# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b474175-dd85-52f6-9267-dd2ff4875958
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-04
**Language:** de
**Title:** Kommunale Steuerausscheidung 2007
**Docket/Reference:** GS.2010.1
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_GS_2010_1_ep.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
DES KANTONS ZÜRICH 

1 GS.2010.1 

Entscheid 

4. November 2010 

Mitwirkend: 

Präsident Anton Tobler, Mitglied Michael Ochsner, Ersatzmitglied Rhea Schircks   
Denzler und Sekretärin Barbara Müller 

In Sachen 

A ,    

S t a d t   B ,    

vertreten durch Steueramt der Stadt B,  

gegen 

und 

Rekurrent,  

Rekursgegnerin,  

G e m e i n d e   C ,  

vertreten durch das Gemeindesteueramt C, 

Mitbeteiligte, 

betreffend 

kommunale Steuerausscheidung 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (der  Pflichtige)  und  seine  Ehefrau  D  (die  Pflichtige)  sind  in  B  wohnhaft. 

Per  17.  April  2007  erbte  der  Pflichtige  den  hälftigen  Anteil  einer  Liegenschaft  in  der 

Gemeinde C. In der Steuererklärung 2007 wurde in Ziff. 60 angemerkt: "Vorbehalt der 

interkantonalen  Doppelbesteuerung,  Antrag  auf  interkommunale  Ausscheidung  mit  C 

(ZH)". 

Das  kantonale  Steueramt,  Division  Nord,  schätzte  die  Pflichtigen  mit  Ent-

scheid vom 12. Oktober 2009 für die Staats- und Gemeindesteuern 2007 ein.  

Mit  Entscheid  vom  31. März  2010  wies  das  kantonale  Steueramt,  Team  Ge-

meindesteuerausscheidungen, den Antrag des Pflichtigen auf Steuerausscheidung ab 

dem Steuerjahr 2007 ab. 

B. Mit Einsprache vom 30. April 2010 stellte der Pflichtige folgende Anträge: 

" 1.  Der Entscheid vom 31.3.2010 sei aufzuheben. 
  2.  Die E Liegenschaftserträge seien – wie in der Steuererklärung 2007  
    beantragt – ab Zugang der Liegenschaft bzw. deren Erträge, d.h. ab  
    17.4.2007  interkommunal  der  Belegenheitsgemeinde  C  und  nicht  der 
    Sitzgemeinde B zuzuteilen (und nicht erst wie mündlich zugesichert auf  
    Bemessungsjahr = Steuerjahr 2008). 
  3.  Es  sei  entsprechend  die  hierfür  notwendige  interkommunale  Steuerausschei-
    dung 2007 vorzunehmen und die Gemeinde B zu verpflichten auf den  
    E Anteilen an Einkommen und Vermögen den E Steuerfuss   
    anzuwenden und die Differenz den Steuerpflichtigen zurückzubezahlen. 
  4.  Verfahrensantrag 
    Die Einsprache sei nicht von der Abteilung für Gemeindesteuerausscheidungen
zu behandeln, die offensichtlich einfach nach Massgabe der Arbeitsvermeidung
    entscheiden,  sondern  von  einer  Abteilung,  die  ausreichende  Kenntnisse  der 

verfassungsmässigen Rechte der Steuerpflichtigen hat." 

Das  kantonale  Steueramt,  Dienstabteilung 

Inventarkontrolle/Erbschafts-

steuer/Gemeindesteuerausscheidungen,  wies  die  Einsprache  mit  Entscheid  vom 

8. Juni 2010 ab. 

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C. Der Pflichtige erhob dagegen am 24. Juni 2010 Rekurs und wiederholte im 

Wesentlichen  die  im  Einspracheverfahren  gestellten  Anträge  1  bis  3.  Der  Rekurs-

antrag 3  lautete  nun:  "  Es  sei  festzustellen,  dass  Einsprachen  von  Steuerpflichtigen 

betr.  Steuerhoheiten  /  verfassungswidriger  Besteuerung  künftig  von  einer  Abteilung 

des Steueramtes zu behandeln seien, welche über die notwendigen Grundkenntnisse 

der  Anforderungen  an  eine  verfassungsmässige  gesetzliche  Besteuerung  verfügt". 

Weiter beantragte er eine Prozessentschädigung. 

Das Steueramt der Stadt B verzichtete mit Eingabe vom 23./24. August 2010 

auf Rekursantwort. Die Gemeinde C liess sich nicht vernehmen. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. Im Zusammenhang mit Rekursantrag 3 beantragt der Pflichtige sinngemäss 

–  wie  sich  aus  der  Rekursbegründung  ergibt  –  die  Aufhebung  des  Einsprache-

entscheids  wegen  Verweigerung  des  rechtlichen  Gehörs,  da  sein  "Verfahrensantrag 

auf Ausstand" im Einspracheverfahren unkorrekt behandelt worden sei. Auf diese for-

melle Rüge ist vorweg einzugehen. 

2. a) Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 

18. April 1999 (BV) dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein per-

sönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in 

die  Rechtsstellung  des  Einzelnen  eingreift.  Dazu  gehört  insbesondere  das  Recht  des 

Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern, erhebli-

che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweis-

anträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit-

zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet 

ist,  den  Entscheid  zu  beeinflussen.  Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  umfasst  als 

Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 

einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 II 286 

E. 5.1, mit Hinweisen).  

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Aus  dem  Gehörsanspruch  ist  zudem  abzuleiten,  dass  die  Behörde  die  Vor-

bringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, 

prüft  und  in  der  Entscheidfindung  berücksichtigt.  Daraus  folgt  die  Verpflichtung  der 

Behörde,  ihren  Entscheid  zu  begründen.  Dabei  ist  es  nicht  erforderlich,  dass  sie  sich 

mit allen Parteistandpunkten  einlässlich auseinandersetzt und  jedes einzelne Vorbrin-

gen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-

chen  Punkte  beschränken.  Die  Begründung  muss  so  abgefasst  sein,  dass  sich  der 

Betroffene  über  die  Tragweite  des  Entscheids  Rechenschaft  geben  und  ihn  in  voller 

Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen 

wenigstens  kurz  die  Überlegungen  genannt  werden,  von  denen  sich  die  Behörde  hat 

leiten  lassen  und  auf  die  sich  ihr  Entscheid  stützt  (BGE  134  I  83,  E. 4.1,  mit  Hinwei-

sen). 

b)  Der  Pflichtige  erklärt,  nachdem  er  aufgrund  von  Telefongesprächen  habe 

feststellen müssen, dass der Abteilung für Gemeindesteuerausscheidungen offensicht-

lich  die  Kenntnis  fehle,  dass  auch  Steuerpflichtigen  gewisse  verfassungsmässige 

Rechte  zukämen,  habe  er  in  der  Einsprache  den  (eingangs  erwähnten)  Verfahrens-

antrag  gestellt.  Anstatt den  "Verfahrensantrag auf  Ausstand"  von  einer  unabhängigen 

Stelle  behandeln  zu  lassen,  habe  sie  (die  Abteilung)  darüber  gleich  in  eigener  "(Un-) 

Kompetenz"  entschieden.  In  der  unkorrekten  Behandlung  des  Ausstandbegehrens 

sieht der Pflichtige eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs.  

c)  In  ihrem  Einspracheentscheid  vom  8. Juni  2010  hat  die  Vorinstanz  den 

"Verfahrensantrag" behandelt, wenn auch nicht ausführlich. Sie ist damit ihrer Begrün-

dungspflicht  grundsätzlich  nachgekommen.  Weitere  Aspekte,  die  auf  eine  Verletzung 

des  Gehörsanspruchs  hindeuten  würden,  sind  –  im  Licht  der  vorstehend  wieder-

gegebenen Rechtsprechung zu Art. 29 Abs. 2 BV – weder ersichtlich noch werden sol-

che  im  Einzelnen  geltend  gemacht.  Allerdings  fragt  sich,  ob  die  Dienstabteilung  Ge-

meindesteuerausscheidungen  zur  Behandlung  des  erwähnten  Verfahrensantrags 

zuständig war. 

3. In  der  Rekursschrift  bezeichnet  der  Pflichtige  den  von  ihm  im  Einsprache-

verfahren gestellten "Verfahrensantrag" als Ausstandsbegehren. 

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a)  aa)  Wer  bei  Vollzug  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG)  in  einer 

Sache  zu  entscheiden  oder  an  einer  Verfügung  oder  Entscheidung  in  massgeblicher 

Stellung  mitzuwirken  hat,  ist  verpflichtet,  in  den  Ausstand  zu  treten,  wenn  er  an  der 

Sache ein persönliches Interesse hat (§ 119 Abs. 1 lit. a StG); mit einer Partei in gera-

der Linie oder in der Seitenlinie bis zum dritten Grad verwandt oder verschwägert oder 

durch Ehe, Verlobung oder Kindesannahme verbunden ist (lit. b); Vertreter einer Partei 

ist oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig war (lit. c) oder aus andern Gründen 

in  der  Sache  befangen  sein  könnte  (lit. d).  Die  Nichtbeachtung  der  Ausstandspflicht 

stellt regelmässig eine schwerwiegende Verletzung von Verfahrensvorschriften dar und 

hat ungeachtet der materiellen Interessenlage die Kassation des unter Mitwirkung des 

ausstandspflichtigen  Behördenmitglieds  gefassten  Entscheids  zur  Folge  (Kölz/Boss-

hart/Röhl,  Kommentar  zum  Verwaltungsrechtspflegegesetz des  Kantons  Zürich,  2. A., 

1999, § 5a N 7).  

bb)  Ist  ein  Ausstandsgrund  streitig,  entscheidet  die  vorgesetzte  Behörde,  bei 

Mitgliedern  von  Kollegialbehörden  die  Kollegialbehörde  (§ 119  Abs. 3  StG).  Dies  gilt 

allerdings  nur,  wenn  überhaupt  ein  gültiges  Ausstandsbegehren  gestellt  wurde.  Ein 

Ausstandsbegehren, das sich gegen eine Behörde als solche richtet, ist von Vornher-

ein  ungültig,  da  die  Ausstandspflicht  immer  nur  Einzelpersonen  und  nicht  die  ganze 

Behörde trifft (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher 

Steuergesetz,  2.  A.,  2006,  §  119  N  7,  mit  Hinweisen).  Bei  einem  ungültigen  Aus-

standsbegehren fehlt die Voraussetzung zur Durchführung eines Ausstandsverfahrens 

und  ist  auf  das  Begehren  nicht  einzutreten.  Das  Ausstandsverfahren  darf  namentlich 

nicht missbraucht werden und zur Ausschaltung der Rechtspflegeinstanz und damit zur 

Lahmlegung  der Justiz führen. Die  Eignung der geltend gemachten Ausstandsgründe 

ist  deshalb  vorab  nach  dem  Zweck  des  Ablehnungsverfahrens  zu  beurteilen.  Dieser 

besteht  darin,  eine  objektive  Rechtsprechung  durch  unabhängige  Richter  zu  gewähr-

leisten  (vgl.  BGE  105  Ib  301  E. 1b).  Diese  Grundsätze  lassen  sich  auch  auf  das  ver-

waltungsinterne Verfahren anwenden. 

b) Vorab unterliess es der – offenbar rechtskundige – Pflichtige, in seiner Ein-

sprache  auch  nur  anzudeuten,  dass  es  ihm  mit  seinem  Verfahrensantrag  um  Aus-

stands- bzw. Ablehnungsgründe gehe. Sodann hätte er im Einzelnen substanziiert dar-

legen  müssen,  weswegen  und  welche  der  Mitglieder  der  mit  seiner  Angelegenheit 

befassten Dienstabteilung in den Ausstand hätten treten sollen (vgl. VGr, 10. Septem-

ber 2003, SB.2003.00029, E. 1a Abs. 3). Stattdessen begnügte er sich damit, die Be-

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handlung  der  Einsprache  von  einer  anderen  Abteilung  als  derjenigen  für  Gemeinde-

steuerausscheidungen  zu  beantragen,  da  diese  nach  seiner  Auffassung  "nach  Mass-

gabe der Arbeitsvermeidung entscheiden" würde bzw. ihr die erforderlichen Kenntnisse 

fehlten.  Damit  brachte  er  aber  nicht  im  entferntesten  Ausstandsgründe  vor.  Vielmehr 

betrafen seine Vorwürfe implizit einerseits die fehlende Zuständigkeit der betreffenden 

Dienstabteilung, andererseits die aus seiner Sicht mangelhafte Arbeitsführung.  

Zur in Frage stehenden Zuständigkeit ist Folgendes auszuführen: Nach § 194 

Abs. 1 StG ermittelt das Steueramt der Einschätzungsgemeinde oder, auf sein Verlan-

gen,  das  kantonale  Steueramt  die  Ausscheidungsgrundlagen  gestützt  auf  die  Ein-

schätzung  für  die  Staatssteuer  und  allfällige  weitere  Erhebungen.  Alle  Zürcher  Ge-

meinden  haben  die  Ermittlung  der  Steuerausscheidungsgrundlagen  an  das  kantonale 

Steueramt delegiert (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 194 N 4). Gemäss Kreisschrei-

ben  des  kantonalen  Steueramts  an  die  Gemeindesteuerämter  über  die  Durchführung 

der  Steuerausscheidungen  für  Gemeindesteuern  vom  5. Oktober  1998  (ZStB  I  Nr. 

35/400)  wurde  die  Gruppe  für  Gemeindesteuerausscheidungen  des  kantonalen  Steu-

eramts  mit  den  entsprechenden  Arbeiten  beauftragt.  Damit  ist  Zuständigkeit  der 

Dienstabteilung Inventarkontrolle/Erbschaftssteuer/Gemeindesteuerausscheidungen zu 

bejahen.  

Was  den  Vorwurf  der  mangelhaften  Arbeitsführung  anbelangt,  so  ist  einzig 

darauf  hinzuweisen,  dass  dem  Pflichtigen  der  Weg  über  die  Aufsichtsbeschwerde  im 

Sinn von § 111 StG offen stünde. 

c) Nach dem vorstehend Gesagten kann es der Vorinstanz nicht zum Vorwurf 

gereichen,  wenn  sie  den  "Verfahrensantrag"  nicht  als  Ausstandsbegehren  erkannte. 

Da  zudem  kein  gültiges  Ausstandsbegehren  vorlag,  ist  die  Vorinstanz  zu  Recht  sinn-

gemäss  nicht  darauf  eingetreten.  Sie  war  zudem  befugt,  über  diesen  Punkt  selbst  zu 

entscheiden. Damit ist auf den im Rekursverfahren gestellten Antrag 3 nicht weiter ein-

zugehen. 

4.  Materiell  geht  es  vorliegend  insbesondere  um  die  Frage,  ob  die  Liegen-

schaftserträge der vom Pflichtigen im April 2007 geerbten Liegenschaft für die Steuer-

periode  2007  durch  die  Wohnsitzgemeinde  B  oder  die  Belegenheitsgemeinde  C  zu 

besteuern sind (interkommunale Steuerausscheidung). 

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a)  aa)  Die  Vorinstanz  führt  aus,  grundsätzlich  müssten  die  Gemeinden  ge-

mäss § 193 StHG (recte: StG) ihren Ausscheidungsanspruch rechtzeitig anmelden. Die 

Frist zur Anmeldung sei eine Verwirkungsfrist. Gegenüber dem Steuerpflichtigen träten 

aber  bei  unterlassener  Anmeldung  keine  Verwirkungsfolgen  ein,  da  er  einen  gesetz-

lichen Anspruch auf die korrekte interkommunale Steuerausscheidung und die Anwen-

dung der massgeblichen Steuerfüsse habe. Der Pflichtige habe sinngemäss Antrag auf 

Steuerausscheidung gestellt, welcher durch die Einschätzungsgemeinde zu behandeln 

sei.  Dieser  "Vorgabe"  stehe  nichts  im  Weg,  da  sich  das  Gemeindesteueramt  B  nach 

telefonischer  Rückfrage  einverstanden  erklärt  habe,  die  Steuerfussdifferenz  für  das 

Steuerjahr 2008 zu übernehmen. Der Antrag auf eine Ausscheidung des Steuerjahres 

2007 sei jedoch abzulehnen. Letzteres begründet die Vorinstanz im Wesentlichen da-

mit, dass  § 190 StG analog  auf die Begründung, Verlegung  oder Aufgabe eines spe-

ziellen Steuerdomizils anwendbar sei. 

bb) Der Pflichtige bringt dagegen zusammengefasst vor, § 190 StG sei nicht 

anzuwenden, da diese Bestimmung einen Wohnsitzwechsel voraussetze, eine Liegen-

schaft aber ihren steuerlichen Wohnsitz nicht wechseln könne, sondern immer am glei-

chen  Belegenheitsort  steuerbar  sei.  Die  Besteuerung  des  ganzen  Bemessungsjahres 

sei verfassungswidrig (Verletzung von Art. 8, 9 und 127 BV) und verletze auch Art. 68 

Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kanto-

ne und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG). 

b) aa)  Vorab ist festzuhalten, dass  die Vorinstanz zu Recht (implizit) auf den 

Antrag des  Pflichtigen auf  kommunale Steuerausscheidung auch betreffend die Steu-

erperiode 2007 eingetreten ist, da er diesen Anspruch unabhängig von einer allfälligen 

von  der  Einschätzungsgemeinde  zu  verantwortenden  Verwirkung  eigenständig  durch-

setzen kann (vgl. StRK II, 29. April 2002, E. 2b/bb = StE 2003 B 11.4 Nr. 2). 

bb)  Die  Bestimmungen  über  die  Steuerpflicht  für  die  Staatssteuern  gelten 

nach  §  189  StG  auch  für  die  Gemeindesteuern;  vorbehalten  bleiben  anderslautende 

Spezialvorschriften.  Demnach  ist  eine  natürliche  Person  qua  Verweisung  aufgrund 

persönlicher  Zugehörigkeit  unbeschränkt  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren  steuerrechtli-

chen  Wohnsitz  in  der  Gemeinde  hat  (§  3  Abs.  1  und  2  i.V.m.  §  5  Abs.  1  StG; 

Hauptsteuerdomizil). In anderen Gemeinden ist sie beschränkt steuerpflichtig, falls sie 

dort  (u.a.)  an  Grundstücken  Eigentum,  dingliche  Rechte  oder  diesen  wirtschaftlich 

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gleichkommende  persönliche  Nutzungsrechte  hat  (§ 4  Abs. 1  lit. b  i.V.m.  § 5  Abs. 2 

StG; Spezialsteuerdomizil). Ist eine Person in zwei oder mehreren Gemeinden steuer-

pflichtig, so ist eine Steuerausscheidung vorzunehmen (§ 191 Abs. 1 StG); aus Prakti-

kabilitätsgründen  ist  indes  auf  eine  Ausscheidung  –  insofern  –  zu  verzichten,  als  der 

auf die Gemeinde(n) mit beschränkter Steuerhoheit entfallende Anteil an der einfachen 

Staatssteuer weniger als Fr. 2'000.- beträgt. 

cc) Der steuerrechtliche Wohnsitz des Pflichtigen befand sich in der hier rele-

vanten Steuerperiode 2007 (und danach) unbestrittenermassen in B. Folglich bestand 

aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  eine  unbeschränkte  Steuerpflicht  am  Hauptsteu-

erdomizil. Am 16. April 2007 verstarb der Vater des Pflichtigen und hinterliess diesem 

(und  soweit  ersichtlich  dessen  Bruder)  unter  anderem  eine  Liegenschaft  in  C.  Der 

Pflichtige wurde daher an sich im Jahr 2007 aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit in 

C beschränkt steuerpflichtig. Bereits ab der Steuerperiode 2007 war der Pflichtige folg-

lich  sowohl  an  seinem  Wohnsitz  als  auch  am  Belegenheitsort  der  geerbten  Liegen-

schaft und damit in zwei Zürcher Gemeinden steuerpflichtig, weshalb eine Gemeinde-

steuerausscheidung Platz greift. 

c)  aa)  Die  Steuerausscheidung  im  interkommunalen  Verhältnis  richtet  sich 

unter  Vorbehalt  besonderer  Bestimmungen  nach  den  Regeln  über  die  interkantonale 

Ausscheidung.  Dies  ergibt  sich  aufgrund  der  Verweisung  in  § 189  Abs. 1  StG  (VGr, 

10. September 2003, SB.2003.00021, E. 2, mit Hinweis). Nach § 10 Abs. 3 StG werden 

die Folgen des Beginns, der Änderung und des Endes der Steuerpflicht aufgrund per-

sönlicher  und  wirtschaftlicher  Zugehörigkeit  im  interkantonalen  Verhältnis  durch  das 

Steuerharmonisierungsgesetz bestimmt. 

bb)  Mit dem Bundesgesetz  zur Koordination und Vereinfachung  der Veranla-

gungsverfahren 

für  die  direkten  Steuern 

im 

interkantonalen  Verhältnis  vom 

15. Dezember 2000 (Vereinfachungsgesetz; in Kraft seit dem 1. Januar 2001) wurden 

verschiedene Änderungen beim Steuerharmonisierungsgesetz vorgenommen.  

Primär ist mit dem Vereinfachungsgesetz eine Abstimmung der Zuständigkeit 

der  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  und  der  kantonalen  und  kommunalen 

Steuern  angestrebt  worden  (Ivo  Baumgartner,  Koordination  und  Vereinfachung  der 

Veranlagungsverfahren, FStr  2001  S. 137 ff., S. 143). Eine der Leitlinien der Revision 

des  Steuerharmonisierungsgesetzes  bildete  die  Einheit  der  Steuerperiode.  Der  Bun-

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desrat  führte  in  der  Botschaft  dazu  aus,  der  grossmehrheitliche  Wechsel  zum  Post-

numerandosystem für juristische und natürliche Personen und die angestrebte Verein-

fachung des interkantonalen Verhältnisses rechtfertigten es, die bisherigen Regeln der 

Rechtsprechung  –  nämlich  die  Pro-rata-temporis-Besteuerung  bei  einer  Veränderung 

der  Steuerpflicht  –  zu  Gunsten  der  Einheit  der  Steuerperiode  aufzugeben.  Nach  die-

sem  neuen  Grundsatz  führe  ein  Wechsel  des  Steuerdomizils  (durch  Verlegung  des 

Sitzes oder des Wohnsitze, durch Begründung oder Aufgabe eines Spezialsteuerdomi-

zils)  nicht  mehr  zu  einer  Aufsplittung  der  Steuerperiode.  Die  Ausscheidung  unter  den 

beteiligten  Kantonen  beziehe  sich  also  auf  die  Elemente  der  ganzen  Steuerperiode 

(Botschaft  zur  Koordination  und  Vereinfachung  der  Veranlagungsverfahren  für  die  di-

rekten  Steuern  im  interkantonalen  Verhältnis  vom  24.  Mai  2000,  BBl  3898 ff., 

S. 3902 f.; vgl. auch Baumgartner, S. 142). Die Schweizerische Steuerkonferenz (SSK) 

führt in ihren einschlägigen Kreisschreiben aus, der Grundsatz der Einheit der Steuer-

periode habe zur Folge, dass bei einer Änderung der Besteuerungsorte die Steuerperi-

ode nicht in Zeitabschnitte zerlegt werde. Das Besteuerungsrecht der Kantone erstre-

cke sich  vielmehr  auf die ganze Steuerperiode. Art. 68  Abs. 2 StHG regle die Folgen 

einer  Änderung  der  Steuerpflicht  im  Lauf  einer  Steuerperiode  bezüglich  einer  wirt-

schaftlichen  Zugehörigkeit  ausserhalb  des  Wohnsitzkantons.  Diese  (revidierte)  Be-

stimmung untersage eine zeitliche Aufteilung der Steuerperiode in Fällen der Begrün-

dung,  der  Änderung  oder  der  Aufhebung  eines  Spezial-  oder  Nebensteuerdomizils. 

Habe die wirtschaftliche Zugehörigkeit während der Steuerperiode bestanden, gelte die 

beschränkte  Steuerpflicht  für  die  ganze  Periode.  Sei  die  Dauer  einer  wirtschaftlichen 

Zugehörigkeit  in  einem  anderen  Kanton  kürzer  als  eine  ganze  Steuerperiode,  werde 

der Grundsatz nach Art. 66  Abs. 4 StHG (Besteuerung  des Vermögens  im Verhältnis 

zur  Dauer  der  Zugehörigkeit)  nicht  durch  eine Herabsetzung  des  Steuerbetrages  um-

gesetzt,  sondern  durch  eine  betragsmässige  Herabsetzung  der  dem  Nebensteuerdo-

mizil zugewiesenen Vermögensteile (vgl.  SSK,  Kreisschreiben  Nr. 15 vom 31. August 

2001  über  die  Koordination  und  Vereinfachung  der  Veranlagungsverfahren  für  die  di-

rekten  Steuern  im  interkantonalen  Verhältnis  und  Kreisschreiben  Nr.  18  vom  27.  No-

vember 2001 über die interkantonale Ausscheidung bei Änderungen der Steuerpflicht 

während der Steuerperiode im System der einjährigen Postnumerandobesteuerung mit 

Gegenwartsbemessung  [Natürliche  Personen],  dort  insbesondere  Beispiel  12  zur  Lie-

genschaftsabtretung  durch  Erbschaft, 

[beide  Kreisschreiben  unter  www.steuer-

konferenz.ch]). 

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cc) Der Grundsatz der Einheit der Steuerperiode hat zur Wirkung, dass auch 

die Bemessungsperiode einheitlich ist und damit keine Aufteilung mehr erfährt. Soweit 

verschiedene  Kantone  ein  Besteuerungsrecht  für  die  gleiche  Steuerperiode  geltend 

machen, hat eine Aufteilung der Faktoren und nicht mehr der Bemessungsperiode zu 

erfolgen (Baumgartner, S. 143). Soweit kein anderes Vorgehen sinnvoller ist, hat eine 

Pro  rata-Faktoren-Aufteilung  stattzufinden  (vgl.  Botschaft,  S. 3908 f.,  Baumgartner, 

S. 223 ff, S. 228). 

dd)  Obschon  das  Steuerharmonisierungsgesetz  nicht  auf  interkommunale 

Sachverhalte wie Wechsel des Wohnsitzes bzw. Sitzes Anwendung findet, können die 

durch das Vereinfachungsgesetz eingeführten Änderungen unter Umständen auch auf 

dieser  Ebene  Auswirkungen  haben.  Dies  insoweit,  als  im  kantonalen  Recht  bestimmt 

wird, dass im interkommunalen Verhältnis die Regeln des Bundesrechts für interkanto-

nale  Verhältnisse  zur  Anwendung  kommen  (Baumgartner,  S. 141).  Letzteres  trifft  wie 

gesehen auf das zürcherische Recht zu (§ 189 Abs. 1 StG). 

d)  Nach  den  vorstehenden  Ausführungen  spricht  daher  vieles  dafür,  dass  im 

vorliegenden Fall schon für die Steuerperiode 2007 eine Steuerausscheidung zwischen 

der  Wohnsitzgemeinde  und  der  Liegenschaftengemeinde  unter  Vornahme  einer  Pro 

rata-Faktoren-Aufteilung stattzufinden hat.  

5.  a)  Die  Vorinstanz  wendet  sich  gegen  diesen  Schluss  unter  Berufung  auf 

eine  analoge  Anwendung  von  §  190  StG.  Gemäss  dieser  Bestimmung  dauert  die 

Steuerhoheit  der  Wegzugsgemeinde  für  die  laufende  Steuerperiode  unverändert  fort, 

wenn  der  Steuerpflichtige  seinen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  in  eine  andere  zürcheri-

sche  Gemeinde  verlegt.  Sie  stützt  ihre  Auffassung  auf  den  Kommentar  von  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, worin festgehalten wird, § 190 StG sei analog auch auf die 

Begründung,  Verlegung  oder  Aufgabe  eines  speziellen  Steuerdomizils  (Betriebsstätte 

oder Liegenschaft) anwendbar. Solche Verlegungen eines Spezialdomizils würden erst 

auf  Beginn  der  nächsten  Steuerperiode  wirksam  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

§ 190 N 4). Zur Begründung dieser Auffassung verweist der Kommentar auf einen älte-

ren Entscheid des Verwaltungsgerichts sowie einen Entscheid der Finanzdirektion.  

aa) Im erwähnten Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 20. Mai 1970 ging 

es  um  den  Inhaber  einer  Einzelfirma,  der  diese  am  Wohnort  und  als  Zweignieder-

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lassung in einer anderen Gemeinde betrieb. Im Dezember 1966 verlegte er die Einzel-

firma in eine dritte Gemeinde und  hob die Zweigniederlassung auf.  Das Verwaltungs-

gericht  hielt  fest,  § 138  des  Gesetzes  über  die  direkten  Steuern  vom  8. Juli  1951 

(aStG) normiere  seinem Wortlaut nach einzig Beginn  und Ende der Gemeindesteuer-

pflicht  bei  Verlegung  des  steuerlichen  Wohnsitzes  oder  Sitzes.  Diese  Vorschrift  sei 

analog auch auf die Begründung, Verlegung oder Aufgabe eines speziellen Steuerdo-

mizils (Betriebsstätte oder Liegenschaft) anwendbar. Hier verwies das Verwaltungsge-

richt  auf  Reimann/Zuppinger/Schärrer  (Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  4. 

Band, 1966, § 138 N 4; bzw. den dort zitierten Handkommentar von Pestalozzi, 1952). 

§  138  aStG  wolle  als  Sonderbestimmung  für  das  interkommunale  Verhältnis  von  der 

interkantonal  wirksamen  Regelung  für  die  Staatssteuerpflicht  bewusst  abweichen,  so 

dass hier § 13 aStG über die Dauer der Steuerpflicht nicht zur Anwendung komme. Die 

erstgenannten  Kommentatoren  halten  fest,  die  Praxis,  wonach  §  138  aStG  auch  auf 

sekundäre  Steuerdomizile  Anwendung  finde,  sei  begründet.  Wenn  aus  Gründen  der 

Vereinfachung für den Entscheid über die primäre Steuerpflicht auf die Verhältnisse zu 

Beginn  des  Jahres  abgestellt  werde,  so  sei  dies  umso  eher  beim  Entscheid  über  die 

sekundäre Steuerpflicht am Platz. 

Letztere  Auffassung  von  Reimann/Zuppinger/Schärer,  welche  dem  Ausle-

gungsgrundsatz von "in maiore minus" entspricht, ist nicht zu teilen. So geht es bei der 

Neubegründung eines Nebensteuerdomizils unter Beibehaltung des Hauptsteuerdomi-

zils nicht um einen Unterfall der Verlegung des Hauptsteuerdomizils, sondern um einen 

davon zu unterscheidenden andern Sachverhalt. Dementsprechend ist denn auch bei 

Verlegung  des  Hauptsteuerdomizils  keine  Steuerausscheidung  vorzunehmen,  bei 

Neubegründung  eines  Nebensteuerdomizils  dagegen  sehr  wohl.  Damit  überzeugt  der 

genannte  verwaltungsgerichtliche  Entscheid  bzw.  die  darauf  basierende  Meinung  von 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter  für  eine  analoge  Anwendung  von  §  190  StG  bei  Neu-

begründung eines Nebensteuerdomizils nicht. 

bb)  Auch  mit  dem  von  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter  ebenfalls  zitierten  Ent-

scheid der Finanzdirektion vom 6. Juli 1959 lässt sich die von diesen Kommentatoren 

vertretene  Auffassung  nicht  untermauern:  Dort  ging  es  um  die  Steuerausscheidung 

zwischen  Wohnsitz-  und  Liegenschaftengemeinde  bei  Veränderung  des  Liegenschaf-

tenbestands im Lauf des Bemessungsjahres. Die Finanzdirektion stellte fest, nach dem 

klaren  Wortlaut  von  §  138  aStG  bewirke  einzig  die  Verlegung  des  Wohnsitzes  oder 

Sitzes zwischen zürcherischen Gemeinden eine frühere Verlegung der Gemeindesteu-

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erpflicht – und dies auch erst nach Ablauf des betreffenden Steuerjahres. Eine analoge 

Anwendung  von  §  138  aStG  auf  die  Begründung,  Verlegung  oder  Aufgabe  eines  se-

kundären Steuerdomizils (Liegenschaften, Betriebsstätten) sei abzulehnen (ZBl [1960], 

S. 277).  

b)  Nach  dem  klaren  Wortlaut  von  §  190  StG  regelt  diese  Bestimmung  allein 

die  Verlegung  des  Wohnsitzes  oder  Sitzes  des  Steuerpflichtigen.  So  lautet  auch  die 

Marginalie.  Änderungen  bei  Nebensteuerdomizilen  werden  nicht  erwähnt.  Die  Geset-

zessystematik  ist  wie  folgt  aufgebaut:  Zweiter  Teil/Gemeindesteuern,  Erster  Ab-

schnitt/Allgemeine  Gemeindesteuern,  Ziffer  I.  Steuerpflicht:  1.  Steuerarten  (§ 187),  2. 

Steuerfuss  (§  188),  3.  Bestand  und  Umfang  der  Steuerpflicht,  a)  Im  Allgemeinen  (§ 

189) b) Bei Verlegung des Wohnsitzes oder Sitzes (§ 190) und c) Bei Steuerpflicht in 

mehreren Gemeinden (§ 191). Aus der Systematik ergibt sich damit ebenso wenig wie 

aus  dem  Wortlaut,  dass  sich  §  190  StG  auch  auf  die  Änderung  der  Verhältnisse  hin-

sichtlich  der  Spezialsteuerdomizile  bezieht.  Liegt  eine  Änderung  der  Verhältnisse  bei 

Spezialsteuerdomizilen  vor,  sind  nach  Wortlaut  und  Systematik  vielmehr  nur  §§  189 

und 191 StG anwendbar, nicht aber § 190 StG. 

c) Eine Betrachtung der Materialien führt zu keinem anderen Ergebnis. Es war 

– soweit ersichtlich – nie die Absicht, unter (dem heutigen) § 190 StG Änderungen von 

Nebensteuerdomizilen  zu  subsumieren  bzw.  diese  Vorschrift  auf  solche  Änderungen 

analog anzuwenden, wie im Folgenden aufzuzeigen ist: 

aa) Gemäss Weisung vom 23. Juni 1949 zum Gesetz über die direkten Steu-

ern  bestimmte  sich  Inhalt  und  Umfang  der  Steuerpflicht  (betr.  Allgemeine  Gemeinde-

steuern) sinngemäss nach den Vorschriften über die Staatssteuer. Bei Verlegung des 

Wohnsitzes oder Sitzes in eine andere zürcherische Gemeinde und bei Steuerpflicht in 

mehreren  zürcherischen  Gemeinden  seien  besondere  Bestimmungen  massgebend: 

Die  Wohnsitz-  oder  Sitzverlegung  in  eine  andere  zürcherische  Gemeinde  sei  für  die 

Steuerpflicht des laufenden Jahres ohne Einfluss. Die Ausscheidung werde nach den 

nämlichen  Regeln  erfolgen,  wie  sie  das  Steuergesetz  von  1917  aufgestellt  habe  (ABl 

1949, S. 774; Letzteres bezog sich insbesondere auf die Höhe des minimalen Steuer-

betrages,  der  erforderlich  war,  damit  überhaupt  eine  Steuerausscheidung  zwischen 

den  Gemeinden  an  Hand  genommen  würde,  siehe  dazu  nachstehend).  Zur  Begrün-

dung  oder  Änderung  eines  Spezialsteuerdomizils  äusserte  sich  der  Regierungsrat  in 

der  Weisung  damit  nicht  (ebenso  wenig  später  im  Beleuchtenden  Bericht,  ABl  1951, 

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S. 648 ff.,  S. 716).  An  der  Kantonsratssitzung  vom  20. November  1950  wurde  zum 

damaligen § 134 erläutert, wenn während eines Steuerjahres von einem Steuerpflichti-

gen sein Domizil innerhalb des Kantons verlegt werde, trete keine Verlegung der Steu-

erhoheit ein. Die Steuern würden für das ganze Jahr von der veranlagenden Gemeinde 

erhoben,  während  bisher  bei  Wohnsitzwechsel  vor  dem  1. Juli  die  Steuern  für  das 

zweite  Halbjahr  von  der  neuen  Wohnsitzgemeinde  bezogen  worden  sei.  Die  Anwen-

dung  der  Steuerausscheidung  (damaliger  § 135)  erfuhr  insofern  eine  Änderung  zum 

früheren  Recht,  dass  eine  Ausscheidung  nur  vorgenommen  werden  sollte,  wenn  der 

auf  eine  Gemeinde  entfallende  Teil  der  einfachen  Staatssteuer  mindestens  Fr.  50.- 

betrage.  Die  beiden  Bestimmungen  wurden  vom  Rat  so  beschlossen  und  in  der  Sit-

zung vom 19. März 1951 diskussionslos genehmigt (KR-Prot. S. 2822 und S. 3209). 

bb)  Im  Zusammenhang  mit  der  Totalrevision  des  Steuergesetzes  von  1997 

und  dem  damit  einhergehenden  Wechsel  von  der  Vergangenheits-  zur  Gegenwarts-

bemessung führte der Regierungsrat in der Weisung vom 13. Juli 1994 zum damaligen 

§  186  (Wechsel  in  eine  andere  zürcherische  Gemeinde  während  der  Steuerperiode) 

aus,  die  Gegenwartsbemessung  habe  zwangsläufig  zur  Folge,  dass  das  Steuererklä-

rungsverfahren erst nach Ablauf der Steuerperiode durchgeführt werden könne, da erst 

dann die Bemessungsgrundlage feststehe. Von daher läge es nahe, bei einem Wech-

sel  in  eine  andere  zürcherische  Gemeinde  die  Steuerhoheit  für  die  ganze  laufende 

Steuerperiode  der  Zuzugsgemeinde  zuzuweisen.  Es  dürfe  jedoch  nicht  übersehen 

werden,  dass  schon  in  der  Steuerperiode  selber  eine  Akontozahlung  zu  erheben  sei. 

Sei eine  solche Zahlung vor dem  Wegzug in eine  andere zürcherische Gemeinde er-

folgt, der für die ganze Steuerperiode das Besteuerungsrecht zukäme, so müsste die 

Wegzugsgemeinde die erhaltene Akontozahlung an die Zuzugsgemeinde überweisen, 

was  mit  entsprechendem  Verwaltungsaufwand  verbunden  wäre.  Insbesondere  der 

Verband  der  Gemeindesteuerämter  habe  daher  im  Vernehmlassungsverfahren  ver-

langt,  trotz  der  Einführung  der  Gegenwartsbemessung  die  bisherige  Regelung  beizu-

behalten,  wonach  der  Wechsel  in  eine  andere  zürcherische  Gemeinde  die  Steuerho-

heit  der  Wegzugsgemeinde  für  die  laufende  Steuerperiode  unverändert  fortdauere. 

Diesem begründeten  Begehren trage § 186 V nunmehr Rechnung  (unter Hinweis auf 

Art. 22  und  68  StHG).  Zum  damaligen  §  187  (Steuerpflicht  in  mehreren  Gemeinden) 

erklärte der Regierungsrat, es verhalte sich grundsätzlich nicht anders als im interkan-

tonalen Verhältnis, auch wenn die vom Bundesgericht zum Verbot der Doppelbesteue-

rung gemäss Art. 46 Abs. 2 BV entwickelten Regeln im interkommunalen Verhältnis an 

sich  nicht  direkt  verbindlich  seien.  Bezüglich  der  sekundären  Gemeindesteuerpflicht 

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äusserte  sich  die  Weisung  nur  zur  Anmeldefrist  betreffend  Ausscheidungsanspruch 

(ABl 1994 S. 1528 f.). 

In der Kantonsratskommission wurde zum damaligen § 186 ausgeführt, diese 

Bestimmung  regle  den  Fall,  wenn  jemand  innerhalb  der  Steuerperiode  von  einer  Ge-

meinde  in  die  andere  ziehe.  Entscheidend  sei,  wo  der  Steuerpflichtige  zu  Beginn  der 

Steuerperiode  ansässig  sei.  Die  Steuerhoheit  liege  bei  der  Wegzugsgemeinde.  Das 

entspreche  auch  der  (damaligen)  interkantonalen  Regelung  gemäss  StHG.  Die  Be-

stimmung trage dem Umstand Rechnung, dass in der Steuerperiode bereits ein provi-

sorischer Bezug erfolge. Ein Kommissionsmitglied erkundigte sich nach der Praktikabi-

lität  dieser  Lösung.  Da  die  Steuererklärung  für  das  laufende  Jahr  erst  im  folgenden 

Jahr auszufüllen sei, würden sich die Steuerpflichtigen  fragen, weshalb die Wegzugs-

gemeinde  zuständig  sei.  Der  damalige  Rechtskonsulent  und  Stellvertreter  des  Chefs 

des  Kantonalen  Steueramts  erläuterte,  dass  diese  Frage berechtigt sei.  Im  Vernehm-

lassungsentwurf  habe  man  vorgesehen,  dass  die  Ansässigkeit  der  Steuerpflichtigen 

am Ende der Steuerperiode massgebend sei. Man habe diese Variante verlassen und 

sich  für  den  Beginn  der  Steuerperiode  entschieden  (Protokoll  der  15./16. Sitzung  der 

Kantonsratskommission  vom 30. März 1995, S.192). Betreffend die Gemeindesteuern 

war  in  weiteren  Sitzungen  insbesondere  die  Anhebung  des  Minimalbetrages  bei  der 

Gemeindesteuerausscheidung  von  Fr.  2‘000.-  Thema  (Kommissionssitzungen  vom 

8. Dezember  1995,  S. 370  und  vom  31.  Januar  1996,  S. 385 f.).  Schliesslich  wurden 

keine massgebenden Änderungen der Bestimmungen betreffend die Gemeindesteuern 

bzw.  der  Gemeindesteuerausscheidung  vorgenommen 

(vgl.  69.  Sitzung  vom 

16. September 1996, KR-Prot. S. 4909 f.). 

cc)  Im  Wesentlichen  und  zusammenfassend  kann  den  Materialien  zu  §  190 

StG demnach  entnommen werden, dass die Beibehaltung der Steuerhoheit der Weg-

zugsgemeinde  auch  nach  Umstellung  auf  das  Postnumerandosystem  insbesondere 

administrative  Gründe  hatte  und  vornehmlich  der  Vermeidung  umständlicher  Akonto-

Rückzahlungen dienen sollte. Eine analoge Anwendung dieser für (Wohn-)Sitzwechsel 

geltenden  Grundsätze  auf  die  Änderung  der  Verhältnisse  bei  Nebensteuerdomizilen 

war  nicht  beabsichtigt.  Dies  zu  Recht,  da  hier  das  Hauptsteuerdomizil  weiterbesteht 

und  dieses  damit  ohnehin  einen  Steuerbezug  durchführen  muss,  sodass  die  uner-

wünschte  Folge  bei  Wegzug  –  Auseinanderfallen  von  Bezugs-  und  Veranlagungsge-

meinde – eben gerade nicht eintritt. 

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d) Zu berücksichtigen ist sodann – wie der Pflichtige zu Recht vorbringt – die 

Revision von Art. 68 StHG.  

aa) In der bis Ende 2000 geltenden Fassung sah  Art. 68 StHG vor, dass bei 

Wechsel  des  steuerrechtlichen  Wohnsitzes  innerhalb  der  Schweiz  die  Steuerpflicht 

hinsichtlich  der  Einkommens-  und  Vermögenssteuer  für  das  laufende  Steuerjahr  am 

bisherigen  Steuerort  unverändert  bleibe  (Wegzugskanton;  vgl.  zu  dieser  "verunglück-

ten"  Fassung  Dieter  Weber  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band 

I/1, 2. A., 2002, Art. 68 N 1 f. StHG). In der revidierten Fassung, die seit dem 1. Januar 

2001 in Kraft ist (AS 2001, 1052), ist nun in Angleichung an Art. 216 DBG bei Wohn-

sitzwechsel der Zuzugskanton massgeblich. Nach dem neuen Abs. 2 der Bestimmung 

besteht  die  beschränkte  Steuerpflicht  in  einem  anderen  als  dem  Wohnsitzkanton  für 

die ganze Steuerperiode. Für  die Steuerausscheidung wird auf die pro rata-Faktoren-

aufteilung  abgestellt  (Weber,  Art.  68  N  15 ff.  StHG;  vgl.  auch  Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, § 10 N 47 und oben E. 4c/cc). 

bb) Nach der Revision von Art. 68 StHG wurde in § 10 und § 59 StG mit Ge-

setz (Steuergesetz/Änderung) vom 11. September 2000 ein Abs. 3 bzw. Abs. 4 einge-

fügt (in Kraft seit dem 1. Januar 2001), der für die Änderung und das Ende der Steuer-

pflicht  aufgrund  persönlicher  und  wirtschaftlicher  Zugehörigkeit  im  interkantonalen 

Verhältnis  auf  das  Steuerharmonisierungsgesetz  verweist.  §  190  StG  blieb  nach  der 

StHG-Revision allerdings unverändert.  

e) Zusammenfassend ist § 190 StG auf den vorliegenden Fall  nicht anwend-

bar  und  der  Pflichtige  damit  für  die  Steuerperiode  2007  sowohl  in  der  Wohnsitz-  als 

auch in der Liegenschaftengemeinde steuerpflichtig, weshalb eine Steuerausscheidung 

zwischen den Gemeinden B und C stattzufinden hat (pro rata-Aufteilung der Steuerfak-

toren  bezüglich  des  Nebensteuerdomizils).  Folglich  ist  die  Angelegenheit  zur  Vornah-

me  der  Gemeindesteuerausscheidung  und  gegebenenfalls  weiterer  Ermittlung  des 

Sachverhalts an die Vorinstanz ins erstinstanzliche Verfahren zurückzuweisen. 

6.  Diese  Erwägungen  führen  zur  teilweisen  Gutheissung  des  Rekurses.  Die 

Kosten  des  Verfahrens  werden  der  unterliegenden  Partei  auferlegt;  wird  der  Rekurs 

teilweise gutgeheissen, werden sie anteilsmässig auferlegt (§ 151 Abs. 1 StG). Nach-

dem  der  Pflichtige  zu  einem  grossen  Teil  obsiegt  (mit  Ausnahme  des  "Verfahrensan-

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trags"),  rechtfertigt  es  sich,  die  Verfahrenskosten  zu  9/10  der  Rekursgegnerin  und  zu 

1/10  dem  Pflichtigen  aufzuerlegen.  Eine  Parteientschädigung  ist  nicht  zuzusprechen, 

da der Pflichtige nicht vertreten ist, die Abfassung der Rekurs-/Beschwerdeschrift kei-

nen  besonderen  Aufwand  erforderte  und  der  Einspracheentscheid  auch  nicht  offen-

sichtlich  unbegründet  ist,  d.h.  nicht  willkürlich  oder  fahrlässig  getroffen  wurde  (§  152 

StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1954/8. Juni 

1997). 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Einspracheentscheid  vom  8. Juni 

2010 wird aufgehoben. Die Sache wird im Sinn der Erwägungen an das kantonale 

Steueramt ins erstinstanzliche Verfahren zurückgewiesen. 

[…] 

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