# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 211c22e6-b43d-549b-a891-ac1656f959a9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2010 D-2499/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2499-2008_2010-09-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2499/2008
law/mah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richter Markus König, Richter Gérald Bovier, 
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A._______, geboren (...), Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Christian Wyss, Fürsprecher, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl; Verfügung des BFM vom 14. März 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2499/2008

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  Staatsangehöriger  aus  Sri  Lanka 
tamilischer Ethnie aus Z._______ (Jaffna), suchte am 24. April 2006 in 
der Schweiz um Asyl nach.

B.
Am  2. Mai  2006  erhob  das  BFM  im  Empfangszentrum  (heute 
Empfangs- und Verfahrenszentrum [EVZ])  Basel  die Personalien des 
Beschwerdeführers und befragte ihn summarisch zum Reiseweg und 
zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  des  Heimatlandes.  Am  14. Juni 
2006  hörte  ihn  der  (...)  des  Kantons  (...)  ausführlich  zu  seinen 
Asylgründen an. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen geltend, am 12. Februar 1999 sei er bei einem Round-
up  verhaftet  und  im  (...)  Army  Camp  befragt  worden.  Er  habe 
zugegeben, dass zwei seiner Brüder bei den Liberation Tigers of Tamil  
Eelam (LTTE)  seien,  er  selber  aber  nicht. Er  sei  zwei,  drei  Mal  ge-
schlagen und nach 13-tägiger Haft am 25. Februar 1999 freigelassen 
worden,  weil  der  Dorfvorsteher  Grama Sevaka  dem Militär  bestätigt 
habe,  dass  er  nichts  mit  den  LTTE zu  tun  habe. Bis  ins  Jahr  2001 
seien  zwar  immer  wieder  Militärs  zu  ihm  gekommen,  aber  er  habe 
keine  Probleme gehabt.  Am 14. April  2001  sei  er  mit  einem älteren 
Bekannten,  namens  B._______,  der  auf  seinem Grundstück  wohne, 
wo  er  Gemüse  anpflanze,  mit  einem  Kleinbus  nach  Y._______ 
gefahren.  Unterwegs  hätten  sie  zwei  Kollegen  seines  Bruders 
mitgenommen.  Als  diese  wieder  ausgestiegen  seien,  hätten  dies 
Militärs  bemerkt.  Die  Kollegen  hätten  durch  die  Felder  entkommen 
können.  Ihn  und  B._______  hätten  sie  unter  dem  Vorwurf,  LTTE-
Mitglieder mitgenommen zu haben, verhaftet, noch vor Ort schrecklich 
zusammengeschlagen und zum (...) Army Camp gebracht. Dort sei er 
während  drei  Tagen  massiv  gefoltert  worden,  wovon  er  unzählige 
Narben auf dem ganzen Körper habe. Er sei mit Zigaretten verbrannt, 
mit  einem Bajonett  gestochen,  an einem einzelnen  Arm aufgehängt 
und dann fallen gelassen worden. Ferner sei ihm eine in Benzin ge-
tränkte Einkaufstasche über den Kopf gestülpt worden und sie hätten 
ihm ein Plastikrohr in den After gesteckt und einen Stacheldraht rein-
geschoben. Er  habe auch einen Bänderriss an der  rechten Schulter 
erlitten.  Danach  sei  er  bis  im  Dezember  2001  ins  (...)  Camp  in 

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X._______ verlegt worden. Seine Frau habe einen Anwalt aufgesucht 
und  es  sei  zu  einer  Gerichtsverhandlung  gekommen.  Er  sei 
freigelassen und ihm eine dreimonatige Meldepflicht auferlegt worden. 
Nach den Friedensverhandlungen im Jahre 2002 sei er nicht mehr so 
vorsichtig  gewesen  im  Umgang  mit  seinem  Bruder  und  dessen 
Kollegen. Er habe diese auch zu seinem Gemüsefeld, wo B._______ 
wohne,  gebracht  und  sie  manchmal  dort  auf  dem  Grundstück 
übernachten  sehen.  Dass  die  Kollegen  seines  Bruders  aber  dort 
Waffen  vergraben  hätten,  habe  weder  er  noch  B._______  gewusst. 
Auch sein Bruder habe ihm später geschworen, nichts davon gewusst 
zu haben. Einige seiner Nachbarn seien Gegner der LTTE und hätten 
die Kollegen wohl auf dem Gemüsefeld gesehen und dies dem Militär 
erzählt. Am 3. Mai  2004 sei  das Militär  zum Gemüsefeld gekommen 
und habe das Grundstück durchsucht. Nach dem Waffenfund hätten 
die Militärs sich zu seinem Haus begeben, wo sie seine Frau an den 
Haaren  gezogen,  geschlagen  und  gefragt  hätten,  wo  er  sei 
beziehungsweise  ihr  gesagt  hätten,  er  solle  sich  im  Army  Camp 
melden,  sonst  würden  sie  ihn  erschiessen,  sobald  sie  ihn  sehen 
würden. Seine Schwiegermutter habe ihrer Tochter helfen wollen, aber 
die Militärs hätten sie zur Seite weggestossen, wobei sie sich verletzt  
habe und ins Spital habe gehen müssen. Er selber sei während dieser 
Ereignisses auf dem Markt gewesen. Er sei von einem Nachbar, der 
dies  mitbekommen  habe,  gewarnt  worden  und  mit  diesem  nach 
W._______  und  noch  am  selben  Abend  mit  einem  Boot  nach 
V._______ gefahren. Am 4. Mai 2004 sei er noch vor der Dämmerung 
mit  dem  Boot  nach  Indien  gelangt.  In  Indien  habe  er  nach  einem 
Schlepper gesucht, um nach Europa zu gelangen. Der erste Schlepper 
habe ihn betrogen. Sein Cousin und seine Frau hätten ihm nochmals 
Geld geschickt, mit  welchem er dann den zweiten Schlepper bezahlt 
habe.  Am  21. März  2006  habe  er  U._______  auf  dem  Seeweg 
Richtung Italien verlassen.

Der  Beschwerdeführer  reichte  ein  Bestätigungsschreiben  des  Dorf-
vorsitzenden vom 5. Januar 2005, einen Totenschein vom 14. Juli 2007 
betreffend seinen Bruder, eine Kopie des Geburtsregisterauszugs und 
einen Fax seines Onkels vom 2. Mai 2006 zu den Akten. 

C.
Am  28. Juni  2006  ging  beim  BFM  ein  Schreiben  von  Dr. med. 
C._______, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom 24. Juni 2006 

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mit  einem  Arztbericht  von  Dr. med.  D._______,  Facharzt  FMH  für 
Gastroenterologie, vom 19. Juni 2006 ein.

D.
Der Beschwerdeführer reichte am 28. Juni 2006 beim BFM eine DVD-
Rom mit einem Film ein, in welchem seine Cousine mitgespielt habe, 
die  daraufhin  von  der  sri-lankischen  Armee  getötet  worden  sei.  Am 
4. Juli  2006  traf  die  Identitätskarte  und  ein  Brief  der  Ehefrau  mit 
Familienfotos aus Sri  Lanka beim BFM ein und am 5. Juli  2006 gab 
der  Beschwerdeführer  dem BFM die  Adresse  seines  Anwalts  in  Sri 
Lanka  bekannt.  Am  27. November  2006  erkundigte  sich  der  Be-
schwerdeführer beim BFM, ob seine Identitätskarte eingetroffen sei. 

E.
Mit  Schreiben  vom  19. Oktober  2007  forderte  das  BFM  den  Be-
schwerdeführer  auf,  den  Inhalt  der  DVD-Rom  und  den  Brief  seiner 
Ehefrau  in  eine  Amtssprache  zu  übersetzen. Am 3. November  2007 
wurden die Übersetzungen beim BFM eingereicht. 

F.
Am 7. März 2008 führte das BFM eine ergänzende Anhörung durch.

G.
Mit  Verfügung  vom  14. März  2008  –  eröffnet  am  18. März  2008  – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlings-
eigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte 
es die Wegweisung aus der  Schweiz und ordnete zufolge Unzumut-
barkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  des  Be-
schwerdeführers an.

H.
Mit  Eingabe  vom 17. April  2008  liess  der  Beschwerdeführer  mittels 
seines Rechtsvertreters beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen 
Entscheid  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  die  Ziffern  1-3  der 
angefochtenen  Verfügung  seien  aufzuheben  und  dem  Beschwerde-
führer sei Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess er 
zudem beantragen, es sei  ihm eine Nachfrist  von 30 Tagen zur Ein-
reichung weiterer Beweismittel einzuräumen, es sei die unentgeltliche 
Prozessführung  zu  gewähren,  den  Unterzeichnenden  als  amtlichen 
Anwalt beizuordnen und auf die Erhebung eines Verfahrenskostenvor-
schusses zu verzichten. Zudem liess er beantragen, es sei mit  einer 
prozessleitenden  Verfügung  festzustellen,  dass  die  vorläufige  Auf-

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nahme unangefochten bleibe und der Kanton (...) anzuweisen sei, dem 
Beschwerdeführer  für  die  Dauer  des  Verfahrens  eine  F-Bewilligung 
auszustellen.

Der Beschwerde wurde das Schreiben von Dr. med. C._______ vom 
24. Juni  2006  mit  dem  Arztbericht  von  Dr. med.  D._______  vom 
19. Juni 2006, ein gefaxtes Arztzeugnis der Schwiegermutter und ein 
gefaxtes Schreiben des Grama Sevaka von Z._______ beigelegt.

I.
Mit  Verfügung  vom  29. April  2008  hiess  der  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unent-
geltlichen  Rechtspflege  unter  der  Voraussetzung  des  Nachreichens 
einer Fürsorgebestätigung sowie unter Vorbehalt der Veränderung der 
finanziellen Lage des Beschwerdeführers gut. Das Gesuch um unent-
geltliche Rechtsverbeiständung wies er ab. Gleichzeitig räumte er dem 
Beschwerdeführer  Gelegenheit  ein,  weitere  Beweismittel  innert  an-
gesetzter Frist einzureichen. Auf den Antrag, es sei festzustellen, dass 
die vorläufige Aufnahme unangefochten geblieben sei und der Kanton 
Bern anzuweisen sei,  dem Beschwerdeführer für die Dauer des Ver-
fahrens eine F-Bewilligung auszustellen, trat er nicht ein.

J.
Am 5. Mai  2008  wurde  eine  Fürsorgebestätigung  zu  den  Akten  ge-
reicht.

K.
Am  13. Mai  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  mittels  seines 
Rechtsvertreters  das  Original  des  Arztzeugnisses  seiner  Schwieger-
mutter zu den Akten.

L.
Am  9. Juni  2008  überwies  der  Instruktionsrichter  des  Bundesver-
waltungsgerichts  dem  BFM  die  Beschwerdeakten  zur  Vernehm-
lassung.

M.
In  der  Vernehmlassung  vom 13. Juni  2008  beantragte  das  BFM die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Der  Instruktionsrichter  gab  dem  Be-
schwerdeführer  am  18. Juni  2008  Gelegenheit,  eine  Stellungnahme 
zur Vernehmlassung einzureichen.

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N.
Mit  Eingabe  vom  2. Juli  2008  nahm  der  Beschwerdeführer  durch 
seinen Rechtsvertreter zur Vernehmlassung des BFM Stellung.

O.
Am  25. Januar  2010  reichte  der  Beschwerdeführer  mittels  seines 
Rechtsvertreters  ein  Schreiben  des  Grama  Sevaka  aus  Z._______ 
vom 6. November 2008 inklusive Zustellcouvert zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde;  es  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des Asyls  endgültig  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
Art. 108  Abs. 1  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 37  VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist ein-
zutreten.

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3.
3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

3.3 Die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG erfüllt  eine asyl-
suchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  be-
gründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund be-
stimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts [BVGE] 2008/4 E. 5.2 S. 37, Entscheidungen und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 7 
und 8 S. 190 ff., EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der Sub-
sidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung 
der  Flüchtlingseigenschaft  ausserdem  voraus,  dass  die  betroffene 
Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden kann 
(vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f., 
EMARK  2006  Nr. 18  E. 10  S. 201  ff.,  EMARK  2005  Nr. 21  E. 7.3 
S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung der 
Flüchtlingseigenschaft  ist  die  Frage  nach  der  im Zeitpunkt  der  Aus-
reise  vorhandenen  Verfolgung  oder  begründeten  Furcht  vor  einer 

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solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im 
Rahmen  der  Prüfung  nach  der  Aktualität  der  Verfolgungsfurcht 
ebenfalls  wesentlich.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im 
Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb 
zugunsten  und  zulasten  der  das  Asylgesuch  stellenden  Person  zu 
berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f., EMARK 2000 Nr. 2 
E. 8a S. 20,  WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.],  Ausländerrecht,  Basel/Bern/Lausanne  2009,  Rz. 11.17  und 
11.18). 

4.
4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vor-
bringen des Beschwerdeführers würden einerseits den Anforderungen 
an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht  standhalten  und 
andererseits der Asylrelevanz entbehren.

Im Einzelnen führte es aus, der Beschwerdeführer habe bezüglich der 
geltend  gemachten  Ereignisse  im  Jahre  2004  widersprüchliche  An-
gaben gemacht. In der kantonalen Anhörung habe er geltend gemacht, 
ein Nachbar namens E._______ habe gesehen, wie Soldaten im Mai 
2004 das Haus des Beschwerdeführers durchsucht hätten. E._______ 
sei  danach  mit  seinem Motorrad  zum  Markt  gefahren,  wo  sich  der 
Beschwerdeführer  aufgehalten  habe  und  habe  ihn  über  den  Vorfall 
informiert. Anlässlich der ergänzenden Bundesanhörung habe er dem 
widersprechend geltend gemacht, er sei auf dem Heimweg vom Markt 
gewesen, als er E._______ bei dessen Mühle getroffen und ihn dieser 
dort  informiert habe. Weiter habe er ausgesagt, er habe Sri Lanka in 
der  Nacht  des  4. Mai  2004,  einen  Tag  nachdem  die  Soldaten 
gekommen seien,  von V._______ aus Richtung Indien verlassen. Im 
Widerspruch dazu habe er an der Bundesanhörung erklärt, Sri Lanka 
in der Nacht des Tages, als die Soldaten gekommen seien – also in 
der Nacht  des 3. Mai  2004 – von W._______ direkt  Richtung Indien 
verlassen  zu  haben.  Seinen  Aussagen  anlässlich  der  kantonalen 
Anhörung sei ausserdem zu entnehmen, dass die Soldaten am 3. Mai 
2004  viermal  sein  Haus  aufgesucht  hätten. In  der  Bundesanhörung 
habe  er  hingegen  ausgesagt,  die  Soldaten  hätten  an  diesem  Tag 
zweimal  sein  Haus  aufgesucht.  Diese  erheblichen  Widersprüche 
liessen  sich  mit  der  Glaubhaftmachung des vorgebrachten Sachver-
halts vom Mai 2004 nicht vereinbaren, weshalb dieser nicht glaubhaft  
sei. Der Beschwerdeführer mache geltend, er sei im Jahre 1999 zwei  
Wochen  und  im  Jahre  2001  acht  Monate  lang  vom  sri-lankischen 

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Militär festgehalten worden. Beim zweiten Mal sei er gefoltert worden. 
Bei einer Rückkehr nach Sri  Lanka befürchte er,  festgenommen und 
getötet  zu  werden.  In  Anbetracht  des  zeitlichen  und  sachlichen 
Kontextes  dieser  bedauerlichen  Verfolgungsmassnahmen  sei  ein 
genügend  enger  Kausalzusammenhang  zur  Ausreise  des 
Beschwerdeführers,  die  erst  im  Mai  2004  erfolgt  sei,  zu  verneinen. 
Diese Vorbringen  seien  daher  nicht  asylrelevant.  Bezüglich  der  vom 
Beschwerdeführer geltend gemachten Furcht vor Verfolgung im Falle 
einer Rückkehr nach Sri Lanka sei festzuhalten, dass es nicht genüge, 
eine  Gefährdung  lediglich  mit  Ereignissen  zu  begründen,  die  sich 
früher oder später ereignen könnten. Vielmehr müssten hinreichende 
Anhaltspunkte  für  eine konkrete  Bedrohung  vorhanden sein,  die  auf 
einer  objektiven  Betrachtungsweise  und  nicht  auf  einer  subjektiven 
Empfindung  der  betroffenen  Person  beruhen  würden.  Solche 
Anhaltspunkte bestünden vorliegend nicht in genügender Weise. Wie 
dargelegt  worden  sei,  seien  die  Verfolgungsmassnahmen,  die  der 
Beschwerdeführer für Mai 2004 geltend mache, als nicht glaubhaft zu 
werten. Der Beschwerdeführer  habe somit  vor seiner Ausreise  mehr 
als  zwei  Jahre  lang  keine  Probleme  mit  den  sri-lankischen 
Sicherheitskräften gehabt. Eigentliche eigene politische Aktivitäten des 
Beschwerdeführers gingen aus den Akten nicht hervor. Zwischen 1997 
und 2001 habe er zwar den LTTE sporadisch mit Lebensmitteln oder 
mit dem Einkaufen von Benzin unterstützt. In einem Gerichtsverfahren 
Ende  2001  sei  er  von  den  sri-lankischen  Behörden  indes 
freigesprochen worden, etwas mit der LTTE zu tun zu haben. Es sei 
daher davon auszugehen, dass er bei den sri-lankischen Behörden als 
unbescholten gelte. Somit bestehe nach Einschätzung des BFM keine 
erhebliche  Wahrscheinlichkeit,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer 
Rückkehr asylrelevante Verfolgungsmassnahmen zu gewärtigen habe. 
Dieses  Vorbringen  sei  daher  nicht  asylrelevant.  Die  vom 
Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel seien nicht geeignet, die 
vorstehenden  Erwägungen  umzustossen,  da  sie  einerseits  keinen 
Bezug zur vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfolgung von 
Mai  2004,  die  vom BFM als  nicht  glaubhaft  gewertet  worden seien, 
hätten, und andererseits auch keine Hinweise bezüglich der Frage der 
begründeten Furcht enthielten, zumal das Schreiben des Onkels vom 
2. Mai 2006 nicht der Wahrheit entspreche, wie der Beschwerdeführer 
dies in der kantonalen Anhörung eingeräumt habe. Die Vorbringen des 
Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.

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4.2 In der Beschwerde wird demgegenüber im Wesentlichen geltend 
gemacht, der Beschwerdeführer stamme aus dem Norden Sri Lankas. 
Er habe durch seine Familie Kontakte zu den LTTE gehabt, im Übrigen 
aber versucht, sich aus dem Bürgerkrieg herauszuhalten. Er sei wegen 
vermuteter  LTTE-Tätigkeit  im  Jahre  2001  von  der  Armee  fest-
genommen  und  massivst  gefoltert  worden.  Die  Folterspuren  seien 
medizinisch  nachgewiesen.  Die  Vorinstanz  bestreite  diese  massiven 
Menschenrechtsverletzungen gegenüber dem Beschwerdeführer nicht. 
Die  Sichtweise  des  BFM,  dass  dieses  Vorbringen  nicht  mehr  asyl-
relevant  sei,  sei  fragwürdig.  Nach  der  Lehre  könne  auch  eine  so-
genannte Vorverfolgung asylrelevant sein, namentlich wenn die Rück-
kehr  in  den  Verfolgerstaat  aus  triftigen  Gründen  nicht  zugemutet 
werden  könne. Wenn Ereignisse  zeitlich  weiter  zurücklägen,  sei  an-
hand deren Schwere zu prüfen, ob sie so nachwirken, dass sie auch 
nach längerer Zeit für den Fluchtentscheid kausal oder Motiv bildend 
seien. Der Beschwerdeführer sei – was ärztlich bestätigt werde – be-
sonders  sadistisch  gefoltert  worden.  Die  Foltertechnik  mit  dem 
Stacheldraht  enthalte  Elemente  sexueller  Grausamkeit.  Zumal  die 
körperlichen  Folgen  noch  heute  nicht  überwunden  seien,  blieben 
solche Foltererlebnisse nachhaltig im Unterbewussten und seien post -
traumatisierend. Wer die Folgen solcher Erlebnisse in sich tragen und 
verarbeiten  müsse,  sei  eher  bereit,  Signale  einer  politischen  Ver-
folgung  oder  einer  Verschärfung  der  Armeekontrollen  persönlich  zu 
nehmen.  Es  könne  deshalb  aus  der  Tatsache,  dass  für  den  Be-
schwerdeführer  nach  der  Freilassung  im  Jahre  2001  während  des 
Waffenstillstandes bis im Jahre 2004 kein Zwischenfall eingetreten sei,  
welcher  die  Flucht  notwendig  gemacht  hätte,  nicht  geschlossen 
werden,  dass  die  Erlebnisse  des  Jahres  2001  nicht  entscheidend 
kausal  für  den  Fluchtentscheid  bei  der  neu  auftauchenden  Gefahr 
einer Festnahme wären. Wer von so schwerer Folter betroffen worden 
sei,  dürfe subjektiv und müsse objektiv mögliche künftige Verfolgung 
durch die Folterorganisation viel  intensiver fürchten,  als  wer  solches 
nicht erlebt habe. Damit erkläre das BFM die unbestrittenen Erlebnisse 
aus der Militärhaft im Jahre 2001 zu Unrecht als nicht mit kausal für 
den begründeten Fluchtentscheid des Beschwerdeführers. Die angeb-
lichen Widersprüche bestünden nicht, wenn man die unterschiedlichen 
Schilderungsdichte  der  einzelnen  Befragungen  vor  Augen  halte. Bei 
der kantonalen Anhörung habe der Beschwerdeführer präzise zeitliche 
Angaben  geliefert.  Die  dritte  Anhörung  sei  erst  anfangs  2008,  also 
dreidreiviertel  Jahre  nach dem zu schildernden Ereignis  erfolgt. Der 
Nachbar, welcher den Vorfall am 3. Mai 2004 beobachtet habe, arbeite 

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in einer Mühle. Er habe dem Beschwerdeführer Hilfe angeboten, habe 
aber  auch  an  seinen  Arbeitsort,  die  Mühle  in  T._______,  fahren 
müssen.  Er  habe  den  Beschwerdeführer  hinten  auf  das  Motorrad 
genommen  und  sei  zur  Mühle  gefahren.  Dies  habe  der 
Beschwerdeführer  nicht  einlässlich  geschildert,  weil  es  für  das 
Fluchtmotiv nicht wichtig gewesen sei. In der Mühle hätten sie beraten, 
wie  und  wann  eine  Flucht  möglich  wäre.  Gegen  Mittag,  als  die 
Fluchtpläne  entwickelt  gewesen  seien,  seien  sie  nach  W._______ 
gefahren. Anlässlich der Anhörung habe der Beschwerdeführer keine 
präziseren Angaben gemacht, wo er den Nachbarn getroffen habe. Er 
habe  bloss  gesagt  "...  ist  zum  Markt  gekommen."  Bei  der 
Drittanhörung  seien  die  Aussagen  präziser,  aber  freilich  etwas 
ungeschickt  übersetzt  worden. Er  habe gesagt,  er  habe sich  bereits 
auf den Heimweg gemacht, als er den Nachbarn getroffen habe, was 
kein Widerspruch zur früheren Aussage sei. Er habe an seinem Haus 
vorbeigehen  müssen,  das  heisse  der  Nachbar  habe  ihn  dorthin 
mitgenommen,  weil  dieser  ihm  helfen  wollte  und  weil  dieser  dort 
gearbeitet habe. Bezüglich Datum bestünden entgegen der Vermutung 
der Vorinstanz keine Widersprüche. Die Fahrt nach Indien habe in der  
Nacht  vom  3.  auf  den  4. Mai  2004  stattgefunden.  Er  sei  noch  am 
selben Abend von W._______ nach V._______ und noch in der selben 
Nacht,  aber  nach  Mitternacht,  also  am  4. Mai,  nach  S._______  in 
Indien  gefahren.  Es  sei  durchaus  möglich,  nach  Mitternacht  in 
V._______  wegzufahren  und  vor  der  Dämmerung  in  S._______ 
anzukommen. Anlässlich der Drittanhörung habe er dann ausgesagt, 
er sei von W._______ in einer Nacht nach Indien gebracht worden. Er 
habe dort nicht gesagt, dass die Reise über V._______ geführt habe, 
es sei aber auch nicht präzise gefragt worden. Die Angabe von sechs 
Stunden Reisezeit könne insgesamt stimmen. Soweit die Vorinstanz in 
der  Anzahl  der  Soldatenbesuche  einen  wesentlichen  Widerspruch 
konstruieren wolle, betreibe sie Haarspalterei. Der Beschwerdeführer 
sei  an jenem Tag persönlich nicht  zugegen gewesen. Anlässlich der 
kantonalen Anhörung habe er ausgesagt, die Polizisten seien morgens 
um sieben Uhr gekommen, dann auf das Gartengrundstück gegangen 
und  dann  wiedergekommen  und  abends  seien  sie  noch  zwei  Mal 
vorbeigekommen. Bei der Drittanhörung habe er die beiden Male am 
Morgen  und  am Abend  zusammengefasst.  Insgesamt  würden  keine 
Widersprüche  in  wesentlichen  Punkten  vorliegen,  welche  die 
Glaubhaftigkeit  des  Hauptereignisses,  der  Armeerazzia  und  der 
Verletzung  der  Schwiegermutter,  in  Zweifel  ziehen  könnten.  Die 
Tatsachen  würden durch eine  Aussage der  Ehefrau gegenüber  dem 

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Grama Sevaka in Z._______ und die Verletzung der Schwiegermutter 
durch  das  Arztzeugnis  bestätigt.  Sollte  das  BFM  Zweifel  an  dieser 
Tatsache haben, sei es vom Gericht aufzufordern, den Sachverhalt vor 
Ort  durch  die  betroffenen  Personen  bestätigen  zu  lassen.  Die 
Sachverhaltsdarstellung  sei  in  den  wesentlichen  Punkten 
widerspruchsfrei  und  glaubhaft.  Zusätzliche  Dokument  würden  den 
geschilderten  Sachverhalt  erhärten.  Gestützt  auf  die  Intervention, 
welche zur Hospitalisierung der Schwiegermutter geführt habe, könne 
nicht  mehr  bestritten  werden,  dass  persönliche,  konkrete  und 
unmittelbare  Furcht  vor  Verfolgung begründet  gewesen sei.  Wer  wie 
der  Beschwerdeführer  bereits  schwere  Folter  erlitten  habe,  könne 
nach  einem  solchen  Zwischenfall  nicht  ruhig  nach  Hause 
zurückkehren.

4.3 In  der  Vernehmlassung  hielt  das  BFM  entgegen,  dass  das 
Schreiben der Ehefrau an den Grama Officer lediglich die bereits vom 
Beschwerdeführer geltend gemachten Vorbringen enthalte. Der Grama 
Officer bestätige auf dem Schreiben die Wahrheit der Angaben. Solche 
Bestätigungen könne sich jede Person in Sri  Lanka problemlos aus-
stellen  lassen. Sie  haben  daher  –  wie  im  vorliegenden  Fall  –  bloss 
Gefälligkeitscharakter und keinen Beweiswert. Es wirke auch realitäts-
fremd  und  sei  ein  Indiz  für  den  Gefälligkeitscharakter,  dass  das 
Schreiben  erst  nach  dem  Entscheid  des  BFM  vom  14.  März  2008 
datiert sei. Was das Arztattest (Diagnosis Ticket) des Spitals Jaffna für 
die Schwiegermutter anbelange, so sei darauf eine Behandlungsdauer 
vom 3. Mai bis 10. Mai 2004 vermerkt. Dieser Vermerk lass sich nicht 
mit den Aussagen des Beschwerdeführers vereinbaren, wonach seine 
Schwiegermutter angeblich 20 Tage im Spital im Koma gelegen haben 
soll. Dieses Attest sei daher ebenfalls als reines Gefälligkeitsdokument 
ohne Beweiswert zu werten.

4.4 In der Replik vom 2. Juli  2008 wird im Wesentlichen geltend ge-
macht, die Behauptung, eine Aussage der Mutter (recte: der Ehefrau) 
des Beschwerdeführers habe reinen Gefälligkeitscharakter und keinen 
Beweiswert  sei  gesetzeswidrig und tendenziös. Dies umso mehr, als 
die Asylgründe glaubhaft zu machen und nicht im Sinne des Zivil- und 
Strafprozessrechts zu beweisen seien. Effektiv habe der Beschwerde-
führer  die  neu  eingereichten  Beweismittel  im  Hinblick  auf  das  Be-
schwerdeverfahren  angefordert.  Weshalb  dies  deren  Beweiswert 
schmälern sollte, sei  nicht ersichtlich. Die Vorinstanz weise zu Recht 
auf einen Fehler, der jedoch nicht entscheidend für den wahren Kern-

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gehalt des Ereignisses, welches durch das Arztzeugnis belegt werde, 
im  Befragungsprotokoll  hin.  Die  Schwiegermutter  des  Beschwerde-
führers  sei  zwei  und  nicht  zwanzig  Tage  im  Koma  gelegen.  Wenn 
Zweifel an der Bestätigung erhoben würden, seien diese im Rahmen 
der Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen vor Ort zu überprüfen.

5.
5.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  gelangt  nach  Prüfung  der  Akten 
und vor dem Hintergrund der  damaligen Situation in  Sri  Lanka zum 
Schluss,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Be-
drohung  durch  das  sri-lankische  Militär  glaubhaft  ist.  Die  Sachver-
haltsdarstellung des Beschwerdeführers, wonach er im Jahr 1999 zwei 
Wochen und im Jahr 2001 acht Monate lang vom sri-lankischen Militär 
festgehalten und beim zweiten Mal gefoltert  worden war, wurde vom 
BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  ebenso  wenig  in  Zweifel  ge-
zogen, wie die Mitgliedschaft seiner zwei Brüder bei den LTTE. 

Im  Weiteren  vermögen  die  vom  BFM  geäusserten  Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit der weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers nicht 
zu überzeugen, da diese aufgrund der Einwände in der Beschwerde 
weitgehend zu relativieren sind. Es trifft  aufgrund der  protokollierten 
Aussagen  zwar  zu,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  bezüglich  der 
Örtlichkeiten,  wo  er  vom  Nachbarn  betreffend  den  Waffenfund  der 
Armee gewarnt worden sei, sich nicht übereinstimmend äusserte. So 
sprach er bei der kantonalen Anhörung am 14. Juni 2006 davon, der 
Nachbar, der eine Mühle habe, sei zum Markt gekommen, um ihn zu 
warnen, während er bei der ergänzenden Anhörung am 7. März 2008 
zu Protokoll gab, er habe sich auf dem Heimweg vom Markt befunden, 
als ihn der Nachbar bei seiner Mühle darüber informiert  habe. Es ist 
jedoch zu berücksichtigen, dass der Kern der Aussage – er sei nicht 
zuhause, sondern auf dem Markt gewesen, als das Militär die Waffen 
gefunden  habe,  der  Nachbar,  der  eine  Mühle  besitze,  habe  ihn  ge-
warnt  und  bei  der  Flucht  unterstützt  –  bei  den beiden  Anhörungen, 
welche  über  eindreiviertel  Jahre  auseinanderliegen,  derselbe  bleibt. 
Zudem  lagen  die  Geschehnisse  im  Zeitpunkt  der  ergänzenden  An-
hörung  bereits  rund  vier  Jahre  zurück,  weshalb  es  durchaus  nach-
vollziehbar  ist,  wenn sich  der  Beschwerdeführer  nach dieser  langen 
Zeitspanne  nicht  mehr  genau  erinnern  konnte,  ob  ihm der  Nachbar 
vom Waffenfund bereits auf dem Markt oder danach in seiner Mühle, 
wo  sie  seine  Ausreise  planten,  berichtete. Unter  diesen  Umständen 
spricht die nicht ganz identische Wiedergabe des detaillierten Ablaufs 

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der  Geschehnisse  dieses  Morgens  nicht  zwingend  gegen  die 
Glaubhaftigkeit.  Ferner  stellte  das  BFM  in  der  Verfügung  fest,  der 
Beschwerdeführer  habe  anlässlich  der  kantonalen  Anhörung  im 
Widerspruch zur späteren ergänzenden Anhörung angegeben, er habe 
Sri Lanka in der Nacht des 4. Mai 2004 von V._______ Richtung Indien 
verlassen, anstatt am 3. Mai 2004 von W._______ direkt nach Indien. 
Aufgrund  der  protokollierten  Aussagen,  ist  davon auszugehen,  dass 
die  Reise  nach  Indien  in  der  Nacht  vom  3.  auf  den  4.  Mai  2004 
stattfand. Der  Beschwerdeführer  schilderte  nämlich  sehr  ausführlich, 
dass  er  abends  in  W._______  seine  Reise  startete  und  es  bereits 
Nacht war, als sie in V._______ angekommen seien. Dort seien noch 
zwei weitere Personen zugestiegen (vgl. act. A10/20 S. 9). V._______ 
dürften  sie  nach  Mitternacht  verlassen  haben,  damit  sie  in  der 
Morgendämmerung  Indien  erreichen  konnten.  Insofern  besteht 
entgegen  der  Auffassung  des  BFM  kein  Widerspruch  betreffend 
Ausreisedatum. Es trifft  zwar zu, dass der Beschwerdeführer bei der 
ergänzenden Anhörung den Zwischenstopp in V._______ nicht  mehr 
erwähnte und angab, direkt von W._______ nach Indien gefahren zu 
sein  (vgl.  act. A23/12  S. 4).  Festzuhalten  ist  allerdings,  dass  der 
Beschwerdeführer  bei  der  ergänzenden Anhörung die Geschehnisse 
nicht in einer freien Schilderung darlegen konnte. Vielmehr wurden ihm 
dort einzelne Fragen gestellt, wobei – durch diese Befragungssituation 
bedingt  –seine  Antworten  nicht  der  Detaillierungsgrad  seiner  der 
Ausführungen  an  der  kantonalen  Anhörung  vorweisen.  Schliesslich 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  habe  unterschiedliche 
Angaben  zur  Häufigkeit  der  Hausbesuche  durch  die  Soldaten  am 
3. Mai  2004  gemacht.  An  der  kantonalen  Anhörung  habe  er 
angegeben, das erste Mal  sei  die Armee um sieben Uhr zu seinem 
Haus gekommen und habe dieses durchsucht. Danach hätten sich die 
Soldaten zu seinem Feld begeben, wo sie die Waffen gefunden hätten. 
Dann seien sie ein zweites Mal zum Haus gekommen und hätten seine 
Frau  und  Schwiegermutter  geschlagen.  Sie  seien  schliesslich  noch 
zwei  Mal  am  Abend  vorbeigekommen  und  hätten  dann  das  ganze 
Haus  gründlich  untersucht  und  Wandschränke  umgestossen  (vgl. 
act. A10/20  S. 9  und  13).  Anlässlich  der  ergänzenden  Anhörung 
antwortete  er  nur  noch,  die  Soldaten  hätten  beim  ersten  Mal  die 
Waffen gefunden und beim zweiten Mal überall im Haus und die Felder 
mit einem speziellen Apparat kontrolliert (vgl. act.  A23/12 S. 8). In der 
Beschwerde  wird  diesbezüglich  zu  Recht  geltend  gemacht,  der 
Beschwerdeführer  habe  an  der  kantonalen  Anhörung  das  Kommen 
und Gehen der Soldaten viel minutiöser beschrieben. Insoweit ist ohne 

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weiteres denkbar, dass der Beschwerdeführer bei der oberflächlicher 
gehaltenen ergänzenden Anhörung vereinfachend davon sprach, das 
Militär sei sowohl am Morgen und am Abend gekommen. Ausserdem 
ist  den Ausführungen in der Beschwerde insoweit  beizupflichten,  als 
dass  der  Beschwerdeführer  die  betreffenden  Informationen  ohnehin 
nur über Dritte erlangt hat und selber nicht zu Hause anwesend war. 

5.2 Unter  Berücksichtigung  der  substanziierten  Schilderungen  des 
Beschwerdeführers, die im Übrigen auch in den Kontext der damaligen 
Situation in Sri Lanka passen, ist daher davon auszugehen, dass das 
BFM die geltend gemachte Bedrohung durch das sri-lankische Militär 
im Ergebnis zu Unrecht als nicht glaubhaft erachtet hat.

6.
6.1 Nach  dem  Gesagten  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Be-
schwerdeführer im Februar 1999 für 13 Tage und am 14. April 2001 für 
rund acht Monate inhaftiert  wurde. Anlässlich der ersten Inhaftierung 
gab  er  unter  Schlägen  gegenüber  den  Behörden  preis,  dass  zwei 
seiner Brüder bei den LTTE seien. Bei der zweiten Inhaftierung wurde 
er unter Folter gezwungen zu gestehen, dass er LTTE-Mitglieder be-
herberge und den Aufenthaltsort  der  LTTE sowie  ihr  Waffenversteck 
preiszugeben.  Angesichts  dessen  ist  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  bei  den sri-lankischen Behörden registriert  ist. Im 
Dezember  2001  ist  es  zu  einer  Gerichtsverhandlung  gekommen, 
woraufhin  er  freigelassen  worden  ist,  verbunden  mit  einer  drei -
monatigen Meldepflicht. Zeitgleich zur Haftentlassung Ende 2001 ver-
kündeten  die  LTTE  sowie  die  sri-lankische  Regierung  einseitig 
Waffenstillstandserklärungen  und  der  der  damalige  Premierminister 
Ranil  Wickremesinghe  und  der  LTTE-Führer  Velupillai  Prabhakaran 
vereinbarten schliesslich im Februar 2002 einen zeitlich unbegrenzten 
Waffenstillstand. Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass der 
Beschwerdeführer sich nach der Haftentlassung nicht veranlasst sah, 
unmittelbar  ausser Landes zu flüchten,  zumal  er  im damaligen Zeit -
punkt  auch Vater von vier  kleinen Kindern  war  und hoffte,  dass  der 
Konflikt vorbei war (vgl. act. A10/20 S. 8). Der Konflikt entspannte sich 
dann  auch  merklich,  obwohl  die  LTTE  bereits  im  April  2003  von 
weiteren  Friedensverhandlungen  zurücktrat,  womit  der  Friedens-
prozess blockiert  wurde. Im Februar 2004 löste die  damalige Staats-
präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunga  das Parlament auf 
und anlässlich der Neuwahlen im April  2004 kam es zu zahlreichen 
zum  Teil  ernsthaften  Vorfällen.  Die  ethnisch-nationalistischen  Kräfte 

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gewannen  mit  der  Wahl  an  Einfluss  und  die  LTTE  als 
Verhandlungspartner  und  das  Waffenstillstandsübereinkommen 
wurden  wieder  in  Frage  gestellt  (vgl.  EMARK 2006  Nr. 6  E. 6.2).  In 
Anbetracht der bereits erlittenen Folterungen durch das sri-lankische 
Militär hatte der Beschwerdeführer, nachdem er vom Waffenfund durch 
das  sri-lankische  Militär  in  seinem  Garten  erfahren  hatte,  vor  dem 
Hintergrund  des  sich  wiederzuspitzenden  Konfliktes  zum  Zeitpunkt 
seiner  Ausreise  im  Mai  2004  hinreichend  Anlass,  weitere 
Verfolgungsmassnahmen durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte zu 
befürchten. Da der Beschwerdeführer sich noch am gleichen Tag, als 
er  vom  Waffenfund  in  seinem  Garten  erfuhr,  nach  Indien  begab, 
bestand  sowohl  in  zeitlicher  als  auch  in  sachlicher  Hinsicht  ein 
Kausalzusammenhang zwischen dem fluchtauslösenden Moment und 
der  Ausreise.  Der  Beschwerdeführer  erfüllte  somit  im  Zeitpunkt  der 
Ausreise  aus  dem  Heimatstaat  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne 
von Art. 3 AsylG .

6.2
6.2.1 Für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  jedoch  die 
Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides  massgebend. 
Entscheidend ist  somit,  ob die Verfolgung heute noch andauert  oder 
die Furcht vor Verfolgung aktuell  noch begründet erscheint. Dabei ist 
eine  allenfalls  eingetretene  Veränderung  der  objektiven  Situation  im 
Heimatland seit der Ausreise zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/12 
E. 5.2 S. 154 f.).

6.2.2 Der mit  einer vernichtenden Niederlage der LTTE im Mai 2009 
endende  26 Jahre  dauernde  Bürgerkrieg  hatte  verheerende  Aus-
wirkungen  auf  die  Zivilbevölkerung,  wobei  vonseiten  beider  Konflikt-
parteien  massive  Kriegsverbrechen  gegenüber  unbeteiligten  Zivil-
personen  begangen  wurden  (vgl.  International  Crisis  Group,  War 
Crimes in Sri Lanka: Asia Report N°191, 17. Mai 2010, S. 9 ff., S. 24 
ff.;  Freedom House, Countries at  the Crossroads 2010, Country  Re-
port-Sri Lanka, S. 6). Die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka hat 
sich  seit  dem  Ende  des  Bürgerkriegs  zwar  stabilisiert.  So  sind 
tausende  von  Personen  aus  den  Internally-Displaced-Person-Camps 
entlassen  worden  und  die  Notstandsgesetze  sind  gelockert  worden. 
Andere Sicherheitsvorkehrungen, sowie Kontrollpunkte der Polizei und 
des Militärs entlang der Strassen und die starke Präsenz des Militärs 
sind jedoch gegenwärtig immer noch vorhanden (vgl. UNHCR Eligibil-
ity  Guidelines for  Assessing  the  International  Protection  Needs  of 

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Asylum-Seekers from Sri  Lanka; 5. Juli  2010).  Trotz der Beendigung 
der  Kampfhandlungen  wird  von  der  Regierung  die  Meinungs-  und 
Pressefreiheit  anhaltend  unterdrückt,  weshalb  eine  objektive 
Berichterstattung  aus  Sri  Lanka  zur  aktuellen  Lage  nur  unter 
erschwerten Bedingungen möglich ist, zumal es auch für ausländische 
Medien schwierig  ist  in  Sri  Lanka zu operieren (vgl. Reporters  sans 
Frontières, classement mondial 2009, 9. März 2010; Freedom House, 
Countries  at  the  Crossroads 2010,  Country  Report-Sri  Lanka,  S. 5). 
Am 26. Januar  2010 wurde  der  Staatspräsident  Mahinda  Rajapakse 
wiedergewählt. Am Wahltag selbst kam es in Jaffna und Vavuniya zu 
Bombenanschlägen  und  der  Herausforder,  der  frühere  Armeechef 
Sarath  Fonseka,  sowie  verschiedene  Personen  aus  seinem  Umfeld 
wurden  verhaftet.  Die  Einschüchterungen  der  Opposition  und  des 
Parlaments  setzten  sich  auch  im  Vorfeld  der  darauffolgenden 
Parlamentswahlen fort. Das Ergebnis der Parlamentswahlen stärkt den 
Einfluss  der  Familie  Rajapskse:  zwei  Brüder  des  Präsidenten,  sein 
Sohn,  seine  Nichte  und  mehrere  Cousins  kandidierten  erfolgreich. 
Unabhängige  Wahlbeobachter  erklärten,  es  habe  zahlreiche 
Unregelmässigkeiten gegeben. Die Wahlen seien nicht  fair  gewesen. 
Viele  tamilische  Flüchtlinge  hätten  ihr  Wahlrecht  nicht  ausüben 
können.  Im  Norden  und  Osten  seien  tamilische  Wähler 
eingeschüchtert  worden  (vgl.  Neue  Zürcher  Zeitung  vom  9. April 
2010).  Die  weitere  Entwicklung  der  allgemeinen  Lage  in  Sri  Lanka 
muss  als  vollkommen  offen  bezeichnet  werden.  Insbesondere  ist 
unklar, wie die Regierung mit den ehemaligen Angehörigen der LTTE 
oder  Personen,  welche  als  solche  verdächtigt  werden,  umgeht 
beziehungsweise  weiter  umgehen  wird.  Ende  Mai  2010  sind  zwar 
ehemalige  LTTE-Kindersoldaten  aus  den  Rehabilitationszentren 
entlassen  worden  sowie  auch  einige  Erwachsene,  welche  die 
Rehabilitationsprogramme  abgeschlossen  haben  und  nicht  mehr 
länger als Risiko betrachtet  wurden. Nichtsdestotrotz  wurden im Mai 
2010 immer noch rund 9000 ehemalige vermeintliche LTTE-Mitglieder 
in  geschlossenen  Camps  festgehalten,  wo  sie  kein  Zugang  zu 
Anwälten,  Familie,  dem  Internationalen  Komitee  vom  Roten  Kreuz 
(IKRK)  oder  anderen  Schutzinstitutionen  haben  und  unklar  ist,  was 
innerhalb dieser illegalen Haftzentren passiert  (vgl.  UNHCR  Eligibility 
Guidelines for  Assessing  the  International  Protection  Needs  of 
Asylum-Seekers  from  Sri  Lanka;  5. Juli  2010  S. 3  ff.;  International 
Crisis Group, Sri Lanka: A Bitter Peace, Asia Briefing N°99, 11. Januar 
2010, S. 8). Notstandsgesetze (Emergency Rules) und das Anti-Terror-
Gesetz  (Prevention  of  Terrorism  Act)  sind  noch  immer  in  Kraft  und 

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ermöglichen  es  der  Regierung,  ungehindert  gegen  oppositionelle 
Stimmen im Land vorzugehen (International Crisis Group, Sri Lanka: A 
Bitter Peace, Asia Briefing N°99, 11. Januar 2010). Tamilen aus dem 
Norden und Osten sind dabei in erhöhtem Masse gefährdet, Opfer von 
Menschenrechtsverletzungen zu werden.

6.2.3 Der Beschwerdeführer ist tamilischer Herkunft und stammt aus 
Z._______ (Jaffna). Er  hat  bis  auf  einen kurzen Aufenthalt  im Jahre 
1986  in  Finnland  immer  in  der  Nordprovinz  gelebt.  Wie  vorstehend 
(E. 5)  dargelegt  wurde,  ist  seine  Aussage,  wonach  er  von  der  sri-
lankischen Armee verfolgt  wurde,  weil  diese auf  seinem Grundstück 
Waffen  gefunden  hat,  als  glaubhaft  zu  werten.  Angesichts  der  be-
schriebenen Situation  in Sri Lanka, kann auch im heutigen Zeitpunkt 
nicht davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer keine 
ernsthaften  Nachteile  mehr  drohen.  Vielmehr  muss  angenommen 
werden,  dass  der  Beschwerdeführer,  als  Angehöriger  von  LTTE-
Mitgliedern  und  aufgrund  der  Inhaftierungen  durch  die  Sicherheits-
kräfte in den Jahren 1999 und 2001 wegen des Verdachts, die LTTE 
unterstützt  zu haben,  registriert  ist  und deshalb das Augenmerk der 
Behörden  in  besonderem  Mass  auf  sich  zieht.  Unter  diesen  Um-
ständen  ist  das  Risiko  des  Beschwerdeführers,  nach  langjähriger 
Landesabwesenheit bei der Einreise oder an einem der Kontrollpunkte 
der Polizei  oder der Armee festgenommen und aufgrund seiner Vor-
geschichte in Haft genommen zu werden, als erheblich einzuschätzen. 
In  Anbetracht  des  Grundsatzes,  wonach  Personen,  die  bereits  Ver-
folgung  erlitten  haben,  eine  ausgeprägtere  subjektive  Furcht  zu-
gestanden wird, und die vom Beschwerdeführer geäusserte Furcht – 
aufgrund der anhaltend schlechten Menschenrechts- und Sicherheits-
lage für  Tamilen aus dem Norden im Land – auch objektivierbar ist, 
muss ihm eine begründete Furcht,  auch künftig  ernsthafte Nachteile 
zu erleiden, auch aus heutiger Sicht zuerkannt werden (vgl. EMARK 
2005  Nr. 21  E 7.1.  S. 193;  EMARK  2004  Nr.  1  E.  6a-b  S. 9 f.,  mit 
weiteren Hinweisen).

7.
7.1 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  vom Beschwerde-
führer zur Begründung seines Asylgesuches geltend gemachte Sach-
verhalt glaubhaft ist und er aufgrund desselben, die Voraussetzungen 
für  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG erfüllt. Da den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen sind, 
die auf das Vorliegen von Ausschlussgründen im Sinne von Art. 52 ff. 

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AsylG hindeuten, ist ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren (vgl. Art. 49 
AsylG).

7.2 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die an-
gefochtene Verfügung des Bundesamtes vom 14. März 2008 Bundes-
recht  verletzt.  Die  Beschwerde  ist  demnach  gutzuheissen,  die  an-
gefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  das  Bundesamt  anzuweisen, 
dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 

8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.2 Dem Beschwerdeführer ist  – als vollständig obsiegende Partei  – 
für die ihm im Beschwerdeverfahren erwachsenen notwendigen Kosten 
eine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (vgl.  Art. 7  Abs. 1  des 
Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  vom  21. Februar  2008  [VGKE,  SR 173.320.2]). 
Seitens der Rechtsvertretung wurde keine Kostennote eingereicht. Auf 
die Nachforderung einer solchen kann indes verzichtet werden, da im 
vorliegenden  Verfahren  der  Aufwand  für  das  Beschwerdeverfahren 
zuverlässig abgeschätzt werden kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In 
Anwendung  der  genannten  Bestimmung  und  unter  Berücksichtigung 
der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art.  8 ff. VGKE) ist das 
Bundesamt  mithin  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 1'380.-- auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung vom 14. März 2008 wird aufgehoben und das BFM wird 
angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Das  BFM  wird  angewiesen  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 1'380.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Bei-
lagen: angefochtene Verfügung im Original, Diagnosis Ticket)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

Seite 20