# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0da3f48-e6e0-533a-9b0a-9becf652f11e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.05.2016 UV 2014/95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-95_2016-05-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/95

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.05.2016

Entscheiddatum: 02.05.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 02.05.2016
Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen für eine Listenverletzung nach Art. 
9 Abs. 2 lit. f UVV (Sehnenrisse) (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 2. Mai 2016, UV 2014/95).Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_358/2016.Entscheid vom 2. Mai 2016

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers ; Gerichtsschreiberin Della Batliner

Geschäftsnr.

UV 2014/95

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.       

A.___, bei Status nach Handgelenksarthrodese rechts nach Trümmerfraktur 

teilberenteter Carrosseriespengler (Pensum 50%), war über seine Arbeitgeberin, die 

B.___ AG, bei der Suva gegen die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten versichert. Im Mai 2013 hatte er sich eine Achillessehnenruptur 

zugezogen, welche im Februar 2014 operativ saniert wurde. Seit Herbst 2013 hatte 

sich zudem eine psychiatrische Problematik gezeigt, welche fachärztlicher Behandlung 

bedurfte. Zufolge dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen war der Versicherte 

vollständig arbeitsunfähig geschrieben und bezog Leistungen der Suva und der Swica 

(vgl. zum Ganzen: Suva-act. 1, 2, 12, 13, 21 und 22). Am 17. September 2014 fand im 

Zusammenhang mit der Achillessehnenverletzung eine Besprechung zwischen einem 

Aussendienstmitarbeiter der Suva und dem Versicherten statt, wobei dieser erwähnte, 

dass er sich höchstwahrscheinlich die Bizepssehne gerissen habe (Suva-act. 14). Am 

6. Oktober 2014 teilte er der Suva telefonisch mit, er sei wegen der 

Bizepssehnenverletzung am 10. September 2014 bei seinem Hausarzt gewesen, 

welcher ihn zum Röntgen ins Spital C.___ geschickt habe. Am 14. Oktober 2014 werde 

ein MRI im Spital D.___ gemacht (Suva-act. 8). Die Arbeitgeberin meldete der Suva am 

7. Oktober 2014 ein Ereignis vom 25. August 2014 (Riss Oberarm links [Suva-act. 2; 

Schadennummer XXXXXX]). Am 20. Oktober 2014 meldete das Spital C.___ dem 

Hausarzt, dass die MRI-Beurteilung eine anteriore subluxierte und fasrig partiell 

rupturierte lange Bizepssehne zeige (Suva-act. 13). Eine Suva-Mitarbeiterin hielt am 24. 

Oktober 2014 als Ergebnis einer Besprechung mit Kreisarzt Dr. med. E.___ fest, die 

Diagnose Bizepssehnenluxation stelle keine unfallähnliche Körperschädigung dar 

(Suva-act. 15).

B.       

Bezüglich der Ursache der Bizepssehnenverletzung hatte der Aussendienstmitarbeiter 

im Bericht über die Besprechung vom 17. September 2014 festgehalten, dem 

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Versicherten sei kein Ereignis erinnerlich; wahrscheinlich sei sie Folge der 

Überbelastung durch den (im Anschluss an die Achillessehnenverletzung erforderlichen 

mehrmonatigen) Gebrauch von Gehstöcken (Suva-act. 14). Diese Vermutung äusserte 

der Versicherte gemäss Vorgangsnotiz vom gleichen Tag auch gegenüber dem 

Sachbearbeiter der Swica (Suva-act. 21). In der Schadenmeldung der Arbeitgeberin 

vom 7. Oktober 2014 wurde dagegen von einer Zerrung in Schulter und Oberarm durch 

Hochheben des Grosskindes berichtet (Suva-act. 2). Dass sich der kleine Enkel in den 

Arm des Versicherten geworfen habe und die Verletzung so entstanden sei, hielt auch 

der erstbehandelnde Hausarzt, Dr. med. F.___, Allgemeinmediziner FMH, im 

Arztzeugnis UVG vom 21. Oktober 2014 fest (Suva-act. 17). Gemäss Telefonnotiz der 

bereits erwähnten Suva-Mitarbeiterin vom 6. Oktober 2014 hatte der Versicherte selbst 

seine Aussage gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter, wonach ihm kein Ereignis 

erinnerlich sei, dahingehend korrigiert, dass die Verletzung beim Hochheben des 

Enkelkindes entstanden sei (Suva-act. 8). In einer weiteren Telefonnotiz vom 29. 

Oktober 2014 hielt die Suva-Mitarbeiterin als Ursache nochmals das Hochheben des 

Enkelkindes fest (Suva-act. 18). Die dabei offenbar anwesende Tochter des 

Versicherten bestätigte den Sachverhalt gegenüber der Suva mit einem Schreiben vom 

nämlichen Tag (Suva-act. 19).

C.       

Mit Verfügung vom 3. November 2014 lehnte es die Suva ab, Versicherungsleistungen 

für den Schaden im Bereich der linken Schulter zu erbringen. Es sei auf die gegenüber 

dem Suva-Aussendienstmitarbeiter gemachten Aussagen - kein Ereignis erinnerlich - 

abzustellen. Somit seien keine Unfallfolgen nachgewiesen. Und es liege auch keine 

unfallähnliche Körperschädigung vor (Suva-act. 23). Eine hiergegen auf der Agentur 

G.___ in H.___ mündlich erhobene Einsprache vom 4. November 2014, womit der 

Versicherte unter nochmaliger Schilderung des Vorfalls mit dem Enkelkind die 

Übernahme des Schadenereignisses vom 25. August 2014 anbegehrte (Suva-act. 25 

f.), wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 12. November 2014 ab (Suva-act. 30). 

Am 17. November 2014 wurde der Versicherte im Spital C.___ bei einer 

diagnostizierten posttraumatischen anterokranialen Rotatorenmanschettenläsion mit 

Bizepssehnenluxation Schulter links einer arthroskopischen transossären Suturebridge-

Rekonstruktion, einer Bizepstenotomie und einer subacromialen Dekompression 

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unterzogen (Suva-act. 43). Der Operateur, Dr. med. I.-___, Arzt m.b.F. Orthopädie, hielt 

fest, dass die luxierte Bizepssehne mit der arthroskopisch frischen Subscapularissehne 

seines Erachtens für das traumatische Ereignis der Läsion spreche und dieses 

bestätige.

D.       

Mit Beschwerde vom 12. Dezember 2014 beantragt der Versicherte die Aufhebung des 

Einspracheentscheides und die Gewährung der gesetzlichen Leistungen für die 

Beschwerden in der linken Schulter durch die Unfallversicherung (act. G1). Am 13. 

Dezember 2014 reichte er als Beweismittel den erwähnten Operationsbericht von Dr. 

F.___ vom 26. November 2014 nach (act. G2 samt Beilage [= Suva-act. 43]). Mit 

Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2015 beantragt die Suva die Abweisung der 

Beschwerde (act. G4). Mit Replik vom 20. Februar 2015 hält der Beschwerdeführer an 

seinem Antrag fest (act. G6). Die Suva hat auf eine Duplik verzichtet. Auf die 

Begründung der einzelnen Rechtsschriften wird - soweit erforderlich - in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.        

Die Suva hat ihre Weigerung, für das geltend gemachte Ereignis vom 25. August 2014 

Leistungen zu erbringen, in erster Linie mit dem Aussageverhalten des 

Beschwerdeführers begründet. Dessen vom Aussendienstmitarbeiter wiedergegebene 

Aussage, er erinnere sich keines Ereignisses, sondern vermute eine Überbelastung 

durch langwierigen Gehstockgebrauch als Ursache für die Verletzung an der linken 

Schulter, hat sie mit Hinweis auf die Rechtsprechung zum grösseren Beweiswert der 

Aussage der ersten Stunde gegenüber späteren Darstellungen, die bewusst oder 

unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 

beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen), als bezüglich des 

Sachverhalts massgeblich und glaubwürdig erachtet. Die Schilderung, die Verletzung 

sei beim Hochheben des Enkelkindes aufgetreten, hat die Suva verworfen, indem sie 

sich auf verschiedene Widersprüchlichkeiten und Ungenauigkeiten berief. In der Tat 

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sind die Aussagen des Beschwerdeführers zum Zustandekommen der 

Bizepssehnenverletzung, so wie sie in den Akten - soweit ersichtlich ausschliesslich 

von Dritten und nicht vom Beschwerdeführer selbst - wiedergegeben sind, nicht 

übereinstimmend. Dabei gilt es aber folgendes zu beachten: Die Besprechung mit dem 

Aussendienstmitarbeiter der Suva, anlässlich welcher der Beschwerdeführer besagte 

Vermutung über die Schadensursache (Überlastung durch Gehstock-gebrauch) 

offenbar geäussert hatte, fand (wie übrigens auch das - gleichlautende - Telefonat mit 

dem Swica-Sachbearbeiter) dreieinhalb Wochen nach dem geltend gemachten Vorfall 

mit dem Enkelkind statt und betraf den Schadenfall Nr. XXXXXX, also die 

Achillessehnenruptur und den diesbezüglichen Heilungsverlauf mehrere Monate nach 

der Sanierungsoperation. Die neue Verletzung war damals nur insofern relevant, als sie 

den Beschwerdeführer hinderte, die mit Blick auf die Achillessehnenverletzung 

bevorstehende Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit umzusetzen. Wie der Bericht der 

Sozialarbeiterin der kantonalen psychiatrischen Dienste Nord vom 6. Oktober 2014 

belegt, war der Beschwerdeführer in jener Zeit durch psychosoziale Faktoren im 

Zusammenhang mit der vorgesehenen Rückkehr an seine Arbeitsstätte sowie durch die 

neue Verletzung enorm belastet (Suva-act. 1). Unter solchen Umständen erscheint es 

zumindest nicht abwegig, wenn der Beschwerdeführer zuerst eine - möglicherweise 

falsche - Schadensursache benannte. Seiner späteren Darstellung mit dem Hochheben 

des Enkelkindes, welche er der für das neue Ereignis (Schadenfall Nr. XXXXXXX) 

zuständigen Suva-Mitarbeiterin aus eigenem Anlass im Sinn einer Korrektur mitteilte, 

welche er im Übrigen auch gegenüber den behandelnden Ärzten gleichartig schilderte 

(allen voran bereits gegenüber Hausarzt Dr. F.___ [vgl. Überweisungsschreiben vom 18. 

September 2014; Suva-act. 22]) und welche schliesslich von der Tochter bestätigt 

wurde, ohne weitere Anhaltspunkte die Glaubwürdigkeit abzuerkennen und sie als von 

versicherungsmässigen Überlegungen getragene Falschaussage zu qualifizieren, würde 

jedenfalls als unverhältnismässig erscheinen. Dies namentlich vor dem Hintergrund, 

dass die Beweismaxime der Aussage der ersten Stunde keine förmliche Beweisregel 

darstellt, sondern lediglich eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu 

berücksichtigende Entscheidungshilfe (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 

2009, 8C_319/2009, E. 2). Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass sich der 

Beschwerdeführer die Schulterverletzung links am 25. August 2014 beim Hochheben 

seines Enkelkindes zugezogen hat.

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2.        

Damit stellt sich die Frage, ob ein Unfall oder, hier - nachdem der seitens der Suva in 

der Beschwerdeantwort vertretenen Auffassung, das genannte Ereignis stelle keinen 

solchen dar, offensichtlich beizupflichten ist - einzig interessierend, ob eine den 

Unfällen gleichgestellte unfallähnliche Körperschädigung vorliegt. Nach Art. 6 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) in Verbindung mit 

Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) sind 

folgende, abschliessend aufgeführte Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig 

auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne 

ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt: Knochenbrüche (lit. a), 

Verrenkungen von Gelenken (lit b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), 

Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und 

Trommelfellverletzungen (lit. h). Praxisgemäss müssen mit Ausnahme der 

Ungewöhnlichkeit auch bei unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen 

Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein, um eine Leistungspflicht der 

Unfallversicherung zu begründen (BGE 129 V 467 E. 2.2), das heisst, es muss sich um 

eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines äusseren Faktors auf 

den menschlichen Körper handeln (vgl. Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Besondere 

Bedeutung kommt dabei der Voraussetzung des äusseren Ereignisses zu, das heisst 

eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben 

unfallähnlichen Vorfalles. Wo ein solches Ereignis nicht stattgefunden hat, und sei es 

auch nur als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV aufgezählten 

Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte 

Gesundheitsschädigung vor, für welche die obligatorische Unfallversicherung in 

Abgrenzung zur Krankenversicherung nicht aufzukommen hat (a.a.O. mit Hinweis auf 

RKUV 2001 Nr. U 435 S. 333 E. 2c). Der Beschwerdeführer hat den auf ihn 

zurennenden Enkel mit den Armen aufgefangen und hochgehoben. Dabei habe es ihm, 

wie der erstbehandelnde Hausarzt Dr. F.___ im Arztzeugnis UVG vom 21. Oktober 2014 

(Suva-act. 17) festgehalten hat, einen sofortigen heftigen „Fitz“ in der linken Schulter 

gegeben und in der Folge seien ausgeprägte schmerzbedingte 

Bewegungseinschränkungen des linken Arms aufgetreten. Es kann nicht gesagt 

werden, dass ein solcher Vorfall mit einem Ereignis vergleichbar ist, bei dem das 

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(erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht 

(vgl. BGE 129 V 470 E. 4.2.2). Vielmehr war mit dem Vorgang, auch wenn es sich beim 

Enkel noch um ein Kleinkind gehandelt hat, eine bei einer blossen Lebensverrichtung 

nicht vorkommende Dynamik und ein vermehrter Kraftaufwand verbunden, weshalb 

ihm ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotential nicht abgesprochen werden kann. 

Damit aber fällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für eine unfallähnliche 

Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV (Sehnenrisse) grundsätzlich in 

Betracht.

3.        

Zu prüfen bleibt, ob sich der Beschwerdeführer beim Ereignis vom 25. August 2014 

einen Sehnenriss im Sinn der genannten Bestimmung zugezogen hat. Der 

erstbehandelnde Dr. F.___ erhob am 10. September 2014 laut dem bereits erwähnten 

Arztzeugnis UVG vom 21. Oktober 2014 (Suva-act. 17) den Verdacht auf eine 

traumatische Rotatorenmanschettenläsion Schulter links mit Bizepssehnenruptur. Der 

Hausarzt ging also von einem Riss aus, was der Beschwerdeführer so am 17. 

September 2014 dem Aussendienstmitarbeiter der Suva kommunizierte (Suva-act. 14) 

und was auch im Überweisungsschreiben vom 18. September 2014 an die Orthopädie 

des Spitals C.___ so festgehalten wurde, allerdings mit dem Hinweis auf eine am 

ehesten degenerativ bedingte Pathologie (Suva-act. 22). Im Sprechstundenbericht des 

dortigen Arztes Dr. F.___ vom 3. Oktober 2014 wurde nebst Statusbefunden ein 

Verdacht auf Rotatorenmanschettenläsion bei vermutlich doch traumatischer 

Bizepssehnenruptur Schulter links diagnostiziert (Suva-act. 12). Im gleichentags 

erhobenen Röntgenbefund waren allerdings nur initiale degenerative Veränderungen im 

Ansatzbereich der Supraspinatussehne am Tuberculus majus zu erkennen (Bericht des 

Radiologen Dr. med. J.___, Spital C.___, vom 3. Oktober 2014 [Suva-act. 11]). Der 

Verdacht schien sich dann aber mit dem im Spital D.___ erhobenen MRI-Befund (MR-

Arthrographie Schulter links vom 14. Oktober 2014) zu bestätigen: Vollständige Ruptur 

der langen Bizepssehne mit medialisiertem proximalen Sehnenstumpf und 

längsgespaltetem retrahierten Sehnenanteil im Sulcus intertubercularis. Erhebliche 

Tendinose und Verdacht auf kleine Sehnenverkalkung der Supraspinatussehne mit 

hochgradiger gelenkseitiger Partialruptur und kurzstreckiger transmuraler Ruptur an der 

Fussplatte. Begleitende Tendinose der Subscapularissehne mit Partialruptur der 

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kranialen Sehnenanteile einschliesslich des anterioren Rotatorenintervalls. SLAP-

Läsion. Aktivierte hypertrophe AC-Arthrose mit ossär bedingter Einengung des 

Subakromialraumes (Suva-act. 10). Gemäss Beurteilung von Dr. F.___ zeigte das MRI 

jedoch eine anteriore subluxierte und fasrig partiell rupturierte lange Bizepssehne. 

Diese reite auf der partiell tendinopathisch veränderten Subscapularissehne, 

gegebenfalls bereits mit kranialer Partialläsion. Sicher auch vorliegend (sei eine) 

posteriore Pulley-Läsion eingehend in eine anteriore komplette Ruptur der 

Supraspinatussehne. Er diagnostizierte eine posttraumatische Luxation der langen 

Bizepssehne und eine Partialläsion mit begleitender Tendinopathie der kranialen 

Subscapularissehne und anteriorer Läsion der Supraspinatussehne Schulter links und 

stellte die Indikation zur arthroskopischen Revision. Die Situation sei während des 

Eingriffs zu beurteilen und zu bestätigen (Suva-act. 13). Kreisarzt Dr. E.___ hielt hierzu 

am 24. Oktober 2014 fest, gemäss MRI-Befund handle es sich um die Diagnose einer 

unfallähnlichen Körperschädigung. Die von Dr. F.___ diagnostizierte 

Bizepssehnenluxation entspreche dagegen keiner unfallähnlichen Körperschädigung 

(Suva-act. 15). In BGE 114 V 306 E. 5c hat das damalige Eidgenössische 

Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts) festgehalten, dass sich die Leistungspflicht der obligatorischen 

Unfallversicherung für unfallähnliche Körperschädigungen aufgrund von Art. 9 Abs. 2 

lit. f UVV nach Sinn und Zweck dieser Vorschrift streng auf Sehnenrisse beschränke. 

Ausgeschlossen sei insbesondere der Einbezug einer übrigen Sehnenpathologie, 

einschliesslich der Krankheiten des Begleitgewebes. Weil sich die partiellen 

Sehnenrisse in der Regel klinisch nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen 

(Tendinitis, Peritendinitis, Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden liessen, falle 

eine Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die 

Teilruptur als solche medizinisch eindeutig sei, dies entweder intraoperativ oder durch 

Kontrastmitteldarstellung. Könne dieser Nachweis nicht erbracht werden, so habe der 

Leistungsansprecher die Folgen zu tragen. Diese Rechtsprechung wurde mit Entscheid 

U 441/99 vom 29. August 2000, E. 4 mit Hinweisen bestätigt. Dr. F.___ hat wie erwähnt 

eine Bestätigung der gestellten Diagnose intraoperativ in Aussicht gestellt. Im 

Operationsbericht vom 26. November 2014 hielt er folgendes fest: „Intraartikulär 

besteht glenoidalseits eine zweitgradige, humeral eine erstgradige Chondropathie. 

Anterior luxierte, deutlich fasrig veränderte arrodierte Bizepssehne, der Defekt hat zu 

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einer kranialen, gelenkseitigen Läsion der Subscapularissehne geführt (Lafosse 2). Über 

die kraniale Pulley-Läsion geht der Defekt in eine Läsion der kompletten 

Supraspinatussehne ohne relevante Retraktion über (…). Die luxierte Bizepssehne mit 

der arthroskopisch frischen Subscapularissehne spricht (für) und bestätigt meines 

Erachtens das traumatische Ereignis der Läsion.“ Abschliessend führte Dr. F.___ aus: 

„Von operativer Seite besteht in Bezug auf die Unfallkausalität eine klare Anamnese mit 

dem im Sprechstundenbericht beschriebenen Schulterdistorsionsereignis vom August 

2014. Der radiologische Befund mit sehr guter Muskelqualität (und) dem 

wellenförmigen Kinking der Supraspinatussehnenläsion übergehend in die 

Subscapularissehnenläsion bei frischem intraoperativem Sehnendefekt als auch 

anteroluxierter Bizepssehne als Ursache für die Subscapularissehnenläsion bei Pulley-

Läsion sprechen für ein traumatisches Ereignis.“ Dies sei - so der Oberarzt mit 

besonderen Funktionen Orthopädie - überwiegend wahrscheinlich mit dem Ereignis 

vom (25.) August (2014) in Verbindung zu setzen. Ob mit dieser intraoperativen 

Erkenntnis von Dr. F.___ eine Listenverletzung gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV in Sinne 

der genannten bundesgerichtlichen Vorgabe rechtsgenüglich nachgewiesen und also 

von der obligatorischen Unfallversicherung zu übernehmen ist, entzieht sich juristischer 

Beurteilung. Hierfür ist der medizinische Sachverstand eines Schulterspezialisten 

gefragt. Kreisarzt Dr. E.___ hat sich zu dieser Frage nicht geäussert, weil ihm der 

Operationsbericht, der erst nach Verfügungserlass vorgelegen hatte, gar nie 

unterbreitet wurde. Eine andere insbesondere spezialärztliche Beurteilung hat die Suva 

nicht eingeholt. Dies wird sie nachzuholen und bezüglich ihrer Leistungspflicht neu zu 

verfügen haben. Die Sache ist ihr dafür in entsprechender Gutheissung der 

Beschwerde und Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. 

November 2014 zurückzuweisen.

4.        

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der in eigener Sache 

prozessierende, nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung.

Entscheid

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1.     

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 

12. November 2014 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird, damit diese weitere medizinische Abklärungen im Sinn der 

Erwägung veranlasse und danach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers 

neu verfüge.

2.     

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.05.2016
	Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen für eine Listenverletzung nach Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV (Sehnenrisse) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Mai 2016, UV 2014/95).Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_358/2016.Entscheid vom 2. Mai 2016

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