# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d36b8def-0682-51bc-844b-03d4bcd34519
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.09.2011 E-3455/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3455-2009_2011-09-19.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­3455/2009

U r t e i l   v om   1 9 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,
Richterin Regula Schenker Senn,   
Gerichtsschreiber Jonas Tschan.

Parteien A._______ , geboren (…),
Somalia,  
vertreten durch Stefan Hery, 

Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Flüchtlingseigenschaft  und Asyl;
Verfügung des BFM vom 27. April 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  seinen  Heimatstaat  am  22.  März  2009 
und gelangte eigenen Angaben zufolge am 23. März 2009 in die Schweiz, 
wo  er  am  gleichen  Tag  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
Vallorbe  um  Asyl  nachsuchte.  Nach  der  Kurzbefragung  vom  25.  März 
2009 und der Anhörung zu den Asylgründen vom 1. April 2009 wurde er 
mit  Verfügung  des  BFM  vom  3.  April  2009  dem  Kanton  B._______ 
zugewiesen. 

Im  Rahmen  der   Befragung  und  der  Anhörung  brachte  der 
Beschwerdeführer vor, er sei Muslim, Angehöriger des Clans C._______, 
geboren und aufgewachsen  in D._______, wo er bis zu seiner Ausreise 
gewohnt habe. Banditen des Clans E._______ hätten im Jahre (…) seine 
Schwester  wiederholt  vergewaltigt.  Ein  Mediationsversuch  zwischen 
seinem Vater  und  den Banditen,  den  die Alten  des Dorfes, wie  es  dort 
Brauch  sei,  organisiert  hätten,  sei  gescheitert.  Als  seine Schwester  von 
den Banditen erneut vergewaltigt und dann getötet worden sei, habe sein 
Vater den Mörder umgebracht und sei anschliessend geflohen. Er habe in 
der  Folge  erfahren,  dass  nicht  nur  sein  Vater,  sondern  auch  er  selber 
gesucht werde, weshalb  er  sich  zunächst  in  der Umgebung des Dorfes 
versteckt und später auf den Rat eines Freundes seines Vaters hin nach 
F._______ begeben habe.

Der Beschwerdeführer brachte weiter vor, seine Familie sei diskriminiert 
und  verachtet worden. Niemand habe  ihnen helfen  können. Aus diesen 
Gründen habe er sein Heimatland verlassen.  

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  gab  der  Beschwerdeführer  weder 
Identitätspapiere noch andere Beweismittel zu den Akten. 

B.
Mit Verfügung vom 27. April 2009 – eröffnet am 29. April 2009 – stellte 
das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht, lehnte sein Asylgesuch vom 23. März 2009 ab und wies ihn aus der 
Schweiz  weg,  vollzog  jedoch  wegen  Unzumutbarkeit  die  Wegweisung  
nicht und ordnete die vorläufige Aufnahme an.  

Zur  Begründung  seines  Entscheides  führte  das  Bundesamt  aus,  der 
Beschwerdeführer  habe  sich  bei  seinen  Schilderungen  in  eine  Vielzahl 
von Widersprüchen verstrickt.  Insbesondere würden seine anlässlich der 

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Anhörungen  zur  Vergewaltigung  einer  Schwester  gemachte  Aussagen 
voneinander  abweichen.  Gleiches  gelte  für  dessen  Angaben  zum 
Umstand,  wie  er  vernommen  habe,  dass  der  Mörder  seiner  Schwester 
von seinem Vater getötet worden sei. 

Da  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die 
Glaubwürdigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG,  SR  142.31)  nicht  standhielten, müsse  deren  Asylrelevanz  nicht 
geprüft werden.

B. 
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe seines 
Rechtsvertreters  vom  28.  Mai  2009  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde.  Er  beantragte  in  materieller  Hinsicht,  die  angefochtene 
Beschwerde  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihm  die  Flüchtlingseigenschaft 
zuzuerkennen  sowie  Asyl  zu  gewähren.  In  prozessualer  Hinsicht 
beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und den 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  aus,  er 
habe sowohl anlässlich der Befragung als auch bei der Anhörung klare, 
detaillierte Auskünfte gegeben. Die Vorinstanz überzeichne die angeblich 
widersprüchlichen  Ausführungen.  Die  Punkte  für  die  Glaubhaftigkeit 
würden diejenigen, die dagegen sprächen, in starkem Masse überwiegen. 
Folglich finde die Maxime "Im Zweifel für den Gesuchsteller" Anwendung.

C. 
Mit Zwischenverfügung vom 12. Juni 2009 hielt der Instruktionsrichter des 
Bundesverwaltungsgerichts  fest,  nach  summarischer  Prüfung  der  Akten 
würden die in der Beschwerde gestellten Begehren nicht als aussichtslos 
erscheinen;  er  hiess  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  –  unter  der  Voraussetzung  des  Nachreichens  einer 
Fürsorgebestätigung  und  unter  Vorbehalt  der  Veränderung  der 
finanziellen Lage des Beschwerdeführers – gut.

Die Fürsorgebestätigung ging am 16. Juni 2009 beim Gericht ein.

D. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  8.  Juli  2009,  welche  dem 
Beschwerdeführer  am 10.  Juli  2009  zur Kenntnis  gebracht worden war, 
stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen 
eheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel.  Es  verwies  auf  seine 

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Erwägungen  in der angefochtenen Verfügung, hielt daran vollumfänglich 
fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  ist 
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz­
würdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung;  er 
ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG 
i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

2.
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 

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grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Das BFM kam in seinem angefochtenen Entscheid zum Schluss, die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand.

Zur  Begründung  brachte  das  Bundesamt  im  Einzelnen  vor,  der 
Beschwer­deführer habe bei der Befragung zur Person angegeben, seine 
Schwester  sei  (…)  vergewaltigt  und  im  (…)  während  (…)  gekidnappt 
worden. Bei der Anhörung dagegen habe er ausgesagt, seine Schwester 
sei das (…) zu Hause vergewaltigt worden. Diesen Übergriff habe er aber 
bei  der  Befragung  nicht  erwähnt.  Auch  bezüglich  der  Dauer  der 
Entführung sei er zunächst auf seine Aussage anlässlich der Befragung 
zurückgekommen, um diese dann zu bestätigen, ohne indessen Näheres 
dazu vorbringen zu können. 

Weiter  habe  der  Beschwerdeführer  bei  der  Befragung  vorgebracht,  auf 
dem Markt erfahren zu haben, dass sein Vater den Mörder seiner Tochter 
getötet habe, anlässlich der Anhörung dann aber angegeben habe, er sei 
in  der Stadt  gewesen,  als  er  darüber  informiert worden  sei;  schliesslich 
habe  er  erklärt,  er  sei  in  der  Stadt  sowie  bei  sich  zu  Hause  informiert 
worden.  Diese  Aussagen  seien  nicht  nur  widersprüchlich,  sondern  sie 
erweckten  auch  den  Eindruck,  der  Beschwerdeführer  habe  seine 
Antworten den gestellten Fragen angepasst.

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Der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  weshalb 
das Asylgesuch abzuweisen sei.

4.2  In  der  recht  kurz  gehaltenen  Beschwerde  wird  bestritten,  die 
Vorbringen des Beschwerdeführers entsprächen nicht den Anforderungen 
an  die Glaubhaftigkeit.  Dieser  habe  sowohl  bei  der Befragung  als  auch 
bei der Anhörung die Geschehnisse äusserst  detailliert  geschildert. Das 
BFM  stütze  seine  Begründung  lediglich  auf  zwei,  auf  den  ersten  Blick 
widersprüchlich erscheinende Punkte in seinen Schilderungen.

Zum  einen  werfe  das  Bundesamt  dem  Beschwerdeführer  vor,  er  habe 
bezüglich  der  geltend  gemachten  Vergewaltigungen  seiner  Schwester 
voneinander abweichende Aussagen gemacht. Indessen sei verständlich, 
dass  er  von  sich  aus  zunächst  jene Ereignisse wiedergebe, welche  ihn 
selbst  beträfen.  Er  habe  die  diesbezüglichen  Vorkommnisse 
widerspruchsfrei geschildert.

Die  zweite  Ungereimtheit,  die  dem  Beschwerdeführer  vom  BFM 
vorgeworfen  werde,  sei  der  Umstand,  wie  er  erfahren  habe,  dass  der 
Vater den Mörder seiner Tochter getötet habe. Auch dabei handle es sich 
aber nicht um einen wesentlichen Punkt in den Asylvorbringen, und hinzu 
komme, dass sich der angebliche Widerspruch auflösen lasse, dies nicht 
zuletzt aufgrund der Übersetzung des Wortes  "magaalada", was sowohl 
Dorf als auch Markt bedeute.

Insgesamt würden die Punkte für die Glaubhaftigkeit diejenigen dagegen 
klar überwiegen, die Annahmen des BFM seien nicht begründet.

5.
5.1  Die  Prüfung  der  Akten  durch  das  Gericht  ergibt,  dass  sich  die 
Vorbringen  des Beschwerdeführers  zwar  nicht  in  vagen  Schilderungen 
erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten  widersprüchlich  sind  oder  der 
inneren  Logik  entbehren;  auch  widersprechen  sie  nicht  offensichtlich 
den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung.

Die vom BFM geltend gemachten Widersprüche bezüglich Einzelheiten 
der  Vergewaltigung  der  Schwester  des  Beschwerdeführers  und  der 
nachfolgenden Geschehnisse sind nach Auffassung des Gerichts nicht 
von  einem  Gewicht,  dass  aufgrund  dieser  wenigen,  im  Sinne  von 
Beispielen  aufgeführten  Unstimmigkeiten  ohne  weiteres  auf  die 
Unglaubhaftigkeit der Vorbringen geschlossen werden kann. Allerdings 
bleibt  festzustellen,  dass  keinerlei  Beweismaterial  ins  Recht  gelegt 

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worden  ist, welcher Umstand  indessen angesichts der Verhältnisse  in 
Somalia  nicht  ohne  weiteres  zu  Lasten  des  Beschwerdeführers 
ausgelegt werden darf. 

Für die Beurteilung des Falles dagegen ist von Bedeutung, dass nicht 
einmal die  Identität des Beschwerdeführers  feststeht. Er gab keinerlei 
Identitätspapiere  zu  den  Akten  und  machte  auf  den  Hinweis  des 
Bundesamtes,  gemäss Art.  32 Abs.  2  bst.  a AsylG habe  er  innert  48 
Stunden nach Einreichen des Asylgesuches den Behörden Reise­ oder 
Identitätspapiere  abzugeben,  geltend,  er  habe  nie  welche  besessen 
(Befragungsprotokoll Ziff. 14, Anhörungsprotokoll Q4 ff.) Seine Antwort 
("quelles démarches voulez­vous que  je  fasse") auf die Frage, was er 
zu  unternehmen  gedenke,  um  solche  Papiere  zu  beschaffen,  ist  vor 
dem Hintergrund seiner Angaben zur Familie zu werten: Er habe keine 
Familie  in  Somalia  mehr,  von  seinem  Vater  habe  er  seit  (…)  nichts 
mehr gehört, seine Schwester und sein Bruder seien  tot, und er habe 
weder Onkel noch Tanten (Befragungsprotokoll Ziff. 12).

Diese  Angaben  werde  vom  Gericht  angezweifelt.  Der 
Beschwerdeführer hat angegeben, er gehöre dem Clan C._______ an. 
Wie der  traditionelle Clanchef heisse, wisse er nicht; er können keine 
weiteren Angaben  zum Clan machen, weil  dort, wo  er  aufgewachsen 
sei, einzig noch seine Familie als Angehörge des Clans gelebt hätten.

Einmal  kann  nicht  geglaubt  werden,  dass  alle  jene 
Familienangehörigen,  die  etwas  zu  seinen  Gunsten  tun  könnten 
(Dokumente,  Fotos  o.a.m.),  entweder  tot  oder  unbekannten 
Aufenthalts  sind,  und  sodann    ist  dem  Beschwerdeführer  auch  die 
Behauptung  nicht  abzunehmen,  er  habe  keine  Verwandten.  Dieses 
Vorbringen  steht  in  klarem  Widerspruch  zu  den  Kenntnissen  des 
Gerichts von den Verhältnissen im Kulturkreis des Beschwerdeführers, 
und  daran  ändert  auch  nichts,  dass  die  Situation  im  kriegsgeplagten 
Somalia  schwierig  ist.  Schliesslich  sind  seine  Kenntnisse  des  Clans, 
dem er angehören will, so minimal, dass für das Gericht naheliegt, es 
gehe  ihm darum, mit diesen Angaben das Konstrukt seiner Aussagen 
nicht zu gefährden. Seine guten Kenntnisse von D._______ können an 
dieser Feststellung nichts ändern.

Aus den vorstehenden Ausführungen schliesst das Gericht, dass sich 
der  Beschwerdeführer  bewusst  auf  Angaben  beschränkt,  die  nicht 
überprüfbar sind. Nicht aus den Erwägungen der Vorinstanz also leitet 

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des  Gericht  ab,  die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  Art.  7  AsylG  nicht 
stand, sondern gestützt auf eine eigene Würdigung der Gesamtlage.

5.2  Das  BFM  folgerte  aus  der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  der 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  dass  deren  Asylrelevanz  nicht 
geprüft  werden  müsse.  Das  Gericht  stimmt  dieser  Schlussfolgerung 
zu, dies mit nachstehender Ergänzung. 

Wie vorstehend in Erwägung 3.1 ausgeführt, sind Flüchtlinge Personen, 
die  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten, 
wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. 

Der  Beschwerdeführer  macht  zu  keinem  Zeitpunkt,  auch  auf 
Beschwerdeebene (die Rechtsmitteleingabe beschränkt sich darauf, vom 
BFM geltend gemachte Widersprüche in den Aussagen aufzulösen) nicht, 
Nachteile im Sinne dieser Bestimmung geltend. Anlässlich der Befragung 
hat  er  zwar  ausgeführt,  seine  Familie  sei  diskriminiert  und  verachtet 
worden (Befragungsprotokoll S. Ziff. 15 S. 5), aber eigentlicher Grund für 
seine  Ausreise  sind  ganz  klar  die  Geschehnisse  seine  Schwester  und 
seinen  Vater  betreffend  beziehungsweise  die  Übergriffe  seitens  eines 
anderen Clans.

5.3  Dem  Beschwerdeführer  gelingt  es  somit  nicht,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen. Das BFM hat daher sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

6.
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

7.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art.  1  –  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Das  Gericht  hat 

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jedoch  mit  Zwischenverfügung  vom 
12.  Juni  2009  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gutgeheissen,  weshalb  von  der  Auferlegung  von 
Verfahrenskosten abzusehen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und das (…) des 
Kantons B._______.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Jonas Tschan

Versand:

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