# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d45f42a8-f1fa-5240-941e-15011e375479
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-12
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 12.01.2023 S 2021 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-16_2023-01-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiber: MLaw Luca Bernasconi

U R T E I L vom 12. Januar 2023 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung 

in Sachen

A.________
vertreten durch RA lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2021 16

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Urteil S 2021 16

A. Der 1967 geborene Versicherte, A.________, meldete sich nach Anmeldungen 
vom Oktober 2007, August 2010 und Mai 2014 im September 2017 erneut bei der IV-
Stelle Zug zum Leistungsbezug an (IV-act. 1, 47, 91, 125). Die IV-Stelle tätigte in der 
Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen. Im August 2019 sprach sie dem 
Versicherten Arbeitsvermittlung und Abklärung der beruflichen Eingliederung zu (IV-act. 
178); die ursprünglich vom 4. November 2019 bis 3. Mai 2020 geplante berufliche 
Abklärung bei der C.________ wurde per 16. Februar 2020 abgebrochen, worauf die 
Eingliederung abgeschlossen wurde (IV-act. 190; 193-195). Gestützt auf die 
Stellungnahme des RAD vom 13. August 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten am 
25. August 2020 die Abweisung des Leistungsbegehrens (Rente) in Aussicht (IV-act. 208 
f.). Am 18. Dezember 2020 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden (BF-act. 1).

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 1. Februar 2021 liess der 
Beschwerdeführer die Aufhebung der Verfügung vom 18. Dezember 2020 und 
Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle zwecks Ergänzung des Sachverhaltes 
beantragen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der IV-Stelle. In 
prozessualer Hinsicht liess er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 
Verbeiständung beantragen (act. 1).

C. Mit Verfügung vom 22. März 2021 bewilligte das Verwaltungsgericht das 
beschwerdeführerische Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und bestellte dem 
Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren antragsgemäss einen unentgeltlichen 
Rechtsbeistand in der Person von RA lic. iur. B.________ (act. 6).

D. Mit Vernehmlassung vom 6. Mai 2021 beantragte die IV-Stelle die vollumfängliche 
Abweisung der Beschwerde (act. 7).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten, geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Am 1. Januar 2022 ist 
weiter das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung in Kraft getreten (IVG; 

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Urteil S 2021 16

SR 831.20; Weiterentwicklung der IV, Änderung vom 19. Juni 2020). Das 
Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt ab; in 
zeitlicher Hinsicht sind, vorbehältlich abweichender Übergangsbestimmungen, diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung hatten (vgl. etwa BGE 147 V 278 E. 2.1; 144 II 326 E. 2.1.1; 131 V 
9 E. 1; 129 V 354 E. 1, je mit Hinweisen). Die hier angefochtene Verfügung erging am 
18. Dezember 2020; die zu beurteilende Beschwerdewurde am 1. Februar 2021 der Post 
übergeben. Anwendbar sind nach Art. 82a ATSG die ab 1. Januar 2021 gültigen Normen 
des ATSG und die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Normen des IVG sowie der 
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [EG AHVIVG; BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG 
gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 18. Dezember 2020. In 
Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen 
Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 1. Februar 2021 der 
Post übergeben und ging am 3. Februar 2021 beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss 
Art. 60 Abs. 1 i.V.m. 38 Abs. 4 lit. c ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde 
somit gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der angefochtenen Verfügung direkt 
betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält einen Antrag und 
eine Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die 
Beschwerden einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 
der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente der 
Invalidenversicherung, die ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne 
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

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Urteil S 2021 16

ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente 
(Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 115 V 133 E. 2 mit Hinweisen).

3.4 Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn die 
Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchtet und die 
Schlussfolgerungen des Arztes begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). Der Arzt muss 
über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (BGer 9C_8/2011 vom 21. 
Februar 2011 E. 4.1.2 mit Hinweisen). Diesen Anforderungen genügende Berichte 
Regionaler Ärztlicher Dienste (RAD) können einen vergleichbaren Beweiswert haben wie 
ein Gutachten (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig 
sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich fest stehenden medizinischen Sachverhalts geht, 
mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt 

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Urteil S 2021 16

(BGer 8C_119/2012 vom 30. März 2012 E. 4). Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf 
Berichte und Stellungnahmen des RAD (BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1 mit 
Hinweisen). Bei der Würdigung von RAD-Stellungnahmen ist zu berücksichtigen, dass die 
Funktion derartiger interner Berichte darin besteht, aus medizinischer Sicht – 
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und 
Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den 
medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch 
gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu 
beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche 
Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus 
medizinischer Sicht (BGer 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen). 
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig 
oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu 
entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge 
Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4).  

4. In medizinischer und erwerblicher Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen 
Folgendes zu entnehmen: 

4.1 Der Beschwerdeführer war vom 7. Januar 2015 bis 31. August 2017 bei der 
D.________ AG als Fahrzeugreiniger angestellt; der Bruttomonatslohn betrug Fr. 4'383.–. 
Der letzte effektive Arbeitstag war der 27. März 2017 (IV-act. 133).

4.2 Doktor med. E.________, Facharzt für Psychiatrie, führte im Bericht an den 
Krankentaggeldversicherer vom 2. August 2017 als Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Erkrankung, aktuell mittelschwere bis 
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), auf. Weiter 
gab er an, dass regelmässig psychiatrische Konsultationen in Abständen von ca. zwei bis 
drei Wochen stattfänden. Er habe dem Patienten aufgrund der unregelmässigen 
Medikamenteneinnahme vorgeschlagen, in die Klinik F.________ einzutreten. Es gäbe 
keine andere, der Symptomatik angepasste Arbeitstätigkeit; seit dem 28. März 2017 (bis 
auf weiteres) sei der Patient am aktuellen Arbeitsplatz zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 
129/2 ff.).

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4.3 Vom 15. September 2017 bis 20. Januar 2018 war der Beschwerdeführer (zum 
zweiten Mal) in der Klinik F.________ hospitalisiert. Die Ärzte diagnostizierten eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 
Symptome (ICD-10 F33.2), und gingen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bis 31. 
Januar 2018 aus (IV-act. 138/1 ff.). 

4.4 RAD-Arzt G.________ führte in der Stellungnahme vom 19. Oktober 2017 aus, mit 
dem Bericht von Dr. E.________ sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen; er empfehle Eintreten und das Einholen der 
entsprechenden Berichte (IV-act. 130).

4.5 Doktor med. H.________, Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin, gab im 
Bericht vom 7. November 2017 an, in seiner Sprechstunde (seit 23. November 1998) 
seien ausser Bagatellbeschwerden keine für die IV relevanten Krankheiten besprochen 
bzw. behandelt worden (IV-act. 134/1 f.)

4.6 Vom 9. bis 16. März 2018 war der Beschwerdeführer (zum dritten Mal) in der 
Klinik F.________ hospitalisiert (Übertritt aus der offenen Akutstation). Bei suizidalen 
Gedanken aufgrund sozialer Belastungsfaktoren wurde die (psychiatrische) Diagnose 
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 
F33.1), gestellt und von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen 
(Weiterbeurteilung durch den Nachbehandler) (IV-act. 148/7 ff.). 

4.7 Im Bericht vom 25. März 2018 führte Dr. E.________ folgende Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:

- rezidivierende depressive Erkrankungen, aktuell mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F33.1)

- St.n. sehr komplizierter Unterarmfraktur links und seither stark reduzierter Bewegungseinschränkung 

und Belastbarkeit der betroffenen Extremität

- konsekutives Schmerzsyndrom

In der Anamnese führte Dr. E.________ im Wesentlichen Folgendes aus: Grundsätzlich 
herrsche beim Patienten eine schlechte Medikamenten-Compliance. Bereits im Mai 2008, 
als sich der Patient notfallmässig vorgestellt hatte, habe sich ein schweres depressives 
Zustandsbild gezeigt. Ende September 2010 sei sodann eine schleichende 
Verschlechterung eingetreten; Ende Juni 2011 habe sich die Stimmung des Patienten 
erneut deutlich eingetrübt. Nach dem Tod des Bruders 2013 sei das Leben des Patienten 
immer mehr aus dem Ruder gelaufen; im April 2014 habe er einen Suizidversuch 

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unternommen, worauf er drei Monate in der Klinik F.________ verbracht habe (IV-act. 98). 
Zwischen 2014 und 2017 hätten keine Konsultationen stattgefunden. 

Aufgrund des bisherigen Verlaufs ging Dr. E.________ von einer eher ungünstigen 
Prognose aus. Von einer konsequenten psychiatrischen Behandlung versprach er sich 
aber einen Anstieg der Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Behandlung der 
Depression. Seit 28. März 2017 ging er von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (IV-act. 
142).

4.8 In der Stellungnahme vom 22. Juni 2018 schloss RAD-Arzt G.________, von einer 
dauerhaften Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes könne aus 
versicherungspsychiatrischer Sicht nicht ausgegangen werden. In der Behandlung zeige 
sich der Versicherte unzuverlässig, nicht krankheitseinsichtig (Kokainkonsum), und mit 
fehlender Compliance. Eine dauerhaft die Arbeitsfähigkeit als Werkstatt-Mitarbeiter 
einschränkende psychische Störung im IV-relevanten Sinne liege nicht vor. Die als 
rezidivierende depressive Störung beschriebene Symptomatik müsse vielmehr als 
depressiver Verstimmungszustand/Anpassungsstörung im Rahmen der psychosozialen 
Belastungsfaktoren (zuletzt räumliche Trennung von Ehepartner aufgrund Eheproblematik) 
angesehen werden. Welchen Einfluss eine zuletzt nachgewiesene Drogenproblematik 
(Kokain) spiele, sei unklar. Eine Unterstützung durch die IV könne er nicht empfehlen. 
Voraussetzung für eine nochmalige Prüfung wäre der Nachweis einer kontinuierlichen 
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit mind. zwei Konsultationen pro 
Monat, regelmässiger Blutspiegelkontrollen und einer vollständigen Abstinenz von 
illegalen Drogen; alles über einen Zeitraum von mind. sechs bis acht Monaten (IV-act. 
149).

4.9 Vom 28. Oktober bis 17. Dezember 2018 war der Beschwerdeführer im Nachgang 
zu einer ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung aufgrund akuter 
Suizidgedanken zum vierten Mal in der Klinik F.________ hospitalisiert. Bei der Diagnose 
einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) gingen die Behandler von einer 
100%igen Arbeitsunfähigkeit (Weiterbeurteilung durch den Nachbehandler) aus (IV-
act. 173/5 ff.).

4.10 Im Bericht vom 12. Februar 2019 stellte Dr. E.________ (weiterhin) die Diagnose 
einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelschwere Episode (ICD-10 F33.2). 
Vom 29. März bis 27. Oktober 2018 sei es zu insgesamt acht Konsultationen gekommen; 

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vom 28. Oktober bis 17. Dezember 2018 sei der Patient in der Klinik F.________ 
hospitalisiert gewesen, wovon er [Dr. E.________] per Zufall erfahren habe; nach der 
Entlassung habe sich der Patient erstmals am 17. Januar 2019 gemeldet, da er eine 
Fortsetzung der Krankschreibung benötigt habe. Die Arbeitsunfähigkeit sei bis heute und 
bis auf Weiteres bei 100 %, was auch die Klinik F.________ so beurteile. Der Patient sei 
in den vergangenen Jahren insgesamt vier Mal über längere Zeiträume psychiatrisch 
hospitalisiert gewesen. In dieser Zeit sei er u.a. mindestens zwei Mal auf der spezifischen 
Depressionsabteilung der Klinik F.________ gewesen, die sich vor allem durch ein 
psychotherapeutisches Behandlungsprogramm auszeichne. Im letzten Austrittsbericht sei 
der Patient als leidend und gleichzeitig fordernd beschrieben worden bei gleichzeitig 
insgesamt wenig Eigeninitiative. Im Grunde genommen erlebe er [Dr. E.________] den 
Patienten ähnlich, es sei bei bestehender Arbeitslosigkeit, massiven finanziellen 
Problemen und Partnerproblemen schwierig, so etwas wie eine konstruktive Perspektive 
zu erarbeiten (IV-act. 162).

4.11 Vom 26. April bis 18. Juni 2019 war der Beschwerdeführer zum fünften Mal in der 
Klinik F.________ hospitalisiert; dem Aufenthalt war abermals eine ärztlich angeordnete 
fürsorgerische Unterbringung nach Suizidversuch (mittels Tablettenintoxikation und 
Alkoholintoxikation) vorausgegangen. Bei der Diagnose einer rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), 
wurde von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen (Bericht vom 10. Juli 2019; IV-
act. 173/1 ff.).

4.12 In der Stellungnahme vom 24. Juni 2019 stellte RAD-Arzt I.________, Facharzt 
Psychiatrie und Psychotherapie, fest, die Abstinenzauflagen seien erfüllt. Unter 
nachgewiesener Abstinenz habe sich eine depressive Störung bestätigt, welche die 
Arbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Beginn der 
Arbeitsunfähigkeitsattestierung durch Dr. E.________ ab 28. März 2017 beeinträchtige 
und auch weiterhin beeinträchtigen werde. Insofern sei der Versicherte künftig auf 
Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung durch die IV-Stelle angewiesen. 
Grundsätzlich müsse man bei der zuletzt von Dr. E.________ dokumentierten Diagnose 
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode im Sinne 
von ICD-10 F33.1, von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgehen (IV-act. 170).

4.13 Seit 20. März 2019 war der Beschwerdeführer einmal pro Woche in Behandlung 
bei Dr. med. J.________, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie. Dieser sah bei 

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rezidivierenden depressiven Episoden bei chronifizierter depressiver Grundstimmung, St. 
n. mehreren Suizidversuchen, mittelfristig eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit leicht 
verminderter Leistung/Zeiteinheit als realistisch an, jedoch nicht ohne "Aufbautraining" in 
geschütztem Rahmen (Bericht vom 18. Juli 2019; IV-act. 174/2 ff.).

4.14 RAD-Arzt I.________ bestätigte am 26. Juli 2019 auf Grundlage der Neuakten die 
Einschätzung vom 24. Juni 2019, forderte angesichts der Alkoholintoxikation vor der 
fürsorgerischen Unterbringung im April 2019 jedoch den Nachweis der 
Suchtmittelabstinenz vor Inangriffnahme einer beruflichen Massnahme (IV-act. 175).

4.15 Eine ursprünglich von 4. November 2019 bis 3. Mai 2020 geplante berufliche 
Abklärung bei der C.________ (IV-act. 190) wurde per 16. Februar 2020 abgebrochen (IV-
act. 193 f.). Dem Bericht der C.________ vom 18. Februar 2020 ist zu entnehmen, dass 
eine Steigerung des Arbeitspensums von 50 auf 60 % per 16. Dezember 2019 vollzogen 
wurde. Der Versicherte habe sich damit schwer getan und die Erhöhung habe immer 
wieder Diskussionen ausgelöst. Per Mitte Januar 2020 sei die Präsenzzeit auf Wunsch 
des Versicherten auf 7 bis 12 Uhr verlegt worden. Der Versicherte habe angegeben, dass 
er am Nachmittag Ruhe und Zeit brauche, sich zu erholen. Die neue Arbeitszeitregelung 
habe nur bedingt geklappt, da er am Morgen mehrmals zu spät zur Arbeit erschienen sei. 
Auf eine weitere Steigerung des Pensums, wie vorgesehen, habe sich der Versicherte 
nicht eingelassen. Er habe mitgeteilt, dass sein Arzt ihm gesagt habe, er müsse nicht 
steigern. Das Arbeitsverhalten sowie die Arbeitsleistung wurden (sehr) positiv bewertet. Zu 
den persönlichen Kompetenzen wurde was folgt angegeben: die Arbeitsmotivation war 
nicht erkenn- oder spürbar; Pensumssteigerungen waren schwierig und der Versicherte 
schien nicht gewillt, diese gemäss dem Eingliederungsplan umzusetzen; wir konnten uns 
nicht auf die Pünktlichkeit verlassen; bei Krankheit meldete er sich nicht korrekt ab; er hielt 
sich nicht an Pausenregelungen und machte vermehrt Rauchpausen; er konnte sich gut 
konzentrieren; teilweise war er nicht gewillt, alle anfallenden Arbeiten auszuführen, erst 
nach gewissen Diskussionen erledigte er diese; das Einhalten der Regeln war für ihn 
schwierig und er liess sich ungerne etwas sagen; er ordnete sich nicht gerne unter, was zu 
Diskussionen führte. Die sozialen Kompetenzen wurden folgendermassen beschrieben: 
der Versicherte hat sich im Team integriert; er zeigte sich nicht kooperativ und die 
Zusammenarbeit war schwierig. Zusammenfassend wurde festgehalten, trotz guter 
Arbeitsleistungen habe sich die Zusammenarbeit schwierig gestaltet. Der Versicherte habe 
vermehrt gesagt, dass er diese Integrationsmassnahme machen müsse; seine mangelnde 
Motivation sei spürbar gewesen. Öfters habe er geäussert, dass er etwas probieren 

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werde, bei der Umsetzung habe er resigniert und gesagt, dass er es doch nicht probieren 
könne. Die Steigerung des Arbeitspensums von 50 auf 60 % habe er nicht konstant 
umsetzen können, es sei immer wieder zu Diskussionen sowie Krankheitsabsenzen und 
Verspätungen gekommen. Das Einhalten der Regeln sei für den Versicherten schwierig 
gewesen und er habe sich nicht konstant an die Rahmenbedingungen sowie 
Betriebsvorschriften halten können. Daher sei die Integrationsmassnahme vorzeitig 
abgebrochen worden (IV-act. 194). Unter den genannten Umständen wurde eine 
Eingliederung zum aktuellen Zeitpunkt als nicht möglich erachtet (IV-act. 195/8).

4.16 Vom 26. Februar bis 18. März 2020 war der Beschwerdeführer erneut in der Klinik 
F.________ hospitalisiert: Er sei freiwillig aufgrund der Exazerbation der depressiven 
Symptomatik bei chronischer depressiver Verstimmung zur Stabilisierung auf die 
Akutstation K.________ eingetreten. Bei Eintritt habe er berichtet, dass er mit der ihm 
auferlegten Arbeitsmassnahme der IV und deren Vorgabe an ein Stellenpensum von 70 % 
überfordert gewesen sei. Zusammenfassend wurde festgehalten, es handle sich um die 
freiwillige 7. Hospitalisation in der Klinik F.________ aufgrund zunehmender psychischer 
Dekompensation vor dem Hintergrund psychosozialer Belastungsfaktoren bei seit 2014 
bestehender chronisch depressiver Verstimmung mit Energielosigkeit, Schlafstörungen 
und Grübeln. Im stationären Setting habe sich der Patient rasch deutlich entlastet und 
stimmungsaufgeheitert gezeigt sowie in regem Kontakt mit Mitpatienten, weshalb die 
Kriterien für eine leichte oder mittelgradige Episode einer rezidivierenden depressiven 
Störung gegenwärtig nicht erfüllt seien und am ehesten von einer anhaltenden Depression 
im Sinne einer Dysthymia mit einzelnen abgrenzbaren depressiven Episoden nach akuter 
Belastung ausgegangen werde (Bericht vom 25. März 2020; IV-act. 201).

4.17 Doktor J.________ gab im Verlaufsbericht vom 17. März 2020 an, der 
Gesundheitszustand seit dem 19. Juli 2019 habe sich bei unveränderter Diagnose 
verschlechtert. Die Arbeitsbelastung über 50 % hinaus in der Integrationsmassnahme 
habe zu einer Zunahme der Symptome und dem Abbruch der Massnahme geführt. Am 
Anfang der Integrationsmassnahme sei der Patient noch stabil gewesen, mit der 
Belastungszunahme sei er zunehmend erschöpft, depressiv und hoffnungslos, auch 
unzufrieden und dysphorisch geworden; die psychosoziale Situation habe sich 
verschlechtert. Es sei eine erneute stationäre Stabilisation nötig. Die Prognose sei 
mittelfristig wenig günstig. Zur Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft führte Dr. 
J.________ aus, die Integrationsmassnahme sei seines Erachtens insofern nicht 
gescheitert, als sich ergeben habe, dass der Patient ein 50%iges Pensum recht gut habe 

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bewältigen können und erst bei höheren Anforderungen dekompensiert habe. Der Patient 
habe sich stets von Drogenkonsum distanziert; aus therapeutischer Sicht sei eine 
Überwachung der Drogen-Abstinenz nicht indiziert und entsprechende Auflagen gebe es 
seines Wissens nicht. Mittelfristig erscheine ihm bei ca. 50%iger Präsenzzeit und nur leicht 
herabgesetzter Leistung, bei geeigneter Stelle, eine 40–50%ige Arbeitsleistung möglich 
(IV-act. 198).
4.18 In der Stellungnahme vom 13. August 2020 führte RAD-Arzt I.________ im 
Rahmen der versicherungspsychiatrischen Beurteilung aus, in der durchgeführten 
beruflichen Eingliederungsmassnahme habe sich hauptsächlich eine Motivationslosigkeit 
des Versicherten gezeigt. Er habe unentschuldigt gefehlt, ohne Absprache seine (Rauch-
)Pausen ausgedehnt und sich mit viel Diskussion dagegen gewehrt, mehr als sein 
Wunschpensum von 50 % zu absolvieren. Ob für dieses Verhalten auch ein 
Suchtmittelkonsum verantwortlich sei, lasse sich nicht genau nachvollziehen, da der 
behandelnde Psychiater der Meinung sei, dass eine Klärung, ob ein behandelbarer 
Überkonsum durch den Versicherten vorliege, nicht notwendig sei, was aus 
psychiatrischer und versicherungspsychiatrischer Sicht sehr zu bedauern sei. Unabhängig 
von der defensiven Haltung des Behandlers sei anlässlich der stationären Behandlung in 
der Klinik F.________ keine depressive Störung gemäss ICD-10 F32/33 objektiviert 
worden, sodass die gezeigte Motivationslosigkeit nicht im Rahmen einer ausgeprägten 
depressiven Störung erklärt werden könne. Insgesamt sei kein schwerwiegender 
Gesundheitsschaden mit dauerhafter Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar. Ein evtl. 
vorliegendes schädliches Suchtverhalten des Versicherten sei therapeutisch angehbar 
und könne keine dauerhafte, nicht mehr korrigierbare Arbeitsunfähigkeit begründen. 
Ausserhalb von (tatsächlich nachgewiesenen temporären) depressiven Episoden, welche 
durch stationäre psychiatrische Behandlung belegt seien, liege allenfalls eine Dysthymie 
vor, mit welcher eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit möglich sei. Die 
gescheiterten beruflichen Eingliederungsbemühungen seien letztendlich der fehlenden 
Motivation und Bedürfnislage des Versicherten (Lebenskünstler sein wollen) geschuldet 
(IV-act. 208).

4.19 Am 15. November 2020 fügte sich der Beschwerdeführer in suizidaler Absicht 
multiple Schnittverletzungen zu, worauf er vom Rettungsdienst ins Spital L.________ 
eingeliefert wurde. Bei der Suizideinschätzung habe er geäussert, dass er zwar mit einer 
Therapie in der Klinik F.________ einverstanden sei, aber nicht versprechen könne, dass 
er sich bis dahin nichts antue, da er sich von akuter Suizidalität nicht distanzieren könne. 
Er habe den Wunsch zu sterben und würde sich wieder verletzen wollen. Nach 

12

Urteil S 2021 16

Rücksprache mit der diensthabenden Psychiaterin der Klinik F.________ sei er per 
fürsorgerischer Unterbringung in die Klinik F.________ verlegt worden (BF-act. 2).

5.
5.1 Hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes kann zusammenfassend 
festgehalten werden, dass beim Beschwerdeführer rezidivierende depressive Störungen 
(unterschiedlicher Ausprägung: ICD-10 F32.1, F33.1, F33.2) resp. eine anhaltende 
Depression im Sinne einer Dysthymia (ICD-10 F34.1) diagnostiziert worden sind (vgl. E. 
4).

5.2 Unbestritten und ausweislich der Akten als erstellt zu betrachten ist, dass der 
Beschwerdeführer ab März 2017 während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig war (vgl. IV-act. 170). Angesichts der 
Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer im September 2017 bei der IV-Stelle zum 
Leistungsbezug angemeldet hatte, endete das Wartejahr somit Ende Februar 2018 
(vgl. E. 3.1). 

5.3
5.3.1 Die IV-Stelle stützte sich bei ihrem rentenablehnenden Entscheid auf die 
Stellungnahme von RAD-Arzt I.________ vom 13. August 2020, wonach bei einer 
Dysthymie in einer adaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit möglich sei (vgl. E. 
4.18). 

5.3.2 Der Beschwerdeführer lässt einwenden, er habe sich bereits mehrmals suizidieren 
wollen. Bereits im Jahr 2014 habe er versucht, sich mit 80 Tabletten Valium und Kokain 
das Leben zu nehmen. Im Jahre 2018 sei es nach dem Konsum von 2 g Kokain zu einer 
Einweisung gekommen. Ebenfalls zu einer Einweisung sei es am 25. April 2019 nach 
einer Mischintoxikation in suizidaler Absicht (Einnahme von 1 mg Temesta und 100 mg 
Trittico mit Alkohol, 1.14 Promille) sowie am 15. November 2020 mit multiplen 
Schnittverletzungen volarseitig links (abdominal) gekommen. Vorliegend würden nun 
offensichtlich schwerwiegende Anhaltspunkte für das Vorhandensein von 
Abhängigkeitssyndromen bestehen, sei es nun Alkohol-, Drogen- oder 

13

Urteil S 2021 16

Medikamentenmissbrauch. Substanzkonsumstörungen würden als 
invalidenversicherungsrechtlich beachtliche (psychische) Gesundheitsstörungen in 
Betracht fallen. Vorliegend seien dahingehend keinerlei Abklärungen getätigt worden; es 
würden zwar offenkundige Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Substanzkonsumstörung 
bestehen, aber hinsichtlich einer medizinischen Befundlage im Sinne der 
Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG seien 
keinerlei Untersuchungen getätigt worden. Es wäre unumgänglich gewesen, eine 
Substanzkonsumstörung umfassend abklären zu lassen und anschliessend – falls eine 
solche diagnostiziert worden wäre – im Rahmen des bundesgerichtlich vorgeschriebenen 
strukturierten Beweisverfahrens zu ermitteln, ob und gegebenenfalls wie sich dies auf die 
Arbeitsfähigkeit auswirke. Dies sei vorliegend unterlassen worden, obwohl ganz klare 
Anhaltspunkte für das Vorhandensein vorliegen würden (act. 1 Ziff. 4 ff.).

5.3.3
5.3.3.1 Der Beschwerdeführer verkennt, dass der im Verwaltungsverfahren geltende 
Untersuchungsgrundsatz nicht verlangt, dass der Gesundheitsstatus einer Person ohne 
Anlass vom Versicherungsträger abzuklären wäre (vgl. SVGer ZH IV.2017.00375 vom 
6. September 2018 E. 4.2). Zwar ist der Substanzmissbrauch des Beschwerdeführers 
aktenkundig (vgl. IV-act. 148/9; 162/3; 173/1), namentlich eine F-Diagnose nach ICD-10 
(Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen) wurde jedoch nie 
gestellt. Der zuletzt behandelnde Psychiater führte gar aus, der Beschwerdeführer habe 
sich stets vom Konsum von Drogen distanziert; aus therapeutischer Sicht sei eine 
Überwachung der Drogen-Abstinenz nicht indiziert (IV-act. 198/2). Somit bestand auch für 
die IV-Stelle keine Pflicht, diesbezüglich weitere Nachforschungen zu tätigen und 
Abklärungen durchzuführen. Daran ändert auch nichts, dass der RAD-Arzt die 
Einschätzung des Psychiaters nicht teilte resp. bedauerte (IV-act. 208/1).

5.3.3.2 RAD-Arzt I.________ begründete seine Einschätzung in der Stellungnahme vom 
13. August 2020 im Wesentlichen mit dem Ergebnis der (gescheiterten) beruflichen 
Eingliederungsmassnahme sowie damit, dass im Rahmen der anschliessend erfolgten 
Hospitalisation des Beschwerdeführers in der Klinik F.________ keine depressive Störung 
gemäss ICD-10 F32/33 resp. eine Dysthymia (ICD-10 F34.1), die eine Restarbeitsfähigkeit 
von 100 % zulasse, diagnostiziert worden sei. Damit widersprach er namentlich der 
Einschätzung des zuletzt behandelnden Psychiaters, der den Verlauf der beruflichen 
Massnahme auf die depressive(n) Störung(en) zurückführte.

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Urteil S 2021 16

Zwar ist ausgewiesen, dass die berufliche Massnahme aufgrund des Verhaltens resp. der 
(auch früher schon festgestellten) Motivationslosigkeit des Beschwerdeführers 
abgebrochen und im Rahmen des zehn Tage danach angetretenen Aufenthalts in der 
Klinik F.________ (nurmehr bzw. zu diesem Zeitpunkt) von einer anhaltenden Depression 
im Sinne einer Dysthymia (ICD-10 F34.1) mit einzeln abgrenzbaren depressiven Episoden 
nach akuter Belastung ausgegangen wurde. Wieso allein ausgehend davon und im 
Ergebnis auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit – Angaben zum 
Zumutbarkeitsprofil wurden bezeichnenderweise nicht gemacht – zu schliessen ist, 
leuchtet indes nicht ein, stellte RAD-Arzt I.________ selbst doch noch am 24. Juni 2019 
(und bestätigend am 26. Juli 2019) eine depressive Störung fest, welche die 
Arbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Beginn der 
Arbeitsunfähigkeitsattestierung durch Dr. E.________ ab 28. März 2017 beeinträchtige 
und auch weiterhin beeinträchtigen werde, wobei er angesichts der rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), grundsätzlich 
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging (IV-act. 170; 175). Auch der zuletzt 
behandelnde Psychiater ging im Bericht vom 18. Juli 2019 (und bestätigend am 17. März 
2020) aufgrund der rezidivierenden depressiven Episoden mittelfristig grundsätzlich von 
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit mit leicht verminderter Leistung pro Zeiteinheit aus (IV-act. 
174; 198). Ferner fand eine hinlängliche Würdigung weder der multiplen Hospitalisationen 
aufgrund suizidaler Gedanken noch des Suizidversuchs vom 26. April 2019 (jeweils mit 
den Diagnosen ICD-10 F33.1, F32.1 und F33.2; IV-act. 148/7 ff.; 173/5 ff.; 173/1 ff.) statt. 
Ergänzend ist anzumerken, dass auch der mit Beschwerde ins Recht gelegte 
Verlegungsbericht des Spital L.________ vom 15. November 2020 nach erneutem 
Suizidversuch (BF-act. 2) unkommentiert geblieben ist. 

Schliesslich ist daran zu erinnern, dass gemäss Bundesgericht grundsätzlich in jedem Fall 
eines psychischen Leidens ein indikatorengeleitetes Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 
281 durchzuführen ist (BGE 145 V 215 E. 5 und 6.2). Aus Gründen der 
Verhältnismässigkeit kann jedoch dort von einem strukturierten Beweisverfahren 
abgesehen werden, wo ein solches nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist (BGE 143 
V 409 E. 4.5.3). Die Frage der Notwendigkeit beurteilt sich dabei nach dem konkreten 
Beweisbedarf. Der Beschwerdeführer war in der Vergangenheit u.a. aufgrund mittel- und 
schwergradiger depressiver Störungen in unterschiedlichem Masse als arbeitsunfähig 
angesehen worden. Dass die psychischen Probleme Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit hatten resp. haben, erachtete auch der RAD (bis Ende Juli 2019) als 
nachvollziehbar (siehe vorstehend). Die Notwendigkeit einer Indikatorenprüfung drängt(e) 

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Urteil S 2021 16

sich vorliegend jedenfalls auf. Bei den RAD-Stellungnahmen resp. der Stellungnahme vom 
13. August 2020 handelt es sich um eine rein aktengestützte Beurteilung. Den jüngeren 
(ärztlichen) Stellungnahmen lassen sich indes gar nicht genügend Angaben entnehmen, 
um den Schweregrad und die Konsistenz der funktionellen Auswirkungen der psychischen 
Beeinträchtigungen beurteilen zu können. Eine (hinreichende) Diskussion 
Standardindikatoren-relevanter Gesichtspunkte wurde denn auch gar nicht geführt. Unter 
diesen Umständen wäre der RAD gehalten gewesen, den Beschwerdeführer persönlich zu 
untersuchen oder zusätzliche (fach-)ärztliche Abklärungen zu empfehlen. 

Im Ergebnis kann der RAD-Stellungnahme vom 13. August 2020 kein hinreichender 
Beweiswert zuerkannt werden.
Das Gleiche muss jedoch namentlich auch für den letzten Verlaufsbericht von Dr. 
J.________ vom 17. März 2020 (IV-act. 198) gelten: Darin wurde insbesondere nicht 
schlüssig dargelegt, weshalb just eine Arbeitsbelastung von über 50 % zu einer Zunahme 
der Symptome führt resp. geführt hat. Zudem lassen sich auch dieser Einschätzung keine 
Indikatoren-relevante Gesichtspunkte herauslesen. Ein Zumutbarkeitsprofil wurde ebenso 
wenig festgelegt. Schliesslich ist bei der Würdigung des Berichts auch der 
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer 
Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5).

6. Aus dem Vorstehenden folgt, dass die vorhandenen medizinischen Akten keine 
hinreichende Grundlage zur Klärung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 
enthalten und mithin keine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten (keine verlässliche medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in 
leidensangepasster Tätigkeit ab März 2018). Die IV-Stelle hat den Rentenanspruch des 
Beschwerdeführers mithin ohne rechtsgenügliche medizinische Grundlage(n) verneint. Die 
Sache ist darum unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 18. Dezember 2020 
an die Beschwerdegegnerin insbesondere zur psychiatrischen Verlaufsbegutachtung 
(unter Berücksichtigung einer allfälligen Substanzkonsumstörung), wobei zudem die 
Vorgaben von BGE 141 V 281 zu berücksichtigen sein werden, zurückzuweisen. Hernach 
ist über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung 
neu zu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 

7. Das Verfahren ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG kostenpflichtig. Es ist demnach 
eine Spruchgebühr zu erheben, welche auf Fr. 800.– festgesetzt wird und entsprechend 

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Urteil S 2021 16

dem Ausgang des Verfahrens von der Beschwerdegegnerin zu tragen ist. Praxisgemäss 
wir die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit dem anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zusteht. Dem Beschwerdeführer ist zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG auszurichten, 
welche ermessensweise auf Fr. 2'000.– (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt wird.

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Urteil S 2021 16

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als dass die Verfügung vom 18. 
Dezember 2020 aufgehoben wird und die Sache zur ergänzenden 
Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen und zum anschliessenden 
Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– erhoben, welche der 
Beschwerdegegnerin auferlegt wird. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 
von Fr. 2'000.– (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), und an das Bundesamt 
für Sozialversicherungen, Bern.

Zug, 12. Januar 2023

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am