# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42749b12-c110-5a7d-90b6-002fac8c9aca
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.01.2012 UR110014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UR110014_2012-01-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UR110014-O/U/br 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. M. Wetli 

 

Beschluss vom 4. Januar 2012 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Rekurrent 

 

vertreten durch lic. iur. X._____, 

 

gegen 

 

1) B._____ 
2) Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  
Rekursgegner 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

 

betreffend Einstellung der Untersuchung  
 
 
Rekurs gegen die Verfügung Nr. 2 von 3 der Staatsanwaltschaft III des Kan-
tons Zürich vom 28. September 2010, C-3/2008/98 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

Mit Eingabe vom 11. Mai 2009 liess A._____ (nachfolgend: Rekurrent) gegen 

B._____ (nachfolgend: Rekursgegner 1) Strafanzeige wegen Betrugs einreichen 

(Urk. 6/ND 2/3). Mit Verfügung vom 28. September 2010 stellte die Staatsanwalt-

schaft III des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) die Untersuchung 

wegen Betrugs (ND 2) ein (Urk. 3). Gegen diese Verfügung liess der Rekurrent 

mit Eingabe vom 18. Januar 2011 fristgerecht Rekurs mit folgenden Anträgen er-

heben und ein Gesuch um Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes stel-

len (Urk. 2): 

"1. Die Einstellungsverfügung vom 28. September 2010 sei aufzuhe-
ben und der Angeschuldigte B._____ in dieser Angelegenheit be-
treffend Betrugs zu verurteilen;  

 2. Die Zivilforderung des Rekurrenten in der Höhe von insgesamt 
Fr. 103'910.95 sei zu Lasten des Angeschuldigten zu schützen;  

 3. Der Angeschuldigte habe den Rekurrenten für das Untersu-
chungs- und Strafverfahren angemessen ausseramtlich zu ent-
schädigen;  

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates." 

Mit Verfügung 28. Januar 2011 wurde dem Rekursgegner 1 und der Staatsan-

waltschaft Frist zur freigestellten Stellungnahme angesetzt und dem Vertreter des 

Rekurrenten Gelegenheit gegeben, das Gesuch um Beigabe eines unentgeltli-

chen Rechtsbeistandes nach Massgabe des entsprechenden Merkblattes zu be-

gründen (Urk. 7; Prot. S. 2). Mit Eingabe vom 7. Februar 2011 bzw. vom 

14. Februar 2011 beantragten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Re-

kursgegner 1 innert Frist die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11; Urk. 12). Der 

Rekurrent liess eine Ergänzung der Begründung des Gesuchs um Beigabe eines 

unentgeltlichen Rechtsbeistandes sowie eine weitere Stellungnahme einreichen 

(Urk. 13; Urk.14). Mit Verfügung vom 1. März 2011 wurde das Gesuch des Rekur-

renten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen und die ein-

gegangenen Stellungnahmen je den Gegenparteien zur Kenntnisnahme zugestellt 

(Urk. 16; Prot. S. 3).  

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II. Prozessuales 

Seit dem 1. Januar 2011 gilt in der Schweiz eine neue, eidgenössische Strafpro-

zessordnung (StPO), welche die bis anhin gültigen kantonalen Strafprozessord-

nungen ablöst. Bei Verfahren, die – wie das vorliegende – in erster Instanz noch 

vor dem 1. Januar 2011 erledigt wurden, bleibt allerdings für das gegenwärtige 

Rechtsmittelverfahren das bisherige Prozessrecht und damit die Strafprozessord-

nung des Kantons Zürich (StPO/ZH) und das Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) 

weiterhin anwendbar (Art. 453 Abs. 1 StPO). 

III. Materielle Beurteilung 

1. Der Strafanzeige zugrunde liegender Sachverhalt  

Der Rekurrent wirft dem Rekursgegner 1 Folgendes vor: Der Rekurrent habe über 

seinen Sohn C._____ den Rekursgegner 1 im Jahr 2004 kennengelernt. Der Re-

kursgegner 1 sei immer wieder bei der Familie A._____ zu Besuch gewesen. Im 

Frühjahr 2006 habe sich der Rekurrent sein Guthaben bei der Pensionskasse 

auszahlen lassen. Der Rekursgegner 1 habe die Familie des Rekurrenten immer 

wieder besucht und habe auf die ganze Familie eingeredet. Dabei habe der Re-

kursgegner 1 bei einer Geldanleihe 12 % Zins versprochen. Zur Untermauerung 

seiner Seriosität habe der Rekursgegner 1 Verträge vorgelegt, welche sein Enga-

gement bzw. seine Investitionen in Autobahnen in W._____ belegt hätten. Er ha-

be auch dauernd von seinen guten Beziehungen zu Finanzkreisen und über das 

von ihm Erreichte erzählt. Da es sich beim Rekursgegner 1 um einen ehemaligen 

Landsmann des Rekurrenten gehandelt habe und der Rekursgegner 1 seine Be-

mühungen intensiviert habe, habe der Rekurrent schliesslich anfangs April 2006 

dem Rekursgegner 1 den Betrag von Fr. 100'000.– in Z._____ bar übergeben. 

Neben einem Zins von 12 % sei die Rückzahlung des Darlehens auf spätestens 

31. Dezember 2006 vereinbart gewesen. In der Folge habe der Rekursgegner 1 

keine Zahlungen getätigt. Später habe über den Rekursgegner 1 der Konkurs er-

öffnet werden müssen und es habe ein Verlustschein von (ungedeckt gebliebener 

Betrag) Fr. 103'110.95 resultiert (Urk. 6/ND 2/3 S. 2; Urk. 6/ND 2/4/1; 

Urk. 6/ND 2/5S. 2). 

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2. Begründung der Staatsanwaltschaft zur Einstellungsverfügung 

Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des Verfahrens im Wesentli-

chen zusammengefasst und sinngemäss damit, der Rekurrent habe ohne weiter-

gehende Abklärungen über den Rekursgegner 1 und dessen Geschäfte und ohne 

Erhalt von Sicherheiten diesem den Bargeldbetrag übergeben, da er dem Re-

kursgegner 1 – wie er gesagt habe – blindlings vertraut habe. Der Rekurrent habe 

nicht einmal einen Betreibungsregisterauszug über den Rekursgegner 1 an des-

sen Wohn- und Geschäftsort eingeholt. Aus diesem wären die finanziellen Ver-

hältnisse und die gegen ihn eingegebenen Forderungen in erheblichem Betrag 

sofort ersichtlich gewesen. Der Rekurrent habe denn auch gesagt, er hätte das 

Geld dem Rekursgegner 1 nicht gegeben, wenn er von diesen Forderungen 

Kenntnis gehabt hätte. Damit habe der Rekurrent die elementarsten Vorsichts-

massnahmen im Geschäftsverkehr missachtet, weshalb eine arglistige Täu-

schung nicht vorliege und der Tatbestand des Betrugs somit nicht erfüllt sei 

(Urk. 3).  

3. Rekursbegründung 

Der Rekurrent liess zur Begründung des Rekurses im Wesentlichen zusammen-

gefasst und sinngemäss geltend machen, bei der Übergabe der Fr. 100'000.– am 

1. April 2006 habe die Bekanntschaft sicher schon über zwei Jahre gedauert und 

die ganze Familie des Rekurrenten habe dem Rekursgegner 1 vertraut. Ersicht-

lich sei auch, dass dem Rekursgegner 1 gemäss den Aussagen bei der Polizei 

blindlings vertraut worden sei, wobei dieser aber entscheidende Schritte dazu 

selber gemacht habe, und zwar in offensichtlich fraudulöser Absicht, z.B. wie 

folgt: Er sei aktiv gewesen und habe die Familie des Rekurrenten immer wieder 

aufgesucht, nachdem er gehört habe, dass der Rekurrent sich die Pensionskasse 

auszahlen lassen wolle. Er habe ihm einen Zins von 10 % offeriert und ihn mit der 

Behauptung gelockt, dass er so ja mehr vom Geld habe als wenn er sich eine 

Rente würde auszahlen lassen. Das Vertrauensverhältnis sei bewusst ausgebaut 

worden, indem auch persönliche Sachen erzählt worden seien, so insbesondere 

in geschäftlicher Hinsicht, wo der Angeschuldigte seine Tätigkeit für eine vertrau-

enserweckende Versicherung hervorgehoben habe, aber auch die Aktivitäten sei-

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ner eigenen Firma, gar in den V._____. Zum Lügengebäude gehöre auch die Be-

hauptung, er sei in der Herstellung oder im Handel mit einem innovativen Pulver 

tätig, welches für den Autobahnbau geeignet sei. Ein Lügengebäude berücksich-

tige auch falsche Angaben über die eigenen finanziellen Möglichkeiten. Der Re-

kursgegner 1 habe mehrmals betont, die Fr. 100'000.– seien für ihn einfach ein 

weiterer Betrag wie er diese auch von anderen Kunden empfange und damit er-

folgreich geschäfte. Wenn ein Betreibungsregisterauszug vorliege, welcher be-

reits in der Zeit vom 29. März 2004 bis 6. Februar 2006 offene Schulden von über 

Fr. 280'000.– ausweise, so sei offensichtlich, dass die Schilderungen des Re-

kursgegners 1 völlig wahrheitswidrig gewesen seien, aber klassische Lügenge-

bäude darstellten und insbesondere auch den Rekurrenten davon abhalten soll-

ten, sich näher über den Rekursgegner 1 zu erkundigen, wie etwa einen Regis-

terauszug zu verlangen. In diesem Zusammenhang sei auch die Mentalität glei-

cher Landsleute aus dem U._____ zu berücksichtigen; bei dieser Konstellation sei 

es Ehrensache, dass man sich habe vertrauen können, was der Rekurrent und 

seine Familie blindlings getan hätten, und der Rekursgegner 1 auch so gespürt 

und in jeder Hinsicht ausgenützt habe. Er habe gewusst, dass in solchen Situatio-

nen nicht nach Sicherheiten oder geschäftlichen Unterlagen verlangt würde. Des-

halb habe er sich diesen potentiellen Kunden auch "warm" gehalten, bis er am 

Ziel seiner Absicht angelangt sei. Die Situation könne absolut nicht – wie dies der 

angefochtene Entscheid tue – damit verglichen werden, wie wenn jemand von ei-

ner Bank einen Kleinkredit beantrage. Die Vorzeichen seien hier ja komplett um-

gekehrt: Es sollte Geld angelegt werden, und dafür eine Rendite erzielt werden; 

nicht die Sicherheit des Darlehensbetrages sei im Vordergrund gestanden, son-

dern die Höhe des Zinses. Dazu sei das sehr seriöse Auftreten des Rekursgeg-

ners 1 gekommen, welcher zudem noch über eine eigene Unternehmung zu ver-

fügen schien ("E._____ "). Ebenso sei die anfänglich vereinbarte Laufzeit von 

neun Monaten als relativ kurz zu bezeichnen, was weiter die Bedenken habe zer-

streuen sollen. Bedenkenswert und die betrügerische Absicht bestärkend sei auch 

das spätere Verhalten des Rekursgegners 1 zu werten: Auf die Rückzahlungsfor-

derungen hin habe der Rekursgegner 1 ja weiterhin sogar auch schriftlich Ver-

sprechen abgegeben, das Geld in Raten zurück zu bezahlen, auch noch nach 

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dem Konkurs. Weiter habe er auch mündlich mehrmals erklärt, der Betrag sei für 

ihn kein Problem. Falsch seien auch die Angaben über den Verwendungszweck 

des Geldes gewesen; dieses hätte ja in W._____ angelegt werden sollen, sei aber 

offensichtlich für den persönlichen Lebensunterhalt verbraucht worden, was der 

Rekursgegner 1 bereits bei der Anbahnung des Geschäftes und bei der Entge-

gennahme des Geldes gewusst habe, wie ja sein Betreibungsregisterauszug auch 

beweise. Die Begründung in der angefochtenen Verfügung, es liege wohl eine 

Täuschung vor, aber keine Arglist, sei unhaltbar; aufgrund der konkreten Umstän-

de habe vom Rekurrenten nicht verlangt oder erwartet werden können, dass er 

z.B. einen Betreibungsauszug hätte einholen respektive einfordern sollen; solches 

sei bei dieser Konstellation schlichtweg undenkbar, und der Rekursgegner 1 habe 

ja den Aufbau des Lügengebäudes inklusive des Vertrauensverhältnisses aktiv 

und nachhaltig betrieben, um den Rekurrenten auch von allfälligen lästigen Nach-

fragen abzuhalten. Die falschen Angaben des Rekursgegners 1 seien nicht über-

prüfbar gewesen und sie seien überzeugt, dass der Rekursgegner 1 selbst beim 

Vorliegen eines negativen Betreibungsauszuges diesen grosszügig weggewischt 

hätte unter Hinweis auf unberechtigte Forderungen etc. Die Pflicht, kritisch zu 

sein, dürfe nicht überzeichnet werden, ansonsten in einem klassischen Fall wie 

hier eine Verurteilung wegen Betrugs gar nicht mehr möglich wäre. Ebenso wenig 

könne dem Rekurrenten unterstellt werden, er habe die elementarsten Vorsichts-

massnahmen "im Geschäftsverkehr" missachtet. Der Rekurrent sei absolut ge-

schäftsunerfahren und sei gutgläubig gewesen; dasselbe gelte für seine Angehö-

rigen. Er habe sich einzig von den Ausführungen und Versprechungen des Re-

kursgegners 1 leiten lassen und wäre auch nicht auf die Idee gekommen, einen 

Registerauszug zu verlangen; es sei davon auszugehen, dass er diese Möglich-

keit auch gar nicht gekannt habe, oder der Rekursgegner 1 hätte dazu erklärt, das 

Darlehen werde ja seiner Unternehmung übergeben, und nicht ihm privat. Einem 

persönlichen Registerauszug könne also so oder so nicht die Bedeutung zukom-

men, von welcher die angefochtene Verfügung spreche. Zusammenfassend sei 

festzuhalten, dass es sich um einen klassischen Fall des Erschleichens eines 

grossen Geldbetrages handle mit Hilfe des Ziehens sämtlicher Register. Der Re-

kursgegner 1 habe schnell gespürt, dass er vom geschäftsunerfahrenen Rekur-

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renten punkto lästiger Nachfragen nichts zu befürchten hätte, was sich im Ergeb-

nis auch bestätigt habe (Urk. 2).  

4. Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zum Rekurs 

Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Stellungnahme im Wesentlichen zusam-

mengefasst und sinngemäss aus, die im Rekurs dargelegten Vorgehensweisen 

des Rekursgegners 1 seien allenfalls einfache Lügen, jedoch keine Machenschaf-

ten und kein Lügengebäude. Sodann habe der Rekurrent die minimale Vorsicht 

nicht getätigt. Neben dem Einholen eines Betreibungsauszuges hätte er auch wei-

tere Abklärungen tätigen können, was er jedoch unterlassen habe. So habe er es 

auch unterlassen, sich Geschäftsunterlagen über die Tätigkeiten in W._____ oder 

über die Tätigkeiten des Rekursgegners 1 in der Schweiz oder den V._____ zei-

gen zu lassen. Dieses Minimum an Abklärungen und Vorsicht hätte der Rekurrent 

zumindest tätigen bzw. aufbringen müssen. Ohne Abklärungen, ohne Unterlagen, 

einzig gestützt auf die mündlichen Ausführungen habe der Rekurrent dem Re-

kursgegner 1 den erheblichen Betrag überlassen. Aus den bei den Akten liegen-

den Ausführungen und der Rekursschrift ergebe sich nicht, dass der Rekursgeg-

ner 1 den Rekurrenten aktiv von einer Überprüfung abgehalten hätte. Der Rekur-

rent habe solche Abklärungen vielmehr unterlassen. Entgegen der Ansicht des 

Rekurrenten wären die Angaben des Rekursgegners 1 mittels verschiedenen ge-

schäftlichen Unterlagen, Referenzen, Prospekten, getätigten Investitionen, Betrei-

bungsauszug, Handelsregisterauszug etc. überprüfbar und bei einem Betrag von 

Fr. 100'000.– angezeigt gewesen (Urk. 11).  

5. Stellungnahme des Rekursgegners 1  

Der Rekursgegner 1 machte im Wesentlichen zusammengefasst und sinngemäss 

geltend, grundsätzlich sei auf die zutreffenden Ausführungen der Staatsanwalt-

schaft zu verweisen, wonach es dem Rekurrenten damals ohne Weiteres zumut-

bar gewesen wäre, Einsicht in den bereits einschlägig belasteten Betreibungsre-

gisterauszug des Rekursgegners 1 zu nehmen und daraus die richtigen Schluss-

folgerungen zu ziehen. Dies gelte umso mehr, als der Rekurrent auch noch durch 

seine ganze Familie Unterstützung in der Angelegenheit erhalten habe, dem Re-

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kursgegner 1 also nicht alleine gegenüber gestanden sei; der Rekurrent sei durch 

seine ganze Familie beraten worden. Der Rekurrent habe sich im konkreten Fall 

mehr als nur leichtfertig im Sinne bundesgerichtlicher Rechtsprechung verhalten, 

als er dem Rekursgegner 1 die nicht unerhebliche Summe von Fr. 100'000.– ohne 

weitere Sicherheiten oder Abklärungen übergeben habe und sich darüber gefreut 

habe, dass er monatlich nun eine Verzinsung von 10 % dafür erhalten werde. Ei-

ne Verzinsung, die schon allein für sich genommen derart hoch sei, dass Beden-

ken mehr als nur angezeigt gewesen seien.  

Wer ohne zu wissen, was sein Gegenüber tatsächlich treibe, wo oder was er ar-

beite, irgendwelchen unbelegten Angaben vertraue und ohne mit einer minimals-

ten Aktivität wie bspw. dem problemlosen Einholen eines Betreibungsregisteraus-

zugs Gelder in erheblichem Ausmass übergebe, zumal es ihm noch egal sei, wo-

für, handle mehr als nur leichtfertig und verdiene keinen strafrechtlichen Schutz, 

auch dann nicht, wenn er den Vertragspartner seit zwei Jahren gekannt habe.  

In subjektiver Hinsicht, was die Staatsanwaltschaft gar nicht mehr erst geprüft ha-

be, habe es dem Rekursgegner 1 ganz offensichtlich am nötigen Vorsatz gefehlt, 

den Rekurrenten betrügerisch zu schädigen. Er habe stets Zahlungsabsicht ge-

habt. So sei der Rekursgegner 1 damals noch fest davon überzeugt gewesen, 

dass seine Investition bei D._____ seinerseits gewinnbringend angelegt sei und 

es ihm ermöglicht hätte, die aufgenommenen Darlehen auch wieder zurückzuzah-

len. Erst im Nachhinein habe sich leider gezeigt, dass er, der Rekursgegner 1 ei-

nem Betrug zum Opfer gefallen sei, was schliesslich dazu geführt habe, dass er 

Privatkonkurs habe anmelden müssen. Dennoch habe er auch heute noch den 

Willen, dem Rekurrenten das Darlehen zurückzubezahlen. Der Rekursgegner 1 

habe sich also nie unrechtmässig am Geld des Rekurrenten bereichern wollen.  

Zusammenfassend müsse von einer nicht schützenswerten augenfälligen Leicht-

fertigkeit beim Rekurrenten und von einem ebenso offenkundigen mangelnden 

betrügerischen Vorsatz beim Rekursgegner 1 ausgegangen werden. Damit recht-

fertige es sich ohne Weiteres, die Strafuntersuchung einzustellen, bevor noch 

weitere Kosten anfielen (Urk. 12).  

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6. Stellungnahme des Rekurrenten  

Der Rekurrent liess in seiner Stellungnahme im Wesentlichen zusammengefasst 

und sinngemäss geltend machen, er habe zwischenzeitlich die Akten einsehen 

können und habe noch folgende Bemerkungen dazu: Der Polizeirapport vom 

6. Juli 2010 zeige unmissverständlich auf, dass der Rekursgegner 1 schon früher 

nach dem gleichen Strickmuster vorgegangen sei und der rapportierende Sach-

bearbeiter der Kantonspolizei sei von der Strafbarkeit des Tuns absolut überzeugt 

gewesen. Er habe sogar weiter die ältere Version aufrecht erhalten, das Geld je-

weils an einen D._____ weitergegeben zu haben zwecks Anlage, was ja nicht nur 

in diesem Fall, sondern auch früher bestritten sei und die entsprechende erwähn-

te Person ja über eine grössere Gegenforderung gegen den Rekursgegner 1 ver-

füge. Die Polizei habe dann auch im Rapport auf Seite 7 erwähnt, dass gestützt 

auf die Einvernahme vom 28. April 2010 der Betrug im Prinzip zugestanden wor-

den sei. Weiter beweise der Betreibungsregisterauszug, dass ja schon vor der 

hier interessierenden Angelegenheit massive Forderungen bestanden hätten und 

von einer eigentlichen Überschuldung, ja leichtsinnigen oder eben strafbaren Le-

bensart habe ausgegangen werden müssen. Wenn dann unter diesen Vorzeichen 

weiter solche "Darlehensgeschäfte" getätigt würden, so nur im Bemühen, den ei-

genen Lebensunterhalt durch fraudulöse Handlungen zu ermöglichen. Der Be-

weis, dass das Geld weitergegeben worden sei, sei bekanntlich gescheitert. 

Selbst wenn das Geld einem Dritten übergeben worden wäre, ohne irgendwelche 

Formalitäten und Absicherungen, so würde dies den Rekursgegner 1 nicht entlas-

ten. Im Gegenteil sei von einer hartnäckigen Vorgehensweise, absolut skrupellos 

und nur auf den eigenen Vorteil bedacht, auszugehen. Erschwerend falle auch ins 

Gewicht, dass der Rekursgegner 1 gewusst habe, dass der Rekurrent über kei-

nerlei finanzielle Polster für die Lebensbewältigung verfügt habe und es sich beim 

dortigen Pensionskassenguthaben um das einzige Aktivum von Belang gehandelt 

habe (Urk. 14).  

7. Rechtliches und Würdigung  

7.1. Gemäss § 30 Abs. 1 StPO/ZH besteht der Zweck der Untersuchung darin, 

den Tatbestand soweit zu ermitteln, dass entweder Anklage erhoben oder das 

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Verfahren eingestellt werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zweckes steht der 

Untersuchungsbehörde ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere hat 

die Untersuchungsbehörde diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung 

des Falles Wesentliches beizutragen vermögen. Andererseits ist sie nicht ver-

pflichtet, alle erdenklichen Ermittlungshandlungen vorzunehmen. Nach Beendi-

gung des Untersuchungsverfahrens entscheidet die Untersuchungsbehörde in ei-

nem Zwischenverfahren, ob Anklage erhoben wird oder nicht (§ 35 StPO/ZH). Ei-

ne definitive Einstellung erfolgt, wenn eine Straftat nicht vorliegt bzw. der Tatver-

dacht sich in der Untersuchung nicht derart verdichtete, dass mit einem verurtei-

lenden Erkenntnis des Gerichtes gerechnet werden kann. Sinn dieser Prüfung ist 

es, den Angeschuldigten vor Anklagen zu schützen, die mit einiger Sicherheit zu 

Freisprüchen führen müssten. Da Untersuchungsbehörden jedoch nicht dazu be-

rufen sind, über Recht oder Unrecht zu richten, dürfen sie nicht allzu rasch, ge-

stützt auf eigene Bedenken, zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen tat-

sächlicher oder rechtlicher Natur soll tendenziell Anklage erhoben werden. Der 

Grundsatz "in dubio pro reo" spielt hier nicht (vgl. zum Ganzen: Schmid, Strafpro-

zessrecht, Zürich 2004, N 793 ff. sowie Schmid in: Donatsch/Schmid, Kommentar 

zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 1999, N 12 ff. zu alt § 38 

StPO/ZH; in diesem Sinne auch Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 

Strafprozessrecht, Basel etc. 2005, § 78 N 3 ff.).  

Es bleibt darauf hinzuweisen, dass im vorliegenden Rekursverfahren keine um-

fassende Beweiswürdigung und auch keine abschliessende Prüfung der Glaub-

würdigkeit der einzelnen Beteiligten und der Glaubhaftigkeit von deren Aussagen 

vorzunehmen ist, sondern dies nur insofern zu prüfen ist, als es für die Frage, ob 

die Untersuchung zu Recht eingestellt wurde oder nicht, von Bedeutung ist. 

7.2. Des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer in 

der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden 

durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder 

ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten be-

stimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.  

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Arglist liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn der Täter sich zur Täuschung 

besonderer Machenschaften (Lügengebäude) bedient, oder wenn er blosse fal-

sche Angaben macht, deren Überprüfung jedoch dem Getäuschten nicht oder nur 

mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, und schliesslich dann, 

wenn der Täter den Getäuschten von einer möglichen Überprüfung abhält oder 

wenn er nach den Umständen voraussieht, dass jener die Überprüfung unterlas-

sen wird, weil ein besonderes Vertrauensverhältnis besteht (statt Vieler: Arzt, 

Basler Kommentar, Strafrecht II, Basel 2007, Art. 146 N 56). Unabhängig von den 

vorstehend angeführten Varianten ist Arglist ausgeschlossen, wenn das Opfer die 

angesichts der konkreten Umstände und seiner persönlichen Verhältnisse ange-

messenen, grundlegendsten Vorsichtsmassregeln nicht beachtet (Opfermitver-

antwortung) (vgl. dazu BGE 122 IV 205; Pra. 91 (2002) Nr. 60 E.3a; Do-

natsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Zürich 2010, Art. 146 N 14).  

Bei der Berücksichtigung der Opfermitverantwortung ist allerdings nicht aufgrund 

einer rein objektiven Betrachtungsweise darauf abzustellen, wie ein durchschnitt-

lich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die Täuschung reagiert hätte. Das 

Mass der vom Opfer erwarteten Aufmerksamkeit richtet sich vielmehr nach einem 

individuellen Massstab. Es kommt mithin auf die Lage und Schutzbedürftigkeit 

des Betroffenen im Einzelfall an. Namentlich ist auf geistesschwache, unerfahre-

ne oder auf Grund von Alter oder Krankheit beeinträchtigte Opfer oder auf solche, 

die sich in einem Abhängigkeits- oder Unterordnungsverhältnis oder in einer Not-

lage befinden, und deshalb kaum im Stande sind, dem Täter zu misstrauen, 

Rücksicht zu nehmen. Der Leichtsinn oder die Einfalt des Opfers mögen dem Tä-

ter bei solchen Opfern die Tat erleichtern, auf der anderen Seite handelt dieser 

hier aber besonders verwerflich, weil er das ihm entgegengebrachte – wenn auch 

allenfalls blinde – Vertrauen missbraucht. Auf der anderen Seite sind die allfällige 

besondere Fachkenntnis und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu 

stellen, wie sie etwa im Rahmen von Kreditvergaben Banken beigemessen wird. 

Auch unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Eigenverantwortlichkeit des 

Betroffenen erfordert die Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täu-

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schungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen ihm 

zur Verfügung stehenden Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es 

die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt 

der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opfers, sondern nur 

bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hinter-

grund treten lässt. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führen-

de Opferverantwortung kann daher nur in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE 

135 IV 80 ff.).  

Die alleinige Vortäuschung des Erfüllungswillens ist nicht in jedem Fall arglistig, 

sondern nur, wenn die Überprüfung der Erfüllungsfähigkeit unzumutbar oder un-

möglich ist und daher auch keine Schlüsse auf den Erfüllungswillen des Täters 

gezogen werden können (BGE 125 IV 128).  

7.3. Aus dem Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamtes T._____ vom 

2. Februar 2009 ergibt sich, dass der Rekursgegner 1 bereits in der Zeit vom 

29. März 2004 bis 6. Februar 2006 offene Schulden von über Fr. 280'000.– hatte 

(Urk. 6/ND 2/1/5).  

Es wäre für den Rekurrenten zumutbar gewesen, einen Betreibungsregisteraus-

zug einzuholen. Bei der Übergabe eines Betrages in der Höhe von Fr. 100'000.– 

– und dies zudem in bar – wären weitere Abklärungen auch angezeigt gewesen. 

Ein Betreibungsregisterauszug ist zudem auch einfach zu beschaffen. Wie die 

Staatsanwaltschaft zutreffend ausführte, wären aus diesem Betreibungsregister-

auszug die finanziellen Verhältnisse des Rekursgegners 1 und die gegen ihn ein-

gegebenen Forderungen in erheblichem Betrag sofort ersichtlich gewesen. Indem 

er es unterliess, wenigstens einen Betreibungsregisterauszug einzuholen, beach-

tete der Rekurrent die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht. Der Rekur-

rent erklärte denn auch, wenn er das gewusst hätte, dann hätte er ihm ganz be-

stimmt keinen einzigen Rappen gegeben. Vor dem Hintergrund dieser Aussage 

ist das Argument des Verteidigers, der Rekursgegner 1 hätte, selbst wenn ein 

Registerauszug über ihn persönlich vorgelegen wäre, dazu erklärt, das Darlehen 

werde ja seiner Unternehmung übergeben, und nicht ihm privat, nicht stichhaltig. 

Zudem hätte der Rekurrent bei Vorliegen eines solchen Betreibungsregisteraus-

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zuges des Rekursgegners 1 privat auch der E._____ GmbH nicht ohne weitere 

Abklärungen einen solch hohen Betrag übergeben dürfen, waren doch einzig der 

Rekursgegner 1 und dessen Ehefrau Gesellschafter und Geschäftsführer dieser 

GmbH (vgl. Urk. 6/ND 2/1/1).  

Der Rekurrent erklärte, sein Kündigungstermin [gemeint wohl: für das Pensions-

kassengeld] habe damals drei Monate betragen. Während dieser Zeit habe er 

schon immer wieder überlegt, ob er das Geld dem Rekursgegner 1 geben solle 

oder nicht (Urk. 6/ND 2/5 S. 4). Gemäss Aussagen seines Sohnes wies der Re-

kurrent den Rekursgegner 1 mehrmals darauf hin, dass er ehrlich sein solle 

(Urk. 6/ND 2/7 S. 4). Es darf daher davon ausgegangen werden, dass dem Re-

kurrenten bewusst war, dass der Rekursgegner 1 unehrlich sein könnte. Auch vor 

diesem Hintergrund hätte sich eine genauere Überprüfung der finanziellen Ver-

hältnisse und Geschäftsaktivitäten des Rekursgegners 1 aufgedrängt. Auch auf-

grund des hohen Zinses von 12 % (Urk. 6/ND 2/1/1a) hätte sich eine genauere 

Überprüfung der Angaben des Rekursgegners 1 in Bezug auf seine geschäftli-

chen Aktivitäten sowie dessen finanziellen Lage aufgedrängt. Zudem stand der 

Rekurrent nicht unter Zeitdruck, hatte er damals doch gemäss eigenen Angaben 

mindestens drei Monate Zeit, um sich die Geldübergabe zu überlegen. Während 

dieser Zeit wäre es ihm auch möglich und zumutbar gewesen, einen Betreibungs-

registerauszug des Rekursgegners 1 zu beschaffen.  

Entgegen dem Vorbringen des Rechtsvertreters des Rekurrenten kann nicht da-

von ausgegangen werden, dass der Rekurrent nicht um die Möglichkeit, einen Be-

treibungsregisterauszug zu verlangen, wusste, wurde er doch von seiner ganzen 

Familie unterstützt und ist es doch üblich, dass solche Betreibungsregisterauszü-

ge zu Beginn eines Mietverhältnisses vorgelegt werden müssen. Auch erklärte 

der Rekurrent anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme nicht, er hätte nicht um 

die Möglichkeit eines Betreibungsregisterauszuges gewusst (Urk. 6/ND 2/5). Zu-

dem hätte er sich auch nach Möglichkeiten zur Überprüfung der finanziellen Ver-

hältnisse erkundigen können. Die Behauptungen des Rekursgegners 1 hätten 

sich auch auf andere Weise überprüfen lassen: Der Rekurrent liess in seiner 

Strafanzeige vom 11. Mai 2009 geltend machen, der Rekursgegner 1 habe zur 

- 14 - 

Untermauerung seiner Seriosität Verträge vorgelegt, welche sein Engagement 

respektive seine Investitionen in Autobahnen in W._____ belegen sollten 

(Urk. 6/ND 2/3 S. 2). In der Rekursschrift (Urk. 2) und in der weiteren Stellung-

nahme des Rekurrenten (Urk. 14) findet sich die Behauptung, der Rekursgegner 1 

hätte Verträge betreffend seine Investitionen in W._____ vorgelegt, nicht mehr. In 

den polizeilichen Einvernahmen findet sich keine Behauptung, wonach der Re-

kursgegner 1 dem Rekurrenten Unterlagen über seine Tätigkeit vorgelegt hätte. 

Dem Rekurrenten wäre es zumutbar gewesen, vom Rekursgegner 1 Geschäfts-

unterlagen über seine Tätigkeit in W._____, in der Schweiz und in den V._____ 

zeigen zu lassen. Die Angaben des Rekursgegners 1 wären mit verschiedenen 

geschäftlichen Unterlagen, Referenzen, Prospekten, getätigten Investitionen, ei-

nem Handelsregisterauszug und einem Betreibungsauszug überprüfbar gewesen. 

Dieses Minimum an Vorsicht hätte er, insbesondere bei einem Betrag von 

Fr. 100'000.–, aufbringen müssen.  

Der Rekurrent kannte den Rekursgegner 1 vor der Vertragsunterzeichnung seit 

rund zwei Jahren. Er bezeichnete die Beziehung als ein "kollegiales Verhältnis" 

(Urk. 67ND 2/5 S. 3 f.). Zudem darf wie oben ausgeführt davon ausgegangen 

werden, dass dem Rekurrenten bewusst war, der Rekursgegner 1 könnte unehr-

lich sein. Es darf daher davon ausgegangen werden, dass nicht ein derart enges 

Vertrauensverhältnis bestand, welches die Unterlassung einer Überprüfung vo-

raussehbar oder unzumutbar machte. Aus den bei den Akten liegenden Ausfüh-

rungen und der Rekursschrift ergibt sich nicht, dass der Rekursgegner 1 den Re-

kurrenten aktiv von einer Überprüfung abgehalten hätte.  

Nach dem Gesagten wäre dem Rekurrenten eine Überprüfung der finanziellen 

Verhältnisse des Rekursgegners 1 sowie die Beschaffung von Geschäftsunterla-

gen zumutbar gewesen. Die Einsicht in den Betreibungsregisterauszug hätte auch 

Schlüsse auf den allfällig fehlenden Zahlungswillen des Rekursgegners 1 zuge-

lassen. Da der Rekurrent vorliegend die mögliche und zumutbare Überprüfung 

unterliess, drängt sich der Schluss auf, dass das Tatbestandsmerkmal der Arglist 

nicht erfüllt ist. Weil der Gesichtspunkt der Überprüfbarkeit der falschen Angaben 

auch bei einem Lügengebäude oder bei betrügerischen Machenschafen Bedeu-

- 15 - 

tung erlangt (BGE 135 IV 81), kann offen bleiben, ob ein Lügengebäude oder be-

trügerische Machenschaften vorliegend überhaupt erfüllt wären.  

Zudem beachtete der Rekurrent nach dem Gesagten die grundlegendsten Vor-

sichtsmassnahmen nicht, weshalb Arglist auch aus diesem Grund zu verneinen 

ist (Opfermitverantwortung).  

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass vorliegend keine strafrechtlich re-

levante Handlung im Sinne von Art. 146 StGB gegeben ist. Die Staatsanwalt-

schaft hat die Untersuchung demnach zu Recht eingestellt, weshalb der Rekurs-

antrag Ziffer 1 gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft III des 

Kantons Zürich vom 28. September 2010 abzuweisen ist.  

Nachdem die Staatsanwaltschaft die Untersuchung zu Recht eingestellt hat, kann 

über eine Zivilforderung des Rekurrenten nicht entschieden werden. Demnach ist 

auch der Rekursantrag Ziffer 2 des Rekurrenten abzuweisen.  

IV. Entschädigung für das Untersuchungs- und Strafverfahren 

Der Rekurrent beantragt, der Rekursgegner 1 habe ihn für das Untersuchungs- 

und Strafverfahren angemessen zu entschädigen (Antrag Ziffer 3). Gemäss 

Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Einstellungsverfügung wäre die gericht-

liche Beurteilung des Entscheides über Kosten und Entschädigung innert 

20 Tagen von der Mitteilung an gerechnet beim Einzelrichter des Bezirkes Win-

terthur zu verlangen gewesen (Urk. 3; § 44 StPO/ZH). Seit Inkrafttreten der eid-

genössischen Strafprozessordnung am 1. Januar 2011 ist gegen den Entscheid 

über Kosten und Entschädigung nicht mehr die gerichtliche Beurteilung durch den 

Einzelrichter, sondern eine Beschwerde bei der Beschwerdeinstanz, mithin der 

hiesigen Kammer, gegeben (Art. 322 StPO; Grädel/Heiniger, Basler Kommentar, 

StPO, Basel 2011, Art. 322 N 5). Es erscheint daher sachgerecht, im vorliegen-

den Verfahren auch über die Entschädigung für die Strafuntersuchung materiell 

zu entscheiden. Ist der Angeschuldigte bei Einstellung kostenpflichtig, so kann er 

nach Praxis zur zürcherischen Strafprozessordnung wie bei Freispruch nach 

§ 189 Abs. 1 Satz 2 StPO/ZH zu einer Entschädigung an den Geschädigten für 

- 16 - 

Umtriebe verpflichtet werden (Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozess-

ordnung des Kantons Zürich, Zürich 1999, § 42 N 38). Voraussetzung für eine 

Entschädigung ist nach § 189 Abs. 1 StPO/ZH, dass der Angeschuldigte die Ein-

leitung der Untersuchung durch ein verwerfliches oder leichtfertiges Benehmen 

verursacht hat. Wie die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfügung zu-

treffend festhielt, kam der Rekursgegner 1 seinen vertraglichen Verpflichtungen 

gemäss Darlehensvertrag nicht nach, womit er Anlass zur Einleitung der Untersu-

chung gegeben hat, was er sich vorwerfen lassen muss. Entsprechend ist er zu 

verpflichten, dem Rekurrenten für die in der Strafuntersuchung eine Entschädi-

gung zu bezahlen. Der Rekurrent war im Untersuchungsverfahren anwaltlich ver-

treten, was angemessen erscheint. Sein Rechtsvertreter formulierte insbesondere 

die Strafanzeige und erledigte weitere Korrespondenz (Urk. 6/ND 2/3; 

Urk. 6/ND 2/11). Die Aufwendungen erfolgten alle noch vor dem 1. Januar 2011 

und damit unter Geltung eines Mehrwertsteuersatzes von 7,6 %. Es rechtfertigt 

sich damit eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 1'000.– (zuzüglich 7,6 % 

Mehrwertsteuer). Der Rekurs ist insoweit gutzuheissen. 

 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Der Rekurrent unterliegt mit seinen Anträgen fast vollständig. Die Kosten des Re-

kursverfahrens, eingeschlossen die Kosten der amtlichen Verteidigung, sind dem-

zufolge dem Rekurrenten aufzuerlegen (§ 396a StPO/ZH).  

Es wird beschlossen: 

1. In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird der Rekursgegner 1 verpflich-

tet, den Rekurrenten für das Untersuchungsverfahren mit Fr. 1'076.– zu ent-

schädigen. Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen.  

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–. 

3. Diese Gerichtsgebühr sowie die noch festzusetzenden Kosten der amtlichen 

Verteidigung werden dem Rekurrenten auferlegt. 

- 17 - 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Vertreter des Rekurrenten, zweifach, für sich und zuhanden des 
Rekurrenten (per Gerichtsurkunde) 

− den Vertreter des Rekursgegners 1, zweifach, für sich und zuhanden 
des Rekursgegners 1 und mit dem Ersuchen umgehend eine Zusam-
menstellung seiner Aufwendungen im Rekursverfahren einzureichen 
(per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (gegen Empfangsschein)  
sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 
Rechtsmittel an:  
− die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (unter Rücksendung der 

beigezogenen Akten [Urk. 6]; gegen Empfangsschein). 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Zürich, 4. Januar 2012 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Präsident: 

 
 
 

lic. iur. K. Balmer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. M. Wetli 
 

	Beschluss vom 4. Januar 2012
	
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	Mit Verfügung 28. Januar 2011 wurde dem Rekursgegner 1 und der Staatsanwaltschaft Frist zur freigestellten Stellungnahme angesetzt und dem Vertreter des Rekurrenten Gelegenheit gegeben, das Gesuch um Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes nach...
	II.  Prozessuales
	III.  Materielle Beurteilung

	1. Der Strafanzeige zugrunde liegender Sachverhalt
	Der Rekurrent wirft dem Rekursgegner 1 Folgendes vor: Der Rekurrent habe über seinen Sohn C._____ den Rekursgegner 1 im Jahr 2004 kennengelernt. Der Rekursgegner 1 sei immer wieder bei der Familie A._____ zu Besuch gewesen. Im Frühjahr 2006 habe sich ...

	2. Begründung der Staatsanwaltschaft zur Einstellungsverfügung
	Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des Verfahrens im Wesentlichen zusammengefasst und sinngemäss damit, der Rekurrent habe ohne weitergehende Abklärungen über den Rekursgegner 1 und dessen Geschäfte und ohne Erhalt von Sicherheiten dies...

	3. Rekursbegründung
	Der Rekurrent liess zur Begründung des Rekurses im Wesentlichen zusammengefasst und sinngemäss geltend machen, bei der Übergabe der Fr. 100'000.– am 1. April 2006 habe die Bekanntschaft sicher schon über zwei Jahre gedauert und die ganze Familie des R...

	4. Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zum Rekurs
	Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Stellungnahme im Wesentlichen zusammengefasst und sinngemäss aus, die im Rekurs dargelegten Vorgehensweisen des Rekursgegners 1 seien allenfalls einfache Lügen, jedoch keine Machenschaften und kein Lügengebäude. ...

	5. Stellungnahme des Rekursgegners 1
	Der Rekursgegner 1 machte im Wesentlichen zusammengefasst und sinngemäss geltend, grundsätzlich sei auf die zutreffenden Ausführungen der Staatsanwaltschaft zu verweisen, wonach es dem Rekurrenten damals ohne Weiteres zumutbar gewesen wäre, Einsicht i...
	Wer ohne zu wissen, was sein Gegenüber tatsächlich treibe, wo oder was er arbeite, irgendwelchen unbelegten Angaben vertraue und ohne mit einer minimalsten Aktivität wie bspw. dem problemlosen Einholen eines Betreibungsregisterauszugs Gelder in erhebl...
	In subjektiver Hinsicht, was die Staatsanwaltschaft gar nicht mehr erst geprüft habe, habe es dem Rekursgegner 1 ganz offensichtlich am nötigen Vorsatz gefehlt, den Rekurrenten betrügerisch zu schädigen. Er habe stets Zahlungsabsicht gehabt. So sei de...
	Zusammenfassend müsse von einer nicht schützenswerten augenfälligen Leichtfertigkeit beim Rekurrenten und von einem ebenso offenkundigen mangelnden betrügerischen Vorsatz beim Rekursgegner 1 ausgegangen werden. Damit rechtfertige es sich ohne Weiteres...

	6. Stellungnahme des Rekurrenten
	Der Rekurrent liess in seiner Stellungnahme im Wesentlichen zusammengefasst und sinngemäss geltend machen, er habe zwischenzeitlich die Akten einsehen können und habe noch folgende Bemerkungen dazu: Der Polizeirapport vom 6. Juli 2010 zeige unmissvers...

	7. Rechtliches und Würdigung
	7.1. Gemäss § 30 Abs. 1 StPO/ZH besteht der Zweck der Untersuchung darin, den Tatbestand soweit zu ermitteln, dass entweder Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zweckes steht der Untersuchungsbehörde ei...
	Es bleibt darauf hinzuweisen, dass im vorliegenden Rekursverfahren keine umfassende Beweiswürdigung und auch keine abschliessende Prüfung der Glaubwürdigkeit der einzelnen Beteiligten und der Glaubhaftigkeit von deren Aussagen vorzunehmen ist, sondern...
	7.2. Des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum...
	Arglist liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn der Täter sich zur Täuschung besonderer Machenschaften (Lügengebäude) bedient, oder wenn er blosse falsche Angaben macht, deren Überprüfung jedoch dem Getäuschten nicht oder nur mit besonderer Mühe mögli...
	7.3. Aus dem Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamtes T._____ vom 2. Februar 2009 ergibt sich, dass der Rekursgegner 1 bereits in der Zeit vom 29. März 2004 bis 6. Februar 2006 offene Schulden von über Fr. 280'000.– hatte (Urk. 6/ND 2/1/5).
	Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass vorliegend keine strafrechtlich relevante Handlung im Sinne von Art. 146 StGB gegeben ist. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung demnach zu Recht eingestellt, weshalb der Rekursantrag Ziffer 1 gegen die...
	IV.  Entschädigung für das Untersuchungs- und Strafverfahren
	Der Rekurrent beantragt, der Rekursgegner 1 habe ihn für das Untersuchungs- und Strafverfahren angemessen zu entschädigen (Antrag Ziffer 3). Gemäss Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Einstellungsverfügung wäre die gerichtliche Beurteilung des Ent...
	V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Der Rekurrent unterliegt mit seinen Anträgen fast vollständig. Die Kosten des Rekursverfahrens, eingeschlossen die Kosten der amtlichen Verteidigung, sind demzufolge dem Rekurrenten aufzuerlegen (§ 396a StPO/ZH).

	Es wird beschlossen:
	1. In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird der Rekursgegner 1 verpflichtet, den Rekurrenten für das Untersuchungsverfahren mit Fr. 1'076.– zu entschädigen. Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–.
	3. Diese Gerichtsgebühr sowie die noch festzusetzenden Kosten der amtlichen Verteidigung werden dem Rekurrenten auferlegt.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Vertreter des Rekurrenten, zweifach, für sich und zuhanden des Rekurrenten (per Gerichtsurkunde)
	 den Vertreter des Rekursgegners 1, zweifach, für sich und zuhanden des Rekursgegners 1 und mit dem Ersuchen umgehend eine Zusammenstellung seiner Aufwendungen im Rekursverfahren einzureichen (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (gegen Empfangsschein)
	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (unter Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 6]; gegen Empfangsschein).

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art....