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**Case Identifier:** d0b68baf-8c0f-5b53-a4a7-c70b32d55d93
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 18.12.2025 SST.2024.293
**Docket/Reference:** SST.2024.293
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-293_2025-12-18.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.293 
(ST.2024.122; StA.2024.2669) 

 

 

Urteil vom 18. Dezember 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin Comiotto 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Baden  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.2001, von Neuenhof, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt André Derendinger,  

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung; Strafzumessung 
 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden erhob am 16. Mai 2024 Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen qualifiziert grober Verletzung der Verkehrsregeln. 

 

2. 

Mit Urteil vom 21. Oktober 2024 sprach der Präsident des Bezirksgerichts 

Baden den Beschuldigten der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrs-

regeln schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 

165 Tagessätzen à Fr. 130.00, Probezeit 2 Jahre, und einer Verbindungs-

busse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 15 Tage Freiheitsstrafe. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 18. Dezember 2024 beantragte die Staatsan-

waltschaft, der Beschuldigte sei statt zu einer bedingten Geldstrafe zu einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, Probezeit 2 Jahre, sowie zu ei-

ner Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 zu verurteilen. 

 

3.2. 

Am 10. Februar 2025 reichte die Staatsanwaltschaft vorgängig zur Beru-

fungsverhandlung eine schriftlichen Berufungsbegründung ein. 

 

3.3. 

Am 3. März 2025 reichte der Beschuldigte eine Berufungsantwort ein und 

beantragte, die Berufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen. 

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung fand am 18. Dezember 2025 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft Baden richtet sich gegen die erstin-

stanzliche Strafzumessung. Sie beantragt eine Freiheitsstrafe anstatt einer 

Geldstrafe. Nicht angefochten und damit gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO 

nicht zu überprüfen ist der vorinstanzliche Schuldspruch. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte hat sich der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrs-

regeln durch besonders krassen Missachtung der zulässigen Höchstge-

schwindigkeit gemäss Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 lit. b SVG schuldig ge-

macht, wofür er angemessen zu bestrafen ist. 

 - 3 - 

 

 

2.2. 

Die Vorinstanz hat für die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung ge-

mäss Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 3ter und Abs. 4 lit. b SVG eine bedingte 

Geldstrafe von 165 Tagessätzen à Fr. 130.00, Probezeit 2 Jahre, sowie 

eine Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 ausgesprochen. 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung eine bedingte Freiheits-

strafe von 12 Monaten anstatt einer bedingten Geldstrafe, Probezeit 

2 Jahre, und eine Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00. 

 

Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der Berufung der Staatsanwalt-

schaft. 

 

2.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

2.4. 

2.4.1. 

Geschütztes Rechtsgut beim Tatbestand der qualifiziert groben Verletzung 

der Verkehrsregeln ist die Verkehrssicherheit sowie Leib und Leben der 

Verkehrsteilnehmer. Art. 90 Abs. 3 SVG setzt keine konkrete Gefährdung 

des Lebens voraus, jedoch eine gegenüber Art. 90 Abs. 2 SVG gesteigerte, 

sozusagen qualifiziert erhöhte abstrakte Gefahr. Der Tatbestand von 

Art. 90 Abs. 3 SVG normiert somit ein abstraktes Gefährdungsdelikt, wobei 

das Gefährdungselement der Intensität und dem Ausmass des Risikos 

nach qualifiziert wird und ein Erfolgseintritt naheliegen muss. 

 

Der Tatbestand der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln ge-

mäss Art. 90 Abs. 3 SVG sieht eine Freiheitsstrafe von einem bis zu vier 

Jahren vor. Ist der Täter innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Tat nicht 

wegen eines Verbrechens oder Vergehens im Strassenverkehr mit ernstli-

cher Gefahr für die Sicherheit anderer, respektive mit Verletzung oder Tö-

tung anderer verurteilt worden, kann er bei Widerhandlungen gemäss 

Art. 90 Abs. 3 SVG mit Freiheitsstrafe bis zu vier Jahren oder Geldstrafe 

bestraft werden (Art. 90 Abs. 3ter SVG). Für die Anwendung von Art. 90 

Abs. 3ter SVG ist über die geforderte Vorstrafenlosigkeit hinaus nicht erfor-

derlich, dass beim Täter besonders günstige Umstände vorliegen 

(BGE 150 IV 481 E. 2.4). Der klare Wortlaut von Art. 90 Abs. 3ter SVG nennt 

einzig Verurteilungen wegen Verbrechen oder Vergehen, die die Anwend-

barkeit dieser Norm ausschliessen. Nach der gesetzlichen Konzeption von 

Art. 90 Abs. 3ter SVG wird der ordentliche Strafrahmen unabhängig davon, 

wo sich die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung durch besonders 

 - 4 - 

 

 

krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zugetragen hat, 

nach unten geöffnet. 

 

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug). 

Die Vorinstanz, wie mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft, erkennen zu 

Recht, dass der Beschuldigte, unabhängig davon, wie lange er seinen Füh-

rerschein im Tatzeitpunkt schon besessen hat, als Ersttäter im Sinne von 

Art. 90 Abs. 3ter SVG gilt (vgl. Untersuchungsakten [UA] act. 42.6 mit den 

Gerichtsakten [GA] Berufungsbegründung vom 10. Februar 2025, Ziff. 1.3. 

auf S. 2; vorinstanzliche Akten [VA] act. 46 ff.). Art. 90 Abs. 3ter SVG ist 

nach dem Ausgeführten somit anwendbar, sodass das Obergericht vorlie-

gend nicht an die Mindeststrafe von Art. 90 Abs. 3 SVG gebunden ist. Es 

ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Anwendbarkeit von Art. 90 Abs. 3ter 

SVG – wie auch bei Strafmilderungsgründen allgemein – nicht dazu führt, 

dass die Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe zwingend zu unter-

schreiten ist. Auch besteht kein Anspruch darauf, als Ersttäter bloss mit 

einer Geldstrafe bestraft zu werden. Das Obergericht hat die Strafe viel-

mehr nach dem Verschulden unter Berücksichtigung des erweiterten Straf-

rahmens festzusetzen (Urteil des Bundesgerichts 6B_929/2024 vom 

10. April 2025 E. 3.4 mit Hinweisen). 

 

2.4.2. 

Der Beschuldigte ist am 22. März 2024 um 17.57 Uhr mit seinem Perso-

nenwagen Mercedes-Benz AMG in 8956 Killwangen auf der Zür-

cherstrasse in Fahrtrichtung Spreitenbach mit einer Geschwindigkeit von 

101 km/h (nach einem Toleranzabzug von 4 km/h) statt der erlaubten 

50 km/h gefahren und hat damit die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 

51 km/h überschritten (UA act. 21 ff.). 

 

Der gefahrenen Geschwindigkeit kommt im Rahmen der Strafzumessung 

bei Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG eine bedeutende Rolle zu, was sich bereits 

daraus ergibt, dass diese von Gesetzes wegen für die Frage des Vorlie-

gens einer qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln entscheidend 

ist. Mit anderen Worten nimmt mit steigender Fahrgeschwindigkeit gemäss 

der Gesetzeskonzeption notwendigerweise auch das (abstrakte) Unfallri-

siko und folglich die Gefährdung des geschützten Rechtsguts zu. Zusätz-

lich risikoerhöhende Umstände können – nebst speziellen Fahrmanövern 

und konkreten Gefährdungen anderer – insbesondere auch die Strassen- 

und Sichtverhältnisse, die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung so-

wie das Verkehrsaufkommen sein (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1358/2017 vom 11. März 2019 E. 3.2 und 5). 

 

Der Beschuldigte hat den Grenzwert von 50 km/h für das Vorliegen einer 

besonders krassen Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ge-

mäss Art. 90 Abs. 4 lit. b SVG mit 1 km/h nur knapp überschritten. Weitere 

risikoerhöhende Umstände sind vorliegend nicht oder nicht in erheblichem 

 - 5 - 

 

 

Ausmass auszumachen. Die Sicht- sowie Wetterverhältnisse waren zur 

Tatzeit gut und die Strassenverhältnisse trocken (UA act. 21 f. und 38). Die 

gemessene Geschwindigkeitsüberschreitung ist auf der Zürcherstrasse in 

Fahrtrichtung Spreitenbach erfolgt. Die dem ortskundigen Beschuldigten 

bekannte Strecke (vgl. Plädoyer des Beschuldigten anlässlich Berufungs-

verhandlung vom 18. Dezember 2025, S. 4; UA act. 37; VA act. 14) zeich-

net sich dadurch aus, dass sie gerade verläuft, übersichtlich ist und über 

einen separaten Fahrradstreifen verfügt (UA act. 24 ff. und 42.9 f.). In Über-

einstimmung zu den Aussagen des Beschuldigen sind auf den aktenkundi-

gen Fotoaufnahmen keine Velofahrer ersichtlich, die zum Tatzeitpunkt hät-

ten gefährdet werden können (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung vom 

18. Dezember 2025, S. 6; UA act. 21 und 24 ff.). Auch wenn auf den Foto-

aufnahmen zu erkennen ist, dass sich dem Beschuldigten ein anderes 

Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn näherte, ist hierbei zu berücksichtigen, 

dass es sich beim betroffenen Strassenabschnitt – wie bereits erwähnt – 

um eine gerade und übersichtliche Strecke handelt, ohne Kurven, Trottoir 

oder Fussgängerstreifen. Aus den Aufnahmen lässt sich erkennen, dass 

beide Lenker auf der rechten Seite ihres Fahrstreifens fahren (die Räder 

beider Fahrzeuge befinden sich nahe an den jeweiligen rechten Fahrrad-

streifen) und zwischen dem Auto des Beschuldigten und dem Mittelstreifen 

ein vergleichsweiser grosser Sicherheitsabstand zu entgegenkommenden 

Fahrzeugen eingehalten werden konnte. Beim fraglichen Streckenab-

schnitt muss sodann berücksichtigt werden, dass die Strecke in Fahrtrich-

tung des Beschuldigten zunehmend breiter wird. Die Fahrbahn wird sodann 

zuerst durch eine Sperrfläche und später durch eine Mauer von der Gegen-

fahrbahn abgetrennt (vgl. UA act. 24 ff. und 42.9 f.). Mit zunehmendem Ab-

stand zum Gegenverkehr lässt die vom Fahrzeug des Beschuldigten aus-

gehende Gefährdung für die anderen Verkehrsteilnehmer als geringer er-

scheinen, weshalb trotz massiver Geschwindigkeitsüberschreitung keine 

zusätzliche qualifiziert erhöhte abstrakte Gefährdung vorliegt. 

 

Die Gefährdung weiterer Verkehrseilnehmer kann anhand der aktenkundi-

gen Fotoaufnahmen, welche nur einen bestimmten Moment aufzeichneten, 

nicht abschliessend beurteilt werden. So kann nicht festgestellt werden, ob 

das stillstehende silberne Fahrzeug, welches auf der Bildaufnahme (vgl. 

UA act. 24) bei der Einmündung von der Steinigstrasse auf die Zür-

cherstrasse zu sehen ist, bereits zu jenem Zeitpunkt dort stand, als sich der 

Beschuldigte vor oder auf dessen Höhe befunden hat und ob der Beschul-

digte bereits zu diesem Zeitpunkt mit einer massiven Geschwindigkeits-

überschreitung unterwegs war. Unter Beizug von Google Street View kann 

festgestellt werden, dass es sich bei der Steinigstrasse um eine Quar-

tierstrasse in einer Tempo-30-Zone handelt. Erst kurz vor der Einmündung 

in die Zürcherstrasse wird diese Tempolimite von 30 km/h aufgehoben, wo-

rauf die Strasse nach einer leichten Rechtskurve in die Zürcherstrasse ein-

mündet. Diese Einmündung ist von der Zürcherstrasse herkommend gut 

einsehbar und allfällige Verkehrsteilnehmer, welche die Tempo-30-Zone 

 - 6 - 

 

 

verlassen und von der Steinigstrasse in die Zürcherstrasse einmünden wol-

len, sind früh erkennbar. Der Beschuldigte bestätigte mehrfach, dass er 

diese Strecke gut kenne (vgl. Plädoyer des Beschuldigten anlässlich Beru-

fungsverhandlung vom 18. Dezember 2025, S. 4; UA act. 37; VA act. 14), 

weshalb er wusste, wo sich diese mögliche Gefahrenquelle befindet und 

deshalb auch gezielt schauen konnte, ob sich diesem gut einsehbaren Be-

reich andere Verkehrsteilnehmer näherten. Der Beschuldigte sagte anläss-

lich der Berufungsverhandlung aus, dass zu jenem Zeitpunkt, als er diese 

Einmündung passiert hat, kein anderer Verkehrsteilnehmer dort gewesen 

sei (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung vom 18. Dezember 2025, S. 6). 

Etwas Gegenteiliges ist nicht erstellt. Mithin ist es einerseits gut möglich, 

dass sich das silberfarbige Fahrzeug, das auf der Bildaufnahme (vgl. UA 

act. 24) bei der Einmündung von der Steinigstrasse auf die Zürcherstrasse 

zu sehen ist, sich noch nicht bei der Einmündung befunden hatte, als der 

Beschuldigte dort vorbeifuhr, andererseits kann auch nicht ausgeschlossen 

werden, dass der Beschuldigte erst nachher mit Blick auf die vor ihm lie-

gende freie Strecke erheblich beschleunigt hatte. Jedenfalls kann unter die-

sen Umständen nicht auf einen zusätzlich risikoerhöhenden Umstand ge-

schlossen werden. 

 

Entgegen der Vorbringen der Staatsanwaltschaft handelt es sich beim vor-

liegenden Strassenabschnitt nicht um ein dicht bebautes Wohn- und Ge-

schäftsquartier mit vielen Einmündungen auf die Zürcherstrasse (vgl. Plä-

doyer der Staatsanwaltschaft anlässlich der Berufungsverhandlung vom 

18. Dezember 2025, S. 2). Weitere Abgleiche der aktenkundigen Bildauf-

nahmen (UA act. 24 und 28) mit jenen aus Google Street View zeigen, dass 

die angrenzenden Häuser, Gebäude und Geschäfte beim betroffenen 

Strassenabschnitt keinen direkten Zugang auf die Zürcherstrasse haben. 

Vielmehr wird das Quartier durch einen Grünstreifen und zusätzlich durch 

einen mit Pflanzen bewachsenen Zaun von der Zürcherstrasse abgetrennt. 

Die Bewohner bzw. Kunden von Geschäftsliegenschaften erreichen das 

Quartier nur über die Einmündung in die Steinigstrasse, weshalb auf die 

mit den konkreten Strassenverhältnissen nicht übereinstimmenden Ausfüh-

rungen der Staatsanwaltschaft nicht abgestellt werden kann. 

 

Im Auto des Beschuldigten sass sodann ein Beifahrer, was jedoch noch 

nicht zu einer zusätzlichen Erhöhung der zur Erfüllung des Tatbestands er-

forderlichen, qualifiziert erhöhten abstrakten Gefahr führt. Von einem zu-

sätzlichen risikoerhöhenden Umstand wäre nur dann auszugehen, wenn 

der Beschuldigte bei seiner massiven Geschwindigkeitsüberschreitung 

durch seinen Beifahrer abgelenkt gewesen wäre, was die von ihm insbe-

sondere bei hohen Geschwindigkeiten abverlangte Aufmerksamkeit unwei-

gerlich reduziert hätte. Eine solche Ablenkung wird dem Beschuldigten in 

der Anklage aber nicht vorgeworfen und ist auch nicht ersichtlich. 

 

 - 7 - 

 

 

Neben der überhöhten Geschwindigkeit lagen bei der punktuell gemesse-

nen massiven Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschuldigten somit 

keine erheblichen risikoerhöhenden Umstände vor bzw. hat sich die Raser-

fahrt in der blossen Geschwindigkeitsüberschreitung erschöpft. Die vom 

Tatbestand geforderte qualifiziert erhöhte abstrakte Gefahr für einen Unfall 

mit Schwerverletzten und Toten wurde somit nicht zusätzlich erhöht. Ins-

besondere wurden keine Personen konkret gefährdet. Insgesamt ist unter 

Berücksichtigung der vom Tatbestand der qualifiziert groben Verkehrsre-

gelverletzung erfassten Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht von einer 

besonders schwerwiegenden Raserfahrt auszugehen. 

 

Dies ändert nichts daran, dass der Beschuldigte hinsichtlich der von ihm 

begangenen besonders krassen Missachtung der ihm bekannten zulässi-

gen Höchstgeschwindigkeit leichtfertig und verantwortungslos gehandelt 

hat. Er kannte die Strecke und für die besagte Missachtung der zulässigen 

Höchstgeschwindigkeit liegen keine plausiblen Gründe vor. Hierzu führte 

der Beschuldigte aus, dass er am besagten Freitag um ca. 18.00 Uhr einen 

Teamkollegen habe abholen wollen, wobei er nicht unbedingt im Stress ge-

wesen oder gezielt zu schnell gefahren sei. Die Strasse sei gerade frei ge-

wesen, weshalb er auf den Verkehr und nicht auf den Tacho geachtet habe 

(VA act. 14; UA act. 35 ff und 42.2 f.). Selbstredend ist bei einer Beschleu-

nigung auf 101 km/h eine bloss fahrlässige Geschwindigkeitsüberschrei-

tung ausgeschlossen. Vielmehr hat er hinsichtlich der Geschwindigkeits-

überschreitung vorsätzlich gehandelt bzw. allfällige Kollisionen oder Unfälle 

zumindest in Kauf genommen, wobei sich das vorsätzliche Handeln als 

Normalfall für sich allein nicht verschuldenserhöhend auswirken kann (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_65/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 2.4). Der Be-

schuldigte hätte die zulässige Höchstgeschwindigkeit jedoch ohne Weite-

res einhalten können, zumal keine dem widersprechende Gründe vorlie-

gen. Mithin hat er hinsichtlich der massiven Geschwindigkeitsüberschrei-

tung über ein sehr hohes Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt, was sich 

verschuldenserhöhend auswirkt (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3).  

 

Insgesamt ist in Bezug auf die qualifiziert grobe Verletzung der Verkehrs-

regeln durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstge-

schwindigkeit von einem noch vergleichsweisen leichten Tatverschulden 

und – in Relation zum Strafrahmen von Geldstrafe (siehe dazu oben) oder 

Freiheitsstrafe bis zu vier Jahren und den davon erfassten qualifiziert gro-

ben Verkehrsregelverletzungen – von einer dem Tatverschulden angemes-

senen (bedingten) Geldstrafe von 180 Tagessätzen sowie einer Verbin-

dungsbusse als in ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion auszugehen. 

 

2.4.3. 

Auch wenn beim Strafmass der Vergleich mit anderen Fällen heikel ist, weil 

die auf das Verschulden ausgerichtete Strafe der vom Gesetzgeber 

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gewollten Individualisierung entspricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_612/2024 vom 18. September 2024 E. 1.6.1, nicht publ. in BGE 151 

IV 8), so zeigt sich doch, dass die Ausfällung einer Geldstrafe in vergleich-

baren Fällen besonders krasser Missachtung der zulässigen Höchstge-

schwindigkeit ohne zusätzliche risikoerhöhende Umstände im Einklang mit 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu stehen scheint (vgl. BGE 150 

IV 481 und BGE 151 IV 88). Hierbei ist nicht entscheidend, dass es sich 

vorliegend – anders als in den zitierten Urteilen des Bundesgerichts – nicht 

um eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf einer Autobahn gehandelt 

hat, denn nach der gesetzlichen Konzeption von Art. 90 Abs. 3ter SVG wird 

der ordentliche Strafrahmen unabhängig davon, wo sich die qualifiziert 

grobe Verkehrsregelverletzung durch besonders krasse Missachtung der 

zulässigen Höchstgeschwindigkeit zugetragen hat, nach unten geöffnet. 

Eine Geldstrafe muss deshalb – wenn es das Verschulden aufgrund des 

Fehlens risikoerhöhender Umstände zulässt – grundsätzlich auch bei Ge-

schwindigkeitsüberschreitungen im Innerortsbereich möglich sein. Im Übri-

gen – und entgegen der Vorbringen der Staatsanwaltschaft (vgl. GA Beru-

fungsbegründung vom 10. Februar 2025, Ziff. 3.3.) – wiegen den Tatbe-

stand der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 

Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 SVG erfüllende Geschwindigkeitsüberschreitungen 

auf Autobahnen aufgrund der generell hohen gefahrenen Geschwindigkei-

ten und den damit einhergehenden Risiken auch nicht per se leichter als 

solche auf Inner- und Ausserortsstrecken. 

 

2.4.4. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug), was sich neutral 

auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Sein Wohlverhalten seit der Tatbegehung 

ist nicht strafmindernd zu berücksichtigen, denn ein solches wird allgemein 

erwartet und vorausgesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_291/2017 

vom 16. Januar 2018 E. 2.2.4). 

 

Beim Beschuldigten ist von einer gewissen Einsicht in sein Fehlverhalten 

auszugehen, was sich unter anderem darin äussert, dass er sich einer ver-

kehrspsychologischen Schulung unterzogen hat (vgl. Protokoll Berufungs-

verhandlung vom 18. Dezember 2025, S. 3). Hierbei bleibt jedoch zu be-

rücksichtigen, dass dies zur Wiedererlangung des Führerausweises vo-

rausgesetzt wird und somit in erster Linie im Eigeninteresse des Beschul-

digten lag. Im Übrigen kann der Beschuldigte aus dem Entzug des Führe-

rausweises ohnehin nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der Ausweisentzug 

ist als administrative Massnahme – auch wenn sie für den Beschuldigten 

als (zusätzliche) Bestrafung empfunden wird – die unmittelbare gesetzliche 

Folge seines strafbaren Verhaltens, die verhängt wird, um die Verkehrssi-

cherheit zu gewährleisten. Als unmittelbare gesetzmässige Folge kann der 

Führerausweis nur bei aussergewöhnlichen Umständen, die hier nicht 

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vorliegen, strafmindernd berücksichtigt werden (vgl. zur Publikation be-

stimmtes Urteil des Bundesgerichts 6B_1218/2023 vom 7. Mai 2025 

E. 5.3.3.3). 

 

Aus den persönlichen Verhältnissen des 24-jährigen Beschuldigten erge-

ben sich keine für die Strafzumessung relevanten Faktoren. Er ist ledig, lebt 

im Elternhaus und hat keine Kinder. Er geht einer Tätigkeit als Glasfaser-

techniker bei der B._____ AG nach. Diese persönlichen Umstände begrün-

den keine erhöhte Strafempfindlichkeit, zumal sich eine solche nur bei aus-

sergewöhnlichen Umständen bejahen lässt, welche vorliegend zu vernei-

nen sind (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 

2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Die Täterkomponente wirkt sich insgesamt neutral auf die Strafe aus. 

 

2.4.5. 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung der Tat- und Täterkomponenten eine 

Geldstrafe von 180 Tagessätze sowie einer Verbindungsbusse (siehe 

nachstehend) als in ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion auszugehen. 

 

2.5. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 

StGB). 

 

Ausgehend von einem aktuellen monatlichen Einkommen in der Höhe von 

gerundet Fr. 4'700.00 (inkl. 13. Monatslohn; siehe Protokoll der Berufungs-

verhandlung vom 18. Dezember 2025, S. 4), einem allgemeinen Abzug in 

der Höhe von 20 % für die Krankenkasse, Steuern und notwendigen Be-

rufsauslagen und einem weiteren Abzug von 15 % wegen der hohen An-

zahl Tagessätze (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6.5.2), ergibt sich ein Tagessatz 

von gerundet Fr. 110.00. 

 

2.6. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn 

eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 

StGB). Schiebt das Gericht den Vollzug der Geldstrafe auf, so legt es eine 

Probezeit von zwei bis fünf Jahren fest (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

 

Die Geldstrafe ist vorliegend bedingt auszusprechen. Dem Beschuldigten, 

der nicht vorbestraft ist (vgl. aktueller Strafregisterauszug), ist weder eine 

eigentliche Schlechtprognose zu stellen, noch ergeben sich ganz erhebli-

che Bedenken an seiner Legalbewährung im Sinne einer höchst ungewis-

sen Prognose, der einen unbedingten Vollzug der Geldstrafe notwendig 

machen würde. Ihm ist somit der bedingte Strafvollzug zu gewähren 

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(Art. 42 Abs. 1 StGB) und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen (Art. 44 

Abs. 1 StGB). 

 

2.7. 

Eine bedingt ausgesprochene Strafe kann mit einer Busse verbunden wer-

den (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der bedingt aus-

gesprochenen Geldstrafe mit einer Busse angezeigt, um dem Beschuldig-

ten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen seines Han-

delns deutlich vor Augen zu führen. Zudem soll er gegenüber einem Täter, 

der sich bloss wegen einer Übertretung (hier: Geschwindigkeitsüberschrei-

tung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG) zu verantworten hat und dafür mit einer 

Busse bestraft wird, nicht bessergestellt werden (sog. Schnittstellenproble-

matik). 

 

Unter Berücksichtigung der Denkzettelfunktion, der untergeordneten Be-

deutung der Verbindungsbusse, der wirtschaftlichen Verhältnisse und des 

Verschuldens des Beschuldigten erscheint die von der Vorinstanz ausge-

sprochene Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 als angemessen (vgl. 

BGE 149 IV 321; BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). Hinzuweisen ist darauf, dass 

die Vorinstanz die Verbindungsbusse von der Geldstrafe in Abzug gebracht 

hat. Da Busse und Geldstrafe keine gleichartigen Strafen im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 StGB sind (BGE 144 IV 217 E. 2.3.1) und somit mangels 

Gleichartigkeit zahlenmässig nicht als eine rechnerische Einheit ausgewie-

sen werden können, ist die Vorinstanz jedoch nicht korrekt vorgegangen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_756/2018 vom 15. November 2018 

E. 2.4). Mithin ist vorliegend eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen sowie 

eine Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 als in ihrer Gesamtheit angemes-

sene Sanktion auszusprechen. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse ist gestützt auf Art. 106 Abs. 2 und Abs. 3 StGB, ausgehend vom als 

Umrechnungsschlüssel zu verwendenden Tagessatz von Fr. 110.00 

(BGE 134 IV 60 E. 7.3.3), auf 19 Tage festzusetzen. 

 

2.8. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe von 

180 Tagessätzen à Fr. 110.00, d.h. Fr. 19'800.00, Probezeit 2 Jahre, sowie 

einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 19 Tage Freiheits-

strafe, zu verurteilen. 

 

3. 

3.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gutge-

 - 11 - 

 

 

heissen wurden (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_83/2025 vom 

12. Dezember 2025 E. 3.1.2). 

 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft hat zur Folge, dass die Geldstrafe um 

15 Tagessätze sowie die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall, dass die Verbin-

dungsbusse schuldhaft nicht bezahlt wird, um 4 Tage erhöht wird. Es han-

delt sich dabei jedoch um vergleichsweise untergeordnete Punkte, auf die 

keine Mehrkosten entfallen sind. Im Übrigen ist die Berufung der Staatsan-

waltschaft, welche statt einer Geldstrafe eine Freiheitsstrafe beantragt 

hatte, abzuweisen, weshalb die obergerichtlichen Verfahrenskosten voll-

umfänglich auf die Staatskasse zu nehmen sind. 

 

3.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren 

gestützt auf die von ihm anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichte 

Kostennote, angepasst an die effektive Dauer der Berufungsverhandlung, 

mit gerundet Fr. 2'500.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

3.3. 

Nachdem das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich des Schuldpunkts nicht an-

gefochten wurde und der Beschuldigte im erstinstanzlichen Verfahren 

schuldig gesprochen worden ist, ist die vorinstanzliche Kostenverlegung 

nach wie vor korrekt (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). Die erst-

instanzlichen Verfahrenskosten sind ihm demnach vollumfänglich aufzuer-

legen. 

 

3.4. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zugespro-

chene Entschädigung ist nicht angefochten worden, weshalb im Berufungs-

verfahren nicht mehr darauf zurückzukommen ist (Urteil des Bundesge-

richts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). Diese Entschädigung ist vom 

Beschuldigten zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-

nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

4. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

 

  

 - 12 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung ge-

mäss Art. 90 Abs. 3 und 4 lit. b SVG schuldig. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 102 Abs. 1 SVG, Art. 47 

StGB, Art. 90 Abs. 3ter SVG, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, 

Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Gelstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 110.00, d.h. 

Fr. 19'800.00, Probezeit 2 Jahre, 

 

und zu einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 19 Tage 

Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 2'500.00 auszurichten. 

 

4. 

4.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'210.00 (inkl. Anklagege-

bühr von Fr. 950.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

4.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung er-

folgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 4'370.35 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückverlangt, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

 

  

 - 13 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB)  

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu be-

zahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Pro-

bezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gerich grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweize-

rische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerd-

elegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 

  

 - 14 - 

 

 

   

Aarau, 18. Dezember 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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