# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9139a817-132e-56e2-be95-205889b80473
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 04.11.2021 IV 2020/54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-54_2021-11-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/54

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.03.2022

Entscheiddatum: 04.11.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2021
Art. 28 ff. IVG und Art. 61 ATSG; Beweiswert des Administrativgutachtens. 
Berechnung des Invaliditätsgrades. Abstellen auf einen früher, noch vor der 
gesundheitsbedingten Reduktion des Pensums erzielten Lohn, wenn 
überwiegend wahrscheinlich ist, dass die versicherte Person im 
Gesundheitsfall weiterhin einen solchen Lohn erzielt hätte (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2021, IV 
2020/54).

Entscheid vom 4. November 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), 

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck und Karin Huber-Studerus; 

Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2020/54

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Silvana Ebneter, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte 

und Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 2010 erstmals zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 3). Nachdem sie ab dem 1. September 2010 wieder 

100 % arbeitete, wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Mitteilung vom 

20. Oktober 2010 ab (vgl. IV-act. 16 f.).

A.a. 

Im Januar 2015 meldete die Versicherte sich wieder zum Leistungsbezug an und 

machte als gesundheitliche Beeinträchtigung Rheuma (rheumatoide Arthritis) geltend 

(IV-act. 20; vgl. auch IV-act. 30-3). Da sie ab dem 1. Mai 2015 die Arbeit bei der 

bisherigen Arbeitgeberin in einer besser angepassten Tätigkeit wieder zu 80 % 

aufnahm, wurde das Leistungsbegehren mit Mitteilung vom 8. Mai 2015 erneut 

abgewiesen (vgl. IV-act. 38-3 f. und 38).

A.b. 

Im Juni 2017 wurde die Versicherte durch die Arbeitgeberin wegen Rheumaleiden 

und Knieproblemen zur Früherfassung gemeldet (IV-act. 41). Am 16. August 2017 

meldete sie sich deswegen zum Leistungsbezug an (IV-act. 47). Die Arbeitgeberin 

kündigte ihr per 30. April 2018 (vgl. IV-act. 109-5).

A.c. 

Mit Mitteilung vom 23. April 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Zur 

Begründung führte sie aus, die Versicherte fühle sich nicht in der Lage, an beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Gemäss medizinischen Abklärungen 

bestehe ab Mai 2018 eine dem bisherigen 80%-Arbeitspensum entsprechende 

A.d. 

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Arbeitsfähigkeit (IV-act. 117). Am 21. Juni 2018 teilte die Versicherte mit, dass sie mit 

diesem Entscheid nicht einverstanden sei (IV-act. 121).

Vom 8. August bis 11. September 2018 war die Versicherte in stationärer 

Behandlung in der Klinik B.___ (vgl. IV-act. 132 und 143; Kurzaustrittsbericht vom 

10. September 2018 und Austrittsbericht vom 24. Oktober 2018). Ab dem 5. November 

2018 absolvierte die Beschwerdeführerin ein Einsatzprogramm der 

Arbeitslosenversicherung bei C.___. Dieses wurde per 12. Dezember 2018 

abgebrochen, da die Versicherte keine genügende Leistung erzielte (vgl. IV-act. 154 

und 161). Mit Mitteilung vom 3. Januar 2019 wies die IV-Stelle berufliche Massnahmen 

erneut ab (IV-act. 162).

A.e. 

Am 9. Juli 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie eine 

polydisziplinäre Begutachtung für erforderlich halte. Mit der Begutachtung wurde die 

SMAB AG St. Gallen Swiss Medical Assessment- and Business Center beauftragt (IV-

act. 180, 183 und 186).

A.f. 

Mit Gutachten vom 12. November 2019 stellten die SMAB-Gutachter folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Rheumafaktor positive, CCP-AK 

negative, rheumatoide Arthritis, ED 2013, geringgradige ISG-Arthrose rechts, 

fortgeschrittene Osteochondrose mit vollständig aufgebrauchtem Gelenkspalt rechts 

paramedian L2/3, progrediente Diskushernie LWK3/4 mit Einengung Neuroforamen L3 

rechts mehr als links mit Kontakt zur Nervenwurzel L3 rechts, kleinvolumige 

Diskushernie LWK1/2, 2/3, 4/5 ohne Neurokompression, Laterolisthesis L2 um 6 mm, 

geringer auch L3, Facettengelenksarthrose L4/5 links, geringgradige Verschmälerung 

der DIP und PIP der Hände bds., ausgeprägte Deformierung und Defektzone MTP III 

links mit hochgradig verschmälertem Gelenkspalt und leichten osteophytären 

Ausziehungen, DD Normvariante, postentzündlich, Epicondylopathie hum. ulnaris und 

hum. radialis rechts, Chondropathie Grad 3 am Patellafirst rechts. Als Diagnose ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie unter anderem eine rezidivierende 

depressive Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F33.9; IV-act. 194-8 f.). In der 

angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 55 % arbeitsfähig. In einer 

adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (IV-act. 194-11 f.). 

Geeignet sei eine überwiegend sachorientierte, gut strukturierte, regelmässige, kognitiv 

A.g. 

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B.  

einfache Tätigkeit ohne besonderen Zeitdruck und ohne erhöhte Anforderungen an die 

emotionale Belastbarkeit. Vor dem Hintergrund der psychogenen 

Schmerzüberlagerung solle es sich um eine körperlich möglichst wenig belastende 

Tätigkeit handeln. Vor dem Hintergrund des ADHS seien Tätigkeiten, die eine hohe 

Anforderung an die geteilte Aufmerksamkeit (Multitasking) stellten, nicht geeignet. In 

körperlicher Hinsicht sei eine leichte, eher wenig manuelle, wechselbelastende Tätigkeit 

zumutbar. Das Gewichtslimit betrage 10 kg ohne monoton-repetitive 

Gelenksbelastungen. Nässe, Kälte und ausgeprägte Temperaturschwankungen seien 

nicht zumutbar. Seltenes in die Hocke Gehen, Bücken, Treppensteigen oder Besteigen 

von Leitern seien zumutbar. Nicht zumutbar sei langandauerndes Arbeiten in 

Wirbelsäulenzwangshaltungen bzw. in ergonomisch ungünstiger Haltung. Bei längerer 

Zeitpräsenz solle die Möglichkeit zu kurzen Pausen gegeben sein zur Einnahme von 

Entlastungsstellungen und Durchführung von Entspannungsübungen (IV-act. 194-10).

Nach durchgeführtem Vorbescheid- sowie Einwandverfahren (IV-act. 198 ff.) wies 

die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 5. Februar 2020 gestützt auf 

die im SMAB-Gutachten ermittelte 100%ige Arbeitsfähigkeit und den errechneten 

Invaliditätsgrad von 2 % ab (IV-act. 208).

A.h. 

Gegen diese Verfügung erhebt A.___, vertreten durch Rechtsanwältin Silvana 

Ebneter, am 5. März 2020 Beschwerde. Sie beantragt, die Verfügung vom 5. Februar 

2020 sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. 

Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ihr sei 

die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung durch die Unterzeichnende 

zu gewähren. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer 

zulasten der Beschwerdegegnerin. Angesichts der Feststellungen im SMAB-Gutachten 

sei die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar. Es sei auf die von den 

Behandlern attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 bis 100 % abzustellen. Werde wider 

Erwarten auf das SMAB-Gutachten abgestellt, sei angesichts der unterschiedlichen 

Einschätzungen betreffend Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht die 

funktionelle Leistungsfähigkeit evaluieren (EFL) zu lassen. Für die Bestimmung des 

Valideneinkommens sei auf das Jahr 2014 abzustellen. Sollte wider Erwarten von einer 

B.a. 

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Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, so rechtfertige sich ein Tabellenlohnabzug von 

20 % (act. G1).

Mit Beschwerdeantwort vom 14. April 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie bringt im Wesentlichen vor, auf das beweiskräftige 

SMAB-Gutachten sei abzustellen. Da die Beschwerdeführerin bereits ab Oktober 2014 

teilweise arbeitsunfähig geworden sei, komme das Einkommen des Jahres 2013, in 

welchem sie keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit verzeichnet habe, dem 

Einkommen im Gesundheitsfall am nächsten. Auf Seiten des Invalideneinkommens 

rechtfertige sich kein Tabellenlohnabzug. Der Invaliditätsgrad betrage somit 6 %, 

womit die Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch habe (act. G5).

B.b. 

Am 4. Mai 2020 bewilligt die Verfahrensleitung das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung; act. G6).

B.c. 

Mit Replik vom 10. Juni 2020 führt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, 

sie leide aktenkundig an einer rezidivierenden depressiven Störung schwankenden 

Ausmasses. Die abweichende psychiatrische Diagnose des SMAB-Gutachters sei nicht 

plausibel und nicht nachvollziehbar begründet. Ihr Verhalten, ihre Angaben und die 

Vorakten seien konsistent gewesen, wie der psychiatrische Gutachter festgestellt habe. 

Angesichts der geklagten Beschwerden und Einschränkungen sei die Attestierung einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht nachvollziehbar. Das 

psychiatrische Teilgutachten erlaube keine schlüssige Beurteilung im Lichte aller 

massgeblichen Indikatoren. Folglich würden keine beweiskräftigen medizinischen 

Angaben vorliegen, die eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erlauben 

würden. Trotz Arbeitsunfähigkeit ab Oktober 2014 habe die Beschwerdeführerin im 

Jahr 2014 mehr verdient als im Jahr 2013. Es sei daher auf das Einkommen im Jahr 

2014 abzustellen, da es dem Einkommen im Gesundheitsfall am nächsten komme 

(act. G11).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G13).B.e. 

Am 15. Juli 2020 reicht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine 

Honorarnote über Fr. 4'681.95 ein und macht geltend, angesichts der langen 

B.f. 

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Erwägungen

1.  

Krankheitsgeschichte und des grossen Aktenumfangs inkl. mehrerer Gutachten 

resultiere ein überdurchschnittlicher Aufwand (act. G15).

Auf die einzelnen Kritikpunkte der Beschwerdeführerin und die Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

B.g. 

Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

1.3. 

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2.  

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

1.4. 

Die urteilenden Instanzen haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auf von Versicherungsträgern im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte, den Anforderungen der Rechtsprechung 

entsprechende Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) 

ist abzustellen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 466 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts vom 

15. Juli 2020, 8C_335/2020, E. 4.1, und vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

1.5. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.6. 

Streitgegenstand bilden die Beweistauglichkeit des SMAB-Gutachtens (E. 2 bis 

E. 5 nachfolgend) und der Einkommensvergleich (E. 6 bis E. 9 nachfolgend).

2.1. 

Die Beschwerdeführerin bringt vor, angesichts der Feststellungen im SMAB-

Gutachten sei die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar. Die 

2.2. 

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behandelnden Ärzte Dr. med. D.___ und Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, würden ihr eine 

Restarbeitsfähigkeit von 0 % bzw. 50 % attestieren. Darauf sei abzustellen (act. G1, 

S. 9). Diesbezüglich ist vorab anzumerken, dass im Kurzaustrittsbericht Spital F.___, 

Rheumatologie, Klinik G.___, vom 4. Dezember 2019, zur Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit vorerst ein 50%-Pensum, bei positivem Verlauf eine schrittweise 

Steigerung des Pensums nach sechs Wochen empfohlen wurde (vgl. IV-act. 202-5). 

Demnach gingen diese Behandler nicht davon aus, bei der Beschwerdeführerin liege 

eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 50 % oder mehr vor.

Das Bundesgericht erachtet es als Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen, sodass ihre Berichte deshalb zurückhaltend zu werten sind 

(vgl. hierzu etwa BGE 125 V 351 E. 3b/cc oder BGE 135 V 465 E. 4.5). Dasselbe hat 

auch für Spezialärzte zu gelten, die einen Patienten über einen längeren Zeitraum 

regelmässig behandeln (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Mai 2006, I 854/05, E. 3.3.1 

mit Hinweis). Dabei handelt es sich um eine Richtlinie, die als solche mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) vereinbar ist. Bei der 

Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden 

Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte 

behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine 

Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von 

vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und 

umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse 

hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 

Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 

anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich 

eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und 

nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die 

im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des 

Bundesgerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2, und vom 17. Februar 2021, 

8C_783/2020, E. 5.2, je mit Hinweisen). Zudem ist auch dem Umstand, dass die 

ärztliche Beurteilung von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenszüge 

trägt, Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Januar 2019, 

9C_804/2018, E. 2.2 mit Hinweisen).

2.3. 

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Nachfolgend wird daher geprüft, ob die behandelnden Ärzte wesentliche Aspekte 

benannt haben, welche im Rahmen der Begutachtung nicht gewürdigt wurden. In 

erster Linie werden die Angaben von Dr. D.___ gemäss seinem Bericht vom 10. Januar 

2020 (IV-act. 202-1) erörtert, auf welche die Beschwerdeführerin in der Beschwerde 

ausdrücklich verweist (vgl. act. G1, S. 9).

2.4. 

 Dr. D.___ brachte vor, im Mittelpunkt der Beschwerden würde eine rheumatoide 

Arthritis stehen. Die rheumatologische Gutachterin stellte bei ihrer klinischen 

Untersuchung jedoch keine Hinweise auf Gelenksergüsse oder Synovitiden als 

Ausdruck einer entzündlichen Aktivität fest. An der Diagnose rheumatoide Arthritis sei 

nicht zu zweifeln, die Entzündung sei aber zurzeit gut unter Kontrolle. Die von der 

Beschwerdeführerin beschriebenen Schmerzen hätten keinen entzündlichen Charakter. 

Laborchemisch zeige sich keine humorale Aktivität (IV-act. 194-7). Auch im 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG), Klinik für Rheumatologie, wurden sowohl im Januar 

2016 als auch im Oktober 2016 keine geschwollenen Gelenke und keine entzündliche 

oder postentzündliche Veränderung bzw. Erosionen festgestellt. Es fiel eine wiederholte 

Diskrepanz zwischen als schmerzhaft eingestuften, jedoch nicht geschwollenen 

Gelenken auf. Die Beschwerdeführerin beurteilte ihren Krankheitsverlauf zudem 

regelmässig deutlich gravierender als die Ärzteschaft des KSSG (vgl. IV-act. 76, 

act. G5.2/6-10 f. und act. G5.2/6-23). Die Aussage von Dr. D.___, wonach eine 

rheumatoide Arthritis im Mittelpunkt der Beschwerden der Beschwerdeführerin stehe, 

ist somit mit Blick auf die Vorakten zu relativieren.

2.4.1. 

Dr. D.___ argumentierte, der jahrelange Einsatz systemischer Steroide habe zu 

einer steroidinduzierten Myopathie geführt, welche zu Schmerzen im gesamten 

Achsenskelett und der Extremitätenmuskulatur geführt habe. Aus dem SMAB-

Gutachten oder den Vorakten, namentlich auch aus dem vom 

Krankentaggeldversicherer der letzten Arbeitgeberin in Auftrag gegebenen 

bidisziplinären PMEDA-Gutachten vom 21. Februar 2018 (act. G5.2/8 und G5.2/10), 

kann indes keine entsprechende Diagnose entnommen werden. Insbesondere das 

KSSG diagnostizierte keine Myopathie (vgl. etwa act. G5.2/6-23) und sah nicht einen 

entzündlichen Schmerz im Vordergrund (vgl. etwa act. G5.2/6-26 ff.). Soweit ersichtlich 

ergeben sich auch aus den übrigen Vorakten keine Hinweise für das Vorliegen einer 

Muskelschwäche oder für auf eine Myopathie zurückzuführende Schmerzen.

2.4.2. 

Dr. D.___ bezog in seinem Bericht vom 10. Januar 2020 die Komorbiditäten und 

die kognitive Verfassung der Beschwerdeführerin (geltend gemacht werden 

Ermüdbarkeit sowie verringerte Konzentrations-, Merk- und Leistungsfähigkeit) 

2.4.3. 

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3.  

fachfremd mit ein. Demgegenüber erfolgte die SMAB-Begutachtung konsensuell durch 

vier Fachdisziplinen. Im SMAB-Gutachten wurde die kognitive Verfassung der 

Beschwerdeführerin von den Gutachtern geprüft. Beispielsweise gab die 

Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Nebendiagnose ADHS an, sie könne 

sich mit Ritalin gut konzentrieren (vgl. IV-act. 194-9 und 194-30). Der psychiatrische 

Gutachter hielt fest, die Auffassung sei nicht erschwert und die Konzentration nicht 

auffallend beeinträchtigt. Die Beschwerdeführerin habe dem Untersuchungsgespräch 

aufmerksam folgen und auch rasche Themenwechsel problemlos bewältigen können 

(IV-act. 194-33). Zwar äusserte die Beschwerdeführerin auch anlässlich der 

Begutachtung, sie sei morgens müde und unausgeschlafen, tagsüber auch eher müde 

(IV-act. 194-74), eine erhöhte Ermüdbarkeit wurde jedoch im Rahmen der 

Begutachtung nicht objektiviert.

Dr. D.___ brachte schliesslich vor, es habe sich ein chronisches lumboradikuläres 

Reizsyndrom L3 rechts mit konsekutiver Überlastung der unteren 

Facettengelenkssegmente entwickelt. Diese Diagnose wurde von den SMAB-

Gutachtern nicht gestellt. Die neurologische Gutachterin hielt vielmehr fest, es hätten 

sich keine Hinweise für eine Radikulopathie oder andersartige Nervenschädigungen 

ergeben (IV-act. 194-66).

2.4.4. 

Mit dem RAD ist überdies festzustellen, dass Dr. D.___ einen körperlichen 

Untersuchungsbefund mit Dokumentation aktueller oder bleibender rheumatologischer 

Untersuchungsbefunde nicht vorlegte. Er zog intermittierende Entzündungen und die 

langsame Progression der Erkrankung zur Begründung der dauerhaften 

vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit heran. Neue medizinische Sachverhalte enthielt 

sein Bericht hingegen nicht. Demgegenüber stützte sich die SMAB-Begutachtung auf 

eine ausführliche Exploration mit Befunderhebung sowie auf die Vorakten (vgl. IV-

act. 206-2 f., RAD-Stellungnahme von Dr. med. H.___, Fachärztin für Allgemeine Innere 

Medizin, vom 5. Februar 2020). Die Ausführungen Dr. D.___s wecken nach dem 

Gesagten keine ernstlichen Zweifel an den Ergebnissen des SMAB-Gutachten.

2.4.5. 

Die Beschwerdeführerin räumt ein, es möge sein, dass gewisse Werte sich 

verbessert hätten. Sie führt eine allfällige Verbesserung jedoch darauf zurück, dass sie 

seit zwei Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehe und ihre Gelenke weniger 

Belastung ausgesetzt gewesen seien. Sobald sie eine Arbeit ausführe, würden sich die 

Schmerzen drastisch verschlimmern, was konkrete Arbeitsversuche in den Jahren 

2018 und 2019 aufgezeigt hätten (act. G1, S. 9).

3.1. 

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An Arbeitsversuchen sind lediglich die Arbeitsplatzerhaltung bei der letzten 

Arbeitgeberin sowie das Einsatzprogramm der C.___ 2018 aus den Akten ersichtlich. 

Bei beiden handelte es sich nicht um ideal adaptierte Tätigkeiten (vgl. zur 

angestammten Tätigkeit IV-act. 194-11). Bei der letzten Arbeitgeberin war eine 

weitergehende Adaption der Arbeitsstelle nicht möglich (vgl. etwa IV-act. 109-5). Bei 

der C.___ war die Arbeit grösstenteils feinmotorisch und wenig wechselbelastend 

ausgerichtet. Dies war aufgrund der Gesundheitseinschränkungen der 

Beschwerdeführerin nicht optimal (vgl. etwa IV-act. 152-2, 158-3 und 194-10 f.), wie sie 

selbst auch in der Beschwerde ausführt (act. G1, S. 6). Dementsprechend kann aus 

diesen Arbeitsversuchen nicht geschlossen werden, bei der Beschwerdeführerin käme 

es bei der Aufnahme einer leidensangepassten Arbeitstätigkeit zu einer erheblichen 

Verschlechterung ihres Gesundheitszustands.

3.2. 

Betreffend Schmerzerleben ist zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Einschränkungen gravierender einschätzt als einige ihrer Behandler und die Gutachter. 

Beispielsweise erachtete sie sich im Januar 2018 als vollständig arbeitsunfähig, 

während das KSSG und Dr. E.___ ihr eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bzw. 50 % 

attestierten, und sie fühlte sich von der Beschwerdegegnerin genötigt, trotz Schmerzen 

eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. IV-act. 109-4 f.). Auf die Diskrepanz zwischen als 

schmerzhaft wahrgenommenen und geschwollenen Gelenken bzw. zwischen der 

ärztlichen und der Selbsteinschätzung der Krankheitsaktivität wurde bereits 

hingewiesen (siehe E. 2.4.1 vorstehend).

3.3. 

Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der rheumatologischen SMAB-

Begutachtung an, wenn sie länger sitzen und stehen müsse, bekomme sie 

Rückenschmerzen bis VAS 10. Im Bereich des rechten Armes bestünden dauerhafte 

Schmerzen mit VAS 8 bis 9, manchmal auch bis VAS 10. In der rechten Hand sei ein 

konstanter Schmerz von VAS 9 vorhanden. Selten habe sie im rechten Oberschenkel 

bis zum Knie Schmerzen, bis VAS 8. Im Bereich der mittleren BWS und lumbal gab sie 

einen Rüttelschmerz von VAS 8 an (IV-act. 194-44 und 194-49). Die Gutachter stellten 

gar keine Beeinträchtigung durch Schmerzen und insbesondere kein dem 

angegebenen hohen Schmerzgrad entsprechendes Verhalten anlässlich der 

Exploration fest (vgl. für die rheumatologische Begutachtung IV-act. 194-48; für die 

psychiatrische und neurologische Begutachtung IV-act. 194-11, 194-34, 194-65). 

Dementsprechend kam die rheumatologische Gutachterin nachvollziehbar zum 

Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig sei (IV-act. 194-58).

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/21

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4.  

Daran ändert nichts, dass die SMAB-Gutachter der Beschwerdeführerin (mit 

Ausnahme der neurologischen Gutachterin) ein grundsätzlich konsistentes Verhalten 

attestierten und keine Anzeichen für Aggravation, Selbstlimitation oder Simulation 

feststellten, denn diese Äusserungen bezogen sich auf das Verhalten anlässlich der 

Begutachtung (vgl. IV-act. 194-10 f.).

3.5. 

Den Gutachtern war nach dem Gesagten bekannt, dass die Arbeitsplatzerhaltung 

und der Arbeitsversuch bei der C.___ gescheitert waren und dass die 

Beschwerdeführerin ihre Schmerzen als sehr gravierend und unter Belastung 

zunehmend einstuft. Deshalb wurde im SMAB-Gutachten auch festgehalten, die von ihr 

beschriebenen Schmerzen hätten keinen entzündlichen Charakter. Sie beklage 

belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen (IV-act. 194-7). Ihrem 

Schmerzerleben wurde durch ein ausführliches Zumutbarkeitsprofil Rechnung 

getragen, wobei explizit darauf hingewiesen wurde, vor dem Hintergrund der 

psychogenen Schmerzüberlagerung solle die adaptierte Tätigkeit körperlich möglichst 

wenig belastend sein (vgl. IV-act. 194-10). Das rheumatologische Teilgutachten ist 

damit nachvollziehbar und einleuchtend.

3.6. 

Die Beschwerdeführerin beantragt, angesichts der auseinanderklaffenden 

Beurteilungen der rheumatologischen Facharztpersonen sei eine EFL vorzunehmen 

(act. G1, S. 10).

4.1. 

Die ärztliche Beurteilung weist notgedrungen eine hohe Variabilität auf und trägt 

von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenszüge (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 9C_18/2020, E. 4.1 in fine mit Hinweis). Eine EFL ist 

bei zuverlässiger ärztlicher Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der Regel nicht 

notwendig. Ausnahmsweise kann eine EFL erforderlich sein, wenn mehrere involvierte 

Ärzte diese angesichts eines multiplen und schwierig einzuschätzenden 

Krankheitsbildes ausdrücklich befürworten (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Oktober 

2018, 9C_433/2018, E. 4.2).

4.2. 

Vorliegend empfahl Dr. D.___ zur exakten Bestimmung der Leistungsfähigkeit "eine 

detaillierte Untersuchung (z.B. EFL)" (IV-act. 172-2). Es handelte sich also lediglich um 

eine nicht weiter begründete Empfehlung, wobei die EFL als Beispiel aufgeführt wurde. 

Die rheumatologische Gutachterin nahm tatsächlich eine umfassende Untersuchung 

vor, womit sie der Empfehlung Dr. D.___s ("detaillierte Untersuchung") nachkam. Sie 

überprüfte dabei unter anderem die Beweglichkeit und Schmerzhaftigkeit der 

Bewegungen von Wirbelsäule, Rumpf, Schultergürtel, Becken und Extremitäten (vgl. 

4.3. 

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5.  

IV-act. 194-48 ff.). Im Übrigen fand bereits anlässlich der PMEDA-Begutachtung vom 

21. Februar 2018 eine ausführliche klinische Untersuchung des Rückens, Beckens und 

der Extremitäten statt. Eine EFL wurde auch anlässlich jener Begutachtung 

offensichtlich nicht als notwendig erachtet (vgl. act. G5.2/10-18 ff.). Eine EFL war somit 

im Rahmen der SMAB-Begutachtung nicht erforderlich. Im Übrigen sind EFL bezüglich 

zumutbarer Belastbarkeit nur bei guter Leistungsbereitschaft zuverlässig (Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. November 2009, 9C_512/2009, E. 5.3). Nachdem die 

Beschwerdeführerin unter anderem gestützt auf die Einschätzung von Dr. D.___ davon 

ausgeht, gar nicht arbeiten zu könne und sich keine berufliche Tätigkeit vorstellen kann 

(vgl. z. B. IV-act. 194-64, Angabe anlässlich der neurologischen Begutachtung), wären 

von einer EFL keine verwertbaren Ergebnisse zu erwarten.

Die Beschwerdeführerin zitiert ausführlich sowohl ihren behandelnden Psychiater 

Dr. E.___ als auch das SMAB-Gutachten. Sie macht geltend, gemäss Dr. E.___ gehe es 

nicht an, die depressive Störung als "nicht näher bezeichnet" zu klassifizieren. Die 

Gutachter hätten dem schwankenden Verlauf dieser Erkrankung zu wenig Rechnung 

getragen. Eine fundierte Auseinandersetzung mit der Schmerzproblematik und den 

damit verbundenen erheblichen Auswirkungen im Alltag würden fehlen. Der 

psychiatrische Gutachter habe einen stabilen familiären Hintergrund bei der 

Beschwerdeführerin gesehen und dabei verkannt, dass die familiäre Situation durch 

[…] stark belastet sei (act. G11, S. 2 f.). Entgegen dem SMAB-Gutachten und mit 

Dr. E.___ sei von einer mittelgradigen depressiven Störung, differenzialdiagnostisch 

von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder von einer Komorbidität und 

von einer aus psychiatrischer Sicht um 50 % reduzierten Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen (act. G1, S. 10 f.).

5.1. 

Dr. E.___ ging in seinem Schreiben vom 7. Januar 2019 davon aus, die depressive 

Störung sei "nicht mehr bezeichnet" (vgl. IV-act. 202-6), was nicht zutrifft. Der 

psychiatrische Gutachter hat die Diagnose einer depressiven Störung gestellt und 

diese dann als "nicht näher bezeichnet" eingestuft (IV-act. 194-9). Dr. E.___ führte aus, 

seines Erachtens sollten die Beschwerden der Beschwerdeführerin gewürdigt und 

unter einer mittelgradigen depressiven Störung subsumiert werden. 

Differenzialdiagnostisch käme dann doch eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung in Betracht. Zusammenfassend halte er an seinen Diagnosen einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode und 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren fest. Diese 

5.2. 

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Diagnosen würden zu funktionellen Einschränkungen führen, welche auch in einer 

adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % begründe (IV-act. 202-7).

Zwischen dem behandelnden und dem begutachtenden Psychiater besteht 

insofern Einigkeit, als beide der Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive 

Störung (F33 ICD-10) attestieren. Uneinigkeit besteht lediglich darüber, in welchem 

Grad diese depressive Störung zuletzt vorlag, ob zusätzlich zur depressiven 

Erkrankung ein somatisches Syndrom bzw. eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren zu diagnostizieren ist und inwiefern sich die 

psychische Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt (vgl. IV-

act. 173-3 und 194-9).

5.3. 

Der psychiatrische SMAB-Gutachter hat sich eingehend mit den Vorakten, 

namentlich der Einschätzung des Behandlers sowie der Klinik B.___ 

auseinandergesetzt und diese wie auch seine eigenen Untersuchungsbefunde in seine 

Einschätzung einbezogen. Er hielt insbesondere fest, stimmungsmässig sei es der 

Beschwerdeführerin nach dem Klinikaufenthalt in B.___ nach eigenen Angaben besser 

gegangen (IV-act. 194-30). Eine mittelgradige depressive Episode habe zum 

Austrittszeitpunkt offensichtlich nicht mehr vorgelegen. Die Beschwerdeführerin wirke 

bei erheblicher Alltagsaktivität (vgl. hierzu IV-act. 194-31, 194-46 und 194-55) nicht 

depressiv und im Antrieb nicht gemindert. Ein Teil der von ihr angegebenen 

Beschwerden liessen sich von rheumatologischer Seite nicht objektivieren, sodass von 

einer zusätzlichen psychogenen Überlagerung, welche bei Depressionen durchaus 

häufig vorkomme, auszugehen sei. Bei depressiver Stimmungslage würden Schmerzen 

stärker empfunden, als dies somatisch nachvollziehbar sei. Derzeit bestehe nur eine 

gering ausgeprägte depressive Symptomatik, die nicht einmal die Kriterien für eine 

auch nur leichte depressive Episode erfülle (vgl. IV-act. 194-30, 194-34 f., 194-37 f.). 

Die Diagnose Dr. E.___s gemäss Bericht vom 14. Dezember 2017 (rezidivierende 

depressive Störung schwankenden Ausmasses, derzeit mittelgradige Episode mit 

somatischem Syndrom [F33.11]) sei für die damalige Situation plausibel. Im PMEDA-

Gutachten vom 21. Februar 2018 werde zwar die Diagnose "mögliche rezidivierende 

depressive Störung, derzeit leichtgradig ausgeprägte depressive Episode" gestellt. Aus 

dem damaligen psychiatrischen Befund ergebe sich aber höchstens das Vorliegen 

einer depressiven Restsymptomatik unterhalb des Schweregrades einer leichten 

depressiven Episode (IV-act. 194-37).

5.4. 

Weshalb der Schweregrad einer leichten depressiven Episode nicht erreicht wird 

und keine eigenständige Diagnose betreffend die Schmerzen der Beschwerdeführerin 

gestellt werden konnte, legte der psychiatrische SMAB-Gutachter ausführlich und 

5.5. 

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einleuchtend dar (vgl. IV-act. 194-37 f.). Auch hielt er fest, der Bericht Dr. E.___s vom 

18. Oktober 2018 mit letzter Kontrolle am 3. Oktober 2018 sei nicht nachvollziehbar. 

Nachdem sich der Zustand der Beschwerdeführerin während des stationären 

Aufenthalts in B.___ gebessert habe und bei Austritt nur eine depressive 

Restsymptomatik bestanden habe, sei nicht plausibel, dass wenige Wochen danach 

eine mittelgradige Episode weiterbestanden haben solle, zumal keine Hinweise für eine 

erneute Verschlechterung der Depression vorliegen würden und die 

Beschwerdeführerin auch nicht anlässlich der Begutachtung darüber berichtet habe 

(IV-act. 194-38). Dass die depressive Störung sich in der Zukunft in einer mittelgradigen 

Episode manifestieren könnte, hat der psychiatrische Gutachter nicht ausgeschlossen. 

Sollte dies eintreten und sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

längerfristig verschlechtern, könnte bei der Beschwerdegegnerin eine 

Wiederanmeldung eingereicht werden.

Betreffend familiärer Situation ist festzuhalten, dass den Gutachtern die finanziell 

angespannte Lage der Familie bekannt war. Dessen ungeachtet ist die familiäre 

Situation insofern stabil, als die Beschwerdeführerin seit vielen Jahren mit ihrem 

Ehemann zusammenlebt und ihre beiden Kinder im Zeitpunkt der Begutachtung 

ebenfalls im gleichen Haushalt wohnten. Die Beschwerdeführerin gab an, ihre Tochter 

und ihr Ehemann würden Haushaltsarbeiten übernehmen, wenn sie diese nicht 

erledigen könne (vgl. IV-act. 194-63 f. und 194-75). Aus den Vorakten ergibt sich, dass 

die Beschwerdeführerin sich Sorgen um ihren Sohn machte (vgl. IV-act. 45-3 und 

66-3). Schon anlässlich der PMEDA-Begutachtung im Januar 2018 negierte die 

Beschwerdeführerin jedoch gravierende aktuelle familiäre Probleme (act. G5.1/8-4). Der 

Sohn war zum Zeitpunkt der Begutachtung wieder […] (IV-act. 194-75). Somit ist nicht 

zu beanstanden, dass der psychiatrische SMAB-Gutachter die familiäre Situation als 

stabil und somit als Ressource ansah.

5.6. 

Es liegen zwei Gutachten mit weitgehend gleichlautenden Untersuchungsbefunden 

und Diagnosen vor (vgl. hierzu auch die Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 5. Februar 

2020, IV-act. 206-3). Insgesamt beurteilen der behandelnde und der begutachtende 

Psychiater den selben Sachverhalt medizinisch unterschiedlich. Dr. E.___ nannte keine 

wichtigen Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 

geblieben wären und die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters als unzutreffend 

erscheinen liesse. Es ist deshalb auf die gutachterliche Einschätzung abzustellen.

5.7. 

Zusammenfassend wurde das SMAB-Gutachten in Kenntnis der vollständigen 

Anamnese erstellt. Es beruht auf interdisziplinären fachärztlichen Untersuchungen und 

setzt sich mit den Schilderungen der Beschwerdeführerin auseinander. Es ist für die 

5.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/21

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6.  

vorliegend streitigen Belange umfassend und in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge sowie der daraus gezogenen Schlussfolgerungen einleuchtend, 

sodass darauf abzustellen ist. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beträgt 

demnach in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 55 % (ca. sechs Stunden täglich bei einer 

Leistungsminderung von 20 %). In einer adaptierten Tätigkeit betrug die 

Arbeitsfähigkeit 50 % vom 16. Juni 2017 bis 8. Januar 2018, 100 % vom 9. Januar 

2018 bis (spätestens) 21. Mai 2018, 50 % vom 22. Mai 2018 bis 7. August 2018 und 

0 % während des Klinikaufenthalts in B.___ vom 8. August 2018 bis 11. September 

2018. Seit dem 12. September 2018 beträgt die Arbeitsfähigkeit wieder 100 % (vgl. IV-

act. 194-11 f.).

Die Beschwerdeführerin beanstandet die Berechnung des Invaliditätsgrades. Für 

die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund 

geblieben wäre (Valideneinkommen; Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Für den 

Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des 

Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf 

zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der 

Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 

222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).

6.1. 

Vorliegend hat sich die Beschwerdeführerin am 16. August 2017 erneut zum Bezug 

von IV-Leistungen angemeldet. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf 

von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), vorliegend also 

frühestens per 1. Februar 2018. Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 

% arbeitsunfähig gewesen sind. Dieses Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 

endete gestützt auf die SMAB-Einschätzung, wonach in der angestammten Tätigkeit 

ab dem 28. April 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 45 % bestand (vgl. IV-act. 194-11), 

am 1. April 2018. Somit ist für den Einkommensvergleich auf das Jahr 2018 

abzustellen.

6.2. 

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7.  

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Nicht zu 

beachten ist, was sie bestenfalls hätte verdienen können. In der Regel wird am zuletzt 

erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Berufliche 

Weiterentwicklungen, die ein Versicherter normalerweise vollzogen hätte, sind bei der 

Festsetzung des Valideneinkommens zu berücksichtigen, sofern ein hypothetischer 

beruflicher Aufstieg sehr wahrscheinlich erscheint. Rein theoretische 

Aufstiegsmöglichkeiten sind unbeachtlich (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N 49 und N 63 f.; 

BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2).

7.1. 

Während die Beschwerdegegnerin für das Valideneinkommen in der Verfügung auf 

den Auszug aus dem Individuellen Konto (nachfolgend: IK) für das Jahr 2016 abstellte 

und das Einkommen auf ein 100%-Pensum hochrechnete (Fr. 45'002.-- / 80 x 100 = 

Fr. 56'253.--; vgl. IV-act. 196 und 52), will die Beschwerdeführerin auf den IK-Auszug 

2014 abstellen, da dies das letzte Jahr gewesen sei, in welchem sie 100 % gearbeitet 

habe, bevor sie gesundheitsbedingt ihr Arbeitspensum auf 80 % reduziert habe 

(Fr. 58'628.--; vgl. act. G1, S. 12 und IV-act. 52). Im Beschwerdeverfahren stellt die 

Beschwerdegegnerin auf das Jahr 2013 (Fr. 56'626.--; IV-act. 52) ab, weil die 

Beschwerdeführerin ab Oktober 2014 krankheitshalber teilweise ausgefallen sei 

(act. G5).

7.2. 

Da die Beschwerdeführerin ab 2015 gesundheitlich bedingt nur noch 80 % 

gearbeitet hat, kann – wie auch die Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren 

anerkannt hat – für die Bestimmung des Valideneinkommens nicht auf das letzte 

Einkommen aus dem Jahr 2016 abgestellt und dieses hochgerechnet werden. Zwar fiel 

die Beschwerdeführerin ab Oktober 2014 am Arbeitsplatz aus. Dennoch ist für das 

Valideneinkommen auf das Jahr 2014 abzustellen, und zwar aus folgenden Gründen. 

Dem IK-Auszug (IV-act. 52) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihr 

Einkommen bei der letzten Arbeitgeberin seit Beginn des Arbeitsverhältnisses 2005 

grundsätzlich kontinuierlich steigern konnte (der Einkommenseinbruch im Jahr 2010 

war gesundheitlich bedingt, vgl. IV-act. 3 ff.). Sogar nachdem die Beschwerdeführerin 

ihre Tätigkeit für die letzte Arbeitgeberin hatte anpassen und ihr Pensum auf 80 % 

reduzieren müssen, steigerte sie ihr Einkommen 2016 im Vergleich zum Vorjahr wieder 

7.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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8.  

9.  

und hatte hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum bereits das Einkommens-Niveau aus 

dem Jahr 2013 wieder erreicht. Vergleicht man die Monatslöhne Januar bis September 

2013 und 2014, so fällt auf, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 wesentlich 

mehr verdient hat (siehe IV-act. 34-4). Es erscheint daher überwiegend wahrscheinlich, 

dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall das 2014 erzielte Einkommen auch in 

späteren Jahren erzielt hätte, sodass dieses als Valideneinkommen heranzuziehen ist.

Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für Frauen (vgl. Tabelle "T39 

Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne" der vom 

Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung [nachfolgend: LSE]) beträgt das Valideneinkommen für das hier 

relevante Jahr 2018 demnach Fr. 59'922.-- (Fr. 58'628 / 2'673 x 2'732).

7.4. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Person 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die LSE beigezogen werden (BGE 

139 V 592 E. 2.3).

8.1. 

Die Beschwerdeführerin ist nicht erwerbstätig. Deshalb ist für das 

Invalideneinkommen auf die LSE abzustellen. 2017 betrug der Jahreslohn Fr. 54'783.-- 

(Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen IV-Textausgabe, 

Ausgabe 2019, S. 228, basierend auf der LSE des Bundesamtes für Statistik, Tabelle 

TA1 2018, total alle Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Frauen). Angepasst an die 

Nominallohnentwicklung liegt das Invalideneinkommen 2018 demnach bei Fr. 55'045.-- 

(Fr. 54'783.-- / 2'719 x 2'732).

8.2. 

Die Beschwerdeführerin macht einen Tabellenlohnabzug von 20 % geltend, 

während die Beschwerdegegnerin keinen Tabellenlohnabzug gewährte. Mit dem 

Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte 

Personen im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

9.1. 

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Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 

Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ab (BGE 126 V 

75). Bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 

gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des 

leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 

Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen 

ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug ist auf 

höchstens 25 % begrenzt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 

9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).

Dass der Beschwerdeführerin nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, wobei 

weitere Faktoren sowie ein erhöhter Betreuungsaufwand zu berücksichtigen sind, wird 

vom Bundesgericht generell nicht als Grund für einen Abzug akzeptiert (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 8. Oktober 2019, 9C_447/2019, E. 4.3.2, und vom 30. November 

2015, 9C_437/2015, E. 2.4). Auch die geltend gemachten vermehrten 

Krankheitsabsenzen werden gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht 

als eigenständiges Abzugskriterium berücksichtigt (vgl. beispielhaft Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 9C_18/2020, E. 6.2.2). Das umfangreiche 

Adaptionsprofil erfordert von einem potentiellen Arbeitgeber sowie allfälligen 

Mitarbeitenden indes viel Wohlwollen gegenüber der Beschwerdeführerin. Die 

Beschwerdeführerin kann nicht flexibel eingesetzt werden. Eine adaptierte Tätigkeit 

darf nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv und psychisch nicht belastend sein. 

Gemäss Adaptionsprofil benötigt die Beschwerdeführerin bei längerer Zeitpräsenz 

sodann die Möglichkeit, kurze Pausen machen zu können. Da dies für die adaptierte 

Tätigkeit nicht durch eine Reduktion des Rendements berücksichtigt wurde, ist es im 

Rahmen der Prüfung eines Tabellenlohnabzuges miteinzubeziehen. Gesamthaft ist 

deshalb ein Abzug von 10 % vom Tabellenlohn vorzunehmen. Ein weitergehender 

Tabellenlohnabzug rechtfertigt sich indes mit Blick auf die strenge bundesgerichtliche 

Rechtsprechung nicht. Im Übrigen würde selbst bei Vornahme des Höchstabzugs von 

25 % kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.

9.2. 

Dem Valideneinkommen von Fr. 59'922.-- steht demnach ein Invalideneinkommen 

von Fr. 49'541.-- (Fr. 55'045.-- x 90%) gegenüber. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad 

von 17 %. Folglich hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Invalidenrente.

9.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/21

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10.  

Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht einen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin verneint. Die vorliegende Beschwerde ist demnach vollumfänglich 

abzuweisen.

10.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegenden Angelegenheit angemessen. Da die Beschwerdeführerin 

vollumfänglich unterliegt, ist die Gerichtsgebühr ihr aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.

10.2. 

bis 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt 

und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 

der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--.

10.3. 

Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote über 

Fr. 4'681.95 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht und dabei für den 

Fall des Obsiegens einen Stundenansatz von Fr. 250.-- verwendet (act. G15.1). Da die 

Beschwerdeführerin unterliegt, kommt die unentgeltliche Rechtspflege zur Anwendung, 

sodass mit einem Stundenansatz von Fr. 200.-- zu rechnen wäre. Die Rechtsvertreterin 

hat ausgeführt, angesichts der langen Krankengeschichte und des grossen 

Aktenumfangs inkl. mehrerer Gutachten habe ein überdurchschnittlicher Aufwand 

resultiert. Die Angelegenheit war indes nicht aussergewöhnlich komplex. Sowohl die 

Krankengeschichte als auch der Aktenumfang sprengten nicht den Rahmen des 

Üblichen. Zwar lagen zwei Gutachten im Recht, jedoch ist auch dies nicht 

ungewöhnlich. Demnach erscheint eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) der Bedeutung und dem 

Aufwand der Streitsache angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 

Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin 

pauschal mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

entschädigen.

10.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtskosten in Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP).

10.5. 

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2021
	Art. 28 ff. IVG und Art. 61 ATSG; Beweiswert des Administrativgutachtens. Berechnung des Invaliditätsgrades. Abstellen auf einen früher, noch vor der gesundheitsbedingten Reduktion des Pensums erzielten Lohn, wenn überwiegend wahrscheinlich ist, dass die versicherte Person im Gesundheitsfall weiterhin einen solchen Lohn erzielt hätte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2021, IV 2020/54).

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