# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86ec5247-db72-5e4c-bb11-bf9407a9ca45
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2021 E-5437/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5437-2021_2021-12-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5437/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  D e z e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richter Yannick Antoniazza-Hafner;  

Gerichtsschreiberin Tina Zumbühl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 7. Dezember 2021 / N (…). 

 

 

 

E-5437/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 9. November 2021 in der Schweiz um 

Asyl nach. Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit 

der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 

28. Dezember 2018 sowie am 20. Juli 2020 in Griechenland und am 3. 

November 2021 in Slowenien bereits Asylgesuche gestellt hatte. 

B.  

Anlässlich der Befragung vom 24. November 2021 wurde dem 

Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintreten-

sentscheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Slowenien ge-

währt, dessen Zuständigkeit für die Behandlung seines Asylgesuchs 

grundsätzlich in Frage komme. Der Beschwerdeführer führte aus, ihm 

seien in Slowenien gegen seinen Willen die Fingerabdrücke abgenommen 

worden. Er habe nicht vorgehabt, in Slowenien zu bleiben. Die Polizei habe 

ihn aber aufgegriffen und er habe keine andere Möglichkeit gehabt, als ein 

Asylgesuch zu stellen, sein Zielland sei aber die Schweiz gewesen. Er 

habe auf der Reise viel gelitten. Zu seinem Gesundheitszustand führte er 

aus, er sei in Griechenland (…) operiert worden und habe nun noch immer 

Schmerzen. Daneben leide er auch an Vergesslichkeit und an Stress. 

C.  

Die slowenischen Behörden hiessen das Gesuch der Vorinstanz vom 24. 

November 2021 um Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 

Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO), am 3. Dezember 2021 gut. 

D.  

Am 30. November 2021 reichte der Beschwerdeführer einen ärztlichen 

Kurzbericht, datierend auf den 24. November 2021, zu den Akten.  

E.  

Mit Verfügung vom 7. Dezember 2021 (eröffnet am 8. Dezember 2021) trat 

das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Wegwei-

sung aus der Schweiz nach Slowenien an und forderte ihn auf, die Schweiz 

E-5437/2021 

Seite 3 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig beauf-

tragte es die zuständige kantonale Behörde mit dem Vollzug der Wegwei-

sung und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid 

komme keine aufschiebende Wirkung zu. Ferner wurden die editionspflich-

tigen Akten gemäss Aktenverzeichnis der Beschwerdeführerin zugestellt. 

F.  

Am 8. Dezember 2021 legte die zugewiesene Rechtsvertretung das Ver-

tretungsmandat nieder. 

G.  

Mit Beschwerde vom 14. Dezember 2021 an das Bundesverwaltungsge-

richt beantragt der Beschwerdeführer, die Verfügung vom 7. Dezember 

2021 sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihre Pflicht und ihr 

Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende Asylver-

fahren für zuständig zu erklären. Im Sinne vorsorglicher Massnahmen sei 

der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugs-

behörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Slowenien ab-

zusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Beschwerde ent-

schieden habe. Ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses. 

H.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 15. Dezember 2021 setzte die 

Instruktionsrichterin den Vollzug der Überstellung des Beschwerdeführers 

gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus. 

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 15. 

Dezember 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

  

E-5437/2021 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG], und Form [Art. 52 VwVG]) sind offensichtlich erfüllt. 

Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu erläutern ist – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin, ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit 

summarischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111 Bst. e und Art. 111a 

Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 

8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 

Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mit-

gliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein 

Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wie-

deraufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich 

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Seite 5 

keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr 

statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

3.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-

gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat 

als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als 

zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

3.4 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkreti-

siert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch «aus hu-

manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-

VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche 

Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE 

2015/9 E. 8.2.1) 

4.  

4.1 Die slowenischen Behörden haben dem Gesuch um Übernahme des 

Beschwerdeführers am 3. Dezember 2021 zugestimmt. Die grundsätzliche 

Zuständigkeit Sloweniens für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens ist somit gegeben. Der Beschwerdeführer bestreitet auch 

nicht, in Slowenien ein Asylgesuch eingereicht zu haben. Er hält jedoch 

fest, dass er nicht in Slowenien habe bleiben wollen und die Schweiz von 

Anfang an sein Zielland gewesen sei (SEM Akte […]-12/2). Diesbezüglich 

ist dem Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass die Dublin-III-VO den 

Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat 

selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

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4.2 Der Beschwerdeführer rügt ferner unter Verweis auf Berichte von Nicht-

regierungsorganisationen sowie Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

aus den Jahren 2014, 2015 und 2017 einen Bestand systemischer Mängel 

im Asylverfahren und in den Aufnahmebedingungen für Asylbewerber in 

Slowenien. Aus den von ihm zitierten Urteilen ergäben sich durchaus ernst-

zunehmende Hinweise auf nicht unerhebliche Mängel in der Gesundheits-

versorgung psychisch kranker Asylsuchender. So bestehe die Gefahr, dass 

der Zugang zu entsprechender Behandlung für traumatisierte Personen 

eingeschränkt sein könnte. Insbesondere psychotherapeutische Behand-

lungen seinen nicht verfügbar. Ein Bericht des European Asylum Support 

Office (EASO) und ein Bericht der Asylum Information Database (AIDA) 

hätten zudem im Jahre 2019 festgestellt, dass Asylbewerberinnen und -

bewerber in staatlichen Unterkünften auf unzulässige Weise und unter 

schlechten hygienischen Bedingungen festgehalten und nicht zeitgerecht 

behandelt worden seien (Beschwerde E. II Bst. b-d). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da-

von aus, dass das slowenische Asylsystem keine systemischen Mängel im 

Sinn von Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz Dublin-III-VO aufweist (vgl. anstelle vie-

ler Urteile des BVGer F-5257/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 5.2; F-

4851/2021 vom 9. November 2021 E. 6.1 m.H., F-4527/2021 vom 1. No-

vember 2021 E. 4, F-4495/2021 vom 19. Oktober 2021 E. 5.1 m.H.). Für 

eine Änderung der Rechtsprechung besteht weder in Würdigung der vom 

Beschwerdeführer zitierten Berichte noch der von ihm erwähnten Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts Anlass. 

4.4 Folglich ist eine Übernahme der Zuständigkeit zur Behandlung des 

Asylgesuchs durch die Schweiz in Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-

VO nicht angezeigt.  

5.  

5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz trotz der grundsätzlichen Zustän-

digkeit Sloweniens das Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz 

Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, hätte ausüben müs-

sen.  

5.2 Slowenien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

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0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne 

und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien 

des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 

2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung 

des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-

geben. 

5.3 Zwar kann die Vermutung, Slowenien halte seine völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen ein, im Einzelfall widerlegt werden. Dafür bedarf es aber kon-

kreter und ernsthafter Hinweise, die gegebenenfalls vom Betroffenen 

glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4; Urteil des BVGer D-

5698/2017 vom 6. März 2018 E. 5.3.1). Entsprechende konkrete Hinweise 

bringt der Beschwerdeführer keine vor. In Bezug auf die angeblich unzu-

mutbaren Zustände in Slowenien, welche er in der Beschwerdeschrift auf-

führt (vgl. oben E.4.2 und Beschwerde E. II, Bst b-d), vermag er nicht dar-

zutun, dass die ihn bei einer Rückführung zu erwartenden Bedingungen 

derart schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grund-

rechtecharta bzw. Art. 3 EMRK führen könnten. Bei einer allfälligen vor-

übergehenden Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedingun-

gen könnte er sich im Übrigen nötigenfalls an die slowenischen Behörden 

wenden und seine Rechte auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Auf-

nahmerichtlinie). Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, ihm sei in Slowe-

nien «nicht geholfen» worden und er sei dort von Polizisten geschlagen 

worden (Beschwerde E. II, Bst. e). Dabei gilt zu berücksichtigen, dass zwi-

schen seiner Asylgesuchstellung in Slowenien und derjenigen in der 

Schweiz nur gerade eine Woche verstrich. Ohne präzise Kenntnisse der 

konkreten Umstände, inwiefern er von Polizisten geschlagen worden sei – 

was er im Übrigen anlässlich der Befragung des SEM nicht erwähnte –, 

kann nicht schon auf eine erhebliche Verletzung völkerrechtlicher Verpflich-

tungen geschlossen werden (vgl. F-5257/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 

6.3). Slowenien ist ein funktionierender Rechtsstaat und die Behörden sind 

grundsätzlich gewillt und fähig, staatlichen Schutz zu gewähren (vgl. F-

4495/2021 vom 19. Oktober 2021 E. 6.2). 

5.4 Auch sprechen keine medizinischen Gründe gegen eine Überstellung 

nach Slowenien. Die Annahme eines Verstosses gegen Art. 3 EMRK ist an 

hohe Voraussetzungen geknüpft; ein solcher kann vorliegen, wenn eine 

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schwer kranke Person durch die Abschiebung mit einem realen Risiko kon-

frontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-

schlechterung ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt zu werden, die zu 

intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwar-

tung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193 m.w.H.). 

Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf eine schwerwiegende Er-

krankung, welche, sofern notwendig, nicht auch in Slowenien behandelt 

werden könnte. Anlässlich der Befragung vom 24. November 2021 gab der 

Beschwerdeführer an, er habe Bauchschmerzen und leide an Stress und 

Vergesslichkeit, weswegen er gleichentags noch einen Arzttermin habe 

(SEM Akte […]-12/2). In dem ärztlichen Kurzbericht vom 24. November 

2021 wurde festgehalten, der Beschwerdeführer leide an Akne und ihm 

wurden Medikamente verschrieben. Daneben wurde ein Termin bei einem 

Zahnarzt empfohlen (SEM Akte […]-16/3). Das SEM hat sich am 6. De-

zember 2021 zusätzlich beim Gesundheitsdienst der Asylunterkunft über 

den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erkundigt. Dabei wurde 

ihm mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer am 10. Dezember 2021 einen 

Arzttermin aufgrund Zahnschmerzen habe (SEM Akte […]-18/1). Weitere 

benötigte Behandlungen gehen aus den Akten nicht hervor. Im Übrigen 

verfügt Slowenien entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur, was aus dem von ihm in der Be-

schwerde zitierten AIDA-Bericht hervorgeht (vgl. AIDA, Country Report: 

Slovenia [2019 update], https://asylumineurope.org/wp-content/uplo-

ads/2020/03/report-download_aida_si_2019update.pdf, abgerufen am 

17.12.2021). Der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

führt somit für den Fall einer Überstellung nach Slowenien im Rahmen des 

Dublin-Verfahrens offensichtlich nicht zur Annahme einer drohenden Ver-

letzung von Art. 3 EMRK. 

5.5 Nach dem Gesagten konnte der Beschwerdeführer kein konkretes und 

ernsthaftes Risiko dartun, wonach seine Wegweisung nach Slowenien die 

Verletzung völkerrechtlicher Bestimmungen zur Folge hätte. Es ist auch 

kein Ermessensmissbrauch des SEM hinsichtlich allfälliger humanitärer 

Gründe ersichtlich. 

6.  

Das SEM ist zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat zu Recht 

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Seite 9 

in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Slowenien ange-

ordnet, zumal auch kein Tatbestand gemäss Art. 32 Bst. a AsylV 1 vorliegt. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Eine weitere Auseinan-

dersetzung mit den Vorbringen in der Beschwerdeschrift erübrigt sich und 

die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-

halb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als ge-

genstandslos erweist. Der am 15. Dezember 2021 angeordnete Vollzugs-

stopp fällt mit dem vorliegenden Urteil dahin.  

9.  

Die Behandlung des Gesuchs um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses erübrigt sich mit dem vorliegenden abschliessenden Urteil in 

der Sache. Angesichts des Unterliegens des Beschwerdeführers sind die 

Kosten des Verfahrens grundsätzlich ihm aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

ist abzuweisen, weil die Begehren aussichtlos im Sinn von Art. 65 Abs. 1 

VwVG waren. Demnach hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten 

von Fr. 750.– zu tragen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand 

des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Tina Zumbühl 

 

 

Versand: