# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87f8b2f5-3cc1-523d-97ae-c280bf6ae435
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.09.2023 SB220403
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220403_2023-09-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220403-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, die Ersatzoberrichterinnen 

lic. iur. C. Brenn und lic. iur. C. Keller sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw L. Zanetti 

 

 

Urteil vom 7. September 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. P. Rothenbach, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend mehrfacher Raub etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Februar 2022 
(DG210022) 
 
 
 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 29. September 2021 

(Urk. D1/39) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 106 S. 52 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen Raubes im Sinne von Art.140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie 

− des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Ver-

bindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 

WV (Dossier 2). 

2. Vom Vorwurf des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 

in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 

WV betreffend Dossier 1 wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Die mit Strafbefehl des Ministère public de l'arrondissement de l'Est vaudois, Vevey, vom 

14. Januar 2019 ausgefällte, bedingte Strafe von 5 Monaten Freiheitsstrafe wird widerrufen. 

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 52 Monaten Frei-

heitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon 359 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft 

bis und mit heute  bereits erstanden sind. 

5. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 8 Jahre des Landes ver-

wiesen.  

7. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird ange-

ordnet. 

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 24. Februar 2021 

beschlagnahmten bzw. sichergestellten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Ein-

tritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben: 

- 1 Jacke (schwarz, CIPO+Baxx), Asservat-Nr. A014'829'697 

- 1 Jacke (blau, Clockhouse), Asservat-Nr. A014'829'700 

-   3   - 

- diverse SIM-Blister, Asservat-Nr. A014'829'880 

- 3 SIM-Karten (yallo, lyca, swype), Asservat-Nr. A014'829'891 

- 1 Mobiltelefon (LG, schwarz, IMEI:unbekannt),   
Asservat-Nr. A014'829'926 

- 1 Mobiltelefon (Samsung, Rückseite beschädigt, IMEI: 1), Asservat-Nr. A014'829'971 

- 1 Mobiltelefon (Huawei), Asservat-Nr. A014'829'959 

- 1 SIM-Karte, Asservat-Nr. A014'830'025 

Werden die beschlagnahmten Gegenstände hiervor nicht innert drei Monaten nach Rechts-

kraft des Urteils bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage beansprucht, werden sie 

ohne weitere Mitteilung durch die Lagerbehörde vernichtet. 

9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 24. Februar 2021 

beschlagnahmten bzw. sichergestellten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, zur gutschei-

nenden Verwendung bzw. Vernichtung überlassen: 

- 1 Baseball-Mütze (rot/schwarz, "N._____"),   
Asservat-Nr. A014'829'744 

- 1 Paar Handschuhe (schwarz, Stoff), Asservat-Nr. A014'829'777 

- 1 Schal (schwarz, Stoff), Asservat-Nr. A014'829'799 

- 1 Soft-Air-Pistole, Asservat-Nr. A014'829'824 

- 1 Waffenetui inkl. Softair-Kugeln, Asservat-Nr. A014'829'846 

- 1 Brief (2 Seiten), Asservat-Nr. A014'829'868 

- 1 Quittung Tom Tailor Store St. Margrethen vom 16.01.2021,   
Asservat-Nr. A014'829'879 

- 4 Bankbelege, Asservat-Nr. A014'829'904 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zu 

bezahlen, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten B._____ (Geschäfts-Nr. 

DG210023-E).  

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz von Fr. 5'699.05 

zuzüglich 5 % Zins ab 8. März 2021 zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit dem Mit-

beschuldigten B._____ (Geschäfts-Nr. DG210023-E). Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin 

2 mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen. 

12.  Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 262.50  ausserkantonale Verfahrenskosten 

-   4   - 

Fr. 685.00  Auslagen (Kosten Kantonspolizei Zürich) 

Fr. 3'000.00  Auslagen (Untersuchung) 

Fr. 19'566.00  Auslagen (Gutachten/Expertise etc.) 

Fr. 105.00  Zeugenentschädigung 

Fr. 5'000.00  Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung 
 
 
 

Fr. 23'792.35  Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt)  

Fr. 2'479.05  Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt) be-reits ausbezahlt 

Fr. 1'200.00  Gerichtsgebühr OGZ (Beschluss vom 15. Juni 2022)  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden, mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten auferlegt. 

14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

15. (Mitteilungen) 

16. (Rechtsmittel Berufung) 

17. (Rechtsmittel Beschwerde)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 151 S. 2): 

1. Die Ziff. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 10 und 13 des Dispositivs des Bezirksgerichts Hinwil 

vom 08.02.2022 seien aufzuheben und wie folgt abzuändern: 

 " Der Beschuldigte wird von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen. 

Der Beschuldigte erhält für die zu Unrecht erstandene Haft eine Entschädi-

gung in der Höhe von CHF 205'700.00. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zu Lasten des Staa-

tes." 

-   5   - 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zu Lasten der Staats-

kasse. 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 153 S. 1) 

A._____ sei anklagegemäss für 12 Jahre des Landes zu verweisen. 

Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Februar 2022 zu 

bestätigen. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte / Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausführ-

ungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 106 S. 4). Gegen das eingangs 

wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Februar 2022 liess der 

Beschuldigte am 11. resp. 15. Februar 2022 fristgerecht sowohl durch seinen 

damaligen amtlichen Verteidiger als auch seinen erbetenen Verteidiger Berufung 

anmelden (Urk. 82 und 85). Nach Zustellung des begründeten Entscheids am 

19. resp. 21. Juli 2022 (Urk. 101) gingen die Berufungserklärungen der beiden 

Verteidiger des Beschuldigten fristgerecht am 25. Juli resp. 15. August 2022 am 

Obergericht ein (Urk. 108 und Urk. 110 samt Beilage 4). Mit Verfügung vom 

29. August 2022 wurde den Privatklägern sowie der Staatsanwaltschaft Frist an-

gesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird oder um begründet 

ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Dem Beschuldigten wurde 

Frist angesetzt, um sich zur Gebotenheit der amtlichen Verteidigung im 

Berufungsverfahren zu äussern, zumal er sich zusätzlich erbeten verteidigen liess 

(Urk. 115). Innert Frist erhob die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung im 

Hinblick auf die Dauer der Landesverweisung (Urk. 117). Nach Eingang der 

Stellungnahme des amtlichen Verteidigers (Urk. 119) wurde dieser mit 

Präsidialverfügung vom 4. Oktober 2022 aus dem Amt entlassen, unter 

Vormerknahme, dass der Beschuldigte durch Rechtsanwalt X._____ erbeten 

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verteidigt werde (Urk. 122). Am 4. November 2022 teilte der ehemalige amtliche 

Verteidiger abschliessend mit, dass er den Beschuldigten auch nicht (mehr) 

erbeten verteidige (Urk. 127). Das von ihm beantragte Honorar für das 

Berufungsverfahren bis zu seiner Entlassung (Urk. 126) wurde bereits aus der 

Gerichtskasse ausbezahlt (Urk. 126A).  

1.2. Am 14. November 2022 liess der Beschuldigte ein Haftentlassungsgesuch 

stellen (Urk. 129 samt Beilagen). Mit Vernehmlassung vom 17. November 2022 

beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung des Gesuchs (Urk. 134). Die 

Antwort der Verteidigung auf diese Eingabe ging am 28. November 2022 ein 

(Urk. 136). Mit Präsidialverfügung vom 30. November 2022 wurde das Haftent-

lassungsgesuch des Beschuldigten abgewiesen (Urk. 139). Er befindet sich somit 

nach wie vor im vorzeitigen Strafvollzug (Urk. 80 und 83). 

1.3. Am 25. April 2023 wurde zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen 

(Urk. 142) und den Parteien am 27. April 2023 eine Änderung in der Gerichtsbe-

setzung mitgeteilt (Urk. 145). Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der 

Beschuldigte (aus der Haft vorgeführt) in Begleitung seines erbetenen Verteidi-

gers sowie der Vertreter der Staatsanwaltschaft (Prot. II S. 7 ff.).  

2. Umfang der Berufung 

Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich Schuld- und Straf-

punkt sowie bezüglich der Zivilforderungen und Kostenfolgen an (Urk. 108, Urk. 

110 und Urk. 151 S. 2). Die Staatsanwaltschaft beschränkt ihre Anschlussberu-

fung auf die Dauer der Landesverweisung und damit Ziffer 6 des vorinstanzlichen 

Urteils (Urk. 153 S. 1). Ausdrücklich nicht angefochten werden die Ziffern 2, 8, 9 

und 12 des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 151 S. 2; Prot. II S. 10). Diese Ziffern 

sind demnach in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss 

festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

3. Formelles 

Sodann ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz 

nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes ein-

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zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Berufungsgericht kann sich 

auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 146 

IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5 mit Hinweisen). Wo im Folgenden auf die 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 

82 Abs. 4 StPO. Wird davon abgewichen, wird dies explizit erwähnt.  

II. Sachverhalt 

1. Vorbemerkungen  

1.1 Dem Beschuldigten wird stark zusammengefasst vorgeworfen, zusammen 

mit seinem Cousin B._____ zwei – maskierte – Raubüberfälle auf je eine 

C._____-Filiale in D._____ (ZH) und eine in E._____ (AG) verübt zu haben. Dabei 

hätten sie sich am 30. Dezember 2020 um ca. 04.29 Uhr bis 04.33 Uhr in 

D._____ und am 16. Januar 2021 um ca. 05.09 Uhr bis 05.16 Uhr in E._____ je-

weils zum Personaleingang der zuvor ausgekundschafteten Geschäfte begeben, 

um das eintreffende Verkaufspersonal abzupassen und sodann zu überwältigen. 

Nachdem die erste Verkaufsmitarbeiterin eingetroffen sei, hätten sie diese über-

fallen, sich so Zugang zum Geschäft verschafft und sie dazu gezwungen, ihnen 

das in den Tresoren befindliche Bargeld auszuhändigen. Nach Verlassen der 

Verkaufsgeschäfte seien der Beschuldigte und B._____ wieder an ihren gemein-

samen Wohnort zurück gekehrt und hätten die Beute in Höhe von Fr. 5'960.– 

(betr. Vorfall vom 30. Dezember 2020 in D._____) bzw. Fr. 16'000.– bis 

Fr. 17'807.35 (betr. Vorfall vom 16. Januar 2021 in E._____) hälftig geteilt. 

1.2 Die Vorinstanz hat den Beschuldigten vom Vorwurf der Widerhandlung ge-

gen das Waffengesetz gemäss Dossier 1 freigesprochen, im Übrigen aber vollum-

fänglich anklagegemäss schuldig gesprochen.  

1.3 Zu den theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung, den vorliegenden 

Beweismitteln sowie zur Glaubwürdigkeit der Beteiligten kann vollumfänglich auf 

die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 106 S. 5 ff.). Präzisierend 

festzuhalten ist einzig, dass es nicht die Befragung in der prozessualen Rolle als 

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Zeugin ist, die F._____ als glaubwürdig erscheinen lässt, sondern vielmehr ihre – 

von der Vorinstanz zutreffend gewürdigte – neutrale Interessenlage (Urk. 106 

S. 9). 

2. Ausgangslage 

2.1 Am äusseren Sachverhalt, d.h. am genauen Ablauf der Geschehnisse kann 

kein Zweifel bestehen, zumal dieser durch die deckungsgleichen Aussagen des 

Mitbeschuldigten und der beiden Geschädigten sowie die Bilder der Über-

wachungskameras ohne weiteres erstellt ist. Dies kann vom Beschuldigten auch 

nicht überzeugend bestritten werden, nachdem er nichts mit den Überfällen zu tun 

gehabt haben will. Fraglich ist somit einzig, ob es sich beim zweiten Täter um den 

Beschuldigten oder eine andere Person gehandelt hat, zumal der Beschuldigte 

dies konsequent in Abrede stellt (Urk. D1/12/1, Urk. D1/12/2, Urk. D1/12/4; Prot. I 

S. 33 ff., Urk. 150 S. 8). Die Vorinstanz hat sich zu den relevanten Beweismitteln 

und deren Würdigung bereits ausführlich geäussert.  

2.2 Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten, von B._____, der Pri-

vatklägerin G._____ sowie der Geschädigten F._____ ausführlich aufgeführt, 

weshalb zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen darauf verwiesen wird 

(Urk. 106 S. 9 ff.). 

2.3 Es kann bereits an dieser Stelle vorweggenommen werden, dass die vorin-

stanzlichen Ausführungen in allen Teilen überzeugend sind. Die nachfolgenden 

Erwägungen sind daher im Wesentlichen rekapitulierender und teilweise ergän-

zender Natur. 

3. Belastung durch B._____ 

3.1 Der Mitbeschuldigte B._____ hat von Anfang an umfassend und detailliert 

Aussagen gemacht, wodurch er sich auch erheblich selbst belastet hat. Insbe-

sondere hat er bereits in der ersten Befragung und danach mehrfach, auch in 

Anwesenheit des Beschuldigten, ausgeführt, die beiden Raubüberfälle mit seinem 

Cousin, dem Beschuldigten, begangen zu haben (Urk. D1/11/2 Frage 8 und 9; 

D1/11/5 Frage 16 und 19; D1/11/6 S. 11-12 und S. 15, Urk. D1/11/7 Frage 49 und 

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50). Einzig in der polizeilichen Einvernahme vom 25. März 2021 (Urk. D1/11/3) 

bestritt er eine Beteiligung des Beschuldigten (und von sich selbst), zog diese 

Aussage in der darauf folgenden staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

2. Juni 2021 (Urk. D1/11/5) jedoch wiederum zurück und bestätigte seine bereits 

zu Beginn der Untersuchung gemachten Aussagen, wonach er die Raubüberfälle 

mit dem Beschuldigten begangen habe. Grund für den anlässlich der polizeilichen 

Einvernahme vom 25. März 2021 zu Protokoll gegebenen Widerruf der ursprüng-

lich gemachten Aussagen sei die Angst vor dem Beschuldigten gewesen 

(Urk. D1/11/5 Frage 53 ff.). Dass er dies aus irgendeinem anderen Grund ge-

macht haben könnte als aus Angst vor jener Person, die er effektiv belastete, wä-

re nicht plausibel. 

3.2 Es ist nicht einzusehen, weshalb die in allen Teilen überzeugenden Aussa-

gen B._____s just in Bezug auf die Identität des zweiten Täters nicht zutreffen 

sollten. Dazu müsste ein Motiv für eine Falschbelastung des Beschuldigten er-

sichtlich sein. Ein solches vermochte auch der Beschuldigte zunächst nicht zu 

nennen und gab zu Protokoll, er könne sich die Aussagen B._____s nicht erklären 

(vgl. Urk. D1/12/1 Frage 22; Prot. I S. 34). Ein nachvollziehbares Motiv für eine 

Falschbelastung ist denn auch nicht erkennbar. Erst auf weitere Nachfragen be-

hauptete der Beschuldigte schliesslich, er habe damals Streit mit B._____ gehabt, 

welches B._____ ihm noch geschuldet habe (Urk. D1/12/4 S. 9). Anlässlich der 

Hauptverhandlung und auch heute brachte der Beschuldigte sodann vor, B._____ 

habe einer weiblichen Bekannten Fr. 1'500.– in den Kosovo gesendet, obschon er 

noch Schulden beim Beschuldigten gehabt habe, was zu Streit geführt habe (Prot. 

I S. 40; Urk. 150 S. 8). Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte sich der Be-

schuldigte zudem auf den Standpunkt, B._____ habe mit seinen Aussagen primär 

den eigentlichen Mittäter schützen wollen, da er im Falle einer Belastung Angst 

vor dessen Rache habe, wohingegen er vom Beschuldigten als Familienangehö-

rigen im Falle einer Falschbelastung keine Racheaktionen zu befürchten habe 

(Urk. 150 S. 8 f.; Urk. 151 S. 8). Für einen handfesten Streit bzw. eine Feindschaft 

zwischen B._____ und dem Beschuldigten ergeben sich aber aus den weiteren 

Aussagen des Beschuldigten – welcher unter anderem behauptete, er sei am 

30. Dezember 2020 mit B._____ ins Rheintal gefahren, um mit ihm den Silvester 

-   10   - 

zu verbringen, und auch am 16. Januar 2021 mit diesem Richtung Rheintal un-

terwegs gewesen (Urk. D1/12/4 S. 8), und der weiter bestätigte, morgens um 2 

Uhr mit B._____ in der Wohnung gechattet und Kaffee getrunken zu haben 

(a.a.O. S. 4; vgl. auch Prot. I S. 50) – keinerlei Anhaltspunkte. Sollte zwischen 

B._____ und dem Beschuldigten tatsächlich eine Meinungsverschiedenheit um 

eine Geldschuld von ca. Fr. 3'000.– bzw. um finanzielle Zuweisungen B._____s 

im Umfang von Fr. 1'500.– an eine Bekannte im Kosovo entbrannt sein 

(Urk. D1/12/4 S. 16; Prot. I S. 40; Urk. 150 S. 8), wären die Schulden gemäss ei-

genen Aussagen des Beschuldigten unmittelbar nach dem Überfall ohnehin durch 

B._____ beglichen worden (Urk. D1/12/4 S. 9 f.; vgl. auch Urk. 150 S. 10). Ein 

Grund für eine derart schwerwiegende Falschbelastung kann daraus in keiner 

Weise erkannt werden. Eine eigentliche Feindschaft zwischen den beiden, die zu 

einer bewussten Falschbelastung hätte führen können, ist somit nicht ansatzwei-

se erkennbar – ganz im Gegenteil. Es würde vielmehr keinen Sinn ergeben, wenn 

B._____ ausgerechnet den Beschuldigten, mit welchem er in einer gemeinsamen 

Wohnung wohnte und welcher als Cousin mit ihm verwandt ist, fälschlicherweise 

einer Straftat beschuldigen würde, anstatt das Delikt auf eine ihm weniger nahe 

stehende Person abzuschieben oder überhaupt keinen (identifizierbaren) Namen 

zu nennen (vgl. dazu Urk.  D1/11/2 S. 2 Frage 7 f.). Auch die Erklärung des 

Beschuldigten, von einem Familienangehörigen sei keine Racheaktion zu erwar-

ten (vgl. Urk. 150 S. 8), ist vor diesem Hintergrund nicht einleuchtend, da B._____ 

– wie erwähnt – doch überhaupt keine konkret bekannte oder existierende Person 

hätte nennen müssen. Inwiefern B._____ durch seine Aussagen "seine eigene 

Haut retten" könnte bzw. sich rauszuwinden versucht habe, wie die Verteidigung 

vorbrachte (Urk. 72 S. 5; Urk. 151 S. 6), ist nicht nachvollziehbar.  

Konkrete Anhaltspunkte für eine Falschbelastung sind auch den übrigen Aussa-

gen von B._____ nicht zu entnehmen. Vielmehr führte er beispielsweise zum ei-

gentlichen Tatgeschehen mehrere Details hinsichtlich des Vorgehens an 

(vgl. Urk. D1/11/2, D1/11/5, D1/11/6 und D1/11/7), welche aufgrund der akten-

kundigen Videoaufnahmen (vgl. Urk. D1/10/2-3) sowie der Aussagen der beiden 

Opfer bestätigt werden. B._____ versucht dabei nicht etwa, sich selbst in einem 

besseren Licht erscheinen zu lassen, als es auf der Videoaufnahme ersichtlich ist. 

-   11   - 

Dies spricht ebenfalls für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen und gegen eine ab-

sichtliche Falschbelastung. Auch seine Ausführungen zum übrigen Verhalten vor 

und nach den Raubüberfällen lassen sich unter anderem mit den Erkenntnissen 

aus der RTI-Auswertung in Einklang bringen (vgl. hinten Erw. II.4). Entgegen der 

Argumentation der Verteidigung vor Vorinstanz hat sodann der Umstand, dass 

B._____ einschlägig vorbestraft ist (Urk. 72 S. 5), keinen Einfluss auf seine 

Glaubwürdigkeit, zumal auch Personen mit krimineller Vergangenheit ohne Weite-

res wahrheitsgetreue Aussagen machen können und nicht etwa für alle Zukunft 

als nicht verlässlich zu gelten haben. Mit der Vorinstanz ist daher festzuhalten, 

dass keine Anhaltspunkte für eine Falschbelastung seitens von B._____ beste-

hen. Das vorliegende Verfahren ist daher – entgegen der Ansicht der Verteidi-

gung (Urk. 72 S. 3; Urk. 136) – auch kein Indizienprozess, zumal mit der Aussage 

von B._____, welcher den Beschuldigten mehrfach, unmissverständlich und 

glaubhaft als Mittäter bezeichnete, ein direkt belastendes Beweismittel vorliegt. 

Die weiteren Beweismittel sind daher nur – aber immerhin – zur Verifizierung die-

ses Hauptbeweismittels heranzuziehen. 

4. Erkenntnisse aus rückwirkender Teilnehmeridentifikation (RTI) und Auswer-

tung Mobiltelefone 

4.1 Allgemeines 

Mit Bezug auf die Mobiltelefone des Beschuldigten (Rufnummer +41 2) und des 

Mitbeschuldigten B._____ (Rufnummer +41 3) liegen die grafischen Darstellun-

gen der RTI-Auswertung der Antennenstandorte am 30. Dezember 2020, 2. Ja-

nuar 2021, 7. Januar 2021 (03:05:56 Uhr bis 04:29:24 Uhr sowie 05:38:28 Uhr bis 

06:42:54 Uhr) und 16. Januar 2021 bei den Akten (Urk. D1/17/8-12 = 

Urk. D1/18/8-13). Zur Analyse der Randdaten aus rückwirkenden Überwachungen 

wurde von der Mobilfunk-Forensik der Kantonspolizei Zürich ein 

Sachverständigengutachten erstellt, welches als Urk. D1/23/26 bei den Akten 

liegt. 

Weiter wurde eine WhatsApp-Chatkommunikation zwischen dem Beschuldigten 

und B._____ ausgewertet. Diesbezüglich liegt ein Extraktionsbericht inklusive 

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Übersetzung eines WhatsApp-Chats bei den Akten (Urk. D1/22/17 = Urk. 

D1/23/19) 

 

4.2 Betreffend Vorfall in D._____ ZH 

Mit Bezug auf den Raub in D._____ liefert die RTI-Auswertung keine Erkenntnis-

se. Am 30. Dezember 2020 konnten erst ab 10:53:39 Uhr Antennenstandorte 

nachgewiesen werden. Ersichtlich ist jedoch, dass sich an diesem Tag um die 

Mittagszeit beide Mobiltelefone ins Rheintal bewegten, wo unbestrittenermassen 

Verwandte der Beschuldigten wohnhaft sind. 

Erkenntnisse hinsichtlich des Vorfalls in D._____ vom 30. Dezember 2020 erga-

ben sich indessen aus der ausgewerteten Chat-Kommunikation zwischen dem 

Beschuldigten und B._____. Daraus ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte und 

B._____ am 30. Dezember 2020 um 02:09:09 Uhr bis 02:10:39 Uhr schriftlich via 

Mobiltelefon miteinander kommuniziert haben. Hervorzuheben ist insbesondere 

die Nachricht von B._____ "Qu mo = steh endlich auf", welche um 02:10:05 Uhr 

versandt wurde. In der Folge fragte B._____ den Beschuldigten noch, ob er Kaf-

fee wolle (Nachricht von 02:10:39 Uhr; "A po don kafe = Willst du Kaffee?"). Dies 

lässt vermuten, dass B._____ und der Beschuldigte am 30. Dezember 2020 früh 

morgens etwas geplant hatten, weshalb sie um diese Uhrzeit aufstehen sollten. 

Dies passt wiederum perfekt zu den von B._____ gemachten Aussagen, wonach 

er den früh morgens verübten Raubüberfall in D._____ mit dem Beschuldigten 

begangen habe. Dementsprechend hätten sie auch früh aufstehen müssen. Wenn 

die Verteidigung vor Vorinstanz geltend machte, der Beschuldigte sei zur fragli-

chen Zeit ohne Arbeit gewesen und sein Tagesablauf habe nicht demjenigen ei-

nes Durchschnittsbürgers entsprochen (Urk. 72 S. 8; Prot. I S. 50), so mag das 

zwar theoretisch möglich sein, lässt den belastenden Charakter dieses Beweis-

mittels aber keineswegs entfallen. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte selbst 

behauptete, er habe damals noch nicht geschlafen, weshalb solle er denn um 2 

Uhr nachts aufstehen (Urk. D1/12/4 S. 8). Dass er aber genau dies tat, legt die 

Nachricht von B._____, der ihn aufforderte, endlich aufzustehen, deutlich nahe.  

-   13   - 

 

 

4.3 Betreffend Vorfall in E._____  

Aus der grafischen Aufbereitung der RTI-Auswertung der Antennenstandorte ist 

ersichtlich, dass sich das Mobiltelefon des Beschuldigten am 2. Januar 2021 

gemeinsam mit demjenigen des Mitbeschuldigten B._____ spät abends sowie am 

7. Januar 2021 zwischen 04:04 Uhr und 5:35 Uhr im Raum E._____ bewegt hat. 

Am 16. Januar 2021 ist mit Bezug auf das Mobiltelefon des Beschuldigten um 

00:45:13 Uhr ein Standort in H._____ ersichtlich, um 03:38:44 Uhr ein neuer 

Standort beim I._____ – mithin klar nordwestlich von H._____; die nächsten 

Randdaten wurden erst vor 9 Uhr im Raum J._____/H._____ erhoben; anschlies-

send bewegten sich beide Mobiltelefone wiederum ins Rheintal.  

Mit Bezug auf den 16. Januar 2021 wird im Sachverständigengutachten ausge-

führt, das Mobiltelefon des Beschuldigten habe an diesem Tag um 03:38:44 Uhr 

die Mobilfunkantenne des I._____ selektiert und darüber kommuniziert. Um 

03:34:25 Uhr habe es eine einmalige Kommunikation über die Mobilfunkantenne 

in H._____ beim K._____-Zentrum gegeben. Dass nachher keine weiteren Daten 

mehr ersichtlich seien, bedeute, dass sich das Mobiltelefon mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit – zum Beispiel durch Ausschaltung oder Aktivie-

rung des Flugmodus – vom Mobilfunknetz abgemeldet habe. Um 07:57:49 Uhr 

habe sich das Mobiltelefon im Versorgungsbereich der Mobilfunkantenne beim 

K._____-Zentrum wieder am Mobilfunknetz angemeldet, zum Beispiel durch 

Einschaltung oder Deaktivierung des Flugmodus. Mit Bezug auf den Standort des 

Mobiltelefons sei es möglich, dass sich dieses von 01:02:10 Uhr bis um 

03:30:01 Uhr an der L._____-Strasse … in H._____ (Wohnung des Beschuldigten 

und des Mitbeschuldigten B._____) befunden habe, mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit habe es sich um 03:31:43 Uhr (dem nächsten Verbindungs-

eintrag) nicht mehr dort befunden. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich-

keit habe sich das Mobiltelefon zwischen der Erfassung dieser beiden Randdaten 

fortbewegt. Mit der Verteidigung kann zwar nicht mit Sicherheit ausgeschlossen 

-   14   - 

werden, dass das Mobiltelefon keine Akkuladung mehr gehabt haben könnte und 

sich deswegen vom Mobilfunknetz abgemeldet hat (vgl. Urk. 151 S. 10). Gleich-

zeitig erscheint es äusserst auffällig, dass sich das Mobiltelefon des Beschuldig-

ten ausgerechnet am Tattag früh morgens zunächst im Bereich des I._____ be-

funden hat und kurz danach ausgeschaltet bzw. in den Flugmodus versetzt wurde 

oder sich aus anderen Gründen ausgeschaltet hat. Dies insbesondere vor dem 

Hintergrund, dass Handys in modernen Fahrzeugen, wie dem Audi Q5 des Be-

schuldigten, problemlos geladen werden können. 

Hinsichtlich des festgestellten Standorts seines Handys am 7. Januar 2021 

zwischen 04:00 Uhr und 04:30 Uhr in E._____ AG führte der Beschuldigte aus, er 

sei damals in E._____ gewesen, da er eine Frau kennengelernt und diese habe 

treffen wollen. Er denke, "dass es nicht verboten ist, jemanden nach Mitternacht 

zu treffen." Seinen Cousin B._____ habe er zum Treffen mitgenommen, damit 

dieser eine Mitarbeiterin der Frau habe kennenlernen können. Die Namen der 

Frauen wolle er aber nicht sagen (Prot. I S. 35; vgl. auch Urk. D1/12/4 S. 6 sowie 

die Argumentation der Verteidigung in Urk. 72 S. 8 und Urk. 151 S. 8). Es mutet 

sehr aussergewöhnlich an, dass der im Zürcher Oberland wohnhafte Beschuldigte 

ausgerechnet in E._____ AG, wo in der Folge unter Beteiligung seines Cousins 

B._____ ein Raubüberfall stattfand und wo frühmorgens eine Verkaufsmitarbeite-

rin überwältigt wurde, zwischen 04:04 Uhr und 5:35 Uhr morgens eine Bekannte 

getroffen haben will. Zumindest dürfte erwartet werden, dass der Beschuldigte ei-

ne auch nur im Ansatz nachvollziehbare Erklärung liefern könnte, weshalb das 

"Date" zu einer derart ungewöhnlichen Tageszeit stattgefunden habe. Entspre-

chend überrascht es nicht, dass der Beschuldigte den Namen der Frau, welche er 

frühmorgens – in Begleitung von B._____ – in E._____ AG getroffen haben will, 

nicht nennen kann bzw. will. Nicht einleuchtend ist denn auch die Darstellung der 

Verteidigung, der Beschuldigte wolle die Identität der verheirateten Frau nicht 

preisgeben, da er ihr aufgrund der mit ihm geführten ausserehelichen Affäre keine 

Probleme bereiten wolle (Urk. 72 S. 4 und S. 9; Urk. 151 S. 8). Einerseits müsste 

die Offenlegung ihrer Identität gegenüber den Strafverfolgungsbehörden nicht 

zwingend mit einer Information ihrer Familie einhergehen, da entsprechende In-

formationen vom Amtsgeheimnis gedeckt wären. Andererseits dürfte die dem Be-

-   15   - 

schuldigten drohende empfindliche Freiheitsstrafe und die Landesverweisung 

doch massiv schwerer wiegen als die allfällige Vermeidung von Eheproblemen ei-

ner ehemaligen Internetbekanntschaft. Es ist daher davon auszugehen, dass die 

unbekannte Frau eben gerade kein Alibi für den Beschuldigten liefern würde. 

B._____ bestätigte zwar ebenfalls, dass man erstmals nach E._____ gefahren sei 

(und dort dann zufällig den C._____ entdeckt hätten), da sie über ein App eine 

Frau kennengelernt hätten, welche sie in E._____ abgeholt hätten (Prot. I S. 20; 

Urk. D1/11/5 Fragen 113 ff.). Dies gelte indessen bloss für eine Fahrt. In der Fol-

ge seien sie aber mindestens zehn Mal – insbesondere auch frühmorgens am 7. 

Januar 2021 – nach E._____ gefahren, um zu schauen, wann zu arbeiten begon-

nen werde (Urk. D1/11/5 Frage 122 ff.). Dies lässt sich mit den Erkenntnissen der 

RTI-Auswertung ohne Weiteres vereinbaren und erscheint darüber hinaus auch in 

allen Teilen nachvollziehbar. Das Vorbringen des Beschuldigten, man sei auch 

am frühen Morgen des 7. Januar 2021 nach E._____ gefahren, um eine Frau zu 

treffen, ist daher als Schutzbehauptung zu qualifizieren. 

Weiter ist auch stark belastend zu werten, dass sich das Mobiltelefon des Be-

schuldigten am Tag des Raubüberfalles in E._____ gemäss gutachterlicher Fest-

stellung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um ca. halb 4 Uhr 

morgens im Bereich des Autobahnkreisels I._____ bewegte, zumal dies aufgrund 

der Fahrzeit ohne Weiteres mit einer Anwesenheit beim C._____ in E._____ zur 

Tatzeit kurz nach 5 Uhr morgens in Einklang zu bringen ist. Eine nachvollziehbare 

Erklärung, wohin er – als damals Arbeitsloser (vgl. Prot. I S. 30 f.) – um diese 

Uhrzeit gefahren sein soll, lieferte der Beschuldigte nicht. Im Gegenteil ist auch 

die diesbezügliche Auswertung der RTI-Daten vielmehr mit der Darstellung von 

B._____ vereinbar. 

Weiter musste der Beschuldigte auf Vorhalt der genannten Erkenntnisse auch 

seine bei der Polizei gemachte Aussage, er habe sich am Wochenende des 

16. Januar 2021 (Samstag) vom Freitag bis Montag bei seinem Sohn in M._____ 

VD aufgehalten (Urk. D1/12/1 Frage 17 f.), zurücknehmen und erklärte nunmehr, 

er habe bloss gewusst, dass er am 18. Januar 2021 im Welschland gewesen sei, 

da dann sein Sohn Geburtstag habe (Urk. D1/12/4 S. 7 f.). Diese Anpassung der 

-   16   - 

Aussagen an die erhobenen Sachbeweismittel spricht ebenfalls nicht gerade für 

die Richtigkeit seiner Aussagen. Im Gegensatz dazu sind die Erkenntnisse aus 

der RTI-Auswertung mit den Aussagen von B._____ auch hinsichtlich des 

Nachtatverhaltens ohne Weiteres vereinbar, zumal er bereits von sich aus und 

noch ohne Kenntnis der genannten Auswertungen zu Protokoll gab, am Nachmit-

tag des 16. Januar 2021 ins Rheintal gefahren zu sein, da sein Bruder umgezo-

gen sei; man habe zudem in einem Shoppingcenter Kleider eingekauft 

(Urk. D1/11/5 Frage 96), was wiederum mit einer in der Wohnung sichergestellten 

Quittung korrespondiert (Urk. D1/23/4-5; Urk. 71). 

Hinweise auf eine – unbekannte – Drittperson, welche bei den Vorfällen dabei 

gewesen sein könnte, sind den erhobenen RTI-Daten keine zu entnehmen. Im 

Falle einer Beteiligung einer Drittperson wären indessen ein- und ausgehende An-

rufe oder Nachrichten zu erwarten, zumal man sich an beiden Tagen für die ent-

sprechenden Raubüberfälle hätte absprechen müssen. Die erhobenen Daten 

sprechen demnach zweifellos gegen die Existenz einer beteiligten Drittperson. 

4.4 Zusammenfassend sprechen die Erkenntnisse aus der Auswertung der RTI-

Daten sowie der Chat-Kommunikation eindeutig für die Richtigkeit der Aussagen 

von B._____, wonach er die Raubüberfälle gemeinsam mit dem Beschuldigten 

begangen habe.  

5. Videoaufnahme und sichergestellte Kleidungsstücke 

5.1 Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 15. Februar 2021 in der vom Be-

schuldigten und dem Mitbeschuldigten B._____ gemieteten Wohnung in H._____ 

ZH wurden insbesondere folgende Gegenstände sichergestellt: Eine glänzende 

schwarze Jacke im Eingangsbereich, eine blaue Jacke Clockhouse mit einer 

beigen Stofftasche in der linken Tasche sowie eine schwarze Jacke mit – der 

äusserst auffälligen – weissen Aufschrift der Marke CIPO+Baxx auf dem Kleider-

ständer im Wohnzimmer, eine Baseball-Mütze rot/schwarz mit "N._____"-

Aufschrift, ein paar schwarze Stoffhandschuhe, ein Schal, eine Quittung Tom Tai-

lor Store St. Margrethen vom 16. Januar 2021, diverse Mobiltelefone inklusive 

SIM-Karten sowie eine Soft Air Gun samt Kugeln und Etui (Urk. D1/23/4). 

-   17   - 

Die Staatsanwaltschaft hat hinsichtlich der in der Wohnung des Beschuldigten 

und des Mitbeschuldigten B._____ sichergestellten Kleider ein Gutachten beim 

Forensischen Institut Zürich in Auftrag gegeben, welches die Bilder aus der Über-

wachungskamera hinsichtlich der Kleider und einer Täterhöhenrekonstruktion 

ausgewertet hat (Urk. D1/10/28). Zusammengefasst kam das FOR dabei zum 

Schluss, dass die sichergestellte schwarze Jacke (Asservat-Nr. A014'829'346) ty-

pengleich mit der auf dem Videomaterial abgebildeten schwarzen Jacke von Täter 

1 in D._____ und in E._____ sei. Die auf dem Video abgebildete Jacke des Täters 

2 in D._____ stelle sich ebenfalls als typengleich mit der sichergestellten Herren-

jacke, Asservat-Nr. A014'829'697, heraus (Urk. D1/10/28 S. 12). Zudem seien 

auch die abgebildeten Handschuhe des Täters 1 sowie jene des Täters 2 in 

D._____ und E._____ typengleich mit den sichergestellten Handschuhen, Asser-

vat-Nr. A014'429'266 und A014'829'777 (Urk. D1/10/28 S. 12 und S. 36). Bezüg-

lich des Raubüberfalls auf den C._____ in E._____ würden die Ergebnisse mäs-

sig stark dafür sprechen, dass der Täter 2 beim Raubüberfall die blaue Jacke As-

servat-Nr. A014'829'700 getragen habe (Urk. D1/10/28 S. 36). Hinsichtlich der 

sichergestellten Baseball-Mütze rot/schwarz mit "N._____"-Aufschrift würden die 

Ergebnisse dafür sprechen, dass diese beim Raubüberfall in D._____ durch den 

Täter 2 getragen worden sei (Urk. D1/10/28 S. 12 und S. 36). Zusammenfassend 

würden die Untersuchungsergebnisse stark dafür sprechen, dass die sicherge-

stellten Kleidungsstücke an den Raubüberfällen in D._____ und E._____ durch 

die beiden Täter getragen worden seien (Urk. D1/10/28 S. 43 f.). 

Hinsichtlich der Täterhöhenrekonstruktion kam das FOR zum Schluss, die Unter-

suchungsergebnisse würden stark dafür sprechen, dass es sich beim Täter 1 

in D._____ und E._____ um den Mitbeschuldigten B._____ handle (Urk. D1/10/28 

S. 44). Hinsichtlich des Täters 2 liessen die Untersuchungsergebnisse zusam-

menfassend auf die Identitätshypothese schliessen, wonach es sich beim Täter 2 

beim Raubüberfall in D._____ und dem Täter 2 beim Raubüberfall in E._____ um 

dieselbe Person handle. Zudem entspreche die Befundkonstellation sowohl be-

treffend den Vorfall in D._____ als auch betreffend jenen in E._____ den Erwar-

tungen unter der Identitätshypothese, wonach es sich beim Täter 2 um den Be-

schuldigten handle. Die Ergebnisse würden insgesamt mässig stark darauf hin-

-   18   - 

deuten, dass es sich beim Täter 2 in beiden Raubüberfällen um den Beschuldig-

ten handle (Urk. D1/10/28 S. 38 ff.). Unter Mitberücksichtigung der vergleichen-

den Untersuchung der Bekleidungen auf den Standbildern mit den bei den Be-

schuldigten sichergestellten Kleidern, würden die Ergebnisse – zumindest betref-

fend den Vorfall in D._____ – geradezu stark dafür sprechen, dass es sich beim 

Täter 2 um den Beschuldigten handle (Urk. D1/10/28 S. 44).  

5.2 Diese Auswertungen sprechen demnach ebenfalls für eine Täterschaft des 

Beschuldigten, zumal sie sich ohne Weiteres mit der Darstellung von B._____ in 

Einklang bringen lassen, welcher erklärte, dass die auf den Videobildern ersichtli-

che Person der Beschuldigte sei. Rein theoretisch wäre selbstredend möglich, 

dass eine andere – ungefähr gleich grosse – Person Kleider des Beschuldigten 

resp. in dessen Wohnung befindliche für den Raub hätte anziehen können, um 

den Raub zu begehen. Dafür gibt es hingegen keinerlei Anhaltspunkte; das übrige 

Beweisergebnis spricht klar für eine Täterschaft des Beschuldigten. 

Hervorzuheben ist zudem die anlässlich der Hausdurchsuchung sichergestellte 

Baseballmütze mit der Aufschrift "N._____". So räumte der Beschuldigte 

einerseits ein, dass diese Mütze ihm gehöre (Urk. D1/12/4 S. 13), und anderer-

seits stammt sie von seinem ehemaligen Arbeitgeber (Urk. D1/12/2). Auf den 

Videobildern ist der fragliche Schriftzug, welcher die Mütze neben der Farbge-

bung weiter individualisiert, zwar nicht ersichtlich. Es fügt sich indessen ebenfalls 

nahtlos ins Gesamtbild ein, dass beim Beschuldigten zuhause ausgerechnet eine 

anerkanntermassen ihm gehörende Baseballmütze gefunden wurde, die mit der 

auf den Videobildern ersichtlichen Farbgebung ohne Weiteres übereinstimmt. Es 

handelt sich dabei auch nicht einfach um eine rote Mütze, sondern diese weist 

zusätzlich vorne einen dunklen und weissen Rand auf, was mit der Mütze auf den 

Bildern der Überwachungskamera übereinstimmt (vgl. Urk. D1/10/28 S. 17).  

Weiter sind auch die Schlussfolgerungen des FOR hinsichtlich der Täterhöhenre-

konstruktion im Sinnes eines belastenden Beweismittels zu sehen. So wurde im 

Gutachten vom 23. August 2021 ausgeführt, die Ergebnisse würden mässig stark 

darauf hindeuten, dass es sich beim Täter 2 in beiden Raubüberfällen um den 

Beschuldigten handle. Nachvollziehbar ist denn auch, dass sich diese Wahr-

-   19   - 

scheinlichkeit unter Mitberücksichtigung der in der Wohnung des Beschuldigten 

und B._____ sichergestellten Kleidungsstücke erhöht und die Ergebnisse dann 

geradezu stark darauf hindeuten würden, dass es sich beim Täter 2 um den Be-

schuldigten handle. 

5.3 Zusammenfassend deuten daher auch die Erkenntnisse aus dem Abgleich 

der in der Wohnung des Beschuldigten und B._____ sichergestellten Kleider mit 

den Bildern der Videoüberwachungskamera bzw. die Erkenntnisse aus der 

Täterhöhenrekonstruktion stark auf eine Täterschaft des Beschuldigten hin. 

6. Bankeinzahlungen 

Bei der O._____ wurden Bankkontoauszüge des Beschuldigten (Urk. D1/20/4) 

sowie bei der P._____ Auszüge des Kontos des Mitbeschuldigten B._____ ediert 

(Urk. D1/19/4). Daraus wird ersichtlich, dass der Beschuldigte am 17. Januar 

2021 am Schalter der O._____ in H._____ drei Einzahlungen von gesamthaft 

Fr. 2'840 tätigte (Urk. D1/20/4 S. 3). B._____ bezahlte am 18. Januar 2021 bei 

der P._____ Beträge von insgesamt Fr. 4200.– auf sein Konto ein (Urk. D1/19/4 

S. 2). 

Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren hierzu vor, der Beschuldigte hät-

te eine allfällige Beute im Falle einer Beteiligung an den Raubüberfällen in bar für 

sich behalten und nicht auf ein Bankkonto einbezahlt, da damit – wie es jedem 

Räuber oder Krimifan bekannt sei – eine "Autobahn" zum Täter gelegt werde 

(Urk. 151 S. 9). Der Mitbeschuldigte B._____, welcher nachweislich an den Raub-

taten beteiligt war, hat indessen solche Einzahlungen ebenfalls getätigt. Der Be-

schuldigte kann entsprechend aus dem weit verbreiteten Wissen um nachverfolg-

bare Bankeinzahlungen nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

Ob das vorliegend vom Beschuldigten einbezahlte Geld deliktischer Herkunft ist, 

kann zwar nicht direkt nachgeprüft werden. Die zeitliche Nähe zum Raub in 

E._____ AG ist indessen zumindest auffällig. Denkbar wäre theoretisch, dass 

B._____ seinen Anteil der Beute teilweise zur Tilgung von Schulden an den Be-

schuldigten verwendet haben könnte und dieser dieses Geld in der Folge auf sein 

-   20   - 

Konto einbezahlt hatte. Im Rahmen der Gesamtbetrachtung nährt die Einzahlung 

von grösseren Beträgen nur zwei Tage nach dem Vorfall dennoch den 

Tatverdacht. Entlastendes ergibt sich diesbezüglich jedenfalls nicht. 

7. Unter den Tätern gesprochene Sprache 

Die Geschädigte F._____ führte in der am Tattag des Überfalles auf den C._____ 

in E._____, dem 16. Januar 2021, durchgeführten Einvernahme aus, beide 

Männer seien in etwa 30 Jahre alt gewesen und hätten in gebrochenem Deutsch 

mit ihr gesprochen. Untereinander hätten sie in ihrer Sprache, etwa Jugoslawisch 

oder Polnisch, kommuniziert (Urk. D1/14/1 Frage 22 ff.). Der Beschuldigte und 

B._____ sprechen zwar beide Albanisch und haben gemäss Aussage von 

B._____ auch so untereinander kommuniziert (Prot. I S. 16), es ist indessen ohne 

Weiteres nachvollziehbar, dass die Geschädigte F._____ die albanische Sprache, 

welcher sie selbst nicht mächtig sein dürfte, nicht erkannt hat und sie als "jugo-

slawische" Sprache einschätzte. Auch diese Aussage passt demnach zu einer Tä-

terschaft des Beschuldigten bzw. entlastet ihn zumindest nicht. 

8. Gemeinsame Wohnung / zeitliche Konnexität zum Einzug in die Wohnung in 

der Nähe des ersten Tatortes 

Der Beschuldigte ist erst im Dezember 2020 – vorübergehend – bei B._____ ein-

gezogen (Urk. D1/12/2 Frage 36; Prot. I S. 28). Der erste Vorfall in D._____ er-

eignete sich Ende Dezember 2020 und der zweite Vorfall in E._____ Mitte Januar 

2021. Es fügt sich nahtlos ins Gesamtbild ein, dass sich die beiden Vorfälle nur 

kurz nach dem Zusammenzug ereignet haben. Die zeitliche Konnexität zum Zu-

sammenwohnen der beiden ist jedenfalls auffällig. Dazu passt im Übrigen auch, 

dass der Beschuldigte just Anfang Dezember 2020 arbeitslos wurde (Urk. D1/11/4 

S. 2). 

9. Fazit 

Zusammenfassend verbleiben im vorliegenden Fall keinerlei Zweifel daran, dass 

die Belastungen von B._____ zutreffen müssen und er die Raubüberfälle auf die 

C._____-Verkaufsgeschäfte in D._____ und E._____ jeweils mit seinem Cousin 

-   21   - 

und Mitbewohner – dem Beschuldigten – begangen hat. Wie die Vorinstanz zu-

treffend ausgeführt hat, stützen die Sachbeweismittel durchwegs die bereits für 

sich gesehen überzeugenden Aussagen des Mitbeschuldigten B._____. Dies 

entgegen der Argumentation der Verteidigung, welche sämtliche Sachbeweismit-

tel isoliert betrachten will und darauf hinweist, dass sie für sich alleine noch kei-

nen unumstösslichen Beweis für die Täterschaft des Beschuldigten liefern würden 

(Urk. 72 S. 8 ff.; vgl. auch Urk. 151 S. 13). Die Erklärungsversuche des Beschul-

digten beschränken sich demgegenüber darauf, das rein theoretisch auch noch 

Mögliche vorzubringen, ohne dass ein auf irgend eine Art und Weise überzeu-

gendes Gesamtbild erkennbar wäre. Insbesondere die RTI-Auswertung, die 

sichergestellten Kleidungsstücke inkl. der gutachterlichen Einschätzung der Iden-

titätswahrscheinlichkeiten stützen eindeutig die Belastungen von B._____. Im 

Gegensatz dazu liegen keine Anhaltspunkte bzw. Sachbeweismittel vor, welche 

die Aussagen von B._____ hinsichtlich der Identität seines Komplizen als unwahr 

erscheinen liessen oder auch nur begründete Zweifel daran aufkommen lassen 

würden. Mit der Vorinstanz ist daher erstellt, dass der Beschuldigte der zweite Tä-

ter neben B._____ war und er sich demnach an den Überfällen auf die C._____-

Verkaufsgeschäfte in D._____ und E._____ beteiligt hat. 

10. Mitführen einer Soft Air Gun 

Hinsichtlich des Sachverhaltselements betreffend Mitführen einer Soft Air Gun hat 

die Vorinstanz bereits ausführlich erwogen, dass nur mit Bezug auf den Raub in 

E._____ erstellt werden könne, dass eine Soft Air Gun mitgeführt wurde. Auf die 

überzeugenden – und im Berufungsverfahren nicht substantiiert bestrittenen – 

vorinstanzlichen Erwägungen ist vollumfänglich zu verweisen (Urk. 106 S. 26 f.). 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Die Vorinstanz würdigte den im Berufungsverfahren noch zu prüfenden 

Anklagesachverhalt zutreffend als mehrfachen Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB, Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB sowie Vergehen 

gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit 

Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 WV 

-   22   - 

(Dossier 2) (Urk. 106 S. 32). Dies wird im Berufungsverfahren nicht beanstandet 

und ist zu übernehmen. Zu erwähnen bleibt einzig, dass hinsichtlich des Vorfalles 

in D._____ ein Strafantrag betreffend Hausfriedensbruch fehlt, weshalb diesbe-

züglich – mit der Vorinstanz– von einer einfachen Tatbegehung auszugehen ist. 

2. Zutreffend ging die Vorinstanz zudem bei beiden Vorfällen von einem mit-

täterschaftlichen Vorgehen aus. Die beiden Täter sprachen die Tat im Vorfeld ab, 

kundschafteten die Örtlichkeiten gemeinsam aus und teilten sich nach der ge-

meinsamen Durchführung der Überfälle die Beute hälftig untereinander auf. Die 

ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz sind daher zu übernehmen (Urk. 106 

S. 31 f.). 

3. Der Beschuldigte ist daher des mehrfachen Raubes im Sinne von Art.140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie 

des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit 

Art. 48 WV (Dossier 2) schuldig zu sprechen. 

IV. Sanktion und Vollzug 

1. Vorbemerkungen 

1.1 Die Vorinstanz hat die massgeblichen theoretischen Grundlagen der Straf-

zumessung sowie die anwendbaren Strafrahmen zutreffend aufgeführt (Urk. 106 

S. 32 ff.). Diese sind zu übernehmen. 

1.2 Zu ergänzen gilt es lediglich hinsichtlich der Wahl der Strafart, dass auch 

nach neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Gesamtfreiheitsstrafe 

ausgesprochen werden kann, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng 

miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem 

engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genügendem Masse 

präventiv auf den Täter einzuwirken (Urteile 6B_382/2021 vom 25. Juli 2022 E. 

2.4.2; 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2; 6B_496/2020 vom 11. Januar 

2021 E. 3.4.2; 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2; 6B_1186/2019 vom 9. 

April 2020 E. 2.2 und 2.4). Dies ist hier offenkundig der Fall.  

-   23   - 

1.3 Als schwerste Straftat erscheint der Überfall auf den C._____ in E._____, 

zumal bei diesem Vorfall im Gegensatz zum Vorfall in D._____ auch noch eine 

Soft Air Gun mitgeführt bzw. zur Drohung eingesetzt wurde und zudem die erbeu-

tete Deliktssumme um mehr als das Doppelte höher lag. Ausserdem wurde das 

Opfer hier im Anschluss an den Raub noch mit Kabelbinder gefesselt, was mit ei-

ner zumindest kurzzeitigen Freiheitsberaubung einher ging. Es ist daher zunächst 

eine Einsatzstrafe für diesen Vorfall festzusetzen. 

2. Raub in E._____ 

2.1 Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist mit der Vorinstanz auszuführen, 

dass der Beschuldigte und B._____ die Geschädigte F._____, welche nichtsah-

nend früh morgens zu ihrer Arbeit im C._____ E._____ erschien, mit vorgehalte-

ner Soft-Air Pistole hinterhältig überwältigten und schliesslich Bargeld in Höhe von 

insgesamt Fr. 16'000.– bis Fr. 17'807.35 erbeuteten. In der Folge fesselte der Be-

schuldigte die Geschädigte mit mitgebrachten Kabelbindern an einen Stuhl, 

woraufhin sie beide das Geschäft verliessen und wieder an ihren Wohnort zu-

rückkehrten, wo sie das Geld unter sich aufteilten. Das konkrete Tatvorgehen im 

Laden mag relativ spontan erfolgt sein; fest steht hingegen, dass die Örtlichkeit 

zuvor mehrfach ausgekundschaftet wurde und die Täter auch hinsichtlich Klei-

dung und mitgebrachten Gegenständen eine gewisse Planung an den Tag legten. 

Das dreiste Tatvorgehen zeugt insgesamt von einer erheblichen kriminellen Ener-

gie. Dass die Täter weder eine echte Pistole mitführten noch sich zu Gewaltex-

zessen hinreissen liessen, wie die Verteidigung ausführte (Urk. 72 S. 14; Urk. 151 

S. 15), wirkt sich nicht strafmindernd aus, denn sonst läge ein qualifizierter Raub-

tatbestand mit höherer Strafandrohung vor. Die Geschädigte wurde von den Be-

schuldigten ohne jegliche Rücksicht dazu missbraucht, ihnen das Geld zu ver-

schaffen. Dass die Situation, in welcher sie frühmorgens mutterselenalleine von 

zwei maskierten Tätern überwältigt, mit einer Waffe bedroht und in der Folge so-

gar noch an einen Stuhl gefesselt wurde, für sie traumatisch gewesen sein dürfte, 

liegt auf der Hand. Der erbeutete Deliktsbetrag von mindestens Fr. 16'000.– ist 

ebenfalls nicht unerheblich. Das objektive Tatverschulden ist – im Rahmen aller 

denkbaren Tatvarianten eines (einfaches) Raubes – als bereits erheblich zu be-

-   24   - 

zeichnen. Abgesehen von der Anzahl der Delikte bewegen sich die Raubtaten 

vielmehr an der Grenze zur bandenmässigen Tatbegehung, weil eine gemeinsa-

me Tatbegehung die Täter regelmässig als gefährlicher – und effizienter – als ein 

Einzeltäter erscheinen lässt. 

2.2 In subjektiver Hinsicht handelten die beiden Mittäter einzig in der Absicht, 

auf möglichst einfache Weise einen möglichst hohen Geldbetrag erbeuten zu 

können. Eine Notwendigkeit, auf diesem Weg Geld zu beschaffen, bestand in kei-

ner Weise. Im Gegenteil wurden beide Beschuldigten im Tatzeitpunkt von der 

Arbeitslosenversicherung unterstützt (Urk. D1/12/2 S. 6, Urk. D1/12/4 S. 9 f., Urk. 

72 S. 5), weshalb ihr Lebensunterhalt gesichert war. Der Raub diente daher einzig 

der Aufbesserung der finanziellen Verhältnisse und erscheint damit in jeder Hin-

sicht unnötig und vermeidbar. Die objektive Tatschwere wird aufgrund der subjek-

tiven Elemente nicht relativiert. 

2.3 Angesichts des Strafrahmens von mindestens 6 Monaten bis 10 Jahren 

Freiheitsstrafe sowie unter Berücksichtigung der genannten Tatkomponenten 

erscheint eine Einsatzstrafe in Höhe von 4 Jahren Freiheitsstrafe angemessen.  

3. Raub in D._____ 

3.1 Grundsätzlich kann zum objektiven Tatverschulden auf die Ausführungen 

hinsichtlich des Raubes in E._____ verwiesen werden, zumal das Vorgehen im 

Wesentlichen gleich war. Auch hinsichtlich des Raubes in D._____ gingen sie 

planmässig vor und kundschafteten zunächst das auszuraubende Objekt aus. 

Beim Raub in D._____ wurden im Gegensatz zum Delikt in E._____ keine Soft Air 

Pistole zur Einschüchterung der Privatklägerin 1 eingesetzt. Zudem lag der erbeu-

tete Deliktsbetrag mit Fr. 5'960.– nicht ganz so hoch wie beim Raub in E._____. 

Die Verkaufsmitarbeiterin, die Privatklägerin 1, wurde zudem anders als beim 

Raub in E._____ auch nicht gefesselt, sondern ihr wurde lediglich mitgeteilt, auf 

keinen Fall die Polizei zu alarmieren. Allerdings wurde sie auf äusserst grobe 

Weise überwältigt, gepackt und in den Laden gestossen. Anlässlich der Haupt-

verhandlung vor Vorinstanz schilderte sie denn auch eindrücklich, wie traumatisie-

rend sich das Ereignis noch heute auf sie noch auswirke (Prot. I S. 46). Die bei-

-   25   - 

den Mittäter haben mit dem Vorgehen auch hier eine nicht unerhebliche kriminelle 

Energie an den Tag gelegt. Das objektive Tatverschulden erscheint im Rahmen 

aller denkbaren Tatvarianten eines Raubes nicht mehr leicht bis erheblich.  

3.2 In subjektiver Hinsicht präsentiert sich die Sachlage wie beim Raub in 

E._____. Angewiesen auf das Geld waren sie auch bei diesem Vorfall nicht, wel-

cher sich nur gerade zwei Wochen früher ereignet hat. Die objektive Tatschwere 

wird daher auch diesbezüglich aufgrund der subjektiven Aspekte nicht relativiert. 

3.3 Wäre dieses Delikt isoliert zu beurteilen, würde sich eine Einzelstrafe im 

Bereich von 36 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen erweisen. 

4. Vergehen Waffengesetz 

4.1 In objektiver Hinsicht gilt es festzuhalten, dass es sich bloss um eine "Spiel-

zeugwaffe" handelt, welche nicht tatsächlich gefährlich ist.  

4.2 Subjektiv haben der Beschuldigte und B._____ die Spielzeugwaffe zur Be-

gehung des Raubüberfalles in E._____ verwendet. Zuvor hatten sie die Soft Air 

Pistole schlicht in ihrem Besitz. 

4.3 Wäre diese Tat isoliert zu betrachten, wäre eine Freiheitsstrafe von zwei 

Monaten bzw. 60 Tagessätzen Geldstrafe angemessen. Da der Beschuldigte 

einerseits vorbestraft ist (vgl. Urk. 114) und sich selbst durch die Ausfällung einer 

bedingten Freiheitsstrafe nicht von weiterer Delinquenz abhalten liess, muss da-

von ausgegangen werden, dass eine Geldstrafe keine ausreichende präventive 

Effizienz entfalten würde. Im Übrigen ist der Vorwurf betreffend Vergehen gegen 

das Waffengesetz – wie bereits eingangs erwähnt – vorliegend zeitlich und sach-

lich derart eng mit dem Vorwurf des Raubes verknüpft, dass es sich auch deshalb 

als zweckmässig und angemessen erweist, als Strafart auf eine Freiheitsstrafe zu 

erkennen. 

5. Hausfriedensbruch betreffend C._____ in E._____ 

5.1 Der Beschuldigte und B._____ sind ohne Berechtigung in den C._____ in 

E._____ eingedrungen. Es handelt sich dabei um ein Verkaufsgeschäft, weshalb 

-   26   - 

das Tatverschulden gegenüber einem Hausfriedensbruch in eine Privatwohnung 

geringer erscheint. Allerdings handelte es sich um eine krasse Art des verbotenen 

Eindringens, anders als etwa beim normalen Einkaufen in einem Laden, für 

welchen ein Hausverbot erteilt wurde. 

5.2 Subjektiv gilt es zu berücksichtigen, dass der Hausfriedensbruch ein not-

wendiges Mittel zur Begehung des Raubes im C._____ in E._____ war. Einen 

anderen Zweck verfolgten der Beschuldigte und B._____ nicht. 

5.3 Wäre dieses Delikt isoliert zu betrachten, wäre eine Strafe in Höhe von 

2 Monaten bzw. 60 Tagessätzen angezeigt. Wie bereits hinsichtlich des Verge-

hens gegen das Waffengesetz ausgeführt wurde, wäre eine Geldstrafe vorliegend 

aber auch diesbezüglich nicht geeignet, den Beschuldigten von der Begehung 

weiterer Straftaten abzuhalten. Zudem liegt auch hier ein Delikt vor, welches in 

engstem sachlichem und zeitlichem Zusammenhang mit dem Raub steht. Es ist 

daher angezeigt, auch diesbezüglich auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen. 

6. Asperation 

Da mehrere Delikte vorliegen, welche alle mit einer Freiheitstrafe zu sanktionieren 

sind, ist ausgehend von der schwersten Strafe in Anwendung des Asperations-

prinzips gemäss Art. 49 StPO eine Gesamtstrafe zu bilden. Als Einsatzstrafe fun-

giert dabei die für den Raub in E._____ festgesetzte Strafe von 4 Jahren Frei-

heitsstrafe. Für den Raub in D._____ wurden 36 Monate festgesetzt. Das Delikt 

wurde zwar bloss zwei Wochen vor dem Raub in E._____ und zudem in ver-

gleichbarer Weise begangen. Gleichwohl erforderten beide Taten unabhängige 

Vorbereitungen. Es rechtfertigt sich, die Einsatzstrafe von 4 Jahren Freiheitsstrafe 

aufgrund des Raubes in D._____ um 24 Monate zu erhöhen. Die für den Haus-

friedensbruch und das Vergehen gegen das Waffengesetz festgesetzten Frei-

heitsstrafen von je zwei Monaten sind aufgrund des sehr engen sachlichen Zu-

sammenhangs zum Raubdelikt, zu dessen Zweck sie überhaupt begangen wur-

den, mit einer Asperation der Einsatzstrafe um insgesamt zwei Monate zu be-

rücksichtigen. Dies führt als Zwischenergebnis bereits zu einer Freiheitsstrafe von 

etwas über 6 Jahren Freiheitsstrafe. 

-   27   - 

7. Täterkomponente 

7.1. Geständnis/Reue und Einsicht 

Ein Geständnis legte der Beschuldigte nicht ab und entsprechend zeigt er auch 

keinerlei Reue oder Einsicht. Er kann unter diesem Titel daher nichts zu seinen 

Gunsten ableiten. 

7.2. Vorstrafen / Delinquenz während Probezeit 

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl des Ministère public de l'arrondissement 

de l'Est vaudois, Vevey, vom 14. Januar 2019 wegen einfacher Körperverletzung, 

Tätlichkeiten und Drohung gegenüber seiner Ehefrau zu einer Freiheitsstrafe von 

5 Monaten und einer Busse von Fr. 300.– verurteilt, wobei dem Beschuldigten für 

die Freiheitsstrafe der bedingte Vollzug gewährt und die Probezeit auf 4 Jahre 

angesetzt wurde (Urk. 114). Die Vorstrafe ist straferhöhend zu berücksichtigen 

(BGE 136 IV 1 E. 2.6.2 mit Hinweisen). Erheblich straferhöhend wirkt sich sodann 

die erneute Tatbegehung während laufender Probezeit aus.  

7.3. Persönliche Verhältnisse 

Im Rahmen der Untersuchung und vor Vorinstanz führte der Beschuldigte zu 

seinen persönlichen Verhältnissen, seinem Vorleben und seinem allgemeinen 

Leumund aus, er sei in Serbien als jüngstes von sieben Kindern aufgewachsen 

und habe dort die Schule besucht. Nach 12 Jahren Schulunterricht habe er in 

Q._____ Zahntechnik studieren können, was er mit einem Diplom abgeschlossen 

habe. Danach habe er im Jahr 2010 geheiratet und sei in die Schweiz gezogen, 

da seine Frau bereits hier gelebt habe. Mit ihr habe er zwei Söhne im Alter von 

11 und 6 Jahren. Seit dem Jahr 2018 lebe er aber getrennt von seiner Familie. Da 

ihm die Mutter der Kinder den Kontakt mit ihnen verweigere, bezahle er auch kei-

nen Unterhalt. Ein Scheidungsverfahren im Wallis sei pendent. Seine Eltern und 

Geschwister würden nach wie vor im Kosovo leben, wobei er zu diesen immer 

noch guten Kontakt habe.  

-   28   - 

Nach seiner Einreise in die Schweiz habe er als Gerüstbauer zu arbeiten begon-

nen, da sein Diplom als Zahntechniker nicht anerkannt worden sei und er die 

Sprache nicht gesprochen habe. Dabei habe er für verschiedene Unternehmen 

gearbeitet, zuletzt im Rahmen einer Temporäranstellung während 3 Monaten für 

die N._____ in Zürich. Zuvor sei er stets in der Westschweiz tätig gewesen. Seit 

November/Dezember 2020 sei er arbeitslos und habe Arbeitslosentaggelder er-

halten. Vermögen habe er keines, dafür aber Schulden in unbekannter Höhe. In 

der Untersuchung bezifferte er diese noch auf Fr. 30'000.– bis Fr. 50'000.–, wobei 

er sich in der Einvernahme vor der Vorinstanz hinsichtlich der Höhe nicht mehr si-

cher war (vgl. zum Ganzen Urk. D1/12/3; Prot. I S. 24 ff.). Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung aktualisierte der Beschuldigte, dass mittlerweile zwar ein 

Scheidungsurteil ergangen sei, dieses aber noch nicht rechtskräftig sei. Weiter 

führte er aus, er sei in medizinischer Behandlung wegen Rückenproblemen, kön-

ne aber gleichwohl im Gefängnis in der Reinigung arbeiten (Urk. 150 S. 2 ff.). 

Die persönlichen Verhältnisse sind strafzumessungsneutral zu werten. 

7.4. Strafempfindlichkeit 

Eine besondere Strafempfindlichkeit (Wirkung der Strafe auf das Leben des Tä-

ters; Art. 47 StGB) ist beim Beschuldigten nicht auszumachen. 

7.5 Fazit zur Täterkomponente 

Die nicht einschlägige Vorstrafe sowie das Handeln in der Probezeit wirken sich 

mässig straferhöhend aus, was mit einem Zuschlag von 1-2 Monaten zu veran-

schlagen wäre. 

8. Fazit 

Nach Berücksichtigung der Täterkomponente resultiert eine Freiheitsstrafe von 

jedenfalls klar über 6 Jahren. Da – wie im Folgenden aufzuzeigen sein wird – 

zudem eine Vorstrafe zu widerrufen ist, ist mit dieser eine Gesamtstrafe zu bilden. 

Bereits an dieser Stelle ist indessen darauf hinzuweisen, dass aufgrund des 

Umstandes, dass die Staatsanwaltschaft den Strafpunkt nicht angefochten hat, 

-   29   - 

diesbezüglich das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gilt und 

maximal eine Freiheitsstrafe von 52 Monaten ausgesprochen werden kann. 

V. Widerruf, Gesamtstrafenbildung und Vollzug 

1. Widerruf 

1.1 Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl des Ministère public de l'arrondis-

sement de l'Est vaudois, Vevey, vom 14. Januar 2019 zu einer Freiheitsstrafe von 

5 Monaten und einer Busse von Fr. 300.– verurteilt, wobei dem Beschuldigten für 

die Freiheitsstrafe der bedingte Vollzug gewährt und die Probezeit auf 4 Jahre 

angesetzt wurde (Urk. D1/31/1). Die Vorinstanz hat den bedingten Vollzug dieser 

Strafe widerrufen (Urk. 106 S. 40). 

1.2 Die theoretischen Grundlagen hinsichtlich des Widerrufs bei Nichtbewäh-

rung hat die Vorinstanz zutreffend aufgeführt (Urk. 106 S. 39 f.). Dies ist zu über-

nehmen. 

1.3 Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, hat der Beschuldigte die vor-

liegend zu prüfenden Delikte während der 4-jährigen Probezeit begangen, wes-

halb ein Widerruf zu prüfen ist. Der Beschuldigte liess sich durch die bedingt 

ausgesprochene Strafe offenbar nicht beeindrucken und beging mit den zwei dem 

vorliegenden Verfahren zu Grunde liegenden Überfällen gleich mehrfach weitaus 

schwerwiegendere Delikte. Das planmässige Vorgehen belegt hierbei, dass es 

sich nicht etwa um im Affekt begangene Delikte handelt. Vielmehr legte der Be-

schuldigte eine erhebliche kriminelle Energie an den Tag. Die den Delikten zu 

Grunde liegenden finanziellen Probleme dürften auch in Zukunft Bestand haben, 

weshalb – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 151 S. 14) – nicht davon 

ausgegangen werden kann, dass sich der Beschuldigte wohlverhalten werde. Der 

bedingte Vollzug dieser Vorstrafe ist daher zu widerrufen. 

2. Gesamtstrafe 

Da die widerrufene und die neu auszufällende Strafe gleichartig sind, ist in sinn-

gemässer Anwendung von Artikel 49 eine Gesamtstrafe zu bilden (Art. 46 Abs. 1 

-   30   - 

StGB). Die zuvor festgesetzte Freiheitsstrafe von über 6 Jahren wäre aufgrund 

der widerrufenen Strafe um 4 Monate zu erhöhen. Eine Erhöhung aufgrund der 

widerrufenen Strafe von fünf Monaten um bloss zwei Monate, wie sie die Vo-

rinstanz vorgenommen hat (vgl. Urk. 106 S. 40), erscheint sachlich nicht gerecht-

fertigt, da die damals entscheidende Behörde eine verschuldensangemessene 

Strafe ausgefällt hat, welche aufgrund des Asperationsprinzips nun nicht auf unter 

die Hälfte reduziert werden darf. Dies käme einer nicht nachvollziehbaren Privile-

gierung eines Wiederholungstäters gleich.  

Zusammenfassend wäre der Beschuldigte daher mit einer Freiheitstrafe im Be-

reich von 6 ½ Jahren zu bestrafen. Die vorinstanzlich ausgefällte Strafe erweist 

sich im Ergebnis somit als klar zu milde. Aufgrund des Verschlechterungsverbots 

gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO bleibt es indessen bei der von ihr ausgefällten Stra-

fe von 52 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Vollzug und Haftanrechnung 

3.1 Aufgrund der Höhe der Strafe kommt nur ein unbedingter Vollzug in Frage 

(Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB e contrario). Die Freiheitsstrafe ist daher 

zu vollziehen.  

3.2 Die bis und mit heute erstandene Haft, inkl. vorzeitigem Strafvollzug (Urk. 

80), von 935 Tagen ist auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

VI. Landesverweisung 

1. Vorbemerkungen und Grundlagen 

1.1 Ein Raub im Sinne von Art. 140 StGB stellt eine Katalogtag gemäss Art. 66a 

Abs. 1 lit. c StGB dar, welche grundsätzlich eine obligatorische Landesverweisung 

zur Folge hat. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für eine Dauer von 8 Jahren 

des Landes verwiesen, wobei der Beschuldigte mit seiner Hauptberufung einen 

Freispruch und damit sinngemäss auch ein gänzliches Absehen von der 

Landesverweisung und die Staatsanwaltschaft mittels ihrer Anschlussberufung 

-   31   - 

eine Erhöhung der Dauer auf 12 Jahre beantragt (Urk. 108 S. 2, Urk. 110 S. 2; 

Urk. 117 S. 1; Urk. 151 S. 2; Urk. 153 S. 1). 

1.2 Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen der Landesverweisung kann vorweg 

auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz im erstinstanzlichen Urteil verwie-

sen werden, welche sich zutreffend zur Katalogtat und zur Härtefallklausel geäus-

sert hat (Urk. 106 S. 41 ff.). Zu betonen gilt es erneut, dass das Bundesgericht 

auch in seiner jüngeren Praxis immer wieder in Erinnerung gerufen hat, dass die 

Härtefallklausel restriktiv anzuwenden ist (vgl. dazu statt vieler BGE 144 IV 332 

E. 3.3.1. ff.). Von der Anordnung einer Landesverweisung kann demgemäss nur 

ausnahmsweise unter den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, 

dass von einem schweren Härtefall auszugehen ist und das entsprechende 

private Interesse an einem Verbleib in der Schweiz nicht vom öffentlichen 

Sicherheitsinteresse überwogen wird, wobei in letzterem Zusammenhang 

insbesondere die Schwere der Straftat und das Rückfallrisiko massgebend sind 

(Urteil 6B_423/2019 vom 17. März 2020, E. 2.1.2.; Urteil 6B_260/2021 vom 

20. Juli 2021 E. 1.1.1.). Dabei kann auch ein relativ geringes Rückfallrisiko 

genügen, sofern dieses Risiko eine schwere Verletzung hoher Rechtsgüter wie 

zum Beispiel die körperliche Integrität beschlägt (BGE 145 IV 364, E. 3.5.2.; Urteil 

6B_780/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.3.4.). 

1.3 Bei der Bestimmung der Dauer der Landesverweisung ist nebst der Schwere 

der Straftat auch den persönlichen Umständen, insbesondere allfälligen familiären 

Bindungen der Person in der Schweiz oder einer aus einer langen Anwesenheit in 

der Schweiz folgenden Härte, Rechnung zu tragen (BGer Urteile 6B_1079/2022 

vom 8. Februar 2023 E. 9.2; 6B_445/2021 vom 6. September 2021 E. 2; 

6B_249/2020 vom 27. Mai 2021 E. 6.2.1). Dem Sachgericht kommt bei der 

Festlegung der Dauer der Landesverweisung ein weites Ermessen zu (BGer 

Urteile 6B_1079/2022 vom 8. Februar 2023 E. 9.2; 6B_1508/2021 vom 

5. Dezember 2022 E. 4.2.1; 6B_399/2021 vom 13. Juli 2022 E. 2.2.1). 

2. Beurteilung 

-   32   - 

2.1 Der Beschuldigte ist in Serbien resp. im Kosovo bei seiner Familie aufge-

wachsen und hat dort sowohl die Schule als auch ein Diplom als Zahntechniker 

absolviert. In die Schweiz reiste er erst im Jahr 2010 ein, da seine neue Ehefrau 

bereits hierzulande wohnhaft war. Von der Ehefrau ist der Beschuldigte indessen 

bereits seit längerer Zeit getrennt und auch zu den gemeinsamen Kindern besteht 

derzeit – wenn überhaupt – nur ein sehr sporadischer Kontakt. Anlässlich der 

Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, er schreibe seinen Kindern 

regelmässig Briefe (vgl. dazu auch Urk. 148/1), wobei er bloss einmal einen Brief 
erhalten habe. Gesehen habe er seine Kinder bereits seit fast drei Jahren nicht 

mehr, da der Weg aus der Westschweiz, wo sie wohnhaft sind, nach Zürich zum 

Gefängnis zu weit sei (Urk. 150 S. 3 und 6). Entgegen der Darstellung der 

Verteidigung ist diesbezüglich nicht aktenkundig, dass dem Beschuldigten im 

Scheidungsverfahren ein regelmässiges Besuchsrecht eingeräumt worden wäre 

(Urk. 151 S. 18). Beim vom Verteidiger angerufenen Aktenstück handelt es sich 

um eine Verfügung des Gerichts Monthey betreffend vorsorgliche Massnahmen 

im Scheidungsverfahren, wobei lediglich festgehalten wurde, dass Besuche nach 

Absprache zwischen den Parteien bzw. auf Vorschlag und mit Unterstützung ei-

nes Beistandes möglich seien (Urk. 148/2). Die Beziehung zu den Kindern, wel-

che er seit fast drei Jahren nicht mehr gesehen hat und zu denen bloss ein – ein-

seitiger – Briefkontakt besteht, dürfte indessen auch vor der Verhaftung bereits 

belastet gewesen sein. Die Dauer der – für einen Besuch eines Familienangehö-

rigen ohnehin nicht übermässig lange erscheinenden – Anreise zum Gefängnis 

kann jedenfalls nicht der einzige Grund für die lange Zeitspanne, in denen er sie 

nicht gesehen hat, darstellen. Der Beschuldigte befindet sich seit weniger als drei 

Jahren in Haft bzw. im vorzeitigen Strafvollzug, woraus zu schliessen ist, dass er 

sie auch vor der Verhaftung bereits einige Zeit nicht mehr gesehen hat. Im Übri-

gen musste sich der Beschuldigte bereits im Zeitpunkt der Tatbegehung bewusst 

sein, dass der Kontakt zu seinen Kindern durch eine mögliche Ausweisung beein-

trächtigt werden könnte. Hiervon liess er sich aber nicht von der vorliegend zu be-

urteilenden Delinquenz abhalten. 

Die Eltern und Geschwister des Beschuldigten, zu welchen er nach wie vor guten 

Kontakt pflege, leben weiterhin im Kosovo resp. in Serbien. Es ist daher festzu-

-   33   - 

halten, dass der Beschuldigte in der Schweiz familiär nicht besonders stark ver-

wurzelt ist. Demgegenüber bestehen weiterhin beste familiäre Beziehungen in 

den Kosovo bzw. nach Serbien (Prot. I S. 25 ff.; Urk. 150 S. 4). 

Der Beschuldigte war vor seiner Inhaftierung arbeitslos und es dürfte nach einer 

Haftentlassung nicht gerade einfacher werden, hierzulande eine neue Stelle zu 

finden. Der Beschuldigte reichte im Berufungsverfahren zwar eine Bestätigung 

seines ehemaligen Arbeitgebers im Gerüstbau vom 22. September 2022 ein, 

gemäss welcher der Beschuldigte nach einer Entlassung wieder angestellt werde 

(Urk. 131/3). Nachdem er vor der Verhaftung aber gleichwohl arbeitslos war, 

muss davon ausgegangen werden, dass die Stellensuche in der Schweiz für den 

Beschuldigten – nunmehr mit mehreren, schwerwiegenden Vorstrafen – dennoch 

nicht gerade leicht werden dürfte. In Bezug auf seine Ausbildung als Zahntechni-

ker, welche in der Schweiz nicht anerkannt worden sei, führte der Beschuldigte im 

vorinstanzlichen Verfahren auf Ergänzungsfrage seines Verteidigers aus, im 

Kosovo wieder als Zahntechniker arbeiten zu können, da man innert 6 Monaten 

ins System zurückfinde, auch wenn man länger nicht auf diesem Beruf gearbeitet 

habe (Prot. I S. 33). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte 

demgegenüber – wiederum auf Ergänzungsfrage der Verteidigung – zu Protokoll, 

er habe das Diplom als Dentallaborant vor 13 Jahren erworben, wobei man in 

dieser Zeit fast alles vergesse (Urk. 150 S. 7). Im Gefängnis führt der Beschuldig-

te derzeit Reinigungsarbeiten aus (Urk. 150 S. 2), welche er offenbar trotz 

Rückenproblemen erledigen kann. Weiter liess der Beschuldigte via Verteidigung 

ausführen, er könne alternativ auch als Chauffeur oder Transporteur tätig sein 

(Prot. II S. 18). Die genannten Tätigkeiten können überall auf der Welt ausgeübt 

werden und werden auch in allen Ländern nachgefragt. Entsprechend ist festzu-

halten, dass die beruflichen Perspektiven im Kosovo jedenfalls nicht deutlich 

schlechter sind als in der Schweiz. Der Beschuldigte spricht zudem Serbisch und 

Albanisch und dürfte daher auch keine sprachlichen Schwierigkeiten haben, sich 

in seiner Heimat wieder einzuleben (Urk. 150 S. 5). 

Zudem ist der Beschuldigte verschuldet und hat eigenen Angaben zufolge zahl-

reiche offene Betreibungen, wobei er diese auch heute nur sehr ungefähr bezif-

-   34   - 

fern konnte und sie auf ca. Fr. 30'000.– bis Fr. 60'000.– einschätzte (Urk. 150 

S. 8). Es kann daher auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht von einer gelungenen 

Integration gesprochen werden. 

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass der Beschuldigte weder in der 

Schweiz geboren oder aufgewachsen ist noch hierzulande beruflich oder familiär 

besonders stark verwurzelt ist. Weiter hat der Beschuldigte eine – rechtskräftige – 

Vorstrafe wegen häuslicher Gewalt gegenüber seiner Ehefrau erwirkt, was zur 

Zerrüttung der Familie beigetragen haben dürfte. Demgegenüber erscheint eine 

Rückkehr in sein Heimatland, wo sämtliche weiteren Familienangehörigen leben, 

unter allen Gesichtspunkten zumutbar, zumal der Kontakt zu den in der Schweiz 

leben Kindern, gegebenenfalls auch über moderne Kommunikationsmittel und 

allenfalls über bewilligungsfähige Kurzaufenthalte oder Besuche in seinem Hei-

matland pflegen lässt (vgl. insbesondere zur Situation mit Kindern: BGE 143 I 21 

E. 5.3; BGer Urteil 2C_221/2019 vom 25. Juli 2019 E. 3.2). 

Es liegt demnach kein schwerer Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB vor. 

Eine Interessenabwägung kann daher unterbleiben. Eine solche würde aufgrund 

der mehrfachen Begehung einer Katalogtat (Raub im Sinne von Art. 140 StGB) 

und der damit offenbarten Gefährlichkeit indessen ohnehin nicht zu Gunsten des 

Beschuldigten ausfallen. Das öffentliche Interesse der Schweiz an einer Auswei-

sung eines vorbestraften Beschuldigten, welcher sich insbesondere des mehrfa-

chen Raubes schuldig gemacht hat, ist hoch. Dies zeigt sich auch daran, dass 

vorliegend eine Strafe im Bereich von mehr als 6 Jahren Freiheitsstrafe angezeigt 

wäre, wobei der Beschuldigte einzig aufgrund des Verschlechterungsverbots "nur" 

mit 52 Monaten (als Gesammtstrafe) zu sanktionieren ist. Seine persönlichen In-

teressen könnten die öffentlichen Interessen daher bei weitem nicht überwiegen. 

Aufgrund des Gesagten ist eine obligatorische Landesverweisung auszuspre-

chen. 

2.2 Eine obligatorische Landesverweisung ist für eine Dauer zwischen 5 bis 

15 Jahren auszusprechen (Art. 66a Abs. 1 StGB). Gemäss der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung soll die Dauer der Landesverweisung in einem adäquaten 

-   35   - 

Verhältnis zur Dauer der ausgefällten Freiheitsstrafe stehen (Urteil des Bundesge-

richts 6B_549/2019 vom 29. Mai 2019 E. 3; BGE 123 IV 107 E. 3). Das ergibt sich 

auch aus dem in der Bundesverfassung verankerten Verhältnismässigkeitsprinzip 

(Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). 

Wie im Rahmen der Strafzumessung ausgeführt, wäre der Beschuldigte heute 

eigentlich mit einer Freiheitsstrafe von rund 6 ½ Jahren zu bestrafen, wobei es 

lediglich aufgrund des Verschlechterungsverbots bei der vorinstanzliche ausge-

fällten Sanktion von 52 Monaten Freiheitsstrafe bleibt. Bereits daran ist erkenn-

bar, dass die vom Beschuldigten begangenen Delikte nicht unerheblich waren 

und eine Dauer der Landesverweisung im oberen Bereich angezeigt erscheinen 

lassen. Das von ihm ausgehende Gefährlichkeitspotential für die hiesige Bevölke-

rung überwiegt seine persönlichen Interessen an einer baldigen Rückkehr in die 

Schweiz bei weitem. Es rechtfertigt sich daher, eine Landesverweisung für eine 

Dauer von 10 Jahren auszusprechen. 

3. SIS-Ausschreibung 

Was schliesslich die Ausschreibung der Landesverweisung des Beschuldigten im 

Schengener Informationssystem betrifft, so kann diesbezüglich vollumfänglich auf 

die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 106 

S. 46 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Angesichts des mehrfach begangenen Raubes und 

des damit verbundenen Strafmasses besteht keinerlei Zweifel, dass der Beschul-

digte eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 24 

Ziff. 2 SIS-II-Verordnung darstellt (vgl. BGE 146 IV 172, E. 3.2.; Urteil 

6B_1102/2020 vom 20. Mai 2021, E. 3.5.). Auch im Übrigen sind die für eine Ein-

tragung von Drittstaatenangehörigen erforderlichen Voraussetzungen ohne Weite-

res gegeben, so dass im erstinstanzlichen Urteil zu Recht die entsprechende An-

ordnung vorgenommen wurde. 

VII. Zivilforderungen 

1. Die Vorinstanz hat der Privatklägerin 1 eine Genugtuung in Höhe von 

Fr. 2'000.– zugesprochen; unter solidarischer Haftung des Beschuldigten mit 

-   36   - 

B._____. Weiter hat sie den Beschuldigten unter solidarischer Haftung mit 

B._____ verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in Höhe von Fr. 

5'699.05, was der Höhe des erstellten Deliktsbetrages entspricht, zuzüglich Zins 

seit dem 8. März 2021 zu bezahlen (Urk. 106 S. 48). 

2. Unter Hinweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen, ist das 

vorinstanzliche Urteil hinsichtlich der Zivilforderungen ohne weiteres zu bestäti-

gen. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Da die vorinstanzlichen Schuldsprüche auch im zweitinstanzlichen Verfah-

ren bestätigt werden, ist die vorinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 13 

und 14 zu bestätigen).  

2.1 Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 3'000.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 

GebV OG). 

2.2 Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich. 

Die Staatsanwaltschaft dringt mit ihrem Antrag betreffend Erhöhung der Dauer 

der Landesverweisung auf 12 Jahre zwar nur teilweise durch, dennoch recht-

fertigt dies keine Übernahme von Verfahrenskosten auf die Gerichtskasse, 

zumal die Dauer der Landesverweisung weitgehend im Ermessen des Gerichts 

steht und immerhin eine Erhöhung um zwei Jahre erfolgt. Entsprechend sind 

die Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. Die bereits ausbezahlten Kosten der vormaligen amtlichen Verteidi-

gung in Höhe von Fr. 2'028.40 sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh-

men, wobei die Rückforderung beim Beschuldigten vorbehalten bleibt (Art. 135 

Abs. 4 StPO). 

2.3 Anspruch auf eine Entschädigung für die erbetene Verteidigung hat der 

Beschuldigte entsprechend des Verfahrensausgangs resp. der Kostenvertei-

lung nicht. 

  

-   37   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 

8. Februar 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. (…) 

2. Vom Vorwurf des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 WV 

betreffend Dossier 1 wird der Beschuldigte freigesprochen. 

 3. - 7. (…) 

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 24. Februar 2021 

beschlagnahmten bzw. sichergestellten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt 

der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben: 

- 1 Jacke (schwarz, CIPO+Baxx), Asservat-Nr. A014'829'697 

- 1 Jacke (blau, Clockhouse), Asservat-Nr. A014'829'700 

- diverse SIM-Blister, Asservat-Nr. A014'829'880 

- 3 SIM-Karten (yallo, lyca, swype), Asservat-Nr. A014'829'891 

- 1 Mobiltelefon (LG, schwarz, IMEI: unbekannt),   
Asservat-Nr. A014'829'926 

- 1 Mobiltelefon (Samsung, Rückseite beschädigt, IMEI: 1), Asservat-Nr. A014'829'971 

- 1 Mobiltelefon (Huawei), Asservat-Nr. A014'829'959 

- 1 SIM-Karte, Asservat-Nr. A014'830'025 

Werden die beschlagnahmten Gegenstände hiervor nicht innert drei Monaten nach Rechtskraft 

des Urteils bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage beansprucht, werden sie ohne 

weitere Mitteilung durch die Lagerbehörde vernichtet. 

9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 24. Februar 2021 

beschlagnahmten bzw. sichergestellten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, zur gutscheinenden 

Verwendung bzw. Vernichtung überlassen: 

- 1 Baseball-Mütze (rot/schwarz, "N._____"),   
Asservat-Nr. A014'829'744 

- 1 Paar Handschuhe (schwarz, Stoff), Asservat-Nr. A014'829'777 

- 1 Schal (schwarz, Stoff), Asservat-Nr. A014'829'799 

- 1 Soft-Air-Pistole, Asservat-Nr. A014'829'824 

- 1 Waffenetui inkl. Softair-Kugeln, Asservat-Nr. A014'829'846 

-   38   - 

- 1 Brief (2 Seiten), Asservat-Nr. A014'829'868 

- 1 Quittung Tom Tailor Store St. Margrethen vom 16.01.2021,   
Asservat-Nr. A014'829'879 

- 4 Bankbelege, Asservat-Nr. A014'829'904 

10.-11. (…) 

12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 262.50  ausserkantonale Verfahrenskosten 

Fr. 685.00  Auslagen (Kosten Kantonspolizei Zürich) 

Fr. 3'000.00  Auslagen (Untersuchung) 

Fr. 19'566.00  Auslagen (Gutachten/Expertise etc.) 

Fr. 105.00  Zeugenentschädigung 

Fr. 5'000.00  Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung 
 
 
 

Fr. 23'792.35  Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt)  

Fr. 2'479.05  Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt) bereits aus-bezahlt 

Fr. 1'200.00  Gerichtsgebühr OGZ (Beschluss vom 15. Juni 2022)  

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13.-14. (…) 

15.  (Mitteilungen) 

16.-17 (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

− des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

(Dossier 1 und 2), 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 2) sowie 

-   39   - 

− des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 

lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 

WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 WV (Dossier 2). 

2. Die mit Strafbefehl des Ministère public de l'arrondissement de l'Est vaudois, 

Vevey, vom 14. Januar 2019 ausgefällte, bedingte Strafe von 5 Monaten 

Freiheitsstrafe wird widerrufen. 

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 

52 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon bis und mit heute 

935 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen 

Strafvollzug erstanden sind. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 10 Jahre 

des Landes verwiesen. 

5. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system wird angeordnet. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von 

Fr. 2'000.– zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldig-

ten B._____.  

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz von 

Fr. 5'699.05 zuzüglich 5 % Zins ab 8. März 2021 zu bezahlen, unter solidari-

scher Haftung mit dem Mitbeschuldigten B._____. Im Mehrbetrag wird die 

Privatklägerin 2 mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

8. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 13 und 14) 

wird bestätigt. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'028.40   frühere amtliche Verteidigung (bereits ausbezahlt) 

-   40   - 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens – mit Ausnahme der Kosten der 

früheren amtlichen Verteidigung – werden dem Beschuldigten auferlegt. Die 

Kosten der früheren amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Ge-

richtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland (übergeben) 
− die Privatklägerin G._____ 
− die Privatklägerin R._____ AG 

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird den 

Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des 

Dispositivs verlangen.) 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste  

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
− das Bundesamt für Polizei 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− die Sicherheitsdirektion des Kanton Zürich 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" 

-   41   - 

− den Ministère public de l'arrondissement de l'Est vaudois, Vevey 
(Aktenzeichen PE17.024459). 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 7. September 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw L. Zanetti 
 

 
 

	Urteil vom 7. September 2023
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 106 S. 52 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des mehrfachen Raubes im Sinne von Art.140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
	 des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie
	 des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 WV (Dossier 2).
	2. Vom Vorwurf des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 WV betreffend Dossier 1 wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Die mit Strafbefehl des Ministère public de l'arrondissement de l'Est vaudois, Vevey, vom 14. Januar 2019 ausgefällte, bedingte Strafe von 5 Monaten Freiheitsstrafe wird widerrufen.
	4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 52 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon 359 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft bis und mit heute  bereits erstanden sind.
	5. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 8 Jahre des Landes verwiesen.
	7. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeordnet.
	8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 24. Februar 2021 beschlagnahmten bzw. sichergestellten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben:
	- 1 Jacke (schwarz, CIPO+Baxx), Asservat-Nr. A014'829'697
	- 1 Jacke (blau, Clockhouse), Asservat-Nr. A014'829'700
	- diverse SIM-Blister, Asservat-Nr. A014'829'880
	- 3 SIM-Karten (yallo, lyca, swype), Asservat-Nr. A014'829'891
	- 1 Mobiltelefon (LG, schwarz, IMEI:unbekannt),   Asservat-Nr. A014'829'926
	- 1 Mobiltelefon (Samsung, Rückseite beschädigt, IMEI: 1), Asservat-Nr. A014'829'971
	- 1 Mobiltelefon (Huawei), Asservat-Nr. A014'829'959
	- 1 SIM-Karte, Asservat-Nr. A014'830'025
	Werden die beschlagnahmten Gegenstände hiervor nicht innert drei Monaten nach Rechtskraft des Urteils bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch die Lagerbehörde vernichtet.
	9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 24. Februar 2021 beschlagnahmten bzw. sichergestellten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage,...
	- 1 Baseball-Mütze (rot/schwarz, "N._____"),   Asservat-Nr. A014'829'744
	- 1 Paar Handschuhe (schwarz, Stoff), Asservat-Nr. A014'829'777
	- 1 Schal (schwarz, Stoff), Asservat-Nr. A014'829'799
	- 1 Soft-Air-Pistole, Asservat-Nr. A014'829'824
	- 1 Waffenetui inkl. Softair-Kugeln, Asservat-Nr. A014'829'846
	- 1 Brief (2 Seiten), Asservat-Nr. A014'829'868
	- 1 Quittung Tom Tailor Store St. Margrethen vom 16.01.2021,   Asservat-Nr. A014'829'879
	- 4 Bankbelege, Asservat-Nr. A014'829'904
	10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten B._____ (Geschäfts-Nr. DG210023-E).
	11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz von Fr. 5'699.05 zuzüglich 5 % Zins ab 8. März 2021 zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten B._____ (Geschäfts-Nr. DG210023-E). Im Mehrbetrag wird die...
	12.  Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten auferlegt.
	14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	15. (Mitteilungen)
	16. (Rechtsmittel Berufung)
	17. (Rechtsmittel Beschwerde)"
	Berufungsanträge:
	1. Die Ziff. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 10 und 13 des Dispositivs des Bezirksgerichts Hinwil vom 08.02.2022 seien aufzuheben und wie folgt abzuändern:
	" Der Beschuldigte wird von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen.
	Der Beschuldigte erhält für die zu Unrecht erstandene Haft eine Entschädigung in der Höhe von CHF 205'700.00.
	Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zu Lasten des Staates."
	2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zu Lasten der Staatskasse.
	A._____ sei anklagegemäss für 12 Jahre des Landes zu verweisen.
	Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Februar 2022 zu bestätigen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte / Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 106 S. 4). Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Februar 2022 liess der Beschuldigte am 11. ...
	1.2. Am 14. November 2022 liess der Beschuldigte ein Haftentlassungsgesuch stellen (Urk. 129 samt Beilagen). Mit Vernehmlassung vom 17. November 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung des Gesuchs (Urk. 134). Die Antwort der Verteidigung ...
	1.3. Am 25. April 2023 wurde zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 142) und den Parteien am 27. April 2023 eine Änderung in der Gerichtsbesetzung mitgeteilt (Urk. 145). Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte (aus d...

	2. Umfang der Berufung
	Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich Schuld- und Strafpunkt sowie bezüglich der Zivilforderungen und Kostenfolgen an (Urk. 108, Urk. 110 und Urk. 151 S. 2). Die Staatsanwaltschaft beschränkt ihre Anschlussberufung auf die Dau...

	3. Formelles
	II.  Sachverhalt

	1. Vorbemerkungen
	III.  Rechtliche Würdigung
	IV.  Sanktion und Vollzug
	V.  Widerruf, Gesamtstrafenbildung und Vollzug
	VI.  Landesverweisung
	VII.  Zivilforderungen
	VIII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Februar 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	2. Vom Vorwurf des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 WV betreffend Dossier 1 wird der Beschuldigte freigesprochen.
	8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 24. Februar 2021 beschlagnahmten bzw. sichergestellten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben:
	- 1 Jacke (schwarz, CIPO+Baxx), Asservat-Nr. A014'829'697
	- 1 Jacke (blau, Clockhouse), Asservat-Nr. A014'829'700
	- diverse SIM-Blister, Asservat-Nr. A014'829'880
	- 3 SIM-Karten (yallo, lyca, swype), Asservat-Nr. A014'829'891
	- 1 Mobiltelefon (LG, schwarz, IMEI: unbekannt),   Asservat-Nr. A014'829'926
	- 1 Mobiltelefon (Samsung, Rückseite beschädigt, IMEI: 1), Asservat-Nr. A014'829'971
	- 1 Mobiltelefon (Huawei), Asservat-Nr. A014'829'959
	- 1 SIM-Karte, Asservat-Nr. A014'830'025
	Werden die beschlagnahmten Gegenstände hiervor nicht innert drei Monaten nach Rechtskraft des Urteils bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch die Lagerbehörde vernichtet.
	9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 24. Februar 2021 beschlagnahmten bzw. sichergestellten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage,...
	- 1 Baseball-Mütze (rot/schwarz, "N._____"),   Asservat-Nr. A014'829'744
	- 1 Paar Handschuhe (schwarz, Stoff), Asservat-Nr. A014'829'777
	- 1 Schal (schwarz, Stoff), Asservat-Nr. A014'829'799
	- 1 Soft-Air-Pistole, Asservat-Nr. A014'829'824
	- 1 Waffenetui inkl. Softair-Kugeln, Asservat-Nr. A014'829'846
	- 1 Brief (2 Seiten), Asservat-Nr. A014'829'868
	- 1 Quittung Tom Tailor Store St. Margrethen vom 16.01.2021,   Asservat-Nr. A014'829'879
	- 4 Bankbelege, Asservat-Nr. A014'829'904
	10.-11. (…)
	12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 1 und 2),
	 des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 2) sowie
	 des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Abs. 4 WG, Art. 27 WG, Art. 6 WV und mit Art. 48 WV (Dossier 2).
	2. Die mit Strafbefehl des Ministère public de l'arrondissement de l'Est vaudois, Vevey, vom 14. Januar 2019 ausgefällte, bedingte Strafe von 5 Monaten Freiheitsstrafe wird widerrufen.
	3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 52 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon bis und mit heute 935 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 10 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeordnet.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten B._____.
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz von Fr. 5'699.05 zuzüglich 5 % Zins ab 8. März 2021 zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten B._____. Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin 2 mit ihrem ...
	8. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 13 und 14) wird bestätigt.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens – mit Ausnahme der Kosten der früheren amtlichen Verteidigung – werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der früheren amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlun...
	11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (übergeben)
	 die Privatklägerin G._____
	 die Privatklägerin R._____ AG

	(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 das Bundesamt für Polizei
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Sicherheitsdirektion des Kanton Zürich
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 den Ministère public de l'arrondissement de l'Est vaudois, Vevey (Aktenzeichen PE17.024459).

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.