# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72b2eeb1-dde6-5a2f-95fe-4561f77e367a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.09.2011 E-5947/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5947-2008_2011-09-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5947/2008

U r t e i l   v om   6 .   S ep t embe r   2 0 1 1  

Besetzung Richter Markus König (Vorsitz),
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richter Bruno Huber,
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

Parteien A._______,
Syrien,
vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, 
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 15. August 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Gemäss  eigenen  Angaben  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat  am  (…)  2007,  fuhr  auf  dem Landweg  von B._______  über 
Beirut  nach  Tripoli,  von  dort  auf  dem  Seeweg  in  ein  angeblich 
unbekanntes  Land  und  gelangte  schliesslich  mit  einem  Taxi  am  15. 
Oktober  2007  illegal  in  die  Schweiz.  Gleichentags  suchte  er  im 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nach.

Anlässlich  der  Befragung  vom  24.  Oktober  2007  im  EVZ  und  der 
Bundesanhörung  vom 20. November  2007  zu  den Asylgründen machte 
der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  Folgendes  geltend:  Er  sei 
kurdischer  Abstammung  und  habe  bis  1991  in  seinem  Geburtsort  bei 
B._______  und  anschliessend  von  1996  bis  1999  illegal  im  Libanon 
gelebt  und  gearbeitet.  Seit  2000  sei  er  Mitglied  einer  Tanzgruppe 
gewesen, mit  der  er  oft  an  C._______­Festen  teilgenommen  habe.  Am 
(…)  2006  sei  er  mit  seiner  Tanzgruppe  festgenommen  worden.  Nach 
Kundgebungen  von  Kurden  vom  (…)  2006  seien  die  Festgenommenen 
freigelassen  worden.  Es  seien  Behördenvertreter  zu  seinem  Haus 
gekommen und hätten wiederholt den Vater sowie den Bruder an seiner 
Stelle  abgeführt. Die Behörden hätten anlässlich des C._______­Festes 
von  2007  erneut  die  Festnahme  der  Tanzgruppe  während  einer 
Vorführung veranlasst. Indessen sei es dem Beschwerdeführer gelungen, 
zu entkommen. Aus Furcht vor einer Festnahme habe er darauf am (…) 
2007 Syrien verlassen und sei in den Libanon, nach Beirut, gefahren. Von 
dort habe er  telefonisch  in Erfahrung gebracht, dass einmal wöchentlich 
zu Hause nach ihm gesucht worden sei.

Am 27. November 2007 wurde durch einen externen Experten mit  dem 
Beschwerdeführer  ein  Sprach­  und Herkunftstest  durchgeführt. Gemäss 
dem  darauf  abgestützten  Gutachten  vom  14.  Dezember  2007  sei  der 
Beschwerdeführer  zweifelsfrei  in  der  syrischen  Region  D._______ 
sozialisiert worden.

Am  28.  April  2008  ersuchte  das  BFM  die  Schweizer  Vertretung  in 
Damaskus um nähere Abklärungen über die  Identität, die Umstände der 
Ausreise und eine allfällige Gefährdung des Beschwerdeführers in Syrien. 
Dem Bericht der Botschaft vom 22. Mai 2008 ist zu entnehmen, dass es 
sich beim Beschwerdeführer  um einen syrischen Staatsangehörigen mit 
Anrecht auf einen syrischen Reisepass handle. Er werde  in Syrien nicht 
gesucht  und  sei  am  (…)  2004 mit  seiner  Identitätskarte  in  den  Libanon 

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ausgereist.  Am  10.  Juni  2008  wurde  dem  Beschwerdeführer  zu  den 
Abklärungsergebnissen schriftlich das rechtliche Gehör gewährt.

Mit seiner Stellungnahme vom 18. Juni 2008 gab der Beschwerdeführer 
an,  nach  Beendigung  seines  Militärdienstes  im  Jahr  (…)  einen 
Reiseausweis erhalten zu haben, der nach kurzer Zeit wieder eingezogen 
worden  sei,  zumal  er  seinen Militärdienst  im E._______  geleistet  habe, 
was  für  die  Regierung  eine  "gefährliche  Ausbildung"  gewesen  sei.  Der 
Beschwerdeführer  räumte  ein,  nach  einem  am  (…)  an  Kurden 
begangenen Massaker am (…) 2004 mit seiner  Identitätskarte zu einem 
zweimonatigen  Aufenthalt  in  den  Libanon  gegangen  zu  sein.  Wie  die 
übrigen Kurden werde er in Syrien nicht mehr gesucht, weil der syrische 
Staat die Kurden nicht mehr als Staatsangehörige betrachte.

Mit seiner Stellungnahme gab der Beschwerdeführer das Schreiben eines 
Menschenrechtskomitees  für  Syrien  ("Committees  for  the  Defense  of 
Democracy Freedoms and Human Rights in Syria" [CDF]) zu den Akten.

B. 
Mit  Verfügung  vom  15.  August  2008  –  eröffnet  am  18.  August  2008 – 
stellte  das  BFM  im  Wesentlichen  fest,  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 
nicht  stand,  so  dass  keine  Prüfung  der  Asylrelevanz  erforderlich  sei. 
Deshalb  lehnte  das BFM das Asylgesuch  ab,  verfügte  die Wegweisung 
aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.

C. 
Mit  Beschwerdeeingabe  vom  17.  September  2008  beantragte  der 
Beschwerdeführer  in  materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  der 
angefochtenen Verfügung, die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft 
und  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die  Feststellung  der 
Unzulässigkeit  oder  zumindest  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung  und  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme;  in 
prozessualer  Hinsicht  wurde  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
ersucht.

Als Beweismittel  reichte der Beschwerdeführer zu den Akten: Faxkopien 
des  Militärausweises,  Faxkopien  eines  Auszugs  aus  dem 
Familienregister,  eine CD mit  Aufnahmen  einer  Kundgebung  von  2007, 

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dasselbe  von  2008,  Fotografien  einer  Kundgebung  vor  dem 
französischen Konsulat in Zürich mit der Kopie einer Petition der CDF an 
den Präsidenten der Republik sowie eine Unterstützungsbestätigung der 
Asyl­Organisation Zürich vom 2. September 2008.

D. 
Mit Instruktionsverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. Oktober 
2008  wurde  unter  anderem  der  Entscheid  über  das  Gesuch  um 
unentgeltliche  Rechtspflege  aufgeschoben,  von  der  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  abgesehen  und  der  Beschwerdeführer  zur 
Nachreichung der  in der Beschwerde in Aussicht gestellten Beweismittel 
(Originale  des  Militärausweises  sowie  des  Auszugs  aus  dem 
Familienregister und Bestätigung der Demokratischen Kurdischen Partei 
Syrien [Alparty]) innert 30 Tagen aufgefordert.

E. 
Mit  Eingabe  vom  5.  November  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  die 
Bestätigung  der  Alparty  vom  4.  Oktober  2008  einschliesslich  der 
Übersetzung  nach.  Gleichzeitig  ersuchte  er  um  Fristerstreckung  für  die 
Einreichung  des  Militärausweises  sowie  des  Auszugs  aus  dem 
Familienregister.

F. 
Mit  Eingabe  vom  28.  Dezember  2008  gab  der  Beschwerdeführer  seine 
Original­Identitätskarte (mit Zustellungsumschlag) zu den Akten und teilte 
gleichzeitig  mit,  der  Militärausweis  sowie  der  Auszug  aus  dem 
Familienregister seien wider Erwarten auch bei seiner Familie nicht mehr 
vorhanden gewesen.

G. 
Mit Zwischenverfügung vom 8. Januar 2009 wurde die Vorinstanz im Sinn 
von Art. 57 Abs. 1 VwVG zur Vernehmlassung eingeladen.

H. 
Am  10.  Februar  2009  reichte  das  BFM,  an  seinen  Erwägungen  in  der 
angefochtenen  Verfügung  vollumfänglich  festhaltend,  eine  ausführliche 
Vernehmlassung  zu  den  Akten  und  beantragte  die  Abweisung  des 
Rechtsmittels. 

I. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  Februar  2009  wurde  dem 
Beschwerdeführer Gelegenheit zur Einreichung einer Replik geboten.

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J. 
Mit  Eingabe  vom  2.  März  2009  bezog  der  Beschwerdeführer  ebenso 
ausführlich Stellung  zur  vorinstanzlichen Vernehmlassung. Er  korrigierte 
insbesondere  ein  in  der  Beschwerde  enthaltenes  Missverständnis, 
wonach  die  Tanzgruppe  F._______  von  der  Alparty  gegründet  worden 
sei. Richtig sei, dass die Gruppe von der Kurdischen Arbeiterpartei PKK 
ins  Leben  gerufen  worden  sei,  was  aber  aus  Sicht  des  Verfolgerstaats 
mindestens so problematisch sei, wie die Mitgliedschaft zu einem Alparty­
Tanzensembles.

K. 
Am  18.  Dezember  2009  richtete  sich  der  Beschwerdeführer  mit  einem 
fremdsprachigen  Schreiben  an  das  BFM,  das  den  Brief 
zuständigkeitshalber  an  das  Bundesverwaltungsgericht  überwies.  Einer 
Erläuterung  seines  Rechtsvertreters  vom  18.  Januar  2010  zufolge 
ersuchte  sein  Klient  mit  der  Eingabe  um  Beschleunigung  seines 
Beschwerdeverfahrens.

L. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  30.  Juni  2011  wurde  die  Vorinstanz  vom 
Instruktionsrichter  angesichts  der  aktuellen  Verhältnisse  in  Syrien  zu 
einer ergänzenden Vernehmlassung eingeladen.

M. 
Mit  Verfügung  vom  11.  Juli  2011  zog  das  BFM  seine  Verfügung  vom 
15. August 2008  teilweise  in Wiedererwägung und hob deren Dispositiv­
Ziffern  3,  4  und  5  auf.  Gleichzeitig  ordnete  es  an,  der  Vollzug  der 
Wegweisung werde wegen Unzumutbarkeit  zugunsten  einer  vorläufigen 
Aufnahme aufgeschoben.

N. 
Mit Zwischenverfügung vom 30. Juli 2011 wurde dem Beschwerdeführer 
die Gelegenheit geboten sein Rechtsmittel,  soweit nicht gegenstandslos 
geworden,  ohne  Kostenfolge  zurückzuziehen;  andernfalls  werde  das 
Verfahren weitergeführt.

O. 
Mit Eingabe vom 22. Juli 2011 erklärte der Beschwerdeführer, an seinen 
Anträgen  um  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  der 
Asylgewährung  festhalten  zu  wollen.  Als  Beweismittel  legte  er  zwei 

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Fotografien  sowie  das  Flugblatt  einer  Kundgebung  vom  (…)  in 
G._______, an der er teilgenommen habe, bei.

P. 
Mit Eingabe  vom 31. August  2011  führte  der Beschwerdeführer  aus,  er 
habe  in der Schweiz an vier weiteren Kundgebungen teilgenommen; mit 
dem Schreiben reichte er erneut mehrere Fotografien sowie ein Flugblatt 
als Beweismittel zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinn  von Art. 32 VGG  liegt  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

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die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
4.1.  Zur  Begründung  des  ablehnenden  Asylentscheids  macht  die 
Vorinstanz im Wesentlichen Folgendes geltend:

4.1.1.  Die  Angaben  des  Beschwerdeführers  seien  mit  Bezug  auf  eine 
Festnahme mit anschliessender Freilassung und die Behelligungen durch 
die syrischen Behörden nach Auftritten seiner Tanzgruppe anlässlich von 
C._______­Feierlichkeiten  unlogisch  und  wirkten  im  Übrigen 
unsubstanziiert,  nacherzählt  und  insgesamt  stereotyp.  Die  Vorbringen 
würden den Anforderungen an das Glaubhaftmachen nicht genügen.

4.1.2.  Durch  die  Abklärungen  der  Schweizer  Vertretung  in  Damaskus 
vom  29. Juni  2008  werde  bestätigt,  dass  der  Beschwerdeführer  keiner 
Verfolgung  durch  die  syrischen Behörden ausgesetzt  gewesen  sei.  Aus 
dem Bericht gehe zudem hervor, dass er auch nicht gesucht werde. Dies 
habe der Beschwerdeführer  in seiner Stellungnahme vom 18. Juni 2008 
selber  eingestanden.  Seine  Erklärung,  er  werde  nicht  gesucht,  weil  die 

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Kurden nicht mehr als syrische Staatsangehörige anerkannt würden, sei 
nicht  überzeugend.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  seinen 
Identitätspapieren – insbesondere die Aussage, nie einen Pass und eine 
Identitätskarte  besessen  zu  haben  –  seien  durch  die 
Botschaftsabklärungen  als  unzutreffend  widerlegt  worden.  In  der 
Stellungnahme  vom  18.  Juni  2008  habe  der  Beschwerdeführer  die 
Tatsachenwidrigkeit  dieses  Vorbringen  denn  auch  einräumen  müssen. 
Angesichts  der  Unglaubhaftigkeit  seiner  Aussagen  sei  davon 
auszugehen, dass der Beschwerdeführer über syrische Identitätspapiere 
verfüge.

4.1.3.  Somit  hielten  die  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  stand,  weshalb  sich  eine 
Prüfung  ihrer  Asylrelevanz  erübrige.  Demzufolge  erfülle  der 
Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  und  sein  Asylgesuch 
sei abzulehnen.

4.1.4.  Im  Zusammenhang  mit  dem  allfälligen  Vorliegen  subjektiver 
Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG führt das BFM im Wesentlichen 
aus, exilpolitische Aktivitäten könnten nur dann  im Sinn von subjektiven 
Nachfluchtgründen  zur  Flüchtlingseigenschaft  führen,  wenn  sie  für  die 
betroffene  Person  im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Syrien  mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile zur Folge hätten. 
Das Bundesamt gehe zwar davon aus, dass die syrischen Behörden die 
Aktivitäten  von  regimekritischen  Exilorganisationen  beobachteten.  Sie 
dürften jedoch angesichts der umfangreichen exilpolitischen Betätigungen 
von  syrischen  Staatsangehörigen  im  Ausland  nur  Interesse  an  der 
Identifizierung  von  Personen  haben,  deren  Aktivitäten  über 
massentypische exilpolitische Proteste hinausgingen und die Funktionen 
oder  Aktivitäten  entwickelten,  welche  sie  als  gefährliche  Regimegegner 
erscheinen  liessen.  Erheblich  seien  exilpolitische  Tätigkeiten  nur  dann, 
wenn  die  Betreffenden  über  eine  längere  Zeit  öffentlich  exponiert  als 
Regimekritiker  in  Erscheinung  treten  oder  ihre  Handlungen  die 
Fortsetzung  bereits  im  Heimatland  manifestierter  politischer  Aktivitäten 
darstellen würden.

4.1.5.  Allein  aus  dem  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der 
Schweiz  ein  Asylgesuch  gestellt  habe,  könne  nicht  auf  eine 
regierungsfeindliche  Haltung  geschlossen  werden;  es  sei  auch  nicht 
damit  zu  rechnen,  dass  er  bei  der  Einreise  (nach  Syrien)  im  Rahmen 
allfälliger  Befragungen  durch  die  syrischen  Behörden  oppositioneller 

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exilpolitischer  Tätigkeiten  verdächtigt  würde.  Er  sei  weder  vor  der 
Ausreise  aus  dem Heimatstaat  in  diesem noch  in  der Schweiz  politisch 
aktiv  gewesen;  zudem  hätten  sich  die  Ausreisegründe  als  unglaubhaft 
erwiesen.

4.2.  Den  Erwägungen  des  BFM  hält  der  Beschwerdeführer  in  seiner 
Beschwerde Folgendes entgegen:

4.2.1. Seine Entlassung (…) 2006 widerspreche nicht der nachfolgenden 
Überwachung  durch  die  syrischen  Geheimdienste,  sondern  entspreche 
gerade  einem  typischen  Vorgehen  gegenüber  Personen,  bei  denen  die 
Beweislage noch nicht  für eine Verurteilung ausreiche  (vgl. Beschwerde 
S.  5).  Mit  Bezug  auf  die  von  der  Vorinstanz  als  realitätsfremd 
eingeschätzte Freilassung auf Druck protestierender Kurden verweist der 
Beschwerdeführer auf Berichte von amnesty international von 2006 sowie 
der  Presseagentur  AFP  vom  (…)  2006  (die  eine  spätere 
Freilassungswelle  beschreiben  würden,  er  sei  ja  schon  vorher,  im  (…) 
2006, freigelassen worden; vgl. Beschwerde S. 5 f.).

4.2.2. Das  Argument  des  BFM,  es  sei  nicht  nachvollziehbar,  wenn  der 
Beschwerdeführer  auch  nach  Haft  und  Folter  weiterhin  als  Tänzer  an 
C._______­Feiern  teilgenommen  habe,  sei  fragwürdig.  Wer  sich  als 
Kurde überzeugt gegen die Unterdrückung durch den Staat erhebe, lasse 
sich  nicht  durch  Haft  und  Folter  abschrecken.  Das  Argument  des  BFM 
zeuge  von  wenig  Verständnis  für  die  Lage  der  Kurden  in  Syrien  (vgl. 
Beschwerde S. 6).

4.2.3.  Entgegen  der  Ansicht  der  Vorinstanz  sei  die  Beteiligung  des 
Beschwerdeführers  bei  der  Tanzgruppe  F._______  nicht  rein  kultureller 
Natur  und  deshalb  geheimdienstlich  geduldet;  das  Ziel  dieser  Gruppe, 
welche  von  der  PKK  (und  nicht  von  der  Alparty;  vgl.  Korrektur  in  der 
Eingabe  vom  2.  März  2009)  gegründet  worden  sei,  sei  vielmehr  die 
Stärkung  der  Wahrnehmung  der  kurdischen  Kultur  in  Syrien  und  im 
Ausland.  Zur  Einschätzung  der  C._______­Feierlichkeiten  wird  nebst 
einem  einschlägigen  Bericht  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  auch 
auf  ein  Urteil  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) vom 10. Juli 2006 verwiesen. Das C._______­Fest werde von den 
syrischen Geheimdiensten als politische Manifestation mit dem Ziel einer 
kurdischen Selbstbestimmung qualifiziert.

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4.2.4.  Mit  Bezug  auf  die  Abklärungen  durch  die  Schweizer  Botschaft 
bringt der Beschwerdeführer vor, das Abklärungsergebnis zeige lediglich, 
dass  gegen  ihn  vor  keinem  der  ordentlichen  Gerichte  ein  Verfahren 
hängig sei und keine offiziellen Ermittlungen gegen ihn laufen würden. Da 
die  vier  Geheimdienste  in  Syrien  die  massgebende  Gewalt  in  Syrien 
seien, die nur dem Präsidenten Rechenschaft schulden würden, seien die 
Abklärungen  der  Botschaft  nichts  wert.  Zum  Beleg  seiner  Aussagen 
könne  er  den  Militärausweis  sowie  einen  Auszug  aus  dem 
Familienregister vorlegen (vgl. Beschwerde S. 8).

4.2.5.  Im  Zusammenhang  mit  den  vorgebrachten  Nachfluchtgründen 
macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  habe  in  der  Schweiz  an 
mehreren  regimefeindlichen  Kundgebungen  teilgenommen  und  zwar 
bevor  und  nachdem das BFM sein Asylgesuch  abgelehnt  gehabt  habe. 
Dazu  verweist  er  auf  eingereichte  CDs,  Fotografien  sowie  auf  ein 
entsprechendes  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  von  2006  (vgl. 
Beschwerde S. 9  f.; Eingaben vom 22. Juli 2011 und 31. August 2011). 
Es  sei  erwiesen  und  entspreche  der  gefestigten  Auffassung  des 
Bundesverwaltungsgerichts,  dass  die  syrischen  Geheimdienste  die 
politischen  Auslandaktivitäten  ihrer  Staatsangehörigen  beobachten 
würden  und  diesfalls  bei  der  Rückkehr  eine  asylrechtlich  relevante 
Verfolgung  drohe.  Zudem  arbeite  er  im  Ausland  mit  exilpolitischen 
Organisationen  wie  der  CDF  und  der  Alparty  zusammen.  Insgesamt 
verfüge er über ein politisches Profil, das ihn als Gefahr für das politische 
System in Syrien und dessen Geheimdienste erscheinen lasse.

4.2.6.  Schliesslich  sei  die  Asylrelevanz  der  Vorbringen  zweifelfrei 
gegeben  (die  Vorinstanz  habe  sich  mit  diesem  Punkt  gar  nicht 
auseinandergesetzt).  Die  drohende  Verfolgung  sei  politisch  sowie 
ethnisch  motiviert  und  gefährde  den  Beschwerdeführer  an  Leib  und 
Leben.  Angesichts  der  notorischen  Menschenrechtsverletzungen  durch 
die  syrischen  Geheimdienste,  sei  dies  nicht  zu  bezweifeln  (vgl. 
Beschwerde S. 10).

5. 
5.1.  Nach  Überprüfung  der  Akten  besteht  für  das 
Bundesverwaltungsgericht  keine  Veranlassung,  die  Erwägungen  des 
BFM zu beanstanden. Auch die Vorbringen  in der Beschwerde vom 17. 
September  2008  und  den  späteren  Eingaben  sind  insgesamt  nicht 
geeignet, eine Änderung der angefochtenen Verfügung zu bewirken.

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5.2.  Vorab  ist  festzuhalten,  dass  die  protokollierten  Aussagen  des 
Beschwerdeführers einen auffällig unsubstanziierten, ausweichenden und 
vagen  Eindruck  hinterlassen  und  auch  sonst  von  einem  deutlichen 
Mangel  an  so  genannten  Realitätskennzeichen  geprägt  sind.  Das  BFM 
hat  zu  Recht  auch  auf  Punkte  seiner  Sachverhaltsdarstellung 
hingewiesen, die lebensfremd und unlogisch erscheinen.

5.3.  Vorliegend  sind  den  Akten  keine  Hinweise  für  die  Annahme  zu 
entnehmen,  die  Abklärungsergebnisse  der  Schweizer  Botschaft  in 
Damaskus  wären  unzuverlässig  ausgefallen.  Es  ist  vielmehr  darauf 
hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer  mehrere  durch  die  Botschaft 
herausgefundene  Punkte  nachträglich  bestätigte.  So  gab  er  in  seiner 
schriftlichen  Stellungnahme  vom  18.  Juni  2008  einerseits  zu,  nach  (…) 
einen syrischen Pass respektive Reiseausweis besessen zu haben – der 
nach  kurzer  Zeit  aufgrund  seines  sinngemäss  der  Geheimhaltung 
unterliegenden  Militärdiensts  wieder  eingezogen  worden  sei.  Anlässlich 
der  summarischen  Befragung  vom  24.  Oktober  2007  sowie  der 
Bundesanhörung  vom  20. November  2007  hatte  er  noch  ausgesagt, 
keinen Pass zu besitzen und nie einen solchen besessen oder beantragt 
zu haben. Andererseits gab er an,  im (…) 2004 mit einer  Identitätskarte 
für zwei Monate in den Libanon ausgereist zu sein, was er bei den beiden 
Befragungen  nicht  angegeben  hatte.  Schliesslich  erklärte  er  in  seiner 
schriftlichen Stellungnahme, er werde  in Syrien wie die anderen Kurden 
nicht  mehr  gesucht,  da  der  syrische  Staat  die  Kurden  nicht  als 
Staatsangehörige  anerkennen  wolle;  letzterer  Erklärungsversuch  ist 
offensichtlich nicht überzeugend.

5.4.  Schliesslich  reichte  der  Beschwerdeführer  auf  Beschwerdeebene 
ohne weitere Erläuterung seine  Identitätskarte zu den Akten, von der er 
zuvor  anlässlich  der  Befragungen  angegeben  hatte,  sie  sei  von  den 
Behörden  des  Verfolgerstaats  beschlagnahmt  worden.  In  der 
Vernehmlassung  wird  zutreffend  festgestellt,  dass  dieses  Vorbringen 
offensichtlich nicht glaubhaft erscheint. Mit dem blossen Hinweis auf das 
unberechenbare und willkürliche Vorgehen des syrischen Regimes in der 
Replik vermag der Beschwerdeführer dieses klare Unglaubhaftigkeitsindiz 
nicht zu entkräften.

5.5.  Die  Aktenlage  lässt  unter  den  gegebenen  Umständen  nur  den 
Schluss  zu,  dass  der  Beschwerdeführer  die  zur  Begründung  des 
Asylgesuchs  geltend  gemachten  Vorfluchtereignisse  nicht  selber  erlebt 
hat.  An  dieser  Feststellung  vermögen,  wie  vom  BFM  zutreffend 

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festgestellt,  auch  die  von  ihm  eingereichten  Beweismittel  nichts  zu 
ändern.

6. 
6.1. Was die subjektiven Nachfluchtgründe anbelangt (vgl.  insbesondere 
Beschwerde  S.  9),  bringt  der  Beschwerdeführer  vor,  er  habe  in  der 
Schweiz an regimefeindlichen Kundgebungen teilgenommen und arbeite 
mit  exilpolitischen  Organisationen  zusammen.  Zum  Beleg  seiner 
politischen  Aktivitäten  legte  er  mit  der  Beschwerde  sowie  mit  den 
Eingaben  vom  22.  Juli  2011  und  31.  August  2011  CDs  und  mehrere 
Fotografien  ins  Recht.  Besonders  weist  er  darauf  hin,  dass  er  auf  der 
Fotografie  einer  Protestaktion  vom  (…)  in  G._______  einwandfrei  zu 
erkennen sei. Gemäss gefestigter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 
würden  die  syrischen  Geheimdienste  die  politischen  Aktivitäten  ihrer 
Landsleute  im  Ausland  intensiv  beobachten.  Ihm  drohe  bei  einer 
Rückkehr  nach  Syrien  auch  aus  diesem  Grund  flüchtlingsrechtlich 
relevante Verfolgung.

6.2.  Der  Umstand,  dass  exilpolitische  Aktivitäten  syrischer 
Staatsangehöriger  von  den  syrischen  Behörden  beobachtet  werden, 
reicht  für  sich  allein  genommen  nicht  aus,  um  eine  begründete 
Verfolgungsfurcht  glaubhaft  zu  machen.  Dafür  müssten  zusätzlich 
konkrete  Anhaltspunkte  vorliegen  und  nicht  nur  die  rein  theoretische 
Möglichkeit,  dass  der  Beschwerdeführer  tatsächlich  das  Interesse  der 
syrischen  Behörden  auf  sich  gezogen  haben  –  respektive  als 
regimefeindliches Element  namentlich  identifiziert  und  registriert worden 
sein  –  könnte.  Derartige  konkrete  und  glaubhafte  Hinweise  sind  den 
vorliegenden  Akten  nicht  zu  entnehmen.  Insbesondere  hatte  der 
Beschwerdeführer  zu  keinem  Zeitpunkt  bei  einer  Partei  eine 
Führungsposition  inne,  war  nicht  exponiert  tätig  und  hatte  auch  sonst 
keine wichtigen politischen Aufgaben übernommen. 

6.3. Aufgrund  der  eingereichten Aufnahmen  (CDs  und Fotografien)  und 
der  Intensität  der geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten  ist  nach 
Auffassung  des  Gerichts  nicht  von  einem  Mass  an  politischem 
Engagement  auszugehen,  aufgrund  dessen  der  Beschwerdeführer  den 
Behörden seines Heimatlandes aufgefallen sein müsste. 

6.4.  Bei  dieser  Aktenlage  können  dem  Beschwerdeführer  keine 
subjektiven  Nachfluchtgründe  im  Sinn  von  Art.  54  AsylG  zuerkannt 
werden.

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7. 
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren 
Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da sie am Ergebnis nichts 
zu  ändern  vermögen.  Das  Bundesamt  hat  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt.

8. 
8.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

8.2.  Das  BFM  hat  im  Rahmen  des  ergänzenden 
Vernehmlassungsverfahrens  am  11.  Juli  2011  auch  die  Anordnung  der 
Wegweisung  (Dispositivziffer  3  der  angefochtenen  Verfügung) 
aufgehoben.  Ein  nachvollziehbarer  Grund  für  dieses  Vorgehen  ist  nicht 
ersichtlich,  nachdem  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung einer solchen verfügt. 

Es bleibt dem Bundesverwaltungsgericht die Feststellung, dass  insoweit 
das Anfechtungsobjekt der Beschwerde wegefallen und diese  in diesem 
Punkt gegenstandslos geworden ist.

9. 
9.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

9.2.  Vorliegend  ist  über  die  Frage  der  Möglichkeit,  Zulässigkeit  und 
Zumutbarkeit  des Vollzugs der Wegweisung nicht  zu befinden, weil  das 
BFM  mit  seiner  Verfügung  vom  11.  Juli  2011  den  Vollzug  der 
Wegweisung  in  den  Heimatstaat  Syrien  in  Würdigung  der  dort 
veränderten  Lage  und  der  aktuellen  Verhältnisse  im  gegenwärtigen 
Zeitpunkt als nicht zumutbar qualifiziert und die vorläufige Aufnahme des 
Beschwerdeführers angeordnet hat. 

Dadurch  ist  auch  das  in  der  Beschwerde  formulierte  Eventualbegehren 
um Feststellung der Unzulässigkeit  oder  zumindest Unzumutbarkeit  des 

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Vollzugs der Wegweisung und um Anordnung der vorläufigen Aufnahme 
gegenstandslos geworden.

10. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung    
– soweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden  ist  –  Bundesrecht  nicht 
verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig 
feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). 

Die Beschwerde ist im zu überprüfenden Umfang abzuweisen.

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11. 
Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens wären  die  Kosten  des  Verfahrens 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen,  soweit  dieser  unterliegt  (Art. 63 
Abs. 1  und  5  VwVG).  Der  Beschwerdeführer  hat  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe  vom  17.  September  2008  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  ersucht. 
Nachdem die Beschwerdebegehren nicht als aussichtslos erschienen und 
die  prozessuale  Bedürftigkeit  durch  eine  entsprechende  Bestätigung 
ausgewiesen  ist,  sind  in  Gutheissung  dieses  Gesuchs  keine 
Verfahrenskosten zu erheben.

12. 
Ganz  oder  teilweise  obsiegende  Partien  haben  Anspruch  auf  eine 
Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 
64 Abs.  1 VwVG; Art.  7 Abs.  1 des Reglements  vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Beim  vorliegenden 
Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführer mit seinen Rechtsbegehren 
faktisch  teilweise  durchgedrungen  und  das  Bundesverwaltungsgericht 
geht in diesem Fall praxisgemäss von einem hälftigen Obsiegen aus.

Angesichts dessen ist dem Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren in 
Anwendung  von  Art. 64  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  37  VGG  für  die 
notwendigen Kosten der Vertretung eine  reduzierte Parteientschädigung 
zuzusprechen  (Art.  7 VGKE). Nachdem keine Kostennote  zu den Akten 
gereicht  worden  ist  und  sich  der  notwendige  Vertretungsaufwand 
zuverlässig  abschätzen  lässt,  ist  die  von  der Vorinstanz  auszurichtende 
Parteientschädigung  unter  Berücksichtigung  der  massgebenden 
Berechnungsfaktoren  von  Amtes  wegen  auf  Fr.  1000.–  (inklusive 
sämtlicher  Auslagen  und  Nebenkosten)  festzusetzen  (Art.  14  Abs.  2 
VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos 
geworden ist.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  für  das 
Rechtsmittelverfahren  eine  reduzierte  Parteientschädigung  von  Fr. 
1000.– zu entrichten.

5. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 
Migrationsbehörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

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