# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f2ebf01-7b62-5311-a250-83897b99e16b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.04.2025 A-4137/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4137-2022_2025-04-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

  

  

 

 Abteilung I 

A-4137/2022, A-4170/2022, A-4172/2022,  
A-4175/2022  

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,  

Richter Pierre-Emmanuel Ruedin,  

Richterin Annie Rochat Pauchard,  

Richter Jürg Steiger, 

Gerichtsschreiberin Ana Pajovic. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

(…), 

2. B._______, 

(…), 

3. C._______, 

(…) 

alle drei vertreten durch 

Dr. Marcel R. Jung, Rechtsanwalt, 

MME Legal AG,  

(…),  

4. D._______ SA,  

(…), 

vertreten durch 

Anne Tissot Benedetto, Rechtsanwältin, und  

Jérôme Meyer, Rechtsanwalt, 

Oberson Abels SA,  

(…), 

Beschwerdeführende,   
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, 

(…), 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA CH-IT). 

 

 

 

A-4137/2022 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am (…) richtete die Agenzia delle Entrate, Divisione Contribuenti, Di-

rezione Centrale Grandi Contribuenti e Internazionale, Settore Internazio-

nale, Ufficio Cooperazione Internazionale (nachfolgend: AE oder ersu-

chende Behörde) drei Amtshilfeersuchen an die Eidgenössische Steuer-

verwaltung (nachfolgend: ESTV). Die Ersuchen stützen sich auf Art. 27 des 

Abkommens vom 9. März 1976 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft und der Italienischen Republik zur Vermeidung der Doppelbe-

steuerung und zur Regelung einiger anderer Fragen auf dem Gebiete der 

Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (DBA CH-IT, 

SR 0.672.945.41). 

Die AE ersuchte um Informationen über den E._______ Trust, weil diese 

für die Besteuerung der in Italien domizilierten Personen B._______ (nach-

folgend: betroffene Person 1), A._______ (nachfolgend: betroffene Person 

2), C._______ (nachfolgend: betroffene Person 3) und des 

E._______ Trusts (nachfolgend auch: betroffene Person 4) voraussichtlich 

erheblich seien. Betroffen seien Einkommenssteuern von natürlichen Per-

sonen sowie die damit verbundenen Zusatzsteuern und Steueraufsichts-

bestimmungen («IRPEF [Imposta sul reddito delle persone fisiche, Anmer-

kung des Bundesverwaltungsgerichts] e relative addizionali e disposizioni 

in materia di Monitoraggio fiscale») für die Jahre (…) bis (…). Als mögliche 

Informationsinhaberin nannte die AE den Trustee des E._______ Trusts, 

die D._______ SA (nachfolgend auch: Informationsinhaberin). 

A.b In Bezug auf den Sachverhalt ist dem Amtshilfeersuchen zusammen-

gefasst folgendes zu entnehmen:  

Im Rahmen des automatischen Austauschs von Finanzinformationen zwi-

schen Italien und der Schweiz seien die Namen der betroffenen Personen 

1 bis 3 als Settlors des E._______ Trusts offengelegt worden. Die betroffe-

nen Personen 1 bis 3 seien von der AE um Informationen in Bezug auf die 

Merkmale des E._______ Trusts sowie ihre Rollen innerhalb des Trusts er-

sucht worden. Sie hätten dabei angegeben, Settlors zu sein und ansonsten 

keine Beziehung zum E._______ Trust zu haben sowie über keine relevan-

ten Dokumente zu verfügen. Weiter hätten sie bekannt gegeben, dass es 

sich beim E._______ Trust um einen am (…) im Vereinigten Königreich 

nach englischem Recht errichteten Trust handle und aktueller Trustee die 

D._______ SA sei. Es sei unklar geblieben, ab welchem Datum die 

D._______ SA die Rolle des Trustees des E._______ Trusts übernommen 

A-4137/2022 

Seite 4 

habe. Die erlangten Informationen würden nicht ausreichen, um die Bezie-

hung zwischen den betroffenen Personen 1 bis 3 und dem E._______ Trust 

zu klären. Für die laufende Untersuchung seien detaillierte Informationen 

und Dokumente notwendig, um die Steuersituation, das Vermögen und all-

fällige Einkünfte des E.________ Trusts zu bestimmen, die wirtschaftlich 

Begünstigten und die Beziehung zu den Settlors zu identifizieren sowie um 

zu prüfen, ob der E._______ Trust eine formlose Hülle darstelle, in Italien 

eine Steuererklärung einzureichen habe bzw. steuerpflichtig sei, oder ob 

ein «transparenter Trust» vorliege. Zudem sollen allfällige Verstösse gegen 

die Steuervorschriften für Trusts festgestellt werden. 

A.c Für den Zeitraum vom (…) bis zum (…) ersuchte die AE die ESTV im 

Einzelnen um die Beantwortung folgender Fragen und um Übermittlung fol-

gender Dokumente (vgl. Ziff. 13 des Ersuchens): 

a) documenti ed atti ufficiali del Trust, con particolare riferimento 

all'atto istitutivo ed ai suoi regolamenti, nonché ad eventuali atti mo-

dificativi degli stessi; 

b) libro delle delibere del Trustee; 

c) lettere di auspicio al Trustee; 

d) atti dispositivi posti in essere dal Trustee; 

e) inventario annuale dei beni che compongono il patrimonio del Trust 

e riepilogo dei movimenti patrimoniali annuali dalla costituzione ad 

oggi; 

f) rapporti bancari e conti correnti riferibili al Trust e documentazione 

relativa, con riferimento ai periodi d'imposta dal (…) al (…); 

g) prospetti dei redditi realizzati per i periodi d'imposta dal (…) al (…); 

h) dettaglio delle eventuali distribuzioni o assegnazioni eseguite dal 

Trust nei confronti dei beneficiari. 

A.d Die AE bestätigte im Ersuchen, dass die italienischen Steuerbehörden 

alle in Italien verfügbaren internen Mittel ausgeschöpft hätten, um die In-

formationen zu erhalten, mit Ausnahme derjenigen, die unverhältnismäs-

sige Schwierigkeiten mit sich bringen würden; dass die Anträge mit dem 

italienischen Recht und der Verwaltungspraxis sowie mit dem DBA CH-IT 

A-4137/2022 

Seite 5 

in Einklang stünden; dass die beantragten Informationen nach italieni-

schem Recht und im Rahmen der üblichen Verwaltungspraxis unter ver-

gleichbaren Umständen erlangt werden könnten; dass die geltenden Vor-

schriften an die Geheimhaltung sowie an die zweckkonforme Verwendung 

der ersuchten Informationen eingehalten würden. 

B.  

B.a Am 27. Januar 2022 forderte die ESTV mit einer Editionsverfügung die 

Informationsinhaberin auf, ihr die ersuchten Informationen innerhalb von 

10 Kalendertagen ab Erhalt der Editionsverfügung zuzustellen. Gleichzeitig 

ersuchte sie die Informationsinhaberin, die im Ausland ansässigen be-

troffenen Personen 1 bis 3 über die laufenden Amtshilfeverfahren zu infor-

mieren und diese aufzufordern, eine zur Zustellung bevollmächtigte Person 

in der Schweiz zu bezeichnen. 

B.b Mit Schreiben und E-Mails vom 7. Februar 2022 zeigte Rechtsanwalt 

Marcel R. Jung der ESTV an, dass er von den betroffenen Personen 1 bis 

3 und von der Informationsinhaberin als Zustellungsbevollmächtigter be-

stimmt und mit der Wahrung der Interessen beauftragt worden sei. Zudem 

ersuchte er um Akteneinsicht. 

B.c Innert erstreckter Frist kam die Informationsinhaberin der Aufforderung 

am 15. März 2022 nach. 

B.d Am 6. Mai 2022 stellte die ESTV der Informationsinhaberin eine ergän-

zende Editionsverfügung zu, welcher Letztere am 17. Mai 2022 nachkam. 

Die ESTV bat am 2. Juni 2022 telefonisch um eine Auskunft bezüglich den 

mit Schreiben vom 17. Mai 2022 zugestellten Informationen. Die Informa-

tionsinhaberin erteilte mit Telefonat und Schreiben vom 7. Juni 2022 die 

ersuchte Auskunft. 

B.e Nachdem sich die AE mit der Gewährung der Akteneinsicht einverstan-

den erklärte, gewährte die ESTV am 22. Juni 2022 den betroffenen Perso-

nen 1 bis 3 und der Informationsinhaberin die am 7. Februar 2022 ersuchte 

Akteneinsicht (vgl. Sachverhalt Bst. B.b). 

B.f Mit Informationsschreiben vom 22. Juni 2022 setzte die ESTV die be-

troffenen Personen und die Informationsinhaberin über die wesentlichen 

Teile des Ersuchens in Kenntnis. Gleichzeitig teilte sie ihnen mit, dass sie 

beabsichtige, dem Ersuchen stattzugeben. Sie setzte eine Frist, um der 

Übermittlung der Informationen schriftlich zuzustimmen oder zur beabsich-

tigten Übermittlung Stellung zu nehmen.  

A-4137/2022 

Seite 6 

B.g Die betroffenen Personen 1 bis 3 nahmen innert erstreckter Frist am 

11. Juli 2022 zur beabsichtigten Übermittlung der Informationen Stellung. 

Sie beantragten namentlich, es sei keine Amtshilfe zu leisten und von der 

Übermittlung jeglicher Information abzusehen. Eventualiter sei die italieni-

sche Behörde lediglich zu informieren, dass die betroffenen Personen 1 bis 

3 die Settlors des E._______ Trusts (…) seien (…). 

B.h Mit Schreiben vom 11. Juli 2022 zeigten Rechtsanwalt Marcel Meier 

sowie Rechtsanwalt Lysandre Papadopoulos der Anwaltskanzlei Oberson 

Abels SA der ESTV an, dass sie von der Informationsinhaberin neu als 

Zustellungsbevollmächtigte bestimmt sowie mit der Wahrung der Interes-

sen beauftragt worden seien und nahmen zur beabsichtigten Übermittlung 

der Informationen Stellung. Die Informationsinhaberin stellte dieselben An-

träge wie die betroffenen Personen 1 bis 3. 

B.i Die Rechtsvertreter der Informationsinhaberin ersuchten am 19. Juli 

2022 telefonisch bei der ESTV um ein Gespräch. Die ESTV lehnte mit 

E-Mail vom 28. Juli 2022 ein solches ab und stellte den Erlass und die Zu-

stellung der Schlussverfügungen in Aussicht. 

B.j Am 3. und 18. August 2022 gewährte die ESTV den betroffenen Perso-

nen 1 bis 3 und am 12. August 2022 der Informationsinhaberin ergänzende 

Akteneinsicht in neu hinzugekommene Aktenstücke. 

C.  

Mangels Zustimmungen zum Informationsaustausch erging am 18. Au-

gust 2022 die Schlussverfügung der ESTV gegenüber den betroffenen 

Personen 1 bis 4 und der Informationsinhaberin (nachfolgend: beschwer-

deberechtigte Person). Die ESTV kam nach Prüfung des Ersuchens zum 

Schluss, dass der ersuchenden Behörde Amtshilfe betreffend den betroffe-

nen Personen 1 bis 4 zu leisten sei (Ziff. 1 des Dispositivs). 

In Ziffer 2 des Dispositivs nannte die ESTV die bei der beschwerdeberech-

tigten Person edierten und zu übermittelnden Informationen und Doku-

mente betreffend die betroffenen Personen. Übermittelt werden sollen na-

mentlich Unterlagen betreffend die Gründung, die Vermögenslage und die 

Vertretungsbefugnisse des E._______ Trusts sowie betreffend Beratungs- 

und administrative Vereinbarungen desselben (vgl. Dokumente in «alle-

gato 01»). Ebenfalls zur Übermittlung vorgesehen sind Unterlagen betref-

fend das Bankkundenverhältnis des E._______ Trusts zur F._______ SA 

A-4137/2022 

Seite 7 

(vgl. Dokumente in «allegato 03a» und «allegato 03b») sowie die «Finan-

cial Statements» des E._______ Trusts (vgl. Dokumente in «allegato 02a» 

und «allegato 02b»). Letztere betreffen die Frage e) im Amtshilfeersuchen 

(vgl. Sachverhalt Bst. A.c). Diesbezüglich erklärte die Vorinstanz, dass in 

dieser Frage Informationen für den Zeitraum von der Gründung des Trusts 

bis «heute» (gemeint ist der Zeitpunkt des Amtshilfeersuchens bzw. (…), 

Anmerkung des Bundesverwaltungsgerichts) ersucht würden. Informatio-

nen, die einen Zeitpunkt vor dem 23. Februar 2015 beträfen, würden je-

doch nicht in den zeitlichen Anwendungsbereich von Art. 27 DBA CH-IT 

und Bst. ebis des dazugehörigen Protokolls (gemäss Änderung vom 

23. Februar 2015, in Kraft getreten am 13. Juli 2016; AS 2016 2769, 2771 

[vgl. auch: E. 4.1.1]; nachfolgend: Zusatzprotokoll) fallen, weshalb für die 

Frage e) nur Informationen ab dem 23. Februar 2015 übermittelt werden 

könnten. Ebenfalls betreffend die Frage e) des Amtshilfeersuchens erklärte 

die Vorinstanz unter Verweisung auf das Subsidiaritätsprinzip, dass im Zeit-

punkt des Amtshilfeersuchens am (…) das italienische Steuerjahr (…) noch 

angedauert und die betroffene(n) Person(en) zu diesem Zeitpunkt noch die 

Möglichkeit gehabt hätte(n), ihr(e) Vermögen zu deklarieren, weshalb die 

in Frage e) ersuchten Informationen nicht bis «heute», sondern nur bis (…) 

übermittelt würden.  

Zudem wies die ESTV darauf hin, dass nicht amtshilfefähige Informationen, 

die nicht ausgesondert werden konnten, geschwärzt worden seien. 

In Ziffer 3 des Dispositivs wies sie die folgenden Anträge der betroffenen 

Personen 1 bis 3 und der beschwerdeberechtigten Person ab: es sei auf 

das Amtshilfeersuchen nicht einzutreten sowie die ersuchten Informationen 

nicht zu übermitteln; es seien keine Informationen von der beschwerdebe-

rechtigten Person anzufordern, sämtliche Editionsanordnungen aufzuhe-

ben und alle edierten Informationen sofort zu vernichten und zu löschen. 

(…). 

In Ziffer 4 des Dispositivs verfügte die ESTV, sie werde die ersuchende 

Behörde darauf hinweisen, dass die erhaltenen Informationen nur im Ver-

fahren gegen die betroffenen Personen 1 bis 4 verwendet werden dürfen 

(Ziff. 4a) und dass sie der Geheimhaltung unterliegen (Ziff. 4b). 

D.  

D.a Am 16. September 2022 liessen die betroffene Person 1 (nachfolgend 

auch: Beschwerdeführer 1), die betroffene Person 2 (nachfolgend auch: 

A-4137/2022 

Seite 8 

Beschwerdeführer 2) und die betroffene Person 3 (nachfolgend auch: Be-

schwerdeführerin 3) beim Bundesverwaltungsgericht je einzeln Be-

schwerde gegen die Schlussverfügung vom 18. August 2022 sowie gegen 

die Editionsverfügung vom 27. Januar 2022 (vgl. Sachverhalt Bst. B.a) und 

die ergänzende Editionsverfügung vom 6. Mai 2022 (vgl. Sachverhalt 

Bst. B.d) erheben. Die Beschwerdeschriften wurden auf Deutsch einge-

reicht. Die Beschwerdeführenden 1 bis 3 beantragen je die Aufhebung der 

Schlussverfügung vom 18. August 2022 sowie die Verweigerung des itali-

enischen Amtshilfeverfahrens (Ziff. 2). Ebenfalls beantragt wird jeweils die 

Aufhebung der Editionsverfügung vom 27. Januar 2022 (Ziff. 3.1) und der 

ergänzenden Editionsverfügung vom 6. Mai 2022 (Ziff. 3.2) sowie die An-

weisung der ESTV, die von der beschwerdeberechtigten Person mit 

Schreiben vom 14. März 2022 [recte: 27. Januar 2022] und 6. Mai 2022 

edierten Informationen zu vernichten (Ziff. 3.3). In prozessualer Hinsicht 

beantragen die Beschwerdeführenden 1 bis 3 jeweils, es sei der Be-

schwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen (Ziff. 1); die ordentlichen und 

ausserordentlichen Kosten seien auf die Bundeskasse zu nehmen (Ziff. 4).  

D.b Gleichentags liess auch die beschwerdeberechtigte Person (nachfol-

gend auch: Beschwerdeführerin 4) gegen die Schlussverfügung vom 

18. August 2022 Beschwerde erheben. Die Beschwerdeschrift wurde auf 

Französisch eingereicht. Die Beschwerdeführerin 4 beantragt darin: die 

Gutheissung der Beschwerde (Ziff. 4); die Feststellung der Nichtigkeit der 

Schlussverfügung vom 18. August 2022, welche gegenüber dem 

«E._______ Trust, vertreten durch D._______ SA» erlassen wurde, even-

tualiter sei diese Schlussverfügung aufzuheben (Ziff. 5); die Feststellung 

der Nichtigkeit der Schlussverfügung vom 18. August 2022, welche gegen-

über der Beschwerdeführerin 4 erlassen wurde, soweit sie die Gewährung 

der internationalen Amtshilfe in Bezug auf den E._______ Trust bzw. das 

Recht, die Informationen gegen denselben zu verwenden, betrifft («en tant 

qu’ils [les ch. 1 et 4a du dispositif attaqué] prévoient l’octroi de l’assistance 

administrative internationale au sujet du E._______ Trust, respectivement 

le droit d’utiliser les informations contre ce dernier»; Ziffer 6); die Aufhe-

bung der Schlussverfügung vom 18. August 2022, welche gegenüber der 

Beschwerdeführerin 4 erlassen wurde (Ziff. 7); die Aufhebung der Editions-

verfügungen vom 27. Januar 2022 und 6. Mai 2022 sowie den Verzicht der 

Vorlage jeglicher Informationen und Dokumente durch die Beschwerdefüh-

rerin 4 (Ziff. 8); die Anordnung der umgehenden und endgültigen Vernich-

tung («la destruction immédiate et la supression définitive») sämtlicher von 

der ESTV bei der Beschwerdeführerin 4 edierten Informationen und Doku-

mente (Ziff. 9). Zudem seien sämtliche Amtshilfeersuchen der italienischen 

A-4137/2022 

Seite 9 

Behörden in vorliegender Angelegenheit als unzulässig zu erklären, jegli-

che Form der internationalen Amtshilfe an die italienischen Behörden zu 

verweigern und daher keinerlei Informationen im Zusammenhang mit den 

Amtshilfeersuchen zu übermitteln (Ziff. 10).  

Eventualiter beantragt die Beschwerdeführerin 4, es sei die italienische Be-

hörde lediglich zu informieren, dass die betroffenen Personen 1 bis 3 die 

«Settlors» des E._______ Trust (…) seien (…) (Ziff. 11); die Sache sei an 

die ESTV zur Neuentscheidung im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen 

(Ziff. 12).  

In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin 4, die Be-

schwerde sei für zulässig zu erklären und es sei darauf einzutreten (Ziff. 1); 

es sei Französisch als Verfahrenssprache festzusetzen (Ziff. 2). Im Sinne 

einer vorsorglichen Massnahme sei die ESTV anzuweisen, vor einem 

rechtskräftigen Urteil dem ersuchenden Staat keinerlei Informationen zu 

übermitteln mit Ausnahme der Auskunft, dass das innerstaatliche Verfah-

ren hängig sei (Ziff. 3). 

D.c In der Folge eröffnete das Bundesverwaltungsgericht für die vier sepa-

rat eingereichten Beschwerden je einzelne Verfahren. 

D.d Mit Zwischenverfügungen vom 21. September 2022 erkannte das 

Bundesverwaltungsgericht, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen 

aufschiebende Wirkung zukommt, respektive, dass während eines hängi-

gen Beschwerdeverfahrens der ersuchenden Behörde lediglich «status up-

dates» gemeldet werden dürfen.  

D.e Die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) beantragte mit Eingabe vom 

3. Oktober 2022 in prozessualer Hinsicht die Vereinigung der separat er-

öffneten Beschwerdeverfahren sowie die Festlegung von Deutsch als Ver-

fahrenssprache. Nach Durchführung eines diesbezüglichen Schriften-

wechsels vereinigte die zuständige Instruktionsrichterin die Verfahren 

A-4170/2022, A-4172/2022, A-4175/2022 und A-4137/2022 und legte als 

Verfahrenssprache Deutsch fest (vgl. Zwischenverfügung des BVGer 

A-4137/2022, A-4170/2022, A-4172/2022, A-4175/2022 vom 16. Novem-

ber 2022, worin auch festgelegt wurde, das Verfahren unter der Geschäfts-

nummer A-4137/2022 weiterzuführen). 

E.  

E.a Innert erstreckter Frist beantragt die Vorinstanz in ihrer Vernehmlas-

sung vom 17. März 2023 die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerden, 

A-4137/2022 

Seite 10 

soweit darauf einzutreten sei. Im Hinblick auf die Beschwerde der Be-

schwerdeführerin 4 sei eventualiter a) «das Exemplar der Schlussverfü-

gung der ESTV vom 18. August 2022 adressiert an den E._______ Trust, 

vertreten durch die Beschwerdeführerin 4, aufzuheben»; und b) die Be-

schwerde im Übrigen abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

E.b Mit Zwischenverfügung vom 4. April 2023 setzte das Bundesverwal-

tungsgericht der Beschwerdeführerin 4 antragsgemäss eine Frist zur Stel-

lungnahme zur Vernehmlassung an. 

E.c  Mit Replik vom 19. April 2023 nimmt die Beschwerdeführerin 4 zur 

Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung. Sie hält an ihren Rechtsbegeh-

ren fest. 

F.  

Am 7. August 2023 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden 1 

bis 3 dem Bundesverwaltungsgericht einen Kanzleiwechsel mit. Am 4. No-

vember 2024 teilte zudem die Beschwerdeführerin 4 einen Wechsel der 

kanzleiinternen Zuständigkeit mit. 

Auf die vorstehenden und die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteilig-

ten sowie die Akten wird nachfolgend in den Erwägungen insoweit einge-

gangen, als sie für den vorliegenden Entscheid wesentlich sind. 

  

A-4137/2022 

Seite 11 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Dem Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen der AE vom (…) gestützt 

auf Art. 27 des DBA CH-IT zugrunde (vgl. Sachverhalt Bst. A.a). Die 

Durchführung der mit diesem Abkommen vereinbarten Bestimmungen 

richtet sich – unter Vorbehalt abweichender Regelungen im DBA CH-IT – 

nach dem Bundesgesetz vom 28. September 2012 über die internationale 

Amtshilfe in Steuersachen (StAhiG, SR 651.1; vgl. Art. 1 Abs. 1 und 2 so-

wie Art. 24 StAhiG e contrario).  

1.2 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) be-

urteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 

nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

waltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021). 

Zu den beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehö-

ren auch die Schlussverfügungen der ESTV im Bereich der internationalen 

Amtshilfe (Art. 32 VGG e contrario und Art. 19 Abs. 1 und Abs. 5 StAhiG). 

Zusammen mit der Schlussverfügung anfechtbar ist auch jede der Schluss-

verfügung vorangehende Verfügung (Art. 19 Abs. 1 StAhiG), folglich auch 

die von den Beschwerdeführenden hier mitangefochtenen Editionsverfü-

gungen. Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Behand-

lung der Beschwerden ist folglich gegeben. 

1.3 Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach dem VwVG soweit das 

VGG oder das StAhiG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 19 

Abs. 5 StAhiG). 

1.4 Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren teil-

genommen; die angefochtene Schlussverfügung ist an sie adressiert. Folg-

lich sind die Beschwerdeführenden zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG und Art. 19 Abs. 2 StAhiG).  

1.5  

1.5.1 Der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht im Bereich der 

internationalen Amtshilfe in Steuersachen kommt von Gesetzes wegen 

aufschiebende Wirkung zu (Art. 19 Abs. 3 StAhiG und Art. 55 Abs. 1 

VwVG). Allerdings kann die ESTV in einer Schlussverfügung, weil diese im 

Bereich der internationalen Amtshilfe regelmässig keine Geldleistung zum 

Gegenstand hat, einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung 

entziehen. Nach Einreichung der Beschwerde steht dieselbe Befugnis dem 

A-4137/2022 

Seite 12 

Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz bzw. ihrem Vorsitzen-

den oder der Instruktionsrichterin zu (Art. 19 Abs. 3 StAhiG i.V.m. Art. 55 

Abs. 2 VwVG; Urteil des BVGer A-47/2020 vom 12. März 2021 E. 1.3). Vor-

liegend hatte die Beschwerde demnach von Gesetzes wegen aufschie-

bende Wirkung und diese wurde auch nie entzogen. Am Antrag auf auf-

schiebende Wirkung der Beschwerdeführenden 1 bis 3 bestand somit von 

Anfang an kein Rechtsschutzinteresse. Diesbezüglich sind die Beschwer-

den gegenstandslos.  

1.5.2 Die Beschwerdeführerin 4 beantragt, es sei der ESTV zu untersagen, 

der ersuchenden Behörde Informationen über das vorliegende Verfahren 

vor der Rechtskraft eines Entscheids zu übermitteln. Vorbehalten wird die 

Mitteilung an die ersuchende Behörde, dass das Verfahren laufe. Dieser 

Antrag entspricht der von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ge-

stützten Praxis der ESTV betreffend sog. «status updates» (vgl. BGE 144 

II 130 E. 6). An diesem Antrag bestand somit ebenfalls von Anfang an kein 

Rechtsschutzinteresse, weshalb die Beschwerde auch diesbezüglich ge-

genstandslos ist.  

1.6 Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden 

(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 19 Abs. 5 StAhiG) ist 

einzutreten. 

1.7 Das Bundesverwaltungsgericht kann die angefochtenen Schlussverfü-

gungen in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführenden können 

neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 

Bst. c VwVG). 

Zum Bundesrecht in diesem Sinn gehört auch das für die Schweiz verbind-

liche Staatsvertragsrecht (statt vieler: BGE 132 II 81 E. 1.3). Vorausgesetzt 

ist jedoch, dass die staatsvertragliche Bestimmung, deren Verletzung ge-

rügt wird, direkt anwendbar (self-executing) ist. Dies trifft zu, wenn die Be-

stimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, um im Einzelfall 

Grundlage eines Entscheides zu bilden. Die Norm muss justiziabel sein, 

d.h. es müssen die Rechte und Pflichten des Einzelnen umschrieben und 

der Adressat der Norm die rechtsanwendenden Behörden sein. Wie es sich 

damit verhält, ist von den rechtsanwendenden Behörden zu bestimmen 

(statt vieler: BGE 133 I 286 E. 3.2). Die Frage des self-executing-Charak-

ters bzw. der Justiziabilität der Norm ist dabei für jede einzelne Bestim-

A-4137/2022 

Seite 13 

mung in einem Staatsvertrag gesondert zu prüfen (Urteile des BVGer 

A-6668/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.1; A-4013/2010 vom 15. Juli 

2010 E. 1.2; ANDRÉ MOSER ET AL., Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 2.168). 

1.8 Im Beschwerdeverfahren gelten die Untersuchungsmaxime, wonach 

der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist, und der Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG; statt vieler: 

Urteil des BVGer A-4440/2021 vom 7. März 2022 E. 1.6 m.w.H.). Die 

Beschwerdeinstanz nimmt jedoch nicht von sich aus zusätzliche Sach-

verhaltsabklärungen vor oder untersucht weitere Rechtsstandpunkte, für 

die sich aus den vorgebrachten Rügen oder den Akten nicht zumindest 

Anhaltspunkte ergeben (BVGE 2010/64 E. 1.4.1; statt vieler: Urteil des 

BVGer A-5551/2019 vom 14. Januar 2021 E. 1.4). 

2.  

2.1   

2.1.1 Fehlerhafte Verfügungen sind grundsätzlich anfechtbar und nur aus-

nahmsweise nichtig. Eine nichtige Verfügung entfaltet keinerlei Rechtswir-

kungen und ist ex tunc sowie ohne amtliche Aufhebung rechtlich unver-

bindlich. Die Nichtigkeit ist von Amtes wegen zu beachten. Nach der sog. 

Evidenztheorie ist eine Verfügung nur dann nichtig, wenn der ihr anhaf-

tende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht 

erkennbar ist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit 

nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgrund fallen hauptsächlich 

funktionelle und sachliche Unzuständigkeit einer Behörde sowie schwer-

wiegende Verfahrensfehler in Betracht (vgl. BGE 138 II 501 E. 3.1; 133 II 

366 E. 3.1; Urteile des BVGer A-2117/2018 vom 5. März 2019 E. 1.3, 

A-5540/2013 vom 6. Januar 2014 E. 2.2.1 m.w.H.).  

Nichtigkeit wird rechtsprechungsgemäss auch dann angenommen, wenn 

ein Entscheid sich an eine nicht existierende Partei richtet. Dieser Mangel 

kann nicht durch die Aufhebung des Entscheids im Beschwerdeverfahren 

geheilt werden, litte doch das Beschwerdeverfahren wieder am gleichen 

Mangel, indem die nicht existierende Person in das Verfahren einbezogen 

würde (Urteil des BGer 6B_860/2008 vom 10. Juli 2009 E. 2.1; 

BVGE 2013/38 E. 4.2). 

2.1.2 Auf eine gegen einen nichtigen Entscheid oder nichtige Teile eines 

Entscheids erhobene Beschwerde ist mangels tauglichen Anfechtungsob-

jektes – da die nichtige Verfügung keinerlei Rechtswirkungen entfaltet 

A-4137/2022 

Seite 14 

(E. 2.1.1) – nicht einzutreten. Diesfalls ist die (Teil-)Nichtigkeit der Verfü-

gung im Dispositiv festzustellen (BGE 132 II 342 E. 2.3; BVGE 2008/59 

E. 4.3; Urteil des BVGer A-3398/2017 vom 7. März 2019 E. 2.2 m.w.H.). 

2.2 Die Partei- und Prozessfähigkeit bestimmt sich im Verwaltungsverfah-

ren nach dem Zivilrecht (MARANTELLI-SONANINI/HUBER, in: Waldmann/ 

Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 

3. Aufl. 2023, Art. 69 VwVG N. 6 f). Die Parteifähigkeit stellt die Fähigkeit 

dar, im Verfahren unter eigenem Namen als Partei aufzutreten (Urteil des 

BVGer A-2177/2021 vom 22. September 2021 E. 1.3.2 m.w.H.). Die Par-

teifähigkeit setzt die Rechtsfähigkeit voraus und erfasst alle natürlichen 

und juristischen Personen des Privatrechts und des öffentlichen Rechts 

(Urteil des BVGer A-880/2022 vom 8. September 2022 E. 1.4). Die Pro-

zessfähigkeit ist die rechtliche Befugnis, in eigenem Namen oder als Ver-

treter im Verfahren rechtswirksam zu handeln. Sie ist dann gegeben, wenn 

die parteifähige Person auch handlungsfähig ist (Urteil des BGer 

2C_859/2010 vom 17. Januar 2012 E. 1.3). 

2.3  

2.3.1 Ein Trust ist ein einseitig geschaffenes Rechtsverhältnis, bei dem ein 

Treugeber (Settlor) einer oder mehreren Personen (Trustee) Vermögens-

werte anvertraut. Der Trustee hat die Befugnis und die Verpflichtung in 

Übereinstimmung mit den Trustbestimmungen das Vermögen zu verwal-

ten, zu verwenden oder darüber zu verfügen. Der Trustee ist Eigentümer 

des Trustvermögens, beziehungsweise die Rechte in Bezug auf das Ver-

mögen des Trusts lauten auf den Trustee. Das Trustvermögen stellt ein 

getrenntes Sondervermögen dar und gehört nicht zum Vermögen des Trus-

tees (vgl. Art. 2 des Haager Übereinkommens vom 1. Juli 1985 über das 

auf Trusts anzuwendende Recht und über ihre Anerkennung [HTÜ, 

SR 0.221.371]; Botschaft des Bundesrats vom 2. Dezember 2005 über die 

Genehmigung und Umsetzung des Haager Übereinkommens über das auf 

Trusts anzuwendende Recht und über ihre Anerkennung, BBl 2006 551, 

557 ff.; Urteil des BVGer A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 E. 6.4.2). Der Trust 

stellt kein Rechtsinstitut der schweizerischen Rechtsordnung dar, weshalb 

die rechtliche Qualifikation gewisse Schwierigkeiten bereitet (vgl. Urteil des 

BVGer A-2347/2014 vom 29. September 2015 E. 4.3; vgl. zum Trustrecht 

etwa auch CORDULA LÖTSCHER, Die Prozessstandschaft im schweizeri-

schen Zivilprozess, Grundsätze, Auswirkungen und Anwendungsfälle unter 

Berücksichtigung ausländischer Rechtsordnungen, in: BSzR-Basler Stu-

dien zur Rechtswissenschaft Band/Nr. 129, 2016, Rz. 1144 ff.). 

A-4137/2022 

Seite 15 

2.3.2 Im Ausland errichtete Trusts werden seit dem 1. Juli 2007 in der 

Schweiz anerkannt, wobei die Anerkennung sich auf gewisse, definierte 

(Mindest-)Wirkungen erstreckt (insbes. Art. 11 HTÜ; vgl. BGer 5A_30/2020 

vom 6. Mai 2020 E. 3.1; auf die «Einführung des Trusts in die schweizeri-

sche Rechtsordnung» hat das Parlament jüngst verzichtet, vgl. Bericht zur 

Abschreibung der Motion 18.3383 der Kommission für Rechtsfragen des 

Ständerats «Einführung des Trusts in die schweizerische Rechtsordnung», 

BBl 2023 2248 und AB 2023 S 1142; AB 2024 N 51). Die Anerkennung hat 

gemäss Art. 11 Abs. 2 HTÜ «mindestens die Wirkung, dass das Vermögen 

des Trusts ein vom persönlichen Vermögen des Trustees getrenntes Son-

dervermögen darstellt, dass der Trustee in seiner Eigenschaft als Trustee 

klagen oder verklagt werden kann und dass er in dieser Eigenschaft vor 

einem Notar oder jeder Person auftreten kann, die in amtlicher Eigenschaft 

tätig wird». Der Trustee kann somit aus eigenem Recht klagen und beklagt 

werden und tritt im Aussenverhältnis wie ein normaler Rechtsinhaber auf. 

Der dahinterstehende Trust ist im Aussenverhältnis grundsätzlich irrelevant 

(LÖTSCHER, a.a.O., Rz. 1152 ff.). Der Trustee ist folglich nicht Vertreter der 

Prozesspartei, sondern Prozesspartei selbst (Urteil des BStGer 

RR.2010.200 vom 5. April 2011 E. 3.1; PETER MAX GUTZWILLER, Schwei-

zerisches Internationales Trustrecht, Kommentar zum Haager Überein-

kommen über das auf Trusts anzuwendende Recht und über ihre Anerken-

nung [HTÜ] vom 1. Juli 1985 und zur schweizerischen Umsetzungs-Ge-

setzgebung vom 20. Dezember 2006, 2007, Art. 11 HTÜ N. 11-17). Auch 

das Bundesgericht hat den Trustee aus eigenem Recht als klageberechtigt 

anerkannt (Urteile des BGer 7B_622/2024 vom 10. Dezember 2024 

E. 4.2.3 und 1B_21/2010 vom 25. März 2010 E. 2.2 bzgl. Beschlagnah-

mung des Trustvermögens; 6B_1051/2018 vom 19. Dezember 2018 

E. 1.2.2 bzgl. Straftaten im Zusammenhang mit dem Trustvermögen). 

3.  

Zunächst ist auf die Rüge der Beschwerdeführerin 4 einzugehen, wonach 

die an den E._______ Trust (betroffene Person 4) adressierte Schlussver-

fügung nichtig sei und sich diese Nichtigkeit auf sämtliche Verfahrenspar-

teien erstrecke (vgl. E. 3.2.1). In einem weiteren Schritt ist auf die Rüge 

einzugehen, wonach eine spontane Amtshilfe vorliege und demzufolge Zif-

fer 1 und 4a) des Dispositivs der an die Beschwerdeführerin 4 adressierte 

Schlussverfügung nichtig sei (vgl. E. 3.2.2).  

 

 

A-4137/2022 

Seite 16 

3.1  

3.1.1 Die Beschwerdeführerin 4 macht geltend, die Schlussverfügung vom 

18. August 2022 adressiert an den E._______ Trust, vertreten durch die 

Beschwerdeführerin 4, sei nichtig (Ziff. 5 der Anträge, vgl. Sachverhalt 

Bst. D.b). 

Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin 4 an, ein Trust habe gemäss 

schweizerischem Recht keine Rechtspersönlichkeit und sei daher weder 

partei- noch prozessfähig. Folglich könne dem E._______ Trust keine Ver-

fügung zugestellt werden. Eine Vertretung des Trusts durch den Trustee 

sei ebenfalls ausgeschlossen, weil nur eine Person vertreten werden 

könne. Zudem ergebe es sich auch nicht aus dem Staatsvertragsrecht, 

dass der Trust Rechtspersönlichkeit oder Klagebefugnis besitze. Ohnehin 

gehe die innerstaatliche Norm, welche die Parteistellung eines Trusts nicht 

vorsehe, dem internationalen Recht vor. Den E._______ Trust als vertret-

bare Rechtsperson zu betrachten, sei ein besonders schwerwiegender 

Mangel, da sie gegen die Rechtsprinzipien der schweizerischen Rechts-

ordnung verstosse. Zudem gelte die Nichtigkeit aufgrund der Besonderhei-

ten des Amtshilfeverfahrens umfassend, mithin erstrecke sie sich auch auf 

die übrigen beteiligten Parteien. 

Die Beschwerdeführerin 4 ist ferner der Auffassung, dass die Tatsache, 

dass die an die betroffene Person 4 (den E._______ Trust) adressierte 

Schlussverfügung nichtig sei, auch Auswirkungen auf die an sie (die Be-

schwerdeführerin 4) adressierte Schlussverfügung habe. So sei die 

Schlussverfügung mit einem besonders schweren Mangel behaftet, da sie 

die Gewährung von Amtshilfe in Bezug auf die betroffene Person 4 vor-

sehe, die keine Rechtspersönlichkeit besitze. Folglich seien die Ziffer 1 und 

4a) des Dispositivs der an die Beschwerdeführerin 4 adressierten Schluss-

verfügung nichtig (Ziff. 6 der Anträge, vgl. Sachverhalt Bst. D.b).  

3.1.2 Zur Begründung ihres Vorgehens führt die ESTV zusammenfassend 

Folgendes aus: Nach schweizerischem Recht komme dem Trust keine 

Rechtsfähigkeit zu, womit er nicht partei- und prozessfähig sei. Im 

vorliegend massgebenden Staatsvertragsrecht aber sehe Bst. ebis Ziffer 2 

(i) des Zusatzprotokolls vor, dass der ersuchende Staat dem ersuchten 

Staat bei der Stellung eines Amtshilfebegehrens nach Art. 27 DBA CH-IT 

insbesondere die Identität der in eine Überprüfung oder Untersuchung 

einbezogene Person zu nennen habe. Der Begriff «Person» nach Art. 3 

Abs. 1 Bst. b DBA CH-IT sei weit auszulegen und umfasse auch Trusts. 

Daher resultiere ein Widerspruch zwischen dem internen schweizerischen 

A-4137/2022 

Seite 17 

Recht und dem anwendbaren Staatsvertragsrecht. Dieser Widerspruch 

müsse aufgelöst werden. Vorliegend seien die Informationen auch für die 

Besteuerung des E._______ Trusts ersucht. Das Spezialitätsprinzip 

verpflichte die ESTV die ersuchende Behörde darauf hinzuweisen, dass 

die übermittelten Informationen auch gegen den E._______ Trust 

verwendet werden können. Um die Verfahrenspflichten des E._______ 

Trusts zu wahren, müsse er in das vorliegende Verfahren einbezogen 

werden können. Würde die Vorinstanz die Verwendung gegen den 

E._______ Trust nicht genehmigen, würde sie gegen ihre Verpflichtung zur 

Leistung von Amtshilfe verstossen. Gemäss der Botschaft des 

Bundesrates vom 21. November 2018 zur Umsetzung der Empfehlungen 

des Globalen Forums über Transparenz und Informationsaustausch für 

Steuerzwecke im Bericht zur Phase 2 der Länderüberprüfung der Schweiz 

(BBl 2019 279, nachfolgend: Botschaft Global Forum) dürfe eine gemäss 

schweizerischem internem Recht fehlende Partei- und Prozessfähigkeit 

nicht dazu führen, dass eine staatsvertraglich geschuldete Leistung von 

Amtshilfe allein aus diesem Grund verunmöglicht würde, zumal mit dem 

Amtshilfeverfahren dem ausländischen Recht zur Durchsetzung verholfen 

werden solle. Ursprünglich sei geplant gewesen, Art. 18a StAhiG mit einer 

allgemeinen Bestimmung zu ergänzen, wonach Amtshilfeverfahren 

betreffend alle Personen (einschliesslich Verstorbener), Sondervermögen 

und anderen Rechtseinheiten (Parteien) hätten geführt werden können. Im 

parlamentarischen Verfahren sei der Artikel aber so angepasst worden, 

dass lediglich noch die verstorbenen Personen umfasst seien. Art. 18a 

StAhiG helfe insofern nicht, um den Widerspruch zum internationalen 

Recht aufzulösen. 

Es ergebe sich weiter aus dem Ersuchen, dass ein Trust nach italienischem 

Recht eigenständiges Steuersubjekt und damit Verfügungsadressat sein 

könne. 

Zudem sei das schweizerische interne Recht, welches dem Trust keine 

Partei- und Prozessfähigkeit zuspreche, nicht massgebend, weil das Amts-

hilfeverfahren der Durchsetzung des ausländischen Steuerrechts diene. 

Das Staatsvertragsrecht, nach welchem der Trust ein Verfügungsadressat 

sein könne, gehe dem innerstaatlichen Recht (grundsätzlich) vor. 

Ausserdem richte sich die Schlussverfügung nicht per se an die betroffene 

Person 4, sondern an die betroffene Person 4, vertreten durch die 

Beschwerdeführerin 4. Damit liege keine Verfügung gegen eine nicht-

existierende Partei vor. 

A-4137/2022 

Seite 18 

3.2  

3.2.1  

3.2.1.1 Zunächst ist festzuhalten, dass der Trust kein Rechtsinstitut der 

schweizerischen Rechtsordnung ist, weshalb er gemäss schweizerischem 

Recht auch nicht über Partei- und Prozessfähigkeit verfügt (vgl. E. 2.2 und 

2.3.1). 

3.2.1.2 Wie die Vorinstanz zurecht anführt, lässt sich die Partei- und Pro-

zessfähigkeit eines Trusts nicht aus dem StAhiG, namentlich Art. 18a  

StAhiG ableiten. Diese Norm sieht vor, dass Amtshilfe betreffend verstor-

bene Personen geleistet werden kann und deren Rechtsnachfolgerinnen 

und Rechtsnachfolger Parteistellung erhalten. Die entsprechende Bot-

schaft hält dazu fest, dass die gemäss schweizerischem Recht fehlende 

Partei- und Prozessfähigkeit nicht dazu führen dürfe, dass die staatsver-

traglich geschuldete Leistung von Amtshilfe allein aus diesem Grund ver-

unmöglicht werde (vgl. Botschaft Global Forum, BBl 2019 279, 303). Der 

Bundesrat hat – um die Amtshilfe eben auch in diesen Fällen zu ermögli-

chen – die Schaffung einer Sondernorm für die Verfahren der Steueramts-

hilfe vorgeschlagen. Der damalige Entwurf sah deshalb in Art. 18a Abs. 1 

E-StAhiG – neben der Einräumung der Parteistellung für Verstorbene – 

auch die Parteistellung für «Sondervermögen» (und damit Trusts [vgl. 

E. 2.3.1]) und anderen Rechtseinheiten vor. Der Normvorschlag hatte fol-

genden Wortlaut: «Personen, einschliesslich Verstorbener, Sondervermö-

gen oder andere Rechtseinheiten (Parteien), über die im Amtshilfeersu-

chen Informationen verlangt werden, erhalten Parteistellung.» Die Berech-

tigung, für eine Partei zu handeln, die nach den übrigen Bestimmungen 

des schweizerischen Rechts keine Parteistellung hat, hätte sich nach dem 

Recht des ersuchenden Staats gerichtet (vgl. Art. 18a Abs. 1 und 2 E-StA-

hiG; vgl. Bundesgesetz zur Umsetzung von Empfehlungen des Globalen 

Forums über Transparenz und Informationsaustausch für Steuerzwecke 

[Entwurf], BBl 2019 339, 347; vgl. zu den Hintergründen dieser Norm be-

treffend verstorbene Personen auch Urteil des BGer 2C_795/2022 vom 

15. März 2024 E. 6.3 ff.).  

Im Rahmen der parlamentarischen Debatte beantragte der Nationalrat die 

Streichung des gesamten Art. 18a E-StAhiG mit dem Argument, dass die 

Ergänzungen «nicht erforderlich» seien, um den Empfehlungen des Glo-

balen Forums zu entsprechen (vgl. die Voten zum Geschäft des Bundes-

rates Nr. 18.082 «Umsetzung der Empfehlungen des Globalen Forums 

über Transparenz und Informationsaustausch für Steuerzwecke» im Parla-

ment Flach AB 2019 N 449 und 465). Diese Aussage dürfte dahingehend 

A-4137/2022 

Seite 19 

zu verstehen sein, als dass das Parlament nicht über die Empfehlung des 

Global Forums hinaus gehen wollte und «lediglich» der Forderung nach-

kommen wollte, die Gewährung von Amtshilfe für verstorbene Personen 

sicherzustellen (vgl. BBl 2019 302 [Ziff. 2.3.1]), nicht aber das Problem der 

Sondervermögen und anderer Rechtseinheiten zu lösen. Zudem wurden 

Bedenken dahingehend vorgebracht, «ob aufgrund dieser doch recht weit-

gehenden Regelung, wer alles Parteistellung erhalten könnte, eben nicht 

doch "fishing expeditions" gemacht werden» könnten (Votum Flach AB 

2019 N 465; vgl. dazu auch Votum Marra AB 2019 N 464 f.). Weiter wurde 

kritisiert, dass Sinn und Zweck bzw. die Tragweite der Norm unklar seien; 

es seien keine Gründe ersichtlich, weshalb für Unternehmen, die keine sol-

chen seien und für Personen, die nicht existierten, Informationen zu über-

mitteln seien. Vor dem Hintergrund des mittlerweile eingeführten automati-

schen Informationsaustausches wurde zudem die Notwendigkeit einer Re-

gelung in Frage gestellt (Votum Lüscher AB 2019 N 465). Daraufhin wurde 

der Wortlaut der Bestimmung geändert, welcher nunmehr nur noch die 

Möglichkeit der Gewährung der Amtshilfe für die verstorbene Person vor-

sieht und deren Rechtsnachfolgerinnen und Rechtsnachfolgern Parteistel-

lung einräumt.  

3.2.1.3 Die Vorinstanz bringt vor, die Partei- und Prozessfähigkeit ergebe 

sich aus dem im konkreten Fall massgebenden Völkerrecht. Sie leitet die 

Partei- und Prozessfähigkeit eines Trusts aus der abkommensrechtlichen 

Bestimmung in Art. 3 Abs. 1 Bst. b DBA CH-IT (wonach der Ausdruck «Per-

son» natürliche Personen, Gesellschaften und alle anderen Personenver-

einigungen umfasst) und Art. 3 Abs. 1 Bst. c DBA CH-IT (wonach der Aus-

druck «Gesellschaft» juristische Personen oder Rechtsträger, die für die 

Besteuerung wie juristische Personen behandelt werden bedeutet) ab.  

Zunächst ist deshalb zu prüfen, ob die von der Vorinstanz genannten Nor-

men direkt anwendbar sind (vgl. E. 1.7). Bei den genannten Bestimmungen 

handelt es sich um allgemeine Begriffsbestimmungen. Die dort definierten 

Begriffe sind nicht unabhängig von einer anderen Norm anwendbar, son-

dern entfalten erst im Zusammenhang mit einer konkreten Norm Wirkung, 

in der der definierte Begriff verwendet wird. Bereits aus diesem Grund sind 

die genannten Bestimmungen nicht direkt anwendbar. Zudem sind Trusts 

in diesen Normen nicht explizit erwähnt. Der Kommentar der Organisation 

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, nachfolgend: 

OECD-Kommentar; Version 2017, Model Tax Convention on Income and 

on Capital) zum Musterabkommen (nachfolgend: OECD-MA), welcher als 

Auslegungshilfe herangezogen werden kann (vgl. dazu E. 4.7.5.2), spricht 

A-4137/2022 

Seite 20 

davon, dass der Begriff «Person» in einem weiten Sinne zu verstehen sei, 

nennt allerdings Trusts nicht explizit (OECD-Kommentar, Art. 3 Abs. 1 

OECD-MA N. 2). In der Literatur wird die Auffassung vertreten, ein Trust 

könne unter den Begriff «Personenvereinigung» subsumiert werden (NATA-

LIE PETER, in: Zweifel/Beusch/Matteotti [Hrsg.], Kommentar zum Schwei-

zerischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, 2015 [nachfolgend: 

Kommentar Internationales Steuerrecht], Art. 1 OECD-MA N. 31; ROLAND 

PFISTER, The Application of Double Tax Conventions to Trusts and Collec-

tive Investment Schemes in Switzerland, 2019, S. 234 ff.). Mit der Vor- 

instanz ist zwar dahingehend einig zu gehen, dass auch der Trust unter 

Art. 3 Abs. 1 Bst. b DBA CH-IT subsumiert werden kann. Die vorliegende 

Norm ist aber – wie erwähnt – lediglich eine Definitionsnorm und regelt 

nicht die Partei- und Prozessfähigkeit. Auch wenn Art. 3 Abs. 1 Bst. b DBA 

CH-IT im Zusammenhang mit Art. 27 DBA CH-IT i.V.m. Bst. ebis Ziffer 2 (i) 

des Zusatzprotokolls angewendet wird, ergibt sich nichts anderes. Die Be-

stimmung verlangt, dass der ersuchende Staat dem ersuchten Staat die 

Identität der in eine Überprüfung oder Untersuchung einbezogenen Person 

zu nennen hat. Damit wird aber nichts über die Partei- und Prozessfähigkeit 

(des Trusts) im ersuchten Staat ausgesagt. Die von der Vorinstanz ange-

rufenen Normen vermögen die Partei- und Prozessfähigkeit eines Trusts 

im innerstaatlichen Verfahrensrecht nicht zu begründen (vgl. E. 1.7). Ge-

rade aus diesem Grund wollte der Bundesrat – wie gezeigt (E. 3.2.1.2) – 

eine entsprechende Sondernorm im StAhiG (als Durchführungsgesetz) 

aufnehmen, welche die Umsetzung der staatsvertraglichen Verpflichtun-

gen – in Verwirklichung der innerstaatlich gewährten Rechtsweggarantie 

(Art. 29a der Bundesverfassung vom 18. April 1999 der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft [BV, SR 101]) – hätte ermöglichen sollen (dazu näher 

E. 4.2). 

Anderes lässt sich auch nicht von dem von der Vorinstanz angeführten Ur-

teil des BVGer A-6829/2010 vom 4. Februar 2011 entnehmen, welches 

sich mit der (fehlenden) Partei- und Prozessfähigkeit eines Nachlasses im 

Zusammenhang mit einem Amtshilfeersuchen der amerikanischen Ein-

kommenssteuerbehörde befasste. Darin wird in E. 3.1 lediglich festgehal-

ten, dass es «nicht gänzlich unnachvollziehbar ist, wenn angenommen 

wird, der Nachlass könne ins Amtshilfeverfahren einbezogen werden», weil 

dieser in Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des Abkommens vom 2. Oktober 1996 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staa-

ten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet 

der Steuern vom Einkommen (DBA-USA 96, SR 0.672.933.61) erwähnt 

A-4137/2022 

Seite 21 

wird; das Bundesverwaltungsgericht schloss im Ergebnis aber auf Nichtig-

keit der gegen den Nachlass erlassenen Verfügung. 

Das Bundesgericht hat im Rahmen eines Amtshilfeverfahrens darauf hin-

gewiesen, dass sich zwei Trusts, deren «underlying company» die betref-

fenden Konti hielten, am Verfahren nicht beteiligt hätten und die Beschwer-

degegner [als Beneficiaries, Anmerkung des Bundesverwaltungsgerichts] 

nicht legitimiert seien, deren Interessen durchzusetzen (Urteil des BGer 

2C_918/2020 vom 28. Dezember 2021 E. 4.5.1). Daraus kann jedoch 

nichts für den vorliegenden Fall abgeleitet werden, da sich das Bundes-

gericht zum einen nicht eingehend zur Partei- und Prozessfähigkeit von 

Trusts geäussert hat und zum andern vorliegend nicht die Legitimation der 

Beneficiaries zur Durchsetzung von Interessen des E._______ Trusts in 

Frage steht. 

3.2.1.4 Die Vorinstanz begründet die Partei- und Prozessfähigkeit des 

E._______ Trusts weiter zudem mit dem Vorgehen, die Schlussverfügung 

an den E._______ Trust, vertreten durch die Beschwerdeführerin 4, zu ad-

ressieren. Diese Auffassung steht allerdings im Widerspruch dazu, dass 

eine innerstaatlich nicht existierende «Partei» (i.c. der E._______ Trust) 

nicht selber Adressat einer Verfügung sein kann (vgl. E. 2.3.2; insofern un-

präzise: Urteil des BVGer A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 E. 5.2) und 

somit folgerichtig auch nicht vertreten werden kann (vgl. E. 2.1.1 in fine). 

Die Formulierung «E._______ Trust, vertreten durch D._______ SA» im 

Rubrum der Schlussverfügung vermag daher nicht die Partei- und Prozess-

fähigkeit des E._______ Trusts zu begründen. Aufgrund der in der Schweiz 

geltenden Rechtslage in Bezug auf Trusts (vgl. E. 2.3) hätte die Vorinstanz 

nicht gegenüber dem E._______ Trust, sondern gegenüber der D._______ 

SA als Trustee des E.______ Trusts verfügen sollen, wie sie dies in ande-

ren Fällen denn auch praktiziert hat. Indem die Vorinstanz in der Schluss-

verfügung den nicht prozess- und parteifähigen und nicht vertretbaren 

E._______ Trust als (vertretenen) Verfügungsadressaten (betroffene Per-

son 4) aufführt, wäre grundsätzlich von einem schwerwiegenden Verfah-

rensfehler auszugehen, welcher die (allenfalls teilweise) Nichtigkeit der 

Schlussverfügung zur Folge hätte (vgl. E. 2.1.1). Aber angesichts des Um-

stands, dass in der angefochtenen Schlussverfügung zwar der E._______ 

Trust als (einer von mehreren) Verfügungsadressaten aufgeführt wird, die 

Schlussverfügung jedoch – wie sich aus den Eröffnungsanweisungen der 

Schlussverfügung ergibt – faktisch der Beschwerdeführerin 4 in ihrer Funk-

tion als Trustee des E._______ Trusts (indirekt über deren Rechtsvertre-

tung) eröffnet worden ist, erscheint es in vorliegender Konstellation nicht 

A-4137/2022 

Seite 22 

sachgerecht, die Schlussverfügung als (teilweise) nichtig zu qualifizieren. 

Die Beschwerdeführerin 4 nimmt vorliegend denn auch, indem sie sich in 

ihrer Beschwerde der Amtshilfeleistung in grundsätzlicher Hinsicht wider-

setzt (vgl. Sachverhalt Bst. D.b, Ziff. 10 der Anträge der Beschwerdeführe-

rin 4), die Rechte des Trusts wahr. Hierzu ist sie – als Trustee der betroffe-

nen Person 4 – berechtigt (vgl. E. 2.3), zumal im dem Amtshilfeverfahren 

zugrundeliegenden italienischen Steuerverfahren Vermögensinteressen 

des Trusts tangiert sind.  

3.2.2 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob ein Fall von spontaner 

Amtshilfe vorliegt, was – nach Auffassung der Beschwerdeführerin 4 – zur 

Nichtigkeit der Ziffer 1a) und 4 der an die Beschwerdeführerin 4 adressierte 

Schlussverfügung führe. 

3.2.2.1 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass in den Amtshilfeersuchen, 

die sich gegen die Beschwerdeführenden 1 bis 3 richten, ausdrücklich In-

formationen über den E._______ Trust (betroffene Person 4) ersucht wer-

den. Gegenstand der italienischen Steuer(straf)untersuchung bildet näm-

lich insbesondere die Rolle der Beschwerdeführenden 1 bis 3 in Bezug auf 

den E._______ Trust. Die Untersuchung umfasst dabei namentlich auch 

die steuerliche Einordnung des E._______ Trusts aus Sicht des italieni-

schen Steuerrechts und damit zusammenhängende Deklarationspflichten 

(vgl. Sachverhalt Bst. A.a und A.b). Zwar handelt es sich beim E._______ 

Trust gemäss (unwiderlegt gebliebenen) Angaben im Amtshilfeersuchen 

um einen nach englischem Recht errichteten Trust (vgl. Sachverhalt 

Bst. A.b). Dennoch schliesst die italienische Steuerbehörde nicht aus, dass 

der Trust in Italien steuerpflichtig ist. Dementsprechend bildet die Frage 

nach einer allfälligen Steuerpflicht des E._______ Trusts ebenfalls Gegen-

stand der italienischen Steuer(straf)untersuchung und Informationen zur 

Struktur und zum Vermögen des E._______ Trusts sind für das italienische 

Verfahren grundsätzlich voraussichtlich erheblich (vgl. zur voraussichtli-

chen Erheblichkeit zudem E. 5.5).  

3.2.2.2 Folglich ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 4 nicht 

von einer spontanen Amtshilfe auszugehen und die entsprechende Rüge 

ist unbegründet. Der Frage, ob eine zu Unrecht gewährte spontane Amts-

hilfe zur Nichtigkeit oder lediglich zur Anfechtbarkeit der entsprechenden 

Verfügung führt (vgl. E. 2.1.1), muss deshalb nicht weiter nachgegangen 

werden. 

 

A-4137/2022 

Seite 23 

4.  

4.1  

4.1.1 Die Amtshilfeklausel von Art. 27 DBA CH-IT basiert auf dem 

OECD-MA (vgl. Botschaft vom 12. August 2015 zur Genehmigung eines 

Protokolls zur Änderung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen 

der Schweiz und Italien, BBl 2015 6825 [nachfolgend: Bot-

schaft DBA CH-IT], 6829). Art. 27 DBA CH-IT und die dazu vereinbarte 

Bst. ebis des Zusatzprotokolls sind seit dem 13. Juli 2016 in Kraft (Art. I und 

II des Protokolls vom 23. Februar 2015 zur Änderung des Abkommens zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Italienischen Re-

publik zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steu-

ern vom Einkommen und vom Vermögen, mit Zusatzprotokoll, AS 2016 

2769 [nachfolgend: Änderungsprotokoll vom 23. Februar 2015]). Diese 

Bestimmungen sind auf Ersuchen anwendbar, die am oder nach dem 

13. Juli 2016 gestellt werden. Sie gelten für Tatsachen und/oder Gegeben-

heiten, die am 23. Februar 2015 oder danach vorliegen oder geschaffen 

werden (Art. III Abs. 2 des Änderungsprotokolls vom 23. Februar 2015, AS 

2016 2769; Botschaft DBA CH-IT, BBl 2015 6825, 6831). 

4.1.2 Im vorliegenden Amtshilfeersuchen vom 23. Dezember 2021 werden 

Informationen vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020 (vgl. Sachver-

halt Bst. A.c) verlangt. Daher sind Art. 27 DBA CH-IT und Bst. ebis des Zu-

satzprotokolls in der ab 13. Juli 2016 geltenden Fassung anwendbar. 

4.2 Das Steueramtshilfegesetz regelt gemäss Art. 1 Abs. 1 Bst. a StAhiG 

den Vollzug der Amtshilfe nach den Abkommen zur Vermeidung der Dop-

pelbesteuerung, wobei nach Art. 1 Abs. 2 StAhiG abweichende Bestim-

mungen des im Einzelfall anwendbaren Abkommens vorbehalten sind 

(vgl. E. 1.1). Beim StAhiG handelt es sich um ein Durchführungsgesetz 

(BGE 143 II 136 E. 4.1 ff.; Urteile des BVGer A-4594/2018 vom 12. Januar 

2022 E. 3.1; A-3434/2018 vom 29. Mai 2019 E. 3.2.3). In Bezug auf den 

Informationsaustausch auf Ersuchen regelt es insbesondere das Verhältnis 

zwischen der ESTV als vollziehender Behörde einerseits und den betroffe-

nen Personen sowie Informationsinhabern andererseits. Weder vermag 

das Steueramtshilfegesetz die staatsvertraglichen Pflichten der Schweiz 

auszuweiten, noch sie einzuengen, noch lässt sich ihm eine gesetzliche 

Grundlage für die autonome Vornahme der Amtshilfe entnehmen (Urteil 

des BGer 2C_616/2018 vom 9. Juli 2019 E. 6.2). Das StAhiG regelt einzig 

die verfahrensrechtliche Umsetzung der Steueramtshilfe, die materiell-

rechtlich in den einschlägigen internationalen Abkommen vorgesehen ist 

(BGE 143 II 136 E. 4.2). Die materiellen Definitionen im StAhiG sind nur 

A-4137/2022 

Seite 24 

von Interesse, soweit sie die Bestimmungen gemäss den anwendbaren in-

ternationalen Abkommen erläutern (BGE 143 II 136 E. 4.4; Urteil des 

BVGer A-3906/2020, A-1463/2022 vom 8. Februar 2023 E. 8.4.1.4). 

4.3 Gemäss Art. 27 Abs. 1 Satz 1 DBA CH-IT tauschen die zuständigen 

Behörden der Vertragsstaaten diejenigen Informationen aus, die zur 

Durchführung des Abkommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung 

des innerstaatlichen Rechts betreffend Steuern jeder Art und Bezeichnung, 

die für Rechnung der Vertragsstaaten, ihrer politischen Unterabteilungen 

oder ihrer lokalen Körperschaften erhoben werden, voraussichtlich erheb-

lich sind (vgl. E. 4.5), soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung 

nicht dem Abkommen widerspricht. Der Informationsaustausch ist durch 

die Art. 1 DBA CH-IT (persönlicher Geltungsbereich) und Art. 2 DBA CH-IT 

(sachlicher Geltungsbereich) nicht eingeschränkt (Art. 27 Abs. 1 Satz 2 

DBA CH-IT). 

4.4  

4.4.1 Die formellen Voraussetzungen für Amtshilfeersuchen gestützt auf 

Art. 27 DBA CH-IT sind in Bst. ebis Ziffer 2 des Zusatzprotokolls geregelt. 

Demnach besteht Einvernehmen darüber, dass die Steuerbehörden des 

ersuchenden Staates bei der Stellung eines Amtshilfebegehrens nach 

Art. 27 DBA CH-IT den Steuerbehörden des ersuchten Staates die nach-

stehenden Angaben zu liefern haben: 

i) die Identität der in eine Überprüfung oder Untersuchung einbezogenen 

Person; 

ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden; 

iii) eine Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hin-

sichtlich der Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen 

vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht; 

iv) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden; 

v) soweit bekannt, den Namen und die Adresse des mutmasslichen Inha-

bers der verlangten Informationen. 

4.4.2 Die Anforderungen an ein Ersuchen gemäss Bst. ebis des Zusatzpro-

tokolls gehen den denselben Regelungsgegenstand betreffenden Bestim-

mungen in Art. 6 Abs. 2 StAhiG vor (statt vieler: BGE 142 II 218 E. 3.4; 

142 II 161 E. 2.1.4). 

A-4137/2022 

Seite 25 

4.4.3 Enthält ein Ersuchen alle Informationen, die gemäss dem anwendba-

ren Übereinkommen erforderlich sind, kann das Vorliegen einer «fishing 

expedition» grundsätzlich verneint werden (vgl. Urteil des BGer 

2C_953/2020 vom 24. November 2021 E. 3.3; Urteil des BVGer 

A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 6.1). 

4.5  

4.5.1 Gemäss Bst. ebis Ziffer 3 des Zusatzprotokolls besteht Einvernehmen 

darüber, dass der Zweck der Verweisung auf Informationen, die «voraus-

sichtlich erheblich» sind, darin besteht, einen möglichst weitgehenden In-

formationsaustausch in Steuerbelangen zu gewährleisten, ohne den Ver-

tragsstaaten zu erlauben, «fishing expeditions» zu betreiben oder um In-

formationen zu ersuchen, deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbe-

lange einer bestimmten steuerpflichtigen Person unwahrscheinlich ist. 

Bst. ebis Ziffer 2 des Zusatzprotokolls sieht zwar wichtige verfahrenstechni-

sche Voraussetzungen für die Vermeidung von «fishing expeditions» vor, 

seine Buchstaben i-v sind jedoch nicht so auszulegen, dass sie einen wirk-

samen Informationsaustausch behindern. Die Voraussetzung «voraus-

sichtlich erheblich» kann sowohl in Fällen mit einer (mit Namen oder auf 

andere Weise identifizierten) steuerpflichtigen Person als auch mit mehre-

ren (mit Namen oder auf andere Weise identifizierten) steuerpflichtigen 

Personen erfüllt werden. 

4.5.2 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, 

wenn im Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünf-

tige Möglichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheb-

lich erweisen werden (BGE 144 II 206 E. 4.3; 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil des 

BVGer A-2676/2017 vom 3. April 2019 E. 3.3.1). Keine Rolle spielt, ob sich 

diese Informationen nach deren Übermittlung für die ersuchende Behörde 

als nicht erheblich herausstellen (BGE 144 II 206 E. 4.3; 142 II 161 

E. 2.1.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4603/2019 vom 17. Au-

gust 2020 E. 2.3.3 m.w.H.). 

4.5.3 Die voraussichtliche Erheblichkeit von Informationen muss sich be-

reits aus dem Amtshilfeersuchen ergeben (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2; 

141 II 436 E. 4.4.3; statt vieler: Urteil des BVGer A-882/2023 vom 20. No-

vember 2023 E. 2.3.3). Nach der Edition der verlangten Unterlagen hat die 

Steuerverwaltung des ersuchten Staates zu prüfen, ob die betreffenden In-

formationen für die Erhebung der Steuer voraussichtlich erheblich sind. 

Dem «voraussichtlich» kommt eine doppelte Bedeutung zu: Der ersu-

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-144-II-206
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-143-II-185
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=03-04-2019-A-2676-2017
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-144-II-206
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-142-II-161
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=17-08-2020-a-4603-2019&sel_lang=de
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=17-08-2020-a-4603-2019&sel_lang=de
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-143-II-185
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-141-II-436
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=08-02-2019-A-3773-2018

A-4137/2022 

Seite 26 

chende Staat muss die Erheblichkeit voraussehen und deshalb im Amts-

hilfeersuchen geltend machen, und der ersuchte Staat muss nur solche 

Unterlagen übermitteln, die voraussichtlich erheblich sind (BGE 143 II 185 

E. 3.3.2).  

4.5.4  

4.5.4.1 Ob eine Information tatsächlich erheblich ist, hängt im Wesentli-

chen vom (Verfahrens-)Recht des ersuchenden Staates ab. Nach ständi-

ger bundesgerichtlicher Rechtsprechung bedeutet dies freilich nicht, dass 

sich der ersuchte Staat im Rahmen des Amtshilfeverfahrens zum internen 

(Verfahrens-)Recht des ersuchenden Staates zu äussern hätte. Entspre-

chend kann in der Regel nur der ersuchende Staat abschliessend feststel-

len, ob eine Information tatsächlich erheblich ist (BGE 143 II 185 E. 3.3.2; 

142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BGer 2C_918/2020 vom 28. Dezember 2021 

E. 4.3; statt vieler: Urteil des BVGer A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 

E. 2.4.8). Die Rolle des ersuchten Staates beschränkt sich bei der Beurtei-

lung der voraussichtlichen Erheblichkeit daher auf eine Prüfung der Plau-

sibilität des Ersuchens (vgl. BGE 144 II 29 E. 4.2.2; 142 II 161 E. 2.1.1; 

Urteil des BGer 2C_282/2021 vom 15. Juni 2022 E. 4.2.2; Urteile des 

BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6; A-846/2018 vom 30. Au-

gust 2018 E. 2.1.4 m.w.H.). 

Die ersuchte Behörde hat nicht zu entscheiden, ob der im Ersuchen dar-

gestellte Sachverhalt gänzlich der Realität entspricht, sondern sie muss 

nur überprüfen, ob die ersuchten Informationen einen Bezug zu diesem 

Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im aus-

ländischen Verfahren verwendet zu werden (vgl. BGE 144 II 206 E. 4.3; 

142 II 161 E. 2.1.1; Urteile des BGer 2C_282/2021 vom 15. Juni 2022 

E. 4.2.2; 2C_703/2020 vom 15. März 2021 E. 4.2.2; Urteile des BVGer 

A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6; A-846/2018 vom 30. August 2018 

E. 2.1.4 m.w.H.). 

Soweit das nationale Verfahrensrecht des ersuchenden Staates einer Ver-

wertung der im Amtshilfeverfahren ersuchten Informationen entgegensteht, 

hat die betroffene Person dies im Prinzip vor den Behörden des ersuchen-

den Staates geltend zu machen (BGE 144 II 206 E. 4.6; 142 II 161 E. 2.2; 

Urteil des BGer 2C_918/2020 vom 28. Dezember 2021 E. 4.3 m.w.H.; 

Urteil des BVGer A-232/2022 vom 16. Februar 2023 E. 2.3.4.2 m.w.H.). 

4.5.4.2 So ist insbesondere die Frage der rechtlichen Qualifikation eines 

Trusts im Steuerverfahren des ersuchenden Staates und nach dessen 

A-4137/2022 

Seite 27 

Recht und nicht von der ersuchten Behörde im Rahmen der Amtshilfe zu 

beurteilen (vgl. Urteil des BGer 2C_918/2020 vom 28. Dezember 2021 

E. 4.5.2 f.; Urteil des BVGer A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 E. 2.4.8). 

Folglich hat die ersuchte Behörde auch nicht abzuklären, ob der betref-

fende Trust gemäss anwendbarem materiellen Recht des ersuchenden 

Staates tatsächlich eine selbstständige Rechtspersönlichkeit aufweist (Ur-

teil des BVGer A-674/2020 vom 24. August 2021 E. 6.1). 

Es würde den Rahmen einer Plausibilitätsprüfung klarerweise sprengen, 

wenn von der ersuchten Behörde verlangt würde, dass sie mit Blick auf die 

voraussichtliche Erheblichkeit der ersuchten Informationen für das auslän-

dische Steuerverfahren prüfen müsste, wie Trusts in der Rechtsordnung 

des ersuchenden Staates steuerrechtlich behandelt werden. Äussert sich 

die ersuchte Behörde zur rechtlichen Qualifikation der Struktur des vom 

Amtshilfeersuchen betroffenen Trusts, greift sie dem Steuerverfahren im 

ersuchenden Staat vor, was mit dem Zweck des Amtshilfeverfahrens nicht 

zu vereinbaren ist (vgl. Urteile des BGer 2C_918/2020 vom 28. Dezem-

ber 2021 E. 4.5.3; 2C_823/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 4.2; Urteile des 

BVGer A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 E. 2.4.8; A-2762/2022 vom 

22. Juni 2023 E. 4.1.3.3). 

4.5.5 Der ersuchte Staat darf somit Auskünfte – mit der Begründung, dass 

die verlangten Informationen nicht «voraussichtlich erheblich» im Sinne der 

Amtshilfeklausel seien – nur verweigern, wenn ein Zusammenhang zwi-

schen den verlangten Angaben und der im ersuchenden Staat durchge-

führten Untersuchung unwahrscheinlich bzw. wenig wahrscheinlich er-

scheint (BGE 143 II 185 E. 3.2.2; 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BVGer 

A-3755/2020 vom 14. Juli 2022 E. 4.3.3). Der Begriff der voraussichtlichen 

Erheblichkeit bildet daher eine nicht sehr hohe Hürde für ein Amtshilfeer-

suchen (BGE 145 II 112 E. 2.2.1; 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil des BVGer 

A-840/2022 vom 19. Januar 2023 E. 2.4.4). 

4.6  

4.6.1 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit 

bildet das völkerrechtliche Vertrauensprinzip. Diesem Grundsatz nach be-

steht – ausser bei offensichtlichem Rechtsmissbrauch oder bei berechtig-

ten Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz des schweizerischen oder 

internationalen Ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) – prinzipiell kein Anlass, an 

Sachverhaltsdarstellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln 

(vgl. BGE 146 II 150 E. 7.1; 142 II 218 E. 3.1; Urteil des BVGer 

A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 E. 2.5.1 m.w.H.). 

A-4137/2022 

Seite 28 

4.6.2 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips ist die ersuchte 

Behörde an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebun-

den, als diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprü-

che sofort entkräftet werden kann (BGE 142 II 218 E. 3.1; 139 II 451 

E. 2.2.1; Urteile des BVGer A-4987/2021 vom 20. Mai 2022 E. 2.3; 

A-2259/2021 vom 18. Februar 2022 E. 2.2; A-2175/2021 vom 22. Septem-

ber 2021 E. 2.3). Gleiches gilt für die vom ersuchenden Staat abgegebe-

nen Erklärungen. Werden diese sofort entkräftet, kann der ersuchte Staat 

ihnen nicht mehr vertrauen (vgl. Urteile des BVGer A-2259/2021 vom 

18. Februar 2022 E. 2.2; A-674/2020 vom 24. August 2021 E. 3.9). Das 

Vertrauensprinzip schliesst indessen nicht aus, dass der ersuchte Staat 

vom ersuchenden Staat zusätzliche Erklärungen verlangt, wenn ernsthafte 

Zweifel an der Einhaltung der völkerrechtlichen Grundsätze bestehen 

(BGE 146 II 150 E. 7.1; 144 II 206 E. 4.4). 

4.6.3 Bestreitet die betroffene Person den von der ersuchenden Behörde 

geschilderten Sachverhalt, so hat sie diesen mittels Urkunden klarerweise 

und entscheidend zu widerlegen (vgl. BGE 139 II 451 E. 2.3.3; Urteil des 

BVGer A-769/2017, A-776/2017, A-777/2017 vom 23. April 2019 E. 2.4.2; 

A-381/2018 vom 21. November 2018 E. 4.2). 

4.6.4 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den 

massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet 

werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. 

Dies wäre mit Sinn und Zweck der Amtshilfe nicht vereinbar, sollen doch 

aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchten Staat 

befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch geklärt werden 

(vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1; BVGE 2011/14 E. 2; Urteil des BVGer 

A-765/2019 vom 20. September 2020 E. 2.1.6). Aus diesem Grund ver-

langt die Rechtsprechung von der ersuchenden Behörde nicht den strikten 

Beweis des Sachverhalts, sondern diese muss nur – aber immerhin – hin-

reichende Verdachtsmomente für dessen Vorliegen dartun (BGE 139 II 451 

E. 2.1 und 2.2.1; 139 II 404 E. 7.2.2; Urteil des BVGer A-765/2019 vom 

20. September 2020 E. 2.1.6). 

4.7  

4.7.1 Art. 27 Abs. 3 DBA CH-IT schränkt die in Art. 27 Abs. 1 DBA CH-IT 

statuierte Pflicht zur Leistung von Amtshilfe unter bestimmten 

Voraussetzungen ein. So wird der ersuchte Vertragsstaat von der 

Verpflichtung enthoben, Verwaltungsmassnahmen durchzuführen, die von 

den Gesetzen und der Verwaltungspraxis dieses oder des anderen 

A-4137/2022 

Seite 29 

Vertragsstaates abweichen (Art. 27 Abs. 3 Bst. a DBA CH-IT), oder 

Informationen zu erteilen, die nach den Gesetzen oder im üblichen 

Verwaltungsverfahren dieses oder des anderen Vertragsstaates nicht 

beschafft werden können (Art. 27 Abs. 3 Bst. b DBA CH-IT). Gemäss 

Art. 27 Abs. 3 Bst. c DBA CH-IT besteht zudem keine Verpflichtung zur 

Erteilung von Informationen, «die ein Handels-, Geschäfts-, Industrie-, 

Gewerbe- oder Berufsgeheimnis oder ein Geschäftsverfahren preisgeben 

würden oder deren Erteilung dem Ordre public widerspräche». Damit im 

Einklang steht Bst. ebis Ziffer 5 1. Satz des Zusatzprotokolls, der besagt, 

dass im Falle des Austauschs von Informationen die im ersuchten Staat 

geltenden Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensrechts über die 

Rechte der steuerpflichtigen Person vorbehalten bleiben. Dabei besteht 

Einvernehmen darüber, dass diese Bestimmungen dazu dienen, der 

steuerpflichtigen Person ein ordnungsgemässes Verfahren zu gewähren, 

und nicht bezwecken, den Informationsaustausch zu verhindern oder 

übermässig zu verzögern (Bst. ebis Ziffer 5 2. Satz des Zusatzprotokolls). 

4.7.2 Die innerstaatliche Durchführung der Informationsbeschaffung im 

Rahmen der Steueramtshilfe ist nicht in Art. 27 DBA CH-IT geregelt, son-

dern die Regelung wird kraft Art. 27 Abs. 3 Bst. a und b DBA CH-IT den 

Vertragsstaaten überlassen. Für die Schweiz sind für das Verfahren der 

Beschaffung der zu übermittelnden Informationen die Regelungen in 

Art. 8 ff. StAhiG zu berücksichtigen (vgl. E. 4.2). 

4.7.3 Zur Beschaffung der Informationen wendet sich die ESTV an die in 

Art. 9-12 StAhiG genannten Personen (betroffene Person und Informa-

tionsinhaberin) und Behörden (kantonale Steuerverwaltungen und andere 

schweizerische Behörden), von denen sie annehmen kann, dass sie über 

die Informationen verfügen (Art. 8 Abs. 3 StAhiG).  

So muss namentlich die Informationsinhaberin alle relevanten Informatio-

nen herausgeben, die sich in eigenem Besitz oder unter eigener Kontrolle 

befinden (Art. 10 Abs. 3 StAhiG). Die Verpflichtung zur Herausgabe er-

streckt sich auf diejenigen Informationen, welche die ESTV nach Art. 10 

Abs. 1 StAhiG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 StAhiG verlangen kann (Botschaft des 

Bundesrats vom 6. Juli 2011 zum Erlass eines Steueramtshilfegesetzes, 

BBl 2011 6193 [nachfolgend: Botschaft StAhiG], 6212). Eine Person ver-

fügt über Informationen und ist als Informationsinhaberin gemäss Art. 3 

Bst. b StAhiG zu betrachten, wenn sich die Information, um die ersucht 

wird, in ihrem Besitz, d.h. in ihrer faktischen Kontrollsphäre, oder unter ihrer 

Kontrolle, d.h. in ihrer rechtlichen Kontrollsphäre, befinden (Botschaft 

A-4137/2022 

Seite 30 

StAhiG, BBl 2011 6193, 6204). Die Person ist als Informationsinhaberin zu 

betrachten, wenn es ihr tatsächlich oder rechtlich möglich ist, die ersuchten 

Informationen zu beschaffen (CHARLOTTE SCHODER, StAhiG – Praxiskom-

mentar zum Bundesgesetz über die internationale Amtshilfe in Steuersa-

chen, 2014, Art. 3 Bst. b StAhiG N. 26). 

4.7.4 Gemäss Art. 8 Abs. 1 StAhiG dürfen zu Beschaffung von Informatio-

nen nur Massnahmen durchgeführt werden, die nach schweizerischem 

Recht zur Veranlagung und Durchsetzung der Steuern, die Gegenstand 

des Ersuchens sind, durchgeführt werden könnten. Der Vorbehalt des in-

nerstaatlichen Rechts bezieht sich, soweit es um die Beschaffung von In-

formationen bei einer in der Schweiz steuerpflichtigen Person geht, auf die 

Art. 123-129 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die di-

rekte Bundessteuer (DBG, SR 642.11; BGE 142 II 69 E. 4; Urteil des 

BVGer A-47/2020 vom 12. März 2021 E. 2.2.2.2 m.w.H.). Das DBG unter-

scheidet zwischen einer generellen, dem Steuerpflichtigen obliegenden 

Mitwirkungspflicht (Art. 126 DBG) und spezifischen, gewissen Dritten ob-

liegenden Mitwirkungspflichten (Art. 127-129 DBG).  

Ob Informationen nach innerstaatlichem Recht im Sinne von Art. 8 Abs. 1 

StAhiG beschafft werden können, hängt folglich davon ab, bei wem diese 

eingefordert werden und inwiefern die Person, über welche Informationen 

verlangt werden, vom Amtshilfeersuchen betroffen ist (Urteil des BVGer 

A-2453/2021 vom 3. Mai 2023 E. 2.8.2). 

4.7.4.1 Nach Art. 3 Bst. a StAhiG gilt bei der Amtshilfe auf Ersuchen als 

betroffene Person diejenige Person, über die im Amtshilfeersuchen Infor-

mationen verlangt werden. Es handelt sich hierbei um einen formellen Be-

griff. Die Frage, ob die als betroffen bezeichnete Person auch in materieller 

Hinsicht als betroffen zu gelten hat, ist im Einzelfall zu klären, wobei nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung massgeblich darauf abzustellen 

ist, ob die Informationen für den ersuchenden Staat voraussichtlich erheb-

lich sind (grundlegend: BGE 141 II 436 E. 3.3 und 4.5; BGE 143 II 185 

E. 3.2 ff.). In der Regel bezweckt das Amtshilfeersuchen, Informationen 

über die darin genannte, im ersuchenden Staat steuerpflichtige Person zu 

erlangen. Die ausländische steuerpflichtige Person gilt dann regelmässig 

als betroffene Person i.S.v. Art. 3 Bst. a StAhiG. 

4.7.4.2 Verlangt der ersuchende Staat Informationen über eine in der 

Schweiz steuerpflichtige Person, so treffen diese die Mitwirkungspflichten 

A-4137/2022 

Seite 31 

des Steuerpflichtigen gemäss Art. 124-126 DBG und zwar unabhängig da-

von, ob sie auch im ersuchenden Staat als steuerpflichtige Person gilt 

(vgl. BGE 142 II 69 E. 5.1.2 f. und 5.3; Urteil des BVGer A-882/2023 vom 

20. November 2023 E. 2.4.2). Die Mitwirkungspflicht erstreckt sich aller-

dings nicht auf Auskünfte über Geschäftsbeziehungen, die nicht für die Ver-

anlagung dieser Person von Bedeutung sein könnten, sondern aus-

schliesslich für die Veranlagung ihrer Geschäftspartner (Urteile des BVGer 

A-6895/2017 vom 20. November 2018 E. 3.2.2; A-8018/2016 vom 8. No-

vember 2017 E. 2.4.2; DANIEL HOLENSTEIN, Kommentar Internationales 

Steuerrecht, Art. 26 OECD-MA N. 285 und 290). Gemäss Art. 126 DBG hat 

sie insbesondere alles zu tun, um eine vollständige und richtige Veranla-

gung zu ermöglichen (Abs. 1) und hat auf Verlangen Auskunft zu erteilen 

sowie Geschäftsbücher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Ur-

kunden über den Geschäftsverkehr vorzulegen (Abs. 2). Dasselbe gilt ge-

mäss Art. 42 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Har-

monisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG, SR 

642.14), wonach Steuerpflichtige gegenüber den schweizerischen Steuer-

behörden zur Herausgabe bzw. Beschaffung aller relevanter Informationen 

verpflichtet sind (Art. 9 Abs. 3 StAhiG; Urteil des BGer 2C_616/2018 vom 

9. Juli 2019 E. 4.2 m.w.H.). 

4.7.4.3 In gewissen Konstellationen ist es jedoch unumgänglich, Informati-

onen auch über Personen zu erteilen, deren Steuerpflicht im ersuchenden 

Staat nicht geltend gemacht wird (vgl. Urteil des BVGer A-272/2017 vom 

5. Dezember 2017 E. 2.3.1). Je nach Rolle im fraglichen Sachverhalt kön-

nen im ersuchenden Staat nicht steuerpflichtige Personen trotzdem vom 

Amtshilfeersuchen auch materiell betroffen sein. Sie gelten dann – je nach 

Kontext – ebenfalls als betroffene Personen im Sinne von Art. 3 Bst. a  

StAhiG. So hat das Bundesgericht beispielsweise in Verrechnungspreisfä-

llen die schweizerische, – im ersuchenden Staat nicht steuerpflichtige aber 

an einer dort steuerlich relevanten Transaktion beteiligte – Konzerngesell-

schaft, über welche vom ersuchenden Staat Informationen erwünscht wer-

den, als betroffene Person im Sinne von Art. 3 Bst. a StAhiG qualifiziert 

(vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.3 und 5.1 m.w.H.; Urteile des BGer 

2C_282/2021 vom 15. Juni 2022 E. 4.4.1; 2C_954/2015 vom 13. Februar 

2017 E. 6.2). 

4.7.4.4 Bei einer zwar im Sinne von Art. 3 Bst. a StAhiG betroffenen Per-

son, deren Steuerpflicht im ersuchenden Staat jedoch nicht geltend ge-

macht wird, kommt es für die Erhältlichkeit der verlangten Informationen 

A-4137/2022 

Seite 32 

darauf an, ob diese geeignet sind, ihre eigene Besteuerung zu beeinflus-

sen (BGE 142 II 69 E. 5.3). 

Sind die Informationen geeignet, Einfluss auf die eigene Besteuerung zu 

haben, ist die im ersuchenden Staat nicht steuerpflichtige Person recht-

sprechungsgemäss nach Art. 126 DBG umfassend auskunftspflichtig 

(vgl. BGE 142 II 69 E. 5.1; Urteil des BGer 2C_616/2018 vom 9. Juli 2019 

E. 4; Urteil des BVGer A-6074/2019 vom 8. September 2021 E. 2.5 

m.w.H.). 

Andernfalls, d.h. wenn die verlangte Information offensichtlich keinen Ein-

fluss auf die eigene Besteuerung hat, unterliegt die im ersuchenden Staat 

nicht steuerpflichtige Person gegenüber den Steuerbehörden lediglich den 

eingeschränkten Mitwirkungspflichten von Dritten gemäss Art. 127 ff. DBG 

bzw. Art. 43 ff. StHG (vgl. BGE 142 II 69 E. 5.2; Urteil des BGer 

2C_616/2018 vom 9. Juli 2019 E. 4.3). 

4.7.5  

4.7.5.1 Die genannten Einschränkungen (vgl. E. 4.7.1) werden wiederum 

durch die Bestimmung von Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT relativiert. Gemäss 

dieser ist Art. 27 Abs. 3 DBA CH-IT nämlich «in keinem Fall so auszulegen, 

als könne ein Vertragsstaat die Erteilung von Informationen nur deshalb 

ablehnen, weil sich die Informationen bei einer Bank, einem sonstigen Fi-

nanzinstitut, einem Bevollmächtigten, Beauftragten oder Treuhänder befin-

den oder weil sie sich auf Eigentumsrechte an einer Person beziehen».  

Art. 8 Abs. 2 StAhiG nimmt die Regelung von Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT auf 

(vgl. Botschaft StAhiG, BBl 2011 6193, 6209). In Abweichung von Art. 8 

Abs. 1 StAhiG können (und müssen) gemäss Art. 8 Abs. 2 StAhiG die 

schweizerischen Steuerbehörden Informationen, die sich im Besitz einer 

Bank, eines anderen Finanzinstituts, einer beauftragten oder bevollmäch-

tigten Person, einer Treuhänderin oder eines Treuhänders befinden oder 

die sich auf Beteiligungen an einer Person beziehen, einholen, wenn das 

anwendbare Abkommen ihre Übermittlung vorsieht (SCHODER, a.a.O., 

Art. 8 Abs. 2 StAhiG N. 88). 

4.7.5.2 Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3888/2020 vom 4. Mai 

2021 wurde der Begriff des «Treuhänders» in Art. 26 Abs. 5 des Abkom-

mens vom 2. November 1994 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft und der Republik Indien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung 

auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen [DBA CH-IN, 

A-4137/2022 

Seite 33 

SR 0.672.942.31]) bzw. Art. 26 Abs. 5 OECD-MA ausgelegt. Das Bundes-

verwaltungsgericht hat als erlaubte Interpretationshilfe unter anderem auf 

den OECD-Kommentar zu Art. 26 Abs. 5 OECD-MA Bezug genommen. Es 

ist zum Schluss gekommen, dass der Trustee von Art. 26 Abs. 5 OECD-

MA erfasst bzw. unter den Begriff «Treuhänder» subsumiert wird (Urteil des 

BVGer A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 E. 6.5). 

5.  

5.1 Es ist vorliegend streitig und zu prüfen, ob die Vorinstanz dem AE zu 

Recht Amtshilfe gemäss den angefochtenen Schlussverfügungen vom 

18. August 2022 gewähren möchte. Die Beschwerdeführenden halten die 

Schlussverfügungen sowie die Editionsverfügungen aus verschiedenen, 

nachfolgend zu prüfenden Gründen für rechtswidrig. 

5.2 In einem ersten Schritt ist darauf einzugehen, ob das Amtshilfeersu-

chen vom 23. Dezember 2021 eine unerlaubte «fishing expedition» dar-

stellt. 

5.2.1  

5.2.1.1 Die Beschwerdeführerin 4 bringt diesbezüglich vor, der Trust sei 

keine juristische Person und verfüge über keine Rechtspersönlichkeit, wes-

halb er nicht Eigentümer des Vermögens und Einkommens des Trusts sei. 

Rechtlich könne der Trustee über das Vermögen des Trusts verfügen, das 

Vermögen des Trusts vermische sich jedoch nicht mit dem Vermögen des 

Trustees. Das Trustvermögen bilde eine eigene Masse. Es seien keine 

Ausschüttungen erfolgt, weshalb es ausgeschlossen sei, von einer Verbin-

dung zwischen der Beschwerdeführerin 4 und den Beschwerdeführenden 

1 bis 3 auszugehen. Die Beschwerdeführerin 4 gelte nicht als Informations-

inhaberin im Sinne von Art. 3 Bst. b StAhiG. Die Rechtmässigkeit der Edi-

tionsverfügungen könne nicht mit der Tatsache geltend gemacht werden, 

dass die Beschwerdeführerin 4 die ersuchten Informationen geliefert habe. 

Dies stelle einen unzulässigen Zirkelschluss dar. 

5.2.1.2 Die Vorinstanz erwidert, dass die Beschwerdeführenden 1 bis 3 so-

wie die Beschwerdeführerin 4 und die betroffene Person 4 Teil derselben 

Truststruktur seien und daher eine Verbindung bestünde. Der Konnex 

hänge nicht von allfälligen Ausschüttungen ab, sondern sei bereits durch 

die Existenz der betroffenen Person 4 gegeben. Die Beschwerdeführerin 4 

verfüge als Trustee über die ersuchten Informationen zur betroffenen Per-

son 4. Es liege keine «fishing expedition» vor. 

A-4137/2022 

Seite 34 

5.2.2 Das Vorliegen einer «fishing expedition» ist im Grundsatz ausge-

schlossen, wenn ein Amtshilfeersuchen alle Angaben enthält, die nach 

dem anwendbaren Abkommen erforderlich sind (vgl. E. 4.4.3). 

Bst. ebis Ziffer 2 des Zusatzprotokolls setzt unter anderem voraus, dass so-

weit bekannt, der Namen und die Adresse der mutmasslichen Inhaberin 

der verlangten Informationen zu nennen ist. Die AE ist dieser Vorgabe 

nachgekommen, indem sie im Amtshilfeersuchen die Beschwerdeführe-

rin 4 als mögliche Informationsinhaberin aufführte. Es ist nicht von Rele-

vanz, ob es sich bei der angegebenen Person tatsächlich um eine Informa-

tionsinhaberin handelt. Ohnehin gilt die Beschwerdeführerin 4 – entgegen 

ihrer Ansicht – als Informationsinhaberin im Sinne von Art. 3 Bst. b StAhiG. 

Dies, weil sich die ersuchten Informationen tatsächlich in ihrem Besitz be-

finden (vgl. E. 4.7.3). 

Im Weiteren ist unbestritten sowie den Akten zu entnehmen, dass das 

Amtshilfeersuchen die übrigen formellen Voraussetzungen (vgl. E. 4.4.1) 

erfüllt. Eine «fishing expedition» ist zu verneinen. 

5.3 Es ist weiter zu klären, ob der Trustee unter die Definition von Art. 27 

Abs. 5 DBA CH-IT fällt, um festzustellen, ob die Vorinstanz zu Recht die 

Editionsverfügungen an die Beschwerdeführerin 4 richtete. 

5.3.1  

5.3.1.1 Die Beschwerdeführenden führen zusammengefasst aus, dass der 

Trustee nicht unter die Definition von Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT falle und 

begründen dies namentlich wie folgt:  

Die Beschwerdeführerin 4 führt an, dass in keiner der aufgeführten Sprach-

versionen des Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT (deutsch, französisch, italienisch) 

bzw. Art. 26 Abs. 5 OECD-MA (englisch) der Begriff «Trustee» vorkomme. 

Unter Berücksichtigung der allgemeinen Auslegungsregel in Art. 31 Abs. 1 

des Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 1969 über das Recht der Ver-

träge (VRK, SR 0.111 [in Kraft getreten für die Schweiz am 6. Juni 1990]) 

könne nicht davon ausgegangen werden, dass der Begriff «Treuhänder» 

den Trustee umfasse. Gemäss den Beschwerdeführenden unterscheide 

sich der Treuhandvertrag sowohl aus schweizerischer als auch angel-

sächsischer Sicht vom Trust sehr deutlich. Weiter sei die fehlende Erwäh-

nung des Trustees in Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT als auch in Art. 26 Abs. 5 

des OECD-MA als qualifiziertes Schweigen zu werten. Hätten die Vertrags-

parteien des DBA CH-IT den Trustee wirklich erfassen wollen, so hätten 

A-4137/2022 

Seite 35 

sie ihn ausdrücklich erwähnt; analog anderer von den Beschwerdeführen-

den genannter Doppelbesteuerungsabkommen. Gemäss Beschwerdefüh-

rerin 4 sei der E._______ Trust unwiderruflich und diskretionär, was bekräf-

tige, dass der Trustee nicht unter die Definition von Art. 27 Abs. 5 DBA CH-

IT falle.  

Die Beschwerdeführenden 1 bis 3 machen zudem geltend, dass Art. 27 

Abs. 5 DBA CH-IT ohnehin keine Rechtsgrundlage für die Informationsbe-

schaffung darstelle, weshalb es irrelevant sei, ob der Trustee unter Art. 27 

Abs. 5 subsumiert werden könne. 

5.3.1.2 Gemäss Vorinstanz sei die bundesverwaltungsgerichtliche Recht-

sprechung in A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 einschlägig, wonach der Trus-

tee von der (weitgehend) gleichlautenden Bestimmung in Art. 26 Abs. 5 

DBA CH-IN umfasst sei. 

5.3.2  

5.3.2.1 Die Auslegung hat – wie bereits erläutert (vgl. E. 4.7.5.2) – ergeben, 

dass der Trustee von Art. 26 Abs. 5 OECD-MA und damit Art. 26 Abs. 5 

DBA CH-IN umfasst ist bzw. unter den Begriff «Treuhänder» fällt (vgl. auch 

HOLENSTEIN, Kommentar Internationales Steuerrecht, Art. 26 OECD-MA 

N. 313). Zu diesem Schluss gelangte das Bundesverwaltungsgericht unter 

Berücksichtigung, dass sich der Trust vom Treuhandvertrag in gewissen 

Aspekten unterscheidet (Urteil des BVGer A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 

E. 6.4.2). 

Im vorstehend erwähnten Urteil hielt das Bundesverwaltungsgericht im Zu-

sammenhang mit Art. 26 Abs. 5 DBA CH-IN insbesondere fest, dass es 

Sinn und Zweck des Informationsaustauschs widersprechen würde, wenn 

die ersuchten Informationen nicht bei einem Trustee in der Schweiz einver-

langt werden könnten, bloss weil der Trustee nicht in Art. 26 Abs. 5 DBA 

CH-IN erwähnt sei (Urteil des BVGer A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 

E. 6.4.5). Gleiches gilt auch im vorliegenden Fall. Wäre der Auffassung der 

Beschwerdeführenden zu folgen, führte dies dazu, dass die Schweiz ihren 

vertraglichen Pflichten im Zusammenhang mit der internationalen Amtshilfe 

nicht nachkäme. 

5.3.2.2 Die Argumentation der Beschwerdeführenden, weshalb der Trus-

tee nicht unter Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT fällt, vermag weder die in Urteil 

A-3888/2020 vorgenommene Auslegung noch deren Übertragbarkeit auf 

A-4137/2022 

Seite 36 

Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT zu entkräften. Es sind keinerlei Gründe ersicht-

lich, weshalb die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in 

A-3888/2020 vorliegend nicht einschlägig sein soll. 

Die Sichtweise der Vorinstanz, wonach der Trustee von Art. 27 Abs. 5 

DBA CH-IT umfasst sei, ist demnach nicht zu beanstanden. Somit hat sich 

die Vorinstanz zu Recht und in Übereinstimmung mit Art. 8 i.V.m. Art. 10 

StAhiG an den Trustee gewandt, um Informationen und Dokumente über 

den E._______ Trust zu verlangen. 

5.4 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die von der Beschwerdefüh-

rerin 4 verlangten Informationen erhältlich sind. 

5.4.1  

5.4.1.1 Die Beschwerdeführenden 1-3 bringen hervor, dass das Verfahren 

der Beschaffung der ersuchten Informationen nicht in Art. 27 DBA CH-IT 

geregelt sei, sondern sich nach innerstaatlichem Recht bestimme. Art. 27 

Abs. 5 DBA CH-IT i.V.m. Art. 8 Abs. 2 StAhiG stelle keine Rechtsgrundlage 

des innerstaatlichen Rechts zur Informationsbeschaffung dar. Art. 27 

Abs. 5 DBA CH-IT weise nicht wie beispielsweise Art. 26 Abs. 5 

DBA CH-IN einen zweiten Satz auf. Nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung (BGE 142 II 161 E 4.4.1 und 4.5.2) sei lediglich der zweite Satz 

in Art. 26 Abs. 5 DBA CH-IN eine self-executing-Bestimmung zur Informa-

tionsbeschaffung bei Banken und nicht der erste Satz.  

Folglich sei für den Umfang der Mitwirkung das innerstaatliche Recht mas-

sgebend. Gemäss den Beschwerdeführenden würde das innerstaatliche 

Recht, konkret Art. 126 DBG und Art. 127 DBG, die Beschwerdeführerin 4 

nicht verpflichten, die edierten Informationen zu liefern. 

Zur Begründung, weshalb die ESTV nicht befugt gewesen sei, die ersuch-

ten Informationen gestützt auf Art. 126 DBG von der Beschwerdeführerin 4 

zu beschaffen, verweisen die Beschwerdeführenden 1 bis 3 auf den Ent-

scheid des Bundesverwaltungsgerichts A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 und 

dessen E. 6.6. Dieser halte in einem obiter dictum fest, dass der Trustee in 

der Regel ein Honorar für seine berufliche Tätigkeit erhalte und Informati-

onen in diesem Zusammenhang Einfluss auf seine eigene steuerliche Si-

tuation haben könnten, so dass die umfassende Mitwirkungspflicht nach 

Art. 126 DBG auch für den Trustee gelten würde. Die ersuchende Behörde 

habe in vorliegendem Fall jedoch keine Informationen über die Honorare 

A-4137/2022 

Seite 37 

der Beschwerdeführerin 4 ersucht. Daher hätten die ersuchten Informatio-

nen keine Bedeutung für die steuerliche Situation der Beschwerdeführerin 

4. Die Beschwerdeführerin 4 sei somit Drittperson und der Umfang der Mit-

wirkungspflicht richte sich nach Art. 127 DBG. Die Begründung der Be-

schwerdeführerin 4 zielt in diesem Punkt zusammengefasst aufs Gleiche. 

Die Beschwerdeführenden führen weiter aus, dass Drittpersonen nur be-

schränkt mitwirkungspflichtig seien und nur Auskunft erteilen müssten, 

wenn sie mit dem Steuerpflichtigen in einem Vertragsverhältnis stehen wür-

den oder gestanden hätten. Die Beschwerdeführerin 4 als Trustee falle we-

der unter die in Art. 127 Abs. 1 DBG abschliessend aufgezählten Drittper-

sonen, noch falle sie als Trustee unter den Begriff «Treuhänder». Der Be-

griff «Treuhänder» sei ein kontinentaleuropäischer Begriff und als solcher 

vom Begriff «Trustee» des angelsächsischen Rechts zu unterscheiden. Mit 

dem Erlass von Art. 127 Abs. 1 DBG habe die Bundesversammlung aus-

schliesslich den Treuhänder im Auge gehabt, weshalb der Trustee nicht 

von dieser Bestimmung umfasst sei. Die ESTV sei somit nicht befugt ge-

wesen, die ersuchten Informationen gestützt auf Art. 127 DBG von der Be-

schwerdeführerin 4 zu beschaffen.  

5.4.1.2 Mit Verweis auf die Botschaft StAhiG hält die Vorinstanz fest, dass 

Art. 8 Abs. 2 StAhiG nicht nur den Vorbehalt von Art. 26 Abs. 5 OECD-MA 

aufnehme, sondern auch die Regelung von dem in den schweizerischen 

DBA enthaltenen Zusatz. Daher liege mit Art. 8 Abs. 2 StAhiG eine Rechts-

grundlage vor, die es den Steuerbehörden der Schweiz (in Verbindung mit 

dem Informationsaustauschartikel des anwendbaren DBA) erlaube, Bank- 

und Eigentümerinformationen zu beschaffen. Die Art. 123-129 DBG kön-

nen gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung (Urteil des 

BVGer A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 E 6.6) der Edition und Übermittlung 

der Informationen nicht entgegengehalten werden. 

Ergänzend führt die Vorinstanz aus, dass sie ebenfalls nach Art. 126 DBG 

bzw. Art. 42 StHG befugt gewesen wäre, die Informationen bei der Be-

schwerdeführerin 4 zu beschaffen. Dies gehe aus dem Kreisschreiben 

Nr. 30 der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) vom 22. August 2007 

sowie aus dem Kreisschreiben Nr. 20 der ESTV vom 27. März 2008, je zur 

Besteuerung von Trusts, hervor. 

Die Vorinstanz betont, dass nebst Art. 126 DBG sowie Art. 27 Abs. 5 DBA 

CH-IT i.V.m. Art. 8 Abs. 2 StAhiG auch Art. 127 DBG eine mögliche Rechts-

grundlage für die Edition der Informationen von der Beschwerdeführerin 4 

A-4137/2022 

Seite 38 

darstelle. Aus dem Kreisschreiben Nr. 30 der SSK sowie dem Urteil des 

BVGer A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 E 6.6 gehe hervor, dass der Trust ein 

treuhänderisches Element und auch ein vertragliches Element beinhalte. 

Angesichts dessen könne der Trustee auch der Kategorie von Art. 127 

Abs. 1 Bst. d DBG zugeordnet werden. 

5.4.2  

5.4.2.1 Es ist zu prüfen, ob vorliegend Art. 8 Abs. 2 StAhiG die Rechts-

grundlage darstellt, welche es der Vorinstanz ermöglicht, die Informationen 

nach Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT zu beschaffen.  

Am 13. März 2009 hat der Bundesrat beschlossen, in Zukunft bei der Amts-

hilfe in Steuersachen den Standard nach Art. 26 des OECD-MA zu über-

nehmen. Die Umsetzung dieses Beschlusses erforderte die Anpassung be-

stehender und den Abschluss neuer Doppelbesteuerungsabkommen (Bot-

schaft StAhiG, BBl 2011 6193, 6194). 

Um der in Art. 26 Abs. 5 OECD-MA statuierten Verpflichtung nachzukom-

men, hat die Schweiz in den meisten Doppelbesteuerungsabkommen, die 

sie seit dem 13. März 2009 abgeschlossen hat, einen Zusatz in Form eines 

zweiten Satzes aufgenommen (bspw. in Art. 28 Abs. 5 des Abkommens 

vom 9. September 1966 zwischen der Schweiz und Frankreich zur Vermei-

dung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen 

und vom Vermögen und zur Vermeidung von Steuerbetrug und Steuer-

flucht [DBA CH-FR, SR 0.672.934.91]: «Ungeachtet des Absatzes 3 oder 

entgegenstehender Bestimmungen des innerstaatlichen Rechts verfügen 

die Steuerbehörden des ersuchten Vertragsstaates über die Befugnis, die 

Offenlegung der in diesem Absatz genannten Informationen durchzuset-

zen»; Botschaft StAhiG, BBl 2011 6193, 6209). Dieser zweite Satz ist nicht 

im OECD-MA enthalten (BGE 142 II 161 E. 4.4.1). Mit diesem Zusatz soll 

gemäss Bundesgericht klargestellt werden, dass keine innerstaatlichen 

Normen – unabhängig aus welchem Grund – der Offenlegung von der in 

diesem Absatz genannten, voraussichtlich erheblichen Informationen ent-

gegenstehen sollen (BGE 141 II 436 E. 4.4.2). Art. 123 ff. DBG stellen sol-

che potentiell dem Abkommen entgegenstehende Bestimmungen des in-

nerstaatlichen Rechts dar (Urteil des BVGer A-47/2020 vom 12. März 2021 

E. 5.2). Die in Art. 26 Abs. 5 OECD-MA genannten Informationen sind folg-

lich einzuholen und auszutauschen, selbst wenn sie nach den Gesetzen 

oder der Verwaltungspraxis des ersuchten Staates nicht erhältlich wären 

(OECD-Kommentar, Art. 26 Abs. 5 OECD-MA N. 19.10; ANDREAS DO-

NATSCH ET AL., Internationale Rechtshilfe, unter Einbezug der Amtshilfe im 

A-4137/2022 

Seite 39 

Steuerrecht, 2. Aufl. 2015, S. 249; a.M. ROBERT WALDBURGER, Aktuelle 

Entwicklungen in der schweizerischen Amtshilfe im Steuerbereich, in: SZW 

2009 S. 480 ff., S. 486 f., wonach Art. 26 Abs. 5 OECD-MA lediglich eine 

Einschränkung von Art. 26 Abs. 3 Bst. c OECD-MA, nicht von Bst. a und b 

dieser Bestimmung bewirkt). Das Bundesgericht stellte klar, dass der 

zweite Satz des Art. 28 Abs. 5 DBA CH-FR unmittelbar anwendbar ist (sog. 

self-executing; BGE 142 II 161 E. 4.5.2; vgl. [zu Art. 26 Abs. 5 DBA CH-IN] 

Urteil des BVGer A-3888/2020 vom 4. Mai 2021 E. 6.3.1). Die Abkommen, 

die Satz 2 enthalten, regeln dementsprechend direkt auf staatsvertragli-

cher Ebene die innerstaatliche Durchsetzung in der Schweiz und stellen 

die Rechtsgrundlage zur Informationsbeschaffung dar.  

In der Lehre wird die Auffassung vertreten, dass die verfahrensrechtliche 

Umsetzung der in Art. 26 Abs. 5 OECD-MA eingegangenen völkerrechtli-

chen Verpflichtung zur Informationsübermittlung nicht in Form eines Zusat-

zes im Informationsaustauschartikel, sondern in einem Gesetz im formel-

len Sinn geregelt werden soll (HOLENSTEIN, Kommentar Internationales 

Steuerrecht, Art. 26 OECD-MA N. 317 f.). Mit Einführung des Art. 8 Abs. 2 

StAhiG am 28. September 2012 hat der Gesetzgeber schliesslich auf Ge-

setzesebene eine Rechtsgrundlage geschaffen, welche die Beschaffung 

der in Art. 26 Abs. 5 OECD-MA genannten Informationen vorsieht. 

Art. 8 Abs. 2 StAhiG regelt die verfahrensrechtliche Umsetzung der Infor-

mationsbeschaffung im Rahmen der Amtshilfe, welche vorliegend materi-

ellrechtlich in Art. 27 Abs. 5 Satz 1 DBA CH-IT vorgesehen ist (vgl. E. 4.2). 

Vor diesem Hintergrund hat das Fehlen des 2. Satzes in Art. 27 Abs. 5 DBA 

CH-IT einzig zur Folge, dass sich die Rechtsgrundlage für die Beschaffung 

der Informationen nicht direkt aus dem Abkommen, sondern subsidiär aus 

Art. 8 Abs. 2 StAhiG ergibt.  

5.4.2.2 Vorliegend handelt es sich bei den Unterlagen des Trustees um In-

formationen i.S.v. Art. 26 Abs. 5 OECD-MA bzw. Art. 27 Abs. 5 DBA CH-IT 

(vgl. E. 5.3.2.1). Die Informationsbeschaffung erfolgt nicht gestützt auf eine 

innerstaatliche Bestimmung (wie bspw. Art. 123 ff. DBG), sondern direkt 

gestützt auf Art. 27 Abs. 5 Satz 1 DBA CH-IT (welcher die Verpflichtung zur 

Informationsübermittlung vorsieht) i.V.m. Art. 8 Abs. 2 StAhiG (welcher die 

verfahrensrechtliche Umsetzung dieser Verpflichtung zum Gegenstand 

hat). Die Beschwerdeführerin 4 als Trustee ist somit umfassend auskunfts- 

und mitwirkungspflichtig. Die von ihr erteilten Auskünfte bzw. die bei ihr 

edierten Unterlagen sind erhältlich, sofern sie auch voraussichtlich erheb-

lich sind (vgl. E. 5.5).  

A-4137/2022 

Seite 40 

5.5  

5.5.1  

5.5.1.1 Die Beschwerdeführerin 4 rügt, dass die ersuchten Informationen 

gesamthaft für das italienische Steuerverfahren nicht voraussichtlich er-

heblich seien. 

Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin 4 an, dass bei Errichtung 

eines «irrevocable discretionary trust» noch keine Bereicherung der be-

troffenen Personen 1 bis 3 erfolge. Dies sei als Tatsachenfeststellung vorab 

der rechtlichen Frage der voraussichtlichen Erheblichkeit der ersuchten In-

formationen anzuerkennen. (…). Aus diesem Grunde bestehe keine Ver-

bindung zwischen dem Trustvermögen, den betroffenen Personen 1 bis 3 

und den italienischen Amtshilfeersuchen unter dem Gesichtspunkt der vo-

raussichtlichen Erheblichkeit. Die formell betroffenen Personen seien Sett-

lors des Trusts, was die Bankdokumentation bestätige. Die bisher ergan-

gene Rechtsprechung in diesem Zusammenhang seien nicht einschlägig, 

da die betroffenen Personen 1 bis 3 keine wirtschaftlichen Begünstigten 

des E._______ Trusts seien. Es gehe nicht darum, das italienische Recht 

anzuwenden in Bezug auf eine Frage der steuerrechtlichen Qualifikation, 

sondern es gehe um eine Frage des Sachverhalts. Es fehle an der voraus-

sichtlichen Erheblichkeit, weshalb die in Frage stehenden Informationen 

nicht übermittelt werden könnten. Eventualiter sei der ersuchenden Be-

hörde lediglich mitzuteilen, dass die betroffenen Personen 1 bis 3 nicht die 

Begünstigten des E._______ Trust seien (…). 

5.5.1.2 Die Vorinstanz entgegnet den Vorbringen der Beschwerdeführen-

den zusammengefasst, dass die Beurteilung der Truststruktur Sache der 

ersuchenden Behörde sei. Die Qualifikation einer Truststruktur erfordere 

eine umfassende Prüfung des Sachverhalts und der einschlägigen rechtli-

chen Bestimmungen. Die Bezeichnung eines Trusts in der Bankdokumen-

tation sei für die Qualifikation des Trusts und der zugrundeliegenden Trust-

strukturen nicht ausschlaggebend. Ob die betroffenen Personen 1 bis 3 

Beneficiaries seien oder lediglich Settlors und ob Ausschüttungen erfolgt 

seien, sei daher von der ersuchenden Behörde und nicht im Rahmen des 

Amtshilfeverfahrens zu klären. Würde die ESTV Aussagen zu der Trust-

struktur treffen (z.B. dazu, wer Beneficiary sei oder eben nicht sei und ob 

Ausschüttungen erfolgt seien), würde sie der ersuchenden Behörde in un-

zulässiger Weise vorgreifen. Damit würde die in der Amtshilfe geltende Rol-

lenverteilung zwischen ersuchendem und ersuchtem Staat nicht respek-

tiert und die ESTV würde über eine reine Plausibilitätsprüfung des Ersu-

A-4137/2022 

Seite 41 

chens hinausgehen. Aufgrund der Truststruktur liege der erforderliche Kon-

nex für die voraussichtliche Erheblichkeit zwischen den betroffenen Perso-

nen 1 bis 3, dem E._______ Trust, dem Trustee und den ersuchten Infor-

mationen vor. Die Plausibilität des Ersuchens sei zu bejahen und die vo-

raussichtliche Erheblichkeit erfüllt. Die ersuchten Informationen seien da-

her wie von ihr vorgesehen an die ersuchende Behörde zu übermitteln. 

5.5.2  

5.5.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht erinnert daran, dass als voraus-

sichtlich erheblich im Sinne von Art. 27 Abs. 1 DBA CH-IT Informationen 

gelten, die für den italienischen Staat notwendig sind, um die betroffenen 

Personen in Italien korrekt zu besteuern (vgl. E. 4.5). 

5.5.2.2 Zunächst ist festzuhalten, dass der globale Einwand der Beschwer-

deführerin 4, wonach keinerlei Verbindung zwischen dem Trustvermögen, 

den betroffenen Personen 1 bis 3 und den italienischen Amtshilfeersuchen 

bestehen würden, nicht verfängt. Dies herauszufinden bildet nämlich ge-

rade auch Gegenstand der Untersuchung in Italien und wird vom Sinn und 

Zweck des Amtshilfeersuchens umfasst (vgl. Sachverhalt Bst. A.b).  

Es handelt sich bei der Ermittlung der rechtlichen Merkmale eines Trusts 

sowie der Feststellung, ob die Beschwerdeführenden 1 bis 3 wirtschaftlich 

Begünstigte sind, um eine inhaltliche Würdigung, die rechtsprechungsge-

mäss alleine der ersuchenden Behörden zusteht (vgl. E. 4.5.4.2). 

Die in Erwägung 4.5.4.2 zitierte Rechtsprechung ist entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführerin 4 nicht nur für jene Fälle einschlägig, in welchen 

die betroffenen Personen wirtschaftlich Begünstigte eines Trusts darstel-

len. So hat das Bundesgericht bestätigt, dass auch bei behauptetem Vor-

liegen eines unwiderruflichen und diskretionären Trusts und fehlender wirt-

schaftlicher Berechtigung der betroffenen Personen, der ersuchende Staat 

die Qualifikation des Trusts nach seinem innerstaatlichen Recht vorzuneh-

men hat (Urteil des BVGer A-3049/2019 vom 8. September 2020 

E. 7.1.1.1 f. [bestätigt in Urteil des BGer 2C_832/2020 vom 13. Oktober 

2020 E. 4.2]; Urteil des BGer 2C_918/2020 vom 28. Dezember 2021 

E. 4.5.2).  

5.5.2.3 Der im Amtshilfeersuchen genannte Sachverhalt hängt mit den 

verlangten Informationen und Dokumenten rechtsgenügend zusammen 

(vgl. Sachverhalt Bst. A.b und A.c). Die ersuchten Informationen sind in 

Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geeignet, 

A-4137/2022 

Seite 42 

um die Beziehung der betroffenen Personen 1 bis 3 zur betroffenen Person 

4 zu klären und um die Einkommenssituation der betroffenen Personen 1 

bis 3 für den vom Amtshilfeersuchen betroffenen Zeitraum zu erhellen. 

Ebenso können diese Informationen der Klärung dienen, ob die betroffene 

Person 4 in Italien steuerpflichtig und zur Abgabe einer Steuererklärung in 

Italien verpflichtet ist. Unter Berücksichtigung dieser Elemente und selbst 

wenn die Beschwerdefüh