# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47a5944f-3143-5cf4-a6ed-38e363d0d6f4
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-29
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 29.11.2018 VG.2018.00067 (VG.2018.726)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00067_2018-11-29.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 29. November 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00067

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  vertreten durch Rechtsanwalt B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______, geboren am […], war ab dem 1. August 1997
  als Bäcker bei der Bäckerei […], in […], angestellt. Am […] erlitt er einen
  Unfall, als er mit seinem Personenwagen bei einer Kreuzung mit einem von
  links kommenden, nicht vortrittsberechtigten Personenwagen kollidierte. In
  der Folge war er nicht mehr arbeitstätig und meldete sich am 26. März 2014
  unter Hinweis auf Rücken-, Hals- und Nackenprobleme/-schmerzen bei der
  IV-Stelle Glarus zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Sein
  damaliger Arbeitgeber kündigte das Arbeitsverhältnis per Ende August 2014.

  
	
   

  
	
  1.2 Mit Vorbescheid vom 11. Dezember 2014 stellte die
  IV-Stelle A.______ die Abweisung seines Leistungsbegehrens bei einem
  Invaliditätsgrad von 1 % in Aussicht. Den von A.______ erhobenen Einwänden
  leistete die IV-Stelle keine Folge und hielt mit Verfügung vom 14. April 2015
  an ihrem Vorbescheid fest.

  
	
   

  
	
  1.3 Dagegen erhob A.______ am 12. Mai 2015 Beschwerde
  beim Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der Verfügung der
  IV-Stelle und die Rückweisung der Sache an diese. Das Verwaltungsgericht
  hiess die Beschwerde am 28. Januar 2016 gut, hob die Verfügung der IV-Stelle
  vom 14. April 2015 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, welche
  gemäss den Erwägungen des Urteils umgehend eine versicherungsexterne
  Begutachtung von A.______ einzuleiten hatte.

  
	
   

  
	
  1.4 Die IV-Stelle Glarus gab am 17. Juli 2017 bei der
  MEDAS Interlaken Unterseen GmbH ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag.
  Dieses wurde am 30. Oktober 2017 erstattet. Gestützt auf das Gutachten
  erliess die IV-Stelle den Vorbescheid vom 8. Februar 2018, gemäss
  welchem A.______ die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem
  Invaliditätsgrad von 21 % in Aussicht gestellt wurde. Dagegen erhob A.______
  am 6. März 2018 verschiedene Einwände, wobei er ein fachärztliches Attest
  seines behandelnden Psychiaters, med. pract. C.______, Facharzt für
  Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 15. Dezember 2017 einreichte. Die
  IV-Stelle wandte sich gleichentags mit verschiedenen Fragen an med. pract.
  C.______, welche dieser am 4. April 2018 beantwortete, wobei er einen Bericht
  des Hausarztes von A.______, Dr. med. D.______, Allgemeinmedizin FMH, vom 26.
  März 2018 beilegte. Die IV-Stelle sandte diese beiden Berichte an die Medas
  und stellte verschiedene Zusatzfragen zum Gutachten, welche am 30. Mai 2018
  beantwortet wurden. In der Folge erliess die IV-Stelle am 14. Juni 2018 die
  Verfügung, in welcher sie an ihrem Vorbescheid festhielt.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Dagegen gelangte A.______
  mit Beschwerde vom 19. Juni 2018 ans Verwaltungsgericht und beantragte die
  Aufhebung der Verfügung vom 14. Juni 2018. Ihm sei mit Wirkung ab dem 11.
  April 2014 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter
  sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle. Die IV-Stelle schloss am 16.
  Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
  Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist
  Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
  oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
  eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte oder nach zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 

  
	
   

  
	
  2.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben laut Art. 28
  Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
  Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
  wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a); während eines
  Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 %
  arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b); und nach Ablauf dieses Jahres zu
  mindestens 40 % invalid sind (lit. c).

  
	
   

  
	
  2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei
  einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindestens 60 %
  auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens 70 % auf eine ganze Rente.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Nach dem für das gesamte
  Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz
  der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
  Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel
  unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
  entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
  des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351
  E.3a).

  
	
   

  
	
  Die Verwaltung als verfügende
  Instanz und – im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann
  als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid – sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
  Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat vielmehr
  jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.2 Es ist Aufgabe des Arztes,
  sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls auf den
  Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu
  nehmen, bezüglich welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie
  arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige
  Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
  versicherten Person im Hinblick auf ihre persönlichen Verhältnisse noch
  zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.3 Hinsichtlich
  des Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die
  Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
  beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie
  dem Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei
  psychischen Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls
  in Auseinanderset­zung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob
  es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet,
  ob die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet
  sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie
  ob der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche
  ihm die Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft
  eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
  bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
  (BGE 137 V 210 E. 1.3.4). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die
  medizinischen Gutachter kämen im Medas-Gutachten zum Schluss, dass bei ihm
  zahlreiche Diagnosen mit und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
  vorliegen würden. Dabei werde davon ausgegangen, dass bei ihm lediglich
  somatische, nicht aber psychiatrische Beeinträchtigungen mit Krankheitswert
  bestünden. Dies widerspreche der Auffassung sowohl seines Psychiaters als
  auch seines Hausarztes. Beide bestätigten, dass er nicht zuletzt als Folge
  der Langzeitarbeitslosigkeit und der damit zusammenhängenden
  Belastungssituation psychisch dekompensiert habe. Insoweit sei er der
  Meinung, dass die medizinischen Gutachter hinsichtlich der von ihnen
  ebenfalls beurteilten Vergangenheit zu Unrecht das Vorhandensein einer
  eigentlichen depressiven Störung verneint hätten. Er vertrete die Auffassung,
  dass er während eines längeren Zeitraums vollumfänglich arbeitsunfähig
  gewesen sei, weshalb ihm in jedem Fall eine befristete Rente zuzusprechen
  sei. Die Gutachter würden zwar anerkennen, dass er mindestens im Umfang von
  25 % leistungsmässig eingeschränkt sei. Dieser Abzug sei indessen zu tief
  angesetzt. Mit den behandelnden Ärzten gehe er von einer funktionellen
  Einschränkung mit Bezug auf geeignete Verweisungstätigkeiten im Umfang von 50
  % aus. Sodann sei es nicht gerechtfertigt, sein eingeschränktes
  Leistungsvermögen mit dem Medianlohn des Kompetenzniveaus 1 gleichzusetzen.
  Schliesslich gehe die Beschwerdegegnerin von einem unzutreffenden
  Valideneinkommen aus und habe zu Unrecht keinen Abzug vom Tabellenlohn
  vorgenommen. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, dass dem
  Beschwerdeführer gemäss dem überzeugenden Medas-Gutachten in einer
  angepassten, körperlich nicht schweren Tätigkeit ein Arbeitspensum von acht
  Stunden pro Tag bei einer Leistungsminderung von 25 % seit dem Austritt aus
  der Rehaklinik im November 2013 attestiert werde. Damit liege der
  Invaliditätsgrad unter 40 %. Der Beschwerdeführer könne mit seiner
  Arbeitsfähigkeit von 75 % die ihm verbleibende hohe Arbeitskraft durchaus
  noch wirtschaftlich nutzen.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 

  
	
  5.1.1 In der interdisziplinären Beurteilung des
  Medas-Gutachtens vom 30. Oktober 2017 stellten die Gutachter beim
  Beschwerdeführer folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
  Zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10: M42.11, M42.12); chronifiziertes
  lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10: M43.16, M42.16); koronare
  3-Gefäss-Erkrankung (ICD-10: I21.0) sowie Adipositas (ICD-10: E66.0) mit
  einem BMI von 29 kg/m2. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
  blieben eine posttraumatische Belastungsstörung vom Typ I Trauma, in leichter
  Ausprägung mit Verbitterungssyndrom (ICD-10: F43.1) sowie eine
  Kompressionsneuropathie des Nervus medianus beidseits; rechts leichtgradig
  und links diskret. Im interdisziplinären Konsens sei der Beschwerdeführer
  seit seinem Unfall vom 8. Oktober 2013 in der bisherigen Tätigkeit als
  Bäcker zu 100 % arbeitsunfähig. In einer angepassten, körperlich nicht
  schweren Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer ein Arbeitspensum von acht
  Stunden pro Tag mit einer Leistungsminderung von 25 % zumutbar. Diese
  Leistungsminderung werde begründet durch die Notwendigkeit von Arbeitspausen,
  der Einhaltung von Wechselpositionen und von ergonomisch korrekten
  Arbeitshaltungen sowie von Lockerungsübungen. Folgende Kriterien seien für
  eine angepasste Arbeitstätigkeit einzuhalten: Keine längeren
  Überkopfarbeiten, keine Arbeiten in chronischer Vorneigehaltung des Kopfs mit
  und ohne gleichzeitige Kopfrotation, kein wiederholtes Bücken oder Aufrichten,
  kein wiederholtes Anheben und Tragen von Lasten über 10 kg, keine
  Arbeiten in kniender oder kauernder Position und keine Arbeiten mit monotoner
  Vorneigehaltung des Oberkörpers. Die Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer
  angepassten Tätigkeit gelte seit Ende der Rehabilitation in der Reha-Klinik
  Bellikon am 7. November 2013. Vom 12. Mai 2014 bis 14. Juni 2014 sei der
  Beschwerdeführer 100 % arbeitsunfähig gewesen, ebenso nach dem Myokardinfarkt
  vom 18. Dezember 2016 bis am 5. Februar 2017. Zudem habe eine
  Arbeitsunfähigkeit von 50 % wegen der koronaren Herzkrankheit vom 6. Februar
  2017 bis am 27. April 2017 bestanden.

  
	
   

  
	
  5.1.2 Das rheumatologische Teilgutachten wurde
  durch Dr. med. E.______, Facharzt Rheumatologie und Allgemeine
  Innere Medizin, erstattet. Dieser führte aus, dass beim Beschwerdeführer eine
  leichte bis mittelgradige Reduktion der zumutbaren Belastbarkeit des
  Achsenskeletts, insbesondere die Abschnitte Halswirbelsäule und
  Lendenwirbelsäule betreffend, bestehe. Die Reduktion der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
  (Belastbarkeit) betreffe v.a. den Rücken belastende Tätigkeiten und
  Arbeitshaltungen. Zu vermeiden seien Arbeiten, welche wiederholte Rotationen
  der Halswirbelsäule erforderten, Arbeiten, welche über Kopf stattfinden
  müssten, Arbeitstätigkeiten mit einer chronischen Vorneigehaltung des Kopfs,
  wiederholtes Bücken und Aufrichten, wiederholtes Anheben und Tragen von
  Lasten über 10 kg, Arbeiten in kniender Position sowie Arbeiten in
  monotoner Vorneigehaltung. Arbeiten, welche diesem Belastungsprofil
  entsprechen würden, seien dem Beschwerdeführer in einem zeitlichen Rahmen von
  acht Stunden pro Tag zumutbar. Dabei bestehe eine rheumatologisch begründbare
  Leistungsminderung von maximal 25 %, welche sich durch die Notwendigkeit,
  immer wieder Arbeitspausen einlegen zu können, um Wechselpositionen
  einzunehmen, begründe. Die bisherige Tätigkeit als Bäcker sei dem
  Beschwerdeführer hingegen nicht mehr zumutbar, weil diese Tätigkeit eine
  monotone Arbeitshaltung erfordere, die Arbeitstätigkeit vor allem im Stehen
  durchgeführt werden müsse und ebenso Arbeitstätigkeiten in chronischer
  Vorneigehaltung des Rumpfs bzw. Kopfs erforderlich seien. 

  
	
   

  
	
  5.1.3 Der Neurologe, Dr. med. F.______, Facharzt
  für Neurologie FMH, fand gemäss seinem Teilgutachten am rechten Handgelenk
  des Beschwerdeführers eine leichtgradige, linksseitig diskrete
  Kompressionsneuropathie des Nervus medianus. Die klinischen Befunde mit
  leichtgradiger Abduktionsschwäche des rechten Daumens und diskreter
  Sensibilitätsminderung rechts sowie die elektrophysiologischen
  Untersuchungsergebnisse seien geeignet, die vom Beschwerdeführer beklagten,
  v.a. nächtlichen Beschwerden im Armbereich zu erklären. Er empfehle
  rechtsseitig das Tragen einer Handgelenksschiene über zwei Monate. Die
  neurologischen Befunde schränkten die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
  indessen nicht ein. 

  
	
   

  
	
  5.1.4 Im kardiologischen Teilgutachten kam Dr.
  med. G.______, Facharzt FMH Kardiologie
  und Allgemeine Innere Medizin, zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer keine
  Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
  Bäcker bestehe. Im Zusammenhang mit dem akuten Infarkt sei die vom
  Kantonsspital […] festgelegte Arbeitsunfähigkeit durchaus vertretbar. 

  
	
   

  
	
  5.1.5 Das psychiatrische Teilgutachten wurde durch
  Dr. med. H.______, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, erstattet.
  Dr. H.______ beschrieb einen unauffälligen Status nach AMDP. Die Anwendung
  der Hamilton-Depressionsskala ergab beim Beschwerdeführer einen Wert von 7
  Punkten, welcher unter der Schwelle für eine leichte Depression von 10
  Punkten lag. Damit sei der klinische Eindruck bestätigt worden, dass von
  einer relevanten depressiven Störung weniger auszugehen sei. Eine solche
  Diagnose finde sich vorsichtig angedeutet als Differentialdiagnose im Bericht
  des behandelnden Psychiaters med. pract. C.______ vom 15. März 2015, welcher
  differentialdiagnostisch eine leichte depressive Episode nenne, letztlich
  aber von einer posttraumatischen Belastungsstörung nach Typ 1 Trauma in
  leichter Ausprägung mit Verbitterungssyndrom (ICD-10: F43.1) ausgehe. Dabei
  beschreibe med. pract. C.______ grundsätzlich sehr differenziert, wie er zu
  dieser diagnostischen Einschätzung komme. Dabei führe dieser einerseits aus,
  dass die Symptomatik nicht eine Symptomlast in sich berge, welche die
  Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung ausreichend begründe,
  andererseits ergänze er die diagnostische Einschätzung mit dem Konzept der
  Verbitterungsstörung. Dies werde auch in der aktuellen Untersuchung sehr
  deutlich. Es werde daher ebenfalls die vom behandelnden Arzt erkannte
  posttraumatische Belastungsstörung nach Typ 1 Trauma in leichter Ausprägung
  mit Verbitterungssyndrom diagnostiziert, wobei diese nach wie vor nicht
  vollständig remittiert sei. Dr. H.______ wies zudem auf eine Diskrepanz
  zwischen den geschilderten Funktionsbeeinträchtigungen, wonach sich der
  Beschwerdeführer gar keine Arbeit mehr vorstellen könne, und den Aktivitäten
  des täglichen Lebens wie beispielsweise die Fahrt von Interlaken nach Basel
  zum Übernachten oder die Reise in […], um dort die Hochzeit der Tochter zu
  feiern, hin. Insgesamt fand der Gutachter keine dauerhafte Einschränkung der
  Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten
  Arbeitstätigkeit.

  
	
   

  
	
  5.2 

  
	
  5.2.1 Med.
  pract. C.______ erstellte am 15. Dezember 2017
  als behandelnder Psychiater des Beschwerdeführers ein fachärztliches Attest.
  Er diagnostizierte eine posttraumatische Belastungsstörung nach Typ I Trauma
  (ICD-10: F43.1) mit Somatisierung und depressiven Phasen. Der Behandlungsbeginn
  sei am 2. September 2014 gewesen. Im Vordergrund hätten eine gedrückte
  Stimmungslage, erhebliche Ein- und Durchschlafstörungen bei Körper bezogenen
  Ängsten, Unfall bezogene Flashbacks, Anhedonie, Minderung der
  Vitalitätsgefühle, erhöhte Reizbarkeit und zunehmend Ohnmachtsgefühle und Wut
  auf das soziale Helfersystem, von welchem er sich wirtschaftlich fallen
  gelassen fühle, gestanden. Bei nun vorwiegend somatischer Symptombelastung
  bestehe unter der aktuellen Medikation eine berufsunabhängige Einschränkung
  der Arbeitsfähigkeit von maximal 50 %, da der Beschwerdeführer verlängerte
  Erholungszeiten brauchen würde, rascher erschöpft sei und unter
  wiederkehrenden Ängsten leide, die ihn blockierten. Hier spielten die
  diversen somatischen Folgekrankheiten, insbesondere der Herzinfarkt 2016 und
  eine rektale Massenblutung im Jahr 2017, die in sehr erschreckt habe, eine
  Rolle.

  
	
   

  
	
  5.2.2 In der Folge übergab die Beschwerdegegnerin med.
  pract. C.______ am 8. März 2018 das
  Medas-Gutachten und stellte ihm verschiedene Zusatzfragen, welche sich im
  Wesentlichen darauf bezogen, ob med. pract. C.______ von anderen
  medizinischen Aspekten/Tatsachen ausgehe oder ob es sich bei seinen Angaben
  um eine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei im Wesentlichen
  unverändertem Sachverhalt handle. 

  
	
   

  
	
  Med. pract. C.______
  führte dazu am 4. April 2018 aus, die psychische Situation des
  Beschwerdeführers habe sich seit Dezember 2017 weiter stabilisiert;
  insbesondere hätten sich die Schlaftiefe und -qualität weiter verbessert.
  Daneben habe der Heimaturlaub zu einer weiteren Stabilisierung geführt. Der
  Beschwerdeführer sei auf erlebtes Unrecht mit den nachfolgenden
  Funktionseinbussen sowie sozialen Verlusten fixiert. Die Angst vor weiteren
  Funktionseinschränkungen und die daraus resultierende überwertige
  Selbstbeobachtung mit ängstlich-katastrophisierendem Grübeln stelle ein
  fortbestehendes Problem dar. Der Beschwerdeführer könne eine
  Leistungsfähigkeit von 40 bis 50 % in einer einfachen, den körperlichen
  Symptomen angepassten Tätigkeit erreichen. Med. pract. C.______ reichte seiner Antwort ein Schreiben des
  behandelnden Hausarztes Dr. D.______ vom 26. März 2018 bei. Dieser ging davon
  aus, dass der Beschwerdeführer sicher nicht mehr als zu 50 % arbeitsfähig
  sei. Limitierend für die Arbeitsfähigkeit und Leistungsfähigkeit sei
  einerseits seine koronare 3-Ast-Erkrankung, andererseits sein chronisches
  zerviko- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom. 

  
	
   

  
	
  5.2.3 Die Beschwerdegegnerin stellte der Medas am 19.
  April 2018 das fachärztliche Attest von med. pract. C.______ sowie den Bericht von Dr. D.______ zu und
  fragte, ob sich aufgrund des Berichts von med. pract. C.______ neue medizinische Aspekte/Tatsachen
  ergäben oder ob bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lediglich von einer
  anderen Beurteilung bei im Wesentlichen unverändertem medizinischen
  Sachverhalt auszugehen sei. Dr. med. I.______, Ärztlicher Leiter, und
  Dr. J.______, Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin, führten zum
  Bericht von Dr. D.______ aus, dass die darin genannten Gesundheitsstörungen
  und Diagnosen im polydisziplinären Gutachten berücksichtigt seien. Die im
  Bericht genannte akute gastrointestinale Blutung unter
  Thrombozyten-Aggregationshemmung habe keine längerfristige Auswirkung auf die
  Arbeitsfähigkeit. Dr. H.______ nahm zum fachärztlichen Attest von med.
  pract. C.______ Stellung. Er kam dabei zum
  Schluss, dass im psychopathologischen Befund keine Situation abgebildet
  werde, die mit einer länger anhaltenden Arbeitsunfähigkeit vereinbar wäre. Im
  Vordergrund stünden Verbitterung, Kampf gegen die Unfallversicherin und die
  Beschwerdegegnerin, das Verlieren von etwas, was als zuvor perfekt
  beschrieben werde, sowie Ungerechtigkeitsgefühle. In der Funktionalität habe
  dies aber nur geringe Auswirkungen. Ein Gesundheitsschaden könne auf
  psychiatrischem Gebiet nicht abgeleitet werden, ebenso wenig dauerhafte
  Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Die im fachärztlichen Attest genannten
  Punkte erbrächten auf versicherungsmedizinischer Ebene keine neuen Aspekte
  oder Tatsachen.

  
	
   

  
	
  5.3 Das Gutachten der Medas ist überzeugend und erfüllt
  die von der Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen an ein ärztliches
  Gutachten (vgl. vorne E. II/3.3). Im rheumatologischen Teilgutachten von Dr.
  E.______ wird nachvollziehbar dargestellt, weshalb dem Beschwerdeführer
  aufgrund des zervikospondylogenen und des chronifizierten lumbospondylogenen
  Schmerzsyndroms nur noch eine angepasste Tätigkeit mit einer
  Leistungsminderung von 25 % bei einem vollen Pensum zumutbar ist. Dabei
  decken sich die Diagnosen mit derjenigen von Dr. D.______. Letzterer
  erachtet aber aufgrund der kornonaren Herzkrankheit und des Schmerzsyndroms
  nur noch eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % als realistisch. Dies vermag
  indessen nicht zu überzeugen. So führte bereits Dr. K.______, Kardiologie
  Kantonsspital […], am 6. Juni 2017 aus, dass der Beschwerdeführer
  lediglich vom 18. Dezember 2016 bis zum 1. Februar 2017 (recte wohl: 5.
  Februar 2017) zu 100 % und vom 6. Februar 2017 bis zum 27. April 2017 zu 50 %
  arbeitsunfähig gewesen sei. Für den Zeitraum danach attestierte Dr. K.______
  dem Beschwerdeführer aus kardiologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr,
  da die körperliche Leistungsfähigkeit gegeben sei. Untermauert wurde dieser
  Befund durch verschiedene Ruhe-EKG, Fahrradergometrien und eine
  transthorakale Echokardiographie. Der kardiologische Gutachter Dr. G.______
  stimmte diesen Aussagen zu. Der Bericht von Dr. D.______ setzt sich mit
  der Auffassung von Dr. K.______ und Dr. G.______ nicht auseinander und
  begründet nicht, weshalb die kardiologische Problematik Einfluss auf die
  Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben soll. Somit vermag der Bericht
  von Dr. D.______ keine Zweifel am Medas-Gutachten zu erwecken, da
  insbesondere die von ihm vertretene Arbeitsunfähigkeit von 50 % kaum begründet
  wird.

  
	
   

  
	
  Hinsichtlich der
  psychischen Beschwerden stimmen die Diagnosen des behandelnden Psychiaters med.
  pract. C.______ und des Medas-Gutachters
  Dr. H.______ weitgehend überein. Beide sind der Ansicht, dass im
  Vordergrund eine Verbitterung, insbesondere das Gefühl, von den
  Sozialversicherungen ungerecht behandelt worden zu sein, steht. Med.
  pract. C.______ attestiert indessen dem
  Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 40 bis 50 %, während Dr. H.______
  davon ausgeht, dass der psychopathologische Befund in der Funktionalität nur
  geringe Auswirkungen habe, weshalb er keine dauerhaften Einschränkungen der
  Arbeitsfähigkeit sieht. Dabei ist zu beachten, dass die Angaben von med.
  pract. C.______ inkonsistent sind. So ging er
  in seinem Bericht vom 15. März 2015 noch davon aus, dass aus psychiatrischer
  Sicht lediglich eine minimale Leistungsminderung mit einer Leistungsfähigkeit
  von 80 bis 90 % bestehe. In seinem fachärztlichen Attest vom 15. Dezember
  2017 bezifferte er die Arbeitsunfähigkeit auf 50 %, ohne aber eingehend zu
  begründen, inwiefern sich der Gesundheitszustand derart verschlechtert hat,
  dass von einer erheblich höheren Arbeitsunfähigkeit auszugehen wäre.
  Schliesslich bezifferte med. pract. C.______ im Bericht vom 4. April
  2018 die Arbeitsfähigkeit auf 40 bis 50 %, obwohl sich die psychische
  Situation des Beschwerdeführers weiter stabilisiert hatte. Dabei bleibt
  unklar, ob med. pract. C.______ bei seiner Beurteilung auch die
  somatischen Beschwerden berücksichtigte, was die Diagnosestellung nahelegt,
  aber wofür er als Psychiater nicht kompetent wäre. Dr. H.______ setzt sich
  hingegen ausführlich mit den Berichten von med. pract C.______ und
  namentlich auch mit dessen fachärztlichen Attest auseinander. Er legt
  nachvollziehbar dar, weshalb nicht von einem invalidenrechtlich relevanten
  Gesundheitsschaden auszugehen ist. Dabei weist er zutreffend auf Diskrepanzen
  zwischen den Aktivitäten des Beschwerdeführers im alltäglichen Leben und den
  von diesem geschilderten Funktionsbeeinträchtigungen hin. Damit kann dem
  Teilgutachten von Dr. H.______ sowie dessen Bericht, welcher das
  fachärztliche Attest von med. pract. C.______ widerlegt, ohne Einschränkungen
  gefolgt werden.

  
	
   

  
	
  5.4 Insgesamt ist daher mit dem Medas-Gutachten davon
  auszugehen, dass dem Beschwerdeführer ein volles Arbeitspensum in einer
  angepassten Tätigkeit zumutbar ist, wobei seine Leistungsfähigkeit um 25 %
  eingeschränkt ist. Damit resultiert eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Vom
  12. Mai 2014 bis am 14. Juni 2014 und vom 18. Dezember 2016 bis am
  5. Februar 2017 war er hingegen zu 100 % arbeitsunfähig, während vom 6.
  Februar 2017 bis zum 27. April 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestand.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Zwischen den Parteien umstritten ist sodann die
  Berechnung des Invaliditätsgrads. Zur Bestimmung des Invaliditätsgrads wird
  das Erwerbseinkommen, das der Beschwerdeführer nach Eintritt des
  invalidisierenden Gesundheitsschadens und nach Durchführung der medizinischen
  Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare
  Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
  zum Einkommen gesetzt, das er erzielen könnte, wenn er keine
  Gesundheitsschädigung erlitten hätte (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16
  ATSG).

  
	
   

  
	
  6.2 

  
	
  6.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
  entscheidend, was der Versicherte im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem
  Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich
  verdient hätte (BGer-Urteil 9C_128/2014 vom 20. März 2014 E. 2.1). Dabei wird
  in der Regel beim zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
  Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
  Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
  fortgesetzt würde.

  
	
   

  
	
  6.2.2 Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass der
  Beschwerdeführer im Jahr 2014 Fr. 59'670.- verdient hätte. Da der
  ehemalige Arbeitgeber des Beschwerdeführers den Arbeitgeberfragebogen nicht
  ausgefüllt hatte, stützte sie sich auf Angaben von dessen Treuhänder, welcher
  den Lohn des Beschwerdeführers für das Jahr 2014 (inkl. Kinderzulagen) auf
  dreizehnmal Fr. 4'590.- bezifferte. Dies wird vom Beschwerdeführer zu Recht
  bemängelt. So führte sein damaliger Rechtsvertreter gegenüber der
  Unfallversicherin aus, dass der Beschwerdeführer seit Jahren netto
  Fr. 5'400.- pro Monat (x 13) verdiene. Aus dem Lohnausweis für das Jahr
  2013 ergibt sich sodann, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2013 brutto Fr.
  77'200.- und netto Fr. 70'200.- (13 x Fr. 5'400.-) verdient hatte. Die
  Unfallversicherin ging folglich bei ihrer Taggeldbemessung von einem
  versicherten Verdienst von Fr. 77'200.- aus. Da der Beschwerdeführer im Jahr
  2014 nicht mehr arbeitstätig war, ist anzunehmen, dass sich die Zahlen des
  Treuhänders auf die dem Beschwerdeführer ausbezahlten Unfall-Taggelder
  bezogen. Anhaltspunkte dafür, dass dieser als Gesunder im Jahr 2014 weniger
  verdient hätte als im Jahr 2013, bestehen nämlich keine. Anderseits war der
  Lohn offenbar über Jahre hinweg konstant, weshalb nichts dafür spricht, dass
  er im Jahr 2014 höher als im Jahr 2013 gewesen wäre. Es rechtfertigt sich
  daher – analog zum Vorgehen der Unfallversicherin – von einem
  Valideneinkommen von Fr. 77'200.- für das Jahr 2014 auszugehen.

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist
  primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die
  versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine
  Erwerbstätigkeit aus, bei der kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse
  gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende
  Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das
  Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn,
  gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist
  kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil
  die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder
  jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so
  ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person
  angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen
  Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die
  Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE) herangezogen
  (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). 

  
	
   

  
	
  6.3.2 Da der Beschwerdeführer keine neue Erwerbstätigkeit
  aufgenommen hatte, stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die LSE 2014.
  Dabei ging sie von der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total Männer, aus,
  welche ein Einkommen von Fr. 5'312.- pro Monat ausweist. Aufgerechnet
  auf ein Jahr und die übliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden resultiert so ein
  Einkommen von Fr. 66'453.12 (Fr. 5'312 x 12 x 41,7 / 40). Bei einer
  Arbeitsfähigkeit von 75 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von
  Fr. 49'839.84.

  
	
   

  
	
  Dieses Vorgehen der
  Beschwerdegegnerin ist nicht zu beanstanden. Insbesondere bestehen entgegen
  der Auffassung des Beschwerdeführers keine Gründe dafür, vom Tabellenlohn
  abzuweichen. Seine gesundheitlichen Einschränkungen sind vielmehr bei der
  Prüfung, ob ihm ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist, zu
  berücksichtigen (BGer-Urteil 8C_253/2017 vom 29. Juni 2017 E. 4; vgl.
  nachfolgend E. II/6.4). 

  
	
   

  
	
  6.4 

  
	
  6.4.1 Wird das Invalideneinkommen wie vorliegend auf der
  Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der
  entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Praxisgemäss können
  persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer
  der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
  Beschäftigungsgrad einen Abzug von dem nach den Tabellenlöhnen der LSE zu
  ermittelnden Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass
  die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit infolge
  eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
  unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann
  (BGE 134 V 322 E. 5.2, mit Hinweis). Ein Abzug soll aber
  nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte
  dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser
  Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem
  allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten
  kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in
  Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
  Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens
  25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
  Die Frage, ob ein Abzug nach
  Massgabe der Grundsätze von BGE 126 V
  75 vorzunehmen sei, ist
  rechtlicher Natur, die Bestimmung der Höhe eines solchen Abzugs dagegen
  Ermessensfrage (BGer-Urteil 8C_530/2015, 8C_563/2015 vom 6. Januar 2016
  E. 6.1.2).

  
	
   

  
	
  6.4.2 Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer
  keinen Abzug vom Tabellenlohn. Dieser ist hingegen der Ansicht, dass aufgrund
  seines eingeschränkten funktionellen Leistungsvermögens, seiner ungenügenden
  schulischen und beruflichen Ausbildung, seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als
  Hilfsarbeiter in der Bäckerbranche, seiner fehlenden Berufserfahrung in
  anderen Branchen, seines Alters und seines Migrationshintergrunds der
  Tabellenlohn um 25 % zu kürzen sei. 

  
	
   

  
	
  Dem Beschwerdeführer sind
  sämtliche Verweisungstätigkeiten zumutbar, sofern sie folgende Kriterien
  einhalten: Keine längeren Überkopfarbeiten, keine Arbeiten in chronischer
  Vorneigehaltung des Kopfs mit und ohne gleichzeitiger Kopfrotation, kein
  wiederholtes Bücken oder Aufrichten, kein wiederholtes Anheben und Tragen von
  Lasten über 10 kg, keine Arbeiten in kniender oder kauernder Position und
  keine Arbeiten mit monotoner Vorneigehaltung des Oberkörpers. Auf dem
  ausgeglichenen Arbeitsmarkt werden verschiedene Tätigkeiten angeboten, welche
  seinem Belastungsprofil entsprechen. Zu denken ist dabei etwa an leichte
  Kontroll- oder Überwachungstätigkeiten. Daraus, dass im Totalwert des
  Kompetenzniveaus 1 bei den Männern auch Tätigkeiten enthalten sind, die er
  nicht mehr ausüben kann, lässt sich kein grundsätzlicher Anspruch auf einen
  Tabellenlohnabzug ableiten (BGer-Urteil 9C_833/2017 vom 20. April 2018 E.
  5.5). Dem Umstand, dass er zusätzliche Arbeitspausen benötigt,
  Wechselpositionen und ergonomische Arbeitshaltungen einnehmen muss und bei
  Bedarf Lockerungsübungen ausführen sollte, wurde sodann bereits durch die
  Attestierung einer Leistungsminderung von 25 % Rechnung getragen. Dies kann
  nicht unter dem Titel des Tabellenlohnabzugs erneut und damit doppelt
  berücksichtigt werden. Ferner haben sein Alter von mittlerweile 47 Jahren,
  seine fehlenden Berufskenntnisse und sein Migrationshintergrund bei den ihm
  zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten keine lohnsenkende Wirkung. Es ist daher
  nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom
  Tabellenlohn vornahm.

  
	
   

  
	
  Bei einem
  Invalideneinkommen von Fr. 49'839.84 und einem Valideneinkommen von Fr.
  77'200.- resultiert ein Invaliditätsgrad von 35 %, welcher nicht zum Bezug
  einer Invalidenrente berechtigt.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Die Beschwerdegegnerin hat indessen übersehen, dass
  der Beschwerdeführer aufgrund seiner koronaren Herzkrankheit mit schwerer
  3-Ast-Erkrankung vom 18. Dezember 2016 bis zum 5. Februar 2017 zu 100 %
  und vom 6. Februar 2017 bis zum 27. April 2017 zu 50 % arbeitsunfähig
  war. Damit war er am 15. April 2017 (69. Tag nach Wiedererlangung einer
  Arbeitsfähigkeit von 50 %) über einen Zeitraum von einem Jahr
  durchschnittlich zu 40 % arbeitsunfähig und bestand folglich das Wartejahr
  gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (246 Tage à 25 %, 50 Tage à 100 %,
  69 Tage à 50 %; vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und
  Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. Januar 2018, Rz.
  2018). 

  
	
   

  
	
  7.2 Ausgehend von der am 15. April 2017 bestehenden
  Arbeitsunfähigkeit von 50 % wies der Beschwerdeführer ein Invalideneinkommen
  von Fr. 33'226.56 (Fr. 66'453.12 x 50 %) auf. Bei einem Valideneinkommen von
  Fr. 77'200.- resultiert ein Invaliditätsgrad von 57 %. Damit hat der
  Beschwerdeführer ab April 2017 Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 29
  Abs. 3 IVG). 

  
	
   

  
	
  7.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad nach erstmaliger
  Entstehung des Rentenanspruchs, ist die Rente aufgrund von Art. 88a der
  Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV)
  anzupassen (Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts
  zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3.
  A., Zürich/Basel/Genf 2014, S. 304). Nach der Rechtsprechung ist bei
  rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente
  nebst der Revisionsbestimmung des Art. 17 Abs. 1 ATSG die Bestimmung
  über die Änderung des Leistungsanspruchs bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
  (Art. 88a Abs. 1 IVV) analog anzuwenden, weil noch vor Erlass der
  ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist
  mit der Folge, dass gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird (BGE 109
  V 125 E. 4a; BGer-Urteil 9C_996/2010 vom 5. Mai 2011 E. 8, mit
  Hinweisen; Meyer/Reichmuth, S. 423). Gemäss Art. 88a Abs. 1
  IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an zu
  berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich
  längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem
  sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich
  andauern wird. Das Bundesgericht wendet in solchen Fällen in der Regel den
  zweiten Satz dieser Vorschrift an und gewährt oder bestätigt eine höhere Rente
  drei Monate über die Veränderung des Gesundheitszustandes hinaus
  (BGer-Urteil 9C_491/2008 vom 21. April 2009 E. 2, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  Da die koronare
  Herzkrankheit ab dem 28. April 2017 keinen Einfluss mehr auf die
  Arbeitsfähigkeit zeitigte, ist die Rente unter Anwendung von Art. 88a Abs. 1
  IVV bis Ende Juli 2017 zu befristen.

  
	
   

  
	
  7.4 Demgemäss ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
  Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Juni 2018 ist dahingehend
  abzuändern, als dem Beschwerdeführer für die Monate April bis Juli 2017 eine
  halbe Invalidenrente zuzusprechen ist.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1
  lit. c VRG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die
  Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu
  tragen. Obsiegt die Beschwerde führende Person teilweise, ist sie dann nicht
  kostenpflichtig und erhält eine ungekürzte Parteientschädigung, wenn sie im
  Grundsatz obsiegt und lediglich im Masslichen teilweise unterliegt, was
  beispielsweise bei der Zusprechung einer halben statt der beantragten ganzen
  Invalidenrente der Fall ist. In einer solchen Konstellation bedingt das
  effektiv Erhaltene nämlich grundsätzlich den selben Aufwand wie das
  Beantragte (BGE 117 V 401 E. 2c; BGer-Urteil 9C_995/2012 vom 17. Januar 2013
  E. 3). Vorliegend beantragte der Beschwerdeführer mindestens eine halbe
  Invalidenrente ab dem 11. April 2014. Hätte er lediglich das beantragt, was
  ihm vorliegend zugesprochen wird, nämlich dass ihm aufgrund seiner höheren
  Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 18. Dezember 2016 bis am 27. April 2017
  eine befristete Invalidenrente zuzusprechen sei, wäre der Verfahrensaufwand
  deutlich geringer ausgefallen. Es rechtfertigt sich daher, die Gerichtskosten
  von pauschal Fr. 600.- zu drei Vierteln dem Beschwerdeführer und zu
  einem Viertel der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Vom bereits geleisteten
  Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- sind dem Beschwerdeführer Fr.
  150.- zurückzuerstatten. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Aus denselben Gründen ist
  dem Beschwerdeführer gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG zu
  Lasten der Beschwerdegegnerin lediglich eine reduzierte Parteientschädigung
  in der Höhe von Fr. 500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Verfügung der
    Beschwerdegegnerin vom 14. Juni 2018 wird dahingehend abgeändert, als dem
    Beschwerdeführer für die Monate April bis Juli 2017 eine halbe
    Invalidenrente zugesprochen wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 600.- werden zu drei Vierteln dem
    Beschwerdeführer und zu einem Viertel der Beschwerdegegnerin auferlegt. Vom
    bereits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- werden
    dem Beschwerdeführer Fr. 150.- zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von Fr. 500.-
    (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]