# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcf3e199-412e-5f69-ab3a-b4a3060422d4
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 26.08.2025 SST.2024.232
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-232_2025-08-26.pdf

## Full Text

Obergericht 
Strafgericht, 2. Kammer 

 
SST.2024.232 
(ST.2022.29; STA.2020.5630) 
 
 
Urteil vom 26. August 2025 
 
 
Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  
Oberrichter Cotti  
Gerichtsschreiberin L. Stierli        

 
 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 
Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  
 

    
    

Beschuldigter   A._____,  
geboren am tt.mm.1997, von Afghanistan, 
[…] 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Benedikt Homberger,  
[…]   

  
 
 

Gegenstand  Pornografie 
 

 
  

 - 2 - 
 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 
 
1. 
Mit Urteil vom 14. März 2023 sprach das Obergericht den Beschuldigten 
schuldig des Zugänglichmachens von harter Pornografie gemäss Art. 197 
Abs. 4 Satz 2 StGB (tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen) 
und bestrafte ihn dafür mit einer bedingten Geldstrafe von 150 Tages-
sätzen à Fr. 70.00. Weiter wurde er für 5 Jahre des Landes verwiesen.  
 
2. 
Das Bundesgericht hiess eine vom Beschuldigten dagegen erhobene 
Beschwerde mit Urteil 6B_548/2023 vom 30. August 2024 teilweise gut und 
hob das Urteil des Obergerichts vom 14. März 2023 auf. Es wies die Sache 
zur neuen Entscheidung zurück. 
 
3. 
3.1. 
Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau verzichtete mit Eingabe vom 
17. Oktober 2024 auf eine Stellungnahme. 
 
3.2. 
Mit Stellungnahme vom 4. November 2024 beantragte der Beschuldigte 
was folgt: 
 

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom 28.03.2022 hinsichtlich Ziff. 4 
(Landesverweisung) aufzuheben. 

2. Es sei auf die Anordnung einer Landesverweisung zu verzichten. 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse. 

 
3.3. 
Mit Verfügung vom 7. November 2024 wurde dem Beschuldigten antrags-
gemäss die amtliche Verteidigung unter Einsetzung von Rechtsanwalt 
Benedikt Homberger als amtlicher Verteidiger gewährt. 
 
3.4. 
Es wurden beim Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau die 
aktuellen MIKA-Akten, Stand 25. März 2025, ergänzt am 15. Juli 2025, ein-
geholt. 
 
3.5. 
Mit Verfügung vom 5. August 2025 wurde den Parteien mitgeteilt, dass das 
Verfahren spruchreif sei und aufgrund der Akten entschieden werde.  

  

 - 3 - 
 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 
 
1. 
Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde (teilweise) gut und weist es die 
Angelegenheit zur neuen Beurteilung an das Obergericht zurück, darf sich 
dieses nur noch mit jenen Punkten befassen, die das Bundesgericht 
kassiert hat. Die anderen Teile des Urteils haben weiterhin Bestand. Die 
neue Entscheidung des Obergerichts ist somit auf diejenige Thematik be-
schränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegen-
stand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in 
Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen 
des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2 f.). 
 
2. 
2.1. 
Das Bundesgericht wies die Sache einzig zur Prüfung eines definitiven Voll-
zugshindernisses betreffend die Landesverweisung an das Obergericht zu-
rück. 
 
Der Beschuldigte hat nach Rückweisung durch das Bundesgericht eine 
Stellungnahme eingereicht und Anträge gestellt. Die Staatsanwaltschaft 
hat auf eine Stellungnahme verzichtet. Nachdem die Anwesenheit der 
Parteien hinsichtlich der vom Obergericht neu zu entscheidenden Punkte 
nicht erforderlich erscheint und keine der Parteien die Durchführung einer 
weiteren mündlichen Berufungsverhandlung beantragt hat, ist das Ver-
fahren schriftlich zu führen.  
 
2.2. 
Der Beschuldigte hat sich des Zugänglichmachens von harter Pornografie 
gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB (tatsächliche sexuelle Handlungen mit 
Minderjährigen) schuldig gemacht und wurde dafür mit einer bedingten 
Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 70.00 bestraft. Dies wurde mit Urteil 
des Bundesgerichts 6B_548/2023 vom 30. August 2024 bestätigt (E. 1.4). 
Ebenso stützte das Bundesgericht die obergerichtliche Erwägung, dass 
kein persönlicher Härtefall vorliegt (E. 2.9.2). Vorliegend kann daher, ent-
gegen den Ausführungen des Beschuldigten, aufgrund der Bindungswir-
kung des bundesgerichtlichen Urteils keine erneute Prüfung des Härtefalls 
erfolgen. 
 
2.3. 
2.3.1. 
Vorliegend findet das flüchtlingsrechtliche Non-refoulement-Gebot 
(Art. 66d Abs. 1 lit. a StGB) mangels Flüchtlingseigenschaft des Be-
schuldigten keine Anwendung (vgl. zum rechtskräftig festgestellten Fehlen 
der Flüchtlingseigenschaft: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 
1. März 2022 E. 6, MIKA-Akten act. 114 ff. i.V.m. dem Asylentscheid vom 

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14. Januar 2019, MIKA-Akten act. 41). Zu prüfen bleibt, ob allenfalls andere 
zwingende völkerrechtliche Verpflichtungen (Art. 66d Abs.1 lit. b StGB) 
einer Landesverweisung entgegenstehen.  
 
Die menschenrechtliche Situation in Afghanistan ist nach wie vor prekär. 
Das Staatssekretariat für Migration gibt jedoch hinsichtlich der Durchführ-
barkeit von Rückführungen nach Afghanistan an, dass der Wegweisungs-
vollzug nach Afghanistan ab Mitte April 2025 für eine bestimmte Personen-
gruppe unter gewissen Umständen zumutbar sei. Dies betreffe konkret voll-
jährige und gesunde Afghanen, welche alleine in der Schweiz seien und 
ein stabiles und tragfähiges Beziehungsnetz in ihrer Heimat hätten, das 
eine soziale und berufliche Wiedereingliederung ermöglichen würde (vgl. 
Faktenblatt «Wiederaufnahme der Anordnung des Wegweisungsvollzugs 
nach Afghanistan» vom 27. März 2025 des Staatssekretariats für Migration 
SEM). 
 
2.3.2. 
Der Beschuldigte bringt primär vor, dass er als Angehöriger der ethnischen 
Minderheit der Hazara in Afghanistan gefährdet sei. Zudem habe er als 
Minderjähriger in einer Volksmiliz gegen die Taliban kämpfen müssen, was 
ihn ebenfalls einer besonderen Gefährdung von Verhaftung, Folterung oder 
Tötung durch die Taliban aussetzen würde. Sodann gelte er aufgrund 
seiner langen Anwesenheit in der Schweiz von fast 10 Jahre in Afghanistan 
als «verwestlich», was als risikoschärfender Umstand zu berücksichtigen 
sei (Stellungnahme des Beschuldigten vom 4. November 2024, S. 4 f.).  
 
Das SEM erkannte in seinem abweisenden Asylentscheid vom 14. Januar 
2019, dass die Angaben des Beschuldigten zu seinem Lebensmittelpunkt 
und seinen Lebensumständen in Afghanistan widersprüchlich und teilweise 
unsubstantiiert seien und seine Ausführungen zum Asylgrund unglaubhaft. 
(MIKA-Akten, act. 35 f.). Das Bundesverwaltungsgericht hielt in seinem 
Urteil vom 1. März 2022 fest, dass klare Indizien hinsichtlich einer Verheim-
lichung, Verschleierung und Täuschung über die Biografie, Herkunft und 
Identität des Beschuldigten erkennbar seien. Das SEM habe das Bestehen 
einer flüchtlingsrechtlich beachtlichen Verfolgungssituation des Beschul-
digten zu Recht verneint (MIKA-Akten, act. 133 und 140). Den vom Be-
schuldigten geltend gemachten Asylgründen – u.a. die Verfolgungs-
situation – stehen auch die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Be-
rufungsverhandlung vom 14. März 2023 entgegen, als er auf die Frage, 
weshalb er in die Schweiz gekommen sei, angab, dass er die Schweiz 
gerne und hier eine Zukunft habe (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 8 im 
Verfahren SST.2022.161).  
 
2.3.3. 
Gemäss der Herkunftsländerinformation «Focus Afghanistan, Verfolgung 
durch Taliban: Potentielle Risikoprofile» des SEM, Sektion Analysen, vom 

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15. Februar 2022 (www.sem.admin.ch/sem/de/home/international-
rueckkehr/herkunftslaender.html) sind Angehörige folgender Risikogrup-
pen sowie deren Familienangehörige seit der Machtübernahme durch die 
Taliban möglicherweise einer erhöhten Gefahr von Übergriffen ausgesetzt 
(Focus Afghanistan, S. 10 ff.): 
 

 Mitarbeiter der bisherigen Regierung. 
 Angehörige der bisherigen Sicherheitskräfte (Armee, Polizei, 

Nationaler Sicherheitsdienst, paramilitärische Formationen und 
Milizen). 

 Ehemalige Mitarbeiter der internationalen Truppen. 
 Mitarbeiter internationaler Organisationen, NGOs und Botschaften. 
 Menschenrechtsaktivisten. 
 Medienschaffende. 
 Angehörige religiöser/ethnischer Minderheiten. 
 Frauen. 
 «Verwestlichte» Personen und Rückkehrer aus dem Ausland. 
 Kunstschaffende. 

 
Ausserdem lassen sich anhand der in diesem Dokument genannten Bei-
spiele und Einschätzungen folgende Faktoren identifizieren, die das Risiko 
– zusätzlich zur Zugehörigkeit zu den soeben erwähnten Gruppen – für 
eine Person erhöhen können («Focus Afghanistan, Verfolgung durch Tali-
ban: Potentielle Risikoprofile», S. 50 f.): 
 

 Direkte Beteiligung an der Bekämpfung der Taliban, z.B. Sicher-
heitskräfte, Richter, Staatsanwälte, Gefängnispersonal; innerhalb 
dieser Personengruppe insbesondere Personen in höheren 
Rängen sowie Angehörige des Nationalen Sicherheitsdiensts 
(NSD). 

 Sichtbare Aktivität, z.B. an einem Checkpoint. 
 Lokal bekannte Aktivität, z.B. im Rahmen der Lokalpolizei (Afghan 

Local Police). 
 Bestehende Spannungen mit Taliban-Kämpfern aufgrund privater 

Umstände, z.B. Streit um Land, Wasser, Ehre, lokale Rivalitäten. 
 Exponiertes Vertreten von Werten, die jenen der Taliban zuwider-

laufen, z.B. Menschenrechte und Frauenrechte im Rahmen von 
Veranstaltungen mit westlichem Publikum oder gegenüber Medien. 

 Fehlender Schutz durch einflussreiche Personen, z.B. Clanälteste 
(v.a. in paschtunischen Gebieten). 

 
2.3.4. 
Wie bereits oben (E. 2.3.2) ausgeführt, ergeben sich weder aus den 
Aussagen des Beschuldigten vor Gericht und im Asylverfahren noch aus 
dem Asylentscheid, dass der Beschuldigte in Afghanistan einer Ver-

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folgungssituation ausgesetzt wäre. Die von ihm geltend gemachte 
Bedrohung mit dem Tod durch den Volksmiliz-Kommandanten wegen 
seiner Desertion ist aufgrund der widersprüchlichen Aussagen zweifelhaft 
(vgl. MIKA-Akten, act. 36). Zudem sind seither über zehn Jahre vergangen 
und die Taliban haben wieder die Kontrolle übernommen, womit eine 
tatsächliche Bedrohungslage durch einen Miliz-Kommandanten, welcher 
gegen die Taliban gekämpft hat, ohnehin nicht mehr aktuell erscheint. Eine 
Verfolgung durch die Taliban, weil der Beschuldigte als Minderjähriger in 
einer Volksmiliz teilgenommen hat (vgl. Stellungnahme des Beschuldigten 
vom 4. November 2024, S. 4), erscheint aufgrund der vergangenen Zeit 
sowie der offensichtlich sehr untergeordneten Rolle des Beschuldigten in 
der Bekämpfung der Taliban nicht naheliegend. Der Beschuldigte macht 
eine entsprechende Verfolgung durch die Taliban denn auch lediglich 
pauschal geltend, ohne die Gefährdung zu konkretisieren.  
 
Alleine die Zugehörigkeit zur Ethnie der «Hazara» reicht sodann nicht aus, 
um eine Gefährdung bei einer Rückkehr anzunehmen. Gemäss der Recht-
sprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist nach wie vor nicht von einer 
Kollektivverfolgung der Hazara in Afghanistan auszugehen, auch wenn die 
Situation seit der Machtübernahme der Taliban zweifellos schwierig ist (vgl. 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3783/2022 vom 11. April 2025 
E. 6.2.2. S. 15 mit Verweisen).  
 
Der Beschuldigte könnte höchstens unter die Kategorie «Rückkehrer aus 
dem (westlichen) Ausland» (vgl. dazu «Focus Afghanistan», S. 43 f.) fallen. 
Der Beschuldigte hat Afghanistan jedoch nicht erst nach der Machter-
greifung der Taliban 2021 nach vorangegangener Zusammenarbeit mit den 
«Besatzern», sondern bereits im Jahr 2015 in Richtung Westen (via 
Pakistan und Iran, MIKA-Akten, act. 7) verlassen. Über politische und 
religiöse Aktivitäten, insbesondere prowestliche oder talibankritische Äus-
serungen des Beschuldigten, insbesondere auf Social Media-Plattformen, 
sowohl vor seiner Ausreise in Afghanistan als auch später in der Schweiz, 
ist nichts bekannt und wird von ihm auch nicht vorgebracht. 
 
Die European Union Agency for Asylum (EUAA) kommt in ihrem Bericht 
«Afghanistan – Country Focus» vom November 2024 auf S. 45. (abrufbar 
unter https://euaa.europa.eu/publications/coi-report-afghanistan-country-
focus-1) sodann zum Schluss, dass die Taliban nur über minimale Hinter-
grundinformationen über zurückkehrende Personen verfügen. Primär 
könnten hochrangige Personen, zu denen der Beschuldigte aber nicht 
zählt, bei einer Rückkehr nach Afghanistan Probleme bekommen. Solange 
man keine Probleme mit den De-facto-Behörden habe, sei es jedoch 
möglich, zurückzukehren (ebenso: «Focus Afghanistan, Rückkehr aus dem 
Ausland» des SEM, Sektion Analysen vom 14. Februar 2025, S. 39; 
https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/international-rueckkehr/herkunfts 
laender.html).  

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Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass der Be-
schuldigte von den Taliban als «verwestlicht» angesehen und er darum 
oder aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Ethnie der «Hazara» bei einer 
Rückkehr Probleme erfahren würde. Nichts deutet darauf hin, dass der 
Lebensstil und die Wertvorstellungen des Beschuldigten von der Taliban 
als «abtrünnig» angesehen würden. Ebenso wenig scheint eine Verfolgung 
durch die Taliban aufgrund seiner Teilnahme an einer die Taliban be-
kämpfenden Miliz gegenwärtig aktuell zu sein, da aufgrund seiner unter-
geordneten Stellung in dieser Miliz nicht davon auszugehen ist, dass die 
Taliban überhaupt von seiner Beteiligung daran Kenntnis hatte und nach 
zehn Jahren noch ein Interesse am Beschuldigten bestehen könnte.  
 
2.3.5. 
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Risikofaktoren vorliegen 
und der Beschuldigte nicht glaubhaft machen konnte, die Aufmerksamkeit 
der Taliban auf sich gezogen zu haben. Der Beschuldigte fällt in keine 
Risikogruppe, welche ihn im Falle des Vollzugs der Landesverweisung 
menschenrechtswidrigen Verfolgungsmassnahmen aussetzen würde.  
 
2.3.6. 
Auch die aktuelle allgemeine Sicherheitslage in Afghanistan lässt eine 
Landesverweisung nicht als unzumutbar erscheinen. So geht aus der 
«Country Guidance: Afghanistan» der EUAA vom Januar 2023 (abrufbar 
unter euaa.europa.eu/publications/country-guidance-afghanistan-january-
2023) auf S. 125 hervor, dass in keiner Provinz Afghanistans die Gewalt 
ein solches Ausmass erreicht, dass bei blosser Anwesenheit eine ernst-
hafte Lebensbedrohung bestehe. Betreffend die Versorgungslage ist zu 
berücksichtigen, dass gemäss Bericht der EUAA «Afghanistan – Country 
Focus« vom Dezember 2023, S. 51 unter Bezug auf die Berichte der IPC 
(Integrated Food Security Phase Classification; abrufbar unter 
coi.euaa.europa.eu/administration/easo/PLib/2023_12_EUAA_COI_Repo
rt_Afghanistan_Country_Focus.pdf) die Herkunftsregion des Beschuldig-
ten – Kabul (MIKA-Akten, act. 5) – in die IPC-Stufe 3 («crisis») eingestuft 
wurde, wobei die Nahrungsmittel- resp. Hungersituation noch nicht als 
Hungersnot eingestuft wurde («Afghanistan – Country Focus», S. 50). 
Gemäss dem neusten Bericht «Focus Afghanistan – Sozioökonomische 
Lage» des SEM, Sektion Analysen, vom 11. Dezember 2024 hat sich die 
Ernährungsunsicherheit inzwischen erneut verbessert (vgl. S. 21 f.). Im 
Allgemeinen lässt sich sagen, dass die grössten Probleme bei einer 
Rückkehr vor allem sozioökonomischer Natur sind. Die allgemeine 
Sicherheitslage hat sich seit 2021 verbessert und eine spezifische 
Verfolgung der Rückkehrer scheint nicht vorzukommen (vgl. «Focus 
Afghanistan – Sozioökonomische Lage», S. 26 und 38 sowie «Focus 
Afghanistan- Rückkehr aus dem Ausland», S. 37). 
 

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Beim Beschuldigten handelt es sich um einen arbeitsfähigen Mann ohne 
gesundheitliche Einschränkungen, der den überwiegenden Teil seines 
Lebens in Afghanistan verbracht hat. In Afghanistan hat er als Schreiner 
gearbeitet (Protokoll Berufungsverhandlung vom 14. März 2023, S. 7) und 
in der Schweiz hat er verschiedene Praktika gemacht, bis er zuletzt eine 
Festanstellung als landwirtschaftlicher Mitarbeiter innehatte (MIKA-Akten, 
act. 194 ff. und 203). Seine Eltern und seine Geschwister würden 
inzwischen im Iran leben (Protokoll Berufungsverhandlung vom 14. März 
2023, S. 8), hingegen leben, Stand März 2024, weitere Verwandte, Onkel 
und Tanten, weiterhin in Afghanistan (MIKA-Akten, act. 6 und 178). Aber 
auch wenn, wie vom Beschuldigten vorgebracht (Stellungnahme vom 
4. November 2024, S. 8), auch diese das Land verlassen haben sollten, 
wäre es ihm ohne weiteres möglich, wieder in Afghanistan Fuss zu fassen.  
 
Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass dem Beschuldigten 
im Fall seiner Rückkehr eine reale Gefahr einer Verletzung seiner Rechte 
gemäss Art. 2 und 3 EMRK droht.  
 
2.4. 
Zusammenfassend stehen einer Landesverweisung keine zwingenden 
Bestimmungen des Völkerrechts gemäss Art. 66d Abs. 1 lit. b StGB 
(namentlich das menschenrechtliche Rückschiebungsverbot) entgegen. 
Entsprechend ist mit der Vorinstanz die Landesverweisung anzuordnen. 
Damit erweist sich die Berufung des Beschuldigten als unbegründet. 
 
2.5. 
Mit Urteil vom 14. März 2023 im Verfahren SST.2022.161 wurde die 
Landesverweisung für die Dauer des gesetzlichen Minimums von 5 Jahren 
ausgesprochen. Es bleibt demnach bei einer Landesverweisung für die 
Minimaldauer von 5 Jahren. Auf eine Ausschreibung der Landesver-
weisung im Schengener Informationssystem (SIS) wird verzichtet.  
 
3. 
3.1. 
Die nach Rückweisung durch das Bundesgericht im Rahmen der Bindungs-
wirkung vorzunehmende Prüfung eines definitiven Vollzugshindernisses 
der Landesverweisung hat zu keiner Abweichung zum Urteil des Oberge-
richts vom 14. März 2023 geführt. Es bleibt bei der vollständigen Kosten-
auferlegung an den Beschuldigten gemäss Urteil des Obergerichts vom 
14. März 2023. 
 
Für das Berufungsverfahren nach Rückweisung durch das Bundesgericht 
sind keine zusätzlichen Verfahrenskosten aufzuerlegen. 
 

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3.2. 
Die mit Urteil vom 14. März 2023 festgehaltene Höhe der Entschädigung 
der ehemaligen amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin Renate Senn, für 
das Berufungsverfahren von Fr. 3'389.85 (inkl. Auslagen und MwSt.) 
erfährt keine Änderung. Ausgangsgemäss ist diese Entschädigung vom 
Beschuldigten vollumfänglich zurückzufordern, sobald es seine wirtschaft-
lichen Verhältnisse erlauben. 
 
Dem amtlichen Verteidiger ist für seinen Aufwand nach Rückweisung durch 
das Bundesgericht gestützt auf die von ihm eingereichte Kostennote eine 
Entschädigung von Fr. 2'271.80 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 
auszurichten. Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten nicht zurückzu-
fordern. 
 
4. 
Nachdem es bei einer Verurteilung und insbesondere auch bei der Anord-
nung einer Landesverweisung bleibt, bedarf es keiner Änderung der mit 
Urteil des Obergerichts vom 14. März 2023 für das erstinstanzliche Ver-
fahren festgelegten Kostenverteilung.  
 
5. 
Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 
ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 
StPO, Art. 81 StPO). 
 
 

   

Das Obergericht erkennt: 
 
1. [in Rechtskraft erwachsen] 
Der Beschuldigte ist des Zugänglichmachens von harter Pornografie 
gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB (tatsächliche sexuelle Handlungen mit 
Minderjährigen) schuldig. 
 
2. 
2.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 genannten Bestimmung 
sowie gestützt auf Art. 47 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB und 
Art. 44 Abs. 1 StGB zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 
Fr. 70.00, gesamthaft Fr. 10'500.00, bei einer Probezeit von 2 Jahren 
verurteilt. 
 
2.2. 
Die Untersuchungshaft von 1 Tag (18. Juli 2021 bis 19. Juli 2021) wird 
gestützt auf Art. 51 StGB auf die Geldstrafe angerechnet.  
 
2.3. 

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Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB für 5 Jahre 
aus der Schweiz verwiesen. 
 
2.4. 
Auf eine Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informa-
tionssystem wird verzichtet. 
 
3. [in Rechtskraft erwachsen] 
Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. d 
Ziff. 2 StGB wird abgesehen. 
 
4. [in Rechtskraft erwachsen] 
Gestützt auf Art. 69 Abs. 2 StGB wird folgender Gegenstand eingezogen: 
 
- Mobiltelefon iPhone X, silbrig, (mit Schutzhülle). 
 
Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 
 
5. 
5.1. 
Dem Beschuldigten werden die obergerichtlichen Verfahrenskosten, be-
stehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00 und den Auslagen von 
Fr. 178.00, d.h. insgesamt Fr. 2'178.00, auferlegt. 
 
5.2. 
Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der ehemaligen amtlichen Ver-
teidigerin des Beschuldigten, Rechtsanwältin Renate Senn, für das oberge-
richtliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 3'389.85 auszurichten.  
 
Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 
seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  
 
5.3. 
Für das Berufungsverfahren nach Rückweisung durch das Bundesgericht 
werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 
5.4. 
Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 
Beschuldigten für das Berufungsverfahren nach Rückweisung durch das 
Bundesgericht eine Entschädigung von Fr. 2'271.80 auszurichten. 
 
6. 
6.1. 
Dem Beschuldigten werden die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 
Fr. 1'907.00 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 500.00) auferlegt. 
 

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6.2. 
Die Gerichtskasse Aarau wird – soweit noch keine Auszahlung erfolgt ist – 
angewiesen, der ehemaligen amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten, 
Rechtsanwältin Renate Senn, für das erstinstanzliche Verfahren eine Ent-
schädigung von Fr. 6'634.95 (inkl. Fr. 474.35 MwSt.) auszurichten 
 
Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zur Hälfte zurückgefordert, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 
 
 

 Zustellung an:  
[…] 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 
 
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 
Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 
Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 
 
Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 
Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 
 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 
Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
 
   

Aarau, 26. August 2025 
 
Obergericht des Kantons Aargau 
Strafgericht, 2. Kammer 
Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
Plüss     L. Stierli