# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d48099f-2845-5384-bbd9-9882d4005024
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.02.2014 UV 2013/33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-33_2014-02-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/33

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 25.02.2014

Entscheiddatum: 25.02.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2014
Art. 4 ATSG: Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bei einer 
medizinischen Massnahme mit Todesfolge (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Februar 2014, UV 
2013/33).Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_283/2014.

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 

Karin Huber-Studerus und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 25. Februar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen / Hinterlassenenrente (B.___ sel.)

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Sachverhalt:

A.      

A.a  Die 19__ geborene B.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit 1. März 2004 als 

Metallarbeiterin bei der Firma C.___ AG tätig und in dieser Eigenschaft bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert (Suva-act. 4). Am 26. April 2011 wurde bei ihr im Kantonsspital 

Graubünden wegen eines unspezifischen thorakalen Druckgefühls und einer 

Leistungsintoleranz mit intermittierender Dyspnoe eine elektive Koronarangiographie 

durchgeführt. In der gleichen Sitzung wurde eine hochgradige RIVA (Ramus 

interventricularis anterior)-Stenose dilatiert und mit einem Stent versorgt. Die 

Versicherte verstarb am Operationstag im Kantonsspital in Chur (Suva-act. 2). Mit 

Schreiben vom 30. März 2012 meldete Rechtsanwalt Dr. iur. A. Cantieni, Chur, der 

Suva, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich beim Todesfall der 

Versicherten vom 26. April 2011 um ein Unfallereignis handle (Suva-act. 1). Am 5. April 

2012 meldete auch die Arbeitgeberin der Suva den Todesfall als Unfall (Suva-act. 4).

A.b  Am 23. Januar 2012 wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft Graubünden ein 

rechtsmedizinisches Gutachten durch Dr. med. D.___, Facharzt Rechtsmedizin FMH, 

erstellt (Suva-act. 9). Am 28. August 2012 verfasste Prof. Dr. med. E.___, Facharzt FMH 

Innere Medizin und Kardiologie, HerzGefässZentrum, Zürich, ein Kurzgutachten 

zuhanden der Patienten-Organisation SPO Patientenschutz, Zürich (Suva-act. 8).

A.c  Mit Verfügung vom 10. Dezember 2012 verneinte die Suva einen 

Leistungsanspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung mit der Begründung, 

beim Todesfall vom 26. April 2011 handle es sich nicht um einen Unfall im Rechtssinne 

(Suva-act. 11).

B.      

Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt Cantieni für den Ehegatten der 

Verstorbenen, A.___, mit Eingabe vom 17. Januar 2013 erhobene Einsprache (Suva-

act. 13) wies die Suva nach einer Beurteilung des Schadenfalls durch ihren Kreisarzt 

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Dr. med. F.___, Suva Linth, vom 30. Januar 2013 (Suva-act. 14) mit 

Einspracheentscheid vom 24. April 2013 ab (Suva-act. 17).

C.      

C.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 24. April 2013 liess der Ehegatte der 

Verstorbenen durch Rechtsanwalt Cantieni mit Eingabe vom 22. Mai 2013 Beschwerde 

erheben. Der Rechtsvertreter beantragte, der Einspracheentscheid vom 24. April 2013 

sei aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, um den Anspruch 

auf Leistungen nach UVG zu berechnen. Eventualiter sei vom Gericht ein medizinisches 

Gutachten in Auftrag zu geben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 24. April 

2013 (act. G 3).

C.c  Mit Schreiben vom 24. Juni 2013 verzichtete Rechtsanwalt Cantieni auf die 

Einreichung einer Replik (act. G 5).

C.d  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.     

Streitig und zu prüfen ist, ob der bei B.___ im Kantonsspital Graubünden am 26. April 

2011 durchgeführte operative Eingriff einen Unfall im Sinne von Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

820.1) darstellt und dabei insbesondere, ob das zum Unfallbegriff gehörende Merkmal 

der Ungewöhnlichkeit erfüllt ist.

2.       

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2.1   Nach der Definition des Unfalls bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit auf den Faktor selbst und nicht auf dessen Wirkungen auf den 

menschlichen Körper. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, ob 

der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen - im konkreten Fall 

den tragischen Tod der Versicherten - nach sich zieht. Der äussere Faktor ist 

ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder 

Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich 

nur die objektiven Verumständungen in Betracht fallen (BGE 116 V 138 E. 3b und 147 

E. 2a mit Hinweisen; RKUV 1992 Nr. U 153 S. 203 E. 1a; A. Rumo-Jungo/A. Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf, S. 31).

2.2   Diese Grundsätze zum Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit gelten auch, wenn 

zu beurteilen ist, ob ein ärztlicher Eingriff bzw. eine medizinische Massnahme im 

Rahmen einer Krankenbehandlung, für welche der Unfallversicherer grundsätzlich nicht 

leistungspflichtig ist, ausnahmsweise den gesetzlichen Unfallbegriff erfüllt. Die Frage, 

ob eine ärztliche Massnahme als mehr oder weniger ungewöhnlicher äusserer Faktor 

zu betrachten sei, ist aufgrund objektiver medizinischer Kriterien zu beantworten. Sie 

ist nur dann zu bejahen, wenn die ärztliche Vorkehr als solche den Charakter des 

ungewöhnlichen äusseren Faktors aufweist; denn das Merkmal der 

Aussergewöhnlichkeit bezieht sich nach der Definition des Unfallbegriffs - wie gesagt - 

nicht auf die Wirkungen des äusseren Faktors, sondern allein auf diesen selber (RKUV 

1992 Nr. 153 S. 203 E. 1b; A. Rumo-Jungo/A. Holzer, a.a.O., S. 31).

2.3   Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist es mit dem Erfordernis der 

Aussergewöhnlichkeit streng zu nehmen, wenn eine medizinische Massnahme in Frage 

steht, d.h. an die Bejahung der Ungewöhnlichkeit des den Gesundheitsschaden - oder 

hier den Tod - auslösenden Ereignisses werden gegenüber dem üblichen Unfallbegriff 

erhöhte Anforderungen gestellt. Damit eine medizinische Massnahme als 

ungewöhnlicher äusserer Faktor qualifiziert werden kann, muss ihre Vornahme unter 

den jeweils gegebenen Umständen vom medizinisch Üblichen ganz erheblich 

abweichen und zudem, objektiv betrachtet, entsprechend grosse Risiken in sich 

schliessen (SVR 1999 UV Nr. 9 S. 29 E. 4a; RKUV 1992 Nr. 153 S. 204 E. 1b, RKUV 

1988 Nr. U 36 S. 46 E. 3a; A. Rumo-Jungo/A. Holzer, a.a.O., S. 31).

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2.4   Diese Praxis zur Ungewöhnlichkeit von medizinischen Massnahmen kann laut 

höchstrichterlicher Rechtsprechung nur zur Anwendung gelangen, wenn ein 

Behandlungsfehler seitens des Arztes bzw. der Ärztin oder der die medizinische 

Massnahme durchführenden Person zu beurteilen ist. Liegt hingegen gar kein 

fehlerhaftes Verhalten vor, welches als schädigende Einwirkung zu betrachten wäre, 

hat die Prüfung der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors nach Massgabe der 

üblichen zum Unfallbegriff entwickelten Kriterien zu erfolgen (RKUV 1992 Nr. U 153 S. 

204 E. 1b; A. Rumo-Jungo/A. Holzer, a.a.O., S. 32).

2.5   In einem Beitrag in der Zeitschrift Haftung und Versicherung (HAVE 4/2009 S. 382 

ff.: Accident médical) äussert sich U. Kieser kritisch zur höchstrichterlichen 

Rechtsprechung und kommt zum Ergebnis, beim Accident médical bzw. der 

schädigenden medizinischen Behandlung als Unfall gehe es um die Beurteilung der 

Frage, ob ein Vorgang im Rahmen einer (weit gefassten) medizinischen Behandlung 

einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstelle. Ob ein Accident médical vorliege, 

beurteile sich unter Anwendung der in Art. 4 ATSG genannten Kriterien, wobei 

insbesondere die Kriterien der Ungewöhnlichkeit und der Unfreiwilligkeit von 

Bedeutung seien. Es sei verfehlt, das Vorliegen eines Accident médical nur zu prüfen, 

wenn ein medizinischer Behandlungsfehler vorliege. Vielmehr gehe es regelmässig um 

die Frage, ob das Ereignis das im jeweiligen Lebensbereich Alltägliche oder Übliche 

überschreite. Nicht überzeugend sei, im Bereich des Accident médical eine strengere 

Prüfung der nach Art. 4 ATSG massgebenden Kriterien vorzunehmen.

2.6   Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob das Abgrenzungskriterium des 

Vorliegens eines medizinischen Behandlungsfehlers bestimmend für die Beurteilung ist, 

ob gegenüber dem üblichen Unfallbegriff erhöhte Anforderungen an die 

Ungewöhnlichkeit zu stellen seien, kann angesichts dessen, dass im vorliegenden Fall - 

wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen (vgl. Erwägung 4.2) - kein 

Behandlungsfehler vorliegt, offen bleiben. Die Prüfung der Ungewöhnlichkeit des 

äusseren Faktors hat nämlich damit in jedem Fall nach Massgabe der üblichen zum 

Unfallbegriff entwickelten Kriterien zu erfolgen; RKUV 1992 Nr. U 153 S. 204 E. 1b; A. 

Rumo-Jungo/A. Holzer, a.a.O., S. 32).

3.       

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3.1   In dem gestützt auf die Obduktionsbefunde erstellten rechtsmedizinischen 

Gutachten von Dr. D.___ vom 23. Januar 2012, welches sich zur Todesart und 

Todesursache äussert, wurden als Schlussfolgerungen festgehalten, man gehe 

aufgrund der Gesamtumstände davon aus, dass im Rahmen des Eingriffs das Herz von 

innen perforiert worden sei und es zum Austritt von Blut in den Herzbeutel gekommen 

sei. Die Herztamponade habe zum Tod durch Herzversagen geführt. Es sei nicht 

gelungen, aufgrund der Obduktionsbefunde, der Krankengeschichte inkl. der Bild- und 

Videodokumentation des Eingriffs und der Gedächtnisprotokolle nachzuvollziehen, wie 

und warum es zur Herzperforation gekommen sei. Vor allem auch gestützt auf die 

Beurteilung eines konsiliarisch beigezogenen, externen Kardiologen dürfe davon 

ausgegangen werden, dass der Eingriff nach dem heute gängigen Standard und den 

heute geltenden Richtlinien durchgeführt worden sei. Man komme zum Schluss, dass 

der Tod als Folge des ärztlichen Eingriffs eingetreten sei. Wahrscheinlich liege eine 

seltene Behandlungskomplikation vor. Hinweise für einen Behandlungsfehler hätten 

sich nicht ergeben (Suva-act. 9).

3.2   Prof. Dr. E.___ führte in seinem Kurzgutachten vom 28. August 2012 aus, aufgrund 

der Beschwerden der Verstorbenen - die mit einer für eine PCI (Perkutane 

Koronarintervention) gut geeigneten koronaren Läsion erklärt gewesen seien - sei eine 

ad hoc PCI (im unmittelbaren Anschluss an die diagnostische Untersuchung) lege artis. 

Die Verstorbene sei vor der Untersuchung aufgeklärt worden. Im Text der von ihr 

unterschriebenen Einverständniserklärung sei die Perforation eines Gefässes aber nicht 

unmittelbar erwähnt worden, da diese Komplikation sehr selten sei. Zusammenfassend 

seien Indikation und Aufklärung korrekt. Ursache der im rechtsmedizinischen 

Gutachten festgestellten und schliesslich zur Herzbeuteltamponade und damit zum 

Tod führenden Komplikation einer traumatischen Verletzung (mechanische Perforation) 

sei mit grösster Wahrscheinlichkeit eine Perforation mit der Spitze des verwendeten 

Führungsdrahtes. Der Führungsdraht liege während der Intervention mit der Spitze in 

einem kleinen Sei-tenast. Bei dieser Lage seien Perforationen möglich, ohne dass sie 

während einer Angiografie bemerkt würden. Häufig würden sich die durch den dünnen 

Führungsdraht verursachten Läsionen von selbst verschliessen und hätten keine 

Folgen. In sehr seltenen Fällen könne es zu einer Wühlblutung ins umliegende 

Herzmuskelgewebe kommen. Auch in diesem Stadium sei es durchaus möglich, dass 

sich die kleine Perforationsstelle wieder verschliesse und keine Folgen auftreten 

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würden. Allerdings - und so dürfte es im vorliegenden Fall gewesen sein - könne sich 

die Blutung durch den Herzmuskel wühlen und dann verspätet (zweizeitig) zu einer 

Blutung in den Herzbeutel führen. Die relativ kleine Blutmenge von 330 ml genüge bei 

akuter Blutung leider bereits zur Ausbildung einer vollen Tamponade, die eine 

Pumpbewegung des Herzmuskels durch Kompression nicht mehr möglich mache und 

damit tödlich ende. Das Auftreten einer zweizeitigen tödlichen Blutung ins Perikard 

nach Drahtperforation sei eine sehr seltene (im Promille-Bereich) Komplikation, führe 

aber leider (vor allem wenn die Perforation während der Intervention nicht bemerkt 

werde) nicht selten zum Tod. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die 

behandelnden Ärzte sorgfältig und nach den üblichen Richtlinien gehandelt hätten. Die 

zum Tode führende Tamponade in Folge Perforation eines kleinen Seitenastes mit dem 

Führungsdraht sei während der Intervention unentdeckt geblieben und habe erst 6 

Stunden nach der Intervention im Sinne einer langsamen Wühlblutung zur letztlich 

tödlichen Herzbeuteltamponade geführt. Diese Komplikation sei sehr selten, aber 

bekannt. Im vorliegenden Fall hätten die behandelnden Ärzte diese Komplikation nicht 

frühzeitig genug erkennen können, um den Tod der Verstorbenen zu verhindern. 

Hinweise für einen Behandlungsfehler fänden sich nicht (Suva-act. 8).

4.       

4.1   Ein Behandlungsfehler kann angenommen werden, wenn es sich um grobe 

ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar um 

absichtliche Schädigungen handelt, mit denen niemand rechnet noch zu rechnen 

braucht. Ob ein Behandlungsfehler vorliegt, beurteilt sich unabhängig davon, ob der 

beteiligte Mediziner einen Kunstfehler begangen hat, der eine (zivil- oder öffentlich-

rechtliche) Haftung begründet. Ebensowenig besteht eine Bindung an eine allfällige 

strafrechtliche Beurteilung des ärztlichen Verhaltens (A. Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 180; A. Rumo-Jungo/A. Holzer, a.a.O., S. 32; 

SVR 1999 UV Nr. 9 S. 29 E. 4a).

4.2   Kreisarzt Dr. F.___ wies in seiner Beurteilung des Schadenfalls vom 31. Januar 

2013 hinsichtlich der Frage des Vorliegens eines Behandlungsfehlers darauf hin, dass 

der Rechtsmediziner Dr. D.___ das standardgemässe Vorgehen sowie das Einhalten 

der Richtlinien bestätige und von einer seltenen Komplikation ausgehe. Auch Prof.

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Dr. E.___ verneine einen Behandlungsfehler. Der Eingriff sei sorgfältig durchgeführt 

worden. Es sei eine sehr seltene Komplikation eingetreten. Die Gutachter bestätigten 

keine grobe oder ausserordentliche Verwechslung bzw. Ungeschicklichkeit. Auch eine 

absichtliche Schädigung werde gutachterlich nicht diskutiert. Die Komplikation werde 

als sehr selten beurteilt (act. Suva-act. 14). Dass der operative Eingriff vom 26. April 

2011 am Herz der Verstorbenen in jeder Hinsicht sorgfältig, fehlerfrei und lege artis 

durchgeführt worden ist, wird sodann entsprechend der übereinstimmenden ärztlichen 

Beurteilungen zu Recht auch von der Beschwerdegegnerin vertreten. Von dem von 

Prof. Dr. Ammann in seinem Gutachten uneingeschränkt angenommenen Geschehen 

einer mit der Spitze des verwendeten Führungsdrahtes zu Stande gekommenen 

Perforation des Herzkranzgefässes kann ebenfalls keine - vom Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers geltend gemachte (vgl. act. G 1, Ziff. 6.6) - grobe 

Ungeschicklichkeit abgeleitet werden. Perforationen durch das Liegen des 

Führungsdrahtes mit der Spitze in einem kleinen Seitenast während der im konkreten 

Fall durchgeführten Operation (PCI) stellen Verletzungen dar, welche sich infolge einer 

regelrechten Operationstechnik einstellen können und nicht auf einer 

Ungeschicklichkeit beruhen (vgl. Suva-act. 8). Weder den Gutachten von Dr. D.___ und 

Prof. Dr. E.___ noch der kreisärztlichen Beurteilung ist mithin eine Wertung zu 

entnehmen, wonach von einem Behandlungsfehler auszugehen wäre. Vielmehr wird, 

einhellig das Vorliegen eines Behandlungsfehlers verneint. Dementsprechend wurde 

auch das strafrechtliche Verfahren eingestellt (act. G 1.7).

5.       

5.1   Im Folgenden ist mithin zu prüfen, ob das Unfallbegriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nach Massgabe der üblichen zum Unfallbegriff entwickelten Kriterien 

erfüllt ist. Die erhöhten Anforderungen, dass die Vornahme der konkreten 

medizinischen Massnahme unter den jeweils gegebenen Umständen vom medizinisch 

Üblichen ganz erheblich abweichen muss und zudem, objektiv betrachtet, 

entsprechend grosse Risiken in sich schliessen muss, sind im vorliegenden Fall nicht 

zu stellen (vgl. Erwägung 2.3 ff.).

5.2   Hinsichtlich der im konkreten Fall durchgeführten Massnahme - der 

Koronarangiographie mit nachfolgender Dilatation einer hochgradigen RIVA-Stenose 

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und Stent-Versorgung (Suva-act. 2) - als insgesamt den Tod auslösendem Ereignis gilt 

es eine Ungewöhnlichkeit zu verneinen. Laut Gutachten von Prof. E.___ war aufgrund 

der ursprünglichen Beschwerden der Verstorbenen (akutes Kreislaufversagen mit 

pulslos-elektrischer Aktivität am 26. April 2011 [Suva-act. 2]), die mit einer koronaren 

Läsion erklärt waren, eine sogenannte ad hoc PCI im unmittelbaren Anschluss an die 

diagnostische Untersuchung einer elektiven Koronarangiographie lege artis bzw. die 

koronare Läsion war gut geeignet für die fragliche medizinische Massnahme (Suva-act. 

8). Die Beschwerdegegnerin schliesst daraus im angefochtenen Einspracheentscheid 

zu Recht, dass die am 26. April 2011 bei der Verstorbenen durchgeführte medizinische 

Massnahme medizinisch betrachtet grundsätzlich die Norm darstellt und in diesem 

Sinn im fraglichen Lebensbereich üblich ist.

5.3    

5.3.1         Der äussere Faktor liegt sodann überhaupt vielmehr in der im Rahmen der 

elektiven Koronarangiographie erfolgten Perforation des Herzens von innen, durch 

welche erst die schädigende Wirkung (Blutung in den Herzbeutel mit Ausbildung einer 

Tamponade) eintrat, als im medizinischen Eingriff insgesamt. Die Perforation ist nicht 

als Wirkung des äusseren Faktors bzw. nach sich gezogene Folge zu betrachten. Der 

Fokus des Prüfungsmassstabs für die Ungewöhnlichkeit liegt nicht bei einem 

Behandlungsfehler, sondern bei der medizinischen Massnahme an sich. Entsprechend 

wurden auch in RKUV 1992 Nr. U 153 S. 205 f. E. 3b die im Rahmen einer 

prophylaktischen Zahnreinigung mit Zahnsteinentferner und anschliessender 

Zahnpolitur ins Auge des Patienten geratenen Spritzer der Poliermasse, welche ein 

Augenleiden auslösten, als äusserer Faktor und nicht als Wirkung auf den 

menschlichen Körper verstanden. Die Argumentation, eine Perforation mit ihren Folgen 

sei für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ohne Belang, kann damit nicht greifen.

5.3.2         Zur Beantwortung der Frage, ob die Perforation das Kriterium der 

Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss ihre genaue Ursache - während Prof. Dr. Ammann die 

Perforation "mit grösster Sicherheit" als mit der Spitze des verwendeten 

Führungsdrahtes verursacht betrachtet, bejaht Dr. D.___ zwar das Geschehen einer 

mechanischen Perforation von innen, kann sich jedoch nach Überprüfung der zum 

Einsatz gelangten Instrumente nicht vorstellen, wie eines dieser weichen, vorne 

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gebogenen, verformbaren Instrumente die Perforation hätte verursachen können - nicht 

geklärt werden. Selbst wenn der Führungsdraht nicht die Ursache gewesen sein sollte, 

wäre die Ungewöhnlichkeit der Perforation mit Blick auf das Gutachten von Dr. D.___ 

ohne weiteres zu bejahen. Die Perforation überschreitet bei seiner Darstellung, er 

könne sich diese angesichts der verwendeten Operationsinstrumente nicht erklären, 

den Rahmen des im Lebensbereich "Koronarangiographie und Stenting" Alltäglichen 

oder Üblichen jedenfalls klar und ist folglich als ungewöhnlich zu bezeichnen. 

Gleichfalls zu bejahen ist das Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit, wenn auf 

die Ausführungen von Prof. Dr. Ammann abgestellt wird. Ihm ist die Komplikation 

"Perforation eines Gefässes" zwar offenkundig nicht unbekannt. Seine weiteren 

Ausführungen - die durch den dünnen Führungsdraht verursachten Läsionen würden 

sich häufig von selbst verschliessen; es würde nur in sehr seltenen Fällen zu einer 

Wühlblutung ins umliegende Herzmuskelgewebe kommen und es sei auch in diesem 

Stadium durchaus noch möglich, dass sich die kleine Perforationsstelle wieder 

folgenlos verschliesse; das Auftreten einer zweizeitigen tödlichen Blutung ins Perikard 

nach Drahtperforation (eine Tamponade) sei eine sehr seltene Komplikation im 

Promille-Bereich - lassen hingegen davon ausgehen, dass die Perforation eines 

Gefässes an sich (und nicht nur die noch viel seltenere Perforation mit Todesfolge) 

nicht alltäglich oder üblich ist. Die Wahrscheinlichkeit ist offensichtlich als sehr gering 

einzustufen. Dieser medizinischen Erfahrungstatsache entsprechend ist laut Prof. Dr. 

E.___ die Perforation eines Gefässes im Text der Einverständniserklärung der 

Schweizerischen Herzstiftung für solche Eingriffe als Risikofaktor auch nicht 

unmittelbar erwähnt (vgl. act. G 1.11). Die Häufigkeit der Komplikation ist bei der Frage 

der Ungewöhnlichkeit ein massgebender Faktor. So ist die Ungewöhnlichkeit eher zu 

verneinen, wenn die eingetretene Schädigung im Rahmen der jeweiligen 

Heilbehandlung als üblich gilt und die versicherte Person damit hätte rechnen müssen 

(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2009, 8C_296/2009, E. 5.3). 

Wie gesagt, muss eine Perforation eines Gefässes mit der Spitze des verwendeten 

Führungsdrahtes angesichts der Ausführungen von Prof. Dr. E.___ als seltene 

Komplikation eingestuft werden, womit sie einen ungewöhnlichen äusseren Faktor 

darstellt.

6.     

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Nachdem das Herz der Verstorbenen mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit von innen perforiert worden ist (vgl. dazu Erwägung 3), ist auch das 

Unfallbegriffsmerkmal der Plötzlichkeit offensichtlich zu bejahen. Unbestritten ist 

sodann das Vorliegen der übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs, nämlich 

der Schädigung, der äusseren Einwirkung und der fehlenden Absicht.

7.     

Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass ein versicherter Unfall im 

Sinne von Art. 4 ATSG vorliegt und die Beschwerdegegnerin demnach 

leistungspflichtig ist.

8.     

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 24. April 2013 (Suva-act. 17) gutzuheissen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die 

obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die 

Parteientschädigung ist - wie in vergleichbaren Verfahren üblich - pauschal auf Fr. 

3'500.-- einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer, festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.      In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 24. April 2013 

aufgehoben.

2.      Die Sache wird zur Prüfung und allfälligen Festsetzung der 

Versicherungsleistungen an die Beschwerdegegnerin überwiesen.

3.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.      Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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