# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dc4f85a-b38e-5102-9187-beefa7861158
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-27
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 27.02.2025 SSG 2024/DO/43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-DO-43_2025-02-27.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/DO/43 - SSI v. A.________ 
 

 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Einzelrichter:   Vitus Derungs, Rechtsanwalt, Zürich 

 

 

 

In der Sache zwischen 

 

 

 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity, Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Nicolas Chardonnens, Rechtsdienst 

 

- SSI - 

 

 

und 

 

A.________ 

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Henzen,  

Kanzlei KMUFORUM, Emmenbrücke, 

 

 

 

- Angeschuldigte Person - 

 

 

 

 
  

 

 2 

I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI" oder "Antragstellerin") ist eine Stiftung nach schwei-

zerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als Natio-

nale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) als 

auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer Sport 

(Art. 72f SpoFöV) zuständig. 

 

2. A.________ ("Angeschuldigte Person") (geb. 1988) war unter anderem aktiv im Radsport 

und Triathlon. Er verfügte von 2015 bis 2018 über eine gültige Lizenz von Swiss Cycling und 

war Mitglied im RRC B.________. Swiss Cycling ist Mitglied von Swiss Olympic. Im Jahre 2018 

verfügte er ebenso über eine gültige Lizenz von Swiss Triathlon. Auch Swiss Triathlon ist Mit-

glied von Swiss Olympic. 

 

3. Swiss Cycling ist der Schweizer Verband des Radsports, Swiss Triathlon ist der Schweizer Ver-

band des Triathlons. Swiss Cycling und Swiss Triathlon haben auf die Parteistellung in diesem 

Verfahren verzichtet.  

 

4. SSI und der Angeschuldigte werden im Folgenden gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

5. Das vorliegende Verfahren betrifft einen potenziellen Verstoss gegen das Doping-Statut 

Swiss Olympic vom 1. Januar 2015 ("Doping-Statut 2015") sowie gegen das Doping-Statut 

Swiss Olympic vom 1. Januar 2022 ("Doping-Statut 2022"). 

 

6. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts basie-

rend auf den eingereichten Akten sowie den Schilderungen der Parteien in ihren schriftli-

chen Eingaben wiedergegeben. Für weiterführende Details wird auf die Eingaben der Par-

teien, die Verfahrensakten und die Inhalte der Verhandlung verwiesen respektive im nach-

folgenden Entscheid nur dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung der betref-

fenden Fragen relevant ist. 

A. Vorläufige Sperre und Urteil der Disziplinarkammer für Dopingfälle vom 31. Januar 2020 

7. Gemäss einem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2019 gestand 

die angeschuldigte Person, von ca. 1. Juli bis ca. 30. November 2016 in unregelmässigen 

Abständen jeweils einmal wöchentlich die nach Art. 19 Abs. 3 SpoFöG verbotenen Doping-

mittel Amphetamin und Kokain konsumiert zu haben. Darüber hinaus sagte die angeschul-

digte Person anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 17. Januar 2019 sinngemäss aus, 

Ephedrin für Rennen konsumiert zu haben.  

 

8. Aufgrund der demgemäss erstellten Fakten wurde die angeschuldigte Person mit Verfügung 

der Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic (DK) vom 3. Juli 2019 vorläufig 

gesperrt.  

 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 (Sportförde-

rungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 (Sportförde-

rungsverordnung, SpoFöV). 

 

 3 

9. Im Rahmen des Verfahrens vor der DK bestätigte die angeschuldigte Person sowohl in seinen 

Stellungnahmen vom 15. Juli 2019 und vom 17. Juli 2019 wie auch anlässlich der mündlichen 

Verhandlung die Einnahme von EPO. 

 

10. Am 31. Januar 2020 erging der definitive Entscheid der DK, worin die angeschuldigte Person 

unter anderem zu einer Sperre von 4 Jahren, beginnend am 4. Juli 2019 unter Anrechnung 

der provisorischen Sperre verurteilt wurde.  

 

11. Die angeschuldigte Person war somit vom 4. Juli 2019 bis 3. Juli 2023 gesperrt. 

B. Verfahren vor Swiss Sport Integrity 

1. Meldung 

12. Am 29. November 2022 wurde SSI von einer Drittperson darüber informiert, dass die ange-

schuldigte Person am Triathlon DATEV Challenge Roth in Deutschland teilgenommen habe. 

Nachforschungen von SSI ergaben, dass die angeschuldigte Person bei den genannten Wett-

kämpfen vom 7. Juli 2019 und vom 3. Juli 2022 auf den Ranglisten erschien und für ihn eine 

Teilnahmeurkunde ausgestellt wurde. 

2. Untersuchungsverfahren 

13. Mit Schreiben vom 25. Juli 2023 informierte SSI die angeschuldigte Person, aufgrund seiner 

Teilnahme an den erwähnten Wettkämpfen werde ein Verstoss gegen Art. 10.14.3 des Do-

ping-Statuts (Verstoss gegen das Teilnahmeverbot während einer Sperre) vermutet, und gab 

ihm die Möglichkeit zur Stellungnahme bis zum 4. August 2023. Das Schreiben vom 25. Juli 

2023 wurde von der angeschuldigten Person nicht abgeholt, weshalb es ihm per A-Post-Plus 

und E-Mail am 9. August 2023 mit Fristerstreckung nochmals zugestellt wurde.  

 

14. In seiner schriftlichen Stellungnahme vom 24. August 2023 anerkannte die angeschuldigte 

Person die Teilnahme an den fraglichen Wettkämpfen und stellte sich zusammengefasst auf 

den Standpunkt, an diesen bloss spontan und ohne jegliche sportlichen Ambitionen, aber 

doch mit dem Wissen, damit gegen das gegen ihn bestehende Teilnahmeverbot während 

seiner Sperre zu verstossen, teilgenommen zu haben.  

C. Verfahren vor der Disziplinarkammer des Schweizer Sports  

15. Am 22. Dezember 2023 beantragte SSI bei der Disziplinarkammer des Schweizer Sports (DK) 

die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens und stellte dabei folgende Rechtsbegehren: 

 
(1) Es sei durch die Disziplinarkammer des Schweizer Sports in Feststellung ihrer 

Zuständigkeit ein Verfahren gegen A.________ zu eröffnen. 

(2) Das in Übereinstimmung mit Ziff. 1 der vorliegenden Rechtsbegehren eröffnete 
Verfahren sei in deutscher Sprache zu führen. 

(3) Es sei aufgrund klarer Verhältnisse ein Zirkularentscheid zu fällen, dies nach 
dem Einholen des diesbezüglichen, schriftlichen Einverständnisses der übrigen 
Parteien. 

(4) Es sei durch die Disziplinarkammer des Schweizer Sports festzustellen, dass 
A.________ gegen seine vorläufige Sperre gemäss Art. 10.12.1 Doping-Statut 
2015 sowie gegen seine Sperre gemäss Art. 10.14.1 Doping-Statut 2022 
verstossen hat. 

(5) Gegen A.________ sei eine Verwarnung auszusprechen 

 

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(6) Es sei die Veröffentlichung durch die Stiftung Swiss Sport Integrity gemäss 
Art. 14.3 Doping-Statut anzuordnen. 

(7) Es sei die während der Dauer der Sperre durch A.________ erzielte Ergebnisse 
anlässlich der Ausführungen 2019 und 2022 der DATEV Challenge Roth powe-
red by hep zu annullieren, dies mit allen daraus entstehenden Konsequenzen. 

(8) Es sei durch die Disziplinarkammer des Schweizer Sports eine Busse in der 
Höhe von mindestens CHF 250.00 gegen A.________ auszusprechen. 

(9) Die Verfahrenskosten seien A.________ aufzuerlegen. 

Eventualiter: Es seien der Stiftung Swiss Sport Integrity keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen. 

(10) Unter Vorbehalt anderslautender Rechtsbegehren bis zum Ende der Hauptver-
handlung sei zu Gunsten von Swiss Sport Integrity durch A.________ zu beglei-
chender Ersatz der Parteikosten in der Höhe von CHF 750.00 zu sprechen. 

Eventualiter: Es seien keine Parteikosten zu Lasten der Stiftung Swiss Sport In-
tegrity zu sprechen. 

(11) Es sei A.________ eine Frist zur Einreichung einer begründeten Stellungnahme 
inkl. Rechtsbegehren einzuräumen, dies mit der Möglichkeit für die Stiftung 
Swiss Sport Integrity zu replizieren. 

16. Mit Verfügung vom 27. Januar 2024 eröffnete die DK ein Verfahren in der vorliegenden Sa-

che und setzte der angeschuldigten Person Frist bis zum 29. Februar 2024 an zur Stellung-

nahme und um mitzuteilen, ob er mit der Durchführung eines Zirkularverfahrens einverstan-

den sei. 

 

17. Am 5. März 2024 bestätigte die angeschuldigte Person sein Einverständnis mit der Durch-

führung eines Zirkularverfahrens. 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

18. Am 30. Juni 2024 stellte die DK ihre Tätigkeit gemäss einem Beschluss vom 24. November 

2023 des Sportparlaments von Swiss Olympic ein. Gemäss diesem Beschluss gehen sämtli-

che Kompetenzen der DK an die Stiftung Schweizer Sportgericht (Schweizer Sportgericht) 

über. 

 

19. Mit Schreiben vom 30. Dezember 2024 teilte das Schweizer Sportgericht den Parteien mit, 

das Verfahren zwischen SSI und der angeschuldigten Person im Sinne der Verfügung des 

Präsidenten der DK vom 27. Januar 2024, der Stellungnahme von Swiss Triathlon vom 29. 

Januar 2024, der Stellungnahme von SSI vom 30. Januar 2024, der Stellungnahme von Swiss 

Cycling vom 30. Januar 2024 und den Stellungnahmen des Angeschuldigten vom 6. Februar 

2024, vom 29. Februar 2024 und vom 5. März 2024, werde mit sofortiger Wirkung vom 

Schweizer Sportgericht übernommen. 

 

20. Weiter wurde den Parteien Frist bis zum 24. Januar 2025 angesetzt, um schriftlich oder 

mündlich Stellung zu nehmen, Anträge zu stellen und eine mündliche Verhandlung zu bean-

tragen. Die Parteien wurden überdies auf die Möglichkeit eines Beistands sowie der unent-

geltlichen Rechtspflege hingewiesen.  

 

21. Mit Schreiben vom 14. Januar 2025 beantragte der Vertreter der angeschuldigten Person 

Erstreckung der Frist zur Stellungnahme bis zum 31. Januar 2025. 

 

 

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22. Innert der antragsgemäss erstreckten Frist erklärte der Vertreter der angeschuldigten Per-

son mit Schreiben datiert vom 27. Januar 2025, eingegangen am 30. Januar 2025, auf eine 

ausführliche Stellungnahme zu den Anträgen zu verzichten und verwies mit Bezug auf den 

Sachverhalt auf die Stellungnahme der angeschuldigten Person vom 24. August 2023 sowie 

auf die nicht bestrittene Sachverhaltsdarstellung von SSI vom 22. Dezember 2023. Darauf 

beruhend beantragte der Vertreter der angeschuldigten Person, es sei im Rahmen der An-

träge von SSI zu entscheiden und nebst Kostenfolge eine Verwarnung und maximal eine 

Busse in der Höhe von CHF 250 aufzuerlegen. Schliesslich erklärte der Vertreter der ange-

schuldigten Person den Verzicht auf die Durchführung eines mündlichen Verfahrens. 

 

23. Mit Verfügung vom 7. Februar 2024 setzte der Einzelrichter den Parteien eine Frist von fünf 

Arbeitstagen, d.h. bis zum 14. Februar 2025, um Anträge zur Sanktionsfrage zu stellen. 

 

24. Mit Schreiben vom 14. Februar 2024 verwies SSI mit Bezug auf die Anträge zur Sanktions-

frage vollumfänglich auf die Rechtsbegehren im Antrag auf Eröffnung eines Disziplinarver-

fahrens vom 22. Dezember 2023 und bestätigte die betreffenden Begehren zur Sanktions-

frage. 

 

25. Die angeschuldigten Person unterbreitete innert der Frist bis zum 14. Februar 2025 keine 

Anträge zur Sanktionsfrage. 

IV. Positionen der Parteien 

26. Dieser Abschnitt des Entscheids enthält keine abschliessende Auflistung der Stellungnah-

men der Parteien, sondern soll eine Zusammenfassung des Inhalts der wichtigsten Argu-

mente der Parteien bieten. Bei der Prüfung und Entscheidung über die Ansprüche der Par-

teien in diesem Entscheid hat der Einzelrichter alle von den Parteien vorgebrachten Argu-

mente und Beweise berücksichtigt und sorgfältig geprüft, einschliesslich der Behauptungen 

und Argumente, die in diesem Abschnitt des Entscheids oder in der nachstehenden Erörte-

rung der Ansprüche nicht erwähnt werden. 

A. Die Position der Antragstellerin 

27. Die Vorbringen der Antragstellerin können basierend auf ihren schriftlichen Eingaben wie 

folgt zusammenfasst werden: 

1. Zu den Fakten 

28. Die angeschuldigte Person wurde von der DK am 3. Juli 2019 mit sofortiger Wirkung vorsorg-

lich gesperrt. Am 31. Januar 2020 wurde er von der DK unter anderem zu einer Sperre von 

vier Jahren, beginnend am 4. Juli 2019 verurteilt. Somit war die angeschuldigte Person vom 

4. Juli 2019 bis 3. Juli 2023 gesperrt. 

 

29. SSI wirft der angeschuldigten Person vor, er habe trotz seiner laufenden Sperre am 7. Juli 

2019 und am 3. Juli 2022 an der DATEV Challenge Roth teilgenommen. Gemäss Nachfor-

schungen von SSI sei die angeschuldigte Person auf den Ranglisten der genannten Wett-

kämpfe erschienen und es sei für ihn eine Teilnahmeurkunde ausgestellt worden. 

 

30. SSI führt in diesem Zusammenhang aus, die angeschuldigte Person habe an diesen Wett-

kämpfen teilgenommen, obwohl er gemäss eigener schriftlicher Aussage wusste, damit das 

Teilnahmeverbot während seiner Sperre zu verletzen, weshalb er diesbezüglich mit Absicht 

gehandelt habe. 

 

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2. Zum Rechtlichen 

31. SSI führt aus, dass ein Athlet, gegen den eine Sperre verhängt wurde, gemäss Art. 10.12.1 

Doping-Statut 2015 bzw. Art. 10.14.1 Doping-Statut 2022 während dieser Sperre in keiner 

Eigenschaft an Wettkämpfen teilnehmen darf, die von einem Unterzeichner, einer Mitglied-

sorganisation des Unterzeichners, einem Verein oder einer anderen Mitgliedsorganisation 

der Mitgliedsorganisation des Unterzeichners genehmigt oder organisiert wurden, noch an 

Wettkämpfen, die von einer Profiliga oder einem internationalen oder nationalen Veranstal-

ter genehmigt oder organisiert wurden, noch an Aktivitäten des Spitzensports oder nationa-

len sportlichen Aktivitäten, die staatlich gefördert werden (sog. Teilnahmeverbot).  

 

32. SSI wirft der angeschuldigten Person vor, er habe gegen das Teilnahmeverbot gemäss 

Art. 10.12.1 Doping-Statut 2015 bzw. Art. 10.14.1 Doping-Statut 2022 verstossen, indem er 

am 7. Juli 2019 und am 3. Juli 2022 trotz einer laufenden Sperre an der DATEV Challenge 

Roth teilgenommen habe. 

 

33. SSI stellt sich auf den Standpunkt, die DATEV Challenge Roth unterliege dem Doping-Statut. 

Veranstalterin der DATEV Challenge Roth sei die Teamchallenge GmbH in Roth. Art. 1.2 der 

Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Teilnahme an der DATEV Challenge Roth 2019 

sowie 2022 (AGB 2019/AGB 2022) sehe vor, dass die Wettkampfregeln der Deutschen Tri-

athlon Union, wozu auch der Anti-Doping-Code gehört, von den an der Veranstaltung teil-

nehmenden Personen eingehalten werden müssen. Art. 6 Abs. 1 der AGB 2019 und 2022 

sehe ausserdem vor, dass die Teilnehmer am Wettkampf den Anti-Doping-Code der DTU, 

den Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) sowie den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur 

(WADA) als verbindlich anerkennen. lm selben Absatz werde zudem auch festgehalten, dass 

der Athlet versichert, keine Verstösse gegen Anti-Doping Bestimmungen begangen zu ha-

ben. Folglich sei die Veranstalterin als internationale Veranstalterin im Sinne von Art. 10.14.1 

Doping-Statut 2022 zu qualifizieren. 

3. Zu den Sanktionen 

34. SSI stellt sich auf den Standpunkt, die während einer Sperre oder einer vorläufigen Sperre 

erzielten Ergebnisse müssten gemäss Art. 10.14.3 des Doping-Statuts 2022 annulliert wer-

den. Art. 10.12.3 des Doping-Statut 2015 sehe die gleiche Regelung vor, erwähne aber keine 

vorläufigen Sperren. Gemäss dem Entscheid CAS 2018/A/6025 komme die Annullierung von 

Ergebnissen mutatis mutandis aber auch unter dem Doping-Statut 2015 auch bei vorläufi-

gen Sperren zur Anwendung. Die angeschuldigte Person habe trotz seiner – zunächst vor-

läufigen und später definitiven – Sperre an der DATEV Challenge Roth vom 7. Juli 2019 und 

vom 3. Juli 2022 teilgenommen. Der Organisator des Wettkampfs, die Teamchallenge GmbH 

in Roth, sei deshalb darüber zu informieren, dass die Ergebnisse der angeschuldigten Person 

annulliert werden müssen. 

 

35. Weiter stellt sich SSI auf den Standpunkt, gemäss Art. 10.14.3 Doping-Statut 2022 könne als 

zusätzliche Sanktion eine Verwarnung ohne Sperre oder eine erneute Sperre gegen den 

Athleten verhängt werden, die am Ende der ursprünglichen Sperre angehängt werde und 

genauso lang sein könne wie die ursprüngliche Sperre. Zudem könne die Verwarnung ohne 

Sperre bzw. neue Sperre entsprechend der Schwere des Verschuldens des Athleten ange-

passt werden. 

 

36. Mit Bezug zur Teilnahme am Wettkampf vom 7. Juli 2019 argumentiert SSI, die vorläufige 

Sperre gegen die angeschuldigte Person vom 3. Juli 2019 hätte grundsätzlich und gemäss 

 

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Art. 10.11.3.1 des Doping-Statuts 2015 nicht an die endgültige, am 31. Januar 2020 ausge-

sprochenen Sperre angerechnet werden dürfen. Der Verstoss gegen die provisorische 

Sperre sei jedoch weder SSI noch der DK zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung am 31. Januar 

2020 bekannt gewesen, weshalb die provisorische Sperre an die definitive Sperre angerech-

net worden sei. Der Verstoss gegen die provisorische Sperre könne in diesem Zusammen-

hang nicht zu weiteren Sanktionen führen. SSI verweist in diesem Sinne auf den Entscheid 

CAS 2018/A/6025, wonach die Nichteinhaltung einer vorläufigen Sperre per se keinen 

Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen darstelle, der zu einer zusätzlichen Sanktion 

führen könne. Daher könne wegen der Teilnahme am Wettkampf am 7. Juli 2019 keine 

Sperre verhängt werden. 

 

37. Im Unterschied zum Wettkampf vom 7. Juli 2019 habe die Teilnahme am Wettkampf vom 

3. Juli 2022 nicht während der vorsorglichen, sondern der definitiven Sperre stattgefunden. 

SSI stellt sich diesbezüglich auf den Standpunkt, der Angeschuldigte habe als gesperrter Ath-

let wissen müssen, dass er für jegliche Sportarten gesperrt ist und folglich nicht an der 

DATEV Challenge Roth teilnehmen durfte, zumal in den AGB der DATEV Challenge Roth unter 

Art. 6 festgehalten werde, dass der Teilnehmer am Wettkampf den Anti Doping Code (ADC) 

der DTU, den Nationalen Anti Doping Code der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) so-

wie den Code der World Anti Doping Agency (WADA) als für ihn verbindlich anerkennt. Ge-

mäss den Aussagen des Organisators habe sich die angeschuldigte Person für die DATEV 

Challenge Roth 2022 zwar nicht eigenständig angemeldet, weshalb er den Regularien (Aus-

schreibung 2022, AGB, Wettkampfbestimmungen, sonstige Ordnung und Bestimmungen 

der DTU) nicht explizit zugestimmt habe. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die ange-

schuldigte Person diese Bestimmungen kannte, da er sie bereits für frühere Austragungen 

erhalten und akzeptiert hatte. Des Weiteren seien diese Unterlagen auf der Homepage des 

Veranstalters jederzeit einsehbar gewesen. In seiner Stellungnahme vom 24. August 2023 

habe die angeschuldigte Person zudem bestätigt, er habe gespürt, dass SSI von seiner Teil-

nahme erfahren werde. Dies sei zumindest ein Indiz, dass er sich bewusst war, dass er nicht 

an diesem Wettkampf hätte teilnehmen dürfen. Er habe somit gewusst, dass er für den 

Wettkampf nicht startberechtigt war, und habe folglich vorsätzlich gegen das Teilnahmever-

bot während einer Sperre verstossen. Sein primäres Ziel sei jedoch nicht gewesen, am Wett-

kampf teilzunehmen, sondern einen ehrenamtlichen Helfereinsatz zu leisten. Es sei eine 

spontane Entscheidung gewesen, am Wettkampf teilzunehmen. Er habe nicht einmal die 

richtige Ausrüstung dabeigehabt, um an einem solchen Sportanlass teilzunehmen. Er habe 

den Wettkampf mit Badehose und mit einem Mountainbike bestritten und es sei für ihn 

nicht um den sportlichen, sondern viel mehr um einen sozialen Aspekt gegangen. Aufgrund 

dessen sei die Schwere des Verschuldens als gering zu qualifizieren, weshalb eine Verwar-

nung ohne erneute Sperre eine angemessene Sanktion sei. 

 

38. SSI beantragt sodann beruhend auf Art. 10.12 Doping-Statuts 2022 eine Busse gegen die 

angeschuldigte Person. Gemäss der zitierten Bestimmung könne für Verstösse gegen die 

Anti-Doping-Bestimmungen zusätzlich zu einer Sperre eine dem Einkommen des Angeschul-

digten angemessene Geldbusse verhängt werden. Die angeschuldigte Person habe zwar mit 

geringem Verschulden, aber dennoch bewusst gegen das Teilnahmeverbot verstossen. Die 

Höhe der Busse sei von der DK festzulegen, solle aber mindestens CHF 250 betragen. 

 

39. SSI beruft sich schliesslich auf Art. 10.15 des Doping-Statuts, wonach jede Sanktionierung 

mit einer automatischen Veröffentlichung nach Art. 14.3 einhergehe. Die Veröffentlichung 

bestehe gemäss Art. 14.3.4 zumindest darin, die erforderlichen Informationen auf der Web-

seite von SSI auf der Liste der gesperrten Personen zu publizieren (Name des Athleten, Art 

des Verstosses sowie Dauer der Sperre) und sie dort für die Dauer der verhängten Sperre zu 

belassen. Diese Verpflichtung ergebe sich zudem aus der bundesrechtlichen Bestimmung 

 

 8 

von Art. 34 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 2015 über die Informationssysteme des 

Bundes im Bereich Sport (IBSG, SR 415.1). 

4. Zur Kostenfolge 

40. Zum Anspruch auf Parteientschädigung unterbreitet SSI, es sei in Art. 25 Abs. 4 des Regle-

ments betreffend das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht (VerfRegl) explizit festge-

halten, dass SSI einen Anspruch auf ganzen oder teilweisen Ersatz der Parteikosten zustehe. 

Dass SSI anwaltlich vertreten sein müsse, um Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu haben, 

sei explizit nicht aufgeführt und damit keine Voraussetzung dafür. Die von SSI im vorliegen-

den Verfahren beantragte Parteientschädigung in der pauschalen Höhe von CHF 750 ent-

spreche denn auch der langjährigen, konstanten Praxis und Rechtsprechung der ehemaligen 

DK, welche auch bereits vom Schweizer Sportgericht übernommen worden sei. 

 

41. SSI verweist diesbezüglich auf den Entscheid der DK vom 9. Dezember 2022 i.S. A.O., in wel-

chem die angeschuldigte Person zur Bezahlung einer Parteientschädigung an SSI in der Höhe 

von CHF 750 verurteilt worden sei, sowie auf den Entscheid des Schweizer Sportgerichts 

vom 11. Januar 2024 i.S. L.S., J.R. und H.R., in welchem die angeschuldigten Personen soli-

darisch zur Bezahlung einer Parteientschädigung an SSI in der Höhe von CHF 2'000 verurteilt 

worden seien. In beiden Fällen sei SSI nicht anwaltlich vertreten gewesen. 

 

42. Schliesslich beantragt SSI, die Verfahrenskosten seien der angeschuldigten Person aufzuer-

legen, zumindest aber nicht SSI. 

B. Die Position der angeschuldigten Person  

43. Die angeschuldigte Person anerkannte in seiner schriftlichen Stellungnahme vom 24. August 

2023 die Teilnahme an den fraglichen Wettkämpfen und stellte sich zusammengefasst auf 

den Standpunkt, an diesen bloss spontan und ohne jegliche sportlichen Ambitionen, aber 

doch mit dem Wissen, damit gegen das gegen ihn bestehende Teilnahmeverbot zu verstos-

sen, teilgenommen zu haben. 

V. Zuständigkeit 

44. Als Dachverband der Schweizer Sportverbände ist Swiss Olympic gemäss Art. 72g Abs. 1 

lit. a. SpoFöV dazu verpflichtet, eine unabhängige Disziplinarstelle zu schaffen, die die ihr 

von der Meldestelle überwiesenen Fälle von mutmasslichem Fehlverhalten oder mutmass-

lichen Missständen beurteilt und die in den Reglementen von Swiss Olympic vorgesehenen 

Sanktionen oder Massnahmen ausspricht. 

 

45. Als unabhängige Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a SpoFöV hat Swiss Olympic 

per 1. Juli 2024 die Stiftung Schweizer Sportgericht gegründet. Gemäss Art. 1.2 Abs. 10 der 

Statuten von Swiss Olympic (Version vom 1. Juli 2024) ist die "Sanktionierung von potenziel-

len Verstössen gegen das Doping-Statut und das Ethik-Statut […] Aufgabe der Stiftung 

Schweizer Sportgericht". Weiter bestimmt Art. 1.2 Abs. 10 der Statuten von Swiss Olympic, 

dass die Stiftung Schweizer Sportgericht zuständig ist für Dopingfälle, die ihr von den natio-

nalen und internationalen Stellen zur Beurteilung unterbreitet werden, sowie für die Beur-

teilung von Fällen, die ihr durch SSI bezüglich potenzieller Verstösse gegen das Ethik-Statut 

des Schweizer Sports angetragen werden. Art. 10 Abs. 2 der Statuten von Swiss Olympic 

sieht schliesslich vor, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht grundsätzlich ebenfalls "in 

noch nicht abgeschlossenen Verfahren im Zusammenhang mit dem Doping-Statut oder dem 

 

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Ethik-Statut von Swiss Olympic [entscheidet], für die vor ihrer Gründung die Disziplinarkam-

mer des Schweizer Sports zuständig gewesen ist". 

 

46. Gemäss Art. 72g Abs. 1 lit. b. SpoFöV erlässt die Stiftung Schweizer Sportgericht die zur Auf-

gabenwahrnehmung erforderlichen Organisations- und Verfahrensbestimmungen. In die-

sem Sinne hat die Stiftung Schweizer Sportgericht per 1. Juli 2024 das VerfRegl erlassen. 

Dieses ersetzt das bisherige Reglement betreffend das Verfahren vor der DK vom 1. Juli 2022 

und findet auf sämtliche Verfahren Anwendung, für die Swiss Olympic und die nationalen 

Sportverbände auf die Zuständigkeit der bisherigen "Disziplinarkammer des Schweizer 

Sports" oder des Schweizer Sportgerichts verweisen (Art. 29 Abs. 1 VerfRegl). Das Schweizer 

Sportgericht ist für sämtliche Verfahren zuständig, die gemäss den Vorschriften des VerfRegl 

eröffnet werden oder eröffnet worden sind (Art. 30 Abs. 2 VerfRegl). Gemäss Art. 11 Abs. 1 

VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine Zuständigkeit.  

 

47. Vorliegend geht es um potenzielle Verstösse der angeschuldigten Person aus dem Jahr 2019 

gegen das Doping-Statut 2015 und aus dem Jahr 2022 gegen das Doping-Statut 2022, mithin 

um die Beurteilung und Sanktionierung von potenziellen Dopingverstössen im Sinne von 

Art. 1.2 Abs. 10 und Art. 10 Abs. 2 der Statuten von Swiss Olympic. Das Verfahren wurde von 

SSI mit ihrem Antrag auf Eröffnung eines Disziplinarverfahrens vom 22. Dezember 2023 an 

die damalige DK eingeleitet. Gemäss Art. 30 Abs. 2 VerfRegl ist das Schweizer Sportgericht 

somit zur rechtlichen Beurteilung und möglichen Sanktionierung der vorliegend in Frage ste-

henden Vorfälle zuständig.  

 

48. Im Übrigen haben die Parteien zu den vorliegend in Frage stehenden Vorfälle schriftlich ma-

teriell Stellung genommen und keine Einwände gegen die Zuständigkeit des Schweizer 

Sportgerichts erhoben.  

VI. Anwendbares Recht 

49. Vorliegend steht die Beurteilung der Verletzung eines Teilnahmeverbots in den Jahren 2019 

und 2022 in Frage, weshalb der zeitliche Geltungsbereich gemäss Art. 23.1 des Doping-Sta-

tuts 2015 und gemäss Art. 25.1 des Doping-Statuts 2022 gegeben ist. 

 

50. Während der von der DK am 31. Januar 2020 angeordneten vierjährigen Sperre galt für die 

angeschuldigte Person ein Teilnahmeverbot. 

 

51. Gemäss Art. 10.12.1 des Doping-Statuts 2015 darf eine Person, gegen die eine Sperre ver-

hängt wurde, während dieser Sperre in keiner Eigenschaft weder an Wettkämpfen oder Ak-

tivitäten teilnehmen (ausser es handelt sich um zugelassene Anti-Doping-Aufklärungs- oder 

Rehabilitierungsprogramme), die von einem Unterzeichner, einer Mitgliedsorganisation des 

Unterzeichners, einem Verein oder einer anderen Mitgliedsorganisation der Mitgliedsorga-

nisation des Unterzeichners genehmigt oder organisiert wurden, noch an Wettkämpfen, die 

von einer Profiliga oder einem internationalen oder nationalen Veranstalter genehmigt oder 

organisiert wurden, noch an Aktivitäten des Spitzensports oder nationalen sportlichen Akti-

vitäten, die staatlich gefördert werden. 

 

52. Gemäss Art. 10.14.1 des Doping-Statuts 2022 darf eine Person, gegen die eine Sperre oder 

provisorische Sperre verhängt wurde, während dieser Sperre oder provisorischen Sperre in 

keiner Eigenschaft weder an Wettkämpfen, organisierten Trainings oder anderen Aktivitä-

ten teilnehmen (ausser es handelt sich um zugelassene Anti-Doping-Ausbildungs- oder Re-

habilitierungsprogramme), die von einem Signatar des Code, einer Mitgliedsorganisation 

 

 10 

des Signatars, einem Verein oder einer anderen Mitgliedsorganisation der Mitgliedsorgani-

sation des Signatars genehmigt oder organisiert wurden, noch an Wettkämpfen, die von 

einer Profiliga oder einem internationalen oder nationalen Ausrichter genehmigt oder or-

ganisiert wurden, noch an Aktivitäten des Spitzensports oder nationalen sportlichen Aktivi-

täten, die staatlich gefördert werden.  

 

53. Demzufolge ist während der Sperre bzw. dem laufenden Teilnahmeverbot, welches im vor-

liegenden Fall vom 4. Juli 2019 bis 3. Juli 2023 gedauert hat, auch der persönliche Geltungs-

bereich der Doping-Statuten 2015 und 2022 gegeben. 

VII. Materielles 

54. Das Gericht hat folgende Fragen zu beantworten: 

a. Gelten die DATEV Challenge Roth vom 7. Juli 2019 und vom 3. Juli 2022 als Wett-

kämpfe im Sinne des Doping-Statuts 2015 bzw. 2022, bei dem ein gesperrter Athlet 

nicht teilnehmen darf? 

b. Falls ja, hat die angeschuldigte Person an der DATEV Challenge Roth vom 7. Juli 2019 

bzw. 3. Juli 2022 in einer vom Doping-Statut 2022 verbotenen Eigenschaft teilgenom-

men? 

c. Falls ja, welche Sanktionen sind auszusprechen? 

A. Qualifikation der DATEV Challenge Roth  

55. Gemäss Art. 10.12.1 des Doping-Statuts 2015 darf eine Person, gegen die eine Sperre ver-

hängt wurde, während dieser Sperre in keiner Eigenschaft an Wettkämpfen oder Aktivitäten 

teilnehmen, die von einem Unterzeichner, einer Mitgliedsorganisation des Unterzeichners, 

einem Verein oder einer anderen Mitgliedsorganisation der Mitgliedsorganisation des Un-

terzeichners genehmigt oder organisiert wurden. 

 

56. Gemäss Art. 10.14.1 des Doping-Statuts 2022 darf eine Person, gegen die eine Sperre oder 

provisorische Sperre verhängt wurde, während dieser Sperre oder provisorischen Sperre in 

keiner Eigenschaft an Wettkämpfen, organisierten Trainings oder anderen Aktivitäten teil-

nehmen, die von einem Signatar des Code, einer Mitgliedsorganisation des Signatars, einem 

Verein oder einer anderen Mitgliedsorganisation der Mitgliedsorganisation des Signatars 

genehmigt oder organisiert wurden. 

 

57. SSI stellt sich auf den Standpunkt, die DATEV Challenge Roth unterliegen gemäss den Allge-

meinen Geschäftsbedingungen für die Teilnahme an der DATEV Challenge Roth 2019 sowie 

2022 dem Doping-Statut. 

 

58. Gemäss Art. 1.2 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Teilnahme an der DATEV 

Challenge Roth 2019 sowie 2022 (AGB 2019 und 2022) müssen die Wettkampfregeln der 

Deutschen Triathlon Union, wozu auch der Anti-Doping-Code gehört, von den Teilnehmern 

eingehalten werden. Art. 6 Abs. 1 der AGB 2019 und 2022 sieht ausserdem vor, dass die 

Teilnehmer den Anti-Doping-Code der DTU, den Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) 

sowie den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) als verbindlich anerkennen, und 

dass der Athlet versichert, keine Verstösse gegen Anti-Doping Bestimmungen begangen zu 

haben.  

 

59. Folglich ist die Veranstalterin als internationale Veranstalterin im Sinne von Art. 10.12.1 des 

Doping-Statuts 2015 und Art. 10.14.1 des Doping-Statuts 2022 zu qualifizieren. 

 

 

 11 

60. Aufgrund dieser öffentlich zugänglichen Informationen ist erstellt, dass die DATEV Challenge 

Roth-Wettbewerbe Wettkämpfe im Sinne von Art. 10.12.1 des Doping-Statuts 2015 bzw. Art. 

10.14.1 des Doping-Statuts 2022 sind, für welche ein Teilnahmeverbot gilt. Dies bedeutet, 

dass die angeschuldigte Person "in keiner Eigenschaft" an diesen Wettkämpfen teilnehmen 

durfte.  

B. Hat die angeschuldigte Person gegen das Teilnahmeverbot verstossen?  

61. SSI wirft der angeschuldigten Person vor, er habe gegen das Teilnahmeverbot gemäss 

Art. 10.12.1 Doping-Statut 2015 bzw. Art. 10.14.1 Doping-Statut 2022 verstossen, indem er 

am 7. Juli 2019 und am 3. Juli 2022 trotz einer laufenden Sperre an der DATEV Challenge 

Roth, einem Triathlon, teilgenommen habe. 

 

62. Die angeschuldigte Person anerkennt die Teilnahme an den fraglichen Wettkämpfen und 

stellt sich auf den Standpunkt, an diesen bloss spontan und ohne jegliche sportlichen Ambi-

tionen, aber doch mit dem Wissen, damit gegen das gegen ihn bestehende Teilnahmeverbot 

zu verstossen, teilgenommen zu haben. 

 

63. Gemäss Art. 10.12.1 Doping-Statut 2015 bzw. Art. 10.14.1 Doping-Statut 2022 darf ein ge-

sperrter Athlet während seiner Sperre „in keiner Eigenschaft“ an Wettkämpfen teilnehmen. 

Die zitierten Bestimmungen differenzieren nicht, ob ein Athlet sportliche Ambitionen hat 

oder nicht. 

 

64. Die angeschuldigte Person kann im vorliegenden Fall auch nicht vorbringen, er sei sich nicht 

bewusst gewesen, mit der Teilnahme an den fraglichen Wettkämpfen gegen sein Teilnahme-

verbot zu verstossen, da er gemäss seinen eigenen Angaben wusste, dass er mit der Teil-

nahme gegen das gegen ihn bestehende Teilnahmeverbot verstösst. 

 

65. Im Ergebnis ist erstellt, dass die angeschuldigte Person gegen das Teilnahmeverbot gemäss 

Art. 10.12.1 Doping-Statut 2015 bzw. Art. 10.14.1 Doping-Statut 2022 verstossen hat. 

C. Konsequenzen und Sanktionen 

1. Sperre oder Verwarnung 

66. Mit Bezug zur Verletzung des Teilnahmeverbots gemäss Art. 10.11.3.1 des Doping-Statuts 

2015 durch die Teilnahme am Wettkampf vom 7. Juli 2019 argumentiert SSI, die Nichtein-

haltung einer vorläufigen Sperre stelle per se keinen Verstoss gegen die Anti-Doping-Best-

immungen dar, der zu einer Sanktion führen könne. Daher könne wegen der Teilnahme am 

Wettkampf am 7. Juli 2019 keine Sperre verhängt werden. 

 

67. Mit Bezug zur Verletzung des Teilnahmeverbots gemäss Art. 10.14.1 des Doping-Statuts 

2022 durch die Teilnahme am Wettkampf vom 3. Juli 2022 beantragt SSI keine Verlängerung 

der Sperre gegen den Angeschuldigten, sondern nur eine Verwarnung (Rechtsbegehren 

Ziff. 5). Die angeschuldigte Person hat im Rahmen der vom Einzelrichter am 7. Februar 2024 

angesetzten Frist von fünf Arbeitstagen für Anträge zur Sanktionsfrage keine Anträge zu die-

sem Rechtsbegehren unterbreitet. 

 

68. Verstösst ein gesperrter Athlet gegen das Teilnahmeverbot gemäss Art. 10.14.1 des Doping-

Statuts 2022, wird am Ende der ursprünglichen Sperre eine erneute Sperre angehängt, die 

genauso lang sein kann wie die ursprüngliche Sperre. Alternativ kann gemäss Art. 10.14.1 

des Doping-Statuts 2022 auch nur eine Verwarnung ohne Sperre angeordnet werden. 

 

 12 

69. Der angeschuldigten Person ging es bei der Teilnahme an den fraglichen Wettkämpfen nicht 

um den sportlichen, sondern viel mehr um einen sozialen Aspekt und er hatte keine sportli-

chen Ambitionen. Zudem fällt ins Gewicht, dass die angeschuldigte Person im vorliegenden 

Verfahren stets kooperierte und die Verletzung des Teilnahmeverbots anerkannte. 

 

70. Unter diesen Umständen erachtet es der Einzelrichter als angemessen, gegen die angeschul-

digte Person für die Verletzung des Teilnahmeverbots bloss eine Verwarnung ohne Sperre 

auszusprechen. 

2. Veröffentlichung der Sanktion 

71. SSI beantragt, es sei die Veröffentlichung der Sanktion durch SSI gemäss Art. 14.3 Doping-

Statut 2015 anzuordnen (Rechtsbegehren Ziff. 6). Die angeschuldigte Person hat im Rahmen 

der vom Einzelrichter am 7. Februar 2024 angesetzten Frist von fünf Arbeitstagen für An-

träge zur Sanktionsfrage keine Anträge zu diesem Rechtsbegehren unterbreitet. 

 

72. Das Doping-Statut enthält Bestimmungen zur Veröffentlichung von Entscheiden, einschliess-

lich der Bedingungen und Modalitäten einer solchen Publikation. Allerdings besitzt das 

Schweizer Sportgericht keine Kompetenz, darüber zu entscheiden, ob und in welcher Form 

SSI einen Entscheid veröffentlichen darf oder muss. Ebenso wenig kann es SSI eine entspre-

chende Anordnung erteilen. 

 

73. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Feststellungen des Schweizer Sportgerichts keine Aus-

wirkungen auf die öffentliche Berichterstattung haben. Indirekte Auswirkungen auf die Ver-

öffentlichung ergeben sich insbesondere dann, wenn das Schweizer Sportgericht in seinem 

Entscheid feststellt, dass die betroffene Person minderjährig, schutzbedürftig oder als Frei-

zeitsportler einzustufen ist. Gemäss Art. 14.3.6 Doping-Statut entfällt die in Art. 14.3.2 Do-

ping-Statut vorgesehene verpflichtende Veröffentlichung, wenn die betroffene Person min-

derjährig, schutzbedürftig oder Freizeitsportler ist. In diesen Fällen muss eine etwaige Ver-

öffentlichung in einem angemessenen Verhältnis zu den Umständen des Falls stehen und 

darf keine Namensnennung enthalten. 

 

74. Ebenso hat die Feststellung des Schweizer Sportgerichts, dass kein Verstoss gegen die Anti-

Doping-Bestimmungen vorliegt, unmittelbare Auswirkungen auf die Veröffentlichung des 

Entscheids. In einem solchen Fall darf eine Veröffentlichung nur mit Zustimmung der be-

troffenen Person erfolgen (vgl. Art. 14.3.3 Doping-Statut). Stellt das Schweizer Sportgericht 

hingegen einen Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen fest, ist SSI verpflichtet, über 

den Entscheid öffentlich zu berichten, unabhängig von der Zustimmung der betroffenen Per-

son (Art. 14.3.2 Doping-Statut). 

 

75. Ferner bestimmt Art. 10.15 Doping-Statut, dass jede Sanktion mit einer automatischen, ob-

ligatorischen Veröffentlichung gemäss Art. 14.3 Doping-Statut einhergeht. Zusätzlich ist 

Art. 34 Abs. 3 IBSG zu berücksichtigen, wonach die nationale Agentur zur Bekämpfung von 

Doping die Namen sanktionierter Sportlerinnen und Sportler während der Dauer ihres Aus-

schlusses auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Diese gesetzliche Verpflichtung betrifft SSI 

direkt; das Schweizer Sportgericht hat diesbezüglich keine Entscheidungsbefugnis. 

 

76. Das Schweizer Sportgericht kann daher lediglich feststellen, ob ein Verstoss gegen die Anti-

Doping-Bestimmungen vorliegt oder nicht, ebenso wie etwa die Minderjährigkeit der ange-

schuldigten Person. Im vorliegenden Fall hat das Schweizer Sportgericht einen solchen 

Verstoss festgestellt. Zudem gibt es keine Hinweise darauf, dass A.________ minderjährig, 

schutzbedürftig oder Freizeitsportler im Sinne von Art. 14.3.6 Doping-Statut ist. 

 

 13 

77. Über die konkreten Auswirkungen dieser Feststellungen auf die Veröffentlichung des Ent-

scheids verfügt das Schweizer Sportgericht nicht. Diese ergeben sich unmittelbar aus den 

geltenden Bestimmungen, insbesondere dem Doping-Statut sowie Art. 34 Abs. 3 IBSG3. Auf-

grund dieser fehlenden Kompetenz kann das Schweizer Sportgericht weder über das Begeh-

ren der Antragstellerin zur Veröffentlichung des Entscheids befinden noch SSI diesbezüglich 

eine Anweisung erteilen. 

 

78. Folglich ist auf diesen Antrag nicht einzutreten. 

3. Annulation von Ergebnissen 

79. SSI beantragt, es seien die während der Dauer der Sperre durch A.________ erzielte Ergeb-

nisse anlässlich der Ausführungen 2019 und 2022 der DATEV Challenge Roth mit allen daraus 

entstehenden Konsequenzen zu annullieren (Rechtsbegehren Ziff. 7). Die angeschuldigte 

Person hat im Rahmen der vom Einzelrichter am 7. Februar 2024 angesetzten Frist von fünf 

Arbeitstagen für Anträge zur Sanktionsfrage keine Anträge zu diesem Rechtsbegehren un-

terbreitet. 

 

80. Gemäss Art. 10.12.3 des Doping-Statuts 2015 und Art. 10.14.3 des Doping-Statuts 2022 wer-

den die Ergebnisse einer Teilnahme annulliert, wenn ein gesperrter Athlet oder eine andere 

gesperrte Person gegen ein Teilnahmeverbot während der Sperre verstösst. 

 

81. Da die angeschuldigte Person mit der Teilnahme an den Ausführungen 2019 und 2022 der 

DATEV Challenge Roth unbestritten gegen ein Teilnahmeverbot verstossen hat, sind seine 

Ergebnisse in diesen Wettkämpfen zu annullieren. 

 

82. Der Organisator des Wettkampfs, die Teamchallenge GmbH in Roth, soll deshalb darüber 

informiert werden, dass die Ergebnisse des Angeschuldigten annulliert werden müssen. Ins-

besondere sind die auf der Webseite der DATEV Challenge Roth ersichtlichen Platzierungen 

des Angeschuldigten an der DATEV Challenge Roth 2019 und 2022 zu löschen. 

4. Busse 

83. SSI beantragte, es sei eine Busse von CHF 250 gegen die angeschuldigte Person zu verhängen 

(Rechtsbegehren Ziff. 8). Die angeschuldigte Person hat im Rahmen der vom Einzelrichter 

am 7. Februar 2024 angesetzten Frist von fünf Arbeitstagen für Anträge zur Sanktionsfrage 

keine Anträge zu diesem Rechtsbegehren unterbreitet. 

 

84. Gemäss Art. 10.10 Doping-Statut 2015 kann die DK Geldbussen aussprechen. Einen Rah-

men, in dem sich eine Busse zu bewegen hat, sieht das Doping-Statut 2015 nicht vor. Das 

Doping-Statut 2022 hält in Art. 10.12 demgegenüber fest, dass eine Geldbusse dem Einkom-

men angemessen sein soll und bis CHF 200'000.00 betragen kann.  

 

85. Aufgrund der Umstände des vorliegenden Falles und unter Berücksichtigung der Tatsache, 

dass die angeschuldigte Person keine Anträge zum Antrag von SSI auf eine Busse von 

CHF 250 unterbreitete, betrachtet der Einzelrichter eine Busse von CHF 250.00 als angemes-

sen. 

 
3  Bundesgesetz über die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport vom 19. Juni 

2015, SR 415.1 (IBSG). 

 

 14 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Kosten des Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht 

1. Höhe der Verfahrenskosten 

86. Nach Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet das Schweizer Sportgericht in seinem Entscheid über 

die Kosten des Verfahrens. 

 

87. Unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Falles, insbesondere, dass der Fall 

sowohl in sachlicher wie auch rechtlicher Hinsicht vergleichsweise wenig Komplexität auf-

wies und, werden die Kosten des Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht auf CHF 750.00 

festgelegt.  

2. Verteilung der Verfahrenskosten 

88. Im Falle einer Verurteilung werden die Kosten gemäss Art. 25 Abs. 2 VerfRegl in der Regel 

der angeschuldigten Person auferlegt. Kommt es nicht zu einer Verurteilung, so werden die 

Kosten dem betreffenden Sportverband oder SSI auferlegt. Das Schweizer Sportgericht kann 

auch von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen, 

wenn die Umstände es rechtfertigen. Die Art. 107 und 108 der ZPO4 gelten sinngemäss 

(Art. 25 Abs. 2 VerfRegl). 

 

89. Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens vollumfänglich der angeschul-

digten Person aufzuerlegen. 

B. Parteikostenersatz 

90. Gemäss Art. 25 Abs. 4 VerfRegl steht der beteiligten nationalen Sportorganisation kein An-

spruch auf ganzen oder teilweisen Ersatz der Parteikosten zu. Dies gilt nach Art. 25 Abs. 4 

VerfRegl nicht für SSI. 

 

91. SSI beantragte einen Parteikostenersatz in der Höhe von CHF 750.00. 

 

92. Das Gericht stellt fest, dass SSI im vorliegenden Fall lediglich ihren gesetzlichen Auftrag im 

Sinne der SpoFöV, (insbesondere Art. 19 Abs. 2 SpoFöG und Art. 73 SpoFöV) erfüllte. Zur 

Erfüllung dieses gesetzlichen Auftrages schliesst Swiss Olympic mit SSI eine Leistungsverein-

barung ab und SSI wird vom BASPO wie auch von Swiss Olympic mit Finanzhilfen zur Erfül-

lung der gesetzlichen Aufgaben unterstützt. 

 

93. Der Antrag von SSI wird dementsprechend abgewiesen. 

 

***** 

 
4  Schweizerische Zivilprozessordnung vom 29. Dezember 2008, SR 272 (ZPO). 

 

 15 

Aus diesen Gründen 

 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 

1. Es wird festgestellt, dass A.________ mit den Teilnahmen an der DATEV Challenge Roth 2019 

und 2022 gegen das Teilnahmeverbot gemäss dem Entscheid der DK vom 31. Januar 2020 

verstossen hat. 

 

2. Gegen A.________ wird eine Verwarnung ausgesprochen. 

 

3. Die Wettkampfergebnisse, die A.________ an der DATEV Challenge Roth 2019 und 2022 er-

zielt hat, werden mit allen daraus entstehenden Konsequenzen annulliert. Die Teamchallenge 

GmbH in Roth soll von Swiss Sport Integrity benachrichtigt werden, dass die Ergebnisse der 

angeschuldigten Person an der DATEV Challenge Roth 2019 und 2022 annulliert und insbe-

sondere die auf der Webseite der DATEV Challenge Roth ersichtlichen Platzierungen des An-

geschuldigten gelöscht werden sollen. 

 

4. A.________ wird zu einer Busse von CHF 250.00 verurteilt.  

 

5. Die Verfahrenskosten vor dem Schweizer Sportgericht werden auf CHF 750.00 festgesetzt und 

A.________ auferlegt. 

 

6. Die weiteren Anträge werden abgewiesen, soweit auf diese einzutreten ist. 

 

 

 

 

Bern, Schweiz 

Datum: 27. Februar 2025 

 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 

 

 

 

Einzelrichter 

Vitus Derungs