# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5292d64-56c4-5746-bff9-e2a71e4142db
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2010 A-7750/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7750-2009_2010-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-7750/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 1 0

Richter André Moser (Vorsitz), 
Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, 
Richter Christoph Bandli, 
Gerichtsschreiber Johannes Streif.

A._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Die Schweizerische Post,
Konzernleitung, Viktoriastrasse 21, Postfach, 3030 Bern,
Vorinstanz.

Ordentliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-7750/2009

Sachverhalt:

A.
A._______  ist  seit  dem  1. Februar  2001  als  Paketbote,  Bereich 
PostLogistics,  der  Schweizerischen  Post  angestellt.  Auf  seinen 
Wunsch hin ist das Arbeitspensum von anfänglich 100% auf 40% (ab 
September 2002) und schliesslich auf 20% (seit November 2008) re-
duziert  worden.  Aufgrund  des  geringen  Pensums  konnte  ihm  keine 
feste Zustelltour zugewiesen werden. Daher wurde er öfters als Ver-
stärkung eines anderen Paketboten eingesetzt oder er wurde auf einer 
neuen Tour angelernt, damit er bei Ausfällen oder Ferienabwesenhei-
ten einspringen konnte. 

B.
Am  30. September  2008  weigerte  sich  A._______,  der  Anweisung 
seines  Vorgesetzten,  eine  andere  Tour  zu  übernehmen,  nachzu-
kommen.  Gespräche  über  diesen  Vorfall  fanden  am  3.  und  am 
6. Oktober 2008 statt, anlässlich denen A._______ bekräftigte, er sei 
nicht  bereit,  nach  einem  gewissen  Zeitpunkt  Änderungen  der 
Tourenzuteilung  entgegenzunehmen.  Die  Distributionsbasis  wertete 
das Verhalten von A._______ als Arbeitsverweigerung und setzte es 
einer Verletzung wichtiger vertraglicher Pflichten gleich. PostLogistics 
teilte  ihm  deshalb  mit  Brief  vom  9. Oktober  2008  mit,  es  werde 
beabsichtigt,  das Arbeitsverhältnis aufzulösen, und sie gewährte ihm 
das rechtliche Gehör. A._______ erhob hiergegen mit Schreiben vom 
19. Oktober  2008  "Einsprache". PostLogistics  nahm davon  Kenntnis, 
hielt  aber an ihrer Haltung fest,  wonach das Vertrauensverhältnis als 
zerrüttet betrachtet wurde.

C.
Eine  am 7. November  2008 ausgesprochene Kündigung  erwies  sich 
als  nichtig,  da  wegen  Krankheit  von  A._______  die  Sperrfrist  nach 
Ziffer 511  Anhang 4  des  Gesamtarbeitsvertrages  Post  (Stand 
1. Januar  2009; nachfolgend  GAV Post)  ausgelöst  war. Nach  Ablauf 
der Sperrfrist sprach PostLogistics am 4. Mai 2009 gegen A._______ – 
unter Einhaltung der viermonatigen Kündigungsfrist  – die ordentliche 
Kündigung  per  30. September  2009  aus.  Sie  stützte  sich  dabei  auf 
Ziffer 124  Bst. a  Anhang  4  GAV  Post,  wonach  als  Grund  für  eine 
ordentliche  Kündigung  die  Verletzung  wichtiger  gesetzlicher  oder 
vertraglicher Pflichten gilt. Als solche wertete sie das Vorkommnis vom 

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30. September 2008. A._______ habe eine Grenze überschritten, die 
eine weitere Zusammenarbeit verunmögliche.

D. 
A._______ erhob mit Eingabe vom 29. Mai 2009 Beschwerde gegen 
die Verfügung vom 4. Mai 2009 und beantragte sinngemäss, diese sei 
aufzuheben und es sei ihm in seiner Arbeitsgruppe wieder eine Stelle 
anzubieten. Zur Begründung brachte er insbesondere vor, es sei ihm 
gegenüber  keine  Verwarnung  ausgesprochen  worden  und  es  lägen 
keine Gründe für eine Kündigung vor.

E.
PostLogistics nahm mit Schreiben vom 16. Juni 2009 zur Beschwerde 
Stellung und beantragte die Feststellung der Gültigkeit der Kündigung 
vom 4. Mai 2009.

F.
Der Konzernleiter der Schweizerischen Post wies die Beschwerde mit 
Entscheid vom 8. Dezember 2009 ab.

G.
Gegen  den  Beschwerdeentscheid  vom  8. Dezember  2009  erhebt 
A._______  (nachfolgend  Beschwerdeführer)  am  11. Dezember  2009 
Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt 
sinngemäss, den Entscheid aufzuheben. In der Begründung schildert 
er  (erneut)  den Sachverhalt  vor und nach dem 30. September  2008 
aus seiner Sicht und bringt der Hoffnung Ausdruck, dass es in seiner 
Arbeitsgruppe noch Platz für ihn habe. In einer Beschwerdeergänzung 
vom 15. Januar 2010 bringt er unter anderem vor, er habe noch 22 Fe-
rientage und 16 Ruhetage zugut. 

H.
Die Schweizerische Post  (nachfolgend Vorinstanz)  beantragt  in  ihrer 
Vernehmlassung vom 11. Februar 2010, die Beschwerde sei abzuwei-
sen und auf die Beschwerdeergänzung nicht einzutreten, eventuell sei 
diese abzuweisen.

I.
Am 17. Februar  2010 nimmt  der  Beschwerdeführer  zur  Vernehmlas-
sung der Vorinstanz Stellung. Am 5. März 2010 und am 7. April 2010 
lässt er dem Bundesverwaltungsgericht unaufgefordert je eine weitere 
Eingabe zukommen.

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J.  
Auf  die  übrigen  Ausführungen  in  den  Rechtsschriften  wird  –  soweit 
entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht, vorbehält-
lich der Ausnahmen nach Art. 32 VGG, Beschwerden gegen Verfügun-
gen nach  Art.  5  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Die  Schweizerische 
Post gehört zu den Behörden im Sinne von Art.  33 Bst. e VGG und ist 
damit  eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Im vorliegend 
betroffenen  Rechtsgebiet  besteht  keine  Ausnahme  gemäss  Art. 32 
VGG. Nach Art. 36 Abs. 1 des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 
2000 (BPG, SR 172.220.1) können sodann im Bereich des Bundesper-
sonalrechts  Entscheide  interner  Beschwerdeinstanzen  im  Sinne  von 
Art. 35 Abs. 1 BPG beim Bundesverwaltungsgericht angefochten wer-
den. Im Bereich der Post bezeichnet der Gesamtarbeitsvertrag die in-
terne  Beschwerdeinstanz  (vgl.  Art. 38  BPG).  Gemäss  Ziff. 21  An-
hang 6 GAV Post  agiert  der Konzernleiter  als  interne Beschwerdein-
stanz.  Damit  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  zur  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  gegen  den  Entscheid  des  Konzernleiters 
vom 8. Dezember 2009 zuständig (vgl. auch Ziff. 22 Abs. 1 Anhang 6 
GAV Post).

1.1 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesver-
waltungsgericht  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG 
nichts anderes bestimmt.

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur 
Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung hat. Als formeller Verfügungsadressat der belastenden Ver-
fügung ist der Beschwerdeführer ohne weiteres zur Beschwerde legiti -
miert.

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1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
(Art. 50  und  52  VwVG)  ist  grundsätzlich  einzutreten,  zumal  an  eine 
Laienbeschwerde bezüglich Formerfordernisse keine strengen Anfor-
derungen gestellt werden dürfen (vgl. Entscheid der Eidgenössischen 
Zollrekurskommission vom 29. Juli 2004, veröffentlicht in Verwaltungs-
praxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  69.16  E. 1b). Die  Beschwerdeer-
gänzung vom 15. Januar 2010 ist unter Berücksichtigung des Fristen-
stillstandes gemäss Art. 22a Abs. 1 Bst. c VwVG – entgegen der Auf-
fassung  der  Vorinstanz  –  ebenfalls  noch  innerhalb  der  gesetzlichen 
dreissigtägigen  Beschwerdefrist  (Art. 50  Abs. 1  VwVG)  eingereicht 
worden. Es ist  jedoch insoweit  nicht  darauf  einzutreten,  als  der  Be-
schwerdeführer  einen  Anspruch  von 22  Ferientagen  und  16  Ruhe-
tagen geltend macht, zumal er mit einem solchen Begehren den Streit -
gegenstand in unzulässiger Weise erweitert. Ein (sinngemässer)  An-
trag,  der  über  das  hinausgeht,  was  von der  Vorinstanz  entschieden 
worden ist,  oder  mit  dem Gegenstand der  angefochtenen Verfügung 
nichts zu tun hat,  ist  ungültig  (Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
A-5455/2009  vom  21. Januar  2010  E. 2.1  mit  Hinweisen;  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.213).

2.
Der Beschwerdeführer macht geltend, vor dem Aussprechen der Kün-
digung hätte er  verwarnt  werden müssen.  Im Unterschied zu Art. 12 
Abs. 6 Bst. b BPG bzw. Ziff. 124 Bst. b Anhang 4 GAV Post,  wonach 
Mängel in der Leistung oder im Verhalten nur unter der Voraussetzung, 
dass sie trotz schriftlicher Mahnung anhalten oder sich wiederholen, 
einen Kündigungsgrund darstellen, ist eine Mahnung oder Verwarnung 
vor dem Aussprechen der Kündigung in den Fällen von Art.  12 Abs. 6 
Bst. a BPG bzw. Ziff. 124 Bst. a Anhang 4 GAV Post nach dem Geset-
zeswortlaut nicht erforderlich. Wie das Bundesgericht aber festgestellt  
hat, ist auch bei einer Kündigung gemäss Art.  12 Abs. 6 Bst. a BPG ei-
ne vorgängige schriftliche Mahnung notwendig (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts  1C_277/2007  vom 30.  Juni  2008  E. 5.3  ff.,  mit  zahlreichen 
Hinweisen). Nach  den  klaren  Ausführungen  des  Bundesgerichts  be-
steht dabei kein Raum, im Einzelfall auf eine Mahnung zu verzichten 
(Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-309/2009 vom 15. Mai 2009 
E. 2.3).

Daran vermag auch die Auffassung der Vorinstanz, das Verhalten des 
Beschwerdeführers lasse vorliegend keinen anderen Schluss zu,  als 

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dass er auch bei  einer schriftlichen Verwarnung sein Verhalten nicht 
geändert und seine vertragliche Pflicht verletzt hätte, nichts zu ändern. 
Denn  die  Ausgangslage  ist  entschieden  anders,  ob  eine  schriftliche 
Mahnung erfolgt ist oder nicht. Mit der Mahnung wird einerseits der Ar-
beitnehmer  unmissverständlich  an  seine  Verhaltenspflichten  erinnert 
und ihm der Ernst der Lage vor Augen geführt. Anderseits eröffnet sie 
dem Arbeitgeber  neue  rechtliche  Möglichkeiten,  die  ihm ohne  Mah-
nung nicht  offen stünden,  nämlich  diejenige der  ordentlichen Kündi -
gung,  sollte  der  Arbeitnehmer  ungeachtet  der  Mahnung  wiederum 
wichtige gesetzliche oder vertragliche Pflichten verletzen.

Die  angefochtene Kündigung  erweist  sich  damit  mangels  einer  dem 
vorgeworfenen Verhalten vorangegangenen schriftlichen Mahnung als 
ungültig,  ohne  dass  auf  Benehmen  und  Handlungsweisen  des  Be-
schwerdeführers  vor,  während  und  nach  dem  Vorfall  vom 
30. September 2008 im Einzelnen weiter einzugehen ist.

3.
Liegt eine ungültige Kündigung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 Bst. b und 
Abs. 2 BPG bzw. Ziff. 30 Bst. b und Ziff. 31 Anhang 4 GAV Post vor, so 
stellt sich die Frage der Rechtsfolge.

3.1
Das  BPG  lässt  offen,  wie  zu  verfahren  ist,  wenn  der  Arbeitgeber 
gemäss Art. 14 Abs. 2 BPG die Beschwerdeinstanz fristgerecht anruft, 
die  (erste  oder  zweite)  Beschwerdeinstanz  aber  die  Nichtigkeit  der 
Kündigung feststellt. Nach Sinn und Zweck von Art.  14 Abs. 1 und 2 
BPG (bzw. Ziff. 30 ff. Anhang 4 GAV Post) vermag eine im Sinne die-
ser  Bestimmungen  nichtige  Kündigung  ein  Arbeitsverhältnis  grund-
sätzlich  nicht  zu  beenden,  sondern  hat  die  Weiterbeschäftigung der 
betroffenen  Person  zur  Folge.  Vorbehalten  bleibt  indessen  gemäss 
Art. 14  Abs. 5 BPG bzw. Ziff. 34  Anhang 4 GAV Post  die  Entschädi-
gung nach Art. 19 BPG bzw. nach Ziff. 4 Anhang 4 GAV Post. Wird ei-
ne Kündigung nach Art. 14 Abs. 1 BPG aufgehoben, so erhält die be-
troffene Person eine Entschädigung, wenn sie aus Gründen, die nicht 
sie zu vertreten hat, nicht bei einem Arbeitgeber nach Art. 3 BPG wei-
terbeschäftigt wird (vgl. Art. 19 Abs. 3 BPG). Stellt eine Beschwerdein-
stanz die Nichtigkeit einer Kündigung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 und 
2 BPG fest,  kommt das Ausrichten einer Entschädigung anstelle der 
Weiterbeschäftigung  grundsätzlich  nur  subsidiär  in  Frage,  nämlich 
wenn die Weiterbeschäftigung beim bisherigen Arbeitgeber nicht mög-

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lich ist und die betroffene Person auch nicht bei einem anderen Arbeit -
geber nach Art. 3 BPG weiterbeschäftigt wird  (BVGE 2009/58 E. 6.2 
mit Hinweisen).

3.2
Im Urteil 1C_277/2007 vom 30. Juni 2008 E. 7 kam das Bundesgericht 
allerdings – ohne die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung zu prüfen – 
zum Schluss, die Aufhebung einer unbegründeten Kündigung im Sinne 
von  Art. 14  Abs. 1  BPG  sei  nicht  angemessen.  Das  Bundesgericht 
stellte in diesem Fall fest, dass der betroffenen Person von der Arbeit -
geberin gekündigt worden sei, ohne dass sie zuvor schriftlich ermahnt 
worden sei. Weil die betroffene Person aber durch ihr Verhalten einen 
Kündigungsgrund gesetzt habe und das Verschulden der Arbeitgeberin 
nicht als hoch einzustufen sei, rechtfertige es sich, anstatt auf Wieder-
einstellung zu erkennen, der betroffenen Person in sinngemässer An-
wendung  von  Art.  19  BPG  eine  Entschädigung  zuzusprechen.  Das 
Bundesgericht wies in seinem Urteil darauf hin, aus Art. 14 BPG erge-
be sich nicht eindeutig, dass die Beschwerdeinstanz verpflichtet wäre, 
eine  unrechtmässige  Kündigung  unter  allen  Umständen  aufzuheben 
und eine Wiedereinstellung vorzunehmen. Auch aus der Botschaft zum 
Bundespersonalgesetz vom 14. Dezember 1998 ergebe sich dies nicht 
eindeutig, da der bundesrätliche Gesetzesentwurf ursprünglich anders 
gelautet habe (BBl 1999 1616 und 1642).

Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  gilt  die  Subsidiarität 
der Entschädigung anstelle der Weiterbeschäftigung im Falle der Auf-
hebung  einer  Kündigungsverfügung  durch  die  Beschwerdeinstanz 
demzufolge  nicht  absolut.  Vielmehr  sind  Konstellationen  denkbar,  in 
denen  eine  Weiterbeschäftigung  nicht  angemessen  erscheint,  und 
zwar ohne dass zuvor geprüft werden muss, ob eine Weiterbeschäfti -
gung möglich ist oder nicht (BVGE 2009/58 E. 6.3).

4.
Der vorliegend zu beurteilende Fall  ist  jenem sehr  ähnlich,  den das 
Bundesgericht in seinem Urteil  1C_277/2007 vom 30. Juni 2008 ent-
schieden hat. Auch hier hat der Beschwerdeführer mit seinem Verhal-
ten vom 30. September 2008 klarerweise gegen wichtige gesetzliche 
bzw. vertragliche Pflichten verstossen. Im Weiteren ist der Beschwer-
deführer  seit  über  einem Jahr  wegen Krankheit  arbeitsunfähig,  wes-
halb seine bisherige Stelle den Angaben der  Vorinstanz zufolge neu 
besetzt bzw. mittels Umstrukturierung innerhalb der Distributionsbasis 

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auf  die  anderen  Mitarbeitenden  verteilt  werden  musste.  Schliesslich 
gilt  es  auch  die  Schwierigkeiten  zu  beachten,  die  mit  seinem 
Arbeitspensum  von  lediglich  20%  verbunden  sind.  So  weist  die 
Vorinstanz darauf hin, dass es für sie ausserordentlich schwierig wäre, 
für  den  Beschwerdeführer,  sollte  er  wieder  vollständig  arbeitsfähig 
sein, eine andere zumutbare Beschäftigung zu einem solch geringen 
Beschäftigungsgrad zu finden. Es rechtfertigt  sich  daher, anstatt  auf 
Wiedereinstellung  bei  einem  Beschäftigungsgrad  von  20%  zu 
erkennen,  dem  Beschwerdeführer  in  sinngemässer  Anwendung  von 
Art. 19 BPG bzw. in Anwendung von Ziff. 42 Anhang 4 GAV Post eine 
Entschädigung zuzusprechen. 

Während der GAV Post zur Höhe einer solchen Entschädigung keine 
näheren Bestimmungen enthält,  beträgt diese gemäss Art.  79 Abs. 6 
Bst. b  der  der  Bundespersonalverordnung  vom  3. Juli  2001  (BPV, 
SR 172.220.111.3) im Falle einer nach Art. 14 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 
BPG  nichtigen  Kündigung  mindestens  drei  Monats-  und  höchstens 
zwei Jahreslöhne. Obschon die BPV auf das Personal der Post an sich 
nicht anwendbar ist (vgl. Art. 1 BPV), kann auch hier von diesem Rah-
men ausgegangen werden.  Als  Bemessungskriterien kommen insbe-
sondere die soziale und wirtschaftliche Lage der Parteien, die Intensi-
tät und die Dauer der Anstellung sowie die Art und Weise der Kündi-
gung in Frage. Kein geeignetes Bewertungskriterium ist im Falle einer 
im Sinne von Art. 14 Abs. 1 und 2 BPG nichtigen Kündigung dagegen 
ein allfälliges Verschulden der von der Kündigung betroffenen Person 
(BVGE 2009/58 E. 11.3; HARRY NÖTZLI, Die Beendigung von Arbeitsver-
hältnissen im Bundespersonalrecht, Bern 2005, Rz. 388).

Der  Umstand,  wonach  der  Arbeitgeberin  ein  formeller  Fehler  (keine 
vorgängige schriftliche Mahnung) bei der Kündigung des im Mai 2009 
immerhin  bereits  acht  Jahre  dauernden  Arbeitsverhältnisses 
unterlaufen ist, wirkt sich grundsätzlich erhöhend auf die Zumessung 
der Entschädigung aus. Andererseits gilt es zu berücksichtigen, dass 
dem Beschwerdeführer durch die Auflösung des Arbeitsverhältnisses 
mit  Datum  des  vorliegenden  Entscheids  noch  insgesamt  neun 
Monatsbetreffnisse nachzuzahlen sein werden. Überdies legt der Be-
schwerdeführer  nicht  überzeugend  dar,  die  Kündigung  bringe  ihn  in 
eine soziale oder wirtschaftliche Notlage. Vorliegend sind die letztge-
nannten  Gründe  stärker  zu  gewichten,  weshalb  eine  Entschädigung 
von drei Monatslöhnen als angemessen erscheint.

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5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde, soweit dar -
auf einzutreten ist, teilweise gutzuheissen und der angefochtene Ent -
scheid insoweit aufzuheben ist, als der Beschwerdeführer hätte schrift -
lich gemahnt werden sollen. Das Arbeitsverhältnis zwischen dem Be-
schwerdeführer und der Arbeitgeberin gilt als mit Datum des vorliegen-
den Entscheids aufgelöst. Dem Beschwerdeführer ist  zusätzlich zum 
Lohn bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses eine Entschädigung in 
der Höhe von drei Monatslöhnen auszurichten. 

6.
Gemäss Art. 34 Abs. 2 BPG ist das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht in personalrechtlichen Angelegenheiten unabhängig vom 
Verfahrensausgang kostenlos, ausser bei Mutwilligkeit. Vorliegend sind 
daher keine Verfahrenskosten zu erheben.

Dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer ist  weder für das ver-
waltungsinterne Beschwerdeverfahren noch für jenes vor dem Bundes-
verwaltungsgericht eine Parteientschädigung auszurichten, da er nicht 
anwaltlich vertreten ist und ihm auch sonst keine verhältnismässig ho-
he Kosten erwachsen sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheis-
sen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Arbeitsverhältnis  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  der 
Schweizerischen Post  gilt als mit Datum dieses Entscheids aufgelöst.

3.
Der Beschwerdeführer ist zusätzlich zum Lohn bis zur Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses eine Entschädigung in der Höhe von drei Monats-
löhnen auszurichten. 

4.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

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5.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 371.20/256; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

André Moser Johannes Streif

Rechtsmittelbelehrung:

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der öffent-
lich-rechtlichen Arbeitsverhältnisse können mit Beschwerde beim Bun-
desgericht angefochten werden, sofern es um eine vermögensrechtli-
che Angelegenheit geht, bei welcher der Streitwert mindestens 15'000 
Franken beträgt  oder bei  der sich eine Rechtsfrage von grundsätzli -
cher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 des Bun-
desgesetzes über das Bundesgericht  vom 17. Juni 2005 [Bundesge-
richtsgesetz,  BGG];  SR  173.110).  Bei  einer  nicht  vermögensrechtli -
chen  Angelegenheit  ist  die  Beschwerde  nur  zulässig,  wenn  sie  die 
Gleichstellung der Geschlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG).

Steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten offen, 
so ist sie innert 30 Tagen seit der Ausfertigung des angefochtenen Ur-
teils  zu  erheben.  Die  Frist  steht  still  vom 15. Juli  bis  und  mit  dem 
15. August (Art. 46 Abs. 1 Bst. b BGG). Die Rechtsschrift  ist  in einer 
Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Begehren,  deren  Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Sie 
muss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht  oder  zu  dessen Handen der  Schweizerischen Post  oder  einer 
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung über-
geben werden (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 BGG).

Versand:

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