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**Case Identifier:** 70cdd575-d7bb-5bdd-aa81-c7e56d193d64
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.06.2024 720 23 370 / 131 (720 2023 370 / 131)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-370---131_2024-06-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. Juni 2024 (720 23 370 / 131) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Beurteilung des medizinischen Sachverhalts, Bemessung der Invalidität 

 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Deborah Büttel, 
Rechtsanwältin, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Die 1989 geborene A.____, ausgebildete Gärtnerin mit Fachrichtung Zierpflanzen, mel-
dete sich am 30. Dezember 2020 unter Hinweis auf unfallbedingte Rückenbeschwerden bei der 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
klärte die erwerblichen, hauswirtschaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse ab, wobei sie 
die Versicherte bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) polydisziplinär begutach-
ten liess (Expertise vom 24. März 2023). Gestützt auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse 

 

 
 
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ermittelte die IV-Stelle in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode mit einem Er-
werbsanteil von 75 % und einem Haushaltsanteil von 25 % ab 6. Mai 2020 einen Invaliditäts-
grad von 45 % und ab 1. Januar 2023 einen solchen von 26 %. In der Folge sprach sie A.____ 
– unter Berücksichtigung, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten 
nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht – für den Zeitraum vom 1. Juni 2021 
bis 31. März 2023 eine befristete Viertelsrente zu (Verfügung vom 24. Oktober 2023). 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Deborah Büttel, am 27. No-
vember 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 24. Oktober 
2023 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr basierend auf einem In-
validitätsgrad von mindestens 70 % spätestens ab 1. Juni 2021 eine ganze Rente zuzuspre-
chen. Eventualiter sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 24. Oktober 2023 aufzuhe-
ben und es sei zur Beurteilung des Leistungsanspruchs ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten 
einzuholen. Subeventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 
und diese zu verpflichten, ein neues, zufallsbasiertes polydisziplinäres Gutachten einzuholen 
und nach Vorliegen desselben über den Leistungsanspruch neu zu entscheiden. Subsubeven-
tualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, berufliche Massnahmen einzuleiten und 
eine Umschulung zu finanzieren; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentli-
chen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen be-
ruhe und die Bemessung der Invalidität nicht zutreffend erfolgt sei. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Dezember 2023 schloss die IV-Stelle auf Abweisung 
der Beschwerde. 
 
D. Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 17. Januar 2024; Duplik vom 
16. Februar 2024) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 
 
E. Mit Instruktionsverfügung vom 21. Februar 2024 wurde die Angelegenheit der Dreier-
kammer zur Beurteilung überwiesen. 

 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 
 

 

 
 
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1.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsver-
hältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungs-
behörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung genommen hat. Insoweit 
bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Um-
gekehrt fehlt es an einem solchen und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und in-
soweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a). Gegenstand der 
angefochtenen Verfügung vom 24. Oktober 2023 bildet einzig der Rentenanspruch der Be-
schwerdeführerin. Der Anspruch auf berufliche Massnahmen wurde in diesem Entscheid nicht 
geprüft, weshalb auf die Beschwerde, soweit sie sich darauf bezieht, nicht eingetreten werden 
kann. Im Übrigen kann auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde vom 27. November 
2023 eingetreten werden. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging nach dem 1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entste-
hen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fas-
sung Anwendung. Wird der Anspruch auf eine IV-Rente bzw. deren Ablehnung nach dem 
1.  Januar 2022 verfügt, gilt unter anderem folgendes: Liegen der Eintritt der Invalidität und der 
Beginn des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, so bleiben die vor dem 1. Januar 2022 
gültigen Bestimmungen anwendbar (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invaliden-
versicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9101). Vorliegend steht ein Rentenanspruch 
ab 1. Juni 2021 in Frage, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der bis 
zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar sind. Sie werden im Folgenden 
jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
3. Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 24. Oktober 2023 entwickelt 
hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
4. Vorab ist auf folgende Verfahrensgrundsätze hinzuweisen: Sowohl das sozialversiche-
rungsrechtliche Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Danach 
haben Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte den rechtserheblichen 
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis 
über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende 
Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 9C_662/2016, E. 2.2). Dem 
Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprüfungsbefugnis 
zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO i. V. m. Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c 
ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen 
eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über-
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

 

 
 
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nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor-
derungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von 
allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 
mit Hinweisen). 
 
5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
5.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % ar-
beitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % 
invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine 
Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Art. 29 Abs. 1 IVG bestimmt, 
dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung 
des Leistungsanspruchs entsteht. 
 
6.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsfähig 
ist. 
 
6.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterla-
gen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu-
gemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
6.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-

 

 
 
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tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
6.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 
 
7.2 Am 7. Mai 2019 diagnostizierte Dr. med. B.____, FMH Physikalische Medizin und Reha-
bilitation, Spital C.____, eine chronische Zervikalgie und eine klinische deutliches Epikondylitis 
humeri radialis rechts. Die Versicherte beschreibe zwei Unfallereignisse in den Jahren 2011 
und 2016. Die Wiederaufnahme der Arbeit als Gärtnerin sei nach dem zweiten Unfallereignis 
aufgrund der Schmerzen erschwert gewesen. Sie sei dann im Gastgewerbe tätig gewesen. Da-
nach seien vor allem rechtsseitig Ellenbogenschmerzen aufgetreten. Zudem habe sie am 
12. Februar 2019 am rechten Zeigefinger einen Katzenbiss erlitten. Aus handchirurgischer Sicht 
bestehe nun eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine Früherfassung/Umschulung durch die IV 
sei angezeigt. 
 
7.3 Am 10. Dezember 2020 diagnostizierte Dr. B.____ eine Acute on chronic-Lumbalgie, 
eine chronische Zervikalgie, akute Schwindelattacken und einen Status nach Epicondylitis hu-
meri radialis rechts. Die CT-gesteuerte Infiltration foraminal Wurzel L5 linksseitig habe eine 
60%-ige Schmerzlinderung gebracht. Die Versicherte verspüre vor allem noch lokale lumbale 
Beschwerden. In ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit bestehe seit dem 1. Oktober 2020 eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit. 
 

 

 
 
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7.4 Am 26. Februar 2021 bescheinigte Dr. B.____ der Versicherten als Gärtnerin seit August 
2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine leidensadaptierte Tätigkeit (Kontroll- und Über-
wachungsfunktionen, Tätigkeiten, bei denen ein Wechsel zwischen Stehen, Gehen und Sitzen 
möglich sei) ohne gebückte rotierte Rumpfhaltungen, ohne Heben von Lasten über 5 bis 7 kg 
und ohne Überkopfarbeiten sei aber zu 50 % zumutbar. Je nach Verlauf könne das Arbeitspen-
sum um 10 % pro Monat gesteigert werden. 
 
7.5 Im Sprechstundenbericht vom 10. Juni 2021 hielt Dr. med. D.____, FMH Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, Spital C.____, fest, dass sich die Versi-
cherte ausserplanmässig mit einer Lumbagoexazerbation bei bekanntem chronischem lum-
bovertebralem Schmerzsyndrom sowie einer Zervikobrachialgie in der Sprechstunde vorgestellt 
habe. Sie beschreibe eine regelmässige Schmerzausstrahlung in das linke Bein mit Einknicken 
des Beins sowie chronische HWS-Beschwerden mit Ausstrahlung in den rechten Arm. Im Vor-
dergrund stünden tieflumbale Schmerzen. Es seien weitere Abklärungen veranlasst worden. 
 
7.6 Am 25. Juni 2021 hielt Dr. med. E.____, FMH Anästhesiologie, Spital C.____, fest, die 
Versicherte berichte über langjährige Schmerzen nach einem Unfall 2015 im Bereich der Wir-
belsäule, insbesondere der HWS und der LWS, die sich im Laufe der letzten zwei Jahren ver-
schlechtert hätten. Es käme episodisch zu Zwischenfällen mit plötzlich einschiessendem 
Schmerz lumbal, der ihre Beine und gelegentlich auch ihre Arme taub machen würde; in der 
Folge zu Stürzen. Sie habe Angst, sich dabei schwer zu verletzen. Wenn die Arme einschlafen 
würden, würden ihr Gegenstände aus der Hand fallen. In Ruhe seien die Schmerzen bei einem 
VAS von 6-7; während einer Episode bei 8-9. 
 
7.7 Die Versicherte war vom 14. Oktober 2021 bis 5. November 2021 in der Klinik für 
Schmerztherapie des Spitals C.____ hospitalisiert. Im Bericht vom 8. November 2021 wurden 
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), 
eine Acute on chronic-Lumbalgie, eine chronische Zervikalgie, ein Status nach Unfallereignis 
mit Schlag auf den Kopf und Commotio cerebri (2011), eine Epicondylitis humeri radialis rechts-
seitig sowie ein Verdacht auf eine komplexe Traumafolgestörung diagnostiziert. Die Versicherte 
sei mit chronischen Schmerzen und daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen, Beein-
trächtigungen und Behinderungen zur Schmerzbehandlung im Rahmen einer konventionellen 
multimodalen Schmerztherapie in die Klinik eingetreten und habe davon profitieren können. Sie 
sei mit gesteigertem Antrieb, stabiler Stimmung und reduzierten Schmerzen entlassen worden. 
Eine ambulante psychotherapeutische Behandlung sei zu empfehlen. 
 
7.8 Am 28. Oktober 2022 bescheinigte Dr. B.____ der Versicherten eine seit August 2019 
andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Gärtnerin. 
 
7.9 Die IV-Stelle beauftragte die ABI mit einem polydisziplinären Gutachten, welches am 
24. März 2023 erstattet wurde. Darin wurden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni-
sches, zervikospondylogenes bis zervikozephales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0, M53.1), 
ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont (ICD-10 M54.5), ein Status 
nach Revision der Streck- und Beugesehne bei Status nach Katzenbiss mit beginnender Beu-

 

 
 
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gesehnenphlegmone und subkutanem Infekt (ICD-10 L03) sowie eine chronische Schmerzstö-
rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert. Ohne Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Zerviko- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 
M53.1, M54.5) ohne radikuläre oder medulläre Beteiligung, aktenanamnestisch ein Status nach 
Epicondylopathie humeri radialis rechts (ICD-10 M77.1), eine Adipositas (ICD-10 E66.01) und 
eine Leukozytose unklarer Ätiologie (ICD-10 D72.8). Aus internistischer und neurologischer 
Sicht könnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden. In 
psychiatrischer Hinsicht habe anlässlich der Untersuchung kein depressives Syndrom festge-
stellt werden können, weshalb von einer Remission der depressiven Episode auszugehen sei. 
Die Versicherte sei aufgrund von Schmerzen und Belastungen in ihrem Umfeld (Erkrankung der 
Mutter, finanzielle Probleme) belastet. Die beklagten körperlichen Beschwerden seien soma-
tisch nicht vollständig erklärbar. Die Diagnosekriterien für eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren seien erfüllt. Der Schmerz verursache in klinisch be-
deutsamer Weise Leiden und Benachteiligungen in sozialen, beruflichen und anderen wichtigen 
Funktionsbereichen. Vorliegend würden die Einschränkungen hauptsächlich den beruflichen 
Bereich betreffen. Insgesamt sei von einer geringen Beeinträchtigung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit auszugehen. Eine weitere psychische Störung liege aktuell nicht vor. Gegenwär-
tig finde keine Behandlung statt. Die Prognose sei günstig. Die Versicherte verfüge über vielfäl-
tige Fähigkeiten und Ressourcen. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit 
(ruhiger, klar strukturierter Arbeitsplatz) sei aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs bezogen 
auf ein Vollzeitpensum um 10 % reduziert. Aus rheumatologischer Sicht bestünden ein chroni-
sches, zervikospondylogenes bis zervikozephales und ein chronisches lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom linksbetont sowie ein Status nach Revision der Streck- und Beugesehne. Im 
kursorisch-klinisch-neurologischen Status hätten sich keine motorischen Defizite an den oberen 
oder unteren Extremitäten gezeigt. Die regelmässig durchgeführten Behandlungen hätten zwi-
schen Anfang 2022 und Anfang 2023 zu einer deutlich verbesserten Belastungsfähigkeit des 
Achsenskeletts geführt. Der Versicherten sei aus rheumatologischer Sicht eine körperlich leich-
te bis selten mittelschwere, adaptierte, wechselbelastende berufliche Tätigkeit ohne feinmanuel-
le und koordinativ anspruchsvolle Arbeiten zumutbar. Zu vermeiden seien Arbeitshaltungen in 
anhaltender Oberkörpervorneige- oder Rückhalteposition sowie Arbeitsabläufe mit stereotypen 
Rotationsbewegungen der HWS und der LWS. Möglich seien Kontroll- und Überwachungsfunk-
tionen sowie das Heben und Tragen von Lasten bis zur Taille bis 7,5 kg, selten 10 kg. Wegen 
regelmässig zu gewährenden Arbeitspausen sei die Leistungsfähigkeit um 20 % reduziert. Die-
se Beurteilung der Leistungsfähigkeit gelte ab Januar 2023, davor betrage die Arbeitsfähigkeit 
in einer adaptierten beruflichen Tätigkeit ab Februar 2021 50 %. Die psychischen und somati-
schen Einschränkungen würden sich nicht addieren. Gesamtmedizinisch betrage die Arbeitsfä-
higkeit in angepassten Verweistätigkeiten ab August 2019 50 % und ab Januar 2023 80 %. 
 
7.10 Im Bericht vom 11. Juli 2023 hielt Dr. B.____ fest, die Versicherte letztmals im Oktober 
2022 gesehen zu haben. Danach sei sie im Dezember 2022 nochmals in der Hüftschmerzstun-
de vorstellig geworden. Sie habe über einen initial gebesserten Verlauf nach der multimodalen 
Schmerztherapie im Juli 2022 berichtet. Die komplizierte Schwangerschaft (mit Kopfschmerzen, 
Schwindel, Erbrechen, etc.) und die Krankheit der Mutter hätten sie belastet. Zudem habe sie 
einen insulinpflichtigen Gestationsdiabetes entwickelt. Die Beschwerdesymptomatik lumbal ha-

 

 
 
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be sich aktuell durch die Schwangerschaft zwar nicht verschlechtert, aber auch nicht gebessert. 
Nach wie vor bestünden die Osteochondrosen und Bandscheibenprotrusion, welche unter-
schiedliche Beschwerden auslösen würden. Hinzukommen würden die chronischen Zervikal-
gien. Als Gärtnerin bestünde bis 31. August 2023 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 
 
8.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 24. Oktober 2023 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich 
auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter der ABI in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 
24. März 2023 gelangt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten nach Ab-
lauf des Wartejahrs am 6. Mai 2020 (recte wohl: August 2020) eine leidensangepasste Tätigkeit 
zu 50 % und seit 1. Januar 2023 eine solche von 80 % zumutbar gewesen sei. Diese Beweis-
würdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.4 hiervor), ist 
den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen 
und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht 
in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. 
Das polydisziplinäre Gutachten der ABI vom 24. März 2023 weist weder formale noch inhaltli-
che Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 6.3 hiervor) – für die 
streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die 
geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es setzt sich 
ausreichend mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander. In-
haltlich ist das Gutachten widerspruchsfrei und es leuchtet in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. 
 
8.2 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, verfängt nicht. Wenn sie geltend macht, 
sie sei entgegen den Feststellungen im Gutachten (auch) in einer angepassten Verweistätigkeit 
durchgehend vollständig arbeitsunfähig, entbehrt diese eigene Einschätzung einer medizini-
schen Grundlage, denn die vorliegenden medizinischen Unterlagen liefern dafür keine stichhal-
tigen Belege. Weder der Bericht der Klinik für Schmerztherapie des Spitals C.____ vom 8. No-
vember 2021 noch die Unterlagen der behandelnden Ärztin Dr. B.____ enthalten eindeutige 
Hinweise, die eine solche Einschätzung rechtfertigen würden. Im Gegenteil: Dr. B.____ attes-
tierte der Versicherten in ihrem Bericht vom 26. Februar 2021 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Verweistätigkeit, wobei sie eine monatliche Steigerung des Arbeitspensums 
um 10 % für möglich hielt, was auf ein erhebliches Potenzial zur schrittweisen Wiedereingliede-
rung in den Arbeitsprozess hindeutet. Weder die Einschätzungen von Dr. B.____ vom 
10. Dezember 2020 und 28. Oktober 2022, noch jene der Dres. med. D.____ und E.____ vom 
10. Juni 2021 und 25. Juni 2021, noch der Bericht der Klinik für Schmerztherapie des Spitals 
C.____ vom 8. November 2021 liefern Anhaltspunkte, die die Validität dieser Einschätzung in 
Zweifel ziehen würden. Dies legt nahe, dass die von der behandelnden Ärztin Dr. B.____ vor-
genommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten weiterhin als massgeblich 
betrachtet werden kann. Demgegenüber betrifft ihre Beurteilung wonach bei der Versicherten 
seit August 2019 eine anhaltende vollständige Arbeitsunfähigkeit bestünde, einzig die ange-
stammte Tätigkeit als Gärtnerin. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, es sei spätestens ab 

 

 
 
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Juni 2023 zu einer richtungsgebenden Verschlechterung der Rückenbeschwerden gekommen, 
steht im Widerspruch zur Beurteilung von Dr. B.____ vom 11. Juli 2023. Laut diesem Bericht 
hat sich die lumbale Beschwerdesymptomatik weder verschlechtert noch verbessert. Zwar er-
wähnt Dr. B.____ Beschwerden aufgrund einer komplizierten Schwangerschaft sowie eine Be-
lastung durch die Erkrankung der Mutter der Beschwerdeführerin, jedoch lässt sich daraus kei-
ne relevante, richtungsgebende Verschlechterung des Gesundheitszustands ableiten. Es liegen 
auch keine weiteren ärztlichen Berichte vor, die eine zwischenzeitlich eingetretene dauerhafte 
Verschlechterung des Gesundheitszustands belegen würden. Somit fehlt es an stichhaltigen 
medizinischen Nachweisen, die die Behauptung einer Verschlechterung des Gesundheitszu-
stands der Beschwerdeführerin ab Juni 2023 untermauern würden. Bei dieser Sachlage ist nicht 
ausgewiesen, dass die Beurteilung im ABI-Gutachten im Zeitpunkt des Erlasses der angefoch-
tenen Verfügung überholt war.  
 
Die Beschwerdeführerin argumentiert weiter, dass die vom rheumatologischen Gutachter fest-
gestellte Verbesserung der Belastbarkeit ab Januar 2023 in den Berichten der behandelnden 
Ärzte nicht dokumentiert sei. Dem ist entgegenzuhalten, dass sich der Gutachter – in Kenntnis 
der bisherigen Akten – anlässlich der Exploration der Versicherten mit persönlicher Untersu-
chung ein eigenes Bild über deren Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit machen konnte. 
Die gutachterliche Beurteilung basiert somit auf einer Kombination aus Aktenstudium und per-
sönlicher klinischer Untersuchung, was ihr besonderes Gewicht verleiht. In diesem Zusammen-
hang ist in Erinnerung zu rufen, dass eine Exploration von der Natur der Sache her nicht er-
messensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet den Gutachtern praktisch immer einen Spielraum für 
verschiedene medizinische Interpretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern die 
Gutachter – wie hier – lege artis vorgegangen sind. Die Beschwerdeführerin legt nicht substan-
ziiert dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus den vorliegenden Berichten der behandeln-
den Ärztinnen und Ärzte Gesichtspunkte hervorgingen, die nicht auch im Rahmen des Gutach-
tens der ABI vom 24. Oktober 2023 berücksichtigt worden wären oder in einem unaufgelösten 
Widerspruch dazu stehen würden. Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, die Beur-
teilung des Gesundheitszustands und der Zumutbarkeit im Gutachten der ABI vom 24. Oktober 
2023 basiere auf einem unzutreffenden Sachverhalt. Vielmehr differenzierten die Gutachter 
unter Berücksichtigung der Berichte der behandelnden Ärzte zwischen den subjektiv empfun-
denen Beschwerden und den objektiv feststellbaren Befunden und legten nachvollziehbar dar, 
weshalb im Zeitpunkt der Begutachtung trotz der Beschwerden von einer 80%igen Arbeitsfähig-
keit in angepassten Verweistätigkeiten auszugehen ist. Bei dieser Sachlage und der Tatsache, 
dass es den beteiligten Fachärzten möglich war, eine zuverlässige Einschätzung des leis-
tungsmässig Machbaren vorzunehmen, kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 
E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche Abklärungen verzichtet werden. 
 
9.1 Streitig ist weiter die Methode zur Invaliditätsbemessung. Für die Bemessung der Invali-
dität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Da-
nach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicher-
te Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche-
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Er-

 

 
 
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werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Validenein-
kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge-
genübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestim-
men (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). Bei nichterwerbstä-
tigen Versicherten, die im Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme 
einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in 
Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die 
nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie da-
neben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a 
Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltli-
chen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Auf-
gabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemisch-
te Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG) 
 
9.2 Für die Beurteilung der Statusfrage und damit der anwendbaren Methode der Invalidi-
tätsbemessung ist in beweismässiger Hinsicht entscheidend, was die versicherte Person bei im 
Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestün-
de. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Per-
son im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothe-
tisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juli 2008, 
9C_49/2008, E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Versicherten (vgl. Art. 27 IVV) sind 
die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erzie-
hungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und 
die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Dabei 
handelt es sich zwangsläufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Wil-
lensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Diese sind allerdings als 
innere Tatsachen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und in aller Regel aus äusse-
ren Indizien zu erschliessen (BGE 144 V 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 
2022, 8C_777/2021, E. 4.2.1). Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhält-
nissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 24. Oktober 2023) entwickelt haben, 
wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätig-
keit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erforderlich ist (BGE 144 V 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1 je mit Hinweisen). 
 
9.3 Anlässlich der am 21. September 2022 erfolgten Haushaltsabklärung gab die Versicher-
te an, dass sie aufgrund finanzieller Verpflichtungen (Schulden) in einem Pensum von 70 % bis 
80 % einer beruflichen Tätigkeit nachgehen würde. Die Versicherte erläuterte weiter, dass sie 
wahrscheinlich nicht in einem Vollzeitpensum arbeiten würde, da sie hauptsächlich für die 
Haushaltsführung verantwortlich sei und zudem ein Kinderwunsch bestehe. Die Abklärungsper-
son protokollierte die entsprechenden Aussagen der Versicherten im "Fragebogen zur Ermitt-
lung der Erwerbstätigkeit". Dabei wurde auch vermerkt, dass es für die Versicherte und ihren 

 

 
 
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Lebenspartner nicht einfach gewesen sei, diese Frage zu beantworten. Am 12. Oktober 2022 
bestätigte die Versicherte unterschriftlich ihre Aussage. Vor diesem Hintergrund besteht kein 
Anlass, von ihren Angaben abzuweichen. Es ist verständlich, dass die Beantwortung der hypo-
thetischen Frage, mit welchem Arbeitspensum die versicherte Person heute ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwerbstätig wäre, für Versicherte 
nicht einfach zu beantworten ist. Vorliegend fällt aber ins Gewicht, dass die im Rahmen der 
Haushaltsabklärung laut Protokoll der Besprechung vom 21. September 2022 an sie gestellte 
Frage, wie viele Stunden sie heute ohne gesundheitliche Einschränkung berufstätig sein würde, 
hinreichend klar war und der Beschwerdeführerin das Formular zur Ermittlung der Bereiche 
Erwerb/Haushalt von der Abklärungsperson erläutert und zusätzlich anhand einer grafischen 
Darstellung erklärt wurde. Gegen die Bemessung des Erwerbsbereichs, wie er im "Fragebogen 
zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" festgehalten wurde, opponierte sie weder unmittelbar nach 
Kenntnisnahme noch auf den Vorbescheid vom 19. Juni 2023 hin. Erst im Rahmen des vorlie-
genden Beschwerdeverfahrens liess die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin einwenden, 
dass sie als Gesunde das Arbeitspensum erst ab der Geburt ihres ersten Kindes im September 
2023 auf ein Teilpensum von 75 % reduziert hätte. Damit widerspricht sie aber klar ihrer unter-
schriftlich bestätigten Aussage vom 12. Oktober 2022. Zudem vermag die Beschwerdeführerin 
mit ihren Angaben und den vorliegenden Unterlagen nicht mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit darzulegen, dass sie bis zum Eintritt ihrer invalidisierenden Gesundheitsbeeinträchtigung 
einer Vollzeitbeschäftigung nachgegangen wäre. Weder der bei den Akten liegende Lebenslauf 
(act. 19) noch die Angaben im Auszug zum individuellen Konto (IK-Auszug; act. 9) liefern gesi-
cherte Hinweise auf eine durchgehende Vollzeitbeschäftigung. Auch die Arbeitsanamnese im 
Gutachten der ABI vom 24. März 2023 (act. 75, Ziff. 3.2.5) enthält keine Anhaltspunkte, die eine 
solche Annahme rechtfertigen würden. Medizinische Umstände, die die Versicherte daran ge-
hindert hätten, bis zur Geburt ihres ersten Kindes einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen, 
sind aufgrund der vorliegenden Akten nicht ausgewiesen. Angesichts dieser Sachlage kann 
nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Be-
schwerdeführerin vor dem Eintritt ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung bis zur Geburt ihres 
ersten Kindes einer Vollzeitbeschäftigung nachgegangen wäre. Unter Berücksichtigung, dass 
die im Verlauf des Abklärungsverfahrens gemachten Angaben praxisgemäss stärker zu gewich-
ten sind als spätere, anderslautende Erklärungen, welche von Überlegungen sozialversiche-
rungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen), ist bei die-
ser Sachlage mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon 
auszugehen, dass die Versicherte bereits vor der Geburt ihres ersten Kindes als Gesunde in 
einem Pensum von 70 %-80 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre. 
Unter Berücksichtigung dieser Umstände erweist sich die Anwendung der gemischten Bemes-
sungsmethode als sachgerecht und ist nicht zu beanstanden. 
 
10. Bei der Ermittlung der Einschränkungen im Haushalt stellte die IV-Stelle auf die Anga-
ben im Abklärungsbericht Haushalt vom 3. November 2022 ab. Gemäss den Ausführungen der 
zuständigen Abklärungsperson ist die Versicherte im Aufgabenbereich im Umgang von 9,95 % 
beeinträchtigt. Die Versicherte bemängelt den Haushaltsbericht nicht. Da sich aus den Akten 
ebenfalls keine Anhaltspunkte auf formelle Fehler oder für die Unrichtigkeit der Abklärungsre-

 

 
 
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sultate ergeben, kann von weiteren Ausführungen zur Einschränkung der Versicherten im 
Haushaltsbereich abgesehen werden. 
 
11. Gegen die von der Vorinstanz anhand der lohnstatistischen Angaben ermittelten Ver-
gleichseinkommen erhob die Beschwerdeführerin keine Einwände. Nachdem sich aus den Ak-
ten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch 
das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre, erübrigt sich eine detaillierte Ausei-
nandersetzung mit den durch die IV-Stelle angestellten Einkommensvergleich. In Berücksichti-
gung der zeitlichen Beanspruchung von 75 % im Erwerbs- und von 25 % im Haushaltsbereich 
resultiert im Erwerbsbereich ab August 2020 ein gewichteter Invaliditätsgrad von 42,93% 
(0,75 x 57,24%) und ab Januar 2023 ein solcher von 23,69 % (0,75 x 31,58%). Der gewichtete 
Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich beträgt aufgrund der Angaben im Abklärungsbericht vom 
3. November 2022 2,49 % (0,25 x 9,95 %). Insgesamt beläuft sich der Invaliditätsgrad somit ab 
August 2020 auf gerundet 45 % (42,93 % + 2,49 %) und ab Januar 2023 auf gerundet 26 % 
(23,69 % + 2,49 %), was unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG und Art. 88a Abs. 1 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 für den Zeitraum vom 
1. Juni 2021 bis 31. März 2023 Anspruch auf eine befristete Viertelsrente gibt. Selbst wenn – 
wie die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 26bis Abs. 3 IVV beantragt – bei der Bemessung 
des Invalideneinkommens ein Abzug vom Tabellenlohn von 10 % vorgenommen würde, resul-
tierte bei einem Invaliditätsgrad von gerundet 49 % ab August 2020 und einem solchen von 
gerundet 31 % ab 1. Januar 2023 kein höherer Rentenanspruch. 
 
12. Aus dem Gesagten folgt, dass die angefochtene Verfügung vom 24. Oktober 2023, mit 
welcher der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Juni 2021 bis 31. März 2023 eine be-
fristete Viertelsrente zugesprochen wurde, nicht zu beanstanden ist. Die hiergegen erhobene 
Beschwerde vom 27. November 2023 erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen 
ist. 
 
13. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren über IV-Leistungen vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensauf-
wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei 
Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden 
ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kosten-
rahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in 
der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die 
Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Dem 
Prozessausgang entsprechend ist der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zu Las-
ten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

 
 
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://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 
kann. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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