# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7055558-5252-5825-be8b-c7c2ede27664
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 09.06.2015 RB150014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RB150014_2015-06-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: RB150014-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. H.A. Müller und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Leitende  

Gerichtsschreiberin lic. iur. E. Ferreño 

Urteil vom 9. Juni 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 
Bezirksgericht Zürich,  

Beschwerdegegner 

 

betreffend Forderung (unentgeltliche Rechtspflege, Kostenvorschuss) 
 
Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Zürich, 
8. Abteilung, vom 2. April 2015 (CG150050-L) 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. a) Mit Eingabe vom 8. Januar 2015 erhob die Beschwerdeführerin 

vor Vorinstanz eine Staatshaftungsklage, mit welcher sie Schadenersatz in der 

Höhe von Fr. 1'000'000.– und Genugtuung von Fr. 1'000'000.– verlangte 

(Urk. 7/1). Am 2. April 2015 wies die Vorinstanz das Armenrechtsgesuch der Be-

schwerdeführerin zufolge Aussichtslosigkeit ab und setzte der Beschwerdeführe-

rin sodann Frist an, um einen Gerichtskostenvorschuss von Fr. 40'750.– zu leis-

ten (Urk. 7/7 = Urk. 2). 

b) Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin am 14. April 2015 frist-

gerecht Beschwerde (Urk. 1). Mit ihren in der Folge unaufgefordert eingereichten 

Eingaben vom 15. April 2015, 23. April 2015, 4. Mai 2015, 11. Mai 2015, 15. Mai 

2015, 21. Mai 2015 und 26. Mai 2015 bestätigte die Beschwerdeführerin ihre am 

14. April 2015 eingereichte Beschwerdeschrift und verlangte abermals die soforti-

ge Auszahlung ihrer Geldforderung an sie (Urk. 6, Urk. 8 bis 10 und Urk. 12 bis 

14). 

c) Die Beschwerdeschrift hat konkrete Rechtsbegehren zu enthal-

ten, aus denen eindeutig hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Ent-

scheid angefochten wird. Vorliegend fehlt ein solch konkreter Beschwerdeantrag. 

Unklare Rechtsbegehren sind jedoch nach Treu und Glauben und im Lichte der 

Begründung auszulegen (BGE 137 III 617 E. 6.2; Leuenberger in: Sutter-Somm/ 

Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, N 38 zu Art. 221 ZPO). Aus der Beschwerde-

schrift ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin mit dem Beschluss der Vorin-

stanz vom 2. April 2015 nicht einverstanden ist. Sie will die Aufhebung der Dispo-

sitiv-Ziffern 1 bis 2 des Beschlusses und damit die Abnahme der Frist zur Leis-

tung eines Gerichtskostenvorschusses sowie die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege beantragen (Urk. 1 S. 2 und 3). 

2. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen-

sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Die Beschwerde ist begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 

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ZPO). Dazu gehört, dass in der Beschwerde im Einzelnen dargelegt werden 

muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig sein soll. Im Beschwer-

deverfahren sind sodann neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue 

Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Die Beschwerdeführerin 

reicht im Beschwerdeverfahren diverse Beweismittel ein (Urk. 5/1-15). Grössten-

teils handelt es sich um bereits in den vorinstanzlichen Akten befindliche Unterla-

gen (Urk. 5/3-9, Urk. 5/11-15). In Bezug auf die jedoch erstmals im Beschwerde-

verfahren eingereichten Urkunden (Urk. 5/1-2 und 5/10) ist die Beschwerdeführe-

rin darauf hinzuweisen, dass diese nicht zu beachten sind.  

3. a) Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin führe zur Begrün-

dung ihrer Staatshaftungsklage aus, sie habe vom gegen sie im Jahre 1994 er-

gangenen Strafurteil – mit welchem sie zu bedingt vollziehbaren 15 Monaten 

Freiheitsstrafe verurteilt wurde – erstmals im September 2013 Kenntnis erlangt. 

Hätte sie von der Existenz des Urteils gewusst, wäre sie nie als Künstlerin nach 

Deutschland gefahren. Das Urteil habe ihre Gesundheit, ihren Beruf und Lebens-

lauf zerstört (Urk. 2 S. 3). Anhand der beigezogenen Strafakten des Prozesses 

DG940675 stellte die Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführerin an der Haupt-

verhandlung vom 5. September 1994 persönlich teilgenommen habe, zur Person 

und zur Sache befragt worden sei, der Urteilsverkündung beigewohnt sowie das 

Urteil (mitsamt Beschluss) im Dispositiv ausgehändigt erhalten habe (Urk. 2 S. 4). 

Ein rechtswidriges Handeln des mit der Sache befassten Spruchkörpers des Be-

zirksgerichts Zürich sei nicht zu erkennen. Nicht nachvollziehbar sei die Behaup-

tung der Beschwerdeführerin, wonach sie erst rund 20 Jahre später von der Ver-

urteilung Kenntnis erlangt haben solle, sei sie doch im Rahmen der Strafuntersu-

chung mehrfach polizeilich und bezirksanwaltschaftlich zu den Vorwürfen betref-

fend Betäubungsmittelhandel einvernommen worden. Darüber hinaus habe es die 

Beschwerdeführerin unterlassen, die haftungsbegründenden Tatsachen hinrei-

chend darzulegen und zu begründen (Urk. 2 S. 5). Ebenso würden jegliche Anga-

ben zur Zusammensetzung des von ihr geltend gemachen Schadens von 

Fr. 1'000'000.– fehlen (Urk. 2 S. 6). 

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b) Hinsichtlich der Voraussetzungen für die Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege ist auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu 

verweisen (Urk. 2 S. 2 f.).  

Die Beschwerdeführerin stellt in ihrer Beschwerdeschrift nochmals den 

Sachverhalt aus ihrer Sicht dar (vgl. Urk. 7/1 und Urk. 2) und macht bezugneh-

mend auf den angefochtenen Entscheid sinngemäss ihre Mittellosigkeit geltend, 

indem sie vorbringt, sie habe kein Vermögen, müsse Sozialhilfe beziehen und 

könne den Kostenvorschuss nicht bezahlen (Urk. 1 S. 2 und 3). Sie übersieht da-

bei, dass ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht zu-

folge fehlender eigener Mittellosigkeit – die Vorinstanz prüfte diese gar nicht (vgl. 

Urk. 2 S. 3) –, sondern zufolge Aussichtslosigkeit ihrer Klage abgewiesen wurde. 

In ihren Ausführungen setzt sie sich mit den relevanten Erwägungen der Vor-

instanz mit keinem Wort auseinander und beharrt darauf, nie an einer Verhand-

lung an der …strasse … in Zürich, weder alleine noch mit einem amtlichen Ver-

teidiger, teilgenommen zu haben (Urk. 1 S. 2). Sie unterlässt es, in ihrer Be-

schwerdeschrift konkret darzulegen, weshalb die Erwägungen der Vorinstanz zur 

Aussichtslosigkeit falsch seien. Auch führt sie nicht aus, wieso ihre Darlegung im 

vorinstanzlichen Verfahren genügend substantiiert gewesen sei, und die Vor-

instanz ihr deshalb die unentgeltliche Rechtspflege hätte gewähren müssen. Ihre 

allgemeinen Ausführungen zur früheren familiären und finanziellen sowie zur ak-

tuellen gesundheitlichen Situation vermögen hierzu nicht zu genügen. Es gelingt 

der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren somit nicht, den Nachweis der 

fehlenden Aussichtslosigkeit zu erbringen. Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, 

dass die Staatshaftungsklage der Beschwerdeführerin keine Aussicht auf Erfolg 

hat.  

c) Vor diesem Hintergrund erweist sich die Beschwerde der Be-

schwerdeführerin als unbegründet. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

4. a) Im Verfahren um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-

ge werden grundsätzlich keine Kosten erhoben (Art. 119 Abs. 6 ZPO). Nach bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung gilt dies allerdings nur für das Gesuchsverfah-

ren, nicht jedoch für ein Beschwerdeverfahren darüber (BGE 137 III 470). Dem-

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gemäss sind für das vorliegende Beschwerdeverfahren Gerichtskosten festzuset-

zen und ausgangsgemäss der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr ist gestützt auf § 12 Abs. 1 und 2 

GebV OG in Verbindung mit § 9 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 500.– festzusetzen. 

b) Die Beschwerdeführerin stellte für das Beschwerdeverfahren kein 

(ausdrückliches) Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(Urk. 1). Selbst wenn ihr Vorbringen, sie beziehe Sozialhilfe und könne den Kos-

tenvorschuss nicht bezahlen (Urk. 1 S. 3), als Armenrechtsgesuch ausgelegt wür-

de, wäre ein solches ohnehin zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzu-

weisen gewesen (Art. 117 lit. b ZPO). 

c) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen 

zuzusprechen, der Beschwerdeführerin zufolge ihres Unterliegens, dem Be-

schwerdegegner mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO, Art. 106 

Abs. 1 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Vorinstanz unter Beilage eines 

Doppels von Urk. 1, sowie an den Beklagten im Hauptverfahren, je gegen 

Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

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6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine 
vermögensrechtliche Streitigkeit. Der Streitwert der Hauptsache beträgt Fr. 2'000'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
 

Zürich, 9. Juni 2015 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

 
Die Leitende Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. E. Ferreño 
 
versandt am: 
mc 

	Urteil vom 9. Juni 2015
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Vorinstanz unter Beilage eines Doppels von Urk. 1, sowie an den Beklagten im Hauptverfahren, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...