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**Case Identifier:** 9a5e6da7-d17e-5be3-839a-eaa4186bf07f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.06.2020 100 2020 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-40_2020-06-10.pdf

## Full Text

100.2020.40U
ARB/SBE/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 10. Juni 2020

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Streun

A.________ AG
vertreten durch Rechtsanwalt …  
Beschwerdeführerin

gegen

B.________ AG
Beschwerdegegnerin

und

Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Rathausgasse 1, Postfach, 3000 Bern 8

betreffend Ausschreibung eines Klinikinformations- und Steuerungs-
systems; Nichteintreten auf Beschwerde (Entscheid der Gesundheits-, 
Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern vom 21. Januar 2020; 
2019.GEF.1436)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.06.2020, Nr. 100.2020.40U, 
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Sachverhalt:

A.

Die B.________ AG schrieb am 9. August 2019 auf der elektronischen 
Informationsplattform SIMAP einen Beschaffungsauftrag für ein neues 
Klinikinformations- und Steuerungssystem (KISS) im offenen Verfahren 
aus. Die A.________ AG liess sich die Ausschreibungsunterlagen zustellen 
und nahm an den beiden Fragerunden vom 18. August 2019 und 
8. September 2019 teil.

B.

Am 23. September 2019 gelangte die A.________ AG mit Beschwerde an 
die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF; heute: 
Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern [GSI]) 
und beantragte, das Ausschreibungsverfahren sei abzubrechen und die 
B.________ AG sei anzuweisen, ein Vergabeverfahren durchzuführen, das 
den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Weiter ersuchte sie darum, ihrer 
Beschwerde aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Am 25. September 
2019 beschränkte die GEF das Verfahren auf die Frage der Rechtzeitigkeit 
der Beschwerde und trat auf das Gesuch um aufschiebende Wirkung nicht 
ein; diese Verfügung blieb unangefochten. In der Folge erging am 
11. Dezember 2019 der Zuschlag an eine Drittanbieterin, worauf die 
Vergabebehörde ohne Erfolg beantragte, das Verfahren vor der GEF sei 
wegen Gegenstandslosigkeit abzuweisen. Mit Entscheid vom 21. Januar 
2020 trat die GSI auf die Beschwerde gegen die Ausschreibung wegen 
Verspätung nicht ein.

C.

Dagegen hat die A.________ AG am 3. Februar 2020 Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit den Rechtsbegehren, der Nicht-
eintretensentscheid der GSI vom 21. Januar 2020 sei aufzuheben und die 

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GSI sei anzuweisen, auf die Beschwerde einzutreten und diese materiell zu 
entscheiden. 

Bereits am 9. Januar 2020 war die A.________ AG mit einer Beschwerde 
an das Verwaltungsgericht gelangt, in der sie der GSI Rechtsverzögerung 
bzw. Rechtsverweigerung vorwarf. Nach Ergehen des Entscheids der GSI 
vom 21. Januar 2020 schrieb das Verwaltungsgericht dieses 
Beschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden ab, wobei es im 
Kostenpunkt von einem Obsiegen der A.________ AG ausging: Gestützt 
auf eine summarische Prüfung gelangte der Einzelrichter zum Schluss, 
dass die Rechtsverzögerungs- bzw. Rechtsverweigerungsbeschwerde 
voraussichtlich gutzuheissen gewesen wäre (Abschreibungsverfügung vom 
28.2.2020 im Verfahren 100.2020.9). 

Was das vorliegende Beschwerdeverfahren anbelangt, schliesst die GSI 
mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2020 auf Abweisung der Be-
schwerde. Die B.________ AG beantragt mit Beschwerdeantwort vom 
26. Februar 2020, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei 
sie abzuweisen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 12 Abs. 2 des Gesetzes vom 11. Ju-
ni 2002 über das öffentliche Beschaffungswesen [ÖBG; BSG 731.2]).

1.2 Da die GSI auf das Rechtsmittel der Beschwerdeführerin nicht ein-
getreten ist, ergibt sich deren Beschwerdebefugnis für das verwaltungs-
gerichtliche Verfahren grundsätzlich unmittelbar aus dem negativen Pro-
zessentscheid (vgl. etwa BVR 2017 S. 459 E. 1.2; Merkli/Aeschli-

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mann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 79 N. 3, 
Art. 65 N. 6). Die Beschwerdegegnerin macht jedoch geltend, es fehle der 
Beschwerdeführerin hier an einem aktuellen und praktischen Rechtsschutz-
interesse, weil der Zuschlag bereits ergangen sei (vgl. vorne Bst. B). – Die 
Ausschreibung des Auftrags ist selbständig anfechtbar (Art. 11 Abs. 2 
Bst. a ÖBG; Art. 15 Abs. 1bis Bst. a der interkantonalen Vereinbarung vom 
25. November 1994/15. März 2001 über das öffentliche Beschaffungs-
wesen [IVöB; BSG 731.2-1]). Die Beschwerdelegitimation beurteilt sich da-
nach, ob die beschwerdeführende Partei als potentielle Anbieterin des 
nachgefragten Beschaffungsgegenstands in Frage kommt und die Durch-
führung eines neuen Vergabeverfahrens bzw. die Feststellung von dessen 
Rechtswidrigkeit beantragt (BGer 2C_563/2016 vom 30.12.2016 E. 1.3.2, 
1P.338/2004 vom 11.8.2004; vgl. auch BR 2002 S. 167 E. 2.2; Martin 
Beyeler, in BR 2017 S. 263 ff., S. 265; zum aktuellen und praktischen 
Rechtsschutzinteresse allgemein Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., 
Art. 65 N. 25 f.). Bei einer allfälligen Gutheissung der Beschwerde gegen 
die Anfechtung ist im Primärrechtsschutz das Verfahren regelmässig von 
Anfang an zu wiederholen, da zufolge einer möglichen Änderung der Aus-
schreibungsbedingungen allenfalls weitere Angebote neuer Interessen-
tinnen und Interessenten hinzukommen und den nicht beschwerde-
führenden Anbietenden aus Gründen der Gleichbehandlung Gelegenheit 
zu geben ist, eine Offerte unter den neuen Bedingungen zu erarbeiten (vgl. 
Martin Beyeler, in BR 2018 S. 61 ff., 65 ff.; vgl. auch Alexis Leuthold, Offert-
verhandlungen in öffentlichen Vergabeverfahren, Diss. Zürich 2009, 
Rz. 794). Ob die gegen eine Ausschreibung beschwerdeführende Partei 
eine Offerte eingereicht bzw. Aussicht auf Erhalt des Zuschlags hat, spielt 
im Verfahren gegen die Ausschreibung unter dem Gesichtspunkt der Be-
schwerdelegitimation somit keine Rolle (BGer 2C_563/2016 vom 
30.12.2016 E. 1.3.2, 1P.338/2004 vom 11.8.2004, in BR 2002 S. 167 
E. 2.2, 2P.157/2001 vom 8.9.2001, in RDAT 2002 I 44 E. 1b; Martin 
Beyeler, in BR 2017 S. 263 ff., S. 265; vgl. auch BGE 141 II 14 E. 4.6 a.E.). 
Selbst wenn der Vertrag zwischen der Vergabebehörde und einer Zu-
schlagsempfängerin bereits geschlossen worden wäre, würde das Inter-
esse an der gerichtlichen Überprüfung der Ausschreibungsverfügung nicht 
entfallen (BGer 1P.338/2004 vom 11.8.2004, in BR 2002 S. 167 E. 2.3). 

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Die Beschwerdeführerin ist somit zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde be-
fugt. 

1.3 Die GSI ist im angefochtenen Entscheid auch auf das von der Be-
schwerdeführerin am 9. Januar 2020 gestellte Begehren nicht eingetreten, 
ihr seien die durch die «nicht zielführende Verfahrensführung» ent-
standenen unnötigen Kosten zu ersetzen (vgl. angefochtener Entscheid 
E. 1.5, Dispositiv Ziff. 1). Obschon die Beschwerdeführerin die Aufhebung 
des gesamten angefochtenen Entscheids beantragt (vorne Bst. C), setzt 
sie sich mit dem Nichteintreten auf ihr Entschädigungsbegehren mit keinem 
Wort auseinander, so dass es ihrer Beschwerde diesbezüglich an einer 
rechtsgenüglichen Begründung fehlt. Auf die Beschwerde ist daher insoweit 
nicht einzutreten, als sie sich gegen Dispositiv Ziff. 1 des angefochtenen 
Entscheids richtet (vgl. Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 und Art. 33 
Abs. 3 VRPG; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 14). 

1.4 Im Übrigen sind die Bestimmungen über Form und Frist eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG; vgl. auch Art. 14 Abs. 1 ÖBG und 
Art. 15 Abs. 2 IVöB). Auf die Beschwerde ist unter Vorbehalt von E. 1.3 
hiervor einzutreten. 

1.5 In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin, das ver-
waltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis ein Ent-
scheid der GSI im Beschwerdeverfahren gegen den Zuschlagsentscheid 
vom 10. Dezember 2019 vorliegt. Mit dem Entscheid der GSI vom 3. Febru-
ar 2020, der ebenfalls vor Verwaltungsgericht angefochtenen ist (Verfahren 
100.2020.54), ist dieses Begehren gegenstandslos geworden. 

1.6 Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide sind einzelrichterlich 
zu beurteilen (Art. 57 Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]). Die rechtlichen Verhältnisse rechtfertigen indes die Be-
urteilung in Dreierbesetzung (Art. 57 Abs. 6 und Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.7 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG; vgl. auch Art. 14 
Abs. 2 ÖBG sowie Art. 16 Abs. 1 und 2 IVöB).

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2.

In der Sache ist strittig, ob die Vorinstanz auf die Beschwerde der Be-
schwerdeführerin zu Recht wegen Verspätung nicht eingetreten ist.

2.1 Die Ausschreibung ist selbständig anfechtbar (Art. 11 Abs. 2 Bst. a 
ÖBG; Art. 15 Abs. 1bis Bst. a IVöB). Nach Ablauf der zehntägigen Rechts-
mittelfrist (Art. 14 Abs. 1 ÖBG; Art. 15 Abs. 2 IVöB) kann sie grundsätzlich 
nicht mehr in Frage gestellt werden (BGE 130 I 241 E. 4.2 [Pra 94/2005 
Nr. 59], 129 I 313 E. 6.2 [Pra 93/2004 Nr. 64]; BGer 2C_563/2016 vom 
30.12.2016 E. 1.3.2; BVR 2007 S. 177 E. 2.2, 2006 S. 500 E. 4.3). Als inte-
grierender Bestandteil der Ausschreibung gelten nach ständiger Recht-
sprechung auch die Unterlagen, die zusammen mit der Ausschreibung ab-
gegeben oder veröffentlicht werden. Allfällige Mängel der Ausschreibungs-
unterlagen sind, wie bei einer Beschwerde gegen die Ausschreibung 
selbst, ebenfalls innert der Beschwerdefrist von zehn Tagen zu rügen, 
andernfalls das Beschwerderecht verwirkt (BGE 130 I 241 
E. 4.2 [Pra 94/2005 Nr. 59]; 129 I 313 E. 6.2 [Pra 93/2004 Nr. 64]; 
BGer 2C_563/2016 vom 30.12.2016 E. 1.3.2 a.E.; Christoph Jäger, Öffent-
liches Beschaffungsrecht, in Müller/Feller [Hrsg.], Bernisches Verwaltungs-
recht, 2. Aufl. 2013, S. 807 ff. Rz. 171 ff.). Eine Rügeobliegenheit besteht 
insoweit, als Mängel in Frage stehen, die von den Parteien tatsächlich er-
kannt wurden oder bei gebotener Sorgfalt hätten erkannt werden müssen 
(zum Ganzen BGE 130 I 241 E. 4.3 [Pra 94/2005 Nr. 59]; 
BGer 2C_409/2015 vom 28.9.2015 E. 4.2; VGE 2019/369 vom 24.3.2020 
E. 4.2; Galli/Moser/Lang/Steiner, Praxis des öffentlichen Beschaffungs-
rechts, 3. Aufl. 2013, Rz. 1258).

2.2 Unstrittig ist, dass die Ausschreibung am 9. August 2019 auf der 
elektronischen Beschaffungsplattform SIMAP publiziert worden ist und die 
Beschwerdeführerin die zehntägige Beschwerdefrist zur Anfechtung der 
Ausschreibung bzw. der Ausschreibungsunterlagen mit der am 23. Sep-
tember 2019 der Post übergebenen Beschwerde nicht eingehalten hat. Die 
Beschwerdeführerin ist indes der Auffassung, die von ihr gerügten Mängel 
der Ausschreibung bzw. der Ausschreibungsunterlagen seien erst an der 
zweiten Fragerunde zu Tage getreten, womit die Frist zur Anfechtung ab 
diesem Zeitpunkt zu laufen begonnen habe. Ihre Beschwerde sei demnach 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/16e67458-c9ff-4c84-9481-ef00cb51a984/citeddoc/7f716354-536c-494b-b339-fd845ae7cb58/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/16e67458-c9ff-4c84-9481-ef00cb51a984/citeddoc/7f716354-536c-494b-b339-fd845ae7cb58/source/document-link

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nicht verspätet erfolgt und die Vorinstanz sei somit zu Unrecht nicht darauf 
eingetreten. – Eine Ausschreibung kann Vorgaben enthalten, deren volle 
Bedeutung und Tragweite auch bei objektiver Betrachtungsweise noch 
wenig klar sind und sich für die Interessentinnen erst im weiteren Verlauf 
bzw. nach der Durchführung des Verfahrens mit genügender Eindeutigkeit 
ergeben. In solchen Fällen, in denen die zu rügenden Mängel erst nach Ab-
lauf der für die Anfechtung der Ausschreibung laufenden Beschwerdefrist 
erkennbar sind, bleibt die Anfechtungsmöglichkeit erhalten: So können 
nicht offenkundige Mängel der Ausschreibung oder der Ausschreibungs-
unterlagen im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen die nächst-
folgende Verfügung (vgl. Art. 11 Abs. 2 ÖBG bzw. Art. 15 Abs. 1bis IVöB), 
d.h. allenfalls im Beschwerdeverfahren gegen den Zuschlag noch vor-
gebracht werden (vgl. BVR 2005 S. 561 E. 4.4). 

2.3 Die Beschwerdeführerin wirft der Vergabebehörde eine «krasse Be-
vorteilung» der Zuschlagsempfängerin bei «klarer Benachteiligung» der 
anderen Anbieterinnen vor. Einige möglicherweise diskriminierende 
«Kriterien, Anforderungen und Nachweise» habe sie bereits in der Aus-
schreibung erkannt, sei jedoch davon ausgegangen, dass keine Diskrimi-
nierungsabsicht dahinterstehe. Entgegen ihrer Erwartungen hätten die Er-
läuterungen der Vergabebehörde im Rahmen der beiden Fragerunden 
jedoch ergeben, dass diese nicht gewillt sei, die «potentiell diskriminieren-
den» Kriterien, wie insbesondere die geforderten Referenzen und die An-
forderungen an den Entwicklungsstand eines Referenzsystems, diskrimi-
nierungsfrei auszulegen oder zu präzisieren. Erst aus den Antworten der 
Vergabebehörde sei klar geworden, dass die Ausschreibung darauf ab-
ziele, sie selbst und wohl auch alle anderen Anbieterinnen ausser der Zu-
schlagsempfängerin in einer Weise zu diskriminieren, dass nur letztere eine 
realistische Chance auf den Zuschlag habe, womit nicht (mehr) von einem 
wirksamen Wettbewerb gesprochen werden könne (vgl. Beschwerde insb. 
Rz. 17 f., 22). Gemäss der Rechtsprechung im Vergaberecht, wonach 
Mängel der Ausschreibung nach Treu und Glauben unverzüglich gerügt 
werden müssten, sobald sie als solche erkannt werden, sei sie somit ge-
halten (und berechtigt) gewesen, die diskriminierende Ausschreibung nach 
der zweiten Fragerunde anzufechten (vgl. Beschwerde Rz. 11 ff.). – Die an-
geblich diskriminierenden Vorgaben der Vergabebehörde betreffen die 

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Festlegung des Beschaffungsgegenstands, der Eignungskriterien und 
-nachweise sowie der Gewichtung der Zuschlagskriterien (insb. des 
Preises mit 20 %). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ergeben 
sich sämtliche für die Frage der Teilnahme erforderlichen Informationen 
bereits aus der Ausschreibung bzw. den Ausschreibungsunterlagen (vgl. 
auch VGE 2020/54 vom 10.6.2020 E. 3.5). Ein möglicher Interpretations-
spielraum für eine diskriminierende bzw. diskriminierungsfreie Handhabung 
bzw. Präzisierung lässt sich – auch in Bezug auf die geforderten Refe-
renzen – nicht erkennen. 

2.4 Soweit sich ein diskriminierender Charakter einzelner Eignungs-
kriterien dennoch erst später gezeigt haben sollte oder aus gewissen Ant-
worten der Vergabebehörde hätte geschlossen werden müssen, dass diese 
gedenkt, in diskriminierender Weise zugunsten einer Anbieterin von den 
klaren Vorgaben abzuweichen, wäre der Beschwerdeführerin die Möglich-
keit offengestanden, die Vergabebehörde auf diese Mängel aufmerksam zu 
machen und eine diskriminierungsfreie Behandlung bzw. allenfalls eine 
Gleichbehandlung im Unrecht zu fordern. Mit ihren Ausführungen zu einer 
sofortigen Rügeobliegenheit von nachträglich entdeckten Mängeln der Aus-
schreibung (vgl. E. 2.3 hiervor; Frage nach dem Bestehen einer Rügepflicht 
offengelassen in BVR 2007 S. 177 E. 2.3) scheint die Beschwerdeführerin 
zu verkennen, dass damit weder ein neues Anfechtungsobjekt noch ein 
neues Rechtsmittel ausserhalb der gesetzlich vorgesehenen Rechtsmittel-
verfahren geschaffen werden soll. Nachträglich erkannte (Verfahrens-)
Mängel sind nicht der Beschwerdeinstanz, sondern der Vergabebehörde 
(formlos) zur Kenntnis zu bringen, damit diese die Möglichkeit erhält, 
allfällige Massnahmen zu ergreifen (vgl. BGE 130 I 241 E. 4.3; BVR 2005 
S. 561 E. 4.4; Christoph Jäger, a.a.O., Rz. 173; Stefan Scherler, in Aktu-
elles Vergaberecht 2012, Die Verfügungen im Vergabeverfahren, S. 359 ff. 
Rz. 62; vgl. auch Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 667 ff.; Robert Wolf, 
Die Beschwerde gegen Vergabeentscheide, in ZBl 2003 S. 1 ff., S. 10). 
Wäre die Beschwerdeführerin mit ihrer Kritik nicht erfolgreich gewesen, 
hätte sie ihre Rügen mit Beschwerde gegen das nächstmögliche gesetzlich 
vorgesehene Anfechtungsobjekt vorbringen müssen (vgl. vorne E. 2.2). Die 
Beschwerdeführerin hält dem entgegen, es könne nicht verlangt werden, 
dass sie sich mit einer Offerte an einem Vergabeverfahren beteilige, ob-

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wohl von vornherein – mangels Erfüllung der Eignungskriterien – mit dem 
Ausschluss ihres Angebots habe gerechnet werden müssen. Dieses Argu-
ment ist jedoch nicht stichhaltig: War die Diskriminierung nicht aus der Aus-
schreibung selbst erkennbar, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, 
hätte sie auf einer diskriminierungsfreien Behandlung bestehen und sich 
weiterhin am Vergabeverfahren beteiligen müssen. Nur so wäre eine Be-
schwerdeinstanz in der Lage gewesen zu prüfen, ob der Vorwurf der unzu-
lässigen Privilegierung der Zuschlagsempfängerin zutrifft. 

2.5 Anders als die Beschwerdeführerin meint, wären ihr somit je nach 
Zeitpunkt der tatsächlichen Erkennbarkeit der angeblich diskriminierenden 
Ausschreibung geeignete Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung ge-
standen, um sich dagegen zur Wehr zu setzen. Dass sie davon keinen Ge-
brauch gemacht hat, ist ihr allein zuzuschreiben und kann weder mit dem 
Verhalten der Vergabebehörde noch der Verfahrensführung durch die Vor-
instanz entschuldigt werden. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die 
Vorinstanz die nach Ablauf der Rechtsmittelfrist eingereichte Beschwerde 
gegen die Ausschreibung als verspätet erachtet hat. Der angefochtene 
Nichteintretensentscheid hält der Rechtskontrolle stand.

3.

Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 
abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende 
Beschwerdeführerin kostenpflichtig. Sie hat die Kosten des Verfahrens vor 
dem Verwaltungsgericht zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten 
sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 4 VRPG).

4.

4.1 Gemäss Art. 83 Bst. f des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) ist die Be-
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Ent-
scheide auf dem Gebiet der öffentlichen Beschaffung, wenn der geschätzte 

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Wert des zu vergebenden Auftrags den massgebenden Schwellenwert des 
Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Be-
schaffungswesen (BöB; SR 172.056.1) oder des Abkommens vom 21. Juni 
1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Euro-
päischen Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Be-
schaffungswesens (SR 0.172.052.68) nicht erreicht (Ziff. 1) und sich keine 
Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Ziff. 2). Die Voraus-
setzungen von Art. 83 Bst. f Ziff. 1 und Ziff. 2 BGG gelten nach der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung kumulativ. Damit die Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig ist, darf keines der beiden Aus-
schlusskriterien erfüllt sein (vgl. BGE 133 II 396 E. 2.1). Andernfalls kann 
der vorliegende Entscheid einzig mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde 
angefochten werden.

4.2 Gemäss Publikation vom 11. Dezember 2019 erfolgte der Zuschlag 
zum Preis von Fr. 28'969'778.-- (vgl. SIMAP Publikation, Vorakten GSI im 
Verfahren 100.2020.54, Beschwerdebeilage 1) womit der Wert des zu ver-
gebenden Beschaffungsauftrags die massgeblichen Schwellenwerte über-
schreitet (vgl. Art. 6 Abs. 1 BöB). Liegt zudem eine Rechtsfrage von grund-
sätzlicher Bedeutung vor, kann der vorliegende Entscheid mit Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, andernfalls einzig mit subsidiärer 
Verfassungsbeschwerde angefochten werden. Das vorliegende Urteil ist 
daher mit dem Hinweis auf diese beiden Rechtsmittel zu versehen (Art. 117 
i.V.m. Art. 112 Abs. 1 Bst. d BGG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

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3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegnerin
- Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern
- Wettbewerbskommission

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; 
SR 173.110) oder, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt, 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 
90 ff. BGG geführt werden. Gegebenenfalls ist in der Begründung auszuführen, 
warum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt.