# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efa319ee-7424-5230-a997-f03d78ee1e6c
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.11.2023 BB.2023.188
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2023-188_2023-11-16.pdf

## Full Text

Beschluss vom 16. November 2023 
Beschwerdekammer 
 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Miriam Forni, 

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A.,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Nichtanhandnahmeverfügung  

(Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2023.188 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. am 24. April 2023 bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige erstattete 

und dabei unter anderem ausführte, es sei «historisch belegt und durch Be-

richte in sozialen sowie in öffentlichen Medien (Zeitungen) bestätigt, dass 

Mitarbeiter der Vormundschaftsbehörden sowie Kindes- und Erwachsenen-

schutzbehörden in der ganzen Schweiz folgende Verbrechen gegen völker-

rechtlich geschützte Personen begangen [hätten] und weiterhin begehen 

[würden] (StGB): «Raub, Art. 140 , Erpressung Art. 156, Sexuelle Nötigung, 

Art. 189, Vergewaltigung, Art. 190, Urkundenfälschung, Art. 251, Fälschung 

von Ausweisen, Art. 252, Erschleichung einer falschen Beurkundung, 

Art. 253, Unterdrückung von Urkunden, Art. 254, Schreckung der Bevölke-

rung, Art. 258, Öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätig-

keit, Art. 259, Landfriedensbruch, Art. 260, Strafbare Vorbereitungshandlun-

gen, Art. 260bis, Kriminelle und terroristische Organisationen, Art. 260ter, Fi-

nanzierung des Terrorismus, Art. 260quinquies, Störung der Glaubens- und Kul-

tusfreiheit, Art. 261, Diskriminierung und Aufruf zu Hass, Art. 261bis, Völker-

mord, Art. 264, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Art. 264a, Strafbarkeit 

des Vorgesetzen, Art. 264k, Falsche Anschuldigung, Art. 303, Amtsmiss-

brauch, Art. 312, Ungetreue Amtsführung, Art. 314, Bestechen, Art. 322 ff, 

u.v.m.» (Verfahrensakten Bundesanwaltschaft SV.23.0602 [nachfolgend 

«Verfahrensakten»], Lasche 1);  

 

- A. in der Folge der Bundesanwaltschaft offenbar weitere Dokumente und 

Stellungnahmen zu den Akten reichte (vgl. Verfahrensakten, Laschen 2-4); 

 

- die Bundesanwaltschaft die Strafanzeige mit Verfügung vom 25. Okto-

ber 2023 nicht anhand nahm (Verfahrensakten, Lasche 5 = act. 2.2); 

 

- A. gegen die Nichtanhandnahmeverfügung bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts am 3. November 2023 Beschwerde erhob; er beantragt, 

die Sache sei an die Bundesanwaltschaft zurückzuweisen, mit dem Hinweis, 

die Zeitungen bzw. das Internet auf Berichte zu durchforsten; er somit sinn-

gemäss die Aufhebung der Nichtanhandnahmeverfügung vom 25. Okto-

ber 2023 beantragt (act. 1); 

 

- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wird (vgl. Art. 390 

Abs. 2 StPO e contrario). 

 

 

  

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts innert 10 Tagen seit deren Er-

öffnung Beschwerde erhoben werden kann (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 

StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- die Bundesanwaltschaft mangels hinreichenden Tatverdachts die Nichtan-

handnahme verfügte und unter anderem festhielt, dass der Beschwerdefüh-

rer bereits am 26. April 2017 bei der Bundesanwaltschaft eine Anzeige we-

gen «Überkantonal organisierter Kriminalität, Korruption, Menschenrechts-

verletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit» eingereicht und 

ausgeführt habe, es gehe um «Folter, Rituellen Missbrauch von Kindern, 

Knechtschaft und weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit»; die Bun-

desanwaltschaft in dieser Sache am 22. April 2020 eine Nichtanhandnahme-

verfügung erlassen habe; aus der nunmehr vorliegenden Anzeige nicht klar 

hervorgehe, wem der Beschwerdeführer welchen Vorwurf mache, er sich 

vielmehr darauf beschränke, über Seiten verschiedene Tatbestände aufzu-

zählen, deren Verletzung geltend zu machen und auf diverse Medienbericht-

erstattungen zu verweisen, ohne konkrete Verdachtselemente, glaubhafte 

Anhaltspunkte oder nachvollziehbare Hinweise zu benennen; 

 

- gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO für die Eröffnung einer Untersuchung ein 

hinreichender Tatverdacht verlangt wird, welcher sich aus den Informationen 

und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus eigenen Feststel-

lungen der Staatsanwaltschaft ergeben kann; 

 

- die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft sich auf Straftaten gemäss Art. 23 

Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 StPO beschränkt; 

 

- der Beschwerdeführer weder in der Strafanzeige vom 25. April 2023 noch in 

der vorliegend zu beurteilenden Beschwerde einen hinreichenden Anfangs-

verdacht in Bezug auf eine konkrete strafbare Handlung oder eines daran 

beteiligten Mitgliedes einer Bundesbehörde darzulegen vermochte, für wel-

che die Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin gegeben wäre; 

 

- die Bundesanwaltschaft daher zu Recht die Nichtanhandnahme der Anzeige 

verfügt hat; somit auch keine Verletzung von Art. 29 BV und Art. 6 EMRK 

vorliegt; 

 

- vor diesem Hintergrund offen bleiben kann, ob der Beschwerdeführer über-

haupt ein rechtlich gestütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

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des angefochtenen Entscheides hat und damit zur Beschwerdeerhebung le-

gitimiert ist;  

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtkosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO) und die Gerichtsgebühr auf das 

gesetzliche und reglementarische Minimum von Fr. 200.-- festzusetzen ist 

(vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR). 

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 16. November 2023  

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.