# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93194b4a-b2be-5530-890c-9b86f99bfb06
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-31
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 31.08.2018 BK 2018 263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2018-263_2018-08-31.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 18 263

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 31. August 2018

Besetzung Oberrichterin Hubschmid (Präsidentin i.V.), Oberrichter Stucki, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiber

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

C.________
a.v.d. Fürsprecherin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand amtliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin / Zulässigkeit

Strafverfahren wegen sexueller Handlungen mit Kindern, evtl. 
sexueller Nötigung und evtl. Vergewaltigung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 13. Juni 2018 (BJS 17 31563)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsan-
waltschaft) führt gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) eine Strafun-
tersuchung wegen sexuellen Handlungen mit Kindern. Ihm wird vorgeworfen, se-
xuelle Handlungen (intensives Küssen, Petting, evtl. Geschlechtsverkehr) mit 
C.________ (Straf-und Zivilklägerin, nachfolgend: Privatklägerin) vorgenommen zu 
haben. Ausgelöst wurde das Strafverfahren durch eine Strafanzeige, welche die El-
tern der Privatklägerin als gesetzliche Vertreter durch die von ihnen mandatierte 
Fürsprecherin D.________ einreichen liessen. 

Mit Verfügung vom 13. Juni 2018 wurde der Privatklägerin die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt. Fürsprecherin D.________ wurde als amtliche Rechtsbei-
ständin bestellt. Der Beschwerdeführer, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
B.________, wandte sich daraufhin mit einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft 
und machte geltend, Fürsprecherin D.________ stehe in einem Interessenskonflikt. 
Die Anwältin vertrete auch die Interessen der Eltern der Privatklägerin, wobei au-
genscheinlich sei, dass zwischen den Interessen der Eltern und der Privatklägerin 
bezüglich der Wahrnehmung von Parteirechten im Strafverfahren gegen den Be-
schwerdeführer eine Interessenkollision vorliege. Eine Kopie dieses Schreibens 
stellte Rechtsanwalt B.________ an Fürsprecherin D.________ zu und stellte in 
Aussicht, auf ein Rechtsmittel gegen die Verfügung vom 13. Juni 2018 zu verzich-
ten, falls sich Fürsprecherin D.________ seinem Vorschlag, der Privatklägerin eine 
andere Rechtsvertreterin beizuordnen, nicht widersetze. 

Am 20. Juni 2018 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde bei der Beschwerde-
kammer des Obergerichts des Kantons Bern und beantragte was folgt:

1. Ziffer 2 der Verfügung BJS 17 31563 vom 13. Juni 2018 sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die zuständige KESB gestützt auf Art. 75 Abs. 2 
StPO über das gegen den Beschwerdeführer eingeleitete Strafverfahren zu orientieren mit 
dem Hinweis auf die bestehende Erforderlichkeit von Massnahmen im Sinne von Art. 306 Abs. 
2 ZGB i.V.m. Art. 392 Ziff. 2 ZGB.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

In ihrer Stellungnahme beantragte die Generalstaatsanwaltschaft die kostenpflich-
tige Abweisung der Beschwerde. Die Privatklägerin ihrerseits beantragte in ihrer 
Stellungnahme ebenfalls die Abweisung der Rechtsbegehren des Beschwerdefüh-
rers. Zudem reichte sie ein separates Gesuch um Erteilung des Rechts zur unent-
geltlichen Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren ein. In seiner Replik hielt der 
Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren fest. 

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schweizerische Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden 
und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organi-
sationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Eine gegebenenfalls 

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unzulässige privatklägerische Doppelvertretung kann einen Einfluss auf die recht-
lich geschützten Positionen der beschuldigten Person haben (vgl. dazu den Be-
schluss der Beschwerdekammer vom 29. November 2019 BK 17 364). Der Be-
schwerdeführer ist mithin durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen 
rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legi-
timiert (Art. 382 Abs. a StPO). 

3. Gemäss Art. 127 Abs. 3 StPO kann der Rechtsbeistand in den Schranken von Ge-
setz und Standesregeln im gleichen Verfahren die Interessen mehrerer Verfah-
rensbeteiligter wahren. Die Berufsregeln für Anwältinnen und Anwälte sind in 
Art. 12 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte 
(Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) geregelt. Gemäss Bst. c dieser Bestimmung 
haben Anwälte jeden Konflikt zwischen den Interessen ihrer Klientschaft und den 
Personen, mit denen sie geschäftlich oder privat in Beziehung stehen, zu vermei-
den. Ein verbotener Interessenskonflikt liegt vor, wenn der Anwalt die Wahrung der 
Interessen eines Klienten übernommen hat und dabei Entscheidungen zu treffen 
hat, mit denen er sich potenziell in Konflikt zu eigenen oder anderen ihm zur Wah-
rung übertragenen Interessen begibt. Untersagt ist dabei nicht nur die Vertretung 
der Interessen eines Klienten, welche denjenigen eines anderen Mandanten direkt 
entgegenstehen, wie dies bei Kläger und Beklagtem der Fall ist. Der Anwalt darf 
auch keinen Dritten vertreten, dessen Interessen diejenigen eines Klienten in ir-
gendeiner Weise beeinträchtigen könnten. In solchen Fällen genügt es für die Be-
jahung eines Interessenkonflikts, dass sich der Anwalt in seinen Entscheidungen 
für den Klienten nicht frei fühlt, weil diese seine eigenen oder die Interessen Dritter 
tangieren könnten, mit denen der Anwalt aus irgendwelchen Gründen verbunden 
ist. Es spielt keine Rolle, wie die Interessenkollision begründet wird. Nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts beziehen sich die in Art. 12 BGFA geregelten 
Berufspflichten der Anwälte als Folge der offenen Formulierung der Norm nämlich 
nicht nur auf die Beziehung des Anwalts zum eigenen Klienten, sondern erfassen 
die gesamte Berufstätigkeit des Rechtsanwalts, d.h. dessen sämtlichen beruflichen 
Handlungen (WALTER FELLMANN, Anwaltsrecht, Stämpflis juristische Lehrbücher, 
2. Auflage 2017, N. 345 ff., unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 
23. Oktober 2008 2C_407/2008). Eine unzulässige Interessenskollision liegt nur 
vor, wenn ein konkreter Interessenkonflikt besteht. Die blosse abstrakte Möglich-
keit, dass zwischen verschiedenen Klienten Differenzen auftreten könnten, genügt 
daher für die Annahme eines Interessekonflikts nicht (FELLMANN, a.a.O. N. 348). 

4.

4.1 Die Eltern der Privatklägerin, handelnd für ihre Tochter, vertreten durch Fürspre-
cherin D.________, reichten am 5. Dezember 2017 Strafanzeige gegen den Be-
schwerdeführer ein. Nebst der Verurteilung des Beschwerdeführers wegen sexuel-
len Handlungen mit Kindern, ev. sexueller Nötigung, ev. Vergewaltigung beantrag-
ten sie, dem Beschwerdeführer sei mit sofortiger Wirkung ein Annährungsver-
bot/Rayonverbot sowie ein Kontaktverbot aufzuerlegen, sodass er sich «der Fami-
lie der Strafantragsteller/Privatkläger und insbesondere der Tochter C.________» 
nicht mehr annähern bzw. nicht mit ihnen in Kontakt treten könne. Für die Begrün-
dung der Anzeige wurde hauptsächlich auf das «Protokoll über die Beziehung von 

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Herr A.________ mit unserer Tochter C.________» verwiesen. In diesem vierseiti-
gen Dokument, verfasst vom Vater der Privatklägerin, wird ausführlich und emotio-
nal geschildert, was seit Sommer 2016 zwischen der Privatklägerin, dem Beschul-
digten sowie den Eltern der Privatklägerin vorgefallen ist. Anschaulich beschreibt 
der Vater der Privatklägerin, wie er und seine Frau von der Beziehung erfahren und 
wie sie zunächst versucht hätten, dieses Problem familienintern zu lösen. Am Ende 
des Schreibens wird Folgendes festgehalten:

C.________ wird bei einem allfälligen Strafprozess kaum kooperieren. Sie deckt Herr A.________ wie 
sie nur kann. Dies sahen wir auch als wir mit ihr bei einer Psychologin waren. Sie verweigerte sich 
beharrlich. Wir wünschen uns, dass C.________ eine normale Jugend verbringen kann. Die Bezie-
hung mit Herr A.________ überfordert sie völlig. Leider will das Herr A.________ nicht einsehen. Wir 
sind anhand der Geschehnisse und den Chats überzeugt, dass Herr A.________, C.________ so-
wohl psychisch wie auch physisch missbraucht hat. Zudem hat er unser Vertrauen schamlos ausge-
nutzt. 

Der Anzeige beigelegt ist eine Vollmacht für Fürsprecherin D.________ «zur Ver-
tretung in Sachen Interessenwahrung», unterzeichnet von den Eltern der Privatklä-
gerin. 

Aus diesen Unterlagen, insbesondere aus den in der Anzeige gestellten Anträgen, 
geht hervor, dass die Eltern der Privatklägerin eigene Interessen verfolgen. Der 
Konflikt beschränkt sich nicht auf die Privatklägerin und den Beschuldigten. Die El-
tern der Privatklägerin sind erheblich in die ganzen Geschehnisse involviert und 
haben im Rahmen der Anzeige auch deutlich Position bezogen. Für die Durchset-
zung ihrer Interessen haben sie sich an Fürsprecherin D.________ gewandt. Un-
besehen von der Frage, ob die Eltern der Privatklägerin selber als Privatkläger im 
Strafverfahren auftreten wollen und können (die Klärung dieser Frage ist nicht Ver-
fahrensgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren), steht für die Kammer 
damit fest, dass die Eltern der Privatklägerin Fürsprecherin D.________ (auch) für 
sich selber und persönlich mandatiert haben. Im Übrigen scheint auch Fürspreche-
rin D.________ davon auszugehen, dass sie die Eltern der Privatklägerin vertritt 
(vgl. dazu ihre Ausführungen in ihrer Stellungnahmen zu Beschwerde, wo sie dar-
legt, weshalb keine Interessenkollision vorliegt). Folglich liegt eine geschäftliche 
Beziehung zwischen den Eltern der Privatklägerin und Fürsprecherin D.________ 
im Sinne der oben zitierten Rechtsprechung vor, welche einen Interessenkonflikt 
der Anwältin mit weiteren Klienten grundsätzlich zu begründen vermag.

4.2 Welche Ansichten die Eltern der Privatklägerin bzw. Fürsprecherin D.________ 
gemäss ihrer Anzeige vertreten, legte Rechtsanwalt B.________ in seiner Be-
schwerde zusammengefasst dar:

- Das Verhalten des Beschwerdeführers ist als sexuelle Nötigung ev. Vergewaltigung zu bezeich-
nen.

- Der Beschwerdeführer dürfe sich nicht der Familie von C.________ annähern uns es sei ihm zu 
verbieten, mit der Familie in Kontakt zu treten.

- Die Tochter C.________ sei gegenüber dem Beschwerdeführer hörig und sehe sich nicht als Op-
fer.

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- Der Beschwerdeführer habe sich regelrecht in das Familienleben der Eltern geschlichen und de-
ren Vertrauen kaltblütig missbraucht, einzig um an die Tochter zu gelangen.

- Die Tochter C.________ habe sich selbst Verletzungen zugeführt und auch sonst psychische 
Auffälligkeiten gezeigt, weil sie gespürt habe, dass das Verhalten des Beschwerdeführers nicht 
der Norm entspreche.

- Die Tochter C.________ zeige wieder ihre verschlossene, geheimnistuerische Seite, sodass nun 
sofort gehandelt werden müsse.

- Damit C.________ ihren Cousin nicht vorwarnen könne, werde diese über die Strafanzeige durch 
die Eltern vorerst noch nicht in Kenntnis gesetzt.

- Würde ein Kontaktverbot nicht unverzüglich angeordnet, müsste mit der Abnahme von schuli-
schen Leistungen gerechnet werden, der Übertritt ins Gymnasium wäre gefährdet.

Mit Verfügung vom 13. Juni 2018 wurde der Privatklägerin nun jene Anwältin als 
amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet, welche bisher die soeben zitierten Ansich-
ten der Eltern vertreten hat. Es stellt sich mithin die Frage, ob Fürsprecherin 
D.________ dennoch die Interessen der Privatklägerin vollumfänglich wahren kann 
oder ob allenfalls ein Konflikt entstehen könnte mit den Interessen der Eltern der 
Privatklägerin, welche Fürsprecherin D.________ ebenfalls zu wahren hat.

4.3 Fürsprecherin D.________ führt in ihrer Stellungnahme aus, vorliegend sei weder 
im Straf- noch im Zivilpunkt eine Interessenkollision zwischen der Privatklägerin 
und ihren Eltern auszumachen. Diese würden die gleichen Interessen verfolgen. 
Beide würden wollen, dass der Sachverhalt von Amtes wegen abgeklärt werde und 
der Beschwerdeführer für das gerade stehen müsse, was ihm gestützt auf das Be-
weisergebnis angelastet werden könne. Als Ausgleich für die erlittene Unbill solle 
die Privatklägerin eine angemessene Genugtuung bekommen. 

4.4 Zwar liegt zum heutigen Zeitpunkt eine von der Privatklägerin an Fürsprecherin 
D.________ ausgestellte Vollmacht vor. Zudem scheint sie sich im Schreiben vom 
6. Juli 2018 (dieses Schreiben fehlt in den Akten der Beschwerdekammer, offenbar 
wurde es der Stellungnahme der Privatklägerin versehentlich nicht beigelegt) da-
hingehend zu äussern, dass sie das Verhalten ihrer Eltern billigt und dass sie die 
Bestrafung des Beschwerdeführers wünscht. Dennoch kommt die Kammer aus 
nachfolgenden Gründen zum Schluss, dass es mit Blick auf die vorliegend sehr 
spezielle Konstellation angezeigt ist, der Privatklägerin eine andere amtliche An-
wältin beizuordnen:

- Die Privatklägerin war – dies kann den vorliegenden Akten zweifelsfrei ent-
nommen werden – nicht immer einig mit ihren Eltern, was ihre Beziehung zum 
Beschwerdeführer angeht. Die Anzeige gegen den Beschwerdeführer wurde 
ohne das Wissen der Privatklägerin eingereicht. Ihre Eltern befürchteten, sie 
könnte ihn warnen und so verhindern, dass belastende Beweismittel sicherge-
stellt werden könnten. Anlässlich ihrer Einvernahme – dieser Eindruck ent-
stand offenbar auch bei der Generalstaatsanwaltschaft – schien die Privatklä-
gerin zudem kaum daran interessiert, im Strafverfahren gegen den Beschwer-
deführer Parteirechte auszuüben. Sie schilderte, sie sei damals mit allem über-
fordert gewesen, mit der Schule, den Eltern und sonst vielem, sie sei deswe-

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gen auch ein wenig in Depressionen gefallen. Der Beschwerdeführer habe sie 
aber verstanden. Sie möchte, dass das Verhältnis zum Beschwerdeführer wie-
der so wie früher (vor der Beziehung) sei, sie hätten es toll zusammen gehabt, 
und sie möchte, dass ihre Eltern dies auch akzeptieren würden. Die Privatklä-
gerin wünschte sich explizit, dass sie alle zusammen wieder eine Familie sein 
können.

Diese Äusserungen stehen in verschiedener Hinsicht in klarem Widerspruch 
zur Meinung und zu den Absichten der Eltern der Privatklägerin. Zum einen 
vertreten diese die Auffassung, sämtliche Schwierigkeiten mit der Privatkläge-
rin (schlechte Noten, Ritzen, rebellisches Verhalten, Rückzug) würden in der 
Beziehung mit dem Beschwerdeführer gründen. Zum anderen verfolgen sie 
das Ziel, den Kontakt zwischen der Privatklägerin und dem Beschwerdeführer 
vollumfänglich zu unterbinden. Auch wenn die Privatklägerin heute der Mei-
nung zu sein scheint, der Beschwerdeführer sei für das Vorgefallene zu bestra-
fen und er schulde ihr hierfür eine Genugtuung, ist durchaus denkbar, dass sie 
dies zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr will, von ihrer Auffassung abrückt 
und dass sie eine Dritt- oder Mittelposition einnehmen könnte. Die Billigung 
des Vorgehens ihrer Eltern durch die Privatklägerin kann – insbesondere auch 
mit Blick auf ihr jugendliches Alter bzw. ihr pubertäres Verhalten – jederzeit 
wieder ändern. Rechtsanwalt B.________ zeigt in seiner Replik verschiedene 
mögliche Problemfelder auf (Zivilklage, Kontakt- und Rayonverbot, etc.). Dass 
die Interessen der Privatklägerin, welche nach eigenen Aussagen eine Liebes-
beziehung zum Beschwerdeführer geführt hat, und die Interessen der Eltern 
dabei möglicherweise in naher Zukunft wieder voneinander abweichen können, 
kann nach dem Gesagten nicht ausgeschlossen werden. 

- Hinzu kommt der Umstand, dass weitere familiäre Verstrickungen vorliegen. 
Der Beschwerdeführer ist Cousin der Privatklägerin, Neffe des Vaters der Pri-
vatklägerin sowie «Göttibueb» der Mutter der Privatklägerin. Der Beschwerde-
führer schilderte dementsprechend in seiner Einvernahme, wie es zu Ausspra-
chen mit der ganzen Familie (Onkel, Eltern, Grosseltern) gekommen ist (Ein-
vernahme vom 12. Dezember 2017, S. 8 Z. 339 ff.). Aus dem vom Vater der 
Privatklägerin erstellten Protokoll geht zudem hervor, dass der Umstand der 
nahen Verwandtschaft zu weiteren Komplikationen, Enttäuschungen und Ver-
letzungen geführt hat. Dieser Eindruck wird bestätigt durch die Ausführungen 
von Rechtsanwalt B.________ in seiner Replik (Ziff. 1.7). Auch unter diesem 
Aspekt scheint es notwendig, der Privatklägerin eine amtliche Anwältin beizu-
ordnen, die ihr unabhängig von ihren Eltern und der restlichen Familie sowie 
losgelöst von entsprechenden, früheren Instruktionen zur Seite steht.

Gestützt auf das soeben Ausgeführte scheint es der Beschwerdekammer mehr als 
bloss theoretisch möglich, dass die Privatklägerin von ihrer aktuellen Einigkeit mit 
ihren Eltern wieder abrücken könnte. Käme es soweit, wäre der Interessenskonflikt 
von Fürsprecherin D.________, welche in einer Beziehung mit den Eltern der Pri-
vatklägerin steht und gemäss Vollmacht vom 7. November 2017 auch deren Inter-
essen wahren soll, offensichtlich. Dieser Eventualität kann und muss insbesondere 

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mit Blick auf das ambivalente Verhalten der jugendlichen Privatklägerin durch einen 
Wechsel der Rechtsbeiständin entgegengetreten werden. 

4.5 Die Beschwerde ist bezüglich des Rechtsbegehrens 1 gutzuheissen und die 
staatsanwaltschaftliche Verfügung vom 13. Juni 2018 aufzuheben. Nicht gefolgt 
werden kann dem Beschwerdeführer soweit er verlangt, gestützt auf Art. 75 Abs. 2 
StPO sei die KESB über das Strafverfahren zu orientieren mit dem Hinweis auf die 
bestehende Erforderlichkeit von Massnahmen im Sinne von Art. 306 Abs. 2 ZGB 
i.V.m. Art. 392 Ziff. 2 ZGB. Art. 306 Abs. 2 ZGB sieht die Ernennung eines Beistan-
des vor für den Fall, dass die Eltern in einer Angelegenheit Interessen haben, die 
denen des Kindes widersprechen. Im strafrechtlichen Kontext geht es dabei um 
Fälle, in welchen die Opferrechte des Minderjährigen im Strafverfahren gegen die 
Eltern oder einen Elternteil gewahrt werden sollen (AFFOLTER-FRINGELI/VOGEL, in: 
Berner Kommentar, Die elterliche Sorge/der Kindesschutz, Art. 296-317 ZGB, 
N. 41 zu Art. 306 ZGB; SCHWENZER/COTTIER, in: Basler Kommentar Zivilgesetz-
buch I, N. 5 zu Art. 306 ZGB). Vorliegend handelt es sich nicht um eine solche 
Konstellation, sodass es zur Interessenwahrung der Privatklägerin ausreicht, die 
Staatsanwaltschaft anzuweisen, für die Privatklägerin einen anderen amtlichen 
Rechtsbeistand zu bestimmen.

5. Die (bisherige) Einsetzung der amtlichen Rechtsbeiständin gilt auch für das Be-
schwerdeverfahren, sodass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege von Für-
sprecherin D.________ gegenstandslos ist. 

Angesichts des vorliegenden Verfahrensausgangs und der Aufhebung der Einset-
zung als amtliche Rechtsbeiständin wird Fürsprecherin D.________ aufgefordert, 
ihre Kostennote innert 10 Tagen einzureichen. Das amtliche Honorar wird ansch-
liessend mit separater Verfügung bestimmt. 

6. Bei diesem Verfahrensausgang trägt der Kanton Bern die Verfahrenskosten 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Dem Verteidiger des Beschwerdeführers ist eine angemessene Entschädigung für 
den Verteidigungsaufwand auszurichten. Diese wird von der Beschwerdekammer 
ausgerichtet und auf pauschal CHF 1‘500.00 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 13. Juni 2018 wird aufgehoben.

Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland wird angewiesen, für die Pri-
vatklägerin einen anderen amtlichen Rechtsbeistand zu bestimmen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘200.00, trägt der Kanton 
Bern.

3. Dem Verteidiger des Beschwerdeführers wird für das Beschwerdeverfahren eine Ent-
schädigung von pauschal CHF 1‘500.00 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

4. Das Gesuch der Privatklägerin um unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfah-
ren ist gegenstandslos. 

5. Die Entschädigung unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin wird mit sepa-
rater Verfügung festgelegt.

6. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Straf- und Zivilklägerin, a.v.d. Fürsprecherin D.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin 

E.________
(mit den Akten)

Bern, 31. August 2018 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin i.V.:

Oberrichterin Hubschmid

Die Gerichtsschreiberin:

Eggli

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.