# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91c9a839-2ef4-56c9-bdc6-2ef12846d1ed
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 04.07.2023 S 2022 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2022-37_2023-07-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 37

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterInnen Zanolari Hasse und Brun

Aktuar Ott

URTEIL

vom 4. Juli 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Hablützel,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1976, war zuletzt in einem befristeten Arbeitsverhältnis 

vom 25. November 2019 bis im Februar 2020 als Bauarbeiter 

(Bauhandlanger) bei der B._____ AG in C._____, erwerbstätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) 

obligatorisch unfall- und nichtberufsunfallversichert. Am 31. Januar 2020 

stürzte er und es wurde im Austrittsbericht des Spitals S._____ vom 

12. Februar 2020 eine Deckplattenimpressionsfraktur Th12 (AO A1) sowie 

eine inkomplette kraniale Berstungsfraktur L1 (AO A3) diagnostiziert. Am 

7. Februar 2020 war eine operative Versorgung mit Spondylodese Th11-

L2 (DePuy/Synthes Expedium dual, Eigenknochen mit 30cc Readigraft) 

sowie eine Beckenkammspongiosa dorsal rechts erfolgt. Anschliessend 

wurde ihm Physiotherapie verordnet. Gemäss Schadenmeldung UVG an 

die Suva vom 6. Februar 2020 führte ein Fehltritt mit einer Karrette zu den 

geklagten Rückenschmerzen. Gemäss der Unfallschilderung anlässlich 

der Besprechung zwischen A._____ und der Suva fuhr er zum Leeren 

einer Motorkarrette bzw. eines Motordumpers mit Trittbrett über zwei 

Planken hoch zur Mulde und beim Retourfahren rutschte die rechte Planke 

weg, so dass die Karrette, fast schon wieder unten, nach rechts kippte und 

A._____, stets beide Hände an der Steuerung haltend, auf die rechte Seite 

zu Fall kam, unter starker seitlicher Spannung ca. 40 cm tief auf den 

Betonboden stürzte und sich dabei zuerst den rechten Fuss übertrat und 

dann rechtsseitig mit dem Gesäss auf dem Boden aufkam. Allerdings wird 

in anderen Akten auch von einem Sturz aus ca. 30 cm Höhe beim 

Aussteigen aus einem LKW berichtet bzw. ein Sturz rückwärts von einer 

ca. 30 bis 50 cm hohen Rampe herunter geschildert. 

2. Ab dem 3. Februar 2020 setzte A._____ die Arbeit infolge 

Arbeitsunfähigkeit aus, wobei ihm ärztlicherseits vom 3. Februar bis 

31. Mai 2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. 

Vom 1. Juni bis Anfang Oktober 2020 schwankte die attestierte 

- 3 -

Arbeitsunfähigkeit im Bereich von 100 bis 50 %, wobei die Erhöhung der 

Arbeitsfähigkeit meist nur von kurzer Dauer war. Die Suva erbrachte die 

gesetzlichen Leistungen in der Form von Heilbehandlungen und Taggeld. 

In der Folge zeigte sich ein prolongierter Verlauf, welchem gemäss den 

behandelnden Ärzten auch psycho-soziale Aspekte zugrunde lagen, da 

A._____ seine in D._____ lebende Familie seit über einem halben Jahr 

inmitten des Krankheitsverlaufes durch die Corona-Einschränkungen nicht 

sehen konnte.

3. Vom 8. September bis am 5. Oktober 2020 weilte A._____ in einem 

aktiven leistungsorientierten Ergonomietrainingsprogramm im 

Rehazentrum E._____. A._____ war für die Dauer des stationären 

Aufenthalts zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben, für eine 

wechselbelastende mittelschwere Tätigkeit ab 5. Oktober 2020 dann noch 

zu 50 % arbeitsunfähig, wobei nach vier Wochen eine Steigerung auf 75 % 

Arbeitsfähigkeit und nach weiteren vier Wochen eine weitere Steigerung 

auf 100 % Arbeitsfähigkeit als möglich erachtet wurden. Dies sei von den 

weiter behandelnden Kollegen zu überprüfen. Aus den Berichten der 

behandelnden Ärzte des Spitals S._____ vom 30. November, 

3. Dezember, 16. Dezember 2020 und 13. Januar 2021 ergibt sich im 

Wesentlichen, dass sich die Wirbelsäule regelgerecht präsentiere und 

keine weitere Indikation für eine infiltrative oder operative Behandlung 

bestehe bzw. sich das Bild seitens der Spondylodese unauffällig zeige, 

andererseits aber auch, dass A._____ weiterhin ausgeprägte lumbale und 

gluteale Schmerzen angab. Dabei wurden die chronischen Schmerzen 

sowohl auf somatische als auch psychische Faktoren zurückgeführt und 

eine Reintegration in die angestammte Tätigkeit skeptisch beurteilt. Ab 

Dezember 2020 wurde A._____ wiederum eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Am 22. Februar 2021 wurde A._____ zur 

Abklärung der geklagten Leistenschmerzen rechts neurologisch am Spital 

- 4 -

S._____ untersucht und dessen Schmerzen wurden als bereits komplett 

regredient beurteilt.

4. Versicherungsmediziner Dr. med. F._____ hielt A._____ in seiner 

Beurteilung vom 9. November 2020 namentlich gestützt auf den 

Austrittsbericht der Klinik E._____ vom 6. November 2020 für 100 % 

arbeitsfähig. In seiner Beurteilung vom 7. Dezember 2020 ging Dr. med. 

F._____ dann noch von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit aus. Am 8. März 2021 empfahl Dr. med. F._____ zur 

abschliessenden Beantwortung der Fragen nach der Unfallkausalität eine 

chirurgische Verlaufsuntersuchung bei allfälliger therapie-refraktärer 

Symptomatik nach MR-morphologischem und neurologischem 

Ausschluss einer Nervenwurzelirritation Th12/L1 rechts, welche am 

29. März 2021 von Dr. med. G._____ vom Spital H._____ durchgeführt 

wurde. Am 30. März 2021 stellte der Dr. med. F._____ fest, dass 

entsprechend dem fachärztlich chirurgischen Bericht vom 29. März 2021 

von Dr. med. G._____ die Leistenbeschwerden rechts vollkommen 

regredient sind, ursächlich eine klinische Adduktoren-Enthesitis am Os 

rechts sei, welche überwiegend wahrscheinlich nicht unfallbedingt sei, da 

unfallbedingt keine Traumafolgen an der rechten Leiste bestünden. Eine 

radikuläre Symptomatik nach unfallbedingter Spondylodese habe 

neurologisch ausgeschlossen werden können. Am 14. April 2021 erfolgte 

eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. F._____. In den 

Berichten dazu vom 15. April 2021 formulierte er unter anderen das 

Zumutbarkeitsprofil und schätzte den Integritätsschaden auf 20 %. 

Zusammenfassend liessen sich die subjektiven Schilderungen nicht mit 

pathologischen objektivierbaren klinischen Befunden korrelieren. Auffällig 

erscheine die vom Versicherten geschilderte unveränderte 

Beschwerdesymptomatik trotz regelmässiger Therapiemassnahmen (bei 

reduzierter […..]; Anmerkung des Gerichts: Auslassung aufgrund 

mutmasslichem Verschrieb) ohne unfallbedingt neurologische und 

- 5 -

wirbelsäulenchirurgische Auffälligkeiten. Unter Berücksichtigung der 

schmerztherapeutischen aufgeführten sozialen Faktoren wäre aus 

fachärztlich-orthopädischer Sicht eine Symptomausweitung möglich. 

Unter Berücksichtigung der Zumutbarkeit für die Wirbelsäule könne von 

einer ganztätigen Arbeitsfähigkeit wechselbelastend mit zeitweisem 

Stehen, Gehen und Sitzen ohne repetitives Heben, Tragen und Bewegen 

von Gewichten über 10 kg ausgegangen werden. Keine Tätigkeiten mit 

Drehungen und Seitneigungen oder längerem Verharren in vornüber 

geneigter Haltung. Längeres Stehen und Sitzen sei zu vermeiden. Keine 

bückenden Tätigkeiten und keine Tätigkeiten mit unerwarteter 

asymmetrischer Lasteinwirkung, Vibrations- und/oder Stossbelastung für 

die Wirbelsäule.

5. Mit Schreiben vom 21. April 2021 informierte die Suva A._____ über die 

Einstellung der Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) per 1. Juni 

2021. Mit Mitteilung vom 27. Mai 2021 lehnte die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden Eingliederungsmassnahmen ab.

6. Mit Verfügung vom 2. Juli 2021 verneinte die Suva einen Rentenanspruch 

gemäss UVG und sprach A._____ eine Integritätsentschädigung von 

CHF 29'640.-- aufgrund einer Integritätseinbusse von 20 % zu.

7. Dagegen erhob A._____ am 14. Juli 2021 Einsprache, welche von seinem 

zwischenzeitlich mandatierten Rechtsvertreter mit Eingabe vom 

18. November 2021 noch ergänzend begründet wurde. A._____ verlangte 

darin in Aufhebung der Verfügung vom 2. Juli 2021 die Ausrichtung einer 

Invalidenrente. Eventualiter sei eine Abklärung der beruflichen 

Leistungsfähigkeit zu veranlassen um die tatsächliche Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten auf dem Arbeitsmarkt zu evaluieren und hernach ein 

unabhängiges Gutachten i.S.v. Art. 44 ATSG betreffend die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten in Auftrag zu geben. Weiter ersuchte er 

um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung.

- 6 -

8. Mit Einspracheentscheid vom 8. März 2022 wies die Suva die Einsprache 

ab. Über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung 

werde in einem separaten Entscheid befunden. In Gegenüberstellung 

eines auf Basis der Lohnstrukturerhebung 2018 (LSE 2018) des 

Bundesamts für Statistik (BfS) ermittelten Valideneinkommens von 

CHF 70'916.60 für die Wirtschaftszweige 41-43 "Baugewerbe" und einem 

ebenfalls gestützt auf die LSE 2018, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, 

Männer, Zeile Total, angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit und die 

Nominallohnentwicklung sowie unter Berücksichtigung eines 

leidensbedingten Abzugs von 5 % vom Tabellenlohn bestimmten 

Invalideneinkommen von CHF 65'543.-- per 2021 wurde ein 

Invaliditätsgrad von gerundet 8 % ermittelt, welcher keinen Anspruch auf 

eine Invalidenrente der Unfallversicherung begründe. Dies bei einer 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

gemäss kreisärztlichem Zumutbarkeitsprofil. Dabei blieben allfällige 

psychische bzw. somatisch nicht nachweisbare Beschwerden aufgrund 

einer gemäss einschlägiger Rechtsprechung geprüften und von der Suva 

verneinten Adäquanz unberücksichtigt.

9. Mit Beschwerde vom 14. April 2022 erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) gegen den Einspracheentscheid vom 8. März 2022 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie 

der – diesem zugrundeliegenden – Verfügung vom 2. Juli 2021 die 

Ausrichtung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung. 

Namentlich sei dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente auszurichten. 

Eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dies unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Suva. Weiter ersuchte A._____ um 

unentgeltliche Verbeiständung. Zur Begründung stellte A._____ im 

Wesentlichen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in Abrede und 

- 7 -

kritisierte die Berechnung des Invalideneinkommens mit einem 

Leidensabzug von (nur) 5 %.

10. In der Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2022 beantragte die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und 

die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 8. März 2022. Zur 

Begründung verwies die Beschwerdegegnerin hinsichtlich Sachverhalt 

und der massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen sowie 

Beurteilungskriterien gemäss Lehre und Rechtsprechung auf den 

angefochtenen Entscheid. Der Eintritt des medizinischen Endzustands sei 

zu Recht nicht bestritten worden. Weiter setzte sich die 

Beschwerdegegnerin mit den beschwerdeweise vorgebrachten Rügen 

auseinander und verteidigte ihren Standpunkt der zu bejahenden 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit und der Verneinung eines 

Rentenanspruchs gemäss UVG. Dabei hielt die Beschwerdegegnerin an 

der ihrerseits vorgenommenen Bemessung des Invalideneinkommens 

fest.

11. Der Beschwerdeführer replizierte am 17. Mai 2022, während die 

Beschwerdegegnerin am 25. Mai 2022 auf die Einreichung einer Duplik 

verzichtete.

12. Am 19. Juni 2023 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, das Formular 

"Gesuch um unentgeltliche Prozessführung" auszufüllen und 

einzureichen. Am 30. Juni 2023 ging das entsprechende ausgefüllte 

Formular unter Beilage von zwei Belegen über das angegebene 

Einkommen beim Gericht ein.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften, den 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. März 2022 sowie die weiteren 

Akten wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

- 8 -

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 8. März 2022 (siehe Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 1 und Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-

act.] 331). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen 

Einspracheentscheid Beschwerde an das Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem die versicherte Person 

im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Befindet sich 

der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, so ist das 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter 

Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 

Abs. 2 ATSG). Der Beschwerdeführer wohnte bis im Dezember 2021 im 

Kanton Graubünden und arbeitete vom November 2019 bis zu seinem 

Unfall im Januar 2020 auch dort, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als im Einspracheverfahren unterlegener, formeller und 

materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer davon überdies berührt und er weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf 

die zudem formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b 

ATSG) ist unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen 1.2 f. 

einzutreten.

1.2. Der Einspracheentscheid vom 8. März 2022 ist an die Stelle der vorgängig 

erlassenen Verfügung vom 2. Juli 2021 getreten, womit auf den Antrag um 

(Mit-)Aufhebung der Verfügung vom 2. Juli 2021 nicht eingetreten werden 

- 9 -

kann, auch wenn er angesichts der abgewiesenen Einsprache als 

inhaltlich mitangefochten gilt (vgl. BGE 136 II 539 E.1.2, 134 II 142 E.1.4, 

133 V 50 E.4.2.2, 132 V 368 E.6.1, 131 V 407 E.2.1.2.1 und 129 II 438 

E.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_665/2022 vom 15. Dezember 2022 

E.1.3, 9C_187/2020 vom 11. November 2020 E.1.1, 9C_848/2019 vom 

24. September 2020 E.1, 9C_543/2019 vom 20. Januar 2020 E.1.2. 

9C_121/2017 vom 6. Juni 2017 E.1, nicht publ. in BGE 143 V 254 sowie 

9C_66/2016 vom 10. August 2016 E.1.2). 

1.3. Hinsichtlich der dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2. Juli 2021 

zugesprochenen Integritätsentschädigung im Betrag von CHF 29'640.-- 

aufgrund einer Integritätseinbusse von 20 % ist darauf hinzuweisen, dass 

diese angesichts der Anträge in den Eingaben vom 14. Juli 2021 und 

18. November 2021 im Rahmen des Einspracheverfahrens 

unangefochten geblieben ist. Der Entscheid über die 

Integritätsentschädigung ist rechtsprechungsgemäss einer Teilrechtskraft 

zugänglich, womit die Beschwerdegegnerin in der Erwägung 1 des 

Einspracheentscheids vom 8. März 2022 nachvollziehbar eine 

(Teil-)Rechtskraft der Verfügung vom 2. Juli 2021 in diesem Punkt 

festgestellt hat (vgl. BGE 144 V 354 E.4.3; Urteile des Bundesgerichts 

8C_281/2022 vom 24. Oktober 2022 E.4, insb. E.4.2.2 f., 8C_382/2021 

vom 19. Oktober 2021 E.2.2 und 8C_544/2020 vom 27. November 2020 

E.4.2.2).

2. Unter Berücksichtigung der im vorliegenden Verfahren gestellten 

Rechtsbegehren und der (materiellen) Begründung dazu (Beschwerde 

vom 14. April 2022 S. 2 und 6 bis 12) sowie des 

(Anfechtungs-)Gegenstands des Einspracheentscheids vom 8. März 2022 

(Bg-act. 331 S. 4 f.; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2022 vom 

24. Oktober 2022 E.4.1 m.H.a. BGE 131 V 164 E.2.1 und 130 V 501 E.1.1) 

wendet sich der Beschwerdeführer nicht (mehr) gegen den Fallabschluss 

per 31. Mai 2021 und somit gegen die Vornahme der Prüfung eines 

- 10 -

Rentenanspruches durch die Beschwerdegegnerin. Inwiefern angesichts 

der vorliegenden Aktenlage der namentlich gestützt auf die kreisärztliche 

Beurteilung vom 15. April 2021 (Bg-act. 269) gezogene Schluss der 

Beschwerdegegnerin, wonach per 31. Mai 2021 von der Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 

UVG, Einspracheentscheid vom 8. März 2022 E.2 [Bg-act. 331 S. 4 ff.] 

und die nachstehende Erwägung 2.2) zu beanstanden wäre, ist nicht 

ersichtlich. Dies zumal von Seiten der Spondylodese bzw. der Wirbelsäule 

sich spätestens seit Ende 2020/Anfang 2021 ein unauffälliges und 

regelrechtes Bild zeigte (vgl. Bg-act. 177 f., 191, 209 und 327 S. 79 f.) und 

auch eine lokale Infiltration am rechten Beckenkamm im Juli 2021 – bei 

verheilter Spondylodese sowie fehlender Dynamik in der Besserung der 

Rückenschmerzen während den letzten eineinhalb Jahren seit dem Unfall 

– keine namhafte Besserung der Beschwerden zu bewirken vermochte 

(Bg-act. 302 f. und 310). Ebensowenig kritisiert der Beschwerdeführer 

vorliegend die Verneinung der Adäquanz von allfälligen psychischen bzw. 

organisch nicht nachweisbaren Beschwerden, welche die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid anhand der gemäss 

Rechtsprechung anzuwendenden Kriterien nachvollziehbar verneint hat 

(vgl. Einspracheentscheid vom 8. März 2022 E.3 [Bg-act. 331 S. 8 ff.] und 

die nachstehende Erwägung 2.1). Vorliegend nicht substanziiert bestritten 

wurde das von der Beschwerdegegnerin – infolge des spätestens im 

Frühling 2020 beendeten Arbeitsverhältnisses bei der B._____ AG (vgl. 

Bg-act. 1, 17, 18 S. 3, 53, 297 und 323 S. 1) – in der Verfügung vom 2. Juli 

2021 anhand des Landesmantelvertrages für das Bauhauptgewerbe noch 

auf CHF 64'863.-- festgelegte (Bg-act. 297 S. 2 und Bg-act. 299 S. 3) und 

dann im Rahmen des Einspracheverfahrens anhand der LSE 2018, 

Tabelle TA1, Wirtschaftszweige 41-43 "Baugewerbe", 

Kompetenzniveau 1, Männer auf CHF 70'916.60 erhöhte 

Valideneinkommen (Bg-act. 331 S. 15 f.). In der Beschwerde vom 14. April 

- 11 -

2022 wird auch nichts gegen das Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt 

Dr. med. F._____ vom 15. April 2021 (Bg-act. 269 S. 6) vorgebracht. Die 

Berechnung des Invaliditäts- bzw. Erwerbsunfähigkeitsgrades seitens der 

Beschwerdegegnerin wird vom Beschwerdeführer hingegen mit Hinblick 

auf die Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit sowie die Bestimmung des Invalideneinkommens kritisiert und ist 

somit strittig.

2.1. Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 

setzt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG grundsätzlich das Vorliegen eines 

Berufsunfalls, eines Nichtberufsunfalls oder einer Berufskrankheit voraus. 

Der Unfallversicherer haftet jedoch für einen Gesundheitsschaden nur 

insoweit, als dieser nicht nur in einem natürlichen, sondern auch in einem 

adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (vgl. 

BGE 148 V 356 E.3, 147 V 161 E.3.1, 142 V 435 E.1 und 129 V 177 E.3; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2021 vom 8. März 2022 E.2.2 f. 

8C_68/2021 vom 6. Mai 2021 E.4.1, 8C_499/2020 vom 19. November 

2020 E.2.2.1 und 8C_620/2019 vom 5. Februar 2020 E.3.3). Dabei spielt 

die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im 

Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine 

Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität 

deckt (vgl. BGE 140 V 356 E.3.2, 134 V 109 E.2 und 127 V 102 E.5b/bb; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_606/2022 vom 4. Mai 2023 E.3.2.1, 

8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 

2022 E.3.4, 8C_499/2020 vom 19. November 2020 E.2.2.1 und 

8C_620/2019 vom 5. Februar 2020 E.3.3). Objektivierbar sind 

Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person 

des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. 

Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann 

gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit 

- 12 -

apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei 

angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind 

(vgl. BGE 138 V 248 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_391/2022 vom 

10. Januar 2023 E.3.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.4.2, 

8C_493/2021 vom 4. März 2022 E.3.3.2 und 8C_756/2021 vom 

10. Februar 2022 E.4.3). Sind die geklagten Beschwerden natürlich 

unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne objektiv ausgewiesen, so ist bei 

der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf 

auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien 

einzubeziehen (BGE 140 V 356 E.3.2 und 134 V 109 E.2.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.2.2, 

8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.3.4 und 8C_620/2019 vom 

5. Februar 2020 E.3.3). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, 

welcher die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung 

rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 E.10 präzisierten 

Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind 

grundsätzlich die Adäquanzkriterien, welche für psychische 

Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (dazu BGE 115 

V 133 E.6), anzuwenden (vgl. BGE 138 V 248 E.4 und 134 V 109 E.2.1; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.2.2, 

8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.3.4, 8C_812/2021 vom 17. Februar 

2022 E.2.2, 8C_15/2021 vom 12. Mai 2021 E.7.1 und 8C_627/2019 vom 

10. März 2020 E.3.2). Die Adäquanzprüfung hat dabei unter Ausschluss 

psychischer Aspekte bzw. einzig unter Berücksichtigung der physischen 

Komponenten des Gesundheitsschadens zu erfolgen (BGE 140 V 356 

E.3.2 und 115 V 133 E.6c/aa; Urteile des Bundesgerichts 8C_473/2022 

vom 20. Januar 2023 E.6, 8C_476/2021 vom 2. März 2022 E.6.2.2, 

8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.6.2, 8C_131/2021 vom 2. August 

2021 E.6.1 und 8C_66/2021 vom 6. Juli 2021 E.5.4) und psychische 

Beschwerden werden auch dann nicht miteinbezogen, wenn sie körperlich 

imponieren (Urteile des Bundesgerichts 8C_476/2021 vom 2. März 2022 

- 13 -

E.6.2.2, 8C_131/2021 vom 2. August 2021 E.6.4.1 und 8C_117/2019 vom 

21. Mai 2019 E.7.2).

2.2. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Zudem hat 

sie nach Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie infolge 

eines Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) ist. Nach 

Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht ein Rentenanspruch, wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden kann und 

allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) 

abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlungen 

und die Taggeldleistungen dahin. Art. 21 UVG regelt diejenigen Fälle, in 

denen die Unfallversicherung auch nach der Rentenfestsetzung noch 

Pflegeleistungen und Kostenübernahmen (Art. 10 bis 13 UVG) gewährt. 

Ob im Hinblick auf die Prüfung des Fallabschlusses eine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands anzunehmen ist, bestimmt sich 

namentlich – aber nicht ausschliesslich – nach Massgabe der zu 

erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, 

soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Der Begriff "namhaft" 

verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) 

Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins 

Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen ebenso 

wenig wie die blosse Möglichkeit einer Besserung. In diesem 

Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person 

prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt 

werden. Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster 

Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und 

der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose 

erfasst werden (BGE 143 V 148 E.3.1, 134 V 109 E.4.1 ff. und 128 V 169 

E.1b; Urteile des Bundesgerichts 8C_511/2022 vom 8. Februar 2023 

- 14 -

E.6.1.1 und 8C_528/2022 vom 17. November 2022 E.7.1). Nach Art. 18 

Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente, 

wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 7 und 8 

ATSG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit wiederum ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 

nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 8C_282/2020 vom 3. September 2020 E.6.3). Für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; 

allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 148 V 195 

E.2.2, 143 V 295 E.2 und 139 V 592 E.2.2 f.).

2.3. Der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (vgl. dazu Art. 7 Abs. 1 und 

Art. 16 ATSG) ist nach der (weiterhin gültigen) Rechtsprechung des 

Bundesgerichts ein theoretisch abstrakter Begriff, der dazu dient den 

Leistungsbereich der Invalidenversicherung – und auch in demjenigen der 

Unfallversicherung (Urteile des Bundesgerichts 8C_628/2021 vom 

23. Januar 2023 E.3.2, 8C_323/2021 vom 14. April 2022 E.6.1 m.H.a. 

8C_256/2021 vom 9. März 2022 E.9.1, publ. in BGE 148 V 174, 

- 15 -

8C_602/2010 vom 30. August 2010 E.4.2.1 f. und 8C_127/2009 vom 

16. Juni 2009 E.5.3, je m.H.a. BGE 110 V 273 E.4b) – von demjenigen der 

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits 

ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der 

Nachfrage nach Stellen. Anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der 

von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält 

und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 

die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu 

verwerten (vgl. BGE 148 V 174 E.9.1, 134 V 64 E.4.2.1 und 110 V 273 

E.4b; Urteile des Bundesgerichts 8C_300/2022 vom 2. März 2023 E.4.2, 

8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E.6.1.1 f., 8C_52/2022 vom 2. Juni 2022 

E.2.3.1, 8C_416/2020 vom 2. Dezember 2020 E.4, 9C_766/2019 vom 

11. September 2020 E.4.1, 8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E.7.2, 

8C_710/2018 vom 30. Januar 2019 E.7.1 und 8C_458/2018 vom 

23. Oktober 2018 E.4.2). Dabei ist nicht von realitätsfremden 

Einsatzmöglichkeiten auszugehen, sondern nur von Tätigkeiten, die unter 

Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven 

Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.2, 8C_300/2022 vom 

2. März 2023 E.4.2, 8C_369/2021 vom 28. Oktober 2021 E.6.1, 

8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E.7.2 und 8C_710/2018 vom 

30. Januar 2019 E.7.1). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten 

und Verdienstaussichten sind jedoch keine übermässigen Anforderungen 

zu stellen (vgl. BGE 138 V 457 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 

9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.3, 8C_300/2022 vom 2. März 2023 

E.6.2, 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E.8.2.2 und 12.2, 8C_369/2021 

vom 28. Oktober 2021 E.6.1 und 8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 

E.7.2). Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene 

Leistungsvermögen auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 

- 16 -

verwerten, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab. 

Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- 

und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, 

Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von 

Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt umfasst dabei auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also 

Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 

Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers rechnen können. 

Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist dann anzunehmen, wenn die 

zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie 

der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter 

nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen 

Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle 

daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (BGE 148 V 174 

E.9.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.2, 

9C_403/2022 vom 15. März 2023 E.5.1 und 5.3.2, 8C_192/2022 vom 

7. Juli 2022 E.6.1.1 f., 9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E.2.3.1, 

8C_52/2022 vom 2. Juni 2022 E.2.3.1 f., 8C_55/2022 vom 19. Mai 2022 

E.4.3, 8C_323/2021 vom 14. April 2022 E.6.1, 9C_366/2021 vom 

3. Januar 2022 E.4.2 und 9C_520/2021 vom 22. Dezember 2021 E.4.3.1).

2.4.1. Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Lohndaten wie namentlich der LSE ermittelt – wie es in casu 

unbestrittenermassen zu erfolgen hat –, ist der so erhobene Ausgangswert 

gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung allenfalls zu 

kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass 

persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der 

Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

- 17 -

Lohnhöhe haben können und die versicherte Person je nach Ausprägung 

deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht 

automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % 

nicht übersteigen. Die bisherige Rechtsprechung gewährt insbesondere 

dann einen Abzug vom Invalideneinkommen, wenn eine versicherte 

Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Allfällige bereits in der Beurteilung 

der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 

Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des 

leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 

Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (zum Ganzen: BGE 148 V 

174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 129 V 472 

E.4.2.3, 126 V 75 E.5a/cc ff. und 124 V 321 E.3b/aa). Die korrekte 

Anwendung der LSE-Tabellen, namentlich die Wahl der Tabelle wie auch 

der Beizug der massgeblichen Stufe (Kompetenz- bzw. 

Anforderungsniveau), ist für das Bundesgericht eine Rechtsfrage, die vom 

ihm ohne Einschränkung der Kognition frei überprüft werden kann. Das für 

die Wahl einer bestimmten Tabelle der LSE entscheidende 

Vorhandensein konkret erforderlicher Voraussetzungen wie etwa einer 

spezifischen Ausbildung und weiterer Qualifikationen fällt hingegen in den 

Bereich der Sachverhaltserhebung. Ebenfalls Tatfragen beschlägt der 

darauf basierende Umgang mit den Zahlen in der massgebenden LSE-

Tabelle (BGE 148 V 174 E.6.5 und 143 V 295 E.2.4). Betreffend Abzug 

stellt es sodann eine frei überprüfbare Rechtsfrage dar, ob ein 

behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter Abzug vom 

Tabellenlohn vorzunehmen ist. Dagegen ist die Höhe des (im konkreten 

Fall grundsätzlich angezeigten) Abzugs eine Ermessensfrage und daher 

letztinstanzlich nur bei Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder 

- 18 -

-unterschreitung korrigierbar. Hat die Verwaltung die massgeblichen 

Aspekte bei der Bemessung des Tabellenlohnabzugs berücksichtigt, darf 

das Versicherungsgericht seine eigene Beurteilung nicht ohne weiteres an 

die Stelle der Ermessensausübung der Verwaltung setzen (BGE 148 V 

174 E.6.5, 146 V 16 E.4.2, 137 V 71 E.5.1 f., 126 V 75 E.6 und 123 V 150 

E.2; Urteile des Bundesgerichts 9C_49/2023 vom 30. März 2023 

E.7.4.1 f., 8C_628/2021 vom 23. Januar 2023 E.3.3, 8C_636/2021 vom 

10. November 2021 E.3.2, 8C_500/2020 vom 9. Dezember 2020 

E.3.3.2.1, 8C_234/2020 vom 3. Juni 2020 E.3, 8C_829/2019 vom 6. März 

2020 E.4.3.1 und 8C_683/2009 vom 26. Februar 2010 E.5.2.1; vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts 8C_304/2022 vom 30. Mai 2023 E.4.2, wo das 

kantonale Versicherungsgericht aufgrund der Berücksichtigung von nicht 

abzugsrelevanten Aspekten in Verletzung von Bundesrecht einen 

Leidensabzug von 10 % vorgenommen hatte). 

2.4.2. Das Bundesgericht hat in BGE 148 V 174 E.9.1 – und seither in weiterhin 

gefestigter Rechtsprechung, auch im Unfallversicherungsrecht (vgl. etwa 

Urteile des Bundesgerichts 8C_628/2021 vom 23. Januar 2023 E.3.2 f. 

und 5.3, 8C_339/2022 vom 9. November 2022 E.6.4.1 f., 8C_323/2021 

vom 14. April 2022 E.6.1 m.H.a. 8C_256/2021 vom 9. März 2022 E.9.1, 

publ. in BGE 148 V 174 und 8C_250/2021 vom 31. März 2022 E.4.2.2) – 

festgestellt, dass am Konzept des hypothetisch als ausgeglichen 

unterstellten Arbeitsmarkts (siehe dazu die vorstehende Erwägung 2.3), 

dies im Gegensatz zum effektiven, festgehalten wird. Mit dem Konzept des 

ausgeglichenen Arbeitsmarkts geht der Gesetzgeber somit grundsätzlich 

davon aus, dass auch gesundheitlich eingeschränkten Personen ein ihren 

(verbleibenden) Fähigkeiten entsprechender Arbeitsplatz offensteht. 

Selbst wenn sich der Fächer an Stellen- und Arbeitsangeboten im Laufe 

der letzten Jahrzehnte namentlich infolge der Desindustrialisierung und 

des Strukturwandels verändert hat, darf vom gesetzlich vorgegebenen 

Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarkts nicht abgewichen werden, 

- 19 -

indem stattdessen konkret existierende Erwerbsmöglichkeiten oder 

konkrete Arbeitsmarktverhältnisse beigezogen werden (BGE 148 V 174 

E.9.1). Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass eine gesundheitlich 

beeinträchtigte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Umständen nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten vermag, kann 

gemäss der vorstehenden Erwägung 2.4.1 im Rahmen der Ermittlung des 

Invalideneinkommens anhand statistischer Werte ein Abzug vom 

Tabellenlohn von bis zu 25 % vorgenommen werden. Dem Abzug kommt 

als Korrekturinstrument bei der Festsetzung eines möglichst konkreten 

Invalideneinkommens nach höchstrichterlicher Rechtsprechung 

überragende Bedeutung zu (siehe etwa Urteile des Bundesgerichts 

8C_623/2022 vom 12. Januar 2023 E.5.2.1, 8C_139/2021 vom 10. Mai 

2022 E.3.2.2.4 und 8C_538/2021 vom 25. April 2022 E.4.2). 

Dementsprechend orientiert sich die bisherige wie auch die aktuelle 

Rechtsprechung für eine möglichst realitätsgerechte Bestimmung des 

Invaliditätsgrades mittels eines Einkommensvergleichs im Sinne von 

Art. 16 ATSG, sofern keine konkreten Lohndaten vorhanden sind, 

subsidiär an den Zentral- bzw. Medianwerten der LSE, unter 

Zugrundelegung eines ausgeglichenen Arbeitsmarkts. Als 

Korrekturinstrumente für eine einzelfallgerechte gegenüber einer 

standardisierten Betrachtung stehen die Möglichkeiten eines Abzugs vom 

Tabellenlohn sowie die Parallelisierung (dazu statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 8C_603/2020 vom 4. Dezember 2020 E.6.1) der 

Vergleichseinkommen zur Verfügung. Eine Diskriminierung bei der 

Ermittlung des Invalideneinkommens anhand der Medianwerte der LSE, 

allenfalls korrigiert um einen leidensbedingten Abzug und/oder eine 

Parallelisierung, verneint das Bundesgericht gerade auch aufgrund des 

statistischen BASS-Gutachtens vom 8. Januar 2021, des 

Rechtsgutachtens von EGLI/FILIPPO/GÄCHTER/MEIER vom 22. Januar 2021 

oder den Schlussfolgerungen daraus vom 27. Januar 2021. Dies auch, 

- 20 -

weil einerseits der Medianlohn teilweise auch von Personen mit 

gesundheitlicher Beeinträchtigung erzielt werde und andererseits mit den 

heutigen Korrekturinstrumenten, namentlich mit der Möglichkeit eines 

Abzugs vom Medianwert von bis zu 25 %, ein Invalideneinkommen 

unterhalb des untersten Quartils Q1 ermittelt werden könne (BGE 148 V 

174 E.9.2.3 bis 9.2.5). Dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige 

versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert 

leistungsfähig ist, rechtfertigt an sich noch keinen Abzug vom Tabellenlohn 

(der über die Berücksichtigung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit 

und damit des Rendements hinausgeht) und qualitative Einschränkungen 

führen nicht standardmässig zu einen Leidensabzug (Urteile des 

Bundesgerichts 9C_312/2022 vom 5. Januar 2023 E.5.5.2, 8C_104/2021 

vom 27. Juni 2022 E.6.4.2, 8C_558/2017 vom 1. Februar 2018 E.5.3.1 

und 9C_728/2009 vom 21. September 2010 E.4.3.2). Denn qualitative 

oder quantitative Einschränkungen aufgrund des medizinischen 

Anforderungs- und Belastungsprofils grenzen in erster Linie das Spektrum 

erwerblicher Tätigkeiten weiter ein, welche unter Berücksichtigung der 

Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person 

realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die 

Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden 

Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für 

eine Anstellung bestehen (Urteile des Bundesgerichts 8C_304/2022 vom 

30. Mai 2023 E.4.1.4, 8C_509/2022 vom 10. Mai 2023 E.6.2, 

9C_312/2022 vom 5. Januar 2023 E.5.5.1, 9C_305/2022 vom 

24. November 2022 E.3.2.2.2.1, 8C_186/2022 vom 3. November 2022 

E.3, 8C_270/2021 vom 1. Dezember 2021 E.3.2 und 8C_433/2020 vom 

15. Oktober 2020 E.8.2.2). Andererseits hielt das Bundesgericht aber 

auch fest, dass im Falle von über das ärztlich beschriebene 

Beschäftigungspensum hinausgehenden zusätzlichen Einschränkungen, 

wie ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit wegen verlangsamter 

- 21 -

Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen Pausen oder wenn 

die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne 

weiteres mit den Anforderungen vereinbar ist, wie sie sich aus den 

gewöhnlichen betrieblichen Abläufen ergeben, dies bei der Bemessung 

des leidensbedingten Abzugs vom statistischen Tabellenlohn 

berücksichtigt werden könne (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_219/2019 vom 30. September 2019 E.5.2, 8C_558/2017 vom 

1. Februar 2018 E.5.3.1, 8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E.5.3.1 und 

8C_163/2015 vom 16. Juni 2015 E.3.2.2).

2.5.1. Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der 

Untersuchungsgrundsatz, wobei die Auskunfts- und Mitwirkungspflicht der 

Leistungen beanspruchenden Person zu berücksichtigen ist. Die Behörde 

hat, wo notwendig, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (vgl. 

Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG; KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/ Genf 2020, Art. 43 Rz. 13 ff. und 96 ff.). Die Verwaltung als 

verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 

Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 

E.3.2 und 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 8C_688/2021 vom 

8. Juni 2022 E.3.3 und 8C_722/2021 vom 20. Januar 2022 E.4). Die 

Untersuchungspflicht gilt sowohl im Verwaltungsverfahren wie auch 

grundsätzlich im kantonalen Gerichtsverfahren (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). 

Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung 

- 22 -

des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit 

besteht. Wenn der Versicherungsträger oder das kantonale 

Sozialversicherungsgericht im Rahmen einer umfassenden, sorgfältigen, 

objektiven und inhaltsbezogenen Beweiswürdigung zur Überzeugung 

gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt überwiegend wahrscheinlich ist, 

steht dies einer antizipierten Beweiswürdigung nicht entgegen. Bleiben 

jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der 

getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter zu ermitteln, 

soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_316/2022, 8C_330/2022 vom 31. Januar 2023 E.4, 9C_58/2022 vom 

7. Juni 2022 E.4.1.1 f., 9C_377/2021 vom 22. Oktober 2021 E.5.3.1, 

8C_641/2019 vom 8. April 2020 E.3.3.1, nicht publ. in: BGE 146 V 121, 

8C_398/2018 vom 5. Dezember 2018 E.3.1 und 8C_616/2013 vom 

28. Januar 2014 E.2.1; KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 18 f. und 29 f.). 

2.5.2. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a und 

122 V 157 E.1c; statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 9C_488/2022 vom 

13. März 2023 E.4.1, 8C_634/2022 vom 23. Dezember 2022 E.3.1, 

8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.3 und 8C_53/2022 vom 5. Juli 

2022 E.2.3).

2.5.3. Gemäss Rechtsprechung kommt den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

- 23 -

bestehen. Die Tatsache allein, dass die befragte Arztperson in einem 

Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf 

vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 

E.3b/ee). Beratende Ärztinnen und Ärzte eines Versicherungsträgers sind 

hinsichtlich der Beweiseignung ihrer ärztlichen Beurteilungen mit 

derjenigen von versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_446/2021 vom 25. Januar 2022 E.2.3 und 

8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4). Soll ein Versicherungsfall ohne 

Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1, 139 V 

225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_511/2022 vom 8. Februar 2023 E.5.1.2, 8C_316/2022 

vom 31. Januar 2023 E.6.1.3.2, 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 

E.4.3 und 8C_740/2020 vom 7. April 2021 E.2.2).

2.5.4. Auch ein reines Aktengutachten ist gemäss Rechtsprechung 

beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten 

sind, wobei der Untersuchungsbefund lückenlos vorliegen muss, damit der 

Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteile des Bundesgerichts 

9C_529/2021 vom 26. Juli 2022 E.3.2.1 und 8C_397/2019 vom 6. August 

2019 E.4.3 m.w.H.). Dabei geht es im Wesentlichen nur um die 

- 24 -

fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhalts, mithin rückt die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_390/2022 vom 7. September 2022 E.3, 8C_281/2021 vom 19. Januar 

2022 E.3.2 und 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2 und 

8C_780/2016 vom 24. März 2017 E.6.1).

2.5.5. In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte ist schliesslich gemäss 

konstanter Rechtsprechung zu beachten, dass sie in einem 

auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen. Da sie sich 

zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, 

verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden 

Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven 

Beurteilung des Gesundheitszustands und erfüllen deshalb kaum je die 

materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 

E.3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass 

behandelnde Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall eine direkte 

Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden 

Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommen. Diese Erfahrungstatsache 

befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten 

Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten Person 

aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu 

prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und 

Ärzte wecken (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 

8C_401/2022 vom 31. Januar 2023 E.4, 8C_414/2022 vom 24. Januar 

2023 E.6.2, 8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.5.2.2, 8C_187/2019 vom 

7. Juni 2019 E.6.1, 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 E.3.1.2 und 

8C_907/2009 vom 12. Februar 2010 E.1.1).

- 25 -

3. Das Zumutbarkeitsprofil, wie es der Kreisarzt Dr. med. F._____ für eine 

Verweistätigkeit am 15. April 2021 gestützt auf die (unter Beizug eines 

Dolmetschers durchgeführte) kreisärztliche Untersuchung des 

Beschwerdeführers am Tag zuvor formuliert hat (Bg-act. 269 S. 6), ist im 

Sinne vorgenannter Kriterien als voll beweiswertig zu beurteilen. Der 

Beschwerdeführer ficht es zudem vorliegend nicht (mehr) an und stellt 

selbst darauf ab. Demgemäss kann unter Berücksichtigung der 

Zumutbarkeit für die Wirbelsäule von einer ganztätigen Arbeitsfähigkeit 

wechselbelastend mit zeitweisem Stehen, Gehen und Sitzen ohne 

repetitives Heben, Tragen und Bewegen von Gewichten über 10 kg 

ausgegangen werden. Es sollen keine Tätigkeiten mit Drehungen und 

Seitneigungen oder längerem Verharren in vornüber geneigter Haltung, 

solche in gebückter Haltung oder Tätigkeiten mit unerwarteter 

asymmetrischer Lasteinwirkung, Vibrations- und/oder Stossbelastung für 

die Wirbelsäule vorgenommen werden und längeres Stehen und Sitzen ist 

zu vermeiden (Bg-act. 269 S. 6). Es liegen keine Arztberichte im Recht 

und werden vom Beschwerdeführer vorliegend auch nicht angeführt, die 

Zweifel daran zu schüren vermöchten. So auch nicht der 

Konsultationsbericht von Dr. med. I._____ vom 1. Juli 2021, welcher 

keinen Bezug nimmt auf die kreisärztliche Beurteilung und – davon ist 

mangels anderslautender Einschätzung auszugehen – die attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % auf die angestammte Tätigkeit (als 

Maschinenführer/Bauhandlanger auf dem Bau) bezieht (Bg-act. 302; vgl. 

auch die Arbeitsfähigkeitseinschätzungen von Dr. med. I._____ vom 

7. Mai 2020 [Bg-act. 42], 3. Dezember 2020 [Bg-act. 177] und 13. Januar 

2021 [Bg-act. 209]; siehe betreffend die frühere Tätigkeit des 

Beschwerdeführers bei der P._____ und der B._____ AG: Bg-act. 63 S. 26 

und 30 sowie deren Einordnung durch Dr. med. J._____, Dr. med. 

K._____ und L._____, Fachleiterin Ergo, von der Rehaklinik E._____ im 

Bericht über das Ergonomietrainingsprogramm vom 6. November 2020 

[Bg-act. 142 S. 5). Die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung durch 

- 26 -

Dr. med. F._____ wird angesichts der nachvollziehbaren 

Adäquanzbeurteilung durch die Beschwerdegegnerin auch nicht durch 

weitere aktenkundige Berichte von behandelnden Fachärzten derart 

erschüttert, dass ergänzende (versicherungsexterne) Abklärungen 

erforderlich wären. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang 

beispielweise der Verlaufsbericht der Schmerztherapeuten Dres. med. 

M._____ und N._____ vom 6. Mai 2021 über die Schmerzsprechstunde 

vom Vortag (Bg-act. 309), worin diese namentlich eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (> 6 Monate) 

lumbale Schmerzen diagnostizierten, auf eine unveränderte familiäre und 

gesundheitliche Situation hinwiesen und auch auf die auf Ende Mai 2021 

angekündigte Leistungseinstellung seitens der Beschwerdegegnerin 

Bezug nahmen. Für den Beschwerdeführer sei es eine grosse Belastung, 

da für ihn die finanzielle Absicherung ungewiss und die beruflichen 

Perspektiven aufgrund fehlender Qualifikationen und ungenügender 

Sprachkenntnis nach Ansicht der Dres. med. M._____ und N._____ 

nahezu unmöglich seien. Gleiches gilt auch für den Bericht vom 5. August 

2021 von Dr. med. I._____ (Bg-act. 310) oder das im Rahmen der 

Einspracheergänzung vom 18. November 2021 eingereichte E-Mail des 

behandelnden Schmerztherapeuten Dr. med. N._____ vom 17. November 

2021 (Bg-act. 322), in welchem Dr. med. N._____ eine Verbesserung 

insbesondere mittels psychologischer Massnahmen für möglich und eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit für vertretbar hält, 

sich jedoch mit dem Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt Dr. med. F._____ 

nicht auseinandersetzt und seine Abweichung von dessen 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung auch nicht weiter begründet.

4.1. Der Beschwerdeführer bezieht sich auf den kreisärztlichen Bericht vom 

15. April 2021 über die Abschlussuntersuchung, wonach er gemäss dem 

Zumutbarkeitsprofil nur noch leichte wechselbelastende Tätigkeiten 

ganztags in einer angepassten Arbeitstätigkeit ausführen könne. Die 

- 27 -

angestammte (körperlich belastende) Tätigkeit als Hilfsarbeiter sei ihm 

hingegen gemäss Abschlussgespräch vom 14. April 2021 nach der 

gleichentags erfolgten kreisärztlichen Untersuchung angesichts der 

verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule nicht mehr zumutbar (vgl. Bg-

act. 268 f.). Damit sei er nicht mehr in der Lage seinen Beruf auf dem Bau 

als Hilfsarbeiter auszuüben, in welchem er seit 26 Jahren tätig gewesen 

sei. Vor seiner Einreise in die Schweiz, sei er bereits während 23 Jahren 

in D._____ auf dem Bau tätig gewesen. Aufgrund der somatischen 

Einschränkungen müsse er sich somit beruflich neu orientieren, wobei es 

ihm in der Schweiz nicht möglich gewesen sei einen entsprechenden Job 

zu finden und – angesichts seines Aufenthaltsstatus in der Schweiz – im 

Dezember 2021 nach D._____ zurückkehren musste. Aufgrund seiner 

somatischen Einschränkungen habe er aber auch in D._____ keine 

Arbeitsstelle finden können. Zu den somatischen Einschränkungen trete 

noch die mangelnde Berufserfahrung in einer dem Zumutbarkeitsprofil 

angepassten Tätigkeit hinzu. Seine Chancen auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt seien, wenn überhaupt vorhanden, nur minim und es sei 

nicht davon auszugehen, dass er die irgendwie geartete 

Restarbeitsfähigkeit werde verwerten können. Weil die 

Beschwerdegegnerin nach Einstellung der Taggelder keine angemessene 

Übergangsfrist gewährt habe zur finanziell abgesicherten Suche einer 

leidensangepassten Tätigkeit, sei es ihm ohne Aufenthaltsrecht in der 

Schweiz nicht möglich gewesen, die Restarbeitsfähigkeit vor Ort zu 

verwerten.

4.2. Die Beschwerdegegnerin betont in ihrer Vernehmlassung 10. Mai 2022 

und bereits im Einspracheentscheid vom 8. März 2022 die 

Massgeblichkeit des hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkts. Dass 

der Beschwerdeführer die Schweiz infolge seines aufenthaltsrechtlichen 

Status verlassen habe, habe mit der Verwertung des Restarbeitsfähigkeit 

nichts zu tun und die entsprechende Rüge ziele ins Leere.

- 28 -

4.3. Wie in der vorstehenden Erwägungen 2.2 f. und 2.4.1 bereits ausgeführt, 

bildet gemäss Art. 7 f. und 16 ATSG (i.V.m. Art. 1 Abs. 1 UVG) bei der 

Invaliditätsbemessung im erwerblichen Bereich der hypothetisch als 

ausgeglichen unterstellte Arbeitsmarkt Referenzpunkt (BGE 148 V 174 

E.9.1 und 9.2.3 sowie 147 V 124 E.6.2). Mit dem Konzept des 

ausgeglichenen Arbeitsmarkts geht der Gesetzgeber - wie bereits gesagt 

- grundsätzlich davon aus, dass auch gesundheitlich eingeschränkten 

Personen ein ihren (verbleibenden) Fähigkeiten entsprechender 

Arbeitsplatz offensteht. Selbst wenn sich der Fächer an Stellen- und 

Arbeitsangeboten im Laufe der letzten Jahrzehnte namentlich infolge der 

Desindustrialisierung und des Strukturwandels verändert hat, darf vom 

gesetzlich vorgegebenen Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarkts 

nicht abgewichen werden, indem stattdessen konkret existierende 

Erwerbsmöglichkeiten oder konkrete Arbeitsmarktverhältnisse 

beigezogen werden (BGE 148 V 174 E.9.1). Demgemäss bestehen für 

den Beschwerdeführer auf dem hypothetisch als ausgeglichen 

unterstellten Arbeitsmarkt Möglichkeiten, eine Stelle zu finden. Dies, weil 

er im Rahmen eines Vollpensums in leidensangepasster Tätigkeit 

arbeitsfähig ist und weil überdies sein Zumutbarkeitsprofil nicht darauf 

schliessen lässt, dass eine Anstellung nicht mehr realistisch ist, weil die 

zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie 

der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter 

nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen 

Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle 

daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint. Solche Umstände 

liegen in casu nicht vor. Dass der Beschwerdeführer die Schweiz aufgrund 

seines aufenthaltsrechtlichen Status verlassen hat und damit für 

Bewerbungsgespräche und/oder Probearbeiten nicht verfügbar ist, ist 

bezüglich Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit auf dem hiesigen, als 

ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt als theoretisch abstrakter Begriff 

als nicht sachrelevant zu betrachten. Auch dem Vorbringen des 

- 29 -

Beschwerdeführers, ihm habe aufgrund fehlender finanzieller Mittel nur 

eine sehr kurze Zeitspanne zur Verfügung gestanden, um in der Schweiz 

eine Arbeitstätigkeit zu suchen, weshalb die Verwertbarkeit seiner 

Restarbeitsfähigkeit zu verneinen sei, ist entgegen zu halten, dass dem 

Beschwerdeführer seit dem Schreiben vom 21. April 2021 (Bg-act. 279) 

bzw. Verfügung vom 2. Juli 2021 (Bg-act. 301) bekannt war, dass die 

Versicherungsleistungen per 1. Juni 2021 bzw. auf Ende Mai 2021 

eingestellt werden, so dass er bis zum Auslaufen seiner Kurzaufenthalter-

Bewilligung L am 25. Januar 2022 (Bf-act. 3) noch rund neun bzw. sechs 

Monate lang Zeit gehabt hätte, sich um eine Stelle in einer angepassten 

Tätigkeit zu bemühen. Somit stand und steht auch sein 

aufenthaltsrechtlicher Status der Verwertbarkeit seiner 

Restarbeitsfähigkeit nicht im Wege. Mit seinen Vorbringen gegen die 

Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit vermag der Beschwerdeführer 

somit nicht durchzudringen. 

4.4. Dass dem Beschwerdeführer ab Einstellung der Taggelder per 1. Juni 

2021 eine angemessene Übergangsfrist hätte gewährt werden müssen, 

um eine Arbeit in angepasster Tätigkeit suchen und finden zu können, 

sieht das Gesetz (Art. 19 UVG) nicht vor. Im Zeitpunkt, in welchem von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden kann und 

allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind (siehe 

dazu Bg-act. 293), entsteht der Rentenanspruch bzw. wird er (und/oder 

eine Integritätsentschädigung) auf diesen Zeitpunkt hin geprüft und auf 

diesen Zeitpunkt hin fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen 

dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; Urteile des Bundesgerichts 

8C_8C_219/2022 vom 2. Juni 2022 E.4.1 ff. und 8C_371/2020 vom 

7. September 2020 E.2.2 m.H.a. BGE 134 V 109 E.3.2 und 4.1). Da, was 

vom Beschwerdeführer vorliegend nicht bestritten wird, von einer 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den 31. Mai 2021 hinaus 

- 30 -

keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten 

war, durfte die Beschwerdegegnerin somit die Taggeldleistungen 

einstellen, ohne ihm eine Übergangsfrist zu gewähren, da der Anspruch 

auf Taggelder mithin untergegangen war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_443/2016 vom 11. August 2016 E.2.3). Ebensowenig sieht das UVG 

– anders als das Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20; vgl. Art. 8 Abs. 3 lit. b und Art. 17 IVG) – eine Umschulung 

(etwa zu den vom Beschwerdeführer erwähnten und somit von ihm wohl 

als leidensadaptiert betrachteten Tätigkeiten als Taxifahrer oder 

Maschinenführer) vor.

5.1. Der Beschwerdeführer kritisiert ausserdem insbesondere die Festlegung 

des Invalideneinkommens seitens der Beschwerdegegnerin im 

vorliegenden Verfahren unter verschiedenen Gesichtspunkten. So macht 

er etwa geltend, dass die Vergleichseinkommen aufgrund der Verhältnisse 

in D._____ bemessen werden müssten, da er seine Restarbeitsfähigkeit 

theoretisch höchstens noch in seinem Heimatland verwerten könnte. 

Aufgrund von ihm behaupteter (hypothetischer) Validen- und 

Invalideneinkommen im Ausland errechnete er einen Invaliditätsgrad von 

29 %, der einen Anspruch auf eine entsprechende Rente gewähre. 

5.2. Dazu entgegnete die Beschwerdegegnerin, dass die Berücksichtigung der 

Lohnverhältnisse in D._____ jeglicher in der Schweiz gültigen 

Rechtsgrundlage entbehre. Denn nach der Rechtsprechung seien für die 

Festsetzung des Invalideneinkommens aufgrund von Tabellenlöhnen in 

der Regel die Lohnverhältnisse im gesamten privaten Sektor 

massgebend. Vorliegend bestehe kein Anlass, von diesem Grundsatz 

abzuweichen.

5.3. Im Rahmen der Invaliditätsgradbemessung nach Art. 16 ATSG bei 

Erwerbstätigen mit Wohnsitz im Ausland sind die Vergleichseinkommen, 

sprich das Validen- und Invalideneinkommen, bezogen auf denselben 

- 31 -

Arbeitsmarkt zu ermitteln und aufgrund der theoretischen und abstrakten 

Natur des als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkts im Sinne von 

Art. 16 ATSG ist es bedeutungslos, dass der Beschwerdeführer im 

Ausland wohnt. Aufgrund der Unterschiede in den Lohnniveaus und den 

Lebenshaltungskosten zwischen den Ländern kann hingegen kein 

objektiver Vergleich der in Frage stehenden Einkommen über die Grenze 

hinweg erfolgen (vgl. BGE 137 V 20 m.H.a. BGE 110 V 273; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_1043/2009 vom 15. April 2010 E.4.2 und 

9C_335/2007 vom 8. Mai 2008 E.3.3.2). Der vom Beschwerdeführer 

angeführte Einkommensvergleich – basierend angeblich auf den 

Lohnverhältnissen in D._____ – beruht gemäss den Angaben in der 

Beschwerde vom 14. April 2022 auf Zahlen der Germany Trade & Invest 

(Anmerkung des Gerichts: Aussenwirtschaftsagentur der Bundesrepublik 

Deutschland) und somit nicht auf einer offiziellen Lohnstatistik von 

D._____. Dabei ging der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben für 

das Valideneinkommen von EUR 12'310.80 (12 x EUR 1'025.90) vom 

durchschnittlichen Monatslohn in D._____ im Baugewerbe für das Jahr 

2019 sowie einer Lohnentwicklung von 0 % für das Jahr 2020 aus. Das 

Vergleichseinkommen (ebenfalls als Valideneinkommen bezeichnet, aber 

wohl Invalideneinkommen gemeint) bezifferte er auf EUR 9'619.20 

(EUR 801.60 x 12), wofür er einen Lohn für "angelernte Arbeiterin 

(Tätigkeiten, die in wenigen Tagen zu erlernen sind und für die keine 

spezielle Berufsausbildung notwendig ist)" heranzog (Beschwerde vom 

14. April 2022 Rz. 29). Wie angesichts der genannten 

Vergleichseinkommen in Anwendung von Art. 16 ATSG ein behaupteter 

Invaliditätsgrad von 29 % resultierten soll, erschliesst sich dem Gericht 

nicht (EUR 12'310.80 - EUR 9'619.20 = EUR 2'691.60 : EUR 12'310.80 = 

21.9 %). Ausserdem ist nicht ersichtlich, inwiefern das vom 

Beschwerdeführer ermittelte Einkommen auf Basis von Zahlen für 

"angelernte Arbeiterin" für ihn als Mann und im Hinblick auf den als 

ausgeglichen unterstellten massgeblichen Arbeitsmarkt repräsentativ sein 

- 32 -

soll. Ebenso bleibt unklar, ob es sich beim angegebenen 

Valideneinkommen um einen geschlechtsspezifischen oder 

geschlechtsunabhängigen Durchschnittswert im Baugewerbe handelt und 

welche Fähigkeiten dafür vorausgesetzt sind. Hinzu kommt, dass gemäss 

eigenen Angaben des Beschwerdeführers (jedenfalls für das 

Valideneinkommen) von durchschnittlichen Bruttolöhnen ausgegangen 

wird. Solche arithmetisch gemittelten Werte sind aber statistisch 

gegenüber sehr hohen oder tiefen Löhnen rechtsprechungsgemäss 

weniger robust, als die in der LSE-Tabelle TA1 ausgewiesenen 

Zentralwerte (Mediane; vgl. BGE 148 V 174 E.9.2.1 m.H.a. 124 V 321 

E.3b/aa; Urteile des Bundesgerichts 8C_58/2021 vom 30. Juni 2021 

E.4.1.1 und 8C_192/2013 vom 16. August 2013 E.7.2.2). Weiter 

erwirtschaftete der Beschwerdeführer seinen letzten Erwerb vor dem 

Unfall im Rahmen eines befristeten Arbeitsverhältnisses bei der B._____ 

AG und gemäss eigenen Angaben war er im Jahr 2018 erstmals in der 

Schweiz als Maschinenführer bei P._____ beschäftigt. Ein zweites Mal 

war er dann im 2019 dort beschäftigt und er beabsichtigte auch im 2020 

sich bei diesem Arbeitgeber in der Schweiz um eine Erwerbstätigkeit zu 

bemühen (vgl. Bg-act. 60 S. 4 und 63 S. 26). Auch angesichts dieser 

konkreten Verhältnisse des Beschwerdeführers ist mit der 

Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass sich die Ermittlung der 

Vergleichseinkommen gestützt auf statistische Lohndaten bzw. 

Tabellenlöhne nach schweizerischen Verhältnisse und somit in erster Linie 

nach der LSE zu richten hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_300/2015 

vom 10. November 2015 E.7.1 und 8C_1043/2009 vom 15. April 2010 

E.4.2).

6.1. Der Beschwerdeführer verlangt im Rahmen des Abstellens auf 

schweizerische Statistikdaten über die Lohnhöhe weiter die 

Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 25 % auf das 

gestützt auf die LSE 2018, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, 

- 33 -

Total über alle Wirtschaftszeige und angepasste an die 

Nominallohnentwicklung und betriebsübliche Arbeitszeit von der 

Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen von CHF 68'992.50. 

Dabei soll sich ein Abzug von 15 % rechtfertigen, weil er seine 

angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben könne und ihm seine 

Nationalität, die geringen Qualifikationen respektive die mangelnde 

Berufserfahrung in einer anderen Tätigkeit sowie die mangelnden 

Sprachkenntnisse den Einstieg in einen anderen Beruf erschwerten. 

Zusätzliche 10 % sollen sich analog zur Beurteilung im Urteil des 

Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich UV.2020.00208 vom 

16. Februar 2022 rechtfertigen, weil er angesichts der nur noch 

wechselbelastend zumutbaren Tätigkeiten mit zeitweisem Stehen, Gehen 

und Sitzen – wie auch der dortige Beschwerdeführer – auch in sitzenden 

Tätigkeiten Einschränkungen aufweise bzw. Positionswechsel notwendig 

seien. Ausserdem wurde auch noch die Lohn- und somit Abzugsrelevanz 

seines Aufenthaltsstatus bzw. seiner ausländischen Nationalität geltend 

gemacht.

6.2. Die Beschwerdegegnerin erachtet hingegen die Erhöhung des ihrerseits 

gewährten Abzugs vom Tabellenlohn von 5 % auf das gemäss 

Rechtsprechung maximal zulässige Mass von 25 % als nicht 

gerechtfertigt. Gemäss dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 

8. März 2022 rechtfertige sich (gesamthaft) ein leidensbedingter Abzug 

von 5 % namentlich infolge der verbliebenen Bewegungseinschränkung 

und Belastungsintoleranz der Wirbelsäule mit dadurch verbundenen 

mässigen Dauerschmerzen, Belastungs- und Ruheschmerzen. 

Andererseits wurde auch festgehalten, dass der Umstand, wonach nur 

mehr leichte Arbeiten zumutbar seien, für sich alleine kein Grund für einen 

zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn bilde. Denn gemäss 

Rechtsprechung umfasse der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits 

eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten. Einfache Tätigkeiten erforderten im 

- 34 -

Weiteren kein besonderes Bildungsniveau. Zudem würden Hilfsarbeiten 

auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig 

nachgefragt, womit sich dieser Faktor nicht zwingend lohnsenkend 

auswirke müsse. Auch die Nationalität bzw. der Aufenthaltsstatus 

garantiere keinen leidensbedingten Abzug, da sich dies nicht wesentlich 

auf den Lohn auswirke (Einspracheentscheid vom 8. März 2022 E.5f [Bg-

act. 331 S. 14]). Im vorliegenden Verfahren betonte die 

Beschwerdegegnerin, dass entgegen der beschwerdeführerischen 

Ausführungen der ausgeglichene Arbeitsmarkt eine Vielzahl an 

Arbeitsstellen mit einfachen Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten 

sowie an Bedienung und Überwachung von automatischen Maschinen 

und Produktionseinheiten bereithalte. Mit Blick auf das 

Kompetenzniveau 1 komme dem Umstand, dass der Versicherte nicht 

mehr in seiner angestammten Tätigkeit arbeite könne und im Rahmen 

einer Verweistätigkeit keine Dienstjahre und kein Erfahrungswissen 

aufweise, keine relevante Bedeutung zu. Auch der Einwand, dass die 

schlechten Deutschkenntnisse berücksichtigt werden müssten, verfange 

mit Blick auf das für die Bestimmung des Invalideneinkommens 

angewandte Kompetenzniveau 1 und der dortigen Bedeutung von 

Sprachkenntnissen nicht. Auch aus dem vom Beschwerdeführer 

angeführten Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich 

könne er nichts zu seinen Gunsten ableiten, sei doch das dort festgelegte 

Zumutbarkeitsprofil (mehrheitlich sitzende Tätigkeiten) mit dem im 

vorliegenden Fall festgelegten (wechselbelastend mit zeitweisem Stehen, 

Gehen und Sitzen) nicht vergleichbar.

6.3. Wie in den vorstehenden Erwägungen 2.4.1 f. bereits dargelegt, kann sich 

für den Fall, dass das Invalideneinkommen auf der Grundlage von 

statistischen Lohndaten wie namentlich der LSE ermittelt wird, unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall sowie nach pflichtgemässem 

Ermessen ein gesamthaft zu schätzender – vom Versicherungsgericht in 

- 35 -

quantitativer Hinsicht nur eingeschränkt überprüfbarer – Abzug vom 

Tabellenlohn rechtfertigen, welcher aber 25 % nicht übersteigen darf (vgl. 

BGE 148 V 174 E.6.3 und 6.5, 146 V 16 E.4.1, 137 V 71 E.5.1 f., 134 V 

322 E.5.2 sowie 126 V 75 E.5a/cc ff.).  Der von der Beschwerdegegnerin 

gewährte Leidensabzug von 5 % berücksichtigt ausweislich der 

Begründung im angefochtenen Einspracheentscheid die verbliebene 

Bewegungseinschränkung und Belastungsintoleranz der Wirbelsäule mit 

dadurch verbundenen mässigen Dauerschmerzen, Belastungs- und 

Ruheschmerzen (Bg-act. 269 S. 6, 270 und 331 S. 14). Das hier 

unbestrittenermassen anwendbare Kompetenzniveau 1 umfasst ein 

genügend breites Spektrum an zumutbaren wechselbelastenden, 

rückenschonenden und einfachen Verweistätigkeiten. Das 

Zumutbarkeitsprofil beachtend, stehen dem Beschwerdeführer auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Vielzahl von Arbeitsstellen mit 

einfachen Überwachungs-, Prüf- und Kontroll-, Verpackungs- sowie 

Sortiertätigkeiten, leichte Montagearbeiten oder auch die Bedienung und 

Überwachung von automatischen Maschinen und Produktionseinheiten 

z.B. in der Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung bereit (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E.5.3, 

8C_535/2021 vom 25. November 2021 E.3 und 5.4.3, 9C_574/2019 vom 

16. Oktober 2019 E.2.3 und 8C_77/2019 vom 8. März 2019 E.3.2.2). 

Vorstellbar, insofern leidensadaptiert, sind auch Tätigkeiten, wie sie der 

Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall ausgeführt hat, namentlich 

manuelle Handreichungen, gängiger Unterhalt der Maschinen und 

Reinigungsarbeiten mittels Schlauch (vgl. Bg-act. 18 S. 1). Dass es bei 

einer leidensangepassten Tätigkeit wohl nur um eine Stelle im Büro- oder 

Dienstleistungsbereich gehen könne, bei der auch Sprachkenntnisse in 

Deutsch erforderlich wären, wie der Beschwerdeführer geltend macht, ist 

damit nicht ersichtlich. Fehlende Sprachkenntnisse sowie geringe 

Ausbildung sind somit nicht als abzugsrelevant zu betrachten. Dass der 

Beschwerdeführer ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit wegen 

- 36 -

verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen 

Pausen hätte oder die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur 

nach nicht ohne weiteres mit den Anforderungen vereinbar sind, wie sie 

sich aus den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen ergeben, ist vorliegend 

angesichts des kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofils nicht erkennbar. 

Inwiefern angesichts der vorstehend erwähnten Rechtsprechungen zur 

Berücksichtigung von (rein) qualitativen Einschränkungen (bei 

vollzeitlicher Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit) im Rahmen der 

Bemessung des (gesamthaft zu schätzenden) Leidensabzugs die 

Beschwerdegegnerin ihr Ermessen unter diesem Aspekt überschritten 

haben sollte, ist nicht ersichtlich (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_715/2022 vom 8. März 2023 E.7.2.1, 10.4.2.1 und 10.4.2.4, 

8C_339/2022 vom 9. November 2022 E.4.1 und 6.4.2 sowie 8C_323/2021 

vom 14. April 2022 E.5.1 und 7.2.3). 

6.4. Daran ändert auch das vom Beschwerdeführer eingereichte Urteil 

UV.2020.00208 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 

16. Februar 2022 (Bf-act. 4) aufgrund der Unterschiede im Sachverhalt 

nichts. Dort ging es um einen Versicherten, der infolge Restbeschwerden 

im Bereich des rechten Fusses bei Status insbesondere nach einem 

Überrolltrauma mit einem Stapler mit transnavikulärer und transkuboidaler 

Chopart-Luxationsfraktur rechts gemäss der kreisärztlichen Beurteilung in 

leichten, wechselbelastenden, überwiegend sitzender Tätigkeit als 

ganztags arbeitsfähig erachtet wurde. Dabei bestünden Einschränkungen 

beim repetitiven Gehen über 200-300 Meter und beim Stehen an Ort und 

Stelle über 10 Minuten. Sitzen in Zwangshaltungen für den rechten Fuss 

könne der Versicherte nicht. Unzumutbar seien kniende oder kauernde, 

solche mit Besteigen von Leitern oder Gerüsten oder solche mit Gehen 

auf unebener Unterlage (Urteil UV.2020.00208 des 

Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 16. Februar 2022 

E.3.6). Demgegenüber sind dem Beschwerdeführer unter 

- 37 -

Berücksichtigung der Zumutbarkeit für die Wirbelsäule wechselbelastende 

Tätigkeiten mit zeitweisem Stehen, Gehen und Sitzen ohne repetitives 

Heben, Tragen und Bewegen von Gewichten über 10 kg ganztägig 

zumutbar. Dabei sollen keine Tätigkeiten mit Drehungen und 

Seitneigungen oder längerem Verharren in vornüber geneigter Haltung, 

solche in gebückter Haltung oder Tätigkeiten mit unerwarteter 

asymmetrischer Lasteinwirkung, Vibrations- und/oder Stossbelastung für 

die Wirbelsäule vorgenommen werden und längeres Stehen und Sitzen ist 

zu vermeiden (siehe bereits die vorstehende Erwägung 3 und Bg-act. 269 

S. 6). Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich stellte weiter 

fest, dass beim dortigen, im Zeitpunkt des Rentenbeginns erst 39-jährigen 

Versicherten einzig Einschränkungen aufgrund der Unfallfolgen am 

rechten Fuss bestünden. Nämlich könne er die oberen Extremitäten frei 

bewegen und er könne grundsätzlich leichte, überwiegend sitzende 

Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen in einem vollen Pensum ausführen 

(Urteil UV.2020.00208 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons 

Zürich vom 16. Februar 2022 E.6.3.3). Es warf der Suva aber vor, einen 

wesentlichen Kern des Belastungsprofils ([mehrheitlich] sitzende) 

Tätigkeit nicht berücksichtigt zu haben, indem sie von der Zumutbarkeit 

einer leichten und wechselbelastenden Tätigkeit (mit zusätzlichen 

körperlichen Einschränkungen) ausging. Das Sozialversicherungsgericht 

des Kantons Zürich erachtete dann einen Abzug von 10 % als 

angemessen, weil auch bei sitzenden Tätigkeiten Einschränkungen 

bestünden bzw. Positionswechsel nötig seien (mit Hinweis auf das Urteil 

des Bundesgerichts 8C_273/2011 vom 5. September 2011 E.3.2.2 und 5). 

Die Berücksichtigung von weiteren abzugsrelevanten Umständen wie 

etwa fehlende berufliche Ausbildung oder die gegebene Sprachkenntnis 

lehnte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im Rahmen der 

Invalideneinkommensbemessung gestützt auf das Kompetenzniveau 1 

hingegen ab. Insofern kann nicht davon ausgegangen werden, dass das 

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich der Suva die 

- 38 -

rechtsverletzende Nichtberücksichtigung von (weiteren) potenziell 

abzugsrelevanten Gesichtspunkten vorwarf. Bemerkenswert ist dann aber 

doch, dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich trotz dem 

der Verwaltung zustehenden und vom kantonalen Versicherungsgericht 

zu beachtenden Beurteilungsspielraum (siehe dazu die vorstehende 

Erwägungen 2.4.1 und 6.3; BGE 137 V 71 E.5.1 f., 126 V 75 E.6 und 123 

V 150 E.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_829/2019 vom 6. März 2020 

E.4.3.1 und 8C_683/2009 vom 26. Februar 2010 E.5.2.1) bei der 

gesamthaften Schätzung des Abzugs vom Tabellenlohn diesen um 5 % 

auf 10 % erhöhte und nur in dieser Höhe als angemessen erachtete. Dass 

die Erwägung 3.2.2 des Urteils 8C_273/2011 vom 5. September 2011 dies 

zwingend gebieten würde, erschliesst sich dem streitberufenen Gericht 

nicht, wird doch dort nur auf eine zumutbare 80%ige Arbeitsfähigkeit in 

einer angepassten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit (ohne längere 

Gehstrecken) mit der Möglichkeit, kurz aufzustehen, hingewiesen und in 

der Erwägung 5 der im Verfahren 8C_273/2011 bereits vorinstanzlich 

gewährte Leidensabzug von 10 % vom Bundesgericht bestätigt bzw. 

angesichts der erhobenen Rügen nicht beanstandet (siehe zur Kognition 

des Bundesgerichts betreffend die konkrete Höhe des Abzugs als typische 

Ermessensfrage: Urteile des Bundesgerichts 8C_628/2021 vom 

23. Januar 2023 E.3.3 und 8C_829/2019 vom 6. März 2020 E.4.3.1). 

Inwiefern die Ermessensausübung des Sozialversicherungsgerichts des 

Kantons Zürich sich bei der Erhöhung des Leidensabzugs von 5 % auf 

10 % auf Gegebenheiten abstützen konnte, welche seine abweichende 

Ermessensausübung – in Kenntnis des geschützten 

Beurteilungsspielraumes der Verwaltung gemäss BGE 137 V 71 E.5.1 f., 

126 V 75 E.6 und 123 V 150 E.2 (vgl. Urteil UV.2020.00208 des 

Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 16. Februar 2022 

E.6.3.1) - als naheliegender erscheinen liessen und dabei auch noch das 

Bestreben der Verwaltung bzw. der Versicherer achtete, die darauf 

abzielen, durch interne Weisungen, Richtlinien, Tabellen, Skalen usw. 

- 39 -

eine rechtsgleiche Behandlung der Versicherten zu gewährleisten, ist für 

das streitberufene Gericht darum nicht eklatant. Jedenfalls rechtfertigt sich 

im vorliegenden Verfahren – angesichts der sachverhaltlichen 

Unterschiede – kein gleichartiger Eingriff in den von der 

Beschwerdegegnerin auf 5 % festgesetzten Leidensabzug.

6.5. Angesichts der Einreihung in Kompetenzniveau 1 kommt dem Umstand, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen einer Verweistätigkeit keine 

Dienstjahre und keine Berufserfahrung aufweist, auch keine relevante 

Bedeutung zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_304/2022 vom 30. Mai 

2023 E.4.1.3, 8C_628/2021 vom 23. Januar 2023 E.5.3 in fine, 

8C_383/2022 vom 10. November 2022 E.4.2.7, 8C_339/2022 vom 

9. November 2022 E.6.4.2, 8C_133/2022 vom 7. September 2022 E.4.2.2, 

9C_226/2020 vom 13. August 2020 E.5.2 und 8C_227/2018 vom 14. Juni 

2018 E.4.2.3.3). Ebensowenig wie mangelnde Sprachkenntnisse und 

geringe Ausbildung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_703/2021 vom 

28. Juni 2022 E.5.3, 8C_617/2021 vom 28. Juni 2022 E.4.1.3 und 4.3.3, 

8C_541/2021 vom 18. Mai 2022 E.5.2.2 sowie 8C_549/2019 vom 

26. November 2019 E.7.7). Hinsichtlich der Nationalität bzw. des 

Aufenthaltsstatus ist festzustellen, dass vorliegend das 

Valideneinkommen nicht aufgrund konkreter Lohnverhältnisse, sondern – 

wie auch Invalideneinkommen anhand der Daten über alle 

Wirtschaftszweige hinweg – auf Basis der LSE 2018, Tabelle TA1 für die 

Wirtschaftszweige 41-43 "Baugewerbe" und dem Kompetenzniveau 1 für 

Männer ermittelt wurde. Der Medianwert von CHF 5'622.-- berücksichtigt 

also keine potenzielle Unterdurchschnittlichkeit infolge Nationalität bzw. 

Aufenthaltsstatus oder -kategorie (vgl. Einspracheentscheid vom 8. März 

2022 E.6a [Bg-act. 331 S. 15 f.]). Insofern wird dem Beschwerdeführer von 

der Beschwerdegegnerin auf der Seite des Valideneinkommens – analog 

zu einer Parallelisierung – ein solches ohne Berücksichtigung seines 

aufenthaltsrechtlichen Status (Kurzaufenthaltsbewilligung L [Bf-act. 3]) 

- 40 -

angerechnet, weshalb dies als invaliditätsfremder Faktor 

konsequenterweise auch auf der Seite des Invalideneinkommens nicht 

berücksichtigt werden kann. Denn als Grundsatz für die 

Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG gilt, dass auf invaliditätsfremde 

Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt 

nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu 

berücksichtigen sind (vgl. BGE 148 V 174 E.6.4, 146 V 16 E.6.2.1, 141 V 

1 E.5.4, 135 V 297 E.5.1, 135 V 58 E.3.1, 134 V 322 E.4.1 und 129 V 222 

E.4.4; Urteile des Bundesgerichts 9C_81/2011 vom 28. März 2011 E.4.3, 

8C_305/2010 vom 25. August 2010 E.4, 8C_350/2009 vom 

22. September 2009 E.1.2, 9C_488/2008 vom 5. September 2008 E.6.1, 

und Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE] I 411/02 

vom 5. Februar 2003 E.2.2.3, 4.1 und 4.3). Insofern ist unerheblich, dass 

der Beschwerdeführer unter Hinweis auf eine Tabelle "TI 5" (gemeint wohl 

T15, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, 

Schweizer/innen und Ausländer/innen und Dienstjahren für den privaten 

und öffentlichen Sektor) eine Unterdurchschnittlichkeit von 13 % bereits 

für Ausländer mit Niederlassungsbewilligung im Vergleich zu Schweizern 

(Zeile für "Alle" Dienstjahre) vorbringt. Hinzu kommt, dass die vom 

Beschwerdeführer (vermutlich) angeführte Tabelle T15 vom 

Bundesgericht üblicherweise nicht zur Prüfung eines Abzugs vom 

Tabellenlohn infolge einer ausländischen Nationalität oder aufgrund des 

Aufenthaltsstatus herangezogen wird (vgl. BGE 146 V 16 E.6.2.3; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_133/2022 vom 7. September 2022 E.4.2.2, 

8C_350/2021 vom 23. Februar 2022 E.4.2, 8C_115/2021 vom 10. August 

2021 E.4.2.4, 8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.6.3 und 8C_132/2020 

vom 18. Juni 2020 E.5.2). Schliesslich ist auch etwa betreffend das Alter 

des Beschwerdeführers kein Hinweis ersichtlich, dass dieses ein Aspekt 

für eine nur unterdurchschnittliche Verwertung der noch zumutbaren 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit bilden könnte (vgl. dazu BGE 148 V 419 E.8.3 und 

8.5 sowie 146 V 16 E.7.2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_628/2021 vom 

- 41 -

23. Januar 2023 E.5.2 f., 8C_383/2022 vom 10. November 2022 E.4.2.8, 

8C_617/2021 vom 28. Juni 2022 E.4.1.3 und 4.3.3, 8C_219/2022 vom 

2. Juni 2022 E.6.1 und 6.7.2, 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E.13.2.3 

und 8C_603/2020 vom 4. Dezember 2020 E.3.3 f.; vgl. auch LSE 2018, 

Tabelle TA9, welche keine Hinweise enthält, dass Männer ohne 

Kaderfunktion angesichts der Medianlöhne bzw. sogar des ersten Quartils 

mit fortschreitendem Alter ab 40 oder 50 Jahre [bis 64/65 Jahre] eine 

massgebliche Lohneinbusse infolge ihres Alters hinnehmen müssten).

7. Aus der Gegenüberstellung des (unbestritten gebliebenen) 

Valideneinkommens von CHF 70'916.60 und des (nicht zu 

beanstandenden) Invalideneinkommens von CHF 65'543.-- ergibt sich ein 

IV-Grad von 7.6 % bzw. gerundet 8 % (siehe angefochtener 

Einspracheentscheid vom 8. März 2022 E.6.b [Bg-act. 331 S. 16]) und 

damit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). 

8. Der Rentenanspruch wurde also zu Recht verneint und die Beschwerde 

ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG 

sind Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten 

über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz 

vorgesehen ist. Die Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss 

Art. 105 ff. UVG sehen keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in 

casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens 

(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sind daher keine Kosten zu erheben.

8.1. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.

- 42 -

8.2. Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer die beantragte unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu gewähren ist.

8.2.1. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, 

wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Als bedürftig gilt 

eine Person, wenn sie unter Berücksichtigung ihrer gesamten 

wirtschaftlichen Situation die Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen 

vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung des eigenen 

notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erforderlich 

sind (vgl. BGE 144 III 531 E.4.1 und 141 III 369 E.4.1). Als aussichtslos 

sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren 

anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 

die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 

werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn 

sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 

oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine 

Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung 

zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, 

den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb 

anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 140 V 521 E.9.1, 139 

III 475 E.2.2, 138 III 217 E.2.2.4, 122 I 267 E.2b und 119 Ia 251 E.3b). Die 

beschwerdeführende Person hat ausserdem, wo die Verhältnisse es 

rechtfertigen, Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand (vgl. 

Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 76 Abs. 3 VRG), sofern die Verbeiständung 

durch einen Anwalt oder eine Anwältin notwendig oder doch geboten ist 

(vgl. BGE 149 I 57 E.6.1, 135 I 1 E.7.1 und 132 V 200 E.4.1; vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 8C_538/2021 vom 25. April 2022 E.5.5, 8C_413/2021 

vom 29. September 2021 E.5.3 und 8C_353/2019 vom 2. September 2019 

E.3.1). Die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege befreit von allen 

- 43 -

behördlichen (inkl. gerichtlichen) Kosten und Gebühren. Die Vorschriften 

über die Erstattung (Art. 77 VRG) bleiben ausdrücklich vorbehalten. Die 

Entschädigung richtet sich nach der Anwaltsgesetzgebung (Art. 76 Abs. 3 

VRG). Gemäss Art. 5 der Verordnung über die Bemessung des Honorars 

der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; 

BR 310.250) wird für den berechtigten Aufwand der unentgeltlichen 

Vertretung ein Honorar von CHF 200.-- pro Stunde zuzüglich notwendige 

Barauslagen und Mehrwertsteuer ausgerichtet.

8.2.2. Zur Begründung seines Gesuchs um Bewilligung eines unentgeltlichen 

Rechtsbeistands bringt der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 

14. April 2022 vor, dass er aus gesundheitlichen Gründen (zumindest 

teilweise) arbeitsunfähig sei und kein Einkommen erziele. Die Ehefrau 

verdiene EUR 990.-- pro Monat zuzüglich 13. Monatslohn. Es bestünden 

Mietkosten von ca. EUR 600.--, Schuldzinsen von EUR 114.-- für einen 

Privatkredit, ein Bankvermögen von EUR 97.-- sowie ein bereits 

abgeschriebenes Auto. Die Ehegatten verfügten über eine Immobilie in 

D._____ (Q._____, R._____) mit einem Verkehrswert von EUR 35'000.--. 

Das Rechtsbegehren sei nicht aussichtslos und er sei zur Wahrung seiner 

Rechte auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand angewiesen. Die dazu 

eingereichten Unterlagen belegen ein Einkommen der Ehefrau von 

EUR 745.31 netto für den Monat Februar 2022 (Bf-act. 2 und 5), aber 

keine Mietkosten, wobei das Haus Q._____ in R._____ dem 

Beschwerdeführer und seiner Ehefrau gehört (siehe Beschwerde vom 

14. April 2022 Rz. 38; E-Mail des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin vom 13. April 2022 

[Beilage 1 zur Replik vom 17. Mai 2022 und Bg-act. 337]). Es liegt lediglich 

ein Bankauszug über ein Konto der Ehefrau über den Zeitraum 15. bis 

24. März 2022 bei der Bank O._____ vor (Bf-act. 6). Weitere Kosten 

(Elektrizität, Hausbewirtschaftung, Medien/TV) wurden nicht im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren, sondern gegenüber der 

- 44 -

Beschwerdegegnerin für das Einspracheverfahren belegt (Bg-act. 335 

S. 9 bis 17). Auf Aufforderung hin reichte der Beschwerdeführer am 

29. Juni 2023 noch das ausgefüllte Formular "Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung" ein. Darin wird ein monatliches 

(Netto-)Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers/Gesuchstellers von 

EUR 800.-- und ein solches seiner Ehefrau von EUR 990.-- deklariert. 

Weiterhin wurden die Liegenschaft an der Q._____, R._____ mit einem 

Verkehrswert von EUR 35'000.-- sowie Mietzinsen/Hypothekarzinsen 

ohne Amortisation von insgesamt EUR 600.-- angegeben. Weil der 

Beschwerdeführer und seine Familie von einem Einkommen in der Höhe 

von EUR 1'790.-- pro Monat in D._____ lebten, sei keine Aufstockung der 

bestehenden Hypothek möglich und er könne sich auch keine 

Krankenkasse leisten, womit die Bedürftigkeit ausgewiesen sei.

8.2.3. Die unentgeltliche Rechtspflege und/oder Verbeiständung ist zu 

bewilligen, wenn die Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 61 lit. f ATSG). Als 

bedürftig gilt eine Person dann, wenn sie nicht in der Lage ist, innert 

angemessener Frist die Kosten des Prozesses aufzubringen, ohne jene 

Mittel anzugreifen, die für die Deckung des eigenen notwendigen 

Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erforderlich sind (BGE 135 

I 221 E.5.1 und 128 I 225 E.2.5.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_133/2022 vom 7. September 2022 E.6.2 und 8C_470/2016 vom 

16. Dezember 2016 E.4.2). Soweit das Vermögen einen angemessenen 

"Notgroschen" übersteigt, ist es dem Gesuchsteller unbesehen der Art der 

Vermögensanlage zumutbar, dieses zur Finanzierung des Prozesses zu 

verwenden. Die Art der Vermögensanlage beeinflusst allenfalls die 

Verfügbarkeit der Mittel, nicht aber die Zumutbarkeit, sie vor der 

Beanspruchung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung 

anzugreifen. Der um unentgeltliche Rechtspflege ersuchende 

Grundeigentümer hat sich daher die für den Prozess benötigten Mittel 

allenfalls durch Belehnung der Liegenschaft bzw. Aufnahme eines 

- 45 -

zusätzlichen Hypothekarkredits, und, wenn zumutbar, nötigenfalls durch 

Veräusserung der Liegenschaft zu beschaffen (BGE 119 Ia 11 E. 5; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_133/2022 vom 7. September 2022 E.6.2, 

8C_542/2019 vom 4. Dezember 2019 E.8.2, 8C_273/2015 vom 

12. August 2015 E.6.2 und 5A_726/2014 vom 2. Februar 2015 E.4.2). 

Grundsätzlich obliegt es der gesuchstellenden Person, ihre Einkommens- 

und Vermögensverhältnisse vollständig darzulegen und soweit möglich 

auch zu belegen. Diesbezüglich trifft sie eine umfassende 

Mitwirkungspflicht. Aus den eingereichten Unterlagen muss auf jeden Fall 

auch der aktuelle Grundbedarf der das Gesuch stellenden Partei 

hervorgehen. Zudem müssen die Belege über sämtliche ihrer finanziellen 

Verpflichtungen sowie über ihre Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse Aufschluss geben. Verweigert sie die zur 

Beurteilung ihrer aktuellen wirtschaftlichen Gesamtsituation erforderlichen 

Angaben oder Belege, kann die Bedürftigkeit ohne Verfassungsverletzung 

verneint werden. Gelingt es einer gesuchstellenden Person in ihrer ersten 

Eingabe nicht, die Bedürftigkeit zur Zufriedenheit des Gerichts 

nachzuweisen, ist sie zur Klärung aufzufordern. Die mit einem Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege befasste Behörde oder Instanz ist weder 

verpflichtet, den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin 

abzuklären, noch muss sie unbesehen alles, was behauptet wird, von 

Amtes wegen überprüfen. Sie muss indessen den Sachverhalt dort 

(weiter) abklären, wo noch Unsicherheiten und Unklarheiten bestehen, sei 

es, dass sie von einer Partei auf solche – wirkliche oder vermeintliche – 

Fehler hingewiesen wird, sei es, dass sie solche selbst feststellt (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 5A_456/2020 vom 7. Oktober 2020 E.5.1.2 f. 

und 9C_560/2019 vom 21. Januar 2020 E.4.2.1; vgl. zum Ganzen 

FORSTER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ATSG, 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2021, Art. 61 Rz. 68 ff.). 

Nach der Rechtsprechung zu Art. 97 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) ist das Gericht bei anwaltlich 

- 46 -

vertretenen Parteien nicht verpflichtet, eine Nachfrist für die Verbesserung 

eines unvollständigen oder unklaren Gesuches zu gewähren, sondern darf 

das Gesuch mangels ausreichender Substanziierung oder mangels 

Bedürftigkeitsnachweis abweisen (Urteile des Bundesgerichts 

5A_456/2020 vom 7. Oktober 2020 E.5.1.3, 5A_549/2018 vom 

3. September 2018 E.4.2 und 4A_44/2018 vom 5. März 2018 E.5.3).

8.2.4. Von den gemäss Ziffer 9 lit. b ff. des Gesuches um unentgeltliche 

Prozessführung – für den Fall, dass keine Sozialhilfe bezogen wird – 

einzureichenden Unterlagen reichte der Beschwerdeführer am 29. Juni 

2023 seine Lohnabrechnung sowie diejenige seiner Ehefrau vom Mai 

2023 über einen Nettoverdienst von EUR 902.72 bzw. EUR 1'038.41 ein. 

Gewisse Belege betreffend Auslagen (vgl. Ziffer 9 lit. c des 

Gesuchsformulars) lassen sich aus der Eingabe des Beschwerdeführers 

vom 4. April 2022 [Poststempel]) gegenüber der Beschwerdegegnerin 

betreffend das Einspracheverfahren entnehmen (Bg-act. 335 S. 7 bis 17; 

siehe auch Bf-act. 6). Zur eingeforderten Steuerveranlagung (vgl. vgl. 

Ziffer 9 lit. d des Gesuchsformulars) wird auf dem Formular lediglich 

darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer in D._____ lebe. 

Vorliegend werden in der Beschwerde vom 14. April 2022 in der 

Randziffer 38 Mietzinsen (recte wohl Hypothekarzinsen) von EUR 600.-- 

angegeben. Im Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird keine 

Wohnadresse des Beschwerdeführers angegeben. Im "Zeugnis zur 

Erlangung der unentgeltlichen Rechtspflege" vom 14. März 2022 wurde zu 

Handen der Beschwerdegegnerin für das vorinstanzliche Verfahren als 

Wohnadresse des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau – wie auch in 

der Beschwerde vom 14. April 2022 – die Q._____ in R._____ angegeben 

(Bg-act. 335 S. 1). Unter den Angaben über die Ausgaben wurden dann – 

abweichend von den Angaben für das vorliegende Verfahren – EUR 300.-- 

für einen Mietzins von und ca. EUR 300.-- für einen Hypothekarzins und 

Liegenschaftsunterhalt als Ausgaben des Beschwerdeführers deklariert. 

- 47 -

Insofern fragt sich, welche – im Übrigen nicht belegten – Mietkosten 

geltend gemacht werden. Aus den sowohl im vorinstanzlichen als auch 

dem vorliegenden Verfahren eingereichten Belegen ergibt sich weiterhin 

nicht, wie sich die Belehnungssituation der Liegenschaft sowie deren 

allfällige Erhöhung ausgewiesenermassen darstellt. Aus dem 

Kontoauszug der Ehefrau vom 28. März 2022 (Bf-act. 6; Bg-act. 335 S. 7) 

und den Ausführungen im E-Mail vom 13. April 2022 [Beilage 1 zur Replik 

vom 17. Mai 2022 und Bg-act. 337) ergibt sich lediglich, dass Beträge für 

ein Wohnbaudarlehen und/oder Konsumentenkredit belastet werden. Der 

Beschwerdeführer belegt aber weder die Höhe der bestehenden 

Belastung der Liegenschaft im deklarierten Wert von ca. EUR 35'000.-- 

noch die Unmöglichkeit einer zumutbaren Erhöhung. Dies auch 

angesichts des vorliegend ohnehin kostenlosen Verfahrens und des 

gemäss Honorarnote vom 1. Juni 2022 zur Disposition stehenden 

Honorars im Betrag von CHF 3'050.60. Angesichts der vorstehenden 

Ausführungen über die Mitwirkungsobliegenheiten des anwaltlich 

vertretenen Beschwerdeführers, erscheint dem Gericht die Bedürftigkeit 

nicht ausgewiesen und das blosse Offerieren von weiteren Belegen in der 

auf Aufforderung des Gerichts erfolgten Eingabe vom 29. Juni 2023 

genügt nicht. Bei diesem Ergebnis ist das Gesuch um unentgeltliche 

Verbeiständung abzuweisen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abgewiesen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]