# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 414dd4f4-40ea-5515-8896-1246534887fa
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 24.08.2009 ZK2 2009 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2009-17_2009-08-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 24. August 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 09 17 30. Juni 2010

Urteil 
II. Zivilkammer

Vorsitz Kantonsrichter Hubert
Richter Bochsler und Michael Dürst
Redaktion Aktuar ad hoc Pers

In der zivilrechtlichen Berufung

der A., Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Vincent Augustin, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 16. Januar 2009, mitgeteilt am 12. 
März 2009, in Sachen des B., Kläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Dominik Infanger, Werkstrasse 2, 7000 Chur, gegen die 
Beklagte und Berufungsklägerin,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 17. Januar 2003 schlossen A., Käuferin, und B., Verkäufer, einen 
Kaufvertrag über das im Interimregister Z. eingetragene Grundstück Nr. _, Plan _, 
Parzelle _. Der Kaufpreis betrug pauschal Fr. 640'000.-- und sollte wie folgt getilgt 
werden: Die Käuferin hatte die Grundpfandschuld von Fr. 285'000.-- zu 
übernehmen und die Kaufpreisrestanz von Fr. 355'000.-- gemäss separater 
Vereinbarung unter den Vertragsparteien zu begleichen. Den ersten Teil der 
Kaufpreistilgung, die Übernahme der Grundpfandschuld, erfüllte A. 
vertragsgemäss. Eine schriftliche Vereinbarung betreffend die Kaufpreisrestanz 
wurde nicht getroffen. Der Rechtsvertreter von B. forderte die Käuferin in der 
Folge sowohl mündlich wie auch mit Schreiben vom 16. Mai 2007, 4. Juni 2007, 
11. Juli 2007 und 3. August 2007 zur Begleichung der ausstehenden 
Kaufpreissumme auf. Am 12. Juni 2007 wurde er von A. darüber in Kenntnis 
gesetzt, dass sie die Angelegenheit mit ihrem Ehemann, B., persönlich und ohne 
Streitigkeiten lösen werde. Mit Schreiben vom 21. Juni 2007 erklärte sie sich zu 
einem Gespräch bereit und mit Schreiben vom 12. Juli 2007 teilte sie mit, sie sei 
ferienbedingt für vier Wochen abwesend, melde sich aber, sobald sie 
zurückgekehrt sei. Anschliessend machte sie geltend, die Restsumme des 
Kaufpreises von Fr. 355'000.-- sei bereits beglichen. Die Tilgung sei insbesondere 
durch Überlassen von Pensionskassengeldern, durch Überweisung von 
monatlichen Geldbeträgen in der Höhe von Fr. 1'750.-- im Zeitraum Januar 2003 
bis Dezember 2006, durch Bezahlung von Rechnungen für B. sowie durch 
Arbeitsleistungen im Zusammenhang mit dem Umbau der Liegenschaft von B. in 
Y. erfolgt.

B. Am 12. Juli 2007 meldete B. beim Kreisamt X. eine entsprechende Klage 
zur Vermittlung an. Da anlässlich der Sühneverhandlung vom 12. September 2007 
zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden konnte, wurde am 5. 
Dezember 2007 der Leitschein mit folgendem Rechtsbegehren ausgestellt:

Klägerisches Rechtsbegehren

A. Hauptbegehren

1. Es sei dem Kläger das Eigentum am Grundstück Nr. _ in Z. 
(Interimregister Z. Nr. _, Plan _) zuzusprechen Zug um Zug gegen 
Übernahme der Grundpfandschuld gegenüber der C. im Betrage von 
CHF 285'000.00.

2. Stufenklage

a) Die Beklagte sei zu verpflichten, für die Zeit vom 27. März 2003 bis 
rechtskräftigem Abschluss des vorliegenden Verfahrens

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- die von ihr beglichenen Zinszahlungen für die Grundpfandschuld 
bei der C. (im Betrage von CHF 285'000.00),

- allfällig angefallene Gebäudenebenkosten (Strom, Wasser, 
Heizung etc.), Versicherungsbeiträge, Steuern sowie 
wertvermehrende Investitionen (alles im Zusammenhang mit 
dem Grundstück Nr. _ in Z., Interimregister Z. Nr. _, Plan _) und

- die vereinnahmten Mietzinszahlungen der Mieter des 
Grundstücks Nr. _ in Z. (Interimregister Z. Nr. _, Plan _) bzw. der 
Eigenmietwert

offenzulegen, das heisst unter Einreichung der entsprechenden Belege 
zu beziffern und deren Begleichung zu belegen.

b) Nach Offenlegung gemäss lit. a) hiervor sei dem Kläger nach 
Abschluss des Beweisverfahrens die Möglichkeit einzuräumen, 
seine weiteren Ansprüche zu beziffern.

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 20'000.00 zuzüglich 
Zins zu 5 % seit 27. März 2003 zu bezahlen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.

B. Eventualbegehren

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 355'000.00 
zuzüglich Zins zu 5 % seit 27. März 2003 zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.

C. Mit Prozesseingabe vom 10. Januar 2008 unterbreitete B. die Streitsache 
dem Bezirksgericht Plessur. Dabei änderte er das Rechtsbegehren dahingehend 
ab, als dass er nur noch am Eventualbegehren festhielt.

D. A. beantragte mit Prozessantwort vom 14. März 2008 die Abweisung der 
Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.

E. Mit Replik vom 5. Juni 2008 und Duplik vom 26. August 2008 hielten beide 
Parteien an ihren Rechtsbegehren fest. Mit Schreiben vom 5. September 2008 
verzichtete der klägerische Rechtsvertreter auf eine Stellungnahme nach Art. 87 
Abs. 2 ZPO, beantragte aber, dass die Duplik der Beklagten aus dem Recht zu 
weisen sei.

F. Mit Beweisverfügung vom 3. Oktober 2008 erklärte der 
Bezirksgerichtspräsident Plessur die eingereichten Urkunden für relevant und 
verpflichtete die Beklagte, ihre Bankunterlagen des Kontos bei der D., W., zu 
edieren. Augenscheine oder Expertisen wurden nicht angeordnet und bezüglich 
der Zulassung der Duplik wurde auf die Hauptverhandlung verwiesen.

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G. Mit Urteil vom 16. Januar 2009, mitgeteilt am 12. März 2009, erkannte das 
Bezirksgericht Plessur wie folgt:

„1. Die Klage wird gutgeheissen und A. verpflichtet, B. CHF 355'000.-- 
zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 19. Mai 2007 zu bezahlen.

2.a) Die Kosten des Kreisamtes X. von CHF 350.00 sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von CHF 13'549.95 (Gerichtsgebühren CHF 
5'500.00, Schreibgebühren CHF 657.00, Bargebühren CHF 292.95, 
Streitwertzuschlag CHF 7'100.00) gehen zu Lasten von A.. Unter 
Berücksichtigung des geleisteten Kostenvorschusses verbleibt somit 
ein Restbetrag von CHF 549.95, welcher innert 30 Tagen zu bezahlen 
ist.

b) Aussergerichtlich hat A. B. mit CHF 20'846.65 (inkl. Barauslagen und 
MWST) zu entschädigen.

3. (Mitteilung).“

H. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 1. April 2009 Berufung an 
das Kantonsgericht von Graubünden mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 16. 
Januar/12. März 2009 (Prozess Nr. _) sei aufzuheben und die Klage 
des B. vollumfänglich, eventualiter nach richterlichem Ermessen, 
abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für beide Instanzen zulasten 
des Klägers und Berufungsbeklagten B..“

I. Am 24. August 2009 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden statt. Anwesend waren die beiden 
Rechtsvertreter. Die Parteien blieben der Verhandlung fern. Einleitend verlas der 
Vorsitzende die Anträge der Berufung. Einwände gegen die Zuständigkeit und die 
Zusammensetzung des Gerichts wurden nicht erhoben, woraufhin der Vorsitzende 
das Gericht für legitimiert erklärte. Im Anschluss nahmen die Rechtsvertreter der 
Parteien in ihren Plädoyers zur Berufung Stellung. Rechtsanwalt Augustin hielt in 
seinem Parteivortrag an den Anträgen gemäss Berufungserklärung vom 1. April 
2009 fest. Rechtsanwalt Infanger beantragte die kostenfällige Abweisung der 
Berufung. Danach erhielten die Rechtsvertreter die Gelegenheit zur Replik bzw. 
Duplik, wovon beide Gebrauch machten. Beide Rechtsvertreter gaben je eine 
Abschrift ihrer mündlichen Plädoyers zu Handen des Aktuars ab. Der 
Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten reichte ausserdem seine Honorarnote 
ein.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen 
der Rechtsvertreter der Parteien in den Rechtsschriften und anlässlich der 

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Berufungsverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 
Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1.a) Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitigkeiten 
im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann Berufung an das Kantonsgericht von 
Graubünden ergriffen werden (Art. 2_ Abs. 1 der Zivilprozessordnung des Kantons 
Graubünden [ZPO; BR 320.000] in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 1 ZPO). Der 
Berufungsstreitwert ist im vorliegenden Fall mit einem Forderungsbetrag von Fr. 
355'000.-- erreicht, womit die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden 
zur Beurteilung der Streitsache als Berufungsinstanz gegeben ist.

b) Die Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der 
schriftlichen Mitteilung des begründeten Urteils zu erklären und hat die 
formulierten Anträge auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der 
Beiurteile sowie neue Einreden, soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten 
(Art. 219 Abs. 1 ZPO). Die vorliegende Berufung wurde sowohl frist- als auch 
formgerecht eingereicht, so dass darauf einzutreten ist.

2.a) Die Vorinstanz hat die Modifikation des Rechtsbegehrens des Klägers und 
Berufungsbeklagten mit der Begründung, eine blosse Verminderung eines 
ursprünglich gestellten Klagebegehrens habe nicht als Klageänderung zu gelten 
und sei deshalb bis zum Abschluss des Verfahrens möglich, für zulässig erklärt 
(vgl. Urteil S. 7 f.). Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin scheint dieser 
Auffassung im Ergebnis zuzustimmen - zumindest wird keine substantiierte Rüge 
vorgetragen -, weist aber darauf hin, dass dieser Aspekt vom angerufenen Gericht 
von Amtes wegen zu prüfen sei.

b) Der anlässlich der Vermittlungstagfahrt zu Protokoll gegebene Hauptantrag 
des Klägers und Berufungsbeklagten beinhaltete unter anderem ein 
Rückforderungsbegehren (vgl. act. II.1). Ein solches setzt eine Rücktrittserklärung 
voraus (vgl. Koller, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 4. Aufl., Basel 2007, N 
12 zu Art. 214 OR). Bei einer Rücktrittserklärung handelt es sich um die Ausübung 
eines Gestaltungsrechts, welche unwiderruflich ist. Es gilt somit zu prüfen, ob 
vorliegend eine gültige Rücktrittserklärung auch tatsächlich erfolgte. 

c) Eine eigentliche Rücktrittserklärung kann den Akten nicht entnommen 
werden. Indessen setzte Rechtsanwalt Infanger der Berufungsklägerin mit 
Schreiben vom 3. August 2007 letztmals Frist bis Ende August 2007, um die 

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geltend gemachte Forderung zu begleichen, andernfalls sein Mandant vom 
Vertrag zurücktreten werde (vgl. kläg. act. 5). Auch anlässlich der 
Vermittlungstagfahrt vom 12. September 2007 stellte er - wie erwähnt - ein 
Rückforderungsbegehren. Guhl (Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. Aufl., 
Zürich 2000, § 32 N 16) vertritt die Auffassung, dass, wer bereits bei der 
Nachfristansetzung im Sinne von Art. 107 Abs. 1 des Schweizerischen 
Obligationenrechts (OR; SR 220) von Rücktritt spreche, das Recht verliere, nach 
Ablauf dieser Frist weiterhin auf Erfüllung zu beharren. Er geht somit davon aus, 
dass in einer solchen Ankündigung bereits eine bedingt ausgesprochene 
Rücktrittserklärung enthalten ist und daher das Wahlrecht im Falle des Eintritts der 
Bedingung bereits unwiderruflich ausgeübt wurde. Die Frage, ob es sich 
vorliegend so verhält, kann offen gelassen werden, da die Ausübung eines 
Gestaltungsrechts nämlich in jedem Fall nur innerhalb der Grenzen dieses Rechts 
möglich ist (vgl. Gauch/Schluep/Schmid, Schweizerisches Obligationenrecht, 
Allgemeiner Teil I, 9. Aufl., Zürich 2008, N 152; von Thur/Peter, Allgemeiner Teil 
des Schweizerischen Obligationenrechts, Band I, 3. Aufl., Zürich 1974, S. 146 f.). 
Ein Rücktritt vom Vertrag ist demnach nur dann gültig, wenn er unter 
Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften erfolgt, was vorliegend aber 
gerade nicht geschehen ist. In casu handelt es sich um einen Kreditkauf, bei dem 
der Kaufgegenstand vor der Zahlung in den Besitz des Käufers übergeht. Gemäss 
Art. 214 Abs. 3 OR kann in derartigen Fällen der Verkäufer nur dann wegen 
Verzugs des Käufers vom Vertrag zurücktreten und die bereits übergebene Sache 
zurückfordern, wenn er sich dieses Recht ausdrücklich vorbehalten hat. Fehlt es 
an einem Rückforderungsvorbehalt, so kann der Verkäufer lediglich Ersatz des 
positiven Vertragsinteresses geltend machen und er ist insoweit auf die 
Austauschtheorie verwiesen, d.h. er kann nicht die bereits übergebene Sache 
zurückverlangen und die Differenz zwischen Kaufpreis und Sachwert 
beanspruchen (vgl. Koller, a.a.O., N 4/N 22 zu Art. 214 OR; Guhl, a.a.O., § 41 N 
140 ff.). Ein Rückforderungsvorbehalt wurde von den Parteien vorliegend aber 
nicht vereinbart. Somit hat gar nie ein Gestaltungsrecht bestanden, weshalb weder 
die Ankündigung im Schreiben vom 3. August 2007 noch das anlässlich der 
Vermittlungstagfahrt vom 12. September 2007 gestellte Hauptbegehren eine 
rechtsgültige und unwiderrufliche Ausübung eines solchen Rechts darzustellen 
vermochte. Nach dem Gesagten erweist sich die nachträgliche Abänderung des 
Rechtsbegehrens des Klägers und Berufungsbeklagten somit als zulässig und das 
angefochtene Urteil ist diesbezüglich im Ergebnis nicht zu beanstanden.

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3.a) Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin stellte im vorinstanzlichen 
Verfahren Anträge auf Beweisaussage der beiden Parteien sowie auf Einholung 
einer Expertise bzw. zweier unabhängiger Verkehrswertschätzungen der 
Liegenschaft in Y.. Diese hätten Aufschluss über die nach Darstellung der 
Berufungsklägerin von ihr in die Liegenschaft investierten Gelder und 
Arbeitsleistungen sowie den daraus resultierenden Mehrwert geben sollen. Die 
Vorinstanz verzichtete mit Beweisverfügung vom 3. Oktober 2008 auf die 
Anordnung einer Expertise mit der Begründung, es sei nicht ersichtlich, auf welche 
Weise eine allfällige Wertvermehrung der Liegenschaft ermittelt werden könne. 
Anlässlich der Hauptverhandlung wurde auch von einer Parteibefragung 
abgesehen. Im Rahmen seines Plädoyers vor Kantonsgericht rügt der 
berufungsklägerische Rechtsvertreter in erster Linie die willkürliche 
Beweiswürdigung der Vorinstanz und erneuert sinngemäss die im vorinstanzlichen 
Verfahren gestellten Anträge.

b) Gemäss Art. 226 Abs. 1 Satz 2 ZPO können die Parteien im 
Berufungsverfahren verlangen, dass Beweismittel, welche vor erster Instanz 
fristgemäss angemeldet, aber nicht abgenommen worden sind, erhoben werden, 
sofern sie für die Beurteilung der Streitfrage von wesentlicher Bedeutung sein 
können. Solche Anträge müssen spätestens in der Berufungserklärung gestellt 
werden. Geschieht dies nicht, verwirkt der Anspruch auf Abnahme der 
entsprechenden Beweismittel. Werden solche Begehren erst an der mündlichen 
Berufungsverhandlung oder in der schriftlichen Berufungsbegründung 
eingebracht, kann darauf nicht eingetreten werden. Soweit sie Gegenstand eines 
erstinstanzlichen Beiurteils bildeten, ergibt sich dies unmissverständlich aus Art. 
219 Abs. 1 ZPO, wird hier doch ausdrücklich verlangt, dass die 
Berufungserklärung die formulierten Anträge auf Abänderung des 
erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile enthalten müsse. Nichts anderes gilt 
gemäss gefestigter Praxis des Kantonsgerichts, wenn abgelehnte Beweisanträge 
mangels Anfechtung der Beweisverfügung zu keinem Beiurteil geführt haben. Es 
gibt keinen sachlichen Grund, in solchen Fällen vom Erfordernis abzusehen, dass 
bereits aus der Berufungserklärung hervorgehen muss, inwieweit noch die 
Abnahme neuer Beweismittel verlangt wird (vgl. etwa ZF 07 102/103, ZF 05 41, E. 
I.1 und PKG 1991 Nr. 12 E. 1). Dieses Erfordernis ist schon aus Gründen der 
Prozessvorbereitung unabdinglich. Auf die erst anlässlich der mündlichen 
Hauptverhandlung vom 24. August 2009 gestellten, in der Berufungserklärung 
vom 1. April 2009 noch nicht enthaltenen Anträge um Zulassung der Parteien zur 
Beweisaussage sowie um Anfertigung einer Expertise, die von der Vorinstanz 

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nicht zugelassen worden sind, kann somit bereits aus formellen Gründen nicht 
eingetreten werden. Ungeachtet dessen wären die gestellten Anträge - wie 
nachfolgend aufgezeigt wird - ohnehin abzuweisen gewesen.

c) Nach Art. 201 Abs. 1 ZPO kann das Gericht Haupt- und Nebenparteien von 
Amtes wegen oder auf Parteiantrag zur Beweisaussage anhalten, wenn dies nach 
dem Ergebnis der formfreien Befragung und des übrigen Beweisverfahrens 
geboten und die zu befragende Person unverdächtig erscheint. Das Beweismittel 
der Beweisaussage ist subsidiär und kommt – nebst Erfüllung der weiteren 
Voraussetzungen – nur in Frage, wenn der gleiche Sachverhalt nicht mit anderen 
Beweismitteln bewiesen werden kann. Dabei muss ein unverschuldeter 
Beweisnotstand vorliegen. Die Beweisaussage dient nicht dazu, ungenügende 
Parteivorbringen zu vervollständigen (PKG 1988 Nr. 15, 1971 Nr. 17 und Nr. 18; 
BGE 112 Ia 369 ff., BGE 108 II 337 ff. [341]). Für die Anordnung der 
Beweisaussage ist nach der zitierten Bestimmung erforderlich, dass eine formfreie 
Befragung der betreffenden Partei vorangegangen ist. Dies ist unerlässlich für die 
Handhabung des richterlichen Ermessens bei der Prüfung der Frage, ob 
hinreichend Gründe für die Zulassung zur Beweisaussage als ultima ratio-
Beweismittel gegeben sind. Vorliegend hat die Vorinstanz keine formfreie 
Befragung gemäss Art. 112 ZPO durchgeführt. Da die Parteien nicht persönlich an 
der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht teilnahmen, konnte eine solche auch 
nicht vor zweiter Instanz erfolgen. Die Parteien brachten ihren Antrag um 
Zulassung zur Beweisaussage erst anlässlich der Hauptverhandlung vor, so dass 
auch kein Grund bestand, im Rahmen der Vorladung ein persönliches Erscheinen 
anzuordnen. Die Parteien haben somit die formfreie Befragung als Voraussetzung 
für eine allfällige Zulassung zur Beweisaussage selbst vereitelt. Schon aus diesem 
Grund wäre der Antrag abzuweisen. Zu verneinen ist aber auch ein 
unverschuldeter Beweisnotstand. Die Berufungsklägerin hat einen solchen nicht 
substantiiert dargetan. Lediglich der blosse Hinweis, die Parteien hätten nur 
mündliche Abmachungen getroffen, genügt hierzu nicht. Dies gilt umso mehr als 
bereits die Vorinstanz den Antrag abgelehnt hatte. Die Berufungsklägerin wäre 
gehalten gewesen substantiiert aufzuzeigen, inwiefern der vorinstanzliche 
Entscheid in diesem Punkt fehlerhaft sein soll, und der entscheidrelevante 
Sachverhalt nicht anderweitig, beispielsweise mittels Urkunden (Kontoauszügen, 
Steuerunterlagen etc.) oder Zeugen hätte unter Beweis gestellt werden können. 
Angesichts der bereits in den Rechtsschriften enthaltenen und anlässlich der 
Hauptverhandlung dargelegten gegensätzlichen Standpunkte der Parteien ist 
schliesslich davon auszugehen, dass eine Befragung der Parteien im Rahmen 

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einer Beweisaussage auch keine Klärung ergeben könnte. Es ist nicht ersichtlich, 
inwiefern eine solche zu wesentlichen neuen, entscheidrelevanten Erkenntnissen 
führen könnte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Parteien ihre 
gegenteiligen Sachdarstellungen bestätigen würden. Unter den gegebenen 
Umständen erscheinen die Parteien in den sich stellenden Fragen auch nicht als 
unverdächtig im Sinne von Art. 201 ZPO. Aufgrund dieser Gründe wäre der 
gestellte Antrag, selbst wenn darauf einzutreten wäre, abzuweisen.

d) Gleiches gilt für den Antrag des berufungsklägerischen Rechtsvertreters auf 
Ausfertigung einer Expertise. Nach Art. 188 ZPO kann von Amtes wegen oder auf 
Begehren einer Partei eine Expertise angeordnet werden, wenn zur Aufklärung 
des Sachverhalts Fachkenntnisse erforderlich sind, über die weder das Gericht 
noch einzelne seiner Mitglieder verfügen. Fehlt dem Gericht die entsprechende 
Fachkenntnis zur Feststellung oder Würdigung des Tatbestands, ist es 
grundsätzlich verpflichtet, von Amtes wegen Sachverständige beizuziehen (vgl. 
Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zürich 1979, S. 347 ff.; Guyan, 
Beweisverfahren im ordentlichen Verfahren vor Bezirksgerichtsausschuss und 
Bezirksgericht, Zürich 2000, S. 71; PKG 2007 Nr. 1 E. 3.a). Vorliegend ist der 
Sachverhalt aufgrund der ins Recht gelegten Akten sowie aufgrund der 
Parteivorbringen ausreichend klar und bestimmt. Besondere Fachkenntnisse sind 
zu dessen Klärung nicht erforderlich. Inwiefern sich aus der von der 
Berufungsklägerin beantragten Expertise neue, für den Entscheid relevante 
Tatsachen ergeben sollen, ist nicht ersichtlich. Selbst wenn ein 
Sachverständigengutachten eine Wertvermehrung der Liegenschaft in Y. 
bestätigen würde, wäre damit der Beweis nicht erbracht, ob und inwieweit eine 
solche Wertvermehrung als Folge der von der Berufungsklägerin behaupteten 
Leistungen entstanden wäre. Ebenso wenig könnte ein Gutachten einen Beleg 
dafür liefern, ob und in welchem Umfang Arbeiten tatsächlich von der 
Berufungsklägerin selbst ausgeführt wurden. Aus diesem Grund wäre auch dieser 
Antrag abzuweisen, selbst wenn darauf einzutreten wäre.

4.a) Im Rahmen seines Plädoyers stellt auch der Rechtsvertreter des 
Berufungsbeklagten diverse Editionsbegehren, welche von der Vorinstanz 
abgewiesen wurden. Aus Händen der Berufungsklägerin verlangt er sämtliche 
Zahlungsbelege für von ihr geleistete Beiträge an den Unterhalt der Familie in den 
Jahren 2003, 2004 und 2006, sämtliche die Berufungsklägerin betreffenden 
Verfügungen der Invalidenversicherung sowie aus Händen der zuständigen IV-
Stelle sämtliche die Berufungsklägerin betreffenden IV-Unterlagen. Ferner 
beantragt er, es seien die von der Beklagten und Berufungsklägerin eingereichten 

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Urkunden E7, E8 und BB 9 aus dem Recht zu weisen. Die Urkunden E7 und E8 
seien zu spät eingereicht worden. Zudem habe ihm die Gegenseite diese 
Urkunden nicht in Kopie zukommen lassen, was in Art. 98 ZPO aber als 
Voraussetzung für eine nachträgliche Einlage genannt werde. Da er überdies nicht 
zugestimmt habe, diese Unterlagen zu den Akten zu nehmen, hätten sie aus dem 
Recht gewiesen werden müssen. Ebenso sei die Urkunde BB 9 ohne Zustimmung 
des Klägers und Berufungsbeklagten erst anlässlich der vorinstanzlichen 
Hauptverhandlung eingereicht worden.

b) Wie bereits dargelegt, müssen im Berufungsverfahren Beweisanträge 
gemäss Art. 226 Abs. 1 Satz 2 ZPO spätestens mit der Berufungserklärung 
gestellt werden. Geschieht dies nicht, verwirkt der Anspruch. Der 
Berufungsbeklagte vertritt die Ansicht, er habe erstinstanzlich vollumfänglich 
obsiegt. Daher sei er nicht beschwert gewesen und hätte das Urteil nicht 
anfechten können. Entsprechend habe er auch keine Berufungserklärung mit 
Beweisanträgen stellen können. Die erste Möglichkeit, einen solchen Antrag zu 
stellen und zu begründen, habe er anlässlich der Hauptverhandlung vor 
Kantonsgericht gehabt, weshalb sein Antrag rechtzeitig gestellt sei. - Dem kann 
nicht gefolgt werden. Auch wenn der Berufungsbeklagte keinen Grund hatte, 
selbst Berufung zu erheben, hätte er spätestens im Rahmen einer 
Anschlussberufung die von der Vorinstanz abgewiesenen Beweisanträge 
wiederholen können und müssen. Dem steht Art. 218 Abs. 2 ZPO nicht entgegen. 
Diese Bestimmung sagt, dass ein Beiurteil nur angefochten werden kann, wenn 
gegen das Urteil als solches Berufung erklärt wird. Dies bedeutet nun aber nicht, 
dass ein Beiurteil nur von jener Partei angefochten werden kann, die das Urteil in 
der Hauptsache selbst anficht. Soweit ein Urteil weitergezogen wird, kann ein 
Beiurteil auch im Rahmen einer Anschlussberufung angefochten werden, ohne 
das Haupturteil zu ihrem Gegenstand zu machen, zumal die Anschlussberufung in 
ihrem Bestand vollständig von der Berufung abhängig ist. Auch durch den 
Wortlaut von Art. 220 ZPO wird die Anfechtung eines Beiurteils mittels 
Anschlussberufung nicht ausgeschlossen. Soweit die berufungsbeklagte Partei auf 
ihre vor erster Instanz erfolglos gestellten Beweisanträge zurückkommen will, 
hätte sie dies demnach unter Verwirkungsfolge im Rahmen einer 
Anschlussberufung tun können und müssen (ZF 05 41 E. I.1; ZF 04 20 E. 1.b; ZF 
95 68 E. 2.a; PKG 1957 Nr. 2, E. 1). Dies gilt auch für den Antrag, die Urkunden 
E7, E8 und BB 9 aus dem Recht zu weisen, da diesbezüglich ein Beiurteil der 
Vorinstanz vorliegt (angefochtenes Urteil E. 3.c). Auf die erst an der 

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Hauptverhandlung vom 24. August 2009 gestellten Anträge des 
Berufungsbeklagten kann daher ebenfalls nicht eingetreten werden.

5.a) Der berufungsklägerische Rechtsvertreter macht anlässlich der 
Hauptverhandlung vor der Berufungsinstanz geltend, die eingeklagte Forderung in 
Höhe von Fr. 355'000.-- sei noch nicht fällig. Entgegen den Ausführungen der 
Vorinstanz (vgl. Urteil S. 12) habe die Beklagte und Berufungsklägerin dies stets 
bestritten. In der Bestreitung der Forderung liege auch eine Bestreitung deren 
Fälligkeit. Weiter führt er aus, Art. 184 Abs. 2 und Art. 213 Abs. 1 OR, welche eine 
gesetzliche Regelung über den Eintritt der Fälligkeit der Kaufpreisforderung 
enthalten, kämen nicht zur Anwendung, da die Parteien eine davon abweichende 
Vereinbarung getroffen hätten. Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten 
wendet dagegen ein, dass die Fälligkeit bislang nie bestritten worden sei. 
Derartige Einreden hätten unter Verwirkungsfolge in den Rechtsschriften erhoben 
werden müssen. Das Argument, wonach die Forderung noch nicht fällig sei, werde 
auch durch die behauptete Verrechnung entkräftet. Im Übrigen sei unbesehen der 
Vertragsklausel, wonach die Kaufpreisrestanz gemäss separater Vereinbarung 
unter den Vertragsparteien bezahlt werde, bis heute eben gerade keine vom 
dispositiven Recht abweichende Vereinbarung getroffen worden, womit dieses zur 
Anwendung gelangen müsse.

b) Eine Forderung ist ein klagbares Recht auf Leistung. Gegen die 
Inanspruchnahme durch den Gläubiger kann sich der Schuldner mit 
Einwendungen und Einreden zur Wehr setzen. Einwendungen richten sich gegen 
den Bestand einer Forderung und sind von Amtes wegen zu berücksichtigen, 
währenddem Einreden lediglich die uneingeschränkte Durchsetzbarkeit hindern 
und nur dann zu berücksichtigen sind, wenn sich der Schuldner darauf beruft. Bei 
den Einwendungen kann zwischen rechtshindernden und rechtsvernichtenden 
unterschieden werden. Mit einer rechtshindernden Einwendung macht der 
Schuldner geltend, dass der Anspruch des Gläubigers gar nicht entstanden ist; 
eine rechtsvernichtende Einwendung gründet sich darauf, dass der wirksam 
entstandene Anspruch später untergegangen ist (vgl. Schwenzer, 
Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 5. Aufl., Bern 2009, N 4.34 
f.; Gauch/Schluep/Schmid, a.a.O., N 76 ff.). Daraus erhellt, dass in der Bestreitung 
der Forderung entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin keineswegs 
automatisch eine Bestreitung der Fälligkeit der Forderung enthalten ist. Eine 
Forderung kann auch mit dem Argument bestritten werden, sie sei gar nie 
entstanden oder sie sei infolge Erfüllung oder auf andere Weise untergegangen. 
Gerade Letzteres machte die Berufungsklägerin in ihren Rechtsschriften vor 

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Vorinstanz geltend, führte sie doch aus, die Kaufpreisrestanz durch diverse 
Zahlungen und eigenhändig vorgenommene Arbeitsleistungen getilgt zu haben. 
So hat sie in ihrer Prozessantwort die Behauptung des Berufungsbeklagten, 
wonach keine Vereinbarung getroffen worden sei, ausdrücklich bestritten und sich 
auf den Standpunkt gestellt, die Tilgung der Kaufpreisrestanz sei gemäss 
mündlicher bzw. auch konkludenter Vereinbarung erfolgt (vgl. Prozessantwort vom 
14. März 2008 S. 3). Ebenso führte sie in der Duplik aus, die Kaufpreisrestanz sei 
mehr als getilgt (vgl. Duplik vom 26. August 2008 S. 5). Damit hat sie aber die 
Fälligkeit der Forderung eben gerade nicht bestritten, sondern nur deren Erfüllung 
behauptet. Da eine Leistung grundsätzlich bereits vor Eintritt der Fälligkeit erfüllbar 
ist, hat die Beklagte die Fälligkeit mit diesen Ausführungen allerdings auch nicht 
anerkannt. Somit bleibt zu prüfen, ob sich die angeblich fehlende Fälligkeit und 
deren rechtskonforme Geltendmachung allenfalls aus dem übrigen Prozessstoff 
ergeben, zumal die herrschende Lehre davon ausgeht, dass die noch nicht 
eingetretene Fälligkeit wie auch die Stundung keine Einreden, sondern 
Einwendungen begründen und von Amtes wegen zu berücksichtigen sind (von 
Tuhr/Escher, Allgemeiner Teil des Schweizerischen Obligationenrechts, Bd. II, 3. 
A., Zürich 1974, S. 48; Schraner, Zürcher Kommentar, Obligationenrecht, 3. A., 
Zürich 2000, Art. 75 OR N 79; Weber, Berner Kommentar, Das Obligationenrecht, 
2. A., Bern 2005, Art. 75 OR N 106; Leu, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 
4. A., Basel 2007, Art. 75 OR N 5; Bucher, OR Allgemeiner Teil, 2. A., Zürich 
1988, S. 405; a.M.: Addorisio de Feo, Die Fälligkeit von Vertragsforderungen, 
Zürich 2001, S. 29 FN 149).

c) Beim Postnumerandokauf (Kreditkauf) wird der Kaufpreis mit dem 
Übergang des Kaufgegenstandes fällig, soweit die Parteien keinen abweichenden 
Zeitpunkt bestimmen (Art. 213 Abs. 1 OR). Die Berufungsklägerin führt aus, die 
Restkaufpreisforderung sei gemäss Vertrag in Abweichung vom dispositiven 
Gesetzesrecht nur nach besonderer Vereinbarung zahlbar und fällig. Sie stützt 
sich auf Ziff. III./2.b des Kaufvertrages. Danach hat die Käuferschaft die 
Kaufpreisrestanz von Fr. 355'000.— gemäss separater Vereinbarung unter den 
Vertragsparteien zu bezahlen. Der Berufungsbeklagte hält dem entgegen, 
vorliegend sei eben gerade keine abweichende Vereinbarung getroffen worden, 
womit die Forderung fällig sei. Es ist somit zu prüfen, ob mit der Klausel in Ziff. 
III./2.b des Kaufvertrages eine von Art. 184 Abs. 2 und Art. 213 Ab.1 OR 
abweichende Fälligkeitsabrede getroffen oder vorbehalten wurde, oder ob nur 
weitere Zahlungsmodalitäten geregelt werden sollten. Vom Wortlaut der Klausel 
her sind beide Inhalte möglich. Soweit kein vom  übereinstimmenden wirklichen 

Seite  13 — 23

Parteiwillen getragener Inhalt der Klausel festgestellt werden kann, ist auf den 
nach dem Vertrauensprinzip zu ermittelnden mutmasslichen Parteiwillen 
abzustellen (BGE 133 III 406). Dessen Ermittlung erfolgt nach dem 
Vertrauensgrundsatz. Dabei hat der Richter vom Wortlaut auszugehen und zu 
berücksichtigen, was sachgerecht erscheint. Soweit dispositives Recht vorliegt, 
orientiert er sich an diesem, weil derjenige Vertragspartner, der dieses verdrängen 
will, das mit hinreichender Deutlichkeit zum Ausdruck bringen muss (BGE 122 III 
118).

Vorliegend gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Parteien 
beabsichtigten, die Fälligkeit der Kaufpreisrestanz hinauszuschieben. Vielmehr 
ergibt sich aus der vorprozessualen Korrespondenz (KB 2-8), insbesondere aber 
auch aus den Ausführungen in den Rechtsschriften, dass beide Parteien zum 
Zeitpunkt der Klageeinleitung übereinstimmend von der Fälligkeit der Forderung 
ausgingen. Fehlende Fälligkeit oder eine fehlende Vereinbarung betreffend 
Bezahlung der Kaufpreisrestanz wurden nie thematisiert. Strittig war stets nur, ob 
die Forderung bereits beglichen war oder nicht. Offenbar waren beide Parteien 
übereinstimmend der Ansicht, die fragliche Vertragsklausel ziele bloss auf eine 
Regelung von Zahlungsmodalitäten ab. Die anderslautenden Ausführungen der 
Berufungsklägerin im Plädoyer vor der Berufungsinstanz widersprechen ihren 
eigenen Ausführungen in den Rechtsschriften, aber auch dem Verhalten der 
Parteien vor Anhängigmachung des Verfahrens. Somit ist davon auszugehen, 
dass die Parteien mit der Vertragsklausel nicht die Fälligkeit, sondern lediglich 
andere Zahlungsmodalitäten regeln wollten.

Wenn man aufgrund der erwähnten Gegebenheiten nicht bereits eine 
tatsächliche Willensübereinstimmung im dargelegten Sinne als erwiesen erachten 
wollte, müsste zumindest eine Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens nach 
dem Vertrauensgrundsatz zu einem solchen Ergebnis führen. Der Wortlaut der 
Klausel lässt offen, ob lediglich die Zahlungsmodalitäten oder auch die Fälligkeit 
der Kaufpreisrestanz einer separaten Regelung überlassen werden sollte. Im 
Zweifel ist jener Auslegung der Vorzug zu geben, die dem dispositiven Recht 
entspricht. Eine Abweichung von einer dispositiven Gesetzesbestimmung bedarf 
einer eindeutigen Regelung (BGE 122 III 118; Gauch/Schluep/Schmid, a.a.O., N 
1230). Im Zusammenhang mit einer Fälligkeitsabrede gilt ausserdem der 
Grundsatz, dass ein vereinbarter bedingter Fälligkeitstermin, wenn auch nicht 
exakt bestimmt, so doch mindestens bestimmbar sein muss (Schraner, a.a.O., Art. 
75 OR N 48; Weber, a.a.O., Art. 75 OR N 62). Vorliegend ist die erforderliche 
Bestimmtheit eines von der gesetzlichen Regelung abweichenden 

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Fälligkeitstermins nicht gegeben. Die Zahlung wird ohne jede Konkretisierung 
einer Vereinbarung den Parteien anheimgestellt. Dies spricht dafür, dass es die 
Parteien bezüglich des Fälligkeitszeitpunkts bei der dispositiven gesetzlichen 
Regelung belassen wollten und somit für eine sofortige Fälligkeit der Forderung. 
Es würde sodann auch der Interessenlage der Parteien in keiner Weise 
entsprechen, wenn der Verkäufer trotz der Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten 
die Gegenleistung nicht einfordern könnte und sich beliebig vertrösten lassen 
müsste. Eine solche Vereinbarung wäre nicht sachgerecht. Die Beklagte 
vermochte jedenfalls im Rahmen der Rechtsschriften keine Umstände 
aufzuzeigen, die eine solche Regelung zu rechtfertigen vermöchten. Es entspricht 
dem Wesen synallagmatischer Verträge und der diesen zugrunde liegenden 
Interessenlage, dass die im Austauschverhältnis stehenden Leistungen im 
Normalfall Zug um Zug zu erbringen sind. Dies wird gerade im vorliegenden 
Streitfall deutlich, in welchem der Kaufpreisgegenstand bereits viereinhalb Jahre 
vor Klageeinleitung übertragen wurde, und der Verkäufer nach wie vor auf die 
Begleichung der Kaufpreisrestanz wartet. 

d) Selbst wenn aber entgegen obigen Ausführungen die Meinung vertreten 
würde, die Klausel betreffe auch die Fälligkeit der Kaufpreisrestanz, wäre nach 
Treu und Glauben zum heutigen Zeitpunkt von der Fälligkeit der Forderung 
auszugehen. Bei Bejahung einer Fälligkeitsabrede hätten wir es mit der 
Vereinbarung einer unbestimmten Verfallzeit zu tun. Dies widerspricht dem 
Grundsatz, dass bei einer Fälligkeitsabrede der Zeitpunkt der Leistung bestimmt 
oder bestimmbar sein muss (Schraner, a.a.O., Art. 75 OR N 48; Weber, a.a.O., 
Art. 75 OR N 59 ff.). Unbestimmt lautende Fristbestimmungen sind nach Treu und 
Glauben auszulegen (Weber, a.a.O., Art. 75 OR N 66; Becker, Berner 
Kommentar, Art. 75 OR N 2; SJZ 1962, 306). Vorliegend konnte die 
Berufungsklägerin nicht davon ausgehen, dass sie die Kaufpreisrestanz zu einem 
beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft begleichen könne, nachdem ihr das Eigentum 
am Grundstück bereits im Jahre 2003 übertragen worden war. Der 
Berufungsbeklagte dagegen durfte in Anbetracht dessen, dass zum Zeitpunkt der 
Klageeinleitung - wohlgemerkt viereinhalb Jahre nach  Übertragung der 
Liegenschaft auf die Berufungsklägerin - noch keine Vereinbarung getroffen 
worden war, nach Treu und Glauben von der Fälligkeit der gesamten 
Kaufpreisrestanz ausgehen. Dies umso mehr als die Berufungsklägerin die 
Fälligkeit in den vorprozessualen Korrespondenzen, mit welchen sie zur 
Bezahlung der ausstehenden Forderung aufgefordert wurde, nie in Abrede stellte. 
Dem Berufungsbeklagten ist sodann insoweit zuzustimmen, dass die 

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Berufungsklägerin die Fälligkeit der Forderung auch in den Rechtsschriften nie 
explizit in Abrede gestellt hat. Ob sie dies an der Hauptverhandlung vor der 
Vorinstanz getan hat, lässt sich anhand des eingelegten stichwortartigen 
Plädoyers ihres Rechtsvertreters nicht eruieren. Dem angefochtenen Urteil 
zumindest kann nichts dergleichen entnommen werden. Es würde Treu und 
Glauben aufs Gröbste widersprechen, wenn der Berufungsbeklagte trotz Erfüllung 
seiner vertraglichen Pflicht die Gegenleistung nicht einfordern könnte und sich 
mangels separater Vereinbarung beliebig vertrösten lassen müsste. Das Gericht 
gelangt deshalb unter Würdigung der gesamten Umstände zum Schluss, dass die 
restliche Kaufpreisforderung im Zeitpunkt der Klageeinleitung vom 12. Juli 2007 
fällig war. Zu prüfen bleibt demnach, ob die eingeklagte Restforderung von Fr. 
355'000.-- von der Berufungsklägerin bereits bezahlt worden ist.

6. Die Berufungsklägerin macht geltend, sie habe den Restkaufpreis gemäss 
mündlicher und konkludenter Vereinbarung beglichen. Im Einzelnen führt sie aus, 
die Tilgung der Kaufpreisrestanz sei durch die Investition von 
Pensionskassengeldern in die Liegenschaft in Y., durch Bezahlung von 
monatlichen Beträgen von Fr. 1'750.-- für den Zeitraum Januar 2003 bis 
Dezember 2006, durch weitere Investitionen in die Liegenschaft in Y., durch 
Bezahlung von Steuer- und Alimentenschulden des Berufungsbeklagten sowie 
durch Arbeits- und Materialleistungen für den Um- und Ausbau der Liegenschaft 
des Berufungsbeklagten in Y. erfolgt. Ob dem so ist, ist im Folgenden zu prüfen.

a) Die Berufungsklägerin behauptet, sie habe sich Pensionskassengelder 
ausbezahlen lassen und diese Beträge von insgesamt Fr. 65'934.10 in die 
Liegenschaft des Berufungsbeklagten in Y. investiert. Mit ihrem Ehemann sei 
vereinbart worden, diesen Betrag an die Kaufpreisrestanz anzurechnen. Der 
Berufungsbeklagte wendet dagegen ein, zutreffend sei einzig, dass ein Betrag von 
Fr. 65'934.10 auf ein Konto bei der D. geflossen sei. Was anschliessend mit 
diesem Geld geschehen sei, sei unsubstantiiert und unbewiesen geblieben. Aus 
dem Verhalten der Berufungsklägerin, welche der Aufforderung, die 
Bankunterlagen dieses Kontos zu edieren, nicht nachgekommen sei, könne einzig 
geschlossen werden, dass sie nicht habe offen legen wollen, was tatsächlich mit 
den Pensionskassengeldern geschehen sei. Jedenfalls habe sie nicht nachweisen 
können, dass diese Gelder in die Liegenschaft des Berufungsbeklagten investiert 
worden seien.

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Aufgrund der Akten nachgewiesen ist eine Auszahlung von 
Pensionskassengeldern in genannter Höhe vom 24. Januar 2001. Dieser Betrag 
wurde auf ein Konto der Berufungsklägerin bei der D. in W. (Y.) überwiesen (vgl. 
bekl. act. 2 und 3). Ein Beweis für die Behauptung, dass diese Gelder nach und 
nach in die Liegenschaft des Berufungsbeklagten geflossen sind sowie für die 
Behauptung, wonach die Parteien vereinbart hätten, den Betrag an die 
Kaufpreisrestanz anzurechnen, fehlt hingegen gänzlich. So ist die 
Berufungsklägerin auch einer von der Vorinstanz angeordneten Edition auf 
Herausgabe der entsprechenden Kontounterlagen nicht nachgekommen. Eine 
Tilgung des Kaufpreises ist somit diesbezüglich nicht nachgewiesen. An diesem 
Ergebnis könnten auch die von der Berufungsklägerin beantragten unabhängigen 
Verkehrswertschätzungen der Liegenschaft nichts ändern, zumal in keiner Weise 
ersichtlich ist, inwieweit eine solche Schätzung Beleg dafür sein könnte, dass ein 
allfälliger Mehrwert durch Pensionskassengelder der Berufungsklägerin 
geschaffen wurde.

b) Weiter macht die Berufungsklägerin geltend, sie habe dem 
Berufungsbeklagten ab Januar 2003 bis und mit Dezember 2006 insgesamt 48 
monatliche Zahlungen à Fr. 1'750.-- überwiesen, was einem Gesamtbetrag von Fr. 
84'000.--entspreche. Diese Zahlungen seien vereinbarungsgemäss zur Tilgung 
der Kaufpreisrestanz erfolgt. Dagegen wendet der Berufungsbeklagte ein, diese     
Überweisungen stellten den Beitrag der Berufungsklägerin an den Unterhalt der 
Familie dar. Immerhin habe diese im Haus des Berufungsbeklagten gewohnt, 
welcher die gesamten Lebenshaltungskosten (Steuern, Abgaben, Lebensmittel, 
Fahrzeug, Strom, Wasser, Telefon, Unterhalt etc.) bezahlt habe. Ferner sei nicht 
ersichtlich, weshalb sich der Berufungsbeklagte bei einer Restschuld von Fr. 
355'000.-- mit monatlichen Zahlungen von Fr. 1'750.-- hätte abfinden sollen, zumal 
die Berufungsklägerin aufgrund der Auszahlungen der Pensionskassengelder über 
erhebliche Barschaften verfügt habe und nach eigenen Behauptungen problemlos 
Fr. 243'000.-- hätte aufbringen können. Der Umstand, dass die Zahlungen 
monatlich erfolgt seien, spreche vermutungsweise für eine periodische Leistung im 
Sinne von Unterhaltszahlungen, zumal die Berufungsklägerin nicht anderweitig 
Unterhaltszahlungen nachgewiesen habe. Da die Kaufpreiszahlung binnen zehn 
Jahren, die Unterhaltszahlungen jedoch binnen fünf Jahren verjährten bzw. ein 
Teil davon bereits verjährt sei, seien die Zahlungen als Unterhaltszahlungen 
anzurechnen. Die Berufungsklägerin hält dem entgegen, dass die Parteien bereits 
im September 2002 geheiratet hätten, der Beginn der monatlichen Zahlungen 
jedoch erst nach Abschluss des Kaufvertrags eingesetzt habe. Ebenso spreche 

Seite  17 — 23

gegen die Annahme von Unterhaltszahlungen und für die Annahme der 
ratenweise Tilgung der Restpreisforderung, dass die Zahlungen bis und mit 
Dezember 2006 weiter überwiesen worden seien, obschon die Berufungsklägerin 
bereits im Jahre 2005 infolge Trennung in die Schweiz zurückgekehrt sei, was 
zeige, dass diese Zahlungen nichts mit Unterhaltszahlungen zu tun gehabt hätten. 
Die Vorinstanz sei in willkürlicher Beweiswürdigung zum Schluss gelangt, bei den 
monatlich an den Berufungsbeklagten ausgerichteten Zahlungen handle es sich 
um Unterhaltszahlungen. 

Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz, entgegen den 
Behauptungen der Berufungsklägerin, die betreffenden Zahlungen im 
angefochtenen Urteil nicht als Unterhaltszahlungen qualifiziert hat. Sie hat 
lediglich ausgeführt, für den Bestand der Forderung sei einzig und allein 
entscheidend, dass es der Berufungsklägerin nicht gelungen sei, irgendwelche 
Beweise dafür aufzubringen, dass die Beträge effektiv zur Tilgung des restlichen 
Kaufpreises gedacht gewesen seien. Somit sei der Bestand dieser 
Verrechnungsforderung nicht ausgewiesen (vgl. Urteil S. 16). Aus den 
eingereichten Unterlagen geht sodann hervor, dass im Zeitraum von Januar 2003 
bis und mit Dezember 2006 entgegen den Behauptungen der Berufungsklägerin 
die monatlichen Zahlungen an den Berufungsbeklagten nicht lückenlos erfolgt 
sind. Für den besagten Zeitraum sind lediglich 35 Zahlungen - 6 im Jahr 2003, 11 
im Jahr 2004, 9 im Jahr 2005 und 9 im Jahr 2006 (vgl. bekl. act. 4) - in Höhe von 
je Fr. 1'750.-- ausgewiesen, was einem Gesamtbetrag von Fr. 61'250.-- entspricht. 
Die Zahlung vom 24. Juni 2003 wurde dem Konto des Berufungsbeklagten 
belastet. Die erste ausgewiesene Zahlung der Berufungsklägerin an den 
Berufungsbeklagten datiert vom 25. Juli 2003. Der Kaufvertrag wurde am 17. 
Januar 2003 beurkundet. Gemäss Dauerauftragsbestätigung und 
Mutationsformular der E. vom 17. Juli 2003 erteilte die Berufungsklägerin der E. 
den Auftrag, dem Berufungsbeklagten auf den 25. jeden Monats, beginnend ab 
dem 25. Januar 2003, einen Betrag von Fr. 1'750.-- zu überweisen (vgl. bekl. act. 
4). Ein Zahlungsgrund wurde dabei nicht aufgeführt. Diese Zahlungen dauerten - 
zwar nicht lückenlos - bis und mit Dezember 2006 an, obschon sich die Parteien 
gemäss unbestritten gebliebener Behauptung der Berufungsklägerin (Duplik S. 4, 
Plädoyer vor Kantonsgericht) bereits Ende 2005 getrennt hatten und die 
Berufungsklägerin wieder in die Schweiz zurückgekehrt war. Sowohl die zeitliche 
Nähe zwischen Abschluss des Kaufvertrags und Erteilung des Dauerauftrags als 
auch der Umstand, dass die monatlichen Zahlungen selbst dann noch fortgesetzt 
wurden, als die Parteien bereits getrennt lebten und keinen gemeinsamen 

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Haushalt mehr unterhielten, deuten darauf hin, dass es sich hierbei nicht um 
Unterhaltszahlungen, sondern tatsächlich um Zahlungen in Tilgung der 
Kaufpreisrestanz handelt. Es ist jedenfalls weder ersichtlich noch nachvollziehbar 
und wurde auch vom Berufungsbeklagten nicht dargetan, weshalb die 
Berufungsklägerin die monatlichen Beträge nach Auflösung des gemeinsamen 
Haushalts weiterhin hätte überweisen sollen, wenn sie entsprechend den 
Ausführungen des Berufungsbeklagten als ehelicher Beitrag bzw. 
Unterhaltszahlungen im Sinne von Art. 163 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs 
(ZGB; SR 210) zu betrachten wären. Der Berufungsbeklagte konnte auch keine 
Vereinbarung von derartigen Unterhaltszahlungen nachweisen. Da der 
Berufungsbeklagte sodann selbst vorbringt, es könne sich bei den monatlichen 
Zahlungen lediglich um Unterhaltszahlungen oder Zahlungen in Tilgung der 
Restpreisforderung handeln (Plädoyer Kantonsgericht und Vorinstanz S. 7), nun 
aber aufgrund der konkreten Umstände nicht anzunehmen ist, dass es sich um 
Unterhaltszahlungen handelt, kann es sich folglich nur um Zahlungen zur 
ratenweise Tilgung des Restkaufpreises handeln. Der Einwand des 
Berufungsbeklagten, dass die Zahlungen, sollte es sich dabei tatsächlich um 
Abzahlungsbeträge handeln, auch heute noch ausgerichtet werden müssten, 
jedoch im Dezember 2006 eingestellt worden seien, ist unbegründet. Schliesslich 
hat die Berufungsklägerin nicht behauptet, den Restkaufpreis alleine mit diesen 
Zahlungen getilgt zu haben. Da sie davon ausging, sie habe den Restkaufpreis zu 
diesem Zeitpunkt durch weitere Zahlungen vollständig getilgt, bestand für sie auch 
keine Veranlassung, über den Dezember 2006 hinaus, weitere Abzahlungen zu 
tätigen. Das Gericht erachtet es nach dem Gesagten als rechtsgenüglich 
ausgewiesen, dass die betreffenden Zahlungen in Höhe von Fr. 61'250.-- zwecks 
Tilgung des Kaufpreises erfolgten, weshalb die Berufung in diesem Punkt 
gutzuheissen ist.

c) Die Berufungsklägerin behauptet im Weiteren, grössere Beträge, unter 
anderem einen solchen von Fr. 30'000.-- für einen Brotofen und das Schwimmbad 
in die Liegenschaft ihres Ehemannes in Y. investiert zu haben. Der Gesamtbetrag 
der getätigten Investitionen wird von der Berufungsklägerin auf Fr. 177'000.-- 
beziffert. Auch diese Behauptung - so der Berufungsbeklagte - sei letztlich 
unsubstantiiert und unbewiesen geblieben. Sonderbar und kaum der 
Glaubhaftigkeit zuträglich sei sodann, dass ein Betrag über EUR 111'000.-- erst 
anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung thematisiert worden sei. 
Überdies sei durchaus möglich, dass im Betrag von EUR 111'000.-- auch die 

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Pensionskassengelder in Höhe von Fr. 65'934.10 enthalten seien. Gesamthaft 
betrachtet entbehrten die geltend gemachten Forderungen jeglicher Grundlage.    

Als Beweis für die ihrerseits getätigten Investitionen legte die 
Berufungsklägerin ein Sparheft der D. ins Recht (vgl. bekl. act. 8E). Daraus geht 
hervor, dass von diesem Sparheft im Jahre 2003 mehrere grössere Beträge von 
insgesamt ca. EUR 111'000.-- abgehoben wurden, was in etwa dem behaupteten 
Betrag von Fr. 177'000.-- entspricht. Ein Beweis dafür, dass diese Beträge in den 
Um- und Ausbau der Liegenschaft des Berufungsbeklagten geflossen sind und 
dass dies in Anrechnung an den Kaufpreis geschehen sein soll, fehlt indessen 
gänzlich. Folglich wurden diese Beträge von der Vorinstanz zu Recht nicht an die 
Kaufpreisrestanz angerechnet. Hinsichtlich der beantragten 
Verkehrswertschätzungen der Liegenschaft kann auf E. 3 und 6.a des 
vorliegenden Urteils verwiesen werden.

d) Die Berufungsklägerin macht sodann geltend, unter dem Titel Steuer- und 
Alimentenschulden des Berufungsbeklagten Leistungen von über Fr. 20'000.-- 
erbracht zu haben. Um darzulegen, dass mindestens ein Betrag von Fr. 10’200.-- 
für Alimentenschulden des Berufungsbeklagten bezahlt worden sei, stützt sie sich 
auf einen Kontoauszug der E. vom 31. Dezember 2002 (vgl. bekl. act. 7E), in 
welchem eine Überweisung von Fr. 10’200.-- an das Advokaturbüro F. in V. mit 
dem handschriftlichen Vermerk „Alimenten Mexiko“ aufgeführt wird. Weiter 
befindet sich ein Schreiben von Rechtsanwalt G. an Rechtsanwalt F. vom 8. 
Januar 2003 bei den Akten (vgl. bekl. act. 7E), worin Letzterer aufgefordert wird, 
den Berufungsbeklagten zu veranlassen, die Unterhaltszahlung für Januar 2003 
im Betrag von Fr. 2'800.-- zu überweisen. Seitens des berufungsbeklagtischen 
Rechtsvertreters wird vorgebracht, die von der Berufungsklägerin geltend 
gemachte Forderung stehe leer im Raume und werde durch rein gar nichts belegt.

Dass die behauptete Zahlung in Anrechnung an den Kaufpreis erfolgt ist, ist 
allein schon deshalb unwahrscheinlich, weil der Kaufvertrag erst nach der 
Überweisung abgeschlossen wurde. Hätten die Parteien vorgehabt, diese Zahlung 
an den Kaufpreis anzurechnen, wäre dies wohl im Kaufvertrag im Abschnitt 
„Kaufpreis“ festgehalten worden. In Frage kommt somit lediglich eine 
verrechnungsweise Tilgung der Kaufpreisrestanz im entsprechenden Umfang. In 
den Rechtsschriften wurde zwar keine ausdrückliche Verrechnungseinrede 
erhoben, eine konkludente Willensäusserung, welche vorliegend wohl zu bejahen 
ist, reicht jedoch aus (vgl. Peter, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 4. Aufl., 
Basel 2007, N 4 zu Art. 124 OR). Doch auch hier vermochte die Berufungsklägerin 

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den Beweis nicht zu erbringen, dass ihr eine verrechenbare Forderung gegen den 
Berufungsbeklagten zusteht. Die Überweisung des Betrags von Fr. 10'200.-- an 
Rechtsanwalt F. erfolgte ohne Angabe eines Zahlungsgrunds. Auf den 
handschriftlichen Vermerk auf dem Kontoauszug kann dabei nicht abgestellt 
werden, da weder die Person, welche den Vermerk angebracht hat, noch der 
Zeitpunkt, an welchem dies geschehen ist, ermittelt werden kann. Ebenso wenig 
ist dem Schreiben von Rechtsanwalt G. vom 8. Januar 2003 zu entnehmen, dass 
die Berufungsklägerin für den Berufungsbeklagten Zahlungen in genannter Höhe 
auch tatsächlich erbracht hätte und ihr deshalb in diesem Umfang eine 
verrechenbare Gegenforderung zustünde. Somit ist völlig offen und aus den Akten 
nicht erschliessbar, um was für eine Zahlung es sich hierbei handelt. Da auch 
diesbezüglich eine teilweise Tilgung der restlichen Kaufpreisforderung nicht 
nachgewiesen ist, ist das angefochtene Urteil auch in diesem Punkt zu bestätigen.

e) Schliesslich bringt die Berufungsbeklagte vor, sie habe beim Um- und 
Ausbau der Liegenschaft in Y. mitgewirkt und ihre Kaufpreisschuld insoweit durch 
Arbeits- und Materialleistungen getilgt. Sie habe über ihre ehelichen Pflichten 
hinaus Arbeit in die Liegenschaft in Y. gesteckt. In der Duplik vom 26. August 
2008 listete sie die behaupteten Leistungen detailliert auf und bezifferte diese mit 
ca. Fr. 122'000.--. Dagegen wendet der Berufungsbeklagte ein, die 
Arbeitsleistungen seien unbewiesen geblieben und die in der Duplik erfolgte 
Auflistung von angeblichen Tätigkeiten sei als reine Parteibehauptung zu 
bezeichnen.

Auch hinsichtlich der von der Berufungsklägerin geltend gemachten 
Arbeitsleistungen ist festzustellen, dass diese in keiner Art und Weise bewiesen 
worden sind. Die Berufungsklägerin vermochte weder anhand irgendwelcher 
Belege über den Kauf von Arbeitsmaterialien noch anhand anderweitiger 
Unterlagen nachzuweisen, ob und allenfalls in welchem Umfang Leistungen 
ihrerseits erbracht wurden. Auf dem eingereichten Fotomaterial (vgl. bekl. act. 5) 
ist nichts Derartiges zu entnehmen. Ebenso wenig gelang ihr der Beweis, dass 
allfällige Leistungen in Anrechnung an den Kaufpreis hätten erfolgen sollen, 
weshalb das angefochtene Urteil auch in diesem Punkt nicht zu beanstanden ist. 
Bezüglich der beantragten Verkehrswertschätzungen der Liegenschaft kann auf 
das in E. 3 und 6.a Gesagte verwiesen werden.

7.a) Abschliessend rügt die Berufungsklägerin die vorinstanzliche 
Kostenzuteilung. Gemäss Rechtsbegehren habe der Kläger und 
Berufungsbeklagte die Ausrichtung eines Verzugszinses seit dem 27. März 2003 

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gefordert, wohingegen die Vorinstanz ihm erst ab dem 19. Mai 2007 
Verzugszinsen zugesprochen habe. Folglich sei sein Rechtsbegehren betreffend 
Verzugszinsen hinsichtlich der Zeit vom 27. März 2003 bis 18. Mai 2007 
rechtskräftig abgewiesen worden, zumal diesbezüglich keine Anschlussberufung 
erhoben worden sei. Diese Teilabweisung habe aber auch Auswirkungen auf die 
Kosten- und Entschädigungsfolge und hätte von der Vorinstanz bei der 
Kostenzuteilung berücksichtigt werden müssen. Aus diesem Grund verstosse 
Ziffer 2 des Dispositivs des angefochtenen Urteils gegen Art. 122 ZPO und sei 
rechtswidrig.

b) Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO wird der unterliegende Teil in der Regel zur 
Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Hat keine Partei 
vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt werden. Gestützt 
auf Art. 122 Abs. 2 ZPO wird die unterliegende Partei sodann in der Regel 
verpflichtet, der obsiegenden Partei alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, 
notwendigen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten 
einer Partei aus, so können die aussergerichtlichen Kosten nach den gleichen 
Grundsätzen wie die gerichtlichen verteilt werden.

c) Der Kläger und Berufungsbeklagte beantragte im vorinstanzlichen 
Verfahren, die Beklagte und Berufungsklägerin sei zu verpflichten, ihm Fr. 
355'000.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 27. März 2003 zu bezahlen (vgl. 
Prozesseingabe vom 10. Januar 2008 und Replik vom 5. Juni 2008). Die Beklagte 
und Berufungsklägerin beantragte die kostenfällige Abweisung der Klage (vgl. 
Prozessantwort vom 14. März 2008 und Duplik vom 26. August 2008). Die 
Vorinstanz sprach dem Kläger und Berufungsbeklagten entgegen seinem 
Rechtsbegehren lediglich einen Verzugszins ab dem 19. Mai 2007 zu (vgl. Urteil 
S. 19), auferlegte der Beklagten und Berufungsklägerin aber dennoch die ganzen 
gerichtlichen und aussergerichtlichen Kosten. 

d) Der vom Kläger und Berufungsbeklagten geltend gemachte 
Forderungsbetrag beläuft sich inklusive Verzugszinsen zu 5 % vom 27. März 2003 
bis zum Tag der erstinstanzlichen Urteilsfällung am 16. Januar 2009 auf 
insgesamt rund Fr. 458'000.-- (Fr. 355'000.-- zuzüglich Verzugszinsen von Fr. 
102'999.30). Zugesprochen wird ihm gemäss vorliegendem Urteil ein 
Gesamtbetrag von rund Fr. 318’230.-- (Fr. 293’750.-- zuzüglich Verzugszinsen seit 
dem 19. Mai 2007 von Fr. 24'479.--). Damit ist der Kläger und Berufungsbeklagte 
mit seinem Rechtsbegehren rechnerisch zu rund 70 % durchgedrungen. 
Demzufolge gehen die Kosten des Kreisamts X. sowie diejenigen des 

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vorinstanzlichen Verfahrens zu 3/10 zu Lasten des Klägers und 
Berufungsbeklagten und zu 7/10 zu Lasten der Beklagten und Berufungsklägerin. 
Im gleichen Verhältnis sind die aussergerichtlichen Kosten zu verteilen. Nachdem 
der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin für das vorinstanzliche Verfahren eine 
aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 22'000.-- und der Rechtsvertreter des 
Berufungsbeklagten eine solche von Fr. 20'846.65 geltend machten, ergibt sich 
nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche eine aussergerichtliche 
Entschädigung von 7'992.55 (inkl. MWST) zugunsten des Berufungsbeklagten.

e) Im vorliegenden Berufungsverfahren waren die Verzugszinsen nicht mehr 
strittig. Die Berufungsklägerin vermochte mit ihrem Rechtsbegehren im Umfang 
von Fr. 61'250.-- durchzudringen, was rund 1/6 des strittigen Forderungsbetrags 
von Fr. 355'000.-- ausmacht. Folglich gehen die Kosten des Berufungsverfahrens 
zu 5/6 zu Lasten der Berufungsklägerin und zu 1/6 zu Lasten des 
Berufungsbeklagten. Im gleichen Verhältnis sind auch die aussergerichtlichen 
Kosten des Berufungsverfahrens zu verteilen. Die von Rechtsanwalt Infanger 
eingereichte Honorarnote von Fr. 3'693.90 ist aufgrund der sich stellenden Sach- 
und Rechtsfragen angemessen. Rechtsanwalt Augustin hat dem Gericht keine 
Honorarnote vorgelegt. Aufgrund der Vorträge vor Kantonsgericht ist jedoch davon 
auszugehen, dass sein Aufwand in etwa mit demjenigen des Rechtsvertreters der 
Gegenpartei vergleichbar war. Somit erscheint es als angemessen, auch auf 
Seiten der Berufungsklägerin auf einen Betrag von Fr. 3'693.90 abzustellen. Auch 
diesbezüglich gehen 5/6 zu Lasten der Berufungsklägerin und 1/6 zu Lasten des 
Berufungsbeklagten. Infolge Verrechnung hat die Berufungsklägerin den 
Berufungsbeklagten mit Fr. 2'462.60 (inkl. MWST) aussergerichtlich zu 
entschädigen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. A. wird verpflichtet, B. Fr. 293'750.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 19. Mai 
2007 zu bezahlen.

3. Die Kosten des Kreisamts X. von Fr. 350.-- sowie die Kosten des 
Bezirksgerichts Plessur von Fr. 13'549.95 gehen zu 3/10 zu Lasten von B. 
und zu 7/10 zu Lasten von A., welche B. für das erstinstanzliche Verfahren 
aussergerichtlich mit Fr. 7'992.55 (inkl. MWST) zu entschädigen hat.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 8'384.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
8'000.--, Schreibgebühr Fr. 384.--) gehen zu 1/6 (Fr. 1’397.35) zu Lasten 
von B. und zu 5/6 (Fr. 6'986.65) zu Lasten von A., welche B. für das 
Berufungsverfahren aussergerichtlich mit Fr. 2'462.60 (inkl. MWST) zu 
entschädigen hat.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an: