# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** abc5c658-eaf5-5324-b423-e9070d27140f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240315-O1
**Docket/Reference:** SB240315-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240315-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240315-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. 

Weder und Oberrichter lic. iur. Amsler sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Gitz

Urteil vom 11. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin M.A. HSG in Law X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfacher Betrug etc. und Rückversetzung

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 

19. Dezember 2023 (GG230060)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 24. Januar 

2023 (Urk. 17) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 

1.

Der Beschuldigte hat sich wie folgt schuldig gemacht:







mehrfacher Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB

Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Abs. 1 StGB

Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 StGB

2.

Der Beschuldigte wird in den Vollzug der mit Urteil des Bezirksgerichts 

Bülach vom 16. Juli 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe rückversetzt (Strafrest: 

72 Tage).

3.

Der Beschuldigte wird unter Einbezug dieses Strafrestes bestraft mit 12 Mo-

naten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 1 Tag durch Haft erstanden 

ist) als Gesamtstrafe und als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Baden vom 17. März 2023 ausgefällten Strafe.

4.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Schadenersatz von 

Fr. 40'000.– zzgl. 5 % Zins seit dem 7. September 2021 zu bezahlen.

5.

Der Antrag der Privatklägerin 1 auf Zusprechung einer Genugtuung wird 

abgewiesen.

6.

Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der 

Privatklägerin 2 im Betrag von Fr. 21'000.– zzgl. 5 % Zins seit dem 19. Mai 

2020 anerkannt hat.

7.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

1'300.– ; die weiteren Auslagen betragen:

1'400.–   Auslagen Vorverfahren 

9'911.90   amtl. Verteidigungskosten 

- 3 -

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.

8.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der 

amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 72 S. 1 f.; Prot. II S. 5 und 32)

1.

Das Urteil der Vorinstanz vom 19. Dezember 2023 sei betreffend die 

Ziffern 1-6 sowie Ziffer 8 aufzuheben.

2.

Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des mehrfachen Betrugs etc. (Dos-

sier 1 und 3) vollumfänglich freizusprechen und nicht zu bestrafen.

3.

Dossier 2 sei einzustellen, eventualiter sei der Beschuldigte freizuspre-

chen.

4.

Von der Rückversetzung in den Vollzug der mit Urteil des Bezirksge-

richts Bülach vom 16. Juli 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe sei abzuse-

hen.

5.

Die Zivilforderungen – mit Ausnahme der anerkannten Forderung be-

treffend Dossier 2 – seien auf den Zivilweg zu verweisen.

6.

Die Kosten für die Untersuchung, das erstinstanzliche sowie das vorlie-

gende Verfahren und für die amtliche Verteidigung (zzgl. MwSt.) seien 

auf die Staatskasse zu nehmen.

- 4 -

b)

Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:

(schriftlich, Urk. 58)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

____________________________________

Erwägungen:

I.

Verfahrensgang

Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schriftlich im Dis-

positiv  mitgeteilte  Urteil  des  Bezirksgerichts  Bülach  vom  19. Dezember  2023 

(Urk. 49 = Urk. 52) meldete die amtliche Verteidigung namens und im Auftrag des 

Beschuldigten innert Frist Berufung an (Urk. 44). Nach fristgerechter Erstattung der 

Berufungserklärung vom 12. Juli 2024 (Urk. 51; Urk. 55) und anschliessender Frist-

ansetzung an die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (nachfolgend: Staatsan-

waltschaft) und die Privatkläger (Urk. 56) beantragte die Staatsanwaltschaft die Be-

stätigung  des  vorinstanzlichen  Urteils  und  verzichtete  darauf,  Beweisanträge  zu 

stellen (Urk. 58). Die Privatkläger liessen sich nicht vernehmen. In der Folge wurde 

auf den 14. Mai 2025 zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 60). Auf begrün-

detes Gesuch der Verteidigung hin wurde die Ladung am 7. Mai 2025 abgenom-

men  und  die  Berufungsverhandlung  auf  den  11. Juni  2025  verschoben  (Urk. 64; 

Urk. 65; Urk. 68). Erschienen sind der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen 

Verteidigerin (Prot. II S. 3).

II. Gegenstand des Berufungsverfahrens

1.

Gemäss  Art. 402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung  auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend  gehemmt.  Das  Berufungsgericht  überprüft  somit  das  erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

- 5 -

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt  neues  Urteil  (Art. 408  StPO),  worin  es  jedoch  anzugeben  hat,  welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Ur-

teile  des  Bundesgerichts  6B_77/2024  vom  2. Juli  2024  E. 1.1.2;  6B_1397/2019 

vom 12. Januar 2022 E. 4.3 mit Hinweisen).

2.

Der Beschuldigte beantragte in der Berufungserklärung einen vollumfängli-

chen  Freispruch,  die  Abweisung  der  Zivilansprüche  und  eine  ausgangsgemässe 

Kosten- und Entschädigungsregelung (Urk. 55 S. 1). Anlässlich der Berufungsver-

handlung liess der Beschuldigte seine Berufung hinsichtlich Dispositivziffer 6 des 

vorinstanzlichen Urteils (Zivilforderung der Privatklägerin 2) zurückziehen (Prot. II 

S. 5, 32). Hiervon ist Vormerk zu nehmen. Es ist somit festzustellen, dass das Urteil 

des Bezirksgerichts Bülach vom 19. Dezember 2023 bezüglich Dispositivziffer 6 in 

Rechtskraft erwachsen ist.

III.

Prozessuales 

1.

Die  Verteidigung  beantragt  wie  bereits  vor  Vorinstanz  die  Einstellung  des 

Verfahrens betreffend Dossier 2 und führt zur Begründung aus, Abklärungen dar-

über, inwieweit der mit "Leasingvertrag" betitelte Vertrag vom Beschuldigten erfüllt 

worden und wer rechtmässiger Eigentümer des Fahrzeugs sei, obliege nicht den 

Strafverfolgungsbehörden.  Vielmehr  handle  es  sich  um  eine  zwischen  dem  Be-

schuldigten und dem Geschädigten bestehende zivilrechtliche Angelegenheit, die 

von den Gerichten in einem von den Parteien eingeleiteten Zivilprozess zu klären 

sei (Urk. 40 Rz. 57 f.; Urk. 72 Rz. 50-52). 

2.

Kann ein Urteil nach Anklageerhebung definitiv nicht ergehen, so stellt das 

Gericht, mithin auch die Rechtsmittelinstanz, gestützt auf die allgemeine Verwei-

sungsnorm in Art. 379 StPO das Verfahren ein (Art. 329 Abs. 4 StPO), sofern die-

ses wegen fehlender Prozessvoraussetzungen oder vorhandener Prozesshinder-

nisse (Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO) einzustellen ist (BGE 146 IV 68 E. 2.1; Urteile des 

Bundesgerichts  7B_211/2022  vom  12. März  2024  E. 2.3.1;  6B_1161/2021  vom 

21. April 2023 E. 11.4.2; 6B_1181/2016 vom 13. Dezember 2017 E. 2.2; je mit Hin-

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weisen).  Der  zivilrechtliche  Bezug  eines  in  strafrechtlicher  Hinsicht  zu  prüfenden 

Sachverhalts stellt kein Prozesshindernis im Sinne von Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO 

dar. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, hat die Tatsache, dass das Strafgericht 

im Rahmen der Rechtsanwendung die zivilrechtlichen Verhältnisse zu prüfen hat, 

nicht zur Folge, dass von einer rein zivilrechtlichen Streitigkeit und damit von einer 

sachlichen Zuständigkeit des Zivilgerichts auszugehen wäre. Der Antrag der Ver-

teidigung auf Einstellung des Verfahrens betreffend Dossier 2 ist daher abzuwei-

sen.

IV.

Sachverhalt und rechtliche Würdigung

A.

Grundsätze der Beweiswürdigung

1.

Zu  den  allgemeinen  Beweiswürdigungsregeln  kann  auf  die  zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 52 S. 6) und die einschlägige Rechtsprechung 

des  Bundesgerichts  (BGE  146  IV  88  E. 1.3.1;  145  IV  154  E. 1.1;  144  IV  345 

E. 2.2.3.2; 138 V 74 E. 3; 124 IV 86 E. 2a; je mit Hinweisen) verwiesen werden. 

Soweit 

für  die 

tatsächliche  und  rechtliche  Würdigung  des  eingeklagten 

Sachverhalts auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in 

Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  im  Einzelnen 

explizit  Erwähnung 

findet. 

Im  Übrigen 

ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die 

Entscheidbegründung  nach  der  Rechtsprechung  kurz  die  wesentlichen 

Überlegungen nennen muss, von denen sich das Gericht leiten liess und auf die es 

seinen  Entscheid  stützt.  Es  darf  sich  auf  die  massgebenden  Gesichtspunkte 

beschränken und muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung 

und 

jedem  rechtlichen  Einwand  auseinandersetzen  und  diese  widerlegen 

(BGE 147 IV 409 E. 5.4.3 mit Hinweisen).

2.

Ergänzend ist zur Beweiswürdigung festzuhalten, dass die in Art. 32 Abs. 1 

BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Unschuldsvermutung bedeutet, dass es Sa-

che  der  Strafverfolgungsbehörden  ist,  der  beschuldigten  Person  ihre  Täterschaft 

nachzuweisen. Gemäss Art. 113 Abs. 1 StPO muss sich die beschuldigte Person 

nicht selbst belasten und hat namentlich das Recht, die Aussage und Mitwirkung 

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im Strafverfahren zu verweigern. Das Recht zu schweigen gehört zum allgemein 

anerkannten  Standard  eines  fairen  Verfahrens  (BGE 147  I  57  E. 5.1;  144  I  242 

E. 1.2.1). Gegen das Verbot des Selbstbelastungszwangs verstösst zum Beispiel 

ein strafbewehrter Befehl an die beschuldigte oder eine andere verweigerungsbe-

rechtigte Person, potentiell belastende Beweisunterlagen herauszugeben oder be-

lastende Aussagen gegen sich oder (im Rahmen des Aussageverweigerungsrech-

tes) eine andere Person zu machen (BGE 142 IV 207 E. 8.3.1). Unzulässig ist na-

mentlich auch, das Schweigen der beschuldigten Person als Indiz für ihre Schuld 

zu werten (BGE 138 IV 47 E. 2.6.1). Demgegenüber ist es – wie das Bundesgericht 

unter  Berücksichtigung  der  Rechtsprechung  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 

Menschenrechte in Sachen John Murray gegen Vereinigtes Königreich (Urteil vom 

8. Februar 1996, Nr. 18731/91) explizit festgestellt hat – nicht ausgeschlossen, das 

Aussageverhalten der beschuldigten Person in die freie Beweiswürdigung mitein-

zubeziehen, so insbesondere, wenn sie sich weigert, zu ihrer Entlastung erforderli-

che Angaben zu machen, bzw. es unterlässt, entlastende Behauptungen näher zu 

substantiieren, obschon eine Erklärung angesichts verschiedener belastender Be-

weiselemente vernünftigerweise erwartet werden darf (Urteile des Bundesgerichts 

6B_934/2025  vom  16. April  2025  E. 3.3.2;  6B_1019/2024  vom  3. April  2025 

E. 2.2.3;  6B_129/2024  vom  22. April  2024  E. 2.3.1;  6B_1202/2021  vom  11. Fe-

bruar  2022  E. 1.8.2;  6B_1302/2020  vom  3. Februar  2021  E. 1.4.4  [nicht  publ.  in 

BGE 147 IV 176]; 6B_289/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 7.8.1).

3.

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu be-

weisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Der Indizienbeweis 

ist dem direkten Beweis gleichwertig. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich 

allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tat-

sache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, können in ihrer 

Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden 

Beweis von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundesgerichts 6B_1349/2022 vom 

24. Januar  2025  E. 6.3.2;  6B_736/2024  vom  13. Januar  2025  E. 2.3.2; 

6B_1353/2023 vom 6. November 2024 E. 7.2.2; 6B_1149/2020 vom 17. April 2023 

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E. 2.3.2.2; 6B_790/2021 vom 20. Januar 2022 E. 1.2.3; 6B_1302/2020 vom 3. Fe-

bruar 2021 E. 1.2.3 [nicht publ. in BGE 147 IV 176]; je mit Hinweisen). Der Indizi-

enprozess als solcher verletzt weder die Unschuldsvermutung noch die aus ihr ab-

geleiteten  Teilrechte  (Urteile  des  Bundesgerichts  6B_924/2024  vom  27. Januar 

2025 E. 2.4.1; 6B_219/2021 vom 19. April 2023 E. 2.2 [nicht publ. in BGE 149 IV 

248]; 6B_1097/2021 vom 26. Oktober 2022 E. 3.2; 6B_1018/2021 vom 24. August 

2022 E. 2.1.1 f.; 6B_188/2022 vom 17. August 2022 E. 3.2). Der Grundsatz "in du-

bio pro reo" als Entscheidregel verlangt nicht, dass bei sich widersprechenden Be-

weismitteln unbesehen auf den für den Beschuldigten günstigeren Beweis abzu-

stellen ist. Die Entscheidregel kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Be-

weiswürdigung  als  Ganzem  relevante  Zweifel  verbleiben  (BGE  144  IV  345 

E. 2.2.3.2;  Urteile  des  Bundesgerichts  6B_1019/2021  vom  8. Dezember  2021 

E. 1.3.3; 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 [nicht publ. in BGE 147 IV 

176]; je mit Hinweisen).

B.

Dossier 1

1.

Anklagevorwurf

Betreffend  Dossier 1  wird  dem  Beschuldigten  zusammengefasst  vorgeworfen,  er 

habe B._____ auf dessen Frage nach einem Arbeitsvertrag für seinen Bruder und 

einem  Lehrlingsvertrag  für  seinen  Sohn  bei  der  C._____  in  Zürich  versprochen, 

diese  Verträge  für  ihn  zu  beschaffen  und  die  erforderlichen  Arbeits-  und  Aufent-

haltsbewilligungen über die Botschaft in Pristina zu organisieren. Als Gegenleistung 

sei je eine Zahlung von Fr. 20'000.– für den Bruder und den Sohn von B._____, 

mithin Fr. 40'000.–, vereinbart worden. Der Beschuldigte habe sich bei diesen Ver-

tragsverhandlungen mit B._____ als Vertreter der C._____ Zürich ausgegeben und 

die Funktion des Mittelsmanns zu dem angeblich für die Verträge zuständigen Chef 

der C'._____ namens "D2._____" gespielt, welchen er frei erfunden habe. Im Rah-

men  dieser  Vertragsverhandlungen  sei  es  zu  drei  Kontakten  zwischen  dem  Be-

schuldigten und B._____ gekommen, wobei der dritte Kontakt als Online-Konferenz 

stattgefunden habe, anlässlich welcher der Beschuldigte seinen Bruder D1._____ 

mit entsprechenden Instruktionen den Chef "D2._____" habe spielen lassen. Meh-

rere Kurz- und Sprachnachrichten von "D2._____" habe er in der Folge vom Mobil-

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telefon seines Bruders, welche er zuvor an sein eigenes Handy gesandt habe, an 

B._____  weitergeleitet.  Eine  direkte  Kontaktaufnahme  zwischen  B._____  und 

"D2._____"  habe  er  trotz  mehrfacher  Nachfrage  von  B._____  nicht  zugelassen. 

B._____ habe dem Beschuldigten am 31. August 2020 und am 18. November 2020 

je Fr. 20'000.– vom Firmenkonto der E._____ GmbH auf dessen Konto überwiesen. 

Dabei habe B._____ den Ausführungen des Beschuldigten, dass er diese Beträge 

auf dessen Privatkonto überweisen solle, da sein Chef "D2._____" mit diesen Ge-

schäften nicht direkt in Kontakt und demzufolge das Konto der C'._____ nicht an-

geben wolle, Glauben geschenkt. In der Folge habe B._____ nach einer Anfrage 

bei der Botschaft in Pristina und einem Telefonat mit der C'._____ festgestellt, dass 

der Beschuldigte nicht in der Lage gewesen sei, ihm die gewünschten und bezahl-

ten Bewilligungen und Verträge zu verschaffen. Aufgrund der vom Beschuldigten 

vorsätzlich und in Bereicherungsabsicht geschaffenen Lügengeschichten, die die-

ser insbesondere mit fingierten Chats untermauert habe, habe sich B._____ täu-

schen und zu zwei Zahlungen von insgesamt Fr. 40'000.– veranlassen lassen, wo-

durch er sich geschädigt und sich der Beschuldigte unrechtmässig bereichert habe.

2.

Standpunkt des Beschuldigten

Der  Beschuldigte  stellt  nicht  in  Abrede,  B._____  zwei  Arbeitsverträge  bei  der 

C'._____  und  Aufenthaltsbewilligungen  versprochen,  als  Gegenleistung 

Fr. 40'000.– gefordert und vorgespiegelt zu haben, dass er bei der C'._____ arbeite 

und Kontakt zum angeblichen Chef D2._____ habe (Urk. 4/1 F/A 5; Prot. II S. 19 

ff.). Er stellt sich jedoch auf den Standpunkt, er kenne jemanden aus dem Kosovo, 

er heisse F._____, der die Bewilligungen hätte beschaffen können und dem er dafür 

Fr. 30'000.– übergeben habe (Urk. 4/1 F/A 5, 27, 30; Prot. II S. 20 ff.). 

3.

Ausgangslage

3.1. Die Vorinstanz stellte betreffend den besagten Vorfall im Wesentlichen auf 

die Aussagen des Beschuldigten und von B._____ ab. Sie erachtete den Anklage-

sachverhalt  betreffend  Dossier 1  als  erstellt  und  begründete  dies  zusammenge-

fasst  damit,  dass  die  Aussagen  von  B._____  grundsätzlich  konzis  und  detailliert 

seien, wobei die Diskrepanz betreffend die beiden Zahlungen von je Fr. 20'000.– 

- 10 -

offen gelassen werden könne, da unbestritten und durch entsprechende Zahlungs-

belege belegt sei, dass B._____ am 31. August 2020 und am 18. November 2020 

jeweils Fr. 20'000.– vom Konto der E._____ GmbH auf das Konto des Beschuldig-

ten  überwiesen  habe.  Im  Übrigen  werde  der  Tatablauf  vom  Beschuldigten  und 

B._____  im  Wesentlichen  übereinstimmend  geschildert.  Die  Aussagen  des  Be-

schuldigten, wonach er einen "F._____" im Kosovo kenne, der mit der Besorgung 

der Bewilligungen beauftragt worden sei, erachtete die Vorinstanz schliesslich als 

unglaubhaft und ging davon aus, der Beschuldigte habe nie vorgehabt und sei auch 

gar nie dazu in der Lage gewesen, für den Bruder und den Sohn von B._____ Ar-

beitsverträge und die erforderlichen Bewilligungen zu beschaffen (Urk. 52 S. 11 f.).

3.2. Die  Verteidigung  stellt  den  Anklagesachverhalt  nicht  grundsätzlich  in  Ab-

rede, sondern bringt in Übereinstimmung mit dem Beschuldigten vor, der Beschul-

digte  sei  von  B._____  beauftragt  worden,  Bewilligungen  für  dessen  Bruder  und 

Sohn zu organisieren, woraufhin die Geschädigte dem Beschuldigten Fr. 20'000.– 

überwiesen habe, wovon der Beschuldigte Fr. 10'000.– behalten und Fr. 10'000.– 

zu  einem  Bekannten  in  den  Kosovo  gebracht  habe,  der  die  Bewilligungen  hätte 

organisieren sollen. Da daraufhin einige Zeit nichts mehr passiert sei und der Be-

schuldigte immer wieder von B._____ nach dem aktuellen Stand gefragt worden 

sei, habe er eine fiktive Person namens D2._____ erfunden. Der Beschuldigte und 

sein Bruder hätten in der Folge mit B._____ Kontakt aufgenommen und der Bruder 

habe sich gegenüber B._____ als D2._____ ausgegeben (Urk. 40 Rz. 1-3; Urk. 72 

Rz. 6 ff.). 

4.

Beweiswürdigung

4.1. Die  Vorinstanz  hat  die  betreffend  Dossier 1  relevanten  Aussagen  des  Be-

schuldigten sowie diejenigen von B._____ korrekt zusammengefasst (Urk. 52 S. 7 

ff.). Darauf ist in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO zu verweisen.

4.2. Betreffend den vorliegend zu prüfenden Sachverhalt ist unbestritten und an-

hand der übereinstimmenden Aussagen von B._____ erstellt, dass der Kontakt zwi-

schen dem Beschuldigten und B._____ im August 2020 durch G._____ zustande 

kam  (vgl.  Urk. 4/1  F/A 7;  Urk. 5  F/A 6;  Urk. 6  F/A 8;  vgl.  auch  Prot. II  S. 19)  und 

- 11 -

B._____ den Beschuldigten nach einer Bewilligung und einem Arbeits- bzw. Lehr-

vertrag für seinen Bruder und seinen Sohn bei der C'._____ fragte, woraufhin der 

Beschuldigte ihm versprach, die Verträge bei der C'._____ zu beschaffen und die 

Bewilligungen im Kosovo zu organisieren (vgl. Urk. 4/1 F/A 5, 27, 30; Urk. 5 F/A 9 

f., 18; Urk. 6 F/A 8; vgl. auch Prot. II S. 19). Als Gegenleistung wurde hierfür eine 

Zahlung von Fr. 40'000.– vereinbart, wie der Beschuldigte und B._____ überein-

stimmend  ausführten  und  sich  auch  anhand  der  Kontobuchungen  der  ZKB  vom 

31. August 2020 und 18. November 2020 in der Höhe von je Fr. 20'000.–, insbe-

sondere den angegebenen Zahlungszwecken "Visa" bzw. "für Visum Bewilligung B 

an D2._____ Zahlung zweiter Teil Überweisung", erstellen lässt (vgl. Urk. 4/1 F/A 5, 

31 und 42; Urk. 5 F/A 12 und 43; Urk. 7/2; Urk. 7/3; Prot. II S. 20 f.). Die Überwei-

sungen  erfolgten  zulasten  des  Firmenkontos  der  E._____  GmbH,  deren  Inhaber 

B._____ war (Urk. 1 S. 2; Urk. 7/2; Urk. 7/3). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog 

(Urk. 52 S. 11), kann dabei im Hinblick auf die nachfolgende rechtliche Würdigung 

offengelassen  werden,  ob  Fr. 20'000.–  im  Voraus  und  weitere  Fr. 20'000.–  nach 

der Ankunft des Bruders und des Sohnes in der Schweiz zu bezahlen waren (vgl. 

Urk. 5 F/A 12) oder ob je Fr. 20'000.– für den Bruder und den Sohn vereinbart wur-

den (vgl. Urk. 6 F/A 8, 13). 

4.3. Sodann ist unbestritten und in Übereinstimmung mit den konstanten Aussa-

gen von B._____ erstellt, dass der Beschuldigte gegenüber B._____ wahrheitswid-

rig angab, dass er für die C'._____ arbeite (vgl. Urk. 4/1 F/A 11, 13; Urk. 5 F/A 11; 

Urk. 6 F/A 8, 11; Prot. II S. 18) und sein Chef bei C'._____ D2._____ heisse, es 

diese Person jedoch gar nicht gab (vgl. Urk. 4/1 F/A 16 f.; Urk. 5 F/A 12; vgl. auch 

Urk. 6 F/A 8, 13; Prot. II S. 20). Der Beschuldigte führte diesbezüglich aus, H._____ 

sei damals, als er noch bei der C'._____ gearbeitet habe, der Chef oder CO gewe-

sen.  Er  habe  dann  die  Kombination  D2._____  erfunden,  damit  es  glaubwürdiger 

rüberkomme  und  um  B._____  zu  beruhigen  (Urk. 4/1  F/A 12,  18,  20  und  42). 

B._____ habe die direkte Nummer von D2._____ haben wollen – was dieser eben-

falls zu Protokoll gab (Urk. 5 F/A 22 und 25) –, er habe das jedoch verweigert, weil 

dann rausgekommen wäre, dass es in Wahrheit sein Bruder sei (Urk. 4/1 F/A 5 und 

22 f.; vgl. auch Urk. 5 F/A 14). Entgegen dem Einwand der Verteidigung arbeitete 

der Beschuldigte in diesem Zeitpunkt auch nicht als Autoverkäufer bei der I._____ 

- 12 -

AG (vgl. Urk. 72 Rz. 29), da das Arbeitsverhältnis mit der I._____ AG mittels Auf-

hebungsvereinbarung  per  31. August  2020  aufgehoben  wurde  (vgl.  nachfolgend 

E. IV.C.4.2). Sodann hätte dies nichts daran geändert, dass der Beschuldigte ge-

genüber B._____ wahrheitswidrig angab, bei der C._____ zu arbeiten. Weiter ist 

unbestritten,  dass  der  Beschuldigte  bei  der  Telefonkonferenz  mit  B._____  und 

D2._____ seinen Bruder D1._____ D2._____ spielen liess. Der Beschuldigte führte 

hierzu aus, er habe seinem Bruder gesagt, was er sagen solle. Sein Bruder habe 

nicht genau gewusst, was gemeint gewesen bzw. dass dies strafrechtlich relevant 

sei (Urk. 4/1 F/A 24). Weiter anerkannte der Beschuldigte, die Kurz- und Sprach-

nachrichten  von  D2._____  an  B._____  selber  vom  Telefon  seines  Bruders  ge-

schrieben und diese bzw. Screenshots davon und die Sprachnachricht an B._____ 

weitergeleitet  zu  haben  (vgl.  Urk. 4/1  F/A 5  und  25  f.;  vgl.  Urk. 7/1  S. 3;  Urk. 7/4 

S. 6).

4.4. Der  Beschuldigte  bestreitet  jedoch,  nicht  in  der  Lage  gewesen  zu  sein, 

B._____ die gewünschten Bewilligungen zu beschaffen und führte in der polizeili-

chen Einvernahme vom 6. Mai 2021 aus, er habe B._____ auf dessen Frage, ob er 

jemanden  kenne,  der  Arbeitsbewilligungen  mache,  geantwortet,  er  kenne  einen 

F._____ aus dem Kosovo, der so etwas mache. Er habe mit F._____ und B._____ 

telefoniert  und  Letzterer  habe  ihm  zuerst  Fr. 20'000.–  überwiesen,  wobei  er 

Fr. 10'000.–  für  sich  behalten  und  Fr. 10'000.–  F._____  in  den  Kosovo  gebracht 

habe. Als er das zweite Mal im Kosovo gewesen sei, habe F._____ gesagt, dass 

er  nochmals  Fr. 20'000.–  brauche,  wenn  er  –  der  Beschuldigte  –  wolle,  dass  es 

schneller gehe. Das erste Mal habe er F._____ angerufen. Als er dann habe nach-

fragen wollen, sei nur die Combox gekommen. Als er wieder in den Kosovo gegan-

gen sei, habe er F._____ gesucht, ihn aber nicht gefunden. Als er in J._____ [Stadt 

in  Kosovo]  gewesen  sei,  habe  er  nach  F._____  gefragt.  Er  sei  dann  in  ein  Café 

gekommen, in welchem sich der Beschuldigte aufgehalten habe (Urk. 4/1 F/A 5). 

Die zweite Überweisung von Fr. 20'000.– habe F._____ bekommen. Er – der Be-

schuldigte – sei dafür in den Kosovo geflogen, da F._____ ihm nie einen Nachna-

men gegeben habe und es immer bar auf die Hand gewesen sei (Urk. 4/1 F/A 31 

f.).  B._____  habe  ihn  von  Anfang  an  gefragt,  ob  er  garantiere  und  er  habe  dies 

bejaht. Er habe gute Erfahrungen mit F._____ gemacht und gewusst, dass er sol-

- 13 -

che Dinge könne (Urk. 4/1 F/A 28 f.). Er wisse, dass die von F._____ abgegebenen 

Arbeitsbewilligungen  in  Kroatien  und  Deutschland  echt  gewesen  seien  (Urk. 4/1 

F/A 30).  Betreffend  F._____  führte  der  Beschuldigte  weiter  aus,  dieser  sei  von 

J._____, die Adresse kenne er jedoch nicht. F._____ sei zwischen 60 und 65 Jahre 

alt und lebe im Kosovo. Er – der Beschuldigte – habe ein Handy im Kosovo, von 

dem aus er F._____ angerufen habe. Die Nummer funktioniere aber nicht mehr. 

Über  das  beim  Beschuldigten  sichergestellte  Telefon  habe  es  nie  Kontakt  mit 

F._____ gegeben (Urk. 4/1 F/A 33 f.). Da er keine Fortschritte gesehen habe, habe 

er  die  Geschichte  mit  D2._____  erfunden,  um  B._____  zu  beruhigen  (Urk. 4/1 

F/A 42). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 11. November 

2022 verwies der Beschuldigte auf seine bisherigen Aussagen (Urk. 4/2 S. 2-4). In 

der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte wiederum aus, B._____ sei auf 

ihn  zugekommen  und  habe  Arbeitsbewilligungen  für  seinen  Bruder  und  seinen 

Sohn beschaffen wollen (Prot. II S. 19). Er habe ihn dann zur richtigen Person ge-

bracht, zu F._____ im Kosovo. Für diese Vermittlung habe er Fr. 10'000.– erhalten 

(Prot. II S. 20 f.). D2._____ habe er erfunden, weil die Person, die ihm die Aufent-

haltsbewilligungen hätte machen sollen, zu diesem Zeitpunkt nicht mehr unterwegs 

gewesen sei bzw. er ihn nicht mehr habe erreichen können und er habe Zeit ge-

winnen wollen (Prot. II S. 20). B._____ gab demgegenüber an, der Beschuldigte 

habe nur davon gesprochen, dass er die Bewilligungen über die Schweizerische 

Botschaft in Pristina bekomme, von einer Kontaktperson dort sei keine Rede gewe-

sen (Urk. 6 F/A 8). 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz erscheinen die Aussagen des Beschuldig-

ten betreffend F._____ nicht glaubhaft, ist doch nicht nachvollziehbar, weshalb er 

B._____ nicht darüber informierte, dass es aufgrund der Kontaktperson im Kosovo 

zu  Verzögerungen  betreffend  die  Bewilligungen  kam,  sondern  stattdessen 

D2._____ als Chef der C'._____ erfand, in dessen Namen Nachrichten via das Mo-

biltelefon seines Bruders schrieb und seinen Bruder anlässlich einer Online-Konfe-

renz D2._____ spielen liess. Der vom Beschuldigten betriebene Aufwand weist viel-

mehr darauf hin, dass er B._____ weiter hinhalten wollte und – da er bereits bei 

dessen Anfrage nicht mehr bei der C._____ tätig war – nicht vorhatte und auch gar 

nicht dazu in der Lage war, ihm die vereinbarten und bezahlten Bewilligungen zu 

- 14 -

beschaffen, zumal er nach eigenen Angaben auch während seiner dreimonatigen 

Tätigkeit bei der C._____ nichts mit Arbeitsverträgen oder Aufenthalts- und Arbeits-

bewilligungen zu tun hatte, sondern als Neuwagenaufbereiter fungierte (vgl. Prot. 

II S. 18 f.). 

4.5. Anhand  der  konstanten  und  glaubhaften  Aussagen  von  B._____,  dessen 

Schilderungen des Tatablaufs im Wesentlichen mit denjenigen des Beschuldigten 

übereinstimmen und der den Beschuldigten in seinen Einvernahmen nie übermäs-

sig belastete und erklärte, vom Beschuldigten nie in irgendeiner Form unter Druck 

gesetzt worden zu sein und keine Papiere verlangt zu haben (vgl. Urk. 5 F/A 21-

23), ist sodann erstellt, dass er im Februar und März 2021 die Botschaft in Pristina 

und die C'._____ kontaktierte und erfuhr, dass die Namen gar nicht im System der 

Botschaft waren bzw. es bei der C'._____ keinen D2._____ gab (vgl. Urk. 5 F/A 15; 

Urk. 6 F/A 8). B._____ führte diesbezüglich aus, er habe am 1. März 2021 bei der 

C'._____ nachgefragt, ob es einen D2._____ gebe. Man habe ihm gesagt, dass es 

keinen D2'._____, aber einen H'._____ gebe. Dieser habe sich dann mehrmals ent-

schuldigt  und  ihm  geraten,  zur  Polizei  zu  gehen  (Urk. 5  F/A 15).  Diese  Angaben 

von B._____ stimmen sodann mit dem Zeitpunkt der Anzeigeerstattung am 1. März 

2021  (Urk. 1  S. 2)  sowie  der  Aussage  des  Beschuldigten,  er  habe  den  Namen 

D2._____ gewählt, weil damals, als er noch bei der C'._____ gearbeitet habe, ein 

H._____ Chef gewesen sei (vgl. Urk. 4/1 F/A 18), überein. Weiter lässt sich gestützt 

auf die Ausführungen des Beschuldigten (Urk. 4/1 F/A 5) und die konstanten und 

glaubhaften Aussagen von B._____ erstellen, dass dieser dem Beschuldigten ver-

traute,  da  der  Beschuldigte  Sprachnachrichten  des  angeblichen  Chefs  geschickt 

hatte, und er Verständnis für die vom Beschuldigten vorgegebenen Probleme mit 

der  Botschaft  hatte,  da  der  Beschuldigte  alles  professionell  aufgezogen  hatte 

(vgl. Urk. 5 F/A 17, 21; Urk. 6 F/A 8, 12). So leitete der Beschuldigte B._____ bei-

spielsweise  am  18. November  2020  eine  Sprachnachricht  des  angeblichen 

D2._____ weiter, in welcher dieser ausführte, es sei "ganz ganz ganz wichtig", dass 

der  Beschuldigte  von  B._____  eine  Quittung  unterzeichnen  lasse,  damit  er  eine 

Bestätigung habe. Er mache "keine halben Sachen" (Urk. 8/5 AUDIO-2020-11-18-

13-55-30). Der Beschuldigte sagte denn auch selber aus, er habe D2._____ erfun-

den und in diesem Zusammenhang seinen Bruder hinzugezogen, damit es glaub-

- 15 -

würdiger rüberkomme und um B._____ zu beruhigen (vgl. Urk. 4/1 F/A 12, 18, 20, 

24 und 42). Sodann führte B._____ auch konstant aus, der Beschuldigte habe ge-

sagt,  dass  Leute,  die  auf  diese  Weise  angeworben  würden,  eine  Wohnung  bei 

C''._____ mieten könnten. Sie hätten es ihm sehr leicht gemacht und ihm quasi ein 

Gesamtpaket angeboten. Sie hätten das so professionell erzählt, dass er alles ge-

glaubt habe (Urk. 5 F/A 28 und 30; Urk. 6 F/A 12). Der Chef habe damit nicht in 

Verbindung gebracht werden und sein Konto daher nicht angeben wollen, was für 

ihn  nachvollziehbar  gewesen  sei.  Der  Beschuldigte  habe  das  Geld  zuerst  in  bar 

haben wollen, er – B._____ – habe das abgelehnt und dann habe der Beschuldigte 

ihm die Karte (gemeint die IBAN-Nummer auf der Karte) gegeben (Urk. 5 F/A 27; 

Urk. 6  F/A 8).  Diese  Aussage  stimmt  mit  dem  vom  Mobiltelefon  von  B._____  er-

stellten Printscreen des Chats mit dem Beschuldigten vom 27. August 2020 über-

ein, in welchem der Beschuldigte B._____ ein Foto seiner PostFinance-Bankkarte 

zukommen liess (Urk. 7/1 S. 1). Es lässt sich somit gestützt auf die genannten Be-

weismittel erstellen, dass sich B._____ vom Verhalten des Beschuldigten täuschen 

liess und dadurch zu zwei Zahlungen im Betrag von Fr. 40'000.– veranlasst wurde.

4.6. Gestützt auf die vorgenannten Beweismittel ist der Anklagesachverhalt be-

treffend  Dossier 1  in  Übereinstimmung  mit  den  Erwägungen  der  Vorinstanz 

(vgl. Urk. 52 S. 11 f.) als erstellt zu qualifizieren. 

5.

Rechtliche Würdigung

5.1. Ausgangslage

5.1.1. Die  Vorinstanz  sprach  den  Beschuldigten  entsprechend  dem  Antrag  der 

Staatsanwaltschaft  des  Betrugs  im  Sinne  von  Art. 146  Abs. 1  StGB  schuldig 

(Urk. 52 S. 21 ff.).

5.1.2. Die Verteidigung stellt wie bereits vor Vorinstanz in Frage, ob B._____ über-

haupt ein schützenswertes Interesse habe, habe doch dessen Bruder nicht das Ziel 

gehabt, in der Schweiz langfristig zu arbeiten, sondern lediglich die Aufenthaltsbe-

willigung für die Schweiz zu erlangen (Urk. 40 Rz. 18 f.; Urk. 72 Rz. 17 ff.). Die erste 

Zahlung von B._____ an den Beschuldigten in der Höhe von Fr. 20'000.– sei so-

- 16 -

dann aus reiner Eigenmotivation erfolgt, weil B._____ offensichtlich so schnell wie 

möglich  Bewilligungen 

für  seine  Familienmitglieder  habe  erlangen  wollen. 

D2._____ sei im August 2020 noch nicht erwähnt worden. Somit habe vor der ers-

ten  Zahlung  noch  keine Täuschungshandlung  vorgelegen  (Urk. 72  Rz. 6  ff.).  Vor 

der zweiten Zahlung sei B._____ eine Sprachnachricht von D2._____ abgespielt 

worden,  was  jedoch  keine  Täuschung  und  erst  recht  keine  arglistige  Täuschung 

darstelle (Urk. 72 Rz. 13). Die Telefonkonferenz mit D2._____ habe erst kurz vor 

Weihnachten stattgefunden; nach dem 18. November 2020 seien jedoch gar keine 

Zahlungen  mehr  getätigt  worden,  weshalb  diese  nicht  dazu  geführt  habe,  dass 

B._____ eine Handlung vorgenommen habe, durch welche er am Vermögen ge-

schädigt worden sei (Urk. 72 Rz. 14). Die Handlungen des Beschuldigten, mit wel-

chen  die  Vorinstanz  die  arglistige  Täuschung  begründet  habe,  hätten  somit  erst 

nach den Zahlungen stattgefunden (Urk. 72 Rz. 16, 32). Sodann sei auch das Kri-

terium der Arglist nicht erfüllt. Einerseits sei keinesfalls von einer unerfahrenen Per-

son auszugehen, da B._____, welcher ebenfalls über die Aufenthaltsbewilligung B 

verfüge, ein erfahrener Geschäftsmann mit denselben Wurzeln wie der Beschul-

digte sei und andererseits habe der Beschuldigte nicht besonders geschickt agiert, 

sondern  in  einer  Art  und  Weise,  die  von  Beginn  an  Misstrauen  erweckt  habe 

(Urk. 40 Rz. 20, 25 ff.; Urk. 72 Rz. 23). B._____ habe somit leichtfertig gehandelt 

(Urk. 72 Rz. 35 ff.). Mit einer einfachen Recherche wäre sofort ersichtlich gewesen, 

dass es D2._____ gar nicht gebe. Die Parteien seien auch nicht verwandt, weshalb 

sich der Beschuldigte nicht habe darauf verlassen können, dass B._____ ihn nicht 

kontrolliere (Urk. 72 Rz. 42 f.). Ausserdem sei der Preis von Fr. 20'000.– pro Bewil-

ligung horrend und unrealistisch (Urk. 72 Rz. 44). Schliesslich habe der Beschul-

digte beabsichtigt, die Bewilligungen zu verschaffen, weshalb sich B._____ nicht in 

einem  Irrtum  befunden  und  auch  keine  Bereicherungsabsicht  bestanden  habe 

(Urk. 72 Rz. 47 f.).

5.2. Grundlagen

Bezüglich der rechtlichen Grundlagen des Tatbestands des Betrugs im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zu-

- 17 -

treffenden Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 52 S. 21 

ff.).

5.3. Würdigung

5.3.1. Der Beschuldigte stellte gegenüber B._____ in Aussicht, für dessen Bruder 

und Sohn je einen Arbeitsvertrag bei der C._____ sowie für beide die erforderlichen 

Aufenthaltsbewilligungen im Kosovo zu beschaffen, wofür eine Gegenleistung von 

insgesamt Fr. 40'000.– vereinbart wurde. Dabei gab sich der Beschuldigte als An-

gestellter der C._____ aus, obwohl er zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr als Neu-

wagenaufbereiter dort angestellt und dementsprechend weder im Anstellungszeit-

punkt  noch  danach  in  der  Lage  war,  B._____  die  gewünschten  Verträge  zu  ver-

schaffen. 

Indem der Beschuldigte in der Folge zur Untermauerung seiner unwahren Behaup-

tungen und zur Aufrechterhaltung des Anscheins, diese Bewilligungen tatsächlich 

beschaffen zu können, den angeblichen Chef D2._____ erfand, diesen anlässlich 

einer  Online-Konferenz  mit  entsprechenden  Instruktionen  von  seinem  Bruder 

D1._____ spielen liess und mehrere Kurz- und Sprachnachrichten des angeblichen 

D2._____, welche er selbst verfasst und vom Mobiltelefon seines Bruders, den er 

in seinen Kontakten als D2'._____ gespeichert hatte, an sein eigenes Handy ge-

sandt hatte, an B._____ weiterleitete, um die tatbestandsmässige Täuschung und 

die schädigende Vermögensdisposition zu erreichen und aufrecht zu erhalten, be-

diente er sich täuschender Machenschaften. So wählte der Beschuldigte den Na-

men D2._____ nach eigenen Aussagen, weil sein damaliger Chef bei der C'._____ 

H._____ geheissen hatte. Durch die Verwendung desselben Nachnamens wollte 

der Beschuldigte offensichtlich erreichen, dass seine Täuschung zumindest einer 

allfälligen oberflächlichen Recherche von B._____ standzuhalten vermochte. So-

dann instruierte er seinen Bruder dahingehend, dass dieser als D2._____ vorgab, 

"keine halben Sachen" zu machen und besonderen Wert auf die Unterzeichnung 

einer Quittung als Bestätigung zu legen (vgl. Urk. 8/5 v AUDIO-2020-11-18-13-55-

30) und erweckte so den Anschein eines korrekten Vorgehens betreffend die Aus-

stellung der Bewilligungen und Verträge, indem er suggerierte, sich diesbezüglich 

durch  umfassende  Schriftlichkeit  absichern  zu  wollen.  Der  Beschuldigte  be-

- 18 -

schränkte sich somit nicht auf plumpe Tricks, sondern wandte raffiniert aufeinander 

abgestimmte Lügen an. Den Einwendungen der Verteidigung, B._____ habe ge-

wusst, dass er auf diesem Weg keine Bewilligung erlangen dürfe, weshalb fraglich 

sei,  ob  er  überhaupt  ein  schützenswertes  Anliegen  habe  (vgl.  Urk. 40  Rz. 19  ff.; 

Urk. 72 Rz. 17 ff.), ist einerseits mit Verweis auf die von der Vorinstanz zitierte bun-

desgerichtliche Rechtsprechung entgegenzuhalten, dass die Vermittlung von Auf-

enthalts- und Arbeitsbewilligungen gegen Entgelt trotz deren Rechtswidrigkeit unter 

den Tatbestand des Betrugs fällt (vgl. BGE 120 IV 186 E. 1). Andererseits sieht das 

Zulassungsverfahren für ausländische Arbeitskräfte gemäss Staatssekretariat für 

Migration  (SEM)  bei  Nicht-EU/EFTA-Angehörigen  vor,  dass  der  Arbeitgeber  die 

Gesuchsunterlagen bei der kantonalen Arbeitsmarkt- oder Migrationsbehörde ein-

reicht und Arbeitnehmende, die der Visumspflicht unterstellt sind, zudem ein ent-

sprechendes  Einreisegesuch  bei  der  für  ihren  Wohnort  zuständigen  schweizeri-

schen 

Auslandvertretung 

zu 

stellen 

haben 

(https://www.sem.ad-

min.ch/sem/de/home/themen/arbeit/nicht-eu_efta-angehoerige/verfahrensab-

lauf.html, besucht am 1. Juli 2025). Dieser Verfahrensablauf stimmt somit im We-

sentlichen  mit  demjenigen  des  vom  Beschuldigten  geschilderten  überein,  hat  er 

doch  in  Aussicht  gestellt,  dem  im  Kosovo  wohnhaften  Bruder  und  Sohn  von 

B._____ über die C'._____, d.h. den Arbeitgeber, je einen Arbeitsvertrag und im 

Kosovo bzw. in Pristina, mithin über die zuständige schweizerische Auslandvertre-

tung, je eine Aufenthaltsbewilligung zu organisieren. B._____ mussten sich daher 

angesichts  der  vom  Beschuldigten  geschilderten  Vorgehensweise  keine  Zweifel 

aufdrängen. Im Gegenteil unterstreicht die Tatsache, dass der Beschuldigte ein ge-

mäss SEM korrektes Vorgehen bei der Beschaffung der Arbeitsverträge und Bewil-

ligungen vorspiegelte vielmehr sein arglistiges Handeln. Dass B._____ bereit war, 

für  das  Organisieren  von  zwei  Bewilligungen  und  zwei  Arbeitsverträgen 

Fr. 40'000.– zu bezahlen, ist angesichts des Umstands, dass er seinem im Kosovo 

lebenden  Sohn  primär  eine  sehr  interessante  Lehrstelle  und  eine  Zukunft  in  der 

Schweiz verschaffen wollte und das Ganze dementsprechend als Lottogewinn be-

zeichnete (vgl. Urk. 5 F/A 20, 28 und 30), nicht als Missachtung grundlegendster 

Vorsichtsmassnahmen zu qualifizieren. Dass der angebliche Chef seine Nummer 

nicht an Dritte weitergeben wollte (vgl. Urk. 5 F/A 22), seinen (angeblichen) Ange-

- 19 -

stellten  mit  der  Organisation  der  Arbeits-  und  Aufenthaltsbewilligungen  betraute 

und den Kontakt zu B._____ über diesen führen liess, ist ebenfalls nicht derart ab-

wegig,  dass  von  einer  die  Arglist  ausschliessenden  Leichtfertigkeit  von  B._____ 

auszugehen ist. Dasselbe gilt für die Kommunikation über die private Handynum-

mer  des  Beschuldigten  und  die  Annahme,  eine  Banküberweisung  verleihe  dem 

Ganzen eine gewisse Transparenz (vgl. Urk. 5 F/A 24). Wie die Verteidigung zu-

treffend vorbringt (vgl. Urk. 40 Rz. 36 und 44; Urk. 72 Rz. 42), wäre es im Nachhin-

ein betrachtet ein Leichtes gewesen, bei der C'._____ und der Botschaft in Pristina 

anzurufen und das Angebot des Beschuldigten zu überprüfen. Jedoch bestand für 

B._____  –  wie  soeben  ausgeführt  –  angesichts  der  raffiniert  aufeinander  abge-

stimmten Behauptungen im Zeitpunkt der Überweisungen kein Anlass, am Angebot 

des Beschuldigten zu zweifeln. Tatsächlich ist zwar als ungewöhnlich zu bezeich-

nen, dass die Gegenleistung in der Höhe von Fr. 40'000.– für die Organisation der 

Arbeitsverträge und Aufenthaltsbewilligungen auf das Konto des Beschuldigten zu 

überweisen war. Dieser Umstand allein vermag indessen das arglistige Verhalten 

des Beschuldigten nicht zu relativieren, da zwangslos denkbar ist, dass dieses Vor-

gehen für B._____ angesichts der stimmigen Geschichte des Beschuldigten nach-

vollziehbar war, auch wenn dabei seine Erklärung, wonach der Chef der C'._____ 

nicht offiziell damit in Verbindung habe gebracht werden wollen (vgl. Urk. 5 F/A 27), 

nicht im Vordergrund steht. Der Beschuldigte hat sich nämlich nicht nur einfachen 

Lügen bedient, sondern durch die Erfindung von D2._____ und die Ausweitung von 

dessen  Rolle  im  Verlaufe  der  Zeit  aktive  Handlungen  zur  Täuschung  und  deren 

Aufrechterhaltung vorgenommen, die weit über die Errichtung eines Lügengebäu-

des  hinaus  gehen.  Obwohl  der  Beschuldigte  einen  Grossteil  dieser  Handlungen 

nach der ersten Anzahlung von Fr. 20'000.– durch B._____ vornahm, erweist sich 

das Vorgehen des Beschuldigten in seiner Gesamtheit als arglistig, erfand er doch 

vor der zweiten Zahlung von Fr. 20'000.– den angeblichen Chef D2._____ und wei-

tete dessen Rolle immer weiter aus, um seine Täuschung aufrecht zu erhalten, das 

Vertrauen in seine Fähigkeiten und Kontakte zu stärken und B._____ von der Über-

prüfung seines Lügengebäudes abzuhalten, was ihm schliesslich auch gelang. Das 

raffinierte  Tatvorgehen  des  Beschuldigten  lässt  das  rückblickend  leichtfertig  er-

scheinende Verhalten von B._____ deutlich in den Hintergrund treten.

- 20 -

Dieses arglistige Verhalten des Beschuldigten versetzte B._____ in einen Irrtum, 

indem er davon ausging, der Beschuldigte sei in der Lage, ihm die gewünschten 

und bezahlten Bewilligungen und Verträge zu verschaffen, was schliesslich zu ei-

ner  Vermögensverfügung  von  insgesamt  Fr. 40'000.–  an  den  Beschuldigten  und 

einem entsprechenden Vermögensschaden bei der E._____ GmbH führte. Mit sei-

nem Vorgehen hat der Beschuldigte somit den objektiven Tatbestand des Betrugs 

erfüllt.

5.3.2. Der Beschuldigte stellte B._____ wissentlich und willentlich in Aussicht, für 

dessen Bruder und Sohn Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen über die C'._____ 

bzw. die Botschaft in Pristina zu organisieren, obschon er wusste, dass er hierzu 

nicht in der Lage war, zumal er in diesem Zeitpunkt nicht mehr bei der C'._____ 

angestellt war und im Übrigen auch im Zeitpunkt seiner Anstellung nicht dazu im-

stande  gewesen  wäre.  Der  Beschuldigte  war  sich  dabei  des  Vertrauens  von 

B._____ bewusst, der bereits aufgrund dieser unwahren Angaben eine Anzahlung 

von Fr. 20'000.– leistete. Mittels der Erfindung von D2._____ und der Weiterleitung 

mehrerer Kurz- und Sprachnachrichten des angeblichen D2._____ an B._____ un-

termauerte er seine Behauptungen und täuschte B._____ gezielt über seine Mög-

lichkeiten zur Beschaffung der gewünschten Bewilligungen und Verträge, um die-

sen  zu  einer  weiteren  Zahlung  von  Fr. 20'000.–  vom  Firmenkonto  der  E._____ 

GmbH zu veranlassen, welche er in Kenntnis der wahren Situation nicht erbracht 

hätte. Indem der Beschuldigte in der Folge anlässlich einer Online-Konferenz sei-

nen Bruder D2._____ spielen liess, beabsichtigte er, diese Täuschung aufrecht zu 

erhalten und B._____ von der Überprüfung seines Lügengebäudes abzuhalten. Der 

Beschuldigte handelte somit vorsätzlich und in Bereicherungsabsicht. Der subjek-

tive Tatbestand ist mithin erfüllt.

5.3.3. Der Beschuldigte ist folglich betreffend Dossier 1 des Betrugs im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

- 21 -

C.

Dossier 2

1.

Anklagevorwurf

Gemäss Anklagedossier 2 habe der Beschuldigte mit Leasingvertrag vom 5. März 

2019  von  der  Firma  Garage  I._____  AG,  seiner  damaligen  Arbeitgeberin,  einen 

BMW  118i  mit  einem  Nettopreis  von  Fr. 26'000.–  geleast.  Die  vereinbarten  Lea-

singraten hätten Fr. 400.– monatlich betragen und seien dem Beschuldigten mo-

natlich vom Lohn abgezogen worden. Bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses Ende 

August 2020 seien dem Beschuldigten total 19 Raten zu Fr. 400.– vom Lohn abge-

zogen worden. Gemäss Leasingvertrag sei das Fahrzeug bis zur Zahlung aller Ra-

ten im Besitz der I._____ AG geblieben. Diese habe im Fahrzeugausweis auf einen 

Eintrag 178 (Halterwechsel verboten) verzichtet, da es sich beim Leasingnehmer 

um einen ihrer Arbeitnehmer gehandelt habe. Am 19. Mai 2020 habe der Beschul-

digte  den  genannten  Personenwagen  ohne  Einwilligung  des  Eigentümers  zum 

Preis von Fr. 17'500.– an K._____ verkauft, welcher den Betrag bar bezahlt habe. 

Der Beschuldigte habe Kenntnis gehabt, dass er nicht Eigentümer des Personen-

wagens und dementsprechend nicht berechtigt gewesen sei, darüber wie ein Ei-

gentümer zu verfügen, insbesondere diesen an eine Drittperson zu verkaufen. In-

dem  er  den  Personenwagen  vertragswidrig  und  in  Bereicherungsabsicht  an 

K._____  weiterverkauft  habe,  habe  er  die  I._____  AG  im  Betrag  von  ca. 

Fr. 18'400.– geschädigt und sich im Betrag von Fr. 17'500.– unrechtmässig berei-

chert.

2.

Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte anerkennt den Anklagevorwurf im Wesentlichen. Er bestreitet je-

doch, dass es sich beim Vertrag mit der I._____ AG vom 5. März 2019 um einen 

Leasingvertrag gehandelt habe und vertritt die Auffassung, es habe sich um einen 

Abzahlungsvertrag gehandelt und das Fahrzeug sei nach Absprache mit L._____ 

auf ihn überschrieben worden, weshalb er zur Veräusserung berechtigt gewesen 

sei (vgl. Urk. 4/2 S. 5 f. Urk. D2/2/1 F/A 18 ff.; Prot. II S. 23 ff.). 

- 22 -

3.

Ausgangslage

3.1. Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt betreffend Dossier 2 ge-

stützt auf die Aussagen des Beschuldigten, den zwischen ihm und der I._____ AG 

abgeschlossenen  Leasingvertrag  und  den  Kaufvertrag  vom  19. Mai  2020  mit 

K._____ als erstellt. Sie begründete dies insbesondere damit, dass die Ausgestal-

tung des Vertrags zwischen dem Beschuldigten und der I._____ AG (Vertragsbe-

zeichnung, Bestandteile, Zins, Pflicht zum Abschluss einer Vollkaskoversicherung) 

eindeutig für einen Leasingvertrag spreche und die Eintragung des "Code 178" für 

den Abschluss eines Leasingvertrags nicht zwingend sei (Urk. 52 S. 17 f.).

3.2. Die Verteidigung brachte vor Vorinstanz zusammengefasst vor, die Parteien 

des Leasingvertrags hätten die Vereinbarung nicht so umgesetzt, wie es schriftlich 

vereinbart worden sei. So sei das Fahrzeug nicht auf die I._____ AG, sondern auf 

den  Beschuldigten  eingelöst  gewesen  und  der  Beschuldigte  habe  das  Fahrzeug 

selber  versichert.  Auch  der  Code 178  sei  nicht  im  Fahrzeugausweis  eingetragen 

gewesen. Zudem habe die I._____ AG das Fahrzeug schliesslich vom Beschuldig-

ten zurückgefordert und habe damit den Leasingvertrag vorzeitig künden wollen, 

obwohl  dies  im  Vertrag  explizit  ausgeschlossen  worden  sei.  Die  Parteien  hätten 

sich  somit  nach  Abschluss  des  Leasingvertrags  dazu  entschieden,  von  den  ver-

traglichen Regelungen abzuweichen. Da sich die Geschädigte selbst nicht an den 

Vertrag gehalten habe, könne sie sich nicht darauf berufen und aufgrund der dorti-

gen Regelungen geltend machen, der Beschuldigte habe das Fahrzeug veruntreut. 

Dies wäre rechtsmissbräuchlich. Vielmehr sei auf das tatsächlich Gelebte abzustel-

len. Selbst wenn der Leasingvertrag anwendbar wäre, sei darin nicht ausgeführt, 

dass  das  Fahrzeug  im  Eigentum  der  I._____  AG  bleiben  würde.  Aufgrund  der 

mündlichen Abänderung des Vertrags sei das Fahrzeug ins Eigentum des Beschul-

digten übergegangen. Als Eigentümer des Fahrzeugs habe der Beschuldigte dar-

über  verfügen  dürfen  (Urk. 40  Rz. 60  ff.).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

machte die Verteidigung geltend, Sinn und Zweck des Vertrags sei es offensichtlich 

gewesen, dass das Fahrzeug dem Beschuldigten gehören solle. Da der Beschul-

digte in einer miserablen finanziellen Situation gewesen und kurz vor dem Privat-

konkurs gestanden sei, sei das Fahrzeug zuerst auf die I._____ AG eingelöst wor-

- 23 -

den  mit  der  unmissverständlichen  Klausel  im  Vertrag,  dass  dieser  nicht  kündbar 

sei. So hätte die Verwertung des Fahrzeugs im Rahmen des Privatkonkurses um-

gangen werden sollen. Ein typisches Leasing sei aufgrund der finanziellen Situation 

des Beschuldigten gar nicht möglich gewesen. Nach Abschluss des Privatkonkur-

ses sei das Fahrzeug auf den Beschuldigten umgeschrieben und der Vertrag ent-

sprechend abgeändert worden. Der Beschuldigte habe somit berechtigt darauf ver-

traut, über das Fahrzeug verfügen zu dürfen. Da er weiterhin die monatlichen Ab-

zahlungen gemäss unkündbarem Vertrag an die I._____ AG bezahlt habe, sei er 

berechtigt  davon  ausgegangen,  dass  er  Eigentümer  des  Fahrzeugs  sei  und  die 

Restschuld monatlich tilge (Urk. 72 Rz. 60 ff.).

4.

Beweiswürdigung

4.1. Die  Vorinstanz  hat  die  relevanten  Aussagen  des  Beschuldigten  und  von 

L._____ sowie die weiteren Beweismittel korrekt zusammengefasst (Urk. 52 S. 13 

ff.). Darauf ist in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO zu verweisen.

4.2. Gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten und von 

L._____ – Geschäftsführer der I._____ AG (vgl. Urk. D2/1 S. 1) –, die Aufhebungs-

vereinbarung vom 26. Juni 2020 und den Leasingvertrag vom 5. März 2019 ist er-

stellt,  dass  der  Beschuldigte  und  die  I._____  AG,  seine  damalige  Arbeitgeberin, 

einen  Leasingvertrag  betreffend  den  BMW  118i  mit  einem  Nettopreis  von 

Fr. 26'000.– abschlossen und eine Ratenzahlung von Fr. 400.– pro Monat verein-

barten, welche monatlich vom Lohn abgezogen wurde (vgl. Urk. D2/2 F/A 18 f., 20, 

24  f.;  Urk. D2/3  F/A 8-11,  15,  18  f.,  21;  Urk. D2/4  F/A 6;  Beilage  zu  Urk. D2/3; 

Urk. D2/4.1; Prot. II S. 23). Der Beschuldigte und L._____ führten übereinstimmend 

aus, dass L._____ dem Beschuldigten am 26. Juni 2020 fristlos kündigte, dieser 

daraufhin seine Rechtsschutzversicherung einschaltete und anschliessend das Ar-

beitsverhältnis mittels Aufhebungsvereinbarung per 31. August 2020 aufgehoben 

wurde (Urk. D2/2 F/A 12-16; Urk. D2/3 F/A 15, 18; Urk. D2/4 F/A 13). L._____ er-

klärte in diesem Zusammenhang, er habe auf Ersuchen des Beschuldigten einge-

willigt, dass er das Fahrzeug bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses fahren könne 

(Urk. D2/3 F/A 15; Urk. D2/4 F/A 14, 16). Der Lohn des Beschuldigten sei noch bis 

Ende August 2020 bezahlt worden und somit seien auch die Leasingraten bis zur 

- 24 -

Auflösung  des  Arbeitsverhältnisses  bezahlt  worden  (Urk. D2/3  F/A 17;  Urk. D2/4 

F/A 14-16). Somit ist – in Abweichung zum Anklagesachverhalt – erstellt, dass dem 

Beschuldigten von März 2019 bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses Ende August 

2020 insgesamt 18 Raten (vgl. auch zweitletzte Beilage zu Urk. D2/3) zu Fr. 400.– 

vom Lohn abgezogen wurden. Sodann lässt sich gestützt auf die konstanten Aus-

sagen von L._____ (vgl. Urk. D2/3 F/A 13 f., Urk. D2/4 F/A 8 f.) und die Kopie des 

Fahrzeugausweises (Urk. D2/4.4) erstellen, dass im Fahrzeugausweis auf den Ein-

trag 178 (Halterwechsel verboten) verzichtet wurde.

4.3. Weiter lässt sich gestützt auf den Kaufvertrag zwischen dem Beschuldigten 

und  K._____  erstellen,  dass  Ersterer  den  BMW  118i  am  19. Mai  2020  für 

Fr. 17'500.– an Letzteren verkaufte (Urk. D2/4.2). Im "Verkaufsvertrag vom BMW 

118i"  hielt  der  Beschuldigte  fest,  dass  das  Auto  bar  bezahlt  wurde  und  nicht  "in 

Leasing oder sonstwas" sei (Urk. D2/4.3). Der Beschuldigte bestätigte in seiner po-

lizeilichen Einvernahme, dass der Vertrag von Autoscout seine Unterschrift und die-

jenige von K._____ enthalte (Urk. D2/2 F/A 40 f.) und der Verkaufsvertrag betref-

fend den BMW 118i von ihm sei und seine Unterschrift enthalte (Urk. D2/2 F/A 43 

f.). 

4.4. Hinsichtlich  der  Eigentümerschaft  bzw.  der  Verfügungsbefugnis  über  den 

BMW 118i führte der Beschuldigte in der polizeilichen Einvernahme vom 23. Juni 

2021,  zu  welcher  er  infolge  Verhinderung  der  Verteidigung  alleine  erschien 

(vgl. Urk. D2/2 F/A 4) – trotz angeblichen Rats seiner Verteidigung, keine Aussa-

gen zu machen (vgl. Urk. D2/2 F/A 5) – aus, es sei richtig, dass gemäss dem Lea-

singvertrag  vom  5. März  2019  die  I._____  AG  Eigentümerin  des  Fahrzeugs  und 

dieses  durch  die  I._____  AG  versichert  sei  (Urk. D2/2  F/A 20-22).  Er  stellte  sich 

jedoch auf den Standpunkt, der BMW 118i sei auf ihn überschrieben worden, wes-

halb er zum Verkauf berechtigt gewesen sei. Er habe L._____ gesagt, dass er das 

Auto  seiner  Frau  gebe  bzw.  seine  Familie  damit  fahre.  L._____  habe  ihm  daher 

gesagt, dass es in diesem Fall mehr Sinn mache, wenn er – der Beschuldigte – die 

Versicherung übernehme (Urk. D2/2 F/A 23). L._____ führte ebenfalls aus, die Ver-

sicherung sei im Laufe des Leasings geändert worden, da der Beschuldigte auf ihn 

zugekommen sei und ihn gefragt habe, ob er die Versicherung des Fahrzeugs sel-

- 25 -

ber übernehmen könne (Urk. D2/3 F/A 12; Urk. D2/4 F/A 24). In der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme gab der Beschuldigte demgegenüber im Beisein seiner 

Verteidigerin an, das Auto sei nie ein Leasing gewesen. Wenn es ein Leasingver-

trag gewesen wäre, hätte er das Auto nie auf sich überschreiben und verkaufen 

können, bevor er den ganzen Betrag bezahlt habe, da dann im Ausweis "Halter-

wechselverbot" stehen würde. Ein Leasingvertrag könne man nur machen, wenn 

man diesen einer Bank einreiche und diese einwillige. Solange er dort gearbeitet 

habe,  habe  er  die  Raten  über  den  Lohn  regelmässig  bezahlt.  Als  ihm  gekündigt 

worden sei, habe er die Raten nicht mehr bezahlen können. Das habe er ihm (ge-

meint  L._____)  gesagt.  Dieser  habe  das  Auto  dann  zurückhaben  wollen  und  er 

habe ihm gesagt, dass er das Auto in der Zwischenzeit verkauft habe. Im Vertrag 

stehe, dass das Auto im Besitz der I._____ AG bleibe, aber als er mit L._____ ge-

sprochen habe, sei dieser einverstanden gewesen, das Auto auf ihn zu überschrei-

ben. In den folgenden ca. zwei Monaten habe er einen Ausweis gehabt, der auf ihn 

gelautet habe, bis er das Auto verkauft habe. Das Auto sei auf die I._____ AG ein-

gelöst gewesen. Wenn man ein Auto auf diese Weise ablöse und die Nummer zu-

rückgebe,  bekomme  der  Garagist  vom  Strassenverkehrsamt  eine  Abmeldung. 

L._____ habe das somit gewusst, daher sei es keine Veruntreuung gewesen. Er 

schulde  zwar  das  Geld,  aus  seiner  Sicht  sei  das  jedoch  keine  Veruntreuung 

(Urk. 4/2 S. 5 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, 

er habe den BMW 118i von L._____ auf Abzahlung erhalten. Im Zeitpunkt des Ver-

kaufs habe er das Fahrzeug zwar noch nicht vollständig abbezahlt, was er mit dem 

Auto schlussendlich mache, sei jedoch seine Sache. Es sei ja auf seinen Namen 

eingelöst gewesen, weshalb es ihm auf eine Art schon gehört habe. Er sei immer 

dazu bereit gewesen, das Auto abzuzahlen. Wäre er weiterhin bei der I._____ AG 

angestellt gewesen, hätte er die Raten weiter abbezahlt, obwohl er das Auto bereits 

verkauft habe (Prot. II S. 23 ff.). 

Dem Einwand des Beschuldigten, es habe sich nicht um einen Leasingvertrag, son-

dern um einen Abzahlungsvertrag gehandelt, ist entgegenzuhalten, dass die recht-

liche  Qualifikation  des  Vertrags  im  Hinblick  auf  die  rechtliche  Würdigung  nicht 

massgebend ist. So gab der Beschuldigte anlässlich der polizeilichen Einvernahme 

selbst an, gemäss Vertrag sei die I._____ AG Eigentümerin des Fahrzeugs (vgl. 

- 26 -

Urk. D2/2 F/A 21; Urk. D2/4/1). Zwar wurde im Leasingvertrag vom 5. März 2019 

festgehalten, dass das Fahrzeug bis zur Zahlung aller Raten "im Besitz" der I._____ 

AG bleiben solle. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog (vgl. Urk. 52 S. 29), wird der 

Begriff "Besitz" jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch von Laien häufig als Syn-

onym für Eigentum verwendet, was auch der Beschuldigte in der polizeilichen Ein-

vernahme  zum  Ausdruck  brachte.  Die  Aussage,  er  sei  aufgrund  der  Überschrei-

bung des Autos zur Veräusserung berechtigt gewesen bzw. davon ausgegangen, 

dazu berechtigt gewesen zu sein, erweist sich darüber hinaus als Schutzbehaup-

tung.  Zum  einen  musste  dem  Beschuldigten,  welcher  im  Zeitpunkt  des  Verkaufs 

des BMW 118i bereits seit über einem Jahr in der Garage von L._____ gearbeitet 

hatte, bekannt gewesen sein, dass die im Fahrzeugausweis eingetragene Halterei-

genschaft nichts über das Eigentumsverhältnis am betreffenden Fahrzeug aussagt 

und  auch  der  fehlende  Eintrag 178  (Halterwechsel  verboten)  den  eingetragenen 

Halter nicht per se zu einer Veräusserung ermächtigt. Dass der Beschuldigte im 

Falle des Weiterbestehens des Arbeitsverhältnisses bei der I._____ AG die ausste-

henden  Raten  möglicherweise  weiter  zu  bezahlen  beabsichtigte,  ändert  daran 

nichts. Das Vorbringen der Verteidigung, L._____ und der Beschuldigte hätten be-

absichtigt,  dass  der  BMW 118i  nach  Durchführung  des  Privatkonkurses  des  Be-

schuldigten  in  dessen  Eigentum  übergehe,  erweist  sich  ebenfalls  als  Schutzbe-

hauptung, da weder L._____ noch der Beschuldigte selbst im Verfahren jemals ein 

derartiges Vorgehen erwähnten. Zum anderen sagte der Beschuldigte selbst aus, 

das Fahrzeug sei nach Absprache mit L._____ auf ihn überschrieben worden. So-

mit war der BMW 118i im Zeitpunkt des Verkaufs an K._____ am 19. Mai 2020 gar 

nicht mehr auf die I._____ AG eingelöst, weshalb diese auch nicht wie vom Be-

schuldigten behauptet vom Strassenverkehrsamt über den Halterwechsel hätte in-

formiert  werden  können  und  somit  keine  Kenntnis  vom  Verkauf  des  Fahrzeugs 

hatte. Selbst wenn die I._____ AG eine Mitteilung über den Halterwechsel infolge 

des Verkaufs erhalten hätte, würde eine solch nachträgliche Information keine Ein-

willigung  in  die  bereits  erfolgte  Veräusserung  darstellen.  Aus  den  vorgenannten 

Gründen ist daher – entgegen der Verteidigung – kein rechtsmissbräuchliches Han-

deln  seitens  von  L._____  ersichtlich.  Folglich  ist  erstellt,  dass  der  Beschuldigte 

Kenntnis davon hatte, dass er nicht Eigentümer des BMW 118i war und somit bis 

- 27 -

zur vollständigen Bezahlung der vereinbarten Raten nicht zu dessen Verkauf be-

rechtigt war. Indem er das Fahrzeug ohne Einverständnis der I._____ AG dennoch 

verkaufte und ab September 2020 keine Raten mehr bezahlte, erlitt diese neben 

dem Restwert des Fahrzeugs – in Abweichung zum Anklagevorwurf – einen Scha-

den in der Höhe der ausstehenden 30 Raten zu je Fr. 400.–, mithin Fr. 12'000.–. 

Die Anklage scheint bei der Schadensberechnung fälschlicherweise von einer Ab-

zahlung des Nettopreises von Fr. 26'000.– in monatlichen Raten von Fr. 400.– aus-

gegangen zu sein. Vereinbart wurde jedoch gemäss Leasingvertrag eine Leasing-

zahlung von insgesamt Fr. 19'200.– in monatlichen Raten zu Fr. 400.– über eine 

Laufzeit von 48 Monaten (vgl. Urk. D2/4.1). Hiervon hatte der Beschuldigte gemäss 

vorstehenden  Erwägungen  bis  Ende  August  2020  bereits  18 Raten  zu  Fr. 400.– 

bezahlt. Durch den unrechtmässigen Verkauf des Fahrzeugs bereicherte sich der 

Beschuldigte schliesslich im Umfang des Verkaufserlöses von Fr. 17'500.– unrecht-

mässig.

4.5. Gestützt auf die vorgenannten Beweismittel ist folglich der Anklagesachver-

halt betreffend Dossier 2 erstellt, wobei zu berücksichtigen ist, dass dem Beschul-

digten von März 2019 bis Ende August 2020 insgesamt 18 Raten zu Fr. 400.– vom 

Lohn abgezogen wurden und der I._____ AG in Abweichung zum Anklagevorwurf 

neben dem Restwert des Autos aufgrund der ausgebliebenen Raten ein Schaden 

von Fr. 12'000.– entstand.

5.

Rechtliche Würdigung

5.1. Ausgangslage

5.1.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten in Übereinstimmung mit dem An-

trag der Staatsanwaltschaft der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 StGB schuldig.

5.1.2. Die Verteidigung stellt wie bereits vor Vorinstanz ein vorsätzliches Handeln 

des Beschuldigten in Abrede, da er davon ausgegangen sei und davon habe aus-

gehen dürfen, dass sich das Fahrzeug in seinem Eigentum befunden habe (Urk. 40 

Rz. 72 ff.; Urk. 72 Rz. 67 ff.). 

- 28 -

5.2. Grundlagen

5.2.1. Bezüglich der rechtlichen Grundlagen des Tatbestands der Veruntreuung im 

Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann zur Vermeidung unnötiger Wiederho-

lungen auf die zutreffenden Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen wer-

den (Urk. 52 S. 29 f.). 

5.2.2. Ergänzend  ist  betreffend  den  subjektiven  Tatbestand  festzuhalten,  dass 

nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  das  für  den  Vorsatz  notwendige 

Wissen, soweit es sich auf Tatbestandsmerkmale bezieht, deren Verständnis eine 

Wertung  voraussetzt,  nicht  die  juristisch  exakte  Erfassung  des  gesetzlichen  Be-

griffs verlangt. Vielmehr genügt es, wenn der Täter den Tatbestand so verstanden 

hat, wie es der landläufigen Anschauung eines Laien entspricht (sog. Parallelwer-

tung in der Laiensphäre). Versteht der Täter in laienhafter Anschauung die soziale 

Bedeutung  des  von  ihm  verwirklichten  Sachverhalts,  so  handelt  er  mit  Vorsatz, 

auch wenn er über die genaue rechtliche Qualifikation irrt, was als rechtlich unbe-

achtlicher Subsumtionsirrtum anzusehen ist (BGE 129 IV 238 E. 3.2.2; Urteile des 

Bundesgerichts  6B_42/2022  vom  9. Dezember  2022  E. 2.1.3;  6B_364/2021  vom 

5. Oktober 2022 E. 4.3.3; 6B_538/2022 vom 9. September 2022 E. 2.1.3). Der Vor-

satz in Bezug auf das Tatbestandsmerkmal des Anvertrautseins ist gegeben, wenn 

der Täter wusste oder zumindest in Kauf nahm, dass er über die ihm übergebenen 

Vermögenswerte oder Gegenstände nicht frei verfügen durfte (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E. 5.4.2). In subjektiver Hinsicht wird zu-

dem die Absicht unrechtmässiger Bereicherung verlangt, welche regelmässig mit 

der Aneignung selbst gegeben ist (BGE 114 IV 133 E. 2b). Eventualvorsatz ist ge-

geben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Verwirklichung des Tatbe-

standes für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall sei-

nes Eintritts in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB), sich mit ihm abfindet, mag er ihm 

auch unerwünscht sein. Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft eine 

innere Tatsache und ist Tatfrage, Rechtsfrage ist hingegen, ob gestützt auf die fest-

gestellten Tatsachen bewusste Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter Vor-

satz gegeben ist (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 137 IV 1 E. 4.2.3; 135 IV 152 E. 2.3.2; 

je mit Hinweisen). 

- 29 -

5.3. Würdigung

5.3.1. Im zwischen dem Beschuldigten und der I._____ AG abgeschlossenen Lea-

singvertrag wurde festgehalten, dass die I._____ AG bis zur Zahlung aller Raten 

im  Besitz  bzw.  Eigentümerin  des  Fahrzeugs  bleibt.  Der  BMW 118i  ist  damit  als 

fremd im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu werten. Da die I._____ AG ge-

mäss vertraglicher Vereinbarung trotz Übergabe und anschliessender Überschrei-

bung auf den Beschuldigten bis zur Zahlung aller Raten Eigentümerin des Fahr-

zeugs blieb, der Beschuldigte mithin den Personenwagen zum Gebrauch überlas-

sen erhielt und die Verfügungsmacht darüber erlangte, wurde ihm dieses im Sinne 

des Tatbestands anvertraut. Mit dem Verkauf des Fahrzeugs an K._____ hat er wie 

ein Eigentümer darüber verfügt und sich das Fahrzeug angeeignet. Die objektiven 

Tatbestandsmerkmale von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sind damit erfüllt.

5.3.2. Der Beschuldigte wusste aufgrund des durch ihn abgeschlossenen Leasing-

vertrags, dass er nicht Eigentümer des BMW 118i war und über diesen auch nicht 

im Sinne eines Eigentümers verfügen durfte. Wie vorstehend erwogen, ändert der 

Verzicht auf den Eintrag 178 (Halterwechsel verboten) und die spätere Überschrei-

bung des Fahrzeugs auf den Beschuldigten daran nichts. Indem er den BMW 118i 

dennoch an K._____ verkaufte, wollte er sich diesen aneignen. Der Beschuldigte 

handelte somit direktvorsätzlich.

Die Absicht unrechtmässiger Bereicherung ist auch hier mit der Aneignung selbst 

gegeben. Vorliegend ist sie insbesondere darin zu sehen, dass der Verkaufserlös 

von Fr. 17'500.– nicht an die Eigentümerin herausgegeben wurde. Damit ist auch 

der subjektive Tatbestand erfüllt.

5.4. Der Beschuldigte ist folglich der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

- 30 -

D.

Dossier 3

1.

Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in Dossier 3 zusammengefasst vorgeworfen, er habe sich 

telefonisch  bei  der  Geschädigten  M._____  [Autovermietung]  gemeldet,  sei  am 

29. Oktober  2021  um  ca.  19.00  Uhr  bei  dieser  erschienen,  habe  deren  Vertreter 

eine  –  vorgängig  gefälschte  –  Einzahlungsquittung  über  einen  Betrag  von 

Fr. 2'000.– vorgelegt, den Mietvertrag für den McLaren 570S Spider mit einem Miet-

kostenbetrag von Fr. 1'930.– (zzgl. allfälliger Mehrkilometer) unterzeichnet und sei 

mit dem Fahrzeug davongefahren. Am 30. Oktober 2021 habe er sich bei der Ge-

schädigten mit der Mitteilung gemeldet, dass er das Fahrzeug nicht wie vereinbart 

zurückbringen könne, sondern dieses an seinem Wohnort in N._____ abgeholt wer-

den müsse, welcher Aufforderung der Vertreter der Geschädigten nachgekommen 

sei. Der Beschuldigte habe den dem Vertreter der Geschädigten vorgelegten Ein-

zahlungsschein mit einem Betrag von Fr. 2'000.– in der Absicht gefälscht, diesen 

über seinen effektiven Zahlungswillen und über seine Zahlungsfähigkeit arglistig zu 

täuschen und diesen aufgrund des durch die Vorlage dieser Quittung hervorgeru-

fenen Irrtums dazu zu veranlassen, ihm den Personenwagen herauszugeben. Er 

habe die Geschädigte durch dieses Vorgehen wissentlich und willentlich dazu ver-

anlasst, sich im Betrag von rund Fr. 2'000.– zu schädigen, in welchem Betrag er 

sich einen unrechtmässigen Vorteil verschafft habe.

2.

Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestätigte in der Untersuchung, den Automietvertrag vom 29. Ok-

tober 2021 betreffend den McLaren 570S Spider unterschrieben und das genannte 

Fahrzeug vom 29. bis 30. Oktober 2021 zu einem Preis von Fr. 2'000.– gemietet 

sowie die an O._____ übergebene Einzahlungsquittung ausgefüllt und unterschrie-

ben zu haben (Urk. D3/2 F/A 5 f., 9 f., 34 f., 39; Urk. D3/5). Er stellt sich jedoch – 

wie  auch  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  –  auf  den  Standpunkt,  die  Kopie 

des Einzahlungsscheins nicht selbst gemacht, sondern diese von einer Drittperson 

erhalten zu haben (Urk. D3/2 F/A 41 f.; Prot. II S. 28 ff.).

- 31 -

3.

Ausgangslage

3.1. Die Vorinstanz stellte betreffend den besagten Anklagevorwurf auf die Aus-

sagen des Beschuldigten und von O._____ sowie den Automietvertrag und die Ko-

pie der Einzahlungsquittung je vom 29. Oktober 2021 ab und erachtete den Ankla-

gesachverhalt betreffend Dossier 3 gestützt auf die Kopie der Einzahlungsquittung, 

auf welcher zwischen dem oberen und unteren Teil ein Umbruch erkennbar sei und 

die stimmigen und widerspruchsfreien Aussagen von O._____ als erstellt. Die Aus-

führungen des Beschuldigten im Zusammenhang mit der Kopie der Zahlungsquit-

tung qualifizierte sie als nicht nachvollziehbar und widersprüchlich (Urk. 52 S. 20 

f.). 

3.2. Die Verteidigung wendet demgegenüber ein, es könne nicht ausgeschlossen 

werden, dass eine Drittperson die Fälschung angefertigt habe und dazu den Teil 

des Einzahlungsscheins mit der Unterschrift des Beschuldigten missbraucht habe. 

Dass er die Fälschung erstellt habe, könne daher nicht bewiesen werden (Urk. 40 

Rz. 77 f.; Urk. 72 Rz. 71 f.). 

4.

Beweiswürdigung

4.1. Die Vorinstanz hat die relevanten Aussagen des Beschuldigten und diejeni-

gen von O._____ – Geschäftsführer der M._____ – sowie die weiteren Beweismittel 

korrekt zusammengefasst (Urk. 52 S. 18 ff.). Darauf ist in Anwendung von Art. 82 

Abs. 4 StPO zu verweisen.

4.2. Gestützt  auf  die  Aussagen  des  Beschuldigten  und  die  damit  übereinstim-

menden  Aussagen  von  P._____  und  O._____  sowie  den  Automietvertrag  vom 

29. Oktober 2021 ist erstellt, dass der Beschuldigte von der M._____ vom 29. Ok-

tober 2021, 19.00 Uhr, bis 30. Oktober 2021, 18.05 Uhr, einen McLaren 570S Spi-

der für Fr. 2'000.– mietete (vgl. Urk. D3/2 F/A 5 f., 9 f., 13, 33; Urk. D3/3 F/A 4, 12; 

Urk. D3/4 F/A 8, 16; Urk. D3/5.1). Weiter ist gestützt auf die genannten Aussagen 

erstellt, dass die Einzahlungsquittung vom 29. Oktober 2021 betreffend einen Be-

trag von Fr. 2'000.– vom Beschuldigten ausgefüllt und unterschrieben wurde und 

er  gleichentags  anlässlich  der  Übergabe  des  McLaren  eine  Kopie  davon  an 

- 32 -

O._____ überreichte (vgl. Urk. D3/2 F/A 34 f., 39; Urk. D3/3 F/A 4, 6, 11; Urk. D3/4 

F/A 12 f.; Urk. D3/5.4). Schliesslich wurde weder vom Beschuldigten noch von der 

Verteidigung bestritten, dass die Miete von Fr. 2'000.– für den McLaren nie bezahlt 

wurde und es sich bei der Kopie der Einzahlungsquittung um eine Fälschung han-

delt  (vgl.  Urk. D3/2  F/A 40;  Urk. 40  Rz. 75-80;  Urk. 72  Rz. 71  ff.).  Wie  die  Vorin-

stanz zutreffend erwog (Urk. 52 S. 20), weist die vom Beschuldigten verwendete 

Kopie  der  Einzahlungsquittung  vom  29. Oktober  2021  (Urk. D3/5.4)  darauf  hin, 

dass der obere Teil der Quittung eines leeren Einzahlungsscheins mit dem unteren 

Teil der Quittung, welche mit Stempel der Annahmestelle eine tatsächlich vom Be-

schuldigten getätigte Einzahlung bescheinigt, zusammengesetzt wurde, wobei im 

oberen Teil Name und Adresse von O._____, dessen Kontonummer und der Betrag 

von Fr. 2'000.– eingetragen wurden.

4.3. Sowohl der Beschuldigte als auch die Verteidigung machen geltend, die Ko-

pie der Einzahlungsquittung sei nicht vom Beschuldigten, sondern von einer Dritt-

person erstellt worden (Urk. D3/2 F/A 41; Urk. 40 Rz. 77 f.; Urk. 72 Rz. 71 f.; Prot. II 

S. 28 f.). Der Beschuldigte führte hierzu in der polizeilichen Einvernahme aus, er 

habe zwar den Einzahlungsschein ausgefüllt und unterschrieben (Urk. D3/2 F/A 34 

f., 39), er wisse jedoch nicht mehr, wo er diesen bezahlt habe (Urk. D3/2 F/A 37). 

Einige  Fragen  später  gab  er  im  Widerspruch  dazu  an,  er  wisse  nicht,  ob  er  am 

29. Oktober 2021 die Zahlung bei der Post gemacht habe (Urk. D3/2 F/A 45). Er 

habe die Kopie des Einzahlungsscheins nicht gemacht, sondern diese von einer 

Drittperson erhalten. Dazu, wer die Kopie erstellt habe, verweigerte er die Aussage 

(Urk. D3/2  F/A 41  f.,  47).  Die  originale  Quittung,  welche  die  Post  abgestempelt 

habe, habe er nicht in der Hand gehabt (Urk. D3/2 F/A 43). Abschliessend ergänzte 

der Beschuldigte, er werde sich anschliessend mit seiner Anwältin besprechen und 

wenn die involvierte Drittperson ihm gegenüber geständig sei, sei er bereit, diesen 

Namen bekannt zu geben (Urk. D3/2 F/A 58). Zu den weiteren Fragen betreffend 

die Kopie der Einzahlungsquittung wie auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme  verweigerte  der  Beschuldigte  die  Aussage  (Urk. D2/3  F/A 48  ff.; 

Urk. 4/2 S. 7). In der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte demgegenüber 

aus,  die  Drittperson  habe  bei  der  Post  Fr. 2'000.–  bezahlt  und  er  habe  nicht  ge-

wusst,  dass  die  Quittung  gefälscht  gewesen  sei.  Er  habe  die  Quittung  genau  so 

- 33 -

erhalten, wie er sie an diesem Abend abgegeben habe (Prot. II S. 28 f.). Wiederum 

ergänzte der Beschuldigte, er könne nach der Haftentlassung mit dieser Drittperson 

sprechen, ob sie bereit sei, Aussagen zu machen (Prot. II S. 30). O._____ führte 

diesbezüglich aus, der Beschuldigte habe ihm die Kopie der Quittung gegeben und 

gesagt, er habe das Geld bezahlt (Urk. D3/4 F/A 12). 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz sind diese Aussagen des Beschuldigten als 

nicht nachvollziehbar und widersprüchlich zu qualifizieren (vgl. Urk. 52 S. 20 f.). Ei-

nerseits ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte den Namen der angeb-

lich involvierten Drittperson nicht nennt, könnte diese Angabe ihn doch unabhängig 

von einem Geständnis dieser Person entlasten. Andererseits ist nicht ersichtlich, 

inwiefern bei dem vom Beschuldigten geschilderten Ablauf eine Drittperson hätte 

involviert sein können. So gab er an, er habe den Einzahlungsschein ausgefüllt und 

unterschrieben und anschliessend eine Kopie davon an O._____ überreicht. Somit 

müsste im Zeitraum zwischen dem Ausfüllen der Quittung durch den Beschuldigten 

und  deren  Übergabe  an  O._____  entweder  vor  oder  nach  der  Einzahlung  der 

Fr. 2'000.–  eine  Übergabe  der  Quittung  an  eine  Drittperson  erfolgt  sein,  diese 

müsste eine Kopie des Einzahlungsscheins erstellt und dem Beschuldigten vor der 

Übernahme des McLaren übergeben haben. Ein solches Vorgehen erscheint nicht 

lebensnah. Wenn tatsächlich so vorgegangen und eine Drittperson involviert wor-

den wäre, wäre zumindest zu erwarten, dass der Beschuldigte dies auch so ge-

schildert hätte, stattdessen antwortete er auf die Frage des einvernehmenden Po-

lizisten, wo er den Einzahlungsschein bezahlt habe, er wisse es nicht mehr (vgl. 

Urk. D3/2 F/A 36) bzw. er wisse nicht, ob er selbst die Zahlung bei der Post getätigt 

habe (vgl. Urk. D3/2 F/A 45). Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte er dann 

ohne nähere Schilderung des Ablaufs erstmals vor, er habe das Geld der Drittper-

son gegeben und diese habe bei der Post Fr. 2'000.– bezahlt (vgl. Prot. II S. 29). 

Das Vorbringen des Beschuldigten, eine Drittperson habe die Einzahlungsquittung 

gefälscht und eine Kopie davon erstellt, erweist sich folglich als Schutzbehauptung.

4.4. Weiter lässt sich gestützt auf die glaubhaften Aussagen von O._____ erstel-

len, dass er die Fälschung anlässlich der Übergabe am 29. Oktober 2021 nicht er-

kannte, ist doch nicht davon auszugehen, dass er dem Beschuldigten den McLaren 

- 34 -

ohne Bezahlung der Miete herausgegeben hätte. So gab er an, die Adresse und 

der  Stempel  hätten  gestimmt.  Wenn  der  Stempel  der  Post  nicht  gestimmt  hätte, 

wäre er misstrauisch geworden. Aber es habe alles gestimmt und es sei das erste 

Mal, dass er so etwas gehabt habe und jemand das Auto am gleichen Tag dringend 

habe haben wollen. Normalerweise hätten sie das Auto erst herausgegeben, wenn 

das Geld auf dem Konto gewesen sei (Urk. D3/4 F/A 14 f.). Somit lässt sich erstel-

len, dass O._____ aufgrund der vom Beschuldigten vorgelegten Kopie des Emp-

fangsscheins,  welcher  einen  Stempel  der  Annahmestelle  vom  29. Oktober  2021 

enthielt,  davon  ausging,  der  Beschuldigte  habe  gleichentags  zu  seinen  Gunsten 

eine  Einzahlung  von  Fr. 2'000.–  getätigt.  O._____  liess  sich  folglich  von  diesem 

gefälschten Einzahlungsschein über die Zahlungsfähigkeit und den Zahlungswillen 

des  Beschuldigten  täuschen  und  aufgrund  des  dadurch  hervorgerufenen  Irrtums 

dazu veranlassen, ihm den McLaren herauszugeben, was der Beschuldigte mit sei-

nem Vorgehen beabsichtigte. Indem der Beschuldigte die vertraglich vereinbarte 

Miete  von  Fr. 2'000.–  nicht  bezahlte,  verschaffte  er  sich  einen  unrechtmässigen 

Vorteil und schädigte O._____ in seinem Vermögen.

4.5. Gestützt auf die vorgenannten Beweismittel ist der Anklagesachverhalt be-

treffend Dossier 3 damit als erstellt zu qualifizieren. 

5.

Rechtliche Würdigung

5.1. Ausgangslage

5.1.1. Die  Vorinstanz  sprach  den  Beschuldigten  entsprechend  dem  Antrag  der 

Staatsanwaltschaft des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB und der Urkun-

denfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig.

5.1.2. Die  Verteidigung  macht  diesbezüglich  geltend,  es  liege  selbst  bei  der  An-

nahme, dass der Beschuldigte die Quittung kopiert hätte, keine Arglist vor. O._____ 

habe eine Kopie eines Einzahlungsscheins akzeptiert, der nicht einmal auf densel-

ben Betrag lautete wie die Fahrzeugmiete, und diese nicht einmal genau geprüft. 

Ansonsten hätte er bereits in diesem Zeitpunkt gesehen, dass die Quittung mani-

puliert sei (Urk. 72 Rz. 74 ff.).

- 35 -

5.2. Grundlagen

5.2.1. Bezüglich  der  rechtlichen  Grundlagen  der  Tatbestände  der  Urkundenfäl-

schung im Sinne von Art. 251 StGB und des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 

StGB kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwä-

gungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 52 S. 21 ff., 31 f.). 

5.2.2. Ergänzend ist betreffend den Tatbestand der Urkundenfälschung festzuhal-

ten, dass Urkunden Schriften sind, die bestimmt oder geeignet sind, eine Tatsache 

von rechtlicher Bedeutung zu beweisen (Art. 110 Abs. 4 StGB). Damit einem Do-

kument Urkundenqualität im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB zukommt, muss die-

sem Schriftstück eine erhöhte Glaubwürdigkeit zukommen, die den Adressat ver-

anlasst, dem Schriftstück ein besonderes Vertrauen entgegenzubringen. Der Tat-

bestand  der  Urkundenfälschung  erfasst  die  Fälschung  im  engeren  Sinn  und  die 

Verfälschung  einer  Urkunde,  die  Falschbeurkundung  einer  rechtlich  erheblichen 

Tatsache sowie den Gebrauch einer gefälschten oder unwahren Urkunde. Die Ur-

kundenfälschung im engeren Sinn erfasst das Herstellen einer unechten Urkunde, 

deren wirklicher Aussteller mit dem aus ihr ersichtlichen Urheber nicht identisch ist. 

Demgegenüber  betrifft  die  Falschbeurkundung  die  Errichtung  einer  echten,  aber 

unwahren Urkunde, bei der also der wirkliche und der in der Urkunde enthaltene 

Sachverhalt nicht übereinstimmen. Sie erfordert eine qualifizierte schriftliche Lüge. 

Eine solche wird nur angenommen, wenn der Urkunde eine erhöhte Glaubwürdig-

keit zukommt und der Adressat ihr daher ein besonderes Vertrauen entgegenbringt. 

Dies ist der Fall, wenn allgemeingültige objektive Garantien die Wahrheit der Erklä-

rung gegenüber Dritten gewährleisten (BGE 146 IV 258 E. 1.1; 144 IV 13 E. 2.2.2; 

142 IV 119 E. 2.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_809/2022 vom 18. Oktober 2023 

E. 2.2 und 7B_134/2022 vom  14. August  2023  E. 4.3.2). Eine objektive  Garantie 

für die Wahrheit der Erklärung kann sich unter anderem aus der Existenz gesetzli-

cher Bestimmungen, die den Inhalt bestimmter Schriftstücke näher festlegen, erge-

ben  (BGE  148  IV  288  E. 4.4.3;  146  IV  258  E. 1.1;  142  IV  119  E. 2.1;  132  IV  12 

E. 8.1). Keine erhöhte Glaubwürdigkeit kommt in der Regel einseitigen Erklärungen 

zu, welche der Aussteller in eigenem Interesse macht, etwa Selbstauskünften ge-

genüber  Kreditinstituten  (BGE  144  IV  13  E. 2.2.3;  Urteil  des  Bundesgerichts 

- 36 -

6B_1161/2021 vom 21. April 2023 E. 7.2.5.2). In subjektiver Hinsicht ist erforder-

lich, dass der Beschuldigte mit Vorsatz, zumindest mit Eventualvorsatz, gehandelt 

hat. Darüber hinaus muss bei ihm die besondere Absicht bestanden haben, durch 

den (späteren) Gebrauch der Urkunde im Rechtsverkehr (Täuschungsabsicht) ent-

weder jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu schädigen (Schädi-

gungsabsicht) oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu ver-

schaffen (Vorteilsabsicht), wobei je Eventualabsicht genügt. Bei der Vorteilsabsicht 

genügt jede Besserstellung, sei sie vermögensrechtlicher oder sonstiger Natur. Der 

angestrebte Vorteil muss sich auch nicht zum Nachteil eines anderen auswirken. 

Ebenso wenig muss der Täter genau wissen, worin der angestrebte Vorteil liegt. 

Unrechtmässig ist die Vorteilsverschaffung, wenn entweder das verfolgte Ziel oder 

die Mittel der Täuschung unzulässig sind, ohne dass der erlangte Vorteil als solcher 

unrechtmässig sein muss (vgl. BGE 135 IV 12 E. 2.2; 129 IV 53 E. 3.3 und 3.5; 128 

IV  265  E. 2.2;  121  IV  90  E. 2b;  Urteile  des  Bundesgerichts  6B_1406/2022  vom 

14. März  2023  E. 2.5.2;  6B_  891/2018  vom  31. Oktober  2018  E. 3.5.1; 

6B_116/2017 vom 9. Juni 2017 E. 2.2.3; je mit Hinweisen).

5.3. Würdigung

5.3.1. Urkundenfälschung

Beim vorliegenden Empfangsschein bzw. der Einzahlungsquittung handelt es sich 

zweifellos um eine Urkunde im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB. Indem der Beschul-

digte zwei je von ihm ausgefüllte Teile einer Einzahlungsquittung, die ursprünglich 

zu anderen Empfangsscheinen gehörten, zusammensetzte, sodass der Eindruck 

entstand, er habe am 29. Oktober 2021 bei der Post eine Einzahlung zugunsten 

von O._____ in der Höhe von Fr. 2'000.– getätigt, beurkundete er einen unwahren 

Sachverhalt.  Einem  mit  einem  von  der  Annahmestelle  gestempelten  Empfangs-

schein kommt eine erhöhte Glaubwürdigkeit hinsichtlich der damit bestätigten Zah-

lung zu, weshalb Adressaten ihm ein besonderes Vertrauen entgegenbringen. So-

mit  stellt  die  vom  Beschuldigten  zusammengesetzte  Einzahlungsquittung  eine 

Falschbeurkundung dar.

- 37 -

Der Beschuldigte erstellte diese unwahre Einzahlungsquittung in der Absicht, sich 

einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, indem er durch das Vorweisen der 

Kopie des Empfangsscheins den McLaren von O._____ erhalten wollte, ohne die 

hierfür  vereinbarte  Miete  in  Höhe  von  Fr. 2'000.–  zu  bezahlen.  Der  Beschuldigte 

gebrauchte damit den Empfangsschein auch zur Täuschung. Da der Beschuldigte 

diesen selbst wahrheitswidrig erstellte, wusste er um die Tatsache, dass die Quit-

tung  eine  tatsächlich  nicht  erfolgte  Einzahlung  zugunsten  von  O._____  beschei-

nigte. Der subjektive Tatbestand ist mithin erfüllt.

Da  der  Beschuldigte  die  von  ihm  selbst  gefälschte  Urkunde  zur  Täuschung  im 

Sinne  von  Art. 251  Ziff. 1  Abs. 3  StGB  gebrauchte,  ist  die  Verwendung  zur  Täu-

schung mitbestrafte Nachtat und daher nicht selbständig strafbar (vgl. BGE 120 IV 

122 E. 5c/cc; 95 IV 68 E. 3b). Der Beschuldigte ist folglich der Urkundenfälschung 

im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.

5.3.2. Betrug

Der Beschuldigte bescheinigte durch das Vorweisen der Kopie einer gefälschten 

Einzahlungsquittung  wahrheitswidrig,  eine  Zahlung  in  Höhe  von  Fr. 2'000.–  an 

O._____ getätigt zu haben und gab somit vor, betreffend die vereinbarte Miete zah-

lungsfähig und zahlungswillig zu sein. Dadurch und indem er O._____ anstelle des 

Originals eine Kopie vorwies, worauf die Fälschung schlechter bzw. kaum erkenn-

bar war, um die tatbestandsmässige Täuschung und die schädigende Vermögens-

disposition zu erreichen, bediente er sich täuschender Machenschaften. Da die Ein-

zahlung gemäss der vom Beschuldigten vorgelegten Quittung selben Tags erfolgte 

und somit noch nicht auf dem Konto von O._____ eingegangen sein konnte, ver-

hinderte der Beschuldigte eine mögliche Überprüfung des Zahlungseingangs vor 

der Übergabe des McLaren. O._____ kann somit kein leichtfertiges Handeln vor-

geworfen werden, zumal er angesichts des vorhandenen Poststempels und der Un-

terschrift der Annahmestelle nicht dazu veranlasst war, auf das Vorweisen der Ori-

ginalquittung zu bestehen oder die Kopie einer eingehenden Prüfung zu unterzie-

hen. Ausserdem handelte es sich um ein sehr kurzfristiges Geschäft. Das Vorgehen 

des Beschuldigten ist folglich als arglistig zu qualifizieren. Dieses irreführende Ver-

halten des Beschuldigten versetzte O._____ in einen Irrtum, der zu einer Vermö-

- 38 -

gensverfügung führte, da er in der Annahme, der Beschuldigte habe die vereinbarte 

Miete von Fr. 2'000.– bezahlt, diesem den McLaren übergab. Der objektive Tatbe-

stand ist damit erfüllt.

Der  Beschuldigte  stellte  O._____  durch  das  Vorweisen  der  Einzahlungsquittung 

wissentlich und willentlich in Aussicht, die Zahlung in der Höhe von Fr. 2'000.– sei 

erfolgt, obschon er wusste, dass der Empfangsschein einen unwahren Sachverhalt 

bescheinigte und er zugunsten von O._____ keine Zahlung getätigt hatte. Mit die-

sem Vorgehen beabsichtigte er, O._____ über seine Zahlungsfähigkeit und Zah-

lungswilligkeit  hinsichtlich  der  vereinbarten  Miete  zu  täuschen,  damit  dieser  ihm 

den McLaren übergab, was er in Kenntnis der in Wahrheit nicht erfolgten Bezahlung 

der Miete nicht getan hätte. Der Beschuldigte handelte somit vorsätzlich und in un-

rechtmässiger Bereicherungsabsicht. Der subjektive Tatbestand ist mithin erfüllt.

Der Beschuldigte ist folglich des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schul-

dig zu sprechen.

5.3.3. Konkurrenz

Zwischen Urkundenfälschung und Betrug besteht nach bundesgerichtlicher Recht-

sprechung aufgrund der Verschiedenheit der betroffenen Rechtsgüter echte Kon-

kurrenz in Form von Realkonkurrenz. Dies gilt selbst dann, wenn – wie vorliegend 

– die Urkundenfälschung nur zum Zweck der Durchführung des Betrugs begangen 

wurde  (BGE  138  IV  209  E. 5.5;  129  IV  53  E. 3;  Urteile  des  Bundesgerichts 

7B_249/2022 vom 18. Januar 2024 E. 8; 6B_219/2021 vom 19. April 2023 E. 5.3 

[nicht publ. in: BGE 149 IV 248]; 6B_1042/2020 vom 1. Dezember 2021 E. 2.5.1; 

6B_613/2020 vom 17. September 2020 E. 1.3; je mit Hinweisen). 

Der Beschuldigte ist somit betreffend Dossier 3 der Urkundenfälschung im Sinne 

von Art. 251 Ziff. 1 StGB und des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schul-

dig zu sprechen.

- 39 -

E.

Fazit

Zusammenfassend  ist  der  Beschuldigte  des  mehrfachen  Betrugs  im  Sinne  von 

Art. 146 Abs. 1 StGB, der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

sowie der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu spre-

chen.

A.

Ausgangslage

V.

Strafe

1.

Die Vorinstanz ordnete die Rückversetzung des Beschuldigten in den Voll-

zug der mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 16. Juli 2019 ausgefällten Frei-

heitsstrafe an und verurteilte den Beschuldigten unter Einbezug des Strafrests von 

72 Tagen zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten (wovon 1 Tag durch Haft erstan-

den ist) als Gesamtstrafe und als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft Baden vom 17. März 2023 ausgefällten Strafe (Urk. 52 S. 34 ff., 46).

2.

Die Verteidigung beantragt einen vollumfänglichen Freispruch. Einen Even-

tualantrag im Falle eines anklagegemässen Schuldspruchs wird seitens der Vertei-

digung nicht gestellt (Urk. 40; Urk. 72). 

3.

Die Berufungsinstanz fällt nach Art. 408 StPO ein neues Urteil. Unter dem 

Vorbehalt der "reformatio in peius" muss sie sich nicht daran orientieren, wie die 

erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet. Vielmehr hat sie 

die Strafe nach ihrem eigenen pflichtgemässen Ermessen festzusetzen (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_1349/2022 vom 24. Januar 2025 E. 5.5.2; 6B_1164/2023 vom 

7. Oktober 2024 E. 5.3.4; 6B_485/2022 vom 12. September 2022 E. 8.4.1). Vorlie-

gend  hat  einzig  der  Beschuldigte  Berufung  erhoben,  so  dass  das  Verschlechte-

rungsverbot gestützt auf Art. 391 Abs. 2 StPO zum Tragen kommt.

4.

Die Rechtsmittelinstanz darf Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldig-

ten oder verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Guns-

ten ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Massgeblich für die Frage, 

ob eine unzulässige reformatio in peius vorliegt, ist das Dispositiv (BGE 148 IV 89 

- 40 -

E. 4.3; 147 IV 167 E. 1.5.2; 142 IV 129 E. 4.5; je mit Hinweisen). Dementsprechend 

hindert (auch) dieser Grundsatz die Berufungsinstanz nicht daran, im Rahmen des 

von ihr pflichtgemäss auszuübenden Ermessens einzelne Strafzumessungsfakto-

ren anders als die erste Instanz zu gewichten oder aber eine höhere als die von der 

ersten Instanz ausgefällte (Gesamt) Strafe festzusetzen respektive als angemes-

sen zu erachten, solange sich dies nicht in einer härteren Sanktion niederschlägt 

(Urteile  des  Bundesgerichts  6B_1349/2022  vom  24. Januar  2025  E. 5.5.2; 

6B_1164/2023  vom  7. Oktober  2024  E. 5.3.4).  Vorbehalten  bleibt  eine  strengere 

Bestrafung  aufgrund  von  Tatsachen,  die  dem  erstinstanzlichen  Gericht  nicht  be-

kannt sein konnten (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO). Können sich diese Tatsachen 

auf die Rechtsfolgen auswirken, entscheidet die Berufungsinstanz insoweit unab-

hängig  von  Parteianträgen.  Bisher  unbekannte  Tatsachen  im  Sinne  von  Art. 391 

Abs. 2  zweiter  Satz  StPO  sind  beispielsweise  die  persönlichen  oder  wirtschaftli-

chen Verhältnisse, die für die Bemessung der Höhe des Tagessatzes nach Art. 34 

Abs. 2 dritter Satz StGB massgebend sind, oder eine nach dem erstinstanzlichen 

Urteil ergangene erneute Verurteilung, die hinsichtlich der Legalprognose beim be-

dingten Strafvollzug als "Novum" zu berücksichtigen ist (BGE 147 IV 167 E. 1.5.4; 

142  IV  89  E. 2.3;  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_333/2024  vom  30. August  2024 

E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Ob die Tatsache vor oder nach dem erstinstanzlichen 

Urteil entstand ("echtes" bzw. "unechtes" Novum), ist nicht relevant (BGE 144 IV 

198 E. 5.3.). Ausschlaggebend ist alleine, ob sich die Tatsache den Akten entneh-

men  liess,  welche  der  Vorinstanz  vorlagen  (LIEBER,  in:  Donatsch/Lieber/Sum-

mers/Wohlers  [Hrsg.],  Kommentar  zur  Schweizerischen  Strafprozessordnung 

StPO,  3. Auflage  2020,  Art. 391  N 21;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_900/2020 vom 1. Oktober 2020 E. 3.3.). Den Parteien ist vor Anwendung von 

Art. 391  Abs. 2  Satz 2  StPO  zwingend  das  rechtliche  Gehör  zu  gewähren 

(BGE 142 IV 89 E. 2.3 = Pra 105 (2016) Nr. 102). 

5.

Die Vorinstanz hat am 12. Oktober 2023 einen Strafregisterauszug betref-

fend den Beschuldigten eingeholt. Dieser wies insgesamt fünf Verurteilungen auf 

(Urk. 31). Die Tatsache, dass gegen den Beschuldigten am 8. Dezember 2023 ein 

weiterer Strafbefehl erlassen wurde, war ihr daher nicht bekannt. Diese zusätzliche 

Strafe ergab sich erst aus dem im Berufungsverfahren eingeholten Strafregister-

- 41 -

auszug vom 14. April 2025 (Urk. 62). Damit liegen hinsichtlich der Beurteilung der 

Strafe und des Vollzugs neue Tatsachen im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO vor, 

die dem erstinstanzlichen Gericht im Zeitpunkt seines Urteils noch nicht bekannt 

waren, wobei die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung über die sich 

daraus ergebende Möglichkeit einer reformatio in peius orientiert wurde und Gele-

genheit zur Stellungnahme erhielt (Prot. II S. 32 f.). 

B.

Grundsätze der Strafzumessung und retrospektive Konkurrenz

1.

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB  und  die  an  sie  gestellten  Begründungsanforderungen  wiederholt  dargelegt 

(BGE 147  IV  241  E. 3  [übers.  in  Pra  111  (2022)  Nr. 17];  136  IV  55  E. 5.4 ff.  mit 

Hinweisen;  vgl.  auch  BGE  144  IV  313  E. 1;  144  IV  217  E. 2.3 ff.;  142  IV  265 

E. 2.3 ff.). Darauf kann verwiesen werden.

2.

Entsprechendes gilt für die Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach 

Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwendung des Asperationsprinzips, so dass hier nur das 

Wesentlichste nochmals dargestellt wird. Hat der Täter durch eine oder mehrere 

Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verur-

teilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemes-

sen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die 

Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden 

(Art. 49 Abs. 1 StGB).

3.

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 

17. März 2023 wegen Betrugs und Urkundenfälschung, begangen am 10. Septem-

ber 2022, mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 4 Monaten und mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. Dezember 2023 wegen Ver-

untreuung,  begangen  am  20. Juni  2023,  mit  einer  unbedingten  Geldstrafe  von 

180 Tagessätzen  zu  Fr. 60.–  bestraft  (Urk. 62  S. 4  f.).  Zu  beachten  ist,  dass  der 

Beschuldigte  die  in  Dossiers 1  bis 3  eingeklagten  Delikte  vor  Eröffnung  dieser 

Strafbefehle  begangen  hat.  Dementsprechend  besteht  hinsichtlich  dieser  beiden 

Strafbefehle eine retrospektive Konkurrenz, sodass im Verhältnis zu diesen Strafen 

- 42 -

heute eine Zusatzstrafe zu bilden ist, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben 

sind (siehe nachfolgend).

3.1. Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er 

wegen einer anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in 

der  Weise,  dass  der  Täter  nicht  schwerer  bestraft  wird,  als  wenn  die  strafbaren 

Handlungen  gleichzeitig  beurteilt  worden  wären  (Art. 49  Abs. 2  StGB).  Das  in 

Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte Asperationsprinzip soll damit auch bei retrospekti-

ver  Konkurrenz  gewährleistet  werden.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtspre-

chung greift das Asperationsprinzip nach Art. 49 Abs. 1 StGB allerdings nur, wenn 

mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Bei ungleichartigen Strafen 

scheidet die Bildung einer Gesamtstrafe aus (BGE 147 IV 241 E. 3.2 [übers. in Pra 

111  (2022)  Nr. 17];  141  IV  61  E. 6.1.2;  Urteil  des  Bundesgerichts  7B_  769/2023 

vom  13. Mai  2025  E. 3.1.2).  Diese  Voraussetzungen  gelten  auch  für  die  Bildung 

einer Zusatzstrafe bei retrospektiver Konkurrenz. Das Zweitgericht ist im Rahmen 

der Zusatzstrafenbildung nicht befugt, die Strafart des rechtskräftigen ersten Ent-

scheides zu ändern (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; 138 IV 120 E. 5.2). 

3.2. Die durch das Zweitgericht hypothetisch zu bildende Gesamtstrafe setzt sich 

zusammen aus der rechtskräftigen Grundstrafe und den für die neuen Taten fest-

zusetzenden  Einzelstrafen.  Es  ist  zu  unterscheiden,  ob  die  Grundstrafe  oder  die 

neu zu beurteilenden Delikte die schwerste Straftat enthalten. Im ersten Fall ist die 

Grundstrafe aufgrund der Einzelstrafen der neu zu beurteilenden Delikte angemes-

sen zu erhöhen. Anschliessend ist von der gebildeten Gesamtstrafe die Grunds-

trafe abzuziehen, was die Zusatzstrafe ergibt. Liegt dagegen der Einzel- oder Ge-

samtstrafe  der  neu  zu  beurteilenden  Taten  die  schwerste  Straftat  zugrunde,  ist 

diese um die Grundstrafe angemessen zu erhöhen und die infolge Asperation ein-

tretende Reduzierung der rechtskräftigen Grundstrafe von der Strafe für die neu zu 

beurteilenden Delikte abzuziehen. Dies ergibt die Zusatzstrafe. Bilden die Grunds-

trafe und die Strafe für die neu zu beurteilenden Delikte ihrerseits Gesamtstrafen, 

kann das Zweitgericht der bereits im Rahmen der jeweiligen Gesamtstrafenbildung 

erfolgten Asperation durch eine gemässigte Berücksichtigung bei der Zusatzstra-

fenbildung Rechnung tragen (BGE 142 IV 265 E. 2.4.4). Es ist nicht eine Neube-

- 43 -

wertung  der  Grundstrafe  vorzunehmen  und  die  Zusatzstrafe  an  dieser  Einschät-

zung auszurichten. Das Ermessen des die Zusatzstrafe aussprechenden Gerichts 

beschränkt sich auf die von ihm vorzunehmende Asperation zwischen rechtskräfti-

ger  Grundstrafe  und  der  für  die  noch  nicht  beurteilten  Taten  auszusprechenden 

Strafe. Könnte das die Zusatzstrafe aussprechende Gericht selber bestimmen, wel-

che Strafe es anstelle des Erstgerichts ausgesprochen hätte, wenn ihm alle Delikte 

bekannt gewesen wären, würde es faktisch – und nicht nur hypothetisch – in die 

Rechtskraft des Ersturteils eingreifen und statt einer Zusatzstrafe eine nachträgli-

che Gesamtstrafe ausfällen (BGE 142 IV 265 E. 2.4.2; Urteile des Bundesgerichts 

6B_1164/2023  vom  7. Oktober  2024  E. 5.4.2;  6B_1031/2019  vom  1. September 

2020 E. 2.4.3 [nicht publ. in BGE 146 IV 311]; je mit Hinweisen).

3.3.

In Bezug auf den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass anhand der gemäss 

Dossiers 1  bis 3  begangenen  Delikte  eine  Zusatzstrafe  zum  Strafbefehl  vom 

17. März 2023 bzw. zu demjenigen vom 8. Dezember 2023 festzulegen ist, sofern 

es sich um gleichartige Strafen handelt.

4.

Der Gesetzgeber hat für den Bereich der leichteren und mittleren Kriminalität 

die  Geldstrafe  als  die  der  Freiheitsstrafe  vorgehende  Regelsanktion  vorgesehen 

(BGE  134  IV  82  E. 4.1).  Das  Bundesgericht  bekräftigt  auch  in  seiner  neueren 

Rechtsprechung  den  Vorrang  der  Geldstrafe  gegenüber  der  Freiheitsstrafe  im 

Strafbereich von bis sechs Monaten und die Ungleichartigkeit von Freiheitsstrafe 

und Geldstrafe (BGE 147 IV 241 E. 4.3.2 [übers. in Pra 111 (2022) Nr. 17]; 144 IV 

217 E. 3.3.3 und 3.6). Es hält dabei unter Hinweis auf den Gesetzgeber auch nach 

der Änderung des Sanktionenrechts ausdrücklich am Prinzip der Zulässigkeit einer 

Gesamtstrafe  nur  bei  gleichartigen  Strafen  unter  Anwendung  der  konkreten 

Methode fest. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige 

Strafen androhen, genügt nicht. Ungleichartige Strafen – wie Geld- und Freiheits-

strafe – sind daher kumulativ zu verhängen (BGE 147 IV 241 E. 4.3.2; 144 IV 313 

E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2, 3.3.4 und 3.5.4; 142 IV 265 E. 2.3.2; 137 IV 57 E. 4.3.1). 

Das Gericht hat sich zur Wahl der Strafart für die konkreten Delikte zu äussern und 

hat – nach Festsetzung einer hypothetischen Einsatzstrafe für das schwerste Delikt 

– namentlich bei alternativ zur Verfügung stehender Geld- oder Freiheitsstrafe für 

- 44 -

die  weiteren  Delikte  im  Hinblick  auf  das  Gebot  der  Verhältnismässigkeit 

anzugeben,  warum  es  für  diese  weiteren  Taten  jeweils  eine  Freiheitsstrafe  für 

erforderlich hält (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4, 4.1 und 4.3). Die auszusprechende Ge-

samtstrafe  basiert  auf  den  verschuldensangemessenen  Einzeltaten.  Bei  der  Be-

messung der hypothetischen Gesamtstrafe müssen die einzelnen Straftaten in ei-

nem selbstständigen Schritt gewürdigt werden. Erst nachdem es sämtliche Einzel-

strafen festgesetzt hat, kann das Gericht beurteilen, ob und welche Einzelstrafen 

gleichartig sind (BGE 144 IV 217 E. 3.5.3, 144 IV 313 E. 1.1.1; Urteile des Bundes-

gerichts 7B_769/2023 vom 13. Mai 2025 E. 3.1.2; 7B_783/2023 vom 15. Oktober 

2024  E. 6.2.2;  6B_382/2021  vom  25. Juli  2022  E. 3.2.1).  Ferner  ist  festzuhalten, 

dass das Gericht bei der Aussprechung einer Strafe zuerst die Art der Strafe be-

stimmt und danach das Strafmass festsetzt. Bei der Wahl der Strafart trägt es ne-

ben dem Verschulden des Täters, der Angemessenheit der Strafe, ihren Auswir-

kungen auf den Täter und auf seine soziale Situation sowie ihrer Wirksamkeit unter 

dem Gesichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 147 IV 241 E. 3; 144 IV 313 

E. 1.1.1; 134 IV 97 E. 4.3). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei al-

ternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalen-

ten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die per-

sönliche  Freiheit  des  Betroffenen  eingreift  (BGE  138  IV  120  E. 5.2;  134  IV  82 

E. 4.1). Dies gilt auch im Rahmen der Gesamtstrafenbildung. Der Täter darf auf-

grund des Umstands, dass mehrere Delikte gleichzeitig zur Beurteilung stehen, für 

die einzelnen Taten nicht schwerer bestraft werden als bei separater Beurteilung 

(BGE 144 IV 217 E. 3.3.3; Urteile des Bundesgerichts 7B_769/2023 vom 13. Mai 

2025 E. 3.1.2; 6B_355/2021 vom 22. März 2023 E. 3.3; 6B_93/2022 vom 24. No-

vember 2022 E. 1.3.4; 6B_658/2021 vom 27. Januar 2022 E. 2.3.1; je mit Hinwei-

sen). Dabei hält das Bundesgericht fest, dass der neue Art. 34 StGB (in Kraft seit 

1. Januar  2018),  nach  welchem  die  Geldstrafe  mindestens  drei  und  höchstens 

180 Tagessätze beträgt, das Sanktionensystem insofern verschärft, als es den An-

wendungsbereich  der  Geldstrafe  einschränkt  und  denjenigen  der  Freiheitsstrafe 

entsprechend ausdehnt (BGE 147 IV 241 E. 4). Nach neuerer Rechtsprechung darf 

in Anwendung von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB immerhin dann eine Gesamtfreiheits-

strafe ausgesprochen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng 

- 45 -

miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem en-

gen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genügendem Masse prä-

ventiv  auf  den  Täter  einzuwirken  (Urteil  des  Bundesgerichts  6B_246/2024  vom 

27. Februar 2025 E. 2.5.4; 6B_180/2023 vom 27. Juni 2024 E. 4.3.3; 6B_141/2021 

vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2; je mit Hinweisen).

C.

Konkrete Strafzumessung

1.

Tatkomponente betreffend Betrug gemäss Dossier 1

1.1. Wie die Vorinstanz im Hinblick auf die objektive Tatschwere zutreffend er-

wog, waren die deliktischen Tätigkeiten zahlreich und erstreckten sich über einen 

Zeitraum von rund drei Monaten, woraus ein Deliktsbetrag von Fr. 40'000.– resul-

tierte.  Der  Beschuldigte  betrieb  mit  der  Erfindung  der  Person  D2._____,  dessen 

Nachname einer tatsächlich bei der C._____ tätigen Person entsprach, den er an-

lässlich einer Online-Konferenz von seinem Bruder mit entsprechenden Instruktio-

nen spielen liess und in dessen Namen er mehrere Kurz- und Sprachnachrichten 

vom  Mobiltelefon seines  Bruders,  den  er unter dem Namen D2'._____  in  seinen 

Kontakten  gespeichert  hatte  und  die  er  zuvor  auf  sein  eigenes  Handy  gesandt 

hatte, an B._____ weiterleitete, einen nicht unerheblichen Aufwand, um B._____ 

zu täuschen bzw. die Täuschung aufrecht zu erhalten. Das Handeln des Beschul-

digten erforderte somit ein gewisses Mass an Planung und Sorgfalt, was insgesamt 

– insbesondere angesichts des ihm bekannten Vertrauens seitens B._____s – von 

einer nicht unbeachtlichen kriminellen Energie zeugt. Angesichts des weiten Straf-

rahmens  ist  das  Verschulden  aufgrund  des  manipulativen,  aber  dennoch  nicht 

überaus raffinierten Vorgehens als nicht mehr leicht zu qualifizieren.

1.2. Betreffend  die  subjektive  Tatschwere  fällt  ins  Gewicht,  dass  der  Beschul-

digte in der Absicht handelte, B._____ über seine tatsächliche Möglichkeit, ihm Auf-

enthalts-  und  Arbeitsbewilligungen  zu  beschaffen,  zu  täuschen,  um  ihn  zu  zwei 

Zahlungen von je Fr. 20'000.– zu veranlassen, welche in Kenntnis der wahren Si-

tuation nicht getätigt worden wären. Der Beschuldigte handelte dabei aus rein ego-

istischen Beweggründen, namentlich um sich zusätzlichen Luxus ohne eigene Ar-

beitsleistung zu ermöglichen, verfügte er doch zumindest im Zeitpunkt der ersten 

- 46 -

Anzahlung  von  Fr. 20'000.–  im  August  2020  noch  über  ein  Einkommen  bei  der 

I._____ AG, mit welchem er seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Die subjek-

tive Tatschwere vermag die objektive somit nicht zu relativieren.

1.3. Ein Blick auf den Strafregisterauszug zeigt, dass der Beschuldigte mehrfach 

und teilweise einschlägig vorbestraft ist. Die zeitlich älteste Vorstrafe geht auf den 

Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  19. Februar  2015  zurück, 

mit  welchem  der  Beschuldigte  wegen  grober  Verletzung  der  Verkehrsregeln  im 

Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen 

zu Fr. 80.–, unter Ansetzung einer zweijährigen Probezeit, und zu Fr. 300.– Busse 

verurteilt  wurde.  Mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Sihl  vom  11. Mai 

2016 wurde er sodann wegen einfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 100.– verurteilt, wo-

bei die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt und die mit Strafbefehl vom 19. Februar 

2015 angeordnete Probezeit um ein Jahr verlängert wurde. Ferner bestrafte das 

Bezirksgericht Bülach den Beschuldigten mit Urteil vom 18. Juli 2017 wegen grober 

Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG mit einer unbe-

dingten Geldstrafe von 225 Tagessätzen zu Fr. 30.– und verlängerte die mit Straf-

befehlen vom 19. Februar 2015 und 11. Mai 2016 angeordneten Probezeiten um je 

ein Jahr. Schliesslich wurde der Beschuldigte mit Urteil vom 16. Juli 2019 wiederum 

vom Bezirksgericht Bülach wegen mehrfacher Veruntreuung im Sinne von Art. 138 

Ziff. 1 StGB und versuchten Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten 

(unter  Anrechnung  von  2 Tagen  Haft)  verurteilt  und  die  mit  Strafbefehlen  vom 

19. Februar 2015 und vom 11. Mai 2016 angeordneten bzw. verlängerten Probe-

zeiten wiederum jeweils um ein Jahr verlängert. 

Den Betrug gemäss Dossier 1 beging der Beschuldigte kurz nachdem er am 3. Juli 

2020 aus dem Vollzug der mit Urteil vom 16. Juli 2019 angeordneten Freiheitsstrafe 

bedingt entlassen worden war, mithin während der in diesem Zusammenhang an-

geordneten Probezeit des Justizvollzugs des Kantons Zürich (vgl. Urk. 62 S. 4). Die 

Veruntreuung  gemäss  Dossier 2  beging  der  Beschuldigte  sogar,  während  er  die 

vorgenannte unbedingte Freiheitsstrafe in Form elektronsicher Überwachung voll-

- 47 -

zog (vgl. Prot. II S. 13, 28). Darüber hinaus fällt die Veruntreuung in die mit Straf-

befehlen  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  19. Februar  2015  und  der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 11. Mai 2016 angeordneten und anschliessend 

verlängerten Probezeiten. Den Betrug und die Urkundenfälschung betreffend Dos-

sier 3 beging der Beschuldigte sodann während laufender Untersuchung betreffend 

Dossiers 1 und 2. Nach den vorliegend zu beurteilenden Delikten wurde der Be-

schuldigte zudem mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 17. März 2023 

wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 

4 Monaten  und  mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom 

8. Dezember  2023  wegen  Veruntreuung  zu  einer  unbedingten  Geldstrafe  von 

180 Tagessätzen zu Fr. 60.– verurteilt (Urk. 62 S. 4 f.). Mit Blick auf die heute zu 

beurteilenden Delikte ist der Beschuldigte somit hinsichtlich des mehrfachen Be-

trugs (Dossiers 1 und 3) und der Veruntreuung (Dossier 2) einschlägig vorbestraft. 

Bereits mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 16. Juli 2019 wurde der Beschul-

digte – nachdem die ersten beiden bedingten Geldstrafen und die anschliessende 

unbedingte  Geldstrafe  offensichtlich  keinen  nachhaltigen  Eindruck  hinterlassen 

hatten – zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten verurteilt. Die heute 

zur  Beurteilung  stehende  erneute  Delinquenz  zeigt,  dass  sich  der  Beschuldigte 

auch nicht vom Vollzug der Freiheitsstrafe beeindrucken liess, beging er doch die 

Delikte gemäss Dossiers 1 bis 3 nach diesen Verurteilungen bzw. gar während des 

Strafvollzugs.  Auch  vom  vorliegenden  Strafverfahren  liess  sich  der  Beschuldigte 

offensichtlich nicht im geringsten beeindrucken und von der Begehung neuerlicher 

Straftaten abhalten, beging er doch während laufendem Verfahren die mit Strafbe-

fehl  vom  8. Dezember  2023  abgeurteilte  Veruntreuung,  welche  exakt  denselben 

Straftatbestand wie die vorliegend zu beurteilenden betraf. Vor diesem Hintergrund 

ist aus spezialpräventiver Sicht nicht zu erwarten, dass sich der Beschuldigte, nach-

dem ihn bereits die damalige unbedingte Freiheitsstrafe nicht von weiterer einschlä-

giger Delinquenz abzuhalten vermochte und er sogar während des Vollzugs dieser 

Freiheitsstrafe delinquierte, nun von der Aussprechung einer (weiteren) Geldstrafe 

für die einzelnen Tatvorwürfe beeindrucken lassen würde. Entsprechend erscheint 

die Ausfällung einer Geldstrafe im vorliegenden Fall nicht als adäquate Sanktion. 

- 48 -

Es drängt sich daher auf, für den Betrug gemäss Dossier 1 eine Freiheitsstrafe aus-

zufällen.

1.4. Ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden erscheint eine Ein-

satzstrafe von 6 Monaten Freiheitsstrafe angemessen.

2.

Tatkomponente betreffend Veruntreuung gemäss Dossier 2

2.1.

In  Bezug  auf  die  objektive  Tatschwere  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschul-

digte anstatt des vereinbarten Leasings von insgesamt Fr. 19'200.– lediglich 18 Ra-

ten zu Fr. 400.–, mithin Fr. 7'200.–, bezahlte. Somit entgingen der I._____ AG ne-

ben  dem  Restwert  des  Fahrzeugs  ausstehende  Leasingraten  von  insgesamt 

Fr. 12'000.–. Darüber hinaus bereicherte sich der Beschuldigte in Höhe des Ver-

kaufserlöses von Fr. 17'500.– unrechtmässig. Allerdings handelte der Beschuldigte 

nicht besonders raffiniert, nutzte er doch insbesondere den aufgrund des zwischen 

ihm  und  L._____  bestehenden  Vertrauensverhältnisses  fehlenden  Eintrag 178 

(Halterwechsel verboten) aus, um das geleaste Fahrzeug ohne Einverständnis der 

Eigentümerin  zu  verkaufen.  In  Anbetracht  des  weiten  Strafrahmens  ist  das  Ver-

schulden daher als noch leicht zu qualifizieren.

2.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte  trotz  Kenntnis  der  Vereinbarungen  im  Leasingvertrag  den  BMW 118i  für 

Fr. 17'500.– an K._____ verkaufte, um sich in diesem Umfang unrechtmässig zu 

bereichern, ohne dass er hierfür aufgrund einer Notlage einen nachvollziehbaren 

oder  auch  nur  ansatzweise  verständlichen,  wenn  auch  nicht  entschuldbaren  Be-

weggrund hatte. Hier ist insbesondere zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

das zwischen ihm und L._____ bestehende Vertrauensverhältnis, dessen sich der 

Beschuldigte bewusst war (vgl. Urk. 4/2 F/A 12), gezielt ausnutzte. Die subjektive 

Tatschwere vermag die objektive daher nicht zu relativieren.

2.3. Bezüglich  der  Strafart  kann  grundsätzlich  auf  das  zu  Dossier 1  Erwogene 

(E. V.C.1.3) verwiesen werden, was gleichermassen hier zutrifft. Durch seine hart-

näckige Delinquenz offenbarte der Beschuldigte eine kriminelle Veranlagung, wes-

halb spezialpräventive Gründe gegen die Adäquanz einer Geldstrafe sprechen, so 

- 49 -

dass trotz des noch leichten Verschuldens für die Veruntreuung eine Freiheitsstrafe 

auszusprechen ist.

2.4. Ausgehend von einem noch leichten Verschulden erscheint eine Freiheits-

strafe von 5 Monaten angemessen. Da der Betrug gemäss Dossier 1 und die Ver-

untreuung nicht in einem zeitlich und sachlich engen Zusammenhang stehen, son-

dern es sich um voneinander unabhängige Taten handelt, erscheint es in Anwen-

dung  des  Asperationsprinzips  angemessen,  die  Einsatzstrafe  für  den  Betrug  ge-

mäss Dossier 1 um 4 Monate auf 10 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.

3.

Tatkomponente betreffend Betrug gemäss Dossier 3

3.1. Wie die Vorinstanz im Hinblick auf die objektive Tatschwere zutreffend er-

wog, erweist sich der Deliktsbetrag von Fr. 2'000.– als verhältnismässig gering. In-

dem  der  Beschuldigte  vorgängig  die  Einzahlungsquittung  fälschte  und  diese 

O._____ bei der Übergabe des McLaren vorwies, betrieb er einen – angesichts des 

relativ geringen Ertrags – beträchtlichen Aufwand, um O._____ zu täuschen, damit 

dieser ihm den McLaren ohne die vereinbarte Mietzahlung aushändigte. Das Han-

deln  des  Beschuldigten  erforderte  somit  eine  gewisse  Planung  und  Sorgfalt  und 

zeugt  von  einer  erhöhten  kriminellen  Energie,  zumal  er  nicht  davor  zurück-

schreckte, für sein Vorhaben ein amtliches Dokument und einen amtlichen Stempel 

und damit das Vertrauen in amtliche Dokumente zu missbrauchen. Das Vorgehen 

des  Beschuldigten  –  das  Vorweisen  der  Kopie,  worauf  die  Fälschung  schlechter 

bzw. kaum erkennbar war – erweist sich als durchaus raffiniert, weshalb das Ver-

schulden als nicht mehr leicht zu bezeichnen ist. 

3.2. Betreffend  die  subjektive  Tatschwere  fällt  ins  Gewicht,  dass  der  Beschul-

digte planmässig und koordiniert vorging, um O._____ über seine Zahlungsfähig-

keit  und  Zahlungswilligkeit  zu  täuschen,  indem  er  sich  dazu  einer  Urkundenfäl-

schung bediente. Er betrieb mithin einen über lediglich mündlich überbrachte Täu-

schungsmitteilungen hinausgehenden Aufwand, um den McLaren für ca. 24 Stun-

den rein zum Spass auszuleihen, ohne hierfür den vereinbarten Mietbetrag zu be-

zahlen. Die subjektive Tatschwere vermag daher die objektive nicht zu relativieren. 

- 50 -

3.3. Bezüglich der Strafart kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden 

(vgl. E. V.C.1.3). Angesichts der einschlägigen Delinquenz erscheint die Ausfällung 

einer Geldstrafe auch betreffend den Betrug gemäss Dossier 3 nicht als adäquate 

Sanktion, weshalb wiederum eine Freiheitsstrafe auszufällen ist.

3.4. Aufgrund  des  nicht  mehr  leichten  Verschuldens  erscheint  eine  Freiheits-

strafe von 6 Monaten als angemessen. Bei der Anwendung des Asperationsprin-

zips ist wiederum zu berücksichtigen, dass der Betrug gemäss Dossier 3 in keinem 

Zusammenhang  zu  demjenigen  gemäss  Dossier 1  und  zur  Veruntreuung  steht, 

weshalb es angemessen erscheint, die Strafe für den Betrug gemäss Dossier 3 um 

4 Monate auf 14 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.

4.

Tatkomponente betreffend Urkundenfälschung gemäss Dossier 3

4.1.

In  objektiver  Hinsicht  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschuldigte  eine  Einzah-

lungsquittung mit unwahrem Inhalt erstellte. Die Quittung enthielt eine angebliche 

Bestätigung  einer  Zahlung  des  Beschuldigten  an  O._____  in  der  Höhe  von 

Fr. 2'000.–. Insofern liegt vor dem Hintergrund des Strafrahmens ein verhältnismäs-

sig geringer Deliktsbetrag vor. Allerdings gebrauchte er eine Kopie dieser gefälsch-

ten Urkunde, die er anlässlich der Übergabe des McLaren O._____ vorzeigte, um 

seinen  Zahlungswillen  und  seine  Zahlungsfähigkeit  hinsichtlich  der  vereinbarten 

Miete  vorzuspiegeln.  Zu  berücksichtigen  ist  in  diesem  Zusammenhang,  dass  die 

Fälschung für O._____ aufgrund dieses Umstands nicht sofort erkennbar war, was 

sich verschuldenserschwerend auswirkt. Angesichts des weiten Strafrahmens ist 

das objektive Tatverschulden insgesamt als gerade noch leicht zu qualifizieren.

4.2. Betreffend  die  subjektive  Tatschwere  fällt  ins  Gewicht,  dass  der  Beschul-

digte  nicht  davor  zurückschreckte,  eine  amtliche  Bestätigung  in  Form  des  Post-

stempels (aus einem anderen Einzahlungsschein) für seine Zwecke zu benutzen, 

was doch von einem gewissen Grad an Skrupellosigkeit gegenüber dem Vertrauen 

der Mitmenschen und einer eklatanten Missachtung der gesetzlichen Regeln zeugt. 

Die objektive Tatschwere wird auch hier nicht durch subjektive Umstände relativiert.

- 51 -

4.3. Bezüglich der Strafart kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden 

(vgl. E. V.C.1.3). Unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips ist auch hier 

eine separate Geldstrafe nicht schuldadäquat.

4.4. Ausgehend  von  einem  gerade  noch  leichten  Verschulden  erscheint  eine 

Strafe von 4 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. Wie dargelegt, stehen der 

Betrug und die Urkundenfälschung in sehr engem sachlichem und zeitlichem Zu-

sammenhang.  Unter  Anwendung  des  Asperationsprinzips  ist  1 Monat  Freiheits-

strafe straferhöhend zu berücksichtigen. Insgesamt resultiert somit eine angemes-

sene Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Monaten.

5.

Täterkomponente

5.1. Persönliche Verhältnisse und Vorleben

Betreffend das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann 

insbesondere auf dessen Aussagen im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 11. November 2022 verwiesen werden (Urk. 4/2 F/A 14 f.). Zusam-

mengefasst lässt sich seinen Aussagen entnehmen, dass er seit längerer Zeit nicht 

arbeitete, da er über Schulden beim Betreibungsamt verfügte und viele Geschäfte 

für eine Anstellung einen Betreibungsregisterauszug verlangen. Bis zum Jahr 2015, 

als er nach Amerika ging, erhielt er aufgrund von sechs Bauchoperationen eine IV-

Rente. Im Jahr 2018 oder 2019 wurde ein Privatkonkurs eröffnet. Der Beschuldigte 

hat eine Frau und zwei Kinder. Im Zeitpunkt der Einvernahme bei der Staatsanwalt-

schaft arbeitete er bei seinem Bruder in der Garage und suchte eine Stelle als Ver-

käufer  oder  Leiter  eines  Restaurants.  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  er-

gänzte er, er befinde sich bis am 28. Juli 2025 im Vollzug der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft  Baden  vom  17. März  2023  ausgesprochenen  Freiheitsstrafe. 

Momentan  komme  sein  Vater  für  seinen  Lebensunterhalt  auf,  ab  dem  1. August 

2025 habe er jedoch einen Arbeitsvertrag und werde als Zügelmann arbeiten. Seit 

der Anstellung bei der I._____ AG habe er keine feste Arbeitsstelle mehr gehabt, 

da er Drogen- und Alkoholprobleme gehabt habe, weshalb er während drei Mona-

ten in der Klinik Im Hasel in Behandlung gewesen sei (Prot. II S. 6 ff., 14). Seit dem 

Privatkonkurs seien darüber hinaus neue Schulden dazugekommen (Prot. II S. 15). 

- 52 -

Aus dem Lebenslauf und den persönlichen Verhältnissen lassen sich keine straf-

zumessungsrelevanten Faktoren ableiten.

5.2. Vorstrafen

Der Beschuldigte weist die vorgenannten vier Vorstrafen auf (vgl. E. V.C.1.3). Die 

Delikte gemäss Vorstrafen sind gegenüber den heute zu beurteilenden Vorwürfen 

teilweise  einschlägig.  So  wurde  der  Beschuldigte  mit  Urteil  des  Bezirksgerichts 

Bülach vom 16. Juli 2019 wegen mehrfacher Veruntreuung und versuchten Betrugs 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten verurteilt (Urk. 62 S. 4). Dieses 

Urteil erging lediglich rund zehn Monate vor der vorliegend zu beurteilenden Ver-

untreuung gemäss Dossier 2, welche überdies in die mit genanntem Urteil verlän-

gerten Probezeiten betreffend die Strafbefehle vom 19. Februar 2015 und 11. Mai 

2016  fällt.  Deutlich  straferhöhend  fällt  darüber  hinaus  ins  Gewicht,  dass  der  Be-

schuldigte im Zeitpunkt der Tatbegehung am 19. Mai 2020 die mit Urteil des Be-

zirksgerichts Bülach festgesetzte unbedingte Freiheitsstrafe in Form elektronischer 

Überwachung vollzog und er sich mithin auch während des Strafvollzugs nicht von 

der Begehung weiterer Delikte abschrecken liess. Den Betrug gemäss Dossier 1 

beging  er  sodann  unmittelbar  nach  der  bedingten  Entlassung  aus  ebendiesem 

Strafvollzug und somit während laufender Probezeit. Die Delikte gemäss Dossier 3 

beging der Beschuldigte schliesslich kurz nach Ablauf der genannten Probezeit und 

während laufendem Verfahren betreffend Dossiers 1 und 2. Die Vorstrafen und das 

Delinquieren während der Probezeit und insbesondere während des Strafvollzugs 

sind stark straferhöhend zu berücksichtigen.

5.3. Geständnis/Reue und Einsicht

5.3.1. Ein  Geständnis  führt  nicht  zwingend  zu  einer  Strafreduktion,  sondern  es 

steht wie bei den übrigen Strafzumessungsfaktoren im Ermessen des Sachgerichts 

zu  beurteilen,  ob  und  in  welchem  Ausmass  das  Geständnis  eine  strafmindernde 

Folge haben soll (Urteile des Bundesgerichts 6B_799/2024 vom 2. Dezember 2024 

E. 3.1; 6B_156/2023 vom 3. April 2023 E. 1.3.1 [nicht publ. in BGE 149 IV 161]; je 

mit Hinweisen). Dabei berücksichtigt das Gericht ein Geständnis, wenn es auf Ein-

sicht in das begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter zur 

- 53 -

Tataufdeckung  über  seinen  eigenen  Tatanteil  hinaus  beiträgt  (BGE  121  IV  202 

E. 2d/cc). Hat ein Geständnis die Strafverfolgung nicht erleichtert oder ist die ge-

ständige Person nur aufgrund einer erdrückenden Beweislage oder gar erst nach 

Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden, ist eine Strafminde-

rung nicht angebracht (Urteile des Bundesgerichts 6B_1135/2023 vom 19. Februar 

2025 E. 3.5.1; 6B_156/2023 vom 3. April 2023 E. 1.3.1 [nicht publ. in BGE 149 IV 

161]). 

5.3.2. Der Beschuldigte ist betreffend den ihm vorgeworfenen Betrug gemäss Dos-

sier 1 insofern geständig, als er bereits in der ersten polizeilichen Einvernahme den 

äusseren Sachverhalt grundsätzlich anerkannte, sich jedoch auf den Standpunkt 

stellte, er habe Kontakt zu F._____ im Kosovo gehabt, welcher die Bewilligungen 

hätte beschaffen können, und sei daher entgegen dem Anklagevorwurf in der Lage 

gewesen, B._____ die gewünschten und bezahlten Bewilligungen zu verschaffen. 

Auch hinsichtlich des Vorwurfs gemäss Dossier 2 und des Betrugs gemäss Dos-

sier 3 zeigte sich der Beschuldigte im äusseren Sachverhalt grösstenteils geständig 

und bestritt einzig, nicht zum Verkauf des BMW 118i berechtigt gewesen zu sein 

(Dossier 2) bzw. die O._____ übergebene Kopie der Einzahlungsquittung gefälscht 

zu haben (Dossier 3), womit er den Vorwurf der Urkundenfälschung vollständig be-

stritt. Zwar gab der Beschuldigte diese Tathandlungen schnell zu, da die Beweis-

lage  insbesondere  durch  die  objektiven  Beweismittel  sowie  die  glaubhaften  und 

konstanten Aussagen der Beteiligten komfortabel war und zufolge gänzlich fehlen-

der Reue, wirken sich die Teilgeständnisse jedoch nicht strafmindernd aus. 

5.4.

Fazit

Unter den Täterkomponenten ist somit ein stark straferhöhendes Zumessungskri-

terium  festzustellen.  Die  nach  den  Tatkomponenten  erhaltene  Gesamtfreiheits-

strafe ist daher aufgrund der Täterkomponenten auf 21 Monate Freiheitsstrafe zu 

erhöhen.

- 54 -

6.

Zusatzstrafe

6.1. Nachdem für sämtliche zu beurteilenden Delikte Freiheitsstrafen auszuspre-

chen sind, liegen gegenüber der bereits rechtskräftigen Strafe aus dem Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Baden vom 17. März 2023 gleichartige Strafen vor. Gemäss 

Art. 49 Abs. 2 StGB ist der Beschuldigte so zu stellen, wie wenn sämtliche began-

genen Taten gleichzeitig beurteilt worden wären. Hinsichtlich dieser Taten ist ent-

sprechend – wie vorstehend aufgezeigt (vgl. E. V.B.3.1-3.3) – in Anwendung des 

Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB eine Zusatzstrafe zu der bereits 

rechtskräftigen Grundstrafe zu bilden. Mangels gleichartiger Strafen ist demgegen-

über zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. Dezem-

ber 2023 keine Zusatzstrafe zu bilden.

6.2. Die  Strafrahmen  der  der  Grundstrafe  zugrunde  liegenden  Delikte  (Betrug 

und Urkundenfälschung) sowie diejenigen der vorliegend zu beurteilenden Tatbe-

stände  der  Veruntreuung,  des  Betrugs  und  der  Urkundenfälschung  reichen  von 

Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 146 

Abs. 1 StGB, Art. 251 Ziff. 1 StGB). Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden 

vom  17. März  2023  wurde  der  Beschuldigte  des  Betrugs  und  der  Urkundenfäl-

schung schuldig gesprochen, da er mit identischem Vorgehen wie im Sachverhalt 

gemäss  Dossier 3  einen  Ferrari  mietete,  ohne  den  vereinbarten  Mietbetrag  von 

Fr. 2'300.–  zu  bezahlen  (Urk. 34).  Beim  heute  zu  beurteilenden  Betrug  gemäss 

Dossier 1 handelt es sich – wie die Vorinstanz zutreffend erwog (vgl. Urk. 52 S. 37) 

– aufgrund des Tatvorgehens und des Schadens um das schwerste Delikt. 

6.3. Die für die vorliegend zu beurteilenden Taten auszusprechende Gesamtfrei-

heitsstrafe von 21 Monaten ist im Sinne des Asperationsprinzips um die Grunds-

trafe, mithin die mit Strafbefehl vom 17. März 2023 ausgefällte Freiheitsstrafe von 

4 Monaten, angemessen zu erhöhen und die infolge Asperation eintretende Redu-

zierung der rechtskräftigen Grundstrafe von der Strafe für die neu zu beurteilenden 

Delikte abzuziehen. Da sowohl die Grundstrafe als auch die vorliegend zu beurtei-

lenden Delikte ihrerseits Gesamtstrafen bilden, ist der bereits im Rahmen der je-

weiligen  Gesamtstrafenbildung  erfolgten  Asperation  durch  eine  gemässigte  Be-

rücksichtigung bei der Zusatzstrafenbildung Rechnung zu tragen, weshalb eine Er-

- 55 -

höhung um 3 Monate angemessen erscheint. Die hypothetische Gesamtstrafe be-

läuft  sich  somit  auf  24 Monate  Freiheitsstrafe.  Nach  Abzug  der  rechtskräftigen 

Grundstrafe von 4 Monaten resultieren demnach 20 Monate Freiheitsstrafe als Zu-

satzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 17. März 2023.

7.

Anrechnung der erstandenen Haft

7.1. Gemäss Art. 51 StGB rechnet das Gericht die vom Beschuldigten während 

diesem oder einem anderen Verfahren ausgestandene Untersuchungshaft, wozu 

grundsätzlich alle freiheitsentziehenden Massnahmen zu zählen sind, auf die Strafe 

an. Ein angebrochener Hafttag ist prinzipiell als ein Hafttag anzurechnen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1074/2020 vom 3. Februar 2021 E. 4.2; METTLER/SPICHTIN in: 

Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Auflage 2019, Art. 51 

N 35; TRECHSEL/THOMMEN, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetz-

buch, Praxiskommentar, 4. Auflage 2021, Art. 51 N 9).

7.2. Der Beschuldigte befand sich am 6. Mai 2021 von 06.30 Uhr bis 16.00 Uhr 

in Haft (Urk. 9/2-3). Die ausgestandene Haft von einem Tag ist dem Beschuldigten 

im Sinne von Art. 51 StGB anzurechnen.

8.

Rückversetzung

8.1.

Im Zusammenhang mit der erstinstanzlich angeordneten Rückversetzung in 

den Strafvollzug ist darauf hinzuweisen, dass diese gemäss Art. 89 Abs. 1 StGB 

grundsätzlich anzuordnen ist, wenn der bedingt Entlassene während der Probezeit 

ein Verbrechen oder Vergehen begeht. Unbestritten ist zwar, dass der Beschuldigte 

während  der  ihm  mit  der  bedingten  Entlassung  aus  dem  Strafvollzug  am  3. Juli 

2020  angesetzten  einjährigen  Probezeit  erneut  delinquierte  (vgl.  Dossier 1),  was 

infolge Nichtbewährung grundsätzlich zur Rückversetzung in den Strafvollzug führt 

(vgl. Art. 89 Abs. 1 StGB). 

8.2. Allerdings  darf  die  Rückversetzung  nicht  mehr  angeordnet  werden,  wenn 

seit  dem  Ablauf  der  Probezeit  mehr  als  3 Jahre  verstrichen  sind  (Art. 89  Abs. 4 

StGB). Diese Frist wird durch eine erstinstanzliche Verurteilung nicht unterbrochen, 

sondern  läuft  bis  zum  Entscheid  in  zweiter  Instanz  weiter  (vgl.  BGE  143  IV  441 

- 56 -

E. 2.2;  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_209/2022  vom  18. August  2023  E. 4.3.3). 

Vorliegend ist die am 3. Juli 2020 angeordnete Probezeit betreffend die bedingte 

Entlassung aus dem Strafvollzug am 2. Juli 2021 abgelaufen (vgl. Urk. 62 S. 4). Es 

sind mithin seit dem Ablauf der Probezeit bereits drei Jahre vergangen, ohne dass 

ein zweitinstanzliches Urteil gefällt wurde. Unter diesen Umständen darf die Rück-

versetzung des Beschuldigten in den Strafvollzug im heutigen Zeitpunkt nicht mehr 

angeordnet werden und es ist deshalb mit dem Berufungsentscheid davon abzu-

sehen.

9.

Fazit

Angemessen erscheint somit in Berücksichtigung sämtlicher Zumessungskriterien 

eine Bestrafung des Beschuldigten mit 20 Monaten Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe 

zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 17. März 2023. Aufgrund des 

Verbots der reformatio in peius gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO bleibt es jedoch bei 

der vorinstanzlich ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 12 Monaten (wovon 1 Tag 

durch Haft erstanden ist) als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Baden vom 17. März 2023 ausgefällten Freiheitsstrafe.

VI.

Vollzug

1.

Die Vorinstanz ordnete für die Freiheitsstrafe aufgrund der Vorstrafen und 

der Delinquenz während der Probezeit den Vollzug an (Urk. 52 S. 42 f.). 

2.

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von  höchstens  zwei  Jahren  in  der  Regel  auf,  wenn  eine  unbedingte  Strafe  nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten 

fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr 

als  sechs  Monaten  verurteilt,  so  ist  der  Aufschub  nur  zulässig,  wenn  besonders 

günstige  Umstände  vorliegen  (Art. 42  Abs. 2  StGB).  Unter  "besonders  günstigen 

Umständen" sind solche Umstände zu verstehen, die ausschliessen, dass die Vor-

tat  die  Prognose  verschlechtert.  Die  Gewährung  des  bedingten  Vollzugs  ist  nur 

möglich, wenn eine Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss 

- 57 -

zulässt, dass trotz der Vortat eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Die 

günstige Prognose wird vermutet, kann aber widerlegt werden (BGE 135 IV 180 

E. 2.1; 134 IV 97 E. 7.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_80/2024 vom 9. Januar 2025 

E. 3.1). Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterper-

sönlichkeit  unerlässlich  (BGE  134  IV  140  E. 4.4  m.H.;  Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_1376/2022 vom 12. September 2023 E. 1.3). Dabei hat das Gericht eine Ge-

samtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen und insbesondere auch 

seit der Tat eingetretene positive Veränderungen (wie den Erhalt einer festen Ar-

beitsstelle, das  Eingehen  einer  stabilen  Beziehung)  zu  berücksichtigen. In  erster 

Linie ist dabei die strafrechtliche Vorbelastung relevant, namentlich wenn der Täter 

sog. einschlägige Vorstrafen aufweist (BGE 145 IV 137 E. 2.2; 134 IV 1 E. 4.2.3; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_80/2024 vom 9. Januar 2025; 6B_1153/2021 vom 

29. März 2023 E. 2.3.4; 6B_617/2021 vom 8. Oktober 2021 E. 1.3.1; je mit Hinwei-

sen). Bei Freiheitsstrafen von mindestens einem und höchstens drei Jahren besteht 

unter  denselben  Voraussetzungen  die  Möglichkeit  des  teilbedingten  Vollzugs 

(Art. 43 Abs. 1 StGB).

3.

Rund  ein  Jahr  vor  der  Tatbegehung  gemäss  Dossiers 1  und  2  wurde  der 

Beschuldigte  zu  einer  unbedingten  Freiheitsstrafe  von  7 Monaten  verurteilt.  Ein 

Aufschub käme somit nur in Frage, wenn bei ihm besonders günstige Umstände 

vorlägen. Angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte nicht nur kurz nach der 

vorgenannten  Verurteilung  delinquierte,  sondern  die  vorliegend  zu  beurteilende 

Veruntreuung  während  laufenden  Probezeiten  und  insbesondere  während  des 

Strafvollzugs beging, der Betrug gemäss Dossier 1 in die mit der bedingten Entlas-

sung angesetzte Probezeit fällt und er bereits rund drei Monate nach Ablauf dieser 

Probezeit und während laufendem Verfahren nahtlos mit seiner deliktischen Tätig-

keit weiterfuhr (vgl. Dossier 3), ist ihm jedoch eine ausgesprochen schlechte Pro-

gnose zu stellen. Die Freiheitsstrafe ist daher zu vollziehen.

VII.

Zivilforderungen

1.

Die E._____ GmbH macht Schadenersatz in der Höhe von Fr. 40'000.– so-

wie eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– je zuzüglich Zins von 5 % seit 

- 58 -

7. September 2021 geltend (Urk. 11/2). Die Vorinstanz verpflichtete den Beschul-

digten, der E._____ GmbH Schadenersatz von Fr. 40'000.– zuzüglich Zins von 5 % 

seit dem 7. September 2021 zu bezahlen (Urk. 52 S. 44). Die Verteidigung begrün-

det ihren Antrag auf Abweisung der Zivilforderungen damit, dass der Beschuldigte 

vom  Vorwurf  des  Betrugs  freizusprechen  sei.  Einen  Eventualantrag  für  den  Fall 

eines anklagegemässen Schuldspruchs stellte sie hingegen nicht (Urk. 40 Rz. 91; 

Urk. 72 Rz. 79). 

2.

Nachdem  der  Beschuldigte  die  Vereinbarung  betreffend  die  Arbeits-  und 

Aufenthaltsbewilligungen mit B._____ traf, die dafür vereinbarte Gegenleistung in 

Höhe von Fr. 40'000.– jedoch vom Firmenkonto der E._____ GmbH bezahlt wurde, 

welche sich schliesslich  als  Privatklägerin  konstituierte  (vgl. Urk. 11/2), stellt sich 

die Frage nach der Aktivlegitimation im Hinblick auf die geltend gemachte Scha-

denersatzforderung.  Die  E._____  GmbH  ist  deshalb  betreffend  die  Geltendma-

chung des Schadenersatzanspruches auf den Weg des Zivilprozesses zu verwei-

sen.

3.

Wie die Vorinstanz ebenfalls zutreffend erwog, ist eine für die Zusprechung 

einer  Genugtuung  erforderliche  immaterielle  Unbill  insbesondere  angesichts  des 

Vorliegens eines Vermögensdelikts weder ersichtlich noch substantiiert, weshalb 

das Genugtuungsbegehren der E._____ GmbH abzuweisen ist.

VIII.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das vorinstanzliche Kostendispositiv 

(Dispositivziffern 7  und  8)  zu  bestätigen  (Art. 426  Abs. 1  StPO,  Art.  428  Abs. 3 

StPO).

2.

Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.– festzuset-

zen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebüh-

renverordnung des Obergerichts). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen 

die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 

StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb ihm 

- 59 -

die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Ver-

teidigung, aufzuerlegen sind.

3.

Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren Aufwendungen 

in  der  Höhe  von  Fr. 5'862.40  geltend  (Urk.  74/1-2).  Unter  Berücksichtigung  der 

Dauer  der  Berufungsverhandlung  (inkl.  Weg  zum  Verhandlungsort  und  Nachbe-

sprechung  mit  dem  Klienten)  erweist  sich  eine  Entschädigung  von  pauschal 

Fr. 5'700.– (inkl. MwSt.) als angemessen. Diese Kosten sind unter Vorbehalt des 

Rückforderungsrechts des Staates gegenüber dem Beschuldigten einstweilen auf 

die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Es wird beschlossen:

1.

Vom teilweisen Rückzug der Berufung hinsichtlich Dispositivziffer 6 (Zivilfor-

derung der Privatklägerin 2) wird Vormerk genommen.

Es wird somit festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 

19. Dezember 2023 bezüglich Dispositivziffer 6 in Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Der Antrag des Beschuldigten auf Einstellung des Verfahrens betreffend 

Dossier 2 wird abgewiesen.

3.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

4. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 60 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB

der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie 

der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB.

2.

Von der Rückversetzung des Beschuldigten in den Vollzug der mit Urteil des 

Bezirksgerichts Bülach vom 16. Juli 2019 (Geschäfts-Nr. GG190035) ausge-

fällten Freiheitsstrafe wird abgesehen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 1 Tag 

durch Haft erstanden ist) als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Baden vom 17. März 2023.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 1 (E._____ GmbH) wird auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

4.

5.

6.

Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 (E._____ GmbH) wird 

abgewiesen.

7.

8.

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziffern 7 und 8) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

4'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

5'700.–   amtliche Verteidigung (inkl. MwSt.).

9.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

- 61 -

10. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

die Privatklägerin 1 (E._____ GmbH)

die Privatklägerin 2 (I._____ AG)

den Privatkläger 3 (O._____)

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangen.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland

die Privatklägerin 1 (E._____ GmbH), sofern verlangt

die Privatklägerin 2 (I._____ AG), sofern verlangt

den Privatkläger 3 (O._____), sofern verlangt

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

Staatsanwaltschaft Baden, Geschäfts-Nr. ST.2023.1467 betreffend 
Dispositivziffer 3 (im Dispositiv)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

- 62 -

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 11. Juni 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

MLaw Gitz