# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e49be31-8f63-5367-97e5-453bb799b439
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 03.11.2021 IV 2020/94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-94_2021-11-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/94

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 28.03.2022

Entscheiddatum: 03.11.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2021
Art. 28 IVG, Art. 17 ATSG. Unfall mit Handverletzung. Rentenrevision. 
Revisionsgrund bejaht. Würdigung mehrerer Gutachten. Abweisung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. 
November 2021, IV 2020/94).

Entscheid vom 3. November 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

IV 2020/94

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Arthur Andermatt, Teufener Strasse 8, Postfach 

130, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ zog sich am 20. September 2005 bei der Arbeit eine distale, dislozierte 

Radiusfraktur der dominanten rechten Hand zu, die gleichentags im Spital B.___ 

operativ versorgt wurde. Bei im Verlauf persistierenden Handgelenksbeschwerden 

wurde der Versicherte zur stationären Handrehabilitation und neurologischen 

Abklärung an die Rehaklinik Bellikon überwiesen (vgl. zum Ganzen Fremd-act. 1-64 ff., 

1-94 f., 1-119 f., 1-133 ff., 1-143). Im Rahmen des Rehabilitationsaufenthalts kamen die 

behandelnden Ärzte zum Schluss, dass dem Versicherten die bisherige Tätigkeit als 

Bauarbeiter nicht mehr zumutbar sei. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne 

Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten sei ihm hingegen ganztags zumutbar 

(Austrittsbericht vom 3. April 2006, Fremd-act. 1-102 ff.). Am 14. Juni 2006 erfolgte im 

Spital B.___ die Metallentfernung mit Denervation des Handgelenks und Arthrolyse 

(Fremd-act. 1-54). Vom 22. bis 30. August 2006 war der Versicherte bei den Diagnosen 

einer psychischen Dekompensation mit ausgeprägter Angststörung, 

Wahnvorstellungen und latenter Suizidalität sowie eines chronischen 

Schmerzsyndroms der rechten Hand im Spital C.___ hospitalisiert (Bericht vom 29. 

September 2006, Fremd-act. 1-24 ff.). Vom 29. November 2006 bis 12. Januar 2007 

erfolgte aufgrund einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen 

sowie einer somatoformen Schmerzstörung in der Psychiatrischen Klinik D.___ eine 

stationäre psychiatrische Behandlung (vgl. Austrittsbericht vom 12. Januar 2007, 

Fremd-act. 1-3 ff.). Anschliessend wurde der Versicherte durch das 

Sozialpsychiatrische Zentrum E.___ ambulant psychiatrisch weiterbehandelt (vgl. 

Fremd-act. 1-17, IV-act. 21).

A.a. 

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Am 22. Januar 2007 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen zum Leistungsbezug an (IV-act. 2). Nach Einholung verschiedener Arztberichte 

(vgl. IV-act. 14, 16, 20 ff.) erachtete der IV-interne Regionale Ärztliche Dienst (RAD) den 

Versicherten in allen Tätigkeiten als zu 100% arbeitsunfähig. Nach frühestens einem 

Jahr könne eine Beurteilung des Verlaufs eingeholt werden, um die weitere Prognose 

abzuschätzen (Bericht vom 17. August 2007; IV-act. 23). Mit Vorbescheid vom 16. 

Oktober 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 

100% die Ausrichtung einer ganzen Rente ab dem 1. September 2006 in Aussicht (IV-

act. 33). Am 22. November 2007 verfügte sie gemäss Vorbescheid (IV-act. 37, 40).

A.b. 

Der Unfallversicherer stellte seine Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen nach 

einer kreisärztlichen Abschlussuntersuchung und Beurteilung per 31. Juli 2008 ein (vgl. 

Fremd-act. 3-46 ff., Fremd-act. 4). Mit Verfügung vom 11. Juli 2008 wurden dem 

Versicherten ab dem 1. August 2008 eine Invalidenrente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 14% und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 5% zugesprochen. Der Unfallversicherer hielt fest, dass dem 

Versicherten leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne die Arbeit auf Leitern oder 

Gerüsten ganztags möglich seien. Die psychogenen Störungen, die seine 

Erwerbsfähigkeit neben den organisch bedingten Unfallfolgen beeinträchtigten, 

stünden nicht in einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis 

(Fremd-act. 5). Die dagegen erhobene Einsprache wies der Unfallversicherer nach 

weiteren neurologischen und handchirurgischen Abklärungen (vgl. Fremd-act. 7-6 ff., 

7-25 ff., 8-2 f.) mit Entscheid vom 8. Juni 2010 ab (Fremd-act. 9). Dieser 

Einspracheentscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

A.c. 

Im Januar 2010 leitete die IV-Stelle ein amtliches Rentenrevisionsverfahren ein, in 

dessen Rahmen sie die Akten des Unfallversicherers beizog (vgl. IV-act. 43 ff., 53). Die 

behandelnden Ärzte beschrieben den Gesundheitszustand des Versicherten in ihren 

Verlaufsberichten trotz einer ausgedehnten Psychopharmaka-Therapie als 

gleichbleibend schlecht bis verschlechtert. Der Versicherte leide an einer schweren 

depressiven Störung mit Konzentrationsstörungen und paranoiden Ängsten (vgl. insb. 

IV-act. 49, 52). Im April 2010 erfolgte die Verbeiständung des Versicherten (IV-act. 51, 

58, vgl. auch die Akten der F.___, Fremd-act. 11). Im Februar 2011 stellte die 

Beiständin, eine mit dem Versicherten entfernt verwandte Nachbarin, Frau G.___, einen 

A.d. 

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Antrag auf die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung für den Versicherten. Sie gab 

an, dem Versicherten seit 4 Jahren während 84 Stunden wöchentlich zu helfen (IV-act. 

56).

Im Juli 2011 leitete die IV-Stelle bei Verdacht auf Inkonsistenzen weitergehende 

Abklärungen ein (vgl. IV-act. 68 ff.). In diesem Rahmen liess sie den Versicherten 

überwachen und führte ein Standortgespräch sowie unangemeldete Hausbesuche 

durch (vgl. den Observationsbericht vom 24. November 2011, IV-act. 79; das 

Gesprächsprotokoll vom 22. November 2011, IV-act. 75 f., und die Gesprächsnotiz 

vom 15. Dezember 2011, IV-act. 80-2 f.). Am 15. Dezember 2011 kam der zuständige 

IV-Mitarbeiter zum Schluss, dass auch unter Anwendung weitergehender 

Abklärungsmassnahmen die Zweifel bzw. Verdachtsmomente auf einen 

ungerechtfertigten Leistungsbezug nicht hätten erhärtet werden können. Es müsse mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Versicherte 

schwer psychisch eingeschränkt sei (IV-act. 80-3). Daraufhin teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten am 23. Dezember 2011 mit, dass er weiterhin unverändert Anspruch auf 

die bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad 100%) habe (IV-act. 83).

A.e. 

Im März 2012 wurde neu eine Amtsvormundin mit der Beistandschaft des 

Versicherten betraut (IV-act. 88). Im Rahmen der Abklärungen des Anspruchs des 

Versicherten auf Hilflosenentschädigung (vgl. IV-act. 90 ff.) fand am 26. September 

2012 eine RAD-Abklärung statt. Im Abklärungsbericht vom 28. September 2012 

erwähnte die RAD-Ärztin insbesondere ein katatones Zustandsbild bei anamnestisch 

schwerer depressiver Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.1). Sie hielt 

fest, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich mit den 

Befunden aus den früheren psychiatrischen Berichten verschlechtert habe. Er habe in 

der Abklärungssituation ein mutistisches Bild geboten und antriebsgehemmt, blockiert, 

affektiv kaum schwingungsfähig, angespannt, ängstlich und ratlos gewirkt. Aus 

psychischen Gründen benötige er bei den meisten alltäglichen Verrichtungen 

anhaltende Aufforderungen, teilweise Anleitungen und Supervision. Zu einer 

selbständigen Lebensführung wäre er ohne kontinuierliche Betreuung und Begleitung 

aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung nicht in der Lage. Eine Verwandte 

und Nachbarin, Frau G.___, habe ca. sechs Jahre zuvor die Betreuung der Familie 

übernommen, aktuell in einem Umfang von ca. 12 Stunden pro Tag (IV-act. 98). Im 

A.f. 

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Oktober 2012 erfolgte im Rahmen der Prüfung des IV-Leistungsanspruchs der Ehefrau 

des Versicherten eine Überwachung des Ehepaares sowie von Frau G.___ zur 

Überprüfung des geltend gemachten Betreuungsaufwandes (vgl. IV-act. 105 f.; IV-act. 

123; vgl. auch die Protokolle der Gespräche mit der Ehefrau des Versicherten sowie mit 

Frau G.___; IV-act. 119, 120).

Aufgrund des anlässlich dieser Überwachung beobachteten Verhaltens des 

Versicherten leitete die IV-Stelle im Oktober 2013 ein neues Rentenrevisionsverfahren 

ein (IV-act. 125 ff.). Dabei wurde der Gesundheitszustand des Versicherten von Dr. 

H.___ und Frau G.___ als verschlechtert angegeben, da er sich seit der Observation 

verfolgt fühle (IV-act. 135-3, 140-8). Daraufhin veranlasste die IV-Stelle im April 2014 

eine bidisziplinäre psychiatrische und orthopädische Begutachtung (IV-act. 145). Am 

16. Juni 2014 wurde der Versicherte von Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie, orthopädisch begutachtet. Der Gutachter attestierte dem Versicherten eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten und hielt fest, dass der klinische 

Befund in krassem Gegensatz zu den angegebenen Beschwerden stehe (Gutachten 

des Orthopädischen Schmerzzentrums J.___ vom 26. Februar 2015, IV-act. 166). 

Nachdem die psychiatrische Begutachtung an zwei Terminen nicht hatten durchgeführt 

werden können, leitete die IV-Stelle am 8. August 2014 ein Mahn- und 

Bedenkzeitverfahren ein (IV-act. 153, vgl. auch IV-act. 151 f.). Am 2. Oktober 2014 teilte 

der psychiatrische Gutachter, Dr. med. K.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, der IV-Stelle mit, dass der Versicherte zwar zum dritten 

Begutachtungstermin vom 1. Oktober 2014 erschienen sei, eine psychiatrische 

Begutachtung aufgrund seines Verhaltens aber nicht habe durchgeführt werden 

können. Er erachtete die ambulante Untersuchbarkeit des Versicherten als nicht 

vorhanden und empfahl eine stationäre Begutachtung (IV-act. 163, vgl. auch IV-act. 

159 ff.)

A.g. 

Mit Vorbescheid vom 23. März 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Einstellung der Invalidenrente in Aussicht, da nach aktuellem Aktenstand ein die 

Arbeitsfähigkeit wesentlich einschränkender Gesundheitszustand nicht mehr 

nachgewiesen sei (IV-act. 168). Am 29. Mai 2015 verfügte die IV-Stelle die Einstellung 

der bisherigen ganzen Invalidenrente (IV-act. 178). In der Folge erhob der Versicherte 

gegen die Renteneinstellung Beschwerde am Versicherungsgericht des Kantons St. 

A.h. 

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Gallen (IV-act. 189-2 ff., 190), welche dieses aus verfahrensrechtlichen Gründen mit 

Entscheid vom 16. Februar 2016 (IV 2015/203, IV-act. 205) guthiess. Mit Urteil vom 16. 

Januar 2017 hob das Bundesgericht den Entscheid des Versicherungsgerichts auf und 

bestätigte die Verfügung der IV-Stelle (9C_244/2016, IV-act. 224).

Im April 2017 reichte der Beschwerdeführer erneut eine Anmeldung zum IV-

Leistungsbezug ein und erklärte sich dazu bereit, sich den notwendigen 

Begutachtungen zu unterziehen und bei den Abklärungen zu kooperieren (IV-act. 231, 

246). In der Folge gab die IV-Stelle eine neue psychiatrische Begutachtung bei Dr. 

med. L.___, Forensische Psychiatrie, Psychiatrisches Zentrum M.___, in Auftrag (vgl. 

IV-act. 267, 269, 273, 276), wobei der Versicherte zum ersten Gutachtentermin nicht 

erschien und im Verlauf verschiedene Atteste einreichte (vgl. IV-act. 278 ff.). Nachdem 

die IV-Ärztin Dr. med. N.___ diese als nicht überzeugend erachtet hatte, forderte die IV-

Stelle den Versicherten unter Hinweis auf seine Mitwirkungspflichten am 19. Februar 

20219 letztmals auf, sich der Begutachtung zu unterziehen (IV-act. 289).

A.i. 

Am 13. März 2019 wurde der Versicherte von Dr. L.___ psychiatrisch begutachtet. 

Im Gutachten vom 6. Mai 2019 kam der psychiatrische Facharzt zum Schluss, dass 

sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem Jahr 2008, abgesehen von 

einer Phase der Anpassungsstörung durch die polizeilichen Umtriebe nach den 

Observationen von 2011 und 2012 für eine Dauer von maximal sechs Monaten, nicht 

grundlegend verändert habe. In einer optimal angepassten Tätigkeit könne die 

Arbeitsfähigkeit bis zu 70% betragen (IV-act. 295). Am 23. Mai 2019 erachtete Dr. 

N.___ das Gutachten als nachvollziehbar (IV-act. 296).

A.j. 

Gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 297). 

Dagegen liess der Versicherte am 1. Juli 2019 Einwand erheben und eine 

Oberexpertise beantragen (IV-act. 303, 307). Mit Stellungnahme vom 27. August 2019 

äusserte sich die behandelnde Psychotherapeutin, med. pract. O.___, Psychiatrie 

D.___, zum Gutachten (IV-act. 309). Dazu nahm der psychiatrische Gutachter Dr. L.___ 

am 11. November 2019 wiederum Stellung (IV-act. 312). Am 26. November 2019 

erachtete IV-Ärztin Dr. N.___ die Stellungnahme des Gutachters als schlüssig und 

widerspruchsfrei (IV-act. 313). Am 17. April 2020 verfügte die IV-Stelle die Abweisung 

A.k. 

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B.  

Erwägungen

1.  

des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 26%, wobei sie auf eine 

Arbeitsunfähigkeit von 30% abstellte (IV-act. 318).

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch seinen 

Rechtsvertreter, am 14. Mai 2020 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung sei 

aufzuheben und die Angelegenheit sei zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente 

zuzusprechen (act. G 1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

B.b. 

Mit Replik vom 1. September 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

fest (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 29. September 2020 auf eine 

Duplik (act. G 8).

B.c. 

Der Beschwerdeführer bezog ab dem 1. September 2006 eine ganze Rente der 

Invalidenversicherung (Verfügung vom 22. November 2007; IV-act. 37, 40). Nachdem 

ein erstes Rentenrevisionsverfahren in den Jahren 2010 und 2011 einen unveränderten 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ergeben hatte, leitete die Beschwerdegegnerin 

im Jahr 2013 ein weiteres Revisionsverfahren ein (IV-act. 125 ff.). Im Rahmen dieses 

Verfahrens nahm der Beschwerdeführer zwei Termine zur psychiatrischen 

Begutachtung nicht wahr und am dritten Termin konnte diese aufgrund seines 

Verhaltens nicht durchgeführt werden. Daraufhin hob die Beschwerdegegnerin die 

Rente auf Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats auf (Verfügung vom 

29. Mai 2015, IV-act. 178, bestätigt durch das Bundesgericht mit Entscheid vom 16. 

Januar 2017; IV-act. 224). Im Nachgang zu diesem Entscheid erklärte sich der 

Beschwerdeführer im April 2017 dazu bereit, bei künftigen Begutachtungen 

mitzuwirken (IV-act. 231, 246). Daraufhin nahm die Beschwerdegegnerin das 

ursprüngliche Revisionsverfahren aus dem Jahr 2013 wieder auf und liess den 

Beschwerdeführer erneut psychiatrisch begutachten (vgl. IV-act. 266 ff.). Gestützt auf 

das Ergebnis dieser Begutachtung stellte sie die Rente schliesslich am 17. April 2020 

1.1. 

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ein (IV-act. 318). Bei der angefochtenen Renteneinstellung vom 17. April 2020 handelt 

es sich somit um eine Revisionsverfügung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG. 

Vorliegend streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob diese Renteneinstellung zu Recht 

erfolgte.

Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente 

gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 

Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 

damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Insbesondere ist 

die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustands, 

sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich 

gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. 

E. 3.5). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich 

gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteil des Bundesgerichts vom 11. 

Mai 2009, 9C_261/2009, E. 1.2). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung 

der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen 

Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen 

Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 

3. Oktober 2013, 8C_211/2013, E. 2.2). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, 

beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der 

versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer 

materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen 

Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4).

1.2. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das 

Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 

und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

1.3. 

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2.  

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3.a). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

formgerecht eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 

1.3.4; vgl. ferner Thomas Flückiger, Medizinische, insbesondere hausärztliche Berichte 

und ihre Beweiskraft – mit einem Seitenblick auf die medizinischen Gutachten, in: 

Kieser/Lendfers [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2013, St. Gallen 2014, S. 138 

ff.).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a).

1.4. 

Mit Verfügung vom 17. April 2020 wurde das im Jahr 2013 eingeleitete 

Rentenrevisionsverfahren, das die Überprüfung der erstmaligen Rentenzusprache aus 

dem Jahr 2007 zum Gegenstand hatte, abgeschlossen. Demnach ist zu prüfen, ob seit 

der ursprünglichen Rentenzusprache vom 22. November 2007 eine rentenrelevante 

Änderung eingetreten ist, ob mithin ein Revisionsgrund vorliegt.

2.1. 

Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache bestanden beim 

Beschwerdeführer körperliche und psychische Beeinträchtigungen nach dem 

Unfallereignis vom September 2005, die insbesondere im Rahmen von stationären 

Aufenthalten in der Rehaklinik Bellikon sowie in der Psychiatrischen Klinik D.___ 

2.1.1. 

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behandelt wurden. Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon berichteten am 3. April 2006 im 

Wesentlichen, dass aus somatischer Sicht sechs Monate nach dem Unfall vom 

September 2005 mit Fraktur des distalen Radius und konsekutiver offener Reposition 

und Osteosynthese bei an sich gutem Operationsresultat weiterhin bewegungs- und 

kraftlimitierende Schmerzen im Bereich des Handgelenks sowie unklare Dysästhesien 

im Bereich der Finger und der ulnaren Handkante beklagt würden. Infolge von 

Selbstlimitierung und Inkonsistenzen seien die Resultate von physischen 

Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise 

verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung 

erbracht werden könnte, als in den Therapien gezeigt worden sei. Das Ausmass der 

demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren 

pathologischen Befunden und den bildgebenden Abklärungen nur zum Teil erklären. 

Die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter sei dem Beschwerdeführer aufgrund der zu 

hohen Anforderungen nicht mehr zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne 

Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten sei dem Beschwerdeführer hingegen ganztags 

zumutbar (Austrittsbericht vom 3. April 2006, Fremd-act. 1-102 ff.). Anlässlich der 

kreisärztlichen Abschlussuntersuchung der Unfallversicherung vom 11. Dezember 2007 

(und damit nach Erlass der ursprünglichen rentenzusprechenden IV-Verfügung) wurde 

festgehalten, dass die Untersuchung des Handgelenks eine deutlich eingeschränkte 

aktive Beweglichkeit gezeigt habe. Es bestehe eine gewisse Atrophie der rechten 

oberen Extremität, was auf eine Inaktivität hindeute. Es bestünden jedoch weder 

radiologisch noch klinisch Dystrophiezeichen und das Röntgenbild zeige einen guten 

Mineralisationsgehalt und keine wesentlichen Arthrosezeichen. Vorwiegend lägen 

nicht-organische Komponenten vor. Deshalb sei auf die Zumutbarkeitsbeurteilung der 

Rehaklinik Bellikon abzustellen (Fremd-act. 3-47 ff.).

Die Ärzte der Psychiatrischen Klinik D.___ hatten im Rahmen der stationären 

Behandlung vom 29. November 2006 bis 12. Januar 2007 die Diagnosen einer 

schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen (F32.1) sowie 

anamnestisch einer somatoformen Schmerzstörung (F45.4) gestellt. Ziel der 

Behandlung sei die Aktivierung des Beschwerdeführers über die Einbindung in 

Therapien gewesen. An diesen habe der Beschwerdeführer nur teilweise 

teilgenommen. Dem zunehmend auf seine spezifischen Störungsmuster 

zugeschnittenen Ganztagesprogramm mit hoher Observanz durch das Behandlerteam 

habe sich der Beschwerdeführer durch die Aufkündung des Behandlungsvertrages und 

einen raschen Austrittswunsch entzogen (Austrittsbericht vom 12. Januar 2007, Fremd-

act. 1-3 ff.). Am 23. Mai 2007 hatten die Ärzte berichtet, dass von einer positiven 

2.1.2. 

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Prognose ausgegangen werden könne, vorausgesetzt, dass sich der Beschwerdeführer 

auf eine regemässige medikamentöse Behandlung sowie auf eine gezielte 

psychotherapeutische Behandlung einlassen könne (IV-act. 20). Dr. med. P.___, 

Ambulatorium M.___, der den Beschwerdeführer ambulant weiter betreut hatte, hatte 

am 9. August 2007 berichtet, dass der Beschwerdeführer an einer schweren 

depressiven Episode mit psychotischen Symptomen und einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung leide, ausgelöst durch die Radiusfraktur vom 

September 2005 mit schwerem Rehabilitationsdefizit. Es bestehe für jegliche Tätigkeit 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 22 f.). Der RAD hatte die psychische 

Beeinträchtigung des Beschwerdeführers in seiner internen Stellungnahme vom 17. 

August 2007 als derart schwer erachtet, dass aktuell keine adaptierte Tätigkeit denkbar 

sei (IV-act. 23).

Ob der im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache massgebende 

Sachverhalt damals hinreichend abgeklärt worden war, ist mit Blick auf die eher 

dürftige Aktenlage fraglich. Bei der damaligen Sachlage hätte sich zumindest eine 

RAD-ärztliche Untersuchung aufgedrängt, da nicht auszuschliessen war, dass die 

behandelnden Ärzte aufgrund ihres ärztlichen Behandlungsauftrags die subjektiven 

Angaben des Beschwerdeführers in ihre Beurteilung hatten einfliessen lassen und 

deshalb nicht auf den objektiv-klinischen Befund abgestellt hatten. Nach dem Sinn und 

Zweck des Art. 17 Abs. 1 ATSG muss die Revision einer Rente aber auch dann zulässig 

sein, wenn der Sachverhalt zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache nicht 

mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

festgestanden hatte. In einem solchen Fall muss der überwiegend wahrscheinliche 

Sachverhalt im Zeitpunkt des Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens mit jener 

Sachverhaltsannahme verglichen werden, die bei der ursprünglichen Rentenzusprache 

unter den gesetzlichen Tatbestand subsumiert und damit der rentenzusprechenden 

Verfügung zugrunde gelegt worden war. Ein Revisionsgrund liegt in einem solchen Fall 

also dann vor, wenn der aktuelle Sachverhalt nicht mehr jener Sachverhaltsannahme 

entspricht, auf die die IV-Stelle bei der ursprünglichen Rentenzusprache abgestellt 

hatte (vgl. zum Ganzen ausführlich den Entscheid des Versicherungsgerichtes vom 25. 

Juni 2019, IV 2016/364 E. 1.1).

2.1.3. 

Der Unfall des Beschwerdeführers war bei Rentenzusprache im November 2007 

erst gut zwei Jahre zurückgelegen. Seither hatten zwei operative Eingriffe am rechten 

Handgelenk und längerdauernde Therapien stattgefunden. Der Beschwerdeführer hatte 

- zum damaligen Zeitpunkt - seine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Bauarbeiter vollumfänglich eingebüsst und per Ende August 2006 seine Festanstellung 

2.1.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/16

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in der Baubranche verloren. Zeitgleich mit der im Juni 2006 vom Arbeitgeber 

ausgesprochenen Kündigung hatten die psychischen Probleme begonnen (vgl. etwa 

Fremd-act. 1-4 Mitte, IV-act. 295-12), die zu den längeren stationären und ambulanten 

Therapien geführt hatten (Fremd-act. 1-24 ff., 1-3 ff.; 1-17; IV-act. 21). Auf Ende 

November 2006 hatte der Beschwerdeführer überdies auch die Nebentätigkeit im 

Reinigungsbereich verloren (vgl. IV-act. 15-7). Insgesamt ist - trotz der dürftigen 

damaligen Aktenlage - davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt 

der ursprünglichen Rentenzusprache aufgrund der unfallbedingten Einschränkung 

seiner dominanten Hand und einer damit einhergehenden, akuten psychischen 

Anpassungsreaktion im Sinne einer schweren depressiven Episode zu 100% 

arbeitsunfähig war und die damalige Rentenzusprache auf diesem Gesamtbild beruhte.

Im Rahmen des Revisionsverfahrens wurde der Beschwerdeführer orthopädisch 

und psychiatrisch begutachtet.

2.2. 

Im orthopädischen Gutachten vom 26. Februar 2015 wurde festgehalten, dass 

die Anamnese des Beschwerdeführers zum aktuellen Leiden sehr schwer zu eruieren 

gewesen sei. Er habe keine Angaben machen wollen. Das Gespräch sei hauptsächlich 

mit der Betreuerin und Dolmetscherin geführt worden. Bei der Untersuchung der 

rechten Hand habe der Beschwerdeführer angegeben, diese nicht bewegen zu können. 

Bei der durchgeführten passiven Beweglichkeit habe es allerdings keinerlei 

Bewegungseinschränkungen gegeben. Auffallend sei eine hervorragende muskuläre 

Ausbildung an der Hand und am Unterarm gewesen. Hier habe sich eine 

hervorragende Beschwielung der rechten Hand gezeigt, sodass der dringende 

Verdacht auf aktuelle handwerkliche Tätigkeiten bestehe. Der orthopädische Gutachter 

verneinte jegliche muskuläre Atrophie und hielt fest, dass die dargestellten 

Beschwerden aufgrund der klinischen Untersuchungen und des radiologischen 

Befundes nicht nachvollzogen werden könnten. Der körperliche Befund zeige keinerlei 

Einschränkungen und neurologische Defizite. Die vom Beschwerdeführer 

vorgetragenen Beschwerden und präsentierten Symptome seien in sich nicht 

konsistent mit den erhobenen Befunden. Die Radiusfraktur sei vollkommen ausgeheilt 

und die Muskulatur der Hand und des Armes sei vollkommen zurückgekehrt. Der 

Gutachter schätzte die Arbeitsfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten auf 100%. Er hielt fest, 

dass sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in adaptierten Tätigkeiten keine 

verminderte Leistungsfähigkeit mehr bestehe. Es sei möglich, dass die geltend 

gemachten Beschwerden vorgespielt seien. Der klinische und der radiologische Befund 

ständen in krassem Gegensatz zu den angegebenen Beschwerden. Auch das 

Observationsmaterial zeige eine vollständig andere Verhaltensweise des 

2.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/16

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Beschwerdeführers. Dieser habe sich bisher geweigert, eine zur Validierung der 

geklagten Leiden anerkannte neurologische Untersuchung durchzuführen. Ein 

Täuschungsverhalten sei wahrscheinlich (IV-act. 166).

Im psychiatrischen Gutachten vom 6. Mai 2019 kam der Experte seinerseits zum 

Schluss, dass im Wesentlichen die Diagnosen einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und emotional-instabilen/impulsiven Zügen 

(F61.0), einer Angststörung und depressiven Störung gemischt (F41.2) sowie einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) und 

abnormem Krankheitsverhalten zu stellen seien. Dabei sei es kein leichtes Unterfangen, 

die passenden diagnostischen Klassifikationen zu finden, die dem immensen Spektrum 

von somatischen und psychischen Beschwerden und Dysfunktionen gerecht würden. 

Das Gewicht der genuinen Gesundheitsstörung des Beschwerdeführers reduziere sich 

unter Berücksichtigung des relativ hohen Stellenwertes von IV-fremden Faktoren und 

des hochgradig abnormen Krankheitsverhaltens beträchtlich, was auch mit dem relativ 

unauffälligen klinischen Erscheinungsbild übereinstimme. Im aktuellen Zustand sei von 

einer leichten, allenfalls leicht bis mittelschweren Störung auszugehen, die bei 

entsprechender Leistungsmotivation durchaus noch Möglichkeiten des produktiven 

Arbeitens offenliesse. Weder die von verschiedenen Therapeuten diagnostizierte 

schwere Depression mit psychotischer Symptomatik noch die posttraumatische 

Belastungsstörung mit Panikattacken hätten anlässlich der aktuellen Untersuchung 

bestätigt werden können. Vielmehr hätten die aktuell gestellten Diagnosen auch 

retrospektiv durchaus Anwendung finden können. Die 0%ige Arbeitsfähigkeit, die der 

Beschwerdeführer verschiedentlich attestiert bekommen habe, könne im Grunde nur 

für die Zeit seiner chirurgischen Behandlung nach dem Unfall sowie für die 

Klinikaufenthalte und allenfalls noch für den Tiefpunkt seiner Anpassungsstörung nach 

der Observation als effektiv begründbar angesehen werden (IV-act. 295-46). In einer 

optimal angepassten Tätigkeit könne die Arbeitsfähigkeit bis zu 70% betragen. Dabei 

sei eine Tätigkeit in Innenräumen ohne Zwangshaltungen, ohne das Heben von 

schweren Lasten sowie ohne allzu hohe Anforderungen an die Eigenmotivation und an 

die Langzeitkonzentrationsfähigkeit zu bevorzugen (IV-act. 295).

2.2.2. 

Die beiden Fachgutachten sind jeweils in Kenntnis der medizinischen Aktenlage 

erstellt worden und beruhen auf umfassenden fachärztlichen Untersuchungen. Die 

beiden sachverständigen Gutachter haben sich mit den vom Beschwerdeführer 

geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Trotz seines passiven Verhaltens bzw. 

der insgesamt erschwerten Untersuchungssituation ist es beiden Gutachtern gelungen, 

detaillierte Befunde zu erheben und eine überzeugende und nachvollziehbare 

2.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/16

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Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. In psychiatrischer Hinsicht vermögen 

insbesondere die vom Beschwerdeführer angeführten Berichte der behandelnden 

Psychiaterin med. pract. O.___ die gutachterliche Beurteilung nicht in Frage zu stellen, 

zumal der psychiatrische Gutachter die von dieser diagnostizierte PTBS klar verneint 

hat. Diesbezüglich ist insbesondere auch auf die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und 

Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits 

hinzuweisen (Urteil des EVG vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2). Dieser Faktor ist 

vorliegend aufgrund der erheblichen Diskrepanzen der subjektiven Angaben und 

objektiven Befunde von erheblicher Bedeutung. Die behandelnde Psychiaterin scheint 

sich sowohl bei den Angaben zum Unfall als auch bei der Befunderhebung im 

Wesentlichen auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt zu haben, 

ohne diese kritisch zu hinterfragen. Damit vermag die Einschätzung der Psychiaterin 

die Überzeugungskraft der gutachterlichen Beurteilung aufgrund der fehlenden 

Objektivität nicht zu erschüttern. Was schliesslich die Verwertung des 

Observationsmaterials betrifft, so ist auf die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in 

der Beschwerdeantwort zu verweisen (act. G 4 Ziff. 4). Zusammenfassend kann auf die 

gutachterlichen Beurteilungen abgestellt werden.

Vergleicht man den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der 

ursprünglichen Rentenzusprache im Jahr 2007 mit der gesundheitlichen Situation, wie 

sie sich im aktenmässigen Verlauf bis zum Erlass der angefochtenen 

Revisionsverfügung im Jahr 2020 präsentierte, fällt auf, dass durchgängig von 

verschiedenen Ärzten Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Verhalten des 

Beschwerdeführers festgestellt und aus gutachterlicher Sicht ein Täuschungsverhalten 

als wahrscheinlich erachtet wurde. Die erheblichen Diskrepanzen bezüglich der objektiv 

erhebbaren Befunde und der geltend gemachten Beschwerden erschweren eine 

Beurteilung und Plausibilisierung der gesundheitlichen Situation des 

Beschwerdeführers erheblich, wenn sie diese nicht gar verunmöglichen. 

Nichtsdestotrotz ist festzuhalten, dass der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers im Verlauf aktenkundig wesentliche Veränderungen erfahren und 

sich im Revisionszeitpunkt insgesamt verbessert gezeigt hat. In somatischer Hinsicht 

hat sich dahingehend eine Verbesserung ergeben, dass die damaligen medizinischen 

Abklärungen noch eine gewisse Atrophie und damit Hinweise auf eine Inaktivität der 

rechten Hand und des Handgelenks ergeben hatten, wogegen anlässlich der 

orthopädischen Begutachtung im Jahr 2015 keinerlei Atrophie mehr festgestellt und ein 

Zustand nach vollkommen ausgeheilter Radiusfraktur ohne Funktionseinschränkungen 

diagnostiziert wurde. In psychischer Hinsicht wurde dem Beschwerdeführer anlässlich 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/16

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3.  

der Begutachtung im Jahr 2019 eine 70%ige und damit wesentlich verbesserte 

Arbeitsfähigkeit attestiert. Zwar gab der psychiatrische Gutachter den 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als seit Jahren im Wesentlichen 

unverändert an. Dies ist jedoch damit zu begründen, dass er die damalige 

gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers retrospektiv anders einschätzte als 

die echtzeitlich mit der Behandlung betrauten Ärzte (vgl. vorstehend E. 2.2.2). Da aber, 

wie in E. 2.1.3 dargelegt, die bei der ursprünglichen Rentenzusprache zugrunde 

gelegte Sachverhaltsannahme als  Vergleichsbasis dient (und für die gut zwei Jahre 

nach dem Unfall eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit immerhin plausibilisiert 

werden konnte), kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass der Gutachter 

keine offenkundige Veränderung seines Gesundheitszustands angenommen hat, nichts 

zu seinen Gunsten ableiten. Vielmehr ist auch in psychischer Hinsicht von einer 

wesentlichen Veränderung auszugehen. Vor diesem Hintergrund hat die 

Beschwerdegegnerin einen Revisionsgrund gemäss Art. 17 ATSG zu Recht bejaht.

Zusammenfassend ist mit Blick auf die überzeugenden medizinischen Gutachten 

von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen.

3.1. 

Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad. Der Beschwerdeführer war vor dem 

Unfall als Bauarbeiter tätig und führte seit Oktober 2003 eine Nebentätigkeit bei den 

Q.___ AG aus. Da sein Gesamteinkommen in den Jahren vor dem Unfall im Jahr 2005 

schwankte, rechtfertigt es sich, für die Bemessung des Valideneinkommens den 

Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2004 heranzuziehen. Im Jahr 2002 hat er ein 

Jahreseinkommen von Fr. 51'253.00, im Jahr 2003 von Fr. 52'027.00 und im Jahr 2004 

von Fr. 61'852.00 erzielt (vgl. IK-Auszug vom 21. Februar 2007, IV-act. 9; Werte in den 

Jahren 2003 und 2004 einschliesslich des Einkommens aus Nebenerwerb). Bei 

jeweiliger Anpassung dieser Jahreslöhne an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 

2007 ergibt sich dabei ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 57'591.45 (vgl. T39, 

Entwicklung der Nominallöhne; Index Männer 2002: 1'933 [= Fr. 54'275.70]; 2003: 

1'958 [= Fr. 54'391.85]; 2004: 1'975 [= Fr. 64'106.85] und 2007: 2'047). Damit liegt der 

vom Beschwerdeführer erzielte, nominallohnbereinigte Durchschnittslohn selbst bei 

Einbezug des Verdienstes bei der Q.___ AG nicht über dem Durchschnittslohn gemäss 

Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung für männliche Hilfsarbeiter im 

Jahr 2007 von Fr. 60'167.00. Vor diesem Hintergrund kann eine vertiefte Prüfung, ob es 

dem Beschwerdeführer längerfristig zumutbar gewesen wäre, neben der vollzeitlichen 

Tätigkeit beim Baugeschäft R.___ die Tätigkeit bei der Q.___ AG auszuüben (sowie 

gegebenenfalls das Ausmass festzusetzen), unterbleiben. Insgesamt ergibt sich bei 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird ihm angerechnet.

dieser Ausgangslage und da dem Beschwerdeführer mit Blick auf die vorliegenden 

Akten ein Tabellenlohnabzug, wenn überhaupt, höchstens im Umfang von 10% zu 

gewähren wäre, von vornherein kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Somit 

erübrigt sich die Vornahme eines Einkommensvergleichs und die revisionsweise 

Aufhebung der Invalidenrente erfolgte zu Recht.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen; der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran 

anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

4.2. 

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2021
	Art. 28 IVG, Art. 17 ATSG. Unfall mit Handverletzung. Rentenrevision. Revisionsgrund bejaht. Würdigung mehrerer Gutachten. Abweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2021, IV 2020/94).

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