# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b284f818-674d-5721-ace1-82e6bf99db69
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-06-28
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2007
**Docket/Reference:** DB.2012.33
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_33_kb.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2012.33 
1 ST.2012.42 

Entscheid 

28. Juni 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

1.  A,    

2.  B,    

in Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2007 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) mit Jahrgang 1951 war von 1998 bis Dezem-

ber 2007 bei der C angestellt, welche gestützt auf eine Partnerschaft zwischen dem D, 

E, und der F tätig war. Per Ende 2007 wurde die C geschlossen und das gesamte Per-

sonal  entlassen.  In  diesem  Zusammenhang  richtete  die  C  dem  Pflichtigen  eine  Ab-

gangsentschädigung  von  Fr. 139'770.-  aus,  wovon  sie  am  18.  Dezember  2007 

Fr. 33'270.-  als  Einkauf  direkt  an  die  G-Vorsorgestiftung  überwies.  Der  Rest  von 

Fr. 106'500.- wurde am selben Tag dem Pflichtigen auf sein Bankkonto ausbezahlt. Am 

19.  Dezember  2007  überwies  er  hiervon  Fr.  85'000.-  ebenfalls  zur  Reduktion  der  be-

stehenden Beitragslücken an die G-Vorsorgestiftung. In der Folge war der Pflichtige bis 

zur Aussteuerung Ende 2009 arbeitslos.  

In ihrer Steuererklärung 2007 deklarierten der Pflichtige und seine Ehefrau B 

(nachfolgend  zusammen  die  Pflichtigen)  die  Abgangsentschädigung  als  separat  zu 

besteuernde Kapitalleistung und machten zudem Fr. 118'270.- als von den Einkünften 

abziehbare Einkäufe in die Vorsorgeeinrichtung geltend.  

Mit Einschätzungsvorschlag vom 3. November 2010 sah die Steuerkommissä-

rin u.a. vor, gestützt auf Art. 24 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteu-

er  vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw.  §  24  lit.  c  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni 

1997 (StG) die Kapitalleistung in der Höhe des nachfolgenden Einkaufs als steuerneut-

ralen Übertrag von Vorsorgekapital innerhalb des Vorsorgekreislaufs zu betrachten und 

steuerlich damit sowohl bei den Einkünften als auch bei den Abzügen nicht zu berück-

sichtigen.  Die  Pflichtigen  waren  damit  nicht  einverstanden.  Darauf  führte  die  Steuer-

kommissärin  eine  Untersuchung  in  Bezug  auf  die  Abgangsentschädigung  durch.  Am 

16.  Februar  2011  erliess  sie  die  Einschätzungen  für  die  direkte  Bundessteuer  bzw. 

Staats- und Gemeindesteuern der Steuerperiode 2007; darin hielt sie an ihrer bisheri-

gen Beurteilung fest.  

B.  Hiergegen  erhoben  die  Pflichtigen  am  21.  März  2011  je  Einsprache  und 

beantragten, die Abgangsentschädigung separat nach Art. 38 DBG bzw. § 37 StG pri-

vilegiert zu besteuern und die Einkäufe vom Einkommen als Abzug zuzulassen; even-

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tualiter müsste zumindest der überschiessende Teil von Fr. 21'500.- separat besteuert 

werden.  

Das  kantonale  Steueramt  verlangte  darauf  mit  Auflage  vom  20.  April  2011, 

welcher  die  Pflichtigen  am  14.  Mai  2011  nachkamen,  Aufschluss  über  den  Zeitpunkt 

der Auszahlung der Abgangsentschädigung sowie des Einkaufs.  

Am 5. Januar 2012 hiess das kantonale Steueramt die Einsprachen teilweise 

gut  und  unterwarf  den  überschiessenden  Teil  von  Fr.  21'500.-  der  privilegierten  Be-

steuerung gemäss Art. 38 DBG bzw. § 37 StG. Im Übrigen wies es die Einsprachen ab. 

Dies ergab folgende Einschätzungen:  

Direkte Bundessteuer  

Staats- und Gemeindesteuern  

Einkommen  

Einkommen  

Vermögen 

Fr.  

steuerbares 

189'200.-  

satzbestimmendes 

Fr.  

187'700.-  

187'700.- 

Fr.  

940'000.- 

1'078'000.-.  

C.  Am  3./4.  Februar  2012  erhoben  die  Pflichtigen  Beschwerde  bzw.  Rekurs 

und wiederholten den Hauptantrag des Einspracheverfahrens, unter Kostenfolge zulas-

ten des kantonalen Steueramts. Letzteres schloss am 7. März 2012 auf Abweisung der 

Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  liess  sich  nicht  verneh-

men. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 31 Abs. 1 lit. d StG sehen vor, dass die 

gemäss  Gesetz,  Statut  oder  Reglement  geleisteten  Einlagen,  Prämien  und  Beiträge 

u.a. an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge von den Einkünften abgezogen werden 

können. Gestützt auf diese Bestimmungen sind insbesondere Einkäufe von Lohnerhö-

hungen, fehlenden Beitragsjahren und Vorfinanzierungen von Frühpensionierungen bei 

der  beruflichen  Vorsorge  (2.  Säule)  abziehbar  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Hand-

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kommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009, Art.  33  N  81  DBG  und  Kommentar zum  harmoni-

sierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 31 N 79 StG).  

Der  Einkommenssteuer  nicht  unterworfen  sind  kraft  Art.  24  lit.  c  DBG  bzw. 

§ 24 lit. c StG die Kapitalzahlungen, die bei Stellenwechsel vom Arbeitgeber oder von 

Einrichtungen der beruflichen Vorsorge ausgerichtet werden, wenn sie der Empfänger 

innert  Jahresfrist  zum  Einkauf  in  eine  Einrichtung  der  beruflichen  Vorsorge  oder  zum 

Erwerb einer Freizügigkeitspolice verwendet.  

Daneben  bestehen  mit  Art.  17  Abs.  2  DBG  bzw.  §§  17  Abs.  2  StG  weitere 

Bestimmungen in Bezug auf Kapitalzahlungen des Arbeitgebers. Danach werden Kapi-

talabfindungen  aus  einer  mit  dem  Arbeitsverhältnis  verbunden  Vorsorgeeinrichtung 

oder  gleichartige  Kapitalabfindungen  des  Arbeitgebers  nach  Art.  38  DBG  bzw.  §  37 

StG privilegiert besteuert.  

b) Streitpunkt ist vorliegend die Frage, ob die Einzahlung des Pflichtigen bzw. 

der C von total Fr. 118'270.- in die Pensionskasse der F im letzten Monat der Anstel-

lung  bei  der  C  als  Einkauf  steuerlich  abzugsfähig  ist  oder  ob  sie  zusammen  mit  der 

vorangehenden  Kapitalleistung  der  Arbeitgeberin  von  Fr.  139'770.-  als  Vorsorgeleis-

tung bei Stellenwechsel zu betrachten ist und damit für die Steuerperiode 2007 ausser 

Acht bleibt.  

aa)  Über  den  Anwendungsbereich von  Art.  24  lit. c  DBG  hat  das  Bundesge-

richt  mit  Urteil  vom  6.  März  2001,  2A.50/2000,  einen  Leitentscheid  gefällt 

(www.bger.ch; vgl. auch von Streng/Vuilleumier, Steuerrechtliche Behandlung von Ab-

gangsentschädigungen, IFF Forum für Steuerrecht, 2003 S. 40). Gemäss diesem Ent-

scheid knüpfte der Gesetzgeber mit dieser Bestimmung an die in der Praxis bereits ab 

der  Steuerperiode  1971/72  beachtete  Steueraufschubsregelung  bei  Abfindungssum-

men  von  Pensionskassen  an,  welche  damit  noch  vor  Inkrafttreten  der  Revision  des 

Arbeitsvertrags-  bzw.  Personalvorsorgerechts  per  1.  Januar  1972  gegolten  hatte,  die 

erst die Barauszahlung im Freizügigkeitsfall beschränkte. Er wollte damit ausdrücklich 

bei  einem  Wechsel  des  Arbeitsplatzes  die  Freizügigkeit  der  Vorsorge  von  Kasse  zu 

Kasse steuerlich erleichtern. Während die frühere Praxis sich darauf beschränkte, die 

dem  Steuerpflichtigen  bei  einem  Stellenwechsel  aus  einer  Pensionskasse  oder  einer 

ähnlichen  Vorsorgeeinrichtung  ausbezahlte  Abfindungssumme  vorläufig  von  der  Be-

steuerung  auszunehmen,  dehnt  Art.  24  lit.  c  DBG  diese  Regelung  auch  auf  vom  Ar-

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beitgeber  bei  einem  Stellenwechsel  ausgerichtete  Kapitalzahlungen  aus.  Nach  dem 

Bundesgericht verdeutlicht der innere Regelungszusammenhang von Art. 24 lit. c DBG, 

dass die Arbeitgeberleistungen bei Einbringen in die zweite Säule innert Jahresfrist nur 

insofern steuerbefreit sein können, als sie von Anfang an der beruflichen Vorsorge zu-

zurechnen  sind.  Solche  Leistungen  müssen  demnach  ebenfalls  ausschliesslich  und 

unwiderruflich dazu dienen, die mit den Risiken Alter, Invalidität und Tod verbundenen 

finanziellen  Folgen  zu  mildern  (vgl.  Zigerlig/Jud,  in  Kommentar  zum  Schweizerischen 

Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 24 N 12 DBG). Dies ist beispielsweise der Fall 

bei  vom  Arbeitgeber  ausgerichteten  Abgangsentschädigungen  im  Sinn  von  Art.  339b 

OR sowie von diesem auf freiwilliger Basis geleisteten Entschädigungen zwecks Aus-

gleichs  bestehender  Lücken  im  nach  den  vorsorgerechtlichen  Prinzipien,  vorab  der 

Kollektivität und der Gleichbehandlung, ausgestalteten Vorsorgeschutz. Wohl ist ange-

sichts der obligatorischen beruflichen Vorsorge sowie der seit 1995 geltenden Freizü-

gigkeitsregelung davon auszugehen, dass solche Leistungen inskünftig an Bedeutung 

verlieren. Eine in der Literatur geäusserte Auffassung, wonach Art. 24 lit. c DBG bereits 

heute nur noch von Vorsorgeeinrichtungen ausgerichtete Leistungen erfasse, erscheint 

nach dem Bundesgericht aber doch zu absolut (vgl. Agner/Digeronimo/Neuhaus/Stein-

mann, Kommentar zum Gesetz über die direkte Bundessteuer, Ergänzungsband, 2000, 

Art. 24 N 4a). 

Die im zitierten Fall vor Bundesgericht  streitige Kapitalleistung wurde dem im 

fraglichen Zeitpunkt 48-jährigen Steuerpflichtigen von seiner Arbeitgeberin auf freiwilli-

ger Basis auf das umstrukturierungsbedingte Ende seines Anstellungsverhältnisses hin 

ausgerichtet und zwar "zwecks Ausgleichs allfällig entstehender Lücken oder langfristi-

ger Einbussen in der beruflichen Vorsorge". Im Folgenden verwies das Bundesgericht 

darauf, dass die Arbeitgeberin selber diese Summe der sozialversicherungsrechtlichen 

Beitragspflicht unterstellt und ihr demnach selber kein Vorsorge- bzw. Sozialleistungs-

charakter zuerkannt habe. Die anlässlich des Stellenverlusts ausgerichtete Kapitalzah-

lung  war folglich auch unter einkommenssteuerlichen Aspekten ursprünglich nicht der 

Vorsorge  verhaftet,  sondern  sollte  ihr  entsprechend  der  offenen  Zweckformulierung 

erst  inskünftig  zugeführt  werden.  Damit  aber  schied  ein  Steueraufschub  im  Sinn  von 

Art. 24 lit. c DBG aus. 

bb) Das Bundesgericht hat demnach den Anwendungsbereich von Art. 24 lit. c 

DBG in Bezug auf Arbeitgeberleistungen sehr eng gefasst. Insbesondere qualifiziert es 

Arbeitgeberleistungen  zur  Füllung  zukünftiger  Vorsorgelücken  wegen  Stellenverlusts 

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nicht  unbesehen  als  solche  Leistungen,  hat  es  doch  diese  Begründung  ohne  weitere 

Untersuchung verworfen. Dabei misst es den mit der Kapitalzahlung verbundenen und 

erklärten Absichten der Beteiligten grosses Gewicht zu. Nicht unbesehen übernommen 

werden  kann  deshalb  die  Regelung  im  Kreisschreiben  Nr.  1  der  ESTV  über  die  Ab-

gangsentschädigung  resp.  Kapitalabfindung  vom  3.  Oktober  2002  (Direkte  Bundes-

steuer, Steuerperiode 2003; nachfolgend ESTV-Kreisschreiben), welches in Beispiel 6 

generell  davon  ausgeht,  dass  Kapitalabfindungen,  welche  bei  Wiedereinritt  in  ein  Ar-

beitsverhältnis innert Jahresfrist seit Verlust einer früheren Stelle für Einkäufe verwen-

det  werden,  unter  Art.  24  lit. c  DBG  fallen.  Vielmehr  ist  hier  anhand der  aufgezeigten 

Grundsätze  des  Bundesgerichts  zu  differenzieren.  Auf  dessen  Rechtsprechung  ist 

auch in Bezug auf den Anwendungsbereich von § 24 lit. c StG abzustellen.  

cc) Darüber hinaus setzen Art. 24 lit. c DBG bzw. § 24 lit. c StG voraus, dass 

die Kapitalzahlung wegen eines Stellenwechsels erbracht wird. Ein Stellenwechsel liegt 

vor, wenn die steuerpflichtige Person nach der Kapitalzahlung einen neuen Arbeitgeber 

hat, ferner  wenn  sie  ihre  bisherige unselbstständige  Erwerbstätigkeit  aufgibt  und  eine 

selbstständige Erwerbstätigkeit aufnimmt (oder umgekehrt) oder eine bisherige selbst-

ständige  Erwerbstätigkeit  wesentlich  ausbaut  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  24 

N  66  DBG  und  §  24  N  64  StG).  Die  Bestimmungen  kommen  nicht  zur  Anwendung, 

wenn  die  steuerpflichtige  Person  ihre  bisherige  Erwerbstätigkeit  aufgibt,  ohne  eine 

neue Erwerbstätigkeit aufzunehmen.  

dd) Anzufügen ist zudem, dass Art. 24 lit. c DBG bzw. § 24 lit. c StG zwar nur 

die Steuerfreiheit der Kapitalzahlung bei nachfolgendem Einkauf vorschreiben, daraus 

aber  zwingend  folgt,  dass  auch  der  Einkauf  nicht  mehr  zum  Abzug  gebracht  werden 

kann,  ansonsten  die  Transaktion  gleich  doppelt  steuermindernd  berücksichtigt  würde. 

Insofern schliessen Art. 24 lit. c DBG bzw. § 24 lit. c StG die Anwendung von  Art. 33 

Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 31 Abs. 1 lit. d StG aus.  

c) Der Pflichtige wurde 1951 geboren und war demnach im Zeitpunkt des Stel-

lenverlusts  per  31.  Dezember  2007  56  Jahre  alt.  Er  war  seit  1998 für die  C  tätig  und 

erzielte  2006  daraus  einen  Netto-Jahreslohn  von  Fr. 123'491.-  und  2007  von 

Fr. 152'292.-  (exkl.  Kapitalleistung).  Gemäss  eigenen  Angaben  bezog  er  in  der  Folge 

Leistungen  der  Arbeitslosenkasse  und  wurde  er  per  Ende  2009  ausgesteuert.  Eine 

unselbstständige Erwerbstätigkeit habe er nicht mehr ausgeübt. Daneben verfolgte er 

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unter der Firma H eine selbstständige (Neben-)Erwerbstätigkeit; hieraus deklarierte er 

folgende Umsätze und Gewinne: 

Umsatz 

Fr.  

161'012.-  

166'399.-  

132'960.-  

Gewinn 

Fr.  

11'402.-   

45'519.-   

37'498.-   

keine Angaben 

165'690.- 

134'540.- 

37'000.-   

28'011.-. 

2005  

2006  

2007  

2008  

2009  

2010  

Gemäss  den  Bescheinigungen  der  Personalvorsorgestiftung  der  C  vom 

31. Dezember 2007 betrug der versicherte Lohn Fr. 167'724.- und die Austrittsleistung 

–  nach  erfolgten  Einkäufen  –  Fr.  195'994.-.  Der  maximal mögliche  Einkauf  belief sich 

auf  Fr. 305'828.-,  wobei  unklar  ist,  ob  die  beiden  erfolgten  Einkäufe  von  Fr.  33'270.- 

und Fr. 85'000.- darin bereits enthalten sind oder nicht. Gemäss Austrittsvereinbarung 

vom  13.  Dezember  2007  diente  die  Abgangsentschädigung  von  Fr. 139'770.-  dem 

Zweck,  die  infolge  der  Auflösung  des  Beschäftigungsverhältnisses  entstehende  Vor-

sorgelücke  zu  füllen.  Die  frühere  Arbeitgeberin  bestätigt  ferner  im  Schreiben  vom 

31. Januar 2011, dass die Höhe der Abgangsentschädigung den entgangenen Arbeit-

geberbeiträgen von Januar 2008 bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionierungsal-

ters entsprochen habe.  

d)  Aus  diesen  Umständen  ergeben  sich  mehrere  Anhaltspunkte,  welche  ge-

gen die Anwendung von Art. 24 lit. c DBG bzw. § 24 lit. c StG auf die streitige Transak-

tion sprechen:  

Ins  Gewicht  fällt  vorab,  dass  kein  Stellenwechsel  stattgefunden  hat.  Soweit 

erkennbar, hat der Pflichtige nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der  C per 

31. Dezember 2007 keine unselbstständige Erwerbstätigkeit mehr aufnehmen können 

und  hat  er  diesbezüglich  seine  wirtschaftlichen  Aktivitäten  beendet.  Daran  ändert 

nichts,  dass  er  durch  Inanspruchnahme  der  Arbeitslosenversicherung  seine  Absicht 

bekundete, weiterhin unselbstständig tätig sein zu  wollen, da seine Bestrebungen un-

streitig  ohne  Erfolg  blieben.  Weiter  hat  auch  kein  Wechsel  zur  selbstständigen  Er-

werbstätigkeit stattgefunden, da die bisher ausgeübte Nebenerwerbstätigkeit unter der 

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Firma H sowohl in Bezug auf Umsatz als auch Gewinn keine Ausdehnung erfahren hat. 

Mithin  liegt  mit  Bezug  auf  die  unselbstständige  Haupterwerbstätigkeit  kein  Stellen-

wechsel,  sondern  eine  durch  die  Umstände erzwungene Aufgabe  derselben vor.  Das 

kantonale Steueramt hat dies indirekt auch bestätigt, hat es doch den überschiessen-

den  Teil  der  Kapitalleistung  der  Arbeitgeberin  gestützt  auf  Art.  17  Abs.  2  DBG  i.V.m 

Art. 38  DBG  von  der  ordentlichen  Besteuerung  ausgenommen  und  damit  den  Eintritt 

des Vorsorgefalls "Alter" bejaht.  

Gegen  die  Anwendung  von  Art.  24  lit.  c  DBG  bzw.  §  24  lit.  c  StG  spricht  

sodann,  dass  der  Zweck  der  Kapitalzahlung  erklärtermassen  darin  bestand,  den  zu-

künftigen Ausfall von Arbeitgeberbeiträgen auszugleichen, und nicht dazu, vergangene 

Beitragsjahre einzukaufen. Wie bereits ausgeführt, stellt das Bundesgericht zur Haupt-

sache  auf  die  mit  der  Auszahlung  der  Kapitalleistung  verfolgten  Absichten  ab.  Unter 

diesem Aspekt erscheint es als unzulässig, eine Kapitalleistung des Arbeitgebers zum 

Ausgleich  zukünftig  entfallender  Arbeitgeberbeiträge  und  einen  Einkauf  vergangener 

Beitragsjahre  als  eine  einheitliche  Transaktion  aufzufassen.  Dass  der  erklärte  Zweck 

der  Kapitalleistung  nur vorgeschoben  worden  sei  und  der  Pflichtige  und  seine  Arbeit-

geberin  in  Wahrheit  mit  der  Kapitalleistung  bestehende  Vorsorgelücken  hätten  füllen 

wollen,  wird  vom  Steueramt  nicht  behauptet  und  ist  auch  aus  den  Unterlagen  nicht 

ersichtlich.  

Weiter ist festzuhalten, dass der Einkauf bei der Personalvorsorgestiftung der 

C  und  damit  noch  unter  laufendem  Arbeitsverhältnis  erfolgt  ist.  Es  liegt  daher  ein 

Sachverhalt vor,  welcher vom in Art. 24 lit. c DBG bzw. § 24 lit. c StG vorgesehenen 

Regelfall  abweicht.  Umgekehrt  lässt  sich  allerdings  nicht  von  der  Hand  weisen,  dass 

zumindest  äusserlich  ein  Zusammenhang  zwischen  den  beiden  Transaktionen  gege-

ben ist, indem die C von der Kapitalleistung einen Betrag von Fr. 33'270.- direkt in die 

Vorsorgeeinrichtung des Pflichtigen überwies und letzterer den Rest des Einkaufs  mit 

dem  Geld  vornahm,  welches  ihm  am  Vortag  von  der  Arbeitgeberin  auf  das  nämliche 

Konto  ausbezahlt  worden  war.  Andrerseits  verfügten  die  Pflichtigen  über  genügend 

flüssige Mittel, so dass sie diesen Einkauf auch ohne die Kapitalleistung hätten finan-

zieren können (Konto Postfinance mit Fr. 132'886.- per 31. Dezember 2007). Dass der 

Einkauf  bereits  ins  Auge  gefasst  worden  war,  bevor  die  Kapitalleistung  zur  Sprache 

kam, haben sie zwar behauptet, lässt sich aber mit den Akten nicht belegen (vgl. aber 

immerhin E-Mail vom 30. Juli 2007). Diesbezüglich ist der Befund nicht eindeutig.  

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Die  C  hat  im  vorliegenden  Fall  zwar  einen  Anteil  der  Kapitalleistung  von 

Fr. 116'835.- als AHV-befreit deklariert, da nach der einschlägigen AHV-Regelung Ent-

schädigungen bei Entlassung im Fall von Betriebsschliessung bis zu einer bestimmten 

Höhe  nicht  der  AHV  unterlagen,  und  der  Kapitalleistung  demnach  einen  Sozialleis-

tungscharakter zuerkannt. Im Leitentscheid hat das Bundesgericht der sozialversiche-

rungsrechtlichen  Behandlung  durch  den  Arbeitgeber  eine  hohe  Bedeutung  zugemes-

sen.  Eine  unbesehene  Übernahme  der  sozialversicherungsrechtlichen  Qualifikation 

erscheint vorliegend  indessen  als  zu  weit  gehend; allenfalls  kann  sie  als Indiz  dienen 

(so  von  Streng/Vuilleumier,  Ziff.  3.3.1.2).  Das  Abstellen  auf  die  (Nicht-)Unterstellung 

unter die AHV erweist sich als zu  wenig differenziert. Nach dem Gesagten spricht die 

Zielsetzung von Art. 24 lit. c DBG bzw. § 24 lit. c StG dagegen, jede sozial motivierte 

Auszahlung unbenommen dieser Bestimmung zu unterwerfen.  

Weiter  fällt  in  Betracht,  dass  der  Gesetzgeber  letztlich  für  einen  solchen  Fall 

zwei  mögliche  steuerliche  Lösungen  aufstellt  und  es  dem  Steuerpflichtigen  nicht  ver-

sagt  werden  kann,  die  günstigere  Lösung  zu  wählen,  sofern  sie  seiner  persönlichen 

Situation entspricht.  

e) Unter Würdigung all dieser Umstände erscheint insbesondere die Tatsache 

von besonderem Gewicht, dass der Pflichtige mit dem Verlust der Anstellung bei der C 

altersbedingt  seine  unselbstständige  Haupterwerbstätigkeit  aufgab.  Damit  erscheint 

eine  Qualifikation  der  Transaktionen  unter  dem  Gesichtspunkt  einer  Kapitalzahlung 

nach  Art.  17  Abs.  2  StG  sowie  eines  Einkaufs  der  Situation  angemessener  als  eine 

Subsumierung unter Art. 24 lit. c DBG bzw. § 24 lit. c StG, welche ihre Wurzeln in der 

früheren Regelung des Freizügigkeitsfalls haben. Damit gelangen die Art. 24 lit. c DBG 

bzw. § 24 lit. c StG nicht zur Anwendung.  

2.  Sowohl  die  Qualifikation  der  Abgangsentschädigung  als  Kapitalabfindung 

gemäss Art. 17 Abs. 2 DBG bzw. § 17 Abs. 2 StG als auch die BVG-rechtliche Zuläs-

sigkeit der Einkäufe werden vom kantonalen Steueramt nicht in Frage gestellt, weshalb 

darauf  abzustellen  ist.  Die  Einschätzung  gemäss  Einspracheentscheid  ist  deshalb  im 

Ergebnis auf die Weise zu korrigieren, dass einerseits die Abgangsentschädigung von 

Fr. 139'770.- als separat zu besteuernde Kapitalleistung vom steuerbaren Einkommen 

auszuscheiden  und  andererseits  der  gesamte  Einkauf  von  Fr.  118'270.-  gestützt  auf 

Art.  33  Abs.  1  lit.  d  DBG  bzw.  §  31  Abs.  1  lit.  d  StG von  diesem  abzuziehen ist.  Der  

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Einkauf  enthält  damit  auch  den  vom  Arbeitgeber  direkt  einbezahlten  Anteil  von 

Fr. 33'270.-.  Dies  führt  zu  einem  steuerbaren  Einkommen  bei  der  direkten  Bundes-

steuer von Fr. 70'959.- bzw. gerundet Fr. 70'900.- und bei den Staats- und Gemeinde-

steuern von Fr. 69'459.- bzw. gerundet Fr. 69'400.-.  

3.  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  Beschwerde  und  Rekurs  gutzuheis-

sen.  Bei  diesem  Ausgang  sind  die  Verfahrenskosten  der  Beschwerdegegnerin/dem 

Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Die Pflichti-

gen  haben  keine  Parteientschädigung  verlangt,  sodass  ihnen  bezüglich  der  Staats- 

und Gemeindesteuern auch keine zusteht (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwal-

tungsrechtspflegegesetzes  vom  24.  Mai  1959/8.  Juni  1997).  Gleich  zu  verfahren  ist 

hinsichtlich der direkten Bundessteuer, da die Pflichtigen nicht vertreten sind (Art. 144 

Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 68 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 

vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wird wie folgt veranlagt 

(Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

2007 

steuerbar 

satzbestimmend 

 Einkommen 

Fr. 

70'900.- 

70'900.-. 

2.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Die Rekurrenten werden wie folgt eingeschätzt (Ta-

rif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

 Einkommen 

Vermögen 

2007 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

69'400.- 

 69'400.- 

Fr. 

940'000.- 

1'078'000.-. 

[…] 

1 DB.2012.33 
1 ST.2012.42