# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9871777e-6ca6-57b1-8ffc-f4496f3e93cf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.04.2022 200 2021 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-87_2022-04-04.pdf

## Full Text

200 21 87 IV
WIS/IMD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. April 2022

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Dezember 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Juni 2013 unter Hinweis auf Schulter- und Knieschmerzen 
bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, 
Antwortbeilage [AB] 2). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und sprach berufliche 
Eingliederungsmassnahmen zu (AB 27, 30, 70). Mit Verfügung vom 
21. Dezember 2017 (AB 149) verneinte sie einen Anspruch auf eine Invali-
denrente bei einem Invaliditätsgrad von 28 %. Die am 2. Februar 2018 da-
gegen erhobene Beschwerde (AB 150 S. 3 ff.) zog der Versicherte am 
13. April 2018 aufgrund nicht eingehaltener Rechtsmittelfrist zurück, wor-
aufhin das Verwaltungsgericht des Kantons Bern das Beschwerdeverfah-
ren mit Urteil vom 16. April 2018, IV 2018/107, abschrieb (AB 155).

Am 24. April 2019 (AB 168) ersuchte der Versicherte erneut um Zusprache 
von IV-Leistungen, wobei er angab, neu unter Beschwerden im linken 
Sprunggelenk zu leiden. Die IVB klärte den Sachverhalt in medizinischer 
und erwerblicher Hinsicht ab. Mit Vorbescheid vom 30. Juli 2020 (AB 212) 
stellte sie bei einem Invaliditätsgrad von 100 % bzw. 66 % die Zusprache 
einer ganzen Rente ab 1. Oktober 2019 bzw. einer Dreiviertelsrente ab 
1. Februar 2020 sowie deren Aufhebung per 31. März 2020 (bei einem In-
validitätsgrad von 28 %) in Aussicht. Nach dagegen vorgebrachten Ein-
wänden (AB 226 ff.) verfügte die IVB am 21. Dezember 2020 (AB 227) wie 
angekündigt.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 28. Januar 2021 Beschwerde mit den fol-
genden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 21.12.2020 sei auf-
zuheben.

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2. Es sei die Sache zu weiteren Abklärungen, insbesondere zur Ein-
holung eines neuen umfassenden Gutachtens, an die Vorinstanz 
zurückzuweisen und es sei anschliessend über die Zusprechung 
einer IV-Rente zu bestimmen.

3. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu be-
willigen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Januar 2021 forderte die Instrukti-
onsrichterin den Beschwerdeführer zur Ergänzung seines Gesuchs um 
unentgeltliche Rechtspflege auf. Er kam dieser Aufforderung mit Eingabe 
vom 18. Februar 2021 nach.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1. März 
2021 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. Dezember 2020 
(AB 227). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Rente der Invalidenversicherung.

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich 
ist der generelle Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Inva-
lidenversicherung zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

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2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). 

2.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

2.7

2.7.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

2.7.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 

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der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.7.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.7.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
vom 24. April 2019 (AB 168) eingetreten ist und den Rentenanspruch in der 
angefochtenen Verfügung vom 21. Dezember 2020 (AB 227) materiell ge-
prüft hat. Die Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu 
beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im mass-
gebenden Vergleichszeitraum zwischen der Verfügung vom 21. Dezember 
2017 (AB 149) und der Verfügung vom 21. Dezember 2020 (AB 227) eine 
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeig-
net ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen 
Weise zu beeinflussen.

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3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte die leistungsabweisende Verfü-
gung vom 21. Dezember 2017 (AB 149) auf das orthopädische Teilgutach-
ten der MEDAS vom 27. April 2017 (AB 124.1) und das psychiatrische 
Gutachten von Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 15. Oktober 2017 (AB 142.1).

Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, stellte im orthopädischen Teilgutachten 
vom 27. April 2017 die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit (AB 124.1 S. 13):

- Acromioclaviculargelenksarthrose sowie Omarthrose mit Labrumläsion 
und Impingement links bei Status nach Zystencurettage und autologer 
Spongiosaplastik 04/2013

- Acromioclaviculargelenksarthrose und Omarthrose rechts nach Gle-
noidrandrekonstruktion und kapsulo-labraler Reinsertion bei Instabilität 
02/1996 sowie offener kapsulo-labraler Reinsertion mit modifiziertem 
ventralem und kaudalem Kapselshift bei Rezidivinstabilität 01/2002

- Pseudolumboischialgie links bei leichter Facettengelenksarthrose L1 bis 
L4 mit Diskushernie L3/4 und Kontakt zur Nervenwurzel L4 links, 
beginnender Osteochondrose L4/5 mit Facettengelenksarthrosen und 
Diskushernie sowie Spondylolisthesis Grad I nach Meyerding L5 
gegenüber S1 bei Spondylolyse L5 rechts mit Osteochondrose und 
Spondylarthrose

- Pangonarthrose links bei Status nach medialer Teilmeniskektomie und 
vorderer Kreuzbandersatzplastik 08/1993, Rearthroskopie 12/2000, 
Rearthroskopie mit Entfernen freier Gelenkskörper, lateraler Teilmenis-
kektomie, Notch-Plastik und erneuter vorderer Kreuzbandersatzplastik 
10/2006

- Osteochondrale Läsion des Talus anteromedial und lateral sowie 
Knorpelglatze im posterioren subtalaren Gelenk am Talus rechts und 
Status nach lateraler OSG-Bandnaht 1991

- Osteochondrale Läsion am Talus lateral sowie Knorpeldefekt posterior 
subtalar am Talus links

In der Tätigkeit als …, welche körperlich mittelschwer sei, vorwiegend ste-
hend und gehend, mit häufig inklinierter und rotierter Körperhaltung, nicht 
selten mit Arbeiten über der Horizontalen sowie mit nicht seltenem Bestei-
gen von … ausgeübt werde, betrage die Arbeitsfähigkeit bei voller Stun-
denpräsenz 15 % (Arbeitsunfähigkeit von 85 %). Körperlich leichte Tätigkei-
ten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, 
ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen, ohne häu-
figes Gehen, insbesondere auf Treppen, Leitern und schrägen Ebenen, 
ohne Arbeiten über der Horizontalen und ohne kniende Positionen könnten 

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bei voller Stundenpräsenz zu 85 % (Arbeitsunfähigkeit 15 %) zugemutet 
werden (AB 124.1 S. 18 f. Ziff. 8.1 f.).

Dr. med. C.________ führte aus, es sei keine Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit zu stellen (AB 142.1 S. 27 ff., 42). Die Arbeitsfähigkeit 
in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit erscheine nicht 
dauerhaft eingeschränkt. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aufgrund 
rezidivierender depressiver Störung oder einer depressiven Episode wel-
chen Ausmasses auch immer hielten einer fachlichen Diskussion nicht 
stand. Damit solle nicht gesagt werden, dass es im Rahmen von chroni-
schem Schmerzerleben oder verzweifelten Situationen (Ablehnung von 
Anträgen, Enttäuschung vom Arbeitgeber, etc.) zu zeitlich begrenzten aber 
nicht unerheblichen Schwankungen gekommen sei. Diese seien jedoch 
nicht mit einer dauerhaften schwerwiegenden psychischen Erkrankung in 
Verbindung zu bringen (AB 142.1 S. 44 f.).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 21. Dezember 2017 (AB 149) ergibt sich aus den Akten 
im Wesentlichen das Folgende:

3.3.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 9. 
April 2019 (AB 171 S. 7 f.) eine aktivierte Arthrose im oberen und unteren 
Sprunggelenk links. Im MRI habe sich eine doch deutliche Ergussbildung, 
vor allem im oberen Sprunggelenk gezeigt, welche auch klinisch apparent 
sei. Auffällig sei auch ein diffuses Knochenmarködem im gesamten Talus. 
Eine operative Massnahme werde momentan noch nicht als notwendig 
angesehen. 

3.3.2 Dem Bericht von Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 3. Mai 
2019 (AB 171 S. 3 ff.) ist zu entnehmen, dass der Patient seit Jahren unter 
verschiedenen fluktuierenden Schmerzen leide. In letzter Zeit träten zu-
nehmende Schmerzen im Bereiche des linken Kniegelenkes auf. Diese 
würden höchstwahrscheinlich durch eine zunehmende Arthrose hervorge-
rufen.

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Am 5. Juli 2019 (AB 183.9) berichtete Dr. med. F.________ über eine am 
24. Juni 2019 erfolgte diagnostisch-therapeutische Arthroskopie mit latera-
ler Teilmeniskektomie und Débridement bei fortgeschrittener lateral beton-
ter Gonarthrose links. Intraoperativ habe sich ein fortgeschrittener Knorpel-
schaden mit völligem Verlust des Gelenkknorpels im lateralen Tibiofemo-
ralgelenk gezeigt. Erwartungsgemäss habe der Patient noch Schmerzen in 
diesem Bereich. Bei fortgeschrittener Knorpelschädigung im lateralen Fe-
morotibialgelenk empfehle sich bei Schmerzpersistenz bzw. Progredienz 
die Implantation einer bikondylären Oberflächenersatzprothese. Die kniebe-
lastende Tätigkeit im … sollte reduziert werden.

Im Bericht vom 20. August 2019 (AB 203 S. 13 f.) führte Dr. med. 
F.________ aus, der Patient berichte sechs Wochen nach der Kniearthro-
skopie, mit dem linken Knie bei konsequenter Entlastung wenig Beschwer-
den zu haben. Aktuell habe er mehr Beschwerden im rechten Knie. Dort sei 
ein deutlicher Kniegelenkserguss sicht- und tastbar. Es finde sich eine tan-
zende Patella.

3.3.3 Dem Operationsbericht vom 9. September 2019 (AB 203 S. 6 f.) 
sind die Diagnosen Synovitis, I-II° Chondromalacia patellae, degenerativer 
komplexer Riss im Aussenmeniskushinterhorn, IV° Knorpelschaden nach 
Outerbridge laterale Femurkondyle und Tibiaplateau, II° Knorpelschaden 
nach Outerbridge mediales Femurotibialgelenk im rechten Kniegelenk zu 
entnehmen. Es seien eine diagnostische Arthroskopie mit arthroskopischer 
Teilresektion des Aussenmeniskushinterhorns (ca. 30 %), eine milde Knor-
pelglättung der lateralen Femurkondyle und eine Spülung durchgeführt 
worden.

3.3.4 Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, diagnostizierte im Bericht vom 30. September 2019 (AB 197) eine 
depressive Störung im Rahmen einer zunehmenden somatischen Invali-
dität bei Status nach diversen Gelenksoperationen und chronischen lumba-
len Rückenschmerzen (ICD-10 F33.1). Sie hielt fest, der Patient habe sich 
im Zeitraum vom 12. April 2016 bis 27. Mai 2019 bei ihr in Behandlung be-
funden, mit Konsultationen ca. alle ein bis zwei Monate. Eine Arbeitsun-
fähigkeit habe sie bisher nicht attestiert, sie halte den Patienten jedoch 
nicht für arbeitsfähig auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Prognose einer Ar-

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beitsfähigkeit sei infaust, da mit keiner Verbesserung der körperlichen Si-
tuation gerechnet werden könne. Der psychische Zustand hänge eng damit 
zusammen. Der Patient komme nur sporadisch zur Behandlung und ver-
gesse oft die Termine. Sie habe ihn seit dem letzten Termin im Mai nicht 
mehr gesehen.

3.3.5 Im Bericht vom 1. November 2019 (AB 203 S. 4) führte Dr. med. 
F.________ aus, die Beschwerden seien seit der Operation vom 9. Sep-
tember 2019 besser geworden, sie seien jedoch nach wie vor existent. Die 
Schmerzlokalisation sei hier vorwiegend auf der Aussenseite des Gelenks. 
Intraoperativ habe sich dort eine fortgeschrittene 3-4°-Arthrose gezeigt. Bei 
Schmerzpersistenz bzw. -progredienz würde die Indikation zur lateralen 
unikondylären Oberflächenersatzprothese bestehen.

Im einem weiteren Bericht vom 7. Februar 2020 (AB 203 S. 1 ff.) hielt Dr. 
med. F.________ fest, in einer wechselnd belastenden, vorwiegend sitzen-
den Tätigkeit, ohne lang andauerndes Gehen und Stehen, ohne wiederhol-
tes Besteigen von Leitern und Treppen, ohne Zwangshaltungen oder in 
kniender Position und ohne Tragen von Gewichten über 10 kg sei prinzipiell 
eine ganztägige Arbeitsplatzpräsenz zumutbar.

3.3.6 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
erachtete im Bericht vom 28. April 2020 (AB 207) die aktuelle Arbeitssitua-
tion als … eines kleinen … für den Patienten als optimal. Dieser könne ab-
wechselnd stehen, sitzen, leichte Lasten tragen usw. und für schwere Las-
ten oder grössere körperliche Anstrengungen Mitarbeiter oder Familienmit-
glieder einsetzen. Auch psychisch tue ihm diese Arbeit gut, er habe eine 
Aufgabe, engagiere sich für sein Geschäft und könne soziale Kontakte 
pflegen. Die Ausrichtung einer halben Rente werde nach wie vor empfoh-
len.

3.3.7 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im 
Bericht vom 16. Juli 2020 (AB 211) eine AC-Gelenkarthrose beidseits, eine 
Omarthrose beidseits, degenerative Lendenwirbelsäulenveränderungen, 
eine lumbale Diskushernie, eine Spondylolisthesis L5/S1 Grad I, eine Go-
narthrose beidseits und eine Sprunggelenksarthrose beidseits. Der doku-

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mentierte Behandlungsverlauf sei nachvollziehbar. Inkonsistenzen fänden 
sich nicht. Die Einschätzungen der Behandler seien plausibel. Minderbe-
lastbar seien Schultergürtel, Wirbelsäule und die Beine. Ab dem 29. März 
2019 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, ab dem 24. Juni 2019 eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit und vom 7. Oktober 2019 bis zum 8. De-
zember 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % bestanden. Zumutbar seien 
körperlich leichte Tätigkeiten in wechselbelastender oder allenfalls vorwie-
gend sitzender Position mit einer Gewichtsbelastung von maximal 10 kg 
ganztags über 8.5 Stunden mit einer Leistungsminderung von 15 %. Zu 
vermeiden seien Zwangshaltungen, häufige inklinierte, reklinierte und ro-
tierte Körperhaltungen, das Heben von Lasten körperfern, repetitives He-
ben von Lasten über Brusthöhe, Überkopfarbeiten, vorwiegendes Stehen 
und Gehen, Arbeiten in gebückter Haltung, Hocken und Knien, Gehen auf 
unebenem Gelände, längeres Abwärtsgehen, Hinunterspringen, Steigen 
auf Leitern und Gerüste, häufiges Treppensteigen sowie Kälte-, Nässe- und 
Zugluftexposition. Dieses Zumutbarkeitsprofil entspreche den Einschätzun-
gen im Gutachten vom Mai (richtig: April) 2017 und gelte seither und bis auf 
Weiteres mit Ausnahme der Zeiträume mit attestierter Arbeitsunfähigkeit.

3.3.8 Im Bericht vom 25. September 2020 (AB 218 S. 2 f.) führte Dr. 
med. H.________ aus, die Schmerzen im rechten Knie seien unverändert, 
einzig blockiere das Knie nicht mehr. Von Dr. med. F.________ werde auf-
grund der ausgeprägten Kniearthrose eine Knie-Halbprothese als letzte 
Möglichkeit empfohlen. Dies sei aber im Alter des Patienten noch nicht zu 
empfehlen.

3.3.9 Am 6. Oktober 2020 unterzog sich der Beschwerdeführer einer 
ambulanten Leistenoperation (AB 220 S. 2, 222 S. 1), in deren Folge bis 
zum 18. Oktober 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und vom 
19. Oktober bis zum 30. November 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % 
attestiert wurde (AB 220 S. 1, 224 S. 3).

3.3.10 Dr. med. F.________ hielt im Bericht vom 30. November 2020 (AB 
225 S. 2 f.) fest, eine Arbeitstätigkeit, die mit Belastungen der unteren Ex-
tremität verbunden sei, sei nicht möglich. Insbesondere die Arbeit im … sei 
seines Erachtens nicht mehr zumutbar. Eine provisorische Zumutbarkeit 
bezüglich der Kniegelenke wäre eine wechselnd belastende Tätigkeit vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 13

zugsweise in sitzender Position mit hin und wieder kurzen Phasen im Ste-
hen und Gehen. Treppen auf- und absteigen, kniende Tätigkeiten und dau-
erhaftes Tragen von Lasten über 5 kg hingegen seien nicht mehr zumutbar. 
Mittel- bis langfristig gesehen würden höchstwahrscheinlich beide Kniege-
lenke endoprothetisch versorgt werden müssen. Die Zumutbarkeit für ganz-
tägige Tätigkeiten werde sich dadurch jedoch nicht wesentlich verändern.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; Entscheid des Bundes-
gerichts vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3). Die Tatsache allein, 
dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungs-
träger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befan-
genheit schliessen. Gleiches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 14

einer Versicherung wiederholt für die Erstellung von Gutachten beigezogen 
wird. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 
die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen las-
sen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutach-
ters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee 
S. 354; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4).

3.6 Die Beschwerdegegnerin stützte die hier angefochtene Verfügung 
vom 21. Dezember 2020 (AB 227) in medizinischer Hinsicht auf den Bericht 
des RAD-Arztes Dr. med. I.________ vom 16. Juli 2020 (AB 211). Dieser 
erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen und er-
bringt vollen Beweis. Der RAD-Arzt setzte sich in Kenntnis der Aktenlage 
mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden umfassend aus-
einander. Er legte nachvollziehbar und schlüssig dar, dass aufgrund der 
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation beider Knie mit notwendig 
gewordenen arthroskopischen Eingriffen ab dem 29. März 2019 eine Ar-
beitsunfähigkeit von 50 %, ab dem 24. Juni 2019 eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit und vom 7. Oktober 2019 bis zum 8. Dezember 2019 eine Ar-
beitsunfähigkeit von 60 % bestanden hat. Das von ihm für den Zeitraum ab 
9. Dezember 2019 definierte Zumutbarkeitsprofil in einer körperlich leichten 
wechselbelastenden Tätigkeit mit einer Leistungsminderung von 15 % 
überzeugt. Eine klinische Exploration war nicht erforderlich, lag dem RAD-
Arzt bei seiner Beurteilung doch ein lückenloser Befund vor (SVR 2020 IV 
Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Divergierende ärztliche Berichte, die auch nur gerin-
ge Zweifel an den überzeugenden Schlussfolgerungen des RAD-Arztes zu 
begründen vermögen, liegen nicht vor. Vielmehr deckt sich die Einschät-
zung des RAD-Arztes insbesondere bezüglich der Dauer und des Ausmas-
ses der Arbeitsunfähigkeit sowie hinsichtlich des Zumutbarkeitsprofils mit 
denjenigen der behandelnden Ärzte Dres. med. H.________ und 
F.________ (AB 183.7, 196 S. 1 f., S. 5 f., 203 S. 1 ff., 207). Was der Be-
schwerdeführer darüber hinaus gegen die Beweiskraft des Berichts des 
RAD-Arztes vorbringt, führt zu keinem anderen Ergebnis:

3.6.1 Der Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe ihre Abklärungen 
"nachweislich und ausschliesslich auf die Berichte von Dr. F.________ und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 15

somit die Frage des rechten Knies beschränkt" (Beschwerde S. 6 Ziff. 5 lit. 
a), zielt ins Leere. Der RAD-Arzt Dr. med. I.________ berücksichtigte in 
seiner Beurteilung die Berichte von Dr. F.________ sowohl hinsichtlich des 
Eingriffs am linken wie auch desjenigen am rechten Knie (vgl. AB 211 S. 6). 
Darüber hinaus nahm er entgegen des ebenfalls erhobenen Vorwurfs auch 
Stellung zu den Berichten des Dr. med. H.________ (vgl. AB 211 S. 7). 
Bereits aus der vom RAD-Arzt erstellten Diagnoseliste erhellt, dass sich 
dieser umfassend mit den Gesundheitsschäden des Beschwerdeführers 
befasst hat. Diese fanden sodann Berücksichtigung im definierten Zumut-
barkeitsprofil, welches Einschränkungen nicht nur hinsichtlich der Kniepro-
blematik, sondern auch in Bezug auf die Wirbelsäulen- und Schulterbe-
schwerden vorsieht (vgl. AB 211 S. 8 f.).

3.6.2 Soweit der Beschwerdeführer die Einschätzungen des RAD-Arztes 
Dr. med. I.________ unter Hinweis auf die Aussagen von Dr. med. 
F.________ im Bericht vom 19. (richtig: 30.) November 2020 (AB 225 S. 2 
f.) kritisiert (Beschwerde S. 7 Ziff. 5 lit. b und c), führt dies ebenfalls zu kei-
nem anderen Ergebnis. Das vom behandelnden Arzt in diesem Bericht de-
finierte Zumutbarkeitsprofil (wechselnd belastende Tätigkeit vorzugsweise 
in sitzender Position mit hin und wieder kurzen Phasen im Stehen und Ge-
hen; Unzumutbarkeit von Treppen auf- und absteigen, knienden Tätigkeiten 
und dauerhaftem Tragen von Lasten über 5 kg) bezieht sich offenkundig 
einzig auf die Knieproblematik und deckt sich insoweit mit dem vom RAD-
Arzt Dr. med. I.________ festgelegten Zumutbarkeitsprofil. Letzteres 
berücksichtigt darüber hinaus – wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.6.1) – auch 
die weiteren gesundheitlichen Einschränkungen der Schultern und der Wir-
belsäule. Die Beurteilung des RAD-Arztes stellt damit die vom behandeln-
den Arzt angeregte Gesamtbeurteilung dar (vgl. AB 225 S. 3). Den Akten 
lässt sich nicht entnehmen, dass bezüglich der Schulter- und Wirbelsäu-
lenproblematik seit der Begutachtung durch Dr. med. D.________ vom 
27. April 2017 (AB 124.1) eine Verschlechterung eingetreten wäre. Ent-
sprechendes wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht geltend ge-
macht.

3.6.3 Was den psychischen Gesundheitszustand betrifft, ergeben sich 
aus den Akten keine Hinweise auf eine Verschlechterung im hier massge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 16

benden Vergleichszeitraum. Dr. med. G.________ diagnostizierte im Be-
richt vom 30. September 2019 (AB 197) wie bereits im Bericht vom 
23. September 2016 (AB 110 S. 3) eine depressive Störung (ICD-10 
F33.1). Weiterhin erachtete sie den Beschwerdeführer als nicht arbeitsfähig 
auf dem ersten Arbeitsmarkt, ohne jedoch eine Arbeitsunfähigkeit zu attes-
tieren. Die (ehemals) behandelnde Psychiaterin erwähnte im Bericht vom 
30. September 2019 keine Verschlechterung des Beschwerdebilds, was 
durch deren Aussage gestützt wird, wonach der Beschwerdeführer nur spo-
radisch zur Behandlung komme, oft Termine vergesse und seit Mai 2019 
nicht mehr erschienen sei. Die Situation stellt sich damit nicht anders als im 
Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung durch Dr. med. C.________ 
am 25. September 2017 (AB 142.1 S. 2 Ziff. 1.3.2) dar. Weiterhin ist damit 
nicht von einer ernsthaften psychischen Erkrankung auszugehen. Dement-
sprechend durfte die Beschwerdegegnerin auf diesbezügliche Abklärungen 
verzichten (antizipierte Beweiswürdigung: BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 
124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 
E. 4). Soweit der Beschwerdeführer das Vorgehen der Beschwerdegegne-
rin im Zusammenhang mit der psychiatrischen Begutachtung durch 
Dr. med. C.________ im Jahr 2017 (Beschwerde S. 3 ff.) kritisiert, ist er 
nicht zu hören, ist doch die unter anderem hierauf basierende Verfügung 
vom 21. Dezember 2017 (AB 149) in Rechtskraft erwachsen.

3.7 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den medizini-
schen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Aufgrund der Aktenlage ist 
erstellt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im 
massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) zwischenzeitlich in 
einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verschlechtert hat. Dieser 
ist damit frei zu prüfen (vgl. E. 2.7.4 hiervor). Gestützt auf die beweiskräfti-
ge Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. I.________ vom 16. Juli 2020 
(AB 211) ist dabei für die Zeit vom 29. März 2019 von einer Arbeitsunfähig-
keit von 50 %, ab dem 24. Juni 2019 von einer vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit und vom 7. Oktober 2019 bis zum 8. Dezember 2019 von einer 
Arbeitsunfähigkeit von 60 % auszugehen. Ab dem 9. Dezember 2019 be-
stand in einer leidensangepassten Tätigkeit noch eine Leistungsminderung 
von 15 % (AB 211 S. 8 f.). Der Invaliditätsgrad ist nachfolgend unter 
Berücksichtigung dieser Vorgaben zu bemessen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 17

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Mit Blick auf die am 24. April 2019 erfolgte Neuanmel-
dung zum Leistungsbezug (AB 168) fällt der frühestmögliche Rentenbeginn 
unter Berücksichtigung der Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 
1. Oktober 2019. Auf diesen Zeitpunkt hin ist nachfolgend eine erste Invali-
ditätsbemessung vorzunehmen. Die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit per 
7. Oktober sowie per 9. Dezember 2019 (vgl. E. 3.7 hiervor) hat jeweils 
einen weiteren Einkommensvergleich zur Folge (vgl. BGE 133 V 263 E. 6.1 
S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). 

Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen zu Recht wie bereits 
in der Verfügung vom 21. Dezember 2017 (AB 149 S. 2) anhand der Lohn-
angaben der J.________ AG ermittelt (AB 227 S. 4), bei welcher der Be-
schwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens im … tätig gewesen 
war (AB 12). Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass er als Gesunder 
nicht weiterhin dort arbeiten würde. Gemäss Auskunft der früheren Arbeit-
geberin hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2013 ein Jahreseinkommen 
von Fr. 69'875.-- erzielt (AB 12 S. 2). Indexiert auf das Jahr 2019 ergibt 
dies ein Valideneinkommen von Fr. 72'266.-- (Fr. 69'875.-- / 102.3 * 105.8 
[Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2020, Wirtschaftszweig 
Ziff. 10 - 33, Indices 2013 bzw. 2019]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 18

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 
E. 3.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.3.1 Gestützt auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil ist der Be-
schwerdeführer in der Lage, seine verbliebene Arbeits- und Leistungsfähig-
keit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu verwerten 
(vgl. E. 3.3.7 hiervor). Da er keine entsprechende Erwerbstätigkeit ausübt, 
ist das Invalideneinkommen anhand eines LSE-Tabellenlohnes zu bestim-
men. Gestützt auf Tabelle TA1 der LSE 2018, Männer, Total, Kompetenz-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 19

niveau 1, und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeits-
zeit sowie der Nominallohnentwicklung ergibt sich zunächst ein Einkommen 
von Fr. 68'368.-- (Fr. 5'417.-- x 12 / 40 x 41.7 [BUA, Total, 2019] / 101.5 x 
102.4 [Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016-2020, Total, Indi-
ces 2018 bzw. 2019]).

4.3.2 Unter Berücksichtigung der vom RAD-Arzt Dr. med. I.________ 
definierten Arbeitsunfähigkeit bzw. Leistungsminderung (vgl. E. 3.3.7 hier-
vor) sowie dem von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen und nicht 
zu beanstandenden leidensbedingten Abzug von 10 % resultieren die fol-
genden Invalideneinkommen:

• ab 1. Oktober 2019: Fr. 0.-- (vollständige Arbeitsunfähigkeit)
• ab 7. Oktober 2019: Fr. 24'612.-- (Arbeitsunfähigkeit von 60 % 

[Fr. 68'368.-- x 0.4 x 0.9])
• ab 9. Dezember 2019: Fr. 52'302.-- (Leistungsminderung von 

15 % [Fr. 68'368.-- x 0.85 x 0.9]).

4.4 Aus der Gegenüberstellung der hiervor aufgeführten Vergleichs-
einkommen ergeben sich die folgenden Invaliditätsgrade:

• ab 1. Oktober 2019: 100 % 
• ab 7. Oktober 2019: 66 % ([Fr. 72'266.-- ./. Fr. 24'612.--] / 

Fr. 72'266.-- x 100)
• ab 9. Dezember 2019: 28 % ([Fr. 72'266.-- ./. Fr. 52'302.--] / 

Fr. 72'266.-- x 100).

4.5 Durch die ambulant durchgeführte Leistenoperation vom 6. Okto-
ber 2020 (220 S. 2, 222 S. 1) wurde die vom RAD-Arzt Dr. med. 
I.________ ab dem 9. Dezember 2019 attestierte Restarbeitsfähigkeit von 
85 % (AB 211) nicht während mindestens drei Monaten unterbrochen. 
Folglich ist darin gestützt auf Art. 88a Abs. 2 IVV kein materieller Revisi-
onsgrund zu erblicken, welcher eine weitere Invaliditätsbemessung nach 
sich ziehen würde.

4.6 Nach dem Dargelegten hat der Beschwerdeführer ab dem 1. Ok-
tober 2019 Anspruch auf eine ganze Rente; diese ist gestützt auf Art. 88a 
Abs. 1 IVV per 1. Februar 2020 auf eine Dreiviertelsrente herabzusetzen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 20

und per 31. März 2020 aufzuheben. Die angefochtene Verfügung vom 
21. Dezember 2020 (AB 227) ist dementsprechend nicht zu beanstanden 
und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (E. 5.3 hiernach) – dem 
unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

5.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.3.1 Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aktenkundig (Ak-
ten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 6). Zudem kann das 
Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die 
Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ 
als amtlicher Anwalt ist demnach gutzuheissen. Somit ist der Beschwerde-
führer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 21

i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezem-
ber 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht 
betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. Festzusetzen bleibt das amtli-
che Honorar von Rechtsanwalt B.________.

5.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den 
gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der kantonalen Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) be-
trägt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Mit Honorarnote vom 16. März 2021 macht Rechtsanwalt B.________ ei-
nen Aufwand von 6 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 1'500.-- zuzüglich 
Auslagen von Fr. 88.-- sowie Mehrwertsteuer von 7.7 % (von Fr. 1'588.--) 
im Betrag von Fr. 122.30, total Fr. 1'710.30, geltend. Dies ist nicht zu bean-
standen. Folglich wird der tarifmässige Parteikostenersatz für dieses Ver-
fahren auf Fr. 1'710.30 festgesetzt. Davon ist Rechtsanwalt B.________ 
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtli-
ches Honorar von Fr. 1'200.-- (6 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 
88.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 99.20 (7.7 % von Fr. 1'288.--), total somit 
eine Entschädigung von Fr. 1'387.20, auszurichten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2022, IV/21/87, Seite 22

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
er – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – 
jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1'710.30 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'387.20 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.