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**Case Identifier:** 3d79a37f-8090-5ec1-adb2-6019a023d753
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.09.2019 200 2018 640
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-640_2019-09-05.pdf

## Full Text

200 18 640 IV
SCJ/ISD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. September 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Juli 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1985 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 19. November 2013 unter Hinweis auf eine Multiple Skle-
rose (MS)-Erkrankung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zur 
Früherfassung an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin], Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB traf in der Folge medizinische und be-
rufliche Abklärungen, sprach der Versicherten verschiedene berufliche 
Massnahmen sowie ein Taggeld zu und veranlasste eine erste bidisziplinä-
re neurologisch-psychiatrische Begutachtung (Gutachten vom 8. Septem-
ber 2014 [AB 45.1]) sowie eine nochmalige Begutachtung (Gutachten vom 
21. November 2017 [AB 125.1]). Gestützt darauf und nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 128, 134) sprach die IVB mit Verfügung vom 
31. Juli 2018 (AB 150) rückwirkend ab dem 1. Juli 2017 bei einem IV-Grad 
von 50 % eine halbe Rente zu.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 11. September 2018 Beschwerde und stellte 
folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 31. Juli 2018 sei 
aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin rückwirkend per 
1. Juli 2017 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.

2. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Beschwerdever-
fahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

3. Der unterzeichnende Anwalt sei der Beschwerdeführerin als amt-
licher Rechtsbeistand beizuordnen.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2018 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Schreiben vom 23. Oktober 2018 verzichtete die Beschwerdeführerin 
auf die Erstattung einer Replik und reiche eine Kostennote ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Juli 2018 (AB 150). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi-
cherung und dabei insbesondere die von der Beschwerdeführerin bean-
tragte Ausrichtung einer ganzen IV-Rente ab dem 1. Juli 2017.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

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und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1

3.1.1 In der angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 2018 (AB 150) stützte 
sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das zweite bidisziplinäre 
Gutachten der Dres. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-

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chotherapie, und D.________, Facharzt für Neurologie, vom 21. November 
2017 (AB 125.1). 

Der neurologische Gutachter diagnostizierte mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine schubförmig remittierende Multiple Sklerose (ES 02/13, 
ED 10/13, behandelt mit Betaferon seit Dezember 2013 und Gylenia seit 
11/2015) mit: Fatigue, diskreten bis leichten kognitiven Störungen, links 
und beinbetonter Tetraparese und leichter Urge-Symptomatik. In der Zwi-
schenzeit sei es zu weiteren Schüben gekommen. Der Neurostatus sei im 
Wesentlichen unverändert, während die Fatigue mit erhöhtem Erholungs-
bedarf und geringerer Belastung glaubhaft zugenommen habe. Die Beein-
trächtigungen aufgrund der Krankheit seien mässig bis mittelstark und be-
träfen nicht nur die Arbeitsfähigkeit, sondern auch den Haushalt und die 
Freizeitgestaltung. Aus neurologischer Sicht sei die angestammte Tätigkeit 
als … wegen der linksbetonten Schwäche und der Ungeschicklichkeit nicht 
mehr möglich. Anlässlich der Vorbegutachtung im Jahr 2014 habe noch auf 
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten, rein sitzenden Tätig-
keit, z.B. im Büro, geschlossen werden können (vgl. dazu AB 45.1 S. 10). 
In der Zwischenzeit sei es zu einer Verschlechterung gekommen, so dass 
ab dem 1. Januar 2017 in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeits-
fähigkeit von nunmehr 40 % auszugehen sei (S. 16 f.).

Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit (S. 21) rezidivierende depressive Episoden, derzeit leichtgra-
dig ausgeprägt (ICD-10: F33.0), und eine organische affektive Störung bei 
Multipler Sklerose (ICD-10: F06.32). Es bestünden eine leichte Beeinträch-
tigung der Aktivität in der Freizeit, im Beruf, in der Durchhaltefähigkeit und 
in der affektiven Belastbarkeit, eine leicht- bis mittelgradige Beeinträchti-
gung des Selbstwertgefühls und eine mittelgradige Beeinträchtigung der 
Frustrationstoleranz sowie der Ausdauer. Unter Berücksichtigung der funk-
tionellen Beeinträchtigungen, der Ressourcen, des bisherigen Verlaufs, der 
eine Verschlechterung aufweise, der Befunde, der Aktenlage und der An-
gaben der Beschwerdeführerin, müsse aus psychiatrischer Sicht eine Be-
einträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 20 % festgestellt 
werden. Eine höhere Bemessung könne nicht begründet werden. Die Sym-
ptomatik sei im neuropsychiatrischen Grenzbereich angesiedelt. Die Be-

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schwerdeführerin sei in Bezug auf eine Wiedereingliederung in einer kör-
perlich angepassten Tätigkeit zu 20 % beeinträchtigt (S. 26).

Im Rahmen der Konsensbesprechung hielten die Gutachter fest, dass die 
neurologische Beurteilung hinsichtlich der Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit massgeblich sei (S. 27).

3.1.2 In der Stellungnahme vom 24. April 2018 (AB 139 S. 3) führte die 
Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Dr. med. E.________, 
Fachärztin für Neurologie, aus, die gutachterlich beschriebene Arbeits-
fähigkeit von 40 % in einer sitzenden Tätigkeit sei gut nachvollziehbar. So-
wohl die davon abweichende Arbeitsfähigkeitseinschätzung der behan-
delnden Neurologin von August 2017 (ohne dass sich die neurologische 
Situation verschlechtert hätte) als auch die Einschätzung des psychiatri-
schen Dienstes K.________ (bei gleicher Diagnose) seien als unterschied-
liche Einschätzung der Leistungsfähigkeit bei gleichem medizinischen 
Sachverhalt zu werten. Eine divergente Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
zwischen den Gutachtern und den Behandlern lasse sich auch damit er-
klären, dass letztere unter anderem subjektive Faktoren mehr gewichten 
würden, wobei die Gutachter die Fatigue und die verminderte Belastbarkeit 
durchaus als funktionelle Einschränkung berücksichtigt hätten. Schliesslich 
lasse sich die Diskrepanz zum Arbeitspensum von 22 % anlässlich der be-
ruflichen Abklärung aufgrund der medizinischen Einschränkung nicht er-
klären. Möglicherweise sei dies auch mit dem negativen Einfluss der von 
der behandelnden Neurologin erwähnten familiären Schicksalsschläge zu 
erklären. Insgesamt könne am Gutachten festgehalten werden. Eine einfa-
che, vorwiegend sitzende Bürotätigkeit an vier halben Tagen pro Woche 
sollte zumutbar sein und grundsätzlich auch der Arbeitsweg. Günstig sei 
sicher eine ruhigere Tätigkeit im BackOffice, wo sich die Beschwerdeführe-
rin ihre Tätigkeit selber einteilen könne. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

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ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353).

3.3

3.3.1 Das bidisziplinäre Gutachten vom 21. November 2017 (AB 125.1) 
wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) erstellt und die beteiligten 
Experten haben die Beschwerdeführerin in den Fachrichtungen Neurologie 
und Psychiatrie umfassend sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Beschwerden untersucht. Gestützt darauf haben sie die medizinischen Zu-
sammenhänge einleuchtend dargestellt und die gezogenen Schlussfolge-
rungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Die be-
schwerdeweise vorgebrachten Kritik am Gutachten, namentlich unter Be-
zugnahme auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte (vgl. E. 3.3.2 
hiernach) und die Ergebnisse der beruflichen Massnahmen (vgl. E. 3.3.3 

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hiernach), vermag keine konkreten Zweifel an der Schlüssigkeit und 
Vollständigkeit der Expertise zu wecken.

3.3.2 Soweit in der Beschwerde (S. 8) unter Verweis auf die Einschätzun-
gen von Dr. med. F.________, Fachärztin für Neurologie, zuletzt mit Be-
richt vom 8. August 2017 (AB 134 S. 57 ff.), und Dr. med. G.________, 
Praktische Ärztin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie 
M. Sc. H.________, Psychologin, mit Bericht vom 25. August 2017 
(AB 120) die gutachterlichen Schlussfolgerungen zur Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit beanstandet werden, ist darauf hinzuweisen, dass die unter-
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 
(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 
fachmedizinischen Experten anderseits es nicht zulässt, ein medizinisches 
Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandeln-
den Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent-
springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner-
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 
2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). 

Derartige neue Aspekte sind den Einschätzungen der behandelnden Ärzte 
– welche den Gutachtern überdies vorlagen (vgl. AB 125.1 S. 7, 9, 15 f., 
22) – indes nicht zu entnehmen. So hielt der psychiatrische Gutachter 
Dr. med. C.________ fest, dass zum Bericht der Psychologin H.________ 
gerade keine gravierenden Differenzen bestünden (AB 125.1 S. 22), was 
angesichts der übereinstimmenden diagnostischen Verortung der psychia-
trischen Symptomatik gut nachvollziehbar ist. Die Einschätzung der Ar-
beitsunfähigkeit im Bericht vom 25. August 2017 (AB 120 S. 3) entbehrt 
demgegenüber einer nachvollziehbaren Begründung, vermischt psychische 
und fachfremde neurologische Gesichtspunkte und basiert letztlich auf den 
(subjektiven) Leistungen der Beschwerdeführerin anlässlich des Arbeits-
trainings (vgl. dazu E. 3.3.3 hiernach) ohne eine diesbezügliche, fachärztli-
che Plausibilisierung (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 297), weshalb von 
der psychiatrisch-gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht 

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abzuweichen ist. In Bezug auf die psychiatrisch-gutachterliche Einschät-
zung einer um 20 % verminderten Arbeitsfähigkeit (AB 125.1 S. 26) ist fer-
ner eine Prüfung anhand des strukturierten Beweisverfahrens (vgl. BGE 
143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296) entbehrlich, zumal gemäss 
dem gutachterlichen Konsens ohnehin die neurologische Beurteilung der 
funktionellen Leistungsfähigkeit massgebend ist (AB 125.1 S. 27) und den 
psychiatrischen Einschränkungen vorliegend keine entscheidwesentliche 
Bedeutung zukommt. 

Der Bericht von Dr. med. F.________ vom 8. August 2017 (AB 134 
S. 57 ff.) – der den Gutachtern vorlag (vgl. AB 125.1 S. 8) – gibt ebenfalls 
keinen Anlass, vom neurologischen Teilgutachten abzuweichen. Die darin 
beschriebene Zustandsverschlechterung zwischen Mai 2017 (vgl. dazu den 
Vorbericht vom 2. Mai 2017 [AB 98 S. 5 ff.]) und August 2017 wurde mit 
einer Überforderung am Arbeitsplatz und familiären Schicksalsschlägen 
begründet, während die klinisch-neurologischen Befunde mit denjenigen 
von März 2017 (vgl. dazu den Bericht vom 13. März 2017 [AB 95]) ver-
gleichbar gewesen seien. Neue objektive neurologische Befunde wurden 
demnach explizit verneint, sondern im Wesentlichen invalidenversiche-
rungsrechtlich unbeachtliche psychosoziale Belastungsfaktoren (BGE 127 
V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2) beschrieben, was 
keine Zweifel am neurologischen Teilgutachten zu wecken vermag. 
Schliesslich ist auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach 
behandelnde Ärztinnen und Ärzte nicht nur in der Funktion als Hausärzte, 
sondern auch als spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen mitunter 
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 27. September 2017, 8C 295/2017, E. 6.4.2).

3.3.3 Im Weiteren vermögen die Erkenntnisse aus den beruflichen Mass-
nahmen der I.________ zuletzt mit Abschlussbericht vom 18. September 
2017 (AB 119), die Schlussfolgerungen des Gutachtens hinsichtlich der 
medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit (vgl. AB 125.1 S. 27) 
nicht in Frage zu stellen. Die im besagten Bericht zum Arbeitstraining von 
Januar bis Juli 2017 beschriebene Pensumsreduktion von initial 50 % vor 
Ort auf 20 % von zu Hause aus erfolgte aufgrund von Überforderung und 

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auf Anraten der behandelnden Neurologin Dr. med. F.________ (AB 119 
S. 3 f.). Wie bereits dargelegt, ist die abweichende Einschätzung von 
Dr. med. F.________ jedoch nicht geeignet, Zweifel am gutachterlichen 
Zumutbarkeitsprofil zu wecken (vgl. E. 3.3.2 hiervor), sodass die stattge-
habte Pensumsreduktion bereits aus diesem Grund keine Zweifel an der 
gutachterlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu begründen vermag. Auch 
ergeben sich aus dem Bericht zum Arbeitstraining – den Gutachtern lagen 
sämtliche Unterlagen zu den durchgeführten beruflichen Massnahmen vor 
(vgl. AB 125.1 S. 8 f., 15 f.) – keine anderweitigen Anhaltspunkte, die ge-
gen die Zuverlässigkeit der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzung 
sprechen würden, zumal letztere mit den früheren Einschätzungen von 
Dr. med. F.________ (vgl. AB 98 S 3) und des RAD (AB 102 S. 3) überein-
stimmt und die Beschwerdeführerin diese Leistungsfähigkeit in der ersten 
Hälfte des Arbeitstrainings auch erreichen konnte (vgl. AB 119 S. 3). Die im 
Nachgang von Dr. med. F.________ beschriebene Verschlechterung des 
Zustandes (vgl. AB 134 S. 57 ff.), welche die Pensumsreduktion nach sich 
zog, ist dem Voranstehenden zufolge nicht geeignet, Zweifel am Gutachten 
zu wecken (vgl. E. 3.3.2 am Ende hiervor). Schliesslich vermögen die Er-
gebnisse des Arbeitstrainings auch deshalb nichts an der gutachterlichen 
Zumutbarkeitsbeurteilung zu ändern, als rechtsprechungsgemäss die Fra-
ge nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach 
Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Li-
nie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der 
Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beant-
worten ist (Entscheid des BGer vom 21. Februar 2018, 8C_802/2017, 
E. 5.1.1). Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Abklärungsberichten 
stand zudem im Ermessen der Gutachter (vgl. dazu Entscheid des BGer 
vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 4 [im Zusammenhang mit früheren 
Arztberichten]), wobei nach dem Dargelegten dies hier nicht erforderlich 
gewesen ist.

3.4 Das neurologisch-psychiatrische Gutachten der Dres. med. 
C.________ und D.________ vom 21. November 2017 (AB 125.1) erfüllt 
somit die Anforderungen der Rechtsprechung an eine beweiskräftige medi-
zinische Expertise (vgl. E. 3.2 hiervor). Der medizinische Sachverhalt ist 
vor diesem Hintergrund hinreichend abgeklärt, weshalb auf weitere Be-

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weisvorkehrungen verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; 
BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 
162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2). Der Beschwerdeführerin ist somit 
die angestammte Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar. Demgegenüber war 
sie – im vorliegend massgebenden Zeitraum (vgl. E. 4.1 hiernach) – seit 
Januar 2017 in einer angepassten Tätigkeit mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429 f., 138 V 218 E. 6 S. 221) zu 
40 % arbeitsfähig (AB 125.1 S. 27).

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die gutachterlich attestierte Resta-
rbeitsfähigkeit angesichts des offenen Zumutbarkeitsprofils (vgl. AB 125.1 
S. 27) bzw. selbst unter Berücksichtigung der im Rahmen des Arbeitstrai-
nings formulierten Einschränkungen (vgl. AB 119 S. 4) und mit Blick auf 
das Alter der Beschwerdeführerin (Jahrgang 1985, AB 1; zur Bedeutung 
des Alters im Zusammenhang mit der Verwertbarkeit der Resterwerbs-
fähigkeit vgl. BGE 138 V 457 E. 3.2 S. 460) sowie der neu erworbenen 
fachlichen Qualifikationen (…diplom …, AB 91 S. 2) auf dem hypotheti-
schen ausgeglichenen Arbeitsmarkt i.S.v. Art. 16 ATSG – entgegen den 
Ausführungen in der Beschwerde (S. 9) – verwertbar ist.

4.

4.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2017 IV Nr. 70 
S. 217 E. 2.2). Bezüglich der Anpassung an die Lohnentwicklung ist nach 
Geschlechtern zu differenzieren, d.h. es ist auf den Lohnindex für Frauen 
oder Männer abzustellen (BGE 129 V 408). Für den Einkommensvergleich 
sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Ren-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 13

tenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf 
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Ände-
rungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksich-
tigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). 

Der frühestmögliche Rentenbeginn liegt aufgrund der Anmeldung zum Leis-
tungsbezug vom 11. Dezember 2013 (AB 3) sowie der ab dem 27. Oktober 
2013 (vgl. AB 19 S. 3, 125.1 S. 27) durchgehend attestierten Arbeitsun-
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als … nach Art. 28 Abs. 1 IVG im 
Oktober 2014. Indessen bezog die Beschwerdeführerin ab dem 8. Septem-
ber 2014 bis zum 23. Juli 2017 ohne Unterbruch ein Taggeld nach Art. 22 
IVG (AB 46, 55, 64, 83 f., 93, 103), weshalb der Rentenanspruch gemäss 
Art. 29 Abs. 2 IVG erst im Juli 2017 entstehen konnte (vgl. E. 2.2 hiervor). 
Die Beschwerdegegnerin nahm den Einkommensvergleich daher richtiger-
weise per Juli 2017 vor (AB 150 S. 5), was denn auch zu Recht nicht be-
stritten wird.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Für die Ermittlung des hypo-
thetischen Valideneinkommens ist nicht nur eine teuerungsbedingte 
Lohnanpassung gemäss Landesindex der Konsumentenpreise vorzuneh-
men. Vielmehr ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Löhne erfah-
rungsgemäss in den meisten Berufssparten, wenn auch in unterschiedli-
chem Masse, über die allgemeine Teuerung hinaus erhöht werden. Es ist 
deshalb mit der teuerungsbedingten Lohnanpassung auch die Realloh-
nentwicklung zu berücksichtigen (SVR 1999 IV Nr. 24 S. 73 E. 5; ZAK 1991 
S. 320 E. 3a).

4.2.2 In der angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 2018 (AB 150 S. 5) 
ging die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die Angaben der vormaligen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 14

Arbeitgeberin (wohl: vom 10. Februar 2014 [AB 20 S. 4]), von einem hypo-
thetischen Valideneinkommen als … von Fr. 43‘667.-- im Jahr 2017 aus. 
Dem ist insoweit zuzustimmen, als keine Hinweise für einen allfälligen zwi-
schenzeitlichen Berufswechsel bestehen und ein solcher auch nicht geltend 
gemacht wird. Fest steht, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 
weiterhin als unselbstständig erwerbstätige … erwerbstätig gewesen wäre 
und dadurch dem Gesamtarbeitsvertrag für das schweizerische …gewerbe 
2013-2016 (nachfolgend: GAV; abrufbar unter: https://www...; besucht am 
14. August 2019) unterstanden hätte. Dieser wurde mit Bundesratsbe-
schluss vom 27. April 2010 (BBl 2010 2925) für die ganze Schweiz für all-
gemeinverbindlich erklärt; die Bestimmungen über die Basislöhne wurden 
mit Bundesratsbeschluss vom 30. August 2013 (BBl 2013 7159) für allge-
meinverbindlich erklärt und mit Bundesratsbeschluss vom 20. Oktober 
2016 (BBl 2016 8105 [Art. 3 Ziff. II]) bis zum 31. August 2017 verlängert. 
Gemäss Art. 40.3 GAV hat eine gelernte Arbeitnehmerin i.S.v. Art. 39.1 
GAV ab dem 1. September 2015 Anspruch auf einen Basislohn von monat-
lich Fr. 3‘800.--. Die Beschwerdeführerin ist unbestrittenermassen gelernte 
… i.S.v. Art. 39.1 GAV (vgl. AB 11 S. 2), weshalb dieser monatliche Lohn 
für die Bestimmung des Valideneinkommens heranzuziehen ist. Unter 
Berücksichtigung der Nominallohnindexierung im Bereich sonstige Dienst-
leistungen (Bundesamt für Statistik [BSV], T1.2.10 Nominallohnindex, 
Frauen 2011-2018, Ziff. 90-96: 105.4 [2015] bzw. 106.8 [2017]), zu welchen 
… (NOGA-Code 960201) gehören, sowie einer Gratifikation von Fr. 600.-- 
(vgl. AB 20 S. 4), ist von einem hypothetischen Valideneinkommen von 
Fr. 46‘805.70 auszugehen (Fr. 3‘800.-- x 12 x 106.8 / 105.4 + Fr. 600.--).

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Da den Tabellenlöhnen generell 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 15

eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Umrech-
nung auf eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit erforder-
lich (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

4.3.2 Nachdem die Beschwerdeführerin ihre zumutbare Resterwerbs-
fähigkeit ab dem 1. Januar 2017 nicht verwertet hat, stellte die Beschwer-
degegnerin für die Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht auf den 
Totalwert für Frauen der in der Praxis üblichen LSE-Tabelle TA1 (Entschei-
de des BGer vom 13. Juni 2018, 8C_212/2018, E. 4.4.1, und vom 4. April 
2018, 8C_684/2017, E. 5.3) im tiefsten Kompetenzniveau ab – entspre-
chend einem monatlichen Bruttoeinkommen von Fr. 4‘300.--. Entgegen den 
Ausführungen in der Beschwerde (S. 9) rechtfertigt es sich aufgrund des 
gutachterlichen Zumutbarkeitsprofils nicht, alleine auf den Totalwert des 
Dienstleistungssektors der vorliegend anwendbaren LSE 2014 abzustellen. 
Ein Wegfall aller produktionsnahen Tätigkeiten liegt nicht vor, sondern na-
mentlich einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten, die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 16

Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder 
Produktionseinheiten erscheinen nach wie vor durchaus denkbar (vgl. Ent-
scheide des BGer vom 8. Juli 2016, 8C_37/2016, E. 5.1.2, und vom 
19. November 2015, 8C_695/2015, E. 4.2). Unter Berücksichtigung der 
durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. BSV, Be-
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 2017, Total) sowie 
der Indexierung auf das Jahr 2017 (vgl. BSV, T1.2.10 Nominallohnindex, 
Frauen 2011-2018, Total: 103.6 [2014] bzw. 105.4 [2017]) resultiert ein 
Invalideneinkommen von Fr. 21‘891.-- (Fr. 4‘300.-- x 12 x 41.7 / 40 x 105.4 
/ 103.6 x 40 %) in einem zumutbaren 40 %-Pensum. Das von der Be-
schwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 21‘916.-- (vgl. 
AB 150 S. 5) ist entsprechend anzupassen.

4.3.3 Die Beschwerdeführerin beantragt hinsichtlich des Invalidenein-
kommens die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs in der Höhe von 
20 % (Beschwerde S. 10) und stützt sich dabei offenbar auf das anlässlich 
der beruflichen Massnahmen formulierte Zumutbarkeitsprofil (vgl. AB 119 
S. 4). Demgegenüber beschrieb das beweiskräftige (vgl. E. 3.4 hiervor) 
neurologisch-psychiatrische Gutachten vom 21. November 2017 (AB 125.1 
S. 27) eine rein sitzende Tätigkeit ohne weitergehende Einschränkungen 
als angepasst. Unbesehen des heranzuziehenden Zumutbarkeitsprofils 
wurde den gesundheitlichen Einschränkungen mit der festgestellten Ar-
beits- und Erwerbsfähigkeit sowie dem angegebenen Profil – welches die 
psychisch eingeschränkte Leistungsfähigkeit mitumfasst (vgl. AB 125.1 
S. 27) – hinreichend Rechnung getragen. Ein zusätzlicher leidensbedingter 
Abzug aus gesundheitlichen Gründen würde daher zu einer unzulässigen 
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen (vgl. E. 4.3.1 am 
Ende hiervor). Ein Abzug aufgrund des gewählten Kompetenzniveaus 1 
rechtfertigt sich ebenfalls nicht, zumal der angewandte Tabellenlohn auf 
einer Vielzahl geeigneter, auch körperlich leichter Tätigkeiten, basiert (statt 
vieler: Entscheid des BGer vom 23. März 2018, 8C_61/2018, E. 6.5.2). Die 
Beschwerdeführerin ist sodann in einer angepassten Tätigkeit im Umfang 
von 40 % in einer Verweistätigkeit arbeitsfähig, was sich im Vergleich zu 
einem Vollzeitpensum nur leichtgradig lohnmindernd auswirkt (vgl. BSV, 
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher 
Stellung und Geschlecht, T18, Privater und öffentlicher Sektor, Frauen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 17

ohne Kaderfunktion) und überdies ist gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung bei teilzeitlich tätigen Frauen unter dem Titel Beschäftigungs-
grad regelmässig kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen (vgl. Ent-
scheide des BGer vom 11. Juli 2019, 8C_210/2019, E. 7.2, und vom 3. Au-
gust 2012, 8C_503/2012, E. 7). Zudem bilden auch weitere Merkmale, na-
mentlich Alter, Staatsangehörigkeit bzw. Aufenthaltskategorie und Dienst-
jahre, vorliegend keine Grundlage für die Vornahme eines Abzugs vom 
Tabellenlohn. Insgesamt hat es somit bei einem Invalideneinkommen von 
Fr. 21‘916.-- sein Bewenden.

4.4 Bei Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert eine 
Erwerbseinbusse von Fr. 24‘889.70 (Fr. 46‘805.70 ./. Fr. 21‘916.--), ent-
sprechend einem Invaliditätsgrad von 53 % (53.17 %, gerundet gemäss 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Demnach hat die Beschwerdeführe-
rin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG) ab dem 
1. Juli 2017 (vgl. E. 4.1 hiervor). Die entsprechende Rentenzusprache mit 
der angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 2018 (AB 150) erfolgte somit zu 
Recht. Die Beschwerde ist abzuweisen.

5.

Die Beschwerdeführerin beantragt schliesslich die Bewilligung der unent-
geltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ 
als amtlichen Anwalt (Beschwerde, Rechtsbegehren Ziff. 2 f. und S. 11 f.).

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.2 Die Prozessarmut ist erstellt (vgl. Beschwerdebeilagen [BB] 6 ff.), 
auch wenn aufgrund der aktuellen Einkommens- und Vermögenssituation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 18

die schätzungsweise angegebenen laufenden Steuern in der Höhe von 
Fr. 500.-- (vgl. Beschwerde S. 12) fraglich erscheinen. Eine sozialhilferecht-
liche materielle Unterstützung wurde im Übrigen zu Recht nicht angeführt, 
da diese Bevorschussung (vgl. Art. 32 Abs. 1 lit. e des Gesetzes vom 
11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe [SHG; BSG 860.1]) mit der 
rückwirkenden Ausrichtung der IV-Rente sowie der Entschädigung der Ar-
beitslosenversicherung weggefallen ist. Die Beschwerde ist sodann nicht 
als von vornherein aussichtslos zu qualifizieren und für das Verfahren er-
scheint der Beizug einer anwaltlichen Vertretung angezeigt. Das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlichen Anwalt ist demnach für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren zu bewilligen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Ausgangsgemäss hat die unterlie-
gende Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten un-
entgeltlichen Rechtspflege wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; 
SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]). 

6.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 19

Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Der mit Kostennote vom 23. Oktober 2018 (in den Gerichtsakten) geltend 
gemachte Zeitaufwand von 12 Stunden und 35 Minuten ist angemessen. 
Der tarifmässige Parteikostenersatz ist in diesem Verfahren auf 
Fr. 3‘675.35 (Fr. 270.-- x 12 Stunden und 35 Minuten, zuzüglich Auslagen 
von Fr. 15.10 und MWSt. von Fr. 262.75) festzusetzen. Das Honorar des 
amtlichen Anwaltes ist auf Fr. 2‘516.65 (Fr. 200.-- x 12 Stunden und 35 Mi-
nuten), zuzüglich Auslagen von Fr. 15.10 und MWSt. von Fr. 194.95 (7.7 % 
auf Fr. 2‘531.75), total mithin Fr. 2‘726.70, festzusetzen und nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbe-
halten bleibt die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2019, IV/18/640, Seite 20

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘675.35 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘726.70 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.