# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f01a61d3-75d0-5307-9c0a-5f45a47677de
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Gesundheits-, Sozial und Integrationsdirektion 08.08.2019 2018.GEF.1594
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_003_2018-GEF-1594_2019-08-08.pdf

## Full Text

Gesundheits- 
und Fürsorgedirektion 
des Kantons Bern 
 
 
 
 

Direction de la santé 
publique et de la 
prévoyance sociale 
du canton de Berne 
 
 
 

 

  

  
 

Rathausgasse 1 
Postfach 
3000 Bern 8 
Telefon +41 (31) 633 79 20 
Telefax +41 (31) 633 79 09 
www.gef.be.ch 
 
 
Referenz: kr 

2018.GEF.1594 

 

 

B E S C H W E R D E E N T S C H E I D vom 8. August 2019 
 
 
in der Beschwerdesache zwischen  
 
 
Einwohnergemeinde X.___ 

Beschwerdeführerin 
 
 
 
gegen 
 
 
 
Sozialamt (SOA), Rathausgasse 1, Postfach, 3000 Bern 8 

Vorinstanz 

 

 

 

betreffend Abgeltung der kommunalen Dienste im Bereich Kindes- und Erwachsenenschutz 
für das Jahr 2013 (Verfügung der Vorinstanz vom 16. Oktober 2018) 

 

 

 

I. Sachverhalt 

1. Am 31. Mai 2014 hatte das Sozialamt (fortan: Vorinstanz) für das Jahr 2013 eine Ver-

fügung über die Abrechnung der Sozialhilfeaufwendungen, Bonus-Malus in der wirtschaftli-

chen Hilfe und den Kindes- und Erwachsenenschutz (KES) erlassen. Hiergegen führte die 

Einwohnergemeinde X.___ (fortan: Beschwerdeführerin) am 26. Juni 2014 bei der Gesund-

heits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) Beschwerde und verlangte für das Jahr 

2013 die vollumfängliche Abgeltung ihrer Aufwendungen im Bereich KES bzw. die Abgeltung 

http://www.gef.be.ch/

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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durch Vollkostenpauschalen. Mit Beschwerdeentscheid vom 23. April 2015 wies die GEF die 

Beschwerde ab.1  

2. Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin am 20. Mai 2015 Verwaltungsgerichtsbe-

schwerde. Mit Urteil vom 2. Dezember 2016 hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern 

den Beschwerdeentscheid vom 23. April 2015 auf und wies die Sache zum neuen Entscheid 

an die Vorinstanz zurück.2 

3. Mit Verfügung vom 28. April 2017 setzte die Vorinstanz für die Aufwendungen der Be-

schwerdeführerin im Bereich KES in den Jahren 2013 bis 2015 eine zusätzliche Entschädi-

gung von CHF 761'643.55 fest. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 

31. Mai 2017 Beschwerde bei der GEF. Am 7. Juli 2017 hob die Vorinstanz die angefochtene 

Verfügung vom 28. April 2017 aufgrund formeller Mängel auf und stellte eine vertiefte Prüfung 

der Rügen betreffend Umsetzung der verwaltungsgerichtlichen Erwägungen in Aussicht. Die 

GEF schrieb daraufhin das Beschwerdeverfahren als erledigt vom Geschäftsverzeichnis ab.3 

4. Mit Verfügung vom 16. Oktober 2018 gewährte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin 

zusätzlich zu der bereits mit Verfügung vom 31. Mai 2014 ausbezahlten Abgeltung für die 

kommunalen Dienste im Bereich KES im Jahr 2013 eine Abgeltung von CHF 299'021.36.  

Gemäss Anhang zur Verfügung vom 16. Oktober 2018 hatte die Vorinstanz die zusätzliche 

Abgeltung wie folgt berechnet:  

Fallkategorie CHF Fälle 2012 Betrag CHF 

Abklärung Minderjährige 

(Art. 7 Abs.1 Bst. a i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. a, c, g und h ZAV4 

2'940 214* 629'160 

Abklärung generelle Bewilligung 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. i ZAV) 

2'940  0 

Abklärung Volljährige 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. a, d, e, f, g ZAV) 

1'170 263* 307'710 

Mandat Minderjährige 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. b ZAV) 

3'450 268* 924'600 

Mandat Erwachsene 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. d i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. b ZAV) 

3'180 277* 880'860 

Pflegekinderaufsicht und Passung 720 50** 36'000 

                                                

1 Vgl. Akten des Beschwerdeverfahrens GEF.2014-11449 
2 Vgl. Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren 100.2015.160 
3 vgl. Akten des Beschwerdeverfahrens GEF.2017-0627 
4 Verordnung vom 19. September 2012 über die Zusammenarbeit der kommunalen Dienste mit den Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörden und die Abgeltung der den Gemeinden anfallenden Aufwendungen (ZAV; 

BSG 213.318) 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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(Art. 7 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. k und 1 ZAV) 

Aufsicht Tagesfamilienangebot 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. f i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. m ZAV) 

480  0 

Koordination TEV/TEO 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. g i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. m ZAV) 

720  0 

Beratungen gemeinsame elterliche Sorge 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. h i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. n ZAV) 

360 154** 55'440 

Rekrutierung PriMa 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. i i.V.m. Art. 4 ZAV) 

666  0 

Betreuung PriMa 

(Art. 7 Abs.1 Bst. k i.V.m. Art. 6 ZAV) 

666  0 

Rechnungsführung PriMa 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 2 ZAV) 

333  0 

Berechnung Kostenbeteiligung ohne Beistandschaft od. Mandat 

(Art. 7 Abs. 1 Bst. m i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. o ZAV) 

630  0 

Pauschalabgeltung                                                                                             1226** 2'833'770.00 

abzüglich Lohnsummenwachstum 3.2 Prozent***                                                                     88'776.39 

neu berechnete Abgeltungssumme für das Jahr 2013 nach ZAV 2018                                2'744'993.61 

Abgeltung Besoldungskosten Sozialdienste KES gem. Verfügung vom 31.5.2014              2'445'972.25 

Zusatzpauschale nach Abzug der bereits ausbezahlten Pauschalabgeltung                 299*021.36 

* Vgl. Angaben der Gemeinde X.___ in Eingabe vom 6.4.2018 

** Vgl. Angaben der Gemeinde X.___ in der Jahresstatistik 2012: Kindes- und Erwachsenenschutz 

vom 15.5.2013 

*** Berücksichtigt wurde das Lohnsummenwachstum für das Kantonspersonal jeweils von Jahr zu 

Jahr der Jahre 2013-2016. Für 2017/2018 erfolgte keine Anpassung an das Lohnsummenwachstum 

 

5. Mit Beschwerde vom 15. November 2018 hat die Beschwerdeführerin die Verfügung 

der Vorinstanz vom 16. Oktober 2018 bei der GEF angefochten und folgende Anträge gestellt: 

I. Rechtsbegehren 

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. 

2. Es sei zu verfügen, dass die Einwohnergemeinde X.___ für das Jahr 2013 für ihre Aufwendun-

gen im Bereich des behördlichen Kindes- und Erwachsenenschutzes total eine Abgeltung von 

CHF 3'213'298.50 erhält (= CHF 2'445'972.25 für Besoldungskosten Sozialdienste KES plus 

41'400.00 für Private Mandatstragende, beide Beträge schon ausbezahlt, zuzüglich bisher nicht 

abgegoltene Kosten von CHF 725'926.25 [= zusätzlicher Betrag gem. angefochtener Verfügung 

299'021.36 plus nach wie vor nicht gedeckte Kosten CHF 426'904.89]), nebst Verzugszins von 

5 % auf CHF 725'926.25 seit dem 27. Juni 2014. 

– unter Kostenfolge – 

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Die Beschwerdeführerin beziffert den im Jahr 2013 angefallenen Aufwand wie folgt:5 

- Personalaufwand (Besoldungs- und Weiterbildungskosten 

inkl. Führung und Administration) 

CHF 2'582'682.00 

- Interne Verrechnungen (Kosten für IT-Unterhalt und Sup-

port, allgemeine Wartungskosten, Alarmanlage, Arbeitssi-

cherheit, etc.) 

CHF 31'175.00 

- Informatik (CHF 4'210.00 x [23 + 6] für diesen Bereich täti-

ge Personen) 

CHF 122'090.00 

- Mietzinse (Mietkosten insgesamt = CHF 457'000.00 / Jahr / 

65 Mitarbeitende insgesamt x [23 im KESB-Bereich arbei-

tende + 6 für diesen Bereich tätige Personen]) 

CHF 204'000.00 

- Raum (Anpassung Mieträume an Bedürfnisse, Umbaukos-

ten von CHF 1'200'000.00 auf 10 Jahre amortisiert ohne 

Verzinsung auf 29 Personen gerechnet) 

CHF 53'000.00 

- Hauswart/Reinigung (Hauswart/Reinigung insgesamt = 

CHF 112'000.00 / Jahr / 65 Mitarbeitende insgesamt x [23 

im KESB-Bereich arbeitende+ 6 für diesen Bereich tätige 

Personen]) 

CHF 49'969.00 

- Mobiliar (Arbeitsplatzkosten Anschaffungen CHF 10'000.00 

bis CHF 15'000.00.  

Annahme von innerhalb von 10 Jahren abzuschreibenden 

Kosten in der Höhe von CHF 10'000.00 = CHF 1'000.00 / 

Jahr, für 29 Arbeitsplätze = CHF 29'000.00) 

CHF 29'000.00 

- Verwaltungsgemeinkosten (4 % der Verwaltungskosten) CHF 113'000.00 

- Zuschlag GR/Parlament (1,4 % der Verwaltungskosten) CHF 24'000.00 

- Spesenentschädigung bei Kindesschutzmassnahmen: Die 

KESB Bern wolle die Spesen in den einzelnen Kinderdos-

siers weder den Eltern noch dem Kanton anlasten. Daher 

seien diese Spesen aufgrund Art. 22 Abs. 2 KESG6 im 

Rahmen der Vollkostenrechnung vom Kanton zu überneh-

men. 

CHF 4'382.50 

Total Aufwand 2013 CHF 3'213'289.50 

                                                

5 Vgl. Beschwerde vom 15. November 2018, S. 7 f. 
6 Gesetz vom 1. Februar 2012 über den Kindes- und Erwachsenenschutz (KESG; BSG 213.316) 

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6. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die GEF leitet,7 holte die Vorak-

ten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Beschwerde-

vernehmlassung vom 12. Februar 2019 die Abweisung der Beschwerde. 

Auf die Rechtsschriften und Akten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

 

 

 

II. Erwägungen 

1. Sachurteilsvoraussetzungen 

1.1 Angefochten ist die Verfügung der Vorinstanz vom 16. Oktober 2018. Die in der Sache 

zuständige Direktion beurteilt Beschwerden gegen Verfügungen von ihr untergeordneten 

Verwaltungseinheiten wie Ämtern (Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG8). Die GEF ist damit zuständig 

für die Beurteilung der Beschwerde vom 15. November 2018. 

1.2 Prozessführungsbefugt für das Gemeinwesen sind die von der Gesetzgebung mit der 

Vertretung beauftragten Organe.9 Gemeinden handeln durch ihre Organe (Art. 10 Abs. 1 

GG10). Gemeindeorgane sind unter anderem der Gemeinderat und seine Mitglieder, soweit sie 

entscheidbefugt sind (Art. 10 Abs. 2 Bst. c GG). Im Fall der Beschwerdeführerin beschliesst 

der Gemeinderat über die Anhebung von Prozessen, insbesondere über die Einreichung von 

Klagen und Beschwerden und über den Weiterzug entsprechender Entscheide (Art. 62 

Bst. c GO11; Art. 10 Abs. 1 VOV12). Gestützt auf den Gemeinderatsbeschluss reichen sodann 

die Direktionen die Rechtsschriften ein. Die Direktionen sind für die gesamte weitere Führung 

der Prozesse zuständig (Art. 10 Abs. 2 VOV). Für eine Direktion zeichnungsberechtigt ist die 

Direktionsvorsteherin oder der Direktionsvorsteher (Art. 4 Abs. 1 Bst. a VOV). Vorliegend hat 

die Beschwerdeführerin, handelnd durch die Direktion Bildung und Soziales, gestützt auf den 

Gemeinderatsbeschluss vom 14. November 2018 am 15. November 2018 Beschwerde gegen 

die Verfügung vom 16. Oktober 2018 geführt. Die Beschwerde wurde vom Vorsteher der Di-

                                                

7 Art. 10 der Verordnung vom 29. November 2000 über die Organisation und die Aufgaben der Gesundheits- und 

Fürsorgedirektion (Organisationsverordnung GEF, OrV GEF; BSG 152.221.121) 
8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
9 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 1997, 

Art. 11 Nr. 10 
10 Gemeindegesetz vom 16. März 1998 (GG; BSG 170.11) 
11 Gemeindeordnung der Gemeinde X.___vom 16. Mai 2004 (GO; 101.1) 
12 Verwaltungsorganisationsverordnung der Gemeinde X.___ vom 8. Juli 2009 (VOV; 152.011) 

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rektion Bildung und Soziales unterzeichnet. Die Prozessführungsbefugnis der Beschwerde-

führerin ist damit ohne weiteres gegeben.  

1.3 Zur Beschwerde ist befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist sowie ein schutzwürdiges Interesse 

an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung hat (Art. 65 Abs. 1 Bst. a-c VRPG). Ein Ge-

meinwesen ist zur Beschwerde befugt, soweit es gleich oder ähnlich wie Private betroffen 

ist.13 Das ist insbesondere der Fall, wenn es in seinen vermögensrechtlichen Interessen be-

troffen ist,14 wie etwa dann, wenn das Gemeinwesen Entscheide des Lastenausgleichs an-

ficht.15 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen und ist in 

ihren vermögensrechtlichen Interessen betroffen, da vorliegend die Höhe der Abgeltung ihrer 

Aufwendungen im Bereich KES im Jahr 2013 im Streit liegt. 

1.4 Auf die gemäss Art. 67 i.V.m. Art. 32 VRPG form- und fristgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten. 

1.5 Die GEF prüft, ob die Vorinstanz von einer unrichtigen oder unvollständigen Feststel-

lung des Sachverhalts ausgegangen ist, ob sie Recht verletzt hat (einschliesslich allfälliger 

Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens) und ob die angefochtene Verfügung unan-

gemessen ist (Art. 66 VRPG). Der GEF steht somit volle Kognition zu. 

 

2. Streitgegenstand und Argumentation der Verfahrensbeteiligten 

2.1 Umstritten und zu prüfen (Streitgegenstand) ist vorliegend die Höhe der Abgeltung für 

die Aufwendungen der Beschwerdeführerin im Bereich KES für das Jahr 2013. Die Be-

schwerdeführerin macht zum Streitgegenstand folgende Präzisierungen: Solange die kanto-

nalen Ämter mit Stellenprozenten gerechnet hätten, habe sie ihren Aufwand entsprechend mit 

CHF 3'191'972.25 beziffert. Als die kantonalen Ämter auch für das Jahr 2013 mit Fallpauscha-

len gerechnet hätten, habe die Beschwerdeführerin ihre Berechnungsmethode angepasst und 

nicht mehr nur die nicht abgegoltenen Leistungskosten, sondern die ganzen Personalkosten 

ausgewiesen. Bei dieser Berechnungsmethode liege das Gesamttotal ihres Aufwands um 

CHF 21'326.25 höher, nämlich bei CHF 3'213'298.50.16 

 

                                                

13 BGE 138 I 143 E. 1.3.1; 138 II 506 E.2.1.1 
14 BGE 127 II 32 E. 2.d); 125 II 192 E. 2a/aa 
15 Pflüger, Die Beschwerdebefugnis von Gemeinwesen in der bernischen Verwaltungsrechtspflege, in: BVR 2013 

S. 201, 2010; BGE 135 I 43 E. 1.3, 123 V 290; BGer 2C_775/2011 vom 3.2.2012, E. 1.2.; 

Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 65 N. 18 
16 Beschwerde vom 15. November 2018, II. Ziff. 5 

https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=23a913aa-113e-45cf-8ed0-e435fbf040ce&source=docLink&SP=10|hih2c1#cons_1_3
https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=50b11c76-77cb-4310-90f1-b6b2f79055ac&source=docLink&SP=10|hih2c1

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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2.2 Die Vorinstanz begründet die angefochtene Verfügung vom 16. Oktober 2018 wie 

folgt:  

Für die Berechnung der der Beschwerdeführerin für das Jahr 2013 zustehenden Abgeltung 

sei nach einer Lösung zu suchen, die das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 

2. Dezember 2016 berücksichtige. Seit der ersten Änderung der ZAV auf den 1. Januar 2017 

stelle der Regierungsrat für die Berechnungen nicht mehr auf die „Anzahl Stellen" (stellenbe-

zogene Abgeltung), sondern auf die „Anzahl Leistungen" (leistungsbezogene Abgeltung) ab. 

Seit der zweiten Änderung der ZAV auf den 1. Januar 2018 umfasse die Abgeltung in Berück-

sichtigung des Urteils vom 2. Dezember 2016 nicht mehr nur die Personalkosten, sondern 

auch die Vollkosten. Der Regierungsrat vertrete somit die Auffassung, dass sich die ZAV in 

der ab dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung (fortan: ZAV 2018) als konform zu Art. 22 

Abs. 3 KESG erweise. Die Vorinstanz sei als Verwaltungsstelle sowohl der GEF als auch dem 

Regierungsrat unterstellt, der die ZAV beschlossen habe. Die Vorinstanz gehe daher eben-

falls davon aus, dass die ZAV 2018 gesetzeskonform sei, zumal ihre zweite Revision aus-

drücklich wegen des Verwaltungsgerichtsurteils erfolgt sei. Die ZAV [2018] könne daher auch 

für die Berechnung der der Beschwerdeführerin für das Jahr 2013 zustehenden Abgeltung 

verwendet werden. Da die Vorinstanz keine Justizbehörde sei, sei sie weder verpflichtet noch 

befugt, die ZAV 2018 auf ihre Konformität mit Art. 22 KESG zu überprüfen.  

Das Kantonale Jugendamt (KJA) führe in seinem Amtsbericht vom 15. November 201717 aus, 

bei der Revision der ZAV auf den 1. Januar 2017 (fortan: ZAV 2017) habe man von der stel-

lenbezogenen auf die leistungsbezogene Abgeltung gewechselt und in Art. 7 ZAV [2017] Fall-

pauschalen festgelegt. Diese Fallpauschalen würden nur den Arbeitsaufwand, nicht aber die 

Vollkosten beinhalten. Den Arbeitsaufwand habe man durch einen Vergleich mit anderen Kan-

tonen und mit Hilfe einer Expertise ermittelt. Als Stundenansatz sei der Vollkostentarif der 

GebV18 herangezogen und um 10 Prozent gekürzt worden, da nicht die Vollkosten, sondern 

nur der Arbeitsaufwand in die neuen Fallpauschalen von Art. 7 einfliessen sollten. Aufgrund 

des Verwaltungsgerichtsurteils vom 2. Dezember 2016, wonach die Vollkosten abzugelten 

seien, habe man die in Art. 7 ZAV [2017] verankerten Fallpauschalen bei der Revision auf den 

1. Januar 2018 um zirka 11 Prozent erhöht. Im Jahr 2017 seien gemäss der ZAV-2017-

Übergangsbestimmung T1-1 die Besoldungskostenanteile von 2016 mitzuberücksichtigen 

gewesen. Dies lasse sich lösen, indem man die Besoldungskosten (gleich wie die Fallpau-

schalen) „hilfsweise um 11 Prozent" erhöhe.  

                                                

17 Ordner Vorakten, Register 2017 
18 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 

BSG 154.21) 

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In Anbetracht dieser Ausführungen des KJA bleibe für die Vorinstanz unklar, wie für das Jahr 

2013 vorzugehen sei. Die Vorinstanz gehe davon aus, dass das KJA die Abgeltung für das 

Jahr 2013, die gemäss der am 1. Januar 2013 in Kraft getretenen ZAV (fortan: ZAV 2013) 

ebenfalls auf der Basis der Besoldungskostenanteile berechnet und ausgerichtet worden sei, 

um 11 Prozent erhöhen würde. Bei dieser Aufrechnung von Infrastrukturkosten auf den be-

reits ausgezahlten Betrag würden nach Auffassung der Vorinstanz verschiedene Grössen 

(Arbeitsaufwand versus Vollkosten) und Systeme (Besoldungskosten versus Fallpauschalen) 

miteinander vermischt. Die Vorinstanz ziehe es daher vor, die Abgeltung für das Jahr 2013 

vollständig neu nach den Bestimmungen der ZAV 2018 zu berechnen.  

Weiter führe das KJA in seinem Amtsbericht vom 15. November 2017 aus, es sei nicht über 

die Rechtmässigkeit der ZAV 2018 zu entscheiden, sondern es sei zu beurteilen, ob die für 

das Jahr 2013 ursprünglich zugesprochene Abgeltung zusammen mit der Zusatzabgeltung 

von 11 Prozent ausreiche, um für dieses Jahr eine gesetzeskonforme Abgeltung sicherzustel-

len. Am Schluss seines Amtsberichts vom 9. April 201819 komme das KJA auf die bereits in 

seinem Amtsbericht vom 15. November 2017 erwähnte VBG-Musterkalkulation zurück: Es sei 

nach wie vor der Auffassung, dass diese Kalkulation, welche auf den in einem durchschnittli-

chen Sozialdienst anfallenden Vollkosten basiere, auch für eine Schätzung der in der Ge-

meinde X.___ anfallenden Kosten verwendet werden könne.  

Die Vorinstanz wolle aber nicht auf Schätzungen abstellen, sondern (in Anwendung der 

ZAV 2018) auf von der Beschwerdeführerin im Jahr 2013 selber erhobene Fallzahlen. Aus 

diesen Gründen sehe die Vorinstanz davon ab, den Empfehlungen der Amtsberichte des KJA 

zu folgen, sondern wende die ZAV 2018 an. 

Die Abgeltung der Gemeinden durch den Kanton für ihre Aufwendungen im Kindes- und Er-

wachsenenschutz erfolge durch Fallpauschalen (Art. 7 Abs. 1 ZAV 2018). Das Total der Fall-

pauschalen werde gestützt auf die Fallzahlen des Vorjahres berechnet (Art. 8 Abs. 1 

ZAV 2018). Am 6. April 2018 habe die Beschwerdeführerin der Vorinstanz die Fallzahlen des 

Jahres 2013 bekanntgegeben. In der Fallkategorie „Kindes- oder Erwachsenenschutzmanda-

te" seien dies 545 Fälle, davon seien 268 auf minderjährige und 277 auf volljährige Personen 

entfallen. In der Fallkategorie „Gefährdungsmeldungen" hätten sich 477 Fälle ergeben, davon 

beträfen 214 minderjährige und 263 volljährige Personen. Die Vorinstanz habe aufgrund die-

ser Angaben der Beschwerdeführerin sowie aufgrund der Angaben in der Jahresstatistik 2012 

des Kindes- und Erwachsenenschutzes vom 15. Mai 2013 die Beträge für die einzelnen Fall-

kategorien nach Art. 7 Abs. 1 ZAV 2018 berechnet. Der Anhang zu dieser Verfügung halte 

diese Beträge sowie das Total der Pauschalabgeltung in der Höhe von CHF 2'833'770.00 fest. 

                                                

19 Ordner Vorakten, Register 2018 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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Die Justiz-, Gemeinde und Kirchendirektion passe die in Art. 7 ZAV 2018 verankerten Fall-

pauschalen dem für das Kantonspersonal beschlossenen Lohnsummenwachstum an 

(Art. 7 Abs. 5 ZAV 2018). Diesen Fallpauschalen liege der Stand des Jahres 2017 zu Grunde. 

Da aber die Abgeltung für das Jahr 2013 zu berechnen sei, seien die Fallpauschalen bzw. das 

Total der Abgeltung für das Jahr 2013 noch um das Lohnsummenwachstum der Jahre 2013 

bis 2016 zu kürzen. Das Lohnsummenwachstum habe in diesen vier Jahren gesamthaft 

3,2 Prozent betragen. Somit vermindere sich das Total der Abgeltung um das pro Jahr zu-

grundeliegende Lohnsummenwachstum. Der Anhang zu dieser Verfügung halte diese Kür-

zung mit CHF 88'776.39 fest. 

Das Total der Pauschalabgeltung für das Jahr 2013 belaufe sich auf CHF 2'833'770.00. Da-

von sei das Lohnsummenwachstum von CHF 88'776.39 abzuziehen, so dass 

CHF 2'744'993.61 resultieren würden. 

 

2.3 Die Beschwerdeführerin rügt mit ihrer Beschwerde, der Kanton Bern sei gemäss 

Art. 22 Abs. 3 KESG verpflichtet, den Gemeinden die im Rahmen ihrer Tätigkeiten (Art. 22 

Abs. 2 KESG) anfallenden Kosten abzugelten. Mit Urteil vom 2. Dezember 2016 habe das 

Verwaltungsgericht entschieden, dass damit die gesamten Aufwendungen der Gemeinden 

gemeint seien und nicht nur die Aufwendungen für Besoldung und Weiterbildung, wie es die 

ursprüngliche Fassung der ZAV in Anlehnung an die Regelungen des Sozialhilfe-

Lastenausgleichssystems vorgesehen habe. Das Verwaltungsgericht habe die ursprünglichen 

Bestimmungen der ZAV deshalb als rechtswidrig und nicht anwendbar erklärt und die Vo-

rinstanz angewiesen, die gesamten Aufwendungen der Gemeinde zu ermitteln und zu ent-

schädigen.  

Die Beschwerdeführerin fordert, es seien ihr für das Jahr 2013 die „anfallenden Kosten" in der 

Höhe von CHF 3'213'298.50 abzugelten. Im Jahr 2014 sei ihr gestützt auf die ZAV 2013 

CHF 2'445'972.25 betreffend Besoldungskosten Sozialdienste plus CHF 41'400.00 für Private 

Mandatstragende (PRIMA-Fachstelle) zugesprochen und ausbezahlt worden. Mit der ange-

fochtenen Verfügung würden zusätzlich CHF 299'021.36 abgegolten. Die anfallenden Kosten 

seien jedoch damit nicht gedeckt. Die Lücke betrage CHF 426'904.89 bzw. 13,3 % der ihr 

anfallenden Kosten. Es sei eine beachtliche Lücke, die jährlich ungefähr in der gleichen Höhe 

wiederkehre. 

Die Beschwerdeführerin habe ihren Aufwand detailliert aufgezeigt und Beweismittel angebo-

ten. Die kantonalen Ämter hätten verschiedene Vorgehens- und Berechnungsmethoden ge-

prüft, jedoch stehe die resultierende Verfügung in keiner Beziehung zum dargelegten und be-

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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zifferten Aufwand. Dies sei keine Frage des rechtlichen Gehörs mehr, vielmehr sei der rechts-

erhebliche Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt worden. 

Die angefochtene Verfügung bewirke, dass der Beschwerdeführerin ein erheblicher Teil ihres 

Aufwands (fast eine halbe Million Franken bzw. 13,3 %) nicht abgegolten werde. Dieses Re-

sultat stehe im Widerspruch zu Art. 22 Abs. 3 KESG. Bei allem Verständnis für die Anliegen 

der kantonalen Ämter (Pauschalierung, Vereinfachung, Vermeidung von Luxuslösungen) sei 

diese Lücke offensichtlich zu gross. Die angefochtene Verfügung verstosse gegen das KESG, 

sei also rechtswidrig. 

Die Abgeltung für die Gemeinde X.___ für das Kalenderjahr 2013 sei direkt gestützt auf das 

KESG festzulegen. Denn die damals geltende Fassung der ZAV stehe, wie das Verwaltungs-

gericht festgehalten habe, im Widerspruch zum Gesetz und könne deshalb nicht angewendet 

werden. Und die heute geltende Fassung der ZAV könne auf einen Sachverhalt aus dem Ka-

lenderjahr 2013 nicht angewendet werden, denn sie sei erst seit dem 1. Januar 2018 in Kraft. 

Auch die heute geltende ZAV führe zu einer zu tiefen Abgeltung: Die Berechnungsmethode 

der ZAV sei mit der ersten Änderung (19.10.2016) auf ein Fallpauschalen-System umgestellt 

worden. Bei der zweiten Änderung (18.10.2017) seien die Ansätze um rund 11 % erhöht wor-

den. Die Ansätze seit der ersten Änderung der ZAV würden laut den Ausführungen in den 

Vorträgen auf der GebV basieren. In den Vorträgen stehe, die in der GebV festgelegten Tarife 

entsprächen einer für die ganze Verwaltung geltenden durchschnittlichen vollen Kostende-

ckung (Art. 8 GebV). Es handle sich also um den gesamten anfallenden Verwaltungsaufwand 

abdeckende Vollkostentarife. Miterfasst seien gemäss Art. 10 GebV insbesondere auch Infra-

strukturkosten. 

Im Zug der ersten Änderung der ZAV seien die Ansätze um 10 % gekürzt worden, offenbar in 

der Meinung, dass die Infrastrukturkosten 10 % der Vollkosten ausmachen würden und von 

den Gemeinden getragen werden müssten. Im Zug der zweiten Änderung, nach dem Urteil 

des Verwaltungsgerichts vom 2. Dezember 2016, sei diese Kürzung durch Erhöhung der An-

sätze um rund 11 % rückgängig gemacht worden. Im Rahmen der Konsultationsverfahren 

habe sich die Beschwerdeführerin zu beiden Änderungen der ZAV äussern können. Beide 

Male habe sie darauf hingewiesen, die Abgeltung werde ungenügend sein.  

Für die erste Änderung der ZAV (Umstellung auf das Fallpauschalen-System) habe die Vor-

gabe gegolten, dass dem Kanton durch den Systemwechsel keine zusätzlichen Kosten ent-

stehen dürften. Die Beschwerdeführerin habe den Eindruck, dass diese starre Vorgabe als 

Plafond gewirkt und verhindert habe, dass wichtige Erkenntnisse aus der Praxis (z.B. zum 

wirklichen zeitlichen Aufwand pro „Fall") ins Projekt eingeflossen seien. Mit der zweiten Ände-

rung der ZAV (Erhöhung der Ansätze um rund 11 %) werde gemäss den Ausführungen im 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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Vortrag eine volle Kostendeckung ermöglicht. Aufgrund der Erfahrungen der Beschwerdefüh-

rerin treffe das nicht zu, da entweder die Ansätze der kantonalen Gebührenverordnung zu-

mindest im Bereich KES wegen gewisser Besonderheiten nicht zu einer vollen Kostende-

ckung führen würden, oder das Fallpauschalen-System wegen des oben genannten Plafonds 

so ausgestaltet sei, dass die GebV ihre Wirkung nicht voll entfalten könne. Die Beschwerde-

führerin bezweifle auch stark, dass im Kostenmodell, das der GebV zugrunde liege, der Per-

sonalaufwand 90 % der Vollkosten ausmache, während sämtliche übrigen Kosten nur 10 % 

ausmachen würden. Gemäss verschiedenen Quellen sei das realitätsfremd. Ihre Erfahrung 

zeige, dass man in einem Bürobetrieb eher noch 20 bis 30 % auf den Personalaufwand 

schlagen müsse, um die Vollkosten zu erhalten. 

In einer Textpassage im Vortrag zur zweiten Änderung der ZAV und in der BSIG-Weisung Nr. 

2/213.316/4.2 stehe, der Regierungsrat lege gestützt auf Art. 22 Abs. 4 KESG fest, was eine 

bestimmte im Auftrag der KESB erbrachte Leistung durchschnittlich kosten dürfe. Der Kanton 

gebe somit die Höhe der Entschädigung vor, während die Gemeinden gehalten seien, sich 

beim Einsatz ihrer Ressourcen an der festgelegten Entschädigung zu orientieren. Übersteige 

die Entschädigung die von einer Gemeinde tatsächlich aufgewendeten Mittel, könne der 

Überschuss einbehalten werden, umgekehrt müssten zusätzliche Kosten selbst getragen 

werden. Noch deutlichere Worte ständen im gleichen Vortrag ganz am Schluss. Danach müs-

se der Regierungsrat bei der Festlegung der Pauschalen lediglich berücksichtigen, dass es 

den Gemeinden grundsätzlich möglich sei, die geforderten Leistungen in noch genügender 

Qualität zu erbringen.  

Die Beschwerdeführerin anerkenne die Zuständigkeit des Regierungsrats zum Erlass einer 

Vollzugsverordnung. Er dürfe darin auch die Einzelheiten der Abgeltung regeln, und in diesem 

Rahmen habe er wohl auch die Kompetenz, den befürchteten „Luxuslösungen" vorzubeugen. 

Jedoch sei der Regierungsrat durch Art. 22 Abs. 2 KESG verpflichtet, die Höhe der Entschä-

digung so zu regeln, dass den Gemeinden der ganze anfallende Aufwand abgegolten werde. 

Zumindest die zweite zitierte Passage mache deutlich, dass sich der Regierungsrat ermächtigt 

sehe, den tatsächlichen Aufwand der Gemeinden unberücksichtigt zu lassen und die Abgel-

tung nach seinem Ermessen auch etwas tiefer festzulegen. Eine solche Ermächtigung gebe 

es aber nicht, weshalb der Regierungsrat mit diesem Vorgehen in der aktuellen ZAV gegen 

das Gesetz verstosse. 

Die kantonalen Ämter seien der Ansicht, gestützt auf die ursprüngliche ZAV sei den Gemein-

den der ganze Besoldungs- und Weiterbildungsaufwand abgegolten worden, und deshalb sei 

die erwähnte Plafonierung beim Systemwechsel unproblematisch gewesen. Das treffe nicht 

zu: Mit der Regelung der ursprünglichen ZAV sei den Gemeinden nicht einmal der ganze Per-

sonalaufwand abgegolten worden, was damit zusammenhänge, dass der Bereich KES früher 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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zur Verbundsaufgabe „Sozialhilfe" gehört habe und es gewollt gewesen sei, dass die Ge-

meinden gewisse Stellenprozente ganz selbst finanziert hätten. Bei der Kantonalisierung des 

Kindes- und Erwachsenenschutzes sei dieser Mechanismus nicht geändert worden, obschon 

nun eigentlich der Kanton den ganzen Personalaufwand hätte tragen müssen. Die nicht ab-

gegoltenen CHF 426'904.89 für das Jahr 2013 würden somit auch einen schon unter der ur-

sprünglichen ZAV nicht vollständig abgegoltenen Anteil an Personalaufwand enthalten.20 

 

2.4 Die Vorinstanz hält diesen Ausführungen entgegen, nur das Dispositiv eines Urteils 

erwachse in Rechtskraft, nicht aber die Erwägungen. Das Dispositiv des Verwaltungsgerichts-

urteils vom 2. Dezember 2016 weise die Vorinstanz weder an, die gesamten Aufwendungen 

der Gemeinde zu ermitteln und zu entschädigen noch im Sinne der Erwägungen zu handeln. 

Es könne daher nicht sein, dass die Vorinstanz die von der Gemeinde geltend gemachten 

Kosten ohne weitere Prüfung zahlen solle. Im Interesse eines sorgsamen Umgangs mit Steu-

ergeldern habe der Regierungsrat die ZAV geschaffen. Diese Verordnung und nicht das Ver-

waltungsgerichtsurteil weise die Vorinstanz an, wie sie vorzugehen habe.  

Die Rüge der unvollständigen und unrichtigen Feststellung des Sachverhaltes sei nicht nach-

vollziehbar. Mit Instruktionsverfügung vom 1. März 2018 habe die Vorinstanz der Beschwerde-

führerin erläutert, wie sie die Abgeltung für das Jahr 2013 zu berechnen beabsichtige. Die 

Beschwerdeführerin habe sich somit zu allen für die Verfügung wesentlichen Punkten äussern 

können und die Vorinstanz habe sich mit ihren Ausführungen in sachgerechter Weise ausei-

nandergesetzt. Die Vorinstanz habe die Daten bei der Beschwerdeführerin erhoben und damit 

den Sachverhalt festgestellt. Sie sei einzig zu einem anderen Schluss als die Beschwerdefüh-

rerin gekommen und habe die ZAV angewendet, wohingegen die Beschwerdeführerin diese 

nicht angewandt wissen wolle. Dieser Streit sei aber rechtlicher und nicht sachverhaltlicher 

Natur.  

Die Vorinstanz habe die ZAV [2018] auf den bereits vor ihrem Inkrafttreten verwirklichten 

Sachverhalt angewandt, weil das Verwaltungsgericht die damals geltende ZAV [2013] als ge-

setzwidrig bezeichnet habe. Somit habe ein Ersatz gesucht werden müssen. Das KJA habe 

vorgeschlagen, die als gesetzwidrig erkannten früheren ZAV-Bestimmungen etwas abzuän-

dern und in dieser abgeänderten Form weiter anzuwenden. Die Vorinstanz sei aber nicht be-

fugt, selber nach Gutdünken Recht zu setzen, umso mehr, als Art. 22 Abs. 4 KESG dem Re-

gierungsrat (und nicht einem Amt) die Kompetenz einräume, auf Verordnungsstufe die Abgel-

tung zu regeln. Vielmehr habe die Vorinstanz als Verwaltungsbehörde Verordnungen des Re-

gierungsrates anzuwenden. Daher habe sich die Anwendung der neuen ZAV-Bestimmungen 

                                                

20 Beschwerde vom 15. November 2018 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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als folgerichtig und sachgerecht angeboten, selbst wenn sich der Sachverhalt vor dem Inkraft-

treten der neuen ZAV verwirklicht habe. In der neuen ZAV habe der Regierungsrat das Ver-

waltungsgerichtsurteil umgesetzt. Daher seien die neuen Bestimmungen aus Sicht des Regie-

rungsrates gesetzeskonform. Die von der Beschwerdeführerin aufgeworfene Frage, ob die 

heute geltende ZAV zu einer gesetzeskonformen Abgeltung der Gemeinden führe, sei aus 

den bereits dargelegten Gründen nicht durch die Vorinstanz zu beantworten. 

Vor dem Hintergrund, dass die Vorinstanz als Verwaltungsbehörde Verordnungen des Regie-

rungsrates anzuwenden habe, sei es nicht massgebend, wie sich die Beschwerdeführerin 

gegenüber dem Regierungsrat im Rahmen des Konsultationsverfahrens zur ZAV geäussert 

habe. Dies gelte umso mehr, als dass die Vorinstanz die ZAV nicht vorbereitet habe und diese 

sogar in einer anderen Direktion entstanden sei. Aus den gleichen Überlegungen äussere sich 

die Vorinstanz nicht zu den Ausführungen im Vortrag zur ZAV. Lediglich in sehr genereller 

Weise erlaube sich die Vorinstanz den Hinweis, dass das vom Kanton gewählte Entschädi-

gungssystem nicht darauf basiere, die anfallenden Kosten einzeln für jede Gemeinde zu er-

heben. Eine Kostenabrechnung im Einzelfall würde bei 346 Gemeinden einen unverhältnis-

mässigen Verwaltungsaufwand verursachen und würde kaum zu einem schonenden Einsatz 

der knappen finanziellen Ressourcen beitragen. Entsprechend habe der Regierungsrat wohl 

entschieden, die Aufwendungen der Gemeinden mittels Pauschalen abzugelten, im Wissen, 

dass Pauschalen nie den exakten Aufwand abdecken würden. 

Zusammenfassend sei festzuhalten, dass der Regierungsrat den Auftrag des Gesetzgebers in 

Art. 22 Abs. 4 KESG umgesetzt und mit Art. 7 ff. ZAV [2018] eine weitgehend pauschale, ein-

fache und praktikable Lösung getroffen habe, die gewährleiste, dass die Gemeinden für alle 

Tätigkeiten gemäss Art. 22 Abs. 2 KESG entschädigt würden, wobei sämtliche Ausgabenpos-

ten berücksichtigt seien. Es sei nicht durch die Vorinstanz als bloss rechtanwendende Behör-

de zu beurteilen, ob die geltende ZAV [2018] gesetzeskonform sei. Vielmehr habe die Vo-

rinstanz davon ausgehen dürfen, dass die ZAV [2018] gesetzeskonform sei und es daher ge-

boten und sachgerecht gewesen sei, sie auch auf einen Sachverhalt aus dem Jahr 2013 an-

zuwenden.21 

  

                                                

21 Beschwerdevernehmlassung vom 12. Februar 2019 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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3. Rechtsgrundlagen 

3.1 Die Zusammenarbeit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden mit den kommu-

nalen Diensten wird in Art. 22 KESG geregelt. Danach arbeiten die Kindes- und Erwachse-

nenschutzbehörden mit den Sozial- und Abklärungsdiensten sowie den Berufsbeistandschaf-

ten zusammen (Art. 22 Abs. 1 KESG). Die kommunalen Dienste sind auf Anordnung der Kin-

des- und Erwachsenenschutzbehörde verpflichtet, a) Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen, 

b) Beistandschaften und Vormundschaften für Minderjährige sowie c) Beistandschaften für 

Erwachsene zu führen und andere Massnahmen des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts 

zu vollziehen (Art. 22 Abs. 2 KESG). Der Kanton gilt den Gemeinden die im Rahmen der Tä-

tigkeiten nach Absatz 2 anfallenden Kosten ab (Art. 22 Abs. 3 KESG). Der Regierungsrat re-

gelt die Einzelheiten der Zusammenarbeit und der Abgeltung nach Absatz 3 durch Verord-

nung (Art. 22 Abs. 4 KESG). 

3.2 Diesem Auftrag ist der Regierungsrat mit dem Erlass der ZAV nachgekommen. Die 

Abgeltung der Aufwendungen der Gemeinden durch den Kanton wird in Art. 7 ff. ZAV gere-

gelt:  

Bis Ende 2016 bezahlte der Kanton den Gemeinden a) Pauschalen an ihre Aufwendungen für 

die Besoldung und Weiterbildung des zum Vollzug des Kindes- und Erwachsenenschutz-

rechts benötigten Fach- und Administrativpersonals, b) Pauschalen für die Ausbildung, Bera-

tung und Unterstützung der privaten Beiständinnen und Beistände, c) den anteilmässig auf die 

Vollzugsaufgaben im Kindes- und Erwachsenenschutz entfallenden Teil der effektiv ausge-

richteten Kinder- und Betreuungszulagen, sowie d) den anteilmässig auf die Vollzugsaufga-

ben im Kindes- und Erwachsenenschutz entfallenden Teil der effektiven Besoldungsaufwen-

dungen für Personen, welche in einer Fachausbildung im Sozialbereich standen und bei ei-

nem kommunalen Dienst ein Praktikum absolvierten (Art. 7 Bst. a bis d ZAV 201322). Die Vo-

rinstanz legte für jeden kommunalen Dienst jährlich die für den Vollzug des Kindes- und Er-

wachsenenschutzrechts benötigte Zahl der Fach- und Administrativpersonalstellen fest. Für 

jede bewilligte und besetzte Stelle wurde eine Pauschale ausgerichtet, deren Höhe sich nach 

den Artikeln 34 und 40 SHV23 bestimmte (Art. 8 Abs. 1 ZAV 2013). Gemäss Art. 8 Abs. 2 

ZAV 2013 erfolgte die Festlegung der Pauschalen grundsätzlich nach den gleichen Regeln 

wie die Festlegung der lastenausgleichsberechtigten Besoldungs- und Weiterbildungsaufwen-

dungen der Gemeinden für das im Bereich der individuellen Sozialhilfe benötigte Fach- und 

Administrativpersonal. Die entsprechenden Vorschriften der SHV fanden ergänzend und sinn-

gemäss Anwendung, soweit die ZAV 2013 keine Regelung enthielt. Die Vorinstanz schrieb die 

gestützt auf die ZAV 2013 geschuldeten Beträge den Gemeinden in ihren Lastenaus-

                                                

22 Version in Kraft vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016 (BAG 12-78) 
23 Verordnung vom 24. Oktober 2001 über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG 860.111) 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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gleichsabrechnungen gut (Art. 12 Abs. 1 ZAV 2013). Die Beträge wurden den Gemeinden 

zusammen mit einem allfälligen Differenzbetrag aus dem Lastenausgleich Sozialhilfe ausbe-

zahlt, während ein Differenzbetrag zulasten einer Gemeinde mit dem ihr gestützt auf die 

ZAV 2013 zu bezahlenden Betrag verrechnet wurde (Art. 12 Abs. 2 ZAV 2013).  

Auf den 1. Januar 2017 traten einige Änderungen der ZAV in Kraft: So entschädigte der Kan-

ton neu die Aufwendungen der Gemeinden durch Fallpauschalen (Art. 7 ZAV 201724). Die 

Höhe der einzelnen Fallpauschalen war in Art. 7 Abs. 1 Bst. a – m ZAV 2017 festgelegt. 

Überdies wurde das Total der Fallpauschalen neu durch das KJA berechnet (Art. 8 Abs. 1 

ZAV 2017). Es bestimmte den zur Auszahlung an die Gemeinden gelangenden Geldbetrag, 

gestützt auf den Durchschnitt der gemäss Absatz 1 über die letzten zwei Jahre berechneten 

Beträge (Art. 8 Abs. 2 ZAV 2017). Art. 12 ZAV 2013 wurde ersatzlos aufgehoben.  

Auf den 1. Januar 2018 wurden die Pauschalbeträge in Art. 7 ZAV 2017 erhöht, während 

Art. 8 ZAV 2017 unverändert belassen wurde.25  

3.3 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die der Beschwerdeführe-

rin für ihre Aufwendungen im Jahr 2013 im Bereich KES auszurichtende Abgeltung. Wie auf-

gezeigt, hat die ZAV seit 2013 einige Änderungen erfahren. Daher fragt sich, nach welchem 

Recht die sich stellenden Fragen zu beurteilen sind. 

Das anzuwendende Recht bestimmt sich in erster Linie nach den übergangsrechtlichen Vor-

schriften des interessierenden Sacherlasses.26 Ist darin nichts Besonderes vorgesehen, gelten 

die allgemeinen Regeln des intertemporalen Rechts.27 Danach entfaltet neues Recht grund-

sätzlich keine Rechtswirkung auf Sachverhalte, die sich vor seinem Inkrafttreten abschlies-

send verwirklicht haben.28 Ein Sachverhalt hat sich dann abschliessend verwirklicht, sobald 

die tatsächlichen Ereignisse, die zur Erfüllung des Tatbestands geführt haben, zu einem Ende 

gekommen sind.29 Soll in solchen Fällen ausnahmsweise dennoch neues Recht gelten, so 

muss (kumulativ) die Rückwirkung im fraglichen Erlass ausdrücklich angeordnet oder klar ge-

wollt sein, die Rückwirkung muss zeitlich mässig und durch triftige Gründe gerechtfertigt sein 

und sie darf weder stossenden Rechtsungleichheiten noch einen Eingriff in wohlerworbene 

Rechte bewirken.30 Handelt es sich hingegen um einen zeitlich offenen Dauersachverhalt, 

                                                

24 Version der ZAV in Kraft vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 (BAG 16-062) 
25 Version der ZAV in Kraft seit 1. Januar 2018 (BAG 17-051); ZAV 2018 
26 Waldmann/Weisenberger, Praxiskommentar zum Verwaltungsverfahrensgesetz, Zürich 2016, Art. 7 Rz. 8 
27 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 25 Rz. 6 
28 BGE 138 I 189 E. 3.4 S. 193 
29 Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, § 24 Rz. 23 
30 BGE 119 Ib 103 E.5 S. 110 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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wird neues Recht angewendet, wenn es für die gesuchstellende Person günstiger (milder) ist 

(sog. unechte Rückwirkung).31 

Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt hat sich im Jahr 2013 und damit vor Inkrafttreten 

der Änderungen der ZAV am 1. Januar 2017 (bzw. am 1. Januar 2018) verwirklicht und ist 

zeitlich abgeschlossen. Weder die ZAV 2017 noch die ZAV 2018 enthalten Bestimmungen, 

welche eine Rückwirkung des neuen Rechts vorsehen würden. Daher sind nach dem Gesag-

ten vorliegend weder die ZAV 2017 noch die ZAV 2018 anwendbar. Vielmehr richtet sich die 

Beurteilung der Beschwerde grundsätzlich nach dem am 31. Dezember 2013 geltenden 

Recht, d.h. nach der vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016 geltenden Version der ZAV 

(ZAV 2013).  

3.4 Mit Urteil vom 2. Dezember 2016 hat das Verwaltungsgericht des Kantons Bern im 

Rahmen einer konkreten Normenkontrolle vorfrageweise die Konformität von Art. 7 Bst. a und 

Art. 8 ZAV 2013 mit Art. 22 Abs. 3 und 4 KESG geprüft und festgehalten, Art. 7 Bst. a und Art. 

8 ZAV 2013 seien gesetzeswidrig und daher nicht anzuwenden.32 Das Dispositiv des Urteils 

vom 2. Dezember 2016 lautet wie folgt: 

"1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der Gesundheits- und Fürsorgedi-

rektion des Kantons Bern vom 23. April 2015 aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid an 

das kantonale Sozialamt zurückgewiesen wird. Soweit weitergehend, wird die Beschwerde abge-

wiesen. 

 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten gesprochen. 

 3. [Eröffnung]" 

In den Erwägungen ist das Verwaltungsgericht nach eingehender Auslegung der massgeben-

den Rechtsgrundlagen zum Schluss gekommen, dass Art. 22 Abs. 3 und 4 KESG die Über-

nahme sämtlicher Kosten vorschreiben. Es fänden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass ge-

wisse Teile der Kosten von den Gemeinden zu tragen seien oder dem Regierungsrat diesbe-

züglich ein Regelungsspielraum zustehe (E. 3.6). Insbesondere seien die vom Kanton abzu-

geltenden kommunalen Kosten im Bereich Kindes- und Erwachsenenschutz nicht gleich zu 

verstehen wie die lastenausgleichsberechtigten kommunalen Aufwendungen im Bereich der 

Sozialhilfe: Der Umfang der Kostenabgeltung nach Art. 22 Abs. 3 KESG sei ein anderer bzw. 

grösser als der Umfang der Kostenübernahme nach Art. 80 Bst. b SHG33. Auch nach dem 

Grundsatz der fiskalischen Äquivalenz, wonach Entscheidungs- und Finanzierungsebene de-

ckungsgleich seien („wer bestellt, zahlt“), sei der Kanton für die gesamte Finanzierung des 

Bereichs Kindes- und Erwachsenenschutzes bzw. zur Übernahme aller hierfür anfallenden 

                                                

31 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 35 Rz. 8 
32 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Dezember 2016 (VGE 100.2015.160U), Erwägung 6 
33 Gesetz vom 11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfegesetz, SHG; BSG 860.1) 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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Kosten zuständig (E. 3.4.3). Da der Gesetzgeber den Kanton verpflichtet habe, den Gemein-

den deren gesamte Aufwendungen für den Kindes- und Erwachsenenschutz zu erstatten, 

verstosse die Regelung von Art. 7 Bst. a und Art. 8 ZAV [2013] gegen Art. 22 Abs. 3 und 4 

KESG, soweit sie lediglich die Besoldungs- und Weiterbildungskosten abgelte und eine Über-

nahme der weiteren Verwaltungsaufwendungen der Gemeinden ausschliesse (E. 4.3).34 Die 

Ausführungen des Verwaltungsgerichts Bern beziehen sich unmittelbar auf den im vorliegen-

den Beschwerdeverfahren zu beurteilenden Sachverhalt und sind daher vorliegend verbind-

lich. 

3.5 Die Vorinstanz macht diesbezüglich geltend, nur das Dispositiv eines Urteils erwachse 

in Rechtskraft, nicht aber die Erwägungen. Im Dispositiv stehe nicht, dass im Sinne der Erwä-

gungen zu handeln sei, vielmehr hebe das Gericht nur die angefochtene Verfügung auf und 

weise die Sache zum neuen Entscheid zurück (ohne Anweisung, wie dieser Entscheid genau 

zu sein habe).35 

Dazu ist Folgendes festzuhalten: In der Tat wird nur die Verfügungs- oder Entscheidformel 

(Dispositiv) zusammen mit der Kostenregelung rechtswirksam. Dementsprechend können 

auch nur diese Teile der Verfügung angefochten werden. Das Dispositiv soll die behördliche 

Regelung klar und eindeutig festhalten und keine Begründungselemente aufweisen. Bei Zwei-

feln über die behördlichen Anordnungen im Dispositiv muss jedoch der massgebende Gehalt 

durch Auslegung ermittelt werden. Dabei kann insbesondere auf die Begründung der Verfü-

gung zurückgegriffen werden. Miteinzubeziehen ist zudem, welches Verständnis der gesetzli-

chen Regelung entspricht, da die Verwaltung an die Gesetzgebung gebunden und nicht zu 

vermuten ist, sie habe eine vom Gesetz abweichende Lösung treffen wollen. Gestützt auf den 

Vertrauensgrundsatz ist weiter zu berücksichtigen, wie die Adressatinnen und Adressaten die 

Verfügung in guten Treuen verstehen durften und mussten.36 Weist das Verwaltungsgericht 

die Akten zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück (vgl. Art. 84 Abs. 1 VRPG), ist zudem 

Folgendes zu beachten: Anders als im Verwaltungsbeschwerdeverfahren verhält diese Be-

stimmung das Verwaltungsgericht nicht dazu, der Vorinstanz bzw. der verfügenden Behörde 

in der Begründung seines Rückweisungsurteils die nötigen Handlungsanweisungen zu geben, 

auch wenn das Verwaltungsgericht in seinen Rückweisungsurteilen die Sache regelmässig im 

Sinne der Erwägungen zurückweist. Diese im Dispositiv enthaltene Formel bewirkt, dass die 

Erwägungen für alle Beteiligten verbindlich sind und in Rechtskraft erwachsen.37 

Vorliegend findet sich die Formel "im Sinne der Erwägungen" zwar nicht im Dispositiv. Trotz-

dem sind die Erwägungen zwingend zur Sinnermittlung des Dispositivs heranzuziehen: Na-

                                                

34 VGE 100.2015.160U, a.a.O. 
35 Beschwerdevernehmlassung vom 12. Februar 2019, S. 2 Rz. 2 
36 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 52 N. 12, Art. 49 N. 4 
37 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 84 N. 6 

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mentlich unter Berücksichtigung der Erwägungen, aber auch des Rechtsverständnisses sowie 

nach Treu und Glauben kann Ziff. 1 des Dispositivs nur dahingehend verstanden werden, als 

dass die Vorinstanz beim neuen Entscheid die Erkenntnis des Verwaltungsgerichts, wonach 

Art. 7 Bst. a und Art. 8 ZAV 2013 nicht anzuwenden seien und der Kanton den Gemeinden 

deren gesamten Aufwendungen im Bereich KES erstatten müsse, zwingend zu berücksichti-

gen hat. Die Vorinstanz darf nicht nach Gutdünken neu entscheiden. Insofern ist jedoch fest-

zuhalten, dass die Vorinstanz das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 2. Dezember 2016 sehr 

wohl massgeblich in ihre Entscheidfindung einbezogen hat und nach einer Lösung gesucht 

hat, um das Urteil vom 2. Dezember 2016 zu berücksichtigen. So hat die Vorinstanz nicht 

mehr die ZAV 2013, sondern die ZAV 2018 angewandt, mit der Überlegung, mit den vom Re-

gierungsrat festgelegten und auf den 1. Januar 2018 erhöhten Fallpauschalen seien nun alle 

Aufwendungen der Gemeinde abgegolten.38 Auch wenn der Auffassung der Vorinstanz nicht 

gefolgt werden kann und die ZAV 2018 mangels entsprechender Rückwirkungsbestimmungen 

nicht auf den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt aus dem Jahr 2013 anzuwenden ist, ist 

doch das Bestreben der Vorinstanz, eine rechtskonforme und praktikable Lösung im Sinne 

des Urteils vom 2. Dezember 2016 zu finden, positiv zu würdigen. 

3.6 Zusammenfassend sind im vorliegenden Verfahren (aufgrund des Urteils vom 2. De-

zember 2016) weder Art. 7 Bst. a und Art. 8 ZAV 2013 noch (mangels entsprechender Über-

gangsbestimmungen, die eine Rückwirkung vorsehen würden) die ZAV 2017 oder ZAV 2018 

anwendbar. Folglich hätte die Vorinstanz die Abgeltung für die Aufwendungen der Beschwer-

deführerin im Jahr 2013 im Bereich KES nicht gestützt auf die ZAV 2018 berechnen dürfen. 

Mangels Anwendbarkeit der ZAV 2018 ist auch keine vorfrageweise Überprüfung ihrer Kon-

formität mit Art. 22 Abs. 3 KESG vorzunehmen. Vielmehr ist die Abgeltung für die Aufwendun-

gen der Beschwerdeführerin im Bereich KES im Jahr 2013 direkt gestützt Art. 22 Abs. 3 

KESG festzulegen. 

 

4. Höhe der Abgeltung 

4.1. Gemäss Art. 22 Abs. 3 KESG gilt der Kanton den Gemeinden die im Rahmen der Tä-

tigkeiten nach Absatz 2 anfallenden Kosten ab. Art. 22 Abs. 3 KESG schreibt eine Abgeltung 

der vollen Kosten der Gemeinden vor. Das Verwaltungsgericht hat dazu abschliessend Fol-

gendes festgehalten:  

"Nach dem Gesagten legen alle untersuchten Auslegungselemente nahe, dass Art. 22 Abs. 3 

und 4 KESG die Übernahme sämtlicher Kosten im Bereich des Kindes- und Erwachsenen-

                                                

38 Vgl. Begründung der Verfügung vom 16. Oktober 2018, Erwägungen 2.2. bis 2.4 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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schutzes vorschreibt. Anhaltspunkte dafür, dass gewisse Teile der Kosten den Gemeinden 

überbunden bleiben können oder dem Regierungsrat diesbezüglich ein Regelungsspielraum 

zusteht, lassen sich keine finden."39 Der Gesetzgeber habe den Kanton verpflichtet, den Ge-

meinden deren gesamte Aufwendungen für den Kindes- und Erwachsenenschutz zu erstat-

ten.40  

4.2. Die Beschwerdeführerin beantragt eine Abgeltung von total CHF 3'213'298.50 für ihre 

Aufwendungen im Bereich KES im Jahr 2013. Im Jahr 2014 wurde ihr bereits ein Betrag in der 

Höhe von CHF 2'445'972.25 (Besoldungskosten Sozialdienste) plus CHF 41'400.00 (Private 

Mandatstragende) ausbezahlt. Mit der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2018 wur-

den ihr zusätzlich CHF 299'021.89 abgegolten. Somit belaufen sich die nach Auffassung der 

Beschwerdeführerin noch nicht abgegoltenen Aufwendungen auf CHF 426'904.36.  

4.3. Die Differenz zwischen den seitens der Beschwerdeführerin geltend gemachten Auf-

wendungen und der seitens der Vorinstanz festgesetzten Abgeltung ist erheblich. Die Vo-

rinstanz hatte die Abgeltung gestützt auf die Fallpauschalen gemäss Art. 7 ZAV 2018 berech-

net und sich dabei auf die von der Beschwerdeführerin für das Jahr 2013 angegebenen Fall-

zahlen sowie die Jahresstatistik 2012 des Kindes- und Erwachsenenschutzes gestützt.41 Eine 

Prüfung, ob die Kostenaufstellung der Beschwerdeführerin für die einzelnen Positionen bzw. 

ob die geltend gemachten Aufwendungen42 im Einzelnen gerechtfertigt und buchhalterisch 

korrekt verbucht sind, hat sie noch nicht vorgenommen. Diese Prüfung ist nachzuholen. Kei-

neswegs soll die Vorinstanz die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Kosten ohne 

weitere Prüfung zahlen.43 Nicht abgegoltene Kosten in der Grössenordnung von 

CHF 426'904.36 müssen jedoch zwingend begründet werden können, etwa mit einer fehler-

haften Kostenaufstellung durch die Gemeinde. Auch wenn der Vorinstanz grundsätzlich bei-

zupflichten ist, dass aus Kosten- und Praktikabilitätsgründen nicht standardmässig für jede 

einzelne Gemeinde eine individuelle Kostenabrechnung vorgenommen werden kann, ist eine 

Differenz von CHF 426'904.36 zwischen den geltend gemachten und den tatsächlich abgegol-

tenen Aufwendungen zu gross, als dass sie ignoriert werden könnte. Nicht abgegoltene Kos-

ten in dieser Höhe führen zu einem Widerspruch mit Art. 22 Abs. 3 KESG, wonach alle kom-

munalen Aufwendungen im Bereich KES abzugelten sind. 

  

                                                

39 VGE 100.2015.160U, a.a.O., Erwägung 3.6 
40 VGE 100.2015.160U, a.a.O., Erwägung 4.3 
41 Verfügung vom 16. Oktober 2018, Erwägung 5.1 sowie Anhang 
42 Vgl. etwa Kostenaufstellung auf S. 7 f. Ziff. 22 f. der Beschwerde vom 15. November 2018 
43 Vgl. Beschwerdevernehmlassung vom 12. Februar 2019 Ziff. 2 Abs. 3 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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5. Verzugszins 

5.1 Die Beschwerdeführerin beantragt schliesslich Verzugszins von 5 % auf 

CHF 725'926.25 seit dem 27. Juni 2014. Die ZAV sehe keinen Verzugszins vor. Ein solcher 

sei trotzdem geschuldet, da die Pflicht zur Zahlung von Verzugszinsen als allgemeiner 

Rechtsgrundsatz gelte und die Zahlung von Verzugszinsen im vorliegenden Fall gesetzlich 

nicht ausgeschlossen sei. Die Beschwerdeführerin habe den geschuldeten Betrag spätestens 

mit ihrer Beschwerde vom 26. Juni 2014 unmissverständlich verlangt, weshalb sich der Kan-

ton Bern spätestens seit dem 27. Juni 2014 in Verzug befinde.44 

5.2 Bei verspäteter Zahlung der sich aus dem FILAG45 ergebenden Verpflichtungen des 

Kantons und der Gemeinden ist ein Verzugszins geschuldet (Art. 39 Abs. 1 FILAG). Hat der 

Kanton oder eine Gemeinde einen Betrag zurückzuerstatten, ist auf diesem Betrag seit dem 

Zeitpunkt der Auszahlung ein Vergütungszins geschuldet (Art. 39 Abs. 2 FILAG). Es gelten 

die gleichen Zinssätze wie bei Verzugs- und Vergütungszinsen auf Steuerbeträgen (Art. 39 

Abs. 3 FILAG).  

Vorab ist zu prüfen, ob es sich bei der Forderung der Beschwerdeführerin um eine sich aus 

dem FILAG ergebende Verpflichtung handelt. Dazu ist Folgendes festzuhalten: Bis Ende 2016 

schrieb die Vorinstanz die den Gemeinden geschuldeten Beträge in ihren Lastenaus-

gleichsabrechnungen Sozialhilfe gut (Art. 12 Abs. 1 ZAV 2013). Dementsprechend hatte die 

Vorinstanz die Abgeltung für die Aufwendungen der Beschwerdeführerin im Kindes- und Er-

wachsenenschutz im Jahr 2013 in der "Verfügung über die Abrechnung der Sozialhilfeauf-

wendungen, Bonus-Malus in der wirtschaftlichen Hilfe und den Kindes- und Erwachsenen-

schutz (KES) für das Jahr 2013" vom 31. Mai 201446 festgesetzt. Jedoch fallen die Aufwen-

dungen für den Kindes- und Erwachsenschutz – im Gegensatz zur Sozialhilfe – nicht in den 

Anwendungsbereich des Lastenausgleichs.47 Daher ist Art. 39 FILAG vorliegend nicht an-

wendbar.  

5.3 Nach ständiger Praxis sind öffentlich-rechtliche Geldforderungen auch ohne ausdrück-

liche Gesetzesvorschrift zu 5 % zu verzinsen, wenn sich der Schuldner oder die Schuldnerin 

mit der Zahlung der Geldschuld in Verzug befindet.48 Wo der Verzug einer öffentlich-

rechtlichen Geldforderung nicht von Gesetzes wegen zu einem bestimmten Zeitpunkt eintritt, 

                                                

44 Beschwerde vom 15. November 2018 S. 9 
45 Gesetz vom 27. November 2000 über den Finanz- und Lastenausgleich (FILAG; BSG 631.1) 
46 Akten des Beschwerdeverfahrens GEF.2014-11449 
47 Vgl. Art. 22 FILAG, Art. 80 SHG (Fassung vom 1. Februar 2011); VGE 100.2015.160U, a.a.O., Erwägung 3.4.2; 

Verfügung der Vorinstanz vom 31. Mai 2014, Beilage 4 
48 Vgl. statt vieler: Urteil des Verwaltungsgerichts Kanton Bern Nr. 100 2013 397 vom 8. Juni 2015 E. 5, mit Hin-

weisen; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. November 2018, Nr. 100.2016.235U, Erwä-

gung 7.3, mit Hinweisen; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7.A., Zürich, 2016 Rz. 156 ff. 

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ist hierfür erforderlich, dass die Geldforderung unmissverständlich geltend gemacht wird.49 In 

analoger Anwendung von Art. 102 OR50  setzt damit auch die Verzugszinspflicht für öffentlich-

rechtliche Geldforderungen eine Mahnung voraus. Von einer solchen kann allerdings dann 

abgesehen werden, wenn der Schuldner unmissverständlich erklärt, er werde nicht leisten, 

sodass sich eine Mahnung als überflüssig erweisen würde und der Verzug unmittelbar bei 

Fälligkeit eintritt.51 Eine Forderung gilt dann als fällig, wenn der Gläubiger die geschuldete 

Leistung fordern kann und der Schuldner sie (auf entsprechende Aufforderung hin) erbringen 

muss.52 Analog zu Art. 104 OR liegt die Funktion der Verzugszinsen grundsätzlich in der Ab-

geltung aller dem Gläubiger aus der Leistungsverspätung entstehenden Nachteile durch Vor-

enthaltung der geschuldeten Geldsumme. Dem Grundsatz der Verzugszinsen liegt die Fiktion 

zugrunde, dass der verzugsbelastete Schuldner bis zur Erfüllung weiterhin über den Betrag 

verfügen kann und dem Gläubiger dadurch eine dementsprechende Vermögensbeeinträchti-

gung widerfährt.53 

Zu prüfen ist somit, ob sich die Vorinstanz vorliegend mit der Zahlung der Abgeltung für Leis-

tungen der Beschwerdeführerin im Jahr 2013 im Bereich KES in Verzug befindet. Vorausset-

zung dazu ist nach dem Gesagten, dass die entsprechende Forderung der Beschwerdeführe-

rin fällig ist.  

Die Vorinstanz verfügte bis Ende 2016 die den Gemeinden geschuldeten Abgeltungen für 

Aufwendungen im Bereich KES bis spätestens Ende Mai des Folgejahres in ihren Lastenaus-

gleichsabrechnungen Sozialhilfe (Art. 12 Abs. 1 ZAV 2013 i.V.m. Art. 17 Abs. 4 FILAV54). 

Art. 25 FILAV regelt, dass die sich aus dieser Verordnung ergebenden Verpflichtungen der 

Gemeinden und des Kantons innert 30 Tagen seit Eröffnung der Verfügung oder der Abrech-

nung zur Zahlung fällig sind. Dazu gehören offensichtlich die Gemeindeanteile des Lasten-

ausgleichs Sozialhilfe (vgl. Art. 16 FILAV).  

Auch wenn die Abgeltung für Aufwendungen im Bereich KES nicht lastenausgleichsberechtigt 

ist, muss doch für alle in der Lastenausgleichsabrechnung Sozialhilfe verfügten Beträge das 

gleiche Fälligkeitsdatum gelten. Somit war die Forderung der Beschwerdeführerin auf Ausrich-

tung der Abgeltung für ihre Aufwendungen im Bereich KES im Jahr 2013 30 Tage nach Eröff-

nung der entsprechenden Verfügung vom 31. Mai 2014 fällig.  

                                                

49 vgl. BGer 2C_888/2010 vom 7. April 2011 E. 5.3 sowie 2A.539/2005 vom 12. April 2006 E. 5.3 
50 Bundesgesetz vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter 

Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220) 
51 Vgl. BGE 110 II 141 E. 1b, 97 II 58 E. 5 
52 Vgl. statt vieler BGE 129 III 535 E. 3.2.1 
53 Vgl. Wolfgang Wiegand, in: Honsell/Vogt/Wiegand (Hrsg.), Basler Kommentar zum Obligationenrecht I, 

5. Auflage, Art. 104 N. 1 
54 Verordnung vom 22. August 2001 über den Finanz- und Lastenausgleich (FILAV; BSG 631.111); da die hier 

interessierenden Bestimmungen der FILAV seit dem Jahr 2013 keine Änderung erfahren haben, kann die derzeit in 

Kraft stehende Version angewendet werden. 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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Zum selben Ergebnis gelangt man, indem man die Verfügung der Vorinstanz vom 31. Mai 

2014 als ihre unmissverständliche und verbindliche Erklärung ansieht, nicht alle seitens der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Aufwendungen abzugelten, sondern einen Teil der 

beantragten Kosten nicht zu erstatten. 

Der 31. Mai 2014 war ein Samstag. Somit ist davon auszugehen, dass die Verfügung der Be-

schwerdeführerin frühestens am Montag, 2. Juni 2014, eröffnet wurde. Demzufolge ist ihre 

Forderung 30 Tage später, d.h. am 2. Juli 2014, fällig geworden. Somit sind ab 2. Juli 2014 

Verzugszinsen in der Höhe von 5 % auf der allfälligen Differenz zwischen der bereits ausbe-

zahlten und der korrekten (noch zu berechnenden) Abgeltung für die Aufwendungen der Be-

schwerdeführerin im Jahr 2013 im Bereich KES geschuldet. Bei der Berechnung der Verzugs-

zinsen ist zudem zu beachten, dass sich mit Auszahlung des Betrags von CHF 299'021.89 im 

Oktober 2018 die Forderung der Beschwerdeführerin auf Abgeltung ihrer Aufwendungen ent-

sprechend verringert hat.55 

 

6. Ergebnis 

Kann auf die Beschwerde eingetreten werden, so entscheidet die Beschwerdeinstanz in der 

Sache oder weist die Akten ausnahmsweise und mit verbindlichen Anordnungen an die Vor-

instanz zurück (Art. 72 Abs. 1 VRPG). Eine solche Rückweisung ist zulässig, wenn besondere 

Gründe dafür sprechen, welche die prozessökonomischen Gesichtspunkte in den Hintergrund 

treten lassen, wie beispielsweise die Erforderlichkeit besonderer Fachkenntnisse, welche die 

Beschwerdebehörde nicht gleichermassen verfügbar machen kann wie die Vorinstanz.56 Die 

im Rückweisungsentscheid aufgeführten Anordnungen sind sowohl für die Vorinstanz als 

auch für die Beschwerdeinstanz verbindlich.57 

Vorliegend hat die Vorinstanz die geltend gemachten Aufwendungen der Beschwerdeführerin 

noch nicht im Einzelnen überprüft, sondern lediglich die Fallzahlen festgelegt und diese dann 

mit den Fallpauschalen gemäss Art. 7 ZAV 2018 multipliziert. Daher ist eine erstmalige Prü-

fung der Begründetheit und Korrektheit der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

Aufwendungen im Bereich KES für das Jahr 2013 notwendig. Dazu sind besondere Fach-

kenntnisse wie auch buchhalterische Kenntnisse notwendig. Die Vorinstanz ist daher anzu-

weisen, die von der Beschwerdeführerin für das Jahr 2013 geltend gemachten Aufwendungen 

                                                

55 Berechnung Verzugszins: 5 % auf dem Betrag X für die Zeit vom 2. Juli 2014 bis Oktober 2018 plus 5 % auf dem 

Betrag (X-CHF 299'021.89) für die Zeit ab Oktober 2018 bis zum Verfügungszeitpunkt. X steht für die mit Verfü-

gung vom 31. Mai 2014 noch nicht abgegoltenen Aufwendungen der Beschwerdeführerin. 
56 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 72 Nrn 2 f.  
57 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O. Art. 72 N 4; Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, 

Bern 2011, S. 191 Ziff. 3.d) 

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern 

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im Bereich KES zu überprüfen und gestützt darauf die Abgeltung neu festzulegen. Bei der 

Festlegung der Abgeltung ist zu beachten, dass Art. 22 Abs. 3 KESG die Abgeltung sämtli-

cher Aufwendungen der Beschwerdeführerin für ihre Tätigkeiten im Bereich KES vorschreibt, 

soweit diese Aufwendungen gerechtfertigt sind und korrekt verbucht wurden. Das heisst konk-

ret, dass der Beschwerdeführerin alle Kosten abzugelten sind, die ihr ohne die Wahrnehmung 

von Aufgaben aus dem Bereich Kindes- und Erwachsenenschutz nicht entstanden wären. Auf 

der Basis des so neu festgesetzten Abgeltungsbetrags sind sodann Verzugszinsen in der Hö-

he von 5 % seit 2. Juli 2014 zu berechnen (vgl. für die Zins-Berechnung Erwägung 5 und 

Fussnote 55). 

 

7. Kosten 

Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Pauschalgebühr (Art. 103 VRPG), werden der 

unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete 

eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten 

zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Behörden im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe a 

werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 108 Abs. 2 VRPG).  

Vorliegend dringt die Beschwerdeführerin mit ihrem Rechtsbegehren nur teilweise durch. 

Nach der Praxis im Kanton Bern ist jedoch von einem vollumfänglichen Obsiegen im Kosten-

punkt auszugehen, sofern bei Vorliegen eines reformatorischen (Haupt-)Antrags ein Rückwei-

sungsentscheid ergeht und die infolge Rückweisung vorzunehmende Neubeurteilung – wie 

hier – noch zu einer vollständigen Gutheissung des Begehrens führen kann.58 Demnach ist die 

Beschwerdeführerin für die Kostenverlegung als gänzlich obsiegend zu betrachten und sind 

für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der unterlie-

genden Vorinstanz sind als Behörde i.S.v. Art. 2 Abs. 1 Bst. a VRPG keine Verfahrenskosten 

aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 2 VRPG). 

Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht deren 

prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder die Wett-

schlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt 

erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige 

Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die obsiegende Beschwerde-

führerin ist nicht anwaltlich vertreten und hat daher keinen Anspruch auf Parteikostenersatz. 

  

                                                

58 VGE 100.2015.160U, a.a.O. E. 7.1, mit Hinweisen 

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III. Entscheid 

1. Die Beschwerde vom 15. November 2018 wird dahingehend gutgeheissen, als dass 

die Verfügung der Vorinstanz vom 16. Oktober 2018 aufgehoben und die Sache zur 

Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 

Soweit weitergehend, wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Vorinstanz wird angewiesen, die Abgeltung der Beschwerdeführerin für deren 

Aufwendungen im Jahr 2013 im Bereich Kindes- und Erwachsenenschutz im Sinne der 

Erwägungen neu zu berechnen und zu verfügen. 

3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

 

 

 

IV. Eröffnung 

- Beschwerdeführerin, Einschreiben 

- Vorinstanz, per Kurier 

 

 

 

DER GESUNDHEITS- UND  
FÜRSORGEDIREKTOR 

 
 
 
Pierre Alain Schnegg 
Regierungsrat 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit schriftlicher und begründeter Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 12, 3011 Bern angefoch-

ten werden. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in 3 Exemplaren einzureichen ist, muss einen 

Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten; der 

angefochtene Entscheid und greifbare Beweismittel sind beizulegen.