# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30936eac-58b3-5d24-8b5c-37d33aec24fc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.10.2023 200 2022 430
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-430_2023-10-24.pdf

## Full Text

200 22 430 ALV
MAK/SHE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 24. Oktober 2023 

Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiber Schnyder

Genossenschaft A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 11. Juli 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die Genossenschaft A.________ (Beschwerdeführerin) ist eine nicht-
kommerzielle … ausserhalb des … im Sinne des Bundesgesetzes über die 
… vom …. Sie betreibt …. und … für ..., … und … (vgl. act. IIA 241 Ziff. 9). 
Am 22. Dezember 2022 machte sie eine Voranmeldung zum Bezug von 
Kurzarbeit für die Zeit vom 1. Januar bis am 31. Mai 2022 (act. IIA 240 ff.). 
Das Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern (nachfolgend AVA 
oder Beschwerdegegner) verfügte am 3. Januar 2022, die Auszahlung von 
Kurzarbeitsentschädigung für die Genossenschaft A.________ vom 1. 
Januar 2022 bis 30. Juni 2022 durch die Arbeitslosenkasse könne 
vorgenommen werden, falls die übrigen Anspruchsvoraussetzungen, erfüllt 
seien, wobei Letzteres durch die Arbeitslosenkasse geprüft werde (act. IIA 
234 ff.). 

Am 15. Juni 2022 kam das AVA auf diese Verfügung zurück, annullierte 
und ersetzte sie und hielt fest, die Auszahlung von 
Kurzarbeitsentschädigung für die Genossenschaft A.________ könne vom 
1. Januar 2022 bis zum 31. März 2022 vorgenommen werden, falls die 
übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien (act. IIA 29 ff.). Die 
Periode vom 1. April 2022 bis 30. Juni 2022 betreffend, könne die 
beantragte Kurzarbeitsentschädigung hingegen nicht ausbezahlt werden. 

Die dagegen erhobene Einsprache (act. IIB 20 f.) wies das AVA mit 
Einspracheentscheid vom 11. Juli 2022 ab (act. IIB 2 ff.). 

B.

Mit Eingabe vom 18. Juli 2022 erhob die Genossenschaft A.________ 
dagegen Beschwerde. Sie beantragt die Ausrichtung von 
Kurzarbeitsentschädigung über den 31. März 2022 hinaus bis Ende Juli 
2022.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 3

Der Beschwerdegegner schliesst mit Beschwerdeantwort vom 9. 
September 2022 auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 100 Abs. 3 des 
Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 
837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 1983 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) 
sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde 
grundsätzlich (vgl. jedoch E. 1.2 hiernach) einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet der Einspracheentscheid vom 11. Ju-
li 2022 [act. IIB 2 ff.]). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung für die 
Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2022. Über einen Leistungsanspruch über den 
30. Juni 2022 hinaus hat der Beschwerdegegner im hier angefochtenen 
Entscheid nicht befunden und ein solcher bildet damit nicht 
Anfechtungsobjekt. Soweit die Beschwerdeführerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 4

Kurzarbeitsentschädigung bis Ende Juli 2022 beantragt, ist auf die 
Beschwerde nicht einzutreten.

1.3 Was die hier fragliche Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2022 betrifft, 
machte die Beschwerdeführerin für April 2022 eine 
Kurzarbeitsentschädigung von Fr. 2’804.60 (act. II 30) und für Mai 2022 
eine solche von Fr. 3'693.25 (act. II 24) geltend. Die Zahlen für den Monat 
Juni 2022 sind nicht in den Akten. Aufgrund des Umstandes, dass die drei 
Mitarbeiter der Beschwerdeführerin zusammen einen monatlichen 
Gesamtlohn von Fr. 5'398.85 (act. II 66, 68, 69) beziehen, ergibt sich, dass 
der Streitwert unter Fr. 20'000.-- liegt, weshalb die Beurteilung der 
Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Laut Art. 31 Abs. 1 AVIG haben Arbeitnehmer, deren normale 
Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz eingestellt ist, Anspruch auf 
Kurzarbeitsentschädigung, wenn sie bestimmte, in lit. a-d näher 
umschriebene Voraussetzungen erfüllen.

2.1.1 Ein Anspruch setzt namentlich voraus, dass der Arbeitsausfall 
anrechenbar sowie voraussichtlich vorübergehend ist und erwartet werden 
darf, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können (Art. 
31 Abs. 1 lit. b und d AVIG). Ein Arbeitsausfall ist unter anderem 
anrechenbar, wenn er – kumulativ – auf wirtschaftliche Gründe 
zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG; BGE 121 V 
371 E. 2a S. 373).

2.1.2 Sodann regelt der Bundesrat gemäss Art. 32 Abs. 3 Satz 1 AVIG für 
Härtefälle die Anrechenbarkeit von Arbeitsausfällen, die auf behördliche 
Massnahmen, auf wetterbedingte Kundenausfälle oder auf andere vom Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 5

beitgeber nicht zu vertretende Umstände zurückzuführen sind. Von dieser 
Kompetenz hat er in Art. 51 AVIV f. Gebrauch gemacht. Art. 51 Abs. 2 
AVIV nennt – in einer nicht abschliessenden Aufzählung – bestimmte Sach-
verhalte, welche unter die Härtefallklausel fallen, darunter etwa Ein- oder 
Ausfuhrverbote für Rohstoffe und Waren (lit. a; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 22. Oktober 2007, C 255/06, E. 3.1).

2.2 Ein auf wirtschaftliche Gründe (vgl. E. 2.1.1 hiervor) oder die 
Härtefallklausel (vgl. E. 2.1.2 hiervor) zurückzuführender und darum 
grundsätzlich anrechenbarer Arbeitsausfall gilt jedoch dann nicht als 
anrechenbar, wenn er durch Umstände verursacht wird, die zum normalen 
Betriebsrisiko des Arbeitgebers gehören (vgl. Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG; vgl. 
auch THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in ULRICH MEYER 
[Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, 
Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 2412 f., N. 483 ff.). Mit dem normalen 
Betriebsrisiko sind die „gewöhnlichen“ Arbeitsausfälle gemeint, mithin jene 
Ausfälle, die erfahrungsgemäss regelmässig und wiederholt auftreten, 
demzufolge vorhersehbar und in verschiedener Weise kalkulatorisch 
erfassbar sind (BGE 138 V 333 E. 4.2.2 S. 337; ARV 2004 S. 128 E. 1.3).

2.3 Im Rahmen der durch das SARS-CoV-2-Virus (Coronavirus bzw. 
COVID-19) verursachten Pandemiesituation wurden für den Bereich des 
Sozialversicherungsrechts verschiedene Verordnungen 
wohlfahrtsstaatlicher Ausrichtung erlassen, welche der Linderung der 
sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemiemassnahmen dienen 
(vgl. UELI KIESER, COVID-19-Erlasse und das Sozialversicherungsrecht, in: 
AJP 2020 S. 552 ff.). Dazu gehört auch die rückwirkend per 17. März 2020 
in Kraft getretene Verordnung vom 20. März 2020 über Massnahmen im 
Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang mit dem 
Coronavirus (COVID-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung; 
SR 837.033), mit welcher unter anderem diverse Erleichterungen in Bezug 
auf die Kurzarbeitsentschädigung eingeführt wurden. An den 
Anspruchsvoraussetzungen des anrechenbaren sowie voraussichtlich 
vorübergehenden Arbeitsausfalls änderte sich – soweit hier von Interesse – 
jedoch nichts.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 6

2.4 Gestützt auf Art. 83 Abs. 1 lit. e i.V.m. Abs. 3 AVIG hat das hierfür 
zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unter anderem Weisun-
gen zur Handhabung von Arbeitsausfällen im Zusammenhang mit der 
Coronavirus-Pandemie erlassen („Sonderregelungen aufgrund der 
Pandemie“) und diese laufend aktualisiert. Die SECO Weisung 2021/16 
S. 10 Ziff. 2.2 sah vor, dass Arbeitsausfälle aufgrund rückläufiger 
Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die auf die Pandemie 
zurückzuführen sind, in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG 
anrechenbar sind. Der Arbeitgeber musste jedoch glaubhaft darlegen 
können, dass die in seinem Betrieb zu erwartenden Arbeitsausfälle auf die 
Pandemie zurückzuführen waren. Der einfache Hinweis auf die Pandemie 
genügte als Begründung nicht. Ebenso waren durch Behörden ergriffene 
Massnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie als aussergewöhnliche 
Umstände zu betrachten, so dass Arbeitsausfälle aufgrund solcher 
Massnahmen unter die Sonderregelung von Art. 32 Abs. 3 AVIG fielen 
(SECO Weisung 2021/16 S. 11 Ziff. 2.3). 

Die genannten Regelungen der SECO Weisung 2021/16 waren bis zum 
31. Dezember 2021 befristet. Mit der aktualisierten Weisung des SECO 
vom 17. Dezember 2021 (SECO Weisung 2021/21) wurden sie nicht 
verlängert. 

2.5 Der Bundesrat hat die im Zusammenhang mit der Bekämpfung des 
Coronavirus nach dem 16. März 2020 angeordneten Massnahmen der 
„ausserordentlichen Lage“ bzw. der „besonderen Lage“ (vgl. Art. 6 f. des 
Bundesgesetzes vom 28. September 2012 über die Bekämpfung 
übertragbarer Krankheiten des Menschen [Epidemiengesetz bzw. EpG; SR 
818.101]; vgl. Medienmitteilung vom 17. März 2020; abrufbar: 
<www.admin.ch>, Rubrik: Dokumentation/Medienmitteilungen) per 17. 
Februar 2022 weitestgehend aufgehoben und eine Rückkehr zur normalen 
Lage ab dem 1. April 2022 beschlossen (vgl. Medienmitteilungen vom 16. 
Februar 2022 [„Coronavirus: Bundesrat hebt Massnahmen auf – einzig 
Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen 
sowie Isolation bleiben noch bis Ende März“]) bzw. vom 30. März 2022 
[„Coronavirus: Rückkehr in die normale Lage und Planung der 
Übergangsphase bis Frühling 2023“], je abrufbar: <www.admin.ch>, Rubrik: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 7

Dokumentation/
Medienmitteilungen).

Für die Zeit vom 17. Februar bis 31. März 2022 galt dabei im Wesentlichen 
noch eine Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske im öffentlichen Verkehr 
und in Spitälern, Kliniken, Alters- und Pflegeheimen sowie eine Pflicht zur 
Absonderung von an COVID-19 erkrankten oder mit Sars-CoV-2 
angesteckten Personen von fünf Tagen (vgl. Art. 3 ff. und 7 ff. der 
Verordnung vom 16. Februar 2022 über Massnahmen in der besonderen 
Lage zur Bekämpfung der COVID-19-Epidemie [Covid-19-Verordnung 
besondere Lage] in der vom 16. Februar bis 31. März 2022 gültigen 
Fassung [AS 2022 97]).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin machte am 22. Dezember 2022 (act. IIA 
240 ff.) eine Voranmeldung zum Bezug von Kurzarbeit für die Zeit vom 
1. Januar bis 31. Mai 2022. Sie begründete diese im Wesentlichen mit den 
damals geltenden behördlichen Massnahmen und der Angst der … vor 
Ansteckungen. Der Beschwerdegegner bestätigte mit Verfügung vom 3. 
Januar 2022 (act. IIA 234 ff.) einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Kurzarbeitsentschädigung vom 1. Januar bis längstens am 30. Juni 2022, 
sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 39 AVIG erfüllt 
seien. Nachdem der Bundesrat die behördlichen Massnahmen 
weitestehend per 17. Februar 2022 aufgehoben und eine Rückkehr zur 
normalen Lage mit Aufhebung sämtlicher Massnahmen ab dem 1. April 
2022 beschlossen hatte (vgl. E. 2.5 hiervor), kam der Beschwerdegegner 
nach vorangehendem Schriftenwechsel mit der Beschwerdeführerin (act. 
IIA 35 ff.) auf seine frühere Verfügung zurück und ersetzte diese mit der 
Verfügung vom 15. Juni 2022 (act. IIA 23), wonach nur vom 1. Januar bis 
31. März 2022 Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bestehe, falls die 
übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien und der Arbeitsausfall 
nicht auf die üblichen saisonalen Beschäftigungsschwankungen 
zurückzuführen sei. Für die Zeit von 1. April bis 30. Juni 2022 verneinte er 
hingegen einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 8

Im hier zu beurteilenden Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2022 waren 
sämtliche schweizweiten Massnahmen zur Bewältigung der Covid-19-
Pandemie aufgehoben. Mit dem Dahinfallen der behördlichen Massnahmen 
entfällt auch der allfällige Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung gestützt 
auf die Sonderregelung von Art. 32 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 AVIV 
(vgl. E. 2.4 hiervor). Dies ist unbestritten.

Die Beschwerdeführerin macht jedoch sinngemäss geltend, das Ende der 
„besonderen Lage“ sei nicht gleichbedeutend mit einer Normalisierung des 
wirtschaftlichen Umfelds. Sie sei längerfristig durch die Massnahmen zur 
Bewältigung der Covid-19-Pandemie betroffen. Insbesondere bringt sie vor, 
zahlreiche Projekte könnten nicht durchgeführt werden, weil gewisse … 
sich weiterhin vor Ansteckungen fürchteten, wobei nicht auf eine online-
Durchführung ausgewichen werden könne (vgl. etwa. act. IIB 20 f., act. IIA 
61, 134). Dem Vorbingen der Beschwerdeführerin ist die positive 
epidemiologische Entwicklung entgegenzuhalten (vgl. betreffend die 
laborbestätigten Fälle: 
https://www.covid19.admin.ch/de/epidemiologic/case). Diesbezüglich hielt 
der Beschwerdegegner im Einspracheentscheid zu Recht fest, dass die 
Anzahl Ansteckungen nach einem Hoch in der ersten Hälfte des Monats 
März 2022 abgenommen und im April 2022 ein rasanter Rückgang der 
Fallzahlen festgestellt worden sei (act. IIB 4).

Die Beschwerdeführerin wendet ferner ein, zahlreiche Auftraggeber seien 
noch nicht zurück am Arbeitsplatz (act. IIB 20 f). Diese Argumentation mag 
zunächst, unmittelbar nach Aufhebung der Homeoffice-Empfehlung per 
3. Februar 2022 (vgl. https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/
medienmitteilungen.msg-id-87041.html) noch zugetroffen haben. Diesem 
Umstand hat der Beschwerdegegner in der Folge denn auch Rechnung ge-
tragen, indem er die Kurzarbeit für die Beschwerdeführerin wegen der 
Auswirkungen der besonderen bzw. ausserordentlichen 
pandemiebedingten Lage über den 17. Februar 2022 hinaus bis am 31. 
März 2022 bewilligte. Die nach Aufhebung der bundesrätlichen Homeoffice-
Empfehlung in den Betrieben eingeführten, ordentlichen Homeoffice-
Regelungen gehören hingegen zum regulären Arbeitsalltag, stehen nicht 
mehr in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie und bilden daher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 9

keinen vorübergehenden und damit anrechenbaren Arbeitsausfall (vgl. 
auch die Ausführungen des Beschwerdegegners im angefochtenen 
Entscheid [act. IIB 4]). Auch der Umstand, dass Projekte und Aufträge der 
Beschwerdeführerin langfristig angelegt sind, ist als normales Betriebsrisiko 
zu werden. Dass es sich um einen vorübergehenden Arbeitsausfall handelt, 
weil die Beschwerdeführerin ab September 2022 wieder mit einer 
Vollbeschäftigung rechnete (vgl. Beschwerde), vermag ebenfalls keinen 
Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung zu begründen. Wie der 
Beschwerdegegner zu Recht vorbringt (vgl. Beschwerdeantwort Ziff. 3), ist 
die Voraussetzung des vorübergehenden Charakters eines Arbeitsausfalls 
nur eine von mehreren Anspruchsvoraussetzungen. Die 
Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, es sei ihr nicht möglich, die 
üblicherweise langfristig angelegten Projekte und Aufträge kurzfristig und 
jederzeit zu akquirieren. Ein solches Risiko besteht für die 
Beschwerdeführerin allerdings unter allen Umständen. Es sind vorliegend 
keine ausserhalb des branchen- und betriebsüblichen Risikos liegende 
Umstände gegeben, die den geltend gemachten Arbeitsausfall zu 
begründen vermöchten. Ein allfälliger ab 1. April 2022 erlittener 
Arbeitsausfall ist somit dem normalen Betriebsrisiko zuzuordnen.

3.2 Aufgrund des Dargelegten hatte die Beschwerdeführerin für die Zeit 
vom 1. April bis 30. Juni 2022 keinen Anspruch auf Ausrichtung von 
Kurzarbeitsentschädigung. Bei der Verfügung vom 15. Juni 2022 (act. IIA 
29 ff.), mit welcher der Beschwerdegegner auf seine ursprüngliche 
Verfügung vom Januar 2022 (act. IIA 234 ff.) zurückkam, diese aufhob und 
annullierte und insbesondere einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Kurzarbeitsentschädigung ab 1. April 2022 verneinte, handelt es sich nicht 
um die Korrektur einer ursprünglich (zweifellos) unrichtigen Verfügung. 
Damit liegt – ungeachtet der Bezeichnung im Entscheid vom 15. Juni 2022 
– kein Fall von Art. 53 Abs. 2 ATSG (Wiedererwägung) vor. Nach der 
Rechtsprechung muss eine formell rechtskräftige Verfügung über ein 
Dauerrechtsverhältnis – die Existenz wohlerworbener Rechte vorbehalten – 
abgeändert werden, wenn seit deren Erlass eine Rechtsänderung 
eingetreten ist, welche die Verfügung als rechtswidrig erscheinen lässt 
(BGE 135 V 201 E. 6.1.1 S. 205, 121 V 157 E. 4a S. 162). In diesem Sinne 
wurde die Beschwerdeführerin in der ursprünglichen Verfügung vom 3. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2023, ALV/22/430, Seite 10

Januar 2022 denn auch darüber informiert, dass Anspruchs- und 
Abrechnungsbedingungen während der Gültigkeit der Bewilligung ändern 
können (act. IIA] 234 ff.). Die Verfügung vom 3. Januar 2022 war 
ursprünglich korrekt und wurde später – zu Recht – der inzwischen 
geänderten Rechtslage angepasst.

4.

Zusammenfassend ist der angefochtene Entscheid vom 11. Juli 2022 (act. 
IIB 2 ff.) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis 
ATSG (Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine 
Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

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2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine 
Parteientschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Genossenschaft A.________ 
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 
82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.