# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7066bce3-45d7-591d-a552-066bb1e50741
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-04-17
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 17.04.2008 A1 07 199
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-07-199_2008-04-17.pdf

## Full Text

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KGVS A1 07 199 
KGE (öffentlichrechtliche Abteilung) vom 17. April 2008 i.S. Zermatt 
Bergbahnen AG und Saas-Fee Bergbahnen AG c. KBK und Staatsrat 

Baubewilligung für Gletscherabdeckungen 

−  Verhältnis zwischen bundes- und kantonalrechtlichen Anforderungen 
hinsichtlich Baubewilligungspflicht. Kantonalrechtliche Bestimmungen sind 
nur dann relevant, wenn nicht bereits das Bundesrecht eine 
Baubewilligungspflicht verlangt (Art. 22 Abs. 1, 24 ff.; Art. 19 Abs. 2 BauV). 

−  Gletscherabdeckungen ab einer bestimmten Grösse sind sowohl nach 
Bundesrecht wie auch nach kantonalem Recht baubewilligungspflichtig. 

Autorisation de bâtir pour dispositifs de couverture d'un glacier 

−  Assujettissement à autorisation de bâtir: relations entre les règles prévues à 
cet égard par le droit fédéral et le droit cantonal. Ces dernières ne sont 
déterminnates que si le droit fédéral ne prévoit pas lui-même l'obligation de 
requérir une autorisation  (art. 22 al. 1, 24 ss LAT.; art. 19 Abs. 2 OC). 

− Dès qu'elles ont une certaine importance, des dispositifs de couverture d'un 
glacier nécessitent une autorisation de bâtir tant selon le droit fédéral que 
selon le droit cantonal. 

Gekürzter Sachverhalt 

 Die Zermatt Bergbahnen AG hat in den letzten Jahren auf dem 
Theodulgletscher bei sechs Mastenfundamenten der Bahnanlage 
Furggsattel-Express sowie beim südlichen Ausgang der Bergstation 
Klein Matterhorn Gletscherabdeckungen mit Folien vorgenommen. Nach 
ihren Angaben hat sie im Jahre 2006 bei den sechs 
Mastenfundamenten je eine Fläche von 1'500 m2 (30 x 50 m) und bei 
der Bergstation eine solche von 1'000 m2 (20 x 50 m) abgedeckt. Die 
Folien wurden bei der Bergstation am 11. Mai und bei den Masten am 
21. Juni 2006 ausgelegt und bei der Bergstation am 11. September und 
bei den Masten am 6. und 12./13. September 2006 wieder 
weggenommen. Die Abdeckungen bei den Masten sollten die Stabilität 
der Fundamente auf dem Gletscher verbessern und jene bei der 
Bergstation den Übergang auf die Gletscherpiste sicher stellen.  

Die Saas-Fee Bergbahnen AG hat nach eigenen Angaben im 
Jahre 2006 bei zwei Pistenübergängen vom festen Grund auf den 
Gletscher (Längfluh) Ende Juni Folien ausgelegt und diese Ende 
September bzw. anfangs Oktober wieder entfernt. Da der Gletscher an 
besagten Übergängen jedes Jahr um zwei bis drei Meter geschmolzen 
war, sollte mit diesen Gletscherabdeckungen die Passierbarkeit vom 
festen Grund auf die Gletscher erhalten bzw. verbessert werden. Nach 
ihren Angaben deckte sie dabei auf der Längfluh an zwei Stellen 
Flächen von ca. 6'000 m2 und 2'500 m2 ab. Zudem wurden auf dem 

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Mittelallalin ca. 1'000 m2 abgedeckt, um so das Abschmelzen der 
Überdeckung der dort betriebenen Eisgrotte zu verhindern bzw. zu 
verlangsamen. 

Da die Abdeckungen ohne Baubewilligungen vorgenommen 
worden waren, verlangte die kantonale Baukommission (KBK) am 11. 
Januar 2007 die Einreichung entsprechender Baugesuche. Die beiden 
Unternehmungen waren damit nicht einverstanden und fochten diese 
Verfügung beim Staatsrat an, der die Baubewilligungspflicht am 24. 
Oktober 2007 bestätigte. Dasselbe tat die öffentlichrechtliche Abteilung 
des Kantonsgerichts auf Verwaltungsgerichtsbeschwerde hin am 17. 
April 2008. 

Erwägungen 
(…) 
Gemäss Art. 22 des Bundesgesetzes über die Raumplanung 

(Raumplanungsgesetz; [RPG]; SR 700) dürfen Bauten und Anlagen nur 
mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden. Diese 
Bestimmung des Bundesrechts umschreibt den Begriff "Bauten und 
Anlagen", die im Sinne von Art. 22 Abs. 1 RPG einer ordentlichen oder 
nach Art. 24 ff. RPG einer ausserordentlichen Baubewilligung bedürfen, 
nicht näher (Urteil [des Bundesgerichts] 1A.276/2006 vom 25. April 2007 
E. 5.1). 

3. 1. Nach der Rechtsprechung gelten als "Bauten und Anlagen" 
jedenfalls jene künstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten 
Einrichtungen, die in bestimmter fester Beziehung zum Erdboden 
stehen und geeignet sind, die Vorstellung über die Nutzungsordnung zu 
beeinflussen. Dies kann dadurch geschehen, dass sie den Raum 
äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten oder die 
Umwelt beeinträchtigen (BGE 123 II 256 E. 3; 120 Ib 379 E. 3c; 113 Ib 
314 E. 2b). Dazu gehören gemäss bundesgerichtlicher Praxis auch 
Fahrnisbauten, welche über nicht unerhebliche Zeiträume ortsfest 
verwendet werden (BGE 123 II 256 E. 3 mit Hinweisen). Gewisse 
Vorhaben können sodann wegen ihres Betriebs und weniger wegen 
ihrer konstruktiven Anlage baubewilligungspflichtig sein (Peter Hänni, 
Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl., S. 288). 
Die Baubewilligungspflicht soll der Behörde ermöglichen, das 
Bauprojekt in Bezug auf seine räumlichen Folgen vor seiner Ausführung 
auf die Übereinstimmung mit der raumplanerischen Nutzungsordnung 
und der übrigen einschlägigen Gesetzgebung zu überprüfen (BGE 119 
Ib 222 E. 3a). Massstab dafür, ob eine bauliche Massnahme erheblich 
genug ist, um sie dem Baubewilli- 

 

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gungsverfahren zu unterwerfen, ist daher, ob damit im Allgemeinen und 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge so wichtige räumliche Folgen 
verbunden sind, dass ein Interesse der Öffentlichkeit oder der Nachbarn 
an einer vorgängigen Kontrolle besteht (BGE 114 Ib 312 E. 2b). Das 
Bundesgericht hat in seinem Entscheid zur Weihnachtsbeleuchtung 
(Urteil 1A.202/2006 vom 10. September 2007 E. 4) allerdings auch die 
Möglichkeit offen gelassen, in Grenzfällen statt einer präventiven 
behördlichen Kontrolle eine nachträgliche zuzulassen, bei der die 
Baubewilligungsbehörde anhand der konkreten, bereits installierten 
Dekoration prüft, ob die massgeblichen bau- und 
umweltschutzrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Als 
Begründung führte es den unverhältnismässigen administrativen 
Aufwand sowohl für den Betreiber der Beleuchtung als auch für die 
Baubehörden an, wenn jedes Jahr aufs Neue ein ordentliches 
Baubewilligungsverfahren für die Weihnachtsbeleuchtung durchgeführt 
werden müsste (E. 5). 

3. 2. Art. 22 Abs. 1 RPG ist unmittelbar anwendbar und garantiert 
einen bundesrechtlichen Minimalstandard, den die Kantone nicht 
unterschreiten dürfen (Urteil [des Bundesgerichts] 1C_433/2007 vom 
11. März 2008 E. 4). Den Kantonen bleibt es vorbehalten, über den 
bundesrechtlichen Mindeststandard hinauszugehen und weitere 
Vorgänge der Bewilligungspflicht zu unterstellen. Sie können ferner für 
bestimmte Bauvorhaben ein vereinfachtes Verfahren vorsehen (sog. 
kleine Baub ewilligung) sowie Kleinstbauten nur einer Anzeigepflicht 
unterstellen oder überhaupt von der Bewilligungspflicht ausnehmen, 
sofern sie keine nennenswerten Einflüsse auf Raum, Erschliessung und 
Umwelt bewirken (EJPD/BRP, Erläuterungen RPG, N. 7 zu Art. 22 RPG; 
Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. 
Aufl. Zürich 1999, Band I, Rz. 512-522 S. 144 ff.). Hingegen können die 
Kantone nicht von der Bewilligungspflicht ausnehmen, was nach Art. 22 
RPG einer Bewilligung bedarf. Der Ausschluss der Bewilligungspflicht ist 
in Art. 22 RPG und damit bundesrechtlich geordnet (Bernhard 
Waldmann/Peter Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 22 Rz. 9 
ff.; Alexander Ruch, Kommentar RPG, Art. 22 Rz. 4; Urteil [des 
Bundesgerichts] 1C_414/2007 vom 22. Februar 2008 E. 2.2). 

Das kantonale Recht ist somit für die Beantwortung der Frage, ob 
die Gletscherabdeckungen einer Baubewilligung bedürfen, insoweit 
irrelevant, als bereits das Bundesrecht eine solche verlangt. Erst wenn 
feststeht, dass das Vorhaben nicht unter die bundesrechtliche 
Baubewilligungspflicht fällt, stellt sich allenfalls die subsidiäre Frage, ob 
nicht das kantonale, in diesem Fall strengere Recht, eine solche 
vorsieht. 

 
 

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4. Bei den fraglichen Abdeckungen ist, wie im Sachverhalt 
dargestellt, zwischen den beiden Gemeinden zu unterscheiden auch 
wenn sie im gleichen Verfahren behandelt werden. Bei den 
Abdeckungen in Zermatt wird auf dem obern Theodulgletscher einmal 
bei der Sesselbahn zum Furggsattel bei sechs Masten jeweils das 
Fundament, das heisst eine Fläche von 30 x 50 m, bei jedem Masten 
somit eine Fläche von 1'500 m2 oder insgesamt 9'000 m2 abgedeckt. 
Zusätzlich wird beim Ausstieg zur Bergstation Klein Matterhorn ein Areal 
von 1'000 m2 zugedeckt. Die Abdeckungen erfolgen mit einer farblosen 
Kunststofffolie. 

In Saas-Fee werden auf der Längfluh beim Übergang vom 
Gletscher zum festen, nicht vereisten Untergrund an zwei Stellen 
Gletscher abgedeckt (ca. 6'000 m2 und 2'500 m2). Auf dem Mittelallalin 
(ca. 1'000 m2) geschieht dasselbe zum Schutz der Überdeckung der 
Eisgrotte. Die Abdeckungen dienen der Aufrechterhaltung des 
Sommerskibetriebs und der Vorbereitung der Pistenübergänge auf die 
Gletscher sowie dem sicheren Betrieb der Eisgrotte. 

Nach Angaben der Beschwerdeführerinnen werden für die 
Abdeckungen weisse Geotextilfolien verwendet, die jeweils während ca. 
4 Monaten aufliegen. Die Abdeckungen sind auf den in den Akten 
dokumentierten Fällen aufgrund der weissen Farbe der Folien kaum 
auffällig. Demgegenüber sind die Folgen der Abdeckung, das 
verringerte Abschmelzen der Gletscher deutlich wahrnehmbar. Werden 
über einige Jahre hinweg am gleichen Ort Abdeckungen vorgenommen, 
kann dies eine deutliche Veränderung der Örtlichkeit oder des 
Landschaftsbilds zur Folge haben. 

Die tatsächlichen Eigenschaften der in beiden Gemeinden 
vorgenommenen Abdeckungen und die damit verbundenen rechtlichen 
Fragen sind insbesondere auf Grund der räumlichen Ausdehnung, der 
zeitlichen Dauer und der Lokalisierung der Abdeckungen weitgehend 
identisch, so dass sie gemeinsam behandelt werden können.  

4. 1. Aufgrund der gemachten Feststellungen müssen  die 
Abdeckfolien einmal als künstlich angelegt angesehen werden. Sie sind 
hingegen nicht dauernd, sondern jedes Jahr nur während den 
Sommermonaten ausgelegt. Sie liegen aber immerhin während ca. 4 
Monaten oder einem Drittel des Jahres auf dem Gletscher, was eine 
nicht unerhebliche Zeitdauer ist und bedecken alle mindestens eine 
Fläche von 1'000 m2. Die Folien werden zwar mit dem Boden 
verbunden, denn der Wind darf sie nicht wegblasen, doch nicht derart, 
dass sie nicht jederzeit wieder ohne grossen Aufwand vom Boden 
gelöst und entfernt werden können. Die "konstruktiven" Charakteristiken 
der Anlage sprechen 

 

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somit eher für eine Zuordnung zu den Fahrnisbauten mit 
eingeschränkter, jedoch jährlich wiederkehrender und in etwa gleich 
langer Dauer. Dieser Aspekt gibt keine eindeutige Antwort in Bezug auf 
die Baubewilligungspflicht. 

4. 2. Die ausgelegten Geotextilfolien sind, wie dargelegt, 
äusserlich kaum wahrnehmbar. Die auf dem Gletscher entstehenden 
Erhebungen jedoch schon. Die Fotos in den Akten aus dem Gebiet des 
Obern Theodulgletschers belegen dieses Phänomen. Prof. A. Bauder 
von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, 
Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) hat 
im Sommer 2005 Versuche mit Abdeckungen auf dem Gurschenfirn 
(Gemsstock) in Andermatt vorgenommen. Seine (provisorischen) 
Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit der Abdeckungen. Gemäss 
seinen Feststellungen schmolz im Sommer 2005 im unbedeckten Teil 
nicht nur der gesamte Winterschnee (ca. 1.60 m), sondern auch 
zusätzlich Eis aus früheren Jahren. Unter der Abdeckung konnte sogar 
ein Teil des Winterschnees erhalten werden. Gesamthaft resultierte so 
ein beträchtlicher Eismassengewinn (Quelle: Jahresbericht 2006 der 
VAW: www.vaw.ethz.ch/about/annual_reports). Diese 
Forschungsergebnisse, aber auch die bei den Akten liegenden Fotos 
belegen, dass sich das Gelände in den fraglichen Bereichen, 
insbesondere bei mehrjährigen Abdeckungen am gleichen Ort, künstlich 
verändern wird, indem eine Gletschererhebung von mehreren Metern 
denkbar ist. 

4. 3. Auch wenn somit die angebrachten Geotextilfolien direkt 
und unmittelbar kaum eine erhebliche Auswirkung auf das Gelände 
haben, kann nicht übersehen werden, dass dieser (künstliche) Eingriff, 
bereits nach einem Jahr und erst recht bei mehrjährigen Abdeckungen, 
durchaus erhebliche und klar wahrnehmbare Auswirkungen auf das E 
rscheinungsbild des Gletschers hat. Wie bei jeder Bewilligung nicht die 
bauliche Tätig keit, sondern das durch diese in der Landschaft bewirkte 
Resultat, die Baute bewilligungspflichtig ist, gilt auch hier in analoger 
Anwendung, dass die durch die Tätigkeit bewirkte Änderung in der 
Landschaft rechtsrelevant sein muss. Typisch ist dies bei der 
Beurteilung von Terrainaufschüttungen oder –abtragungen der Fall. Ob 
solche baurechtlich bedeutsam und baubewilligungspflichtig sind, hängt 
von deren Ausmassen, somit vom Resultat der Tätigkeit ab. Unter 
diesem Gesichtspunkt kann den Vorinstanzen nicht eine falsche 
Rechtsanwendung vorgeworfen werden, wenn sie durch Abdeckungen 
künstlich verursachte Geländeerhebungen von mehre- 

 
 
 

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ren Metern Höhe und Flächen von über 1'000 m2 als 
bewilligungspflichtig erachtet haben. Dabei kann nicht auf das Resultat 
eines Jahres abgestellt werden, sondern es ist eine länger dauernde 
Phase der Abdeckung zu berücksichtigen, weil die Veränderungen über 
mehrere Jahre akkumuliert werden. 

4. 4. Lehre und Rechtsprechung stellen, wie in E. 3.1 dargelegt, 
aber nicht nur auf diese konstruktiven, eher statischen Elemente ab. 
Bauten oder Anlagen können, auch wenn sie rein von ihrer Konstruktion 
her nicht a priori als bewilligungspflichtig erscheinen, es wegen ihres 
Betriebs und ihren Auswirkungen auf die Umwelt werden. Die 
Baubewilligungspflicht soll es der Behörde ermöglichen, eine Baute oder 
Anlage vor ihrer Realisierung präventiv auf ihre Übereinstimmung nicht 
nur mit den raum- und planungsrechtlichen Vorschriften, sondern in 
einer koordinierten Anwendung mit der gesamten einschlägigen 
Gesetzgebung zu prüfen. Neben der Anwendung  rein bau- und 
planungsrechtlicher Bestimmungen auf Bundes-, Kantons- und 
Gemeindeebene müssen vorliegend auch Fragen des 
Gewässerschutzes und der Sicherheit der Skifahrer und Berggänger 
berücksichtigt werden. 

Die Gletscher sind im öffentlichen Eigentum (Art. 664 ZGB) der 
betreffenden Munizipal gemeinden (Art. 163 Abs. 3 des 
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 24. 
März 1998 [EGZGB, SGS/VS 211.1) und frei zugänglich. Es liegt im 
öffentlichen Interesse, dass die Behörde Vorkehren, wie die hier 
umstrittenen, einer vorgängigen Prüfung unterziehen kann. Dabei gilt es 
einmal das Gebiet, welches abgedeckt werden soll und allenfalls darf, 
klar abzugrenzen. Es geht weiter auch darum, sicher zu stellen, dass 
die dabei benutzten Abdeckmaterialien aus umweltschutz- und 
gewässerschutzrechtlicher Sicht einwandfrei sind. Die ausgebreiteten 
Kunststoffvliese müssen auf ihre Substanzen untersucht und ihre 
Herstellungsmaterialien festgelegt werden, damit verhindert wird, dass 
allenfalls das Schmelzwasser verunreinigt wird. Diese Abdeckungsfolien 
können verschiedene Farben haben und allenfalls sogar Reklamen 
enthalten. Einer diesbezüglichen Missbrauchsgefahr ist mit Auflagen in 
der Baubewilligung zu begegnen, indem die Beschaffenheit und 
Gestaltung der Vliese verfügt wird. Es muss die zeitliche Dauer der 
Gültigkeit der Bewilligung pro Jahr oder allenfalls auch auf mehrere 
Jahre bestimmt werden. Zudem muss garantiert werden, dass die Folien 
rechtzeitig vor Wintereinbruch auch wieder entfernt werden und nicht im 
Gletschereis eingefrieren. Es gilt zudem das Betreten und Befahren 
dieser Vliese zu regeln. Gletscher sind grundsätzlich für jedermann 
zugänglich. Abgedeckte Gletscher 

 
 

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oder insbesondere auch Übergänge zum nicht vergletscherten Land 
bergen oftmals Gefahren (Spalten), die bei einer Überdeckung nicht 
mehr augenscheinlich sind. Es müssen Auflagen verfügt werden, damit 
diesen Gefahren begegnet wird. 

4. 5. Aufgrund der bisher gemachten Überlegungen sind die 
erwähnten Gletscherabdeckungen aufgrund ihrer Ausmasse und ihrer 
Auswirkungen auf die Landschaft bundesrechtlich 
baubewilligungspflichtig. Aber auch nach kantonalem Recht, das wie 
dargelegt (weiter oben E. 3.2), weiter gehen kann, fallen sie unter die 
Baube willigungspflicht. Art. 19 Abs. 2 BauV unterwirft ausserhalb der 
Bauzone Terrainveränderungen (Auffüllungen und Abgrabungen), die 
eine Fläche von 500 m2 und/oder eine Höhe/Tiefe von 1.50 m 
übersteigen (lit. c) sowie alle übrigen bedeutenden Arbeiten, welche 
dazu angetan sind, die Oberflächengestaltung, die Bodennutzung oder 
das Landschaftsbild merklich zu verändern (lit. e) der 
Baubewilligungspflicht. Eine künstlich geschaffene Erhöhung von mehr 
als 1.50 m stellt sich unter Umständen bereits nach einem Jahr, aber 
sicherlich innerhalb von zwei bis drei Jahren ein. So gesehen sind die 
künstlichen Gletschererhöhungen auch nach kantonalem Recht in 
jedem Fall baubewilligungspflichtig. 

4. 6. Auch Michael Bütler kommt in seiner erwähnten Dissertation 
zur Schlussfolgerung, Gletscherabdeckungen bedürften einer 
Baubewilligung. Nach ihm sind Gletscherabdeckungen 
bewilligungspflichtige Bauten und Anlagen (S. 304, 309). Die bereits 
erwähnten Abdeckungen des Gurschenfirns auf dem Gemsstock 
wurden von den kantonalen und kommunalen Behörden ebenfalls als 
bewilligungspflichtig angese hen und durch die Gemeinde Andermatt mit 
Zustimmung der Urner Justizdirektion bewilligt. Das Amt für 
Raumentwicklung des Kantons Graubünden hat im Nachgang zu einem 
im September 2006 in Laax zum Thema der Gletscherabdeckungen 
durchgeführten Workshop mit u.a. Vertretern der Wissenschaft (ETH 
Zürich), des Rechts (Schweizerischer Verband für Landesplanung), der 
Bergbahnen Schweiz, der Umweltschutzorganisationen sowie 
Repräsentanten des Kantons und der Gemeinden eine Beurteilungshilfe 
für Gesuchsteller, Bergbahnen und Bewilligungsbehörden vom 
Oktober/November 2006, rev. im Januar 2007, herausgegeben. Danach 
sollen Gletscherabdeckungen bis zu einer Fläche von 10'000 m2 in 
einem Meldeverfahren (vereinfachtes Verfahren) und solche mit einer 
grösseren Fläche im normalen Baubewilligungsverfahren beurteilt 
werden. 

 
 
 

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4. 7. Es kann somit zusammengefasst werden, dass die 
Vorinstanzen die Gletscherabdeckungen im hier umstrittenen Umfang 
wegen ihrer konstruktiv-funktionellen Charakteristiken zu Recht als 
baubewilligungspflichtig angesehen haben. Auch das öffentliche 
Interesse an den Gletschern verlangt eine solche präventive Prüfung 
durch die Behörde im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens.  

5. Die Beschwerdeführerinnen bringen dagegen vor, die Anlagen 
seien nicht auf Dauer angelegt, stünden nicht in fester Beziehung zum 
Boden, veränderten den Raum nicht, sondern wollten ihn erhalten, 
belasteten die Erschliessung nicht, beeinträchtigten die Umwelt nicht, 
sondern schonten sie und beeinflussten die Nutzungsordnung nicht. 
Diese Einwände wurden in den bisherigen Ausführungen behandelt. 

Sie führen zudem an, die Baubewilligungspflicht für die 
umstrittenen Gletscherabdeckungen sei "in krasser Weise 
tourismusfeindlich". Warum die Beachtung der Gesetze 
wirtschaftsfeindlich sein soll, leuchtet nicht ein. Wirtschafts- und 
Tourismusförderung kann nicht durch eine Umgehung der Gesetze 
geschehen. In jedem Fall würde der Skitourismus erst dann tangiert, 
wenn die Baubewilligung nicht erteilt würde. Dies steht bei der heute zur 
Beantwortung stehenden Frage der Bewilligungspflicht nicht zur 
Diskussion. Es ist auch nicht ersichtlich, warum ein solches 
Bewilligungsverfahren Geld in einem Masse binden sollte, das dem 
Tourismus wirklich schädlich sein könnte. Behauptungen, andere 
touristische Orte verlangten für Gletscherabdeckungen keine 
Baubewilligung und die Praxis der KBK stelle deshalb eine 
rechtsungleiche Behandlung dar, sind einmal aufgrund der weiter oben 
(Andermatt/Graubünden) gemachten Ausführungen nicht ganz 
zutreffend und können zudem nur als appellatorische Kritik angesehen 
werden, auf die nicht einzutreten ist. Die Abdeckungen von Rebflächen 
und die Treibhaustunnels beschlagen von der Art her einen andern 
Sachverhalt. Insbesondere ist bei deren Entfernung, nach einer relativen 
kurzen Zeit des Bestehens, keine andauernde, äussere Veränderung 
der Landschaft mehr erkennbar. Sie können nicht als Begründung für 
eine gleiche Behandlung angeführt werden. Schliesslich wird nicht 
schon durch die Bejahung der Bewilligungspflicht ausgeschlossen, dass 
nicht auch eine Bewilligung, eventuell für mehrere Jahre erteilt werden 
kann. Im Gegensatz zum Fall der vom Bundesgericht beurteilten und 
weiter oben erwähnten Weihnachtsbeleuchtung, kann es durchaus 
sinnvoll und auch praktikabel sein, eine Baubewilligung über mehrere 
Jahre zu erteilen, obwohl in den einzelnen Jahren kleinere, nicht 
bewilligungspflichtige Abweichungen wohl unumgänglich sein werden.