# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ee3c61d-20d4-526c-996d-6229f7452d8e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 24.09.2021 UV 2020/81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-81_2021-09-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/81

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 18.02.2022

Entscheiddatum: 24.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 24.09.2021
Art. 6 Abs. 1 f. UVG. Mangels ungewöhnlichen äusseren Faktors ist das 
Vorliegen eines Unfallereignisses zu verneinen. Beim vorliegenden 
Meniskusriss handelt es sich zwar um eine Listendiagnose, da der 
Meniskusriss jedoch überwiegend wahrscheinlich vorwiegend degenerativ 
bedingt ist, entfällt auch eine Leistungspflicht im Sinne von Art. 6 Abs. 2 
UVG. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 24. September 2021, UV 2020/81).

Entscheid vom 24. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Miriam 

Lendfers und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

UV 2020/81

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2 / Marktplatz, 

Postfach 42, 9004 St. Gallen,

gegen

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Visana Versicherungen AG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 16,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war seit 1. Juli 2018 bei der B.___ AG als Zytologieassistentin angestellt und 

dadurch bei der Visana Versicherungen AG, Bern (nachfolgend: Visana), obligatorisch 

gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 10. Januar 2020 liess sie dieser über ihre 

Arbeitgeberin folgende Schadenmeldung betreffend ein Ereignis vom 15. November 

2019 einreichen: "Infolge einer Schwangerschaftsvertretung Verräumen der 

tagesaktuellen bearbeiteten Proben in den Kühlschrank und Verschieben der Proben 

der gesamten Vorwoche ins Archiv. Das Archiv befindet sich im untersten 

Kühlschrankfach. Die gesamte Tätigkeit musste in der Hocke vorgenommen werden. 

Da der Probeneingang sehr gross war, dauerte dies eine Weile und in dieser Zeit 

mussten drei Kollegen passieren. Aufgrund beengter Platzverhältnisse habe ich mich 

jedes Mal verrenkt und eine Drehbewegung gemacht und dabei die Kühlschranktür 

herangezogen. Infolgedessen ist mir ein stechender Schmerz durchs linke Knie 

geschossen, den ich zunächst für eine starke Zerrung gehalten habe. Da der Schmerz 

nach vier Wochen nicht besser wurde, habe ich einen Arzt aufgesucht. Im Zeugnis ist 

Krankheit angegeben, wurde dann aber im Verlauf als Unfall erkannt." (act. G 3.1.1 f.). 

Der erstbehandelnde Dr. med. C.___, Sport- und Allgemeinmedizin, hatte am 18. 

Dezember 2019 als Problem "Gonalgie links" festgehalten und als Befund unter 

anderem vermerkt, die Patientin habe seit einiger Zeit Beschwerden im linken 

Kniegelenk, die sich "auf Sitzen und Treppensteigen" verstärkten. Als Procedere hatte 

er angegeben "initial NSAR und Schonung, Bandage, bei Persistenz Physio und ggf. 

MRT". Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 8. Januar 2020 hatte er festgehalten: "Mit 

Bandage schon deutliche Besserung der Beschwerden. Auf ebenen Böden ging es 

A.a. 

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über Weihnachten sehr gut, bei Anstiegen aber immer Beschwerden." Bei der 

Diagnose Gonalgie links hatte er Schonung und Physiotherapie verordnet (act. G 3.1.6).

Im von der Visana zugesandten Fragebogen (act. G. 3.1.7), ausgefüllt am 20. 

Januar 2020, beschrieb die Versicherte das Ereignis vom 15. November 2019 im 

Wesentlichen gleich wie bereits in der Schadenmeldung UVG. Auf die Frage, ob sich 

der Ablauf wie gewohnt und unter normalen Umständen zugetragen habe, antwortete 

sie, es seien die zurzeit normalen räumlichen Gegebenheiten. Auf die Frage, ob der 

Ablauf durch etwas Besonderes beeinträchtigt worden sei, fügte sie an, es sei schon 

ungewöhnlich gewesen, dass in diesem Zeitpunkt so viele Kollegen hinter ihr 

durchgelaufen seien. Weiter führte sie aus, vom 24. Dezember 2019 bis 2. Januar 2020 

Urlaub gehabt und ab dem 3. Januar 2020 die Arbeit im üblichen Umfang wieder 

aufgenommen zu haben.

A.b. 

Mit Bericht vom 3. Februar 2020 teilte Dr. med. D.___, FMH Radiologie, 

Röntgeninstitut E.___, dem zuweisenden Dr. C.___ mit, dass das gleichentags 

durchgeführte MRT des linken Kniegelenks eine Signalsteigerung im Hinterhorn des 

medialen Meniskus mit Konturalteration auch der tibialen Oberfläche in dieser Region, 

die bis in den Corpus hineinreiche, ergeben habe. Definitionsgemäss entspreche dies 

einer Grad III Läsion. Ansonsten hätten sich ein normaler lateraler Meniskus und 

normale übrige Kniebinnenstrukturen gezeigt (act. G 3.1.10). Der beratende Arzt der 

Visana, Dr. med. F.___, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie FMH, kam in seiner 

Stellungnahme vom 19. Februar 2020 zum Schluss, die Versicherte habe sich eine 

unfallähnliche Körperschädigung zugezogen, wobei es sich gemäss MRT um eine 

überwiegend wahrscheinliche und vor allem vorwiegend degenerative 

Innenmeniskushinterhornläsion am linken Knie ohne traumatische 

Gewebeveränderungen handle und zwar in bekannter und klassischer Form loco typico 

(act. G 3.1.14).

A.c. 

Mit Schreiben vom 24. Februar 2020 teilte die Visana der Versicherten mit, dass 

ihre Gesundheitsschädigung weder auf ein Unfallereignis im Rechtssinne noch auf eine 

unfallähnliche Körperschädigung zurückzuführen sei, da letztere gemäss dem 

beratenden Arzt überwiegend wahrscheinlich vorwiegend Folge einer Erkrankung oder 

A.d. 

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B.  

Abnützung sei. Deshalb lehne sie einen Anspruch auf Versicherungsleistungen ab (act. 

G 3.1.15 f.).

Am 19. März 2020 schrieb die Versicherte der Visana, dass sie mit der Ablehnung 

nicht einverstanden sei. Die Arbeitssituation habe eine programmwidrige Bewegung 

erfordert, die zu einem Meniskusriss geführt habe. Vor dem Ereignis sei sie am Knie 

absolut beschwerdefrei gewesen. Der Kniespezialist Dr. med. G.___ (von der 

Orthopädie H.___, dessen Bericht vom 24. Februar 2020 sie der Visana zukommen 

liess [act. G 3.1.20 f.]), habe die Diagnose eines Verdrehtraumas gestellt. Ihre 

Beschwerden seien von den Fachärzten nicht im Rahmen einer degenerativen 

Veränderung interpretiert worden. Insofern sei die Beurteilung von Dr. F.___ nicht 

nachvollziehbar. Sie bitte um erneute Überprüfung der Leistungsübernahme (act. G 

3.1.26).

A.e. 

Mit Verfügung vom 13. Mai 2020 hielt die Visana an ihrer Auffassung fest und 

verneinte einen Anspruch auf Versicherungsleistungen (act. G 3.1.33 ff.).

A.f. 

Dagegen erhob die Versicherte am 2. Juni 2020 Einsprache. Sie machte geltend, 

sie sei durch die beengten und unzumutbaren räumlichen Verhältnisse am Arbeitsplatz 

zu einer forcierten Drehbewegung am halb geöffneten Kühlschrank gezwungen 

gewesen, was eine Programmwidrigkeit und damit ein Unfallereignis darstelle, welches 

eine mediale Meniskusläsion links bewirkt habe. Selbst wenn dies nicht so gesehen 

werde, liege anerkanntermassen eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Der 

Entlastungsbeweis, dass diese vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sei, sei nicht erbracht (act. G 3.1.37 ff.).

B.a. 

Die Visana holte in der Folge die aktualisierten Verlaufseinträge bezüglich der 

Gonalgie links von Dr. C.___ ein (act. G 3.1.48) und unterbreitete das Dossier ihrem 

beratenden Arzt Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, zur 

Beurteilung. In seiner Stellungnahe vom 12. August 2020 hielt Dr. I.___ fest, die am 

linken Knie erkennbaren pathologischen Befunde im medialen Kompartiment seien das 

Ergebnis eines über einen längeren Zeitraum stattgehabten Prozesses und einzelne 

traumatische Faktoren spielten hierbei keine erkennbare Rolle. Die pathologischen 

B.b. 

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C.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin bezüglich des ihr am 10. Januar 2020 gemeldeten Ereignisses 

vom 15. November 2019 (vgl. act. G 3.1.1).

Befunde seien somit überwiegend wahrscheinlich vorwiegend auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen (act. G 3.1.49 ff.).

Mit Entscheid vom 15. September 2020 wies die Visana die Einsprache ab (act. G 

3.1.52 ff.).

B.c. 

Dagegen erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 15. 

Oktober 2020 Beschwerde. Sie beantragte darmit, der Einspracheentscheid vom 15. 

September 2020 sei aufzuheben und es seien ihr aufgrund ihres Meniskusrisses 

Leistungen der Unfallversicherung zuzusprechen; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 3).

C.b. 

Am 27. November 2020 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht des 

Orthopäden Dr. med. J.___ vom 16. November 2020 ein (act. G 4, G 4.1).

C.c. 

Mit Replik vom 18. Januar 2021 (act. G 6) und Duplik vom 24. Februar 2021 

(Datum Poststempel [act. G 8]) hielten die Parteien an ihren Anträgen und 

Auffassungen fest. Die Beschwerdegegnerin legte der Duplik eine weitere 

Stellungnahme von Dr. I.___ vom 12. Januar 2021 bei (act. G 8.1).

C.d. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

831.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

1.1. 

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des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor 

selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere 

Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 f. 

E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen 

(ANDRÉ NABOLD, N 42 zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 32 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 31; RKUV 2000 Nr. U 

368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). 

Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors 

kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung 

bestehen. Bei unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 

erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer 

Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“ beeinflusst hat, was beispielsweise 

dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen 

Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige 

Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Dass es tatsächlich zu einem 

Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Immerhin ist festzuhalten, dass der 

Nachweis eines Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken, 

insofern strengen Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache der 

Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn ein 

Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren 

Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein 

krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 5; RKUV 1999 Nr. U 

333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d; 

KOSS UVG-Nabold, N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 38 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 40 f.; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. 

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Aufl. 1989, S. 176 f.). Die Frage, ob die einzelnen Unfallbegriffsmerkmale im Sinne von 

Art. 4 ATSG erfüllt sind, ist eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin 

und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (vgl. dazu RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei den 

folgenden, abschliessend aufgelisteten Körperschädigungen (vgl. dazu KOSS UVG-

Nabold, N 42 zu Art. 6), sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche, b. Verrenkungen von Gelenken; c. 

Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. 

Trommelfellverletzungen. Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche 

(Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der Unfallversicherer bei erfüllter 

Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich aber von seiner Leistungspflicht 

befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf 

Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 

S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19. September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 

S. 33). Auf das Kriterium des äusseren Faktors wird explizit verzichtet (BBl 2014 S. 

7922). Der Gegenbeweis der vorwiegend abnützungs- oder krankheitsbedingten 

Verursachung beschlägt den natürlichen Kausalzusammenhang (vgl. dazu KOSS UVG-

Nabold, N 51 ff. zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 51 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 53 f.). Nur der rechtsgenügende Nachweis eines vorwiegend degenerativ oder 

krankhaft verursachten Schadens kann zu einer Verneinung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des Unfallversicherers führen (SZS 

2018 S. 358). Der (Gegen-)Beweis der vorwiegend krankhaften oder degenerativen 

Pathogenese der Listendiagnose ist erbracht, wenn für die Richtigkeit einer degenerativ 

oder krankhaft begründeten Listenverletzung mehr Indikatoren vorliegen als für die 

traumatische Pathogenese (KOSS UVG-Nabold, N 44 zu Art. 6 mit Hinweisen; BSK 

UVG-Hofer, N 55 f. zu Art. 6 mit Hinweisen; SZS 2018 S. 355 f.; SZS 2017 S. 34).

1.2. 

Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse, konkret des Vorhandenseins einer 

Listenverletzung sowie der Tatfrage, ob die Schädigung vorwiegend auf Abnützung 

oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist die rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen 

angewiesen, die ihr von Ärzten und Ärztinnen zur Verfügung zu stellen sind (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8.6; vgl. BGE 122 V 157 

E. 1b mit zahlreichen Hinweisen; BSK UVG-Hofer, N 59 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 84; SZS 2018 S. 343, 357 f.).

1.3. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

1.4. 

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2.

Zu prüfen ist zunächst, ob das Ereignis vom 15. November 2019 als Unfall zu 

qualifizieren ist, und dabei insbesondere, ob im Sinn der Legaldefinition des Unfalls 

gemäss Art. 4 ATSG von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor gesprochen werden 

kann.

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 

138 V 221 f. E. 6). Die Verwaltung respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur 

dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage, 

ob sich ein Unfallereignis im Rechtssinn ereignet hat (vgl. Erwägung 1.1) und ebenso 

die Fragen, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt und falls ja, ob die 

Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist (vgl. Erwägung 

1.3), beurteilen sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts genügt 

für die Begründung eines Leistungsanspruchs bzw. für die Verneinung einer 

Leistungspflicht nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.). 

Die obgenannte Beweislastregel kommt allerdings erst zur Anwendung, wenn im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes hinsichtlich der vorgenannten Fragen kein 

überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 138 V 221 f. E. 

6, 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 114 V 298 E. 5b). Wird auf dem Weg der 

Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit 

Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten 

der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b; RKUV 1990 Nr. 

U 86 S. 50). Bei der Frage, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, ist 

ebenfalls die versicherte Person beweisbelastet. Die Beweislast in Bezug auf den 

Nachweis der vorwiegend krankhaften oder degenerativen Verursachung einer in Art. 6 

Abs. 2 lit. a bis h UVG aufgelisteten Körperschädigung trägt hingegen der 

Unfallversicherer.

Die Arbeitgeberin (bzw. die Beschwerdeführerin selbst) gab in der 

Schadenmeldung vom 10. Januar 2020 an, die als Zytologieassistentin tätige 

2.1. 

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Beschwerdeführerin habe am 15. November 2019 die tagesaktuellen Proben in einen 

Kühlschrank einräumen und diejenigen der gesamten Vorwoche ins Archiv, welches 

sich im untersten Kühlschrankfach befinde, verschieben müssen. Sie habe die gesamte 

Tätigkeit in der Hocke vornehmen müssen. Da der Probeneingang sehr gross gewesen 

sei, habe dies eine Weile gedauert und in dieser Zeit hätten drei Kollegen passieren 

müssen. Aufgrund beengter Platzverhältnisse habe sie sich jedes Mal verrenken, eine 

Drehbewegung machen und dabei die Kühlschranktüre heranziehen müssen. 

Infolgedessen sei ihr ein stechender Schmerz "durchs linke Knie geschossen", den sie 

zunächst für eine starke Zerrung gehalten habe (act. G 3.1.1). Im Fragebogen der 

Beschwerdegegnerin schilderte die Beschwerdeführerin das Ereignis im Wesentlichen 

gleich und fügte hinzu, nach dem Schmerzeintritt habe ihr ein Kollege aufhelfen 

müssen, da sie dies aus eigener Kraft nicht geschafft habe (act. G 3.1.7). In ihrer 

Einsprache vom 2. Juni 2020 sowie der Beschwerde vom 15. Oktober 2020 führte sie 

ergänzend aus, sie habe Urinproben, welche sich in der Türe eines am Boden 

stehenden Kühlschranks befunden hätten, in das "Gemüsefach" des Kühlschranks auf 

Bodenhöhe umräumen müssen. Dazu habe sie bei offener Kühlschranktüre in der 

Hocke arbeiten müssen. Die Türe des Kühlschrankes schwinge derart auf, dass sie 

einen Durchgang versperre, welcher regelmässig von anderen Angestellten benutzt 

werde. Die anderen Angestellten hätten also die Kühlschranktüre zugedrückt, so dass 

sie sich in der Hocke habe abdrehen müssen. Manchmal hätten diese auch gewartet, 

so dass sie - die Beschwerdeführerin - schnell habe aufstehen müssen, um den Weg 

frei zu machen. Da dies sehr mühsam gewesen sei, habe sie versucht, sich in der 

Hocke möglichst weit wegzudrehen, damit die anderen Angestellten hätten passieren 

können. Dabei sei es in einem Fall zu einem Drehtrauma gekommen, wobei sie wegen 

der langsamen Bewegung vorerst gar nicht realisiert habe, was geschehen sei (act. G1, 

G 3.1.37 ff.).

Die Beschwerdeführerin antwortete der Beschwerdegegnerin am 20. Januar 2020 

auf die Frage, ob sich der Ablauf wie gewohnt und unter normalen Umständen 

zugetragen habe, es hätten die derzeit normalen räumlichen Gegebenheiten 

bestanden. Auf die Frage, ob der Ablauf durch etwas Besonderes beeinträchtigt 

worden sei, fügte sie an, es sei schon ungewöhnlich gewesen, dass zu diesem 

Zeitpunkt so viele Kollegen hinter ihr durchgelaufen seien (act. G 3.1.7). Am 19. März 

2020 machte die Beschwerdeführerin geltend, die Arbeitssituation habe eine 

programmwidrige Bewegung erfordert, ohne dies jedoch weiter auszuführen. Es sei zu 

einem Verdrehtrauma gekommen (act. G 3.1.26). Wie die Beschwerdegegnerin jedoch 

zu Recht ausführte, ist aufgrund der Schilderung der Beschwerdeführerin von einem 

üblicherweise vorkommenden Ablauf im Hinblick auf ihre berufliche Tätigkeit als 

2.2. 

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Zytologieassistentin auszugehen, welcher den Rahmen des Alltäglichen nicht sprengt. 

Bei dem geschilderten Drehen in Hockestellung sowie Aufstehen, um Arbeitskollegen 

passieren zu lassen, handelt es sich zudem um Bewegungsabläufe, die mit dem Körper 

ohne Weiteres ausgeübt werden können. Die Beschwerdeführerin hat das denn auch 

wiederholt problemlos getan. Zudem führte sie die Bewegungen gemäss eigenen 

Angaben (act. G 1, G 6) langsam aus, eine abrupte Beeinflussung derselben durch 

einen ungewöhnlichen äusseren Faktor ist nicht ersichtlich. Auch erklärt die 

Beschwerdeführerin nicht, wieso - ihrer Ansicht nach - solch langsame Bewegungen 

typisch sein sollten für ein Verdrehtrauma (vgl. act. G 1, G 6). Wie die 

Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt (act. G 3), werden beim beschriebenen 

Vorgang die Knie nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht in unnatürlicher Weise 

verdreht, da eine solche Drehbewegung aus dem Rumpf bzw. der Hüfte ausgeführt 

wird. Dies auch trotz der beengten räumlichen Verhältnisse am Arbeitsplatz der 

Beschwerdeführerin. Den Schilderungen der Beschwerdeführerin ist insgesamt keine 

programmwidrige oder sinnfällige Störung des natürlichen Ablaufs der körperlichen 

Bewegungen zu entnehmen. Sie machte insbesondere weder ein Anrempeln noch 

einen Sturz und auch kein Ausgleiten geltend (act. G 1, G 3.1.34, G 3.1.37 ff.).

Nach dem Gesagten ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors 

nicht erfüllt, weshalb das Ereignis vom 15. November 2019 keinen Unfall im Rechtssinn 

darstellt. Daran ändert auch die von Dr. G.___ gestellte Diagnose eines Verdrehtraumas 

des Knies links (act. G 3.1.20), welche auf ein Unfallereignis hindeuten könnte, nichts. 

Dies zumal er sich bei seiner Diagnose lediglich auf die anamnestischen Angaben der 

Beschwerdeführerin stützte, keine weiteren Ausführungen zum Hergang des 

Ereignisses machte und er zudem als Arzt ohnehin nicht berufen ist, die juristische 

Frage, ob die Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind, zu beantworten.

2.3. 

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3.

Damit bleibt eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG zu prüfen.  Bei der 

Beschwerdeführerin wurde anlässlich der MRT-Untersuchung vom 3. Februar 2020 ein 

Meniskusriss festgestellt (vgl. act. G 3.1.10), was, sollte sich die Diagnose als 

zutreffend erweisen, einer Listendiagnose (Art. 6 Abs. 2 lit. c) entsprechen würde (act. 

G 3.1.14, 3.1.33 ff., 3.1.49, 3.1.52 ff.). Die Beschwerdegegnerin stellt sich jedoch auf 

den Standpunkt, die Grad III Läsion am Hinterhorn des medialen Mensikus sei 

vorwiegend auf eine Abnützung zurückzuführen, weshalb eine Leistungspflicht entfalle 

(act. G 3, G 3.1.52 ff.).

Der mit der MRT-Untersuchung betraute Radiologe Dr. D.___ befand, es liege eine 

Signalsteigerung im Hinterhorn des medialen Meniskus mit Konturalteration auch der 

tibialen Oberfläche in dieser Region bis in den Corpus hineinreichend vor, was defini­

tionsgemäss einer Grad III Läsion entspreche. Der laterale Meniskus und die übrigen 

Kniebinnenstrukturen seien normal (act. G 3.1.10). Dr. F.___ hielt am 19. Februar 2020 

mit Verweis auf das erwähnte MRT fest, es handle sich um eine überwiegend 

wahrscheinliche und vor allem vorwiegend degenerative 

Innenmeniskushinterhornläsion am linken Knie ohne traumatische 

Gewebeveränderungen und zwar in bekannter und klassischer Form loco typico (act. G 

3.1.14). Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, Dr. F.___ habe sie nicht persönlich 

untersucht (act. G 1) ist darauf hinzuweisen, dass die Rechtsprechung Aktengutachten 

als zulässig erachtet, wenn die Akten - wie vorliegend - ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten 

sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. 

die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses 

Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, 

E. 6.1). Dasselbe gilt auch für die Zulässigkeit der Aktenbeurteilungen von Dr. I.___ (act. 

G 3.1.49 ff., 8.1).

3.1. 

Dieser führte am 20. August 2020 aus (act. G 3.1.49 ff.), in der MRT des 

Kniegelenks vom 3. Februar 2020 zeigten sich als Hauptbefund Veränderungen im 

medialen Kompartiment, vor allem betreffend den Meniskus, dessen Binnensubstanz 

vom Hinterhorn bis zum dorsalen Korpus eine vorwiegend horizontal verlaufende, 

hyperintense Signalveränderung aufweise, die in die Unterfläche ausstrahle und fokal 

kapselnah einen transmuralen Aspekt annehme. Begleitet werde dies von einer 

ödematösen Reaktion des subchondralen Knochens am Tibiaplateau, einem leichten 

intraartikulären Erguss sowie einer kleinen Baker-Zyste, was gesamthaft dem typischen 

3.2. 

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Aspekt einer chronischen Überlastung entspreche. Betrachte man das MRT vom 3. 

Februar 2020 genau, so erkenne man, dass im medialen Kompartiment nicht nur 

Veränderungen des Meniskus vorlägen, sondern eben die ödematöse Reaktion des 

subchondralen Knochens zu sehen sei. Dr. D.___ habe dies in seinem äusserst kurz 

gehaltenen Bericht nicht erwähnt (vgl. act. G 3.1.10). Dr. I.___ folgerte, selbst wenn 

diese Begleitveränderung nicht vorhanden wäre, würde dies eine chronische Läsion 

des Meniskus keineswegs ausschliessen. Besonders der mediale Meniskus zeige - 

wesentlich bedingt durch die fast fehlende Blutversorgung und die entsprechend 

kompromittierte Versorgung mit Nährstoffen sowie die hohe mechanische Belastung - 

bei vielen Personen schon in jungen Jahren (unter 40) Degenerationen der 

Binnensubstanz, wie sie bei anderen Geweben mit besserer Durchblutung erst viel 

später zu sehen seien. Die gesamte Morphologie der gefundenen Alterationen spreche 

vorliegend klar für eine Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Sie sei somit 

überwiegend wahrscheinlich rein degenerativer Natur und sei durch die Aktivitäten am 

15. November 2019 lediglich schmerzhaft aktiviert worden, jedoch ohne objektiv 

nachweisbare neue strukturelle Läsionen, wie sie für eine richtungsgebende 

Veränderung zu fordern wären. Zudem entspreche der von der Beschwerdeführerin 

geschilderte Ablauf des Ereignisses vom 15. November 2019 aus orthopädisch-

traumatologischer Sicht nicht einem Trauma im eigentlichen Sinn, sondern es handle 

sich um Beschwerden im Zusammenhang mit einer Überbelastung (Overuse). Dazu 

passten auch die Angaben von Dr. C.___ gut (act. G 3.1.49 ff.). Dieser hatte am 18. 

Dezember 2019 eine Gonalgie links festgehalten und als Befund angegeben, die 

Beschwerdeführerin habe seit einiger Zeit Beschwerden am linken Kniegelenk, die sich 

"auf Sitzen und Treppensteigen" verstärkten. Einen konkreten Auslöser für die 

Knieproblematik nannte er nicht (act. G 3.1.6). Dr. I.___ schlussfolgerte überzeugend, in 

Zusammenfassung der anamnestischen Angaben, der zeitnah verfassten 

medizinischen Berichte und des Befunds der MRT vom 3. Februar 2020 seien die am 

linken Knie erkennbaren pathologischen Befunde im medialen Kompartiment das 

Ergebnis eines über einen längeren Zeitraum stattgehabten Prozesses und die 

einzelnen traumatischen Faktoren spielten hierbei keine erkennbare Rolle. Die 

pathologischen Befunde seien somit überwiegend wahrscheinlich vorwiegend auf 

Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen (act. G 3.1.49 ff.).

Wie Dr. I.___ zutreffend ausführt (act. G 3.1.51), sind dem Bericht von Dr. G.___ 

vom 24. Februar 2020 keine Argumente zu entnehmen, welche seine Einschätzung zu 

widerlegen vermöchten. Dr. G.___ hatte als Anamnese ein Verdrehtrauma des 

Kniegelenks links in kniender Tätigkeit bei der Arbeit am 15. November 2019 

festgehalten (act. G 3.1.20 f.). Es ergibt sich aus den Akten nicht, ob Dr. G.___ die 

3.3. 

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MRT-Bilder zur eigenen Betrachtung zur Verfügung standen. Jedenfalls lässt sich 

seinem Bericht als radiologischen Befund nur eine Innenmeniskusläsion im Hinterhorn 

ohne Bewertung der pathologischen Befunde und deren Ursache entnehmen (vgl. act. 

G 3.1.20 f.). Der Bericht stellt die Einschätzung von Dr. I.___, wonach die Läsion 

vorwiegend degenerativ bedingt sei, damit nicht in Frage. Soweit Dr. G.___ und die 

Beschwerdeführerin selbst angaben, vor dem Ereignis vom 15. November 2019 hätten 

keine Kniebeschwerden bestanden (vgl. act. G 3.1.20 f., 3.1.26), ist festzuhalten, dass 

die Formel "post hoc ergo propter hoc" nach ständiger Rechtsprechung für sich allein 

nicht ergiebig ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren 

Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Dies umso weniger, als zwischen dem Ereignis 

vom 15. November 2019 und der Erstbehandlung vom 18. Dezember 2019 doch 

immerhin ein Monat bzw. bis zum MRT vom 3. Februar 2020 gar knapp drei Monate 

vergangen waren, genügend Zeit also, in welchen sich auch andere Schadensursachen 

hätten verwirklichen können.

Während des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht 

von Dr. J.___ vom 16. November 2020 ein. Dieser hielt fest, auf den MRI-Bildern zeige 

sich unter anderem eine Bonebruise-Bildung im Bereich des Tibiaplateaus. Er meinte 

damit offensichtlich die von Dr. I.___ am 12. August 2020 als ödematöse Reaktion des 

subchondralen Knochens beschriebene und in der MRT markierte Veränderung (vgl. 

act. G 3.1.50). Dr. J.___ befand weiter, aus medizinischer Sicht lasse sich sagen, dass 

eine Bonebruise-Bildung eine Überlastungsreaktion sein könne, man aber bei einer 

frischen oder akuten Traumatisierung (zum Beispiel bei einer Kreuzbandruptur) 

ebenfalls Ödembildungen im Bereich des Knochens sehe. Daher sei dies für ihn kein 

schlüssiges Argument, dass keine Traumatisierung vorliegen solle. Im Gegenteil handle 

es sich vorliegend um ein akutes Geschehen. Es zeige sich eine 

Flüssigkeitsimbibierung im Bereich des tiefen Anteils des medialen Seitenbandes. Dies 

könne auch "auf beide Seiten gedeutet" werden. Er empfehle ein unabhängiges 

Gutachten zur weiteren Abklärung (act. G 4.1). Wie jedoch Dr. I.___ am 12. Januar 2021 

ausführte (vgl. act. G 8.1), war Dr. J.___ offenbar nicht bekannt, dass das Ereignis vom 

15. November 2019 nicht als Unfall klassifiziert worden war. Er stützte sich rein auf die 

Angaben der Beschwerdeführerin, die gerade keine Kreuzbandruptur erlitten hatte, ab 

und ging von einem Unfallereignis mit Distorsion aus (act. G 4.1). Ein solches lag 

jedoch überwiegend wahrscheinlich nicht vor (vgl. E. 2.3). Im Übrigen brachte Dr. I.___ 

zu Recht vor (vgl. act. G 8.1), dass für die vorliegend interessierende Frage der 

Leistungspflicht für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG ausschliesslich die 

Alterationen am medialen Meniskus, welche einer Listendiagnose entsprächen, 

entscheidend seien. Sämtliche übrigen Veränderungen, konkret diejenigen am 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

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4.  

stellenweise ausgedünnten Knorpel sowie am Knochen, wo sich fokal ein Bonebruise 

habe finden lassen, stellten keine Listendiagnosen dar und seien somit bei der 

Beurteilung nicht unmittelbar zu berücksichtigen. Er habe diese in seiner 

Stellungnahme vom 12. August 2020 nur erwähnt, um noch besser aufzeigen zu 

können, dass es sich beim Gesamtbild der bestehenden Veränderungen überwiegend 

wahrscheinlich um das Ergebnis einer länger dauernden, von einem Trauma 

unabhängigen Entwicklung handle. Diese sei am 15. November 2019 durch eine 

Überbelastung schmerzhaft aktiviert worden, was sich im Verlauf aber offenbar wieder 

beruhigt habe, zumal Dr. J.___ festhalte, die Meniskuszeichen seien negativ (act. G 

8.1). Zusammenfassend seien Dr. J.___ bei seiner Beurteilung nur wenige Dokumente 

zur Verfügung gestanden, weshalb er davon ausgegangen sei, die Beschwerdeführerin 

habe am 15. November 2019 einen Unfall erlitten. Entsprechend habe er sich auch gar 

nicht zur Problematik einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG geäussert. Es 

könne damit uneingeschränkt daran festgehalten werden, dass die Läsion am medialen 

Meniskus - die einzige vorliegende "UKS-Listendiagnose" - überwiegend 

wahrscheinlich vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei (act. G 

8.1).

Insgesamt ist gestützt auf die überzeugenden Beurteilungen von Dr. I.___ und Dr. 

F.___ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Meniskusriss 

vorwiegend auf ein degeneratives Geschehen zurückzuführen ist. Die Einschätzungen 

der behandelnden Ärzte stellen diese Schlussfolgerung nicht in Frage. Damit ist eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auch gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG zu 

verneinen. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich.

3.5. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 15. 

September 2020 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 

abzuweisen.

4.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

4.2. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Als Versicherungsträger hat die obsiegende Beschwerdegegnerin 

praxisgemäss ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, soweit - wie 

vorliegend - die Prozessführung der Gegenpartei nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Für dieses Verfahren wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

bezeichnen ist (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 218 zu Art. 61 

ATSG). Ihr diesbezüglicher Antrag ist daher abzuweisen (vgl. act. G 3).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.09.2021
	Art. 6 Abs. 1 f. UVG. Mangels ungewöhnlichen äusseren Faktors ist das Vorliegen eines Unfallereignisses zu verneinen. Beim vorliegenden Meniskusriss handelt es sich zwar um eine Listendiagnose, da der Meniskusriss jedoch überwiegend wahrscheinlich vorwiegend degenerativ bedingt ist, entfällt auch eine Leistungspflicht im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. September 2021, UV 2020/81).

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