# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9498504-30c3-5967-9e08-7d0ded46ba60
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.08.2013 IV 2011/246
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-246_2013-08-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/246

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.08.2013

Entscheiddatum: 12.08.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2013
Art. 28a Abs. 3 IVG, Art. 16 ATSG Invaliditätsbemessung durch Einkommens- 
und Betätigungsvergleich. Gemischte Methode. Gestützt auf die konkreten 
Einkommensverhältnisse und die Haushaltsabklärung resultiert ein 
Anspruch auf eine Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 12. August 2013, IV 2011/246).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

 

Entscheid vom 12. August 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dominik Gemperli, LL.M., Küng Rechtsanwälte, 

Haldenstrasse 6/10, 9200 Gossau SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

 

Sachverhalt:

A.       

A.a   A.___ meldete sich am 4. Juni 2007 (Eingang IV-Stelle des Kantons St. Gallen) 

wegen Rückenbeschwerden zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 4.1/1). Auf Grund 

von Schmerzen im linken Bein mit Ausstrahlung über den lateralen Ober- und 

Unterschenkel bis in die Grosszehe mit Kribbelparästhesien und Taubheitsgefühl war 

die Versicherte vom 16. bis 25. März 2007 in der Neurochirurgie des Kantonsspitals 

St. Gallen (KSSG) hospitalisiert, wo eine Nukleotomie und eine Fenestration L4/5 links 

durchgeführt worden waren (act. G 4.1.22-8f.). Ihr Hausarzt Dr. med. B.___ attestierte 

ihr vom 26. Februar bis 6. Mai 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, vom 7. bis 15. 

Mai 2007 eine 50%ige, vom 16. Mai bis 13. Juni 2007 eine 100%ige und ab 14. Juni 

2007 wiederum eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1.22-2).

A.b   Vom 9. Oktober bis 2. November 2007 war die Versicherte in der Klinik Valens 

hospitalisiert. Als Diagnosen hielten die behandelnden Ärzte ein residuelles 

lumboradikuläres Syndrom L5 links nach Nukleotomie und Sequesterektomie LWK 4/5 

links 03/07 und bei muskulärer Insuffizienz sowie Dysbalance vor allem lumbal sowie 

Adipositas fest. Nach einer vollen Arbeitsunfähigkeit während des Klinikaufenthalts 

attestierten die Ärzte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab 5. November bis 30. November 

2007. Die weitere Arbeitsfähigkeitseinschätzung überliessen sie dem Hausarzt (act. 

G 4.1.35-5f.). Im Arztbericht vom 19. Januar 2008 hielt dieser fest, die bisherige 

Tätigkeit sei für 4h/Tag zumutbar. Da der Versicherten die Stelle gekündigt worden sei, 

suche sie momentan eine neue Stelle. Ideal wäre eine Bürotätigkeit mit der Möglichkeit 

von Positions- und Lagewechseln, ohne Heben und Tragen von schweren Lasten. Die 

Arbeitsfähigkeit sei seines Erachtens als tätigkeitsbezogen einzustufen (act. 

G 4.1.35-2f.).

A.c   Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 25. Februar 2009 gab der 

Eingliederungsverantwortliche an, dass die Versicherte sicher für leichte Tätigkeiten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eingesetzt werden könne. Sie sei motiviert zu arbeiten und habe sich immer sehr 

kooperativ gezeigt. Auf Grund der Rückenschmerzen komme seines Erachtens 

maximal eine 50%ige Tätigkeit in Frage. In Absprache mit der Versicherten und ihrer 

RAV-Beraterin werde die Vermittlung über das RAV (Regionales 

Arbeitsvermittlungszentrum) laufen. Zudem sei nun der Rentenanspruch zu prüfen (act. 

G 4.1.49).

A.d   Im Verlaufsbericht vom 4. März 2009 dokumentierte der Hausarzt einen 

stationären Gesundheitszustand (act. G 4.1.51).

A.e   Am 27. August 2009 fand eine Abklärung an Ort und Stelle (AOS) statt. Im 

Abklärungsbericht vom 11. November 2009 hielt die Abklärungsperson fest, im 

Haushalt sei unter Berücksichtigung eines 10%igen Anteils von einer Einschränkung 

von 18% sowie einem Behinderungsgrad von 1.8% auszugehen. Zwar sei die 

Versicherte der Ansicht, im Haushalt mindestens zu 50% eingeschränkt zu sein, sie 

begründe dies aber nicht. Diese eigene Einschätzung widerspreche sowohl derjenigen, 

welche an der AOS gemacht worden sei, als auch derjenigen, welche die Versicherte 

im Fragebogen zur Haushaltsabklärung (vgl. act. G 4.1.58) abgegeben habe. Daher sei 

davon auszugehen, dass bereits versicherungsrechtliche Überlegungen mitgespielt 

hätten, weshalb an der festgestellten Einschränkung festgehalten werde (act. G 4.1.64).

A.f    Am 1. und 2. Juli 2009 wurde durch das Departement Innere Medizin, 

Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) eine 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt (act. G 4.1.71.11ff.) 

und am 24. Oktober 2009 fand ebenfalls am KSSG eine rheumatologische 

Begutachtung statt. Im Bericht vom 1. April 2010 hielten die Gutachter fest, auf Grund 

der EFL ergebe sich eine theoretische Zumutbarkeit für die bisherige berufliche 

Tätigkeit als Büromitarbeiterin sowie andere berufliche Tätigkeiten in einem 

Halbtagespensum mit sehr leichter Arbeit, vorwiegend sitzend. Dies entspreche der 

Beurteilung durch Dr. B.___, wie auch der eigenen Untersuchung. Eine 

Steigerungsmöglichkeit bestehe nicht, da ein signifikantes Restsyndrom bestehe, wie 

auch die neurologische Untersuchung bestätige (act. G 4.1.71-9). RAD-Arzt Dr. med. 

C.___ beurteilte das Gutachten bzw. die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die 

Gutachter aus medizinischer Sicht als nachvollziehbar und plausibel. Bei der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherten sei somit in einer angepassten Tätigkeit bis auf weiteres nur noch eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Bezüglich der Einschränkung im Haushalt seien die 

Rückenbeschwerden bei den körperlich strengeren Arbeiten offenbar grundsätzlich 

berücksichtigt worden. Insofern erscheine der Bericht aus medizinischer Sicht 

nachvollziehbar. Hinsichtlich des Zustandekommens der prozentualen 

Einschränkungen könne jedoch keine abschliessende Beurteilung abgegeben werden 

(act. G 4.1.79).

A.g   Gemäss Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin der Versicherten war jene im 

Zeitpunkt des Unfalls zu 90% angestellt. Für dieses Pensum würde sie aktuell ein 

Jahreseinkommen von Fr. 45'500.-- erzielen (act. G 4.1.80). Nach Abklärungen 

betreffend die Absenzen der Versicherten ab August 2006, als sie einen 

Motorfahrradunfall erlitten hatte (act. G 4.1.81, 4.1.84, 4.1.85), kam Dr. C.___ in der 

Stellungnahme vom 26. April 2011 zum Schluss, dass der Beginn der langandauernden 

Krankheit ab Februar 2007 anzunehmen sei (act. G 4.1.89).

A.h   Mit Vorbescheid vom 9. Mai 2011 wurde der Versicherten eine Viertelsrente 

gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 42% ab 1. Februar 2008 in Aussicht gestellt (act. 

G 4.1.94) und in der Verfügung vom 13. Juli 2011 bestätigt (act. G 4.1.99).

B.       

B.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde der Versicherten vom 12. September 2011 

mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprache einer 

mindestens halben Invalidenrente; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung machte die Beschwerdeführerin geltend, dass ihr Valideneinkommen unter 

dem anzuwendenden LSE-Durchschnittseinkommen liege, weshalb diese 

Schlechterstellung mittels Parallelisierung der Einkommen auszugleichen sei. Auch 

entbehre der festgestellte Teilinvaliditätsgrad für die Haushaltstätigkeit jeder sachlichen 

Grundlage. Zudem sei ihr ein Leidensabzug von mindestens 20% zu gewähren, weil 

die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten auf Grund 

ihres bereits fortgeschrittenen Alters immer schwierig bleiben werde (act. G 1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2011 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Selbst bei Berücksichtigung 

eines Abzugs vom Tabellenlohn von 10% würde sich lediglich ein Invaliditätsgrad von 

46.8% ergeben, womit die angefochtene Verfügung im Ergebnis immer noch korrekt 

bleibe (act. G 4).

B.c   Die Parteien verzichteten auf eine weitere Stellungnahme (act. G 6).

 

Erwägungen:

1.        

Zwischen den Parteien ist die Höhe des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin 

streitig.

2.        

2.1    Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbs­

unfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20). Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die 

betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche 

Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische 

Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so genannte gemischte Methode 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im 

Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.

2.2    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

3.        

3.1    Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Auf 

Grund des nachvollziehbaren, schlüssigen Gutachtens des KSSG vom 1. April 2010 

kann mit den Parteien davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführerin die 

bisherige berufliche Tätigkeit als Büromitarbeiterin sowie andere berufliche Tätigkeiten 

in einem Halbtagespensum mit sehr leichter Arbeit, vorwiegend sitzend (vgl. act. 

G 4.1.71-9), zumutbar sind.

3.2    Umstritten ist demgegenüber der Einkommensvergleich zur Berechnung des 

Invaliditätsgrads, wobei insbesondere ein sog. leidensbedingter Abzug gefordert und 

die Haushaltsabklärung gerügt wird.

3.3    Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielten 

Verdienstes (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung entscheidend, was die 

versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich 

verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der 

Teuerung und der Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es 

empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Hat eine versicherte Person aus 

invaliditätsfremden Gründen wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, 

mangelnde Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Saisonnierstatus ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, ist diesem 

Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern 

keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem 

bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so genannte 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des Valideneinkommens 

durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohnes oder durch 

Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren 

Verdienstes durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Werts 

vorgenommen (BGE 135 V 297 E. 5.1). Den Erheblichkeitsgrenzwert der Abweichung 

des ohne Gesundheitsschaden effektiv erzielten Verdienstes vom branchenüblichen 

LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen 

rechtfertige, setzte das Bundesgericht auf 5 % fest (BGE 135 V 297 E. 6.1.2).

3.4    Vorliegend ist unbestrittenermassen davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde im Umfang von 90% (vgl. act. G 4.1.64-3) in der 

bisherigen Tätigkeit weitergearbeitet hätte. Daher bildet das zuletzt vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens erzielte Einkommen einen wichtigen Anhaltspunkt für die 

Bestimmung des Valideneinkommens. Laut Abklärungen der Beschwerdegegnerin bei 

der Arbeitgeberin hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2010 ohne die 

gesundheitlichen Einschränkungen für ihr 90%-Pensum ein Jahreseinkommen von 

Fr. 45'500.-- erzielen können (act. G 4.1.80). Zwar ist gemäss der Stellungnahme des 

RAD-Arztes Dr. C.___ vom 26. April 2011 der Beginn der langdauernden Krankheit ab 

Februar 2007 anzunehmen (act. G 4.1.89), weshalb der Rentenbeginn ins Jahr 2008 

fällt und für den Validenlohn grundsätzlich die Einkünfte des Jahres 2007 zu Grunde zu 

legen bzw. diese auf das Jahr 2008 hochzurechnen wären. Da jedoch davon 

ausgegangen werden kann, dass sich das Validen- und Invalideneinkommen in etwa 

gleich entwickeln, und entscheidend für den Einkommensvergleich ist, dass stets 

Werte aus derselben Vergleichsperiode beizuziehen sind, kann vorliegend auf die 

konkreten Angaben der Arbeitgeberin für das Jahr 2010 abgestellt werden, wenn beim 

Invalideneinkommen ebenfalls auf die Zahlen des Jahres 2010 abgestellt wird. Des 

Weiteren erübrigt sich vorliegend eine Parallelisierung, nachdem das durchschnittliche 

Jahreseinkommen für Hilfsarbeiterinnen auf der Grundlage des Jahres 2010 gestützt 

auf die LSE-Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4, Fr. 52'790.-- beträgt und vom 

konkret erzielten Einkommen, das hochgerechnet auf ein 100%-Pensum Fr. 50'556.-- 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ergibt, mit einer Abweichung von 4.2% den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% nicht 

erreicht. Folglich ist von einem Valideneinkommen im Jahr 2010 von Fr. 45'500.-- 

auszugehen (= Fr. 50'556.-- x 0.9).

3.5    Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Lediglich, wenn kein effektives Erwerbseinkommen gegeben ist, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 

472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Die 

Beschwerdeführerin arbeitet seit 1. Juli 2010 mit einem Pensum von 50% wieder bei 

ihrer ehemaligen Arbeitgeberin und erzielt dabei ein Jahreseinkommen von 

Fr. 24'960.-- (act. G 4.1.84). Von diesem Einkommen ist vorliegend auszugehen, auch 

wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, dass es sich hierbei nicht um eine 

dauerhafte bzw. "sichere" Anstellung handle und sie als schwächstes Glied bei einem 

wirtschaftlichen Abschwung oder einer Firmen-Umstrukturierung als Allererste 

entlassen würde. Auf Grund der Aktenlage bestehen jedoch keine Hinweise für eine 

lediglich befristete oder eine der Überbrückung dienende Anstellung. Zudem ist die 

Beschwerdeführerin immerhin - unterbrochen einzig von März 2008 bis Juni 2010 (act. 

G 4.1.32-1, 4.1.84) - bereits seit 1985 bei derselben Arbeitgeberin tätig (act. 

G 4.1.17.1). Im Übrigen ist hinsichtlich der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass ihr gemäss dem Gutachten des KSSG 

vom 1. April 2010 sowohl die bisherige Tätigkeit als Büromitarbeiterin als auch andere 

berufliche Tätigkeiten in einem Halbtagespensum mit sehr leichter Arbeit und 

vorwiegend sitzend zumutbar sind (act. G 4.1.71-9). Diese Einschränkungen setzen ihr 

nicht so enge Grenzen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt von 

realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden müsste (vgl. Entscheid 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 5. September 2006, I 447/06, E. 2.1; ZAK 1991 

S. 320 f. E. 3b). Damit erübrigt sich auch die Prüfung eines sogenannten 

leidensbedingten Abzugs. Ein solcher wäre nur dann allenfalls vorzunehmen, wenn das 

Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen festgelegt würde (Urteil des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bundesgerichts vom 7. August 2008, 9C_129/2008, E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE 126 V 

79 E. 5b).

3.6    Gestützt auf obige Ausführungen ergibt sich unter Berücksichtigung eines 

Validen-einkommens von Fr. 45'500.-- und eines Invalideneinkommens von 

Fr. 24'960.-- eine Erwerbseinbusse von Fr. 20'540.-- (Fr. 45'500.-- - Fr. 24'960.--). 

Daraus resultiert ein ungewichteter Teilinvaliditätsgrad von 45.14% ([Fr. 20'540.-- / 

Fr. 45'500.--] x 100) bzw. gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein auf das 

90%ige Erwerbspensum bezogener Teilinvaliditätsgrad von 40.62% (45.14% x 0.9).

4.      

4.1    Die gesundheitlich bedingte Einschränkung im Haushalt ist grundsätzlich mittels 

Betätigungsvergleichs zu ermitteln (BGE 104 V 136 E. 2a). Die ärztliche Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit in diesem Aufgabenbereich bildet nur, aber immerhin eine 

notwendige Grundlage hierfür und ist demzufolge von der Abklärungsperson zu 

berücksichtigen (Urteil des EVG vom 21. August 2006, I 850/05, E. 4.3). Darauf kann 

ebenso wie im erwerblichen Bereich lediglich in Ausnahmefällen direkt abgestellt 

werden (SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151 E. 6.2). Denn ausschlaggebend ist nicht die 

medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, sondern wie sich der 

Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch 

die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juni 

2008, 9C_25/08, E. 4.2). Diese Abklärung erstreckt sich im Haushalt auch auf den 

zumutbaren Umfang der Mithilfe von Familienangehörigen, die im Rahmen der 

Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist und weiter geht als die ohne 

Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 509 f. 

E. 4.2 mit Hinweisen). Hinsichtlich der Einschränkung im Haushalt fand am 27. August 

2009 eine Abklärung vor Ort statt (act. G 4.1.64). Gemäss dem Abklärungsbericht vom 

11. November 2009 wurde eine Einschränkung von 18% ermittelt. Dagegen machte die 

Beschwerdeführerin geltend, dass die Berechnung der Beeinträchtigung im Haushalt 

nicht nachvollziehbar sei. Es sei mindestens eine Einschränkung im Bereich der ärztlich 

attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50% zu berücksichtigen (vgl. act. G 4.1.64-9f.). 

Gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin sowohl anlässlich der Abklärung an 

Ort und Stelle sowie gestützt auf ihre Antworten im Fragebogen vom 19. Juni 2007 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(act. G 4.1.58) fehlen hingegen konkrete Anhaltspunkte für eine Nicht- bzw. 

Falschberücksichtigung ihrer Angaben durch den Abklärungsverantwortlichen. Einzig 

mit den Antworten im Fragebogen nicht konkludent ist (sodann) die Angabe der 

Beschwerdeführerin von "ca. 100 Stunden pro Jahr", welche sie für Amtsstellen, Arzt, 

Zahnarzt, Zahlungsverkehr, Versicherungen usw. aufwenden müsse (act. G 4.1.58-4). 

Hier berücksichtigte der Abklärungsverantwortliche lediglich eine Anzahl von 12 

Stunden pro Jahr (act. G 4.1.64-11). Da diese Abweichung auf das Gesamtergebnis 

jedoch nur einen minimalen Einfluss hätte, kann eine Korrektur unterbleiben. Insgesamt 

zeigt sich der Berichtstext grundsätzlich als beweistauglich (vgl. in der Amtlichen 

Sammlung nicht veröffentlichte, aber in AHI 2003 S. 218 publizierte E. 2.3.2 des Urteils 

BGE 129 V 67 [I 90/02 vom 30. Dezember 2002]; BGE 128 V 93). Dies zumal auch dem 

Ehemann eine gewisse Mithilfe im Haushalt zumutbar ist (vgl. zur 

Schadenminderungspflicht durch Mithilfe von Familienangehörigen: BGE 133 V 509), 

weshalb eine Einschränkung von 50% - wie sie die Beschwerdeführerin verlangt hat - 

vorliegend nicht in Betracht fällt. Wie nachfolgende Ausführungen zeigen, würde aber 

selbst die Berücksichtigung einer 50%igen Einschränkung im Haushalt bzw. eines 

gewichteten Teilinvaliditätsgrads von 5% (50% x 0.1) zu keinem anderen Resultat 

führen.

4.2    Gestützt auf die Arbeitsunfähigkeit im Erwerb von 50% mit Teilinvaliditätsgrad 

von 40.62% (vgl. E. 3.6) sowie eine Einschränkung im Haushalt von 18% mit 

Teilinvaliditätsgrad von 1.8% (10% der 18%-Einschränkung) resultiert ab Februar 2008 

folglich ein auf Grund der gemischten Methode eruierter Invaliditätsgrad von 

abgerundet 42% (40.62% + 1.8%) und damit ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Selbst die Berücksichtigung einer 50%igen Einschränkung im Haushalt würde lediglich 

zu einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 46% (40.62% + 5% [10% der 50%-

Einschränkung]) führen.

5.      

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Diese ist der 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Sie 

werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2013
	Art. 28a Abs. 3 IVG, Art. 16 ATSG Invaliditätsbemessung durch Einkommens- und Betätigungsvergleich. Gemischte Methode. Gestützt auf die konkreten Einkommensverhältnisse und die Haushaltsabklärung resultiert ein Anspruch auf eine Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. August 2013, IV 2011/246).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:33:00+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen