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**Case Identifier:** 10d54d0c-aa73-5241-8eaa-a72472839494
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.11.2022 200 2022 525
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-525_2022-11-14.pdf

## Full Text

200 22 525 IV
MAK/SVE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. November 2022

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. August 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Juni 2021 unter Hinweis auf Depressionen, psychische 
Leiden und Suizidgedanken bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle des Kantons Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB tätigte in 
der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen und veranlasste eine 
psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie (Expertise vom 3. Februar 2022 [AB 53.1]). 
Mit Vorbescheid vom 1. Juni 2022 (AB 58) stellte sie der Versicherten in 
Aussicht, einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 38 % zu 
verneinen. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 61) verfügte sie am 
4. August 2022 dem Vorbescheid entsprechend (AB 65).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 8. September 2022 Beschwerde mit folgen-
den Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 4. August 2022 sei aufzuheben und 
der Beschwerdeführerin sei ab Dezember 2021 eine halbe Rente, eventualiter ei-
ne Viertelsrente, auszurichten.

2. Der Beschwerdeführerin sei für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht das 
Recht der unentgeltlichen Rechtspflege und der unentgeltlichen Rechtsvertretung 
zu gewähren.

3. Der Beschwerdeführerin sei der unterzeichnende Anwalt beizuordnen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 28. Sep-
tember 2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 4. August 2022 
(AB 65). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 

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in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 
364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene Verfügung 
datiert vom 4. August 2022 (AB 65), womit sie nach dem Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der frühestmögli-
che Zeitpunkt der potentiellen Entstehung eines Rentenanspruchs mit Blick 
auf die im Juni 2021 erfolgte Anmeldung (AB 1) vor dem 1. Januar 2022 
(vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb die diesbezüglichen Bestimmungen des 
IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen 
Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 9101 des Kreisschreibens 
über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeu-
tung von Verwaltungsweisungen vgl. (BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 
224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

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anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110).

2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.3.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. 

2.3.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-

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dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.6 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 
181 E. 2.3). 

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3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten das Folgende ent-
nehmen:

3.1.1 Die Hausärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, hielt im Bericht vom 21. Juni 2021 (AB 10) fest, die Be-
schwerdeführerin sei seit zehn Jahren arbeitslos und habe trotz Bemühun-
gen keine Stelle mehr gefunden. Inzwischen sei bei einer gewissen ge-
hemmten und ängstlichen Persönlichkeit eine Hemmschwelle für weitere 
Vorstellungsgespräche vorhanden (S. 2 Ziff. 2.1). Die Beschwerdeführerin 
leide an Schlafstörungen und Depressionen (Ziff. 2.2). Sie komme selten, 
wirke dann eher gestresst, überfordert und hoffnungslos (S. 3 Ziff. 2.4).

3.1.2 Dr. med. C.________ führte im psychiatrischen Gutachten vom 
3. Februar 2022 (AB 53.1) folgende Diagnosen auf (S. 23 Ziff. 6.3.1):

• Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10 F13.2);

• Dysthymie (ICD-10 F34.1);

• Phobisches Erleben (klaustrophobische und soziophobische Elemente; ICD-10 
F40.2);

• Neurasthenie (ICD-10 F48.0);

• Dysfunktionale Störungsverarbeitung (ICD-10 F54);

• Auffällige Persönlichkeitszüge, ängstlich vermeidender und abhängig astheni-
scher Art (ICD-10 Z73).

Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass es 2011 zur Kündigung des Ar-
beitsverhältnisses der Beschwerdeführerin gekommen sei, da sie sich sehr 
unter Druck gefühlt habe, sie habe Probleme in engen Räumen mit andere 
Personen gehabt. Sie sei dann in ein Loch gefallen, habe keinen Sport 
mehr gemacht, sei beim Sozialdienst hängengeblieben und habe inzwi-
schen nur noch Kontakt mit ihren Eltern (S. 18 Ziff. 6.1).

In Bezug auf die Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10 F13.2) führte der 
Gutachter aus, die Beschwerdeführerin habe bereits von ihrer Mutter Som-
nium bekommen. Seit etwa zehn Jahren habe sie es sich von ihren 
Hausärzten rezeptieren lassen. Inzwischen nehme sie drei Tabletten, was 
einer Low-Dose-Abhängigkeit von Lorazepam entspreche. Abhängigkeit 
bestehe insofern, als es ihr nicht möglich scheine, ohne diese zurecht zu 

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kommen. Darüber hinaus bestünden ein starker Wunsch, die Substanz 
einzunehmen, und in der Längsachse auch Schwierigkeiten, den Konsum 
zu kontrollieren. Bei einem Absetzen sei ein körperliches Entzugssyndrom 
nicht auszuschliessen. Hinsichtlich der Dysthymia (ICD-10 F34.1) ist dem 
Gutachten zu entnehmen, die Beschwerdeführerin sei streckenweise ver-
zweifelt und sehe keine Perspektiven, sie könne aber keine Phasen be-
schreiben, die zu Ausmass und Verlauf einer Major Depression passten 
oder gar zu einer rezidivierenden depressiven Störung. Es bestehe eher 
das Bild einer chronischen, jahrelang andauernden Verstimmung, die we-
der schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug sei, um 
die Kriterien einer schweren oder mittelgradigen rezidivierenden depressi-
ven Störung zu erfüllen, so dass am ehesten von einer Dysthymia (ICD-10 
F34.1) auszugehen sei. Ferner beklage die Beschwerdeführerin Symptome 
einer phobischen Störung, insbesondere könne sie nicht in geschlossenen 
Räumen arbeiten, aber auch nicht, wo viele andere Leute seien. Dies führe 
zu Unwohlsein, zu Befürchtungen und zu Ängsten, weshalb sie solche Si-
tuationen vermeide, und diese nur mit Furcht ertragen könne. Sie beklage 
Zittern, aber auch Herzklopfen in solchen Situationen und die Sorge, dass 
so etwas eintreten könne, erzeuge bei ihr schon vorher Angst (Erwartungs-
angst). Im Vordergrund stünden daher soziophobische und klaustrophobi-
sche Ängste (ICD-10 F40.2). 

Im Weiteren beklage die Beschwerdeführerin neurasthenische Beschwer-
den, insbesondere Müdigkeit nach Anstrengung verbunden mit abnehmen-
der Arbeitsleistung oder Effektivität bei der Bewältigung täglicher Aufgaben. 
Sie beklage ineffektives Denken und Konzentrationsschwäche, gestörten 
Schlaf, körperliche Symptome wie Schwindel, Spannungskopfschmerz und 
allgemeine Unsicherheit träten auf, geistiges und körperliches Wohlbefin-
den nähmen ab, das Erleben von Freudlosigkeit, Depressivität und Angst 
kämen hinzu. Dieser Komplex sei als Neurasthenie (ICD-10 F48.0) zu co-
dieren. Weiter ergäben sich Zeichen der Selbstlimitierung. Von daher ergä-
ben sich Diskrepanzen zwischen Befund und beklagter Symptomatik. Das 
Nichtaufsuchen professioneller Hilfe könne als Malkooperation verstanden 
werden. Eine final ausgerichtete Entschädigungshaltung werde klar formu-
liert. Nach über zehn Jahren Sozialdienstabhängigkeit ergäben sich klare 
Hinweise auf ausgeprägte Dekonditionierung und Schonverhalten. Darüber 

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hinaus sei eine subjektive Leistungsinsuffizienz erkennbar: Die Beschwer-
deführerin kapituliere schnell vor Anforderungen und bringe sich damit um 
jegliches Erfolgserlebnis, damit sei eine negative Selbstprognose verbun-
den. Dass sie sich nicht aufraffen könne, werde unter Umständen durch 
Restbeschwerden und eine psychische Dekonditionierung zusätzlich ver-
stärkt (ICD-10 F54). Zudem seien ängstlich vermeidende, abhängig asthe-
nische Persönlichkeitszüge festzustellen (Anspannung, Besorgtheit, Unsi-
cherheit, Minderwertigkeit, Sehnsucht nach Zuneigung und Akzeptiertwer-
den, Überempfindlichkeit bei Zurückweisung, Trennungsangst, Gefühle von 
Hilflosigkeit und Inkompetenz, Neigung, sich den Wünschen anderer unter-
zuordnen bis hin zum Versagen gegenüber den Anforderungen des tägli-
chen Lebens, Kraftlosigkeit im intellektuellen und emotionalen Bereich, 
Tendenz, die Verantwortung auf andere zuzuschieben; ICD-10 Z73; 
S. 20 ff. Ziff. 6.3.1). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei die Beschwerde-
führerin 50 % arbeitsfähig (S. 31 Ziff. 8.2.1.3). 

In einer angepassten Tätigkeit (keine Arbeiten mit andauernd hoher Kon-
zentrationsanforderung, Merkmale leichter industrieller Produktion, niedrige 
Anforderung an die Teamfähigkeit und Stresstoleranz, keine Tätigkeiten, 
die besondere Schnelligkeit, besondere Ausdauer, ständige Anpassung 
oder eine grosse Selbständigkeit erfordern, wenig Tätigkeiten mit Kunden-
kontakt und Publikumsverkehr, strukturierte Tätigkeiten mit begrenzter Ver-
antwortung, keine Schichtarbeit) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 75 % 
(S. 32 Ziff. 8.3.2). Die therapeutischen Optionen seien nicht ausgeschöpft. 
Erforderlich sei ein Benzodiazepinentzug, wobei sich ein stationärer Entzug 
empfehle (S. 33 Ziff. 8.4.1). Bei konsequenter und motivierter Nutzung der 
zur Verfügung stehenden therapeutischen Optionen könnte durchaus im 
angestammten Bereich eine 80%ige Arbeitsfähigkeit und im angepassten 
Bereich eine vollständige Arbeitsfähigkeit erreicht werden (S. 33 f. 
Ziff. 8.4.3).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

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widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ vom 
3. Februar 2022 (AB 53.1) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung 
an Expertisen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt grundsätzlich vollen Beweis. 
Die befundmässige und diagnostische Einschätzung ist nachvollziehbar 
und schlüssig begründet. Demnach bestehen eine Benzodiazepinabhän-
gigkeit, eine Dysthymie, phobisches Erleben (mit klaustrophobischen und 
soziophobischen Elementen), eine Neurasthenie, eine dysfunktionale 
Störungsverarbeitung sowie auffällige Persönlichkeitszüge, ängstlich ver-
meidender und abhängig asthenischer Art, welche jedoch als Z-Diagnose 
klassifizierte Störung nicht unter den Begriff der invalidenversicherungs-
rechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung fallen (Entscheid des 

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Bundesgerichts [BGer] vom 1. Juni 2022, 8C_804/2021, E. 4.1.3). Weder 
liegen medizinische Berichte im Recht, welche sich zu den entsprechenden 
Beurteilungen im Gutachten äussern oder diese gar in Zweifel ziehen noch 
beanstandet die Beschwerdeführerin die befundmässigen und diagnosti-
schen Einschätzungen im Gutachten. Vielmehr ist die gutachterliche Ein-
schätzung zwischen den Parteien unbestritten (Beschwerde S. 3 Rz. 9 ff.; 
Beschwerdeantwort S. 2 lit. C Ziff. 5). Gemäss der gutachterlichen Ein-
schätzung besteht in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 
50 % (AB 53.1 S. 31 Ziff. 8.2.1.3) und in einer angepassten Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 75 % (S. 32 Ziff. 8.3.2).

4.

4.1 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung kann grundsätzlich nur 
eine schwere psychische Störung invalidisierend im Rechtssinne sein. Be-
steht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbe-
sondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage ge-
stellt. Diesfalls müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf 
eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden kann (BGE 141 V 
281 E. 4.3.2.1 S. 299; 143 V 418 E. 5.2.2 S. 425, 148 V 49 E. 6.2.2 S. 55). 
Der bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte Gesundheitsschaden stellt 
keine schwere psychische Störung dar, stellte doch der Gutachter über-
zeugend keine schwer ausgeprägte Störung fest (AB 53.1 S. 23 Ziff. 6.3.2). 
Gewichtige Gründe, welche gleichwohl auf einen invalidisierenden Charak-
ter der Erkrankung schliessen liessen, sind vorliegend keine ersichtlich. In 
der Folge besteht mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens 
kein Rentenanspruch.

4.2 Der fehlende invalidisierende Charakter des psychischen Gesund-
heitsschadens der Beschwerdeführerin zeigt sich denn auch bei der – hier 
im Grunde gar nicht nötigen (vgl. E. 4.1 hiervor) – Durchführung des struk-
turierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. dazu E. 2.3.1 ff. hier-
vor), im Rahmen welcher zu prüfen ist, ob der gutachterlich attestierten 
Arbeitsunfähigkeit auch aus rechtlicher Sicht gefolgt werden kann, wobei 
die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 

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143 V 409 E. 4.5.2 S. 416). Denn rechtsprechungsgemäss liegt es nicht 
allein in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) 
befassten Arztpersonen, abschliessend und für die rechtsanwendende 
Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch 
festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Ar-
beitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE 140 V 193 
E. 3.1 S. 194). Die Frage, ob und in welchem Umfang die Feststellungen in 
einem medizinischen Gutachten anhand der rechtserheblichen Indikatoren 
auf die Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, ist rechtlicher Natur und damit 
frei überprüfbar (BGE 141 V 281 E. 7 S. 308). Folglich kann aus rechtlicher 
Sicht von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit in einer 
Expertise abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert gänzlich 
einbüsste. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen Beurtei-
lung noch eine gerichtliche Kompetenzanmassung, sondern es ist notwen-
dige Folge des rein juristischen Charakters der sozialversicherungsrechtli-
chen Begriffe von Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit und Invalidität (Entscheid 
des BGer vom 21. April 2020, 8C_147/2020, E. 5.2 mit Hinweisen). Im 
Rahmen dieser Indikatorenprüfung darf keine von der ärztlichen Einschät-
zung losgelöste Parallelüberprüfung „nach besserem juristischen Wissen 
und Gewissen“ stattfinden. Vielmehr ist im Rahmen der Beweiswürdigung 
zu fragen, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch im Lichte der 
normativen Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 145 V 361 
E. 3.2.2 S. 364). Von einer lege artis – das heisst normorientierten, nach 
Massgabe von BGE 141 V 281 – erfolgten medizinischen Schätzung ist 
allerdings aus triftigen Gründen abzuweichen. Solche liegen vor, wenn die 
medizinisch-psychiatrische Annahme einer Arbeitsunfähigkeit unter dem 
entscheidenden Gesichtswinkel von Konsistenz und materieller Beweislast 
der versicherten, rentenansprechenden Person zu wenig gesichert ist und 
insofern nicht überzeugt (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367 f.).

4.3 Vorliegend äusserte sich der Gutachter zu den Standardindikatoren 
(vgl. AB 53.1 S. 30 Ziff. 8.1.2) Zu prüfen ist, ob triftige Gründe vorliegen, 
von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 13

Was die Prüfung der ersten Ebene betrifft (vgl. E. 2.3.1 f. hiervor), sind die 
klassifikatorischen Vorgaben eingehalten (vgl. AB 53.1 S. 20 ff. Ziff. 6.3.1). 
Sodann verneinte der psychiatrische Sachverständige – wenngleich er auf 
Diskrepanzen zwischen den subjektiven Angaben und den Untersuchungs-
ergebnissen hinwies (S. 19 Ziff. 6.2) – eine Aggravation oder gar Simulati-
on (vgl. S. 19 f. Ziff. 6.3.1). Demnach ist auf der ersten Ebene ein invalidi-
sierender Gesundheitsschaden grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Nach-
folgend ist daher auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren 
eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren 
Leistungsvermögens vorzunehmen (vgl. E. 2.3.3 hiervor).

4.4 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.4.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sym-
ptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgeschehens an-
hand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätiologie und 
Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 ff.). 
Gemäss Dr. med. C.________ liegen mehrere, eher geringfügigere Be-
schwerden vor (AB 53.1 S. 23 Ziff. 6.3.2.1). Der psychiatrische Untersu-
chungsbefund nach AMDP wie auch auf der Persönlichkeitsebene präsen-
tierte sich unauffällig (vgl. S. 14 ff. Ziff. 4.3.2). Nach der Hamilton Depressi-
onsskala ergaben sich acht Punkte, was gemäss gutachterlicher Einschät-
zung dem klinischen Eindruck des Nichtvorliegens eines relevanten de-
pressiven Syndroms entspreche (S. 17 Ziff. 4.3.3.2). Gemäss Mini-ICF-App 
bestehen in gewissen Bereichen leichte bis mittelgradige Einschränkungen 
(S. 26 f. Ziff. 7.2.1). Der Leidensdruck rührt gemäss eigenen Angaben der 
Beschwerdeführerin denn auch nicht primär aus der gesundheitlichen Si-
tuation, sondern bezieht sich auf die Abhängigkeit vom Sozialdienst und die 
Arbeitslosigkeit (S. 11 Ziff. 3.2.2.1; vgl. auch AB 17, 19). Hinzu kommt die 
langjährige Dekonditionierung aufgrund der Arbeitslosigkeit, welche jedoch 
keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden darstellt. Dasselbe gilt für 
eine ausgeprägte, verfestigte, subjektive Krankheitsüberzeugung und dys-
funktionales Verhalten (Entscheid des BGer vom 8. März 2021, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 14

9C_755/2020, E. 5.1). Die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
kann mithin nicht als schwer bezeichnet werden.

Sodann ist auf Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz als 
wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad einzugehen (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Diesbezüglich ist dem Gutachten zu ent-
nehmen, es fehlten angemessene Therapiemassnahmen und letztlich auch 
Eigenaktivitäten zur Linderung der Beschwerden (AB 53.1 S. 19 Ziff. 6.2). 
Die nicht vorhandene Teilnahme an rehabilitativen Massnahmen, kein Kon-
takt zu Selbsthilfegruppen und die Nichtinanspruchnahme therapeutischer 
Optionen seien bedauerlich (S. 23 Ziff. 6.3.2.1). Die Kooperation der Be-
schwerdeführerin auf psychiatrischem Gebiet sei als unzureichend zu be-
zeichnen (S. 25 Ziff. 7.1.1). So lehne sie psychotherapeutische bzw. psych-
iatrische Massnahmen bisher ab, da es ihr nichts nütze und ihr damit nicht 
geholfen werde. Ihr gehe es nur besser, wenn sie vom Sozialdienst weg-
komme und es ihr finanziell wieder besser gehe (AB 19; vgl. auch AB 17). 
Gemäss Dr. med. C.________ erscheint es jedoch als realistisch, den 
Krankheitsverlauf mit einer lege artis durchgeführten Therapie positiv be-
einflussen zu können, auch in einem Ausmass, das die Arbeitsfähigkeit 
verbessern lasse (AB 53.1 S. 26 Ziff. 7.1.3.1; vgl. hierzu auch S. 33 f. 
8.4.3). Erforderlich sei ein stationärer Benzodiazepinentzug, bei dem die 
Beschwerdeführerin auch wieder mit normalen Abläufen und anderen Men-
schen vermehrt in Kontakt komme (S. 33 Ziff. 8.4.1). Mithin liegt offenkun-
dig keine ausgewiesene Behandlungsresistenz vor. 

Was den Indikator Komorbiditäten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.) 
anbelangt, stellte der Gutachter fest, es seien mehrere, allgemein als leicht 
geltende Behinderungen erkennbar, die sich in ihrer Kombination und An-
zahl tatsächlich sehr ungünstig auf die Belastbarkeit auswirkten. Es liege 
eine bedeutsame Komorbidität vor, weil den Störungen unabhängig von 
den einzelnen diagnostischen Besonderheiten gesamthaft ressourcen-
hemmende Wirkung beizumessen sei (AB 53.1 S. 29 Ziff. 7.2.3). Das ist 
angesichts der erhobenen Befunde und der gestellten Diagnosen offen-
sichtlich nicht im Umfang der attestierten Arbeitsunfähigkeit überzeugend.

4.4.2 Betreffend den Komplex der Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) bestehen gemäss Gutachten ängstlich vermeidende, abhängig as-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 15

thenische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73; AB 53.1 S. 23 Ziff. 6.3.1). Die-
se als Z-Diagnose klassifizierte Störung fällt jedoch – wie bereits erwähnt – 
nicht unter den Begriff der invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Ge-
sundheitsbeeinträchtigung (vgl. E. 3.3 hiervor). Die Beschwerdeführerin 
verfügt über wenig persönliche Ressourcen. So erscheine gemäss 
Dr. med. C.________ auch die Selbstwirksamkeitserwartung als reduziert 
(S. 29 Ziff. 7.2.5). Eine vollständige Arbeitsfähigkeit wird durch dieses Krite-
rium allein jedoch nicht ausgeschlossen.

4.4.3 Zum Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
hielt der Gutachter fest, es bestehe ein ausgeprägter sozialer Rückzug, 
letztlich verblieben nur die Eltern, von denen die Beschwerdeführerin be-
ziehungsmässig und finanziell abhängig sei (AB 53.1 S. 19 Ziff. 6.2). 
Gemäss eigenen Angaben hat sie zudem gelegentlich Kontakt mit ihrem 
ehemaligen Nachbarn (S. 10 Ziff. 3.2.1.3). Damit hält das soziale Umfeld 
lediglich geringe Ressourcen bereit. 

4.5 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303).

4.5.1 Betreffend den Indikator der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 
281 E. 4.4.1 S. 303 f.) führte Dr. med. C.________ aus, die Beschwerde-
führerin sei nicht verwahrlost und versuche ihren Tag zu strukturieren. Ihre 
sozialen Kontakte seien jedoch massiv reduziert. Die Einschränkungen in 
Erwerb und Beruf seien ebenso reduziert und ähnlich ausgeprägt wie in 
den sonstigen Lebensbereichen. Das gegenwärtige Aktivitätsniveau er-
scheine im Vergleich zum Niveau (sozialer) Aktivitäten zuvor verändert. 
Eine unmittelbare Kausalität mit angenommener Krankheit sei hier jedoch 
nicht zwingend vorgegeben, da bei Entwicklungen dieser Art auch weitere 
Faktoren eine Rolle spielen könnten (Dekonditionierung, Rollenverlust, 
Non-Partizipation, nicht Vorhandensein arbeitsunabhängiger Selbstwert-
quellen, Fehlen von Hobbys und Tagesstruktur; AB 53.1 S. 25 Ziff. 6.3.2.4). 

4.5.2 Schliesslich ist ein behandlungs- und eingliederungsanamnestischer 
Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) nicht ausgewiesen, 
spricht doch der Umstand, wonach die Beschwerdeführerin überhaupt kei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 16

ne therapeutischen Massnahmen in Anspruch nimmt (vgl. AB 53.1 S. 13 
Ziff. 3.2.10), gegen einen solchen. Mithin ist auch keine Behandlungsresis-
tenz ausgewiesen. Gestützt auf das Gutachten sprechen denn auch keine 
medizinischen Gründe gegen die Zumutbarkeit therapeutischer Massnah-
men (S. 34 Ziff. 8.4.4). Zudem liege keine krankheitsbedingte Unfähigkeit 
zur Therapieadhärenz vor (Ziff. 8.4.5).

4.6 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigun-
gen anhand der Standardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich 
erstellt (vgl. E. 2.3.3 hiervor). Es fehlt insbesondere auch unter Einbezug 
der psychosozialen Problematik (vgl. hierzu auch BGE 127 V 294 E. 5a S. 
299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2) an einem stimmigen Gesamtbild für 
die Annahme einer rechtlich relevanten psychischen Funktionseinbusse 
(vgl. hierzu BGE 145 V 361 E. 4.4 S. 369), weshalb das Vorliegen eines 
invalidenversicherungsrechtlich relevanten psychischen Gesundheitsscha-
dens auch insoweit (vgl. E. 4.1 hiervor) nicht hinreichend plausibilisiert ist. 

4.7 Mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens hat die Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Unter diesen 
Umständen erübrigen sich Ausführungen zum Einkommensvergleich im 
Rahmen der Invaliditätsbemessung (vgl. E. 2.5 hiervor; Beschwerde S. 4 ff. 
Rz. 12 ff.).

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 4. August 
2022 (AB 65) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 17

begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist ausgewiesen (Akten der Be-
schwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 3 ff.), das Verfahren kann nicht 
als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit 
einer Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Demnach ist das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ 
als amtlicher Anwalt gutzuheissen. 

6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht be-
freit.

6.3 Entsprechend dem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

6.4 Festzusetzten bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwalt 
B.________.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 18

gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 10. Oktober 2022 macht Rechtsanwalt B.________ 
einen Zeitaufwand von 11 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 3'080.-- 
(11 Stunden à Fr. 280.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 107.80 sowie die 
Mehrwertsteuer von Fr. 245.45 (7.7 % von Fr. 3'187.80), insgesamt somit 
Fr. 3'433.25 geltend, was nicht zu beanstanden ist. Der tarifmässige 
Parteikostenersatz wird für das vorliegende Verfahren somit auf 
Fr. 3'433.25 festgesetzt. Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar 
von Fr. 2'200.-- (11 Stunden à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 107.80 und Mehrwertsteuer von Fr. 177.70 (7.7 % von Fr. 2'307.80), 
total somit eine Entschädigung von Fr. 2'485.50 auszurichten. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem 
Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2022, IV/22/525, Seite 19

zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'433.25 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'485.50 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.