# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d91277e7-1b06-50a4-95e1-2e51f84c2b64
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.03.2016 SB130408
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130408_2016-03-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB130408-O/U/ad-cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, und lic. iur. Ruggli, die 

Oberrichterin Dr. Janssen und der Gerichtsschreiber lic. iur. Höfliger  

 

Urteil vom 3. März 2016 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft See/Oberland,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache Schändung 

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 28. Mai 2013 

(DG130006) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 19. Februar 2013 

(Urk. 47) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Schändung im Sinne von 

Art. 191 StGB. 

2. Vom Vorwurf des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von 

Art. 179septies StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 58 Ta-

ge durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 

Jahre festgesetzt. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 5'000.– zuzüglich 

5 % Zins seit 1. Juli 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

6. Die Schadenersatzforderungen der Privatklägerin werden auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'740.–   Kosten der Kantonspolizei Zürich 
Fr. 2'000.–   Gebühr für das Vorverfahren 

-   3   - 

 
Fr. 404.25   Auslagen für das Vorverfahren (ohne amtl. Verteidigung) 

 Fr. 17'429.40   amtliche Verteidigung 

Fr. 10'636.80   unentgeltliche Verbeiständung PK 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, exklusive 

der Kosten für die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Vertretung 

der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt.  

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Verbeistän-

dung der Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:  

(Urk. 102 S.1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Schändung frei zu 

sprechen;  

2. Auf die Zivilforderungen der Geschädigten sei nicht einzutreten; 

3. Dem Beschuldigten sei aus der Staatskasse Schadenersatz in Höhe 

von CHF 15'099.65 zuzusprechen und es sei ihm für die unrechtmäs-

sige Haft eine Genugtuung von CHF 14'500.– zu entrichten. 

4. Die Verfahrenskosten, inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung seien 

auf die Staatskasse zu nehmen.  

-   4   - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft See/Oberland:  

(Urk. 91, schriftlich) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

_________________________________ 

 

Erwägungen: 

I.  Verfahren 

 1.  Das Bezirksgericht Hinwil sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 

28. Mai 2013 der mehrfachen Schändung im Sinne von Art. 191 StGB schuldig 

und bestrafte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten; vom Vor-

wurf des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB 

sprach es ihn frei (Urk. 84). Ebenfalls freigesprochen hat es den Beschuldigten im 

Zusammenhang mit den Vorwürfen der sexuellen Übergriffe im dritten und im 

fünften der sieben diesbezüglichen Sachverhaltspunkte der Anklage, wobei dies 

lediglich in den Erwägungen des Urteils (Urk. 84, Ziffern III.5.7.3 und III.5.7.4) und 

nicht auch im Dispositiv zum Ausdruck gebracht wurde.  

 Gegen das Urteil meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 30. Mai 2013 

Berufung an (Urk. 68). Fristgerecht folgte am 20. September 2013 seine Beru-

fungserklärung (Urk. 86). Demnach ficht der Beschuldigte seine Verurteilung we-

gen mehrfacher Schändung an und beantragt einen Freispruch von Schuld und 

Strafe. Er verlangt zudem eine Genugtuung für die erlittene Haft und eine Ent-

schädigung des ihm als Folge des Strafverfahrens entstandenen finanziellen 

Schadens. Des Weiteren beantragt er, dass auf die Zivilforderung der Geschädig-

-   5   - 

ten nicht einzutreten sei und dass die Verfahrens- und Verteidigungskosten auf 

die Staatskasse genommen werden. 

 Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die Ergreifung eines Rechtsmittels 

und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 91). Die Privat-

klägerin stellte den Antrag, dem urteilenden Gericht habe eine Person gleichen 

Geschlechts anzugehören und die Privatklägerin sei für den Fall ihrer Befragung 

von einer Person gleichen Geschlechts einzuvernehmen (Urk. 90). Auf ein 

Rechtsmittel verzichtete sie.  

 Damit sind die Teilfreisprüche der Vorinstanz und die Kostenaufstellung in 

ihrem Urteil unangefochten geblieben und folglich in Rechtskraft erwachsen, was 

vorab festzustellen ist.  

 2.  Am 21. März 2014 fand die Berufungsverhandlung statt (Prot. II S. 4-18). 

Der Verteidiger des Beschuldigten machte geltend, dass aufgrund der geistigen 

Behinderung der Privatklägerin nicht feststehe, ob sie überhaupt in der Lage ge-

wesen sei, tatsächlich Erlebtes richtig wiederzugeben. Trotz Notwendigkeit sei 

diesbezüglich von der Vorinstanz kein Gutachten eingeholt worden und der Sach-

verhalt könne deshalb nicht bewiesen werden (Urk. 102 S. 5 f.).  

 Auch dem Berufungsgericht war nicht verschlossen geblieben, dass das 

Kinderspital Zürich bei der Privatklägerin in den 1990er-Jahren eine kognitive 

Entwicklungsverzögerung, eine gemischte zerebrale Bewegungsstörung sowie 

Kleinwuchs und Mikrocephalie festgestellt hatte (vgl. Urk. 33/2/2). Auch ist bei der 

Abklärung ihres IV-Leistungsanspruchs im Jahre 2006 eine schwere geistige Be-

hinderung, Verdacht auf Dysmorphiesyndrom und angeborene cerebrale Bewe-

gungsstörung diagnostiziert worden (vgl. Urk. 35, Dokument 53713199, S. 3). Es 

stellte sich somit die Frage, ob die Privatklägerin bei diesem Entwicklungs- und 

Geisteszustand die Fähigkeit besitze bzw. besass, sachgerecht Wahrnehmungen 

zu machen, diese zu verarbeiten und wiederzugeben.  

 Die Vorinstanz hatte noch erwogen, dass die kognitiven Fähigkeiten der Pri-

vatklägerin aufgrund ihrer geistigen Behinderung zwar als relativ stark einge-

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schränkt angesehen werden müssten, so dass gewisse Unstimmigkeiten und Un-

sicherheiten in ihren Aussagen und ihrem Aussageverhalten zugunsten des Be-

schuldigten zu würdigen seien. Die Aussagen der Privatklägerin seien aber 

durchaus von Relevanz und eine Begutachtung ihrer Aussagetüchtigkeit erschei-

ne vor diesem Hintergrund als "entbehrlich und nicht angebracht" (Urk. 84 S. 7 f.).  

 Die Berufungsinstanz vermochte sich dieser Auffassung nicht anzuschlies-

sen; vielmehr erachtete sie es als Sache einer medizinischen Fachperson (und 

nicht des Gerichts selber), die Frage nach der Aussagetüchtigkeit der Privatkläge-

rin zu beantworten. Folglich wurde im Anschluss an die Berufungsverhandlung 

beschlossen, über die Privatklägerin ein Glaubwürdigkeitsgutachten einzuholen. 

Damit betraut wurde Dr. med. B._____, ... an der Klinik für Forensische Psychiat-

rie in Rheinau (Beschluss vom 30. Mai 2014, Urk. 105; Gutachtensauftrag vom 

17. Juli 2014, Urk. 109). Wegen Schwierigkeiten beim Zustandekommen des Ex-

plorationsgesprächs mit der Privatklägerin verzögerte sich die Erstellung des Gut-

achtens (vgl. Urk. 114-116). Es wurde schliesslich unterm 17. Dezember 2015 

verfasst und ging am 22. Dezember 2015 beim Berufungsgericht ein (Urk. 118). 

Darin kommt der Gutachter zusammengefasst zum Schluss, dass erhebliche 

Zweifel an einer ausreichenden Aussagetüchtigkeit der Privatklägerin bestehen 

würden.  

 3.  Die Parteien hatten sich am Schluss der Berufungsverhandlung vom 

21. März 2014 damit einverstanden erklärt, dass das Verfahren schriftlich fortge-

führt werde (Prot. II S. 18). So wurde ihnen mit Präsidialverfügung vom 12. Januar 

2016 Frist zur Stellungnahme zum Gutachten angesetzt (Urk. 119). Der Verteidi-

ger nahm mit Eingabe vom 1. Februar 2016 zum Gutachten Stellung und erneuer-

te seine anlässlich der Berufungsverhandlung gestellten Anträge (Urk. 122). Die 

Staatsanwaltschaft bzw. die Vertreterin der Privatklägerschaft verzichteten aus-

drücklich (Urk. 121) bzw. konkludent auf eine Stellungnahme. Damit ist der Fall 

spruchreif.  

-   7   - 

II.  Beweislage und Entscheid im Schuldpunkt 

 Die Anklage basiert ganz wesentlich auf den Aussagen der Privatklägerin, 

wie sie diese am 16. August 2012 bei der Polizei und am 16. Oktober 2012 vor 

der Staatsanwaltschaft gemacht hat (Video in Urk. 3; Transskript in Urk. 26 sowie 

Video in Urk. 26 und 77).  

 In seinem Gutachten hielt Dr. med. B._____ zum geistigen Zustand der Pri-

vatklägerin fest, dass seit langem eine klinisch deutliche und durch Akten ausrei-

chend gesicherte geistige Behinderung bestehe, die am ehesten als leichtgradige 

intellektuelle Minderbegabung gefasst werden könne. Im Zusammenhang mit die-

ser Minderbegabung bestehe bei der Geschädigten eine deutliche Neigung, sich 

in ihrem Aussageverhalten durch spezifische äussere Faktoren beeinflussen zu 

lassen (Suggestibilität), was dazu führe, dass auf der Ebene der Aussagetüchtig-

keit erhebliche Zweifel angebracht seien. Auch in den professionell und relativ 

fürsorglich gestalteten Situationen der Befragungen durch eine geschulte Beamtin 

und erfahrene Staatsanwältin sei es nicht gelungen, diese suggestive Anfälligkeit 

der Geschädigten ausreichend zu überwinden (Urk. 118 S. 29). Mit Bezug auf die 

Kernfrage, ob die Privatklägerin die Fähigkeit besitze bzw. besessen habe, sach-

gerecht Wahrnehmungen zu machen, diese zu verarbeiten und wiederzugeben, 

lautete die zusammenfassende Antwort des Gutachters wie folgt (a.a.O. S. 30):  

"Frau C._____ besass zu aussagerelevanten Zeitpunkten die ausreichende 

Fähigkeit sachgerechte Wahrnehmungen zu machen und diese zu verarbei-

ten und zu speichern. Erhebliche Zweifel sind jedoch dahingehend gerecht-

fertigt, dass sie ausreichend in der Lage ist, Erinnerungen an solche Ereig-

nisse zu ermittlungsrelevanten Zeitpunkten unbeeinflusst von äusseren Fak-

toren adäquat und unverfälscht wiederzugeben. Es besteht gebunden an die 

intellektuelle Minderbegabung eine erhebliche interrogative Suggestibilität, 

die es unmöglich macht, ein von ihr prinzipiell geschildertes Ereignis detail-

liert zu rekonstruieren. Dieser Befund lässt erhebliche Zweifel dahingehend 

zu, dass Frau C._____ in der Lage ist, über ein möglicherweise erfolgtes 

Sexualdelikt gerichtsverwertbare Angaben zu machen." 

-   8   - 

 Und der Gutachter fügte an:  

"Da bei Frau C._____ erhebliche Zweifel an einer ausreichenden Aussage-

tüchtigkeit gerechtfertigt sind, erübrigt sich die Frage nach dem Wahrheits-

gehalt – der Glaubhaftigkeit – der Aussagen der Geschädigten."  

und  

"Wie am Anfang des Gutachtenteils Zusammenfassung und Beurteilung 

ausgeführt, sagt die Einschätzung, dass ein Zeuge aussageuntüchtig ist, 

nichts darüber, ob ein Ereignis stattgefunden hat oder nicht. Es sind jedoch 

aus forensisch-psychiatrischer Sicht erhebliche Zweifel dahingehend ge-

rechtfertigt, dass über die Aussage von Frau C._____, ein spezifischer Vor-

fall gerichtsrelevant substanziierbar ist." 

 Das Gutachten von Dr. med. B._____ ist mit Bezug auf die Sammlung von 

psychiatrisch relevanten Akteninformationen und auf die eigenen Erhebungen und 

Befunde wie auch hinsichtlich der Diagnose sorgfältig und detailliert ausgefallen. 

Auch die anschliessende Beurteilung inklusive der detaillierten Analyse des Aus-

sageverhaltens der Privatklägerin im Rahmen ihrer zwei Befragungen erweist sich 

als nachvollziehbar und überzeugend. Die Parteien machten ebenfalls keine Ein-

wendungen gegen das Gutachten und seine Schlussfolgerungen. Es besteht 

deshalb kein Grund, nicht darauf abzustellen.  

 Damit aber verliert die Anklage ihre wesentlichste Beweisgrundlage, die sich 

durch die verbleibenden Hilfstatsachen nicht ersetzen lässt. Zwar ist damit – wie 

bereits der Gutachter feststellte – nicht gesagt, ob die anklagerelevanten Ereig-

nisse stattgefunden haben oder nicht. Die Beweislosigkeit der Anklage führt je-

doch zwingend zu einem Freispruch.  

III.  Nebenfolgen des Freispruchs 

 1.  Aufgrund der Beweislosigkeit bezüglich der in der Anklage erhobenen 

Tatvorwürfe fehlt es auch an einer Grundlage für die Zivilansprüche der Privatklä-

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gerin. Ihre Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen sind deshalb abzuwei-

sen.  

 2.  Zufolge des Freispruchs, welcher die bereits vor Vorinstanz ergangenen 

Teilfreisprüche komplettiert, und aufgrund des Obsiegens des Beschuldigten in 

zweiter Instanz sind sämtliche Kosten der Untersuchung und beider Gerichtsver-

fahren – einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgelt-

lichen Verbeiständung der Privatklägerschaft – auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

 3.  Für die während 58 Tagen erlittene Haft ist der freigesprochene Beschul-

digte aus der Staatskasse zu entschädigen. Die Verteidigung beantragte eine 

Entschädigung von Fr. 250.– pro Hafttag. Die leichte Erhöhung gegenüber dem 

gerichtsüblichen Ansatz von Fr. 200.– pro Tag ist vorliegend gerechtfertigt, da die 

ersten Wochen und Monate einer Untersuchungshaft sowie auch die Art der vor-

liegend untersuchten Vorwürfe vom Betroffenen als besonders einschneidend 

empfunden worden sein müssen. Dass er durch die Haft und das Verfahren see-

lisch tief getroffen wurde, wird auch von dessen Therapeutin bestätigt (Urk. 66/1). 

Die Genugtuung ist deshalb wie beantragt auf insgesamt Fr. 14'500.– festzule-

gen.  

 4.  Der Beschuldigte verlangt des Weiteren den Ersatz des finanziellen 

Schadens, den er verfahrensbedingt erlitten hat. Es betrifft den Minderverdienst, 

welcher wegen zeitweiser verfahrensbedingter Arbeitslosigkeit resultierte. Nach 

Abzug der Entschädigung aus der Arbeitslosenversicherung belief sich der Ver-

dienstausfall des Beschuldigten gemäss Angaben seines Verteidigers auf 

Fr. 15'099.65 (vgl. Urk. 102 S. 10). Die Forderung ist substantiiert und belegt (Urk. 

66/2-3, 66/6-8, 101/1-3); sie erweist sich als ausgewiesen, weshalb dem Beschul-

digten der genannte Betrag aus der Staatskasse zu erstatten ist.  

Beschluss: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 28. Mai 

2013 hinsichtlich der Teilfreisprüche (Dispositivziffer 2 und Erwägungen Ziff. 

-   10   - 

5.7.3 und 5.7.4) und der Kostenaufstellung (Dispositivziffer 7) in Rechtskraft 

erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Urteil: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird auch im Übrigen freigesprochen.  

2. Die Zivilforderungen der Privatklägerin werden abgewiesen.  

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz; die weiteren Kos-

ten betragen: 

Fr. 6'481.65   amtliche Verteidigung 

Fr. 1'681.65   unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin  

Fr.  11'516.00   Gutachten  

 
4. Die Kosten der Untersuchung und beider Gerichtsinstanzen werden ein-

schliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Verbeiständung der Privatklägerin auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Dem Beschuldigte wird für die erlittene Haft aus der Staatskasse eine Ge-

nugtuung von Fr. 14'500.– bezahlt. 

6. Der Beschuldigte wird für den verfahrensbedingt erlittenen finanziellen 

Schaden aus der Staatskasse mit Fr. 15'099.65 entschädigt.  

7. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  

− die Privatklägerschaft  

-   11   - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit einer Kopie von Urk. 127 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials"  
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG)  

8. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 3. März 2016 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. Höfliger  
 

 
 

	Urteil vom 3. März 2016
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Schändung im Sinne von Art. 191 StGB.
	2. Vom Vorwurf des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 58 Tage durch Haft erstanden sind.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 1. Juli 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Die Schadenersatzforderungen der Privatklägerin werden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, exklusive der Kosten für die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Schändung frei zu sprechen;
	2. Auf die Zivilforderungen der Geschädigten sei nicht einzutreten;
	3. Dem Beschuldigten sei aus der Staatskasse Schadenersatz in Höhe von CHF 15'099.65 zuzusprechen und es sei ihm für die unrechtmässige Haft eine Genugtuung von CHF 14'500.– zu entrichten.
	4. Die Verfahrenskosten, inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahren
	II.  Beweislage und Entscheid im Schuldpunkt
	III.  Nebenfolgen des Freispruchs
	Beschluss:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 28. Mai 2013 hinsichtlich der Teilfreisprüche (Dispositivziffer 2 und Erwägungen Ziff. 5.7.3 und 5.7.4) und der Kostenaufstellung (Dispositivziffer 7) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Urteil:
	1. Der Beschuldigte A._____ wird auch im Übrigen freigesprochen.
	2. Die Zivilforderungen der Privatklägerin werden abgewiesen.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz; die weiteren Kosten betragen:
	4. Die Kosten der Untersuchung und beider Gerichtsinstanzen werden einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerin auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Dem Beschuldigte wird für die erlittene Haft aus der Staatskasse eine Genugtuung von Fr. 14'500.– bezahlt.
	6. Der Beschuldigte wird für den verfahrensbedingt erlittenen finanziellen Schaden aus der Staatskasse mit Fr. 15'099.65 entschädigt.
	7. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit einer Kopie von Urk. 127
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)

	8. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.