# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7943df76-ca63-57c7-8f84-7bb59a1c7a92
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.09.2025 BE.2025.6
**Docket/Reference:** BE.2025.6
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BE-2025-6_2025-09-17

## Full Text

Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR)

Beschluss vom 17. September 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Daniel Kipfer Fasciati und Patrick Robert-Nicoud,  
Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 
Parteien 

  
BUNDESAMT FÜR ZOLL UND GRENZSICHERHEIT 
BAZG,  

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

A.,  

Gesuchsgegner 
 
 

Gegenstand  Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BE.2025.6 
 
 
 

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Sachverhalt: 
 

A. Das BAZG eröffnete am 19. Februar 2025 die Zollstrafuntersuchung 71-
2023.21605 gegen A. im Zusammenhang mit nicht angemeldeten Einfuhren 
von Uhren (Urk. BAZG 01.01). Das Amt durchsuchte gleichentags das Cha-
let an der […]-strasse in Z. wo der Gesuchsgegner angetroffen wurde. Das 
BAZG stellte dabei diverse Papiere, Quittungen und elektronische Datenträ-
ger sicher (Urk. BAZG 05.02–07). Der Verteidiger des Mitbeschuldigten, 
Rechtsanwalt B., verlangte mit E-Mail vom 19. Februar 2025 dafür die Sie-
gelung (Urk. BAZG 03.01. S. 1), worauf das BAZG vorsorglich die Siegel an-
brachte (Urk. BAZG 05.05–07; Datenträger: Siegel 6355011, 6355016, 
6355015, 6355050; Papiere: Siegel 0950397–400).  
 
 

B. Das BAZG stellte der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts am 
7. März 2025 das Entsiegelungsgesuch zu (act. 1). Das Gericht lud A. am 
11. März 2025 zur Gesuchsantwort ein (zugestellt am 17. März 2025; act. 2, 
3). A. hat sich nicht vernehmen lassen.  
 
Auf die Ausführungen der Partei und die eingereichten Akten wird, soweit 
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.  
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Die vom BAZG zur Last gelegten Widerhandlungen (siehe oben Sachverhalt, 

lit. A) werden grundsätzlich nach den jeweiligen Spezialgesetzen und dem 
VStrR verfolgt und beurteilt (Art. 128 Abs. 1 ZG, Art. 103 Abs. 1 MWSTG, 
Art. 43 Abs. 1 TStG). Die Strafverfolgung obliegt dem Gesuchsteller (vgl. Art. 
128 Abs. 2 ZG, Art. 103 Abs. 2 MWSTG, Art. 43 Abs. 2 TStG, Art. 48 Abs. 2 
TabPG). 

1.2 Werden in Verwaltungsstrafverfahren des Bundes Papiere und Datenträger 
(vgl. hierzu BGE 108 IV 76 E. 1) durchsucht, so ist dem Inhaber derselben, 
wenn immer möglich, vor der Durchsuchung Gelegenheit zu geben, sich 
über deren Inhalt auszusprechen. Erhebt er gegen die Durchsuchung Ein-
sprache, so werden die Papiere vorläufig versiegelt und verwahrt (Art. 50 
Abs. 3 VStrR). Die Bestimmung wird heute auch auf elektronische Datenträ-
ger angewandt (Urteile des Bundesgerichts 1B_210/2017 vom 23. Oktober 
2017 E. 3.3 und 1B_487/2018 vom 6. Februar 2019 E. 2.2). Über die 

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Zulässigkeit der Durchsuchung entscheidet die Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts (Art. 50 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 VStrR und Art. 37 
Abs. 2 lit. b StBOG; Urteil des Bundesgerichts 1B_520/2019 vom 15. April 
2020 E. 1.2.3). Die betroffene Verwaltungsbehörde hat bei der Stellung von 
Entsiegelungsgesuchen dem Beschleunigungsgebot ausreichend Rech-
nung zu tragen (Art. 29 Abs. 1 BV; BGE 139 IV 246 E. 3.2).  

1.3 Eine förmliche (Verwirkungs-)Frist zur Einreichung des Entsiegelungsge-
suchs analog Art. 248 Abs. 3 StPO ist den Bestimmungen des VStrR nicht 
zu entnehmen. Erfolgt ein Entsiegelungsgesuch knapp anderthalb Monate 
nach der Hausdurchsuchung und Siegelung, ist dem Beschleunigungsgebot 
in Strafsachen genügend Rechnung getragen (Urteil des Bundesgerichts 
1B_641/2012 vom 8. Mai 2013 E. 3.3). Die Beschwerdekammer hat auch 
Fristen von rund zwei Monaten wiederholt als mit dem Beschleunigungsge-
bot vereinbar angesehen, wobei innerhalb dieser zwei Monate allerdings je-
weils noch Abklärungen bezüglich des Festhaltens an der Einsprache bzw. 
bezüglich des Umfangs der Einsprache erfolgten (Beschluss des Bundes-
strafgerichts BE.2020.12 vom 18. August 2020 E. 2.2). Sie erkannte aber 
eine Verletzung des Beschleunigungsgebots in einem Fall, in welchem das 
Gesuch ohne erkennbaren Grund erst zweieinhalb Monate nach der Haus-
durchsuchung und Siegelung erfolgte (Beschluss des Bundestrafgerichts 
BE.2013.8 vom 5. Dezember 2013 E. 1.4.3). Die bundesgerichtliche Recht-
sprechung scheint neuerdings auch bei Entsiegelungen nach VStrR die 
20-tägige Frist des Art. 248 StPO anzuwenden (vgl. BGE 148 IV 221 E. 3.3; 
jedoch ohne Bezugnahme auf die bisherige – davon abweichende – Recht-
sprechung). 

1.4 Das BAZG stellte das Entsiegelungsgesuch am 7. März 2025, also innert 
weniger als 20 Tagen seit der Sicherstellung vom 19. Februar 2025 und da-
mit rechtzeitig.  

1.5  
1.5.1 Rechtsanwalt B. ist der Verteidiger des Mitbeschuldigten C. (Urk. BAZG 

01.03.01/003). Er verlangte mit E-Mail vom 19. Februar 2025 die Siegelung, 
ohne Geheimnisgründe zu nennen (Urk. BAZG 03.01. S. 1). RA B. reichte 
dem BAZG trotz Aufforderung (Urk. BAZG 03.01. S. 1) keine Vollmacht von 
A. ein (vgl. auch act. 1 S. 3 f.).  
 
A. selbst verlangte anlässlich der Hausdurchsuchung nicht die Siegelung, 
ebenso wenig wie andere Anwesende (vgl. Urk. BAZG 12.01 S. 3). A. hat 
sich nicht zum Siegelungsgesuch von RA B. geäussert (vgl. Urk. BAZG 
12.01 S. 3) und keinen Verteidiger mandatiert. A. liess sich auch im vorlie-
genden Verfahren nicht vernehmen. 

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1.5.2 Dem Inhaber der Papiere ist wenn immer möglich Gelegenheit zu geben, 
sich vor der Durchsuchung über ihren Inhalt auszusprechen. Erhebt er ge-
gen die Durchsuchung Einsprache, so werden die Papiere versiegelt und 
verwahrt, und es entscheidet die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts über die Zulässigkeit der Durchsuchung (Art. 50 Abs. 3 VStrR). Der 
Beschuldigte kann in jeder Lage des Verfahrens einen Verteidiger bestellen 
(Art. 32 Abs. 1 VStrR). Die Behörde kann den Verteidiger auffordern, sich 
durch schriftliche Vollmacht auszuweisen (Art. 32 Abs. 4 VStrR).  
 

1.5.3 RA B. verlangte zwar die Siegelung, tat dies jedoch mangels Vollmacht nicht 
für A. RA B. nannte auch keine Geheimnisse, die ihn persönlich zur Siege-
lung berechtigen würden. Damit ist vorliegend im Zusammenhang mit den 
Sicherstellungen anlässlich der Hausdurchsuchung vom 19. Februar 2025 
an der […]-strasse in Z., nicht gültig die Siegelung verlangt worden, was im 
Dispositiv festzustellen ist. Liegt keine gültige Siegelung vor, ist einerseits 
auf das Entsiegelungsgesuch des BAZG nicht einzutreten. Andererseits ist 
das BAZG für berechtigt zu erklären, die sichergestellten Unterlagen zu 
durchsuchen und die angebrachten Siegel (vgl. Urk. BAZG 05.05-07; obige 
litera A) zu entfernen.  

 
 
2. Die Verfahrenskosten bleiben bei der Hauptsache (vgl. TPF 2024 187 

E. 2.9), d.h. in der Zollstrafuntersuchung Nr. 71-2023.21605 des BAZG. Die 
Gerichtsgebühr ist auf Fr. 500.-- festzusetzen (vgl. Art. 73 Abs. 2 StBOG 
i.V.m. Art. 422 Abs. 1 StPO). 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Es wird festgestellt, dass die Siegelung nicht gültig verlangt wurde. 
 
2. Auf das Entsiegelungsgesuch wird nicht eingetreten. Das BAZG ist berechtigt, 

die am 19. Februar 2025 an der […]-strasse in Z., sichergestellten Geräte und 
Unterlagen zu durchsuchen und die angebrachten Siegel zu entfernen.  
 

3. Die Verfahrenskosten bleiben bei der Hauptsache. Die Gerichtsgebühr wird 
auf Fr. 500.-- festgelegt. 

 
 

Bellinzona, 17. September 2025 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, Direktionsbereich Strafverfolgung 
- A.  
- Bundesstrafgericht, Finanzabteilung, in Kopie 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu des-
sen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-
schen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung 
ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die 
bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung 
notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktions-
richter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).