# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e583f20-0d7d-56d4-a1f5-f5892b1d9032
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.03.2021 RR.2021.37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2021-37_2021-03-23.pdf

## Full Text

Entscheid vom 23. März 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Cornelia Cova, Vorsitz, 
Miriam Forni und Giorgio Bomio-Giovanascini,     
Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 
Parteien 

  
A., Justizvollzugsanstalt Deutschland,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-
rung,  
 

Beschwerdegegner 
 
 

Gegenstand  Auslieferung an Deutschland 
 
Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG);  
Nachtragsersuchen 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2021.37 
 
 
 
 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- der deutsche Staatsangehörige A. am 5. Mai 2020 – unter Einhaltung des 
Spezialitätsgrundsatzes – zur Strafvollstreckung an Deutschland ausgelie-
fert wurde (act. 2); 

- A. im Rahmen der richterlichen Anhörung vom 3. Juni 2020 erklärte, auf den 
Grundsatz der Spezialität in Bezug auf die Vollstreckung der mit Urteil des 
Landgerichts München I vom 30. Juni 2015 ausgesprochenen Restfreiheits-
strafe von 153 Tagen nicht zu verzichten (act. 5.1);  

- das Bayerische Staatsministerium der Justiz mit Schreiben vom 2. Dezem-
ber 2020 die Schweiz nachträglich um Auslieferung von A. im Hinblick auf 
die Vollstreckung einer Restfreiheitsstrafe von 153 Tagen aus dem Urteil des 
Landgerichts München I vom 30. Juni 2015 (Diebstahl, Hausfriedensbruch 
und unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln) ersuchte (act. 5.1); 

- das BJ am 14. Januar 2021 die Auslieferung von A. an Deutschland für die 
im Nachtragsersuchen vom 2. Dezember 2020 zugrundeliegenden Strafta-
ten bewilligte (act. 2); 

- das BJ das Bayerische Staatsministerium der Justiz mit Schreiben vom 
14. Januar 2021 bat, den Auslieferungsentscheid A. zu eröffnen (act. 5.2);  

- A. mit Beschwerde vom 25. Februar 2021 (Postaufgabe: 5. März 2021; Post-
eingang: 8. März 2021) an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
gelangt und sinngemäss die Aufhebung des Auslieferungsentscheids des BJ 
vom 14. Januar 2021 beantragt (act. 1); 

- das BJ der Beschwerdekammer am 10. März 2021 aufforderungsgemäss 
die Akten des Auslieferungsverfahrens übermittelte (act. 5). 

 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland primär 
die einschlägigen Staatsverträge, namentlich das Europäische Ausliefe-
rungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1), die 
hierzu ergangenen Zusatzprotokolle vom 17. März 1978 (ZPII EAUe; 
SR 0.353.12) und vom 10. November 2010 (ZPIII EAUe; SR 0.353.13) sowie 
der Vertrag vom 13. November 1969 zwischen der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des 

- 3 - 

 

 

EAUe und die Erleichterung seiner Anwendung (ZV EAUe; 
SR 0.353.913.61) massgebend sind; 

- überdies das Schengener Durchführungsübereinkommen vom 14. Juni 1985 
(SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62) i.V.m. dem Beschluss 
des Rates über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des SIS der 
zweiten Generation (SIS II), namentlich Art. 26-31 (ABl. L 205 vom 7. August 
2007, S. 63-84) anwendbar ist, wobei die zwischen den Vertragsparteien 
geltenden weitergehenden Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen 
unberührt bleiben (Art. 59 Abs. 2 SDÜ); 

- soweit die staatsvertraglichen Bestimmungen gewisse Fragen nicht ab-
schliessend regeln, auf das Verfahren der Auslieferung ausschliesslich das 
Recht des ersuchten Staates (Art. 22 EAUe), namentlich das Bundesgesetz 
vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechts-
hilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 
24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) Anwendung 
findet; 

- das innerstaatliche Recht nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur An-
wendung gelangt, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe 
stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 
E. 3.1); die Wahrung der Menschenrechte bleibt vorbehalten (BGE 135 IV 
212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2016 65 E. 1.2; 2008 24 E. 1.1); 

- für das Beschwerdeverfahren zudem die Bestimmungen des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungs-
verfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 
Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG) gelten; 

- gegen Auslieferungsentscheide des BJ innert 30 Tagen seit der Eröffnung 
des Entscheides bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Be-
schwerde geführt werden kann (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG; 
Art. 50 Abs. 1 VwVG); 

- der Beschwerdeführer als von der Auslieferung Betroffener beschwerdebe-
fugt ist und die Beschwerde formgerecht eingereicht wurde; 

- sich das konkrete Datum, an welchem der angefochtene Auslieferungsent-
scheid dem Beschwerdeführer eröffnet wurde, nicht aus den vorliegenden 
Akten ergibt;  

- da sich die vorliegende Beschwerde ohnehin als offensichtlich unbegründet 
erweist, dahingestellt bleiben kann, ob sie fristgerecht erhoben wurde; 

- 4 - 

 

 

- der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde sinngemäss geltend macht, 
sich seit seiner Auslieferung und Inhaftierung intensiv um einen Therapie-
platz bei der «Drogenhilfe Kompass» bemüht zu haben und alle Vorausset-
zungen für eine positive Therapie zu erfüllen; falls er die Strafe von 153 Ta-
gen noch vor seinem Termin zum Therapieantritt am 23. März 2021 antreten 
und die Haftstrafe absitzen müsste, seine Bemühungen für ein geordnetes 
Leben noch vor der Therapie gefährdet wären (act. 1);  

- sich der Beschwerdeführer mit der Beschwerde vom 25. Februar 2021 im 
Wesentlichen gegen den Vollzug der Restfreiheitsstrafe von 153 Tagen 
wehrt; 

- der Beschwerdeführer damit übersieht, dass die Beurteilung des Vollzugs 
der (Rest-)Freiheitsstrafe im ersuchenden Staat, zu welcher die von der Aus-
lieferung betroffene Person verurteilt wurde und wegen der um Auslieferung 
ersucht wird, nicht dem Schweizer Rechtshilferichter obliegt; 

- der Beschwerdeführer die diesbezüglichen Vorbringen gegenüber den deut-
schen Behörden geltend zu machen hat; 

- sich die Beschwerde nach dem Gesagten als unbegründet erweist und sich 
aus den vorliegenden Akten auch anderweitig keine Auslieferungshinder-
nisse ergeben; 

- die Beschwerde demnach ohne Durchführung eines Schriftenwechsels ab-
zuweisen ist (vgl. Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario); 

- der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens grundsätzlich die 
Verfahrenskosten zu tragen hätte (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 
Abs. 2 lit. b und Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG); es sich jedoch vorliegend recht-
fertigt, auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten (Art. 39 Abs. 2 
lit. b StBOG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 Satz 3 VwVG). 

 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 

 
 

Bellinzona, 24. März 2021 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Vizepräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- A., Justizvollzugsanstalt Deutschland (Zustellung via Bayerisches Staatsmi-

nisterium der Justiz) 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung (unter Beilage einer Kopie 

der Beschwerde) 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge-
reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Ge-
genständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbe-
reich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein 
besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 
elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere 
Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).