# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73c4a83a-2239-59ad-bbd3-a3f93cf81406
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.06.2013 UV 2012/63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-63_2013-06-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/63

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 13.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 13.06.2013
Art. 9 Abs. 1 und 2 UVG. Frage des Vorliegens einer Berufskrankheit im Fall 
von Handgelenksbeschwerden (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 13. Juni 2013, UV 2012/63).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 13. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war vom 10. Mai 2004 bis 31. Juli 2005 bei der 

B.___ AG, angestellt und dadurch bei der Suva für die Folgen von Unfällen und 

Berufskrankheiten versichert. Das Arbeitsverhältnis war durch die Arbeitgeberin 

aufgelöst worden (UV-act. 1). Im Oktober 2006 meldete sie sich zum Leistungsbezug 

bei der Invalidenversicherung an. Mit Verfügung vom 29. Mai 2007 wies die IV-Stelle St. 

Gallen das Leistungsgesuch ab (IV-Akten). Am 7. Februar 2008 liess die Versicherte der 

Suva Handgelenkbeschwerden als Berufskrankheit melden (UV-act. 16). Dr. med. 

C.___, Rheumatologie, hatte zuvor im Bericht vom 19. November 2007 unter anderem 

chronische Tendovaginitiden der Beugesehnen an beiden Vorderarmen, anamnestisch 

links ausgeprägter als rechts, sowie einen Verdacht auf Carpaltunnelsyndrom beidseits 

bestätigt (UV-act. 8). Dr. med. D.___, Dermatologische Lasertherapie, berichtete am 

19. März 2008 über die Behandlung der Versicherten (UV-act. 5). Am 29. Mai 2008 

teilte die Suva der Versicherten mit, dass sie die B.___ AG im Rahmen der ärztlich 

bestätigten und im Zusammenhang mit den beidseitigen Handbeschwerden stehenden 

Arbeitsaussetzungen bis 31. Juli 2005 schadlos halten werde. Durch die damalige 

berufliche Belastung sei jedoch keine dauerhafte Zustandsveränderung verursacht 

worden. Gestützt auf die medizinischen Akten und aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit gelte 

sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als voll arbeitsfähig. Den medizinischen 

Unterlagen sei zu entnehmen, dass das Handleiden bereits ab 1993 wiederholt 

zulasten der Krankenkasse behandelt worden sei und ihr Gesundheitszustand durch 

weitere Faktoren beeinträchtigt werde. Bei einem erneuten Auftreten des Handleidens 

sei zu prüfen, ob die Beschwerden durch die berufliche Tätigkeit oder sonstige 

Belastung verursacht worden seien (UV-act. 11).

A.b  Am 4. November 2011 liess die Versicherte der Suva durch die Kantonale 

Arbeitslosenkasse mit Hinweis auf eine Handgelenkentzündung beidseits einen 

Rückfall melden (UV-act. 15). Mit Schreiben vom 6. Februar 2012 gab die Versicherte 

der Suva unter anderem bekannt, dass sie seit Beginn der Schmerzen im Rahmen der 

Tätigkeit bei der B.___ AG nie mehr schmerzfrei gewesen sei. Je mehr Belastung 

auftrete, desto mehr Schmerzen bestünden (UV-act. 32). Mit Verfügung vom 17. April 

2012 eröffnete die Suva der Versicherten, die Voraussetzungen für eine Übernahme der 

Handgelenkbeschwerden beidseits als Berufskrankheit seien nicht erfüllt. Sie gehe 

momentan keiner Berufstätigkeit nach. Die Handgelenkbeschwerden beidseits seien 

vorbestehend und auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Es könnten somit keine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherungsleistungen erbracht werden (UV-act. 36). Die gegen diese Verfügung 

erhobene Einsprache (UV-act. 41, 46, 52, 53) wies die Suva, nachdem sie weitere 

Abklärungen durchgeführt hatte (UV-act. 54), mit Einspracheentscheid vom 3. August 

2012 ab (UV-act. 55).

B.  

B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte am 6. August 2012 

Beschwerde. Darin legte sie im Wesentlichen dar, sie sei gesund bei der B.___ AG 

eingetreten und krank ausgetreten. Sie sei in der Unternehmung krank geworden 

(Handgelenk- und Sehnenschmerzen) und sei seither nie mehr schmerzfrei geworden. 

Vor der Tätigkeit bei der B.___ AG habe sie, auch am Fliessband, jahrelang gearbeitet 

und sei gesund gewesen. Sie habe bei der B.___ AG aus ihrer Sicht Akkordarbeit 

geleistet, habe tausende von Faltschachteln einpacken müssen und sei selten abgelöst 

worden. Monotone Bewegungen und Verrenkungen sowie Überbelastung der 

Handgelenke beim Einpacken hätten zur Krankheit geführt. Am 5. und 6. Juni 2012 

seien von der Beschwerdegegnerin MRI-Bilder ihrer Handgelenke angefertigt worden. 

Dort sei ersichtlich, welcher gesundheitliche Schaden ihr von der ehemaligen 

Arbeitgeberin zugefügt worden sei. Das linke Handgelenk sei stärker geschädigt, weil 

sie "von links" habe einpacken müssen. Am 29. November 1993 habe sie das erste Mal 

Handgelenkbeschwerden gehabt; sie habe damals als Textilverkäuferin gearbeitet und 

keine Ahnung hinsichtlich der Schmerzursache gehabt. Sie könne sich nur Muskelkater 

vorstellen; es habe sehr rasch wieder geheilt. Im November 1994 habe sie das erste 

Mal eine Tendovaginits gehabt. Auch diese sei rasch abgeheilt. Sie habe jahrelang im 

Rahmen einer Vollzeittätigkeit alle Arbeiten machen können. Jetzt sei das nicht mehr 

möglich. Die Handgelenke seien nicht mehr so belastbar; Fliessbandarbeiten könne sie 

nicht mehr machen. Sie habe vom 1. Juli 2008 bis 28. Februar 2010 in einem 

Schuhgeschäft in Teilzeit auf Abruf gearbeitet. Die Schmerzen dort seien zum 

Aushalten gewesen; sie habe nicht so viel Lagerarbeiten machen müssen. Anlässlich 

eines Verkaufspraktikums in einem anderen Schuhladen vom 13. Dezember 2010 bis 

11. Februar 2011 habe sie viel Lagerarbeiten machen müssen und Schmerzen gehabt. 

Auch nach einem weiteren Schnupperpraktikum habe sie sehr starke Handgelenk- und 

Sehnenschmerzen verspürt. Die Beschwerdeführerin stellte das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 13. September 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Entscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen 

Entscheid. Sie führte unter anderem aus, es bestehe weder eine Berufskrankheit nach 

Art. 9 Abs. 1 UVG noch eine solche im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG mit einem 

berufsbedingten Kausalitätsanteil von 75%. Die anderen Mitarbeiter der ehemaligen 

Arbeitgeberin, welche die gleiche Arbeit wie die Beschwerdeführerin verrichten würden, 

hätten nicht unter Handgelenkbeschwerden gelitten. Seit dem 31. Juli 2005 sei die 

Beschwerdeführerin auch den beruflichen Belastungen bei der ehemaligen 

Arbeitgeberin nicht mehr ausgesetzt. Ihr Handgelenkleiden sei multifaktoriell bedingt 

(berufsfremde Erkrankung seit 1993; psychosoziale Belastungsfaktoren; spätere 

berufliche Tätigkeit bei Betrieben, welche nicht bei der Beschwerdegegnerin versichert 

seien). Sodann stünden Beschwerden im Beugesehnenbereich zur Diskussion, für 

welche kein organisches Korrelat objektivierbar sei. Ob während der Tätigkeit bei der 

ehemaligen Arbeitgeberin tatsächlich eine Berufskrankheit aufgetreten sei, sei nicht 

aktenkundig. Ferner würden die aktuell geklagten Beschwerden die Voraussetzungen 

einer Berufskrankheit nicht erfüllen. Ein leistungspflichtiger Rückfall sei somit 

ausgeschlossen.

B.c  Am 25. September 2012 wies der zuständige Abteilungspräsident das Gesuch um 

unentgeltliche Verbeiständung für das vorliegende Verfahren ab (act. G 6).

B.d  Mit Replik vom 15. November 2012 bestätigte die Beschwerdeführerin ihren 

Standpunkt (act. G 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 16).

Erwägungen:

1. 

Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Handgelenk- und Unterarmbeschwerden 

der Beschwerdeführerin eine Berufskrankheit im Sinn des UVG darstellen und eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auslösen. Soweit die Beschwerdeführerin 

überdies Schadenersatz gegenüber der ehemaligen Arbeitgeberin geltend macht (act. 

G 14), kann darauf mangels sachlicher Zuständigkeit des Versicherungsgerichts nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eingetreten werden. - Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (Art. 3 ATSG, SR 

830.1), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch 

schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat 

erstellt eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen 

(Art. 9 Abs. 1 UVG). Nach der Rechtsprechung müssen der schädigende Listenstoff 

oder die krankmachende Arbeit im gesamten Ursachenspektrum mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit einen Anteil von mehr als 50% ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a). 

Als Berufskrankheiten gelten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, 

dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit 

verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 2 UVG). Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn die 

Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde 

(BGE 119 V 201 E. 2b). Diese Voraussetzung ist nach der Rechtsprechung erfüllt, wenn 

nachgewiesen ist, dass die Häufigkeit des Auftretens der Krankheit in einer bestimmten 

Berufsgruppe mindestens viermal höher ist als in der Bevölkerung im allgemeinen (BGE 

116 V 136 E. 5c; RKUV 1999, Nr. U 326 S. 109 E. 2, 1997, Nr. U 273 S. 178 E. 3). Bei 

unklarem Beschwerdebild lässt sich die Frage des Nachweises einer stark 

überwiegend berufsbedingten Verursachung in aller Regel nicht positiv beantworten 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches 

Versicherungsgericht, EVG] vom 12. April 2002, U 2/00, E. 2b/bb).

2.   

2.1 Dr. D.___ bestätigte am 8. November 2006 zuhanden der IV, dass Tätigkeiten, 

welche das Handgelenk der Beschwerdeführerin nicht allzu stark belasten würden, 

zumutbar seien. Zur Zeit bestehe eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, wobei die 

psychische Komponente sicher eine wesentliche Rolle spiele (IV-Akten). Die RAD-Ärztin 

Dr. med. E.___ berichtete am 23. März 2007 unter anderem, repetitive Tätigkeiten 

könnten bei der Beschwerdeführerin zu Sehnenscheidenentzündungen mit Rezidiven 

auch bei geringer Belastung geführt haben. Allerdings führe sie diese Tätigkeit seit 

Ende Juli 2005 nicht mehr aus. Nach Aufgabe der beschwerdeauslösenden Tätigkeiten 

sei ein Abklingen der Handgelenkbeschwerden zu erwarten. Seit Ende Juli 2005 sei die 

Beschwerdeführerin uneingeschränkt vermittelbar. In einer adaptierten Tätigkeit 

bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-Akten). Dr. D.___ berichtete am 19. März 2008 

unter anderem, dass er die Beschwerdeführerin seit August 1991 kenne. Den ersten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Eintrag bezüglich Handgelenkbeschwerden in der Krankengeschichte (Schmerzen im 

Bereich des linken Ellbogens und des linken Handgelenks) finde er am 29. November 

1993. Im November 1994 habe er am linken Vorderarm eine Tendovaginitis festgestellt, 

die unter entsprechender Behandlung rasch abgeheilt sei. Nach Unfällen von 1995 und 

2000 seien auch Schmerzen im Arm- und Handbereich aufgetreten. Die 

Beschwerdeführerin habe erstmals am 14. Dezember 2004 über arbeitsbedingte 

Schmerzen im linken Handgelenk geklagt. Seither habe er sie immer wieder wegen 

lokalen Reizungen der Sehnen an beiden Vorderarmen und teils auch wegen 

ausgeprägten Tendovaginitiden beidseits behandelt (UV-act. 5). Am 23. November 

2011 teilte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin telefonisch mit, dass sie 

einmal mit Dr. D.___ gesprochen habe. Eine Behandlung habe an sich nicht 

stattgefunden. Sie behandle sich selber mit einer Voltarensalbe oder DUL-X. Wenn die 

Schmerzen stark seien, nehme sie eine Voltarentablette. Die Beschwerden seien 

permanent vorhanden (UV-act. 24). Am 19. Juli 2012 bestätigte die Beschwerdeführerin 

gegenüber dem Suva-Aussendienstmitarbeiter unter anderem, dass sie seit 2009 keine 

regelmässige Tätigkeit mehr ausgeübt habe, bei welcher die Handgelenke belastet 

worden wären. Eine eigentliche Handgelenksbehandlung sei schon seit längerer Zeit 

nicht mehr durchgeführt worden (UV-act. 53).

2.2 Kreisarzt Dr. med. F.___, Facharzt für Chirurgie FMH, kam im Bericht vom 30. Juli 

2012 zum Schluss, Zweifel daran, ob eine Berufskrankheit im Grundfall 2008 

vorgelegen habe, seien angebracht, da bereits 1993 von Dr. D.___ eine Tendovaginitis 

diagnostiziert worden sei und in den Arztberichten auch immer von einer 

Tendovaginitis der Beugesehnen berichtet werde. Hierfür habe sich jedoch im MRI vom 

8. April 2008 kein organisches Korrelat gefunden. Eine zwischenzeitliche ärztliche 

Behandlung sei gemäss Angaben der Patientin bezüglich der Handgelenke nicht 

durchgeführt worden und scheine also offensichtlich auch nicht notwendig gewesen zu 

sein. Die jetzigen MRI-Aufnahmen (UV-act. 50, 51) würden wiederum 

Flüssigkeitsvermehrungen im zweiten und dritten Strecksehnenfach sowie im Bereich 

der Sehnenscheide zeigen. Die Beugesehnen würden sich wiederum unauffällig 

darstellen. Eine Berufserkrankung liege nicht vor. Zum einen fehle die Diagnose einer 

Peritendinitis crepitans, zum anderen werde seit Jahren keine die Handgelenke 

belastende Tätigkeit mehr ausgeübt. Ein Rückfall sei unwahrscheinlich, da es in den 

letzten Jahren an einer belastenden Tätigkeit gefehlt habe, die Beschwerdeanamnese 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bis 1993 zurückreiche, objektivierbare Veränderungen lediglich im 

Strecksehnenbereich vorhanden seien und die Beschwerden 2008 jedoch im 

Beugesehnenbereich vorhanden gewesen seien, welche bildgebend objektivierbar 

vollkommen unauffällig seien (UV-act. 54).

3.   

3.1 Aufgrund der dargelegten medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass die bei 

der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den gesundheitlichen Problemen an 

den Handgelenken gestellten Diagnosen nicht unter eine Listenkrankheit im Sinn von 

Art. 9 Abs. 1 UVG und des entsprechenden Anhangs 1 zur UVV (Art. 14 UVV) 

subsumiert werden können; insbesondere eine Sehnenscheidenentzündung 

(Peritendinitis crepitans) findet sich in den ärztlichen Bestätigungen nicht. Die von der 

Beschwerdeführerin als falsche Angabe (vgl. handschriftlich ergänzte Beilage von act. 

G 4) bezeichnete Feststellung von Dr. F.___, wonach bereits 1993 von Dr. D.___ eine 

Tendovaginitis diagnostiziert worden sei (UV-act. 54 S. 3), findet sich im Bericht von Dr. 

D.___ vom 19. März 2008 insofern bestätigt, als dieser dort für November 1993 

Handgelenkbeschwerden und für November 1994 eine Tendovaginitis vermerkt hatte 

(UV-act. 5). Wenn die Beschwerdeführerin in Abrede stellt, dass sie seit 2009 keine 

regelmässige Tätigkeit mit Belastung der Handgelenke ausgeübt habe (handschriftlich 

ergänzte Beilage von act. G 4), so ist festzuhalten, dass die von ihr erwähnte 

Teilzeittätigkeit auf Abruf in einem Schuhgeschäft vom 1. Juli 2008 bis 28. Februar 

2010 und das Verkaufspraktikum in einem weiteren Schuhgeschäft vom 13. Dezember 

2010 bis 11. Februar 2011 keine regelmässige Tätigkeiten mit beruflicher 

Handgelenkbelastung dargestellt haben dürften und diese Tätigkeiten im Übrigen auch 

nicht bei der Beschwerdegegnerin versichert waren (vgl. act. G 5 S. 4 oben; UV-act. 

53). Von den Ärzten sprach sich im Übrigen niemand für weitere medizinische 

Abklärungen hinsichtlich des Vorliegens einer Berufskrankheit im Sinn von Art. 9 Abs. 1 

UVG aus.

3.2

3.2.1 Abzuklären bleibt, ob die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin in 

den Handgelenken unter Art. 9 Abs. 2 UVG eingeordnet werden können. Gemäss BGE 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

117 V 354 E. 4c findet bei Art. 9 Abs. 2 UVG keine Beschränkung der gefährdenden 

Stoffe oder Krankheiten statt. Grundsätzlich ist jede Einwirkung am Arbeitsplatz als 

Ursache für eine Berufskrankheit anerkannt, unter der Bedingung, dass der ursächliche 

Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Krankheit "stark 

überwiegend" ist, d.h. wenn der Verursachungsanteil der Berufsarbeit an einer 

Krankheit - wie bereits erwähnt (vorne E. 1) - mindestens 75% beträgt, und dies mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (BGE 114 V 109; 116 V 142 E. 5a; 

119 V 200 E. 2b). Nach der Rechtsprechung stellt die Anerkennung einer 

Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 2 UVG primär eine Beweisfrage im Einzelfall dar. 

Wenn aber auf Grund medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert dafür 

besteht, dass eine berufsbedingte Genese eines bestimmten Leidens von seiner Natur 

her nicht nachgewiesen werden kann, schliesst dies den Beweis auf qualifizierte 

Ursächlichkeit im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG im Einzelfallaus (BGE 126 V 183 E. 4c). 

Sofern mit anderen Worten der Nachweis eines qualifizierten (Anteil von mindestens 

75%) Kausalzusammenhangs nach der medizinischen Empirie allgemein nicht geleistet 

werden kann (z.B. wegen der weiten Verbreitung einer Krankheit in der Bevölkerung, 

welche es ausschliesst, dass eine versicherte Person zumindest viermal häufiger von 

einem Leiden betroffen ist als die Bevölkerung im Durchschnitt), scheidet die 

Anerkennung im Einzelfall aus (vgl. RKUV 1999, S. 106 E. 3 am Schluss). Sind 

anderseits die allgemeinen medizinischen Erkenntnisse mit dem gesetzlichen 

Erfordernis einer stark überwiegenden Verursachung des Leidens durch eine 

bestimmte berufliche Tätigkeit vereinbar, besteht Raum für nähere Abklärungen zwecks 

Nachweises des qualifizierten Kausalzusammenhanges im Einzelfall (vgl. BGE 126 V 

183 E. 4c mit Hinweisen).

3.2.2 Vorliegend wird in keinem ärztlichen Bericht eine stark überwiegende berufliche 

Verursachung der Handgelenks- und Sehnenbeschwerden in Betracht gezogen. Die 

blosse Eignung einer Tätigkeit, Beschwerden zu verursachen oder bereits vorhandene 

Beschwerden zu verstärken, vermag eine stark überwiegende berufliche Verursachung 

nicht darzutun. Eine solche ist insbesondere auch gestützt auf den Bericht von Dr. 

F.___ vom 30. Juli 2012 nicht wahrscheinlich. Konkret dürften die Handgelenke der 

Beschwerdeführerin bei der in den Jahren 2004 und 2005 ausgeübten Tätigkeit zwar 

einer repetitiven Bewegung ausgesetzt gewesen sein. Eine objektive Eignung der 

Tätigkeit, Handgelenkbeschwerden zu verursachen, ist jedoch nicht dargetan, zumal 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

von anderen Mitarbeiterinnen, welche dieselbe Tätigkeit verrichten, offenbar keine 

Handgelenk- oder Armbeschwerden bekannt sind (UV-act. 7). Die Tätigkeit dauerte 

insgesamt lediglich rund 1 ¼ Jahre, wobei die Beschwerdeführerin während dieser Zeit 

rund 400 Arbeitsstunden krankheits- oder unfallbedingt abwesend war (UV-act. 7). Von 

einer erheblichen beruflichen Expositionsdauer kann somit offensichtlich nicht 

ausgegangen werden. So lag beispielsweise dem Urteil des Bundesgerichts vom 17. 

September 2004, U 341/03 (= SVR 2005 UV Nr. 6, 17) ein Sachverhalt zugrunde, 

gemäss welchem eine Dentalhygienikerin dem Unfallversicherer nach 26jähriger 

Berufstätigkeit (1975-2001) eine Epicondylitis als Berufskrankheit melden liess. Die 

Angelegenheit wurde vom Gericht - nicht zuletzt mit Hinweis auf die wesentliche 

Expositionsdauer (vgl. Urteil, a.a.O., E. 3.3) - zur Durchführung einer 

arbeitsmedizinischen Abklärung an den Unfallversicherer zurückgewiesen. Angesichts 

der konkreten erwerblichen und medizinischen Gegebenheiten vermöchte eine 

arbeitsmedizinische Abklärung im Fall der Beschwerdeführerin überwiegend 

wahrscheinlich zu keinem veränderten Ergebnis zu führen. Anhaltspunkte für eine 

Unrichtigkeit der Feststellung von Dr. F.___ werden weder geltend gemacht noch 

ergeben sich solche aus den Akten. Eine ärztliche Behandlung nimmt die 

Beschwerdeführerin soweit ersichtlich nicht in Anspruch (vgl. UV-act. 53 S. 1f). Unter 

diesen Umständen lässt sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die 

(stark) überwiegende berufliche Verursachung der Handgelenkbeschwerden verneinte.

3.3 Nachdem bereits in Bezug auf die Gesundheitsschädigung, welche anlässlich der 

Tätigkeit bei der B.___ AG in den Jahren 2004 und 2005 eingetreten war, eine 

Berufskrankheit nicht als belegt gelten kann, fällt für den hier in Frage stehenden 

Zeitraum ab November 2011 (UV-act. 15) ein Rückfall-Geschehen zum vornherein 

ausser Betracht. Die Beschwerdegegnerin könnte - mit Blick auf die einstweilige 

Erbringung von Leistungen bis 31. Juli 2005; UV-act. 11 - auch nicht auf eine 

Anerkennung der Leistungspflicht behaftet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

7. Februar 2008, U 583/06, E. 2). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass mit dem 

dargelegten Ergebnis weder die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin in 

den Handgelenken in Frage gestellt noch die Möglichkeit einer Beeinflussung der 

Beschwerden durch die 2004/2005 ausgeübte berufliche Tätigkeit in Abrede gestellt 

werden. Dies allein genügt jedoch - wie dargelegt - nicht für eine Bejahung der 

Voraussetzungen nach Art. 9 UVG.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten 

ist, unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 3. August 2012 abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.06.2013
	Art. 9 Abs. 1 und 2 UVG. Frage des Vorliegens einer Berufskrankheit im Fall von Handgelenksbeschwerden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Juni 2013, UV 2012/63).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:38:50+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen