# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41ba6c9e-133f-59fa-a070-11a15cd7484f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.10.2010 C-5797/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5797-2008_2010-10-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5797/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richter Johannes Frölicher, Richter Beat Weber, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

S._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Dominique Chopard, 
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Hilflosenentschädigung, Verfügung vom 7. August 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5797/2008

Sachverhalt:

A.
Die  am  (...)  1948  geborene  Beschwerdeführerin  portugiesischer 
Nationalität  kam  am  19.  Dezember  1994  in  die  Schweiz  (vgl.  An-
meldung  zum  Bezug  von  IV-Leistungen  für  Erwachsene  vom 
7. September 2001 [act. 1]) und bezog seit dem 1. August 2001 eine 
ganze  Invalidenrente  (vgl.  Verfügung  der  IV-Stelle  Tessin  vom  25. 
September 2002 [act. 23]). 

B.
Auf Gesuch vom 10. April 2007 (act. 43) hin teilte die IV-Stelle Tessin 
der Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 4. Februar 2008 (act. 53) 
mit,  sie  habe  ab  dem  1.  August  2006  Anspruch  auf  eine 
Hilflosenentschädigung mittleren Grades. Mit  Verfügung vom 15. Mai 
2008 (act. 55) sprach die IV-Stelle Tessin der Beschwerdeführerin eine 
Hilflosenentschädigung  mittleren  Grades  mit  Wirkung  ab  1.  August 
2006 zu.

C.
Mit  Schreiben  vom  19.  Juli  2008  (act.  56)  nahm  die  Beschwerde-
führerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dominique Chopard, Bezug auf 
eine Mitteilung der Vorinstanz vom 7. Juli 2008 (nicht bei den Akten), 
wonach  ab  dem  1.  August  2008  die  Invalidenrente  durch  die 
Schweizerische  Ausgleichskasse  erbracht  werde.  Die  Beschwerde-
führerin wies darauf hin, nebst dem Anspruch auf Invalidenrente be-
stehe  seit  dem  1. August  2006  auch  Anspruch  auf 
Hilflosenentschädigung. Sie stelle daher den Antrag, es sei ihr weiter-
hin eine Hilflosenentschädigung auszurichten.

D.
Mit Verfügung vom 7. August 2008 (act. 57) hob die IV-Stelle für Ver-
sicherte  im  Ausland  (nachfolgend:  Vorinstanz)  die 
Hilflosenentschädigung  auf.  Zur  Begründung  führte  sie  an,  gemäss 
Art. 42  Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni  1959 über  die In-
validenversicherung  (IVG,  SR  831.20)  würden 
Hilflosenentschädigungen ausschliesslich an versicherte Personen mit 
Wohnsitz  in  der  Schweiz  ausgerichtet.  Demzufolge  habe  die  Be-
schwerdeführerin  nach  der  Abreise  aus  der  Schweiz  seit  dem  1. 
August 2008 keinen Anspruch mehr auf die erwähnten Leistungen. In 
Anwendung von Art. 97 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 

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über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) 
in  Verbindung  mit  Art.  66  IVG  werde  einer  allfälligen  Beschwerde 
gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung entzogen.

E.
Mit  Schreiben  vom 9.  September  2008  (act.  61)  teilte  die  IV-Stelle 
Tessin der Beschwerdeführerin mit, aus den Akten habe sich ergeben, 
dass sie ihren Wohnsitz verlegt habe. Neu sei deshalb die Vorinstanz 
für das Dossier der Beschwerdeführerin zuständig. 

F.
Die  Beschwerdeführerin,  weiterhin  vertreten  durch  Rechtsanwalt 
Dominique  Chopard,  liess  mit  Eingabe  vom  10.  September  2008 
(Poststempel unleserlich) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 
erheben  mit  den  Anträgen,  die  Verfügung  vom  7.  August  2008  sei 
vollumfänglich aufzuheben und die Vorinstanz sei zu verpflichten, ein 
Vorbescheidverfahren durchzuführen. Eventuell  sei  die  Vorinstanz zu 
verpflichten,  ab  dem  1.  August  2008  weiterhin  eine 
Hilflosenentschädigung  auszurichten. Zur  Begründung  führte  sie  an, 
die Rechtsmittelbelehrung der Verfügung vom 7. August 2008 sei un-
zutreffend,  da  gemäss  Art.  52  ATSG  im  Sozialversicherungsrecht 
grundsätzlich die Einsprachemöglichkeit gegeben sei. Wolle man auch 
bei Entscheiden über die Hilflosenentschädigung gemäss Art. 57a IVG 
das  Vorbescheidverfahren  zur  Anwendung  bringen,  hätte  die  Vor-
instanz ein Vorbescheidverfahren durchführen müssen. Indem die Vor-
instanz direkt verfügt und die Beschwerdeführerin auf das gerichtliche 
Beschwerdeverfahren  verwiesen  habe,  habe  sie  den  Anspruch  der 
Beschwerdeführerin  auf  rechtliches  Gehör  verletzt.  Der  Verfahrens-
mangel sei elementar und eine Heilung sei ausgeschlossen.

In materieller Hinsicht sei das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen 
der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der 
Europäischen  Gemeinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits 
über  die  Freizügigkeit  (Freizügigkeitsabkommen,  nachfolgend:  FZA, 
SR  0.142.112.681)  anwendbar.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Recht-
sprechung  seien  Hilflosenentschädigungen  der  AHV/IV  dem  Risiko 
"Krankheit und Mutterschaft"  der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des 
Rates  vom  14.  Juni  1971  über  die  Anwendung  der  Systeme  der 
sozialen  Sicherheit  auf  Arbeitnehmer  und  Selbständige sowie  deren 
Familienangehörige,  die  innerhalb  der  Gemeinschaft  zu-  und  ab-
wandern (ABl L 149 vom 5. Juli 1971, nachfolgend: Verordnung [EWG] 

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1408/71),  zuzuordnen.  Hilflosenentschädigungen  könnten  nicht  als 
beitragsunabhängige  Sonderleitsungen  qualifiziert  werden. Sie  seien 
demnach  zu  exportieren.  Die  Beschwerdeführerin  habe  auch  nach 
dem 1. August 2008 Anspruch auf Hilflosenentschädigung.

G.
Mit  Vernehmlassung vom 22. Januar 2009 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde. 

In  formeller  Hinsicht  bestimme seit  dem 1. Juli  2006  Art.  69  Abs. 1 
Bst. b IVG, die Verfügungen der IV-Stelle für  Versicherte im Ausland 
seien in  Abweichung von Art. 52 und 58 ATSG direkt  beim Bundes-
verwaltungsgericht anfechtbar. Die der angefochtenen Verfügung bei-
gefügte Rechtsmittelbelehrung sei folglich korrekt.

Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG teile die IV-Stelle der versicherten Person 
den  vorgesehenen  Endentscheid  über  ein  Leistungsbegehren  oder 
den Entzug oder  die  Herabsetzung einer  bisher  gewährten Leistung 
mittels Vorbescheid mit. Somit wäre im vorliegenden Fall grundsätzlich 
ein  Vorbescheidverfahren  durchzuführen  gewesen. Der  Fall  der  Auf-
hebung  der  Hilflosenentschädigung  bei  Verlassen  der  Schweiz  sei 
allerdings insoweit  speziell,  als aufgrund der eindeutigen materiellen 
Rechtslage, welche keinerlei Entscheidungsspielraum offen lasse, der 
Endentscheid durch allfällige Einwände der versicherten Person nicht 
beeinflusst werden könnte. Ein Vorbescheid habe im vorliegenden Zu-
sammenhang  nur  informativen  Charakter.  Nach  ständiger  Recht-
sprechung könne eine nicht besonders schwere Verletzung des recht-
lichen  Gehörs  als  geheilt  gelten,  wenn  die  betroffene  Partei  die 
Möglichkeit  erhalte,  sich  vor  einer  Beschwerdeinstanz  zu  äussern, 
welche  sowohl  den  Sachverhalt  als  auch  die  Rechtslage  frei  über-
prüfen könne. Dies  sei  vorliegend  der  Fall,  weshalb  der  Verfahrens-
mangel als im Beschwerdeverfahren geheilt zu betrachten sei.

In materieller Hinsicht bestehe im vorliegenden Fall eine klare Rechts-
lage, welche nur einen Entscheid zulasse, nämlich die Aufhebung der 
Leistung. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin habe das 
Inkrafttreten des FZA an der Rechtslage gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG 
nichts geändert. Die Hilflosenentschädigungen seien im Rahmen des 
FZA ausdrücklich von der Exportpflicht ausgenommen worden.

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H.
Der mit Verfügung vom 3. Februar 2009 einverlangte Kostenvorschuss 
von Fr. 300.- wurde am 10. Februar 2009 bezahlt.

I.
Nachdem die Beschwerdeführerin stillschweigend auf die Einreichung 
einer  Replik  verzichtet  hatte,  wurde  der  Schriftenwechsel  mit  Ver-
fügung vom 20. März 2009 geschlossen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  von  Amtes  wegen,  ob  die 
Prozessvoraussetzungen  vorliegen  und  auf  eine  Beschwerde  einzu-
treten ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen).

1.1 Anfechtungsgegenstand bildet  die Verfügung der Vorinstanz vom 
7.  August  2008  (act.  57).  Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundes-
verwaltungsgericht  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten 
Ausnahmen  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021), welche von Vorinstanzen gemäss Art. 33 
VGG erlassen wurden. 

Der  angefochtene  Entscheid  ist  als  Verfügung  im  Sinn  von  Art.  5 
Abs. 1  Bst.  a  VwVG  zu  qualifizieren,  und  eine  Ausnahme  gemäss 
Art. 32 VGG liegt nicht vor. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland ist 
eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG. Gemäss Art. 69 Abs. 1 
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenver-
sicherung (IVG, SR 831.20) sind die Verfügungen der IV-Stelle für Ver-
sicherte im Ausland direkt beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar. 
Dieses ist somit für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu-
ständig.

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil-
genommen. Sie ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges 
Interesse im Sinn von Art. 59 ATSG. Sie ist  daher zur Beschwerde-
führung legitimiert.

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1.3 Die angefochtene Verfügung trägt das Datum vom 7. August 2008. 
Unter  Berücksichtigung des Fristenstillstands gemäss Art.  38  Abs. 4 
Bst. b ATSG bis zum 15. August  2008 wurde die am 12. September 
2008 beim Bundesverwaltungsgericht eingegangene Beschwerde vom 
10. September  2008  (Poststempel  unleserlich)  jedenfalls  rechtzeitig 
eingereicht  im Sinn  von Art.  60  Abs. 1  ATSG. Der  Kostenvorschuss 
wurde innert der gesetzten Frist bezahlt, und auch die Formerforder-
nisse gemäss Art. 52 Abs. 1 VwVG sind erfüllt,  so dass auf die Be-
schwerde einzutreten ist.

2.
Aufgrund  der  Beschwerdebegehren  streitig  und  zu  prüfen  ist  im 
Folgenden,  ob  die  Vorinstanz  die  Hilflosenentschädigung  der  Be-
schwerdeführerin mit Wirkung ab 1. August 2008 zu Recht aufgehoben 
hat. 

2.1 Mit  der  Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann ge-
rügt  werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht  (ein-
schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe 
auf  einer  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechts-
erheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG).

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der 
Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die 
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung  bestätigen,  die  von  jener  der  Vorinstanz  abweicht  (vgl. 
FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983, 
S. 212). 

3.
Nach  der  Rechtsprechung  des  Schweizerischen  Bundesgerichts  ist 
der  rechtserhebliche  Sachverhalt im  Beschwerdeverfahren  vor  dem 
Sozialversicherungsgericht  nach  den  tatsächlichen  Verhältnissen  zur 
Zeit  des  Erlasses der  angefochtenen Verfügung  zu beurteilen  (BGE 
129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen, vgl. auch THOMAS LOCHER, Grundriss des 
Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 489 Rz. 20). Vor-
liegend ist somit das Datum der Verfügung vom 7. August 2008 mass-
geblich.

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4.
Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren 
zur Anwendung gelangen. 

4.1 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes 
bestimmt. Das VwVG findet aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG jedoch 
keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit  das  ATSG 
anwendbar ist. Nach Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen des ATSG 
auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, 
wenn  und  soweit  die  einzelnen  Sozialversicherungsgesetze  es  vor-
sehen. Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG 
auf  die  Invalidenversicherung  (Art.  1a-26bis  und  28-70)  anwendbar, 
soweit  das  IVG nicht  ausdrücklich  eine Abweichung vom ATSG vor-
sieht. 

4.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). 

4.2.1 Die  Beschwerdeführerin  ist  Staatsangehörige  eines  Mitglied-
staates der Europäischen Gemeinschaft,  so dass vorliegend das am 
1. Juni 2002 in Kraft getretene FZA anwendbar ist (Art. 80a IVG in der 
Fassung  gemäss  Art.  2  Ziff.  7  des  Bundesratsbeschlusses  vom 17. 
Dezember 2004 über die Genehmigung und Umsetzung des Protokolls 
über  die  Ausdehnung  des  Freizügigkeitsabkommens  auf  die  neuen 
EG-Mitgliedstaaten zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
einerseits  und  der  EG und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  sowie 
über die Genehmigung der  Revision der  flankierenden Massnahmen 
zur  Personenfreizügigkeit,  in  Kraft  seit  1.  April  2006,  AS  2006  979 
994).

4.2.2 Der Anspruch auf  Leistungen der Invalidenversicherung richtet 
sich  nach  den  Bestimmungen  des  IVG  und  der  zugehörigen  Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 
831.201)  sowie  denjenigen  des  ATSG  und  der  zugehörigen  Ver-
ordnung  vom  11.  September  2002  über  den  Allgemeinen  Teil  des 
Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11). Am 1. Januar 2008 sind 
die Änderungen des IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie 
der IVV vom 28. September 2007 (5. IV-Revision, AS 2007 5129 bzw. 
AS  2007  5155)  in  Kraft  getreten.  Da  die  Abreise  der  Beschwerde-
führerin nach dem 1. Januar 2008 erfolgte und die angefochtene Ver-

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fügung am 7. August 2008 ergangen ist, sind die Bestimmungen der 
erwähnten Erlasse in der aktuellen Fassung anwendbar.

5.
Die Beschwerdeführerin rügt,  ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei 
verletzt,  weil  die  Vorinstanz  kein  Vorbescheidverfahren  durchgeführt 
habe. 

5.1 Gemäss  Art.  57a Abs. 1  IVG teilt  die  IV-Stelle  der  versicherten 
Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren 
oder  den  Entzug  oder  die  Herabsetzung  einer  bisher  gewährten 
Leistung mittels Vorbescheid mit; die versicherte Person hat Anspruch 
auf  rechtliches  Gehör  im  Sinn  von  Art.  42  ATSG. Gegenstand  des 
Vorbescheidverfahrens sind nach Art. 73bis Abs. 1 IVV Fragen, die in 
den Aufgabenbereich  der  IV-Stellen  gemäss Art.  57  Abs. 1  Bst. a-d 
(recte: Bst. c-f, vgl. auch URS MÜLLER, das Verwaltungsverfahren in der 
Invalidenversicherung,  Bern  2010,  Rz.  2067)  fallen.  Art.  57  Abs.  1 
Bst. c  IVG nennt  als  Aufgabe  der  IV-Stellen  die  Abklärung  der  ver-
sicherungsmässigen  Voraussetzungen.  Weil  zu  diesen  auch  der 
Wohnsitz in der Schweiz gehört  (vgl. Art. 6 Abs. 2 IVG), ist  der vor-
gesehene Entscheid, eine Hilflosenentschädigung wegen Wegzugs ins 
Ausland  aufzuheben,  grundsätzlich  mittels  Vorbescheid  mitzuteilen. 
Die Vorinstanz hat dies im vorliegenden Fall unterlassen und insofern 
Bundesrecht  verletzt.  Weil  das  Vorbescheidverfahren  in  erster  Linie 
das  Recht  auf  Anhörung  gewährleisten  soll,  stellt  die  Nichtdurch-
führung des Vorbescheidverfahrens eine Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör  dar, sofern  die betroffene Partei  auch anderweitig 
keine Gelegenheit erhalten hat, zum vorgesehenen Entscheid Stellung 
zu nehmen.

Die Beschwerdeführerin hatte im vorinstanzlichen Verfahren beantragt, 
es sei ihr weiterhin eine Hilflosenentschädigung auszurichten. Sie er-
hielt jedoch keine Gelegenheit, sich zur vorgesehenen Aufhebung der 
Leistung zu äussern,  was eine Verletzung des Anspruchs auf  recht-
liches  Gehör  darstellt.  Zu  beachten  ist  allerdings,  dass  bereits  mit 
Vorbescheid vom 4. Februar 2008 (act. 53) auf die Pflicht hingewiesen 
worden war, jede Veränderung der persönlichen Verhältnisse, welche 
den Leistungsanspruch  beeinflussen  könne,  der  IV-Stelle  umgehend 
zu  melden.  Als  anspruchsbeeinflussende  Änderungen  der  persön-
lichen  Verhältnisse  wurden  u.  a.  insbesondere  ein  Adresswechsel 
sowie ein Auslandaufenthalt von mehr als 3 Monaten Dauer genannt 

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(vgl.  act.  53  S. 4).  Demzufolge  stellte  die  mit  dem Wohnortwechsel 
verbundene  Änderung  des  Anspruchs  für  die  Beschwerdeführerin 
keine neue, unerwartete Rechtsfolge dar. Zudem war die Tatsache des 
Wegzugs  weder  in  grundsätzlicher  Hinsicht  noch  in  Bezug  auf  das 
massgebliche Datum strittig. Aus den genannten Gründen ist der Ver-
fahrensmangel als leicht zu werten. 

5.2 Nach der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  ist  der  Anspruch 
auf  rechtliches  Gehör  formeller  Natur.  Dessen  Verletzung  führt  un-
geachtet  der  Erfolgsaussichten der  Beschwerde in  der  Sache selbst 
zur  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  (BGE  127  V  431 
E. 3d/aa,  BGE  126  I  19  E. 2d/bb).  Eine  Verletzung  des  rechtlichen 
Gehörs  kann  nach  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  ausnahms-
weise  geheilt  werden,  wenn  die  Partei  die  Möglichkeit  hat,  sich  vor 
einer  Beschwerdeinstanz  zu  äussern,  die  zur  freien  Prüfung  aller 
Fragen  befugt  ist,  welche  der  unteren  Instanz  hätten  unterbreitet 
werden können (BGE 129 I 129 E. 2.2.3, BGE 126 V 130 E. 2b, BGE 
126 I 68 E. 2, BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen). 

Die vom Bundesgericht statuierten Voraussetzungen zur Heilung sind 
im  vorliegenden  Fall  erfüllt,  denn  das  Bundesverwaltungsgericht  als 
Beschwerdeinstanz  hat  volle  Kognition  (vgl.  E.  2.1).  Es  wurde  ein 
doppelter  Schriftenwechsel  durchgeführt,  wobei  die  Beschwerde-
führerin freiwillig auf die Einreichung einer Replik verzichtet hat. Unter 
diesen  Umständen  würde  die  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vor-
instanz  zur  Durchführung  eines  Vorbescheidverfahrens  einen 
prozessualen Leerlauf darstellen, welcher durch die Heilung der Ver-
letzung  des  Gehörsanspruchs  im  Beschwerdeverfahren  vermieden 
werden kann. Es wird daher vorliegend auf eine Rückweisung an die 
Vorinstanz verzichtet und die geringfügige Verletzung des Anspruchs 
auf  rechtliches  Gehör  im  vorinstanzlichen  Verfahren  als  geheilt  be-
trachtet.

6.
In  materieller  Hinsicht  beantragt  die  Beschwerdeführerin  die  Weiter-
ausrichtung der Hilflosenentschädigung mit der Begründung, nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien Hilflosenentschädigungen 
der AHV/IV dem Risiko "Krankheit  und Mutterschaft"  der Verordnung 
(EWG) 1408/71 zuzuordnen. Hilflosenentschädigungen könnten nicht 
als  beitragsunabhängige  Sonderleistungen  qualifiziert  werden  und 
seien demnach zu exportieren. 

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Gemäss Art. 10 Abs. 1 der Verordnung (EWG) 1408/71 dürfen, sofern 
in der Verordnung nichts anderes bestimmt ist, die Geldleistungen bei  
Invalidität,  auf  die  nach den Rechtsvorschriften  eines oder  mehrerer 
Mitgliedstaaten Anspruch erhoben worden ist, nicht deshalb entzogen 
werden,  weil  die  berechtigte  Person  im  Gebiet  eines  anderen  Mit -
gliedstaats als des Staates wohnt, in dessen Gebiet der zur Zahlung 
verpflichtete  Träger  seinen  Sitz  hat.  Art.  10a Abs. 1  der  Verordnung 
(EWG) 1408/71 statuiert  jedoch,  dass die in  Art. 4 Abs. 2a der Ver-
ordnung aufgeführten beitragsunabhängigen Sonderleistungen in bar 
ausschliesslich  vom  Wohnmitgliedstaat  gemäss  dessen  Rechtsvor-
schriften auszurichten sind, sofern sie im Anhang IIa aufgeführt sind. 
Die Eintragung betreffend Hilflosenentschädigungen aus der Schweiz 
ist  mit  Beschluss  Nr.  2/2003  des  Gemischten  Ausschusses 
EU/Schweiz vom 15. Juli 2003 (AS 2004 1277) mit Wirkung ab 1. Juni 
2002  erfolgt.  Demgemäss  hat  das  Eidgenössische  Versicherungs-
gericht  (EVGer)  die  entsprechende  Exportpflicht  verneint  (vgl.  BGE 
132 V 423 E. 7-9; BGE 130 V 253 E. 2.3). Die in Art. 10 der Verordnung 
(EWG) 1408/71 statuierte Aufhebung der Wohnortklausel findet somit 
auf  die  Hilflosenentschädigung  keine  Anwendung. Die  angefochtene 
Verfügung ist daher zu bestätigen.

7.
Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  sich  die  Be-
schwerde als unbegründet erweist und daher abzuweisen ist.

8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  unterliegenden  Be-
schwerdeführerin  in  Anwendung  von  Art.  63  Abs.  1  VwVG die  Ver-
fahrenskosten in  der  Höhe von Fr. 300.-  zu auferlegen. Sie sind mit 
dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 300.- zu verrechnen. 

Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist keine Parteientschädigung 
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 300.- verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...]; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten. Der  an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

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