# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a58be0f3-ebc5-5753-bb04-2a0bba314dd7
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.06.2021 SK.2020.36
**Docket/Reference:** SK.2020.36
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2020-36_2021-06-22

## Full Text

Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses (Art.162 al. 1 StGB und Art. 6 in Verbindung mit Art. 23 UWG), wirtschaftlicher Nachrichtendienst, schwerer Fall (Art. 273 StGB), Bestechung Privater (sich bestechen lassen; Art. 322novies StGB
und Art. 4a Abs. 1 Bst. b. in Verbindung mit Art. 23 UWG) und Ausnützen der Kenntnis vertraulicher Tatsachen / Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 40 aBEHG /154 FinfraG)
;;Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses (Art.162 al. 1 StGB und Art. 6 in Verbindung mit Art. 23 UWG), wirtschaftlicher Nachrichtendienst, schwerer Fall (Art. 273 StGB), Bestechung Privater (sich bestechen lassen; Art. 322novies StGB
und Art. 4a Abs. 1 Bst. b. in Verbindung mit Art. 23 UWG) und Ausnützen der Kenntnis vertraulicher Tatsachen / Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 40 aBEHG /154 FinfraG)
;;Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses (Art.162 al. 1 StGB und Art. 6 in Verbindung mit Art. 23 UWG), wirtschaftlicher Nachrichtendienst, schwerer Fall (Art. 273 StGB), Bestechung Privater (sich bestechen lassen; Art. 322novies StGB
und Art. 4a Abs. 1 Bst. b. in Verbindung mit Art. 23 UWG) und Ausnützen der Kenntnis vertraulicher Tatsachen / Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 40 aBEHG /154 FinfraG)
;;Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses (Art.162 al. 1 StGB und Art. 6 in Verbindung mit Art. 23 UWG), wirtschaftlicher Nachrichtendienst, schwerer Fall (Art. 273 StGB), Bestechung Privater (sich bestechen lassen; Art. 322novies StGB
und Art. 4a Abs. 1 Bst. b. in Verbindung mit Art. 23 UWG) und Ausnützen der Kenntnis vertraulicher Tatsachen / Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 40 aBEHG /154 FinfraG)

Urteil vom 22. Juni 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stefan Heimgartner, Vorsitz 

Alberto Fabbri und Joséphine Contu Albrizio,  

Gerichtsschreiber Friedo Breitenfeldt  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vetreten durch Staatsanwalt des 

Bundes Werner Pfister, 

  

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

C. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Claudio Bazzani,  

 
gegen 

  
1. A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Patrick O’Neill,  

 

2. B., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Lorenz Erni,  

Gegenstand  
1. Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnis-

ses, wirtschaftlicher Nachrichtendienst, schwerer Fall, 

Bestechung Privater und Ausnützen der Kenntnis ver-

traulicher Tatsachen / Ausnützen von Insiderinformatio-

nen 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2020.36 

2 

SK.2020.36 

2. Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnis-

ses, wirtschaftlicher Nachrichtendienst und Bestechung 

Privater  

3 

SK.2020.36 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. Das Verfahren gegen A. sei einzustellen wegen 

a. Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses, Art. 162 StGB, began-

gen am 20. Dezember 2013 in U. z.N. der C. AG (AKS I.2.1); 

b. Ausnützens von Insiderinformationen, Art. 40 Abs. 1 aBEHG, begangen am 

15. November 2013 in U. oder anderswo in der Schweiz mit Effekten der D. AG 

(AKS I.5.2.1); 

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschä-

digung. 

2. Das Verfahren gegen B. sei einzustellen wegen 

a. Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses, Art. 162 StGB, began-

gen am 23. Dezember 2013 in Zürich oder anderswo in der Schweiz z.N. der C. 

AG (AKS II.2.1); 

b. Wirtschaftlichen Nachrichtendienstes, Art. 273 StGB, begangen am 23. Dezem-

ber 2013 in Zürich oder anderswo in der Schweiz (AKS II.3.1); 

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschä-

digung. 

3. A. sei schuldig zu erklären 

a. der Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses, Art. 162 StGB, 

mehrfach begangen in der Zeit von Anfang September 2014 bis 2. November 2016 

in U., anderswo in der Schweiz und im Ausland z.N. der C. AG; 

b. des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes, Art. 273 StGB (schwerer Fall), began-

gen in der Zeit vom 20. Dezember 2013 bis 2. November 2016 in U., anderswo in 

der Schweiz und im Ausland; 

c. des sich bestechen Lassens als Privatperson, Art. 322novies StGB, begangen in der 

Zeit vom 29. September 2016 bis 26. Oktober 2016 in V. und W.; 

d. des Ausnützens von Insiderinformationen als Primärinsider, Art. 40 Abs. 1 aBEHG 

und Art. 154 Abs. 1 FinfraG, mehrfach, teils versucht begangen in der Zeit vom 

5. Mai 2014 bis 21. Oktober 2016 in U., anderswo in der Schweiz und im Ausland 

mit Effekten 

i. der C. AG; 

ii. der D. AG; 

iii. der E. AG; 

iv. der F. AG; 

v. der G. AG; 

vi. der H. AG; 

vii. der I. AG; 

viii. der J. AG; 

ix. der Bank 1 AG; 

x. der K. AG sowie  

xi. der L. Ltd. 

4. B. sei schuldig zu erklären 

4 

SK.2020.36 

a. der Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses, Art. 162 StGB, 

mehrfach begangen in der Zeit von Anfang September 2014 bis 3. November 2016 

in Zürich und anderswo in der Schweiz z.N. der C. AG; 

b. des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes, Art. 273 StGB, mehrfach begangen in 

der Zeit vom 31. März 2014 bis 2. September 2015 in Zürich oder anderswo in der 

Schweiz; 

c. der Bestechung einer Privatperson, Art. 322octies StGB, begangen in der Zeit von 

Anfang September 2016 bis zum 27. September 2016 in Zürich. 

5. A. sei zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren zu verurteilen, unter Anrechnung von 14 Ta-

gen Sicherheits- und Untersuchungshaft. 

6. B. sei zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten zu verurteilen. 

Von der Freiheitsstrafe seien 14 Monate zu vollziehen, und für die restlichen 14 Monate 

sei der Vollzug aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. 

7. Für den Vollzug der Strafen sei der Kanton Zürich zuständig zu erklären. 

8. Es seien folgende Ersatzforderungen zugunsten der Eidgenossenschaft zu begründen: 

a. gegen A.: Fr. 639’065.50 

b. gegen die M. AG in Liq.: Fr. 141'439.81 

c. gegen die M. AG in Liq.: Fr. 151’697.-- 

9. Die bei A. beschlagnahmten Saldi und die Barschaft von insgesamt Fr. 1'194’783.84 

seien einzuziehen und mit den zugunsten der Eidgenossenschaft begründeten Ersatzfor-

derung zu verrechnen, im Mehrbetrag mit den auf A. entfallenden Verfahrenskosten zu 

verrechnen und im Übrigen an A. zurückzuerstatten. 

10. Nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils seien den Berechtigten herauszugeben 

a. an A.: Gegenstände gemäss Anhang I; 

b. an Bank 2 GmbH: Gegenstände gemäss Anhang I 

11. Die Verfahrenskosten seien A. zu 3/4 und B. zu 1/4 zur Bezahlung aufzuerlegen. 

Anträge des Beschuldigten A.: 

1. A. sei von allen Vorwürfen freizusprechen. 

2. Die Zivilforderung der C. AG sei abzuweisen, eventualiter sei die Zivilforderung der C. AG 

auf den Zivilweg zu verweisen. 

3. Es seien die beschlagnahmten Gegenstände freizugeben. 

4. Es seien die bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung beschlagnahmten Vermögens-

werte von A. (Bargeld) freizugeben. 

5. Es seien die auf den Bankkonti von A. verfügten Kontosperren aufzuheben. 

6. A. sei angemessen für die Kosten seiner Verteidigung zu entschädigen und es sei ihm für 

die Untersuchungshaft eine Genugtuung zuzusprechen. 

Anträge des Beschuldigten B.: 

1. B. sei vollumfänglich freizusprechen, soweit auf die Anklage eingetreten werden kann. 

5 

SK.2020.36 

2. Die auf B. fallenden Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien auf 

die Staatskasse zu nehmen und es sei B. für seine Umtriebe, d.h. für die Kosten seiner 

Verteidigung, angemessen zu entschädigen. 

3. Zudem sei er für entgangenen Lohn angemessen zu entschädigen. 

4. Das Entschädigungsbegehren von C. sei abzuweisen. 

Anträge der Privatklägerschaft: 

1. Der Beschuldigte A. sei zu verpflichten, der C. eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 60’813.30 (inkl. MwSt) sowie eine angemessene Entschädigung für die Teilnahme an 

der Hauptverhandlung zu entrichten. 

2. Der Beschuldigte B. sei zu verpflichten, der C. eine Parteientschädigung von Fr. 7’896.15 

(inkl. MwSt) zu entrichten. 

3. Der Beschuldigte A. sei zu verpflichten, der C. Schadenersatz von insgesamt 

Fr. 162’643.10 (inkl. MwSt für Anwaltskosten) zu entrichten. 

a. Eventualiter sei über die Haftung des Beschuldigten A. gegenüber der C. dem 

Grundsatz nach zu entscheiden. 

b. Subeventualiter sei der C. eine Entschädigung für die durch die Kooperation mit 

der Bundesanwaltschaft entstandenen Anwaltskosten sowie internen Kosten von 

insgesamt Fr. 94'587.80 (inkl. MwSt für Anwaltskosten) zuzusprechen. 

4. Der Beschuldigte A. sei zu verpflichten, der C. die von ihm eingenommene Bestechungs-

zahlung von EUR 138’000.-- (zzgl. Verzugszins von 5 % seit dem 26. Oktober 2016) aus-

zurichten. Eventualiter sei diese Zahlung einzuziehen. 

5. Zur Deckung der Entschädigungs- und Schadenersatzforderungen der Privatklägerin sei 

ein allfälliger nach Deckung der Verfahrenskosten verbleibender Überschuss der be-

schlagnahmten Vermögenswerte des Beschuldigten A. zu verwenden. 

  

6 

SK.2020.36 

Prozessgeschichte: 

A. Mit Eingabe vom 28. Juli 2014 meldete die SIX Exchange Regulation der Eidgenössi-

schen Finanzmarktaufsicht (FINMA) einen Verdacht auf das Ausnützen von Insiderin-

formationen im Handel mit Namenaktien der G. (nachfolgend: «G.» bzw. «G.a.»). Im 

Vorfeld der Übernahme durch die N. waren erhöhte Handelsvolumen festgestellt worden 

(zum Ganzen: BA pag. 05.100.0002). 

B. Im Rahmen der Vorabklärungen stellte die FINMA auffällige Transaktionen durch einen 

Kunden der Bank 3, A. (nachfolgend: «Beschuldigter A.»), in Call-Warrants mit Basis-

wert G.a. fest. Die Analyse dieser Unterlagen ergab, dass die vom Beschuldigten A. in 

Call-Warrants mit Basiswert G.a. getätigten Transaktionen im Rahmen seines üblichen 

Handelsverhaltens lagen und auch das investierte Kapital nicht aussergewöhnlich hoch 

war. Zudem lieferten die Abklärungen keine Hinweise auf eine Verbindung des Beschul-

digten A. zu Primärinsidern der beiden involvierten Versicherungsgesellschaften. Dem-

gegenüber fiel auf, dass der Beschuldigte A. in der Untersuchungsperiode ver-

schiedentlich mit Aktien und Derivaten der Firmen D. AG (nachfolgend: «D.» bzw. 

«D.a.»), der C. AG (nachfolgend: «C.» bzw. «C.i.»), E. AG (nachfolgend: «E.» bzw. 

«E.a.») und F. AG (nachfolgend: «F.» bzw. «F.a.») gehandelt hatte. Bei all diesen Ge-

sellschaften sass der Beschuldigte A. im Verwaltungsrat (nachfolgend: «VR»). Ferner 

wurde festgestellt, dass die vom Beschuldigten A. ausgeführten Transaktionen teilweise 

während der von den jeweiligen Gesellschaften verhängten Handelssperren (Blackout-

Perioden) ausgeführt worden waren (BA pag. 05.100.0002). 

C. Mit Eingabe vom 18. April 2016 erstattete die FINMA bei der Bundesanwaltschaft 

Strafanzeige gegen den Beschuldigten A. wegen Verdachts auf das Ausnützen von 

Insiderinformationen gemäss Art. 40 des Börsen- und Effektenhandelsgesetz in der bis 

zum 31. Dezember 2015 geltenden Fassung (aBEHG; SR 954.1) bzw. Art. 154 

Finanzinfrastrukturgesetz (FinfraG; SR 958.1) (BA pag. 05.100.0001 ff.). 

D. Mit Verfügung vom 22. April 2016 eröffnete die Bundesanwaltschaft eine Strafuntersu-

chung gegen den Beschuldigten A. wegen Verdachts auf das Ausnützen von Insiderin-

formationen gemäss Art. 40 aBEHG bzw. Art. 154 FinfraG. 

E. Mit Eingaben vom 9. Mai 2016 respektive 24. August 2016 ergänzte die FINMA ihre 

Strafanzeige gegen den Beschuldigten A. wegen mutmasslichen Insidertransaktionen 

mit Titeln mit der I. GmbH (nachfolgend: «I.» bzw. «I.a.») und K. AG (nachfolgend: «K.») 

respektive der O. AG (nachfolgend: «O.») und C. (BA pag. 05.100-0011 ff.). 

F. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2016 dehnte die Bundesanwaltschaft die Untersuchung 

wegen Verdachts auf Ausnützen von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 aBEHG bzw. 

Art. 154 FinfraG gegen unbekannte Täterschaft aus. Mit Verfügung vom 1. Dezem-

ber 2016 dehnte sie die Untersuchung auf den Vorwurf des Ausnützens der Kenntnis 

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SK.2020.36 

vertraulicher Tatsachen nach Art. 161 StGB in seiner bis zum 30. April 2013 geltenden 

Fassung (aStGB; SR.311.0) aus (BA pag. 01.100-0003f.). 

G. Mit Entscheid vom 17. November 2016 setzte das Zwangsmassnahmengericht des Kan-

tons Bern (ZMG) den Beschuldigten A. in Untersuchungshaft bis 5. Dezember 2016 (BA 

pag. 06.001-0141 ff.). 

H. Am 26. April 2017 erstattete die C. AG Strafanzeige gegen den Beschuldigten A. wegen 

mutmasslicher Bestechung Privater sowie Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und 

beantragte die Konstituierung als Privatklägerin (BA pag. 05.200-0001 ff.).  

I. Mit Verfügungen vom 10. Juli 2017 dehnte die Bundesanwaltschaft die Untersuchung 

gegen den Beschuldigten A. sowie unbekannte Täterschaft auf den Vorwurf der Verlet-

zung des Geschäftsgeheimnisses (Art. 162 al. 1 StGB und Art. 6 i.V.m. Art. 23 des Bun-

desgesetzes über den unlauteren Wettbewerb [UWG; SR 241] sowie des Verdachts der 

Bestechung Privater [sich bestechen lassen; Art. 322novies StGB und Art. 4a Abs. 1 lit. b 

i.V.m. Art. 23 UWG] aus. Ebenso dehnte sie die Untersuchung auf B. (nachfolgend: 

«Beschuldigter B.») wegen des Verdachts auf Verletzung des Geschäftsgeheimnisses, 

eventuell Anstiftung dazu (Art. 162 Abs. 2 StGB und Art. 6 i.V.m. Art. 23 UWG, eventuell 

Art. 24 StGB), mutmasslich begangen zum Nachteil der C. und der E., und Bestechung 

Privater (Art. 322octies StGB und Art. 4a Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 23 UWG) aus (BA pag. 

01.100-0006 ff.). 

J. Mit Eingaben vom 10. Juli 2017 respektive 13. Juli 2017 erstatteten die Bank 4 AG sowie 

die Bank 3 je eine Verdachtsmeldung an die Meldestelle für Geldwäschereibekämpfung 

(MROS) (BA pag. 05.301-0001 ff.). 

K. Die Bundesanwaltschaft vereinigte am 14. August 2017 die Strafuntersuchungen gegen 

die Beschuldigten A. und B. in ihrer Hand (BA pag. 02.101-0002). 

L. Mit Verfügung vom 29. Januar 2018 dehnte die Bundesanwaltschaft die Untersuchung 

gegen die Beschuldigten A., B. sowie unbekannte Täterschaft wegen des Verdachts auf 

Verletzung des Geschäftsgeheimnisses, eventuell Anstiftung dazu (Art. 162 Abs. 2 StGB 

und Art. 6 i.V.m. Art. 23 UWG, eventuell i.V.m. Art. 24 StGB), mutmasslich begangen 

zum Nachteil der C., sowie E. und Bestechung Privater aus (Art. 322octies StGB und Art. 

4a Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 23 UWG) (BA pag. 01.100-0013). 

M. Am 16. April 2018 respektive 8. August 2018 ermächtigte das Eidgenössische Justiz- 

und Polizeidepartement (EJPD) die Bundesanwaltschaft in Anwendung von Art. 66 Abs. 

1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes (StBOG; 

SR.173.71) zur Führung einer Untersuchung wegen wirtschaftlichen Nachrichtendiens-

tes (Art. 273 StGB) gegen die Beschuldigten A. und B. (BA pag. 01.300-0012 ff.). 

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SK.2020.36 

N. Mit Verfügung vom 17. Mai 2018 dehnte die Bundesanwaltschaft die Untersuchung ge-

gen den Beschuldigten A. wegen des Verdachts auf die Verletzung des Geschäftsge-

heimnisses (Art. 162 Abs. 1 StGB und Art. 6 i.V.m. Art. 23 UWG), mutmasslich mehrfach 

begangen zum Nachteil der C. in der Zeit von Dezember 2013 bis November 2016, 

mutmasslich mehrfach begangen zum Nachteil der E. in der Zeit von März 2014 bis 

Februar 2016, Bestechung Privater (sich bestechen lassen; Art. 322novies StGB und Art. 

4a Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 23 UWG), mutmasslich begangen in der Zeit von März/April 

2014 bis Oktober 2016, wirtschaftlichen Nachrichtendienst (Art. 273 StGB), mutmasslich 

mehrfach begangen in der Zeit von Dezember 2013 bis November 2016 sowie Ausnüt-

zen der Kenntnis vertraulicher Tatsachen/Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 161 

aStGB/Art. 40 aBEHG/154 FinfraG), mutmasslich mehrfach begangen in der Zeit von 

Januar 2010 bis April 2016, aus (BA pag. 01.100-0015).  

O. Ebenfalls mit Verfügung vom 17. Mai 2018 dehnte die Bundesanwaltschaft die Strafver-

folgung gegen den Beschuldigten B. wegen des Verdachts auf die Verletzung des Ge-

schäftsgeheimnisses, eventuell Anstiftung dazu (Art. 162 Abs. 2 StGB und Art. 6 i.V.m. 

Art. 23 UWG, eventuell Art. 24 StGB), mutmasslich mehrfach begangen zum Nachteil 

der C. in der Zeit von Dezember 2013 bis November 2016 mutmasslich mehrfach be-

gangen zum Nachteil der E. in der Zeit von März 2014 bis Februar 2016, Bestechung 

Privater (bestechen; Art. 322octies StGB und Art. 4a Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 23 UWG), 

begangen in der Zeit von März/April 2014 bis Oktober 2016 sowie wirtschaftlichen Nach-

richtendienstes (Art. 273 StGB), mutmasslich mehrfach begangen in der Zeit von De-

zember 2013 bis November 2016 aus (BA pag. 01.100-0015). 

P. Mit Verfügung vom 16. August 2018 dehnte die Bundesanwaltschaft die Untersuchung 

gegen den Beschuldigten A. wegen des Verdachts auf wirtschaftlichen Nachrichten-

dienst aus (BA pag. 01.100-0021). 

Q. Mit Verfügung vom 3. September 2019 stellte die Bundesanwaltschaft das Strafverfah-

ren gegen die Beschuldigten A. und B. in Bezug auf den Vorwurf der Verletzung des 

Geschäftsgeheimnisses zum Nachteil der E. infolge Rückzugs des Strafantrags und 

Desinteresseerklärung der mutmasslich Geschädigten vom 20. November 2018 ein (BA 

pag. 03.001-0024 ff.). 

R. Mit Verfügung vom 12. August 2020 stellte die Bundesanwaltschaft das Strafverfahren 

gegen den Beschuldigten A. wegen Verdachts des Ausnützens von Insiderinformatio-

nen, mutmasslich mehrfach begangen in der Zeit vom 3. Mai 2013 bis 20. August 2013 

mit Effekten der C. und der D., ein (BA pag. 03.001-0051 ff.). 

S. Mit Verfügung vom 13. August 2020 wies die Bundesanwaltschaft den Antrag des Be-

schuldigten A. auf Berechnung der Kurserheblichkeitsgrenzen und der erzielten Vermö-

gensvorteile durch einen Sachverständigen ab (BA pag. 03.001-0057ff.). 

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SK.2020.36 

T. Mit Verfügung vom 19. August 2020 stellte die Bundesanwaltschaft das Strafverfahren 

gegen unbekannte Täterschaft wegen des mutmasslichen Ausnützens vertraulicher In-

formationen i.S.v. Art. 40 aBEGH ein. 

U. Am 24. August 2020 erhob die Bundesanwaltschaft vor der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts Anklage gegen die Beschuldigten A. und B.  

V. Mit Verfügung vom 14. Januar 2021 wies die Verfahrensleitung den Antrag des Beschul-

digten A. auf Berechnung der Kurserheblichkeitsgrenzen und der erzielten Vermögens-

vorteile durch einen Sachverständigen ab (TPF pag. 51.250.001 ff.). Aktuelle Straf- und 

Betreibungsregisterauszüge sowie Steuerunterlagen betreffend die Beschuldigten A. 

und B. holte sie von Amtes wegen ein (TPF pag. 51.231.1.001 ff.). 

W. Die Hauptverhandlung vor Bundesstrafgericht fand vom 7. bis 10. Juni 2021 in Anwe-

senheit des Beschuldigten A. statt. Der Beschuldigte B. wurde mit Entscheid vom 7. Juni 

2021 auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses dispensiert. Das Urteil wurde am 10. Juni 

2021 mündlich eröffnet und begründet.  

X. Mit Eingaben vom 28. respektive 29. Juni bzw. 2. Juli 2021 meldeten die Bundesanwalt-

schaft, der Beschuldigte A. sowie der Beschuldigte B. Berufung gegen das vorliegende 

Urteil an (TPF pag. 51.940.001 ff.). 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Vorfragen und Prozessuales 

1.1 Bundesgerichtsbarkeit 

Nach Art. 22 StPO obliegt die Verfolgung und Beurteilung strafbarer Handlungen grund-

sätzlich den Kantonen, soweit sie nicht der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen. Gemäss 

Art. 44 aBEHG unterstehen die Verfolgung und Beurteilung von Handlungen nach 

Art. 40 aBEHG, d.h. Ausnützen von Insiderinformationen, der Bundesgerichtsbarkeit. 

Diese Zuständigkeit wurde auch mit Inkrafttreten des FinfraG beibehalten (Art. 156 

i.V.m. 154 FinfraG). Die Zuständigkeit des Bundesstrafgerichts ist damit gegeben 

(Art. 44 i.V.m Art. 40 aBEHG i.V.m. Art. 23 Abs. 2 StPO). Mit Verfügung vom 10. Juli 

2017 dehnte die Bundesanwaltschaft die Untersuchung auf weitere, nicht per se der 

Bundesgerichtsbarkeit unterstehende mutmassliche Delikte aus. Eine einmal in Anwen-

dung von Art. 26 Abs. 2 StPO begründete Bundeszuständigkeit bleibt bestehen (BGE 

133 IV 235). Die Zuständigkeit der Strafkammer des Bundesstrafgerichts für die Beur-

teilung aller Anklagepunkte ist somit gegeben (Art. 35 Abs. 1 StBOG).  

1.2 Ermächtigung 

Die Verfolgung politischer Straftaten bedarf gemäss Art. 66 Abs. 1 StBOG einer Ermäch-

tigung des Bundesrates. Art. 273 StGB umschreibt ein politisches Delikt. Die Einholung 

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SK.2020.36 

einer Ermächtigung ist daher zwingend. Der diesbezügliche Entscheid obliegt dem 

EJPD (Art. 3 lit. a der Organisationsverordnung für das Eidgenössische Justiz- und Po-

lizeidepartement; OV-EJPD; SR 172.213.1). 

Mit Verfügungen vom 16. April 2018 (BA pag. 01.300-0012 ff.) bzw. 8. August 2018 (BA 

pag. 01.300-0022 ff.) erteilte das EJPD die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung 

der Beschuldigten A. und B. wegen Verdachts auf wirtschaftlichen Nachrichtendienst 

(Art. 273 StGB). 

1.3 Strafantrag  

Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann jede Person, die durch sie verletzt worden 

ist, die Bestrafung des Täters beantragen (Art. 30 Abs. 1 StGB). Das Antragsrecht er-

lischt nach Ablauf von drei Monaten. Die Frist beginnt mit dem Tag, an dem der antrags-

berechtigten Person der Täter sowie die Tat, samt ihrer objektiven und subjektiven Tat-

bestandsmerkmale, bekannt wird (Art. 31 StGB; anstelle vieler: Urteil des Bundesge-

richts 6B_1335/2015 vom 23. September 2016, E. 1.1). Als Privatklägerschaft gilt die 

geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zi-

vilklägerin zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Der Strafantrag ist dieser Erklärung 

gleichgestellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). 

Vorliegend sind potenziell mehrere Antragsdelikte zu beurteilen. Es handelt sich hierbei 

einerseits um die mutmassliche Verletzung des Fabrikations- bzw. Geschäftsgeheim-

nisses zulasten der C. AG. Sodann handelt es sich um den Vorwurf der Privatbeste-

chung, ebenfalls zulasten der C. AG. Bezüglich des Vorwurfs der Privatbestechung 

kommt vorliegend jedoch ausschliesslich das seit dem 1. Juli 2016 geltende Recht zur 

Anwendung, womit die mutmassliche Tat grundsätzlich von Amtes wegen zu verfolgen 

ist und sich diesbezüglich die Prüfung der Gültigkeit des Strafantrags erübrigt (siehe E. 

2.3.2). In Bezug auf den Vorwurf der Verletzung des Geschäfts- und Fabrikationsge-

heimnisses i.S.v. Art. 162 StGB ist festzustellen, dass die mutmasslich Geschädigte 

fristgerecht Strafantrag stellte (BA pag. 05.200-001 ff.). Entgegen den Ausführungen 

des Beschuldigten A. anlässlich der Hauptverhandlung ist nicht etwa ein Strafantrag je-

der einzelnen betroffenen Konzerngesellschaft notwendig, da bei den offenbarten Ge-

heimnissen jeweils die Gruppenstrategie betroffen war, deren Festlegung insbesondere 

der C. AG obliegt (TPF pag. 51.720.008; 51.721.009; -313ff.). Folglich erübrigt es sich, 

auf die Ausführungen des Beschuldigten A. zu einer angeblichen Verletzung des Ankla-

geprinzips näher einzugehen (TPF pag. 51.721.008 f.). Stellt eine antragsberechtigte 

Person gegen einen an der Tat Beteiligten Strafantrag, so sind alle Beteiligten zu ver-

folgen (Art. 32 StGB). Im Ergebnis liegen sowohl gegenüber dem Beschuldigten A. als 

auch gegenüber dem Beschuldigten B. gültige Strafanträge vor. 

  

11 

SK.2020.36 

1.4 Schweizerische Strafhoheit 

1.4.1 Dem Schweizerischen Strafrecht ist grundsätzlich nur unterworfen, wer in der Schweiz 

ein Verbrechen oder Vergehen begeht (Art. 3 Abs. 1 StGB). Ein Verbrechen oder Ver-

gehen gilt als da begangen, wo der Täter es ausführt oder pflichtwidrig untätig bleibt, 

und da, wo der Erfolg eingetreten ist (Art. 8 Abs. 1 StGB). Wird mit der Ausführung der 

Auslandtat bereits in der Schweiz begonnen, so ergibt sich die schweizerische Strafzu-

ständigkeit aus dem Territorialitätsprinzip gemäss Art. 8 StGB (BGE 104 IV 175 E. 3). 

Dem schweizerischen Strafrecht ist ferner nach dem Staatsschutzprinzip gemäss Art. 4 

Abs. 1 StGB auch unterworfen, wer im Ausland ein Verbrechen oder Vergehen gegen 

den Staat und die Landesverteidigung (Art. 265-278 StGB) begeht. 

1.4.2 Betreffend die Anklageziffern I.5.1.6 sowie I.5.5 bestand bei einzelnen Transaktionen 

entweder kein Erfolgsort in der Schweiz, da die Buchungen in Liechtenstein bzw. 

Deutschland durchgeführt wurden, oder aber der Beschuldigte A. handelte nicht auf 

schweizerischem Boden. Es stellt sich daher die Frage, ob der erstellte Sachverhalt als 

Auslandstat dem Schweizer Recht unterliegt. Weil der Beschuldigte A. Schweizer Bür-

ger ist, kommt das aktive Personalitätsprinzip nach Art. 7 Abs. 1 lit. c StGB in Frage. 

Von den in Art. 7 Abs. 1 lit. c StGB genannten Voraussetzungen, um die Tat nach inlän-

dischem Recht zu beurteilen, sind deren drei ohne Weiteres erfüllt: Der Beschuldigte A. 

besass zum Zeitpunkt der in der Anklageschrift umschriebenen Tathandlungen das 

Schweizer Bürgerrecht und befindet sich heute in der Schweiz. Die dem Beschuldigten 

A. vorgeworfenen Handlungen fallen unter den Tatbestand von Art. 40 Abs. 1 bzw. Abs. 

3 aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 bzw. Abs. 3 FinfraG und stellen wegen deren Strafrahmen 

ein Auslieferungsdelikt im Sinne von Art. 35 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR.351.1) dar. Näher zu prüfen ist die 

Frage der Strafbarkeit der Tat nach dem Recht des Handlungs- bzw. Erfolgsortes. 

Insiderhandel ist in Anwendung von §§ 12-14 des deutschen Wertpapierhandelsgeset-

zes (D-WpHG; 4110-4) bzw. den dazugehörigen Strafbestimmungen §§ 38 und 39 D-

WpHG untersagt. Vorsätzlicher Insiderhandel wird mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe 

geahndet (§ 38 Abs. 1 Satz 1 D-WpHG). Im Fürstentum Liechtenstein wird Insiderhandel 

im Rahmen des Gesetzes gegen Marktmissbrauch im Handel mit Finanzinstrumenten 

(FL MG-954.3) in Anwendung von dessen Art. 23 mit bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe 

bestraft. Die Voraussetzungen der doppelten Strafbarkeit sind folglich sowohl hinsicht-

lich Deutschland als auch Liechtenstein erfüllt. Im Ergebnis besteht die schweizerische 

Strafhoheit über die infrage stehenden Insidertransaktionen in Anwendung des aktiven 

Personalitätsprinzips (Art. 7 Abs. 1 lit. c StGB). 

1.4.3 Betreffend die Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses ist festzuhal-

ten, dass die Beschuldigten ausschliesslich über schweizerische Server kommunizier-

ten. Eine solche Kommunikation zwischen inländischen Servern begründet unabhängig 

vom konkreten Absende- bzw. Empfangsort der infrage stehenden Nachrichten die 

12 

SK.2020.36 

schweizerische Strafhoheit über die im Rahmen der Übermittlung begangenen Strafta-

ten (vgl. mutatis mutandis BGE 102 IV 35 E. 2). Folglich ist die schweizerische Strafho-

heit über sämtliche im Lichte von Art. 162 StGB zu beurteilenden Sachverhaltskomplexe 

gegeben. Bezüglich des Vorwurfs des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes i.S.v. 

Art. 273 StGB ist die schweizerische Strafhoheit Ausfluss des Staatsschutzprinzips. 

1.5 Verjährung 

1.5.1 Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bedrohte Taten verjähren nach heutigem Recht in 

zehn Jahren (Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB, in Kraft seit 1. Januar 2014). Gemäss Art. 389 

StGB (der das Prinzip der sog. lex mitior in Bezug auf die Verjährung statuiert) ist das 

alte bzw. das zur Tatzeit geltende Verjährungsrecht anwendbar, wenn es milder ist als 

das neue Recht.  

Die angeklagten Handlungen im Zeitraum vom 15. November 2013 bis 31. Dezember 

2013, die unter den Tatbestand von Art. 40 aBEHG zu prüfen sind und für die eine 

Höchststrafe von drei Jahren Freiheitsstrafe angedroht ist, fallen unter die im Tatzeit-

raum geltende altrechtliche Verjährungsfrist von sieben Jahren (Art. 97 Abs. 1 lit. c 

aStGB i.V.m. Art. 2 StGB). Ebenso verhält es sich mit den unter Art. 273 StGB sowie 

Art. 162 StGB angeklagten Handlungen. 

1.5.2 Nach dem Dargelegten sind die den Beschuldigten A. und B. unter Anklageziffer I.3.1.1 

bzw. II.3.1 im Lichte von Art. 273 StGB vorgeworfenen Handlungen bereits verjährt, 

weshalb das Verfahren hinsichtlich dieser Vorwürfe einzustellen ist (Art. 329 Abs. 4 und 

5 StPO). In Bezug auf den Beschuldigten A. ist anzumerken, dass selbst wenn diese 

(nun verjährten) Handlungen im Rahmen von R. (Anklageziffer I.3.1.1) miteinbezogen 

würden, nicht von einem schweren Fall i.S.v. Art. 273 Abs. 3 StGB auszugehen wäre 

(hierzu unten E. 0). Eine Auseinandersetzung mit der von der Verteidigung vorgebrach-

ten, angeblichen Verletzung des Anklageprinzips erübrigt sich in diesem Zusammen-

hang folglich. 

1.5.3 Verjährt sind zudem die den Beschuldigten A. und B. unter Anklageziffer I.2.1 bzw. II.2.1 

angelasteten Geschäftsgeheimnisverletzungen i.S.v. Art. 162 StGB. Das Verfahren ist 

betreffend diese Punkte folglich einzustellen. 

1.5.4 Ebenso ist die dem Beschuldigten A. unter Anklageziffer I.5.2.1 gemäss Anklageschrift 

zur Last gelegte versuchte Ausnützung der Kenntnis von Insiderinformationen vom 15. 

November 2013 bereits verjährt, weshalb das Verfahren hinsichtlich dieses Vorwurfes 

ebenfalls einzustellen ist.  

1.6 Anwendbares Recht 

Dem Beschuldigten A. wird vorgeworfen, die ihm zur Last gelegten Taten in der Zeit vom 

Dezember 2013 bis November 2016 begangen zu haben. Am 1. Mai 2013 war Art. 40 

des Bundesgesetzes über die Börsen und den Effektenhandel (Börsengesetz, BEHG, 

13 

SK.2020.36 

SR 954.1) in Kraft getreten, welcher den Tatbestand des Ausnützens von Insiderinfor-

mationen regelte und den altrechtlichen Art. 161 aStGB (Ausnützen der Kenntnis ver-

traulicher Tatsachen) ersetzt hatte. Per 1. Januar 2016 wurde der Insidertatbestand vom 

aBEHG ohne materielle Änderung in das Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastruk-

turen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel (Finanzmarktinfrastruk-

turgesetz, FinfraG, SR 958.1) transferiert (Art. 154 FinfraG [Botschaft vom 3. September 

2013 zum Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG), BBl 2014 S. 7483 ff., 7587; GRAF, 

Befugte Weitergabe von Insiderinformationen, in: Jusletter 27. März 2017, S. 2 f.]; 

SETHE/FAHRLÄNDER, in: Sethe et al. (Hrsg.), Kommentar FinfraG, 2017, Art. 154 N. 3). 

Unter Berücksichtigung des strafrechtlichen Rückwirkungsverbots gilt das zum Tatzeit-

punkt in Kraft gewesene Recht (Art. 2 Abs. 1 StGB), es sei denn, das neue Recht ist für 

den Täter das mildere (Art. 2 Abs. 2). Letzteres trifft in concreto nicht zu. Es ist somit 

bezüglich der vor dem 1. Januar 2016 mutmasslich begangenen Taten das aBEHG in 

der zum mutmasslichen Tatzeitpunkt geltenden Fassung anzuwenden. Die Beurteilung 

der nach dem 1. Januar 2016 mutmasslich begangenen Taten richtet sich hingegen 

nach Art. 154 FinfraG. 

2. Beschuldigter A. 

2.1 Verletzung des Geschäfts- oder Fabrikationsgeheimnisses i.S.v. Art. 162 StGB 

bzw. Art. 6 i.V.m. 23 UWG  

2.1.1 Zusammenfassung der Vorwürfe  

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten A. unter Anklageziffer I.2 zunächst vor, 

in der Zeit vom 20. Dezember 2013 bis 2. November 2016 in U. und anderswo in der 

Schweiz sowie im Ausland mehrfach Geschäftsgeheimnisse des C.-Konzerns (C. und 

deren Tochtergesellschaften, nachfolgend «C.») an den Beschuldigten B. verraten zu 

haben, indem er ihm auf elektronischem Weg unbefugt Unterlagen und Informationen 

des Konzerns oder seiner Tochtergesellschaften zugestellt habe. Der Beschuldigte A. 

habe als VR den Geheimnischarakter der übermittelten Unterlagen und Informationen, 

ihren wirtschaftlichen Wert und ihre Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens 

gekannt. Er habe gewusst, dass C. und ihre Tochtergesellschaften sie gegen aussen 

hätten schützen wollen, er selber darüber zur Verschwiegenheit verpflichtet und in 

keinem Fall befugt gewesen sei, Unterlagen und Informationen ohne Auftrag oder ohne 

anderweitige Ermächtigung durch den VR an unbeteiligte Dritte – auch nicht an den 

Beschuldigten B. – weiterzugeben. Der Beschuldigte A. habe mit der Weiterleitung dem 

Beschuldigten B. Inputs zu Ideen für Geschäfte in anderen Industriebereichen geben 

wollen. Zudem habe er ihn über mögliche neue Aktivitätsfelder für die schweizerische 

Bank 2 GmbH bzw. die corporate financial advisory offices der international tätigen Bank 

2-Gruppe in Kenntnis setzen bzw. ihn in einer Verkaufstransaktion von C., in der der 

Beschuldigte B. auf der Gegenseite die schwedische P. als Kaufinteressentin beraten 

habe (Projekt C.d./C.e.), mit Informationen und Inputs unterstützen wollen. Der 

Beschuldigte A. habe als VR jedes Mal eigenmächtig gehandelt, ab 1. April 2014 den 

14 

SK.2020.36 

Interessenkonflikt missachtet, in dem er auf Grund seiner Stellung als Senior Advisor 

der Bank 2 GmbH gestanden habe, und seine Pflicht zur Geheimhaltung verletzt. Auf 

diese Weise habe er mehrfach Geschäftsgeheimnisse des C.-Konzerns unter den 

nachstehenden Tatumständen wie folgt verraten: 

2.1.1.1 C. sei Ende 2013 vor dem Abschluss der Verhandlungen mit Q. über den Erwerb von 

deren Tochtergesellschaft R. AG (Q. R.) gestanden. Bank 2 sei in diesem Transaktions-

projekt von C. nicht Financial Advisor gewesen und habe von C. auch kein Mandat zur 

Erstellung einer fairness opinion erhalten. Der Beschuldigte A. habe am 20. Dezember 

2013 dem Beschuldigten B. an dessen privaten Account die Mail «WG: Telephone con-

ference of the truncated BoD of 20th December 2013, 08.30 CET: Materials» zugestellt 

mit der Präsentation «Project C.f. Board Update Materials» vom 20. Dezember 2013 im 

Anhang und das dazugehörige Passwort.  

Der Beschuldigte A. habe den Beschuldigten B. und damit Bank 2 im Hinblick auf einen 

möglichen Auftrag für eine fairness opinion über den Stand des Projekts in Kenntnis 

setzen wollen (Anklageziffer I.2.1). 

2.1.1.2 Das Strategy Committee (nachfolgend: «SC») des VR von C. habe am 2. September 

2014 in U. eine Sitzung abgehalten, an der es den neuesten Stand der «Group Strategy 

(AI 6)» sowie «Disruptive Technologies (AI 7)» beraten habe. Grundlagen dafür seien 

zwei Präsentationen gewesen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten A. vor, 

die genannten Präsentationen dem Beschuldigten B. per E-Mail zugestellt zu haben.  

Der Beschuldigte A. habe als Senior Advisor von Bank 2 den Beschuldigten B. und damit 

Bank 2 in die Lage versetzen wollen, sich Gedanken zu neuen Transaktionsmöglichkei-

ten zu machen (Anklageziffer I.2.2). 

2.1.1.3 Der VR von C. habe am 20. Februar 2015, in Anwesenheit des Beschuldigten A., die 

Absicht des Managements, verschiedene strategische Optionen auszuarbeiten erörtert 

und sei dem Antrag eines möglichen Verkaufs des C.g. Segments (C.b.) gefolgt. Der VR 

habe am 8. April 2015 im LLLLL. in Anwesenheit des Beschuldigten A. eine Sitzung 

abgehalten. Die dazugehörigen Unterlagen habe der Beschuldigte A. dem Beschuldig-

ten B. weitergeleitet. Dabei habe er gewusst, dass der Beschuldigte B. am 24. April 2015 

in Schweden eine Besprechung u.a. mit Vertretern von P. betreffend die Akquisition von 

C.b. haben werde. Er habe gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der Be-

schuldigte B. Informationen in der Präsentation dafür verwenden werde (Anklageziffer. 

I.2.3). 

2.1.1.4 Das SC des VR von C. habe am 14. April 2014 in Luzern eine Sitzung abgehalten, an 

der S., Verantwortlicher für das Segment C.g., anhand zweier elektronischer Präsenta-

tionen über seinen Konzernbereich informiert habe. Der Beschuldigte A. habe am 

22. April 2015 auch diese dem Beschuldigten B. mit der Bemerkung «wie besprochen» 

zugestellt. 

15 

SK.2020.36 

Er habe dabei gewusst, dass der Beschuldigte B. am 24. April 2015 in Schweden eine 

Besprechung u.a. mit Vertretern von P. betreffend die Akquisition von C.b. haben werde, 

und habe den Beschuldigten B. damit unterstützen wollen. Er habe gewollt oder zumin-

dest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. Informationen in den beiden Präsen-

tationen dafür verwenden werde (Anklageziffer I.2.4). 

2.1.1.5 Der VR von C. habe am 27. April 2015 eine Sitzung zur Gruppenstrategie abgehalten. 

Er habe gemäss road map in der Woche zuvor über die Segmente MMMMM. und C.c. 

beraten. Grundlage der erwähnten Sitzung sei wiederum eine elektronische Präsenta-

tion gewesen, die der Beschuldigte A. dem Beschuldigten B. wiederum per Mail mit der 

Bemerkung «FYEO [for your eyes only]» zugestellt habe. 

Er habe den Beschuldigten B. und damit Bank 2 in die Lage versetzen wollen, sich Ge-

danken zu neuen Transaktionsmöglichkeiten zu machen (Anklageziffer I.2.5). 

2.1.1.6 T., CEO von C., habe Anfang Mai 2015 den VR-Mitgliedern, darunter der Beschuldigte 

A., eine E-Mail mit dem Link auf einen Server von «AA.», mit welchem der Benutzer 

insgesamt 13 Präsentationen zur Konzern-Strategie (6 BoD / 7 SC) aus der Zeit vom 

25. Juni 2014 bis 27. April 2015 habe abrufen können, zugesandt. Diesen Link sowie 

das erforderliche Passwort habe der Beschuldigte A. an den Beschuldigten B. weiterge-

leitet. Letzterem habe er dadurch die Möglichkeit verschafft, auf dem Server von AA. auf 

die 13 Präsentationen von C. zuzugreifen. 

Er habe den Beschuldigten B. und damit Bank 2 in die Lage versetzen wollen, sich auf 

Grundlage der übermittelten Unterlagen sowie der Zugangsmöglichkeit Gedanken zu 

neuen Transaktionsmöglichkeiten zu machen und neue Ideen zu entwickeln (Anklage-

ziffer I.2.6). 

2.1.1.7 Das SC des VR von C. habe am 20./21. Mai 2015, in U., im Beisein des Beschuldigten 

A., eine Sitzung abgehalten, anlässlich derer SC und Management die Strategien der 

Segmente und zum Projekt C.d. u.a. dessen Stand (status update), den möglichen 

Transaktionswert und die Eingrenzung möglicher Käufer erörtert hätten. Die Teilnehmer 

hätten zusammen mit der Einladung das Protokoll der SC-Sitzung vom 19. Februar 2015 

sowie verschiedene, vom Management vorbereitete Präsentationen erhalten. Diese Un-

terlagen habe der Beschuldigte A. dem Beschuldigten B. weitergeleitet. 

Der Beschuldigte A. habe gewusst, dass der Beschuldigte B. Berater von P. im Projekt 

C.d. gewesen sei und die in den Unterlagen enthaltenen Informationen zum Projekt für 

diesen nützlich sein könnten. Er habe zudem gewusst, dass der Beschuldigte B. am 

nächsten Abend, 21. Mai 2015, ein Treffen mit BB., VR-Präsident von C., gehabt habe. 

Er habe gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. Informa-

tionen in der Präsentation zum Projekt C.d. für dieses Gespräch ausnützen würde. Er 

habe den Beschuldigten B. – und damit Bank 2 – mit der Zustellung der restlichen Prä-

sentationen in die Lage versetzen wollen, sich Gedanken zu neuen Transaktionsmög-

lichkeiten zu machen (Anklgeziffer I.2.7). 

16 

SK.2020.36 

2.1.1.8 Der VR von C. habe am 10. Juni 2015, in Abwesenheit des Beschuldigten A., eine aus-

serordentliche Sitzung abgehalten, an der das Gremium u.a. über das Projekt C.d. be-

raten habe. Die Teilnehmer hätten zusammen mit der Einladung vom Management vor-

bereitete Präsentationen erhalten. Der Beschuldigte A. habe Einladungsschreiben und 

Sitzungsunterlagen elektronisch dem Beschuldigten B. zugesandt.  

Dabei habe er gewusst, dass der Beschuldigte B. Berater von P. gewesen sei und die 

in der Präsentation «Update on Project C.d.» enthaltenen Informationen für diesen nütz-

lich sein könnten. Er habe gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass dieser die 

Informationen für seine Beratertätigkeit zugunsten von P. ausnützen werde. Er habe den 

Beschuldigten B. – und damit Bank 2 – mit der Zustellung der restlichen Präsentationen 

in die Lage versetzen wollen, sich Gedanken zu neuen Transaktionsmöglichkeiten ma-

chen zu können (Anklageziffer I.2.8). 

2.1.1.9 Das SC des VR von C. habe 2013 mehrmals getagt und habe dabei auch die Strategie 

2015+ für das Segment C.g. behandelt, worüber jeweils S., CEO C.b., referiert habe. 

Die Mitglieder, darunter der Beschuldigte A., hätten jeweils die elektronische Vorlage 

erhalten. Der Beschuldigte A. habe die fünf Präsentationen an den Beschuldigten B. 

weitergeleitet, der sie gleichentags ab seinem privaten Account auf den Account bei 

Bank 2 «verschoben» habe. 

Der Beschuldigte A. habe gewusst, dass der Beschuldigte B. Berater von P. gewesen 

sei und Bank 2/P. Frist bis zum 30. Juni 2015 gehabt hätten, ein Angebot für die Über-

nahme von C.B. abzugeben. Er habe gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass 

der Beschuldigte B. die Präsentationen für die Ausarbeitung des Angebots verwenden 

werde (Anklageziffer I.2.9). 

2.1.1.10 Der VR von C. habe am 24. Juli 2015 in U. im Beisein des Beschuldigten A. eine Sitzung 

zur «Corporate Strategy» abgehalten. VR und Management hätten u.a. die M&A-Pro-

jekte CC. und C.d. sowie eine Versicherungsvorlage erörtert. Die dazugehörigen Unter-

lagen habe der Beschuldigte A. wiederum dem Beschuldigten B. weitergeleitet. 

Er habe gewusst, dass der Beschuldigte B. Berater von P. gewesen sei und die in der 

Präsentation «Board of Directors Meeting, Abschnitt Update on Project C.d.», enthalte-

nen Informationen für diesen nützlich sein könnten. Er habe gewollt oder zumindest in 

Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. Informationen in diesem Abschnitt für seine 

Beratertätigkeit für P. ausnützen werde. Er habe den Beschuldigten B. – und damit Bank 

2 – mit der Zustellung der restlichen Inhalte dieser Präsentation sowie der Präsentation 

«Directors’ & Officers’ (D&O) Iiability insurance» in die Lage versetzen wollen, sich un-

geachtet ihrer Nützlichkeit Gedanken zu neuen Transaktionsmöglichkeiten machen zu 

können (Anklageziffer I.2.10). 

2.1.1.11 Der VR von C., dessen «Human Resource Committee» und das SC hätten vom 2. bis 

4. September 2015 in U., jeweils im Beisein des Beschuldigten A., getagt. Die Teilneh-

mer hätten vorgängig ein elektronisches Dokumentenpaket zugestellt erhalten, das mit 

17 

SK.2020.36 

einem Passwort geschützt gewesen sei. Das Paket für die Sitzung des VR vom 4. Sep-

tember 2015 habe aus drei Präsentationen bestanden. Der Beschuldigte A. habe am 2. 

September 2015, dem Tag der Sitzung des «Human Resource Committees», in U., das 

ganze Dokumentenpaket für die VR-Sitzung per E-Mail mit dem Vermerk «C.d.» an den 

Beschuldigten B. weitergeleitet. 

Er habe gewusst, dass dieser Berater von P. gewesen sei und die in der Präsentation 

«Project C.d. Update» enthaltenen Informationen nützlich sein könnten, weil C. bis Mitte 

Oktober 2015 verbindliche Angebote erwartet habe. Er habe daher gewollt oder zumin-

dest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die Informationen in diesem Abschnitt 

für seine weitere Beratertätigkeit für P. verwenden werde. Er habe dem Beschuldigten 

B. – und damit Bank 2 – mit der Zustellung der beiden anderen Präsentationen in die 

Lage versetzen wollen, sich ungeachtet ihrer Nützlichkeit Gedanken zu neuen Transak-

tionsmöglichkeiten zu machen, insbesondere zu den Themen DD. und C.c., wozu sich 

am 4. September 2015 die Gelegenheit zum Gespräch mit dem Beschuldigten B. gebo-

ten habe (Anklageziffer I.2.11). 

2.1.1.12 Der VR von C. habe am 26./27. Juli 2016 in X. im Beisein des Beschuldigten A. eine 

Sitzung abgehalten. Das Gremium habe u.a. über den Bereich «NNNNN.» anhand der 

Präsentation «BoD Meeting NNNNN. Update» beraten. Er habe sich danach bei C. die 

Präsentation «BoD Meeting NNNNN. Update» beschafft und diese dem Beschuldigten 

B. zugesandt. 

Er habe als Senior Advisor von Bank 2 den Beschuldigten B. – und damit Bank 2 – mit 

der Zustellung der Präsentation «BoD Meeting NNNNN. Update» in die Lage versetzen 

wollen, sich Gedanken zu neuen Transaktionsmöglichkeiten zu machen und dies mit 

Informationen von C. unterstützen wollen (Anklageziffer I.2.12). 

2.1.1.13 Der VR von C. habe am 10. Juni 2015 in U., in Abwesenheit des Beschuldigten A., eine 

ausserordentliche Sitzung zur Konzernstrategie abgehalten. Das Gremium habe u.a. 

Optionen für das Segment C.C. und dabei «M&A and restructuring options» erörtert. Die 

dazugehörige Präsentation habe der Beschuldigte A. vollumfänglich per E-Mail an den 

Beschuldigten B. weitergeleitet. 

Er habe den Beschuldigten B. – und damit Bank 2 – in die Lage versetzen wollen, sich 

Gedanken für ein neues Beratungsmandat machen zu können, und dies mit Informatio-

nen aus dem laufenden Projekt FF. von C. unterstützen wollen (Anklageziffer I.2.13). 

2.1.1.14 GG., Sekretär des VR von C., habe am 2. November 2016 die Verwaltungsräte, drei 

Geschäftsleitungsmitglieder sowie den PPPPP. per E-Mail für den nächsten Tag zu ei-

ner Telefonkonferenz eingeladen. Der Beschuldigte A. habe am 2. November 2016 die 

Einladung zur Telefonkonferenz vom 3. November 2016 samt Gesprächsnotiz von HH. 

per E-Mail an den Beschuldigten B. weitergeleitet. 

18 

SK.2020.36 

Er habe den Beschuldigten B. – und damit Bank 2 – über den neuesten Stand der Mei-

nungsbildung bei C. zum Project CC. orientieren wollen (Anklageziffer I.2.14). 

2.1.2 Zum Straftatbestand der Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses 

i.S.v. Art. 162 Abs. 1 StGB 

Gemäss Art. 162 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer ein Fabrikations- oder Geschäftsge-

heimnis verrät, das er infolge einer gesetzlichen oder vertraglichen Pflicht bewahren 

sollte. 

2.1.2.1 Bei dieser Tatvariante handelt es sich um ein Sonderdelikt, d.h. Täter kann nur sein, wer 

gegenüber dem Geheimnisherrn einer Geheimhaltungspflicht, sei es aus besonderer 

vertraglicher Vereinbarung oder aus Art. 321a Abs. 4 OR, unterliegt (vgl. NIGGLI/HAGEN-

STEIN, Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, Art. 162 N 6 f., 21 ff. mit Hinweisen). 

2.1.2.2 Als Verrat gemäss Abs. 1 der Strafbestimmung gilt die pflichtwidrige Offenbarung von 

(Fabrikations- oder Geschäfts-) Geheimnissen gegenüber Personen, die von der Kennt-

nis ausgeschlossen bleiben sollen. Er kann durch mündliche oder schriftliche Mitteilung 

oder ähnliche Handlungen erfolgen (NIGGLI/HAGENSTEIN, a.a.O., Art. 162 N. 25). 

2.1.2.3 Umstritten ist, ob die Tat erst mit der Kenntnisnahme durch den Geheimnisempfänger 

(so Urteil des Obergerichts Zürich vom 3. Oktober 1967, ZR 1969 Nr. 38, S. 96 und 

diesem zustimmend NIGGLI/HAGENSTEIN, a.a.O., Art. 162 N. 20, N. 36; DONATSCH, in: 

ders. [Hrsg.], Kommentar, StGB, 19. Aufl. 2013, Art. 162 N. 5) oder bereits mit der Über-

gabe oder der Einräumung der Möglichkeit der Kenntnisnahme des Geheimnisses an 

Dritte vollendet wird (so DONATSCH, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 10. Aufl. 

2013, S. 336; WENIGER, La protection des secrets économiques et du savoir-faire 

[Know-how], Diss. 1994, S. 256; BINDSCHEDLER, Der strafrechtliche Schutz wirtschaftli-

cher Geheimnisse, Diss. 1981, S. 72 i.V.m. S. 57 f.). Das Bundesgericht hat sich dazu 

bislang, soweit ersichtlich, nicht direkt geäussert. Aufschlussreich ist indessen die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 320 StGB (Verletzung des Amtsgeheimnisses) 

und Art. 321 StGB (Verletzung des Berufsgeheimnisses). In diesen Bestimmungen wird 

die Tathandlung in der deutschen Fassung des Gesetzes mit dem Ausdruck «offenba-

ren» umschrieben, während in der französischen und der italienischen Fassung der Be-

griff – «révéler» bzw. «rivelare» verwendet wird, derselbe Begriff also wie in Art. 162 

Abs. 1 StGB. Laut Bundesgericht offenbart ein Geheimnis im Sinne von Art. 320 StGB, 

wer es einer dazu nicht ermächtigten Drittperson zur Kenntnis bringt oder dieser die 

Kenntnisnahme zumindest ermöglicht (BGE 142 IV 65 E. 5.1). Beim Geheimnisverrat im 

Sinne von Art. 321 StGB umfasst der Begriff des Offenbarens jede Art der Bekanntgabe 

des Geheimnisses, insbesondere auch die Aushändigung von Schriftstücken oder an-

deren Sachen, die das Geheimnis verraten (BGE 75 IV 71 E. 1; 112 Ib 606 E. b). 

2.1.2.4 Eine Kenntnisnahme des Geheimnisses durch den Empfänger ist demnach für die Tat-

vollendung im Rahmen von Art. 320 oder 321 StGB nicht erforderlich. Die Aushändigung 

19 

SK.2020.36 

bzw. die Übergabe der geheimen Information oder die Ermöglichung der Kenntnis-

nahme genügt folglich auch bei Art. 162 StGB, sind doch keine Gründe für eine differen-

zierte Auslegung ersichtlich. In diesem Sinne wurde bereits mit Urteil des Bundesstraf-

gerichts SK.2013.37 vom 10. Dezember 2013 E.3.2.1 entschieden. 

2.1.2.5 Kommt es nicht zur Übergabe der Information oder der Ermöglichung der Kenntnis-

nahme, sondern wird diese lediglich angekündigt oder angeboten, wird Versuch anzu-

nehmen sein (DONATSCH, Strafrecht III, a.a.O., S. 336). Kein tatbestandsmässiges Han-

deln liegt hingegen vor, wenn ein Geheimnis ausgenützt wird, ohne dessen Preisgabe 

an Dritte (NIGGLI/HAGENSTEIN, a.a.O., Art. 162 N 27). Bei der Übermittlung via E-Mail gilt 

im internationalen Verhältnis der Ort der beabsichtigten Kenntnisnahme als Erfolgsort 

i.S.v. Art. 8 StGB (vgl. TRECHSEL/VEST, in: TRECHSEL/PIETH, Schweizerisches Strafge-

setzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 8 N. 6 m.w.H). 

2.1.2.6 Geschützt werden lediglich Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisse. Fabrikations- und 

Geschäftsgeheimnisse unterscheiden sich nicht immer deutlich (siehe auch NIGGLI/HA-

GENSTEIN, a.a.O., Art. 162 N. 17 mit Hinweisen). Generell beziehen sich Fabrikations-

geheimnisse auf technische Belange, wie Art und Weise eines Verfahrens und der Her-

stellung eines Produktes. Geschäftsgeheimnisse betreffen demgegenüber den Bereich 

des Vertriebs und die Vermögenslage des Unternehmens, wie z.B. Kundenlisten, Bilan-

zen, Lohnlisten, Preiskalkulationen, Einkaufs- und Bezugsquellen (NIGGLI/HAGENSTEIN, 

a.a.O., Art. 162 N. 17 ff. mit Hinweisen). Auch Vorbereitungen für strategische Ausrich-

tungen wie Fusionen und Übernahmen sind typischerweise Geschäftsgeheimnisse 

(BGE 109 Ib 56 mit Hinweisen). 

2.1.2.7 Geheim ist eine Tatsache, wenn sie weder allgemein bekannt noch allgemein zugäng-

lich ist, von der demnach ausser dem Geheimnisherrn nur ein beschränkter Personen-

kreis weiss (relative Unbekanntheit). Zudem muss der Geheimnisherr an deren Geheim-

haltung ein berechtigtes Interesse (Geheimhaltungsinteresse) sowie den Willen haben, 

dieses tatsächlich geheim zu halten (Geheimhaltungswille) (BGE 118 Ib 547 E. 5a; 109 

Ib 47 E. 5c; 80 IV 22 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_496/2007 vom 9. April 2008 

E. 5.1; TRECHSEL/JEAN-RICHARD, in: TRECHSEL/PIETH, a.a.O., Art. 162 N. 2). 

2.1.2.8 Die Preisgabe der Information muss einen (negativen) Einfluss auf das Geschäftsergeb-

nis bzw. den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens haben können. Die geheim zu 

haltende Tatsache muss für den Geheimnisherrn von wirtschaftlichem Wert und ihr Be-

kanntwerden geeignet sein, den Wettbewerb der Konkurrenz zu steigern oder sonst den 

eigenen Betrieb zu schädigen (BGE 118 Ib 547 E. 5; 109 Ib 47 E. 5c; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_496/2007 vom 9. April 2008 E. 5.1; NIGGLI/HAGENSTEIN, a.a.O., Art. 162 

N. 9; TRECHSEL/JEAN-RICHARD, a.a.O., Art. 162 N. 6, je mit Hinweisen). 

2.1.2.9 Der objektive Tatbestand von Art. 162 StGB setzt weiter voraus, dass es sich bei den 

preisgegebenen Informationen um Tatsachen handelt, wobei nur die Vertraulichkeit 

20 

SK.2020.36 

wahrer Tatsachen geschützt ist (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, a.a.O, Art. 162 N. 3). Ge-

schützt ist nicht die Tatsache an sich, sondern das Wissen um sie, welches das Ge-

heimnis bildet (NIGGLI/HAGENSTEIN, a.a.O., Art. 162 N. 11 mit Hinweisen). 

2.1.2.10 Art. 162 StGB ist ein Vorsatzdelikt, die fahrlässige Begehung ist somit nicht strafbar. 

Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf 

nimmt (Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). Bezüglich des Verrats (Art. 162 Abs. 1 StGB) wird 

vorausgesetzt, dass der Täter um den geheimen Charakter der Tatsache gewusst und 

den Verrat im Bewusstsein um seine Verpflichtung, das Geheimnis zu bewahren, be-

gangen hat (NIGGLI/HAGENSTEIN, a.a.O., Art. 162 N. 32, 34 mit Hinweisen). Die Verlet-

zung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses wird auf Antrag bestraft (Art. 162 

Abs. 3 StGB; dazu oben E. 1.3). 

2.1.3 Zum Straftatbestand der Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses 

i.S.v. Art. 6 i.V.m. 23 UWG 

Nach Art. 6 UWG handelt insbesondere unlauter, wer Fabrikations- oder Geschäftsge-

heimnisse verwertet oder anderen mitteilt, die er ausgekundschaftet oder sonst wie un-

rechtmässig erfahren hat. Als Geheimnis gilt die «besondere Kenntnis von Tatsachen, 

die nicht offenkundig oder allgemein zugänglich sind, an deren Geheimhaltung der Her-

steller oder Geschäftsmann ein berechtigtes Interesse hat und die er tatsächlich geheim 

halten will» (BGE 103 IV 283). 

2.1.4 Sachverhaltsfeststellung und Subsumtion 

Eine Bestrafung nach Art. 6 i.V.m. 23 UWG kommt a priori mangels rechtswidriger Er-

langung der mutmasslichen Geschäftsgeheimnisse durch den Beschuldigten A. in kei-

nem der Sachverhaltskomplexe unter E. 2.1.1 in Bezug auf die inkriminerten Unterlagen 

in Betracht. Zu prüfen ist vorliegend, ob der Beschuldigte A. mit der Weiterleitung der in 

E. 2.1.1 erwähnten Unterlagen den objektiven Tatbestand von Art. 162 StGB erfüllte. 

Anlässlich seiner Einvernahme vom 31. Oktober 2018 gab der Beschuldigte A. an, die 

Übermittlungen seien gestützt auf ein «non disclosure agreement» (NDA) zwischen C. 

und Bank 2 erfolgt (BA pag. 13.100-1571). Diese Aussage stimmt mit derjenigen des 

Beschuldigten B. überein (BA pag. 13.200-0605). Anlässlich der Hauptverhandlung gab 

der Beschuldigte A. bezüglich der NDA Folgendes zu Protokoll: «Ich habe das erste Mal 

[bei der BA] davon gehört. […] Das Dokument und der Inhalt sind mir komplett unbe-

kannt» (TPF pag. 51.731.005). Durch Zeugenaussage erstellt ist jedoch, dass kein Man-

datsverhältnis zwischen C. und Bank 2 bestand (BA pag. 12.106-0074; so auch die Stel-

lungnahme der Privatklägerschaft vom 5. März 2018; BA pag. 15.101-0162). Die Aus-

sagen der Beschuldigten A. und B. sind folglich als reine Schutzbehauptungen zu wer-

ten.  

21 

SK.2020.36 

2.1.4.1 Erstellt ist zunächst, dass das SC des VR von C. am 2. September 2014 in U. eine 

Sitzung abhielt, an der es den neuesten Stand der «Group Strategy (AI 6)» sowie «Dis-

ruptive Technologies (AI 7)» beriet und als Grundlage die Präsentationen «Update on 

Group Strategy» sowie «Disruptive Technologies» verwendete (BA pag. B11.101.001-

0080 ff.). Die Unterlagen enthalten u.a. Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung der 

Unternehmensstrategie, darunter mögliche Konsolidierungsmassnahmen sowie die 

Identifizierung künftiger M&A Targets. Hierbei handelt es sich um unternehmensinterne 

Einschätzungen, die geeignet waren, den Geschäftsverlauf zu beeinflussen. Die in der 

Präsentation aufgeführten Informationen sind mithin – entgegen den Ausführungen des 

Beschuldigten A. anlässlich der Hauptverhandlung (TPF pag. 51.721.007) – ohne Wei-

teres vom Geschäftsgeheimnisbegriff erfasst. Erstellt ist zudem, dass der Beschuldigte 

A. die genannten Präsentationen dem Beschuldigten B. zu einem unbestimmten Zeit-

punkt zwischen Anfang September und 10. Oktober 2014 per E-Mail zustellte (BA pag. 

B11.101.001-0077).  

Bezüglich seines Motivs gab der Beschuldigte A. anlässlich seiner Einvernahme vom 

31. Oktober 2018 an: «Es ging darum, dass sich [der Beschuldigte B.] Gedanken 

machen kann, ob sich in der betreffenden Industrie Möglichkeiten für Transaktionen 

bieten könnten». Er könne sich nicht mehr daran erinnern, hierzu von C. ermächtigt 

worden zu sein, sei sich aber im Nachhinein bewusst, dass er nichts hätte schicken 

sollen (BA pag. 13.100-1575). Der Beschuldigte A. erfüllte den Tatbestand der 

Geschäftsgeheimnisverletzung i.S.v. Art. 162 StGB folglich sowohl in objektiver als auch 

in subjektiver Hinsicht.  

2.1.4.2 Erstellt ist sodann, dass der VR der C. am 20. Februar 2015 in Anwesenheit des Be-

schuldigten A. die Absicht des Managements kundtat, verschiedene strategische Optio-

nen auszuarbeiten und dem Antrag eines möglichen Verkaufs des C.g. Segments (C.B.) 

folgte. Der VR hielt am 8. April 2015 im LLLLL. in Anwesenheit des Beschuldigten A. 

eine Sitzung ab, an der die GL-Mitglieder T. (CEO) und II. (CFO) anhand der folgenden 

elektronischen Präsentation über den neuesten Stand der Gruppen-Strategie informier-

ten: «Board of Directors Meeting AI 4 – Update on Group Strategy5». Die Präsentation 

enthält einen Abschnitt über das «Project C.d.: Transformation roadmap and financing», 

trägt auf der Titelseite den Vermerk «confidential – for internal use only» und war aus-

schliesslich für die Teilnehmer der VR-Sitzung bestimmt (BA pag. 15-01-0039). Ihr sind 

detaillierte Informationen zu den nächsten Schritten im Rahmen des M&A-Projekts C.d. 

zu entnehmen, darunter der genaue Zeitplan sowie die aufzuwendenden Ressourcen. 

Hierbei handelt es sich um unternehmensinterne Einschätzungen, die geeignet waren, 

den Geschäftsverlauf zu beeinflussen. Die Präsentation umfasst folglich auch Informa-

tionen, die unter den Geschäftsgeheimnisbegriff fallen. GeneraI Counsel JJ. wies denn 

auch alle ausdrücklich darauf hin, dass das Projekt «sensitiv» im Sinne der SIX-Richtli-

nie über die ad hoc Publizität und deshalb streng vertraulich zu behandeln sei. Die Ver-

waltungsräte nahmen von ihrer Pflicht, das Projekt C.d. streng vertraulich zu behandeln, 

Kenntnis (zum Ganzen BA pag. B11.101.001-0124 ff.; B07.201.001-0212 und -0221). 

22 

SK.2020.36 

Erstellt ist weiter, dass der Beschuldigte A. am 21. April 2015 von der Assistentin des 

VR elektronisch den Ausschnitt aus der Präsentation zum Project C.d. verlangte (BA 

pag. B11.101.001-0136 f.). Nachdem er die gewünschte Präsentation erhalten hatte, 

leitete er sie am gleichen Tag ab seinem privaten Account «A.@M.ch» an den Beschul-

digten B. weiter, mit der Bemerkung «let’s talk» (BA pag. B11.101.001-0141). Des Wei-

teren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwiesen. 

2.1.4.3 Erstellt ist zudem, dass das SC des VR von C. am 14. April 2014 in UU. eine Sitzung 

abhielt, an der S., Verantwortlicher für das Segment C.g., anhand der folgenden elekt-

ronischen Präsentationen über seinen Konzernbereich informierte: «C. Strategy Com-

mittee Meeting — Segment C.g. 65», «Board of Directors Meeting AI 3.3 — Segment 

Review C.g. 68» (BA pag. B11.101.001-0190 ff.). Die erstgenannte Präsentation enthält 

detaillierte Informationen zur Wachstumsstrategie der C.-Gruppe, darunter der mut-

massliche Zeitplan sowie mögliche M&A Targets. Die Präsentation enthält folglich un-

ternehmensinterne Einschätzungen, die geeignet waren, den Geschäftsverlauf zu be-

einflussen und beinhalten somit Geschäftsgeheimnisse. Erstellt ist sodann, dass der 

Beschuldigte A. am 22. April 2015 ab seinem E-MaiI-Account «A.@M.ch» dem Beschul-

digten B. die beiden Präsentationen von S. zustellte, mit der Bemerkung zu «wie be-

sprochen» (BA pag. B11.101.001-0214). Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwie-

sen. 

2.1.4.4 Erstellt ist weiter, dass der VR von C. am 27. April 2015 eine Sitzung zur Gruppenstra-

tegie abhielt. Er beriet gemäss «road map» in der Woche zuvor über die Segmente 

MMMMM. und C.c. (BA pag. B11.101-001-0268). Grundlage der Sitzung vom 27. April 

2015 war die elektronische Präsentation «Group Strategy Board of Directors Meeting» 

vom 27. April 2015 (BA pag. B11.101-001-0267 ff.). Dieser sind u.a. Angaben betreffend 

die geplante Geschäftsentwicklung der MMMMM. für die nächsten drei Jahre, die Posi-

tionierung der MMMMM. in Marktsegmenten sowie die für die nächsten drei Jahre er-

wartete Geschäftsentwicklung der C.c. zu entnehmen (BA pag. 05.200-0022). Hierbei 

handelt es sich um unternehmensinterne Einschätzungen, die geeignet waren, den Ge-

schäftsverlauf zu beeinflussen. Sie stellen folglich Geschäftsgeheimnisse dar. Der Be-

schuldigte A. vereinbarte für Dienstag, 28. April 2015, ab 12.30 Uhr, mit dem Beschul-

digten B. – nach dessen mutmasslicher Rückkehr vom Treffen mit P. in Schweden – ein 

Treffen am Sitz von Bank 2 in Zürich (BA pag. 13.100-0586). Er hatte dem Beschuldigten 

B. kurz zuvor die Präsentation «Group Strategy Board of Directors Meeting» vom 

27. April 2015 mit der Bemerkung «FYEO [for your eyes only]» zugestellt (BA pag. 

B11.101.001-0263). Der Beschuldigte A. war sich des Geheimnischarakters der Präsen-

tation bewusst (BA pag. 13.100-0586). Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwiesen. 

2.1.4.5 Erstellt ist sodann, dass T., CEO von C., zu einem unbestimmten Zeitpunkt Anfang Mai 

2015 den VR-Mitgliedern, darunter der Beschuldigte A., eine E-Mail mit dem Link auf 

einen Server von «AA.», mit dem der Benutzer insgesamt 13 Präsentationen zur Kon-

zern-Strategie (6 BoD / 7 SC) aus der Zeit vom 25. Juni 2014 bis 27. April 2015 abrufen 

23 

SK.2020.36 

konnte, zusandte (BA pag. B11.101.002-0001 f.; B11.101.002-0005 ff.). Der Dokumen-

tation sind u.a. unternehmensinterne Einschätzungen zur strategischen Marktpositionie-

rung der C. Group, zukünftige Expansionsmöglichkeiten und M&A Targets, die Festle-

gung strategischer Prioritäten, die Kommunikationsstrategie sowie die Vorbereitungen 

zum Projekt C.d. zu entnehmen. Diese Einschätzungen waren geeignet, den Geschäfts-

verlauf zu beeinflussen und fallen folglich unter den Geschäftsgeheimnisbegriff. Das er-

forderliche Passwort wurde mit separater E-Mail übermittelt. Der Beschuldigte A. leitete 

am 4. Mai 2015 über sein iPhone und unter dem Betreff «Portfolio», sonst aber kom-

mentarlos, die E-Mail von T., inklusive Anhang, an den Beschuldigten B. weiter (BA pag. 

B11.101.002-0001). Er verschaffte diesem dadurch die Möglichkeit, auf dem Server von 

AA. auf die 13 Präsentationen von C. zuzugreifen. Dass der Beschuldigte B. anlässlich 

seiner Einvernahme vom 12. Dezember 2017 angab, nicht auf den Server zugegriffen 

zu haben (BA pag. 13.200-0374), ist in diesem Zusammenhang ohne Belang. Des Wei-

teren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwiesen. 

2.1.4.6 Erstellt ist weiter, dass das SC des VR der C. am 20./21. Mai 2015 in U. im Beisein des 

Beschuldigten A. eine Sitzung abhielt (BA pag. B07.201.001-0229 ff.). SC und Manage-

ment erörterten die Strategien der Segmente und zum Projekt C.d. u.a. dessen Stand 

(«status update»), den möglichen Transaktionswert und die Eingrenzung möglicher 

Käufer. Die Teilnehmer erhielten zusammen mit der Einladung das Protokoll der SC-

Sitzung vom 19. Februar 2015 sowie verschiedene, vom Management vorbereitete Prä-

sentationen. Die Unterlagen, wovon einzelne den Hinweis «confidential» enthielten, um-

fassten insgesamt 164 Seiten, wurden elektronisch übermittelt und waren mit einem 

Passwort geschützt (BA pag. B11.101.002-0013 ff.). Der Beschuldigte A. sandte am 

20. Mai 2015 über seinen iPad während des «SC Meetings» oder in einer Sitzungs-

pause die Einladung zur Sitzung des SC vom 20./21. Mai 2015, das Protokoll der Sit-

zung des SC vom 19. Februar 2015 sowie die 6 Präsentationen an den Beschuldigten 

B. mit der Bemerkung «Gruss A.» (BA pag. B11.101.002-0009). Die E-Mail enthielt den 

Betreff «2», was dem erforderlichen Passwort entsprach. Die Unterlagen enthielten u.a. 

unternehmensinterne Einschätzungen zu den möglichen Käufern des Segments C.g. im 

Rahmen des Projekts C.d. sowie den damit verbundenen Aussichten. Ferner wird etwa 

der konkrete Zeitplan der Verkaufstransaktion projektiert (BA pag. B11.202.002-0023). 

Diese Einschätzungen waren geeignet, den Geschäftsverlauf zu beeinflussen und fallen 

folglich unter den Geschäftsgeheimnisbegriff. Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben 

verwiesen. 

2.1.4.7 Erstellt ist sodann, dass der VR von C. am 10. Juni 2015 in U. in Abwesenheit des 

Beschuldigten A. eine ausserordentliche Sitzung abhielt, an der das Gremium u.a. über 

das Projekt C.d. beriet (BA pag. B07.201.001.0251 ff.). Die Teilnehmer erhielten zusam-

men mit der Einladung vom Management vorbereitete Präsentationen. Die Unterlagen 

umfassten insgesamt 102 Seiten, wurden elektronisch übermittelt, trugen durchwegs 

den Vermerk «confidential» und waren mit einem Passwort geschützt (BA pag. 

B11.101.002-0104 ff.). Der Beschuldigte A. erhielt zu einem unbekannten Zeitpunkt zwi-

schen dem 22. Mai und dem 5. Juni 2015 per E-Mail die Einladung zur VR-Sitzung vom 

24 

SK.2020.36 

10. Juni 2015. Der Einladung beigefügt war das Einladungsschreiben mit Traktanden-

liste und die Sitzungsunterlagen in elektronischer Form. Der Beschuldigte B. traf sich 

am Abend des 21. Mai 2015 mit BB. und hielt das Treffen in einer E-Mail an die Verant-

wortlichen von P. und Bank 2 Schweden fest. Er sandte die Nachricht am 22. Mai 2015 

an den Beschuldigten A. mit der Bemerkung «Bis später; Gruss, B.» (BA pag. 13.100-

0304). Der Beschuldigte A. sandte Einladungsschreiben und Sitzungsunterlagen am 

5. Juni 2015 oder zeitnah zuvor elektronisch dem Beschuldigten B. zu. Anlässlich seiner 

Einvernahme vom 31. Oktober 2018 gab der Beschuldigte A. an, nicht mehr zu wissen, 

wann er dies genau getan habe (BA pag. 13.100-1599). Die versandten Unterlagen ent-

halten unternehmensinterne Einschätzungen u.a. zur Kommunikationsstrategie im Rah-

men des Projekts C.d. sowie einen Zeitplan zur weiteren Vorgehensweise. Diese Infor-

mationen waren geeignet, den Geschäftsverlauf zu beeinflussen und erfüllen folglich 

den Geschäftsgeheimnisbegriff. Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwiesen. 

2.1.4.8 Erstellt ist weiter, dass das SC des VR von C. 2013 mehrmals tagte und dabei auch die 

Strategie 2015+ für das Segment C.g. behandelte, worüber jeweils S., CEO C.b., refe-

rierte. Die Mitglieder, darunter der Beschuldigte A., erhielten jeweils die elektronische 

Vorlage. Die Präsentationen waren explizit für das SC bestimmt und enthielten je Infor-

mationen aus dem Geschäftsbereich der C. Group – insbesondere solche zu möglichen 

Übernahmen – die zur Zeit ihrer Weitergabe weder allgemein bekannt noch für die Öf-

fentlichkeit oder für Gesellschaften und Personen der Bank 2 Group oder deren Kunden 

bestimmt waren (BA pag. B11.101.003-0004 ff.). Sie enthalten etwa die unternehmens-

interne Evaluierung möglicher Übernahmekandidaten im Rahmen des Konsolidierungs-

prozesses der C.g.-Branche. Diese waren geeignet, den Geschäftsverlauf zu beeinflus-

sen und erfüllen folglich den Geschäftsgeheimnisbegriff. Der Beschuldigte A. leitete die 

fünf Präsentationen am 28. Juni 2015 oder zeitnah zuvor an den Beschuldigten B. wei-

ter, der sie an diesem Tag ab seinem privaten Account auf den Account bei Bank 2 

weiterleitete (BA pag. B11.101.003-0001). Anlässlich seiner Einvernahme vom 30. Ja-

nuar 2018 gab der Beschuldigte A. an, sich nicht an eine solche Weiterleitung erinnern 

zu können (BA pag. 13.100-0442). Auf Grund der Einreihung in eine Vielzahl ähnlicher 

Übermittlungen, der entsprechenden «Vermutung» seitens des Beschuldigten B. an-

lässlich seiner Einvernahme vom 12. Dezember 2017 (BA pag. 13.200-0377) sowie 

mangels einer anderen wahrscheinlichen Quelle, ist die Übermittlung seitens des Be-

schuldigten A. indes erstellt. Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwiesen. 

2.1.4.9 Erstellt ist sodann, dass der VR von C. am 24. Juli 2015 in U. im Beisein des Beschul-

digten A. eine Sitzung zur «Corporate Strategy» abhielt (BA pag. B07.201-001-0280 ff.). 

VR und Management erörterten u.a. die M&A-Projekte CC. und C.d. sowie eine Versi-

cherungsvorlage (BA pag. B11.101.003-0116). Die Teilnehmer erhielten zusammen mit 

der Einladung zwei Präsentationen, die 82 bzw. 8 Seiten umfassten, mit einem Passwort 

geschützt waren und elektronisch übermittelt wurden. Nur die Präsentation «OOOOO.» 

war klassifiziert und als «confidential/for internal use only» bezeichnet (BA pag. 

B11.101.003-0118 ff.). Die Unterlagen enthalten je Informationen aus dem Geschäfts-

bereich der C. Group u.a. betreffend das Projekt C.d. So sind den Unterlagen etwa ein 

25 

SK.2020.36 

interner Zeitplan, Ausführungen zur Kommunikationsstrategie sowie Erwägungen zu 

nächsten Schritten zu entnehmen. Diese Informationen waren zur Zeit ihrer Weitergabe 

weder allgemein bekannt, noch für die Öffentlichkeit oder für Gesellschaften und Perso-

nen der Bank 2 Group oder deren Kunden bestimmt. Der Beschuldigte A. hatte am 

22. Juli 2015 Lunch oder einen anderen Kontakt mit dem Beschuldigten B. (BA pag. 

13.100-1608). Am 23. Juli 2015 teilte er diesem per E-Mail mit: «Rufe dich morgen Nach-

mittag nach der VRS an». Wenig später leitete er elektronisch die gesamte, mit dem 

Passwort «2» geschützte Dokumentation (Einladung, 2 Präsentationen) an den Be-

schuldigten B. weiter, der sie kurz darauf an seine geschäftliche E-Mailadresse weiter-

leitete (BA pag. B11.101.003-0113). Die Unterlagen enthalten teils unternehmensin-

terne Einschätzungen, die geeignet waren, den Geschäftsverlauf zu beeinflussen und 

fallen folglich unter den Geschäftsgeheimnisbegriff. Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 

oben verwiesen. 

2.1.4.10 Erstellt ist weiter, dass der VR von C., dessen «Human Resource Committee» und das 

SC vom 2. bis 4. September 2015 in U. je im Beisein des Beschuldigten A. tagten (BA 

pag. B07.201.001-0304 ff.). Die Teilnehmer erhielten vorgängig ein elektronisches Do-

kumentenpaket zugestellt, das mit einem Passwort geschützt war. Das Paket für die 

Sitzung des VR vom 4. September 2015 bestand aus drei Präsentationen (BA pag. 

B11.101.003-0192 ff.). Die Präsentationen enthalten teils Informationen aus dem Ge-

schäftsbereich der C. Group – insbesondere zum damals laufenden Bieterprozess be-

treffend C.b. – die zur Zeit ihrer Weitergabe weder allgemein bekannt, noch für die Öf-

fentlichkeit oder für Gesellschaften und Personen der Bank 2 Group oder deren Kunden 

bestimmt waren. Der Beschuldigte A. leitete am 2. September 2015, dem Tag der Sit-

zung des Human Resource Committees, in U., das ganze Dokumentenpaket für die VR-

Sitzung per E-Mail mit dem Vermerk «C.d.» an den Beschuldigten B. weiter (BA pag. 

B11.101.003-0189). Die Unterlagen enthalten teils unternehmensinterne Einschätzun-

gen, die geeignet waren, den Geschäftsverlauf zu beeinflussen und fallen folglich unter 

den Geschäftsgeheimnisbegriff. So ist diesen etwa eine Übersicht der Käuferangebote 

(bids) für den Verkauf des C.g.-Segments (Projekt C.d.) zu entnehmen, inklusive deren 

Quantifizierung. Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwiesen. 

2.1.4.11 Erstellt ist sodann, dass der VR von C. am 26./27. Juli 2016 in X. im Beisein des Be-

schuldigten A. eine Sitzung abhielt. Das Gremium beriet u.a. über den Bereich 

«NNNNN.» anhand der Präsentation «BoD Meeting NNNNN. Update». Die Präsentation 

umfasste Titelblatt und 32 Seiten, war nicht klassifiziert und enthielt Informationen aus 

dem Geschäftsbereich der C. Group, die zur Zeit ihrer Weitergabe weder allgemein be-

kannt noch für die Öffentlichkeit oder für Gesellschaften und Personen der Bank 2 Group 

oder deren Kunden bestimmt waren (BA pag. B11.101.003-0252 ff.; 15.101-0038 f.). So 

sind den Unterlagen Informationen zur Strategie für den Geschäftsbereich NNNNN., ei-

nem neuen Geschäftszweig der C. Gruppe von grosser strategischer Bedeutung, den 

für die Umsetzung dieser Strategien bis zur zweiten Hälfte 2018 geplanten Massnah-

men, den geplanten Massnahmen zur Steigerung der Produktivität einzelner Standorte 

sowie eine detaillierte Beurteilung der damals geplanten Akquisition der KK. GmbH zu 

26 

SK.2020.36 

entnehmen (BA pag. 05.200-0024 f.). Der Beschuldigte A. schrieb am 27. Juli 2016 in 

X./D per E-Mail an den Beschuldigten B.: «Lieber B. Im Bereich NNNNN. habe ich er-

fahren, dass die Firma «KK.» zur Zeit via 18 auf dem Markt ist. Jemand soll doch kurz 

die Firma anschauen, vielleicht habt ihr jemand, der Interesse hat. Ich versuche noch, 

Unterlagen zu erhalten und würde diese sofort an dich weiterleiten» (BA pag. 13.100-

1696). Er beschaffte sich danach bei C. die Präsentation «BoD Meeting NNNNN. Up-

date» und sandte diese dem Beschuldigten B. am 27. Juli 2016 mit der Bemerkung: 

«Lieber B. Hier das gesamte Dokument zum Thema «NNNNN.». Gruss aus X., A. ... 

P.S. Bist du heute Abend zw 18 und 21 Uhr erreichbar für einen Call» zu (BA pag. 

B11.101.003-0249). Die Unterlagen enthalten teils unternehmensinterne Einschätzun-

gen, die geeignet waren, den Geschäftsverlauf zu beeinflussen und fallen folglich unter 

den Geschäftsgeheimnisbegriff. Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwiesen. 

2.1.4.12 Erstellt ist weiter, dass der VR der C. am 10. Juni 2015 in U. in Abwesenheit des Be-

schuldigten A. eine ausserordentliche Sitzung zur Konzernstrategie abhielt (BA pag. 

B07.201.001-0251). Das Gremium erörterte u.a. Optionen für das Segment C.C. und 

dabei «M&A and restructuring options» (BA pag. B11.101.002-0157 ff.). Grundlage war 

eine umfassende, als «confidential» bezeichnete Präsentation des CEO T. (BA pag. 

B11.101.002-0102 ff.). Der Beschuldigte A. leitete die in diesem Zusammenhang bei 

einem Mitarbeiter von C. erfragten Informationen am 18. Oktober 2016 vollumfänglich 

per E-Mail an den Beschuldigten B. weiter mit der Bemerkung: «Lieber B. FYI Let’s dis-

cuss. Ich versuche dich morgen anzurufen. Gruss aus SFO. A.» (BA pag. B11.101.003-

0271 ff.). Diese Übermittlung enthielt unternehmensinterne Angaben zum Status des 

Projekts C.d. (Verkauf des Geschäftsbereichs C.b.), inkl. Informationen zum avisierten 

Projektplan («Masterplan»), zum Kreis potentieller Käufer («buyer universe») und An-

gaben zum gegenwärtigen und künftigen (bis 2023) Wert des Geschäftsbereichs C.b., 

eine Analyse der im Falle einer Übernahme von CC. zu erwartenden Synergieeffekte, 

eine Analyse der vergangenen und künftigen Geschäftsentwicklung der C.C., inkl. einer 

Prognose für die Geschäftsjahre bis und mit 2017, eine Analyse des Produktportfolios 

der C.c. (inkl. Angaben zum EBIT der unterschiedlichen Produktgruppen), Angaben zu 

«M&A and restructuring options», sowie Angaben zu alternativen Übernahmezielen, 

sollte C. CC. oder LL. nicht erwerben können (BA pag. 05.200-0023 f.). Die Unterlagen 

waren somit geeignet, den Geschäftsgang zu beeinflussen und fallen folglich unter den 

Geschäftsgeheimnisbegriff. Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben verwiesen. 

2.1.4.13 Erstellt ist schliesslich, dass GG., Sekretär des VR von C., am 2. November 2016 die 

Verwaltungsräte, drei Geschäftsleitungsmitglieder sowie den PPPPP. per E-Mail für den 

nächsten Tag zu einer Telefonkonferenz einlud. Die E-Mail war mit einem Passwort ge-

schützt (1). Einziges Traktandum war das Projekt CC. Die Einladung enthielt Notizen 

von HH. über ein Treffen des VR-Präsidenten BB. und ihm mit Vertretern der MM. Inc. 

(nachfolgend: «MM.») (BA pag. B11.101.003-0285). Diese Notizen enthalten Einschät-

zungen aus besagtem Gespräch, die geeignet waren, die interne Willensbildung des C.-

Konzerns zu beeinflussen. Weiter legen sie etwa Erwartungen seitens C. bezüglich der 

Bedingungen einer möglichen Transaktion betreffend MM. offen. Diese Informationen 

27 

SK.2020.36 

waren zur Zeit der Weitergabe weder allgemein bekannt noch für die Öffentlichkeit oder 

für Gesellschaften und Personen der Bank 2 Group oder deren Kunden bestimmt und 

fallen folglich unter den Geschäftsgeheimnisbegriff. Der Beschuldigte A. leitete am 

2. November 2016 die Einladung zur Telefonkonferenz vom 3. November 2016 samt 

Gesprächsnotiz von HH. per E-Mail ab seinem Account «A.@M.ch» kommentarlos an 

den Beschuldigten B. auf dessen Account «B.@bluewin.ch» weiter (BA pag. 

B11.101.003-0280). Auf diesen Sachverhaltskomplex sowie das Projekt CC. angespro-

chen, gab der Beschuldigte A. anlässlich der Hauptverhandlung zu Protokoll, dass ihm 

der Name etwas sage, er jedoch nicht wisse, was dahinterstecke (TPF pag. 51.731.009). 

Dies ist als reine Schutzbehauptung zu werten. Des Weiteren wird auf E. 2.1.4.1 oben 

verwiesen. 

2.1.4.14 Auf Grund der beabsichtigten Kenntnisnahme durch den Beschuldigten B. (Bank 2 

Schweiz) besteht für sämtliche Geheimnisübermittlungen i.S.v. Art. 162 StGB zumindest 

ein schweizerischer Erfolgsort i.S.v. Art. 8 StGB. Rechtfertigungs- oder Schuldaus-

schliessungsgründe liegen nicht vor. Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte A. der vor-

sätzlichen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses i.S.v. Art. 162 

Abs. 1 StGB in mehrfacher Tatbegehung schuldig gemacht. 

2.2 Wirtschaftlicher Nachrichtendienst i.S.v. Art. 273 StGB 

2.2.1 Zusammenfassung der Vorwürfe 

Sodann wirft die Bundesanwaltschaft dem Beschuldigten A. unter Anklageziffer I.3 vor, 

in der Zeit von Dezember 2013 bis November 2016 in U., V. und anderswo in der 

Schweiz und im Ausland mehrfach Geschäftsgeheimnisse der C. und deren Tochterge-

sellschaften sowie der E. an den Beschuldigten B. weitergegeben zu haben, indem er 

ihm unbefugt und unter Verletzung seiner Geheimhaltungspflicht als VR Unterlagen und 

Informationen der Unternehmen, in deren Besitz er schon gewesen sei oder die er ge-

zielt für die Weiterleitung beschafft habe, per Mail zur freigestellten Verwendung zuge-

stellt habe. In einem Fall habe er Unterlagen und Informationen auch an NN. auf dessen 

geschäftlichen Account bei Bank 2 zugestellt. 

Der Beschuldigte B. sei seit 2007 Managing Director der schweizerischen Bank 2 

GmbH, die zur international tätigen Finanzdienstleistungsunternehmung Bank 2 Group 

gehöre, gewesen und an die er und die Bank 2 GmbH rapportiert hätten. Er habe von 

Zürich aus in- und ausländische Kunden in M&A-Projekten mit schweizerischem Bezug 

beraten, sei im Projekt C.d./C.e. zusammen mit OO. Mandatsleiter der schwedischen 

Kundin P. sowie Verbindungsperson zum VR-Mitglied A. gewesen. Er habe auch E., 

deren VR der Beschuldigte A. seit September 2013 gewesen sei, in strategischen Pro-

jekten und M&A-Transaktionen beraten. 

Der Beschuldigte A. habe als VR von C. und E. jeweils den Geheimnischarakter der 

übermittelten Unterlagen und Informationen, ihren wirtschaftlichen Wert und ihre Bedeu-

28 

SK.2020.36 

tung für die Zukunft des Unternehmens gekannt. So habe er gewusst, dass beide Un-

ternehmen und ihre Tochtergesellschaften sie gegen aussen würden geheim halten wol-

len, er selber darüber zur Verschwiegenheit verpflichtet und in keinem Fall befugt gewe-

sen sei, Unterlagen und Informationen ohne Auftrag oder anderweitige Ermächtigung 

durch den VR an unbeteiligte Dritte im Ausland oder deren Vertreter in der Schweiz – 

auch nicht an den Beschuldigten B. als Berater von P. – weiterzugeben. Weiter habe 

der Beschuldigte A. gewusst und gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der 

Beschuldigte B. die verratenen Unterlagen und Informationen ganz oder auszugsweise 

an ausländische Kunden weitergeben oder zu deren Gunsten verwenden würde oder 

an andere Geschäftseinheiten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz 

oder an Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz weitergeben würde, die zusammen 

mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der Bank 2 Group im Ausland inter-

nationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeiteten. Für seine Wirtschaftsspionage-

tätigkeit habe er für sich selber die Aussicht auf eine erfolgsabhängige Entschädigung 

als Senior Advisor von Bank 2 geschaffen und verbessert.  

In gleicher Weise habe der Beschuldigte A. seine Stellung als VR von E. missbraucht, 

in der er Kenntnis von vertraulichen Unterlagen und Informationen zu wichtigen Strate-

giethemen erhalten habe.  

Im Einzelnen wirft die Bundesanwaltschaft dem Beschuldigten A. folgende Anklagekom-

plexe vor:  

2.2.1.1 So hätten die unabhängigen Mitglieder des VR von C. am 19. Dezember 2013 die Ein-

ladung mit zwei Unterlagen für eine Telefonkonferenz vom 20. Dezember 2013 erhalten. 

Der Beschuldigte A. habe die dazugehörigen Akten dem Beschuldigten B. elektronisch 

weitergeleitet. Dabei habe er den Geheimnischarakter der Präsentation und ihres Inhalts 

gekannt. Er habe gewusst und gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass die dem 

Beschuldigten B. zugänglich gemachten Unterlagen und Informationen ganz oder teil-

weise anderen Geschäftseinheiten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der 

Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz zugestellt würden, die zusam-

men mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der Bank 2 Group im Ausland 

internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeitet hätten (Anklageziffer I.3.1.1). 

2.2.1.2 Weiter habe das SC des VR von C., dem der Beschuldigte A. angehört habe, am 2. Sep-

tember 2014 in U. eine Sitzung abgehalten, an der es den neuesten Stand der «Group 

Strategy» sowie «Disruptive Technologies» beraten habe. Grundlagen dafür seien zwei 

Präsentationen gewesen. Diese habe der Beschuldigte A. wiederum dem Beschuldigten 

B. weitergeleitet. Dabei habe er den Geheimnischarakter der Präsentationen gekannt 

und als Senior Advisor von Bank 2 GmbH gewollt oder zumindest in Kauf genommen, 

dass der Beschuldigte B. die zugänglich gemachten Unterlagen und Informationen ganz 

oder teilweise anderen Geschäftseinheiten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb 

der Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz zustellen würde, die zu-

29 

SK.2020.36 

sammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der Bank 2 Group im Aus-

land internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeitet hätten (Anklageziffer 

I.3.1.2). 

2.2.1.3 Sodann habe der VR von C. am 8. April 2015 eine Sitzung abgehalten, an der die GL-

Mitglieder T. (CEO) und II. (CFO) anhand einer elektronischen Präsentation über den 

neuesten Stand der Gruppenstrategie informiert hätten. Diese habe der Beschuldigte A. 

dem Beschuldigten B. zugänglich gemacht. Er habe dessen Geheimnischarakter ge-

kannt und als Senior Advisor von Bank 2 GmbH gewusst, dass sich der Beschuldigte B. 

am 24. April 2015 in Schweden mit Vertretern der schwedischen Kundin AtIas Copco zu 

Besprechungen betreffend die Akquisition von C.b. treffen werde. Der Beschuldigte A. 

habe daher gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die 

zugestellte Präsentation und die darin enthaltenen Informationen für seine Beratertätig-

keit zugunsten der schwedischen P. verwenden würde (Anklageziffer I.3.1.3). 

2.2.1.4 Weiter habe das SC des VR von C. am 14. April 2014 eine Sitzung abgehalten, an der 

S., Verantwortlicher für das Segment C.g., mittels einer elektronischen Präsentation 

über seinen Konzernbereich informiert habe. Diese habe der Beschuldigte A. dem Be-

schuldigten B. weitergeleitet und dabei deren Geheimnischarakter gekannt und als Se-

nior Advisor von Bank 2 GmbH gewusst, dass sich der Beschuldigte B. am 24. April 

2015 in Schweden mit Vertretern der schwedischen Kundin P. zu Besprechungen be-

treffend die Akquisition von C.b. treffen werde. Der Beschuldigte A. habe daher gewollt 

oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die zugestellte Präsenta-

tion und die darin enthaltenen Informationen für seine Beratertätigkeit zugunsten der 

schwedischen P. verwenden werde (Anklageziffer I.3.1.4). 

2.2.1.5 Sodann habe der VR von C. am 27. April 2015 eine Sitzung zur Gruppenstrategie ab-

gehalten anhand der «Präsentation Group Strategy Board of Directors Meeting». Der 

Beschuldigte A. habe dem Beschuldigten B. die Präsentation zugänglich gemacht und 

dabei den Geheimnischarakter der Präsentation gekannt und zudem als Senior Advisor 

von Bank 2 GmbH gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte 

B. die zugänglich gemachten Unterlagen und Informationen ganz oder teilweise anderen 

Geschäftseinheiten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz oder Per-

sonen der Bank 2 GmbH in der Schweiz zustellen oder mitteilen würde, die zusammen 

mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der Bank 2 Group im Ausland inter-

nationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeitetet hätten (Anklageziffer I.3.1.5). 

2.2.1.6 Weiter habe T., CEO von C., zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt Anfang Mai 

2015 den VR-Mitgliedern, dem Sekretär des VR und dem CFO eine E-Mail mit dem Link 

auf einen Server bei «AA.» zugestellt, mit dem der Benutzer insgesamt 13 Präsentatio-

nen zur Konzernstrategie aus der Zeit vom 25. Juni 2014 bis 27. April 2015 habe abrufen 

können. Der Beschuldigte A. habe dem Beschuldigten B. den Link, das Passwort und 

die damit abrufbaren Präsentationen zugestellt. Er habe den Geheimnischarakter der 

Präsentationen gekannt und mit der Weiterleitung beabsichtigt, dem Beschuldigten B. 

30 

SK.2020.36 

auf dem Server von AA. den Zugriff auf die 13 Präsentationen von C. zu ermöglichen. 

Als Senior Advisor von Bank 2 GmbH habe er gewusst und zudem gewollt, dass der 

Beschuldigte B. die zugänglich gemachten Unterlagen und Informationen ganz oder teil-

weise anderen Geschäftseinheiten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der 

Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz zustellen oder mitteilen 

würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der Bank 2 

Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeitetet hätten 

(Anklageziffer I.3.1.6). 

2.2.1.7 Sodann habe das SC des VR von C. am 20./21. Mai 2015 im Beisein des Beschuldigten 

A. getagt. Die Teilnehmer hätten mit der Einladung das Protokoll der SC-Sitzung vom 

19. Februar 2015 sowie verschiedene Präsentationen erhalten. Der Beschuldigte A. 

habe dem Beschuldigten B. die Einladung zur Sitzung des SC vom 20./21. Mai 2015, 

das Protokoll der Sitzung des SC vom 19. Februar 2015 sowie die 6 Präsentationen 

zugänglich gemacht, indem er sie ihm mit Passwort unbefugt zugestellt habe. Er habe 

den Geheimnischarakter des Protokolls und der Präsentationen gekannt und gewusst, 

dass der Beschuldigte B. Berater der schwedischen P. gewesen sei und sich am nächs-

ten Abend mit BB., VR-Präsident von C., treffen würde. Als Senior Advisor von Bank 2 

habe er gewusst oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. diese 

Unterlagen und Informationen für das Gespräch mit BB. zugunsten seines ausländi-

schen Auftraggebers P. nutzen und im Übrigen die zugänglich gemachten Unterlagen 

und Informationen ganz oder teilweise anderen Geschäftseinheiten und Personen der 

Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz 

zustellen würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der 

Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeitet hät-

ten (Anklageziffer I.3.1.7). 

2.2.1.8 Weiter habe der VR von C. am 10. Juni 2015 in Abwesenheit des Beschuldigten A. eine 

ausserordentliche Sitzung abgehalten, an der das Gremium u.a. über das Project C.d. 

beraten habe. Die Teilnehmer hätten mit der Einladung eine vom Management vorbe-

reitete Präsentation erhalten. Der Beschuldigte A. habe dem Beschuldigten B. diese 

Präsentation elektronisch zugänglich gemacht. Er habe den Geheimnischarakter der 

Präsentation gekannt und als Senior Advisor von Bank 2 gewollt oder zumindest in Kauf 

genommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich gemachten Unterlagen und Infor-

mationen, insbesondere diejenigen betreffend das Projekt C.d., zugunsten seines aus-

ländischen Auftraggebers P. ausnützen und im Übrigen die zugänglich gemachten Un-

terlagen und Informationen ganz oder teilweise anderen Geschäftseinheiten und Perso-

nen der Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der 

Schweiz zustellen würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Per-

sonen der Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im Ausland be-

arbeitet hätten (Anklageziffer I.3.1.8). 

31 

SK.2020.36 

2.2.1.9 Sodann habe das SC des VR von C. 2013 mehrmals getagt und dabei auch die Strategie 

2015 für das Segment C.g. bearbeitet. Die Mitglieder, darunter der Vorsitzende A., hät-

ten jeweils eine elektronische Vorlage erhalten. P. habe eine Frist bis zum 30. Juni 2015 

gehabt, um C. ein erstes Angebot für den Erwerb von C.b. zu unterbreiten. Der Beschul-

digte B. und weitere Personen von Bank 2 seien für die Ausarbeitung des Angebots von 

P. tätig gewesen. Der Beschuldigte A. habe in der Phase der Ausarbeitung des Ange-

bots, zu einem nicht bekannten Zeitpunkt, aber zeitnah vor oder am 28. Juni 2015, dem 

Beschuldigten B. die 5 Präsentationen unbefugt weitergeleitet. Der Beschuldigte A. habe 

den Geheimnischarakter der Präsentation gekannt und als Senior Advisor von Bank 2 

gewusst, dass der Beschuldigte B. in der Schweiz und in Schweden als Berater P. im 

Projekt C.e. tätig gewesen sei. Er habe gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass 

dieser die zugänglich gemachten Unterlagen und darin enthaltenen Informationen bei 

der Ausarbeitung des Angebots für den schwedischen Kunden P. ausnützen würde (An-

klageziffer I.3.1.9). 

2.2.1.10 Weiter habe der VR von C. am 24. Juli 2015 im Beisein des Beschuldigten A. getagt. Er 

habe im Rahmen der Corporate Strategy u.a. die M&A-Projekte CC. und C.d. sowie eine 

Versicherungsvorlage erörtert. Der Beschuldigte A. habe die erhaltene Einladung sowie 

die beiden mit einem Passwort geschützten Präsentationen elektronisch an den Be-

schuldigten B. weitergeleitet. Er habe den Geheimnischarakter der beiden Präsentatio-

nen gekannt und als Senior Advisor von Bank 2 gewusst oder zumindest in Kauf ge-

nommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich gemachten Unterlagen und Informa-

tionen, insbesondere den Abschnitt betreffend das Projekt C.d. für seine Beratertätigkeit 

zugunsten der schwedischen P. ausnutzen und im Übrigen die erhaltenen Unterlagen 

und Informationen ganz oder teilweise anderen Geschäftseinheiten und Personen der 

Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz 

zustellen würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der 

Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeitet hät-

ten (Anklageziffer I.3.1.10). 

2.2.1.11 Sodann habe der VR von C., dessen Human Resource Committee und SC vom 2. bis 

4. September 2015 in U. je im Beisein des Beschuldigten A. getagt. Das dazugehörige 

Dokumentationspaket mit 3 Präsentationen, das mit einem Passwort geschützt gewe-

sen sei, habe der Beschuldigte A. dem Beschuldigten B. zugänglich gemacht, indem er 

es ihm unbefugt und elektronisch mit dem Vermerk «C.d.» zugestellt habe. Er habe den 

Geheimnischarakter der Präsentationen gekannt und als Senior Advisor von Bank 2 ge-

wollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich ge-

machten Unterlagen und Informationen, insbesondere diejenigen betreffend das Projekt 

C.d. zugunsten seines ausländischen Auftraggebers P. ausnutzen und im Übrigen die 

erhaltenen Unterlagen und Informationen ganz oder teilweise anderen Geschäftseinhei-

ten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 

2 GmbH in der Schweiz zustellen würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder 

anderen Personen der Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im 

Ausland bearbeitet hätten (Anklageziffer I.3.1.11). 

32 

SK.2020.36 

2.2.1.12 Weiter habe der VR von C. am 26./27. Juli 2016 in X. im Beisein des Beschuldigten A. 

eine Sitzung abgehalten. Das Gremium habe u.a. über den Bereich NNNNN. anhand 

der Präsentation «BoD Meeting NNNNN. Update» beraten. Diese habe der Beschuldigte 

A. dem Beschuldigten B. unbefugt zugänglich gemacht. Der Beschuldigte A. habe den 

Geheimnischarakter der Präsentation und der intern beschafften Zusatzinformationen 

gekannt. Er habe als Senior Advisor von Bank 2 gewusst oder zumindest in Kauf ge-

nommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich gemachten Unterlagen und Informa-

tionen für seine eigene Beratertätigkeit zugunsten ausländischer Kunden ausnutzen und 

im Übrigen ganz oder teilweise an andere Geschäftseinheiten und Personen der Bank 

2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz wei-

tergeben würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der 

Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeitet hät-

ten (Anklageziffer I.3.1.12). 

2.2.1.13 Sodann habe der VR von C. am 10. Juni 2015 in U. in Abwesenheit des Beschuldigten 

A. eine ausserordentliche Sitzung zur Konzernstrategie abgehalten. Das Gremium habe 

u.a. Optionen für das Segment C.C. und dabei «M&A and restructuring options» behan-

delt. Grundlage dafür sei eine umfassende, als «confidential» bezeichnete Präsentation 

des CEO T. gewesen. Diese habe der Beschuldigte A. intern angefordert und anschlies-

send dem Beschuldigten B. elektronisch zugänglich gemacht. Er habe den Geheimnis-

charakter der erhaltenen Informationen gekannt, die er mit dem Beschuldigten B. habe 

besprechen wollen. Er habe als Senior Advisor von Bank 2 gewusst und gewollt oder 

zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich gemachten In-

formationen über den Gang der Devestitionen von Teilen des Segments C.c. für seine 

eigene Beratertätigkeit zugunsten ausländischer Kunden ausnutzen und ganz oder teil-

weise anderen Geschäftseinheiten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der 

Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz zustellen würde, die zusam-

men mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der Bank 2 Group im Ausland 

internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeitet hätten (Anklageziffer I.3.1.13). 

2.2.1.14 Sodann habe GG., Sekretär des VR von C., am 2. November 2016 die Verwaltungsräte, 

drei Geschäftsleitungsmitglieder sowie den PPPPP. per E-Mail für den nächsten Tag zu 

einer Telefonkonferenz eingeladen. Die E-Mail sei mit einem Passwort geschützt (1) und 

einziges Traktandum sei das Projekt CC. gewesen. Die Einladung habe Notizen von 

HH. über ein Treffen des VR-Präsidenten BB. und ihm mit Vertretern der MM. enthalten. 

Dieses Dokument habe der Beschuldigte A. dem Beschuldigten B. unbefugt und kom-

mentarlos auf dessen E-Mail-Account zugestellt. Dabei habe er den Geheimnischarak-

ter der Gesprächsnotiz von HH. gekannt und als Senior Advisor von Bank 2 gewusst 

und gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich 

gemachten Informationen für seine eigene Beratertätigkeit zugunsten ausländischer 

Kunden ausnutzen und ganz oder teilweise an andere Geschäftseinheiten und Perso-

nen der Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der 

33 

SK.2020.36 

Schweiz weiterleiten würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Per-

sonen der Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im Ausland be-

arbeitet hätten (Anklageziffer I.3.1.14). 

2.2.1.15 Weiter habe der Beschuldigte A. dem Beschuldigten B. sowie dessen inländischem 

Bank 2-Kollegen NN. die am 31. März 2014 von PP., CEO ad interim und CFO von E., 

erhaltene E-Mail mit dem Betreff «Acquisition Opportunity QQ.», mit dem angefügten 

Dokument «QQ. Short Profile and Evaluation, Status: March 2014» am 31. März 2014 

unbefugt elektronisch mit der Bemerkung «for your eyes only, Gruss A.» zugestellt. 

Diese habe der Beschuldigte B. anschliessend an seinen deutschen Bank 2-Kollegen 

RR. weitergeleitet. AIs künftiger Senior Advisor von Bank 2 habe der Beschuldigte A. 

gewusst und gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die 

zugänglich gemachten Informationen für seine eigene Beratertätigkeit zugunsten aus-

ländischer Kunden ausnutzen und ganz oder teilweise an andere Geschäftseinheiten 

und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 2 

GmbH in der Schweiz weiterleiten würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder 

anderen Personen der Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im 

Ausland bearbeiten würden (Anklageziffer I.3.2.1). 

2.2.1.16 Sodann habe der Beschuldigte A. dem Beschuldigten B. die Einladung mit Traktanden-

liste sowie als Sitzungsunterlagen die Präsentationen «VDM.pdf» und «Potential dispo-

sal of distribution Germany.pdf» am 7. April 2014 mit der Bemerkung «Internes Doku-

ment im Hinblick auf die Freitagsitzung am Flughafen, Gruss A.» elektronisch zugestellt. 

Als Senior Advisor von Bank 2 habe er gewusst und gewollt oder zumindest in Kauf 

genommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich gemachten Informationen für seine 

eigene Beratertätigkeit zugunsten ausländischer Kunden ausnützen und ganz oder teil-

weise an andere Geschäftseinheiten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der 

Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz weiterleiten würde, die zu-

sammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der Bank 2 Group im Aus-

land internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeiten würden (Anklageziffer 

I.3.2.2). 

2.2.1.17 Weiter habe der Beschuldigte A. dem Beschuldigten B. die im Hinblick auf die VR-Sit-

zung von E. vom 20. August 2014 erhaltenen drei Präsentationen am 21. August 2014 

mit der Bemerkung «let’s discuss» zugestellt. Zuvor habe er dem Beschuldigten B. fol-

gende Einzelheiten aus der Sitzung mitgeteilt: «Lieber B. E. ist im Gespräch mit DD. i. 

S. DD.a. DD. will aussteigen und scheint bereit zu sein, die Gruppe an uns zu verkaufen 

(cash/share deal), würden somit via Kap. Erhöhung grösserer Aktionär. Falls sich der 

Deal tatsächlich abzeichnet, sollten wir schauen, dass Bank 2 da auf unserer Seite tätig 

sein kann. Gruss A. (sic)». Als Senior Advisor von Bank 2 habe er gewusst und gewollt 

oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich gemachten 

Informationen für seine eigene Beratertätigkeit zugunsten ausländischer Kunden aus-

nützen und ganz oder teilweise an andere Geschäftseinheiten und Personen der Bank 

34 

SK.2020.36 

2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz wei-

terleiten würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der 

Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeiten 

würden (Anklageziffer I.3.2.3). 

2.2.1.18 Sodann habe der Beschuldigte A. die zur Vorbereitung der E.-VR-Sitzung vom 3. März 

2015 erhaltenen drei Präsentationen während oder kurz nach der Sitzung kommentarlos 

dem Beschuldigten B. elektronisch zugesandt. Als Senior Advisor von Bank 2 habe er 

gewusst und gewollt oder zumindest in Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die 

zugänglich gemachten Informationen für seine eigene Beratertätigkeit zugunsten aus-

ländischer Kunden ausnützen und ganz oder teilweise an andere Geschäftseinheiten 

und Personen der Bank 2 Group ausserhalb der Schweiz oder Personen der Bank 2 

GmbH in der Schweiz weiterleiten würde, die zusammen mit dem Beschuldigten B. oder 

anderen Personen der Bank 2 Group im Ausland internationale Projekte für Kunden im 

Ausland bearbeiten würden (Anklageziffer I.3.2.4). 

2.2.1.19 Schliesslich soll der Beschuldigte A. dem Beschuldigten B. die im Hinblick auf die E.-

VR-Sitzung vom 18. Januar 2016 erhaltene Präsentation «Project FFFFF. Status update 

January 2016» elektronisch mit dem Vermerk «Wie besprochen, Gruss A.» zugestellt 

haben. Als Senior Advisor von Bank 2 habe er gewusst und gewollt oder zumindest in 

Kauf genommen, dass der Beschuldigte B. die zugänglich gemachten Informationen für 

seine eigene Beratertätigkeit zugunsten ausländischer Kunden ausnützen und ganz o-

der teilweise an andere Geschäftseinheiten und Personen der Bank 2 Group ausserhalb 

der Schweiz oder Personen der Bank 2 GmbH in der Schweiz weiterleiten würde, die 

zusammen mit dem Beschuldigten B. oder anderen Personen der Bank 2 Group im Aus-

land internationale Projekte für Kunden im Ausland bearbeiten würden (Anklageziffer 

I.3.2.5).  

2.2.2 Zum Straftatbestand des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes (Art. 273 StGB) 

2.2.2.1 Nach Art. 273 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer ein Fabrikations- oder Geschäfts-

geheimnis auskundschaftet, um es einer fremden amtlichen Stelle oder einer ausländi-

schen Organisation oder privaten Unternehmung oder ihren Agenten zugänglich zu ma-

chen. Nach Abs. 2 macht sich sodann strafbar, wer ein Geschäftsgeheimnis einer frem-

den amtlichen Stelle oder einer ausländischen Organisation oder privaten Unterneh-

mung oder ihren Agenten zugänglich macht. Die Strafdrohung lautet auf Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, in schweren Fällen auf Freiheitsstrafe nicht unter 

einem Jahr, mit der eine Geldstrafe verbunden werden kann (Abs. 3).  

2.2.2.2 Art. 273 StGB ahndet ein Delikt gegen den Staat, wie das schon aus seiner Stellung im 

13. Titel des Strafgesetzbuches ersichtlich wird. Der Tatbestand bezweckt namentlich 

den Schutz wirtschaftlicher Gesamtinteressen der Schweiz. Diese werden insbesondere 

durch Spionagehandlungen gegen einen hiesigen Geschäftsbetrieb mittelbar beein-

trächtigt (vgl. BGE 108 IV 41 E. 3; 104 IV 175 E. 4a; 101 IV 312 E. 1; 98 IV 209 E. 1b; 

35 

SK.2020.36 

HUSMANN, Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, Art. 273 N. 5 ff.; ROSENTHAL, 

Handkommentar zum Datenschutzgesetz, 2008, Art. 273 StGB N. 1 und 3). Eine kon-

krete Gefährdung oder gar Schädigung der staatlichen Interessen ist nicht Vorausset-

zung der Tatbestandserfüllung; Art. 273 StGB stellt ein abstraktes Gefährdungsdelikt 

dar (BGE 111 IV 74 E. 4a; 98 IV 209 E. 1c). Es ist d