# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d11d98b1-5818-5749-849b-50e781cd9fdf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Gesundheits-, Sozial und Integrationsdirektion 12.02.2025 2024.GSI.2938
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_003_2024-GSI-2938_2025-02-12.pdf

## Full Text

Kanton Bern  
Canton de Berne  

  

   

Gesundheits-, Sozial- und lntegrationsdirektion 

Rathausplatz  1  
Postfach  
3000  Bern  8 
+41 31 633 79 41  (Telefon)  
+41 31 633 79 56 (Fax)  
info.ra.gsi@be.ch  
www.be.ch/gsi  

Referenz: 2024.GSI.2938 / warn, ang 

Beschwerdeentscheid vom  12.  Februar  2025 

in der  Beschwerdesache  

A.  

Beschwerdeführerin 

gegen  

B.  

Vorinstanz 

betreffend Sozialhilfe: Bemessung  der  wirtschaftlichen Asylsozialhilfe 

(Verfügung  der  Vorinstanz vom  10.  Dezember  2024) 

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Kanton Bern 	 Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion  
Canton de Berne 	 2024.GSI.2938  

I. 	Sachverhalt  

1. A. 	 (nachfolgend: Beschwerdeführerin) befindet sich seit dem  3.  Oktober  2024 in der  

Schweizl und verfügt über  den  Schutzstatus  S.2  Sie wird seit dem  27.  November  2024  vom  B. 	 

(fortan: Vorinstanz) mit Asylsozialhilfe unterstützt.3  

2. Mit Verfügung vom  10.  Dezember  2024  beurteilte  die  Vorinstanz das Gesuch  der  Be-

schwerdeführerin wie folgt:  

1. 	Es  werden Ihnen ab  27.11.2024  monatliche Sozialhilfeleistungen für  den  Lebensunterhalt und  die  

Wohnkosten ausgerichtet.  Der  Gesamtbetrag  der  Asylsozialhilfeleistungen und deren Aufteilung auf  die  

einzelnen Budgetposten ergeben sich aus dem Grundbudget vom  01.12.2024  ab  27.11.2024  (Beilage). 

Weitere Leistungen können nur auf Antrag hin bewilligt werden.  

3. Dem beigelegten Grundbudget vom  10.  Dezember  2024  ist zu entnehmen, dass  die  Be-

schwerdeführerin einen Grundbedarf für  den  Lebensunterhalt (GBL, fortan: Grundbedarf) für Per-

sonen  in  individuellen Unterkünften  in  einem Siebenpersonenhaushalt  von  CHF  289.30 pro  Monat 

erhält.  

4. Gegen diese Verfügung hat  die  Beschwerdeführerin  am 11.  Dezember  2024  bei  der  Ge-

sundheits-, Sozial- und lntegrationsdirektion  des  Kantons Bern (GSI) Beschwerde erhoben. Darin 

beantragt sie sinngemäss,  die  angefochtene Verfügung sei aufzuheben und  es  sei ihr  der  Grund-

bedarf für Personen  in  einem Einzelpersonenhaushalt zu gewähren.  

5. Die  Rechtsabteilung  des  Generalsekretariats, welche  die  Beschwerdeverfahren für  die  

GSI leitet,4  holte  die  Vorakten ein und führte  den  Schriftenwechsel durch.  

6. Die  Vorinstanz beantragt  in  ihrer Beschwerdevernehmlassung vom  7.  Januar  2025 die  

Abweisung  der  Beschwerde. 

Auf  die  Rechtsschriften und Akten wird, soweit für  den  Entscheid wesentlich,  in den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.  

1  Vgl. Beschwerde vom  11.  Dezember  2024 
2  Vgl. Verfügung vom  10.  Dezember  2024 
3  Vgl. Verfügung vom  10.  Dezember  2024 
4  Art. 7  Abs.  1  Bst.  m  der  Verordnung vom  30.  Juni  2021  über  die Organisation  und  die  Aufgaben  der  Gesundheits-, 
Sozial- und Integrationsdirektion (Organisationsverordnung GSI, OrV GSI; BSG  152.221.121)  i.V.m.  Art. 14a der  Direk-
tionsverordnung über  die  Delegation  von  Befugnissen  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion vom  17.  Ja-
nuar  2001  (DelDV GSI; BSG  152.221.121.2)  und  Art. 6  Abs.  1  Bst.  e  des  Organisationsreglements  des  Generalsekre-
tariats  der  Gesundheits-, Sozial- und lntegrationsdirektion (OrgR  GS  GSI)  

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Erwägungen  

1. 	Sachurteilsvoraussetzungen 

1.1 	Die  Vorinstanz ist gestützt auf einen Leistungsvertrag mit dem Amt für Integration und Sozi-

ales  (AIS)  im Rahmen  der  ihr übertragenen Aufgaben als Trägerschaft verfügungsberechtigt  (Art. 5  

Abs.  1  i.V.m.  Art. 10  Abs.  2  SAFG5). Diese Verfügungen sind gemäss  Art. 57  Abs.  1  SAFG bei  der  

GSI anfechtbar. Angefochten ist  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  10.  Dezember  2024.  Somit ist  die  

GSI zur Beurteilung  der  Beschwerde vom  11.  Dezember  2024  zuständig.  

1.2 	Die  Beschwerdeführerin ist als Adressatin  der  Verfügung ohne Weiteres zur Beschwerde-

führung befugt  (Art. 65  VRPG6).  

1.3 	Auf  die  gemäss  Art. 67  VRPG form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutre-

ten.  

1.4 	Die  GSI prüft, ob  die  Vorinstanz  von  einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung  des  

Sachverhalts ausgegangen ist, ob sie Recht verletzt hat (einschliesslich allfälliger Rechtsfehler bei  der  

Ausübung  des  Ermessens) und ob  die  angefochtene Verfügung unangemessen ist  (Art. 66  VRPG).  

Der  GSI steht somit volle Kognition zu.  

2. Streitgegenstand 

Anfechtungsobjekt ist vorliegend  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  10.  Dezember  2024.  Streitgegen-

stand und damit zu prüfen ist, ob  die  Vorinstanz  den  Grundbedarf  der  Beschwerdeführerin zu Recht 

auf CHF  289.30  festgesetzt hat.  

3. Rechtliche Grundlagen  

3.1 	Wer  in  Not gerät und nicht  in der  Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch auf Hilfe und 

Betreuung und auf  die  Mittel,  die  für ein nnenschwürdiges Dasein unerlässlich sind  (Art. 12  BV7). Jede 

Person hat bei Notlagen Anspruch auf ein Obdach, auf  die  für ein menschwürdiges Leben notwendi-

gen Mittel und auf grundlegende medizinische Versorgung  (Art. 29  KV5). Diese verfassungsmässigen 

Ansprüche werden durch  die  kantonale Gesetzgebung konkretisiert, vorliegend das SAFG und das  

5  Gesetz vom  3.  Dezember  2019  über  die  Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFG; BSG  861.1) 
6  Gesetz vom  23. Mai 1989  über  die  Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG  155.21) 
7  Bundesverfassung vom  18.  April  1999 der  Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV;  SR 101)  

Verfassung  des  Kantons Bern vom  6.  Juni  1993  (KV; BSG  101.1) 

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SHG9  sowie  die  dazugehörenden Verordnungen (SAFV19, SADV11  und SHV12). Weiter werden  die  

gesetzlichen Grundlagen konkretisiert durch das Handbuch Asyl- und Flüchtlingssozialhilfe  (Version 1  
vom  16.  Dezember  2024).  Das Handbuch erläutert  die  gesetzlichen Grundlagen für  die Praxis.  Punk-

tuell enthält  es  weitere für  den  Vollzug relevante Informationen, Empfehlungen zur Anwendung  des  

SAFG sowie Weisungen  an die  regionalen Partner  in  Bezug auf organisatorische Fragen.  Die  Inhalte  
des  Handbuchs sollen eine einheitliche und rechtsgleiche Vollzugspraxis gewährleisten. Sie richten 

sich primär  an die  regionalen Partner und weitere Trägerschaften, welche das SAFG vollziehen.13  

Beim Handbuch Asyl- und Flüchtlingssozialhilfe handelt  es  sich nicht um einen Rechtsatz, sondern 

um eine vollzugslenkend Verwaltungsverordnung, welche eine einheitliche Handhabung  des  Verwal-

tungsermessens sicherstellen so11.14 Verwaltungsverordnungen entfalten grundsätzlich nur im Verhält-

nis zwischen übergeordneter und untergeordneter Verwaltungseinheit verpflichtende Wirkung. Für  die  

Gerichte sind sie zwar nicht verbindlich, aber gemäss  der  bundesgerichtlichen  Praxis  dennoch zu be-

rücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung  der  an-

wendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen; das Gericht weicht nicht ohne triftigen Grund  von 

der  Verwaltungsverordnung ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung  der  rechtlichen Vor-

gaben darstellt. Eine allfällige Abweichung müsste deshalb begründet werden.15  Die  nachfolgend im 

Zusammenhang mit  der  Bemessung  der  wirtschaftlichen Hilfe relevanten Konkretisierungen  des  

Handbuchs Asyl- und Flüchtlingssozialhilfe erweisen sich als überzeugende Konkretisierungen  der  

rechtlichen Vorgaben und als dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung  der  an-

wendbaren gesetzlichen Bestimmungen, weshalb keine Gründe vorliegen, um vom Handbuch Asyl-

und Flüchtlingssozialhilfe abzuweichen.  

3.2 	Das SAFG regelt unter anderem  die  Integration,  die  Sozialhilfe und  die  Unterbringung durch  

den  Kanton oder durch geeignete Dritte für vorläufig Aufgenommene, Schutzbedürftige mit und ohne 

Aufenthaltsbewilligung, anerkannte Staatenlose und Flüchtlinge, solange  der  Bund für sie Beiträge 

nach  der  Asylgesetzgebung ausrichtet  (Art. 2  Abs.  1  Bst.  b  SAFG). Personen im laufenden Asylver-

fahren, vorläufig Aufgenommene sowie Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung,  die  für ihren 

Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen können, kön-

nen Asylsozialhilfe beanspruchen  (Art. 18  Abs.  1  SAFG).  Die  Asylsozialhilfe ist  in Art. 17  bis  26  SAFG 

geregelt.  Die  Asylsozialhilfe umfasst Leistungen  der  persönlichen Hilfe  in  Form  von  Beratung, Betreu-

ung, Vermittlung und  Information  sowie  der  wirtschaftlichen Hilfe  in  Form  von  Geld- und Sachleistun-

gen, Kostengutsprachen oder Gutscheinen  (Art. 21  Abs.  1  SAFG).  Die  wirtschaftliche Hilfe umfasst  

9  Gesetz vom  11.  Juni  2001  über  die  öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfegesetz, SHG; BSG  860.1) 
19  Verordnung vom  20. Mai 2020  über  die  Sozialhilfe im Asyl-  und  Flüchtlingsbereich (SAFV; BSG  861.111) 
11  Direktionsverordnung vom  10.  Juni  2020  über  die  Sozialhilfe im Asylbereich (SADV; BSG  861.111.1) 
12  Verordnung vom  24.  Oktober  2001  über  die  öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG  860.111)  
" Handbuch Asyl-  und  Flüchtlingssozialhilfe,  Ziff. 1.1 
14  Vgl. Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht,  4.  Auflage  2017,  §  41  N.  13  

Vgl. zum Ganzen: BGE  141 III 401  E.  4.2.2 S. 404 f. 

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den  Grundbedarf für  den  Lebensunterhalt,  die  medizinische Grundversorgung, eine Unterkunft, situa-

tionsbedingte Leistungen und Motivationszulagen  (Art. 21  Abs.  2  SAFG).  Der  Grundbedarf dient zur 

Deckung  der  Kosten für Verpflegung,  die  Bekleidung,  die  Hygiene sowie für  die  persönlichen Auslagen  

(Art. 23  Abs.1 SAFV).  Die  GSI hat  in der  SADV  die  genauen Beiträge festgelegt  (Art. 23  Abs.  2  SAFV). 

Dabei wird unterschieden zwischen Personen  in  einer Kollektivunterkunft und Personen  in  einer indi-

viduellen Unterkunft.  

3.3 	Der  Grundbedarf für Personen  in  einer individuellen Unterkunft wird unabhängig vom  Alter  

nach Haushaltsgrösse festgelegt  (Art. 2  SADV). Einzig  in  Zweck-Wohngemeinschaften entfallen im 

Vergleich zu familienähnlichen Wohn- und Lebensgemeinschaften  die  Synergieeffekte zum grossen 

Teil.  Dies  ist bei  der  Festlegung  des  Grundbedarfs angemessen zu berücksichtigen. Als Grundlage 

für  die  Berechnung  des  Grundbedarfs für Personen  in  Zweck-Wohngemeinschaften ist deshalb unab-

hängig  von der  Anzahl Personen im Haushalt  der  Grundbedarf für einen Einpersonenhaushalt respek-

tive derjenige für  die  tatsächliche Grösse  der  Unterstützungseinheit (z.B. Grundbedarf für einen Zwei-

personenhaushalt für Mutter mit minderjährigem Kind  in  einer Wohngemeinschaft) zu nehmen.  Der  so 

bemessene Grundbedarf wird um sieben Prozent reduziert, um  den in  reduziertem Umfang bestehen-

den Synergieeffekten  in  einer Zweck-Wohngemeinschaft Rechnung zu tragen. Aufgrund  der in der  

Asylsozialhilfe geltenden tieferen Grundbedarf-Ansätze werden nicht wie  in der  ordentlichen Sozial-

hilfe zehn Prozent abgezogen.16  Auch  die  ordentliche Sozialhilfe orientiert sich bei  der  Bemessung  

des  Grundbedarfs  an der  Haushaltsgrösse (vgl.  Art. 8  Abs.  2  SHV). Für  den  Vollzug  der  ordentlichen 

Sozialhilfe verweist  Art. 8  Abs.  1  SHV verbindlich auf  die  SKOS-Richtlinien17  in der  Fassung  der  fünf-

ten Ausgabe vom  1.  Januar  2021.  Obwohl  die  SKOS-Richtlinien vorliegend nicht anwendbar sind, 

können  die  nachfolgenden Erläuterungen zur Zweck-Wohngemeinschaft respektive zur Wohn- und 

Lebensgemeinschaft aufgrund  der  vergleichbaren Ausgangslagen analog beigezogen werden.  Die  

SKOS-Richtlinien definieren eine Zweck-Wohngemeinschaft als Gemeinschaft  von  Personen,  die  mit 

dem Ziel zusammenwohnen,  die  Miet- und Nebenkosten gering zu halten.  Die  Ausübung und  die  Fi-

nanzierung  der  Haushaltsfunktionen (Wohnen,  Essen,  Waschen, Reinigen usw.) erfolgt vorwiegend 

getrennt.18  Indizien für eine Zweck-Wohngemeinschaft sind etwa eine weitgehende räumliche Tren-

nung  der  benutzten Räume, häufige Abwesenheit  der  Mitbewohnenden, das Bewohnen einer Man-

sarde mit Mitbenützung  der  Küche oder ein Untermietverhältnis.16  Keine Zweck-Wohngemeinschaften 

sind hingegen familienähnliche Wohn- und Lebensgemeinschaften. Darunter fallen Paare oder Grup-

pen, welche  die  Haushaltsfunktionen (Wohnen,  Essen,  Waschen, Reinigen usw.) gemeinsam ausü- 

16  Handbuch Asyl-  und  Flüchtlingssozialhilfe,  Ziff. 2.2.1 
17  Richtlinien für  die  Ausgestaltung  und  Bemessung  der  Sozialhilfe  der  Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe 
(SKOS-Richtlinien)  
18  Ziff. C.3.2 der  SKOS-Richtlinien, Erläuterung  b 
16  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2021.26  vom  24.  August  2021  E.  2.4;  Wizent, Sozialhilfe- 
recht,  2.  Auflage  2023,  N.  674 

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ben  und/oder finanzieren, also zusammenleben, ohne eine Unterstützungseinheit zu bilden (z.B. Kon-

kubinatspaare, Eltern mit volljährigen Kindern).23  Indizien für eine familienähnliche Wohngemeinschaft 

sind beispielsweise langjährige Wohngemeinschaften mit  den  gleichen Personen oder gemeinsame 

Freizeitaktivitäten. Entscheidend sind  die  Verhältnisse im Einzelfall (z.B. besondere persönliche Ver-

bundenheit) und eine Gesamtwürdigung  der  Urnstände.21  Das 'v'orliegeri  ode!  Fehlen  cirres  einzeinen 

Indizes kann indes nicht ausschlaggebend sein — vielmehr ist eine Gesamtwürdigung  der  Umstände 

erforderlich.22  Das Halten getrennter Schlafzimmer und  die  getrennte Einnahme  von  Mahlzeiten ist 

auch bei vielen Gemeinschaftshaushalten, wie etwa im Familienverband, nicht unüblich und rechtfer-

tigt allein keine andere Betrachtungsweise.23  Das zentrale Kriterium, ob eine Wohngemeinschaft als 

familienähnliche Wohn- und Lebensgemeinschaft und damit als Mehrpersonenhaushalt zu behandeln 

ist, ist  die  gemeinsame Ausübung und Finanzierung aller oder mindestens wichtiger Haushaltsfunkti-

onen wie  Essen,  Waschen und Reinigen.24  Massgebend ist somit inwieweit tatsächlich gemeinschaft-

lich gewirtschaftet wird, da nur dieser Umstand zu Spareffekten führt.25  

4. 	Argumente  der  Verfahrensbeteiligten  

4.1 	In der  Beschwerde vom  11.  Dezember  2024  führt  die  Beschwerdeführerin aus, sie habe sich 
vorübergehend bei  der  Familie ihrer Tochter niedergelassen. Ihre Tochter habe ihr geholfen, alle Do-

kumente auszufüllen und sie anzumelden.  Es  erscheine ihr unmöglich, mit dem  von der  Vorinstanz 

festgesetzten Grundbedarf  von  weniger als CHF  10.00  zu leben. Sie müsse auch Kleidung und andere 

Notwendigkeiten kaufen. Sie habe schmerzende Füsse und könne deshalb keine langen Strecken 

laufen. Sie müsse ständig öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Sie erhalte keine sonstige finanzielle 

Unterstützung. Ihre Tochter habe eine grosse Familie mit vier Kindern.  Der Mann der  Tochter arbeite 

nur  30  bis  40  %. Zudem beginne ihre Tochter im Januar eine Ausbildung zur  C._,  da sie ohne 
Schweizer Diplom keine Festanstellung finden könne.  Die  Familie ihrer Tochter beziehe keine Sozial-

hilfe, komme aber kaum über  die  Runden. Sie wolle so bald als möglich  in  eine separate Wohnung 

ziehen.  

4.2 	In der  Beschwerdevernehmlassung vom  7.  Januar  2025  führt  die  Vorinstanz aus, dass  der  
Grundbedarf unabhängig vom  Alter  nach Haushaltsgrösse festgelegt werde. Aufgrund  der  im Rahmen  

des  Sozialhilfeantrags vom  6.  Dezember  2024 von der  Beschwerdeführerin getätigten Angaben sei 

eine Haushaltsgrösse  von  sieben Personen ermittelt worden, woraus ein Grundbedarf  in der  Höhe  von  

CHF  289.30  resultiert [(CHF  1880.00  + CHF  145.00  )/  7]. Die  Beschwerdeführerin mache erstmals  

20  Ziff. C.3.1 der  SKOS-Richtlinien, Erläuterung  b 
21  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2021.26  vom  24.  August  2021  E.  2.4;  Wizent, a.a.O.,  
N.  674 
22  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2021.26  vom  24.  August  2021  E.  2.4 
23  Urteil  des  Bundesgerichts  8C_645/2015  vom  10.  Dezember  2015  E.  2.2. 
24  Leben  in  einer Wohngemeinschaft: Wie berechnet sich  der  Grundbedarf?, SKOS Praxisbeispiel ZESO  1/15 S. 8 
25  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2021.26  vom  24.  August  2021  E.  2.4 

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eine besondere Bedarfslage geltend. Sollten  der  Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen 

Mehrkosten entstehen, könnten diese als Situationsbedingte Leistungen  (SIL)  bei  der  Vorinstanz gel-

tend gemacht werden.  

5. Würdigung  

5.1 	Die  Beschwerdeführerin verfügt über einen Schutzstatus  S  und ist nicht  in der  Lage, selb- 

ständig hinreichend für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Sie hat demnach Anspruch auf Asylso-

zialhilfe im Sinne  von Art. 18  Abs.  1  SAFG.  Die  Beschwerdeführerin lebt bei ihrer Tochter, deren  Mann  

und ihren zwei Kindern sowie zwei Pflegekindern.26  Der  Grundbedarf für Personen  in  individuellen 

Unterkünften richtet sich nach Haushaltsgrösse. Gemäss dem Handbuch Asyl- und Flüchtlingssozial-

hilfe kann bei einer Zweck-Wohngemeinschaft  von  diesem Grundsatz abgewichen werden.27  

5.2 	Vorliegend lebt  die  Beschwerdeführerin  in  einer familienähnlichen Wohngemeinschaft.  Es  

besteht eine nahe Verwandtschaft und eine besondere persönliche Verbundenheit zwischen  der  Be-

schwerdeführerin und ihrer Tochter.  Es  liegen keine Hinweise vor,  die  eine andere Würdigung  der  

Umstände als eine familienähnliche Wohngemeinschaft zulassen würden.  Die  Tatsache, dass  die  Be-

schwerdeführerin beabsichtigt, eine neue Wohnung anzumieten, ändert nichts daran, dass  es  sich um 

eine familienähnliche Wohngemeinschaft handelt. Demnach hat  die  Beschwerdeführerin Anspruch auf 

einen monatlichen Grundbedarf für Personen  in  individuellen Unterkünften  in  einem Siebenpersonen-

haushalt  (Art. 2  SADV).  Der  Grundbedarf für einen Siebenpersonenhaushalt beträgt pauschal  pro  

Haushalt CHF  2025.00  (CHF  1880.00  + CHF  145). Dies  ergibt eine Pauschale  pro  Person  von  

CHF  289.30  (CHF  2025.00 /7  Personen).  Dies  entspricht dem  von der  Vorinstanz richtig berechneten 

und verfügten Grundbedarf.  

5.3 	Etwaige Leistungen im Zusammenhang mit  der  Gesundheit wie zusätzliche Kosten für  den  

öffentlichen Verkehr sind nicht Streitgegenstand  des  vorliegenden Verfahrens und sind bei  der  Vo-

rinstanz geltend zu machen (Situationsbedingte Leistungen,  Art. 26  SAFV i.V.m.  Art. 8  SADV).  

6. Ergebnis 

Nach dem Geschriebenen ist  die  Verfügung  der  Vorinstanzen vom  10.  Dezember  2024  rechtmässig 

und nicht zu beanstanden.  Die  Beschwerde vom  11.  Dezember  2024  ist daher abzuweisen.  

28  Vgl. Sozialhilfeantrag vom  6.  Dezember  2024, S. 6. 
27  Vgl. Handbuch Asyl-  und  Flüchtlingssozialhilfe,  Ziff. 2.2.1 

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7. 	Kosten  

7.1 	Die  Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese beträgt für Entscheide  in  
Verwaltungsjustizsachen CHF  200.00  bis  4000.00 (Art. 103  Abs.  1  VRPG i.V.m.  Art. 19  Abs.  1  und  
Art. 4  Abs.  2  GebV28).  Die  Verfahrenskosten werden  der  unterliegenden Partei auferlegt,  es  sei denn, 

das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder  die  besonderen Um-

stände rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben  (Art. 108  Abs.  1  VRPG). Vorliegend ist  die  

Beschwerdeführerin unterliegend und somit grundsätzlich kostenpflichtig. Praxisgemäss hat  die  

Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten zu tragen.29  Dementsprechend sind vorliegend keine 

Verfahrenskosten zu erheben.  

7.2 	Parteikosten sind keine angefallen  (Art. 104  VRPG) und demzufolge keine zu sprechen  
(Art. 108  Abs.  3  VRPG).  

28  Verordnung vom  22.  Februar  1995  über  die  Gebühren  der  Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG  154.21) 
29  Vgl. Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2022.193  vom  5.  April  2023  E.  3  mit Hinweis auf 
BVR  2019 S. 360 

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Entscheid  

1. Die  Beschwerde vom  11.  Dezember  2024  wird abgewiesen.  

2. Verfahrenskosten werden keine erhoben.  

3. Parteikosten werden keine gesprochen.  

IV. 	Eröffnung 

— Beschwerdeführerin,  per  Einschreiben 

— Vorinstanz,  per  Einschreiben 

Gesundheits-, Sozial- und 
Integrationsdirektion  

Pierre Alain  Schnegg 
Regierungsrat 

Rechtsmittelbelehrung 
Dieser Entscheid kann innert  30  Tagen seit seiner Eröffnung mit schriftlicher und begründeter Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht  des  Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, Speichergasse  12, 3011  Bern, angefochten 
werden.  Die  Verwaltungsgerichtsbeschwerde,  die  mindestens  in 3  Exemplaren einzureichen ist, muss einen Antrag,  die  
Angabe  von  Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten;  der  angefochtene Ent-
scheid und greifbare Beweismittel sind beizulegen.  

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