# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbd0b771-b390-5e2e-8bf6-1fa0be3dc740
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2001-03-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 27.03.2001 AGVE_2001_84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_AGVE-2001-84_2001-03-27.pdf

## Full Text

390 Verwaltungsgericht 2001 

84 Wiederaufnahme (§ 27 ff. VRPG). 
- Vorgehen bei Wiederaufnahmebegehren. 
- Subsidiarität des Wiederaufnahmeverfahrens. 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 27. März 2001 in 
Sachen O.K. und L.K. gegen Entscheid des Baudepartements 

Aus den Erwägungen 

1. Vorerst ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf das 
Wiederaufnahmebegehren vom 16. September 2000 eingetreten ist. 

a) Die Beurteilung eines Wiederaufnahmebegehrens erfolgt in 
drei Schritten (vgl. dazu VGE III/21 vom 20. Februar 2001 in Sachen 
Baukonsortium H., S. 7 ff.). Vorab ist - wie generell in formellen 
Verfahren - darüber zu befinden, ob die Verfahrensvoraussetzungen 
erfüllt sind. Darunter fällt die Prüfung der Zuständigkeit und der 
Zulässigkeit des Begehrens (Legitimation, Antrag und Begründung, 
Fristwahrung), welche insbesondere auch diejenige der Subsidiarität 
(Subsidiarität des Wiederaufnahmeverfahrens gegenüber dem ur-
sprünglichen Verfahren einschliesslich der damaligen Rechtsmittel-
möglichkeiten) mit umfasst. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist 
auf das Gesuch nicht einzutreten (Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar 
zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, 
Zürich 1999, § 86d N 1 f.; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar 
zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 
1997, Art. 98 N 1). Die Bedeutung der Subsidiarität als eigene 
Voraussetzung für die Wiederaufnahme ergibt sich aus deren Cha-
rakter als ausserordentliches Rechtsmittel. Allgemeine Rechtsgrund-
sätze verlangen, dass der um Wiederaufnahme Nachsuchende keine 
Rügen vorbringen darf, die er bei Beachtung der zumutbaren Sorgfalt 
bereits mit einem ordentlichen Rechtsmittel hätte erheben können. 
Wiederaufnahmegesuche dürfen nicht dazu dienen, früher nicht er-
griffene, ordentliche Rechtsmittel zu ersetzen, damalige vermeidbare 
Unterlassungen des Gesuchstellers zu korrigieren oder umstrittene 
Anordnungen stets wieder zur Diskussion zu stellen. Andernfalls 

2001 Verwaltungsrechtspflege 391 

hätte es jedermann in der Hand, die Rechtsmittelfristen zu unterlau-
fen, und die Wiederaufnahme verkäme zu einem Instrument, das 
einzig dazu da wäre, den funktionellen Instanzenzug zu verlängern 
(vgl. Rudolf Weber, Grundsätzliches zur Wiederaufnahme nach § 27 
VRPG, in: Festschrift für Dr. Kurt Eichenberger, alt Oberrichter, 
Beinwil am See, Aarau 1990, S. 348 ff.; Ursina Beerli-Bonorand, Die 
ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des 
Bundes und der Kantone, Diss. Zürich 1985, S. 45). 

Sind die Verfahrensvoraussetzungen erfüllt, wird im Rahmen 
eines zweiten Schrittes darüber befunden, ob das Wiederaufnahme-
gesuch begründet ist (Beerli-Bonorand,  a.a.O., S. 162). Wird die 
Erheblichkeit der geltend gemachten Wiederaufnahmegründe bejaht, 
ist der Entscheid oder Teile davon aufzuheben und in einem dritten 
Verfahrensabschnitt in der Sache neu zu entscheiden. 

b) (...) Hingegen brachten die Beschwerdeführer im Wiederauf-
nahmegesuch weder neue Tatsachen noch Beweismittel vor, die nicht 
schon im Verfahren, das dem ursprünglichen Entscheid voranging, 
spätestens aber im ordentlichen Rechtsmittelverfahren an das Ver-
waltungsgericht hätten eingebracht werden können. (...) Das Subsi-
diaritätsprinzip wurde demzufolge verletzt und die Vorinstanz ist zu 
Recht nicht auf das Wiederaufnahmebegehren eingetreten. 

85 Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts. 
- Beschwerdeentscheide des Regierungsrats in Nutzungsplanungs-

sachen (§ 26 Abs. 1 BauG) können erst zusammen mit dem Genehmi-
gungsentscheid (§ 28 BauG) angefochten werden (§ 6 Abs. 1 ABauV). 
Dies schliesst auch die direkte Anfechtung des Beschwerdeentscheids 
beim Verwaltungsgericht gestützt auf § 53 VRPG aus. 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 10. April 2001 in 
Sachen R. AG und F. AG gegen Entscheid des Regierungsrats.