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**Case Identifier:** e9cece5d-337f-553c-a507-5bf962c6274b
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.08.2015 SK.2015.37
**Docket/Reference:** SK.2015.37
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2015-37_2015-08-24

## Full Text

Rückweisung der Anklage; Rückweisung an BA;;Rückweisung der Anklage; Rückweisung an BA;;Rückweisung der Anklage; Rückweisung an BA;;Rückweisung der Anklage; Rückweisung an BA

Beschluss vom 24. August 2015 
Strafkammer 

Besetzung  

Bundesstrafrichterin Sylvia Frei, Vorsitz,  

Bundesstrafrichter Peter Popp und Walter Wüthrich,  

Gerichtsschreiberin Anne Berkemeier Keshelava 

 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staats-

anwalt des Bundes René Eichenberger,  

 

und 

als Privatklägerschaft: 

 

1. C. Holding, vertreten durch Rechtsanwalt Mar-

tin Burkhardt,  

 

2. Bank D., vertreten durch Rechtsanwalt Ernst F. 

Schmid,  

 

3. E. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Martin 

Bernet,  

 

 

gegen 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2015.37 

- 2 - 

  

1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Da-

niel Walder,  

  

2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Ad-

rian Ramsauer,  

  

Gegenstand 

 Gewerbsmässiger Betrug, Betrug, evtl. Gehilfenschaft 

oder Anstiftung zu qualifizierter ungetreuer Geschäfts-

besorgung, mehrfache versuchte und vollendete Ver-

untreuung, Gehilfenschaft oder Anstiftung zu mehrfa-

cher versuchter und vollendeter Veruntreuung, evtl. 

mehrfache versuchte und vollendete qualifizierte un-

getreue Geschäftsbesorgung, qualifizierte Geldwä-

scherei, Urkundenfälschung 

 

Rückweisung der Anklage 

  

- 3 - 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Die Bundesanwaltschaft erhob am 27. Juli 2015 bei der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts Anklage gegen A. und B. wegen gewerbsmässigem Betrug, Be-

trug, evtl. Gehilfenschaft oder Anstiftung zu qualifizierter ungetreuer Geschäfts-

besorgung, mehrfacher versuchter und vollendeter Veruntreuung, Gehilfenschaft 

oder Anstiftung zu mehrfacher versuchter und vollendeter Veruntreuung, evtl. 

mehrfacher versuchter und vollendeter qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesor-

gung, qualifizierter Geldwäscherei und Urkundenfälschung (pag. TPF 

391.100.00001 ff.). 

2. Gemäss Art. 328 StPO wird das Verfahren mit Eingang der Anklageschrift beim 

Gericht rechtshängig. Mit der Rechtshängigkeit gehen die Befugnisse im Verfah-

ren auf das Gericht über. Dazu gehört insbesondere die Prüfung, ob die Ankla-

geschrift und die Akten ordnungsgemäss erstellt sind (Art. 329 Abs. 1 lit. a StPO). 

Das Gericht sistiert das Verfahren und weist, falls erforderlich, die Anklage zur 

Ergänzung oder Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurück, wenn sich auf-

grund dieser Prüfung oder später im Verfahren ergibt, dass ein Urteil zurzeit nicht 

ergehen kann (Art. 329 Abs. 2 StPO). Das Gericht entscheidet, ob ein sistierter 

Fall bei ihm hängig bleibt (Art. 329 Abs. 3 StPO). 

3. Die Anklageschrift muss die dem Beschuldigten zur Last gelegten Handlungen 

"möglichst kurz, aber genau" umschreiben (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Der An-

klagevorwurf hat sich demnach grundsätzlich auf eine präzise, konzise Bezeich-

nung der Sachverhaltselemente zu beschränken, die für die Subsumtion der vor-

geworfenen Handlungen unter die anwendbaren Straftatbestände erforderlich 

sind (HEIMGARTNER/NIGGLI, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 325 

StPO N 19). Bezieht sich die Anklage auf mehrere Täter, muss aus der Anklage 

soweit wie möglich hervorgehen, welches Verhalten wem zur Last gelegt wird 

(HEIMGARTNER/NIGGLI, a.a.O., Art. 325 StPO N 22). Je komplexer und gravieren-

der ein Vorwurf wiegt, desto spezifischer muss der Sachverhalt umschrieben 

sein. Nicht aufzuführen sind Umstände, die für die Subsumtion nicht erforderlich 

sind (HEIMGARTNER/NIGGLI, a.a.O., Art. 325 StPO N 26).  

4. Diesen Erfordernissen genügt die Anklageschrift nicht. Die extrem umfangreiche 

Anklageschrift (674 Seiten; 4390 Fussnoten) ist in der vorliegenden Form nicht 

zu handhaben. Es mangelt ihr insbesondere an Struktur. Unerlässlich wäre hier 

- 4 - 

zum Einen eine Unterteilung der Anklageschrift mit Titeln, die den Namen des 

jeweils betroffenen Beschuldigten enthalten, zum Anderen grundsätzlich eine 

klare Ausscheidung der Vorwürfe gegen die beiden Beschuldigten. Tathandlun-

gen dritter, vorliegend nicht beschuldigter Personen sollten – wenn überhaupt 

unerlässlich – nur in gebotener Kürze dargestellt werden. Bei einer Aufteilung in 

Hauptanklage plus Alternativanklage plus Eventualanklage gilt es zu beachten, 

dass klar ersichtlich sein muss, was die Hauptanklage ist, unter welchem glei-

chen Sachverhalt eine Eventualanklage geführt wird sowie welcher Sachverhalt 

der Alternativanklage zugrunde liegt. Zwingend notwendig ist, dass in der An-

klage präzis umschrieben wird, welche Handlungen die Vollendung des Geldwä-

schereitatbestands herbeigeführt haben sollen. Handlungen, die bloss die Ein-

ziehbarkeit von Vermögenswerten belegen, sind nicht in der Anklageschrift, son-

dern allenfalls im Rahmen der Anträge zu den Sanktionen zu stellen. Einer Prä-

zisierung bedürfen im Themenkomplex der Privatklägerschaft die Frage der un-

mittelbaren Verletzung durch die Straftat (Art. 115 Abs. 1 StPO) und die Frage 

der Vereinbarkeit von Ziviklage und allfälliger Abtretung der Forderung an den 

Staat (Art. 73 Abs. 2 StGB).  

5. Die Anklage ist daher an die Bundesanwaltschaft zurückzuweisen.  

6. Das Verfahren ist zu sistieren. Die Rechtshängigkeit wird wieder auf die Bundes-

anwaltschaft übertragen. Damit wird der Antrag des Staatsanwalt des Bundes 

vom 14. August 2015 zur Einholung einer nachträglichen Zustimmung zur Straf-

verfolgung bei den Behörden des Fürstentums Monaco obsolet (pag. TPF 

391.510.0001 ff.) und die Bundesanwaltschaft wird diese Zustimmung selber 

einholen können. 

7. Die Sicherheitshaft bezüglich A. fällt ipso iure dahin, da die Voraussetzungen 

nach Art. 220 Abs. 2 StPO nicht mehr gegeben sind und das in Art. 220 Abs. 1 

StPO umschriebene Verfahrensstadium wieder auflebt. 

8. Für diesen Entscheid sind keine Kosten zu erheben. 

  

- 5 - 

Die Strafkammer erkennt: 

1. Die Anklage wird im Sinne der Erwägungen an die Bundesanwaltschaft zurück-

gewiesen. 

2. Das Verfahren wird sistiert. Die Rechtshängigkeit wird zurück an die Bundesan-

waltschaft übertragen. 

3. Es werden keine Kosten erhoben. 

4. Dieser Beschluss wird den Parteien mitgeteilt. 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Die Vorsitzende Die Gerichtschreiberin 

 

  

- 6 - 

Geht an  

 (vorab per Fax) Bundesanwaltschaft, Herrn René Eichenberger, Staatsanwalt des 

Bundes (inkl. der Verfahrensakten) 

 Zwangsmassnahmengericht Zürich 

 Amt für Justizvollzug Kanton Zürich 

 Rechtsanwalt Daniel Walder, Verteidiger von A. (Beschuldigter) 

 Rechtsanwalt Adrian Ramsauer, Verteidiger von B. (Beschuldigter) 

 Rechtsanwalt Martin Burkhardt, Vertreter von C. Holding (Privatklägerin) 

 Rechtsanwalt Ernst Schmid, Vertreter von Bank D. (Privatklägerin) 

 Rechtsanwalt Martin Bernet, Vertreter von E. AG (Privatklägerin) 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 
schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 
Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen schriftlich und begrün-
det Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und Art. 396 
Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 
Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Versand: 24. August 2015