# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e91916b0-e426-5e7d-b72d-4f9ac5df0c2a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-16
**Language:** de
**Title:** Rentenbefristung, verbesserter Gesundheitszustand bejaht, somatoforme Schmerzstörung
**Docket/Reference:** IV.2012.00839
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00839.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00839
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Disler
Urteil
vom
16. Januar 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsberatung für italienische Migrantinnen und Migranten
Postfach 120, 4011 Basel
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1959,
Mutter von drei Söhnen (
Jahr
gänge
1976, 1982 und 19
8
6)
, arbeitet
e
seit
1999
als selbständige
Coiffeuse
und
mel
dete sich
am
2
3.
Mai
2000
bei der
Invalidenversicherung
zum
Leistungsbe
zug
an (
Urk.
6/3,
Urk.
6/23
). Nach durchgeführtem Abklärungsverfahren (
Urk.
6/4-8)
verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürichs, IV-Stelle, mit Verfügung vom
7.
Dezember 2001 (
Urk.
6/12) einen
Rentenanspruch der Versi
cherten, was das
hiesige Gericht mit Urteil vom
1
1.
November 2002
bestätigte
(
Urk.
6/23).
Am 1
9.
Oktober 2005 meldete sich die Versicherte
wieder
bei der IV-Stelle an (
Urk.
6/29).
Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2005 (
Urk.
6/31) trat die IV-Stelle auf das erneute Gesuch nicht ein.
1.
2
Am
3.
Februar 2007 erlitt die Versicherte einen Unfall (
Urk.
6/47/23
Ziff.
4) und m
eldete sich a
m 2
5.
März 2008 (
Urk.
6/33) bei der IV-Stelle
zum
Leistungsbe
zug
an.
Daraufhin holte die IV-Stelle Arztberichte (
Urk.
6/43,
Urk.
6/46,
Urk.
6/49,
Urk.
6/51,
Urk.
6/53-54,
Urk.
6/58-59),
Auszü
g
e
aus dem individuel
len Konto (
IK-
Auszug;
Urk.
6/44
,
Urk.
6/78
)
und
erwerbliche Unterlagen
(
Urk.
6/39
,
Urk.
6/74
)
ein.
Sie
zog Akten des Unfallversicherers (
Urk.
6/47) bei und holte ein
polydis
zi
plinäres
Gutac
hten (
Urk.
6/66) ein.
Mit Vorbescheid vom
1
0.
Februar 2010
stellte
die IV-Stelle
der Versicherten
die
Zusprache
einer
ganze
n
Invalidenrente vom
1.
Februar bis 3
0.
Juni 2008
in Aus
sicht
(
Urk.
6/8
4
). Dagegen erhob die Versicherte
Einwände (
Urk.
6/95,
Urk.
6/98,
Urk.
6/100,
Urk.
6/106). Die IV-Stelle holte daraufhin weitere medizi
nische Be
richte (
Urk.
6/99,
Urk.
6/101
,
Urk.
6/110,
Urk.
6/113,
Urk.
6/117,
Urk.
6/119-
120)
ein.
Mit Verfügung vom
4.
Juli 2012 sprach die IV-Stelle der Versicherten
eine
be
fris
tete
ganze Invalidenrente vom
1.
Februar bis 3
0.
Juni 2008 zu (
Urk.
6/131 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
4.
Juli 2012 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 2
8.
August 2012 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem Antrag,
diese
sei aufzuheben und
es sei ihr eine ganze Invalidenrente auch nach Ende Juni 2008 auszurichten (S. 2
Ziff.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 2012 (
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
2.
Okto
ber 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine hal
be
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Re
duktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog
anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des
Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung
erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sach
verhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit dem
jenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine be
fris
tete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen
an
gefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des
Rechts
mittel
verfahrens
in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen
Be
zugszeiten
von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zu
sprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundes
ge
richts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit dem
3.
Februar 2007
er
heblich eingeschränkt und vom
3.
Februar 2007 bis
4.
März 200
8
keine Er
werbs
tätigkeit zumutbar gewesen sei. Seit dem
5.
März 2008 habe sich der Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert, sodass ihr eine Arbeitsfä
higkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit und eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer angepassten Tätigkeit wieder zumutbar sei
(S. 2 Mitte)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich beschwerdeweise (
Urk.
1) auf den Stand
punkt, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht gebessert und sie sei seit Früh
jahr
2008 grundsätzlich auch in einer leichten Verweistätig
keit vollständig ar
beits
unfähig
, beziehungsweise nur zu einem geringfügigen Prozentsatz
arbeitsfähig
.
D
en medizinischen Berichten sei zu entnehmen, dass sowohl die physischen wie
die psychischen Beschwerden eine Wiederaufnahme auch einer leichten
Verweis
tä
tigkeit
ausschliessen
würden
(S. 2 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
die Befristung der ganzen Rente per Ende Juni 2008
und die damit zusammenhängende a
ngenommene Verbesserung des
Gesund
heits
zustand
s ab
März
2008.
3.
3.1
Am
3.
Februar 2007 stürzte die Beschwerdeführerin vor ihrem Haus von einer Mauer und zog sich Unterschenkel- und Fussfrakturen zu (
Urk.
6/47/23). Sie wur
de
anschliessend im
Y.___
behandelt (
Urk.
6/47/19).
Dr.
med.
Z.___
,
Oberarzt und
Dr.
med.
A.___
,
Assi
stenz
ärztin
, Psy
chiatrische Poliklinik,
Y.___
,
nannten in ihren Berichten vom 2
8.
Januar (
Urk.
6/99/1-4) und
9.
Juni 2008 (
Urk.
6/51)
folgende
Diag
no
se
n (Urk. 6/51 S.
1 Ziff. 1):
-
rezidivierende depressive Störung (F33.1) seit Februar 2007
-
Verdacht auf anhaltende
so
matoforme
Schmerzstörung (F45.4) seit mindestens 9 Jahren
-
komplexes regionales Schmerzsyndrom beider Beine mit Unterschenkel
fraktur rechts,
-
mehrfra
gmentäre
Kalkaneusfraktur
links Februar 2007
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin sei am 2
5.
Januar, 3
0.
Januar und am
8.
Februar 2008 bei i
hnen in der Sprechstunde gewesen.
Sie
klage
über de
pressi
ve Verstimmung, Konzentrationsstörungen, sowie Schlafstörungen, Lustlosig
keit und Energielosigkeit
(
Urk.
6/99 S. 3 oben
).
Die Ärzte verwiesen aufgrund der
lediglich drei Konsultationen auf
die weiter
behandelnden Ärzte
(
Urk.
6/51 S.
2 oben
Ziff. 3.7
).
3.2
Dr.
med.
B.___
,
Oberärztin, und
Dr.
med.
C.___
,
Assis
tenz
arzt, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin,
Y.___
,
nannten in ihrem Be
richt
vom 1
1.
April 2008 (
Urk.
6/49/7-10) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) beider Beine, linksbetont mit
-
Unterschenkelfraktur rechts
3.
Februar 2007
-
Status nach Metallentfernung 2
2.
August 2007
-
Status nach Fixateur externe Entfernung, Tibia T2-Nagel, statisch verriegelt, Zugschrauben-Osteosynthese
Pilon
tibiale
,
Prévot
-Nagel Fibula 1
2.
Februar 2007
-
Status nach geschlossener Reposition und Fixateur externe Unter
schenkel rechts
3.
Februar 2007
-
mehrfragmentäre, intraartikuläre
Calcaneusfraktur
links
-
Status nach offener Reposition, Platten-Schraubenosteosynthese 1
6.
Februar
2007
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig bis
schwer
(F33.1/F33.2), Verdacht auf anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4).
-
chronische
Cervikalgien
und Schwindelbeschwerden bei Status nach HWS-Distorsion 1999
-
intermittierende Unterbauchschmerzen
Sie attestierten der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom
4.
Dezember 2007 bis
4.
März 2008 (
Ziff.
2). Sie führten aus, die Beschwerde
führerin sei seit Februar 2004 bei ihnen in Behandlung (
Ziff.
3.1).
Ihr
Gesund
heitszustand sei aus internistischer Sicht stationär (
Ziff.
4.1).
Da es sich bei den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht um internistische Probleme handle, werde diesbezüglich auf die Spezialisten verwiesen (
Ziff.
4.2).
3.3
Med.
pract
.
D.___
,
Oberarzt,
E.___
,
nannte in seinem Bericht vom 2
6.
Juni 2008 (
Urk.
6/53)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (F33.1)
-
Status nach Frakturen untere Extremitäten in 2007
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 2.2)
nannte er eine
n Verdacht auf
Entwick
lung einer
somatoformen
Schmerzstörung
(
F45.4
)
.
Er attestierte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
1.
März 2008 bis
1.
Juni 2008 und seit
2.
Juni 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in ihrer angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
(
Ziff.
3).
Er führte aus,
er behandle
die Beschwerdeführerin seit 1
1.
März 2008 (
Ziff.
4.1). Sie sei nie
dergestimmt,
habe
mehrfach
geweint
,
leide an
Antr
iebsminderung, an sozialem Rückzug und sei
hoffnungslos (
Ziff.
4.5).
Auch wenn bei beginnender Rückbil
dung der depressiven Symptomatik aus rein psychiatrischer Beurteilung eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bescheinigt worden sei, sei in der Gesamtschau des Verlaufs seit 1999 eine Rückkehr in den regulären Arbeitsmarkt unwahrschein
lich (
Ziff.
4.7).
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei
zudem
stati
onär (
Ziff.
5.1).
Er attestierte ihr eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der bisheri
gen sowie in einer angepassten Tätigkeit
seit
2.
Juni 200
8.
Diese Arbeitsfähig
keit beziehe sich ausdrücklich auf die psychiatrischen Symptome
(
Ziff.
6.2).
3.
4
Dr.
med.
F.___
,
FMH Rheumatologie
,
nannte
in seinem Schreiben vom
1
2.
August 2008 (
Urk.
6/58/13)
folgende Diagnosen:
-
chronisches
cervicovertebrales
Syndrom (CVS) /
cervicospondylogenes
Syndrom (CSS)
bei Status nach HWS-Distorsion
-
Status nach
Unterschenkel-Fraktur
rechts
-
Tendenz zu generalisierter
Tendomyopathie
Er attestierte der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in ihrer angestammten Tätigkeit. In einer angepassten Tätigkeit sei
der
Beschwerdefüh
rerin eine Arbeitsfähigkeit von
zumindest
50
%
zumutbar. Eine Steigerung sei möglich (
Ziff.
5 f.).
Wahrscheinlich sei eine gutachterliche Beurteilung der
Ge
samtsitua
tion
unumgänglich (
Ziff.
8).
3.5
Dr.
med.
G.___
,
FMH Psychiatrie und Psychotherap
ie,
FMH Pharma
zeutische Medizin
,
erstattete am 1
2.
August 2008
ein psychiatrisches Konsilium
(
Urk.
6/58/7-12)
,
dies nach
Untersuchung vom 2
2.
Juli 2008
,
und nannte als Di
agnose eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4).
Er führte aus, der psychopathologische Befund zum Zeitpunkt seiner Evaluation
sei durch eine ausgeglichene Stimmungslage gekennzeichnet gewesen. Die af
fek
tive Auslenkbarkeit
sei ebenfalls normalisiert. Im Affekt habe die Beschwer
de
führerin ausgesprochen
klagsam
und jammernd gewirkt, ohne dass eine De
pression erkennbar gewesen wäre. Die Psychomotorik sei ausgeglichen (S.
4
Ziff.
3). Während der Evaluation h
ätte
n keine diagnostischen Hinweise für das Vor
liegen einer Depression bestanden.
Die rezidivierende Depressionen (F33.1)
könne er nicht bestätigen. Aus internistischer Sicht leide die Beschwerdeführe
rin
an einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) beider Beine,
links
be
tont
(S. 4 f.
Ziff.
4).
Er führte
weiter
aus,
das Krankheitsbild sei unter Umständen nicht vollständig psychiatrisch erklärbar, sondern es würden auch organische Anteile eine Rolle
spielen. Eine zusätzliche Untersuchung durch einen Orthopäden, Rheumatolo
gen
oder Unfallchirurgen sei angezeigt. D
ie Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sei aus Sicht des Krankheitsbildes und dessen derzeitiger Ausprägung nicht mehr ange
messen. Aus psychiatrischer Sicht könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin
als
Coiffeuse
ab sofort zu 50
%
arbeitsfähig sei. Sie ar
beite nach eigenen Angaben bereits wieder zu 20
%
. Eine
raschere
Steigerung der Ar
beitsfähigkeit bis zu 100
%
in einer alternativen Tätigkeit schliesse er unter den gegebenen Umständen aus. Er attestierte der Beschwerdeführerin eine der
zeitige Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Unter adäquater Therapie gehe er davon aus, dass ab Oktober 2008 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in der ange
stammten Tätigkeit als
Coiffeuse
vorliegen werde (S. 5 f.
Ziff.
5).
3.
6
Dr.
F.___
(vorstehend E.
3.4)
nannte in seinen Bericht vom 2
7.
September 2008 (
Urk.
6/58/1-6
=
Urk.
6/59
) folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.1):
-
Fibromyalgie
-
chronisches
CVS
/
C
SS
bei Status nach HWS-Distorsion
-
Status nach
Calcaneusfraktur
links
-
depressive Störung
Er attestierte
der Beschwerdeführerin als selbstständige
Coiffeuse
von 1999 bis 3. Februar 2007
eine Arbeits
unfähigkeit
von 40-50
%
,
vom 4. Februar 2007 bis 17. Juli 2008
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
und
seit
1
7.
Juli 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
(
Ziff.
2). Er behandle die Beschwerdeführerin seit 1
1.
April 2008 (
Ziff.
3.1).
Er führte aus,
sie
klage
über dauernde Schmerzen im linken Fuss und Ferse seit dem Unfall 200
7.
Sie müsse einen Gehstock benützen
und
habe von Seiten HWS häufig Schwindel und mehr oder weniger konstante Kopfschmerzen mit Konzentrationsstörungen (
Ziff.
3.4).
Er führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe Spannungen in der Schultergürtelmuskulatur,
Dolenz
der gesamten Rückenmuskulatur mit multiplen
TP
und Tenderpoint
s
(
Ziff.
3.6).
3.
7
Dr.
med.
H.___
,
FMH Allgemeinmedizin,
Dr.
med.
I.___
,
FMH
Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
Dr.
med.
J.___
,
FMH Rheumatolo
gie
,
K.___
,
erstatteten am
5.
Juni 2009 ihr
poly
dis
ziplinäres
Gutachten (
Urk.
6/66
/1-35
).
Die Gutachter stützten sich auf die
ihnen überlassenen Akten (S.
6 ff.), die Angaben der Beschwerdeführerin (S.
17 ff., S.
22
f
f
.
, S. 29 f.
)
und die von ihnen am 8. April und 11. Mai 2009 (vgl. S.
4 unten) er
ho
be
nen Befunde.
Sie nannten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.
33
Ziff.
3):
-
Status nach Unterschenkelfraktur rechts am
3.
Februar 2007 mit Status nach Osteosynthese mit
Tibianagel
, Zugschraubenosteosynthese und
Prévot
-Nagel an der Fibula am 1
2.
Februar 2007, Status nach Platten- und
Schraubenoesteosynthese
am 1
6.
Februar 2007 bei
mehrfragmentä
rer
intraartikulärer
Calcaneus
-Fraktur links am
3.
Februar 2007 und Status nach Metallentfernung des Nage
l
s an der Fibula rechts und der proximalen Verriegelungsschraube am
Tibianagel
rechts am 2
2.
August 2007
-
St
atus nach HWS-Distorsionstrauma
mit persistierenden
Cervicalgien
und begleitender muskulärer
Dysbalance
am Schultergürtel beidseits am
7.
Januar 1999
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4)
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte
bis
mittelgradige Epi
sode (F33.1)
-
Agoraphobie (F40.1) mit leichter spezifischer Phobie
(Liftangst)
Sie nannten weiter als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.
33
Ziff.
3):
-
ubiquitäres
Schmerzsyndrom, nicht einem rheumatologischen Kra
n
k
heitsbild entsprechend
bei
anhaltende
r
somatoformer
Schmerzstörung
-
Status nach
Complex
Regional
Pain
Syndrom (CRPS) beider Beine, Diag
nose Oktober 2007
Sie führten aus, gesamtmedizinisch
werde der
Beschwerdeführerin mit Datum ab Unfallgeschehen im Februar 2
007 bis
4.
März 2008 eine 100
%
ige Arbeits
un
fähigkeit attestiert. Aus psychiatrischer Sicht bestehe sicherlich seit Januar 2008
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Es sei davon auszugehen, dass diese Ein
schrän
kung schon im Dezember 2007 bestanden habe. Aus rheumatologi
scher Sicht bestehe seit dem
5.
März 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
als
Coiffeuse
und eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer adap
tierten Tätigkeit. Gesamthaft
sei
von eine
r 50
%
igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
seit
5.
März 2008
in der freien Marktwirtschaft für jegliche Tätigkeiten
auszugehen
(S. 34 f.).
Dr.
J.___
führte in seinem rheumatologischen Teilgutachten (
Urk.
6/66/40-49) aus,
in beiden Beinen bestehe weiterhin eine ausgeprägte
Schmerzüberempfind
lichkeit
, wie sie am ganzen Körper bestehe. In der Aktenlage tauche ver
schie
dentlich der Begriff des
Fibromyalgie
-Syndrom
s
au
f
, was jedoch nicht zu
treff
end
sei, da nicht diese spezifischen Druckpunkte schmerzhaft seien, sondern ein ubi
qui
täres Schmerzsyndrom vorliege, bei dem auch sämtliche Kontroll
punkte vor
handen seien. Aus rheumatologischer Sicht bestehe der Verdacht auf eine an
hal
tende
somatoforme
Schmerzstörung. In der klinischen Untersuchung seien deut
liche sogenannte psycho-somatische Überlagerungszeichen vorhan
den gewesen (S.
8).
Er führte weiter aus, aus rheumatologischer Sicht
bestehe
ohne
Mitein
be
zug
der oben erwähnten diffusen Schmerzsymptomatik eine teil
weise Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit
. Die Arbeitsunfähigkeit für die Tätig
keit als
Coiffeuse
sei auf 50
%
zu schätzen. In einer alternativen Tätigkeit, in der die Beschwer
deführerin eine wechselbelastende Arbeit verrichten müsse, könne lediglich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von
20
%
bestätigt werden
,
im Sinne eines
verminderten Rendements, respektive einer erhöhten Pausenbedürftigkeit. Auf
grund
der objektiven klinischen Befunde könne eine
höhergradige
Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit aus rein rheumatologischer Sicht nicht begründet wer
den (S.
9
f.).
Dr.
I.___
führte in seinem psychiatrischen Teilgutachten
(
Urk.
6/66/50-60)
aus,
er habe bei
der Beschwerdeführerin eine emotionale Labilität und eine hin
tergründige depressive Stimmung feststellen
können
. Die Beschwerdeführe
rin habe über Körperschmerzen von Kopf bis Fuss, die täglich und teilweise in sehr
starkem Ausmass vorhanden seien, so dass sie mehrmals schon
notfall
mässig
ärzt
liche Hilfe in Anspruch habe nehmen müssen, berichtet. Es
liege
ein
Kör
per
schmerzsyndrom
vor,
welches aus somatischer Sicht in diesem Ausmass nicht
nach
vollzogen werden könne.
Die Beschwerdeführerin habe zwei Unfälle er
lit
ten,
1999 und Februar 2007, wonach sie unter den zunehmenden Schmerzen zu lei
den begonnen habe. Sie habe
klaustrophobische
Ängste, die mittlerweile mehr
eine
agoarphobische
Tendenz einn
ä
hmen, indem sie Mühe habe, sich un
ter vie
len Leuten zu bewegen, diese Situationen auch zum Grossteil meide oder umgehe. Er
(
Dr.
I.___
)
stelle
eine Agoraphobie mit leichter spezifischer Pho
bie fest, welche die Beschwerdeführerin im Alltag allerdings nicht wesentlich be
ein
trächtig
e
(S. 8 Mitte).
Er führte weiter aus,
im Rahmen der verschiedenen Beschwerden habe die Be
schwerdeführerin unter affektiven Verstimmungen zu leiden begonnen. D
ie de
pressive Störung entspreche objektiv eher einem leichten Ausmass, aufgrund
der
subjektiven Angaben könne vermutet werden, dass zeitweise ein mittel
schwe
res Ausmass bestehe (S.
9 Mitte
).
Gesamthaft müsse aufgrund der psychi
schen Be
schwerden tatsächlich eine verminderte Belastbarkeit angenommen werden, die sich durch die Schmerzstörung und depressive Störung begründen l
ie
ssen, wäh
rend sich die Angststörung eher gering auswirke. Es
zeigten
sich keine Hinweise
auf eine Aggravation (S.
10
oben). Die Beschwerdeführe
rin sei einerseits durch die Schmerzsymptomatik und d
ie sekundär
bedingte Erschöpfbarkeit einge
schränkt, andererseits auch durch die depressive Sympto
matik
,
indem ein Kraft- und
Energieverlust
bestehe. Aus psychiatrischer Sicht lasse sich eine 50
%
ige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit für jede Tätigkeit in der freien Markt
wirt
schaft nachvollziehen.
Es
sei
nicht anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin in
einer alternativen Tätigkeit eine höhere Arbei
tsleistung erbringen könne (S.
10
unten).
3
.8
Dr.
I.___
führte im Nachtrag vom 1
4.
August 2009 (
Urk.
6/70) aus, aufgrund
der objektivierbaren Untersuchungsbefunde und der subjektiven Angaben der Be
schwerdeführerin
könne
davon ausgegangen werden, dass eine leichte de
pressive
Störung vorliege. Objektiv
lägen
geringe Befunde
, insbesondere nur eine affek
ti
ve Labilität
vor
.
Da anlässlich der Untersuchung nur geringe Be
funde
hätten
ob
jektiviert werden k
önn
en, sei auf die Aktenlage und die subjektiven Angaben ab
gestellt worden. Aufgrund der Angaben des
E.___
und von
Dr.
G.___
habe er eine rezidivierende depressive Störung ange
nommen
(S. 1 f.).
Er führte weiter aus,
neben der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung
könn
t
e
n
die depressive Störung, die Agoraphobie und leichte spezifische Phobie als Begleiter
krankungen interpretiert werden
. Diese Begleiterkrankungen be
st
ün
den
nun mittlerweile über mehrere Jahre. Die Symptomatik sei tatsächlich etwas wechselhaft, was mit der rezidivierenden depressiven Störung zusam
menhänge, doch die phobische Störung persistier
e
und sei gar etwas progre
dient,
auch k
önne
diesbezüglich bisher nie eine längerfristige Remission festge
stellt werden. Es bestehe mittlerweile auch ein gewisser sozialer Rückzug in verschie
denen Belangen des Lebens, wenn auch nicht komplett
(S.
2 unten).
Es sei schwierig zu interpretieren, inwieweit ein therapeutisch nicht mehr
angeh
barer
innerseelischer Verlauf bestehe.
Die Beschwerdeführerin
sei zwar in am
bulanter psychiatrischer Behandlung. Nach dem mehrjährigen Verlauf müsse allerdings angenommen werden, dass sich eine
Chronifizierung
anbahne (S.
3 oben).
3.9
M
ed.
pract
.
D.___
,
Oberarzt,
L.___
,
nannte in seinem
Bericht
vom
1
6.
August 2010 (
Urk.
6/101) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig prolongiert mittelgradig depressive Episode (F33.11)
-
anhaltend
e
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4)
-
Agoraphobie (F40.1) mit leichter spezifischer Phobie (Liftangst)
-
Status nach Autounfall und traumatisches
Zervikovertebralsyndrom
am
7.
Januar 1999
-
Status nach Sturz
3.
Februar 2007 mit Unterschenkelfraktur recht
s
und mehrfragmentärer
Calcaneus
-Fraktur links
Ferner nannte er als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Adipositas Grad I,
Body Mass Index
(BMI)
30.8
-
rezidivierende
Eisenmangelanämie seit 1986, endoskopisch keine
Blu
tungsquelle
seit September 2007
Er führte aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit 1
1.
März 2008 (
Ziff.
1.2).
Eine deutliche Remission der nun noch mittelgradig depressiven Symptomatik se
i nicht absehbar. Bei
dem
somatischen
Krankheitsverständnis sei eine
Chro
nifi
zie
rung
zu befürchten, die psychiatrischen Interventionsmöglichkeiten seien be
grenzt. Absehbar sei daher keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit über die seit
2.
Juni 2008 bestehenden 50
%
hinaus zu erwarten (
Ziff.
1.4).
Er attestierte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
1.
März 2008 bis
1.
Juni 2008 und seit
2.
Juni 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Coiffeuse
(
Ziff.
1.6). Aus medi
zinischer Sicht sei ihr eine Tätigkeit von 50
%
zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht
sei theoretisch eine Tätigkeit von 4 Stunden pro Tag möglich (
Ziff.
1.7).
3.10
Die Ärzte der
M.___
nannten in ihrem Bericht vom 1
3.
Dezember 2010 (
Urk.
6/110/
6-8) folgende Diagnosen
:
-
Polyneuropat
h
ie beidseits mit/bei:
-
aktuell
Schmerzexazerbation
Fusswurzel links bei symptomatischer
sub
talarer
Arthrose mit Arthrose
kalkaneokuboidal
bei Status nach
mehr
fragmentärer
, intraartikulärer
Calcaneusfraktur
links (
joint
depression
type) vom
3.
Februar 2007
-
Schraubenlockerung sowie Schraubenbruch links
-
Status nach offener Reposition und Platten- und
Schraubenosteosyn
these
am 1
6.
Februar 2007 Unterschenkelfraktur rechts am
3.
Februar 2007
-
Status nach OSME Fibula rechts am 2
2.
August 2007
-
Status nach Fixateur externe-Entfernung, Zugschrauben-Osteosyn
these
Pilon
tibidale
am 1
2.
Februar 2007
-
Status nach geschlossener Reposition und Fixateur externe
Unterschenkel
rechts am
3.
Februar 2007
-
Status nach
ReveL
-Osteotomie,
Kapsulotomie
mediale Kapselraffung links am 3
0.
August 2004 und
ReveL
-Osteotomie, Akin-Osteotomie, la
terale
Ka
p
sultomie
, mediale
oblique
K
a
selraffung
rechts bei
Halux
va
lgus
beidseits
-
t
ibiofibulares
Impingement
beidseits
-
Choparthrose
links
> rechts
Sie führten aus,
sie hätten die Beschwerdeführerin am 30. November 2010 am
bulant in der Fusssprechstunde untersucht (Urk. 6/110/7-8 S. 1 Mitte). Es
seien
keine neuen Erkenntnisse bezüglich der Anamnese zu verzeichnen. In der neu
ro
physiologischen Untersuchung habe sich jedoch eine Polyneuropathie beid
seits herausgestellt. Eine zusätzliche Schädigung des
Ner
vus
peronaeus
auf der linken
Seite kön
ne nicht ausgeschlossen werde
n
(
Urk.
6/110/7-8 S.
2)
.
Sie atte
stierten der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähig
keit von 20
%
, dies aufgrund der Schä
digung des
Nervus
peron
a
eus
begleitend mit den postoperativen Ar
thro
sen sowie
des
Fibromyalgie
-Syndroms und de
m
daraus ableitbaren, starken Leidensdruck bei protrahierter Schmerzsituation (
Urk.
6/110/6).
3.11
Dr.
med.
N.___
,
Oberarzt,
M.___
,
führte in seinem Schrei
ben
vom 2
3.
September 2011 (
Urk.
6/119) aus,
die Situation der Beschwerde
führerin habe sich im Wesentlichen nicht geändert. A
us orthopädische
r
Sicht
habe sich
die
Arbeitsunfähigkeit
(richtig
:
Arbeitsfähigkeit)
von 20
%
in der bis
herigen Tä
tig
keit und
von 80
%
in einer optimal angepasste
n
Tätigkeit somit nicht
g
e
än
dert.
3.12
Med.
pract
.
D.___
,
Oberarzt
(vorstehend E.
3.9
)
und
O.___
,
d
iplo
mierte
Pflegefachfrau,
L.___
,
nannten in ihrem Bericht vom 1
0.
Oktober 2011
(
Urk.
6/120
) folgende Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung gegenwärtig mittelgradig depressive Episode (F33.1)
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4)
-
Agoraphobie (F40.1) mit leichter spezifischer Phobie (Liftangst)
-
Status nach Autounfall und traumatisches
Zervikovertebralsyndrom
am
7.
Januar 1999; Status nach Sturz
3.
Februar 2007 mit Unterschenkel
fraktur rechts und mehrfragmentärer
Calcaneus
-Fraktur links
-
(
Y.___
)
: komplexes regionales Schmerzsyndrom CPRS beider Beine,
links
betont
mit
-
Unterschenkelfraktur rechts
3.
Februar 2007
-
m
ehrfragmentärer, intraartikulärer
Calcaneusfraktur
links, Osteosyn
these 1
6.
Februar 2007
Ferner nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
(
Ziff.
1.1):
-
Adipositas Grad I,
BMI
30.8
-
rezidivierende
Eisenmangelanämie seit 1986
Sie führten aus, es sei Ende November 2010 zur Trennung zwischen dem Ehe
mann
und der Beschwerdeführerin gekommen und sie lebe seitdem alleine.
Trotz fortgeführter integrierter psychiatrischer Behandlung und Pharmakothera
pie sei keine Besserung der niedergestimmt depressiven Symptomatik
im
Be
richts
zeitraum
erkennbar. Aus rein psychiatrischer Beobachtung sei sie weiter
hin
zu 50
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.4). Sie attestierten der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
1.
März 2008 bis
1.
Juni 2008 und eine Ar
beitsunfähigkeit von 50
%
seit
2.
Juni 2008 (
Ziff.
1.6)
. Die bisherige Tä
tigkeit
als
Coiffeuse
sei gemäss Angaben der Beschwerdeführerin nur noch stunden
weise
möglich. Aus medizinischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit noch zu 50
%
mög
lich
(
Ziff.
1.7).
3.13
Am 2
1.
Dezember 2011 nahm
Dr.
med.
P.___
,
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionalärztlicher Dienst (RAD)
,
zum medizinischen Sach
verhalt Stellung (
Urk.
6/122):
RAD-Arzt
Dr.
Q.___
habe in seiner Stellung
nah
me
v
om
3.
Januar 2011 an einer 80
%
igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
seit
5.
März 2008 festgehalten. Der Arztbericht der
L.___
vom 1
0.
Oktober 2011 (vor
stehend E.
3.12
) halte keine Veränderung des Gesund
heitszustandes seit
3
0.
Au
gust 2008 und 1
6.
August 2010 fest. Der Bericht nehme eine andere Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, als
sie
der RAD-Arzt am
3.
Januar 2011 vorgenommen habe
,
vor
und gehe von ei
ner Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus. Die abweichende Beurteilung durch die
L.___
sei nicht nachvoll
zieh
bar ausgewiesen oder begründet. Es solle weiterhin an der psychiatrischen RAD-Stellungnahme vom
3.
Januar 2011 festgehalten werden (S. 7 Mitte).
4
.
4
.1
Zu prüfen ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin
seit
März
2008 verbessert hat
.
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
K.___
-
Gutachten (vor
stehend E.
3.7
) inklusive Ergänzung (
E.
3.8
) für die Beantwortung der Fragen um
fassend ist. Es beruht auf für die strittigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchun
gen und berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in
Auseinander
setzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkreten medi
zi
ni
schen Situa
tion Rechnung.
4.2
Gemäss
K.___
-
Gutachten (vorstehend E. 3.7) bestand vom Unfall im Februar
2007 bis
A
nfang März 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Ab Anfang März 200
8
bestand in der angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
eine Arbeitsfähigkeit von
50 %.
In einer behinderungsangepassten Tätigkeit mit
wechselbelasten
der
Arbeit
bestand ab diesem Zeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit von
80
%
, wobei sich die
Ein
schränkung von 20
%
aufgrund
eines
erhöhten Pausenbe
darfs ergab
.
Die
Einschätzung im
gennannten Gutachten
deckt sich mit derjenigen der Ärzte
der
M.___
im September 2011 (vorstehend E. 3.11)
,
wonach a
us orthopädischer Sicht
der
Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
attestiert wurde
.
Der
im Dezember 2010 neu diag
nostizierte
Polyneuropathie
(vorstehend E.
3.10) ist dabei ebenfalls
Rechnung ge
tragen worden
.
Nach dem Gesagten hat
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
An
fang März 2008
aus somatischer Sicht verbessert
;
sie
ist
in der bisherigen Tä
tigkeit als
Coiffeuse
zu
50
%
arbeitsfähig
und in einer behinderungsbedingten Tätigkeit
zu
80
%
.
4
.3
Die
K.___
-
Gutachter
attestierten
der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
seit Januar 2008
für jede Tätigkeit i
n der freien Marktwirtschaft
, da aufgrund der psychischen Beschwerden gesamthaft eine verminderte Belas
tbarkeit angenommen werden m
ü
ss
e (vorstehend E. 3.7)
.
Med.
pract
.
D.___
attestierte der Beschwerdeführerin
im
August 2010 (vorstehend
E.
3.9) und im Oktober 2011 (vorstehend E. 3.12)
eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
bis
1.
Juni 200
8
,
und
e
r attestierte
ihr eine Arbeitsfähigkeit von
50
%
seit Juni 2008
.
Seine Beurteilung stimmt so
mit
ab Juni 2008
mit derjenigen im
K.___
-
Gutachten
überein.
Damit kann von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
seit Juni 2008
in ange
stam
mter
und
angepasster
Tätigkeit aus psychi
atrischer Sicht ausgegangen werden.
4
.4
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che
Be
gleiterkrankungen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit un
veränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung;
ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, thera
peu
tisch
nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn;
„
Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten am
bu
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeu
ti
schen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser
Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde dar
stellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Vo
raussetzungen für eine zumut
bare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352).
Nach der Rechtsprechung darf bei der invalidenversicherungsrechtlichen
Beur-tei
lung
der invalidisierenden Wirkung anhaltender
somatoformer
Schmerz-
stö
rungen
oder sonstiger vergleichbarer
pathogenetisch
(ätiologisch) unklarer
syn
dromaler
Zustände (BGE 132 V 393 E. 3.2) nicht einfach unbesehen auf die ärzt
lichen - selbst die gutachterlich attestierten - Einschätzungen abgestellt werden,
zumal der Invaliditätsbegriff rechtlicher Natur ist (
Art.
8 ATSG) und nicht zwin
g
end mit dem medizinischen Krankheits- oder Invaliditätsverständnis über
ein
stimmt. Vielmehr hat die rechtsanwendende Behörde zunächst die - auf
grund der
medizinischen Aktenlage zu beantwortende - Frage zu prüfen, ob und in
wie
weit bei der versicherten Person neben der diagnostizierten, allein nicht in
validisie
ren
den (BGE 130 V 352 E. 2.2.3) anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zu
sätzliche psychische Beeinträchtigungen im Sinne des
rechtsprechungsge
mässen
Kriterienkatalogs vorliegen, welche einer adäquaten Schmerzbewältigung objek
tiv entgegenstehen. Die entsprechenden Feststellun
gen sind tatsächlicher Natur. Die weitere Frage, ob eine allenfalls festgestellte psychische
Komorbidität
hin
reichend erheblich ist und/oder einzelne oder mehrere der festgestellten wei
teren Kriterien in genügender Intensität und Kon
stanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer
Wil
lensanstrengung
überwindbare Schmerzstörung und somit auf eine invalidisie
rende Gesundheitsschädigung zu gestatten, ist dagegen rechtlicher Art: ihre abschliessende Beantwortung obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behör
den (Urteile des Bundesgerichts  9C_820/2007 vom 2. September 2008 E. 4.1 mit
Hinweisen und 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008, E. 3.3.1).
4.5
Die Gutachter
diagnostizierten
eine anhaltend
e
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4) sowie eine rezidivierende aktuell leichte bis mittelgradige depressive
Stö
rung (F33.1)
.
Aufgrund der subjektiven Angaben der Beschwerde
führerin und
den objektiven Befunden
stuften die Gutachter
die depressive Störung als leicht
ein
.
Die Gutachter konnten objektiv nur geringe Befunde
er
heben
. Aufgrund der
Angaben von med.
pract
.
D.___
(vorstehend E.
3.3), wel
cher von einer rezi
di
vie
renden depressiven Störung gegenwärtig mittelgradig ausging und
denjeni
gen von
Dr.
G.___
(vorstehend E. 3.5), welcher keine depressive Störung di
ag
nos
tizierte, gingen die Gutachter von einer rezidivierenden depressiven Stö
rung
,
mit
leichte
n
und mittelschwere
n
depressive
n
Phasen
aus
.
Gemäss der
bundesge
richtli
chen
Rechtsprechung
ist eine derartige
leichte beziehungsweise mittel
schwere De
pression als Begleiterscheinung
einer
somatoformen
Schmerzstörung
nicht ausreichend, um das Kriterium der
psychische
n
Komorbi
dität
zu erfüllen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_945/2009 vom 2
3.
September 2010 E.10.1 mit
Hinweisen).
Zu dem alternativ in Frage kommenden Kriterien (vorstehend E. 4.4) hat die
Be
schwerdegegnerin
einlässlich Stellung genommen (Urk. 6/81/7), worauf zu ver
wei
sen ist.
Es liegen
damit weder eine erhebliche psychische
Komorbidität
noch ander
wei
tige Faktoren vor, welcher einer zumutbaren
Willensanstrenung
zur Über
win
dung der Schmerzstörung entgegenstehen.
Nach dem Gesagten
besteht in psychischer Hinsicht keine für die Rechtsan
wen
dung relevante Einschränkung
.
4.
6
Somit ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass ab Anfang März 2008 aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bestand, und dass eine all
fällige
Arbeitunfähigkeit
aus psychischen Gründen (von 50 % ab Juni 2008) nich
t in Betracht fällt.
Die Beschwerdegegnerin hat somit zulässigerweise eine ab Juli 2008 zu berück
sichtigende (vorstehend E. 1.4) revisionsrelevante Änderung angenommen.
Da gemäss dem nicht bestrittenen und nicht zu
beanstandenen
Einkommens
ver
gleich
(Urk. 6/122/8) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert, er
w
eist sich die strittige Befristung der zugesprochenen Rente als
rechtens, was zur
Abwei
sung der Beschwerde führt.
5
.
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), ermessensweise auf
Fr.
9
00.-– an
zusetzen
,
und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
9
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsberatung für italienische Migrantinnen und Migranten
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannDisler