# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b79ce0f3-b370-5ddc-b8f0-3c795576c6d3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2010 E-5082/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5082-2008_2010-06-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5082/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Kurt Gysi (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 5. Juni 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5082/2008

Sachverhalt:

A.
Mit englischsprachiger Eingabe vom 5. November 2007 an die Schwei-
zerische Botschaft in Colombo suchte die Beschwerdeführerin um Asyl 
in der Schweiz nach.

Zur Begründung ihres Gesuchs führte die Beschwerdeführerin aus, im 
Jahre 2006 sei sie mehrmals von Unbekannten zu Hause aufgesucht 
worden, welche sich nach ihrem Sohn erkundigt hätten. Da ihr Sohn 
nie  zu  Hause  gewesen  sei,  seien  diese  Unbekannten  wütend  ge-
worden und hätten ihren Ehemann erschossen. Dennoch hätten sich 
die Unbekannten weiter bei ihr nach ihrem Sohn erkundigt. Sie habe 
sich  deshalb  bei  der  Polizei  beschwert,  welche  sie  indes  nur  be-
schimpft  habe. Daraufhin  sei  sie von Unbekannten mit  dem Tod be-
droht worden, sofern sie ihren Sohn nicht „ausliefere“. Erneut habe sie 
sich vergeblich an die Polizei gewendet. Sie habe Angst um ihr Leben.

B.
Mit Schreiben vom 26. November 2007 forderte die Botschaft die Be-
schwerdeführerin – sofern sie am Gesuch festhalte – auf, noch offene 
Fragen zu beantworten und allfällig erforderliche Beweismittel  einzu-
reichen. 

C.
In  ihrem  Antwortschreiben  vom  5.  Dezember  2007 wiederholte  die 
Beschwerdeführerin  ihre  bisherigen  Angaben.  Präzisierend  und  er-
gänzend  führte  sie  aus,  ihr  Sohn  sei  am  24.  Juli  2006  von  den 
„Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam“  (LTTE)  entführt  worden.  Am 
3. September  2006  sei  ihr  Ehemann  von  Unbekannten  erschossen 
worden. In der Folge sei sie dauernd von Unbekannten mit dem Tod 
bedroht  worden.  Aufgrund  dieser  Drohungen  habe  sie  sich  am 
23. Oktober 2007 an die Polizei gewendet. Auch habe sie bei anderen 
Stellen um Unterstützung ersucht. Sie habe Angst, dass ihr etwas zu-
stossen könnte. 

Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin – jeweils in Kopie – 
ein  von  ihr  verfasstes  Schreiben  an  den  „Head  of  the  SLMM“  vom 
30. Oktober  2007,  ein  Bestätigungsschreiben  des  „Centre  For  The 
Promotion And Protection Of Human Rights“ vom 16. September 2006, 
ein Schreiben der Police Station B._______ vom 19. Oktober 2006, ein 

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Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom  6.  August  2008  und  ein 
Schreiben  der  Beschwerdeführerin  an  die  „Srilanka  Human  Rights 
Commission“ vom 2. November 2007 zu den Akten.

D.
Die Schweizerische Vertretung lud den Sohn der Beschwerdeführerin 
mit Schreiben vom 26. Februar 2008 zu einer Befragung am 12. März 
2008 auf die Botschaft in Colombo ein. 

E.
Mit Schreiben vom 5. März 2008 teilte die Beschwerdeführerin mit, ihr 
Sohn habe Sri  Lanka im September  2006 verlassen und in England 
um Asyl nachgesucht.

F.
Die  Botschaft  überwies  das  Dossier  der  Beschwerdeführerin  mit 
Schreiben vom 19. März 2008 dem BFM.

G.
Mit Verfügung vom 5. Juni 2008 – eröffnet am 24. Juni 2008 –  ver-

weigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz 

und lehnte das Asylgesuch ab.

H.
Mit an die Botschaft  in Colombo (Eingang: 22. Juli  2008) gerichteter 
englischsprachiger  Eingabe  vom  24.  Juni  2008  zu  Handen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  beantragt  die  Beschwerdeführerin  sinn-
gemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung.  Die  Be-
schwerde ging am 5. August 2008 beim Bundesverwaltungsgericht ein.

I.
Das BFM beantragt in der Vernehmlassung vom 25. August 2008 die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Die  Vernehmlassung  wurde  der  Be-
schwerdeführerin  bislang  noch  nicht  unterbreitet;  sie  wird  ihr  zu-
sammen mit dem vorliegenden Urteil zugestellt.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört  zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Aus-
nahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesver-
waltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vor-
liegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Aus  prozessökonomischen  Gründen  wurde  vorliegend  auf 
eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Beschwerde  zur  Über-
setzung in eine Amtssprache verzichtet, da das (sinngemäss) gestellte 
Rechtsbegehren verständlich sowie begründet ist. Sodann ergeht der 
Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts in deutscher Sprache (vgl. 
Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.3 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 
einzutreten (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, Art. 
50 und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1
Gemäss  Art. 19  AsylG  kann  ein  Asylgesuch  im  Ausland  bei  einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Be-

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richt an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schwei-
zerische Vertretung führt  mit der asylsuchenden Person in der Regel 
eine  Befragung  durch  (Art.  10  Abs.  1  der  Asylverordnung 1  vom 
11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]).  Ist 
dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Ver-
tretung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10 
Abs. 2 AsylV 1). 

3.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Be-
stimmungen  in  seinem Urteil  BVGE 2007/30  erkannt,  dass  sich  die 
Unmöglichkeit einer Befragung aus organisatorischen oder kapazitäts-
mässigen Gründen bei der jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hin-
dernissen im betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Per-
son liegenden persönlichen Gründen ergeben kann (vgl. BVGE, a.a.O., 
E. 5.2 und 5.3). Da die Anhörung der Sachverhaltserstellung sowie der 
Gewährung des rechtlichen Gehörs dient (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.5), 
ist  die  asylsuchende Person bei  gegebener  Unmöglichkeit  einer  An-
hörung  unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem 
individualisierten Schreiben mittels konkreter Fragen aufzufordern, ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten,  wobei  ein  standardisiertes 
Schreiben diesen Anforderungen in der Regel nicht zu genügen ver-
mag (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.4). Allerdings kann sich eine Befragung 
beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen, 
wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs 
als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber 
diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu 
geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 
schriftlich zu äussern (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.7). Schliesslich ist das 
BFM in jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung in der 
Verfügung über das Asylgesuch zu begründen (vgl. BVGE, a.a.O., E. 
5.6 sowie 5.7).

3.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Schweizerische Botschaft 
die Beschwerdeführerin nicht zu ihren Asylgründen befragt hat. Sie hat 
sie einzig mittels eines standardisierten Schreibens vom 26. November 
2007  aufgefordert,  detaillierte  Angaben  zu  ihren  Fluchtgründen  zu 
machen und entsprechende Beweismittel zu bezeichnen beziehungs-
weise einzureichen. Mit  Eingabe vom 5. Dezember 2007 hat die Be-
schwerdeführerin geantwortet und die unter Ziffer C. vorstehend auf-
geführten Beweismittel eingereicht. In der Folge hat die Botschaft den 
Sohn der Beschwerdeführerin zu einer Befragung eingeladen. Tage vor 

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der Befragung erschien die Beschwerdeführerin auf  der Botschaft  in 
Colombo und teilte mit, ihr Sohn sei bereits am 12. September 2006 
nach  England  ausgereist  und  habe  dort  um  Asyl  nachgesucht. 
Daraufhin  leitete  die  Botschaft  die  von  der  Beschwerdeführerin  ein-
gereichten Unterlagen an das BFM weiter. Aufgrund der übermittelten 
Akten ging das BFM in der Folge davon aus, alle entscheidrelevanten 
Informationen  würden  vorliegen,  um  den  Sachverhalt  als  genügend 
abgeklärt  zu  erachten  und  erliess  die  Verfügung,  ohne  weitere 
Instruktionsmassnahmen vorgenommen zu haben.

3.4 In  der  Vernehmlassung  führte  das  BFM  aus,  gemäss  BVGE 
2007/30 könne von der Regel, wonach grundsätzlich eine persönliche 
Befragung bei der Botschaft  durchzuführen sei,  abgewichen werden, 
wenn  die  Beschwerdeführerin  ihre  Vorbringen  ausführlich  schriftlich 
dargelegt und dokumentiert  habe und der Sachverhalt  soweit  erstellt 
sei, dass alle entscheidrelevanten Elemente vorliegen würden. Weiter 
stellte  es  fest,  vorliegend  sei  die  Beschwerdeführerin  mit  Schreiben 
vom  26.  November  2007  aufgefordert  worden,  ihr  Asylgesuch  zu 
substanziieren. Um die konkreten Hintergründe und die Gefährdungs-
situation des versteckt lebenden Sohnes, die in direktem Zusammen-
hang  mit  dem  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  stehen  würden, 
abzuklären, sei dieser zu einer Befragung eingeladen worden. Dabei 
habe  sich  herausgestellt,  dass  der  Sohn  Sri  Lanka  bereits  im 
September 2006 verlassen habe. Vor diesem Hintergrund habe es den 
rechtserheblichen Sachverhalt auch ohne Anhörung oder Gewährung 
des rechtlichen Gehörs als erstellt erachtet.

3.5 Die angefochtene Verfügung datiert  vom 5. Juni 2008. Sie erging 
somit  rund ein halbes Jahr  nach der  durch das Bundesverwaltungs-
gericht  mit  Urteil  BVGE  2007/30  eingeleiteten  Praxisänderung.  Das 
BFM hätte somit diese neue Praxis zwingend auf das vorliegende Ver-
fahren  anwenden  müssen.  Dies  hat  es  offensichtlich  nicht  getan, 
sondern hat aufgrund der ihm von der Botschaft  übermittelten Akten 
geschlossen, der Sachverhalt sei bereits vollständig und entscheidreif. 
Dieser Schluss kommt denn auch durch die Formulierung des BFM  in 
der  angefochtenen  Verfügung  zum Ausdruck,  wonach  sich  aufgrund 
der  Aktenlage  die  Gefährdungssituation  der  Beschwerdeführerin  ab-
schliessend beurteilen lasse. Diese Einschätzung teilt das Gericht in-
des  nicht.  Doch  selbst  wenn  diese  Ansicht  der  Vorinstanz  zutreffen 
würde,  hätte  das  BFM  in  Kenntnis  der  durch  BVGE  2007/30  ein-
geleiteten neuen Rechtsprechung der Beschwerdeführerin das recht-

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liche  Gehör  zu  dem  sich  abzeichnenden  negativen  Entscheid  ge-
währen  sowie  den  Verzicht  auf  die  Befragung  in  der  Verfügung  be-
gründen müssen. Dies hat  es vorliegend unterlassen und damit  den 
Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt. 

3.6 Die Verletzung des rechtlichen Gehörs kann nur unter restriktiven 
Voraussetzungen  geheilt  werden  (vgl.  EMARK  2004  Nr.  28  E.  7.e 
S. 184f., EMARK 2004 Nr. 38 E. 7.1, S. 265, EMARK 1994 Nr. 1 E.6). 
Dies namentlich deshalb, weil  es nicht Sinn und Zweck des Rekurs-
verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht sein kann, von der Vor-
instanz unterlassene Verfahrenshandlungen nachzuholen. Gegen eine 
Heilung  von  festgestellten  Verfahrensmängel  spricht  insbesondere 
auch der Umstand, dass der Beschwerdeführerin eine Instanz verloren 
ginge (vgl. dazu EMARK 1998 Nr. 34 E. 10d S. 292). Dies wiegt dann 
umso schwerer, wenn es wie vorliegend einerseits um zentrale Fragen 
der  rechtlichen  Einreisevoraussetzungen  geht,  und  anderseits  ein 
Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  durch  ein  ordentliches 
Rechtsmittel  nicht  mehr  angefochten  werden  kann,  was  für  die  Be-
schwerdeführerin einen schwerwiegenden Nachteil darstellen würde.

3.7 In Anbetracht  der vorstehenden Erwägungen sind vorliegend die 
Voraussetzungen  für  eine  Heilung  der  durch  das  BFM begangenen 
Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht gegeben. Die Beschwerde ist 
daher gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben.

4.
Zusammenfassen ist festzustellen, dass die Vorinstanz zu Unrecht auf 
weitere Sachverhaltsabklärungen verzichtet beziehungsweise der Be-
schwerdeführerin zu Unrecht  das gemäss Rechtsprechung zwingend 
zu gewährende rechtliche Gehör nicht gewährte. Dieser Mangel ist auf 
Beschwerdeebene nicht  zu heilen,  zumal  eine Heilung grundsätzlich 
dem formellen Charakter des Gehörsanspruchs widerspricht (EMARK 
2004 Nr. 28 a.a.O.).

5.
Die  Feststellung,  dass  das  BFM der  Beschwerdeführerin  das  recht-
liche  Gehör  nicht  gewährte,  führt  indessen  nicht  dazu,  dass  ihr  die 
Einreise in die Schweiz bereits aus diesem Grund zu bewilligen wäre.  
Aus dem Umstand, dass sie bisher nicht befragt - respektive ihr das 
rechtliche  Gehör  nicht  gewährt  -  wurde,  kann  nicht  geschlossen 
werden, dass ihr zur persönlichen Anhörung oder der Gewährung des 
rechtlichen  Gehörs  die  Einreise  in  die  Schweiz  bewilligt  werden 

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müsste. Angesichts der Aktenlage bestehen nicht genügend konkrete 
Anhaltspunkte  für  die  Annahme,  der  Beschwerdeführerin  wäre  ein 
Verbleib in Sri Lanka für die Dauer der weiteren, noch erforderlichen 
Verfahrenshandlungen  nicht  zumutbar  im  Sinne  von  Art.  20  Abs.  2 
AsylG.

6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die vorinstanz-
liche Verfügung vom 5. Juni 2008 aufzuheben und die Vorinstanz an-
zuweisen, der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zu gewähren, 
den rechtserheblichen Sachverhalt ergänzend vollständig festzustellen 
und in der Sache neu zu entscheiden.

7.
7.1 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Kosten  aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.2 Obsiegende und teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch 
auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen 
und verhältnismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 
und  4  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2).  Der  nicht  vertretenen  Beschwerdeführerin  sind aus  dem 
vorliegenden  Verfahren  keine  verhältnismässig  hohen  Kosten  er-
wachsen, weshalb ihr keine Parteientschädigung auszurichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand:

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