# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 506c4a85-99c1-5cd3-a0f0-68012d16b0f4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.10.2010 C-6521/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6521-2007_2010-10-28.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6521/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Daniel Grimm.

A._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt Marc Spescha, 
Langstrasse 4, 8004 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6521/2007

Sachverhalt:

A.
Der aus Ghana stammende Beschwerdeführer (geb. [...]) heiratete am 
13. Mai 1994 in seinem Heimatland die Schweizer Bürgerin B._______ 
(geb. [...]).  Zum damaligen Zeitpunkt  war  er  Vater  dreier  Söhne,  die 
aus  einer  Beziehung  mit  einer  Landsfrau  hervorgegangen  waren. 
B._______ ihrerseits war noch bis zum 24. November 1993 mit einem 
Schweizer  Staatsangehörigen  verheiratet  gewesen.  Von  ihm  hat  sie 
eine Tochter (geb. 1973). Nach der  Heirat  siedelte  der  Beschwerde-
führer ohne Kinder in die Schweiz über, wo er am 31. August 1994 in 
der Stadt Zürich Wohnsitz nahm. Vom Kanton Zürich erhielt er darauf-
hin eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau.

B.
Gestützt auf seine Ehe stellte der Beschwerdeführer am 12. Juli 1999 
ein  Gesuch  um erleichterte  Einbürgerung  nach  Art.  27  des  Bürger-
rechtsgesetzes vom 29. September 1952 (BüG, SR 141.0).

Zu  Handen  des  Einbürgerungsverfahrens  unterzeichneten  die  Ehe-
leute am 26. November 2002 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie 
in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft 
an  derselben Adresse zusammenlebten und weder  Trennungs-  noch 
Scheidungsabsichten bestünden. Die Ehegatten nahmen ferner unter-
schriftlich zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht mög-
lich ist, wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der 
Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder keine tat-
sächliche  eheliche  Gemeinschaft  mehr  besteht,  und  dass  die  Ver-
heimlichung dieser  Umstände zur  Nichtigerklärung der  Einbürgerung 
nach Art. 41 BüG führen kann. 

Am 6.  Dezember  2002  wurde  der  Beschwerdeführer  erleichtert  ein-
gebürgert.  Nebst  dem Schweizerbürgerrecht  erwarb er  die  Kantons-
bürgerrechte von Zürich und Graubünden sowie die Gemeindebürger-
rechte von Z._______, M._______ und N._______.

C.
In  der  Folge  brachte  das BFM in  Erfahrung,  dass  der  Beschwerde-
führer  seit  dem  12.  Februar  2004  rechtskräftig  von  seiner 
schweizerischen Ehegattin geschieden ist. Ferner stellte sich heraus, 
dass  er  am  2.  März  2005  in  seinem  Herkunftsland  die  ghanaische 

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Staatsgehörige C._______ geheiratet hatte. Mit ihr hatte er kurz nach 
der erleichterten Einbürgerung ein Kind gezeugt, das am 5.  Dezember 
2003 zur Welt gekommen war. Aufgrund dieser Umstände eröffnete die 
Vorinstanz am 14. Oktober 2005 ein Verfahren auf Nichtigerklärung der 
erleichterten Einbürgerung gemäss Art. 41 BüG. Im Rahmen der Sach-
verhaltsermittlung  nahm  sie  mit  Einverständnis  des  Beschwerde-
führers Einsicht in die Akten des Scheidungsverfahrens und liess die 
geschiedene  schweizerische  Ehefrau  am 18. August  2006  durch  die 
Stadtpolizei Zürich als Auskunftsperson rogatorisch einvernehmen.

Vom  Äusserungsrecht  machten  am  3.  November  2005  der  Be-
schwerdeführer  und am 1. Dezember 2006 der von ihm mandatierte 
Parteivertreter Gebrauch.

D.
Auf Ersuchen des BFM erteilten die Heimatkantone Graubünden und 
Zürich am 20. August 2007 bzw. 22. August 2007 die Zustimmung zur 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

E.
Mit  Verfügung  vom 27.  August  2007  erklärte  die  Vorinstanz  die  er-
leichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  für  nichtig. 
Gleichzeitig  ordnete  sie  an,  dass  sich  die  Nichtigkeit  auf  alle 
Familienmitglieder  erstrecke,  deren  Schweizer  Bürgerrecht  auf  der 
nichtig erklärten Einbürgerung beruhe.

F.
Mit  Rechtsmitteleingabe vom 27. September 2007 beantragt  der Be-
schwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  die  Aufhebung  der 
angefochtenen Verfügung.

Dazu  legte  der  Rechtsvertreter  mehrere  Beweismittel  (Unter-
stützungsschreiben von Verwandten und Bekannten, in einer Gewerk-
schaftszeitung erschienenes Interview mit B._______, zwei Fotos des 
Paares) ins Recht.

G.
Auf  Verlangen  des  Bundesverwaltungsgerichts  reichte  der  Parteiver-
treter am 20. November 2007 Unterlagen zu den finanziellen Beiträgen 
der  geschiedenen  Ehefrau an den Beschwerdeführer  und dessen in 
Ghana verbliebenen Kindern sowie zu den Wohn- und Arbeitsverhält -
nissen während der Ehe nach. Zudem gab er ergänzende Auskünfte 

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über die persönliche Situation von C._______.

Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
4. Dezember 2007 wurde der Beschwerdeführer sodann aufgefordert, 
das  in  der  Zwischenzeit  in  einer  Strafsache  gegen  ihn  ergangene 
Urteil  einzureichen  und  die  Zustimmung  zur  Einsichtnahme  in  die 
Strafakten zu erteilen. Dieser Aufforderung kam er am 17. Dezember 
2007 nach.

Aus  dem hierbei  vorgelegten  Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich  ging 
hervor, dass der Beschwerdeführer wegen Drogendelikten und Geld-
wäscherei am 6. November 2007 zu einer Freiheitsstrafe von vierein-
halb  Jahren  verurteilt  worden  war. Das  Urteil  ist  inzwischen  rechts -
kräftig.

H.
In ihrer Vernehmlassung vom 28. März 2008 schliesst die Vorinstanz 
auf Abweisung der Beschwerde.

I.
Replikweise hält  der Parteivertreter  am 16. Mai  2008 am Antrag auf 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  fest.  Die  Replik  war  mit 
weiteren Beweismitteln ergänzt (Geburtsurkunden von den drei ersten 
Kindern  des  Beschwerdeführers,  Unterlagen  betreffend  Kinder-
zulagen,  diverse  Zahlungsbelege  für  Überweisungen  nach  Ghana, 
Scheidungsurkunde  zur  ersten  Ehe  von  C._______,  Beleg  für  das 
Engagement von B._______ in einer Kindertagesstätte).

J.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird,  soweit  entscheiderheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 

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einer der in Art. 33 VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Da-
runter fallen Verfügungen des BFM betreffend Nichtigerklärung der er-
leichterten Einbürgerung (Art. 41 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 und Art. 51 Abs. 
1 BüG).

1.2 Das  Rechtsmittelverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz 
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Ergreifung 
des  Rechtsmittels  legitimiert.  Auf  seine  frist-  und  formgerecht  ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Rechtsmittelinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 940 f. 
mit Hinweisen).

3.
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach 
der Eheschliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um er-
leichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der 
Schweiz gewohnt hat (Bst. a), seit einem Jahr hier wohnt (Bst. b) und 
seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger 
lebt (Bst. c). Die Einbürgerung setzt gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem 
voraus, dass die ausländische Person in die schweizerischen Verhält-
nisse eingegliedert ist (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung be-
achtet  (Bst.  b)  und  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  der  Schweiz 
nicht  gefährdet  (Bst.  c).  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen 
müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anläss-
lich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des 

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Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die er-
leichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 135 II 161 
E. 2 S. 164 f. mit Hinweisen).

3.2 Der  Begriff  der  ehelichen  Gemeinschaft  im  Sinne  des  Bürger-
rechtsgesetzes  bedeutet  mehr  als  nur  das  formelle  Bestehen  einer 
Ehe. Verlangt wird vielmehr eine tatsächliche Lebensgemeinschaft, ge-
tragen vom Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten (BGE 135 
II  161 E. 2 S. 164 f. mit  Hinweisen). Mit  Art. 27 BüG wollte der Ge-
setzgeber ausländischen Ehepartnern von Schweizer Bürgern die er-
leichterte Einbürgerung ermöglichen, um die Einheit des Bürgerrechts 
der  Ehegatten  im Hinblick  auf  eine gemeinsame Zukunft  zu  fördern 
(vgl.  Botschaft  des  Bundesrats  zur  Änderung  des  Bürgerrechts-
gesetzes vom 26. August 1987, BBl 1987 III  310). Zweifel am Willen 
der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft  aufrecht zu erhalten,  sind 
beispielsweise angebracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Ein-
bürgerung  die  Trennung  erfolgt  oder  die  Scheidung  eingeleitet  wird 
(BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f. mit Hinweisen).

3.3 Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom Bundes-
amt mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innert fünf Jah-
ren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Ver-
heimlichung  erheblicher  Tatsachen  erschlichen,  d.h.  mit  einem  un-
lauteren  oder  täuschenden  Verhalten  erwirkt  worden  ist.  Arglist  im 
Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes wird nicht verlangt. Es 
genügt, wenn der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die 
Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erheb-
liche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f. mit  
Hinweisen). Weiss der  Betroffene,  dass die  Voraussetzungen für  die 
erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt  der Verfügung vorliegen 
müssen, so muss er die Behörden unaufgefordert über eine nachträg-
liche  Änderung  der  Verhältnisse  orientieren,  von  der  er  weiss  oder 
wissen muss, dass sie einer Einbürgerung entgegensteht. Die Pflicht 
dazu ergibt sich aus dem Grundsatz von Treu und Glauben und aus 
der  verfahrensrechtlichen  Mitwirkungspflicht  gemäss  Art.  13  Abs.  1 
Bst. a VwVG. Die Behörde darf sich ihrerseits darauf verlassen, dass 
die vormals erteilten Auskünfte bei  passivem Verhalten des Gesuch-
stellers nach wie vor der Wirklichkeit entsprechen (vgl. BGE 132 II 113 
E. 3.2 S. 115 f.).

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4.
4.1 In der Bundesverwaltungsrechtspflege gelten der Untersuchungs-
grundsatz  (Art.  12  VwVG)  und  der  Grundsatz  der  freien  Beweis-
würdigung  (Art.  19  VwVG  i.V.m.  Art.  40  des  Bundesgesetzes  vom 
4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). Frei 
ist die Beweiswürdigung darin, dass sie nicht an bestimmte starre Be-
weisregeln gebunden ist, welche der Behörde genau vorschreiben, wie 
ein  gültiger  Beweis  zu  Stande  kommt  und  welchen  Beweiswert  die 
einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben. Freie Beweis-
würdigung ist  aber nicht  mit  freiem Ermessen zu verwechseln (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278/279; 
zu den Beweismitteln: BGE 130 ll 169 E. 2.3.2 ff. S. 172 ff.). Wenn ein 
Entscheid – wie im vorliegenden Fall – zum Nachteil des Betroffenen 
in seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde.

4.2 Im  Zusammenhang  mit  der  Nichtigerklärung  einer  erleichterten 
Einbürgerung ist  von der Verwaltung zu untersuchen, ob die Ehe im 
Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  und  der  Einbürgerung tatsächlich 
gelebt wurde (BGE 135 ll  161 E. 3 S. 165 f. mit  Hinweisen). Hierbei 
geht  es  im  Wesentlichen  um  innere  Vorgänge,  die  der  Behörde  oft 
nicht  bekannt  und  schwierig  zu  beweisen  sind.  In  derartigen 
Situationen  ist  es  zulässig,  von  bekannten  Tatsachen  (Vermutungs-
basis)  auf  unbekannte  (Vermutungsfolge)  zu  schliessen.  Solche  tat-
sächlichen Vermutungen können sich in allen Bereichen der Rechts-
anwendung  ergeben,  namentlich  auch  im  öffentlichen  Recht.  Es 
handelt  sich  um  Wahrscheinlichkeitsfolgerungen,  die  auf  Grund  der 
Lebenserfahrung  gezogen  werden  (ULRICH HÄFELIN,  Vermutungen  im 
öffentlichen Recht,  in: Festschrift  für  Kurt  Eichenberger, Basel  1982, 
S. 625 ff.,  S. 626; vgl. auch  PETER SUTTER,  Die Beweislastregeln unter 
besonderer  Berücksichtigung  des  verwaltungsrechtlichen  Streitver-
fahrens,  Diss.  Zürich  1988,  S. 56 ff.  und  178 ff.,  und  GYGI,  a.a.O., 
S. 282 ff; zu Art. 8 ZGB vgl. MAX KUMMER, Berner Kommentar, N. 362 f.).

4.3 Als  Problem  der  Beweiswürdigung  berührt  die  tatsächliche  Ver-
mutung weder die Beweislast noch die das Verwaltungsverfahren be-
herrschende Untersuchungsmaxime. Letztere gebietet zwar, dass die 
Verwaltung  auch  nach  entlastenden,  das  heisst  die  Vermutung  er-
schütternden Elementen sucht. Bei Konstellationen im Zusammenhang 
mit  der  erleichterten  Einbürgerung  liegt  es  aber  in  der  Natur  der 
Sache,  dass  solche  entlastenden  Elemente  der  Verwaltung  oft  nicht 
bekannt sein dürften und nur die Betroffenen darüber Bescheid wissen 

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können. Es  obliegt  daher  dem erleichtert  Eingebürgerten,  der  dazu 
nicht nur aufgrund seiner Mitwirkungspflicht (Art. 13 VwVG) verpflichtet 
ist,  sondern  daran  auch  ein  Eigeninteresse  haben  muss,  die  Ver-
mutung durch den Gegenbeweis bzw. erhebliche Zweifel umzustürzen, 
indem er Gründe oder Sachumstände aufzeigt, die es als überzeugend 
(nachvollziehbar) erscheinen lassen, dass eine angeblich noch wenige 
Monate zuvor bestandene, ungetrennte eheliche Gemeinschaft in der 
Zwischenzeit  dergestalt  in  die  Brüche  gegangen  ist,  dass  es  zur 
Scheidung kam (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.).

5.
Die  erleichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  wurde  innert 
der  gesetzlichen  Frist  von fünf  Jahren  mit  Zustimmung der  Heimat -
kantone  Graubünden  und  Zürich  für  nichtig  erklärt.  Die  formellen 
Voraussetzungen  des  Art.  41  Abs.  1  BüG für  eine  Nichtigerklärung 
sind somit erfüllt.

6.
6.1 Die Vorinstanz stellt  sich auf  den Standpunkt,  dass es dem Be-
schwerdeführer im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung an einem 
uneingeschränkten, auf die Zukunft gerichteten Ehewillen gefehlt und 
er bereits damals im Herkunftsland eine Parallelbeziehung unterhalten 
hat.  Sie  schliesst  dies  vorab  aus  dem Umstand,  dass  er  rund  drei 
Monate nach erfolgter Einbürgerung (März 2003) mit seiner Landsfrau 
C._______  ein  aussereheliches  Kind  gezeugt  hat  und  bis  zur  Ein-
reichung  des  gemeinsamen  Scheidungsbegehrens  auch  nur  etwa 
achteinhalb  Monate  verstrichen  sind.  Mit  seinem  ehebrecherischen 
Verhalten  habe  der  Betroffene  zumindest  in  Kauf  genommen,  den 
Ehewillen der Schweizer Gattin zu zerstören und den Fortbestand der 
Ehe zu gefährden. Von einem Seitensprung könne nicht ausgegangen 
werden,  handle  es  sich  bei  C._______ doch um jene  Frau,  die  seit 
dem Jahr 2000 in Ghana seine drei vorehelichen Söhne betreut habe 
und die für ihn eine Vertrauensperson gewesen sei, zu welcher er in 
regelmässigem Kontakt gestanden habe. Dass der Beschwerdeführer 
nach der Scheidung von seiner schweizerischen Ehefrau C._______ 
(die  Mutter  des  ausserehelich  gezeugten  Kindes)  geheiratet  habe, 
lege ebenfalls nahe, dass zwischen den beiden ein enges Verhältnis 
vorbestanden habe. Als  Indizien für  eine Nichtigerklärung betrachtet 
das  BFM ferner,  dass  der  Beschwerdeführer  seinerzeit  eine  um 15 
Jahre ältere Schweizerin geheiratet und er das Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung zu früh gestellt  hat. Schliesslich nimmt es an,  die ein-

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bürgerungswillige  Person  habe  sich  bei  der  Heirat  mit  der 
schweizerischen  Ehefrau  „wenigstens  teilweise“  von  zweckfremden 
Motiven leiten lassen.

6.2 Der  Rechtsvertreter  hält  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom 
27. September  2007 dagegen,  obwohl  der  Ereignisablauf  und einige 
Indizien darauf hindeuten könnten, dass die erleichterte Einbürgerung 
erschlichen worden sei, erweise sich eine solche Folgerung bei einer 
sachgerechten Würdigung der konkreten Verhältnisse als unzutreffend. 
Die  Vorinstanz  interpretiere  äussere  Tatsachen  tendenziös,  ins-
besondere  missachte  sie  die  spezifischen Umstände der  Beziehung 
und die glaubhaften, widerspruchsfreien Willenserklärungen des Ehe-
paares. Der  Altersunterschied  stelle  im  vorliegenden  Fall  nur  schon 
deshalb kein stichhaltiges Kriterium dar, weil  die schweizerische Ex-
Ehefrau  kaum älter  wirke  als  der  Beschwerdeführer. Angesichts  der 
heutigen Individualisierung und Pluralisierung der Beziehungsverhält-
nisse liessen sich durch den Altersunterschied begründete Zweifel am 
Ehewillen  ohnehin  kaum mehr  rechtfertigen.  Ebenso  wenig  könnten 
dem Beschwerdeführer zweckfremde Heiratsmotive unterstellt werden 
nur weil  ihm die Eheschliessung ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz 
verschafft  habe,  andernfalls  praktisch  alle  binationalen  Ehen  unter 
Missbrauchsverdacht  stehen  müssten,  was  nicht  angehe.  Daran 
ändere  das  frühe  Stellen  des  Einbürgerungsgesuches  nichts.  Der 
Grund  hierfür  habe  einzig  in  der  eingeschränkten  Mobilität  des  Be-
schwerdeführers  bestanden. Als  Inhaber  eines  afrikanischen Passes 
hätte er für gemeinsame Reisen ins Ausland nämlich jeweils ein Visum 
beantragen  müssen.  Als  haltlos  erweise  sich  sodann  die  vermutete 
Parallelbeziehung  seines  Mandanten  zu  C._______.  Bei  der  Ein-
reichung  des  Gesuches  um erleichterten  Einbürgerung  habe  er  sie 
noch gar nicht gekannt. Zwar treffe zu, dass C._______ ab dem Jahr 
2000  die  familienexterne  Betreuung  der  in  Ghana  lebenden  Söhne 
übernommen habe und sie für ihn insofern zu einer Vertrauensperson 
geworden sei. Eine erotische Anziehungskraft habe besagte Frau auf 
ihn  hingegen nicht  ausgeübt;  schon  gar  nicht  habe  er  mit  dem Ge-
danken gespielt, sie dereinst zu ehelichen. Die Vermutung der Parallel -
beziehung  werde  auch  dadurch  widerlegt,  dass  C._______  am 
14. Januar  2003,  also  einen  Monat  nach  der  erleichterten  Ein-
bürgerung  seines  Mandanten,  in  Ghana  den  hierzulande  nieder-
gelassenen  Landsmann D._______  geheiratet  habe. Schliesslich  sei 
die radikale Reaktion von B._______ auf das ausserehelich gezeugte 
Kind  für  den  Beschwerdeführer  nicht  vorhersehbar  gewesen.  In 

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diesem Zusammenhang wird  auf  die  speziellen  Lebensvorstellungen 
der  geschiedenen  Ehefrau  verwiesen,  welche  von  denjenigen  der 
hiesigen traditionellen bürgerlichen Kleinfamilie  abwichen. Sie hätten 
sich  nicht  zuletzt  in  der  gewählten  Wohnform  (zwei  separate 
Wohnungen bzw. Zimmer) niedergeschlagen. Die Vorinstanz gelange 
aufgrund  von  Klischeevorstellungen  und  voreiligen  Schlüssen 
demnach zu Unrecht zur Auffassung, der Beschwerdeführer habe die 
erleichterte Einbürgerung erschlichen.

In  der  Replik  vom  16.  Mai  2008  äusserte  sich  der  Rechtsvertreter 
eingehender  zu  den  Lebensumständen  und  zur  Betreuungssituation 
der  in  Ghana  lebenden  drei  Kinder  seines  Mandanten.  Ferner  er-
läuterte  er  die  Beziehung  der  schweizerischen  Ex-Ehefrau  zum 
familiären Umfeld  des Beschwerdeführers sowie die  Gründe für  ihre 
Geldüberweisungen nach Afrika. Ausserdem führte er aus, weswegen 
C._______  in  seinen  Augen  trotz  dem zwei  Monate  nach  der  Ehe-
schliessung  erfolgten  Seitensprung  legitime  Heiratsmotive  gehabt 
habe.

7.
7.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die ehemaligen Eheleute sich in 
den 80er-Jahren in Ghana kennengelernt haben. Dort fand am 13. Mai 
1994 auch die Heirat statt. Der Anstoss hierzu soll vom Beschwerde-
führer  ausgegangen sein. Laut  Darstellung der  15 Jahre älteren Ex-
Gattin  (sie  hatte  sich  wenige  Monate  zuvor  von  einem  Schweizer 
Bürger scheiden lassen) hat sie für ihn Zuneigung empfunden. Es sei 
für sie in emotionaler und kultureller Hinsicht „ein neuer Auftrieb“ ge-
wesen. Ende August 1994 gelangte der Beschwerdeführer im Rahmen 
des Familiennachzugs in die Schweiz. Die drei Kinder, die er aus einer 
Beziehung zu einer Landsfrau hat, blieben in Ghana zurück.

Anfänglich wohnte der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Ehe-
frau  und  deren  Tochter  aus  erster  Ehe  in  einer  kleinen  3-Zimmer-
Wohnung in der Stadt Zürich. Ab 1995 mietete er an seinem Arbeitsort  
in Zürich-Seefeld ein Zimmer hinzu. Von Mitte Juni 1995 bis anfangs 
Mai  1997  war  das  Ehepaar  in  einer  Grosswohngemeinschaft  und 
danach in einer 1-Zimmer-Dachwohnung (je auf städtischem Gebiet) 
gemeldet.  Der  Beschwerdeführer  hat  während  der  ganzen  Zeit  in 
Dienstwohnungen gelebt und sie jeweils als Zweitwohnsitz angegeben. 
Nach  Darstellung  des  Rechtsvertreters  haben  sich  die  Eheleute 
bewusst auf die Lebensform des „Living apart together“ geeinigt. 

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Während der Ehe begab sich der Beschwerdeführer einmal jährlich für 
rund einen Monat in sein Heimatland; im Jahre 1995 tat er dies in Be-
gleitung von B._______, seither jeweils alleine. Die schweizerische Ex-
Ehefrau hat seine Angehörigen und insbesondere die drei Söhne aber 
regelmässig  und  zum  Teil  in  erheblichem  Umfange  finanziell  unter-
stützt. Letztere wurden den eingereichten Belegen zufolge anfänglich 
von  der  Kindsmutter,  ab  1997  bis  2000  von  einer  Person  namens 
Y._______ und danach von C._______ betreut.

Am  12.  Juli  1999  stellte  der  Beschwerdeführer  ein  Gesuch  um  er-
leichterte  Einbürgerung.  Nachdem  die  Ehegatten  am 26.  November 
2002 die gemeinsame Erklärung zum Bestand der ehelichen Gemein-
schaft  abgegeben hatten,  wurde er  am 6. Dezember  2002 trotz  an-
fänglicher Bedenken wegen der getrennten Wohnsitze erleichtert ein-
gebürgert.

Aktenmässig  erstellt  ist  ferner,  dass  der  Beschwerdeführer  ungefähr 
im März 2003 in Ghana mit C._______ ausserehelich ein Kind zeugte.  
Zwei Monate nach seiner Rückkehr, als er von der Schwangerschaft 
erfahren haben will, hat er die Ex-Gattin darüber informiert, dass eine 
Landsfrau  von  ihm  schwanger  sei.  Das  Kind  selber  wurde  am 
5. Dezember 2003 geboren.

Gemäss den Scheidungsakten haben die Parteien beim Bezirksgericht 
Zürich  am 26.  August  2003  ein  gemeinsames  Scheidungsbegehren 
eingereicht. Mit  Urteil  vom 26. Januar 2004 wurde die  kinderlos  ge-
bliebene Ehe geschieden (in Rechtskraft seit 12. Februar 2004).

Im Nichtigkeitsverfahren erklärte die geschiedene Ehefrau gegenüber 
der  Stadtpolizei  Zürich,  die  Ehe  sei  eigentlich  immer  gut  verlaufen. 
Sogar bei der Scheidung habe noch ein gutes Verhältnis bestanden. 
Trotz  der  speziellen  Wohnverhältnisse  hätten  sie  viele  gemeinsame 
Interessen  gehabt  und  oft  etwas  zusammen  unternommen.  Einzig 
Ferien  hätten  sie  selten  zu  zweit  verbracht.  Als  Gründe  für  die 
Scheidung nannte sie den Umstand, dass der Beschwerdeführer sie 
nicht  von  Anbeginn  weg  über  den  ausserehelichen  Intimkontakt 
orientiert  habe,  die  Unmöglichkeit  für  ein  viertes  Kind  die  Mitver-
antwortung zu übernehmen und das wegen des genannten Vorfalles 
gebrochene  Vertrauen.  Zum  Zeitpunkt  der  Unterzeichnung  der  ge-
meinsamen Erklärung und der erleichterten Einbürgerung sei ihre Ehe 
aber noch stabil gewesen.

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Belegt ist schliesslich, dass der Beschwerdeführer am 2. März 2005 in  
Ghana  C._______  heiratete,  die  Mutter  des  am  5.  Dezember  2003 
geborenen  gemeinsamen  Kindes.  Die  Kindsmutter  hatte  zuvor,  vom 
14.  Januar  2003  bis  zum  17.  September  2004,  in  einem ehelichen 
Verhältnis  zu  dem  in  der  Schweiz  niedergelassenen  Landsmann 
D._______ gestanden.

7.2 Bis  zur  erleichterten  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers 
dauerte seine Ehe mit der schweizerischen Ehegattin acht Jahre und 
sieben Monate. Drei  Monate danach zeugte er  mit  einer  ihm bereits 
bekannten  Person  ausserehelich  ein  Kind;  bis  zur  Einreichung  des 
gemeinsamen Scheidungsbegehren verstrichen ungefähr  achteinhalb 
Monate. Diese Chronologie der Ereignisse begründet eine tatsächliche 
Vermutung  dafür,  dass  im  massgeblichen  Zeitraum  des  Ein-
bürgerungsverfahrens  keine  stabile,  auf  die  Zukunft  gerichtete  ehe-
liche Gemeinschaft  mehr bestanden haben kann. Nachfolgend ist  zu 
prüfen, ob der Beschwerdeführer in der Lage ist, besagte Vermutung 
zu widerlegen. Dazu braucht er nicht den Nachweis zu erbringen, dass 
die  Ehe  mit  der  Schweizer  Bürgerin  zum fraglichen  Zeitpunkt  intakt 
war,  denn  eine  tatsächliche  Vermutung  führt  nicht  zur  Umkehr  der 
Beweislast.  Es  genügt,  wenn  der  Beschwerdeführer  eine  plausible 
Alternative zur dargestellten Vermutungsfolge zu präsentieren vermag. 
Er kann den Gegenbeweis erbringen, indem er glaubhaft  den Eintritt 
eines  ausserordentlichen  Ereignisses  dartut,  das  geeignet  ist,  den 
nachträglichen Zerfall der ehelichen Bande zu erklären, oder indem er 
glaubhaft darlegt, dass er die Ernsthaftigkeit ehelicher Probleme nicht 
erkannte und zum Zeitpunkt, als er die Erklärung unterzeichnete, den 
wirklichen Willen hatte, weiterhin eine stabile eheliche Beziehung auf-
recht zu erhalten (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 S. 165 f. und BGE 130 II 
482 E. 3.2 S. 485 f.). Angesichts der Indizien, auf die sich die tatsäch-
liche  Vermutung  vorliegend  stützt,  sind  indessen  kein  geringen  An-
forderungen  zu  stellen,  wenn  es  darum geht  glaubhaft  zu  machen, 
dass  die  Ehe  erst  nach  der  erleichterten  Einbürgerung  in  die  Krise 
kam und scheiterte.

8.
8.1 Als  Kernargumente  bringt  der  Rechtsvertreter  vor,  die  Zeugung 
eines  ausserehelichen  Kindes  sei  Folge  eines  irrationalen  Seiten-
sprunges  gewesen.  Ausserdem  habe  sein  Mandant  keine  Parallel -
beziehung  zur  Kindsmutter  C._______  unterhalten. 
Unbestrittenermassen  hatte  der  Beschwerdeführer  auffallend  rasch 

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nach seiner erleichterten Einbürgerung ausserehelichen Intimkontakt. 
Wie an anderer Stelle dargetan, liess er sich nicht mit irgendeiner Zu -
fallsbekanntschaft  darauf  ein,  sondern  immerhin  mit  derjenigen 
Person, der er vom Jahr 2000 an die Betreuung der drei vorehelichen 
Kinder  anvertraut  hatte. Es  handelt  sich  mithin  um eine  Vertrauens-
person, zu welcher er seither regelmässige Kontakte pflegte, so auch, 
wenn  er  einmal  jährlich  während  eines  Monats  ohne  die  Schweizer 
Gattin  im Herkunftsland weilte. Von einem eigentlichen Seitensprung 
kann  von  daher  wohl  kaum  mehr  die  Rede  sein.  Ob  damals  eine 
Parallelbeziehung bestand, erscheint von untergeordnete Bedeutung, 
geht es doch primär darum, dass C._______ dem Beschwerdeführer 
in der fraglichen Zeitspanne jedenfalls nahe gestanden haben muss. 
Die spätere Entwicklung mit der Heirat  der beiden am 2. März 2005 
bestätigt  besagte  Annahme  auf  eindrückliche  Art  und  Weise;  sie 
widerlegt  darüber  hinaus  die  Behauptung  der  angeblich  fehlenden 
Anziehungskraft dieser Frau, zumal der Beschwerdeführer im Gegen-
satz dazu mit  der  leiblichen Mutter  der  drei  vorehelichen Söhne nie 
verheiratet gewesen ist.

8.2 Aufgrund  der  dargelegten  Sachverhaltsumstände  tut  nichts  zur 
Sache,  dass  C._______  sich  am  14.  Januar  2003  vorerst  mit 
D._______ verheiratet hat. Geht jemand knapp zwei Monate nach der 
Heirat fremd, darf willkürfrei angenommen werden, bei der Eingehung 
einer  solchen  Ehe  hätten  teilweise  zweckfremde  Motive  mitgespielt. 
Nachdem  Schwangerschaft  und  Vaterschaft  der  Protagonisten  zum 
Faktum geworden waren, wurde denn sowohl die Ehe zwischen dem 
Beschwerdeführer  und  B._______  als  auch  diejenige  zwischen 
C._______  und  D._______  binnen  Jahresfrist  geschieden.  Die  auf-
gelisteten Vorkommnisse mit ihren Begleitumständen bilden – ex post 
betrachtet – zweifelsohne starke Indizien dafür, dass die Ehe des Be-
schwerdeführers im massgeblichen Zeitraum nicht mehr intakt war.

8.3 Mit  Blick auf  die geltend gemachten Scheidungsgründe wird auf 
Beschwerdeebene  sodann  eingewendet,  die  heftige  Reaktion  der 
Schweizer Ehefrau sei  für  den Beschwerdeführer  nicht  vorhersehbar 
gewesen.  Dieser  Auffassung  kann  nicht  gefolgt  werden.  Nach  Dar-
stellung  der  geschiedenen  Gattin  haben  die  Eheleute  nämlich  über 
das Thema Treue gesprochen, wobei für beide klar gewesen sei, dass 
sie  Wert  auf  eheliche  Treue  legten  (siehe  die  von  B._______  am 
18. August  2006 gegenüber  der  Stadtpolizei  Zürich  gemachten Aus-
sagen). Der Beschwerdeführer musste folglich damit rechnen, dass die 

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genannte  Affäre,  die  sich  gerade  mal  drei  Monate  nach  der  er-
leichterten  Einbürgerung  zutrug,  negative  Folgen  zeitigen  könnte. 
Indem er entsprechende Informationen solange zurückbehielt, bis die 
Vaterschaft definitiv feststand, machte er die Situation aus Sicht seiner 
ersten Ehefrau nur noch schlimmer. Wohl wird in diesem Zusammen-
hang  argumentiert,  nicht  der  Seitensprung  als  solcher  habe  den 
eigentlichen Scheidungsgrund dargestellt, sondern die Bedenken von 
B._______,  nebst  den  drei  vorehelichen  Kindern  ihres  damaligen 
Partners noch für ein viertes Kind die Verantwortung zu übernehmen. 
Dabei  übersieht  der Parteivertreter  die Absichten des Gesetzgebers, 
der  mit  der  Möglichkeit  der  erleichterten  Einbürgerung  monogame 
Wertvorstellungen verbunden hat (vgl. oben E. 3.2). Als entscheidend 
erweist  sich  im  Übrigen,  dass  auf  Seiten  beider  Partner  ein 
authentischer  Ehewille  im  Sinn  der  bundesgerichtlichen  Praxis  vor-
liegen  muss,  was  nach  dem Gesagten  nicht  der  Fall  gewesen  sein 
kann.

8.4 Der Rechtsvertreter bemängelt ferner, dass die Vorinstanz in ihren 
Erwägungen der  speziellen Wohnform, auf  welche sich die Eheleute 
geeinigt  hätten  und  den  nicht  alltäglichen  Lebensvorstellungen  der 
schweizerischen Ex-Ehefrau zu wenig Rechnung getragen habe. Den 
Ehegatten ist es nicht verwehrt, ihre Ehe in jeglicher Hinsicht offen zu 
gestalten.  Werden  aus  der  Ausgestaltung  der  ehelichen  Beziehung 
Ansprüche  abgeleitet,  beispielsweise  im  Zusammenhang  mit  den 
Möglichkeiten der erleichterten Einbürgerung, müssen jedoch gewisse 
Voraussetzungen  erfüllt  sein  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  C-6821/2008  vom  11.  Mai  2010  E.  8.5).  So  setzt  die  er-
leichterte  Einbürgerung  nicht  nur  das  formelle  Bestehen  einer  Ehe 
voraus,  sondern  das  Vorliegen  einer  tatsächlichen  Lebensgemein-
schaft;  insbesondere  muss  ein  Wille  auf  eine  gemeinsame  Zukunft 
vorliegen (BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f. mit Hinweisen).

8.5 Spätestens  ab  1997,  nach  dem  Auszug  aus  der  Grosswohn-
gemeinschaft,  haben  der  Beschwerdeführer  und  seine  ehemalige 
Gattin  stets  separat  in  zwei  1-Zimmer-Wohnungen  logiert.  Die  ge-
trennten Wohnsitze wurden mit der Lebensweise der beiden und beruf-
lichen Überlegungen auf Seiten des Beschwerdeführers (er arbeitete 
als Hotelportier) begründet. Sowohl die Wohn- als auch Arbeitsorte der 
Betroffen  befanden  sich  allerdings  innerhalb  der  Stadt  Zürich.  Die 
Stadtpolizei Zürich und das Gemeindeamt des Kantons Zürich hegten 
damals  Zweifel,  ob  eine  tatsächlich  gelebte  eheliche  Gemeinschaft 

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bestehe, was auch in den Polizeirapporten vom 31. Oktober 2000 und 
23.  Mai  2002  zum Ausdruck  kommt.  In  der  Wahrnehmung des  Ver-
fassers  des  erstgenannten  Berichts  deutete  in  den  beiden  Logis 
jeweils  nichts  auf  das  Mitbewohnen  durch  eine  Zweitperson  hin. 
Aufgrund der Referenzauskünfte von Freunden und Bekannten wurde 
der  Beschwerdeführer  am  6.  Dezember  2002  dann  doch  noch  er -
leichtert  eingebürgert. Es ist zulässig von später bekannt werdenden 
Fakten  auf  die  Qualität  der  früheren  ehelichen  Gemeinschaft  zu 
schliessen. Unter diesem Blickwinkel können auch Umstände, die im 
Zusammenhang  mit  der  erleichterten  Einbürgerung  geprüft  worden 
sind,  in  neuem  Licht  erscheinen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
1C_292/2010 vom 5. August 2010 E. 4.3.2). Eine solche Situation ist 
hier gegeben. Aufgrund der Chronologie der Ereignisse (vgl. E. 8.1 – 
8.3  hiervor)  lässt  sich  die  vom  Parteivertreter  als  „Living  apart 
together“  bezeichnete  Lebensform  –  so  wie  sie  von  den  Eheleuten 
während des Einbürgerungsverfahrens praktiziert  wurde – aus retro-
spektiver  Sicht  bestenfalls  als  eine  engere  Verbindung  oder  ein 
freundschaftliches  Verhältnis,  nicht  aber  als  eheliche  Beziehung  im 
Sinne  von  Art.  27  BüG  (vgl.  dazu  auch  Art.  159  Abs.  3  des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 
210]) charakterisieren. Insbesondere wird vor dem Hintergrund des be-
schriebenen Geschehensablaufes nicht  ersichtlich,  in  welcher  Weise 
die beiden als Ehepaar damals gemeinsam in die Zukunft blickten.

8.6 Zu  keinem anderen  Ergebnis  führt,  dass  die  Eheleute  laut  den 
Beilagen  zur  Rechtsmitteleingabe  etliche  soziale  Kontakte  pflegten 
und als Paar wahrgenommen worden sein sollen. Es versteht sich von 
selbst,  dass  mit  solchen  Äusserungen  von  Verwandten,  Bekannten 
und Freunden der Beweis einer intakten, auf Zukunft gerichteten Ehe 
nicht zu erbringen ist. Vielmehr beschränken sich derartige Aussagen 
naturgemäss  auf  die  Wahrnehmung  eines  äusseren  Erscheinungs-
bildes. Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass den Eheleuten nahe 
stehende Personen kaum zu deren Ungunsten aussagen würden. Für 
die Beurteilung der hier wesentlichen Frage, ob die Ehe im fraglichen 
Zeitpunkt  stabil  und auf  die Zukunft  ausgerichtet  war, erweisen sich 
solche  Bestätigungen  deshalb  regelmässig  als  nicht  besonders  auf-
schlussreich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_8/2009 vom 31. März 
2009 E. 3.4 oder Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-143/2008 
vom 18. Februar 2010 E. 8.2.1 und C-2165/2007 vom 21. Januar 2010 
E. 10.3). Dass die Ehegatten vielfältige soziale Kontakte hatten, wird 

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daneben nicht  in  Abrede  gestellt,  doch  sagt  dies  allein  noch  nichts 
über die Qualität der Ehe zum Einbürgerungszeitpunkt aus.

8.7 Gleich verhält  es  sich  mit  der  aktenkundigen  finanziellen  Unter-
stützung  des  Beschwerdeführers  und  dessen  erweiterten  Familien-
kreises  im Heimatland  durch die  Schweizer  Ex-Ehefrau. Es  trifft  zu, 
dass sie dies regelmässig und in erheblichem Umfange tat (siehe z.B. 
die Auflistung in der Beschwerdeergänzung vom 20. November 2007 
oder  die  diversen  Belege  für  Überweisungen  an  die  Betreuungs-
personen der drei vorehelichen Kinder). Weitere Zahlungen erfolgten in 
Form von Darlehen oder Krediten. Die finanzielle Unterstützung setzte 
B._______ indessen auch nach Einleitung des Scheidungsverfahrens 
fort (im Zeitraum von Oktober 2003 bis Januar 2007 waren es immer-
hin rund Fr. 10'060.-). Nach der  Inhaftierung des Beschwerdeführers 
im Juni 2006 hat sie sich sogar dessen aktueller Ehefrau C._______ 
angenommen. Dieses Vorgehen berechtigt zur Annahme, dass es ihr 
hierbei  nicht  primär  um  die  Stärkung  des  Verhältnisses  zum  Be-
schwerdeführer  ging.  Vielmehr  sind  die  erwähnten  finanziellen  und 
ideellen  Hilfen  Ausdruck  ihres  grossen  persönlichen  und  sozialen 
Engagements bzw. ihrer mannigfaltigen Interessen am Austausch mit 
fremden Kulturen schlechthin, was Anerkennung verdient, aber kein zu 
Gunsten  des  Beschwerdeführers  mitzuberücksichtigendes  Argument 
darstellt. Hervorzuheben gilt  es schliesslich, dass für die Beurteilung 
der  vorliegenden Streitsache  nicht  von Belang ist,  ob  sich  die  Ehe-
gatten zum Zeitpunkt  der  erleichterten Einbürgerung gut  verstanden 
haben,  sondern  ob  sie  den  intakten  beidseitigen  Willen  hatten,  ihre 
Beziehung  als  Ehe  weiterzuführen.  Alles  in  allem  ist  davon  auszu-
gehen, dass eine solche eheliche Gemeinschaft  in Tat und Wahrheit 
nicht bestand.

Bei  dieser  Sachlage  erübrigen  sich  ergänzende  Ausführungen  zum 
Altersunterschied, den Umständen der Eheschliessung und zum Vor-
halt,  der  Beschwerdeführer  habe  das  Einbürgerungsgesuch  zu  früh 
gestellt. 

9.
Dem  Beschwerdeführer  ist  es  somit  nicht  gelungen,  die  gegen  ihn 
sprechende  Vermutung  überzeugend  in  Frage  zu  stellen,  wonach 
spätestens im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung zwischen ihm 
und seiner schweizerischen Ehefrau keine stabile und auf Zukunft ge-
richtete  eheliche Gemeinschaft  bestanden hat. Dementsprechend ist 

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davon auszugehen, dass er mit  seiner Erklärung vom 26. November 
2002 bewusst falsche Angaben über den Zustand seiner Ehe gemacht 
und sich seine erleichterte Einbürgerung erschlichen hat.

10.
Gemäss Art. 41 Abs. 3 BüG erstreckt sich die Nichtigkeit auf alle Fami-
lienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht  auf  der nichtig  erklärten 
Einbürgerung beruht, sofern nicht ausdrücklich anders verfügt wird. Es 
kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  das  nach  der  erleichterten 
Einbürgerung geborene Kind des Beschwerdeführers von der Nichtig-
keit betroffen ist. Gründe, die es rechtfertigen würden, es von der Wir -
kung der Nichtigerklärung auszunehmen, sind weder ersichtlich, noch 
werden solche geltend gemacht. Insbesondere ist nicht anzunehmen, 
dass dem Kind die Staatenlosigkeit droht, falls es von den Wirkungen 
der Nichtigerklärung nicht ausgenommen wird. Die angefochtene Ver-
fügung ist auch in diesem Zusammenhang nicht zu beanstanden.

11.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 
Verfügung rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher 
abzuweisen.

12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die 
Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  1, 
Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

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Seite 17

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 14. November 2007 in gleicher Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung, Akten Ref-Nr. [...inkl. 

Akten des Bezirksgerichts Zürich] retour)
- das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht des Kantons Graubünden 

(in Kopie)
- das Gemeindesamt des Kantons Zürich, Abteilung Einbürgerungen, 

Postfach, 8090 Zürich (in Kopie)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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