# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb850c9f-6dc4-574a-84be-0305162c827d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-06-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.06.2017 E-3225/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3225-2016_2017-06-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3225/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  J u n i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;   

Gerichtsschreiberin Lara Ragonesi. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

Advokatur Kanonengasse,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Asyl  

(ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 14. April 2016 / N (…). 

 

 

 

E-3225/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist eritreischer Staatsangehöriger und hatte seinen 

letzten ordentlichen Wohnsitz in B._______ (Zoba Gash Barka, Subzoba 

Shamboku). Eigenen Angaben zufolge verliess er sein Heimatland im Au-

gust 2013 in Richtung Sudan, wo er sich bis auf weiteres – unter anderem 

im Camp C._______ – aufhielt. Er sei dann nach Tripolis weitergereist und 

anschliessend über das Mittelmeer nach Italien gelangt. Dort sei er mit dem 

Flugzeug an einen ihm unbekannten Ort gebracht worden. Von Mailand 

aus sei er schliesslich am 12. Juli 2014 in die Schweiz eingereist. Am da-

rauffolgenden Tag stellte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

D._______ (EVZ) ein Asylgesuch. Am 22. Juli 2014 erfolgte die Befragung 

zur Person (BzP). Die ausführliche Anhörung zu den Asylgründen fand am 

13. April 2016 statt. 

B.  

Der Beschwerdeführer machte im Rahmen der BzP und der ausführlichen 

Anhörung im Wesentlichen geltend, im Jahr 2010 beziehungsweise 2011 

habe er ein militärisches Aufgebot erhalten und sei 48 Stunden in Haft ge-

nommen worden, wo er für drei Stunden gefesselt worden sei. Nach seiner 

Freilassung habe man ihm mitgeteilt, dass er sich in fünfzehn Tagen zum 

Militärdienst einzufinden habe. Dieser Aufforderung sei er jedoch nicht 

nachgekommen. Da man ihn nicht habe finden können, sei seine Mutter 

inhaftiert und nach einer Zahlung von 5‘000 Nafka wieder freigelassen wor-

den. Nachdem er sich über längere Zeit abwechslungsweise in E._______ 

und B._______ aufgehalten habe, sei er schliesslich ausgereist. 

C.  

Mit Verfügung vom 14. April 2016 – eröffnet am 21. April 2016 – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. 

Aufgrund der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea 

schob es den Vollzug der Wegweisung zu Gunsten einer vorläufigen Auf-

nahme auf. 

D.  

Mit Eingabe vom 23. Mai 2016 focht der Beschwerdeführer die Verfügung 

des SEM vom 14. April 2016 durch seinen Rechtsvertreter beim Bundes-

verwaltungsgericht an. Er beantragte in der Hauptsache die Aufhebung der 

Dispositivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung sowie die Feststel-

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lung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Eventua-

liter sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die 

vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um die Beiordnung des rubri-

zierten Rechtsvertreters als unentgeltlichen Rechtsbeistand. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. Juli 2016 wies die zuständige Instruktions-

richterin die Anträge auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG (inkl. Verzicht der Erhebung eines Kos-

tenvorschusses) sowie auf Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands 

im Sinne von Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG nach einer summarischen Prü-

fung der Akten mit entsprechender Begründung ab und forderte den Be-

schwerdeführer auf, bis am 25. Juli 2016 einen Kostenvorschuss von 

Fr. 600.– zu bezahlen. 

Der Kostenvorschuss wurde am 20. Juli 2016 fristgerecht bezahlt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist, unter Vorbehalt von Erwägung 5, einzutreten (Art. 108 Abs. 1 

AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde im Asylbereich kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten 

Richterin beziehungsweise eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) 

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ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behan-

deln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken.  

3.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung 

oder Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete 

Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhal-

tung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). 

3.3 Beruft sich eine Person darauf, dass durch ihre illegale Ausreise (sog. 

Republikflucht) oder durch ihr Verhalten nach der Ausreise aus dem Hei-

mat- oder Herkunftsstaat (insbesondere durch politische Exilaktivitäten) 

eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, hat sie begründeten 

Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat- oder Her-

kunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit vom fraglichen Umstand er-

fahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrecht-

lich relevanter Weise verfolgt würde (Urteil des BVGer E-5232/2015 vom 

3. Februar 2015 E. 5.3).  

 

Durch Republikflucht zum Flüchtling wird demzufolge, wer sich aufgrund 

der unerlaubten Ausreise mit Sanktionen seines Heimatstaates konfrontiert 

sieht, die bezüglich ihrer Art, ihres Ausmasses und der politischen Motiva-

tion des Staates ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen 

(CARONI/GRASDORF-MEYER/OTT/SCHEIBER, Migrationsrecht, 3. Aufl. 2014, 

S. 239, 241). Solch subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss 

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Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss-

bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden 

Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft 

machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 

2009/28 E. 7.1 m.w.H.).  

3.4 Das Bundesverwaltungsgericht ging in seiner bisherigen Rechtspre-

chung davon aus, dass eine illegale Ausreise aus Eritrea als subjektiver 

Nachfluchtgrund anzusehen war, weil illegal Ausgereiste bei einer Rück-

kehr nach Eritrea mit erheblichen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

rechnen mussten (vgl. Urteil des BVGer D-3892/2008 vom 6. April 2010 

E. 5.3.3).  

Diese Rechtsprechung wurde jüngst aufgegeben. Das Bundesverwal-

tungsgericht kam im Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Refe-

renzurteil publiziert) nach einer eingehenden quellengestützten Lageana-

lyse (E. 4.6-4.11) zum Schluss, dass die bisherige Praxis, wonach eine il-

legale Ausreise per se zur Flüchtlingseigenschaft führte, nicht mehr auf-

rechterhalten werden könne (E. 5.1). Es sei nicht mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer 

illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe (a.a.O.). 

Nicht asylrelevant sei auch die Möglichkeit, dass jemand nach der Rück-

kehr in den Nationaldienst eingezogen werde; ob eine drohende Einzie-

hung in den Nationaldienst unter dem Blickwinkel von Art. 3 EMRK und Art. 

4 EMRK relevant sein könnte, betreffe die Frage der Zulässigkeit bzw. Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (a.a.O.). Für die Begründung der 

Flüchtlingseigenschaft im eritreischen Kontext bedürfe es neben der illega-

len Ausreise zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche zu einer Verschär-

fung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Ver-

folgungsgefahr führen könnten (E. 5.2).  

3.5 Eine asylsuchende Person muss diese zusätzlichen Anknüpfungs-

punkte ebenso wie ihre Vorfluchtgründe nachweisen oder zumindest 

glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die Flücht-

lingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7 Abs. 2 AsylG). Unglaubhaft sind 

insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet 

oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder 

massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt wer-

den (Art. 7 Abs. 3 AsylG). Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz 

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zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt Raum für ge-

wisse Einwände und Zweifel. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die 

Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. 

Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Für die Glaubhaft-

machung reicht es nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 

ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie-

gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1). 

3.6 Die Vorinstanz begründet ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass 

es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, seine Asylvorbringen glaub-

haft zu machen – weder in Bezug auf die geltend gemachten Vorflucht-

gründe (militärisches Aufgebot und Haft) noch hinsichtlich der illega-

len Ausreise.  

 

Die Aussagen des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Schulzeit und 

des angeblich erhaltenen Aufgebots für den Militärdienst sowie über den 

Zeitpunkt der geltend gemachten Haft seien widersprüchlich. Zudem seien 

die diesbezüglichen Schilderungen ohne Substanz und würden jeglicher 

Logik entbehren, so habe er die Umstände seiner Festnahme und der Haft-

zeit weder anschaulich noch nachvollziehbar schildern können. Es sei zu-

dem realitätsfremd, dass er sich noch mehrere Jahre in E._______ sowie 

in B._______ aufgehalten haben wolle, obwohl er doch täglich zu Hause 

gesucht worden sein solle. Dass die eritreischen Behörden ihn zudem täg-

lich gesucht hätten, sei unglaubhaft. Auch die Schilderung der illegalen 

Ausreise in den Sudan sei hinsichtlich der Reiseroute und Reisemittel wi-

dersprüchlich ausgefallen. So sei es dem Beschwerdeführer nicht gelun-

gen, die behauptete illegale Ausreise glaubhaft darzulegen, weshalb davon 

ausgegangen werde, dass dieser seinen Heimatstaat auf andere Art und 

Weise oder zu einem anderen Zeitpunkt verlassen habe.  

3.7 Der Beschwerdeführer wendet hiergegen ein, die Vorinstanz habe den 

herabgesetzten Beweisanforderungen gemäss Art. 7 AsylG nicht hinrei-

chend Rechnung getragen. Ihre Erkenntnis, wonach seine Aussagen in 

den wesentlichen Punkten unglaubhaft seien, würde auf einer zu restrikti-

ven Handhabung der Beweisregel von Art. 7 AsylG gründen. Zudem seien 

seine Vorbringen nicht oder nur in unwesentlichen Punkten widersprüch-

lich, was auf ein Missverständnis zwischen ihm und dem Befrager zurück-

zuführen sei. Wie aus dem Protokoll der Anhörung zudem ersichtlich sei, 

sei es ihm offensichtlich schwer gefallen, über die erlebte Inhaftierung zu 

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sprechen. Seine Gesten sowie die Problematik, über traumatisierende Er-

eignisse zu sprechen, seien klar als Realkennzeichen für das tatsächlich 

Erlebte zu deuten. Schliesslich sei der Widerspruch in Bezug auf den Such-

rhythmus auf einen Übersetzungsfehler zurückzuführen, da in Tigrinya so-

wohl für täglich, als auch für regelmässig dasselbe Wort verwendet werde. 

Er habe eigentlich zu Protokoll gegeben, dass er regelmässig gesucht wor-

den sei. Weil der Dolmetscher das Wort bei der Rückübersetzung wieder 

im eigentlich gemeinten Sinn (regelmässig) vorgelesen habe, sei die Un-

gereimtheit nicht aufgefallen. Seine Schilderungen seien somit als glaub-

haft einzustufen. Der Beschwerdeführer habe nachweisen können, dass er 

wegen Nichtleistens des Wehrdienstes zwei Tage inhaftiert worden sei und 

dass er nach seiner Entlassung untergetaucht sei, illegal ausgereist sei und 

sich somit seiner Militärdienstpflicht entzogen habe. Auch die illegale Aus-

reise aus Eritrea sei nach der konstanten Rechtsprechung des Bundesver-

waltungsgerichts flüchtlingsrelevant. 

3.8 Diese Einwände verfangen nicht. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

ist auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen. Ergän-

zend weist das Gericht auf Folgendes hin:  

3.8.1 Der Vorhalt des Beschwerdeführers, wonach es hinsichtlich des 

Schulabbruchs beziehungsweise des militärischen Aufgebots zu einem 

Missverständnis gekommen sein soll, geht fehl. Der Beschwerdeführer 

äusserte sich diesbezüglich mehrfach widersprüchlich. So gab er anläss-

lich der BzP zu Protokoll, dass er gezwungen gewesen sei, mit der Schule 

aufzuhören. Aufgrund der Schulabwesenheit habe man ihn im Jahr 2011 

sodann festgenommen und ihm mitgeteilt, dass er in den Militärdienst ein-

treten müsse (Akten des Asylverfahrens A 6/13, 7.01). Diese Aussage wi-

derspricht den späteren Aussagen während der Anhörung, wo er zunächst 

angab, die Aufforderung Mitte 2010 erhalten, dieser aber nicht Folge ge-

leistet zu haben (Akten des Asylverfahrens A 22/20, F 12 f.), später aber zu 

Protokoll gab, die Aufforderung sei ihm im Januar 2010 überbracht worden 

und er sei direkt mitgenommen und inhaftiert worden (Akten des Asylver-

fahrens A 22/20, F 80 ff.). Bei diesen unterschiedlichen Aussagen handelt 

es sich mithin um schwerwiegende Widersprüche, welche die wesentlichen 

Asylvorbringen des Beschwerdeführers betreffen und daher auch zu sei-

nen Lasten ausgelegt werden dürfen.  

3.8.2 Betreffend die geltend gemachte Inhaftierung stellte die Vorinstanz 

zutreffend fest, dass der Beschwerdeführer diese äusserst oberflächlich 

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schilderte. Aus dem Befragungsprotokoll sind sodann keine Hinweise er-

sichtlich, welche für eine Traumatisierung des Beschwerdeführers spre-

chen würden. So hat er die diesbezüglichen Fragen klar (wenn auch sehr 

oberflächlich) beantwortet und zunächst auch gesagt, er könne – abgese-

hen von der Tatsache, dass er 24 Stunden allein in einer Zelle inhaftiert 

gewesen sei – nichts über die Haft berichten. Die Ausführungen des Be-

schwerdeführers vermitteln sodann nicht den Eindruck eines persönlichen 

Erlebnisses. Schliesslich machte auch die anwesende Hilfswerksvertre-

tung keine diesbezüglichen Anmerkungen.  

3.8.3 Dass – wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht – hinsichtlich 

der Worte täglich und regelmässig ein Übersetzungsfehler vorliegt, ist nach 

Durchsicht des Anhörungsprotokolls als unwahrscheinlich und nachge-

schoben zu betrachten, zumal dem Beschwerdeführer betreffend den 

Suchrhythmus mehrere Fragen gestellt wurden und er jeweils nicht nur mit 

regelmässig oder täglich antwortete. Letztlich kann diese Frage jedoch of-

fen gelassen werden, da sie nichts am Beweisergebnis zu ändern vermag. 

3.8.4 Aufgrund der oben dargelegten Praxisänderung (E. 3.4) kann auch 

die Frage der Glaubhaftigkeit der illegalen Ausreise vorliegend offen gelas-

sen werden. Gemäss aktueller Praxis des Gerichts kann allein aufgrund 

einer illegalen Ausreise keine begründete Furcht vor asylrechtlich beacht-

licher Verfolgung angenommen werden (ausführlich dazu Urteil 

D- 7898/2015 E. 4.6-5.1). Nachdem der Beschwerdeführer neben der ille-

galen Ausreise keine zusätzlichen Anknüpfungspunkte für eine Verschär-

fung seines Profils glaubhaft machen konnte, ist vorliegend nicht von einer 

flüchtlingsrechtlich beachtlichen Verfolgung auszugehen. 

3.9 Wie die Vorinstanz kommt das Gericht deshalb im Ergebnis zum 

Schluss, dass der Beschwerdeführer keine Verfolgung glaubhaft darzule-

gen vermochte und die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt. Bei dieser Sach-

lage ist auch nicht weiter auf das Vorbringen einzugehen, die Vorinstanz 

habe im Zusammenhang mit dem Schulabbruch ihre Abklärungspflicht ver-

letzt, zumal dem Beschwerdeführer diesbezüglich mehrfach Gelegenheit 

geboten wurde, seine Erlebnisse zu schildern. Schliesslich wurde auch das 

Befragungsprotokoll nach der Rückübersetzung von ihm unterzeichnet und 

somit als richtig befunden. Sein Asylgesuch wurde von der Vorinstanz da-

her zu Recht abgelehnt. 

 

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4.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz. Der 

Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die 

Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. 

BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

5.  

Die von der Vorinstanz wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs verfügte vor-

läufige Aufnahme bleibt dadurch unberührt. Da die Wegweisungsvollzugs-

hindernisse alternativer Natur sind (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748), be-

steht – anders als in der Beschwerde vorgebracht – kein schutzwürdiges 

Interesse an der Überprüfung, aus welchen Gründen die Vorinstanz den 

Vollzug aufgeschoben hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). Auf das Begehren 

des Beschwerdeführers, die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs 

festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu gewähren, ist daher mangels 

Rechtsschutzinteresse nicht einzutreten. 

 

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1– 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der am 

20. Juli 2016 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Lara Ragonesi