# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3888c6cf-93bc-5694-9204-e16a7df408a5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.03.2022 200 2022 107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-107_2022-03-02.pdf

## Full Text

200 22 107 ALV
SCP/GET/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 2. März 2022

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 18. Januar 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2022, ALV/22/107, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) meldete sich am 8. August 2019 beim Regionalen Arbeitsvermitt-
lungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an, nachdem sein 
Arbeitsverhältnis bei der B.________ AG mit Schreiben vom 31. Juli 2019 
per 30. September 2019 gekündigt worden war (Akten des Amts für Ar-
beitslosenversicherung des Kantons Bern [nachfolgend AVA bzw. Be-
schwerdegegner], [Dossier RAV, act. II] 306; 309 f.). Am 12. August 2019 
beantragte der Versicherte Arbeitslosenentschädigung ab 1. Oktober 2019 
(Akten des AVA, Dossier Arbeitslosenkasse [act. IIB] 301-304). Mit zwei 
separaten Verfügungen vom 8. September 2021 (act. II 110-115) stellte 
das RAV den Versicherten wegen erstmalig ungenügender Arbeits-
bemühungen während der Arbeitslosigkeit respektive wegen (erstmalig) 
versäumter Abmeldung von einem Beratungstermin für die Dauer von ei-
nem (ab 1. Juli 2021) bzw. drei Tagen (ab 4. August 2021) in der An-
spruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung ein. Die dagegen 
erhobenen Einsprachen (act. II 93 f.; 106 f.) wies das AVA nach Vereini-
gung der Verfahren mit Entscheid vom 18. Januar 2022 ab (act. II 51-56) 
ab. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. Februar 2022 Be-
schwerde. Er beantragt sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen 
Einspracheentscheides vom 18. Januar 2022 bzw. den Verzicht auf eine 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung.

Mit Beschwerdeantwort vom 23. Februar 2022 beantragt der Beschwerde-
gegner die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2022, ALV/22/107, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der die Verfügungen vom 8. September 
2021 (act. II 110-115) bestätigende Einspracheentscheid vom 18. Januar 
2022 (act. II 51-56). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner 
den Beschwerdeführer zu Recht im Umfang von einem bzw. drei Tagen in 
der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung eingestellt hat.

1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von insgesamt vier Tagen 
unter Fr. 20'000.-- liegt (Fr. 198.15 [vgl. act. IIB 12] x 4 = Fr. 792.60), fällt 
die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 
57 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädi-
gung, sofern die Voraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt sind. 
Die Arbeitslosenentschädigung wird als Taggeld ausgerichtet. Für eine 
Woche werden fünf Taggelder ausbezahlt (Art. 21 AVIG).

2.2

2.2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu 
vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu 
suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen 
ihre Bemühungen nachweisen können. Bei der Beurteilung der Frage, ob 
sich eine versicherte Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, 
ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewerbungen 
von Bedeutung (BGE 139 V 524 E. 2.1.1 S. 525 und E. 2.1.4 S. 528).

2.2.2 Ferner muss die versicherte Person ab dem Zeitpunkt der Anmel-
dung die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen (Art. 17 Abs. 2 
AVIG). Namentlich ist sie verpflichtet, auf Weisung der Amtsstelle u.a. an 
Beratungsgesprächen (vgl. Art. 21 AVIV) teilzunehmen (Art. 17 Abs. 3 lit. c 
AVIG). 

2.3 Gemäss Art. 30 Abs. 1 AVIG ist der Versicherte in der Anspruchs-
berechtigung u.a. einzustellen, wenn er sich persönlich nicht genügend um 
zumutbare Arbeit bemüht (lit. c), die Kontrollvorschriften oder die Weisun-
gen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt (lit. d) oder unwahre oder un-
vollständige Angaben gemacht oder in anderer Weise die Auskunfts- oder 
Meldepflicht verletzt hat (lit. e). 

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3.

3.1 Die (eintägige) Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf Ar-
beitslosenentschädigung ab 1. Juli 2021 erfolgte aufgrund ungenügender 
Arbeitsbemühungen betreffend den Monat Juni 2021 (act. II 114) und die 
(dreitägige) Einstellung ab 4. August 2021 wegen einer nicht erfolgten 
Terminabsage betreffend ein (telefonisches) Beratungsgespräch vom 
3. August 2021 (act. II 110; 53-55).  

3.2

3.2.1 Am 23. September 2020 schlossen der Beschwerdeführer und das 
RAV eine Wiedereingliederungsvereinbarung ab (act. II 190-192). Darin 
wurde unter dem Titel "Arbeitsbemühungen" Folgendes festgehalten: "Min-
destens 7 qualitativ gute Bewerbungen pro Monat (über den ganzen Monat 
verteilt) in schriftlicher und elektronischer Form. Persönliche- und Spontan-
bewerbungen sind punktuell sinnvoll (Höchstens 2 pro Monat). Der Nach-
weis der Arbeitsbemühungen ist spätestens am 5. Tag des Folgemonats 
bei uns einzureichen.". Diese Regelung trägt dem Umstand Rechnung, 
dass nach der Praxis als Arbeitsbemühungen im Sinne des Gesetzes in 
erster Linie gezielte Bewerbungen um offene Stellen zu verstehen sind, da 
einem solchen planmässigen Vorgehen am ehesten Erfolg beschieden ist. 
Blosse Anfragen bei möglichen Arbeitgebern sowie die Kontaktnahme mit 
Stellenvermittlungsbüros mögen als ergänzende Anstrengungen zur Been-
digung von Arbeitslosigkeit durchaus sinnvoll sein. Da ihr Erfolg aber weit-
gehend vom Zufall abhängt, können sie systematische Bewerbungen um 
offene Stellen nicht ersetzen (ARV 1990 S. 133 E. 2a, 1987 S. 41 E. 2a).

3.2.2 Aus dem den Monat Juni 2021 betreffenden Dokument "Nachweis 
der persönlichen Arbeitsbemühungen" folgt, dass der Beschwerdeführer 
sich im nämlichen Monat insgesamt fünfmal telefonisch als … bewarb, wo-
bei alle Bewerbungen am selben Tag (14. Juni 2021) erfolgten (act. II 148). 
Dies bestreitet denn auch der Beschwerdeführer nicht. Damit verstiess er in 
mehrfacher Weise gegen die am 23. September 2020 abgeschlossene 
Wiedereingliederungsvereinbarung (vgl. E. 3.2.1 vorne): In quantitativer 
Hinsicht wurden sieben Bewerbungen vereinbart, nicht bloss deren fünf. In 
qualitativer Hinsicht waren die Bewerbungen entgegen der Vereinbarung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2022, ALV/22/107, Seite 6

nicht über den gesamten Monat verteilt, sondern erfolgten alle am gleichen 
Tag. Und schliesslich handelte es sich bei den Arbeitsbemühungen um 
Spontanbewerbungen, von denen höchstens zwei pro Monat (und nicht 
fünf) zulässig gewesen wären. Dass das RAV die zulässige Anzahl solcher 
Spontanbewerbungen einschränkte, ist nach dem Gesagten rechtens (vgl. 
E. 3.2.1 vorne). Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass es dem Beschwerde-
führer im Monat Juni 2021 aus rechtlich relevanten – namentlich den von 
ihm ins Feld geführten gesundheitlichen – Gründen verunmöglicht gewesen 
wäre, Arbeitsbemühungen nach Massgabe der Wiedereingliederungsver-
einbarung vorzunehmen. Dergleichen ergibt sich namentlich nicht aus der 
Beschwerde, beziehen sich die darin gemachten Ausführungen doch auf 
den Spitaleintritt vom 4. August 2021 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 
1) und damit auf die Zeit nach dem Juni 2021. 

3.2.3 Demnach sind die persönlichen Arbeitsbemühungen für den Monat 
Juni 2021 offensichtlich (quantitativ und qualitativ) ungenügend (Art. 30 
Abs. 1 lit. c AVIG), weshalb die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
grundsätzlich zu Recht erfolgte (vgl. E. 2.2.1 und 2.3 vorne). 

3.3 Weiter ist der Wiedereingliederungsvereinbarung vom 23. Sep-
tember 2020 (act. II 190-192) unter dem Titel "Beratungsgespräche und 
Kontakte" Folgendes zu entnehmen: "Normalerweise findet alle 4 Wochen 
ein Beratungsgespräch mit […] statt. Dazwischen erfolgen die Kontakte 
nach Bedarf via Mail oder Telefon. [Der Beschwerdeführer] informiert aktiv 
und zeitnah bei Änderungen im Erwerbsstatus, bei Abwesenheiten oder 
Arbeitsunfähigkeit. Die Erreichbarkeit ist jederzeit gewährleistet.".

3.3.1 Es steht fest und bestreitet auch der Beschwerdeführer nicht, dass 
er mit Schreiben vom 14. Juni 2021 (act. II 150) vom RAV zu einem telefo-
nischen Beratungsgespräch am 3. August 2021 (… Uhr) eingeladen wurde. 
Die Einladung enthielt den Vermerk, dass Terminverschiebungen nur aus 
wichtigen Gründen möglich und 24 Stunden vor dem Termin zu melden 
seien. Weiter ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer diesen Termin 
nicht wahrnahm (act. II 135). In seiner Stellungnahme vom 10. August 2021 
(act. II 129) brachte der Beschwerdeführer diesbezüglich vor, die Wahr-
nehmung des Beratungstermins sei ihm aus gesundheitlichen Gründen 
nicht möglich gewesen. Es sei ihm bereits am 2. August 2021 sehr schlecht 

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gegangen und am 4. August 2021 habe er sich entschieden, den Notfall 
des Spitals C.________ aufzusuchen. Auch in der Beschwerde führt er 
Krankheit als Grund für das Terminversäumnis bzw. die nicht erfolgte Ab-
meldung ins Feld.

3.3.2 Es bestehen indessen keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass 
der Beschwerdeführer aus rechtlich relevanten Gründen – hier den geltend 
gemachten gesundheitlichen Problemen – ausserstande gewesen wäre, 
den Beratungstermin vom 3. August 2021 rechtzeitig abzusagen und damit 
seiner Meldepflicht nachzukommen. Zwar geht aus dem Bericht der Praxis 
D.________ vom 21. Dezember 2021 (act. I 1) hervor, dass der Beschwer-
deführer am 4. August 2021 wegen Bauchschmerzen und Unwohlsein so-
wie Hyperventilation (bei bekannter Alkoholkrankheit) das Spital 
C.________ aufsuchte. Selbst jedoch, wenn aufgrund der Angaben des 
Beschwerdeführers davon ausgegangen wird, dass er bereits am 2. August 
2021 gesundheitliche Probleme hatte (vgl. E. 3.3.1 vorne), ist nicht über-
wiegend wahrscheinlich erstellt, dass er deswegen während eines Zeit-
raums von 24 Stunden vor dem Beratungstermin vom 3. August 2021 
dergestalt handlungsunfähig gewesen wäre, dass ihm selbst eine telefoni-
sche Absage des Beratungstermins nicht möglich gewesen wäre. Ein sol-
cher Schluss lässt namentlich auch der hiervor genannte Bericht der Praxis 
D.________ nicht zu (vgl. dazu namentlich Ziff. 2). Im Übrigen musste dem 
46jährigen Beschwerdeführer ungeachtet der unmissverständlichen Anwei-
sungen durch das RAV mit Blick auf seine Berufs- und Lebensbiografie 
(vgl. act. II 300 f.) bewusst sein, dass er trotz Unwohlsein vereinbarte Ter-
mine rechtzeitig abzusagen hatte, sei es selbst oder durch Dritte. 

3.3.3 Demnach liegt in Bezug auf den nicht wahrgenommenen Bera-
tungstermin eine Meldepflichtverletzung (Art. 30 Abs. 1 lit. d und e AVIG) 
vor, weshalb die Einstellung in der Anspruchsberechtigung grundsätzlich 
auch insoweit zu Recht erfolgte (vgl. E. 2.2.1 und 2.3 vorne). 

3.4 Zu prüfen bleibt abschliessend die Angemessenheit der verfügten 
Sanktion von einem bzw. drei Einstelltagen.

3.4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 

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Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 E. 
3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, das 
unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. 
der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 141 V 
365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage bei 
leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei 
schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Die Einstellung gilt 
nur für Tage, für die die arbeitslose Person die Voraussetzungen der An-
spruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 AVIG).

Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi-
cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht 
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver-
waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als na-
heliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; ARV 2006 S. 
230 E. 2.1). 

3.4.2 Bei der mit Verfügungen vom 8. September 2021 (act. II 114; 110) 
festgesetzten und im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. Januar 
2022 bestätigten (act. II 51-56) Einstelldauer in der Anspruchsberechtigung 
von einem bzw. drei Tagen geht der Beschwerdegegner vom untersten 
Bereich des leichten Verschuldens aus (vgl. E. 3.4.1 vorne), was in Würdi-
gung der gesamten objektiven und subjektiven Umstände einer Ermes-
sensprüfung (vgl. E. 3.4.1 vorne) zwar gerade noch standhält, indessen als 
sehr wohlwollend zu qualifizieren ist. Denn in Bezug auf die ungenügenden 
Arbeitsbemühungen ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer 
gleich in mehrfacher Hinsicht gegen die Anordnungen des RAV verstossen 
ht (vgl. E. 3.2.2 vorne). Gemäss den Weisungen des SECO sind denn auch 
für erstmalig ungenügende Arbeitsbemühungen während der Kontrollperi-
ode üblicherweise mindestens drei bis vier Einstelltage zu verfügen (vgl. 
AVIG-Praxis ALE, Einstellraster, D79/1.C). Bezüglich des Terminversäum-
nisses respektive der (allein zum Vorwurf gereichenden) Meldepflichtverlet-
zung bestehen dem Dargelegten zufolge keine Anhaltspunkte, wonach es 
dem Beschwerdeführer trotz gesundheitlichen Problemen nicht möglich 
gewesen wäre, den Termin vom 3. August 2021 – sei es auch nur telefo-

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nisch – rechtzeitig abzusagen (vgl. E. 3.3.2 vorne). Das diesbezügliche 
Sanktionsmass von drei Einstelltagen erweist sich auch insofern als wohl-
wollend tief, als gemäss Angaben des Beschwerdeführers zuvor offenbar 
schon mehrmals ähnliche Verfehlungen erfolgt waren (vgl. act. I 2). Es be-
steht mithin offensichtlich kein Anlass, das Sanktionsmass von einem bzw. 
drei Einstelltagen weiter nach unten zu korrigieren. 

3.5 Zusammenfassend besteht der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 18. Januar 2022 zu Recht und die dagegen gerichtete Be-
schwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG 
i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG keine zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2022, ALV/22/107, Seite 10

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.