklagten auferlegt. 
 
Die Gerichtskosten werden aus den von den Parteien geleisteten 
Barvorschüssen bezogen und im Mehrbetrag eingefordert.» 

 
e)  Es sei die Ziffer 16 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Uster 

vom 2. Juni (Geschäfts Nr.: FE130001) aufzuheben und wie folgt abzu-
ändern: 

 
«Die Parteientschädigung wird auf CHF 32'000 festgesetzt. Die Klägerin 
hat den Beklagten mit 11/12 davon, also CHF 29'333 zu entschädigen. 
Der Beklagte wird berechtigt, diese Parteientschädigung mit den güter-
rechtlichen Ausgleichsansprüchen gemäss Dispositiv Ziffer 7 und Disposi-
tiv Ziffer 13 zur Verrechnung zu bringen.» 
 

f)  Es sei die Ziffer 17 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Uster 
vom 2. Juni (Geschäfts Nr.: FE130001) aufzuheben. 

 
g) Eventualiter (Subeventualiter) seien die Dispositiv Ziffern 2., 7., 13., 15., 

16. und 17. des Urteils des Bezirksgericht Uster vom 2. Juni 2023 an die 
Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 

 
h)  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzli-

chen Mehrwertsteuer) zu Lasten der Berufungsbeklagte. 
  

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Erwägungen: 

I. 

1.  

1.1. Die Parteien heirateten am tt. Juni 2000 und sind die Eltern von I._____, 

geboren tt. Februar 2001, und E._____, geboren tt. September 2003 (act. 540 

S. 3). Das Paar trennte sich im Juni 2010, wobei die Modalitäten der Trennung 

mit Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster, summarisches Ver-

fahren, vom 27. September 2010 geregelt wurden (act. 4/25 S. 3 ff.; Ehe-

schutzverfahren Geschäfts-Nr. EE100088). Die Parteien erwarben während der 

Ehe ein Einfamilienhaus an der C._____-strasse 1 in D._____ je zu hälftigem 

Eigentum, welches als Familienwohnung diente (act. 236/45). Sie unterstehen 

dem ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. 

1.2. Am 4. Januar 2013 reichte der Beklagte/Berufungskläger (nachfolgend 

Beklagter) beim Einzelgericht im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Us-

ter ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein (act. 1). Nach Durchführung der 

Anhörung der Parteien und einer Instruktionsverhandlung (Prot.Vi. S. 5) wurde 

mit Verfügung vom 27. Mai 2013 der Klägerin/Berufungsbeklagten die Rolle der 

Klägerin (fortan so genannt) zugeteilt (act. 29). In den folgenden zehn Jahren 

führte die Vorinstanz ein umfangreiches Scheidungsverfahren durch, in dessen 

Verlauf die beiden Kinder volljährig wurden, sich die Parteien unter anderem 

zweimal vollumfänglich zur Sache sowie zu Noven äussern konnten, diverse 

Urkunden einreichten (u.a. act. 35, 52, 234, 236/1-46, 254, 255/1-18, 274-

275/1-17) und die Vorinstanz mehrmals über Begehren um vorsorgliche Mass-

nahmen zu entscheiden hatte. Wiederholte Vergleichsbemühungen des Ge-

richts blieben erfolglos (u.a. Prot. Vi S. 5, 71 ff., 141 und 150 ff., act. 417 und 

420). An der mündlichen Verhandlung vom 6. März 2023 wurden die Parteien 

persönlich befragt, sie konnten sich abermals zu Noven äussern und ihre 

Rechtsvertreter erstatteten die Schlussvorträge (Prot.Vi S. 158 ff.).  

1.3. Mit Urteil vom 2. Juni 2023 (act. 531 = act. 540 [Aktenexemplar]) schied 

die Vorinstanz die Ehe der Parteien, verpflichtete den Beklagten zu nacheheli-

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chem Unterhalt (Dispositiv-Ziff. 2), regelte den Vorsorgeausgleich, gewährte 

der Klägerin ein befristetes Wohnrecht im Einfamilienhaus der Parteien und 

nahm die güterrechtliche Auseinandersetzung vor, wobei sie den Beklagten zur 

Abgeltung der güterrechtlichen Ansprüche der Klägerin (ohne eheliche Liegen-

schaft) zu einer Zahlung von CHF 149'911.50 verpflichtete (Dispositiv-Ziff. 7). 

Im Weitern wies die Vorinstanz das Eigentum an der ehelichen Liegenschaft 

dem Beklagten zu und verpflichtete ihn zur Abgeltung der güterrechtlichen An-

sprüche der Klägerin aus der ehelichen Liegenschaft zu einer Zahlung von 

CHF 232'122.– (Dispositiv-Ziff. 13). Ferner verpflichtete die Vorinstanz den 

Rechtsvertreter des Beklagten, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, der Klägerin ei-

ne Entschädigung von CHF 945.– zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 17; vgl. auch 

das eingangs aufgeführte Urteil der Vorinstanz). Für Einzelheiten des erstin-

stanzlichen Verfahrens wird auf die ausführliche Darstellung im angefochtenen 

Urteil sowie die Vorakten verwiesen (act. 540 S. 3 ff.; act. 1-537). 

2.  Am 28. August 2023 (Datum Poststempel, act. 539) erhob der Beklagte 

gegen das Urteil der Vorinstanz Berufung. Er verlangt im Wesentlichen die Re-

duktion des nachehelichen Unterhalts (diverse Begehren unter Berufungsan-

trag a), die Reduktion der güterrechtlichen Abgeltung ohne Einbezug der eheli-

chen Liegenschaft (Berufungsantrag b), die Reduktion der güterrechtlichen Ab-

geltung bezüglich der ehelichen Liegenschaft (Berufungsantrag c), die Abände-

rung der Verteilung der Gerichtskosten (Berufungsantrag d) und der Entschä-

digung (Berufungsantrag e), die Aufhebung der Zahlungsverpflichtung seines 

Rechtsvertreters (Berufungsantrag f) sowie eventualiter die Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung in den angefochtenen Punkten 

(Berufungsantrag g; vgl. im Einzelnen vorstehend aufgeführte Berufungsanträ-

ge). Die Akten der Vorinstanz wurden von Amtes wegen beigezogen (act. 1-

537). Mit Verfügung vom 5. September 2023 delegierte die Kammervorsitzende 

die Prozessleitung an die Referentin und setzte dem Beklagten Frist zur Be-

zahlung des Kostenvorschusses an (act. 541), welcher am 18. September 

2023 geleistet wurde (act. 543).  

- 14 - 

 Nach Prüfung der Akten erweist sich die Sache als spruchreif, weshalb 

von der Einholung einer Berufungsantwort abzusehen ist (Art. 312 ZPO). Der 

Klägerin ist die Berufungsschrift zusammen mit diesem Entscheid zur Kennt-

nisnahme zuzustellen. 

II. 

1.   

1.1.   Die Berufung ist gemäss Art. 311 ZPO innert 30 Tagen seit Eröffnung ei-

nes Entscheides schriftlich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz einzu-

reichen. Mit ihr können sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 

ZPO); zu Letzterer zählt ebenso die unrichtige Anwendung des pflichtgemäs-

sen Ermessens. Die Berufung erhebende Partei trifft eine Begründungslast. Sie 

hat substantiiert vorzutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Ent-

scheid unrichtig ist und wie er geändert werden muss (BGer 4A_418/2017 vom 

8. Januar 2018 E. 2.3 und 5A_111/2016 vom 6. September 2016 E. 5.3). 

1.2.   Die Berufungsinstanz kann die vorgebrachten Mängel in tatsächlicher und 

rechtlicher Hinsicht frei und uneingeschränkt prüfen (freie bzw. volle Kognition; 

BGE 138 III 374 ff. E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4). Dies bedeutet jedoch nicht, 

dass die Berufungsinstanz gehalten wäre, von sich aus wie ein erstinstanzli-

ches Gericht alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu un-

tersuchen, wenn die Parteien diese in oberer Instanz nicht mehr aufwerfen; 

vielmehr hat sich die Berufungsinstanz grundsätzlich – abgesehen von offen-

sichtlichen Mängeln – auf die Beurteilung der in der Berufungsbegründung er-

hobenen Beanstandungen zu beschränken und darf sich auf die wesentlichen 

Überlegungen konzentrieren, von welchen sie sich hat leiten lassen (BGE 142 

III 413 E. 2.2.4; BGer 4A_418/2017 vom 8. Januar 2018 E. 2.3).  

1.3.   Der Beklagte erhob die Berufung unter Berücksichtigung der Gerichtsferi-

en rechtzeitig innert 30-tägiger Rechtsmittelfrist (act. 532 und 539). Die Beru-

fungsschrift enthält Anträge sowie eine Begründung derselben (vgl. Art. 311 

ZPO). Der Beklagte ist durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert, weil 

- 15 - 

die Vor-instanz mit ihrem Entscheid seinen Rechtsbegehren nicht vollumfäng-

lich entsprochen hat. Der Vorschuss wurde rechtzeitig geleistet. Auf die Beru-

fung ist daher einzutreten. 

2.   

2.1.  Der Beklagte stellt formell den Antrag, es sei gegenüber den Parteien die 

Teilrechtskraft der nicht von der Berufung angefochtenen Teile des Urteils der 

Vorinstanz zu bestätigen (act. 539 S. 6 und S. 11 f.).  

 Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des ange-

fochtenen Entscheids nur im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Wenn 

die Berufung nicht offensichtlich unzulässig oder offensichtlich unbegründet ist, 

stellt die Rechtsmittelinstanz die Berufung der Gegenpartei zur schriftlichen 

Stellungnahme zu (Art. 312 ZPO). Die im ordentlichen Verfahren zulässige An-

schlussberufung ist nicht auf die Berufungsanträge des Berufungsklägers be-

schränkt. Sie kann sich auf beliebige, mit den Berufungsanträgen nicht not-

wendig im Zusammenhang stehende Teile des vorinstanzlichen Entscheides 

beziehen. Die Anschlussberufung hemmt die Rechtskraft der Anträge und die 

Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheids auch im Umfang dieser An-

schlussberufungsanträge. Damit erwachsen mit Ablauf der 30tägigen Frist für 

die Anschlussberufung nur diejenigen Dispositiv-Ziffern des vorinstanzlichen 

Urteils in Rechtskraft, die weder von der Berufung noch der Anschlussberufung 

angefochten wurden (Art. 312 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 313 Abs. 1 ZPO; KUKO 

ZPO-STEININGER, 2.A., Art. 315 N 3; REETZ/HILBER, in: Sutter-Somm/ Hasen-

böhler/Leuenberger ZPO Kommentar, 3.A. Art. 315 N 15). Wenn die Gegenpar-

tei trotz Fristansetzung keine Berufungsantwort einreicht oder keine An-

schlussberufung erhebt, so erwachsen mit Ablauf der 30tägigen Frist für die 

Berufungsantwort sämtliche von der Berufung nicht angefochtenen Teile des 

vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft. 

Wenn die Rechtsmittelinstanz auf die Berufung eintritt, so kann sie der 

Gegenpartei jederzeit Frist zur Berufungsantwort ansetzen, womit für diese die 

Möglichkeit einer Anschlussberufung besteht. Solange diese Möglichkeit be-

steht, kann keine der Parteien davon ausgehen, dass der vorinstanzliche Ent-

- 16 - 

scheid in den mit der Berufung nicht angefochtenen Punkten bereits in Rechts-

kraft erwachsen ist. Die Möglichkeit zur Anschlussberufung und damit zum 

Aufschub der Rechtskraft weiterer Punkte des vorinstanzlichen Urteils entfällt 

erst zum Zeitpunkt des materiell-rechtlichen Entscheids der Rechtsmitte-

linstanz, wonach die Berufung gestützt auf Art. 312 Abs. 1 und Art. 313 Abs. 2 

ZPO als offensichtlich unbegründet abzuweisen ist, weswegen sich das Einho-

len einer Berufungsantwort erübrigt. Erst ab diesem Zeitpunkt treten die nicht 

angefochtenen Punkte der Vorinstanz in Rechtskraft. Ähnlich verhält es sich, 

wenn eine Berufung vor Beginn der Urteilsberatung zurückgezogen wird (Art. 

313 Abs. 2 lit. c ZPO). In diesem Fall treten die mit Berufung und Anschlussbe-

rufung angefochtenen Punkte auch erst mit Rückzug der Berufung in Rechts-

kraft. 

Vorliegend wurde keine Berufungsantwort eingeholt, weil mit dem heuti-

gen Entscheid die Berufung als offensichtlich unbegründet abgewiesen wurde. 

Damit erwachsen die mit der Berufung nicht angefochtenen Dispositiv-Ziffern 

des vor-instanzlichen Urteils mit dem heutigen Berufungsurteil in Rechtskraft, 

was entsprechend dem Antrag des Beklagten vorab festzustellen ist. 

2.2.   Der Beklagte ersucht darum, das vorliegende Berufungsverfahren mit 

dem Berufungsverfahren gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 2. Juni 2023 

betreffend vorsorgliche Massnahmen (Geschäfts-Nr.: LY230022) zu vereinen 

(act. 539 S. 6 und 10 f.).  

 Eine Vereinfachung des Prozesses (vgl. Art. 125 ZPO) zufolge Vereini-

gung ist nicht erkennbar, zumal das vorliegende Berufungsverfahren im or-

dentlichen, dasjenige betreffend die vorsorgliche Regelung im summarischen 

Verfahren zu führen ist und teilweise unterschiedliche Verfahrensgrundsätze 

zur Anwendung gelangen. Die vorliegend angefochtenen Punkte (nacheheli-

cher Unterhalt und Güterrecht) tangieren den im vorsorglichen Verfahren zu 

prüfenden ehelichen Unterhalt nicht unmittelbar und sind nach anderen materi-

ellen Rechtsgrundsätzen zu beurteilen. Auch die Vorinstanz trug der unter-

schiedlichen Verfahrensart und Verfahrensthematik Rechnung, indem sie die 

vorsorgliche Massnahmenreglung separat begründete (act. 540 S. 69 ff.). Die 

Kammer hat daher zu Recht auf eine Vereinigung verzichtet und den separaten 

- 17 - 

Entscheid im Berufungsverfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen am 1. 

September 2023 gefällt, wobei sie auf die Berufung nicht eintrat (act. 544). Der 

Antrag ist somit als gegenstandslos abzuschreiben. 

2.3.   Der Beklagte beantragt unter Berufungsantrag a) neben dem Begehren 

um Reduktion des in Dispositiv-Ziff. 2 des angefochtenen Urteils festgelegten 

nachehelichen Unterhalts eine weitere Reduktion des Unterhalts, solange der 

Sohn E._____ mit der Klägerin einen gemeinsamen Haushalt führt oder sie mit 

einer anderen erwachsenen Person in einer Hausgemeinschaft lebt (Beru-

fungsanträge a/2.b, act. 539 S. 2 f.). Zudem verlangt er die Ergänzung der vo-

rinstanzlichen Unterhaltsregelung mit einer Konkubinatsklausel (Sistierung der 

Unterhaltsbeiträge nach sechsmonatigem Konkubinat der Klägerin: Berufungs-

anträge a/2.c). Im Rahmen seiner Eventualanträge möchte der Beklagte die 

Berücksichtigung derselben Herabsetzungsgründe (Hausgemeinschaft mit 

Sohn E._____  

oder einer erwachsenen Drittperson) sowie die Ergänzung mit einer Konkubi-

natsklausel (Sistierung des Unterhalts nach sechs monatigem Konkubinat der 

Klägerin: Berufungsantrag i/2.b und c) und die Ergänzung mit einer Klausel, 

gemäss welcher sich der nacheheliche Unterhalt bei selbständiger Erwerbstä-

tigkeit oder bei einer mindestens 50%-Beteiligung der Klägerin an der anstel-

lenden juristischen Person jeweils um CHF 370.– reduziere (Berufungsanträge 

i/2.c - e).  

 Der Beklagte übersieht bei diesen Anträgen, dass das Berufungsverfah-

ren nicht der Fortsetzung des Hauptverfahrens dient (BGE 138 III 374 ff., E. 

4.3.1). Beim nachehelichen Unterhalt und bei der güterrechtlichen Auseinan-

dersetzung gelten die Verhandlungs- und Dispositionsmaxime im Sinne von 

Art. 55, 58 und 277 Abs. 1 ZPO (u.a. Fam-Komm Schei-

dung/STECK/FANKHAUSER, Art. 205 ZGB N 8). Die Parteien hatten deshalb vor 

Vorinstanz mit ihren Hauptbegehren ihre Eventualanträge für den Fall zu stel-

len, dass die Vorinstanz ihrem Hauptstandpunkt nicht folgen sollte (Eventu-

almaxime). Neue (Eventual-)Anträge, Tatsachen und Beweismittel dürfen im 

Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt werden, wenn sie ohne Verzug 

- 18 - 

vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster In-

stanz vorgebracht werden konnten (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO). Diejenige Partei, 

welche vor der Berufungsinstanz das Novenrecht beanspruchen will, hat die 

Novenqualität jedes ihrer Vorbringen und Anträge darzutun und zu beweisen 

(vgl. BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013 E. 3.5.1; OGer ZH 

LB170050 vom 22. September 2017 E. II./3; LB170028 vom 30. November 

2017 E. II./1.2). 

 Der Beklagte stellt seine über die Reduktion der von der Vorinstanz fest-

gelegten Unterhaltsbeiträge hinausgehenden (Eventual-)Begehren soweit er-

sichtlich trotz jahrelangem vorinstanzlichen Scheidungsverfahren erstmals im 

Berufungsverfahren. Weder seiner Klageantwort noch seiner Duplik oder dem 

Schlussvortrag sind entsprechende formelle Anträge sogleich zu entnehmen 

(act. 52, 254 und 524). Der Beklagte äussert sich in der Berufung nicht zur 

Rechtzeitigkeit der Begehren a/2.b-c und i/2.a-d und bringt keine Gründe vor, 

weshalb er die Anträge vor Vorinstanz nicht hätte stellen können. Ebenso we-

nig macht er geltend, die Vorinstanz habe von ihm eingebrachte konkrete Be-

gehren und substantiierte Vorbringen dazu übergangen. Die Anträge erweisen 

sich unter diesen Umständen als verspätet, weshalb darauf nicht einzutreten 

ist.  

 Es wäre auch kein prozessuales Versäumnis der Vorinstanz (Verletzung 

der richterlichen Fragepflicht) erkennbar. Anders als es in Vergleichsgesprä-

chen möglich wäre, war die Vorinstanz aufgrund der Dispositions- und Ver-

handlungsmaxime nicht berechtigt, ohne entsprechende Eventual-Anträge und 

Vorbringen weitere Reduktionsgründe beim nachehelichen Unterhalt zu thema-

tisieren oder vorzusehen. Die Klägerin teilte mit Eingabe vom 2. Juni 2020 mit, 

dass sie seit dem 4. Mai 2020 nicht mehr in einem Konkubinat lebe (act. 435), 

so dass sich eine Konkubinatsklausel oder eine Reduktion bei Wohngemein-

schaft mit einer erwachsenen Person nicht aufdrängte. 

2.4.   Die Vorinstanz regelte in Dispositiv-Ziff. 2 Abs. 2 des angefochtenen Ur-

teils die Zahlungsmodalitäten des nachehelichen Unterhalts gerichtsüblich und 

sah vor, dass die Unterhaltsbeiträge im Voraus, jeweils auf den Ersten eines 

- 19 - 

jeden Monats zahlbar seien (act. 540 S. 126). Mit Berufungsantrag a/2.d sowie 

Eventualantrag i/2.e begehrt der Beklagte die Ergänzung dieser Regelung. Ne-

ben der verspäteten Einbringung (vgl. vorstehende E. II/.2.3) fehlt ihm damit of-

fensichtlich das schutzwürdige Interesse an der Behandlung dieser Anträge 

(vgl. Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Auch hierauf ist nicht einzutreten. 

2.5.   Der Beklagte wirft der Vorinstanz vor, in Erwägung 7.4.7.4 des angefoch-

tenen Urteils die Eingabe vom 29. Januar 2018 als verspätet erachtet zu ha-

ben. Er sei von der Vorinstanz nach der Duplik aufgefordert worden, weitere 

Urkunden einzureichen, welcher Aufforderung er mit seiner Eingabe vom 29. 

Januar 2018 nachgekommen sei (act. 539 S. 9).  

 Die Vorinstanz bezog sich in E. 7.4.7.4 auf die Vorsorgesituation des Be-

klagten und führte aus, mit der Eingabe vom 29. Januar 2018 mache er Aus-

führungen dazu; diese seien verspätet und unbeachtlich, weil der Beklagte auf-

gefordert worden sei, im Zusammenhang mit der güterrechtlichen Auseinan-

dersetzung Belege nachzureichen. Nach der Duplik sei er mit Vorbringen zur 

Vorsorge unter Vorbehalt von Art. 229 ZPO ausgeschlossen (act. 540 S. 90 f. 

E. 7.4.7.4). Der Beklagte äussert sich in der Berufung nirgends zur 2. und 3. 

Säule und ficht den in Dispositiv-Ziff. 6 des vorinstanzlichen Urteils geregelten 

Ausgleich der Vorsorgekapitalien nicht an. Er zeigt mit seinen pauschalen Rü-

gen auch nicht auf, inwieweit die Berücksichtigung von act. 260 - 265/20.1 ff. 

zu einer anderen Beurteilung beim nachehelichen Unterhalt und Güterrecht 

führen würde. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz ist 

daher nicht erkennbar. 

3.  

3.1.   

3.1.1. Der Beklagte verlangt die Herabsetzung des zugesprochenen nacheheli-

chen Unterhalts. Er begrüsst, dass die Vorinstanz der Klägerin ein hypotheti-

sches Einkommen angerechnet habe (act. 539 S. 15 Rz 3), bemängelt aber, 

die Vorinstanz habe dieses zu spät und in zu geringem Umfang festgelegt. Sie 

ignoriere, dass die Klägerin schon seit 2018 ein selbständiges Erwerbsein-

kommen erziele und einer 100%-Tätigkeit nachgehe. Es sei falsch, wenn die 

- 20 - 

Vorinstanz der Klägerin nur ein hypothetisches Einkommen zum Pensum von 

80% anrechne und ihn, der seiner Unterhaltspflicht stets umfassend nachge-

kommen sei, dadurch zu höherem Unterhalt verpflichte. Es könne nicht erst im 

Jahr 2023 eine Übergangsfrist zur Erzielung des hypothetischen Einkommens 

angesetzt werden, sondern es sei sogleich ab der Scheidung ein solches im 

Umfang von CHF 4'200.– netto von der Klägerin zu fordern (act. 539 S. 15). 

Zur näheren Begründung seines Antrags verweist der Beklagte auf seine Aus-

führungen in der Berufung betreffend vorsorgliche Massnahmen. Er gehe da-

von aus, dass im Berufungsverfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen ein 

hypothetisches Einkommen entsprechend seinem Antrag bejaht werde und er 

auf eine Wiederholung seiner dortigen Ausführungen verzichten könne, soweit 

die Berufungsverfahren zusammengeführt würden. Nach einer vorsorglichen 

Anrechnung eines hypothetischen Einkommens beim ehelichen Unterhalt sei 

eine solche Anrechnung auch beim nachehelichen Unterhalt vorzunehmen, 

ohne dass er dies näher zu begründen habe (act. 539 S. 10 Rz 2). 

3.1.2.  Die Vorinstanz hat im Rahmen des nachehelichen Unterhalts ausführlich 

dargelegt, weshalb die Klägerin trotz ihres Alters von mittlerweile bald 60 Jah-

ren und einer grundsätzlich nach klassischem Rollenmodell gelebten und le-

bensprägenden Ehe zur Ausschöpfung ihrer Eigenversorgungskapazität ver-

pflichtet sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (act. 540 S. 25-32). Dies wird 

im Ergebnis vom Beklagten nicht beanstandet und auch die Klägerin scheint 

dies zu akzeptieren.  

 Im Weitern hielt die Vorinstanz im Rahmen des tatsächlich erzielten Ein-

kommens der Klägerin fest, es könne frühestens mit der Eröffnung des eigenen 

Ladengeschäfts "J._____" im Jahr 2019 von Einkünften ausgegangen werden. 

Nach der Eheschliessung sei die Klägerin unbestritten nicht mehr erwerbstätig 

gewesen. Die Vorinstanz gelangte mit anschaulichen Überlegungen zum Er-

gebnis, die Klägerin habe von Januar bis Juli 2020 mit ihrer Einzelunterneh-

mung einen Verlust von monatlich CHF 245.– verzeichnet und erst seit August 

2020 einen Gewinn von zunächst monatlich CHF 370.– erwirtschaftet, welchen 

sie in den Folgejahren sukzessive habe steigern können. Aktuell betrage der 

monatliche Gewinn netto CHF 2'000.–. Auf die Prüfung eines allfällig höheren 

- 21 - 

tatsächlichen Einkommens der Klägerin sei zu verzichten, weil der Beklagte 

keine konkreten höheren Zahlen zum effektiven Einkommen der Klägerin ge-

nannt habe und gestützt auf die vorhandenen Belege ein wesentlich höheres 

Einkommen nicht plausibel sei. Die Zahlen der Einzelunternehmung seien sau-

ber geführt, weitgehend vollständig und zeichneten ein schlüssiges Bild über 

eine zwar langsame, aber stetige Entwicklung der Einkünfte (act. 540 S. 36 ff.).  

 Danach beurteilte die Vorinstanz, ob der Klägerin rechtlich zumutbar und 

tatsächlich möglich wäre, ein höheres hypothetisches Einkommen zu erzielen. 

Dabei berücksichtigte sie die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt von über 

zwanzig Jahren, die persönlichen Umstände der Klägerin (deutscher Mutter-

sprache/Alter), deren Ausbildung, die frühere Arbeitserfahrung, insbesondere 

als medizinische Praxisassistentin, und ihre selbständige Erwerbstätigkeit im 

Ladengeschäft. Anderseits gewichtete die Vorinstanz die fehlende Erfahrung 

mit der neueren technologischen Entwicklung am Arbeitsplatz sowie das Alter 

der Klägerin, was die Suche nach einer Arbeit erschwere. Angesichts des ar-

beitnehmerfreundlichen Arbeitsmarktes hielt es die Vorinstanz jedoch für die 

Klägerin als zumutbar, eine Arbeitsstelle im Verkauf, im kaufmännischen Be-

reich, in einem Hort oder des textilen Gestaltens zu finden. Da Berufswieder-

einsteigerinnen zumeist kein Vollzeitpensum ausübten, auch der Beklagte in 

einem reduzierten Pensum tätig sei sowie in Anbetracht des Alters der Klägerin 

von bald 60 Jahren sei das ihr zumutbare Pensum auf 80% festzusetzen 

(act. 540 S. 38 ff.). 

 Zum tatsächlich erzielbaren Einkommen zog die Vorinstanz in Betracht, 

es sei bei einer 80% Tätigkeit der Klägerin im Verkauf, im Büro oder bei einer 

unterstützenden Tätigkeit im schulnahen Bereich ein Einkommen von monat-

lich netto CHF 4'000.– erzielbar. Das vom Beklagten genannte hypothetische 

Einkommen von CHF 5'500.– erscheine für eine unterstützende Tätigkeit als zu 

hoch. Es könne insbesondere nicht auf die Einkommenszahlen der Klägerin vor 

der Ehe abgestellt werden. Das Einkommen von CHF 4'500.– für eine 50%-

Tätigkeit habe sie damals im Betrieb ihres Vaters wohl gefälligkeitshalber er-

zielt. Realistisch erscheine ein Nettoeinkommen von CHF 4'000.– im Vollpen-

sum bzw. CHF 3'200.– bei einer 80%-igen Erwerbstätigkeit (act. 540 S. 41 f.). 

- 22 - 

 Zum Beginn der Anrechnung des hypothetischen Einkommens argumen-

tierte die Vorinstanz, es sei eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen. In 

der Regel betrage die Übergangsfrist drei bis sechs Monate und beginne frü-

hestens mit der erstmaligen richterlichen Eröffnung zu laufen. Als konkrete 

Umstände berücksichtigte die Vorinstanz wiederum das Alter der Klägerin und 

die 20 Jahre ohne Angestelltenverhältnis. Zudem würdigte sie, dass die Kläge-

rin im Zeitpunkt der Trennung bereits über 45 Jahre alt gewesen sei und nach 

der damals noch geltenden Gerichtspraxis nach der Scheidung keine Arbeitstä-

tigkeit mehr hätte aufnehmen müssen. Diese Umstände sprächen für eine lan-

ge Übergangsfrist. Da die Klägerin allenfalls ihr Geschäft liquidieren und eine 

Stelle finden müsse, rechtfertige sich eine Übergangsfrist von gut 6 Monaten. 

Ein rückwirkendes hypothetisches Einkommen, wie es der Beklagte wünschte, 

schloss die Vorinstanz aus (act. 540 S. 42 ff.) 

3.1.3.  Was der Beklagte dagegen in seiner Berufung vorbringt, vermag die 

sorgfältigen und schlüssigen Erwägungen der Vorinstanz nicht zu erschüttern. 

Seine Vorbringen stellen im Wesentlichen eine Wiederholung seiner vor Vo-

rinstanz vertretenen abweichenden Auffassung dar, ohne dass der Beklagte 

auf die Überlegungen im angefochtenen Urteil eingeht und aufzeigt, was daran 

falsch sein soll.  

 Der Vorinstanz steht beim Entscheid über die Zumutbarkeit und Ausge-

staltung des hypothetischen Einkommens ein erhebliches Rechtsermessen zu 

(Art. 4 ZGB), in welches die Berufungsinstanz nicht ohne Not eingreift. Aufzu-

heben sind jedenfalls ungerechte oder unbillige Entscheide.  

 Die Vorinstanz hat die massgebliche Bundesgerichtspraxis zur rechtlich 

zumutbaren und tatsächlich möglichen Erwerbstätigkeit einer Partei, welche 

bisher keiner oder einer sehr reduzierten Arbeit nachging, zutreffend dargestellt 

(act. 540 S. 27 ff. E. 4.3.3.2 ff., mit Verweis auf BGE 147 III 308 E. 5.4). Sie hat 

sowohl bei der Festsetzung des Arbeitspensums von 80% als auch bezüglich 

der Übergangsfrist die relevanten konkreten Umstände gemäss Art. 125 Abs. 2 

ZGB, namentlich das Alter, die Ausbildung und Berufserfahrungen der Klägerin 

sowie die regionale Arbeitslage, beachtet und sorgfältig gewürdigt. Sie kam 

- 23 - 

überzeugend zum Schluss, dass die Klägerin bei einer 80% Erwerbstätigkeit 

ein monatliches Netto-Einkommen von CHF 3'200.– tatsächlich wird erzielen 

können und ihr dies auch rechtlich zumutbar sei. Der Beklagte bringt keinen vor  

Vorinstanz eingebrachten Grund vor, welchen die Vorinstanz bei ihrer Beurtei-

lung pflichtwidrig übergangen hätte und das Arbeitspensum von 80% als unan-

gemessen tief erscheinen liesse. Insbesondere macht er nicht geltend, er habe 

vor Vorinstanz substantiiert behauptet und nachgewiesen, dass die Klägerin 

ein deutlich höheres Erwerbseinkommen tatsächlich erzielen könnte und ihr ein 

100% Pensum zuzumuten wäre. Seine Verweisung auf die Ausführungen in 

der Berufung betreffend vorsorgliche Massnahmen im separat geführten Ver-

fahren bei der Kammer sind unbeachtlich. Es wäre am Beklagten gewesen, 

genau zu bezeichnen, auf welche konkreten Vorbringen in jener Berufung er 

verweisen möchte. Die Kammer trat zudem auf jene Berufung nicht ein, weil 

sich der Beklagte darin mit den Erwägungen der Vorinstanz zum ehelichen Un-

terhalt ebenfalls nicht hinreichend auseinandergesetzt habe (act. 544 S. 11 ff.; 

vgl. auch Geschäfts-Nr. LY230022). 

 Die Klägerin wird in einem halben Jahr 60 Jahre alt; sie steht seit 20 Jah-

ren in keinem Anstellungsverhältnis mit Anschluss zur obligatorischen berufli-

chen Vorsorge. Persönliche Beziehungen, welche ihr die Arbeitssuche und den 

Einstieg ins Erwerbsleben erleichtern könnten, sind nicht erkennbar und wur-

den soweit ersichtlich vor Vorinstanz weder behauptet noch belegt. Es liegt 

trotz aktuell guter Arbeitsmarktlage auf der Hand, dass es für die Klägerin unter 

diesen persönlichen Umständen sowie angesichts des veränderten Arbeitsum-

feldes schwierig sein wird, eine hochprozentige Anstellung zu finden, um das 

von der Vorinstanz vorgegebene hypothetische Netto-Einkommen zu erzielen. 

In Berücksichtigung dieser nicht einfachen Umstände erscheint das hypotheti-

sche Einkommen von CHF 3'200.– bei einem Anstellungsverhältnis von 80% 

nicht unangemessen tief oder ungerecht, so dass kein Anlass besteht, das von 

der Vorinstanz ausgeübte Ermessen zu korrigieren und das festgelegte hypo-

thetische Einkommen zu erhöhen.  

3.1.4.  Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aktualisiert sich der 

Grundsatz der Eigenversorgung ab dem Zeitpunkt der Scheidung in besonde-

- 24 - 

rer Weise, wenn gleich eine Pflicht zur Eigenversorgung bereits ab dem Tren-

nungszeitpunkt anzunehmen ist, sofern keine vernünftige Aussicht auf Wieder-

aufnahme des Ehelebens mehr besteht (BGE 147 III 308 E. 5.2). Es gilt dann 

eine angemessene Übergangsfrist anzusetzen, wenn dies für die Herstellung 

der Eigenversorgungskapazität nötig ist (BGE 147 III 308 E. 5.4). Die Vo-

rinstanz hat diese Grundsätze bei ihrem Entscheid beachtet. Sie begründete 

die Übergangsfrist damit, die Parteien hätten im Eheschutzverfahren eine Eini-

gung erzielt, welche von der Klägerin keine Aufnahme einer Arbeitstätigkeit 

verlangt habe. Auch im darauffolgenden langen Scheidungsverfahren sei ein 

konkreter Antrag auf Anpassung der Eheschutzvereinbarung erstmals im Au-

gust 2020 gestellt worden, als die Klägerin bereits als selbständig Erwerbende 

tätig gewesen sei und ihr die sofortige Aufgabe dieser Tätigkeit nicht zuzumu-

ten gewesen sei (act. 540 S. 42). Zudem wies sie auf die Änderung der Ge-

richtspraxis zum nachehelichen Unterhalt zu Lasten der Klägerin hin. Die Vo-

rinstanz sah deshalb keine Verpflichtung der Klägerin, bereits vor der Schei-

dung einer Erwerbstätigkeit mit höherem Einkommen nachzugehen. Der Be-

klagte geht auf die schlüssige Begründung der Vorinstanz nicht näher ein. Er 

scheint zu übersehen, dass die Klägerin, um das hypothetische Einkommen 

tatsächlich erzielen zu können, entweder eine Arbeitsstelle finden und ihr La-

dengeschäft liquidieren muss oder dann den Gewinn des "J._____" erheblich 

zu steigern hätte. In Berücksichtigung der Besonderheiten erweist sich die ge-

währte Übergangsfrist von gut sechs Monaten als begründet und angemessen.  

3.1.5.  Zusammenfassend sind die Einwände des Beklagten gegen ein hypo-

thetisches Einkommens der Klägerin von CHF 3'200.– ab 1. Januar 2024 un-

begründet. 

3.2.  Der Beklagte bemängelt verschiedene Positionen im Bedarf der Klägerin. 

Er wendet im Wesentlichen ein, die Vorinstanz habe zu hohe Mobilitätskosten 

und teilweise zu tiefe Kosten für die auswärtige Verpflegung berücksichtigt und 

bei den Mietkosten nach dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft per 1. 

Januar 2024 ausser Acht gelassen, dass sich der gemeinsame Sohn E._____ 

an diesen Mietkosten zu beteiligen habe, solange er mit der Klägerin in einem 

- 25 - 

gemeinsamen Haushalt lebe oder die Klägerin mit einer anderen erwachsenen 

Person eine Haushaltsgemeinschaft bilde (act. 539 S. 18 f. Rz 3). Der monat-

lich zu berücksichtigende Bedarf der Klägerin betrage infolgedessen in der ers-

ten Phase CHF 5'512.– und nicht wie von der Vorinstanz errechnet 

CHF 5'793.– (act. 539 S. 21 f. Rz 8). In der zweiten Phase betrage der Bedarf 

der Klägerin CHF 5'512.–, sofern E._____ bei der Klägerin wohne, bzw. 

CHF 6'874.– wenn die Klägerin einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehe 

und alleine lebe (act. 539 S. 22 ff. Rz 9 f). In der dritten Phase (Rentenalter) 

seien in ihrem Bedarf die Kosten der auswärtigen Verpflegung und des Vorsor-

geunterhalts nicht mehr, dafür seien Mobilitätskosten von CHF 150.– zu be-

rücksichtigen, so dass sich der monatliche Bedarf der Klägerin dann auf 

CHF 4'888.– belaufe (act. 539 S. 23 Rz 11 ff.). 

3.2.1.  Bezüglich der Wohnkosten wendet der Beklagte konkret ein, E._____ 

erziele seit dem 1. August 2023 ein Einkommen von CHF 3'428.55, zuzüglich 

CHF 250.– Ausbildungszulagen, demnach total CHF 3'678.55. Sein monatli-

cher Bedarf belaufe sich gemäss vorinstanzlichen Berechnungen auf 

CHF 2'060.–. Da E._____ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu-

sammen mit der Klägerin eine Wohnung beziehen werde, sei es ihm zuzumu-

ten, sich hälftig an den der Klägerin ab 1. Januar 2024 zugestandenen Mietkos-

ten von CHF 2'200.– zu beteiligen (act. 539 S. 18 f. Rz 3). 

3.2.2.  Der Beklagte wendet zunächst nicht ein, er habe vor erster Instanz be-

hauptet und Beweise dafür offeriert, E._____ werde nach dem Auszug aus der 

ehelichen Liegenschaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit 

der Klägerin zusammenwohnen. Der Beklagte verweist weder auf konkrete Be-

hauptungen in seinen Rechtsschriften noch auf eine bestimmte Aktenstelle. 

Ebenso wenig macht er geltend, die Vorinstanz habe substantiierte Behaup-

tungen dazu übergangen. Damit ist nicht ersichtlich, dass er diese Thematik 

vor Vorinstanz aufwarf und diese bei der Berechnung des nachehelichen Un-

terhalts relevante Vorbringen überging. Da es nicht Sache der Rechtsmitte-

linstanz ist, in den Akten nach Behauptungen einer Partei vor Vorinstanz zu 

suchen, ist auf die soweit ersichtlich neuen Vorbringen nicht weiter einzugehen 

(vgl. auch vorstehend E. II./2.3). Der Vollständigkeit halber bleibt zu bemerken, 

- 26 - 

dass die Vorinstanz die monatlichen Wohnkosten von CHF 2'220.– (inkl. Park-

platz) nach dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft nachvollziehbar damit 

begründete, der Klägerin sei der gleiche Betrag wie dem Beklagten zuzugeste-

hen (act. 540 S. 53 f. E. 4.7.3). Dies erscheint angemessen. Ob E._____ mit 

der Klägerin zusammen eine Wohnung beziehen wird, ist aufgrund des Vorge-

brachten ungewiss, zumal selbst der Beklagte erklärte, das aktuelle Einkom-

men von E._____ erlaube ihm, eine eigene Wohnung zu beziehen (act. 539 

S. 19 Rz 3). Weshalb E._____ dies im Alter von 20 Jahren nicht tun sollte und 

worauf der Beklagte seine Gewissheit stützt, lässt er offen. Die Wohnkosten im 

Bedarf der Klägerin in der zweiten und dritten Phase von CHF 2'200.– sind 

damit zu bestätigen. 

3.3.  

3.3.1. Zu den der Klägerin angerechneten Mobilitätskosten von CHF 250.– 

bringt der Beklagte vor, es sei der Klägerin nicht gelungen zu belegen, dass sie 

diese privat trage und nicht als geschäftlichen Aufwand vom Umsatz ihrer Ein-

zelunternehmung "J._____" abziehe. Solange die Klägerin keiner unselbstän-

digen Erwerbstätigkeit nachgehe, seien ihr im Bedarf keine Mobilitätskosten 

anzurechnen, um eine Doppelberücksichtigung zu verhindern. Die Vorinstanz 

verletze Bundesrecht, wenn sie die Klägerin verpflichte, eine unselbständige 

Tätigkeit anzunehmen, ohne hinreichend geprüft zu haben, ob die Klägerin mit 

ihrer bisherigen selbständigen Erwerbstätigkeit ein genügendes Einkommen 

erzielen könne. Bei unselbständiger Arbeit seien bloss die Kosten des Abon-

nements für die öffentlichen Verkehrsbetriebe im Betrag von CHF 150.– anzu-

rechnen (act. 539 S. 19 f. Rz 4). 

3.3.2.  Auch diesbezüglich bleibt unklar, ob der Beklagte entsprechende Be-

hauptungen erstmals im Berufungsverfahren erhebt oder diese bereits vor Vor-

instanz einbrachte. Der Beklagte wirft jedenfalls auch hier der Vorinstanz nicht 

vor, von ihm erhobene substantiierte und belegte Vorbringen pflichtwidrig aus-

ser Acht gelassen zu haben. Entgegen seiner Auffassung hat die Vorinstanz 

aufgrund der geltenden Dispositions- und Verhandlungsmaxime nicht nach Ar-

gumenten für den Standpunkt einer Partei zu suchen und die tatsächlichen 

- 27 - 

Grundlagen für einen angemessenen nachehelichen Unterhalt von sich aus zu 

erforschen, sondern sie hat auf der Basis der vorgetragenen und bewiesenen 

Behauptungen zu entscheiden. Der Beklagte übersieht zudem, dass die Vo-

rinstanz die Klägerin nicht verpflichtete, eine unselbständige Arbeit anzuneh-

men, sondern es ihr überliess, wie sie das hypothetische Einkommen generie-

ren möchte (act. 540 S. 43 E 4.3.8.9). Die Vorinstanz erwog, die von der Kläge-

rin verlangten und vom Beklagten bestrittenen CHF 400.– für Mobilität seien 

angesichts der eingereichten Belege überhöht; es seien nur Auslagen von mo-

natlich CHF 219.– nachgewiesen. Unter Einbezug der Teuerung und der güns-

tigen finanziellen Verhältnisse der Parteien seien Kosten für das Auto von mo-

natlich CHF 250.– angemessen. Beim Auto der Klägerin handle es sich zwar 

nicht um ein Kompetenzstück, ein solches habe aber zum ehelichen Standard 

gehört (act. 540 S. 56 E. 4.7.9). Der Beklagte befasst sich nicht mit dieser 

stimmigen Begründung. Da im Übrigen ab 1. Januar 2024 von einem hypothe-

tischen und nicht vom tatsächlichen Einkommen der Klägerin ausgegangen 

wird, verfinge spätestens ab diesem Zeitpunkt der Einwand der möglichen 

Doppelberücksichtigung der Mobilitätskosten nicht. Die Einwände sind somit 

unergiebig. 

3.4.   

3.4.1. Der Beklagte wendet ein, der Klägerin seien in der zweiten Phase ab 

1. Januar 2024 bis 31. März 2029 nur bei Aufnahme einer unselbständigen Er-

werbstätigkeit Kosten für auswärtige Verpflegung anzurechnen. In diesem Fall 

seien nicht CHF 176.–, sondern CHF 220.– zu berücksichtigen, weil die Kläge-

rin vollzeitig arbeiten müsse. Solange die Klägerin selbständig erwerbend sei, 

seien ihr keine Auslagen für auswärtige Verpflegung zuzugestehen (act. 539 

S. 21 Rz 6 und S. 22 Rz 9). 

3.4.2.  Auch hier gilt, dass der Beklagte nicht aufzeigt, ob er diese Behauptun-

gen vor Vorinstanz einbrachte oder ob es sich dabei um ein erstmals erhobe-

nes Anliegen handelt. Der Beklagte verweist wiederum nicht auf konkrete Vor-

bringen in seinen Rechtsschriften, welche die Vorinstanz zu Unrecht unberück-

sichtigt gelassen haben soll. Die Vorinstanz hat der Klägerin ein hypothetisches 

- 28 - 

Einkommen bei einem Pensum von 80% angerechnet. Sie hat daher konse-

quent die Kosten der auswärtigen Verpflegung im gleichen Umfang, d.h. an vier 

Tagen, im Bedarf einbezogen, sobald das hypothetische Einkommen berück-

sichtigt wird (act. 540 S. 56 E. 4.7.10). Mit dem angefochtenen Entscheid soll 

eine klare und praktische Unterhaltsregelung auf unabsehbare Zeit geschaffen 

werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Unterhaltsberechnung auf ei-

nem theoretischen Modell, angepasst an die konkreten Verhältnisse, beruht, 

wobei nicht alle möglichen, in der Zukunft liegenden Eventualitäten, welche den 

Unterhalt beeinflussen, berücksichtigt werden können. Den Nachweis, dass die 

Klägerin das hypothetische Einkommen mit ihrem Geschäftsladen tatsächlich 

wird erzielen können, bleibt der Beklagte schuldig und dies erweist sich auch 

als wenig wahrscheinlich, liegt doch das hypothetisch veranschlagte Einkom-

men weit über den aktuellen tatsächlichen Einkünften aus dem "J._____" und 

müsste die Klägerin ihre Einkünfte innert eines halben Jahres um mehr als 

50% steigern. Damit sind die vorgesehenen Kosten für auswärtige Verpflegung 

nicht zu beanstanden.  

3.5. Die Einwände des Beklagten zum Bedarf der Klägerin verfangen nicht, 

weshalb es bei der Bedarfsberechnung gemäss vorinstanzlichem Entscheid 

sein Bewenden hat. Berufungsantrag a/2.a) ist folglich abzuweisen und Dispo-

sitiv-Ziff. 2 des angefochtenen Urteils ist zu bestätigen. 

4.   

4.1.  Der Beklagte beanstandet die vorinstanzliche güterrechtliche Auseinan-

dersetzung insoweit, als der Betrag von CHF 200'005.– auf seinem Credit 

Suisse (CS) Privatkonto Nr. 11 und der in den Umbau der ehelichen Liegen-

schaft investierte Betrag von CHF 280'053.– fälschlicherweise seiner Errun-

genschaft statt seinem Eigengut zugerechnet worden seien. Er räumt ein, die 

Vorinstanz habe diese Beträge grundsätzlich korrekt errechnet (vgl. act. 539 

S. 17 Rz 3). 

4.1.1. Zum Betrag von CHF 200'005.– auf dem CS Konto 11 wendet der Be-

klagte ein, er habe vor Vorinstanz ausgeführt, diese Mittel könnten nur dann Er-

rungenschaft sein, wenn eine Sparquote bestanden hätte. Er habe dazu in der 

- 29 - 

Klageantwort sowie in der der Duplik Seite 4 Behauptungen aufgestellt und da-

zu diverse Belege eingereicht. Eine Sparquote sei weder vor noch nach der 

Trennung möglich gewesen, weshalb die vorhandenen Mittel auf dem CS Kon-

to Eigengut aus seiner Erbschaft sein müssten. Die Vorinstanz habe weder 

act. 28/1 (Steuererklärung 2012, entsprechend act. 275/12), noch act. 274 und 

275 berücksichtigt und zu Unrecht kein Beweisverfahren durchgeführt. In 

act. 274 habe der Beklagte unter Verweis auf act. 28/1 dargelegt, mit der Steu-

ererklärung 2012 und den Beilagen seien die Erbteilung und die Darlehensge-

währung an seine Schwester gegenüber den Steuerbehörden deklariert wor-

den. Die Vorinstanz habe zudem die Dokumente "Detail-Postenauszug 

14.11.2012 bis 13.12.2012", "Detail-Postenauszug 14.12.2012 bis 13.01.2013" 

und "Detail-Postenauszug vom 14.12.2012 bis 13.01.2013" (act. 275/13) nicht 

beachtet. Darin würden der Zu- und Abgang von CHF 3'200'000.– innert zweier 

Arbeitstage auf seinem CS Privatkonto 12 belegt. Ebenso gehe daraus hervor, 

dass keine Vermischung mit anderen Geldern stattgefunden habe. Es sei dar-

aus ersichtlich, dass der Betrag von CHF 3'200'000.– seiner Schwester 

K._____ überwiesen worden sei. Die Vorinstanz habe zudem unterlassen, die 

von ihm rechtsgenügend offerierte Zeugin K._____ einzuvernehmen. Sie hätte 

bestätigen können, woher die Mittel an den Beklagten stammten. Spätestens 

nach der Verfügung vom 30. November 2022 habe er annehmen dürfen, dass 

die Vorinstanz den Inhalt der zu den Akten gereichten Bankunterlagen kenne. 

Die Vorinstanz habe selber angenommen, im Zusammenhang mit der vererb-

ten Liegenschaft in L._____ seien keine thesaurierten Errungenschaftsanteile 

zu berücksichtigen. Der verbleibende Betrag von CHF 205'000.– könne sich 

demnach selbst nach Argumentation der Vorinstanz nicht aus Erträgen der ge-

erbten Liegenschaft zusammensetzen (act. 539 S. 17 Rz 4 und S. 25 ff. 

Rz 2 ff.). 

4.1.2.  Die Vorinstanz hat die Vorgehensweise bei der güterrechtlichen Ausein-

andersetzung, den im Güterrecht anwendbaren Verhandlungsgrundsatz ge-

mäss Art. 277 Abs. 1 ZPO und dessen rechtlichen Auswirkungen korrekt dar-

gestellt (act. 540 S. 79 ff. E. 7.1.2 f) und anschliessend die güterrechtliche 

Auseinandersetzung methodisch richtig vorgenommen (act. 540 S. 82 ff. 

- 30 - 

E. 7.3 ff.). Zu erinnern ist, dass gemäss Art. 197 Abs. 2 Ziff. 1, 4 und 5 ZGB 

neben dem Arbeitserwerb auch die Erträge des Eigengutes sowie die Ersatz-

anschaffungen für Errungenschaft zur Errungenschaft zählen. Vermögenswer-

te, welche ein Ehegatte während der Ehe durch Erbgang zufallen, stellen sein 

Eigengut dar (Art. 198 Ziff. 2 ZGB). Alles Vermögen eines Ehegatten gilt bis 

zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft (Art. 200 Abs. 3 ZGB). Ein Be-

weis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von 

der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Gewissheit kann 

dabei nicht verlangt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der 

behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls ver-

bleibende Zweifel als leicht erscheinen (BGE 149 III 218 E. 2.2.3). 

4.1.3.  In tatsächlicher Hinsicht steht fest, dass der Beklagte und seine 

Schwester K._____ je hälftig den Nachlass des am tt.mm.2007 verstorbenen 

M._____, Grossvater der Geschwister, mit einem Nettovermögen von mehre-

ren Millionen erbten und zum Nachlass unter anderem der Liegenschaftskom-

plex N._____-strasse 13/O._____-weg 14 + 15 in L._____ zählte (act. 37/7, 

37/17 und 275/9). Die Erbengemeinschaft wurde mit dem Abschluss eines Erb-

teilungsvertrags, gemäss welchem K._____ die Liegenschaften in L._____ 

übernahm, Ende 2012 aufgelöst (act. 274 und 275/10). Der von den Parteien 

festgelegte Stichtag für die güterrechtliche Auseinandersetzung (31. Dezember 

2012) fällt in diesen Zeitraum (act. 35 Rz 49 und act. 52 S. 35).  

4.1.4.  Die Vorinstanz begründete die Zuweisung des Guthabens von 

CHF 200'005.– auf dem CS Konto 11 zur Errungenschaft im Wesentlichen da-

mit, die Klägerin habe die Eigengutsqualität des Guthabens bestritten und sich 

auf die Errungenschaftsvermutung berufen. Sie habe geltend gemacht, es sei 

dem Beklagten nicht gelungen, den lückenlosen und vollständigen Beweis da-

für zu erbringen, dass es sich beim fraglichen Guthaben des Beklagten um sein 

Eigengut handle (act. 540 S. 91 E. 7.4.8.1 mit Verweis auf act. 234 Rz. 108 f.). 

Der Beklagte habe zur Herkunft des Guthabens behauptet, er habe im Rahmen 

der Erbteilung einen Betrag von CHF 3'200'000.– erhalten. Daraus habe er 

seiner Schwester ein Darlehen über CHF 3'000'000.– gewährt, weil sie im 

Rahmen der Erbteilung die Liegenschaft zum Wert von CHF 6'400'000.– zu Ei-

- 31 - 

gentum übernommen habe, ihn (den Beklagten) aber nicht sogleich habe aus-

zahlen können. CHF 200'000.– seien vorerst noch beim Beklagten verblieben. 

Der Saldo von CHF 200'005.– per 31. Dezember 2012 stelle deshalb geerbtes 

Eigengut und keine Errungenschaft dar. Dies hätte nur dann Eigengut sein 

können, wenn er aus seinem Einkommen in diesem Umfang eine Rücklage 

hätte bilden können (act. 540 S. 91 f. E. 7.4.8.2 mit Verweis auf act. 254 S. 18). 

Die Vorinstanz erwog, der strittige Betrag von CHF 200'005.– auf dem CS Kon-

to Nr. 11 sei nicht nur dann Errungenschaft, wenn der Beklagte in diesem Um-

fang aus seinem Einkommen eine entsprechende Rücklage hätte bilden kön-

nen, sondern auch dann, wenn aus regelmässigen Einkünften der Erbschaft 

Rücklagen gebildet worden seien. Der vom Beklagten genannte einzige Konto-

beleg per 13. Dezember 2012 (act. 255/16) vermöge nur den Stand des fragli-

chen Kontos per Stichtag, jedoch nicht die Entwicklung seit Anfallen der Erb-

schaft oder die genaue Herkunft dieser Gelder zu beweisen. Daraus gehe letzt-

lich nicht einmal klar hervor, weshalb der Beklagte CHF 3'200'000.– erhalten 

habe, welche er sogleich wieder überwiesen habe (act. 540 S. 93 E. 7.4.8.7).  

 Die Überlegungen der Vorinstanz sind zutreffend. Die Erbschaft fiel dem 

Beklagten bereits am tt.mm.2007 an; sie umfasste unter anderem eine grosse 

Liegenschaft in L._____ mit hohen Mietzinseinnahmen. Es hätte dem Beklag-

ten oblegen, substantiiert zu behaupten und den Beweis dafür zu erbringen, 

dass das Guthaben auf seinem CS Konto 11 direkt aus der Erbschaft geäufnet 

wurde (Banküberweisungen) und seither unverändert bis zum Stichtag auf dem 

Konto verbucht blieb. Gemäss Vermögensübersicht des Nachlasses bestand 

das Erbe sowohl aus Liegenschaften als auch aus Bankguthaben in Millionen-

höhe und betrug der Liegenschaftsnettoertrag während knapp eines halben 

Jahres rund CHF 155'000.– (act. 275/9). Die Annahme der Vorinstanz, das 

Guthaben auf dem CS Konto Nr. 11 von CHF 200'005.– per Ende 2012 sei Er-

rungenschaft, erscheint daher nicht nur aufgrund der gesetzlichen Vermutung 

gemäss Art. 200 Abs. 3 ZGB, sondern auch angesichts der erheblichen Erträge 

aus dem geerbten Gebäudekomplexes berechtigt.  

4.1.5.  Der Beklagte vermag die Vermutung der Errungenschaft mit den von 

ihm angebotenen Beweise nicht zu widerlegen. Die Vorinstanz erwog richtig, er 

- 32 - 

habe als Beweismittel nur den Kontoauszug der CS vom Dezember 2012 

(act. 255/16), die Parteibefragung sowie die Befragung von K._____ als Zeugin 

offeriert (vgl. Duplik act. 254 S. 18). Der Antrag auf Zeugenbefragung von 

K._____ wies die Vorinstanz bereits mit Verfügung vom 30. November 2022 

mit der Begründung ab, es sei nicht das Darlehen an die Schwester, sondern 

die güterrechtliche Zuordnung des Guthabens zu beweisen. Von der Zeugin 

seien keine weitergehenden Informationen zu den Zahlungsflüssen zu erwar-

ten, welche nicht bereits durch Urkundenbeweis (Bankunterlagen) erbracht 

worden seien, zumal keine Bargeldübergaben auf das Konto behauptet worden 

seien (act. 540 S. 92 E. 7.4.8.4 mit Verweis auf act. 505 S. 9, act. 254 S. 18 

und act. 505).  

 Der Beklagte rügt die antizipierte Beweiswürdigung durch die Vorinstanz 

nur allgemein, ohne zu erklären, welche seiner vorinstanzlichen Behauptungen 

die Zeugin hätte bestätigen sollen und können. Unter diesen Umständen kann 

die antizipierte Würdigung der Zeugeneinvernahme der Schwester des Beklag-

ten nicht beanstandet werden. Es wäre nicht Sache der Zeugin, Licht hinter die 

Transaktionen zu bringen. Vielmehr hätte es am Beklagten gelegen, rechtzeitig 

lückenlos zu behaupten und Beweise zu offerieren, woher das Guthaben auf 

dem fraglichen CS Konto stammt. Auch der von ihm offerierte Beleg, der Aus-

zug des CS Konto Nr. 12 (act. 255/16), vermag nur zu beweisen, dass auf je-

nem Konto am 13. Dezember 2012 eine Überweisung (Belastung) an die 

Schwester über CHF 200'000.– (Vergütungsauftrag) sowie eine Gutschrift "aus 

Hypothek" über CHF 3'200'000.– von ihr und am Folgetag, dem 14. Dezember 

2012, eine Überweisung (Belastung) von CHF 3'200'000.– an sie und P._____ 

verbucht wurden. Daraus ergibt sich, dass im Dezember 2012 innert zweier 

Tage der gleiche Betrag, nämlich CHF 3'200'000.–, dem CS Konto Nr. 12 des 

Beklagten gutgeschrieben und belastet wurde, so dass ein Restsaldo von 

CHF 34.66 verblieb. Wie sich aus diesen Transaktionen das zu beweisende 

Guthaben von rund CHF 200'000.– auf dem CS Konto 11 herleiten lässt, bleibt 

damit offen. Ebenso erweisen sich die Überweisungen von CHF 3'200'000.– an 

K._____ gemäss Kontoauszug mit den Behauptungen des Beklagten unver-

einbar, wonach er seiner Schwester ein Darlehen von (lediglich) 

- 33 - 

CHF 3'000'000.– gewährt habe (vgl. auch act. 178/5). Da der Kontoauszug be-

züglich historischer Zusammensetzung und Herkunft des Saldos in keiner Wei-

se selbsterklärend ist, wären aufschlussreiche substantiierte Behauptungen 

des Beklagten in den Rechtsschriften notwendig gewesen, um die Eigenguts-

eigenschaft des Guthabens stimmig aufzuzeigen. Daran mangelt es offensicht-

lich.  

 Angesichts der mangelnden Behauptungslage ist der Vorwurf, die Vorin-

stanz habe von ihm nachträglich eingereichte Belege nicht berücksichtigt, un-

behelflich. Es ist zwar zutreffend, dass die Vorinstanz ihm mit Verfügung vom 

2. März 2018 Frist ansetzte, um seiner Editionspflicht nachzukommen (act. 266 

Dispositiv-Ziff. 2). Sie forderte den Beklagten jedoch zu thematisch klar umris-

senen Punkten auf, Belege einzureichen. Insbesondere hatte er Belege zu sei-

nen Investitionen in Thailand, zu seinen Einnahmen und Ausgaben im Zusam-

menhang mit dem geerbten Gebäudekomplex MFH N._____-strasse 13 und 

O._____-weg 14/15 in L._____ sowie Belege über Investitionen in diese Ge-

bäude zu edieren. Die Editionspflicht betraf damit weder spezifisch die Trans-

aktionen auf dem CS Konto Nr. 11 noch die von ihm genannten Transaktionen 

vom 13. und 14. Dezember 2012 auf dem CS Konto Nr. 12. Der Beklagte kann 

sich daher nicht auf die Editionsverfügung berufen, um bezüglich des CS Kon-

tos Nr. 11 nach der Duplik offerierte Belege rechtmässig in den Prozess einzu-

bringen. Selbst wenn seine Ausführungen in der Eingabe vom 23. März 2018 

(act. 274) sowie die damals edierten Buchungsdetails (act. 275/13) berücksich-

tigt würden, misslänge dem Beklagten der erforderliche Nachweis über die 

Herkunft des in Frage stehenden Guthabens. Denn mit den Buchungsdetails 

werden lediglich die bereits bekannten Transaktionen auf dem CS Konto Nr. 12 

bestätigt (act. 275/13 S. 1-3), ohne aber die Herkunft des Guthabens auf dem 

CS Konto Nr. 11 aus dem Nachlass zu beweisen. Auch Seite 4 des vom Be-

klagten angeführten act. 275/13 trüge nicht zur Aufklärung bei, sondern würde 

weitere Fragen aufwerfen. Beim fraglichen Beleg handelt es sich um den Zins- 

und Kapitalausweis 2012 für Steuerzwecke des CS Kontos 11 lautend auf die 

Schwester des Beklagten. Darin wird ihr ein Saldo von rund CHF 200'005.– per 

1. Januar 2013 bescheinigt. Dies steht im offensichtlichen Widerspruch zur un-

- 34 - 

bestrittenen und durch die Steuererklärung 2012 des Beklagten (act. 28/1) er-

härteten Behauptung, ein CS Konto mit dieser Nummer gehöre ihm. Ob der 

Betrag von CHF 200'000.-- vom CS Konto Nr. 12 am 13. Dezember 2012 auf 

sein CS Konto 11 transferiert wurde, ergibt sich schliesslich aus keinem Beleg. 

Die Herkunft des Guthabens auf dem CS Konto Nr. 11 des Beklagten bleibt 

damit undurchsichtig.  

4.1.6. Insgesamt ist die Zuordnung des Guthabens von CHF 200'005.– zur Er-

rungenschaft des Beklagten zu bestätigen. 

4.2.  Es bleibt zu prüfen, ob die Kosten von CHF 280'053.– für den Umbau der 

ehelichen Liegenschaft im Jahr 2009 aus Mitteln der Errungenschaft oder, was 

der Beklagte postuliert, aus Mitteln seines Eigenguts finanziert wurde. 

4.2.1.  Der Beklagte macht in der Berufung geltend, es habe aus seinen Ein-

künften keine Sparquote gebildet werden können. Die Vorinstanz habe zu Un-

recht zur Herkunft der Mittel kein Beweisverfahren durchgeführt und die von 

ihm eingereichten Belege nicht beachtet. Die Vorinstanz habe in E. 7.7.6 selber 

festgehalten, es könne keine Errungenschaft aus Erträgen der Erbschaft be-

rücksichtigt werden. Er habe vor Vorinstanz ausgeführt und belegt, dass er 

nach den Zugängen aus der Erbschaft von CHF 160'000.– im Dezember 2007 

und CHF 380'000.– im August 2008 CHF 200'000.– in Festgeld angelegt habe. 

Der Umbau der ehelichen Liegenschaft habe CHF 280'053.– gekostet, was 

nicht aus Zinserträgen des Festgeldes hätte generiert werden können. Die 

Festgeldanlage habe er nach einem Jahr aufgelöst, um den Umbau zu finan-

zieren. Der ihm von der Vorinstanz auferlegte Beweis dafür, der Umbau sei 

nicht aus der Eigenmitteln finanziert worden, verletze überdies als Negativbe-

weis Grundsätze des Beweisrechts (act. 539 S. 33 ff. Rz 3 ff.). Der Beklagte 

hält dafür, er habe die Eigengutsqualität der Gelder für den Umbau in der Kla-

geantwort (act. 539 S. 35 f. Rz 8 mit Verweis auf act. 52 S. 37 f.), mit act. 19/26 

sowie in der Duplik (act. 539 S. 36 Rz 8 mit Verweis auf act. 254 S. 17) und mit 

act. 53/12-14 [recte act. 255/12-14] hinreichend substantiiert. Er habe darauf 

hingewiesen, dass er nicht im Besitze der beiden Ordner mit Belegen des Um-

baus sei und diese nicht einreichen könne. Mit act. 255/15 habe er dennoch ei-

- 35 - 

ne detaillierte Aufstellung aller Arbeiten des Umbaus der Vorinstanz zugesandt. 

Auch in act. 274 habe er Ausführungen zu den Umbaukosten vorgetragen und 

mit act. 275/15-17 nochmals eine Zusammenstellung der Investitionen in die 

eheliche Liegenschaft eingereicht. Die Vorinstanz werfe ihm zu Unrecht vor, 

keine Darstellung der einzelnen Umbaukosten gemacht zu haben (act. 539 

S. 36 f. Rz 8 ff.). 

4.2.2.  Die Vorinstanz führte zusammengefasst aus, es liege am Beklagten, die 

Eigengutszugehörigkeit der getätigten Investitionen zu beweisen. Gemäss 

act. 255/12-13 seien seinem CS Privatkonto Nr. 12 am 19. Dezember 2007 

CHF 160'000.– und am 5. August 2008 CHF 380'000.– gutgeschrieben wor-

den. Damit sei der Saldo auf CHF 392'000.– gestiegen, jedoch in der darauf-

folgenden Woche um über CHF 300'000.– auf noch knapp CHF 92'000.– ge-

sunken (act. 255/12-13). Aus den eingereichten Belegen sei gerade nicht 

nachvollziehbar, dass dem Beklagten für den späteren Umbau ausreichend Ei-

gengutsmittel zur Verfügung gestanden hätten. Er habe keine Zahlungsbelege 

zu den einzelnen Auslagen als Beweismittel offeriert und in seinen Rechts-

schriften nicht dargelegt, welche Umbaukosten er von welchem Konto bezahlt 

habe. Allenfalls hätte er auch aus den Erträgen seiner Festgeldanlage substan-

tielle Rückstellungen bilden und in die Liegenschaft investieren können. Insge-

samt habe der Beklagte nicht beweisen können, dass die nachträglichen Inves-

titionen über das CS Konto Nr. 12 abgewickelt und aus Eigengutmitteln bezahlt 

worden seien (act. 540 S. 101 ff. Rz 7.6.6.1 ff.).  

4.2.3. Die Höhe der Investition von CHF 280'053.– sowie die Grundsätze für 

die Berechnung der Quoten der in der ehelichen Liegenschaft gebundenen gü-

terrechtlichen Massen blieben unbestritten. Was den Einwand betrifft, die Vor-

instanz habe in E. 7.7.6 selber Erträge aus der geerbten Liegenschaft ausge-

schlossen, lässt sich daraus nichts zu Gunsten des Beklagten herleiten (vgl. 

act. 539 S. 30 unten). Die Vorinstanz prüfte in E. 7.7.3 ff. die Vorbringen der 

Klägerin. Diese hatte behauptet, der geerbte Gebäudekomplex mit einer Viel-

zahl an Wohnungen und Geschäften, einem Restaurant sowie Gara-

gen/Parkplätzen werfe jährliche Mieterträge von CHF 625'000.– (Errungen-

schaft) ab, so dass eruiert werden müsse, welcher Teil der Mietzinseinnahmen 

- 36 - 

in den Gebäudekomplex investiert worden sei und zu einer Wertsteigerung ge-

führt habe, an welcher sie anteilsmässig partizipiere. Die Vorinstanz wies den 

daraus hergeleiteten güterrechtlichen Anspruch der Klägerin ab, weil es ihr 

nicht gelungen sei, den investierten Betrag aus thesaurierten Gewinnen aus 

dem Gebäudekomplex zu beziffern, die nicht zur Werterhaltung, sondern zu ei-

ner Wertsteigerung geführt hätten. Die Vorinstanz hielt deshalb fest, die Kläge-

rin habe einen Anspruch an einem allfälligen Mehrwert des geerbten Gebäude-

komplexes zufolge (Re-)Investitionen nicht substantiieren können. Die Vo-

rinstanz kam entgegen der Annahme des Beklagten damit nicht zum Schluss, 

Einnahmen aus den geerbten Liegenschaften seien grundsätzlich nicht vor-

handen und bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht zu beachten. 

Aus den eingereichten Belegen, namentlich act. 275/9, ist denn auch erstellt, 

dass aus dem Gebäudekomplex jährlich ein erheblicher Ertrag der Errungen-

schaft des Beklagten zufloss. 

 Im Weitern kann der Beklagte der Argumentation der Vorinstanz nichts 

Substantielles entgegensetzen, es fehle am Beweis dafür, dass der Umbau der 

ehelichen Liegenschaft aus Eigengut auf dem CS Kontos Nr. 12 finanziert wor-

den sei. Zwar sind Gutschriften aus dem Nachlass von M._____ von insgesamt 

CHF 540'000.–, nämlich CHF 160.000.– im Dezember 2007 und 380'000.– im 

August 2008, mit den Kontoauszügen belegt. Dass die Mittel anschliessend für 

den Umbau verwendet wurden, hat der Beklagte, soweit ersichtlich, weder in 

seinen Rechtsschriften vor Vorinstanz substantiiert noch lässt sich dies den 

bezeichneten Belegen (act. 255/12-14) entnehmen. Gemäss Kontoauszügen 

erfolgte am 8. August 2008 eine Belastung des CS Kontos Nr. 12 mit der Be-

merkung "Festgeldanlage Neuanlage" im Betrag von CHF 200'000.– und am 

11. August 2008 eine Belastung mit der Bemerkung "Schenkung an Papi" im 

Umfang von CHF 100'000.– (act. 255/13). Weitere Kontoauszüge, die Auf-

schluss über Transaktionen über dieses Konto geben könnten, werden in der 

Berufung nicht genannt. Wann die Festgeldanalage aufgelöst wurde und wohin 

die Mittel flossen, bleibt ebenfalls unsubstantiiert und unbelegt. Der Beklagte 

verweist in der Berufung zwar auf Seiten in seinen Rechtsschriften sowie auf 

bestimmte Belege. Was er daraus konkret für seinen Standpunkt ableiten 

- 37 - 

möchte, bleibt jedoch unklar. Die Vorbringen in der Klageantwort (act. 52 

S. 35 f.) und der Duplik (act. 254 S. 17) führen jedenfalls nicht weiter. In der 

Klageantwort brachte der Beklagte an der bezeichneten Stelle vor, die Klägerin 

fordere ihn auf, Herkunft und Umfang der Investitionen im Einzelnen darzutun 

und zu belegen. Ihm sei unklar, was sich die Klägerin darunter genau vorstelle. 

Sie verfüge selber über alle relevanten Belege. Er verweist bezüglich der Her-

kunft der Mittel pauschal auf act. 19/26, ohne näher darauf einzugehen. Der 

Beklagte verkennt, dass er damit seiner Substantiierungspflicht über die Her-

kunft der investierten Gelder nicht genügend nachkommt und die von ihm er-

stellte grobe Aufstellung über die Finanzierung des Umbaus (act. 19/26) die 

Herkunft der verwendeten Mittel nicht beweisen kann, sondern dafür die Kon-

toauszüge mit den Gutschriften aus dem Nachlass und den Überweisungen an 

die mit dem Umbau beauftragten Unternehmen einzureichen gewesen wären. 

In der Duplik wiederholt der Beklagte pauschal, er habe für die Bezahlung der 

Umbauarbeiten Mittel seiner "Erbvorbezüge" von CHF 160'0000.– und 

CHF 380'000.– verwendet, und verweist wiederum allgemein auf seine Ausfüh-

rungen in der Klageantwort sowie die Beilagen (act. 255/12-14). Weder die 

mangelnde Substantiierung noch der fehlende Beweis über die Herkunft der für 

den Umbau verwendeten Mitteln können mit der Einreichung der Bauabrech-

nung wettgemacht werden (act. 255/15). Diese gibt zwar Einblick in die Arbei-

ten, die damit beauftragten Unternehmungen sowie die Zusammensetzung der 

Kosten von CHF 280'053.–. Den Beweis für den entscheidenden Punkt, aus 

welchen Mitteln die Rechnungen bezahlt wurden, erbringt aber auch diese Ab-

rechnung nicht.  

 Angesichts des erheblichen Ertrags aus der bereits 2007 angefallenen 

Erbschaft erscheint durchaus möglich, dass der Umbau der ehelichen Liegen-

schaft zumindest teilweise aus Mitteln der Errungenschaft finanziert wurde. Die 

Ausführungen des Beklagten erweisen sich zudem teilweise als widersprüch-

lich. Während er den Umbau einerseits mit Mitteln seines "Erbvorbezugs" fi-

nanziert haben möchte, gibt er in seinem Finanzierungsplan an, die investierten 

Mittel stammten aus dem Verkauf der geerbten Liegenschaft in Q._____ 

- 38 - 

(act. 19/26). Zum Verkauf dieser Liegenschaft und dem Verbleib des Verkaufs-

erlöses fehlen jedoch, soweit ersichtlich, wiederum jegliche Ausführungen.  

4.2.4.  Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Beklagten, insbe-

sondere die Erträge aus der Erbschaft und deren Verwendung, bleiben ver-

schwommen. Der Beklagte liess offen und unbelegt, auf welche Konten sowie 

in welchen Tranchen der Nachlass (Bankguthaben und Festgeldanlagen, Erlös 

aus Verkauf der Liegenschaft in Q._____) und der Ertrag aus dem geerbten 

Gebäudekomplex in L._____ an ihn ausbezahlt wurden. Die Vorinstanz kam 

unter diesen Umständen zutreffend zum Ergebnis, der Beklagte habe nicht be-

weisen können, dass die Kosten des Umbaus von CHF 280'053.– mit Mitteln 

des Eigenguts finanziert wurden. Damit sind die Berufungsanträge b) und c) 

abzuweisen und die Dispositiv-Ziffern 7 und 13 des angefochtenen Urteils zu 

bestätigen. 

5.   

5.1. Die Vorinstanz auferlegte die Gerichtskosten beiden Parteien je zur Hälfte 

(act. 540 Dispositiv-Ziff. 15). Der Beklagte sieht darin eine Ermessensüber-

schreitung und verlangt, die Kosten der Klägerin zu 11/12 und ihm zu 1/12 auf-

zuerlegen (act. 539 Berufungsantrag d). Er bringt im Wesentlichen vor, die Vor-

instanz übersehe, dass erhebliche vermögenrechtliche Interessen zu beurteilen 

waren und der Streitwert zu beachten sei. Sie habe richtig angenommen, die 

Massnahmenverfahren hätten sich gegenseitig ausgeglichen und die Vertei-

lung der Kosten könne nicht ganz genau vorgenommen werden. Bei den ver-

mögenswerten Interessen ergebe sich jedoch klar ein Unterliegen der Klägerin. 

Er habe in seinem Schlussvortrag einen nachehelichen Unterhalt von 

CHF 1'000.– bis zur Pensionierung der Klägerin beantragt, was kapitalisiert ei-

nem Streitwert von CHF 51'000.– entspreche. Hinzu komme die von ihm zuge-

standene güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 100'114.–. Die Klägerin 

habe demgegenüber in ihrem Schlussvortrag einen nachehelichen Unterhalt 

von monatlich CHF 7'087.15 bis zu ihrer ordentlichen Pensionierung und da-

nach einen solchen von CHF 5'274.20 auf unbegrenzte Zeit verlangt. Sie habe 

demnach einen Unterhalt von gesamthaft CHF 651'525.65 sowie zusätzlich ei-

- 39 - 

ne güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 1'240'035.10 gefordert, erhalte 

entsprechend seinen Berufungsanträgen indessen bloss einen Gesamtunter-

haltsanspruch von CHF 148'914.– sowie eine güterrechtliche Ausgleichszah-

lung von CHF 92'096.–. Bleibe es beim Entscheid der Vorinstanz betrage der 

gesamte ihr zustehende Betrag (Unterhalt und Güterrecht) CHF 462'718.50. 

Die Klägerin unterliege somit zu 11/12 (act. 539 S. 40 ff.). 

5.2. Die Vorinstanz begründete die Kostenverteilung im Wesentlichen damit, 

es handle sich um ein über zehn Jahre sehr aufwendig geführtes Verfahren, in 

dessen Verlauf ein Dutzend Verhandlungen sowie eine Kinderanhörung statt-

gefunden hätten, mehr als zwanzig Zwischenentscheide zu fällen gewesen und 

über sechzig Schreiben durch das Gericht versandt worden seien. Betreffend 

die Obhut und die Betreuung der Kinder seien die Kosten unabhängig vom 

Ausgang des Verfahrens gemäss ständiger Praxis der Gerichte unter den Par-

teien hälftig aufzuteilen. Es hätten insbesondere zu diesen Fragen zahlreiche 

Zwischenentscheide gefällt werden müssen, weshalb sich diesbezüglich eine 

hälftige Kostenauflage rechtfertige. In einer ersten Phase des Prozesses seien 

die Kinderbelange hochstrittig gewesen, während in einer zweiten Phase güter-

rechtliche Aspekte im Zentrum gestanden seien. Beim Unterhalt und Güter-

recht würden beide Parteien in gewichtigem Umfang obsiegen und unterliegen. 

Da das Gericht in familienrechtlichen Verfahren von den Verteilungsgrundsät-

zen der Zivilprozessordnung abweichen und die Prozesskosten nach Ermes-

sen verteilen könne (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO), rechtfertige sich eine hälftige 

Aufteilung (act. 540 S. 122 f. E. 10.1 ff.).  

5.3. Die Vorinstanz hat die Kosten damit ausdrücklich nicht nach dem Vertei-

lungsgrundsatz gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO nach Obsiegen und Unterliegen, 

sondern gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO nach gerichtlichem Ermessen 

verteilt. Wenn der Beklagte die Kostenverteilung ausschliesslich nach den beim 

nachehelichen Unterhalt und beim Güterrecht im Streite liegenden Vermögens-

interessen nach Art. 106 ZPO verteilt haben möchte, geht seine Argumentation 

an den Erwägungen der Vorinstanz vorbei und greift zu kurz. Bei Art. 107 ZPO 

handelt es sich um eine Billigkeitsnorm, welche die im Einzelfall als starr und 

ungerecht erscheinende Regelung von Art. 106 ZPO relativiert und dem Ge-

- 40 - 

richt erlaubt, eine Verteilung der Prozesskosten nach Ermessen vorzunehmen 

(Botschaft ZPO 2006, 7297). Das Gericht verfügt im Anwendungsbereich die-

ser Norm sowohl bei der Frage, wie es die Kosten verteilen will, als auch bei 

der Frage, ob es überhaupt von den allgemeinen Verteilungsgrundsätzen nach 

Art. 106 ZPO abweichen möchte, über ein erhebliches Ermessen (BGE 139 III 

358 E. 3 S. 360; OGer ZH PQ220048 vom 27. Juli 2022 E. 4.1). 

5.4.  Die Vorinstanz hat die Besonderheiten des Verfahrens, wie die ausser-

ordentlich lange Verfahrensdauer, der hohe Aufwand infolge der hochstrittigen 

Kinderbelange mit zahlreichen Massnahmenentscheiden und der umstrittenen 

vermögensrechtlichen Punkte, herausgestrichen. Der Beklagte bestreitet nicht, 

dass enormer Aufwand aufgrund hochstrittiger Kinderbelange entstand und 

zahlreiche Anträge auf Erlass vorsorglicher Massnahmen von der Vorinstanz 

zu fällen waren. Angesichts des aufwändigen, komplexen und schwierigen fa-

miliären Rechtsstreits erscheint das Abweichen von der allgemeinen Regel 

gemäss Art. 106 ZPO und die Kostenverteilung für das gesamte Verfahren ein-

heitlich gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO angemessen.  

5.5. Was die hälftige Verteilung betrifft, setzt sich der Beklagte nicht mit den 

Ausführungen der Vorinstanz näher auseinander, sondern beschränkt sich, wie 

gesehen, auf die Darstellung der vermögensrechtlichen Aspekte beim nach-

ehelichen Unterhalt und Güterrecht. Er lässt unberücksichtigt, dass sich das 

Verfahren beim Kinderunterhalt und den übrigen Kinderbelangen über Jahre 

als ausserordentlich aufwändig erwies und keine der Parteien mit ihren Anträ-

gen durchdrang. Selbst bei der Kostenverteilung gemäss Art. 106 ZPO käme 

es nicht auf die zuletzt gestellten Anträge der Parteien an. Vielmehr wären auf 

Seiten der Klägerin die Klagebegehren bei Eintritt der Rechtsängigkeit (Klage) 

(vgl. Art. 62 und 91 ZPO; vgl. KUKO ZPO-KÖLZ, Art. 91 N 1) und beim Beklag-

ten folglich die Begehren gemäss Klageantwort für die Verteilung der Gerichts-

kosten massgeblich. 

 Damit ist eine Ermessensüberschreitung der Vorinstanz weder beim Ab-

weichen von Art. 106 ZPO noch bei der Verteilung der Gerichtskosten erkenn-

- 41 - 

bar. Demnach ist der Berufungsantrag d) abzuweisen und Dispositiv-Ziff. 15 

des angefochtenen Urteils zu bestätigen. 

6. Die Vorinstanz hat aufgrund der hälftigen Kostenverteilung keine Partei-

entschädigung zugesprochen (act. 540 S. 123 E. 10.7). Da die vorinstanzliche 

Kostenverteilung zu bestätigen ist, zielt die Begründung des Beklagten 

(act. 539 S. 42 f.) ins Leere und bleibt kein Raum für eine Parteientschädigung 

an ihn. Auch der Berufungsantrag e) ist abzuweisen und Dispositiv-Ziffer 16 zu 

bestätigen. 

7. Im Weitern beantragt der Beklagte, es sei Dispositiv-Ziff. 17 des ange-

fochtenen Urteils aufzuheben, mit welcher der Rechtsvertreter des Beklagten 

verpflichtet wurde, der Klägerin eine Entschädigung von CHF 945.– zu bezah-

len (Berufungsantrag f). Die Verpflichtung zur Bezahlung einer Entschädigung 

betrifft nicht den Beklagten persönlich. Es fehlt ihm deshalb das nötige Rechts-

schutzinteresse im Sinne von Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO an der Behandlung des 

Antrags. Es wäre Sache seines Rechtsvertreters gewesen, welcher durch die 

Zahlungsverpflichtung persönlich beschwert ist, sich in eigenem Namen zu be-

schweren. Dies hat der Rechtsvertreter nicht getan, sondern er erhob die Beru-

fung als Vertreter des Beklagten und deshalb in dessen Namen. Auf den An-

trag ist nicht einzutreten. 

8. Schliesslich ist auch Berufungsantrag g) auf Rückweisung kein Erfolg be-

schieden, zumal die Berufung aus den vorgenannten Gründen abzuweisen ist, 

soweit darauf eingetreten werden kann. 

9. Es handelt sich im Berufungsverfahren um eine rein vermögensrechtliche 

Streitigkeit mit einem Streitwert von rund CHF 275'000.– (act. 541). Gestützt 

auf §§ 4 und 12 GebV OG sowie in Anbetracht des Zeitaufwands und der 

Schwierigkeit der Sache ist die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr auf 

CHF 10'000.– festzusetzen. Der Beklagte unterliegt vollumfänglich, während 

die Klägerin den angefochtenen Entscheid akzeptierte, obwohl auch sie vor Vo-

rinstanz teilweise unterlag. Ein Abweichen vom allgemeinen Verteilungsgrund-

satz gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO drängt sich unter diesen Umständen nicht 

auf, weshalb die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens ausgangsgemäss 

- 42 - 

dem Beklagten aufzuerlegen sind. Diese sind mit dem von ihm geleisteten Vor-

schuss in derselben Höhe zu verrechnen. 

 Eine Parteientschädigung ist im Berufungsverfahren nicht zuzusprechen; 

der Klägerin nicht, weil ihr keine zu entschädigenden Aufwände entstanden 

sind, und dem Beklagten nicht, weil er unterliegt. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Einzelgerichts des Bezirksge-

richts Uster vom 2. Juni 2023 in folgenden Punkten mit dem heutigen Ur-

teil in Rechtskraft erwachsen ist: Dispositiv-Ziffern 1 (Scheidung), 3 (Kapi-

talleistung nachehelicher Unterhalt), 4 (Volljährigenunterhalt), 5 (Indexie-

rung), 6 (Vorsorgeausgleich), 8 (Wohnrecht), 9 (Anweisung Grundbuch-

amt), 10 (Übernahme Schuldpflicht eheliche Liegenschaft), 11 (Anwei-

sung Grundbuchamt), 12 (Verrechnung) sowie 14 (Festsetzung Gerichts-

kosten). 

2. Der Antrag des Berufungsklägers auf Vereinigung des Verfahrens mit 

dem Verfahren Geschäfts-Nr. LY230022 wird als gegenstandslos abge-

schrieben. 

3. Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und die 

Dispositiv-Ziffern 2, 7, 13, 15, 16 und 17 des Urteils des Einzelgerichts 

des Bezirksgerichts Uster vom 2. Juni 2023 werden bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf CHF 10'000.– festgesetzt, 

dem Berufungskläger auferlegt und mit dem von ihm geleisteten Kosten-

vorschuss verrechnet. 

- 43 - 

3. Es werden im Berufungsverfahren keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter 

Beilage des Doppels von act. 539, sowie an das Bezirksgericht Uster, je 

gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist in-
nert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer sol-

chen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsa-

chen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbin-

dung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechts-

mittelfrist an die Vorinstanz zurück. 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
CHF 275'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Vorsitzende:: 
 
 
 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw M. Schnarwiler 
 
 
 
versandt am:  

	Beschluss und Urteil vom 31. Oktober 2023
	Rechtsbegehren: (act. 523 S. 2 f. und act. 524 S. 1 f.)
	Urteil des Bezirksgerichtes: (act. 540)
	1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
	2. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin persönlich monatliche folgende Unterhaltsbeträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen:
	 Fr. 3'793.– für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. Dezember 2023;
	 Fr. 2'769.– für die Zeit ab 1. Januar 2024 bis 31. März 2029;
	 Fr. 477.– für die Zeit ab 1. April 2029 bis 31. Oktober 2034.

	Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
	Der Beklagte wird darüber hinaus verpflichtet, der Klägerin zusätzlich zu den vorgenannten Unterhaltsbeiträgen ab dem ersten Monat nach Auszug der Klägerin aus der ehelichen Liegenschaft an der C._____-strasse 1 in D._____ bis zum Ende seiner Unterhal...
	3. Der Antrag des Beklagten, es sei für die Leistung der Unterhaltspflicht eine einmalige Kapitalleistung festzulegen, wird abgewiesen.
	4. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zu Handen des gemeinsamen Sohnes E._____, geb. tt. September 2003, Volljährigenunterhaltsbeiträge in der Höhe von monatlich Fr. 1'429.– (zzgl. allfälliger Ausbildungszulagen) ab Rechtskraft des Scheidung...
	Die Volljährigenunterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar, und zwar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungsmodalitäten gelten, solange der gemeinsame Sohn keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt...
	Es wird vorgemerkt, dass die Klägerin für die weitere Dauer des Zusammenlebens mit dem gemeinsamen Sohn E._____ in der ehelichen Liegenschaft an der C._____-strasse 1 in D._____ für die Wohnkosten des gemeinsamen Sohnes E._____ aufzukommen hat.
	5. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Urteilsdispositivziffer 2 basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende April 2023 von 106.0 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar...
	6. Die F._____ Pensionskasse, … [Adresse] wird angewiesen, vom Vorsorgekonto des Beklagten Fr. 102'338.50 zuzüglich Zins ab 1. Januar 2017 auf ein Freizügigkeitskonto zugunsten der Klägerin bei der G._____ [Pensionskasse], … [Adresse] (Postfinance IBA...
	7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche (ohne Berücksichtigung der ehelichen Liegenschaft) Fr. 149'911.50 zu bezahlen, zahlbar innerhalb von 30 Tagen ab dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils.
	8. Es wird der Klägerin bis zum 31. Dezember 2023 ein befristetes Wohnrecht am Miteigentumsanteil des Beklagten an der ehelichen Liegenschaft an der C._____-strasse 1 in D._____ (GB Blatt 2, Liegenschaft Kat. Nr. 3) eingeräumt.
	Die Klägerin wird verpflichtet, die Hypothekarzinsen sowie die mit der Nutzung der Liegenschaft in Zusammenhang stehenden Nebenkosten bis zu ihrem definitiven Auszug alleine zu tragen. Ausdrücklich davon ausgenommen sind wertvermehrende oder werterhal...
	9. Das Grundbuchamt H._____ wird angewiesen, den hälftigen Miteigentumsanteil der Klägerin am Grundstück C._____-strasse 1 in D._____, Grundbuch Blatt 2, Liegenschaft, Kat.-Nr. 3, D._____, Plan Nr. 6, samt Grundbuch Blatt 7 (Miteigentumsanteil, 1/12 M...
	Die Klägerin wird verpflichtet, sämtliche erforderlichen Erklärungen abzugeben und Handlungen vorzunehmen, um dem Beklagten das Alleineigentum an diesem Grundstück zu verschaffen.
	10. Der Beklagte wird verpflichtet, im internen und externen Verhältnis auf den Zeitpunkt der Übertragung der Liegenschaft in sein Alleineigentum sämtliche auf der Liegenschaft (Doppelhaushälfte) C._____-strasse 1, D._____, Grundbuch Blatt 2, Liegensc...
	Er wird zudem verpflichtet, sämtliche erforderlichen Erklärungen abzugeben und Handlungen vorzunehmen, welche für die Entlassung der Klägerin aus der Schuldpflicht notwendig sind.
	11. Das Grundbuchamt H._____ wird weiter angewiesen, die Anmerkung "Zum Miteigentums-Anteil von A._____: Veräusserungsbeschränkung nach BVG" durch Streichung von "Zum Miteigentums-Anteil von A._____:" per Übertragung der Liegenschaft ins Alleineigentu...
	12. Soweit der Beklagte in Zusammenhang mit der Eigentumsübertragung der Liegenschaft ins Alleineigentum des Beklagten Einzahlungen in die Pensionskasse der Klägerin hinsichtlich der Rückzahlung deren WEF-Vorbezugs leistet, ist er zur Verrechnung mit ...
	13. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche betreffend die eheliche Liegenschaft Fr. 232'122.– zu bezahlen, zahlbar per Zeitpunkt der Übertragung der Liegenschaft ins Alleineigentum des Beklagten.
	14. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	15. Die Gerichtskosten (bestehend aus der Entscheidgebühr sowie den weiteren Auslagen) werden den Parteien je hälftig auferlegt.
	Die Gerichtskosten werden aus den von den Parteien geleisteten Barvorschüssen bezogen und im Mehrbetrag eingefordert.
	16. Es werden keine Parteientschädigungen der Parteien gegenseitig zugesprochen.
	17. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird verpflichtet, der Klägerin eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 945.– zu bezahlen.
	18. Schriftliche Mitteilung an
	 die Parteien, unter Beilage von Kopien von act. 528 und 529,
	 Rechtsanwalt lic. iur. X._____ hinsichtlich Erwägung 10.8 und Urteilsdispositivziffer 17,
	 den Sohn E._____ hinsichtlich Urteilsdispositivziffer 4,
	 mit Formular an das Zivilstandsamt H._____,
	 hinsichtlich Urteilsdispositivziffer 6 an die F._____ Pensionskasse, … [Adresse],
	 hinsichtlich Urteilsdispositivziffern 9, 10 und 11 an das Grundbuchamt H._____,

	19. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt werden. In der Berufungsschrift sind die...
	Werden nur Kosten- und Entschädigungsfolgen angefochten, so ist das Rechtsmittel der Beschwerde zu erheben (Art. 110 ZPO).
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	1.
	1.1. Die Parteien heirateten am tt. Juni 2000 und sind die Eltern von I._____, geboren tt. Februar 2001, und E._____, geboren tt. September 2003 (act. 540 S. 3). Das Paar trennte sich im Juni 2010, wobei die Modalitäten der Trennung mit Verfügung des ...
	1.2. Am 4. Januar 2013 reichte der Beklagte/Berufungskläger (nachfolgend Beklagter) beim Einzelgericht im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Uster ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein (act. 1). Nach Durchführung der Anhörung der Parteien und e...
	1.3. Mit Urteil vom 2. Juni 2023 (act. 531 = act. 540 [Aktenexemplar]) schied die Vorinstanz die Ehe der Parteien, verpflichtete den Beklagten zu nachehelichem Unterhalt (Dispositiv-Ziff. 2), regelte den Vorsorgeausgleich, gewährte der Klägerin ein be...
	2.  Am 28. August 2023 (Datum Poststempel, act. 539) erhob der Beklagte gegen das Urteil der Vorinstanz Berufung. Er verlangt im Wesentlichen die Reduktion des nachehelichen Unterhalts (diverse Begehren unter Berufungsantrag a), die Reduktion der güte...
	Nach Prüfung der Akten erweist sich die Sache als spruchreif, weshalb von der Einholung einer Berufungsantwort abzusehen ist (Art. 312 ZPO). Der Klägerin ist die Berufungsschrift zusammen mit diesem Entscheid zur Kenntnisnahme zuzustellen.
	1.
	1.1.   Die Berufung ist gemäss Art. 311 ZPO innert 30 Tagen seit Eröffnung eines Entscheides schriftlich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen. Mit ihr können sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die unrichtige Feststellung ...
	1.2.   Die Berufungsinstanz kann die vorgebrachten Mängel in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht frei und uneingeschr