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**Case Identifier:** 340c1a6d-484f-500e-8fed-081064cc112c
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-20
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 20.02.2023 S 2022 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-62_2023-02-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 20. Februar 2023 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2022 62

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Urteil S 2022 62

A. Der 1972 geborene A.________ war als Schreiner bei der C.________ AG 
angestellt und in dieser Eigenschaft obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen von 
Unfällen versichert, als er am 29. Januar 2013 ausrutschte und sich dabei eine Distorsion 
des rechten oberen Sprunggelenks zuzog (IV-act. 32 S. 185), weshalb am 7. August 2013 
eine Arthroskopie mit intraartikulärem Débridement, partieller anteriorer Synovektomie und 
lateraler Bandrekonstruktion durchgeführt wurde (IV-act. 32 S. 164 f.). Die Suva 
anerkannte ihre Leistungspflicht und richtete die gesetzlichen Kurzzeitleistungen wie 
Taggelder und Heilkosten aus. Am 24. Juni 2015 meldete sich der Versicherte unter 
Hinweis auf eine seit November 2014 bestehende psychische Erkrankung auch bei der IV-
Stelle Zug zum Leistungsbezug an (IV-act. 5). Die IV-Stelle holte bei den behandelnden 
Ärzten aktuelle Berichte ein, zog die Akten der Unfallversicherung bei und gewährte dem 
Versicherten berufliche Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 36). So wurde ab dem 
8. Januar 2018 ein Belastbarkeitstraining durchgeführt, welches indes per 14. Januar 2018 
abgebrochen werden musste (IV-act. 46 und 51 f.), da am 16. Januar 2018 eine weitere 
Operation (arthroskopisches Débridement mit partieller Synovektomie, mediale und 
laterale Bandrekonstruktion, Neurektomie mit Neuromentfernung OSG rechts) notwendig 
wurde (IV-act. 56 S. 5 f.). Mit Schreiben vom 26. März 2018 stellte die Suva die 
Heilkostenleistungen per 31. März 2018 und das Taggeld per 30. April 2018 ein (IV-
act. 62). Einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte sie mit Verfügung vom 
21. Januar 2021 (IV-act. 115) sowie Einspracheentscheid vom 29. April 2021, während für 
die verbliebenen Unfallfolgen eine Integritätsentschädigung von 20 % zugesprochen 
wurde. Dagegen erhob der Versicherte am 31. Mai 2021 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
(Verfahren S 2021 78). Die IV-Stelle ihrerseits liess den Versicherten polydisziplinär 
begutachten (IV-act. 127) und sprach ihm mit Vorbescheid vom 12. Juli 2021 (IV-act. 129) 
bzw. Verfügung vom 20. April 2022 (IV-act. 166) eine halbe Rente ab 1. Dezember 2015 
und eine ganze IV-Rente ab 1. August 2021 zu. 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 23. Mai 2022 liess A.________ 
beantragen, die Verfügung der IV-Stelle vom 20. April 2022 sei aufzuheben und es sei ihm 
ab 1. Dezember 2015 eine Rente nach Gesetz zuzusprechen; alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht liess 
der Beschwerdeführer die Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zum Entscheid des 
hiesigen Gerichts über den im Verfahren S 2021 78 gestellten Antrag auf Einholung eines 
orthopädischen Gerichtsgutachtens beantragen (act. 1). 

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Urteil S 2022 62

C. Der mit Verfügung vom 25. Mai 2022 verlangte Kostenvorschuss von Fr. 800.– 
wurde vom Beschwerdeführer fristgerecht bezahlt (act. 3 f.).

D. Mit Verfügung vom 23. Juni 2022 wurde der Antrag auf Sistierung des 
vorliegenden Verfahrens abgewiesen (act. 7). 

E. Mit Vernehmlassung vom 24. August 2022 beantragte die IV-Stelle die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 8). 

F. Im Rahmen des weiteren Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
jeweiligen Anträgen fest (act. 13, 15, 17 und 19). Auf den Inhalt der Eingaben wird – 
soweit notwendig – erwägungsweise einzugehen sein. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu: 20. April 2022) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 
V 364 E. 7.1).

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Zwar datiert die angefochtene 
Verfügung vom 20. April 2022, womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 
19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung des Rentenanspruchs (in casu: 1. Dezember 2015) sowie sämtliche 
Revisionsgründe vor dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 4.3 nachher), weshalb (mangels 
Vorliegens eines Revisionsgrundes mit Neufestsetzung des Rentenanspruchs nach dem 
1. Januar 2022) die bis 31. Dezember 2021 gültigen Normen des IVG auf den 
vorliegenden Fall Anwendung finden (vgl. auch Ziff. 9100 f. des Kreisschreibens über 
Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]) und in dieser Fassung zitiert 
werden. 

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Urteil S 2022 62

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort 
der IV-Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 20. April 
2022; diese ging am 21. April 2022 beim Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein. In 
Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen 
Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 23. Mai 2022 der 
Post übergeben und ging tags darauf beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 
Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit unter Berücksichtigung 
von Art. 38 Abs. 3 und 4 lit. a ATSG gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der 
angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen 
Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die 
Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität 
von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf 
eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.2 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

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Urteil S 2022 62

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es 
entscheidend darauf an, ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange 
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 
Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Die 
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aber als vereinbar 
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So ist namentlich den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung grundsätzlich volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. 
Demgegenüber darf und soll der Richter in Bezug auf Berichte von Hausärzten – wie auch 
von behandelnden Fachärzten (EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4) – der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten 
aussagen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Berichte der behandelnden 
Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie grundsätzlich mit 
Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt, den 

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Urteil S 2022 62

behandelnden Spezialarzt und namentlich für den therapeutischen Psychiater mit seinem 
besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten, welcher die geklagten Beschwerden als 
Faktum hinzunehmen hat (BGer 9C_420/2008 vom 23. September 2008 E. 3 mit 
Hinweisen). Immerhin verpflichtet aber jede substanziiert vorgetragene Einwendung den 
Richter, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung 
folgend zu prüfen, ob sie in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schluss-
folgerungen eines vom Gericht oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gutachters 
derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 
351 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen).

4. Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass der Beschwerdeführer am 
29. Januar 2013 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat und danach unfallkausale 
Beschwerden im Bereich des rechten Sprunggelenks aufgetreten sind. Als erstellt gilt 
sodann, dass der Beschwerdeführer daneben auch noch an diversen unfallfremden 
Beschwerden leidet (u.a. psychischen Beeinträchtigungen). Zwischen den Parteien ist 
ebenso unbestritten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Leiden in seinem 
angestammten Beruf nicht mehr einsetzbar ist. Ebenfalls nicht beanstandet wird die von 
der Beschwerdegegnerin ab 1. August 2021 zugesprochene ganze Invalidenrente. Streitig 
ist hingegen die Frage, ob die Beschwerdegegnerin ab dem Zeitpunkt der Entstehung des 
Rentenanspruchs im Dezember 2015 zu Recht von einer lediglich 50%igen 
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist. 

4.1 Die Beschwerdegegnerin stellt zur Beurteilung des Rentenanspruchs im 
Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten – Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, 
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Rheumatologie – der ABI Aerztliches 
Begutachtungsinstitut GmbH (nachfolgend ABI) vom 10. Juni 2021 ab. Folgenden 
Diagnosen massen die Gutachter Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu:

- Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)

- Chronische residuelle Schmerzen bei posttraumatischer lateraler OSG-Instabilität 
rechts

- Chronisches subakromiales Impingement rechts

- Chronisches Zervikalsyndrom bei degenerativen HWS-Veränderungen (MRI August 
2015)

- Chronisches Thorakovertebral-Syndrom bei Wirbelsäulenfehlform und degenerativen 
Veränderungen (MRI August 2015 und Januar 2018)

- Chronisches Lumbovertebral-Syndrom bei degenerativen LWS-Veränderungen (MRI 
Mai 2015 und Januar 2018)

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Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nahmen die Gutachter eine 
intermittierende unspezifische Periarthropathia coxae links sowie einen Verdacht auf eine 
chronische Schmerzerkrankung mit somatischen und psychischen Faktoren gemäss 
Aktenlage (ICD-10 F45.41) an. In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die 
Gutachter zum Schluss, dass aufgrund der schweren Depression aus psychiatrischer 
Sicht zurzeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe. Aus 
rheumatologischer Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit keine zumutbare 
Arbeitsfähigkeit. Für körperlich leichte bis selten mittelschwere, angepasste Tätigkeiten 
bestehe aus rheumatologischer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 75 %. 
Vermieden werden sollten Arbeiten in der Höhe, auf Dächern, Leitern und Gerüsten, 
Arbeiten auf unebenem Boden, Arbeiten mit permanentem Treppab- oder Treppaufgehen, 
Arbeiten mit Tragen von Gegenständen schwerer als 10 kg bis intermittierend 15 kg sowie 
Arbeiten unter Einfluss von Stössen und Vibrationen. Der Arbeitsplatz sollte ergonomisch 
gut eingestellt sein und es sollte die Möglichkeit des regelmässigen Positionswechsels 
bestehen. Arbeiten in anhaltender Oberkörpervorneige- oder Rückhalteposition seien zu 
vermeiden ebenso wie repetitive Überkopfarbeiten (aufgrund der Schulterpathologie 
rechts). Aus neurologischer Sicht bestehe für angepasste, körperlich leichte bis 
intermittierend mittelschwere Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 %. 
Aus allgemein internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht eingeschränkt. 

Insgesamt könne in der angestammten Tätigkeit ab Januar 2016 eine Arbeitsunfähigkeit 
von 50 % und ab Januar 2018 eine dauerhaft aufgehobene Arbeitsfähigkeit angenommen 
werden. In einer leidensangepassten Tätigkeit könne nach vorangehend nicht dauerhaft 
höhergradig nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2016 eine Arbeitsunfähigkeit 
von 50 % und ab Mai 2021 eine aufgehobene Arbeitsfähigkeit angenommen werden. 

Die Arbeitsfähigkeit sei derzeit psychiatrisch ganz aufgehoben, nach vorangehend 
50%iger Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2016. Rein somatisch würde in gut adaptierten 
Tätigkeiten nach vorangehend nicht dauerhaft höhergradig nachgewiesener 
Arbeitsunfähigkeit und nach aufgehobener Arbeitsfähigkeit ab Januar 2018 ab April 2018 
eine Arbeitsfähigkeit von 75 % bestehen. Die Einschränkungen aus somatischer und 
psychiatrischer Sicht im Zeitraum von April 2018 bis April 2021 ergänzten sich, aber 
addierten sich nicht, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt 
werden könnten. 

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Aus psychiatrischer Sicht sollte eine intensive fachpsychiatrische Behandlung in die Wege 
geleitet werden im Sinne einer kombinierten hochfrequenten Gesprächspsychotherapie 
und einer suffizienten thymoleptischen Behandlung. Aufgrund der Schwere des 
Störungsbildes und der in der Depressivität inkludierten Einschränkungen in der 
Alltagsgestaltung sei nicht davon auszugehen, dass ambulante Behandlungsmassnahmen 
ausreichend seien. Es werde empfohlen, eine stationäre fachpsychiatrische Behandlung in 
die Wege zu leiten, welche dem Versicherten vollumfänglich zumutbar sei. Prognostisch 
sei davon auszugehen, dass sich das schwer ausgeprägte und mittlerweile zur 
Chronifizierung neigende depressive Störungsbild ein Jahr nach Einleitung der 
empfohlenen Therapiemassnahmen verbessert haben sollte. Es sei somit zu dem 
Zeitpunkt von der Wiedererlangung einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 127). 

4.2 Würdigend ist festzustellen, dass das polydisziplinäre Gutachten der ABI GmbH 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.3 vorstehend) erfüllt. Das Gutachten ist 
umfassend und basiert auf Kenntnis der Vorakten sowie auf einer eingehenden 
internistischen, neurologischen, psychiatrischen und rheumatologischen Abklärung. 
Zudem enthält das Gutachten anamnestische Angaben, es berücksichtigt die vom 
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und vermittelt ein vollständiges Bild seines Ge-
sundheitszustandes. Die Schlussfolgerungen sind zudem begründet, einleuchtend und 
nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich voller Beweiswert zu. Im 
Folgenden bleibt zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen und 
Einwendungen gegen das Gutachten stichhaltig sind und an dessen Beweiswert etwas zu 
ändern vermögen.

4.2.1 Gegen die beweisrechtliche Verwertbarkeit des Gutachtens wendet der 
Beschwerdeführer zunächst ein, die IV-Stelle habe ohne Begründung und somit nicht 
nachvollziehbar auf eine Begutachtung in der Disziplin Orthopädie verzichtet. Wie sich aus 
den Akten ergibt, trifft es zwar zu, dass RAD-Arzt Dr. med. D.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, unter anderem eine Begutachtung in der Disziplin 
Orthopädie empfahl (vgl. IV-act. 112), stattdessen aber eine rheumatologische 
Begutachtung durchgeführt wurde. Der Beschwerdeführer übersieht jedoch, dass die IV-
Stelle entsprechend der Empfehlung des RAD-Arztes eine polydisziplinäre Begutachtung 
in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie in 
Auftrag gab (vgl. IV-act. 113), schliesslich aber die Gutachterstelle nach Durchsicht der 
Akten anstelle einer orthopädischen eine rheumatologische Abklärung vorgesehen hat 

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(vgl. IV-act. 119; "äquivalente medizinische Indikation von Rheuma und Ortho" [vgl. IV-
act. 120]). Nach der Rechtsprechung kommt den Gutachtern – was die Wahl der 
Untersuchungsmethoden betrifft – ein weiter Ermessensspielraum zu. Das beinhaltet auch 
die Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Abklärungen, wonach die Wahl der 
Fachrichtungen in erster Linie von den Gutachterfragen abhängt und je nach 
Gesundheitsschaden mehrere Fachrichtungen in Frage kommen. Es liegt demnach im 
Ermessen der Gutachter, ob der Beizug weiterer Experten notwendig ist (BGer 
8C_780/2014 vom 25. März 2015 E. 5.1). Vorliegend waren an der Erstellung des 
polydisziplinären Gutachtens vom 10. Juni 2021 ein Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, ein Facharzt für Neurologie, ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie ein Facharzt für Rheumatologie beteiligt. Gegenstand der Rheumatologie sind 
(chronische) Schmerzen des Bewegungsapparates, was u.a. auch auf die Orthopädie 
zutrifft (BGer 9C_688/2016 vom 16. Februar 2017 E. 3.5 und 8C_835/2014 vom 
16. Januar 2015 E. 3.3). Die beiden medizinischen Disziplinen der Rheumatologie und 
Orthopädie stehen nicht etwa für unterschiedliche Konzepte, wie ein Gesundheitsschaden 
und dessen Folgen zu betrachten seien. Vielmehr scheint sich – im Sinne einer 
praktischen Aufgabenteilung – für die Einschätzung der funktionellen Auswirkungen von 
Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates der Beizug der Rheumatologie 
durchzusetzen, während die Orthopädie eher im Zusammenhang mit Fragen der Therapie 
zuständig ist (BGer 9C_134/2011 vom 6. Juni 2011 E. 3.3). Insofern erscheint es 
nachvollziehbar, wenn die Gutachterstelle vorliegend eine rheumatologische 
Untersuchung anstelle einer orthopädischen durchgeführt hat. Insgesamt ist jedenfalls 
nicht ersichtlich, weshalb die Gutachter nicht in der Lage gewesen sein sollten, die 
gesundheitlichen Beschwerden und die damit einhergehende Arbeitsfähigkeit des 
Versicherten kompetent zu beurteilen. Im Übrigen darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass 
der Beschwerdeführer vor Durchführung der Begutachtung über die rheumatologische 
Abklärung anstelle der orthopädischen informiert wurde (vgl. IV-act. 119), ohne dass er 
daraufhin Vorbehalte oder Einwände dagegen vorgebracht bzw. die Nichtdurchführung 
einer orthopädischen Begutachtung moniert hätte. 

Des Weiteren ist an dieser Stelle anzumerken, dass der Beschwerdeführer im 
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren von Kreisarzt Dr. med. E.________, Facharzt für 
Chirurgie sowie für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, am 10. November 2020 untersucht wurde und dem 
rheumatologischen Teilgutachter der entsprechende Kreisarztbericht, worin auf dem 
unfallchirurgisch-orthopädischen Fachgebiet eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ganztags 

https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/atsg/gutachten/gutachterfragen/

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attestiert wurde (vgl. IV-act. 110 S. 4 ff.), vorlag. Darüber hinaus hatte der 
rheumatologische Sachverständige Kenntnis der zahlreichen in den Akten liegenden 
orthopädischen Berichte des Kantonsspitals F.________. Von einer unvollständigen 
Abklärung in orthopädischer Hinsicht kann somit keine Rede sein. Daran ändert auch die 
Tatsache nichts, dass die Beschwerdegegnerin vor Erlass der Verfügung beim 
behandelnden Orthopäden keine weiteren Berichte einholte, ging sie doch gestützt auf das 
polydisziplinäre Gutachten ab Mai 2021 ohnehin von einer vollständig aufgehobenen 
Arbeitsfähigkeit aus, was zu einer ganzen Rente ab August 2021 führte. Daher erübrigt es 
sich an vorliegender Stelle auch, sich weiter mit den replicando eingereichten Berichte 
(Beilagen 5–9), die sich allesamt zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab 
Oktober 2021 äussern, auseinanderzusetzen. Im Übrigen war der Beschwerdegegnerin 
die Mehrheit der im vorliegenden Verfahren aufgelegten somatischen Berichte ohnehin 
bereits bekannt, liess der Beschwerdeführer doch bereits im Vorverfahren nach Erlass des 
Vorbescheids mehrmals neue Berichte zu den Akten reichen (darunter unter anderem 
auch der Sprechstundenbericht des Kantonsspitals F.________ vom 16. März 2021 [vgl. 
IV-act. 150 S. 2 f., wobei der Beschwerdeführer diesen Bericht auch bereits dem 
rheumatologischen Sachverständigen zur Begutachtung mitgebracht hat, dieser seine 
Beurteilung mithin in Kenntnis des genannten Berichts abgegeben hat] sowie die 
Sprechstundenberichte vom 1. Februar 2022 [IV-act. 159 S. 8 f.] und 15. März 2022 [IV-
act. 164]). 

4.2.2 Soweit der Beschwerdeführer für die Zeitperiode bis Mai 2021 
(Explorationszeitpunkt) unter Hinweis auf echtzeitliche medizinische Akten eine 
höhergradige Arbeitsunfähigkeit als die im ABI-Gutachten in psychiatrischer Hinsicht 
attestierte 50%ige geltend macht, kann ihm ebenso wenig gefolgt werden. Doktor med. 
G.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in dem zu 
Handen der Krankentaggeldversicherung erstellten Bericht vom 23. März 2015 (IV-act. 11 
S. 7 ff.) eine mittelgradige depressive Episode und eine massive psychosoziale 
Belastungssituation. Dabei wies er explizit darauf hin, dass ein depressives Zustandsbild 
grundsätzlich behandel- und vollständig remittierbar sei. Er empfahl die Intensivierung der 
psychiatrischen Behandlung mit Ausbau der antidepressiven Psychopharmaka-Medikation 
und allenfalls eine stationär-psychiatrische Behandlung. Nach Behandlungsoptimierung 
erachtete er eine Zustandsverbesserung und die Wiedererlangung einer zumindest 
50%igen Teilarbeitsfähigkeit mit erhöhter Wahrscheinlichkeit als möglich, auch wenn er 
gleichzeitig mit einem erschwerten Behandlungs- und Rehabilitationsverlauf rechnete, dies 
aber vielmehr aufgrund der massiven psychosozialen Belastungsfaktoren, welche IV-

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fremd sind. Bezogen auf das zu Grunde liegende behandel- und vollständig besserbare 
psychische Erkrankungsbild rechnete er mit keiner bleibenden Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines andauernden, therapeutisch nicht beeinflussbaren 
psychischen Krankheitsgeschehens. Der behandelnde Psychiater med. pract. 
H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erwartete im Mai 2015 
(IV-act. 11 S. 5 f.) bei einem positiven Verlauf ebenfalls eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für 
eine rückenschonende Tätigkeit. Mit Bericht vom 28. Januar 2016 (IV-act. 24) 
diagnostizierte er eine mittelgradige depressive Episode und gab eine mögliche 
Arbeitsfähigkeit von 50 % für eine leichte rückenschonende Tätigkeit an. Schliesslich gab 
auch der beratende Psychiater der Krankentaggeldversicherung, Dr. med. I.________, 
Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, im Bericht vom 20. Juli 2015 (IV-act. 31 
S. 8) an, dass spätestens ab September 2015 von einem Zustand auszugehen sei, 
welcher eine Arbeitsfähigkeit von 50 % als gerechtfertigt ausweise. Doktor G.________ 
wiederum ging mit Bericht vom 26. Mai 2016 (IV-act. 37) weiterhin von einer 
mittelgradigen depressiven Episode aus und empfahl erneut die Intensivierung der 
fachärztlich psychiatrischen und insbesondere auch psychopharmakologischen 
Behandlung und zwar im stationären Rahmen einer geeigneten Spezialklinik. Ausgehend 
von der weiter anzunehmenden prinzipiellen Behandel- und Besserbarkeit sollte im 
Rahmen eines intensivierten stationären Therapieprozesses unter optimierter 
antidepressiver Medikation weiterhin auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit hingearbeitet 
werden. In der Folge fand nicht nur keine stationäre Behandlung statt, sondern der 
Beschwerdeführer brach Mitte Oktober 2017 sogar die fachärztliche psychiatrische 
Behandlung bei med. pract. H.________ ab, was im Verlaufsbericht vom 9. Mai 2018 (IV-
act. 69) unter Hinweis auf die am 17. Oktober 2017 letztmals stattgefundene ärztliche 
Kontrolle explizit so bestätigt wird und auf einen geringen Leidensdruck schliessen lässt. 
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend festgestellt hat, sind echtzeitliche psychiatrische 
Berichte schliesslich erst wieder ab dem 26. März 2019 aktenkundig. Ab dem 26. März bis 
5. April 2019 attestiert der behandelnde Psychiater wiederum eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit, während er für die Zeit vom 9. bis 30. April 2019 noch eine solche von 
50 % annimmt. Als Grund hierfür gab er lediglich Krankheit an (vgl. IV-act. 88). Angesichts 
des soeben Ausgeführten ist mit der Beschwerdegegnerin einig zu gehen, dass es in den 
echtzeitlichen medizinischen Unterlagen keine rechtsgenüglichen Anhaltspunkte oder 
Hinweise dafür gibt, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Zeitpunkt 
der psychiatrischen Begutachtung eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50 % 
vorgelegen haben sollte, zumal der therapeutische Rahmen nicht als ausgeschöpft 
bezeichnet werden kann – keine stationäre Behandlung, lediglich 2 psychiatrische 

12

Urteil S 2022 62

Gespräche pro Monat und schliesslich sogar kompletter Behandlungsabbruch für eine 
gewisse Zeit – und eine erhebliche psychosoziale Belastungssituation bestand. An dieser 
Auffassung vermögen auch die im vorliegenden Verfahren neu aufgelegten Arztberichte 
(Beilage 4 zur Replik und Beilage zur Eingabe vom 29. November 2022) nichts zu ändern. 
Es trifft zwar zu, dass Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 7. September 2022 eine seit Mai 2015 
bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Wie die Beschwerdegegnerin mit 
Stellungnahme vom 5. Januar 2023 (act. 19) jedoch zutreffend darauf hingewiesen hat, 
geht aus dem genannten Bericht auch hervor, dass sich der Beschwerdeführer erst seit 
dem 15. Dezember 2021 bei Dr. J.________ in Behandlung befindet. Gestützt auf welchen 
Befund der behandelnde Psychiater eine seit Mai 2015 fortbestehende 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit ableiten will, lässt sich dem Bericht sodann nicht entnehmen. Damit 
fehlt es weiterhin an echtzeitlichen Arztberichten, welche eine bereits vor Mai 2021 
vollständig aufgehobene Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht als überwiegend 
wahrscheinlich erscheinen lassen. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers trifft es im Übrigen nicht zu, dass die ABI-
Gutachter ihre Arbeitsfähigkeitseinschätzung abgegeben hätten, ohne sich mit den 
echtzeitlichen psychiatrischen Akten auseinanderzusetzen. Unter Ziff. 8.5 erwähnt der 
psychiatrische Teilgutachter die rudimentär gefassten Arztberichte mit fehlenden 
psychopathologischen Befunden, welche zur retrospektiven Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit nicht verwertbar seien (vgl. IV-act. 127 S. 42). 

Ebenso wenig kann dem Beschwerdeführer gefolgt werden, wonach die fehlenden 
ärztlichen Berichte der unterbliebenen Abklärung der Beschwerdegegnerin zuzuschreiben 
seien. Aktenkundig ist, dass die Beschwerdegegnerin nach Eingang der IV-Anmeldung im 
Rahmen ihrer Abklärungspflicht auch beim behandelnden Psychiater einen Arztbericht 
eingeholt hat, wobei dieser mehrfach gemahnt werden musste (vgl. IV-act. 22), bevor 
schliesslich der Bericht vom 28. Januar 2016 (IV-act. 24) einging. Nachdem die IV-Stelle 
auch noch die Akten des Unfallversicherers und der Krankentaggeldversicherung 
eingeholt hatte, ging sie gestützt darauf in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%igen 
Arbeitsfähigkeit aus. Basierend darauf wurden in der Folge berufliche 
Eingliederungsmassnahmen geprüft und initiiert (vgl. dazu IV-act. 35 ff.). Das 
Belastbarkeitstraining musste schliesslich aber bereits nach wenigen Tagen per 
14. Januar 2018 wieder abgebrochen werden (vgl. IV-act. 51). In der Folge aktualisierte 
die IV-Stelle die Akten, wobei insbesondere auch der behandelnde Psychiater aufgefordert 

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Urteil S 2022 62

wurde, mit einem Verlaufsbericht über die Zeit ab Februar 2016 – der letzte Bericht des 
Psychiaters datierte vom 28. Januar 2016 – zu berichten (vgl. IV-act. 63). Dies tat er mit 
dem allerdings sehr rudimentär gehaltenen Bericht vom 9. Mai 2018 (IV-act. 69). Dabei 
hielt er einen stationären Gesundheitszustand ohne Änderung der Diagnose fest und 
verwies auf seinen letzten Bericht. Zudem gab er an, dass die letzte ärztliche Kontrolle am 
17. Oktober 2017 stattgefunden und der Versicherte die Behandlung daraufhin 
abgebrochen habe. Daraufhin folgten wiederum berufliche Eingliederungsmassnahmen 
(vgl. IV-act. 79 ff.), bevor die IV-Stelle zur Aktualisierung des Dossiers bei med. 
pract. H.________ einen weiteren Verlaufsbericht für die Zeit ab Mai 2018 anforderte (vgl. 
IV-act. 97), der bei ihr am 17. Januar 2020 einging (vgl. IV-act. 98). Angesichts des 
soeben aufgezeigten Sachverhalts kann der Vorinstanz keine Verletzung ihrer 
Abklärungspflicht vorgeworfen werden. Indem die Beschwerdegegnerin den behandelnden 
Psychiater jeweils aufgefordert hat, einen Bericht zum Verlauf seit seiner letzten 
Berichterstattung einzureichen, kam sie ihrer Abklärungspflicht offensichtlich nach, zumal 
med. pract. H.________ im Mai 2018 von einem seit seinem zuletzt ergangenen Bericht 
(28. Januar 2016) unveränderten Gesundheitszustand berichtete. Aufgrund dessen ist 
nicht erkennbar, inwiefern die IV-Stelle den psychiatrischen Gesundheitszustand noch 
weiter hätte abklären müssen, insbesondere da im gleichen Bericht auch von einem 
Behandlungsabbruch die Rede war. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 
kann somit nicht gesagt werden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Abklärungspflicht 
verletzt hat. 

4.2.3 Des Weiteren kann dem Beschwerdeführer auch nicht gefolgt werden, wenn er 
sich auf den Standpunkt stellt, RAD-Arzt Dr. D.________ habe die 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Sein Einverständnis mit einer vollen Arbeitsunfähigkeit in 
psychiatrischer Hinsicht ergibt sich weder aus der Stellungnahme vom 8. September 2015 
(IV-act. 14) noch aus denjenigen vom 11. Februar 2016 (IV-act. 29) und 22. März 2016 
(IV-act. 35). Vielmehr bezweifelte der RAD-Arzt bereits im Rahmen seiner ersten 
Stellungnahme, dass eine leitliniengerechte Behandlung durchgeführt werde. Die 
Annahme einer de facto nicht leitliniengerechten Therapie bzw. eines nicht 
ausgeschöpften therapeutischen Rahmens bestätigte sich für Dr. D.________ im Februar 
2016, wobei er gleichzeitig darauf hinwies, dass auch die Diagnose der PTBS kritisch 
überprüft werden sollte. Schliesslich hielt er im März 2016 fest, dass – bei einem 
unverändert nicht ausgeschöpften therapeutischen Rahmen – die Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers von psychiatrischer Seite ab Anfang Januar 2016 auf 30 bis 50 % 
geschätzt werde, weshalb zwischenzeitlich mindestens mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % 

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Urteil S 2022 62

gerechnet werden könne. Zu guter Letzt bezeichnete Dr. D.________ mit Stellungnahme 
vom 14. Dezember 2020 (IV-act. 112) die vom behandelnden Psychiater gestellten 
Diagnosen und Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit als de facto nicht nachvollziehbar, 
sodass eine gutachterliche Abklärung notwendig wurde. Was das psychiatrische 
Teilgutachten anbelangt, beanstandete Dr. D.________ schliesslich lediglich, dass die 
100%ige Arbeitsunfähigkeit in einer der somatischen Problematik angepassten Tätigkeit 
psychiatrisch mit einer schwergradigen affektiven Störung begründet werde, wobei die 
Herleitung der Diagnose doch erhebliche Zweifel am Schweregrad der Störung 
aufkommen lasse. Daher empfahl er eine Verlaufsbegutachtung im Zeitraum eines Jahres, 
wobei auch eine neuropsychologische Testung vorgenommen werden sollte (vgl. IV-
act. 128). Da RAD-Arzt Dr. D.________ die volle Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer 
Sicht ab Mai 2021 entsprechend dem Gutachten aber schliesslich akzeptierte, ist es nicht 
zu beanstanden, wenn die IV-Stelle unter diesen Umständen auf eine Ergänzung des 
Gutachtens bzw. eine Nachfrage beim psychiatrischen Teilgutachter verzichtet hat. 

4.2.4 Ebenfalls fehl geht der Einwand, die ABI-Gutachter würden ab Januar 2018 und 
nicht erst wie von der Beschwerdegegnerin angenommen ab Mai 2021 von einer 
dauerhaft aufgehobenen Arbeitsfähigkeit ausgehen. Wie die Beschwerdegegnerin im 
Rahmen der Vernehmlassung zutreffend darauf hingewiesen hat, äussern sich die 
Gutachter unter der vom Beschwerdeführer selbst zitierten Ziff. 4.6.4 der interdisziplinären 
Gesamtbeurteilung lediglich zum zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit bezogen auf die 
angestammte Tätigkeit. Ausführungen zur hauptsächlich interessierenden Arbeitsfähigkeit 
in angepassten Tätigkeiten folgen demgegenüber erst unter Ziff. 4.7, wobei unter 
Ziff. 4.7.5 explizit ausgeführt wird, dass betreffend die angepassten Tätigkeiten ab Januar 
2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und ab Mai 2021 eine aufgehobene 
Arbeitsfähigkeit angenommen werden könne (vgl. IV-act. 127 S. 13). Geht die 
Beschwerdegegnerin ab Mai 2021 von einer dauerhaften Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes (100%ige Arbeitsunfähigkeit) aus, kann somit keine Rede davon 
sein, dass diese Beurteilung der gutachterlichen Einschätzung widerspreche, ist doch 
gutachterlich gerade ab diesem Zeitpunkt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche 
Tätigkeit ausgewiesen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers trifft es daher 
nicht zu, dass die Beschwerdegegnerin von der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Gutachter 
abweicht und stattdessen eine eigene Einschätzung abgibt. Die 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung widerspricht schliesslich auch nicht der Einschätzung der 
Suva. Es trifft zwar zu, dass die Suva ab Mitte Januar 2018 wieder eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit annahm und dementsprechend auch Taggelder ausbezahlte (vgl. IV-

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Urteil S 2022 62

act. 59). Grund hierfür war ein am 16. Januar 2018 durchgeführter operativer Eingriff am 
oberen Sprunggelenk (vgl. IV-act. 56 S. 5 f.). Dabei handelte es sich jedoch lediglich um 
eine vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes von wenigen Wochen. 
RAD-Arzt Dr. D.________ rechnete am 15. Februar 2018 (IV-act. 57) mit einer 
Rehabilitationsdauer in der Grössenordnung von sechs Wochen. Mit Bericht vom 26. Feb-
ruar 2018 (IV-act. 60) war von einem regelrechten postoperativen Verlauf und der 
Wiederaufnahme der Arbeit in ca. zwei bis drei Wochen die Rede. Kreisarzt 
Dr. K.________ erachtete den Versicherten schliesslich ab dem Zeitpunkt der 
kreisärztlichen Untersuchung vom 15. März 2018 für leichte Tätigkeiten als ganztags 
(100 %) arbeitsfähig (vgl. IV-act. 61). Somit kann der Beschwerdeführer auch daraus 
nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

4.2.5 Nach dem soeben Dargelegten ist festzuhalten, dass sich die Vorbringen des 
Beschwerdeführers insgesamt als nicht stichhaltig erwiesen haben, um die 
ausschlaggebende Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens in Frage zu stellen. 
Dementsprechend ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das 
genannte Gutachten vom 10. Juni 2021 als beweiskräftig angesehen und darauf abgestellt 
hat. Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr 
arbeitsfähig ist. In einer angepassten Tätigkeit ist gestützt auf das polydisziplinäre 
Gutachten ab Januar 2016 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, welche gemäss 
Dr. D.________ im Querverlauf sogar bereits ab November 2014 besteht (vgl. IV-
act. 128). Ab Mai 2021 ist schliesslich von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. 

4.3 Nachdem sich der Beschwerdeführer am 24. Juni 2015 bei der 
Beschwerdegegnerin zum Rentenbezug angemeldet hatte, konnte der Rentenanspruch 
frühestens ab 1. Dezember 2015 entstehen (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). In diesem 
Zeitpunkt bestand eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Gemäss Art. 88a IVV ist eine 
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche 
Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Abs. 2). Gemäss der Beurteilung der Gutachter 
ist der Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt der Begutachtung, also ab Mai 2021, in einer 
angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig. Die ab Mai 2021 eingetretene 
Verschlechterung (100%ige Arbeitsunfähigkeit) ist somit nach einer dreimonatigen 
Wartefrist ab August 2021 zu berücksichtigen. 

5. Der Beschwerdeführer beanstandet im Weiteren die von der Beschwerdegegnerin 
vorgenommene Invaliditätsbemessung. 

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Urteil S 2022 62

5.1
5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat 
dabei so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die 
versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist. 
Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 
E. 4.1 mit Hinweis).

5.1.2 Das Valideneinkommen wurde von der Beschwerdegegnerin aufgrund der zuletzt 
bei der C.________ AG als Schreiner innegehabten Stelle erhoben und für das Jahr 2014 
auf Fr. 74'750.– (= 13 x Fr. 5'750.–) festgesetzt (vgl. IV-act. 131). Indexbereinigt auf das 
massgebende Jahr 2015 resultierte ein Valideneinkommen von Fr. 75'040.–. Die 
Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf den Fragebogen für Arbeitgebende vom 
14. September 2015, wonach der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens 
ein monatliches Einkommen von Fr. 5'750.– zzgl. eines 13. Monatslohnes in gleicher Höhe 
erzielt habe (vgl. IV-act. 16 S. 7). Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, er habe in 
der relevanten Zeitspanne infolge von Überstunden bedeutend mehr verdient. 
Überstundenentschädigungen gehören zum Valideneinkommen, wenn und soweit die 
versicherte Person effektiv weiterhin mit solchen Einkünften hätte rechnen können (BGer 
9C_159/2010 vom 1. Juli 2010 E. 6.4). Aktenkundig ist, dass im Jahr 2014 im Juni und im 
Dezember Überstunden von einmal Fr. 1'992.85 und einmal Fr. 3'747.90 ausbezahlt 
wurden (vgl. IV-act. 16 S. 7). Weitere Überstundenentschädigungen können dem 
Lohnkonto 2014 indes nicht entnommen werden. Sodann geht aus den Akten nicht hervor, 
ob der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit (weiterhin) Überstunden im Wert von 
jährlich Fr. 5'740.75 geleistet hätte. Weitere Abklärungen diesbezüglich erübrigen sich 
jedoch, da selbst bei Berücksichtigung der geleisteten Überstunden kein 
Valideneinkommen resultiert (in casu Fr. 80'803.– [= Fr. 5'750.– x 13 + Fr. 5'740.75, 
indexbereinigt auf das Jahr 2015]), welches Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 
begründen würde. Soweit der Beschwerdeführer darüber hinaus noch von einem höheren 
Valideneinkommen ausgehen möchte, kann ihm nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, 
dass in den Lohnausweisen der Jahre 2012–2014 (Beilagen 4–6 der Beschwerde) ein 
Jahreslohn von durchschnittlich Fr. 84'605.– aufgeführt wird. Nicht unberücksichtigt 
bleiben darf jedoch, dass der IK-Auszug vom 13. Juli 2015 (IV-act. 12) abweichend davon 
für die genannten Jahre ein wesentlich tieferes Jahreseinkommen von durchschnittlich 

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Fr. 62'980.30 aufweist. So wurde von der C.________ AG als beitragspflichtiges 
Einkommen für das Jahr 2012 Fr. 79'291.–, für 2013 Fr. 39'068.– und für 2014 
Fr. 70'582.– abgerechnet. Ein Teil der Diskrepanz lässt sich dabei dadurch erklären, dass 
der in den Lohnausweisen aufgeführte Bruttolohn wohl auch nicht AHV-pflichtige 
Kinderzulagen enthält, bezieht der Beschwerdeführer doch Kinderzulagen in der Höhe von 
monatlich Fr. 900.–. Familienzulagen gehören nun aber gerade nicht zum 
Valideneinkommen. Zum Valideneinkommen zählen nur jene Zahlungen des Arbeitgebers, 
auf welche paritätische Beiträge erhoben worden sind. Angesichts dessen besteht 
vorliegend keine Veranlassung, auf die in den Lohnausweisen aufgeführten Jahreslöhne 
abzustellen. Da sich, wie bereits dargelegt, selbst bei Berücksichtigung der Überstunden 
nichts am Rentenanspruch ändern würde, erübrigen sich schliesslich Weiterungen zu dem 
von der Beschwerdegegnerin angenommenen Valideneinkommen. Dies insbesondere 
auch deshalb, weil selbst bei Heranziehung der Tabellenlöhnen kein höheres 
Valideneinkommen resultieren würde. Vielmehr bewegen sich die von der Suva 
(Fr. 73'848.–) und von der Beschwerdegegnerin (Fr. 75'040.–) angenommenen Beträge in 
etwa der gleichen Grössenordnung. Damit hat es sein Bewenden. 

5.2 Bezüglich des Invalideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin vom 
Durchschnittslohn der Männer, Tabelle TA1, ganzer privater Sektor, Kompetenzniveau 1 
aus. Bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von wöchentlich 41,7 Stunden und angepasst 
an die Nominallohnentwicklung ergab sich bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ein 
Invalideneinkommen von Fr. 33'316.– (vgl. IV-act. 131). Der Beschwerdeführer bestreitet 
das gestützt auf die LSE 2014 ermittelte Invalideneinkommen grundsätzlich nicht. Er ist 
hingegen der Ansicht, es sei ein Leidensabzug von mindestens 15 % vorzunehmen. 
Begründend verweist der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf den Umstand, 
dass er auch in einer leidensangepassten Tätigkeit deutlich eingeschränkt sei. So sei er 
auf eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit 
ohne Hebe-/Tragbelastung über 10 kg gelegentlich 15 kg, ohne Zwangshaltungen, ohne 
Arbeiten auf Leitern/Gerüsten/Dächern und/oder auf unebenem Untergrund, ohne 
Schläge/Vibrationen angewiesen. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf 
hingewiesen hat, wurde den leidensbedingten Einschränkungen mit der Beschränkung 
des Arbeitspensum auf 50 % Rechnung getragen. Des Weiteren ist festzuhalten, dass 
Stellen des Kompetenzniveaus 1 grundsätzlich unbesehen von Alter, Nationalität und 
Dienstjahren vergeben werden. Nach dem Dargelegten erscheint die Verneinung eines 
leidensbedingten Abzugs rechtmässig, weshalb auch das von der Beschwerdegegnerin 
errechnete Invalideneinkommen von gerundet Fr. 33'316.– nicht zu beanstanden ist. Im 

18

Urteil S 2022 62

Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei Gewährung eines leidensbedingten 
Abzugs von 5 % für die Limitierungen von bestimmten Tätigkeiten – ein höherer Abzug 
drängt sich jedenfalls nicht auf – kein IV-Grad mit Anspruch auf eine höhere Rente 
resultieren würde.

5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 75'040.– und einem Invalideneinkommen 
von Fr. 33'316.– ergibt sich ein Minderverdienst von Fr. 41'724.– und somit ein Invaliditäts-
grad von gerundet 56 %. Damit besteht ab 1. Dezember 2015 ein Anspruch auf eine halbe 
Invalidenrente. 

6. Zusammenfassend ist die ab 1. Dezember 2015 bis zum Zeitpunkt der Erhöhung 
des Rentenanspruchs ab 1. August 2021 zugesprochene halbe Invalidenrente nicht zu 
beanstanden. Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und sie ist 
vollumfänglich abzuweisen.

7. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten gestützt auf Art. 69 
Abs. 1bis IVG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, wobei eine Spruchgebühr von 
Fr. 800.– dem angefallenen Verfahrensausgang angemessen erscheint. Eine 
Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Dem Beschwerdeführer wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, welche 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
IV-Stelle Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug 
von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 20. Februar 2023

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am