# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d5a281a-059e-5a0b-975e-1cbe0eb2056e
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-01
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 01.02.2022 105 2021 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_003_105-2021-109_2022-02-01.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

105 2021 109

Urteil vom 1. Februar 2022

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Besetzung Präsidentin: Catherine Overney
Richter: Dina Beti, Markus Ducret
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Beschwerdeführer,

gegen

das BETREIBUNGSAMT DES SAANEBEZIRKS, Vorinstanz

Gegenstand Ort der Betreibung (Art. 46 SchKG)

Beschwerde vom 23. Dezember 2021 gegen die Verfügung des 
Betreibungsamtes des Saanebezirks vom 9. Dezember 2021

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. Am 13. Dezember 2021 stellte das Betreibungsamt des Saanebezirks A.________ die Anzei-
ge der Rückweisung des durch die B.________ eingereichten Betreibungsbegehrens Nr. ccc zu, auf 
dem er fälschlicherweise als Antragsteller aufgeführt wurde. Die Rückweisung wurde begründet mit 
der Abreise des Schuldners ausserhalb des Betreibungskreises.

B. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2021 erhebt A.________ (nachfolgend: der Beschwerdefüh-
rer) Beschwerde gegen diese Anzeige und macht geltend, sein gesetzlicher Wohnsitz sei in 
D.________ und nicht in E.________.

C. In seiner Stellungnahme vom 5. Januar 2022 schliesst das Betreibungsamt auf Abweisung der 
Beschwerde.

Erwägungen

1.

1.1. Soweit nicht eine gerichtliche Klage vorgesehen ist, kann gegen jede Verfügung des Betrei-
bungsamtes mit Beschwerde an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts 
als Aufsichtsbehörde gelangt werden (Art. 17 Abs. 1 SchKG; Art. 13 SchKG i.V.m. Art. 5 des Ausfüh-
rungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über Schuldbetreibung und Konkurs vom 12. Februar 2015 
[AGSchKG; SGF 28.1] sowie Art. 19 des Reglements für das Kantonsgericht betreffend seine Orga-
nisation und seine Arbeitsweise [RKG; SGF 131.11]). Die Beschwerde muss innert zehn Tagen ab 
dem Zeitpunkt, an dem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, erhoben 
werden (Art. 17 Abs. 2 SchKG).

1.2. Die Verfügung des Betreibungsamtes wurde dem Beschwerdeführerin am 13. Dezember 
2021 zugestellt. Somit erfolgte die am 23. Dezember 2021 erhobene Beschwerde fristgerecht (Art. 
17 Abs. 2 SchKG). Auch ansonsten genügt sie den gesetzlichen Anforderungen; es ist darauf einzu-
treten.

1.3. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei eine Verhandlung mit persönlicher Befragung anzu-
ordnen.

Nach Art. 9 des Ausführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über Schuldbetreibung und 
Konkurs (AGSchKG, SGF 28.1) kann die Aufsichtsbehörde die Parteien und die Vorsteherin oder 
den Vorsteher für eine Anhörung vorladen. Es handelt sich folglich um eine Kann-Bestimmung. Da 
sich vorliegend sämtliche massgebenden Elemente aus den Akten ergeben, verzichtet die Aufsichts-
behörde auf eine mündliche Anhörung. Eine persönliche Anhörung des Beschwerdeführers würde 
keine zusätzlichen Elemente zur vorliegend zu entscheidenden Frage von dessen Wohnsitz liefern.

2.

Der Beschwerdeführer rügt, er habe nie zu Protokoll gegeben, nach E.________, F.________, 
umgezogen zu sein. Sein gesetzlicher Wohnsitz sei seit 1977 in D.________, aktuell an der 

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G.________; für die Adresse in E.________, F.________, erhalte er eine Aufenthaltsbewilligung. 
Die Wohnung an der F.________ miete er sei 17 Jahren. Weil er mit einem Sauerstoffgerät schlafen 
müsse, kehre er jeden Tag in diese Wohnung zurück. Sein Lebensmittelpunkt befinde sich demge-
genüber immer noch in Freiburg, wo sein ganzer Freundeskreis lebe. Er habe keine Familie und 
lebe alleine. An der G.________ hole er jeden Tag die persönliche Post ab und sei vertraglich 
Mitmieter der Wohnung von H.________, einer Freundin. Dort habe er für seltene Fälle eine Über-
nachtungsmöglichkeit gehabt und nehme normalerweise einmal wöchentlich ein gemeinsames 
Essen mit ihr ein. Sie habe ihm Geld zum Überleben geliehen.

2.1. Nach Art. 46 Abs. 1 SchKG ist der Schuldner an seinem Wohnsitze zu betreiben. Der Wohn-
sitzbegriff bestimmt sich nach den allgemeinen Grundsätzen von Art. 23 ZGB. Danach befindet sich 
der Wohnsitz einer Person an dem Orte, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält 
und den Mittelpunkt der Lebensinteressen hat. Dieser Begriff beinhaltet zwei Merkmale: ein objekti-
ves, der Aufenthalt an einem bestimmten Ort, sowie ein subjektives, die Absicht dauernden Verblei-
bens. Nach der Rechtsprechung kommt es bei diesem letzteren Merkmal nicht auf den inneren 
Willen der Person an; entscheidend sind einzig objektive, für Dritte erkennbare Umstände, aus 
denen eine solche Absicht abgeleitet werden kann. Nicht alleine ausschlaggebend sind in diesem 
Zusammenhang Verwaltungsdokumente wie Fahrzeugausweis, Führerausweis, Identitätspapiere, 
Bescheinigungen der Fremdenpolizei, Steuerbehörde oder Sozialversicherungen oder Angaben in 
Gerichtsurteilen oder in amtlichen Veröffentlichungen. Sie stellen sicherlich ernsthafte Indizien für 
das Vorliegen des Wohnsitzes dar, haben aber keinen Vorrang gegenüber dem Ort, an dem sich 
der Mittelpunkt der privaten, sozialen und beruflichen Lebensinteressen der betroffenen Person 
befindet (vgl. Urteil BGer 5A_680/2020 vom 8. Dezember 2020 E. 5.1.1 mit Hinweisen). Hält sich 
eine Person an zwei verschiedenen Orten auf und hat Beziehungen zu beiden Orten, befindet sich 
der Wohnsitz am Ort, mit welchem die Person gestützt auf die gesamten Verhältnisse die engsten 
Beziehungen hat (Urteil BGer 5A_542/2014 vom 18. September 2014 E. 4.1.3).

2.2. Gestützt auf die eigenen Angaben des Beschwerdeführers, insbesondere seine Erklärung 
gegenüber dem Betreibungsamt und den Umstand, dass er wegen seiner Gesundheit zwingend 
jeden Tag in seine Wohnung nach E.________ zurückkehren muss, muss mit dem Betreibungsamt 
davon ausgegangen werden, dass sich sein Lebensmittelpunkt und damit sein betreibungsrechtli-
cher Wohnsitz in E.________, F.________, befindet. Der Beschwerdeführer hält sich tagtäglich in 
dieser von ihm offenbar allein bewohnten Wohnung auf und manifestiert durch die dargelegten 
Umstände auch die Absicht dauernden Verbleibens. Dass sich sein soziales Umfeld anscheinend 
willentlich ausschliesslich in D.________ befindet und der Beschwerdeführer dort noch einer beruf-
lichen (Teilzeit-)Tätigkeit nachgeht, vermag diesen objektiv erkennbaren Umstand nicht zu entkräf-
ten. Die eingereichte medizinische Bestätigung für das Mitführen des Sauerstoffgeräts ist jedenfalls 
auch auf die Adresse in E.________ ausgestellt. Zudem sind an der genannten Adresse bereits 
mehrere Betreibungen gegen den Beschwerdeführer registriert. Schliesslich hat er in seiner 
Beschwerde und der spontan eingereichten Stellungnahme vermerkt, dass diese in E.________ der 
Post übergeben wurden. Es vermag wohl zutreffen, dass der Beschwerdeführer sich noch oft in 
D.________ aufhält, sein Lebensmittelpunkt liegt aufgrund der gesamten Umstände jedoch in 
E.________.

Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.

3.

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG).

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Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

II. Es werden keine Kosten erhoben.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 10 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 1. Februar 2022/fju

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin: