# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97bcee3e-6c76-5235-9fde-87797df633e0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-22
**Language:** de
**Title:** Unfallbedingte Schulterverletzung; aufgrund organisch objektivierbarer Befunde 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit; psychische Symptomatik wirkt sich nicht auf Arbeitsfähigkeit aus; rentenausschliessender IV-Grad; kein Anspruch auf Ersatz der Kosten des Privatgutachtens; Abweisung (BGE 9C_887/2014)
**Docket/Reference:** IV.2013.00506
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00506.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00506
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
22. Oktober 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann
Sautter & Ammann Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 12, Postfach 25, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1973 geborene
X.___
meldete sich am 26. Januar 2010
unter Hinweis auf eine am 2
1.
April 2009 erlittene Schulterverletzung
zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration, Rente) der Eidgenössischen Invaliden
versicherung (IV) an (Urk. 8/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin erwerbliche, berufliche sowie medizinische Abklärungen und zog – wiederholt
–
die Akten der Schweizerischen
Unfall
versi
che
rungsanstalt
(SUVA) bei. Am 1. Februar 2011 liess sie den Versicherten von Dr. med.
Y.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Arzt des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV, untersuchen (vgl. Bericht vom
4. Februar 2011
;
Urk. 8/22). Am 22. Juli 2011 teilte sie ihm mit, dass der Arbeitsplatzerhalt und die Arbeitsvermittlung abgeschlossen würden, da nach seinen Angaben beim derzeitigen Arbeitgeber keine
Umplatzierungsmöglichkeit
bestehe und er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sehe, eine Tätigkeit
in
einem anderen Unternehmen
au
fzunehmen
(Urk. 8/35).
Am 15. November 2011
beziehungsweise am 30. März 2012
erteilte die IV
Stelle Kostengutsprache für ein Arbeitstraining vom 7. November 2011 bis 7. Februar 2012 (Urk. 8/42)
respektive vom 11. April bis 10. Juli 2012 (Urk. 8/49)
.
In der Folge
teilte sie
dem Versicherten mit Verfügung vom 27. April 2012 (Urk. 8/53)
den Abbruch der
beruflichen Massnahmen per 30. April 2012
mit, da er subjektiv aus gesund
heitlichen Gründen ausserstande se
i,
weiter am Arbeitstraining teilzunehmen.
Am 10. August 2012 erteilte s
i
e
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 3. September bis 2. Dezember 2012 (Urk. 8/6
1)
; diese hob sie
am 20. September 2012 auf dieses Datum hin wieder auf,
weil
die Weiterführung der Integrationsmassnahme
gemäss den eingliederungsverantwortlichen Personen
aus gesundheitlichen Gründen
nicht
mehr angezeigt
sei (Urk. 8/69).
A
m
26. April 2013
verfügte die IV-Stelle sodann
– in Bestätigung ihres Vorbe
scheids vom 13. Dezember 2012 (Urk. 8/91) – die Abweisung des
Rentenbe
gehrens
(Urk. 2).
1.2
Die SUVA hatte ihre Leistungspflicht für die Folgen
de
s
vom Versicherten am 21. April 2009 erlittenen Sturzes
(Urk. 8/11 S.
41
)
anerkannt und
Heilbehand
lungsleistungen
sowie Taggelder erbracht.
Am
12. Juli 2012
teilte sie
X.___
mit, dass sie ihre Taggeldleistungen aufgrund der Taggeldzahlungen der IV-Stelle während des Belastbarkeitstrainings ab 1. September 2012 per 31. August 2012
sistieren
werde. Nach Beendigung der
IV-Massnahme sei ihm angesichts der
gemäss der Einschätzung ihres Kreisarztes bestehenden vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit zumutbar. Über den weiteren Anspruch auf
Unfallversi
cherungsleistungen
werde er nach Abschluss des Belastbarkeitstrainings infor
miert werden (Urk. 8/58).
Am 27. November 2012 beschied die SUVA dem Versicherten
, dass sie die
Heil
kosten
- und Taggeldleistungen angesichts der Tatsache, dass kein Behandlungs
erfolg mehr zu erwarten sei, per 1. Januar 2013 einstellen und einen allfälligen über diesen Zeitpunkt hinaus bestehenden Leistungsanspruch noch prüfen werde
(Urk. 8/85)
.
In der Folge verfügte sie am 1. Februar 2013 mit Wirkung ab 1. Januar 2013 eine auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 13 % beruhende Invalidenrente
und stellte dem Versicherten in Aussicht,
zu einem späteren Zeitpunkt noch
über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu befin
den
(Urk. 8/101).
2.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 26. April 2013 (Urk. 2) liess
X.___
am 29. Mai 2013 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei dem Beschwerdeführer ab 1.4.2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
2.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
3.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verp
flichten, dem Beschwerdeführer d
ie Auslagen für das eingeholte Gutachten durch die
Gutachtenstelle
A.___
vom 22.5.2013 gemäss beiliegender Honorarnote in Höhe von Fr. 7‘480.00 vom 22.5.2013 (Beilage 3) zurückzuerstatten.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. 8 % Mehrwertsteuer  zulasten der Beschwerdegegnerin.“
Zudem beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
(Urk. 1 S. 6 f.). Die IV-Stelle schloss am 2. Juli 2013 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 7). Mit Verfügung vom 10. Juli 2013 (Urk. 9) wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und Rechtsanwältin Christina Ammann als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte zur Begründung der Rentenverweigerung aus,
der Beschwer
deführer sei
seit März 2010 wieder
in der Lage, vollzeitlich einer behinderungsangepassten Tätigkeit nachzugehen und damit – unter Berück
sichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % - ein 19 % unter dem
Vali
denlohn
liegendes Einkommen zu erzielen
(Urk. 2, Urk. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demge
genüber
– unter Hinweis auf das Gutach
ten
von Dr. med.
Z.___
, Facharzt FMH für Orthopädie,
Gutachtensstelle
A.___
,
vom 22. Mai 2013 (Urk. 3/4),
auf
die Beurteilung von Prof. Dr.
phil.
B.___
, Fachpsychologe FSP für Psychothe
rapie sowie für Kinder- und Jugendpsychologie, vom 13. März 2013 (Urk. 3/5) und
auf
die Einschätzung von Dr. med.
C.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 26. Mai 2013 (Urk. 3/6) -
auf den Standpunkt,
a
nge
sichts der Tatsache, dass die SUVA ihm
vom 29. April 2009
bis 31. Dezember
2012
ohne Unterbruch
auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % basierende
Tag
gelder ausgerichtet habe, sei der Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden
versicherung für die Zeit vom 1. April 2010 bis 31. März 2013 jedenfalls aus
gewiesen.
Die Schulterverletzung sei nie a
b
geheilt und bedinge nach wie vor eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit auch in einer Verweistätigkeit; aufgrund de
s katastrophalen Behandlungsverlaufs sei es überdies zu einer – sich ebenfalls auf die Leistungsfähigkeit auswirkenden – chronischen Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Folgen sowie einer Anpassungsstörung mit erhöhter Nervosität gekommen (Urk. 1 S. 3 ff.).
3.
3.1
Die
am 21. April 2009 notfallmässig (ambulant) konsultierten Ärzte des
Spitals D.___
, Chirurgische Klinik,
diagnostizierten eine Kniekontusion beid
seits, eine Schulterkontusion rechts sowie eine – ebenfalls rechtsseitige –
Hand
gelenkskontusion
und attestierten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (Urk. 8/11 S. 35).
3.2
Aufgrund der Ergebnisse seiner Untersuchung vom 25. März 2010 äusserte Dr. med.
E.___
, Facharzt FMH für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie,
Kreisarzt der SUVA, in seinem Bericht vom 26. März 2010
einen
Verdacht auf eine persistierende
Frozen
Shoulder
rechts.
Klinisch finde sich eine deutliche Einschränkung der Schulterbeweglichkeit, wobei der Beschwerdeführer den möglichen Leistungsrahmen wahrscheinlich nicht ausschöpfe. Bemerkenswert sei, dass er auch im Bereich der linken, unverletzten Schultern eine deutliche Kraftverminderung und eine erheblich eingeschränkte Abduktion zeige. Dies sei selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer die linke
Schulter
aufgrund der Schonung der rechten etwas mehr einsetze, nicht plausi
bel.
Es sei noch
eine konsiliarische Untersuchung in der
Klinik F.___
vor
gesehen
.
Bis zu dieser Untersuchung könne die ambulante Physiotherapie noch fortgesetzt werden.
I
n der angestammten Tätigkeit als Kranführer
habe er dem Beschwerdeführer zunächst nochmals eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert (Urk. 8/15 S. 10).
3.3
Die
seit 4. Juni 2010 ambulant behandelnden
Ärzte der
Klinik F.___
, Ortho
pädie, stellten am
28. Dezember
2010 nachstehende Diagnosen (Urk. 8/
20
S.
6
):
-
Postoperative
Frozen
Shoulder
rechts bei
-
Status nach Schulterarthroskopie rechts,
Bursektomie
,
subacromialem
Débridement
,
Bizepsteno
d
ese
und
Rotatorenmanschettenrepair
am 23. Oktober 2009 bei
g
rosser PASTA-Läsion mit ganz kleiner Perfora
tion der
Supraspinatussehne
rechts
Der Beschwerdeführer, der eine stark eingeschränkte Schulterfunktion mit aus
ge
prägter Schmerzsymptomatik aufweise, sei als
Kranführer weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig
. Auch eine sitzende Tätigkeit
am Computer
sei ihm derzeit nicht zumutbar. Eingliederungsmassnahmen erschienen aktuell nicht als sinn
voll, da die Behandlung noch nicht abgeschlossen sei
(Urk. 8/
20 S. 7
).
3.4
Am 28. Januar 2011 wurde der Beschwerdeführer vom SUVA-Kreisarzt Dr. med.
G.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparats, untersucht. Dieser stellte in seinem Bericht vom 31. Januar 2011 folgende Diagnosen (Urk. 8/23 S. 7):
-
Verdacht auf CRPS I bei
-
Status nach Schulterarthros
kopie rechts,
Bursektomie
,
subac
romialem
Débridement
,
Bizepstenodese
und
Rotatorenmanschettenrepair
am 23. Oktober 2009 bei
-
g
rosser PAST
A
-Läsion mit ganz kleiner Perforation der
Supra
spinatus
sehne
rechts
Aufgrund der anamnestischen Angaben sei eher von einem CRPS
I
(
Sudeck
)
als von einer
Frozen
Shoulder
auszugehen. Aktuell
könne der
– rechtsdominante – Beschwerdeführer
nicht mehr für eine Arbeit
eing
esetzt werden
(Urk. 8/23 S. 8).
3.5
Gestützt auf die Ergebnisse der Untersuchung vom 1. Februar 2011 stellte RAD
Arzt Dr.
Y.___
am 4. Februar 2011 folgende Diagnosen (Urk. 8/
22 S.
6):
-
Posttraumatische
Periarthropathia
Humeroscapularis
rechts nach Arbeits
unfall mit Kontusion der rechten Schulter am 21. April 2009
-
Entwicklung einer
Frozen
Sh
oulder
sowie einer
retraktilen
K
apsulitis
der rechten Schulter
-
Status nach
Bursektomie
,
subacromialem
Débridement
,
Bizepstenodese
und
Rotatorenmanschettenrepair
am 23. Oktober 2009
-
Einschränkung der aktiven rechtsseitigen Schulterbeweglichkeit in allen Ebenen um zirka 2/3 im Vergleich zur linken Seite
An der rechten oberen Extremität
, die eine intakte Durchblutung, Motorik und Sensibilität aufweise,
seien keine Anzeichen einer
Muskelverschmächtigung
festzustellen, was im Widerspruch zu den seit 19 Monaten geklagten rechtsseiti
gen Schulterschmerzen stehe. Auch seien die Fingergrundgelenke
Digitus
IV
und V auf der Beugeseite beidseitig
beschwielt
. Diese Befunde liessen darauf schliessen, dass die rechte obere Extremität erheblich stärker eingesetzt werde als vom Beschwerdeführer, der bei der Prüfung des Bewegungsausmasses durch deutliches Grimassieren und Betonen der Schmerzen versucht habe, die Beschwerden nachhaltig darzustellen
,
angegeben.
Dieser sei als
Kranführer und Maurer weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. Eine
leichte körperliche Tätigkeit ohne repetitiven Einsatz des rechten Arms
beziehungsweise eine
Tätigkeit, bei de
r
der rechte Arm nur gelegentlich als Greifhilfe (in begrenztem Radius) ein
gesetzt
werde und die keine Überkopfarbeiten und kein Vorhalten der Arme erfordere,
sei ihm indes
seit März 2010
wieder vollzeitlich zumutbar.
Dass die Ärzte der
Klinik F.___
am 28. Dezember 2010 von einer Arbeitsunfähigkeit auch in einer Verweistätigkeit ausgegangen seien, sei angesichts der Ergebnisse der Untersuchung nicht nach
zu
vollziehen (Urk. 8/22 S. 6 f.). Durch eine inten
sive stationäre Rehabilitationsbehandlung lasse sich wohl noch eine Verbesse
rung der rechtsseitigen Schulterbeweglichkeit und damit auch der Arbeitsfähig
keit erzielen (Urk. 8/22 S. 7).
3.6
In seiner aufgrund der Akten verfassten Stellungnahme vom 9. Februar 2011 (Urk. 8/89 S. 6 f.) gelangte RAD-Arzt Dr. med.
H.___
, Facharzt
FMH
für Arbeitsmedizin, zum Schluss
, dass in der angestammten Tätigkeit seit 21. April 2009 eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit bestehe. Eine leidensangepasste Tätig
keit, wie sie Dr.
Y.___
umschrieben habe
(vgl. Urk. 8/22 S. 6 f.)
, sei dem Beschwerdeführer ab 1. März 2010 indes wieder
in vollem Pensum
zumutbar.
Da noch mit einer Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit auch der Arbeitsfähigkeit
zu rechnen sei, sei das Anforderungsprofil einer
Verweistätig
keit
nach einer Neubeurteilung durch den RAD in einem Jahr nochmals neu zu definieren.
3.7
Nachdem sich der Beschwerdeführer vom 21. April bis 26. Mai 2011 stationär in der Rehaklinik
I.___
hatte behandeln lassen, stellten die Ärzte im
Austritts
bericht
vom 6. Juni 2011 folgende Diagnosen (Urk. 8/32 S. 5):
-
Teilruptur
Supraspinatussehne
rechts
nach Leitersturz am 21. April 2009
-
Arthro
-MRI Schulter rechts vom 1. September 2009: Zeichen einer
retraktilen
Kapsulitis
bei sehr engem Gelenksraum; kleine Rissbildung
artiku
l
arseitig
am distalen Ansatz der
Supraspinatussehne
ventralsei
tig
mit Kontrastmittelübertritt in die Bursa
subacromialis
; übrige Anteile der
Rotatorenmanschette
intakt, kräftige Muskulatur
-
Schulterarthroskopie rechts am 23. Oktober 2009;
Bursektomie
,
sub
acromiales
Débridement
,
Bizepstenodese
und
Rotatorenmanschetten
repair
-
Arthro
-MRI Schulter rechts vom 30. Juni 2010: regelrechter post
operati
ver Zustand, wenig Kontrastmittelübertritt nach
sub
deltoidal
ventral, aber kein umschriebener Substanzdefekt in der Manschette, auch keine eindeutigen Hinweise für eine adhäsive
Kap
sulitis
-
Periarthropathia
humeroscapularis
-
Myofasziales
Schmerzsyndrom Hals-/Schulterbereich rechts
-
neurologische Untersuchung vom 7. April 2011: am ehesten
muskulo
s
kelettal
getriggerte
,
chronifizierte
Zervikozephalgien
rechts sowie
zer
viko
gener
Schwindel
-
Farbduplexsonographie der hirnversorgenden Gefässe vom 7. April 2011: unauffällig
-
MRI der Halswirbelsäule (HWS) vom 13. Mai 2011: in den Segmenten HWK 3/4 und HWK 4/5 Nachweis einer leichten
dorsomedianen
Bandscheibenprotrusion
, die den ventralen
Subarachnoidalraum
etwas verleg
e
; kein Hinweis auf eine Nervenwurzelkompression oder eine
Myelonkompression
; regelrechte
Signalgebung
des
Myelons
ohne Nachweis eines
Myelopathiesignals
; deutliche Verfettung der zervi
kalen Muskulatur
-
Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren, ICD-10 F45.41
-
Maximal leichte Anpassungsstörung mit kurzen panikartigen Zuständen von wenigen Sekunden und erhöhter Nervosität und Besorgtheit, ICD-10 F43.23; inzwischen mehrheitlich remittiert
Bei Klinikaustritt hätten nachstehende Probleme bestanden:
-
Ausgeprägte schmerzlimitierte Bewegungseinschränkung Schulter rechts
-
Dauer- und belastungsabhängige Schmerzen der rechtsseitigen
Halsmus
kulatur
, teilweise mit Ausstrahlung in die rechte Kopfseite
Im Rahmen der stationären Rehabilitation habe keine namhafte Verbesserung der Beschwerden erreicht werden können. Weitere physiotherapeutische Mass
nahmen seien nicht vorgesehen.
Der Beschwerdeführer, der
die Symptomati
k für rein somatisch bedingt halte, erachte eine – an sich sinnvoll erscheinende
–
ambulante Psychotherapie als unnötig. Es sei eine erhebliche
Symptomauswei
tung
beobachtet worden.
Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei gutem
Effort
eine bessere Leistung zu erbringen vermöchte, als er dies im Rahmen der Leistungstests und des Behandlungsprogramms getan habe.
Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen und bildgebenden Untersuchungen und mit den Diagnosen nur teilweise erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit erfolge daher gestützt auf medizinisch-theoretische Überle
gungen. Die festgestellte psychische Störung wirke sich nicht in relevanter Weise auf das Leistungsvermögen aus
(Urk. 8/32 S. 6)
.
Arbeitsrelevant sei dage
gen eine subjektiv empfundene starke Schmerzhaftigkeit des rechten Schulter
gelenks mit ausgeprägter Einschränkung des Bewegungsumfangs der rechten Schulter (Urk. 8/32 S. 8).
Unfallbedingt sei dem Beschwerdeführer die Arbeit als Kranführer und Bauarbeiter nicht mehr zumutbar.
In einer lei
densangepassten
Tätigkeit
bestehe indes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/32 S. 6).
3.
8
Gestützt auf die Ergebnisse der erneuten kreisärztlichen Untersu
chung vom 28. Juli 2011 stellte
Dr.
G.___
am 3. August 2011 folgende Diagnosen (Urk. 8/41 S. 29):
-
Verdacht auf postoperative
Frozen
Shoulder
rechts bei
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Bursektomie
,
suba
c
romialem
Débri
dement
,
Bizepstenodese
und
Rotatorenmanschettenrepair
am 23. Ok
tober 2009 bei
-
grosser PASTA-Läsion mit ganz kleiner Perforation der
Supra
spinatus
sehne
rechts
-
Myofasziales
Schmerzsyndrom Hals-/Schulterbereich rechts
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Er führte aus, d
er Beschwerdeführer könne die rechte Schulter noch immer schlecht bewegen. Es fänden sich keine Anhaltspunkte mehr für ein CRPS I. Ob tatsächlich eine
Kapsulitis
(
Frozen
Shoulder
) vorl
iege, sei eher fraglich. Die Ärzte der Rehaklinik
I.___
hätten zusätzlich eine
somatoforme
Schmerzstö
rung
und eine Selbstlimitierung festgestellt und eine zumindest leichte Tätigkeit wieder für
ganztags
zumutbar erachtet. Unter Berücksichtigung auch der
somatoformen
Schmerzstörung sei ein Einsatz eigentlich nur noch mit dem linken Arm möglich, wobei die rechte Hand bis Flanken- oder Tischhöhe noch als
Zudienhand
eingesetzt werden könne. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei einer
Frozen
Shoulder
um eine selbstlimitierende Krankheit handle, die die Funktion früher oder später nicht mehr beeinträchtigen sollte, erweise sich die
Beantwortung der Frage nach dem Integritätsschaden als schwierig (Urk. 8/41 S. 29).
3.9
Das MRI der rechten Schulter vom 31. August 2011 ergab eine leichte AC
Arthrose. Der postoperative Zustand nach
Rotatorenmanschettenrepair
sei ansonsten weiterhin regelrecht. In der Bursa
subacromialis
finde sich ein wenig Flüssigkeit, was postoperativ als normal zu werten sei. Eindeutige Hinweise auf eine adhäsive
Kapsulitis
seien keine vorhanden (vgl. Bericht
Klinik F.___
vom 5. Oktober 2011, Urk. 8/41 S. 4).
3.10
Am 20. Oktober 2011 hielten die Ärzte der
Klinik F.___
, Rheumatologie, fest, betreffend die Schulter sei weiterhin von einem protrahierten Verlauf nach  Schulterarthroskopie rechts und noch anhaltender adhäsiver
Kapsulitis
auszu
gehen. Spezifischere Behandlungsmassnahmen fielen keine in Betracht (Urk. 8/78 S. 8).
3.1
1
Nachdem sie den Beschwerdeführer am 20.
August 2012
-
auch
neuro
graphisch
untersucht hatte, hielt Dr. med.
K.___
, Fachärztin FMH für Neuro
logie, in ihrem Bericht vom 21. August 2012 fest, die Ergebnisse sämtlicher durchge
führten Untersuchungen seien unauffällig (Urk. 8/78 S. 51).
3.1
2
Die Ärzte der Klinik
L.___
, Obere Extremitäten,
gaben am 6. September 2012 an, es liege ein diffuses Beschwerdebild mit
einer deutlich eingeschränkten
HWS-Mobilität,
einer
schmerzhafte
n
Bewegungseinschränkung der Schulter sowie
eine
Funktionsstörung und Schwellung im Bereich der rechten Hand vor.
Auch wenn sich der Verdacht auf ein
e
Reruptur
der
Supraspinatussehne
, auf welche der Befund der Ultraschalluntersuchung hindeute, in der vorgesehenen
Arthro
-MRI-Untersuchung bestätigen sollte, liessen sich diese
Beschwerden
wohl
mit einer derartigen Verletzung allein noch nicht erklären. Mittels operati
ver Massnahmen
lasse sich keine wesentliche
Besserung mehr
erzielen
. Auf
grund des aktuell demonstrierten Beschwerdebildes könne
-
entgegen dem Kreisarzt
-
eher nicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätig
keit ausgegangen werden (Urk. 8/78 S. 55).
3.13
Am 19. September 2012 hielten die Ärzte der
Klinik L.___
, Obere Extremi
tä
ten, fest, die Situation bleibe weiterhin absolut unklar. Die Befunde des
Arthro
-MRI der rechten Schulter vom 18. September 2012 vermöchten die demonstrierten Beschwerden in keiner Weise zu erklären. Es sei noch eine 3
Phasen-Skelett-Szintigraphie indiziert (Urk. 8/78 S. 39).
3.1
4
Die Ärzte der
Klinik L.___
, Obere Extremitäten, stellten am 2. Oktober 2012 nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/75 S. 5):
-
Ausgeprägte, unklare Restbeschwerden bei
-
Status nach Leitersturz am 21. April 2009
-
Status nach Schulterarthroskopie rechts mit
Bursektomie
,
subacro
mia
lem
Débridement
,
Bizepstenodese
und
Rotatorenman
schetten
repair
am 23. Oktober 2009
-
postoperativ Auftreten einer schmerzhaften Bewegungsstörung; Diffe
rentialdiagnosen:
Frozen
Shoulder
, Morbus
Sudeck
-
Arthro
-MRI Schulter rechts vom 18. September 2012 mit intakter
Rota
torenmanschette
und relativ kleinem
Recessus
axillaris
, keine Ruptur
-
3-Phasen-Skelett-Szintigraphie vom 20. September 2012: pathologi
sche Aktivität im
Humeruskopf
in der Spätphase; Differentialdiag
nose: degenerativ/
Omarth
r
ose
Sie führten aus, d
ie Situation sei – auch nach dem
Arthro
-MRI, der Skelett-Szinti
graphie und weiteren Untersuchungen - klinisch nach wie vor unklar. Der Beschwerdeführer könne seinen Arm praktisch nicht mehr gebrauchen.
Realis
tischerweise
sei nicht mehr mit einer
Restitutio
ad
integrum
zu rechnen. Betref
fend Arbeitsfähigkeitsbeurteilung werde auf die Einschätzung des Kreisarztes der SUVA verwiesen (Urk. 8/75 S. 7).
3.1
5
In seiner gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom 1. Dezember 2012 gelangte
RAD-Arzt
Dr.
H.___
zum Schluss, dass seit der Untersuchung durch
RAD-Arzt Dr.
Y.___
am 1. Februar 2011 keine funktions- oder
tätig
keitsrelevante
Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Insofern könne weiterhin auf die damalige Arbeitsfähigkeitsbeurteilung abgestellt wer
den (Urk. 8/89 S. 8).
3.1
6
Prof. Dr.
phil.
B.___
, der den Beschwerdeführer von Juni 2011 bis Dezem
ber 2012 psychother
apeutisch behandelt hatte, stellte in seinem Schreiben an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 13. März 2013 folgende Diag
nosen (Urk. 3/5 S. 2):
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, ICD-10 F45.41
-
Anpassungsstörung mit erhöhter Nervosität, ICD-10 F43.23
-
Traumatisierung nach akuter Belastungsreaktion infolge eines Unfalls mit schwerer Beeinträchtigung von Gefühlen (Unsicherheit, Angst, Besorgnis bis Niedergeschlagenheit, Dauer-Anspannung und Ärger)
Der Beschwerdeführer sei – trotz mehrerer Rehabilitationsversuche – in jeglicher Tätigkeit zu 80 bis 95 % arbeitsunfähig. Er sei noch in der Lage, einfache Arbeiten im Haushalt wie Staubsaugen, den Tisch decken oder den Geschirr
spüler einräumen, mit der linken Hand zu verrichten, dies indes auch nicht regelmässig. Seit zirka vier Monaten könne er auch die Tochter nicht mehr in den Hort begleiten und wieder abholen, weil er
sich nicht mehr
auf
seine
Kräfte
verlassen könne
und merke, dass für Betreuungsaufgaben Kontinuität wichtig sei. Auch Autofahren könne er
-
aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit des Halses (er könne nicht mehr zur Seite schauen, wenn schnelle Reaktionen erforderlich seien) und der Medikation
-
nicht mehr. Aus den genannten Grün
den sei derzeit auch die
-
im Hinblick auf die damit verbundenen sozialen Kontakte an sich wünschenswerte
- Ausübung einer
Verweistätigkeit im Pen
sum von zwei bis drei Stunden täglich nicht realistisch (Urk. 3/5 S. 2 f.).
3.1
7
Am 11. Februar 2013 wurde der Beschwerdeführer im Auft
rag seiner
Rechtsver
treterin
vom
A.___
-Gutachter
Dr.
Z.___
orthopädisch
untersucht. Dieser stellte in seine
r
Expertise
vom 22. Mai 2013 nachstehende Diagnosen (Urk. 3/4 S. 43):
-
Persistierendes Schulter-Arm-Syndrom rechts mit/bei
-
Status nach Leitersturz am 21. April 2009
-
präoperativer adhäsiver
Kapsulitis
-
Status nach Schulterarthroskopie und Revision
arthroskopisch
einer grossen PASTA-Läsion am 23. Oktober 2009
-
sich ausweitend zu einer Halbseitensymptomatik rechts mit Beschwer
den im rechten
Iliosakralgelenk
(ISG), im rechten Bein und der
Len
denwirbelsäule
(LWS) linksbetont
-
Status nach HWS-Trauma 2008 mit MRI-mässig auf Höhe C3/C4 einer medianen Diskushernie und leichter
foraminaler
Enge C3/C4 links
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, ICD-10 F45.41
-
Anpassungsstörung mit erhöhter Nervosität, ICD-10 F43.23
Es sei davon auszugehen, dass das aktuelle Beschwerdebild im Wesentlichen unver
ändert anhalten und der Beschwerdeführer daher als Maurer/Kranführer zu 100 % arbeitsunfähig bleiben werde.
Aufgrund der klinischen Befunde gebe es für den Exploranden, der bis zum Unfall als Hilfsarbeiter manuelle Arbeiten verrichtet habe, auch keine optimal adaptierte Tätigkeit, die er noch
ausüben
könnte
(Urk. 3/4 S. 43).
3.1
8
Nach Einsicht in das Gutachten von Dr.
Z.___
vom 22. Mai 2013 (Urk. 3/4) teilte
der Psychiater
Dr.
C.___
der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers am 26. Mai 2013 mit, wenn den somatischen Beschwerden – wie aus der Expertise von Dr.
Z.___
hervorgehe – ein organisches Korrelat zugrunde liege, könne er sich der Beurteilung von Prof. Dr.
phil.
B.___
(Urk. 3/5) nur anschliessen (Urk. 3/6).
4.
4.1
Nach Lage der Akten steht fest und ist unbestritten (Urk. 2, Urk. 7), dass der Beschwerdeführer aufgrund der am 21. April 2009 erlittenen rechtsseitigen Schulterverletzung als Kranführer beziehungsweise Bauarbeiter zu 100 % arbeitsunfähig ist (vgl.
hiezu
insbesondere Bericht Rehaklinik
I.___
vom 6. Juni 2011; Urk. 8/32 S. 6).
4.2
4.2.1
Hinsichtlich der Auswirkung der organisch objektivierbaren Beschwerden
auf die Leistungsfähigkeit
wies der SUVA-Kreisarzt Dr.
E.___
bereits am 25. März 2010 darauf hin, dass die demonstrierte massive Einschränkung des Leistungs
vermögens angesichts der erhobenen Befunde nicht plausibel sei und dass – in der angestammten Tätigkeit – zunächst noch von einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit auszugehen sei (Urk. 8/15 S. 10). Während sich Dr.
E.___
zur Zumut
barkeit einer Verweistätigkeit angesichts der damals noch vorgesehenen konsili
arischen Untersuchung in der
Klinik F.___
gar nicht äusserte,
attestierten die Ärzte der Klinik
F.___
(vgl. Bericht vom 28. Dezember 2010, Urk. 8/20 S. 6 f.)
und
der Kreisarzt Dr.
G.___
(vgl. Bericht vom 31. Januar 2011, Urk. 8/23 S. 8)
dem Beschwerdeführer
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
auch in einer anderen (jedenfalls Büro- [vgl. Urk. 8/20 S. 7]) Tätigkeit
.
Auf die Einschätzung dieser Ärzte kann indes deshalb nicht abgestellt werden, weil sie die Arbeitsunfähigkeit auch in einer Verweistätigkeit
– wie später auch die Ärzte der
Klinik L.___
(vgl. Bericht vom 6. September 2012
,
Urk. 8/78 S. 55)
-
nicht mit aus den erhobenen Befunden resultierenden funktionellen Defiziten, sondern (zumindest implizit)
mit Schmerzen und einer eingeschränk
ten rechtsseitigen Schulterfunktion
respektive mit dem „
heute
demonstrierten Beschwerdebild“ (Urk. 8/78 S. 55)
begründeten
.
Der Hinweis von
Dr.
G.___
auf die Rechtshändigkeit des Beschwerdeführers
(Urk. 8/23 S.
8
) lässt überdies
darauf schliessen, dass er eine ausschliesslich linkshändig
verrichtbare
Tätigkeit gar nicht in Betracht zog
.
S
chmerzen an sich
sind jedoch
praxisgemäss noch kein
Grund für eine
Arbeitsunfähigkeit
,
und eine einseitig
beeinträchtigte
Schulterfunktion
wirkt sich nicht einschränkend auf die
Arbeitsfähigkeit in einer entsprechend angepassten Tätigkeit
aus
.
RAD-Arzt Dr.
Y.___
legte denn
in der Folge
in seinem Bericht vom 4. Februar 2011
-
angesichts der von ihm erhobenen Befunde
durchaus
einleuchtend
-
dar, dass
der Beschwerdeführer
tatsächlich
seit März 2010 in einer leidensangepassten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 8/22 S. 6 f.).
Zu diesem Schluss gelangten kurz darauf auch die
Ärzte der Rehaklinik
I.___
, die dem Beschwerdeführer
gestützt
auf die medizinischen Akt
en und auf die während der
fünfwöchigen stationären
Behandlung im Frühjahr 2011 gewonnen
en
Erkenntnisse
in einer
leichte
n
Tätigkeit ohne wiederholtes Hantieren mit Lasten über Brusthöhe und ohne körperfernes Hantieren mit Lasten
ebenfalls
wieder
eine
100%
ige
Arbeits
fähigkeit attestierten
(Urk. 8/32 S. 6 und S. 8).
Die
im Rahmen der
seither durchgeführten
zahlreichen
-
auch
bildgebenden
-
Untersuchungen
erhobenen
Befunde
lassen ebenfalls auf keine
auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
bestehende
Einschränkung de
r Arbeitsfähig
keit schliessen.
Dies gilt auch für die Begutachtung durch den
A.___
-
Orthopä
den
Dr.
Z.___
. Auf dessen Einschätzung kann schon deshalb nicht abgestellt werden, weil er
die
von ihm (auch) in einer leidensangepassten Tätigkeit be
scheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
nicht etwa mit organisch bedingten funktionellen Defiziten begründete, sondern damit, dass es auf dem
ersten
Arbeitsmarkt keine optimal adaptierte Tätigkeit für den bis zum Unfall vom 21. April 2009 manuell tätig gewesenen Hilfsarbeiter
gebe (vgl. Expertise vom 22. Mai 2013; Urk. 3/4 S. 43).
Rechtsprechungsgemäss
bietet der
ausgeglichene Arbeitsmarkt indes
selbst für funktionell Einarmige, die nur noch
leichte
Hilfs
arbeiten
verrichten können, genügend
realistische Betätigungsmöglichkeiten. Zu denken ist
etwa
an
e
infache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie
an
die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschi
nen oder Produktionseinheiten, die nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_100/2012 vom 29. März 2012 E. 3.4
mit Hinweisen
)
.
Demnach
ist nicht zu beanstanden, dass die IV
Stelle von einer aus physischer Sicht seit März 2010 bestehenden 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit ausging
(Urk. 2, Urk. 7)
.
4.2.2
Aus psychischer Sicht
ist von keiner sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Störung auszugehen.
Nachdem während rund zwei Jahren keiner der
nach dem Unfall vom 21. April 2009 behandelnden und untersuchenden Ärzte eine psy
chische Beeinträchtigung
auch nur in Betracht gezogen hatte, diagnostizierten d
ie Ärzte der Rehaklinik
I.___
am 6. Juni 2011 z
war eine chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren sowie eine
maximal leichte
-
Anpassungsstörung mit kurzen panikartigen Zuständen von wenigen Sekunden und erhöhter Nervosität und Besorgtheit
(Urk. 8/32 S. 5)
. In ihrem Austrittsbericht
vom genannten Datum
legten sie indes
-
unter Hinweis auf das Ergebnis der im Rahmen der fünfwöchigen stationären Behandlung durchgeführten psychosomatischen Abklärung (Urk. 8/
32
S.
7
) - einleuchtend dar, dass
das psychische Leiden
keine relevante Auswirkung auf das Leistungs
vermögen zeitige (Urk. 8/32 S. 6). Diese Einschätzung wird durch die Beurtei
lung des von Juni 2011 bis Dezember 2012 behandelnden Psychotherapeuten
Prof.
Dr. phil.
B.___
vom 13. März 2013 (Urk. 3/5) nicht in Frage gestellt.
Prof.
Dr. phil.
B.___
begründete die von ihm attestierte 80 bis 95%ige Arbeitsunfähigkeit
nämlich
nicht etwa mit von ihm erhobenen Befunden, son
dern mit den vom Beschwerdeführer, der sich aktenkundig für gänzlich arbeits
unfähig hält, geschilderten (
physischen
) Einschränkungen (Urk. 3/5 S. 2 f.
). Auch das Schreiben von Dr.
C.___
vom 26. Mai 2013 (Urk. 3/6) lässt nicht auf eine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende psychische Störung schliessen. Im Gegenteil legte der genannte Psychiater dar, dass er die von
Prof.
Dr. phil.
B.___
bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (nur) bestätigen könne, wenn die geklagten somatischen Beschwerden sich einem organischen Korrelat zuordnen liessen, mithin
sofern
aufgrund objektivierbarer gesundheitlicher Beeinträchti
gungen eine Leist
ungseinbusse resultiere
. Die
s ist indes, wie bereits dargelegt, nicht der Fall, steht die
vom Beschwerdeführer angegebene Symptomatik
doch
zumindest in ihrem Ausmass
-
in erheblicher Diskrepanz zu den erhobenen Befunden.
4.2.3
Die IV-Stelle ging demnach zu Recht von einer
seit März 2010 bestehenden
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer den physischen Leiden angemessen Rechnung tragenden Tätigkeit aus (Urk. 2).
4.3
4.3.1
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe aufgrund der Tatsache, dass
die SUVA bis Ende Dezember 2012 auf einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ba
sierende Taggelder aus
gerichtet habe
(Urk. 8/85),
vom 1. April 2010 bis 31. März 2013 jedenfalls Anspruch auf eine befristete ganze Rente (Urk. 1 S. 3), ist unzutreffend.
E.___
als im
U
n
fallversicherungsrecht ist der Rentenan
spruch
, mithin auch die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, im Invalidenversicherungsrecht nämlich nicht
erst
dann
zu prüfen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 des Bundes
gesetzes über d
as Unfallversicherungsrecht [UVG]).
Sodann basieren die
Tag
geldzahlungen
vorweg auf der Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf, was für die Invalidenversicherung regelmässig nicht von
leistungsbegründendem Belang ist.
4.3.2
Ohne Gesundheitsschaden hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2009 ein Salär von Fr. 67‘925.-- erzielt (vgl. Arbeitgeberfragebogen, Urk. 8/6
S. 4
). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von
1
%
(Die Volkswirt
schaft
9
2014, S. 85, Tabelle B 10
.
3 von Index 2136 auf Index 2150
)
ergibt sich für das
für den Einkommensvergleich massgebende Jahr 2010
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
68‘604.--
.
4.
3.
3
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist vom
nicht nach Branchen diffe
renzierten standar
disierten monatlichen Bruttolohn (inklusive 13. Monatslohn, basierend auf
einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte an Ar
beitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus (Kate
go
rie
4) von Fr. 4‘901.-- im
Jahr
2010 auszugehen (Tabelle TA1 der LSE 2010, S. 26). Aufgerechnet auf die
durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von
41,6 Stunden pro Woche
(Die Volkswirt
schaft
9
2014, S. 84, Tabelle B
9.2)
ergibt dies ein Bruttoeinkommen von Fr.
61‘164.--
.
Die Lohnaussichten in einer Ver
weistätigkeit sind vorliegend insofern unterdurchschnittlich, als der Beschwer
deführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung nur noch in der Lage ist, einer körperlich leichten Tätigkeit,
die kein wiederholtes Hantieren mit Lasten über Brusthöhe und kein körperfernes Hantieren mit Lasten erfordert
, nachzugehen (Urk. 8/
32 S. 6
). Dem trug die IV-Stelle mit der Gewährung eines leidensbedingten Abzug
s von 10
% angemessen Rechnung (Urk. 2).
4.3
.
4
Stellt man das
- unter Berücksichtigung des 10
%igen leidensbedingten Abzugs resultierende – Invalideneinkommen von Fr.
55‘048.--
dem
Validenlohn
von Fr.
6
8
‘
604
.--
gegenüber, ergibt sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
20
%. Die Rentenverweigerung erweist sich demnach als rechtens.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 700.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
5.2.1
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gutachtenskosten (Urk. 1 S. 2
, Urk. 3/3
) fallen unter den Begriff der Parteikosten im Sinne von Art. 61
lit
. g ATSG. Da der Beschwerdeführer in diesem Verfahren unterliegt, hat er
keinen Anspruch auf Ersatz dieser Kosten
,
zumal
die medizinischen Angaben
in den vom Beschwerdeführer eingeholten Gutachten
in Bezug auf dieses Verfahren
kaum
sachdienlich und beachtlich waren (vgl. BGE 115 V 62 E. 5c; SVR
2011 IV Nr.
13 S.
35 E.
2 [
Urteil des Bundesgerichts
9C_178/2010
vom 14. April 2010
])
. Gründe für ein ausnahmsweises Abweichen davon (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Art. 61
lit
. g
Rz
118) liegen nicht vor.
5.2.2
Mit Honorarnote vom
13
. Oktober 2014 (Urk. 11) machte die unentgeltliche
Rechts
vertreterin
des Beschwerdeführers einen Aufwand von
9,50
Stunden und Barauslagen im Betrag von Fr.
168.10
geltend. Unter Berücksichtigung eines praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 200.-- sowie der Barauslagen von Fr.
168.10
(je zuzüglich Mehrwertsteuer) ist Rechtsanwältin Christina Ammann mit einem Betrag von Fr.
2‘233.55
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer
wird
auf
die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Christina Ammann, Uster,
wird mit
Fr.
2‘233.55
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Dem Beschwerdeführer wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
5
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christina Ammann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
6
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer