# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d3f2584-3080-5aca-8054-ac97d473600d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2009 B-990/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-990-2009_2009-08-27.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-990/2009

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), 
Richter David Aschmann, Richter Bernard Maitre, 
Gerichtsschreiberin Kathrin Bigler.

X._______, 
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara K. Müller, 
Meyer Lustenberger Rechtsanwälte, Forchstrasse 452, 
Postfach 1432, 8032 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Markeneintragungsgesuch Nr. 53198/2007 BIOTECH 
ACCELERATOR.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-990/2009

Sachverhalt:

A.
Mit  Gesuch  Nr.  53198/2007  vom  21.  März  2007  ersuchte  die  Be-
schwerdeführerin  das Eidgenössische Institut  für  Geistiges Eigentum 
(Vorinstanz) um Eintragung der Wortmarke BIOTECH ACCELERATOR 
für verschiedene Dienstleistungen der Klassen 35, 36, 37, 39 und 42.

Die  Vorinstanz  beanstandete  die  Anmeldung  mit  Schreiben  vom 
12. Juni 2007. Sie machte geltend, das hinterlegte Zeichen stelle Ge-
meingut dar. Es werde ohne besondere Denkarbeit  als "Biotechnolo-
gie-Beschleuniger"  verstanden.  Im  Zusammenhang  mit  den  bean-
spruchten Dienstleistungen werde der Konsument verstehen, dass es 
sich um Dienstleistungen handle, welche es erlaubten, die Biotechno-
logie zu beschleunigen (zum Beispiel Hilfe an Start-ups in diesem Be-
reich). Internet-Recherchen  zeigten  zudem,  dass  der  Ausdruck  BIO-
TECH ACCELERATOR gebräuchlich  sei.  Da  das  Zeichen  somit  be-
schreibend und anpreisend sei, fehle es ihm an Unterscheidungskraft 
und müsse auch Dritten zur freien Verfügung stehen. In einem separa-
ten Schreiben vom gleichen Tag wies die Vorinstanz die Beschwerde-
führerin  darauf  hin,  dass  einige  Dienstleistungen  präzisiert  werden 
müssten.

Mit Eingabe vom 14. Dezember 2007 verneinte die Hinterlegerin den 
Gemeingut-Charakter  ihres  Zeichens.  Denn  die  Bezeichnung  BIO-
TECH  ACCELERATOR  wecke  im  Zusammenhang  mit  den  bean-
spruchten Dienstleistungen nicht mehr als eine unbestimmte Vorstel-
lung, dass diese Dienstleistungen dazu dienen sollten, die Biotechno-
logie vorwärts zu bringen. Es werde aber in keiner Weise auf eine be-
stimmte Eigenschaft der Dienstleistung hingewiesen. Zudem wies die 
Beschwerdeführerin  darauf  hin,  dass die Marke BIOTECH ACCELE-
RATOR in den USA problemlos zum Markenschutz zugelassen worden 
sei. Schliesslich reichte die Beschwerdeführerin das folgende, überar-
beitete Dienstleistungsverzeichnis ein:

Klasse  35:  Services  de  gestion  d'affaires;  services  de  conseils  en  matière 
d'affaires; services d'un incubateur d'affaires, à savoir services de marketing 
d'affaires, de gestion d'affaires et de développement d'affaires sous forme de 
soutien  aux  sociétés  en  démarrage  (start-ups)  pour  les  affaires  d'autrui; 
location de machines, de machineries et d'équipements de bureau. 

Klasse  36:  Services  de  gestion  d'actifs  immobiliers;  services  financiers,  à 
savoir  consultation  financière,  analyse  financière,  planification  financière, 
gestion financière,  services de financement,  mise à disposition de capitaux 

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propres et d'emprunt ainsi que financement d'actifs corporels et incorporels et 
gestion de portefeuilles financiers; services d'un incubateur d'affaires, à savoir 
mise  à  disposition  de  financement  propre  et  d'emprunt  aux  sociétés  en 
démarrage  (start-ups)  et  aux  jeunes  sociétés;  crédit-bail  de  machines  et 
d'équipements  de  bureau;  crédit-bail  de  machineries  et  d'équipements  de 
recherche et de laboratoire. 

Klasse  37:  Services  de  construction,  à  savoir  services  de  développement 
immobilier;  services  de  construction,  de  réparation  et  de  maintenance 
d'immeubles,  de  systèmes  électriques,  de  systèmes  de  chauffage  et  de 
climatisation et de systèmes de plomberie relatifs aux immeubles. 

Klasse 39: Location d'entrepôts.

Klasse  42:  Services  de  conception  architecturale;  services  d'ingénierie; 
location d'ordinateurs; location de machineries et d'équipements de recherche 
et de laboratoire.

Mit  Schreiben vom  7. April  2008 akzeptierte die Vorinstanz zwar die 
präzisierte Dienstleistungsliste, vertrat  aber nach wie vor die Auffas-
sung, das Hinterlegungsgesuch sei zurückzuweisen.

Die Beschwerdeführerin hielt mit Eingabe vom 13. Oktober 2008 an ih-
rem Antrag fest, die Marke BIOTECH ACCELERATOR sei einzutragen.

Mit Verfügung vom 14. Januar 2009 wies die Vorinstanz das Marken-
eintragungsgesuch Nr. 53198/2007 BIOTECH ACCELERATOR vollum-
fänglich zurück. Zur Begründung hielt sie fest, die englische Kurzform 
„biotech“ für Biotechnology habe mit der gleichen Bedeutung Eingang 
in  die  deutsche  Sprache  gefunden. Der  ebenfalls  englische  Begriff 
"Accelerator"  heisse  "Gaspedal,  Beschleuniger",  werde  aber  zuneh-
mend auch in  anderem Sinne verwendet. Er  stehe für  Betriebe,  die 
neu gegründete, junge Unternehmen (start-ups) in allen Belangen be-
treuten und so zu einer schnellen Entwicklung verhälfen. "Accelerator" 
stehe somit für ein Unternehmen, das als Gründer- respektive Innova-
tionszentrum Dienstleistungen in verschiedensten Geschäftsbereichen 
an Jungunternehmen anbiete. Die Verwendung des Begriffes "accele-
rator" im Sinne von Gründerzentrum lasse sich mit einer Internet-Re-
cherche  zur  Begriffskombination  "business  accelerator"  nachweisen. 
Das  Zeichen  werde  von  den  massgebenden  Verkehrskreisen  ohne 
Probleme im Sinne von „Biotechnologie Gründerzentrum“ verstanden. 
In Verbindung mit sämtlichen beanspruchten Dienstleistungen verste-
he der Abnehmer das Zeichen direkt und ohne zu zögern als Hinweis 
auf die Art des Dienstleistungserbringers und das Gebiet der von ihm 
angebotenen Dienstleistungen respektive die Branche, auf welche das 
Gründerzentrum  spezialisiert  sei,  nämlich  die  Biotechnologie.  Auf 

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Grund seines beschreibenden Charakters und der Üblichkeit des Zei-
chenelements  "accelerator",  das  als  Synonym  für  "incubator"  ge-
braucht werde, fehle dem hinterlegten Zeichen BIOTECH ACCELERA-
TOR in Verbindung mit sämtlichen beanspruchten Dienstleistungen die 
Unterscheidungskraft.  Es  gehöre  demnach  zum  Gemeingut  gemäss 
Art. 2 Bst. a MSchG. Zudem sei das Zeichen auch freihaltebedürftig, 
denn es erschöpfe sich in einer sofort verständlichen Aussage über die 
Art  des Dienstleistungsanbieters,  weshalb es Mitbewerbern  auf  dem 
Markt in Bezug zu den obigen Dienstleistungen freizuhalten sei, denn 
ein solches Zeichen könne nicht zu Gunsten eines Einzelnen monopo-
lisiert  werden. Schliesslich könne der Umstand, dass der Wortmarke 
BIOTECH ACCELERATOR in den USA Markenschutz gewährt worden 
sei, nicht als Indiz für die Schutzfähigkeit in der Schweiz dienen, da es 
sich um einen klaren Fall handle.

B.
Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 16. Februar 
2009 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, 
Ziffer 1 der Verfügung der Vorinstanz vom 14. Januar 2009 sei aufzu-
heben,  und es sei  der Markenanmeldung  CH 53198/2007 BIOTECH 
ACCELERATOR für alle beanspruchten Dienstleistungen der Klassen 
35, 36, 37, 39 und 42 vollumfänglich Schutz zu gewähren. Zur Begrün-
dung führt sie aus, das Zeichen BIOTECH ACCELERATOR habe keine 
allgemein  direkt  verständliche  Bedeutung.  Sie  sei  eine  sprachliche 
Neuschöpfung,  die  grammatikalische  Unregelmässigkeiten  aufweise. 
Zudem sei bezüglich der von der strittigen Marke in Anspruch genom-
menen  Dienstleistungen  nicht  ersichtlich,  wie  die  Marke  im  Zusam-
menhang  mit  diesen  Dienstleistungen  beschreibend  sein  solle.  Die 
Kombination des fehlenden eindeutigen Sinngehalts der Marke mit den 
beanspruchten Dienstleistungen führe dazu, dass aus der Marke nicht 
auf  die Eigenschaften der beanspruchten Dienstleistungen geschlos-
sen  werden  könne,  ohne  dass  der  Adressat  (notabene  der  Durch-
schnittskonsument)  seine  Phantasie  mächtig  einsetze.  Selbst  wenn 
das  Zeichen  einen  Hinweis  auf  den  Dienstleistungserbringer  geben 
würde, was indessen zu verneinen sei, könne dies nicht dazu führen, 
dass  der  Marke  der  Schutz  verweigert  würde.  Im  Weiteren  bestehe 
entgegen der Ansicht der Vorinstanz auch kein absolutes Freihaltebe-
dürfnis. Schliesslich sei  anzumerken,  dass die Marke  BIOTECH AC-
CELERATOR in den USA problemlos zum Markenschutz zugelassen 
worden sei, und dass die Marken LIFE SCIENCE ACCELERATOR und 
SCIENCE ACCELERATOR,  welche  Schutz  für  identische  Dienstleis-

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tungsverzeichnisse beanspruchten, in der Schweiz ohne jegliche ma-
terielle Beanstandung eingetragen worden seien. 

C.
Mit Vernehmlassung vom 8. Mai 2009 beantragt die Vorinstanz, die Be-
schwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung verweist sie 
insbesondere  auf  ihre  Ausführungen  im  vorinstanzlichen  Verfahren. 
Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin genannten Voreintragun-
gen bringt sie vor, die Schweizer Marke Nr. 562'483 SCIENCE ACCE-
LERATOR sei auf Grund des Zeichenelements "science" zum Marken-
schutz  zugelassen  worden.  Die  Voreintragung  CH-Nr.  566'200  LIFE 
SCIENCE ACCELERATOR sei demgegenüber als Fehleintrag zu wer-
ten.  Dagegen  habe  sie  weitere  Markeneintragungsgesuche  der  Be-
schwerdeführerin, die über eine identische oder sehr ähnliche Dienst-
leistungsliste und einen vergleichbaren Zeichenaufbau verfügten, zu-
rückgewiesen. Aus der  isolierten  Voreintragung CH-Nr. 566'200 LIFE 
SCIENCE ACCELERATOR könnten somit keine Rückschlüsse betref-
fend die Prüfungspraxis des Instituts gezogen werden. Zudem könne 
die Beschwerdeführerin gemäss konstanter Praxis des Bundesgerichts 
gegenüber sich selbst von vornherein keinen Anspruch auf Gleichbe-
handlung im Unrecht geltend machen. Schliesslich seien auch die Vor-
aussetzungen des Vertrauensschutzes nicht erfüllt.

D.
Die  Beschwerdeführerin  hat  auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen 
Verhandlung stillschweigend verzichtet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zu-
ständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, 
VGG, SR 173.32]).

Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfü-
gung durch diese beschwert und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
ihrer Aufhebung oder Änderung. Sie ist daher zur Beschwerdeführung 
legitimiert  (Art. 48  Abs. 1 des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]). Eingabe-

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frist und -form sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG), der 
Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), die 
Vertreterin hat sich rechtsgenüglich ausgewiesen (Art. 11 VwVG) und 
die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG).

Auf die Verwaltungsbeschwerde ist daher einzutreten.

2.
Nach Art. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 28. August 1992 über den 
Schutz  von  Marken  und  Herkunftsangaben  (Markenschutzgesetz, 
MSchG, SR 232.11) sind Zeichen, die zum Gemeingut gehören, vom 
Markenschutz  ausgeschlossen,  sofern  sie  sich  nicht  im  Verkehr  als 
Marke  für  bestimmte  Waren  oder  Dienstleistungen  durchgesetzt  ha-
ben.

Als Gemeingut gelten einerseits Zeichen, die für den Wirtschaftsver-
kehr freizuhalten sind, und andererseits Zeichen, denen die für die In-
dividualisierung der Ware oder Dienstleistung des Markeninhabers er-
forderliche Unterscheidungskraft fehlt (Eidgenössische Rekurskommis-
sion für geistiges Eigentum [RKGE] in: Zeitschrift für Immaterialgüter-, 
Informations-  und Wettbewerbsrecht  [sic!]  2003 S. 495 E. 2 –  Royal 
Comfort;  CHRISTOPH WILLI,  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum 
schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäi-
schen und internationalen Markenrechts,  Zürich  2002,  Art. 2,  N. 34; 
EUGEN MARBACH,  Markenrecht,  in:  Roland  von  Büren  /  Lucas  David 
[Hrsg.]  Schweizerisches Immaterialgüter-  und Wettbewerbsrecht,  Bd. 
III/1  [nachfolgend:  Marbach,  SIWR III/1],  Basel  2009,  N. 247).  Dazu 
gehören unter anderem Sachbezeichnungen, sowie Hinweise auf  Ei-
genschaften,  wie  die  Beschaffenheit,  die  Bestimmung,  den  Verwen-
dungszweck, die Zeit der Erzeugung oder die Wirkungsweise der Wa-
ren  oder  Dienstleistungen,  für  welche  das  Zeichen  hinterlegt  wurde 
(RKGE in sic! 2003 S. 495 E. 2 – Royal Comfort, mit Verweis auf das 
Urteil  des  Bundesgerichts  vom 23. März  1998 –  Avantgarde,  in  sic! 
1998  S. 397;  BGE 128  III  447  E. 1.5  –  Première;  BGE 127  III  160 
E. 2b/aa – Securitas; vgl. auch Art. 6quinquies Bst. B  Ziff. 2 der  Pariser 
Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums, revi-
diert in Stockholm am 14. Juli 1967 [PVÜ, SR 0.232.04]). Als Gemein-
gut  schutzunfähig sind auch Zeichen,  die sich in  allgemeinen Quali-
tätshinweisen  oder  reklamehaften  Anpreisungen  erschöpfen  (Urteil 
des Bundesgerichts 4A.161/2007 vom 18. Juli 2007 E. 4.3 – we make 
ideas work; BGE 129 III 225 E. 5.1 – Masterpiece I).

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Der Umstand, dass die Marke Gedankenassoziationen weckt oder An-
spielungen enthält, die nur entfernt auf die Waren oder Dienstleistun-
gen hindeuten,  macht  ein Zeichen aber  noch nicht  zum Gemeingut. 
Der gedankliche Zusammenhang mit den Waren oder Dienstleistungen 
muss  vielmehr  derart  sein,  dass  der  beschreibende  Charakter  der 
Marke für einen erheblichen Teil der schweizerischen Markenadressa-
ten ohne besondere Denkarbeit oder besonderen Aufwand an Phanta-
sie zu erkennen ist (BGE 128 III  447 E. 1.5 – Première; BGE 127 III 
160  E.  2b/aa  –  Securitas;  Urteile  des  Bundesgerichts  4A_455/2008 
vom 1. Dezember 2008 E. 3.2 – AdRank, und 4A_265/2007 vom 26. 
September 2007 E. 2.1 – American Beauty).

Setzt sich die Marke aus Wörtern einer anderen als einer schweizeri-
schen Landessprache zusammen, so ist auf die Sprachkenntnisse der 
angesprochenen Verkehrskreise abzustellen. Die englische Sprache ist 
dem  schweizerischen  Durchschnittsverbraucher  zumindest  in  den 
Grundzügen vertraut, so dass nicht nur einfache Wörter mit leicht ver-
ständlichem Sinngehalt, sondern auch komplexere Aussagen verstan-
den werden (WILLI, a.a.O., Art. 2, N. 17). Englische Begriffe müssen mit 
anderen Worten berücksichtigt  werden, sofern sie einem nicht unbe-
deutenden Teil  der Bevölkerung unseres Landes bekannt  sind (BGE 
129 III 225 E. 5.1 – Masterpiece I; Urteile des Bundesverwaltungsge-
richts  B-516/2008  vom  23.  Januar  2009  E.  3  –  After  hours,  und 
B-8371/2007 vom 19. Juni 2008 E. 5 – Leader).

Bei  Wortverbindungen oder aus mehreren Einzelwörtern  zusammen-
gesetzten Zeichen ist zunächst der Sinn der einzelnen Bestandteile zu 
ermitteln und dann zu prüfen, ob sich aus ihrer Verbindung im Gesamt-
eindruck ein die Ware oder die Dienstleistung beschreibender, unmit-
telbar  verständlicher  Sinn  ergibt  (Urteile  des  Bundesverwaltungsge-
richts  B-516/2008  vom  23.  Januar  2009  E.  3  –  After  hours,  und 
B-5518/2007 vom 18. April 2008 E. 4.2 – Peach Mallow).

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind im Bereich der Zei-
chen des Gemeingutes Grenzfälle einzutragen und die endgültige Ent-
scheidung dem Zivilrichter  zu überlassen (BGE 130 III  328 E. 3.2 – 
Swatch-Uhrband, BGE 129 III 225 E. 5.3 – Masterpiece I).

3.
Die Frage, ob eine Marke eine Beschaffenheitsangabe darstellt, ist aus 
Sicht  der  angesprochenen  Abnehmerkreise  zu  beurteilen  (WILLI, 
a.a.O., Art. 2, N. 41; MARBACH, SIWR III/1, N. 248). Bei der Beurteilung 

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der Freihaltebedürftigkeit eines Zeichens bestehen die massgeblichen 
Verkehrskreise  dagegen aus den Mitgliedern  der  betreffenden Bran-
che, allen voran aus den Konkurrenten des Hinterlegers (WILLI, a. a. O., 
Art. 2, N. 44; MARBACH, SIWR III/1, N. 248). Zur Annahme von Gemein-
gut genügt es, dass bloss ein bestimmter Kreis der Adressaten, z.B. 
die Fachleute, das Zeichen als beschreibend erachtet  (RKGE in sic! 
1999 S. 557 E. 4 – Pedi-Med, mit Verweis u.a. auf  LUCAS DAVID, Kom-
mentar  zum  Markenschutzgesetz,  in:  Kommentar  zum  schweizeri-
schen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz  /  Muster-  und  Modellgesetz, 
Basel  1999  [hiernach:  David,  Kommentar  MSchG],  Art. 2,  N. 9;  vgl. 
auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-3394/2007 vom 29. Sep-
tember 2008 E. 4 – Salesforce.com und RKGE in sic! 2003 S. 806 E. 4 
– SMArt, je mit Verweis auf DAVID, Kommentar MSchG, Art. 2, N. 18).

Das strittige Zeichen ist  hinterlegt  für  verschiedene Dienstleistungen 
der  Klassen  35,  36,  37,  39 und  42  (vgl.  Sachverhalt).  Ein  Teil  der 
Dienstleistungen, nämlich "services d'un incubateur d'affaires, à savoir 
services de marketing d'affaires, de gestion d'affaires et de développe-
ment  d'affaires  sous  forme  de  soutien  aux  sociétés  en  démarrage 
(start-ups) pour les affaires d'autrui" (Klasse 35) sowie "services d'un 
incubateur d'affaires, à savoir mise à disposition de financement prop-
re et d'emprunt aux sociétés en démarrage (start-ups) et aux jeunes 
sociétés" (Klasse 36), richtet sich explizit an Start-ups und Jungunter-
nehmen. Bei den übrigen Dienstleistungen handelt es sich um Unter-
nehmensverwaltung  und  -beratung,  Vermietung  von  Maschinen  und 
Büroausstattung (Klasse 35), diverse Finanzdienstleistungen wie Kapi-
talbeschaffung, verschiedene Immobiliendienstleistungen, Leasing von 
Maschinen, Büro- und Laborausstattung (Klasse 36), diverse Immobili-
endienstleistungen wie Bau, Reparatur sowie Unterhalt von Gebäuden 
und Elektro-, Heizungs-, Klima- und Sanitäranlagen (Klasse 37), Ver-
mietung von Lagerhäusern (Klasse 39) sowie Dienstleistungen im Be-
reich Bauplanung und Vermietung von Computern, Maschinen und La-
borausstattung (Klasse 42). Insbesondere für Start-ups und Jungunter-
nehmen,  welche  beispielsweise  im Bereich  der  Naturwissenschaften 
eine Idee ökonomisch umsetzen wollen, denen aber das geschäftliche 
Know-how, die Infrastruktur, die Finanzen und / oder gut ausgestattete 
Arbeitsplätze  fehlen,  sind  derartige  Dienstleistungen  nützlich.  Auch 
ohne  expliziten  Hinweis  richten  sich  diese  Dienstleistungen  somit 
ebenfalls in erster Linie an Start-ups und (junge) Unternehmen.

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4.
Bei  der  Zeichenkombination  BIOTECH  ACCELERATOR handelt  es 
sich um eine Wortneuschöpfung, die aus zwei englischen Wörtern zu-
sammengesetzt ist.

4.1 Das erste Zeichenelement "biotech" enthält  selbst zwei Bestand-
teile, nämlich "bio" und "tech". "Bio..." ist ein auch im deutschen und 
französischen Sprachraum verwendetes Wortbildungselement mit den 
Bedeutungen  "das  Leben  betreffend;  Lebensvorgänge;  Lebewesen; 
Lebensraum;  gesund,  natürlich,  ohne  chemische  Zusätze"  (Duden, 
Das  Grosse  Fremdwörterbuch,  Mannheim  /  Leipzig  /  Wien  /  Zürich 
1994, S. 203; Le Robert & Collins, Paris 1987, S. 1064).  "Tech" steht 
für Technik oder Technologie (unveröffentlichter Entscheid der RKGE 
[MA-AA 11/00] vom 30. November 2000 E. 3 – ÖKOTECH Recycling; 
Le Robert & Collins, a.a.O., S. 1935). Zusammengesetzt bedeutet das 
erste Zeichenelement somit "Biotechnologie" oder „Biotechnik“ (Le Ro-
bert  & Collins, a.a.O.,  S. 1064; Langenscheidt Handwörterbuch Eng-
lisch,  Berlin /  München /  Wien /  Zürich /  New York 2005, S. 66; Der 
Brockhaus multimedial  2008,  Stichwort  „Biotechnologie“). Das zweite 
Zeichenelement  "accelerator"  wird  auf  Deutsch  mit  "Beschleuniger, 
Gashebel, Gaspedal" übersetzt (Langenscheidt Handwörterbuch Eng-
lisch, a.a.O., S. 19), auf Französisch mit "accélérateur" (Le Robert & 
Collins, a.a.O., S. 993). Nach den soeben dargestellten Bedeutungen 
in den Wörterbüchern heisst das hinterlegte Zeichen somit etwa "Bio-
technologie-Beschleuniger".

4.2 Die Vorinstanz begründet ihre Rückweisung nicht mit dieser wörtli-
chen Übersetzung,  sondern beruft  sich darauf,  dass das zweite Zei-
chenelement "accelerator" zunehmend in der Bedeutung von Gründer- 
respektive Innovationszentrum gebraucht werde. Die Verwendung des 
Begriffes "accelerator" im Sinne von Gründerzentrum lasse sich denn 
auch mit  einer Internet-Recherche zur Begriffskombination "business 
accelerator" nachweisen.

Die Beschwerdeführerin  entgegnet,  die Ausführungen der Vorinstanz 
zum Markenbestandteil "accelerator" seien nicht schlüssig, weil diese 
die  Begriffskombination  "business  accelerator"  zum Gegenstand  ge-
habt hätten. Zu beurteilen sei indessen die Marke BIOTECH ACCELE-
RATOR und nicht  BIOTECH BUSINESS ACCELERATOR. Die von der 
Vorinstanz behauptete Zusatzbedeutung des Markenbestandteils "ac-
celerator" im Sinne von "Gründerzentrum" finde sich in keinem aner-

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kannten  Wörterbuch.  Ausländische  Homepages  könnten  zwar  einen 
Rückschluss auf das Zeichenverständnis in der Schweiz erlauben, sie 
müssten jedoch das Zeichen an sich betreffen und nicht in Kombina-
tion mit anderen Worten einen anderen Sinn ergeben. Homepages, die 
den Begriff  "business  accelerator"  aufführten,  könnten entsprechend 
nicht  als  Referenz für  den Gemeingutcharakter  der Marke  BIOTECH 
ACCELERATOR beigezogen werden. Ausserdem müssten die beige-
zogenen Webseiten auch ein Mindestmass an autoritativem Charakter 
aufweisen.  Nicht  jede  private  Webseite  könne  als  wissenschaftliche 
Autorität bemüht werden. Die Kombination  BIOTECH ACCELERATOR 
habe demnach keine allgemein direkt verständliche Bedeutung. Sie sei 
eine sprachliche Neuschöpfung, die grammatikalische Unregelmässig-
keiten aufweise. 

4.2.1 Um ein  Zeichen vom Markenschutz  auszuschliessen,  muss es 
nicht zwingend in einem Wörterbuch aufgeführt sein (Urteil des Bun-
desgerichts 4C.3/1999 vom 18. Januar 2000 E. 3a – Campus). Auch 
neue,  bisher  ungebräuchliche Ausdrücke können beschreibend sein, 
wenn sie nach dem Sprachgebrauch oder den Regeln der Sprachbil-
dung von den beteiligten Verkehrskreisen als Aussage über bestimmte 
Eigenschaften der Ware oder Dienstleistung aufgefasst werden (RKGE 
in sic! 2006 S. 579 E. 6 – Swisspartners [fig.],  RKGE in sic! 2005 S. 
467 E. 3 – Boysworld; Urteile des Bundesgerichts 4A_265/2007 vom 
26. September 2007 E. 2.1 – American Beauty, und 4A.5/2003 vom 22. 
Dezember 2003 E. 3.1 – Discovery Travel & Adventure Channel; DAVID, 
Kommentar MSchG, Art. 2, N. 10; MARBACH, SIWR III/1, N. 285). Es ge-
nügt, wenn das Wort heute zwar noch nicht allgemein gebraucht wird, 
dessen Sinn aber für die Kreise, an die es sich richtet, auf der Hand 
liegt (DAVID, Kommentar MSchG, Art. 2, N. 9).

Selbst grammatikalische Unregelmässigkeiten, wie sie die Beschwer-
deführerin  im  strittigen  Zeichen  erkennt,  schliessen  nicht  aus,  dass 
das  Zeichen  von  den  massgebenden  Verkehrskreisen  als  Aussage 
über  bestimmte  Eigenschaften  der  Ware  oder  Dienstleistung  aufge-
fasst wird (vgl. Urteil  des Bundesgerichts 4A.5/2003 vom 22. Dezem-
ber 2003 E. 3.2 – Discovery Travel & Adventure Channel).

4.2.2 Bezüglich  der  Konsultierung  von  ausländischen  Internetseiten 
räumt die Beschwerdeführerin zu Recht ein, dass solche bei der Mar-
kenprüfung herangezogen werden dürfen,  um Hinweise auf  den Be-
kanntheitsgrad von Begriffen für schweizerische Verkehrskreise zu lie-

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fern  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-8371/2007  vom 
19. Juni  2008  E. 5.3  –  Leader,  und  B-181/2007  vom 21.  Juni  2007 
E. 4.4 – Vuvuzela). Vorauszusetzen ist  indessen, dass diese in einer 
der Landessprachen oder Englisch abgefasst sind (MARBACH, SIWR III/
1, N. 228; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-181/2007 vom 21. 
Juni 2007 E. 4.4 – Vuvuzela). 

Sowohl  in-  als  auch ausländische Internetseiten  können Indizien  für 
den Sprachgebrauch liefern. Indessen ist jeweils eine kritische Prüfung 
der  jeweiligen Fundstellen  angezeigt,  unter  anderem weil  Webseiten 
jederzeit  geändert  werden können, nicht  zuletzt  vom jeweiligen Mar-
kenhinterleger  respektive  von  interessierten  Dritten  (vgl.  MATTHIAS U. 
STUDER, Anmerkung zum Urteil B-181/2007 des Bundesverwaltungsge-
richts vom 21. Juni 2007 – Vuvuzela; MARBACH, SIWR III/1, N. 229 f.).

4.2.3 Mit der Beschwerdeführerin ist  dafür zu halten, dass die Inter-
net-Suchergebnisse der Vorinstanz nicht oder nur bedingt verwertbar 
sind, soweit sie den vom hinterlegten Zeichen nicht verwendeten Be-
griff  "business accelerator"  betreffen. Es ist  daher primär auf andere 
Internet-Seiten  und  Dokumente  abzustellen,  auf  welchen der  Begriff 
"accelerator" losgelöst vom Wort "business" gebraucht wird (vgl. etwa 
Interview  mit  Olaf  J.  Böhme,  Präsident  von  IDEE-Suisse,  auf 
www.kmu.admin.ch  [Interviews  2008];  www.theark.ch/de/services/ac-
celerateur/ presentation; www.startzentrum.ch/de/dienstleistungen/lexi-
kon [accelerator]; www.saentis-investment.ch/Glossar;  Artikel  des Ta-
ges-Anzeigers  vom  14.  August  2001  S.  25  "McKinsey:  Kratzer  im 
Lack").

Nach diesen Quellen ist ein Accelerator eine Institution, die durch in-
tensives Coaching jungen Unternehmen zu einer  schnellen  Entwick-
lung verhilft (www.startzentrum.ch/de/dienstleistungen/lexikon [accele-
rator],  www.saentis-investment.ch/Glossar). Die Vorinstanz verwendet 
hierfür den Begriff "Gründerzentrum". Die Fondation "The Ark" in Sion 
(VS) definiert den von ihr betriebenen Accelerator etwas ausführlicher 
folgendermassen: "Der Accelerator von The Ark fördert  und begleitet 
die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Er sorgt für die 
Identifizierung  und  Auswahl  zukunftsträchtiger  Technologien,  fördert 
ihre Entwicklung und erarbeitet zugleich die Grundlage für die Grün-
dung der Unternehmen. Er baut damit Brücken zwischen der Wissen-
schaft und dem Markt, zwischen dem akademischen Bereich und der 
Geschäftswelt"  (www.theark.ch/de/services/accelerateur/   presenta-

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http://www.theark.ch/de/services/accelerateur/

B-990/2009

tion). In der Schweiz existieren zahlreiche Technologie- und Gründer-
zentren,  welche  derartige  und  ähnliche  Dienstleistungen  anbieten 
(Übersicht unter www.swissparks.ch).

Wird das zweite Zeichenelement "accelerator" im Sinne von "Gründer-
zentrum"  verstanden,  bedeutet  die  strittige  Marke  "Biotechnologie 
Gründerzentrum".  Sie  wird  von  den  angesprochenen  start-ups  und 
Jungunternehmern  im  Bereiche  der  Biotechnologie,  welche  allesamt 
über erhöhte Englischkenntnisse verfügen (vgl. Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts  B-3394/2007  vom  29.  September  2008  E.  4.2  - 
Salesforce.com), auch so verstanden werden. 

5.
Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, in Verbin-
dung mit sämtlichen beanspruchten Dienstleistungen erkenne der an-
gesprochene Abnehmer direkt,  dass die Dienstleistungen von einem 
"Accelerator" erbracht würden, der auf Start-ups im Bereich  Biotech-
nologie spezialisiert  sei. Der  Abnehmer verstehe das Zeichen direkt 
und ohne zu zögern als Hinweis auf die Art des Dienstleistungserbrin-
gers und das Gebiet der von ihm angebotenen Dienstleistungen res-
pektive die Branche, auf welche das Gründerzentrum spezialisiert sei, 
nämlich die Biotechnologie.

Dem  hält  die  Beschwerdeführerin  entgegen,  ein  Hinweis  auf  den 
Dienstleistungserbringer  (der  im vorliegenden  Fall  jedoch  auf  Grund 
des unklaren Sinngehalts der Marke ohnehin zu verneinen sei) könne 
nicht dazu führen, dass ein Zeichen gestützt auf Art. 2 Bst. a MSchG 
zurückgewiesen werde, da sonst die Legaldefinition der Marke und die 
gesetzlich  definierten  absoluten  Ausschlussgründe  ignoriert  würden. 
Ein Hinweis auf den Dienstleistungserbringer könne nicht dazu führen, 
dass ein Zeichen nicht geeignet sei, seine gemäss Legaldefinition von 
Art. 1 MSchG vorgesehene Funktion zu erfüllen.

5.1 Nach der Legaldefinition von Art. 1 Abs. 1 MSchG ist  die Marke 
ein Zeichen, das geeignet ist, Waren oder Dienstleistungen eines Un-
ternehmens von solchen anderer Unternehmen zu unterscheiden. In-
sofern dient die Marke dem Zweck, die gekennzeichneten Waren oder 
Dienstleistungen zu individualisieren und von anderen Gütern zu un-
terscheiden, um die Verbraucher in die Lage zu versetzen, ein einmal 
geschätztes Produkt (oder eine Dienstleistung) in der Menge des An-
gebots wiederzufinden (BGE 122 III 382 E. 1 – Kamillosan; Urteil des 
Bundesgerichts 4C.3/1999 vom 18. Januar 2000 E. 2a – Campus). Da-

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B-990/2009

rüberhinaus bezweckt die Marke, als Herkunftsmerkmal in unmissver-
ständlicher  Weise  auf  den  Hersteller  und  seinen  Betrieb  (bzw. den 
Dienstleistungserbringer) hinzuweisen (Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts B-7420/2006 vom 10. Dezember 2007 E. 2.1 – Workplace, mit 
Verweis auf BGE 128 III 454 E. 2 – Yukon).

Trotz des soeben genannten Zwecks einer Marke, auf einen Hersteller 
und seinen Betrieb respektive auf den Dienstleistungserbringer hinzu-
weisen, ist  indessen nicht ausgeschlossen, dass eine Marke, welche 
selbst einen Hinweis auf den Dienstleistungserbringer oder Produzen-
ten gibt, beschreibend ist. So entschied das Bundesgericht hinsichtlich 
des Zeichens "Ecole internationale d'esthéticiennes-visagistes",  dass 
dieses schlicht und einfach eine internationale Einrichtung zur Ausbil-
dung von Kosmetikerinnen-Visagistinnen bezeichne. Angewendet  auf 
das Waren- und Dienstleistungsverzeichnis, wecke das Zeichen selbst 
eine  Ideenverbindung  zur  Eigenheit  der  beanspruchten  Waren  oder 
zum Inhalt  der beanspruchten Druckereierzeugnisse (Schönheitspfle-
ge  oder  Kosmetik).  Es  entbehre  daher  jeder  Unterscheidungskraft 
(BGE 94 I 74 E. 2 – Ecole internationale d'esthéticiennes-visagistes). 
Die Vorinstanz verweist  zudem auf  zwei  Entscheide der Rekurskom-
mission  für  geistiges  Eigentum.  Im  unveröffentlichten  Entscheid 
"Enterprise" (MA-AA 03/95) wurde das Zeichen "Enterprise" auf Grund 
seiner Freihaltebedürftigkeit als dem Gemeingut zugehörig qualifiziert 
(E. 3 des genannten Entscheids). Es wäre zudem nicht geeignet, die 
mit ihm gekennzeichneten Waren und Dienstleistungen herkunftsmäs-
sig zu unterscheiden, weshalb das Zeichen auch mangels Unterschei-
dungskraft  hätte  zurückgewiesen  werden  können  (vgl.  WILLI,  a.a.O., 
Art. 1, N. 17). Im Entscheid "Swiss Business Hub" (RKGE in sic! 2004 
S. 573) erklärte die Rekurskommission für geistiges Eigentum, die Be-
zeichnung "Swiss Business Hub" (auf deutsch "Schweizerisches Ge-
schäftszentrum",  "Schweizerische  Drehscheibe  für  Geschäfte")  sei 
eine direkte Aussage über den Ort, wo die beanspruchten Dienstleis-
tungen erbracht würden. Sie sei nicht geeignet, die entsprechend ge-
kennzeichneten  Dienstleistungen  zu  individualisieren,  weshalb  die 
nach  dem  Gesetz  erforderliche  Unterscheidungskraft  fehlen  würde 
(RKGE in sic! 2004 S. 573 E. 4 – Swiss Business Hub; vgl. auch RKGE 
in sic! 2005 S. 467 E. 8 – Boysworld).

5.2 Das im vorliegenden Fall strittige Zeichen bezeichnet eine im örtli-
chen Sinn (wie das in E. 5.1 erwähnte Beispiel "Swiss Business Hub") 
und / oder im funktionellen Sinn (wie das ebenfalls in E. 5.1 genannte 

Seite 13

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Beispiel "Ecole internationale d'esthéticiennes-visagistes") verstande-
ne Einrichtung, nämlich ein Gründerzentrum, welches auf Biotechnolo-
gie spezialisierte start-ups unterstützt  und Dienstleistungen anbietet, 
wie  sie  die  Beschwerdeführerin  für  das  hinterlegte  Zeichen  bean-
sprucht. Das Zeichen ist daher beschreibend für die Fachkreise, wel-
che auf Grund ihrer erweiterten Englisch-Kenntnisse das Zeichen in-
haltlich  richtig  mit  "Biotechnologie-Gründerzentrum"  übersetzen.  Für 
die hier auch angesprochenen Durchschnittskonsumenten, welche die 
strittige  Marke,  wenn  überhaupt,  mit  "Biotechnologie Beschleuniger" 
übersetzen, beschreibt die strittige Marke dagegen kaum direkt die be-
anspruchten  Dienstleistungen,  da  sie  keinen  Zusammenhang  zwi-
schen dem technisch klingenden Begriff "Beschleuniger" und den be-
anspruchten Dienstleistungen herstellen können.

6.
Die Vorinstanz argumentierte in der angefochtenen Verfügung zusätz-
lich, das strittige Zeichen sei freihaltebedürftig.

Wohl in der Annahme, dass die Vorinstanz damit das absolute Freihal-
tebedürfnis anspricht (was die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 
8. Mai 2009 verneint), hält die Beschwerdeführerin dem entgegen, Zei-
chen des Gemeinguts könnten aus dogmatischen Gründen gar nicht 
absolut  freihaltebedürftig  sein. Denn ein absolutes Freihaltebedürfnis 
gebe es gemäss den gesetzlichen Bestimmungen allein bei den abso-
luten Ausschlussgründen nach Art. 2 Bst. b MSchG. Ein Zeichen, das 
sich  mit  einer  Schutzverweigerung gestützt  auf  Art. 2  Bst. a  MSchG 
konfrontiert  sehe,  könne  immer  kraft  Verkehrsdurchsetzung  Marken-
schutz erlangen.

6.1 Dieser Auffassung ist die bundesgerichtliche Rechtsprechung ent-
gegenzuhalten, wonach auch Zeichen des Gemeingutes (Art. 2 Bst. a 
MSchG) absolut freihaltebedürftig sein können. So erklärte das Bun-
desgericht, im Gegensatz zur Regelung von Art. 2 Bst. b MSchG, die 
ein absolutes Freihaltebedürfnis vorsehe für Formen, die das Wesen 
der  Ware  ausmachen,  und  Formen  der  Ware  oder  Verpackung,  die 
technisch notwendig sind, behalte Art. 2 Bst. a MSchG für im Gemein-
gut  stehende  Zeichen  einen  markenrechtlichen  Schutz  im  Falle  der 
Verkehrsdurchsetzung ausdrücklich  vor. Während  sich  demnach Zei-
chen,  die als Gemeingut  gälten,  im Verkehr als Marke für  die bean-
spruchten  Waren  oder  Dienstleistungen  durchsetzen  könnten,  lasse 
sich das Schutzhindernis bei den von Art. 2 Bst. b MSchG erfassten 

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Formen auch nicht durch Verkehrsdurchsetzung überwinden. Zeichen, 
die Gemeingut seien, könnten daher grundsätzlich nach Art. 2 Bst. a 
MSchG  mittels  Durchsetzung  im  Verkehr  Kennzeichnungskraft  und 
markenrechtlichen Schutz erlangen, soweit im Einzelfall nicht ein ab-
solutes Freihaltebedürfnis bestehe (BGE 134 III 314 E. 2.3.2 – M, mit 
Verweis  auf  BGE 131 III  121 E. 2 – Smarties und BGE 129 III  514 
E. 2.3 – Lego; Urteil des Bundesgerichts 4A_370/2008 vom 1. Dezem-
ber 2008 E. 5 f. – Post).

Der Grund für die soeben genannte Differenzierung wird darin gese-
hen, dass bei Farben, Formen, Positionen etc. die Ausweichmöglich-
keiten viel beschränkter seien, und sich die Frage nach der Grenze der 
Verkehrsdurchsetzung  viel  akzentuierter  stelle  als  bei  traditionellen 
Wort- und Bildzeichen. Für Waren- und Verpackungsformen habe der 
Gesetzgeber diese Grenze deshalb unmittelbar im Gesetz (vgl. Art. 2 
Bst. b MSchG) festgehalten (vgl. MARBACH, SIWR III/1, N. 449 f.).

Auch  das  Bundesverwaltungsgericht  setzt  in  ständiger  Rechtspre-
chung  für  die  Überwindung  des  Schutzausschlussgrundes  des  Ge-
meingutes voraus, dass kein absolutes Freihaltebedürfnis vorliegt (vgl. 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-3394/2007 vom 29. Septem-
ber  2008  E.  6.1  –  Salesforce.com,  B-958/2007  vom  9.  Juni  2008 
E. 6.1.1 – Post, B-5518/2007 vom 18. April 2008 E. 4.1 – Peach Mal-
low; vgl. auch RKGE in sic! 2004 S. 216 E. 2 – Grimselstrom, mit Hin-
weisen).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin auch bei Zeichen des Gemeinguts ein absolu-
tes Freihaltebedürfnis geben kann, obwohl diese durch Verkehrsdurch-
setzung nicht  überwindbare  Art  des  Freihaltebedürfnisses  nicht  aus-
drücklich in der massgebenden Bestimmung (Art. 2 Bst. a MSchG) er-
wähnt ist.

6.2 Die Beschwerdeführerin verneint nicht nur in grundsätzlicher Art, 
sondern auch konkret das Vorliegen eines Freihaltebedürfnisses. Denn 
der Wirtschaftsverkehr sei nicht darauf angewiesen, ein Phantasiewort 
benutzen zu  können,  da  Phantasiewörter  gerade das Gegenteil  von 
Zeichen darstellten, auf die der Verkehr angewiesen sei.

6.2.1 Im Interesse eines  funktionierenden Wettbewerbs  müssen Zei-
chen vom Markenschutz ausgeschlossen und für den Wirtschaftsver-
kehr freigehalten werden, an denen ein überwiegendes Interesse der 

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übrigen aktuellen und potenziellen Konkurrenten besteht. Ein einzelner 
Gewerbetreibender soll  nicht ein Zeichen monopolisieren dürfen, das 
auf  Grund seines Sinngehalts  für  andere Gewerbetreibende von Be-
deutung ist oder in Zukunft  noch werden könnte (Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichts  B-3394/2007  vom 29. September  2008  E. 5.9  – 
Salesforce.com, mit Verweis u.a. auf BGE 131 III 121 E. 4.1 ff. – Smar-
ties ).

6.2.2 In  der Schweiz existiert  wie erwähnt  eine Reihe von Gründer-
zentren  (Überblick  unter  www.swissparks.ch).  Sie  unterstützen  start-
ups in den verschiedensten Bereichen, unter anderem in der Biotech-
nologie  (vgl.  das  im Wallis  angesiedelte  Gründerzentrum BioArk  SA 
[www.bioark.ch]  oder  die  Technoparks  in  Zürich,  Winterthur  und  Lu-
zern [www.technopark.ch → Firmenindex, Stichwort „Biotechnologie“]). 
Wenn diese Gründerzentren in  ihrem Namen auf  ihr  Betätigungsfeld 
hinweisen,  wird es den start-ups erleichtert,  sich auf  Anhieb an das 
auf sie zugeschnittene Gründerzentrum zu wenden. Es besteht daher 
bezüglich  der  beanspruchten  und  auf  start-ups  zugeschnittenen 
Dienstleistungen in den Klassen 35, 36, 37, 39 und 42 ein grosses In-
teresse der aktuellen, aber auch der potenziellen Konkurrenten, wel-
che ein Gründerzentrum im Bereich der Biotechnologie betreiben res-
pektive zu eröffnen beabsichtigen, den Begriff  BIOTECH ACCELERA-
TOR auch verwenden zu dürfen. Am hinterlegten Zeichen  BIOTECH 
ACCELERATOR besteht daher entgegen der Meinung der Beschwer-
deführerin ein (relatives) Freihaltebedürfnis. Da die Beschwerdeführe-
rin  zudem  nicht  geltend  macht,  das  Zeichen  habe  sich  im  Verkehr 
durchgesetzt,  stellt  das  strittige  Zeichen  Gemeingut  im  Sinne  von 
Art. 2 Bst. a MSchG dar.

7.
Im Weiteren weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die Marke 
BIOTECH ACCELERATOR in den USA eingetragen worden sei.

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt ausländischen 
Entscheidungen bei  der  Beurteilung des beschreibenden Charakters 
grundsätzlich  keine  präjudizierende  Wirkung  zu.  Es  ist  auch  kein 
Grenzfall zu beurteilen, der eine Berücksichtigung einer ausländischen 
Praxis unter Umständen rechtfertigen könnte (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 4A.5/2004 vom 25. November 2004 E. 4.3 – Firemaster; BGE 
129 III  229 E. 5.5 – Masterpiece I; Urteil  des Bundesverwaltungsge-
richts B-6910/2007 vom 25. Februar 2008 E. 8 – 2LIGHT; WILLI, a.a.O., 

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Art. 2, N. 9). Bei dem von der Beschwerdeführerin zum Vergleich an-
gerufenen identischen Zeichen, welches in den USA eingetragen wor-
den ist, handelt es sich um eine Eintragung, die in einem Staat erfolg-
te, für den Englisch - im Gegensatz zur Schweiz - als Amtssprache gilt 
und  in  denen  die  massgebenden  Verkehrskreise  deshalb  über  eine 
grössere Sprachkompetenz verfügen und so allenfalls auch Mehrdeu-
tigkeiten  herauszuhören  vermögen,  die  Markenfähigkeit  indizieren 
könnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A.5/2004 vom 25. November 
2004  E.  4.3  –  Firemaster;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B-653/2009 vom 14. April 2009 E. 6.1 – Express Advantage).

Die Beschwerdeführerin kann daher aus der Eintragung des Zeichens 
BIOTECH ACCELERATOR im Ausland nichts zu ihren Gunsten ablei-
ten.

8.
Schliesslich  verweist  die Beschwerdeführerin  auf  die Schweizer Vor-
eintragungen  Nr.  566'200  LIFE  SCIENCE  ACCELERATOR  und 
Nr. 562'483 SCIENCE ACCELERATOR. Die erstgenannte Marke wur-
de am 21. März 2007 von der Beschwerdeführerin hinterlegt und am 3. 
Januar 2008 ins Markenregister für verschiedene (und fast identische 
wie die von der strittigen Marke beanspruchten) Dienstleistungen der 
Klassen 35,  36, 37, 39 und 42 eingetragen. Das zweitgenannte Zei-
chen wurde am 22. März 2007 von der Beschwerdeführerin hinterlegt 
und am 18. September 2007 für weitgehend dieselben Dienstleistun-
gen ins Markenregister eingetragen.

8.1 Nachdem  feststeht,  dass  die  Vorinstanz  das  Zeichen  BIOTECH 
ACCELERATOR  bundesrechtskonform  dem  Gemeingut  zugeordnet 
hat, kann mit der (sinngemässen) Rüge, das Gleichbehandlungsgebot 
(Art. 8 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April  1999 [BV, SR 101])  sei  verletzt  worden,  nur noch die 
Gleichbehandlung im Unrecht  verlangt  werden. Nach der  bundesge-
richtlichen Rechtsprechung wird der Anspruch auf  Gleichbehandlung 
im Unrecht ausnahmsweise anerkannt, wenn eine ständige gesetzwid-
rige Praxis einer rechtsanwendenden Behörde vorliegt und die Behör-
de zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis 
abzuweichen gedenke (Urteil des Bundesgerichts vom 4A.5/2004 vom 
25. November 2004 E. 4.3 – Firemaster, mit Verweis auf BGE 127 I 1 
E. 3a; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-7412/2006 vom 1. Ok-

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tober 2008 E. 10 – Afri-Cola und B-7395/2006 vom 16. Juli 2007 E. 11 
ff. – Projob ).

Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin genannten Voreintragun-
gen bringt die Vorinstanz vor, die Schweizer Marke Nr. 562'483 SCI-
ENCE ACCELERATOR sei auf Grund des Zeichenelements "science" 
zum Markenschutz zugelassen worden. Der Begriff "Wissenschaft" be-
dürfe eines zusätzlichen präzisierenden Elements,  damit  man in  der 
Kombination mit "accelerator" einen direkt beschreibenden Charakter 
erkennen  würde.  Die  Voreintragung  CH-Nr. 566'200  LIFE  SCIENCE 
ACCELERATOR sei demgegenüber als Fehleintrag zu werten. Dage-
gen habe sie weitere Markeneintragungsgesuche der Beschwerdefüh-
rerin, die über eine identische oder sehr ähnliche Dienstleistungsliste 
und  einen  vergleichbaren  Zeichenaufbau  verfügten,  zurückgewiesen 
(Gesuche  Nr.  52967/2007  BIOMEDICAL  ACCELERATOR  und 
53199/2007 BIOTECHNOLOGY ACCELERATOR).

Auf Grund dieser Äusserungen der Vorinstanz ist nicht davon auszuge-
hen,  dass  die  Vorinstanz  gewillt  ist,  Markeneintragungsgesuche,  die 
wie das vorliegend zu beurteilende hinsichtlich der Dienstleistungsliste 
und des Zeichenaufbaus mit  der  Schweizer  Marke Nr. 566'200 LIFE 
SCIENCE ACCELERATOR vergleichbar sind (identische oder ähnliche 
Dienstleistungsliste  sowie  dem  Begriff  "accelerator"  vorangestellter 
konkreter  Wissenschaftsbereich,  was  auf  die  Voreintragung  CH-Nr. 
562'483 SCIENCE ACCELERATOR nicht zutrifft), gutzuheissen. Damit 
sind die Voraussetzungen für den Anspruch auf Gleichbehandlung im 
Unrecht nicht erfüllt.

Zudem ist  darauf hinzuweisen, dass nach bundesgerichtlicher Praxis 
der Markeninhaber gegenüber sich selbst keinen Anspruch auf Gleich-
behandlung im Unrecht geltend machen kann (Urteile des Bundesge-
richts 4A.5/2003 vom 22. Dezember  2003 E. 4 – Discovery Travel & 
Adventure Channel, und 4A.13/1995 vom 20. August 1996 E. 5c – Elle, 
publiziert in sic! 1997 S. 159).

8.2 Mit  dem Verweis auf  die Schweizer Voreintragungen Nr. 566'200 
LIFE SCIENCE ACCELERATOR und Nr. 562'483 SCIENCE ACCELE-
RATOR beruft sich die Beschwerdeführerin auch sinngemäss auf den 
in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben. Dieser ver-
leiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in 
behördliche  Zusicherungen  oder  sonstiges,  bestimmte  Erwartungen 
begründendes Verhalten der Behörden. Vorausgesetzt ist weiter, dass 

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die Person, die sich auf Vertrauensschutz beruft, berechtigterweise auf 
diese Grundlage vertrauen durfte und gestützt darauf nachteilige Dis-
positionen getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann; 
schliesslich scheitert die Berufung auf Treu und Glauben dann, wenn 
ihr überwiegende öffentliche Interessen gegenüberstehen (BGE 129 I 
170 E. 4.1, mit Verweis u.a. auf BGE 126 II 377 E. 3a und BGE 118 Ia 
245 E. 4b; vgl. auch ULRICH HÄFELIN / GEORG MÜLLER / FELIX UHLMANN, All-
gemeines Verwaltungsrecht, 5. A., Zürich / Basel / Genf 2006, N. 622 
ff.).  Präjudizien,  insbesondere  Grundsatzentscheide,  können  eine 
Grundlage des Vertrauensschutzes bilden. Kein Verlass ist  hingegen 
auf eine schwankende Praxis, die es vermeidet, sich bezüglich einer 
Streitfrage  eindeutig  zu  äussern  (HÄFELIN /  MÜLLER /  UHLMANN,  a.a.O., 
N. 638, mit Verweis auf BGE 117 Ia 119 E. 2).

Wie bereits ausgeführt, ist lediglich die Voreintragung CH-Nr. 566'200 
LIFE SCIENCE ACCELERATOR mit der hier strittigen Anmeldung ver-
gleichbar, welche indessen von der Vorinstanz als Fehleintrag gewer-
tet worden ist. Dagegen hat die Vorinstanz die ebenfalls vergleichba-
ren  Gesuche  Nr.  52967/2007  BIOMEDICAL  ACCELERATOR  und 
53199/2007 BIOTECHNOLOGY ACCELERATOR der Beschwerdefüh-
rerin zurückgewiesen. Insofern kann sich die Beschwerdeführerin nicht 
auf eine ständige Praxis in vergleichbaren Fällen berufen, sondern le-
diglich  auf  eine  fehlerhafte  Eintragung  in  einem  Einzelfall,  wodurch 
kein berechtigtes Vertrauen geschaffen wird (Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts B-1611/2007 vom 7. Oktober 2008 E. 7.2 – Laura Bia-
giotti Aqua di Roma).

9.
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  das  strittige  Zeichen  BIO-
TECH ACCELERATOR für sämtliche beanspruchten Dienstleistungen 
der Klassen 35, 36, 37, 39 und 42 Gemeingut im Sinne von Art. 2 Bst. 
a MSchG darstellt.

Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist abzu-
weisen.

10.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem 
geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  Die  Gerichtsgebühren 
sind nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozess-
führung und finanzieller  Lage der  Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 

Seite 19

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4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]). Bei Markeneintragungen geht es um Vermö-
gensinteressen.  Die  Gerichtsgebühr  bemisst  sich  folglich  nach  dem 
Streitwert (Art. 4 VGKE). Die Schätzung des Streitwertes hat sich nach 
Lehre  und  Rechtsprechung  an  Erfahrungswerten  aus  der  Praxis  zu 
orientieren, wobei bei eher unbedeutenden Zeichen grundsätzlich ein 
Streitwert  zwischen Fr. 50'000.- und Fr. 100'000.- angenommen wer-
den darf (BGE 133 III  490 E. 3.3 – Turbinenfuss). Von diesem Erfah-
rungswert  ist  auch im vorliegenden  Verfahren  auszugehen. Es  spre-
chen keine konkreten Anhaltspunkte für einen höheren oder niedrige-
ren Wert der strittigen Marke.

Eine Parteientschädigung ist  der  unterliegenden Beschwerdeführerin 
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'500.- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 3'500.- verrechnet. Der Beschwerdeführerin sind daher nach Eintritt 
der Rechtskraft des vorliegenden Urteils Fr. 1'000.- aus der Gerichts-
kasse zu überweisen.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

Seite 20

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Rückerstat-
tungsformular)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. 53198/2007 BIOTECH ACCELERATOR; Ge-
richtsurkunde)

- das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (Gerichtsurkun-
de)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Maria Amgwerd Kathrin Bigler

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt 
werden (Art. 72 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. 
Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtsspra-
che abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 
der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführen-
de Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 10. September 2009

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