# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89aefe81-825b-5f3e-9e5e-7499dc76aac0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 13.07.2017 S 2017 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-6_2017-07-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 6

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 13. Juli 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführer

gegen 

B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. A._____ meldete der B._____ am 10. Dezember 2014 (Datum Eingang 

bei B._____; Bagatellunfall-Meldung selbst ist nicht datiert) einen Unfall, 

wonach er am 13. Oktober 2014 eine Autodachbox aufgeladen bzw. mon-

tiert und sich dabei am rechten Ellenbogen verletzt habe. Im Fragebogen 

zum Ereignis gab A._____ am 20. Januar 2016 an, die Verletzung „Beim 

Aufladen der Dachbox auf das Autodach“ zugezogen zu haben. Er führte 

weiter aus: „Die Dachbox befand sich noch nicht in der dafür vorgesehe-

nen Führung, ich musste die Box etwas nachschieben. Dabei gab es ei-

nen Knall in meinem Ellbogen. Ich wusste die Bizepssehne war im Zen-

trum des Geschehenen.“ Und weiter: „Die Beschwerden waren sofort 

spürbar. Bei einem Riss oder Teilriss einer Sehne ist die Belastung nur 

noch in einem geringen Mass möglich, so auch bei mir.“ Im Rahmen einer 

telefonischen Rücksprache mit einer Sachbearbeiterin der B._____ gab 

A._____ am 21. Januar 2016 an, er habe die maximal 10 kg schwere Ma-

terial-Dachbox von hinten auf sein Auto gehoben und nach vorne ge-

schoben, um diese korrekt zu arretieren. Mit dem rechten Arm habe er die 

Box ein wenig angehoben, dabei seien die Sehnen des Ellenbogens ge-

rissen. Er würde regelmässig bis zu 100 kg heben und sei deshalb selber 

erstaunt, dass diese gleich gerissen seien.

2. Am 20. August 2015 wurde im Diagnose Zentrum Belmont eine Magnet-

resonanztomographie (MRI) des Ellenbogens rechts erstellt. In seiner Be-

urteilung führte der Radiologe Dr. med. C._____ aus: "Im Rahmen einer 

chronischen Tendinopathie der distalen Bizepssehne Partialruptur dersel-

ben Höhe der Tuberositas radii mit begleitender lokoregionaler Synovitis. 

Enthesiopathie im Insertionsbereich der Estensorensehne mit Partialriss. 

Moderater Gelenkerguss. Vd auf ein Plica humeroradialis-Syndrom."

3. Im Abklärungsbericht von Dr.med. D._____ und Prof. Dr. med. E._____ 

des Kantonsspitals St. Gallen wurde die Diagnose einer distalen Bizeps-

sehne Partialruptur rechts gestellt. Die empfohlene operative Refixierung 

der distalen Bizepssehne erfolgte am 8. Juni 2016. 

- 3 -

4. Im Arztzeugnis vom 6. Februar 2016 diagnostizierte Dr. med. F._____ – 

welcher am 4. November 2014 die Erstbehandlung von A._____ vorge-

nommen hatte – eine Partialruptur der distalen Bizepssehne rechts.

5. Nach formloser Ablehnung einer Leistungspflicht am 25. Februar 2016, da 

weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege, 

bestätigte die B._____ auf Verlangen von A._____ mit Verfügung vom 5. 

Oktober 2016 ihren Standpunkt, wonach weder die Voraussetzungen ei-

nes Unfalls noch einer unfallähnlichen Körperschädigung gegeben seien. 

Eine dagegen erhobene Einsprache wies die B._____ mit Einspracheent-

scheid vom 8. Dezember 2016 ab.

6. Dagegen erhob A._____ (Beschwerdeführer) am 11. Januar 2017 Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Be-

gehren um Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Verpflichtung 

der B._____, für die Folgen des Unfalls vom 13. Oktober 2014 die Leis-

tungen gemäss UVG zu erbringen. Eventuell sei noch ein Gutachten zur 

Abklärung der Unfallkausalität einzuholen. Zur Kausalität wurde vorge-

bracht, dass aufgrund der Beurteilung des Kantonsspitals St. Gallen die 

natürliche Kausalität zwischen dem Ereignis vom 13. Oktober 2014 und 

der partialen Bizepssehnenruptur gegeben sei. Die Ruptur sei nicht auf 

eine degenerative Erkrankung zurückzuführen. Vorzustände seien bei be-

ruflichen Überkopfarbeiten und bei Sportlern regelmässig anzutreffen. Der 

Beschwerdeführer sei passionierter Sportler. Die B._____ habe die vollen 

Heilungskosten zu übernehmen, da diese nach Art. 36 UVG nicht gekürzt 

werden könnten, auch wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise ei-

ne Unfallfolge sei. Sollte das Gericht anderer Auffassung sein, sei noch 

ein gerichtliches medizinisches Gutachten einzuholen. Zum Unfallhergang 

sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Dachbox bei auf-

gestütztem Ellenbogen ruckartig angehoben und sie kurz auf der Hand-

fläche ausbalanciert habe, um sie in die Verankerung zu bringen. Der Be-

schwerdeführer habe immer angegeben, dass die Verletzung beim Hoch-

- 4 -

heben und Verschieben der Dachbox eingetreten sei. Er habe nie einen 

neuen, mit den bisherigen Schilderungen unvereinbaren Sachverhalt hin-

zugefügt. Die späteren Aussagen zeichneten sich durch einen höheren 

Detaillierungsgrad aus. Die B._____ habe den Sachverhalt und den Er-

eignisablauf nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Zur unfallähnlichen Körper-

schädigung wurde geltend gemacht, dass ein ruckartiges Anheben und 

Ausbalancieren der Dachbox mit aufgestütztem Ellenbogen ein sinnfälli-

ges Ereignis darstelle. Es liege auch keine krankheits- oder degenerativ 

bedingte Gesundheitsschädigung vor. Das ruckartige Anheben und Aus-

balancieren der schweren Dachbox mit aufgelegtem Ellenbogen sei zu-

dem eine physiologische Beanspruchung des Armes, die erheblich über 

dem Normalen liege und der deshalb auch ein gesteigertes Gefahrenpo-

tential innewohne. Selbst wenn das Aufladen der Dachbox mit aufgeleg-

tem Ellenbogen eine alltägliche Verrichtung sei, sei diese durch das ruck-

artige Anheben und Ausbalancieren bei aufgestütztem Ellenbogen unkon-

trollierbar geworden. Das sinnfällige Ereignis liege nicht im Gewicht der 

Dachbox, sondern im Zusammenspiel des ruckartigen Anhebens, Ausba-

lancierens bei abgestütztem Ellenbogen und der dadurch entstandenen 

ungünstigen Hebelwirkung. Die in Frage stehenden körpereigenen Bewe-

gungen seien in ihrer Gesamtheit als ein Geschehen zu qualifizieren. Vor-

liegend habe dem Geschehen in seiner Gesamtheit ein gesteigertes Ge-

fährdungspotential mit programmwidrigem Ablauf innegewohnt. Die Leis-

tungspflicht der B._____ sei daher zu bejahen.

7. In der Beschwerdeantwort beantragte die B._____ (Beschwerdegegnerin) 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Prüfung der Frage, ob ein sinnfälli-

ges Ereignis vorliege, seien die differierenden Sachverhaltsdarstellungen 

zu würdigen. Es sei dabei auf die Aussagen der ersten Stunde abzustel-

len. Massgebend seien somit die Angaben in der Unfallmeldung, im Fra-

gebogen und gegenüber dem fallführenden Mitarbeiter. Diese beinhalte-

ten keine Angaben einer unkoordinierten Bewegung. In der Einsprache 

und der Beschwerde sei der Hergang nicht bloss präzisiert, sondern ver-

- 5 -

ändert geschildert worden. Der Sachverhalt sei genügend abgeklärt. Das 

Anheben einer Dachbox von maximal 10 kg auf ein Autodach, um diese in 

die Führungsschiene zu heben, sei für eine Person, die gewohnt sei, 

schwere Lasten zu tragen, eine alltägliche Lebensverrichtung. In dieser 

Handlung liege kein gesteigertes Gefährdungspotential. Gemäss Beurtei-

lung der MRI-Untersuchung durch Dr. med. C._____ sei eine Partialruptur 

der Sehne im Rahmen einer chronischen Tendinopathie (degenerative 

Erkrankung) der Bizepssehne erfolgt. Das ruckartige Anheben und Aus-

balancieren der Dachbox sei erst in der Einsprache erstmals vorgebracht 

worden. Dies entspreche nicht der massgeblichen Aussage der ersten 

Stunde. Die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen äusserten sich nicht zur 

Kausalität, sondern gäben nur die Angaben des Beschwerdeführers wie-

der.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 8. Dezember 2016. Gegen solche Ent-

scheide kann nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallver-

sicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bun-

desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons Be-

schwerde erhoben werden, in dem die versicherte Person zur Zeit der 

Beschwerdeführung Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt in der 

bündnerischen Gemeinde X._____, womit das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

örtlich zuständig ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit er-

gibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über 

- 6 -

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständig-

keit des angerufenen Gerichts für die Beurteilung dieser Beschwerde zu 

bejahen. Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen Ein-

spracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf (Art. 

59 ATSG). Seine Beschwerdelegitimation ist deshalb zu bejahen. Auf die 

zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist folglich einzu-

treten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).

b) Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungspflicht 

für das Ereignis vom 13. Oktober 2014 zu Recht verneint hat. Die Partei-

en sind sich zumindest darin einig, dass dieses Ereignis nicht als 'Unfall' 

im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist 

(vgl. zum Unfallbegriff; Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2013 vom 10. 

April 2014 E.4.2). Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin fällt 

deshalb vorliegend nur in Betracht, wenn sich der Beschwerdeführer am 

13. Oktober 2014 eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 

6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 der Verordnung zum Unfallversiche-

rungsgesetz (UVV; SR 832.202) zugezogen hat. Gerade dies ist hier strit-

tig geblieben und somit nachfolgend zu prüfen und zu entscheiden.

c) Zum anwendbaren Recht ist klarzustellen, dass seit dem 1. Januar 2017 

neu die revidierten Bestimmungen des Unfallversicherungsgesetzes (Än-

derung vom 25. September 2015) in Kraft getreten sind; darunter auch 

Art. 6 Abs. 2 UVG sowie der gleichermassen revidierte Art. 9 Abs. 2 UVV. 

Nach Art. 118 Abs. 1 UVG (Übergangsbestimmungen) werden die Versi-

cherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revi-

dierten Bestimmungen ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor 

diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Da 

das strittige Ereignis vom 13. Oktober 2014 lange vor dem Inkrafttreten 

der neuen Vorschriften am 1. Januar 2017 eingetreten ist, sind vorliegend 

- 7 -

weiterhin die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Art. 6 Abs, 2 UVG und 

Art. 9 Abs. 2 UVV massgebend. 

2. Bei unfallähnlichen Körperschädigungen gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. 

Art. 9 Abs. 2 UVV müssen zur Begründung der Leistungspflicht (mit Aus-

nahme der Ungewöhnlichkeit) alle übrigen Tatbestandsmerkmale des Un-

falls erfüllt sein (BGE 129 V 466 E. 2.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 

6 S. 80 ff. m.w.H.). Besondere Bedeutung kommt dabei der Vorausset-

zung des äusseren schädigenden Faktors zu, d.h. eines ausserhalb des 

Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnli-

chen Vorfalls (BGE 129 V 466 E.4.1, 1. Absatz). Die schädigende äusse-

re Einwirkung kann in einer körpereigenen Bewegung bestehen (BGE 129 

V 466 E.4.1, 2. Absatz). Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein 

äusserer schädigender Faktor im Sinne der Rechtsprechung, weshalb 

dieser nicht gegeben ist, wenn die versicherte Person nur das erstmalige 

Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 

129 V 466 E.4.2.1). Nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädi-

genden Faktors auch, wenn das erstmalige Auftreten der Schmerzen mit 

einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Per-

son zu beschreiben in der Lage ist. Vielmehr wird für die Bejahung eines 

äusseren auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors 

immer ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefähr-

dungspotential innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschies-

senden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gestei-

gerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportli-

che Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit beträchtlichem 

Schädigungspotential ist zudem zu bejahten, wenn die in Frage stehende 

Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psycholo-

gisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner 

Gliedmassen, gleichkommt. Deshalb fallen einschiessende Schmerzen 

- 8 -

als Symptome einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV ausser Betracht, 

wenn sie allein bei der Vornahme einer alltäglichen Lebensverrichtung 

auftreten, ohne dass dazu ein davon unterscheidbares äusseres Moment 

hineinspielt. Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Fak-

tors demgegenüber bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedi-

zinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so 

etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden 

Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar 

gewordenen Positionsänderung (BGE 129 V 466 E.4.2.3). Erforderlich für 

die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes Schädigungspo-

tential, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es 

durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäg-

lichen Lebensverrichtung führenden Elementes (BGE 139 V 327 E.3.3.1, 

= Pra 102 [2013] Nr. 101, 129 V 466 E.4.3; SZS 2014 S. 540; Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_ 147/2014 vom 16. Juli 2014 E.2.4; und die nachfol-

genden wegleitenden Entscheide, in welchen eine unfallähnliche Körper-

schädigung verneint wurde: Heben einer schweren Kiste mit Ruptur der 

Supraspinatussehne: Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2015 vom 19. 

August 2015 E.3; Heben von Gewichten in unergonomischer Haltung: Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_705/2012 vom 17. Januar 2013; Wurfbewe-

gung mit 20 kg Gewicht: Urteil des Bundesgerichts 8C_665/2010 vom 10. 

Januar 2011; Beim Heben einer 15 kg Bücherkiste Schulter verrenkt: Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_867/2009 vom 17. März 2010 E.3.1 und 3.3; 

Rucksack abziehen: Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2009 vom 12. No-

vember 2009; Getränkepakete von 9 kg rüsten, worauf Schulterverlet-

zung: Urteil des Bundegerichts 8C_319/2009; Heben eines gepackten 

Reisekoffers [20 kg schwer]: Urteil des Bundesgerichts 8C_656/2008 vom 

13. Februar 2009). Im Lichte dieser Vorgaben wird auch im konkreten Fall 

zu entscheiden sein, ob ein äusseres schädigendes Ereignis bejaht wer-

den kann oder zu verneinen ist (vgl. E.4.a-c, hiernach).

- 9 -

3. a) Um zu beurteilen, ob ein Ereignis eine unfallähnliche Körperschädigung 

darstellt, ist vorweg festzulegen, wie sich das Geschehen (Unfallhergang) 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ereignet hat. Die Umstände des als 

Unfall gemeldeten Ereignisses sind von der versicherten Person glaubhaft 

zu machen. Zur Glaubhaftmachung müssen über das konkrete Gesche-

hen genaue und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht werden, 

aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Ta-

tumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzu-

schätzen (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art 6 S. 29 m.w.H.; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.1).   

b) Vorliegend ist in sachverhaltlicher Hinsicht unbestritten und anhand der 

bei den Akten liegenden Unterlagen ohne Weiteres verifizierbar, dass die 

Schilderung des Ereignisses vom 13. Oktober 2014 durch den Beschwer-

deführer in der Bagatellunfall-Meldung UVG (selbst undatiert; Eingang bei 

Beschwerdegegnerin am 10. Dezember 2014), im Fragebogen vom 20. 

Januar 2016 und gemäss der am Telefon einer Sachbearbeiterin der Be-

schwerdegegnerin am 21. Januar 2016 erteilten Auskunft von derjenigen 

in der Einsprache vom 27. Oktober 2016 (mit Begründung vom 8. No-

vember 2016) sowie in der Beschwerde vom 11. Januar 2017 abweicht. 

Im Wesentlichen unterscheiden sich die Schilderungen hinsichtlich des 

auslösenden Faktors bzw. der Ursache für die eingetretenen Schmerzen 

am rechten Ellenbogengelenk.

• In der Bagatellunfall-Meldung UVG (undatiert; Eingang bei Beschwerdegegnerin am 
10. Dezember 2014) gab der Beschwerdeführer zum Unfalldatum "13.10.2014", zum 
Unfallort "Geschäft" und zum Unfallhergang "Dachbox aufgeladen" an (beschwerde-
gegnerische Akten [Bg-act.] 1).

• Im Fragebogen vom 20. Januar 2016 zum Ereignis vom 13. Oktober 2014 führte der 
Beschwerdeführer auf die Frage, wie sich der Unfall im Detail zugetragen habe, aus: 
"Beim Aufladen der Dachbox auf das Autodach. Die Dachbox befand sich noch nicht 
in der dafür vorgesehenen Führung, ich musste die Box etwas nachschieben. Dabei 
gab es einen Knall in meinem Ellenbogen. Ich wusste die Bizepssehne war im Zen-
trum des Geschehenen. Die Beschwerden waren sofort spürbar. Bei einem Riss 
oder Teilriss einer Sehne ist die Belastung nur noch in einem geringen Mass mög-
lich, so auch bei mir." (Bg-act. 2 S.1-2).  

- 10 -

• Gemäss Telefonnotiz der fallführenden Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin 
vom 21. Januar 2016 schilderte ihr der Beschwerdeführer den Unfallhergang wie 
folgt: Der Versicherte habe die max. 10 kg schwere (leere) Material-Dachbox von 
hinten auf sein Auto gehoben. Nun musste er die Box ein Stück nach vorne schie-
ben, um diese korrekt zu arretieren. Um die Box nach vorne zu schieben, benutzte 
er seinen rechten Arm als Hebelwirkung zwischen Auto und Box. Mit dem rechten 
Arm hob er die Box ein wenig, dabei Riss der Sehnen des Ellenbogens. Der Versi-
cherte würde regelmässig bis zu 100 kg heben und sei deshalb selber erstaunt, dass 
diese (Sehne) gleich riss (Bg-act. 3).

• In der Einsprache vom 27. Oktober 2016 (samt nachgereichter Begründung vom 8. 
November 2016) schilderte der Beschwerdeführers den Unfallhergang wie folgt: Die 
Verletzung sei beim Montieren der 180 cm langen Dachbox eingetreten. Er habe die 
Dachbox ans Heck seines Fahrzeuges angelehnt, die Box dann hochgestemmt und 
so weit wie möglich vom Heck her übers Autodach geschoben. Darauf habe er sich 
an die Fahrzeugseite begeben. Mit seinem rechten Arm habe er unter die Dachbox 
gegriffen. Dabei habe er sich mit seinem rechten Ellenbogen auf dem Autodach ab-
gestützt. Die Handfläche sei unter der Dachbox gelegen. Um die Dachbox in die vor-
gesehene Verankerung zu bringen, habe er die Dachbox "ruckartig angehoben" und 
sie "auf der Handfläche balanciert". Durch das ruckartige Hochheben und Schwan-
ken der schweren Dachbox sei es zusammen mit der Hebelwirkung infolge des Auf-
stützens auf dem Autodach zum nachgewiesenen Sehnenriss gekommen (Bg-act. 
12 sowie Bg-act. 15 Ziff. 3 S. 2). 

• In der Beschwerde vom 11. Januar 2017 führte der Beschwerdeführer bezüglich des 
massgeblichen Unfallhergangs am 13. Oktober 2014 sodann noch aus, es sei davon 
auszugehen, dass er die Dachbox bei aufgestütztem Ellbogen ruckartig angehoben 
und sie (Dachbox) kurz auf seiner Handfläche ausbalanciert habe, um sie in die Ver-
ankerung zu bringen. Er habe immer gesagt, dass die Verletzung beim Hochheben 
und Verschieben der Dachbox erfolgt sei. Er habe nie einen neuen, mit den bisheri-
gen Schilderungen unvereinbaren Sachverhalt hinzugefügt. Zutreffend sei allerdings, 
dass sich die späteren Aussagen durch einen höheren Detaillierungsgrad auszeich-
neten (vgl. Beschwerde III./B./Materielles Ziff. 11, S. 4 oben und ZIff. 14 S. 4 unten). 

c) Bei sich widersprechenden Angaben der Versicherten über den Gesche-

hensablauf des zur Diskussion stehenden Ereignisses – was vorliegend 

offenkundig der Fall ist – ist der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu-

folge auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die sogenannten "Aus-

sagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger 

sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 

beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im 

Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem frag-

lichen Ereignis gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu, als jenen, 

die sie nach einer Ablehnungsverfügung des Versicherers getan hat (BGE 

130 V 117 E.2.2.7, 121 V 45 E.2a, 115 V 133 E.8c, U 179/04 E.4.1; 

- 11 -

RKUV 1988 Nr. U 55 S. 363 E.3b/aa). Dabei handelt es sich aber nicht 

um eine förmliche Beweisregel, sondern lediglich um eine im Rahmen der 

freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe. Sie 

kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von weiteren Beweismassnah-

men keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten sind (Urteile des Bun-

desgerichts 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.1, 8C_827/2007 vom 22. 

September 2008 E.5; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art 6 S. 29 f.).  

d) Im konkreten Fall ist das streitberufene Gericht zur Ansicht gelangt, dass 

ursächlich vom Sachverhalt bzw. der Schilderung der Bewegungsabläufe 

laut Bagatellunfall-Meldung (Bg-act. 1) bzw. laut Fragebogen vom 20. Ja-

nuar 2016 (Bg-act. 2) und Auskunftserteilung vom 21. Januar 2016 (Bg-

act. 3) auszugehen ist und nicht auf die dazu widersprüchlichen Selbst-

angaben in der Einsprache vom 8. November 2016 (Bg-act. 15) oder Be-

schwerdeschrift vom 11. Januar 2017 (III./B./Materielles Ziff. 11, Ziff. 13) 

abzustellen ist. Während in der Unfallmeldung zum Unfallort und Ereig-

nisablauf keine äusseren Ereignisse oder Faktoren beschrieben werden, 

wird in der Einsprache und Beschwerdeschrift neu geltend gemacht, dass 

der Beschwerdeführer die zu montierende Dachbox "ruckartig" in die 

Höhe gestemmt und die dabei entstandenen Schwankungen auf der 

Handfläche ausbalanciert habe, was infolge ungeeigneter Hebelwirkung 

(des auf dem Dach abgestützten rechten Armes) zum Riss der rechten El-

lenbogensehne geführt habe. Von einer ruckartigen Bewegung des 

Oberkörpers oder der äusseren Extremitäten (Arme) oder einem unkoor-

dinierten Ausbalancieren der Dachbox "Überkopf" ist hingegen weder in 

der zeitnah nach dem Ereignis vom 13. Oktober 2014 erstellten Bagatel-

lunfall-Meldung noch im erst später erstellten Fragebogen vom 20. Januar 

2016 – der vom Beschwerdeführer handschriftlich unterzeichnet und so-

mit für korrekt befunden wurde – die Rede. Auch die telefonische Aus-

kunftserteilung vom 21. Januar 2016 hat ein anderes Bild vom überwie-

gend wahrscheinlichen Ereignisablauf gezeigt. Entgegen der Auffassung 

des Beschwerdeführers handelt es sich bei den 'ergänzenden Schilde-

- 12 -

rungen' in seiner Einsprache bzw. Beschwerde zum Geschehensablauf 

nicht bloss um Präzisierungen oder einen höheren Detaillierungsgrad, die 

nicht zu bemängeln wären (vgl. Urteile des Bundegerichts 8C_ 843/2015 

vom 26. Februar 2016 E.4.2 und 8C_696/2013 vom 14. November 2013 

E.4.2), sondern es wird der Hergang verändert geschildert. Das sich Be-

geben auf die Fahrzeugseite, das ruckartige Anheben sowie das Ausba-

lancieren der Dachbox bei aufgestütztem Ellbogen wurden erstmals im 

Einspracheverfahren vorgebracht und in der Beschwerde nur nochmals 

wiederholt. Diese Schilderungen widersprechen aber den Aussagen der 

ersten Stunde, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Es ist hier 

darum nicht auf die offensichtlich von versicherungsrechtlichen Überle-

gungen beeinflusste Sachverhaltsdarstellung in der Einsprache und Be-

schwerdeschrift, sondern auf diejenige in der Unfallmeldung, im Fragebo-

gen und der dazu eingeholten Auskünfte abzustellen. Insbesondere im 

Fragebogen vom 20. Januar 2016 wurde zum Geschehen glaubhaft und 

nachvollziehbar festgehalten: Erlittene Verletzung beim Aufladen der 

Dachbox auf das Autodach. Die Dachbox befand sich noch nicht in der 

dafür vorgesehenen Führung, "ich musste die Box etwas nachschieben. 

Dabei gab es einen Knall in meinem Ellenbogen. Ich wusste die Bizeps-

sehne war im Zentrum des Geschehenen." Von diesem Geschehensab-

lauf ist somit im konkreten Fall auszugehen.

e) Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers liegt auch keine unge-

nügende Sachverhaltsabklärung durch die Beschwerdegegnerin vor. Laut 

Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt 

die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforder-

lichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sich schriftlich festzuhal-

ten. Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer nach Einreichung der Ba-

gatellunfall-Meldung der Fragebogen zugestellt, worin festgehalten wird, 

"dass die nachfolgenden Angaben wahrheitsgetreu angegeben werden 

müssen. Auf spätere Ergänzungen muss B._____ nicht eintreten" (Bg-act. 

2). In diesem Fragebogen schilderte der Beschwerdeführer den Ereignis-

- 13 -

hergang ausführlich (s. E.3b, hiervor) und er bestätigte die Angaben über-

dies anlässlich des Telefongesprächs vom 21. Januar 2016 mit der fall-

führenden Sachbearbeiterin (Bg-act. 3). Die Beschwerdegegnerin war 

deshalb nicht gehalten oder sogar verpflichtet, im Nachgang zu diesen 

umfassenden Erhebungen den Beschwerdeführer zur weiteren Substanti-

ierung des gemeldeten Geschehnisses aufzufordern (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_436/2009 vom 22. Oktober 2010 E.6.2 m.w.H. und 

8C_696/2013 vom 14. November 2012 E.4.3). Die Beschwerdegegnerin 

ist somit zu Recht von der Sachverhaltsdarstellung im besagten Fragebo-

gen ausgegangen.

4. a) Es ist nachfolgend somit zu prüfen, ob die erlittene Ellenbogenverletzung 

beim Montieren der Autodachbox am 13. Oktober 2014 als unfallähnliche 

Körperschädigung gewertet werden kann oder nicht. Dabei ist vor allem 

strittig, ob vorliegend ein äusserer schädigender Faktor im Sinne einer 

normalen, den üblichen Bewegungsablauf störenden Programmwidrigkeit 

auf den Körper des Beschwerdeführers eingewirkt hat (vgl. E.2, hiervor).

b) Aus dem massgeblichen Sachverhalt sind hier weder eine unkoordinierte 

Bewegung noch ein programmwidriger Ablauf ersichtlich, so wie dies der 

Beschwerdeführer geltend macht. Es handelt sich vielmehr um eine kör-

pereigene Bewegung, zumal übereinstimmend mit der Beschwerdegeg-

nerin gesagt werden kann, dass das Anheben einer Dachbox von maxi-

mal 10 kg auf ein Autodach eines PW's (vgl. Foto in Bg-act.14) mit Nach-

schieben in die vorgesehene Führung für Personen – die gemäss eigenen 

Angaben gewohnt sind, regelmässig schwere Lasten bis zu 100 kg zu 

heben (Bg-act. 3) – eine alltägliche Lebensverrichtung darstellt (vgl. z.B. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_705/2012 vom 17. Januar 2013 E.3.3; Auf-

zählung in E.2 in fine, hiervor). Bei dieser körpereigenen Bewegung trat 

vorliegend auch kein davon unterscheidbares zur Unkontrolliertheit der 

Verrichtung führendes äusseres Moment wie Brüskheit, Heftigkeit oder 

Ähnliches hinzu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_407/2013 vom 8. 

- 14 -

November 2013 E.3.3.1 sowie 8C_772/2009 vom 7. Mai 2010 E.3.3). 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist in diesem Gesche-

hen bzw. in dieser Handlung überdies auch kein gesteigertes Gefähr-

dungspotential erkennbar. Die Beschwerdegegnerin weist diesbezüglich 

zu Recht auf die Beurteilung von Dr. med. C._____ zur MRI-Unter-

suchung vom 20. August 2015 (Bg-act. 6) hin, worin festgehalten wurde: 

Partialruptur Sehne im Rahmen einer chronischen Tendinopathie (= 

primär nicht-entzündliche degenerative Erkrankung der Sehnen, die auf 

Über-/Fehlbelastung oder Verschleiss beruhen) der distalen Bizepssehne 

erfolgt. Die Ellenbogenverletzung ist daher nicht ursächlich auf ein be-

stimmtes, einmaliges Ereignis wie jenes vom 13. Oktober 2014 zurückzu-

führen. 

c) Zusammenfassend liegt unter Berücksichtigung aller Umstände weder ein 

in den Bewegungsablauf hineinspielendes äusseres Moment noch ein 

ausserhalb des Körpers liegendes, objektiv feststellbares, sinnfälliges, un-

fallähnliches Ereignis vor. Eine unfallähnliche Körperschädigung ist daher 

zu verneinen, womit die Beschwerdegegnerin nicht leistungspflichtig ist. 

Damit erübrigt sich die Prüfung, ob die natürliche und adäquate Kausalität 

– als weitere Voraussetzungen für eine Leistungspflicht – gegeben sind.

5. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Dezember 2016 ist dem-

nach rechtens, was zu seiner Bestätigung und folgerichtig zur Abweisung 

der Beschwerde vom 11. Januar 2017 führt.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, weil das kantonale Beschwerde-

verfahren nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Eine aussergerichtliche 

(Partei-) Entschädigung steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht 

zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG). 

- 15 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]