# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 035bc911-c94e-51af-9204-7d32ca526d36
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.09.2016 200 2016 351
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-351_2016-09-12.pdf

## Full Text

200 16 351 UV
GRD/SAW/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 12. September 2016

Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Winiger

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG 
Direktion Bern, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 8. März 2016 (90.15.040173)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2016, UV/16/351, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1972 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungs-
gesellschaft AG (Mobiliar bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen 
Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten versichert. 
Gemäss Unfallmeldung vom 16. Oktober 2015 erlitt er am 28. September 
2015 während einer Bauchmuskelübung plötzlich einen reissenden 
Schmerz in den Leisten (Akten der Mobiliar [act. II] UM). Dr. med. 
B.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizier-
te daraufhin im Arztzeugnis vom 29. Oktober 2015 (act. II M1) Inguinalher-
nien beidseits und veranlasste für den 2. November 2015 eine operative 
Hernienversorgung (vgl. Operationsbericht vom 3. November 2015, act. II 
M2). Vom 2. bis zum 15. November 2015 wurde dem Versicherten eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. II M2.1).

Mit Schreiben vom 4. November 2015 teilte die Mobiliar dem Versicherten 
mit, dass er aus der obligatorischen Unfallversicherung keinen Anspruch 
auf Versicherungsleistungen habe (act. II K3). Zur Begründung legte sie 
dar, dass weder ein Unfallereignis noch eine unfallähnliche Körperschädi-
gung vorliege. Damit zeigte sich der Versicherte nicht einverstanden und 
nahm am 6. November 2015 zur in Aussicht gestellten Abweisung Stellung 
(act. II K4). Nach Einholung einer Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. 
C.________, Facharzt für Chirurgie FMH, vom 26. November 2015 (act. II 
M3) verfügte die Mobiliar am 1. Dezember 2015 (act. II K11) wie angekün-
digt. Die dagegen erhobene Einsprache (act. II K13) wies die Mobiliar mit 
Entscheid vom 8. März 2016 (act. II K15) ab.

B.

Mit Eingabe vom 7. April 2016 erhob der Versicherte Beschwerde und be-
antragte, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und ein Unfallereignis 
sei zu bejahen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2016, UV/16/351, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 
2016 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 8. März 2016 (act. II 
K15). Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegne-
rin betreffend die mit Unfallmeldung vom 16. Oktober 2015 geltend ge-
machten Beschwerden.

1.3 Mit Blick auf die Kosten der Behandlung der Inguinalhernien beid-
seits sowie unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer einzig vom 
2. bis 15. November 2015 arbeitsunfähig war (act. M2.1), liegt der Streit-
wert offensichtlich unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Be-
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2016, UV/16/351, Seite 4

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2

2.2.1 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek-
tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili-
gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnli-
chen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkun-
gen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht 
als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im 
Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslö-
sung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall 
setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhn-
lich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 
V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhn-
lichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern 
nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit 
ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwarte-
te Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere 
Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen 
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un-
gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2016, UV/16/351, Seite 5

2.2.2 Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Ge-
sundheitsschaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötz-
liche schädigende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuord-
nung zum exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der Rechtsprechung 
insbesondere dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfahrungsgemäss 
auch als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen 
degenerativen Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus 
normalen Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die 
unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Um-
ständen gesetzt worden sein. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtli-
che Schadensneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen 
Ereignisses zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es bedarf – neben den 
üblichen auf den Körper einwirkenden Kräften – eines schadensspezifi-
schen Zusatzgeschehens, damit ein Unfall angenommen werden kann 
(BGE 134 V 72 E. 4.3.2 und 4.3.2.1 S. 80).

2.2.3 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in 
einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt 
dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig-
lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" 
beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge-
wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände-
rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro-
grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 
E. 2.1 S. 118; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 40 E. 5.2). Dies trifft beispielsweise 
dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem 
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 
2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 E. 2b).

Bei sportlichen Tätigkeiten ist ein Unfall im Rechtssinne dann anzunehmen, 
wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant. Wenn sich hingegen 
das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung verwirk-
licht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu 
verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung 

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sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (SVR 2008 UV 
Nr. 4 S. 13 E. 3.3).

2.3 Die Unfallversicherer haben auch Versicherungsleistungen für die in 
der Verordnung abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädi-
gungen zu übernehmen, sofern diese nicht eindeutig auf Erkrankung oder 
Degeneration zurückzuführen sind (Art. 6 Abs. 2 UVG; Art. 9 Abs. 2 lit. a - h 
der Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 
[UVV; SR 832.202]). Dabei müssen sämtliche Begriffsmerkmale eines Un-
falles mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit erfüllt sein. Besondere Bedeu-
tung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses zu, d.h. 
eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälli-
gen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467).

2.4 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.4.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2016, UV/16/351, Seite 7

(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
140 V 356 E. 3.2 S. 358).

2.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221).

3.

3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob das Ereignis vom 28. September 2015 
einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt (vgl. E. 2.1 hiervor) und 
bejahendenfalls, ob die Inguinalhernien in einem anspruchsbegründenden 
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (vgl. E. 2.4 hiervor) zum 
Ereignis vom 28. September 2015 stehen.

3.1.1 Dr. med. B.________ diagnostizierte im Arztzeugnis vom 29. Okto-
ber 2015 (act. II M1) Inguinalhernien beidseits. Der Beschwerdeführer 
macht geltend, er habe sich diese am 28. September 2015 während den 
Herbstferien bei einer nicht alltäglichen Bauchmuskelübung zugezogen. 
Den Ereignisvorgang beschreibt er wie folgt: „Dabei war ich mit den Beinen 
oben fixiert und hing schräg über Kopf, bereit für eine äusserst kraftintensi-
ve Bauchmuskelübung. Während der vertikal explosiv ausgeführten 
Rumpfbeugung verspürte ich plötzlich einen reissenden Schmerz in der 
Leistengegend“ (act. II UM; K13; Beschwerde S. 1).

3.1.2 Hinsichtlich des Geschehensablaufs vom 28. September 2015 hat 
gestützt auf die konstanten Angaben des Beschwerdeführers als erstellt zu 

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gelten, dass er während der Ausführung einer Bauchmuskelübung plötzlich 
einen reissenden Schmerz in den Leisten verspürt hat (vgl. act. II UM; K13; 
Beschwerde S. 1). Dass sich bei dieser Kraftübung resp. bei der vertikal 
explosiv ausgeführten Rumpfbeugung etwas Ungewöhnliches oder „Pro-
grammwidriges“ wie z.B. eine heftige Einwirkung, ein Anschlagen, eine 
unkoordinierte Bewegung (z.B. ein Ausgleiten oder Stolpern) oder ein Sturz 
ereignet hat, geht aus den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht 
hervor. Es werden denn auch in den medizinischen Akten keine Merkmale 
wie Prellungen oder Hämatome beschrieben, die auf ein objektiv feststell-
bares äusseres Geschehen hinweisen würden (vgl. Arztzeugnis vom 
29. Oktober 2015, act. II M1; Operationsbericht vom 3. November 2015, 
act. II M2). Vielmehr verlief die sportliche Übung nicht anders, als der Be-
schwerdeführer geplant hatte. Allein ungewöhnliche Auswirkungen begrün-
den – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausgeführt hat (vgl. Einspra-
cheentscheid, act. II K15 S. 4) – keine Ungewöhnlichkeit im unfallversiche-
rungsrechtlichen Sinn. Dies insbesondere, wenn der Gesundheitsschaden 
auch andere Ursachen haben kann als eine plötzliche schädigende Einwir-
kung (vgl. E. 2.2.2 hiervor).

3.1.3 Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass Bauch- und 
Unterleibsbrüche – dazu gehören unter anderem Leistenbrüche – nach 
medizinischer Erfahrungstatsache, ebenso wie die Diskushernien, in der 
Regel krankheitsbedingte Leiden sind und nur in seltenen Ausnahmefällen 
Unfallfolge. Eine Hernie kann als unfallbedingt betrachtet werden, wenn 
das Unfallereignis mit einer direkten, heftigen sowie bestimmten Einwirkung 
verbunden ist und die schwerwiegenden Symptome der Hernie 
unverzüglich und mit sofortiger, mindestens mehrstündiger 
Arbeitsunfähigkeit auftreten. Die Leistenhernie im Besonderen kann nur als 
unfallbedingt qualifiziert werden, wenn anlässlich eines bestimmten 
einmaligen Ereignisses (Überanstrengung, unkoordinierte Bewegung, 
Sturz, Druck von aussen, usw.) ein angeborener Bruchsack erstmalig und 
plötzlich mit Eingeweiden gefüllt wurde (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 
vom 10. Januar 2008, 8C_601/2007, E. 2.1 mit Hinweisen). Anhaltspunkte, 
welche darauf hinweisen, dass diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt 
sind, finden sich in den Akten nicht. Vielmehr spricht gegen die Annahme, 
das Hernienleiden des Beschwerdeführers sei ausnahmsweise als Unfall-

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folge zu betrachten, dass der Beschwerdeführer erst nach der Rückkehr 
aus den Ferien einen Arzt aufsuchte (vgl. Beschwerde S. 1) und bis zur 
operativen Hernienversorgung am 2. November 2015 keine Arbeitsunfähig-
keit attestiert wurde (act. II M2.1). 

3.2 Da die Tatbestandsvoraussetzungen des Art. 4 ATSG (vgl. E. 2.1 
hiervor) kumulativ erfüllt sein müssen und es nach dem Dargelegten zu-
mindest am Erfordernis des ungewöhnlichen äusseren Faktors fehlt, hat die 
Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Unfalles im Rechtssinne zu 
Recht verneint. Da der Unfallbegriff nicht erfüllt ist, erübrigt sich die Prüfung 
der Kausalität.

Dass – wie der Beschwerdeführer geltend macht (vgl. Beschwerde S. 1) – 
vor dem Ereignis vom 28. September 2015 keinerlei körperliche Beschwer-
den vorhanden waren, ändert am Ergebnis nichts. Denn für den Nachweis 
einer unfallkausalen gesundheitlichen Schädigung ist die Formel "post hoc, 
ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung 
schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem 
aufgetreten ist, nicht massgebend (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 
2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3).

3.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, es liege ein „sinnfälliges 
Ereignis“ bzw. klar ein unfallähnliches Ereignis vor (vgl. Beschwerde S. 1), 
kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dr. med. B.________ 
diagnostizierte Inguinalhernien beidseits (act. II M1). Für die Bejahung ei-
ner unfallähnlichen Körperschädigung ist die Diagnose einer Verletzung 
gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV notwendig (vgl. E. 2.3 hiervor). Eine solche liegt 
– wie auch Dr. med. C.________ in der Stellungnahme vom 26. November 
2015 bestätigt hat (vgl. act. II M3) – hier nicht vor. Da kein Tatbestand 
gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV erfüllt ist, kann offen bleiben, ob ein sinnfälliger, 
eben unfallähnlicher Vorfall vorliegt oder nicht.

3.4 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 8. März 2016 (act. II K15) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobe-
ne Beschwerde ist als unbegründet abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2016, UV/16/351, Seite 10

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

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fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.