# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91450521-14f6-5d9d-90e2-8d5d807d0d6d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-08-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.08.2015 E-5134/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5134-2015_2015-08-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5134/2015 und E-5143/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  A u g u s t  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner;   

Gerichtsschreiber Christoph Berger. 

   

Parteien 

 
A._______,  

B._______, 

C._______, 

sowie 

D._______, 

Syrien,  

vertreten durch E._______,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone; Verfügungen 

des SEM vom 17. August 2015, N (…) und N (…). 

 

 

 

E-5134/2015 / E-5143/2015 

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden am 14. Juli 2015 mit Einreisebewilligung 

des SEM in die Schweiz einreisten und gleichentags im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nachsuchten, 

dass das SEM die Beschwerdeführenden mit Zuweisungsentscheiden vom 

17. August 2015 unter Hinweis auf Art. 27 AsylG (SR 142.31) und Art. 21 

und 22 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,     SR 

142.311) für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Schwyz zuwies 

und einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog, 

dass das SEM ferner festhielt, der Zuweisungsentscheid könne nur mit der 

Begründung angefochten werden, er verletze den Grundsatz der Einheit 

der Familie,  

dass die Beschwerdeführenden mit Eingaben vom 24. August 2015 (Post-

stempel) gegen diese Entscheide des SEM Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht erheben und sinngemäss die Aufhebung der Verfügungen 

vom 17. August 2015 sowie die Zuweisung in den Kanton Zürich beantra-

gen, 

dass auf die Begründung der Beschwerden, soweit entscheidwesentlich, 

in den Erwägungen einzugehen ist, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass es sich beim Entscheid über die Zuweisung einer asylsuchenden Per-

son an einen Kanton gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG um eine selbständig 

beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbare Zwischenverfügung handelt 

(Art. 107 Abs. 1 AsylG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtenen Verfügungen besonders berührt 

E-5134/2015 / E-5143/2015 

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sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden ein-

zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),  

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um solche handelt, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass vorliegend gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass die Beschwerdeverfahren E-5134/2015 und E-5143/2015 aufgrund 

des engen persönlichen und sachlichen Zusammenhangs zu vereinen 

sind, 

dass das SEM die Asylsuchenden gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG den Kan-

tonen zuweist und dabei den schützenswerten Interessen der Kantone und 

der Asylsuchenden Rechnung trägt, 

dass die Verteilung nach einem Schlüssel gemäss Art. 21 AsylV 1 erfolgt, 

wobei das SEM bei der Verteilung bereits in der Schweiz lebende Fami-

lienangehörige, die Staatsangehörigkeit der Asylsuchenden und beson-

ders betreuungsintensive Fälle berücksichtigt (Art. 22 Abs. 1 AsylV 1), 

dass ein Zuweisungsentscheid des Staatsekretariats gemäss Art. 27 

Abs. 3 letzter Satz AsylG – der als lex specialis der allgemeinen Regel von 

Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgeht (vgl. Art. 106 Abs. 2 AsylG) – in materieller 

Hinsicht nur mit der Begründung angefochten werden kann, er verletze den 

Grundsatz der Einheit der Familie (vgl. BVGE 2009/54 E. 1.3.1), 

dass sich der Begriff der Familieneinheit gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG 

grundsätzlich an dem im Asylrecht geltenden Familienbegriff im Sinne von 

Art. 1a Bst. e AsylV 1 orientiert und mithin die Kernfamilie (Ehegatten und 

minderjährige Kinder) umfasst, 

dass über diesen engen Kern hinausgehende verwandtschaftliche Bezie-

hungen demgegenüber nur dann unter den Schutz der Einheit der Familie 

E-5134/2015 / E-5143/2015 

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fallen, sofern zwischen diesen Personen ein eigentliches Abhängigkeits-

verhältnis besteht (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.1), 

dass gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts insbeson-

dere dann von einem derartigen Abhängigkeitsverhältnis unter Verwandten 

auszugehen ist, wenn die Angehörigen behindert sind oder aus einem an-

deren Grund auf die Hilfe einer Person, welche in der Schweiz lebt, ange-

wiesen sind (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.2), 

dass die Beschwerdeführenden in ihrer Rechtsmitteleingabe lediglich vor-

bringen, sie würden sich wünschen, dass sie als Tochter/Schwester mit ih-

rer Familie in der Nachbarschaft ihrer Mutter beziehungsweise Schwester 

mit ihrer Familie untergebracht würden und dies auch den bereits seit Jah-

ren in der Schweiz lebenden Brüdern einen regelmässigen Kontakt und die 

Unterstützung der Neuankömmlinge ermöglichen würde, 

dass die genannten Verwandten der Beschwerdeführenden nicht zur Kern-

familie im Sinne von Art. 1a Bst. e AsylV 1 (Ehegatten und minderjährige 

Kinder) gehören, 

dass vorliegend auch nicht von einem Abhängigkeitsverhältnis im Sinne 

der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ausgegangen wer-

den kann,  

dass der blosse Wunsch eines nachbarlichen Zusammenlebens und eines 

regelmässigeren Kontaktes nicht zur Annahme eines Abhängigkeitsver-

hältnisses von in der Schweiz lebenden Familienangehörigen führt, und 

zudem die Unterstützung allgemeiner Art durch die Familienangehörigen 

auch kantonsübergreifend geleistet werden kann, 

dass damit festzustellen ist, dass die Kantonszuweisung der Beschwerde-

führenden den Grundsatz der Einheit der Familie im Sinne von Art. 27 Abs. 

3 AsylG nicht verletzt und die Beschwerden demnach abzuweisen sind, 

dass die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]) bei diesem Ausgang des Verfahrens den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG),  

dass gestützt auf Art. 6 Bst. b VGKE auf die Erhebung von Verfahrenskos-

ten zu verzichten ist. 

 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Verfahren E-4053/2015 und E-4057/2015 werden vereinigt. 

2.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

3.  

Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gabriela Freihofer Christoph Berger