# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32725d03-62b8-5c27-913c-2648f08f1faa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2020 C-2237/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2237-2020_2020-05-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-2237/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter Beat Weber, 

Gerichtsschreiberin Tatjana Bont. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Schweizerischer Bundesrat,  

Bundeshaus West, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Epidemiengesetz; Verordnung 2 über Massnahmen zur  

Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) in der Fassung 

vom 27. April 2020. 

 

 

 

C-2237/2020 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass der Schweizerische Bundesrat gestützt auf Art. 7 des Bundesgeset-

zes über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epi-

demiengesetz, EpG, SR 818.101) am 16. März 2020 die Verordnung 2 

über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19; vorlie-

gend anwendbar in ihrer Fassung gemäss Änderung vom 22. April 2020, 

AS 2020 1333 [in Änderung der COVID-19-Verordnung 2 vom 13. März 

2020]; in Kraft seit 27. April 2020, 0:00 Uhr; nachfolgend: COVID-19-Ver-

ordnung 2) erlassen hat, 

dass A._______ (Beschwerdeführer) gegen die Covid-19-Verordnung 2 am 

27. April 2020 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat 

mit den Anträgen, es seien insbesondere Art. 5 (Schliessung von Schulen, 

Hochschulen und weiteren Ausbildungsstätten), Art. 6 (Verbot von Veran-

staltungen und Schliessung öffentlich zugänglicher Einrichtungen) sowie 

Art. 7c (Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum) per 

sofort aufzuheben, allenfalls seien sie bei Notwendigkeit durch Massnah-

men zu ersetzen, welche gezielt die Risikogruppen schützten, ohne den 

Rest der Bevölkerung im täglichen Leben zu beeinträchtigen (Beschwer-

deakten [B-act. 1]),  

dass der Beschwerdeführer seiner Beschwerde den «Eilantrag: Anpas-

sung der am 16. April 2020 verkündeten Vorgehensweise in Bezug auf die 

Covid-19-Verordnung 2 vom 13. März 2020 anhand strikter Wissenschaft-

lichkeit und Fakten-Evidenz» an den Schweizerischen Bundesrat vom 27. 

April 2020 beilegte (B-act. 1 Beilage 1),  

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 VGG Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt,  

dass als Anfechtungsobjekt einer Beschwerde eine individuell-konkrete 

Anordnung erforderlich ist und zur Beurteilung, ob eine individuell-konkrete 

Anordnung vorliegt, allein der materielle Verfügungscharakter entschei-

dend ist (vgl. BGE 133 II 450 E. 2.1 m.H.; BVGE 2008/17 E. 1), 

dass der Beschwerdeführer nicht geltend macht, gegen ihn sei eine indivi-

duell-konkrete Anordnung bzw. Verfügung erlassen worden, 

dass Bundeserlasse, insbesondere auch Verordnungen des Bundesrates, 

nicht selbstständig angefochten werden können, weil sie generell-abs-

trakte Regelungen enthalten, für welche die Verwaltungsrechtspflege im 

C-2237/2020 

Seite 3 

Verfahren nach VwVG bzw. VGG eine abstrakte Normenkontrolle nicht vor-

sieht (Urteil des BVGer C-1031/2012 vom 7. Mai 2014 E. 8.3 m.w.H.; BEN-

JAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2019, N 24 zu Art. 49 

VwvG sowie FN 146; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜH-

LER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die 

Anwaltspraxis, Bd. X, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.14 sowie FN 47 m.w.H.),  

dass Gegenstand einer abstrakten Normenkontrolle durch das Bundesge-

richt ausschliesslich kantonale Erlasse (worunter auch kommunale Erlasse 

und rechtssetzende inner- und interkantonale Verträge fallen) sind (Art. 82 

Bst. b BGG; Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten; vgl. 

dazu auch ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER/DANIELA 

THURNHERR, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 9. Aufl. 2016, 

Rz. 1953 ff.; HEINZ AEMISEGGER/KARIN SCHERRER REBER, Bundesgerichts-

gesetz, Basler Kommentar, NN. 23 ff. zu Art. 82 BGG), 

dass Verordnungen des Bundesrates als generell-abstrakte Rechtsnormen 

des Bundes von den Rechtsanwendungsbehörden ausschliesslich im Rah-

men einer vorfrageweisen Überprüfung auf ihre Vereinbarkeit mit höher-

rangigem Recht (akzessorische, inzidente oder konkrete Normenkontrolle) 

geprüft werden können bzw. müssen (BGE 133 II 450 E. 2.1 m.w.H.; BVGE 

2011/61 E. 5.4.2.1), 

dass demnach bundesrechtliche Erlasse im Gegensatz zu Verfügungen 

(Art. 35 Abs. 1 VwVG) kein taugliches Anfechtungsobjekt der Beschwerde 

an das Bundesverwaltungsgericht bzw. Bundesgericht bilden, sondern viel-

mehr nur (in den Grenzen von Art. 190 BV) im konkreten Anwendungsfall 

vorfrageweise überprüft werden können (BGE 131 II 735 E. 4.1; FELIX UHL-

MANN, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, 

N 46 zu Art. 5 VwVG), 

dass es sich bei der COVID-19-Verordnung 2 um eine (unselbständige) 

bundesrätliche Verordnung handelt, welche nicht beim Bundesverwal-

tungsgericht im Rahmen des abstrakten Normenkontrollverfahrens über-

prüft werden kann,  

dass der Beschwerdeführer – wie oben erwähnt – keine individuell-kon-

krete Anordnung gegen seine Person bezeichnet hat und er demnach die 

COVID-19-Verordnung 2 im Rahmen einer abstrakten Normenkontrolle 

C-2237/2020 

Seite 4 

durch das Bundesverwaltungsgericht überprüft haben möchte, welche in-

des – entsprechend dem vorstehend Dargelegten – offensichtlich ausser 

Betracht fällt, 

dass die COVID-19-Verordnung 2 entgegen dem Antrag des Beschwerde-

führers (auf Aufhebung insbesondere der Art. 5, 6 und 7c, andernfalls Er-

satz durch geeignetere Massnahmen zum Schutz der Risikogruppen ohne 

Einschränkung der restlichen Bevölkerung) nicht einer abstrakten Normen-

kontrolle durch das Bundesverwaltungsgericht unterliegt,  

dass demnach bereits mangels (zulässigen) Anfechtungsobjektes auf die 

Beschwerde vom 27. April 2020 nicht einzutreten ist,  

dass es nach dem Gesagten offensichtlich an einem zulässigen Anfech-

tungsobjekt und an der sachlichen Zuständigkeit des Bundesverwaltungs-

gerichts fehlt, weshalb im einzelrichterlichen Verfahren auf die Beschwerde 

nicht einzutreten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG), 

dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 57 Abs. 1 VwVG eine nicht zum 

Vornherein unzulässige oder unbegründete Beschwerde der Vorinstanz 

und allfälligen Gegenparteien des Beschwerdeführers oder anderen Betei-

ligten zur Kenntnis bringt,  

dass sich nach dem Gesagten die Beschwerde als zum Vornherein unzu-

lässig erweist, weshalb kein Schriftenwechsel zu eröffnen ist, 

dass trotz Unterliegens des Beschwerdeführers in Anwendung von Art. 6 

Bst. a des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) keine Verfahrenskosten 

zu erheben sind, 

dass der obsiegende Bundesrat als Bundesbehörde keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung hat (Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE) 

und somit keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.  

 

 

  

C-2237/2020 

Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– den Bundesrat (Gerichtsurkunde; Beilage: Kopie der Beschwerde-

schrift vom 27. April 2020 inkl. Beilage) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Beat Weber Tatjana Bont 

 

  

C-2237/2020 

Seite 6 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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