# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 836f6ea9-5319-5e3c-82a6-8d63bf9d53e0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.02.2023 200 2022 551
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-551_2023-02-06.pdf

## Full Text

200 22 551 ALV
KNB/ISD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Februar 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Isliker

A.________ GmbH
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 2. August 2022 (ER RD ...)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/551, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die A.________ GmbH wurde am 17. Dezember 2019 gegründet und be-
zweckt den Betrieb eines ...- und ... und ...arbeiten sowie alle damit zu-
sammenhängenden Arbeiten (vgl. Akten des Amts für Arbeitslosenversi-
cherung des Kantons Bern [AVA bzw. Beschwerdegegner], act. IIA/512; 
SHAB-Nr. ... vom TT. MM 2019). Nachdem sie mit Voranmeldung vom 
21. Februar 2021 (act. IIA/534 f.) Kurzarbeitsentschädigung ab 1. März 
2021 für sämtliche Angestellte beantragt hatte, verfügte das AVA am 
31. März 2021, dass vom 5. März bis 4. September 2021 Kurzarbeitsent-
schädigung ausbezahlt werden könne, sofern die übrigen Anspruchsvor-
aussetzungen erfüllt seien (act. IIA/526-530). 

Mit E-Mail vom 6. September 2021 (act. IIA/511) reichte die A.________ 
GmbH ein weiteres Gesuch um Kurzarbeitsentschädigung vom 1. Septem-
ber 2021 bis 28. Februar 2022 für sämtliche Angestellte ein (act. IIA/513-
517). Dagegen erhob das AVA mit Verfügung vom 24. September 2021 
(act. IIA/501-506) soweit den Zeitraum vom 1. Januar bis 28. Februar 2022 
betreffend Einspruch; im Übrigen, das heisst betreffend den Zeitraum vom 
5. September bis 31. Dezember 2021, könne die beantragte Kurzarbeits-
entschädigung ausbezahlt werden, sofern die übrigen Anspruchsvoraus-
setzungen erfüllt seien und der Arbeitsausfall nicht auf die üblichen saiso-
nalen Beschäftigungsschwankungen zurückzuführen sei. 

Mit Voranmeldung von Kurzarbeit vom 21. März 2022 (act. IIA/297-299) 
ersuchte die A.________ GmbH um Kurzarbeitsentschädigung vom 1. April 
bis 30. September 2022 für sämtliche Angestellte. 

Nach weiteren Abklärungen zu den angegebenen Arbeitsausfällen ab Juli 
2021 und zur Personalsituation kam das AVA mit zwei separaten Wieder-
erwägungs-Entscheiden vom 28. April 2022 (act. IIA/215-221, 222-228) auf 
ihre Verfügung vom 31. Mai (recte: März) 2021 (act. IIA/526-530) und vom 
24. September 2021 (act. IIA/510-506) zurück und erhob Einspruch gegen 
die Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung vom 1. Juli bis 31. Dezem-
ber 2021. Weiter erhob das AVA mit Verfügung vom 2. Mai 2022 

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(act. IIA/207-210) Einspruch gegen die Ausrichtung von Kurzarbeitsent-
schädigung ab 1. April 2022. Die dagegen erhobene Einsprache (vgl. 
act. IIA/195 f., 161-167) wies das AVA mit Einspracheentscheid vom 2. Au-
gust 2022 (act. IIA/68-74) ab.

B.

Hiergegen erhob die A.________ GmbH, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 14. September 2022 Beschwerde und bean-
tragte die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 2. Au-
gust 2022 sowie die Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung nach 
Massgabe der Entscheide der Kantonalen Amtsstelle (KAST) des AVA vom 
31. Mai (recte: März) 2021 (act. IIA/526-530) und vom 24. September 2021 
(act. IIA/501-506). Weiter beantragte sie die Ausrichtung von Kurzarbeits-
entschädigung ab 1. April 2022.

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2022 beantragte der Beschwer-
degegner die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist insoweit auf die Be-
schwerde einzutreten, als Kurzarbeitsentschädigung für die Monate Juli bis 
Dezember 2021 sowie April bis Juni 2022 strittig ist (vgl. E. 1.2 hiernach).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 2. August 
2022 (act. IIA/68-74). Dieser trat soweit den strittigen Anspruch auf Kurzar-
beitsentschädigung vom 1. Juli bis 31. Dezember 2021 betreffend an die 
Stelle der zwei Wiedererwägungsentscheide vom 28. April 2022 
(act. IIA/215-221, 222-228) bzw. soweit den Anspruch auf Kurzarbeitsent-
schädigung ab 1. April 2022 betreffend an die Stelle der Verfügung vom 
2. Mai 2022 (act. IIA/207-210), auch wenn er diese bloss bestätigt (BGE 
119 V 347 E. 1b S. 350; SVR 2020 AHV Nr. 9 S. 25 E. 1; RKUV 1998 U 
308 S. 454 E. 2a). 

Die Beschwerdeführerin machte mit Voranmeldung vom 21. März 2022 
(act. IIA/297-299) einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung zwischen 
1. April und 30. September 2022 geltend (vgl. auch Beschwerde S. 2 
Ziff. I./3). Wenn die Kurzarbeit länger als drei Monate dauert, ist die Vor-
anmeldung zu erneuern (Art. 36 Abs. 1 AVIG), so dass der Beschwerde-
gegner in der Verfügung vom 2. Mai 2022 (act. IIA/207-210) nicht über den 
30. Juni 2022 hinaus verfügen konnte. Folglich hier streitig und zu prüfen 
ist der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für die Monate Juli bis De-
zember 2021 sowie von April bis Juni 2022. Soweit in der Beschwerde 
mehr oder anderes beantragt wird liegt dies ausserhalb des Anfechtungs-
gegenstandes, sodass diesbezüglich nicht auf die Beschwerde einzutreten 
ist (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 165; SVR 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1).

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 
210 E. 4.3.1 S. 213). Vorliegend ist der Anspruch auf Kurzarbeitsentschä-
digung einerseits für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 2021 (vgl. dazu 
hinten E. 3) und andererseits für die Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni 2022 
(vgl. dazu hinten E. 4) umstritten. Es gelangen daher die in den jeweiligen 
Zeiträumen in Kraft stehenden Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen 
zur Anwendung.

2.2 Im Rahmen der durch das SARS-CoV-2-Virus (Coronavirus bzw. 
COVID-19) verursachten Pandemiesituation wurden für den Bereich des 
Sozialversicherungsrechts verschiedene Verordnungen erlassen, welche 
der Linderung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie-
massnahmen dienen. Dazu gehört auch die Verordnung vom 20. März 
2020 über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zu-
sammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19-Verordnung Arbeitslosen-
versicherung; SR 837.033; in der hier massgebenden zwischen dem 1. Juli 
und 31. Dezember 2021 [AS 2021 593 bzw. AS 2022 39] bzw. zwischen 
dem 1. April und 30. Juni 2022 gültigen Fassung [AS 2022 39]), mit welcher 
unter anderem diverse Erleichterungen in Bezug auf die Kurzarbeitsent-
schädigung eingeführt wurden. An den Anspruchsvoraussetzungen des 
anrechenbaren Arbeitsausfalls (vgl. dazu hinten E. 2.4) änderte sich jedoch 
nichts.

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2.3 Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht, wenn der Arbeits-
ausfall anrechenbar sowie voraussichtlich vorübergehend ist und erwartet 
werden darf, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden kön-
nen (Art. 31 Abs. 1 lit. b und d AVIG).

Der Zweck der Kurzarbeitsentschädigung besteht darin, einerseits den ver-
sicherten Personen einen angemessenen Ersatz für Erwerbsausfälle we-
gen Kurzarbeit zu garantieren und Ganzarbeitslosigkeit, d.h. Kündigung 
und Entlassung, zu verhindern. Anderseits dient die Kurzarbeitsentschädi-
gung der Erhaltung der Arbeitsplätze im Interesse sowohl der Arbeitnehmer 
als auch der Arbeitgeber, indem die Möglichkeit der Erhaltung eines "intak-
ten Produktionsapparates" über die Zeit der Kurzarbeit hinweg geboten 
wird (BGE 121 V 371 E. 3a S. 375).

2.4

2.4.1 Ein Arbeitsausfall ist unter anderem anrechenbar, wenn er auf wirt-
schaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 
lit. a AVIG). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein (BGE 
121 V 371 E. 2a S. 373). Der Rückgang der Nachfrage nach den norma-
lerweise von einem Betrieb angebotenen Gütern oder Dienstleistungen ist 
für das Vorliegen eines wirtschaftlichen Grundes kennzeichnend (ARV 
1985 S. 112 E. 3a). Der Bundesrat regelt für Härtefälle die Anrechenbarkeit 
von Arbeitsausfällen, die unter anderem auf behördliche Massnahmen 
zurückzuführen sind (Art. 32 Abs. 3 Satz 1 AVIG).

Ein auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführender und darum grundsätzlich 
anrechenbarer Arbeitsausfall gilt jedoch dann nicht als anrechenbar, wenn 
er durch Umstände verursacht wird, die zum normalen Betriebsrisiko des 
Arbeitgebers gehören (vgl. Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG). Der Begriff "normales 
Betriebsrisiko" darf nicht nach einem für alle Unternehmensarten allgemein 
gültigen Massstab bemessen werden, sondern ist in jedem Einzelfall auf-
grund der mit der spezifischen Betriebstätigkeit verbundenen besonderen 
Verhältnisse zu bestimmen. Mit dem normalen Betriebsrisiko sind die "ge-
wöhnlichen" Arbeitsausfälle gemeint, mithin jene Ausfälle, die erfahrungs-
gemäss regelmässig und wiederholt auftreten, demzufolge vorhersehbar 

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und in verschiedener Weise kalkulatorisch erfassbar sind (BGE 138 V 333 
E. 4.2.2 S. 337; ARV 2004 S. 128 E. 1.3).

2.4.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 1 lit. e i.V.m. Abs. 3 AVIG hat das hierfür 
zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unter anderem Wei-
sungen zur Handhabung von Arbeitsausfällen im Zusammenhang mit Co-
ronavirus-Pandemie erlassen. So etwa sah die bis 31. Dezember 2021 
gültige Fassung der Weisung des SECO vom 1. Oktober 2021: Aktualisie-
rung "Sonderregelungen aufgrund der Pandemie" (SECO Weisung 
2021/16) S. 10 Ziff. 2.2 vor, dass Arbeitsausfälle aufgrund rückläufiger 
Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die auf die Pandemie 
zurückzuführen sind, in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG anre-
chenbar seien. Der Arbeitgeber muss jedoch glaubhaft darlegen können, 
dass die in seinem Betrieb zu erwartenden Arbeitsausfälle auf die Pande-
mie zurückzuführen sind. Der einfache Hinweis auf die Pandemie genügt 
als Begründung nicht. Ebenso sind durch Behörden ergriffene Massnah-
men im Zusammenhang mit der Pandemie als aussergewöhnliche Um-
stände zu betrachten, so dass Arbeitsausfälle aufgrund solcher Massnah-
men unter die Sonderregelung von Art. 32 Abs. 3 AVIG fallen (vgl. SECO 
Weisung 2021/16 S. 11 Ziff. 2.3). Diese Bestimmungen waren bis zum 31. 
Dezember 2021 befristet und wurden mit der aktualisierten Weisung des 
SECO vom 17. Dezember 2021, Aktualisierung "Sonderregelungen auf-
grund der Pandemie" (SECO Weisung 2021/21, S. 1, 3 Ziff. 2.2 bzw. 2.3) 
nicht verlängert.

2.5 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist 
(Art. 53 Abs. 2 ATSG). Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer an-
fänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststel-
lung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts (BGE 148 V 195 E. 5.3 
S. 202).

2.5.1 Nach der Rechtsprechung kann die Wiedererwägung rechtskräftiger 
Verfügungen bzw. Einspracheentscheide nur in Betracht kommen, wenn es 
sich um die Korrektur grober Fehler der Verwaltung handelt (ZAK 1988 
S. 555 E. 2b). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zwei-

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fel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einzi-
ger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar. In 
diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn die notwendi-
gen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt 
durchgeführt wurden, oder wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsre-
geln bzw. ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestim-
mungen zugesprochen wurde. Zurückhaltung bei der Annahme zweifelloser 
Unrichtigkeit ist stets dann geboten, wenn der Wiedererwägungsgrund eine 
materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung massgeblich 
auf Schätzungen oder Beweiswürdigungen und damit auf Elementen be-
ruht, die notwendigerweise Ermessenszüge aufweisen. Eine vor dem Hin-
tergrund der seinerzeitigen Sach- und Rechtslage einschliesslich der 
Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen kann 
nicht zweifellos unrichtig sein (vgl. BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 414; SVR 2021 
UV Nr. 1 S. 4 E. 6.1, 2019 IV Nr. 47 S. 153 E. 2.1). 

2.5.2 Die Wiedererwägung setzt voraus, dass die Berichtigung der zwei-
fellos unrichtigen Verfügung von erheblicher Bedeutung ist. Massgebend 
für die Beantwortung dieser Frage sind nach der Rechtsprechung die ge-
samten Umstände des Einzelfalls, zu denen auch die Zeitspanne gehört, 
die seit der zu Unrecht erfolgten Leistungsgewährung verstrichen ist. Eine 
allgemeingültige betragliche Grenze lässt sich allerdings nicht festlegen. 
Die Höhe des unrechtmässig ausbezahlten Betrages ist dabei insofern von 
Bedeutung, als das Interesse der Verwaltung an der richtigen Durchführung 
des objektiven Rechts gegenüber demjenigen an der Rechtssicherheit in 
der Regel umso weniger ins Gewicht fällt, je geringer die zu Unrecht ausge-
richteten Leistungen sind. Bei periodischen Leistungen wird die Erheblich-
keit praktisch immer bejaht, während bei punktuellen Leistungen die Gren-
ze praxisgemäss bei einigen hundert Franken liegt. Die Voraussetzung der 
Erheblichkeit der Berichtigung dient im Übrigen der Verwaltungs- und Pro-
zessökonomie (BGE 107 V 180 E. 2b S. 182; ARV 2000 S. 211 E. 3b; Ent-
scheid des Bundesgerichts vom 4. Mai 2017, 8C_18/2017, E. 3.2.2).

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3.

Zu prüfen ist zunächst der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung vom 
1. Juli bis 31. Dezember 2021 (vgl. dazu die Wiedererwägungsentscheide 
vom 28. April 2022 [act. IIA/215-221, 222-228]). 

3.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet vorab die grundsätzliche Mög-
lichkeit eines Zurückkommens des Beschwerdegegners auf seine vormali-
gen Entscheide vom 31. März 2021 (act. IIA/526-530) und vom 24. Sep-
tember 2021 (act. IIA/501-506; vgl. Beschwerde S. 4 ff. Rz. 5). Anders als 
von der Beschwerdeführerin angenommen (vgl. Beschwerde S. 5 f.), hat 
sich die Verwaltung nicht auf den Rückkommenstitel der prozessualen Re-
vision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) berufen. Es kann daher offen bleiben, ob des-
sen Voraussetzungen erfüllt sind. Ferner hat das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern hat mit Urteil vom 25. Januar 2023, ALV/2022/628, E. 3.1, 
erwogen, dass Verfügungen der KAST nach Art. 36 Abs. 4 AVIG der Wie-
dererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG zugänglich sind. Vorliegend 
besteht kein Anlass, anders zu entscheiden.

3.2

3.2.1 Die Beschwerdeführerin gab zur Begründung für die Kurzarbeit be-
treffend den Zeitraum ab Juli 2021 zusammengefasst an, der Betrieb sei 
während dieser Zeit weiterhin offen gewesen. Man habe sich telefonisch 
und schriftlich um Aufträge beworben, auch ausserkantonal, sowie andere 
Unternehmen für Subunternehmeraufträge angefragt. Leider bestünden 
aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu wenig Aufträge. Die Situation sei 
instabil und zudem seien die Preise für Baumaterialien hoch (vgl. 
act. IIA/284 f., 399, 415 f., 516; act. II/624). 

3.2.2 Im hier zu beurteilenden Zeitraum zwischen 1. Juli und 31. Dezem-
ber 2021 galten gemäss der Verordnung vom 23. Juni 2021 über Mass-
nahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie 
(Covid-19-Verordnung besondere Lage; vgl. dazu Medienmitteilung des 
Bundesrates vom 23. Juni 2021, abrufbar: www.admin.ch, Rubrik: Doku-
mentation/Medienmitteilungen "Coronavirus: Bundesrat beschliesst weite-
ren, grossen Öffnungsschritt und erleichtert die Einreise in die Schweiz"), 
angepasst unter anderem durch Beschlüsse des Bundesrates vom 8. Sep-

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tember 2021 (AS 2021 542) und vom 3. Dezember 2021 (AS 2021 813) 
zeitweise Beschränkungen bei Anlässen ohne Covid-Zertifikatspflicht und 
im Innenbereich von Restaurations- und Barbetrieben, bei kulturellen und 
sportlichen Aktivitäten in der Freizeit, bei Veranstaltungen im Innenbereich 
und bei Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen mit Innenbereichen eine 
Beschränkung des Zugangs ab 16 Jahren auf Personen mit gültigem Co-
vid-Zertifikat (sog. Zertifikatpflicht; vgl. Medienmitteilung des Bundesrats 
vom 8. September 2021, abrufbar: www.admin.ch, Rubrik: Dokumentati-
on/Medienmitteilungen "Coronavirus: Bundesrat dehnt Zertifikatspflicht aus 
und startet Konsultation zu neuen Einreisebestimmungen") sowie eine 
(wieder) ausgeweitete Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske sowie eine 
Zugangsbeschränkung auf Personen mit einem Zertifikat (vgl. Medienmit-
teilung des Bundesrates vom 3. Dezember 2021, abrufbar: www.admin.ch, 
Rubrik: Dokumentation/Medienmitteilungen "Coronavirus: Bundesrat ver-
stärkt die Massnahmen gegen die Pandemie"; zum Verlauf der behördli-
chen Massnahmen: vgl. Bundesamt für Gesundheit [BAG], Änderungen der 
nationalen Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in der Schweiz 
seit Dezember 2020, S. 7 f., abrufbar: www.bag.admin.ch, Rubrik: Krank-
heiten/Infektionskrankheiten: Ausbrüche, Epidemien, Pandemien/Aktuelle 
Ausbrüche und Epidemien/Coronavirus/
Massnahmen und Verordnungen "Tabelle Änderung der nationalen Mass-
nahmen").

Anders als in der Beschwerde vertreten, ist nicht ansatzweise ersichtlich 
und wurde von der Beschwerdeführerin weder auf konkrete Rückfrage der 
Verwaltung (vgl. act. IIA/284 f.) noch beschwerdeweise dargelegt, in wie-
weit ihr Betrieb aufgrund der vorgenannten, insbesondere das gesellschaft-
liche Leben im Sozial- und Freizeitbereich betreffenden, Massnahmen di-
rekt bzw. unmittelbar massgeblich eingeschränkt worden wäre. Der geltend 
gemachte, durchwegs hohe Arbeitsausfall zwischen etwa 70 und 80 % (vgl. 
act. II/342, 349, 352, 355, 358, 362; vgl. ferner act. IIA/381) kann daher klar 
nicht kausal auf die damals geltenden behördlichen Massnahmen (vgl. 
Art. 32 Abs. 3 Satz 1 AVIG) zurückgeführt werden (vgl. vorne E. 2.4.1 f.). 

3.2.3 Auch in Bezug auf die branchenspezifische Wirtschaftslage im hier 
zu beurteilenden Zeitraum bestehen keine Anhaltspunkte, dass ausserhalb 

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des normalen Betriebsrisikos (vgl. vorne E. 2.4.1) der Beschwerdeführerin 
liegende Umstände für den geltend gemachten anhaltenden Auftragsman-
gel verantwortlich gewesen wären. Insbesondere ist keine im Zusammen-
hang mit der Coronavirus-Pandemie stehende rückläufige Nachfrage nach 
Gütern und Dienstleistungen glaubhaft gemacht (vgl. vorne E. 2.4.2). So 
wurde etwa in den vom SECO publizierten Konjunkturtendenzen für Som-
mer 2021 unter anderem ein starkes Wachstum im Wohnungsbau be-
schrieben und ausgeführt, die Stimmungsindikatoren für den Baubereich 
hätten ihre Erholung bis zuletzt fortgesetzt, wobei sich die erwartete Bauak-
tivität und der Auftragsbestand bereits wieder dem Vorkrisenniveau 
genähert hätten. Für Herbst 2021 bzw. Winter 2021/2022 wurde sodann 
eine weitere (deutliche) Verbesserung beschrieben, wobei insbesondere 
die Auftragsbestände, die sich auf einem hohen Niveau stabilisiert hätten, 
und die Erwartungen für die Bauaktivität auf eine positive Entwicklung hin-
deuten würden. Vor allem im Hoch- und Ausbaugewerbe werde die Auf-
tragslage positiv bewertet. Die Bauinvestitionen hätten im dritten Quartal 
2021 gar leicht über dem Vorkrisenniveau gelegen, wobei eine zuletzt ver-
haltene Entwicklung auf einen Mangel an Vorleistungsgütern, eine damit 
einhergehende Verteuerung ebenjener, einen Anstieg der Baupreise sowie 
einen zunehmenden Mangel an Fachkräften in der Bauwirtschaft zurückzu-
führen gewesen sei (vgl. SECO, Konjunkturtendenzen, Sommer 2021 S. 5, 
Herbst 2021 S. 5, Winter 2021/2022, S. 4 f.; abrufbar: www.seco.admin.ch, 
Rubrik: Publikationen & Dienstleistun-
gen/Publikationen/"Konjunkturtendenzen"). 

Weiter ist dem vom Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) und der 
Credit Suisse AG quartalsweise herausgegebenen "Bauindex Schweiz" für 
das dritte Quartal 2021 zu entnehmen, dass der Bauindex, namentlich mit 
einem Starken Wohnungs- und Wirtschaftsbau, seine Erholungstendenzen 
weiter fortsetze. Dafür spreche auch die gute Auftragslage, wobei der 
grösste Risikofaktor die aktuelle Knappheit einiger wichtiger Baumaterialien 
bleibe. Für das vierte Quartal 2021 geht aus dem Bauindex hervor, dass 
nach einem überraschend starken dritten Quartal der Bauindex erneut ha-
be zulegen können und sich die Umsätze des Bauhauptgewerbes vollstän-
dig vom pandemiebedingten Rückgang des Vorjahres erholt hätten. Die 
starke wirtschaftliche Erholung und die sich abzeichnende Verlängerung 

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des Negativzinsumfelds kurbelten die Baunachfrage an (vgl. SBV/Credit 
Suisse AG, Bauindex Schweiz, Bauindex 2021, 3. Quartal S. 1 bzw. 
4. Quartal, S. 1, abrufbar: www.baumeister.swiss, Rubrik: Baumeister 5.0/ 
Konjunktur & Statistiken/Bauindex/Bauindex 2021). 

Auch branchenspezifisch wurde durch den C.________ bereits im April 
2021 eine deutliche Verbesserung der Lage im Vergleich zu Jahresbeginn 
beschrieben. Die Bautätigkeit, die Nachfrage und besonders die Ertragsla-
ge hätten sich seit Januar 2021 positiv entwickelt. Zudem hätten der Auf-
tragsbestand und die Reichweite der Aufträge erhöht werden können (vgl. 
www.....ch, Rubrik: ...: "..." [12. Mai 2021]). Im Juli 2021 werde die konjunk-
turelle Lage erneut als verbessert bewertet, wobei der Geschäftslageindika-
tor etwa auf dem Niveau von Anfang 2020, das heisst vor der Coronavirus-
Pandemie, liege (vgl. www....ch, Rubrik: ...: "..." [6. September 2021]). Auch 
im Oktober 2021 wurden die Erwartungen zur künftigen Geschäfts- und 
Auftragslage zusehends optimistischer beurteilt, namentlich die Nachfrage, 
die Auftragsbestände und die Ertragslage hätten sich in den letzten drei 
vorangegangenen Monaten positiv entwickelt. Zudem hätten sich die Er-
wartungen über die Geschäftsentwicklung und die Entwicklung der Nach-
frage weiter aufgehellt (vgl. www.....ch, Rubrik: ...: "..." [12. November 
2021]).

3.2.4 Angesichts der allgemein im Baugewerbe und spezifisch in der ...- 
und ...branche im gesamten hier zu beurteilenden Zeitraum guten Konjunk-
tur- und Auftragslage sowie mit Blick auf die fehlende spezifische Begrün-
dung ist nicht erstellt, dass der Betrieb der Beschwerdeführerin – anders 
als die mit ihr konkurrierenden Betriebe – aufgrund anderweitiger, ausser-
ordentlicher und nicht mehr unter das normale Betriebsrisiko fallender Um-
stände besonders betroffen gewesen wäre. Die als unzureichend angege-
bene Auftragslage ist auf eine verschärfte Konkurrenzsituation sowie ande-
re wiederkehrende Marktschwankungen (Investitionsverhalten, Materialkos-
ten, Verfügbarkeit von Fachkräften, Zinsentwicklungen, öffentliche 
Bautätigkeit) zurückzuführen. Hierbei handelt es sich um unter das ordent-
liche Branchen- und Betriebsrisiko fallende Aspekte. Daran ändert auch 
nichts, dass sich das erst im Dezember 2019 gegründete Unternehmen der 
Beschwerdeführerin im hier zu beurteilenden Zeitraum noch in der Anlauf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/551, Seite 13

phase (vgl. dazu AVIG-Praxis KAE Rz. D4, abrufbar: www.arbeit.swiss, 
Rubrik: Publikationen/Weisungen Kreisschreiben AVIG-Praxis) befand, da 
auch während der Dauer der behördlichen Massnahmen im Zusammen-
hang mit der Coronavirus-Pandemie die allgemeinen Anspruchsvorausset-
zungen galten (vgl. vorne E. 2.2). Ebenso vermag die Beschwerdeführerin 
bei der über Monate hinweg intakten Konjunkturlage auch aus dem Um-
stand, dass sich die ...- und ...branche am Ende der Produktions- bzw. 
Wertschöpfungskette im Bau- und Nebenbaugewerbe befindet, keine spe-
zifische Betroffenheit hinsichtlich des geltend gemachten Arbeitsausfalls zu 
begründen. In der Folge sind die Anspruchsvoraussetzungen für Kurzar-
beitsentschädigung für die Monate Juli bis Dezember 2021 nicht erfüllt. 

3.3 Mit Entscheiden vom 31. März 2021 (act. IIA/526-530) und vom 
24. September 2021 (act. IIA/501-506) bejahte der Beschwerdegegner – 
unter der Voraussetzung, dass die übrigen Anspruchsvoraussetzungen 
nach Art. 39 AVIG erfüllt sind – unter anderem für die Monate Juli bis De-
zember 2021 einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung mit der Be-
gründung, die Beschwerdeführerin erleide weiterhin einen Arbeitsausfall 
aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der diesbezüglichen behördlichen 
Massnahmen. Wie voranstehend dargelegt (vgl. E. 3.2 hiervor), vermögen 
indes weder die damals bestehenden Auswirkungen der Coronavirus-
Pandemie bzw. die behördlichen Massnahmen zu deren Bekämpfung noch 
eine anderweitige ausserordentliche Betroffenheit durch branchenspezifi-
sche wirtschaftliche Gegebenheiten den geltend gemachten Arbeitsausfall 
zu begründen. Vielmehr war er in der hier massgebenden Zeit eindeutig 
dem normalen Betriebsrisiko der Beschwerdeführerin zuzuordnen, womit 
kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bestand (Art. 33 Abs. 1 lit. a 
AVIG; vgl. dazu vorne E. 2.4.1). Die ursprünglichen Entscheide vom 
31. März 2021 (act. IIA/526-530) und vom 24. September 2021 
(act. IIA/510-506) erfolgten daher in falscher Rechtsanwendung und waren 
damit zweifellos unrichtig (vgl. vorne E. 2.5 und 2.5.1). Ihre Berichtigung ist 
zudem angesichts der Höhe der geltend gemachten Kurzarbeitsentschädi-
gung (vgl. act. II/342 f., 349 f., 352 f., 355 f., 358-360, 362 f.) von erhebli-
cher Bedeutung (vgl. vorne E. 2.5.2). Der Beschwerdegegner durfte somit 
auf seine ursprünglichen Verfügungen zurückkommen und Einspruch ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/551, Seite 14

gen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung für die Monate Juli bis 
Dezember 2021 erheben. 

Unter diesen Umständen kann sodann offen bleiben, ob die Beschwerde-
führerin – wie vom Beschwerdegegner vertreten (vgl. act. IIA/71; siehe fer-
ner act. IIA/215-221, 222-228) – im Zusammenhang mit der Abklärung der 
Anspruchsvoraussetzungen respektive der Einstellung von weiterem Per-
sonal trotz gleichzeitigem Bezug von Kurzarbeitsentschädigung ihre Scha-
denminderungspflicht verletzte (vgl. dazu etwa act. IIA/381 f.) und der Be-
schwerdegegner auch aus diesem Grund seine vormaligen Verfügungen 
hätte in Wiedererwägung ziehen können.

3.4 Zusammenfassend ist der zwischen Juli und Dezember 2021 gel-
tend gemachte Arbeitsausfall weder auf die damals in Kraft gewesenen 
behördlichen Massnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der 
Coronavirus-Pandemie noch auf anderweitige ausserhalb der normalen 
Risikosphäre der Beschwerdeführerin liegende wirtschaftliche Gründe 
zurückzuführen. Er ist daher nicht anrechenbar, weshalb für die Monate Juli 
bis Dezember 2021 kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht. 
Der angefochtene Einspracheentscheid ist insoweit nicht zu beanstanden.

4.

Zu prüfen ist weiter der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung zwischen 
1. April und 30. Juni 2022 (vgl. vorne E. 1.2; siehe dazu Entscheid des Be-
schwerdegegners vom 2. Mai 2022 [act. IIA/207-210] bzw. act. IIA/68-74).

4.1 Mit Voranmeldung vom 22. März 2022 (act. IIA/297-299) ersuchte 
die Beschwerdeführerin um Kurzarbeitsentschädigung zwischen 1. April 
und 30. September 2022 für die gesamte Belegschaft bei einem voraus-
sichtlich vollständigen Arbeitsausfall. Zur Begründung gab sie mit E-Mail 
vom 29. April 2022 (act. IIA/287-289) im Wesentlichen an, die Coronavirus-
Pandemie sei der Grund für die Veränderung in der Auftragslage. Das Un-
ternehmen bewerbe sich in vielen Kantonen und bei anderen Unternehmen 
für Subunternehmeraufträge, jedoch gebe es wegen der Coronavirus-Krise 
im Moment zu wenig oder meistens nur kurzfristige Aufträge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/551, Seite 15

Mit Einsprache vom 27. Mai 2022 (act. IIA/166 f.) respektive mit Beschwer-
de (S. 9 f. Rz. 13) machte die Beschwerdeführerin weiter geltend, ihr könne 
keine Verletzung der Schadenminderungspflicht im Zusammenhang mit 
erfolgten Neuanstellungen während der Coronavirus-Pandemie vorgewor-
fen werden und in konjunktureller Hinsicht seien Unternehmen, die wie die 
Beschwerdeführerin erst am Ende der Handlungskette stünden, abgesehen 
vom Zurückhalten von Investoren ungleich stärker von Lieferverzögerungen 
und angestiegenen Einkaufspreisen für Materialen betroffen als andere 
Unternehmen.

4.2

4.2.1 Wie bereits voranstehend dargelegt, bestanden weder ab Juli 2021 
noch ab Herbst/Winter 2021 mit der damals noch ausgedehnten Zertifi-
katspflicht sowie den weiteren, vornehmlich das gesellschaftliche Leben im 
Sozial- und Freizeitbereich betreffenden behördlichen Anordnungen mass-
geblich einschränkende Massnahmen, aufgrund derer eine direkte bzw. 
unmittelbare Einschränkung des – ohnehin nicht einer Zertifikatspflicht un-
terliegenden – Unternehmens der Beschwerdeführerin erstellt ist (vgl. vor-
ne E. 3.2.2). Folglich hat dies umso mehr für den hier zu beurteilenden 
Zeitraum ab 1. April 2022 zu gelten, zumal der Bundesrat die verbleiben-
den, im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Coronavirus nach dem 
16. März 2020 angeordneten Massnahmen schrittweise per 1. April 2022 
aufgehoben und ab dann die Rückkehr zur epidemiologisch "normalen La-
ge" beschloss (vgl. Medienmitteilungen des Bundesrates vom 16. Februar 
2022 bzw. vom 30. März 2022, je abrufbar: www.admin.ch, Rubrik: Doku-
mentation/Medienmitteilungen/Medienmitteilungen des Bundesrates "Coro-
navirus: Bundesrat hebt Massnahmen auf – einzig Maskenpflicht im öffent-
lichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen sowie Isolation bleiben 
noch bis Ende März" bzw. "Coronavirus: Rückkehr in die normale Lage und 
Planung der Übergangsphase bis Frühling 2023"). Es lagen damit offen-
kundig keine behördlichen Massnahmen (mehr) vor, mit welchen eine allfäl-
lige Anrechenbarkeit von Arbeitsausfällen ab 1. April 2022 hätte begründet 
werden können. 

4.2.2 Sodann bestehen – wie bereits in Bezug auf den Zeitraum vom 
1. Juli bis 31. Dezember 2021 erörtert (vgl. vorne E. 3.2.3) – auch aufgrund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/551, Seite 16

der individuellen für die Tätigkeit der Beschwerdeführerin massgebenden 
wirtschaftlichen Gegebenheiten keine ausserhalb des branchen- und be-
triebsüblichen Risikos liegende Umstände, die den geltend gemachten Ar-
beitsausfall zu begründen vermöchten. So weist der "Bauindex Schweiz" 
für das 1. und 2. Quartal 2022 weiterhin eine solide, auf hohen Niveaus 
verharrende Auftragslage mit weiter ansteigenden Bau- und Baumaterial-
preisen auf, während die Erholung von der Coronavirus-Krise weiter voran-
schreite (vgl. SBV/Credit Suisse AG, Bauindex Schweiz, Bauindex 2022, 
1. Quartal S. 1 bzw. 2. Quartal S. 1, abrufbar: www.baumeister.swiss, Ru-
brik: Baumeister 5.0/Konjunktur & Statistiken/Bauindex/Bauindex 2022). 
Auch konnten in den Konjunkturtendenzen des SECO im Frühjahr 2022 
eine weitere Verbesserung der Stimmungsindikatoren und eine weitere 
Aufhellung sowohl der Auftragsbestände als auch der Erwartungen für die 
Bauaktivität in den kommenden Monaten beobachtet werden. Vor allem im 
Hoch- und Ausbaugewerbe werde die Auftragslage positiv bewertet (vgl. 
SECO, Konjunkturtendenzen, Frühjahr 2022 S. 5, abrufbar: www.seco.
admin.ch, Rubrik: Publikationen & Dienstleistungen/Publikationen/"Kon-
junkturtendenzen"). Ebenso bewertet der C.________ die Erwartungen zur 
künftigen Geschäfts- und Auftragslage im Frühling bzw. Herbst 2022 wei-
terhin als gedämpft optimistisch respektive stabil (vgl. www.....ch, Rubrik: ... 
"..." [17. Mai 2022] und "..." [5. September 2022]). 

4.2.3 Die Konjunkturlage und Auftragssituation im Baugewerbe bzw. in 
der ...- und ...branche präsentierte sich folglich im hier zu beurteilenden 
Zeitraum weiterhin als gut, wobei eine davon abweichende besondere Be-
troffenheit der Beschwerdeführerin aufgrund ausserordentlicher und nicht 
mehr unter das normale Branchen- und Betriebsrisiko fallender Umstände 
weder ersichtlich ist noch glaubhaft dargetan wurde. Die als unzureichend 
angegebene Auftragslage ab April 2022 ist folglich – wie auch im davor 
liegenden Zeitraum von Juli bis Dezember 2021 (vgl. vorne E. 3.2.4) – zur 
Risikosphäre der Beschwerdeführerin zu zählen.

4.3 Zusammenfassend ist der ab April 2022 geltend gemachte Arbeits-
ausfall weder auf vormals geltende behördliche Massnahmen im Zusam-
menhang mit der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie noch auf ander-
weitige ausserhalb der normalen Risikosphäre der Beschwerdeführerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/551, Seite 17

liegende wirtschaftliche Gründe zurückzuführen. Er ist daher nicht anre-
chenbar, weshalb für die Monate April bis Juni 2022 kein Anspruch auf 
Kurzarbeitsentschädigung besteht.

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
2. August 2022 (act. IIA/68-74) nicht zu beanstanden. Die dagegen erho-
bene Beschwerde ist als offensichtlich unbegründet abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/551, Seite 18

- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom «D_END», 
«D_RGB»/«D_DNJ»/«D_DNN», Seite 19