# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85230f02-d3ac-59f6-84e3-0d6d3c3055d8
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-23
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 23.10.2017 I 2017 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2017-45_2017-10-23.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2017 45

Entscheid vom 23. Oktober 2017 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien D.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. David Husmann,
Alderstrasse 40, 8008 Zürich, Postfach, 8034 Zürich,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. D.________ (geb. ________) reiste am 19. Juli 2000 in die Schweiz ein 
und stellte ein Asylgesuch. Am 12. August 2002 ging bei der IV-Stelle eine An-
meldung zum Bezug von IV-Leistungen ein. Die gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen wurden mit regelmässigen Schmerzen an der Wirbelsäule und an der 
linken Hand umschrieben (IV-act. 1-5/7). Am 18. November 2002 teilte die IV-
Stelle D.________ sinngemäss mit, dass gemäss den getroffenen Abklärungen 
die gesundheitlichen Probleme bereits vor der Einreise bestanden und dement-
sprechend der Versicherungsfall vor Einreise in die Schweiz eingetreten sei, 
weshalb die versicherungsmässigen Voraussetzungen für berufliche Massnah-
men sowie für eine Rente nicht erfüllt seien (IV-act. 9).

B. Am 9. Oktober 2014 ging bei der IV-Stelle ein Begehren zur Früherfassung 
ein (IV-act. 11). Am 5. November 2014 fand ein Abklärungsgespräch statt. 
D.________ klagte über Probleme am Rücken und im Handgelenk; zudem wies 
er auf Depressionen und auf Herzprobleme hin. Anstelle einer beruflichen Inte-
gration ersuchte er um eine Rente (vgl. IV-act. 14). Daraufhin erfolgte am 12. 
November 2014 erneut eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen (IV-act. 
16).

C. Nach diversen Abklärungen hat die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 18. Fe-
bruar 2015 mitgeteilt, es sei vorgesehen, auf das Leistungsbegehren nicht einzu-
treten (IV-act. 24). Dagegen liess er am 13. Mai 2015 Einwände erheben (IV-act. 
29). In einer weiteren Eingabe vom 3. September 2015 erläuterte der Rechtsver-
treter sinngemäss, dass sich sein Klient ununterbrochen während mehr als 10 
Jahren in der Schweiz aufhalte und deswegen nun die versicherungsmässigen 
Voraussetzungen nach Art. 6 Abs. 2 IVG erfülle (IV-act. 32). Nach einer Prüfung 
der medizinischen Akten empfahl der konsultierte RAD-Arzt Dr.med. H.________ 
(Allgemeinmedizin FMH) am 4. Januar 2016 die Einholung eines interdiszi-
plinären Gutachtens (IV-act. 37-7/7), was dem Rechtsvertreter am 11. Januar 
2016 mitgeteilt wurde (IV-act. 38).

D. Der Begutachtungsauftrag wurde der Gutachterstelle C.________ zugelost. 
Daraufhin wurden die Namen der Gutachter und die Untersuchungstermine mit-
geteilt (IV-act. 42, 43). Das interdisziplinäre C.________-Gutachten datiert vom 
21. Juni 2016 und ging am 22. Juni 2016 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 45). Mit 
Vorbescheid vom 29. August 2016 eröffnete die IV-Stelle, es sei vorgesehen, das 
Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 49). Dagegen liess D.________ am 30. 
September 2016 Einwände erheben und darauf hinweisen, dass weitere Unterla-
gen nachgereicht würden (IV-act. 51). Mit Schreiben vom 30. November 2016 

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setzte die IV-Stelle Frist an, um die angekündigten aktuellen Arztberichte nach-
zureichen (IV-act. 52). Mit Eingabe vom 30. Januar 2017 reichte der Rechtsver-
treter einen Bericht des Hausarztes vom 27. Januar 2017 sowie eine Bestätigung 
der Wohnsitzgemeinde ein (IV-act. 53). 

E. Mit Verfügung vom 13. April 2017 hat die IV-Stelle das Leistungsbegehren 
abgewiesen und festgehalten, dass kein Anspruch auf eine IV-Rente bestehe 
(IV-act. 60).

F. Gegen diese am 20. April 2017 eingegangene Verfügung liess D.________ 
unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes nach Art. 38 Abs. 4 ATSG recht-
zeitig am 23. Mai 2017 beim Verwaltungsgericht Beschwerde einreichen mit den 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 13.4.2017 sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegeg-
nerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen nach 
(IVG), namentlich eine Rente, zu gewähren.

2. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten durchzuführen.

3. Sub-Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 
und diese sei zu verpflichten weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen.

4. Sub-Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten berufliche Ein-
gliederungsmassnahmen zu prüfen und diese dann durchzuführen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zulasten der Beschwer-
degegnerin.

Zusätzlich wurde um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels sowie um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege (inkl. unentgeltliche Rechtsverbei-
ständung) nachgesucht.

G. Mit Vernehmlassung vom 23. Juni 2017 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Invalidität setzt eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Gesundheit voraus (Art. 4 Abs. 1 Bundesgesetz über die Invalidenver-
sicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 3 und 6ff. Bundesgesetz über den allge-
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG; SR 830.1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 
IVG). Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG). 

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Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG
- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

1.2 Der Invaliditätsgrad bestimmt sich nach Art. 16 ATSG, wonach zur Ermitt-
lung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches 
Invalideneinkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches 
Valideneinkommen). Es ist für die Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob 
die versicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von 
der ihr verbliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist die Invali-
dität stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das 
die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (vgl. 
Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3.A., Art. 28a 
N 27).

1.3 Die Invalidität bemisst sich somit nicht nach medizinischen, sondern nach 
wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbs-
unfähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 
Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d; 106 V 
86 Erw. 2b; 105 V 139 Erw. 1c; 98 V 166 Erw. 2). Wer nicht mindestens teilweise 
arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig und mithin nicht invalid sein 
(vgl. BGE 105 V 139 Erw. 1b).

1.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelie-
ren die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung 
des Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 53-57 
IVG, N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 Erw. 1a).

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1.5.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4; 105 V 156 
Erw. 1). 

1.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle Be-
weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c). Im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach-
ten von externen Spezialisten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist regel-
mässig volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen 
die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 227 Erw. 1.3.4 mit 
Hinweis).

1.5.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 122 
V 157 Erw. 1c).

1.6 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (an-

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tizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3.A., Rz. 153; Urteil des Bundesgerichts 8C_424/2010 
vom 19.7.2010 Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

2. Was den in der Beschwerde  gestellten Antrag auf einen zweiten Schrif-
tenwechsel anbelangt, drängen sich die folgenden Bemerkungen auf.

2.1 Gemäss Art. 61 ATSG, wonach für das Verfahren vor dem kantonalen Ver-
sicherungsgericht grundsätzlich das kantonale Verfahrensrecht für anwendbar 
erklärt wird, muss das kantonale Verfahren einfach und rasch sein (Art. 61 lit. a 
ATSG). Elemente des raschen Verfahrens sind namentlich kurze Fristen, Ver-
zicht auf einen zweiten Schriftenwechsel und ein Verfahrensabschluss innert 
nützlicher Frist (Kieser, ATSG-Kommentar, 3.A., Art. 61 Rz. 42). Gemäss § 41 
des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRP; SRSZ 234.110) kann 
die Rechtsmittelinstanz auf Antrag der Vorinstanz oder der Parteien oder von 
Amtes wegen einen zweiten Schriftenwechsel anordnen. 

2.2 Vernehmlassend werden von der Vorinstanz zum Sachverhalt grundsätz-
lich keine neuen Tatsachen vorgebracht. Die Voraussetzungen (im Sinne von 
BGE 119 V 323), welche einen zweiten Schriftenwechsel als unerlässlich erach-
ten liessen, sind hier nicht gegeben. Abgesehen davon ist auf die höchstrichter-
liche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach ein bereits mit der Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde gestellter Antrag auf Anordnung eines zweiten Schriften-
wechsels als verfrüht gilt, da zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht beurteilt werden 
kann, ob eine Stellungnahme zu den Eingaben der Beschwerdegegnerin oder 
der Vorinstanz erforderlich sein würde (Bundesgerichtsurteile 1C_240/2008 und 
1C_241/2008 vom 27.08.2008 Erw. 7; 4A_59/2008 vom 20.06.2008 Erw. 1; 
8C_549/2007 vom 30.05.2008 Erw. 3; 1A.276/2004 vom 12.07.2005 Erw. 2).

2.3 Bei dieser Sach- und Rechtslage ist der bereits in der Beschwerde gestellte 
Antrag für einen zweiten Schriftenwechsel verfrüht und hier nicht zu beachten. 
Schliesslich hat der Beschwerdeführer nach der am 27. Juni 2017 erfolgten Zu-
stellung und Kenntnisnahme der vorinstanzlichen Vernehmlassung nicht reagiert 
und zum Inhalt dieser Vernehmlassung nichts vorgebracht. Es ist somit nicht er-
sichtlich, weshalb ein weiterer Schriftenwechsel nötig sei sollte. Nach dem Ge-
sagten wird von der Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels abgesehen.

3. Was den Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit des Versicherten anbelangt, sind den vorliegenden Akten u.a. die nach-
folgend aufgeführten Angaben zu entnehmen. 

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3.1 Dr.med. I.________ stellte in einem Bericht vom 24. August 2002 an die IV-
Stelle folgende Diagnosen (IV-act. 5-1/8):

Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei
 schwersten degenerativen Veränderungen
 Status nach Spondylodese L4/5
 Aktuell Diskushernie L5/S1 rechts

Mobiler Processus styloideus nach kindlicher, distaler Radiusfraktur

Diese Diagnosen decken sich mit denjenigen von Dr.med. J.________ (FMH 
Chirurgie, speziell Handchirurgie) vom 7. Juni 2002  und von Dr.med. 
K.________ (Phys. Medizin spez. Rheumatologie) vom 19. Juli 2002 (vgl. IV-act. 
5-5ff./8).

Am Schluss des Berichts vom 24. August 2002 führte Dr.med. I.________ aus 
(IV-act. 5-2/8):

Am 5.7.02 kam der Patient mit der Angabe, er könne wegen Rückenschmerzen 
und den Handgelenkschmerzen nichts mehr machen, insbesondere auch seine 
Küchenhilfearbeit im Hotel nicht mehr (genauere Daten mir unbekannt). Er wolle 
keine Therapien, keine berufliche Massnahmen, sondern einfach eine Rente. (…)

3.2 Vom 3. Juli 2004 bis zum 20. September 2004 hielt sich der Versicherte in 
der Psychiatrischen Klinik E.________ auf. In der zusammenfassenden Kran-
kengeschichte wurde u.a. festgehalten, dass der Versicherte vom Bezirksarzt 
Dr.med. M.________ wegen Selbst- und Fremdgefährdung bei einem akut psy-
chotischen Zustandsbild fürsorgerisch in die Klinik eingewiesen worden sei. In 
der Kurzbeurteilung der Klinikärzte wurde festgehalten (IV-act. 21-53/63 unten):

Im Verlauf zeigte der Patient nebst den psychotischen Symptomen eine sehr auf-
fällige basale Persönlichkeitsstruktur, mit histrionischen, dissozialen und emotional 
instabilen Zügen. Die Wahnsymptomatik (Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, Ver-
folgungswahn, Vergiftungswahn), die akustischen, optischen, taktilen Halluzinatio-
nen, der starke soziale Rückzug sind Symptome einer Schizophrenie.
Exacerbation einer paranoiden Schizophrenie bei primär gestörter Persönlichkeit, 
Drogenkonsum, Integrations- und Migrationsproblematik.

3.3 Dr.med. N.________ (Chefarzt Orthopädie ________) diagnostizierte bei 
der Untersuchung vom 27. März 2014 starke Beinschmerzen beidseits (rechts 
mehr als links), mit/bei (IV-act. 20-6/9):

 schwere Segmentdegeneration L5/S1 mit konsekutiver Diskusprotrusion mit 
osteodiskärer Einengung beider S1er Wurzeln rezessal

 Status nach Diskushernie-Operation L4/L5 in G.________ mit Spondylodese 
L4/L5 in Fehlstellung

Zur Frage der Arbeitsfähigkeit nahm Dr. N.________ nicht Stellung.

Nach einer weiteren Untersuchung in der F.________ vom 5. November 2014 
präzisierte Dr.med. O.________ (Leitender Arzt Orthopädie) die Diagnose dahin-

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gehend, dass ein chronifiziertes lumbovertebrales Schmerzsyndrom begleitet von 
rechtsbetonten bilateralen Ischialgien vorliege (mit Beinschmerzen, schwerer 
Segmentdegeneration L5/S1 und Status nach Diskushernien-Operation L4/L5; 
IV-act. 20-8/9).

3.4 Anlässlich einer kardiologischen Kontrolluntersuchung vom 3. Dezember 
2014 stellte Dr.med. P.________ (FMH Kardiologie und Innere Medizin) folgende 
Diagnosen (IV-act. 21-55/63):

1. Valvuläre Kardiopathie ev. Postrheumatischer Genese 
 Mittelschwere Aortenklappeninsuffizienz
 Minimale Mitralklappeninsuffizienz
 Normale systolische linksventrikuläre Funktion (LVEF 63%)

2. Status nach Ulcus duodeni 12/2002
3. Eisenmangelanämie

Zur Frage der Arbeitsfähigkeit nahm dieser Kardiologe nicht explizit Stellung, 
wies aber darauf hin, dass der Versicherte "vermehrte allgemeine Müdigkeit" gel-
tend mache (IV-act. 21-55/63). 

3.5 Der Hausarzt, Dr.med. Q.________ (FMH Allgemeine Medizin) fasste in 
seinem Bericht vom 20. Januar 2015 an die IV-Stelle die Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit wie folgt zusammen (IV-act. 21-2/63, Ziff. 1.1):

1. Chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (bestehend seit Ende 
2013) mit/bei
 Beinschmerzen rechts mehr als links
 schwere degenerative Veränderungen (L5/S1 mit konsekutiver Diskuspro-

trusion mit osteodiskärer Einengung beider S1-Wurzeln rezessal)
 St.n. Diskushernienoperation L4/L5 mit Spondylodese in Fehlstellung in 

G.________ vor Jahren
2. Unspezifische Handgelenksbeschwerden (seit 2001), möglicherweise Im-

pingementsyndrom mit/bei
 mobiler Processus styloideus ulnae bei kindlicher distaler Radiusfraktur

3. Symptomatische Fingerpolyarthrosen (2010)
4. Anamnestisch Vd. auf schizo-affektive Störung mit/bei

 St.n. psychiatrischer Hospitalisation Juli-Sept. 04
 Aktuell vor allem Vd. auf chron. depressive Entwicklung bei schwerer      

biopsychosozialer Belastungssituation

Zur Arbeitsfähigkeit führte der Hausarzt aus, dass der Patient seit vielen Jahren 
nicht mehr gearbeitet habe und deswegen keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse 
ausgestellt worden seien; in Anbetracht der verschiedenen Beschwerden sei seit 
einigen Jahren von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 
21-4/63 oben). In einem Beiblatt ergänzte der Hausarzt, angesichts der hoch-
komplexen biopsychosozialen Situation sei eine isolierte Betrachtung der einzel-
nen Beschwerdekomplexe wenig ergiebig, da alles sich gegenseitig beeinflusse. 

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Bei deutlichen organischen Veränderungen sei die Rückenproblematik aktuell 
entscheidend einschränkend, derweil die Handproblematik in letzter Zeit nicht 
mehr im Vordergrund stehe. Eine regelmässige psychiatrische-psychologische 
Betreuung sei schon aus sprachlichen Gründen schwierig. Zusätzlich ziehe sich 
der Patient zurück und entziehe sich bis zu einem gewissen Grade der medizini-
schen Betreuung (IV-act. 21-7/63).

3.6.1  Am 22. März 2016 und am 8. April 2016 wurde der Versicherte von den 
C.________-Gutachtern untersucht und beurteilt. Das am 21. Juni 2016 erstatte-
te polydisziplinäre Gutachten wurde von folgenden Fachpersonen unterzeichnet: 
Dr.med. R.________ (Innere Medizin und Nephrologie/ zert.med. Gutachter 
SIM), Dr.med. S.________ (Neurologie FMH), Dr.med. T.________ (Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatolgie des Bewegungsapparates FMH), med.pract. 
A.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ zert.med. Gutachter SIM), 
dipl.-Psych. B.________ und Prof. Dr.med. U.________ (vgl. IV-act. 45-56f./65). 
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die MEDAS-
Gutachter was folgt an (IV-act. 45-52f./65):

Valvuläre Kardiopathie
 mittelschwere Aortenklappeninsuffizienz (Stadium 2 bis 3)
 leichte Mitralklappeninsuffizienz

Degenerative Veränderungen der LWS und Status nach spinaler Operation, mit 
geringer residueller funktioneller Bewegungseinschränkung

Beginnende Arthrose linkes Handgelenk ohne funktionelle Einschränkung

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein Hämorrhoi-
dalleiden, der Nikotin-Konsum (<40 py) und das Übergewicht (BMI 27.8 kg/m2) 
aufgelistet.

3.6.2  Zur Arbeitsfähigkeit nahmen die MEDAS-Gutachter u.a. wie folgt Stellung 
(vgl. IV-act. 45-48/65 und 45-55/65):

In Zusammenfassung aller Teilgutachten, der dabei erhobenen Anamnesen und 
Befunde sowie der Aktendaten kommen die Gutachter gemeinsam zu dem 
Schluss, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der zuletzt ausgeübten sowie 
jedweder vergleichbaren körperlich schweren Tätigkeit ist aufgrund des spinalen 
postoperativen Defekts und der kombinierten Herzklappenpathologie auf Dauer zu 
100% erloschen.

In körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten 
Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarkts mit einfachen geistigen Ansprüchen ist 
jedoch von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen (Pensum und 
Rendement 100%). Gut geeignet sind zum Beispiel Arbeiten an Fertigungslinien, in 
einfachen Hol- und Bringediensten sowie als Lagerist.

Der Versicherte ist selbstversorgend, selbständig, führt einen Pkw und hält soziale 
Kontakte. Die Ressourcen für eine Arbeitstätigkeit sind also erhalten.

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Abschliessend hielten die Gutachter fest, dass die erhobenen objektiven Befunde 
nicht für eine schwerwiegende spinale oder kardiale Limitation sprechen würden 
(IV-act. 45-56/65).

3.7 In einem Kurzbericht an den Rechtsvertreter vom 27. Januar 2017 führte 
der Hausarzt Dr.med. Q.________ u.a. sinngemäss aus, aufgrund der früher 
bestätigten multiplen somatischen und psychischen Probleme sei die Situation 
des Versicherten mittlerweile chronifiziert und fluktuierend, so dass es realisti-
scherweise nicht mehr möglich sein sollte, den Versicherten in einen Arbeitspro-
zess zu reintegrieren. Die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen so-
matischen Problemen und den psychischen Belastungen würden die Situation so 
stark verschlechtern, dass es dem Patienten voraussichtlich nicht möglich sein 
werde, einer regelmässigen Arbeit nachzugehen. Die Spannungen durch zu er-
wartende Unzulänglichkeiten an einer potenziellen Arbeitsstelle seien vorpro-
grammiert und kein Arbeitgeber "würde ihn längerfristig tragen können" (IV-act. 
53-4/4).

4.1 In der Beschwerde (S. 9ff.) wird u.a. geltend gemacht, dass das interdiszi-
plinäre Gutachten vom 21. Juni 2016 nicht zu überzeugen vermöge. Sodann 
bestünden Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit. Je grösser die Divergenz zwi-
schen den Berichten behandelnder Ärzte und den Gutachtern sei, desto detail-
lierter müssten die Begründungen und Schlussfolgerungen der Gutachter sein. 
Aufgrund der Unklarheiten und der Divergenzen wäre es angebracht gewesen, 
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten Rückfragen an die 
Gutachter vorzunehmen, insbesondere im Hinblick auf das zumutbare Belas-
tungsprofil. Des Weiteren entspreche das Gutachten nicht den aktuellen Qua-
litätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychothera-
pie SGPP. Das Gutachten sei auch wegen der fehlenden Fremdanamnese nicht 
beweiskräftig, da gemäss den Leitlinien die Einholung von Fremdauskünften bei 
massiv abweichender Beurteilung gegenüber dem behandelnden Arzt klar emp-
fohlen werde. Schliesslich fehle im Gutachten ein negatives Anforderungsprofil 
("was kann die Person nicht mehr") und ein positives Anforderungsprofil ("was 
kann die Person noch"). Insgesamt sei die Einholung eines Gerichtsgutachtens 
notwendig.

4.2 Was die Kritik anbelangt, wonach unzureichend abgeklärt worden sei, wel-
ches verbliebene Leistungsvermögen der Versicherte noch aufweise ("was kann 
die Person noch?") und welche Belastungen/ Beanspruchungen nicht mehr zu-
mutbar seien ("was kann die Person nicht mehr?"), ist dem interdisziplinären 
Gutachten u.a. sinngemäss zu entnehmen,

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 dass aus internistischer Sicht mittelschwere und schwere Tätigkeiten auf-
grund der kardialen Situation auszuschliessen sind, derweil leichte wech-
selbelastende oder überwiegend sitzende Tätigkeiten als zumutbar beur-
teilt wurden (IV-act. 45-20/65);

 dass aus neurologischer Sicht keine relevanten Erkrankungen bzw. keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit evaluiert werden konnten (IV-act. 45-
26/65 oben);

 dass aus orthopädischer Sicht irreversible degenerative Veränderungen 
im Bereich der LWS und des linken Handgelenks festgestellt wurden, 
welche die Arbeitsfähigkeit des Versicherten dauerhaft qualitativ derart 
einschränken, dass nur noch leichte körperliche Arbeiten ohne monotone 
Arbeitshaltungen zumutbarerweise in Frage kommen (IV-act. 45-30/65),

 dass aus psychiatrischer Sicht keine psychischen Erkrankungen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellbar waren (IV-act. 45-38/65);

 dass auch aus neuropsychologischer Sicht kein ausreichender Anhalt für 
eine die Arbeitsfähigkeit limitierende kognitive Störung resultierte (IV-act. 
45-47/65) und zumindest "geistig einfache Tätigkeiten" "als leistbar" beur-
teilt wurden (IV-act. 45-48/65 oben);

 dass der Versicherte noch in der Lage ist, einen Personenwagen bzw. 
das Fahrzeug der Ehefrau zu lenken, wenn auch geltend gemacht wurde, 
dass er nur noch wenig bzw. gelegentlich fahre (vgl. IV-act. 45-17/65 Mit-
te; IV-act. 45-22/65 Mitte; IV-act. 45-33/65 unten; IV-act. 45-40/65 oben; 
IV-act. 45-47/65 unten);

 dass der Versicherte über eine erhaltene Alltagsselbständigkeit und 
Selbstversorgung verfügt und soziale Kontakte aufweist (IV-act. 45-
47/65);

 dass der Versicherte nach eigenen Angaben im Tagesverlauf mitunter mit 
der Ehefrau einkaufen geht und ansonsten sich mit Computer und TV-
Konsum beschäftigt, Facebook nutzt, gelegentlich Mathematiknachhilfe 
erteilt und öfters mit dem Sohn Schach spielt (IV-act. 45-33/65 unten und 
45-34/65 oben i.V.m. IV-act. 45-40/65 oben);

 und dass in körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sit-
zend ausgeübten Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes mit einfa-
chen geistigen Ansprüchen eine vollzeitige Einsetzbarkeit zumutbar ist, 
beispielsweise für Arbeiten an Fertigungslinien, für einfache Hol- und 
Bringdienste sowie als Lagerist (ohne mittelschwere oder gar schwere 
körperliche Beanspruchungen, vgl. IV-act. 45-48/65).

Im Lichte dieser konkreten Angaben haben die Gutachter nach einer konsensua-
len Würdigung der Befunde und Vorakten hinreichend klar zum Ausdruck ge-
bracht, was dem Versicherten aus der Sicht der Sachverständigen noch zumut-
barerweise möglich ist und was nicht mehr in Frage kommt. Entgegen der sinn-
gemässen Auffassung des Beschwerdeführers dürfen keine überspitzten Anfor-
derungen an die Formulierung des jeweiligen Belastungsprofils gestellt werden.  

12

Besonders ins Gewicht fällt im konkreten Fall, dass der beanwaltete Beschwer-
deführer vor Gericht nicht bestritten hat, im Alltag in der Lage zu sein, Auto zu 
fahren, einzukaufen, sich mit Computer und Facebook zu beschäftigen, Schach 
zu spielen, Mathematik-Nachhilfe zu erteilen etc. Wer aber solche Tätigkeiten 
auszuüben vermag und auch tatsächlich sich damit beschäftigt, verfügt 
grundsätzlich über ausreichende Ressourcen für leichte körperliche Beschäfti-
gungen, wie sie im MEDAS-Gutachten formuliert wurden, ohne dass diesbezüg-
lich noch ein Gerichtsgutachten einzuholen oder Rückfragen an die Gutachter 
angebracht wären. 

4.3 An diesem dargelegten Ergebnis vermögen die Vorbringen des Beschwer-
deführers nichts zu ändern. Was die Untersuchungen des begutachtenden 
Psychiaters und des Neuropsychologen anbelangt, wurde in der Beschwerde 
auch nicht ansatzweise dargelegt, welche gutachtlichen Befunde (hinsichtlich 
Bewusstsein, Orientierung, Mnestik, Konzentration und Aufmerksamkeit, forma-
les Denken, Befürchtungen und Zwänge, inhaltliches Denken, Affektivität, Antrieb 
und Psychomotorik etc.) unzutreffend seien (vgl. IV-act. 45-34f./65). Es ist denn 
auch nicht ersichtlich, dass diese psychiatrischen Befunde nicht lege artis erho-
ben wurden. Analoges gilt auch für die testpsychologischen Erhebungen (ab IV-
act. 45-42/65). Auch dazu nimmt der beanwaltete Beschwerdeführer vor Gericht 
mit keinem Wort Stellung, weshalb unerfindlich bleibt, inwiefern die gutachtlichen 
Untersuchungsergebnisse nicht verwertbar sein sollen. Soweit in der Beschwer-
deschrift (S. 11) eine fehlende Fremdanamnese bemängelt bzw. argumentiert 
wird, gemäss den SGPP-Qualitätsleitlinien werde bei unterschiedlichen Beurtei-
lungen die Einholung von Fremdauskünften empfohlen, wird übersehen, dass 
gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung das Einholen fremdanamnestischer 
Auskünfte im Ermessensspielraum der Gutachter liegt (vgl. Urteil 9C_343/2012 
vom 11.10.2012 Erw. 4.3.1 mit Verweis auf die Urteile 9C_762/2010 vom 
19.10.2010 Erw. 3.1 und 9C_482/2010 vom 21.9.2010 Erw. 4.1). Abgesehen da-
von hat das Bundesgericht unlängst im Urteil 9C_44/2017 vom 9. Mai 2017 (Erw. 
4.4) überzeugend betont, dass ein Gutachten selbst dann nicht automatisch sei-
ne Beweiskraft verlöre, wenn es nicht in allen Teilen den betreffenden Leitlinien 
entspräche. Wie erwähnt fällt hier ins Gewicht, dass aus den Vorbringen des Be-
schwerdeführers nicht hervorgeht, inwiefern die klinische Untersuchung mit 
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ungenü-
gend sein soll. Im Übrigen wurde hinsichtlich der während der psychiatrischen 
Hospitalisation im Sommer 2004 festgestellten Halluzinationen (vgl. IV-act. 21-
51/63) im MEDAS-Gutachten überzeugend dargelegt, dass die damaligen psy-
chotischen Störungen nach der Aktenlage und dem weiteren Verlauf wahrschein-
lich durch den damaligen Cannabiskonsum ausgelöst wurden (IV-act. 45-38/65).

13

4.4 Zusammenfassend ist im Einklang mit der Vorinstanz festzuhalten, dass 
das vorliegende MEDAS-Gutachten alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen 
Kriterien für eine beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage erfüllt. Den 
diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung ist nichts 
beizufügen. 

5. In der Folge ist der in der Beschwerde bemängelte Einkommensvergleich 
näher zu prüfen.

5.1 In der angefochtenen Verfügung wurde das Valideneinkommen ausgehend 
von der fehlenden Ausbildung und wenigen kurzfristigen Anstellungen in der 
Schweiz aus den statistischen Lohnangaben für Hilfsarbeiter (LSE) hergeleitet 
und für 2015 auf Fr. 66'633.-- festgesetzt. 

5.2 Demgegenüber wird in der Beschwerde (S. 14) eingewendet, dass die Ta-
bellenwerte für Bauarbeiter (Kompetenzniveau 2) heranzuziehen seien, womit 
ein Valideneinkommen von mindestens Fr. 75'186.80 resultiere.

5.3 Gegenüber dem begutachtenden Psychiater hat der Versicherte seine 
Ausbildung und erwerblichen Erfahrungen wie folgt dargelegt (vgl. IV-act. 45-
33/65):

Er sei 8 Jahre lang in G.________ zu Schule gegangen, habe dann Autos und 
Reisen verkauft. Aufgrund der Kriegsereignisse und der Bedrohung durch die 
L.________ sei er im Jahr 2000 in die Schweiz geflüchtet. Hier habe er Deutsch-
kurse absolviert, einige Monate lang auf Baustellen und in Restaurants gearbeitet, 
sei zuletzt im Gastgewerbe bis etwa 2005 oder 2006 erwerbstätig gewesen, habe 
sich dann arbeitslos gemeldet und keine weitere Tätigkeit gefunden. (…)

Analog schilderte er auch dem begutachtenden Neurologen, dass er als Autover-
käufer und in der Schweiz auf Baustellen sowie zuletzt in verschiedenen Restau-
rants als Küchenhilfe gearbeitet habe, wobei er hinsichtlich der Bauarbeiten prä-
zisierte, dass er ca. während sechs Jahren "jeweils 2 bis 3 Monate lang auf einer 
Baustelle gearbeitet" habe (IV-act. 45-22/65). Nicht auszuschliessen ist es, dass 
es sich dabei um die Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen für Flüchtlinge 
handelte, wobei es um Unterhalt und Erstellung von Wanderwegen, Pflege von 
Naturschutzgebieten etc. ging (vgl. IV-act. 32-4/4; siehe auch die fehlenden Bu-
chungen im individuellen Konto IK gemäss IV-act. 31-1f./2).

5.4 In Anbetracht dieser aus objektiver Sicht sehr geringen beruflichen Erfah-
rungen des Versicherten (ohne adäquate Berufsausbildung) fällt es ausser Be-
tracht, das Valideneinkommen gemäss den Tabellenlöhnen für Bauarbeiter im 
Kompetenzniveau 2 festzulegen. Vielmehr gibt das Vorgehen der Vorinstanz, zur 
Ermittlung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne für Hilfsarbeiter abzu-

14

stellen, keinen Anlass zur Beanstandung. Sodann hat der beanwaltete Be-
schwerdeführer die konkrete Herleitung des Durchschnittsverdiensts eines Hilfs-
arbeiters nicht substantiiert in Frage gestellt, weshalb sich weitere Ausführungen 
dazu erübrigen. Damit bleibt es dabei, dass das Valideneinkommen mit Fr. 
66'633.-- zu veranschlagen ist.

5.5 Bei der Festlegung des massgebenden Invalideneinkommens ist ebenfalls 
an den Tabellenlohn für Hilfsarbeiter von Fr. 66'633.-- (2015) anzuknüpfen, wobei 
davon bei einer gutachtlich ermittelten Arbeitsfähigkeit von 100% für den Beein-
trächtigungen angepasste (körperlich leichte, wechselbelastete) Tätigkeiten (mit 
einfachen geistigen Ansprüchen) an sich - einmal abgesehen vom leidensbeding-
ten Abzug - der ganze Betrag anzurechnen wäre. Was diesen leidensbedingten 
Abzug anbelangt, gewährte die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung eine 
Herabsetzung um 5%, derweil in der Beschwerde (S. 14) ein höherer Abzug ge-
fordert wird. Wie es sich damit verhält, kann hier letztlich offen bleiben, da selbst 
dann, wenn der maximal mögliche Abzug von 25% gewährt würde, dennoch - bei 
einem Vergleich des Valideneinkommens (Fr. 66'633.--) mit dem Invalidenein-
kommen (Fr. 66'633.-- reduziert um höchstens 25%) -  kein rentenbegründender 
IV-Grad von mindestens 40% erreicht würde.

6. Schliesslich hat die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (S. 5f.) zutreffend 
dargelegt, dass im konkreten Fall keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 
angebracht sind. Diesen Ausführungen ist uneingeschränkt beizupflichten. Abge-
sehen davon verhält sich der Beschwerdeführer widersprüchlich, wenn er unter 
Hinweis auf die Einschätzung seines Hausarztes eine nicht mehr verwertbare 
Arbeitsfähigkeit geltend macht (vgl. IV-act. 53-1/4 i.V.m. 53-4/4) und damit seine 
Eingliederungsfähigkeit bestreitet, gleichzeitig aber vor Gericht die Abklärung von 
beruflichen Massnahmen fordert. Ein solches widersprüchliches Verhalten findet 
grundsätzlich keinen Rechtsschutz. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer vor 
Gericht nichts vorgebracht, was eine Änderung seiner Einstellung im Sinne einer 
nunmehr vorhandenen subjektiven Bereitschaft zu beruflichen Massnahmen do-
kumentieren könnte.

7. Aus all diesen Gründen ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen. 
Zu prüfen ist noch der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (inkl. unentgelt-
liche Rechtsverbeiständung). Die entsprechenden Voraussetzungen sind im kon-
kreten Fall gegeben. 

Die Entschädigung für den unentgeltlichen Rechtsbeistand richtet sich nach dem 
Gebührentarif für Rechtsanwälte (GebTRA, SRSZ 280.411). § 2 GebTRA sieht 
als Bemessungskriterien die Wichtigkeit der Streitsache, ihre Schwierigkeit, den 

15

Umfang und die Art der Arbeitsleistung sowie den notwendigen Zeitaufwand vor. 
Das Honorar beträgt für die Vertretung vor Verwaltungsgericht Fr. 300.-- bis Fr. 
8'400.-- (§ 14 GebTRA). Eine allfällige Kostennote ist zu spezifizieren und vor 
Fällen des Entscheides einzureichen; andernfalls wird die Vergütung nach freiem 
Ermessen festgesetzt (§ 6 Abs. 1 GebTRA). Die Verwaltungsbehörden und das 
Verwaltungsgericht befolgen bei der Entschädigungsbemessung eine zurückhal-
tende Praxis. Dies entspricht § 74 Abs. 1 VRP, welcher nur von einer angemes-
senen Entschädigung und nicht vom Anspruch auf Ersatz der Kosten der Pro-
zessführung und Vertretung nach gerichtlicher Festsetzung (vgl. Art. 105 f. der 
Zivilprozessordnung, ZPO, SR 272) spricht. § 74 Abs. 1 VRP verlangt nicht die 
Ausrichtung einer vollen, sondern nur einer angemessenen, im Rahmen des Ge-
bührentarifs sich bewegenden und anhand des notwendigen Aufwandes be-
stimmten Parteientschädigung. Die Parteientschädigung versteht sich als Beitrag 
an die Anwaltskosten und muss nicht vollumfänglich dem in einer eingereichten 
Kostennote aufgeführten Betrag entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 
2A.453./2004 vom 23.3.2005 Erw. 5). Die Bindung an den Gebührentarif und 
damit die notwendige Wahrung der Proportionen zwischen den verschiedensten 
Aufwandintensitäten bedingt, dass aufwandgeringe Verfahren nur so hoch ent-
schädigt werden, dass der Gebührentarif auch für aufwandintensivste Fälle noch 
eine angemessene Entschädigung zulässt (EGV 1986 Nr. 2; 1989 Nr. 6 mit Hin-
weisen auf die Materialien; VGE 708/97 vom 2.9.1997 Erw. 1c). Die Zurückhal-
tung bei der Bemessung der Parteientschädigung geht einher mit einer ebenso 
grossen Zurückhaltung bei der Bemessung der Verfahrenskosten (EGV 1986 Nr. 
2; VGE 708/97 vom 2.9.1997 Erw. 1c). Im Lichte all dieser Aspekte ist das Hono-
rar auf Fr. 2'000.-- (inkl. MwSt und Auslagen) festzusetzen. Gegen eine höhere 
Entschädigung spricht, dass gewisse Abschnitte der Beschwerde ans Gericht be-
reits im Einwandverfahren vor der IV-Stelle erarbeitet und formuliert wurden, so 
dass Synergieeffekte bestehen, wobei zu beachten ist, dass der im Verwaltungs-
verfahren entstandene Anwaltsaufwand grundsätzlich nicht durch die unentgeltli-
che Rechtsverbeiständung im Gerichtsverfahren abzugelten ist.

16

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und dem Beschwer-
deführer auferlegt. Auf das Inkasso wird derzeit unter Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege verzichtet (siehe noch Dispositiv-Ziffer 4).

3. Dem Beschwerdeführer wird für das verwaltungsgerichtliche Verfahren die 
unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und Rechtsanwalt lic.iur. Da-
vid Husmann als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Ihm ist zu Lasten 
des Verwaltungsgerichts ein Honorar (inkl. Auslagen und MwSt) von Fr. 
2'000.-- zu entrichten.

4. Der Beschwerdeführer hat die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- sowie das 
Honorar von Fr. 2'000.-- dem Gericht zurückzuerstatten, wenn er dazu in-
nert 10 Jahren seit Rechtskraft dieses Entscheides in der Lage ist (§ 75 
Abs. 3 VRP).

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht, BGG, SR 173.110).

6. Zustellung an:
- den Vertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- die Vorinstanz (A)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern (A).

Schwyz, 23. Oktober 2017

Im Namen des Verwaltungsgerichts
Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 3. November 2017