# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44a6cada-cb80-5d43-89cf-d4003b58bac7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.06.2021 UV 2020/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-38_2021-06-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/38

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.03.2022

Entscheiddatum: 21.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2021
Art. 6 ATSG. Verneinung eines Unfallereignisses in Bezug auf eine 
Schulterverletzung beim Skifahren bei normaler Kurvenfahrt mit 
Stockeinsatz (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 21. Juni 2021, UV 2020/38). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_589/2021.

Entscheid vom 21. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Karin Huber-

Studerus und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

UV 2020/38

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Jäger, Jäger & Schweiter Rechtsanwälte, 

Magnolienstrasse 3, Postfach, 8034 Zürich,

gegen

AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ ist seit dem Jahr 199_ als Abteilungspräsident der B.___ tätig und dadurch 

bei der AXA Versicherungen AG (AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen 

versichert. Am 21. August 2019 liess der Versicherte der AXA melden, dass er am 1. 

Februar 2019 beim Skifahren einen Schlag gegen die linke Schulter erhalten habe (UV-

act. A1).

A.a. 

Die Erstbehandlung des Versicherten erfolgte am 28. Mai 2019 durch seinen 

Hausarzt Dr. med. C.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, Goldach, der eine 

Druckdolenz über dem Acromion und AC-Gelenk feststellte und eine Schulterkontusion 

links (Differenzialdiagnose: Rotatorenmanschettenläsion) diagnostizierte (UV-act. M1).

A.b. 

Eine am 27. August 2019 von Dr. med. D.___, Radiologie Nordost, durchgeführte 

MR-Untersuchung ergab Zeichen eines leichten subakromialen Impingement, ohne 

fassbare Bursitis subdeltoidea/-subacromialis und im Übrigen ein regelrechtes Arthro-

MR der linken Schulter ohne fassbare Rotatorenmanschettenläsion. Der Arzt führte die 

angegebenen Beschwerden auf eine posttraumatische Osteolyse des distalen 

Claviculaendes zurück (UV-act. M2).

A.c. 

In der Folge stellte die AXA dem Versicherten einen Fragebogen zum 

Unfallhergang zu, den dieser am 4. September 2019 ausgefüllt und unterschrieben 

zurückschickte (UV-act. A5).

A.d. 

Am 13. September 2019 teilte die AXA dem Versicherten mit, dass sie eine 

Leistungsübernahme ablehne, da es sich beim Ereignis vom 1. Februar 2019 rechtlich 

gesehen nicht um einen Unfall handle (UV-act. A6). Am 26. September 2019 teilte die 

A.e. 

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B.  

C.  

AXA dem Versicherten telefonisch mit, dass der Unfallbegriff nicht erfüllt sei, da es an 

der Ungewöhnlichkeit fehle (UV-act. A9).

Am 27. September 2019 erhob Prof. Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Ortho­

pädische Chirurgie und Traumatologie, als Diagnose eine posttraumatische Osteolyse 

in der lateralen Clavicula links (Kontusionstrauma vom Februar 2019) und hielt fest, 

dass die Symptome durch das ausgeprägte Spongiosaödem der lateralen Clavicula 

und eine kleine gelenksnahe Osteonekrose zu erklären seien (UV-act. M3).

A.f. 

Am 24. Oktober 2019 verfügte die AXA die Ablehnung des Leistungsanspruchs 

aus der obligatorischen Unfallversicherung (UV-act. A10).

A.g. 

Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 22. November 2019, vertreten 

durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Jäger, Zürich, Einsprache erheben (UV-act. A18). 

Letzterer begründete diese am 27. Januar 2020 und reichte einen Operationsbericht 

vom 5. Dezember 2019 und einen Arztbericht von Prof. E.___ vom 13. Januar 2020 ein 

(UV-act. A29, M4 f.).

B.a. 

Am 9. März 2020 nahm Dr. med. F.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, beratender Arzt der AXA, zu den Akten 

Stellung (UV-act. M7).

B.b. 

Mit Entscheid vom 30. April 2020 wies die AXA die Einsprache ab (UV-act. A31).B.c. 

Der Versicherte liess am 3. Juni 2020 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde 

gegen den Einspracheentscheid vom 30. April 2020 erheben- Dieser sei aufzuheben 

und dem Beschwerdeführer seien die gesetzmässigen Leistungen zuzusprechen; 

eventualiter seien weitere Abklärungen zu treffen und neu zu entscheiden, alles unter 

Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Der Rechtsvertreter 

beantragte zudem die Übernahme der Kosten für die Stellungnahmen von Prof. E.___ 

durch die Beschwerdegegnerin (act. G 1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

C.b. 

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Erwägungen

1.  

2.  

Mit Replik vom 16. Dezember 2020 und Duplik vom 10. Februar 2021 hielten die 

Parteien an ihren Anträgen fest und bestätigten im Wesentlichen ihre Standpunkte 

(act. G 13, 15).

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1. Februar 2019.

1.1. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt

1.2. 

Ein Leistungsanspruch des Beschwerdeführers entsteht, wenn es sich beim 

Ereignis vom 1. Februar 2019 um einen Unfall im Rechtssinne handeln. Als solcher gilt 

die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen 

äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der 

körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG; SR 

830.1).

2.1. 

Für die Bejahung eines Unfallereignisses muss ein ungewöhnlicher äusserer Faktor 

auf den Körper eingewirkt haben. Das Ereignis muss sich in der Aussenwelt zutragen; 

die Folgen können sich aber mit einer äusserlichen Verletzung oder ausschliesslich im 

Körperinnern zeigen (G. Riemer-Kafka, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, 6. 

Aufl. 2018, 2.41).

2.2. 

Ungewöhnlich ist der äussere Faktor dann, wenn er den Rahmen des im 

jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet (BGE 134 V 76 E. 4.1 

mit Hinweis; BGE 112 V 202 f. E. 1). Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei 

2.2.1. 

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grundsätzlich nur objektive Umstände in Betracht fallen. Nach der Rechtsprechung 

bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des 

äusseren Faktors, sondern nur auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der 

Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, 

unerwartete Folgen nach sich zieht (BGE 134 V 76 ff. E. 4.1 und 4.3.1, 122 V 233 E. 1, 

121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Bei unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal 

der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 

natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat, 

was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder 

an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 

reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.2 mit Hinweisen; André Nabold, 

N 32 zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]). Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere 

beschränken, unterliegt der Nachweis eines Unfalls insofern strengen Anforderungen, 

als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen 

gesetzt worden sein muss. Dies ist damit zu begründen, dass sich ein Unfallereignis in 

der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung manifestiert, während bei 

deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen 

besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 22. August 2017, 8C_282/2017, E. 3.1.2 mit 

Hinweisen; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d).

Bei Sportverletzungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vor­

liegen eines Unfalls im Rechtssinne ohne besonderes Vorkommnis zu verneinen. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei einer sportlichen Aktivität 

lediglich dann ein Unfall anzunehmen, wenn diese anders verläuft als geplant. Wenn 

sich hingegen das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung 

verwirklicht, liegt kein Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu verneinen, wenn 

die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in der 

Spannweite des Üblichen bewegt (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Oktober 2003, 

U 322/02, E. 4.4; BGE 130 V 117 E. 2.2).

2.2.2. 

Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des Unfall­

geschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen 

Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis 

zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue 

und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund 

2.3. 

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3.  

derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses 

ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es 

dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 

sind. Zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann 

aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Thomas 

Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, §70 

N2 ff., N20; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 29).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht 

dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Der Entscheid ist, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 

5b mit Hinweisen).

2.4. 

Gemäss Schadenmeldung vom 21. August 2019 hat der Beschwerdeführer in den 

Skiferien bei Kurvenfahrt (Stockeinsatz) einen Schlag gegen die linke Schulter erhalten. 

Die Schmerzen seien nicht allzu gross gewesen, weshalb kein Arzt aufgesucht worden 

sei. Dies sei erst später erforderlich geworden. Aufgrund der vorhandenen Schmerzen 

sei Physio-Therapie beansprucht worden, die aber nicht zu einer Besserung geführt 

habe. Bei Mountainbike-Touren im Frühsommer und Sommer seien die Schmerzen in 

der Schulter grösser geworden (UV-act. A1). Anlässlich der Erstbehandlung am 28. Mai 

2019 notierte der Hausarzt, der Beschwerdeführer habe angegeben, er sei während 

des Skifahrens ausgerutscht und habe seither rezidivierende Schulterschmerzen links 

(UV-act. M1). Im Fragebogen vom 4. September 2019 schilderte der Beschwerdeführer 

den Hergang des Ereignisses dahingehend, dass er in den Skiferien bei einem 

Linksschwung den linken Stock eingesetzt habe. In diesem Moment habe es einen 

3.1. 

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Schlag gegeben, der heftig gewesen sei und sich bis in die Schulter fortgesetzt habe. 

Er habe einen Sturz verhindern können und sei weitergefahren. Auf die Frage, ob sich 

etwas Ungewöhnliches oder Programmwidriges ereignet habe, führte der 

Beschwerdeführer aus, dass er seit mehr als 40 Jahren Ski fahre und er ein sehr guter 

Skifahrer sei, aber ihm so etwas noch nie passiert sei (UV-act. A5). Der behandelnde 

Facharzt Prof. E.___ hielt in seinen Berichten in der Anamnese folgende Versionen des 

Hergangs des Ereignisses fest: Im Bericht vom 27. September 2019 notierte er, dass 

der Beschwerdeführer beim Skifahren im Februar 2019 beim Stockeinsatz eine 

fulminante Hyperabduktion mit Retroversion an der linken Schulter erlitten habe (UV-

act. M3). Am 13. Januar 2020 führte Prof. E.___ auf Rückfrage aus, anamnestisch habe 

der Beschwerdeführer beim Skifahren im Februar 2019 durch einen massiven Schlag 

beim Stockeinsatz ein fulminantes Hyperabduktionsereignis mit Retroversionen an der 

linken Schulter erlitten. In der Einsprachebegründung vom 27. Januar 2020 wurde 

seitens des Rechtsvertreters festgehalten, dass der Beschwerdeführer die Kraft des 

Schlages als extrem erlebt habe, fast wie einen Stromstoss, und dass er einen Sturz 

nur mit Mühe habe verhindern können (UV-act. A29 S. 2).

Mit Blick auf diese Sachverhaltsdarstellungen kann damit lediglich als erstellt 

erachtet werden, dass der Beschwerdeführer während eines Linksschwungs bzw. einer 

Kurvenfahrt beim Einsatz des Skistockes einen Schlag gegen die linke Schulter 

erhalten hat. Allerdings ist die Intensität dieses Schlages aufgrund der Schilderungen 

fraglich, zumal der Schlag bei jeder Schilderung des Ereignisses intensiver dargestellt 

wird. So hatte der Beschwerdeführer gemäss der ursprünglichen Schadenmeldung 

keine allzu grossen Beschwerden, was mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegen 

einen heftigen, einen massiven oder gar einen einem Stromstoss ähnlichen, als extrem 

empfundenen Schlag spricht, wie es in den ärztlichen Berichten vermerkt bzw. in der 

Einsprache angegeben wurde. Der Schilderung des Hergangs des Ereignisses lässt 

sich im Weiteren weder etwas Programmwidriges entnehmen noch lassen sich 

besonders sinnfällige Umstände herauslesen. Abweichend von den Angaben des 

Hausarztes, der ein Ausrutschen erwähnt, hat der Beschwerdeführer selbst nichts 

Derartiges beschrieben. Erstmals im Fragebogen vom September 2019 erwähnt er, 

dass er einen Sturz habe verhindern können. Dass er eine reflexartige oder sonstwie 

unphysiologische Bewegung ausgeführt habe oder ausgeglitten wäre, wird nicht 

geltend gemacht. Ausser der Mutmassung, dass "es gut möglich sei, dass es einen 

Hügel hatte (UV-act. A9)", schildert der Beschwerdeführer auch keine besonderen 

Vorkommnisse, wie insbesondere eine ungewöhnliche Beschaffenheit der Skipiste, 

versteckte Bodenwellen, harte Schneeanhäufungen oder unter dem Schnee liegende 

Steine, die er beim Stockeinsatz getroffen hätte und durch die der Schlag ausgelöst 

3.2. 

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bzw. verstärkt worden wäre. Der Beschwerdeführer nennt also weder ein besonderes 

Vorkommnis, noch deuten seine Angaben darauf hin, dass sich der Einsatz des 

Skistockes bei der Kurvenfahrt nicht mehr im Rahmen einer üblichen Fahrt eines – wie 

er selbst angibt – sehr guten Skifahrers bewegt hat. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, 

dass die Rechtsprechung bei Sportverletzungen in der Regel hohe Anforderungen an 

die Bejahung des Unfallbegriffs stellt. So hat das Bundesgericht das Vorliegen eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors bei einem Skifahrer bejaht, der im buckligen 

Gelände auf einer vereisten Stelle ausglitt, danach unkontrolliert einen Buckel anfuhr, 

abgehoben wurde und bei verdrehter Oberkörperhaltung auf den Boden aufschlug. Als 

Programmwidrigkeit wurde in jenem Urteil das Ausgleiten auf der vereisten Stelle, das 

sich daraus ergebende unkontrollierte Anfahren eines Buckels und das bei verdrehter 

Oberkörperhaltung harte Aufschlagen gesehen (BGE 130 V 117 E. 2.2, 2.2.3; Urteil vom 

7. Oktober 2003, U 322/02, E. 4.4; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 43 mit 

Verweisen). Etwas Vergleichbares hat sich vorliegend nicht zugetragen.

Insgesamt ist mit Blick auf die Sachverhaltsschilderungen des Beschwerdeführers 

das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht erfüllt. Daran vermag auch 

der Umstand, dass die behandelnden Ärzte und insbesondere Prof. E.___ von einem 

Unfallereignis bzw. einer traumatischen Läsion ausgehen (vgl. die Berichte vom 27. 

September 2019 und 13. Januar 2020, UV-act. M3, M5), nichts zu ändern. 

Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass sich der medizinische Begriff eines 

Traumas nicht mit dem rechtlichen Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis 

schliesst zwar eine krankhafte Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigentlichen 

Unfall im Rechtssinne auch Ereignisse, denen der Charakter der Ungewöhnlichkeit 

und/oder der Plötzlichkeit fehlt. Insbesondere kommt medizinischen Feststellungen im 

Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vorliegen eines Unfallgeschehens in 

der Regel nur die Bedeutung von Indizien zu (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 175 f.; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Wie 

in Erwägung E. 2.3 dargelegt, ist es eine Rechtsfrage, ob die Merkmale des 

Unfallbegriffs erfüllt sind bzw. ein Ereignis als Unfall anzuerkennen ist.

3.3. 

Nachdem der Unfallbegriff vorliegend nicht erfüllt ist, erübrigt sich die Beurteilung 

der Kausalität zwischen dem Ereignis vom 1. Februar 2019 und der 

Gesundheitsschädigung. Da entsprechend die Stellungnahme von Dr. F.___ vom 9. 

März 2020 (UV-act. M7) für den Ausgang des Beschwerdeverfahrens nicht weiter von 

Relevanz ist, kann auch auf eine Prüfung der gerügten Gehörsverletzung (vgl. act. G 1 

S. 12) verzichtet werden.

3.4. 

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Zusammenfassend ist in Würdigung der gesamten Umstände mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es sich beim Ereignis vom 1. 

Februar 2019 nicht um einen Unfall gemäss Art. 4 ATSG handelt. Der Vollständigkeit 

halber bleibt darauf hinzuweisen, dass vorliegend unbestrittenermassen auch keine 

Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs 2 UVG vorliegt und eine solche auch nicht geltend 

gemacht wird (vgl. act. G 13 S. 6, act. G 15), weshalb sich Ausführungen zu den 

unfallähnlichen Körperschädigungen erübrigen.

3.5. 

Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 30. April 2020 nicht zu 

beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.

4.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).4.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

4.3. 

Da die medizinischen Stellungnahmen, die der Beschwerdeführer bei Prof. E.___ 

einholen liess, für die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit nicht massgeblich 

waren, sind sie nicht zu entschädigen.

4.4. 

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