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**Case Identifier:** a4d505fe-cbad-5878-baf7-a5d979435c1a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.11.2016 IV 2014/127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-127_2016-11-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/127

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2019

Entscheiddatum: 29.11.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2016
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. 
Rückweisung der Sache zu weiteren neurologischen Untersuchung (resp. 
erneuten neurologischen Begutachtung) mit eventuell neuropsychologischer 
Untersuchung und zur anschliessenden psychiatrischen Begutachtung, da 
zwischenzeitlich vom behandelnden Psychiater neue Diagnosen (ADHS und 
bipolare Störung) angegeben worden sind, der MRI-Befund multiple 
unspezifische Marklagerläsionen gezeigt hat und die behandelnde 
Neurologin weitere Untersuchungen als indiziert erachtet hat. Teilweise 
Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 29. November 2016, IV 2014/127).

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2014/127

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Walker,

Dorfstrasse 7, Postfach, 8722 Kaltbrunn,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im April 2006 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum 

Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, seit dem Jahr 2001 an Knie-, Fuss- 

und Rückenbeschwerden zu leiden. Zudem sei ihre Psyche beeinträchtigt. Weiter 

erklärte sie, eine Ausbildung zur Hotelfachassistentin absolviert zu haben.

A.b  Bereits im März 2002 war die Versicherte im Auftrag der Unfallversicherung von 

Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Chirurgie, begutachtet worden (Gutachten vom 9. 

Mai 2002, Fremdakten). Er hatte die Arbeitsfähigkeit als selbständige Wirtin wegen 

einer chronischen Instabilität und sekundären degenerativen Veränderungen im linken 

Kniegelenk auf 50 % und als kaufmännische Angestellte (vorwiegend sitzende Tätigkeit 

mit der Möglichkeit zu Unterbrüchen) auf 75 % geschätzt. Im Juli 2005 war die 

Versicherte erneut von Dr. B.___ begutachtet worden (Gutachten vom 11. Dezember 

2005, IV-act. 14-3 ff.). Er war zum Schluss gekommen, dass aufgrund der 

posttraumatischen Gonarthrose, die sich nach der Knieverletzung vom 12. Februar 

2001 entwickelt habe, glaubhafte Restbeschwerden bestünden. Bei ungünstigen 

statischen Bedingungen (X-Beine, unvollständige Streckbarkeit des linken Kniegelenks, 

Übergewicht) müsse mit einer Zunahme der degenerativen Veränderungen gerechnet 

werden. Als Wirtin sei die Versicherte zu mindestens 25-50 % (je nach Grösse des 

Betriebs bzw. nach den Möglichkeiten, besonders ungünstige Belastungen delegieren 

zu können) in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die Arbeitsunfähigkeit als 

kaufmännische Angestellte betrage ca. 20 %.

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A.c  Dr. med. C.___, Innere Medizin FMH, berichtete am 2. Januar 2007 (IV-act. 14-1 f. 

und 14-21 f.), dass es im Anschluss an ein Unfallereignis (vordere Kreuzbandruptur 

links) zu chronischen Kniegelenksbeschwerden links und damit einhergehend zu einer 

depressiven Entwicklung gekommen sei. Trotz mehrmaliger operativer und intensiver 

physiotherapeutischer und medikamentöser Behandlung hätten erhebliche 

Beschwerden persistiert. Vom 1. Januar 2005 bis 31. August 2006 sei die Versicherte 

als kaufmännische Angestellte zu 100 % und ab dem 1. September 2006 zu 50 % 

arbeitsunfähig gewesen. Die Ärzte des Psychiatrischen Zentrums D.___ berichteten am 

2. Mai 2008 (IV-act. 62), dass sich die Versicherte seit dem 20. August 2007 in ihrer 

Behandlung befinde. Sie leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 

F61.0) mit zwanghaften, abhängigen und dissozialen Zügen, die 

differentialdiagnostisch und gegebenenfalls im Zusammenhang mit einer 

Traumafolgestörung interpretiert werden könne. Neben den somatischen Beschwerden 

bestünden Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Beeinträchtigungen im Umgang 

mit Geld und Reinigungszwänge. Die bisherigen Tätigkeiten (Sekretärin/Telefonistin, 

Wirtin) seien der Versicherten nicht mehr zumutbar. In einer körperlich leichten Tätigkeit 

bestehe eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit.

A.d  Im April 2008 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle vom Zentrum für 

Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) bidisziplinär (rheumatologisch und 

psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 2. Juli 2008, IV-act. 68). Die Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

•  Zunehmend lateral betonte Femorotibial- sowie Femoropatellararthrose und 

Narbenhypertrophie am vorderen Kreuzband links

-  Status nach lateraler Teilmeniskektomie am 22.10.2003

-  Status nach vorderer Kreuzbandplastik linkes Knie am 08.07.2004

-  degenerative Meniskusläsion medial und lateral

-  Re-Arthroskopie am 15.11.2005 mit Entfernung von Narbenmaterial und 

Gelenkstoilette

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•  beginnende Femoropatellararthrose sowie Status nach Teilmeniskektomie lateral 

rechts nach lateraler Meniskusruptur am 29.03.2004

•  Genu valgum bds., etwas linksbetont

•  leichte Periarthropathia humeroscapularis tendopathica vom Impingementtyp links

•  leichte Epicondylopathia radialis links

-  Auslöser/Ursache unbekannt

-  DD: myofaszial, Über-/Fehlbelastung beim Führen der Hunde

•  kombinierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen, narzisstischen, emotional 

instabilen und dissozialen Zügen (F61).

Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden angegeben:

•  Adipositas per magna (BMI 39 kg/m2)

•  anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4)

•  Verdacht auf rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4).

Dr. med. E.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation/Rheumatologie, 

schätzte die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gastwirtin, abhängig 

von der Verfügbarkeit einer zusätzlichen Serviertochter, auf 25-40 %. In einer 

körperlich leicht bis mittelschweren Tätigkeit (z.B. als Sekretärin) sei die Versicherte 

ganztags arbeitsfähig, benötige aufgrund der nachvollziehbaren Schmerzproblematik 

bei erheblich strukturellen Veränderungen aber vermehrte Pausen von 2 Stunden pro 

Tag, was einer Arbeitsunfähigkeit von 25 % entspreche. Dr. med. F.___, Psychiatrie/

Psychotherapie, erklärte, dass in psychiatrischer Hinsicht in der angestammten 

Tätigkeit zurzeit höchstens eine 20 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, 

die im Laufe von sechs Monaten auf eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit sollte gesteigert 

werden können. In interdisziplinärer Hinsicht schätzten die Gutachter die 

Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der relativ frischen, aktuell noch nicht 

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behandelten myofaszialen Problematik im Bereich des linken Arms und der 

psychiatrischen Komorbidität während der folgenden sechs Monate auf 50 %. Danach 

betrage die Arbeitsfähigkeit 75 %.

A.e  Mit Verfügung vom 16. Dezember 2008 (IV-act. 87) verneinte die IV-Stelle 

ausgehend von einem IV-Grad von 25 % einen Anspruch auf eine Invalidenrente. 

Dagegen liess die Versicherte Beschwerde erheben und neue medizinische Berichte 

einreichen (IV-act. 95). RAD-Ärztin Dr. med. G.___ notierte am 3. Juli 2009 (IV-act. 103), 

dass sich der psychische Gesundheitszustand seit der letzten Begutachtung 

möglicherweise verschlechtert habe. Es sei eine Verlaufsbegutachtung notwendig. Am 

20. Juli 2009 widerrief die IV-Stelle die angefochtene Rentenabweisungsverfügung (IV-

act. 113). Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge abgeschrieben (IV-act. 122).

A.f  Im November 2009 wurde die Versicherte durch die ABI Aerztliches 

Begutachtungsinstitut GmbH polydisziplinär (allgemein-internistisch, psychiatrisch und 

orthopädisch) begutachtet (Gutachten vom 1. Februar 2010, IV-act. 127). Die 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

•  Mässige mediale und femoropatelläre Gonarthrose links

-  radiologisch mässiggradige degenerative Veränderungen im medialen und 

femoropatellären Kompartiment, Patellatiefstand und fehlende Abgrenzbarkeit des 

vorderen Kreuzbandes (Röntgen und MRI 26.1.2009)

•  chronische Knieschmerzen rechts

-  geringgradige degenerative Veränderungen im medialen Kompartiment (Röntgen und 

MRI 26.1.2009)

•  chronische Instabilität OSG rechts

-  Knick-Senk-Spreizfuss bei valgischer Beinachse beidseits

-  Status nach rezidivierendem Supinationstrauma, letztmals vor wenigen Wochen

-  deutlich vermehrter Talusvorschub

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•  chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle

-  freie Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte.

Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:

•  Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und emotional instabilen Zügen 

(F61.0)

•  anhaltende somatoforme Schmerzstörung.

Der psychiatrische Gutachter Dr. med. H.___ gab keine psychiatrische Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an. Er führte aus, dass die Versicherte über 

übersinnliche Erlebnisse berichtet habe. Da sie aber durchaus eine Distanz zu ihren 

Wahrnehmungen habe und ein kritisches Realitätsurteil erhalten sei, könne die 

Diagnose einer psychotischen Störung nicht gestellt werden. Der Missbrauch durch 

den Vater und die Platzierung in Pflegefamilien stellten frühe lebensgeschichtliche 

Belastungen dar. Ihre zwei gescheiterten Ehen seien durch Abhängigkeit und 

körperliche Gewalt geprägt gewesen. Die Versicherte sei rasch verstimmt und könne 

launisch und impulsiv reagieren. Die Persönlichkeitsstörung sei nicht stark ausgeprägt, 

sodass es ihr möglich gewesen sei, bis zum Unfall arbeitstätig zu sein. Die 

psychosozialen und emotionalen Belastungen seien deutlich ausgeprägt und drückten 

sich im Sinne der Abwehr auch in den somatisch nicht hinreichend objektivierbaren 

Schmerzen aus. Aus psychiatrischer Sicht seien der Versicherten einfache Tätigkeiten 

zumutbar. Der orthopädische Gutachter Dr. med. I.___ hielt fest, dass sich die von der 

Versicherten angegebenen Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenks durch die 

objektivierbaren Befunde, die Bilddokumente sowie die arthroskopischen Berichte 

weitgehend begründen liessen. Es bestehe eine chronische ventrale Instabilität nach 

VKB-Ersatzplastik vor fünf Jahren mit daraus resultierendem Reizzustand und 

Bewegungseinschränkung, Patellatiefstand sowie femoropatellärer Überlastung bei 

mässigen arthrotischen Veränderungen. Auch die Beschwerden im rechten Kniegelenk 

seien gut nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar seien dagegen die Beschwerden an 

der lumbalen Wirbelsäule bei freier Beweglichkeit im zervikalen und thorakalen 

Abschnitt. Seitens der Kniegelenke bestehe überdies eine diffuse Ausbreitung der 

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Schmerzen, die einen gewissen Hinweis für eine Ausweitung der Schmerzproblematik 

darstellten. Aus orthopädischer Sicht bestehe, bei ganztägigem Pensum mit um 20 % 

reduzierter Leistung aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs, für sämtliche körperlich 

leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. In 

polydisziplinärer Hinsicht schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit für sämtliche 

körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten auf 80 %. Die Arbeitsfähigkeit 

retrospektiv zu beurteilen, sei schwierig. Aufgrund der Akten könne jedoch keine lang 

andauernde, 20 % übersteigende Arbeitsunfähigkeit nachvollzogen werden.

A.g  RAD-Ärztin Dr. med. J.___ notierte am 13. Februar 2010 (IV-act. 129), dass auf das 

ABI-Gutachten abgestellt werden könne. Mit Vorbescheid vom 26. März 2010 (IV-act. 

135) stellte die IV-Stelle der Versicherten bei einem IV-Grad von 20 % die Abweisung 

des Rentengesuchs in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte u.a. einwenden, dass 

den ABI-Gutachtern das vom Untersuchungsrichteramt K.___ in Auftrag gegebene 

forensisch-psychiatrische Gutachten des Psychiatriezentrums L.___ vom 27. 

September 2004 nicht vorgelegen habe (IV-act. 136-3). Dieses ging am 27. Juli 2010 

bei der IV-Stelle ein (IV-act. 147). Die Gutachter hatten erklärt, dass die Versicherte an 

einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, narzisstischen und 

dissozialen Anteilen leide. Die Willensfähigkeit sei bei allen ihr zur Last gelegten Taten 

(knapp) in leichtem Masse vermindert gewesen. Auf Rückfrage hin antwortete das ABI 

am 2. September 2010 (IV-act. 159), dass das Psychiatriezentrum L.___ ebenfalls die 

Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung gestellt habe. Zum damaligen 

Zeitpunkt habe mehr die Symptomatik einer emotional instabilen Persönlichkeit als 

einer eigentlichen narzisstischen Persönlichkeit im Vordergrund gestanden. Für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit spiele dies aber keine Rolle, da die gleichen Kriterien 

zur Einschätzung der psychischen Ressourcen angewendet werden müssten. Die 

Versicherte sei trotz der kombinierten Persönlichkeitsstörung früher voll arbeitsfähig 

gewesen. Daher könne ihr die notwendige Willensanstrengung durchaus zugemutet 

werden, in einer körperlich angepassten Tätigkeit zu arbeiten. Unter Berücksichtigung 

des forensisch-psychiatrischen Gutachtens ergebe sich keine Änderung der 

Beurteilung.

A.h  Die Uniklinik Balgrist erklärte in ihrem Bericht vom 1. März 2011 (IV-act. 168-3 f.), 

dass die Versicherte in einer sitzenden Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. RAD-Ärztin 

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Dr. J.___ notierte am 21. März 2011 (IV-act. 169), dass es sich bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der Uniklinik Balgrist lediglich um eine andere Beurteilung 

des grundsätzlich gleichen medizinischen Sachverhalts handle. Auch in psychiatrischer 

Hinsicht resultiere durch die Berücksichtigung des forensisch-psychiatrischen 

Gutachtens keine Änderung. An der Beurteilung des ABI könne festgehalten werden.

A.i Mit Vorbescheid vom 20. April 2011 (IV-act. 173) wurde der Versicherten bei einem 

IV-Grad von 20 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht gestellt. Dr. med. 

M.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates FMH, berichtete am 29. April 2011 (IV-act. 174), dass die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten weiterhin eingeschränkt sei. Es seien eine Zunahme 

der Streckhemmung und eine beginnende Varusgonarthrose auf der rechten Seite zu 

verzeichnen. Eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit wäre sinnvoll. Dr. J.___ notierte 

am 25. Mai 2011 (IV-act. 175), dass sich aus dem Bericht von Dr. M.___ keine neuen, 

die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden medizinischen Tatsachen ableiten liessen. Es 

könne weiterhin auf das Gutachten des ABI abgestellt werden. Nachdem die 

Versicherte gegen den Vorbescheid Einwendungen erheben liess, holte die IV-Stelle 

einen weiteren Bericht bei Dr. M.___ ein. Dieser berichtete am 18. August 2011 (IV-act. 

186), dass die Einschränkung der Belastbarkeit seit Februar 2010 zugenommen habe. 

Als Hotelfachassistentin bestehe aufgrund der schmerzhaften 

Bewegungseinschränkung bei einem ganztägigen Pensum eine um 50 % reduzierte 

Leistung. In einer sitzenden Tätigkeit sei sie zu 100 % arbeitsfähig. In Widerspruch 

dazu gab Dr. M.___ an anderer Stelle in seinem Bericht an, dass der Versicherten eine 

sitzende Tätigkeit ohne schwere körperliche Belastung mit entsprechenden Hilfsmitteln 

nur zu 50 % zumutbar sei. Die Arbeitsfähigkeit sei durch das chronische 

Wirbelsäulensyndrom sowie die Knieschmerzen eingeschränkt.

A.j Die Ärzte des psychiatrischen Zentrums D.___ berichteten am 21. März 2012 (IV-

act. 196), dass sich die Versicherte vom 26. Juni bis 30. August 2011 bei ihnen in 

ambulanter Behandlung befunden habe. Sie leide an einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, abhängigen und dissozialen Zügen. Aufgrund 

der kurzen Behandlungsdauer könne die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschätzt werden.

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A.k  Das Kantonsspital N.___ gab in seinem Austrittsbericht vom 3. Juli 2012 an (IV-act. 

213), dass die Versicherte vom 24. bis 28. Juni 2012 hospitalisiert gewesen sei. Sie sei 

am 24. Juni 2012 vom Pferd gestürzt und habe dabei eine traumatische 

Subarachnoidalblutung frontoparietal rechts (CD06/12), eine Riss-Quetschwunde 

parieto-occipital, eine Kontusion der Hand links und eine Distorsion OSG links erlitten. 

Die Versicherte sei vom 24. Juni bis 8. Juli 2012 voll arbeitsunfähig (IV-act. 214-11).

A.l Im Januar 2013 wurde die Versicherte im Auftrag der Unfallversicherung 

orthopädisch und neurologisch begutachtet (Gutachten 31. Januar 2013, Fremdakten). 

Dr. med. O.___, Facharzt für Neurologie FMH, erklärte, dass weitere diagnostische 

Massnahmen, namentlich eine zerebrale Magnetresonanztomographie (MRI) und eine 

neuropsychologische Untersuchung notwendig seien, um das Ausmass einer allfälligen 

strukturellen traumatischen Hirnverletzung festzustellen und die geklagten 

neuropsychologischen Beschwerden, d.h. die Konzentrations- und 

Gedächtnisprobleme, zu erklären. Ausserdem müssten die seit dem Unfall beklagten 

Tinnitus- und Schwindelbeschwerden fachärztlich abgeklärt werden. Fokal-

neurologisch sei die Versicherte bei der aktuellen Untersuchung unauffällig gewesen. 

Der angegebene Kopfschmerz erfülle die diagnostischen Kriterien eines 

Kopfschmerzes bei Analgetikaübergebrauch als verselbständigte und die 

Arbeitsfähigkeit nicht tangierende Kopfschmerzform. Dr. med. P.___, Orthopädie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, kam zum Schluss, dass infolge des Unfalls 

vom 24. Juni 2012 orthopädischerseits lediglich Prellungen nachvollziehbar seien, die 

üblicherweise innerhalb von wenigen Wochen folgenlos ausheilten. Eine durch den 

Unfall bedingte, heute noch bestehende Arbeitsunfähigkeit habe nicht festgestellt 

werden können. Nach Ablauf von spätestens acht Wochen sei die Versicherte für die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit (Tätigkeit in einem Hotel/Restaurant in Service und Küche, 

100 %-Pensum) wieder arbeitsfähig gewesen. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass 

bereits bei Antritt dieses Arbeitsplatzes im Mai 2012 eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit 

von 20 % bestanden habe und diese Tätigkeit nicht adaptiert gewesen sei. Einer 

angepassten, d.h. überwiegend sitzenden Tätigkeit könne die Versicherte ohne 

Einschränkungen in vollem Umfang nachgehen.

A.m Im März/April 2013 wurde die Versicherte im Auftrag der Unfallversicherung von 

der SMAB AG neuropsychologisch, psychiatrisch und otorhinolaryngologisch 

begutachtet (Gut¬achten vom 10. Juni 2013, IV-act. 255). Die Diagnosen lauteten:

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•  Restsymptome einer abklingenden depressiven Anpassungsstörung (vormals 

wahrscheinlich mittelschwer) nach Reitunfall mit Schädelhirntrauma am 24.06.2012

•  Status nach traumatischer Subarachnoidalblutung fronto-parietal rechts am 

24.06.2012, klinisch-neurologisch ohne Ausfälle

•  leichte authentische kognitive Funktionsstörung in Aufmerksamkeit, Gedächtnis und 

exekutiven Funktionen bei vor allem subjektiv Erschöpfung und Beeinträchtigung in 

gewohnten Aktivitäten (F06.7)

•  chronischer Tinnitus

•  unklare Schwindelbeschwerden, peripher-vestibulär keine fassbare Pathologie

•  leichte pancochleäre Schwerhörigkeit beidseits

•  persistierende Kniebeschwerden beidseits seit 2001

•  chronisches Kopfweh vom Spannungstyp

•  orthopädische Diagnosen siehe Gutachten vom 12.02.2013.

Dr. med. Q.___, Facharzt für Neurologie FMH, erklärte, dass die von der Versicherten 

geschilderten unspezifischen Beschwerden wie Schwindel, konstantes hohes Summen 

in den Ohren, Nackenschmerzen durch Auflagedruck, bandförmiges Kopfweh bei 

Anstrengung, Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit weder klinisch-

neurologisch noch mittels einer MRI des Gehirns hätten objektiviert werden können. 

Aus neurologischer Sicht bestehe daher eine volle Arbeitsfähigkeit. Dr. med. R.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt fest, dass in psychiatrischer 

Hinsicht anlässlich der aktuellen Untersuchung bei einer weitgehend normalen 

Stimmungslage und Schwingungsfähigkeit nur noch geringe depressive Restsymptome 

hätten erhoben werden können. Von Seiten der vormals in den Akten wiederholt 

beschriebenen kombinierten Persönlichkeitsstörung sei nichts mehr eruierbar gewesen. 

Trotz allen belastenden früheren Situationen habe die Versicherte ihr Leben gemeistert 

und scheine einen starken Kern mit guten Ressourcen sowie starker intrinsischer Kraft, 

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Energie und Motivationsfähigkeit zu haben. Differentialdiagnostisch könnte es sich bei 

den Beschwerden der Versicherten, als Folge der traumatischen Hirnverletzungen als 

auch der anschliessenden psychosozialen Belastungen in der konflikthaften 

Auseinandersetzung mit der ehemaligen Arbeitgeberin und der Taggeldversicherung, 

verbunden mit Existenzängsten, um eine repressive Anpassungsstörung im Anschluss 

an den Unfall vom 24.06.2012 gehandelt haben. Die anhaltenden kognitiven 

Funktionseinbussen (Konzentration und Vergesslichkeit) könnten zum Teil auch 

depressionsbedingt gewesen sein. Die Versicherte sei willens und bereit, ab sofort zu 

50 % eine körperlich leichte Bürotätigkeit auszuüben und ihr Arbeitspensum 

entsprechend dem Rückgang der neuropsychologischen Beeinträchtigungen 

schrittweise zu steigern. Auf keinen Fall sei ihr Ziel eine Berentung. Aus rein 

psychiatrischen Gründen bestehe zurzeit aufgrund der noch geringen depressiven 

Restsymptomatik eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 20 %, verbunden mit 

den geklagten neuropsychologischen Einschränkungen (Konzentration, Gedächtnis, 

Vergesslichkeit etc.) eine solche von maximal 50 %. Bei weiterer Remission in den 

nächsten Wochen werde der depressive Anteil der reduzierten Arbeitsfähigkeit rasch 

gegen Null sinken. Das neuropsychologische Teilgutachten war von Dr. phil S.___, 

Psychologin FSP/Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, von der Klinik für 

Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen, erstellt worden (Fremdakten). Die 

Gutachterin führte aus, dass die Symptomvalidierung in Bezug auf einfache 

sensomotorische Reizreaktionszeiten sowie im sprachlich-episodischen Gedächtnis 

deutlich auffällig gewesen sei. In Übereinstimmung dazu seien die 

Anstrengungsbereitschaft und die Antriebs- und Selbstregulation in der 

Verhaltensbeobachtung während der Testung immer wieder reduziert gewesen. Dies 

bilde eine deutliche Diskrepanz zur schulischen und beruflichen Ausbildung. Die 

Versicherte habe oft nicht versucht, eine Aufgabe selber zu bewältigen, obwohl keine 

Hinweise vorhanden gewesen seien, dass sie dies von ihren Fähigkeiten her nicht 

könnte. Aus neuropsychologischer Sicht seien der Versicherten in erster Linie alle 

Tätigkeiten möglich, welche sie schon vor dem Trauma automatisiert und konstant mit 

möglichst wenigen Störeinflüssen habe verrichten können. Dazu gehörten vor allem 

Tätigkeiten als Büroangestellte. In diesen Tätigkeiten seien die Aufgaben in der Regel 

vorstrukturiert, der Tagesablauf vorgegeben und die emotionalen und sozialen 

Belastungen, wie sie in der Arbeit als Wirtin und/oder in der Arbeit als 

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Hotelfachangestellte regelmässig vorkämen, wenig ausgeprägt. Die beiden 

letztgenannten Tätigkeiten erforderten eine selbständige Antriebs- und 

Verhaltensregulation. Eine selbständige Tätigkeit sei auch vom Persönlichkeitsaspekt 

her eher ungeeignet. Aus neuropsychologischer Sicht sei die Versicherte in einer 

einfachen Bürotätigkeit, je nach Anforderungen an die Verarbeitungskapazitäten, zu 80 

% arbeitsfähig. Dr. med. T.___, Fachärztin FMH für ORL, gab im 

otorhinolaryngologischen Teilgutachten an, dass die Schwindelbeschwerden aus ORL-

Sicht nicht erklärt werden könnten. Der Tinnitus schränke die Arbeitsfähigkeit kaum ein. 

Ungünstig seien Arbeiten in lärmiger Umgebung oder mit einer besonderen Hektik.

A.n  RAD-Ärztin Dr. J.___ notierte am 21. Oktober 2013 (IV-act. 240), dass sich der 

Gesundheitszustand im Vergleich zur Beurteilung des ABI vom Februar 2010 durch die 

zwei Stürze vom Pferd vorübergehend verschlechtert habe. Der psychiatrische 

Teilgutachter habe die Arbeitsunfähigkeit vom 24. Juni 2012 bis März 2013 auf 100 % 

geschätzt. Gemäss der Unfallversicherung bestehe spätestens ab dem 

Begutachtungszeitpunkt (29. April 2013) kein Leistungsanspruch mehr. Spätestens ab 

diesem Zeitpunkt sei daher wieder von der vom ABI festgelegten Arbeitsfähigkeit 

adaptiert von 80 % auszugehen.

A.o  Mit Vorbescheid vom 29. November 2013 (IV-act. 244) kündigte die IV-Stelle der 

Versicherten bei einem IV-Grad von 20 % die Abweisung des Rentengesuchs an. 

Dagegen wendete die Versicherte am 21. Januar 2014 ein (IV-act. 247), dass die IV-

Stelle den Reitunfall vom Juni 2012 bei der Invaliditätsbemessung nicht berücksichtigt 

habe. Ausserdem werde zurzeit abgeklärt, ob sie an einer 

Aufmerksamkeitsdefizitstörung leide. Mit Verfügung vom 28. Januar 2014 (IV-act. 248) 

wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen 

ab. Zum Einwand hielt sie fest, dass der RAD in seiner letzten Stellungnahme alle 

Gutachten berücksichtigt habe. Im Übrigen habe die Versicherte keine neuen 

Tatsachen geltend gemacht.

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 27. Februar 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte 

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die Zusprache einer Invalidenrente, wobei der Invaliditätsgrad aufgrund einer aktuellen 

medizinischen Begutachtung festzulegen sei. Zudem stellte sie ein Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege. Zur Begründung machte sie geltend, dass sich die im 

SMAB-Gutachten vom Juni 2013 gestellte positive Prognose nicht bewahrheitet habe. 

Trotz hochfrequenter Psychotherapie sei die Beschwerdeführerin seit mehreren 

Monaten zu 100 % arbeitsunfähig. Eine fachärztliche Abklärung habe ergeben, dass 

die Beschwerdeführerin an einer ADHS leide. Diese Diagnose erkläre, weshalb sich die 

prognostizierte Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes nie eingestellt 

habe. Sie zeige auch auf, dass der Beschwerdeführerin zu Unrecht 

Verdeutlichungstendenzen unterstellt worden seien. Wegen der ADHS sei die 

Beschwerdeführerin nicht in der Lage, die körperlichen Beschwerden zu überwinden. 

Die Schmerzen verunmöglichten es ihr wiederum, ihr Leben trotz der ADHS in den Griff 

zu bekommen. Wegen des Verdachts auf Multiple Sklerose sei Ende Mai 2014 eine 

weitere MRI-Untersuchung geplant. Die bisherigen Gutachten basierten auf 

unvollständigen Sachverhalten, weshalb auf diese nicht abgestellt werden könne. 

Hinzu komme, dass das SMAB-Gutachten im Auftrag der Unfallversicherung erstellt 

worden sei und deshalb Fragen zur Kausalität des Unfallereignisses im Vordergrund 

gestanden hätten. Des Weiteren enthalte das SMAB-Gutachten keine schlüssige 

Erklärung für die Kopfschmerzen sowie die Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. 

Dr. med. U.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hatte in einem beiliegenden 

Bericht vom 6. Februar 2014 angegeben, dass die Beschwerdeführerin an einer stark 

ausgeprägten adulten ADHS vom Mischtyp (F90.0) und an histrionisch-dependenten 

Persönlichkeitszügen leide. Aus psychiatrischer Sicht sei sie im angestammten Beruf 

zu 100 % arbeitsunfähig. In einer adaptierten Tätigkeit (überschaubare Tätigkeit ohne 

Zeit- und Termindruck, ruhige und reizarme Arbeitsatmosphäre) sei bei noch unsicherer 

Prognose auf längere Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 30-50 % vorstellbar. Die 

Beschwerdeführerin unterziehe sich einer medikamentösen Therapie (Ritalin/Focalin), 

einem ADHS-Coaching sowie einer Psychotherapie.

B.b  RAD-Ärztin Dr. J.___ notierte am 15. April 2014 (act. G 6.1), dass die Kriterien einer 

ADHS bereits in der Kindheit und Jugend erfüllt gewesen sein müssten. Die 

Beschwerdeführerin sei mittlerweile viermal psychiatrisch begutachtet worden und 

habe sich ausserdem bei mehreren Psychiatern in Abklärung und Behandlung 

befunden. Nirgends fänden sich Hinweise darauf, dass in der Schule und während der 

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Ausbildung erhebliche Beeinträchtigungen bestanden hätten. In drei psychiatrischen 

Gutachten sei die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit abhängigen 

und emotional instabilen Zügen gestellt worden. Die den Affekt betreffenden 

Auffälligkeiten seien von den Gutachtern der emotionalen Instabilität im Rahmen der 

Persönlichkeitsstörung zugeordnet worden. Dr. U.___ habe bei der Ursachendiskussion 

der postulierten Beeinträchtigungen weder die vordiagnostizierte 

Persönlichkeitsstörung noch den Unfall vom 24. Juni 2012 mit Subarachnoidalblutung 

und leichtem Schädel-Hirn-Trauma berücksichtigt. Über kognitive Einschränkungen 

grösseren Ausmasses sei erst nach dem Unfall vom 24. Juni 2012 berichtet worden. 

Zudem fehlten wesentliche, beim ADHS geforderte Symptome wie eine 

Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität. Weiter stütze sich die Diagnose von Dr. 

U.___ in erster Linie auf die anamnestischen und subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin ab. Insgesamt könne die Diagnose einer ADHS nicht 

nachvollzogen werden.

B.c  Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 22. April 2014 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, dass die SMAB 

AG die Beschwerdeführerin umfassend untersucht habe. Mit Verweis auf die RAD-

Stellungnahme vom 15. April 2014 erklärte sie, dass an der bisherigen Einschätzung 

der adaptierten Arbeitsfähigkeit von 80 % festgehalten werde. Zudem ersuchte sie die 

Beschwerdeführerin, ihr die medizinischen Unterlagen betreffend die Multiple Sklerose 

nachzureichen.

B.d  Am 25. April 2014 bewilligte die Präsidentin der 2. Abteilung das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin lic. iur. R. Walker, act. G 

7).

B.e  Am 27. Juni 2014 informierte die Rechtsvertreterin das Gericht darüber (act. G 12), 

dass die Neurologin Dr. med. V.___ aufgrund ihrer Untersuchung vom 17. Juni 2014 

betreffend die Multiple Sklerose eine verhaltensneurologische Abklärung als notwendig 

erachte. Diese finde am 21. August 2014 statt. Am 15. September 2014 teilte dieselbe 

mit (act. G 14), dass die neurologische Abschlussuntersuchung am 26. September 

stattfinden werde. Den dazugehörigen Bericht reichte die Rechtsvertreterin am 14. 

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Oktober 2014 ein (act. G 16). Dr. med. W.___, FMH Neurologie, hatte am 8. Oktober 

2014 berichtet (act. G 16.1), dass im Vordergrund der aktuellen Befunde Defizite in der 

geteilten Aufmerksamkeit imponiert hätten. Die Beschwerdeführerin sei ablenkbar, 

angetrieben und chaotisch im Rapportieren, spreche jedoch gut auf Strukturhilfen an. 

Im Weiteren bestehe eine diskrete Lernschwäche sowie eine sprachliche 

Entwicklungsschwierigkeit mit unsicherer Orthographie und vermindertem sprachlichen 

Konzeptdenken. Gemäss der Anamnese seien diese Befunde frühkindlich erworben 

und möglicherweise durch den Reitunfall akzentuiert worden. Dr. W.___ empfahl die 

Weiterführung der Methylphenidat-Behandlung (evtl. mit Dosissteigerung) sowie der 

psychologischen Therapie.

B.f  Mit ihrer Replik vom 12. November 2014 (act. G 18) machte die Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführerin ergänzend geltend, dass die Beschwerdeführerin trotz 

intensiver Therapien nach wie vor in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Aus den 

aktuellen ärztlichen Berichten gehe klar hervor, dass bei der Beschwerdeführerin nebst 

der unfallkausalen Invalidität von 20 % infolge einer Knieverletzung eine chronische 

neurologische und psychiatrische Erkrankung vorliege, deren Ätiologie immer noch 

nicht ganz geklärt sei. Diese Begleiterkrankung habe sich zusehends verschlechtert. 

Die Beschwerdeführerin sei bis heute zu 100 % arbeitsunfähig. In einem beigelegten 

Bericht vom 30. September 2014 (act. G 18.1.3) hatte Dr. V.___ erklärt, dass sie die von 

der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden noch nicht zuordnen könne. Der 

neurologische Status vom 17. Juni 2014 sei unauffällig gewesen. Die weiteren 

Untersuchungen habe die Beschwerdeführerin abgesagt. Differentialdiagnostisch stehe 

ein vaskuläres Geschehen im Vordergrund. Eine demyelisierende Erkrankung könne 

aber nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Weitere Abklärungen wie 

neuropsychologische Untersuchungen, VEP, eventuell Lumbalpunktion und eventuell 

muskuläre Abklärungen seien sicher sinnvoll. Dr. U.___ hatte der Rechtsvertreterin am 

14. Oktober 2014 berichtet (act. G 18.1.1), dass die Beschwerdeführerin neben einer 

adulten ADHS an einer bipolaren Störung (F31.8) und an einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend narzisstisch-histrionischen Anteilen (F61.0) 

leide. Sie habe Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen und leide an 

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, an einer inneren Unruhe, an 

Desorganisiertheit und an ausgeprägten Stimmungsschwankungen. Sie habe zudem 

über wiederkehrende depressive Phasen mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit, 

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Wertlosigkeitsgefühlen und Ein- und Durchschlafschwierigkeiten berichtet. Im Verlauf 

der Therapie hätten sich immer wieder Phasen von gesteigertem Antrieb, Ideenflucht, 

überhöhtem Selbstwertgefühl sowie vermindertem Schlafbedürfnis gezeigt, welche als 

hypomane Episoden qualifiziert worden seien. Ausserdem bestünden ausgeprägte 

zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Durch die Therapien sei es der 

Beschwerdeführerin gelungen, ihr Leben mehr und mehr zu ordnen, den Tag zu 

strukturieren, die Post zu öffnen, den Haushalt zu führen usw. Zudem gelinge es der 

Beschwerdeführerin immer besser, interaktionelle Situationen zu reflektieren und ihr 

Handeln sozialkompetent zu steuern. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer 

Funktionsfähigkeit in der Arbeitswelt nach wie vor eingeschränkt. Mit Bezug auf die 

Planung und Strukturierung von Aufgaben, aber auch bezüglich Flexibilität, 

Umstellungsfähigkeit sowie Durchhaltefähigkeit bestehe eine schwere bzw. 

mittelgradige Beeinträchtigung. Die ausgeprägten interaktionellen Defizite wirkten sich 

massgeblich auf die Gruppenfähigkeit aus. Ab Mitte Oktober sei ein langsamer Aufbau 

(Arbeitstraining 50 %) im geschützten Rahmen geplant, damit eine langfristige 

Prognose für die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne. Im Weiteren lag der Replik 

eine Kostennote der Rechtsvertreterin über den Betrag von Fr. 5'165.64 bei (act. G 

18.2).

B.g  Die Beschwerdegegnerin verwies für ihre Duplik auf die Stellungnahme des RAD 

vom 27. November 2014 (act. G 20). RAD-Ärztin Dr. J.___ hatte darin ausgeführt, dass 

das Gutachten des SMAB vom Juni 2013 weiter Gültigkeit habe. Die SMAB-

Sachverständigen hätten zur Gesamtarbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der 

Krankheits- und Unfallfolgen Stellung genommen. Die Diagnose eines ADHS könne 

weiterhin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Auch eine 

bipolare Störung liege nicht vor. Die erwähnten Auffälligkeiten seien im Rahmen der 

Persönlichkeitsstörung erklärbar. Die Kernspintomographie des Schädels vom 26. März 

2014 habe keine Multiple Sklerose-typischen Läsionen gezeigt. Die von Dr. V.___ im 

Bericht vom 30. September 2014 genannten neurologischen Symptome basierten 

ausschliesslich auf den Angaben der Beschwerdeführerin.

B.h  Am 3. Dezember 2014 (act. G 21) reichte die Beschwerdegegnerin den MRI-

Befund des Schädels vom 26. März 2014 nach. Dr. med. X.___ gab an, dass analog zur 

Voruntersuchung multiple unspezifische Marklagerläsionen zum Teil mit Balkenbezug 

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nachgewiesen worden seien. Trotzdem müsse aufgrund der klinischen Symptomatik 

der Verlaufsuntersuchung (ohne Hinweis auf Befundprogredienz) und des 

Patientenalters eher von chronischen mikroangiopathischen Veränderungen 

ausgegangen werden. Intrakranielle Verletzungsfolgen und eine Schrankenstörung 

seien nicht nachgewiesen worden. Hinweise auf eine Liquorzirkulationsstörung oder 

auf eine intrakranielle Raumforderung fehlten.

B.i Am 13. Januar 2015 nahm die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin zur Duplik 

Stellung (act. G 23). Sie machte geltend, die SMAB-Gutachter hätten an mehreren 

Stellen erwähnt, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im 

Beurteilungszeitpunkt noch eingeschränkt gewesen sei. Der weitere Krankheitsverlauf 

habe gezeigt, dass die Prognose der Gutachter, wonach sich die Belastbarkeit im 

Laufe der nächsten Wochen stabilisieren und die Beschwerdeführerin ihre volle 

Arbeitsfähigkeit wiedererlangen dürfte, falsch gewesen sei. Die Beschwerdeführerin 

habe wiederholt zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben würden müssen. Dr. U.___ gehe 

weiterhin von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus. Weitere Abklärungen seien 

unerlässlich, da sowohl die Diagnosen als auch das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit 

unklar seien. Des Weiteren habe die RAD-Ärztin nicht begründet, weshalb keine 

bipolare Störung vorliege. Die Neurologin Dr. V.___ habe weitere Abklärungen 

empfohlen. Der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt. Der Stellungnahme zur Duplik 

lag eine Honorarnote über den Betrag von Fr. 5'157.65 bei (act. G 23.1).

B.j Am 13. Januar 2015 (act. G 24) reichte die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin einen Bericht vom 12. Januar 2015 von Dr. med. Y.___, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Vertrauensarzt SGV, zuhanden der 

Sozialberatung der Stadt Z.___ ein (act. G 24.1). Die von Dr. U.___ mehrmals erwähnte 

Persönlichkeitsstörung stehe ausser Zweifel. Ob wirklich ein ADHS dazukomme, oder 

ob die beschriebenen Symptome Folge der erwähnten Störung seien, sei gar nicht so 

relevant (weshalb bezahle die Krankenversicherung das Ritalin nicht?). Da er das ABI-

Gutachten nicht kenne, könne er dieses nicht beurteilen. Sofern dies nicht schon 

passiert sei, müsse durch einen Facharzt beurteilt werden, was für bleibende cerebrale 

Funktionseinbussen die Subarachnoidal¬blutung zur Folge habe. Es zweifle niemand 

daran, dass die Beschwerdeführerin an einem geschützten Arbeitsplatz arbeitsfähig 

sei. Dazu müsse sie aber eingegliedert werden. Eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit erscheine 

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ihm adäquat. Ob die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit (in einigen Jahren) 

steigern könne, sei nicht auszuschliessen.

B.k  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (vgl. act. G 25 

f.).

B.l Am 16. November 2016 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einen 

aktuellen Bericht von Dr. U.___ ein (act. G 27). Dieser hatte am 14. November 2016 

berichtet (act. G 27.1), dass die Beschwerdeführerin nach wie vor in ihrer 

Funktionsfähigkeit in der Arbeitswelt eingeschränkt sei. Die unternommenen 

Arbeitsversuche seien gescheitert.

Erwägungen

1. 

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 28. Januar 2014 hat die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint. Zu 

prüfen ist somit, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente 

hat.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist 

gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

1.4  Die Beschwerdeführerin hat sich im April 2006 zum Bezug von IV-Leistungen 

angemeldet und geltend gemacht, dass die gesundheitlichen Beschwerden seit dem 

Jahr 2001 bestünden. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG könnte der Rentenanspruch 

frühestens sechs Monate nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs 

entstehen. Zu prüfen wäre demnach ein Rentenanspruch ab dem 1. Oktober 2006. Nun 

ist aber nach dem (lückenfüllend geschaffenen) Übergangsrecht der 5. IV-Revision die 

altrechtliche Regelung des Rentenbeginns weiter anzuwenden, sofern das Wartejahr 

vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens (1. Januar 2008) zu laufen begonnen hat und die 

Anmeldung bis spätestens Ende Juni 2008 erfolgt ist (vgl. das vom Bundesamt für 

Sozialversicherungen herausgegebene IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 

2007 sowie die Modifikation in BGE 138 V 475). Nach aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht 

der Rentenanspruch ‒ unabhängig vom Datum der Anmeldung ‒ unmittelbar mit der 

Erfüllung des Wartejahres. Ein Anspruch auf Nachzahlung besteht grundsätzlich nur für 

die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate (aArt. 48 Abs. 2 IVG). Ein 

Rentenanspruch kann somit frühestens ab dem 1. April 2005 entstehen. Unter 

Berücksichtigung des Wartejahres ist im vorliegenden Verfahren somit die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 1. April 2004 bis zum Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses, d.h. dem 28. Januar 2014, relevant.

2. 

2.1  Damit der IV-Grad ermittelt werden kann, muss zunächst abgeklärt werden, 

welches die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin gewesen ist. Nach der 

Handelsschule hat sie eine Ausbildung zur Hotelfachassistentin absolviert. Zuletzt hat 

sie diesen Beruf allerdings in den Achtzigerjahren ausgeübt. Das Aufgabengebiet einer 

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Hotelfachassistentin (heute Hotelfachmann/-frau genannt) umfasst die Reinigung und 

Pflege der Gästezimmer und Aufenthaltsräume, die Betreuung der Gäste im Restaurant 

und am Empfang, die Wäschepflege und die Materialverwaltung 

(www.berufsberatung.ch/dyn/ show/1900?id=5603#, besucht am 30. August 2016). 

Aus diesem aktuellen Tätigkeitsbeschrieb kann geschlossen werden, dass sich das 

Aufgabengebiet einer Hotelfachfrau in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich 

gewandelt hat. Hinzu kommt, dass mit einem Stellenwechsel immer eine gewisse 

Einarbeitungszeit einhergeht, da sich die Hotelleriebetriebe in ihrer Organisation etc. 

unterscheiden. Zwar hat die Beschwerdeführerin während ihrer beruflichen Laufbahn 

auch andere Tätigkeiten ausgeübt. So ist sie unter anderem im Büro tätig gewesen, hat 

telefonische Lebensberatungen angeboten, hat in einem Haustierbedarfsgeschäft 

gearbeitet und hat selbständig ein Restaurant geführt. Für diese Tätigkeiten hat sie 

aber nicht über eine qualifizierte Ausbildung verfügt. Als Validenkarriere ist somit die 

Tätigkeit als Hotelfachassistentin zu betrachten.

2.2  Um das Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen. In orthopädischer Hinsicht leidet sie insbesondere an chronischen 

Kniegelenksbeschwerden links und rechts und an einer chronischen Instabilität des 

oberen Sprunggelenks rechts. Wie erwähnt, beinhaltet die Tätigkeit als Hotelfachfrau 

insbesondere die Reinigung und Pflege der Gästezimmer und Aufenthaltsräume und 

die Betreuung der Gäste im Restaurant und am Empfang. Der Chirurge Dr. B.___ hat 

erklärt, dass längerdauerndes Stehen, längerdauerndes Sitzen, Tragen von Lasten, 

Gehen auf unebenen Böden und Bergab- und Treppenabgehen ungeeignete 

Belastungen darstellten, die einerseits Beschwerden verursachten und andererseits 

den degenerativen Prozess weiter fördern würden (IV-act. 14-12). Damit überein stimmt 

die Angabe des ABI-Gutachters Dr. I.___, gemäss welchem es sich bei einer 

adaptierten Tätigkeit um eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit handle, 

die kein wiederholtes Überwinden von Treppen beinhalte. Die Orthopädin Dr. P.___ hat 

eine überwiegend sitzende Tätigkeit als optimal adaptiert betrachtet. Auch die Uniklinik 

Balgrist hat eine sitzende Tätigkeit empfohlen. Der Beruf der Hotelfachfrau beinhaltet 

zu einem erheblichen Teil gehende und stehende Tätigkeiten. Es leuchtet ein, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Knie- und Sprunggelenksbeschwerden zumindest 

zeitweise sitzende Tätigkeiten muss verrichten können. Zudem muss eine 

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Hotelfachfrau nach der allgemeinen Lebenserfahrung in der Lage sein, regelmässig 

Treppen hinauf- und hinabzusteigen. Bei der angestammten Tätigkeit als Hotelfachfrau 

handelt es sich somit nicht um eine adaptierte Tätigkeit.

2.3  Als Nächstes ist zu prüfen, ob die Kniegelenksbeschwerden und die OSG-

Beschwerden links auch die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich adaptierten Tätigkeit 

beeinträchtigen. Dr. B.___ hat lediglich zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als 

Wirtin und als kaufmännische Angestellte Stellung genommen. Diejenige als Wirtin hat 

er auf 50-75 %, diejenige als kaufmännische Angestellte auf ca. 80 % geschätzt. Dr. 

E.___ vom AEH (Gutachten vom Juli 2008) hat die Arbeitsfähigkeit in einer optimal 

adaptierten Tätigkeit (z.B. Sekretärin) auf 75 % geschätzt. Dr. I.___ vom ABI ist von 

einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (Gutachten vom Februar 2010). Die 

Reitunfälle vom Juni 2012 haben gemäss dem Gutachten vom Januar 2014 aus 

orthopädischer Sicht keine längerdauernde höhere Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt. 

In orthopädischer Hinsicht sind die Gutachter also weitgehend übereinstimmend von 

einer Arbeitsfähigkeit zwischen 75 und 80 % ausgegangen. Der orthopädische ABI-

Gutachter Dr. I.___ hat dabei die ausführlichste Begründung geliefert: Die 

Beschwerdeführerin müsse während etwa 10 Minuten stündlich die Möglichkeit dazu 

haben, ein Lockerungs- und Entspannungsprogramm für die Muskulatur von Stamm 

und Extremitäten durchzuführen. Diese Einschätzung überzeugt aufgrund der 

nachgewiesenen Beschwerden im Bereich des linken und rechten Kniegelenks. Die 

Einschätzung der Uniklinik Balgrist und des Orthopäden Dr. M.___, wonach die 

Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht lediglich zu 50 % arbeitsfähig sei, 

leuchtet demgegenüber nicht ein. Zum einen fehlt es an einer ausreichenden 

Begründung der Arbeitsfähigkeitsschätzung. Zum anderen ist gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, 

dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen 

Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Namentlich in 

umstrittenen Fällen kann nicht ohne weiteres auf die Angaben eines behandelnden 

Haus- oder Spezialarztes abgestellt werden (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2). Hinzu kommt, dass 

Gutachter in der Regel über mehr Erfahrung hinsichtlich der versicherungsmedizinisch 

relevanten Arbeitsfähigkeit verfügen als Haus- und Spezialärzte. Und schliesslich 

verfügen in der Regel nur die Gutachter über die umfassenden Vorakten, weshalb ihre 

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Beurteilungen des Gesundheitszustandes umfassender ausfallen als jene der Haus- 

und Spezialärzte. Die Hauptbeschwerden im linken Knie sind durch einen Unfall im 

Jahr 2001 ausgelöst worden. Dr. I.___ hat erklärt, dass aus gutachterlichcher Sicht 

retrospektiv eine lang andauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit als 20 % nicht 

nachvollzogen werden könne. Die Beschwerdeführerin ist somit aus orthopädischer 

Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit dem Jahr 2001 in einer körperlich 

adaptierten Tätigkeit zu ca. 80 % arbeitsfähig.

2.4 

2.4.1  Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in der Beschwerdeschrift 

geltend gemacht, es bestehe der Verdacht, dass die Beschwerdeführerin an Multipler 

Sklerose leide. Eine Magnetresonanztomographie des Schädels vom 26. März 2014 hat 

analog zur Voruntersuchung im Jahr 2012 multiple unspezifische Marklagerläsionen 

zum Teil mit Balkenbezug gezeigt. Der untersuchende Neuroradiologe Dr. X.___ hat 

erklärt, dass aufgrund der klinischen Symptomatik, der Verlaufsuntersuchung (ohne 

Hinweis auf Befundprogredienz) und des Patientenalters eher von chronischen 

mikroangiopathischen Veränderungen ausgegangen werden müsse. Die Neurologin Dr. 

V.___ hat am 30. September 2014 berichtet, dass aus ihrer Sicht 

differenzialdiagnostisch doch ein vaskuläres Geschehen im Vordergrund stehe. Eine 

demyelisierende Erkrankung könne jedoch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen 

werden. Weitere Abklärungen wie neuropsychologische Untersuchungen, VEP, 

eventuell Lumbalpunktion und eventuell muskuläre Abklärungen seien sicher sinnvoll. 

Da erstens der MRI-Befund multiple unspezifische Marklagerläsionen gezeigt hat, da 

zweitens gemäss Dr. V.___ weitere Untersuchungen indiziert sind und da drittens die 

Beschwerdeführerin neurologische Symptome geltend macht, kann nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass aus 

neurologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Diesbezüglich 

erweist sich die Sachverhaltsabklärung der Beschwerdegegnerin als ungenügend. 

Deshalb sind weitere neurologische und radiologische Untersuchungen (resp. eine 

neurologische Begutachtung) notwendig.

2.4.2  Zu prüfen bleibt die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Einem forensisch-

psychiatrischen Gutachten aus dem Jahr 2004 ist die Diagnose einer kombinierten 

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Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, narzisstischen und dissozialen Anteilen zu 

entnehmen. Der psychiatrische Gutachter Dr. F.___ hat im Juni 2008 als Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

abhängigen, narzisstischen, emotional instabilen und dissozialen Zügen angegeben. 

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat er eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung und einen Verdacht auf eine rezidivierende, depressive 

Störung, gegenwärtig remittiert, genannt. Die Arbeitsfähigkeit hat er in einer dem 

Leiden optimal angepassten Tätigkeit auf mindestens 80 % geschätzt, wobei diese im 

Laufe von sechs Monaten voraussichtlich auf 100 % gesteigert werden könne. Der 

psychiatrische Gutachter des ABI hat im Gutachten vom Februar 2010 keine 

psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit angegeben. Als 

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat er eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und emotional instabilen Zügen und eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung angegeben. Der Gutachter hat erklärt, dass 

die Einschätzung von Dr. F.___ streng genommen nicht bestätigt werden könne, da die 

Beschwerdeführerin trotz der Persönlichkeitsstörung früher arbeitsfähig gewesen sei. 

Der psychiatrische SMAB-Sachverständige hat im Gutachten vom Juni 2013 als 

Diagnosen Restsymptome einer abklingenden depressiven Anpassungsstörung 

(vormals wahrscheinlich mittelschwer) nach Reitunfall mit Schädelhirntrauma am 26. 

Juni 2012 und leichte authentische kognitive Funktionsstörungen in Aufmerksamkeit, 

Gedächtnis und exekutiven Funktionen bei vor allem subjektiv Erschöpfung und 

Beeinträchtigung in gewohnten Aktivitäten seit dem Unfall angegeben und die 

Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischen Gründen in der bisherigen Tätigkeit als 

Hotelfachangestellte und in einer Verweistätigkeit auf 80 % geschätzt, wobei die 

Arbeitsfähigkeit in spätestens zwei Monaten auf 100 % gesteigert werden könne. 

Verbunden mit den geklagten neuropsychologischen Einschränkungen (Konzentration, 

Gedächtnis, Vergesslichkeit etc.) betrage die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aktuell 

noch maximal 50 %. Letztere Einschätzung ist in der polydisziplinären Beurteilung nicht 

übernommen worden. Vielmehr ist polydisziplinär von einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit 

mit Steigerungspotential auf 100 % bei entsprechenden therapeutischen Einsätzen 

ausgegangen worden. Das Gutachten des psychiatrischen SMAB-Sachverständigen 

überzeugt bereits hinsichtlich der gestellten Diagnosen nicht. Entgegen der fast 

einhelligen Meinung der vor- und nachbehandelnden Ärzte und Gutachter hat er erklärt, 

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dass die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung heute nicht mehr 

nachvollzogen werden könne. Im Gegenteil zeige sich eher eine recht starke, 

aufgestellte und willensstarke Persönlichkeit mit relativ guten Ressourcen trotz 

widrigen Entwicklungsbedingungen. Diese Einschätzung leuchtet insbesondere vor 

dem Hintergrund der familiären, beruflichen und sozialen Anamnese der 

Beschwerdeführerin nicht ein. So deuten die frühen lebensgeschichtlichen Belastungen 

(Missbrauch durch den Vater, Platzierung in Pflegefamilien), die gescheiterten Ehen mit 

abhängigen Beziehungen zu den gewalttätigen Ehemännern, die häufigen 

Arbeitsstellen- und Wohnortswechsel und die Probleme beim Aufbau längerfristiger 

und tragfähiger Beziehungen auf eine Persönlichkeitsstörung hin. Bei der Durchsicht 

des Gutachtens des psychiatrischen SMAB-Sachverständigen entsteht der Eindruck, 

dass seine Einschätzung hauptsächlich auf den subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin basiert hat. So hat er beispielsweise erklärt, dass das Ziel der 

Beschwerdeführerin keinesfalls eine Berentung sei, sondern dass sie ihre 

Arbeitsfähigkeit und finanzielle Unabhängigkeit weiterhin bewahren wolle. Tatsächlich 

ist die Beschwerdeführerin seit Jahren nicht mehr finanziell unabhängig und kämpft − 

gemäss eigenen Aussagen − seit dem Jahr 2005 um eine IV-Rente (IV-act. 247-1). Des 

Weiteren hat der psychiatrische SMAB-Sachverständige anlässlich der Untersuchung 

nur noch geringe depressive Restsymptome bei einer weitgehend normalen 

Stimmungslage und Schwingungsfähigkeit eruieren können. In der Hamilton-

Depressionsskala hat die Beschwerdeführerin gerade noch 10 Punkte erreicht, was 

unter dem Cut-off für eine leichte Depression liegt (14 Punkte). Obwohl im Zeitpunkt 

der Begutachtung also nicht einmal mehr eine leichte depressive Symptomatik 

vorgelegen hat, hat der psychiatrische SMAB-Sachverständige der Beschwerdeführerin 

eine 20 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Auf das Gutachten von Dr. R.___ kann somit 

nicht abgestellt werden.

2.4.3  In einem Bericht vom Februar 2014 hat der aktuelle psychiatrische Behandler Dr. 

U.___ erstmals die Diagnose eines stark ausgeprägten adulten ADHS vom Mischtyp 

gestellt. Er hat der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit eine 100 %ige 

Arbeitsunfähigkeit und in einer adaptierten Tätigkeit bei noch unsicherer Prognose auf 

längere Sicht eine 30-50 %ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. In einem Bericht vom 

Oktober 2014 hat er zusätzlich eine bipolare Störung als Diagnose angegeben. An 

diesen Diagnosen hat er auch in seinem aktuellsten Bericht vom 16. November 2016 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

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festgehalten. Somit stehen zwei neue psychiatrische Diagnosen im Raum. Zwar hat die 

RAD-Ärztin begründete Zweifel an der Diagnose einer ADHS geäussert: So fänden sich 

keine Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin in der Schule oder in der 

Ausbildung erhebliche Probleme gehabt hätte. Weiter könnten die den Affekt 

betreffenden Auffälligkeiten der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zugeordnet 

werden. Auch fehlten wesentliche, beim ADHS geforderte Symptome wie eine 

Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität. Ausserdem habe die Beschwerdeführerin 

erst nach dem Unfall vom 24. Juni 2012 über kognitive Einschränkungen grösseren 

Ausmasses geklagt. Und schliesslich entsteht beim Lesen der Berichte von Dr. U.___ 

der Eindruck, dass er in erster Linie auf die anamnestischen und subjektiven Angaben 

der Beschwerdeführerin abgestellt hat. Auch Dr. Y.___ hat in seinem Bericht vom 12. 

Januar 2015 gewisse Zweifel an der Diagnose einer ADHS gehegt. Mit Bezug auf die 

Diagnose einer bipolaren Störung ist zu erwähnen, dass Dr. F.___ das Vorliegen einer 

solchen im Jahr 2008 noch eindeutig ausgeschlossen hat (IV-act. 64-10). Trotz allem 

kann nicht ausser Acht gelassen werden, dass zwei neue, von einer Fachperson 

gestellte psychiatrische Diagnosen im Raum stehen. Da aufgrund der Berichte von Dr. 

U.___ gewisse Zweifel an der Einschätzung der Vorgutachter bestehen, steht die 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Die Sache ist somit zu weiteren 

neurologischen und radiologischen Untersuchungen (bzw. einer neurologischen 

Begutachtung) mit eventuell auch neuropsychologischer Untersuchung und im 

Anschluss zur psychiatrischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

2.5  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung infolge 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 ATSG aufzuheben und 

die Sache ist zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3. 

3.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

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in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu werten (BGE 132 V 

215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich 

die Festsetzung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung.

3.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese wird vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 

963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin hat eine 

Kostennote im Betrag von Fr. 5'165.64 (act. G 18.2) resp. Fr. 5'157.65 (act. G 23.1) 

eingereicht. Sie hat einen Aufwand von 23.50 Stunden geltend gemacht. Im von der 

Rechtsvertreterin verrechneten Stundenansatz von Fr. 200.-- ist die von Gesetzes 

wegen bei unentgeltlicher Rechtsverbeiständung vorgesehene Kürzung des Honorars 

um einen Fünftel bereits berücksichtigt (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 

963.70). Da die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall obsiegt hat, hat sie jedoch 

Anspruch auf ein ungekürztes Honorar. Das verlangte Honorar beläuft sich bei einem 

mittleren Stundenansatz von Fr. 250.-- (Art. 24 Abs. 1 HonO) auf Fr. 5'875.--. Zuzüglich 

Auslagen/Spesen von Fr. 209.-- und 8 % Mehrwertsteuer (Fr. 486.70) beträgt das 

geltend gemachte Honorar somit Fr. 6'570.70. In einem durchschnittlich aufwändigen 

Rentenfall spricht das Versicherungsgericht praxisgemäss eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu. Der Aufwand der Rechtsvertreterin ist im 

vorliegenden Fall überdurchschnittlich gewesen. Das Aktendossier des 

Verwaltungsverfahrens hat 256 Aktenstücke umfasst und das Dossier der 

Unfallversicherungen ist beinahe ebenso umfangreich gewesen. Zwar haben sich keine 

schwierigen rechtlichen Fragen gestellt, aber in medizinischer Sicht hat es sich um 

einen komplexen Sachverhalt gehandelt. Ausserdem hat die Rechtsvertreterin im 

Beschwerdeverfahren weitere medizinische Berichte eingeholt, die nachträglich 

eingeholten RAD-Stellungnahmen studieren müssen und neben der Beschwerde und 

der Replik auch noch eine Stellungnahme zur Duplik verfasst. Eine 

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Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- wäre im vorliegenden Fall daher zu tief, eine fast 

doppelt so hohe Parteientschädigung, wie sie die Rechtsvertreterin gefordert hat, 

allerdings zu hoch. Unter Würdigung aller Umstände erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat 

der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren somit eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Entscheid

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 28. 

Januar 2014 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur 

anschliessenden Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2016
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Rückweisung der Sache zu weiteren neurologischen Untersuchung (resp. erneuten neurologischen Begutachtung) mit eventuell neuropsychologischer Untersuchung und zur anschliessenden psychiatrischen Begutachtung, da zwischenzeitlich vom behandelnden Psychiater neue Diagnosen (ADHS und bipolare Störung) angegeben worden sind, der MRI-Befund multiple unspezifische Marklagerläsionen gezeigt hat und die behandelnde Neurologin weitere Untersuchungen als indiziert erachtet hat. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2016, IV 2014/127).

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