# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e2f6e2c-46ac-5853-a53e-fdda02a6522f
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-13
**Language:** de
**Title:** Bauen ausserhalb der Bauzonen. Neubau eines Garagengebäudes in der Landwirtschaftszone.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0147/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0147-2016_vom_13._september_2016.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2016.00051 
0147/2016 

Entscheid vom 13. September 2016 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Peter  Rütimann,  Baurichter  Stefano  Terzi,  Baurichter 
Emil Seliner, Gerichtsschreiberin Nicole Herzig     

in Sachen 

Rekurrent 

L. D., [….]  

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Baukommission X, [….]  
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

betreffend 

Baukommissionsbeschluss vom 23. Februar 2016 und Verfügung Baudirek-
tion Kanton Zürich BVV 15-1313 vom 12. Februar 2016; Verweigerung der 
Baubewilligung bzw. der raumplanungsrechtlichen Bewilligung  
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 23. Februar 2016 verweigerte die Baukommission  X L. 

D.  die  baurechtliche  Bewilligung  für  den  Neubau  eines  Garagengebäudes 

auf den Grundstücken Kat.-Nrn. 10947 und 10946 am Z-Weg in X. 

Diese  Verweigerung  stützte  sich  auf  die  gleichzeitig  eröffnete  Verfügung 

der Baudirektion Kanton Zürich vom 12. Februar 2016. 

B. 

Hiergegen wandte sich L. D. mit Rekurseingabe vom 29. März 2016 fristge-

recht an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und stellte folgende An-

träge: 

"1.  Es  seien  der  Beschluss  der  Baukommission  X  vom  23. Februar  2016 
sowie  Ziffer I  1.der Verfügung  der  Baudirektion  vom  12. Februar 2016 
insofern aufzuheben, als damit die raumplanungsrechtliche Baubewilli-
gung  verweigert  wird  für  den  Neubau  des  Garagengebäudes  auf 
Kat.-Nr. 10946/10947, Z-Weg. 

2.  Es sei die Bewilligung für den Garagenneubau zu erteilen oder es sei 
zumindest  die  Baukommission  X  wie  auch  die  Baudirektion  anzuwei-
sen, die Bewilligung zu erteilen. 

3.  Es sei nochmals ein Augenschein durchzuführen. 

4.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwer-

degegners." 

C. 

Mit Verfügung vom 31. März 2016 wurde vom Rekurseingang Vormerk ge-

nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  beantragte  mit  Vernehmlassung  vom 

1. Juni 2016 die Abweisung des Rekurses. 

Die  Baukommission  X  beantragte  mit  Stellungnahme  vom  20. April  2016 

sinngemäss die Gutheissung des Rekurses. 

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D. 

Mit  Replik  vom  22. Juni  2016 hielt der Rekurrent  an  seinen  Anträgen fest. 

Die Vorinstanzen verzichteten auf die Einreichung von Dupliken. 

E. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit für die Entscheidfindung erfor-

derlich, in den nachstehenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Der  Rekurrent  ist  Baugesuchsteller  und  Adressat  der  angefochtenen  Ent-

scheide  und  daher  nach  § 338a  des  Planungs-  und  Baugesetzes  (PBG) 

ohne weiteres zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die übrigen formell-

rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 

Die  Baugrundstücke  liegen  in  der  Landwirtschaftszone.  Das  Grundstück 

Kat.-Nr. 10946  ist  im  Nordwesten  mit  einem  Doppelwohnhaus  überstellt, 

welches  mit  dem  Nachbargebäude  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr. 4013  zusam-

mengebaut  ist.  Beide  Wohnhäuser  sind  im  Inventar  der  kunst-  und  kultur-

historischen  Schutzobjekte  und  archäologischen  Denkmäler von  überkom-

munaler  Bedeutung  enthalten  und  zugleich  formell  unter  Schutz  gestellt 

und  stehen  nicht  im  Zusammenhang  mit einem Landwirtschaftsbetrieb. Im 

Südosten des Baugrundstücks steht ein Holzschopf, der dem Bauvorhaben 

weichen soll. Dieses besteht aus einem Garagengebäude mit drei Einstell-

plätzen und einem Giebeldach, wobei ein Teil des Dachraumes als Holzla-

ger für die Holzheizung des rekurrentischen Wohnhauses dienen soll.  

Ein fast identisches Garagengebäude (allerdings mit mehr Holzlagerfläche 

im  Dachraum)  am  selben  Standort  wurde  bereits  mit  Verfügung 
Nr. BVV 12-1815 der Baudirektion Kanton  Zürich  vom  11. Dezember 2012 
verweigert. Den daraufhin vom Bauherrn erhobenen Rekurs hiess das Bau-

rekursgericht mit Urteil BRGE II Nr. 0002/2014 vom 21. Januar 2014 in Be-

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zug auf den gewählten Standort gut. Da das Bauvorhaben jedoch unbestrit-

tenermassen  die  maximal  bewilligungsfähige  zusätzliche  Nutzungsfläche 

überschritt, wurde das Gebäude an sich im Rahmen des Rekursverfahrens 

nicht beurteilt. 

Das  durch  die  Bauherrschaft  abgeänderte  und  neu  eingegebene  Baupro-

jekt  unterscheidet  sich  vom  ersten  Vorhaben  lediglich  insoweit,  als  auf  ei-

nen  Teil  der  Lagerfläche  im  Dachgeschoss  verzichtet  und  ein  Teil  des 

Dachbodens  weggelassen  werden  soll.  Über  dem  südöstlichen  Garagen-

platz  soll  somit  ein  Hohlraum  belassen  werden.  Im  Übrigen  hat  das  Bau-

vorhaben  gegenüber  dem  ersten  Projekt  keine  Änderungen  erfahren.  Es 
soll  weiterhin  ein  65,66 m2  Grundfläche  umfassendes  Geschoss  mit  drei 
Garagenplätzen erstellt werden, welches mit seiner Südwestseite fast voll-

ständig  in  das  von  Südwesten  nach  Nordosten  abfallende Gelände  einge-

lassen werden soll. Im Dachgeschoss soll unter einem Giebeldach eine La-
gerfläche  von  neu  27,98 m2  entstehen,  welche  wie  bislang  geplant  durch 
einen  als  Quergiebel  in  der  südwestlichen  Dachfläche  ausgestalteten  Zu-

gang  erschlossen  werden  soll.  Von  diesem  Zugang  aus  soll  zudem  ein 

80 cm breiter Weg um die nördliche Hälfte des Garagengebäudes und bis 

zum rund 25 m entfernten Wohnhaus erstellt werden.  

3. 

Es wird die Durchführung eines erneuten Augenscheins beantragt (vgl. § 7 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). Das Baurekursgericht hat im 

Rekursverfahren  G.-Nr.  R2.2013.00026  (BRGE II  Nr. 0002/2014)  am 

10. Dezember  2013  im  Beisein  der  Parteien  einen  Augenschein  durchge-

führt (Protokoll und Fotos vgl. act. 18). Da das Baurekursgericht unbesehen 

von  Parteianträgen nur dann  einen  Augenschein durchzuführen  hat,  wenn 

die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, auf Grund der Akten aber 

noch unklar sind, die lokalen Begebenheiten für das umstrittene Garagen-

gebäude  bereits  anlässlich  eines  Augenscheins  geklärt  wurden  und  das 

Bauvorhaben nicht in relevanter Art und Weise abgeändert wurde, sind die-

se  Voraussetzungen  vorliegend  nicht  erfüllt,  so  dass  kein  zweiter  Augen-

schein  durchzuführen  war.  Dem  vom  Rekurrenten  zitierten  Entscheid  des 

Verwaltungsgerichts VB.2010.00536 lag ein anderer Sachverhalt zugrunde, 
weil  im  Folgeverfahren  nicht  die  gleichen  Fragen  entscheidrelevant  waren 
wie  beim  ersten  Verfahren,  in  dem  der  Augenschein  durchgeführt  worden 

war. 

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4.1. 

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  begründet  die  Verweigerung  der  raumpla-
nungsrechtlichen  Bewilligung  einerseits  −  wie  bereits  in  ihrem  ersten  Ent-
scheid vom 17. Januar 2013 − mit dem zu weit vom Wohnhaus entfernten 
Standort. Sie stützt sich dabei auf das Konzentrationsprinzip im Sinne von 

Art. 1  Abs. 1  des  Raumplanungsgesetzes  (RPG)  sowie  ihre  Bewilligungs-

praxis, gemäss der Nebenbauten nicht als freistehende Gebäude, sondern 

als Anbauten an bestehende Gebäude zu erstellen seien.  

4.2. 

Im  Entscheid  BRGE II  Nr. 0002/2014  vom  21. Januar  2014  wurde  dazu 

Folgendes erwogen: "Die Baudirektion Kanton Zürich verfolgt eine langzei-

tige  und  konstante  Praxis,  wonach  sie  Erweiterungen  von  zonenfremden 

Wohnnutzungen  in  der  Landwirtschaftszone  ausserhalb  des  bestehenden 
Gebäudes nur als Anbau oder als Neubau in dessen Nahbereich bewilligt, 

wobei  dieser  Nahbereich  innerhalb  eines  7 m-Radius  um  das  Wohnhaus 

angenommen  wird.  Diese  Einschränkung  ist  im  Hinblick  auf  die  Vermei-

dung  weiterer  Zersiedelung  sinnvoll  und  soll  nicht  grundsätzlich  in  Frage 

gestellt werden. Es ist jedoch bei jeder Praxis jeweils auch der Einzelfall zu 

betrachten  und  die  Möglichkeit  einer  speziellen  Konstellation  nicht  von 

vornherein auszuschliessen.  

Im  vorliegenden  Fall  geht  es  um  die  Erweiterung  eines  ehemaligen  Bau-

ernhauses, welches formell unter Schutz gestellt und zugleich überregional 

inventarisiert  ist.  Hier  ist  bei  der  Abwägung  der  Interessen  neben  den 

raumplanungsrechtlichen  und  landschaftlichen  auch  dasjenige  des  Denk-

malschutzes zu berücksichtigen.  

Diesbezüglich zeigte sich anlässlich des Augenscheins, dass sich im Nah-

bereich  des  Wohnhauses  eine  befestigte  Fläche  befindet,  die  als  Abstell-

platz  für  Fahrzeuge  dient  und  auf  der  grundsätzlich  die  Erstellung  eines 

Anbaus oder eines Nebengebäudes möglich wäre. Allerdings müssen diese 

Varianten  aus  Gründen  des  Denkmalschutzes  verworfen  werden,  da  die 

das Gebäude prägende nordöstliche Giebelfassade zu stark beeinträchtigt 

würde.  

An diese befestigte Fläche grenzt südöstlich eine im Eigentum eines Nach-

barn  stehende,  eingefriedete  Pflanzgarten-Parzelle.  Diese  wird  vom  Bau-
grundstück  Kat.-Nr. 10946  eingerahmt,  sodass  der  umstrittene  Standort 

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wiederum  südöstlich  der  Pflanzgarten-Parzelle  im  Anschluss  an  diesen 

eingefriedeten  Bereich  geplant  wurde.  Dieser  Standort  befindet  sich  zwar 

rund 25 m vom Wohnhaus entfernt, doch zeigte der Augenschein, dass ei-

nerseits  ein  grösserer  Abstand  aus  Rücksicht  auf  das  Schutzobjekt  not-

wendig  ist,  und  dass  andererseits  der  gewählte  Standort  in  der  konkreten 

Situation trotz des erhöhten Abstandes noch als zum Wohnhaus zugehörig 

erkennbar bleibt. Zudem wurde anlässlich des Augenscheins festgehalten, 

dass mit der Verlegung der Abstellplätze in die Garage der dem Schutzob-

jekt abträglichen Parkierungssituation auf dem befestigten Bereich nordöst-

lich  des  Wohnhauses  Abhilfe  geschaffen  und  eine  angemessene  Umge-

bung mit einem Garten erstellt werden könnte.  

Die Interessenabwägung ergibt somit, dass  ein Garagenbau am beantrag-

ten Standort neben den privaten Interessen des Bauherrn an einer zeitge-

mässen  Anpassung  der Wohnsituation  den Interessen des  Denkmalschut-

zes in diesem Fall mehr dienen würde als die Einhaltung der grundsätzlich 

nicht zu beanstandenden Praxis der  Baudirektion Kanton Zürich bezüglich 

des  einzuhaltenden  Nahbereichs  von  7 m  Radius.  Dies  insbesondere,  als 

das  Schutzobjekt  freistehend  weniger  Beeinträchtigung  erfährt  und  durch 

eine Anpassung des Nahbereiches gar aufgewertet werden kann." 

An dieser Einschätzung ist weiterhin festzuhalten, zumal sich am geplanten 

Standort des Garagengebäudes nichts geändert hat und das neue Baupro-

jekt anstelle der bisherigen Abstellplätze auf dem Vorplatz auf der Ostseite 

des Wohnhauses die Erstellung eines Bauerngartens beinhaltet. 

5.1. 

Die Baudirektion Kanton Zürich verweigert die raumplanungsrechtliche Be-

willigung  für  das  Garagengebäude  jedoch  andererseits  auch  aufgrund  der 

in Art. 24c Abs. 4 RPG verlangten Voraussetzungen. Sie macht diesbezüg-

lich  geltend,  Einstellplätze  seien  für  eine  zeitgemässe  Wohnnutzung  nicht 

zwingend notwendig. Hierfür seien speziell ausgeschiedene und gut gestal-

tete  Parkfelder,  die  allenfalls  gedeckt  sein  könnten  (z.B.  ein  Carport)  bei 

Weitem  ausreichend.  Zudem  ordne  sich  das  als  zweigeschossig  wahr-

nehmbare Gebäude an leicht erhöhter Lage nicht in die Umgebung ein und 

verbessere insbesondere nicht die Einpassung in die Landschaft. 

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Aus  denkmalpflegerischer  Sicht  sei  nach  Möglichkeit  auch  auf  den  Weg 

vom Wohnhaus zur vorgesehenen Garage zu verzichten. Dieser nehme zu 

viel Raum ein und keine Rücksicht auf das Schutzobjekt und seine Umge-

bung. 

Schliesslich  erweise  sich  auch  das  geplante Gebäudevolumen  als unnötig 

gross.  Aus  diesem  Grund  würden  praxisgemäss  gestützt  auf  Art. 3  Abs. 2 

lit. b  RPG  Lufträume  nicht  bewilligt  oder  in  Form  von  fiktiven  Nutzflächen 

angerechnet.  Dementsprechend  überschreite  das  Bauvorhaben  trotz  Re-

duktion  der  Holzlagerfläche  weiterhin  das  maximal  zulässige  Erweite-
rungsmass  von  100 m2  gemäss  Art. 42  der  Raumplanungsverordnung 
(RPV). 

5.2. 

Der Rekurrent bringt dagegen vor, es sei ein heute gängiges Bedürfnis, die 

Fahrzeuge  in  einer  Garage  abzustellen  und  das  Holz  für  die  Heizung  der 

Wohngebäude trocken zu lagern. Dabei liege es auch im öffentlichen Inte-

resse,  dass  solche  schützenswerte  und  geschützte  Bauten  weiterhin  be-

wohnbar  seien  und  über  einen  attraktiven  Wohnwert  verfügten,  damit  sie 

auch tatsächlich bewohnt würden.  

Der Weg vom Hauptgebäude zur Garage sowie zum Holzlager müsse win-

tersicher und schneeräumbar gestaltet werden, da die beiden Wohnhäuser 

vollumfänglich mit Holz beheizt würden. 

Das Bauvorhaben trage dem Kriterium der massvollen Erweiterung im Sin-

ne  von  Art. 42  Abs. 3  lit. b  RPV  Rechnung.  Grundsätzlich  hätten  beide 

Haushälften Anspruch auf eine Erweiterung im Sinne von Art. 24c RPG und 

die neue Praxis der Baudirektion Kanton Zürich in Bezug auf Lufträume sei 

nicht nachvollziehbar und völlig willkürlich.  

5.3. 

Gemäss Art. 24c Abs. 1 und 2 RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare 

Bauten  und  Anlagen  ausserhalb  der  Bauzonen,  die  nicht  mehr  zonenkon-

form sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt und können mit Bewil-

ligung  der  zuständigen  Behörde  erneuert,  teilweise  geändert,  massvoll  er-
weitert  oder  wiederaufgebaut  werden,  sofern  sie  rechtmässig  erstellt  oder 
geändert  worden  sind.  Der  Begriff  der  "massvollen  Erweiterung"  wird  in 

Art. 42  RPV  präzisiert,  welcher  im  Rahmen  der Teilrevision  des  Raumpla-

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nungsgesetzes  und  der  Raumplanungsverordnung  im  Jahre  2012  ange-

passt wurde. Diese Teilrevision zielte in die Richtung, Erweiterungen inner-

halb des bestehenden Gebäudevolumens zu erleichtern, solche ausserhalb 

des bestehenden Gebäudevolumens hingegen zu erschweren (Bundesamt 

für  Raumentwicklung,  Erläuternder  Bericht  zur  Teilrevision  der  Raumpla-

nungsverordnung,  Oktober 2012,  S. 9).  Entsprechend  dürfen  Erweiterun-

gen ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens, wie sie das streitbe-

troffene Bauvorhaben vorsieht, seit der Teilrevision 2012 nur noch erfolgen, 

wenn  mindestens  eine  der  in  Art. 24c  Abs. 4  RPG  abschliessend  genann-

ten  drei  Voraussetzungen  erfüllt  ist.  Sie  müssen  für  eine  zeitgemässe 

Wohnnutzung  oder  eine  energetische  Sanierung  nötig  oder  darauf  ausge-

richtet sein, die Einpassung in die Landschaft zu verbessern. Die gesamte 

Erweiterung darf in diesem Fall sowohl bezüglich der anrechenbaren Brut-

togeschossfläche, als auch bezüglich der Gesamtfläche (Summe von anre-

chenbarer Bruttogeschossfläche und Brutto-Nebenfläche) weder 30 % noch 
100 m2 überschreiten (Art. 42 Abs. 3 lit. b RPV) und muss die Identität der 
Baute  einschliesslich  ihrer  Umgebung  in  den  wesentlichen  Zügen  wahren 

(Art. 42 Abs. 1 RPV).  

Die  umstrittene  Garagenbaute  dient  weder  der  energetischen  Sanierung 

des Wohnhauses,  noch  ist  sie  darauf  ausgerichtet,  dessen  Einpassung  in 

die Landschaft zu verbessern. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Baute 

für eine zeitgemässe Wohnnutzung nötig ist. Der Begriff der zeitgemässen 

Wohnnutzung  findet  sich  in  der  Raumplanungsverordnung  bereits  in 

Art. 42a  Abs. 1  RPV  im  Zusammenhang  mit  der  Änderung  neurechtlicher 

landwirtschaftlicher Wohnbauten  im  Sinne  von  Art. 24d  Abs. 1  RPG.  Aller-

dings  sind Erweiterungen  dort  nur zulässig  wenn  sie für eine  zeitgemässe 

Wohnnutzung  unumgänglich  sind.  Gemäss  den  Erläuterungen  des  Bun-

desamtes für Raumentwicklung (ARE) ist eine Erweiterung für eine zeitge-

mässe Wohnnutzung nur dann unumgänglich, wenn und soweit der aktuel-

le  Zustand  der Wohnbaute deren  Vermietung  oder Verkauf  nicht  zulassen 

würde und die Voraussetzungen für ein zeitgemässes Wohnen nicht durch 

bauliche  Vorkehren  innerhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  ge-

schaffen  werden  können.  Das  letzte  Kriterium,  wonach  eine  Erweiterung 

innerhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  nicht  möglich  oder  nicht 

zumutbar sein darf, wurde bei der Teilrevision 2012 von Art. 42 RPV gestri-
chen,  da  es  neben  den  neuen  Voraussetzungen  von  Art. 24c  Abs. 4  RPG 
keine praktische  Bedeutung mehr gehabt hätte (ARE, Erläuternder Bericht, 

S. 9).  Auch  die  Anforderungen  an  die  Voraussetzung  der  Änderung  zu-

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gunsten einer zeitgemässen Wohnnutzung sind dem gesetzlichen Wortlaut 

entsprechend nicht eins zu eins von der Praxis zu Art. 42a Abs. 1 RPV zu 

übernehmen,  zumal  anstelle  des  Begriffes  "unumgänglich"  derjenige  von 

"nötig"  verwendet  wurde.  Dennoch  legt  auch  diese Wortwahl  eine  zurück-

haltende  Handhabung  nahe.  Das  Verwaltungsgericht  des  Kantons 

St. Gallen 

führte 

in  einem  Entscheid 

vom  25. Mai  2016 

(s. 

www.gerichte.sg.ch)  dazu  Folgendes  aus:  "Trotzdem  rechtfertigt  sich  ein 

enges  Verständnis.  Als  für  eine  zeitgemässe  Wohnnutzung  nötig  können 

Änderungen  qualifiziert  werden,  wenn  sie  erforderlich  sind,  um  die  ur-

sprüngliche Wohnnutzung auf einen zeitgemässen Stand zu bringen. In je-

dem  Fall  bleibt  das  Identitätserfordernis  zu  beachten.  Aus  einem  Bauern-

haus soll keine Villa gemacht werden können." Auch das Departement Bau, 

Verkehr und Umwelt des Kantons Aarau hält in seiner internen Vollzugshil-

fe  zum  Bauen  ausserhalb  der Bauzone  (S. 12  und 13) fest, dass in  vielen 

Fällen  keines  der  drei  in  Art. 24c  Abs. 4  RPG  genannten  Kriterien  erfüllt 

sein werde, spricht sich aber für eine grosszügigere Handhabung bei neuen 

offenen Bauteilen aus. So gelten im Kanton Aarau Autounterstände, (über-

dachte)  Sitzplätze  oder  Holzlager  als  für  eine  zeitgemässe  Wohnnutzung 

notwendig.  Allerdings  müssen  sich  diese  Erweiterungen  gestalterisch  gut 

einpassen  und  werden  in  ihren  Ausmassen  stark  eingegrenzt.  So  wird  für 

ein besitzstandsgeschütztes Gebäude lediglich ein Carport und ein gedeck-

ter Sitzplatz bewilligt.  Falls mehr Wohneinheiten vorhanden sind, wird den 

entsprechenden  Bedürfnissen  mit  ungedeckten  Plätzen  Rechnung  getra-
gen,  wobei  nur  Wohneinheiten  ab  einer  Grösse  von  70 m2  berücksichtigt 
werden. Die Grösse der offenen Bauteile wird auf maximal 25 m2 Grundflä-
che (bzw. 25 m2 grundrissprojektierter Dachfläche) begrenzt und bei einem 
Carport müssen mindestens zwei Seiten offen bleiben. Dies deckt sich of-

fensichtlich mit den Grundsätzen der aktuellen Auslegung der Baudirektion 

Kanton  Zürich  zum  durchaus  im  Laufe  der  Zeit  wandelbaren  Begriff  der 

"zeitgemässen Wohnnutzung". 

Das  Bauvorhaben  geht  mit  drei  Garagenplätzen  in  einem  Untergeschoss 
mit einer Fläche von 65,66 m2 und einem Dachgeschoss für die Holzlage-
rung unter einem Giebeldach mit Quergiebel weit über die sich in Bezug auf 

die Rechtsprechung zu den Neuerungen des Art. 24c RPG für Erweiterun-

gen  ausserhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  abzeichnenden  rest-

riktiven Tendenz hinaus. Das geschlossene Gebäude tritt mit dem Dachge-
schoss und dessen Zugang von Südwesten her massiv in Erscheinung und 

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generiert  mit  dem  geplanten  Luftraum  ein  unnötig  grosses  Volumen,  wes-

halb die Frage nicht unberechtigt ist, ob diese Baute für ein zeitgemässes 

Wohnen  nötig  ist,  wenn  auch  grundsätzlich  nicht  abzustreiten  ist,  dass 

Fahrzeugabstellplätze  bei  abgelegeneren  Wohnlagen  und  Holzlagerungs-

möglichkeiten  bei  Wohnbauten  mit  Holzheizung  in  einem  gewissen  Rah-

men  unter  diesen  Begriff  fallen  dürften.  Diesen  Bedürfnissen  ist  jedoch  in 

einer  für  die  Umgebung  minimal  störenden  Art  und  Weise  Rechnung  zu 

tragen, zumal nicht in Vergessenheit geraten darf, dass es sich bei Art. 24c 

RPG  um  Ausnahmebewilligungen  für  nicht  zonenkonforme  Erweiterungen 

handelt.  Entsprechend  wurden  die  Voraussetzungen  mit  der  Teilrevision 

2012  für  nach  aussen  tretende  Veränderungen  stark  verschärft.  Eine  Un-

terbringung der Autos in geschlossenen Garagen  ist dabei nicht von vorn-

herein auszuschliessen,  zumal sie  je  nach Situation  zu einer besseren Ei-

nordnung führen kann als ein Carport. Eine solche, wie auch die Holzlage-

rung erfordern jedoch nicht ein derartiges Bauvolumen (welches denn auch 

nur  teilweise  ausgenützt  und  im  Übrigen  als  Hohlraum  gestaltet  werden 

soll).  Dieses  müsste  insbesondere  durch  eine  Minimierung  der  Dachnei-

gung  und  den  Verzicht  auf  den  Quergiebel  verringert  werden.  Ebenfalls 

fragwürdig  erscheint  die  Notwendigkeit  des  zusätzlichen  Weges  vom 

Wohnhaus  zum  Standort  der  geplanten  Neubaute,  zumal  der  bestehende 

und  befestigte  Z-Weg  die  beiden  Bauten  verbindet,  im  Winter  schneege-

räumt  wird  bzw.  spätestens  nach  Erstellen  der  Fahrzeugabstellplätze  ge-

räumt würde und einen Umweg von lediglich 15 bis 20 m bedeuten würde.  

Die Verweigerung der Ausnahmebewilligung für das geplante Bauvorhaben 

ist aus diesem Grund trotz der speziell zu beurteilenden Situation bezüglich 

des gewählten Standortes in Abweisung des Rekurses zu bestätigen. 

[….] 

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