# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f430e0e7-2098-5577-995f-973873345bbf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-01-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 13.01.2006 S 2005 144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2005-144_2006-01-13.pdf

## Full Text

S 05 144
2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 13. Januar 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach KVG

1. a) Der … geborene … ist verheiratet und Vater von fünf Kindern, wovon bis auf 

eines alle volljährig sind. Er arbeitet als selbständigerwerbender Landwirt, 

früher zudem als Maurer und Plattenleger und ist nebenamtlich als 

Gemeindepräsident von … tätig. … ist bei der ÖKK Kranken- und 

Unfallversicherungen AG (ÖKK) durch eine freiwillige Taggeldversicherung 

nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG; SR 832.10) taggeldversichert. 

Der Leistungsumfang gemäss diesem Vertrag beträgt CHF 50.-- ab dem 15. 

Tag und CHF 100.-- ab dem 31. Tag. 

b) Am 9. Januar 2003 wurde dem Versicherten aufgrund einer Arthrose im 

rechten Knie im Spital … eine Schlittenprothese eingesetzt. Für die daraus 

resultierende Arbeitsunfähigkeit richtete die ÖKK dem Versicherten bis am 20. 

Juli 2003 Taggeldleistungen aus. Danach bestand nur noch eine 25%-ige 

Arbeitsunfähigkeit, weshalb keine Taggelder mehr zu leisten waren.  

c) Nachdem sich der Versicherte am 25. März 2004 bei der IV-Stelle 

Graubünden zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet hatte, liess die IV-

Stelle durch Dr. med. …, Allgemeinmediziner aus …, die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten bezüglich des Anspruchs auf eine Rente beurteilen. Dieser kam 

am 20. Juni 2004 zum Resultat, dass für die Tätigkeit als Landwirt bzw. 

Plattenleger eine Einschränkung von 25% bestehe. Aus einem von der IV-

Stelle angeordneten Abklärungsbericht vom 9. Dezember 2004, welcher vom 

landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Plantahof erstellt 

wurde, ergibt sich, dass Versicherte auch als Kassier für die 

Alpgenossenschaft … amte und seine Tätigkeit als Maurer und Plattenleger 

beinahe eingestellt habe, sodass der grösste Teil des Nebeneinkommens aus 

dem Amt als Gemeindepräsident resultiere. Das Einkommen aus der 

Landwirtschaft habe in den letzten drei Jahren etwa CHF 15'000.-- pro Jahr 

betragen. Der Versicherte sei in der Lage, die meisten auf dem 

landwirtschaftlichen Betrieb anfallenden Arbeiten, wenn auch teilweise 

verlangsamt, selbst zu erledigen. Er sei aber behinderungsbedingt auf die 

Mithilfe seiner Ehefrau angewiesen. Aufgrund der Abklärungen vor Ort 

betrage die Arbeitsunfähigkeit auf dem Betrieb 17%.

Mit Verfügung vom 6. Januar 2005 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass er keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe, da der Invaliditätsgrad unter 

40% liege. Diese Verfügung wurde vom Versicherten angefochten. 

d) Mit Schreiben vom 10. März 2005 empfahl Dr. med. … von der Klinik … in … 

seinem Kollegen Dr. med. …, dem Hausarzt des Versicherten, diesen zu 50% 

arbeitsfähig zu schreiben, da dies der medizinisch-theoretischen Beurteilung 

in solchen Fällen entspreche und da der Versicherte so wenigstens das 

Taggeld der Krankenkasse erhalte. 

e) Am 20. März 2005 diagnostizierte dessen Hausarzt Dr. … dem Versicherten 

ohne weitere Begründung eine Verschlechterung der Situation und legte die 

Arbeitsunfähigkeit bis 1. Februar 2005 auf 25% und ab dem 2. Februar 2005 

auf 50% fest. 

f) In seinem Bericht vom 27. April 2005 schrieb der Chirurg Dr. med. … vom 

Spital …, der Versicherte sei notfallmässig zu ihm gekommen, um vor der 

vertrauensärztlichen Untersuchung eine Lagebeurteilung zu erhalten. In der 

Beurteilung führte Dr. … aus, er glaube nicht, dass aufgrund der Beschwerden 

eine Arbeitsfähigkeit von über 50% als Bauer oder für eine andere 

mechanische Arbeit möglich sei. 

g) Anlässlich der Untersuchung vom 9. Mai 2005 hielt Dr. med. …, 

Vertrauensarzt der ÖKK, in seinem Bericht fest, dass der Versicherte für 

mittlere Belastungen als voll einsetzbar betrachtet werden könne, während 

ihm als Landwirt je nach Mechanisierung des Betriebes eine 

Arbeitsunfähigkeit von ca. 25% für schwere belastende Tätigkeiten 

zuzubilligen sei. Eine Halbierung der Leistungsfähigkeit könne nicht 

verstanden werden, da der Versicherte insbesondere noch Ski fahren könne, 

was das Knie stark belaste. Anhand seiner Ausbildung und Kenntnisse wäre 

dem Versicherten ein körperlich eher mässig belastender Nebenerwerb 

durchaus zumutbar. 

h) Mit Entscheid vom 23. Juni 2005 wies die IV-Stelle die gegen den negativen 

Rentenentscheid erhobene Einsprache ab. In der Begründung wurde im 

Wesentlichen dargelegt, dass die Berichte von Dr. … und Dr. … nichts am 

von Dr. … vom 20. Juni 2004 festgestellten Resultat zu ändern vermöchten, 

weshalb an der Verfügung vom 6. Januar 2005 festgehalten werde. 

i) Am 28. Juni 2005 schrieb Dr. … dem Vertrauensarzt, dass der Versicherte 

nicht mehr in der Lage sei, seine landwirtschaftlichen Aktivitäten speditiv 

auszuführen und dass Hausarzt Dr. …, Dr. … und er den Versicherten 

übereinstimmend ab 2. Februar 2005 zu 50% als arbeitsunfähig eingeschätzt 

hätten. 

2. a) Mit Verfügung vom 21. Juli 2005 lehnte die ÖKK die Ausrichtung von 

Taggeldern aus der freiwilligen Krankentaggeldversicherung seit dem 2. 

Februar 2005 ab. In der dagegen erhobenen Einsprache durch die Pro Infirmis 

liess der Versicherte im Wesentlichen ausführen, es sei fraglich, wenn eine 

kurze vertrauensärztliche Untersuchung mehr Gewicht habe als die 

Erkenntnisse der Ärzte zuvor, welche dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit 

von 50% attestierten. 

b) Mit Entscheid vom 21. September 2005 wies die ÖKK die Einsprache ab. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, ein Taggeldanspruch nach 

dem KVG bestehe nur, sofern die versicherte Person mindestens zu 50% 

arbeitsunfähig sei. Diese Voraussetzung sei aber nicht gegeben, da aufgrund 

der glaubwürdigen und schlüssigen Berichte von Dr. … vom 20. Juni 2004 

und Dr. … vom 9. Mai 2005 sowie aufgrund des landwirtschaftlichen 

Abklärungsberichtes nicht von einer Arbeitsunfähigkeit von über 25% 

ausgegangen werden könne. Die anderen Arztberichte gäben lediglich die 

Patientenangaben wieder. 

3. Dagegen liess der Versicherte am 20. Oktober 2005 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und beantragen, der 

Einspracheentscheid vom 21. September 2005 und die diesem zurunde 

liegende Verfügung vom 21. Juli 2005 seien aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ab 2. Februar 2005 aufgrund einer 

Arbeitsunfähigkeit von 50% Taggelder von CHF 50.-- auszurichten. 

Eventualiter sei die Angelegenheit zur Einholung eines medizinischen 

Gutachtens zur Festlegung der Arbeitsunfähigkeit an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Mit Schreiben vom 21. Oktober 2005 

wurde der Taggeldbetrag im Rechtsbegehren fristgerecht von CHF 50.-- auf 

CHF 75.-- erhöht. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, der 

Beschwerdeführer verfüge aus gesundheitlichen Gründen neben dem 

Verdienst aus dem Gemeindepräsidium nur noch über ein minimes 

Einkommen aus der Landwirtschaft. Es gäbe keinen Anlass von der 

Beurteilung der behandelnden Ärzte abzuweichen, welche die Folgen der 

erfolgten Operation auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der 

angestammten Tätigkeit am besten abschätzen könnten. Fraglich sei, ob sich 

der Beschwerdeführer in der konkreten Situation und im Rahmen der ihm 

obliegenden Schadenminderungspflicht beruflich umstellen müsse und die 

Arbeitsfähigkeit in einem anderen Beruf geprüft werden dürfe.

4. In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. November 2005 liess die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde beantragen und 

begründet dieses Begehren hauptsächlich damit, dass einige der Arztberichte 

teilweise unzuverlässig seien und eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes seit dem 2. Februar 2005 medizinisch nicht 

dokumentiert sei. Abzustellen sei vielmehr auf die weitaus schlüssigeren 

Berichte des Vertrauensarztes, welcher den Beschwerdeführer für schwere 

Arbeiten zu 25% arbeitsunfähig und für mittlere Belastungen gar für voll 

einsetzbar eingestuft habe. Aufgrund seiner vielseitigen Fähigkeiten sei für 

den Beschwerdeführer ein beruflicher Wechsel zumutbar. Zudem wären von 

einem weiteren Gutachten keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. 

5. Obwohl mit Schreiben des Verwaltungsgerichtspräsidenten vom 10. 

November 2005 den Parteien mitgeteilt wurde, dass kein weiterer 

Schriftenwechsel stattfinde, liess der Beschwerdeführer dem Gericht am 5. 

Dezember 2005 eine Praktikumsbestätigung des Amtes für 

Schätzungswesen zukommen. Wegen diesem Praktikum sei es ihm nicht 

zumutbar gewesen, eine andere Anstellung anzunehmen. Zudem liess er 

noch eine Zusammenstellung der Kosten einreichen, die angeblich durch 

Vergabe von landwirtschaftlichen Arbeiten an Dritte infolge der Behinderung 

angefallen waren. Weiter liess der Beschwerdeführer dem Gericht am 16. 

Dezember 2005 einen Bericht von Dr. … vom 13. Dezember 2005 zukommen, 

wonach im Kantonsspital Chur eine Skelettzintigraphie durchgeführt worden 

sei, welche eine vermehrte Speicherung im Bereich der tibialen Auflagefläche 

ergeben habe, was für eine beginnende Lockerung bzw. Überlastung der 

eingesetzten Prothese spreche. Zudem seien erhebliche Zeichen einer 

Abnützung an der Innenseite des nicht operierten Knies vorhanden. Mit 

Schreiben vom 22. Dezember 2005 liess die Beschwerdegegnerin 

unaufgefordert dazu Stellung nehmen und liess ausführen, sie gehe davon 

aus, dass die eingereichten Unterlagen vom Gericht als nicht relevant erklärt 

würden. Ausserdem seien die Beschwerden am nicht operierten Knie bisher 

nie geltend gemacht worden und auch der Arztbericht Dr. … vom 13. 

Dezember 2005 vermöge eine Arbeitsunfähigkeit von 50% nicht 

nachzuweisen. Auch vermöchten die neu eingelegten Rechnungen nichts an 

der Sach- und Rechtslage bzw. an der Beurteilung des Grades der 

Arbeitsfähigkeit zu ändern. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 72 Abs. 2 KVG entsteht der Taggeldanspruch wenn eine 

versicherte Person mindestens zur Hälfte arbeitsunfähig ist. Bei teilweiser 

Arbeitsunfähigkeit wird ein entsprechend gekürztes Taggeld ausgerichtet (Art. 

72 Abs. 4 KVG). Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist Arbeitsunfähigkeit die 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf 

oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird 

auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 

berücksichtigt. Bei der Arbeitsunfähigkeit handelt es sich um eine Einbusse 

an funktionellem Leistungsvermögen, wobei nicht eine medizinisch-

theoretische Schätzung der Arbeitsunfähigkeit massgebend ist. Vielmehr 

muss darauf abgestellt werden, in welchem Mass der Versicherte aus 

gesundheitlichen Gründen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich nicht 

mehr nutzbringend tätig sein kann (Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich 2003, 

Art. 6 N 2).

b) Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger 

und Sozialversicherungsrichter die Beweise ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 125 V 351 E. 3a). 

Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So 

darf der Richter bezogen auf Berichte von Hausärzten der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten der Patienten aussagen 

(BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Vertrauensärzte nehmen insbesondere in der 

Phase vor einem Einspracheentscheid eine unabhängige Position ein und 

sind nicht als Partei zu betrachten. Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin, die 

Versicherung vor unnützen Leistungen, sondern auch den 

Versicherungsnehmer vor ungerechtfertigter Leistungsverweigerung zu 

schützen (Eugster, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Die 

Krankenversicherung, Basel 1998, N 62). Berichten von 

versicherungsinternen Ärzten kommt daher Beweiswert zu, sofern der Bericht 

als schlüssig erscheint, nachvollziehbar begründet und in sich 

widerspruchsfrei ist und keine konkreten Indizien gegen seine 

Glaubwürdigkeit sprechen (BGE 122 V 161). 

2. a) Vorliegend stimmen die Befunde der Ärzte im Wesentlichen überein. 

Unterschiedlich sind jedoch die Folgerungen betreffend den Grad der 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers für die Zeit ab 2. Februar 2005. 

Was die Zeit davor betrifft, ist nicht bestritten, dass die Arbeitsunfähigkeit seit 

dem 21. Juli 2003 maximal bei 25% lag. So billigte Dr. … am 20. Juni 2004 

dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 25% zu. Diese wurde 

nicht bestritten und durch den Beschwerdeführer am 1. Juli 2004 gegenüber 

der IV sogar bestätigt. Auch der Abklärungsbericht des landwirtschaftlichen 

Bildungs- und Beratungszentrums Plantahof vom 9. Dezember 2004, welches 

die Arbeitsunfähigkeit auf dem Landwirtschaftsbetrieb auf 17% einschätzt, 

wurde nicht beanstandet. Somit stellt sich vorliegend die Frage, ob sich das 

Leistungsvermögen des Beschwerdeführers ab dem 2. Februar 2005 

reduzierte und dessen Arbeitsunfähigkeit damit seither 50% beträgt, oder ob 

diese, wie von der Beschwerdegegnerin ausgeführt, nach wie vor bei 25% 

liegt. 

b) Dr. … begründet seine Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von 50% in 

seinem an Dr. … gerichteten Bericht vom 10. März 2005 damit, dass solche 

Fälle normalerweise zu einer medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit 

von 50% führten, was jedoch gemäss versicherungsgerichtlicher 

Rechtsprechung nicht massgebend ist (BGE 111 V 239). Zudem richtet sich 

die Empfehlung auf die Folge, dass der Beschwerdeführer bei einer 

Arbeitsunfähigkeit von 50% wenigstens das Taggeld der Krankenkasse 

erhalte. Dies macht den Eindruck einer Beurteilung zu Gunsten des 

Beschwerdeführers, womit nicht davon ausgegangen werden kann, dass die 

Arbeitsunfähigkeit objektiv bewertet wurde. Damit sprechen erhebliche 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit dieses Arztberichtes. Das Resultat der 

medizinischen Untersuchung unterschied sich indes bis auf eine Steigerung 

der Flexion um 20% nicht vom bereits im Juni 2004 von Dr. … festgestellten 

Ergebnis, womit aus medizinischer Hinsicht nicht nachvollziehbar begründet 

ist, weshalb sich die Arbeitsunfähigkeit auf 50% erhöht haben sollte. Auch das 

ärztliche Zeugnis von Dr. … vom 20. März 2005 lässt den Schluss nicht zu, 

dass sich beim Gesundheitszustand bzw. bei der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers eine Änderung ergeben hätte. Eine Begründung fehlt 

vollständig und es wird unter Bemerkungen lediglich eine Verschlechterung 

der Situation angeführt. Da sich daraus nicht entnehmen lässt, inwiefern sich 

das funktionelle Leistungsvermögen des Beschwerdeführers seit dem 2. 

Februar 2005 verschlechtert hätte, genügt auch dieses Schreiben den 

Anforderungen an einen beweisrelevanten Arztbericht nicht. Dr. … kommt in 

seinem Bericht vom 27. April 2005 in medizinischer Hinsicht zu der praktisch 

identischen Diagnose wie Dr. … im Jahr 2004, womit ebenfalls keine 

objektiven Befunde für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers sprechen. Er „glaubt“ lediglich, dass eine über 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit als Bauer oder eine andere mechanische Arbeit aufgrund der 

Beschwerden nicht möglich sei. Aufgrund dieser Zeugnisse von Dr. …, Dr. … 

und Dr. … lässt sich somit nicht nachvollziehen, inwiefern sich der Grad der 

Arbeitsunfähigkeit beim Beschwerdeführer verschlechtert haben sollte. Eine 

wesentliche Verschlechterung des objektiven Gesundheitszustandes ist 

nämlich nicht dokumentiert und die Berichte erwecken den Anschein, dass 

darin zu Gunsten des Beschwerdeführers ausgesagt wird. 

c) Hingegen legt der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin im Bericht vom 9. 

Mai 2005 glaubwürdig und detailliert dar, dass zwar gewisse körperliche 

Einschränkungen bei schweren Belastungen bestünden, diese jedoch keine 

50%-ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge hätten. Patienten mit nennenswerten 

Knieproblemen seien zudem im Gegensatz zum Beschwerdeführer nicht in 

der Lage, Ski zu fahren oder mieden diese Sportart. Insgesamt sei der 

Beschwerdeführer für leichtere und mittlere Belastungen voll einsatzfähig und 

für die Tätigkeit als Landwirt sei ihm je nach Mechanisierung eine 

Arbeitsunfähigkeit von maximal etwa 25% für schwer belastende Tätigkeiten 

zuzubilligen. Auch bestehen aufgrund des medizinischen Befundes objektiv 

keine Hinweise, wonach sich der Zustand seit Februar 2005 verändert hätte. 

Dieser vertrauensärztliche Bericht erscheint durchwegs als schlüssig, 

nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei. Zudem sind keine 

Indizien vorhanden, welche gegen die Zuverlässigkeit sprechen könnten, 

weshalb darauf abzustellen ist. 

Auch im Bericht des Plantahofs vom 9. Dezember 2004, welcher die effektive 

funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers erfasst, liegen 

fundierte Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit vor. Die dort geschätzte 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 17% untermauert die 

Glaubwürdigkeit und Beweiskraft des vertrauensärztlichen Berichtes 

zusätzlich. 

d) Somit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Arbeitsunfähigkeit 

des Beschwerdeführers von 25% für die schweren Belastungen der 

landwirtschaftlichen Tätigkeit auszugehen. Demnach können gemäss Art. 72 

Abs. 2 KVG keine Taggelder ausgerichtet werden.

e) Da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers von 25% ausgegangen werden kann, muss zudem nicht 

entschieden werden, ob dieser verpflichtet gewesen wäre, einen 

Berufswechsel vorzunehmen. 

3. Der Beschwerdeführer liess vorliegend, obwohl kein weiterer 

Schriftenwechsel angeordnet wurde, dem Gericht anschliessend an den 

ersten Schriftenwechsel verschiedene Unterlagen zukommen. Zwar hat die 

Einspracheinstanz allfällige Entwicklungen des Sachverhalts bis zum Erlass 

des Einspracheentscheides mit zu berücksichtigen (Kieser, a.a.O., Art. 56 N 

7 und Art. 61 N 54) woraus aber auch folgt, dass Sachverhaltsentwicklungen, 

welche den Zeitraum nach Ergehen des Einspracheentscheides betreffen, 

nicht mehr berücksichtigt werden müssen. Die nachträglich eingereichten 

Unterlagen können daher nicht mehr berücksichtigt werden und wären zudem 

wohl auch dann nicht relevant. Einerseits würden die neu eingelegten 

Rechnungen nichts an der 25%-igen Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers ändern und andererseits spricht gemäss Bericht von Dr. 

… vom 13. Dezember 2005 die festgestellte Speicherung im Bereich der 

tibialen Auflagefläche der Prothese zwar für eine Lockerung derselben, stellt 

aber keinen Hinweis darauf dar, dass sich die Prothese tatsächlich gelockert 

hat. Was die Behauptung betrifft, auch das nicht operierte Knie weise 

Abnutzungserscheinungen auf, ist diese im vorliegenden Verfahren ebenfalls 

nicht zu berücksichtigen, da sie zum ersten Mal vorgebracht wird, bisher also 

weder vom Beschwerdeführer noch von einem der Ärzte geäussert wurde. 

4. Im Rahmen der Beschwerdeschrift lässt der Beschwerdeführer eventualiter 

beantragen, es sei die Angelegenheit zur Einholung eines medizinischen 

Gutachtens zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Führt eine pflichtgemässe Würdigung der vorhandenen 

Beweismittel zur Überzeugung des Gerichts, ein bestimmter Sachverhalt sei 

als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere 

Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, 

so ist nach dem Grundsatz der antizipierten Beweiswürdigung auf die 

Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (BGE 119 V 344). Da sich die 

involvierten Ärzte bezüglich der objektiven, medizinischen Befunde bis auf 

geringste Abweichungen im Wesentlichen einig sind, können vorliegend von 

zusätzlichen Untersuchungen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden, die 

den Ausgang des Prozesses zu beeinflussen vermöchten, weshalb auf solche 

zu verzichten ist.

5. Aufgrund der erfolgten Ausführungen erweist sich sowohl der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. September 2005 als 

auch deren Verfügung vom 21. Juli 2005 als rechtmässig, weshalb 

vorliegende Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist. 

6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG und Art. 11 der kantonalen Verordnung über das 

Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VSS; BR 542.300) ist das 

kantonale Beschwerdeverfahren - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung - kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden. Den Parteien steht gemäss Art. 61 lit. g ATSG keine 

aussergerichtliche Entschädigung zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

Die dagegen an das Eidgenössische Versicherungsgericht erhobene 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde am 14. September 2006 abgewiesen (K 

56/06).