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**Case Identifier:** f2e2cfb7-b1ad-5728-841f-410b7282c378
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.03.2025 200 2024 782
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-782_2025-03-27.pdf

## Full Text

IV 200 2024 782
JAP/SCC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. März 2025

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch B.________, Beiständin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Oktober 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2025, IV 200 2024 782

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Sachverhalt:

A.

Die 1997 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 22. September 2021 wegen psychischer Beschwerden bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leis-
tungen an (Akten der IVB [act. II] 1). Diese stellte nach erwerblichen und 
medizinischen Abklärungen mit Vorbescheid vom 15. Juli 2024 (act. II 96) 
in Aussicht, der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100 % vom 
1. März 2022 bis Ende März 2024 eine ganze Invalidenrente zuzuspre-
chen; ab dem 1. April 2024 betrage der Invaliditätsgrad weniger als 40 %, 
weshalb die ganze Invalidenrente per 31. März 2024 befristet werde. Hier-
gegen erhob die Versicherte am 8. August 2024 Einwand (act. II 99). Am 
23. Oktober 2024 verfügte die IVB wie mit Vorbescheid in Aussicht gestellt 
(act. II 105).

B.

Mit Eingabe vom 19. November 2024 erhob die Beschwerdeführerin, ver-
treten durch B.________, Beiständin C.________, beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern Beschwerde. Sie beantragt das Folgende:

1. Die Verfügung der IVB vom 23. Oktober 2024 sei aufzuheben und es sei 
festzustellen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nach der 
Geburt ihres Kindes zu 60 % erwerbstätig wäre und somit ein IV-Grad 
von 62 % bestehe.

2. Eventualiter:
Die Verfügung der IVB vom 23. Oktober 2024 sei aufzuheben und die 
Sache sei an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese abkläre, in 
welchem Umfang die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall erwerbs-
tätig wäre.

3. Die Akten der Verwaltung seien zu edieren.
4. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen.
– Unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2024 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 27. März 2025, IV 200 2024 782

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Oktober 2024 
(act. II 105). Nach seinem erkennbaren, wirklichen Sinn ausgelegt (vgl. 
Michel DAUM, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VR-
PG, 2. Aufl. 2020, Art. 32 N. 12), ist der gestellte Hauptantrag 
(Beschwerde S. 2 lit. A Ziff. 1) – entgegen seinem Wortlaut – nicht im Sinne 
eines Feststellungs-, sondern Leistungsbegehrens zu verstehen (vgl. zur 
Subsidiarität von Feststellungsbegehren gegenüber Leistungsbegehren 
etwa MARKUS MÜLLER, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], a.a.O., Art. 49 N. 73); mit-
hin zielt die Beschwerdeführerin auf einen unbefristeten Rentenanspruch in 
gesetzlicher Höhe ab. Streitig und zu prüfen ist somit der Rentenanspruch 
und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die ab dem 1. März 
2022 zugesprochene ganze Rente zu Recht bis 31. März 2024 befristete. 

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In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; SVR 2019 IV Nr. 332, S. 99, 9C_431/2018 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 
E. 1a). Die richterliche Überprüfungsbefugnis umfasst somit auch die unbe-
stritten gebliebene Rentenbezugszeit vom 1. März 2022 bis Ende März 
2024.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV [WEIV]) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vor-
behältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefoch-
tene Verfügung datiert vom 23. Oktober 2024 (act. II 105), somit nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Mit Blick auf die Anmel-
dung zum Leistungsbezug vom September 2021 (act. II 1) sowie unter 
Berücksichtigung der bestandenen einjährigen Wartezeit (vgl. E. 5.2 hier-
nach) sowie der sechsmonatigen Karenzfrist (Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. 
Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. auch E. 2.3.1 und 5.2 hiernach) liegt der frühest-
mögliche Zeitpunkt des potenziellen Anspruchs auf eine Rente im März 
2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 

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der ab 1. Januar 2022 geltenden Fassung Anwendung finden (vgl. dazu 
auch Rz. 9100 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversiche-
rungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 150 V 1 E. 
6.4.2 S. 6, 148 V 385 E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 
4.4.2 S. 228). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

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2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG). Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Ren-
tenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. 
Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil 
dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 
70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei 
einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen An-
teile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG. 

2.3.1 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.3.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4

2.4.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 

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abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 150 V 67 E. 4.3.2 S. 70, 
133 V 263 E. 6.1 S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 243, 8C_132/2020 
E. 4.2.2).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

3.

3.1 Zum medizinischen Sachverhalt ist den Akten im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht vom 26. Oktober 2021 (act. II 17) – nach einem 
stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 10. September bis 
6. Oktober 2021 im Spital D.________ – diagnostizierten Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Prakti-
scher Arzt, und lic. phil. F.________, eidg. anerkannte Psychotherapeutin, 
eine undifferenzierte Schizophrenie. 

Die Beschwerdeführerin hielt sich vom 13. Oktober bis 23. November 2021 
erneut stationär im Spital D.________ auf und im Austrittsbericht vom 

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7. Dezember 2021 (act. II 20/10) diagnostizierten Dr. med. E.________ und 
Psychotherapeutin lic. phil. F.________ das Folgende:

- Komplexes psychiatrisches Zustandsbild mit Anteilen aus dem schizo-
phrenen Formenkreis (ICD-10: F29.0) und affektiver Beteiligung (ICD-
10: F33.2) vor dem Hintergrund einer komplexen posttraumatischen Be-
lastungsreaktion (ICD-10: F43.8), persönlichkeitsbezogen mit dependen-
ten und ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10: F60.9) sowie psycho-
sozialen Belastungsfaktoren

- Nicht näher bezeichnete nichtorganische Psychose (ICD-10: F29)
- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

psychotische Symptome (ICD-10: F33.2)
- Sonstige Reaktionen auf schwere Belastung (ICD-10: F43.8)
- Persönlichkeitsstörung, nicht näher bezeichnet (ICD-10: F60.9)

Während des stationären Aufenthaltes habe eine Arbeitsunfähigkeit von 
100 % vorgelegen. Aufgrund des psychiatrischen Störungsbildes sei von 
einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen (act. II 20/13).

3.1.2 Vom 2. März bis 15. April 2022 hielt sich die Beschwerdeführerin 
stationär in der Klinik G.________ auf. Im Austrittsbericht vom 22. April 
2022 (act. II 37/10 ff.) diagnostizierten dipl. Ärztin H.________ (im Medizi-
nalberuferegister [MedReg; <www.medregom.admin.ch>] ohne Facharztti-
tel verzeichnet) und Psychologin I.________ (im Psychologieberuferegister 
[PsyReg; <www.medregom.admin.ch>] nicht verzeichnet) das Folgende:

1. Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (ICD-10: 
F60.31)
Mit einhergehender rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig 
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2) und 
Introjekten ähnelnder innerer abwertender Stimmen, und Posttraumati-
scher Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1)
- Bei Eintritt: Akute Suizidalität, imperative Stimmen mit Aufforderung 

zu Suizid oder SVV (selbstverletzendes Verhalten)
- Nach langjähriger Traumatisierung in der Kindheit
- Und einer Anpassungsstörung im Sinne von sonstigen Reaktionen 

auf schwere Belastung (ICD-10: F43.8) nach der einvernehmlichen 
Scheidung nach sechsjähriger Ehe

- BDI-II 11.03.2022: 25 Punkte
2. Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Abhängig-

keitssyndrom (ICD-10: F12.2)
- Konsum vor Eintritt ca. 1-4 Joints 3-4-mal wöchentlich

3. Psychische- und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Abhängig-
keitssyndrom (ICD-10: F12.2)
- Zwischen 2019 und 2021 Konsum von bis zu 1 Flasche Vodka täg-

lich
4. Störungen durch Kokain: Schädlicher Gebrauch (ICD-10: F14.1)

- Konsum vor Eintritt ca. 1 Linie 1-mal wöchentlich

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5. Status nach:
- Vorsätzliche Selbstbeschädigung durch Erhängen, Strangulierung 

oder Ersticken (ICD-10: X70.0), Suizidversuch im Jahr 2020 durch 
Erhängen mit einem Seil an der Türklinke

Sie hielten fest, es habe einige Wochen gedauert, bis die kombinierte Be-
handlung aus Pharmako-, Milieusozio- und Psychotherapie ihre Wirkung 
entfaltet und schliesslich zu einer Besserung der Symptomatik geführt ha-
be. Bezüglich Drogenkonsum sei es zu drei Rückfällen gekommen, auf-
grund der Therapievereinbarung sei daher der Austritt frühzeitig erfolgt 
(act. II 37/11). Es erfolge weiter eine ambulante Behandlung in der Klinik 
G.________, auch nach dem Austritt nehme die Beschwerdeführerin am 
Tagesprogramm der Station zur spezialisierten Therape für psychisch Er-
krankte "…" teil und wohne in den betreuten Verhältnissen der J.________ 
GmbH (act. II 37/12).

Im Verlaufsbericht der Klinik G.________ vom 12. Oktober 2022 (act. II 48) 
wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei vom 22. April bis 26. Juli 
2022 ambulant behandelt worden (act. II 48/2 Ziff. 1.1) und seit Beginn der 
ambulanten Therapie sowie während der Klinikaufenthalte zu 100 % ar-
beitsunfähig gewesen (act. II 48/3 Ziff. 1.3). Gemäss der klinischen Ver-
laufsbeobachtung und aufgrund des psychiatrischen Störungsbildes sei von 
einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen, wobei eine Teilarbeits-
fähigkeit in einem geschützten Arbeitsumfeld erreicht werden könnte und 
seitens der Beschwerdeführerin gewünscht werde. Es hätten sich Schwie-
rigkeiten in der Emotionsregulation gezeigt. Bei erhöhtem Stress reagiere 
die Beschwerdeführerin dysfunktional mit zunehmendem imperativem 
Stimmenhören, die auch zum Suizid auffordern würden (act. II 48/8 Ziff. 
3.4). Die Suchterkrankung sei als Folge der Grunderkrankung (Emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ [ICD-10: F60.31]) als Emo-
tionsregulation zu interpretieren (act. II 48/13 Ziff. 3).

3.1.3 Der die Beschwerdeführerin seit dem 27. Juli 2022 (alle 7-14 Tage 
[act. II 63/2 Ziff. 1.1 f.]) behandelnde Dr. med. K.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 17.  März 
2023 (act. II 63) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit das Folgende (act. 
II 63/4 f. Ziff. 2.5):

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- Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (ICD-10: 
F60.31), bestehend seit mindestens 2020 mit

- Status nach mehreren schwer depressiven Krisen mit akuter 
Suizidalität (ICD-10: F33.2)

- Status nach Polytoxikomanie (Cannabis, Alkohol, MDMA, Ko-
kain; ICD-10: F19.2)

- PTBS (ICD-10: F43.1)
- Die Diagnose der paranoiden Schizophrenie mit schizophrenen Residu-

um aus dem Austrittsbericht der Klinik G.________ vom Januar 2022 
müsse in aller Deutlichkeit negiert werden

Zu den Funktionseinschränkungen hielt er fest, es bestehe eine erheblich 
reduzierte psychische Belastbarkeit bei schwerwiegend reduzierter psychi-
scher Vulnerabilität mit emotionaler Reizintoleranz (resp. beträchtlich redu-
zierter Reiztoleranzschwelle), speziell bei den "retraumatisierenden" emoti-
onalen Reizen, die bei der Beschwerdeführerin zur Zerrüttung ihres Selbst-
bildes, zum raschen, tiefgreifenden Selbstvertrauensverlust sowie zum Ver-
lust des Selbstwertgefühls, konsekutiv zur Unbeholfenheit und Hilflosigkeit 
führten. In der Folge verstärke sich die für die vorliegende Borderline-
Störung typische Angst stark, es komme zum Konzentrationsverlust mit 
Eskalation der stark angstbesetzten inneren Spannung, begleitet durch 
eine negative "Denkspirale", im Endeffekt entwickle sich die massive Hand-
lungsblockade mit absolutem Verlust des Ausdauervermögens bzw. mit der 
Unfähigkeit, in die Handlung (Arbeitstätigkeit) zu kommen; im Gegenteil 
müsse die Beschwerdeführerin aufgrund der kaum aushaltbaren Angst 
(typisch für die Borderline-Störung) auf Distanz zur bedrohlichen emotiona-
len Verletzung gehen, mit anderen Worten müsse sie die Arbeit aufgeben. 
Das beste Beispiel sei die bis vor wenigen Tagen laufende Tätigkeit als … 
einer …: Die Beschwerdeführerin vermochte die Tätigkeit trotz der zeitli-
chen Präsenz von sechs Stunden täglich (und an ein paar Tagen noch 
mehr) inhaltlich zu tolerieren, jedoch habe sie diese wegen der schwerwie-
genden "emotionalen Retraumatisierung" aufgeben müssen (act. II 63/6 
Ziff. 3.4).

Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. med. K.________ aus, auf dem ersten Ar-
beitsmarkt habe die Beschwerdeführerin zuletzt im Jahr 2020 bis 2021 als 
… und … in Stundenlohn gearbeitet. Diese Tätigkeit scheine aktuell unzu-
mutbar zu sein (hoher Stresspegel bei deutlich reduzierter psychischer Be-
lastbarkeit und hoher psychischer Vulnerabilität, Angst Fehler zu machen 
etc.). Auf dem zweiten Arbeitsmarkt sei sie in der …-Genossenschaft in … 

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während vier Stunden täglich (an drei Tagen pro Woche) in der …abteilung 
tätig gewesen, was von der zeitlichen Präsenz her zwar zumutbar gewesen 
sei, inhaltlich habe sie sich durch die Arbeitsaufgaben deutlich unterfordert 
gefühlt, gleichzeitig habe sie sich aber durch ihre Arbeitsumgebung mit 
deutlich chronifizierten psychisch kranken Menschen erheblich belastet 
gefühlt (act. II 63/7 Ziff. 4.1). Ab Mitte Februar 2023 habe sie ca. jeden 
zweiten Tag eine pflegebedürftige … in ihrer … unterstützt (während ca. 
sechs Stunden täglich mit einer Pause von einer Stunde). Zum Scheitern 
dieses "Arbeitsversuchs" sei es nicht wegen einer Überforderung durch die 
Arbeitsaufgaben gekommen, vielmehr durch die emotionale Verletzung der 
Beschwerdeführerin durch ein impulsiv-befehlerisches, verbal aggressives 
und beleidigendes Verhalten der zu betreuenden …, welches sie in eine 
depressive Krise gestürzt habe. Zusammenfassend habe die Beschwerde-
führerin sowohl in der …-Genossenschaft als auch in der Betreuung der 
oben erwähnten … die analoge Erfahrung gemacht, dass sie weniger durch 
die Arbeitsaufgaben oder die Länge der zeitlichen Präsenz überfordert ge-
wesen wäre, sondern durch die für sie erheblich krankheitsfavorisierende 
Problematik im Bereich der zwischenmenschlichen Interaktionen. Als 
Schlussfolgerung zeigten die erwähnten Erfahrungen die beträchtliche psy-
chische/emotionale Fragilität der Beschwerdeführerin, der im Hinblick auf 
Wiedereingliederungsmassnahmen Rechnung getragen werden müsse 
(act. II 63/7 Ziff. 4.2).

3.1.4 In der Aktenbeurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
vom 12. Juli 2023 (act. II 66/5 ff.) diagnostizierte MUDr. (Medicinae univer-
sae doctor) L.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie Anästhesiologie, aktenanamnestisch das Folgende:

- Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: 
F60.31), bestehend seit mindestens 2020 mit Status nach mehreren 
schwer depressiven Krisen mit akuter Suizidalität (ICD-10: F33.2) 

- Zustand nach Polytoxikomanie (Störungen durch multiplen Substanzge-
brauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen: Cannabis, Alko-
hol, MDMA, Kokain; ICD-10: F19.2) 

- PTBS (ICD-10: F43.1)

Der behandelnde Psychiater habe die Diagnose einer paranoiden Schizo-
phrenie mit schizophrenem Residuum in aller Deutlichkeit negiert 
(act. II 66/5). MUDr. L.________ legte dar, im Rahmen der stationären Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2025, IV 200 2024 782

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handlung sei eine emotionale Instabilität der Beschwerdeführerin beschrie-
ben und der Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
zugeordnet worden. Die diagnostische Einschätzung sei bisher als nicht 
abgeschlossen und die Diagnose einer Borderline-Störung als nicht gesi-
chert zu sehen, unter anderem aufgrund der wiederholten Inkonsistenzen 
und Diskrepanzen in den Schilderungen der Beschwerdeführerin sowie bei 
ihrem auffälligen Verhalten, mit Schwierigkeiten sich an die Regeln und die 
vorgegebene Struktur zu halten. Dennoch sei aus psychiatrischer Sicht von 
einer erhöhten Vulnerabilität auszugehen (act. II 66/6). Zur Ar-
beits(un)fähigkeit führte die RAD-Ärztin aus, während den stationären Be-
handlungen sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Unter 
Berücksichtigung des Funktionsniveaus (z.B. selbständige Suche der Ar-
beitsstelle in der Betreuung) sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von 
einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit im Rahmen einer Anpassungs-
störung auszugehen. Es bestehe prognostisch ein erhöhtes Risiko, dass 
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ohne Unterstützung 
bei der beruflichen Eingliederung erneut verschlechtere und eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe (act. II 66/7 Ziff. 2). Unter Fortsetzung 
der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und der 
parallelen Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung sei eine Stabili-
sierung des Gesundheitszustandes und Steigerung der Belastbarkeit der 
Beschwerdeführerin in den nächsten sechs bis neun Monaten zu erwarten 
(act. II 66/7 Ziff. 3). 

In der Aktenbeurteilung vom 18. Dezember 2023 (act. II 79/3 f.) hielt die 
RAD-Ärztin fest, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei im Rahmen der 
Verdachtsdiagnosen und unter Berücksichtigung des Verlaufs der Erkran-
kung und des Werdegangs davon auszugehen, dass die Beschwerdeführe-
rin aufgrund der erhöhten Vulnerabilität und der reduzierten Stresstoleranz, 
die ihre Belastbarkeit beeinträchtigten, bisher keine Ausbildung habe ab-
schliessen können. Ob ein bleibender Gesundheitsschaden vorliege, werde 
sich erst im weiteren Verlauf zeigen. Bei Fortsetzung der ambulanten 
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und mit Unterstützung 
bei der beruflichen Eingliederung sei einerseits nicht ausgeschlossen, dass 
die Beschwerdeführerin eine volle Leistungsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit erreichen könne. Andererseits sei es im Rahmen des Verdachts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 27. März 2025, IV 200 2024 782

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auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung möglich, dass die Be-
schwerdeführerin krankheitsbedingt die volle Leistung in einer angepassten 
Tätigkeit nicht erreichen werde, was dann für einen anhaltenden Gesund-
heitsschaden sprechen würde (act. II 79/3 Ziff. 1). Bei der Beschwerdefüh-
rerin mit drohender Invalidität könne die Unterstützung im Rahmen der be-
ruflichen Massnahmen zu einer erfolgreichen Eingliederung beitragen. Bis 
zum Start und während den beruflichen Massnahmen sei die Fortsetzung 
der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mindes-
tens einmal pro Monat dringend empfohlen. Erst im Verlauf der Eingliede-
rungsmassnahmen werde sich zeigen, ob und wenn ja, welche Funktions-
einschränkungen bestünden und ob sie sich auf die Leistungsfähigkeit 
auswirkten bzw., ob eine Steigerung der Belastbarkeit möglich sei 
(act. II 79/3 Ziff. 2).

3.1.5 Im Bericht vom 5. März 2024 (act. II 83/2 f.) führte der behandelnde 
Psychiater Dr. med. K.________ aus, er habe die Beschwerdeführerin zu-
letzt am 19. Dezember 2023 (seit August 2023 monatliche Konsultationen) 
gesehen, da sei sie in der 26. Schwangerschaftswoche gewesen. Seit Be-
ginn der Schwangerschaft nehme sie keine Psychopharmaka mehr ein. 
Angesichts der sowohl subjektiv geäusserten psychischen Stabilität als 
auch des objektiv entsprechenden Befunds im Sinne einer psychischen 
Stabilität habe er mit der Beschwerdeführerin vereinbart, die Behandlung 
vorläufig abzuschliessen, wobei sie nach der Entbindung über ihren psy-
chischen Zustand informieren solle. Es sei grundsätzlich von den unverän-
derten Diagnosen mit stabilisiertem Zustand auszugehen.

3.1.6 In der Aktenbeurteilung vom 13. März 2024 (act. II 85/5 f.) hielt 
MUDr. L.________ fest, bei den seitens des behandelnden Psychiaters 
plausibel beschriebenen Symptomen und Funktionseinschränkungen sei 
mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie seit dem er-
werbsfähigen Alter bestünden und es der Beschwerdeführerin krankheits-
bedingt nicht möglich gewesen sei, eine Ausbildung abzuschliessen. Aktu-
ell und für die nächsten mindestens zwölf Monate sei die Beschwerdeführe-
rin als erwerbsunfähig zu beurteilen; bei einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 
stehe die Stabilisierung des Gesundheitszustandes und der Aufbau der 
Tagesstruktur zurzeit im Vordergrund (act. II 85/5 Ziff. 2). In ca. zwölf Mo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2025, IV 200 2024 782

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naten, mit dem Start der beruflichen Massnahmen, sei die Wiederaufnah-
me der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung un-
abdingbar (act. II 85/5 Ziff. 3). Die seitens des behandelnden Psychiaters 
beschriebene Funktionseinschränkungen seien nachvollziehbar und medi-
zinisch begründet (act. II 85/5 Ziff. 4).

3.2

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2). Urteilt das Gericht indessen abschliessend 
gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem Verfahren vor dem Sozialver-
sicherungsträger stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde-
rungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig-
keit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 
S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.2.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 27. März 2025, IV 200 2024 782

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und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 133, 9C_651/2019 E. 4.3).

3.3 Die Verfügung vom 23. Oktober 2024 (act. II 105) basiert auf den 
Aktenbeurteilungen der RAD-Ärztin MUDr. L.________ vom 12. Juli 2023 
(act. II 66/5 ff.), vom 18. Dezember 2023 (act. II 79/3 f.) und vom 13. März 
2024 (act. II 85/5 f.). Die Aktenbeurteilungen erfüllen die Voraussetzungen 
der Rechtsprechung an medizinische Berichte und erbringen mithin vollen 
Beweis. Dass die RAD-Ärztin keine klinische Exploration durchführte, ist 
nicht zu beanstanden, konnte sie sich doch aufgrund der Berichte des Spi-
tals D.________ (act. II 17, 20/10) und der Klinik G.________ (act. II 30, 
37/10 ff., 48) sowie des behandelnden Dr. med. K.________ (act. II 63, 
83/2 f.) über den medizinischen Sachverhalt ein gesamthaft lückenloses 
Bild verschaffen (vgl. E. 3.2.3 hiervor). In den Berichten des Spitals 
D.________ (act. II 20/10) und der Klinik G.________ vom 25. Januar 2022 
(act. II 37/22) wurde zwar eine paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0) 
diagnostiziert, jedoch hatte bereits der behandelnde Psychiater die Richtig-
keit der Diagnose aufgrund der Befunde (act. II 63/4 Ziff. 2.4) "in aller Deut-
lichkeit" verneint (act. II 63/5 Ziff. 2.5); dass die RAD-Ärztin seine Beurtei-
lung übernimmt, überzeugt. Dass MUDr. L.________ auf die vom behan-
delnden Psychiater im Verlaufsbericht vom 17. März 2023 (act. II 63/6 Ziff. 
3.4) beschriebenen Funktionseinschränkungen abstellte und davon aus-
ging, diese seien medizinisch begründet (act. II 85/5 Ziff. 4), ist nachvoll-
ziehbar und schlüssig. Einleuchtend ist ihre Beurteilung, dass die Be-
schwerdeführerin krankheitsbedingt keine Ausbildung abgeschlossen hat. 
Auch die Einschätzung, die Beschwerdeführerin sei aktuell (d.h. im März 
2024 nach Geburt der Tochter) und auch weiterhin für die nächsten zwölf 
Monate in jeglicher ausserhäuslichen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig, da 
die Stabilisierung des Gesundheitszustandes und der Aufbau einer Tages-
struktur im Vordergrund stehe (act. II 85/5 Ziff. 2), überzeugt. Es bestehen 
auch keine nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
ärztlichen Feststellungen der RAD-Ärztin; sie werden von der Beschwerde-
führerin ebenfalls nicht bestritten. Auch wenn die RAD-Ärztin davon aus-
geht, die diagnostische Zuordnung der Beschwerdesymptomatik sei allen-
falls noch nicht abgeschlossen bzw. gesichert (act. II 66/6), genügt ihre 
Beurteilung, um den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin auf der vor-

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läufigen Einschätzung der RAD-Ärztin zu prüfen (zur Zulässigkeit des Vor-
gehens vgl. in BGE 135 I 1 nicht publ., aber in SVR 2009 IV Nr. 10 S. 22, 
9C_342/2008 publizierte E. 3.2). In diesem Sinne wurde in der angefochte-
nen Verfügung eine spätere Prüfung der Eingliederungsfrage in Aussicht 
gestellt.

3.4 Von einer lege artis, normorientierten, d.h. nach Massgabe von 
BGE 141 V 281 erfolgten medizinischen Schätzung ist nur aus triftigen 
Gründen abzuweichen. Solche liegen vor, wenn die medizinisch-
psychiatrische Annahme einer Arbeitsunfähigkeit unter dem entscheiden-
den Gesichtswinkel von Konsistenz und materieller Beweislast der versi-
cherten, rentenansprechenden Person zu wenig gesichert ist und insofern 
nicht überzeugt (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367). Hier liegen keine solchen 
Gründe vor, womit der Beurteilung der RAD-Ärztin auch aus rechtlicher 
Optik zu folgen ist. Obgleich es sich um eine vorläufige Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit handelt (act. II 85/5 Ziff. 3) sowie unter Berücksichtigung, 
dass Hinweise auf gewisse Inkonsistenzen und Diskrepanzen vorliegen 
(act. II 66/6) und dass sich erst im weiteren Verlauf zeigen wird, ob ein 
bleibender Gesundheitsschaden vorliegt (act. II 79/3 Ziff. 1), ist gestützt auf 
die Einschätzung vom 13. März 2024 der Beweis einer rechtlich relevanten 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 100 %, bestehend seit dem er-
werbsfähigen Alter der Beschwerdeführerin bis ein Jahr nach der Beurtei-
lung im März 2024, d.h. bis März 2025, in jeglicher Tätigkeit erbracht. 

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt. Dieser bestimmt 
sich nach Art. 24septies Abs. 1 IVV nach den erwerblichen Verhältnissen, in 
denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie nicht gesund-
heitlich beeinträchtigt wäre. Gemäss Art. 24septies Abs. 2 IVV gilt eine versi-
cherte Person als erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 1 IVG, wenn sie im Ge-
sundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäfti-

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gungsgrad von 100 % oder mehr entspricht (lit. a). Die versicherte Person 
gilt als nicht erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 2 IVG, wenn sie im Gesund-
heitsfall keine Erwerbstätigkeit ausüben würde (lit. b) respektive als teiler-
werbstätig nach Art. 28a Abs. 3 IVG, wenn sie im Gesundheitsfall eine Er-
werbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäftigungsgrad von weniger 
als 100 % entspricht (lit. c). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der 
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet 
werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251, 9C_157/2020 
E. 4.1.1). Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxis-
gemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwal-
tungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme 
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozial-
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 6, 
8C_145/2018 E. 5.1).

4.2

4.2.1 Bezüglich des Status der Beschwerdeführerin ist – mit Blick auf die 
Angaben anlässlich des Erstgesprächs vom 13. Oktober 2021 (act. II 10/2) 
– mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt und auch unbestritten, dass 
die Beschwerdeführerin als Gesunde bis zur Geburt der Tochter am 
26. März 2024 (act. II 92) zu 100 % erwerbstätig gewesen wäre.

4.2.2 Umstritten ist jedoch, ob die Beschwerdeführerin als Gesunde nach 
Geburt der Tochter bzw. nach Ablauf des Mutterschaftsurlaubs umgehend 
eine ausserhäusliche Teilzeiterwerbstätigkeit aufgenommen oder noch ein 
Jahr zugewartet hätte. Dazu ergibt sich aus den Akten das Folgende: Die 
Beiständin hielt im Fragebogen vom 5. April 2024 (act. II 90) fest, die Be-
schwerdeführerin würde als Gesunde ein Jahr nach Geburt der Tochter in 
einem Pensum von 50-70 % tätig sein (act. II 90/1 Ziff. 1). Zur Frage, aus 
welchen Gründen die Beschwerdeführerin heute ohne gesundheitliche Be-
einträchtigung in einem anderen Pensum ausserhäuslich tätig wäre, führte 
die Beiständin aus, die Beschwerdeführerin möchte gerne eine Ausbildung 
beginnen und erfolgreich abschliessen (act. II 90/1 Ziff. 2). Zur Frage nach 
der Sicherstellung der Kinderbetreuung hielt die Beiständin fest, diese wer-

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de möglichweise durch Verwandte bzw. eine Kita vorgenommen 
(act. II 90/1 Ziff. 3). Im Fragebogen vom 27. Mai 2024 (act. II 93) führte die 
Beschwerdeführerin selbst aus, sie würde als Gesunde nach der Entbin-
dung und dem Mutterschaftsurlaub gerne arbeiten, wobei sie sagen könne, 
dass sie bereit wäre, nächstes Jahr zu arbeiten, im Idealfall stelle sie sich 
vor, ca. 40-60 % zu arbeiten. Allerdings zu jenem Zeitpunkt, wenn sie sich 
in der Mutterrolle sicher fühlen werde und gleichzeitig die adäquate Betreu-
ung des Kindes sicher gestellt sein werde. Ihre Mutter sei kürzlich in die 
nächste Nachbarschaft gezogen und werde sie unterstützen. Im Herbst 
2023 habe der zuständige Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin sie 
wissen lassen, dass das IV-Dossier aktuell ruhe (act. II 93/1). Gemäss sei-
nen Angaben solle sie sich auf die Mutterschaft konzentrieren. Er werde sie 
bezüglich einer Lehre als …, Fachrichtung … (…), ab Sommer unterstützen 
(act. II 93/2). Gemäss Abklärungsbericht vom 28. Juni 2024 (act. II 95/2 ff.) 
wäre die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nach 
der Geburt der Tochter im März 2024 während eines Jahres nicht ausser-
häuslich erwerbstätig gewesen und danach hätte sie in einem Pensum von 
50-70 % gearbeitet (act. II 95/3 Ziff. 4.2). 

Die Einschätzung der Abklärungsperson vom 28. Juni 2024 beruht auf den 
Angaben der Beiständin der Beschwerdeführerin im Formular vom 5. April 
2024, welche diese als gesetzliche Vertreterin ausfüllte und unterzeichnete, 
weshalb der beschwerdeweisen Kritik (Beschwerde S. 6 f. Ziff. II/2.3; vgl. 
auch Beschwerdeantwort S. 2 lit. C Ziff. 5 f.), die Beschwerdeführerin habe 
die Frage – allenfalls krankheitsbedingt – nicht korrekt erfasst, nicht gefolgt 
werden kann. Des Weiteren korreliert diese "Aussage der ersten Stunde" 
(vgl. dazu: BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47) mit den 
eigenen Angaben der Beschwerdeführerin vom 27. Mai 2024 (act. II 93), 
wonach sie erst ein Jahr "nach der Entbindung und dem Mutterschaftsur-
laub" gerne wieder arbeiten würde und sie eine Erwerbstätigkeit erst zu 
einem Zeitpunkt aufnähme, wenn sie sich in der Mutterrolle sicher fühlen 
und die adäquate Betreuung des Kindes sichergestellt sein werde, wobei 
sie gleichzeitig den Beginn der geplanten Berufslehre als … im Sommer 
2025 (vgl. dazu act. II 71, 75, 77) erwähnte. Tatsächlich ist davon auszu-
gehen, dass die Beschwerdeführerin selbst die Aussagen hinsichtlich des 
Beginns der geplanten Berufslehre nicht auf den Gesundheitsfall bezog, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 27. März 2025, IV 200 2024 782

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absolvierte sie doch invaliditätsbedingt bisher keine Ausbildung, mithin hät-
te sie bei guter Gesundheit eine solche bereits lange vor der Mutterschaft 
abgeschlossen. Indes machte die Beschwerdeführerin ebenfalls klar, dass 
es im Gesundheitsfall ihrer Intention entsprochen hätte, nicht bereits nach 
dem Mutterschaftsurlaub eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, hielt sie doch 
fest, im Falle einer "vollumfänglichen Gesundheit" wäre sie "nächstes Jahr" 
– mithin im Jahr 2025 – bereit zu arbeiten. Soweit sie nunmehr vorbringt, 
sie hätte aus finanziellen Gründen nicht ein Jahr zu Hause bleiben können 
(Beschwerde S. 9 Ziff. Il/2.3), ist dies nicht stichhaltig. Denn wäre die Be-
schwerdeführerin gesund, so verfügte sie bereits über eine abgeschlosse-
ne Ausbildung und hätte bis zur Niederkunft der Tochter im März 2024 be-
reits einige Jahre mit einem Vollpensum (der Status als vollumfänglich Er-
werbstätige ist bis zur Entbindung im März 2024 unbestritten [E. 4.2.1 hier-
vor]) gearbeitet. Bei dieser Ausgangslage ist überwiegend wahrscheinlich, 
dass sie sich – trotz des eher bescheidenen Einkommens des Kindsvaters 
(act. II 93/3) – durch Ersparnisse nach der Taggeldphase (vgl. Art. 16c 
Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 25. September 1952 über den Erwerbser-
satz [Erwerbsersatzgesetz, EOG; SR 834.1]) vorerst weiterhin ausschliess-
lich ihrem Aufgabenbereich hätte widmen können. 

4.3 Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde-
gegnerin ab März 2022 (vgl. zum Rentenbeginn E. 2.1 hiervor und E. 5.2 
hiernach) bis Ende März 2024 bei der Beschwerdeführerin von einem Sta-
tus zu 100 % Erwerbstätige ausging; die Invaliditätsbemessung hat diesbe-
züglich anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu 
erfolgen (vgl. E. 5 hiernach). Ab dem 1. April 2024 ist bei der Beschwerde-
führerin von einem Status 100 % Aufgabenbereich auszugehen. Dieser 
Statuswechsel stellt einen Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.4.2 hiervor) und 
die Invaliditätsbemessung hat diesbezüglich anhand der spezifischen Me-
thode (Betätigungsvergleich; vgl. E. 6 hiernach) zu erfolgen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2025, IV 200 2024 782

-20-

5.

5.1

5.1.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 62, 9C_63/2018 E. 4.4.2).

5.1.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 150 V 67 E. 4.1 
S. 69, 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV).

5.1.3 Der Anspruch auf die ganze Invalidenrente (betraglich 100 %) ist 
entstanden, wenn die versicherte Person während eines Jahres durch-
schnittlich mindestens zu 70 % arbeitsunfähig gewesen und weiterhin im 
mindestens gleichen Umfang, somit zu wenigstens 70 % invalid ist 
(MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 
2022, Art. 29 N. 7).

5.2 Angesichts der (vorübergehend bis März 2025 attestierten) Arbeits-
unfähigkeit von 100 % in jeglicher Tätigkeit und aufgrund des Umstands, 
dass die Beschwerdeführerin die einjährige Wartezeit (Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG) in diesem Umfang bestanden hat, resultiert ohne Weiteres ein Invali-
ditätsgrad von 100 %, weshalb die Beschwerdeführerin unter Berücksichti-
gung der Karenzfrist von sechs Monaten (E. 2.3.1 hiervor) nach der An-
meldung zum Leistungsbezug vom September 2021 (vgl. auch E. 2.1 hier-
vor) ab dem 1. März 2022 Anspruch auf eine ganze Rente hat.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 27. März 2025, IV 200 2024 782

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6.

6.1 Gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG wird bei nicht erwerbstätigen Versi-
cherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, für die Bemessung des In-
validitätsgrades in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel-
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (spezi-
fische Methode [Betätigungsvergleich]; vgl. auch BGE 142 V 290 E. 4 
S. 293). Der gesamte Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicher-
ten entspricht in jedem Fall einem Wert von 100 %. Die Gewichtung der 
einzelnen Teilbereiche der Haushaltführung hat sodann nach Massgabe 
der Verwaltungsweisungen zu erfolgen. Hernach ist die gesundheitlich be-
dingte Einschränkung in den einzelnen Teilbereichen festzustellen, woraus 
sich schliesslich der Invaliditätsgrad ermitteln lässt (AHI 1997 S. 291 E. 4a).

6.2 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 223, 9C_762/2017 
E. 3.2).

6.3 Anlässlich der Erhebung an Ort und Stelle vom 27. Juni 2024 ermit-
telte die Abklärungsfachperson anhand des Betätigungsvergleichs eine 
Einschränkung von 5 % (act. II 95/5 ff. Ziff. 7.2). Der Abklärungsbericht vom 
28. Juni 2024 (act. II 95/2 ff.) ist beweiskräftig; klar feststellbare Fehlein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2025, IV 200 2024 782

-22-

schätzungen liegen nicht vor und werden beschwerdeweise auch nicht gel-
tend gemacht. Insgesamt ergibt sich keine Veranlassung, in das Ermessen 
der Abklärungsperson einzugreifen. 

6.4 Bei einem Status im Aufgabenbereich von 100 % ab April 2024 und 
einer Einschränkung im Aufgabenbereich von 5 % resultiert somit ein ren-
tenausschliessender Invaliditätsgrad von 5 %.

7.

7.1 Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin die ab 1. März 2022 (vgl. E. 5.2 hiervor) zugesprochene 
ganze Rente auf Ende März 2024 befristete, da ab April 2024 ein renten-
ausschliessender Invaliditätsgrad von 5 % (E. 6.4 hiervor) vorliegt. Nicht 
anwendbar ist Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV (vgl. Rz. 4102 KSIR). Die auf die 
Erwerbsfähigkeit und nicht auf invaliditätsfremde Änderungen bezogene 
Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV muss nicht abgewartet werden 
(MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 30 N. 104).

7.2 Damit ist die angefochtene Verfügung vom 23. Oktober 2024 
(act. II 105) nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt. Zu prüfen bleibt jedoch das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 27. März 2025, IV 200 2024 782

-23-

8.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. (Art. 111 Abs. 1 VRPG; SVR 2011 
IV Nr. 22 S. 61, 9C_432/2010 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 21, 8C_22/2010 
E. 6.1).

Die Prozessarmut der Beschwerdeführerin ist gestützt auf die eingereichten 
Unterlagen (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 7-12) erstellt. Weiter ist 
das Beschwerdeverfahren nicht von vornherein als aussichtslos zu betrach-
ten. Das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Ver-
fahrenskosten ist demnach gutzuheissen, weshalb die Beschwerdeführerin 
– unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – 
vorläufig von der Zahlungspflicht der Verfahrenskosten von Fr. 800.-- zu 
befreien ist (Art. 113 VRPG). 

8.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Kosten-
pflicht wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2025, IV 200 2024 782

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4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________, Beiständin C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.