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**Case Identifier:** 8e11da85-8619-5228-b68f-6eaef723846d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2015 C-3133/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3133-2013_2015-08-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-3133/2013 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,    

Gerichtsschreiber Michael Rutz. 
 

 
 

Parteien 
 1. CSS Kranken-Versicherung AG,  

2. Aquilana Versicherungen,  

3. Moove Sympany AG,  

4. Kranken- und Unfallkasse Bezirkskrankenkasse 

Einsiedeln,  

5. PROVITA Gesundheitsversicherung AG,  

6. Sumiswalder Krankenkasse,  

7. Krankenkasse Steffisburg,  

8. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und 

Unfallversicherung AG,   

9. Atupri Krankenkasse,  

10. Avenir Krankenversicherung AG,  

11. Krankenkasse Luzerner Hinterland,  

12. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG,  

13. Vivao Sympany AG,  

14. Krankenversicherung Flaachtal AG,  

15. Easy Sana Krankenversicherung AG,  

16. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung,  

17. Cassa da malsauns LUMNEZIANA,  

18. KLuG Krankenversicherung,  

19. EGK Grundversicherungen,  

20. sanavals Gesundheitskasse  

21. Krankenkasse SLKK,  

22. sodalis gesundheitsgruppe,  

23. vita surselva,  

24. Krankenkasse Zeneggen,  

25. Krankenkasse Visperterminen,  

26. Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont société coo-

pérative,  

27. Krankenkasse Institut Ingenbohl,  

28. Stiftung Krankenkasse Wädenswil,  

29. Krankenkasse Birchmeier,  

30. kmu-Krankenversicherung,  

31. Krankenkasse Stoffel Mels,  

32. Krankenkasse Simplon,  

33. SWICA Krankenversicherung AG,  

34. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung,  

35. rhenusana,   

36. Mutuel Assurance Maladie SA,  

37. Fondation AMB,  

38. INTRAS Krankenversicherung AG,  

39. PHILOS Assurance Maladie SA Groupe Mutuel,   

40. Visana AG,  

41. Agrisano Krankenkasse AG,  

42. sana24 AG,  

43. Arcosana AG,   

44. vivacare AG,   

45. Sanagate AG,   

alle vertreten durch tarifsuisse ag,  

diese vertreten durch lic. iur. Andreas Gafner, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerinnen,  

 
 

 
gegen 

 
 

Psychiatrie Baselland,  

vertreten durch Dr. iur. Pascal Leumann, Rechtsanwalt, 

Beschwerdegegnerin,  

 

Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft,  

handelnd durch Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion 

Kanton Basel-Landschaft, 

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Krankenversicherung, Festsetzung Tagespauschalen 

für stationäre Leistungen und Tagesklinik, 

Beschluss vom 30. April 2013. 

 

 

C-3133/2013 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Im Hinblick auf die Einführung der neuen Spitalfinanzierung per 1. Januar 

2012 fanden zwischen der Psychiatrie Baselland (nachfolgend: PBL oder 

Beschwerdegegnerin; ehemals: Kantonale Psychiatrische Dienste) und 

der tarifsuisse ag (nachfolgend: tarifsuisse) Tarifverhandlungen statt. Mit 

Schreiben vom 6. Januar 2012 informierte tarifsuisse den Regierungsrat 

des Kantons Basel-Landschaft darüber, dass die Verhandlungen betref-

fend Tarife für die Behandlung von stationären Akutpatienten der obligato-

rischen Krankenpflegeversicherung (nachfolgend: OKP) mit der PBL ge-

scheitert seien, weshalb der Tarif hoheitlich festzulegen sei (act. 1). Am 

10. Januar 2012 setzte der Regierungsrat eine superprovisorische Tages-

pauschale von Fr. 889.– (1.–60. Tag) bzw. Fr. 581.– (ab 61. Tag) mit Kos-

tenteiler zwischen Wohnkanton und Versicherer sowie eine Tagestaxe für 

Tagespatienten zu Lasten der Versicherer von Fr. 200.– fest (Beilage 2 zu 

act. 6). 

B.  

B.a Am 30. März 2012 leitete die Volks- und Gesundheitsdirektion des 

Kantons Basel-Landschaft ein Tariffestsetzungsverfahren ein (act. 2 und 

3). Mit begründetem Tarifantrag vom 3. Mai 2012 beantragte tarifsuisse als 

Vertreterin von 48 Krankenversicherern für die Abgeltung der stationären 

Leistungen der Psychiatrie mit Wirkung ab dem 1. Januar 2012 die Fest-

setzung einer definitiven Tagesvollpauschale im Bereich der Erwachsenen-

psychiatrie in der Höhe von Fr. 599.– und im Bereich der Kinder- und Ju-

gendpsychiatrie von Fr. 736.– (act. 6). Am 11. Mai 2012 beantragte die PBL 

ihrerseits mit einem begründeten Gesuch die Festsetzung einer Tagespau-

schale (exkl. CMO-Zuschlag) für das Jahr 2012 in der Höhe von Fr. 900.– 

(1.–60. Tag) bzw. Fr. 588.– (ab 61. Tag) sowie einer Tagestaxe in der «teil-

stationären Psychiatrie» (Tagespatienten) von Fr. 200.–. Falls die Festset-

zungsbehörde aufgrund eines Benchmarking eine höhere Tagespauschale 

ermittle, so sei diese auch für die PBL festzulegen (act. 7).  

B.b Die vom instruierenden Volkswirtschafts- und Gesundheitsdeparte-

ment des Kantons Basel-Landschaft zur Stellungnahme eingeladene Eid-

genössische Preisüberwachung teilte am 4. April 2012 mit, dass sie auf die 

Abgabe einer Empfehlung bezüglich der Tariffestsetzung verzichte (Bei-

lage zu BVGer-act. 24). 

C-3133/2013 

Seite 4 

B.c Am 27. Juli 2012 nahm tarifsuisse zum Tariffestsetzungsgesuch der 

PBL Stellung. Sie hielt dabei an ihrem Antrag fest. In Bezug auf den ambu-

lanten Bereich sei überdies auf den Tariffestsetzungsantrag der PBL nicht 

einzutreten (act. 14). Die PBL hielt mit Stellungnahme vom 9. August 2012 

an ihren Begehren fest und führte zum Antrag von tarifsuisse aus, dass von 

der Einführung differenzierter Tarife für die Erwachsenenpsychiatrie und für 

die Kinder- und Jugendpsychiatrie abzusehen sei (act. 15). 

C.  

Mit Beschluss vom 30. April 2013 setzte der Regierungsrat des Kantons 

Basel-Landschaft die Tagespauschale für stationäre Behandlungen 

(100 %, inklusive Anlagenutzungskosten und sämtliche gesetzlichen Zu-

schläge) für die Versicherten derjenigen Versicherer, mit welchen die PBL 

für diese Leistungen keinen Tarifvertrag abgeschlossen habe, für die Zeit 

vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2013 auf Fr. 889.– (1.–60. Tag) und 

Fr. 581.– (ab 61. Tag) fest. Weiter setzte er auch für Behandlungen in der 

Tagesklinik für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2013 eine 

Tagespauschale von Fr. 200.– (zu Lasten der Versicherer) fest (act. 16).  

D.  

Gegen diesen Regierungsratsbeschluss erhoben 45 im Kanton Basel-

Landschaft tätige Krankenversicherer (nachfolgend: Beschwerdeführerin-

nen), vertreten durch tarifsuisse und diese wiederum vertreten durch 

Rechtsanwalt Andreas Gafner, mit Eingabe vom 31. Mai 2013 (Poststem-

pel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und stellten folgende 

Rechtsbegehren: 

1. Der Beschluss des Regierungsrats des Kantons Basel-Landschaft vom 30. Ap-

ril 2013 sei aufzuheben. 

2. Der Tarif für die stationäre Behandlung zu Lasten der obligatorischen Kranken-

pflegeversicherung in der Psychiatrie Baselland (PBL) sei für die Zeit vom 

1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2013 wie folgt festzusetzen: 

2.1 Für die Erwachsenenpsychiatrie eine Tagesvollpauschale von Fr. 599.–, 

inklusive Anlagenutzungskosten und Anteil des Wohnkantons. 

2.2 Für die Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Tagesvollpauschale von 

Fr. 736.–, inklusive Anlagenutzungskosten und Anteil des Wohnkantons. 

2.3 Eventuell: Sollte das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss kommen, 

dass die bisherige Tarifstruktur weiterzuführen sei, sei ein Tarif vom 1. bis 

C-3133/2013 

Seite 5 

zum 60. Tag einerseits und ab dem 61. Tag andererseits, gewichtet nach 

den von der Beschwerdegegnerin auszuweisenden Pflegetagen je Aufent-

haltskategorie, auf Basis der beantragten Erwachsenenpsychiatrie-Tages-

vollpauschale von Fr. 599.– festzusetzen. 

2.4 Es sei festzustellen, dass damit sämtliche KVG-Leistungen während des 

stationären Aufenthalts abgegolten worden seien. 

3. Es sei festzustellen, dass der angefochtene Regierungsratsbeschluss insoweit 

nichtig sei, als dieser für die Behandlung in der Tagesklinik der Beschwerde-

gegnerin eine Tagespauschale festsetze. 

4. Soweit die Festsetzung der Tagespauschale für die Behandlungen in der  

Tagesklinik der Beschwerdegegnerin betreffend, sei das vorliegende Verfahren 

bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils im vor dem Bundesverwaltungs-

gericht hängigen Verfahren C-3705/2012 zu sistieren. 

E.  

Der mit Zwischenverfügung vom 10. Juni 2013 bei den Beschwerde-führe-

rinnen eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 8'000.– (BVGer-

act. 2) wurde am 14. Juni 2013 geleistet (BVGer-act. 4). 

F.  

Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 

31. Juli 2013 die Abweisung der Beschwerde sowie des Sistierungsantrags 

(BVGer-act. 8). 

G.  

Die Vorinstanz reichte am 6. August 2013 die Vorakten ein und teilte mit, 

dass sie angesichts zahlreicher Abwesenheiten aufgrund der Schulferien 

nicht in der Lage gewesen sei, die angesetzte Frist einzuhalten. Unter die-

sen Umständen verzichtete sie auf materielle Ausführungen und verwies 

auf den angefochtenen Beschluss (BVGer-act. 9). 

H.  

Das mit Instruktionsverfügung vom 14. August 2013 (BVGer-act. 10) zur 

Stellungnahme eingeladene Bundesamt für Gesundheit (BAG) beantragte 

am 13. September 2013 die teilweise Gutheissung der Beschwerde und 

die Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung 

(BVGer-act. 11).  

C-3133/2013 

Seite 6 

I.  

Mit Instruktionsverfügung vom 26. September 2013 wurde das Beschwer-

deverfahren betreffend die Festsetzung der Tagespauschale für die Be-

handlungen in der Tagesklinik der Beschwerdegegnerin sistiert, bis im Ver-

fahren C-3705/2012 ein rechtskräftiges Urteil vorliegt (BVGer-act. 12). 

J.  

Die Beschwerdeführerinnen nahmen am 23. Oktober 2013 zum Fachbe-

richt des BAG Stellung und hielten fest, dass die Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz zur Neubeurteilung weder sachgerecht noch prozess-

ökonomisch wäre, zumal die vorliegende Streitsache genügend liquid sei, 

damit ein Sachurteil durch das Bundesverwaltungsgericht gefällt werden 

könne (BVGer-act. 13). Mit Eingabe vom 28. Oktober 2013 nahm die Be-

schwerdegegnerin zum Fachbericht des BAG Stellung und hielt dabei an 

den Rechtsbegehren in der Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2013 fest 

(BVGer-act. 15). Die Vorinstanz nahm innert der angesetzten, nicht erst-

reckbaren Frist keine Stellung (BVGer-act. 14 und 16). 

K.  

Mit Instruktionsverfügung vom 17. Februar 2015 wurde die Sistierung des 

Beschwerdeverfahrens, soweit es die Festsetzung der Tagespauschale für 

die Behandlungen in der Tagesklinik der Beschwerdegegnerin betrifft, auf-

gehoben. Den Verfahrensbeteiligten wurde Gelegenheit eingeräumt, allfäl-

lige Bemerkungen hinsichtlich Festsetzung der Tagespauschale für die Be-

handlungen in der Tagesklinik der Beschwerdegegnerin einzureichen 

(BVGer-act. 18). 

L.  

Die Beschwerdeführerinnen nahmen mit Eingabe vom 16. März 2015 Stel-

lung und hielten an den bereits in der Beschwerde vom 31. Mai 2013 ge-

stellten Rechtsbegehren fest (BVGer-act. 22). Mit Stellungnahme vom 

20. März 2015 hielt die Beschwerdegegnerin am Antrag auf Abweisung der 

Beschwerde und Bestätigung der durch die Vorinstanz festgesetzten Ta-

gespauschale für die Tagesklinik fest (BVGer-act. 23). Die Vorinstanz ver-

zichtete am 19. März 2015 auf die Abgabe einer Stellungnahme (BVGer-

act. 24). Daraufhin wurde der Schriftenwechsel mit Instruktionsverfügung 

vom 27. März 2015 abgeschlossen (BVGer-act. 25). 

M.  

Am 13. Juli 2015 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen 

eine Kostennote ein (BVGer-act. 27). 

C-3133/2013 

Seite 7 

N.  

Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG (SR 832.10) grundsätzlich 

nach den Vorschriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abwei-

chungen des VGG und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 

KVG. 

2.  

Nach Art. 53 Abs. 1 KVG kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen 

nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt 

werden. Der angefochtene Regierungsratsbeschluss vom 30. April 2013 

wurde gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG erlassen. Das Bundesverwaltungs-

gericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch 

Art. 90a Abs. 2 KVG). Die Beschwerdeführerinnen haben am vorinstanzli-

chen Tariffestsetzungsverfahren teilgenommen, sind als Adressatinnen 

durch den angefochtenen Regierungsratsbeschluss besonders berührt 

und haben insoweit an dessen Aufhebung beziehungsweise Abänderung 

ein schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie sind daher zur 

Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht erhobene Be-

schwerde vom 31. Mai 2013 ist, nachdem auch der Kostenvorschuss recht-

zeitig geleistet wurde, grundsätzlich einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 

Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

3.  

3.1 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (BGE 136 II 457 E. 4.2) bildet der Re-

gierungsratsbeschluss vom 30. April 2013, mit dem im Rahmen eines Ta-

riffestsetzungsverfahrens nach Art. 47 Abs. 1 KVG hoheitlich ein Tarif in 

Form einer Tagesvollpauschale inklusive Investitionskostenzuschlag für 

die stationäre Psychiatrie in der PBL (ohne Differenzierung zwischen Er-

wachsenenpsychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie) sowie eine 

Tagespauschale für die ambulante Behandlung in der Tagesklinik für die 

von tarifsuisse vertretenen Krankenversicherer mit Wirkung ab 1. Januar 

C-3133/2013 

Seite 8 

2012 bis zum 31. Dezember 2013 festgesetzt wurde. Aufgrund der Rechts-

begehren strittig ist die Höhe der festgesetzten Tagesvollpauschale für die 

stationäre Psychiatrie sowie die Ausgestaltung des Tarifsystems. Weiter 

umstritten und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist der festge-

setzte Tarif für ambulante Behandlungen in der Tagesklinik der Beschwer-

degegnerin.  

3.2 Soweit die Beschwerdeführerinnen beantragen, es sei festzustellen, 

dass mit der beantragten Tagespauschale sämtliche KVG-Leistungen wäh-

rend des stationären Aufenthalts abgegolten seien, ist darauf nicht einzu-

treten. Denn die Beschwerdeführerinnen haben diesen Feststellungsan-

trag in ihrer Beschwerde weder begründet, noch haben sie ihn bereits im 

Verwaltungsverfahren gestellt. Ferner ist nicht ersichtlich, dass die Vo-

rinstanz sich im angefochtenen Regierungsratsbeschluss damit auseinan-

dergesetzt hätte. Zu beurteilen sind vorliegend jedoch nur Rechtsverhält-

nisse, die mit dem angefochtenen Regierungsratsbeschluss geregelt wur-

den. 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerinnen können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs 

oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange-

messenheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG). Tariffestset-

zungsbeschlüsse nach Art. 47 KVG sind vom Bundesverwaltungsgericht 

mit voller Kognition zu überprüfen (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG e contrario; 

BVGE 2010/24 E. 5.1). 

4.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist als Beschwerdeinstanz an die recht-

liche Begründung der Begehren nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). 

Nach dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen kann es 

eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Be-

gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, 2. Aufl. 2013, S. 24 Rz. 1.54).  

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat den vorinstanzlichen Tariffestsetzungs-

beschluss nicht angefochten. In ihrer Beschwerdeantwort beantragt sie die 

C-3133/2013 

Seite 9 

Abweisung der Beschwerde der Krankenversicherer. Im Rahmen der Be-

gründung stellt sie jedoch Anträge, deren Gutheissung im Ergebnis zu ei-

nem höheren Tarif führen würden. Da die Beschwerdegegnerin selber 

keine Beschwerde erhoben hat, ist darauf hinzuweisen, dass weder das 

VwVG noch das KVG das Institut der Anschlussbeschwerde kennen (Urteil 

des BVGer C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 2.2 m.w.H.). Der Ein-

bezug der Gegenpartei in den Schriftenwechsel darf nicht dazu führen, 

dass ein Verfügungsadressat, der die Beschwerdefrist unbenutzt verstrei-

chen liess, nachträglich eigene Rechte geltend machen kann (SEETHA-

LER/PLÜSS, in: Praxiskommentar VwVG, 2009, Art. 57 N 12; vgl. auch Urteil 

des BVGer C-4190/2013 vom 25. November 2014 E. 1.5 m.w.H.). Soweit 

die Beschwerdegegnerin Anträge stellt, die aus Sicht der Beschwerdefüh-

rerinnen auf eine reformatio in peius zielen, sind diese  

praxisgemäss lediglich als prozessuale Anregung an die Beschwer-

deinstanz entgegenzunehmen und können Kostenfolgen nach sich ziehen 

(vgl. BVGE 2010/24 E. 3.3; C-4961/2010 E. 2.2; C-4190/2013 E. 1.5).  

4.4 Nach der Rechtsprechung hat auch eine Rechtsmittelbehörde, der 

volle Kognition zusteht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspiel-

raum der Vorinstanz zu respektieren. Sie hat eine unangemessene Ent-

scheidung zu korrigieren, kann aber der Vorinstanz die Wahl unter mehre-

ren angemessenen Lösungen überlassen (vgl. BGE 133 II 35 E. 3). Das 

Bundesverwaltungsgericht hat daher nur den Entscheid der unteren In-

stanz zu überprüfen und sich nicht an deren Stelle zu setzen (vgl. BGE 126 

V 75 E. 6). Insbesondere dann, wenn die Ermessensausübung, die Anwen-

dung unbestimmter Rechtsbegriffe oder die Sachverhaltswürdigung hoch-

stehende, spezialisierte technische, wissenschaftliche oder wirtschaftliche 

Kenntnisse erfordert, ist eine Zurückhaltung des Gerichts bei der Überprü-

fung vorinstanzlicher Bewertungen angezeigt (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3; 

133 II 35 E. 3; 128 V 159 E. 3b/cc). Es stellt daher keine unzulässige Kog-

nitionsbeschränkung dar, wenn das Gericht – das nicht als Fachgericht 

ausgestaltet ist – nicht ohne Not von der Auffassung der Vorinstanz ab-

weicht, soweit es um die Beurteilung technischer, wissenschaftlicher oder 

wirtschaftlicher Spezialfragen geht, in denen die Vorinstanz über ein be-

sonderes Fachwissen verfügt (vgl. BGE 139 II 185 E. 9.3; 135 II 296 

E. 4.4.3; 133 II 35 E. 3 m.H.; BVGE 2010/25 E. 2.4.1 m.w.H.). Dies gilt je-

denfalls, soweit die Vorinstanz die für den Entscheid wesentlichen Ge-

sichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und um-

fassend durchgeführt hat (BGE 139 II 185 E. 9.3; 138 II 77 E. 6.4). 

C-3133/2013 

Seite 10 

5.  

5.1 Im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung haben die 

anerkannten Krankenkassen die Kosten für die Leistungen gemäss Art. 25 

- 31 KVG nach Massgabe der in Art. 32 - 34 KVG festgelegten Vorausset-

zungen zu übernehmen (Art. 24 KVG). Die obligatorische Krankenpflege-

versicherung übernimmt die Kosten für die Leistungen, die der Diagnose 

oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 

KVG). Diese Leistungen umfassen unter anderem die Untersuchungen 

und Behandlungen, die ambulant, stationär oder in einem Pflegeheim so-

wie die Pflegeleistungen, die in einem Spital durchgeführt werden von Ärz-

ten oder Ärztinnen, Chiropraktoren oder Chiropraktorinnen sowie Perso-

nen, die auf Anordnung eines Arztes oder einer Ärztin bzw. eines Chiro-

praktors oder einer Chiropraktorin Leistungen erbringen (Art. 25 Abs. 2 Bst. 

a Ziff. 1 und 3 KVG) sowie den Aufenthalt im Spital entsprechend dem 

Standard der allgemeinen Abteilung (Art. 25 Abs. 2 Bst. e KVG). Nach Art. 

25a Abs. 1 KVG leistet die obligatorische Krankenpflegeversicherung einen 

Beitrag an die Pflegeleistungen, welche aufgrund einer ärztlichen Anord-

nung und eines ausgewiesenen Pflegebedarfs ambulant, auch in Tages- 

oder Nachtstrukturen, oder im Pflegeheim erbracht werden. 

5.2 Die von Ärzten und Chiropraktoren durchgeführten Untersuchungen, 

Behandlungen und Pflegemassnahmen und die sog. «delegierten» Tätig-

keiten gelten vermutungsweise als wirksam, zweckmässig und wirtschaft-

lich (Art. 32 Abs. 1 KVG) und sind kostenvergütungspflichtig, sofern sie 

nicht in der vom Bundesrat respektive vom Eidgenössischen Departement 

des Innern (EDI) erstellten, abschliessenden Negativliste von der Leis-

tungspflicht ausgenommen sind (Art. 33 Abs. 1 und 5 KVG in Verbindung 

mit Art. 33 Bst. a KVV [SR 832.102]; Art. 1 KLV [SR 832.112.31] in Verbin-

dung mit Anhang 1 KLV; BGE 136 V 84 E. 2.1 m.H.). Bei den nicht von 

Ärzten und Chiropraktoren erbrachten Leistungen spielt die gesetzliche 

Vermutung nicht. Hier verfügt der Verordnungsgeber über die Kompetenz 

und die Pflicht, den Leistungskatalog nach Art 25 Abs. 2 und Art. 25a KVG 

weiter zu konkretisieren und die Pflichtleistungen in abschliessenden Posi-

tivlisten aufzuführen (Art. 33 Abs. 2 KVG, Art. 25a Abs. 3 KVG; GÄCH-

TER/RÜTSCHE, Gesundheitsrecht, 3. Aufl. 2013, S. 256 f. Rz. 1059 ff.).  

C-3133/2013 

Seite 11 

6.  

In Bezug auf die Vergütung von stationären (und ambulanten) Leistungen 

von Spitälern im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

standen im in intertemporalrechtlicher Hinsicht massgebenden Zeitpunkt 

am 1. Januar 2012 (vgl. BGE 130 V 329 E. 2.3) folgende Bestimmungen in 

Kraft:  

6.1 Die Vergütung der Leistungen der (zugelassenen) Leistungserbringer 

nach Art. 25 KVG erfolgt nach Tarifen oder Preisen (Art. 43 Abs. 1 KVG). 

Der Tarif ist eine Grundlage für die Berechnung der Vergütung; er kann 

namentlich als Zeittarif, Einzelleistungstarif oder Pauschaltarif ausgestaltet 

sein (Art. 43 Abs. 2 Bst. a - c KVG). Nach Art. 43 Abs. 4 KVG werden Tarife 

und Preise in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern 

(Tarifvertrag) vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von 

der zuständigen Behörde festgesetzt. Dabei ist auf eine betriebswirtschaft-

liche Bemessung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten. Leit-

gedanke für die Tarifgestaltung ist eine qualitativ hochstehende und zweck-

mässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten (Art. 

43 Abs. 6 KVG; BGE 131 V 133 E. 4). Der Tarifvertrag bedarf der Geneh-

migung durch die zuständige Kantonsregierung oder, wenn er in der gan-

zen Schweiz gelten soll, durch den Bundesrat. Die Genehmigungsbehörde 

prüft, ob der Tarifvertrag mit dem Gesetz und dem Gebot der Wirtschaft-

lichkeit und Billigkeit in Einklang steht (Art. 46 Abs. 4 KVG).  

6.2 Kommt zwischen Leistungserbringern und Versicherern kein Tarifver-

trag zustande, so setzt die Kantonsregierung nach Anhören der Beteiligten 

den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG). Die Bestimmung, wonach die Kantons-

regierung bei der Genehmigung von Tarifverträgen zu prüfen hat, ob diese 

mit dem Gesetz und den Geboten der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit in 

Einklang stehen, gilt auch bei der Tariffestsetzung im vertragslosen Zu-

stand nach Art. 47 KVG (BVGE 2010/25 E. 7). 

6.3 Nach Art. 43 Abs. 7 KVG kann der Bundesrat Grundsätze für eine wirt-

schaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur sowie für die An-

passung der Tarife aufstellen. Gestützt darauf hat er Art. 59c KVV erlassen 

(in Kraft seit 1. August 2007; AS 2007 3573). Nach dessen Abs. 1 prüft die 

Genehmigungsbehörde (im Sinn von Art. 46 Abs. 4 KVG), ob der Tarifver-

trag namentlich den folgenden Grundsätzen entspricht: Der Tarif darf 

höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung decken 

(Bst. a). Der Tarif darf höchstens die für eine effiziente Leistungserbringung 

erforderlichen Kosten decken (Bst. b). Ein Wechsel des Tarifmodells darf 

C-3133/2013 

Seite 12 

keine Mehrkosten verursachen (Bst. c). Gemäss Art. 59c Abs. 3 KVV sind 

diese Grundsätze bei Tariffestsetzungen nach Art. 47 KVG sinngemäss an-

zuwenden. 

6.4 Für Tarifverträge mit Spitälern (und Geburtshäusern) enthält das Ge-

setz in Art. 49 KVG eine Spezialregelung. Danach vereinbaren die Ver-

tragsparteien Pauschalen für die Vergütung der stationären Behandlung 

einschliesslich Aufenthalt und Pflegeleistungen. In der Regel sind Fallpau-

schalen festzulegen. Die Pauschalen sind leistungsbezogen und beruhen 

auf gesamtschweizerisch einheitlichen Strukturen. Die Vertragsparteien 

können vereinbaren, dass besondere diagnostische oder therapeutische 

Leistungen nicht in der Pauschale enthalten sind, sondern getrennt in 

Rechnung gestellt werden. Die Spitaltarife orientieren sich an der Entschä-

digung jener Spitäler, welche die tarifierte obligatorisch versicherte Leis-

tung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen (Art. 49 

Abs. 1 KVG). Die Pauschalen dürfen keine Kostenanteile für gemeinwirt-

schaftliche Leistungen enthalten. Dazu gehören insbesondere die Auf-

rechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regionalpolitischen Gründen so-

wie die Forschung und universitäre Lehre (Art. 49 Abs. 3 KVG). Bei Spital-

aufenthalten richtet sich die Vergütung nach Absatz 1, solange der Patient 

oder die Patientin nach medizinischer Indikation der Behandlung und 

Pflege oder der medizinischen Rehabilitation im Spital bedarf. Ist diese Vo-

raussetzung nicht mehr erfüllt, so kommt für den Spitalaufenthalt der Tarif 

nach Art. 50 zur Anwendung (Art. 49 Abs. 4 KVG). Die Vergütungen nach 

Art. 49 Abs. 1 KVG werden vom Kanton und den Versicherern anteilsmäs-

sig übernommen (Art. 49a Abs. 1 KVG). 

6.5 Nach Art. 49 Abs. 6 KVG vereinbaren die Vertragsparteien die Vergü-

tung bei ambulanter Behandlung. 

6.6 Art. 59d Abs. 4 KVV legt unter dem Titel «Leistungsbezogene Pauscha-

len» fest, dass der Bezug zur Leistung, der nach Art. 49 Abs. 1 KVG her-

zustellen ist, eine Differenzierung des Tarifs nach Art und Intensität der 

Leistung erlauben muss. 

6.7 Nach Art. 49 Abs. 7 KVG müssen die Spitäler über geeignete Füh-

rungsinstrumente verfügen; insbesondere führen sie nach einheitlicher Me-

thode zur Ermittlung ihrer Betriebs- und Investitionskosten und zur Erfas-

sung ihrer Leistungen eine Kostenrechnung und eine Leistungsstatistik. 

Diese beinhalten alle für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit, für Betriebs-

vergleiche, für die Tarifierung und für die Spitalplanung notwendigen Daten. 

C-3133/2013 

Seite 13 

Die Kantonsregierung und die Vertragsparteien können die Unterlagen ein-

sehen. 

6.7.1 Die VKL (SR 832.104) regelt nach deren Art. 1 Abs. 1 die einheitliche 

Ermittlung der Kosten und Erfassung der Leistungen im Spital- und Pflege-

heimbereich. Zu den Zielen der Kosten- und Leistungserfassung gehören 

gemäss Art. 2 Abs. 1 VKL namentlich die Schaffung der Grundlagen für die 

Bestimmung der Leistungen und der Kosten der OKP in der stationären 

Behandlung im Spital und im Geburtshaus (Bst. b) und die Ausscheidung 

der gemeinwirtschaftlichen Leistungen im Sinne von Art. 49 Abs. 3 KVG 

und von deren Kosten (Bst. g). Weiter sollen dadurch unter anderem Be-

triebsvergleiche, Tarifberechnungen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen er-

möglicht werden (Art. 2 Abs. 2 Bst. b, Bst. c und Bst. f VKL).  

6.7.2 Art. 3 VKL definiert die stationäre Behandlung, Art. 7 VKL die Kosten 

für die universitäre Lehre und für die Forschung, Art. 8 VKL die Investitio-

nen. 

6.7.3 Die Ermittlung der Kosten und Erfassung der Leistungen ist im 3. Ab-

schnitt (Art. 9 ff.) der VKL geregelt. Nach Art. 9 VKL müssen Spitäler, Ge-

burtshäuser und Pflegeheime eine Kostenrechnung führen, in der die Kos-

ten nach dem Leistungsort und dem Leistungsbezug sachgerecht ausge-

wiesen werden (Abs. 1). Die Kostenrechnung muss insbesondere die Ele-

mente Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger und die Leistungserfas-

sung umfassen (Abs. 2). Sie muss den sachgerechten Ausweis der Kosten 

für die Leistungen erlauben. Die Kosten sind den Leistungen in geeigneter 

Form zuzuordnen (Abs. 3). Das Eidgenössische Departement des Innern 

(Departement) kann nähere Bestimmungen über die technische Ausgestal-

tung der Kostenrechnung erlassen. Es hört dabei die Kantone, Leistungs-

erbringer und Versicherer an (Abs. 6).  

6.7.4 Art. 10 VKL trägt den Titel «Anforderungen an Spitäler und Geburts-

häuser». Abs. 1 verpflichtet die Spitäler und Geburtshäuser, eine Finanz-

buchhaltung zu führen. Spitäler müssen die Kosten der Kostenstellen nach 

der Nomenklatur der nach dem Anhang zur Verordnung vom 30. Juni 1993 

über die Durchführung von statistischen Erhebungen des Bundes durch-

geführten Krankenhausstatistik ermitteln (Abs. 2). Die Spitäler und Ge-

burtshäuser müssen eine Lohnbuchhaltung führen (Abs. 3). Es ist eine 

Kosten- und Leistungsrechnung zu führen (Abs. 4). Zur Ermittlung der Kos-

C-3133/2013 

Seite 14 

ten für Anlagenutzung müssen die Spitäler und Geburtshäuser eine Anla-

gebuchhaltung führen. Objekte mit einem Anschaffungswert von 

Fr. 10'000.– und mehr gelten als Investitionen nach Art. 8 VKL (Abs. 5).  

6.7.5 Art. 10a VKL enthält unter dem Titel «Angaben der Spitäler und Ge-

burtshäuser» weitere Vorgaben zur Anlagebuchhaltung, namentlich zur 

Bewertung von Anlagen (Abs. 2), zu den Abschreibungen (Abs. 3) sowie 

der kalkulatorischen Verzinsung (Abs. 4). 

6.7.6 Nach Art. 15 VKL sind Spitäler, Geburtshäuser und Pflegeheime ver-

pflichtet, die Unterlagen eines Jahres ab dem 1. Mai des Folgejahres zur 

Einsichtnahme bereitzuhalten. Zur Einsichtnahme berechtigt sind die Ge-

nehmigungsbehörden, die fachlich zuständigen Stellen des Bundes sowie 

die Tarifpartner. 

7.  

7.1 Voraussetzung für die vorinstanzliche Zuständigkeit zur Festsetzung 

des strittigen Tarifs ist ein Scheitern der Vertragsverhandlungen zwischen 

Versicherer und Leistungserbringer (Art. 47 Abs. 1 KVG). Als gescheitert 

im Sinn von Art. 47 Abs. 1 KVG können Vertragsverhandlungen allerdings 

nur dann bezeichnet werden, wenn vorgängig ernsthafte Vertragsverhand-

lungen geführt worden sind oder zumindest eine Verhandlungsgelegenheit 

vorhanden gewesen ist. Die Vorinstanz hat dies als Eintretens-vorausset-

zung zu prüfen. Hier hat sie deren Vorliegen bejaht, wobei ihr diesbezüglich 

ein beachtlicher Ermessensspielraum zukommt (vgl. Urteil des BVGer C-

8011/2009 vom 28. Juli 2011 E. 1.4; THOMAS BRUMANN, Der Tarifvertrag im 

Krankenversicherungsrecht, in: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 

2012, S. 135 m.H.). 

7.2 Tarifsuisse hat der Vorinstanz am 6. Januar 2012 mitgeteilt, dass inten-

sive Tarifverhandlungen geführt worden, diese aber gescheitert seien (act. 

1). Daraufhin haben beide Tarifparteien der Vorinstanz einen begründeten 

Tariffestsetzungsantrag eingereicht. Es ist aktenkundig, dass am 11. Juli 

2011, am 29. Juli 2011 und am 4. August 2011 zwischen tarifsuisse, einzel-

nen Vertretern von Krankenversicherern und der Beschwerdegegnerin Be-

sprechungen über die Tarife ab 1. Januar 2012 stattgefunden haben (Bei-

lagen 1, 2 und 6 zu act. 15). Auch wenn die Beschwerdeführerinnen gel-

tend machen, dass sie aufgrund verspäteter Lieferung der Kosten- und 

Leistungsdaten bei den Tarifverhandlungen keinen kompletten Überblick 

über die konkrete Kostensituation der PBL gehabt habe, mag dies zwar 

C-3133/2013 

Seite 15 

gewisse Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Vertragsverhandlungen zu we-

cken, aufgrund der gesamten Umstände ist aber von gescheiterten Ver-

tragsverhandlungen im Sinn von Art. 47 Abs. 1 KVG auszugehen. Der von 

der Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Verfahren vorgebachte Vor-

wurf, dass tarifsuisse die Verhandlung faktisch verweigert und bewusst auf 

eine behördliche Tariffestlegung hingesteuert habe, indem sie viel zu tiefe 

Tarife angeboten habe (act. 15), ist nicht belegt. In ihrer Beschwerde hielt 

die Beschwerdegegnerin überdies ausdrücklich fest, dass intensive Ver-

handlungen geführt worden seien. Die Vorinstanz hat daher zu Recht ge-

stützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG nach Anhören der Beteiligten hoheitlich einen 

stationären Tarif festgesetzt (zum ambulanten Tarif siehe unten E. 18.9 ff.). 

8.  

8.1 Die revidierten Bestimmungen des KVG zur Spitalfinanzierung (Ände-

rung vom 21. Dezember 2007, AS 2008 2049) sind am 1. Januar 2009 in 

Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzierung) müssen die Einführung der 

leistungsbezogenen Pauschalen nach Art. 49 Abs. 1 KVG sowie die An-

wendung der Finanzierungsregelung nach Art. 49a KVG mit Einschluss der 

Investitionskosten spätestens am 31. Dezember 2011 abgeschlossen sein. 

Während der Systemwechsel im Bereich der Akutsomatik per 1. Januar 

2012 vollzogen und mit SwissDRG eine schweizweit einheitliche Tarifstruk-

tur eingeführt wurde, fehlt eine solche derzeit im Bereich der Psychiatrie. 

Im Auftrag der SwissDRG AG wird derzeit das Tarifsystem TARPSY entwi-

ckelt, mit dem kostenhomogene Fallgruppen gebildet werden, die ihrerseits 

auf Diagnosehauptgruppen und der Fallschwere beruhen. TARPSY ist im 

Dezember 2012 in die Testphase gegangen. Die schweizweite Einführung 

ist erst per 2018 geplant (Newsletter der SwissDRG AG, Stand 18.12.2014, 

www.swissdrg.org > Psychiatrie, abgerufen am 5. Juni 2015). 

8.2 Die mit Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts C-1698/2013 vom 

7. April 2014 (BVGE 2014/3) und C-2283/2013 vom 11. September 2014 

(BVGE 2014/36) im Zusammenhang mit der neuen Spitalfinanzierung auf-

gestellten Grundsätze betreffend Festsetzung eines Basisfallwerts für leis-

tungsbezogene und auf der SwissDRG-Tarifstruktur beruhende Fallpau-

schalen können aufgrund der fehlenden schweizweit einheitlichen Ta-

rifstruktur im Bereich der Psychiatrie auf den vorliegenden Fall nur be-

schränkt Anwendung finden, insbesondere was den Preisbildungsmecha-

nismus aufgrund eines Vergleichs der schweregradbereinigten Fallkosten 

(benchmarking-relevante Basiswerte) der Spitäler anbelangt (vgl. BVGE 

C-3133/2013 

Seite 16 

2014/3 E. 2.8.4.4). Für die Psychiatrie liegt – im Gegensatz zur Akutsoma-

tik – noch keine Methode vor, mit der die unterschiedlichen Schweregrade 

der einzelnen Behandlungen sachgerecht abgebildet werden können (vgl. 

auch BVGE 2010/25 E. 10.2.2), weshalb eine Preisbestimmung anhand 

eines Referenzwerts im Sinn von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG, der aufgrund 

eines Benchmarkings der schweregradbereinigten Fallkosten bestimmt 

wird, vorliegend nicht möglich ist. 

8.3 Es wird von keiner Partei beanstandet, dass die Vorinstanz den um-

strittenen Tarif in Form einer Tagespauschale festgelegt hat. Art. 49 Abs. 1 

KVG schreibt für die Abgeltung von stationären Leistungen in Spitälern o-

der Geburtshäusern vor, dass (nur) in der Regel Fallpauschalen festzule-

gen sind. Gemäss dem Wortlaut dieser Bestimmung, ist die Einführung von 

Fallpauschalen somit nicht zwingend, weshalb in bestimmten Bereichen 

ausserhalb der akutsomatischen Behandlung auch die Festlegung von Ta-

gespauschalen nicht ausgeschlossen ist (vgl. Botschaft des Bundesrates 

vom 15. September 2004 betreffend Änderung des Bundesgesetzes über 

die Krankenversicherung [Spitalfinanzierung], BBl 2004 5577; Kommentar 

des BAG zur Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung 

[KVV], Änderungen per 1. Januar 2009, S. 11; vgl. auch BEATRICE GROSS 

HAWK, Leistungserbringer und Tarife in verschiedenen Sozialversiche-

rungszweigen, in: Recht der sozialen Sicherheit, 2014, S. 1228 Rz. 34.64). 

Insofern ist die (Weiter-)Verwendung des bisherigen Tarifsystems mit Ta-

gespauschalen im Bereich der Psychiatrie nicht zu beanstanden (vgl. Urteil 

des BVGer C-1632/2013 vom 5. Mai 2015 E. 8.3). 

8.4 Die Vorinstanz hat zur Bestimmung der Tagespauschale zunächst ei-

nen Tarif gestützt auf die spitalindividuellen Kosten der PBL ermittelt und 

diesen kostenbasiert ermittelten Tarif sodann unter dem Titel der Wirt-

schaftlichkeitsprüfung plausibilisiert. Wenn wie hier im Bereich der Psychi-

atrie (noch) keine schweizweit einheitliche Tarifstruktur im Sinn von Art. 49 

Abs. 1 Satz 2 KVG zur Verfügung steht und auch ansonsten eine hinrei-

chende Basis für den Vergleich mit anderen Spitälern fehlt (vgl. BVGE 

2010/25 E. 10.2.2 f.), ist in einem ersten Schritt die Orientierung des Tarifs 

an den eigenen Betriebskosten des Spitals einstweilen noch zu akzeptie-

ren. Die ausgewiesenen spitalindividuellen Betriebskosten sind aber einer 

strengen Prüfung zu unterziehen. Es ist insbesondere sicherzustellen, 

dass alle nicht tarifrelevanten Kosten ausgeschieden sind und dass die 

Kosten einer effizienten Leistungserbringung entsprechen. Insofern kom-

men auch Normabzüge (wie Intransparenz- und Ineffizienzabzüge) in Be-

tracht, die nicht primär auf die «objektive Kostenwahrheit» ausgerichtet 

C-3133/2013 

Seite 17 

sind, sondern gestützt auf die altrechtlichen Regeln der Spitalfinanzierung 

zur Vermeidung von Überentschädigungen entwickelt wurden (vgl. dazu 

BVGE 2014/36 E. 6.4). Der festzusetzende Tarif hat sich aber dennoch am 

Tarif derjenigen Spitäler zu orientieren, welche die tarifierte obligatorisch 

versicherte Leistung in der notwendigen Qualität effizient und günstig er-

bringen (Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG). In einem zweiten Schritt ist daher eine 

Wirtschaftlichkeitsprüfung durch Vergleich des spitalindividuell ermittelten 

Tarifs mit den Tarifen anderer Spitäler vorzunehmen (siehe hierzu unten E. 

17). 

9.  

Zu prüfen ist nachfolgend die Höhe der von der Vorinstanz für die Be-

schwerdegegnerin festgesetzten Tagespauschalen für stationäre Leistun-

gen. 

9.1 Die Vorinstanz hat die Eidgenössische Preisüberwachung vorgängig 

zur Tariffestsetzung zur Stellungnahme eingeladen. Diese hat jedoch auf 

die Abgabe einer Empfehlung verzichtet. Damit wurde Art. 14 Abs. 1 PüG 

eingehalten. Von der Einladung der Eidgenössischen Preisüberwachung 

zur Einreichung einer Stellungnahme wurde im vorliegenden Beschwerde-

verfahren abgesehen, da die Preisüberwachung in einem vergleichbaren 

Beschwerdeverfahren auf die Einreichung einer Stellungnahme mit der Be-

gründung verzichtet hat, sie verzichte praxisgemäss auf eine Stellung-

nahme im Beschwerdeverfahren, wenn sie bereits im Tariffestsetzungsver-

fahren vor der Vorinstanz auf die Einreichung einer Stellungnahme verzich-

tet habe (siehe auch Instruktionsverfügung vom 14. August 2013, BVGer-

act. 10). 

9.2 Die Vorinstanz hat sich zur Bestimmung der Betriebskosten der Be-

schwerdegegnerin auf den Ausweis der Kosten des Jahres 2010 gemäss 

dem integrierten Tarifmodell auf Kostenträgerrechnungsbasis (ITAR_K) ab-

gestellt. Sie geht davon aus, dass die Beschwerdegegnerin die nicht anre-

chenbaren Kosten (Kosten für ambulante Leistungen, zusatzversicherte 

Patientinnen und Patienten inkl. Arzthonorare, gegebenenfalls universitäre 

Lehre und Forschung, andere gemeinwirtschaftliche und übrige Leistun-

gen) korrekt ausgeschieden habe und auch die Beschwerdeführerinnen 

die ausgewiesenen Betriebskosten anerkennen würden. Die Vorinstanz er-

achtete den Nachweis der tarifrelevanten Betriebskosten durch die Be-

schwerdegegnerin als grundsätzlich nachvollziehbar, erhöhte jedoch den 

ausgewiesenen Abzug für Forschung und universitäre Lehre. Sie ermittelte 

einen kostenbasierten Tarif von Fr. 688.– ohne Anlagenutzungskosten, 

C-3133/2013 

Seite 18 

was nach Addition der Zinskosten in der Höhe von Fr. 12.– und den Anla-

genutzungskosten von 10 % bzw. Fr. 70.– eine kostenbasierte Tagespau-

schale von Fr. 770.– ergab. Die Vorinstanz nahm keinen Betriebsvergleich 

vor, da es innerkantonal keine andere psychiatrische Klinik mit umfassen-

dem Leistungsangebot gebe und die ausserkantonalen Kliniken nicht ver-

pflichtet seien, ihre Daten zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der anrechen-

baren Betriebskosten sei ein Tarif von Fr. 770.– gerechtfertigt. Die Prüfung 

der Wirtschaftlichkeit gebiete es jedoch, höchstens denjenigen Tarif in der 

Höhe von Fr. 750.– pro Tag festzulegen, welchen die Beschwerdegegnerin 

mit den übrigen Versicherern vertraglich vereinbart habe und der vom Re-

gierungsrat genehmigt worden sei. Der Tarif enthalte auch den Fallbeitrag 

an das Case-Mix-Office (CMO). Die Festsetzung sei auf zwei Jahre zu be-

fristen, damit für den Tarif ab 1. Januar 2014 eine neue Beurteilung durch 

die Tarifpartner vorgenommen werden könne. 

9.3 Die Beschwerdeführerinnen machen zusammengefasst geltend, dass 

die Vorinstanz einen unwirtschaftlichen Tarif festgesetzt habe und sich den 

Vorwurf gefallen lassen müsse, dass sie damit aus regionalpolitischen 

Gründen Spitalkapazitäten aufrechterhalten wolle. Die Berechnung der ta-

rifrelevanten Kosten sei aufgrund unvollständiger Daten erfolgt, weshalb 

ein Intransparenzabzug vorzunehmen sei. Die Beschwerdeführerinnen be-

mängeln insbesondere die Berechnung der zu berücksichtigenden Anlage-

nutzungskosten, des Abzugs für universitäre Lehre und Forschung, der 

Teuerung sowie der Zinskosten. Zudem sei keine rechtsgenügliche Wirt-

schaftlichkeitsprüfung durchgeführt worden. 

9.4 Die Beschwerdegegnerin ist im Wesentlichen der Ansicht, dass keine 

Spitalüberkapazitäten vorhanden seien, weshalb hier nicht davon gespro-

chen werden könne, dass Spitalkapazitäten aus regionalpolitischen Grün-

den aufrecht erhalten würden. Grundsätzlich akzeptiere sie die Berech-

nung der Tagespauschale durch die Vorinstanz, verlange aber hinsichtlich 

des Abzugs für Lehre und Forschung sowie der Anlagenutzungskosten 

eine Korrektur der Berechnung zu ihren Gunsten. Sie gehe auch davon 

aus, dass die von der Vorinstanz vorgenommene Wirtschaftlichkeitsprü-

fung angemessen sei. 

9.5 Das BAG vertritt den Standpunkt, dass die Vorinstanz bei der Ermitt-

lung der Anlagenutzungskosten und des Abzugs für Forschung und univer-

sitäre Lehre nicht korrekt vorgegangen sei. Zudem habe sie es zu Unrecht 

unterlassen, einen Intransparenzabzug vorzunehmen. Auch bei der Ermitt-

lung der Teuerung habe sie sich nicht an die gerichtliche Praxis gehalten. 

C-3133/2013 

Seite 19 

Schliesslich sei auch die gesetzliche Vorgabe der Wirtschaftlichkeitsprü-

fung nicht erfüllt. 

9.6 Im Folgenden sind in Bezug auf den stationären Tarif in einem ersten 

Schritt die herangezogenen Grundlagen für die Tarifberechnung (E. 10) zu 

prüfen. Danach ist zu klären, ob die vorinstanzliche Berechnung der tarif-

relevanten Betriebskosten der Beschwerdegegnerin (inkl. Anlagenut-

zungskosten) – soweit diese umstritten sind – mit Art. 49 KVG und den 

Vorgaben der VKL in Einklang stehen (E. 11-15). Sodann ist die umstrittene 

Differenzierung des Tarifsystems zu betrachten (E. 16). Schliesslich ist zu 

prüfen, ob das Vorgehen der Vorinstanz vor dem Wirtschaftlichkeitsgebot 

standhält (E. 17). 

10.  

10.1 Die Vorinstanz hat als Berechnungsgrundlage für die Ermittlung der 

tarifrelevanten Betriebskosten den von der Beschwerdegegnerin einge-

reichten ITAR_K-Auszug Version 1.0 mit den Daten aus dem Jahr 2010 

verwendet. Für die Ermittlung der kostenbasierten Tagespauschale hat sie 

den Kostenträger «KVG GV» herangezogen. Ausgangslage bildete das 

«Total Kosten gemäss BeBu, Stückrechnung (stationär)» von 

Fr. 44'864'764.–. Diese wurden um die Anlagenutzungskosten sowie die 

Erlöse der Kontengruppen 65 (Übrige Erträge aus Leistungen an Patien-

ten, exkl. Marge) und 66 (Finanzertrag) bereinigt, was Nettobetriebskosten 

I in der Höhe von Fr. 42'760'425.– ergibt. Die Beschwerdeführerinnen ha-

ben im vorinstanzlichen Verfahren wie auch in ihrer Beschwerde die Höhe 

der Gesamtkosten von Fr. 44'864'764.– ausdrücklich akzeptiert und für ihre 

eigene Tarifberechnung verwendet. Hinsichtlich der Behandlung der Er-

träge aus den Kontengruppen 65 und 66 wurde von keiner beschwerdebe-

teiligten Partei Kritik geäussert. An dieser Stelle ist jedoch darauf hinzuwei-

sen, dass nach der Rechtsprechung die Erträge der Kontengruppe 65 zu 

100 % (und nicht nur zu 50 %) in Abzug zu bringen sind, sofern wie hier 

ein Spital diesbezüglich auf eine exakte Kostenausscheidung verzichtet 

und eine Gewinnmarge nicht bewiesen werden kann (BVGE 2014/3 E. 

4.3). 

10.2 Der Grundsatz, wonach ein Tarif auf den Ergebnissen einer vorange-

gangenen Rechnungsperiode beruhen muss, die im Zeitpunkt des Ver-

tragsabschlusses vorliegen, ergibt sich im Unterschied zum früheren Recht 

(vgl. aArt. 49 Abs. 1 Satz 3 KVG; BVGE 2012/18 E. 6.2.2) zwar nicht mehr 

C-3133/2013 

Seite 20 

aus dem Gesetzeswortlaut, gilt aber auch unter der Herrschaft des revi-

dierten KVG (BVGE 2014/3 E. 3.5). Für die Berechnung des Tarifs für das 

Jahr 2012 hat die Vorinstanz daher zu Recht auf die Kostendaten des Jah-

res 2010 abgestellt. Zudem hat ebenso der Grundsatz, wonach die ausge-

wiesenen Betriebskosten für OKP-relevante stationäre Leistungen (vgl. 

BVGE 2010/62 E. 4.12.1) Grundlage für die Tarifberechnungen bilden, un-

ter der neuen Spitalfinanzierung weiterhin Gültigkeit (BVGE 2014/3 E. 

3.6.3). 

10.3 Ebenfalls weiterzuführen ist die zu aArt. 49 KVG entwickelte Recht-

sprechung, wonach ein Tarif ausnahmsweise gestützt auf die Zahlen der 

seinem Geltungsbeginn unmittelbar vorangegangenen Rechnungsperiode 

(X-1) festgelegt werden kann (BVGE 2014/3 E. 3.5.1). Die Daten späterer 

Rechnungsperioden (d.h. Kosten, die in der Tarifperiode anfallen) konnten 

nach bisheriger Praxis bei Tariffestlegungen grundsätzlich nicht berück-

sichtigt werden, es sei denn, es handle sich um zwingende und budgetierte 

Mehrkosten (insbesondere im Personalbereich), welche vor dem Geltungs-

beginn des Tarifs rechnerisch genau ausgewiesen waren und im Tarifjahr 

tatsächlich anfielen (BVGE 2012/18 E. 6.2.2 m.w.H.; C-4961/2010 E. 8.1.3 

und 8.3.1). Auch diese Praxis kann grundsätzlich weitergeführt werden 

(BVGE 2014/3 E. 3.5.2). 

10.4  

10.4.1 Die Beschwerdeführerinnen kritisieren die Verwendung des Modells 

ITAR_K. Sie machen geltend, dass die Abzüge bzw. Zuschläge, welche 

das Modell ITAR_K vornehme, bis heute weder durch das Bundesverwal-

tungsgericht noch durch die Preisüberwachung bestätig worden seien. Das 

Modell ITAR_K werde lediglich als Kostenausweis anerkannt. Die Tarifbe-

rechnung, welche das Modell vornehme, werde aber nicht akzeptiert, zu-

mal die tarifrelevanten Kosten nicht korrekt ermittelt worden seien. Die Be-

schwerdegegnerin ist dagegen der Ansicht, dass sich die Vorinstanz zu 

Recht auf das Modell ITAR_K abgestützt habe. Es habe den Vorteil, dass 

es umfassend und detailliert dokumentiert sei, von den Leistungserbrin-

gern und Versicherern bereits breit akzeptiert sei und eine hohe Transpa-

renz und Nachvollziehbarkeit erlaube. Es werde auch von der Schweizeri-

schen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und –direkto-

ren (GDK) empfohlen.  

10.4.2 H+ als Spitzenverband der Spitäler hat das Handbuch REKOLE® 

(Handbuch zum betrieblichen Rechnungswesen im Spital von H+) und das 

C-3133/2013 

Seite 21 

Tarifherleitungsmodell ITAR_K (Integriertes Tarifmodell auf Basis der Kos-

tenträgerrechnung [nach REKOLE®], ebenfalls von H+) erarbeitet. Die 

GDK-Empfehlungen stützen sich auf REKOLE® und ITAR_K. Nach Ansicht 

der GDK ist das (schrittweise) Vorgehen nach ITAR_K sinnvoll, wobei fest-

gehalten wird, dass das gleiche Vorgehen auch mit Hilfe eines anderen 

Modells (z.B. Modell GDK-Ost) erfolgen könnte (vgl. GDK-Empfehlungen 

zur Wirtschaftlichkeitsprüfung, S. 3). Von der GDK übernommen wurde je-

doch nur das Vorgehen, nicht generell die Berechnung einzelner Positio-

nen. Die Krankenhausstatistik, auf deren Nomenklatur Art. 10 Abs. 2 VKL 

verweist, stützt sich auf REKOLE® (vgl. BFS, Krankenhausstatistik, Detail-

konzept, Version 1.1, S. 28 ff.). Um dem Problem der Heterogenität bei den 

Kostenerhebungsmethoden zu begegnen, hat der Verwaltungsrat der 

SwissDRG AG für die Kostenträgerrechnung ab dem Rechnungsjahr 2013 

REKOLE® verbindlich vorgeschrieben (vgl. SwissDRG AG, Umsetzung der 

Massnahmen zur Verbesserung der Datenqualität, Version 1.0 / 

5.12.2011). Angesichts der Bedeutung und der Verbreitung, welche RE-

KOLE® und ITAR_K zwischenzeitlich erlangt haben, erscheint es nicht 

sinnvoll, deren Anwendbarkeit grundsätzlich in Frage zu stellen. Zu prüfen 

ist jedoch, ob einzelne in diesen Modellen enthaltene Berechnungsvorga-

ben gesetzeskonform sind (BVGE 2014/3 E. 3.4.3). 

10.5 Die Spitäler sind verpflichtet, die Kosten der OKP-pflichtigen Leistun-

gen transparent auszuweisen. Dies ist nur möglich, wenn auch die Kosten 

für nicht OKP-pflichtige Leistungen transparent ausgeschieden werden 

(vgl. BVGE 2014/3 E. 6.4). Im Verwaltungsverfahren um Festsetzung oder 

Genehmigung von Spitaltarifen muss für die Parteien transparent nachvoll-

ziehbar sein, wie die Kosten der OKP-pflichtigen Leistungen berechnet und 

die nicht OKP-pflichtigen Leistungen ausgeschieden wurde. Die Verpflich-

tung zur transparenten Ausscheidung dieser Kostenanteile beschlägt da-

her nicht nur die Spitäler, sondern auch die Festsetzungs- und Genehmi-

gungsbehörden (BVGE 2014/36 E. 16.2.5). Der von der Beschwerdegeg-

nerin eingereichte Kostenausweis gemäss dem ITAR_K-Modell erfüllt 

diese Anforderungen nicht, da nicht der vollständige ITAR_K-Auszug, der 

das ganze Leistungsspektrum des Spitals umfasst, sondern lediglich ein 

Auszug des Kostenträgers «KVG GV» eingereicht wurde. Damit kann zwar 

die Tarifberechnung für diesen Kostenträger bei einer isolierten Betrach-

tung nachvollzogen werden, es ist aber nicht ersichtlich, nach welchem 

Schlüssel einzelne Kosten auf die im ITAR_K vorgesehenen verschiede-

nen Kostenträger verteilt wurden. Nicht ersichtlich ist zudem, ob die Kosten 

zusatzversicherter Patienten aus den Kosten der Grundversicherten aus-

C-3133/2013 

Seite 22 

geschieden wurden und ob die Beschwerdegegnerin einen eigenen Kos-

tenträger für die stationären Leistungen für Zusatzversicherte führt (vgl. 

dazu Empfehlungen der GDK zur Wirtschaftlichkeitsprüfung, S. 5). Dar-

über hinaus sind auch keine eigenen Kostenträger für Forschung und uni-

versitäre Lehre (siehe unten E. 11.9) sowie für weitere gemeinwirtschaftli-

che Leistungen ausgewiesen. Die Annahme der Vorinstanz, dass die Be-

schwerdegegnerin sämtliche Mehrkosten für zusatzversicherte Patientin-

nen und Patienten ausgeschieden hat, ist aufgrund der vorliegenden Akten 

damit nicht überprüfbar. Die von der Vorinstanz zur Tarifermittlung heran-

gezogene Datenbasis weist damit nicht die gewünschte Transparenz aus. 

11.  

Zu prüfen ist im Folgenden der Abzug für Forschung und universitäre 

Lehre. 

11.1 Unbestritten ist, dass nach Art. 49 Abs. 3 KVG die Vergütungen nach 

Art. 49 Abs. 1 KVG keine Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistun-

gen enthalten dürfen, wozu insbesondere die Forschung und universitäre 

Lehre gehören. Der neue Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG schliesst nur noch die 

universitäre Lehre und – wie bisher – die nicht universitäre und die univer-

sitäre Forschung aus, währendem aArt. 49 Abs. 1 KVG auch die Kosten für 

die nicht-universitäre Lehre ausschloss. Die Kosten der nicht-universitären 

Lehre sind nach neuem Recht in den von der OKP zu leistenden Vergütun-

gen enthalten und daher in die Tagespauschale einzubeziehen. Strittig sind 

jedoch die Höhe und die Methode des vorgenommenen Abzugs. 

11.2 Nach Art. 7 Abs. 1 VKL gelten als Kosten für die universitäre Lehre 

nach Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG die Aufwendungen für die theoretische und 

praktische Ausbildung der Studierenden eines im Bundesgesetz über die 

Medizinalberufe geregelten Medizinalberufes bis zum Erwerb des eidge-

nössischen Diploms (Bst. a) sowie die Weiterbildung der Studierenden 

nach Buchstabe a bis zur Erlangung des eidgenössischen Weiterbildungs-

titels (Bst. b). Mit Blick auf das Ziel einer einheitlichen Ausscheidung von 

Kosten für universitäre Lehre rechtfertigt es sich, Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG 

in dem Sinne auszulegen, dass nur die Kosten für erteilte universitäre Wei-

terbildung im Sinn von Art. 7 Abs. 1 Bst. b VKL als gemeinwirtschaftliche 

Leistungen auszuscheiden sind, solange der Verordnungsgeber keine ab-

weichenden Vorschriften erlässt. Die Löhne der Assistenzärztinnen und As-

sistenzärzte sind folglich nicht auszuscheiden (BVGE 2014/3 E. 6.6.3).  

C-3133/2013 

Seite 23 

11.3 Als Kosten für die Forschung nach Art. 49 Abs. 3 KVG gelten die Auf-

wendungen für systematische schöpferische Arbeiten und experimentelle 

Entwicklung zwecks Erweiterung des Kenntnisstandes sowie deren Ver-

wendung mit dem Ziel, neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden. Darun-

ter fallen Projekte, die zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse so-

wie zur Verbesserung der Prävention, der Diagnostik und Behandlung von 

Krankheiten ausgeführt werden (Art. 7 Abs. 2 VKL).  

11.4 Als Kosten für die universitäre Lehre und für die Forschung gelten 

auch die indirekten Kosten sowie die Aufwendungen, die durch von Dritten 

finanzierte Lehr- und Forschungstätigkeiten verursacht werden (Art. 7 Abs. 

3 VKL). 

11.5 Die Vorinstanz hat im vorliegenden Fall einen subsidiären Abzug für 

universitäre Lehre und Forschung in der Höhe der vom Kanton an die Be-

schwerdegegnerin ausgerichteten Abgeltung für das Jahr 2012 in der Höhe 

von Fr. 858'000.– vorgenommen. Sie führt im angefochtenen Beschluss 

dazu aus, dass für die Vornahme eines normativen Abzuges von 3 % der 

Personalkosten, wie ihn tarifsuisse verlange, keine Grundlage bestehe. Ein 

solcher sei nach der Rechtsprechung nur dann hilfsweise anzuwenden, 

wenn die effektiven Werte nicht bekannt seien. Nach der Empfehlung der 

GDK sei jedoch für universitäre Lehre und Forschung mindestens derje-

nige Betrag abzuziehen, den das Spital tatsächlich vom Kanton für diese 

Leistung abgegolten erhalte. Die entsprechende Abgeltung habe für das 

Jahr 2012 (und voraussichtlich auch für das Jahr 2013) Fr. 858'000.– be-

tragen. 

11.6 Die Beschwerdeführerinnen verlangen, dass ein pauschaler Abzug 

von 3 % auf den nach Anteil Personalkosten gewichteten Betriebskosten 

vorzunehmen sei. Sie machen geltend, dass die Abgeltung des Kantons 

für universitäre Lehre und Forschung an die Beschwerdegegnerin irrele-

vant sei, da diese keineswegs den tatsächlich angefallenen Kosten ent-

sprechen müsse. Die Beschwerdegegnerin weise in ihrer Kostenrechnung 

den Abzug für universitäre Lehre und Forschung lediglich mit Fr. 620'778.– 

aus, obwohl sie nachweislich vom Kanton eine Abgeltung von Fr. 858'000.– 

erhalten habe. Sie führe keine eigenen Kostenträger für universitäre Lehre 

und Forschung, weshalb der effektive Aufwand nicht ermittelt werden 

könne. Daher seien normative Abzugssätze gemäss dem Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts C-3940/2009 vom 20. Juli 2010 und den Empfeh-

lungen der Preisüberwachung vorzunehmen. 

C-3133/2013 

Seite 24 

11.7 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass der Landrat des Kantons 

Basel-Landschaft gemäss dem von der GDK empfohlenen Ansatz 

(Fr. 20'000.– pro Assistenzarzt und Jahr) Beiträge bewilligt habe. Es handle 

sich um den budgetierten Betrag von Fr. 858'000.– für total 43 Assistenz-

ärzte. Anzumerken sei, dass der Kanton unter «gemeinwirtschaftliche Leis-

tungen» die Aus- und Weiterbildung der Assistenzärzte verstehe. Davon zu 

unterscheiden seien die «besonderen Leistungen» aus der subsidiären Be-

handlungspflicht, die Notfallversorgung, die Leistungen für die Prävention, 

die Beratung für Institutionen und Behörden, die Tagesklinik, die Weiterbil-

dung postgraduierter Psychologen und die Fachstelle für Psychiatrische 

Rehabilitation. Es seien insgesamt Fr. 5'599'277.– für gemeinwirtschaftli-

che Leistungen und besondere Leistungen, immer auf der Basis der Er-

bringung von abzurechnenden Einzelleistungen, gesprochen worden. Die 

Abgeltung für Lehre und Forschung sei durch den Kanton bis 2011 nicht 

speziell erhoben worden, sondern sei Teil des Globalbudgets gewesen. Die 

Vorinstanz habe den gesamten budgetierten Betrag von Fr. 858'000.– als 

gemeinwirtschaftliche Leistungen für Forschung und universitäre Lehre 

dem stationären Bereich zugeordnet, obwohl dort lediglich rund die Hälfte 

der Assistenzarztstellen angesiedelt seien. Die übrigen gemeinwirtschaftli-

chen Leistungen für Aus- und Weiterbildung der Assistenzärzte würden in 

den ambulanten Bereich fallen. Für das Jahr 2012 würden heute neben 

den budgetierten auch die effektiven Kosten vorliegen. Im Jahr 2012 habe 

die Abgeltung für die Weiterbildung von 19.4 Assistenzärzten im stationä-

ren Bereich insgesamt Fr. 388'750.– betragen. Der von der Vorinstanz vor-

genommene Abzug sei daher zu Gunsten der Beschwerdegegnerin zu re-

duzieren. Nicht sachgerecht sei es hingegen, einen pauschalen Abzug von 

3 % auf Basis der Personalkosten vorzunehmen, weil dieser von der Preis-

überwachung konstruierte Abzug nicht berücksichtige, dass die Kosten für 

die nicht-universitäre Lehre neu im Rahmen des KVG anrechenbar seien. 

Die Beschwerdegegnerin hielt weiter fest, dass sie keine Forschung be-

treibe und sich die universitäre Lehre auf die Ausbildung von Medizinern 

zum Facharzttitel beschränke. Die Kostenermittlung für Lehre und For-

schung mittels eigener Kostenträger wäre mit einem unverhältnismässigen 

Aufwand verbunden. Die Regeln nach REKOLE® seien vollumfänglich ein-

gehalten. 

11.8 Das BAG führt aus, dass die Verwendung von Werten von Finanzie-

rungsbeiträgen die Vorgaben an die Ermittlung der Kosten nicht erfülle. 

Überdies seien für die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben nicht nur die 

Kosten der ärztlichen Weiterbildung, sondern umfassend die Kosten der 

Forschung und der universitären Lehre nach der Definition von Art. 7 VKL 

C-3133/2013 

Seite 25 

zu ermitteln. Daher sei die Anwendung eines Abzugssatzes erforderlich. 

Der anwendbare Satz solle den Werten nach den ab 2012 geltenden Emp-

fehlungen der Preisüberwachung – auch beim Fehlen einer spezifischen 

Empfehlung für die Psychiatrie – entsprechen. In der Änderung der Defini-

tion der Lehre gegenüber dem vorherigen Recht liege kein Grund, welcher 

zu einer unterschiedlichen Beurteilung gegenüber dem Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts vom 20. Juli 2010 (C-3940/2009 E. 5.5.2) führen 

könnte, wonach in den Bereichen Akutsomatik und Psychiatrie die gleichen 

Pauschalabzüge für Lehre und Forschung anwendbar seien. 

11.9 Wie bereits erwähnt, sind die Spitäler verpflichtet, die Kosten der 

OKP-pflichtigen Leistungen transparent auszuweisen. Dies ist nur möglich, 

wenn auch die Kosten für nicht OKP-pflichtige Leistungen transparent aus-

geschieden werden (vgl. BVGE 2014/3 E. 6.4). Sowohl durch die Spitäler 

als auch durch die Festsetzungs- und Genehmigungsbehörde ist daher si-

cherzustellen, dass transparent und nachvollziehbar dargestellt wird, mit 

welcher Methode und in welcher Höhe diese Kostenanteile abgegrenzt 

wurden. ITAR_K sieht für die universitäre Lehre und Forschung eigene 

Kostenträger vor, und auch die GDK empfiehlt die Erfassung dieser Kosten 

auf einem separaten Kostenträger. Soweit die entsprechenden Kostenträ-

ger nicht alle Kosten für universitäre Lehre und Forschung enthielten, 

müsse ein entsprechender Abzug auf dem Kostenträger «Stationäre Leis-

tungen KVG» vorgenommen werden (vgl. GDK-Empfehlungen zur Wirt-

schaftlichkeitsprüfung S. 4 f.). Auch im Verwaltungsverfahren zur Festset-

zung oder Genehmigung von Spitaltarifen muss für die Parteien transpa-

rent nachvollziehbar sein, wie die nicht OKP-pflichtigen Kosten ausge-

schieden wurden (vgl. BVGE 2014/36 E. 16.1.4). Zur Ausscheidung der 

gemeinwirtschaftlichen Leistungen sind die tatsächlichen Kosten der uni-

versitären Lehre und Forschung möglichst realitätsnahe zu ermitteln oder 

datenbasiert abzuschätzen. Den Spitälern steht es nicht frei, ob sie die 

Kosten für universitäre Lehre und Forschung ausscheiden wollen oder ei-

nen normativen Abzug bevorzugen (BVGE 2014/3 E. 6.4.4).  

11.10 Soweit die Kosten für Forschung und universitäre Lehre im vorlie-

genden Fall im Kostenträger «KVG GV» berücksichtigt sind, sind diese in 

Abzug zu bringen. Gemäss den vorliegenden Akten hat die Beschwerde-

gegnerin im ITAR_K keinen Kostenträger für Forschung und universitäre 

Lehre ausgewiesen. Sie hat auf dem Kostenträger «KVG GV» einen sub-

sidiären Abzug für universitäre Lehre und Forschung in der Höhe von 

Fr. 620'778.- vorgenommen. In ihrem Tariffestsetzungsantrag hat sie 

C-3133/2013 

Seite 26 

hierzu ausgeführt, dass sie ihre Kosten für universitäre Lehre und For-

schung basierend auf REKOLE® effektiv berechnet habe. Die Vorinstanz 

hat diese Kosten nicht überprüft. Es ist auch nicht ersichtlich, nach welcher 

Methode diese Kosten ermittelt wurden und nach welchem Schlüssel sie 

auf die einzelnen Kostenträger aufgeteilt wurden. Der für die Bestimmung 

des Abzugs für Forschung und universitäre Lehre nötige nachvollziehbare 

und transparente Kostenausweis wird von der Beschwerdegegnerin mit 

dem eingereichten ITAR_K-Auszug nicht erbracht. Darauf kann daher nicht 

abgestellt werden. 

11.11 Die Vorinstanz hat nicht auf den Kostenausweis der Beschwerde-

gegnerin abgestellt, sondern für die Kosten für Forschung und universitäre 

Lehre gestützt auf die Empfehlung der GDK einen normativen Abzug in der 

Höhe des vom Kanton geleisteten Beitrags von Fr. 858'000.– vorgenom-

men. Laut der Vorlage des Regierungsrats an den Landrat des Kantons 

Basel-Landschaft betreffend Rahmenausgabenbewilligung für die Finan-

zierung der gemeinwirtschaftlichen und besonderen Leistungen des Kan-

tonsspitals, der Psychiatrie Baselland und der Privatspitäler Baselland für 

das Jahr 2012 vom 20. Dezember 2011 beträgt der Kantonsbeitrag für die 

Aus- und Weiterbildung der bei der Beschwerdegegnerin tätigen 43 Assis-

tenzärzte jeweils pauschal Fr. 20'000.– pro Ärztin oder Arzt (Beilage 5 zu 

BVGer-act. 8). Grundsätzlich ist festzuhalten, dass für die Ausscheidung 

der Kosten für Forschung und universitäre Lehre die Höhe der unter die-

sem Titel empfangenen Leistungsvergütung, welche die Spitäler vom Kan-

ton oder anderen Stellen erhalten, nicht relevant ist. Die gesetzlichen Vor-

gaben sind nicht erfüllt, wenn lediglich die Finanzierungsbeiträge ausge-

wiesen werden (BVGE 2014/3 E. 6.4.2; BVGE 2014/36 E. 16.1.6). Die Kos-

tenermittlung hat anhand sämtlicher erbrachter Leistungen für universitäre 

Lehre und Forschung und der dadurch entstandenen Kosten zu erfolgen. 

Der Kantonsbeitrag kann daher für die Berechnung dieses Abzugs nicht 

massgebend sein, da die effektiven Kosten zu berücksichtigen sind (vgl. 

BVGE 2014/36 E. 16.1.6; RKUV 4/2008 309 E. 10.1.2). Die Anzahl der As-

sistenzärztinnen und Assistenzärzte, die sich in Weiterbildung befinden, 

wirkt sich zweifellos auf die Kosten aus, die für die universitäre Lehre an-

fallen (vgl. BVGE 2014/36 E. 16.1.9). Soweit die Höhe des pro Assistenz-

arztstelle vorgenommen Abzugs auf einer Annahme beruht, kommt dieses 

Vorgehen in einer Übergangsphase nur dann ausnahmsweise in Betracht, 

wenn mangels entsprechenden Datenmaterials die tatsächlichen Kosten 

für die Weiterbildung der Assistenzärztinnen und Assistenzärzten nicht er-

mittelt werden können. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die theoretische 

und praktische Ausbildung der Studierenden eines Medizinalberufes bis 

C-3133/2013 

Seite 27 

zum Erwerb des eidgenössischen Diploms und die Weiterbildung von Per-

sonen mit anderen universitären Medizinalberufen (Art. 7 Abs. 1 VKL; 

BVGE 2014/36 E. 16.2.1). Ferner sind für die Tariffestsetzung für das Jahr 

2012 die Betriebskosten des Basisjahres 2010 relevant. Der in Abzug ge-

brachte Kantonsbeitrag betrifft indessen das Jahr 2012, und es ist nicht 

ersichtlich, auf den Daten welchen Jahres dieser beruht (vgl. BVGE 2014/3 

E. 6.4.2). Aufgrund der VKL- und REKOLE®-Vorgaben müsste die Be-

schwerdegegnerin grundsätzlich in der Lage sein, die für die Kostenaus-

scheidung massgebenden Daten zu liefern (vgl. BVGE 2014/3 E. 6.5). 

Diese wurden von der Vorinstanz jedoch nicht verlangt. 

11.12 Aus den Akten und dem angefochtenen Beschluss ist nicht ersicht-

lich, dass die Vorinstanz abgeklärt hätte, ob die Beschwerdegegnerin For-

schung betreibt und wie hoch die entsprechenden Kosten sind. Soweit die 

Beschwerdegegnerin behauptet, sie betreibe keine Forschung im Sinn von 

Art. 7 Abs. 2 VKL, steht dies in Widerspruch zu den Angaben auf der Home-

page der Beschwerdegegnerin, wonach sich die Fachleute der Psychiatrie 

Baselland an nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteili-

gen. Ferner ist eine Liste laufender Forschungsprojekte auf der Homepage 

der Beschwerdegegnerin aufgeführt (vgl. www.pbl.ch > Ärzte und Zuweiser 

> Angewandte Forschung; abgerufen am 10. Juni 2015). Es bestehen da-

her zumindest Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegnerin im mas-

sgebenden Jahr 2010 Forschung betrieben hat, die einschlägigen Kosten 

jedoch weder ausgeschieden noch in einer separaten Kostenstelle erfasst 

wurden.  

11.13 Insgesamt kann daher nicht auf die von der Vorinstanz vorgenom-

mene Berechnung des Abzugs für Forschung und universitäre Lehre ab-

gestellt werden. Der Sachverhalt erweist sich als unvollständig abgeklärt. 

Im Rahmen des eingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes kann es 

nicht dem Gericht obliegen, die Rechnungslegung der Spitäler im Detail zu 

prüfen oder die effektiven Kosten der universitären Lehre und Forschung 

selbst zu ermitteln, zumal die Vorakten keine geeigneten Beweismittel ent-

halten (vgl. BVGE 2014/36 E. 16.1.10). 

12.  

Weiter zu prüfen ist die Höhe der abzugeltenden Anlagenutzungskosten. 

12.1 Die Parteien sind sich zu Recht dahingehend einig, dass die Kosten 

von Mobilien, Immobilien und sonstigen Anlagen (Anlagenutzungskosten), 

C-3133/2013 

Seite 28 

die zur Behandlung von OKP-Versicherten notwendig sind, nach dem Sys-

tem der neuen Spitalfinanzierung mit der Tagespauschale abzugelten sind 

(vgl. GROSS HAWK, a.a.O., S. 1229 Rz. 34.64; vgl. zu den Fallpauschalen 

nach SwissDRG BVGE 2014/36 E. 4.9.5). 

12.2 Damit die Investitionskosten für die OKP nach einheitlicher Methode 

ermittelt werden und die Angaben vergleichbar sind, enthält die VKL Vor-

gaben für die Bewertung der Anlagen und die Ermittlung der Anlagenut-

zungskosten, namentlich zur Bewertung der Investitionen, deren Abschrei-

bung und der kalkulatorischen Zinsen. Solche Vorgaben sind erforderlich, 

weil die ausgewiesenen Kosten als Grundlage für die Tarifermittlung her-

angezogen werden (vgl. Kommentar des BAG zur Verordnung vom 3. Juli 

2002 über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler, 

Geburtshäuser und Pflegeheime in der Krankenversicherung [VKL], Ände-

rungen per 1. Januar 2009 [nachfolgend: Kommentar BAG zur VKL-Revi-

sion 2009], S. 2 f. und 5).  

12.2.1 Nach Art. 10 Abs. 5 VKL müssen Spitäler und Geburtshäuser zur 

Ermittlung der Kosten für Anlagenutzung eine Anlagebuchhaltung führen. 

Objekte mit einem Anschaffungswert von Fr. 10'000.– oder mehr gelten als 

Investitionen nach Art. 8 VKL und müssen in die Anlagebuchhaltung aufge-

nommen werden (vgl. Kommentar BAG zur VKL-Revision 2009, S. 5). 

12.2.2 Die Anlagebuchhaltung muss für jede Anlage mindestens die Anga-

ben über das Anschaffungsjahr, die geplante Nutzungsdauer in Jahren, 

den Anschaffungswert, den Buchwert der Anlage am Anfang des Jahres, 

den Abschreibungssatz, die jährliche Abschreibung, den Buchwert der An-

lage am Ende des Jahres, den kalkulatorischen Zinssatz, den jährlichen 

kalkulatorischen Zins sowie die jährlichen Anlagenutzungskosten als 

Summe der jährlichen Abschreibungen und der jährlichen kalkulatorischen 

Zinsen enthalten (Art. 10a Abs. 1 VKL). Für die OKP relevant sind die An-

schaffungswerte der Anlagen. Das investierte Kapital wird kalkulatorisch 

verzinst, nicht jedoch das Umlaufkapital. Die OKP kann nicht den Wieder-

beschaffungswert der Anlagen berücksichtigen, weil dieser auf Schätzun-

gen beruht (vgl. Kommentar BAG zur VKL-Revision 2009, S. 5). 

12.2.3 Nach Art. 10a Abs. 2 VKL dürfen die zur Erfüllung des Leistungsauf-

trags betriebsnotwendigen Anlagen höchstens mit ihrem Anschaffungswert 

berücksichtigt werden. Als betriebsnotwendig gelten damit jene Anlagen, 

welche zur Erfüllung des Leistungsauftrags erforderlich sind. Anlagen für 

Nebenbetriebe (Cafeteria, Schule usw.) und die im Zusammenhang mit der 

C-3133/2013 

Seite 29 

Erfüllung des Leistungsauftrags nicht notwendigen Anteile an Grundstü-

cken gelten beispielsweise nicht als betriebsnotwendig (vgl. Kommentar 

BAG zur VKL-Revision 2009, S. 5). 

12.2.4 Nach Art. 10a Abs. 3 VKL berechnen sich die maximalen jährlichen 

Abschreibungen bei linearer Abschreibung vom Anschaffungswert über die 

geplante Nutzungsdauer auf den Restwert Null. Diese Bestimmung hält 

fest, dass die Anlagen innerhalb eines einheitlichen Zeitraums auf Null ab-

geschrieben werden. Je Anlagekategorie wird von den Spitälern eine ein-

heitliche Nutzungsdauer festgelegt (vgl. Kommentar BAG zur VKL-Revi-

sion 2009, S. 5). 

12.2.5 Die kalkulatorische Verzinsung der für die Erbringung der stationä-

ren Leistungen erforderlichen betriebsnotwendigen Anlagen berechnet 

sich nach der Durchschnittswertmethode. Der Zinssatz beträgt 3.7 Pro-

zent. Er wird periodisch überprüft (Art. 10a Abs. 4 VKL). Die Durchschnitts-

wertmethode bedeutet, dass die Verzinsung vom halben Ausgangswert be-

rechnet wird. Damit sind die kalkulatorischen Zinsen im Laufe der Zeit kon-

stant. Der kalkulatorische Zinssatz wird auf der Basis des durchschnittli-

chen Kapitalkostensatzes (gewichteter Durchschnitt zwischen Eigen- und 

Fremdkapitalsatz) festgelegt. Er besteht aus zwei Komponenten. Die erste 

ist der risikolose Zinssatz, für den die durchschnittliche Rendite von Bun-

desobligationen mit einer Laufzeit von 10 Jahren während der letzten 60 

Monate herangezogen wird. Die zweite ist die risikogerechte Entschädi-

gung für den Spitalbereich. Diese ist als relativ stabil zu betrachten. Der 

kalkulatorische Zinssatz wird auf der Basis des durchschnittlichen Kapi-

talkostensatzes (gewichteter Durchschnitt zwischen Eigen- und Fremdka-

pitaleinsatz) festgelegt aufgrund folgender Parameter: Eigenkapitalkosten 

6.65 %, Fremdkapitalkosten 3.15 %, Eigenkapitalquote 15 %, risikoloser 

Zinssatz per Juli 2008 2.65 %. Der kalkulatorische Zinssatz wird vom Bun-

desrat periodisch überprüft. Bei einer erheblichen Veränderung eines oder 

mehrerer Parameter kann er die Anpassung des Zinssatzes beschliessen 

(vgl. Kommentar BAG zur VKL-Revision 2009, S. 5 f.). 

12.2.6 Gemäss den Schlussbestimmungen der Änderung der VKL vom 22. 

Oktober 2008 können die vor dem Übergang zur Vergütung der Spitäler 

mittels leistungsbezogenen Pauschalen getätigten Investitionen in die Kos-

tenermittlung miteinbezogen werden, wenn im Zeitpunkt des Übergangs 

eine Anlage mit ihrem aktuellen Buchwert in der Anlagebuchhaltung des 

Spitals oder der Anlagebuchhaltung erfasst ist (Abs. 1). Im Zeitpunkt des 

Übergangs darf der Buchwert nach Abs. 1 den Buchwert nicht übersteigen, 

C-3133/2013 

Seite 30 

der durch die Wertermittlung nach Art. 10a VKL zustande gekommen wäre 

(Abs. 2). Die Abschreibung erfolgt vom Buchwert mit der geplanten Rest-

nutzungsdauer. Die kalkulatorischen Zinsen berechnen sich mittels Durch-

schnittswertmethode, wobei der Anschaffungswert durch den Buchwert im 

Zeitpunkt des Übergangs ersetzt wird (Abs. 3). 

12.2.7 Abs. 4 der Schlussbestimmungen der Änderungen der KVV vom 

22. Oktober 2008 sieht vor, dass in Abweichung von den Schlussbestim-

mungen der Änderung der VKL vom 22. Oktober 2008 im Jahr 2012 die 

Abgeltung der Anlagenutzungskosten im Falle eines Vergütungsmodells 

vom Typus DRG mittels eines Zuschlags von 10 % auf den in den Tarifver-

trägen verhandelten Basispreisen erfolgt (vgl. Kommentar des BAG vom 

2. November 2011 zu den per 1. Dezember 2011 eingeführten Änderun-

gen der KVV; BVGE 2014/36 E. 4.9.5). 

12.3 Die Vorinstanz hat zur berechneten kostenbasierten Tagespauschale 

von Fr. 700.– (inkl. Zinskosten) einen Zuschlag von 10 % bzw. Fr. 70.– für 

die Anlagenutzungskosten vorgenommen. Weitere Ausführungen im Zu-

sammenhang mit den Anlagenutzungskosten sind dem angefochtenen Be-

schluss nicht zu entnehmen.  

12.4 Die Beschwerdeführerinnen kritisieren, dass die Vorinstanz nicht er-

läutert habe, weshalb sie für die Anlagenutzungskosten einen Zuschlag 

von 10 % vorgenommen habe. Vermutungsweise habe sie sich am Zu-

schlag von 10 % gemäss Schlussbestimmungen der Änderungen der KVV 

vom 22. Oktober 2008 orientiert. Dieser Pauschalzuschlag gelte aber aus-

drücklich nur für Vergütungsmodelle vom Typus DRG und dürfe mithin nicht 

für Tagespauschalen verwendet werden. Der Beschwerdegegnerin seien 

lediglich die gemäss VKL ermittelten und ausgewiesenen Anlagenutzungs-

kosten von Fr. 35.– pro Pflegetag zu vergüten, ansonsten es zu einer Über-

entschädigung komme.  

12.5 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, die Berechnung der Anlagenut-

zungskosten von Fr. 35.– pro Pflegetag durch die Beschwerdeführerinnen 

sei nicht nachvollziehbar. Es könne nur gemutmasst werden, dass es dabei 

um eine Kostenberechnung gestützt auf Grundlagen des Finanzhaushalts-

gesetzes des Kantons Basel-Landschaft und des HRM2-Rechnungsle-

gungsmodells handle, also gestützt auf Daten, die aus einer Zeit vor der 

Verselbständigung der Psychiatrie Baselland stammen würden. Die Be-

schwerdegegnerin führt weiter aus, dass ein detaillierter Ausweis der Anla-

C-3133/2013 

Seite 31 

genutzungskosten für 2010, als die Psychiatrie Teil der kantonalen Verwal-

tung gewesen sei, unter Berücksichtigung der Kosten für Kapital und Bau-

recht noch nicht möglich gewesen sei. Die Anlagen seien erst im Zuge der 

rechtlichen Verselbständigung der früheren Kantonalen Psychiatrischen 

Dienste (KPD) in die selbständige Anstalt «Psychiatrie Baselland» per 1. 

Januar 2012 aktiviert worden. Für das Jahr 2012 könnten die Anlagenut-

zungskosten klar ausgewiesen werden. Diese seien höher als die mittels 

der 10 %-Regel auf den Tagespauschalen ermittelten Anlagenutzungskos-

ten. Bei Institutionen, die mit einer Tagespauschale abrechneten, liege der 

Anteil der Anlagenutzungskosten an den Gesamtkosten typischerweise 

deutlich über 10 %, was anhand eines Rechnungsbeispiels illustriert 

wurde. Der Anteil der Anlagenutzungskosten sei in einem Akutspital viel 

kleiner als in einer Rehabilitations- oder Psychiatrieklinik. Die Beschwerde-

gegnerin habe sich aber bereit erklärt, aus Praktikabilitätsgründen den Zu-

schlag von 10 % für die Jahre 2012 und 2013 zu akzeptieren. Für den Fall, 

dass das Gericht auf die effektiven Anlagenutzungskosten abstelle, werde 

beantragt, dass die höheren tatsächlichen Anlagenutzungskosten von 

Fr. 5'082'050.– (allenfalls reduziert um Fr. 13'800.–) berücksichtigt würden. 

Das führe bei 60'500 Pflegetagen zu anrechenbaren Anlagenutzungskos-

ten von Fr. 84.– pro Pflegetag. Da eine für die Ermittlung der Anlagenut-

zungskosten nach VKL massgebende Anlagebuchhaltung im Jahr 2010 

nicht vorhanden gewesen sei, sei ausnahmsweise auf die effektiven Zah-

len des Jahres 2012 abzustellen. Im Sinne des Grundsatzes der betriebs-

wirtschaftlichen Bemessung der Tarife sei von einer retrospektiven Ermitt-

lung der Kosten dann abzuweichen, wenn eine zukünftige Entwicklung als 

sicher gelte. Würden die tatsächlichen Anlagenutzungskosten im Jahr 

2012 und 2013 nicht berücksichtigt, so fehle es hier an der wirtschaftlichen 

Tragbarkeit des Tarifs. Aus diesem Grund sei die Berücksichtigung der An-

lagenutzungskosten auf der Basis 2012 auch aus dem Gebot der Billigkeit 

abzuleiten.  

12.6 Das BAG vertritt den Standpunkt, dass die Berechnung der Anlage-

nutzungskosten durch die Vorinstanz den gesetzlichen Bestimmungen wi-

derspreche. Der Zuschlag von 10 % komme bei Tagespauschalen nicht zur 

Anwendung. Die Berücksichtigung der Anlagenutzungskosten des Jahres 

2012 widerspreche dem Grundsatz, dass der Tarif auf den Ergebnissen 

einer ihm vorangegangenen Rechnungsperiode beruhen müsse. Aufgrund 

der vorliegenden Unterlagen könne nicht beurteilt werden, ob hier aus-

nahmsweise auf Daten aus dem Jahr 2012 abgestellt werde könne. Wenn 

die Kostengrundlagen aus dem Jahr 2010 nicht alle Anlagenutzungskosten 

beinhalteten, weil diese Kosten nicht im Rahmen der Anlagebuchhaltung 

C-3133/2013 

Seite 32 

der Institution ermittelt und ausgewiesen worden seien, dann handle es 

sich um Kosten, die nicht zu Lasten des OKP-Tarifs gehen dürften. 

12.7  

12.7.1 Die Beschwerdeführerinnen bringen zu Recht vor, dass die Vo-

rinstanz in der angefochtenen Verfügung nicht begründet hat, weshalb sie 

für die Abgeltung der Anlagenutzungskosten einen pauschalen Zuschlag 

von 10 % vorgenommen hat, wie er im Bereich der Akutsomatik angewen-

det wird. Es liegt jedoch nahe, dass sich die Vorinstanz auf Abs. 4 der 

Schlussbestimmungen der Änderungen der KVV vom 22. Oktober 2008 

gestützt hat. Aufgrund des klaren Wortlauts gilt diese Bestimmung nur bei 

einem Vergütungsmodell vom Typus DRG, was vorliegend nicht der Fall ist 

(vgl. C-1632/2013 E. 11.7). Eine analoge Anwendung dieser Bestimmung 

auf die Tagespauschalen im Bereich der Psychiatrie erscheint angesichts 

des Bestimmungszwecks nicht angezeigt. Die Begründung für einen pau-

schalen Zuschlag für die Anlagenutzungskosten im Bereich der Akutsoma-

tik liegt darin, dass eine fallbezogene Zuordnung der Anlagenutzungskos-

ten deren Einbezug in die Tarifstruktur bzw. Kostengewichte voraussetzt, 

was jedoch erst mit der SwissDRG Version 4.0 für 2015 möglich sein wird. 

Daher soll den Versicherern und Leistungserbringern in der Zwischenzeit 

die Möglichkeit gegeben werden, einen prozentualen Zuschlag auf den 

verhandelten Basispreisen vorzunehmen (Kommentar des BAG zur Ver-

ordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung [KVV], Ände-

rungen per 1. November 2011, S. 4 f.; vgl. auch Empfehlungen der GDK 

zur Wirtschaftlichkeitsprüfung, S. 4). Hier steht jedoch keine fallspezifische 

Zuordnung der Anlagenutzungskosten bzw. deren Einbezug in die Ta-

rifstruktur zur Diskussion. 

12.7.2 Die VKL schreibt den Spitälern seit 2003 die Führung einer Anlage-

buchhaltung vor; seit 2009 wurde der Ausweis der Anlagenutzungskosten 

zusätzlich konkretisiert (vgl. Antwort des Bundesrats vom 5. September 

2012 auf die Interpellation von Ständerätin Pascale Bruderer Wyss Nr. 

12.3453, Unterschiedliche Prinzipien der neuen Spitalfinanzierung). In den 

Akten befindet sich jedoch keine Anlagebuchhaltung der Beschwerdegeg-

nerin im Sinn von Art. 10 Abs. 5 VKL. Diese hat ihre Anlagebuchhaltung in 

der Eingabe vom 9. August 2012 (act. 15) zur Edition offeriert. Die Vo-

rinstanz hat jedoch darauf verzichtet, diese einzufordern. Der Umstand, 

dass die Beschwerdegegnerin im Jahr 2010 noch Teil der kantonalen Ver-

C-3133/2013 

Seite 33 

waltung gewesen ist, ist im Übrigen kein Grund, keine VKL-konforme An-

lagebuchhaltung zu führen, da die VKL diese Pflicht nicht von der Art der 

Trägerschaft des Spitals abhängig macht. 

12.7.3 Die Beschwerdegegnerin hat im ITAR_K auf dem Kostenträger 

«KVG GV» vom Total der Kosten gemäss Betriebsbuchhaltung, Stückrech-

nung (stationär), unter dem Titel Anlagenutzungskosten einen Abzug in der 

Höhe von Fr. 2'138'701.– vorgenommen (Beilage 2 zu act. 7). Diese Kosten 

hat sie vom Total der Kosten gemäss Betriebsbuchhaltung in Abzug ge-

bracht und sodann den Pauschalzuschlag von 10 % geltend gemacht. Es 

ist nicht nachvollziehbar, nach welcher Methode die abgezogenen Anlage-

nutzungskosten ermittelt wurden. In Bezug auf die Anlagenutzungskosten 

weichen die Vorgaben der VKL zum Teil von den betriebsbuchhalterischen 

Grundsätzen ab und sind aus diesem Grund nicht in allen Punkten mit RE-

KOLE® kompatibel (vgl. PASCAL BESSON, REKOLE® – Betriebliches Rech-

nungswesen im Spital, 3. Aufl. 2008, S. 147 f.; vgl. C-1632/2013 E. 11.8.3). 

Daher kann auf im ITAR_K ausgewiesene Anlagenutzungskosten nur ab-

gestellt werden, wenn sichergestellt ist, dass diese den Vorgaben der VKL 

entsprechen. Da in die Betriebsrechnung die kalkulatorischen Anlagenut-

zungskosten einfliessen, hat gegenüber der Finanzbuchhaltung eine ent-

sprechende Abgrenzung zu erfolgen (vgl. Empfehlungen zur Wirtschaftlich-

keitsprüfung der GDK vom 12. Juli 2012, S. 4). Die vorgenommene sachli-

che Abgrenzung von der Finanzbuchhaltung (Fr. 4'387'478.–) zur Betriebs-

buchhaltung (Fr. 4'438'141.–) in der Höhe von Fr. 50'663.– ist anhand der 

vorliegenden Unterlagen nicht nachvollziehbar. Nach eigenen Angaben der 

Beschwerdegegnerin bildet ihre Kostenträgerrechnung nicht die effektiven 

Anlagenutzungskosten des Jahres 2010 ab. Die Beschwerdegegnerin 

macht geltend, sofern auf die effektiven Kosten abzustellen sei, müssten 

die Anlagenutzungskosten des Jahres 2012 im Betrag von Fr. 5'082'050.– 

berücksichtigt werden, da sie für das Jahr 2010 nicht über die massgebli-

chen Daten verfüge. Bei diesem Vorgehen müsste allerdings vorliegend 

der Betrag von Fr. 5'082'050.– zuerst abgezogen werden, bevor ein Pau-

schalzuschlag von 10% vorgenommen werden könnte. Wie die Beschwer-

degegnerin unter dem Titel Anlagenutzungskosten für das Jahr 2010 den 

Abzug von (lediglich) Fr. 2'138'701.– ermittelt hat, kann den Akten nicht 

entnommen werden. Es ist ferner nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz ver-

sucht hat, die effektiven Anlagenutzungskosten gemäss den Vorgaben der 

VKL zu eruieren, bevor sie den Pauschalzuschlag von 10 % vorgenommen 

hat. Insgesamt ist daher festzuhalten, dass weder die Anlagenutzungskos-

ten des Jahres 2010 ausgewiesen noch der vorgenommene Abzug von 

C-3133/2013 

Seite 34 

Fr. 2'138'701.– begründet wurden und dass der von der Vorinstanz vorge-

nommene 10%-Pauschalzuschlag nicht auf einer gesetzlichen Grundlage 

bzw. der VKL beruht. Darauf kann für die Berechnung der tarifrelevanten 

Kosten nicht abgestellt werden.  

12.7.4 In den Vorakten findet sich eine Darstellung der budgetierten Anla-

genutzungskosten des Jahres 2012 («KPK akut + reha» und Verwaltung) 

in der Höhe von Fr. 6'003'623.– bzw. Fr. 99.23 pro Pflegetag (Beilage 7 zu 

act. 15). Auch darauf kann nicht abgestellt werden, da es sich dabei nicht 

um nachvollziehbare Daten der Betriebsrechnung des Jahres 2010 han-

delt. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hat die Beschwerdegegnerin 

ferner einen ITAR_K-Auszug Version 3.0, basierend auf den Daten des 

Jahres 2012, als Nachweis der Anlagenutzungskosten des Jahres 2012, 

eingereicht (Beilage 7 zu BVGer-act. 8). Es handelt sich dabei um ein un-

zulässiges neues Beweismittel gemäss Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG, das be-

reits aus diesem Grund im Beschwerdeverfahren nicht berücksichtigt wer-

den kann.  

12.8 Aus dem Dargelegten folgt, dass die Beschwerdegegnerin die geltend 

gemachten Anlagenutzungskosten nicht nach den Vorgaben der VKL aus-

gewiesen hat, sie aber entsprechend den einschlägigen Gesetzes- und 

Verordnungsbestimmungen in der Lage sein müsste, die Anlagenutzungs-

kosten des Jahres 2010 nachzuweisen. Die Vorinstanz hat diese Daten bei 

der Beschwerdegegnerin nicht eingefordert, obwohl sie dazu verpflichtet 

gewesen wäre (BVGE 2014/3 E. 3.6.3). Der Sachverhalt erweist sich dem-

nach als unvollständig abgeklärt. Im Rahmen des eingeschränkten Unter-

suchungsgrundsatzes kann es auch hier nicht dem Gericht obliegen, die 

Rechnungslegung der Beschwerdegegnerin im Detail zu prüfen und die ef-

fektiven Anlagenutzungskosten selbst zu ermitteln (vgl. BVGE 2014/36 

E. 16.1.10). Es obliegt daher der Vorinstanz, die einschlägigen Daten von 

der Beschwerdegegnerin zu verlangen, die Anlagenutzungskosten betref-

fend die Leistungserbringung zulasten der obligatorischen Grundversiche-

rung zu ermitteln und sicherzustellen, dass keine Überentschädigung zu-

lasten der obligatorischen Grundversicherung resultiert. 

13.  

Zu prüfen ist weiter die bei der Tarifberechnung zu berücksichtigende Teu-

erung. 

C-3133/2013 

Seite 35 

13.1 Die Vorinstanz hat einen Zuschlag für Zinskosten von Fr. 12.– pro 

Pflegetag vorgenommen. Im angefochtenen Beschluss finden sich dazu 

keine weitergehenden Ausführungen. 

13.2 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, dass die Vorinstanz ei-

nen Teuerungszuschlag von Fr. 12.– pro Tag vorgenommen habe, ohne je-

doch zu erläutern, wie sie auf diesen Betrag gekommen sei. Es könne le-

diglich vermutet werden, dass sie von einem Teuerungszuschlag von 

1.77 %, berechnet über zwei Jahre, ausgegangen sei. Die Teuerung dürfe 

jedoch nur für ein Jahr berücksichtigt werden. Zulässig sei bloss ein Teue-

rungszuschlag von 0.8606 %. Als Zinskosten seien 0.18082 % einzuset-

zen.  

13.3 Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, dass das Vorgehen der  

Vorinstanz sachgerecht und nicht zu beanstanden sei. Die Teuerungsrate 

von 1.77 % orientiere sich an der von H+ auf der Basis eines Mischindexes 

für Personal und Material ermittelten Teuerungsrate. Da im vorliegenden 

Fall der Tarif für zwei Jahre festgelegt worden sei, sei es sehr wohl sach-

gerecht, die Teuerungssätze für zwei Jahre zu berücksichtigen. 

13.4 Das BAG hält fest, dass gemäss dem Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts vom 17. Dezember 2009 (C-536/2009, C-569/2009) kein Anspruch 

auf einen automatischen Ausgleich der Teuerung bestehe. Bei einer An-

passung des Tarifs seien wieder die effektiv ausgewiesenen Kosten zu be-

rücksichtigen. Im vorliegenden Fall seien auf die für das Jahr 2010 ausge-

wiesenen Kosten die prognostizierte Teuerung für das Jahr 2011 anzuwen-

den, um den Tarif des Jahres 2012 zu bestimmen. Die Anrechnung der 

Teuerung über zwei Jahre verletze die von der Rechtsprechung aufgestell-

ten Grundsätze. 

13.5 Gemäss den vorliegenden Akten hat die Beschwerdegegnerin in ih-

rem Tariffestsetzungsantrag vom 11. Mai 2012 (act. 7) einen Zuschlag für 

Personal- und Sachteuerung auf zwei Jahre (1.77 %) beantragt. Diese Po-

sition wurde von der Vorinstanz unverändert übernommen. Für die Tarifbe-

rechnung massgebend ist weiterhin die gewichtete Teuerung für das Jahr 

x-1 bzw. vorliegend für das Jahr 2011. Dabei ist für den Personalaufwand 

auf den Nominallohnindex 2011 und für den Sachaufwand auf den Landes-

index der Konsumentenpreise (LIK) 2011 abzustellen (BVGE 2014/3 

E. 8.1). Bei den ausgewiesenen Werten für die Lohnteuerung von + 1 % 

und der allgemeinen Teuerung (LIK) von + 0.2 % und einer Gewichtung 

C-3133/2013 

Seite 36 

von 70 % (Lohnteuerung) zu 30 % (allgemeine Teuerung), ist eine Teue-

rung von 0.76 % zu berücksichtigen. Die Vorinstanz wird ihre Tarifberech-

nung dahingehend zu korrigieren haben.  

14.  

Sodann ist zu prüfen, ob ein Intransparenzabzug vorzunehmen ist. 

14.1 Die Beschwerdeführerinnen verlangen, dass ein Intransparenzabzug 

in der Höhe von 10 % vorzunehmen ist. Die Beschwerdegegnerin habe es 

unterlassen, ein vollständiges ITAR_K gemäss Vorlage H+, welches alle 

Kostenarten im Detail ausweise und eine Abgrenzung von rein OKP- und 

Zusatzversicherter vornehme, einzureichen. Weiter fehlten die detaillierte 

Begründung der sachlichen Abgrenzung zwischen Finanz- und Betriebs-

buchhaltung, die Angaben zur Anzahl betriebener Betten und zu den Pfle-

getagen und Austritten pro Patientenkategorie bzw. Aufenthaltsart, ein de-

taillierter Auszug der gemeinwirtschaftlichen Leistungen, ein detaillierter 

Ausweis der Anlagenutzungskosten, der Jahresbericht 2010 sowie ein 

Qualitätsnachweis gemäss Vorgaben des ANQ. 

14.2 Die Beschwerdegegnerin ist der Auffassung, die Vorinstanz habe zu 

Recht erkannt, dass bezüglich der Qualität der Daten keine Mängel erkenn-

bar seien, welche einen Intransparenzabzug rechtfertigten. Schon im Tarif-

festsetzungsverfahren hätten die Beschwerdeführerinnen die Mängel nicht 

substantiiert geltend gemacht, was sich im vorliegenden Beschwerdever-

fahren wiederhole. Ein pauschaler Abzug wegen Intransparenz stehe im 

Widerspruch zum System der Leistungsfinanzierung. Wenn ein Bench-

mark massgebend sein solle, auf welchen die Tarife gedrückt würden, so 

könne nicht kumulativ auch noch ein Intransparenzabzug zur Anwendung 

kommen. Selbst für den Fall, dass im Bereich der Psychiatrie noch von 

einer Übergangsphase mit Kostendeckungsprinzip und entsprechenden 

Tagespauschalen auszugehen sei, müsse beachtet werden, dass die Re-

duktion des Kostendeckungsgrades wegen Intransparenz unter der alt-

rechtlichen Spitalfinanzierung lediglich die Kostendeckungsanteile von den 

Versicherern auf die Kantone verschoben habe. Damit sei auch gewähr-

leistet gewesen, dass beim betroffenen Spital keine die Grundversorgung 

gefährdende Finanzierungslücke entstanden sei. Das sei unter der neuen 

Spitalfinanzierung wesentlich anders. Der Kostendeckungsgrad der OKP 

von mindestens 45 % könne nicht einseitig durch Intransparenzabzüge re-

duziert werden, ohne dass der Kanton für die Finanzierung der Fehlbeträge 

einstehen müsste. Für den Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht wider 

Erwarten zum Schluss komme, dass die Intransparenzabzüge auch unter 

C-3133/2013 

Seite 37 

dem neuen Recht zur Anwendung kommen würden, sei ein solcher nicht 

gerechtfertigt. Man habe den Beschwerdeführerinnen die nötigen Daten 

und Unterlagen zur Verfügung gestellt. Die diesbezüglichen Vorwürfe seien 

haltlos. Die Vorinstanz habe daher zu Recht keinen Intransparenzabzug 

vorgenommen. 

14.3 Das BAG ist der Ansicht, dass es sich bei den Gesamtkosten von 

Fr. 44'864'764.– nicht um transparente OKP-Kosten handle, welche 

Grundlage für die Tarifermittlung sein könnten. Auch nach der Einführung 

der neuen Spitalfinanzierung bleibe das Prinzip des Intransparenzabzugs 

gültig. Für eine abschliessende Beurteilung der Höhe des vorzunehmen-

den Intransparenzabzugs sei es angezeigt, dass weitere Unterlagen, wel-

che die Beschwerdegegnerin im Sinne von Art. 15 VKL bereitzuhalten 

habe, offengelegt würden.  

14.4 Im System der neuen Spitalfinanzierung auf der Grundlage der Ta-

rifstruktur SwissDRG ist bei der Ermittlung der benchmarking-relevanten 

Betriebskosten (also vor dem Benchmarking) kein Intransparenzabzug vor-

zunehmen (BVGE 2014/3 E. 9.2.2). Da im Bereich der Psychiatrie jedoch 

wie bereits erwähnt wurde, mangels der entsprechenden schweizweit ein-

heitlichen Tarifstruktur kein rechtskonformes Benchmarking möglich ist und 

für die Tarifbestimmung die spitalindividuellen Betriebskosten direkt tarifre-

levant sind, erscheint zur Vermeidung einer Überentschädigung die Vor-

nahme eines Intransparenzabzugs im Sinne der altrechtlichen Praxis nach 

wie vor angezeigt. Die Frage nach einem Intransparenzabzug und dessen 

Höhe stellt sich jedoch erst dann, wenn es der  

Vorinstanz nicht gelingen sollte, die entscheidwesentlichen Daten der Be-

schwerdegegnerin zu erheben. 

15.  

Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die Berechnung der tarifrele-

vanten Betriebskosten durch die Vorinstanz nicht den Vorgaben von Art. 49 

KVG und der VKL entspricht. Gestützt darauf kann folglich kein gesetzes-

konformer Tarif festgelegt werden.  

C-3133/2013 

Seite 38 

16.  

Zu prüfen ist weiter die Ausgestaltung des Tarifsystems, namentlich ob die 

stationäre Tagespauschale zwischen der Erwachsenen- und Kinder- bzw. 

Jugendpsychiatrie oder nach der Aufenthaltsdauer zu differenzieren ist. 

16.1 Die Vorinstanz hat eine nach der Aufenthaltsdauer gestaffelte Tages-

pauschale festgelegt und zwar für den 1.–60. Tag von Fr. 889.– und ab dem 

61. Tag von Fr. 581.–. Sie führt im angefochtenen Beschluss aus, dass der 

Tarif nach der Aufenthaltsdauer aufzuteilen sei, zumal auch die von der 

Beschwerdegegnerin abgeschlossenen Tarifverträge mit anderen Versi-

cherern eine solche Aufteilung vorsehen würden. Es erscheine zudem 

sinnvoll, dass bis zur Einführung der neuen Tarifstruktur TARPSY am 1. 

Januar 2015 die bestehende Tarifstruktur beibehalten werde. Es wäre öko-

nomisch unsinnig, für die kurze Zwischenzeit eine kostenintensive Umstel-

lung der Tarifstruktur vorzunehmen. 

16.2 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, die Beibehaltung der 

bestehenden Tarifstruktur bedinge, dass die Beschwerdegegnerin die Pfle-

getage pro Aufenthaltskategorie ausweise, so dass die Tarife korrekt ge-

wichtet werden könnten. Die Beschwerdegegnerin könne oder wolle indes-

sen die Pflegetage nicht korrekt ausweisen. Sollte sie dazu tatsächlich 

nicht in der Lage sein, sei von einer Aufteilung des Tarifs nach Aufenthalts-

dauer abzusehen, um eine allfällige Überentschädigung zu vermeiden. Die 

Beschwerdegegnerin könne nicht beweisen, dass das Verhältnis der bei-

den Aufenthaltskategorien «1.–60. Tag» und «ab 61. Tag» tatsächlich dem 

Verhältnis 60 % zu 40 % entspreche. Anhand konkreter Rechenbeispiele 

werde ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin überentschädigt würde, 

falls das Verhältnis der Aufenthaltstage ein anderes sei. Diese Befürchtung 

werde zusätzlich durch den Jahresbericht 2010 der Beschwerdegegnerin 

gestützt, in welchem zu lesen sei, dass die durchschnittliche Aufenthalts-

dauer 39.1 Tage betrage. Gemäss Bundesamt für Statistik habe die durch-

schnittliche Aufenthaltsdauer im Jahr 2010 40.9 Tage betragen. Vor diesem 

Hintergrund scheine es unwahrscheinlich, dass 40 % der Patienten länger 

als 60 Tage in der Klinik der Beschwerdegegnerin bleiben würden, zumal 

ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer knapp zwei Tage tiefer sei als der 

Schweizer Durchschnitt. Aus diesen Gründen dürfe der Tarif nicht gemäss 

Aufenthaltskategorie festgelegt werden, sondern es sei je ein Tarif für die 

Erwachsenenpsychiatrie einerseits sowie für die Kinder- und Jugendpsy-

chiatrie andererseits festzulegen.  

C-3133/2013 

Seite 39 

16.3 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass sich die Parteien im Rah-

men der Tarifverhandlungen einig gewesen seien, dass die bestehende, 

seit Jahrzenten angewendete Tarifstruktur bis zur Einführung der auf den 

1. Januar 2015 geplanten und völlig neuen Tarifstruktur TARPSY beibehal-

ten werden solle. Bis heute würden die Leistungen der Beschwerdegegne-

rin nach einem Mischtarif abgerechnet. Eine Differenzierung nach der Auf-

enthaltsdauer sei sachlich begründet und notwendig. Die Betreuung der 

Patientinnen und Patienten in den ersten 60 Tagen einer stationären Be-

handlung erfordere erheblich mehr pflegerisch und therapeutisch unterstüt-

zende Ressourcen als in der darauffolgenden Zeit. Der Budgetierung liege 

das Verhältnis 55 % für Pflegetage in der pflegeintensiven Phase zu 45 % 

ab dem 61. Tag zu Grunde. Im Festsetzungsentscheid gehe die Vorinstanz 

im Übrigen zu Lasten der Beschwerdegegnerin von einem Verhältnis von 

60 % Hochtaxe zu 40 % Niedertaxe aus. 

16.4 Das BAG vertritt den Standpunkt, dass eine Übergangslösung unum-

gänglich sei, da die vom Gesetz geforderte einheitliche Tarifstruktur im Be-

reich der Psychiatrie noch nicht entwickelt und vereinbart sei. Die Auftei-

lung des Tarifs auf Tagespauschalen nach Aufenthaltsdauer setze aber 

mindestens voraus, dass die bei der Berechnung geltenden Pflegetage der 

einzelnen Kategorie transparent ausgewiesen seien, um eine Über- oder 

Unterentschädigung zu vermeiden. Dass die anderen Einkaufsgemein-

schaften den Gewichtungsschlüssel im Rahmen der Tarifverhandlungen 

akzeptiert hätten, gelte nicht als Kostenausweis.  

16.5 Wie bereits erwähnt wurde, räumt das Bundesverwaltungsgericht der 

Vorinstanz im Rahmen der Tariffestsetzung grundsätzlich ein erhebliches 

Ermessen ein (siehe E. 4.4). So verfügt die Vorinstanz auch in Bezug auf 

die verschiedenen Tarifgestaltungsmöglichkeiten über einen grossen 

Spielraum, soweit die Zielsetzung einer qualitativ hochstehenden und 

zweckmässigen gesundheitlichen Versorgung zu möglichst günstigen Kos-

ten gewahrt bleibt. Sind Verhandlungen gescheitert, kann die Vorinstanz 

auch ein neues Tarifmodell einführen, ohne dass sie dafür der Zustimmung 

der Krankenversicherer bedarf (vgl. BVGE 2012/18 E. 21.4). 

16.6 Die Differenzierung der Tagespauschale nach der Aufenthaltsdauer 

ist im Grundsatz nicht zu beanstanden und erscheint sachlich begründet. 

Es erscheint plausibel, dass im Rahmen einer psychiatrischen stationären 

Behandlung der erforderliche pflegerische und therapeutische Aufwand mit 

der Zeit abnimmt und somit in einer Anfangsphase einer Behandlung hö-

here Kosten anfallen (vgl. unveröffentlichter Entscheid des Bundesrats 

C-3133/2013 

Seite 40 

vom 14. April 1999 E. 11.1; vgl. zur Zulässigkeit der Unterscheidung von 

Kostenpauschalen nach der Intensität der Behandlung auch RKUV 1997, 

S. 375 ff.). Im vorliegenden Fall ist die von den Beschwerdeführerinnen 

vorgebrachte Kritik jedoch berechtigt, weil sich die Annahme der Vo-

rinstanz, dass 60 % der Pflegetage in der Aufenthaltskategorie «1.–

60 Tag» und 40 % der Pflegetage in der Aufenthaltskategorie «ab 61. Tag» 

anfallen, nicht auf aktenkundige Daten abstützt. Eine derartige Tarifdiffe-

renzierung ist für jede Aufenthaltskategorie durch eine eigene Kostenaus-

scheidung und Taxberechnung zu begründen (vgl. unveröffentlichter Ent-

scheid des Bundesrats vom 14. April 1999 E. 11.1). Hier liegt jedoch weder 

die effektive Anzahl der Pflegetage nach Aufenthaltskategorie noch ein 

nach Aufenthaltsdauer getrennter Kostenausweis vor. Aus diesem Grund 

kann eine Überentschädigung der Beschwerdegegnerin nicht ausge-

schlossen werden, und die vorgenommene Tarifdifferenzierung erweist 

sich als nicht rechtskonform. Nicht entscheidend kann sein, dass sich die 

Beschwerdegegnerin mit anderen Krankenversicherern auf dieses Ta-

rifsystem einigen konnte und ihren Angaben zufolge die Beschwerdeführe-

rinnen im Rahmen der Tarifverhandlungen ebenfalls damit einverstanden 

gewesen seien. Da die Beschwerdegegnerin die entsprechenden Daten 

nicht eingereicht hat, hätte die Vorinstanz diese verlangen müssen (BVGE 

2014/3 E. 3.6.3), bevor sie eine Tarifdifferenzierung nach Aufenthaltsdauer 

festlegt. Es ist jedoch nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz die entspre-

chenden Daten bei der Beschwerdegegnerin eingefordert hat, weshalb 

sich der massgebende Sachverhalt für die Vornahme einer Tarifdifferenzie-

rung als ungenügend abgeklärt erweist. Sollten die massgebenden Daten 

nicht erhältlich gemacht werden können, wäre auf eine Differenzierung der 

Tagespauschale nach Aufenthaltsdauer zu verzichten.  

16.7 Die Vorinstanz hat entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerinnen 

keine separaten Tarife für die Erwachsenenpsychiatrie sowie die Kinder- 

und Jugendpsychiatrie festgesetzt. Da die Beschwerdeführerinnen ihren 

Antrag aber nicht begründen und nicht aufzeigen, weshalb im Bereich der 

Psychiatrie aus sachlichen Gründen ein differenzierter Tarif festzulegen ist, 

ist diese Rüge vorliegend nicht weiter zu prüfen.  

17.  

Weiter ist zu prüfen, ob der Verzicht der Vorinstanz auf Durchführung eines 

Vergleichs mit anderen Kliniken vor dem Gebot der Wirtschaftlichkeit 

standhält.  

C-3133/2013 

Seite 41 

17.1 Die Vorinstanz begründet im angefochtenen Beschluss den Verzicht 

auf die Durchführung eines Vergleichs mit anderen Kliniken damit, dass in 

einem Kanton wie Basel-Landschaft, welcher nur über relativ wenige Spi-

täler mit teilweise stark voneinander abweichenden Leistungsspektren ver-

füge, Vergleichsspitäler grundsätzlich nur schwer zu finden seien. Im vor-

liegenden Fall sei dies gänzlich unmöglich, da ausser der Beschwerdegeg-

nerin keine psychiatrische Klinik mit umfassendem Leistungsa