# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39f3871b-5cbd-51f7-85ec-fd5712a35a9f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 21.01.2015 LB140070
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB140070_2015-01-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB140070-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

P. Diggelmann und Oberrichter lic. iur. et phil. D. Glur sowie Ge-

richtsschreiberin lic. iur. S. Kröger. 

Urteil vom 21. Januar 2015 

 

in Sachen 

 
A._____, Dr. iur., 

Beklagter 4/Widerkläger und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Klägerin/Widerbeklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

 

sowie 

 

1. C._____,  
2. ...,  

3. ...,  

Beklagte 1 und Berufungsbeklagte 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

 

- 2 - 

betreffend Feststellung, eventualiter Nichtigkeit, subeventualiter Ungültigkeit 

 

Berufung gegen einen Beschluss der 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zü-
rich vom 15. Juli 2014; Proz. CP130004 

 

 

Rechtsbegehren (Widerklage des Beklagten 4): 
 

1. Es sei der Passus ˶hebe alle meine früheren Verfügungen auf  ̋ im 
ersten Absatz des Testaments vom 20. Juli 2007 bezüglich Ziffer 
9 (Ernennung Willensvollstrecker ) des Testaments vom 19. No-
vember 2006 für ungültig zu erklären. 

2. Es sei festzustellen, dass der Beklagte 4 gestützt auf Ziffer 9 des 
Testaments vom 19. November 2006 Willensvollstrecker im Nach-
lass D._____ ist. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. Mehrwertsteuer-
zusatz von 8%) zulasten der Klägerin. 

 
 
 angefochtener Entscheid: 
 

1. Auf die Widerklage des Beklagten 4 vom 14. Oktober 2013 wird nicht 
eingetreten. 

 
2. Die Entscheidgebühr für den Nichteintretensbeschluss wird festgesetzt 

auf Fr. 7'850.--. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 
 
3. Die Gerichtskosten des Nichteintretensbeschlusses werden dem Be-

klagten 4 auferlegt. 
 
4. Der Beklagte 4 wird verpflichtet, der Klägerin für das Widerklageverfah-

ren eine Parteientschädigung von Fr. 15'000.-- (inkl. Mehrwertsteuer) 
zu bezahlen. 

 
 
 
Berufungsanträge 

 des Beklagten 4: 

- 3 - 

1.  Es sei Ziffer 1 des Beschlussdispositivs aufzuheben, auf die Widerkla-
ge des Berufungsklägers einzutreten und den Rechtsbegehren seiner 
Widerklage durch die Berufungsinstanz stattzugeben. 

 
Eventualiter zu Rechtsbegehren 1: 

2. Es sei Ziffer 1 des Beschlussdispositivs aufzuheben, auf die Widerkla-
ge des Berufungsklägers einzutreten und die Sache zur Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 
3. Es seien die Ziffern 2, 3 sowie 4 des Beschlussdispositivs aufzuheben 

und die von der Berufungsinstanz festzulegenden Kosten des erstin-
stanzlichen Verfahrens der Berufungsbeklagten 1 aufzuerlegen. 

 
 Eventualiter zu Rechtsbegehren 3: 
4. Es seien die Ziffern 2, 3 sowie 4 des Beschlussdispositivs aufzuheben 

und die von der Berufungsinstanz festzulegenden Kosten des erstin-
stanzlichen Verfahrens nach ihrem Ermessen, aber basierend auf ei-
nem Streitwert von lediglich CHF 300'000.-- den Berufungsbeklagten 1 
sowie 2 aufzuerlegen. 

 
 Subeventualiter zu Rechtsbegehren 4: 
5. Es seien die Ziffern 2, 3 sowie 4 des Beschlussdispositivs aufzuheben 

und die von der Berufungsinstanz festzulegenden Kosten des erstin-
stanzlichen Verfahrens nach ihrem Ermessen, aber basierend auf ei-
nem Streitwert von lediglich CHF 300'000.-- dem Berufungskläger so-
wie der Berufungsbeklagten 2 aufzuerlegen. 

 
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. Mehrwertsteuer-

zusatz von 8%) zulasten der Berufungsbeklagten 1. 
 

 

 

 

Erwägungen: 

1. D._____, geboren am tt. Juni 1914 und gestorben am tt.mm.2011, ver-

fasste mehrere letztwillige Verfügungen. Die erste datiert vom 19. November 

2006. Sie hält fest, dass die drei Töchter (B._____, *1942, E._____, *1946, und 

C._____, *1950) ihre Erbinnen seien, enthält Ausgleichungspflichten, Teilungs-

vorschriften und (teils Voraus-)Vermächt-nisse. Ferner wird Rechtsanwalt 

A._____ zum Willensvollstrecker bestimmt (act. 3/8). In einer Ergänzung vom 30. 

November 2006 präzisierte sie Anrechnungen und Legate (act. 3/9). Am 20. Juli 

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2007 verfasste die Erblasserin eine weitere mit "Testament" überschriebene Ver-

fügung. Sie hebt alle früheren Verfügungen auf und erlässt Anordnungen zur 

Ausgleichung lebzeitiger Zuwendungen (act. 3/10). Mit einer "Testamentsergän-

zung" vom 5. November 2011 verfügte sie die Zuweisung von "Land in F._____" 

an zwei ihrer Töchter und an Stelle der dritten ("leider sehr kranken" und mittler-

weile verstorbenen) an deren Tochter/ihre Enkelin (act. 3/11). Die Verfügungen 

vom 19. November 2006 und vom 30. November 2006 existieren zusätzlich in ei-

ner Form, bei welcher je auf der ersten Seite der handschriftliche Vermerk "Kopie 

19.4.2010" angebracht ist (act. 3/17 und 3/18). 

Am 3. Januar 2012 wurden diese Verfügungen (nicht aber die später datier-

ten Kopien) vom Gericht eröffnet, welches sich in der Sache nicht weiter festlegte, 

als dass den drei Töchtern der Erblasserin auf Verlangen ein Erbschein ausge-

stellt werde; die Einsetzung eines Willensvollstreckers wurde nicht erwähnt  

(act. 3/15). Am 3. Februar 2012 eröffnete der zuständige Einzelrichter die ihm 

nachträglich eingereichten datierten Verfügungs-Kopien, hielt fest, dass die Erb-

lasserin Dr. A._____ als Willensvollstrecker eingesetzt habe und setzte diesem 

Frist zur Erklärung, ob er das Mandat annehme (Dr. A._____ hatte das am 24. 

November 2011 bereits getan; eine neuere Erklärung scheint nicht vorzuliegen, 

doch gibt es ein vom 12. März 2012 datiertes Willensvollstreckerzeugnis: act. 

68/5). Am 8. Februar 2012 wies der Einzelrichter die Einsprache der Tochter 

C._____ gegen die Ausstellung eines auf die Tochter B._____ lautenden Erb-

scheins ab (act. 68/2). 

B._____ gelangte am 3. Januar 2013 an die Schlichtungsbehörde und da-

rauf (mit Klagebewilligung vom 7. Februar 2013) am 3. Mai 2013 ans Bezirksge-

richt. Sie verlangt die Feststellung, dass für Abwicklung und Teilung des Nachlas-

ses von +D._____ einzig die Verfügung vom 20. Juli 2007 und die Ergänzung 

vom 5. November 2011 massgebend seien, eventuell dass die Kopien der Verfü-

gungen vom 19. November 2006 und vom 30. November 2006 nichtig, subeven-

tuell, dass sie ungültig seien (act. 2).  

Der an Stelle der verstorbenen Tochter E._____ in deren Stellung eingetre-

tene Schwiegersohn G._____ und die Enkelin H._____ der Erblasserin beteiligten 

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sich nicht am Prozess. Die Tochter C._____ widersetzt sich der Klage und ver-

langt eventuell die Feststellung, dass die Ziffer 2 der Verfügung vom 20. Juli 2007 

durch die Erblasserin wieder aufgehoben worden sei (act. 30). Der Willensvoll-

strecker will die Klage ebenfalls abgewiesen haben und erhebt die eingangs wie-

dergegebene Widerklage (act. 32). Das Bezirksgericht gab den Beklagten mit Be-

schluss vom 6. November 2013 Gelegenheit, sich dazu prozessual zu äussern 

(act. 34); die Beklagten 2 und 3 liessen am 21. November 2013 mitteilen, dass sie 

sich dem Urteil dazu in jedem Fall unterzögen (act. 36), die Beklagte 1 liess die 

Widerklage mit Schreiben vom 22. November 2013 anerkennen (act. 37). Eine 

Frist zur Beantwortung der Widerklage wurde darauf hin einzig der Klägerin ange-

setzt (act. 40). 

Mit dem angefochtenen Beschluss trat das Bezirksgericht auf die Widerkla-

ge nicht ein: für das erste Begehren als selbständige Klage sei die Frist verstri-

chen, womit dieser Punkt nur noch (wenn auch immerhin) einredeweise geltend 

gemacht werden könne, für das zweite Begehren fehle dem Willensvollstrecker 

das erforderliche rechtliche geschützte Interesse (act. 69). Dagegen richtet sich 

die Berufung des Willensvollstreckers. 

2. Die Akten des Bezirksgerichts wurden beigezogen, und der Kostenvor-

schuss wurde fristgerecht geleistet. 

Innert Frist teilt die Beklagte 1 C._____ mit, dass sie sich am Berufungsver-

fahren nicht aktiv beteiligen wolle und sich dem Urteil des Obergerichts unterziehe 

(act. 78). Die Klägerin schliesst in ihrer Berufungsantwort auf Abweisung der Be-

rufung und Bestätigung des angefochtenen Entscheides, unter Kostenfolgen (act. 

79). Am 3. Oktober 2014 hatte Rechtsanwalt Y3._____ mitgeteilt, der Schwieger-

sohn G._____ der Erblasserin sei gestorben (act. 77). Der Verstorbene hat wie 

erwähnt schon dem Bezirksgericht gegenüber erklärt, sich im Prozess nicht betei-

ligen zu wollen. Das wirkt ohne Weiteres auch für seine Erben (Art. 602 ZGB). Für 

das vorliegende Zwischenverfahren, das so oder so keinen Endentscheid über die 

im Erbgang +D._____ streitigen Fragen herbeiführen kann, muss die Erbfolge 

daher (noch) nicht geklärt werden. Das Bezirksgericht wird sich die Frage noch 

einmal zu stellen haben, bevor es das Verfahren abschliesst: es hat zwar die am 

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Prozess nicht teilnehmenden Erben aus seinem Rubrum gestrichen, wird ihnen 

aber den Endentscheid wohl dennoch zuzustellen haben.  

3.1 Das Bezirksgericht tritt auf das erste Begehren der Widerklage nicht 

ein, weil der Willensvollstrecker damit eine fristgebundene Ungültigkeitsklage im 

Sinne von Art. 519 ZGB erhebe. Er habe von der Verfügung mit Zustellung des 

Urteils vom 8. Februar 2012 Kenntnis erhalten, und damit sei die einjährige Frist 

des Art. 521 ZGB in Gang gesetzt worden; bei Erhebung der Widerklage am  

14. Oktober 2013 sei sie abgelaufen gewesen (Beschluss S. 4 f.). Der Willens-

vollstrecker hält dagegen, er habe aufgrund des Urteils vom 3. Februar 2013 da-

von ausgehen dürfen und müssen, er sei als Willensvollstrecker bestellt. Die Aus-

einandersetzung um das Ausstellen eines Erbscheines (worauf sich das Urteil 

vom 8. Februar 2012 bezog) habe ihn nicht direkt betroffen, und er habe sich da-

mit begnügt, vom Dispositiv Kenntnis zu nehmen. Hätte er (schon) damals die 

heutige Widerklage erhoben, wäre ihm beschieden worden, daran habe er kein 

Interesse. Eventuell sei Art. 533 ZGB analog anzuwenden und die für ihn mass-

gebliche Frist erst ab Rechtskraft des Urteils laufen zu lassen, welches eine spä-

tere letztwillige Verfügung aufhebe (act. 67 S. 5 ff.). Die Klägerin stimmt demge-

genüber dem Bezirksgericht zu. Bereits als der Willensvollstrecker vom Gericht 

am 6. Dezember 2011 aufgefordert worden war, die ursprünglich ausgestellten 

Willensvollstreckerzeugnisse zurück zu schicken, erst recht aber mit Zustellung 

des Urteils vom 8. Februar 2012, habe er von der letztwilligen Verfügung vom  

20. Juli 2007 ausreichend Kenntnis gehabt. Sie setzt sich in der Berufung auch 

ausführlich mit der materiellen Begründung der Widerklage auseinander (act. 79 

S. 6 ff.). 

 Vorweg ist die Kognition der Berufungsinstanz klarzustellen. Der Willensvoll-

strecker argumentiert durchwegs mit "willkürlichen" Überlegungen und Feststel-

lungen des Bezirksgerichts. Darum geht es freilich nicht. Mit der Berufung kann 

unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Feststellung des Sachverhalts gel-

tend gemacht werden. Für den Erfolg des Rechtsmittels ist also eine qualifizierte 

Unrichtigkeit nicht erforderlich, prozessuale und materielle Rechtsanwendung 

werden mit freier Kognition geprüft und bei der Beweiswürdigung kann auch eine 

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andere Ausübung des Ermessens durch die Berufungsinstanz verlangt werden − 

damit ist das Obergericht in seiner Beurteilung nicht auf Willkür beschränkt. Es 

steht einem Berufungskläger also frei, bestimmte Elemente eines angefochtenen 

Urteils als willkürlich zu bezeichnen, allerdings kommt es darauf nicht an, weil die 

einfache Unrichtigkeit genügt. 

 Die Ungültigkeitsklage ist nach Art. 521 Abs. 1 ZGB innert eines Jahres ein-

zureichen von dem Zeitpunkt an, in welchem der Kläger von der Verfügung und 

vom Ungültigkeitsgrund sichere Kenntnis hat. Dem Willensvollstrecker war bereits 

am 6. Dezember 2011 von der Kanzlei des Bezirksgerichts mitgeteilt worden, es 

sei ein späteres Testament aufgetaucht, welches ihn nicht als Willensvollstrecker 

nenne, und gestützt darauf sandte dieser die ihm bereits ausgestellten Bescheini-

gungen zurück (act. 33/4, Brief vom 9. Dezember 2011). Auch mit dem Urteil vom 

8. Februar 2012 (dem Willensvollstrecker nach dessen eigener Darstellung zuge-

gangen am 14. Februar 2012), das ihn unter den Adressaten zwar nur "zur 

Kenntnis" aufführt, erhielt er Kenntnis von der späteren Verfügung. Er beruft sich 

darauf, dass das Urteil vom 3. Februar 2012 dem gegenüber festhielt, er sei (trotz 

der fehlenden Erwähnung im Testament vom 20. Juli 2007) als Willensvollstrecker 

eingesetzt (act. 68/4, S. 6 oben). Auf das alles kommt es freilich nur bedingt an. 

Das Bezirksgericht schliesst mit der Klägerin, welche ihm das so vortrug (act. 52 

Rz.5 ff.), von der Kenntnis des Testamentes auf die Kenntnis des Ungültigkeits-

grundes. Das wäre wohl richtig, wenn das Testament etwa mangels Handschrift-

lichkeit mangelhaft wäre. Dann bedürfte es, damit die Klagefrist ausgelöst wird, 

nur der Kenntnis des Dokumentes. Hier beruft sich der Willensvollstrecker in der 

Widerklage aber ausdrücklich auf inhaltliche Mängel der Verfügung (act. 32  

Rz. 99 ff.). Dass er von diesen schon über ein Jahr vor Erhebung der Widerklage 

Kenntnis erhalten habe, trug die Klägerin dem Bezirksgericht nicht vor (act. 52 

a.a.O.). Dieses durfte seinem Entscheid nur zugrunde legen, was ihm die Partei-

en vorgetragen hatten (Art. 55 Abs. 1 ZPO), und in der Berufung ist die Klägerin 

mit neuen oder ergänzenden Behauptungen ausgeschlossen (Art. 317 ZPO).  

 Die Berufung ist daher in diesem Punkt begründet, und der angefochtene 

Entscheid ist aufzuheben, so weit er Ziff. 1 der Widerklage betrifft. 

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 3.2 Mit Ziffer 2 der Widerklage verlangt der Willensvollstrecker die Feststel-

lung, dass er als solcher gestützt auf Ziff. 9 des Testamentes vom 19. November 

2006 gültig eingesetzt sei. Die Klägerin widersetzte sich dem vor Bezirksgericht 

mit dem Argument, mit dem Urteil über ihre Hauptklage werde verbindlich festste-

hen, ob das Testament vom 20. Juli 2007 einzig massgeblich sei, und dann werde 

es keine Unsicherheit mehr über die Stellung des Willensvollstreckers geben  

(act. 52 Rz. 9 ff.). Das Bezirksgericht übernimmt diese Sichtweise (Beschluss  

S. 5 f.), der es beifügt, der Willensvollstrecker könne gestützt auf das ihm ausge-

stellte Zeugnis ohnehin alle nötigen Handlungen vornehmen. 

 In der Berufung hält der Willensvollstrecker dagegen, wenn ein Urteil über 

die Hauptklage ergehe, werde damit zwar die Massgeblichkeit des Testaments 

vom 20. Juli 2007 entschieden sein, nicht aber abschliessend feststehen, ob je-

nes vom 19. November 2006 gültig sei − das Ausstellen von Willensvollstrecker-

zeugnissen erfolge ja nur aufgrund einer summarischen Beurteilung und sei nicht 

einer definitiven Beurteilung gleichzusetzen. Während des Verfahrens komme es 

sodann sehr wohl darauf an, mit welcher Sicherheit er sich auf seine Mandatie-

rung verlassen könne; im Fall einer Unsicherheit wäre er auf ein Minimum an si-

chernden Massnahmen beschränkt (act. 67 Rz. 23 ff.). Die Klägerin pflichtet dem 

insoweit bei, als ein Willensvollstrecker bei Unsicherheit über seine Einsetzung 

strikte nur sichernde Massnahmen treffen dürfe. Das liege aber im System des 

Rechts begründet, welches das Willensvollstreckerzeugnis nach lediglich vorläufi-

ger Prüfung ausstellen lasse. Es sei durchaus zumutbar, wenn der Willensvoll-

strecker hier auf das Ergebnis des Hauptprozesses verwiesen werde, und zudem 

sei sein Feststellungbegehren neben dem Begehren auf Ungültigkeit auch nicht 

notwendig (act. 79 Rz. 32 ff.). 

 Für die Feststellungsklage (Art. 88 ZPO) ist ein schutzwürdiges Interesse er-

forderlich (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Dieses fehlt, wenn der Kläger auch auf Leis-

tung klagen kann, wenn eine bestehende Unsicherheit anderweitig behoben wird, 

oder wenn die Unsicherheit nicht erheblich ist. Das letztere spricht das Bezirksge-

richt mit der Überlegung an, der Widerkläger sei ja im Besitz eines Willensvoll-

streckerzeugnisses und könne gestützt darauf handeln. Den Parteien ist aber in 

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ihrem insoweit übereinstimmenden Vortrag zuzustimmen, dass der Willensvoll-

strecker bei Unsicherheit über seine Mandatierung strikte auf konservative Mass-

nahmen beschränkt ist, wogegen er andernfalls bereits weiter gehend tätig wer-

den könnte. Worin der Unterschied hier konkret liegt, trägt keine Seite vor. Der 

Nachlass scheint aber nicht nur bedeutend zu sein, sondern insbesondere Lie-

genschaften zu umfassen. Wie weit gehende Handlungen der Willensvollstrecker 

schon jetzt (und während der Dauer des Prozesses, der je nachdem noch jahre-

lang dauern könnte) vornehmen darf, ist also durchaus erheblich. Richtig ist, dass 

mit einem positiven Entscheid über die Hauptklage feststehen wird, dass das Tes-

tament vom 20. Juli 2007 "einzig massgebend" (und damit die Klausel "hebe alle 

meine früheren Verfügungen auf" gültig) ist. Wird die Klage abgewiesen, darauf 

nachträglich nicht eingetreten, oder wird sie zurückgezogen, sind Diskussionen 

um die Gültigkeit des Testamentes vom 19. November 2006 keineswegs ausge-

schlossen. Das selbe gilt für den Fall, dass der Willensvollstrecker mit seinem ers-

ten Begehren durchdringt: dass allenfalls (nur) der Passus "hebe alle meine 

früheren Verfügungen auf" nichtig erklärt wird. Angesichts der offenkundig tief 

greifenden Differenzen zwischen den Erben und insbesondere auch zwischen der 

Klägerin und dem Willensvollstrecker, ist ein legitimes Interesse des letzteren an 

der Feststellung zu bejahen. Damit kommt es auch nicht auf die Überlegung des 

Bezirksgerichtes an, mit der Widerklage lasse sich die Unsicherheit nicht rascher 

beseitigen als mit der Hauptklage. Abgesehen davon, dass das "Beseitigen der 

Unsicherheit" durch Beurteilung der Hauptklage wie soeben gesehen unsicher ist, 

brauchen Haupt- und Widerklage nicht notwendigerweise zusammen behandelt 

und entschieden zu werden (Art. 125 lit. d ZPO). Insbesondere ist zur Zeit nicht 

abzusehen, welche Beweise abgenommen werden müssen, und je nachdem mag 

sich eine gesonderte Behandlung der Klagen rechtfertigen oder sogar aufdrän-

gen. 

 Die Berufung ist auch in diesem Punkt begründet. 

  3.3 Der Widerkläger verlangt, es sei Dispositiv Ziff. 1 des angefochtenen 

Entscheides aufzuheben; so ist zu entscheiden. Ein förmlicher Eintretens-Ent-

scheid ist dem gegenüber nicht erforderlich; je nach Ausgang eines an das vorlie-

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gende allenfalls anschliessenden bundesgerichtlichen Verfahrens wird das Be-

zirksgericht sein Verfahren weiter führen. Der Antrag, "den Rechtsbegehren der 

Widerklage durch die Berufungsinstanz stattzugeben", ist ein offenkundiges Ver-

sehen - die Widerklage materiell zu beurteilen (und gutzuheissen) kommt vor or-

dentlichem Abschluss des ordentlichen Verfahrens ja nicht in Frage. 

4. Mit dem Aufheben des angefochtenen Beschlusses werden auch die 

dort getroffenen Kostenfolgen aufgehoben; es besteht kein Anlass, das vor dem 

Endentscheid zu regeln. Der Disput um den richtigen Streitwert des erstinstanzli-

chen Verfahrens ist damit obsolet. Der Streitwert ist hingegen für die Kostenfolgen 

des obergerichtlichen Verfahrens festzulegen.  

Das Bezirksgericht hat erwogen, der Widerkläger beziffere den Streitwert auf 

Fr. 300'000.-- entsprechend seinem mutmasslichen Honorar, die Klägerin ihr Inte-

resse an ihrer Klage auf Fr. 1,85 Mio., und "demnach" sei das Letztere der Streit-

wert (S. 6). Das war richtig bis Ende 2010 und wäre richtig, wenn das Verfahren 

noch dem alten Prozessrecht unterstünde (Art. 404 Abs. 1 ZPO und § 22 Abs. 2 

ZPO/ZH). Der Prozess ist aber nach neuem Recht zu führen. Danach sind über-

einstimmende Bezifferungen der Parteien zum Streitwert nur noch bedingt von 

Bedeutung, und bei Uneinigkeit muss sich das Gericht der Mühe unterziehen, ei-

gene Überlegungen zum Streitwert anzustellen (Art. 91 Abs. 2 ZPO). Das Interes-

se des Willensvollstreckers daran, als solcher (weiter) tätig zu werden, ist nicht 

mit dem Wert gleichzusetzen, welcher für die Klägerin auf dem Spiel steht, je 

nach dem welches Testament massgebend ist. Nahe liegend ist das Abstellen auf 

das mutmassliche Honorar des Willensvollstreckers. Auf dieser Basis sind die 

Entscheidgebühr und die Parteientschädigung zu bemessen. 

Es wird erkannt:  

1. Die Berufung wird gutgeheissen, und der angefochtene Beschluss vom  

15. Juli 2014 wird aufgehoben. 

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2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 8'000.-- und der Klägerin aufer-

legt. Sie wird aus dem vom Widerkläger geleisteten Vorschuss bezogen, ist 

ihm aber von der Klägerin zu ersetzen. 

3. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Widerkläger für das Berufungsverfahren 

eine Parteientschädigung von Fr. 9'000.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer zu 

bezahlen.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Widerkläger unter Beilage ei-

nes Doppels von act. 79, und an das Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, je 

gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach Ablauf der Frist für den Weiterzug 

ans Bundesgericht zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 300'000.--. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. S. Kröger 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 21. Januar 2015
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird gutgeheissen, und der angefochtene Beschluss vom  15. Juli 2014 wird aufgehoben.
	2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 8'000.-- und der Klägerin auferlegt. Sie wird aus dem vom Widerkläger geleisteten Vorschuss bezogen, ist ihm aber von der Klägerin zu ersetzen.
	3. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Widerkläger für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 9'000.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Widerkläger unter Beilage eines Doppels von act. 79, und an das Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, je gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse.
	Die erstinstanzlichen Akten gehen nach Ablauf der Frist für den Weiterzug ans Bundesgericht zurück.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...