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**Case Identifier:** 40a7c7d6-67f1-506c-b362-bcf32c6c10d2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.03.2021 200 2020 922
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-922_2021-03-25.pdf

## Full Text

200 20 922 IV publiziert in BVR 2022 S. 222
JAP/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. März 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________, 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/20/922, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
ausgebildete ... und arbeitete von 2001 bis 2016 in diesem Beruf bei der 
D.________ AG (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 19). Am 16. August 2018 meldete sie sich unter Hin-
weis auf zwei Hüft-Operationen im November 2014 und einen Bruch des 
Hüftgelenks infolge eines Unfalls am 19. Juli 2018 (AB 10.7) bei der Invali-
denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (AB 1). Die IVB führte medi-
zinische und berufliche Erhebungen durch, zog dabei insbesondere die 
Akten des zuständigen Unfallversicherers (AB 26.1 bis AB 26.29) bei und 
gewährte Integrationsmassnahmen in Form eines Belastbarkeitstrainings 
vom 8. April bis 7. Juli 2019 (AB 38). Dieses musste infolge eines Sturzes 
am 31. Mai 2019 mit Schlüsselbeinfraktur (AB 53) und einer dadurch ent-
standenen Arbeitsunfähigkeit unterbrochen werden (AB 52) und wurde als 
Aufbautraining ab dem 22. Juli 2019 weitergeführt (AB 61). Ab dem 4. No-
vember 2019 gewährte die IVB zudem einen Arbeitsversuch mit Job-
Coaching in der freien Wirtschaft mit einem Pensum von 5,5 Stunden pro 
Tag (AB 68 und AB 75) und im Anschluss daran Beratung und Unterstüt-
zung bei der Stellensuche (AB 86). Gestützt auf einen Bericht des Regiona-
len Ärztlichen Dienstes (RAD [AB 82]) und einen Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb (AB 87) erliess die IVB den Vorbescheid vom 12. Mai 2020 
(AB 88) und stellte die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem ren-
tenausschliessenden Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 37 % in Aussicht. 
Nachdem die Versicherte am 18. Juni 2020 (AB 93) Einwand erhoben hat-
te, holte die IVB eine Stellungnahme des Bereichs Abklärungen (AB 95) 
und einen aktualisierten Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb (AB 96) ein, 
bevor sie mit Vorbescheid vom 24. Juli 2020 (AB 197) die Ausrichtung ei-
ner befristeten ganzen Invalidenrente (IV-Rente) für die Zeit vom 1. Juli 
2019 bis zum 31. Mai 2020 in Aussicht stellte und ab dem 1. Juni 2020 bei 
einem IV-Grad von 37 % einen Rentenanspruch verneinte. Damit zeigte 
sich die Versicherte mit Einwand vom 11. September 2020 (AB 99) weiter-
hin nicht einverstanden und beantragte die Ausrichtung einer unbefristeten 
ganzen IV-Rente. Gestützt auf eine weitere Stellungnahme des Bereichs 

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Abklärungen (AB 101) verfügte die IVB am 13. November 2020 (AB 103) 
dem Vorbescheid entsprechend die Ausrichtung einer befristeten ganzen 
IV-Rente für die Zeit vom 1. Juli 2019 bis zum 31. Mai 2020.

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte – vertreten durch Rechtsan-
walt C.________, B.________ – am 17. Dezember 2020 Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Sie beantragt, die angefochtene 
Verfügung sei hinsichtlich des Rentenanspruchs ab dem Zeitraum August 
2019 aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr auch ab 
August 2019 weiterhin eine ganze IV-Rente zuzusprechen.

In der Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2021 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Am 9. Februar 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe 
ein; diese wurde der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. November 2020 
(AB 103). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente. 

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der generelle Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung – unter Ein-
schluss der explizit unangefochten gebliebenen Zusprechung einer ganzen 
IV-Rente ab Juli 2019 (Beschwerde S. 2 Rechtsbegehren 1) – zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-

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lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grads wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Einkom-
mensvergleich [Art. 16 ATSG]). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 

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und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die IV-Rente ist deshalb 
nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV 
Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]).

2.5.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeit-
punkt der Anspruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte 
(BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes und der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin finden sich in den Akten insbeson-
dere folgende Angaben:

3.1.1 Im Operationsbericht vom 2. August 2018 (AB 26.10) hielt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, fest, dass nach sekundärer Dislokation einer Tro-
chanterfraktur bei fest liegender Hüftprothese rechts am 24. Juli 2018 eine 
offene Reposition und Trochanterrefixation der Hüfte rechts mit einer Tro-
chanter-Fixationsplatte durchgeführt worden sei. Die bei einem Sturz am 

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17. Juli 2018 zugezogene Fraktur disloziere in der Stellungskontrolle se-
kundär, so dass man sich für eine frühzeitige Refixation entschieden habe.

3.1.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 29. Juli 2019 (AB 64) 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen langjährigen schädlichen Al-
koholkonsum (seit 6. Mai 2019 mit kontrollierter Einnahme von Disulfiram) 
sowie eine dauerhafte Minderbelastbarkeit des rechten Beins bei seit 2014 
prothetisch versorgtem Hüftgelenk rechts und Zustand nach Osteosynthese 
einer periprothetischen Femurfraktur rechts im Juli 2018 (S. 4). Sie hielt 
fest, dass bei der Beschwerdeführerin nach den eingeholten medizinischen 
Auskünften keine pulmonale Limitierung anzunehmen sei, da die 2014 vor-
genommene Lungenfunktionsprüfung normal ausgefallen sei (S. 3). Der 
Allgemein- und Ernährungszustand imponiere derzeit als ordentlich. Eine 
Osteoporose sei nicht bekannt und der Verdacht auf pathologische abdo-
minale Lymphknoten beruhe auf einem Fehler im Befundbericht der Radio-
logie und sei widerlegt. Ein schädlicher Alkoholkonsum sei seit spätestens 
2000 bekannt, könne von den behandelnden Ärzten nicht quantifiziert wer-
den und werde seit dem 6. Mai 2019 mit Disulfiram (Antabus) supprimiert 
(S. 4). Die periphere Polyneuropathie sei im August 2016 objektiviert wor-
den. Dem ehemals behandelnden Psychiater habe die Beschwerdeführerin 
eine Woche zuvor von einem stabil guten psychischen Befinden berichtet 
und eine psychiatrische Behandlung habe seit längerer Zeit nicht mehr 
stattgefunden. Die RAD-Ärztin hielt fest, dass sich die Frage nach der Ar-
beitsfähigkeit erst nach 6-monatiger gesicherter Alkoholabstinenz beant-
worten lasse (S. 5). Medizinisch sei nichts gegen das laufende Belastbar-
keitstraining in körperlich leichter Büroarbeit einzuwenden.

3.1.3 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. G.________, Praktischer Arzt, 
führte auf telefonische Nachfrage am 17. März 2020 (AB 81) aus, dass sich 
die Beschwerdeführerin seiner persönlichen Einschätzung nach unter der 
Abgabe von Antabus deutlich stabilisiert habe. Er habe nicht den Eindruck, 
dass noch ein relevanter Alkoholabusus bestehe, die Beschwerdeführerin 
sei in ihrem Verhalten deutlich gefestigt und besser "zuweg". Auch bezüg-
lich der Psoriasis-Arthropathie gebe es keine nennenswerten Einschrän-
kungen.

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3.1.4 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Urologie und 
Fachärztin für Chirurgie, fasste im Bericht vom 18. März 2020 (AB 82) die 
vorliegenden medizinischen Berichte zusammen und nannte als Diagnosen 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Alkoholabhän-
gigkeitssyndrom mit rezidivierenden Rückfällen sowie eine Minderbelast-
barkeit des rechten Beines bei Zustand nach Sturz vom 17. Juli 2018 mit 
periprothetischer Femurfraktur rechts nach Implantation einer Hüftprothese 
rechts 2014 (S. 4). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien laut 
Aktenlage ein Status nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver 
Reaktion (ICD-10: F43.21, Differentialdiagnose: leichte bis mittelgradige 
depressive Episode), laut Aktenlage ein Status nach lateraler Clavicula-
fraktur links nach einem Unfall am 31. Mai 2019, eine bekannte Psoriasis, 
ein arterieller Hypertonus, Hyperlipidämie, laut Aktenlage ein Nikotinabusus 
mit chronischer Bronchitis, laut Aktenlage ein Vitamin-B12-Mangel, akte-
nanamnestisch eine Struma multinodosa, laut Aktenlage ein Status nach 
distaler Radiusfraktur rechts mit konservativer Behandlung sowie laut Ak-
tenlage ein Status nach Fraktur des Grundgelenks DIII der linken Hand. 
Unter Würdigung der vorgelegten Befund- und Arbeitsversuch-Berichte 
könne eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit an fünf Tagen pro Woche mit einer 
10 %igen Leistungsminderung aufgrund erhöhten Pausenbedarfs ange-
nommen werden (S. 5). Dabei sollte es sich um eine körperlich leichte, 
überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit handeln mit der Möglichkeit 
von frei wählbaren Pausen. Zu vermeiden seien überwiegendes Gehen und 
Stehen, Gehen auf unebenem Gelände, Besteigen von Gerüsten und Lei-
tern, Treppensteigen, Exposition gegenüber Vibrationen, Arbeiten mit er-
höhter Verletzungsgefahr, Arbeiten mit Fremdgefährdung, häufig wech-
selnde Arbeitszeiten, Schicht-/Wechsel- und Nachtarbeit, Akkordarbeit, 
Exposition gegenüber Kälte, Nässe, Hitze, Schmutz und Feuchtigkeit, 
Zwangshaltungen, gebückte Haltung, Heben von Lasten köperfern, repetiti-
ves Hocken, Kauern, Bücken oder Tätigkeiten in nach vorne geneigter Hal-
tung, Arbeiten mit vorwiegendem Publikumsverkehr/mit besonderen Anfor-
derungen an Konzentrations- und Reaktionsvermögen, Ausdauer, Umstel-
lungs- und Anpassungsvermögen und vermehrter Aussendienst- und Rei-
setätigkeit.

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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.2.2 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 
und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 134 E. 4.3).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 13. November 2020 (AB 103) auf den Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. 
H.________ vom 18. März 2020 (AB 82) gestützt. Dieser erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Berichts gestellten Anforderungen und erbringt vollen Beweis (vgl. 
E. 3.2.1 hiervor). Dass es sich dabei um einen Aktenbericht handelt und die 
RAD-Ärztin die Beschwerdeführerin nicht selber untersucht hat, mindert – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/20/922, Seite 10

entgegen den Vorbringen in der Beschwerde (S. 4 Ziff. II Ziff. 4) – dessen 
Überzeugungskraft nicht, denn die Voraussetzungen zum Verzicht auf eine 
klinische Exploration waren mangels divergierender Arztberichte erfüllt (vgl. 
E. 3.2.2 hiervor). Insbesondere ging auch der Hausarzt Dr. med. 
G.________ davon aus, dass unter kontrollierter Einnahme von Antabus 
kein relevanter Alkoholabusus mehr bestehe und auch bezüglich der Psori-
asis-Arthropathie keine nennenswerten Einschränkungen beständen 
(AB 81). Aus den Akten ergeben sich zudem keine Anhaltspunkte für einen 
aktuell bestehenden psychischen Gesundheitsschaden, der im hier interes-
sierenden Zeitraum Auswirkungen auf das funktionelle Leistungsvermögen 
hätte. Dies wird denn zu Recht auch nicht geltend gemacht. 

Damit stand zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit die Minderbelastbarkeit 
des rechten Beines im Vordergrund. Nach einem Sturz im Jahr 2014 war 
das rechte Hüftgelenk prothetisch versorgt (vgl. AB 26.19 und AB 26.21) 
und nach einem neuerlichen Sturzereignis beim "Schlafwandeln" im Juli 
2018 (AB 10.7 und AB 26.13, vgl. auch AB 23) osteosynthetisch mittels 
einer Trochanter-Fixationsplatte behandelt worden (AB 26.10 f.). Die RAD-
Ärztin Dr. med. H.________ verfügt über einen Facharzttitel in Chirurgie 
und ist damit im vorliegenden Kontext für die fachärztliche Beurteilung der 
Auswirkungen dieses feststehenden Gesundheitsschadens auf die Arbeits-
fähigkeit kompetent (vgl. statt vieler: Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 22. März 2010, 8C_83/2010, E. 3.2.3, wonach die fachliche Qualifika-
tion der Ärzte hinsichtlich des Beweiswertes ihrer Aussage von erheblicher 
Bedeutung ist). Sie berücksichtigte dabei richtigerweise auch die Erkennt-
nisse aus den durchgeführten Integrationsmassnahmen in Form eines Be-
lastbarkeits- und eines Aufbautrainings sowie der Arbeit zur Zeitüberbrü-
ckung (vgl. Berichte des Zentrums I.________ [AB 56 und AB 71]). Ge-
stützt darauf und auf die vorliegenden medizinischen Akten geht die RAD-
Ärztin Dr. med. H.________ von einer Restarbeitsfähigkeit von 70 % an 
fünf Tagen pro Woche mit einer 10 %igen Leistungsminderung infolge ei-
nes erhöhten Pausenbedarfs aus (AB 82 S. 5). Wenn die Beschwerdefüh-
rerin jedoch geltend macht (Beschwerde S. 4 Ziff. II Ziff. 4 und S. 5 Ziff. II 
Ziff. 6), dass sich anlässlich des Arbeitsversuchs lediglich ein effektiv mög-
liches zeitliches Pensum von rund 65 % (maximal 5,5 Stunden pro Tag [vgl. 
AB 85 S. 2]) ergeben habe und unter Berücksichtigung des 10 %igen Leis-

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tungsabzugs deshalb eine Arbeitsfähigkeit von 58.5 % resultiere, ist hierzu 
festzuhalten, dass lediglich eine geringfügige Abweichung in der Beurtei-
lung des zeitlich möglichen Pensums zwischen der RAD-Ärztin und den 
Fachleuten des Job-Coachings vorliegt, nicht aber eine offensichtliche und 
erhebliche Diskrepanz, die das Einholen einer klärenden medizinischen 
Stellungnahme erforderlich gemacht hätte (vgl. Entscheid des BGer vom 
27. Juni 2018, 8C_48/2018, E. 4.3.1). Da die RAD-Ärztin Dr. med. 
H.________ nicht nur auf das subjektiv präsentierte Leistungsvermögen 
abstellte, sondern gestützt auf die objektive Befundlage ein differenziertes 
und überzeugendes Zumutbarkeitsprofil formulierte (AB 82 S. 5), hat diese 
ärztliche Beurteilung Vorrang. Nach dem Dargelegten ist somit von einer 
70 %igen Restarbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinschränkung von 10 %, 
also einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 63 % auszuge-
hen.

4.

Der Status mit Erwerbstätigkeit von 100 % (vgl. AB 96 S. 4 Ziff. 3.4 und 
Ziff. 4) ergibt sich aus den Akten und ist unbestritten, so dass der IV-Grad 
gestützt auf die festgestellte Arbeitsunfähigkeit anhand eines Einkommens-
vergleichs (vgl. E. 2.3 hiervor) zu ermitteln ist.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-

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nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV 
Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen wer-
den (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 
Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im Zeit-
punkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen Daten 
zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer vom 
27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1). 

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend ist aufgrund des Unfalls vom 19. Juli 2018 
ab diesem Zeitpunkt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der an-
gestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit ausgewiesen (vgl. 
Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb [AB 96 S. 2 Ziff. 1.2]). Der frühestmög-
liche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichtigung der darauf folgen-
den Wartezeit und mit Blick auf die Anmeldung zum Leistungsbezug im 
August 2018 (AB 1) in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 
IVG auf Juli 2019 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkom-
mensvergleich durchzuführen. 

4.3

4.3.1 Da die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während der Wartezeit 
über 70 % lag (vgl. AB 96 S. 3 Ziff. 1.2; zur Berechnung vgl. Rz. 2017 f. 
sowie Anhang 2 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung [KSIH]) und die Erwerbsunfähigkeit aufgrund der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/20/922, Seite 13

vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit nach Ablauf der War-
tezeit bei 100 % lag, besteht ab 1. Juli 2019 Anspruch auf eine ganze Ren-
te (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b bb und E. 7 S. 275; Rz. 4001 f. 
KSIH;MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 
3. Aufl. 2014, Art. 28 N. 36 und Art. 29 N. 6). Der Rentenanspruch wurde in 
diesem Zeitpunkt nicht nach Art. 29 Abs. 2 IVG aufgeschoben (vgl. dazu 
auch Rz. 1054 Kreisschreiben über die Taggelder der Invalidenversiche-
rung [KSTI]), da das Belastbarkeitstraining aufgrund des Sturzes vom 
31. Mai 2019 mit Schlüsselbeinbruch und daraus folgender vollständiger 
Arbeitsunfähigkeit unterbrochen werden musste (AB 52, AB 56 S. 3 und 
AB 60 sowie IV-Protokoll S. 3 f.). Das seit Beginn des Belastbarkeitstrai-
nings am 8. April 2019 ausgerichtete Taggeld (AB 42) wurde infolgedessen 
bis zum 22. Juli 2019 vorübergehend eingestellt (AB 63) und es konnte für 
den Juli 2019 der Anspruch auf eine IV-Rente entstehen.

4.3.2 Weiter ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass ab dem Ab-
schluss des Arbeitsversuchs im Mai 2020 die 63 %ige Restarbeitsfähigkeit 
Geltung hat (AB 75 und AB 96 S. 7 Ziff. 7), was nicht zu beanstanden ist 
und einen Revisionsgrund darstellt. Auf diesen Zeitpunkt ist ein Einkom-
mensvergleich durchzuführen (vgl. E. 2.5 hiervor). Die zuletzt ausgeübte 
Arbeit als ... im Bereich … entspricht – unter Berücksichtigung der attestier-
ten Einschränkung (vgl. E. 3.3 vorstehend) – dem von der RAD-Ärztin for-
mulierten Anforderungsprofil, so dass die Beschwerdegegnerin für beide 
Vergleichseinkommen richtigerweise die LSE und hierbei die Tabelle T17, 
ISCO-Berufsgruppe Ziff. 43 "Bürokräfte Finanz- u. Rechnungswesen, Sta-
tistik und Materialwirtschaft", heranzog. Damit erübrigt sich die betrags-
mässige Ermittlung der Vergleichseinkommen und der IV-Grad entspricht 
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen 
Abzuges vom Tabellenlohn (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2). Ein sol-
cher zusätzlicher leidensbedingter Abzug ist indessen nicht vorzunehmen. 
Auch verfängt die in der Beschwerde vorgebrachte Kritik (S. 4 ff. Ziff. 3 ff.) 
nicht. Wie in der Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 24. Sep-
tember 2020 (AB 101 S. 3) und auch in der Beschwerdeantwort (S. 2 lit. C 
Ziff. 4) zutreffend ausgeführt wurde, berücksichtigt das von der RAD-Ärztin 
Dr. med. H.________ formulierte Zumutbarkeitsprofil neben der attestierten 
Arbeitsfähigkeit von 70 % auch eine 10 %ige Leistungsminderung aufgrund 

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des erhöhten Pausenbedarfs (AB 82 S. 5) und damit die nötigen Ein-
schränkungen. Ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug ist nicht ange-
bracht, da die anlässlich des Arbeitsversuchs im ersten Arbeitsmarkt aus-
geführte Tätigkeit den Anforderungen des festgestellten Zumutbarkeitspro-
fils entspricht. Auch würden invaliditätsfremde Faktoren wie Alter, Dienst-
jahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad ebenfalls 
keinen Abzug rechtfertigen, zumal ein solcher auch bei dem auf einem Ta-
bellenlohn basierenden Valideneinkommen vorzunehmen wäre (Entscheide 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5, und vom 10. November 
2015, 8C_300/2015, E. 7.3.3).

Auch der mit Eingabe vom 9. Februar 2021 vorgebrachte Verweis auf das 
Gutachten "Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Ver-
gleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung" vom 8. Januar 2021 des Büros 
für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS AG (BASS [abrufbar unter 
<www.wesym.ch>, Rubrik: Downloads]) und das Rechtsgutachten "Grund-
probleme der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung" vom 
22. Januar 2021 von THOMAS GÄCHTER (Schlussfolgerungen abrufbar unter 
<www.wesym.ch>, a.a.O.) vermag daran nichts zu ändern. Die Beschwer-
deführerin macht geltend, dass die Erkenntnisse dieser Publikationen, wo-
nach der Durchschnittslohn von Erwerbstätigen mit starken gesundheitli-
chen Einschränkungen rund 20 % tiefer sei als das Einkommen von voll 
leistungsfähigen Erwerbstätigen, mit einem Abzug vom Tabellenlohn zu 
berücksichtigen sei. Die Autoren des BASS-Gutachtens und des Rechts-
gutachtens kommen gestützt auf empirische Erhebungen im Wesentlichen 
zum Schluss, dass der Medianlohn von Erwerbstätigen mit starken ge-
sundheitlichen Einschränkungen – unabhängig davon ob sie eine IV-Rente 
beziehen oder nicht – signifikant tiefer ist als jener von voll leistungsfähigen 
Erwerbstätigen, wobei der weitaus grösste Anteil der Lohnunterschiede 
nicht auf lohnrelevante Faktoren wie bspw. Geschlecht, Alter, Kompetenz-
niveau oder Brancheneffekte zurückzuführen sei. Der Faktor "Starke ge-
sundheitliche Einschränkungen" wird dabei definiert als (sehr) schlechter 
allgemeiner Gesundheitszustand (IZ40/4 bzw. IZ40/5) oder (kumulativ) eine 
länger andauernde Krankheit bzw. gesundheitliche Probleme (IZ41/1) so-
wie mindestens sechs Monate dauernde starke Einschränkung des tägli-
chen Lebens wegen gesundheitlicher Probleme (IZ42/1; vgl. BASS AG-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/20/922, Seite 15

Gutachten S. 17 Fn. 4 bzw. Schlussfolgerung Rechtsgutachten S. 38 
Rz. 109; vgl. auch Schweizerische Arbeitskräfteerhebung [SAKE] des BFS, 
Variablenliste 2019, S. 19 und S. 48, abrufbar unter <www.bfs.admin.ch>). 
Selbst wenn beide Vergleichseinkommen anhand desselben Tabellenlohns 
ermittelt würden und somit die invaliditätsfremden Faktoren auszuklam-
mern wären, sei damit für gesundheitlich stark eingeschränkte Erwerbstäti-
ge ein signifikant tieferes Lohnniveau zu erwarten. Im vorliegenden Fall 
enthalten die medizinischen Akten jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass 
die Beschwerdeführerin einen schlechten oder sogar sehr schlechten 
Allgemeinzustand aufweist. Zudem ist sie hauptsächlich durch die Minder-
belastbarkeit des rechten Beins eingeschränkt, womit sie im täglichen Le-
ben nicht "stark eingeschränkt" ist. Daraus ergibt sich, dass aus dem ange-
rufenen Gutachten des BASS wie auch aus dem Rechtsgutachten von 
GÄCHTER keine Schlussfolgerungen abgeleitet werden können, die hier für 
einen Tabellenlohnabzug sprächen. 

4.3.3 Zusammenfassend entspricht der IV-Grad der Beschwerdeführerin 
damit per Ende des Arbeitsversuches Ende Mai 2020 dem Grad der Ar-
beitsunfähigkeit von 37 % (Arbeitsfähigkeit von 70 % x 0.9) und es besteht 
kein Anspruch auf eine IV-Rente mehr (vgl. E. 2.2 vorstehend). Ab diesem 
Zeitpunkt ist aufgrund der Ergebnisse des Arbeitsversuchs anzunehmen, 
dass die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit im Sinne von Art. 88a Abs. 1 
IVV voraussichtlich längere Zeit dauern wird (vgl. E. 2.5.3 hiervor), so dass 
die bis dahin zugesprochene ganze IV-Rente per Ende Mai 2020 aufzuhe-
ben ist. Die Rechtsprechung, wonach es bei der wiedererwägungs- oder 
revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der IV-Rente bei zurückge-
legtem 55. Altersjahr grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzu-
führen gilt (BGE 145 V 209 E. 5.4 S. 214), führt zu keinem anderen Ergeb-
nis. Denn die Selbsteingliederung ist der Beschwerdeführerin unbestritte-
nermassen zumutbar, da sie sowohl ein Aufbau- und Belastbarkeitstraining 
als auch einen Arbeitsversuch durchlief und ihr von der Beschwerdegegne-
rin ab April 2020 Hilfeleistung in Form von Arbeitsvermittlung gewährt wur-
de (AB 86). Wenn die Beschwerdeführerin die Ausrichtung einer Rente 
"auch ab August 2019 weiterhin" beantragt, verkennt sie hierbei, dass ihr 
Rentenanspruch auch über diesen Zeitpunkt hinaus besteht. Die Renten-
auszahlung im Zeitraum zwischen August 2019 und Mai 2020 entfiel allein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/20/922, Seite 16

aufgrund der intrasystemischen Koordination nach Art. 43 Abs. 2 IVG mit 
dem gleichzeitigen Taggeldbezug anlässlich der Integrationsmassnahmen 
(AB 103 S. 3). 

5.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 
100 % einen Anspruch auf eine ganze IV-Rente von Juli 2019 bis Ende Mai 
2020. Seither besteht bei einem IV-Grad von 37 % kein Anspruch auf eine 
IV-Rente mehr, weshalb die angefochtene Verfügung vom 13. November 
2020 (AB 103) nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwer-
de ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/20/922, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.