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**Case Identifier:** 974953b8-cb67-56bd-9572-30a65aa4f8d1
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 31.10.2022 SST.2022.130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-130_2022-10-31.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2022.130 
(ST.2021.197; StA.2021.5026) 

 

 

Urteil vom 31. Oktober 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Ersatzrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin M. Stierli 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1996, von Albanien, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Nils Haldemann,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Banden- und gewerbsmässiger Diebstahl, Hausfriedensbruch, 

Sachbeschädigung usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden erhob am 7. Oktober 2021 Anklage gegen 

den Beschuldigten wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, 

mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfacher Sachbeschädigung und 

Fahrens ohne Haftpflichtversicherung. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Baden erkannte mit Urteil vom 8. März 2022:  

 

1. 
Der Beschuldigte B. wird freigesprochen von den Vorwürfen  
- des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls gemäss Anklageziffern 1.1, 1.5 und 

1.7,  
- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Anklageziffern 2 i.V.m. Anklageziffern 

1.1, 1.5 und 1.7; 
- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Anklageziffer 3 i.V.m. Anklageziffern 1.1, 

1.5 und 1.7.  
 
2. 
Der Beschuldigte B. ist schuldig 

- des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls i.S.v. Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 

StGB (gemäss Anklageziffern 1.2, 1.3, 1.4, 1.6, 1.8 - 1.13),  

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs i.S.v. Art. 186 StGB (gemäss Anklageziffer 2 

i.V.m. Anklageziffern 1.2, 1.3, 1.4, 1.6, 1.8 - 1.13),  

- der mehrfachen Sachbeschädigung i.S.v. Art. 144 Abs. 1 (gemäss Anklageziffer 3 

i.V.m. Anklageziffern 1.2, 1.3, 1.4, 1.6, 1.8 - 1.13); 

- des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung i.S.v. Art. 96 Abs. 2 SVG (gemäss 

Anklageziffer 4).  

 

3. 

Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 

Art. 40 StGB, Art. 41 Abs. 1 lit. b StGB, Art. 47 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB mit einer 

Freiheitsstrafe von 4 Jahren bestraft.  

 

4.  

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 401 Tagen (in Untersuchungshaft vom 1. 

Februar 2021 bis 16 August 2021, im vorzeitigen Strafvollzug seit 17. August 2021) wird 

dem Beschuldigten gemäss Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet.  

 

5. 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a StGB für 10 Jahre des Landes verwiesen. Diese 

Landesverweisung gilt für den gesamten Schengenraum und ist entsprechend im SIS 

einzutragen.  

 

6.  

Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden der Oberstaatsanwaltschaft zur 

Rückgabe an die berechtigten Dritten gemäss Art. 267 Abs. 6 StPO übergeben resp. 

gestützt auf Art. 70 StGB eingezogen und verwertet, soweit die Berechtigten nicht ausfindig 

 - 3 - 

 

 

gemacht werden können. Der Nettoerlös aus der Verwertung wird zur Deckung der 

Verfahrenskosten verwendet.  

 

- 1 Damenarmbanduhr «Omega» Constellation, silberfarben  

- 1 Damenarmbanduhr «Rado» Dia Star, gold-/silberfarben 

- 1 Kettenanhänger tropfenförmig, goldfarben mit Billanten besetzt  

- 1 Ohrstecker, goldfarben mit rundem Brilliant 

- 1 Paar Ohrringe mit Kugel, goldfarben 

- 1 Ohrring, goldfarben 

- 1 Ohrring aus Drähten, goldfarben 

- 1 Ohrstecker, gold-/silberfarben 

- 1 Halskette, goldfarben mit Kreuz goldfarben 

- 1 Halskette, goldfarben mit Herzanhänger mit Billanten besetzt 

- 1 Stück einer Kette, goldfarben 

 

7. 

7.1. 

Die Zivilklagen der Zivil- und Strafkläger 1, 5 und 7 (C., D. und E.) werden abgewiesen.  

 

7.2. 

Die Zivilklagen der Zivil- und Strafkläger 2-4, 6 und 8-12 (F., G., H., I., J., K., L., M. und N.) 

werden auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 StPO).  

 

7.3. 

Von der Zusprechung einer Parteientschädigung an die Privatkläger wird abgesehen.  

 

8.  

8.1. 

Die Verfahrenskosten bestehen aus:  

 

a) der Gerichtsgebühr Fr. 2'000.00 
b) der Anklagegebühr Fr. 2'150.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung Fr.  22'431.95 
d) den Kosten für die Übersetzung Fr. 449.30 
e) den Kosten für die Mitwirkung anderer Behörden Fr.  7'205.00 
f) den Spesen Fr.  322.70 
g) den zusätzlichen Spesen für das begründete Urteil Fr. 210.00 
Total Fr.  34'768.95 
 
8.2. 
Dem Beschuldigten werden 5/6 der Gebühren gemäss lit. a) und b) sowie der Kosten 
gemäss lit. e) und f), d.h. ein Verfahrenskostenanteil von Fr. 9'906.40, auferlegt.  
 
8.3. 
Die Kosten für die Übersetzung gemäss lit. d gehen zu Lasten des Staates (Art. 426 Abs. 3 
lit. b StPO).  
 
8.4.  
Im Übrigen gehen die Verfahrenskosten (der Kostenanteil des Beschuldigten für die 
amtliche Verteidigung einstweilen) zu Lasten des Staates.  
 
9.  
9.1. 

 - 4 - 

 

 

Der ersten amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten, MLaw Viktoria Huber, 
Rechtsanwältin, wird eine Entschädigung von Fr. 15'781.35 (MwSt. und Auslagen inkl.) zu 
Lasten der Staatskasse zugesprochen (Teilkosten gemäss Ziff. 8.1. lit. c). Es wird davon 
Vormerk genommen, dass der ersten amtlichen Verteidigerin diese Entschädigung bereits 
ausbezahlt worden ist.  
 
Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, MLaw Nils Haldemann, Rechtsanwalt, wird 
eine Entschädigung von Fr. 6'650.60 (inkl. 7.7 % MwSt. von Fr. 421.70 und Auslagen) zu 
Lasten der Staatskasse zugesprochen (Teilkosten gemäss Ziff. 8.1 lit. c.) und die 
Gerichtskasse Baden wird angewiesen, die Auszahlung vorzunehmen.  
 
9.2. 
Beide Entschädigungen werden einstweilen auf der Gerichtskasse Baden vorgemerkt. Ein 
Anteil von Fr. 16'456.45, entsprechend 5/6 des Gesamtbetrags exkl. 
Übersetzungsauslagen, wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 21. Juni 2022 beantragte der Beschuldigte 

zusätzliche Freisprüche von den Vorwürfen des gewerbs- und 

bandenmässigen Diebstahls, des mehrfachen Hausfriedensbruchs und der 

mehrfachen Sachbeschädigung bezüglich der Anklageziffern 1.2, 1.3, 1.4 

und 1.6, jeweils in Verbindung mit Anklageziffer 2 resp. 3. Für die nicht 

angefochtenen Delikte sei er zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 

Monaten, Probezeit 2 Jahre, zu verurteilen. Die Kosten seien ihm lediglich 

zur Hälfte aufzuerlegen.  

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung fand am 31. Oktober 2022 statt.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte wendet sich mit Berufung grundsätzlich nicht gegen die 

Verurteilung wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, 

mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs. Er 

beantragt indessen einen Freispruch in Bezug auf einzelne ihm 

vorgehaltene Einbrüche (Anklageziffern 1.2 - 1.4 und 1.6). Im Weiteren 

angefochten sind das Strafmass, die Vollzugsart sowie die Kostenfolgen.  

 

Im Übrigen blieb das erstinstanzliche Urteil unangefochten. Die 

unangefochten gebliebenen Punkte sind nicht zu überprüfen (Art. 404 

Abs. 1 StPO).  

 

 - 5 - 

 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz sah es, mit Ausnahme der Anklageziffern 1.1, 1.5 und 1.7, 

als erstellt an, dass der Beschuldigte die ihm in der Anklage unter 

Anklageziffer 1 vorgeworfenen Einbruchdiebstähle begangen hat. Sie 

erwog, dass nach Würdigung der gesamten Beweislage keine 

überwiegenden Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten bestünden. 

Sie stützte sich dabei auf mehrere Indizien, insbesondere auf das – in eine 

mit DNA-Spuren des Beschuldigten versehene Socke eingewickelte – 

Deliktsgut im Auto des Beschuldigten, das Beschaffen eines Fahrzeugs mit 

französischem Kennzeichen, unwahre Angaben zu seinem Aufenthalt in 

der Schweiz, Schuhspurenprofile an den Tatorten und Auswertungen der 

Randdaten von Mobiltelefonen, der telefonischen Kontakte und Facebook, 

WhatsApp sowie SMS Chat Protokollen (vorinstanzliches Urteil E. 3). 

 

Der Beschuldigte anerkennt einen Teil der ihm zur Last gelegten 

(grösstenteils versuchten) gewerbsmässig und als Bande begangenen 

Einbruchdiebstähle und damit verbundenen Hausfriedensbrüche und 

Sachbeschädigungen (Anklageziffern 1.8 - 1.13; GA act. 136; Plädoyer 

Berufungsverhandlung S. 1). In Bezug auf die übrigen Vorwürfe 

(Anklageziffern 1.2 - 1.4 und 1.6), bringt er vor, es lägen keine Beweise 

oder Indizien für seine Beteiligung vor (GA act. 132 ff.; Plädoyer 

Berufungsverhandlung S. 3 ff.). 

 

2.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass der 

Beschuldigte Ende Dezember 2020 / Anfang Januar 2021 von Albanien 

herkommend zusammen mit P. in die Schweiz eingereist ist und in der 

Folge mehrere Einbruchdiebstähle bzw. Versuche dazu begangen hat. 

Konkret anerkennt er, die gemäss Anklageziffern 1.8 bis 1.13 mit P. und 

einer unbekannten dritten Person begangenen (grösstenteils versuchten) 

Einbruchdiebstähle verübt zu haben. Er stellt ebenfalls nicht mehr in 

Abrede, diese Taten gewerbs- und bandenmässig verübt zu haben 

(Berufungserklärung S. 4; Plädoyer Berufungsverhandlung S. 1 f.; S. 6). 

 

Der Beschuldigte wurde am 1. Februar 2021 in einem vorgängig in 

Frankreich gekauften Fahrzeug von der Polizei angehalten und kontrolliert. 

Zur Kontrolle und anschliessenden Verhaftung führten zwei 

Verdachtsmeldungen, welche kurz zuvor bei der Polizei in Zusammenhang 

mit dem versuchten Einbruchdiebstahl in Aarau (Anklageziffer 1.13) 

eingegangen waren. Im Fahrzeug konnten insbesondere Schmuck in einer 

zugeknöpften Herrensocke – mutmasslich Deliktsgut – mit der DNA des 

Beschuldigten (UA act. 735 ff.; 739 f.; 742 ff.) sowie der Reisepass von P. 

sichergestellt werden (UA act. 127 f.).  

 

 - 6 - 

 

 

Umstritten ist, ob der Beschuldigte die (teilweise versuchten) 

Einbruchdiebstähle gemäss Anklageziffern 1.2 - 1.4 und 1.6 je verbunden 

mit Hausfriedensbrüchen und Sachbeschädigungen gemäss 

Anklageziffern 2 und 3 begangen hat.  

 

2.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vorau-

ssetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio 

pro reo»). Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, 

weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt 

werden kann. Der Grundsatz «in dubio pro reo» ist erst anwendbar, 

nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise 

erhoben und ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweis-

würdigung als Ganzem relevante Zweifel bestehen, wobei nur das 

Übergehen offensichtlich erheblicher Zweifel eine Verletzung des 

Grundsatzes «in dubio pro reo» zu begründen vermag (BGE 144 IV 345).  

 

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten 

Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind 

(Indizien) auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache 

geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine betrachtet 

nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache 

oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, können in 

ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen 

rechtsgenüglichen Beweis von Tat und Täter erlaubt (statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 mit 

Hinweisen). 

 

2.4. 

Es gibt keine direkten Beweise für eine Täterschaft des Beschuldigten in 

Bezug auf die mit Anklageziffern 1.2 - 1.4 und 1.6 und je Ziff. 2 und 3 

vorgeworfenen Delikte. Es liegen jedoch zahlreiche Indizien und Umstände 

vor, die es erlauben, die Geschehnisse in dieser Zeit bzw. zu den 

umstrittenen Tatzeitpunkten, die einen zuverlässigen Rückschluss auf die 

Täterschaft des Beschuldigten ermöglichen, zu rekonstruieren: 

 

2.4.1. 

Der Beschuldigte war im betroffenen Zeitraum in regem telefonischem 

Austausch zu mindestens zwei weiteren Personen insbesondere per SMS, 

WhatsApp und Facebook. Zudem wurde er seit seiner Einreise in die 

Schweiz von mindestens einer dieser Personen begleitet: Der Beschuldigte 

aktivierte nach seiner Einreise in die Schweiz drei auf seinen Namen 

 - 7 - 

 

 

registrierte Mobiltelefonnummern, wobei die Nummer aaa vom 

Beschuldigten selbst genutzt wurde (vgl. UA act. 379). Es ist davon 

auszugehen, dass die Nummer bbb vom – in Bezug auf die anerkannten 

Delikte – vermeintlichen Mittäter und Bandenmitglied P. verwendet wurde, 

zumal die seit deren Aktivierung (bis zur Festnahme des Beschuldigten) 

registrierten Verbindungen beider Nummern zu Antennen einen hohen 

Übereinstimmungsgrad zueinander aufweisen und folglich ein nahezu 

identisches Bewegungsprofil ergeben (UA act. 450). Dies ist auch beim 

Ausflug nach Genf am 21. Januar 2021 erkennbar (UA act. 456 ff.), wobei 

der Beschuldigte seinen eigenen Aussagen nach durch P. begleitet wurde 

(UA act. 827), was denn auch durch ein Radarfoto bestätigt wird, das den 

Beschuldigten sowie den vermeintlichen P. auf dem Heimweg Richtung 

Dietikon zeigt (Beilagen zur Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 8. März 

2021 [vorinstanzliche Hauptverhandlung, GA act. 96]; UA act. 718). 

Aufgrund des dem Tatvorgehen der eingestandenen Einbruchdiebstähle 

zugrundeliegenden Tatvorgehens im Sinne des Teilens von Standorten 

möglicher Einbruchsziele oder Abholorte ist zudem davon auszugehen, 

dass die dritte Telefonnummer ccc von einem weiteren Mittäter verwendet 

wurde, der im Mobiltelefon des Beschuldigten als «A.» eingespeichert war 

(vgl. UA act. 393 ff. und 408 ff.).  

 

2.4.2. 

Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 1.2 ein Einbruchdiebstahl in das 

Einfamilienhaus von F. an der U-Strasse in Unterentfelden (AG) 

vorgeworfen. Er soll sich am 13. Januar 2021, zwischen 15:00 Uhr und 

23:05 Uhr zusammen mit P. und einer unbekannten weiteren Person zum 

Einfamilienhaus begeben, dort ein Fenster eingeschlagen und sich so 

Zutritt zur Liegenschaft verschafft und Schmuck im Wert von Fr. 22'620.00 

entwendet sowie einen Sachschaden von Fr. 3'100.00 verursacht haben.  

 

Mit der Vorinstanz bestehen auch für das Obergericht keine 

rechtserheblichen Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten: Als erstes, 

starkes Indiz sind die zwei Schuhspurenmuster zu werten, die am Tatort 

gesichert werden konnten. Das eine Schuhspurenmuster wurde zudem 

insbesondere beim Einbruchdiebstahl gemäss Anklageziffer 1.8 ermittelt 

(UA act. 731) und das andere bei Einbruchdiebstählen gemäss 

Anklageziffer 1.13 (UA act. 732) sowie Anklageziffer 1.10 (UA act. 733 f. 

und 1020 ff.), wobei der Beschuldigte die Beteiligung an allen drei 

Diebstählen anerkannt hat, weshalb ohne Weiteres ein Zusammenhang 

zum vorliegenden Einbruchdiebstahl hergestellt werden kann. 

 

Verbindungen zu Antennen liegen für die vom Beschuldigten benutzte 

Nummer (aaa; vgl. oben) für den genannten Zeitraum keine vor (UA 

act. 453). Erstellt ist jedoch, dass das von P. benutzte Mobiltelefon (bbb) 

Verbindungen zu den Antennen in unmittelbarer Tatortnähe und zur 

suspekten Zeit generierte (vgl. UA act. 453). Nachdem festgestellt wurde, 

 - 8 - 

 

 

dass bezüglich der beiden Mobiltelefonnummern (des Beschuldigten sowie 

P.s) seit deren Aktivierung ein nahezu identisches Bewegungsprofil besteht 

(vgl. oben), liegt der Schluss nahe, dass sich auch der Beschuldigte zu 

genannter Zeit in Unterentfelden aufgehalten hat. Dies wird durch den 

einige Tage später und zwar am 22. Januar 2021 geführten Chat zwischen 

dem Beschuldigten und P. – im Anschluss an den vom Beschuldigten 

anerkannten Einbruchdiebstahl ebenfalls in Unterentfelden (Anklageziffer 

1.8) – bestätigt, indem P. den Beschuldigten auffordert, ihn am gleichen Ort 

abzuholen wie das letzte Mal (UA act. 406). Zumal zwischenzeitlich keine 

weiteren Verbindungsranddaten durch die beiden Mobiltelefonnummern in 

Unterentfelden generiert wurden (vgl. UA act. 450 ff.), kann nur der Schluss 

daraus gezogen werden, dass das letzte Mal am 13. Januar 2021 war und 

folglich zur Tatzeit.  

 

Für das Obergericht bestehen damit keine unüberwindbaren Zweifel, dass 

sich der Beschuldigte am Einbruchdiebstahl in Unterentfelden beteiligt hat.  

 

2.4.3. 

2.4.3.1. 

Der Beschuldigte bestreitet im Weiteren, beim Einbruchdiebstahl in 

Niederhasli (ZH) beteiligt gewesen zu sein (Anklageziffer 1.3). Ihm wird 

vorgeworfen, zwischen dem 15. Januar 2021, ca. 17:00 Uhr, und dem 

24. Januar 2021, ca. 16:34 Uhr, zusammen mit P. und einer unbekannten 

weiteren Person in das Einfamilienhaus von G., V-Strasse in Niederhasli 

eingebrochen zu sein – wobei sich mindestens eine Person Zutritt zum 

Wohnhaus verschafft habe – und Schmuck, Bargeld sowie weitere 

Wertgegenstände im Gesamtbetrag von Fr. 2'552.00 entwendet und einen 

Sachschaden von Fr. 1'700.00 verursacht zu haben.  

 

2.4.3.2. 

Ein erstes, starkes Indiz bildet der Umstand, dass sich der Beschuldigte 

und P. im angegebenen Deliktszeitraum in unmittelbarer Tatortnähe 

aufgehalten haben: Anhand der Auswertung der Verbindungsranddaten 

der Mobiltelefone ist zweifelsfrei erstellt, dass das Mobiltelefon des 

Beschuldigten am 23. Januar 2021 um 20:07 Uhr und das von P. benutzte 

Mobiltelefon gleichentags von 18:12 Uhr bis 20:16 Uhr je in unmittelbarer 

Umgebung zum Tatort registriert wurden (UA act. 450, 455). Als weiterer 

Hinweis, welcher für eine Täterschaft des Beschuldigten spricht, sind die 

Facebook-Chats zwischen dem Beschuldigten und P. zu werten. Ersichtlich 

ist aus diesen Unterhaltungen, dass P. dem Beschuldigten am 22. und 23. 

Januar 2021 Standorte aus dem Quartier teilte, in dem sich auch der Tatort 

befand (UA act. 395, 405: W-Strasse 2-14 und X-Strasse 14 in Niederhasli). 

Der Standort an der X-Strasse 14 in Niederhasli wurde zudem im Rahmen 

einer auffälligen Chatunterhaltung am 23. Januar 2021 um 20:02 Uhr auf 

die Frage des Beschuldigten «Wo bist du» hin geteilt, woraufhin der 

 - 9 - 

 

 

Beschuldigte ankündigte, in zehn Minuten dort zu sein und ca. acht Minuten 

später «raus» schrieb (UA act. 404).  

 

Insgesamt bestehen für das Obergericht keine unüberwindbaren Zweifel an 

der Täterschaft des Beschuldigten.  

 

2.4.3.3. 

Insoweit der Beschuldigte eine Verletzung des Anklagegrundsatzes 

geltend macht, indem die Anklage den Tattag offengelassen habe 

(Plädoyer Berufungsverhandlung S. 4), sind seine Ausführungen nicht 

stichhaltig. Dem Beschuldigten wird in der Anklage ein Einbruchdiebstahl 

in ein bestimmtes Einfamilienhaus (V-Strasse, Niederhasli) vorgeworfen 

(siehe E. 2.4.3.1). Dadurch war für den Beschuldigten auch unter Angabe 

eines als Tatzeit in Frage kommenden Zeitraums von 10 Tagen (15. Januar 

2021 bis 24. Januar 2021) ersichtlich, welcher konkreten Handlung er 

beschuldigt wird, zumal es um eine Liegenschaft geht, in und um welche 

sich der Beschuldigte ansonsten nicht mit legalem Zweck aufgehalten hat. 

 

2.4.4. 

2.4.4.1. 

In den Anklageziffern 1.4 und 1.6 werden dem Beschuldigten zwei 

Einbruchdiebstähle zusammen mit P. und einer unbekannten weiteren 

Person vorgeworfen: 

 

Sie sollen zwischen dem 21. Januar 2021, ca. 18:00 Uhr und dem 22. 

Januar 2021, ca. 09:00 Uhr in das Einfamilienhaus von H. am Y-Weg in 

Commugny eingebrochen sein und Deliktsgut in unbekannter Höhe 

mitgenommen sowie Sachschaden in unbekannter Höhe verursacht haben 

(Anklageziffer 1.4). Am 21. Januar 2021 zwischen 08:00 Uhr und 19:00 Uhr 

sollen sie versucht haben, in das Einfamilienhaus von I. am Z-Weg in 

Commugny einzubrechen, wobei kein Deliktsgut mitgenommen worden sei 

und Sachschaden in unbekannter Höhe entstanden sei (Anklageziffer 1.6). 

Die beiden Tatorte liegen bloss wenige hundert Meter Luftlinie voneinander 

entfernt.  

 

2.4.4.2. 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, zusammen mit P. am 21. Januar 2021 

nach Genf gefahren zu sein (vgl. UA act. 800; UA act. 826 f.). Dass er sich 

dabei nur im Zentrum von Genf aufgehalten haben will, um einen Kaffee zu 

trinken, ist nachweislich falsch. Anhand der Verbindungsranddaten seines 

Mobiltelefons konnte zweifelsfrei erstellt werden, dass er sich lediglich eine 

halbe Stunde in der Genfer Innenstadt aufgehalten hat, um danach in 

Ortschaften ausserhalb des Zentrums zu fahren (UA act. 450). Dabei 

verband sich vor allem das Mobiltelefon von P., mit dem der Beschuldigte 

die ganze Zeit zusammen gewesen sein will (UA act. 827), zwischen 16:30 

Uhr und 19:30 Uhr etliche Male mit Antennen rund um das Dorf Commugny 

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und somit in unmittelbarer Nähe zu den beiden knapp 300 Meter 

voneinander entfernt liegenden Tatorten (UA act. 450, 456 und 458). Somit 

ist erwiesen, dass sich mehrere Mitglieder der Bande (vgl. unten) zu den 

Tatzeitpunkten in unmittelbarer Tatortnähe der beiden Einbruchsobjekte 

aufgehalten haben. Dass eine andere Täterschaft als die Bande des 

Beschuldigten die beiden Einbruchdiebstähle begangen hat, erscheint 

wenig wahrscheinlich, zumal keinerlei Spuren oder Hinweise auf eine 

andere Täterschaft vorliegen. In einer Gesamtbetrachtung hat das 

Obergericht keine ernstzunehmenden Zweifel daran, dass der 

Beschuldigte auch an diesen beiden Taten als Mitglied einer Bande bzw. 

als Mittäter beteiligt gewesen ist.  

 

2.5. 

Zusammenfassend bestehen keine ernstzunehmenden Zweifel daran, 

dass der Beschuldigte an den Einbruchdiebstählen gemäss Anklageziffer 

1.2 - 1.4 und 1.6 beteiligt war.  

 

3. 

3.1. 

Des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich schuldig, wer 

jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um 

sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern. Handelt der 

Täter gewerbsmässig, wird er mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder 

Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bestraft (Art. 139 Ziff. 3 StGB). 

Bandenmässiger Diebstahl ist gemäss Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB mit 

Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu 10 Jahren bedroht.  

 

Der Täter handelt gewerbsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, 

die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der 

Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den 

angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische 

Tätigkeit nach Art eines Berufes ausübt. Diese abstrakte Umschreibung hat 

Richtlinienfunktion. Die Einnahmequelle braucht nicht den hauptsächlichen 

oder regelmässigen Erwerb zu bilden. Eine nebenberufliche deliktische 

Tätigkeit kann als Voraussetzung für Gewerbsmässigkeit genügen, weil 

auch in diesem Fall die erforderliche soziale Gefährlichkeit gegeben sein 

kann. Wesentlich ist ausserdem, dass der Täter sich darauf einrichtet, 

durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu 

erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebens-

gestaltung darstellen. Zudem muss er die Tat bereits mehrfach begangen 

haben und es muss aus den gesamten Umständen geschlossen werden, 

er sei zu einer Vielzahl unter den entsprechenden Tatbestand fallender 

Handlungen bereit gewesen (BGE 147 IV 176 E. 2.2.1 mit Hinweisen).  

 

 - 11 - 

 

 

Auf Bandenmässigkeit ist zu erkennen, wenn zwei oder mehrere Täter sich 

mit dem ausdrücklichen oder konkludent geäusserten Willen zusammen-

finden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbständiger im Einzelnen noch 

unbestimmter Straftaten zusammenzuwirken. Das Qualifikationsmerkmal 

der Bande setzt gewisse Mindestansätze einer Organisation, etwa Rollen- 

oder Arbeitsteilung, und eine Intensität des Zusammenwirkens voraus, 

dass von einem stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn 

dieses nur kurzlebig ist. In subjektiver Hinsicht muss sich der Täter des 

Zusammenschlusses und der Zielrichtung der Bande bewusst sein. Sein 

Vorsatz muss die, die Bandenmässigkeit begründenden Tatumstände 

umfassen. Bandenmässige Tatbegehung ist nur anzunehmen, wenn der 

Wille der Täter auf die gemeinsame Verübung einer Mehrzahl von Delikten 

gerichtet ist (BGE 147 IV 176 E. 2.4.2 mit Hinweisen). Es ist nicht 

erforderlich, dass sich jeder Einzelne an den Straftaten der Bande beteiligt. 

Selbst derjenige Täter handelt bandenmässig, der einen Diebstahl allein 

ausführt, sofern er dies in der Erfüllung der ihm in der Bande zustehenden 

Aufgabe begangen hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_980/2014 vom 2. 

April 2015 E. 1.3). 

 

3.2. 

Der Beschuldigte hat unbestrittenermassen mehrere Diebstähle begangen. 

Dabei hat er unzweifelhaft gewerbsmässig und als Mitglied einer Bande 

gehandelt, was vom Beschuldigten zu Recht auch nicht in Abrede gestellt 

wird (Plädoyer Berufungsverhandlung S. 6).  

 

Der Beschuldigte hat zusammen mit mindestens einem weiteren Täter eine 

Vielzahl von Einbruchsdiebstählen begangen. Während einer Delikts-

periode von knapp drei Wochen, die nur aufgrund der Festnahme des 

Beschuldigten ihr Ende fand, belief sich die Deliktsbeute auf über 

Fr. 26'000.00. In sechs Fällen ist es bei einem blossen Versuch geblieben. 

Insoweit der Beschuldigte jedoch vollendete und versuchte gleichartige 

Delikte begangen und dabei gewerbs- oder bandenmässig gehandelt hat, 

liegt ein Kollektivverbrechen vor, das die vollendeten wie auch die 

versuchten Taten umfasst (vgl. BGE 123 IV 113 E. 2d). 

 

Selbst wenn der Beschuldigte die Deliktssumme (mutmasslich) mit einem 

oder mehreren anderen Bandenmitgliedern teilen musste, verbleibt daraus 

ein namhafter Beitrag, den er – insbesondere vor dem Hintergrund, dass 

er ausser einer finanziellen Unterstützung durch seinen Vater von ca. 

EUR 300.00 bis 400.00 monatlich kein legales Einkommen hatte (UA 

act. 15 f.) – zur Deckung seiner Lebenshaltungskosten verwenden konnte. 

Ein anderer Zweck seines Aufenthalts in der Schweiz als zur Bestreitung 

seines Lebensunterhalts durch Diebstähle ist nicht ersichtlich. Der 

Beschuldigte handelte nach der Art eines Berufs und damit 

gewerbsmässig.  

 

 - 12 - 

 

 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, in den von ihm anerkannten 

(grösstenteils versuchten) Einbruchsdiebstählen zusammen mit minde-

stens einem weiteren Täter gehandelt zu haben. Mit der Vorinstanz (E. 4.4.) 

ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte sämtliche Einbruch-

diebstähle und versuchten Einbruchdiebstähle als Mitglied einer Bande 

begangen hat. Erstellt ist, dass der Beschuldigte zusammen mit P. in die 

Schweiz einreiste und während seines gesamten Aufenthalts, d.h. bis zu 

seiner Festnahme, mit ihm zusammen unterwegs war. Dass der 

Beschuldigte nicht alleine handelte, liess sich auch nicht zuletzt anhand der 

aufgefundenen Schuhspuren und der telefonischen Kontakte belegen. Er 

handelte bandenmässig. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Wer vorsätzlich (Art. 12 Abs. 1 StGB) eine Sache, an der ein fremdes 

Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, 

zerstört oder unbrauchbar macht, macht sich der Sachbeschädigung i.S.v. 

Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig, sofern Strafantrag gestellt wird. 

 

Wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, eine Wohnung, einen 

abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem 

Haus gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder einen Werkplatz 

unrechtmässig eindringt, oder trotz Aufforderung eines Berechtigten darin 

verweilt, macht sich des Hausfriedensbruchs i.S.v. Art. 186 StGB schuldig. 

Erforderlich ist das Vorliegen eines Strafantrags. 

 

3.3.2. 

Im Rahmen der Einbruchsserie sind jeweils der Beschuldigte und/oder 

andere Mitglieder der Bande gegen den Willen des entsprechenden 

Hausrechtsinhabers und somit unrechtmässig in die jeweiligen Tatobjekte 

eingedrungen und haben diverse Sachbeschädigungen verursacht, indem 

sie Türen, Fenster und Behältnisse gewaltsam geöffnet haben. Dadurch 

wurde der Tatbestand der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 

StGB und des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB mehrfach erfüllt. 

Die Tatbestände der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs 

können zwar weder gewerbsmässig noch bandenmässig begangen 

werden. Möglich ist die Tatbegehung jedoch in Mittäterschaft. Es ist 

deshalb nicht entscheidend, ob der Beschuldigte die Sachbeschädigungen 

und die Hausfriedensbrüche eigenhändig begangen hat, denn als Mitglied 

der Bande muss er sich die im Rahmen der Einbruchdiebstähle 

begangenen Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüche als in 

Mittäterschaft begangene Tatbeiträge anrechnen lassen (vgl. BGE 143 IV 

361 E. 4.10; Urteile des Bundesgerichts 6B_1437/2020 vom 22. September 

2021 E. 1.2.2 und 6B_338/2020 vom 3. Februar 2021 E. 3.2.4, je mit 

Hinweisen). Der Beschuldigte hat bei der Entschliessung, Planung und 

Ausführung der Einbruchdiebstähle vorsätzlich und in massgebender 

 - 13 - 

 

 

Weise mit den anderen Mitgliedern der Bande zusammenwirkt, so dass er 

als Hauptbeteiligter und nicht bloss als Gehilfe dasteht. Zweifellos hat sich 

der Tatentschluss des Beschuldigten und der Wille, als Teil einer Bande zu 

handeln, nicht bloss auf die Diebstähle bezogen, sondern ebenfalls auf die 

Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüche, zumal diese Delikte 

notwendige Voraussetzungen für den jeweiligen Diebstahl bildeten. Er hat 

sich damit auch sämtliche allenfalls durch andere Bandenmitglieder 

begangenen Tatbeiträge anrechnen zu lassen und ist folglich der 

mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs 

schuldig zu sprechen.  

 

4. 

Zusammenfassend erweist sich die Berufung des Beschuldigten im 

Schuldpunkt als unbegründet und ist abzuweisen. Er ist somit des gewerbs- 

und bandenmässigen Diebstahls gemäss Anklageziffern 1.2 - 1.4, 1.6 und 

1.8 - 1.13 sowie jeweils wegen mehrfacher Sachbeschädigung 

(Anklageziffer 3 i.V.m. 1.2 - 1.4, 1.6 und 1.8 - 1.13), mehrfachen 

Hausfriedensbruchs (Anklageziffer 2 i.V.m. 1.2 - 1.4, 1.6 und 1.8 - 1.13) 

und Fahrens ohne Haftpflichtversicherung (Anklageziffer 4) schuldig zu 

sprechen, wofür er angemessen zu bestrafen ist.  

 

5. 

5.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

5.2. 

Die Einsatzstrafe ist für die qua Strafrahmen schwerste Straftat und somit 

den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 und 

3 StGB festzusetzen. 

 

Der Täter, der sich des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls schuldig 

macht, wird gemäss Art. 139 Ziff. 2 und 3 StGB mit Freiheitsstrafe von 

sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Ausgangspunkt für die 

Bestimmung des Verschuldens ist die Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Art. 139 

Ziff. 2 und 3 StGB schützen das Vermögen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_786/2014 vom 10. April 2015 E. 1.5.3).  

 

Der Beschuldigte hat während eines Zeitraums von knapp drei Wochen 

(13. Januar bis 1. Februar 2021) zusammen mit mindestens einem 

weiteren Mitglied der Bande eine Serie von zehn (teilweise versuchten) 

Einbruchdiebstählen begangen und dabei eine Deliktssumme von über 

Fr. 26'000.00 erbeutet. Als Einbruchsobjekte wählte die Bande gezielt 

 - 14 - 

 

 

Einfamilienhäuser in eher gehobenen Quartieren und konzentrierte sich 

darauf, Schmuck, Uhren und Bargeld zu stehlen. Bereits mit ihrem ersten 

Einbruchdiebstahl (Anklageziffer 1.2) gelang es ihnen, Schmuck im Wert 

von Fr. 22'620.00 zu entwenden. Sechs Einbruchdiebstähle blieben im 

Versuchsstadium stecken, sodass dabei kein Deliktsgut erbeutet werden 

konnte (vgl. Anklageziffern 1.6, 1.9 - 1.13), jedoch war das Handeln der 

Bande darauf gerichtet, in den gezielt ausgewählten Einbruchsobjekten 

möglichst viel zu erbeuten. Unter diesen Umständen ist darauf zu 

schliessen, dass die Einbruchdiebstähle auf eine Deliktssumme von 

insgesamt mehr als Fr. 100'000.00 gerichtet waren. Die versuchten 

Diebstähle scheiterten meist einzig daran, dass die Bewohner der Liegen-

schaften auf die Einbrecher aufmerksam wurden oder ein akustischer 

Alarm ausgelöst wurde (Anklageziffern 1.11, 1.12 und 1.13). Beim 

gewerbsmässigen Diebstahl ist der massgebliche Deliktsbetrag der 

vollendeten Diebstähle verschuldensmässig denn auch nicht wesentlich 

relevanter als der Deliktsbetrag, der sich aus den versuchten Delikten 

ergibt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1223/2013 vom 4. Dezember 2014 E. 

5.2). Bei einem massgeblichen Deliktsbetrag von mehr als Fr. 100'000.00 

während eines Zeitraums von knapp drei Wochen ist von einer hohen 

Intensität der deliktischen Tätigkeit auszugehen. Die deliktische Tätigkeit 

des Beschuldigten wurde denn auch erst durch seine Verhaftung am 1. 

Februar 2021 gestoppt. Die Intensität der deliktischen Tätigkeit 

unterscheidet sich nicht nur im Hinblick auf den Zeitraum der deliktischen 

Tätigkeit und die Zahl der Delikte, sondern insbesondere im Hinblick auf 

die beabsichtigte Höhe der Beute wesentlich von jener im vom Verteidiger 

des Beschuldigten erwähnten Urteil des Obergerichts SST.2021.209 vom 

20. Juni 2022, bei dem die Bande grösstenteils in Schulhäuser 

eingebrochen ist. Im Vergleich zu den vorliegend gezielt ausgewählten 

Einfamilienhäusern war bei Schulhäusern nicht mit derart wertvollen 

Gegenständen als Diebesgut zu rechnen, weshalb der Beschuldigte 

daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 

 

Weiter ist angesichts der Grössenordnung der innert knapp drei Wochen 

als Bandenmitglied erzielten Beute, der verwendeten Ausrüstung (Mobil-

telefone, Werkzeug, Beschaffung eines Fahrzeugs und Anmietung einer 

Wohnung) sowie der intensiven Auskundschaftung potentieller Ziele 

(insbesondere hin- und herschicken von Standortinformationen unter den 

Bandenmitgliedern) auf einen erheblichen Planungs- und Organisations-

grad und damit eine relativ hohe Intensität des persönlichen und 

tatrelevanten Zusammenwirkens innerhalb der Bande zu schliessen. Es ist 

damit von einer mittleren Gefährlichkeit derselben auszugehen. Mithin geht 

das Ausmass des gewerbs- und bandenmässigen Handelns deutlich über 

die blosse Erfüllung des qualifizierten Tatbestandes hinaus. Ob der 

Beschuldigte innerhalb der Bande eine führende Rolle innehatte, ist nicht 

erstellt. Dass er keine treibende Kraft für die Einbruchsdiebstähle war, wäre 

entgegen seiner Ansicht (Plädoyer Berufungsbegründung S. 7) jedoch 

 - 15 - 

 

 

nicht zu seinen Gunsten, sondern neutral zu berücksichtigen. Denn das 

Fehlen eines verschuldenserhöhenden Umstands ist nicht verschuldens-

mindernd, sondern neutral zu berücksichtigen. 

 

Die psychischen Folgen der Einbrüche für die Betroffenen und die schwere 

Verletzung der Privatsphäre der Geschädigten ist Einbruchdiebstählen 

immanent, jedoch primär eine Folge des Hausfriedensbruchs und damit 

nicht bei der Beurteilung des Diebstahls zu berücksichtigen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.3). Dasselbe gilt 

auch für die begangenen Sachbeschädigungen, welche durch die in 

diesem Zusammenhang auszusprechenden Strafen abgegolten werden. 

Beim Diebstahl dürfen sie nicht nochmals berücksichtigt werden.  

  

Dass der Beschuldigte aus rein monetären Beweggründen gehandelt hat, 

ist jedem Vermögensdelikt immanent und vorliegend durch das 

Tatbestandsmerkmal der unrechtmässigen Bereicherung sowie der 

Gewerbsmässigkeit erfasst. Dieses Motiv darf deshalb nicht nochmals 

verschuldenserhöhend berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1327/2015 vom 16. März 2016 E. 4.2). 

 

Das sehr hohe Mass an Entscheidungsfreiheit wirkt sich leicht 

verschuldenserhöhend aus. Gemäss eigenen Aussagen verfügt der 

Beschuldigte über eine gute Schulbildung (UA act. 15: 12 Jahre 

Schulbildung inkl. Gymnasium sowie zwei Jahre Studium). Er hätte sich 

bemühen können und müssen, sein Erwerbseinkommen legal zu erzielen. 

Stattdessen wählte er mit den Einbruchdiebstählen den vermeintlich 

leichtesten Weg, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Es wäre somit 

für ihn ein Leichtes gewesen, sowohl fremdes Eigentum als auch 

Vermögen zu respektieren; umso schwerer ist seine Entscheidung 

dagegen zu gewichten (BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a). 

 

Verschuldenserhöhend ist schliesslich der Umstand zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte ausschliesslich zur Deliktsbegehung in die Schweiz 

eingereist ist (BGE 143 IV 145 E. 8.3.2).  

 

Insgesamt ist in Bezug auf den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl 

– unter Berücksichtigung, dass beide Qualifikationsgründe erfüllt worden 

sind – von einem mittelschweren Verschulden und in Relation zum Straf-

rahmen von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe einer dafür angemessenen 

Einsatzstrafe von 4 Jahren Freiheitsstrafe auszugehen.  

 

5.3. 

Diese Strafe wäre für die mehrfache Sachbeschädigung, den mehrfachen 

Hausfriedensbruch sowie das Fahren ohne Haftpflichtversicherung 

angemessen zu erhöhen oder es wäre zusätzlich eine Geldstrafe für diese 

Delikte auszufällen. 

 - 16 - 

 

 

Aufgrund der Täterkomponente würde sich sodann keine Anpassung des 

Strafmasses ergeben, da sich diese vorliegend neutral auswirkt: Der 

aktuelle Strafregisterauszug des Beschuldigten weist keine Vorstrafen auf. 

Die Vorstrafenlosigkeit hat allerdings als Normalfall zu gelten und ist neutral 

zu werten (BGE 136 IV 1). Der Beschuldigte hat im Gegensatz zum 

vorinstanzlichen Verfahren zwar nicht mehr sämtliche ihm vorgeworfene 

Delikte bestritten, ein Geständnis im Berufungsverfahren ist jedoch 

grundsätzlich zu spät und muss sich nicht in einer Strafminderung 

niederschlagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1388/2021 vom 3. März 

2022 E. 1.3.2), zumal der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhand-

lung im Wesentlichen keine Aussagen zur Sache gemacht hat (Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 5 ff.) und daraus nicht auf eine nachhaltige 

Einsicht und Reue, die über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht, 

geschlossen werden kann. Eine Strafminderung, wie sie bei einem von 

Anfang an vollständig geständigen, einsichtigen und reuigen Täter möglich 

ist, ist unter diesen Umständen ausgeschlossen. Die übrigen persönlichen 

Verhältnisse bieten zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Strafempfindlich-

keit des ledigen, arbeits- und kinderlosen Beschuldigten erscheint als 

maximal durchschnittlich. Aussergewöhnliche Umstände, welche eine 

erhöhte Strafempfindlichkeit zu begründen vermögen (vgl. statt vieler: Urteil 

des Bundesgerichts 6B_301/2019 vom 17. September 2019 E. 1.4.1), sind 

weder ersichtlich noch werden solche behauptet. 

 

Nachdem nur der Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen hat, bleibt es 

aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) bei der von 

der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 4 Jahren. Eine 

Reduktion der Freiheitsstrafe kommt damit unter keinem Titel in Frage. Die 

Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt als unbegründet 

und ist abzuweisen.  

 

5.4. 

Bei einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren fallen sowohl der bedingte als auch 

der teilbedingte Vollzug ausser Betracht (Art. 42 Abs. 1 bzw. Art. 43 Abs. 1 

StGB).  

 

5.5. 

Die bisher ausgestandene Untersuchungshaft (1. Februar bis 16. August 

2021) sowie der vorzeitige Strafvollzug (seit 17. August 2021) von 

insgesamt 638 Tagen sind auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 

StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 StGB; Art. 236 Abs. 4 StPO).  

 

6. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten gestützt auf Art. 66a StGB für die 

Dauer von 10 Jahren des Landes verwiesen und eine Eintragung im 

Schengener Informationssystem (SIS) angeordnet. Der Beschuldigte hat 

sowohl die Anordnung der Landesverweisung, die Dauer als auch die 

 - 17 - 

 

 

Ausschreibung im SIS akzeptiert, womit es im Berufungsverfahren sein 

Bewenden hat.  

 

7. 

7.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor dem Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 

10. November 2017 E. 4.3).  

 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist 

vollumfänglich abzuweisen, weshalb es sich ausgangsgemäss rechtfertigt, 

ihm die gesamten Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4'000.00 

aufzuerlegen.  

 

7.2. 

Der amtliche Verteidiger ist gestützt auf seine anlässlich der 

Berufungsverhandlung eingereichte Kostennote, angepasst an die 

effektive Dauer der Berufungsverhandlung, mit gerundet Fr. 3'190.00 (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse zu entschädigen 

(Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO i.V.m. § 9 AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  

 

7.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Die beschuldigte Person trägt die Kosten, wenn sie verurteilt 

wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Wird sie teilweise freigesprochen, so sind ihr 

die Verfahrenskosten anteilsmässig aufzuerlegen.  

 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten die Verfahrenskosten unter 

Berücksichtigung der ergangenen Freisprüche in Bezug auf vier ihm 

vorgeworfene Einbruchdiebstähle zu 5/6 auferlegt, was nicht zu 

beanstanden ist, da – wie von der Vorinstanz zurecht festgehalten – ein 

Grossteil des Untersuchungsaufwands auf die übrigen Delikte, für welche 

der Beschuldigte verurteilt worden ist, entfallen ist. Nachdem sich die 

Berufung des Beschuldigten als unbegründet erwiesen hat, hat es mit der 

vorinstanzlichen Kostenverteilung sein Bewenden. 

 

Die Vorinstanz ist erneut darauf hinzuweisen, dass es für die Auferlegung 

von «Spesen für das begründete Urteil» an eine beschuldigte Person im 

Strafverfahren keine gesetzliche Grundlage gibt. Die erstinstanzlichen 

 - 18 - 

 

 

Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 11'677.70 (inkl. Anklagegebühr von 

Fr. 2'150.00, ohne Kosten für die amtliche Verteidigung und Übersetzung 

sowie Spesen für das begründete Urteil) sind dem Beschuldigten zu 5/6, 

d.h. mit gerundet Fr. 9'730.00, aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Staatskasse zu nehmen.  

 

7.4. 

Die der ehemaligen amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten, Rechts-

anwältin Victoria Huber, für das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene 

Entschädigung von Fr. 15'781.35 und die dem aktuellen amtlichen 

Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene Entschädi-

gung von Fr. 6'650.60 sind mit Berufung nicht angefochten worden, 

weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr zurückgekommen 

werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 

2019 E. 2.3). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zu 5/6 zurückzufordern, sobald 

es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf 

- des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls (Anklageziffern 1.1, 1.5 

und 1.7); 

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs (Anklageziffer 2 i.V.m. 1.1, 1.5 und 

1.7); 

- der mehrfachen Sachbeschädigung (Anklageziffer 3 i.V.m. 1.1, 1.5 und 

1.7). 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 

und 3 StGB (Anklageziffern 1.2 - 1.4 und 1.6 und Anklageziffern 1.8 - 

1.13 [in Rechtskraft erwachsen]); 

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB (Anklage-

ziffern 2 i.V.m. 1.2 - 1.4, 1.6 und Anklageziffern 1.8 - 1.13 [in 

Rechtskraft erwachsen]); 

 - 19 - 

 

 

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffern 3 i.V.m. 1.2 - 1.4, 1.6 und Anklageziffern 1.8 - 1.13 [in 

Rechtskraft erwachsen]);  

- des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung gemäss Art. 96 Abs. 2 SVG 

[in Rechtskraft erwachsen]. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB und Art. 40 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren 

verurteilt.  

 

3.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft und der vorzeitige Strafvollzug von 

insgesamt 638 Tagen werden dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe 

angerechnet.  

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a StGB für 10 Jahre des Landes 

verwiesen. Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem 

(SIS) ausgeschrieben. 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Folgende Gegenstände werden den berechtigten Personen zurück-

gegeben:  

- Damenarmbanduhr «Omega» Constellation, silberfarben 

- Damenarmbanduhr «Rado» Dia Star, gold-/silberfarben 

- Kettenanhänger tropfenförmig, goldfarben mit Brillianten besetzt 

- 1 Ohrstecker, goldfarben mit rundem Brilliant 

- 1 Paar Ohrringe mit Kugel, goldfarben 

- Ohrring, goldfarben 

- Ohrring aus Drähten, goldfarben 

- 1 Ohrstecker, gold-/silberfarben 

- Halskette, goldfarben mit Kreuz goldfarben 

- Halskette, goldfarben mit Herzanhänger mit Brillianten besetzt 

- Stück einer Kette, goldfarben.  

 

Werden diese Gegenstände nicht innerhalb von 30 Tagen seit Eintritt der 

Rechtskraft bei der Vorinstanz abgeholt, trifft die Staatsanwaltschaft die 

sachgemässen Verfügungen. 

 

6. [in Rechtskraft erwachen] 

6.1.  

Die Zivilklagen der Privatkläger C., D. und E. werden abgewiesen.  

 

 - 20 - 

 

 

6.2. 

Die Zivilklagen der Privatkläger F., G., H., I., J., K., L., M. und N. werden 

auf den Zivilweg verwiesen.  

 

7. 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

 

7.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 3'190.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückverlangt, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 11'677.70 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 2'150.00, ohne Entschädigung amtliche 

Verteidigung, Übersetzungskosten und Spesen der Urteilsbegründung) 

werden dem Beschuldigten zu 5/6 mit rund Fr. 9'730.00 auferlegt.  

 

8.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – insoweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der früheren amtlichen Verteidigerin, 

Rechtsanwältin Victoria Huber, für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 15'781.35 auszurichten  

 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – insoweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Nils 

Haldemann, eine Entschädigung von Fr. 6'650.60 auszurichten.  

 

Diese Entschädigungen werden vom Beschuldigten zu 5/6 (ohne 

Übersetzungsauslagen) mit Fr. 16'456.45 zurückverlangt, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

  

 - 21 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 31. Oktober 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     M. Stierli