# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fef5d242-7c7f-57da-9fdc-268f9b5351a2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 21.06.2006 SB 2006 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2006-14_2006-06-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 21. Juni 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 06 14/15/16/17 (nicht mündlich eröffnet)

(Die gegen diese Entscheidung erhobenen Nichtigkeitsbeschwerden hat das 
Bundesgericht mit Urteilen vom 24. April 2007 (SB 06 14 = 6S.587/2006, SB 06 
15 = 6S.7/2007, SB 06 16 = 6S.1/2007, SB 06 17 = 6S.8/2007) abgewiesen, die 
staatsrechtlichen Beschwerden hat das Bundesgericht mit Urteilen vom 24. 
April 2007 (SB 06 15 = 6P.9/2007, SB 06 16 = 6P.8/2007, SB 06 17 = 6P.12/2007) 
auch abgewiesen.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Möhr 
Aktuarin Thöny

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In der strafrechtlichen Berufung

des A., Berufungskläger (SB 06 14), amtlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Mauro Lardi, c/o Lardi & Partner, Postfach 474, Reichsgasse 65, 7002 Chur, sowie

des B., Berufungskläger (SB 06 15), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dölf 
Wyss, Postfach 656, Magnihalden 7, 9004 St. Gallen, sowie

des C., Berufungskläger (SB 06 16), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael 
Thürlemann, Postfach 841, Poststrasse 17, 9001 St. Gallen, sowie

des D., Berufungskläger (SB 06 17), vertreten durch Fürsprecherin lic. iur. Corinne 
Schmidhauser Henauer, Postfach 7216, Monbijoustrasse 26, 3001 Bern, wiederver-
treten durch Rechtsanwältin lic. iur. Andrea Schmid Kistler, Promenade 132 A, 7260 
Davos Dorf,

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gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein vom 10. November 2005, 
mitgeteilt am 16. März 2006, in Sachen gegen die Berufungskläger,

betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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A.1. A. wurde am 3. Oktober 1962 in K. geboren und wuchs in L. bei seinen 
Eltern auf. Nach der Schulentlassung absolvierte er eine vierjährige Lehre als Mo-
torfahrrad- und Motorradmechaniker, die er mit Erfolg abschloss. Danach arbeitete 
er während vier Jahren in M. und L. auf dem erlernten Beruf. Im Winter 1981 wech-
selte A. in den Pistenrettungsdienst über; er ist seither in dieser Branche tätig. Im 
Winter 1993/94 war er zudem in N. im Beschneiungs-, Pisten- und Rettungsdienst 
tätig. Im Jahre 1995 wechselte A. zu den Bergbahnen O.-AG, wo er bis am 1. Mai 
2003 angestellt war. Zur Zeit ist er in P. bei der Q.-AG in Anstellung und verdient 
dabei monatlich Fr. 6'000.-- brutto. Laut Leumundsbericht der Regionalpolizei Ber-
ner Oberland vom 12. November 2004 versteuert er ein Vermögen von Fr. 250'000.-
-. Aus der im Jahre 1996 mit E. eingegangenen Ehe entsprossen drei Kinder. 

A. ist im Schweizerischen Zentralstrafregister nicht verzeichnet. 

A.2. D. ist am 10. Januar 1963 in R. geboren und in S. aufgewachsen. Nach 
der regulären Schulzeit absolvierte er mit Erfolg eine dreijährige Lehre als kaufmän-
nischer Angestellter bei der T. in U.. Nach diversen internen Weiterbildungen er-
langte D. den Fähigkeitsausweis als eidgenössisch diplomierter Versicherungsfach-
mann. Er ist nach wie vor bei der T. tätig. Gemäss dem Führungsbericht der Kan-
tonspolizei U. versteuerte D. für das Jahr 2002 ein Einkommen von Fr. 58'800.-- 
und ein Vermögen von Fr. 7'000.--. Die im Jahre 1991 eingegangene Ehe mit F. 
blieb kinderlos und wurde im Februar 2000 geschieden. An seine geschiedene Ehe-
frau hat er keine Unterhaltsbeiträge zu leisten.

D. figuriert nicht im Schweizerischen Zentralstrafregister. 

A.3. B. ist am 27. Juli 1979 in W. geboren und bei seinen Eltern in der X. 
aufgewachsen. Nach der Primar- und Sekundarschule schloss er eine vierjährige 
Lehre als Maschinenmechaniker erfolgreich ab. Zur Zeit ist B. als CNC-Mechaniker 
auf dem erlernten Beruf bei der Firma Y. in Z. angestellt und verdient dabei monat-
lich ca. Fr. 4'500.--. Laut dem Führungsbericht der Kantonspolizei W. Innerrhoden 
versteuerte er im Jahre 2003 ein Einkommen von Fr. 41'365.-- und ein Vermögen 
von Fr. 60'841.--.

B. ist im Schweizerischen Zentralstrafregister nicht verzeichnet. 

A.4. C. wurde am 12. Juli 1955 in W. geboren. Er ist in Aa. aufgewachsen 
und besuchte dort die Primarschule und in W. das Kollegium. Anschliessend absol-
vierte er eine vierjährige Lehre als Radio- und Fernsehelektriker. In der Folge er-

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warb er das Skilehrerpatent und erteilte während 10 Wintersaisons Skiunterricht. In 
den Sommermonaten hielt er sich jeweils in diversen Ländern zur Weiterbildung auf. 
Zudem schloss C. die Handelsschule in U. mit Erfolg ab. Im Jahre 1985 nahm er 
bei der Firma Bb. eine Anstellung als Montageleiter an. Inzwischen ist er bei dieser 
Firma Mitinhaber und Geschäftsleiter der Abteilung Kundendienst geworden. Laut 
eigenen Angaben verdient C. jährlich Fr. 150'000.--. Seine Hypothekarschulden be-
ziffert er mit total Fr. 150'000.--. In der Veranlagungsperiode 2004 wurde C. mit ei-
nem steuerbaren Vermögen von Fr. 400'000.-- provisorisch eingestuft. Am 3. Juni 
2003 verheiratete er sich mit G..

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist C. nicht verzeichnet. 

B. Am 22. April 2003 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden ge-
gen A. und D. eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Körperverletzung und be-
auftragte das Untersuchungsrichteramt Thusis mit deren Durchführung. Ab dem 17. 
Februar 2004 wurde das Verfahren auf B. und C. ausgedehnt. Mit Verfügung vom 
18. Januar 2005 wurden A., B., C. und D. wegen fahrlässiger schwerer Körperver-
letzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB in Anklagezustand versetzt. Der zu Handen 
des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein erhobenen Anklage liegt gemäss An-
klageschrift vom 18. Januar 2005 der folgende Sachverhalt zu Grunde:

„Am Samstag, 1. Februar 2003 führte der Skiclub Cc. unter dem Vorsitz von 
B. anlässlich der Hh.-Skiverband-Meisterschaft in Dd. auf der FIS-Rennpiste 
der Bergbahnen O.-AG von der „Ee.“ in Richtung Mittelstation „Ff.“ einen al-
pinen Riesenslalom durch, der im nationalen Terminkalender 2002/03 unter 
der Nr. xxxx. angeführt war. An diesem Rennen beteiligten sich 53 Rennläu-
fer/innen. Die Jury setzte sich zusammen aus dem bei Swiss Ski tätigen re-
gionalen Schiedsrichter-Chef D., der den Vorsitz der Jury innehatte. Er trug 
die Hauptverantwortung und hatte die Strecke abzunehmen bzw. frei zu ge-
ben. Als Wettkampfleiter und OK-Präsident amtete B., während als Stre-
ckenchef C. zuständig war. B. war für die Ausschreibung bzw. Einladung die-
ses Rennens zuständig. Er war am Vortag zusammen mit C., der für die 
Rennpiste sowie deren Absperrung verantwortlich war, sowie mit weiteren 
Mitgliedern des SC Cc. nach Dd. gereist, um die Strecke zu besichtigen und 
den Kurs auszustecken. Die Aufgabe der Jury beinhaltete nebst der Über-
wachung der Regelkonformität des gesamten Wettkampfablaufes vor dem 
Wettkampf u.a. die Überprüfung der Absperrungen, die Überprüfung des 
Startes, des Zieles und des Auslaufes nach dem Ziel sowie die Abnahme der 
Strecke vor dem Wettkampf. Daneben waren die Bergbahnen O.-AG bzw. 
A. als Pisten- und Rettungschef verpflichtet gewesen, die erforderlichen Si-
cherheits- und Schutzmassnahmen zu treffen, damit den die Publikumspiste 
benutzenden Schneesportlern aus alpinen und weiteren Gefahren, die nicht 
einer Skiabfahrt als solcher eigen sind, kein Schaden erwächst. 

Am Vortag richteten der Wettkampfleiter B. und der Streckenchef C. in Ab-
sprache mit dem damaligen Pisten- und Rettungschef A. die Rennpiste mit 
Mitgliedern des erwähnten Skiclubs ein. Der Start befand sich bei der Berg-

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station der Gondelbahn. Der Startbereich und die anschliessende Strecken-
führung waren abseits der öffentlichen Skipiste und wurden mit von den 
Bergbahnen zur Verfügung gestellten Netzen, sogenannte Schafszäune, ab-
gesperrt. Im zweiten Teil der Strecke war der Kurs ganz auf der linken Seite 
der FIS-Piste und wurde rechtsseitig zur angrenzenden öffentlichen Skipiste 
durchgehend mit diesen Netzen abgesichert. Diese Absperrung reichte bis 
ca. 50 Meter unter die Zieleinfahrt, wobei der Zielraum nach unten hin offen 
gelassen wurde. Die Breite des Zielgeländes betrug ca. 50 bis 60 Meter. 
Linksseitig der Rennpiste grenzte keine öffentliche Piste an bzw. befand sich 
freies Gelände. Der gesamte Zielbereich befand sich in steilem, nicht flach 
auslaufendem Gelände.

Anlässlich der Streckenbesichtigung vor dem Rennen wurde auf Anweisung 
des Schiedsrichters D. unter anderem die Zieleinfahrt um ca. 15 Meter nach 
oben verschoben, damit die Rennläufer nicht über die sich ca. 25 Meter nach 
der Ziellinie befindende kleine Kuppe, welche die Sicht auf den folgenden 
Steilhang einschränkte, springen würden.

Nachdem die Strecke durch die Jury bzw. durch D., B. und C. für in Ordnung 
sowie den Sicherheitsvorschriften entsprechend befunden worden war, fiel 
um 10.30 Uhr der Startschuss. Jeder Teilnehmer hatte drei Läufe zu absol-
vieren. Um ca. 14.20 Uhr hielt sich der 8 ½-jährige H. zusammen mit seiner 
Familie auf der freien Piste auf und verfolgte das Rennen. Kurz vor 14.20 
Uhr startete der eine FIS-Lizenz innehabende Kaderfahrer des OSSV I., geb. 
23. Juni 1987, als einer der letzten Fahrer zum dritten Lauf. Gleichzeitig ver-
liess H. auf der Piste seine Eltern und fuhr diagonal links hinunter Richtung 
Mittelstation. I. passierte das Ziel, richtete sich auf, machte vorerst einen 
leichten Linksschwung und leitete anschliessend einen langgezogenen 
Rechtsschwung ein. In der Folge kollidierte er ca. 150 Meter nach dem Ziel 
bzw. rund 100 Meter unterhalb des Absperrnetzes heftig mit H.. Dieser zog 
sich schwere Verletzungen (Schädelhirntrauma mit Fraktur der vorderen 
Schädelgrube, Blut in Nasennebenhöhlen und Lufteinschlüsse im Gehirn, 
Augenverletzung links mit Sehkraftverlust und einen Trommelfellriss rechts) 
mit zum Teil bleibenden Schäden zu. Anlässlich einer Nachkontrolle vom 24. 
September 2003 stellte PD Dr. med. Daniel Mojon bei H. am linken Auge 
einen hochgradigen Visusverlust fest, was einer Blindheit gleichkomme. Der 
Vater von H. stellte am 2. Februar 2003 als dessen gesetzlicher Vertreter 
einen entsprechenden Strafantrag.

Akten: Dossier 6, act. 6.1-6.4, 6.7-6.26, 6.33, 6.34, 6.36

Der im Verlaufe der Untersuchung beigezogene Experte Kurt Hoch, Chef-
renndirektor Weltcup Damen und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für 
den alpinen Skilauf am Landes- und Obergericht Innsbruck, gelangte in sei-
nem Gutachten vom 28. Januar 2004 zusammenfassend zum Schluss, dass 
der Auslauf der Rennpiste Nr. xxxx. nicht den Bestimmungen des Swiss-Ski 
Wettkampfreglementes 2000 entsprochen habe und in Verbindung mit der 
seinerzeitigen Sichtabsperrung zur Publikumspiste als nicht zumutbar erach-
tet werden könne. Sodann wäre im Zielauslauf der Absicherungszaun we-
sentlich nach unten zu verlängern gewesen, insbesondere da eine freie seit-
liche Sicht in die jeweils komplett andere Pistenhälfte für einen Abfahrenden 
nicht durchgehend gewährleistet respektiv erst ab Höhe der Unfallgegend 
wieder möglich gewesen wäre. Schliesslich wäre der Zielraum nach unten 
hin abzuschliessen gewesen.

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Akten: Dossier 6, act. 6.28, 6.31

Gegen I. führt das Jugendgericht W. Innerer Landesteil ein separates Ver-
fahren. 

Akten: Dossier 1, act. 1-46. 1-61“

C. Mit Verfügung vom 24. Juni 2005 verfügte der Bezirksgerichtspräsi-
dent Hinterrhein in Ergänzung des Untersuchungsergebnisses und auf Antrag von 
D. und C. die Einholung eines zusätzlichen Gutachtens bei Mag. Kurt Hoch, Inns-
bruck, zur Abklärung der unterschiedlichen Verantwortlichkeiten der Wettkampfor-
ganisatoren, der Jury, der Bergbahnen, des Rennläufers sowie der Aufsichtspflicht 
der Eltern des Verunfallten. Das Gutachten ging am 25. August 2005 beim Bezirks-
gericht Hinterrhein ein. 

D. Am 10. November 2005 fand vor dem Bezirksgerichtsausschuss Hin-
terrhein die mündliche Hauptverhandlung statt. Es waren die Angeklagten D., B. 
und C. mit ihren privaten Verteidigerinnen und Verteidiger sowie Untersuchungs-
richter lic. iur. Franz Moser als Vertreter der Anklage anwesend. Der Angeklagte A. 
war von der Teilnahme an der Hauptverhandlung dispensiert, sein amtlicher Vertei-
diger war jedoch anwesend. Mit Urteil vom 10. November 2005, mitgeteilt am 16. 
März 2006, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein wie folgt:

„1. A., D., B. und C. sind schuldig der fahrlässigen schweren Körperverlet-
zung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB.

2. Dafür werden sie wie folgt mit Busse bestraft:

a) A. mit CHF 1'000.00
b) D. mit CHF 2'000.00
c) B. mit CHF 1'000.00
d) C. mit CHF 3'000.00

3. Den Verurteilten wird die bedingte Löschung der Busse im Strafregister 
nach Ablauf einer einjährigen Probezeit gewährt. 

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus

- Untersuchungskosten der 
  Staatsanwaltschaft Graubünden CHF   3'538.00
- Gerichtsgebühr CHF   5'000.00
- Barauslagen (Gutachten) CHF   3'755.00
total CHF 12'293.00

gehen je zu ¼, somit zu CHF 3'073.25 zu Lasten der Verurteilten.

Das Honorar der amtlichen Verteidigung von A. von CHF 4'496.00 geht 
zu Lasten des Verurteilten A.. 

5. (Rechtsmittelbelehrung).

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6. (Mitteilung).“

E. Gegen dieses Urteil liessen A., B., C. und D. mit Eingaben vom 6. April 
2006 beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden Berufung erheben. Sie be-
antragen, das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein 
vom 10. November 2005 sei aufzuheben und die Berufungskläger seien von Schuld 
und Strafe freizusprechen. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss 
Gesetz. A. beantragte eventualiter die Reduktion der ausgesprochenen Busse auf 
Fr. 500.--. D. und C. stellten überdies den Antrag, es sei das Gutachten des Alpin-
Experten Dr. iur. Gregor Benisowitsch vom 28. März 2005 beizuziehen und es sei 
eventualiter über die Verantwortlichkeiten der am Skirennen beteiligten Personen 
ein Obergutachten zu erstellen. D. beantragte zudem, es sei das Wettkampfregle-
ment 2006 von Swiss Ski als neues Beweismittel aufzunehmen. 

F. Mit Schreiben vom 18. April 2006 verzichtete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden auf die Einreichung einer Vernehmlassung. Das Bezirksgerichtspräsi-
dium Hinterrhein wies in seiner Vernehmlassung vom 2. Mai 2006 darauf hin, dass 
neuerdings die Rennstrecken und Zieleinläufe in Dd. konsequent von der Publi-
kumspiste abgesperrt würden, was mit einem kleinen Mehraufwand machbar sei. 
Es sei unverständlich, dass die Berufungskläger diese kleinen Sicherheitsvorkeh-
rungen nicht schon am 1. Februar 2003 vorgenommen hatten. Es dürfe nicht sein, 
dass sich die Rennfahrer beim Zieleinlauf unvermittelt auf der Publikumspiste be-
fänden. Der Gutachter Mag. Kurt Hoch habe dies auf die effektiven Verhältnisse 
bezogen richtig festgehalten.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefochte-
nen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-
gen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 141 Abs. 1 des Gesetzes über die Strafrechtspflege 
(StPO; BR 350.00) können der Verurteilte und der Staatsanwalt gegen Urteile und 
Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse beim Kantonsgerichtsaus-
schuss Berufung einlegen. Die Berufung ist innert zwanzig Tagen seit der schriftli-
chen Eröffnung des Entscheids und unter Beilage des angefochtenen Entscheids 
einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstin-
stanzlichen Entscheids gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile 

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davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermö-
gen die vorliegenden Berufungen zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist. 

2. Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft das erstinstanzliche Urteil in 
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei (Art. 
146 Abs. 1 StPO). Er besitzt eine umfassende, uneingeschränkte Kognitionsbefug-
nis. Wenn die Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs vorliegt oder der Mangel geheilt ist, entscheidet der Kantonsgerichts-
ausschuss in der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario; Padrutt, Kommen-
tar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 
376). 

3. Der Kantonsgerichtspräsident kann eine mündliche Verhandlung von 
sich aus oder auf Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befragung 
des Berufungsklägers für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 
Abs. 1 StPO). Findet keine mündliche Verhandlung statt, so trifft der Kantonsge-
richtsausschuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 
Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von 
der kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch dar-
auf, dass seine Sache in billiger Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der Ver-
fahrensöffentlichkeit unter dem Vorbehalt von Art. 107 StPO gilt dem Grundsatz 
nach nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die 
Gesamtheit eines Strafverfahrens inklusive des gesamten Rechtsmittelweges, so-
mit auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Der Betroffene kann 
auf die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung von sich aus verzich-
ten. Voraussetzung eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird 
oder sich aus dem Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt.

Die Berufungskläger haben im vorliegenden Fall nicht die Durchführung einer 
mündlichen Berufungsverhandlung verlangt, woraus auf einen wirksamen Verzicht 
geschlossen werden kann. Es besteht aber auch kein Grund, dass das urteilende 
Gericht von sich aus (vgl. hierzu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche Berufungs-
verhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, bezüglich 
des strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen 
Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in peius ausgeschlossen ist und sich 
ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur Person und zum Charakter der Beru-
fungskläger stellen, welche sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit aufgrund der 
Akten beantworten lassen. Zudem steht einem nichtöffentlichen Verfahren kein öf-

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fentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b S. 318 f.; Art. 107 StPO; 
ZR 99/2000, Nr. 36). Die streitige Strafsache kann somit gestützt auf die vorliegen-
den Akten sachgerecht entschieden werden. Ein persönliches Vortreten von A., B., 
C. und D. ist daher nicht notwendig.

4. B. rügt zunächst, ihm seien wesentliche Verteidigungsrechte entzogen 
worden. Entgegen der Sachverhaltsdarstellung im vorinstanzlichen Urteil sei er zur 
Experteninstruktion vom 23. Dezember 2003 nicht eingeladen worden. Die Unter-
suchungsbehörden hätten ihn erst ein Jahr nach dem Unfall erstmals mit dem Vor-
wurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung konfrontiert. Er habe somit insbe-
sondere nicht auf Unterschiede hinsichtlich Situation und Topographie zum Zeit-
punkt des Unfalls hinweisen können. 

a) Die in Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK statuierten Verteidigungsrechte stellen 
einen Bestandteil des allgemeinen Begriffs eines fairen Verfahrens dar, von dem in 
Art. 6 Ziff. 1 EMRK die Rede ist. Grundlegendes Element des dem Angeschuldigten 
durch diese Vorschrift eingeräumten Anspruchs auf ein „fair hearing“ (wie es im eng-
lischen Originaltext heisst) oder (nach deutscher Übersetzung) auf Anhörung in bil-
liger Weise, bildet die Garantie, dass der Angeklagte seine Sache dem Gericht in 
ausreichender, angemessener Weise vortragen kann und gegenüber der Anklage-
behörde nicht benachteiligt wird. Dem Recht des Angeklagten auf ein faires Verfah-
ren und auf wirksame Verteidigung entspricht die Pflicht der Gerichte, dafür zu sor-
gen, dass der Angeklagte diese Rechte auch wirklich wahrnehmen kann (BGE 116 
Ia 289 E. 3 S. 291; PKG 1993 Nr. 28). Art. 6 Ziff. 3 EMRK geht in seiner Tragweite 
nicht über die in Art. 29 BV statuierten Verfahrensgarantien hinaus. Der Anspruch 
auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Seine Verletzung führt ungeachtet der Er-
folgsaussichten des Rechtsmittels in der Sache selbst zur Aufhebung des angefoch-
tenen Entscheids (BGE 127 I 128 E. 4d S. 132). Doch können nach der Rechtspre-
chung Mängel des vorinstanzlichen Verfahrens ausnahmsweise dann geheilt wer-
den, wenn der Rechtsmittelinstanz die gleiche Kognition wie der Vorinstanz zusteht 
(BGE 118 Ib 111 E. 4 S. 120; PKG 1993 Nr. 28). Diese Grundsätze gilt es auch auf 
den vorliegenden Fall anzuwenden.

b) Der aus Art. 29 BV abgeleitete Anspruch auf rechtliches Gehör um-
fasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme 
auf den Prozess der Entscheidfindung. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör 
einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes 
Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, der in die Rechtsstellung des 

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einzelnen eingreift. Dazu gehört auch das Recht, an der Erhebung wesentlicher Be-
weise mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn die-
ses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56 mit Hin-
weisen). 

c) Wie aus dem Protokoll vom 29. Dezember 2003 (act. 6.29) hervorgeht, 
nahmen lediglich A. und D. als Angeschuldigte am Augenschein vom 23. Dezember 
2003 teil. C. war ebenfalls zugegen, jedoch nicht als Angeschuldigter. B. war bei 
der Besichtigung der Unfallstelle nicht anwesend. Dies deshalb, weil die Staatsan-
waltschaft Graubünden zu diesem Zeitpunkt lediglich gegen A. und D. ermittelte. 
Die Strafuntersuchung wurde erst ab dem 17. Februar 2004 auf B. und C. ausge-
dehnt (act. 1.1). Mit anderen Worten waren B. und C. zu diesem Zeitpunkt noch 
nicht am Verfahren beteiligt, weshalb B. auch nicht zum Augenschein beigezogen 
wurde. In einem solchen Fall genügt es aber gemäss bundesgerichtlicher Praxis, 
wenn die betreffenden Parteien nachträglich zum Beweisergebnis Stellung nehmen 
können (vgl. BGE 112 Ia 5 E. 2c S. 6 f. mit weiteren Hinweisen). Diese Möglichkeit 
wurde sowohl B. als auch C., welcher am Augenschein teilgenommen hatte, inso-
fern eingeräumt, als sie anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung vom 10. No-
vember 2005 die Gelegenheit erhielten, sich im Rahmen der richterlichen Befragung 
persönlich zu äussern und zu den Vorbringen der Anklagevertretung durch ihre 
Rechtsvertreter Stellung zu beziehen und als sie im Rahmen des von der Vorinstanz 
angeordneten zweiten Gutachtens auch das Recht erhielten, Ergänzungsfragen an 
den Experten zu formulieren. Bezüglich des Vorwurfs von B. in seiner Berufungs-
schrift, er und C. hätten auch keine Möglichkeit gehabt, sich gegen den beigezoge-
nen Experten zu wehren und Ablehnungsgründe geltend zu machen, ist auszu-
führen, dass die Angeklagten wohl gestützt auf ihren Anspruch auf rechtliches 
Gehör das Recht haben, zur Wahl des Gutachters Stellung zu nehmen und ihrer-
seits einen Sachverständigen vorzuschlagen, dass die Untersuchungsbehörde be-
ziehungsweise der Richter aber nicht an diesen Vorschlag gebunden sind (vgl. Hau-
ser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, 
§ 64 N. 6). Da B. und C. auch im Vorfeld des zweiten, von der Vorinstanz angeord-
neten Gutachtens und insbesondere nach Erhalt der Verfügung des Bezirksge-
richtspräsidiums Hinterrhein vom 24. Juni 2005 keine Ablehnungsgründe geltend 
machten und überdies auch keine solchen bekannt sind, ist nicht ersichtlich, inwie-
fern die beiden Berufungskläger durch die gewählte Vorgehensweise benachteiligt 
gewesen sein sollten. 

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Was die übrigen Verteidigungsrechte betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass 
die Berufungskläger bereits im Verfahren vor der Vorinstanz die Gelegenheit erhiel-
ten, Expertenfragen einzureichen, Einsicht in die Akten zu nehmen und weitere Be-
weisanträge zu stellen (vgl. Verfügungen des Bezirksgerichtspräsidenten Hin-
terrhein vom 31. März 2005 und vom 24. Juni 2005). Den von den Berufungsklägern 
gestellten Anträgen auf Beweisergänzung wurde überdies Folge gegeben, indem 
eine erneute Beauftragung des Gutachters erfolgte, sie Expertenfragen unterbreiten 
durften, jederzeit die Möglichkeit der Akteneinsicht bestand (vgl. auch Verfügung 
des Bezirksgerichtspräsidiums Hinterrhein vom 31. März 2005), und insbesondere 
dem Rechtsvertreter von C. die Akten nochmals speziell zugestellt wurden (vgl. Ver-
fügung des Bezirksgerichtspräsidiums Hinterrhein vom 24. Juni 2005). Somit wur-
den die Verteidigungsrechte hinreichend gewahrt und es liegt damit auch keine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs vor.

5. C. und D. stellten im Rahmen ihrer Berufungserklärung verschiedene 
Beweisanträge. Es ist Aufgabe des Gerichts, die materielle Wahrheit bezüglich des 
den Gegenstand des Verfahrens bildenden Sachverhalts zu ermitteln. Bei der Be-
urteilung eines Sachverhaltes hat das Gericht die vorhandenen Beweismittel frei zu 
würdigen (Art. 146 Abs. 1 und Art. 125 Abs. 2 StPO). Den Verfahrensbeteiligten 
steht es als Ausfluss des rechtlichen Gehörs frei, Beweisanträge zu stellen. Dabei 
besteht aber kein uneingeschränktes Recht auf Beweisabnahme. Vielmehr kann auf 
die Erhebung weiterer Beweise dann verzichtet werden, wenn die für die Beurtei-
lung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen Be-
weismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das Ergeb-
nis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermögen. 
Vorweggenommene oder antizipierte Beweiswürdigung ist also in einem beschränk-
ten Umfange zulässig; insbesondere kann der Richter das Beweisverfahren schlies-
sen, wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebil-
det hat und er ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen 
kann, dass diese seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geän-
dert würde (Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich, 1997, N. 291 mit 
Hinweisen; Hauser/ Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N. 1, §55 N. 10 mit Hinweisen; 
unveröffentlichtes Urteil 1P.245/2000 des Schweizerischen Bundesgerichts vom 
21. Juni 2000; BGE 121 I 308 = Pra 85 Nr. 143 mit weiteren Hinweisen; PKG 1993 
Nr. 27). 

a) Zunächst wird seitens von C. und D. beantragt, es sei das Gutachten 
des Alpin-Experten Dr. iur. Gregor Benisowitsch vom 28. März 2005 als neues Be-

12

weismittel aufzunehmen. Wie bereits ausgeführt wurde, gilt im Strafverfahren der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach hat der Richter die Beweise frei, 
das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass ein Privatgutachten 
nicht den gleichen Rang wie ein vom Gericht nach dem vorgegebenen Verfahrens-
recht eingeholtes Gutachten besitzt. Jedoch kann auch ein Parteigutachten Äusse-
rungen eines Sachverständigen enthalten, welche zur Feststellung eines Sachver-
halts beweismässig beitragen können. Es verpflichtet daher - wie jede substantiiert 
vorgetragene Einwendung gegen ein solches Gutachten - den Richter, den von der 
Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prü-
fen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen 
des vom Gericht förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass 
davon abzuweichen ist. Einem Parteigutachten kommt insbesondere dann ein Be-
weiswert zu, sofern es als schlüssig erscheint, nachvollziehbar begründet sowie in 
sich widerspruchsfrei ist und keine Indizien gegen seine Zuverlässigkeit bestehen 
(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.). Der Kantonsgerichtsausschuss hat somit das von 
den Berufungsklägern eingereichte Parteigutachten von Dr. Gregor Benisowitsch 
ebenfalls zu prüfen, die gutachterlichen Befunde gegeneinander abzuwägen und 
schliesslich nach Würdigung sämtlicher rechtserheblicher Aussagen den jeweils 
schlüssigen und nachvollziehbaren Darlegungen, soweit sie das Gericht zu über-
zeugen vermögen, zu folgen.

b) Des Weiteren stellen C., B. und D. den Antrag, es sei über die Zustän-
digkeiten und Verantwortlichkeiten der bei der Vorbereitung und Durchführung des 
Skirennens beteiligten Personen ein Obergutachten zu erstellen. Gerade diese Fra-
gestellung bildete jedoch Gegenstand des zweiten, vom Gericht förmlich bestellten 
Gutachtens vom 20. August 2005 (nachfolgend Gutachten 2). Der Gutachter Kurt 
Hoch äusserte sich darin ausführlich zu den unterschiedlichen Verantwortlichkeiten 
der Wettkampforganisation, der Jury, der Bergbahnen, des Rennläufers und der 
Aufsichtspflicht der Eltern des Verunfallten auf der Basis des zum Zeitpunkt des 
Vorfalls gültigen Wettkampfreglements 2000 sowie des Handbuchs der Wettkampf-
organisation, Ausgabe 2001. Dabei setzte er sich auch mit den Verantwortungsbe-
reichen der einzelnen Funktionäre (S. 13-16 des Gutachtens 2) auseinander. Der 
Privatgutachter Benisowitsch verwies, was die Garantenstellung des Organisators, 
der Jury und des Pisten- und Rettungschefs betrifft, im Wesentlichen auf die Aus-
führungen von Kurt Hoch und gelangte zum Ergebnis, dass sowohl der Veranstalter 
als auch die Jury und das Bergbahnunternehmen für die Sicherheit der Schnee-
sportler auf den angrenzenden öffentlichen Pisten verantwortlich sind (S. 20; 25 des 

13

Gutachtens 2). Seine Schlussfolgerungen decken sich in diesem Punkt somit mit 
denjenigen von Kurt Hoch. Was die Frage der Anforderungen an die Sicherheits-
massnahmen betrifft, so ist - wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden - 
nicht ersichtlich, inwieweit die Ausführungen von Kurt Hoch unhaltbar oder wider-
sprüchlich sein sollen, zumal er auch hier die massgeblichen Reglemente und Wei-
sungen beizog und deren Einhaltung im konkreten Fall prüfte. Damit erscheint die 
Frage der Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten als durch die bereits erhobenen 
Beweismittel hinreichend abgeklärt. Allein der Umstand, dass die Darstellungen der 
Berufungskläger und ihres Privatgutachters nicht in allen Punkten mit der Darstel-
lung des gerichtlich beigezogenen Gutachters übereinstimmen, vermag keine 
Pflicht zur Einholung eines Obergutachtens zu begründen. Die verfügbaren Ent-
scheidgrundlagen gestatten im vorliegenden Fall bereits eine zuverlässige Beurtei-
lung der konkreten Sachfrage, so dass in vorweggenommener Beweiswürdigung 
die Überzeugung des Gerichts durch die Abnahme weiterer Beweismittel nicht 
geändert würde. Der Beweisantrag auf Einholung eines Obergutachtens ist daher 
abzuweisen. 

Im Übrigen gilt es im Zusammenhang mit dem Gutachten ganz allgemein 
festzuhalten, dass es im pflichtgemässen Ermessen liegt, Sachverständige beizu-
ziehen, welche aufgrund ihrer besonderen beruflichen oder privaten Kenntnisse zur 
Beurteilung der jeweiligen Fachfragen geeignet erscheinen. Der Sachverständige 
ist Entscheidungshilfe des Richters, dessen Wissen er durch besondere Erfah-
rungs- und Wissenssätze aus seinem Gebiet ergänzt (BGE 118 Ia 145 E. 1c S. 145 
f.; unveröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 1990 i.S. A.a., E. 7c 
S. 17). Das Gericht ist nicht an den Befund oder die Meinungsäusserung des Gut-
achters gebunden. Es kann vielmehr, wenn es das Gutachten für unzureichend hält, 
davon abweichen oder ein überarbeitetes Gutachten vom gleichen Experten verlan-
gen, was die Vorinstanz im vorliegenden Fall getan hat (vgl. auch BGE 118 Ia 144, 
E. 1c S. 145 f.; SJZ 90 [1994] Nr. 15, S. 273). In technischen Fragen hält sich das 
Gericht im Rahmen seiner Kognition an die Auffassung des Experten, sofern diese 
nicht offensichtlich widersprüchlich erscheint oder auf irrtümlichen tatsächlichen 
Feststellungen beruht (BGE 110 Ib 52 E. 2 S. 56). Grundsätzlich ist ein Abweichen 
von der Expertise nur aus triftigen Gründen zulässig. Weicht das Gericht von den 
Folgerungen des Gutachters ab, hat es dies zu begründen (BGE 129 I 49 E. 4 S. 
57 f.; Urteil des Bundesgerichts 6P.31/2005 vom 3. Juli 2005).

c) D. beantragt zudem, es sei das Wettkampfreglement 2006 von Swiss 
Ski als neues Beweismittel aufzunehmen. Im Gutachten von Kurt Hoch werde un-

14

terstellt, dass das Wettkampfreglement 2002 von Swiss Ski für die Saison 2003 
präzisiert worden sei und hierbei die Wettkampforganisation einen abgeschlosse-
nen Zielraum vorschreibe. Diese Interpretation sei jedoch nicht zutreffend, was sich 
aus dem Reglement 2006 ergebe. Kurt Hoch führte in seinem Gutachten 2 auf S. 6 
f. aus, dass in der neueren Ausgabe der Wettkampforganisation, gültig ab Saison 
2002, eine Skizze mit dem Titel „Zielorganisation“ einen eindeutig abgeschlossenen 
Zielraum mit Athletenausgang aufweise. Dieser Leitfaden für die Wettkampforgani-
sation sei gemäss Weisungen und Präzisierungen für die Saison 2003 integrieren-
der Bestandteil des Wettkampfreglements gewesen. Somit sei eine komplette Ab-
sperrung des Zielraums als Sicherheitsstandard vorgesehen gewesen. Dass jedoch 
eine entsprechende Formulierung ins Wettkampfreglement aufgenommen worden 
sei, wurde von Kurt Hoch nicht behauptet. Somit erübrigt es sich - wie sich im Übri-
gen auch aus den nachstehenden Erwägungen ergibt -, das Wettkampfreglement 
2006 zur Klärung dieser Frage beizuziehen.

6. Der Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein ist den Anträgen der 
Staatsanwaltschaft gefolgt und hat A., B., C. und D. mit Urteil vom 10. November 
2005 der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 
StGB schuldig gesprochen. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, dass die Be-
rufungskläger keine geeigneten Vorkehrungen getroffen hätten, um ein unkontrol-
liertes und unangepasstes Einfahren von Rennläufern auf die Publikumspiste zu 
verhindern. Damit stehe fest, dass sämtlichen Berufungsklägern eine Sorgfalts-
pflichtverletzung vorzuwerfen sei, dass die Vorhersehbarkeit des Erfolges und damit 
die Handlungsmöglichkeit zu bejahen sei und dass sich der Eintritt des Erfolgs durch 
die unterlassene Handlung hätte vermeiden lassen. Gestützt darauf gelangte der 
Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein zum Ergebnis, dass A., B., C. und D. mit ih-
rem Verhalten den Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung erfüll-
ten und daher der Verletzung von Art. 125 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen seien.

Unbestritten ist, dass es am 1. Februar 2003 auf der FIS-Rennpiste der Berg-
bahnen O.-AG von der „Ee.“ in Richtung Mittelstation „Ff.“ anlässlich der Hh.-Ski-
verband-Meisterschaft zu einem Zusammenstoss zwischen dem Rennläufer Alois 
Innauen und dem damals 8 ½-jährigen H. gekommen ist, wodurch sich H. schwere 
Kopf- beziehungsweise Augenverletzungen zuzog. Die Berufungskläger bestreiten 
einerseits die Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz, insbesondere was die am 
Unfalltag vorherrschenden Schneeverhältnisse sowie die Steilheit des Geländes 
betrifft, und andererseits die rechtliche Subsumtion des Sachverhalts unter den Tat-
bestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung. Dabei stellen sie neben der 

15

Vorhersehbarkeit des verwirklichten Unfallrisikos auch das Vorliegen einer anre-
chenbaren Sorgfaltspflichtverletzung und damit eines strafrechtlich relevanten Fehl-
verhaltens in Frage, welches für den Unfall kausal gewesen sein soll. 

7. Entsprechend den Rügen der Berufungskläger gilt es im Folgenden zu 
prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht zur Überzeugung gelangt ist, dass A., B., C. und 
D. den ihnen zur Last gelegten Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB verwirklicht haben. Anlässlich dieser Prü-
fung ist eine Würdigung der vorliegenden Beweismittel vorzunehmen und gestützt 
darauf zu beurteilen, ob die Sachverhaltsdarstellung und rechtlichen Ausführungen 
der Berufungskläger oder diejenigen der Staatsanwaltschaft beziehungsweise der 
Vorinstanz überzeugend erscheinen. Dabei hat das Gericht nach Art. 144 Abs. 2 in 
Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO auch im Berufungsverfahren nach freier Über-
zeugung zu entscheiden (vgl. auch N. Schmid, Strafprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 
1997, N. 286 S. 82 f.). Dieser Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt sich 
bereits aus  Art. 249 BStP. Das Gericht hat von Bundesrechts wegen frei von ge-
setzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund 
gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, ob es 
eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 127 IV 46 E. 1c S. 47). Ist für 
die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit wegleitend, so 
kann für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Gerichts massgebend sein 
(vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N. 2 S. 244). Allein auf diese Weise 
kann das Gericht für jeden Einzelfall ein zutreffendes Urteil fällen. 

Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, wann 
es eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Nach 
Lehre und Rechtsprechung darf eine blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurtei-
lung nicht genügen, eine absolute Sicherheit ist aber auch nicht erforderlich und 
eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein könnte, 
rechtfertigt keinen Freispruch (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N. 11 S. 
247). Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen 
zu stellen. Verlangt wir mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein ab-
soluter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung an Be-
weisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung 
für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeu-
gung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss 
sich dabei aus den vorgelegten Beweisen und Indizien ergeben, die vernünftige 
Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; 

16

Schmid, a.a.O., N. 289 S. 83). Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 
EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrich-
ter jedoch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachver-
halts überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächli-
chen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 86 
E. 2a S. 88). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massge-
bend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt wer-
den kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zwei-
fel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrän-
gen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 42). Die genannte allgemeine Rechtsregel kommt nicht 
schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr 
anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebender Umstände zu untersuchen, ob 
die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten das Gericht zu überzeugen 
vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der ande-
ren Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der 
für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (Padrutt, a.a.O., 
S. 307).

8. Die Berufungskläger bringen übereinstimmend vor, der Gutachter Kurt 
Hoch sei auf Seite 26 seines Gutachtens 2 zu Unrecht von einer prekären Schnee-
lage am Renntag in Dd. ausgegangen. Die Schneeverhältnisse seien aber in Dd. 
einwandfrei gewesen. Hingegen habe es auf der Ebenalp an Schnee gemangelt, 
weshalb das Skirennen örtlich verlegt worden sei. Der Gutachter sei somit von fal-
schen Tatsachen ausgegangen, was von der Vorinstanz nicht berücksichtigt wor-
den sei.

Kurt Hoch führt in seinem Gutachten 2 auf Seite 26 letzter Abschnitt aus, 
dass, „wenn man sich nun schon letztlich für einen derart schwierigen, eher unzu-
mutbaren Zielauslauf in einer Zwangssituation im Zusammenhang mit der Schnee-
lage“ entscheide, seines Erachtens zumindest die aufgeführten sicherheitstechni-
schen Massnahmen organisatorisch, finanziell beziehungsweise materialmässig 
vertretbar gewesen wären. Aus diesem Satz lässt sich nicht herleiten, dass Kurt 
Hoch von einer vorherrschenden prekären Schneelage in Dd. ausgegangen ist. 
Vielmehr ist diese Aussage dahingehend zu verstehen, als aufgrund des Schnee-
mangels am ursprünglichen Austragungsort kurzfristig eine für diese Rennkategorie 
geeignete Rennstrecke gefunden werden musste, welche den technischen Anfor-
derungen gemäss Wettkampfreglement zu genügen vermochte. Aus diesen Grün-
den musste - wie auch von den Berufungsklägern bestätigt wird - das Zielgelände 

17

entsprechend den Anforderungen, insbesondere an die Laufzeit eines Riesensla-
loms dieser Rennkategorie, ausgewählt werden; es befand sich daher nicht an der 
gemäss FIS-Homologierung festgelegten Örtlichkeit. Dass der Gutachter Kurt Hoch 
von prekären Schneeverhältnissen am Unfalltag ausgegangen ist, lässt sich weder 
dem Gutachten 1 vom 28. Januar 2004 noch dem Gutachten 2 vom 20. August 2005 
entnehmen. Der Einwand der Berufungskläger, Kurt Hoch sei bezüglich der 
Schneeverhältnisse von falschen Tatsachen ausgegangen, erweist sich somit als 
unbegründet. 

9. Des Weiteren rügen die Berufungskläger, die Vorinstanz sei gestützt 
auf die Gutachten von Kurt Hoch von einer Neigung im Zielgelände von 48% aus-
gegangen. Dieser Einschätzung widerspreche das offizielle Pistenprofil der Piste 
Tambo, wonach das maximale Gefälle 38% und das durchschnittliche Gefälle 28% 
betrage. Auf dem gesamten Pistenprofil sei nirgends ein Gefälle von 48% ausge-
wiesen. Hier bestehe offensichtlich eine erhebliche Unstimmigkeit. Zugunsten der 
Berufungskläger sei gestützt auf den Grundsatz „in dubio pro reo“ folglich von dem 
tieferen Durchschnittsgefälle von 28% auszugehen. 

Zutreffend ist, dass Kurt Hoch ausführte, es seien anlässlich des Augen-
scheins vom 23. Dezember 2003 oberhalb der Zieleinfahrt ca. 45%, auf den ersten 
rund 38 Metern bis zum sichtbehindernden Geländeübergang ca. 37% und ansch-
liessend bis in die Unfallgegend etwa 48% Neigung festgestellt worden. Es handle 
sich dabei um ein aussergewöhnlich steiles Zielgelände. Dem hält der Privatgutach-
ter Gregor Benisowitsch entgegen, dass für den Riesenslalom vom 1. Februar 2003 
eine Höhendifferenz von 210 m festgelegt worden sei (vgl. act. 6.19). Der Start habe 
sich bei der Bergstation, somit auf etwa 2110 m.ü.M. in der Region der Ee. befun-
den. Die Ziellinie müsse sich daher ungefähr bei der Höhenkurve 1900 m.ü.M. be-
funden haben. Die Kollisionsstelle habe ungefähr bei 1830-1840 m.ü.M. gelegen. 
Im Bereich zwischen der mutmasslichen Ziellinie und dem mutmasslichen Kollisi-
onsort seien gemäss Rennplan (vgl. act. 6.16) Hangneigungen von 33% bis maxi-
mal 38% gegeben, wobei die durchschnittliche Steilheit 34.25% betrage. Dieser 
Wert könne mit den Messungen von Kurt Hoch nicht in Übereinstimmung gebracht 
werden. Gregor Benisowitsch räumt aber gleichzeitig ein, dass je nach Schneelage 
die Steilheit von Jahr zu Jahr etwas variieren könne. Es ist daher festzustellen, dass 
die genaue Hangneigung im Zielgelände respektive am Kollisionsort nicht mehr ge-
nau rekonstruiert werden kann. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles ist die 
exakte Steilheit jedoch - wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden - nicht 
entscheidrelevant, zumal weder im Wettkampfreglement noch im Handbuch über 

18

die Wettkampforganisation eine Limite betreffend Gefälle im Zielraum vorgeschrie-
ben ist. Aufgrund der Aussagen der Berufungskläger steht nämlich fest, dass sich 
der Zielauslauf in einem verhältnismässig steilen Gelände befand. So gab D. an-
lässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 23. Juli 2003 (act. 6.21 
S. 4) zu Protokoll, dass das fragliche Gelände für ein Zielgelände relativ steil gewe-
sen sei. Auch B. bestätigte, der Zielauslauf sei „gewiss steil gewesen“, diese Bege-
benheit sei jedoch für OSSV-Fahrer kein Problem (act. 6.33 S. 4). Aufgrund dieser 
Aussagen sowie der sich bei den Akten befindlichen Karte und dem Pistenplan (act. 
6.14 und 6.16) muss davon ausgegangen werden, dass die Zielausfahrt eine Nei-
gung von mindestens 33% aufwies, was offenkundig nicht mehr als sanft auslaufend 
im Sinne von Ziffer 619.1.1 des Wettkampfreglements 2000 (act. 6.32) und übrigens 
auch nicht im Sinne von Ziffer 612.1.1 des Wettkampfreglements 2006 bezeichnet 
werden kann. 

In Gesamtwürdigung der vorliegenden Beweismittel gelangt der Kantonsge-
richtsausschuss demnach zum Ergebnis, dass die Vorinstanz - mit den genannten 
Einschränkungen bezüglich Steilheit des Zielgeländes - von zutreffenden Tatsa-
chen ausging und sich der Sachverhalt entsprechend der Darstellung im vorinstanz-
lichen Urteil verwirklicht hat. 

10. Einer fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB 
macht sich schuldig, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Ge-
sundheit schädigt. Fahrlässig begeht jemand eine Tat, wenn diese darauf zurück-
zuführen ist, dass der Täter die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvor-
sichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat. Pflichtwidrig 
ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter sich vorwerfen lassen muss, die nach den 
Umständen und seinen persönlichen Verhältnissen erforderliche Vorsicht nicht be-
achtet zu haben (Art. 18 Abs. 3 StGB). Mit anderen Worten muss der Täter mit 
seinem Verhalten eine Sorgfaltspflicht verletzt haben. Sorgfaltswidrig ist die Hand-
lungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie 
seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter 
des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er zugleich die Grenzen 
des erlaubten Risikos überschritten hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 2 StGB). Ein fahrlässi-
ges Erfolgsdelikt kann auch durch Unterlassen verübt werden. Voraussetzung dafür 
ist eine Rechtspflicht zur Vornahme der unterlassenen Handlung (Garantenstellung) 
und die Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen. Die Garantenstellung wird ins-
besondere durch die Verantwortlichkeit für die Sicherung oder Überwachung von 
bestimmten Gefahrenquellen begründet. Als formelle Entstehungsgründe kommen 

19

in Frage Gesetz oder Vertrag, sofern sie die Pflicht zur Abwendung der Gefahr be-
inhalten, ferner freiwillig begründete Gefahrengemeinschaft und vorangegangenes 
gefährdendes Tun (Ingerenz). Der (hypothetische) Kausalzusammenhang zwi-
schen Unterlassung und Erfolg ist dann anzunehmen, wenn bei Vornahme der ge-
botenen Handlung der Erfolg mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit nicht 
eingetreten wäre (BGE 116 IV 182 E. 4 S. 185 f. mit Hinweisen).

a) Zunächst ist zu prüfen, ob den Berufungsklägern infolge ihrer anläss-
lich des Skirennens vom 1. Februar 2003 ausgeübten Funktionen eine Garanten- 
beziehungsweise Verkehrssicherungspflicht zukam. 

Gemäss bundesgerichtlicher Praxis ist derjenige, der eine Schneesportab-
fahrt eröffnet oder unterhält oder Schneesportler dahin transportiert, verpflichtet, die 
zumutbaren Vorsichts- und Schutzmassnahmen zu treffen, damit den Schneesport-
lern aus alpinen und weiteren Gefahren, die nicht einer Abfahrt als solcher eigen 
sind, kein Schaden erwächst (vgl. BGE 121 III 358 E. 4a S. 360). Träger dieser 
Verkehrssicherungspflicht sind die Bergbahn- und Skiliftunternehmen. Sie pflegen 
ihre Aufgabe an eigens geschaffene Pisten- und Rettungsdienste zu übertragen. 
Wird auf einer bestimmten Schneesportabfahrt mit Bewilligung des Verkehrssiche-
rungspflichtigen ein Rennen durchgeführt, so erwachsen ihm daraus auch gewisse 
Pflichten. Jedoch hat grundsätzlich der Veranstalter für die korrekte Durchführung 
des Rennens einschliesslich der dazu notwendigen Absperrung einzustehen. Der 
Verkehrssicherungspflichtige muss sich aber vergewissern, dass auch tatsächlich 
abgesperrt wird. Entweder wird er zu diesem Zweck eine bestimmte Abfahrt für die 
Zeit des Rennens selber sperren oder dann überprüfen müssen, dass der Veran-
stalter die Rennstrecke zuverlässig abgesperrt hat (Stiffler, Schweizerisches 
Schneesportrecht, 3. Auflage, Bern 2002, § 4 N. 302 und N. 485). A. war im Zeit-
punkt des zu beurteilenden Vorfalls als Pisten- und Rettungschef der Bergbahnen 
O.-AG eingestellt. Es kam ihm somit - was er selbst auch eingesteht - eine Ver-
kehrssicherungspflicht gegenüber dem verletzten H. zu. Daneben nahmen jedoch 
auch die Vertreter des Veranstalters und Jurymitglieder eine Garantenstellung ein. 
Aus Ziffer 623.1.1 des zum Zeitpunkt des Unfalls massgeblichen Wettkampfregle-
ments 2000 (act. 6.32) geht hervor, dass die Jury für die technische Durchführung 
des Wettkampfes innerhalb der abgesperrten Wettkampfzone verantwortlich ist. Sie 
setzt sich bei einem Riesenslalom zusammen aus dem Schiedsrichter als Vorsit-
zenden, dem Wettkampfleiter und dem Streckenchef. Unter die Aufgaben der Jury 
fallen gemäss Ziffer 624.3.1 auch die Überprüfung der Absperrungen und die Über-
prüfung des Starts, des Ziels und des Auslaufs nach dem Ziel. Aus diesen Bestim-

20

mungen geht hervor, dass somit auch D. als Schiedsrichter, B. als Wettkampfleiter 
und C. als Streckenchef eine auf eine Verkehrssicherungspflicht zurückzuführende 
Garantenstellung zukam. Gleiches ergibt sich im Übrigen auch aus dem Gutachten 
2 von Kurt Hoch (S. 13 ff.) und dem Privatgutachten von Gregor Benisowitsch (S. 
20). 

b) Das Mass der im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo 
besondere, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimm-
tes Verhalten gebieten, in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 130 IV 7 E. 
3.3 S. 11). Das Gleiche gilt für entsprechende allgemein anerkannte Verhaltensre-
geln in den verschiedensten Tätigkeitsbereichen, auch wenn die Sorgfaltsregeln, 
Sicherheitsempfehlungen, Richtlinien und Merkblätter zur Unfallverhütung und der-
gleichen von einem privaten oder halböffentlichen Verband erlassen wurden und 
keine Rechtsnormen darstellen. Sie bezeichnen einerseits das bei der entsprechen-
den Tätigkeit üblicherweise aufzubringende Mindestmass an Sorgfalt und enthalten 
andererseits eine Entscheidung darüber, welche Risiken gemeinhin in Betracht ge-
zogen werden müssen (BGE 127 IV 34 E. 2 S. 38). Als Rechtsquelle im Bereich der 
Austragung alpiner Skiwettkämpfe kommen insbesondere das Wettkampfreglement 
Swiss Ski oder bezüglich der Verkehrssicherungspflicht die Richtlinien der Schwei-
zerischen Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten (SKUS) oder 
die von der Kommission Rechtsfragen auf Schneesportabfahrten der Seilbahnen 
Schweiz (SBS) geschaffenen Richtlinien in Betracht (vgl. Trechsel, Kurzkommentar 
zum StGB, 2. Auflage, Zürich 1997, N. 29 zu Art. 18 StGB; Stiffler, a.a.O., § 4 N. 
296 ff.). Wo eine derartige Regelung fehlt kann der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch 
auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie den allgemeinen Gefahrensatz gestützt wer-
den. Der Grundsatz des allgemeinen Gefahrensatzes gemäss Art. 41 OR bestimmt, 
dass derjenige, welcher einen Zustand der Gefahr schafft, im Rahmen des Zumut-
baren dafür verantwortlich ist, dass diese Gefahr sich nicht verwirklicht (vgl. (BGE 
127 IV 62 E. 2d S. 65).

ba) In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Berufungskläger eine 
ihnen obliegende Sorgfaltspflicht verletzt haben, indem sie die seitliche Absperrung 
zwischen Rennpiste und Publikumspiste mittels eines Schafszauns bis lediglich 50 
m unterhalb der Ziellinie weitergeführt haben. Beide Gutachter gelangen überein-
stimmend zum Ergebnis, dass der Zaun ab der Ziellinie aufgrund des steilen Ziel-
geländes auf rund die doppelte Distanz, das heisst auf eine Gesamtlänge von 100 
m, geradlinig weiter nach unten hätte gezogen werden müssen. Dies zum einen, 
weil auch im unmittelbaren Bereich der Zieldurchfahrt mit einem Sturz eines Renn-

21

läufers gerechnet werden müsse und somit nicht gewährleistet wäre, dass ein sol-
cher Rennläufer bereits nach 50 m zum Stillstand kommen würde (vgl. Gutachten 
Benisowitsch S. 15). Zum anderen war die jeweils andere Pistenhälfte für einen 
Abfahrenden erst circa ab Höhe der Unfallstelle wieder komplett einsehbar; der 
Schafszaun diente somit auch als Sichtabsperrung (vgl. Gutachten 1 Hoch S. 10). 
Auch aus der Skizze „Zielorganisation“ im Handbuch über die Wettkampforganisa-
tion geht hervor, dass sich die Länge des Zielraums nach dem Gefälle richtet und 
mindestens 60-80 m zu betragen habe. Damit steht fest, dass die seitliche Absper-
rung nach der Ziellinie mit rund 50 m - insbesondere aufgrund der Steilheit des Ziel-
geländes - zu kurz ausgefallen ist, weshalb diesbezüglich von einer Unterlassung 
der verantwortlichen Berufungskläger ausgegangen werden muss. 

bb) Des Weiteren stellt sich die Frage, ob eine talseitige Absperrung des 
Zielraums vorgeschrieben und/oder erforderlich gewesen wäre. Ausgangspunkt 
hierfür bildet zum einen das Wettkampfreglement 2000 und zum anderen das Hand-
buch der Wettkampforganisation, welches - wie Kurt Hoch auf Seite 5 des Gutach-
tens 2 darlegt - einen integrierten Bestandteil des Wettkampfreglements bildet. Ziffer 
619.1.1 des Wettkampfreglements legt fest, dass der Zielraum sich in gut sichtbarer 
Lage zu befinden hat, angemessen breit und lang anzulegen ist und nach Möglich-
keit eine sanft auslaufende Zielausfahrt aufzuweisen hat. Eine Absperrung des Ziel-
raums, wie es beispielsweise die Internationale Skiwettkampfordnung (IWO) in der 
ansonsten mit der Formulierung des Wettkampfreglements wörtlich übereinstim-
menden Regel verlangt, ist nicht ausdrücklich vorgesehen. Jedoch kann - wie Kurt 
Hoch auf Seite 11 des Gutachtens 2 ausführt - von einem Zielraum im Unterschied 
zum Zielauslauf aus fachlicher Sicht nur dann gesprochen werden, wenn eine An-
halte- beziehungsweise Abbremsfläche nach der Ziellinie völlig eingegrenzt ist. So-
mit ist davon auszugehen, dass der Zielraum talwärts zwar nicht in jedem Fall mittels 
einer speziellen Vorrichtung (beispielsweise mit Netzen oder Matten) vollständig ab-
gesperrt zu sein hat, jedoch für jedermann erkennbar von der Publikumspiste (je 
nach Steilheit des Zielgeländes zum Beispiel mittels eines Absperrseils oder eines 
Plastikbandes) zumindest abgegrenzt sein muss. Zum selben Ergebnis führt auch 
die Interpretation der Skizze „Zielorganisation“ aus dem Handbuch der Wettkampf-
organisation auf Seite 30. Darin ist der Zielraum zum einen talwärts - entgegen der 
Behauptung von B. - mit einer Linie abgeschlossen (vgl. unter www.swiss-ski-
kwo.ch) und zum anderen aufgrund der Längenangabe (mindestens 60-80 m) ein-
deutig begrenzt, ohne dass jedoch nähere Angaben zur Art der Begrenzung, wie 
dies in anderen Skizzen gemacht wird, erfolgen. Auch aus den SBS-Richtlinien 
(N.186) geht hervor, dass eine Begrenzung mit Seilen oder eventuell eine Ab-

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schrankung erforderlich sei. Erst mit Einhaltung dieser Massnahme kann auch die 
im Wettkampfreglement nachfolgende Bestimmung 619.1.2, wonach jedes Betreten 
des Zielraums durch unbefugte Personen verboten ist, durchgesetzt werden. Aber 
auch für den Rennfahrer wird klar erkennbar, wann er den Zielraum und damit die 
Rennpiste verlässt und somit seine Eigenverantwortung beginnt, zumal er ab die-
sem Moment - wie auch die anderen Pistenbenützer - den allgemeinen FIS-Regeln 
unterliegt. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, soll der Wettkämpfer merken, 
dass er sich nicht mehr im Renngelände, sondern auf einer öffentlichen Piste befin-
det, wo er auf die übrigen Skifahrer entsprechend Rücksicht zu nehmen hat. Bremst 
der Rennläufer dann nicht innerhalb des klar definierten und für ihn erkennbaren 
Zielraums ab, hat er für sein Verhalten die alleinige Verantwortung zu übernehmen. 
Im vorliegenden Fall war diese Begrenzung des Zielraums jedoch weder für die 
Rennläufer noch für die übrigen Pistenbenutzer erkennbar. Dies zeigt sich auch be-
reits daran, dass die Berufungskläger selber über den talseitigen Abschluss des 
Zielraums unterschiedliche Angaben machen (vgl. Berufungsschriften, worin die 
Längenangaben betreffend Zielraum zwischen 50 m bis 100 m variieren). Hinzu 
kommt, dass sich der Zielauslauf - wie bereits ausgeführt wurde - in steilem Gelände 
befand, was zur Folge hatte, dass die Rennläufer das Ziel mit verhältnismässig ho-
her Geschwindigkeit passieren und dadurch auch einen grösseren und klar definier-
ten Raum zum Abbremsen benötigten. 

Im Zusammenhang mit den vorstehenden Ausführungen ist darauf hinzuwei-
sen, dass Zielanlagen und Absperrung gemäss Ziffer 619.1.3 des Wettkampfregle-
ments so zu gestalten oder durch geeignete Schutzmassnahmen abzusichern sind, 
dass die Wettkämpfer so gut wie möglich geschützt werden. Entsprechend ist den 
topografischen Gegebenheiten im Einzelfall Rechnung zu tragen. Das bedeutet, 
dass in Fällen, in denen sich der Zielraum nicht in sanft auslaufendem, sondern in 
steilem Gelände befindet (vgl. Ziffer 619.1.1 des Wettkampfreglements 2000), zu-
sätzliche Vorkehrungen zur Sicherheit der Rennläufer getroffen werden müssen, 
wie etwa eine komplette Absperrung des Zielraums mit Sicherheitsnetzen, wie sie 
Kurt Hoch in seinem Gutachten 2 auf Seite 27 f. fordert oder aber eine hinreichende 
seitliche Absperrung und talseitig mindestens eine für jedermann erkennbare Ab-
grenzung von der Publikumspiste. Zum gleichen Ergebnis führt auch die Anwen-
dung des Gefahrensatzes, wonach die Verantwortlichen, welche mit der Wahl des 
Zielraumes in einem steilen Gelände eine zusätzliche Gefahr für die Rennläufer 
schaffen, im Rahmen des Zumutbaren dafür verantwortlich sind, dass sich die damit 
verbundene Gefahr nicht verwirklicht. Ob im vorliegend zu beurteilenden Fall auch 
talseitig eine komplette Absperrung, insbesondere aufgrund der schlechten Einseh-

23

barkeit in die benachbarte Publikumspiste und der Steilheit des Geländes, erforder-
lich gewesen wäre, kann somit offen bleiben, zumal die Berufungskläger bereits den 
Anforderungen an die Abgrenzung des Zielraums - wie auch die nachstehenden 
Ausführungen zeigen werden - nicht in ausreichender Weise nachgekommen sind. 

Die Berufungskläger machen dagegen geltend, der Vorwurf der fehlenden 
Erkennbarkeit des Endes der Rennpiste sei unzutreffend. Das Ziel sei klar ausge-
steckt gewesen. Zudem hätten die Rennläufer die Strecke vor der ersten Abfahrt 
besichtigt, so dass sie die Streckenführung, die Zieleinfahrt und die allgemeine to-
pografische Lage gekannt hätten. Weiter hätten sich nach übereinstimmenden Aus-
sagen der Berufungskläger die Skirennläufer links und rechts im Zielraum versam-
melt und so einen klaren Endpunkt signalisiert. Damit sei offensichtlich gewesen, 
dass im Anschluss daran die allgemein zugängliche Piste begonnen habe. Wie aus 
der Skizze des Berufungsklägers D. hervorgeht - und im Übrigen von den anderen 
Berufungsklägern auch nicht bestritten wird - war der Bereich nach der Ziellinie ein-
zig mit dem seitlich angelegten Schafszaun begrenzt gewesen. Dieser Schafszaun 
wurde jedoch bis lediglich rund 50 m unterhalb der Ziellinie weitergeführt, was 
gemäss den Ausführungen unter Ziffer 10. lit. ba) nicht ausreichend gewesen ist. 
Dass das Ende des Schafszauns gleichzeitig auch das Ende des Zielraums markiert 
haben soll, ist somit bereits aus diesem Grund zu verneinen. Des Weiteren ist an-
zumerken, dass gemäss Aussagen von J., Vater des verunfallten H., die vorange-
gangenen Rennläufer ca. 40 - 80 m unterhalb des Ziels, somit nach Ende des 
Schafszauns anhalten konnten (act. 6.8). Gleiches lässt sich auch der Berufungs-
schrift von B. entnehmen, welcher von einem Zielraum von ca. 100 m Länge aus-
ging (S. 12 Ziff. 7). Die Fläche, welche auch die anderen Rennfahrer für ihr Brems-
manöver benötigten, erstreckte sich somit auf mehr als 50 m und ging über die mit 
Schafszaun abgesperrte Fläche hinaus. Auch der Umstand, dass sich einzelne Fah-
rer nach Beendigung ihres Laufes am Ende des Schafszauns versammelten, ver-
mag daran nichts zu ändern. Zum einen geht aus der Skizze von D. deutlich hervor, 
dass sich eine weitere Gruppe Rennläufer auf der gegenüberliegenden Seite unmit-
telbar unterhalb der Kuppe und somit noch näher an der Ziellinie aufhielt. Zum an-
deren muss die Abgrenzung selbstredend für die gesamte Dauer des Rennens be-
stehen. Eine Personengruppe, welche sich erst im Verlauf des Rennens an einem 
Punkt versammelt, kann daher keine ausreichende Abgrenzung darstellen. Auch 
der Einwand, die Rennläufer hätten die Strecke vor der ersten Abfahrt besichtigt 
und daher die Streckenführung, die Zieleinfahrt und die allgemeine topografische 
Lage gekannt, ist in diesem Zusammenhang nicht hilfreich. Die Abgrenzung der 
Rennpiste von der Publikumspiste dient nicht einzig dazu, die Rennläufer auf die 

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beginnende Eigenverantwortung aufmerksam zu machen. Vielmehr dient sie in ers-
ter Linie ihrem Schutz vor Zusammenstössen im Zielraum. Denn auch für die Benüt-
zer der öffentlichen Piste muss klar erkennbar sein, welcher Bereich noch zur Renn-
strecke gehört und welchen Bereich sie aus Sicherheitsgründen nicht befahren dür-
fen (vgl. auch Ziffer 619.1.2 des Wettkampfreglements), umso mehr, als die Renn-
fahrer mit höchstmöglicher Geschwindigkeit über die Ziellinie zu fahren pflegen. Es 
wäre somit nicht nur notwendig gewesen, die seitliche Absperrung weiter nach unter 
zu verlängern, sondern es wäre auch zumutbar gewesen, das Ende des Zielraumes 
minimal etwa mit einem Seil und Fähnchen abzugrenzen. Gerade das aber haben 
die Berufungskläger nicht getan. Somit kann auch nicht eingewendet werden, eine 
talseitige Absperrung beziehungsweise Abgrenzung würde lediglich den Zweck ha-
ben, erzieherisch auf die Rennfahrer einzuwirken und diese an der Weiterfahrt zu 
hindern, um so Dritte zu schützen. Im Vordergrund stehen auch bei dieser Regelung 
die Sicherheit der Rennfahrer, deren Schutz und der Schutz der Benützer der öf-
fentlichen Piste und die möglichst risikominimierte Durchführung eines Skirennens. 
Aus diesen Gründen kann auch die Instruktion der Rennfahrer oder eine Besichti-
gung der Strecke eine Abgrenzung des Zielraums nicht ersetzen. 

Des Weiteren machen die Berufungskläger geltend, es würden keine Unter-
schiede zwischen Weltcup-, Europacup, Landes- und/oder Regionalrennen ge-
macht. Dem ist entgegenzuhalten, dass die vorstehend beschriebenen notwendi-
gen Massnahmen einen sehr geringen materiellen wie auch finanziellen Aufwand 
darstellen und somit auch auf Stufe Regionalrennen zumutbar sind. Auch in solchen 
Rennen mit hier noch steilem Zielgelände - immerhin handelte es sich um einen 
Riesenslalom, welcher im nationalen Terminkalender 2002/03 aufgeführt war - fah-
ren jugendliche Rennfahrer ein hohes, von Ehrgeiz getriebenes Tempo, weshalb 
nicht einzusehen ist, wieso allenfalls tiefere Sicherheitsstandards zur Anwendung 
kommen sollten. Davon abgesehen wären bei diesem Rennen - wie aus den Rang-
listen (act. 17-19) hervorgeht - auch national bekannte Rennläuferinnen und Renn-
läufer teilnahmeberechtigt gewesen. Kommt hinzu, dass Rennfahrer unterer Kate-
gorien oft noch nicht über jene Technik und Beherrschtheit verfügen wie etwa Welt-
cup- und Europacup-Fahrer, weshalb gerade bei ihnen mit nicht immer erwartetem 
Fahrverhalten gerechnet werden muss. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die 
Rennfahrer das Ziel - wie Kurt Hoch auf S. 4 des Gutachtens 2 ausführt - häufig 
ermüdet und gestresst erreichen und instinktiv dazu neigen, speziell in schwierigen 
Situationen jegliche zur Verfügung stehende Fläche eines offenen Auslaufes zu nüt-
zen, um aus ihrer Sicht so wenig wie möglich selbstgefährdend anzuhalten. Die 
Sicherheitsstandards können daher in solchen Rennen - vor allem wenn das Ziel-

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gelände wie im vorliegenden Fall steil ist - nicht einfach heruntergefahren werden. 
Ob sich die Höchstgeschwindigkeiten - nachdem schon innerhalb einer einzigen 
Stufe erfahrungsgemäss unterschiedlich schnell gefahren wird - innerhalb der ver-
schiedenen Stufen voneinander unterscheiden, ist daher für die Beurteilung des vor-
liegenden Falles nicht relevant, weshalb nicht näher darauf einzutreten ist. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Organisation des Ziel-
raums anlässlich des Riesenslaloms vom 1. Februar 2003 in Dd. den Anforderun-
gen des Wettkampfreglements nicht genügten. Zum einen war die seitliche Absper-
rung nach der Ziellinie mit rund 50 m zu kurz bemessen und zum andern fehlte eine 
klare Markierung des Zielraums und damit eine Abgrenzung der Rennpiste von der 
Publikumspiste im Sinne der vorstehenden Erwägungen (S. 22 ff.). Mit der unklaren 
Signalisation haben die Berufungskläger eine Gefahrensituation geschaffen, welche 
schlussendlich zum Zusammenstoss von I. mit H. führte. In einem weiteren Schritt 
ist zu prüfen, ob der eingetretene Erfolg für die verantwortlichen Berufungskläger 
vorhersehbar war und ihnen somit eine Sorgfaltspflichtverletzung zur Last gelegt 
werden muss. 

c) Sorgfaltspflichten können nur bezüglich solcher Erfolge bestehen, die 
vorhersehbar sind. Erkennbar beziehungsweise voraussehbar ist die Gefahr des 
Erfolgseintritts für den Täter, wenn sein Verhalten geeignet ist, nach dem gewöhn-
lichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den einge-
tretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Dabei müssen die zum 
Erfolg führenden Geschehensabläufe für den konkreten Täter mindestens in ihren 
wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Es ist daher zu fragen, ob der Täter eine 
Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen beziehungsweise er-
kennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab 
der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen 
herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen (BGE 127 IV 34 E. 2a S. 38 mit 
Hinweisen). Die individuellen Anforderungen beziehen sich jedoch nicht auf den 
Grad der anzuwendenden Sorgfalt, so als müsste der Erfahrene sorgfältiger sein 
als der Unerfahrene, sondern allein auf die Frage, welche Risiken und Möglichkeiten 
der Abhilfe der Täter nach seinen individuellen Fähigkeiten bei Anwendung der für 
jedermann gebotenen Sorgfalt hätte erkennen und beherrschen können (vgl. Stra-
tenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 2. Auflage, Bern 1996, § 
17 N. 3). Die Vorhersehbarkeit der zu beurteilenden Ursache für den Erfolg ist nur 
zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden 

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des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, 
als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste 
und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste 
Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren 
- namentlich das Verhalten des Angeschuldigten - in den Hintergrund drängen (BGE 
127 IV 34 E. 2a S. 38 mit Hinweisen). Eine Schuldkompensation oder gar eine Haf-
tungsquote kennt das Strafrecht indessen nicht.

ca) Die Berufungskläger hätten die Gefahr des Erfolgseintritts erkennen 
müssen. Dass auf einer mangelhaft von der Publikumspiste abgegrenzten Renn-
piste nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens die 
Gefahr eines Zusammenstosses besteht, welcher schwere Körperverletzungen wie 
die im vorliegenden Fall eingetretenen herbeiführen kann, ist nicht ernsthaft in Frage 
zu stellen. Dies geht - wie die Vorinstanz zutreffend ausführt - auch aus den SBS-
Richtlinien N. 186 hervor, wonach der Organisator eines Rennens dafür zu sorgen 
hat, dass das Rennen auf einer den übrigen Abfahrtsbenützern nicht zugänglichen 
Abfahrt durchgeführt werde. Die Rennstrecke müsse mit Seilen abgesperrt und 
eventuell müssten Abschrankungen errichtet werden. Zwecks Fernhaltung der Ab-
fahrtsbenützer von den abgesperrten Pistenabschnitten habe der Organisator einen 
Streckendienst einzusetzen, der die Beachtung der Absperrungen und Abschran-
kungen überwacht. Das Risiko eines Zusammenstosses musste den Berufungsklä-
gern somit bekannt gewesen sein, zumal sie als Jury und Sicherheitsverantwortliche 
für die technische Durchführung des Wettkampfes zuständig waren und die entspre-
chenden Reglemente und Richtlinien umzusetzen und deren Einhaltung zu über-
prüfen hatten. Aus den Aussagen von B. (act. 6.33) geht zudem hervor, dass die 
Laufzeiten nur über den Lautsprecher bekannt gegeben wurden und sich die Renn-
läufer deshalb beidseitig im Bereich des Zielauslaufes versammelten. Dass die 
Rennläufer nach absolviertem Durchgang versuchten, die Geschwindigkeit aus-
zunützen, um wieder so weit wie möglich nach oben zu den Kollegen zu fahren, um 
- wie I. geltend machte - die Startnummern abzugeben - erscheint nicht ungewöhn-
lich. Vielmehr musste mit einem solchen Verhalten gerechnet werden, zumal die 
Rennläufer aufgrund der fehlenden Absperrung und Abgrenzung nicht dazu veran-
lasst wurden, ihre Fahrt abzubremsen. Somit bestand während der gesamten Dauer 
des Rennens die akute Gefahr eines Zusammenstosses, wie sie sich im Falle von 
I. und H. schliesslich auch verwirklicht hat. 

cb) Die Berufungskläger machen geltend, es sei nicht berücksichtigt wor-
den, dass B., D. und C. ihre Aufgaben am Tage des Vorfalls lediglich in ihrer Freizeit 

27

und nicht im Rahmen ihrer angestammten Tätigkeit ausgeübt hätten. Diesem Um-
stand ist insofern Rechnung zu tragen, als allein auf die individuelle Vorhersehbar-
keit abzustellen ist. Mit anderen Worten wird den Jurymitgliedern kein spezielles 
Fachwissen im Bereich Sicherheitsstandards angerechnet. Dennoch ist zu berück-
sichtigen, dass sie als Mitglieder der Jury die Aufgabe übernommen haben, die Re-
gelkonformität des gesamten Wettkampfablaufs zu überwachen (vgl. Ziffer 624 des 
Wettkampfreglements) und den Wettkampf nötigenfalls abzusagen, wenn die Si-
cherheitsvorkehrungen auf der Piste ungenügend sind (Ziffer 624.6 des Wett-
kampfreglements). Um diese Aufgabe überhaupt wahrnehmen zu können, ist zwei-
fellos die Kenntnis der anzuwendenden Bestimmungen in Wettkampfreglementen 
und Richtlinien erforderlich. Die - eher bedenkliche - Aussage, die Bestimmungen 
über die Gestaltung des Zielraums im Wettkampfreglement nicht auswendig zu ken-
nen oder gar noch nie durchgelesen zu haben (vgl. act. 6.33 und 6.34), vermag die 
Berufungskläger selbstredend nicht zu entlasten. Zudem geht es im vorliegenden 
Fall nicht um fachspezifisches Wissen, sondern um das Wissen um die Gefahr eines 
Zusammenstosses von Rennläufern und anderen Pistenbenützern und um das 
Treffen der erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen. Dieses Wissen kann und muss 
auch bei einer hobbymässig tätigen Wettkampfjury vorausgesetzt werden. 

cc) In diesem Zusammenhang bleibt zu prüfen, ob I. aufgrund seines Ver-
haltens ein derartiges Mitverschulden traf, dass dieses als wahrscheinlichste und 
unmittelbarste Ursache des Zusammenstosses erscheint und so das Verhalten der 
Berufungskläger in den Hintergrund drängt. Nur unter diesen Umständen wäre eine 
Vorhersehbarkeit des Erfolgs zu verneinen. I. passierte am Ende seines Laufes das 
Ziel, richtete sich auf, machte vorerst einen leichten Linksschwung und leitete an-
schliessend einen lang gezogenen Rechtsschwung ein, woraufhin er heftig mit H. 
zusammenstiess. Im Zielauslauf gab es keinerlei Abgrenzungen oder Absperrun-
gen, die ein solches Verhalten erschwert oder gar verhindert hätten. Der Rennläufer 
trägt zwar ein gewisses Risiko, er bestreitet aber ein Rennen, welches mit der Ziel-
durchfahrt nicht beendet ist: beendet ist es dann, wenn er seine Fahrt ordentlicher-
weise abgeschlossen hat; was in der unmittelbaren Fortsetzung der Zieleinfahrt er-
folgt, gehört noch zum Rennabschluss. Wie bereits oben erwähnt, wird auch in ei-
nem Regionalrennen schnell, eben rennmässig ehrgeizig gefahren. Der steile Ziel-
hang führte logischerweise auch zu einer schnelleren Zieldurchfahrt. Die Verant-
wortlichen durften bei der Anlage der Zieldurchfahrt und des Zielraumes nicht ein-
fach davon ausgehen, kein Rennläufer verhalte sich so wie I., zumal die Rennpiste 
und die öffentliche Piste unmittelbar aneinander angrenzten. Das Verhalten von I. 
lag nicht ausserhalb jeglicher Erwartung: es war geeignet, den Erfolg herbeizu-

28

führen. Selbst wenn I. ein allfälliges Mitverschulden treffen sollte, und dies wird in 
einem separaten Strafverfahren abzuklären sein, so war es nicht derart, dass damit 
schlechterdings nicht hätte gerechnet werden müssen; sein Verhalten war nicht un-
mittelbare Ursache des Erfolges und drängte das (Fehl)Verhalten der Verantwortli-
chen (ungenügende Absperrung/Abgrenzung des Zielraums von der Publikums-
piste) nicht in den Hintergrund. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die 
Verwirklichung der Gefahr in Form eines Zusammenstosses der beiden Skifahrer 
für die Berufungskläger erkennbar war oder hätte sein müssen. 

d) Damit der Erfolg auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückzu-
führen ist, genügt nicht nur, dass er vorhersehbar war. Vielmehr muss der Erfolg 
auch vermeidbar gewesen sein. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf unter-
sucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausge-
blieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt es insofern, wenn das Ver-
halten des Täters mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder 
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete 
(BGE 130 IV 7 E. 3.2 S. 10 ff. mit Hinweisen).

Die Frage, ob der Unfall und damit die Verletzungen von H. vermeidbar ge-
wesen wären, muss ebenfalls bejaht werden. Hätten die Berufungskläger den Ziel-
raum vorschriftsgemäss von der Publikumspiste abgegrenzt oder gar abgesperrt, 
wäre es I. nicht möglich gewesen, nach Durchfahrt des Zieles seine Fahrt fortzuset-
zen und einen derart langgezogenen Rechtsschwung durchzuführen und an den 
Pistenrand oder sogar darüber hinaus zu gelangen. Dabei spielt es keine Rolle - 
wie die Berufungskläger geltend machen -, dass die ungenügende seitliche Ab-
schrankung allein für den Vorfall nicht kausal gewesen wäre. Die längergezogene 
seitliche Absperrung in Kombination mit der erforderlichen talseitigen Abgrenzung 
des Zielraums zur Publikumspiste, wie dies vorgängig beschrieben wurde, hätte I. 
zweifellos zum Abbremsen veranlasst. Selbst wenn er den Zielraum unmittelbar da-
nach, beispielsweise durch einen Athletenausgang verlassen hätte, so hätte er dies 
mit erheblich reduzierter Geschwindigkeit und im Bewusstsein, das Renngelände 
zu verlassen, gemacht. Unter diesen Umständen wäre eine Kollision mit einem ho-
hen Grad an Wahrscheinlichkeit vermeidbar gewesen. Das Verhalten von I. war - 
wie bereits vorstehend ausgeführt wurde - nicht die wahrscheinlichste und unmittel-
barste Ursache des Erfolgs. Vielmehr bildete das Verhalten der Verantwortlichen, 
somit der Berufungskläger, mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlich-
keit Ursache des Erfolgs. 

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e) Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass A., B., C. und D. mit 
der ungenügenden Absicherung der in ihren Verantwortungsbereich fallenden 
Rennpiste gegen Bestimmungen des Wettkampfreglements und der zugehörigen 
Richtlinien verstossen und dadurch eine Gefahrensituation für die Rennfahrer und 
die übrigen Pistenbenützer geschaffen haben. Infolge ihres pflichtwidrigen Verhal-
tens ist der Rennläufer I. mit H. zusammengestossen, wodurch sich dieser schwere 
Verletzungen zuzog. Dabei hätten die Berufungskläger zumindest die Möglichkeit 
der Verletzung von andern Skifahrern auf der Piste oder auch der Rennläufer selbst 
als Folge ihres pflichtwidrigen Verhaltens voraussehen können. Hätten sie die seit-
liche Absperrung weiter nach unten gezogen und den Zielraum talseitig abgegrenzt, 
hätten sie also ihre Sorgfaltspflichten wahrgenommen und sich entsprechend den 
Vorschriften verhalten, so wären der Zusammenprall und die daraus resultierenden 
Verletzungen von H. mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit zu vermeiden 
gewesen. Die Berufungskläger müssen sich demzufolge vorwerfen lassen, dass sie 
die nach den Umständen und ihren persönlichen Verhältnissen erforderliche Vor-
sicht pflichtwidrig nicht beachtet und dadurch die schwere Körperverletzung von H. 
zumindest mitverschuldet zu haben, wobei in einem separaten Verfahren abzu-
klären sein wird, ob auch ein Mitverschulden von I. vorlag. Somit ist in den rechts-
erheblichen Punkten den Schlussfolgerungen des Gutachters Kurt Hoch zu folgen. 
Die Ausführungen des Privatgutachters Dr. Gregor Benisowitsch vermögen diese 
Auffassung nicht zu erschüttern, weshalb es sich im vorliegenden Fall nicht auf-
drängt, von den Gutachten von Kurt Hoch abzuweichen, auch wenn letztlich offen 
gelassen werden kann, ob talseitig eine komplette Absperrung erforderlich gewesen 
wäre. H. erlitt als Folge des Zusammenpralls ein Schädelhirntrauma mit Fraktur der 
vorderen Schädelgrube, Bluteinschlüsse in Nasennebenhöhlen und Lufteinschlüsse 
im Gehirn, eine Augenverletzung links mit hochgradigem Visusverlust und einen 
Trommelfellriss rechts. Die Schäden sind, insbesondere in Bezug auf die Augenver-
letzung, gemäss Arztberichten (act. 6.23 und 6.36) bleibend, weshalb von einer 
schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB auszugehen ist. A., B., C. 
und D. haben demnach den Tatbestand von Art. 125 Abs. 2 StGB erfüllt. Die Beru-
fungen sind daher in diesem Punkt abzuweisen und die Berufungskläger der fahr-
lässigen schweren Körperverletzung schuldig zu sprechen.

11. Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstellte desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbstständig an. Er misst die Strafe 
nach dem Verschulden des Täters zu, wobei er die Beweggründe, das Vorleben 
und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). 

30

Gemäss bundesgerichtlicher Praxis muss sich der Begriff des Verschuldens auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der Tat-
komponente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art 
und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehan-
delt hat und die Beweggründe, die Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt, zu beachten. 
Die Täterkomponente erfasst demgegenüber das Vorleben, insbesondere auch all-
fällige Vorstrafen, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat und im 
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Innerhalb 
des gesetzlichen Strafrahmens ist ohne Bindung an feste Regeln die verschulden-
sgerechte Strafe zu finden. Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken 
strafmindernd oder straferhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung 
die Überlegungen des Richters nachvollziehbar sein müssen. Liegen keine Straf-
milderungs- oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Ge-
setzgeber vorgesehenen Strafrahmen zu halten. Grundlage für die Strafzumessung 
im vorliegenden Fall bildet der in Art. 125 Abs. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen 
von Gefängnis oder Busse, wobei die kürzeste Dauer der Gefängnisstrafe drei Tage 
und die längste drei Jahre beträgt (Art. 36 StGB). Wird eine Busse ausgesprochen 
und bestimmt das Gesetz es nicht anders, so beträgt der Höchstbetrag der Busse 
Fr. 40'000.-- (Art. 48 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 StGB schreibt dem 
Richter vor, den Betrag einer Busse je nach den Verhältnissen des Täters so zu 
bestimmen, dass dieser durch die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschul-
den angemessen ist. Dabei sind für die Verhältnisse des Täters namentlich sein 
Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, 
sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit von Bedeutung (vgl. Art. 48 
Ziff. 2 StGB). 

a) Das Verschulden von A. wiegt zwar nicht allzu schwer, darf aber den-
noch nicht bagatellisiert werden. Zwar hat - wie bereits ausgeführt wurde - 
grundsätzlich der Veranstalter, somit die Jurymitglieder, für die korrekte Durch-
führung des Rennens einzustehen. A. als Pisten- und Rettungschef war aber ver-
pflichtet, sich über die ausreichende Absperrung der Rennpiste zu vergewissern 
und den Jurymitgliedern, welche diese Tätigkeit lediglich als Hobby ausübten, nöti-
genfalls auch entsprechende Weisungen zu erteilen. Als Fachmann auf seinem Ge-
biet und aufgrund seiner langjährigen Erfahrung hätte A. erkennen müssen, dass 
die seitliche Absperrung und die Signalisation im Zielraum nicht ausreichte, um die 
Gefahr eines Zusammenstosses zu minimieren. Strafmindernd ist A. sein vorstra-
fenfreies Vorleben sowie der tadellose Leumund anzurechnen. Auch hat er sich 
während des Verfahrens jederzeit kooperativ verhalten. Straferhöhungs-, Straf-

31

schärfungs- und Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Gemäss Leumundsbericht 
vom 12. November 2004 (vgl. act. 2.4) erzielte A. im Jahre 2003 ein steuerbares 
Einkommen von Fr. 50'000.-- und besitzt ein steuerbares Reinvermögen von Fr. 
250'000.--. In Anbetracht der finanziellen Verhältnisse sowie unter Berücksichtigung 
der konkreten Umstände und sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint dem 
Kantonsgerichtsausschuss die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse von 
Fr.1'000.-- als dem Verschulden von A. angemessen. Nicht zu beanstanden ist auch 
die von der Vorinstanz verhängte Probezeit von einem Jahr. Nach deren Ablauf ist 
der Eintrag der Busse bei Wohlverhalten vorzeitig zu löschen. 

b) Das Verschulden von D. wiegt nicht leicht. Beim fraglichen Skirennen 
amtete er als Schiedsrichter und Vorsitzender der Jury und trug somit die Hauptver-
antwortung für die regelkonforme Durchführung des Rennens. Aufgrund seiner Er-
fahrung - er ist gemäss eigenen Aussagen seit 1995 oder 1996 Schiedsrichter bei 
Swiss-Ski - hätte er die drohende Gefahr erkennen müssen. Zwar geht aus den 
Akten hervor, dass er vor der Freigabe der Rennpiste aus Sicherheitsüberlegungen 
eine Versetzung des Zielbereichs anordnete, wodurch aber das Risiko eines Zu-
sammenstosses nicht geschmälert wurde. Strafmindernd ist D. sein vorstrafenfreies 
Vorleben sowie der tadellose Leumund anzurechnen. Auch er hat er sich während 
des Verfahrens jederzeit kooperativ verhalten. Straferhöhungs-, Strafschärfungs- 
und Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Aus dem Führungsbericht vom 1. De-
zember 2004 (vgl. act. 3.4) geht hervor, dass D. im Jahre 2002 ein steuerbares 
Einkommen von Fr. 58'800.-- erzielte und dannzumal ein steuerbares Reinvermö-
gen von Fr. 7'000.-- besass. In Anbetracht der finanziellen Verhältnisse sowie unter 
Berücksichtigung der konkreten Umstände, insbesondere der Verantwortlichkeit 
und sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss 
die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse von Fr. 2'000.-- als seinem Verschul-
den angemessen. Die Voraussetzungen der vorzeitigen Löschbarkeit der Busse im 
Strafregister nach Ablauf einer Probezeit von einem Jahr - Wohlverhalten voraus-
gesetzt - sind auch bei D. erfüllt. 

c) Bezüglich des Verschuldens von B. ist auszuführen, dass dieses zwar 
nicht sehr schwer wiegt, jedoch auch nicht bagatellisiert werden darf. B. amtete 
beim fraglichen Skirennen als Wettkampfleiter und hatte demnach die Aufgaben der 
anderen Jurymitglieder zu koordinieren und zu kontrollieren. Aufgrund dieser Ver-
pflichtung war auch er (mit)verantwortlich für die Organisation des Zielbereichs und 
hätte die Mängel in der Absperrung und Abgrenzung des Zielraums ebenfalls er-
kennen müssen. Auch B. können seine Vorstrafenlosigkeit, sein tadelloser Leu-

32

mund und das korrekte Verhalten während der Strafuntersuchung, aber auch am 
Unfallort strafmindernd angerechnet werde. Straferhöhungs-, Strafschärfungs- und 
Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Gemäss Führungsbericht der Kantonspoli-
zei W. Innerrhoden vom 18. November 2004 (act. 4.4) erzielte Urs Signer im Jahre 
2003 ein steuerbares Einkommen von Fr. 41'365.-- und wies ein Reinvermögen von 
Fr. 60'841.-- aus. Unter Berücksichtigung all dieser Strafzumessungsgründe und 
der finanziellen Verhältnisse von B. erachtet der Kantonsgerichtsausschuss eine 
Busse von Fr. 1'000.-- als seinem Verschulden angemessen. Auch bei B. nicht zu 
beanstanden ist die von der Vorinstanz verhängte Probezeit von einem Jahr, nach 
deren Ablauf der Eintrag der Busse bei Wohlverhalten vorzeitig zu löschen ist.

d) Das Verschulden von C. muss aufgrund seiner Funktion als Strecken-
chef als schwerwiegend bezeichnet werden. Ihm oblag die Vorbereitung der Wett-
kampfstrecke nach den Bestimmungen des Wettkampfreglements und den zugehö-
rigen Richtlinien und damit auch die Planung und Gestaltung des Zielbereichs. Trotz 
dieser hohen Verantwortung gab C. zu Protokoll, die entsprechende Bestimmung 
über die Organisation des Zielraums im Wettkampfreglement bis zum fraglichen 
Zeitpunkt noch nie durchgelesen zu haben. Entsprechend fielen dann auch die Si-
cherheitsvorkehrungen im Zielbereich ungenügend aus. Auch er hätte die drohende 
Gefahr eines Zusammenstosses, die der von ihm geplante Zielauslauf in sich barg, 
erkennen können und müssen. Strafmindernd können ihm die Vorstrafenlosigkeit, 
der tadellose Leumund und das korrekte Verhalten während der Strafuntersuchung 
angerechnet werden. Straferhöhungs-, Strafmilderungs- und Strafschärfungs-
gründe liegen keine vor. Aus dem Führungsbericht der Kantonspolizei U. vom 12. 
November 2004 (act. 5.4) geht hervor, dass C. im Jahr 2004 ein steuerbares Ein-
kommen von Fr. 150'000.-- erzielte und ein steuerbares Vermögen von Fr. 400'000.-
- besass. Aufgrund dieser Faktoren und unter Berücksichtigung der vorgenannten 
Strafzumessungsgründe erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss die von der Vor-
instanz verhängte Busse von Fr. 3'000.-- als angemessen. Auch ihm kann im Falle 
Wohlverhaltens die vorzeitige Löschung der Busse im Strafregister unter Ansetzung 
einer Probezeit von einem Jahr gewährt werden. 

12.a) Gesamthaft betrachtet steht demnach im Ergebnis fest, dass das an-
gefochtene Urteil sowohl in Bezug auf den Schuldspruch als auch hinsichtlich der 
Strafzumessung zu bestätigen ist. Die Rügen von A., B., C. und D. erweisen sich 
mithin als unbegründet, weshalb ihre Berufungen vollumfänglich abzuweisen sind. 
Erweist sich das vorinstanzliche Urteil als rechtmässig, so sind die Kosten des Be-

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rufungsverfahrens gemäss Art. 160 Abs. 1 StPO den unterlegenen Berufungsklä-
gern aufzuerlegen. 

b) Mit Datum vom 6. April 2006 reichte der Rechtsvertreter von A. die 
Honorarnote für die amtliche Verteidigung ein und beantragte damit implizit, ihn für 
das Berufungsverfahren als amtlichen Verteidiger einzusetzen. Gemäss Art. 102 
Abs. 1 lit. c StPO, welcher sowohl für das Gerichtsverfahren vor der ersten Instanz 
wie auch für das Berufungsverfahren Anwendung findet (vgl. Padrutt, a.a.O., Ziff. 4 
zu Art. 102 StPO), hat der Angeklagte Anspruch auf einen amtlichen Verteidiger, 
wenn die tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt. Zur 
relativen Schwere des Falles müssen besondere tatsächliche oder rechtliche 
Schwierigkeiten treten, denen der Angeklagte nicht gewachsen ist, so zum Beispiel 
im Hinblick auf seinen Bildungsstand, seine Fähigkeiten, die prozessualen Erfah-
rungen des Angeklagten, allfällige komplizierte Beweiserhebungen oder verwickelte 
Rechtsprobleme (BGE 120 Ia 43; Padrutt, a.a.O., Ziff. 2.6. zu Art. 76a StPO). Vor-
liegend sind die Voraussetzungen für die Einsetzung eines amtlichen Verteidigers 
gegeben, stellten sich im Rahmen der Berufung doch komplizierte rechtliche Fra-
gen, insbesondere was die Tatbestandselemente des fahrlässigen Unterlassungs-
delikts betrifft. Der Rechtsvertreter von A. hat somit Anspruch auf eine angemes-
sene Entschädigung. Das für die amtliche Verteidigung geltend gemachte Honorar 
von Fr. 1'584.10 erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss der Schwierigkeit und 
dem Umfang des vorliegenden Falles angemessen. Die Kosten der amtlichen Ver-
teidigung sind infolge der Abweisung der Berufung als Teil der Verfahrenskosten 
ebenfalls A. zu überbinden. Diese Kosten werden vorschussweise vom Kanton 
Graubünden übernommen (Art. 155 Abs. 1 StPO). 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufungen werden abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4'000.-- gehen je zu ¼ zu Las-
ten der Berufungskläger. 

3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von A. im Betrag von Fr. 1'584.10 ge-
hen zu Lasten von A.. Sie werden vorschussweise vom Kanton Graubünden 
bezahlt.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: