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**Case Identifier:** 913384f1-7ec4-5bc0-8141-805aeb0d19a7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 19.10.2021 IV 2020/191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-191_2021-10-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/191

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.06.2022

Entscheiddatum: 19.10.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2021
Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens unter Einschluss der 
Neuropsychologie (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 19. Oktober 2021, IV 2020/191).

Entscheid vom 19. Oktober 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2020/191

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher Urs Kröpfli, S-E-K Advokaten, Zürcherstrasse 96, 

8500 Frauenfeld,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 24./28. November 2016 wegen eines seit etwa einem Jahr 

bestehenden Hörverlusts zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung 

(Hörgeräte) bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-

act. 1). Sie sei vollzeitlich als Sachbearbeiterin ___ tätig. - Gemäss Arztbericht von 

Dr. med. B.___, Fachärztin für HNO-Krankheiten, vom 2. Dezember 2016 (IV-act. 4) 

betrug der Hörverlust rechts 100 %. Nach Kostengutsprache stellte die Versicherte 

einen Antrag auf Prüfung eines Härtefalls (IV-act. 7, 6). Die Geräteunternehmung 

bezeichnete eine Cros-Variante als einzige sinnvolle Lösung (vgl. IV-act. 11). Gemäss 

Härtefallabklärung der Hals-Nasen-Ohrenklinik am Kantonsspital St. Gallen vom 

26. April 2017 (IV-act. 14-2 f.) bestand bei der Versicherten ein Akustikusneurinom 

rechts. Am 14. Juni 2017 (IV-act. 21) wurden die Mehrkosten der Hörgeräteversorgung 

übernommen.

A.a. 

Am 2. Mai 2017 (IV-act. 15) hatte sich die Versicherte nach möglichen weiteren 

Leistungen der IV erkundigt, etwa einer Beteiligung an Umschulungskosten. Wegen der 

immer wieder auftretenden Schwindelanfälle und des anhaltenden Tinnitus infolge des 

Tumors sei ihr auf längere Sicht nicht mehr möglich, zu 100 % im Grossraumbüro mit 

oft sehr viel Lärm zu arbeiten. Von kleineren Unternehmungen habe sie nur Absagen 

bekommen, da Stellen für ___ Sachbearbeitung sehr gefragt seien. Nun werde sie eine 

Weiterbildung in der ___-Branche machen. - Gemäss einer Aktennotiz vom 4. Mai 2017 

(IV-act. 16) war der Versicherten geantwortet worden, was Stellen im ___ Bereich 

betreffe, sei die wirtschaftliche Situation das Problem. Es seien keine Leistungen 

ersichtlich, welche die berufliche Lage der Versicherten verbessern könnten. Sie selber 

habe auch keine konkreten Vorstellungen davon und habe sich lediglich erkundigen 

wollen. Die Versicherte sei darauf hingewiesen worden, dass sie sich für weitere Fragen 

melden könne. 

A.b. 

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Am 5./13./30. April 2018 (IV-act. 22/32, 25) meldete sich die Versicherte für IV-

Leistungen der beruflichen Integration bzw. eine Rente an. Sie sei von Beruf C.___. Sie 

leide auch an starken Kopfschmerzen.

A.c. 

Die Klinik D.___ gab im Arztbericht vom 8. Mai 2018 (IV-act. 29) an, es bestehe bei 

der Versicherten ein Vestibularisschwannom rechts (Ertaubung rechts, St. n. 

retrosigmoidaler subtotaler Tumorentfernung in Narkose am 06.11.2017, periphere 

vestibuläre Unterfunktion rechts, aktuell verstärkt). Das MRI zeige wie erwartet einen 

kleinen Resttumor. Die Versicherte beschreibe noch starke Kopfschmerzen. Trotz 

täglicher Einnahme von 4-mal 1 g Novalgin komme es alle zwei bis drei Tage zu 

heftigen Kopfschmerzen, die invalidisierend seien. Die Häufigkeit habe abgenommen, 

Gleichgewichtsbeschwerden bestünden kaum, der Tinnitus habe sich insofern 

verbessert, als noch ein Rauschen vorhanden sei, das präoperative Pfeifgeräusch aber 

nicht mehr. Mit der Hörminderung allein komme die Versicherte gut zurecht. Sie sei 

aber noch nicht in der Lage, sich länger als eine Stunde am PC zu konzentrieren, 

weshalb eine Arbeitsaufnahme momentan nicht möglich sei. Es seien ab 2. November 

2017 Arbeitsunfähigkeiten wechselnden Ausmasses (100 % und 70 %) attestiert 

worden, zuletzt eine solche von 70 % ab 7. Mai 2018 bis auf weiteres; Ziel sei eine 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit in den nächsten Monaten. Die Wiedereingliederung sei 

im Gang und müsse wegen der Gefahr eines Burn-outs sachte erfolgen. - Gemäss 

Operationsbericht (IV-act. 29-5 f.) war ein kleines Stück des Tumors zurückgeblieben, 

da dieser sehr stark am N. facialis adhärent gewesen war.

A.d. 

Die Arbeitgeberin gab in einer Arbeitgeberbescheinigung vom __. ___ 2018 (IV-

act. 30) an, die Versicherte sei seit dem __. ___ 2012 angestellt. Seit _. ___ 2016 mache 

der Monatslohn Fr. 4'___.-- aus, der Jahreslohn seit 1. September 2016 Fr. 58'___.--. 

Seit 2017 betrage der Jahreslohn Fr. 58'500.--. Nach Eintritt des Gesundheitsschadens 

sei die Versicherte seit _. Februar 2019 (richtig 2018, vgl. auch IV-act. 30-13) noch an 

ca. 12.5 Stunden pro Woche tätig. 

A.e. 

Die Krankentaggeldversicherung reichte die Akten ein, darunter verschiedene 

Arbeitsunfähigkeitsatteste und medizinische Berichte. So hat etwa die Klinik für 

Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen am 19. Mai 2018 (Fremd-act. 1-61 f.; vgl. 

auch Fremd-act. 1-60) von einer notfallmässigen ambulanten Untersuchung vom 

A.f. 

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22. Februar 2018 berichtet. Die Versicherte leide bereits seit zwei Tagen an einer nicht 

enden wollenden Episode von Kopfschmerz, am rechten Hemikranium lokalisiert, 

ausstrahlend von orbital bis nuchal und von Erbrechen und Lichtempfindlichkeit 

begleitet. Die neurologische Untersuchung sei unauffällig gewesen, radiologisch (CT 

Neurocranium nativ vom 22. Februar 2018) habe sich ebenfalls keine Ursache finden 

lassen. Die Schmerzen seien nicht reproduzierbar gewesen. Sie seien unter Morphin 

gut eingestellt. Akuter Handlungsbedarf habe nicht bestanden. Man gehe von einem 

multifaktoriellen Geschehen aus, zumindest teilweise bedingt durch die Kraniotomie, 

aber auch als Spannungs- und Analgetika-induzierter Kopfschmerz zu werten. - Die 

Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen hatte am 23. März 2018 (Fremd-

act. 1-58 f.) erklärt, die Versicherte habe mitgeteilt, die Kopfschmerzepisoden 

begännen innert einer Sekunde und würden etwa zwei Stunden anhalten. Mit 

Physiotherapie habe sie aufgehört, da dies die Symptomatik verschlechtert habe. Ein 

Arbeitsversuch sei fehlgeschlagen, weil sie sich nicht habe konzentrieren können. 

Zweimal habe sie beim Autofahren wegen einer Episode umkehren müssen. Die 

ehemals empfohlene Therapie mit niedrigdosiertem Acetazolamid (Diamox) habe sie 

bisher nicht durchgeführt. Das MRT vom Januar 2018 und das cCT vom Februar seien 

(postoperativ) unauffällig gewesen. Diagnostiziert wurden attackenartige 

Kopfschmerzepisoden unklarer Ätiologie, DD intermittierender Liquorspitzendruck bei 

St. n. Resektion eines Vestibularisschwannoms rechts. Es sei eine konsequente 

Therapie mit Sirdalud und Diamox und ausserdem (zur Lockerung der Muskulatur) mit 

Pfefferminzöl zu empfehlen. Auch Akupunktur könne hilfreich sein. - Dr. med. E.___, 

Allgemeine Innere Medizin, hatte am 30. April 2018 (Fremd-act. 1-56 f.) festgehalten, 

vom 19. März 2018 bis 22. April 2018 habe eine Arbeitsfähigkeit von 10 % bestanden, 

seither betrage diese 30 %. Alle Tätigkeiten, körperliche Belastungen oder 

Bürotätigkeit, würden die Attacken auslösen. Es könne mit einer Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit gerechnet werden. 

Der IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 7. Juni 2018 (IV-act. 39) fest, die 

Versicherte habe erklärt, anstrengende Sportaktivitäten nicht mehr ausüben zu können. 

Schnelle Bewegungen könne sie nicht machen und Bücken könne sie sich ebenfalls 

nur langsam. Sie benötige Unterstützung im Haushalt. Seit 4. Mai 2018 arbeite sie 

wieder mit einem Pensum von 50 %. Zurzeit wäre eine weitere Erhöhung insbesondere 

A.g. 

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wegen der mangelnden Konzentration bei der Bildschirmarbeit und wegen Schmerzen 

nicht möglich. Sie wolle aber wieder ihr früheres Pensum erreichen und erkenne im 

Moment keine Möglichkeit der Eingliederungsunterstützung.

Die Versicherte berichtete kurz darauf, sie sei am 19. Juni 2018 notfallmässig im 

Spital St. Gallen hospitalisiert und dort schmerztherapeutisch behandelt worden, am 

3. Juli 2018 habe sie in die Rehabilitation gewechselt (vgl. IV-act. 39-5). - In einem 

Austrittsbericht vom 10. August 2018 (IV-act. 41) über den Aufenthalt der Versicherten 

vom 3. Juli 2018 bis 3. August 2018 gab die RehaKliniK F.___ an, es bestünden 

chronifizierte Kopfschmerzen nach Vestibularisschwannom-Resektion mit Kraniotomie 

rechts am 06.11.2017 und ein Status nach Vestibularisschwannom rechts. Es sei eine 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum 31. August 2018 ausgestellt worden. 

Postoperativ habe sich bei der Versicherten die Kopfschmerzsymptomatik entwickelt. 

Hinweise auf eine Sinusthrombose hätten sich im MRI Schädel nicht ergeben. Nach 

einer ___ Manipulation der Operationsnarbe am __. Juni 2018 sei es zu intensiven 

Schmerz-Exazerbationen mit entsprechendem Medikamenten-Übergebrauch 

gekommen. Seit der Operation habe die Versicherte täglich mehrmals diverse 

Schmerzmedikamente (auch präventiv) genommen (Novalgin, Dafalgan, Irfen, 

Paracetamol). Die Attacken seien zeitlich unberechenbar aufgetreten und die 

Medikamente hätten kaum noch Wirkung gezeigt, was sie sehr beunruhigt habe. Sie 

sei in der Angst vor den Schmerzen gefangen gewesen und habe kaum noch gewagt, 

nach draussen zu gehen. Trotz oft mehrmals täglich auftretenden Attacken habe sie im 

Verlauf der Rehabilitation wieder eine innere Sicherheit und Vertrauen in die Besserung 

ihrer Situation gewonnen und sich eine Rückkehr nach Hause zugetraut. Sie habe von 

einer Besserung der Intensität der Schmerzattacken um 50 % (bei unveränderter 

Dauer) berichtet. Einen beruflichen Wiedereinstieg habe sie ab 1. Oktober 2018 

geplant. 

A.h. 

Im November 2018 (IV-act. 45) wurde ein IV-Eingliederungsplan zur Beibehaltung 

des Arbeitsplatzes unterzeichnet. Bei vorläufig weiterdauernder Arbeitsfähigkeit von 

20 % werde die Versicherte versuchen, an vier Vormittagen pro Woche jeweils 

innerhalb von vier Stunden dreieinhalb Stunden Arbeit zu leisten (unterbrochen durch 

eine halbe Stunde Pause). Am 20. November 2018 (IV-act. 47) wurde ihr entsprechend 

A.i. 

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mitgeteilt, es würden ihr im Rahmen der Arbeitsvermittlung Beratung und 

Unterstützung im Hinblick auf die Erhaltung des Arbeitsplatzes gewährt.

In einem IV-Verlaufsbericht vom 8. Januar 2019 (IV-act. 52) gab die Klinik D.___ 

bekannt, die Schmerzen der Versicherten seien seit der letzten Kontrolle vom 

20. November 2018 rückläufig, aber nicht ganz verschwunden. Die Versicherte habe 

zudem über eine Episode von kurz (ca. 30 Sekunden) anhaltendem Schwindel 

berichtet. Schmerzen und Schwindel könnten bei Ausübung jeglicher Tätigkeit sehr 

einschränkend sein. Es bestehe der Verdacht auf einen BPLS (benignen paroxysmalen 

Lagerungsschwindel) posteriorer Bogengang links. Ob die bisherige oder eine andere 

Tätigkeit noch zumutbar seien, könne nicht beantwortet werden. - Über ein MRI Gehirn 

inkl. Schädelkalotte vom 20. November 2018 (IV-act. 52-8) war berichtet worden, dass 

mehrere Voruntersuchungen, zuletzt ein MRI vom 4. Mai 2018, vorlägen. Der Resttumor 

sei grössenstationär.

A.j. 

Am 25. Januar 2019 (IV-act. 53) hielt der IV-Eingliederungsberater fest, die 

Versicherte sei dabei, ihre Arbeitstätigkeit in der angestammten Tätigkeit weiter zu 

erhöhen. Sozialpraktisch sei nachvollziehbar, dass sie das in kleinen Schritten tue. Sie 

zeige sich bestrebt, möglichst rasch das Maximum der Arbeitsfähigkeit zu erreichen. 

Dabei treibe sie die Angst vor einem Verlust der Arbeitsstelle an.

A.k. 

Die Psychiatrie G.___ gaben in einem Bericht vom 21. Februar 2019 (IV-act. 55) an, 

es lägen eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

und eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion nach Hirn-OP vor. Die 

Versicherte sei im Rahmen einer Notfallkonsultation vom 5. September 2018 wegen 

einer sehr starken depressiven Symptomatik mit [...] vor dem Hintergrund einer 

massiven und die Lebensqualität stark einschränkenden chronischen Schmerzstörung 

in Behandlung gekommen. Sie habe einen sehr intensiven sozialen Rückzug, einen 

Wegfall aller vormals stützenden Verstärker (Sport, Sozialkontakte, Vorhersehbarkeit 

und Planbarkeit des Arbeits- und Alltagslebens usw.), sehr starke Selbstzweifel und 

eine deutlich reduzierte Belastbarkeit im Arbeitsprozess gezeigt. Die stark depressive 

Dekompensation habe sich in einem markanten Hilflosigkeits- und 

Wertlosigkeitserleben, sehr markanter Freud- und Lustlosigkeit, deutlichen Ein- und 

Durchschlafstörungen und einem markanten Grübeln (betreffend Zukunft, berufliche 

A.l. 

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Entwicklung und verschlechternden Verlauf der Schmerzerkrankung) gezeigt. Es hätten 

stark einschränkende Symptome wie Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, 

eine Verlangsamung der kognitiven Prozesse, eine deutlich reduzierte Stresstoleranz, 

eine starke kognitive Einengung auf Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Anhedonie und 

mangelnder Appetit vorgelegen, ausserdem eine stark dysfunktionale 

Schmerzverarbeitung. Zustandsverschlechternd sei die sehr negative Verarbeitung der 

verschiedenen, nicht zielführenden Lösungsversuche. Die Verschlimmerung der 

Schmerzbelastung nach dem Rehabilitationsaufenthalt mit dem notwendig 

gewordenen Entzug von stark abhängig machenden Opiaten und Benzodiazepinen und 

vom versuchsweise eingesetzten Methadon habe eine markante Symptomvertiefung 

bewirkt. Dazu sei die nun entstandene mangelnde Leistungsfähigkeit gekommen, so 

dass die Versicherte zu Beginn der Behandlung mehrfach sehr starke ___ Krisen 

durchlebt habe. Nun habe eine relativ stabile Verbesserung der Symptombelastung 

erreicht werden können. Ein sich andeutender rasanter Verlust der Belastbarkeit infolge 

der Steigerung des Arbeitspensums habe vermieden werden können, weil mit allen 

Beteiligten (Versicherte, Umfeld, Arbeitgeberin, behandelndes Team) eine 

Stabilisierungsphase vereinbart worden sei. Die bisherige Tätigkeit sei bereits 

leidensangepasst (jederzeit Pausen möglich, kein Leistungsdruck, sehr verständnisvolle 

Vorgesetzte). Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt. Eine 

weitere Erhöhung über die derzeit ausgeübten 40 % Beschäftigung hinaus sei 

schrittweise in langsamem Tempo zu empfehlen.

In einem polydisziplinären Gutachten vom 20. August 2019 (IV-act. 69) gaben die 

medexperts AG (im Folgenden auch medexperts) bekannt, als Diagnosen mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit lägen bei der Versicherten (erstens) ein Vestibularisschwannom, 

ED 11.11.2016 (bei St. n. subtotaler retrosigmoidaler Tumorentfernung rechts am 

06.11.2017, mit dauerndem Tinnitus rechts), (zweitens) eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und (drittens) 

Kopfschmerzen nach Kraniotomie am 06.11.2017 (aktuell zusätzlich 

Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz) vor. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

sei eine Adipositas Grad I. Es bestünden Funktionseinbussen, die zu einer 

Teilarbeitsunfähigkeit von 20 % für jegliche Tätigkeit führten. Die Arbeitsfähigkeit 

mache bezogen auf ein volles Pensum 80 % aus. Im Februar 2019 sei von 

A.m. 

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psychiatrischer Seite eine schrittweise Erhöhung des Pensums von damals 30 bis 

40 % empfohlen worden. Es werde gutachterlich ein erneuter (stationärer oder 

ambulanter) Schmerzmittelentzug unter Betreuung durch ein Schmerzzentrum oder 

einen Neurologen mit multimodalem Ansatz empfohlen. Die weitere Einnahme von 

Duloxetin, das im Serumspiegel deutlich erniedrigt bzw. nicht messbar gewesen sei, 

sei dabei empfehlenswert und sollte nach erfolgreichem Absetzen der 

Schmerzmedikation dann ebenfalls ausgeschlichen werden.

Auf Fragen der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle vom 22. August 2019 (IV-

act. 72) antworteten die medexperts am 7. Oktober 2019 (IV-act. 81), aus 

psychiatrischer Sicht liege die Arbeitsfähigkeit ab der Untersuchung vom Juni 2019 bei 

80 %; eine schrittweise Steigerung des Arbeitspensums von derzeit 40 % auf diese 

80 % in drei bis sechs Monaten wäre ideal, aber nicht unbedingt nötig, zumal keine 

schwerwiegenden Symptome vorlägen. Aus ORL-Sicht sei ebenfalls von 80 % 

Arbeitsfähigkeit auszugehen, am besten verteilt auf die ganze Woche. Retrospektiv 

habe vom Eintrittstag (für die Operation) vom 2. November 2017 während dreier 

Monate bis zum 2. Februar 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden, danach eine 

solche von 50 %. Sechs Monate nach dem 2. November 2017, also ab 6. Mai 2018, 

habe eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % bestanden.

A.n. 

Die kantonale Arbeitslosenkasse teilte am 11. November 2019 (IV-act. 88) mit, die 

Versicherte sei seit 1. November 2019 für ein volles Arbeitspensum als arbeitslos 

gemeldet. - Gemäss einem Assessment- und Verlaufsprotokoll (IV-act. 89) wurde 

festgehalten, die Versicherte habe berichtet, ihr vertragliches Arbeitspensum bei der 

bisherigen Arbeitgeberin ab November 2019 von 100 % auf 30 % reduziert zu haben, 

weil sie sich zu mehr Leistung nicht in der Lage fühle. Sie habe sich bis zum IV-

Rentenentscheid beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet und sei 

von jener Seite einstweilen von einer Stellensuche befreit. Bis zum IV-Entscheid erhalte 

sie im Rahmen der ALV-Vorleistungspflicht Arbeitslosentaggelder. Sie könnte auch zu 

ihrer derzeitigen Arbeit hinzu keine zusätzliche Stelle annehmen. Der IV-

Eingliederungsberater hielt fest, die gesundheitliche Situation habe sich nicht 

verändert, neu dazugekommen seien aber Gallenblasenbeschwerden, derentwegen die 

Versicherte seit dem 23. November 2019 im Spital behandelt werde ([...]). Eine 

Eingliederungsunterstützung sei nicht möglich, weil die Versicherte mit den 30 % so 

A.o. 

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viel arbeite, wie sie es subjektiv maximal vermöge. - Mit Mitteilung vom 3. Februar 

2020 (IV-act. 94) hielt die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle fest, weitere berufliche 

Massnahmen seien daher nicht angezeigt.

Mit Vorbescheid vom 6. März 2020 (IV-act. 99) stellte sie der Versicherten eine 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Sie sei zu 80 % arbeitsfähig. Als 

Valideneinkommen werde auf das letzte regelmässig bei der Arbeitgeberin erzielte 

Einkommen von Fr. 58'500.-- abgestellt, das Invalideneinkommen betrage 

Fr. 48'360.--, der Invaliditätsgrad 17 %.

A.p. 

Die Versicherte liess am 4. Mai 2020 (IV-act. 104) durch eine 

Rechtsschutzversicherung Einwand erheben und Anspruch auf eine Rente und auf 

weitere medizinische Abklärungen stellen. In der Ergänzung vom 8. Juni 2020 (IV-

act. 108) liess sie vorbringen, das Gutachten sei nicht verwertbar, weil der 

neuropsychologische Teil der Begutachtung, der gerade am wichtigsten gewesen 

wäre, nicht in die Beurteilung der Erwerbsfähigkeit eingeflossen sei. Die Gutachterin 

habe erwähnt, das Leistungsvermögen könne nicht abschliessend beurteilt werden. 

Führe ein Teil einer Begutachtung zu keinen objektiven Rückschlüssen, müsse er 

wiederholt werden oder es müssten dem Gutachter Rückfragen gestellt werden, damit 

die Arbeitsfähigkeit objektiv angegeben werden könne. Die Versicherte habe sich im 

März bzw. April 2020 selber einer neuen neuropsychologischen Begutachtung durch 

___ H.___, Klinische Psychologin, Psychiatrie G.___, unterzogen. Es sei nach dem 

beigelegten Bericht (IV-act. 108-7 ff.) davon auszugehen, dass ein Pensum von 80 % 

wegen der nachlassenden Konzentration nicht möglich sei. Es habe eine erneute 

neuropsychologische Abklärung stattzufinden bzw. es müssten die betreffenden 

Testergebnisse der Gutachterin vorgelegt werden. Des Weiteren sei das 

Valideneinkommen auf Fr. 59'043.-- zu setzen und bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens ein Leidensabzug zu machen. - Im erwähnten Bericht war 

festgehalten worden, die Versicherte habe engagiert mitgearbeitet. Die auditiven 

Gedächtnisleistungen seien konstant im unterdurchschnittlichen Bereich anzusiedeln 

gewesen; das Kurz- und das Langzeitgedächtnis hätten sich beeinträchtigt gezeigt. 

Bezogen auf die visuellen Gedächtnisleistungen hätten die Werte geschwankt. 

Insgesamt hätten deutliche Beeinträchtigungen im verbalen und nonverbalen 

Gedächtnis vorgelegen. 

A.q. 

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B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Fürsprecher Urs Kröpfli für die Betroffene 

am 9. September 2020 erhobene Beschwerde (act. G 1). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin seien ab 1. November 2018 die gesetzlichen Leistungen in Form 

einer Dreiviertelsrente auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

(zuzüglich MwSt und Auslagen). Auf das Gutachten könne nicht abgestellt werden. Es 

seien keine Diskussion des Zusammenwirkens der einzelnen Beschwerden und deren 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie keine nachvollziehbar begründete 

polydisziplinäre Gesamtbeurteilung erfolgt. Zweifelsfrei ungenügend sei die bloss 

einzelne Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit in den einzelnen Disziplinen, ungenügend 

auch, Fragen der Überschneidung und Kumulation nicht interdisziplinär zu begründen. 

Die pauschale Behauptung einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um gesamthaft 

20 % sei angesichts der aus psychiatrischer, neurologischer und ORL-Sicht je 

gleichermassen festgestellten Arbeitsunfähigkeit von 20 % nicht nachvollziehbar. 

Ausserdem hätten sich die Gutachter bei der Gesamtbeurteilung nicht zu den 

Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit geäussert, die in den einzelnen Disziplinen 

wesentlich unterschiedlich umschrieben worden seien. Eine Ergänzung durch die 

bisher involvierten Experten werde nicht erfolgen können, da sie lediglich die pauschal 

behauptete Arbeitsunfähigkeit nachträglich irgendwie zu begründen versuchen würden. 

Stattdessen werde die Sache zur Einholung eines neuen Gutachtens bei einer anderen 

Stelle zurückzuweisen oder es werde die Bemessung der Gesamtarbeitsunfähigkeit 

angesichts voller Kognition durch das Gericht gestützt auf die einzelnen Teilgutachten 

Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 11. Juni 

2020 (IV-act. 109) an seiner früheren Einschätzung fest, wonach auf das Gutachten 

abgestellt werden könne. Gemäss den Vorgaben der Schweizerischen Gesellschaft für 

Versicherungsmedizin seien neuropsychologische Untersuchungsbefunde bei einer 

auffälligen Symptomvalidierung als nicht valid anzusehen und dürften nicht in die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit einfliessen. Da ___ H.___ keinen 

Symptomvalidierungstest durchgeführt habe, sei nicht objektiviert worden, ob die von 

ihr erhobenen Testresultate valid seien.

A.r. 

Mit Verfügung vom 11. August 2020 (IV-act. 111) lehnte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Rentenanspruch wie angekündigt ab. Weitere 

Abklärungen seien nicht erforderlich, wie auch der Rechtsdienst festgehalten habe.

A.s. 

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vorzunehmen sein. Es könne davon ausgegangen werden, dass sich 

Arbeitsunfähigkeiten aus einzelnen Disziplinen addierten, wenn abweichende 

Anforderungen an die Zumutbarkeit adaptierter Tätigkeiten zu stellen seien. So sei eine 

Tätigkeit für die Beschwerdeführerin neurologisch betrachtet adaptiert, wenn sie etwa 

bei Bedarf Telefonate abgeben könne. Psychiatrisch gesehen seien zumindest implizit 

erhebliche Anforderungen an eine konkrete Arbeitstätigkeit benannt worden, doch sei 

überhaupt keine Diskussion dieser Kriterien erfolgt. Aus ORL-Sicht seien etwa die 

Notwendigkeit des Gangs zum Drucker und des Wechsels vom Computer auf 

Schriftstücke sowie die akustische Belastung im Grossraumbüro bei konstanter 

Lärmkulisse ungünstig. Arbeiten mit erhöhten Ansprüchen an das Gleichgewichtsorgan 

seien gänzlich ungeeignet. Auch wenn es sich bei der Neuropsychologie lediglich um 

eine Hilfsdisziplin handle, seien doch dabei erkannte Defizite zu beachten. Das sei bei 

der IV-Begutachtung nicht der Fall gewesen. Es gehe aber nicht an, erkannte Defizite 

mit dem Hinweis auszublenden, diese seien angesichts teilweise auffälliger 

Testergebnisse nicht plausibel. Denn aus sämtlichen Teilgutachten gehe 

übereinstimmend hervor, dass sich keine Hinweise auf Aggravation, Simulation oder 

ungenügende Mitwirkung der Beschwerdeführerin ergeben hätten. Deshalb sei davon 

auszugehen, dass allenfalls auffällige Testergebnisse nicht aus willentlicher 

Beeinflussung, sondern aus dem Gesundheitsschaden resultierten. Die einzelnen 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit seien additiv zu bemessen, so dass die 

Arbeitsunfähigkeit 60 % betrage und die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente habe. Da die Gutachter festgestellt hätten, dass es sich bei der 

aktuellen Tätigkeit der Beschwerdeführerin um eine weitgehend bestmöglich adaptierte 

Arbeit handle, und weil die Beschwerdeführerin ein Arbeitspensum von maximal 40 % 

tatsächlich verwerte, werde auf diesen der medizinischen Gesamtbeurteilung mit einer 

Arbeitsunfähigkeit von 60 % entsprechenden Invaliditätsgrad abzustellen sein.

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. November 2020 (act. G 4) beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Eine Konsensbeurteilung und 

eine Gesamtwürdigung der Arbeitsfähigkeit hätten bei der Begutachtung 

stattgefunden. Die Gesamtschätzung sei nicht zu beanstanden, auch wenn sie nicht 

dem tatsächlichen Arbeitspensum der Beschwerdeführerin entspreche. Wie im 

Gutachten festgehalten, sei aus neuropsychologischer Sicht nicht gewährleistet, dass 

die festgestellten Testleistungen der Beschwerdeführerin ihr eigentliches 

Leistungsvermögen darstellten. Im psychiatrischen Teilgutachten seien die Ergebnisse 

der neuropsychologischen Untersuchung eingehend diskutiert worden, und zwar 

gemäss der RAD-Stellungnahme vom 21. August 2019 lege artis. Unter 

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Berücksichtigung der eigenen psychopathologischen Befunde habe die Gutachterin 

der Psychiatrie keine relevanten kognitiven Einschränkungen beschrieben. Weitere - 

auch neuropsychologische - Abklärungen erübrigten sich demnach. In der als 

Privatexpertise zu wertenden Untersuchung durch ___ H.___ sei kein 

Symptomvalidierungstest durchgeführt worden, weshalb sie nicht verwertet werden 

könne. Was den Rückweisungsantrag betreffe, habe die Beschwerdeinstanz in der 

Regel ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn sie zum Schluss der Erforderlichkeit 

gutachterlicher Klärung insgesamt oder in wesentlichen Teilen gelange. Dem 

Gutachten komme aber volle Beweiskraft zu.

D.

Mit Replik vom 1. Dezember 2020 (act. G 6) hält der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin daran fest, dass keine nachvollziehbar begründete interdisziplinäre 

Gesamtbeurteilung und keine interdisziplinäre Diskussion der Arbeitsfähigkeit erfolgt 

seien. Hieran ändere die blosse Auflistung der diversen somatischen und 

psychiatrischen Diagnosen nichts. Die polydisziplinäre Bemessung der Arbeitsfähigkeit 

mit 80 % für alle Tätigkeiten sei rein pauschal - ohne Begründung - erfolgt. Auch auf 

Parteigutachten könne im Weiteren abgestellt werden und auch sie seien geeignet, 

genügende Zweifel an einem Gutachten zu erwecken. Die Beschwerdegegnerin zweifle 

wohl inzwischen ebenfalls an der Schlüssigkeit der interdisziplinären 

Gesamtbeurteilung, wie ihren Hinweisen auf eine mögliche Rückweisung zur 

Ergänzung zu entnehmen sei. Unabhängig davon, ob ein Obergutachten als 

Gerichtsgutachten oder nach Rückweisung als von der Beschwerdegegnerin in Auftrag 

gegebene Expertise zu erstatten sei, bleibe es bei der Kostentragungspflicht der 

Beschwerdegegnerin für die Gutachtenskosten. 

E.

Die Beschwerdegegnerin hält am 9. Dezember 2020 (act. G 8) an ihrem in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest und verzichtet im Übrigen auf die Erstattung 

einer Duplik.

F.

Am 22. Dezember 2020 (act. G 10) reicht der Rechtsvertreter eine Kostennote über 

einen Betrag von Fr. 2'169.70 (Honorar Fr. 1'895.--, Barauslagen Fr. 119.60, MwSt 

Fr. 155.10) ein. - Die Beschwerdegegnerin hält dazu mit Eingabe vom 6. Januar 2021 

(act. G 12) fest, es sei nur derjenige Aufwand zu entschädigen, der sich in einem 

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vernünftigen Rahmen bewege. Der in Rechnung gestellte Betrag entspreche dem, was 

das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bei vollständigem Obsiegen in der 

Regel zuspreche.   

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 11. August 2020, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente abgelehnt 

hat. Die Beschwerdeführerin lässt im Beschwerdeverfahren einzig Rentenleistungen 

beantragen. Berufliche Massnahmen waren gemäss Mitteilung vom 3. Februar 2020 

nicht als angezeigt bezeichnet worden. Sollte sich zeigen, dass ohne 

Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage kommt, so gehörte zum 

Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der 

Beschwerdeführerin zu Massnahmen ausreichend in Anspruch genommen habe.

2.  

Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) versicherte Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) gewesen sind (lit. b) 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; vgl. schon 

BGE 102 V 165).

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/23

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3.  

Sämtliche psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem 

jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach 

qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des 

funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren 

beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der 

Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.

2.4. 

Zum Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurde 

im Lauf des Verfahrens eine polydisziplinäre Begutachtung veranlasst. Grundlage des 

Gutachtens vom 20. August 2019 der medexperts bildeten Teilgutachten in allgemein-

internistischer, oto-rhino-laryngologischer (ORL)-, neurologischer, psychiatrischer und 

neuropsychologischer Hinsicht.

3.1. 

Im Einzelnen hielt die Gutachterin der Allgemeinen Inneren Medizin fest, die 

Versicherte habe von Dauerkopfschmerzen (jeden Tag) mit Schmerzspitzen berichtet, 

sie habe aber keine Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel. Nach dreieinhalb 

Stunden Arbeit (immer vormittags; zwischen acht und zwölf Uhr mit einer 

halbstündigen Pause) lasse die Konzentration nach. Psychisch gehe es ihr deutlich 

besser als im Vorjahr. Es bestünden Durchschlafstörungen wegen Schmerzen im 

Bereich der Narbe und Kopfschmerzen. Als Dauermedikation nehme sie Duloxetin ein 

(einmal täglich 30 mg), bei Bedarf einmal täglich 20 Tropfen Novalgin. - Die Gutachterin 

hielt fest, es liege keine diesbezügliche Diagnose mit Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit vor. Zu empfehlen sei u.a. eine Kontrolle des Gamma-GT-Werts in drei 

Monaten.

3.2. 

Bei der ORL-Exploration berichtete die Beschwerdeführerin gemäss dem 

Teilgutachten, die Gleichgewichtsstörung mache sich beim Gehen und bei 

wiederholtem Bücken oder Nach-oben-Schauen bemerkbar. Müsse sie das 

Gleichgewichtssystem vermehrt gebrauchen, sei ihr oft schlecht. Seit der Operation sei 

sie vermehrt müde und vertrage Menschenmengen und Lärm schlechter. Ein 

Kinobesuch sei zu viel gewesen und ein Restaurantbesuch sei oft noch zu 

anstrengend. Nach der Arbeit schlafe sie mindestens eine bis eineinhalb Stunden. Der 

Lagerungsschwindel sei erfolgreich behandelt worden. Das Hörgerät trage sie wegen 

der Schmerzen hinter dem Ohr nicht gern. Dominierend seien die phasenweise 

auftretenden vernichtenden Kopfschmerzen, die einen invalidisierenden Charakter 

3.3. 

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zeigten. Ihre Arbeit müsse exakt gemacht werden; sie habe Mühe, sich lange zu 

konzentrieren. - Die ORL-Gutachterin hielt fest, die fehlende Funktion des gesamten 

rechten Innenohrs bedinge eine erhöhte rechnerische Leistung des Gehirns und habe 

somit erhöhte Ermüdung zur Folge, selbst bei einer Tätigkeit im Sitzen. Immer wieder 

seien ein Gang zum Drucker oder ein Wechsel vom Computer zu Schriftstücken 

erforderlich und seien akustische Belastungen im Grossraumbüro vorhanden. Auch das 

schlechte Tolerieren von Lärm und von Menschenmengen sowie das schlechte (sc. 

Sprach-) Verständnis im Störlärm seien nachvollziehbar. Es bestehe eine erhöhte 

Pausenbedürftigkeit. Die Arbeitsfähigkeit sei um 20 % vermindert.

Über die Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der neurologischen 

Begutachtung wurde festgehalten, ein grosses Problem seien für sie die 

unaufhörlichen, unberechenbaren Schmerzen, die insbesondere im Haushalt, in der 

Freizeit und bei der Arbeit einschränkend seien. Diese hätten etwa eine Woche nach 

der Operation begonnen und seien nicht mit Licht-, Lärm- oder Geruchsempfindlichkeit 

verbunden. Nach den Schmerzen sei sie oft erschöpft und leichte Kopfschmerzen 

persistierten. Anstrengung verstärke die Schmerzen. Die Attacken seien seit der 

Operation insgesamt kürzer geworden. Hilfe verschaffe es meistens, sich hinzulegen 

oder Novalgin einzunehmen. Wegen der Schmerzen sei sie in der Konzentration 

eingeschränkt und bedürfe bei der Haushaltsarbeit öfters der Hilfe. Schwindel habe sie 

keinen mehr. Manchmal fühle sie sich vom Gleichgewicht her noch leicht unsicher. Als 

Dauermedikation setze sie Duloxetin und Marvelon (einmal täglich) sowie ca. fünfmal 

wöchentlich (nicht mehr als fünf Tage) Novalgin ein. Im letzten Jahr habe sie ein 

deutliches psychisches Tief gehabt. - Der Gutachter der Neurologie gab bekannt, 

neurologische Funktionsdefizite bestünden keine. Aufgrund von Kopfschmerzen könnte 

von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % ausgegangen werden. Es bestehe zurzeit ein 

erhöhter Pausenbedarf wegen auftretender Konzentrationsstörungen und Schmerzen 

bei erhöhter Konzentrationsarbeit. Nach Besserung des Analgetika-induzierten 

Kopfschmerzes - es bestehe wieder Handlungsbedarf zur Reduktion des erneuten 

Schmerzmittelübergebrauchs mit fast täglicher Novalgin-Einnahme - sei innerhalb von 

ein bis zwei Jahren eine weitere Verbesserung zu erwarten.

3.4. 

Im psychiatrischen Teilgutachten wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin 

habe berichtet, vor etwa einem Jahr im Kantonsspital St. Gallen behandelt worden zu 

sein und dort neue Medikamente erhalten zu haben, die sie nicht gut vertragen habe. In 

der Rehabilitation habe sie dann den Schmerzmittelentzug gemacht. Die Behandlung 

im Psychiatrischen Zentrum, die erfolgt sei, weil sie leicht reizbar, verzweifelt und hilflos 

gewesen sei, habe sie im letzten Monat eingestellt. Die Dauerschmerzen seien nun 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/23

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4.  

ausserdem aushaltbar, die Schmerzspitzen ohne Novalgin aber nicht. Sie setze derzeit 

Duloxetin 30 mg ein. Sie habe sich nach der Entzugsbehandlung stabilisieren können 

und habe keine psychischen Beschwerden mehr. Das Antidepressivum Duloxetin tue 

ihr jedoch nach wie vor gut. - Die Gutachterin der Psychiatrie erklärte, infolge einer 

Schmerzverarbeitungsstörung sei - spätestens ab dem Untersuchungszeitpunkt - von 

einer leichten Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 20 % auszugehen. 

Innerhalb von drei bis sechs Monaten sei eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit (von 80 %) 

zu empfehlen. Im Februar 2019 sei (von den Psychiatrie G.___) eine schrittweise 

Erhöhung des Arbeitspensums (von damals 30 bis 40 %) empfohlen worden.   

Über die neuropsychologische Untersuchung wurde festgehalten, die 

Beschwerdeführerin habe erklärt, wegen morgendlicher Kopfschmerzen mit der Stärke 

8 auf der VAS-Skala 10 Tropfen Novalgin eingenommen zu haben (das tue sie auch im 

Übrigen bei Bedarf). Seit zwei Wochen nehme sie Duloxetin 90 mg täglich ein. - Die 

Fachpsychologin und Gutachterin für Neuropsychologie hielt fest, in den 

Testergebnissen hätten sich Auffälligkeiten ergeben, welche durch die Schmerzen oder 

Nebenwirkungen der Medikation nicht zufriedenstellend erklärt werden könnten.

3.6. 

Zunächst lässt sich feststellen, dass der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin bei der Begutachtung durch die medexperts unter allen in 

Betracht fallenden medizinischen Disziplinen abgeklärt wurde. Das Gutachten wurde in 

Kenntnis der Vorakten abgegeben. Die geklagten Beschwerden wurden von der 

Beschwerdeführerin ebenso erfragt wie die übrige Anamnese. Jedes 

Teilbegutachtungsergebnis basiert auf einer Erhebung der jeweiligen Befunde, die im 

Gutachten auch beschrieben wurden. Die Gutachter befassten sich auch mit den 

vorgefundenen Fähigkeiten und Ressourcen, ebenso wie mit den Belastungen.

4.1. 

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Die Beschwerdeführerin lässt indessen gegen die Stichhaltigkeit des Gutachtens 

vorbringen, die Disziplin der Neuropsychologie sei zu Unrecht nicht (in die 

psychiatrische Begutachtung bzw. in das Gutachten) miteinbezogen worden, obwohl 

bei ihr (der Beschwerdeführerin) wesentliche neuropsychologische Defizite bestünden. 

Letztere dürften nicht unter Hinweis auf fehlende Plausibilität infolge teilweise 

auffälliger Testergebnisse ausgeblendet werden. Da nämlich in sämtlichen 

Teilbegutachtungen darauf hingewiesen worden sei, dass überhaupt keine Hinweise 

auf Aggravation, Simulation oder ungenügende Mitwirkung von ihrer Seite bestanden 

hätten, sei davon auszugehen, dass allenfalls auffällige Testergebnisse aus dem 

Gesundheitsschaden resultierten. 

4.2. 

Es zeigte sich bei der neuropsychologischen Exploration, dass die 

Beschwerdeführerin in verschiedenen überprüften kognitiven Funktionsbereichen 

altersnormgerechte Ergebnisse erzielt hat, in mehreren beschriebenen Bereichen leicht 

bis deutlich unterdurchschnittliche und in einem Funktionsbereich sogar deutlich 

unterdurchschnittliche Ergebnisse (vgl. IV-act. 70-3).

4.2.1. 

Die Expertin der Neuropsychologie erwog den Umstand, dass nach 

Gehirnoperationen kognitive Auffälligkeiten auftreten und dass auch psychische 

Störungen die entsprechende Leistungsfähigkeit mindern könnten. Möglicherweise 

habe das reduzierte Hörvermögen in Teilen einen negativen Einfluss auf die 

Wahrnehmung der Beschwerdeführerin, sie habe dieses aber im Rahmen der 

neuropsychologischen Begutachtung nicht als beeinträchtigend bezeichnet, vielmehr 

Kopfschmerzen und teilweise eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit. Die 

Expertin schloss wie erwähnt, die angegebenen Schmerzen oder Nebenwirkungen der 

Medikation könnten die Auffälligkeiten in den vorliegenden Testergebnissen aber nicht 

zufriedenstellend erklären. Im Testprofil hätten sich teilweise neuropsychologisch 

schwer erklärbare Ergebnisse gezeigt. In dem einen Symptomvalidierungsverfahren 

seien nicht erklärbare Auffälligkeiten festgestellt worden. Auch in der klinischen 

Verhaltensbeobachtung hätten sich Hinweise auf ein teilweise suboptimales 

Leistungsverhalten ergeben. Es sei nicht durchgängig von einer ausreichenden 

Anstrengungsfähigkeit oder -bereitschaft in der Testbearbeitung auszugehen (vgl. IV-

act. 70-4). Die Beschwerdeführerin habe mit einer kurzen Unterbrechung bei der 

mehrstündigen neuropsychologischen Abklärung bis zum Ende mitgearbeitet (vgl. IV-

act. 70-3). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass die in 

der Begutachtung festgestellten Testleistungen (bzw. -befunde) das eigentliche 

Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin nicht wiedergäben (vgl. IV-act. 70-4; vgl. 

IV-act. 69-5). Hierin ist eine neuropsychologische Bewertung zu sehen. Ein Grund, von 

4.2.2. 

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einem Ausfall des entsprechenden Teils der Begutachtung auszugehen, wie ehemals 

im Einwand geltend gemacht, liegt darin nicht. - Damit zeigt sich, dass die Expertin die 

möglichen gesundheitsbedingten Faktoren gegen allfällige anderweitige Einflüsse 

abgewogen hat. Das Ergebnis ist insofern nachvollziehbar begründet worden.

Wie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zutreffend anführt, stellt die 

neuropsychologische Abklärung eine Hilfsdisziplin dar. Nach der Rechtsprechung 

handelt es sich um eine Zusatzuntersuchung und es bleibt grundsätzlich Aufgabe des 

Facharztes oder der Fachärztin der Psychiatrie - oder allenfalls der Neurologie -, die 

Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite 

einzuschätzen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 27. Juni 2019, 9C_299/2019 E. 4; vgl. 

auch Bundesgerichtsurteil vom 12. April 2019, 9C_752/2018 E. 5.3). Entscheidend ist 

die (sc. entsprechende) klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, 

Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. Juni 

2021, 8C_138/2021 E. 4.2). - Der Gutachter der Neurologie hatte zum klinisch-

neuropsychologischen Befund festgehalten, es seien keine Hinweise für Müdigkeit, 

raschere Ermüdbarkeit oder konsistente Gedächtnisstörungen, keine Fluktuationen der 

Vigilanz und keine Interferenzanfälligkeit zu beobachten gewesen. Aufmerksamkeit und 

Konzentration hätten klinisch der zu erwartenden Kapazität entsprochen (vgl. IV-

act. 69-27). Auch aufgrund der psychiatrischen Begutachtung wurde festgehalten, 

Konzentration und Aufmerksamkeit seien während des einstündigen Gesprächs 

unauffällig gewesen (vgl. IV-act. 69-35). Die neuropsychologischen Erhebungen wurden 

auch in diesem Teil gutachterlich berücksichtigt.

4.2.3. 

Die Abklärung des neuropsychologischen Sachverhalts erweist sich demnach als 

nicht ergänzungsbedürftig. Aus dem von der Beschwerdeführerin (dennoch) 

veranlassten neuropsychologischen Bericht von ___ H.___ vom 15. Mai 2020 

(Untersuchungen vom 26. März 2020 und vom 30. April 2020) ergeben sich keine 

relevanten Zweifel am oben Dargelegten. Die Beschwerdeführerin hatte dort ebenfalls 

von Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen berichtet, doch war wiederum 

festgestellt worden, dass sie in der Lage war, Aufmerksamkeit und Konzentration über 

die Dauer der Testung aufrechtzuerhalten (vgl. IV-act. 108-11). Beschrieben wurden 

zwar insgesamt deutliche Beeinträchtigungen im verbalen und nonverbalen 

Gedächtnis, doch wurde auch darauf hingewiesen, dass die Leistungen geschwankt 

hätten (vgl. IV-act. 108-12). Eine Symptomvalidierung hat nach Lage der Akten nicht 

stattgefunden, was den betreffenden Aussagewert, wie der RAD festhält, relativiert. 

4.2.4. 

Bei diesen Gegebenheiten rechtfertigt es sich insgesamt, auf die gutachterlichen 

(Teil-) Beurteilungen abzustellen. Dass mit Ausnahme der nicht objektivierbaren 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/23

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Konzentrationsdefizite (vgl. IV-act. 69-6) keine Inkonsistenzen (vgl. IV-act. 69-14, -20, 

-27 und -30, -35 und -38 f.) erwähnt wurden (vgl. allerdings auch die Laboranalyse, 

dazu IV-act. 69-34 Ziff. 3.2.11 und IV-act. 70-9 unten), vermag hieran nichts zu ändern. 

- Anzumerken ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass in der gutachterlichen 

ORL-Beurteilung dennoch eine allgemein vermehrte Ermüdbarkeit der 

Beschwerdeführerin infolge des einseitigen Ausfalls des Gleichgewichtsorgans 

angenommen wurde, die gerade Grund für die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20 % 

wegen erhöhten Pausenbedarfs bildete (vgl. IV-act. 69-7 und -23). Auch der 

neurologisch-gutachterlich anerkannte Pausenbedarf wurde im Übrigen mit den von 

der Beschwerdeführerin angegebenen Konzentrationsstörungen und Schmerzen bei 

erhöhter Konzentrationsarbeit begründet (vgl. IV-act. 69-30). Insofern erscheinen die 

Arbeitsunfähigkeitsschätzungen etwas knapp - aber als gutachterliche Bewertung in 

Kenntnis des Sachverhalts ausreichend - objektiviert zu sein. 

Des Weiteren wird am Gutachten bemängelt, dass Fragen der Überschneidung 

bzw. Kumulation der Auswirkungen der Beschwerden nicht interdisziplinär begründet 

worden seien. Im polydisziplinären Teil des Gutachtens sind die Ergebnisse der 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen aus den jeweiligen einzelnen Teilbegutachtungen 

zusammengetragen worden und es ist eine polydisziplinäre Schlussfolgerung gezogen 

worden (vgl. IV-act. 69-6 f.), ohne allerdings die Art und Weise der Synthese 

ausdrücklich zu beschreiben. Wenn diesbezüglich auch ein gewisses Defizit der 

Gutachtensbegründung zu verzeichnen sein mag, so handelt es sich doch vorliegend 

nicht um einen relevanten Mangel (so wenig wie im Bundesgerichtsurteil vom 

5. November 2008, 9C_761/2008 E. 2). Wie dem Gutachten zu entnehmen ist (vgl. IV-

act. 69-9), haben an drei Tagen interdisziplinäre Besprechungen stattgefunden und 

sind die Gutachter zur Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 

insgesamt 80 % gelangt. Dass durch das Zusammenfallen der in den einzelnen Teilen 

angenommenen Arbeitsunfähigkeit von 20 % vorliegend eine Erhöhung der 

Arbeitsunfähigkeit oder gar eine Addition der anzunehmenden Arbeitsunfähigkeitsgrade 

erforderlich wäre, wird durch keine Anhaltspunkte nahegelegt. Vielmehr wurde in zwei 

Disziplinen wie erwähnt eine erhöhte Pausenbedürftigkeit festgestellt (vgl. IV-

act. 69-23, -30) und auch psychiatrisch wurden lediglich leichte Beeinträchtigungen 

beschrieben (vgl. IV-act. 69-39), was dafür spricht, dass die (gleichen) Pausen 

genügen. Die verschiedenen qualitativen Einschränkungen einer angepassten Tätigkeit 

stellen keinen Grund dar, die polydisziplinär medizinisch angegebene 

Arbeitsunfähigkeit in Frage zu stellen und die quantitativen Arbeitsunfähigkeitsgrade 

zusammenzurechnen. - Ob sich die einzelnen aus mehreren Behinderungen 

resultierenden Einschränkungsgrade summieren und gegebenenfalls in welchem Mass, 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/23

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5.  

stellt eine spezifisch medizinische Problematik und Einschätzung dar, von der das 

Gericht grundsätzlich nicht abrückt. Eine einfache Addition verschiedener 

Teilarbeitsunfähigkeiten kann dabei je nach den konkreten Merkmalen eines 

Sachverhalts ein zu hohes oder zu niedriges Ergebnis zeitigen (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 26. Oktober 2020, 8C_483/2020 E. 4.1).

Auf das Ergebnis der Begutachtung - nämlich einer Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin von 20 % für jegliche Tätigkeiten - ist demnach abzustellen.  

4.5. 

Nach Art. 16 ATSG (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG) wird für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). 

5.1. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns überwiegend wahrscheinlich 

als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 6. 

Oktober 2020, 9C_316/2020 E. 3.1, und vom 22. August 2019, 9C_868/2018 E. 3.1, 

BGE 139 V 28 E. 3.3.2, BGE 129 V 222). Letzteres ist vorliegend anzunehmen. Gemäss 

der Arbeitgeberbescheinigung hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2017 Fr. 58'500.-- 

verdient. Hierauf hat die Beschwerdegegnerin abgestellt. Die Beschwerdeführerin 

beruft sich auf ein Einkommen gemäss dem IK-Auszug von Fr. 59'043.-- im Jahr 2017.

5.2. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 

ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist 

aber kein solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/23

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ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

7. April 2016, 9C_783/2015; BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 129 V 472 E. 4.2.1). - Nach der 

Aktenlage hat die Beschwerdeführerin ihre bisherige Anstellung, an der sie bereits 

angepasste Arbeit leistet (vgl. IV-act. 69-31), beibehalten können. In einem 

Assessment- und Verlaufsprotokoll war erwähnt worden, das vertragliche 

Arbeitspensum sei ab November 2019 auf 30 % reduziert worden. Nach Angaben bei 

der Begutachtung übt sie die Tätigkeit zu rund 40 % (wöchentlich 17.5 Stunden; vgl. 

IV-act. 69-26) aus, was ihr medizinisch zumutbares Arbeitspensum von 80 % deutlich 

unterschreitet. Für die Bemessung des Invalideneinkommens nach Art. 16 ATSG taugt 

das tatsächlich erzielte Einkommen demnach nicht. Es rechtfertigt sich vielmehr die 

Annahme, dass die Beschwerdeführerin bei zumutbarem Ausschöpfen der 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Sachbearbeiterin ein Einkommen zu 

erreichen in der Lage ist, das in etwa 80 % des ohne Gesundheitsschadens erzielbaren 

Lohns entspricht. 

Es kann aber auch davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ein 

entsprechendes Einkommen auch anderweitig auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

erzielen könnte. Der massgebliche theoretische und abstrakte ausgeglichene Markt 

(vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und 

dient ausserdem dazu, die Risiken von Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander 

abzugrenzen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; 

BGE 110 V 276 E. 4b, vgl. auch BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2). Was die 

verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch den körperlichen 

Einsatz angeht, weist er einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (vgl. 

Bundesgerichtsurteile vom 5. November 2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom 

10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1). - Oto-rhino-laryngologisch gesehen sind 

Tätigkeiten wie Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten und solche mit hohen 

Kommunikationsanforderungen im Lärm sowie mit erforderlichem wiederholtem 

Bücken oder Richtungshören für die Beschwerdeführerin nicht geeignet (vgl. IV-

act. 69-23). Die Anforderungen erlauben eine Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne weiteres. Daher können auch die Tabellenlöhne 

zum Vergleich beigezogen werden. Mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder 

handwerklicher Art, also des Kompetenzniveaus 1, konnten Frauen im Jahr 2017 

statistisch gesehen durchschnittlich ein Lohnniveau von Fr. 54'783.-- erreichen (vgl. 

Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des 

Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019, herausgegeben von der 

Informationsstelle AHV/IV, S. 228, basierend auf der Schweizerischen 

5.4. 

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6.  

Entscheid

Lohnstrukturerhebung [LSE] des Bundesamtes für Statistik). Wird dieser Betrag als 

Ausgangspunkt der Bemessung des Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin 

verwendet, ergibt sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % ein Einkommen von rund 

Fr. 43'826.--, womit der Ausfall selbst im Vergleich zum geltend gemachten 

Valideneinkommen von Fr. 59'043.-- kein rentenbegründendes Ausmass (sondern rund 

26 %) erreicht.

Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist 

ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des 

Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. 

BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Vorliegend ist kein Grund für einen 

massgeblichen Abzug anzuerkennen, zumal davon ausgegangen werden kann, dass 

Art und Ausmass der Behinderung sich nicht wesentlich über das in der 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung enthaltene Mass hinaus erwerblich auswirken. Selbst ein 

höchstens minimer zu rechtfertigender Abzug (von 5 %) vermöchte am Umstand eines 

nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrads nichts zu ändern.

5.5. 

Auch retrospektiv ist ein Wartejahr im Sinn von Art. 28 Abs. 1 IVG mit 

anschliessender längerdauernder Invalidität nach der Aktenlage (vgl. IV-act. 81; selbst 

bei vorübergehender Verschlechterung im Juni/September 2018) nicht abgelaufen.

5.6. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als 

unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. 

Art. 95 Abs. 1 des st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; 

sGS 951.1]). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit dem 

geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr 

getilgt. - Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen.

6.2. bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/23

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen, unter 

Anrechnung des bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2021
	Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens unter Einschluss der Neuropsychologie (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2021, IV 2020/191).

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		2024-05-26T22:25:04+0200
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