# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d64d885-433a-5e01-8747-383b77de30b5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 10.06.2024 SB230300
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230300_2024-06-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230300-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, und lic. iur. C. Maira, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Laufer sowie Gerichtsschreiber 

MLaw L. Zanetti

Urteil vom 10. Juni 2024

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. B. Groth, 

Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungsbeklagter sowie Anschlussberufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____

betreffend versuchte Vergewaltigung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dietikon 
vom 6. Dezember 2022 (DG220017)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 14. Juli 2022 

(Urk. 20) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 78 S. 55 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB 
sowie

 der mehrfachen versuchten sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt 
im Sinne von Art. 196 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

2. Vom Vorwurf der versuchten sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt im 

Sinne von Art. 196 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von B._____ 

(Dossier 4) wird der Beschuldigte freigesprochen.

3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 

11. Januar 2017 ausgefällten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.00 wird widerrufen. 

Die Geldstrafe wird vollzogen.

4. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 

18. Februar 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe von 6 Monaten wird widerrufen. 

5. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe gemäss Dispositiv-

Ziff. 4 bestraft mit 21 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon bis und mit heute 

530 Tage durch Haft (462 Tage im vorliegenden Verfahren und 68 Tage im Verfahren betref-

fend Strafbefehl vom 18. Februar 2019) erstanden sind.

6. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

7. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

(Behandlung psychischer Störungen) angeordnet. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte im Rahmen einer Bewäh-

rungsauflage bereits im delikts- und risikoorientierten Programm "C._____" bei der D._____ 

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AG, ... [Adresse], ... E._____, befand, und die D._____ AG sich zur Wiederaufnahme des 

Beschuldigten in dieses Programm im Rahmen einer ambulanten Massnahme bereit erklärte.

8. Dem Beschuldigten wird lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt mit Minderjährigen umfasst, verboten.

9. Es wird die Abnahme einer DNA-Probe des Beschuldigten und Erstellung eines DNA-Profils 

im Sinne von Art. 5 lit. a des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet. Der Vollzugsauftrag wird dem 

Forensische Institut Zürich (FOR), soweit erforderlich unter Beizug der Kantonspolizei Zürich 

für die zwangsweise Vorführung, erteilt.

10. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Juli 2022 beschlag-

nahmte Mobiltelefon Marke Samsung, Galaxy S21 Ultra 5G (Asservat-Nr. A015'353'896), 

lagernd bei der Kantonspolizei Zürich/Asservate-Triage, wird, nachdem es auf die Werkein-

stellungen zurückgesetzt wurde, dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur-

teils auf erstes Verlangen herausgegeben.

Dem Beschuldigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 
angesetzt, um den herauszugebenden Gegenstand selbst (oder durch eine bevollmächtigte 

Person) unter Vorlage dieses Urteils und eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer 

Voranmeldung, bei der vorgenannten Lagerbehörde abzuholen.

Wird der herauszugebende Gegenstand nicht innert Frist abgeholt, wird er durch die Lager-

behörde verwertet. Der Verwertungserlös wird zur Kostendeckung verwendet.

Sollte eine Verwertung nicht möglich sein, können die Gegenstände einer karikativen 

Organisation übergeben oder vernichtet werden.

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin F._____ eine Genugtuung von 

Fr. 400.00 zuzüglich 5 % Zins ab 15. Mai 2021 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genug-

tuungsbegehren abgewiesen. Mit ihrem Schadenersatzbegehren wird sie vollumfänglich auf 

den Zivilweg verwiesen.

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

6'000.00   Gebühr für das Vorverfahren,

693.00   Auslagen,

560.00   Auslagen Polizei.

13. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Be-

schuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 38'010.95 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) 

entschädigt.

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14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung der Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

16. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche Vertreterin der 

Privatklägerin F._____ aus der Gerichtskasse mit Fr. 4'599.10 (inkl. Barauslagen und 7.7 % 

MwSt.) entschädigt.

17. Die Kosten der unentgeltlichen Vertreterin der Privatklägerin werden im Umfang von 9/10 

definitiv abgeschrieben und im Umfang von 1/10 dem Beschuldigten auferlegt, einstweilen 

aber auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 138 StPO.

18. (Mitteilungen)

19. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 95 S. 1):

1. In Abänderung von Ziffer 1, Spiegelstrich 3, des Urteils des Bezirksgerichts 

Dietikon sei der Beschuldigte von den mehrfachen versuchten sexuellen 

Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt im Sinne von Art. 196 in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen.

2. In Abänderung von Ziffer 5 und 6 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon sei 

der Beschuldigte unter Berücksichtigung der begehrten Freisprüche betref-

fend die mehrfachen versuchten sexuellen Handlungen mit Minderjährigen 

gegen Entgelt milder zu bestrafen.

3. In Abänderung von Ziffer 14 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon seien die 

Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens ausgangsgemäss 

zu verteilen.

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4. Für eine allfällige Überhaft sei dem Beschuldigten eine angemessen Entschä-

digung auszurichten.

5. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon zu bestätigen und die 

Berufung der Staatsanwaltschaft abzuweisen.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8.1 % MwSt.).

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 97 S. 1):

1. Die Berufung wird beschränkt auf die Bemessung der Strafe.

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 44 Monaten unter Einbe-

zug der widerrufenen Strafe zu bestrafen.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 6. Dezember 2022 wurde der 

Beschuldigte der versuchten Nötigung, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit 

Kindern und der mehrfachen versuchten sexuellen Handlungen mit Minderjährigen 

gegen Entgelt schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der versuchten sexuellen 

Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt zum Nachteil von B._____ (Dos-

sier 4) wurde er freigesprochen. Die Vorinstanz widerrief den bedingten Vollzug der 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 11. Januar 2017 ausgefäll-

ten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.–. Weiter widerrief sie den bedingten 

Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 18. Februar 

2019 ausgefällten Freiheitsstrafe von 6 Monaten und bestrafte den Beschuldigten 

unter Einbezug dieser widerrufenen Freiheitsstrafe mit einer unbedingten Freiheits-

strafe von 21 Monaten als Gesamtstrafe. Für den Beschuldigten wurde eine ambu-

lante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung von psychischen Stö-

rungen) angeordnet. Die Vorinstanz sprach ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot 

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aus und ordnete die Abnahme einer DNA-Probe des Beschuldigten und die Erstel-

lung eines DNA-Profils an. Im Weiteren befand sie über das beschlagnahmte Mo-

biltelefon, entschied über die Zivilforderungen und regelte die Kosten des Vorver-

fahrens und erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens (Urk. 78 S. 55 f.).

1.2. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 

12. Dezember 2022 (Datum Eingang) fristgerecht Berufung an (Urk. 62). Das 

begründete Urteil wurde der Staatsanwaltschaft am 10. Mai 2023 zugestellt 

(Urk. 77/1). Mit Eingabe vom 25. Mai 2023 reichte diese innert der zwanzigtägigen 

Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die Berufungserklärung ein (Urk. 80). Mit Eingabe 

vom 19. Juni 2023 liess der Beschuldigte fristgerecht Anschlussberufung erheben 

(Urk. 82; Urk. 83). Die Privatklägerin liess sich innert Frist nicht vernehmen. Am 

27. Februar 2024 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 10. Juni 2024 vorge-

laden (Urk. 88). Mit Schreiben vom 8. März 2024 wurden die Bewährungs- und Voll-

zugsdienste ersucht, einen Bericht über den Verlauf der von der Vorinstanz als Er-

satzmassnahme angeordneten delikts- und risikoorientierten Therapie einzurei-

chen (Urk. 90). Mit Schreiben vom 26. April 2024 (Datum Eingang) reichten die Be-

währungs- und Vollzugsdienste eine therapeutische Stellungnahme des 

Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes (PPD) vom 18. April 2024 und einen 

Therapieabschlussbericht des Instituts D._____ vom 19. Januar 2024 ein 

(Urk. 92/1-2). Die Berufungsverhandlung fand am 10. Juni 2024 statt (Prot. II S. 3 

ff.).

2. Umfang der Berufung

Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 

StPO). Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die Höhe der von 

der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe (Urk. 80 S. 1 und 3). Der Beschul-

digte ficht mit der Anschlussberufung den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen 

mehrfacher versuchter sexueller Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt 

(Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 3) an (Urk. 83 S. 2). Weiter richtet sich die 

Anschlussberufung gegen die Dispositivziffern 5 und 6 (Bemessung und Vollzug 

der Strafe) sowie 14 (Kostenregelung). Die Dispositivziffern 3 und 4 (Widerruf des 

bedingten Vollzugs zweier Vorstrafen) wurden von keiner Partei angefochten. Als 

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Teil der Sanktion haben sie aber als mitangefochten zu gelten (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_802/2016 vom 24. August 2017 E. 3.2 mit Hinweisen; BSK StPO-

BÄHLER, 3. Aufl. 2023, N 13 zu Art. 399). Dasselbe gilt für die Dispositivziffer 15, die 

einen Rückforderungsvorbehalt für die Kosten der amtlichen Verteidigung enthält 

und daher mit der vom Beschuldigten angefochtenen Kostenregelung zusammen-

hängt. Das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 6. Dezember 2022 ist daher 

bezüglich Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldsprüche wegen versuchter Nötigung 

und mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern), 2 (Freispruch vom Vorwurf der 

versuchten sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt zum Nachteil 

von B._____ [Dossier 4]), 7 (Anordnung einer ambulanten Behandlung), 8 (Anord-

nung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots), 9 (Abnahme einer DNA-Probe und 

Erstellung eines DNA-Profils), 10 (Herausgabe des beschlagnahmte Mobiltelefons 

an den Beschuldigten), 11 (Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerin) 

sowie 12, 13, 16 und 17 (Kostenfestsetzung und Regelung der Kosten der unent-

geltlichen Rechtsvertretung) in Rechtskraft erwachsen.

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1. Ausgangslage

Die vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen versuchter Nötigung im Sinne von 

Art. 181 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 2) und mehr-

facher sexueller Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB (Dos-

sier 4) wurden von keiner Seite angefochten. Ebenfalls in Rechtskraft erwachsen 

ist der vor Vorinstanz ergangene Freispruch vom Vorwurf der versuchten sexuellen 

Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt im Sinne von Art. 196 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von B._____ (Dossier 4). Im Be-

rufungsverfahren zu überprüfen ist daher der vorinstanzliche Schuldspruch wegen 

mehrfacher versuchter sexueller Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt im 

Sinne von Art. 196 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. Dabei handelt es 

um die Dossiers 1, 3, 5 und 6 der Anklage.

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2. Versuchte sexuelle Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt (Dossier 1)

2.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in Dossier 1 zur Last gelegt, zu einem nicht mehr genau 

bestimmbaren Zeitpunkt, ca. zwei Wochen vor dem 5. Januar 2021, über Instagram 

die minderjährige Geschädigte G._____ angeschrieben und ihr Fr. 10'000.– ange-

boten zu haben, wenn sie mit ihm Geschlechtsverkehr habe. Nachdem die Geschä-

digte das Angebot angenommen habe, hätten sie sich am 5. Januar 2021, um ca. 

11.00 Uhr, am Hauptbahnhof in Zürich getroffen und sich gemeinsam in das Hotel 

H._____ in I._____ begeben, um dort wie vereinbart Geschlechtsverkehr gegen 

Bezahlung zu haben. Im Hotelzimmer hätten der Beschuldigte und die Geschädigte 

jedoch keinen Geschlechtsverkehr gehabt. Der Beschuldigte habe dies im Wissen 

darum getan, dass die Geschädigte im Zeitpunkt des Treffens noch nicht 18 Jahre 

alt gewesen sei (Urk. 20 S. 4).

2.2. Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte bzw. die Verteidigung stellen sich auf den Standpunkt, das Ange-

bot des Beschuldigten sei nicht ernst gemeint gewesen und habe auch nicht so 

verstanden werden können. Zudem sei der Beschuldigte aus freien Stücken von 

seinem Vorhaben, mit der Geschädigten Sex zu haben, zurückgetreten (Urk. 95 

S. 3 f.).

2.3. Rechtliche Grundlagen

2.3.1. Nach Art. 196 StGB macht sich strafbar, wer mit einer minderjährigen Person 

sexuelle Handlungen vornimmt oder solche von ihr vornehmen lässt und ihr dafür 

ein Entgelt leistet oder verspricht. Diese Bestimmung ist seit dem 1. Juli 2014 in 

Kraft und das Resultat der Umsetzung von Art. 19 Abs. 1 lit. c des Übereinkommens 

des Europarates vom 25. Oktober 2007 zum Schutz von Kindern vor sexueller Aus-

beutung und sexuellem Missbrauch («Lanzarote-Konvention»). Nach dem zuvor 

geltenden Recht waren einvernehmliche bezahlte sexuelle Kontakte mit Minder-

jährigen, die älter als 16 Jahre und damit sexuell mündig waren, in der Regel nicht 

strafbar (Botschaft zur Genehmigung des Übereinkommens des Europarats zum 

Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch [Lanza-

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rote-Konvention] sowie zu seiner Umsetzung [Änderung des Strafgesetzbuchs] 

vom 4. Juli 2012, BBl 2012 7571, S. 7611 f.; BSK Strafrecht-ISENRING/KESSLER, 

4. Aufl. 2019, N 2 zu Art. 196; SCHEIDEGGER, Das Sexualstrafrecht der Schweiz - 

Grundlagen und Reformbedarf, Bern 2018, N 538). Geschütztes Rechtsgut von 

Art. 196 StGB ist der Schutz vor sexueller Ausbeutung und gleichzeitig der Schutz 

vor dem Abgleiten in die Prostitution. Bei unter 16-Jährigen kommt deren unge-

störte sexuelle Entwicklung dazu. Wesentlich ist, dass ein Entgelt für die geleisteten 

Dienste erbracht oder versprochen wird. Diese Gegenleistung kann in Geld oder 

jedem anderen materiellen Wert, mithin jedem wirtschaftlich messbaren Vorteil 

bestehen. Es ist unerheblich, ob das Entgelt tatsächlich geleistet wird, das Verspre-

chen an sich genügt und zwar auch dann, wenn es nur zur Täuschung der minder-

jährigen Person abgegeben wurde (GODENZI in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Handkommentar, 4. Aufl. 2020, N 9 zu Art. 196). Damit der Täter strafbar ist, muss 

das Opfer die sexuellen Kontakte nur deshalb zulassen, weil es eine vermögens-

werte Gegenleistung dafür erhält. Entscheidend ist, dass zwischen der Gewährung 

der Dienstleistung und dem Entgelt ein Kausalzusammenhang besteht. Es muss 

objektiv davon ausgegangen werden können, dass das (versprochene) Entgelt 

Grund für die sexuelle Handlung bzw. das Einverständnis des Opfers ist und dass 

es sich nicht um eine Liebesbeziehung handelt. Lässt sich das Opfer auch sonst 

auf den sexuellen Kontakt ein, entfällt die Strafbarkeit nach Art. 196 StGB. Ob der 

erwähnte Kausalzusammenhang gegeben ist oder nicht, ist aufgrund der konkreten 

Umstände zu beurteilen. Kriterien für diese Beurteilung bilden namentlich der 

Altersunterschied zwischen Täter und Opfer, die Umstände des gegenseitigen 

Kennenlernens und die Dauer der Beziehung (Botschaft 2012, a.a.O., S. 7614; 

WEDER, in: Orell Füssli Kommentar StGB/JStGB, 21. Aufl. 2022, N 7 zu Art. 196; 

GODENZI, a.a.O., N 9 zu Art. 196). Nachdem bei Jugendlichen häufig mehrere 

Beweggründe vorliegen und neben der Aussicht auf einen Vorteil allenfalls auch 

Neugierde oder Zuneigung mitverantwortlich sein können, wird in der Lehre mit-

unter die Ansicht vertreten, dass der geleistete oder versprochene Vorteil den 

Jugendlichen immerhin "mitmotiviert" haben muss (SCHEIDEGGER, a.a.O., N 548; 

GODENZI, a.a.O., N 8 zu Art. 196). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, 

wobei Eventualvorsatz genügt. Der Täter muss um die objektiven Tatbestands-

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merkmale, namentlich die Minderjährigkeit des Opfers und den Umstand, dass es 

sich wegen dem geldwerten Vorteil auf die sexuellen Handlungen einlässt, wissen 

(WEDER, a.a.O., N 9 zu Art. 196).

2.3.2. Der Tatbestand von Art. 196 StGB ist bereits mit dem Versprechen einer 

vermögenswerten Gegenleistung erfüllt. Ob das Entgelt tatsächlich geleistet wird, 

ist unerheblich. Das Versprechen an sich genügt. Für die Erfüllung des objektiven 

Tatbestands ist dagegen erforderlich, dass die sexuellen Handlungen tatsächlich 

vorgenommen werden, wie sich schon aus dem Wortlaut von Art. 196 StGB ergibt. 

Wurde ein Entgelt versprochen, kommt es in der Folge aber nicht zu sexuellen 

Handlungen zwischen dem Täter und der minderjährigen Person, ist eine versuchte 

Tatbegehung zu prüfen. Vorbereitungshandlungen, die das Stadium des Versuchs 

noch nicht erreicht haben, bleiben straflos. Eine Ausnahme gilt für schwerwiegende 

Delikte, bei denen die Strafbarkeit über den Bereich des strafbaren Versuchs 

hinaus vorverlegt wird, um den Strafverfolgungsbehörden zu ermöglichen, bei der 

Vorbereitung schwerer Verbrechen möglichst frühzeitig einzugreifen. Die entspre-

chenden Straftatbestände werden in Art. 260bis Abs. 1 StGB abschliessend 

genannt (Urteil des Bundesgerichts 6B_445/2023 vom 20. Oktober 2023 E. 2.2.3). 

Art. 196 StGB gehört nicht dazu. Strafbarkeit tritt daher erst mit Beginn der Ausfüh-

rung der Straftat ein. Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven 

Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne 

dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind. Zum Versuch gehört 

der Entschluss des Täters, eine Straftat zu begehen, und die Umsetzung dieses 

Tatentschlusses in eine Handlung. Der Täter muss mit der Ausführung der Tat (min-

destens) begonnen haben (BGE 140 IV 150 E. 3.4). Der blosse Entschluss, eine 

strafbare Handlung zu begehen, bleibt für sich allein genommen straflos, solange 

er nicht in Handlungen umgesetzt wird. Die Ausführung der Tat im Sinne von Art. 22 

Abs. 1 StGB beginnt mit derjenigen Tätigkeit, die nach dem Plan des Täters den 

letzten entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Tatbestandsverwirklichung 

darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn äussere 

Umstände erschwerten oder verunmöglichten es, diese Absicht weiterzuverfolgen 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_487/2021 vom 3. Februar 2023 E. 2.3 mit Hin-

weisen). Beim Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern hat die Recht-

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sprechung einen Versuch bereits angenommen, wenn der Täter das ihm 

unbekannte Opfer angesprochen und zur Vornahme sexueller Handlungen aufge-

fordert hat. Will der Täter die sexuellen Handlungen auf freiwilliger Basis vorneh-

men und geht er davon aus, dass er das Kind erst am Tatort durch ein die sexuellen 

Handlungen vorbereitendes Gespräch oder andere eigene Handlungen zur 

Aufnahme des sexuellen Kontakts veranlassen kann, beginnt der Versuch erst 

dann (Urteil des Bundesgerichts 6B_487/2021 vom 3. Februar 2023 E. 2.3 mit 

Hinweisen). In einem Entscheid vom 13. März 2005 setzte sich das Bundesgericht 

mit der Frage auseinander, wann bei einem im Internet vereinbarten Treffen mit 

einem Kind zum Zweck der Vornahme sexueller Handlungen die Schwelle zum 

strafbaren Versuch überschritten wird. Das Erscheinen des Chatpartners am 

vereinbarten Treffen wurde, nachdem es sich beim vermeintlich minderjährigen 

Jungen um einen verdeckten Ermittler der Staatsanwaltschaft handelte, als 

(untauglicher) Versuch der sexuellen Handlungen mit Kindern qualifiziert (BGE 131 

IV 100 E. 8.2; vgl. dazu auch Bericht der Kommission für Rechtsfragen des 

Ständerats vom 28. Januar 2021 zur Strafrahmenharmonisierung und Anpassung 

des Nebenstrafrechts an das neue Sanktionenrecht, S. 45 und 47). In jüngeren Ent-

scheiden hat das Bundesgericht ausgeführt, aus diesem Entscheid lasse sich nicht 

ableiten, dass das Erscheinen des Chatpartners am vereinbarten Treffen mit dem 

vermeintlichen Kind in jedem Fall und ohne weiteres schon als (untauglicher) 

Versuch der sexuellen Handlungen mit einem Kind angesehen werden könne. 

Vielmehr seien insoweit, wie sich aus dem Bundesgerichtsentscheid ergebe, die 

gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles massgebend (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_487/2021 vom 3. Februar 2023 E. 2.3 f.).

2.3.3. Eine Form des Versuchs ist der untaugliche Versuch. Ein solcher liegt vor, 

wenn die Tat entgegen der Vorstellung des Täters überhaupt nicht zur Vollendung 

gelangen kann. Der Sache nach handelt es sich beim untauglichen Versuch um 

einen Sachverhaltsirrtum zuungunsten des Täters. Nach seiner Vorstellung erfüllt 

er einen Tatbestand, in Wirklichkeit ist sein Verhalten aber harmlos. Der untaug-

liche Versuch ist grundsätzlich ebenfalls strafbar. Dabei kommt es im Grunde weder 

auf die Art noch den Grad der objektiven Untauglichkeit des Versuchs an. Entschei-

dend für die Strafbarkeit ist nur, dass der Täter in der Annahme handelt, den 

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vorgestellten Sachverhalt verwirklichen zu können, auch wenn dies objektiv gar 

nicht möglich ist. Straflos bleibt gemäss Art. 22 Abs. 2 StGB einzig jener Täter, der 

aus grobem Unverstand verkennt, dass die Tat nach der Art des Gegenstands oder 

des Mittels, an oder mit dem er sie ausführen will, überhaupt nicht zur Vollendung 

gelangen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1422/2019 vom 28. Mai 2021 

E. 5.4.1; BGE 140 IV 150 E. 3.5, je mit Hinweisen). Grober Unverstand liegt vor, 

wenn jeder vernünftig denkende Mensch an Stelle des Täters von Anfang an 

erkennt, dass das Mittel vollkommen ungeeignet ist, den bezweckten Erfolg herbei-

zuführen, oder dass an dem anvisierten Gegenstand unter keinen Umständen die 

beabsichtigte Straftat begangen werden kann. Ein offensichtlich untauglicher 

Versuch gefährdet die Rechtsordnung nicht, er ist lächerlich (Botschaft zur Ände-

rung des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. September 1998, BBl 1999 

1979, S. 2011). In BGE 140 IV 150 nahm das Bundesgericht gewisse Änderungen 

der bisherigen Praxis zum untauglichen Versuch vor. Demzufolge stellt sich nicht 

jedes Verhalten, das die Elemente des untauglichen Versuchs an sich erfüllt und 

damit grundsätzlich strafbar ist, auch als strafwürdiges und strafbedürftiges Unrecht 

dar. Mangelt es einem Täterverhalten bei Kenntnis aller nachträglich bekannten 

Umstände im Zeitpunkt der Tat objektiv an einem ernsthaften Stör- und Gefähr-

dungspotenzial und somit an einer objektiv minimalen Gefährlichkeit (Risiko), lässt 

sich weder ein Strafbedürfnis bejahen noch eine Strafsanktion rechtfertigen. In 

einem solchen Fall muss der Täter, auch wenn er nicht aus grobem Unverstand 

gehandelt hat, in analoger Anwendung von Art. 22 Abs. 2 StGB straflos bleiben. 

Dies mit der Begründung, dass ein objektiv ungefährlicher untauglicher Versuch 

– ebenso wie ein grob unverständiger Versuch – die Rechtsordnung nicht zu 

gefährden vermag (E. 3.6).

2.4. Sachverhalt

Die Vorinstanz erachtete den äusseren Anklagesachverhalt gestützt auf die Aus-

sagen des Beschuldigten als erstellt (Urk. 78 S. 16). Dem ist zu folgen. Während 

der Beschuldigte in der polizeilichen Einvernahme vom 1. September 2021 von 

seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte (Dossier 1 Urk. 3/1 S. 6 ff.), 

äusserte er sich in der Hafteinvernahme vom 2. September 2021 ausführlich zum 

Anklagesachverhalt. Er räumte ein, die Geschädigte G._____ auf Instagram kon-

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taktiert und ihr Fr. 10'000.– angeboten zu haben, wenn sie sich mit ihm treffe und 

mit ihm schlafe. Das Angebot habe er ihr gemacht, weil er in einem Tief gewesen 

sei. G._____ habe ihm im Chat geschrieben und am Telefon erzählt, dass sie fi-

nanzielle Probleme habe. Sie hätten dann abgemacht, dass sie sich treffen würden 

und es zu Geschlechtsverkehr und Küssen kommen solle. Auf die Frage, ob abge-

macht gewesen sei, wie lange der Sex dauern solle, gab der Beschuldigte an, er 

habe ihr einfach "2 Stunden" gesagt. G._____ habe angegeben, 16 Jahre alt zu 

sein. Wenn er gewusst hätte, dass sie jünger ist, wäre es nicht dazu gekommen. 

Es sei richtig, dass er sich am 5. Januar 2021 am Hauptbahnhof in Zürich mit 

G._____ getroffen habe und sie sich gemeinsam ins Hotel H._____ in I._____ be-

geben hätten. Er habe an der Rezeption das Hotelzimmer bezahlt, während sie 

gewartet habe. Im Hotelzimmer sei es anders gekommen als abgemacht. Er habe 

G._____ gefragt, ob sie ihm ihre Identitätskarte zeigen könne, worauf sie gesagt 

habe, dass sie keine dabei habe. Sie hätten dann lange geredet und seien über-

eingekommen, das Ganze nicht zu machen. Die Geschädigte habe auch ihre Peri-

ode gehabt und die Situation habe nicht gepasst. Sie hätten sich ca. drei bis vier 

Stunden im Hotelzimmer aufgehalten. Das Einzige, was gelaufen sei, seien Küsse 

auf den Mund. Er habe G._____ kein Geld gegeben, was auch mit ihr abgemacht 

gewesen sei. Er habe gar nicht so viel Geld, er lebe von der IV. Er habe gesagt, 

dass er das Geld nicht habe und es zwischen ihnen nicht passen würde. G._____ 

habe daraufhin gesagt, dass sie von Anfang an gedacht habe, dass er das Geld 

nicht haben würde und es ihr auch nicht ums Geld gegangen sei. Sie meinte, dass 

sie auch mit ihm geschlafen hätte, weil sie den Spass oder was auch immer ge-

braucht hätte. Auf die Frage, ob er jemals vorgehabt habe, G._____ das Geld zu 

zahlen, gab der Beschuldigte an, wenn er das Geld gehabt hätte, hätte er es ihr 

vielleicht schon gezahlt, worauf er ergänzte: "wenn es zudem gekommen wäre, was 

wir …". Es sei nicht richtig, dass er G._____ nach dem Treffen geschrieben habe, 

dass es nur eine Stunde Sex gewesen sei und sie nochmals kommen müsse. Eben-

falls sei nicht richtig, dass er deren Freundin kontaktiert und damit gedroht hätte, 

Nacktfotos von ihr zu veröffentlichen. Es müsse sich jemand anders in seinen Ins-

tagram Account eingeloggt haben (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 2 ff.). Anlässlich der 

Schlusseinvernahme vom 30. November 2021 wurde der Sachverhalt gemäss An-

- 14 -

klage vom Beschuldigten vollumfänglich anerkannt (Dossier 1 Urk. 3/8 S. 3 ff.; vgl. 

dazu auch die Verteidigung, Urk. 53B S. 4). Sein Geständnis deckt sich mit den 

übrigen Beweismitteln. Mit der Vorinstanz ist für die rechtliche Würdigung daher 

vom Anklagesachverhalt auszugehen. Vor diesem Hintergrund kann offen bleiben, 

ob die Aussagen der Geschädigten G._____ verwertbar sind, obschon sie im Vor-

verfahren nicht mit dem Beschuldigten konfrontiert werden konnte (vgl. dazu die 

Verteidigung, Urk. 53B S. 3 f.). Die Einwendungen der Verteidigung in Bezug auf 

den subjektiven Sachverhalt sind im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu behan-

deln.

2.5. Rechtliche Würdigung im Allgemeinen

Im Zeitpunkt der anklagegegenständlichen Handlungen des Beschuldigten war 

G._____ 15-jährig. Es handelte sich bei ihr um eine minderjährige Person, die von 

der Strafbestimmung von Art. 196 StGB geschützt wird. Gemäss erstelltem Sach-

verhalt schrieb der Beschuldigte G._____ auf Instagram an und bot ihr Fr. 10'000.– 

an, wenn sie mit ihm Geschlechtsverkehr habe. Er versprach damit einer minder-

jährigen Person im Sinne von Art. 196 StGB Geld für sexuelle Handlungen. In der 

Anklage wird ausgeführt, dass der Beschuldigte und G._____ in der Folge keinen 

Geschlechtsverkehr gehabt hätten – die von ihm eingeräumten Küsse auf den 

Mund, die je nach den Umständen als sexuelle Handlungen hätten qualifiziert wer-

den können (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 7B_62/2022 vom 2. Februar 2024 

E. 5.2.3), werden nicht aufgeführt. Damit kann – entsprechend der Anklage – ledig-

lich eine versuchte Tatbegehung vorliegen. Anders als in den 

Anklagesachverhalten gemäss den Dossiers 3, 5 und 6 beschränkte sich die Tat-

handlung des Beschuldigten in Dossier 1 nicht darauf, die minderjährige Person im 

Chat anzuschreiben und ihr in allgemeiner Form Geld anzubieten, falls sie mit ihm 

schlafe. Nachdem G._____ auf seine Anfrage einging, kam es zwischen ihnen viel-

mehr zu konkreten Gesprächen darüber, welche sexuellen Handlungen für die an-

gebotenen Fr. 10'000.– vorgenommen werden sollen und wie lange das Treffen 

insgesamt dauern soll. Letztlich kamen der Beschuldigte und G._____ überein, 

dass es zwischen ihnen zu Geschlechtsverkehr und Küssen kommen und der Sex 

insgesamt zwei Stunden dauern soll. Weiter wurde ein Treffen für den 5. Januar 

- 15 -

2021 am Hauptbahnhof Zürich vereinbart. Der Beschuldigte reiste an diesem Tag 

nach Zürich und fand sich am Hauptbahnhof ein, womit er die Anonymität des 

Internets verliess. G._____ begab sich ebenfalls zum vereinbarten Treffpunkt, wo-

mit sie für den Beschuldigten erkennbar zum Ausdruck brachte, dass sie sich auf 

sein Angebot und sexuelle Kontakte mit ihm einlassen möchte. Das Treffen zwi-

schen dem Beschuldigten und der Geschädigten erfolgte zwecks Vornahme von 

sexuellen Handlungen. Dies ergibt sich nicht nur aus den vorangegangenen 

Gesprächen über die Art des Treffens, sondern auch daraus, dass sich der 

Beschuldigte und G._____ in der Folge gemeinsam in ein Hotel – einen geeigneten 

Ort für die ungestörte Vornahme von sexuellen Kontakten – begaben. Nachdem 

der Beschuldigte im Hotel eingecheckt hatte, ging er mit der Geschädigten aufs 

Zimmer, wo die sexuellen Handlungen gemäss ihrer vorgängigen Absprache hätten 

vorgenommen werden sollen. Damit liegt ein sowohl in zeitlicher als auch räumli-

cher Hinsicht tatnahes Handeln vor. Es standen nicht nur der Tatplan, d.h. die kon-

kreten sexuellen Handlungen und deren Dauer, sondern auch der Tatort- und die 

genaue Tatzeit fest. Der Beschuldigte hätte sich für die Vornahme der sexuellen 

Handlungen nicht erst an einen anderen Ort begeben oder weitere Absprachen 

oder Vorkehren treffen müssen. Die Tatausführung hätte sogleich vor Ort im Hotel-

zimmer ungestört ihren Fortgang nehmen können. Weitere Zwischenschritte waren 

nicht erforderlich. Das physische Eintreffen am vereinbarten Treffpunkt und der ge-

meinsame Bezug des Hotelzimmers stellte im Rahmen des Tatablaufs daher die 

letzte Teilhandlung vor der eigentlichen Ausführung der strafbaren Handlung dar. 

Damit hat das Verhalten des Beschuldigten objektiv die erforderliche Nähe zur Tat-

bestandsverwirklichung erreicht. Im Ergebnis wurde die Schwelle zum strafbaren 

Versuch vom Beschuldigten klar überschritten, was von der Verteidigung zu Recht 

nicht in Frage gestellt wurde.

2.6. Ernsthaftigkeit des Angebots

Die Verteidigung brachte vor Vorinstanz und auch heute vor, dass das Angebot des 

Beschuldigten offenkundig nicht ernst gemeint gewesen sei. Sein Vorgehen sei 

äusserst plump und leicht zu durchschauen gewesen, zumal ein Betrag von 

Fr. 10'000.– für Geschlechtsverkehr unrealistisch sei. Der Beschuldigte sei IV-Be-

- 16 -

züger und habe nicht ansatzweise über einen solchen Geldbetrag verfügt. Er habe 

ein nicht ernstgemeintes Angebot geäussert und sei subjektiv nicht davon ausge-

gangen, dass G._____ wegen eines derart unglaubwürdigen und offenkundig nicht 

ernst gemeinten Angebots tatsächlich Geschlechtsverkehr mit ihm haben werde 

(Urk. 53B S. 5 ff.; Urk. 95 S. 4). Der Ansicht der Verteidigung kann nicht gefolgt 

werden. Der Beschuldigte wusste, dass G._____ minderjährig ist. Anlässlich der 

Einvernahme vom 2. September 2021 gab er mehrfach an, er sei davon ausgegan-

gen, dass sie 16 Jahre alt sei (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 2, 3 und 6). Für die Erfüllung 

des Tatbestands von Art. 196 StGB ist sodann unerheblich, ob das versprochene 

Entgelt tatsächlich geleistet wird oder nicht. Bereits das Versprechen einer vermö-

genswerten Gegenleistung an sich ist als Tatbestandsvariante strafbar. Dies gilt 

wie erwähnt auch dann, wenn es nur zur Täuschung der minderjährigen Person 

abgegeben wurde (GODENZI, a.a.O., N 9 zu Art. 196). Es ist daher unerheblich, ob 

der Beschuldigte finanziell in der Lage war, die versprochenen Fr. 10'000.– zu zah-

len. Zu verweisen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Aussagen des Be-

schuldigten anlässlich der Einvernahme vom 2. September 2021, wonach er der 

Geschädigten vielleicht schon Geld bezahlt hätte, wenn er es gehabt hätte 

(Dossier 1 Urk. 3/6 S. 6). Mit dem Argument der Verteidigung, wonach der vom 

Beschuldigten versprochene Geldbetrag viel zu hoch gewesen sei, da sexuelle 

Dienstleistungen bereits für einen Bruchteil davon bezogen werden könnten, hat 

sich bereits die Vorinstanz auseinandergesetzt. Sie hielt fest, dass Minderjährigen-

prostitution nicht mit herkömmlicher Prostitution vergleichbar sei, zumal es sich um 

eine illegale Tätigkeit handle. Demnach seien weit höhere Preise zu erwarten als 

bei herkömmlicher Prostitution. Zudem seien die vom Beschuldigten angeschriebe-

nen Mädchen keine Prostituierten gewesen, die von sich aus entsprechende 

Leistungen angeboten hätten. Dem Beschuldigten sei daher klar gewesen, dass er 

mehr Geld als für herkömmliche Sexarbeit bieten müsse, falls er seine Chatpartne-

rinnen zu sexuellen Handlungen habe bringen wollen (Urk. 78 S. 28). Auf diese 

zutreffenden Erwägungen kann verwiesen werden. Mit der Vorinstanz ist festzu-

halten, dass Prostitution in sehr unterschiedlicher Form ausgeübt werden kann. Die 

vom Beschuldigten bei der Geschädigten angefragte Dienstleistung ist mit anderen 

Arten der Prostitution (u.a. Strassenprostitution und Bordellprostitution) nicht 

- 17 -

vergleichbar, weshalb auch der Verdienst vergleichsweise um einiges höher 

ausfallen dürfte. Angesichts des jungen Alters der Geschädigten und nachdem 

keinerlei Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sie der Sexarbeit nachging oder von 

sich aus sexuelle Dienstleistungen anbot, erweist sich der vom Beschuldigten 

angebotene Geldbetrag jedenfalls nicht als derart überhöht, dass von einem offen-

sichtlich nicht ernstgemeinten Angebot gesprochen werden kann. Soweit die 

Verteidigung ausführt, G._____ habe das Angebot des Beschuldigten nicht ernst 

genommen, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Gemäss Darstellung des Be-

schuldigten ging sie vielmehr auf sein Angebot ein, worauf konkret besprochen 

wurde, welche sexuellen Handlungen für den versprochenen Betrag vorgenommen 

werden sollen und wie lange der Sex insgesamt dauern soll. Weiter wurde ein 

Treffen vereinbart, an dem die sexuellen Handlungen hätten vorgenommen werden 

sollen. G._____ erschien denn auch tatsächlich zum Treffen und begab sich mit 

dem Beschuldigten in der Folge ins Hotelzimmer. Ob G._____ fest davon überzeugt 

war, Geld vom Beschuldigten zu erhalten, ist vorliegend nicht massgebend. Ent-

scheidend ist, dass der Beschuldigte es für möglich hielt, dass sie sich aufgrund 

des von ihm versprochenen Entgelts auf die sexuellen Handlungen mit ihm einliess 

(vgl. dazu auch Ziff. II.3.5). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, erschien auch der 

Beschuldigte zum Treffen mit G._____. Er hatte allein für diesen Zweck ein Hotel-

zimmer gebucht, in das er sich mit der Geschädigten begab. Mit der Vorinstanz 

zeigte der Beschuldigte spätestens mit diesem Verhalten, dass es ihm mit seinem 

Vorhaben sehr wohl ernst war (Urk. 78 S. 29). Es ist nicht ersichtlich, weshalb er 

sonst ein Hotelzimmer buchen und sich mit der Geschädigten dorthin hätte bege-

ben sollen. Der Beschuldigte führte in der Einvernahme vom 2. September 2021 

denn auch aus, im Hotelzimmer sei es "ganz anders" gekommen, als sie abge-

macht hätten. Sie hätten beide entschieden, dass sie keinen Geschlechtsverkehr 

miteinander haben würden (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 4). Vor diesem Hintergrund über-

zeugt es nicht, wenn geltend gemacht wird, der Beschuldigte habe sein Angebot 

nicht ernst gemeint. Von einem nicht ernst gemeinten Angebot kann lediglich in 

dem Sinne gesprochen werden, als der Beschuldigte nicht gewillt war, die verspro-

chenen Fr. 10'000.– zu bezahlen, was aber im Rahmen des Tatbestands von 

Art. 196 StGB wie erwähnt unerheblich ist. Schliesslich lässt sich auch nicht sagen, 

- 18 -

dass es dem Beschuldigten völlig wesensfremd ist, mit einer minderjährigen Person 

gegen ein Geldversprechen sexuelle Handlungen vorzunehmen. Aus den Akten 

ergibt sich, dass der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlin-

gen vom 18. Februar 2019 wegen mehrfacher teilweise versuchter sexueller Hand-

lungen mit Minderjährigen gegen Entgelt verurteilt wurde. Im damaligen Verfahren 

wurde ihm zur Last gelegt, im April 2017 mit zwei minderjährigen Geschädigten den 

Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben, nachdem er ihnen dafür als Entgelt eine 

Zahlung von Fr. 2'000.– bzw. Fr. 10'000.– angeboten habe. Nach Vornahme der 

sexuellen Handlungen habe er einen Umschlag aus dem Fenster geworfen, der 

den entsprechenden Bargeldbetrag hätte beinhalten sollen, wobei die Geschädig-

ten lediglich einen Umschlag mit Papierschnitzel vorgefunden hätten. Im Januar 

2018 habe er sich mit einem weiteren minderjährigen Mädchen getroffen, nachdem 

er ihr ein Entgelt für sexuelle Handlungen versprochen habe. Die Geschädigte habe 

die sexuellen Handlungen beendet, ohne dass der Beschuldigte eine Zahlung ge-

leistet habe (Dossier 1 Urk. 12/9).

2.7. Kausalzusammenhang und Strafbarkeit des Versuchs

Vor Vorinstanz und auch heute machte die Verteidigung geltend, dass zwischen 

dem finanziellen Angebot des Beschuldigten und den vereinbarten sexuellen Hand-

lungen kein Kausalzusammenhang bestehe. G._____ habe sich nicht wegen des 

Geldes auf den Beschuldigten eingelassen. Sie habe von Anfang an gewusst, dass 

sie kein Geld erhalten werde, und dies auch nicht erwartet (Urk. 53B S. 6 f.; Urk. 

95 S. 3 f.). Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände erscheint es schwer 

vorstellbar, dass die versprochene finanzielle Entschädigung die Geschädigte nicht 

zumindest mitmotiviert hat, den ihr nicht näher bekannten Beschuldigten eigens für 

sexuelle Handlungen zu treffen. Zwischen den Beteiligten bestand keine vorange-

hende Beziehung. Sie trafen sich am 5. Januar 2021 zum ersten Mal, nachdem sie 

vorgängig lediglich per Instagram miteinander gechattet und telefoniert hatten, wo-

bei der Beschuldigte angab, der Geschädigten nicht viel über sich preisgegeben zu 

haben (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 3). Aus seinen Aussagen ergibt sich weiter, dass das 

Angebot an die Geschädigte, ihr Geld für Sex zu bezahlen, wesentlicher Bestandteil 

ihrer Kommunikation war. Zu verweisen ist auch auf die nach dem Treffen ausge-

- 19 -

tauschten Chatnachrichten, in denen mehrfach auf die finanzielle Entschädigung 

und die vereinbarten Handlungen Bezug genommen wird. So ist in den Nachrichten 

etwa die Rede davon, dass erst 55 Minuten geleistet wurden und noch eine Stunde 

und fünf Minuten offen seien (Dossier 1 Urk. 6/8, Nachrichten vom 09.01.2021, 

19.50 Uhr), was für ein Austauschverhältnis mit gegenseitigen Leistungen spricht. 

Wie erwähnt, gab der Beschuldigte in der Einvernahme vom 2. September 2021 

an, es seien insgesamt zwei Stunden vereinbart gewesen. Die Geschädigte schlägt 

im Verlauf des Chats vor, sie könnten es so machen, dass er das Geld hole, bevor 

sie sich treffen würden, damit es nicht wieder Komplikationen mit dem Bankberater 

oder so gebe wie beim letzten Mal. Dann könnten sie eine Stunde und fünf Minuten 

machen und er könne ihr das Geld geben, worauf geantwortet wird, das Geld werde 

am Schluss geholt. Dies sei mit dem Berater so abgemacht (Dossier 1 Urk. 6/8, 

Nachrichten vom 13.01.2021, 11.02 Uhr, 11.03 Uhr, 11.04 Uhr, 11.06 Uhr). Wenn 

der Beschuldigte geltend macht, die nach dem Treffen erfolgten Nachrichten von 

seinem Instagram Konto seien nicht von ihm (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 7 f.), vermag 

dies nicht zu überzeugen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb sich jemand anders in 

sein Konto hätte einloggen und solche Nachrichten mit der Geschädigten hätte aus-

tauschen sollen, zumal darin auf das vorherige Treffen Bezug genommen wird und 

Tatsachen erwähnt werden, die lediglich den beiden Beteiligten bekannt gewesen 

sein dürften. Vor diesem Hintergrund erscheint es sehr wahrscheinlich, dass die 

vom Beschuldigten in Aussicht gestellte finanzielle Entschädigung für die Geschä-

digte zumindest mit ein Grund war, sich mit ihm zu treffen. Gemäss der überzeu-

genden und hier anzuwendenden Ansicht setzt der Tatbestand von Art. 196 StGB 

indes voraus, dass das Opfer die sexuellen Kontakte nur deshalb zulässt, weil es 

eine vermögenswerte Gegenleistung erhält (Botschaft 2012, a.a.O., S. 7614; WE-

DER, a.a.O., N 7 zu Art. 196), was nicht zu Lasten des Beschuldigten angenommen 

werden kann, zumal sich auch die Geschädigte nicht in diesem Sinne geäussert 

hat. Dies bedeutet nicht, dass die Strafbarkeit nach Art. 196 StGB vorliegend ent-

fällt. Geht man von der Darstellung des Beschuldigten aus, ergab sich dieser Um-

stand erst, nachdem man sich bereits ins Hotelzimmer begeben hatte. Anlässlich 

der Einvernahme vom 2. September 2021 gab er an, G._____ habe ihm im Hotel 

gesagt, dass es ihr nicht ums Geld gehen würde. Sie hätte auch sonst mit ihm 

- 20 -

geschlafen (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 5). Vor dem Treffen waren dem Beschuldigten 

die Beweggründe der Geschädigten nicht bekannt. Er hatte zudem konkrete An-

haltspunkte dafür, dass finanzielle Gründe eine massgebende Rolle spielen. Zu 

verweisen ist in diesem Zusammenhang auf seine Aussagen, wonach er mit der 

Geschädigten auf Instagram geschrieben habe und es schlussendlich auch um 

Geld gegangen sei. Er habe ihr angeboten, ihr Geld zu geben, wenn sie mit ihm 

schlafe (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 3). Auf die Frage, weshalb er dies getan habe, gab 

er an, er sei in einem Tief gewesen. Die Geschädigte habe ihm im Verlauf des 

Chats auch geschrieben und am Telefon erzählt, dass sie finanzielle Probleme 

habe. Sie hätten dann abgemacht, sich zu treffen (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 4). Dass 

finanzielle Motive entscheidend sein könnten, muss der Beschuldigte nicht nur auf-

grund der Aussage von G._____, dass sie Geldprobleme habe, sondern auch we-

gen der Umstände ihres Treffens als möglich erachtet haben. Der Beschuldigte und 

die Geschädigte sahen sich am 5. Januar 2021 zum ersten Mal. Sie hatten vorgän-

gig nur in der virtuellen Welt Kontakt gehabt, wobei dieser noch nicht lange gedau-

ert hatte – gemäss Aussagen des Beschuldigten hatte er die Geschädigte "vielleicht 

eine Woche" vor dem Treffen angeschrieben (Dossier 1 Urk. 3/6 S. 3). Damit lag 

nicht nur kein Liebesverhältnis vor, sondern auch keinerlei vorangehende persönli-

che Beziehung. Der Beschuldigte und die Geschädigte waren sich gänzlich unbe-

kannt. Sämtliche Informationen, die sie über das Gegenüber hatten, beruhten auf 

deren Angaben im Chat. Wie bereits erwähnt, wurde darin konkret thematisiert, 

welche sexuellen Handlungen für die Fr. 10'000.– vorgenommen werden sollen und 

wie lange das Treffen insgesamt dauern soll. Dabei handelt es sich nicht um 

Punkte, die im Zusammenhang mit einem frei gewählten sexuellen Kontakt bespro-

chen werden müssen. Sämtliche dieser Umstände waren dem Beschuldigten be-

kannt. Indem er sich dennoch mit der Geschädigten traf und sich mit ihr ins Hotel-

zimmer begab, nahm er in Kauf, sexuelle Handlungen mit einer Minderjährigen ge-

gen ein finanzielles Entgelt vorzunehmen, und fand sich damit ab. Seine Vorstel-

lung ging insoweit über die Wirklichkeit hinaus. Der Beschuldigte hat mit seinem 

Verhalten den subjektiven Tatbestand vollständig verwirklicht, nicht hingegen den 

objektiven Tatbestand. Das fehlende Tatbestandsmerkmal stellte er sich aber 

eventualvorsätzlich vor. Dies genügt für die Annahme eines untauglichen Ver-

- 21 -

suchs. Die Ungefährlichkeit seines Verhaltens war nicht ohne Weiteres erkennbar, 

weshalb kein Handeln aus grobem Unverstand vorliegt. Es liegt auch keine Kon-

stellation gemäss der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor, in der 

durch den untauglichen Versuch in objektiver Hinsicht keine Gefahr der Tatverwirk-

lichung bestand und das Verhalten somit harmlos war. Der Beschuldigte nahm Kon-

takt mit einer ihm nicht näher bekannten Minderjährigen auf und führte mit ihr kon-

krete Gespräche über mögliche sexuelle Handlungen gegen finanzielles Entgelt. In 

der Folge begab er sich mit ihr in ein Hotelzimmer, um dort sexuelle Kontakte vor-

zunehmen. Sein Verhalten ist als ernstlicher Angriff auf die rechtlich geschützte 

Ordnung anzusehen, zumal bereits in die Schutzsphäre der Geschädigten ein-

griffen wurde. Das Erfordernis der objektiv minimalen Gefährlichkeit ist erfüllt. Der 

Beschuldigte ist daher in Dossier 1 der versuchten sexuellen Handlungen mit 

Minderjährigen gegen Entgelt im Sinne von Art. 196 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

2.8. Weitere Strafbarkeit

Ist das Opfer wie vorliegend unter 16 Jahre alt, kommt neben Art. 196 StGB grund-

sätzlich auch der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 StGB zur Anwendung (Botschaft 2012, a.a.O., S. 7615). Nachdem dem 

Beschuldigten in der Anklage nicht vorgeworfen wird, gewusst zu haben, dass die 

Geschädigte unter 16 Jahre alt war bzw. diesbezüglich fahrlässig gehandelt zu 

haben, entfällt eine Bestrafung nach Art. 187 StGB.

3. Versuchte sexuelle Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt (Dossiers 

3, 5 und 6)

3.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in den Dossiers 3, 5 und 6 der Anklage vorgeworfen, min-

derjährigen Mädchen über Snapchat und Instagram bzw. per SMS Geld angeboten 

zu haben, wenn sie mit ihm Geschlechtsverkehr haben. Die Geschädigten hätten 

das Angebot alle abgelehnt, so dass es nicht zu sexuellen Handlungen gekommen 

sei (Urk. 20 S. 4 ff.).

- 22 -

3.2. Standpunkt des Beschuldigten

Die Verteidigung stellt sich auf den Standpunkt, dass der Beschuldigte die Schwelle 

zum Versuch noch nicht überschritten habe. Er sei von diesen Vorwürfen daher 

freizusprechen (Urk. 95 S. 4 ff.).

3.3. Sachverhalt

Die Sachverhalte gemäss den Dossiers 3, 5 und 6 wurden von der Vorinstanz als 

anklagegemäss erstellt erachtet. Für die rechtliche Würdigung ging sie daher von 

den Sachverhalten gemäss Anklage aus (Urk. 78 S. 21, 22 und 24). Wie sich nach-

folgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung ergibt, sind die dem Beschuldigten 

in den Dossiers 3, 5 und 6 zur Last gelegten Handlungen – selbst wenn sie im Sinne 

der Anklage erstellt wären – nicht tatbestandsmässig. In diesen Dossiers erübrigt 

es sich daher, die Anklagesachverhalte im Einzelnen zu erstellen.

3.4. Rechtliche Würdigung

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten in den Dossiers 3, 5 und 6 der versuchten 

sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt im Sinne von Art. 196 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig. Im angefochtenen Urteil wird 

dazu erwogen, die Versuche des Beschuldigten seien in objektiver Hinsicht daran 

gescheitert, dass die Geschädigten sein Angebot ausgeschlagen hätten. Daher 

komme die versuchte Tatbegehung in Betracht. Der Beschuldigte habe mit seinem 

Verhalten neben den subjektiven Tatbestandsmerkmalen auch die objektiven 

Tatbestandsmerkmale erfüllt und es sei einzig der Erfolg, nämlich dass die Geschä-

digten sich auf sexuelle Handlungen mit ihm eingelassen hätten, ausgeblieben 

(Urk. 78 S. 29). Diese Argumentation lässt ausser Betracht, dass der objektive 

Tatbestand von Art. 196 StGB erst erfüllt ist, wenn die sexuelle Handlung, für die 

der minderjährigen Person ein Entgelt geleistet oder versprochen wird, vorgenom-

men wird. Das Versprechen allein, für sexuelle Handlungen ein Entgelt zu leisten, 

ohne dass es in der Folge tatsächlich zu sexuellen Kontakten kommt, reicht für die 

Tatbestandserfüllung nicht aus. Entgegen der Vorinstanz ist der objektive Tat-

bestand von Art. 196 StGB in den Dossiers 3, 5 und 6 daher nicht erfüllt. Im 

- 23 -

Zusammenhang mit dem Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern hat 

das Bundesgericht wie erwähnt erwogen, die Grenze zum Versuch werde nicht 

schon durch das "Chatten" als solches überschritten. Werde im Internet in einem 

Chat-Room über die Vornahme sexueller Handlungen gesprochen, seien diese 

Handlungen in zeitlicher und räumlicher Hinsicht derart weit entfernt, dass sich die 

Gefahr noch nicht verwirklichen könne. Denn die potenziellen Opfer seien im Chat-

Room anonym registriert und daher bloss virtuell und nicht bereits physisch betrof-

fen. Der letzte entscheidende bzw. der erste über die blosse Vorbereitung hinaus-

führende Schritt und damit der Beginn des Versuchs liege in der zu beurteilenden 

Konstellation darin, dass der Täter zur Tat entschlossen an den vereinbarten Treff-

punkt gereist sei und sich dort eingefunden habe (BGE 131 IV 100 E. 8.1 f.). Dem 

Beschuldigten wird in den Dossiers 3, 5 und 6 – wie in Dossier 1 – vorgeworfen, 

über die sozialen Medien bzw. per SMS Kontakt mit minderjährigen Mädchen 

aufgenommen zu haben, um mit ihnen sexuelle Handlungen gegen Entgelt vorzu-

nehmen. Wie in Dossier 1 sprach der Beschuldigte seine sexuellen Absichten 

gemäss Anklage klar an. In den Dossiers 3, 5 und 6 kam es aber nicht nur zu keinen 

sexuellen Handlungen. Nachdem keine der angeschriebenen Personen auf das 

Angebot des Beschuldigten einging, erfolgten – anders als in Dossier 1 – auch 

keine weiterführenden Gespräche über die Höhe der finanziellen Entschädigung 

(soweit der Beschuldigte nicht bereits ein konkretes Angebot gemacht hatte), 

mögliche sexuelle Handlungen oder geeignete Orte für die Vornahme der sexuellen 

Kontakte. Etwas anderes lässt sich den jeweiligen Chat-Verläufen jedenfalls nicht 

entnehmen. Die Tathandlung des Beschuldigten erschöpfte sich damit in einer 

reinen Anfrage, die zudem ausschliesslich über elektronische Kommunikations-

kanäle erfolgte. Zwischen dem Beschuldigten und den angeschriebenen Personen 

fanden keine physischen Treffen statt. Anders als in Dossier 1 erfolgte daher kein 

Wechsel vom virtuellen Raum in die reale Welt. Mit dem Anschreiben der Geschä-

digten ist die Schwelle zum strafbaren Versuch entgegen der Ansicht der 

Vorinstanz noch nicht überschritten. Die vom Beschuldigten allenfalls subjektiv 

angestrebten sexuellen Kontakte waren in zeitlicher und räumlicher Hinsicht von 

einer effektiven Verwirklichung derart weit entfernt, dass nicht von einem unmittel-

baren Ansetzen zur Tatbegehung gesprochen werden kann. In den Dossiers 3, 5 

- 24 -

und 6 liegt damit zumindest in Bezug auf die Grenze zum Versuch eine ähnliche 

Konstellation wie in Dossier 2 vor, in welchem dem Beschuldigten in der Anklage 

versuchte Vergewaltigung vorgeworfen worden war. Die Vorinstanz erwog dies-

bezüglich, zwischen dem Beschuldigten und der Geschädigten sei es zu keinerlei 

physischem oder sonstigem persönlichen Kontakt gekommen, der eine Verge-

waltigung in greifbare räumliche Nähe gerückt hätte. Die vorgeworfenen Nötigungs-

handlungen seien per Telefon bzw. WhatsApp erfolgt, was die räumliche Ent-

fernung unterstreiche. Zwischen den vorgeworfenen Nötigungshandlungen und 

dem (gemäss Anklage) versuchsweise erzwungenen Geschlechtsverkehr hätte es 

nach der allgemeinen Lebenserfahrung noch diverse Zwischenschritte des 

Beschuldigten gebraucht, bis es zum Geschlechtsverkehr gekommen wäre. 

Namentlich hätte er sich zu einem Treffpunkt begeben müssen, dort die Geschä-

digte treffen und eventuell sich mit ihr zu einem für den Geschlechtsverkehr ge-

eigneten Ort begeben müssen. Während des gesamten Ablaufs hätte der Beschul-

digte einen Vorsatz zur Vergewaltigung aufrechterhalten und sich immer wieder 

zum nächsten Schritt im Tatplan entscheiden müssen (Urk. 78 S. 8 f.). Die 

Vorinstanz hätte diese Kriterien analog auch auf die Konstellationen in den 

Dossiers 3, 5 und 6 zur Anwendung bringen müssen. Im Ergebnis kann in den 

Anklagesachverhalten gemäss den Dossiers 3, 5 und 6, in denen es zwischen dem 

Beschuldigten und den angeschriebenen Personen zu keinem physischen Treffen 

geschweige denn zu weitergehenden Gesprächen über mögliche sexuelle Hand-

lungen kam, kein Versuch einer strafbaren Handlung erblickt werden. Der Beschul-

digte ist daher von den weiteren Vorwürfen der versuchten sexuellen Handlungen 

mit Minderjährigen gegen Entgelt freizusprechen.

III. Sanktion

1. Ausgangslage

Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten unter Einbezug einer widerrufenen 

Freiheitsstrafe von 6 Monaten mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 

21 Monaten als Gesamtstrafe (Urk. 78 S. 55). Die Staatsanwaltschaft stellt im 

Berufungsverfahren den Antrag, der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 

- 25 -

44 Monaten zu bestrafen (Urk. 80 S. 3; Urk. 97 S. 1). Der Beschuldigte beantragt 

unter Berücksichtigung des von ihm verlangten Freispruchs vom Vorwurf der mehr-

fachen versuchten sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt eine 

mildere Bestrafung (Urk. 83 S. 2; Urk. 95 S. 1). Die von der Vorinstanz angeordne-

ten Widerrufe wurden im Berufungsverfahren von keiner Partei angefochten.

2. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln

2.1. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 

berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 

Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Die Bewertung des 

Verschuldens richtet sich nach der Schwere der Verletzung oder der Gefährdung 

des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit der Täter nach den inneren 

und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 

vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).

2.2. Der Beschuldigte wird wegen versuchter Nötigung, mehrfacher sexueller 

Handlungen mit Kindern und versuchter sexueller Handlungen mit Minderjährigen 

gegen Entgelt schuldig gesprochen. Hat der Täter durch eine oder mehrere Hand-

lungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt 

ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen 

(Art. 49 Abs. 1 StGB). Bei der Gesamtstrafenbildung ist vorab der Strafrahmen der 

schwersten Straftat zu bestimmen, welche die Einsatzstrafe bildet. Der Täter soll 

aufgrund mehrfacher Tatbegehung nicht von einer Strafrahmenreduzierung profi-

tieren, weshalb der Strafrahmen für die schwerste Straftat anhand der abstrakten 

Strafandrohung und nicht der konkret höchsten (verwirkten) Strafe zu bestimmen 

ist. Die Einsatzstrafe ist innerhalb ihres ordentlichen Strafrahmens festzusetzen 

und anschliessend unter Einbezug gleichartiger Strafen der anderen Straftaten in 

Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen (BGE 144 IV 217 

E. 3.5.1). Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur 

bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhän-

gen. Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 StGB. Das Gericht kann auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, 

- 26 -

wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss eine Freiheitsstrafe 

ausfällen würde (sog. konkrete Methode). Dass die anzuwendenden Strafbe-

stimmungen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht. Der Täter darf im 

Rahmen von Art. 49 Abs. 1 StGB nicht strenger bestraft werden, als wenn die Straf-

taten einzeln abgeurteilt worden wären (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 144 IV 217 

E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2; 138 IV 120 E. 5.2). Bei der Bemessung der hypotheti-

schen Gesamtstrafe müssen die einzelnen Straftaten in einem selbständigen 

Schritt gewürdigt werden. Dies bezieht sich jeweils auch auf die Wahl der Strafart. 

Erst nachdem das Gericht sämtliche Einzelstrafen festgesetzt hat, kann es beurtei-

len, ob und welche Einzelstrafen gleichartig sind (Urteil des Bundesgerichts 

6B_382/2021 vom 25. Juli 2022 E. 3.2.1). 

2.3. Sexuelle Handlungen mit einem Kind gilt als schwerstes Delikt und bildet 

damit Ausgangspunkt der Strafzumessung. Die Strafandrohung lautet Freiheits-

strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (Art. 187 Ziff. 1 StGB). Mit der Vorinstanz 

(Urk. 78 S. 32) sind keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, welche ein 

Verlassen der ordentlichen Strafrahmen rechtfertigen würden. In der Folge ist für 

die Tatbestände der versuchten Nötigung und versuchten sexuellen Handlungen 

mit Minderjährigen gegen Entgelt eine Strafe auszufällen und die festgelegte 

Einsatzstrafe – soweit die gleiche Strafart vorliegt – in Anwendung des Asperati-

onsprinzips angemessen zu erhöhen.

3. Tatkomponente

3.1. Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern (Dossier 4)

3.1.1. Die Vorinstanz erachtete es gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen 

des Beschuldigten und der Geschädigten B._____ in Dossier 4 als erstellt, dass es 

insgesamt zweimal zu Geschlechts- und Oralverkehr kam (Urk. 78 S. 13 f.). Nach-

dem der Schuldpunkt betreffend Dossier 4 nicht angefochten wurde, ist vom vorin-

stanzlich festgestellten Sachverhalt auszugehen. Entgegen der im 

Berufungsverfahren vertretenen Ansicht der Staatsanwaltschaft kann der Straf-

zumessung daher nicht zugrunde gelegt werden, dass es dreimal zu Geschlechts-

verkehr gekommen sei (Urk. 80 S. 2; Urk. 97 S. 2). Die dem Beschuldigten zur Last 

- 27 -

gelegten sexuellen Handlungen mit der Geschädigten erfolgten einvernehmlich in 

einer Paarbeziehung und in sehr engem zeitlichen Zusammenhang. Sie lassen sich 

weder in Bezug auf die Vorgehensweise noch auf ihre Intensität voneinander 

unterscheiden (jeweils Oral- und Geschlechtsverkehr), weshalb es nicht möglich 

ist, eine schwerste Straftat zu bestimmen. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu 

beanstanden, dass die Vorinstanz eine gemeinsame Beurteilung vorgenommen 

und nicht für jede einzelne sexuelle Handlung eine separate Strafe ausgefällt hat 

(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 6B_432/2020 vom 30. September 2021 

E. 1.4; VON FELTEN, Strafzumessung bei Deliktsmehrheit nach Art. 49 Abs. 1 StGB: 

Entwicklung der neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, in: forumpoenale 

3/2023, S. 227 f.). Wie sich nachfolgend ergibt, wirkt sich dieses Vorgehen nicht 

zum Nachteil des Beschuldigten aus, da die einzelnen sexuellen Handlungen in 

Anbetracht seines Tatverschuldens und seines strafrechtlichen Vorlebens auch bei 

separater Beurteilung je mit Freiheitsstrafe zu sanktionieren wären. Der Tatbestand 

von Art. 187 Ziff. 1 StGB erfasst Handlungen wie Küssen und kurze Berührungen 

(auch über den Kleidern) bis hin zu Geschlechtsverkehr (BSK Strafrecht-MEIER, 

a.a.O., N 11 zu Art. 187). Der vom Beschuldigten mit der Geschädigten vollzogene 

Geschlechts- und Oralverkehr ist von seiner Intensität her im oberen Bereich anzu-

siedeln, was erschwerend zu gewichten ist. Relativierend wirkt das Alter der 

Geschädigten von 14 Jahren bzw. ihre Altersdifferenz zum Schutzalter von 

16 Jahren aus, zumal Tathandlungen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB teilweise 

bei Kleinkindern ausgeführt werden, was als deutlich verwerflicher erscheint als bei 

einer Jugendlichen. Die Altersdifferenz zum Beschuldigten war mit 14 Jahren aber 

beträchtlich. Dass die sexuellen Kontakte einvernehmlich erfolgten, führt vorliegend 

nicht zu einer wesentlich milderen Beurteilung. Diesbezüglich darf nicht unberück-

sichtigt bleiben, dass der Beschuldigte gemäss den Aussagen der Geschädigten 

angab, erst 18 Jahre alt zu sein. B._____ führte in ihren Einvernahmen daher aus, 

sie sei davon ausgegangen, mit einem 18-jährigen Geschlechtsverkehr zu haben. 

Nachdem sie herausgefunden habe, wie alt der Beschuldigte wirklich gewesen sei, 

habe sie den Kontakt abgebrochen, da es für sie nicht gestimmt habe. Wenn sie 

sein wahres Alter gekannt hätte, wäre der Geschlechtsverkehr für sie nicht okay 

gewesen (Dossier 4 Urk. 4/4 S. 6 und 9 ff.; Dossier 4 Urk. 4/8 S. 4, 6 f., 12 und 17 

- 28 -

ff.). Die Darstellung der Geschädigten, wonach der Beschuldigte nicht sein richtiges 

Alter angegeben habe, wird durch die Aussagen von J._____ (Dossier 5 Urk. 3/1 

S. 5 f.; Dossier 5 Urk. 3/2 S. 4 f.) und K._____ (Dossier 6 Urk. 3/1 S. 4; Dossier 6 

Urk. 3/3 S. 5) sowie Chat Auszüge, in denen der Beschuldigte mit seinem Verhalten 

konfrontiert wird, bestätigt (Dossier 5 Urk. 1/2; Dossier 6 Urk. 1/2). Mit der Vorin-

stanz ist daher erstellt, dass der Beschuldigte die Geschädigte über sein Alter 

täuschte (Urk. 78 S. 33), was straferhöhend zu berücksichtigen ist. Daran ändert 

entgegen der Vorinstanz nichts, dass die Strafbarkeit nicht entfallen wäre, wenn er 

tatsächlich erst 18 Jahre alt gewesen wäre (Urk. 78 S. 33 f.), zumal der Altersun-

terschied in diesem Fall sehr viel kleiner gewesen wäre. Massgebend ist vielmehr, 

dass sich die Geschädigte ihren Aussagen zufolge nicht auf den Geschlechtsver-

kehr mit dem Beschuldigten eingelassen hätte, wenn sie sein wahres Alter gekannt 

hätte. Die Einwilligung der Geschädigten in die sexuelle Kontakte mit dem Beschul-

digten ist vor diesem Hintergrund stark zu relativieren. Im breiten Spektrum aller 

denkbaren sexuellen Handlungen mit Kindern ist die objektive Tatschwere insge-

samt als eher leicht einzustufen.

3.1.2. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Er wusste, dass die 

Geschädigte erst 14 Jahre alt war. Mit der Vorinstanz gibt es keine Anhaltspunkte, 

dass es ihm um etwas anderes ging als die Befriedigung seiner sexuellen Bedürf-

nisse (Urk. 78 S. 34). Andere als egoistische Beweggründe sind daher nicht 

ersichtlich. Aus dem im letzten Strafverfahren von Dr. med. L._____ erstellten 

psychiatrischen Gutachten vom 19. Juli 2018 ergibt sich, dass beim Beschuldigten 

eine leichte Intelligenzminderung mit deutlichen unreifen und dissozialen Verhal-

tensmustern und ein leichtes Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom 

(ADHS) auf dem Boden einer leichten, nicht näher bezeichneten, organischen psy-

chischen Störung aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns 

oder einer körperlichen Krankheit vorliegen (Beizugsakten der Staatsanwaltschaft 

Kreuzlingen, SUV_K.2017.111, P60). Zwischen der ADHS und dem damaligen de-

liktischen Verhalten des Beschuldigten wurde kein Zusammenhang gesehen. Als 

deliktsrelevant eingeschätzt wurden hingegen die unreife und dissoziale Verhal-

tensbereitschaft, die egozentrische Umsetzung eigener Interessen und Einengung 

auf die Befriedigung der eigenen situativen sexuellen Bedürfnisse auch unter In-

- 29 -

kaufnahme der Verletzung sozialer und gesetzlicher Normen. Diese seien Zeichen 

der organischen psychischen Störung und der Minderintelligenz mit einhergehen-

den Verhaltensstörungen (a.a.O., P53 und 61). Aufgrund der beim Beschuldigten 

vorhandenen Unreife und verminderten Frustrationstoleranz, aufkommenden Wün-

schen und Strebungen etwas entgegensetzen zu können, wurde eine Einschrän-

kung der Steuerungsfähigkeit im Gutachten nicht ausgeschlossen, wobei die 

Schuldfähigkeit als höchstens leichtgradig beeinträchtigt eingestuft wurde (a.a.O., 

P51 und 60). Für die organische psychische Störung und Minderintelligenz gebe 

es keine Behandlung im Sinne einer Heilung. Es könne indes delikt- und störungs-

orientiert mit dem Beschuldigten gearbeitet werden, so dass das Täterverhalten 

kontrolliert werden könne (a.a.O., P53 und 61). Die vorgenannten gutachterlichen 

Feststellungen finden ihre Stütze in den weiteren Akten. Zu verweisen ist etwa auf 

die vom Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich vorgenommene Risikoabklärung 

vom 12. Juni 2019, die sich der gutachterlichen Einschätzung anschliesst (Beizugs-

akten des Amtes für Justizvollzug des Kantons Thurgau, Urk. 247 S. 20 f.). Dies gilt 

auch für die über die therapeutische Behandlung des Beschuldigten erstellten Be-

richte. Im Abschlussbericht des Instituts D._____ vom 19. Januar 2024 wird etwa 

ausgeführt, dass die gutachterlichen Diagnosen für die Dauer der beiden Behand-

lungszyklen übernommen worden seien. Sie hätten sich im Laufe der Behandlung 

weiterhin als plausibel gezeigt und bedürften keiner weiteren Untersuchung oder 

Ergänzung (Urk. 92/2 S. 3). Die damaligen Straftaten des Beschuldigten sind von 

gleicher Art wie die vorliegend zu beurteilenden Delikte. Es handelt sich wiederum 

um (versuchte) sexuelle Handlungen mit minderjährigen Personen. Vor diesem 

Hintergrund kann auch in Bezug auf die aktuelle Delinquenz nicht ausgeschlossen 

werden, dass es dem Beschuldigten im Vergleich zu einer Durchschnittsperson 

schwerer fiel, sein Verhalten zu steuern. Die subjektive Tatschwere führt damit zu 

einer leicht milderen Beurteilung des Gesamtverschuldens. Insgesamt ist das Tat-

verschulden als leicht einzustufen. Als angemessen erweist sich eine Freiheits-

- 30 -

strafe von 10 Monaten. Die Ausfällung einer Geldstrafe kommt bereits aufgrund der 

Schwere des Verschuldens nicht in Frage.

3.2. Versuchte Nötigung (Dossier 2)

3.2.1. Die Vorinstanz erachtete es in Dossier 2 der Anklage gestützt auf das 

Geständnis des Beschuldigten als erstellt, dass er der Privatklägerin F._____ damit 

drohte, er werde Nacktfotos von ihr veröffentlichen, wenn sie sich nicht mit ihm 

treffe. Da eine Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung aus rechtlichen 

Gründen ausser Betracht falle, könne offen bleiben, ob der Beschuldigte die Privat-

klägerin tatsächlich aufgefordert habe, mit ihm Sex zu haben, oder sie nur zu einem 

Treffen habe bewegen wollen (Urk. 78 S. 11 f. und 25 f.). Der von der Vorinstanz 

festgestellte Sachverhalt blieb im Berufungsverfahren unbestritten und ist der Straf-

zumessung zugrunde zu legen. Im vorinstanzlichen Urteil wird in Bezug auf das 

objektive Tatverschulden ausgeführt, es sei erschwerend zu berücksichtigen, dass 

der Beschuldigte die Privatklägerin über längere Zeit intensiv mit unzähligen Chat-

nachrichten und Anrufen belästigt und dabei ein hartnäckiges Verhalten an den Tag 

gelegt habe. Durch sein bestimmtes Auftreten habe er eine enorme Drucksituation 

aufgebaut (Urk. 78 S. 34 f.). In der Anklage wird dem Beschuldigten indes nur der 

Versand einer Textnachricht vorgeworfen (Urk. 20 S. 2). Daran ist das Gericht 

gebunden. Bei der Bewertung des Verschuldens darf dem Beschuldigten daher 

nicht angelastet werden, eine Vielzahl von Nachrichten und Anrufen getätigt zu 

haben. Im Rahmen des objektiven Tatverschuldens ist erschwerend zu gewichten, 

dass das Verhalten des Beschuldigten nicht nur die freie Willensbildung und -

betätigung der Privatklägerin beeinträchtigte, sondern auch ihre sexuelle Integrität 

tangierte. Nacktbilder weisen einen Inhalt auf, der dem höchstpersönlichen Bereich 

zuzuordnen ist. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist die Veröffentlichung von 

solchen Aufnahmen ohne Weiteres geeignet, den Ruf einer Person bzw. einer 

jungen Frau zu beeinträchtigen und das Opfer zu demütigen, weshalb das 

angedrohte Übel vergleichsweise schwer wiegt (Urk. 78 S. 35). Das Vorgehen des 

Beschuldigten ist daher auch in Anbetracht des jungen Alters der Privatklägerin als 

skrupellos und perfid zu bezeichnen. Das vom Beschuldigten abgenötigte Verhal-

ten bestand gemäss dem im Berufungsverfahren unbestritten gebliebenen Sach-

- 31 -

verhalt darin, die Privatklägerin zu einem Treffen nach E._____ zu bewegen, was 

als vergleichsweise geringe Einwirkung einzustufen ist. Insgesamt ist das objektive 

Tatverschulden als noch leicht einzustufen.

3.2.2. Subjektiv handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz. Andere als egois-

tische Beweggründe sind nicht ersichtlich. Die Tat erfolgte aus nichtigem Anlass. 

Vor Vorinstanz gab der Beschuldigte diesbezüglich an, er habe damit erreichen 

wollen, dass die Privatklägerin ihre Differenzen mit ihrem Exfreund, einem Kollegen 

von ihm, bereinige (Prot. I S. 9 f.). Wie bereits dargelegt, ergibt sich aus den Akten, 

dass beim Beschuldigten eine organische psychische Störung und eine Minderin-

telligenz mit einhergehenden Verhaltensstörungen vorliegen. Die unreife und 

dissoziale Verhaltensbereitschaft und die egozentrische Umsetzung eigener 

Interessen und Bedürfnisse auch unter Inkaufnahme der Verletzung sozialer und 

gesetzlicher Normen seien Zeichen davon (Ziff. III.3.1.2). Es kann daher nicht 

ausgeschlossen werden, dass es dem Beschuldigten verglichen mit einer Person 

ohne entsprechenden Hintergrund in der vorliegenden Situation schwerer fiel, von 

der Delinquenz Abstand zu halten. Die objektive Tatschwere wird durch das 

subjektive Verschulden somit leicht relativiert. Als angemessen erweist sich eine 

Einsatzstrafe von 240 Strafeinheiten.

3.2.3. Beim vollendeten Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB handelt es sich 

um eine verschuldensunabhängige Tatkomponente. Sie ist bei der Gesamtein-

schätzung des Verschuldens nicht einzubeziehen, hat sich aber im Sinne einer 

Reduzierung der grundsätzlich verschuldensangemessenen Strafe auszuwirken. 

Das Mass dieser Minderung hängt u.a. von der Nähe des tatbestandsmässigen 

Erfolgs und von den tatsächlichen Folgen der Tat ab. Die Reduktion der Strafe wird 

umso geringer sein, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je schwerwiegen-

der die tatsächlichen Folgen der Tat waren (BGE 121 IV 49 E. 1b; MATHYS, Leit-

faden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N 119, 185 und 298 ff.). Vorliegend ist mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschuldigte alles unternommen hat, was zum 

Taterfolg notwendig war. Dass seine Androhung nicht die gewünschte Wirkung er-

zielte und sich die Privatklägerin nicht auf ein Treffen einliess, sondern vielmehr die 

Polizei benachrichtigte, lag ausserhalb seines Einflussbereiches (Urk. 78 S. 35). 

Die Tat war aber noch relativ weit von ihrer Vollendung entfernt. Zudem ist der 

- 32 -

Vorinstanz darin zu folgen, dass bei der Privatklägerin keine bleibenden psychi-

schen Beeinträchtigungen zu erwarten sind (Urk. 78 S. 35 und 51). Angesichts 

dieser Umstände erweist sich für die versuchte Nötigung eine Einzelstrafe von 

180 Strafeinheiten als angemessen.

3.2.4. Der Beschuldigte ist sowohl in Bezug auf Sexualdelikte als auch Delikte 

gegen die Freiheit vorbestraft (Urk. 93). Er wurde in der Vergangenheit bereits 

mehrmals zu Geldstrafen verurteilt, was ihn indes nicht davon abhielt, noch 

während der Probezeit erneut in ähnlicher Art und Weise zu delinquieren. Selbst 

die von ihm im letzten Verfahren erlittene Untersuchungshaft von immerhin über 

zwei Monaten vermochte keine Änderung in seinem Verhalten zu bewirken. 

Angesichts dieser Umstände erscheint die erneute Ausfällung einer Geldstrafe 

nicht geeignet, um genügend präventiv auf den Beschuldigten einzuwirken. Es ist 

daher auch für die versuchte Nötigung eine Freiheitsstrafe auszufällen. In Anwen-

dung des Asperationsprinzips erweist sich eine Erhöhung um 4 Monate als ange-

messen.

3.3. Versuchte sexuelle Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt (Dos-

sier 1)

3.3.1. Gemäss erstelltem Sachverhalt bot der Beschuldigte der minderjährigen 

Geschädigten Fr. 10'000.– an, wenn sie mit ihm Geschlechtsverkehr habe. Bei der 

Geschädigten handelte es sich um eine Jugendliche von fast 16 Jahren und nicht 

mehr um ein kleines Kind. Von der Altersgrenze von 18 Jahren, ab der Prostitution 

in der Schweiz erlaubt ist, war sie aber noch einige Jahre entfernt. Zum Beschul-

digten bestand zudem ein Altersgefälle von 12 Jahren. Wie die Vorinstanz zutref-

fend erwog, ging der Beschuldigte nicht besonders raffiniert vor. Es war nicht so, 

dass er subtil und geschickt auf die Geschädigte einwirkte, um sich allmählich ihr 

Vertrauen zu erschleichen. Vielmehr erfolgte die Kontaktaufnahme zur Geschädig-

ten in Form einer banalen und eher plumpen Anfrage per Chat-Nachricht (Urk. 78 

S. 37). Der Beschuldigte handelte aber zielgerichtet und verfolgte sein Vorhaben 

mit Nachdruck weiter. Der zwischen den Beteiligten vereinbarte Geschlechtsver-

kehr ist im Vergleich zu anderen ebenfalls unter den Tatbestand von Art. 196 StGB 

fallenden sexuellen Handlungen im oberen Bereich anzusiedeln. Weiter bestehen 

- 33 -

keine Anhaltspunkte dafür, dass die Geschädigte bereits früher sexuelle Handlun-

gen gegen Geld vorgenommen hätte, was die Gefährdung ihrer sexuellen Integrität 

vergleichsweise erhöht. Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass der Beschuldigte 

weder bereit noch finanziell in der Lage war, der Geschädigten für die sexuellen 

Handlungen ein Entgelt zu leisten. Ähnlich wie in Dossier 4 weisen seine Handlun-

gen somit auch ein Täuschungselement auf, was erschwerend zu gewichtigen ist. 

Insgesamt ist das objektive Tatverschulden als nicht mehr leicht einzustufen.

3.3.2. Der Beschuldigte wusste, dass die Geschädigte minderjährig war. Gemäss 

eigenen Aussagen ging er davon aus, dass sie 16 Jahre alt ist. Mit der Vorinstanz 

ist von egoistischen Beweggründen auszugehen (Urk. 78 S. 38). Angesichts der 

beim Beschuldigten vorliegenden psychischen Problematik ist zu seinen Gunsten 

anzunehmen, dass es ihm im Vergleich zu einer Person ohne entsprechenden 

Hintergrund schwerer fiel, von der Delinquenz Abstand zu halten, was sich leicht 

verschuldensmindernd auswirkt. Beim subjektiven Tatverschulden ist weiter zu 

berücksichtigen, dass es beim unvollendeten Versuch blieb. Ausgangspunkt für die 

Frage, in welchem Umfang das Verschulden wegen des Abbruchs der Tataus-

führung gemindert wird, ist die Nähe zum Deliktserfolg. Eine wichtige Rolle spielen 

auch die tatsächlichen Folgen der Tat. Die Reduktion der Strafe wird umso geringer 

sein, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je schwerwiegender die tatsäch-

lichen Folgen der Tat waren (MATHYS, a.a.O., N 185 und 189; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 6B_587/2015 vom 6. April 2016 E. 1.3.3; BGE 121 IV 49 E. 1b). In 

Bezug auf die Höhe der Strafreduktion ist vorliegend massgeblich, dass der 

Beschuldigte die Tat erst abbrach, nachdem er die Geschädigte bereits getroffen 

und sich mit ihr ins Hotelzimmer begeben hatte. Die Tatausführung war damit schon 

sehr weit fortgeschritten und die Geschädigte nicht mehr bloss virtuell, sondern 

auch physisch betroffen. Für den Tatabbruch entscheidend waren äussere Gege-

benheiten, wie der Umstand, dass die Geschädigte damals keine Identitätskarte 

bei sich trug und ihre Periode hatte. Entgegen dem im Berufungsverfahren von der 

Verteidigung vorgebrachten Argument, ist der Beschuldigte demnach nicht aus 

freien Stücken von seinem Tatvorhaben zurückgetreten (vgl. Urk. 95 S. 4). 

Vielmehr sind der Beschuldigte und die Geschädigte aufgrund äusserer Umstände 

gemeinsam zum Entschluss gelangt, keinen Sex haben zu wollen. Dass es letztlich 

- 34 -

nicht zu den geplanten sexuellen Handlungen kam, lässt sein Verschulden insge-

samt aber dennoch in einem milderen Licht erscheinen. Insgesamt ist von einem 

eher leichten Verschulden auszugehen und die Einsatzstrafe auf 240 Strafein-

heiten festzusetzen.

3.3.3. Der untaugliche Versuch zeichnet sich wie der vollendete Versuch dadurch 

aus, dass er vom Verschulden unabhängig ist. Beim vollendeten Versuch hängt 

das Mass der zulässigen Reduktion von der Nähe des tatbestandsmässigen 

Erfolgs und den tatsächlichen Folgen der Tat ab. Dieselben Kriterien gelten grund-

sätzlich auch für den untauglichen Versuch. Für die Strafzumessung kommt es 

entscheidend auf den Grund an, weswegen der Versuch untauglich ist. Nachdem 

sich die Strafe in erster Linie nach dem Verschulden richtet, darf sich die Ergebnis-

losigkeit der Tat nur unwesentlich auswirken. Andererseits ist nicht zu verkennen, 

dass der Unrechtsgehalt der Tat sich in höherem Masse reduziert, wenn das 

geschützte Rechtsgut durch das Vorgehen des Täters nicht in Gefahr geraten kann 

(MATHYS, a.a.O., N 298 ff.). Der Unrechtsgehalt der vom Beschuldigten verübten 

Straftat wird durch das Vorliegen eines untauglichen Versuchs nicht erheblich 

gemindert. Bei der Geschädigten handelte es sich tatsächlich um eine minderj-

ährige Person, die vom Tatbestand von Art. 196 StGB vor sexueller Ausbeutung 

und dem Abgleiten in die Prostitution geschützt werden soll. Ein untauglicher 

Versuch liegt vor, da zu Gunsten des Beschuldigten nicht ausgeschlossen werden 

kann, dass sich die Geschädigte nicht allein wegen des Geldes, sondern auch aus 

anderen Gründen auf die sexuellen Handlungen mit ihm eingelassen hat. Der Grad 

der Untauglichkeit erweist sich daher als verhältnismässig gering, weshalb lediglich 

eine leichte Strafreduktion auf 180 Strafeinheiten vorzunehmen ist.

3.3.4. In Bezug auf das strafrechtliche Vorleben des Beschuldigten kann auf die 

oben stehenden Erwägungen verwiesen werden (Ziff. III.3.2.4). Nachdem der 

Beschuldigte in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Geldstrafen verurteilt 

wurde, ohne dass ihn dies von weiterer einschlägiger Delinquenz abgehalten hätte, 

erweist es sich nicht als zweckmässig, ihn wegen der versuchten sexuellen Hand-

lungen mit Minderjährigen gegen Entgelt erneut mit einer Geldstrafe zu bestrafen. 

Vielmehr ist eine Freiheitsstrafe auszufällen. In Anwendung des Asperationsprin-

zips erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 4 Monate als angezeigt. 

- 35 -

4. Täterkomponente

4.1. Der Beschuldigte wurde im Jahr 1993 geboren und ist zusammen mit einem 

älteren Bruder in M._____ im Kanton Thurgau aufgewachsen. Gemäss seinen Aus-

sagen im Vorverfahren wuchs er in sehr guten Verhältnissen auf. Er habe ein 

schöne Kindheit und Jugend gehabt. Der Beschuldigte besuchte die Primar- und 

Realschule und fing danach eine Lehre als Kaminfeger an, die er abbrechen 

musste. Aufgrund psychischer Probleme bezieht der Beschuldigte seit mehreren 

Jahren eine IV-Rente. In der Vergangenheit arbeitete er gemäss seinen Angaben 

in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 30. November 2021 in mehreren 

geschützten Werkstätten. Um die Finanzen des Beschuldigten kümmert sich seine 

Beiständin. Seinen Angaben zufolge hat er kein Vermögen und keine Schulden. 

Der Beschuldigte ist ledig und zweifacher Vater. Sein Sohn ist sechsjährig und lebt 

gemäss Angaben des Beschuldigten vor Vorinstanz in einer Pflegefamilie. Zu 

seiner Tochter hat der Beschuldigte keinen Kontakt. Vor Vorinstanz gab er an, sie 

noch nie gesehen zu haben. Soweit er wisse, heisse sie N._____ und müsse nun 

drei Jahre alt sein (Dossier 1 Urk. 3/1 S. 4; Dossier 1 Urk. 3/8 S. 6 f.; Dossier 1 

Urk. 12/5 S. 2 ff.; Prot. I S. 19 ff.). An der Berufungsverhandlung aktualisierte er, 

dass er seit über einem Jahr in einer festen Partnerschaft lebe und auch eine ei-

gene Wohnung habe, in welcher er mit seiner Partnerin wohne. Zum Sohn habe er 

weiterhin regelmässigen Kontakt, zur Tochter aber nicht. Ab August 2024 könne er 

voraussichtlich eine Stelle in einem 70 % Pensum auf dem zweiten Arbeitsmarkt 

antreten. Er werde bei einem Wohnheim in O._____ tätig sein (Urk. 94 S. 2 ff.).

Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten lassen 

sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten. Die bei ihm vorliegende 

psychische Problematik wurde bereits im Rahmen des Tatverschuldens berück-

sichtigt, weshalb sie sich im Rahmen der Täterkomponente nicht zusätzlich 

strafmindernd auswirkt (vgl. dazu auch MATHYS, a.a.O., N 386).

4.2. Der Beschuldigte war im Tatzeitpunkt bereits mehrfach vorbestraft (Urk. 93). 

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 16. März 2015 wurde er 

wegen Drohung und Missbrauchs einer Fernmeldeanlage mit einer bedingten 

Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie Fr. 600.– Busse bestraft. Nur 

- 36 -

rund ein Jahr nach dieser Verurteilung delinquierte der Beschuldigte erneut. Mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 11. Januar 2017 wurde er we-

gen mehrfacher versuchter sexueller Handlungen mit Kindern zu einer bedingten 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– und Fr. 600.– Busse verurteilt. Auf den 

Widerruf der mit Strafbefehl vom 16. März 2015 bedingt ausgefällten Geldstrafe 

wurde verzichtet und die Probezeit um 1 Jahr verlängert. Wenige Monate nach Er-

gehen dieses Strafbefehls wurde der Beschuldigte abermals rückfällig. Er wurde 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 18. Februar 2019 wegen 

mehrfacher, teilweise versuchter, sexueller Handlungen mit Minderjährigen gegen 

Entgelt mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten bestraft. Dem Beschul-

digten wurde die Weisung erteilt, sich dem Therapieprogramm C._____ (Sexual-

therapie) beim Institut D._____ zu unterziehen und sich beim EPD E._____ ambu-

lant psychiatrisch behandeln zu lassen. Für die Dauer der Probezeit wurde Bewäh-

rungshilfe angeordnet. Die Vorstrafen des Beschuldigten sind in Bezug auf die vor-

liegend zu beurteilende Delinquenz nicht nur einschlägig. Sie betreffen teilweise 

auch identisches Verhalten, nämlich das Anschreiben von minderjährigen Mädchen 

zwecks Vornahme von sexuellen Handlungen. Entgegen der Vorinstanz ist auch 

die mit Urteil vom 16. März 2015 ergangene Verurteilung wegen Drohung einschlä-

gig, handelt es sich doch hierbei wie bei der Nötigung in Dossier 2 um ein Delikt 

gegen die Freiheit. Die bisher verhängten Sanktionen vermochten beim 

Beschuldigten offensichtlich keine Wirkung zu erzielen. Vielmehr wurde er wieder-

holt während laufender Probezeit rückfällig. Selbst von der im letzten Verfahren 

ausgesprochenen Freiheitsstrafe von sechs Monaten liess sich der Beschuldigte 

nicht beeindrucken und von weiterer einschlägiger Delinquenz abhalten. Daran 

vermochte auch die in jenem Verfahren erlittene Untersuchungshaft von immerhin 

rund zwei Monaten, von der grundsätzlich eine Warnwirkung hätte ausgehen 

müssen, nichts zu ändern. Mit seiner erneuten Delinquenz bringt der Beschuldigte 

zum Ausdruck, dass er weder aus den bisher ergangenen Verurteilungen noch aus 

dem erstandenen Freiheitsentzug etwas gelernt hat. Selbst die im letzten Verfahren 

angeordnete Bewährungshilfe und erteilten Weisungen hatten keine nachhaltige 

Wirkung. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschuldigte erstmals anfangs 

September 2021 zu den vorliegenden Anklagevorwürfen einvernommen wurde. Er 

- 37 -

wurde erst zu diesem Zeitpunkt formell über die gegen ihn erhobenen Vorwürfen 

informiert. Entgegen der Vorinstanz kann ihm daher nicht angelastet werden, dass 

er in Kenntnis der gegen ihn laufenden Strafuntersuchung weiter delinquiert hat. 

Dies ändert aber nichts daran, dass sein Verhalten von erheblicher Unbelehrbarkeit 

und Uneinsichtigkeit zeugt. Im Ergebnis sind die mehrfachen einschlägigen Vor-

strafen und die Delinquenz während laufenden Probezeiten deutlich straferhöhend 

zu gewichten. Es rechtfertigt sich hierfür ein Zuschlag von 9 Monaten.

4.3. In Bezug auf das Nachtatverhalten ist festzuhalten, dass sich der Beschul-

digte hinsichtlich der Dossiers 1, 2 und 4, in denen Verurteilungen ergehen, in 

tatsächlicher Hinsicht bereits im Vorverfahren geständig zeigte. Ein grundsätzliches 

Bestreiten der Anklagevorwürfe wäre angesichts der vorhandenen Beweismittel, 

insbesondere in Anbetracht der Auszüge der elektronischen Kommunikation, wenig 

aussichtsreich gewesen. Dies ändert aber nichts daran, dass die Geständnisse des 

Beschuldigten zu einer Vereinfachung des Verfahrens beitrugen. Vor Vorinstanz 

zeigte der Beschuldigte zudem Einsicht und entschuldigte sich für sein Verhalten 

gegenüber F._____ und B._____ (Prot. I S. 35). Im Ergebnis ist das Nachtatverhal-

ten mit der Vorinstanz daher leicht strafmindernd zu berücksichtigen. Die Strafe ist 

aufgrund des Nachtatverhaltens um 4 Monate zu reduzieren.

5. Fazit

Gesamthaft wirkt sich die Täterkomponente merklich straferhöhend aus. Die Strafe 

ist insgesamt um 5 Monate zu erhöhen. Als angemessen erweist sich demnach 

eine Freiheitsstrafe von 23 Monaten.

6. Widerruf

6.1. Nach Art. 46 Abs. 1 StGB widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den 

bedingten Teil der Strafe, wenn der Verurteilte während der Probezeit ein Verbre-

chen oder Vergehen begeht und deshalb zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten 

verüben wird. Sind die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, so bildet das 

Gericht in sinngemässer Anwendung von Artikel 49 StGB eine Gesamtstrafe. Die 

Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei Strafen gleicher Art möglich; ungleichartige 

- 38 -

Strafen sind kumulativ zu verhängen (BGE 145 IV 146 E. 2.1 ff.). Bei der Gesamts-

trafenbildung nach Art. 46 Abs. 1 StGB ist auf die zu Art. 62a Abs. 2 und Art. 89 

Abs. 6 StGB entwickelte Methodik zurückzugreifen. Das Gericht hat demnach 

methodisch von derjenigen Strafe als "Einsatzstrafe" auszugehen, die es für die 

während der Probezeit neu verübte Straftat nach den Strafzumessungsgrund-

sätzen von Art. 47 ff. StGB ausfällt. Anschliessend ist diese mit Blick auf die zu 

widerrufende Vorstrafe angemessen zu erhöhen. Daraus ergibt sich die Gesamts-

trafe. Bilden die "Einsatzstrafe" für die neu zu beurteilenden Probezeitdelikte und 

die Vorstrafe ihrerseits Gesamtstrafen, kann das Gericht der bereits im Rahmen 

der jeweiligen Gesamtstrafenbildung erfolgten Asperation durch eine gemässigte 

Berücksichtigung bei der Gesamtstrafenbildung Rechnung tragen (BGE 145 IV 146 

E. 2.4.2). Gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB darf der Widerruf nicht mehr angeordnet 

werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergangen sind. Mass-

gebend für die Einhaltung der Frist ist das Urteil der Berufungsinstanz, soweit es 

das erstinstanzliche Urteil auch betreffend den Widerruf ersetzt (Art. 408 StPO; 

BGE 143 IV 441 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_114/2013 vom 1. Juli 2013 

E. 7).

6.2. Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass der Beschuldigte die vorliegend 

zu beurteilenden Delikte während der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuz-

lingen vom 18. Februar 2019 angeordneten Probezeit begangen hat. Weiter ist ihr 

darin zu folgen, dass die Tathandlungen gemäss Dossier 1 (versuchte sexuelle 

Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt) während der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 11. Januar 2017 angeordneten Probezeit 

erfolgten (Urk. 78 S. 30). Die Vorinstanz ging beim Beschuldigten von einer nega-

tiven Prognose aus und ordnete den Widerruf der mit Strafbefehlen vom 11. Januar 

2017 und 18. Februar 2019 bedingt ausgesprochenen Strafen an (Urk. 78 S. 30 f.). 

Dieser Entscheid ist im Berufungsverfahren unangefochten geblieben und in Bezug 

auf die mit Strafbefehl vom 18. Februar 2019 bedingt ausgesprochene Freiheits-

strafe von 6 Monaten zu bestätigen. In Bezug auf die Legalprognose kann auf unten 

stehende Erwägungen verwiesen werden (Ziff. III.7). Da die widerrufene und die 

neu auszufällende Strafe gleichartig sind, ist eine Gesamtstrafe zu bilden (Art. 46 

Abs. 1 StGB). Wie erwähnt, erweist sich für die im vorliegenden Verfahren zu 

- 39 -

beurteilenden Straftaten eine Freiheitsstrafe von 23 Monaten als angemessen. In 

Anwendung des Asperationsprinzips ist diese Strafe unter Berücksichtigung der 

nunmehr zu vollziehenden Strafe von 6 Monaten um 4 Monate zu erhöhen. Der 

Beschuldigte ist daher mit einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten als Gesamtstrafe 

zu bestrafen. Der Anrechnung der im vorliegenden Verfahren erstandenen Haft von 

462 Tagen (Dossier 1 Urk. 10/4; Urk. 60) an die Strafe steht nichts entgegen 

(Art. 51 StGB). Ebenfalls anzurechnen sind die 68 Tage Haft, die der Beschuldigte 

im Verfahren vor der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen erstanden hat (Urk. 93; 

Dossier 1 Urk. 12/9).

6.3. Anders als vor Vorinstanz, kann im Berufungsverfahren infolge Zeitablaufs 

kein Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 

11. Januar 2017 gewährten bedingten Strafvollzugs erfolgen. Seit Ablauf der vier-

jährigen Probezeit am 11. Januar 2021 sind bereits mehr als drei Jahre vergangen. 

Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 

11. Januar 2017 ausgefällten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– ist daher 

nicht zu widerrufen.

7. Vollzug

Bei einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten sind die objektiven Voraussetzungen für 

die Gewährung des teilbedingten Vollzugs erfüllt (Art. 43 Abs. 1 StGB). Die mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 18. Februar 2019 erfolgte Ver-

urteilung des Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten ändert nichts 

an der Vermutung der günstigen Prognose, nachdem besonders günstige 

Umstände erst bei einer Vorstrafe von mehr als sechs Monaten vorausgesetzt wer-

den (Art. 42 Abs. 2 StGB). Zu berücksichtigen ist indes, dass von der Vorinstanz 

rechtskräftig eine ambulante Massnahme angeordnet wurde. Das Bundesgericht 

entschied bereits wiederholt, dass die Anordnung einer stationären oder ambulan-

ten Massnahme zugleich eine ungünstige Prognose bedeutet und den bedingten 

oder teilbedingten Aufschub einer gleichzeitig ausgefällten Strafe ausschliesst 

(BGE 135 IV 180 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_334/2021 vom 9. Dezember 

2022 E. 5; BSK Strafrecht-SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., N 25 zu Art. 42; BSK Straf-

recht-HEER, a.a.O., N 118 zu Art. 59). Ein teilbedingter Vollzug nach Art. 43 StGB 

- 40 -

kommt bereits aus diesem Grund nicht in Frage. Unabhängig davon ist angesichts 

des strafrechtlichen Vorlebens des Beschuldigten in Bezug auf mögliche künftige 

Delinquenz von einer schlechten Prognose auszugehen. Wie erwähnt, hat der 

Beschuldigte bereits drei Vorstrafen erwirkt. Von den in der Vergangenheit ergan-

genen Verurteilungen und ausgesprochenen Strafen wäre ein nachhaltiger 

Warneffekt zu erwarten gewesen. Der Beschuldigte liess sich davon aber nicht 

weiter beeindrucken und wurde mehrfach rückfällig. In Anbetracht der fortwähren-

den einschlägigen Delinquenz des Beschuldigten und seiner Resistenz betreffend 

die Warnwirkung aufgeschobener Strafen bestehen erhebliche Bedenken hinsicht-

lich seiner künftigen Bewährung. Diese Befürchtung wird dadurch verstärkt, dass 

die aktuelle Delinquenz nicht nur einschlägig ist, sondern wie bereits dargelegt 

demselben Verhaltensmuster wie die früheren Straftaten entspricht. Die im letzten 

Verfahren im Form einer Weisung angeordnete therapeutische Behandlung, die de-

liktsorientiert und -präventiv ausgerichtet war, und die Betreuung durch die 

Bewährungshilfe vermochten die neuen Delikte nicht zu verhindern. Das Verhalten 

des Beschuldigten lässt keinen anderen Schluss zu, als dass sämtliche bisher 

ausgefällten Strafen ihn offenbar unbeeindruckt gelassen und zu keiner Einsicht 

geführt haben. Selbst die im letzten Strafverfahren erlittene Untersuchungshaft 

konnte ihn nicht von weiterer Delinquenz abhalten. Seit der Tatbegehung haben 

sich hinsichtlich seiner persönlichen und beruflichen Verhältnisse keine derart 

gewichtigen stabilisierenden Faktoren ergeben, die eine andere Einschätzung 

nahelegen würden. Der Beschuldigte lebt zwar sei über einem Jahr mit einer Part-

nerin in einer festen Beziehung und wohnt mit dieser auch in einer eigenen 

Wohnung (Urk. 94 S. 2). Dies lässt die schlechte Prognose angesichts der geschil-

derten Umstände aber keineswegs entfallen, zumal die guten familiären Kontakte 

des Beschuldigten ihn in der Vergangenheit auch nicht von der dargelegten Delin-

quenz abhalten konnten. Auch die von der Vorinstanz als Ersatzmassnahme im 

Sinne von Art. 237 StPO angeordnete therapeutische Behandlung vermag daran 

nichts zu ändern. Gemäss Abschlussbericht des Instituts D._____ vom 19. Januar 

2024 zeigte sich der Beschuldigte im Rahmen des zweiten Behandlungssettings 

grundsätzlich zuverlässig und verantwortungsvoll. Dennoch sei es ihm über weite 

Strecken nicht gelungen, diese Verhaltensweisen in seine alltägliche Lebensge-

- 41 -

staltung zu transferieren (Urk. 92/2 S. 2 und 4 f.). Die Therapie bei einem von den 

Bewährungs- und Vollzugsdiensten beauftragten forensischen Therapeuten wurde 

anfangs Juli 2023 abgebrochen. Am 23. Januar 2024 übernahm der PPD die 

Ersatzmassnahme (Urk. 91). Aus der therapeutischen Stellungnahme vom 

18. April 2024 ergibt sich, dass von den geplanten acht Sitzungen lediglich drei 

stattfinden konnten. Von den übrigen fünf Sitzungen habe sich der Beschuldigte 

wegen angeblicher Krankheit bzw. Notfällen in der Familie abgemeldet. Bis anhin 

habe daher lediglich mit der Anamnese begonnen und die psychiatrische Vorge-

schichte erhoben werden können (Urk. 92/1). Vor diesem Hintergrund kann nicht 

davon ausgegangen werden, dass beim Beschuldigten bereits erhebliche Thera-

pieerfolge erzielt werden konnten, die eine andere Beurteilung des Rückfallrisikos 

rechtfertigen würden. Hätte die Zeit, die der Beschuldigte während des aktuellen 

Verfahrens in Haft verbrachte, ihn nachhaltig beeindruckt, wäre zudem zu erwarten 

gewesen, dass er bei der als Ersatzmassnahme anstelle von Haft angeordneten 

therapeutischen Behandlung konsequenter und motivierter mitgewirkt hätte, 

musste er doch andernfalls befürchten, wieder in Sicherheitshaft versetzt zu 

werden (vgl. dazu Urk. 71). Mit der Vorinstanz ist insgesamt von einer schlechten 

Prognose auszugehen und die Freiheitsstrafe von 27 Monaten zu vollziehen.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens

1.1. Nach Art. 426 Abs. 1 StPO hat die beschuldigte Person die Verfahrenskosten 

zu tragen, wenn sie verurteilt wird. Die Verlegung der Kosten richtet sich nach dem 

Grundsatz, wonach die Kosten trägt, wer sie verursacht hat. Erforderlich ist ein ad-

äquater Kausalzusammenhang zwischen dem zur Verurteilung führenden 

strafbaren Verhalten und den durch die Abklärung entstandenen Kosten. Wird die 

beschuldigte Person nur teilweise schuldig gesprochen, so sind ihr die Verfahrens-

kosten anteilsmässig aufzuerlegen. Es hat eine quotenmässige Aufteilung zu erfol-

gen. Soweit allerdings die der beschuldigten Person zur Last gelegten Handlungen 

in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle Untersuchungshand-

lungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts notwendig waren, können ihr die gesam-

- 42 -

ten Kosten des Untersuchungsverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens 

auferlegt werden. Bei einem einheitlichen Sachverhaltskomplex ist vom Grundsatz 

der vollständigen Kostenauflage mithin nur abzuweichen, wenn die Strafuntersu-

chung im freisprechenden Punkt zu Mehrkosten geführt hat. Für die Kostenauflage 

gemäss Art. 426 StPO ist nicht die rechtliche Würdigung und die Anzahl der ange-

klagten Tatbestände, sondern der zur Anklage gebrachte Sachverhalt massgebend 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 13. Oktober 2023 E. 3.2.2 mit 

Hinweisen).

1.2. Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz vom Vorwurf der versuchten 

sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt zum Nachteil von B._____ 

(Dossier 4) freigesprochen. Weiter nahm die Vorinstanz in Dossier 2 eine von der 

Anklage abweichende rechtliche Würdigung vor. Beide Entscheide wirken sich 

nicht auf die Kostenregelung aus. Wie erwähnt, ist für die Kostenauflage der zur 

Anklage gebrachte Sachverhalt und nicht die rechtliche Würdigung massgebend. 

Die Anklagevorwürfe gemäss Dossier 4 bilden zudem einen einheitlichen Sachver-

haltskomplex, wobei für den Vorwurf, von welchem ein Freispruch erfolgte, keine 

selbständigen Untersuchungshandlungen vorgenommen wurden. Bei der Rege-

lung der Kosten des Vorverfahrens und erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens ist 

demgegenüber zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte im Berufungsverfahren 

von den Vorwürfen gemäss Dossiers 3, 5 und 6 der Anklage freigesprochen wird. 

Dabei handelt es sich um Sachverhaltskomplexe, die sich von den übrigen Ankla-

gevorwürfen klar abgrenzen lassen und separat untersucht wurden, wobei die Un-

tersuchung nicht besonders aufwändig war. Im vorinstanzlichen Gerichtsverfahren 

kam diesen Punkten ebenfalls eine untergeordnete Bedeutung zu. Vor diesem Hin-

tergrund erweist es sich als sachgerecht, dem Beschuldigten die Kosten für das 

Vorverfahren und erstinstanzliche Gerichtsverfahren, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung und unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, zu drei 

Vierteln aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ist gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Um-

fang von drei Vierteln vorzubehalten. Der Entscheid der Vorinstanz betreffend die 

- 43 -

Auflage der Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin ist bereits in 

Rechtskraft erwachsen (vorinstanzliche Dispositivziffer 17).

2. Kosten des Berufungsverfahrens

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 3'600.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 GebV 

OG). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind ausgewiesen und erscheinen 

angemessen (Urk. 96/1-2), weshalb eine Entschädigung in der beantragten Höhe 

auszurichten ist. Die Vertreterin der Privatklägerin hat im Berufungsverfahren keine 

Aufwendungen geltend gemacht und solche sind auch nicht ersichtlich.

2.2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft 

obsiegt mit ihrem Antrag auf Erhöhung der vorinstanzlichen Strafe, wenn auch nicht 

im beantragten Umfang. Der Beschuldigte obsiegt teilweise mit seinem Antrag auf 

Freispruch von den Vorwürfen der versuchten sexuellen Handlungen mit Minder-

jährigen gegen Entgelt und demjenigen auf Anpassung der vorinstanzlichen 

Kostenverlegung. Im Übrigen unterliegt er mit seinen Anträgen. Ausgangsgemäss 

sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen 

Verteidigung, dem Beschuldigten zu einem Drittel aufzuerlegen und im Übrigen auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflic