# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61a39c5f-9755-5a91-aa66-7e3218a2ab2c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2018 F-1290/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1290-2018_2018-11-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1290/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richter Martin Kayser,    

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 
 X.________, 

vertreten durch  

Philippe Stern,   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Kantonswechsel. 

 

 

 

F-1290/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (geb. 1978, kamerunischer Staatsangehöriger) ver-

liess am 25. November 2011 gemäss eigenen Angaben seine Heimat und 

reiste am 27. Dezember 2012 illegal in die Schweiz ein. In der Folge stellte 

er ein Asylgesuch, welches das damalige Bundesamt für Migration (BFM, 

heute: SEM) mit Verfügung vom 14. August 2014 ablehnte. Gleichzeitig 

wurde er aus der Schweiz weggewiesen und der Wegweisungsvollzug an-

geordnet. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Bundesverwal-

tungsgericht mit Urteil vom 18. Juni 2015 ab (vgl. Verfahren D-5176/2014; 

Akten der Vorinstanz [SEM act.] A46).  

B.  

Am 17. Juli 2015 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Wiederer-

wägung in Bezug auf den Vollzug der Wegweisung; es sei die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. Gleichzeitig beantragte er, dem Kanton Waadt zu-

geteilt zu werden. Er machte unter anderem geltend, er habe am 14. Juli 

2015 die Vaterschaft für seine am 22. Dezember 2014 geborene Tochter 

anerkannt. Die Kindsmutter – mit der er seit Dezember 2013 eine Bezie-

hung habe – und er hätten die gemeinsame elterliche Sorge für das Kind 

inne. Dadurch bestehe eine durch Art. 8 EMRK geschützte Vater-Kind-Be-

ziehung (SEM act. A50).  

C.  

Mit Verfügung vom 19. Februar 2016 wies das SEM das Wiedererwä-

gungsgesuch des Beschwerdeführers ab und erklärte die Verfügung vom 

14. August 2014 als rechtskräftig und vollstreckbar (SEM act. A53). Dage-

gen liess er mit Eingabe vom 22. März 2016 Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht erheben (SEM act. A56). Mit Zwischenverfügung vom  

4. April 2016 setzte das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Weg-

weisung aus (SEM act. A58). Das Verfahren ist derzeit noch hängig (Ver-

fahrens-Nr. D-1811/2016).  

D.  

Bereits davor, am 28. Januar 2015 liess der Beschwerdeführer durch den 

Rechtsvertreter Philippe Stern um Wechsel des Kantons ersuchen (SEM 

act. B1). Am 1. April 2016 erfolgte ein Gesuch um Kantonswechsel durch 

einen zweiten Rechtsvertreter (SEM act. B5). Nach Klärung des Vertre-

tungsverhältnisses teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit Schreiben 

vom 12. September 2017 mit, es werde vorerst die beteiligten Kantone 

Waadt und Luzern zur Stellungnahme auffordern (SEM act. B18).  

F-1290/2018 

Seite 3 

E.  

Mit Stellungnahme vom 18. September 2017 erklärte das Amt für Migration 

des Kantons Luzern, es habe keine Einwände gegen den Kantonswechsel 

(SEM act. B19). Die zuständige Behörde des Kantons Waadt verweigerte 

hingegen ihre Zustimmung (vgl. Schreiben vom 13. November 2017; SEM 

act. B24). 

F.  

Die Vorinstanz teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. De-

zember 2017 unter Hinweis auf Art. 22 Abs. 2 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) die Absicht mit, auf das Kantons-

wechselgesuch nicht einzutreten, und räumte ihm die Möglichkeit ein, dazu 

Stellung zu nehmen (SEM act. B29). 

G.  

In seiner Eingabe vom 12. Januar 2018 machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, er würde bereits bei seiner Verlobten in Lausanne 

wohnen. Er unterstütze sie und das gemeinsame Kind. Seine Lebenspart-

nerin sei zwar gesundheitlich angeschlagen, würde aber eine Ausbildung 

als Kleinkinderbetreuerin absolvieren. Die Verweigerung des Kantons-

wechsels verletze Art. 8 EMRK (SEM act. B30).  

H.  

Mit Verfügung vom 15. Februar 2018 lehnte die Vorinstanz das Kantons-

wechselgesuch ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, 

der Beschwerdeführer und seine Partnerin könnten ihr Familienleben auch 

ausserhalb der Schweiz leben. Es seien daher keine aussergewöhnlichen 

Umstände im Sinne der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte (EGMR) i.S. Mengesha Kimfe bzw. Agraw gegen die 

Schweiz (Urteile des EGMR vom 29. Juli 2010 Nr. 24404/05 und 3295/06) 

ersichtlich (SEM act. B33).  

I.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 2. März 2018 beantragt der Beschwerdefüh-

rer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Bewilligung des 

Kantonswechsels. In formeller Hinsicht ersucht er um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege. Mit Schreiben vom 9. März 2018 reichte er eine 

Beschwerdeergänzung ein (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer 

act.] 1 und 4).  

F-1290/2018 

Seite 4 

J.  

In ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2018 hält die Vorinstanz an ihrer 

Verfügung vom 15. Februar 2018 fest (BVGer act. 7).  

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 1. Mai 2018 hiess das Bundesverwaltungsge-

richt das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und forderte den Beschwerdeführer 

gleichzeitig um Stellungnahme zur Vernehmlassung auf (BVGer act. 8).  

L.  

In seiner Replik vom 4. Juni 2018 nimmt der Beschwerdeführer abschlies-

send Stellung (BVGer act. 10).  

M.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den Erwä-

gungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme liegt nicht 

vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 

der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

F-1290/2018 

Seite 5 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten 

(Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

 

2.1 Gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG weist das SEM asylsuchende Personen 

den Kantonen zu und trägt dabei den schützenswerten Interessen dieser 

Personen sowie der Kantone Rechnung. Auch berücksichtigt es dabei in 

der Schweiz lebende Familienangehörige, die Staatsangehörigkeiten und 

die besondere Betreuungsintensität der Fälle (Art. 22 Abs. 1 AsylV 1). Bei 

bereits erfolgter Zuweisung einer asylsuchenden Person an einen be-

stimmten Kanton verfügt die Vorinstanz dann einen Wechsel in einen an-

deren Kanton, wenn beide Kantone einem solchen Wechsel zustimmen 

oder wenn dies aufgrund des Anspruchs auf Einheit der Familie oder bei 

schwerwiegender Gefährdung der asylsuchenden Person oder anderer 

Personen geboten ist (Art. 22 Abs. 2 AsylV 1). 

2.2  Bei weggewiesenen Personen, denen das SEM nach Abschluss des 

ordentlichen Verfahrens eine Ausreisefrist angesetzt hat, ist ein Prozess 

zwecks Kantonswechsel grundsätzlich ausgeschlossen (vgl. Urteil des 

BVGer E-1857/2015 vom 4. August 2015 E. 3.1 m.H.). Das SEM lehnte 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 14. August 

2014 ab und wies ihn aus der Schweiz weg, wobei ihm eine Frist bis zum  

9. Oktober 2014 (verlängert bis zum 20. Juli 2015 [vgl. SEM act. A48]) ge-

setzt wurde. Eine dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Bundesver-

waltungsgericht mit Urteil D-5176/2014 vom 18. Juni 2015 abgewiesen. 

Folglich handelt es sich beim Beschwerdeführer um einen abgewiesenen 

Asylsuchenden mit einem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid, bei wel-

chem eine Ausreisefrist angesetzt wurde, weshalb grundsätzlich ein Kan-

tonswechselgesuch nicht mehr zulässig ist. Die blossen Einreichung eines 

Wiedererwägungsgesuches ändert daran nichts (vgl. Art. 111b Abs. 3 

AsylG; vgl. dazu Urteil des BVGer D-7030/2015 vom 15. Dezember 2015 

S. 4).  

3.  

Die soeben dargelegten Ausführungen sind hingegen mit Blick auf die Ur-

teile Agraw und Kimfe zu relativieren (vgl. BGE 137 I 113 E. 6.2). So ent-

schied der EGMR in diesen beiden Fällen, dass die Ablehnung eines Kan-

tonswechselgesuchs von weggewiesenen Asylsuchenden Art. 8 EMRK 

verletzt, wenn die privaten Interessen der weggewiesenen Asylsuchenden 

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Seite 6 

an einem solchen Wechsel das Interesse des Staates an einer ausgewo-

genen Verteilung der Asylbewerber auf die Kantone überwiegen. Zwar er-

klärte der Gerichtshof die Interessen der Schweiz, die Asylbewerber gleich-

mässig auf die Kantone zu verteilen und den Status von weggewiesenen 

Asylbewerbern aufgrund des Abschlusses ihres Verfahrens nicht mehr zu 

ändern, für grundsätzlich legitim. So hielt er in diesem Zusammenhang 

denn auch fest, dass sich ausländische Familienangehörige von in der 

Schweiz lebenden Ausländern gestützt auf Art. 8 EMRK nicht einfach dort 

niederlassen können, wo es ihnen beliebt. Angesichts dessen, dass sich 

der Wegweisungsvollzug der Betroffenen in den beiden konkreten Fällen 

faktisch unmöglich gestaltete und es für sie mithin ausgeschlossen war, 

ausserhalb der Schweiz ein Familienleben zu führen, wäre ihnen – so der 

Gerichtshof – bei einer Abweisung des Kantonswechselgesuchs eine Le-

bensgemeinschaft (Kerngehalt des Rechts auf Achtung des Familienle-

bens nach Art. 8 EMRK) aber weiterhin (wie bereits während fünf Jahren) 

verweigert worden. Vor dem Hintergrund dieser konkreten Umstände wer-

tete der EGMR das Interesse der Asylsuchenden an einem Kantonswech-

sel für gewichtiger als die Interessen des Staates.  

4.   

4.1 Gemäss Asylentscheid D-5176/2014 vom 18. Juni 2015 falle das Fa-

milienleben des Beschwerdeführers nicht in den Schutzbereich von Art. 8 

EMRK. Dies unter anderem aufgrund des sehr kurzen Zusammenlebens 

des Paares – gemäss Angaben des Beschwerdeführers seien sie seit De-

zember 2013 ein Paar – und der fehlenden Glaubhaftigkeit einer bereits 

zuvor existierenden, gefestigten Beziehung. Überdies sah das Bundesver-

waltungsgericht auch die Vaterschaft als nicht erwiesen an. Ein entspre-

chendes Anerkennungsverfahren wurde damals erst eingeleitet (vgl. E. 

5.2.2.4 ebenda).  

4.2 Das SEM lässt in seinem Entscheid hingegen die Frage offen, ob es 

sich bei der Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Part-

nerin sowie zu seiner Tochter um schützenswerte Beziehungen im Sinne 

von Art. 8 EMRK handelt. Gemäss Vorinstanz erübrigt sich eine Prüfung, 

da bereits ein Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände im Sinne der 

Rechtsprechung des EGMR (vgl. E. 3) zu verneinen sei.  

4.3 Diesbezüglich macht die Vorinstanz geltend, die Partnerin des Be-

schwerdeführers stamme (wie er selbst) aus Kamerun. Ihr Asylgesuch sei 

abgewiesen worden. Ein Rechtsmittel sei erfolglos dagegen eingereicht 

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Seite 7 

worden. Die vorläufige Aufnahme sei nach teilweiser Gutheissung des drit-

ten Wiedererwägungsgesuchs angeordnet worden, da der Wegweisungs-

vollzug aufgrund einer depressiven Episode mit Suizidversuch vorüberge-

hend als nicht zumutbar erachtet worden sei, zumal es sich um eine allein-

stehende, vulnerable Frau handle. Den Akten sei zu entnehmen, dass sie 

heute aufgrund der Komplikationen bei der Geburt ihrer Tochter noch ge-

schwächt sei, es ihr aber möglich sei, eine Ausbildung zu absolvieren. Das 

ursprüngliche Vollzugshindernis könne somit in Frage gestellt werden bzw. 

werde im Rahmen der periodisch vorgenommenen Überprüfung der vor-

läufigen Aufnahme neu zu beurteilen sein. Ohne den Ausgang der Über-

prüfung der vorläufigen Aufnahme vorweg zu nehmen, scheine es auf den 

ersten Blick plausibel, dass es der Partnerin zuzumuten sei, zusammen mit 

dem Beschwerdeführer im Fall einer Ablehnung seines Wiedererwägungs-

gesuchs nach Kamerun zurückzukehren (Verfügung vom 15. Februar 2018 

Pkt. 7).  

4.4  Die Ausführungen des SEM, welche im Hinblick auf eine allfällige 

Überprüfung der vorläufigen Aufnahme der Partnerin gemacht wurden, 

sind ihrerseits rein spekulativ. Es ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt da-

von auszugehen, dass es der Partnerin des Beschwerdeführers nicht zu-

zumuten ist, in ihr Heimatland zurückzukehren, zumal auch nicht geltend 

gemacht wurde, dass ein Verfahren auf Widerruf der vorläufigen Aufnahme 

eingeleitet wurde. Die Partnerin und das gemeinsame Kind halten sich mit-

hin legal in der Schweiz auf. Mit der faktischen Unmöglichkeit des Wegwei-

sungsvollzugs der Partnerin des Beschwerdeführers bzw. mit der Unmög-

lichkeit, das Familienleben ausserhalb der Schweiz zu führen kann vom 

Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände im Sinne der Rechtsprechung 

des EGMR ausgegangen werden, welche grundsätzlich eine Gutheissung 

des Kantonswechselgesuchs rechtfertigen würden, zumal auch der Vollzug 

der Wegweisung des Beschwerdeführers vom Bundesverwaltungsgericht 

mit Zwischenverfügung vom 4. April 2016 ausgesetzt wurde (SEM act. 

A58). Vorausgesetzt ist jedoch, dass der Beschwerdeführer überhaupt eine 

schützenswerte Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK zu seiner Partnerin 

und seinem Kind unterhält. Eine Prüfung dieser Frage ist somit vorab zwin-

gend erforderlich (vgl. E. 4.2).  

5.  

Bei dieser Sachlage ist die Verfügung des SEM vom 15. Februar 2018 auf-

zuheben und das Verfahren zur erneuten Entscheidung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Die Vorinstanz wird im Rahmen der neuen Verfügung prü-

fen müssen, ob zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Partnerin und 

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Seite 8 

dem gemeinsamen Kind eine Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK vor-

liegt.  

6.  

 

6.1 Dem obsiegenden Beschwerdeführer sind keine Verfahrenskosten auf-

zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (vgl. Zwischenverfügung vom 1. Mai 2018) ist gegenstands-

los geworden. 

6.2 Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung 

für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG,  

Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Auf 

entsprechende Nachforderung kann verzichtet werden, da der notwendige 

Vertretungsaufwand aufgrund der Akten zuverlässig abgeschätzt werden 

kann. Unter Berücksichtigung der massgebenden Berechnungsfaktoren 

(Art. 8, 9 und 11 VGKE) ist die Parteientschädigung auf Fr. 800.– festzu-

setzen. Die Vorinstanz ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer diesen Be-

trag als Parteientschädigung zu entrichten.  

(Dispositiv nächste Seite)  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Seite 9 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache zur Neube-

urteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 800.– 

auszurichten.  

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […])  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer 

 

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