# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de0219ca-aaff-570b-80ea-b2e5a4afc096
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 12.01.2023 510 23 38 (510 2023 38)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-23-38_2023-01-12.pdf

## Full Text

Seite 1 

Urteil vom 1. Dezember 2023 (510 23 38) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Nach- und Strafsteuern aufgrund solidarischen Haftung als Organ; Verjährung 

 

Besetzung Steuergerichtspräsident A. Zähndler, Steuerrichter J. Felix (Ref.), 
H. Steiner, M. Zeller, Dr. L. Schneider, Gerichtsschreiber D. Kambanas 
 
 

Parteien A.B.____ und C.B.____, 
 
 Rekurrenten 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 
 Rekursgegnerin 
 
 
 

betreffend Nach- und Strafsteuer zur Staats- und Gemeindesteuer 2015 und 
Solidarische Haftung für Nachsteuern der D.____ GmbH, (vormals 
E.____ GmbH) der Jahre 2007 und 2008 

 
 

http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
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Sachverhalt: 

 

A. 

Der Pflichtige war in den Jahren 2007 und 2008 Gesellschafter und Geschäftsführer der D.____ 

GmbH in Liq. (vormals E.____ GmbH) und ist seit 2012 Gesellschafter und Geschäftsführer der 

F.____ GmbH. Die Firma D.____ GmbH in Liq. betreffend wurde ein Nach- und Strafsteuerver-

fahren für die Perioden 2007 und 2008 rechtskräftig abgeschlossen, wobei eine Nachsteuerfor-

derung von Fr. 90'710.25 ungetilgt blieb. In den betreffenden Perioden wurde erheblicher Auf-

wand mittels fiktiver Rechnungen als Geschäftsaufwand verbucht und der steuerbare Reinge-

winn somit zu tief ausgewiesen.  

Die F.____ GmbH betreffend stellte die Steuerverwaltung im Zuge einer Revision (Revisionsbe-

richt Nr. 2017-079) des Unternehmens verschiedene geldwerte Leistungen an die Pflichtigen im 

Jahr 2015 fest. Entsprechend rechnete die Steuerverwaltung in der Meldung über Aufrechnun-

gen und Korrekturen vom 23. März 2017 folgende Positionen auf: Zins auf Kontokorrent 

A.B.____ von Fr. 101.--, geschäftsmässig nicht begründete Gutschrift von Fr. 7'200.--, Gewinn-

ausschüttung im Umfang von Fr. 1'800.--, Fahrzeugaufwand in der Höhe von Fr. 3'309.-- und 

einen Privatanteil für das Telefon von Fr. 1'000.--. Zudem wurde der Lohn des Pflichtigen um 

Fr. 8'152.-- bzw. der der Pflichtigen um Fr. 9.-- und übrige private Schuldzinsen um Fr. -101.-- 

berichtigt.  

 

Mit Schreiben vom 12. August 2020 leitete die Steuerverwaltung ein Nach- und Strafsteuerver-

fahren gegen die Pflichtigen wegen nicht deklariertem Einkommen ein und stellten den Pflichti-

gen die Nachsteuerberechnung zur Stellungnahme mit 30-tägiger Frist zu. 

 

In Ihrer Stellungnahme vom 7. September 2020 machten die Pflichtigen geltend, dass die von 

der Steuerverwaltung angeführten Aufrechnungen im darauffolgenden Jahr in der Gesellschaft 

vorgenommen wurden. Was die Steuererklärung der Rekurrenten als Privatpersonen betreffe, 

sei der Revisionsbericht Nr. 2017-079 erst am 28. Februar 2017 zugestellt worden: Zwei Jahre 

nachdem die Pflichtigen ihre private Steuererklärung 2015 eingereicht hätten. Es handle sich 

folglich bei den aufgerechneten Positionen nicht um undeklarierte Einkünfte, sondern vielmehr 

um eine Differenz, die sich aus dem Revisionsbericht Nr. 2017-079 vom 28. Februar 2017 

ergäbe, welche auch von Seiten der Steuerverwaltung habe korrigiert werden können, da sie im 

Bericht schon bekannt gewesen sei. Die Pflichtigen seien der Meinung, dass diese Differenz in 

der Steuererklärung zwar anzurechnen, das Nach- und Strafsteuerverfahren hingegen einzu-

stellen sei.  

 

Mit Verfügung vom 12. November 2021 erhob die Steuerverwaltung für die Steuerperiode 2015 

Nachsteuern und Bussen inkl. Verzugszinsen zur Staats- und Gemeindesteuer. Dabei setzte 

sie die Busse auf 100 % der Nachsteuer fest. Ausserdem stellte sie dem Pflichtigen aufgrund 

solidarischer Haftung den Nachsteuerbetrag der Firma D.____ GmbH in Liq. in Höhe von 

Fr. 90'710.25 inkl. einer Busse von Fr. 20'000.-- in Rechnung. Die Steuerverwaltung hielt an der 

steuerlichen Aufrechnung der geldwerten Leistung der Steuerperiode 2015 fest, da eine allfällig 

vorgenommene Korrektur der Positionen auf Gesellschaftsebene im Folgejahr nichts daran än-

 
 
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dere, dass die Einkommen der Steuerpflichtigen für das Jahr 2015 aufgrund des Periodizitäts-

prinzips korrigiert werden müssten. Die Nachsteuergrundlagen und die Nachsteuerberechnung 

seien als richtig zu erkennen. Aufgrund der längeren Verfahrensdauer würden die Verzugszin-

sen aber lediglich bis zum 31. Dezember 2019 in Rechnung gestellt. Die Höhe der Busse im 

Umfang von 100 % der Nachsteuer wurde mit mittelschweren Verschulden begründet. Anlass 

hierzu sei die Nichtdeklaration von nicht unbedeutenden Einkommensbestandteilen, ebenfalls 

habe sich der Taterfolg strafverschärfend ausgewirkt. Gleichzeitig wurde strafmindernd die kur-

ze Hinterziehungsdauer sowie die längere Verfahrensdauer berücksichtigt. Trotz der Tatsache, 

dass es sich um das zweite Hinterziehungsverfahren des Pflichtigen handle, habe man von ei-

ner weiteren Strafverschärfung abgesehen und es bei der gesetzlichen Regelbusse von 100 % 

belassen, da der jetzt in Rechnung gestellte Nachsteuerbetrag im Vergleich zum ersten Hinter-

ziehungsfall viel geringer ausfalle. Bezüglich der Teilnahme an der Steuerhinterziehung der 

D.____ GmbH in Liq. habe der Pflichtige als Gesellschafter und Geschäftsführer der früheren 

E.____ GmbH verantwortlich gezeichnet und damit zumindest eventualvorsätzlich an der Steu-

erhinterziehung der E.____ GmbH mitgewirkt. Da erhebliche Beträge hinterzogen worden sei-

en, als auch in Anbetracht einer Gesamtwürdigung des Verschuldens müsse von einem schwe-

ren Verstoss ausgegangen werden, weshalb eine Busse in Höhe von Fr. 20'000.-- als gerecht-

fertigt erscheine. Ebenso hafte der Pflichtige für die hinterzogene Steuer der D.____ GmbH in 

Liq., die mangels Einbringung der Nachsteuerforderung in Höhe von Fr. 90'710.25 ohne Ver-

lustschein abgeschrieben werden müsse. 

 

 

B. 

Mit Schreiben vom 7. Dezember 2021 erhoben die Pflichtigen Beschwerde (recte: Einsprache) 

und stellten die Anträge, die Verfügung Nachsteuern und Bussen zur Staats- und Gemeinde-

steuer 2015 vom 12. November 2021 sei aufzuheben, die solidarische Haftung für die Nach-

steuer der D.____ GmbH in Liq. (vormals E.____ GmbH) sei negativ festzustellen und die Ver-

fügung sei vollumfänglich zu überprüfen. Zur Begründung führten sie neben dem im Schreiben 

vom 7. September 2020 Vorgebrachten aus, dass es sich bei den aufgerechneten Positionen 

nicht um eine Steuerhinterziehung handle und deshalb keine Steuerbusse geschuldet sei. Aus-

serdem würde die Steuerverwaltung willkürlich das Recht für sich beanspruchen zuerst Auf-

rechnungen zu streichen, weil sie diese nicht als geschäftsmässig begründet anerkenne und 

dann als Privateinkommen einstufen, um schliesslich das Ganze mit einer Nach- und Strafsteu-

er zu ahnden. Bezüglich der Haftung für die Nachsteuer der D.____ GmbH in Liq. wurde vom 

Pflichtigen die Frage aufgeworfen, wie er für eine Person haften könne, die selber für ihre Ge-

schäftstätigkeit hafte. Zudem sei das Verfahren, das die D.____ GmbH in Liq. betreffe schon 

abgeschlossen und könne nach dem rechtlichen Verständnis der Pflichtigen weder erneut ge-

öffnet noch in dessen Zusammenhang neue Strafen verhängt werden. Ausserdem sei nicht 

nachvollziehbar, warum dieses Verfahren mit der Nachsteuer für die Steuerperiode 2015 ver-

bunden werde. 

 

Mit Einspracheentscheid vom 16. Juni 2023 hiess die Steuerverwaltung die Einsprache teilwei-

se gut, indem sie die Busse über Fr. 20'000.-- wegen Teilnahme an der Steuerhinterziehung der 

 
 
Seite 4   

D.____ GmbH in Liq. aufgrund von Verjährung aufhob, die übrigen Punkte betreffend die Nach- 

und Strafsteuerverfügung vom 12. August 2020 hingegen bestätigte. Ergänzend zu den Ausfüh-

rungen in der Nach- und Strafsteuerverfügung vom 12. November 2021 führte sie u. a. aus, 

dass für das Steuerjahr 2015 insgesamt eine Aufrechnung von über Fr. 21'000.-- vorgenommen 

worden sei und dass ein wesentlicher Betrag davon - nämlich Fr. 7'200.-- - eine geschäftsmäs-

sig nicht begründete Gutschrift darstelle, die doppelt erfasst und dem Privatkonto A.B.____ gut-

geschrieben worden sei. Dies habe der Pflichtige ohne wesentlichen Aufwand erkennen können 

und müssen. Es sei deshalb zumindest von einem eventualvorsätzlichen Verhalten auszuge-

hen. Aus der von den Pflichtigen aufgeworfenen Tatsache, dass der Revisionsbericht der Firma 

erst zwei Jahre nach Einreichung der privaten Steuerklärung 2015 erstellt wurde, liesse sich 

nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn bereits im Rahmen der Einreichung der privaten Steu-

ererklärung 2015 hätten die Pflichtigen erkennen können und müssen, dass z.B. ihr Einkommen 

nicht richtig deklariert worden sei und die doppelte Verbuchung des Betrags von Fr. 7'200.-- 

wäre bereits bei einer rudimentären Prüfung der Bilanz- und Erfolgsrechnung - eine Pflicht als 

Gesellschafter und Geschäftsführer - aufgefallen. Vor diesem Hintergrund erscheine die Busse 

von 100 % der Nachsteuer als gerechtfertigt und würde dem Pflichtigen auferlegt, da es sich im 

Wesentlichen um seine Steuerfaktoren handle. Was die Strafsteuer wegen Teilnahme an der 

Steuerhinterziehung der D.____ GmbH in Liq. betreffe, so gälten für die Bestrafung der Teil-

nahmehandlung die gleichen Verjährungsgrundsätze wie für die vollendete Steuerhinterzie-

hung. Dementsprechend könne für die Teilnahme an der Steuerhinterziehung der Firma D.____ 

GmbH in Liq. keine Busse ausgesprochen werden. Da die solidarische Haftung für die Nach-

steuer unabhängig von der Strafbarkeit wegen Teilnahmehandlungen an der Steuerhinterzie-

hung des Unternehmens bestünde, ändere sich nichts an dem Fortbestand der Solidarhaftung 

des Steuerpflichtigen für die Nachsteuern der D.____ GmbH in Liq. Abschliessend stellte die 

Steuerverwaltung fest, dass die Berechnung der Nachsteuer sowie deren Höhe von den Pflich-

tigen nicht bestritten worden sei. 

 

 

C. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erheben die Pflichtigen mit Schreiben vom 14. Juli 2023 

Beschwerde (recte: Rekurs) mit den Begehren, (1) der Einspracheentscheid Nach- und Straf-

steuern zur Staats- und Gemeindesteuer 2015 sei aufzuheben, (2) die Nachsteuern und Bus-

sen zur Staats- und Gemeindesteuer 2015 sei auf die Nachsteuer inkl. Verzugszins zu be-

schränken, (3) die solidarische Haftung des Steuerpflichtigen A.B.____, für die Nachsteuern der 

Firma D.____ GmbH in Liq. (früher E.____ GmbH) sei negativ festzustellen, (4) der Ein-

spracheentscheid sei vollumfänglich zu überprüfen. Zur Begründung wiederholen die Rekurren-

ten im Wesentlichen die schon in der Einsprache vorgebrachten Argumente. 

 

Mit Vernehmlassung vom 22. August 2023 beantragt die Steuerverwaltung die teilweise Gut-

heissung des Rekurses und verweist zur Begründung im Wesentlichen auf den Revisionsbe-

richt und die Nach- und Strafsteuerverfügung. In Bezug auf die Solidarhaftung führt sie aus, 

dass die absolute Bezugsverjährungsfrist von 10 Jahren nach Ablauf des Jahres der Rechts-

kraft gälte. Da die Nach- und Strafsteuerverfügung der D.____ GmbH in Liq. vom 11. Oktober 

 
 
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2012 datiere, sei die absolute Bezugsverjährung von 10 Jahren am 1. Januar 2023 eingetreten. 

Die Solidarhaftung könne die steuergesetzliche Bezugsverjährungsfrist gegenüber dem Haupt-

schuldner nicht aufheben und sei akzessorisch zur Grundforderung, weshalb diese aufgrund 

der Verjährung auch nicht bei anderen haftbaren Personen eingefordert werden könne. Der 

Rekurs sei deshalb in Bezug auf die Solidarhaftung gutzuheissen. 

 

Anlässlich der heutigen Verhandlung hält die Steuerverwaltung an ihrem Antrag fest, wobei die 

Rekurrenten auf eine Teilnahme verzichten. 

 

 

 

Erwägungen: 

 

1.  

Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes vom 7. Februar 1974 über die Staats- und 

Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG; SGS 331) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses 

zuständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im 

vorliegenden Fall Fr. 10’000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen 

und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stel-

lenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 

 

 

2. 

2.1. Die Busse über Fr. 20'000.-- wegen Teilnahme an der Steuerhinterziehung der D.____ 

GmbH in Liq. (vormals E.____ GmbH) wurde im angefochtenen Einspracheentscheid aufgeho-

ben, womit sich weitere Ausführungen dazu erübrigen. 

 

2.2. Es bleibt deshalb nur noch zu prüfen, ob die Nachsteuern zur Staats- und Gemeindesteuer 

2015 und die Nachsteuern aufgrund solidarischer Haftung für die Ertragsnachsteuer 2007 und 

2008 der D.____ GmbH in Liq. zu Recht erhoben wurden. 

 

 

3. 

3.1. Ergibt sich gemäss § 146 Abs. 1 StG aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der 

Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine 

rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollständige 

Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Steuerbehörde zurückzuführen, wird 

die nicht erhobene Steuer samt Zins seit Fälligkeit als Nachsteuer eingefordert. 

 

Bei rechtskräftigen Veranlagungen ist eine einfache Nachforderung von Steuerbeträgen, die 

nicht durch die Verfügung gedeckt sind, nicht möglich. Das Prinzip der Rechtskraft wird jedoch 

in den Gesetzen regelmässig durchbrochen, indem dem Fiskus die Möglichkeit gegeben wird, 

die Verfügung unter bestimmten Voraussetzungen zu seinen Gunsten abzuändern und einen 

 
 
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zusätzlichen Steuerbetrag (samt Zins) als Nachsteuer einzufordern.1 Die Nachsteuer ist die 

«Mehrsteuer», welche sich gegenüber der ursprünglich veranlagten Steuer ergibt. Mit dem 

Nachsteuerverfahren soll der vom Fiskus durch die ungerechtfertigte Verkürzung der Steuer 

erlittene Steuerausfall ausgeglichen werden, wobei die Nachsteuer nicht zur Überbesteuerung 

des Pflichtigen führen darf.2 Die Nachsteuer hat von ihrer Natur her somit keinen pönalen Cha-

rakter und ist demnach weder mit einer Busse verbunden noch setzt sie das Verschulden des 

Steuerpflichtigen voraus.3  

 

Entscheidend für die Einleitung eines Nachsteuerverfahrens ist, dass die Beweismittel und Tat-

sachen neu, d.h. erst nach Eintritt der Rechtskraft der Veranlagung entdeckt worden sind. Zwar 

ist der Steuerpflichtige verantwortlich für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben in der 

Steuererklärung, doch darf die Behörde - im Wissen, später ohne weiteres ein Nachsteuerver-

fahren einleiten zu können - nicht leichtfertig auf die Richtigkeit der deklarierten Angaben ver-

trauen. Vielmehr muss ein Nachsteuerverfahren dann ausgeschlossen sein, wenn die veranla-

gende Behörde einen erkennbar unvollständigen oder fragwürdigen Sachverhalt ungeklärt liess. 

Auf erkennbar unsicherer Grundlage verfügte Veranlagungen dürfen nicht über ein Nachsteuer-

verfahren «verbessert» werden, wenn sich diese Grundlage im Nachhinein als unzutreffend 

erweist.4 

 

3.2. In Bezug auf die Beweislast im Steuerrecht ist festzuhalten, dass der Nachweis für steuer-

begründende Tatsachen der Steuerbehörde und der Beweis für steuermindernde Tatsachen 

grundsätzlich dem Steuerpflichtigen obliegt; er hat steuermindernde Tatsachen nicht nur zu 

behaupten, sondern auch zu belegen.5 Im Bereich der geldwerten Leistungen gilt die Grundre-

gel, dass die Steuerbehörde die Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen 

trägt, die steuerpflichtige Gesellschaft dagegen diejenige für all das, was die Steuer aufhebt 

oder mindert. Der Behörde obliegt insbesondere der Nachweis dafür, dass die Gesellschaft eine 

Leistung erbracht hat und dieser keine oder keine angemessene Gegenleistung gegenüber-

steht. Hat die Behörde ein solches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung darge-

tan, so ist es Sache der steuerpflichtigen Gesellschaft, die damit begründete Vermutung zu ent-

kräften. Gelingt ihr das nicht, trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit. Das gilt insbesondere 

dann, wenn sie Zahlungen leistet, die weder buchhalterisch erfasst noch belegt sind.6 

 

3.3. Gemäss Art. 42 Abs. 3 StHG müssen natürliche Personen mit Einkommen aus selbständi-

ger Erwerbstätigkeit und juristische Personen der Steuererklärung die unterzeichneten Jahres-

rechnungen (Bilanzen, Erfolgsrechnungen) der Steuerperiode oder, wenn eine kaufmännische 

Buchhaltung fehlt, Aufstellungen über Aktiven und Passiven, Einnahmen und Ausgaben sowie 

                                                
1 HÖHN/WALDBURGER, Steuerrecht Band I, 9. A. Bern/Stuttgart/Wien 2001, § 36 N 22. 
2 Vgl. SCHNEIDER/MERZ in: Nefzger/Simonek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, 

§ 146 N 1. 
3 Vgl. SCHNEIDER/MERZ, a.a.O., § 147 N 2. 
4 Vgl. SCHNEIDER/MERZ, a.a.O., § 146 N 4. 
5 ENTSCHEID DES BUNDESGERICHTS [BGE] 140 II 248, E. 3.5. 
6 Zum Ganzen vgl. BGer 2C_414/2012 vom 19. November 2012; vgl. auch REICH, Steuerrecht, 4. A. § 13 N 113 ff. 

 
 
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Privatentnahmen und -einlagen beilegen. Die Art und Weise der Führung und der Aufbewah-

rung richtet sich nach dem Obligationenrecht wie sich auch die Buchführungs- und Rechnungs-

legungspflicht direkt aus Art. 957 des Bundesgesetzes vom 30. März 1911 betreffend die Er-

gänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht; OR; SR 220) 

ergibt. Alle Steuerpflichtigen sind zu Aufzeichnungen verpflichtet, die eine ordnungsgemässe 

Ermittlung des steuerbaren Reineinkommens gewährleisten. Juristische Personen sowie Ein-

zelunternehmungen und Personengesellschaften, welche einen jährlichen Umsatz von mindes-

tens Fr. 500‘000.-- erzielen, sind zur ordnungsgemässen Buchführung und Rechnungslegung 

verpflichtet.7 Lediglich über die Einnahmen und Ausgaben sowie über die Vermögenslage müs-

sen diese Gewerbe Buch führen, wenn der Umsatzerlös die Summe von Fr. 500'000.-- nicht 

erreicht.8 Aufgrund der bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften vorherrschenden 

Verflechtungen zwischen dem Unternehmen sowie dem Privatbereich der betroffenen Gesell-

schafter resp. Einzelunternehmer ist eine vollständige Aufzeichnung von Privateinlagen resp. 

Privatentnahmen von hoher Bedeutung zur Abgrenzung der Geschäftseinnahmen und -

ausgaben vom Privatbereich. Es erscheint daher zweckmässig und notwendig, zusätzlich die 

Veränderungen der Forderungen (ggf. Verbindlichkeiten) gegenüber dem Privatbereich des 

Unternehmers bzw. der Gesellschafter ebenfalls als Einnahmen und Ausgaben zu betrachten 

und entsprechende Aufzeichnungen darüber anzufertigen. Es geht um eine buchmässige Auf-

zeichnung der relevanten Vorgänge. Diese Aufzeichnungen haben die Grundsätze ordnungs-

gemässer Buchführung im Sinne von Art. 957a Abs. 2 OR dabei sinngemäss anzuwenden und 

die Geschäftsvorgänge müssen systematisch, vollständig und wahrheitsgetreu aufgezeichnet 

werden. Für jeden Eintrag muss ein Belegnachweis erbracht werden, damit die Eintragungen 

nachprüfbar bleiben (Belegprinzip).9 Die Aufzeichnungen sind jeweils so vorzunehmen, dass ein 

Sachverständiger sie nachprüfen könnte.10 Zur ordnungsgemässen Buchführung gehört insbe-

sondere, dass die Buchhaltung mit Blick auf die Art und Grösse des Unternehmens zweckmäs-

sig und klar strukturiert ist. Zudem sind die einzelnen Sachverhalte vollständig, wahrheitsgetreu 

und systematisch zu erfassen. 

 

3.4. Werden zum Vorteil einer juristischen Person Verfahrenspflichten verletzt, Steuern hinter-

zogen oder Steuern zu hinterziehen versucht, so wird gemäss § 157 Abs. 1 StG die juristische 

Person gebüsst. Die handelnden Organe oder Vertreter können zudem nach § 153 bestraft 

werden: Wer zu einer Steuerhinterziehung anstiftet, Hilfe leistet oder als Vertreter des Steuer-

pflichtigen vorsätzlich eine Steuerhinterziehung bewirkt oder an einer solchen mitwirkt, wird oh-

ne Rücksicht auf die Strafbarkeit des Steuerpflichtigen mit Busse bestraft und haftet solidarisch 

für die hinterzogene Steuer.11 

                                                
7 Art. 957 Abs. 1 OR. 
8 Art. 957 Abs. 2 Ziff. 1 OR. 
9 Vgl. Art. 957a Abs. 2 OR. 
10 Vgl. PASSARDI/FONTANA, Das neue kaufmännische Buchführungsrecht nach OR: Gedanken zur «Milchbüchlein-

rechnung», in: TREX Der Treuhandexperte, 1/2013, S. 21; NEUHAUS/SCHÄR in: Honsell/Vogt/Watter [Hrsg.], Basler 

Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht II, 5. Aufl. Basel 2016, Art. 957 N 19, BGE 77 IV 

164 ff. 
11 Art. 153 StG. 

 
 
Seite 8   

 

 

4. 

Es gilt zuerst zu prüfen, ob die Steuerverwaltung den Rekurrenten zu Recht Nachsteuern zur 

Staats- und Gemeindesteuer 2015 auferlegt hat.  

 

Die vorgenannten Grundsätze zur ordnungsgemässen Buchführung12 wurden im vorliegenden 

Fall mehrfach nicht eingehalten: Die Steuerverwaltung hält im Revisionsbericht Nr. 2017-079 

(Steuerjahre 2015) fest, dass wie bereits im Revisionsbericht Nr. 2016-141 geschehen, die 

Ordnungsmässigkeit der Buchhaltung bemängelt werden müsse. Als Beispiele führt sie an, 

dass die Anfangssalden erneut manuell, d.h. ohne eine Buchung vorzunehmen angepasst wur-

den. Die Aktiven und Passiven in der Eröffnungsbilanz seien nicht gleich hoch. Die im Revisi-

onsbericht Nr. 2016-141 aufgeführten vorzunehmenden Korrekturbuchungen seien mangelhaft 

umgesetzt worden, es seien keine zeitlichen Abgrenzungen (insbesondere Debitoren) vorge-

nommen worden und beim Verbuchen des Privatanteils an den Telefonkosten seien Soll und 

Haben verwechselt worden. Schliesslich hätten die Lohnausweise Fehler enthalten. Wie bereits 

im Vorjahr hätten für die Buchprüfung keine Kreditorenrechnungen vorgelegt werden können. 

Gemäss Angaben des Rekurrenten habe er nicht gewusst, dass diese aufbewahrt werden müs-

sen. Er habe sie jeweils nach der Zahlung fortgeworfen, obwohl er im Revisionsbericht 

Nr. 2016-141 auf die gesetzlichen Bestimmungen zur kaufmännischen Buchführung hingewie-

sen worden sei. Die Buchhaltung sei zukünftig formell und materiell ordnungsgemäss zu führen. 

Es seien die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Wiese die Buchhaltung in den Folgejah-

ren weiterhin gravierende Mängel auf, würde sich die Steuerverwaltung vorbehalten, diese zu-

rückzuweisen, eine Veranlagung nach Ermessen vorzunehmen sowie ein Verfahren wegen 

versuchter Steuerhinterziehung einzuleiten. 

 

Mangels entsprechender Grundbelege ist es oftmals nicht möglich, die einzelnen Posten zu 

überprüfen. Letztlich wurden die ausstehenden notwendigen Belege auch im Verfahren vor 

Steuergericht nicht beigebracht. All die eingangs erwähnten buchhalterischen Mängel wirken 

sich nachfolgend zu Ungunsten der Rekurrenten aus. Es ist nämlich nicht die Aufgabe des 

Steuergerichts, anstelle der Rekurrenten, Lücken und Mängel in der Buchhaltung durch eigene 

Bücheruntersuchungen zu schliessen resp. zu kompensieren; vielmehr wären die Rekurrenten 

im Rahmen ihrer Mitwirkungs- und Substantiierungslast gehalten gewesen, die erforderlichen 

Belege zu sichern und einzureichen. Da die Unterlagen bei Sachverhaltsprüfungen immer als 

Ganzes zu würdigen sind und nicht nur einzelne losgelöste Fragmente herausgehoben werden 

dürfen, genügen die ins Recht gelegten Unterlagen nicht. Damit lässt sich weder aus den vor-

liegenden Unterlagen noch aus den Vorbringen der Rekurrenten etwas dem Revisionsbericht 

Nr. 2017-079 Widersprechendes entnehmen, zumal die Buchhaltung für das Jahr 2015 auf-

grund der buchhalterischen Mängel nicht überprüfbar ist und die Rekurrenten zudem weder den 

Bestand noch die Berechnung oder die Höhe der von Steuerverwaltung erhobenen Nachsteuer 

in der Rekurseingabe anfechten resp. die von der Rekursgegnerin gemachten Aufrechnungen 

                                                
12 Siehe E. 3.3. 

 
 
Seite 9   

nicht substantiiert zu widerlegen versuchen. Die von der Steuerverwaltung erhobenen Nach-

steuern für das Jahr 2015 sind demzufolge gerechtfertigt und der Rekurs erweist sich in diesem 

Punkt als unbegründet. 

 

 

5. 

Weiter ist strittig, ob die Steuerverwaltung den Rekurrenten die Nachsteuern aufgrund solidari-

scher Haftung für die Ertragsnachsteuer 2007 und 2008 der D.____ GmbH in Liq. (vormals 

E.____ GmbH) zu Recht auferlegt hat. 

 

5.1. Im öffentlichen Recht ist die Verjährung von Amtes wegen zu beachten.13 

 

Steuerforderungen verjähren gemäss § 147 Abs. 2 StG fünf Jahre, nachdem die Veranlagung 

rechtskräftig geworden ist. Bei Stillstand oder Unterbrechung der Verjährung verjähren sie je-

doch spätestens 10 Jahre nach Ablauf des Jahres, in dem die Steuern rechtskräftig festgesetzt 

worden sind. Bei der absoluten Verjährungsfrist dagegen wird - aus nachvollziehbaren Prakti-

kabilitätsüberlegungen - zu Gunsten der einfacheren Handhabung durch den Fiskus auf einen 

jährlich massgebenden Termin abgestellt. Damit nimmt die Veranlagungsverjährung keinen 

Bezug auf die einzelne Steuerforderung - abgesehen von der Periodizität als solcher - insofern 

erreicht damit einen höheren Abstraktionsgrad.14 

 

5.2. Der Rekurrent war Gesellschafter und Geschäftsführer der D.____ GmbH. Gegen diese 

wurde ein Nach- und Strafsteuerverfahren durchgeführt. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2012 

betreffend Nachsteuern und Bussen zur Staats-, Kirchen- und Gemeindesteuer 2007 u. 2008 

wurden die Nachsteuerforderungen in der Höhe von insgesamt Fr. 90’210.25 veranlagt. Man-

gels Einbringlichkeit wurden diese Forderungen ohne Verlustschein abgeschrieben. Aufgrund 

der in § 157 Abs. 1 StG i.V.m. § 153 StG statuierten solidarischen Organhaftung wurde in der 

Folge mit Nach- und Strafsteuerverfügung vom 12. November 2021 den Rekurrenten die Nach-

steuerforderungen in der Höhe von Fr. 90’210.25 überbürdet. Für die solidarische Organhaftung 

an der Steuerhinterziehung gelten für die Bestrafung die gleichen Verjährungsgrundsätze wie 

für die vollendete Steuerhinterziehung. Da die absolute Bezugsverjährungsfrist von 10 Jahren 

nach Ablauf des Jahres der Rechtskraft gilt und die Nach- und Strafsteuerverfügung der D.____ 

GmbH in Liq. vom 11. Oktober 2012 datiert, ist die absolute Bezugsverjährung von 10 Jahren 

am 1. Januar 2023 eingetreten. Die Forderung ist damit nicht durchsetzbar, auch nicht für die 

solidarische Organhaftung für die Nachsteuer 2007 und 2008 der Steuerhinterziehung der 

D.____ GmbH.  

 

 

 

                                                
13 Vgl. BGer 2C_724/2010 vom 27. Juli 2011, E. 6; BGE 138 ll 169, E. 3.2; BGE 106 Ib 357 E. 3a. 
14 BEUSCH/ BRUNNER, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über 

die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 4. Aufl. 2022 Basel, Art. 47 N 65 f. 

 
 
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6. 

Damit ist der Rekurs im Sinne der Erwägungen teilweise gutzuheissen. 

 

Aufgrund des fast vollständigen Durchdringens haben die Rekurrenten gemäss § 130 StG 

i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und 

Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO; SGS 271) um 90 % reduzier-

te Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 250.-- zu bezahlen. Der bereits bezahlte Kostenvorschuss 

in Höhe von Fr 2’250.-- wird den Rekurrenten zurückerstattet. 

 

In der Regel werden der unterliegenden Partei Verfahrenskosten in angemessenem Ausmass 

auferlegt. Zufolge des teilweise Obsiegens der Rekurrenten sind der Steuerverwaltung daher 

Gerichtskosten in Höhe von Fr. 2’250.-- aufzuerlegen.  

 

 
 
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Demgemäss erkennt das Steuergericht: 

 

1.  

Der Rekurs wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen. 

 

2.  

Die Rekurrenten haben reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 250.-- zu bezahlen, 

welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. Der zu viel bezahlte 

Kostenvorschuss von Fr. 2'250.-- wird den Rekurrenten zurückerstattet. 

 

3.  

Die Steuerverwaltung hat Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 2’250.-- zu bezahlen. 

 

4.  

Mitteilung an die Rekurrenten (1), die Gemeinde G.____ (1) und die Steuerverwaltung des Kan-

tons Basel-Landschaft (3).