# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f86ef9af-8ede-518e-998a-793f43e36309
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.10.2011 E-5776/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5776-2008_2011-10-28.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5776/2008

U r t e i l   v om   2 8 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richter Thomas Wespi, Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic.

Parteien A._______, geboren am (…),
Kongo (Kinshasa),
vertreten durch Alfred Ngoyi wa Mwanza, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung 
des BFM vom 2. September 2008 / N (…).

E­5776/2008

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  in  (...)  geborener,  verheirateter 
Staatsangehöriger  der  Demokratischen  Republik  Kongo  mit  letztem 
Wohnsitz  in  Kinshasa,  (...),  verliess  eigenen  Angaben  zufolge  seinen 
Heimatstaat am 15. Mai 2008 und reiste per Piroge sowie Flugzeug über 
den  Kongo,  die  Elfenbeinküste  und  Frankreich  am  17. Mai  2008  in  die 
Schweiz  ein,  wo  er  am  darauffolgenden  Tag  um  Asyl  nachsuchte. 
Anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
[EVZ] (...) vom 28. Mai 2008 und der einlässlichen Anhörung vom 4. Juni 
2008  zu  seinen Ausreise­  und Asylgründen machte  er  im Wesentlichen 
Folgendes geltend:

[Mord  in  politisch  brisantem  Kontext  beobachtet].  In  der  Folge  hätten 
Mitarbeitende einer NGO  (…),  Informationen  zum Vorfall  gesammelt;  er 
habe  ihnen  geschildert,  was  er  gesehen  habe.  Daraufhin  habe  ihn  die 
Polizei  (…)  zu  Hause  aufgesucht,  ihn  auf  den  Polizeiposten 
mitgenommen und befragt. Etwa einen Monat später habe das Militär ihn 
sodann  festgenommen  und  an  einen  unbekannten  Ort  gebracht. 
Aufgrund gesundheitlicher Probleme sei er ein paar Tage später aber ins 
Militärkrankenhaus  (...)  gebracht worden,  von wo  aus  er mit Hilfe  eines 
Soldaten  der  gleichen  Ethnie  die  Flucht  habe  ergreifen  können. 
Anschliessend habe er den Entschluss zur Ausreise getroffen und hierzu 
die  Dienste  eines  Schleppers  in  Anspruch  genommen,  welcher  für  ihn 
einen  gefälschten  Reisepass  besorgt  habe,  mit  welchem  er  habe 
ausreisen  können.  Im  Übrigen  leide  er  auch  weiterhin  an 
gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  (Rheuma  (…),  Bluthochdruck, 
Magen­ und Rückenschmerzen).

Zur  Erklärung, weshalb  er  keine  rechtsgenüglichen  Identitätsdokumente 
beigebracht  habe  und  einer  schriftlichen  Aufforderung  zur 
Papierbeschaffung  innert  48 Stunden  nicht  nachgekommen  sei, machte 
er insbesondere geltend, er habe nie einen Reisepass besessen, jedoch 
habe  er  eine  zairische  Identitätskarte  gehabt,  welche  allerdings  durch 
eine  "carte  d`électeur"  ersetzt  worden  sei;  diese  sei  ihm  aber,  als  er 
damals  festgenommen  worden  sei,  abgenommen  worden  (A4/10  S.  4 
sowie Beschwerdeschrift). Zudem habe er seinen Führerschein zu Hause 
gelassen;  er  versuche  jedoch,  diesen zu beschaffen;  dies  sei  allerdings 
nicht  einfach,  weil  seine  Familie  sich  verteilt  habe  und  vermutlich 
überwacht  werde.  In  seinem  Heimatstaat  habe  er  auch  Kopien  von 

E­5776/2008

Seite 3

seinen  Identitätspapieren  angefertigt.  Eine  Kopie  seiner  "attestation  de 
naissance"  reichte  er  anlässlich  der  EVZ­Befragung  zu  den  Akten  (vgl. 
A4/10 S. 4).

B. 
Für die Dauer des Verfahrens wurde er dem Kanton B._______ zugeteilt.

C. 
Mit  Verfügung  vom  2.  September  2008  –  Versand  der  Verfügung  am 
darauffolgenden  Tag;  frühestens  eröffnet  am  4.  September  2008;  ein 
Rückschein  befindet  sich  nicht  in  den  Akten  –  trat  das  BFM  auf  das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des 
Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  nicht  ein,  verfügte 
seine  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnete  den  Vollzug  der 
Wegweisung  unter  Ansetzung  einer  Ausreisefrist  ("am Tag  nach Eintritt 
der  Rechtskraft")  an,  wobei  es  dem  Beschwerdeführer  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte.

D. 
Mit  Eingabe  vom  10. September  2008  (Poststempel)  erhob  der 
Beschwerdeführer  gegen  den  vorinstanzlichen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte  dabei 
sinngemäss,  die  Beschwerde  sei  als  zulässig  zu  erachten,  die 
vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben,  er  sei  als  Flüchtling 
anzuerkennen;  eventualiter  sei  die  vorläufige Aufnahme  anzuordnen.  In 
prozessualer  Hinsicht  wurde  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  nach  Art.  65  Abs.  1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes 
vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR 172.021)  sowie  um 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ersucht. 
Zudem  sei  der  Wegweisungsvollzug  im  Sinne  einer  vorsorglichen 
Massnahme auszusetzen.

Zur  Stützung  seiner  geltend  gemachten  Vorbringen  reichte  der 
Beschwerdeführer  seinen  kongolesischen  Führerschein  sowie  zwei 
Arztberichte  von Dr. C._______, AA Urologie,  (...),  beide datierend vom 
2. September 2008, zu den Akten.

E. 
Mit  Verfügung  vom  16. September  2008  hielt  das 
Bundesverwaltungsgericht  fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  das  Gesuch  um 

E­5776/2008

Seite 4

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne des Art. 65 Abs. 1 
VwVG  werde  gutgeheissen  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  werde  verzichtet.  Im  Übrigen  wurde  die  Vorinstanz 
zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen.

F. 
Das BFM liess sich am 30. September 2008 vernehmen und beantragte 
dabei  die  Abweisung  der  Beschwerde,  zumal  die  Rechtsmitteleingabe 
keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel  enthalte,  welche 
eine  Änderung  des  vorinstanzlichen  Standpunktes  zu  rechtfertigen 
vermöchten.

Diese  Vernehmlassung  wurde  dem  Beschwerdeführer  zur 
Kenntnisnahme zugestellt.

G. 
Mit Verfügung vom 20. Juli 2011 forderte das Bundesverwaltungsgericht 
den  Beschwerdeführer  auf,  eine  Stellungnahme  in  Bezug  auf  seine 
aktuelle  Verfolgungssituation  im  Heimatstaat  sowie  einen  aktuellen 
Arztbericht, seinen Gesundheitszustand betreffend, nachzureichen.

H. 
Mit Eingabe vom 8. August 2011 an das Bundesverwaltungsgericht zeigte 
der  vom  Beschwerdeführer  neu  zugezogene  Rechtsvertreter  seine 
Mandatierung  an.  Gleichzeitig  wurden  zwei  Vorladungen  des 
kongolesischen nationalen Geheimdienstes  vom  (…) Mai 2008 und  (…) 
Juni 2008 (in Kopie) und ein ärztliches Zeugnis sowie ein Austrittsbericht 
von Dr. med. D._______, Oberarzt Urologie, (...), beide datierend vom 20. 
Juli 2011, als Beweismittel zu den Akten gereicht.

I. 
Mit  Verfügung  vom  7.  September  2011  forderte  das 
Bundesverwaltungsgericht  den  Beschwerdeführer  auf,  einen  weiteren 
Arztbericht  einzureichen,  welchem  eine  Prognose  über  den 
wahrscheinlichen Verlauf seiner Krankheit sowie Angaben zu den künftig 
absehbaren  erforderlichen  Therapien  zu  entnehmen  seien,  sowie  die 
Originalvorladungen des kongolesischen nationalen Geheimdienstes vom 
(…). Mai 2008 und (…). Juni 2008 nachzureichen. 

J. 
Mit Eingabe vom 22. September 2011 an das Bundesverwaltungsgericht 
reichte  der  Rechtsvertreter  einen  Arztbericht  des  behandelnden  Arztes 

E­5776/2008

Seite 5

Dr. med.  E._______,  Arzt  für  Allgemeine  Medizin  FMH,  vom  14. 
September 2011 zu den Akten. Im Übrigen wurde ausgeführt, dass die in 
Kopie  eingereichten  Vorladungen  nach  der  Ausreise  des 
Beschwerdeführers  erlassen  worden  seien.  Ein  Bekannter  habe  sich 
anstelle  des  Beschwerdeführers  beim  Sicherheitsdienst  vorgestellt  und 
bei  dieser  Gelegenheit  seien  die  Originale  eingezogen  worden.  Seither 
werde  das  Umfeld  des  Beschwerdeführers  vom  Sicherheitsdienst 
schikaniert.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor; somit ist das 
Bundesverwaltungsgericht vorliegend letztinstanzlich zuständig. 

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Folglich  ist  er  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108  Abs. 2  AsylG,  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48 
Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

1.3. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach 
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

E­5776/2008

Seite 6

1.4.  Gemäss  Art.  33a  Abs.  2  VwVG  ist  im  Beschwerdeverfahren  die 
Sprache  der  angefochtenen  Verfügung  massgebend,  weshalb  der 
vorliegende Entscheid in deutscher Sprache ergeht.

2. 
Mit Beschwerde  können die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das 
BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 
(Art. 32 ­ 35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt,  ob  die 
Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist.  Die 
Beschwerdeinstanz  enthält  sich  demnach  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen  materiellen  Prüfung,  hebt  die  angefochtene  Verfügung 
auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.).

Im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss Art.  32 Abs.  2 
Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  ist  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft  abschliessend  materiell  zu  entscheiden,  soweit 
dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl. BVGE 
2007/8 E. 2.1 und 5, insbesondere E. 5.6.5 S. 90 f.).

Die Vorinstanz hat die Frage der Wegweisung und des Vollzugs materiell 
geprüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle 
Kognition zukommt.

Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu. 
Das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Wiederherstellung  der 
aufschiebenden  Wirkung  erwies  sich  demnach  von  Anfang  an  als 
gegenstandslos und obsolet. 

4. 

4.1. Gemäss Art.  32 Abs.  2 Bst.  a AsylG wird auf  ein Asylgesuch nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von  48 
Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise­  oder  Identitätspapiere 

E­5776/2008

Seite 7

abgeben.  Diese  Bestimmung  findet  jedoch  keine  Anwendung,  wenn 
Asylsuchende  geltend  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
aufgrund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
sich  aufgrund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  c 
AsylG).

4.2. Das BFM  führte  zur Begründung seines Nichteintretensentscheides 
im  Wesentlichen  an,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Behörden  trotz 
Aufforderung  innert  48  Stunden  keine  Identitätsdokumente  eingereicht 
und  habe  hierfür  keine  entschuldbaren  Gründe  glaubhaft  zu  machen 
vermocht.  Sodann  habe  er  ohne  hinreichende  Erklärung  keine  der 
besagten Kopien – er habe zu Hause von all  seinen  Identitätspapieren, 
darunter  auch  von  seiner  Geburtsurkunde,  Doppel  angefertigt – 
eingereicht.  Zudem  sei  seine Schilderung,  er  sei mit  einem  gefälschten 
Reisepass  von  der  Elfenbeinküste  nach  Paris  geflogen,  realitätsfremd 
und  somit  unglaubhaft.  Des  Weiteren  genügten  die 
Verfolgungsvorbringen  den  Anforderungen  gemäss  Art.  3  und  Art.  7 
AsylG  an  das  Glaubhaftmachen  eines  flüchtlingsrechtlich  beachtlichen 
Sachverhalts nicht, zumal sich die geltend gemachten Vorbringen zufolge 
Widersprüchlichkeiten  in  der  Verfolgungsgeschichte  als  offensichtlich 
unglaubhaft erweisen würden. Der Beschwerdeführer habe namentlich in 
der  EVZ­Kurzbefragung  ausgeführt,  am  21.  März  2008  festgenommen 
worden zu sein (vgl. A4/10 S. 6), wogegen er an der Anhörung auf dem 
21. Februar 2008 beharrt habe (vgl. A8/23 S. 9 f.). Ferner habe er zuerst 
angegeben, die Angehörigen des [Polizei] seien zwei Wochen nach dem 
Besuch der Mitarbeitenden der NGO zu ihm nach Hause gekommen (vgl. 
A4/10  S.  5);  danach  habe  er  jedoch  ausgesagt,  jene  hätten  ihn  nach 
Ablauf von weiteren drei Wochen zu Hause aufgesucht (vgl. A8/23 S. 18). 
Im  Übrigen  habe  er  keine  hinreichenden  Angaben  zu  den  Personen, 
welche  ihn  angeblich  aufgesucht  hätten,  sowie  zu  deren  vorgebrachten 
Bewaffnung  machen  können  (vgl. A8/23  S. 14  ff.).  Ferner  sei  es  nicht 
nachvollziehbar,  dass ein Militärangehöriger  seine Dienstpflicht  verletze, 
nur  um  einer  derselben  Ethnie  angehörenden  Person,  vorliegend  dem 
Beschwerdeführer, zur Flucht zu verhelfen. Eine solche Handlungsweise 
müsse  für  den  betreffenden  Militär  als  zu  riskant  qualifiziert  werden. 
Schliesslich  seien  auch  die  Umstände,  unter  welchen  der 
Beschwerdeführer  aus  dem  Militärkrankenhaus  geflohen  sei,  nicht 

E­5776/2008

Seite 8

glaubhaft,  zumal  seine  Darstellung,  der  besagte  Soldat  habe  ihm 
Militärkleider verschafft, mit welchen er aus dem Camp geflohen sei, die 
er aber erst draussen angezogen habe, ohne dass die Wachen ihn dabei 
bemerkt hätten, unverständlich und nicht nachvollziehbar erscheine. Der 
Beschwerdeführer  erfülle  daher  die  Flüchtlingseigenschaft  infolge 
offensichtlicher  Haltlosigkeit  seiner  Vorbringen  nicht.  Zusätzliche 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses seien mithin nicht erforderlich. 

4.3.  In  der  Rechtsmitteingabe  entgegnete  der  Beschwerdeführer,  seine 
"attestation d`électeur" sei ihm nach seiner Verhaftung am 21. März 2008 
abgenommen  worden.  Sodann  sei  es  ihm  nicht  gelungen,  die  Kopien 
seiner  Dokumente  einzuholen,  zumal  sich  auch  seine 
Familienangehörigen  im  Heimatland  verteilt  hätten.  Hingegen  könne  er 
nun seinen kongolesischen Führerschein zu den Akten reichen (er habe 
sich  nicht  vorstellen  können,  dass  ein  Führerschein  tatsächlich  ein 
rechtsgenügliches  Identitätsdokument  im Sinne des Gesetzes darstelle). 
Im  Übrigen  habe  er  den  hiesigen  Behörden  nicht  mutwillig  keine 
Identitätsdokumente eingereicht. Des Weiteren sei den Ausführungen des 
BFM,  seine  Verfolgungsvorbringen  würden  die  Anforderungen  an  das 
Glaubhaftmachen  eines  flüchtlingsrechtlich  beachtlichen  Sachverhalts 
nicht  erfüllen,  entgegenzuhalten,  dass  er  als Normalbürger, welcher  nie 
mit Waffen zu tun gehabt habe, die unterschiedlichen Waffentypen nicht 
kenne. Sodann habe sein [Kind] ihn im Militärkrankenhaus für die Summe 
von 1'500 US­Dollars freigekauft. Dass sein Befreier das Geld genommen 
habe, erstaune nicht, da man als Soldat wenig verdiene; zudem würden 
sie beide aus derselben Region stammen, dies verbinde. 

Aus den zu den Akten gereichten zwei Arztberichten von Dr. C._______, 
AA Urologie,  (...), beide datierend vom 2. September 2008, geht hervor, 
dass  der  Beschwerdeführer  an  [Blasen­  bzw.  Prostataproblemen]  leide. 
Er  sei  vom  26.  August  bis  zum  2. September  2008   (...)  hospitalisiert 
worden.

4.4.  In der Eingabe vom 8. August 2011  führte der Rechtsvertreter aus, 
der  Geheimdienst  der  Demokratischen  Republik  Kongo  fahnde  noch 
immer  nach  dem  Beschwerdeführer,  da  [Mord  in  politisch  brisantem 
Kontext]. Der Geheimdienst habe den Beschwerdeführer bereits zwei Mal 
vorgeladen, was auch die beiden zu den Akten gereichten Vorladungen 
bestätigen  würden.  Aus  Sicherheitsgründen  habe  er  die  Dokumente 
allerdings  nicht  vorher  beschaffen  können;  ein  Bekannter  habe  die 

E­5776/2008

Seite 9

Vorladungen  aber  nun  aus  dem  Heimatland  des  Beschwerdeführers  in 
die Schweiz bringen können. Ausserdem habe er den Beschwerdeführer 
darüber in Kenntnis gesetzt, dass seine Familie weiterhin bedroht werde. 
Im  Übrigen  lasse  sich  dem  beigebrachten  Arztbericht  respektive 
Austrittsbericht  entnehmen,  dass  er  an  Prostatabeschwerden  leide, 
weshalb  er  bereits  einige  Male  habe  operiert  werden  müssen.  Derzeit 
habe er regelmässig Kontrollen und benötige Medikamente. Zwar würden 
in  Kinshasa  medizinische  Zentren  existieren,  auch  wenn  von  einer 
geringeren  Qualität  der  medizinischen  Versorgung  als  hierzulande 
ausgegangen werden müsse, jedoch habe eine Mehrheit der Kongolesen 
– vorwiegend  wegen  der  zumeist  fehlenden  finanziellen Mittel  –  keinen 
Zugang  zu  den  medizinischen  Behandlungen.  Der  angeschlagene 
gesundheitliche  Zustand,  das  Alter  sowie  die  sozio­ökonomische 
Umgebung  würden  es  dem  Beschwerdeführer  ohnehin  nicht  erlauben, 
eine  anständige  Anstellung  im  Heimatland  zu  finden;  auch  seine 
Arbeitserfahrung ändere an dieser Einschätzung nichts. Den Akten seien 
überdies  keine  Hinweise  zu  entnehmen,  dass  sein  Umfeld  die 
Finanzierung übernehmen könne.  Im Übrigen  könne sich nur die  reiche 
kongolesische  Bevölkerung  eine  Krankenversicherung  leisten.  Aus 
diesen  Gründen  sei  es  nicht  gesichert,  dass  der  Beschwerdeführer  in 
seinem  Heimatland  die  erforderliche  medizinische  Behandlung  erhalte. 
Ferner führe ein möglicher Verlust der aktuell erlangten Stabilität zu einer 
noch höheren Gefährdung seiner bereits angeschlagenen Gesundheit.

5. 

5.1.  Vorliegend  hat  der  Beschwerdeführer  innert  48  Stunden  keine 
rechtsgenüglichen  Identitätsdokumente  (Art.  1a Bst.  a  und  b  und Art.  2 
der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
[AsylV 1,  SR  142.311])  eingereicht  und  offensichtlich  auch  keine 
entsprechenden  Bemühungen  unternommen.  Weder  die  in  der  EVZ­
Befragung  eingereichte Kopie  seiner  "attestation  de  naissance"  –  dabei 
wurde  vom  BFM  zu  Unrecht  behauptet,  diese  sei  nicht  zu  den  Akten 
gereicht  worden  –  noch  der  im  Beschwerdeverfahren  eingereichte 
kongolesische  Führerschein  stellen  dabei  rechtsgenügliche  Dokumente 
im Sinne der AsylV 1 dar (vgl. BVGE 2007/7). Das Aussageverhalten des 
Beschwerdeführers zu seinen fehlenden Identitätspapieren, die in diesem 
Zusammenhang  geschilderten Umstände  sowie  die  vom BFM  zu Recht 
als  realitätsfremd  gewürdigten  angeblichen  Reiseumstände  lassen  den 
Schluss zu, er verweigere die Abgabe rechtsgenüglicher Ausweispapiere 
in  Missachtung  seiner  Mitwirkungspflicht  bewusst.  Das 

E­5776/2008

Seite 10

Bundesverwaltungsgericht  kommt  somit  –  in  Übereinstimmung  mit  der 
Vorinstanz – zum Schluss, dass er nicht glaubhaft darzulegen vermag, er 
sei  durch  nicht  selbst  zu  verantwortende  Umstände  an  der 
unverzüglichen Einreichung von Reise­ oder  Identitätspapieren  im Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gehindert worden (Art. 32 Abs. 3 Bst. a 
AsylG).

5.2.  Die  soeben  festgestellte  Missachtung  der  dem  Beschwerdeführer 
obliegenden  Mitwirkungspflicht  ist  seiner  persönlichen  Glaubwürdigkeit 
insofern  abträglich,  als  sie  die  Annahme  einer  allfälligen 
Verfolgungssituation bereits  in den Hintergrund  rücken  lässt. Gleichwohl 
ist zu prüfen, ob im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach  den  Befragungen  darbot,  vom  BFM  im  Rahmen  einer 
summarischen Prüfung  zu Recht  der Schluss gezogen wurde,  dass der 
Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und auch keine 
zusätzlichen  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses nötig seien (Art. 32 Abs. 3 
Bst. b und c AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 5.5 und 5.6).

5.2.1.  Insgesamt  ist  die  vom  Beschwerdeführer  geschilderte 
Verfolgungsgeschichte geprägt von einer Häufung von Zufällen, was als 
höchst  unwahrscheinlich  bezeichnet  werden  kann  und  auf  einen 
konstruierten Sachverhalt hindeutet. So fällt insbesondere eine Zunahme 
der Ereignisse und Probleme auf:  [Ereignisse  in Bezug auf den politisch 
brisanten  Mord];  bei  der  besagten  NGO  habe  es  sich  um  den 
Sicherheitsdienst  oder  um  eine  Organisation,  welche  mit  diesem 
zusammenarbeite,  gehandelt;  obwohl  das  Militär  ihn  festgenommen 
habe,  sei  er  aufgrund  seiner  gesundheitlichen  Beeinträchtigung  in  ein 
Militärkrankenhaus gebracht worden, wo ihm ein Soldat derselben Ethnie 
Militärkleider verschafft habe, welche er auf der Toilette – und nicht wie 
von der Vorinstanz behauptet erst draussen – angezogen habe, und mit 
denen er aus dem Krankenhaus geflohen sei, ohne dass die Wachen ihn 
dabei bemerkt hätten.

Des  Weiteren  lassen  die  im  Verlauf  des  Verfahrens  entstandenen 
Unstimmigkeiten  in  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  erhebliche 
Zweifel an der Richtigkeit der geltend gemachten Vorbringen zu. Wie das 
BFM richtig  feststellte, gab der Beschwerdeführer  in der EVZ­Befragung 
zuerst an, am 21. März 2008 verhaftet worden zu sein (vgl. A4/10 S. 6), 
hingegen  äusserte  er  anlässlich  der  Anhörung,  am  21. Februar  2008 
festgenommen  worden  zu  sein  (vgl. A8/23  S.  9).  Auf  diesen  Umstand 

E­5776/2008

Seite 11

angesprochen,  führte er  lediglich an, er sei am 21. März 2008 verhaftet 
worden (vgl. A 8/23 S. 10). Ferner schilderte er in der EVZ­Befragung, die 
Polizei habe ihn zwei Wochen nach dem Besuch der Mitarbeitenden der 
NGO zu Hause aufgesucht (vgl. A4/10 S. 5), während er in der Anhörung 
angab,  jene  seien  nach  Ablauf  von  drei  Wochen  zu  ihm  nach  Hause 
gekommen  (vgl. A8/23  S. 19).  Die  Erklärung,  weshalb  er  sich  vor  der 
NGO als Zeuge zu erkennen gab – er habe Mitleid gehabt, weil  (…) –, 
vermag  ebenfalls  nicht  zu  überzeugen,  zumal  er  zu  Protokoll  gab,  er 
habe, bereits als er den Mord beobachtet habe, sehr grosse Angst gehabt 
(vgl. A4/10 S. 5). Folglich erscheint es nicht nachvollziehbar, weswegen 
er  der  NGO  den  politisch  brisanten  Mord  von  sich  aus  schilderte. 
Unplausibel  ist  ferner  die  Darlegung  der  zeitlichen  Ereignisse  während 
der  Gefangenschaft:  Der  Beschwerdeführer  erörterte  die  Tage  in 
Gefangenschaft  –  beginnend  vom  Freitag,  den  21.  März  2008  –  zwar 
vergleichsweise  detailliert,  in  seiner  chronologischen  Aufzählung  fehlen 
allerdings die Ereignisse vom Montag sowie Dienstag gänzlich. Falls an 
diesen beiden Tagen keine Befragung erfolgte,  ist es nicht einleuchtend, 
dass  der  Mittwoch  wiederum  ausdrücklich  als  derjenige  Tag  genannt 
wird, an welchem keine Befragung stattgefunden habe (vgl. zum Ganzen 
A8/23  S. 10 f.).  Äusserst  unwahrscheinlich  erscheint  sodann  der 
Umstand, dass sein  [Kind]  ihn  im Militärkrankenhaus –  trotz angeblicher 
Hilfe des besagten Soldaten – habe besuchen können (vgl. A8/23 S. 11 
f.), denn schliesslich war der Beschwerdeführer zu jener Zeit immer noch 
inhaftiert.  Im  Übrigen  gab  er  anlässlich  der  Anhörung  an,  sein  [Kind] 
F._______  habe  den  Soldaten  im  Krankenhaus  bestochen,  damit  der 
Beschwerdeführer mittels dessen Hilfe fliehen könne (vgl. A8/23 S. 12). In 
der  EVZ­Befragung  führte  er  demgegenüber  aus,  F._______  habe  ihm 
lediglich geholfen, die Grenze zu überschreiten und nach Brazzaville zu 
gelangen  (vgl. A4/10  S.  5);  dass  er  ihm  auch  bei  der  Flucht  aus  dem 
Krankenhaus behilflich gewesen sei, erwähnte er dabei nicht  (vgl. A4/10 
S.  6).  Aufgrund  dieser  divergierenden Sachverhaltsdarstellung  geht  das 
Gericht  von  einem  im  Laufe  des  Verfahrens  unbegründet 
nachgeschobenen Vorbringen aus.

An diesen Feststellungen vermögen auch die nachträglich eingereichten 
Vorladungen, datierend vom (…). Mai 2008 sowie (…). Juni 2008, nichts 
zu  ändern.  Einerseits  liegen  sie  nur  in  Form  von  Kopien  vor,  welche 
grundsätzlich  keinen  Beweis  für  das  Bestehen  von Originaldokumenten 
liefern und denen infolge der leichten Manipulierbarkeit bloss ein äusserst 
geringer  Beweiswert  beigemessen  werden  kann;  andererseits  erscheint 
das  Vorgehen  des  Geheimdienstes  –  der  Beschwerdeführer  sei  mittels 

E­5776/2008

Seite 12

zweimaliger  Vorladung  aufgefordert  worden,  sich  zu melden,  obwohl  er 
aus  dem  Militärkrankenhaus  respektive  aus  der  Haft  geflohen  sei – 
realitätsfremd.  Ausserdem  erscheint  es  nicht  einleuchtend,  dass  er 
bereits Ende März 2008 entkommen sei und erst etwa anderthalb Monate 
später  vorgeladen werde.  Im Übrigen  ist  es  nicht  nachvollziehbar,  dass 
die Vorladungen – obwohl den Angaben des Beschwerdeführers zufolge 
sein  Bekannter  jene  seit  2008  gehabt  haben  solle  –  zuvor  nicht 
eingereicht  wurden.  Schliesslich  fehlt  das  Zustellcouvert  aus  Kinshasa; 
insofern ist unklar, wie er die Vorladungen erhalten hat. 

5.2.2.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  aufgrund  einer 
summarischen  Prüfung  überwiegende  Umstände  gegen  die  vom 
Beschwerdeführer  vorgebrachte  Darlegung  sprechen,  zumal  seine 
Vorbringen  angesichts  der  aufgetretenen  Tatsachenwidrigkeiten  und  ­
defizite insbesondere einer plausiblen Grundlage entbehren. Nach Art. 32 
Abs. 3 Bst. c AsylG ist auf ein Asylgesuch jedoch auch dann einzutreten, 
wenn sich aufgrund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen 
zur  Feststellung  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind. 
Gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  gelten  dabei  nur 
Hinweise,  die  sich  auf  die  Zulässigkeit  des Vollzugs  auswirken  können, 
nicht aber solche, welche die Zumutbarkeit oder Möglichkeit des Vollzugs 
betreffen, als "Wegweisungshindernisse"  im Sinne der Norm (vgl. BVGE 
2009/50).  Da  im  Falle  des  Beschwerdeführers  –  wie  sich  aus  den 
nachfolgenden Erwägungen zur Frage des Wegweisungsvollzuges ergibt 
– keine  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorliegt  und 
entsprechend diesbezüglich keine zusätzlichen Abklärungen nötig waren, 
ist die Vorinstanz zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten.

6. 

6.1. Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder  tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2.  Der  Beschwerdeführer  besitzt  keine  Aufenthalts­  oder 
Niederlassungsbewilligung  oder  einen  entsprechenden  Anspruch, 
weshalb die Vorinstanz gestützt auf Art. 44 Abs. 1 AsylG zu Recht seine 
Wegweisung verfügt hat (vgl. EMARK 2001 Nr. 21).

7. 

E­5776/2008

Seite 13

7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation Schweizerische Asylrekurskommission  (ARK) der 
gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst, 
sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist und andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl. WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009,  Rz. 11.148).  Demgegenüber  genügen  Hinweise  auf  blosse 
Eventualitäten und vage Möglichkeiten von Vollzugshindernissen nicht.

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art.  33  Abs.  1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 
Gemäss  Art. 25 Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

Die Vorinstanz wies  in  ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen  schützt, 
die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer 
nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im 

E­5776/2008

Seite 14

vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  sein  Heimatland  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von  Art.  5  AsylG  rechtmässig.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte 
dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in das Heimatland dort mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil 
vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit 
weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der 
Demokratischen  Republik  Kongo,  wohin  die  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  erfolgen  soll,  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum 
heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten 
ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002,  BBl  2002 
3818).

7.3.1.  Dem  aktuellsten  Arztbericht  von  Dr.  med.  E._______  vom  14. 
September  2011  zufolge  leidet  der  (…)­jährige  Beschwerdeführer  an 
[Blasen­bzw.  Prostataproblemen].  Die  Lebensqualität  sei  dadurch 
deutlich eingeschränkt und eine Besserung im Krankheitsverlauf sei sehr 
unwahrscheinlich.  Medikamentöse  Therapien  und  auch  ein  operativer 
Eingriff  hätten die Lage nicht  verbessert. Einzig  [eine  Injektionstherapie] 
würden helfen, denn die Situation beruhige sich nach der Einspritzung für 
einige Wochen. Die Injektionstherapie sei in mehrmonatlichen Abständen 
notwendig. 

E­5776/2008

Seite 15

Im Nachfolgenden  ist  deshalb  zu  prüfen,  ob  es  dem Beschwerdeführer 
trotz der gesundheitlichen Beschwerden zugemutet werden kann, in sein 
Heimatland zurückzukehren. 

7.3.2. Wie in der Eingabe vom 8. August 2011 vom Rechtsvertreter richtig 
ausgeführt wurde, ist nach der Praxis der ARK (vgl. EMARK 2004 Nr. 33) 
und der vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführten Rechtsprechung 
(vgl.  insbesondere  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­1356/2008 
vom  1.  Februar  2011  sowie  E­790/2009  vom  20. Dezember  2010)  die 
Rückkehr  von Personen aus der Demokratischen Republik Kongo unter 
bestimmten  Umständen  zumutbar,  nämlich  dann,  wenn  der  letzte 
Wohnsitz der betroffenen Person  insbesondere die Hauptstadt Kinshasa 
war,  oder  wenn  die  Person  dort  über  ein  gefestigtes  Beziehungsnetz 
verfügt; trotz Vorliegens der vorstehend genannten Kriterien erscheint der 
Vollzug  der  Wegweisung  jedoch   –  nach  sorgfältiger  Prüfung  und 
Abwägung  der  individuellen  Umstände  –  in  aller  Regel  nicht  zumutbar, 
wenn  die  zurückzuführende  Person  sich  namentlich  bereits  in  einem 
vorangeschrittenen  Alter  oder  in  einem  schlechten  gesundheitlichen 
Zustand befindet, da die medizinische Versorgung in der Demokratischen 
Republik  Kongo  Lücken  aufweist.  Auch  in  den  vergangenen  Jahren 
haben  sich  weder  die  medizinische  Versorgung  noch  die  sozio­
ökonomische  Lage  wesentlich  verbessert.  Mehrere  UN­Organisationen, 
die Weltbank und andere internationale Geldgeber finanzieren zwar einen 
Grossteil  des  kongolesischen  Gesundheitssektors,  und  mehr  als  50 
internationale NGOs sind  im dortigen Gesundheitsbereich  tätig. Projekte 
von  internationalen  NGOs  haben  allerdings  oft  eine  Laufzeit  von  nur 
wenigen Jahren. Eine entsprechende Behandlungsmöglichkeit ist deshalb 
abhängig von der  jeweiligen Projektdauer. Des Weiteren  ist der Zustand 
der meisten öffentlichen Krankenhäuser des Landes desolat und selbst in 
Kinshasa fehlen in öffentlichen Spitälern wichtige technische Geräte. Auf 
eine  Bevölkerung  von  60  Millionen  Menschen  kommen  lediglich  5800 
Ärzte.  Zwar  ist  die Situation  in  privaten Kliniken  vergleichsweise  besser 
als in öffentlichen, dennoch sind auch hier die Möglichkeiten beschränkt. 
Der  Zugang  zu  den  öffentlichen  Einrichtungen  gestaltet  sich  jedoch 
schwierig  angesichts  der  generell  im  Land  herrschenden  Armut.  Ein 
Krankenversicherungssystem  existiert  nicht,  weshalb  Patienten  für  die 
Behandlungskosten  stark  auf  familiäre  Unterstützung  angewiesen  sind. 
Für den Grossteil der Bevölkerung Kongos, inklusive Kinshasa, bedeutet 
eine medizinische Behandlung aber eine hohe  finanzielle Last  (vgl. zum 
Ganzen  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­790/2009  a.a.O., 
E. 4.6.4, mit weiteren Hinweisen, sowie das Update der Schweizerischen 

http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/33
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/33
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/33
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/33
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/33
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/33
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/33

E­5776/2008

Seite 16

Flüchtlingshilfe  [SFH],  Demokratische  Republik  Kongo:  Aktuelle 
Entwicklungen, Bern, vom 6. Oktober 2011 S. 21 f.).

7.3.3.  Diesen  Erwägungen  entsprechend  ist  zu  schliessen,  dass  die 
medizinische  Versorgung  in  der  Demokratischen  Republik  Kongo  nicht 
lückenlos  gewährleistet  ist  und  auch  die  Qualität  der  Behandlung  nicht 
derjenigen  in  europäischen  Ländern  entspricht.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung  ist  allerdings  nicht  deshalb  bereits  unzumutbar,  wenn  die 
Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland vergleichsweise weniger gut 
sein mögen; immerhin ist dann auf einen Vollzug zu verzichten, wenn die 
ungenügende  Möglichkeit  der  Weiterbehandlung  eine  drastische  und 
lebensbedrohende  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes  nach 
sich  zieht  (vgl. EMARK  2004  Nr.  7  E.  5d).  Dem  Arztbericht  vom  14. 
September  2011  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Lebensqualität  des 
Beschwerdeführers  durch  seine  gesundheitliche  Beeinträchtigung 
deutlich  eingeschränkt  und  eine  Besserung  im  Krankheitsverlauf  sehr 
unwahrscheinlich sei; einzig die Injektion beruhige die Situation für einige 
Wochen.  Nach  dem  Gesagten  kann  zwar  nicht  zweifelsohne  davon 
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland 
eine  unbeschränkt  auf  ihn  zugeschnitte  Behandlung  erhält;  immerhin 
kann  eine  konkrete  (Lebens­)Gefährdung,  falls  er  dort  im  Bedarfsfall  die 
notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnte, beziehungsweise die 
Gefahr  einer  ernsthaften  Verschlechterung  seines  Gesundheitszustandes 
ausgeliefert zu sein (vgl. EMARK 1995 Nr. 5 S. 47 E. 6e, EMARK 1994 Nr. 18 
S. 139 ff., EMARK 1994 Nr. 19 S. 145 ff.), ausgeschlossen werden. Im Übrigen 
ist  in Übereinstimmung mit dem BFM  festzuhalten, dass er –  freilich  für 
die  Behandlung  seiner  damaligen  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen 
(Rheuma,  Magenschmerzen  sowie  Bluthochdruck)  –  in  seinem 
Heimatland  bereits  Zugang  zu  Medikamenten  hatte  (vgl.  A8/23  S.  19). 
Sodann kann aufgrund der Akten zwar nicht angenommen werden, dass 
der  Beschwerdeführer  selber  finanziell  für  seine  benötigte  Behandlung 
wird  aufkommen  können,  zumal  in  seinem  Alter  auch  die  Chancen  auf 
dem  ohnehin  von  hoher  Arbeitslosigkeit  gezeichneten  Arbeitsmarkt 
praktisch  aussichtslos  wären;  allerdings  ist  davon  auszugehen,  dass  er 
im Falle einer Rückkehr nach Kinshasa wieder Kontakt zu seiner Familie 
– auch wenn geltend gemacht wurde, seine Angehörigen hätten sich  im 
Land  verteilt  –  aufnehmen  kann  und  insofern  über  ein  tragfähiges 
soziales  Beziehungsnetz  verfügen  dürfte,  welches  pekuniäre 
Unterstützung  bieten  und  für  seine  medizinischen  Belange  aufkommen 
kann.  Schliesslich  steht  dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  offen, 
medizinische  Rückkehrhilfe  zu  beantragen,  wenn  auch  festzuhalten  ist, 

E­5776/2008

Seite 17

dass  diese  gemäss Art.  75  der Asylverordnung  2  vom 11. August  1999 
über  Finanzierungsfragen  (AsylV  2,  SR  142.312)  auf  maximal  sechs 
Monate befristet ist. 

7.3.4.  In  einer  Gesamtwürdigung  aller  Umstände  gelangt  das 
Bundesverwaltungsgericht  demnach  zum Schluss,  dass  kein Grund  zur 
Annahme besteht,  der Beschwerdeführer  geriete  im Falle  der Rückkehr 
aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher 
Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation,  welche  den  Vollzug  der 
Wegweisung  als  unzumutbar  erscheinen  liesse.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich als zumutbar. 

7.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und  dazu  auch  BVGE 2008/34  E. 12),  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 ­ 4 AuG).

7.6.  Hinsichtlich  der  angemessenen  Ausreisefrist  setzt  das  Gericht  die 
diesbezügliche Praxis der damaligen ARK fort (vgl. EMARK 2004 Nr. 27); 
es  übt  Zurückhaltung  bei  der  Bestimmung  der  angemessenen 
Ausreisefrist,  hält  aber  das  Faktum  fest,  falls  eine  Ausreisefrist 
offensichtlich unangemessen  ist. Angesichts des Zeitablaufs seit dem 2. 
September  2008  –  dem  Zeitpunkt  der  Verfügung  des  BFM  –  ist  die 
damals  angesetzte  kurze  Ausreisefrist  ("am  Tag  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft")  nicht  mehr  angemessen.  Die  Dispositiv­Ziffer  3  der 
angefochtenen  Verfügung  ist  daher  aufzuheben,  und  das  BFM  ist 
anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  eine  angemessene  Ausreisefrist 
anzusetzen.

8. 
Dem  Beschwerdeführer  ist  es  nach  dem  Gesagten  nicht  gelungen 
darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt, 
den  rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist.

E­5776/2008

Seite 18

9. 

9.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten  in der Höhe 
von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG). 

9.2. Nachdem  indessen  das Bundesverwaltungsgericht  das Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  mit  Verfügung  vom 
16. September  2008  gutgeheissen  hat  und  aus  den  Akten  hervorgeht, 
dass  der  Beschwerdeführer  auch  heute  weiterhin  als  bedürftig  gelten 
muss, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

(Dispositiv nächste Seite)

E­5776/2008

Seite 19

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  mit  Dispositiv­Ziffer  3  der  angefochtenen  Verfügung  angesetzte 
Ausreisefrist  wird  aufgehoben  und  die  Vorinstanz  angewiesen,  dem 
Beschwerdeführer eine angemessene Ausreisefrist anzusetzen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Natasa Stankovic

Versand: