# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bfc0a65-2bb4-53b8-ad86-0f3f75585f56
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.12.2011 D-2974/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2974-2007_2011-12-22.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­2974/2007
law/auj

U r t e i l   v om   2 2 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérald Bovier; 
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

Parteien A._______, geboren am […], 
B._______, geboren am […], 
C._______, geboren am […],
D._______, geboren am […], 
E._______, geboren am […], 
F._______, geboren am […], 
Kosovo, 
alle vertreten durch lic. iur. Othman Bouslimi, 
[…], 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Vollzug und Wegweisung 
(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); 
Verfügung des BFM vom 30. März 2007 / N […].

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Sachverhalt: 

I. 

A. 
Der  aus  Z._______  stammende  Beschwerdeführer  ashkalischer  Ethnie 
und seine religiös angetraute,  in Y._______ geborene und in X._______ 
(Kosovo)  aufgewachsene  albanische  Frau  hatten  am  11. Oktober  2005 
mit  ihrem  […]jährigen  Sohn  C._______  und  ihrer  […]jährigen  Tochter 
D._______  in  Vallorbe  um  Asyl  nachgesucht.  Dabei  hatten  sie  im 
Wesentlichen  vorgebracht,  die  Familie  der  Frau  sei mit  der  Verbindung 
nicht  einverstanden  gewesen.  Der  Beschwerdeführer  sei  im  Jahr  2004 
von Familienangehörigen der Frau spitalreif geschlagen worden; er habe 
von  ihnen  auch  Todesdrohungen  erhalten,  und  sie  hätten  auf  ihn 
geschossen.  Die  Beschwerdeführerin  sei  andauernden  Belästigungen 
und  Beleidigungen  durch  die  Familie  des  Mannes  und  albanische 
Nachbarn ausgesetzt gewesen. Sie sei mehrmals von Albanern beinahe 
vergewaltigt worden. 

B. 
Vom  BFM  am  28. Oktober  2005  angeordnete  Abklärungen  des 
Verbindungsbüros  in  Pristina  ergaben  unter  anderem,  dass  das  Paar 
Kosovo im Jahre 1999 verlassen und seither in Deutschland gelebt habe; 
nach  Kosovo  sei  es  nie  zurückgekehrt.  Die  Familie  der 
Beschwerdeführerin  sei  zwar  über  die Eheschliessung  ihrer  Tochter mit 
einem Ashkali verärgert gewesen und bei diesem vorstellig geworden; zu 
Drohungen sei es jedoch nicht gekommen. Die Vorinstanz gewährte den 
Beschwerdeführenden am 18. Januar 2006 das rechtliche Gehör zu den 
Abklärungsergebnissen. 

C. 
In  seiner  Stellungnahme  vom  26. Oktober  2006  gestand  der 
Beschwerdeführer ein, bis zur Einreise in die Schweiz mit seiner Familie 
in  Deutschland  gelebt  und  dies  im  schweizerischen  Asylverfahren  aus 
Angst  vor  einer  Ausschaffung  nach  Kosovo  durch  Deutschland 
verheimlicht zu haben. In Kosovo könnten sie nicht leben, weil die Familie 
seiner  Frau  ihn  hasse  und  bei  Gelegenheit  töten  würde.  Einem  der 
Stellungnahme beigelegten Schreiben des […] vom 28. September 2005 
ist  unter  anderem  zu  entnehmen,  dass  das Paar  am 4. August  1999  in 
Deutschland ein Asylgesuch und später einen Folgeantrag gestellt hatte, 
und dass auf den 24. Oktober 2005 eine Ausreisefrist angesetzt worden 
war. 

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D. 
Mit Verfügung vom 3. Februar 2006 lehnte das BFM die Asylgesuche ab, 
da  die  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  im  Sinne 
von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht 
standhielten, und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren 
Vollzug mit einer Ausreisefrist auf den 31. März 2006 an. 

Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

II. 

E. 
Mit Eingabe des Vereins "[…]" an das BFM vom 30. März 2006 reichten 
die  Beschwerdeführenden  ein  erstes  Wiedererwägungsgesuch  ein.  Zur 
Begründung  des  sinngemässen  Antrags  auf  vorläufige  Aufnahme  der 
Beschwerdeführenden  machte  der  unterzeichnende  Vereinsvertreter 
gestützt  auf  ein  am  10. Februar  2006  datiertes  Bestätigungsschreiben 
des  Vereins  unter  anderem  geltend,  Angehörige  der  ägyptischen 
Minderheit  seien  in  Kosovo  ihres  Lebens  nicht  mehr  sicher.  Zudem 
bedeute  die  Eheschliessung  einer  albanischen  Frau  mit  einem  Ashkali 
gemäss dem albanischen Ehrenkodex "Kanuni i Lek Dugagjinit" aus dem 
Jahre 1442, welcher die albanische Kultur auch heute noch stark präge, 
für beide den Tod oder für die Frau zumindest den Ausschluss aus ihrer 
Familie. 

F. 
Mit Verfügung vom 18. April 2006 wies das BFM dieses Gesuch ab und 
stellte  die  Rechtskraft  und  Vollstreckbarkeit  der  Verfügung  vom 
3. Februar  2006  fest.  Zur  Begründung  machte  das  Bundesamt  im 
Wesentlichen  geltend,  es  habe  die  Asylvorbringen  und  die  persönliche 
Situation der Beschwerdeführenden sowie die Situation der Minderheiten 
in Z._______ und das familiäre Beziehungsnetz vor Erlass der Verfügung 
vom  3. Februar  2006  geprüft.  Diese  sei  unangefochten  in  Rechtskraft 
erwachsen.  Bei  dem  zur  Untermauerung  einer  Gefährdung  der 
Beschwerdeführenden  eingereichten  Bestätigungsscheiben  vom 
10. Februar  2006  handle  es  sich  nicht  um  ein  neues,  erhebliches 
Beweismittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021),  da  das  Schreiben  lediglich  in  allgemeiner  Weise  über 
albanische  Bräuche  und  die  Situation  von  Minderheiten  in  Kosovo 
informiere. 

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III. 

G. 
Mit Eingabe der neu als Rechtsvertretung mandatierten Asylhilfe Bern an 
das BFM vom 16. September 2006 stellten die Beschwerdeführenden ein 
zweites Wiedererwägungsgesuch. Darin beantragten sie unter anderem, 
es  sei  wiedererwägungsweise  die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen.  Zur  Begründung  brachten  sie  im  Wesentlichen  vor,  die 
staatlichen  Behörden  in  Kosovo  könnten  Roma  und  Ashkali  nicht  vor 
Übergriffen  rechtsgerichteter  Gruppen  schützen.  Die 
Beschwerdeführenden  hätten  in  Kosovo  zudem  weder  Vermögen  noch 
ein  Haus  oder  Dach  über  dem  Kopf,  so  dass  sie  in  eine 
existenzbedrohende  Situation  geraten  würden.  Zur  Untermauerung 
reichten sie ein fremdsprachiges Bestätigungsschreiben der "[…]" zu den 
Akten,  und  –  mit  ergänzender  Eingabe  vom  16. Oktober  2006  –  eine 
fremdsprachige  Erklärung  des  Bruders  und  der  Schwägerin  des 
Beschwerdeführers  vor  dem  Gemeindegericht  Z._______  vom 
15. September  2006  mit  deutscher  Übersetzung.  Darin  äussern  sich 
diese gegen eine Rückschaffung der Beschwerdeführenden nach Kosovo 
mit der Begründung, letztere befänden sich in Gefahr, weil die Familie der 
Beschwerdeführerin nach dem Aufenthaltsort der Familie  in der Schweiz 
suche,  um  einen  Racheakt  für  die  gegen  ihren  Willen  erfolgte 
Eheschliessung durchzuführen. 

H. 
Mit  Verfügung  vom  23. Oktober  2006  wies  das  BFM  das  zweite 
Wiedererwägungsgesuch  ab,  soweit  es  darauf  eintrat.  Das  Bundesamt 
hielt  fest,  die  Verfügung  vom  3. Februar  2006  sei  rechtskräftig  und 
vollstreckbar,  und  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine 
aufschiebende  Wirkung  zu.  Zur  Begründung  führte  die  Vorinstanz  im 
Wesentlichen  aus,  bezüglich  der  angeblichen  Verfolgung  wegen  ihrer 
Heirat  wiederholten  die  Beschwerdeführenden  lediglich  die  bereits  im 
ordentlichen  und  ausserordentlichen  Verfahren  geltend  gemachten 
Vorbringen. Die  ins Recht gelegten Beweismittel  (Bestätigungsschreiben 
der  "[…]",  Erklärung  des  Bruders  und  von  dessen  Frau)  würden  sich 
ausschliesslich auf die im ordentlichen und ausserordentlichen Verfahren 
bereits  gewürdigten  und  als  unglaubhaft  befundenen  Vorbringen 
beziehen.  Bezeugungen  von  Verwandten  hätten  zudem  nur  geringen 

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Beweiswert.  Die  eingereichten  Beweismittel  seien  offensichtlich  aus 
Gefälligkeit  erstellt  worden. Diese Verfügung  erwuchs  unangefochten  in 
Rechtskraft. 

IV. 

I. 
Mit  Eingabe  des  neu  mandatierten,  im  Rubrum  des  vorliegenden 
Entscheids aufgeführten Rechtsvertreters  vom 10. Januar  2007  reichten 
die Beschwerdeführenden beim BFM ein drittes Wiedererwägungsgesuch 
ein.  Darin  beantragen  sie  die  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  einer 
Rückführung  nach  Kosovo  sowie  die  Anordnung  der  vorläufigen 
Aufnahme. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchen sie um Gewährung 
der  aufschiebenden  Wirkung  des  Gesuchs  und  um  die  einstweilige 
Aussetzung des Wegweisungsvollzugs. Mit einer nahezu gleichlautenden 
Eingabe  vom  13. Februar  2007  beantragen  sie  ferner,  es  sei  auf  die 
Erhebung eines Gebührenvorschusses zu verzichten. 

J. 
Mit Zwischenverfügung vom 12. März 2007 wies das BFM den Antrag auf 
Aussetzung  des  Wegweisungsvollzugs  sowie  das  Gesuch  um  Verzicht 
auf  die  Erhebung  eines  Gebührenvorschusses  ab  und  setzte  den 
Beschwerdeführenden  eine  Frist  zur  Zahlung  eines 
Gebührenvorschusses in der Höhe von Fr. 1200.– an, welchen diese am 
23. März 2007 leisteten. 

K. 
Mit  Verfügung  vom  30. März  2007  trat  das  BFM  auf  das  dritte 
Wiedererwägungsgesuch  vom  10. Januar  2007  und  die  als 
Gesuchsergänzung behandelte Eingabe vom 13. Februar 2007 nicht ein 
und  stellte  erneut  die  Rechtskraft  und  Vollstreckbarkeit  der  Verfügung 
vom  3. Februar  2006  fest.  Das  Bundesamt  erhob  eine  Gebühr  von 
Fr. 1200.–  und  hielt  fest,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine 
aufschiebende Wirkung zu. 

L. 
Am  19. April  2007  ging  beim Migrationsdienst  des  Kantons W._______ 
ein  psychiatrischer  Arztbericht  vom  17. April  2007  die 
Beschwerdeführerin  betreffend  ein, welchen  die  kantonale Behörde  ans 
BFM weiterleitete. Mit Schreiben vom 26. April 2007 wies das Bundesamt 
den ausstellenden Arzt darauf hin, es könne den Bericht nur prüfen, wenn 

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die Beschwerdeführerin oder deren Rechtsvertretung ein entsprechendes 
Fristverlängerungs­ oder Wiedererwägungsgesuch einreiche. 

M. 
Mit  als  "Rekurs"  bezeichneter  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom 
28. April  2007  (Poststempel)  erhoben  die  Beschwerdeführenden  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM 
vom  30. März  2007.  Dabei  beantragten  sie  sinngemäss,  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch  sei  einzutreten,  die  vorinstanzliche  Verfügung 
sei  aufzuheben  und  es  sei  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung  festzustellen  sowie  eine  vorläufige Aufnahme anzuordnen. 
In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchten  sie  sinngemäss  um  die 
Aussetzung  des  Wegweisungsvollzugs,  um  die  Gewährung  der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  sowie  um  Erlass  der 
Verfahrenskosten. 

N. 
Mit  Telefax  vom  1. Mai  2007  setzte  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Wegweisungsvollzug einstweilen aus. 

O. 
Mit Eingabe  vom 3. Mai  2007  stellte  der Rechtsvertreter  einen weiteren 
psychiatrischen  Arztbericht  in  Aussicht  und  reichte  die  Kopie  eines 
gynäkologischen  Arztberichtes  vom  23. April  2007  ein,  welcher  die 
Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin  bestätigt.  Mit  Eingabe  vom 
9. Mai  2007  fand  ein  weiteres  gynäkologisches  Arztzeugnis  vom  7. Mai 
2007 Eingang in die Akten. Darin wird auf die Mehrlingsschwangerschaft 
der  Beschwerdeführerin  und  auf  die  Notwendigkeit  einer  intensiven 
medizinischen Betreuung hingewiesen. 

P. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  11. Mai  2007  hiess  der  Instruktionsrichter 
das  Gesuch  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der 
Beschwerde gut, stellte die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  in  Aussicht, 
verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  setzte  Frist 
an zur Einreichung des angekündigten psychiatrischen Arztberichtes. Mit 
Hinweis  auf  die  Rechtsprechung  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission (ARK) hielt er  fest, Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens  sei  einzig  die  Frage,  ob  das  BFM  zu  Recht  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch  vom  10. Januar  2007  und  13. Februar  2007 

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nicht  eingetreten  sei.  Die  von  der  Vorinstanz  nicht  materiell  geprüfte 
Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sei  nicht 
Verfahrensgegenstand  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1995  Nr. 14  E. 4 
S. 127 f., EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.). 

Q. 
Mit  Eingabe  vom  18. Mai  2007  reichte  der  Rechtsvertreter  den 
Austrittsbericht  der  Psychiatrischen  […]  V._______  vom  27. April  2007 
zum  zweiwöchigen,  im  Rahmen  einer  Krisenintervention  erfolgten, 
stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin zu den Akten. Darin wird 
eine  Anpassungsstörung  mit  akuter  Suizidalität  (ICD­10:  F43.1)  bei 
psychosozialer  Belastung  aufgrund  der  drohenden  Ausschaffung 
diagnostiziert  sowie ausgeführt,  im Verlaufe der Krisenintervention habe 
sich die Patientin glaubhaft von Suizidabsichten distanziert. 

R. 
Mit  Eingabe  vom  31. Mai  2010  reichte  der  Rechtsvertreter  einen 
psychiatrischen  Arztbericht  vom  29. Mai  2007  nach.  Darin  werden  die 
Diagnose  einer  "Anpassungsstörung  mit  Suizidgedanken  bei 
psychosozialer Belastungssituation  (eventuelle Ausschaffung)" sowie die 
Notwendigkeit einer ambulanten Psychotherapie erneut bestätigt. 

S. 
Mit Zwischenverfügung vom 12. Juni 2007  lud der  Instruktionsrichter die 
Vorinstanz zu einem Schriftenwechsel ein. In ihrer Vernehmlassung vom 
5. Juli  2007  hielt  diese  an  ihren  Erwägungen  fest  und  beantragte  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Mit  Zwischenverfügung  vom  6. Juli  2007 
liess der Instruktionsrichter den Beschwerdeführenden die vorinstanzliche 
Vernehmlassung  zur  Replik  zukommen. Mit  Eingabe  vom  23. Juli  2007 
nahmen diese dazu Stellung. 

T. 
Am  23. November  2007  gebar  die  Beschwerdeführerin  die  […] 
E._______ und F._______. 

U. 
Mit Schreiben vom 2. Dezember 2008 samt diversen Beilagen informierte 
die  Sozialkommission  der  […]  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die 
Situation der Beschwerde führenden Familie. 

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V. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  22. November  2010  lud  der 
Instruktionsrichter  die  Vorinstanz  zu  einem  weiteren  Schriftenwechsel – 
namentlich  zur  Frage  des  Kindeswohls  –  ein.  Mit  Eingabe  vom 
9. Dezember 2010 hielt das Bundesamt an seinen Erwägungen fest und 
beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

W. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  10. Dezember  2010  liess  der 
Instruktionsrichter  den  Beschwerdeführenden  die  vorinstanzliche 
Vernehmlassung  zur  Stellungnahme  zukommen.  Mit  Eingaben  vom 
27. Dezember  und  30. Dezember  2010  nahmen  diese  zur 
vorinstanzlichen  Vernehmlassung  Stellung.  Zur  Untermauerung  ihrer 
Anliegen  reichten  sie  drei  Arztberichte  (die  Mutter,  den  Vater  und  den 
Sohn  C._______  betreffend),  ein  Schreiben  der  Beiständin  von 
C._______,  eine  Bestätigung  des  […]  sowie  ein  fremdsprachiges 
Empfehlungsschreiben  der  "[…]"  mit  deutscher  Übersetzung  zu  den 
Akten. 

X. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  25. Januar  2011  lud  der  Instruktionsrichter 
die  Vorinstanz  gestützt  auf  Art.  57  Abs.  2  VwVG  zu  einem  weiteren 
Schriftenwechsel ein – unter ausdrücklichem Hinweis auf das Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­2912/2007  vom  25. Juni  2010  (E. 4, 
insbesondere  E. 4.1  a.E.)  und  die  Frage  einer  materiellen  Behandlung 
des Wiedererwägungsgesuchs. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  somit  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

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Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). 

1.2.  Die  während  des  Verfahrens  geborenen  […]  E._______  und 
F._______ werden in das vorliegende Beschwerdeverfahren einbezogen. 

1.3. Die  Beschwerdeführenden  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung 
berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung;  sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Auf die frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2. 
Mit Beschwerde  können die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3. 
Die  Wiedererwägung  im  Verwaltungsverfahren  ist  ein  gesetzlich  nicht 
geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende 
Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Gemäss  herrschender 
Lehre  und  ständiger Praxis  des Bundesgerichts wird  jedoch aus Art. 29 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  (BV,  SR 101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein 
verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE 
136  II  177  E. 2  S. 181 f.,  mit  weiteren  Hinweisen).  Danach  hat  die 
zuständige Behörde eine selbst getroffene Verfügung in Wiedererwägung 
zu  ziehen,  wenn  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem 
ursprünglichen  Entscheid  beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit 
Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  in  wesentlicher  Weise 
verändert  hat  und  mithin  die  ursprünglich  fehlerfreie  Verfügung  an 
nachträglich  eingetretene Veränderungen  der  Sachlage  anzupassen  ist. 
Sodann können auch Revisionsgründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 VwVG 
einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen, sofern sie sich auf eine 
in materielle Rechtskraft erwachsene Verfügung beziehen, die entweder 
unangefochten  geblieben  oder  deren  Beschwerdeverfahren  mit  einem 
formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist. Ein solchermassen als 
qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist 
grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln. 

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Auf ein Wiedererwägungsgesuch ist nicht einzutreten, wenn lediglich eine 
neue  Würdigung  der  beim  früheren  Entscheid  bereits  bekannten 
Tatsachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die 
bereits  in  einem  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  gegen  die  frühere 
Verfügung hätten geltend gemacht werden können. Ausserdem fällt eine 
Wiedererwägung  dann  nicht  in  Betracht,  wenn  zu  deren  Begründung 
lediglich unsubstanziierte Behauptungen aufgestellt werden und aus der 
Rechtsschrift  die  tatsächlichen  Anhaltspunkte,  die  auf  das  Vorliegen 
eines Wiedererwägungsgrundes  hindeuten  sollen,  nicht  ersichtlich  sind. 
Hingegen  ist  auf  ein  Gesuch  einzutreten,  wenn  die  gesuchstellende 
Person Tatsachen vorbringt, die an sich geeignet sein könnten, zu einem 
anderen Entscheid zu führen. Ob sie auch tatsächlich gegeben und auch 
geeignet sind,  im konkreten Fall zu einer anderen Betrachtungsweise zu 
führen,  ist  Gegenstand  der  materiellen  Prüfung  der  Eingabe  (vgl.  zum 
Ganzen EMARK 2005 Nr. 25 E. 4.2. S. 227 f., EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a 
und b S. 103 f. mit weiteren Hinweisen, EMARK 2003 Nr. 7 E. 4a S. 44). 

4.  
4.1.  Zur  Begründung  des  dritten  Wiedererwägungsgesuchs  wurde  im 
Wesentlichen geltend gemacht, die Beschwerdeführenden stammten aus 
einer  Region,  die  unter  den  Folgen  eines  ethnischen  Krieges  leide;  die 
Ereignisse  vom  März  2005  würden  die  Explosivität  der  Lage 
verdeutlichen. Die Beziehung  zwischen  dem der Minderheit  der  Ashkali 
angehörenden Beschwerdeführer und seiner albanischen Frau werde von 
deren  Verwandten  nicht  geschätzt  und  könnte  daher  zu  weiteren 
Feindseligkeiten  gegen  ihn  und  seine  Familie  führen.  Die  lokalen  und 
internationalen  Behörden  in  Kosovo  seien  nicht  in  der  Lage,  die 
Minderheiten zu schützen. In der ergänzenden Eingabe vom 13. Februar 
2007  wurde  zusätzlich  ausgeführt,  angesichts  der  allgemeinen  Lage  in 
Kosovo  und  derjenigen  der Minderheiten  sei  ihre  Situation  als  ethnisch 
gemischtes Paar besonders prekär. Mit der Entführung seiner zukünftigen 
Frau  habe  sich  der  Beschwerdeführer  der  Gefahr  der  Blutrache  von 
Seiten  ihre Familie ausgesetzt und müsse daher bei einer Rückkehr mit 
Angriffen, ja sogar mit der Ermordung rechnen, was eine Verletzung von 
Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darstelle. 

4.2. Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  des  Nichteintretens  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch  im  Wesentlichen  aus,  die 
Beschwerdeführenden  machten  weder  eine  nachträgliche  Veränderung 
der Sachlage geltend, noch neue Tatsachen und Beweismittel  im Sinne 

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von Art. 66 VwVG, sondern verlangten sinngemäss eine Neubeurteilung 
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Dabei verwiesen sie auf die 
Ereignisse  vom März  2005  in  Kosovo,  die  dem  BFM  im  Zeitpunkt  des 
Asylentscheides vom 3. Februar 2006 bekannt gewesen seien, sowie auf 
dem  BFM  ebenfalls  bekannte  und  im  Internet  öffentlich  zugängliche 
Positionspapiere  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom 
10. April  2003 und  vom 19. Oktober  2005. Das Argument,  aufgrund der 
zitierten  SFH­Papiere  sei  der  Wegweisungsvollzug  von  Ashkali  nach 
Kosovo  schon  damals  nicht  zulässig  beziehungsweise  nicht  zumutbar 
gewesen,  stelle  keinen  Wiedererwägungsgrund  gemäss  Art. 66  VwVG 
dar,  sondern  komme  einer  blossen  "Urteilskritik"  gleich,  zumal  sich  das 
BFM  in  der  unangefochten  gebliebenen  Verfügung  eingehend  zur 
Minderheitensituation,  insbesondere  der  Ashkali  in  Kosovo,  geäussert 
habe.  Ein  Wiedererwägungsgesuch  dürfe  nicht  dazu  dienen,  eine  im 
ordentlichen Verfahren unterlassene Beschwerde zu ersetzen. 

4.3.  Auf  Beschwerdeebene  wird  neben  der  bereits  früher  geltend 
gemachten  konkreten  Gefährdung  aufgrund  der  Verbindung  zwischen 
einem  Ashkali  und  einer  Albanerin  erstmals  vorgetragen,  die 
Beschwerdeführerin  sei  in  ihrer  psychischen  Gesundheit  stark 
angeschlagen;  zudem  sei  sie  schwanger.  Ein  erschwerter  Zugang  zu 
gesundheitlichen  Einrichtungen  in  Kosovo  sei  in  dieser  Situation 
besonders prekär. Wegen ihrer psychischen Probleme habe sie bereits in 
Deutschland  wöchentlich  einen  Psychiater  aufgesucht.  Gemäss  dem – 
nach  Abweisung  des Wiedererwägungsgesuches  am  19. April  2007  bei 
der  kantonalen  Migrationsbehörde  eingegangenen  und  von  dieser  ans 
BFM  weitergeleiteten  –  psychiatrischen  Arztbericht  vom  17.  April  2007 
(vgl.  Sachverhalt  Bst.  L)  sei  die  Beschwerdeführerin  am  10.  April  2007 
wegen  akuter  Suizidalität  notfallmässig  in  die  Psychiatrische  Klinik 
V._______  eingewiesen worden.  Sie  leide  an  einer  Anpassungsstörung 
mit  akuter  Suizidalität  bei  psychosozialer  Belastungssituation  (ICD­
10:F43.1),  welche  durch  die  drohende  Ausschaffung  (Ausreisefrist: 
16. April 2007) ausgelöst worden sei. 

4.4.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  5. Juli  2007  hielt  die  Vorinstanz  in 
materieller Hinsicht  fest, aus dem Arztbericht gehe klar hervor, dass die 
Ursache  der  Anpassungsstörung  der  Beschwerdeführerin  in  der  Pflicht 
zur Ausreise begründet sei. Solche situativ bedingten Probleme seien im 
Rahmen  des  Wegweisungsvollzuges  zu  beachten;  sie  vermöchten 
indessen nicht die Zumutbarkeit der Wegweisung in Frage zu stellen. An 

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der  Behandelbarkeit  solcher  psychischer  Störungen  im  Heimatstaat 
bestünden zudem keine Zweifel. 

4.5. In der Replik vom 23. Juli 2007 wird die Einschätzung der Vorinstanz 
bestritten. Die Beschwerdeführerin  sei mit Drillingen schwanger,  und  ihr 
psychischer Gesundheitszustand sei beeinträchtigt.  Ihre Suizidgedanken 
seien  auf  die  Probleme  zurückzuführen,  welche  sich  aus  der  Ehe  mit 
einem Angehörigen der Ashkali­Minderheit ergäben. Aus diesen Gründen 
seien  sie  und  die  ungeborenen Kinder  bei  einer Rückschaffung  konkret 
gefährdet. 

4.6.  In  ihrer  zweiten Vernehmlassung vom 9. Dezember 2010 nahm die 
Vorinstanz  zur  Frage  des  Kindeswohls  Stellung.  Die  beiden  älteren 
Kinder  seien  im  Alter  von  […]  beziehungsweise  […]  Jahren  in  die 
Schweiz  gekommen,  die  […]  seien  hier  geboren.  Vor  allem  das  älteste 
Kind habe zwar prägende Jahre seiner Kindheit in der Schweiz verbracht. 
Keines der  […]­,[…]­ und  […]jährigen Kinder befände sich  jedoch  in der 
Pubertät,  weshalb  noch  kein  Lösungsprozess  von  den  Eltern 
stattgefunden habe. Eine starke Integration in der Schweiz bestehe nicht 
und  könne  daher  auch  keine  Entwurzelung  im  Heimatland  zur  Folge 
haben.  Zudem  hätten  die  (erwachsenen)  Beschwerdeführenden  den 
grössten Teil ihres bisherigen Lebens in ihrem angestammten Kulturkreis 
verbracht,  und  den  Akten  sei  nicht  zu  entnehmen,  dass  sie  sich  in  der 
Schweiz  in besonderem Masse  integriert  hätten. Weder die Eltern noch 
die Kinder, welche aufgrund der Nähe zu den Eltern mit deren Kulturkreis 
vertraut seien, würden folglich in eine ihnen fremde Kultur und Umgebung 
zurückkehren.  Der  Wegweisungsvollzug  aufgrund  des  Kindeswohls  sei 
daher nicht als unzumutbar zu beurteilen. 

4.7.  In der Stellungnahme vom 27. Dezember 2010 zur vorinstanzlichen 
Vernehmlassung, ergänzt am 30. Dezember 2010, wird festgehalten, der 
Vollzug  der  Wegweisung  könne  unter  den  jetzigen  Umständen  nicht 
zumutbar  sein.  Die  Ehefrau  und Mutter  habe  sich  nach  der Geburt  der 
[…]  in  ärztliche psychotherapeutische Behandlung begeben;  sie  sei  seit 
einem Suizidversuch in der Asylunterkunft  in Deutschland aufgrund ihrer 
Depressionen  in  ärztlicher  Behandlung  und  seit  Jahren  depressiv  und 
suizidal. Aufgrund der seit längerer Zeit bestehenden Schwierigkeiten, die 
sich negativ auf das Familienleben auswirkten, der unsicheren Situation 
und  der  Angst  vor  einer  Ausweisung  sei  nun  auch  der  Ehemann  und 
Vater  beim  selben  Arzt  in  psychotherapeutischer  Behandlung.  Beide 
Ehegatten benötigten eine psychotherapeutische Behandlung, welche  in 

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Kosovo  nicht  gewährleistet  sei.  Das  älteste  Kind  C._______  leide  an 
einer  […], werde medikamentös  behandelt  und  sei  im Mai  2010 wegen 
[…]  im  […] platziert worden, wo ein Aufenthalt  von zwei bis drei Jahren 
vorgesehen  sei.  Ausserdem  müsse  das  albanisch­ashkalische  Paar 
wegen der  "Todsünde"  dieser Verbindung um sein  Leben  fürchten,  und 
eine  Rückkehr  würde  auch  wegen  der  schlechten  Lebensbedingungen 
und der Diskriminierung der Roma gegen Art. 3 EMRK verstossen.

4.8.  In  seiner  jüngsten  Vernehmlassung  vom  31. Januar  2011  zur 
Stellungnahme  der  Beschwerdeführenden  vom  27. und  30. Dezember 
2010  hielt  das  BFM  fest,  diese  enthalte  keine  neuen  erheblichen 
Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines 
Standpunktes rechtfertigen könnten. Auf die Frage der Zumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs  sei  das  Amt  bereits  in  den  früheren 
Vernehmlassungen eingegangen, die vorgebrachte Gefährdungssituation 
habe  es  umfassend  abgeklärt,  und  in  diesem  Zusammenhang  seien 
Abklärungen  über  das  schweizerische  Verbindungsbüro  in  Pristina 
getätigt worden. Den medizinischen Akten sei nicht zu entnehmen, dass 
die Beschwerdeführenden eine ärztliche Behandlung benötigten, welche 
in  Kosovo  nicht  gewährleistet  wäre.  Gesundheitliche  Probleme  führten 
nur  dann  zur  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs,  wenn  sich 
aufgrund  eines  Mangels  an  angemessenen  Behandlungsmöglichkeiten 
der  Gesundheitszustand  der  Betroffenen  derart  verschlechtern  würde, 
dass ihr Leben in Gefahr geriete. 

5.  
5.1.  Die  Verfügung  bildet  als  Anfechtungsgegenstand  in  der 
Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren  Rahmen,  innerhalb 
welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur 
Beurteilung unterbreiten können. Der durch die Parteibegehren definierte 
Streitgegenstand  darf  nicht  über  den  Anfechtungsgegenstand 
hinausreichen.  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  kann 
grundsätzlich nur sein, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens 
war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen. 
Gegenstände, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht 
entschieden hat und über welche sie nicht entscheiden musste, darf die 
obere  Instanz  nicht  beurteilen,  da  sie  sonst  in  die  funktionelle 
Zuständigkeit  der  Vorinstanz  eingreifen  würde  (vgl.  RENÉ 
RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE 
BRÜHL­MOSER,  Öffentliches  Prozessrecht,  Grundlagen  und 
Bundesrechtspflege,  2. Aufl.,  Basel  2010,  S. 283,  ANDRÉ  MOSER,  in: 

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Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich  2008,  Rz. 3  zu  Art. 52,  ALFRED 
KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl.,  Zürich  1998,  S. 149, 
CHRISTOPH  AUER,  Streitgegenstand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld 
der  verwaltungsrechtlichen  Prozessmaximen,  Bern  1997,  S. 63,  FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl., Bern 1983, S. 45; BVGE 
2009/54  E. 1.3.3  S. 777,  BGE  133  II  30  E. 2.4  S. 34,  BGE  131  II  200 
E. 3.2 S. 203, je mit weiteren Hinweisen). 

5.2. Aus prozessökonomischen Gründen werden Antragsänderungen und 
­erweiterungen, die im Zusammenhang mit dem Streitgegenstand stehen, 
in  der  Praxis  sowohl  des  Bundesgerichts  als  auch  des 
Bundesverwaltungsgerichts  ausnahmsweise  zugelassen.  Voraussetzung 
dafür  ist,  dass  einerseits  ein  (sehr)  enger  Bezug  zum  bisherigen 
Streitgegen­stand besteht und andererseits die Verwaltung im Laufe des 
Verfahrens  Gelegenheit  hatte,  sich  zu  dieser  neuen  Streitfrage  zu 
äussern  (vgl.  RHINOW  et  al.,  a.a.O.,  S. 283,  MOSER,  a.a.O.,  Fn. 14  zu 
Rz. 3  zu  Art.  52,  AUER,  a.a.O.,  S. 70  Fn.  51;  BGE  125  V  413  E.  2.a 
S. 415 f., BGE 122 V 34 E. 2.a S. 36, BVGE 2009/37 E. 1.3.1 S. 522 f.). 

5.3. Das  dritte Wiedererwägungsgesuch  wurde  mit  der  Unzumutbarkeit 
des  Vollzugs  der  Wegweisung  nach  Kosovo  begründet.  Das  BFM 
verneinte  in  seiner  Verfügung  vom  30. März  2007  das  Vorliegen  von 
Wiedererwägungsgründen  im Sinne  von Art. 66 VwVG und  damit  einen 
Anspruch  der  Beschwerdeführenden  auf  Wiedererwägung  und  trat  auf 
das  Gesuch  nicht  ein.  Ferner  stellte  es  die  Rechtskraft  und 
Vollstreckbarkeit der Verfügung vom 3. Februar 2006 fest, in welcher ihre 
Asylgesuche abgewiesen und die Wegweisung sowie deren Vollzug mit 
einer  Ausreisefrist  auf  den  31. März  2007  angeordnet  worden  waren. 
Streitgegenstand  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  bildete  damit 
(ursprünglich)  die  Frage,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  dritte 
Wiedererwägungsgesuch  vom  10. Januar  2007  und  die 
Gesuchsergänzung  vom  13. Februar  2007  nicht  eingetreten  ist  (vgl. 
Sachverhaltsdarstellung Bst. P). 

5.4. Die Beschwerdeführenden haben auf Beschwerdeebene in mehreren 
Eingaben diverse Wiedererwägungsgründe geltend gemacht. So besteht 
die  Beschwerde  führende  Familie  seit  der  Geburt  von  […]  am  […] 
nunmehr  aus  sechs  Personen;  das  älteste  Kind,  der  […]jährige 
C._______,  befindet  sich  wegen  Aufmerksamkeitsstörungen  in 

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medikamentöser  Behandlung  bei  einem  Kinder­  und  Jugendpsychiater 
und wird wegen  […]störungen seit Mai 2010  für voraussichtlich zwei bis 
drei  Jahre  in  einer  sozial­  und  heilpädagogischen  Institution  stationär 
betreut.  Beide  Eltern  sind  bei  einem  psychiatrischen  Facharzt  in 
therapeutischer  und  medikamentöser  Behandlung  –  die  Mutter  wegen 
einer  rezidivierenden  depressiven  Störung,  einer  Angst­  und  einer 
Essstörung,  der  Vater  wegen  einer  Anpassungsstörung,  einer 
Persönlichkeitsveränderung  und  einer  Somatisierungstendenz.  Diese 
Sachvorbringen  werden  mit  aktuellen  Beweismitteln  dokumentiert  (vgl. 
Sachverhalt  Bst.  W  hievor)  und  zielen  zur  Hauptsache  darauf  ab 
aufzuzeigen, dass seit dem Nichteintretensentscheid vom 30. März 2007 
Ereignisse eingetreten seien, welche nach einer anderen Beurteilung der 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  rufen.  Insbesondere  aus  den 
Stellungnahmen  der  Beschwerdeführenden  vom  27. und  30. Dezember 
2010  und  den  eingereichten  Beweismitteln  gehen  die  tatsächlichen 
Anhaltspunkte, die auf das Vorliegen einer wesentlichen Veränderung der 
Sachlage hindeuten sollen, mit  der erforderlichen Klarheit  hervor. Damit 
werden  Umstände  geltend  gemacht  und  substanziiert,  die  im  Fall  ihrer 
Verwirklichung  einen  verfassungsmässigen  Anspruch  auf  (teilweise) 
Wiedererwägung der Verfügung vom 30. März 2007 begründen würden. 
Zwischen der  im Wiedererwägungsgesuch und auf Beschwerdeebene  in 
Erweiterung des Streitgegenstandes geltend gemachten Unzumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  und  dem  Anfechtungsgegenstand 
beziehungsweise  dem ursprünglichen Streitgegenstand  –  der  vom BFM 
in der Nichteintretensverfügung vorgenommenen Einschätzung, es lägen 
keine Wiedererwägungsgründe vor – besteht offensichtlich ein sehr enger 
Bezug im Sinne der zitierten Rechtsprechung, geht es doch hier wie dort 
um dieselbe Frage der Zumutbarkeit des Vollzugs, wobei diese von der 
Vorinstanz  bejaht,  von  den  Beschwerdeführenden  hingegen  verneint 
wird. 

5.5.  Das  BFM  hat  im  Rahmen  von  drei  Schriftenwechseln  die  auf 
Beschwerdeebene  in  Bezug  auf  den  angeordneten  Vollzug  der 
Wegweisung  erstmals  geltend  gemachten  Wiedererwägungsgründe 
materiell  gewürdigt.  In  der  jüngsten  Vernehmlassung  vom  31. Januar 
2011  weist  das  Amt  selbst  darauf  hin,  dass  es  auf  die  Frage  der 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  bereits  in  den  früheren 
Vernehmlassungen  eingegangen  ist  und  die  vorgebrachte 
Gefährdungssituation umfassend abgeklärt hat. Das BFM hat sich somit 
materiell mit Fragestellungen befasst, die zwar ausserhalb des durch die 
angefochten Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegen, aber eng 

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mit  dem  Streitgegenstand  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens 
verbunden sind. Das Beschwerdeverfahren erweist sich mit Blick auf die 
Beantwortung  der  Frage,  ob  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  als 
unzumutbar  erweist,  mithin  als  spruchreif  (vgl.  BGE 122  V  34  E. 2.a 
S. 36).  Es  ist  deshalb  aus  prozessökonomischen  Gründen  davon 
abzusehen,  die  angefochtene Verfügung aufzuheben  und die Sache  an 
das BFM zu neuer Beurteilung und Entscheidung zurückzuweisen. Dies 
rechtfertigt  sich  auch  deshalb, weil  den Beschwerdeführenden  dadurch, 
dass sich die Vorinstanz im Rahmen des Beschwerdeverfahrens materiell 
mit  den  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten 
Wiedererwägungsgründen  befasst  hat,  kein  Rechtsnachteil  erwachsen 
ist. Einer materiellen Prüfung der vorgebrachten Wiedererwägungsgründe 
durch das Bundesverwaltungsgericht steht somit nichts entgegen. 

6. 
6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht  möglich,  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländerinnen und Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer  [AuG,  SR 142.20]).  Bei  der  Prüfung  der  drei  genannten 
Kriterien  ist  auf  die  im  Entscheidzeitpunkt  bestehenden  Verhältnisse 
abzustellen  (vgl.  EMARK  1997  Nr. 27  E. 4f  S. 211).  Bezüglich  der 
Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger 
Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, 
das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, 
Rz. 11.148).

6.2. Das BFM hat  in seiner  in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 
28. Oktober  2005  die  von  den  Beschwerdeführenden  zur  Begründung 
ihrer  Asylgesuche  geltend  gemachten  Vorbringen  gestützt  auf  die 
Abklärungen  des  Verbindungsbüros  in  Pristina  als  unglaubhaft  beurteilt 
und die Asylgesuche deshalb abgelehnt. Gleichzeitig hat es den Vollzug 
der  Wegweisung  als  zulässig  erachtet,  wobei  es  festgehalten  hat,  die 
Beschwerdeführenden  seien  in  ihrem  Heimatland  keiner  durch  Art. 3 
EMRK  verbotenen  Bestrafung  oder  Behandlung  ausgesetzt.  Das  im 
Rahmen  des  vorliegenden Wiedererwägungsverfahrens   erneut  geltend 

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gemachte Vorbringen, wonach sich der Beschwerdeführer wegen der mit 
seiner Frau eingegangenen Verbindung den Unmut ihrer Familie auf sich 
gezogen habe, weshalb der Vollzug der Wegweisung – dies auch wegen 
der  Diskriminierung  der  ethnischen  Minderheiten  –  gegen  Art. 3  EMRK 
verstossen würde, wurde bereits  im ordentlichen Verfahren beurteilt. Es 
ist  nicht  ersichtlich,  dass  sich  in  diesem  Zusammenhang  der 
rechtserhebliche  Sachverhalt  nachträglich  erheblich  verändert  hätte.  Im 
Ergebnis zielen die erwähnten Einwände mithin offensichtlich darauf ab, 
unter  dem  Blickwinkel  von  Art. 3  EMRK  eine  andere  Würdigung  eines 
bereits  beurteilten,  identischen  Sachverhalts  herbeizuführen.  Dies  allein 
stellt  jedoch  kein  Grund  dar,  eine  rechtskräftige  Verfügung  in 
Wiedererwägung  zu  ziehen.  Im  vorliegenden  Verfahren  bildet  demnach 
nicht die Frage der Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung, sondern 
einzig  die  Frage,  ob  an  Stelle  des  rechtskräftig  angeordneten  Vollzugs 
der  Wegweisung  wiedererwägungsweise  infolge  Unzumutbarkeit  des 
Vollzugs  der  Wegweisung  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen  ist 
(Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs. 4  AuG)  den  –  erweiterten – 
Streitgegenstand (vgl. E. 5.4 und 5.5 oben). 

6.3. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für 
Ausländerinnen oder Ausländer unzumutbar sein, wenn sie in Situationen 
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage im 
Heimat­  oder Herkunftsstaat  konkret  gefährdet  sind.  Diese Bestimmung 
stellt eine Kodifizierung der bisherigen Praxis zur konkreten Gefährdung 
nach  Art. 14a  Abs. 4  des  Bundesgesetzes  vom  26. März  1931  über 
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) dar (vgl. 
PETER  BOLZLI,  in:  Marc Spescha/Hanspeter  Thür/  Andreas  Zünd/Peter 
Bolzli,  Kommentar Migrationsrecht,  Zürich  2008, Nr. 15  zu  Art. 83  AuG, 
mit  Hinweisen).  Dieser  Praxis  zufolge  wird  aus  humanitären  Gründen, 
nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schweiz, auf den Vollzug 
der Wegweisung  verzichtet,  wenn  die  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  für 
die  betroffene  Person  eine  konkrete  Gefährdung  darstellt.  Wird  eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 
AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

6.3.1.  In Kosovo besteht  keine Situation generalisierter Gewalt,  die  sich 
noch  dazu  über  das  ganze  Staatsgebiet  oder  weite  Teile  desselben 
erstrecken  würde.  Eine  gänzlich  unsichere,  von  bewaffneten  Konflikten 
oder permanent drohenden Unruhen dominierte Lage, aufgrund derer die 
Beschwerdeführenden  sich  bei  einer  Rückkehr  unvermeidlich  einer 

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konkreten  Gefährdung  im  Sinne  von  Art. 83  Abs.  4  AuG  ausgesetzt 
sehen würden, besteht mithin nicht. 

6.3.2.  Der  Beschwerdeführer  gehört  der  Minderheit  der 
albanischsprachigen Ashkali, allenfalls auch der "Ägypter" an (vgl. BFM­
act.  A1/10  S. 1  und  8),  die  Beschwerdeführerin  ist  ethnische  Albanerin 
(vgl.  act.  A2/11  S. 2).  Übereinstimmend  mit  der  Vorinstanz  sind  die 
Beschwerdeführenden daher als Angehörige einer ethnischen Minderheit 
zu  betrachten  und  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung  nach  Kosovo  der  Praxis  für  Roma/Ashkali/Ägypter 
entsprechend zu beurteilen. 

6.3.3.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  von  albanischsprachigen  Roma, 
Ashkali und "Ägyptern" nach Kosovo ist in der Regel zumutbar, sofern auf 
Grund  einer  Einzelfallabklärung  (insbesondere  mittels  Untersuchungen 
vor Ort durch das Verbindungsbüro [heute: Schweizerische Botschaft]  in 
Pristina)  feststeht,  dass  bestimmte  Reintegrationskriterien  –  wie 
berufliche  Ausbildung,  Gesundheitszustand,  Alter,  ausreichende 
wirtschaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz  in Kosovo – erfüllt 
sind (BVGE 2007/10 E. 5.3 ff. S. 111 ff.). 

6.3.4.  Die  beschwerdeführenden  Eltern  –  zunächst  nur  die  Mutter,  im 
Laufe  des  Verfahrens  auch  der  Vater  –  machen  gesundheitliche, 
insbesondere  psychische Probleme  geltend,  welche  sie  letztmals mit  je 
einem Arztbericht vom 20. Dezember 2010 untermauern (vgl. Sachverhalt 
Bst. W.  und  Urteilserwägungen  E. 4.7  und  5.4).  Dazu  ist  festzuhalten, 
dass Gründe ausschliesslich medizinischer Natur nur dann zur Annahme 
der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  führen,  wenn  die 
ausländische  Personen  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  einer 
konkreten  Gefahr  ausgesetzt  wäre,  weil  sie  die  absolut  notwendige 
medizinische  Versorgung  nicht  erhalten  könnten  oder  –  aus  objektiver 
Sicht  –  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser 
Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich  in völlige Armut gestossen würden, 
dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Verschlechterung  ihres 
Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar  dem  Tod  ausgeliefert 
wären  (vgl.  BVGE  2009/52  E. 10.1  S. 756 f.,  BVGE  2009/51  E. 5.5 
S. 748).  Dies  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  In  Kosovo  bestehen  diverse 
Möglichkeiten,  psychische  Erkrankungen  zu  behandeln.  Die  gängigen 
Medikamente  sind  in  Kosovo  erhältlich;  zudem  können  die 
Beschwerdeführenden  bei  Bedarf  einen  Vorrat  an  Medikamenten 
mitnehmen, der bis zu einer allenfalls notwendigen weiteren Behandlung 

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beziehungsweise  Umstellung  der  Medikamente  ausreichen  wird. 
Hinsichtlich  möglicher  Probleme  bei  der  Finanzierung  einer 
medizinischen  Behandlung  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  es  den 
Beschwerdeführenden  offensteht,  ein  entsprechendes  Gesuch  um 
Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG). 

6.3.5.  Eine  Integration  in  die  schweizerischen  Verhältnisse  ist  den 
beschwerdeführenden  Eltern  offensichtlich  nicht  gelungen,  waren  doch 
weder  der  Beschwerdeführer  noch  seine  Frau  in  der  Schweiz  je 
erwerbstätig.  Es  kann  mithin  von  vornherein  nicht  davon  ausgegangen 
werden,  dass  eine  starke  Assimilierung  in  der  Schweiz  und  damit 
verbunden eine Entwurzelung im Heimatstaat stattgefunden habe, welche 
allenfalls auf Seiten der Eltern bei der Beurteilung der Zumutbarkeit der 
Rückkehr dorthin mit zu berücksichtigen wäre. Gemäss den Abklärungen 
des  Schweizerischen  Verbindungsbüros  in  Pristina  verfügt  die  Familie 
des  Beschwerdeführers  zudem  in  dessen  Herkunftsort  Z._______  über 
ein eigenes, gut erhaltenes Haus, welches derzeit von einem Halbbruder 
des  Beschwerdeführers  mit  dessen  Frau,  drei  Kindern  sowie  der 
Grossmutter  des  Halbbruders  bewohnt  wird.  Laut  dem  Bericht  des 
Verbindungsbüros  wird  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach 
Kosovo  zusammen mit  seiner  Familie  in  diesem Haus wohnen  können. 
Gemäss  eigenen  Angaben  des  Beschwerdeführers  leben  ferner  seine 
Eltern,  ein  weiterer  Bruder  und  eine  Schwester  in  Kosovo,  sowie  eine 
Schwester  in  der  Schweiz  (act.  A1/10  S. 3 f.).  Gemäss  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin  lebt  die  ganze  Familie  ihres Mannes  in  Z._______ 
(act. A10/9  S. 7  Frage  59).  Der  Vater  der  Beschwerdeführerin  lebt 
gemäss  ihren  Angaben  in  Kosovo  und  Slowenien,  die  Stiefmutter,  ein 
Halbbruder,  vier  Onkel  und  ein  Grossvater  väterlicherseits  an  diversen 
Orten  in Kosovo, die Mutter  in Österreich, ein Onkel und einige Cousins 
in Deutschland, ein Cousin in Norwegen und einige Cousins in Australien 
(act.  A2/11  S. 3,  A10/9  S. 3  Fragen  23 f.).  Somit  verfügen  sowohl  der 
Beschwerdeführer  als  auch  die  Beschwerdeführerin  in  Kosovo  und  im 
westlichen Ausland über ein grosses familiäres Beziehungsnetz, welches 
ihnen bei der Reintegration  in der Heimat behilflich sein kann. Sollte die 
albanische Familie der Beschwerdeführerin wegen  ihrer Eheschliessung 
mit einem Ashkali immer noch Ressentiments hegen, was angesichts des 
Zeitablaufs  und  der  Tatsache,  dass  aus  dieser  Verbindung  inzwischen 
vier Kinder hervorgegangen sind, eher unwahrscheinlich  ist, könnten die 
Beschwerdeführenden  jedenfalls  an  das  verwandtschaftliche 
Beziehungsnetz des Beschwerdeführers am Herkunftsort anknüpfen. Da 
die  zukünftige  Unterkunft  der  Beschwerdeführenden  in  einem 

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mehrheitlich  von  Roma  bewohnten  Quartier  liegt,  stehen  einer 
Wiederansiedlung  auch  keine  massgeblichen  Sicherheitsprobleme 
entgegen.  Trotz  der  langjährigen  Landesabwesenheit  der 
beschwerdeführenden Eltern dürften sie  in der Lage sein, die zu einigen 
der  zahlreichen  Verwandten  möglicherweise  nicht  mehr  sehr  engen 
Kontakte zu reaktivieren. Auch aufgrund ihres relativ jungen Alters dürfte 
den  Beschwerdeführenden  eine  Reintegration  im  Heimatland  gelingen. 
Der Beschwerdeführer  verfügt  zwar über  keine Ausbildung,  jedoch über 
Berufserfahrung  als  Musiker  in  Kosovo.  Gemäss  Abklärungen  des 
Verbindungsbüros  in  Pristina  ernährt  der  Halbbruder  mit  seiner 
Berufstätigkeit als Musiker eine sechsköpfige Familie, wobei er finanzielle 
Engpässe  mit  Zuschüssen  einer  im  Ausland  lebenden  Schwester  zu 
überbrücken  vermag.  Es  dürfte  daher  auch  dem  Beschwerdeführer 
zumutbar  und  möglich  sein,  seine  sechsköpfige  Familie  mit  seiner 
Tätigkeit  als  Musiker  zu  ernähren  und  allfällig  auftretende  Fehlbeträge 
durch  Zuwendungen  der  zahlreichen  im  Ausland  lebenden  Verwandten 
der  Familie  auszugleichen.  Die  Aktenlage  lässt  somit  den  Schluss  zu, 
dass die Beschwerdeführenden in sozialer und finanzieller Hinsicht nicht 
allein  auf  sich  gestellt  sein  werden.  Ohne  die  Schwierigkeiten  bei  der 
Rückkehr  der  Familie,  die  sich  seit  Jahren  im  westlichen  Ausland 
aufgehalten  hat,  zu  verkennen,  ist  davon  auszugehen,  dass  sich  ihre 
Lage  nach  einer  Eingewöhnungsphase  stabilisieren  wird  und  die 
Beschwerdeführenden  in  ihrer Heimat nicht  in eine existenzgefährdende 
Situation geraten werden. 

6.3.6. Sind  von  einem  allfälligen Wegweisungsvollzug  Kinder  betroffen, 
so  bildet  im  Rahmen  der  Zumutbarkeitsprüfung  das  Kindeswohl  einen 
Gesichtspunkt  von gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt  sich nicht  zuletzt 
aus  einer  völkerrechtskonformen  Auslegung  von  Art. 83  Abs. 4  AuG  im 
Lichte von Art. 3 Abs. 1 der Konvention vom 20. November 1989 über die 
Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107). Unter dem Aspekt des Kindeswohls 
sind demnach sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die 
im  Hinblick  auf  eine Wegweisung  wesentlich  erscheinen.  In  Bezug  auf 
das  Kindeswohl  können  für  ein  Kind  namentlich  folgende  Kriterien  im 
Rahmen  einer  gesamtheitlichen  Beurteilung  von  Bedeutung  sein:  Alter, 
Reife,  Abhängigkeiten,  Art  (Nähe,  Intensität,  Tragfähigkeit)  seiner 
Beziehungen,  Eigenschaften  seiner  Bezugspersonen  (insbesondere 
Unterstützungsbereitschaft und ­fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich 
Entwicklung/Ausbildung,  sowie  der  Grad  der  erfolgten  Integration  bei 
einem  längeren Aufenthalt  in  der Schweiz. Gerade  letzterer Aspekt,  die 
Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, ist im Hinblick auf die Prüfung der 

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Chancen  und  Hindernisse  einer  Reintegration  beziehungsweise 
Integration  im  Heimatland  bei  einem  Kind  als  gewichtiger  Faktor  zu 
werten, da Kinder nicht ohne guten Grund aus einem einmal  vertrauten 
Umfeld  herausgerissen  werden  sollten.  Dabei  ist  aus 
entwicklungspsychologischer Sicht nicht nur das unmittelbare persönliche 
Umfeld des Kindes (d.h. dessen Kernfamilie) zu berücksichtigen, sondern 
auch dessen übrige soziale Einbettung. Die Verwurzelung in der Schweiz 
kann  eine  reziproke  Wirkung  auf  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  haben,  indem  eine  starke  Assimilierung  in  der 
Schweiz mithin eine Entwurzelung im Heimatstaat zur Folge haben kann, 
welche  unter  Umständen  die  Rückkehr  dorthin  als  unzumutbar 
erscheinen  lässt  (vgl.  BVGE  2009/51  E. 5.6  S. 749,  BVGE  2009/28 
E. 9.3.2 S. 367 f.). 

6.3.7.  Diese  Voraussetzungen  sind  im  vorliegenden  Fall  indes  nicht 
erfüllt. Die bald […]jährige Tochter D._______ sowie die […]jährigen […] 
E._______  und  F._______  orientieren  sich  aufgrund  ihres  Alters  noch 
stark  an  ihren  Eltern  als  wichtigste  Bezugspersonen.  Der  […]jährige 
C._______  hat mittlerweile  zwar  […]  prägende  Jahre  seiner  Kindheit  in 
der Schweiz verbracht, doch hat er  in dieser Zeit nicht ein seinem Alter 
entsprechendes  eigenes  Beziehungsnetz  zu  anderen  Kindern  schaffen 
und  sich  nicht  in  die  schweizerischen  Verhältnisse  integrieren  können, 
weshalb  durch  die  Rückkehr  nach  Kosovo  auch  bei  ihm  keine 
tiefgreifende  Entwurzelung  zu  befürchten  ist,  welche  unter  dem  Aspekt 
der  Zumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  ausschlaggende 
Bedeutung  beigemessen  werden  könnte.  Da  seine  […]­  und 
[…]störungen  gemäss  Akten  insbesondere  auf  die  unsichere 
Aufenthaltssituation  der  Familie  in  der  Schweiz  sowie  auf  innerfamiliäre 
Spannungen  zurückzuführen  sind,  ist  davon  auszugehen,  dass  sich  die 
Klärung der Aufenthaltssituation positiv auf die künftige Entwicklung des 
Jungen  auswirken  und  sich  die  Situation  nach  einer  gewissen 
Eingewöhnungszeit  beruhigen  wird.  Zu  berücksichtigen  ist  ferner,  dass 
das verwandtschaftliche Beziehungsnetz der Eltern in Kosovo sich positiv 
auf die Eingliederung auch der Kinder auswirken dürfte. Eine Gefährdung 
des Kindeswohls bei einer Rückkehr der Familie nach Kosovo  ist daher 
nicht ersichtlich. 

6.4.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  sich  der  Vollzug  der 
Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  nach  Kosovo  nicht  als 
unzumutbar  im  Sinne  von  Art. 83  Abs. 4  AuG  erweist.  Eine 

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wiedererwägungsweise Anordnung der vorläufigen Aufnahme  fällt mithin 
nicht in Betracht. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

7. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
vollumfänglich  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG). Da jedoch aufgrund der Akten davon auszugehen ist, dass weder 
der Beschwerdeführer  noch seine Ehefrau aktuell  einer Erwerbstätigkeit 
nachgehen, sie demnach als bedürftig im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 
zu erachten sind und die Rechtsbegehren ferner nicht als aussichtslos zu 
bezeichnen  waren,  ist  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gutzuheissen.  Demnach  sind  keine  Verfahrenskosten  zu 
erheben. 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird 
gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Jacqueline Augsburger

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