# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dec7880f-cac4-53ba-b395-4a67348f433c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.10.2017 100 2017 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2017-19_2017-10-04.pdf

## Full Text

100.2017.19U
MUT/BLO/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident i.V.
Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiberin Blum

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, 
Postfach, 3001 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Aufhebung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Polizei- und Militär-
direktion des Kantons Bern vom 13. Dezember 2016; 2016.POM.543)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.10.2017, Nr. 100.2017.19U, 
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Sachverhalt:

A.

Die ukrainische Staatsangehörige A.________ (geb. ….1978) reiste am 
30. September 2006 erstmals in die Schweiz ein und arbeitete bis Ende Juli 
2009 als Cabaret-Tänzerin. Am 16. Oktober 2009 heiratete sie den 
Schweizer Bürger B.________, woraufhin sie eine Aufenthaltsbewilligung 
erhielt. Die Ehe wurde am 26. Mai 2011 auf gemeinsames Begehren hin 
geschieden. A.________ kehrte am 7. Oktober 2011 zurück in die Ukraine. 
Mit einem Visum zwecks Vorbereitung der Eheschliessung reiste sie am 
9. Oktober 2012 erneut in die Schweiz ein. Am 18. Oktober 2012 heirateten 
sich A.________ und B.________ ein zweites Mal. In der Folge wurde 
A.________ im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung 
erteilt, welche letztmals bis 17. Oktober 2015 verlängert wurde. Seit dem 
1. Oktober 2014 lebt das Ehepaar getrennt. Mit Verfügung vom 
8. September 2016 verweigerte die Einwohnergemeinde (EG) Bern, 
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), A.________ die 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und wies sie unter Ansetzung 
einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 6. Oktober 2016 Be-
schwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). 
Diese wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 13. Dezember 2016 ab und 
setzte A.________ eine neue Ausreisefrist auf den 31. Januar 2017 an.

C.

Hiergegen hat A.________ am 12. Januar 2017 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben mit dem Antrag, ihre Aufenthaltsbewilligung sei zu 
verlängern. Zudem hat sie um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege 
ersucht.

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Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 2. Februar 2017 die Ab-
weisung der Beschwerde. Hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege enthält sie sich eines Antrags. Die EG Bern hat keine Stel-
lungnahme eingereicht.

Mit Eingabe vom 14. März 2017 hält A.________ an ihren Begehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Im Streit liegen die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die 
Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz. Aufgrund der Akten 
ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

2.1 Die Beschwerdeführerin wurde in C.________ in der Ukraine 
geboren und ist im Besitz eines bis zum 15. Oktober 2023 gültigen 
Reisepasses der Ukraine (Akten EMF pag. 6 und 88). Sie reiste erstmals 
am 30. September 2006 in die Schweiz ein. Bis Ende Juli 2009 arbeitete 

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sie jeweils während acht Monaten pro Jahr als Cabaret-Tänzerin. Am 
16. Oktober 2009 heiratete die Beschwerdeführerin ihren Ehemann ein 
erstes Mal. Diese Ehe wurde am 26. Mai 2011 auf gemeinsames Begehren 
hin geschieden (Akten EMF pag. 24 ff.). Daraufhin verliess die 
Beschwerdeführerin die Schweiz und kehrte nach C.________ zu ihrer 
Familie zurück (Akten EMF pag. 101 und 105). Mit einem Visum zwecks 
Vorbereitung der Eheschliessung kam sie am 9. Oktober 2012 wieder in die 
Schweiz (Akten EMF pag. 8, 17 und 43). Am 18. Oktober 2012 heirateten 
sie und ihr geschiedener Ehemann erneut (Akten EMF pag. 7 und 38). In 
der Folge wurde der Beschwerdeführerin im Rahmen des 
Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, welche zuletzt bis 
17. Oktober 2015 verlängert wurde (Akten EMF pag. 82). Am 1. Oktober 
2014 hoben die Eheleute den gemeinsamen Haushalt auf (Akten EMF 
pag. 97 und 106).

2.2 Die Beschwerdeführerin war während der Ehe immer wieder er-
werbstätig, bezieht soweit aktenkundig keine Sozialhilfe, ist im Betreibungs-
register nicht verzeichnet und scheint strafrechtlich nicht in Erscheinung 
getreten zu sein (Akten EMF pag. 51 ff., 73, 89 und 91 f.). Per 25. Januar 
2016 wurde sie von der … AG als Produktionsmitarbeiterin angestellt 
(Akten EMF pag. 116 f.). Am 17. Juni 2016 verweigerte das SEM die Zu-
stimmung zum Vorentscheid des beco, Berner Wirtschaft über die Bewilli-
gung einer Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin, weil die gesetzlichen 
Voraussetzungen nicht erfüllt waren, indem die ausgeführte Tätigkeit, die 
Ausbildung sowie der Lohn die Beschwerdeführerin nicht als Spezialistin 
qualifizieren würden. Zudem seien keine Suchbemühungen unternommen 
worden, um die Stelle mit inländischen Bewerbenden oder solchen aus 
EU/EFTA-Staaten zu besetzen (Akten EMF pag. 142 f.).

3.

3.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) haben 
ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf 
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen 

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zusammenwohnen. Das Erfordernis des Zusammenwohnens besteht nicht, 
wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden 
und die Familiengemeinschaft weiter besteht (Art. 49 AuG i.V.m. Art. 76 der 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Er-
werbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). – Die Beschwerdeführerin beruft sich 
zu Recht nicht auf Art. 42 AuG. Zwar wurde die Ehe, soweit aktenkundig, 
noch nicht formell geschieden, jedoch leben die Eheleute seit dem 
1. Oktober 2014 getrennt (vgl. vorne E. 2.1); wichtige Gründe im Sinn von 
Art. 49 AuG liegen keine vor. Des Weiteren fehlt es vor allem auf Seiten 
des Ehemanns am Ehewillen (Akten EMF pag. 104). Die Beschwerdeführe-
rin macht indes geltend, sie habe einen Aufenthaltsanspruch gestützt auf 
Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG.

3.2 Nach Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG besteht der Bewilligungsanspruch 
trotz Auflösens bzw. definitiven Scheiterns der Ehe verselbständigt weiter, 
wenn das Zusammenleben mindestens drei Jahre gedauert hat und (ku-
mulativ) die betroffene ausländische Person sich hier erfolgreich integriert 
hat (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.8; BGer 2C_293/2017 vom 30.5.2017 E. 2.1).

3.2.1 Die Vorinstanz hat einen Anspruch der Beschwerdeführerin ver-
neint, weil diese das Erfordernis der dreijährigen Ehegemeinschaft nicht 
erfülle (angefochtener Entscheid E. 4c). Diesbezüglich hat die POM zu-
treffend auf die bundesgerichtliche Praxis verwiesen, wonach für die Be-
rechnung der Dreijahresfrist mehrere kürzere Ehegemeinschaften nicht 
zusammengerechnet werden können; eine Gesetzeslücke, die im Einzelfall 
durch richterliche Rechtsprechung zu füllen wäre, liegt insoweit nicht vor 
(BGE 140 II 289 E. 3.7). Die Beschwerdeführerin wendet ein, die beiden 
Ehen müssten zusammengerechnet werden, weil sie jeweils den gleichen 
Mann geheiratet habe; das Bundesgericht gehe demgegenüber von ver-
schiedenen Partnern aus (Beschwerde S. 3; act. 6 S. 1). Anders als die 
Beschwerdeführerin meint, liegen auch dann zwei unterschiedliche Ehe-
gemeinschaften vor, wenn dieselben Personen zweimal die Ehe eingehen. 
Art. 50 AuG knüpft an den Anwesenheitsanspruch von Art. 42 Abs. 1 AuG 
an und damit an die spezifische Lebenssituation nach dem Dahinfallen des 
abgeleiteten Anwesenheitsrechts. Dieser Zusammenhang wird durch feh-
lendes Zusammenwohnen ohne wichtigen Grund ebenso wie durch eine 

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Scheidung unterbrochen, weshalb der Anspruch nach Art. 50 AuG unter-
geht und regelmässig nicht wiederaufleben kann (BGE 140 II 289 E. 3.6.1; 
BGer 2C_1050/2016 vom 10.3.2017 E. 5.1). Indem sich die Beschwerde-
führerin am 26. Mai 2011 von ihrem Ehemann scheiden liess, wurde die 
erste Ehe beendet und jegliche Ansprüche, die daraus hätten abgeleitet 
werden können, sind erloschen. Mit dem erneuten Eheschluss am 
18. Oktober 2012 begründete sie eine neue, losgelöst von der ersten Ehe 
zu betrachtende Ehegemeinschaft. Wie die POM zutreffend ausgeführt hat 
(angefochtener Entscheid E. 4c), begann damit die Dreijahresfrist neu zu 
laufen. Für die Entstehung des Anspruchs nach Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG 
müssen jedoch drei Jahre Ehegemeinschaft ausgehend von ein und der-
selben Ehe vorliegen (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.6.3). Bei der Beschwerde-
führerin fehlt es aber gerade an dieser Voraussetzung, handelt es sich 
doch trotz des gleichen Ehemanns um zwei verschiedene Ehegemein-
schaften, die je für sich weniger als drei Jahre gedauert haben.

3.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin implizit den Vorwurf äussert, die 
kantonalen Behörden hätten sie von einer Scheidung abhalten sollen 
(«fehlende Intervention einer kantonalen Eheschutzinstitution»), weshalb 
ihre Trennung als die «von Gesetzes wegen vorgesehene Bedenkzeit im 
Eheschutzverfahren» zu werten sei (Beschwerde S. 3; act. 6 S. 1 f.), kann 
ihr nicht gefolgt werden. Die Eheleute haben damals eine vollständige Ver-
einbarung über die Scheidungsfolgen eingereicht und waren beide durch 
den gleichen Rechtsanwalt vertreten (Akten EMF pag. 26 ff.). Mit dem ge-
meinsamen Scheidungsbegehren hat die Beschwerdeführerin eindeutig 
und unzweifelhaft ihren Willen zum Ausdruck gebracht, die Ehe beenden 
zu wollen. Ihren Scheidungswillen hat sie sowohl in gemeinsamer als auch 
in getrennter gerichtlicher Anhörung bestätigt (Akten EMF pag. 24). Das 
Gericht hatte somit keine Veranlassung, Massnahmen zum Schutz der Ehe 
zu treffen.

3.2.3 Da die erste Ehegemeinschaft sowohl tatsächlich als auch formell 
aufgelöst wurde, kann die Zeit zwischen den beiden Ehen nicht (lediglich) 
als Unterbruch der Ehegemeinschaft qualifiziert werden, wie dies die Be-
schwerdeführerin glaubt. In den von ihr angeführten Urteilen des Bundes-
gerichts (vgl. Beschwerde S. 3; act. 6 S. 1) wird auf einen Entscheid 

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verwiesen, dessen Sachverhalt sich grundlegend von der vorliegenden 
Situation unterscheidet. Es ging damals um ein Ehepaar, welches während 
der fraglichen Zeit ununterbrochen miteinander verheiratet gewesen war, 
aber zeitweise durch Auslandaufenthalte getrennt war. Das Bundesgericht 
hat in diesem Fall entschieden, dass die Zeiten vor und nach den Ausland-
aufenthalten für die Berechnung der Dreijahresfrist zusammengezählt 
werden können (vgl. BGer 2C_430/2011 vom 11.10.2011 E. 4.1.2). Bei der 
Beschwerdeführerin bestand nach der Scheidung – während ihrer Zeit in 
der Ukraine (vgl. vorne E. 2.1) – gar keine Ehegemeinschaft mehr. Im Übri-
gen dürfen nach bundesgerichtlicher Praxis selbst bei verheirateten Paaren 
die verschiedenen gemeinsam verbrachten Zeitabschnitte nicht zusam-
mengerechnet werden, wenn dazwischen Trennungszeiten liegen, während 
denen kein ernsthafter Ehewille mehr gegeben war (vgl. BGE 140 II 289 
E. 3.5.1).

3.3 Nach dem Gesagten ist die Erkenntnis der POM, die anrechenbare 
Ehegemeinschaft der Beschwerdeführerin habe weniger als drei Jahre ge-
dauert, weil die beiden Ehegemeinschaften nicht kumuliert werden können, 
nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz hat folglich einen Bewilligungsan-
spruch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG zu Recht verneint. Daran 
vermag auch der Verweis der Beschwerdeführerin auf ihre offenbar gute 
Integration (vgl. hinten E. 4.3) nichts zu ändern, müssen doch die Voraus-
setzungen der Dreijahresdauer und der erfolgreichen Integration kumulativ 
erfüllt sein (BGE 140 II 289 E. 3.8).

4.

Die Beschwerdeführerin macht weiter einen nachehelichen Härtefall ge-
mäss Art. 50 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Abs. 2 AuG geltend.

4.1 Der sog. nacheheliche Härtefall setzt voraus, dass wichtige per-
sönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG den weiteren Aufenthalt in 
der Schweiz erforderlich machen. Diese Bestimmung bezweckt die Ver-
meidung schwerwiegender Härtefälle bei der Auflösung der ehelichen Ge-
meinschaft. Wichtige persönliche Gründe können gemäss Art. 50 Abs. 2 

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AuG namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer 
ehelicher Gewalt wurde, die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat 
oder (alternativ oder kombiniert) die soziale Wiedereingliederung im Her-
kunftsland stark gefährdet erscheint (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2, 136 II 1 
E. 5.3 [Pra 99/2010 Nr. 49]; BVR 2010 S. 481 E. 5.1.1). Ein wichtiger per-
sönlicher Grund kann sich aber auch aus anderen Umständen ergeben. Bei 
der Beurteilung sind sämtliche Aspekte des Einzelfalls mitzuberücksichti-
gen, namentlich der Grad der Integration, die Respektierung der Rechts-
ordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die Dauer 
der Anwesenheit in der Schweiz und der Gesundheitszustand sowie die 
Umstände, die zur Auflösung der Gemeinschaft geführt haben 
(BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 E. 3.2.2 f.). Als Richtlinie bleibt indes zu 
beachten, dass der Gesetzgeber für einen nachehelichen Härtefall eine 
erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben 
der ausländischen Person voraussetzt. Diese Folgen müssen mit der Le-
benssituation nach Dahinfallen der aus der Ehegemeinschaft abgeleiteten 
Anwesenheitsberechtigung verbunden sein (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.6.1, 
139 II 393 E. 6, 138 II 393 E. 3.1). Hat der Aufenthalt nur kürzere Zeit ge-
dauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt 
sich der Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute 
Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme bereitet 
(BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 E. 3.2.3; BGer 2C_154/2016 vom 
3.10.2016 E. 2.2).

4.2 Wie die POM richtig ausgeführt hat, begründet nicht jede unglück-
liche, belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Ent-
wicklung einer Beziehung bereits einen nachehelichen Härtefall und damit 
ein weiteres Anwesenheitsrecht in der Schweiz (angefochtener Entscheid 
E. 5b). Aus der Darstellung des Verlaufs ihrer Beziehung zu ihrem Ehe-
mann (Beschwerde S. 4 ff.) kann die Beschwerdeführerin, wie sie selbst 
festhält («meine Probleme sind privaten Charakters», Beschwerde S. 6), 
nichts zu ihren Gunsten ableiten. Sie verweist aber auf ihre Integration.

4.3 Es ist unbestritten, dass sich die Beschwerdeführerin seit ihrer Ein-
reise in die Schweiz stets um eine Erwerbstätigkeit bemühte, weder wirt-
schaftliche Sozialhilfe bezogen hat noch im Betreibungsregister verzeichnet 

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ist und soweit ersichtlich auch nicht gegen die hiesige Rechtsordnung 
verstossen hat (vgl. vorne E. 2.2). Die POM hat diese Integrationsleistun-
gen denn auch anerkannt, jedoch zugleich und mit Recht darauf verwiesen, 
dass diese bei der Prüfung des nachehelichen Härtefalls nur insofern von 
Bedeutung sein können, als sich die Beschwerdeführerin gerade deswegen 
auf wichtige persönliche Gründe wie namentlich eine stark gefährdete 
soziale Wiedereingliederung im Heimatland berufen könnte (angefochtener 
Entscheid E. 5c; dazu sogleich E. 4.4). Nach ständiger Praxis genügt die 
erfolgreiche Integration für sich allein jedenfalls nicht, um einen Anspruch 
nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG zu begründen. Sie ist notwendige, aber 
keinesfalls hinreichende Bedingung für eine Bewilligungserteilung (vgl. 
BGer 2C_49/2017 vom 20.1.2017 E. 2.2, 2C_154/2016 vom 3.10.2016 
E. 3.4, 2C_777/2015 vom 26.5.2016 E. 5.1).

4.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine Wiedereingliederung in 
ihrer Heimat sei sehr schwierig für sie. Sie habe keine Ersparnisse, keine 
Arbeit und stehe vor dem Nichts (Beschwerde S. 6). – Die Beschwerde-
führerin kam im Alter von 28 Jahren erstmals in die Schweiz. Selbst wenn 
sie die Ukraine gemäss eigenen Angaben bereits vorher verlassen hatte, 
hat sie ihre gesamte Kindheit und einen Grossteil ihres Erwachsenen-
lebens in der Ukraine verbracht und ist mit den dortigen kulturellen und 
gesellschaftlichen Gepflogenheiten vertraut (vgl. vorne E. 2.1). Die Be-
schwerdeführerin besitzt in C.________ eine 3-Zimmer-Wohnung 
(Beschwerde S. 6) und kehrte nach dem Scheitern ihrer ersten Ehe dahin 
und zu ihrer dort lebenden Familie zurück (vgl. vorne E. 2.1). Das 
Verwaltungsgericht geht demnach mit der Vorinstanz davon aus, dass die 
Beschwerdeführerin nach wie vor eng mit ihrer Heimat verbunden ist. Die 
POM hat weiter dargelegt, die Beschwerdeführerin beklage keine 
gesundheitlichen Einschränkungen und verfüge aufgrund ihrer Ausbildung 
sowie der in der Schweiz gesammelten beruflichen Erfahrungen über 
günstige Voraussetzungen, um wirtschaftlich und sozial wieder Fuss fassen 
zu können (angefochtener Entscheid E. 5d). Mit der POM ist bei der 
Beschwerdeführerin keine starke Gefährdung der persönlichen, beruflichen 
und familiären Eingliederung ersichtlich, wie sie für die Annahme eines 
nachehelichen Härtefalls vorausgesetzt wäre (BGE 139 II 393 E. 6, 
137 II 345 E. 3.2.3; BGer 2C_154/2016 vom 3.10.2016 E. 2.2). Sodann hat 

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die Vorinstanz zutreffend festgehalten, der blosse Umstand, dass die 
Sicherheits- und Wirtschaftslage hier besser sei als im Heimatland, stelle 
ebenfalls keinen wichtigen Grund im Sinn von Art. 50 Abs. 1 Bst. b und 
Abs. 2 AuG dar.

4.5 Nach dem Gesagten ist die Schlussfolgerung der POM, wonach die 
von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Umstände weder je für sich 
allein noch zusammen betrachtet einen wichtigen Grund im Sinn von 
Art. 50 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Abs. 2 AuG darstellen, nicht zu beanstanden. 
Sie hat folglich eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung auch aus die-
sem Grund zu Recht verweigert.

5.

Die Vorinstanz hat schliesslich die ermessensweise Bewilligungsverlänge-
rung verweigert (angefochtener Entscheid E. 6b f.). Dass die Verweigerung 
der Ermessensbewilligung rechtsfehlerhaft wäre, wird von der Beschwer-
deführerin nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Die POM 
hat die konkreten Umstände des Einzelfalls gewürdigt: Die Beschwerde-
führerin habe es zwar verstanden, sich selbst zu erhalten, was anerken-
nend zu werten sei; aus wirtschaftlicher und arbeitsmarktrechtlicher Sicht 
bestünden indes keine zwingenden Gründe für eine Bewilligungsverlänge-
rung, was durch die verweigerte Zustimmung des SEM (vgl. vorne E. 2.2) 
verdeutlicht werde. Die zweite Ehe sei bereits nach kurzer Zeit gescheitert 
und kinderlos geblieben. Die Integration der Beschwerdeführerin in die 
schweizerischen Verhältnisse sei zwar positiv verlaufen, gehe jedoch nicht 
mit einer Entwurzelung von ihrem Heimatland einher. Es lasse sich nicht 
sagen, ihre Lebens- und Existenzbedingungen seien im Vergleich zu ande-
ren Personen in ähnlicher Situation in gesteigertem Mass beeinträchtigt. 
Zudem seien in der allenfalls schwierigen Arbeitssuche im Heimatland 
keine spezifischen persönlichen Umstände zu erblicken, welche eine Aus-
reise als unzumutbar erscheinen liessen. Die Beschwerdeführerin äussert 
sich nicht zu diesen Erwägungen. Vor dem Hintergrund des Ausgeführten 
durfte die POM zulässigerweise schliessen, dass die öffentlichen Interes-
sen an der Durchsetzung der im AuG vorgezeichneten restriktiven Migrati-

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onspolitik die privaten Interessen an einem Verbleib der Beschwerdeführe-
rin in der Schweiz überwiegen (vgl. BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 S. 73 
E. 3.3 f.) und die Bewilligung ermessensweise verweigern.

6.

6.1 Die Beschwerde erweist sich damit als offensichtlich unbegründet 
und ist abzuweisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Rechtsmittel in 
Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]). Da die vorinstanzlich angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, 
ist praxisgemäss eine neue festzulegen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Be-
schwerdeführerin kostenpflichtig; entschädigungspflichtige Parteikosten 
sind keine angefallen (Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 3 
VRPG). Die Beschwerdeführerin hat indes für das verwaltungsgerichtliche 
Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege ersucht.

6.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess 
ist nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, 
das heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren 
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie 
auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb aus-
tragen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2016 S. 369 E. 3.1; 

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BGE 142 III 138 E. 5.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum 
bernischen VRPG, 1997, Art. 111 N. 12).

6.4 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache von vorn-
herein als aussichtslos bezeichnet werden. Die Vorinstanz hat im ange-
fochtenen Entscheid unter zutreffender Wiedergabe der massgeblichen 
Praxis einlässlich begründet, weshalb die aufenthaltsbeendende Mass-
nahme rechtmässig ist. Dies darf bei der Beurteilung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im oberinstanzlichen Verfahren berücksichtigt werden (vgl. 
BVR 2015 S. 487 E. 7.2 mit Hinweisen). Dagegen bringt die Beschwerde-
führerin nichts Substantiiertes vor. Wie bereits vor der POM hält sie daran 
fest, dass die Dauer ihrer beiden Ehen mit demselben Mann zusammen-
gerechnet werden müssen und verweist bezüglich des nachehelichen 
Härtefalls vor allem auf ihre erfolgreiche Integration, ohne sich jedoch mit 
den Ausführungen der Vorinstanz vertieft auseinanderzusetzen. Bei dieser 
Sachlage kann nicht gesagt werden, dass im Zeitpunkt der Gesuchsein-
reichung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren sich die Gewinn- und Ver-
lustaussichten ungefähr die Waage hielten bzw. jene nur geringfügig klei-
ner waren als diese. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher 
abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.

6.5 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im End-
entscheid befunden wird und die Beschwerdeführerin deshalb keine Gele-
genheit hatte, ihr Rechtsmittel nach Abweisung dieses Begehrens zurück-
zuziehen und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss im 
Rahmen der üblichen Abschreibungsgebühren zu erheben (BVR 2014 
S. 437 E. 7.9).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wird eine 
neue Ausreisefrist angesetzt auf den 17. November 2017.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden der Beschwer-
deführerin auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- der Einwohnergemeinde Bern
- dem Staatssekretariat für Migration

Der Abteilungspräsident i.V.: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die 
Ermessensbewilligung betrifft, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss 
Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt werden.