# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85e1c4d0-81c5-5c9f-a35a-b23946a6c112
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.04.2024 720 23 341 / 86 (720 2023 341 / 86)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-341---86_2024-04-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. April 2024 (720 23 341 / 86)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advo-
kat, Freie Strasse 82, Postfach 340, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1977 geborene A.____ hatte sich bereits früher mehrfach bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Mit Verfügungen vom 
22. Dezember 2011, 21. März 2014 und 22. Juni 2016 wurden seine Leistungsbegehren jeweils 
abgewiesen. Seit 1. Juni 2018 arbeitete A.____ als Gerüstmonteur bei der B.____ AG, wo er 
am 8. April 2019 einen Berufsunfall erlitt. Laut der am 6. Mai 2019 erstatteten Unfallmeldung 
der Arbeitgeberin war er auf einer Baustelle beim Hochheben von Material ausgerutscht und 
hatte sich dabei an beiden Beinen verletzt. Nachdem die Schweizerische Unfallversicherungs-

 

 
 
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anstalt (Suva) als obligatorischer Unfallversicherer die gesetzlichen Leistungen (Heilbehand-
lung, Taggelder) für die Folgen des Ereignisses erbracht hatte, stellte sie ihre Leistungen mit 
Verfügung vom 28. Oktober 2019 per 13. Oktober 2019 ein. Zur Begründung machte sie gel-
tend, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass die nach wie vor bestehenden Be-
schwerden nicht mehr unfallbedingt seien.  
 
Am 24. Januar 2020 meldete sich A.____ unter Hinweis auf Beschwerden an beiden Füssen 
sowie eine bereits erfolgte Operation an der rechten Achillessehne und einen noch bevorste-
henden Eingriff an der linken Achillessehne erneut zum Leistungsbezug bei der IV an. Nach 
Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-
Landschaft beim Versicherten einen Invaliditätsgrad von 12 %. Gestützt auf dieses Ergebnis 
lehnte sie - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 28. September 
2023 einen Rentenanspruch von A.____ ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, am 
30. Oktober 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuhe-
ben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. Juli 2020 eine ganze Rente basierend auf einem mindes-
tens 70 %-igen Invaliditätsgrad auszurichten. Zudem seien ihm die unentgeltliche Prozessfüh-
rung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen; unter o/e-
Kostenfolge. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. November 2023 beantragte die IV-Stelle die Abwei-
sung der Beschwerde.  
 
D. Mit Verfügung vom 25. Januar 2024 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerde-
führer gestützt auf die nachgereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die 
unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dr. Alex He-
diger als Rechtsvertreter.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 30. Oktober 2023 ist demnach einzutreten. 
 

 

 
 
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1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität 
und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Vorliegend 
erging die angefochtene Verfügung nach dem 1. Januar 2022, sie betrifft jedoch aufgrund der 
Neuanmeldung vom 24. Januar 2020 Leistungen mit allfälligem Anspruchsbeginn vor dem 
31. Dezember 2021. Insoweit beurteilt sich die Angelegenheit in dieser übergangsrechtlichen 
Konstellation nach den bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassungen des IVG, der 
IVV und des ATSG (Urteil des Bundesgerichts vom 22.Februar 2024, 8C_395/2023, E. 2.2 mit 
Hinweisen). Die betreffenden Bestimmungen werden im Folgenden jeweils in dieser Version 
wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-

 

 
 
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rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person stützt sich die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) 
auf Unterlagen, die von ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung 
zu stellen sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel-
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 
arbeitsunfähig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2024, 8C_122/2023, E. 2.3). Im 
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 
140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt Berichten und Gutachten versicherungsinter-
ner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Soll ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an 
die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5 am Ende, mit Hinweis).  

 

 
 
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4.1 Die IV-Stelle holte im Rahmen der Abklärung des medizinischen Sachverhalts die 
Suva-Akten des Versicherten zum Unfallereignis vom 8. April 2019 sowie die Berichte der be-
handelnden Ärzte ein und unterbreitete diese Unterlagen Dr. med. C.____, Fachärztin für Phy-
sikalische und Rehabilitative Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, zur Be-
urteilung. In ihrem Bericht vom 25. August 2021 erhob Dr. C.____ beim Versicherten als Diag-
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Achillessehnentendinopathie 
beidseits, (1) symptomatisch seit einem Sturz am 08.04.2019, (1.1) Status nach offener Tenoly-
se mit sekundärer Naht der Achillessehne rechts bei therapierefraktärer Achillessehnentendino-
pathie in der Midportion rechts am 13.11.2019, (1.2) Status nach Tenolyse mit partieller Resek-
tion zentral tendinopathisch veränderter Achillessehnenabschnitte links, Verstärkungsplastik mit 
ipsilateraler Plantarissehne und Rekonstruktion Paratenon am 03.02.2021, (2) aktuell noch be-
lastungsabhängigen Restbeschwerden. Aufgrund dieser Beeinträchtigungen sei der Versicherte 
in der angestammten Tätigkeit als Gerüstmonteur ab dem 8. April 2019 dauerhaft bleibend zu 
100 % arbeitsunfähig. Das Belastungsprofil einer dem Versicherten zumutbaren Verweistätig-
keit umschrieb Dr. C.____ wie folgt: Es müsse sich um eine leichte, sitzende Tätigkeit handeln, 
welche die Möglichkeit biete, bei Bedarf die Körperposition zu wechseln, kurz aufzustehen und 
kurze, ebenerdige Strecken zu gehen. Gleichzeitig dürfe sie keine stehenden und gehenden 
Tätigkeiten umfassen und keine Verrichtungen im Knien, Hocken und Kauern, kein Treppen-
steigen, keine Arbeiten auf Gerüsten und Leitern, kein Gehen auf unebenem Boden und kein 
Heben und Tragen von Lasten über 10 kg beinhalten. In einer solchen leidensangepassten Tä-
tigkeit sei der Versicherte ab 8. April 2019 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsfähig. Etwas Ab-
weichendes gelte einzig für die beiden postoperativen Phasen von jeweils drei Monaten nach 
den Eingriffen an den Achillessehnen vom 13. November 2019 und 3. Februar 2021. Während 
dieser Zeitspannen habe für sämtliche Tätigkeiten eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit bestanden.  
 
4.2 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens liess der Versicherte der IV-Stelle einen Be-
richt des behandelndes Arztes Dr. med. D.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates FMH, vom 22. September 2021 zukommen. Darin führte dieser aus, 
aufgrund der Beschwerden sei eine Arbeitsreintegration in den kommenden drei Monaten nicht 
als realistisch zu betrachten, weshalb dem Versicherten eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bis 
zur nächsten Kontrolle attestiert werde. Nachdem ihn die IV-Stelle auf Veranlassung des RAD 
um eine Präzisierung dieser Angaben ersucht hatte, bestätigte Dr. D.____, dass sich seine Ein-
schätzung einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit auf die Tätigkeit des Versicherten als Gerüst-
monteur bezogen habe. Sodann verneinte er die weitere Frage, ob es aus objektiver orthopädi-
scher Sicht Gründe gebe, die ausserhalb der beiden postoperativen Phasen von jeweils drei 
Monaten nach den Eingriffen an den Achillessehnen gegen eine ganztägige Arbeitsfähigkeit in 
einer leichten, überwiegend sitzenden Tätigkeit sprechen würden. In der Folge teilte die RAD-
Ärztin Dr. C.____ mit Bericht vom 15. Dezember 2021 mit, dass sie nach Einsichtnahme in die 
Antworten von Dr. D.____ an ihrer Beurteilung vom 25. August 2021 festhalte. 
 
4.3 Am 28. Dezember 2022 erstattete Dr. med. E.____, Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Bericht über eine am 17. November 2022 er-
folgte Untersuchung des Versicherten. Dieser habe über persistierende Schmerzen der linken 

 

 
 
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Achillessehne mit wenig Anlaufschmerzen, aber einer Schmerzprogredienz während des Ta-
ges, auch mit deutlichen Schwellneigungen, geklagt. Klinisch habe sich noch eine vorhandene 
Verdickung der linken Achillessehne nach Verstärkungsplastik mit lokalisierter Druckdolenz ca. 
2-6cm oberhalb des calcanearen Ansatzes gezeigt. Die Kraftübertragung auf Gastrocnemius 
und Soleus sei soweit gut gewesen. Aktuell hätten keine Hinweise für eine Bursitis subachillea, 
jedoch eine Hyperkeratose am prominenten Processus posterior calcanei lateral vorgelegen. 
Die Ultraschall-Untersuchung habe noch intratendinöse Veränderungen nach Plantaris-
Verstärkung, differenzialdiagnostisch noch dem Sehnen-Transplantat entsprechend oder mit 
Ablagerungen von Harnsäure oder Lipid-Depots bei offensichtlich schlecht eingestelltem Diabe-
tes mellitus, gezeigt. Ansonsten hätten wenig Neovaskularisationen in der Midportion und keine 
Hinweise auf eine Partialruptur vorgelegen. Als weiteres Vorgehen empfahl Dr. E.____ die kon-
sequente Durchführung des Tendonloading-Programms. Sollte sich hierunter keine Besserung 
zeigen, könnten Traumeel-, Hyaluronsäure- oder ACP-Infiltrationen paratendinös Abhilfe schaf-
fen. Die Fragen nach bestehenden Funktionseinschränkungen im Beruf und nach vorhandenem 
Eingliederungspotenzial konnte Dr. E.____, wie er explizit angab, nicht beantworten.  
 
4.4 In einer weiteren Stellungnahme vom 20. Februar 2023 äusserte sich die RAD-Ärztin 
Dr. C.____ zu diesem Bericht von Dr. E.____. Dessen Ausführungen würden darauf hindeuten, 
dass die vorbestehende Stoffwechselstörung (Hyperurikämie) bei bekanntem metabolischem 
Syndrom zu Uratkristallablagerungen peritendinös an der linken Achillessehne geführt habe, 
was die persistierende lokale Peritendinopathie an der linken Achillessehne erkläre. Diese Be-
schwerdeursache lasse sich medikamentös (harnsäuresenkende Medikamente)/diätetisch und 
lokal mit den von Dr. E.____ empfohlenen Infiltrationen gut behandeln. Versicherungsmedizi-
nisch ändere sich die im Bericht vom 15. Dezember 2021 formulierte zumutbare Arbeitsfähigkeit 
in einer Verweistätigkeit nicht, dem Versicherten sei trotz noch vorhandener, aber gut behan-
delbarer Restbeschwerden an der linken Achillessehne eine leichte sitzende Tätigkeit nach wie 
vor ganztags zumutbar. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit als Gerüstbauer gelte nach wie vor, 
solange die Peritendinitis an der linken Achillessehne noch nicht verschwunden sei. Perspekti-
visch wäre selbst diese Tätigkeit wieder möglich, sobald die Uratkristalle abgebaut und die Peri-
tendinitis abgeheilt seien, was aktuell nicht gesagt werden könne. 
 
5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung bei der Beurteilung des Ge-
sundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die genannten Berichte ihrer 
RAD-Ärztin Dr. C.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten - ausser wäh-
rend der beiden postoperativen Phasen von jeweils drei Monaten nach den Eingriffen an den 
Achillessehnen - die Ausübung einer leidensangepassten leichten, überwiegend sitzenden Tä-
tigkeit im Umfang von 100 % zumutbar gewesen sei und nach wie vor sei. Dieses Ergebnis der 
vorinstanzlichen Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Bei der Einschätzung von 
Dr. C.____ handelt es sich zwar um eine versicherungsinterne ärztliche Stellungnahme, was 
nach dem oben Gesagten (vgl. E. 3.3 hiervor) bedeutet, dass weitere Abklärungen notwendig 
wären, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Einschätzung bestehen wür-
den. Solche Zweifel sind im vorliegenden Fall jedoch keine ersichtlich. Dr. C.____ konnte sich in 
ihren Stellungnahmen auf die Berichte der behandelnden Fachpersonen abstützen und ihre 
Einschätzung steht nicht im Widerspruch zu deren Beurteilungen. Zur Arbeitsfähigkeit in einer 

 

 
 
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angepassten Verweistätigkeit äusserten sich die involvierten Fachärzte entweder gar nicht oder 
dann im gleichen Sinne wie Dr. C.____.  
 
5.2 Die Vorbringen des Versicherten in seiner Beschwerde führen zu keiner anderen Beur-
teilung des medizinischen Sachverhalts.  
 
5.2.1 Der Beschwerdeführer verweist auf den Bericht von Dr. D.____ vom 22. September 
2021. Darin habe dieser ausgeführt, dass aufgrund der Beschwerden eine Arbeitsreintegration 
in den kommenden drei Monaten nicht als realistisch zu betrachten sei, weshalb nach wie vor 
eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde. Daraus kann der Beschwerdeführer vorlie-
gend nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wie oben aufgezeigt (vgl. E. 4.2 hiervor), ergab eine 
Rückfrage der IV-Stelle bei Dr. D.____, dass sich dessen Einschätzung einer 100 %-igen Ar-
beitsunfähigkeit lediglich auf die Tätigkeit des Versicherten als Gerüstmonteur bezog. Dass der 
Versicherte damals - und auch noch im massgebenden Verfügungszeitpunkt - im genannten 
Beruf weiterhin vollständig arbeitsunfähig war, wird auch von der Beschwerdegegnerin nicht in 
Frage gestellt. Der Umstand, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine 100 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit besteht, ist im vorliegenden Zusammenhang, in welchem das Ausmass der Arbeitsfä-
higkeit in einer zumutbaren Verweistätigkeit zu bestimmen ist, jedoch von untergeordneter Be-
deutung. 
 
5.2.2 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, neben den invalidisierenden 
Schmerzen in beiden Achillessehnen persistiere seit dem Unfallereignis auch ein lumbo-
pseudoradikuläres Schmerzsyndrom, das sich ebenfalls einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirke. Dieses Leiden, welches zusammen mit der Achillessehnenproblematik auch keine 
Arbeitstätigkeit in einer Verweistätigkeit zulasse, sei von der IV-Stelle bis heute nie berücksich-
tigt worden. Mit diesem Einwand kann der Beschwerdeführer ebenfalls nichts zu seinen Guns-
ten ableiten. Diesbezüglich weist die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung zu Recht darauf hin, 
dass der Versicherte lumbale Beschwerden lediglich einmalig, nämlich anlässlich der Erstkon-
sultation bei Dr. D.____ vom 21. Mai 2019, angegeben habe. Dieser habe in der Folge ein MRI 
der Lendenwirbelsäule veranlasst. Laut der Beurteilung von Dr. D.____ vom 7. Juni 2019 habe 
sich mit dieser Bildgebung kein Bandscheibenvorfall nachweisen lassen. Sämtliche Nervenwur-
zeln des lumbalen Segmentes hätten freie Abgänge gezeigt. Einzig zwischen L4 und L5 habe 
sich eine linksbetonte, breitbasige Protrusion der Bandscheibe mit möglicher leichter Einengung 
der L5-Wurzel rezessal gezeigt. Von wesentlicherer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang 
nun aber, dass vom Versicherten im weiteren Verlauf keine lumbalen Beschwerden mehr be-
klagt wurden. Folglich wurden solche auch nicht mehr behandelt, was in erheblichem Masse 
gegen das Vorliegen einer dauerhaften lumbalen Beeinträchtigung spricht. Diese Einschätzung, 
wonach die LWS nach der Erstkonsultation im weiteren Verlauf nicht mehr symptomatisch war, 
deckt sich im Übrigen auch mit der Beurteilung von Dr. med. F.____, Allgemeine Innere Medizin 
FMH, welche diese am 25. Oktober 2019 als Suva-Kreisärztin im unfallversicherungsrechtlichen 
Verfahren des Beschwerdeführers erstattete.  
 
6.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen 
Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. In der angefochtenen Ver-

 

 
 
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fügung vom 28. September 2023 nahm die IV-Stelle den erforderlichen Einkommensvergleich 
vor. Dabei setzte sie sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen unter Beizug der 
Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik 
fest (vgl. dazu BGE 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 321 E. 3b/aa). Auf diese Weise 
ermittelte sie für den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (1. Juli 2020) ein Validen-
einkommen von Fr. 71'007.-- und ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 62'254.--. An-
schliessend gelangte sie anhand einer Gegenüberstellung dieser Einkommen zu einem Invalidi-
tätsgrad von 12 %. Diese Berechnung der IV-Stelle ist nicht zu beanstanden, sie wurde denn 
auch vom Versicherten in seiner Beschwerde nicht in Frage gestellt. Unter diesen Umständen 
kann hier von weiteren Erörterungen zum vorinstanzlichen Einkommensvergleich abgesehen 
und stattdessen auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der angefochtenen Ver-
fügung vom 28. September 2023 verwiesen werden.  
 
6.2 Da der ermittelte Invaliditätsgrad von 12 % unter dem für einen Rentenanspruch min-
destens erforderlichen Invaliditätsgrad von 40 % liegt, lehnte die IV-Stelle in der angefochtenen 
Verfügung vom 28. September 2023 einen Rentenanspruch des Versicherten zu Recht ab. Die 
hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen wer-
den muss. 
 
7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden 
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer-
legt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten 
ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 25. Janu-
ar 2024 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.  
 
7.2 Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädi-
gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. In der Verfügung vom 25. Januar 2024 ist ihm je-
doch die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden, weshalb 
dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Gemäss § 3 Abs. 2 
der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das 
Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers machte in seiner Honorarnote vom 8. Februar 2024 für das vorliegende Ver-
fahren einen Zeitaufwand von 10 Stunden und 40 Minuten geltend, was sich in Anbetracht der 
sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden 
sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 127.50. Dem Rechtsver-
treter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'436.85 (10 Stunden und 40 Minuten 
à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 127.50 zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,7 % auf Fr. 1'777.50 
bzw. von 8,1 % auf Fr. 483.35) aus der Gerichtskasse auszurichten. 

 

 
 
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7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 2'436.85 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer von 7,7 % auf 
Fr. 1'777.50 bzw. von 8,1 % auf Fr. 483.35) aus der Gerichtskasse 
ausgerichtet. 

 

 http://www.bl.ch/kantonsgericht