# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75149dfc-a511-56a4-b464-6da74fd01f10
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.01.2015 UV 2013/63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-63_2015-01-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/63

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 24.12.2020

Entscheiddatum: 21.01.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 21.01.2015
Art. 6 UVG. Leistungspflicht der Unfallversicherung. Diagnose eines CRPS. 
Keine unfallkausalen somatischen Restfolgen. Psychische Beschwerden 
nicht unfallkausal. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Januar 2015, UV 
2013/63).

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Peter Wohnlich

Entscheid vom 21. Januar 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, 

Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

Helsana Unfall AG, Recht, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.       

A.a  A.___ (nachfolgend Versicherte) war bei den B.___, (nachfolgend Arbeitgeber), 

angestellt und dadurch bei der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend Helsana) 

gegen die Folgen von Unfällen versichert. Die Unfallmeldung erfolgte am 26. April 2010. 

Darin wurde ausgeführt, die Versicherte sei am 24. April 2010 um 20:00 Uhr zu Hause 

gestürzt und habe sich einen Bruch des linken Handgelenks zugezogen (UV-act. K1).

A.b  Mit Schreiben vom 26. Juni 2012 teilte die Helsana dem Vertreter der Versicherten, 

Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavas, Muolen, mit, dass sie ein interdisziplinäres Gutachten 

(Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie) einhole, und schlug als Begutachtungsstelle 

die IB-Bern, Dr. phil. C.___, vor. Ebenfalls ersuchte sie Rechtsanwalt Glavas, allfällige 

Einwände bis zum 27. Juli 2012 mitzuteilen (UV-act. K 135). Am 22. August 2012 

erfolgte der Auftrag für ein interdisziplinäres Gutachten an Dr. C.___, IB-Bern (UV-act. K 

140). Daraufhin teilte Rechtsanwalt Glavas der Helsana mit E-Mail vom 25. August 

2012 mit, dass er mit einer Begutachtung durch Dr. C.___ nicht einverstanden sei, und 

ersuchte um Vergabe der Begutachtung an einen Ort, der Gewähr für objektive 

Abklärung biete (UV-act. K 141). Unter Hinweis auf die abgelaufene Frist zum 

Vorbringen von Einwänden am 22. August 2012 und die Tatsache, dass die 

Einwendungen keine triftigen Ablehnungsgründe darstellen würden, teilte die Helsana 

am 28. August 2012 mit, dass sie am Gutachterauftrag festhalte (UV-act. K 142). Die 

Untersuchungen fanden am 13. und 22. November 2012 statt. Das Gutachten wurde 

am 10. Dezember 2012 ausgefertigt (UV-act. M 72).

A.c  Mit Schreiben vom 20. Dezember 2012 teilte die Helsana Rechtsanwalt Glavas mit, 

aufgrund des Gutachtens der IB-Bern (UV-act. M 72) stehe fest, dass unfallkausal 

keine weitere Behandlung mehr ausgewiesen sei und dass in der angestammten 

Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100% vorliege. Die Versicherungsleistungen würden 

somit per 31. Dezember 2012 eingestellt (UV-act. K 163).

A.d  Am 11. Januar 2013 nahm Rechtsanwalt Glavas in Vertretung der Versicherten 

zum Gutachten der IB-Bern Stellung (UV-act. K 165) und beiliegend zum Schreiben 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vom 29. Januar 2013 (UV-act. K 166) reichte er der Helsana eine Stellungnahme von 

PD Dr. med. D.___, FMH Orthopädie und Handchirurgie, ein (UV-act. M 74).

A.e  Mit Verfügung vom 14. Februar 2013 stellte die Helsana fest, den Ausführungen 

des Gutachtens der IB-Bern lasse sich entnehmen, dass der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen der aktuell vorliegenden Gesundheitsschädigung und 

dem Ereignis vom 24. April 2010 "lediglich wahrscheinlich" sei. Die bestehenden 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen. 

Die subjektiven Beschwerden im linken Arm liessen sich nicht objektivieren. Ein 

Spätstadium eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS) liege aktuell nicht 

vor. Die psychischen Störungen seien behandlungsbedürftig, aber mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit unfallfremd. Die natürliche Kausalität sei nicht mehr mit dem 

erforderlichen Beweisgrad nachgewiesen. Die leistungsbegründenden 

Voraussetzungen seien deshalb ab dem Zeitpunkt der Begutachtung nicht mehr erfüllt 

und sie stelle die Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2012 ein. Aus 

medizinischer Sicht hinterlasse das Ereignis vom 24. April 2010 keine Folgen, welche 

die Erwerbsfähigkeit messbar beeinträchtigen würden. Ebenso resultiere keine 

unfallbedingte bleibende Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität. Die 

Voraussetzungen für weitere Geldleistungen seien nicht erfüllt (UV-act. K 168).

A.f   Mit Schreiben vom 12. März 2013 gelangte Rechtsanwalt Glavas an die Helsana 

und verlangte, es sei ihm das Geburtsdatum und der Werdegang von Dr. med. E.___, 

Chirurgie und Manualmedizin SAMM, anzugeben. Dies sei angesichts dessen, wie 

ungeschickt sich dieser bei der Untersuchung angestellt habe, zwingend notwendig. 

Weiter wies er darauf hin, dass aus den Akten ersichtlich sei, dass verschiedene 

Mediziner das CRPS an der linken Hand diagnostiziert hätten (UV-act. K 178). Die 

Helsana nahm zu diesem Schreiben am 13. März 2013 Stellung und führte aus, sie 

nehme es als Einsprache entgegen (UV-act. K 179). Rechtsanwalt Glavas führte 

seinerseits mit Schreiben vom 13. März 2013 aus, dass die Eingabe vom 12. März 

2013 selbstverständlich als Einsprache zu behandeln sei. Er halte daran fest, dass die 

Begutachtung nicht den Anforderungen im UV-Bereich genüge. Er ersuche, der 

Versicherten das Taggeld weiterhin zu entrichten. Dies umso mehr, als noch kein 

definitiver Zustand eingetreten sei. Hinzu komme, dass die Unfallfolgen persistieren 

würden. In Bezug auf die Entschädigung während des Mutterschaftsurlaubes gehe es 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

noch um die ausstehenden Leistungen der Helsana. Sollte sie der Meinung sein, dass 

sie vor und nach der Niederkunft ihre Leistungen voll erbracht habe, bitte er sie, dies im 

Einspracheentscheid ausdrücklich und detailliert zu quantifizieren (UV-act. K 180).

A.g  Die Helsana wies die Einsprache mit Entscheid vom 12. August 2013 ab (UV-

act. K 182).

B.      

B.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 12. August 2013 liess die Versicherte, 

vertreten durch Rechtsanwalt Glavas, Beschwerde erheben und beantragen, der 

angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien 

die UVG-Leistungen weiterhin zu erbringen. Eventualiter sei der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben und es sei eine unfallspezifische und polydisziplinäre 

Abklärung über die persistierenden Beschwerden nach dem Unfall vom 24. April 2010 

in Auftrag zu geben,

wonach die Beschwerdegegnerin neu zu entscheiden habe (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 

2013 die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

B.c  Mit Replik vom 20. Dezember 2013 (act. G 8) und Duplik vom 28. Januar 2014 (act. 

G 10) hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest.

B.d  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1   Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungen, 

die sie aufgrund des Unfallereignisses vom 24. April 2010 ausrichtete, zu Recht auf den 

31. Dezember 2012 einstellte.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.2   Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 

mit Hinweisen). Dabei muss der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde 

Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist 

unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter 

Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig hat der Unfallversicherer den negativen 

Beweis zu erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die 

versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts [bis 31. 

Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 18. Dezember 

2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U 

285/00).

1.3   Ursachen im Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in 

gleicher Weise oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das 

schädigende Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung 

verantwortlich ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit 

Hinweisen). Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 

adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 

der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). 

Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (Alexandra Rumo-Jungo, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 3. Aufl., S. 46; BGE 125 V 456; 123 III 110; 112 V 30). Bei 

organischen Unfallfolgen ist die Adäquanz gemäss Rechtsprechung nicht gesondert zu 

prüfen, sondern besteht regelmässig ohne weiteres, wenn die natürliche Kausalität 

feststeht (BGE 118 V 291 f. E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb; Alexandra Rumo-Jungo/André 

Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich 2003, S. 58 f.; Ulrich Meyer-

Blaser, Kausalitätsfragen aus dem Gebiet des Sozialversicherungsrechts, in: SZS 1994 

S. 99 f. und 104). Die Kriterien zur Prüfung der Adäquanzfrage für psychische 

Beeinträchtigungen gibt die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 21. 

September 2011 korrekt wieder (vgl. Erwägung 1d).

2.     

2.1   Beim Sturz am 24. April 2010 zog sich die Beschwerdeführerin 

unbestrittenermassen einen Bruch des linken Handgelenks zu. Dr. med. F.___, Oberarzt 

Klinik für Orthopädie und Traumatologie, Kantonsspital Frauenfeld, diagnostizierte im 

Operationsbericht vom 3. Mai 2010 eine nach dorsal dislozierte, extraartikuläre distale 

Radiusfraktur mit Abriss des Processus styloideus ulnae links (AO- 23-A3 [UV-act. 

M1]). Es ist die Frage zu behandeln, ob aufgrund dieser erlittenen Verletzung des linken 

Handgelenks im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Dezember 2012) noch 

unfallkausale Restfolgen vorgelegen hatten.

2.2   Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Liegt kein solches vor, wird häufig davon ausgegangen, dass der 

Schmerz durch eine psychische Komponente unterhalten wird. Darüber hinaus gibt es 

aber auch anerkannte unfallkausale Schmerzsyndrome, wie das CRPS bzw. den 

Morbus Sudeck, die auftreten, obwohl die Verheilung einer strukturellen Läsion 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

grundsätzlich günstig verlaufen ist (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 695 ff.).

2.3   Dr. F.___ stellte bereits anlässlich der Verlaufskontrolle vom 29. Juni 2010 die 

Verdachtsdiagnose eines CRPS (UV-act. M7). Diese wurde auch durch den die 

Beschwerdegegnerin beratenden Arzt, Dr. med. G.___, Facharzt für Innere Medizin und 

Rheumatologie, in seiner Stellungnahme vom 21. Juli 2010 bestätigt. Er hielt darin fest, 

es liege ein komplizierter Heilverlauf bei wahrscheinlicher CRPS-Bildung vor (UV-act. 

M8). Diese Beurteilung bestätigte er sodann in einer erneuten Stellungnahme vom 1. 

September 2010, worin er ausführte, der Heilverlauf sei verzögert, bei Verdacht auf 

passageres CRPS I resp. TFCC-Läsion (UV-act. M 14). Auch Dr. med. H.___, leitender 

Arzt Handchirurgie, Kantonsspital Frauenfeld, diagnostizierte am 16. September 2010 

ein CRPS I linke Hand, einen Verdacht auf TFCC-Läsion links und einen Status nach 

distaler intraartikulärer Radiusfraktur links (UV-act. M 16). Dr. med. I.___, Allgemeine 

Medizin FMH, führte auf Anfrage der Beschwerdegegnerin am 23. September 2010 

aus, die vorgebrachten subjektiven Beschwerden würden sich aufgrund der erhobenen 

Befunde/Diagnosen eindeutig objektivieren lassen (UV-act. M 17). Dr. H.___ stellte bei 

einer Nachkontrolle der Versicherten am 14. Oktober 2010 einen unveränderten Befund 

zur Voruntersuchung am 4. Oktober 2010 fest (UV-act. M 18). Dr. G.___ bestätigte in 

seiner Stellungnahme vom 27. Oktober 2010 erneut, der Heilverlauf sei schlecht und es 

entwickle sich eine CRPS-Komplikation. Eine Chronifizierung der Beschwerden mit 

Auswirkungen auf die Arbeits-/Erwerbsfähigkeit sei nicht auszuschliessen (UV-act. M 

20). 

2.4   Am 8. Dezember 2010 fand zudem eine neurologische Untersuchung durch

Dr. med. I.___, Facharzt für Neurologie, statt. In seinem Bericht vom 15. Dezember 

2010 stellte er folgende Diagnosen: 1. Einen chronifizierten Kopfschmerz mit 

Migränekopfschmerzen, aber auch Spannungskopfschmerzen bei Verspannungen im 

Schulter-Nackenbereich. 2. Ein begleitendes, depressives Syndrom, postpartal 

auftretend, verstärkt durch den Arbeitsplatzverlust und psychosoziale Belastung 

(Schizophrenie des Ehemannes). 3. Einen Verdacht auf eine labile arterielle Hypertonie. 

4. Eine Adipositas. 5. Ein aktuell muskulo-ligamentäres Schmerzsyndrom im Schulter-

Nacken-Bereich, rechts mehr als links mit ausgeprägter Druckschmerzhaftigkeit, kein 

Hinweis für fokal neurologische Defizite. 6. Einen Status nach distaler Unterarmfraktur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

links am 24. April 2010 mit operativer Massnahme und seither verstärkten 

Ruheschmerzen linker Unterarm, sowie linke Hand, sowie ein ausgeweitetes 

generalisiertes Schmerzsyndrom und differenzialdiagnostisch ein CRPS. Weiter führte 

er aus, bezüglich der chronifizierten Schmerzen sei es am 24. April 2010 zu einer 

distalen Unterarmfraktur links mit anschliessend verstärkten Schmerzen im Sinne eines 

generalisierten ausgeweiteten Schmerzsyndroms (CRPS) gekommen (UV-act. M 23).

2.5   Mit Schreiben vom 31. Januar 2011 teilte Dr. I.___ dem vertrauensärztlichen 

Dienst der Helsana mit, am 24. April 2010 sei es zu einer distalen Unterarmfraktur 

gekommen, die sich im weiteren Heilungsverlauf sehr kompliziert gestaltet habe. Hier 

zeigten sich chronifizierte Schmerzen, ein CRPS. Es sei zu befürchten, dass die 

Schmerzen chronifiziert bestehen bleiben würden (UV-act. M 25).

2.6   Dr. G.___ hielt in einer erneuten Stellungnahme am 2. Februar 2011 fest, dass es 

sich um eine chronifizierte Komplikation (CRPS) bei einer ostheosynthetisierten 

Radiusfraktur links mit TFCC-Läsion handle. Den Heilverlauf beurteilte er als schlecht, 

bei chronischem CRPS mit zunehmend sekundären psychischen Problemen (UV-act. 

M 29).

2.7   Am 22. März 2011 fand eine radiologische Untersuchung im Röntgeninstitut K.___ 

statt. Dabei wurden intaktes Osteosynthesematerial des distalen Radius links ohne 

Zeichen einer Lockerung, ein Status nach Abriss des Processus styloideus ulnae links 

sowie ansonsten beidseits altersentsprechend normale ossäre Strukturen und 

Gelenksverhältnisse im Handgelenk wie auch Carpus sowie carpometacarpal 

festgestellt (UV-act. M 31). Ebenfalls am 22. März 2011 wurde die Versicherte durch Dr. 

D.___ untersucht. Dieser stellte fest, dass die Platte nicht ideal platziert sei, vor allem 

der vordere Anteil der Platte, der vor dem Karpalkanal liege, nicht. Dadurch seien die 

Beuger mit der Zeit gefährdet. Ebenfalls sei auch eine Schraube dorsal etwas 

vorstehend, genau an der Stelle würden auch die Schmerzen angegeben, welche im 

Gebiet der Allodynie lägen. Aufgrund dieser Tatsachen scheine ihm eine Entfernung der 

Platte die erste Lösung. Als Diagnose stellte er eine Allodynie nach OS einer 

Radiusfraktur links (UV-act. M 32).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.8   Auf erneute Fallvorlage führte Dr. G.___ mit Bericht vom 20. Juli 2011 aus, es liege 

eine komplexe postoperative Komplikation eines CRPS I vor. Die Frage, ob ein 

stationärer Gesundheitszustand vorliege, könne nicht beantwortet werden. Die 

Entwicklung des CRPS I könne nicht vorausgesagt werden, ein Endzustand sei noch 

nicht erreicht. Die Arbeitsunfähigkeit von 50% sei unfallbedingt ausgewiesen (UV-act. 

M 42). Am 23. November 2011 bestätigte Dr. G.___ die Diagnose eines CRPS und hielt 

fest, dass der Endzustand noch nicht erreicht, die Prognose aber schlecht sei (UV-act. 

M 52). Schliesslich bestätigte er die bisher gestellten Diagnosen am 21. März 2012 

erneut ausdrücklich (UV-act. M 61).

2.9   Das CRPS gehört zu den neurologisch-orthopädisch-traumato-logischen 

Erkrankungen. Der Begriff fasst die synonym verwendeten Bezeichnungen 

Reflexdystrophie, Morbus Sudeck, Sudeck-Dystrophie, Algodystrophie und 

sympathische Reflexdystrophie zusammen, die nach vorliegendem Konsens nicht mehr 

benutzt werden. Die Krankheit ist dadurch gekennzeichnet, dass es nach äusserer 

Einwirkung (z.B. Traumen, Operationen und Entzündungen) über längere Sicht zu einer 

Dystrophie und Atrophie von Gliedmassenabschnitten kommt. Als Symptome treten 

Durchblutungsstörungen, Ödeme, Hautveränderungen, Schmerzen und schliesslich 

Funktionseinschränkungen auf (vgl. Wikipedia - Komplexes regionales 

Schmerzsyndrom; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 2011, S. 

1859). Bei den in den Erwägungen 2.3 bis 2.8 zitierten Berichten handelt es sich um 

Verlaufs- und Untersuchungsberichte. Darin wird die Diagnose eines CRPS – wenn 

auch teilweise nur als Verdachtsdiagnose – im Nachgang an den Unfall der 

Beschwerdeführerin mehrmals gestellt. In einigen Berichten wurden auch einzelne der 

für ein CRPS typischen Befunde (vgl. vorstehend geschilderte Symptome) erhoben. Es 

ist damit nicht auszuschliessen, dass sich bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfall 

zu Beginn ein CRPS ausgebildet hatte. Zu prüfen ist jedoch der Gesundheitszustand im 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Dezember 2012).

3.     

3.1   Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Einstellung ihrer Leistungen in 

massgeblicher Weise auf das bei der IB-Bern eingeholte interdisziplinäre Gutachten. 

Bei der chirurgisch-traumatologischen Untersuchung sei ein funktioneller Ausschluss 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der linken oberen Extremität gezeigt worden, wobei heute keine residuellen Folgen 

eines CRPS mehr hätten festgestellt werden können. Die Schmerzangaben seien nicht 

mit strukturellen Schäden belegbar. Auch die neurologische Untersuchung habe keinen 

Nachweis neurologischer Defizite ergeben. Psychiatrisch sei davon auszugehen, dass 

die früher schon diagnostizierte Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion 

inzwischen in eine chronifizierte Anpassungsstörung übergegangen sei (UV-act. K 168).

3.2   Die von der Beschwerdeführerin gegen dieses Gutachten vorgebrachten 

Einwendungen vermögen nicht zu überzeugen.  

3.2.1         Zunächst bringt die Beschwerdeführerin vor, die IB-Bern erstelle praktisch 

ausschliesslich IV-Gutachten und sei demzufolge gar nicht in der Lage, komplexe Fälle 

wie den vorliegenden zu beurteilen. Weiter berief sich der Vertreter der 

Beschwerdeführerin mehrmals auf das hohe Alter des begutachtenden Arztes, Dr. 

E.___, und brachte vor, dieser sei nicht mehr in der Lage, fachkompetente Gutachten 

zu erstellen. Diese pauschale Kritik ist zurückzuweisen. Zum Einen kann keineswegs 

gesagt werden, medizinische Beurteilungen in UV-Fällen seien im Allgemeinen 

komplexer als in IV-Fällen. Zum Anderen ist festzuhalten, dass das vorliegende 

Gutachten der IB-Bern umfassend und von hoher Qualität ist. Selbst wenn somit die 

IB-Bern hauptsächlich IV-Gutachten erstellen sollte, ist festzustellen, dass dies in 

keiner Weise einen Einfluss auf die Qualität des vorliegenden Gutachtens im UV-

Bereich hatte. Ebenfalls sind aus dem Gutachten keinerlei Hinweise ersichtlich, dass 

das Alter von Dr. E.___ Auswirkungen auf die Qualität seiner gutachterlichen 

Einschätzungen gehabt hätte.

3.2.2         Weiter brachte die Beschwerdeführerin vor, dass nachdem die 

Beschwerdegegnerin bereits Unfallversicherungsleistungen erbracht habe, sich die 

grundsätzliche Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges nicht mehr stelle. 

Vielmehr wäre zu prüfen gewesen, ob der Status quo sine oder Status quo ante 

erreicht worden sei. Diese Frage werde im angefochtenen Gutachten jedoch höchstens 

gestreift. Der Beschwerdeführerin kann dahingehend gefolgt werden, dass im 

Gutachten der IB-Bern nicht explizit auf die Frage des Status quo sine oder quo ante 

eingegangen wurde. Diese Frage ist vorliegend jedoch nicht entscheidend. 

Ausgangspunkt war die von der Beschwerdeführerin am 24. April 2010 erlittene 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fraktur, für deren direkte Folgen die Beschwerdegegnerin die 

Unfallversicherungsleistungen uneingeschränkt erbrachte. Es stellt sich nun einzig 

noch die Frage, ob sich im Nachgang an die Fraktur ein CRPS entwickelte und noch 

heute besteht. In diesem Sinne steht die Frage nach dem Status quo sine oder quo 

ante nicht im Vordergrund.

3.2.3         Weiter weist der Vertreter der Beschwerdeführerin in seiner 

Beschwerdeschrift darauf hin, dass die Gutachter des IB-Bern nicht wie die 

behandelnden Mediziner eine intraartikuläre, sondern eine extraartikuläre Radiusfraktur 

diagnostiziert hätten. Mit Blick auf die medizinische Aktenlage ist festzustellen, dass im 

Ergebnis nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob nun eine extra- oder 

intraartikuläre Radiusfraktur vorlag. Richtig ist, dass die behandelnden Mediziner im 

Allgemeinen eine intraartikuläre Radiusfraktur diagnostizierten und im Gutachten des 

IB-Bern von einer extraartikulären die Rede ist. Ebenfalls ist jedoch darauf hinzuweisen, 

dass die zu Beginn gestellte Diagnose auf eine extraartikuläre distale Radiusfraktur 

lautete (vgl. Operationsbericht Kantonsspital Frauenfeld vom 3. Mai 2010; act. UV-act. 

M 1). Insgesamt ist festzustellen, dass Dr. E.___ aus der Frage, ob eine intra- oder 

extraartikuläre Radiusfraktur vorlag, keine wesentlichen Schlüsse zog und auch nicht 

ersichtlich ist, dass dies für die Beurteilung unerlässlich gewesen wäre. Vielmehr 

konzentrierte sich die Beurteilung von Dr. E.___ auf die zentral interessierende Frage, 

ob (noch) ein CRPS vorliegt oder nicht.

3.2.4         Mit Blick auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin ist noch auf die Frage 

der diagnostizierten Allodynie einzugehen. Fest steht, dass in einigen der 

medizinischen Berichte eine solche diagnostiziert wurde und eine Allodynie 

grundsätzlich ein Hinweis auf ein CRPS sein kann. Jedoch bedeutet die Diagnose einer 

Allodynie allein lediglich eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit (Pschyrembel, a.a.O., 

S. 56). Diese kann verschiedene organische, aber auch psychische Ursachen haben 

und muss nicht überwiegend wahrscheinlich in Zusammenhang mit einem CRPS 

stehen. In diesem Zusammenhang ist auch auf den Bericht von Dr. D.___ vom 22. März 

2011 zu verweisen. In diesem führte er die Allodynie auf das Operationsmaterial zurück 

und empfahl eine Entfernung der bei der Behandlung der Radiusfraktur eingesetzten 

Platte. Damit brachte Dr. D.___ die Allodynie nicht in einen Zusammenhang zu einem 

allenfalls vorliegenden CRPS (UV-act. M 32).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.3   Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist dem Gutachten der IB-Bern 

Beweiswert zuzuerkennen. Dieses erging nach einer eingehenden psychiatrischen und 

chirurgisch-traumatologischen Untersuchung der Beschwerdeführerin am 13. 

November 2012 sowie einer neurologischen Untersuchung am 22. November 2012 

(UV-act. M 72/1). Ebenfalls erging es in Kenntnis der Vorakten und berücksichtigte die 

geklagten Beschwerden. Damit genügt es den Anforderungen der Rechtsprechung 

(vgl. BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Insgesamt erscheint das Gutachten zudem 

schlüssig und im Ergebnis, dass zumindest im Zeitpunkt der Begutachtung kein CRPS 

vorlag, nachvollziehbar. So wurde in Bezug auf die chirurgisch-traumatologisch/

manual-medizinischen Untersuchungen festgehalten, es hätten keine residuellen 

Folgen eines CRPS mehr festgestellt werden können. Es lägen keine muskulären 

Atrophien für den Arm und die Hand vor. Die Thenar- und Hypothenarmuskulatur 

zeichne sich seitengleich gut ab. Gehe man vom typischen Verlauf eines CRPS aus, 

hätte bereits ein Stadium III, d.h. ein dystrophes Stadium mit Gelenkkontrakturen und 

Verschwinden der Subkutis vorgelegen. Die Haut würde dann pergamentartig 

wächsern erscheinen, es würden dystrophe Störungen der Nägel und der Behaarung 

vorliegen. Auch die Temperatur müsste links unterschiedlich sein zu rechts. Aufgrund 

des Funktionsausschlusses müssten sich inzwischen Umfangsverminderungen für den 

gesamten Arm entwickelt haben. Alle diese notwendigen Kriterien, die ein CRPS im 

Stadium III beweisen würden, lägen aber nicht vor. Die entsprechenden Fotos würden 

symmetrische Verhältnisse belegen. Die Umfangverhältnisse seien für den Ober- und 

Unterarm und für das Handgelenk inspektorisch und bei der Umfangmessung 

seitengleich. Die Nägel würden seitengleich wachsen, Behaarungsstörungen lägen 

nicht vor. Die Haut sowie die Subkutis seien seitengleich ausgebildet und auch die 

subkutanen Venen zeichneten sich gut ab. Auf dem Handrücken seien symmetrische 

Temperaturen gemessen worden. Die Schmerzangaben seien somit nicht mit 

strukturellen Schäden belegbar. Vieles spreche dafür, dass es sich um eine 

Pseudodystrophie handle. Die Beschwerdeführerin lasse den linken Arm hängen, was 

temporär zu lividen Verfärbungen führen könne. Bei der Beschwerdeführerin seien 

allerdings auch keine durch konsequentes Hängenlassen und Ausschalten der linken 

oberen Extremität entstehenden Pseudodystrophie-Zeichen zu erkennen, was dafür 

spreche, dass die Extremität im Alltag funktionell nicht anhaltend und konsequent 

ausgeschaltet werde. Dies spreche für eine willentlich und willkürlich gesteuerte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Selbstlimitierung mit partieller funktioneller Ausschaltung. Mit den klinisch erhobenen 

Befunden würden sich keine residuellen Folgen im Sinne eines CRPS im Spätstadium 

mehr belegen lassen (UV-act. M 72, insb. S. 31 f.). Dr. E.___ setzte sich im Gutachten 

der IB-Bern somit detailliert mit den für ein CRPS typischen Befunden auseinander und 

konnte keine solchen erheben. Das Ergebnis, dass zum Zeitpunkt der gutachterlichen 

Untersuchung keine Anzeichen für ein CRPS mehr vorhanden waren, erscheint somit 

nachvollziehbar und der Beurteilung im Gutachten der IB-Bern kann gefolgt werden.

3.4   Auch die beiliegend zur Beschwerde vom 13. September 2013 (act. G 1) durch die 

Beschwerdeführerin noch eingereichten und nach der Begutachtung durch die IB-Bern 

erstellten Berichte von Dr. D.___ vom 21. Januar 2013 (act. G 1.5) sowie des 

Kantonsspitals Frauenfeld vom 7. Mai 2013 (act. G 1.4) vermögen den Beweiswert des 

Gutachtens der IB-Bern nicht in Frage zu stellen. Dr. D.___ diagnostizierte nach einer 

Verlaufskontrolle am 21. Januar 2013 eine Allodynie Arm links nach Fraktur Radius 

distal links (act. G 1.5). Eine diagnostizierte Allodynie kann wie erwähnt verschiedene 

Ursachen haben und muss nicht überwiegend wahrscheinlich in einem Zusammenhang 

mit einem CRPS stehen (vgl. Erw. 3.2.4). Im Bericht des Kantonsspitals Frauenfeld 

wurde die Diagnose CRPS Hand links bei Status nach distaler intraartikulärer 

Radiusfraktur links April 2013 zwar gestellt, allerdings ohne eine weitergehende 

Befunderhebung. Vieles spricht dafür, dass die Diagnose somit von früheren Berichten 

übernommen wurde. Eine eingehende Begründung für das diagnostizierte CRPS 

enthält der Bericht zumindest nicht (act. G 1.4).

3.5   Zusammenfassend ist aufgrund der vorzitierten, umfangreichen medizinischen 

Aktenlage die Diagnose eines CRPS zumindest im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 

nicht mehr mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen. Wie im Gutachten der IB-Bern festgestellt, ist hinsichtlich der von der 

Beschwerdeführerin geklagten Handgelenksbeschwerden nicht mehr von einer 

objektiven somatisch-strukturell erklärbaren Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auszugehen.   

4.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.1   Zu prüfen bleiben noch die Unfallkausalität allfälliger psychisch bedingter 

Beschwerden und bejahendenfalls deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin.

4.2   Die Beschwerdeführerin stand bereits seit 2009 wegen gesundheitlicher 

Beschwerden in ärztlicher Behandlung und war bereits vor dem erlittenen Unfall am 24. 

April 2010 aus psychiatrischen Gründen seit dem 22. Oktober 2009 anhaltend 100% 

krankgeschrieben. Per 31. März 2010 war der Beschwerdeführerin ihre Stelle sodann 

gekündigt worden.

4.2.1         Nach eingehender psychiatrischer Untersuchung der Beschwerdeführerin 

am 13. November 2012 hielt Dr. med. L.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, im 

Gutachten der IB-Bern fest, aufgrund der aktuellen Befunde seien die diagnostischen 

Kriterien der ICD-10 für eine mittelgradige depressive Störung gegenwärtig nicht erfüllt. 

Retrospektiv könne eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer 

rezidivierenden depressiven Störung (mit wiederkehrenden Episoden einer Major 

Depression) nicht ausgeschlossen werden. Der Längsverlauf der depressiven 

Symptomatik lasse allerdings den typischen episodischen Charakter mit 

wiederkehrenden, von einem freien Intervall abgrenzbaren depressiven Episoden 

vermissen. Die von Dr. M.___ zuletzt gestellte Diagnose einer rezidivierenden 

depressiven Störung sei deshalb nicht ausreichend abgestützt. Anamnestisch stehe 

derzeit die Angstsymptomatik gegenüber der depressiven Symptomatik deutlich im 

Vordergrund, so dass die Differentialdiagnose einer generalisierten Angststörung (GAS) 

tatsächlich zu erwägen sei. Im Falle der Beschwerdeführerin gehe die Angststörung mit 

grosser Wahrscheinlichkeit auf die psychosozial erheblich belastenden Jahre vor dem 

Unfall zurück. Ängste seien auch in der Zeit vor dem Unfall bereits beschrieben 

worden. Ein Kausalzusammenhang zum Unfallereignis bestehe mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht, wie auch Dr. N.___ in seiner Aktenbeurteilung vom 16. Juli 

2012 festgehalten habe. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung 

(PTBS) könne nicht ansatzweise begründet werden, da dafür weder das in der ICD-10 

geforderte schwere Trauma noch das zeitliche Kriterium noch die entsprechende 

Symptomatik gegeben seien. Die ängstlich-depressive Symptomatik und die aktuellen 

klinischen Befunde würden sich ätiopathogenetisch, unter Berücksichtigung der 

Krankheitsgeschichte mit den langjährigen psychosozialen Belastungen und den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorbestehenden längerdauernden (leichtgradigen) depressiven Verstimmungen schon 

in der Zeit vor der 2. Schwangerschaft 20__ am ehesten als eine Anpassungsstörung 

mit längerer depressiver Reaktion bei anhaltender psychosozialer Belastungssituation 

verstehen. Die psychosoziale Belastungssituation bestehe seit vielen Jahren und sei 

erheblich. Betrachte man den Längsverlauf, so falle auf, dass sich während der 

Schwangerschaft 20__ ein Nachlassen der psychischen Abwehrkräfte abgezeichnet 

habe und es zu vielen Fehlzeiten bei der Arbeit (wegen Schwangerschaftsbeschwerden 

und Depression) gekommen sei. Die psychischen Beschwerden seien 

behandlungsbedürftig geworden. Die Behandlung sei zu Beginn beim Hausarzt erfolgt 

und anschliessend sei fachärztliche Hilfe hinzugezogen worden. Der unmittelbare 

Auslöser für diesen Schritt sei die Mitteilung über die Kündigung ihrer Arbeitsstelle im 

Herbst 2009 gewesen. Zusammenfassend sei im vorliegenden Fall davon auszugehen, 

dass die früher schon diagnostizierte Anpassungsstörung mit längerer depressiver 

Reaktion inzwischen in eine chronifizierte Anpassungsstörung mit anhaltender leichter 

depressiver Symptomatik übergegangen sei. Die Angstsymptomatik mit begleitender 

Anspannung, Nervosität und Sorgen könne als eigenständige Diagnose geführt 

werden. Da die Anpassungsgstörung gemäss ICD-10 maximal während 2 Jahren 

diagnostiziert werden dürfe, biete sich in der ICD-10 für einen fortdauernden und 

anhaltenden leichten depressiven Zustand die Diagnose der Dysthiymia (F 34.1) an, 

wobei diese Störung aus der unfallunabhängigen, vorbestehenden Anpassungsstörung 

infolge der langjährigen, anhaltenden psychosozialen Belastungen hervorgegangen sei. 

Die diagnostizierte generalisierte Angststörung könne nicht in einen überwiegend 

wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 24. April 2010 gebracht 

werden.

4.2.2         In Bezug auf die psychiatrische Diskussion des chronischen 

Schmerzsyndroms der linken oberen Extremität führte Dr. L.___ aus, wenn man die 

erheblichen, langjährigen psychosozialen Belastungen, die im Zeitpunkt des Unfalls 

bereits zu krankheitswertigen, behandlungsbedürftigen reaktiven psychischen 

Störungen geführt hätten, berücksichtige, so erscheine eine psychische (Schmerz-) 

Fehlverarbeitung im Zusammenhang mit der Radiusfraktur durchaus denkbar – 

allerdings gebe es auch einige Argumente, die gegen diese Diagnose sprächen. 

Gemeint seien dabei die deutlichen Hinweise auf eine willkürliche, bewusstseinsnahe 

und zielgerichtet gesteuerte Selbstlimitierung im Rahmen der Untersuchungen. Bezug 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu nehmen sei auch auf die nachweislichen Falschangaben zum Medikamentenkonsum 

sowie die Hinweise darauf, dass die Versicherte den linken Arm nicht kontinuierlich 

funktionell ausschalte. Wenn ein Arm dauerhaft inaktiv wäre, wie das die 

Beschwerdeführerin suggeriere, so müssten organische Zeichen der Inaktivität 

erkennbar sein, wie z.B. Veränderungen im Bereich der Muskeln, der Haut und auch 

der Knochen, was hier aber nachweislich nicht der Fall sei. Letztlich verbleibe deshalb 

als wahrscheinliche Erklärung, dass bei der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit 

den langjährigen und erheblichen psychosozialen Belastungen vor und zum Zeitpunkt 

des Unfalls, im Zusammenhang mit der vorbestehenden psychischen Störung 

(Depression, Angst) und im Zusammenhang mit den fortgesetzten ärztlichen 

Behandlungen/Diagnosen eine psychische Fehlverarbeitung eingetreten sei, was dann 

durch einen sekundären Krankheitsgewinn weiter gefördert und aufrechterhalten 

worden sei und letztlich in einem "Verharren in der Krankenrolle" mit Selbstlimitierung, 

maladaptivem Vermeidungsverhalten u.ä. gemündet habe (UV-act. M 72/33 ff.).

4.3   Fest steht, dass die Beschwerdeführerin bereits im Unfallzeitpunkt aufgrund 

psychiatrischer Beschwerden 100% arbeitsunfähig war. Der vorzitierten 

gutachterlichen Beurteilung von Dr. L.___ ist zu entnehmen, dass die psychischen 

Beschwerden auf die Jahre vor dem Unfall zurückgehen und kein 

Kausalzusammenhang zum Unfall besteht. Dies erscheint nachvollziehbar und 

schlüssig. Aufgrund der Schilderungen im Gutachten der IB-Bern ist davon 

auszugehen, dass die bereits bestehenden psychischen Beschwerden zu einer 

Fehlverarbeitung der Unfallfolgen führten und es zu einer gesteuerten Selbstlimitierung 

durch die Beschwerdeführerin gekommen ist. Gemäss der gutachterlichen Beurteilung 

durch Dr. L.___ ist somit festzustellen, dass die psychischen Beschwerden der 

Beschwerdeführerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 

24. April 2010 kausal verursacht wurden. Aufgrund der fehlenden Kausalität kann somit 

die Frage nach einem allfälligen Einfluss der psychischen Beschwerden auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren offen gelassen 

werden.

5.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.1   Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin ihre weitere 

Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung zurecht verneint hat. Im 

Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 12. August 2013 abzuweisen.

5.2   Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 21.01.2015
	Art. 6 UVG. Leistungspflicht der Unfallversicherung. Diagnose eines CRPS. Keine unfallkausalen somatischen Restfolgen. Psychische Beschwerden nicht unfallkausal. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Januar 2015, UV 2013/63).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte